Decision ID: 3c89167f-fb85-5459-bae6-41ded035d8a3
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ war am 5. Juli 2011 auf einer Treppe gestürzt. Nach dem Unfall wurde sie
durch Dr. med. B._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates, behandelt. Im Oktober 2011 hielt dieser fest, die Versicherte
leide an einer ungewöhnlichen Arthrose zwischen dem lateralen und medialen Fuss. Es
sei möglich, dass diese Arthrose belastungsabhängige Beschwerden verursache (IV-
act. 2-2). Zuletzt berichtete Dr. B._ am 25. Januar 2012, weder die Versorgung mit
Schuheinlagen noch die vorübergehende Ruhigstellung mit einem Gips hätten etwas
gebracht. Die Schmerzen seien weiterhin unklar, es scheine sich eher nicht um einen
Schmerz von der bekannten Cuneio-Cuboidalarthrose zu handeln. Orthopädisch sei
wohl nichts mehr auszurichten, da der allenfalls orthopädisch ausgelöste Schmerz
inzwischen internalisiert und der klassischen Schmerztherapie nicht mehr zugänglich
sei (IV-act. 60-5). Am 26. Januar 2012 wurde die Versicherte durch den Kreisarzt der
SUVA untersucht. Dieser stellte folgende Diagnose: "Treppensturz am 05.07.2011 mit
Distorsion OSG und traumatisierter Arthrose zwischen Cuboid und Cuneiforme laterale
im rechten Fuss". Subjektiv persistierten belastungsunabhängige Schmerzen im
gesamten rechten Vorfuss tags und nachts. Objektiv finde sich ein Druckschmerz im
gesamten Fuss ohne eine im Seitenvergleich eingeschränkte Beweglichkeit. Er habe
keine Entzündungszeichen oder Schwellungen, keine muskuläre Hypotrophie, keine
neurologische Auffälligkeit und keine Durchblutungsstörung gefunden. Er habe der
Versicherten mitgeteilt, dass rein unfallbedingt für eine sitzende Tätigkeit ab dem
Untersuchungszeitpunkt eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe (SUVA-act. 59-5 f.).
A.b Daraufhin meldete sich die Versicherte am 1. Februar 2012 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Am 27. Februar 2012 nahm der
Regionale Ärztliche Dienst Ostschweiz (RAD) telefonisch Kontakt mit der betreuenden
Ärztin der Versicherten, Dr. med. C._, auf. Diese gab an, die Versicherte leide an
Schmerzen im rechten Fuss. In ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
Produktionsmitarbeiterin sei die Versicherte nicht mehr arbeitsfähig. Für eine adaptierte
fuss- bzw. beinentlastende Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 10,
17-2).
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A.c Am 13. März 2012 führte der Eingliederungsverantwortliche ein Gespräch mit der
Versicherten. Dabei gab sie an, sie leide nach wie vor an starken Schmerzen und fühle
sich dadurch eingeschränkt beim Stehen und Aufstehen und beim Gehen. Auch bei der
Hausarbeit sei sie eingeschränkt und sie sei sehr deprimiert, dass die Schmerzen im
Gelenk nicht weggingen (IV-act. 20).
A.d Am 17. Juli 2012 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass keine beruflichen
Massnahmen angezeigt seien, weil sie sich gemäss Besprechung nicht in der Lage
fühle, an Eingliederungsmassnahmen mitzuwirken (IV-act. 23).
A.e Mit einem Vorbescheid vom 14. September 2012 kündigte die IV-Stelle der Ver
sicherten an, dass sie deren Leistungsbegehren bei einem IV-Grad von 0% ablehnen
werde (IV-act. 33). Am 20. September 2012 wandte die Versicherte dagegen ein, dass
sie sich noch immer nicht arbeitsfähig fühle und zahlreiche Arzttermine aufgrund ihrer
Schmerzen wahrnehmen müsse. Ihr Bein sei noch nicht gänzlich geheilt (IV-act. 34).
A.f Am 6. November 2012 berichtete Dr. C._, die Versicherte leide an einem
Schmerzsyndrom, das sich nach dem Distorsionstraum entwickelt habe. Da die Ver
sicherte nicht für längere Zeit stehen, laufen oder sitzen könne, sei aktuell keine
Arbeitsfähigkeit gegeben. Zudem hätten sich durch die Schmerzen Schlaf- und
psychische Störungen entwickelt. Zur Objektivierung des Schmerzsyndroms sei eine
neurologische Untersuchung geplant (IV-act. 39). In ihrem Arztbericht vom
23. November 2012 gab Dr. C._ die Einschätzung von Dr. med. D._, Facharzt FMH
für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, wieder, der die Versicherte am
7. November 2012 untersucht hatte. Dieser hatte ausgeführt, aus neurologischer Sicht
habe sich kein pathologischer Befund ergeben, der die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen
würde. Die Hypästhesie des rechten Fusses lasse sich durch den Unfall nicht erklären
und scheine am ehesten Ausdruck einer beginnenden Schmerzfehlverarbeitung zu
sein. Diese Erkrankung liege aus psychiatrischer Sicht vor, ohne dass es zu einer
deutlichen Ausgestaltung komme. Die Versicherte selbst traue sich eine Tätigkeit
durchaus zu, befürchte aber, keinen angepassten Arbeitsplatz zu finden. Aus
neurologischer und psychiatrischer Sicht lasse sich keine Arbeitsunfähigkeit begründen
(IV-act. 45).
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A.g Am 3. Januar 2013 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Rentenbegehrens (IV-
act. 47). Zur Begründung führte sie an, die Versicherte sei seit dem 26. Januar 2012 in
einer angepassten, sitzenden Tätigkeit wieder voll arbeitsfähig und damit in der Lage,
mindestens ihr bisheriges Bruttoeinkommen zu erzielen. Aufgrund eines Einwandes der
Versicherten vom 7. Januar 2013 (IV-act. 48) widerrief sie diese Verfügung am
18./25. Januar 2013 (IV-act. 49, 53). Nachdem sich herausgestellt hatte, dass die IV-
Stelle (doch) bereits über sämtliche medizinischen Akten verfügt hatte, entschied sie
am 12. April 2013, an ihrem Entscheid festzuhalten und verfügte erneut die Abweisung
des Rentenbegehrens (IV-act. 70).
B.
B.a Dagegen erhob die Versicherte am 15. April 2013 Beschwerde. Sie machte erneut
geltend, dass sie sich noch nicht wieder arbeitsfähig fühle und zahlreiche Arzttermine
aufgrund ihrer Schmerzen in den Beinen wahrnehmen müsse (act. G 1).
B.b Am 16. August 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie an, sie habe sich für die Verfügung
auf die Abklärungen der SUVA und die diversen weiteren medizinischen Akten gestützt.
Insgesamt sei die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt.
B.c Am 28. und 31. August 2013 reichte die Beschwerdeführerin Unterlagen über
diverse Arzttermine ein (act. G 7, 8). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am
27. September 2013 auf eine Stellungnahme (act. G 10).
B.d Am 5. und 18. November 2013 reichte die Beschwerdeführerin weitere Unterlagen
ein, darunter eine Einladung zu einem stationären Spitaleintritt (im Fachbereich
Rheumatologie) für die Zeit zwischen dem 27. Januar und dem 10. Februar 2014
(act. g 13).
B.e Am 12. März 2014 berichtete Dr. med. E._, Facharzt für Allgemeinmedizin, dass
bei der Beschwerdeführerin von einer fortdauernden Arbeitsunfähigkeit ausgegangen
werden müsse. Dafür seien insbesondere das Schlafapnoesyndrom und die multiplen
Beschwerden seitens des Bewegungsapparates verantwortlich (act. G 15). Dem
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Kurzaustrittsbericht der Klinik für Rheumatologie des Kantonsspitals St. Gallen vom
