Decision ID: 4aebc666-4770-509e-8371-6aab0f164e8f
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._, Mutter von vier Kindern, meldete sich im August 2002 (act. I-185) zum
Bezug von Ergänzungsleistungen zur AHV an. Sie sei im November 2001 verwitwet und
nicht erwerbstätig. Am 4. März 2002 (act. I-186-10) war ihr ab Dezember 2001 eine
AHV-Witwenrente zugesprochen worden. Die Sozialversicherungsanstalt/EL-
Durchführungsstelle des Kantons St. Gallen sprach ihr in der Folge
Ergänzungsleistungen zu (act. I-182), nahm periodische Überprüfungen vor und passte
die Leistungen im Zeitablauf wiederholt an veränderte Verhältnisse an. Nachdem die
Sozialversicherungsanstalt/EL-Durchführungsstelle im August/Oktober 2013 (act. I-44
und 42) Arbeitsbemühungsnachweise der jüngsten Tochter der EL-Bezügerin
angefordert hatte, antwortete der Rechtsvertreter der EL-Bezügerin am 29. Oktober
2013 (act. I-41), die betreffende Tochter befinde sich in einer sehr schwierigen
Lebensphase und könne sich unmöglich bewerben und die EL-Bezügerin habe sich
deswegen ab August 2013 in psychiatrische Behandlung begeben. Dr. med. B._,
FMH Psychiatrie, hatte im beigelegten Arztbericht vom 25. Oktober 2013 (act. I-41-3)
unter anderem angegeben, der Gesundheitszustand der alleinerziehenden EL-
Bezügerin werde ("auch") durch das Verhalten dieser Tochter beeinträchtigt. Er müsse
davon ausgehen, dass sie (die Tochter) an einer schwerwiegenden Problematik leide.
Ab Juli 2013 (Verfügung vom 14. November 2013) bzw. nach Korrektur ab Dezember
2013 (Verfügung vom 30. Dezember 2013, act. I-25) wurde ein hypothetisches
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Erwerbseinkommen in Höhe des bisherigen Praktikumslohns für die jüngste Tochter
(act. I-39) angerechnet. Der EL-Anspruch (auf der Grundlage der Einnahmen und
Ausgaben der EL-Bezügerin selber und ihrer Tochter berechnet) betrug schliesslich ab
Januar 2014 Fr. 433.-- pro Monat zuzüglich die direkt dem Krankenversicherer
auszurichtenden Prämienpauschalen Krankenversicherung von Fr. 426.-- (act. I-26 und
20).
A.b Am 1. Februar 2014 (act. I-16) nahm die Sozialversicherungsanstalt/EL-
Durchführungsstelle davon Vormerk, dass die jüngste Tochter im August 2014
volljährig werde und die EL-Bezügerin selber deshalb über die Notwendigkeit eigener
Stellenbewerbungen zu informieren sei. Letzteres tat sie mit Schreiben vom 5. Februar
2014 und beschrieb die Erwartungen an die Stellenbewerbungen (act. I-15).
A.c Da die Tochter eine Praktikumsstelle fand (vgl. act. I-13), wurde der EL-Anspruch
gemäss der Verfügung vom 17. Mai 2014 (act. I-7 f.) ab Februar 2014 lediglich noch für
die EL-Bezügerin allein berechnet, und zwar ohne hypothetisches Einkommen (act. I-9
und 6). Er betrug danach monatlich Fr. 458.-- zuzüglich Fr. 344.-- direkt dem
Krankenversicherer auszurichtender Prämienpauschale Krankenversicherung.
A.d Mit Schreiben vom 11. August 2014 (act. I-2, an die EL-Bezügerin, nicht ihren
Rechtsvertreter, adressiert) forderte die Sozialversicherungsanstalt/EL-
Durchführungsstelle Arbeitsbemühungsnachweise ab März 2014 von der EL-Bezügerin
an.
A.e Der Rechtsvertreter der EL-Bezügerin erklärte am 23. September 2014 (act. II-50),
das Schreiben vom 5. Februar 2014 sei nie eingetroffen und die EL-Bezügerin sei seit
dem Tod ihres Ehemannes für einen auswärtigen Erwerb arbeitsunfähig. Der Todesfall
und die alleinige Verantwortung für die vier [Kinder] hätten eine gesundheitliche
Beeinträchtigung bewirkt. Auch nach deren Volljährigkeit bestünden zum Teil grosse
Probleme, vor allem mit den beiden Jüngsten. Die zweitjüngste Tochter sei
verbeiständet. Die EL-Bezügerin werde durch Dr. med. C._, Innere Medizin,
regelmässig hausärztlich betreut und stehe ausserdem in Behandlung bei med. pract.
B._, Psychiatrie und Psychotherapie. Ein Erwerbspotential weise sie schon von den
Ressourcen her nicht auf. Ausserdem sei sie vom Arbeitsmarkt lange abwesend
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gewesen. Die Voraussetzungen seien ganz anders als beim früheren Arbeitsverhältnis,
das sie auf den 31. Dezember 2001 habe kündigen müssen. Nicht verarbeitet habe die
EL-Bezügerin zudem den Umstand, dass sie das BVG-Kapital des verstorbenen
Ehemannes einem Dritten anvertraut habe und davon zwar einige Teilzahlungen
zurückerhalten habe, für einen Teil von Fr. 37'000.-- aber - aufgrund einer
betrugsähnlichen Handlung - nun wohl einen Verlustschein besitze. Es sei auch auf
eine gewisse intellektuelle Minderbegabung der EL-Bezügerin hinzuweisen. Sie sei
dauerhaft von der Frage eines hypothetischen Einkommens zu entlasten. - Am 20.
Oktober 2014 reichte ihr Rechtsvertreter ein ärztliches Zeugnis von Dr. C._ vom 1.
Oktober 2014 (act. II-47-2) ein, wonach die EL-Bezügerin vom 20. Au¬gust 2014 bis
dato voll arbeitsunfähig gewesen sei. Am 22. Oktober 2014 reichte er ein ärztliches
Zeugnis von Dr. B._ vom 21. Oktober 2014 (act. II-49) nach, der bescheinigt hatte,
dass die EL-Bezügerin seit dem 2. Oktober 2014 und noch bis 30. November 2014 voll
arbeitsunfähig sei.
A.f Mit Schreiben vom 11. November 2014 (act. II-44) kündigte die
Sozialversicherungsanstalt/EL-Durchführungsstelle der EL-Bezügerin an, die
Ergänzungsleistung werde ab März 2015 durch Berücksichtigung des
Mindesteinkommens nach Art. 14b ELV reduziert; eine Verfügung werde im Februar
2015 erlassen werden. Sofern sie trotz ernsthaften aktiven und gezielten
Arbeitsbemühungen keine Stelle finde, wäre dies durch Nachweise dieser Bemühungen
ab November 2014 bis zum 20. Februar 2014 (recte: 2015) zu belegen.
A.g Der Rechtsvertreter der EL-Bezügerin hielt am 28. November 2014 (act. II-42)
unter Beilage eines weiteren Arztzeugnisses, diesmal von Dr. med. D._, Psychiatrie
und Psychotherapie, vom 26. November 2014 (act. II-42), wonach seit 26. November
2014 und bis auf weiteres volle Arbeitsunfähigkeit der EL-Bezügerin bestehe, daran
fest, dass keine Bewerbungen getätigt werden könnten.
A.h Mit Schreiben vom 9. Dezember 2014 (act. II-43) hielt die
Sozialversicherungsanstalt/EL-Durchführungsstelle an der Notwendigkeit von
Arbeitsbemühungen der EL-Bezügerin fest, und zwar auch für die Zeit während eines
IV-Verfahrens zur Abklärung eines Anspruchs auf eine IV-Invalidenrente, wofür sie sich
allenfalls aufgrund des schlechten Gesundheitszustands anzumelden habe.
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A.i Mit Verfügung vom 22. Dezember 2014 (act. II-38 ff.) setzte die
Sozialversicherungsanstalt/EL-Durchführungsstelle den EL-Anspruch ab 1. Januar
2015 auf monatlich Fr. 1'031.-- herauf; es handelte sich dabei allerdings einzig noch
um die direkt an den Krankenversicherer zu bezahlenden Prämienpauschalen
Krankenversicherung für die mit den Einnahmen und Ausgaben in die Berechnung
eingeschlossenen nunmehr drei Personen, nämlich die EL-Bezügerin und die beiden
jüngeren Töchter.
A.j Am 20. Februar 2015 (act. II-36) teilte der Rechtsvertreter der EL-Bezügerin mit,
diese habe sich im Januar 2015 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung
angemeldet. Am 6. März 2015 (act. II-34) reichte er einen Arztbericht von Dr. D._ vom
2. März 2015 (act. II-34-3 f.) ein. Die EL-Bezügerin sei voll arbeitsunfähig. Von der
Anrechnung eines hypothetischen Einkommens sei abzusehen, zumindest bis das IV-
Verfahren abgeschlossen sei. - Dr. D._ hatte in ihrem Bericht eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode, eine Panikstörung
und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung als bei der EL-Bezügerin
vorliegende Diagnosen bezeichnet. Die EL-Bezügerin sei voll arbeitsunfähig.
A.k Am 15. März 2015 (act. II-31 f.) erliess die Sozialversicherungsanstalt/EL-
Durchführungsstelle eine Verfügung für die Zeit ab 1. Juni 2015, wonach es bei der
Ergänzungsleistung im Betrag der Minimalgarantie der Prämienpauschalen
Krankenversicherung von Fr. 1'031.-- für drei berücksichtigte Personen blieb, bei
allerdings geringerem Ausgabenüberschuss: Sie rechnete der EL-Bezügerin neu auf
der einen Seite ein hypothetisches Erwerbseinkommen von Fr. 12'860.-- an, was mit
zusätzlichen Einnahmen von pro Jahr Fr. 8'573.-- zu Buche schlug. Anderseits
rechnete sie keine Waisenrente der jüngsten Tochter mehr an, womit Fr. 7'680.--
Einnahmen pro Jahr entfielen.
A.l Am 23. März 2015 (act. II-28-7) forderte die zuständige AHV-Zweigstelle
ergänzende Auskünfte von der EL-Bezügerin (zu Auslandaufenthalten).
A.m Mit Schreiben vom 27. März 2015 (act. II-24) hielt der Rechtsvertreter der EL-
Bezügerin fest, die Verfügung vom 15. März 2015 werde wegen des hypothetischen
Einkommens angefochten werden. Die Verfügung werfe aber auch weitere Fragen auf,
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da doch in die EL-Berechnung nur Personen aufgenommen werden dürften, welche
eine (Zusatz-)Rente bezögen. Seit August 2014 werde keine Zusatzrente (bzw. wohl:
Waisenrente) mehr ausgerichtet. Die jüngste Tochter befinde sich seit August 2014 in
der Lehre und habe ein Bruttoeinkommen von Fr. 9'490.-- pro Jahr (nicht wie
angerechnet von Fr. 16'120.--). Ihre Auslagen für den öffentlichen Verkehr betrügen
mindestens Fr. 747.-- pro Jahr. Die zweitjüngste Tochter sei beim Pauschalbetrag für
die Krankenversicherung in die EL-Berechnung einbezogen, bei der Miete aber ausser
Acht gelassen worden, ausserdem sei ihre eigene Invalidenrente angerechnet worden.
A.n Am 7. April 2015 (act. II-25) ging das Formular über die periodische Überprüfung
der Ergänzungsleistungen bei der Sozialversicherungsanstalt/EL-Durchführungsstelle
ein. Darin war unter anderem angegeben worden, im Haushalt der EL-Bezügerin lebten
neben ihr noch drei Töchter (einzig nicht die älteste). Der Mietzins mache Fr. 1'090.--
(pro Monat; pro Jahr somit Fr. 13'080.--) aus (mit den Nebenkosten werden gemäss
Vertrag auch Kabelnetz- und Urheberrechtsgebühren abgegolten, act. II-29-2).
A.o Am 17. April 2015 (act. II-22) sprach die Sozialversicherungsanstalt/
Ausgleichskasse der jüngsten Tochter der EL-Bezügerin rückwirkend ab 1. September
2014 (wegen des Lehrvertrags) wieder eine Waisenrente zu.
A.p Mit der Einsprache vom 23. April 2015 (act. II-20) gegen die Verfügung vom 15.
März 2015 beantragte der Rechtsvertreter der EL-Bezügerin für sie, vom Anrechnen
eines hypothetischen Einkommens abzusehen und das Lehrlingseinkommen der
jüngsten Tochter auf maximal netto Fr. 10'588.-- festzusetzen. Gemäss Vertrag belaufe
sich deren Lohn auf 13x Fr. 730.--. Wegen der Wochenenddienste sei der Verdienst
leicht höher. Beigelegt würden die Lohnabrechnungen von August 2014 bis März 2015.
In der Abrechnung für Dezember 2014 seien der 13. Monatslohn und eine Treueprämie
aufgeführt. Der Lohn für die acht Monate einschliesslich Wochenendzulagen (Fr.
7'412.--) mache umgerechnet auf zwölf Monate Fr. 11'118.-- aus. Zusammen mit den
Fr. 1'022.-- für den 13. Monatslohn und die Treueprämie ergebe sich ein Verdienst von
Fr. 12'140.--, wovon auszugehen sei. Nach Abzug von 8.648 % verblieben Fr.
11'090.-- und nach Abzug des Jahresabonnements von Fr. 502.-- noch Fr. 10'588.--.
Ab September 2014 habe die EL-Bezügerin bis Ende 2014 statt wie vorher Fr. 1'911.--
nur noch Fr. 1'274.-- Rente erhalten. Eine Ergänzungsleistung von Fr. 458.-- sei nur bis
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Dezember 2014 gezahlt worden. Es sei zu prüfen, weshalb lediglich bis zu diesem
Zeitpunkt. Für die EL-Bezügerin und die jüngste Tochter werde im Übrigen eine BVG-
Rente von zusammen Fr. 2'262.-- ausgerichtet. Des Weiteren sei die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Einspracheverfahren zu bewilligen. Die Fragen, die sich
stellten, überforderten die Einsprecherin offensichtlich und sie könne auch nicht von
anderer Seite Hilfestellung erwarten. Die prozessuale Bedürftigkeit sei offensichtlich
und es gehe um Fragen von erheblicher Bedeutung.
A.q Am 10. Juni 2015 (act. II-15) reichte der Rechtsvertreter der EL-Bezügerin Berichte
des Rehabilitationszentrums E._ der Kliniken Valens ein, wo diese vom 5. bis 23. Mai
2015 stationär behandelt worden war. Die Berichte würden eine Besserung während
der Rehabilitation erkennen lassen. Allerdings habe die in zwei Minuten zurückgelegte
Strecke von 95 m auf lediglich 110 m gesteigert werden können, was nicht gerade für
eine grössere Leistungsfähigkeit spreche. Die EL-Bezügerin habe beim Austritt von
besseren und von schlechteren Tagen gesprochen. Es gehe nicht darum, ob sie
Anspruch auf eine eigene IV-Rente hätte, sondern um die hypothetische Zumutbarkeit
einer Erwerbstätigkeit. Im vorläufigen Austrittsbericht vom 20. Mai 2015 (act. II-16-1 f.)
waren als Diagnosen benannt unter anderem ein Fibromyalgie-Syndrom, ein
chronisches zervikospondylogenes Schmerzsyndrom, ein lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte
Episode, eine Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst), eine anhaltende
Schmerzstörung und ein Diabetes mellitus. Weder diesem Austrittsbericht noch den
weiteren Austrittsberichten der Physiotherapie (act. II-16-6 ff.) und der Psychosomatik
(act. II-16-9 ff.) vom 21. Mai 2015 war eine Arbeitsfähigkeitsschätzung für den
Austrittszeitpunkt zu entnehmen.
A.r Mit Schreiben vom 18. Juni 2015 (act. II-14) hielt die Sozialversicherungsanstalt/
EL-Durchführungsstelle fest, im Rahmen der periodischen Überprüfung sei aufgefallen,
dass einige Positionen (der EL-Berechnung) korrigiert werden müssten. Es werde
vorgeschlagen, die Korrekturen mit der Revision vorzunehmen und die Anrechnung des
hypothetischen Einkommens separat zu prüfen. - Der Rechtsvertreter erklärte sich am
folgenden Tag damit einverstanden (act. II-13).
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A.s Der Fachbereich hielt in einer internen Stellungnahme vom 10. Juli 2015 (act. II-12)
fest, der Rechtsvertreter der EL-Bezügerin habe sich damit einverstanden erklärt, dass
Gegenstand der Einsprache einzig das hypothetische Einkommen der EL-Bezügerin
bilde und die übrigen Beanstandungen in der Einsprache bei der pendenten
periodischen Revision geprüft würden. Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des
Kantons St. Gallen habe der EL-Bezügerin mitgeteilt, dass das Wartejahr im August
2015 ablaufe und berufliche Massnahmen für sie als Hausfrau nicht angezeigt seien.
Bis zum Abschluss des IV-Verfahrens werde an der Anrechnung eines hypothetischen
Einkommens festgehalten. Bei einer allfälligen Rentenzusprache würde die
Ergänzungsleistung neu berechnet. Aufgrund der angegebenen Leiden könnten
allfällige Arbeitsbemühungen nicht als ernsthaft gewertet werden.
A.t Mit Entscheid vom 19. August 2015 (act. II-10) wies die
Sozialversicherungsanstalt/ EL-Durchführungsstelle des Kantons St. Gallen die
Einsprache ab und lehnte das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung ab. Die
Vermutung von Art. 14b ELV sei nicht umgestossen worden. Gemäss dem
Austrittsbericht der Psychosomatik des Rehabilitationszentrums der Kliniken Valens
vom 21. Mai 2015 seien bei der EL-Bezügerin nur geringgradige Befunde vorhanden.
Es sei ihr somit zuzumuten, dass sie ein monatliches Bruttoeinkommen von rund Fr.
1'000.-- erzielen könne, was auch bei gewissen gesundheitlichen Einschränkungen
ohne weiteres möglich sei. Die Arztberichte und eine Kopie der IV-Anmeldung hätte die
Einsprecherin auch ohne Hilfe eines Anwalts einreichen können. Weitere Eingaben
seien nicht nötig gewesen und der Sachverhalt sei nicht komplex.
B.
Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Daniel
Ehrenzeller für die Betroffene am 21. September 2015 erhobene Beschwerde. Der
angefochtene Entscheid sei aufzuheben und von der Anrechnung eines hypothetischen
Einkommens sei abzusehen, ausserdem sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Einsprache- und im Beschwerdeverfahren zu gewähren. Die
Beschwerdeführerin sei völlig erschöpft vom bisherigen Leben: sie sei nebst der Rolle
als Familienfrau mit vier [Kindern] während rund 13 Jahren bis zum Unfalltod ihres
Ehemannes im Jahr 2001 erwerbstätig gewesen. Dieses Ereignis habe sie völlig
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überfordert und in einer wohl bereits vorhandenen Vulnerabilität getroffen und habe
eine anhaltende Beeinträchtigung ausgelöst. Ihre Töchter hätten zudem grosse
Probleme; eine der älteren Töchter habe wegen einer Hirnleistungsschwäche eine
Invalidenrente. Seit 15 Jahren sei die Beschwerdeführerin durch diese beiden
Umstände belastet und habe sich darauf beschränkt, die täglichen Probleme zu
bewältigen. Alles darüber Hinausgehende wäre ihr nicht zuzumuten. Sie verfüge über
keinerlei Ressourcen, um einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Belastend sei auch die
Situation mit dem Pensionskassenguthaben des verstorbenen Ehemannes, von dem
ein Betrag von rund Fr. 37'000.-- bisher nicht mehr habe erhältlich gemacht werden
können. Seit 2013 habe sich die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin
verschlechtert. Nach diversen ärztlichen Behandlungen habe sie sich in dem
Rehabilitationsaufenthalt befunden. Beim Austritt seien über zwei Kilometer Gehen im
Freien und 48 Stufen alternierend Hinauf- und Hinuntersteigen möglich gewesen. Es sei
von einer leichten Besserung berichtet worden, allerdings unter strenger täglicher
Therapie, die ihr im normalen Alltag nicht möglich sei, erst recht nicht, wenn sie einer
Erwerbstätigkeit nachgehen müsste. In psychischer Hinsicht seien verschiedene
Diagnosen gestellt worden. Der Aufenthalt in der Klinik sei für die Beschwerdeführerin
auch eine Loslösung von den im Austrittsbericht der Psychosomatik beschriebenen
alltäglichen Problemen mit den Töchtern gewesen. Sie befinde sich weiterhin in
psychiatrischer Behandlung; ein Bericht werde nachgereicht werden. Ihr IV-Verfahren
sei noch sistiert. Neben der langen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt stünden der
Beschwerdeführerin in ihrem Alter die somatisch nachgewiesenen Beschwerdebilder
und fehlende Ressourcen für eine Erwerbsaufnahme im Weg. Die Beschwerdegegnerin
habe zugestanden, dass die Arbeitsunfähigkeit als erwiesen betrachtet werde, habe sie
doch festgehalten, allfällige Arbeitsbemühungen würden aufgrund der angegebenen
Leiden nicht als ernsthaft betrachtet. Zurzeit beziehe die Beschwerdeführerin im
Übrigen eine Waisenrente für die beiden jüngeren Töchter. Die Verbeiständung durch
einen Anwalt sei sicherlich gerechtfertigt gewesen.
C.
In Verfügungen vom 30. September 2015 (act. II-3 bis 7; Juni 2015 act. 4) hat die
Beschwerdegegnerin festgehalten, es sei infolge der Ergebnisse der periodischen
Überprüfung eine Neuberechnung des EL-Anspruchs der Beschwerdeführerin
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erforderlich. Sie hat den Anspruch rückwirkend ab August 2014 geändert festgesetzt.
Die Änderungen haben den Lehrlingslohn sowie die Zusammenrechnung der
Einnahmen und Ausgaben von Personen bzw. die rückwirkend wieder zugesprochene
Waisenrente ab September 2014, die Mietzinsaufteilung und die diesbezügliche Höhe
des Abzugs von Fr. 20.-- pro Monat bzw. Fr. 240.-- pro Jahr betroffen.
D.
Die Beschwerdegegnerin hat am 21. Oktober 2015 die Abweisung der Beschwerde be-
antragt.
E.
Am 29. Oktober 2015 hat die Gerichtsleitung dem Gesuch um Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtspflege (Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung)
entsprochen.
F.
Mit Replik vom 12. November 2015 legt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
ein Arztzeugnis von Dr. C._ vom 2. Oktober 2015 und ein Schreiben von Dr. D._
vom 6. Oktober 2015 ein. Dr. C._ bestätige eine Arbeitsunfähigkeit der
Beschwerdeführerin seit dem 1. Januar 2015. Dr. D._ beschreibe eine graduelle
Verbesserung seit dem Bericht vom 2. März 2015, worin sie die Krankheitsentwicklung
seit dem Therapiebeginn vom 26. November 2014 beschrieben gehabt habe. Mangels
Stresstoleranz und mangels physischer und psychischer Belastbarkeit könne die
Beschwerdeführerin danach nicht einmal den eigenen Haushalt erledigen. Schon bei
einem Arbeitsversuch träte eine massive Verschlechterung ein. Auch die
Alltagsfähigkeit sei also erheblich eingeschränkt. Die Beschwerdeführerin wäre auch
nicht einmal in der Lage, einigermassen ansprechende Bewerbungen zu tätigen.
Persönliche Vorstellungen wären angesichts des erkennbar beeinträchtigten Zustands
ohne Aussicht auf Erfolg. Die Unterstellung eines Einkommens sei nicht gerechtfertigt. -
Dr. D._ hatte im genannten Bericht unter anderem erklärt, die Beschwerdeführerin sei
aus psychiatrischer Sicht voll arbeitsunfähig.
G.
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Die Beschwerdegegnerin hat am 17. Dezember 2015 darauf hingewiesen, dass die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen einen abweisenden
Vorbescheid erlassen und sich dabei auf eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen
Dienstes (RAD) der Invalidenversicherung vom 26. November 2015 gestützt habe. - Der
RAD hatte darin dargelegt, es liege kein die Leistungsfähigkeit im Aufgabengebiet
wesentlich und anhaltend beeinträchtigender Gesundheitsschaden vor. Die
Beeinträchtigungen schienen im Grossen und Ganzen stabil zu sein. Die
Beschwerdeführerin sollte in der Lage sein, ganztägig einer adaptierten Tätigkeit
nachzugehen. Die gestellte Hauptdiagnose einer Fibromyalgie könne in aller Regel
keine Leistungspflicht begründen. Auffällig seien im Übrigen die wechselnden
sprachlichen Fähigkeiten und die vom Psychosomatiker beschriebenen Unklarheiten
bezüglich der familiären Verhältnisse, die als psychosoziale Faktoren aber in den
Vordergrund gerückt würden.
H.
In den EL-Akten nicht erwähnt, aber von Amtes wegen aus dem Beschwerdeverfahren
IV 2016/86 bekannt ist, dass die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St.
Gallen das IV-Leistungsgesuch der Beschwerdeführerin am 8. Februar 2016
abgewiesen hat. Ein Gesundheitsschaden, der sich auf die Leistungsfähigkeit im
Aufgabengebiet oder in einer adaptierten Erwerbstätigkeit wesentlich und anhaltend
auswirken würde, liege nicht vor. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat
gegen diese Verfügung am 10. März 2016 Beschwerde erhoben mit dem Antrag, ihr ab
Juli 2015 eine ganze Rente zuzusprechen, eventualiter eine polydisziplinäre
Begutachtung anzuordnen. Das Verfahren ist zurzeit sistiert.

Erwägungen
1.
Mit dem angefochtenen Entscheid vom 19. August 2015 hat die Beschwerdegegnerin
zum einen über die aus der Einsprache vom 23. April 2015 gegen ihre Verfügung vom
15. März 2015 durch Einigung beider Parteien isolierte Streitfrage der Anrechnung
eines hypothetischen Einkommens der Beschwerdeführerin - in den betreffenden
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Einspracheantrag der Beschwerdeführerin abweisendem Sinn - entschieden und zum
andern hat sie damit das in der Einsprache gestellte Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Einspracheverfahren abgewiesen.
2.
2.1 Der angefochtene Einspracheentscheid stellt in der erstgenannten Hinsicht einen
Entscheid über den betreffenden einzelnen Aspekt des Sachverhalts, des Tatbestands
und der entsprechenden Rechtsfolge im Hinblick auf die Berechnung des
Ergänzungsleistungsanspruchs der Beschwerdeführerin dar. Da sein Gegenstand, die
Anrechnung eines hypothetischen Einkommens, als solcher nicht von in der EL-
Verfügung getroffenen weiteren Entscheiden abhängig ist, ist eine solche
Beschränkung als zulässig zu betrachten. Auch das weitere Verfahren ist auf die
entsprechende Frage begrenzt geblieben. Der vorliegende Streitgegenstand geht daher
nicht darüber hinaus.
2.2 Die Einsprache vom 23. April 2015 bleibt in ihren weiteren Teilen von diesem
Verfahren demnach unberührt.
2.3 Zu beurteilen ist die Sachlage, wie sie sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der
Verfügung vom 15. März 2015 entwickelt hat, denn es gilt, dass mit der Einsprache nur
angefochten werden kann, was Gegenstand der angefochtenen Verfügung gewesen ist
(vgl. dazu die Entscheide des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2.
März 2015, EL 2012/37 E. 2, und vom 3. März 2015, EL 2013/51 E. 1).
3.
3.1 Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten
Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG).
3.2 Als Einnahmen werden unter anderem zwei Drittel der Erwerbseinkünfte in Geld
oder Naturalien angerechnet, soweit sie bei Ehepaaren und Personen mit unter
anderem rentenberechtigten Waisen 1'500 Franken übersteigen (vgl. Art. 11 Abs. 1 lit. a
ELG), als Ausgaben werden bei allen Personen unter anderem die Gewinnungskosten
bis zur Höhe des Bruttoerwerbseinkommens (Art. 10 Abs. 3 lit. a ELG) anerkannt.
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3.3 Als Einnahmen angerechnet werden auch Einkünfte und Vermögenswerte, auf die
verzichtet worden ist (Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG). Eine Verzichtshandlung liegt unter
anderem vor, wenn die versicherte Person aus von ihr zu verantwortenden Gründen
von der Ausübung einer möglichen und zumutbaren Erwerbstätigkeit absieht (BGE 140
V 267 E. 2.2).
3.4 Nach Art. 14b ELV (basierend auf der Delegationsnorm von Art. 9 Abs. 5 lit. c ELG
betreffend die Anrechnung von Einkünften aus einer zumutbaren Erwerbstätigkeit bei
Witwen ohne Kinder) ist nichtinvaliden Witwen ohne minderjährige Kinder als
Erwerbseinkommen ein nach dem Alter abgestufter Mindestbetrag anzurechnen, so
etwa vom 51. bis zum 60. Altersjahr (lit. c) mindestens zwei Drittel des Höchstbetrages
für den Lebensbedarf von Alleinstehenden nach Art. 10 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 ELG. Dieser
genannte Höchstbetrag belief sich im Jahr 2015 auf Fr. 19'290.-- (Art. 1 lit. a der
Verordnung 15 über Anpassungen bei den Ergänzungsleistungen zur AHV/IV vom 15.
Oktober 2014); zwei Drittel entsprechen demnach Fr. 12'860.--. Art. 14b lit. c ELV geht
von der Hypothese aus, dass auch über 50-jährigen Frauen ohne minderjährige Kinder
der Wiedereinstieg ins Berufsleben zumutbar ist (vgl. Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts P 18/02; vgl. AHI 2001 133 E. 1b). - Teilinvaliden unter 60 Jahren
mit einem Invaliditätsgrad von weniger als 70 % wird im Übrigen gemäss Art. 14a Abs.
2 ELV ein nach dem Invaliditätsgrad abgestuftes bestimmtes
Mindesterwerbseinkommen angerechnet. - Teilinvaliden Witwen ist hingegen [wie
nichtinvaliden Witwen und Witwern mit minderjährigen Kindern, die im selben Haushalt
leben, vgl. Rz 3425.03 WEL] kein Mindesteinkommen anzurechnen (vgl. Rz 3426.02 der
vom Bundesamt für Sozialversicherungen herausgegebenen Wegleitung über die
Ergänzungsleistungen zur AHV und IV = WEL).
3.5 Nach einer Lehrmeinung ist zur Einordnung in die Altersgruppen nach Art. 14b lit. a
bis c ELV das Alter der Witwe im Zeitpunkt der Verwitwung (hier 2001) zu bestimmen
(vgl. Ralph Jöhl/Patrizia Usinger-Egger, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: SBVR
XIV, Soziale Sicherheit, 3. A., Basel 2016, S. 1827 Rz 144). Da die Anrechnung eines
Mindesteinkommens gemäss Verordnung nur bei nichtinvaliden Witwen ohne
minderjährige Kinder vorgesehen ist, ist der Zeitpunkt des allfälligen Verzichts nicht
allein von der Verwitwung, sondern bei Witwen mit Kindern unter anderem auch vom
Zeitpunkt des Eintritts deren Volljährigkeit abhängig zu machen. Massgebend ist das
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Alter der Witwe zum Zeitpunkt des allfälligen Verzichts (beispielsweise der aufgrund der
Schadenminderungspflicht erforderlichen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit).
3.6 Gemäss Art. 25 Abs. 4 ELV wird die Herabsetzung einer laufenden
Ergänzungsleistung infolge der Anrechnung eines Mindesteinkommens nach Art. 14a
Abs. 2 ELV und Art. 14b ELV erst sechs Monate nach Zustellung der entsprechenden
Verfügung wirksam. Sinn und Zweck des Aufschubs der Herabsetzung einer laufenden
EL ist es, der versicherten Person Gelegenheit zu geben, sich auf die neue Situation
einzustellen und nach einer Erwerbstätigkeit Umschau zu halten (ZAK 1987 S. 546).
4.
4.1 Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin, wenn nicht im Februar 2014,
so spätestens im August 2014 auf die Möglichkeit der künftigen Anrechenbarkeit
hypothetischen Erwerbseinkommens bzw. auf die grundsätzliche Notwendigkeit von
Arbeitsbemühungen aufmerksam gemacht und ihr so (bis Juni 2015) eine ausreichende
Anpassungszeit gewährt.
4.2 Die Beschwerdeführerin, deren jüngstes Kind im August 2014 volljährig geworden
war, als sie selber [zwischen 51 und 60]-jährig war, bezog zum Zeitpunkt der
massgeblichen, von der Einsprache betroffenen Verfügung vom März 2015 bzw. im
entsprechenden Anspruchszeitpunkt vom Juni 2015 (damals _-jährig) eine
Witwenrente der AHV (und nicht eine Invalidenrente der IV).
4.3 Sie hatte sich allerdings bereits vor der betreffenden EL-Verfügung, nämlich im
Januar 2015, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung angemeldet. Eine
(ganze) Invalidenrente der IV könnte ihr gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG auf alle Fälle
frühestens sechs Monate nach der Geltendmachung ausgerichtet werden, d.h. ab Juli
2015 (erst einen Monat nach dem in der EL-Verfügung festgesetzten Wirkungszeitpunkt
vom Juni 2015). Der Versicherungsfall für eine IV-Rente als solcher wäre - nach der
gegenwärtigen Aktenlage - zudem als erst im August 2015 eingetreten zu betrachten,
da Arbeitsunfähigkeitsatteste gegenwärtig für eine Zeit ab 20. August 2014 vorliegen.
Die IV-Stelle hat am 8. Februar 2016 eine leistungsabweisende Verfügung erlassen.
Das IV-Verfahren betreffend die Beschwerde hiergegen ist zurzeit sistiert. Die
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Zusprache einer IV-Invalidenrente erforderte vorliegend nebst der Erfüllung der
invaliditätsmässigen Voraussetzungen auch, dass eine allfällige IV-Rente höher als die
AHV-Witwenrente wäre (vgl. Art. 43 Abs. 1 IVG).
4.4 Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin, obwohl sie damals keine
tatsächliche Erwerbstätigkeit ausübte, ein hypothetisches Einkommen in der Höhe des
Mindesteinkommens für nichtinvalide Witwen ohne minderjährige Kinder nach Art. 14b
lit. c ELV von Fr. 12'860.-- pro Jahr angerechnet. Die Beurteilung eines allfälligen
Verzichtseinkommens fällt denn auch nach dem Dargelegten grundsätzlich in diesen
Anwendungsbereich von Art. 14b ELV.
4.5 Nach der Rechtsprechung kann (im Hinblick auf die berechtigten Interessen der
Vereinfachung und der rascheren Behandlung von Einzelfällen) grundsätzlich
vermutungsweise von der Möglichkeit und Zumutbarkeit der Erzielung der in Art. 14b
ELV festgelegten (nach Alter abgestuften) Grenzbeträge ausgegangen werden (vgl. zur
diesbezüglich analogen Bestimmung von Art. 14a ELV etwa BGE 117 V 202). Die
Vermutung kann widerlegt werden. Der Leistungsansprecher trägt die (objektive)
Beweislast dafür, dass kein Einkommensverzicht vorliegt (vgl. Bundesgerichtsurteil
9C_255/2013 vom 12. September 2013, vgl. auch 9C_549/2016 vom 13. Juli 2017).
5.
5.1 Die Beschwerdeführerin lässt einwenden, sie sei seit dem Tod ihres Ehemannes für
eine auswärtige Erwerbstätigkeit arbeitsunfähig. Seit 2013 habe sich die
gesundheitliche Situation verschlechtert. Da ihre Arbeitsfähigkeit konkret nur
möglicherweise Gegenstand des - wie erwähnt sistierten - Verfahrens zur Festsetzung
der invalidenversicherungsrecht¬lich geschuldeten Rentenleistungen sein wird,
während aber für die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene und vorliegend
strittige Anrechnung eines EL-Einkom¬mens¬verzichts vorausgesetzt ist, dass die
Beschwerdeführerin für eine erwerbliche Tätigkeit arbeitsfähig (zumindest
teilarbeitsfähig, vgl. E. 4.4) ist, ist der diesbezügliche Sachverhalt von der
Beschwerdegegnerin (sowie entsprechend in diesem EL-Verfahren) festzustellen und
zu würdigen.
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5.2 Die Beschwerdeführerin ist ab August 2014 verschiedentlich arbeitsunfähig
geschrieben worden. Unter anderem hatte ihr Dr. D._ am 26. November 2014 bis auf
weiteres und am 2. März 2015 erneut eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert und
letztere mit einer rezidivierenden depressiven Störung bei gegenwärtig mittelgradiger
Episode, einer Panikstörung und einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung
begründet. Im April/Mai 2015 ist die Beschwerdeführerin im Departement Innere
Medizin, Rheumatologie und Rehabilitation, am Kantonsspital St. Gallen für eine
multimodale stationäre Behandlung hospitalisiert gewesen (vgl. act. II-21-4 und RAD-
Bericht vom 26. November 2015) und hat daraufhin im Mai 2015 in einer Rehabilitation
gestanden. Das behandelnde Rehabilitationszentrum E._ der Kliniken Valens hat in
den bis anhin vorliegenden Akten ebenso wenig wie das Kantonsspital St. Gallen
(Departement Innere Medizin, Rheumatologie und Rehabilitation) eine
Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben. Auf eine stillschweigende Einschätzung einer
vollen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin kann aufgrund dieses Umstands nicht
ohne weiteres geschlossen werden. Viel eher ist er darauf zurückzuführen, dass kein
Arbeitsverhältnis bestand, für welches eine solche Angabe erforderlich gewesen wäre.
5.3 Für den Zeitraum, ab welchem die Beschwerdegegnerin ihr ein hypothetisches
Einkommen angerechnet hat, hat die Beschwerdeführerin dagegen ein Arztzeugnis
vom 2. Oktober 2015 (nach dem Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom 15. März
2015) von Dr. C._ eingelegt, der ihr eine Arbeitsunfähigkeit seit 1. Januar 2015
bescheinigt hat. Dr. D._ hat ihr am 6. Oktober 2015 ebenfalls (wie bereits am 2. März
2015) eine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht ohne weitere zeitliche Angaben
attestiert. Die Störungen seien zum Berichtszeitpunkt noch leicht ausgeprägt. Es
bestünden eine ausgeprägte Stressintoleranz und praktisch keine psychische und
physische Belastbarkeit. Diesen ärztlichen Zeugnissen voller Arbeitsunfähigkeit nach zu
schliessen, ist der Beschwerdeführerin eine Erwerbstätigkeit in der massgeblichen
Periode medizinisch nicht möglich gewesen.
5.4 Die Beschwerdegegnerin erachtete diese ärztlichen Beurteilungen nicht für
beweiskräftig und nicht für geeignet, die Vermutung von Art. 14b ELV umzustossen. Sie
beruft sich stattdessen auf eine abweichende Einschätzung des RAD.
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5.5 Der RAD-Arzt stellte sich am 26. November 2015 in Abweichung von den beiden
genannten ärztlichen Beurteilungen der behandelnden Ärzte auf den Standpunkt, zu
einer ganztägigen adaptierten Tätigkeit (ohne Erforderlichkeit von Heben und Tragen
von schweren Lasten und von Zwangshaltungen) sollte die Beschwerdeführerin in der
Lage sein. Ein Bericht eines Arztes, der die Beschwerdeführerin untersucht und ihr eine
solche Arbeitsfähigkeit bescheinigt hat, liegt nach dem oben Dargelegten bis anhin
jedoch nicht bei den Akten. - Die regionalen ärztlichen Dienste setzen gemäss Art. 59
Abs. 2bis IVG die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende
funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit
oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Nach Art. 49 Abs. 1 IVV beurteilen sie
die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten
Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der
allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen. Gemäss Art. 49 Abs.
2 IVV können sie bei Bedarf selber ärztliche Untersuchungen von Versicherten
durchführen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest. - Das Absehen
von eigenen Untersuchungen kann insbesondere dann ein Grund sein, einen RAD-
Bericht in Frage zu stellen, wenn es - wie es hier der Fall ist - nicht um die Beurteilung
eines im Wesentlichen bereits feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, womit
die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person entbehrlich wäre (vgl.
Bundesgerichtsentscheid vom 18. Januar 2016, 9C_405/2015 E. 5.1; vgl. auch etwa
die Entscheide des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. Mai 2010, IV
2008/367, und vom 17. Juni 2009, IV 2007/454). Mangels eigener Untersuchung
handelt es sich beim vorliegenden RAD-Bericht allerdings nicht um eine Stellungnahme
im Sinn von Art. 49 Abs. 2 IVV, sondern lediglich um Empfehlungen zur weiteren
Bearbeitung des IV-Leistungsbegehrens aus medizinischer Sicht (Art. 59 Abs. 2bis IVG
und Art. 49 IVV), die sich nach der Rechtsprechung einzig dazu zu äussern vermögen,
ob der einen oder anderen ärztlichen Ansicht zu folgen oder aber eine zusätzliche
Untersuchung vorzunehmen ist (vgl. Bundesgerichtsentscheide vom 2. Mai 2016,
9C_839/2015 E. 3.3, und 9C_405/2015 E. 5.1).
5.6 Da die Aussagekraft der Arbeitsfähigkeitsschätzung des RAD durch die fehlende
Untersuchung der Beschwerdeführerin geschwächt wird, erweist sich der medizinische
Sachverhalt, auch was die Belange der Ergänzungsleistungen betrifft, bei der
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gegenwärtigen Aktenlage als nicht so weit geklärt, dass die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin mit ausreichender Wahrscheinlichkeit bestimmt werden könnte.
5.7 Der RAD begründet seine Beurteilung im Übrigen damit, dass die (sc. im
Rehabilitationszentrum E._ der Kliniken Valens) gestellte Hauptdiagnose einer
Fibromyalgie in aller Regel keine Leistungspflicht eines Sozialversicherungsträgers zu
begründen vermöge (Stellungnahme vom 26. November 2015). Zwar sieht die
Rechtsprechung des Bundesgerichts (bei gewissen psychosomatischen Leiden) den
Fall vor, dass eine Invalidität selbst bei beweiskräftig attestierter medizinischer
Arbeitsunfähigkeit aus rechtlichen Gründen (Indikatoren) nicht anerkannt wird (vgl. BGE
142 V 342 E. 6.1, BGE 141 V 281 E. 7). Vorliegend ist aber immerhin darauf
hinzuweisen, dass diverse somatische Beeinträchtigungen festgestellt worden sind (so
neben der Fibromyalgie namentlich etwa zahlreiche Diskusprotrusionen und
Foramenstenosen beidseits bei C5/C6 und mehrere Spinalstenosen, allerdings ohne
radikuläre Kompression, mit dem Ergebnis der Diagnosen eines chronischen
zervikospondylogenen und eines lumbo¬spondylogenen Schmerzsyndroms, vgl.
Stellungnahme des RAD vom 26. November 2015; vgl. auch act. II-16-1). Gemäss dem
Rehabilitationszentrum E._ der Kliniken Valens war der Rehabilitationsverlauf
aufgrund der guten psychischen Befindlichkeit der Beschwerdeführerin eindeutig
somatisch gewichtet worden (vgl. act. II-16-11). Unter dem Therapieprogramm sei es
gelungen, die Beweglichkeit, die Kraft der Rumpf- und Beinmuskulatur und die
allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit zu steigern und die Wirbelsäulenstatik, die
Schmerzen im Nackenbereich und die Lumbalgien zu verbessern (vgl. act. II-16-2). Bei
Austritt konnte die Beschwerdeführerin demnach beispielsweise mit Halten am
Handlauf 48 Stufen einer Treppe alternierend hinauf- und hinuntersteigen und bei
Einschalten von Pausen insgesamt mehr als 2 km gehen. Die Schmerzen lagen noch
bei 4/10.
5.8 Die (trotz Verbesserung verbleibenden) aktenkundigen somatischen
Beeinträchtigungen und auch vom Rehabilitationszentrum E._ der Kliniken Valens
diagnostizierten psychiatrischen Störungen (rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig leichte Episode; Panikstörung und anhaltende Schmerzstörung, wenn
auch beide damals oligosymptomatisch), derentwegen die Beschwerdeführerin im
Übrigen in psychiatrischer Behandlung stand, lassen es demnach einerseits als
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möglich erscheinen, dass sich eine medizinische Arbeitsunfähigkeit gewissen
Ausmasses der Beschwerdeführerin auch in adaptierten Tätigkeiten bei zusätzlichen
Abklärungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit wird beweisen lassen. Den von
zwei Ärzten abgegebenen Attesten voller Arbeitsunfähigkeit steht bis anhin
beweismässig jedenfalls keine andere Arbeitsfähigkeitsschätzung gegenüber, die
überwiegende Wahrscheinlichkeit für sich hätte. Anderseits ist auch nicht
ausgeschlossen, dass sich die Arbeitsfähigkeitsschätzung des RAD-Arztes (keine
Arbeitsunfähigkeit in adaptierter Tätigkeit) als zutreffend erweisen könnte. Auf eine
stichhaltige medizinische Arbeitsfähigkeitsschätzung kann aber auch bei
psychosomatischen Leiden nicht etwa mit Blick auf die erwähnte Rechtsprechung zur
rechtlichen Zumutbarkeit von vornherein verzichtet werden. Dasselbe gilt im Hinblick
auf die zu erwägende Möglichkeit, dass die behandelnden Ärzte über die Beurteilung
der medizinischen Zumutbarkeit einer Arbeitsleistung hinaus psychosoziale Umstände
in das Attest der vollen Arbeitsunfähigkeit einbezogen haben. Auch das lässt sich ohne
stichhaltige Schätzung der medizinischen Arbeitsfähigkeit nicht annehmen. Für die
gemäss der Verordnung zu vermutende Annahme, die Beschwerdeführerin wäre in der
Lage, ein Einkommen von Fr. 12'860.-- pro Jahr zu erzielen, würde allerdings (noch
ohne Berücksichtigung weiterer, ergänzungsleistungsrechtlich im Unterschied zur
Invalidenversicherung ebenfalls relevanter Faktoren wie persönliche Umstände,
Ausbildung usw.) bereits eine namhafte Teilarbeitsfähigkeit genügen.
5.9 Weil es die Sachlage des Weiteren auch nicht zulässt, unabhängig von der
Feststellung der medizinischen Arbeitsfähigkeit schon aus allein invaliditätsfremden
Gründen darauf zu schliessen, dass der Beschwerdeführerin eine Erwerbstätigkeit
vollständig unzumutbar sei, kann von ergänzenden medizinischen Abklärungen durch
die Beschwerdegegnerin zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht abgesehen
werden. Weder das Alter noch die Abwesenheit vom Arbeitsmarkt seit 2002 oder das
genannte Problem finanzieller Art vermögen für sich allein von vornherein die Annahme
eines Einkommensverzichts auszuschliessen. Zu den festgestellten erheblichen
psychosozialen Belastungen (vgl. Stellungnahme des RAD vom 26. November 2015)
sind allenfalls ebenso ergänzende Abklärungen erforderlich (etwa zum
Betreuungsbedarf der erwachsenen Kinder).
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5.10 Die Sache betreffend die Anrechnung eines allfälligen hypothetischen
Einkommens ist demnach zur Vornahme der erforderlichen ergänzenden Abklärungen
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.
6.1 Was den angefochtenen Entscheid der Abweisung des Gesuchs um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Einspracheverfahren betrifft, gilt Folgendes: Wo die
Verhältnisse es erfordern, wird der gesuchstellenden Person nach Art. 37 Abs. 4 ATSG
(eingeordnet unter dem Titel "Sozialversicherungsverfahren", geltend also für das
ganze Verwaltungsverfahren, vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. A. 2015, N 31 zu
Art. 37) ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt. Vorausgesetzt ist, dass die Partei
nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, dass ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos
erscheint und dass die Verbeiständung zur Wahrung ihrer Rechte konkret notwendig ist
(vgl. BGE 132 V 200 E. 4.1).
6.2 An die sachliche Gebotenheit der Verbeiständung ist im Zusammenhang mit Art.
37 Abs. 4 ATSG rechtsprechungsgemäss ein strenger Massstab anzulegen (vgl.
Bundesgerichtsentscheid i/S C. vom 28. Juni 2012, 8C_438/2012). Die Notwendigkeit
einer anwaltlichen Vertretung ist mit Blick darauf, dass der Untersuchungsgrundsatz
(Art. 43 Abs. 1 Satz 1 ATSG) gilt, die Versicherungsträger und Durchführungsorgane
der einzelnen Sozialversicherungen also den rechtserheblichen Sachverhalt unter
Mitwirkung der Parteien nach den rechtsstaatlichen Grundsätzen der Objektivität,
Neutralität und Gesetzesgebundenheit zu ermitteln haben, nur in Ausnahmefällen zu
bejahen. Es müssen sich schwierige rechtliche oder tatsächliche Fragen stellen und
eine Interessenwahrung durch Dritte (Verbandsvertreter, Fürsorgestellen oder andere
Fach- und Vertrauensleute sozialer Institutionen) muss ausser Betracht fallen. Zu
berücksichtigen sind die Umstände des Einzelfalles, die Eigenheiten der anwendbaren
Verfahrensvorschriften sowie die Besonderheiten des jeweiligen Verfahrens. Dabei
fallen neben der Komplexität der Rechtsfragen und der Unübersichtlichkeit des
Sachverhalts auch in der Person des Betroffenen liegende Gründe in Betracht, wie
etwa seine Fähigkeit, sich im Verfahren zurechtzufinden (vgl.
Bundesgerichtsentscheide vom 28. Januar 2015, 8C_572/2014, und i/S K. vom 22.
Februar 2013, 9C_908/2012, BGE 132 V 200).
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7.
7.1 Die Beschwerdegegnerin hat die Abweisung damit begründet, dass eine
anwaltliche Vertretung nicht notwendig im Sinn der Rechtsprechung gewesen sei, weil
die Beschwerdeführerin die Arztberichte und eine Kopie ihrer IV-Anmeldung auch ohne
die Hilfe des Rechtsvertreters hätte einreichen können. Weitere Eingaben seien für die
Erläuterung ihres Rechtsstandpunkts nicht nötig gewesen. Der Sachverhalt habe sich
ausserdem nicht komplex präsentiert.
7.2 Es trifft durchaus zu, dass die Beschwerdeführerin Arztberichte über ihre
Arbeitsfähigkeit und die IV-Anmeldung selber hätte einreichen können. Das
Zusammenspiel der Verfahren und der Abklärungszuständigkeit von
Invalidenversicherung und Ergänzungsleistungsorganen erschliesst sich einem EL-
Bezüger indessen nicht ohne weiteres. Dazu kommt, dass beide Zweige für die
oberflächlich betrachtet gleichlautende Frage nach einer noch zumutbaren
Erwerbstätigkeit unterschiedliche Sachverhalte zu berücksichtigen haben. Innerhalb
des EL-Verfahrens ist zu beachten, dass die Beschwerdeführerin gegen eine
Vermutung beweisbelastet war. Zudem ist es bei einem sich über längere Zeit
erstreckenden Ergänzungsleistungsbezug (wie hier) als Erschwernis zu bezeichnen,
dass sich mehrere Abklärungen und Verfügungen der EL-Durchführungsstelle folgen,
ohne dass (nebst der rechnerischen) stets eine detaillierte schriftliche Begründung für
die Änderungen oder Korrekturen gegeben würde. Konkret fehlten ehemals auch
allfällige Vergleichsrechnungen, was das Erkennen des Zusammenhangs zwischen
Ausrichtung von Waisenrenten und Einbezug oder Nichteinbezug der Einnahmen und
Ausgaben von Kindern erschwerte. Die Beurteilung einer EL-Anpassungsverfügung wie
derjenigen vom 15. März 2015 bringt für die EL-Bezüger ohnehin im Vergleich zu einer
erstmaligen EL-Berechnung die zusätzliche Schwierigkeit mit sich, den
Verfügungsgegenstand bzw. die mehreren Gegenstände zu erkennen. Vorliegend ist
zwischen der betreffenden Verfügung und der Einsprache zudem noch eine
periodische Überprüfung eingeleitet worden. Ferner ist von der zusätzlichen
Schwierigkeit auszugehen, das Angebot der Beschwerdegegnerin abzuwägen, einzelne
zutreffende Aspekte der Einsprache mit der Verfügung über die periodische Revision zu
korrigieren und die Frage des hypothetischen Einkommens davon zu trennen.
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7.3 Insgesamt ist bei diesen Gegebenheiten als ausgewiesen zu betrachten, dass die
Beschwerdeführerin einer anwaltlichen Vertretung bedurfte.
7.4 Angesichts des noch für August 2015 festgestellten EL-Ausgabenüberschusses
und der Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im Gerichtsverfahren im
Oktober 2015 ist auch davon auszugehen, dass die Bedürftigkeit ausgewiesen war.
Aussichtlosigkeit des Einspracheverfahrens war nicht anzunehmen. Die Beschwerde ist
daher diesbezüglich zu schützen.
8.
8.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde, soweit sie den
Einspracheentscheid vom 19. August 2015 zur Anrechnung eines hypothetischen
Einkommens betrifft, unter Aufhebung des Entscheids teilweise gutzuheissen und die
Sache ist zu ergänzenden Abklärungen im Sinn der Erwägungen und zu
entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Soweit
sie den Einspracheentscheid vom 19. August 2015 zum Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Einspracheverfahren betrifft, ist die Beschwerde unter
Aufhebung des Einspracheentscheids im Sinn der Erwägungen vollumfänglich
gutzuheissen. Der Beschwerdeführerin ist die unentgeltliche Rechtsverbeiständung für
das Einspracheverfahren zu bewilligen und Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller ist
zum unentgeltlichen Rechtsvertreter zu bestellen. Die Sache ist der
Beschwerdegegnerin zur Festsetzung der Entschädigung zu überweisen.
8.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
8.3 Angesichts des Obsiegens ist der Beschwerdeführerin eine volle
Parteientschädigung zuzusprechen, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert
nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses
bemessen wird (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Die am
29. Oktober 2015 bewilligte unentgeltliche Rechtsverbeiständung braucht nicht in
Anspruch genommen zu werden. Angemessen erscheint eine Parteientschädigung von
Fr. 3'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).