Decision ID: 26a57a83-8c1e-49c8-8087-a11d4af4bf98
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1948 geborene
X._
war
bis am 30. April 2018
als Chauffeur für d
i
e
Y._
AG tätig
(Urk. 7/45)
und als solcher bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 27. März 2018
verletzte sich der Versicherte
beim Ausladen eines G
erätes, das beinahe von der Hebebühne rollte, an seiner rechten Schulter. Der Versicherte setzte die Arbeit fort
(vgl. Urk. 7/41/1-2)
. Die Unfallmeldung an die Suva betreffend
dieses Ereignis
erfolgte am 3. Mai 2018 (Urk. 7/1). Der erstbehandelnde Arzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt
für
Allge
meine Innere Medizin, diagnostizierte am 14. Mai 2018
ein Schulter-Arm-Syn
drom rechts;
der Röntgenbefund
zeigte
keine Fraktur (Urk. 7/7/1).
Am 20. Juni 2018
erfolgte
in der Universitätsklinik
A._
an der rechten Schulter
unteran
derem eine Schulterarthroskopie mit
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion
(Urk. 7/36).
Nachdem
der
Kreisa
rzt der Suva
Stellung genommen hatte (Urk. 7/
42), teilte die Suva dem Versicherten mit Schreiben vom 30. Juli 2018 mit, wegen fehlendem Zusammenhang zum Unfallereignis vom 27. März 2018 werde sie keine weiteren Leistungen mehr übernehmen und den Fall per 8. Mai 2018 ab
schliessen (Urk. 7/46).
Der
Beschwerdeführer
brachte
dagegen Einwendungen vor
(Urk. 7/50)
,
infolgedessen der Kreisarzt eine Aktenbeurteilung vornahm (Urk.
7
/52)
.
Am
21. August 2018
verfügte die Suva
die Einstellung der Versiche
rungsleistungen (Taggelder und Heilbehandlungskosten) und schloss den Fall per 8. Mai 2018 ab (Urk. 7/55). Die dagegen erhobene Einsprache vom
27. August 2018 (Urk. 7/57
;
Beg
ründung vom 26. September 2018
Urk. 7/61) wies die Suva nach
Beizug
weiterer Stellungnahmen
des
Kreisa
rztes sowie
Berichten
des behandelnden Arztes
(Urk. 7/63, 7/67
, 7/73
)
mit Einspracheentscheid vom 31. Mai 2019 ab (Urk. 7/75 [= Urk. 2]).
2.
Dagegen liess der Versicherte am 1. Juli 2019 Beschwerde erheben und bean
tragen, es sei
en
der angefochtene Einspracheentscheid vom 31. Mai 2019 sowie die Verfügung vom 21. August 2018 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm auch nach dem 8. Mai 2018 die gesetzlichen Leistungen (Taggelder, Heilkosten, Rente) auszurichten. Eventualiter sei ein gerichtliches Gutachten betreffend die Kausalität der Beschwerden nach dem
8.
Mai 2018 und
dem Unfall einzuholen (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 9. September 2019
schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Mit Verfügung vom 10. September 2019 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet und dem Beschwerdeführer Frist zur Replik angesetzt (Urk. 8).
Der
Beschwerdeführer verzichtete m
it Eingabe vom 7. Oktober 2019 auf die Erstat
tung einer Replik (Urk. 10), worüber die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 10. Oktober 2019 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper
, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit oder den Tod zur Folge hat.
1.2
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Be
rufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskus
risse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Band
läsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h). Ausserdem erbringt die Ver
sicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.
3
1.
3.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht.
Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der
versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
3
.2
01.2015
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie
gen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweis
grund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36
Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kosten
ver
gütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach
Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.3.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
08.2018
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
08.2018
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das An
stellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
in
ternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begrün
dete ihren Einspracheentscheid
gestützt auf die Einschätzung
ihres
Kreisar
ztes damit, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die Ruptur der
Subscapulariss
ehne
der
Rotatorenmanschette
bereits vor dem Un
falle
reignis vorgelegen habe (Urk. 2 S. 4).
Dr.
B._
sehe eine Zerrung bei erheblich
pathologischem
Vorzustand als
überwiegend wahrscheinlich. Eine trau
matische Zerreissung der Sehne der
Rotatorenmanschette
habe sofort einsetzende
starke
Schmerzen und
eine
erhebliche Funktionsbeeinträchtigung,
eine
soge
nannte Pseudoparalyse,
zur Folge
. Der Beschwerdeführ
er habe jedoch die Arbeit zeitnah zum Unfalle
reignis nicht aus
ge
setzt und auch nicht über eine Pseu
do
paralyse geklagt
. Der Schaden, der operiert worden sei, sei nicht mit überwie
gen
der Wahrscheinlichkeit auf
das Unfallereignis
, sondern auf eine degenerative
Defektarthropathie
zurückzuführen
(Urk. 2 S. 5).
D
ie
b
eklagten Schulterbeschwer
den rechts
seien
nicht mehr unfallbedingt
und
ausschliesslich auf den krank
haf
ten Vorzustand zurückzuführen
;
g
estützt auf
die
Einschätzung
von
Dr.
B._
sei der Status quo sine am 8. Mai 2018 eingetreten
(
Urk.
2 S. 6
; Urk. 6
)
.
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde geltend,
der be
handelnde Arzt
Dr.
C._
habe der Einschätzung von
Dr.
B._
widerspro
chen
und
keine Anzeichen einer degenerativen Läsion
feststellen
können. Eine Ruptur führe nicht sofort zu stark einsetzenden Schmerzen oder einer erhe
blichen Funktionseinschränkung
(Urk. 1 S. 4).
Auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen könne nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit
bestehen würden
(Urk. 1 S. 5).
Der Beschwerdeführer habe vor dem versicherten
Ereignis
keine Beschwerden gehabt. Die lückenlose Kette von Beschwerden seit dem Unfallereignis zeige zu
dem, dass dieses Ereignis eine richtungsgebende Verschlimmerung eines allfälli
gen Vorzustandes herbeigeführt habe.
V
orliegend
würden
daher erhebliche Zwei
fel
bestehen
, weshalb nicht auf den Bericht des Kreisarztes abgestellt werden
dürfe
(Urk. 1 S. 6).
3.
3.1
Am 2. Mai 2018 erfolgte die medizinische Erstbehandlung des Beschwerdeführers bei
Dr.
Z._
,
welcher
ein
Schulter-Arm-Syndrom
diagnostizierte (Urk. 7/7
).
Mit Bericht vom 24. Mai 2018 erklärte
der Arzt
, dass auf den Röntgenbildern keine knöcherne Schädigung in Form einer Fraktur ersichtlich sei und keine Anzeichen für eine Gelenkluxation bestehen würden (Urk. 7/10).
3.2
Die am 4. Juni 2018 durch
Dr.
med.
D._
, Facharzt Rad
iologie,
veran
lasste
Röntgen-
Arthrographie
des rechten Schultergelenks zeigte eine deutliche AC-Arthrose
sowie
eine geringe
Omarthrose
.
Aus dem Bericht geht hervor, dass d
ie angefertigte MR-Tomographie sodann eine gute Zentrierung des
Humerus
kopfes
im
Glenoid
gezeigt
habe
. Der
akromiohumerale
Raum sei
noch
normal weit gewesen und es habe kein Knorpeldefekt vorgelegen.
Das AC-Gelenk habe deutliche Anzeichen einer Arthrose und
einer
Hypertrophie gezeigt. Es sei auch eine
deutli
che Degen
e
ration der
Supraspinat
u
s
sehne
mit einem schräg verlau
fende
n
transmuralen
Riss ventral
ersichtlich gewesen
. Zudem hätten deutliche
Zeichen einer chronischen
Insertionstendinopathie
mit
muk
oiden
Umbauten be
standen und e
ine
interstitielle Partialruptur
sei
sichtbar gewesen.
Der
Infra
spi
natus
sei deutlich degeneriert und es bestehe eine mässige Muskelatrophie. Eine Fraktur habe nicht festgestellt werden können (Urk. 7/24).
3.3
Am 15. Juni 2018 wurde der Beschwerdeführer erstmals bei der Universitätsklinik
A._
vorstellig.
Dr.
med.
C._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
diagnostizierte eine Totalruptur der
Subscapularissehne
recht
s. Er berichtete, e
s habe sich anhand
der klinischen Tests bei
bildmorphologischem
Korrelat eine Totalruptur der
Subscapularissehne
bei guter Muskel- und Sehnenqualität gezeigt (Urk. 7/37).
Gleichenta
g
s wurde der Beschwerdeführer in der
Abteilung Radiologie untersucht, wobei
Dr.
med.
