Decision ID: 4dc4e1c8-d8db-4bc9-b06d-19e4eeb73909
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Rudolf Strehler, Dorfstrasse 21,
8356 Ettenhausen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Fürsprecherin Dr. iur. Marianne Sonder, Rossimattstrasse 17,
3074 Muri b. Bern,
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betreffend
Invalidenrente und Integritätsentschädigung
Sachverhalt:
A.
A.a A._ hatte sich am 12. Dezember 1967 bei einem Sturz beim Skifahren (nicht bei
der Suva versichert) unter anderem eine Fraktur des rechten Fussgelenks mit
nachfolgender Arthrose zugezogen. Am 21. Dezember 1969 erlitt er anlässlich eines
weiteren (bei der Suva versicherten) Skiunfalls eine supramalleoläre Querfraktur des
rechten Unterschenkels. Mit Verfügung vom 13. August 1975 sprach ihm die Suva
aufgrund der teilweise bei ihr versicherten Unfallrestfolgen im Bereich des rechten
Fusses ab dem 6. Dezember 1972 eine um 50 % gekürzte Invalidenrente auf der Basis
einer Erwerbsunfähigkeit von 20 % zu. Am 26. September 1978 erhöhte die Suva diese
Rente auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 30 % (vgl. UV-act. 16, 54, 135, 160
S. 2).
A.b Der Versicherte war als Bezüger von ALV-Taggeldleistungen bei der Suva
unfallversichert, als er am 4. August 2006 auf seinem Rennvelo von einem
Personenwagen von hinten angefahren wurde (UV-act. 1). Er zog sich dabei stabile
BWK12- und LWK3-Frakturen, ein grosses Glutealhämatom links und Zahnschäden zu
(UV-act. 5, 11f). Im Weiteren berichtete der Versicherte anlässlich einer kreisärztlichen
Untersuchung vom 8. März 2007 über einen beidseitigen Tinnitus, den er ca. 10 Tage
nach dem Unfallereignis bemerkt habe (UV-act. 74) und klagte über
Schulterbeschwerden links (UV-act. 33 S. 2). Die Suva erbrachte für das erwähnte
Unfallereignis Versicherungsleistungen. Nach Durchführung von weiteren Abklärungen
sprach sie dem Versicherten mit Verfügung vom 12. Juni 2009 eine
Integritätsentschädigung auf der Basis einer Integritätseinbusse von 20 % zu. Der
Anspruch auf Rentenleistungen wurde mit Hinweis auf die vollschichtige Zumutbarkeit
einer dem unfallbedingten Gesundheitsschaden angepassten leichten
wechselbelastenden Tätigkeit verneint und die Leistungen auf den 3. August 2009
eingestellt (UV-act. 130). Gegen diese Verfügung liess der Versicherte durch
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Rechtsanwalt Dr. iur. R. Strehler, Ettenhausen-Aadorf, am 13. Juli 2009 Einsprache
erheben und die Zusprechung einer Invalidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrads
von 70 % und eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer Integritätseinbusse von
60 % beantragen (UV-act. 138). Mit einer weiteren Verfügung vom 12. Januar 2010
hielt die Suva fest, dass kein sicherer oder wahrscheinlicher Zusammenhang zwischen
dem Ereignis vom 4. August 2006 und den in der Einsprache vom 13. Juli 2009
erwähnten Schulterbeschwerden links bestehe. Sie sei hierfür demzufolge nicht
leistungspflichtig (UV-act. 146). Gegen diese Verfügung liess der Versicherte durch
seinen Rechtsvertreter am 12. Februar 2010 ebenfalls Einsprache erheben (UV-act.
151). Mit Schreiben vom 15. März 2010 wurde die Einsprache unter Einreichung einer
Beurteilung von Dr. med. B._, Praktischer Arzt FMH, vom 22. Februar 2010 (UV-act.
153) ergänzend begründet (UV-act. 154). Nach Einholung einer kreisärztlichen
Beurteilung (UV-act. 157) wies die Suva die Einsprachen mit Einspracheentscheid vom
7. Juni 2010 ab.
Eine am 5. Februar 2010 vom Krankenversicherer vorsorglich erhobene Einsprache
(UV-act. 149) war am 18. Mai 2010 wieder zurückgezogen worden (UV-act. 159).
B.
B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 7. Juni 2010 liess der Versicherte durch
Rechtsanwalt Dr. Strehler mit Eingabe vom 30. Juni 2010 Beschwerde erheben mit den
Anträgen, es seien die Verfügungen vom 12. Juni 2009 und vom 12. Januar 2010 sowie
der erwähnte Einspracheentscheid aufzuheben. Es sei festzustellen, dass der
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 4. August 2006 und den
Schulterbeschwerden links gegeben sei. Es sei dem Beschwerdeführer eine
Invalidenrente von mindestens 70 % zuzusprechen. Es sei ihm eine
Integritätsentschädigung von 60 % auszurichten. Eventualiter sei die Streitsache zur
ergänzenden Sachverhaltsermittlung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Subeventualiter sei das Verfahren bis zum Vorliegen des beim asim in Auftrag
gegebenen Gutachtens zu sistieren. Zur Begründung legte der Rechtsvertreter unter
anderem dar, der Beschwerdeführer habe per 1. September 2006 eine Arbeitsstelle als
Geschäftsführer des C._ gefunden und hätte dort ein Fixum von monatlich Fr.
6'000.-- und Provisionen bis Fr. 4'000.-- erzielt. Zum Stellenantritt sei es jedoch
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aufgrund des Unfalls vom 4. August 2006 nicht mehr gekommen. Sodann hätte er als
Alternative eine Tätigkeit als Liegenschaftsverwalter/Allrounder mit einem jährlichen
Bruttolohn von Fr. 115'500.-- in Aussicht gehabt (act. G 1.2, 1.3). In Ermangelung
anderer Möglichkeiten habe er sich seit 1. Januar 2010 als selbständiger
Versicherungsberater betätigt. Auch bei dieser an sich leichten Tätigkeit erbringe er
keine volle Leistung. Er rechne mit einem jährlichen Reingewinn von ca. Fr. 24'000.--.
Sowohl die medizinische Zumutbarkeitsbeurteilung der Beschwerdegegnerin als auch
die wirtschaftliche Verwertbarkeit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit sei zu bestreiten.
