Decision ID: e18699d6-a75b-5585-9c1d-360b3a35aa94
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1987,
Mutter von drei Kindern (Jahrgang 2011, 2013, 2015),
meldete sich am
1
1.
November 2002 erstmals b
ei der Invaliden
versiche
rung zum Leistungsbezug an (Urk.
10/1
). Die Sozialver
sicherungs
anstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle,
erteilte
ihr mit Verfügung vom
1.
Juni 2004 Kostengut
sprache für eine erstmalige berufliche Ausbildung als Montagegehilfin
(Urk.
10/13
), welche die Versicherte erfolgreich absolvierte (Mitteilung über den Abschluss der beruflichen Massnahmen vom 1
5.
August 2006,
Urk.
10/29). In der Folge meldete sich die Versicherte a
m 2
1.
März 2005
erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/20),
was
die IV-Stelle mit Verfügung vom
6.
Oktober
2006
abwies (
Urk.
10/35). Die erneute Anmeldung vom
9.
November 2006
(
Urk.
10/37
)
zog die Versicherte am
7.
Dezember 2006 wieder zurück (
Urk.
10/44).
1.2
Am 2
9.
Februar 2008 meldete sich die Versicherte
unter Hinweis auf eine kon
genitale Hüftluxation links und einen Status nach Arthoplastik und
eine
beidsei
tige Verkürzungsosteotomie
erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/57).
Mit Verfügung vom
1.
Juli 2009 sprach
ihr
die IV-Stelle bei einem Invaliditätsgrad von 70
%
eine ganze Rente ab
1.
März 2007 zu (
Urk.
10/82-82). Mit Verfügung vom 2
5.
April 2014 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, der Rentenanspruch sei unverändert (
Urk.
10/123).
Nach Eingang eines am
8.
Dezember 2014
ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk.
10/131
)
setzte die IV-Stelle die bisher ausgerichtete Rente
mit Verfügung vom
5.
Oktober 2015
ab
1.
Dezember 2015 auf eine Dreiviertelsrente
herab (
Urk.
10/153).
M
it Verfügung vom
4.
August 2016
verneinte die IV-Stelle einen Anspruch der
V
ersicherten auf Hilflosenentschädigung
(
Urk.
10/164).
1.3
Am 2
8.
April 2017 reichte die Versicherte ein Verschlechterungsgesuch ein (
Urk.
10/168).
N
ach er
gangenem Vorbescheid (Urk.
10/172
)
verneinte die IV
Stelle mit Verfügung vom 2
3.
August 2017
den Anspruch auf eine höhere Rente
(Urk.
10/173 =
Urk.
10/175
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
2
5.
September 2017
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
2
3.
August 2017
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihr eine ganze Rente auszurichten. Eventuell sei die Sache zurückzuweisen
(
Urk.
1 S.
2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1.
November 2017
(
Urk.
9
) die Abweisung der Beschwerde.
Die Beschwerdeführerin reichte in der Folge am
6.
und
7.
Februar, am
2.
Mai, am 1
0.
Juli sowie am 1
3.
Dezember 2018 weitere ärztliche Unterlagen ein (
Urk.
12, Urk.13/1-2,
Urk.
14,
Urk.
15/1-3,
Urk.
18,
Urk.
19/1-4,
Urk.
23,
Urk.
24/1-2,
Urk.
26, Urk.27/1-9), welche der Beschwerde
gegnerin jeweils zur Kenntnis gebracht wurden
.
Mit Gerichtsverfügung vom
2
2.
Februar 2018 wurde der Antrag auf
unentgeltli
che Prozessführung
sowie
Rechtsvertretung
(vgl.
Urk.
1 S. 2)
infolge ungenügen
der Substantiierung
abgelehnt
(
Urk.
16
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung des Invali
ditätsgrades eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
ver
gleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkun
gen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108; vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_297/2016 vom
7.
April 2017 E. 2.2, nicht publiziert in: BGE
143 V 77, aber in SVR 2017 IV Nr. 51 S. 152). Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (
Art.
49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durch
geführter Renten
revision als
Ergebnis einer materiellen Prüfung des Renten
anspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit. f
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
auf dem Weg der blossen Mitteilung (
Art.
51 ATSG), ist im darauf folgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 2
9.
März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.
3.1.2).
1.3
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditätsbe
messung (
Art.
28a
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung,
IVG)
zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Beson
deren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil
)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen wer
den (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
1.4
Die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG (bis 31. Dezember 2007:
Art.
29
Abs.
1 lit. b IVG) entspricht der Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen
im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich (
Art.
6 ATSG; BGE
105 V 156 E. 2a). Bei der Bemessung der Invalidität von im Haushalt tätigen Versicherten ist die Schadenminderungspflicht von erheblicher Relevanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom Grundsatz auszugehen, dass einem Leistungs
ansprecher im Rahmen der Schadenminderungspflicht Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicher
ten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haushalt
arbeiten ermöglichen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbe
dingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Dritt
personen gegen Entlöhnung oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiesenermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhält
nismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mithilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären. Dabei darf nach der Recht
sprechung unter dem Titel der Schadenminderungspflicht nicht etwa die Bewäl
tigung der Haushalttätigkeit in einzelnen Funktionen oder insgesamt auf die übrigen Familienmitglieder überwälzt werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder festgestellten Einschränkung danach gefragt werden müsste, ob sich ein Familienmitglied finden lässt, das allenfalls für eine ersatzweise Ausführung der entsprechenden Teilfunktion in Frage kommt. Schliesslich vermag die Tatsache, dass sich die der Rechtsprechung zugrunde liegenden, in
Art.
159
Abs.
2 und 3 ZGB zwischen den Ehegatten und in
Art.
272 ZGB zwischen Eltern und Kindern statuierten Beistandspflichten nicht unmittelbar durchsetzen lassen (d.h. weder klagbar noch vollstreckbar sind), sondern nur freiwillig erfüllt werden können (Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar,
3.
Aufl., Basel 2006,
N.
9 zu
Art.
272 ZGB; Bräm/Hasenböhler, Zürcher Kommentar,
3.
Aufl., Zürich 1998,
N.
168 zu
Art.