E._
,
Assistenzärztin
,
notierte
, es hätten
ausser im AC-Gelenk
konventionell-
radiologisch
keine wesentlichen degenerativen Veränderungen festgestellt werden
können.
Auch hätten
keine
periartikulären
Weichteilverkalkungen bestanden (Urk. 7/35).
Am 20. Juni 2018 wurde
in der Universitätsklinik
A._
eine Schul
terarthroskopie durchgeführt (Urk. 7/36). Gemäss Austrittsbericht vom 21. Juni 2018
zeigt
en
sich
der intra- und postoperative Verlauf komplikationslos und die Schmerzen gut therapierbar. Der Beschwerdeführer habe in gutem Allgemein
zu
stand und mit intakter Sensomotorik sowie reizlosen Wundverhältnissen nach Hause entlassen werden können (Urk. 7/27).
Am 3. August 2018 berichtete
Dr.
C._
,
die Kontrolle sechs Wochen postoperativ habe einen regelrechten Verlauf gezeigt. Der rechte Arm könne nun frei bewegt
,
jedoch noch nicht belastet werden. Anamnestisch hätten beim Beschwerdeführer vor dem Distorsionstrauma am 27. März 2018 keine Schulterbeschwerden bestanden. Durch
das Unfallereig
nis habe eine
massive Gewalteinwirkung auf die rechte Schulter
stattgefunden, weshalb die Kausalität gegeben sei (Urk. 7/48).
3.4
Am 26. Juli 2018 nahm
Kreisarzt
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Ortho
pädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Stellung
.
Er erklärte
,
das Un
fal
lereignis
sei
nicht geeignet, die vorliegende Pathologie herbeizuführen. Bereits zuvor habe ein
e
Defektarthropathie
bestanden
(Urk. 7/42/2).
So
dann hielt er am 10. August 2018 fest,
bildgebend als auch intraoperativ hätten deutliche Hinweise auf eine degenerative
Verschleissarthropat
h
ie
vorgelegen.
Die Ruptur der
Subsca
pularissehne
der
Rotatorenmanschette
habe bereits vor dem Ereignis vorgelegen, da bildgebend bereits eine Sehnenretraktion und eine Muskelatrophie des dazu
gehörigen Muskels
dargestellt worden seien
,
was
nicht mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit innerhalb des vorliegenden Intervalls
habe auf
treten
könn
en
. Eine traumatische Zerreissung der Sehnen der
Rotatorenmanschette
führe sodann zu
sofort einsetzenden starken Schmerzen und einer erheblichen Funktionsbe
ein
träch
ti
gung (Pseudoparalyse). Der Beschwerdeführer habe jedoch die Arbeit
zeit
nah
zum Ereignis nicht ausgesetzt und es sei auch keine Pseudoparalyse beschrie
ben worden. Sodann sei die
Tendinose
der
Rotatorenmanschette
am Ansatz der Sehne ein Hinweis auf eine chronische Fehl- und Überbelastung.
Unfallfolgen würden daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sechs Wochen nach dem Unfallereignis keine Rolle mehr spielen
(Urk. 7/52/5-
7
)
.
3.5
Der behandelnde Arzt
Dr.
C._
hielt in seinem Antwortschreiben
vom 20. September 2018
fest, im durchgeführten
Arthro
-MR
I
habe sich eine vollstän
dige Ruptur der
Subscapularissehne
bei ansonsten intakter
Rotatorenmanschette
gezeigt. Die Sehnenqualität sei sehr gut und die Qualität des Mu
skels noch relativ gut vorhande
n gewesen. Es hätten sich keine fettigen Einlagerungen und lediglich eine leic
hte At
rophie gezeigt. Er gehe daher mit überwiegender Wahrschein
lichkeit von einer Unfallfolge aus, weil keinerlei Anzeichen für eine degenerative Läsion bestehe. Sodann
verursache eine vollständige Ruptur einer Sehne teilweise weniger Schmerzen a
ls eine partielle Sehnenläsion
(Urk. 7/61
/3
).
3.6
Dr.
B._
nahm
a
m 18. Oktober 2018 Stellung
zur Einschätzung
von
Dr.
C._
.
Er
erläuterte,
einzig aufgrund von fehlenden vorhergehenden Be
schwerden
könne
nicht
auf eine überwiegend wahrscheinliche Unfallfolge
ge
schlossen werden
; dieser Rückschluss sei unzulässig.