Nebst dem enormen Tablettenkonsum (Lodine 600) lasse sich der Beschwerdeführer
von Dr. B._ alle zehn Tage eine schmerzstillende Cocktail-Spritze injizieren, welche
die Schmerzen für kurze Zeit etwas lindere. Im Rahmen eines
Eingliederungsprogramms des Haftpflichtversicherers beim D._ sei ihm jeweils
bereits nach zwei Stunden wegen der Tabletten übel geworden; schmerzbedingt habe
er nicht mehr sitzen können. Eine Präsenzzeit von mehr als vier Stunden könne unter
keinen Umständen erreicht werden. Aufgrund der durchgeführten Arbeitsversuche
könne bestenfalls von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % für eine leichte Tätigkeit
ausgegangen werden. Hinsichtlich der Problematik der linken Schulter stehe fest, dass
der Beschwerdeführer an dieser Extremität vor dem Unfall vom 4. August 2006 absolut
beschwerdefrei gewesen sei. Es müsse mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
ausgegangen werden, dass er ohne dieses Unfallereignis an der linken Schulter
beschwerdefrei wäre. Die körperlichen Beeinträchtigungen würden die erwähnten (vor
dem Unfall zugesicherten) Tätigkeiten als Geschäftsführer bzw.
Liegenschaftenverwalter/Allrounder nicht mehr zulassen. Eine untergeordnete leichte
Tätigkeit mit einem Pensum von höchstens 50 % würde bedeutend schlechter
entlöhnt. Namentlich verfüge er auch über keine kaufmännische Ausbildung. Im
Rahmen der jetzigen Tätigkeit als freier Versicherungsberater sei er noch bestmöglich
eingegliedert. Auf dem freien Arbeitsmarkt wäre er nicht vermittelbar. Aufgrund des
sehr schweren Tinnitus könne der Beschwerdeführer keine Tätigkeiten mit hohen
Anforderungen an die Konzentration mehr ausüben. Die Invalidenversicherung gehe
aufgrund der reinen Unfallfolgen von einem Invaliditätsgrad von 20 % aus. Der
Entscheid der Beschwerdegegnerin erweise sich allein vor diesem Hintergrund als
unangemessen. Mangels anderer Eingliederungsmöglichkeiten sei von seinem
derzeitigen Einkommen von ca. Fr. 24'000.-- auszugehen. Damit bestehe Anspruch auf
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eine Invalidenrente von mindestens 70 %. Beanstandet werde schliesslich die
Festsetzung der Integritätsentschädigung.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 26. August 2009 beantragte Rechtsanwältin Dr.
M. Sonder, Muri, Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die
Darlegungen im angefochtenen Entscheid und führte unter anderem aus, es stehe mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass die geklagten Schulterbeschwerden keine
Unfallfolge seien. Das Ausmass der geklagten Beschwerden lasse sich durch
somatische Befunde nicht objektivieren. Der Vorbescheid der IV berücksichtige
mitnichten die "reinen Unfallfolgen". Hinzu komme, dass sich die Ärzte über das
Zumutbarkeitsprofil einig seien. Auch Dr. B._ erachte den Beschwerdeführer in einer
leichten Tätigkeit als vollschichtig belastbar. Für die angebliche Notwendigkeit von
zusätzlichen Pausen bestehe kein medizinischer Grund. Die Voraussetzungen für die
Zusprechung einer Invalidenrente fehlten. Die Beurteilung des Integritätsschadens
durch den Kreisarzt sei begründet und nachvollziehbar. Es lägen keine ärztlichen
Berichte vor, welche die Bemessung des Integritätsschadens widerlegen oder
zumindest in Frage stellen würden. Es liege keine widersprüchliche medizinische
Aktenlage vor. Weitere Erhebungen würden sich erübrigen. Auch bestehe kein Grund,
das Verfahren zu sistieren (act. G 3).
B.c Mit Replik vom 20. September 2010 bestätigte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers seinen Standpunkt (act. G 5). Die Rechtsvertreterin der
Beschwerdegegnerin hielt in der Eingabe vom 1. Oktober 2010 unter Verweisung auf
die Darlegungen in der Beschwerdeantwort an ihren Ausführungen fest (act. G 7).
B.d Mit Eingabe vom 22. Februar 2011 reichte der Rechtsvertreter das asim-
Gutachten vom 8. Februar 2011 ein (act. G 9). Die Parteien äusserten sich dazu am 28.
März 2011 (act. G 11, 12).

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig ist, ob dem Beschwerdeführer für die Restfolgen des Unfallereignisses
vom 4. August 2006 eine Unfallrente auszurichten ist und in welcher Höhe er Anspruch
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auf eine Integritätsentschädigung hat. Die Beschwerdegegnerin legte im
angefochtenen Entscheid (Erwägungen 1, 3a, 4a) die rechtlichen Grundlagen der
Unfallkausalität sowie der Bemessung von Rentenleistungen und
Integritätsentschädigung zutreffend dar; darauf kann verwiesen werden.
1.2 Gestützt auf eine kreisärztliche Untersuchung hielt Dr. med. E._ im Bericht vom
8. März 2007 unter anderem fest, nach dem Fahrradunfall hätten sich im Verlauf
persistierende Beschwerden im Bereich des Beckens sowie der distalen LWS gezeigt.
Die Symptomatik mit dem Verdacht auf ein CTS der rechten Hand habe sich gebessert.
Im Bereich der Ellbeuge links sei ein Verdacht auf Epikondylopathie gestellt worden.
Eine neurologische Untersuchung habe keine Hinweise auf eine radikuläre
Symptomatik gezeigt. Im Bereich der linken oberen Extremität finde sich eine
abgeschwächte schmerzhafte Aussenrotation der Schulter sowie klinisch eine
Epikondylitis radialis. Der vom Beschwerdeführer beschriebene Tinnitus könne
aufgrund des Kopfanpralls durch den Unfall ausgelöst worden sein. Eine Commotio
cerebri sei aufgrund der fehlenden Amnesie und Bewusstlosigkeit weitgehend
ausgeschlossen. Um den Tinnitus abzuklären, sei der Beschwerdeführer einem ORL-
Arzt zuzuweisen. Bezüglich der LWS-Symptomatik finde sich eine muskuläre
Symptomatik. Klinisch finde sich zudem eine Coccygodynie, welche durch den Aufprall
ausgelöst worden sei. Dies sei wahrscheinlich, da der Beschwerdeführer ebenfalls im
Bereich des linken Gesässes posttraumatisch ein grosses Hämatom entwickelt habe,
welches operativ habe ausgeräumt werden müssen. Aufgrund der Schürfungen und
der anamnestisch angegebenen hämatösen Veränderungen am linken Oberarm müsse
davon ausgegangen werden, dass es beim Sturz zu einem Schlag im Bereich des
lateralen Ellbogens gekommen sei. Insofern müsse auch die Epikondylopathie links als
unfallkausal betrachtet werden. Ebenfalls müsse aufgrund des Unfallmechanismus eine
Traumatisierung der Schulter in Betracht gezogen werden (UV-act. 33). Im Nachgang
zu einer teilstationären Behandlung des Beschwerdeführers vom 16. April bis 11. Mai
2007 stellte der Rheumatologe Dr. F._, Klinik Valens, im Bericht vom 18. Mai 2007
die Diagnosen eines thorako-lumbovertebralen Syndroms, einer Coccygodynie, einer
Periarthropathia humeroscapularis tendinotica links, einer koronaren Herzkrankheit und
eines Diabetes mellitus Typ II. Angesichts der langsamen, aber doch deutlichen
Tendenz zur Verbesserung seien weitere physiotherapeutische Massnahmen im
ambulanten Rahmen sicher angezeigt. Eine arbeitsspezifische Untersuchung habe im
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Rahmen der teilstationären Behandlung aktuell nicht durchgeführt werden können.