10. Februar 2014 sind die folgenden Diagnosen zu entnehmen:
" 1. Komplextherapie ab 27.01.2014
2. Abrollstörung und Gangbildstörung bei Mittelfussarthrose, St. n. Sprunggelenks-und
Fussdistorsion 05.07.2011
3. Beginnende Gonalgie bei lateralem Impingement der Patella
4. Bewegungseinschränkung beider Hüftgelenke bei Verdacht auf beginnende
Coxarthrose
5. Chronifizierte Zerviko-Zephalo-Brachialgie bei beginnenden degenerativen HWS-
Veränderungen, Fehlstatik, myostatische Insuffizienz
6. Metabolisches Syndrom
- Adipositas WHO Grad I, BMI 30kg/m
- Diätetisch eingestellter Diabetes mellitus Typ 2
- art. Hypertonie, unter Tenormin
7. Latente Hypothyreose [...]
8. Hypovitaminose D
9. Obstruktive Schlaf-Apnoe, mittelgradig [...]" (act. G 15.1).
B.f Am 14. Oktober 2014 berichtete Dr. E._, laut fachärztlicher Beurteilung sei die
Beschwerdeführerin lediglich für ganz leichte Tätigkeiten im Wechsel zwischen Sitzen,
Stehen und Gehen zu 50% arbeitsfähig (act. G 17). Beigelegt war ein Bericht der Klinik
für Rheumatologie des Kantonsspitals vom 19. August 2014 (act. G 17.1). Diesem ist zu
entnehmen, dass die Beschwerdeführerin an Schmerzen im Bereich der gesamten
Wirbelsäule und den unteren Extremitäten leide. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei nur
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bedingt (max. 50%) leidensgerecht. Möglich seien leichte Tätigkeiten im Wechsel
zwischen Sitzen (überwiegend), Stehen (zeitweise) und Gehen (zeitweise) bei
ergonomischer Arbeitsplatzgestaltung. Nicht möglich seien Tätigkeiten mit Heben und
Tragen von Lasten über 5 kg, häufige Zwangshaltungen, häufige Überkopfarbeiten,
feinmotorische und repetitive grobmotorische Anforderungen an die Hände/Arme und
Füsse, Tätigkeiten unter Zeit- und Termindruck, Akkordtätigkeiten.
B.g Die Ärzte der Klinik für Rheumatologie berichteten am 13. Februar 2015 über einen
guten Allgemeinzustand der Beschwerdeführerin. Es lägen keine objektivierbaren
systemischen Symptome vor. Führend seien ein depressives Bild und ein chronisches
Schmerzsyndrom (act. G 19).
B.h Die Beschwerdegegnerin liess sich nicht mehr vernehmen.

Erwägungen:
1.
1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG, SR 830.1]), das heisst der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach ärztlicher Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).
1.2 Gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG,
SR 831.20) haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
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wiederherstellen, erhalten oder verbessern können, Anspruch auf eine Rente (lit. a),
wenn sie während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40% invalid sind (lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60% auf eine
Dreiviertelsrente und ab einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% auf eine ganze
Invalidenrente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3 Für die Bemessung des Invaliditätsgrades sind die zuständige Behörde und später
das Gericht auf von den Ärzten zur Verfügung zu stellende Unterlagen angewiesen.
Aufgabe der Ärzte ist es denn auch, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261, E. 4 mit weiteren Hinweisen). Im
Rahmen der freien Beweiswürdigung dürfen sich Verwaltung und Gericht weder über
die medizinischen Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen, noch sind die ärztlichen
Einschätzungen zur Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer sozialversicherungsrechtlichen
Tragweite zu übernehmen. Die rechtsanwendende Behörde hat sorgfältig zu prüfen, ob
die ärztliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte
(insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mitberücksichtigt,
welche vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus, unbeachtlich sind (BGE
130 V 356, E. 2.2.5).
2.
2.1 In medizinischer Hinsicht stützte sich die Verfügung der Beschwerdegegnerin auf
die Beurteilung des Kreisarztes der SUVA, der die Versicherte ab dem 26. Januar 2012
als in einer sitzenden Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig beurteilt hatte. Diese Einschätzung
erscheint als überzeugend, da auch der Orthopäde Dr. B._ festgehalten hatte, ein
mechanisches Korrelat zum Schmerz könne praktisch sicher ausgeschlossen werden
(IV-act. 60-6). Auch die neurologische Untersuchung durch Dr. D._ hatte keinen
pathologischen Befund ergeben. Laut seiner Einschätzung stand der Schmerz in
Verbindung mit einer beginnenden Schmerzfehlverarbeitung (IV-act. 60-3).
Dementsprechend erscheint es insgesamt als überwiegend wahrscheinlich, dass bei
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der Beschwerdeführerin seit dem 26. Januar 2012 wieder eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit bestanden hat.
2.2 Die Beschwerdeführerin hat nach der Eröffnung der angefochtenen Verfügung im
Beschwerdeverfahren diverse weitere 'aktuelle' Arztberichte eingereicht. Grundsätzlich
sind für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde nur jene Berichte wesentlich, die
Auskunft über den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin bis zur Eröffnung der
angefochtenen Verfügung geben. Eine Veränderung des Gesundheitszustandes nach
der Eröffnung dieser Verfügung kann für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde
nicht massgebend sein, da nur die Sachverhaltsentwicklung bis zu diesem Zeitpunkt
den Streitgegenstand des Beschwerdeverfahrens bildet. Die im Beschwerdeverfahren
eingereichten Arztberichte sind alle nach der Eröffnung der angefochtenen Verfügung
erstellt worden. Allerdings ist zu prüfen, ob diese Arztberichte Rückschlüsse auf den
Zustand der Beschwerdeführerin vor der Eröffnung der angefochtenen Verfügung
zulassen.
2.2.1 Dr. med. F._ von der Radiologie G._ hat am 22. März 2013 angegeben (vgl.
act. G 1.2), eine aktuelle Kernspintomographie des rechten Mittelfusses habe im
Vergleich zur Voruntersuchung vom August 2011 weiterhin nur geringgradige
arthrotische Veränderungen ergeben. In Bezug auf die vom rechten Mittelfuss aus
gehenden Beschwerden hat sich die Situation also bis zur Eröffnung der
angefochtenen Verfügung nicht verändert. Dr. E._ hat am 25. März 2013 zwar neu
eine arterielle Hypertonie, einen Diabetes mellitus Typ II und eine Torticollis chronica
mit muskulärem Hartspann der Schultermuskulatur angegeben (vgl. act. G 1.4). Die
arterielle Hypertonie ist aber medikamentös behandelt und der Diabetes mellitus ist
nicht behandlungsbedürftig, so dass sich daraus keine Arbeitsunfähigkeit ergeben
kann. In Bezug auf die Verspannung der Schultermuskulatur hat Dr. E._ angegeben,
die Beschwerdeführerin sei in chiropraktischer Behandlung. Wäre die Beeinträchtigung
so stark gewesen, dass sie die Beschwerdeführerin erheblich beeinträchtigt hätte,
hätte Dr. E._ das angegeben. Seinem Bericht lässt sich kein Hinweis auf eine
arbeitsfähigkeitsrelevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes entnehmen.
2.2.2 Das Departement Innere Medizin des Kantonsspitals St. Gallen hat am 27. Juni
2013 neu einen Verdacht auf eine beginnende Coxarthrose und einen Verdacht auf ein
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Schlafapnoesyndrom angegeben (vgl. act. G 7.5). Selbst wenn im Zeitpunkt der
Eröffnung der angefochtenen Verfügung bereits eine Coxarthrose bestanden haben
sollte, hätte diese in ihrer Anfangsphase erfahrungsgemäss noch keinen nachteiligen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in einer entsprechend adaptierten Erwerbstätigkeit.
2.2.3 In einem weiteren, am 29. August 2013 verfassten Bericht des Kantonsspitals
St. Gallen sind als weitere Diagnosen eine Kollagenose, eine latente Hypothyreose,
eine beginnende Gonalgie und eine Hypovitaminose D aufgeführt worden (vgl.
act. G 8). Zwar ist zu vermuten, dass es sich dabei um langfristige Krankheitsverläufe
handelt, so dass die entsprechenden Diagnosen wohl bereits im Zeitpunkt der
Eröffnung der angefochtenen Verfügung hätten gestellt werden können. Es handelt sich
aber um therapierbare Erkrankungen, die zudem keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit bewirken. Das gilt auch für die beginnende Gonalgie, die, selbst wenn
sie Schmerzen bewirken sollte, ebenso wie die Coxarthrose, erfahrungsgemäss –
zumindest im Anfangsstadium – keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit an einem
entsprechend adaptierten Arbeitsplatz zur Folge hat.
2.2.4 In seinem Austrittsbericht vom 10. Februar 2014 (vgl. act. G 15.1) hat das
Departement Innere Medizin des Kantonsspitals St. Gallen zusätzlich ein mittelgradiges
obstruktives Schlafapnoesyndrom angegeben, das im September 2013 erstmals
diagnostiziert worden sei. Seit Oktober 2013 komme eine CPAP-Therapie zur
Anwendung. Möglicherweise hat dieses Schlafapnoesyndrom schon vor der Eröffnung
der angefochtenen Verfügung bestanden. Da es allerdings damals schon therapierbar
gewesen wäre und da eine CPAP-Therapie erfahrungsgemäss schnell Erfolg hat,
könnte das Schlafapnoesyndrom, auch wenn es damals schon bestanden haben sollte,
im Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Verfügung die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin nicht beeinträchtigt haben. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung von
Dr. E._ vom 12. März 2014 (vgl. act. G 15) ist offensichtlich massgeblich durch die
subjektive Krankheits- und Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung der Beschwerdeführerin
beeinflusst und vermag deshalb nicht zu überzeugen. Das zeigt sich auch darin, dass
im Bericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 19. August 2014 (vgl. act. G 17.1) ein
guter Erfolg der CPAP-Therapie angegeben worden ist, so dass nicht nachvollziehbar
ist, weshalb Dr. E._ die Symptome des – behandelten – Schlafapnoesyndroms am
12. März 2014 als so schwerwiegend betrachtet hat, dass er daraus auf eine
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vollständige
Arbeitsunfähigkeit geschlossen hat.
2.2.5 Im Bericht des Kantonsspitals vom 19. August 2014 fehlt eine
Arbeitsfähigkeitsschätzung bezogen auf eine in jeder Hinsicht adaptierte
Erwerbstätigkeit. Angegeben worden ist nur, wie eine adaptierte Tätigkeit aussehen
müsste; eine leichte Tätigkeit im Wechsel zwischen Sitzen (überwiegend), Stehen
(zeitweise) und Gehen (zeitweise) bei einer ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung ist
als möglich bezeichnet worden, was eher gegen eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin in einer solchen Tätigkeit spricht. Die von Dr. E._ am
14. Oktober 2014 (vgl. act. G 17) aus diesem Bericht des Kantonsspitals gezogene
Schlussfolgerung, die Beschwerdeführerin sei auch adaptiert nur noch zu 50%
arbeitsfähig, ist nicht nachvollziehbar.
2.2.6 Die vom Kantonsspital St. Gallen im Bericht vom 19. August 2014 angegebene
depressive Störung (leicht bis mittelgradig) ist in den früheren Berichten nicht erwähnt
worden und ist deshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit (wohl als Resultat der
die Krankheitsüberzeugung verstärkenden umfangreichen Untersuchungen) nach der
Eröffnung der angefochtenen Verfügung aufgetreten.
2.2.7 In der Folge hat sich der Gesamtzustand der Beschwerdeführerin offenbar
nicht mehr verändert, wie der Bericht des Kantonsspitals vom 13. Februar 2015 (vgl.
act. G 19) zeigt. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass zwar einige
Beeinträchtigungen, die erst nach der Eröffnung der angefochtenen Verfügung
diagnostiziert worden sind, bereits vorher bestanden haben. Nichts deutet aber darauf
hin, dass diese Beeinträchtigungen im Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen
Verfügung objektiv einen nachteiligen Einfluss auf den Arbeitsfähigkeitsgrad der
Beschwerdeführerin gehabt hätten.
2.3 Im Ergebnis erweist sich die angefochtene Verfügung somit als richtig. Da sich
vorliegend das Valideneinkommen und das Invalideneinkommen gestützt auf die
gleiche Basis berechnen lassen, kann ein sogenannter Prozentvergleich vorgenommen
werden. Daraus ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin bei einer Arbeitsfähigkeit von
100%, selbst bei einem maximalen Abzug von 25%, nicht in einem einen
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Rentenanspruch begründenden Ausmass von wenigstens 40% (Art. 28 Abs. 2 IVG)
invalid sein kann. Die Beschwerdegegnerin hat das Rentenbegehren dementsprechend
zu Recht abgewiesen. Sollte die Beschwerdeführerin der Ansicht sein, ihr
Gesundheitszustand habe sich seit dem Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung
verschlechtert, so steht es ihr frei, sich erneut bei der Beschwerdegegnerin
anzumelden.
3. Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die
Kosten werden der unterliegenden Beschwerdeführerin auferlegt und sind durch den
geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- gedeckt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP