Decision ID: 1be2ae59-6aa4-44df-90cc-eb681358078b
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend Versicherter) meldete sich, nachdem er am 6. September 2009
beim Riverrafting einen Unfall erlitten hatte (vgl. Fremdakten Suva), am 11. Juni 2010
unter Hinweis auf eine Einengung unter dem Schulterdach links und dem Einriss der
Rotatorenmanschette zum Bezug von Leistungen der Invalidenvesicherung bei der IV-
Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 9).
A.b Im Arztbericht vom 10. Februar 2011 hielt Dr. med. B._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, als
Diagnosen eine AC-Arthrose der Schultern beidseits, degenerative Veränderungen der
Schultergelenke beidseits, eine degenerative Veränderung der LWS sowie eine
fortgeschrittene Coxarthrose beidseits fest. Der Versicherte sei in seiner angestammten
Tätigkeit als Zimmermann mit körperlich schweren Tätigkeiten nicht mehr arbeitsfähig
(IV-act. 34). RAD-Ärztin Dr. med. C._, Fachärztin für Physikalische Medizin und
Rehabilitation FMH, hielt in der Stellungnahme vom 22. Februar 2011 fest, dass in einer
adaptierten Tätigkeit (körperlich leicht bis selten mittelschwer, mehrheitlich sitzend mit
Möglichkeit zum Positionswechsel) eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe (IV-act. 35).
A.c Am 11. Mai 2011 wurde bei der D._ GmbH, deren Gesellschafter und
Geschäftsführer der Versicherte ist, eine Abklärung vor Ort durchgeführt. Der
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Versicherte gab an, dass er seinen Betrieb so lange wie möglich halten wolle. Im Jahr
2005 habe er mit dem Neubau einer Halle samt Büroräumlichkeiten sowie neuen
Maschinen ca. 1 Million Franken investiert. Die Betriebsführung sowie die
administrativen Arbeiten seien ihm noch zu 100% möglich, sofern er immer wieder
Pausen einlegen könne. Jedoch sei er damit nur zu 40% ausgelastet. Ansonsten seien
nur noch sehr leichte Arbeiten sowie Reinigungsarbeiten möglich. Im Abklärungsbericht
Selbständigerwerbende vom 20. Juli 2011 hielt die Abklärungsperson einen mittels
Einkommensvergleich ermittelten Invaliditätsgrad von 30% sowie eine mittels
Betätigungsvergleich ermittelte Einschränkung von 47% fest (IV-act. 43).
A.d Am 29. November 2011 wurde beim Versicherten operativ ein
Hüfttotalprothesenwechsel an der linken Hüfte infolge einer traumatischen
Schaftlockerung vorgenommen (IV-act. 49). Im Arztbericht vom 10. Mai 2012 führte Dr.
B._ aus, dass nach der positiv verlaufenen Hüftoperation nun Knieprobleme
hinzugekommen seien (IV-act. 52). In der Folge wurde am 10. Mai 2012 eine
Kniegelenksarthroskopie links durchgeführt (IV-act. 55). Am 18. Dezember 2012 wurde
eine weitere Kniegelenksarthroskopie links durchgeführt (IV-act. 69). Im Arztbericht
vom 1. April 2014 hielt Dr. B._ eine Einschränkung im administrativen Bereich mit
Bürotätigkeit und vorwiegend sitzender Tätigkeit von 20% fest (IV-act. 76). RAD-Ärztin
Dr. C._ bestätigte in der Stellungnahme vom 17. April 2014 eine Arbeitsfähigkeit von
80% in einer adaptierten Tätigkeit (IV-act. 79).
A.e Nach einer erneuten Schaftlockerung in der linken Hüfte wurde am 14. August
2014 eine weitere Hüftrevision links mit einem Teilprothesenwechsel vorgenommen (IV-
act. 93).
A.f Im Abklärungsbericht Selbständigerwerbende vom 18. Dezember 2014 wurde
festgehalten, dass der Beschwerdeführer vor Eintritt der Einschränkungen bei einer 60-
Stunden-Woche einen Jahreslohn von Fr. 78'000.-- bezog. Seit Januar 2011 beziehe er
einen Lohn von Fr. 84'500.--. Aufgrund seiner Beeinträchtigung habe er einen
zusätzlichen Zimmermann einstellen müssen sowie einen gelernten Zimmermann zum
Vorarbeiter ausbilden lassen. Zudem werde in Spitzenzeiten eine weitere Arbeitskraft
im Stundenlohn eingesetzt. Die Ehefrau des Versicherten helfe insbesondere beim
Transport, Malen und Zuschneiden in einem Umfang von ca. 10 Stunden in der Woche
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aus. Dafür erhalte sie weiterhin den Jahreslohn von Fr. 5'000.--. Im Büro könne er nicht
alle Arbeiten übernehmen, so mache z.B. seine Frau weiterhin die
Mehrwertsteuerabrechnung (IV-act. 101).
A.g Mit Vorbescheid vom 9. Januar 2015 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Medizinisch sei es nachvollziehbar, dass
in der angestammten Tätigkeit als Zimmermann eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
bestehe. In einer leidensadaptierten Tätigkeit werde eine Arbeitsfähigkeit von 80%
bestätigt. Trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung sei der Umsatz gesteigert
worden und der Versicherte habe sich ab dem Jahr 2011 einen höheren Lohn
ausbezahlt. Es wurde ein Invaliditätsgrad von 14% ermittelt (IV-act. 105).
A.h Mit Einwand vom 19. Februar 2015 brachte der Versicherte vor, dass sich eine
80%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit nicht objektiv begründen lasse.
Zudem habe er sich am 14. August 2014 einer weiteren Hüftoperation unterziehen
müssen, welche immer noch Beschwerden bereiten würde. Er bemängelte, dass noch
keine umfassende medizinische Beurteilung sämtlicher Beschwerdebilder mittels einer
entsprechenden Begutachtung vorgenommen worden sei. Weiter kritisierte er auch die
Bestimmung des Validen- und des Invalideneinkommens (IV-act. 108).
A.i Gestützt auf die RAD Stellungnahme vom 13. April 2015 (IV-act. 110) wurden
weitere Arztberichte des behandelnden Orthopäden Dr. B._ und des Hausarztes Dr.
E._ eingeholt (IV-act. 111 f.).
A.j Gestützt auf die RAD Stellungnahme vom 22. Juni 2015 (IV-act. 118) beauftragte die
IV-Stelle das Kantonsspital Graubünden (KSGR), Departement Chirurgie, Klinik für
Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, mit der Durchführung einer
monodisziplinären orthopädischen Begutachtung (IV-act. 120), welche am 2. November
2015 durchgeführt wurde. Im Gutachten vom 23. November 2015 wurden eine
zentrische Omarthrose und ein klinischer Verdacht auf eine Supraspinatussehnenläsion
der linken Schulter, eine festsitzende Hüftprothese links bei Status nach zweimaligem
einzeitigem Schaftwechsel infolge einer aseptischen Schaftlockerung, ein Status nach
einer Hüfttotalprothese rechts vom 14. Juli 2011 und rezidivierende Vernarbungen des
Hoffa-Fettkörpers mit infrapatellarem Kontraktursyndrom und beginnender
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Femoropatellararthrose des linken Knies diagnostiziert. Als Zimmermann sei er auf dem
freien Arbeitsmarkt als nichtarbeitsfähig und entsprechend nicht vermittelbar
einzustufen. In der Tätigkeit als Unternehmer und Betriebsleiter eines eigenen
Betriebes sei er im Bereich der administrativen Tätigkeit als voll arbeitsfähig zu werten.
Die Hauptproblematik bestehe darin, dass er in seiner Position als Geschäftsführer mit
rein administrativen Tätigkeiten nicht 100% ausgelastet sei. Körperlich könnten
lediglich leichte Tätigkeiten verrichtet werden; dies überwiegend sitzend oder
Tätigkeiten mit Wechsel zwischen Stehen und Sitzen mit maximal 5 kg Belastung für
die Schulter und hier lediglich vor dem Körper mit kurzem Hebelarm und nicht über der
Horizontalen. Für administrative Tätigkeiten bestünden keine Limitationen. Leichte
körperliche Tätigkeiten könnten lediglich für eine bis zwei Stunden pro Tag verrichtet
werden. Der Gesundheitszustand des Versicherten sei nicht als stabil zu werten (IV-act.
157).
A.k In der Stellungnahme vom 18. März 2016 hielt RAD-Ärztin Dr. C._ fest, dass auf
das Gutachten abgestellt werden könne. Der Gesundheitszustand sei aus
versicherungsmedizinischer Sicht stabil. Die Arbeitsfähigkeit als Zimmermann betrage
0%. Die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit (körperlich nicht belastende,
administrative Tätigkeiten) betrage 100% (IV-act. 158).
A.l Mit Schreiben vom 25. April 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie
am bisherigen Entscheid festhalte, da weiterhin in einer leidensadaptierten Tätigkeit
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestätigt werde (IV-act. 163).
A.m Der Versicherte nahm dazu am 6. Juli 2016 Stellung. Eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit lasse sich aufgrund der Akten nicht objektiv begründen und selbst im
Vorbescheid sei noch eine 80%ige Arbeitsfähigkeit festgehalten worden. Das
Gutachten lasse ein Gesamtfazit bezüglich sämtlicher vorherrschenden Beschwerden
und deren Zusammenspiel sowie deren Auswirkungen auf die jeweiligen möglichen
Tätigkeiten und diesbezüglich auf die Arbeitsfähigkeit als solche vermissen. Die von
den Gutachtern dargelegte Arbeitsfähigkeit beziehe sich ausschliesslich auf die
Tätigkeit als Unternehmer und Betriebsleiter eines eigenen Betriebs. Diesbezüglich sei
festzuhalten, dass hierbei im Betrieb aber von einer Arbeitsauslastung von maximal
40-50% auszugehen sei. Zudem sei ihm diese Tätigkeit aber auch nur mit einer weitaus
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höheren Präsenzzeit möglich, da er regelmässig die Tätigkeit wechseln oder Pausen
einlegen müsse. Zudem könne bei ihm noch nicht von einem stabilen
Gesundheitszustand ausgegangen werden. Im Weiteren machte er Mängel bei der
Bestimmung des Validen- und Invalideneinkommens geltend (IV-act. 172).
A.n Mit Verfügung vom 14. Juli 2016 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des
Versicherten ab. Gestützt auf das Gutachten bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in
einer leidensadaptierten (körperlich nicht belastenden, administrativen) Tätigkeit. Trotz
der gesundheitlichen Beeinträchtigung des Versicherten habe der Umsatz seines
Unternehmens um 41% im Vergleich zum Jahr 2008 gesteigert werden können. Zudem
beziehe er seit 2011 mit Fr. 84'500.-- auch einen höheren Jahreslohn als noch im Jahr
2008 (Fr. 78'000.--). Durch den guten Geschäftsgang bestehe wirtschaftlich bedingt
kein Anspruch auf eine IV-Rente (IV-act. 173).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegend zu beurteilende Beschwerde
vom 14. September 2016. Der Beschwerdeführer beantragt deren Aufhebung und die
Zusprache einer zu beziffernden IV-Rente, nach Durchführung weiterer medizinischer
Untersuchungen zur Ergänzung des von der Beschwerdegegnerin eingeholten
Gutachtens vom 23. November 2015 sowie nach Einholung eines
betriebswirtschaftlichen Gutachtens zur Ermittlung des Valideneinkommens,
mindestens jedoch einer Viertelsrente. Eventualiter sei die Sache zur Durchführung
weiterer medizinischer Untersuchungen sowie zur Einholung eines
betriebswirtschaftlichen Gutachtens zur Ermittlung des Valideneinkommens an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. In der
angestammten Tätigkeit als Zimmermann bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Deshalb habe er in der D._ GmbH einen Zimmermann in einem 100% Pensum
zusätzlich anstellen und einen gelernten Zimmermann zum Vorarbeiter ausbilden
lassen müssen. Zudem habe seine Ehefrau seither durchschnittlich zehn Stunden mehr
pro Woche in der Gesellschaft gearbeitet. Die Beschwerdegegnerin verkenne in der
angefochtenen Verfügung, dass sich die Ausführungen der Gutachter ausschliesslich
auf die Tätigkeit als Unternehmer und Betriebsleiter eines eigenen Betriebs und
keineswegs generell auf körperlich nicht belastende, administrative Tätigkeiten
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beziehen würden. Zudem sei das Gutachten unvollständig und unklar. Nicht zuletzt
auch angesichts der im Gutachten selbst genannten Vorbehalte und weiter zu
tätigenden medizinischen Untersuchungen sei dieses zu ergänzen und zu präzisieren.
Bezüglich des Valideneinkommens sei festzuhalten, dass er ohne gesundheitliche
Beeinträchtigungen weiterhin als handwerklich tätiger Zimmermann, Gesellschafter und
Geschäftsführer tätig wäre und unter anderem insbesondere die äusserst
anspruchsvollen Zimmererarbeiten selbst und darüber hinaus sämtliche weiteren
Zimmererarbeiten im Sinne eines Meisters und Vorarbeiters vor Ort ausführen würde.
Wie bereits im Einwand dargelegt, würde der Versicherte ohne gesundheitliche
Beschwerden heute ein weitaus höheres Einkommen erzielen. Er beantrage zu dessen
Bestimmung die Einholung eines entsprechenden Gutachtens (betriebswirtschaftliche
Expertise). Zudem sei zu berücksichtigen, dass er in der Tätigkeit als Unternehmer und
Betriebsleiter im eigenen Betrieb lediglich zu 40 bis 50% ausgelastet sei (act. G 1).
B.b Mit Schreiben vom 17. Oktober 2016 reichte der Beschwerdeführer ein Schreiben
der Klinik F._ vom 11. Oktober 2016 ein, wonach er sich am 28. Oktober 2016 einem
operativen Eingriff an der linken Schulter unterziehen müsse (act. G 4).
B.c Mit Beschwerdeantwort vom 25. November 2016 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer sei in
seiner bisherigen Tätigkeit zwar eingeschränkt, trotz des Gesundheitsschadens habe er
aber ein rentenausschliessendes Einkommen generieren können. Durch das
vorbildliche Nachkommen seiner Schadenminderungspflicht sei es praktisch zu keinem
Einbruch in seinem Einkommen gekommen. Weitere medizinische Abklärungen oder
Rückfragen seien nicht zielführend, da die gesundheitlichen Einschränkungen nicht
bestritten würden (act. G 6).
B.d Mit Replik vom 14. März 2017 hält der Beschwerdeführer unverändert an den
Rechtsbegehren gemäss Beschwerdeschrift fest (act. G 14). Die Beschwerdegegnerin
hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (vgl. act. G 17).

Erwägungen
1.
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1.1 Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der
Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
1.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die: a. ihre Erwerbsfähigkeit
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können; b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind. Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente.
1.4 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im
Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der
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Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden
können (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit
Hinweisen).
1.5 Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als
vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und
Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen
Spezialärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie
nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu
schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft,
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
125 V 351 E. 3b/bb).
2.
2.1 Vorab ist die Frage zu beantworten, ob die medizinische Aktenlage eine
rechtsgenügliche Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt.
2.2 In medizinischer Hinsicht stützt sich die angefochtene Verfügung vom 14. Juli 2016
im Wesentlichen auf das Gutachten des KSGR vom 23. November 2015 sowie auf die
Stellungnahme vom 18. März 2016 der RAD-Ärztin Dr. C._. Die Gutachter kamen
zum Schluss, dass der Beschwerdeführer auf dem freien Arbeitsmarkt als Zimmermann
als nichtarbeitsfähig einzustufen sei. In der Tätigkeit als Unternehmer und Betriebsleiter
eines eigenen Betriebs sei er im Bereich der administrativen Tätigkeit als voll
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arbeitsfähig zu werten (IV-act. 157-15). Die RAD-Ärztin hielt fest, dass auf das
Gutachten des KSGR abgestellt werden könne und dass bei einer vollen
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Zimmermann eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten (körperlich nicht belastenden, administrativen)
Tätigkeit vorliege (IV-act. 158).
2.3 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass das Gutachten in diversen Punkten
unvollständig sei. Es werde zwar gesondert auf die einzelnen Beschwerdebilder
eingegangen, es fehle aber ein entsprechendes daraus resultierendes Fazit bezüglich
der Schmerzen, Beschwerden und Beeinträchtigungen sowohl in Bezug auf die
einzelnen Beschwerdebilder als auch in Bezug auf die gesamtheitlichen Auswirkungen
sämtlicher Beschwerden (IV-act. 172-3 ff.).
2.4 Im Gutachten des KSGR nahmen die Gutachter unter dem Punkt "Beurteilung"
zunächst gesondert zu den drei Problembereichen des Beschwerdeführers (Hüfte
beidseits, Knie links, Schultern beidseits) Stellung (IV-act. 157-11 ff.). Diese
Ausführungen sind nicht zu beanstanden, was vom Beschwerdeführer auch nicht
geltend gemacht wurde. Anschliessend fassen die Gutachter unter dem Punkt
"Darstellung der Funktionseinschränkungen und Ressourcen" die Einschränkungen
nochmals zusammen, wobei sie festhalten, dass er aktuell in seinem Alltag und bei der
Arbeit vor allem von den linksseitigen Schulterschmerzen gestört sei. Seine
Belastungsgrenze der linken Schulter liege bei ca. fünf bis zehn Kilogramm Hebelast.
Auch repetitive geringere Belastungen vertrage er kaum mehr. Seitens der
Knieproblematik sei er knapp kompensiert. Den anterior betonten Knieschmerz
verspüre der Beschwerdeführer vor allem beim Anlaufen nach längerem Sitzen (IV-act.
157-14). Im Weiteren würdigten die Gutachter bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
in einer leidensadaptierten Tätigkeit die gesamte Situation und kamen zum Schluss,
dass für administrative Tätigkeiten keine Limitationen bestehen würden (IV-act.
157-16). Es ist vorliegend nicht ersichtlich, dass die gesamtheitlichen Auswirkungen
der Beschwerden des Beschwerdeführers durch das Gutachten des KSGR
ungenügend gewürdigt worden wären.
2.5 Der Beschwerdeführer kritisiert weiter, dass sich die Ausführungen im Gutachten
ausschliesslich auf die Tätigkeit als Unternehmer und Betriebsleiter eines eigenen
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Betriebs und keineswegs generell auf körperlich nicht belastende, administrative
Tätigkeiten beziehe. Diese Unterscheidung mache Sinn, da sich die aus einer Vielzahl
von wechselbelastenden Tätigkeiten bestehende Tätigkeit eines Unternehmers und
Betriebsleiters ganz wesentlich von sonstigen administrativen Tätigkeiten im
klassischen Sinne eines Bürofachangestellten unterscheide. Es handle sich
offensichtlich keineswegs um klassische Tätigkeiten einer Bürofachperson oder
dergleichen, zumal der Beschwerdeführer in diesem Bereich auch über keinerlei
Ausbildung verfüge (act. G 1, S. 9 f.).
2.6 Bezüglich der Einschränkungen wird im Gutachten festgehalten, dass der
Beschwerdeführer von den linksseitigen Schulterschmerzen gestört sei und die
Belastungsgrenze bei ca. fünf bis zehn Kilogramm liege. Zudem vertrage er auch
repetitive geringere Belastungen nicht mehr. Im Knie verspüre er insbesondere beim
Anlaufen nach längerem Sitzen Schmerzen (IV-act. 157-14). Bezüglich administrativen
Tätigkeiten im Sinne der Unternehmensführung als Inhaber bestünden keine
Limitationen. Bei einer anderen adaptierten Tätigkeit richte sich das Hauptaugenmerk
auf administrative Tätigkeiten. Körperlich könne der Beschwerdeführer lediglich leichte
Tätigkeiten verrichten. Dies überwiegend sitzend oder Tätigkeiten mit Wechsel
zwischen Stehen und Sitzen mit maximal fünf Kilogramm Belastung für die Schulter
und hier lediglich vor dem Körper mit kurzem Hebelarm und nicht über der
Horizontalen. Für administrative Tätigkeiten bestünden keine Limitationen. Leichte
körperliche Tätigkeiten könnten lediglich für eine bis zwei Stunden pro Tag verrichtet
werden (IV-act. 157-16).
2.7 Wie zwar der Beschwerdeführer zu Recht feststellt, verweisen die Gutachter bei
der Beurteilung einer adaptierten Tätigkeit wiederholt auf die administrative Tätigkeit im
Sinne der Unternehmensführung als Inhaber. Darüber hinaus wird aber auch klar
festgehalten, dass in vorwiegend sitzenden oder wechselnd sitzend und stehenden
administrativen Tätigkeiten ohne Schulterbelastung keine Limitationen bestehen. Selbst
wenn sich die administrativen Tätigkeiten bei der Unternehmensführung leicht von den
Tätigkeiten eines Bürofachangestellten unterscheiden sollten, ist nicht ersichtlich,
weshalb hier aufgrund der beschriebenen Einschränkungen nicht auch eine volle
Arbeitsfähigkeit gegeben sein sollte. Der Einwand des Beschwerdeführers vermag
diesbezüglich nicht zu überzeugen.
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2.8 Zusammenfassend bestehen keine erheblichen Zweifel an dem auf umfassenden
Untersuchungen beruhenden, in Kenntnis der vollständigen Aktenlage und in
Berücksichtigung des gesamten Leidensbildes ergangenen, nachvollziehbaren
Gutachten des KSGR und der darin festgehaltenen Arbeitsfähigkeitsschätzung. Es
kann darauf abgestellt werden.
3.
3.1 Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung folgt aus der
sozialversicherungsrechtlichen Schadenminderungspflicht, dass es einer versicherten
Person grundsätzlich – ohne Gewährung einer Anpassungsfrist – zumutbar ist, eine
unselbständige Erwerbstätigkeit aufzunehmen, sofern damit eine wesentlich bessere
Verwertung der Restarbeitsfähigkeit erreicht werden kann; das heisst, sie hat sich im
Rahmen der Invaliditätsbemessung jene Einkünfte anrechnen zu lassen, die sie bei
Aufnahme einer leidensangepassten unselbständigen Erwerbstätigkeit in zumutbarer
Weise verdienen könnte. Bei der Frage der Zumutbarkeit einer Aufgabe der
selbständigen Erwerbstätigkeit sind praxisgemäss die gesamten subjektiven und
objektiven Gegebenheiten des Einzelfalls zu berücksichtigen. Im Vordergrund stehen
bei den subjektiven Umständen die verbliebene Leistungsfähigkeit sowie die weiteren
persönlichen Verhältnisse, wie das Alter, die berufliche Stellung und die Verwurzelung
am Wohnort. Bei den objektiven Umständen sind insbesondere der ausgeglichene
Arbeitsmarkt und die noch zu erwartende Aktivitätsdauer massgeblich (Urteil des
Bundesgerichts vom 17. November 2015, 8C_492/2015, E. 2.2 mit weiteren
Hinweisen). Bei den Anforderungen, welche unter dem Titel der Schadenminderung an
die versicherte Person gestellt werden, darf sich die Verwaltung nicht einseitig vom
öffentlichen Interesse an einer sparsamen und wirtschaftlichen Versicherungspraxis
leiten lassen, sondern sie hat auch die grundrechtlich geschützten
Betätigungsmöglichkeiten der leistungsansprechenden Person in ihrer
Lebensgestaltung angemessen zu berücksichtigen. Welchem Interesse der Vorrang
zukommt, kann nicht generell entschieden werden. Als Richtschnur gilt, dass die
Anforderungen an die Schadenminderungspflicht zulässigerweise dort strenger sind,
wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in Frage steht. Dies trifft
insbesondere zu, wenn der Verzicht auf schadenmindernde Vorkehren
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Rentenleistungen auslösen würde (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Juli 2009,
8C_459/2009, E. 4.3.1).
3.2 Der Beschwerdeführer gilt als Gesellschafter und Geschäftsführer eines
Holzbaubetriebes als selbständig Erwerbender. Er wünschte keine berufliche
Neuorientierung, weshalb die Beschwerdegegnerin ihm am 1. Juli 2010 mitteilte, dass
keine beruflichen Massnahmen angezeigt seien (IV-act. 24).
3.3 Wie im Gutachten des KSGR ausgeführt (vgl. IV-act. 157-16), ist davon
auszugehen, dass beim Beschwerdeführer bei administrativen Tätigkeiten im Sinne der
Unternehmensführung als Inhaber keine Einschränkungen vorliegen. Somit ist diese
Tätigkeit als ideal adaptiert anzusehen. Zudem ist nicht davon auszugehen, dass er als
Angestellter ohne Weiteres mehr verdienen würde. Solange sich das Einkommen des
Beschwerdeführers aus seiner selbständigen Tätigkeit nicht erheblich verringert, ist er
nicht gehalten, diese aufgrund seiner Schadenminderungspflicht aufzugeben (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 30. April 2013, 8C_873/2012, E. 5, wonach ein Stellenwechsel
nicht verlangt werden kann, wenn das mögliche Einkommen aus einer
Verweisungstätigkeit deutlich unter dem mit der Restarbeitsfähigkeit im angestammten
Beruf erzielbaren Einkommen liegt). Einer solchen Entwicklung wäre im Rahmen einer
erwerblichen Revision Rechnung zu tragen. Aufgrund der getätigten Investitionen und
der sehr guten Entwicklung des Betriebes ist davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer auch weiterhin als Geschäftsführer seines Betriebes tätig sein wird.
4.
4.1 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad in der Regel aufgrund eines
Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zum Erwerbseinkommen gesetzt, das
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). Der
Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden
hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und
einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
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Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen
ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im
Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und sind die so gewonnenen
Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Lassen sich die beiden hypothetischen
Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an
die spezifische Methode für Nichterwerbstätige ein Betätigungsvergleich anzustellen
und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der
verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen
(ausserordentliches Bemessungsverfahren; BGE 128 V 29 E. 1 mit Hinweisen sowie E.
2). Die Rechtsprechung sieht somit für selbständig wie für unselbständig Erwerbende
für die Invaliditätsbemessung primär einen Einkommens- oder Prozentvergleich vor,
und erst wenn diese Bemessungsmethoden nicht möglich sind, gelangt das
ausserordentliche Bemessungsverfahren zur Anwendung. Die Bemessung der
Invalidität von Personen, die eine Erwerbstätigkeit ausüben, hat also wenn immer
möglich durch die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs zu erfolgen (Urteil
des Bundesgerichts vom 7. Juli 2016, 9C_812/2015, E. 4). Wo jedoch eine zuverlässige
Ermittlung der beiden Vergleichseinkommen direkt nicht möglich ist - eventuell
aufgrund der wirtschaftlichen Lage -, wird der Invaliditätsgrad nach dem
ausserordentlichen Bemessungsverfahren ermittelt (BGE 128 V 29; I 230/04; AHI-Praxis
1998 S. 119 und 251).
4.2 Die Beschwerdegegnerin ermittelte in der angefochtenen Verfügung den
Invaliditätsgrad mittels Einkommensvergleichs nach Art. 16 ATSG, wobei sie von einem
Valideneinkommen von Fr. 84'500.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 73'018.--
ausging (vgl. IV-act. 173-2). Der Beschwerdeführer kritisiert die Ermittlung beider
Einkommen (vgl. act. G 1). Bezüglich des Valideneinkommens bringt der
Beschwerdeführer vor, es sei unbestritten, dass er aufgrund seiner gesundheitlichen
Beeinträchtigung einen zusätzlichen Zimmermann in einem 100%-Pensum einstellen
und einen gelernten Zimmermann zum Vorarbeiter habe ausbilden lassen müssen.
Zudem müsse auch seine Ehefrau durchschnittlich 10 Stunden pro Woche mehr
arbeiten (act. G 1, S. 15). Aufgrund der Entwicklung der D._ GmbH und seiner
Stellung als Geschäftsführer würde er heute weitaus mehr verdienen. Er beantragt die
Einholung einer betriebswirtschaftlichen Expertise zur Ermittlung des
Valideneinkommens (act. G 1, S. 17). Der erhöhte Personalaufwand und die
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Fremdleistungen seien zu berücksichtigen und entsprechend anzurechnen, da er ohne
gesundheitliche Beschwerden diese Personalkosten infolge seiner handwerklichen
Tätigkeit (zumindest grösstenteils) auf sich vereint bzw. durch seinen eigenen Einsatz
eingespart hätte. Daraus sei ohne Weiteres ersichtlich, dass ein Valideneinkommen von
gar über Fr. 150'000.-- keineswegs unrealistisch sei, was auch die Umsatzsteigerungen
zeigten (act. G 1, S. 20 f.). Bezüglich des Invalideneinkommens kritisiert der
Beschwerdeführer, dass nicht auf das derzeitige Einkommen abgestellt werden könne,
da es lediglich dem glücklichen Umstand zu verdanken sei, dass er ein gesundes
aufstrebendes Unternehmen leite und deswegen im Stande gewesen sei, sich bis
heute einen existentiellen Lohn auszubezahlen (act. G 1, S. 16).
4.3 Im Jahr 1998 machte sich der Beschwerdeführer als gelernter Zimmermann
selbständig und gründete den Betrieb, zunächst mit einem anderen Gesellschafter
unter dem Namen "G._ GmbH", seit Oktober 2003 als Mehrheitsgesellschafter
zusammen mit seiner Ehefrau als Minderheitsgesellschafterin, wobei der Name auf
"D._ GmbH" geändert wurde. Im Jahr 2005 tätigte er zudem erhebliche Investitionen
in die Vergrösserung seines Betriebs (vgl. E. A.c). Aus dem IK-Auszug gehen folgende
AHV-pflichtigen Einkommen hervor: 1998: Fr. 50'255.--; 1999: Fr. 68'332.--; 2000: Fr.
71'102.--; 2001: Fr. 72'060.--; 2002: Fr. 81'405.--; 2003: Fr. 97'000.--; 2004: Fr.
76'725.--; 2005 Fr. 78'000.--; 2006: Fr. 76'100.-; 2007: Fr. 78'000.-; 2008: Fr. 78'000.--;
2009: Fr. 68'674.--; 2010: Fr. 65'502.--; 2011: Fr. 39'005.--; 2012: Fr. 55'907.--; 2013:
Fr. 76'841.--; 2014: Fr. 42'745.--; 2015: Fr. 73'753.-- (IV-act. 161). Aus den Akten geht
hervor, dass sich der Beschwerdeführer vor dem Unfall im Jahr 2009 mehrere Jahre
einen Lohn von rund Fr. 78'000.-- ausbezahlte. Anlässlich der Abklärungen vor Ort gab
der Beschwerdeführer an, dass er seinen Lohn ab dem Jahr 2011 auf Fr. 84'500.--
erhöht habe (vgl. Abklärungsberichte Selbständigerwerbende IV-act. 43-9 und 101-19).
Weiter ergeben sich aus den Buchhaltungsunterlagen folgende Werte für die D._
GmbH (in Franken; IV-act. 12 ff., 44,65 ff., 84, 92, 144):
Jahr Umsatz Personalkosten Fremdarbeiten Gewinn
2004 905'201.15 242'240.90 60'610.65 14'700.35
2005 817'755.20 319'852.10 0.00 -19'556.35
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2006 1'236'428.85 347'491.25 0.00 2'505.95
2007 1'421'521.10 412'347.65 0.00 1'783.61
2008 1'307'830.34 406'592.60 0.00 2'605.00
2009 1'241'418.50 343'378.70 0.00 1'560.68
2010 1'395'331.13 355'207.51 0.00 1'510.67
2011 1'798'009.23 401'638.05 62'123.15 10'149.44
2012 1'693'736.74 422'284.00 19'132.95 10'959.04
2013 2'062'451.18 548'577.90 51'843.50 23'163.87
2014 2'231'643.75 518'704.75 110'540.60 15'038.64
4.4 Aus diesen Zahlen lässt sich erkennen, dass beim Beschwerdeführer vor dem
Unfall keine konstante erhebliche Steigerung des Lohnes stattgefunden hat, welche
darauf schliessen lassen würde, dass im Gesundheitsfall im Jahr 2011 von einem
entsprechend höheren Einkommen ausgegangen werden könnte.
4.5 Im Abklärungsbericht Selbständigerwerbende vom 27. Juni 2011 gab der
Beschwerdeführer an, dass er ca. im Jahr 2008 gemerkt habe, dass er sich beruflich
etwas gar viel vorgenommen und am Rande eines Burnouts gestanden habe. Er hätte
sich dann entschieden, dass er etwas "zurückfahren" und weniger Aufträge annehmen
wolle (IV-act. 43-1). Vor dem Eintritt der gesundheitlichen Einschränkungen gab er eine
wöchentliche Arbeitszeit von 60 Stunden an, wohingegen seine Mitarbeiter 42.5
Stunden leisteten (IV-act. 43-4 und 101-6). Der administrative Aufwand mit
Betriebsführung, Offerten, Rechnungen und Personalführung hätte ca. 40% betragen
(IV-act. 43-7), was bei einer 60 Stundenwoche 24 Stunden entspricht. Diese Arbeiten
habe er – sofern es nicht während der Arbeitsausführung direkt vor Ort möglich
gewesen sei – mehrheitlich an Randzeiten und am Abend, sowie am Wochenende
ausgeführt (vgl. act. G 1, S. 8).
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4.6 Hätte der Beschwerdeführer sein Arbeitspensum im Gesundheitsfall wie geplant
auf ein normales Ausmass (entsprechend seiner Mitarbeiter auf 42.5 Stunden)
reduziert, hätte der administrative Aufwand ca. 56% seiner Arbeitszeit in Anspruch
genommen. Da davon auszugehen ist, dass er sein Pensum vor allem an den
Randzeiten und am Wochenende hätte reduzieren wollen, hätte er diese Arbeiten
tagsüber ausführen müssen und wäre somit während diesen Zeiten nicht auf der
Baustelle präsent gewesen. In diesem Fall hätte er, um den gleichen Umsatz halten zu
können, ebenfalls einen weiteren Mitarbeiter (zumindest Teilzeit) einstellen müssen, um
seinen Ausfall auszugleichen. Zudem stellt sich auch die Frage, ob er aufgrund seiner
Abwesenheiten von der Baustelle nicht auch einen Mitarbeiter zum Vorarbeiter hätte
ausbilden lassen müssen. Alternativ hätte er einen Betriebsleiter für die Erledigung der
administrativen Tätigkeiten einstellen können. Die Argumentation des
Beschwerdeführers, dass die Kosten für den zusätzlichen Mitarbeiter sowie die
Mehrkosten für den neu ausgebildeten Vorarbeiter ihm selber anzurechnen seien, da er
diese Personalkosten infolge seiner handwerklichen Tätigkeit auf sich vereint hätte,
überzeugt demzufolge nicht.
4.7 Die Buchhaltungszahlen zeigen zudem, dass die D._ GmbH gerade nicht
weniger Aufträge angenommen hatte, sondern dass im Gegenteil der Umsatz in den
Jahren nach dem Unfall erheblich gewachsen ist. So sind ab dem Jahr 2009
Umsatzsteigerungen von jährlich 8 bis 29% (mit Ausnahme des Jahrs 2012) zu
verzeichnen. Weiter geht aus den Buchhaltungsunterlagen hervor, dass zwar nach dem
Unfall des Beschwerdeführers sowohl die Personalkosten insgesamt angestiegen, als
auch vermehrt Ausgaben für Fremdarbeiten angefallen sind. Der Anteil der
Personalkosten inklusive den Kosten für Fremdarbeiten lag im Vergleich zum Umsatz
im oben abgebildeten Zeitraum zwischen 25 und 39%, wobei dieser Wert
insbesondere nach dem Unfall im Jahr 2009 durchschnittlich tiefer lag als zuvor.
Zudem hat sich auch der Gewinn der Gesellschaft in diesem Zeitraum klar verbessert.
Auch diese Zahlen sprechen dagegen, dass die zusätzlichen Personalkosten zulasten
des Beschwerdeführers angefallen sind. Im Gegenteil ist eher wahrscheinlich, dass es
dem Beschwerdeführer – vielleicht auch gerade wegen seiner zusätzlichen Präsenz im
administrativen Bereich – gelungen ist, mehr Aufträge für seine Gesellschaft zu
generieren, was sich in den deutlichen Umsatzsteigerungen niedergeschlagen hat. Die
Erhöhung der Personalkosten ist vor diesem Hintergrund vor allem auf die
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Umsatzsteigerungen und nicht auf die gesundheitlichen Einschränkungen
zurückzuführen. Weiter kann auch davon ausgegangen werden, dass dieses Wachstum
unter anderem auch zu einer Zunahme der administrativen Aufgaben im Betrieb führt.
4.8 Zusammenfassend kann bezüglich des Valideneinkommens festgehalten werden,
dass einerseits in den Jahren vor dem Unfall keine konstant steigende Entwicklung des
Einkommens des Beschwerdeführers erkennbar war, die automatisch auf eine
entsprechende Weiterentwicklung schliessen lassen würde. Neben dem konstanten
Lohn gab es auch bei der D._ GmbH ab dem Jahr 2006 keine erheblichen
Entwicklungen beim Umsatz oder beim Gewinn. Der Anstieg der Personalkosten und
der Fremdleistungen in den Jahren nach dem Unfall korrelieren im Wesentlichen mit
den Umsatzsteigerungen, weshalb diese Mehrkosten nicht zu Lasten des Einkommens
des Beschwerdeführers gehen bzw. dieses nicht verringern. Vor diesem Hintergrund
erscheint die Festlegung des Valideneinkommens bei Fr. 84'500.-- als plausibel, zumal
auch nicht vernachlässigt werden darf, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall
sein Arbeitspensum hätte reduzieren wollen. Hinsichtlich der Ermittlung des
Valideneinkommens argumentiert der Beschwerdeführer damit, dass bereits einem
Holzbau-Meister ohne Zusatzfunktionen ein Jahreslohn von mindestens Fr. 99'177.--
ausgerichtet werden müsste und einem Geschäftsführer in derselben Branche gar Fr.
175'000.-- (vgl. act. G 1, S. 19). Rein statistisch mag dies sein, der Beschwerdeführer
erzielte jedoch lange vor dem Unfall sowie auch nach mehreren Jahren
Geschäftstätigkeit gemäss den der AHV gemeldeten Einkommen zuzüglich eines
Anteils des Unternehmensgewinns (ein Teil davon müsste auch der Frau als
Gesellschafterin zufallen) gemäss Buchhaltungsunterlagen beispielsweise in den
Jahren 2006 bis 2009 ein Einkommen von rund Fr. 80'000.-- jährlich. Dabei arbeitete
der Beschwerdeführer gleichzeitig handwerklich als Zimmermann und als
Geschäftsführer. Obschon er folglich bereits eine langjährige Geschäftstätigkeit aufwies
und – gemäss seinen eigenen Angaben – ein weit überdurchschnittliches Pensum
leistete, erzielte er nicht einmal das von ihm geltend gemachte Einkommen als
angestellter Holzbau-Meister. Zusätzlich zur vorstehend erwähnten Tatsache, dass sich
keine kontinuierliche Steigerung der Betriebs- sowie Einkommenszahlen erkennen
lässt, folgt daraus, dass nicht von einem hypothetischen Valideneinkommen von Fr.
150'000.-- auszugehen ist. Auch eine betriebswirtschaftliche Expertise könnte diese
Tatsache nicht umstossen.
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4.9 Bezüglich des Invalideneinkommens gilt festzuhalten, dass der Beschwerdeführer
in seiner Tätigkeit als Geschäftsführer gemäss dem Gutachten des KSGR nicht
eingeschränkt ist. Zudem kann, wie vorstehend dargelegt, davon ausgegangen
werden, dass diese Tätigkeit ausgehend von einem Arbeitspensum von 42.5 Stunden
mindestens 56% ausmacht, wobei in Verbindung mit den Umsatzsteigerungen auch
von einem entsprechenden Anstieg der administrativen Aufgaben ausgegangen
werden kann. Hinzu kommen in ganz geringem Ausmass leichte Arbeiten in der
Werkstatt sowie Reinigungs- und Aufräumarbeiten, welche der Beschwerdeführer noch
erledigen kann (vgl. IV-act. 101-10). Bezüglich seiner Präsenz im Betrieb gab der
Beschwerdeführer im Suva Bericht vom 10. Dezember 2010 noch an, dass er bereits
um 05:30 im Betrieb anwesend sei und abends oft bis um 19:00 Uhr arbeite
(Fremdakten 4-4). Auch wenn der Beschwerdeführer selber immer wieder geltend
macht, dass er aufgrund der Schmerzen immer wieder Pausen benötige (vgl. act. G 1,
S. 12 f.), deutet diese lange Präsenzzeit im Betrieb darauf hin, dass eine angemessene
Arbeitsauslastung besteht und der Beschwerdeführer über eine entsprechende
Leistungsfähigkeit verfügt. Zusätzlich zu beachten ist, dass der Beschwerdeführer bei
seiner aktuellen, hauptsächlichen Tätigkeit als Geschäftsführer gemäss seinen eigenen
Angaben gegenüber dem Gutachter am 2. November 2015 noch nicht einmal zu 100%
ausgelastet ist (vgl. Ziff. 3.2.6., 7.5., 8.1.2 im Gutachten des KSGR vom 23. November
2015, IV-act. 157-14 f.), was wiederum dafür sprechen würde, dass er seine
Arbeitsfähigkeit nicht voll ausnützt. Insgesamt erscheint das Abstellen vor diesem
Hintergrund auf das tatsächlich erzielte Einkommen als angemessen, zumal ein
geringerer Lohn zu entsprechend höheren Gewinnen bei seinem Unternehmen führen
würde, welche wiederum ihm anzurechnen wären. Die Beschwerdegegnerin hat dazu
vom ausbezahlten Jahreslohn das Taggeld von Fr. 22'299.-- sowie den Lohn der
Ehefrau abgezogen und den Erfolg von Fr. 23'164.-- dazugezählt und ein
Invalideneinkommen von Fr. 73'018.-- ermittelt, was nicht zu beanstanden ist. Insofern
der Beschwerdeführer zudem geltend machen will, dass das ihm zumutbare
Invalideneinkommen nicht seinem erzielten Lohn bzw. dem von der IV-Stelle ermittelten
Invalideneinkommen entspricht (vgl. act. G 1, S. 25), müsste davon ausgegangen
werden, dass er sich selbst einen zu hohen Lohn mithin einen Soziallohn (also Lohn der
gar nicht seiner effektiven Arbeitsleistung entspricht) auszahlt. Dass dies der Fall wäre,
hat er nirgends geltend gemacht und es bestehen auch keinerlei Anhaltspunkte dafür.
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Zudem wurde vorstehend festgehalten, dass es einem Selbständigerwerbenden, der
mit seinen Einschränkungen in seinem Betrieb mehr Einkommen erzielen kann als in
einer adaptierten angestellten Tätigkeit, die Aufgabe der selbständigen Tätigkeit nicht
zugemutet werden kann, da dies schlicht irrational wäre. Deshalb ist das als
Selbständigerwerbender erzielte Einkommen als Invalideneinkommen zu verwenden
und es braucht nicht näher geprüft zu werden, welches Einkommen der
Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit als Angestellter zu verdienen in der
Lage wäre. Sollten sich die Einkommenszahlen ändern, wäre dieser Aspekt im Rahmen
einer Neuanmeldung sowie auch hinsichtlich allenfalls durchzuführender beruflicher
Massnahmen zu prüfen. Dabei wäre zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer
zwar beispielsweise über keine Ausbildung im Bürobereich verfügt, dennoch aber über
eine reiche Berufserfahrung verfügt und im Rahmen seiner Tätigkeit sich unzweifelhaft
auch im Bürobereich diverse Kenntnisse aneignen musste, die er auch als Angestellter
würde verwerten können. Es ist nicht davon auszugehen, dass er lediglich einen
Hilfsarbeiterlohn erzielen könnte.
4.10 Damit ergibt sich vorliegend kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter
Invaliditätsgrad. Eine betriebswirtschaftliche Expertise erscheint vor diesem
Hintergrund als nicht zielführend.
5.
Nach dem Gesagten ist die vorliegende Beschwerde abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm daran anzurechnen.
Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.