Medizinisch-theoretisch müsse davon ausgegangen werden, dass die gelernte
Tätigkeit als Metzger dem Patienten auf Dauer nicht mehr zugemutet werden könne.
Eine Verweistätigkeit könne durchaus im Rahmen einer leichten bis mittelschweren
Tätigkeit liegen. Aufgrund der subjektiv stark störenden Schmerzen und
Bewegungseinschränkungen in der LWS sei eine genauere funktionelle Bestimmung
sinnvoll. Hierzu werde in einem späteren Zeitpunkt eine Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit vorgeschlagen (UV-act. 44). Dr. med. G._, Facharzt FMH für Hals-
Nasen-Ohrenkrankheiten, stellte im Bericht vom 23. Mai 2007 die Diagnose eines
knapp kompensierten Tinnitus bei leichtgradiger Hochtonschwerhörigkeit (C5-Senke).
Der Tinnitus dürfte unfallbedingt sein, allenfalls verstärkt durch eine Rücken-
Nackenproblematik (UV-act. 47). Kreisarzt Dr. E._ empfahl im Bericht vom 9. Juli
2007 weitere Abklärungen bezüglich der Schulter- und Handbeschwerden (UV-act. 49).
1.3 Ein Arthro-MR der linken Schulter ergab gemäss Bericht des Spitals Lachen vom
19. Juli 2007 eine Tendinose der ventralen Hälfte der Supraspinatussehne über eine
Breite von 2 cm ohne transmuralen Defekt und eine mässige hypertrophe AC-
Gelenksarthrose mit kleinem nach caudal gerichteten Osteophyten (UV-act. 57).
Dr. med. H._, Neurologie FMH, Spital Linth, berichtete am 24. August 2007 unter
anderem, eine neurogene Schmerzkomponente liege nicht vor. Betreffend die
Parästhesien der linken Hand Dig I-III lasse sich ein leichtgradiges sensibles
Karpaltunnelsyndrom verifizieren. Eine Schädigung des Plexus brachialis oder eine
zervikale Nervenwurzelaffektion lasse sich nicht nachweisen (UV-act. 61). Kreisarzt Dr.
E._ kam gestützt hierauf am 10. September 2007 zum Schluss, das
Karpaltunnelsyndrom sei nicht als unfallkausal zu beurteilen. Im Weiteren sei im
Bereich der Schulter keine somatisch-strukturelle Läsion, welche auf das Unfallereignis
zurückgeführt werden könnte, nachweisbar. Die Rotatorenmanschette zeige
tendinotische Veränderungen ohne Nachweis einer Ruptur (UV-act. 63). Ein stationärer
Aufenthalt vom 29. Oktober bis 15. November 2007 in der Rehaklinik Bellikon brachte
keine wesentlichen Veränderungen bei den geklagten Beschwerden. Der Patient werde
auf seinen Wunsch nach einer stationären Behandlung in einer Schmerzklinik vorzeitig
entlassen. Infolge Selbstlimitierung im Behandlungsprogramm hätten die zu
erwartenden Verbesserungen bezüglich Funktion und Belastbarkeit nicht erreicht
werden können. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse
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sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung
und bildgebenden Abklärung sowie der Diagnose aus somatischer Sicht nur
ungenügend erklären. Die Leistungsbereitschaft in den Tests und in den Therapien
werde als fraglich beurteilt. Da der Patient auf eine Schmerztherapie fixiert gewesen sei
und sich von therapeutischen Massnahmen keinen Erfolg versprochen habe, hätten
keine wesentlichen Fortschritte erzielt werden können. Die Beurteilung der
Zumutbarkeit stütze sich deshalb wesentlich auf medizinisch-theoretische
Überlegungen, ergänzt durch die Beobachtungen bei den Leistungstests und im
Behandlungsprogramm. Eine weitergehende Einschränkung der Belastbarkeit lasse
sich medizinisch-theoretisch nicht begründen. Die berufliche Tätigkeit als Agenturleiter
sei ganztags zumutbar. Eine mindestens leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne
länger dauernde vorgeneigte Position sei ebenfalls ganztags zumutbar. Der Patient
stufe sich derzeit für jegliche Arbeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt als
arbeitsunfähig ein (UV-act. 72, 74). Im Bericht des Spitals Linth über eine ambulante
Schmerztherapie vom 18. Februar 2008 wurde unter anderem festgehalten, wegen der
höhergradigen Chronifizierung der Schmerzen sei eine multimodale Schmerztherapie
nötig. Sowohl aufgrund der belastenden psychosozialen Situation als auch aufgrund
der in der Anamnese sich zeigenden Schmerzfixierung werde die Exploration durch
einen Psychotherapeuten bzw. Psychiater empfohlen (UV-act. 82). Dr. med. I._,
Orthopädische Chirurgie FMH, kam im Bericht vom 19. Februar 2008 zuhanden des
Haftpflichtversicherers - ohne Untersuch des Beschwerdeführers - zum Schluss, als
Unfallfolgen vom 4. August 2006 müssten das thorakolumbovertebrale
Schmerzsyndrom mit muskulärer Dysbalance und Haltungsinsuffizienz sowie der
Tinnitus gesehen werden. Trotz dieser Unfallfolgen werde der Patient für eine
Bürotätigkeit und auch für leichtere Arbeiten sowie die in Aussicht gestellte Tätigkeit als
Chef in einem Kühlhaus als ganztags arbeitsfähig angesehen. Die eingeschränkte
Gehleistung sei vor allem auf den Vorzustand der ausgeprägten posttraumatischen
OSG-Arthrose rechts zurückzuführen. Auch dürfe eine gewisse verminderte
Belastbarkeit der LWS im Sinn des thorakolumbovertebralen Schmerzsyndroms den
schon vor dem Unfall vom 4. August 2006 festgestellten degenerativen
osteochondralen Veränderungen angelastet werden. Diesbezüglich müsse er (der Arzt)
jedoch noch die Röntgenbilder einsehen können (UV-act. 83).
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1.4 Gemäss Bericht der RehaClinic Braunwald vom 7. August 2008 absolvierte der
Beschwerdeführer vom 2. bis 30. Juni 2008 ein interdisziplinäres Schmerzprogramm.
Die Berichterstatter kamen zum Schluss, dass der Beschwerdeführer weiterhin 50 %
arbeitsfähig für leichte körperliche Arbeiten in Wechselschicht (Sitzen, Stehen, Gehen)
sei (UV-act. 96). Im Bericht der ärztlichen Abschlussuntersuchung vom 2. Oktober 2008
hielt Kreisarzt Dr. E._ unter anderem fest, insgesamt sei der aktuelle Verlauf
somatisch/strukturell nur partiell erklärbar. Es sei zu einer deutlichen
Beschwerdeprogredienz gekommen. Alle Therapien hätten keinen Erfolg gebracht. Eine
aktive Therapie werde aktuell nicht mehr durchgeführt. Solange der Beschwerdeführer
das Dreipunkte-Korsett getragen habe, sei er beschwerdearm gewesen. Seit er ohne
das Korsett die Wirbelsäule stabilisieren müsse, hätten die Beschwerden kontinuierlich
zugenommen. Anamnestisch bestehe kein Anhaltspunkt für eine MTBI Grad I; er sei
nicht bewusstlos gewesen und könne sich an alles erinnern. Dennoch werde ein
zerbrochener Helm und ein Zahnschaden beschrieben, so dass ein Schädel-MRI
sinnvoll erscheine. Der Tinnitus sei weiter abzuklären (UV-act. 99). Eine radiologische
Abklärung im Spital Lachen ergab gemäss Bericht vom 22. Oktober 2008 keine
Hinweise für eine frische Fraktur im Bereich von BWK und LWK. Ein MRI der HWS
zeigte eine Diskusherniation in Höhe C5/6 ohne Hinweis für eine Myelopathie (UV-act.
104). Gemäss Bericht des Spitals Lachen vom 6. November 2008 ergab ein MRI des
Schädels keinen Hinweis für einen posttraumatischen Defekt bzw. keinen Hinweis für
eine Hämosiderinablagerung (UV-act. 106). Nach einer weiteren radiologischen
Abklärung der HWS im Spital Linth (UV-act. 113) und nach Beizug der Röntgenbilder
aus den Jahren 2006 bis 2008 hielt Dr. E._ am 5. März 2009 als Nachtrag zum
Bericht vom 2. Oktober 2008 unter anderem fest, die Frakturen seien am 11. Mai 2007
verheilt. Die Beckenübersichtsaufnahme vom 21. Oktober 2008 zeige bezüglich
wesentlicher Unfallfolgen eine unauffällige Darstellung. Eine Instabilität finde sich in den
Funktionsaufnahmen der HWS vom 22. Oktober 2008 nicht. Leider sei ein Vergleich zu
den Unfallbildern nicht möglich, da diese Aufnahmen nicht auffindbar seien. Der
Befund des Schädel-MRI vom 21. Oktober 2008 sei altersentsprechend unauffällig.
Posttraumatische Veränderungen im Bereich der HWS seien nicht anzunehmen. Es
fänden sich keine Instabilitäten, wie dies nach einem Trauma zu erwarten wäre.
Entsprechend sei der klinische Untersuch unauffällig gewesen. Insgesamt zeige die
Bildgebung einen stationären Befund im Wirbelsäulenbereich. Die
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Beschwerdezunahme sei bei seit über einem Jahr unveränderter radiologischer
Darstellung der verheilten Frakturen trotz diverser Therapieversuche nicht
vollumfänglich strukturell nachvollziehbar. Weiterhin sei ein aktivierendes
Therapieregime notwendig, um die Muskulatur zu stärken. Dem Beschwerdeführer sei
eine leichte wechselbelastende Tätigkeit ganztags zumutbar. Die Arbeitsposition sollte
frei wählbar sein. Vorübergeneigte Arbeiten sowie häufige Oberkörperrotationen seien
zu meiden (UV-act. 121). Dr. med. B._ berichtete am 14. April 2009, beim
Beschwerdeführer liege eine mittel- bis schwergradige Arthrose des oberen und auch
reaktiv des unteren Sprunggelenkes vor mit deutlich objektivierbaren
Bewegungseinschränkungen, die glaubhaft auch belastungsabhängig zu erheblichen
Beschwerden führe. Mit einer weiteren Verschlechterung müsse gerechnet werden
(UV-act. 123). Dr. E._ hielt am 23. April 2009 als weiteren Nachtrag zum Bericht vom
2. Oktober 2008 unter anderem fest, es gehe um die Beurteilung, inwiefern eine
Verschlimmerung der OSG-Arthrose rechts eingetreten sei. Bei den diversen ärztlichen
Kontrollen seien vom Beschwerdeführer keine spezifischen OSG-Beschwerden
angegeben worden. Auch in der kreisärztlichen Untersuchung vom 2. Oktober 2008 sei
keine spezifische Schmerzhaftigkeit im OSG festzustellen gewesen. Insgesamt zeige
sich im Vergleich zu den Voraufnahmen von 1984 radiologisch eine leichte Progredienz.
Da beim Beschwerdeführer sowohl in Bellikon als auch bei ihm (dem Kreisarzt) ein
Zehenspitzengang und Fersengang möglich gewesen sei, müsse auch ohne
spezifisches Ausmessen eine Extension über Neutralstellung möglich sein. Dies
bestätige ebenfalls Dr. B._ mit einer Flexion von 10° und einer Deflexion von 50°. Der
sitzende Anteil der Tätigkeit sollte wegen der OSG-Arthrose nicht vernachlässigt
werden. Insofern sei eine freie Arbeitspositionswahl (Sitzen, Stehen, Gehen)
vorzuziehen. Aufgrund der OSG-Arthrose sei zudem das Gehen auf unebenem Gelände
sowie das häufige Treppen- und Leiternsteigen nicht geeignet. Auch das Einnehmen
von Zwangshaltungen wie knien und kauern sei eher als ungeeignet zu beurteilen. Bei
einer angepassten Tätigkeit sei ein vollschichtiger Einsatz möglich (UV-act. 125).
1.5 Dr. B._ hielt zuhanden des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers am 9. Juli
2009 unter anderem fest, nach seinem Dafürhalten seien die beim Beschwerdeführer
vorliegenden Gesundheitsschäden und deren Beeinträchtigungen unzureichend
beurteilt und bewertet. Möglicherweise sei eine vollschichtige Belastbarkeit auch in
Tagesschicht für den Beschwerdeführer erreichbar, wenn folgende Einschränkungen
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recht strikt beachtet würden: häufig wechselnde Körperhaltungen; keine körperlichen
Zwangshaltungen; kein häufiges Heben und Tragen von Lasten über 5-6 kg; Tätigkeit in
temperierten Räumen ohne Witterungseinflüsse; keine Arbeiten auf Leitern, Gerüsten,
unebenem Boden; keine regelmässigen Gehstrecken über 1-1.5 km; regelmässige
Arbeitspausen seien zu gewähren (UV-act. 137). In den Karteiunterlagen von 1982 sei
bis zum Velounfall lediglich ein einziger Eintrag über Rückenschmerzen und
Behandlung vermerkt; zahlreiche Einträge gebe es hingegen über Schmerzsymptome
im rechten Sprunggelenk bei zunehmender Arthrose und entsprechende analgetische
Therapie. Bei der entwicklungsbedingten seitlichen Verkrümmung der Lenden- und
Brustwirbelsäule und den 1978 beschriebenen Bandscheibenveränderungen sei durch
die Fraktur der Wirbelkörper LWK3 und BWK beim Velounfall 1986 (richtig: 2006) eine
entscheidende Verschlechterung der WS-Belastbarkeit in diesem Bereich
hinzugekommen. Es sei mit einer raschen Verschlechterung der WS-Funktion zu
rechnen, was sich in den letzten Monaten in zunehmend häufigen Schmerzsyndromen
geäussert habe. Der Tinnitus führe zu Schlafstörungen. Eine durchaus mögliche
Persistenz oder Progredienz könne depressive Verstimmungen auslösen. Die Arthrose
im Schultergelenk werde sicher auch weiter fortschreiten. Es lägen gravierende
Gesundheitsstörungen und Krankheiten vor die eine bleibende, eher sich über Jahre
verschlechternde Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit bedingen würden (UV-act.
136). In der Stellungnahme vom 23. Juli 2009 legte Dr. E._ unter anderem dar, bei
der regelmässigen Einnahme der von Dr. B._ erwähnten Medikamente sei von einer
Medikamentenübergebrauchssymptomatik auszugehen. Das von Dr. B._ angeführte
"arbeitsmedizinische Leistungsbild" entspreche weitestgehend dem von ihm (Dr. E._)
festgestellten Zumutbarkeitsprofil. Die Aggravierung sei nicht von Gutachtern, sondern
von Ärzten während der Rehabilitationsphase festgestellt worden. Aufgrund der MRI-
Untersuchung sei entsprechend von einer Schulterkontusion auszugehen, welche
innerhalb von wenigen Wochen abheile. Er finde keinen Grund, das Zumutbarkeitsprofil
anzupassen. Eine muskuläre Dysbalance müsse aktiv angegangen werden, um die
Beschwerden im Griff zu halten. Da es zu keiner weiterführenden Degeneration
gekommen sei, sei keine Zunahme der Beschwerden zu erwarten (UV-act. 141).
Eine interdisziplinäre Begutachtung (internistisch/rheumatologisch/neurolo-gisch/
psychiatrisch/neuropsychologisch) ergab gemäss Bericht der asim (Academy of Swiss
Insurance Medicine), Basel, vom 8. Februar 2011 die Diagnosen eines chronischen
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lumbovertebralen Schmerzsyndroms, von rotatorenmaschettentendopathie-bedingten
Schulterbeschwerden links, von leichtgradigen belastungsabhängigen
Knöchelschmerzen rechts, eines leichtgradigen sensiblen Karpaltunnelsyndroms links,
einer zervikalen Diskushernie C5/6, von maximal leichten bis mittelgradigen
neuropsychologischen Funktionseinbussen, einer koronaren Herzkrankheit und eines
Diabetes mellitus Typ II. Die Gutachter bescheinigten aufgrund der (unfallkausalen)
Rückenprobleme eine 80 %ige Arbeitsfähigkeit für rückenadaptierte körperlich leichte
Tätigkeiten. Im Bereich des Rückens sei (im Gutachtenszeitpunkt) der Endzustand
erreicht und die Restbeschwerden seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den
Fahrradunfall zurückzuführen. Durch eine Therapie könne mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit keine Verbesserung mehr erwartet werden (act. G 9.1 S. 41-44).
2.
2.1 Vorab zu klären ist, ob die vom Beschwerdeführer erstmals anlässlich der
kreisärztlichen Untersuchung vom 8. März 2007 (UV-act. 33) geklagten
Schulterbeschwerden links adäquat-kausal auf den Unfall vom 4. August 2006
zurückzuführen sind. Dr. E._ hielt diesbezüglich im Bericht vom 23. Juli 2009 fest, der
Schulter-MRI-Befund sei unauffällig gewesen, so dass auch keine posttraumatische
Veränderung habe nachgewiesen werden können. Eine AC-Gelenksarthrose in dieser
Ausprägung sei im Alter des Beschwerdeführers häufig zu finden. Ebenfalls sei die
Tendinose nicht unfallbedingt, sondern dem Alter entsprechend. Es sei sowohl klinisch
als auch mit dem MRI-Befund nicht erklärbar, dass eine aktive Flexion von 150°
erreicht und bei passiver Mobilisation 95° nur knapp erreicht werden könnten. Aufgrund
der MRI-Untersuchung sei entsprechend von einer Schulterkontusion auszugehen,
welche innerhalb von wenigen Wochen abheile (UV-act. 141). Dr. B._ räumte in der
Stellungnahme vom 22. Februar 2010 ein, dass unmittelbar nach dem Unfall vom 4.
August 2006 Schulterschmerzen nicht zur Diskussion standen. Im weiteren Verlauf
habe der Beschwerdeführer auch über zunehmende Schmerzen im Bereich der linken
Schulter geklagt, die "besonders auch von 2007 bis heute" therapeutische
Massnahmen erforderlich gemacht hätten. Ein typisches Unfalltrauma (Bruch oder
Zerrung der Kapsel des Bandapparates, Riss oder Abrissverletzung der
Schultermuskulatur) habe nicht nachgewiesen werden können. Dennoch erachtete es
Dr. B._ als "sehr wahrscheinlich", dass die Schulterbeschwerden links auf das
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Unfallereignis zurückzuführen seien. Zwar würden die festgestellten
Schultergelenksveränderungen (Periarthropatica Humeruscapularis tendinosa und
Schultergelenksarthrose = AC) keine typischen Unfallfolgen darstellen und hätten
möglicherweise auch schon zuvor als Abnützung bestanden. Jedoch hätten sie dem
Beschwerdeführer offensichtlich keine Beschwerden verursacht, aber unfallbedingt zu
jetzt erheblichen Bewegungseinschränkungen und einem Schmerzsyndrom des
Schultergelenks geführt (UV-act. 153). In der Beurteilung vom 25. März 2010 legte Dr.
E._ in nachvollziehbarer Weise und in Bestätigung seiner bisherigen Ausführungen
dar, dass ohne strukturelle Läsion eine Zunahme der Schulterbeschwerden, mehrere
Monate nach dem Unfallereignis, nicht erklärt werden könne. Auch die weiteren
Abklärungen hätten keine Unfallfolge ergeben, wie auch Dr. B._ bestätige. Ohne
strukturellen Schaden sei die Schmerzzunahme im Verlauf höchstens möglich im
Zusammenhang mit dem Unfallereignis erklärbar. Eine Tendinose sowie AC-
Gelenkspathologie ohne Nachweis einer Luxation bzw. Instabilität im Bereich des AC-
Gelenkes sei nicht zumindest wahrscheinlich mit dem Unfall zu erklären (UV-act. 157).
Diese überzeugend begründete Schlussfolgerung basiert auf denselben medizinischen
Feststellungen, wie sie auch von Dr. B._ gemacht wurden. Wenn Dr. B._ dennoch -
entgegen der Aktenlage - zu einer abweichenden Würdigung gelangt und eine sehr
wahrscheinliche Unfallkausalität bestätigt, so fehlt es hierfür an einer Begründung. Der
Hinweis des Beschwerdeführers, dass er die Schulterbeschwerden in den ersten
Monaten nach dem Unfall wegen der Konzentration auf die Wirbelsäulenverletzung,
wegen des Korsetts und wegen der starken Schmerzmittel nicht wahrgenommen habe
(act. G 1 S. 5), überzeugt nicht. Zum einen konnte er das Korsett rund drei Monate
nach dem Unfall ablegen. Zum anderen verspürte er offenbar trotz des
Schmerzmittelkonsums Ellbogenschmerzen links und Beschwerden an der rechten
Hand (vgl. UV-act. 24). Mit der Beschwerdegegnerin (act. G 3 S. 4) ist deshalb
festzuhalten, dass der Beschwerdeführer auch die Schulterschmerzen hätte
wahrnehmen müssen, wenn er trotz Medikamenteneinnahme Hand- und
Ellbogenschmerzen verspürte. Sodann bestätigten die Gutachter des asim, dass zwar
das Unfallereignis vom 4. August 2006 an der Schulter zu einer vorübergehenden
Verschlimmerung geführt haben dürfte, dass jedoch dort nunmehr in erster Linie
degenerative Veränderungen für die Beschwerden verantwortlich seien und eine
Unfallkausalität bezüglich Schulterbeschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
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als nicht mehr gegeben anzusehen sei (act. G 9.1 S. 41). Wenn der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers sich auf den Standpunkt stellt, die Schulterproblematik sei bis zum
14. April 2010 (Datum der asim-Untersuchung) unfallkausal gewesen (act. G 11 S. 2),
so ist festzuhalten, dass sich die asim-Gutachter lediglich zu den Verhältnissen im
Untersuchungszeitpunkt äusserten. Dr. E._ hatte demgegenüber am 23. Juli 2009
wie erwähnt vermerkt, dass aufgrund der MRI-Untersuchung von einer
Schulterkontusion auszugehen sei, welche innerhalb von wenigen Wochen abheile (UV-
act. 141). Im Zeitpunkt der hier streitigen Leistungseinstellung (3. August 2009; UV-act.
130) war somit auf jeden Fall eine Abheilung anzunehmen. Allein der Hinweis, dass der
Beschwerdeführer an der linken Schulter vor dem Unfall vom 4. August 2006 absolut
beschwerdefrei gewesen sei, vermag keinen anderen Schluss zu begründen. Weitere
konkrete Anhaltspunkte, aufgrund welcher die Beurteilung von Dr. E._ hinsichtlich
der Unfallkausalität der Schulterbeschwerden links in Frage zu stellen wäre, werden
weder geltend gemacht noch sind solche aus den Akten ersichtlich.
2.2 Aufgrund der medizinischen Akten ist beim Beschwerdeführer
unbestrittenermassen von Restfolgen des Unfalls vom 4. August 2006 mit Bezug auf
die BWK12- und LWK3-Frakturen auszugehen (UV-act. 83, 107a, 141). Die asim-
Gutachter bejahten einen Endzustand hinsichtlich der Rückenbeschwerden und kamen
ebenfalls zum Schluss, dass die Restbeschwerden mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auf die unfallbedingte (Ereignis vom 4. August 2006) Veränderung
der Anatomie der Wirbelsäule bei Wirbelkörperfrakturen zurückzuführen seien (act. G
9.1 S 41). Die dieser Schlussfolgerung zugrunde liegende rheumatologische
Beurteilung wurde - entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin (act. G 12 S. 2)
- nachvollziehbar begründet. Sie bezog insbesondere auch den Vorzustand am Rücken
in die Wertung ein (act. G 9.1 S. 19-22). Zum Einwand der Rechtsvertreterin der
Beschwerdegegnerin, wonach der Rheumatologe den Anteil der nicht
biomechanischen und nicht-muskuloskelettären Faktoren von knapp 50 % ausser Acht
gelassen habe, ist festzuhalten, dass der Rheumatologe die erwähnten (gutachterlich
nur schwer fassbaren) Faktoren berücksichtigte und schliesslich eine überwiegend
unfallbedingte Verursachung (mit 2/3 der Arbeitsfähigkeitseinschränkung von 20 %)
bestätigte (vgl. act. G 9.1 S. 21 Mitte und S. 22). Hingegen verneinten die Gutachter
einen überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhang der beim
Beschwerdeführer bestehenden neuropsychologischen Funktionseinbussen und dem
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Ereignis vom 4. August 2006, da eine milde traumatische Hirnverletzung bei fehlender
gesicherter Bewusstlosigkeit anlässlich des Unfalls höchstens möglich sei (act. G 9.1
S. 42). Diese Schlussfolgerung steht mit den übrigen Akten in Einklang (vgl. UV-act. 33
S. 4, 99 S. 6; UV-act. 106). Sodann wurden die Tinnitus-Beschwerden in den
medizinischen Berichten - insbesondere auch von Suva-Arzt Dr. med. J._, Facharzt
FMH für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten - auf das Ereignis vom 4. August 2006
zurückgeführt (UV-act. 47, 83, 107). Hiervon ist nachstehend ebenfalls auszugehen. Mit
der medizinischen Aktenlage in Einklang steht sodann die Feststellung der asim-
Gutachter, dass für das Karpaltunnelsyndrom sowie für die asymptomatische zervikale
Diskushernie und auch für die leichtgradigen belastungsabhängigen
Knöchelschmerzen rechts nach Skiunfällen 1967 und 1969 keine Kausalität zum Unfall
vom 4. August 2006 bestehe (act. G 9.1 S. 42; UV-act. 63, 83, 125). Eine psychische
Fehlverarbeitung des Unfalls vom 4. August 2006 verneinten die asim-Gutachter (act. G
9.1 S. 38, 44).
2.3 Zu beantworten ist im Weiteren die Frage, ob - und wenn ja, in welchem Umfang
- die unfallkausalen Restbeschwerden eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in einer
zumutbaren Tätigkeit haben. Während die Berichterstatter der Rehaclinic Braunwald
eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers für leichte körperliche Arbeiten in
Wechselschicht bescheinigten (UV-act. 96), erachteten die Ärzte der Rehaklinik
Bellikon sowie Dr. E._ eine leichte wechselbelastende Tätigkeit unter Beachtung
gewisser qualitativer Einschränkungen (keine vorgeneigten Positionen und häufigen
Oberkörperrotationen, kein Gehen auf unebenem Gelände, kein häufiges Treppen- und
Leiternsteigen, keine Zwangshaltungen) als ganztags (vollschichtig) zumutbar (UV-act.