Dr.
C._
gehe sodann von einer sehr guten Sehnenqualität, relativ guter Muskelqualität sowie einer leichten Atrophie aus. Zwei Monate nach dem
Unfaller
eignis habe das MRI jedoch eine mässige Muskelatrophie vor allem des M.
subscapularis
und
ein ausgeprägt degeneratives AC-Gelenk mit lokalisiertem Reizzustand gezeigt. Auch sei
en
eine deutliche Degeneration der
Supraspinatussehne
, eine chronische
Insertion
sten
dopathie
, Verkalkungen im S
e
h
nenansatz und eine chronische Partialruptur der
Subscapularissehne
ersichtlich gewesen.
D
ie Entwicklung einer mässigen Muskel
atrophie innerhalb von knapp zwei Monaten
sei
als nicht überwiegend wahr
scheinlich
zu erachten
(Urk. 7/63)
.
3.7
Dr.
C._
verwies mit
S
chreiben
vom
29. November 2018
auf eine
fundierte wissenschaftliche Arbeit aus tierexperimentellen S
t
udien,
woraus hervorg
e
he,
dass es sechs Wochen nac
h einem Sehnenriss zu einer 20%igen
Atrophie der
Rotatorenmanschettenmu
skulatur
komme. Nach seiner Beurteilung seien die Be
schwerden daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurück
zuführen (Urk. 7/67
/2-3
).
3.8
Dr.
B._
erachtete
in seiner Stellungnahme vom 13. Dezember 2018
zwar ein Trauma als gegeben
,
die am 2
1.
Juni 2018 chirurgisch mittels AC-Resektion,
A
kromioplastik
,
Bizepstenotomie
und
Subscapularissehnenreinsertion
behandel
t
en
Beschwerde
n
seien jedoch nicht überwiegend wahrscheinlich kausal zum Unfall
ereignis. Nach Auffassung von
Dr.
B._
g
ibt
es zahlreic
he Studien zum Thema
Atrophie; d
ie erwähnte
S
tudie
an
Schafen
könne jedoch nur bedingt Rück
schlüsse
auf die
Atrophiegeschwindigkeit
des menschlichen Muskelgewebes zulassen, da die Lebenserwartung eines Schafes ein
em
Siebtel
derjenigen
eines Menschen ent
spreche
. D
urch die
höhere
Metabolisationsrate
sei
die
Atrophiegeschwindigkeit
bei einem Schaf höher.
Er halte daher weiterhin an seiner Beurteilung fest (Urk. 7/73).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin anerkannte hinsichtlich des Ereignisses vom 27. März 2018
grundsätzlich ihre Leistungspflicht (Urk. 7/46). Strittig und zu prüfen ist jedoch, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen zu Recht mit der Begründung, die bestehenden Beschwerden seien nicht mehr unfallbedingt, per 8. Mai 2018 eingestellt hat.
4.2
Die Beschwerdegegnerin stütz
t
e sich im angefochtenen Entscheid vom 3
1.
Mai 2019 auf die Beurteilungen ihres
Kreisa
rztes
Dr.
B._
, der diese in Kenntnis der Vorakten ab
geben hatte
(vgl. Urk. 7/52/1-4)
. In seiner Beurteilung setzte er sich mit den erhobenen Befunden und dem bildgebenden Material nachvollziehbar und begründet auseinander. Dabei berücksichtigte er insbeson
dere auch die Einschätzung von
Dr.
C._
(vgl. E. 3.6 und 3.8). Aus der Stel
lungnahme von
Dr.
B._
ergibt sich, dass
bildgebend deutliche Hinweise auf eine degenerative
Verschleissarthrop
ath
ie
ersichtlich gewesen
sind
.
Dies steht im Einklang mit dem Befund von Dr.
D._
, wonach im angefertigte
n
MRT bereits deutliche Anzeichen einer Arthrose und Hypertrophie ersichtlich waren. Sodann berichtete auch er von deutlichen Zeichen einer Degen
e
ration der
Supraspinatus
sehne
(E. 3.2). Nachvollziehbar begründete
Dr.
B._
,
dass eine traumatische Zerrung der
Sehnen der
Rotatorenmanschette
eine erhebliche Funktionsein
schränkung nach sich
ziehen würde
, der Beschwerdeführer
habe
jedoch bis am 13. April 2018 weiter
gearbeitet
, mithin während rund drei Wochen
(E. 3.4)
.
Dass
Dr.
B._
zum Schluss
kam,
die
Supraspinatussehnenruptur
sei durch degene
rative Veränderungen verursacht wo
rde
n
, ist daher nachvollziehbar.
Treten im Anschluss an einen Unfall Beschwerden auf (die zuvor nicht bestanden) und ist aber davo
n auszugehen, dass durch den U
n
f
all lediglich ein (zuvor stummer) Vorzustand aktiviert, nicht aber verursacht worden ist, so hat der Unfallver
sicherer nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom gemäss Art. 36 Abs.
1 UVG zu erbringen und es ent
fällt bei Erreichen des Status quo sine
vel
ante eine Teilursächlichkeit für die noch
bestehenden Beschwerden (Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_
816/
2009 vom 21. Mai 2010 E. 4.3, 8C_181/2009 vom 30. September 2009 E. 5.4 f., 8C_326/2008 vom 24. Juni 2008 E. 3.2 und 4 sowie U 266/99 vom 14. März 2000 E. 1).
Es
ist
daher
gestützt auf das versicherungsmedizinische Aktengutachten von
Dr.
B._
vo
m
26. Juli 2018
anzunehmen, dass
die unfallbedingten Verletzungen spätestens nach sechs Wochen abgeheilt
sind
. Danach sind die geklagten Beschwerden auf den Vorzustand zurückzuführen
(vgl. E. 1.3.
2
).
4.3
An dieser Sachlage vermag auch die abweichende Einschätzung von
Dr.
C._
nicht
s
zu ändern. Insbesondere
vermag die Ansicht von
Dr.
C._
, wonach der Beschwerdeführer vor dem Unfallereignis
nicht
an Schulterbeschwerden
ge
litt
en habe,
weshalb
diese unfallkausal seien
,
nicht zu überzeugen. Rechtspre
chungs
ge
mäss ist eine solche Schlussfolgerung
nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc»
beweisrechtlich nicht zulässig und genügt zum Nachweis der Unfallkau
salität nicht (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25
.
Juli 2013 E. 5.1).
Auch kann
aufgrund der
erwähnten
Studie
an Schafen
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf eine Unfallkausalität geschlos
sen werden.
Wie
Dr.
B._
zu Recht vorbrachte, lässt diese Studie keine hin
reichenden Schlüsse auf die Entwicklung einer Muskelatrophie am Menschen zu.
Seine Darlegung, wonach die Zeitspanne zwischen Unfallereignis und Bildgebung
für die Entstehung einer Sehnenretraktion und Muskelatrophie nicht genügt (E. 3.4,
3.6), ist damit nicht erschüttert. Ferner ist zu beachten, dass Dr.
E._
ihr
e Aussage, wonach keine wesentlichen degenerativen Veränderungen vorgelegen hätten, auf eine konventionell-radiologische Untersuchung stützte (E. 3.3), während Dr.
D._
mittels Röntgen-
Arthrographie
deutliche Degenerations
zei
chen insbesondere der
Supraspinatussehne
erhoben hatte (E. 3.2). Damit lassen sich an der kreisärztlichen Einschätzung entgegen der Ansicht des Beschwerde
führers keine Zweifel begründen. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass - auch im Rahmen von spezialärztlicher Behandlung und ungeachtet allfälliger wirt
schaftlicher Interessen - der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist
, dass die behandelnden Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen
mitunter
eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Reinen Aktengutachten kommt sodann voller Beweiswert zu, sofern – wie vorliegend – ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sach
verhaltes geht (Urteil des Bundesgerichts 8C_641/2011 vom 22. Dezember 2011 E.
3.2.2). Nach dem Gesagten
sind
Zweifel an der medizinischen Beurteilung von
Dr.
B._
nicht angebracht
, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung auf weitere medizinische Abklärungen zu verzichten ist (BGE 127 V 491 E. 1b mit Hinweisen).
4.4
Nachdem die über den 8. Mai 2018 hinaus geklagten Beschwerden vorwiegend, das heisst als zu mehr als 50 % auf Abnützung zurückzuführen sind, entfällt die Prüfung einer Listenverletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG ohne weiteres (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_22/2019 vom 24. September 2019 E. 9.2).
5
.
Der angef
ochtene Einspracheentscheid vom 31. Mai 2019 (Urk. 2)
e
rweist sich damit als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.