Decision ID: 68553053-23d2-4848-b660-f89555884a6d
Year: 2022
Language: de
Court: AG_OG
Chamber: AG_OG_001
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: civil_law

Das Obergericht entnimmt den Akten:
1.
Die Parteien heirateten am 13. Juni 2013. Aus der Ehe ist der gemeinsame
Sohn C., geboren am tt.mm. 2014, hervorgegangen. Seit dem 1. Mai 2018
leben die Parteien getrennt.
2.
2.1.
Am 7. Juni 2019 stellte der Kläger beim Gerichtspräsidium Rheinfelden die
folgenden Eheschutzbegehren:
"1. Es sei den Ehegatten das Getrenntleben zu bewilligen und festzustellen, dass sie dieses am 1. Mai 2018 aufgenommen haben.
2. Es sei die eheliche Liegenschaft im [...] Q. für die Dauer des Getrenntlebens dem Gesuchsteller zur alleinigen Benutzung zuzuweisen.
3. Es sei der Gesuchsgegnerin unter Strafandrohung nach Art. 292 StGB superprovisorisch für die Dauer des Verfahrens zu verbieten, mit dem gemeinsamen Sohn C. nach R. umzuziehen.
4. Es sei der gemeinsame Sohn C., geb. tt.mm. 2014, für die Dauer des Verfahrens unter die Obhut des Gesuchstellers und Vaters zu stellen.
5. Es sei der gemeinsame Sohn C. für die Dauer des Getrenntlebens unter die Obhut des Gesuchstellers und Vaters zu stellen.
6. Es sei der Gesuchsgegnerin ein angemessenes Besuchs- und Ferienrecht einzuräumen.
7. Es sei die Gesuchsgegnerin zu verpflichten, dem Gesuchsteller für das Kind C. einen monatlichen und vorauszahlbaren Barunterhaltsbeitrag von mindestens CHF 600.00 zzgl. allfällig bezogener Kindes- bzw. Ausbildungszulagen zu bezahlen. Eine Anpassung bleibt ausdrücklich vorbehalten.
8. Eventualiter sei der gemeinsame Sohn C. für die Dauer des Getrenntlebens unter die alternierende Obhut beider Ehegatten zu stellen.
9. Es sei festzustellen, dass keine persönlichen Unterhaltsbeiträge geschuldet sind.
- 3 -
10. Es sei der Unterhaltsbeitrag gemäss Ziffer 7 hiervor gerichtsüblich zuindexieren.
11. Alles unter o/e-Kostenfolge."
2.2.
Mit Verfügung vom 21. Juni 2019 wurde das Gesuch des Klägers um Erlass
einer superprovisorischen Massnahme abgewiesen.
2.3.
Mit Klageantwort vom 17. Juli 2019 beantragte die Beklagte:
"1.
Den Parteien sei das Getrenntleben zu bewilligen und festzustellen, dass sie seit dem 1. Mai 2018 getrennt sind.
2. Der gemeinsame Sohn C., geb. tt.mm. 2014, sei unter die alleinige Obhut der Gesuchsgegnerin zu stellen. Es sei festzustellen, dass C. Wohnsitz bei der Mutter und Gesuchsgegnerin hat.
3. Der Gesuchsteller und Vater sei berechtigt zu erklären, C.
- jede Woche vom Freitag 12.00 bis 18.00 Uhr,
- und jede zweite Woche zusätzlich von Freitag 18.00 Uhr bis Sonntag
18.00 Uhr zu betreuen.
Im Weiteren sei ihm ein Ferienrecht von 4 Wochen zuzusprechen. Die Ausübung des Ferienrechts hat in Absprache mit der Gesuchsgegnerin zu erfolgen, die Ausübung des Ferienrechts hat mindestens sechs Monate im Voraus angekündigt zu werden.
4. Es sei der Gesuchsteller zu verpflichten, rückwirkend ab dem 1. Juni 2018 der Gesuchsgegnerin für das Kind C. einen monatlichen und monatlich vorauszahlbaren Barunterhaltsbeitrag von mindestens CHF 1'200.00 zzgl. allfällig bezogener Kindes- bzw. Ausbildungszulagen zu bezahlen. Das Beweisergebnis bleibt vorbehalten.
5. Soweit der Gesuchsteller etwas anderes als die Gesuchsgegnerin beantragt, sei das Gesuch des Gesuchstellers abzuweisen.
6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge."
2.4.
In einer weiteren Eingabe vom 21. August 2019 hielt der Kläger an seinen
Rechtsbegehren fest.
- 4 -
2.5.
An der Verhandlung vom 27. August 2019 erstatte die Beklagte die Duplik,
in welcher sie neu die Gütertrennung und die Einholung eines Gutachtens
zur Erziehungs- und Betreuungsfähigkeit des Klägers sowie von
Auskünften der involvierten Fachpersonen beantragte, im Übrigen aber an
ihren bisherigen Rechtsbegehren festhielt. Anschliessend wurden die
Parteien befragt.
2.6.
Am 19. September 2019 wurde den Parteien ein Vorschlag für eine
Teilvereinbarung in Bezug auf die Betreuungsanteile unterbreitet, auf den
sich die Parteien nicht einigen konnten. Mit Verfügung vom 4. Dezember
2019 wurde das Verfahren zugunsten von Vergleichsgesprächen bis am
15. Januar 2020 sistiert.
2.7.
Mit Eingabe vom 28. Januar 2020 stellte die Beklagte folgende Anträge:
"1. Die aktuellen Kontaktrechte des Vaters zum gemeinsamen Sohn C. seien einstweilen auf zwei Besuchswochenenden pro Monat von Freitag 18.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr zu beschränken. Als Übergabeort sei ein neutraler Ort, z.B. die katholische Kirche in S. zu bestimmen.
2. Es sei ein Gutachten zur Erziehungs- und Konfliktfähigkeit des Gesuchstellers zu erstellen.
3. Es seien bei sämtlichen in die Angelegenheit einbezogenen Fachpersonen Berichte einzuholen betreffend die bearbeiteten Themen, Diagnosen und den Grund des Scheiterns der Bearbeitung der Themen, so insbesondere bei
Dr. med. D., FMH Psychiatrie, [...],T., E., Kinder- und Jugendpsychologin FSP, [...], T., Frau Dr. F., [...], R., und bei Dr. G., Kinder- und Jugendpsychiatrische Klinik, [...], R.
4. Im Übrigen seien die bereits gestellten Begehren gutzuheissen."
2.8.
Mit Eingabe vom 10. Februar 2020 beantragte der Kläger die Anhörung von
C..
2.9.
Am 25. Juni 2020 wurde C. angehört.
- 5 -
2.10.
Am 25. Juni 2020 fällte der Gerichtspräsident von Rheinfelden den
folgenden Entscheid:
"1.
Den Parteien wird das Getrenntleben bewilligt und es wird festgestellt, dass sie
seit dem 1. Mai 2018 getrennt leben.
2.
Die eheliche Liegenschaft in Q., [...], wird dem Ehemann zur Benützung
während der Dauer der Trennung zugewiesen.
3.
Der gemeinsame Sohn C., geb. tt.mm. 2014, wird für die Dauer des
Getrenntlebens unter die Obhut der Mutter gestellt.
4.
4.1.
Der Betreuungsanteil des Vaters wird wie folgt festgelegt:
 jede Woche: Freitag von 12:00 Uhr bis 18:00 Uhr
 jede zweite Woche: Freitag von 12:00 Uhr bis Sonntag 18:00 Uhr
 jedes Jahr: vier Wochen Ferien, wobei die Ferienzeiten mindestens
6 Monate im Voraus zwischen den Eltern zu fixieren sind
Eine Abweichung von diesen Betreuungsanteilen bleibt der Absprache unter
den Parteien vorbehalten.
4.2.
Die Übergabe des Kindes erfolgt jeweils bei der katholischen Kirche in S., wenn
die Eltern nicht einen anderen Ort vereinbaren.
5.
5.1.
Der Ehemann wird verpflichtet, der Ehefrau an den Unterhalt des gemeinsamen
Sohns C., geb. tt.mm. 2014, rückwirkend bzw. monatlich vorschüssig
monatliche Unterhaltsbeiträge (nur Barunterhalt) wie folgt zu bezahlen:
Fr. 1'635.– von Juni 2018 bis Juli 2019
Fr. 1'500.– von August 2019 bis Dezember 2023
Fr. 1'800.– ab Januar 2024
Bereits bezahlte Beiträge sind daran anzurechnen.
5.2.
Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziff. 5.1 hiervor beruhen auf folgenden
monatlichen Einkommen (netto; exkl. Zulagen) der Parteien:
Fr. 7'840.– Einkommen Ehefrau (12 Monatslöhne)
Fr. 7'800.– Einkommen Ehemann (inkl. 13. Monatslohn)
Fr. 350.– Einkommen C. (Kinder- und Familienzulagen)
- 6 -
6.
Anderslautende Anträge werden abgewiesen.
7.
Die Entscheidgebühr von Fr. 3'200.– wird den Parteien je zur Hälfte mit
Fr. 1'600.– auferlegt.
8.
Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen."
3.
3.1.
Gegen den ihm am 29. September 2021 in begründeter Form zugestellten
Entscheid erhob der Kläger am 11. Oktober 2021 (Postaufgabe)
fristgerecht Berufung und stelle folgende Anträge:
"1.
Es sei Dispositiv-Ziff. 4.1 des Entscheids des Bezirksgerichts Rheinfelden vom
25. Juni 2020 aufzuheben und der Betreuungsanteil des Ehemannes unter
Vorbehalt anderslautender Absprachen zwischen den Parteien wie folgt
festzulegen:
- jede Woche: Donnerstag von 16.00 Uhr bis Freitag 18.00 Uhr
- jede zweite Woche: Donnerstag von 16.00 Uhr bis Montag 8.00 Uhr
- jedes Jahr: sechs Wochen Ferien, wobei die Ferienzeiten mindestens 6
Monate im Voraus zwischen den Eltern zu fixieren sind; die Ferienplanung
des Ehemannes ist für die Ehefrau verbindlich, wenn der Ehemann ihr
diese rechtzeitig unterbreitet und sie unwidersprochen bleibt oder die
Ehefrau ihre eigene Ferienplanung dem Ehemann nicht rechtzeitig
unterbreitet
2.
Es sei Dispositiv-Ziff. 5 des Entscheids des Bezirksgerichts Rheinfelden vom
25. Juni 2020 aufzuheben und der Ehemann bei seiner Bereitschaft zu
behaften, der Ehefrau für den gemeinsamen Sohn C. ab August 2018 für die
Dauer des Getrenntlebens einen monatlichen und monatlich vorauszahlbaren
Barunterhaltsbeitrag von CHF 600.00 zu bezahlen, wobei bereits bezahlte
Unterhaltsbeiträge anzurechnen sind.
3.
Eventualiter seien Dispositiv-Ziff. 4.1 und 5 des Entscheids des Bezirksgerichts
Rheinfelden vom 25. Juni 2020 aufzuheben und die Angelegenheit sei zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
4.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zulasten der Ehefrau."
- 7 -
3.2.
In der Berufungsantwort vom 5. November 2021 beantragte die Beklagte
die kostenfällige Abweisung der Berufung.
3.3.
Es folgten weitere Eingaben der Parteien vom 19. November 2021 (Kläger),
vom 10. Dezember 2021 (Beklagte) und vom 23. Dezember 2021 (Kläger).
3.4.
Mit Eingabe vom 11. Februar 2022 beantragte der Kläger, es sei das
Verfahren bis zum Widerruf durch eine Partei zu sistieren.

Das Obergericht zieht in Erwägung:
1.
1.1.
Gegen den angefochtenen Entscheid ist als Rechtsmittel die Berufung ge-
geben (Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO). Mit Berufung können beim Obergericht
als Rechtsmittelinstanz (§ 10 lit. c EG ZPO) die unrichtige Rechtsanwen-
dung und die unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht
werden (Art. 310 ZPO). In der Berufungsbegründung (Art. 311 Abs. 1 ZPO)
hat sich der Berufungskläger mit der Begründung im erstinstanzlichen Ent-
scheid im Einzelnen und sachbezogen auseinander zu setzen
(REETZ/THEILER, in: Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung
[ZPO-Komm.], 3. Aufl., Zürich 2016, N. 36 zu Art. 311 ZPO). Mit blossen
Wiederholungen der eigenen Vorbringen vor erster Instanz, die von dieser
bereits abgehandelt wurden, wird dem Begründungserfordernis nicht Ge-
nüge getan (HUNGERBÜHLER/BUCHER, in: DIKE-Kommentar ZPO, 2. Aufl.,
Zürich/St. Gallen 2016, N. 27 ff. zu Art. 311 ZPO). Der Berufungsbeklagte
kann in der Berufungsantwort zur Berufung Stellung nehmen (Art. 312 Abs.
1 ZPO). Ihm ist zudem, auch wenn keine Anschlussberufung erhoben wird,
erlaubt, Kritik an den Erwägungen der Vorinstanz zu üben. Entsprechend
kann der vor der ersten Instanz obsiegende Berufungsbeklagte sämtliche
Berufungsgründe tatsächlicher und rechtlicher Natur in der Berufungsant-
wort geltend machen, um allfällige Fehler des erstinstanzlichen Entscheids
zu rügen, welche ihm im Falle einer abweichenden Beurteilung der Sache
durch die Berufungsinstanz nachteilig sein könnten (REETZ/THEILER,
a.a.O., N. 12 zu Art. 312 ZPO). Die Beanstandungen am angefochtenen
Entscheid haben die Parteien innert der Berufungs- bzw.
Berufungsantwortfrist vollständig vorzutragen; ein allfälliger zweiter
Schriftenwechsel oder die Ausübung des Replikrechts dienen nicht dazu,
die bisherige Kritik zu vervollständigen oder gar neue vorzutragen. Die
Rechtsmittelinstanz ist sodann nicht gehalten, von sich aus alle sich
stellenden tatsächlichen und rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn die
Parteien diese in oberer Instanz nicht mehr vortragen. Das Obergericht
- 8 -
beschränkt sich – abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich
auf die Beurteilung der in der Berufung und der Antwort auf diese gegen
das erstinstanzliche Urteil erhobenen Beanstandungen (BGE 142 III 413
Erw. 2.2.4). Tatsachen sind dabei in der Rechtsschrift selber darzulegen;
eine blosse Verweisung auf die Beilagen reicht in aller Regel nicht (BGE
4A_281/2017 Erw. 5).
1.2.
Streitgegenstand des Berufungsverfahrens sind die Höhe der
Kinderunterhaltsbeiträge sowie der Betreuungsanteil betreffend das Kind
C.. Die Einschränkung, dass im Berufungsverfahren das Vorbringen neuer
Tatsachen und Beweismittel nur im Rahmen von Art. 317 Abs. 1 ZPO mög-
lich ist (BGE 138 III 625 Erw. 2.2), gilt bei Kinderbelangen nicht (BGE 144
III 349 Erw. 4.2.1). Im Bereich der Kinderbelange gilt die
Erforschungsmaxime (Art. 296 Abs. 1 ZPO) und der Richter ist nicht an die
Parteianträge gebunden (Offizialmaxime, Art. 296 Abs. 3 ZPO). Die
Untersuchungs- resp. Erforschungsmaxime befreien die Parteien sodann
weder von ihrer Behauptungs- und Substantiierungslast noch von ihrer Mit-
wirkungspflicht, d.h. es liegt auch in diesem Fall an ihnen, die erforderlichen
tatsächlichen Grundlagen für die geltend gemachten Ansprüche darzutun
und die Beweise für die vorgebrachten Tatsachen vorzulegen resp. zu be-
antragen (BGE 140 III 485 Erw. 3.3; BGE 5A_855/2017 Erw. 4.3.2,
5A_485/2012 Erw. 5). Verweigert eine Partei die Mitwirkung, kann sich dies
zu ihrem Nachteil auswirken. Bleiben prozessrelevante Tatsachen
beweislos, unterliegt diejenige Partei welche die Beweislast trägt
(vgl. GEHRI, in: Schweizerische Zivilprozessordnung, Basler Kommentar
[BSK-ZPO], 3. Aufl., Basel 2017, N. 17 zu Art. 55 ZPO). Der Sachverhalt
ist glaubhaft zu machen (BGE 5A_239/2017 Erw. 2.3), was mehr als Be-
haupten bedeutet (BGE 120 II 398).
1.3.
Sobald die Klage eines Ehegatten auf Scheidung beim zuständigen Gericht
rechtshängig gemacht worden ist, können Eheschutzmassnahmen für die
Zeit nach Eintritt der Rechtshängigkeit nicht mehr getroffen, sondern nur
noch vorsorgliche Massnahmen während des Scheidungsverfahrens
gemäss Art. 276 ZPO angeordnet werden. Für die Abgrenzung der
Zuständigkeiten ist somit der Eintritt der Rechtshängigkeit des Schei-
dungsverfahrens massgebend: Für die Zeit davor trifft das Eheschutzge-
richt sämtliche Massnahmen zur Regelung des Getrenntlebens, für die Zeit
danach ist hierfür das Scheidungsgericht zuständig (BGE 129 III
61 f. Erw. 2 und 3 mit Hinw.). Im Kanton Aargau entscheidet der
Gerichtspräsident des örtlich zuständigen Bezirksgerichts im
summarischen Verfahren sowohl über Massnahmen zum Schutz der
ehelichen Gemeinschaft gemäss Art. 172 bis 179 ZGB als auch über
Begehren auf Erlass vorsorglicher Massnahmen für die Dauer des
Ehescheidungs- oder Ehetrennungsprozesses gemäss Art. 276 ZPO (§ 6
- 9 -
Ziff. 1 lit. b EG ZPO), wobei er als Präliminarrichter die Bestimmungen über
die Massnahmen zum Schutz der ehelichen Gemeinschaft sinngemäss
anwendet (Art. 276 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 172 ff. ZGB). Seit dem 25.
September 2020 ist zwischen den Parteien ein Scheidungsverfahren
hängig (Berufung S. 14 unten). Seither haben die im Entscheid des
Gerichtspräsidiums Rheinfelden am 25. Juni 2020 angeordneten
Eheschutzmassnahmen (SF.2019.21) daher die Wirkung von
vorsorglichen Massnahmen im Scheidungsverfahren (Art. 276 Abs. 2
ZPO).
1.4.
Das vorliegende Verfahren ist entscheidungsreif. Eine Sistierung gemäss
Antrag des Klägers erscheint demnach nicht angezeigt. Ein Entscheid im
Berufungsverfahren hindert die Parteien nicht an der Führung vom
Einigungsverhandlungen.
2.
2.1.
2.1.1.
2.1.1.1.
Die Vorinstanz stellte das Kind C. unter die Obhut der Beklagten und sprach
dem Kläger einen Betreuungsanteil jeden Freitag von 12 Uhr bis 18 Uhr,
jede zweite Woche von Freitag 12 Uhr bis Sonntag 18 Uhr und jedes Jahr
vier Wochen Ferien zu. Sie erwog (Erw. 5.1. und 5.2. des angefochtenen
Entscheids), seit der Trennung der Ehegatten habe C. bei seiner Mutter
gelebt, sei aber in einem Umfang von seinem Vater betreut worden, der
über den Minimalstandard des persönlichen Verkehrs hinausgehe.
Ausserdem sei der bereits vor der Trennung gepflegte Kontakt mit der
Grossmutter montags sowie die Fremdbetreuung dienstags und
donnerstags weitergeführt worden. Das über Jahre gelebte
Betreuungsmodell habe gezeigt, dass beide Elternteile notwendige
Betreuungs- und Erziehungsfähigkeiten aufwiesen, es jedoch in der
Trennungssituation immer wieder zu Spannungen und Diskussionen
komme, die auch für C. schwierig seien. C. habe anlässlich der
Kinderanhörung insbesondere seine Schwierigkeiten mit Streitsituationen
im Rahmen der Übergaben und die fehlende Akzeptanz geäussert, dass er
auch jeweils zum andern Elternteil gehen möchte. Im Allgemeinen sei
jedoch davon auszugehen, dass das gelebte Betreuungsmodell für C.
stimmig sei. Bei der Mutter sei alles gut, er fühle sich wohl in R., habe in
seinem Kindergarten Freundschaften geknüpft und freue sich auf die
Schulzeit. Er gehe gerne zum Vater und freue sich auch auf die Ferien mit
ihm. Ein klar geäusserter Wunsch im Hinblick auf die Obhut könne
hingegen von C. nicht verlangt werden. Mit 6 Jahren sei C. zwar fähig,
seinen Willen verbal zu äussern, an seine Willensbildung seien in seinem
Alter aber nicht zu hohe Erwartungen zu stellen. Im Hinblick auf die vorher
genannten Faktoren und zur Beruhigung der Lebenssituation sei das
- 10 -
Betreuungsmodell mit Obhut bei der Mutter, so wie C. es kenne,
weiterzuleben. Die von Kindern vor allem in jungem Alter benötigten
Strukturen und Stabilität seien mit der jahrelang gelebten Aufteilung der
Betreuung zwischen Mutter, Vater, Grossmutter und Fremdbetreuung
gegeben. C. sei in der Obhut der Mutter zu belassen und dem Vater seien
die bisherigen Betreuungsanteile im Rahmen des persönlichen Verkehrs,
die über das gerichtsübliche Minimum hinausgingen, weiterhin
zuzusprechen. Um das Diskussionspotential zu minimieren und Klarheit für
alle Beteiligten zu schaffen, seien beim persönlichen Verkehr ausserdem
Übergabeort und -zeit festzuhalten.
2.1.1.2.
2.1.1.2.1.
Der Kläger macht geltend (Berufung S. 19 ff.), dem schriftlichen Vorschlag
des Gerichtspräsidenten vom 10. September 2019 an die Parteien sei zu
entnehmen, dass die Vorinstanz eine Erweiterung des Betreuungsanteils
des Ehemannes um eine Übernachtung pro Woche als angemessen
erachtet habe. Gemäss diesem Vorschlag hätte C. am Vaterwochenende
auch am Sonntagabend beim Vater übernachten sollen und wäre von
diesem am Montagmorgen direkt in den Kindergarten bzw. in die Schule
gebracht worden. In der Woche des Mutterwochenendes hätte C. bereits
am Donnerstagabend zu seinem Vater gehen und bei ihm übernachten
sollen und wäre am Freitagmorgen in den Kindergarten bzw. in die Schule
gebracht und wie bisher am Mittag wieder abgeholt worden. Der
gerichtliche Vorschlag sei angemessen und ermögliche es dem Vater und
Sohn, sich wieder etwas mehr sehen zu können. Es sei auch der Wunsch
von C. gewesen, am Sonntagabend länger beim Vater bleiben zu können,
was er eine gewisse Zeit auch gedurft habe und was auch gut funktioniert
habe. Die Begründung der Vorinstanz, weshalb sie vom eigenen Vorschlag
abgewichen sei, sei nicht nachvollziehbar. Die Übernachtungen gemäss
gerichtlichen Vorschlag seien angemessen und entsprächen dem
Kindeswohl.
2.1.1.2.2.
Die Beklagte hält dem entgegen (Berufungsantwort S. 14 ff.), der Kläger
habe sich seit dem zweiten Lebensjahr von C. aufgrund seiner körperlichen
und psychischen Beschwerden nicht wesentlich an der Betreuung und
Pflege von C. beteiligen können. Der Kläger leide an einer narzisstischen
Persönlichkeitsstörung, an Depressionen, Migräneanfällen und an einem
Tinnitus. Im Jahr 2017 sei der Kläger für 10 Wochen in den Klinik H.
gewesen. Die Vorinstanz habe keine medizinischen Auskünfte eingeholt.
Sie sei zum Schluss gekommen, dass die Obhut bei der Mutter
angemessen sei und dem Vater ein leicht ausgedehntes Kontaktrecht
(Freitagnachmittag) zugewiesen werden könne. Die Beklagte sei zu Beginn
gegen den Freitagnachmittag gewesen, da die Übergaben C. erheblich
belasteten. Sie habe jedoch zugestimmt in der Hoffnung, dass sich die
- 11 -
Lebenssituation beruhigen würde. Leider sei das Gegenteil eingetreten.
Die Übergaben seien weiterhin von Streit zwischen den Eltern geprägt, der
Kläger habe die Beklagte in einem Strafverfahren angezeigt. Der Kläger
habe die Lebenspartnerin und deren Kinder in die Übergaben einbezogen.
Zu einer Beruhigung sei es nach der Anhörung im Scheidungsverfahren
gekommen, als der Kläger zugestimmt habe, dass die Übergaben allein
zwischen den Eltern und C. in U. stattfänden. Auch habe der Kläger seine
völlig haltlose Anzeige zurückgezogen. Leider sei auch diese Beruhigung
bereits wieder gefährdet, der Kläger nehme erneut die Kinder der
Lebenspartnerin mit. C. freue sich über den wöchentlichen Kontakt mit dem
Kläger. Die Beklagte habe in den letzten Wochen festgestellt, dass es vor
allem die Freitagnachmittage seien, welche für C. freudvoll ausfielen, da er
an diesen Nachmittagen den Vater nicht mit den Kindern der
Lebenspartnerin teilen müsse, sondern mit ihm spielen könne. C. benötige
Zeit mit dem Vater allein, nicht den Alltag in der neuen Familie des Vaters.
C. gehe zu Fuss in die Schule, das sei Teil seines Alltags. Eine
Ausdehnung der klaren und strukturierten Regelung bedeute für C. mehr
Unruhe und mehr potentieller Streit zwischen den Eltern, was seiner
Entwicklung schade. Die Beklagte anerkenne, dass die
Nichtkommunikation zwischen den Eltern den Sohn belaste. C. öffne sich
bei der Beklagten, ohne ihre Meinung übernehmen zu müssen. Beim
Kläger stehe C. unter grossem Druck. Er werde in alle Themen einbezogen
und habe keine Möglichkeit, seine Meinung offen zu sagen. C. lebe die
aktuell geltende Kontaktregelung seit Jahren. C. beginne sich von beiden
Elternteilen langsam zu lösen, er habe eigene Aktivitäten und eigene
Freunde. C. benötige Freiräume, um sich losgelöst von den Eltern
entwickeln zu können, dies könne er an seinem Lebensmittelpunkt in R..
Der Kläger wolle nicht anerkennen, dass C. den Mittwoch und Donnerstag
für Sozialkontakte nutze, auch die Schulwege. Bereits nach der Geburt von
C. sei es zu einer psychischen Ausnahmesituation gekommen, der Kläger
habe sich nicht um C. kümmern können. Die Beklagte gehe beim Kläger
aufgrund seiner Erkrankung und der Verhaltensweise entgegen der
Vorinstanz von einer eingeschränkten Erziehungsfähigkeit aus.
2.1.1.3.
Gemäss Art. 273 Abs. 1 ZGB haben Eltern, denen die elterliche Sorge oder
Obhut nicht zusteht, und das minderjährige Kind gegenseitig Anspruch auf
angemessenen persönlichen Verkehr. Dabei handelt es sich um ein
gegenseitiges Pflichtrecht, das in erster Linie dem Interesse des Kindes
dient (BGE 122 III 404 Erw. 3a). Oberste Richtschnur für die Ausgestaltung
des persönlichen Verkehrs ist das Kindeswohl, das anhand der Umstände
des konkreten Einzelfalles zu beurteilen ist. In diesem Sinn hat der
persönliche Verkehr den Zweck, die positive Entwicklung des Kindes zu
gewährleisten und zu fördern. Hierbei sind die Beziehungen zu beiden
Elternteilen wichtig, da sie bei der Identitätsfindung des Kindes eine
entscheidende Rolle spielen können (BGE 131 III 209 Erw. 5; BGE 123 III
- 12 -
445 Erw. 3b). Die Gerichte gehen im allgemeinen in ihrer am Kindeswohl
ausgerichteten Praxis davon aus, ein Besuchsrecht an jedem zweiten
Wochenende und ein Ferienrecht von zwei bis drei Wochen pro Jahr sei
bei Kindern nach dem Kleinkindalter im Lichte des Kindeswohls ange-
messen und bilde im Hinblick auf spezielle Fälle (z.B. Alter des Kindes,
Wohnsituation und Arbeitszeiten des nicht obhutsberechtigten Ehegatten,
Gesundheitszustand des Kindes etc.) den Ausgangspunkt (vgl.
SCHWENZER/COTTIER, Basler Kommentar zum Schweizerischen Zivil-
gesetzbuch, 6. Auflage, 2018 [BSK ZGB], N. 15 zu Art. 273 ZGB mit
Hinweisen auf die Praxis; AGVE 2013 Nr. 67). Das Gericht hat sich in erster
Linie an den Bedürfnissen des Kindes zu orientieren; die Interessen der
Eltern haben hinter dem vorrangig massgebenden Kindeswohl
zurückzutreten (BGE 130 III 585 Erw. 2.1). Entsprechend setzt sich das
Gericht dem Vorwurf der Willkür aus, wenn es einfach auf das
"Gerichtsübliche" oder auf eine Praxis verweist, obwohl die Besonderheiten
des Einzelfalles ins Auge springen (BGE 144 III 10 Erw. 7.2). Schliesslich
kann in einem Streit, der sich begrifflich um den persönlichen Verkehr
zwischen einem getrennt lebenden Elternteil und seinem Kind dreht, auch
Art. 298 Abs. 2ter ZGB ins Spiel kommen. Dieser Vorschrift zufolge prüft das
Gericht bei gemeinsamer elterlicher Sorge im Sinne des Kindeswohls die
Möglichkeit einer alternierenden Obhut, wenn ein Elternteil oder das Kind
dies verlangt. Die zitierte Bestimmung gelangt nach bundesgerichtlicher
Rechtsprechung nicht nur dann zur Anwendung, wenn ein Elternteil gegen
den Willen des anderen vor Gericht eine (ungefähr) hälftige Betreuung
erreichen will. Vielmehr gilt sie allgemein, insbesondere auch dann, wenn
ein Elternteil sein Kind auch unter der Woche betreuen möchte, anstatt es
nur übers Wochenende zu sich auf Besuch zu nehmen. Denn in diesem
Fall dreht sich der Streit nicht mehr nur um den persönlichen Verkehr des
nicht obhutsberechtigten Elternteils mit dem Kind (Art. 273 Abs. 1 ZGB),
sondern um Betreuungsanteile. Entsprechend verträgt es sich nicht mit
dieser gesetzlichen Ordnung, einem Elternteil unter Hinweis darauf, dass
das Kind unter der Obhut des andern Elternteils stehe, lediglich einen
Anspruch auf angemessenen persönlichen Verkehr zuzugestehen. Wie die
Obhut im konkreten Fall zu regeln ist, hat das Gericht unabhängig von den
Wünschen der Eltern und losgelöst von einer diesbezüglichen Übereinkunft
nach Massgabe des Kindeswohls zu beurteilen (BGE 5A_373/2018
Erw. 3.1).
2.1.1.4.
Der Kläger beantragt zusätzliche Betreuungszeiten jeden Donnerstag ab
16 Uhr (wöchentlich alternierend bis Freitag um 18 Uhr bzw.
Montagmorgen bis 8 Uhr). Am Donnerstagnachmittag hält sich C. in der
Tagesstruktur auf (vgl. z.B. act. 93, 130). Würde er, wie vom Kläger
beantragt, jeweils um 16 Uhr von ihm abgeholt und am Freitagmorgen
wieder in die Schule gefahren, müsste C. bereits am Donnerstag Kleider
und die Schulsachen für den nächsten Tag - bzw. in den Wochen mit einem
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- 13 -
Besuchswochenende zusätzlich für das Wochenende und den Montag -
mitnehmen. Die Parteien müssten sich zudem angesichts des Alters von
C. auch detailliert über schulische Belange absprechen (Hausaufgaben,
Wochenplan, Prüfungen etc.). Eine weitere Ausdehnung der
Betreuungszeiten des Klägers hätte somit auch einen erhöhten Kom-
munikationsbedarf zwischen den Parteien zur Folge. Die Kooperations-
fähigkeit der Eltern verdient denn auch besondere Beachtung, wenn das
Kind schulpflichtig ist oder die Entfernung zwischen den Wohnorten der
Eltern ein Mehr an Organisation erfordert (BGE 5A_312/2019 Erw. 2.1.2).
Die bisherigen Erfahrungen und das Verhalten der Parteien sowie ihre
gegenseitigen herabsetzenden Ausführungen im Verfahren zeigen aber,
dass die Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit der Parteien im
heutigen Zeitpunkt erheblich beeinträchtigt ist. Auch die Parteien haben vor
Vorinstanz offenbar unabhängig voneinander die Anordnung von
Kindesschutzmassnahmen in Form der Errichtung einer Beistandschaft zur
Überwachung der Ausübung des Ferienrechts (Eingabe des Klägers vom
19. November 2021, S. 21) bzw. zur Unterstützung in der Kontakt- und
Ferienregelung (Eingabe der Beklagten vom 10. Dezember 2021, S. 4 f.)
beantragt. Weiter wäre auch zu befürchten, dass sich bei einer
Ausdehnung des Kontaktrechts zwischen dem Kläger und C. auch wieder
neue Konfliktfelder für die Parteien eröffnen, was dem Kindeswohl von C.
nicht zuträglich ist. Zu berücksichtigen ist sodann auch, dass der Kläger
seit ein paar Monaten zusammen mit seiner Lebenspartnerin und deren
zwei Kindern in der ehelichen Liegenschaft in Q. lebt. Die Beklagte führte
aus, was insoweit unbestritten geblieben ist, dass C. insbesondere die
Freitagnachmittage, die er allein mit dem Kläger verbringen kann, geniesst.
Es ist daher fraglich, inwieweit zusätzliche Übernachtungen für C. im
Verbund mit der neuen Patch-Work-Familie tatsächlich ein Mehrwert sind.
Schliesslich ist allgemein bekannt, dass der Schulweg für ein Kind im
Primarschulalter für seine soziale Entwicklung von Bedeutung ist (vgl. z.B.
Der Schulweg – ein wichtiges Lernfeld [projuventute.ch]). Beim vom Kläger
beantragten Betreuungsmodell würden zusätzlich (zur aktuellen
Betreuungsregelung, wonach C. jeden Freitagmittag vom Kläger direkt von
der Schule abgeholt wird) jeder Freitagmorgen sowie jede zweite Woche
der Montagmorgen mit eigenständig zurückgelegten Schulwegen entfallen,
was ebenfalls zu berücksichtigen ist. Soweit der Kläger geltend macht, eine
weitergehende Betreuung entspreche auch dem Wunsch von C., so ist
darauf hinzuweisen, dass bei einem Kind erst ab ungefähr dem 12.
Altersjahr von der Fähigkeit zur autonomen Willensbildung ausgegangen
wird (BGE 5A_875/2017 Erw. 3.3, in: FamPra.ch 2019 S. 243). Beim erst
8-jährigen C. ist daher davon auszugehen, was auch die Vorinstanz
festgestellt hat, dass seine Fähigkeit zur Willensbildung noch nicht
genügend ausgeprägt ist, um allfällige Wünsche von ihm in die Festlegung
des persönlichen Verkehrs bzw. der Betreuungsanteile des Klägers mit
entscheidendem Gewicht miteinzubeziehen. In Würdigung all dieser
https://www.projuventute.ch/de/eltern/schule-ausbildung/schulweg
- 14 -
Gesichtspunkte (ungenügende Kooperations- und Kommunikations-
fähigkeiten der Parteien, familiäre Situation des Klägers und Beschneidung
der Schulwege von C.) erscheint eine weitere Ausdehnung der
Betreuungszeiten des Klägers im aktuellen Zeitpunkt als nicht im
Kindeswohl von C. liegend. Entsprechend erweist sich die Berufung des
Klägers in diesem Punkt als unbegründet. Darauf hinzuweisen ist aber, wie
es auch schon die Vorinstanz getan hat, dass im vorliegenden Verfahren
nur eine vorübergehende Anordnung getroffen wird. Sollte sich in der
Zukunft zeigen, dass die von den Parteien beantragte Beistandschaft eine
Entschärfung des Konflikts bewirkt bzw. sich die Kommunikations- und
Kooperationsfähigkeit der Parteien verbessern wird, können weiter-
gehende Betreuungsanteile des Klägers allenfalls im Scheidungsurteil
angeordnet werden.
2.2.
2.2.1.
Die Vorinstanz berechtigte den Kläger im angefochtenen Entscheid, mit C.
jedes Jahr vier Wochen Ferien zu verbringen, verbunden mit der Auflage,
dass die Ferienzeiten mindestens sechs Monate im Voraus zwischen den
Eltern zu fixieren seien.
2.2.2.
2.2.2.1.
Der Kläger beantragt ein Ferienrecht von sechs Wochen pro Jahr. Er führt
aus (Berufung S. 20 f.), er mache der Beklagten hinsichtlich der
Ferienplanung jeweils rechtzeitig einen Vorschlag, höre dann aber nichts
mehr von der Beklagten und diese kommuniziere ihre eigene
Ferienplanung nicht. Die Klausel der Vorinstanz, dass die Ferienzeiten
mindestens sechs Monate im Voraus zwischen den Eltern zu fixieren seien,
sei nicht ausreichend und die Beklagte stelle sich auf den Standpunkt, dass
dies für sie nicht gelte. Es müsse zusätzlich festgehalten werden, dass die
Ferienplanung des Ehemannes für die Ehefrau verbindlich sei, wenn der
Ehemann ihr diese rechtzeitig unterbreite und sie unwidersprochen bleibe
oder die Ehefrau ihre eigene Ferienplanung dem Ehemann nicht rechtzeitig
unterbreite.
2.2.2.2.
Die Beklagte hält dem entgegen (Berufungsantwort S. 17 ff.), es gebe
praktisch vor allen Ferien Schwierigkeiten. Die Ferienwochen, welche der
Kläger nicht mit C. verbringe, verplane die Mutter, entweder mit eigenen
Ferien oder sie suche nach geeigneten Ferienaktivitäten. C. sei unter ihrer
Obhut und sie gestalte den Alltag, auch den Ferienalltag. Der Kläger gehe
aber davon aus, dass die Beklagte ihm die Planung bereits Monate vorher
bekanntgeben müsse, bei einem Schulkind seien aber nicht alle Aktivitäten
bereits so früh bekannt. C. wolle nach einer Woche Ferien mit dem Kläger
wieder zur Beklagten zurück. Die Beklagte deute dies so, dass C. nach der
- 15 -
Trennung von der Mutter wieder Sicherheit benötige, dass sein Alltag noch
vorhanden sei. Der Kläger habe darin eine Verletzung seiner Rechte
gesehen und habe Druck gemacht. C. hätte im Sommer 2020 mit dem
Kläger und der neuen Familie wegfahren sollen. C. sei in seelische Nöte
geraten, bis er kurz vor Beginn der Sommerferien mit somatischen
Beschwerden ins Spital habe eingeliefert werden müssen. Bereits im
Herbst 2020 habe sich der Druck wiederholt, der Kläger habe gedroht, C.
nicht zurückzubringen, worauf die Vorinstanz die Übergabe von C.
superprovisorisch habe regeln müssen. Auch in den Sommerferien 2021
und Herbstferien 2021 sei es zu Auseinandersetzungen zwischen den
Eltern gekommen. Am sämtlichen Feiertagen komme es zu Diskussionen
von Seiten des Klägers. Den Eltern gelinge es kaum, vier Wochen zu
planen. Eine Ausdehnung der Ferien führe zu einer Ausdehnung des
Konflikts. Vier Wochen Ferien mit dem Vater seien angemessen.
2.2.3.
Bei der Frage, ob das Ferienrecht des Klägers ausgedehnt werden kann,
ist angesichts des Alters von C. davon auszugehen, dass dieser in der
Zwischenzeit zwei Wochen Ferien am Stück mit dem Kläger verbringen
kann. Mit Blick auf eine grundsätzlich gleichwertige Stellung beider
Elternteile hinsichtlich elterlicher Sorge und Betreuung (vgl. Art. 296 Abs. 2
und Art. 298 Abs. 2ter ZGB) ist von einer hälftigen Teilung der Ferienwochen
auszugehen. Besondere Gründe, aufgrund welcher eine Ausweitung des
Ferienrechts von vier auf sechs Wochen pro Jahr dem Kindeswohl von C.
abträglich sein könnten, sind nicht ersichtlich und es ist dem Kläger daher
ein Ferienrecht von sechs Wochen im Jahr einzuräumen. Im Hinblick auf
die gestörte Kommunikation der Parteien muss jedoch sichergestellt sein,
dass das Ferienrecht möglichst klar geregelt ist, so dass erneute Konflikte
zwischen den Parteien zum Vornherein vermieden werden können.
Sinnvoll erscheint folgende Regelung: Beide Parteien haben ihre Ferien
mindestens sechs Monate im Voraus anzukündigen und miteinander
abzusprechen. Der Kläger entscheidet in den geraden Jahren, wann er
seine Ferien mit C. verbringt und die Beklagte muss ihre Ferien in den
verbleibenden (Schul-)ferien beziehen. Umgekehrt entscheidet die
Beklagte in den ungeraden Jahren, wann sie ihre Ferien mit C. verbringt
und der Kläger muss seine Ferien in den verbleibenden (Schul-)ferien
beziehen.
3.
3.1.
Die Vorinstanz berechnete den Unterhaltsanspruch von C. nach der
(zweistufigen) Methode der Existenzminima mit Überschussverteilung,
welche das Bundesgericht in seiner jüngsten Rechtsprechung als
grundsätzlich verbindlich erklärt hat (BGE 147 III 293 Erw. 4.5). Dabei
werden die vorhandenen Ressourcen (effektive oder hypothetische
Einkommen) auf die beteiligten Familienmitglieder dahingehend verteilt,
- 16 -
dass in einer bestimmten Reihenfolge (Barunterhalt, Betreuungsunterhalt
der Kinder, ehelicher und nachehelicher Unterhalt, Volljährigenunterhalt)
das betreibungsrechtliche bzw. bei genügenden Mitteln das sog.
familienrechtliche Existenzminimum (zu welchem typischerweise die
Steuern, eine Kommunikations- und Versicherungspauschale, den
finanziellen Verhältnissen entsprechende statt am betreibungsrechtlichen
Existenzminimum orientierte Wohnkosten, über die obligatorische
Grundversicherung hinausgehende Krankenkassenprämien oder private
Vorsorgeaufwendungen von Selbständigen gehören) der Beteiligten
gedeckt und alsdann ein verbleibender Überschuss nach der konkreten
Situation ermessensweise verteilt wird. Der Überschuss wird grundsätzlich
zwischen den Eltern und den minderjährigen Kindern nach "grossen und
kleinen Köpfen" verteilt, wobei von dieser Regel abgewichen werden kann,
insbesondere sind "überobligatorische Arbeitsanstrengungen" zu
berücksichtigen (vgl. zum Ganzen BGE 147 III 265 Erw. 7.1-7.3).
Das monatliche Nettoeinkommen der Beklagten bestimmte die Vorinstanz
mit Fr. 7'840.00, dasjenige des Klägers mit Fr. 7'800.00. C. rechnete die
Vorinstanz Kinder- und Familienzulagen von monatlich insgesamt
Fr. 350.00 als Einkommen an.
Die Existenzminima bestimmte die Vorinstanz für die Beklagte von Juni
2018 bis Juli 2019 mit Fr. 3'795.00 (Grundbetrag: Fr. 1'200.00;
Wohnkosten: Fr. 1'800.00; abzüglich Wohnkostenanteil C.: Fr. 250.00;
Krankenkasse KVG: Fr. 435.00; Arbeitsweg: Fr. 450.00; auswärtige
Verpflegung: Fr. 160.00) und ab August 2019 mit Fr. 3'113.00 (neu:
Wohnkosten: Fr. 1'000.00; Krankenkasse KVG: Fr. 553.00), für den Kläger
von Juni 2018 bis Juli 2019 mit Fr. 3'285.00 (Grundbetrag: Fr. 1'200.00;
Wohnkosten: Fr. 1'000.00; Krankenkasse KVG: Fr. 375.00; Gesundheits-
kosten: Fr. 100.00; Arbeitsweg: Fr. 450.00; auswärtige Verpflegung:
Fr. 160.00) und ab August 2019 mit Fr. 3'235.00 (neu: Gesundheitskosten:
Fr. 50.00) sowie für C. von Juni 2018 bis Juli 2019 mit Fr. 1'595.00
(Grundbetrag: Fr. 400.00; Wohnkosten: Fr. 250.00; Krankenkasse KVG:
Fr. 130.00; Fremdbetreuungskosten: Fr. 815.00), von August 2019 bis
Dezember 2023 mit Fr. 1'450.00 (neu: Krankenkasse KVG: Fr. 150.00;
Fremdbetreuungskosten: Fr. 650.00) und ab Januar 2024 mit Fr. 1'650.00
(neu: Grundbetrag: Fr. 600.00).
Den nach Abzug des um Steuern von Fr. 950.00 erweiterten Existenz-
minimums des Beklagten von seinem Einkommen verbleibenden
Überschuss (Fr. 3'565.00 von Juli 2018 bis Juli 2019 bzw. Fr. 3'615.00 ab
August 2019) wies die Vorinstanz zu 25% bzw. plafoniert auf die Hälfte des
Grundbedarfs (ohne Fremdbetreuungskosten) (Fr. 390.00 in der ersten,
Fr. 400.00 in der zweiten und Fr. 500.00 in der dritten Phase) C. zu, woraus
vom Kläger zu leistende Unterhaltsbeiträge von Fr. 1'635 in der ersten
Phase (Juni 2018 bis Juli 2019), von Fr. 1'500.00 in der zweiten Phase
- 17 -
(August 2019 bis Dezember 2023) und von Fr. 1'800.00 in der dritten Phase
(ab Januar 2024) resultierten.
3.2.
3.2.1.
Die Vorinstanz stellte bei der Ermittlung des Einkommens der Beklagten
lediglich auf die Lohnabrechnung vom März 2019 ab (unnummerierte
Duplikbeilage), gemäss welcher die Beklagte einen 12-mal ausbezahlten
Nettomonatslohn von Fr. 8'190.00 inklusive Zulagen für C. in Höhe von
Fr. 350.00 (Fr. 220.00 Kinderzulage; Fr. 130.00 I.-Familienzulage) bzw.
abzüglich dieser Zulagen von Fr. 7'840.00 erzielte.
3.2.2.
3.2.2.1.
Der Kläger macht geltend (Berufung S. 4 f.), er habe im Eheschutzgesuch
und in der Replik die Einkommensdokumentation durch die Beklagte
verlangt. Diese habe aber lediglich die Lohnabrechnung vom März 2019
eingereicht. Die Vorinstanz sei zu Unrecht von einem Nettoeinkommen von
Fr. 7'840.00 pro Monat ausgegangen. Die Beklagte übe bei der I. eine
höhere Funktion aus und erhalte regelmässig Bonuszahlungen in
fünfstelliger Höhe. Gemäss Lohnausweis 2017 habe die Beklagte bei der I.
exklusive Kinder- und I.-Familienzulage inklusive Bonuszahlung von
Fr. 15'000.00 ein jährliches Nettoeinkommen von Fr. 107'329.00, somit
Fr. 8'944.10 pro Monat, erzielt. Die Beklagte sei zu verpflichten, die
Lohnausweise der Jahre 2018-2020 und die Lohnabrechnungen für das
Jahr 2021 zu edieren. Derweil sei von einem Mindestnettoeinkommen von
Fr. 8'944.00 auszugehen.
3.2.2.2.
Die Beklagte führt dazu aus (Berufungsantwort S. 3), die Ausführungen des
Klägers seien irrelevant, falsch und seien bestritten. Zur Berechnung des
Unterhaltsbeitrags sei primär der Lohn des nicht betreuenden Elternteils
massgebend.
3.2.3.
Entgegen der Auffassung der Beklagten ist bei der Bemessung der
Unterhaltsbeiträge nicht nur die Leistungsfähigkeit des Klägers, sondern
auch ihre eigene Leistungsfähigkeit von Belang (vgl. hinten Erw. 3.7.1.).
Die Unterhaltsverpflichtung des Klägers beginnt rückwirkend ab Juni 2018
(vgl. dazu hinten Erw. 3.7.2.1.). Massgebend sind grundsätzlich somit die
Einkommen beider Parteien ab dem Jahr 2018. Gemäss Lohnausweis
2017 (Berufungsbeilage 4) erzielte die Beklagte im Jahr 2017 einen
Nettolohn von Fr. 111'529.00. Darin enthalten sind unregelmässige
Leistungen (Bonus) in der Höhe von (brutto) Fr. 16'360.00 sowie
Kinderzulagen von Fr. 2'640.00 und die I.-Familienzulagen von
Fr. 1'560.00. Bonuszahlungen gehören zum Einkommen
- 18 -
(BGE 5A_454/2010 Erw. 3.2.), wobei deren Abhängigkeit von der
persönlichen Zielerreichung sowie vom Geschäftsergebnis der Qualifika-
tion als Lohnbestandteil nicht entgegensteht (BGE 5A_686/2010 Erw. 2.4.).
Der Kläger hat vor Vorinstanz in Kenntnis des Lohnausweises 2017
(act. 62) – und damit auch der Bonuszahlungen – lediglich in allgemeiner
Weise die Dokumentation "der finanziellen Verhältnisse" (act. 16) bzw. "die
für den Kinderunterhalt relevanten aktuellen Belege" (vgl. 62) der Klägerin
beantragt, nicht jedoch - wie nunmehr im Berufungsverfahren - explizit die
Lohnausweise der Jahre 2018 bis 2020. Nachdem die Beklagte in der
Folge in der Duplik einzig die Lohnabrechnung vom März 2019 verurkundet
hatte, äusserte sich der Kläger nicht mehr zum Einkommen der Beklagten
und machte insbesondere nicht geltend, die Beklagte habe ihre
Einkommensverhältnisse ungenügend dokumentiert. Die Beklagte hatte
somit keine Veranlassung, weitere Belege zu ihrem Einkommen und
insbesondere zu allfällig erhaltenen Boni einzureichen. Dass die Vorinstanz
bei dieser Ausgangslage bei der Ermittlung des Einkommens der Beklagten
auf die Lohnabrechnung vom März 2019 (unnummerierte Duplikbeilage)
abgestellt und die mit keinem Wort thematisierten Bonuszahlungen
unberücksichtigt gelassen hat, ist daher an sich nicht zu beanstanden. Was
die im Berufungsverfahren vom Kläger wieder aufgeworfene Frage des
Einkommens der Beklagten (inkl. Bonuszahlungen) anbelangt, so geht
diese selbst in der der Steuerberechnung (Berufungsantwortbeilage 15)
von einem zu versteuernden Netto(erwerbs)einkommen von Fr. 110'000.00
aus, ohne den beantragten Unterhaltsbeitrag Fr. 1'500.00 pro Monat
(Berufungsantwort S. 11). Dies ergibt ein monatliches Einkommen von
Fr. 9'166.70, wobei davon auszugehen ist, dass darin die von der
Beklagten zu versteuernde Kinderzulage (Fr. 220.00) und die (ebenfalls zu
versteuernde) I.-Familienzulage (Fr. 130.00) enthalten ist. Gemäss
Lohnabrechnung vom März 2019 erzielte die Beklagte einen Nettolohn von
Fr. 8'190.00, inklusive Kinderzulage von Fr. 220.00 und I.-Familienzulage
von Fr. 130.00. Bei der I.-Familienzulage in der Höhe von monatlich
Fr. 130.00 handelt es sich um eine freiwillige Leistung der Arbeitgeberin der
Beklagten bzw. um einen Lohnbestandteil und nicht um Geldleistungen im
Sinn des Familienzulagengesetzes, die die dem Kind zukommen (Art. 285a
ZGB; FOUNTOULAKIS, BSK ZGB, a.a.O., N. 2 zu Art. 285a ZGB). Die I.-
Familienzulage ist somit entgegen der Vorinstanz, welche die Kinderzulage
und die Familienzulage in Abzug gebracht hat, nicht zum Einkommen von
C., sondern zum Einkommen der Beklagten zu zählen (Berufungsantwort
S. 11). Das gestützt auf die Gehaltsabrechnung März 2019 ermittelte
Einkommen der Beklagten beläuft sich somit nicht auf Fr. 7'840.00, sondern
auf Fr. 7'970.00 (Fr. 8'190.00 ./. Fr. 220.00), nachdem die Aufrechnung der
Parkplatzkosten in der Höhe von Fr. 40.00 von der Beklagten
unbeanstandet geblieben ist. Im Berufungsverfahren reichte die Beklagte
die Lohnabrechnung vom Oktober 2021 (Berufungsantwortbeilage 4) ein,
gemäss welcher sie einen Nettolohn von Fr. 8'312.80, inklusive
Kinderzulage von Fr. 220.00 und Familienzulage von Fr. 130.00, erzielte.
- 19 -
Nach Abzug der Kinderzulagen beläuft sich das massgebende
Nettoeinkommen im Oktober 2021 auf Fr. 8'092.80. Vergleicht man die
Einkommen vom März 2019 (Fr. 7'970.00) bzw. vom Oktober 2021
(Fr. 8'092.80) mit dem Einkommen (abzüglich Kinderzulage), welches die
Klägerin ihrer Steuerberechnung zu Grunde legt (Fr. 8'946.70 [Fr. 9'166.70
./. Fr. 220.00]), resultiert eine Differenz von monatlich Fr. 976.70 bzw. von
Fr. 853.90, was jährliche Beträge von Fr. 11'720.40 bzw. von Fr. 10'246.80
ergibt. Es ist daher davon auszugehen, dass die Beklagte nach wie vor
Bonuszahlungen in mindestens dieser Grössenordnung erhält bzw. dass
sie ihrer Steuerberechnung solche zu Grunde legte, und diese sind somit
in ihrem Einkommen zu berücksichtigen. Was die effektive Höhe der
erhaltenen Bonuszahlungen anbelangt, ist von einer Edition der
Lohnausweise 2018 bis 2020 trotz der geltenden Untersuchungsmaxime
abzusehen, da das Berufungsverfahren nicht dazu dient, prozessuale
Versäumnisse der Parteien – vorliegend des Klägers - im erstinstanzlichen
Verfahren zu deren Gunsten zu beheben. Es ist auf das vom Kläger geltend
gemachte Einkommen der Beklagten von Fr. 8'944.00 inkl. Bonus-
zahlungen abzustellen (Berufung S. 5), das aufgrund der vorliegenden
Unterlagen glaubhaft erscheint. Auf die Ausführungen des Klägers in seiner
Eingabe vom 19. November 2021 (S. 2 f.) ist nicht weiter einzugehen,
soweit er darin im Sinn einer reinen Ergänzung der Berufung und der darin
vorgebrachten Kritik am angefochtenen Entscheid ein Einkommen der
Beklagten von nunmehr Fr. 9'645.00 geltend macht (Erw. 1.1. vorstehend).
Da die Beklagte dem Kläger keine Unterhaltsbeiträge bzw. einen allfälligen
Anteil am Bonus zu leisten hat, sondern die Höhe ihres Einkommens einzig
im Rahmen der Bestimmung des Überschusses und einer allfälligen
Beteiligung am Barunterhalt von C. von Bedeutung ist, muss der Bonus
zudem nicht separat ausgewiesen werden.
3.3.
3.3.1.
In Bezug auf das dem Kläger angerechnete Einkommen von monatlich
netto Fr. 7'800.00 stützte sich die Vorinstanz (wiederum) einzig auf die
Lohnabrechnung von einem Monat (Mai 2019; Klagebeilage 5) ab, gemäss
welcher der Kläger ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 7'206.65
erzielte (Fr. 7'206.65 x 13 : 12).
3.3.2.
3.3.2.1.
Die Beklagte macht geltend (Berufungsantwort S. 3), der Kläger reiche
keine Dokumente zu seinem Einkommen ein, es sei daher davon
auszugehen, dass sich das Einkommen des Klägers erheblich erhöht habe.
Für die Jahre 2019 bis 2021 sei von Fr. 8'500.00 bis Fr. 9'000.00 in einem
Pensum von 100% auszugehen. Der Kläger habe C. jeweils am Freitag zu
sich genommen, wobei sein Arbeitgeber flexibel sei und er das Pensum
aufteilen könne. Seit Kindergarteneintritt nehme der Kläger C. erst ab dem
- 20 -
Mittag. Eine Reduktion von 10% sei damit nicht notwendig, um diesen
Kontakt zu erhalten. Es sei daher von einem Pensum von 100%
auszugehen. Aufgrund des Lohnbelegs vom Mai 2019 ergebe sich ein
korrigiertes Nettoeinkommen von Fr. 7'440.00 bzw. inkl. 13. Monatslohn
von Fr. 8'060.00. Gemäss Steuerveranlagung 2017 habe der Kläger ein
Einkommen von Fr. 8'500.00 erzielt, was heraufgerechnet auf ein 100%-
Pensum ca. Fr. 9'100.00 ergebe. Davon sei mangels Belegen auszugehen.
3.3.2.2.
Der Kläger lässt dazu ausführen (Eingabe vom 19. November 2021,
S. 3 f.), sein effektives Einkommen habe sich in den letzten Jahren nicht
verändert. Gestützt auf die Lohnabrechnungen Januar bis Oktober 2021
resultiere ein Jahresnettolohn von hochgerechnet Fr. 100'600.00. Seit
Januar 2017 habe der Nettolohn somit Fr. 8'400.00 betragen. Da der Kläger
C. seit seinem Eintritt in den Kindergarten im August 2018 jeden
Freitagnachmittag betreue, sei ihm eine Erhöhung seines Arbeitspensums
von 90% auf 100% weder möglich noch zumutbar.
3.3.3.
Der Kläger reichte mit Eingabe vom 19. November 2021 die Lohnausweise
der Jahre 2018 bis 2020 ein (Beilage 8), nachdem die Beklagte in der
Berufungsantwort vorgebracht hatte, der Kläger habe sein Einkommen
nicht belegt. Abgesehen davon, dass der Kläger nunmehr ein höheres
Einkommen als im angefochtenen Entscheid anerkannt hat, handelt es sich
bei den Ausführungen zu seinem Einkommen und den neu eingereichten
Unterlagen somit nicht um (unzulässige) Ergänzungen zu seiner Berufung
und sie sind zu berücksichtigen (vgl. dazu die Ausführungen der Beklagten
in der Eingabe vom 10. Dezember 2021, S. 2 f.). Im Jahr 2018 erzielte der
Kläger ein Nettoeinkommen von Fr. 100'946.00, was einem monatlichen
Einkommen von Fr. 8'412.00 entspricht. Im Jahr 2019 erzielte der Kläger
ein Nettoeinkommen von Fr. 101'812.00, was einem monatlichen
Einkommen von Fr. 8'484.00 entspricht. Im Jahr 2020 erzielte der Kläger
ein Nettoeinkommen von Fr. 101'575.00, was einem monatlichen
Einkommen von Fr. 8'465.00 entspricht (vgl. Lohnausweise 2018, 2019 und
2020, Beilage 8 zur Eingabe des Klägers vom 19. November 2021). Aus
den Lohnabrechnungen des Klägers vom Mai 2019 (Klagebeilage 5) sowie
den Lohnabrechnungen Januar bis Oktober 2021 (Beilage 7 zur Eingabe
des Klägers vom 19. November 2021) ergibt sich, dass der Bruttolohn ab
April 2021 marginal höher ist (Fr. 8'882.40 von Mai 2019 bis März 2021,
Fr. 8'935.65 ab April 2021). Es ist daher gerechtfertigt, auch für die Jahre
ab 2021 auf das im Jahr 2020 erzielte Einkommen (Fr. 8'465.00 pro Monat)
abzustellen. Soweit die Beklagte geltend macht, der Kläger habe sein
Arbeitspensum von 90% auf 100% zu erhöhen, legt sie keinen triftigen
Grund dar, warum eine solche Erhöhung angezeigt wäre. Vielmehr verhält
es sich so, dass die wirtschaftlichen Verhältnisse der Parteien nicht eng
sind und der Kläger das gemeinsame Kind C. jeweils am Freitagnachmittag
- 21 -
betreut, was offenbar einer von den Parteien während des ehelichen
Zusammenlebens gemeinsam getroffenen Entscheidung der Parteien
entspricht (vgl. Schreiben der J. vom 29. Mai 2019 [Klagebeilage 2],
gemäss welchem die Pensumsreduktion von 100% auf 90% per 1. Juli
2014 erfolgte). Nach dem Gesagten sind dem Kläger somit folgende
Einkommen anzurechnen:
2018: Fr. 8'412.00
2019: Fr. 8'484.00
ab 2020: Fr. 8'465.00
(vgl. zur privaten Nutzung des Geschäftswagens hinten Erw. 3.6.1.3.)
3.4.
3.4.1.
3.4.1.1.
Die Vorinstanz berücksichtigte im Existenzminimum von C.
Fremdbetreuungskosten von Fr. 815.00 bzw. ab August 2019 von
Fr. 650.00. Sie erwog (Erw. 7.2.1. des angefochtenen Entscheids),
grundsätzlich könne bei der Betreuung durch nahe Verwandte von
Unentgeltlichkeit ausgegangen werden, in casu liege aber ein Vertrag mit
der Grossmutter über die Betreuung während wöchentlich 10 Stunden
gegen monatlich Fr. 800.00 vor. Dieser sei zu einer Zeit abgeschlossen
worden, in der die Grossmutter C. den ganzen Montagnachmittag betreut
habe. Seit er am Montagnachmittag den Kindergarten besuche, sei er nur
noch zum Mittagessen bei der Grossmutter. Auch unter Berücksichtigung
von einer höheren Betreuungsdauer während der Ferien sei von maximal
der Hälfte der bisherigen Betreuungszeit und damit auch von Fr. 400.00 pro
Monat auszugehen. In R. betrügen die Kosten für die Tagesstruktur nur
noch ca. Fr. 2'800.00 pro Jahr.
3.4.1.2.
3.4.1.2.1.
Der Kläger macht geltend (Berufung S. 6 ff.), es sei unbestritten, dass C.
seit seiner Geburt am Montag regelmässig von der Grossmutter betreut
werde. Dies beruhe jedoch auf ihrem ausdrücklichen Wunsch.
Dementsprechend habe sie dafür noch nie eine Entschädigung erhalten
oder verlangt. Entsprechendes habe die Beklagte denn auch erstmals in
der Stellungahme vom 17. Juli 2019 und unter Hinweis auf einen vom
25. April 2018 datierenden Arbeitsvertrag geltend gemacht, obwohl die
Parteien seit Monaten Verhandlungen über eine Trennungskonvention
geführt hätten. Ganz im Gegenteil sei auch die Voranwältin der Beklagten
von Drittbetreuungskosten ab August 2018 von Fr. 600.00 pro Monat
ausgegangen. Die Beklagte habe in der Parteibefragung ausgeführt, sie
bezahle ihrer Mutter Fr. 800.00 im Monat, damit die Ferienwohnung in V.,
welche fast nur von der Beklagten benutzt werde, erhalten bleiben könne.
- 22 -
Der eigentliche Zweck allfälliger Zahlungen sei somit nicht die Betreuung
von C., sondern der Erhalt der Ferienwohnung in V. auf Kosten des
Klägers. Für die Betreuung von C. dürften – wie während all der Jahre bis
zur Trennung – keine Kosten eingesetzt werden. Zudem habe die
Grossmutter C. infolge Corona ab März 2020 bis im Frühjahr 2021 nicht
mehr betreut. Falls von der Entgeltlichkeit der Betreuung durch die
Grossmutter ausgegangen werde, seien Fr. 400.00 pro Monat völlig
unhaltbar. Die Betreuung von C. beschränke sich auf ein Mittagessen am
Montag, von März 2020 bis Frühjahr 2021 habe die Grossmutter nicht
betreut und eine regelmässige Ferienbetreuung sei nicht glaubhaft
gemacht worden. Ein Mittagstisch koste in R. rund Fr. 15.00 pro Mittag. Die
Betreuung an einem ganzen Nachmittag koste rund Fr. 20.00. Ausgehend
von 38 Schulwochen bzw. 14 Wochen Schulferien resultierten für eine
Mittagsbetreuung jährliche Kosten von maximal Fr. 570.00, d.h. Fr. 47.00
pro Monat.
3.4.1.2.2.
Die Beklagte hält dem entgegen (Berufungsantwort S. 4 ff.), die
Grossmutter habe C. seit seiner Geburt betreut und sie sei eine wichtige
Bezugsperson von C.. Seit dem Eintritt in den Kindergarten gehe C. nach
dem Kindergarten bzw. nach der Schule zur Grossmutter, welche auch das
Nachtessen für ihn koche. Die Beklagte bezahle nicht für die Nutzung der
Ferienwohnung, sie bezahle für die Möglichkeit, C. regelmässig am Montag
und an den Randzeiten betreuen zu lassen. Die Vorinstanz habe den
ausgewiesenen Betrag von Fr. 800.00 an die Grossmutter auf Fr. 400.00
gekürzt, was nicht ausreichend begründet sei. Im Bedarf von C. seien somit
Fr. 800.00 aufzunehmen, neben den Kosten der institutionellen Betreuung.
Die Beklagte müsse Personalgespräche mit Personal im Schichtbetrieb am
Morgen früh (7 Uhr) oder am Abend (nach 18 Uhr) führen. In diesen Zeiten
springe die Grossmutter ein. Für diese Flexibilität, für die Kontinuität in der
Betreuung und für die effektiven Betreuungsstunden, nicht nur für die
Mittagessen, zahle die Beklagte monatlich Fr. 800.00. Eine Kita könne
Randzeiten nicht abdecken. Es sei falsch, dass die Grossmutter C.
während der Pandemie nicht betreut habe. Sie habe C. nur von März 2020
bis Ende Mai 2020 nicht betreut (vgl. auch Eingabe der Beklagten vom 10.
Dezember 2021, S. 3). Es sei richtig, dass der Kläger zu Beginn der
Pandemie C. für einige Tage zu sich genommen habe. Der Aufwand für die
Beklagte sei aber zu hoch gewesen und C. sei aus seinem Alltag gerissen
worden.
3.4.1.3.
Unbestritten ist, dass die Grossmutter von C. bzw. die Mutter der
Beklagten, K., C. seit seiner Geburt regelmässig betreut. Mit der
Klageantwort vom 17. Juli 2019 verurkundete die Beklagte einen mit K. am
25. April 2018 abgeschlossenen Arbeitsvertrag betreffend Kinderbetreuung
- 23 -
(Antwortbeilage 9). Gemäss diesem Arbeitsvertrag hat das Arbeitsver-
hältnis zwischen der Beklagten und K. am 1. Mai 2018 begonnen, die
wöchentliche Arbeitszeit beträgt durchschnittlich 10 Stunden (inklusive
Ferienbetreuung) und der monatliche Bruttolohn beträgt Fr. 800.00. Der
Kläger führte in diesem Zusammenhang bereits vor Vorinstanz aus, dass
weder die Beklagte noch ihre Voranwältin den Arbeitsvertrag mit der Mutter
der Beklagten in den (vor Einreichung des Eheschutzgesuchs erfolgten)
Vergleichsverhandlungen je erwähnt hätten oder dass die Betreuung
entschädigt werde (act. 78). Diese Ausführungen sind von der Beklagten
unbestritten geblieben. Unbestritten ist zudem auch, dass die Betreuung
von C. vor Abschluss des Arbeitsvertrags stets unentgeltlich erfolgte. Es
kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass der Arbeitsvertrag vom
25. April 2018 aus prozesstaktischen Gründen abgeschlossen wurde. Dass
Zahlungen an die Grossmutter in der Höhe von Fr. 800.00 pro Monat
tatsächlich erfolgt sind, vermochte die Beklagte aber glaubhaft zu machen,
ebenso, dass die geltend gemachten Kinderbetreuungskosten von der
Beklagten offenbar erfolgreich vom steuerbaren Einkommen abgezogen
werden können (vgl. Bestätigung der Betreuungskosten der L. vom
29. Oktober 2021 und Kontoauszüge der M. aus dem Jahr 2020,
Berufungsantwortbeilage 6). Die Beklagte vermochte daher glaubhaft zu
machen, dass die Betreuung von C. durch ihre Mutter zumindest im
vorliegend interessierenden Zeitraum nicht unentgeltlich erfolgt. Im
Rahmen des vorliegenden Eheschutzverfahrens können Betreuungs-
kosten jedoch nur in dem Umfang berücksichtigt werden, in dem sie
tatsächlich begründet sind. C. verbrachte den Montagnachmittag jeweils im
Kindergarten und wurde, wie die Beklagte vor Vorinstanz selber ausführte,
nach dem Kindergarten am späten Montagnachmittag von ihr persönlich
betreut (vgl. act. 78 ff.; 149). Die Schlussfolgerung der Vorinstanz, seit C.
am Montagnachmittag den Kindergarten besuche, sei er nur noch zum
Mittagessen bei der Grossmutter, ist somit nicht zu beanstanden. Dass die
Beklagte die Personalgespräche mit den Schichtarbeitern regelmässig in
den Randstunden (morgens um 7 Uhr oder abends nach 18 Uhr) führen
muss, brachte sie zudem erst im Berufungsverfahren vor. Vor Vorinstanz
ging es lediglich um die Betreuung durch die Grossmutter an den
Montagen. Zudem führte die Beklagte aus, sie gehe jeden Tag etwas
später zur Arbeit, weil sie C. am Morgen in den Kindergarten bringe (act.
88, 91). Dass die Beklagte insbesondere auch in den Randstunden
regelmässig auf die Betreuung durch ihre Mutter angewiesen ist, ist daher
nicht glaubhaft gemacht. Die Beklagte macht sodann geltend, die
Grossmutter betreue C. auch in den Schulferien. Die Schulferien dauern in
der Regel 13 Wochen pro Jahr. Dem Kläger steht laut dem angefochtenen
Entscheid ein Ferienrecht von vier Wochen zu, bei der Beklagten ist davon
auszugehen, dass sie fünf Wochen Ferien mit C. verbringt (Berufungs-
antwort S. 7). Zudem besucht C. in den Schulferien Tagescamps
(Berufungsantwort S. 7). In welchem Umfang C. tatsächlich in den Schul-
ferien von der Grossmutter betreut wird, legt die Beklagte nicht näher dar.
- 24 -
Die von der Vorinstanz mit Fr. 400.00 berücksichtigten Kosten der
Grossmutter für die Betreuung von C. am Montagmittag sowie in nicht
näher dargelegtem Umfang in den Ferien erscheinen daher als zu hoch
und es ist ermessensweise von solchen von Fr. 200.00 auszugehen. Was
die weiter strittige Frage der Betreuung durch die Grossmutter während der
Corona-Pandemie anbelangt, führt die Beklagte aus (Berufungsantwort
S. 6), die Grossmutter habe von Beginn [der Pandemie] bis zu ihrer
Impfung Ende Mai 2020 eine Pause eingelegt. In der Eingabe vom
10. Dezember 2021 (S. 3 unten) macht sie geltend, im Mai 2020 habe zwar
noch kein Impfstoff vorgelegen, was aber nichts daran ändere, dass die
Grossmutter die Betreuung von C. im Mai 2020 wieder aufgenommen
habe. Aufgrund dieser widersprüchlichen Aussagen der Beklagten ist nicht
genügend glaubhaft, dass die Grossmutter von C. diesen ab Beginn der
Pandemie im März 2020 bis zur Verabreichung der ersten Impfungen
anfangs 2021 tatsächlich betreut hat, weshalb in diesem Zeitraum keine
Betreuungskosten der Grossmutter berücksichtigt werden können, sondern
lediglich die Kosten für den Mittagstisch in der Höhe von Fr. 50.00 pro
Monat (Fr. 15.00 x 40 Wochen : 12). Der Einfachheit halber ist dieser
Zeitraum auf das ganze Jahr 2020 festzusetzen. Ab Eröffnung des
vorliegenden Entscheids wird dem Kläger sodann ein Ferienrecht von
sechs Wochen pro Jahr eingeräumt (Erw. 2.2. vorstehend). Ab diesem
Zeitpunkt ist davon auszugehen, dass die Beklagte in den Schulferien von
C. nicht mehr oder nur noch marginal auf Betreuung durch ihre Mutter
angewiesen ist. Es sind daher nur noch Betreuungskosten durch die
Grossmutter von monatlich Fr. 100.00 zu berücksichtigen. Zusätzlich sind
die Fremdbetreuungskosten der Institutionen zu berücksichtigen. Von Juli
bis Dezember 2018 betrugen diese Fr. 2'306.90 bzw. monatlich 384.50
(Berufung S. 10; Bestätigung Gemeindeverwaltung W. vom 1. Juli 2018,
Beilage 13 zur Eingabe des Klägers vom 21. August 2019), im Jahr 2019
Fr. 1'267.85 bzw. monatlich Fr. 105.65 und ab dem Jahr 2020 Fr. 1'964.60
bzw. monatlich Fr. 163.70 (Berufungsantwort S. 7; Steuerbescheinigungen
vom 10. Februar 2021 und 10. Februar 2020, Berufungsantwortbeilage 7).
Die Kosten für das Tennis- bzw. Soccercamp sind ebenfalls als
Fremdbetreuungskosten zu berücksichtigen (und nicht als Kosten für
Hobbies, Eingabe des Klägers vom 19. November 2021, S. 9) und sie sind
mit Fr. 520.00 (Sommercamp) und Fr. 470.00 (Herbstcamp) für das Jahr
2021 glaubhaft gemacht (Berufungsantwortbeilage 8), insgesamt somit mit
Fr. 990.00 jährlich bzw. Fr. 82.50 monatlich. Die Kosten für Feriencamps
sind sodann auch für die Zukunft mit Fr. 82.50 monatlich zu berück-
sichtigen.
Die Fremdbetreuungskosten von C. präsentieren sich somit wie folgt:
Juni 2018 bis Dezember 2018: Fr. 584.50 (Fr. 200.00 + Fr. 384.50)
2019: Fr. 305.65 (Fr. 200.00 + Fr. 105.65)
2020: Fr. 213.70 (Fr. 50.00 + Fr. 163.70)
- 25 -
2021 bis und mit März 2022: Fr. 446.20 (Fr. 200.00 + Fr. 163.70 + Fr. 82.50)
Ab April 2022: Fr. 346.20 Fr. (Fr. 100.00 + Fr. 163.70 + Fr. 82.50)
3.4.2.
Die Vorinstanz berücksichtigte im Existenzminimum von C. KVG-Prämien
von monatlich Fr. 130.00 bzw. von Fr. 150.00 ab August 2019.Die Beklagte
macht geltend (Berufungsantwort S. 10), es seien auch die Kosten der
Zusatzversicherungen nach VVG zu berücksichtigen. Da vorliegend
aufgrund der dargelegten Einkommensverhältnisse der Parteien genügend
Mittel vorhanden sind (vgl. auch die Unterhaltsberechnung, Erw. 3.7.
hinten), ist für die Unterhaltsberechnung das sog. familienrechtliche
Existenzminimum massgebend. Es sind somit nicht nur die Kranken-
kassenprämien der Grundversicherung (KVG), sondern auch der Zusatz-
versicherungen (VVG) zu berücksichtigen. Diese sind für das Jahr 2019 mit
Fr. 184.30 (Versicherungspolice Swica 2019, Antwortbeilage 8), für das
Jahr 2020 mit Fr. 212.05, für das Jahr 2021 mit Fr. 218.25 (Versicherungs-
policen Swica 2020 und 2021, Berufungsantwortbeilage 12) und für das
Jahr 2022 mit Fr. 215.25 (Berufungsantwortbeilage 13) belegt und im
familienrechtlichen Existenzminimum von C. zu berücksichtigen.
3.4.3.
Die Vorinstanz berücksichtigte in Existenzminimum von C. keine unge-
deckten Gesundheitskosten. Im Berufungsverfahren macht die Beklagte
ungedeckte Gesundheitskosten von Fr. 22.00 für C. geltend (Berufungs-
antwort S. 10). Unter diesem Titel sind einzig für das Jahr 2020 ungedeckte
Gesundheitskosten von C. von Fr. 82.65 (vgl. Kostenzusammenstellung
Swica, Berufungsantwortbeilage 14), d.h. von monatlich Fr. 6.90, ausge-
wiesen. Diese sind im (familienrechtlichen) Existenzminimum von C. zu
berücksichtigen.
3.4.4.
Im familienrechtlichen Existenzminimum von C. ist sodann auch ein
Steueranteil zu berücksichtigen (Berufungsantwort S. 11). Dieser beläuft
sich auf Fr. 250.00 pro Monat (vgl. zum Ganzen Erw. 3.5.5.4. nach-
stehend),
3.4.5.
Der von der Vorinstanz im Bedarf von C. eingesetzte Wohnkostenanteil von
Fr. 250.00 ist nicht zu beanstanden. Es ist nicht ersichtlich, dass der von
der Beklagten geltend gemachte Betrag von Fr. 383.00 (Berufungsantwort
S. 10) "den konkreten finanziellen Verhältnissen" (BGE 147 III 265 Erw. 7.2
S. 282) eher entsprechen sollte als Fr. 250.00.
3.4.6.
Die familienrechtlichen Existenzminima von C. sind somit auf folgende
Beträge festzusetzen:
- 26 -
1. Juni 2018 bis 31. Dezember 2018: Fr. 1'614.50 (Grundbetrag: Fr. 400.00;
Wohnkostenanteil: Fr. 250.00; Krankenkassenprämien: Fr. 130.00; Fremdbe-
treuungskosten: Fr. 584.50; Steueranteil: Fr. 250.00)
1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019: Fr. 1'389.95 (neu: Krankenkassen-
prämien: Fr. 184.30; Fremdbetreuungskosten: Fr. 305.65)
1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2020: Fr. 1'332.65 (neu: Krankenkassen-
prämien: Fr. 212.05; ungedeckte Gesundheitskosten: Fr. 6.90; Fremdbetreuungs-
kosten: Fr. 213.70)
1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021: Fr. 1'564.45 (neu: Krankenkassen-
prämien: Fr. 218.25; Fremdbetreuungskosten: Fr. 446.20; Wegfall ungedeckte
Gesundheitskosten Fr. 6.90)
1. Januar 2022 bis 31. März 2022: Fr. 1'561.45 (neu: Krankenkassenprämien:
Fr. 215.25)
1. April 2022 bis 31. Dezember 2023: Fr. 1'461.45 (neu: Fremdbetreuungs-
kosten: Fr. 346.20)
Ab 1. Januar 2024: Fr. 1'661.45 (neu: Grundbetrag: Fr. 600.00)
3.5.
3.5.1.
3.5.1.1.
Die Vorinstanz berücksichtigte im Existenzminimum der Parteien Arbeits-
wegkosten von monatlich je Fr. 450.00. Sie erwog (Erw. 7.2.1. des
angefochtenen Entscheids), bei beiden Ehegatten könne von einem
Arbeitsweg von ca. 20km ausgegangen werden (er von Q. nach R., sie von
R. nach X./Y.). Da diese Wege zwei Mal pro Tag, viermal Mal pro Woche,
zurückgelegt würden, sei von Kosten für den Arbeitsweg von je Fr. 450.00
auszugehen.
3.5.1.2.
3.5.1.2.1.
Der Kläger macht geltend (Berufung S. 12), die Vorinstanz habe
übersehen, dass die Beklagte auf dem N. arbeite, d.h. 3.5 Km entfernt von
ihrem Wohnort an der [...] in R.. Bei den einmal wöchentlich stattfindenden
Fahrten von X. nach Y. handle es sich um Fahrten innerhalb der Ausübung
des Berufs, für welche die Beklagte das Auto benötige und Spesen
abrechnen könne. Die Mobilitätskosten der Beklagten seien daher auf
Fr. 80.00 zu kürzen.
3.5.1.2.2.
Die Beklagte hält dem entgegen (Berufungsantwort S. 8), ursprünglich
habe sie mit C. in W. gewohnt, in der Zwischenzeit sei sie nach R.
- 27 -
umgezogen. Der Kläger anerkenne, dass die Beklagte für den Arbeitsweg
das Auto benutzen müsse. Sie benötige dieses zudem auch für die
Übergaben des Sohnes. Die Auslagen für das unbestritten notwendige
Fahrzeug lägen bei durchschnittlich Fr. 4'400.00 pro Jahr bzw. Fr. 360.00
pro Monat. Hinzu kämen die Benzinkosten, Fr. 400.00 pro Monat seien
daher angemessen.
3.5.1.3.
Gemäss Ziffer II/4 lit. d der im Kreisschreiben der Schuldbetreibungs- und
Konkurskommission des Obergerichts vom 21. Oktober 2009 enthaltenen
Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenz-
minimums [Notbedarf] nach Art. 93 SchKG [SchKG-Richtlinien;
KKS.2005.7]) sind die Kosten für den Arbeitsweg im Existenzminimum zu
berücksichtigen. Bei einem Fahrzeug handelt es sich dann um ein
Kompetenzgut im Sinn der SchKG-Richtlinien, wenn der Betroffene wegen
des Arbeitswegs, der Arbeitszeit oder andern speziellen Umständen auf ein
Fahrzeug angewiesen ist.
3.5.1.4.
Der Kläger hat insoweit eingestanden, dass die Beklagte für ihren
Arbeitsweg auf ein Auto angewiesen ist. Für den Arbeitsweg der Beklagten
von R., wo die Beklagte seit 1. August 2019 wohnt (act. 100), zum N. (7 Km
pro Tag [google.maps.com], viermal pro Woche) hat der Kläger einen
Betrag von Fr. 80.00 pro Monat anerkannt. Bei den direkten Bundessteuern
können für die Benützung des privaten Autos für den Arbeitsweg Fr. 0.70
pro Km als notwendige Kosten in Abzug gebracht werden (Art. 5 Abs. 2 lit.
b und Anhang Berufskostenverordnung; SR.642.118.1). Jedenfalls im
vorliegend relevanten tiefen Km-Bereich liegt dies im Rahmen der
Kilometerkostenberechnung des TCS. Ausgehend von geschätzten 180
Arbeitstagen der Beklagten (47 Wochen x 4 Arbeitstage, abzüglich
Feiertagen und weiterer Abwesenheiten) ergeben sich bei einer Strecke
von 7 Km pro Tag und Kosten von Fr. 0.70 pro Km monatliche Fahrtkosten
von Fr. 73.50 ([180 x 7 x 0.7] : 12). Zusätzlich ist die Anwohnerparkkarte zu
berücksichtigen, welche mit Fr. 284.00 (Berufungsantwortbeilage 9) bzw.
monatlich Fr. 23.65 zu Buche schlägt. Für die Zeit vor August 2019 war die
Beklagte an der [...] in W. wohnhaft. Der Arbeitsweg betrug rund 6.5 Km
bzw. 13 Km pro Tag (google.maps.com). Entsprechend ergeben sich
Arbeitswegkosten von Fr. 136.50 ([180 x 13 x 0.7] : 12). Dass die Beklagte
auch für die Übergaben von C. auf ein Auto angewiesen ist, vermochte
diese sodann nicht glaubhaft zu machen. Bis zum 31. Juli 2019 sind im
Existenzminimum der Beklagten somit Arbeitswegkosten von Fr. 136.50
und ab 1. August 2019 Fr. 97.15 (Fr. 73.50 + Fr. 23.65) zu berücksichtigen.
- 28 -
3.5.2.
3.5.2.1.
Die Vorinstanz berücksichtigte im Existenzminimum der Beklagten
Wohnkosten von Fr. 1'800.00 (Mietkosten der Wohnung in W.) bzw. ab
August 2019 von Fr. 1'000.00 (Hypothekarzins zuzüglich durchschnittlichen
Unterhaltsaufwand von 20% des Eigenmietwerts, vgl. Erw. 7.2.1. des
angefochtenen Entscheids), wovon sie einen Wohnkostenanteil von
Fr. 250.00 für C. in Abzug brachte.
3.5.2.2.
3.5.2.2.1.
Die Beklagte macht geltend (Berufungsantwort S. 10), die Vorinstanz habe
ihre Wohnkosten zu tief berechnet. Die Wohnkosten seien belegt, der
monatliche Hypothekarzins betrage Fr. 850.00, die Nebenkosten
Fr. 350.00.
3.5.2.2.2.
Der Kläger bestreitet die von der Beklagten geltend gemachten
Wohnkosten und hält dafür (Eingabe vom 19. November 2021, S. 14), die
von der Beklagten eingereichten Unterlagen würden insgesamt nur
Wohnkosten von Fr. 950.00 belegen, was tiefer sei als von der Vorinstanz
eingesetzt.
3.5.2.3.
Wird ein Eigenheim bewohnt, ist gemäss Ziffer II/1 der SchKG-Richtlinien
der Liegenschaftsaufwand, bestehend aus dem Hypothekarzins (ohne
Amortisation), den öffentlich-rechtlichen Abgaben (wie Entsorgungsgebüh-
ren und Gebäudeversicherungsprämien) und den Unterhaltskosten im
Existenzminimum einzusetzen. Nach veröffentlichter obergerichtlicher Pra-
xis sind auch Neben- und Unterhaltskosten zu substantiieren und unter Be-
weis zu stellen (AGVE 1988, S. 21), d.h. sie müssen auch effektiv (BÜHLER,
Betreibungs- und prozessrechtliches Existenzminimum, in: AJP 2002,
S. 647) anfallen. Erfahrungszahlen, die der Richter von Amtes wegen an-
zuwenden hätte, gibt es hier keine.
3.5.2.4.
Gemäss den Steuerbescheinigungen der [...] Kantonalbank vom 4. Januar
2021 (Berufungsantwortbeilage 10) betragen die jährlichen Zinsbe-
lastungen der drei Festhypotheken Fr. 1'334.30, Fr. 7'157.30 und
Fr. 1'704.90, total somit Fr. 10'196.50, was einen monatlichen
Hypothekarzinsbetrag von Fr. 849.70 ergibt. Die Kosten für den
Wartungsvertrag erneuerbare Energien betragen jährlich Fr. 363.00, die
Prämie für die Gebäudeversicherung R. Fr. 144.00 bzw. der Axa Fr. 680.10
(vgl. Berufungsantwortbeilage 11). Damit sind Unterhalts- und Neben-
kosten von knapp Fr. 99.00 ausgewiesen. Zusammen mit den ausge-
wiesenen Hypothekarzinsen ist ein Liegenschaftsaufwand von rund
- 29 -
Fr. 950.00 ausgewiesen. Dass die Vorinstanz Wohnkosten der Beklagten
ins insgesamt Fr. 1'000.00 im Existenzminimum eingesetzt hat, ist somit
nicht zu beanstanden.
3.5.3.
Die Vorinstanz berücksichtigte im Existenzminimum der Beklagten KVG-
Prämien von Fr. 435.00 bzw. von Fr. 553.00 ab August 2019. Wie bei C.
sind auch bei der Beklagten die Kosten der Zusatzversicherungen nach
VVG zu berücksichtigen (Berufungsantwort S. 10). Die Prämien für die
Krankenversicherung der Beklagten (KVG und VVG) betrugen für das Jahr
2019 monatlich Fr. 573.40 (Versicherungspolice CSS 2019, unnummierte
Duplikbeilage), für das Jahr 2020 Fr. 887.45 (Versicherungspolice CSS
2020, Beilage 1 zur Eingabe der Beklagten vom 10. Februar 2020) und für
das Jahr 2022 Fr. 670.80 (Versicherungspolice Swica 2022, Berufungs-
antwortbeilage 13) und sie sind im familienrechtlichen Existenzminimum
der Beklagten zu berücksichtigen. Die Jahre 2018 und 2021 hat die
Beklagte nicht belegt. Für das Jahr 2018 können daher nur die von der
Vorinstanz mit Fr. 435.00 eingesetzten KVG-Prämien berücksichtigt
werden. Für das Jahr 2021 sind entsprechend dem Anerkenntnis des
Klägers (Eingabe vom 19. November 2021, S. 14 "Annahme Prämien wie
2019) die Krankenkassenprämien (KVG und VVG) aus dem Jahr 2019
einzusetzen.
3.5.4.
Die Vorinstanz berücksichtigte im Existenzminimum der Beklagten keine
ungedeckten Gesundheitskosten. Im Berufungsverfahren macht die
Beklagte ungedeckte Gesundheitskosten von monatlich Fr. 57.00 geltend
(Berufungsantwort S. 10). Sie reicht dazu einzig für das Jahr 2020 eine
Zusammenstellung der ungedeckten Gesundheitskosten ein (vgl. Kosten-
übersicht CSS, Berufungsantwortbeilage 14). Für das Jahr 2020 können
daher ungedeckte Gesundheitskosten im geltend gemachten Umfang von
monatlich Fr. 57.00 im (familienrechtlichen) Existenzminimum der
Beklagten berücksichtigt werden.
3.5.5.
3.5.5.1.
Die Vorinstanz ging bei beiden Parteien "in Anlehnung an die definitive
Steuerveranlagung 2017" und in der Annahme von "ähnlich hohe[n]"
Einkommen" der Parteien von monatlichen Steuern von je Fr. 950.00 aus.
3.5.5.2.
Die Beklagte macht geltend (Berufungsantwort S. 11 oben), die Vorinstanz
habe ihre Steuerbelastung krass falsch berechnet, ihre durchschnittliche
Steuerpflicht liege bei Fr. 21'969.00. Zudem sei der Steueranteil von C.
auszuscheiden, bei einem Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'500.00 pro Monat
mache dies einen Anteil von Fr. 440.00 pro Monat aus.
- 30 -
3.5.5.3.
Im Rahmen des familienrechtlichen Existenzminimums sind auch die
Steuern zu berücksichtigen. Vorauszuschicken ist allerdings, dass keine
genaue Bestimmung, sondern nur eine Schätzung möglich ist, da bei der
Berechnung nur vom mutmasslichen Resultat der Unterhaltsberechnung
ausgegangen werden kann (BRÄM/HASENBÖHLER, Zürcher Kommentar,
Zürich 1998, N. 118A zu Art. 163 ZGB). Was die im Barbedarf der Kinder
neuerdings auszuscheidenden Steueranteile betrifft, sind die dem Kind
zuzurechnenden, aber vom Empfängerelternteil zu versteuernden
Einkünfte (namentlich Barunterhaltsbeitrag, Familienzulagen, Sozialver-
sicherungsrenten und ähnliche für den Unterhalt des Kindes bestimmte
Leistungen, Erträge aus Kindesvermögen; nicht aber das Erwerbs-
einkommen des Kindes oder der formell dem Kind zustehende [Art. 285
Abs. 2 ZGB], materiell aber für den betreuenden Elternteil bestimmte
Betreuungsunterhaltsbeitrag) in das Verhältnis zu den vom Empfänger-
elternteil insgesamt zu versteuernden Einkünften zu setzen und der daraus
ermittelte Anteil an der gesamten Steuerschuld des Empfängerelternteils
im - erweiterten - Bedarf des Kindes zu berücksichtigen BGE 147 III 457
(Erw. 4.2.3.5).
3.5.5.4.
Die Beklagte hat zwar keine aktuelle Steuererklärung oder
Steuerveranlagung eingereicht. Die von ihr in der Steuerberechnung
(Berufungsantwortbeilage 15) gemachten Angaben erscheinen aber
plausibel und daher glaubhaft. Bei einem Nettoeinkommen von
Fr. 110'000.00, zuzüglich Eigenmietwert von Fr. 16'835.00, Unterhalts-
beiträgen von rund Fr. 16'000.00, abzüglich Säule 3a von Fr. 5'900.00,
Unterhaltskosten Liegenschaft von Fr. 3'367.00, Schuldzinsen von
Fr. 10'200.00 und Drittbetreuungskosten Fr. 4'000.00 ergibt sich ein
steuerbares Einkommen von rund Fr. 119'000.00. Berechnet mit dem
Steuerrechner der Stadt R.([...]), bei welchem die Berufskostenpauschale,
der Versicherungsabzug sowie die Sozialabzüge (Kinderabzug
[Fr. 7'800.00] und Abzug für Alleinstehende mit Kindern [Fr. 30'000.00], vgl.
§ 35 Abs. 1 lit. a und f StG BS) automatisch berücksichtigt werden, ergibt
sich eine Steuerbelastung von Fr. 18'142.00 (Bund und Kanton) bzw. unter
Berücksichtigung der Kirchensteuer (römisch-katholisch) von Fr. 1'289.00
von insgesamt Fr. 19'431.00. Die monatliche Steuerbelastung der
Beklagten ist somit mit Fr.1'620.00 zu bestimmen. Bei von der Beklagten
insgesamt zu versteuernden Einkünften von Fr. 9'900.00 und einem
Einkommen von C. von Fr. 1'550.00 (inkl. Kinderzulage Fr. 220.00)
erscheint es gerechtfertigt, 15.5% der Steuerlast der Beklagten, d.h. rund
(da es sich ohnehin nur um Schätzungen handelt) Fr. 250.00, dem
familienrechtlichen Existenzminimum von C. zuzuweisen. Entsprechend
ergibt sich ein Steueranteil der Beklagten von Fr. 1'370.00.
- 31 -
3.5.6.
Nach dem Gesagten sind die familienrechtlichen Existenzminima der
Beklagten wie folgt festzusetzen:
1. Juni 2018 bis 31. Dezember 2018: Fr. 4'851.50 (Grundbetrag: Fr. 1'200.00;
Wohnkosten: Fr. 1'800.00; abzüglich Wohnkostenanteil C.: Fr. 250.00; Kranken-
kassenprämien: Fr. 435.00; auswärtige Verpflegung: Fr. 160.000; neu: Arbeits-
wegkosten: Fr. 136.50; Steuern: Fr. 1'370.00)
1. Januar 2019 bis 31. Juli 2019: Fr. 4'989.90 (neu: Krankenkassenprämien:
Fr. 573.40)
1. August 2019 bis 31. Dezember 2019: Fr. 4'150.55 (neu: Wohnkosten:
Fr. 1'000.00; Arbeitswegkosten: Fr. 97.15)
1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2020: Fr. 4'521.60 (neu: Kranken-
kassenprämien: Fr. 887.45; ungedeckte Gesundheitskosten: Fr. 57.00)
1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021: Fr. 4'150.55 (neu: Kranken-
kassenprämien: Fr. 573.40 [Prämien 2019]); Wegfall: ungedeckte Gesund-
heitskosten: Fr. 57.00)
Ab 1. Januar 2022: 4'247.95 (neu: Krankenkassenprämien: Fr. 670.80)
3.6.
3.6.1.
3.6.1.1.
Wie vorstehend (Erw. 2.5.1.) schon darauf hingewiesen wurde, wurden im
angefochtenen Entscheid im Existenzminimum des Klägers Arbeits-
wegkosten von monatlich Fr. 450.00 berücksichtigt, davon ausgehend,
dass der Kläger den Arbeitsweg von Q. nach R. (20 Km) viermal in der
Woche zurücklegt.
3.6.1.2.
3.6.1.2.1.
Der Kläger macht geltend (Berufung S. 12 f), seit C. in den Kindergarten
gekommen sei, arbeite er wieder regulär an 4.5 Tagen pro Woche. Da er
in R. arbeite und C. in R. in die Schule gehe, könne er ihn am
Freitagnachmittag direkt abholen und mit ihm nach Q. nach Hause fahren.
Der Arbeitsweg werde also fünf Mal pro Woche zurückgelegt. Die
angerechneten Mobilitätskosten seien daher auf Fr. 560.00 zu erhöhen. In
der Eingabe vom 19. November 2021 (S. 10) führte der Kläger zudem aus,
die Vorinstanz habe übersehen, dass ihm im Verlauf des Jahres 2019 ein
Geschäftsauto zur Verfügung gestellt worden sei. Dies sei anlässlich der
Verhandlung vom 27. August 2019 erwähnt worden. Der Kläger bezahle
dafür Fr. 230.00 pro Monat. Bis Juli 2019 seien ihm daher Fr. 560.00
anzurechnen, ab August 2019 Fr. 230.00.
- 32 -
3.6.1.2.2.
Die Beklagte hält dem entgegen (Berufungsantwort S. 8), bereits im
Zeitpunkt des Eheschutzgesuchs habe der Kläger am Freitag gearbeitet.
Eine Differenz von Fr. 80.00 bei den Mobilitätskosten führe nicht zu einer
Veränderung im Unterhaltsbeitrag. Zu den Arbeitswegkosten im Zusam-
menhang mit dem Geschäftsauto des Klägers äusserte sich die Beklagte
nicht.
3.6.1.3.
Es ist unbestritten, dass der Kläger bis zum Zeitpunkt, in welchem C. in den
Kindergarten eingeschult wurde, an vier Tagen, und ab Eintritt von C. in
den Kindergarten im August 2018 an fünf Tagen pro Woche an seinen
Arbeitsort nach R. fuhr bzw. fährt. Bis Juli 2018 sind entsprechend der
insoweit unstreitigen Berechnung der Vorinstanz somit Mobilitätskosten
von Fr. 450.00 und ab August 2018 von Fr. 560.00 ([Fr. 450.00 : 4] x 5,
gerundet) im Existenzminimum des Klägers zu berücksichtigen. Seit
August 2019 steht dem Kläger jedoch unbestrittenermassen ein
Geschäftsauto zur Verfügung, welches er auch privat nutzen kann, ohne
dass ihm dafür Kosten anfallen. Eine solche geldwerte Leistung des
Arbeitgebers wie die Zurverfügungstellung eines Autos gehört ebenfalls
zum Erwerbseinkommen (SUTTER/FREIBURGHAUS, Kommentar zum neuen
Scheidungsrecht, Zürich 1999, N. 40 zu Art. 125 ZGB; BRÄM/HA-
SENBÖHLER, a.a.O., N. 72 zu Art. 163 ZGB; BGE 5C.218/2005 Erw. 4.1.).
Der privaten Nutzung des Geschäftswagens des Klägers wird dadurch
Rechnung getragen, dass vor der Lohnauszahlung ein Betrag von
monatlich Fr. 230.00 vom Nettolohn abgezogen wird (vgl. z.B. Lohn-
abrechnungen Januar 2021, Beilage 7 zur Eingabe des Klägers vom 19.
November 2021) (gemäss der Wegleitung der Schweizerischen Steuer-
konferenz/Eidgenössischen Steuerverwaltung zum Ausfüllen des Lohnaus-
weises gilt als Wert, der dem Arbeitnehmer dadurch zufliesst, dass er einen
Geschäftswagen auch privat benützen darf, pro Monat 0,8 % des
Kaufpreises [exkl. Mehrwertsteuer], mindestens aber Fr. 150.00 pro
Monat). Zu Lasten seines Erwerbseinkommens fallen dem Kläger somit
monatlich Fr. 230.00 Autokosten an. Ab August 2019 sind deshalb
Arbeitswegkosten von Fr. 230.00 im Existenzminimum des Klägers zu
berücksichtigen.
3.6.2.
3.6.2.1.
Die Vorinstanz berücksichtigte im Existenzminimum des Klägers einen
Grundbetrag von Fr. 1'200.00 und Wohnkosten von Fr. 1'000.00.
3.6.2.1.1.
Die Beklagte macht geltend (Berufungsantwort S. 10), der Kläger lebe im
Konkubinat, der Grundbetrag reduziere sich somit auf Fr. 850.00. Die
Wohnkosten seien nach grossen und kleinen Köpfen aufzuteilen, die
- 33 -
Partnerin des Klägers habe zwei Kinder, die Wohnkosten seien somit durch
sechs zu teilen. Der Kläger habe daher einen Drittel der Wohnkosten
(Fr. 333.00) zu übernehmen.
3.6.2.1.2.
Der Kläger hält dem entgegen (Eingabe vom 19. November 2021, S. 11 f.),
seine Partnerin und deren Kinder seien erst vor Kurzem bei ihm
eingezogen, wobei zunächst geschaut werde, ob dies auch funktioniere.
Seit dem Einzug erhalte die Partnerin keine Sozialhilfe mehr, da die
finanziellen Verhältnisse des Haushalts massgebend seien. Der Kläger
bezahle somit weiterhin die ganzen Wohnkosten. Zum jetzigen Zeitpunkt
könne nicht von einer dauerhaften Wohngemeinschaft ausgegangen
werden.
3.6.2.2.
Lebt eine unterhaltsberechtigte oder unterhaltspflichtige Person mit einem
neuen Partner zusammen und liegt zwar keine auf längere Zeit, wenn nicht
auf Dauer angelegte umfassende Lebensgemeinschaft zweier Personen
unterschiedlichen Geschlechts mit grundsätzlich Ausschliesslichkeits-
charakter vor, die sowohl eine geistig-seelische als auch eine wirt-
schaftliche Komponente aufweist (verkürzt auch als Wohn-, Tisch- und
Bettgemeinschaft bezeichnet; qualifiziertes Konkubinat) bzw. erfolgt keine
finanzielle Unterstützung oder sind entsprechende Leistungen des neuen
Partners nicht nachweisbar, kann eine sog. (einfache) Wohn- und
Lebensgemeinschaft ("communauté de toit et de table"; "comunione di tetto
e di tavola") vorliegen, die Einsparungen in den Lebenshaltungskosten mit
sich bringt. Entscheidend ist dabei nicht die Dauer der Partnerschaft,
sondern der wirtschaftliche Vorteil, der daraus gezogen wird. In Anlehnung
an die betreibungsrechtlichen Richtlinien tragen die Partner die gemein-
schaftlichen Kosten (Grundbetrag, Miete usw.) anteilsmässig, selbst wenn
die tatsächliche Beteiligung geringer sein sollte. Diese Kostenersparnis ist
im Bedarf des unterhaltsberechtigten wie auch des unterhaltspflichtigen
Ehegatten zu berücksichtigen (BGE 138 III 97 Erw. 2.3).
3.6.2.3.
Aufgrund der Akten und der Ausführungen der Parteien kann nicht genau
bestimmt werden, in welchem Zeitpunkt die Partnerin des Klägers mit ihren
beiden Kindern beim Kläger in Q. eingezogen sind. Da die Beklagte die
Behauptung in der Berufungsantwort vom 5. November 2021 aufstellte und
der Kläger in seiner Eingabe vom 19. November 2021 ausführte, die
Partnerin sei erst vor Kurzem bei ihm eingezogen, ist der Zeitpunkt auf den
1. November 2021 festzusetzen. Die vom Kläger geltend gemachte
mangelnde Leistungsfähigkeit seiner Partnerin wird vom Kläger lediglich
behauptet, aber nicht belegt, was ihm z.B. durch Vorlage des ablehnenden
Entscheids der Wohnsitzgemeinde betreffend Ausrichtung von Sozialhilfe
ohne Weiteres möglich gewesen wäre. Der Kläger äussert sich auch nicht
- 34 -
dazu, ob die Kinder der Partnerin vom Vater einen Betreuungsunterhalt
erhalten und aus welchen Gründen der Partnerin die Erzielung eines
Erwerbseinkommens nicht möglich ist. Die mangelnde Leistungsfähigkeit
der Partnerin des Klägers ist daher nicht genügend glaubhaft gemacht und
es ist davon auszugehen, dass der Kläger aus der Wohn- und
Lebensgemeinschaft mit seiner Partnerin einen wirtschaftlichen Vorteil
zieht. Dem Kläger ist daher lediglich die Hälfte des einem Ehepaar
zustehenden Grundbetrags (Ziff. I./3. der SchKG-Richtlinien), d.h.
Fr. 850.00, und die Hälfte seiner Wohnkosten anzurechnen.
3.6.3.
Was die Höhe der klägerischen Wohnkosten anbelangt, ist in der Berufung
unbeanstandet geblieben, dass die Vorinstanz diese mit Fr. 1'000.00
veranschlagt hat. Erst in der Eingabe vom 19. November 2021 (S. 12)
macht der Kläger höhere Wohnkosten geltend. Da er diese Vorbringen in
der Berufung hätte geltend machen können und müssen, und das
Replikrecht nicht dazu dient, die Berufung zu vervollständigen oder neue
Kritik vorzutragen, sondern einzig bezweckt, dass die betreffende Partei zu
sämtlichen Eingaben der Gegenpartei Stellung nehmen kann, ist nicht
weiter darauf einzugehen. Aus dem gleichen Grund ist auch nicht auf die
in der Eingabe des Klägers vom 19. November 2021 zum ersten Mal
beanstandeten Gesundheitskosten des Klägers, welche von der Vorinstanz
mit Fr. 100.00 bzw. Fr. 50.00 ab August 2019 veranschlagt wurden,
einzugehen. Soweit der Kläger vorbringt (vgl. auch Eingabe vom
19. November 2021, S. 15), die Beklagte wolle "offenbar eine Vervoll-
ständigung des vorinstanzlichen Verfahrens gestützt auf unzählige Noven",
weshalb auch er sich veranlasst sehe, neue Belege ins Recht zu reichen,
ist der Kläger darauf hinzuweisen, dass die Beklagte in der Berufungs-
antwort sämtliche Berufungsgründe tatsächlicher und rechtlicher Natur
geltend machen kann, um allfällige Fehler des erstinstanzlichen Entscheids
zu rügen, welche ihr im Falle einer abweichenden Beurteilung der Sache
durch die Berufungsinstanz nachteilig sein könnten (Erw. 1 vorstehend).
Dass die Beklagte in der Berufungsantwort diverse auch unechte Noven
eingereicht hat, ist daher nicht zu beanstanden und der Kläger vermag,
ausser seinem Anspruch auf Stellungnahme im Rahmen des Replikrechts,
nichts weiter daraus abzuleiten.
3.6.4.
Die Vorinstanz veranschlagte die monatliche Steuerbelastung des
Beklagten mit Fr. 950.00, was von beiden Parteien unbestritten geblieben
ist (Berufungsantwort S. 10; Eingabe des Klägers vom 19. November 2021,
S. 13). Es ist daher von monatlichen Steuern des Beklagten von Fr. 950.00
auszugehen.
- 35 -
3.6.5.
Nach dem Gesagten sind die familienrechtlichen Existenzminima des
Klägers wie folgt festzusetzen:
1. Juni 2018 bis 31. Juli 2018: Fr. 4'235.00 (Grundbetrag: Fr. 1'200.00;
Wohnkosten: Fr. 1'000.00; Krankenkassenprämien*: Fr. 375.00; ungedeckte
Gesundheitskosten: Fr. 100.00; Arbeitswegkosten: Fr 450.00; auswärtige Ver-
pflegung: Fr. 160.00; Steuern: Fr. 950.00)
1. August 2018 bis 31. Dezember 2018: Fr. 4'345.00 (neu: Arbeitswegkosten:
Fr 560.00)
1. Januar 2019 bis 31. Juli 2019: Fr. 4'526.55 (neu: Krankenkassenprämien:
Fr. 556.55*)
1. August 2019 bis 31. Oktober 2021: Fr. 4'146.55 (neu: ungedeckte
Gesundheitskosten: Fr. 50.00; Arbeitswegkosten: Fr. 230.00)
Ab 1. November 2021: Fr. 3'296.55 (neu: Grundbetrag: Fr. 850.00; Wohn-
kosten: Fr. 500.00)
*Die Vorinstanz berücksichtigte im Existenzminimum des Beklagten KVG-
Prämien von Fr. 375.00. Da aber vorliegend das familienrechtliche
Existenzminimum massgebend ist, sind auch beim Beklagten die
Zusatzversicherungen (VVG) zu berücksichtigen. Die Krankenkassen-
prämien für das Jahr 2019 belaufen sich auf Fr. 556.55 (Versicherungs-
police Swica, Klagebeilage 9 [KVG und VVG].
3.7.
3.7.1.
Grundsätzlich sorgen beide Elternteile, ein jeder nach seinen Kräften, für
den in Form von Pflege, Erziehung und Geld zu erbringenden Unterhalt
(Art. 276 Abs. 1 und 2 ZGB). Dies gilt an sich auch für den gesamten Geld-
unterhalt (gemäss Art. 285 Abs. 1 und 2 ZGB). Soweit die Eltern getrennt
leben, wird praktisch relevant, wer an wen welchen Geldbetrag zu
entrichten hat. Im Streitfall gelten folgende Grundsätze: Steht das Kind
unter der alleinigen Obhut des einen Elternteils, so leistet der
obhutsberechtigte Elternteil seinen Unterhaltsbeitrag vollständig mittels
Naturalunterhalt, indem er dem Kind Pflege und Erziehung erweist. Der
Geldunterhalt fällt vor dem Hintergrund der Gleichwertigkeit von Geld- und
Naturalunterhalt grundsätzlich vollständig dem anderen Elternteil anheim,
weil dieser weitestgehend von den mit dem Naturalunterhalt erfüllten
Aufgaben entbunden ist. Von diesem Grundsatz muss das Gericht jedoch
ermessensweise abweichen, wenn der hauptbetreuende Elternteil
leistungsfähiger ist als der andere. Ein Elternteil gilt in diesem
Zusammenhang als leistungsfähig, wenn er mit seinem eigenen
Einkommen seinen Bedarf zu decken vermag und darüber hinausgehend
- 36 -
über einen Überschuss verfügt. Dabei stehen die Grössenordnung des
Überschusses als solcher und das Verhältnis der Leistungsfähigkeit
zwischen den Eltern in einer Wechselbeziehung. Je besser die finanziellen
Verhältnisse sind und entsprechend höher der Überschuss des
hauptbetreuenden Elternteils ausfällt, desto eher ist eine Beteiligung
desselben am Barunterhalt des Kindes in Betracht zu ziehen. Andererseits
kommt eine Beteiligung des hauptbetreuenden Elternteils infrage, wenn er
leistungsfähiger ist als der andere Elternteil. Ist der hauptbetreuende
Elternteil sogar überproportional leistungsfähiger als der andere Elternteil,
ist er am Barunterhalt des Kindes zu beteiligen (BGE 5A_727/2018 Erw.
4.3.2.2 mit zahlreichen Hinweisen). Nach herrschender Auffassung wirkt
sich Naturalunterhalt, der bei Ausübung eines "ordentlichen" Besuchs-
rechts (jedes zweites Wochenende, drei bis vier Wochen Ferien pro Jahr
sowie die Hälfte der Feiertage) geleistet wird, sodann nicht auf den
Barunterhalt des nicht obhutsberechtigten Elternteils aus (BGE
5A_96/2017 Erw. 4.2; HAUSHEER/SPYCHER, Handbuch des Unterhalts-
rechts, 2. Auflage, 2010, Rz 06.160). Erst ab einer Betreuung von weiteren
20% (was bei fünf Wochentagen ohne Wochenende zwei Halbtagen oder
einem weiteren Tag entspricht) sollte der so erbrachte Naturalunterhalt
betragsreduzierend berücksichtigt werden (SCHWEIGERHAUSER,
FamKomm Scheidung, Bd. I; 3. Auflage, 2017, N. 51 f. zu Art. 285 ZGB).
3.7.2.
3.7.2.1.
Vorauszuschicken ist, dass die Vorinstanz den Beginn der Unterhaltspflicht
zu Recht auf den 1. Juni 2018 festsetzte, nachdem der Kläger die
Eheschutzklage mit dem Antrag auf Festsetzung von Unterhalt am 7. Juni
2019 vor Vorinstanz anhängig gemacht hatte und die Unterhaltsbeiträge für
die Zukunft und für das Jahr vor Einreichen des Begehrens gefordert
werden können (Art. 173 Abs. 3 ZGB). Der Einwand des Klägers, mit dem
Beginn der Unterhaltspflicht per 1. Juni 2018 sei eine unzulässige
Rückwirkung von 13.5 Monaten erfolgt (Berufung S. 14), ist daher
unbegründet. Der Kläger beanstandet des Weiteren die Berechnungs-
phase ab Januar 2024 mit Verweis auf das am 25. September 2020
eingeleitete Scheidungsverfahren (Berufung S. 14 f.). Auch dieser Einwand
ist unbegründet: Der Kläger legt nicht dar, inwieweit er durch die
Berechnungsphase ab Januar 2024 beschwert ist. Falls das Scheidungs-
verfahren dannzumal abgeschlossen sein sollte, haben die Eheschutz-
bzw. Präliminarmassnahmen keine Rechtswirkung mehr. Falls das
Scheidungsverfahren über den Januar 2024 andauern sollte, ist auch
dieser Zeitraum bereits geregelt.
3.7.2.2.
Vorliegend kommt dem Kläger ein Betreuungsanteil (vgl. zum Begrifflichen:
BGE 5A_418/2019 Erw. 3.5.2, sowie vorne Erw. 2.1.1.3.) jedes zweite
Wochenende (Freitagabend bis Sonntagabend), jeden Freitagnachmittag
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=gvqv6ojwf4zdamjx
- 37 -
sowie sechs Wochen im Jahr zu (vorne Erw. 2.1. und 2.2.). Diesen
Betreuungsanteilen ist bei der Bestimmung des an den Kindesunterhalt zu
leistenden Geldbeiträge Rechnung zu tragen (Erw. 3.7.1. vorstehend,
sowie BGE 5A_311/2019 Erw. 5.5 und 5A_952/2019 Erw. 6.3.1). Unter
Berücksichtigung des Betreuungsanteils des Klägers sowie der Fremd-
betreuung von C. am Dienstag- und Donnerstagmittag bzw. -nachmittag
(vgl. act. 130) sowie am Montagmittag, durch welche sich der Natural-
unterhalt der Beklagten entsprechend reduziert, sowie der Leistungs-
fähigkeit der Parteien erscheint es gerechtfertigt, der Beklagten 25% am
Geldunterhalt von C. aufzuerlegen.
3.7.3.
Die Vorinstanz beschränkte den Überschussanteil von C. gestützt auf die
Empfehlungen für die Bemessung von Unterhaltsbeiträgen für Kinder der
Kammer für Kinder- und Erwachsenenschutz des Obergerichts
[XKS.2017.2]; Unterhaltsempfehlungen; Ziff. 2.3.1.) auf die Hälfte seines
Barbedarfs ohne Fremdbetreuungskosten (Fr. 390.00, in der ersten Phase,
Fr. 400.00 in der zweiten und Fr. 500.00 in der dritten Phase), was von der
Beklagten beanstandet wird (Berufungsantwort S. 13). Das Bundesgericht
hat in diesem Zusammenhang festgehalten, von einer Aufteilung des
Überschusses nach "grossen und kleinen Köpfen" (Erw. 3.1 vorstehend)
könne und müsse aufgrund der besonderen Konstellation im Einzelfall
abgewichen werden, wobei im Urteil stets zu begründen sei, aus welchen
Gründen die Regel zur Anwendung gebracht oder davon abgewichen
werde. Limitiert werden könne der rechnerische Überschussanteil des
Kindes aus erzieherischen und aus konkreten Bedarfsgründen namentlich
bei weit überdurchschnittlich guten finanziellen Verhältnissen (BGE
5A_52/2021 Erw. 7.2).
In den verschiedenen Phasen ergeben sich die folgenden Überschüsse:
1. Juni 2018 bis 31. Juli 2018:
Fr. 6'875.00 (Einkommen Kläger Fr. 8'412.00 + Einkommen Beklagte Fr. 8'944.00
+ Einkommen C. Fr. 220.00 ./. fam.rechtl. EM Kläger Fr. 4'235.00 ./. fam.rechtl. EM
Beklagte Fr. 4'851.50 ./. fam.rechtl. EM C. Fr. 1'614.50). Der Anteil von C. von
einem Fünftel ("kleiner Kopf") ergibt einem Betrag von Fr. 1'375.00.
1. August 2018 bis 31. Dezember 2018:
Fr. 6'765.00 (Einkommen Kläger Fr. 8'412.00 + Einkommen Beklagte Fr. 8'944.00
+ Einkommen C. Fr. 220.00 ./. fam.rechtl. EM Kläger Fr. 4'345.00 ./. fam.rechtl. EM
Beklagte Fr. 4'851.50 ./. fam.rechtl. EM C. Fr. 1'614.50). Der Anteil von C. von
einem Fünftel ("kleiner Kopf") ergibt einem Betrag von Fr. 1'353.00.
1. Januar 2019 bis 31. Juli 2019:
Fr. 6'742.00 (Einkommen Kläger Fr. 8'484.00 + Einkommen Beklagte Fr. 8'944.00
+ Einkommen C. Fr. 220.00 ./. fam.rechtl. EM Kläger Fr. 4'526.55 ./. fam.rechtl. EM
- 38 -
Beklagte Fr. 4'989.90 ./. fam.rechtl. EM C. Fr. 1'389.50). Der Anteil von C. von
einem Fünftel ("kleiner Kopf") ergibt einem Betrag von Fr. 1'348.00.
1. August 2019 bis 31. Dezember 2019:
Fr. 7'942.00 (Einkommen Kläger Fr. 8'484.00 + Einkommen Beklagte Fr. 8'944.00
+ Einkommen C. Fr. 220.00 ./. fam.rechtl. EM Kläger Fr. 4'146.55 ./. fam.rechtl. EM
Beklagte Fr. 4'150.55 ./. fam.rechtl. EM C. Fr. 1'389.50). Der Anteil von C. von
einem Fünftel ("kleiner Kopf") ergibt einem Betrag von Fr. 1'588.40.
1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2020:
Fr. 7'628.00 (Einkommen Kläger Fr. 8'465.00 + Einkommen Beklagte Fr. 8'944.00
+ Einkommen C. Fr. 220.00 ./. fam.rechtl. EM Kläger Fr. 4'146.55 ./. fam.rechtl. EM
Beklagte Fr. 4'521.60 ./. fam.rechtl. EM C. Fr. 1'332.65). Der Anteil von C. von
einem Fünftel ("kleiner Kopf") ergibt einem Betrag von Fr. 1'525.65.
1. Januar 2021 bis 31. Oktober 2021:
Fr. 7'7488.00 (Einkommen Kläger Fr. 8'465.00 + Einkommen Beklagte
Fr. 8'944.00 + Einkommen C. Fr. 220.00 ./. fam.rechtl. EM Kläger Fr. 4'165.55 ./.
fam.rechtl. EM Beklagte Fr. 4'150.55 ./. fam.rechtl. EM C. Fr. 1'564.45). Der Anteil
von C. von einem Fünftel ("kleiner Kopf") ergibt einem Betrag von
Fr. 1'549.70.
1. November 2021 bis 31. Dezember 2021:
Fr. 8'617.45 (Einkommen Kläger Fr. 8'465.00 + Einkommen Beklagte Fr. 8'944.00
+ Einkommen C. Fr. 220.00 ./. fam.rechtl. EM Kläger Fr. 3'296.55 ./. fam.rechtl. EM
Beklagte Fr. 4'150.55 ./. fam.rechtl. EM C. Fr. 1'564.45). Der Anteil von C. von
einem Fünftel ("kleiner Kopf") ergibt einem Betrag von Fr. 1'723.50.
1. Januar 2022 bis 31. März 2022:
Fr. 8'523.05 (Einkommen Kläger Fr. 8'465.00 + Einkommen Beklagte Fr. 8'944.00
+ Einkommen C. Fr. 220.00 ./. fam.rechtl. EM Kläger Fr. 3'296.55 ./. fam.rechtl. EM
Beklagte Fr. 4'247.95 ./. fam.rechtl. EM C. Fr. 1'561.45). Der Anteil von C. von
einem Fünftel ("kleiner Kopf") ergibt einem Betrag von Fr. 1'704.60.
1. April 2022 bis 31. Dezember 2023:
Fr. 8'623.05 (Einkommen Kläger Fr. 8'465.00 + Einkommen Beklagte Fr. 8'944.00
+ Einkommen C. Fr. 220.00 ./. fam.rechtl. EM Kläger Fr. 3'296.55 ./. fam.rechtl. EM
Beklagte Fr. 4'247.95 ./. fam.rechtl. EM C. Fr. 1'461.45). Der Anteil von C. von
einem Fünftel ("kleiner Kopf") ergibt einem Betrag von Fr. 1'724.60.
Ab 1. Januar 2024:
Fr. 8'423.05 (Einkommen Kläger Fr. 8'465.00 + Einkommen Beklagte Fr. 8'944.00
+ Einkommen C. Fr. 220.00 ./. fam.rechtl. EM Kläger Fr. 3'296.55 ./. fam.rechtl. EM
Beklagte Fr. 4'247.95 ./. fam.rechtl. EM C. Fr. 1'661.45). Der Anteil von C. von
einem Fünftel ("kleiner Kopf") ergibt einem Betrag von Fr. 1'684.60.
- 39 -
In der Zeit vom 1. Juni 2018 bis 31. Juli 2019 ergibt sich somit ein
durchschnittlicher Überschussanteil von C. von rund Fr. 1'360.00.
Vom 1. August 2019 bis 31. Oktober 2021 beträgt der Überschussanteil
rund Fr. 1'550.00.
Für die Zeit ab November 2021 ergibt sich ein Betrag von rund
Fr. 1'700.00.
Die finanziellen Verhältnisse der Parteien mit einem Gesamteinkommen
von monatlich über Fr. 17'000.00 können als überdurchschnittlich gut
bezeichnet werden. Aus den Akten ergibt sich allerdings nicht, dass die
Parteien während des ehelichen Zusammenlebens einen ausserordentlich
hohen Lebensstandard gepflegt haben. C. besucht in den Ferien
Sportcamps, welche jedoch bereits als Fremdbetreuungskosten berück-
sichtigt werden. Als Hobbies besucht er laut den Ausführungen der
Beklagten Musik- und Karateunterricht, welche mit jährlichen Kosten von
rund Fr. 2'000.00 zu Buche schlagen (vgl. Berufungsantwortbeilage 16).
Die errechneten Überschussanteile lassen sich weder aufgrund des
Bedarfs von C. noch aufgrund der Lebenshaltung der Parteien rechtfertigen
und wären auch aus erzieherischen Gründen abzulehnen. In Würdigung all
dieser Umstände erscheint es angemessen, den Überschussanteil von C.
auf 1/2 des nach der Regel "grosse Köpfe/kleine Köpfe" bestimmten
Betrags festzusetzen, d.h. auf Fr. 680.00, Fr. 775.00 und Fr. 850.00.
3.7.4.
Die Unterhaltsbeiträge für C. sind in den verschiedenen Phasen wie folgt
festzusetzen:
1. Juni 2018 bis 31. Dezember 2018:
Unterhaltsbedarf C.: Fr. 2'074.50 (fam.rechtl. EM Fr. 1'614.50 +
Überschussanteil Fr. 680.00 ./. Einkommen Fr. 220.00). Die Beklagte hat
25% davon, d.h. Fr. 518.60, zu tragen, so dass sich ein vom Kläger zu
leistender Unterhaltsbeitrag für C. von gerundet Fr. 1'556.00 (Fr. 2'074.50
./. Fr. 518.60) ergibt.
Bei Leistung dieses Unterhaltsbeitrages betrüge beim Kläger der
verbleibende Überschuss Fr. 2'621.00 bzw. Fr. 2'511.00 (Einkommen
Fr. 8'412.00 ./. fam.rechtl. EM Fr. 4'235.00 bzw. Fr. 4'345.00 ./. Unter-
haltsbeitrag C. Fr. 1'556.00). Der Überschuss der Beklagten beträgt
Fr. 3'593.90 (Einkommen Fr. 8'944.00 ./. fam.rechtl. EM Fr. 4'851.50 ./.
Anteil Unterhaltsbedarf C. Fr. 518.60). Damit beide Parteien den gleichen
Anteil am Überschuss haben und ihnen als Eheleute die gleiche
Lebenshaltung verbleibt, rechtfertig es sich, dass die Beklagte sich
zusätzlich mit Fr. 490.00 am Unterhaltsbedarf von C. zu beteiligen hat.
- 40 -
Entsprechend reduziert sich der vom Kläger zu leistende Unterhaltsbeitrag
auf Fr. 1'066.00 (Fr. 1'556.00 ./. Fr. 490.00).
1. Januar 2019 bis 31. Juli 2019:
Unterhaltsbedarf C.: Fr. 1'849.95 (fam.rechtl. EM Fr. 1'389.95 +
Überschussanteil Fr. 680.00 ./. Einkommen Fr. 220.00). Die Beklagte hat
25% davon, d.h. Fr. 462.50, zu tragen, so dass sich ein vom Kläger zu
leistender Unterhaltsbeitrag für C. von Fr. 1'387.00 (Fr. 1'849.95 ./.
Fr. 462.50) ergibt.
Der Überschuss des Klägers beträgt Fr. 2'570.45 (Einkommen Fr. 8'484.00
./. fam.rechtl. EM Fr. 4'526.55 ./. Unterhaltsbeitrag C. Fr. 1'387.00). Der
Überschuss der Beklagten beträgt Fr. 3'491.60 (Einkommen Fr. 8'944.00
./. fam.rechtl. EM Fr. 4'989.90 ./. Anteil Unterhaltsbedarf C. Fr. 462.50).
Damit beide Parteien den gleichen Anteil am Überschuss haben, rechtfertig
es sich, dass die Beklagte sich zusätzlich mit Fr. 460.00 am
Unterhaltsbedarf von C. zu beteiligen hat. Entsprechend reduziert sich der
vom Kläger zu leistende Unterhaltsbeitrag auf Fr. 927.00 (Fr. 1'387.00 ./.
Fr. 460.00).
1. August 2019 bis 31. Dezember 2019:
Unterhaltsbedarf C.: Fr. 1'944.95 (fam.rechtl. EM Fr. 1'389.95 +
Überschussanteil Fr. 775.00 ./. Einkommen Fr. 220.00). Die Beklagte hat
25% davon, d.h. Fr. 486.20, zu tragen, so dass sich ein vom Kläger zu
leistender Unterhaltsbeitrag für C. von gerundet Fr. 1'459.00 (Fr. 1944.95
./. Fr. 486.20) ergibt.
Der Überschuss des Klägers beträgt Fr. 2'878.45 (Einkommen Fr. 8'484.00
./. fam.rechtl. EM Fr. 4'146.55./. Unterhaltsbeitrag C. Fr. 1'459.00). Der
Überschuss der Beklagten beträgt Fr. 4'307.25 (Einkommen Fr. 8'944.00
./. fam.rechtl. EM Fr. 4'150.55 ./. Anteil Unterhaltsbedarf C. Fr. 486.20).
Damit beide Parteien den gleichen Anteil am Überschuss haben, rechtfertig
es sich, dass die Beklagte sich zusätzlich mit Fr. 714.00 am
Unterhaltsbedarf von C. zu beteiligen hat. Entsprechend reduziert sich der
vom Kläger zu leistende Unterhaltsbeitrag auf Fr. 745.00 (Fr. 1'459.00 ./.
Fr. 714.00).
1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2020:
Unterhaltsbedarf C.: Fr. 1'887.65 (fam.rechtl. EM Fr. 1'332.65 +
Überschussanteil Fr. 775.00 ./. Einkommen Fr. 220.00). Die Beklagte hat
25% davon, d.h. Fr. 471.90, zu tragen, so dass sich ein vom Kläger zu
leistender Unterhaltsbeitrag für C. von gerundet Fr. 1'416.00 (Fr. 1'887.65
./. Fr. 471.90) ergibt.
Der Überschuss des Klägers beträgt Fr. 2'902.45 (Einkommen Fr. 8'465.00
./. fam.rechtl. EM Fr. 4'146.55 ./. Unterhaltsbeitrag C. Fr. 1'416.00). Der
- 41 -
Überschuss der Beklagten beträgt Fr. 3'950.50 (Einkommen Fr. 8'944.00
./. fam.rechtl. EM Fr. 4'521.60 ./. Anteil Unterhaltsbedarf C. Fr. 471.90).
Damit beide Parteien den gleichen Anteil am Überschuss haben, rechtfertig
es sich, dass die Beklagte sich zusätzlich mit Fr. 524.00 am
Unterhaltsbedarf von C. zu beteiligen hat. Entsprechend reduziert sich der
vom Kläger zu leistende Unterhaltsbeitrag auf Fr. 892.00 (Fr. 1'416.00 ./.
Fr. 524.00).
1. Januar 2021 bis 31. Oktober 2021:
Unterhaltsbedarf C.: Fr. 2'119.45 (fam.rechtl. EM Fr. 1'564.45 +
Überschussanteil Fr. 775.00 ./. Einkommen Fr. 220.00). Die Beklagte hat
25% davon, d.h. Fr. 529.90, zu tragen, so dass sich ein vom Kläger zu
leistender Unterhaltsbeitrag für C. von gerundet Fr. 1'590.00 (Fr. 2'119.45
./. Fr. 529.90) ergibt.
Der Überschuss des Klägers beträgt Fr. 2'709.45 (Einkommen Fr. 8'465.00
./. fam.rechtl. EM Fr. Fr. 4'165.55 ./. Unterhaltsbeitrag C. Fr. 1'590.00). Der
Überschuss der Beklagten beträgt Fr. 4'263.55 (Einkommen Fr. 8'944.00
./. fam.rechtl. EM Fr. Fr. 4'150.55 ./. Anteil Unterhaltsbedarf C. Fr. 529.90).
Damit beide Parteien den gleichen Anteil am Überschuss haben, rechtfertig
es sich, dass die Beklagte sich zusätzlich mit Fr. 777.00 am
Unterhaltsbedarf von C. zu beteiligen hat. Entsprechend reduziert sich der
vom Kläger zu leistende Unterhaltsbeitrag auf Fr. 813.00 (Fr. 1'590.00 ./.
Fr. 777.00).
1. November 2021 bis 31. Dezember 2021:
Unterhaltsbedarf C.: Fr. 2'194.45 (fam.rechtl. EM Fr. 1'564.45 +
Überschussanteil Fr. 850.00 ./. Einkommen Fr. 220.00). Die Beklagte hat
25% davon, d.h. Fr. 548.60, zu tragen, so dass sich ein vom Kläger zu
leistender Unterhaltsbeitrag für C. von gerundet Fr. 1'646.00 (Fr. 2'194.45
./. Fr. 548.60) ergibt.
Der Überschuss des Klägers beträgt Fr. 3'522.45 (Einkommen Fr. 8'465.00
./. fam.rechtl. EM Fr. Fr. 3'296.55 ./. Unterhaltsbeitrag C. Fr. 1'646.00). Der
Überschuss der Beklagten beträgt Fr. 4'244.85 (Einkommen Fr. 8'944.00
./. fam.rechtl. EM Fr. Fr. 4'150.55 ./. Anteil Unterhaltsbedarf C. Fr. 548.60).
Damit beide Parteien den gleichen Anteil am Überschuss haben, rechtfertig
es sich, dass die Beklagte sich zusätzlich mit Fr. 361.00 am
Unterhaltsbedarf von C. zu beteiligen hat. Entsprechend reduziert sich der
vom Kläger zu leistende Unterhaltsbeitrag auf Fr. 1'285.00 (Fr. 1'646.00 ./.
Fr. 361.00).
1. Januar 2022 bis 31. März 2022:
Unterhaltsbedarf C.: Fr. 2'191.45 (fam.rechtl. EM Fr. 1'561.45 +
Überschussanteil Fr. 850.00 ./. Einkommen Fr. 220.00). Die Beklagte hat
25% davon, d.h. Fr. 547.90, zu tragen, so dass sich ein vom Kläger zu
- 42 -
leistender Unterhaltsbeitrag für C. von gerundet Fr. 1'644.00 (Fr. 2'191.45
./. Fr. 547.90) ergibt.
Der Überschuss des Klägers beträgt Fr. 3'524.45 (Einkommen Fr. 8'465.00
./. fam.rechtl. EM Fr. Fr. 3'296.55 ./. Unterhaltsbeitrag C. Fr. 1'644.00). Der
Überschuss der Beklagten beträgt Fr. 4'148.15 (Einkommen Fr. 8'944.00
./. fam.rechtl. EM Fr. Fr. 4'247.95 ./. Anteil Unterhaltsbedarf C. Fr. 547.90).
Damit beide Parteien den gleichen Anteil am Überschuss haben, rechtfertig
es sich, dass die Beklagte sich zusätzlich mit Fr. 311.00 am
Unterhaltsbedarf von C. zu beteiligen hat. Entsprechend reduziert sich der
vom Kläger zu leistende Unterhaltsbeitrag auf Fr. 1'333.00 (Fr. 1'644.00 ./.
Fr. 311.00).
1. April 2022 bis 31. Dezember 2023:
Unterhaltsbedarf C.: Fr. 2'091.45 (fam.rechtl. EM Fr. 1'461.45 +
Überschussanteil Fr. 850.00 ./. Einkommen Fr. 220.00). Die Beklagte hat
25% davon, d.h. Fr. 522.90, zu tragen, so dass sich ein vom Kläger zu
leistender Unterhaltsbeitrag für C. von gerundet Fr. 1'569.00 (Fr. 2'091.45
./. Fr. 522.90) ergibt.
Der Überschuss des Klägers beträgt Fr. 3'599.45 (Einkommen Fr. 8'465.00
./. fam.rechtl. EM Fr. Fr. 3'296.55 ./. Unterhaltsbeitrag C. Fr. 1'569.00). Der
Überschuss der Beklagten beträgt Fr. 4'173.15 (Einkommen Fr. 8'944.00
./. fam.rechtl. EM Fr. Fr. 4'247.95 ./. Anteil Unterhaltsbedarf C. Fr. 522.90).
Damit beide Parteien den gleichen Anteil am Überschuss haben, rechtfertig
es sich, dass die Beklagte sich zusätzlich mit Fr. 286.00 am
Unterhaltsbedarf von C. zu beteiligen hat. Entsprechend reduziert sich der
vom Kläger zu leistende Unterhaltsbeitrag auf Fr. 1'283.00 (Fr. 1'569.00 ./.
Fr. 286.00).
Ab 1. Januar 2024:
Unterhaltsbedarf C.: Fr. 2'291.45 (fam.rechtl. EM Fr. 1'661.45 +
Überschussanteil Fr. 850.00 ./. Einkommen Fr. 220.00). Die Beklagte hat
25% davon, d.h. Fr. 572.90, zu tragen, so dass sich ein vom Kläger zu
leistender Unterhaltsbeitrag für C. von gerundet Fr. 1'719.00 (Fr. 2'291.45
./. Fr. 572.90) ergibt.
Der Überschuss des Klägers beträgt Fr. 3'449.45 (Einkommen Fr. 8'465.00
./. fam.rechtl. EM Fr. Fr. 3'296.55 ./. Unterhaltsbeitrag C. Fr. 1'719.00). Der
Überschuss der Beklagten beträgt Fr. 4'123.15 (Einkommen Fr. 8'944.00
./. fam.rechtl. EM Fr. Fr. 4'247.95 ./. Anteil Unterhaltsbedarf C. Fr. 572.90).
Damit beide Parteien den gleichen Anteil am Überschuss haben, rechtfertig
es sich, dass die Beklagte sich zusätzlich mit Fr. 336.00 am
Unterhaltsbedarf von C. zu beteiligen hat. Entsprechend reduziert sich der
vom Kläger zu leistende Unterhaltsbeitrag auf Fr. 1'383.00 (Fr. 1'719.00 ./.
Fr. 336.00).
- 43 -
3.8.
Nach dem Gesagten ist der Kläger zu verpflichten, an den Unterhalt von C.
(Barunterhalt) monatliche Beiträge von Fr. 1'066.00 (Juni bis Dezember
2018), Fr. 927.00 (1. Januar 2019 bis 31. Juli 2019), Fr. 745.00 (1. August
2019 bis 31. Dezember 2019), Fr. 892.00 (2020), Fr. 813.00 (1. Januar
2021 bis 31. Oktober 2021), Fr. 1'315.00 (1. November 2021 bis 31. März
2022), Fr. 1'283.00 (1. April 2022 bis 31. Dezember 2023) und Fr. 1'383.00
ab Januar 2024 zu bezahlen. Die Berufung des Klägers erweist sich somit
insoweit als teilweise begründet.
4.
Beim gegebenen Ausgang des Verfahrens – bei den Betreuungsanteilen
unterliegt der Kläger mehrheitlich, im Unterhaltspunkt obsiegt er zu rund
der Hälfte - ist die obergerichtliche Spruchgebühr, welche auf Fr. 2'500.00
festzusetzen ist (Art. 95 Abs. 1 lit. a ZPO, Art. 96 ZPO i.V.m. §§ 3 Abs. 1, 8
und 11 Abs. 1 VKD), dem Kläger zu zwei Dritteln und der Beklagten zu
einem Drittel aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Der Kläger ist zu
verpflichten, der Beklagten einen Drittel der zweitinstanzlichen
Parteikosten zu ersetzen. Diese werden ausgehend von einer leicht
überdurchschnittlichen Grundentschädigung von Fr. 3'000.00 (§ 3 Abs. 1
lit. b und Abs. 2 AnwT), Abzügen von 20% (§ 6 Abs. 2 AnwT, keine
Verhandlung) und von 25% (§ 8 AnwT, Rechtsmittelverfahren), einem
Zuschlag von 10% für die Eingabe vom 10. Dezember 2021 (§ 6 Abs. 3
AnwT), Barauslagen von pauschal Fr. 100.00 und der Mehrwertsteuer
(7.7%) auf Fr. 2'288.60 festgesetzt.