72, 74, 121, 125). Dr. B._ gab am 9. Juli 2009 eine im Wesentlichen mit der
letztgenannten Einschätzung übereinstimmende Zumutbarkeitsbeurteilung ab, wobei er
zusätzlich einen regelmässigen Pausenbedarf vermerkte (UV-act. 137). Dr. E._ führte
hierzu aus, es habe keine zunehmende Degeneration im Verlauf der
Rehabilitationsphase nachgewiesen werden können und die Beschwerden hätten
unabhängig davon zugenommen, was aufgrund der objektiven Befunde nur schwer
erklärt werden könne. Entsprechend könne er die Vorgabe von Dr. B._ betreffend
regelmässige Pausen nicht nachvollziehen (UV-act. 141). Die asim-Gutachter hielten
fest, für die Arbeitsfähigkeit sei einerseits die - nicht unfallkausale -
neuropsychologische Einschränkung massgebend, anderseits die - unfallkausale -
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Rückenproblematik. Insgesamt ergebe sich aufgrund der Rückenprobleme eine
Arbeitsfähigkeit von 80 % für rückenadaptierte körperlich leichte Tätigkeiten, wie für
die bisherigen Tätigkeiten als Leiter einer Versicherungsagentur und verwandte
kaufmännische Tätigkeiten. Zumutbare Tätigkeiten (rein unter Beachtung der
Unfallfolgen) seien körperlich leicht, ohne repetitives Heben, Stossen oder Ziehen von
Lasten über 2-3 kg, nicht häufig gebückt oder über Kopf zu verrichten, ohne fixe
Körperpositionen, ohne gebückte, kniende oder kauernde Anteile, ohne wiederholtes
Gehen auf unebenem Gelände oder mit Gerüst- und Leiterbenützung. Die Reduktion
gegenüber einem Vollpensum sei mit einer schmerzbedingt verlangsamten Motilität zu
begründen, mit schmerzbedingt vermehrter Pausennotwendigkeit und mit vermehrtem
Bedarf an Erholungszeiten. An der Arbeitsfähigkeitsreduktion um 20 % dürfte die -
unfallkausale (Ereignis vom 4. August 2006) - Rückenproblematik wohl 2/3 ausmachen
(13.3 %); die übrigen 1/3 seien auf die arthrotischen Fussveränderungen, auf die
degenerativen Schulterprobleme sowie auf das Karpaltunnelsyndrom zurückzuführen.
Für körperlich mittelschwere oder schwere Tätigkeit sowie für ausschliesslich stehende
und gehende Tätigkeiten bestehe eine bleibende Arbeitsunfähigkeit (act. G 9.1 S.
41-47). Die Einschätzung der asim-Gutachter beruht auf umfassenden
interdisziplinären Abklärungen. Die Gutachter würdigten die gesamte medizinische
Situation des Beschwerdeführers in differenzierter Weise und begründeten ihre
Schlussfolgerungen überzeugend. Wenn der Beschwerdeführer sich auf den
Standpunkt stellt, eine Präsenzzeit von mehr als vier Stunden könne unter keinen
Umständen erreicht werden und gleichzeitig auf den "enormen Tablettenkonsum" und
die daraus resultierende Übelkeit verweist (act. G 1 S. 5), so ist festzuhalten, dass diese
Umstände nicht den Unfallfolgen angelastet werden können. Dr. E._ ging denn auch
bereits in der Stellungnahme vom 23. Juli 2009 vom Vorliegen einer
Medikamentenübergebrauchssymptomatik aus (UV-act. 141). Die asim-Gutachter
führten sodann aus, auch wenn beim Beschwerdeführer exekutive Funktionseinbussen
bestehen würden, seien diese bei weitgehend intakten Aufmerksamkeitsfunktionen
dennoch schwer mit dem erlittenen Trauma bzw. den chronifizierten Schmerzen oder
der Tinnitusbelastung zu erklären (act. G 9.1 S. 39f). Dementsprechend bescheinigten
die asim-Gutachter auch keine Arbeitsfähigkeits-Einschränkung aufgrund der Tinnitus-
Beschwerden (vgl. act. G 9.1 S. 45). Für eine "Aufrundung" des
Arbeitsunfähigkeitsgrades von 13.3 auf 20 % (act. G 11 S. 2) besteht dementsprechend
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kein Anlass. Im Weiteren konnten in der psychiatrischen Untersuchung vom 15. April
2010 keine Anhaltspunkte für eine psychische Störung (insbesondere affektive Störung,
Depression) gefunden werden (act. G 9.1 S. 38). Auch hieraus lässt sich somit keine
Erhöhung der unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit ableiten. Ein Beizug der Akten der
Invalidenversicherung (diese hatte einen Invaliditätsgrad von 20 % festgestellt; UV-
act. 147) drängt sich nicht auf, nachdem vorliegend ausschliesslich unfallkausale
Restfolgen zur Diskussion stehen und die asim-Gutachter hierzu umfassend Stellung
nahmen.
2.4 Abzuklären bleibt die vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
angesprochene Frage der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit. Hierbei darf nicht
von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbesondere kann
von einer zumutbaren Tätigkeit dort nicht gesprochen werden, wo diese nur in so
eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht
kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines Arbeitgebers
möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb zum vornherein als
ausgeschlossen erscheint. Allerdings beinhaltet der Begriff des ausgeglichenen
Arbeitsmarktes nicht nur ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem Angebot und der
Nachfrage nach Stellen, sondern bezeichnet einen Arbeitsmarkt, der von seiner
Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl
bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie
auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts vom 3. Dezember 2003 i/S E.H. [I 349/01], mit Hinweisen ). Nach
der Rechtsprechung darf aber auf eine medizinisch-theoretische Restarbeitsfähigkeit
von 50% nicht abgestellt werden, wenn sie praktisch nicht ausgenützt werden kann
(vgl. Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. Auflage, S. 115 und 116, mit Hinweisen;
zur Frage der sozialpraktischen Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit vgl. auch Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 12. Oktober 2004 i/S D. [I 299/04],
Erw. 4.3.1 mit Hinweisen).
Die Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit kann vorliegend aus medizinischen Gründen
nicht in Frage gestellt werden, zumal der allgemeine Arbeitsmarkt wechselbelastende
Tätigkeiten mit dem erwähnten Anforderungsprofil zur Verfügung stellt. Auch das Alter
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des Beschwerdeführers (59 Jahre im Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen
Entscheids) stellt keinen Umstand dar, der die Verwertbarkeit ausschliesst. So bejahte
das Bundesgericht in einem Urteil vom 22. Januar 2007 i/S S. [I 304/06], Erw. 4.2) bei
einem 60jährigen, aus psychischer und rheumatologischer Sicht eingeschränkten
Versicherten die Verwertbarkeit der Resterwerbsfähigkeit (70 % in einer leichten
Tätigkeit), da die zumutbare Tätigkeit nicht so vielen Einschränkungen unterliege, dass
eine Anstellung nicht mehr als realistisch zu bezeichnen wäre.
2.5 Die Festlegung des IV-Grads bildete nicht Gegenstand des angefochtenen
Entscheids oder der ihm zugrunde liegenden Verfügung und die Parteien äusserten
sich auch im vorliegenden Verfahren höchstens punktuell zu einzelnen Fragen (zum
Valideneinkommen vgl. act. G 1 und G 11). Eine abschliessende Diskussion der
einzelnen Aspekte (Festlegung der beiden Vergleichseinkommen gemäss Art. 16 ATSG,
allfälliger leidensbedingter Abzug beim Invalideneinkommen usw.) fand nicht statt. Die
Invaliditätsbemessung könnte aufgrund der dem Gericht vorliegenden Akten (ohne
Beizug weiterer Informationen) nicht erfolgen und ist auch vom Verfahrensablauf her
erstinstanzlich von der Beschwerdegegnerin vorzunehmen. Daher ist die
Angelegenheit, ausgehend von einer unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit von 13.3 %, zur
Invaliditätsbemessung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
3.
3.1 Zu prüfen bleibt der unfallbedingte Integritätsschaden. Suva-Arzt Dr. J._
berichtete am 19. November 2008, aufgrund des Verlaufs und der
Untersuchungsresultate handle es sich um einen schweren bis sehr schweren Tinnitus,
der mit Wahrscheinlichkeit in kausalem Zusammenhang mit dem Unfall vom 4. August
2006 stehe und einem unfallbedingten Integritätsschaden von 7.5 % (Suva-Tabelle 13)
entspreche (UV-act. 107). Dr. E._ begründete den von ihm insgesamt auf 20 %
geschätzten Integritätsschaden einerseits mit Hinweis auf die Beurteilung von Dr. J._.
Anderseits hielt er fest, bei der LWK3-Fraktur zeige sich eine Keilwirbelbildung mit
einem Kyphosewinkel von 6°. Im Bereich von BWK12 sei der Kyphosewinkel 14°.
Aufgrund der zweietagigen Fraktur könne bei Kyphosewinkel von LWK3 unter 10° die
Zeile 10-20° unter "Frakturen" der Feinrastertabelle 7 angewandt werden. Im Normalfall
seien die Beschwerden bei dieser Veränderung im Bereich von "+" als
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belastungsabhängige Schmerzen einzuordnen. Die Beschwerden würden durch die
Rehabilitationsärzte als nicht vollumfänglich organisch erklärbar und als demonstrativ
beschrieben. Aufgrund der zwei Frakturen könne der Übergang zwischen der
Schmerztabelle "+" und "++" gerechtfertigt werden. Die Referenzwerte würden bei
5-10 bzw. 10-20 % liegen. Falls der oberste Anteil der Zeile 10-20° angenommen
werde, könne somit ein Integritätsschaden von 10 % als korrekt eingestuft werden.
Aufgrund der Beschwerden im Steissbeinbereich bei Status nach Hämatomevakuation
sei auch bei nicht nachgewiesener Fraktur ein Integritätsschaden von 2.5 %
gerechtfertigt (UV-act. 107a). Dr. E._ ergänzte im Bericht vom 23. Juli 2009, dass die
Schmerzskala +++ anzuwenden sei, wenn die Beschwerden organisch erklärbar seien.
Dies sei konkret nicht ausreichend der Fall. Es sei sogar festzuhalten, dass beim
Kyphosewinkel wie bei LWK3 von unter 10° an sich für diese Etage kein
Integritätsschaden geschuldet sei. Gemäss Feinrastertabelle 7 sei eine
Integritätsentschädigung ab einem Kyphosewinkel von 10° geschuldet. Da bezüglich
der Periarthrosis humero scapularis kein organisches Korrelat vorliege, habe er sie
nicht in die Integritätsschadenschätzung einbezogen. Des Weiteren sei aufgrund der
organisch objektivierbaren Befunde von einer leichten Periarthropathia humero
scapularis auszugehen (UV-act. 141).
3.2 Dr. E._ berücksichtigte in der vorerwähnten Beurteilung das Vorliegen von zwei
Frakturen, wobei er sich auf die objektivierbaren Unfallfolgen stützen musste. Die
Schmerzangabe bildet dabei ebenfalls einen Beurteilungsgesichtspunkt; sie kann
jedoch für sich allein (ohne Objektivierung) zu keiner Erhöhung des Integritätsschadens
führen. Das Vorliegen von mehreren unfallbedingten Gesundheitsschäden machte eine
gesamthafte Schätzung notwendig, wobei bei der Schadensfestsetzung naturgemäss
ein Ermessensspielraum zur Verfügung stand. Es bestehen in diesem Zusammenhang
keine Anhaltspunkte für eine Rechtsverletzung bzw. eine Über- oder Unterschreitung
des Ermessens. Die Überlegungen, aufgrund welcher er die Schmerzskala +++ nicht
anwendete, legte Dr. E._ nachvollziehbar dar. Der Umstand der "hochgradigen
Medikation" bzw. des "enormen Tablettenkonsums" mit daraus resultierender Übelkeit
(act. G 1 S. 5 und 7), für welche Dr. E._ von einer
Medikamentenübergebrauchssymptomatik ausging (UV-act. 141), kann wie dargelegt
(Erw. 2.3) nicht als Unfallfolge gelten. Eine Berücksichtigung als Integritätsschaden fällt
damit ausser Betracht. Mangels Unfallkausalität war sodann der Gesundheitsschaden
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an der linken Schulter (Periarthrosis humeroscapularis) nicht zu berücksichtigen. Die
Integritätsschadenschätzung mit einem detailliert begründeten Wert von 20 % lässt
sich somit nicht beanstanden.
4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Sache zur Prüfung des
Invalidenrentenanspruchs auf der Basis einer unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit von
13.3 % an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist; in diesem Umfang ist der
Einspracheentscheid vom 7. Juni 2010 aufzuheben. Im Übrigen ist die Beschwerde
abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Bei diesem
Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine reduzierte
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Es rechtfertigt sich, diese auf Fr. 2'000.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP