Decision ID: 9cdc1a12-9bf6-49e0-a0fe-f2ae65aa6268
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1959 geborene
X._
war vom
1.
November 1999 bis am 30. April
2014 bei der
Y._
AG als Schweisser
angestellt (
Urk.
9/11
und Urk.
9/30
). Am 17.
Mai
2013 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf
Schulterbeschwer
den
bei der Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug an (
Urk.
9/2). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, zog unter anderem
einen
Aus
zug aus dem individuellen Konto (
Urk.
9/9)
bei
und
holte mehrere Arztberichte ein
.
Am 5. Februar 2014 (Urk. 9/31) gewährte die IV-S
t
elle dem Versicherten Frühinterventionsmassnahmen in Form von Arbeits
vermittlung durch die
C._
AG vom 3. März bis 31. Oktober 2014.
Am 13. Mai
2014 (Urk. 9/45) erfolgte die Kostengutsprache für eine Ausbildung zum Haus
wart. Wegen Krankschreibung schloss die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung am 29.
August
2014 (Urk. 9/65) ab.
Nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(Urk. 9/73) wies sie das
Rentenbe
geh
ren
mit Verfügung vom 3
0.
März
2015 (Urk. 2
) ab.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 1
1.
Mai
2015 unter Auflage von zwei
Arzt
berichten
der
Z._
Klinik vom 2
7.
November
2014 und 1
5.
April
2015
(
Urk.
3/
3-
4)
Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, die Verfü
gung vom 30. März
2015 sei aufzuheben
und die Beschwerdegegnerin sei zu ver
pflichten ihm die gesetz
lichen Leistungen nach IVG, namentlich eine Invaliden
rente, zu gewähren.
Even
tualiter sei die Bes
chwerdegegnerin zu verpflichten
,
ihm
vom 1.
Novem
b
er
2013 bis zum 3
1.
Juli
2014 eine
Dreiviertelsrente
und mit Wirkung
ab
1.
August 2014 mindestens eine
Viertelsrente
zu gewähren.
A
b dem
1.
März
2015
sei ihm
eine ganze Rente zu
gewähr
en.
Schliesslich
sei ein
ve
r
waltungsexternes
Gut
achten
zur
Klärung der Beeinträchtigung betreffend den Fuss links
einzuholen. Das ebenfalls gestellte Gesuch um unent
geltliche
Pr
ozess
führung
und unent
geltliche
Rechts
vertretung
zog er mit Eingabe vom
8.
Sep
tem
ber 2015 wieder zurück (Urk.
12).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
Juni 2015 (
Urk.
8) beantragte die
Beschwerde
gegnerin
die Abweisung der Beschwerde, was de
m
Beschwer
de
führer mit Verfü
gung vom
9.
September 2015 mitgeteilt wurde (
Urk.
13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gege
n
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG
.
1.
4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des ana
log anwendbaren (AHI 1998 S.
121 E.
1b mit Hinweisen)
Art.
88a der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d
am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E.
1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E.
2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das
heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
gemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arzt
berichtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeich
nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung vom 3
0.
März
2015 (
Urk.
2) damit, dass der Beschwerdeführer seit 2
9.
November
2012 in seiner
Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt sei. Es sei ihm nicht mehr zumut
bar,
seiner ursprünglichen Tätigkeit als Schweisser nachzugehen. Seit dem 1
4.
Okto
b
er 2013 sei er jedoch in einer optimal angepassten, körperlich leichten
,
wechsel
belastend
en
Tätigkeit
wieder
zu 50
%
bzw. seit dem 24.
April 2014 zu 100
% arbeitsfähig.
Vom
1.
November 2013 bis 3
0.
April 2014 betrage der
Invaliditäts
grad
66
%, woraus sich ein Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
er
gebe. Seither betrage der Invaliditätsgrad noch 32
%, weshalb ab dem
1.