159 ZGB), an der Schadenminderungspflicht der im Haushalt beschäftigten Versicherten
nichts zu ändern. Denn wie auch im Erwerbsbereich darauf abzustellen ist, ob die verbleibende Erwerbsfähigkeit auf einem ausgegli
chenen Arbeitsmarkt grundsätzlich verwertbar ist, unabhängig davon, ob eine solche Anstellung rechtlich durchsetzbar ist, ist auch in Bezug auf den Haushalt
bereich davon auszugehen, was in der sozialen Realität üblich und zumutbar ist, unabhängig davon, ob eine Mithilfe rechtlich durchsetzbar ist (BGE 133 V 504 E.
4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_729/2009 vom 3
0.
November 2009 E. 4.1-3).
1.5
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des
Art.
69
Abs.
2 IVV; vgl. auch Rz. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV
über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesund
heitlichen Einschränkung im Haushalt dar (Urteil des Bundesgerichts 9C_201/2011 vom 5. September 2011 E. 2, in: SVR 2012 IV Nr. 19 S. 86). Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Aus
nahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 2
8.
Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhältnissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berück
sichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Überein
stimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl.
auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweis
würdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgeben
d, sondern
gelten analog für jenen Teil eines Abklärungs
berichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesund
heits
fall betrifft (Urteil des Bundes
gerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinwei
sen
).
Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfahren kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Grund
sätzlich jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, das heisst wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht (AHI 2004 S.
137 E. 5.3). Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen Stellung
nahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklä
rung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteile des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1,
9C_986/2009 vom 11. November 2010 E. 7.2 und 9C_631/2009 vom 2. Dezember 2009 E. 5.1.2, je mit Hinweisen).
2.
2.1
D
ie Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung
(
Urk.
2)
gestützt auf
die medizinischen und erwerblichen Abklärungen
davon aus,
dass die darge
legten Einschränkungen keine Erhöhung der Rente begründen würde
n
. Es bestehe bei einem Invaliditätsgrad von 61
%
weiterhin Anspruch auf die bisherige Drei
viertelsrente (S.
1).
In der Beschwerdeantwort vom
1.
November 2017 (
Urk.
9) führte die Beschwer
degegnerin ergänzend aus, die Verschlechterung könne nur im Bereich Haushalt überprüft werden, da betreffend Erwerbstätigkeit im Rahmen des 50
%
Pensums bereits ein
(Teil-)Invaliditätsgrad
von
96
%
bestehe. In der Folge sei überprüft worden, inwiefern sich die geltend gemachte Verschlechterung im Haushalt aus
wirke. Im Vergleich zum Abklärungsbericht vom
2.
Juli 2015 habe im Bereich «Betreuung der Kinder» von einer höheren Einschränkung von bisher 7.5 auf 10
%
ausgegangen
werden können, in den anderen Bereichen habe keine höhere Ein
schränkung angerechnet werden können. Es sei zumutbar, dass der Ehemann in gleicher Weise mitwirke wie bisher (S. 1). Im Haushalt erhöhe sich folglich die Einschränkung von 23.5 auf 26
%
, was im Ergebnis zu einem Invaliditätsgrad von 61.14
%
fü
hre und damit einen unveränderten Rentenanspruch bestätige. Im vorliegenden Fall müsste die Einschränkung im Haushalt bei über 40
%
liegen, um den Anspruch auf eine ganze Rente zu begründen. Im Haushaltsbereich bedeute eine Einschränkung von 40
%
eine sehr hohe Verminderung der Leistungsfähigkeit, zumal die Arbeiten in Etappen und auf einen längeren Zeit
raum verteilt verrichtet werden können (S. 2 oben).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführer
in
auf den Standpunkt (
Urk.
1),
dem Bericht von
Dr.
Y._
sei zu entnehmen, dass sich die Verschlechterung ihres Gesundheitszustands auch beim Röntgen bestätigt habe. Innerhalb der letzten zwei Jahre habe sich die Situation der linken Hüfte nachweisbar ver
schlimmert. Der Arzt schätze die Arbeitsunfähigkeit daher mittlerweile auf 100
%
. Die gesundheitlichen Schwierigkeiten würden sich in allen Bereichen der Haus
haltsführung niederschlagen.
Dem müsse angemessen Beachtung geschenkt wer
den. Tue man dies, sei eine ganze Rente gerechtfertigt (S. 4). Weiter bleibe die anerkannte gesundheitliche Verschlechterung bei der Festlegung des Invaliditäts
grades unberücksichtigt (S. 5 oben).
Ein unabhängiges Gutachten sei nicht erstellt worden, auch sei sie nicht zu einer ärztlichen Untersuchung aufgeboten worden. Sie habe jedoch glaubhaft gemacht, dass sich ihr Zustand in relevanter Weise verschlechtert habe. Entsprechend habe sie auch Anspruch auf umfassende Sach
verhaltsabklärungen, wenn die Beschwerdegegnerin den Bericht von
Dr.
Y._
für die Rentenerhöhung als nicht ausreichend betrachte (S.
5 Mitte).
2.3
Strittig und zu prüfen ist,
ob bei der Be
schwerdeführerin seit Erlass der
renten
begründenden
Verfügung vom
1.
Juli 2009
(
Urk.
10
/
81-84
) eine anspruchsbe
gründende Verschlechterung des Gesund
heitszustandes eingetreten ist.
3.
3.1
Der rentenzusprechenden Verfügung vom
1.
Juli 2009 (
Urk.
10/81-84) lagen die folgenden medizinischen Berichte zugrunde:
3.2
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates, nannte im Bericht vom
5.
März 2008 (
Urk.
10/60/7-8) als Diagnosen einen Status nach hoher Hüftluxation links mit operativer Behandlung mit
persistierender mässiger Bewegungseinschränkung sowie einen Hallux valgus links (
Ziff.
1.1-2). Es bestünden nicht eigentliche Schmerzen in der linken Hüfte, die funktionelle Beweglichkeit sei aber einge
schränkt durch eine leichte Schwächung des linken Beines. Im Erwerbsleben sei die Beschwerdeführerin spürbar nicht so schnell wie ihre Kolleginnen und Kolle
gen (
Ziff.
3.4).
3.3
Dr.
med. A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, nannte in einem undatierten Bericht (Eingangsdatum 2
5.
März 2008,
Urk.
10/62/3-9) als Diagno
sen eine Lernschwäche, fehlende Konzentrationsfähigkeit sowie eine hohe kon
genitale Hüftluxation links bei Status nach Colonna-Arthroplastik und Verkür
zungsosteotomie links am 2
4.
Juli 200
0.
Die Arbeitsfähigkeit sei schwierig zu beurteilen. Von Seiten der Hüftluxation bestünden keine Einschränkungen bezüglich einer leichten körperlichen Arbeit. Die intellektuellen Leistungen seien für ihn schwierig zu beurteilen. Theoretisch sei sicher eine Beschäftigung mög
lich, vermutlich in geschütztem Rahmen (S. 9).
3.4
Dr.
med
. B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
sowie lic. phil.
C._
, Fachpsychologe FSP, nannten im psychiatrischen Gut
achten vom 3
0.
Oktober 2008 (
Urk.
10/65) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte Intelligenzminderung im Sinne einer kognitiven Stö
rung vor allem im
Bereich
Informationsverarbeitung, Merkfähigkeit, Gedächtnis sowie sprachliches und rechnerisches Denken (ICD-10 F70), sowie Hinweise auf eine leichte depressive Entwicklung. Dazu führten sie aus, aufgrund der kogni
titven Beeinträchtigungen und der leichten depressiven Symptomatik sei die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit als Hilfsarbeiterin im allgemeinen Arbeitsmarkt zu 70
%
arbeitsunfähig. Sie sei lediglich im geschützten Rahmen arbeitsfähig. Im eigenen Haushalt sei sie dagegen voll arbeitsfähig (S. 4).
3.5
Dr.
med. D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD),
führte in der Stellungnahme vom
7.
Januar 2009 (
Urk.
10/101/3) aus, das psychiatrische Gutachten sei umfassend. Darauf abstellend sei von einer 70%igen Arbeitsunfä
higkeit in
der
bisherige
n
Tätigkeit als Hilfsarbeiterin und
von
nur
im geschützten Rahmen
möglichen Tätigkeiten auszugehen.
4.
4.1
Für die Zeit nach der rechtskräftigen Verfügung vom
1.
Juli 2009
finden sich in den Akten die folgenden Berichte
:
4.
2
Am 3
0.
August 2013 berichtete die Abklärungsperson über die am
1
6.
August 2013
durchgeführte Haushaltsabklärung (
Urk.
10/99).
Zu Beginn und Ausmass der Beschwerden nannte sie die gemäss medizinischen Berichten bekannten Diagnosen einer kongenitalen Hüftluxation links bei Status nach Arthroplastik und Verkürzungsosteomie links im Jahr 2000 und rechts im Jahr 2003 sowie eine leichte Intelligenzminderung (S. 1
Ziff.
1). Zu ihren Beschwerden befragt, habe die Beschwerdeführerin ausgeführt, dass sie beim Heben und Bücken Schmerzen im Kreuz und in der Hüfte habe. Während der Schwangerschaft habe sie perma
nent Schmerzen in den Hüften beidseits sowie permanent geschwollene Beine beidseits gehabt. Am wohlsten sei es ihr in sitzender Position. Bewegung und Stehen würden die Schmerzen in den Hüften beidseits verstärken. Gegen Abend würden die Schmerzen immer zunehmen, links habe sie stärkere Schmerzen
als
rechts. Manchmal aber nicht täglich habe sie Rücken- und Kreuz
schmerzen vor allem im Sitzen (S. 2 oben).
Zur Qualifikation führte die Abklärungsperson aus, zwecks Existenzsicherung sei eine 50%ige Erwerbstätigkeit
im Gesundheitsfall
nachvollziehbar. Di
e Beschwer
de
führerin habe
bis kurz vor der Geburt immer 100
%
gearbeitet
(S. 3
Ziff.
5).
Zum Bereich «Haushaltführung» hielt die Abklärungsperson fest, es bestehe keine Einschränkung (S.
5
Ziff.
6.1).
Im Bereich «Ernährung» sei es
dem
Ehemann im Rahmen der Mitwirkungspflicht zumutbar
,
die
Beschwerdeführerin
bei der
oberflächlichen Reinigung zu unter
stützen.
Im Rahmen der Schadenminderungspflicht sei es der Beschwerdeführerin zumutbar, die Rüstarbeiten in wechselnde
r
Position auszuführen
. Es resultiere eine Einschränkung von 10
%
(S. 5 f.
Ziff.
6.2).
Zum Bereich «Wohnungspflege» hielt die Abklärungsperson fest, dass es dem Ehe
mann im Rahmen der Mitwirkungspflicht zumutbar sei
,
einmal pro Woche das Staubsaugen oder die Bodenpflege sowie das Waschen der Vorhänge zu über
nehmen. Es sollte der Beschwerdeführerin in Etappen mit einem verlängerten Arm (Staubwedel) möglich sein, das Abstauben zu übernehmen. Entsprechend resul
tiere eine Einschränkung von 10
%
(S. 6
Ziff.
6.3).
Zum Bereich «Einkauf und weitere Besorgungen» führte die Abklärungsperson aus, dass der Grosseinkauf
immer gemeinsam mit d
em Ehemann mit dem Auto erledigt werde. Das Einpacken der Einkäufe werde gemeinsam erledigt und die schweren
Sachen trage der Ehemann. Wenn unter der Woche noch eine Kleinig
keit benötigt werde, gehe die Beschwerdeführerin zu Fuss in den nahegelegenen Laden einkaufen. Es resultiere eine Einschränkung von 10
%
(S.
6 f.
Ziff.
6.4).
Im Bereich «Wäsche und Kleiderpflege» ermittelte die Abklärungsperson eine Ein
schränkung von
10
%
, indem die Hilfe des Ehemanns berücksichtigt wurde (S.
7
Ziff.
6.5).
Zum Bereich «Betreuung von Kindern oder anderen Familienangehörigen»
ermit
telte
die Abklärungsperson
unter Berücksichtigung der Mitwirkungspflicht des Ehemannes
eine Einschränkung von 5
%
, da die Beschwerdeführerin im reduzier
ten Ausmass mit der Tochter ausserhäuslich tätig sein könne (S. 7
Ziff.
6.6).
Zum Bereich «Verschiedenes» hielt die Abklärungsperson fest, es bestehe keine Einschränkung (S.
8
Ziff.
6.7).
Zusammenfassend resultiere eine gesamthafte Einschränkung von
8.25
%
(S.
8
Ziff.
6.8). Bei einem Anteil von 50
%
im Haushaltsbereich resultiere ein (Teil
)Invaliditätsgrad von
4.13
%
(S.
8
Ziff.
8
).
4.3
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.5) führte in der Stellungnahme vom 1
8.
Novem
ber 2013 (
Urk.
10/101/3) aus, es
sei
von einem unveränderten Gesundheitszu
stand respektive weiter von e
iner 30
%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätig
keit auf dem
1.
Arbeit
smarkt
auszugehen
.
4.
4
Dr.
med. Y._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie des Bewegungsapparates, Chefarzt
E._
, nannte im Bericht vom 1
9.
November 2014 (
Urk.
10/129 =
Urk.
10/130 =
Urk.
10/136/5-6) als Diagnosen eine sekundäre Coxarthrose bei Status nach kongenitaler Hüft
luxation beidseits und einen Status nach Colonna-Arthroplastik sowie De-Rota
tions- und Verkürzungsosteomie zwischen 2000 und 200
4.
Die Beschwerde
führerin sei zum dritten Mal schwanger, eine erneute Röntgenkontrolle könne zurzeit nicht durchgeführt werden. Die Beschwerdeführer
in
gebe glaubhaft an, dass sie bei belastenden Tätigkeiten Schmerzen habe. Sie arbeite angeblich 80
%
in einer geschützten Werkstatt und
erhalte
eine IV-Rente. Die Beschwerdeführerin bitte um eine Korrektur der Angaben bezüglich Arbeitsfähigkeit. Sie gebe an, vom
1.
Januar bis 3
1.
März 2014 zu 80
%
und im Anschluss jedoch schmerzbedingt nur noch zu 50
%
arbeitsfähig gewesen zu sein. Anlässlich der letzten Konsulta
tion von 2011 habe sich eine deutliche Coxarthrose links gezeigt. In Anbetracht dessen, dass die Beschwerdeführerin
nach zwei Schwangerschaften
sicherlich an Gewicht zugenommen habe und da sie zurzeit schwanger sei, sei nicht
anzu
nehmen, dass
sie
eine höhere Arbeitsfähigkeit erreiche
(S. 1)
. Zum jetzigen Zeit
punkt könne gesagt werden, dass die Arbeitsfähigkeit nicht gesteigert werden könne,
im Gegenteil wahrscheinlich eher abnehmen werde, bei zunehmender Coxarthrose (S.
2 oben).
4.
5
Die Ärzte und Fachpersonen der
F._
berichteten am
8.
April 2015 (
Urk.
10/139) von einem stationären Zustand und nannten als Diagnosen eine Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2) sowie eine leichte Intelligenzminderung (gemäss Aussage der Beschwerdeführe
rin; nicht validiert). Der Bericht könne nur sehr rudimentär ausgefüllt werden, da die Beschwerdeführerin lediglich dreimal in die psychiatrisch-psychotherapeuti
sche Sprechstunde gekommen sei und sich einmal vom Sozialarbeiter habe bera
ten lassen. Die erneute Aufbietung der Beschwerdeführerin sei nicht gelungen (S.
1).
Der Grund für eine Anmeldung sei eine Überforderung im Arbeitsalltag und
z
uhause mit den Kindern gewesen (S. 3
Ziff.
3.1).
4.
6
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.3)
führte im Bericht vom 2
3.
Mai 2015 (
Urk.
10/143) aus, er habe die Beschwerdeführerin wegen starken Rücken- und Hüftschmerzen links gesehen. Er habe ihr eine während der Stillzeit mögliche medikamentöse Behandlung mit Dexibuprofen
verschrieben
. Da sich die Beschwerdeführerin noch im Schwangerschaftsurlaub befinde, mache sie sich Sorgen wegen der Auf
nahme der Arbeit von 80
%
. Eine Abklärung der Hüftsituation durch
Dr.
Y._
sei in Kürze vorgesehen. Seiner Ansicht nach sei die Arbeitsfähigkeit wie sie auch
Dr.
Y._
beurteilt habe, aktuell um etwa 50
%
reduziert und betrage aus medizinischen Gründen 40
%
. Daneben bestehe die Problematik der zusätzlichen Belastung mit drei Kindern.
4.
7
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.5), RAD,
führte in der Stellungnahme vom 2
7.
April 2015 (
Urk.
10/1
47/3) aus, dass sich der Gesundheitszustand nicht ver
ändert habe.
4.
8
Am
2.
Juli 2015 berichtete die Abklärungsperson über die gleichen
t
ags durchge
führte Haushaltsabklärung (
Urk.
10/145). Zu Beginn und Ausmass der Beschwer
den nannte sie die gemäss vorliegenden Berichte
n
bekannten Diagnosen einer sekundären Coxarthrose bei Status nach kongenitaler Hüftluxation beidseits und einen Status nach Colonna-Arthroplastik sowie De-Rotations- und Verkür
zungsosteomie zwischen 2000 und 2004
(S. 1
Ziff.
1). Zu ihren Beschwerden befragt, habe die Beschwerdeführerin ausgeführt, sie habe bereits während der Schwangerschaft vermehrt Schmerzen in der Hüfte verspürt.
Dies habe
sich mit
der Geburt noch verschlechtert
, da sie jetzt vermehrt unter Hüft- und Rück
schmerzen leide. Die
Schmerzen würden bis in den Fuss ausstrahlen und zeitweise leide sie auch unter Sensibilitätsstörungen im linken Bein. Sie habe seit der letzten Schwangerschaft auch etwas mehr Gewicht, was das Ganze nicht einfa
cher mache.
Die Schmerzsituation sei sehr t
agesabhängig, zeitweise habe sie weniger Schmerzen und zeitweise mehr, es komme darauf an, was sie im Haushalt verrichte. Bei starken Schmerzen nehme sie jeweils ein Schmerzmittel ein. Eine regelmässige Hilfe im Haushalt habe sie nicht. Bis vor einiger Zeit habe ihr jeweils ihre Schwägerin noch ab und zu im H
aushalt geholfen und ihr zeitwei
se die Kin
der abgenommen, was nicht mehr gehe, da sie vor einigen Wochen selber auch Mutter geworden sei. Die Schwiegermutter lebe im Kosovo und könnte zwar für drei Monate einreisen, müsste jedoch nach drei Monaten wieder zurück, was für sie keine Alternative sei (S. 2 Mitte).
Zur Qualifikation führte die Abklärungsperson aus, die Beschwerdeführerin
wäre bei guter Gesundheit zu maximal 50
%
erwerbstätig.
Sie
sei im März 2015 erneut Mutter geworden und sei aktuell Mutter von drei Kindern im Alter von vier Jahre
n
, zwei Jahren und fünf Monaten. Die Schwägerin könnte die Kinder für einige Stunden pro Woche betreuen, ansonsten müsste sie noch zusätzlich eine Fremdbetreuung in Betracht ziehen, was nicht so einfach sei. Es sei nachvollzieh
bar, dass die Beschwerdeführerin aus finanziellen Gründen etwas dazu verdienen möchte, damit sie den Ehemann etwas entlasten könnte. Entsprechend könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin auch bei guter Gesundheit mit drei kleinen Kindern aus finanziellen Gründen in einem Pensum von maximal 50
%
tätig wäre (S. 4
Ziff.
2.6 und
Ziff.
2.6.1).
Zum Bereich «Haushaltführung» hielt die Abklärungsperson fest, es bestehe keine
Einschränkung (S. 6
Ziff.
6.1).
Im Bereich «Ernährung» sei es dem Ehemann im Rahmen der Mitwirkungspflicht zumutbar
,
d
i
e Beschwerdeführerin bei der Grundreinigung sowie oberflächlichen Reinigung zu unterstützen. Die Übernahme der Mahlzeitenzubereitung am Abend
habe der
Ehemann gemäss Angaben der Beschwerdeführerin vor allem aufgrund der vermehrten Kinderbetreuung übernommen und könne nicht vollumfänglich und als behinderungsbedingte Unterstützung beziehungswiese Übernahme bei der Einschränkung berücksichtigt werden.
Es resultiere eine Einschränkung von 20
%
(S. 6 f.
Ziff.
6.2).
Zum Bereich «Wohnungspflege»
hielt die Abklärungsperson fest, dass es dem Ehe
mann im Rahmen der Mitwirkungspflicht zumutbar sei
,
der Beschwerdeführerin
vermehrt bei der Grundreinigung sowie der oberflächlichen Reinigung der Wohnung zu unterstützen. Zudem wäre es der Beschwerdeführer
in
zumutbar, die Wohnungspflege in Etappen durchzuführen und auf die Woche zu verteilen, da sie sich zwischendurch jeweils wieder hinlegen müsse und so die Hüfte sowie den Rücken entlasten könnte. Die Hilfe der Mutter könne bei der Einschränkung voll
umfänglich berücksichtigt werden. Entsprechend resultiere eine Einschränkung von 30
%
(S. 7 f.
Ziff.
6.3).
Zum Bereich «Einkauf und weitere Besorgungen» führte die Abklärungsperson aus, dass der Grosseinkauf im Familienkollektiv in der Regel einmal pro Woche mit dem Auto vorgenommen werde. Kleineinkäufe verbinde die Beschwerde
führerin mit den Spaziergängen mit den Kindern und der Schwägerin zusammen im Dorf. Es sei der Beschwerdeführerin nicht mehr gut möglich
,
schwere Taschen zu heben und zu tragen, entsprechend trage der Ehemann die Einkaufstaschen vom Auto in die Wohnung. Es sei dem Ehemann zumutbar, die Beschwerde
führerin einmal pro Woche beim Grosseinkauf zu begleiten. Es resultiere eine Einschränkung von 20
%
(S. 8
Ziff.
6.4).
Im Bereich «Wäsche und Kleiderpflege» ermittelte die Abklärungsperson eine Ein
schränkung von 20
%
unter
Berücksichtigung der
Hilfe des Ehemanns (S. 8
Ziff.
6.5)
.
Zum Bereich «Betreuung von Kindern
oder anderen Familienangehörigen» hielt die Abklärungsperson fest, dass die Beschwerdeführer
in
vor allem bei den körperlichen Aktivitäten eingeschränkt sei. Hier werde sie oft von der Schwägerin unterstützt, indem sie mit ihr zum Spielplatz komme und Aktivitäten mit den Kindern übernehme. Die Beschwerdeführerin könne die beiden älteren Kinder auch nicht mehr anheben, was altersbedingt aber auch nicht mehr notwendig sei. Am Wochenende übernehme die körperlichen Aktivitäten vor allem der Ehe
mann. Ansonsten sei sie bei der Kinderbetreuung nicht gross eingeschränkt, die drei Kinder würden ihr viel Freude bereiten und sie sei stolz auf
sie
. Unter Berück
sichtigung der Mitwirkungspflicht des Ehemannes resultiere eine Ein
schränkung von 30
%
(S. 8 f.
Ziff.
6.6).
Zum Bereich «Verschiedenes» hielt die Abklärungsperson fest, es bestehe keine Einschränkung (S. 9
Ziff.
6.7).
Zusammenfassen
d
resultiere eine gesamthafte Einschränkung von 23.5
%
(S. 9
Ziff.
6.8). Bei einem Anteil von 50
%
im Haushaltsbereich resultiere ein (Teil
)Invaliditätsgrad von 11.75
%
(S. 9
Ziff.
7).
4.
9
Dr.
Y._
(vorstehend E.
4.
4
) führte im Bericht vom 2
2.
September 2015 (
Urk.
10/155/9-10) aus, die Beschwerdeführerin komme zu einer Verlaufskon
trolle, da im letzten Jahr aufgrund der Schwangerschaft nicht habe geröntgt wer
den können.
Die Beschwerdeführerin gebe an, dass sie seit der Geburt des Kindes nicht mehr gearbeitet habe und komme vor
allem deshalb vorbei, um die IV
Renten-Regelung voranzutreiben. Im Vergleich zu den Voraufnahmen auswärts zeige sich eine Zunahme der bekannten Coxarthrose links. Rechts bestehe ein stationärer Befund. Der Gelenkspalt sei jedoch noch einsehbar. Es bestehe eine sekundäre Coxart
h
rose links mit deutlicher Muskelschwächung der Hüftab
duktorenmuskulatur. Eine Hüfttotalprothese links komme sicherlich noch nicht in Frage, dennoch sei bei der Beschwerdeführerin zu bemerken, dass sie in einer belastenden Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig sei. Eine rein sitzende Tätigkeit könne sicherlich teilweise ausgeübt werden. Er schliesse sich der Beurteilung von
Dr.
A._
an, dass eine solche 40
%
betragen sollte. Bei ihm sei erst eine klinische und radiologische Kontrolle erforderlich, wenn die Beschwerdeführerin im All
tagsleben sehr stark beeinträchtigt sei und nur noch die Implantation der Hüftto
talprothese in Frage komme (S. 1).
4.
10
Dr.
Y._
(vorstehend E. 4.
4
)
führte im Bericht vom 2
4.
März 2017 (
Urk.
10/166
=
Urk.
10/167
) aus, die Beschwerdeführer
in
habe sich selbständig zu einer Verlaufskontrolle gemeldet, weil sie Fragen betreffend ihre Invalidität habe. Anamnestisch habe sie drei Kinder, habe Mühe selbst diese zu versorgen und habe ebenfalls auch im Sitzen teilweise Schmerzen (S. 1). Es bestehe eine unveränderte Situation der Hüfte rechts. Links zeige sich eine diskrete Zunahme des Befundes innerhalb der letzten zwei Jahre. Er habe heute die Situation digital geplant mit allen gängigen Implantaten, welche leider zu gross seien. Bei der Beschwerde
führerin müsste sicherlich eine Spezialprothese angefertigt werden, damit eine entsprechende Schaftverankerung möglich sei. Der Ausgang dieser Operation sei nicht zu vergleichen mit den üblichen Implantationen von Hüft-Totalprothesen. Aus seiner Sicht sollte sich die Beschwerdeführerin
möglichst schonen können. Es sei sicherlich gerechtfertigt, dass die Beschwerdeführerin eine 100%ige IV
Rente bekommen sollte. Er denke nicht, dass die Beschwerdeführerin, die bereits seit Geburt des dritten Kindes nicht mehr gearbeitet habe,
wieder
in den Arbeits
prozess eingegliedert werden könne, insbesondere eine entsprechende Tätigkeit gefunden werden könne,
die
sie in sitzender Position ausführen könne, mit mög
lichen Positionswechseln in zirka 20 bis 30
%
. Er rate der Beschwerde
führerin
,
möglichst lange mit der Implantation zuzuwarten (S. 2 oben).
4.1
1
Die Abklärungsperson
hielt
in der Stellungnahme vom 1
5.
Mai 2017 (
Urk.
10/170/2-4 =
Urk.
10
/171) zur aktuellen Situation im
Haushalt in den ein
zelnen Gewichtungen fest, dass gestützt auf den aktuellen Bericht von
Dr.
Y._
einzig im Bereich «Betreuung von Kindern oder anderen Familienangehöri
gen» von einer erhöhten Einschränkung ausgegangen werden könne, da das jüngste Kind mittlerweile zwei Jahre alt sei und von der Beschwerdeführerin nicht mehr ohne weiteres hochgehoben und gegebenenfalls getragen werden könne. Die bisher zumutbare Mitwirkungspflicht des Ehemannes könne gleichbleibend übernommen werden
, damit resultiere in diesem Bereich neu eine Einschränkung von 40
%
(S. 2
Ziff.
6.6).
Gesamthaft
resultiere eine invaliditätsbedingte Ein
schränkung von 26
%
. Bei einem Anteil von 50
%
im Haushaltsbereich
bestehe
ein (Teil-)Invaliditätsgrad von 13
%
(S. 2
Ziff.
6.8 und
Ziff.
7).
5.
5.1
Die
Beschwerdeführerin bezog
seit dem
1.
März 2007
bei einem Invaliditätsgrad von 70
%
eine ganze Rente der Invalidenversicherung (vgl. Verfügung vom
1.
Juli 2009,
Urk.
10/82-84). Die Rentenzusprache erfolgte aufgrund der festge
stellten Intelligenzminderung
und
der daraus resultierenden
7
0%igen
Arbeitsun
fähigkeit
(vgl. vorstehend E. 3.4-6) und damit aus psychischen Gründen. Der ebenfalls festgestellten Hüftluxation wurde keine Einschränkung bezüglich einer leichten körperlichen Arbeit
zugeschrieben
(vgl. E. 3.2-3
).
Mit Verfügung vom 2
5.
April 2014 wurde der Anspruch
auf die bisherige ganze Rente
-
neu in Anwendung der gemischten Methode (vgl. vorstehend E. 1.3)
-
bestätigt (
Urk.
10/123).
Mit Verfügung vom
5.
Oktober 2015 (
Urk.
10/153) wurde die bisher ausgerichtete Rente auf eine Dreiviertelsrente herabgesetzt.
Die Reduk
tion erfolgte nicht aufgrund einer Veränderung des medizinischen Sachverhalts (S. 7 unten), sondern weil
die Beschwerdegegnerin
nach der Geburt des dritten Kindes
der Beschwerdeführerin
nun
von einer Qualifikation von 50
%
im Erwerb und 50
%
im Haushalt ausgegangen war. Die Beschwerdegegnerin errechnete im Erwerbs
bereich
unter Anrechnung des von der Beschwerdeführerin im geschützten Rahmen erzielten Einkommens
eine Einschränkung von 96
%
(S. 8). Die Verfügung
vom
5.
Oktober 2015
wuchs unangefochten in Rechtskraft.
Am 2
8.
April 2017 machte die
Beschwerdeführerin schliesslich eine Ver
schlech
te
rung
des Gesundheitszustandes geltend
(
Urk.
10/168).
5.2
Am 1. Januar 2018 sind die geänderten Bestimmungen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 1. Dezember 2017 in Kraft getreten. Mit dieser Änderung wurde für die Festlegung des Invaliditätsgrades von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) in Art. 27
bis
Absatz 2–4 IVV ein neues Berechnungsmodell eingeführt.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung ist am
2
3.
August
2017 und somit vor dem Inkraft
treten der Verordnungsänderung am 1. Januar 2018 ergangen, weshalb die revi
dierten Bestimmungen noch nicht zur Anwendung gelangen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_462/2017 vom 30. Januar 2018 E. 5.3 mit Hinweisen). Nach
folgend wird daher auf das bisherige Recht und die dazu ergangene Recht
sprechung Bezug genommen.
Bei der Rentenherabsetzung mit Verfügung vom
5.
Oktober 2015 (
Urk.
10/153) in Anwendung der gemischten Methode handelte es sich um eine Di-Trizio-
ähn
liche-Konstellation
. Die
se
Verfügung erging jedoch noch vor dem betreffenden Entscheid des
Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (
EGMR
)
in Sachen Di Trizio gegen die Schweiz (Nr. 7186/09)
vo
m
2.
Februar 2016
und ist unange
fochten in
Rechtskraft erwachsen. Entsprechend bleibt die gemischte Methode
im vorliegenden Fall weiterhin anwendbar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9F_5/2016 vom 2
3.
September 2016)
.
5.3
Ob
vorliegend im Erwerbsbereich aufgrund des progredienten Krankheitsverlaufs der Coxarthrose eine Verschlechterung eingetreten ist, kann
offenbleiben, da die Beschwerdeführerin - bei unbestrittener Anwendung der gemischten Methode sowie unbestrittener Qualifikation -
aus psychischen Gründen
im Erwerbsbereich bereits beinahe eine Einschränkung von 100
%
auf
weist
(vgl. vorstehend E. 5.1).
E
ine (weitere) somatische Verschlechterung
hat daher
auf die Einschränkung im Erwerbsbereich keinen erheblichen und
renten
relevanten Einfluss.
5.4
Strittig und zu prüfen ist jedoch, ob aufgrund der Hüftproblematik im Haus
halts
bereich von einer wesentlichen und damit rentenrelevanten Verände
rung ausge
gangen werden kann.
Dies ist
gestützt auf die medizinischen Akten entgegen der Ansicht der Beschwer
deführerin
zu verneinen
.
Dr.
Y._
äusserte sich nicht zur Arbeitsfähigkeit im
Haushaltsbereich und attestierte der Beschwerdeführerin entgegen ihrer Behaup
tung (vgl.
Urk.
1 S. 4) auch keine vollständige Arbeitsunfähigkeit im Erwerbsbe
reich. Im Bericht vom 2
4.
März 2017 berichtete
Dr.
Y._
unter dem Titel Anamnese
einzig davon, dass die Beschwerdeführerin
anamnestisch drei Kinder und
Mühe habe,
diese
zu versorgen. In medizinischer Hinsicht hielt er fest, dass sich innerhalb der letzten zwei Jahre eine diskrete Zunahme des Befundes
der linken Hüfte
gezeigt habe
(vgl. vorstehend E. 4.10)
.
5.5
Nach der Rechtsprechung stellt der durch die IV-Stelle eingeholte Bericht über die Abklärung vor Ort eine geeignete und im Regelfall genügende Grundlage zur Ermittlung des Invaliditätsgrades von im Haushalt tätigen Versicherten dar.
Für den Beweiswert eines entsprechenden Berichtes ist analog auf die Rechtsprechung zur Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 352 E. 3a und b, BGE 122 V 160 E. 1c) zurückzugreifen. Sind die entsprechenden Kriterien (vgl. vorstehend E. 1.5) erfüllt, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift diesfalls in das Ermessen der Abklärungsperson nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein
schätzungen oder Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate (zum Beispiel infolge von Widersprüchlichkeiten) vorliegen. Das gebietet insbe
sondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zuständige Gericht.
Die zuständige Abklärungsperson führte
zur Beurteilung der Beeinträchtigungen im Haushaltsbereich
am
1
6.
August 2013 sowie am
2.
Juli 2015 eine Abklärung
an Ort und Stelle
durch. Sie hat dabei unter Berücksichtigung der
von der
Beschwerdeführer
in
geklagten Leiden und Behinderungen sowie der Familien- und der Wohnverhältnisse, der technischen Einrichtungen und der örtlichen Lage eine Einschränkung
der Beschwerdeführerin
im Haushaltsbereich von
8.25
%
(vgl. vorstehend E. 4.2)
beziehungsweise
von 23.5
%
(vgl. vorstehend E. 4.8)
fest
gestellt.
Die
von der
jeweiligen
Abklärungsperson verfasste
n
Bericht
e
vom
3
0.
August 2013 (vgl. vorstehend E. 4.2) sowie vom
2.
Juli 2015
(vgl. vorstehend E.
4.8) befassen
sich umfassend mit den einzelnen Haushaltsbereichen und deren pro
zen
tualer Gewichtung und umschreiben
die zu verrichtenden Tätigkeiten sowie die an Ort und Stelle festgestellten Einschränkungen in diesen Bereichen.
Eben
falls berücksichtigt wurde die Schadenminderungspflicht sowie die Mit
wirkungs
pflicht des Ehemannes der Beschwerdeführerin. Der Abklärungs
bericht
vom 2. Juli 2015
ist sodann schlüssig und in nachvollziehbarer Weise begründet. Es sind vorliegend keine besonderen Umstände
gegeben, welche den Abklärungs
be
richt als mangelhaft oder ungeeignet erscheinen liessen; vielmehr entspr
i
ch
t
diese
r
den an
ihn
gestellten Anforderungen.
Dies trifft auch auf die Stellungnahme der Abklärungsperson vom 1
5.
Mai 2017 (vgl. vorstehend E. 4.11) zu. Dass die Abklärungsperson aufgrund der Ver
schlech
terungs
meldung und des ins Recht gelegten medizinischen Berichts von
Dr.
Y._
(vgl. vorstehend E. 4.10)
nicht erneut eine Abklärung vor Ort vor
nahm, ist nicht zu beanstanden.
So wurde der Abklärungsbericht vom
2.
Juli 2015
(vgl. vorstehend E.
4.8) von der gleichen Abklärungsperson erstellt wie die aktenbasierte Stellungnahme vom 1
5.
Mai 2017, was hinsichtlich der Beurteilung der Einschränkung im Haushaltsbereich als fallbezogen aufschlussreich erscheint. Die Abklärungsperson war somit in der Lage,
die Situation
von
2015 und dieje
nige
von
2017
zu würdigen und zu vergleichen. Sie hat dies denn auch explizit getan
(vgl. vorstehend E. 4.11)
, was ihre
Stellungnahme auch ohne erneuten Besuch vor Ort
nachvollziehbar erscheinen lässt.
Gestützt auf den aktuellen Bericht von
Dr.
Y._
überprüfte die Abklärungsperson die im Abklärungsbe
richt vom
2.
Juli 2015 festgestellten Einschränkungen (vgl.
vorstehend E. 4.8) in den einzelnen Bereichen und kam zum Schluss, dass einzig im Bereich
«Betreuung von Kindern oder anderen Familienangehörigen» von einer erhöhten Einschrän
kung ausgegangen werden könne und die bisher angenommene Einschränkung in diesem Bereich von 30
%
auf 40
%
zu erhöhen sei (vgl. vorstehend E. 4.11).
5.6
Soweit die Beschwerdeführerin mit Verweis auf ihre
gesundheitlichen Schwierig
keiten
pauschal vorbringt, dass
sich diese in allen Bereichen der Haushalts
führung und nicht nur bei der Kinderbetreuung niederschlagen würden (vgl.
Urk.
1 S. 4 unten),
vermag dies die von der Abklärungsperson
insbesondere
in Berück
sichtigung der Schadenminderungspflicht
festgestellten
Ein
schränkun
gen in den einzelnen Bereichen nicht in Frage zu stellen. So geht die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mithilfe von Familienangehörigen weiter als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung (vgl.
vor
stehend E. 1.4).
Inwiefern und in welchem Umfang sich die gesund
heitlichen Schwierigkeiten in allen Bereichen nieder
schlagen würden respektive
sich
die im Abklärungsbericht vom
2.
Juli 2015 fest
gestellten Einschränkungen in den verschiedenen Bereich
en
erhöht haben sollten
,
legt
die Beschwerdeführerin nicht
dar
und ergibt sich wie bereits
dargelegt
auch nicht au
s dem Bericht von
Dr.
Y._
(vgl. vorstehend E.
5.4)
.
5.7
Zusammenfassend kann auf die Stellungnahme der Abklärungsperson vom 1
5.
Mai 2017 (vgl. vorstehend E. 4.11) abgestellt werden
. Klar feststellbare Fehl
einschätzungen oder Anhaltpunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungs
resultate sind keine ersichtlich. Somit ist von einer Einschränkung im Haushalt von 26
%
auszugehen, was bei einem Anteil des Haushaltsbereiches von 50
%
einem gewichteten Teilinvaliditätsgrad von 13
%
entspricht.
Der Gesamtinvaliditätsgrad berechnet sich mittels Addition der Teilinvaliditäts
grade. Demnach resultiert bei einem Teilinvaliditätsgrad im Erwerbsbereich von
48
% (
50
%
x 0.96, vgl. vorstehend E. 5.1
)
und einem solchen von
13
%
(50
%
x 0.26)
im Haushaltsbereich ein Gesamtinvaliditätsgrad von
61
%
, was keinen Anspruch auf eine
Rentenerhöhung
begründet.
Die angefochtene Verfügung vom
2
3.
August 2017
erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
Anzumerken bleibt, dass vor
liegend bei gleicher Qualifikation und Einschränkung im Erwerbsbereich (50
%
x 0.96 = 48
%
Teilinvaliditätsgrad Erwerb) eine Einschränkung im Haushaltsbereich von mindestens 44
%
(50
%
x 0.44 =
22
%
Teilinvaliditätsgrad Haushalt) beste
hen müsste, um einen Anspruch auf eine ganze Rente zu begründen. Die Beschwerdegegnerin hielt
diesbezüglich
zu
R
echt fest, dass eine
derart hohe Ein
schränkung respektive
eine
im Vergleich zu früheren Abklärungsberichten massiv höhere Einschränkung
im Haushaltsbereich
vo
rliegend im Zeitpunkt der ange
fochtenen Verfügung nicht ausgewiesen ist.
Es ist nicht ersichtlich, inwiefern die
von der
Beschwerdeführer
in
geforderte
weite
r
führende medizinische Abklärung
neue, für die Beurteilung des vorliegenden Falls
und insbesondere hinsichtlich der Einschränkung im Haushalt
entscheidende Erkenntnisse liefern könnte, sodass darauf im Sinne der antizipierten Beweiswürdigung zu verzichten ist (BGE
122 V 157 E. 1d).
Zu den von der Beschwerdeführerin nachträglich eingereichten
zahlreichen
Berichte
n
(
Urk.
13/1,
Urk.
15/1-2,
Urk.
19/1-4,
Urk.
24/1-2,
Urk.
27/1-9)
ist anzumerken, dass der Erlass des angefochtenen
Entscheids rechtsprechungs
ge
mäss die Grenze d
er gerichtlichen Überprüfungsbe
fugnis bildet (vgl. etwa BGE
131 V 407 E. 2.1.2.1 und BGE 129 V 354 E. 1). E
ine allfällige seither einge
tre
tene gesundheitl
iche
Veränderung
bildet daher nicht Gegenstand dieses Ver
fahrens.
5.8
Nach Absatz 1 der Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV vom 1. Dezem
ber 2017 ist für am 1. Januar 2018 laufende Dreiviertelsrenten, halbe Renten und Viertelsrenten, die in Anwendung der gemischten Methode zugesprochen wurden,
innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten dieser Änderung eine Revision einzu
leiten. Eine allfällige Erhöhung der Rente erfolgt auf den
1.
Januar 2018.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.