Mai
2014 kein Renten
anspruch mehr bestehe.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, einerseits
sei sein
Valideneinkommen
falsch berechnet worden
, a
ndererseits sei
bei ihm
ei
n leidensbedingter Abzug von 25
%
vorzunehmen.
Zudem sei die Verbesse
rung seines Gesundheitszustandes erst zu berücksichtigen, nachdem sie drei Monate gedauert habe.
Daraus
würden
eine ganze Ren
te vom
1.
November 2013 bis
31.
Juli
2014 sowie eine
Viertelsrente
ab
1.
August
2014
resultieren
. Schliesslich
habe sich sein Gesundheitszustand seit dem 27. November 2014
wieder
ver
schlechtert, sodass ihm ab dem
1.
März 2015 wiederum eine ganze Rente zu
zusprechen sei (
Urk.
1).
3.
3.1
Dr.
med.
A._
,
Oberarzt Orthopädie Obere Extremitäten,
Z._
Klinik
,
verwies
in seinem Bericht
zu Händen des Krankentaggeldversicherers
vom 2
6.
April 2013 (
Urk.
9/12
/
2
-3
)
auf die am
5.
April 2013 erfolgte
Rekonstruktion der linken
Rotatorenmanschette
sowie Tenotomie der linken langen
Bizepssehne
und hielt folgende Diagnosen fest:
Schulter links,
adominant
: St. n.
arthroskopischer
Rotatorenmanschetten
-
rekonstruktion und Tenotomie der langen
Bizepssehne
am
5.
März 2013
(richtig:
5.
April 2013)
Als
Nebendiagnosen
nannte er
:
St. n.
arthroskopischer
Defilée
-Erweiterung links 1999
MR-tomographisch dokumentierte
Rotatorenmanschettenruptur
rechts mit
Ruptur der langen
Bizepssehne
Geplante
iliacale
PTA bei PAVK (Mai 2013; ASS Dauermedikation
)
Er führte aus, i
n einem körperlich belastenden Beruf sei mi
t einer Arbeits
unfähigkeit von fünf bis sechs
Monaten zu rechnen, in einem administrativen
Arbeitsalltag sei die Reintegration
ungefähr
ab dem
dritten
postoperativen Monat
möglich.
3.2
In seinem Verlaufsbericht vom 2
2.
Mai
2013
(
Urk.
9/10
/
6
-7
) hielt
Dr.
A._
weitere Nebendiagnosen fest:
Adipositas
Arterielle Hypertonie
Diabetes mellitus Typ II, OAD
Chronische Schlafstörungen
Nikotin
PAVK Stadium
IIb
rechts
USG-Arthrose
Ergänzend führte er aus, dass der Frühverlauf nach der Operation zeitgerecht sei und der Beschwerdeführer kaum Schmerzen habe. Er sei jedoch weiterhin zu 100
% arbeitsunfähig.
3.3
Im
Verlaufsbericht vom
7.
November
2013 (
Urk.
9/
22
/
2
-3
)
verwies
D
r.
A._
auf die Untersuchung vom 1
4.
Oktober 2013 und führte
bezüg
lich der
Befunde Folgendes aus:
„
Aktiv freie Elevation und Abduktion,
Painful
arc
rechts
.
Palpatorisch
leichter Druckschmerz über beiden Eckgelenken. Mit der Feder
waage gemessen rechts 4.5
kg, links 2.5
kg Abduktionskraft. M5 der Innen- und Aussenrotation bei angelegtem Arm. Passiv beidseits keinerlei
Kapselmus
ter
.
“
Im angestammten Beruf sei eine Arbeitsfäh
igkeit
wahrscheinlich auch lang
fristig nicht mehr realisierbar. Der grundsätzlich positive Verlauf der
Ope
ration der
linken Schulter erlaube jedoch ei
ne administrative Tätigkeit in
e
i
nem 50
%
-Pensum per sofort.
3.4
Im Verlaufsbericht vom 2
3.
April 2014 (
Urk.
9/
37) hielt
Dr.
A._
fest, aktiv könne der Arm beidseits voll
eleviert
und abduziert werden. In der passi
ven Bewegungsprüfung zeige sich rechts ein deutlicher
Impingementschmerz
,
wohingegen
links die Beweglichkeit gut sei. Bezüglich Kraft sei der Befund symmetrisch. Ab dem 2
4.
April 2014 sei der Beschwerdeführer für leichte Ar
bei
ten mit Heben und Tragen bis 3
kg und Brusthöhe zu 100
% arbeitsfähig.
3.5
Im Verlaufsbericht vom 2
7.
November 2014 (
Urk.
3/3) befand
Dr.
A._
, dass die aktive Beweglichkeit gut sei. Beidseits könne der Arm über die Horizon
tale angehoben werden, gleichzeitig bestünden dabei jedoch erhebliche Schmerzen, sowohl in der Elevation als auch in der Abduktionsrichtung. Mit der Federwaage gemessen würden rechts 4
kg, links 3
kg Abduktionskraft erreicht, dies mit erheblichen Schmerzen. Die
Bicepstests
seien rechts positiv, links nega
tiv.
Palpatorisch
sei der gesamte
cervikale
und
periscapuläre
Bereich beidseits
druckdolent
.
Angesichts der Nebendiagnosen und des klaren beidseitigen
Schul
terleidens
scheine die Aussicht auf eine Arbeitsstelle in einem angepassten Arbeitsprofil aussichtslos zu sein, weshalb dem Beschwerdeführer ein zeitlich nicht limitiertes 100%iges Arbeitsunfähigkeitszeugnis ausgestellt werde.
3.6
Im Verlaufsbericht vom 1
5.
April
2015 (
Urk.
3/4)
schliesslich hielt Dr.
A._
fest, dass beide Arme aktiv bis zu 140° Elevation und Abduktion gebracht werden könn
t
en. Bei angelegtem Arm betrage die Aussenrotation beidseits 60°. Mit der Federwaage objektiviert betrage die Abduktionskraft rechts 0
kg, links 1.5
kg. In der passiven Bewegungsprüfung würden beide Schultern erheblich
krepitieren
und erhebliche Schmerzen im Hawkins und Neer
Impingement
ma
növer
provozieren. Subjektiv bestehe eine komplette
Belas
tungsintoleranz
beider
Schultern. Objektiv sei die Beweglichkeit zwar frei, Kraft könne jedoch auf beiden Seiten nicht ausgeübt werden. Selbst administrative Tätigkeiten
schien
en nicht zumutbar
zu sein
, weshalb an einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit fest
gehalten werde.
4.
4.1
In organischer Hinsicht ergibt sich, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Schulterbeschwerden seit dem 2
9.
November
2012 in seiner Arbeitstätigkeit erheblich eingeschränkt und seit dem
5.
April
2013 in seiner angestammten Tätigkeit als Schweisser zu 100
% arbeitsunfähig ist. Gemäss den unwider
sprochen gebliebenen und nachvollziehbaren
Attesten von Dr.
A._
war der Be
schwerdeführer in einer angepassten (administrativen)
Tätigkeit ab dem 10. Juli 2013 zu 50 % (
Urk.
9/13/2 und 9/22/
2) und ab dem 24. April 2014 für leichte Arbeiten mit Heben und Tragen bis 3
kg und
Brusthöhe zu 100
% arbeitsfähig (
Urk.
9/37).
Hiervon ist auszugehen.
4.2
Der Beschwerdeführer machte
jedoch
geltend, dass sich sein Gesundheitszustand seit dem 2
7.
November 2014 verschlechtert habe.
Dazu ist festzuhalten, dass
Dr.
A._
den Beschwerdeführer mit Bericht vom 2
3.
April
2014 (Urk. 9/37)
für leichte Arbeiten mit Heben und Tragen bis 3
kg und Brusthöhe als zu 100
% arbeitsfähig befunden hat. Im Bericht vom 2
7.
November 2014
hielt
er fest, dass die aktive Beweglichkeit der Arme gut sei und der Beschwer
deführer diese nach wie vor auf Brusthöhe anheben und links mit 3
kg, rechts mit 4
kg belasten könne. Am Befund hat sich seit der letzten Konsultation
somit nichts Wesent
liches geändert. Dass der Beschwerdeführer nun auch in einer
lei
densan
ge
passten
Tätigkeit zu
100
% arbeitsunfähig sein soll, ist damit nicht nachvoll
ziehbar. So
brachte
Dr.
A._
selbst vor, dass die 100%
ige Ar
beitsun
fähigkeit bescheinigt werde, weil der Beschwerdeführer mit seinen Diag
nosen keine Arbeitsstelle finden könne.
Die Beurteilung solcher
arbeitsmarktlichen
Verhältnisse fällt jedoch nicht in den Zuständigkeitsbereich der Ärzte, sondern bildet Gegenstand der erwerblichen Gewichtung der medizinisch-theoretischen Einschränkungen.
Auch
gemäss
Verlaufsbe
richt
vom 15.
April 2015 (
Urk.
3/4)
k
a
nn
der Beschwer
deführer die Arme nach wie vor auf Brusthöhe anheben
, diese neu jedoch
nur noch mit 0
kg rechts und 1.5
kg links belasten. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass der Beschwerdeführer subjektiv von einer kompletten Belastungsintoleranz beider Schultern ausgeht. Es ist anzunehmen, dass sich sein subjektives Empfin
den auf die objektive
Fe
derwaagenmessung
aus
ge
wirkt
hat.
Der Beschwerde
führer ver
spürte zudem bereits am 2
3.
April 2014 zumindest auf der rechten Seite einen deutlichen
Impingementschmerz
und wurde dennoch als zu
100 % arbeitsfähig befunden.
Es
ist
folglich
nicht mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers vom 2
7.
Novem
ber 2014 bis zum 1
5.
April
2015 so stark verschlechtert hat
, dass nun von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auch in einer angepassten Tätigkeit auszugehen wäre. Vielmehr ist
– mangels relevanter Befundän
d
erungen -
nach
wie vor eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit anzu
nehmen
.
4.3
Der Beschwerdeführer machte geltend, dass er unter einer zusätzlichen gesund
heitlichen Beeinträchtigung seines linken Fusses leide, welche von einem
Unfall
ereignis
aus dem Jahre 1991 stamme. Er selbst gab jedoch an, dass die
Arthrodese
am linken Fuss keine grossen Einschränkungen bewirke, er habe
lediglich Schmerzen am Fuss, was während der Arbeitszeit jedoch aushaltbar sei (
Urk.
9/7 S.
3). So sind auch keine Einschränkungen während seiner dreizehn
jährigen Tätigkeit als Schweisser, während welcher er oft gehen und stehen musste (
Urk.
9/11 S. 6), bekannt. Gemäss
B
ericht von
Hausarzt
Dr.
med.
B._
vom
1.
Juli
2013
ist
der Beschwerdeführer trotz seiner
Arthrodese
für eine Tätig
keit ohne weites Gehen voll arbeitsfähig (
Urk.
9/10 S. 3). Vom bean
tragten orthopädischen Gutachten sind
damit
keine weiteren Erkenntnisse zu erwar
ten, weshalb auf das Einholen eines solchen in
antizipierter Beweiswürdigung ver
zichtet wird. Die
Arthrodese
vermag damit
an der 100%
igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nichts zu ändern.
5
.
5
.1
Der Beschwerdeführer bemängelte
weiter
die Berechnung des
Validenein
kommens
. So habe die Beschwerdegegnerin fälschlicherweise auf den von der ehe
ma
ligen Ar
beitgeberin angegebenen Nettolohn
per 2013
statt auf den Brutto
lohn abge
stellt. Richtigerweise sei von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
81‘250.-- per 2013 bzw.
Fr.
81‘900.-- per 2014 auszugehen.
Dies wird von der
Beschwerde
gegnerin
nicht bestritten.
Die von der ehemaligen Arbeitgeberin eingereichten Lohnblätter weisen per 2012
einen Bruttolohn von Fr.
81‘900.--
aus
(Urk. 9/11 S.
11)
. Dazu ist jedoch anzumerken, dass dieser auch die
Ausbil
dungszulagen
für die Tochte
r des Beschwerdeführers von Fr.
3‘000.-- sowie Reisespesen von Fr. 3‘600.-- enthält. Reisespesen sind nicht Lohnbestandteil, stehen diesen doch
jeweils
konkrete
,
durch die Ausführung der Arbeit entste
hende
Auslagen
gegenüber
, welche von der Arbeitgeberin zu ersetzen sind
. Sie sind bei der Berechnung des
Valideneinkommens
demnach nicht zu berücksich
tigen.
Auch
die Ausbildungszulagen
sind
nicht
zu
be
rücksichtig
en.
Richtiger
weise ist damit von einem Bruttoeinkommen per 2012 von
Fr.
75‘300.
--
aus
zugehen
, was auch mit
den Angaben im
Auszug
aus dem individuellen Konto des Beschwerdeführers übereinstimmt
(
Urk.
9/9
S.
3).
Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung ist damit von e
inem
Vali
deneinkommen
von Fr. 75‘851
.-- per 2013 bzw.
Fr.
76‘401
.-- per 2014 auszu
gehen
(
Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Real
löhne
1939-2015, Schwei
ze
rischer Lohnindex insgesamt
[
1939 = 100
]
, Männer, Stand 2012: 2188, Stand
2013: 2204, Stand 2014: 2220; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/
Erwerbseinkommen, detaillierte Daten,
Lohnent
wicklung
;
nachfolgend
:
Statistik Nominallohnentwicklung
)
.
Die
tieferen
Lohn
angaben
der ehemaligen Arbeitge
berin per 2013
standen wohl im Zusammenhang mit der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit und sind unbeachtlich
.
5
.2
5
.2.1
Zur Berechnung des Invalideneinkommens stützte sich die Beschwerdegegnerin
auf die Tabellenlöhn
e des Bundesamtes für Statistik ab und
ging vom Durch
schnitt über alle Branchen (Niveau 4) aus (Urk.
9
/
70 und
Urk.
2
). Dies ist nicht
zu beanstanden, steht de
m
Beschwerdeführer doch - im Rahmen der Zumut
bar
keit - der gesamte Stellenmarkt offen
. Die Berechnung des
Invali
den
eink
om
mens
wurde vom Beschwerdeführer denn auch nicht
ko
nkre
t
beanstandet
.
Dass seine Restarbeitsfähigkeit ni
cht verwertbar wäre, machte er
nicht geltend
.
Aus
gehend von einem statistischen Lohn von Fr. 4‘
901
.--
und aufgerechnet auf die durch
schnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.
7
Stunden (
Betriebsübliche Arbeitsze
it nach Wirtschaftsabteilungen [
NOGA 2008
]
in Stunden pro Woche
1990-2015,
Betriebsübliche Wochenarbeitszeit der vollzeiterwerbstätigen
Arbeit
nehmenden
, Total 2013: 41.7, 2014: 41.7;
www.bfs.admin.ch,
Arbeit und Erwerb,
Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit,
detaillierte Daten, Statistik de
r
betriebs
üblichen
Arbeitszeit [BUA]
)
sowie angepasst an die Nominallohnentwicklung (
Stand 2010: 2151, Stand 2013:
2204, Stand 2014: 2220;
Statistik
Nominal
lohnentwicklung
, a.a.O.)
ergibt sich ein mögliches Einkommen von Fr.
31‘411
.--
per 2013 (50%ige Arbeitsfähigkeit) bzw.
Fr.
63‘278.-- per 2014 (100%ige Arbeit
s
fähigkeit)
.
5
.2.2
Unter Berücksichtigung des von der Beschwerd
egegnerin auf 20
% festgelegten
leidensbedingten Abzugs
resultiert
ein Invalideneinkommen von
Fr.
25‘129.--
per 2013 (50%ige Arbeitsfähigkeit) bzw.
Fr.
50‘622.-- per 2014 (100%ige
Arbeits
fähigkeit).
Der Beschwerdeführer machte
mit Verweis auf sein Alter, die Anzahl Dienst
jahre im gleichen Betrieb, den Wegfall von Schwerstarbeit, das sehr einge
schränkte Tätigkeitsspektrum sowie die zusätzlich zu berücksichtigenden
Fuss
be
schwerden
einen leidensbedingten Abzug von 25
% statt dem von der Beschwerdegegnerin
b
erücksichtigten von 20
% geltend. Nachdem sich
jedoch selbst bei
m
maximal
zulässig
en Abzug von 25
% kein abweichendes Resultat ergäbe (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75), ist darauf nicht weiter einzugehen.
5
.3
Während der 50%igen Arbeitsunfähigkeit ergibt der Vergleich des
Validenein
kommens
von Fr. 75‘851.-- mit dem Invalideneinkommen von Fr. 25‘129.-- eine Lohneinbusse von
Fr.
50‘722.-- und damit einen Invaliditätsgrad von 67
%
(beziehungsweise unter Berücksichtigung eines
–
vorliegend
eher
nicht gerecht
fer
tigten - maximalen
Abzug
s
von 25
%
einen solchen von 69
%
)
. Seitdem der Beschwerdeführer wieder zu 100
% arbeitsfähig ist, steht das
Valideneinkom
men
von
Fr.
76‘401.-- einem Invalideneinkommen von Fr. 50‘622.-- gegenüber, woraus eine Lohneinbusse von
Fr.
25‘779.-- und ein
Invaliditätsgrad von
34
%
(beziehungsweise
3
8
%
)
r
esultiert.
5.4
Der Beschwerdeführer hat damit
ab dem
1.
November 2013
(vgl.
Art.
28
Abs.
1
lit
. b in Verbindung mit
Art.
29
Abs.
1 und 3 IVG)
Anspruch auf eine
befristete
Dreiviertelsrente
.
Wie der Beschwerdeführer
jedoch
zu Recht vorbrachte, ist die Verbesserung seines Gesundheitszustandes
(April 2014
)
erst nach dreimonatiger Dauer zu berücksichtigen.
S
eine
Rente ist
folglich
erst per 1. August 2014
auf
zuheben
(vgl. Art. 88a
Abs.
1 IVV).
D
ie Beschwerdegegnerin
hat
de
m
Beschwer
deführer
so
mit
ab
dem
1.
November 2013
zu Recht eine
Dreiviertels
rente
zuge
sprochen, die Befristung
hat
jedoch bis
zum
3
1.
Juli 2014
zu dauern. In diesem Sinn
e
ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen.
6
.
6
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig und sind die Gerichtskosten gemäss Art. 69
Abs. 1
bis
IVG ermessensweise auf Fr.
6
00.-- festzusetzen.
Gemäss der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) war die ursprünglich festgesetzte
Dreiviertelsr
ente
bis
3
0.
April 2014
befristet. Nachdem
der
Beschwerdeführer die
Zusprache
einer unbefristeten Rente über den 1.
Mai 2014
verlangt (Urk.
1
), die Befristung der Rente indessen bis
zum
3
1.
Juli 2014
zu dauern hat, unterliegt
er
im hiesigen Verfahren in einem wesentlichen Umfang. Entsprechend sind die Gerichtskosten zu
drei Vierteln
de
m
Beschwerdeführer und zu
einem Viertel
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6
.2
Unter Berücksichtigung
seines
Unterliegens steht de
m
Beschwerdefüh
rer
eine reduzierte Prozessentschädigung zu
, welche vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festgesetzt wird
(§ 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
)
.
Ent
sprechend
ist
ihm eine reduzierte Prozessentschädigung von Fr.
600
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
)
auszurichten
.