Decision ID: 17f711a5-c47d-4a27-b561-2448e1c33816
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Mai 2006 unter Hinweis auf einen Unfall mit
Fingerverletzungen zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an (IV-
act. 1). Am 16. Juni 2005 hatte er sich bei der Arbeit an einer Stanzmaschine bei der
B._ AG eine komplexe Quetschverletzung der rechten Hand zugezogen, die
insbesondere den Mittel-, Ring- und Kleinfinger betroffen hatte (vgl. etwa den
Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 3. Februar 2006, wo sich der Versicherte
vom 5. Dezember 2005 bis 11. Januar 2006 aufgehalten hatte; IV-act. 9-5 ff.). Am 12.
Januar 2006 hatte er seine vor dem Unfall vollzeitlich ausgeübte Tätigkeit als
angelernter Maschinenführer zu 50% wieder aufgenommen (IV-act. 10-2). In einem
Bericht vom 21. Februar 2006 der Klinik für Hand-, Plastische- und
Wiederherstellungschirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) war ein
Arbeitsplatzwechsel empfohlen und unter näher umschriebenen Bedingungen eine
volle Arbeitsfähigkeit bescheinigt worden (IV-act. 23-30).
A.b Am 18. Mai 2006 wurden beim Versicherten eine Dermoidzyste am Hals und ein
Ganglion am rechten Handgelenk operiert (Bericht KSSG vom 22. Mai 2006, IV-act.
23-12; vgl. auch IV-act. 23-17 und 23-19). Dr. med. C._, Allgemeine Medizin FMH,
hielt gegenüber der IV-Stelle am 30. Juli/10. August 2006 fest, seit 5. Juni 2006 belaufe
sich die Arbeitsfähigkeit wiederum auf 50%. Die bisherige Tätigkeit sei dem
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Versicherten während vier bis fünf Stunden täglich bei um 50% verminderter
Leistungsfähigkeit zumutbar. Weniger handbelastende Tätigkeiten wären eventuell zu
100% möglich (IV-act. 23-1 bis 23-4).
A.c Der Handchirurg Dr. med. D._ von der Klinik E._ erstattete am 10. Oktober
2006 im Auftrag der Unfallversicherung ein Gutachten. Darin nannte er insbesondere
die Diagnosen Schmerzsyndrom rechts dominant bei komplexer Quetschverletzung
rechts mit Quetschung des Endglieds Dig II mit Nagelluxation, Ablederungsverletzung
volar Endglied und Mittelglied Dig III, Trümmerfraktur PIP IV, Endgliedfraktur Dig V. Der
Gutachter attestierte an der angestammten Arbeitsstelle, an der der Versicherte an
einer Maschine linkshändig arbeiten könne, eine Arbeitsfähigkeit von 50% (IV-act. 82).
Der Neurologe Dr. med. F._ untersuchte den Versicherten im Auftrag der
Unfallversicherung und erwähnte im Bericht vom 28. Dezember 2006 chronifizierte
Schmerzen im Bereich der rechten Hand, aber auch Beschwerden im Sinn eines
Schulter-Arm-Syndroms rechts bei Dysfunktion der rechten Hand, hierdurch bedingter
Fehlinnervation und musculo-skelettaler Dysfunktion im gesamten Schulter-Arm-
Bereich. Aufgrund der massiven funktionellen Einschränkungen müsse auch von
neurologischer Seite her angenommen werden, dass in der momentanen
Berufsausübung lediglich eine Arbeitsfähigkeit von 50% bestehe, wobei diese in
qualitativer Hinsicht wahrscheinlich noch darunter liege (IV-act. 81-9 f.).
A.d Im Rahmen einer Suva-kreisärztlichen Untersuchung vom 22. Mai 2007 erwähnte
Dr. med. G._, Facharzt für Chirurgie, eine fortgesetzte Bewegungseinschränkung der
Langfinger rechts, Kraftminderung, Schmerzstörung und Überlastung. Für ihn sei
aufgrund der Verhältnisse am aktuellen Arbeitsplatz und der objektiven Befunde nicht
nachvollziehbar, weshalb der Versicherte nicht mehr als vier Stunden am Tag dort
arbeiten könne (Bericht vom 22. Mai 2007, bei den Suva-Akten, act. G 5.2). Der Suva-
Arzt Dr. med. H._, Facharzt FMH für Chirurgie, nannte in einem Gutachten vom 31.
Januar 2008 insbesondere die Diagnosen residuelles Schmerzsyndrom der rechten
Hand mit Bewegungseinschränkung vor allem der Finger 3 bis 5, Faustschlussstörung,
Störung der Feinmotorik sowie deutliche Verminderung der rohen Kraft. Allein aufgrund
der organischen Unfallfolgen an der rechten Hand sei eine Steigerung der zeitlichen
Präsenz der derzeit verrichteten angepassten beruflichen Tätigkeit auf mindestens 75%
bei voller Leistung zumutbar (insbes. S. 16 und 23 des Gutachtens, bei den Suva-
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Akten, act. G 5.2; vgl. auch die neurologische Beurteilung von Dr. med. I._, Facharzt
für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie, vom 15. Januar 2008, bei den
Suva-Akten, act. G 5.2). Der IV-interne Regionale Ärztliche Dienst (RAD) schloss sich
am 28. April 2008 dieser Auffassung an (IV-act. 38-2).
A.e Die B._ AG kündigte das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten per Ende
Dezember 2008 (IV-act. 47), woraufhin sich dieser bei der Arbeitslosenversicherung
anmeldete (vgl. IV-act. 68-2). Vom 27. Juli 2009 bis 31. Dezember 2009 befand er sich
in einem Einsatzprogramm (Projekt J._; IV-act. 60). Er erbrachte bei 50%
Anwesenheit eine Leistung von 50-75% (IV-act. 68-3).
A.f Dr. F._ ging gestützt auf eine Untersuchung des Versicherten vom 29. April 2010
aus neurologischer Sicht in ideal angepasster, näher umschriebener Tätigkeit von einer
Arbeitsfähigkeit von 60-70% aus (Bericht vom 28. Mai 2010, IV-act. 81-4). Der
Hausarzt Dr. C._ attestierte am 29. September 2010 eine um 50% verminderte
Leistungsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit (IV-act. 84-6; ebenso bereits am 19. April
2010, IV-act. 84-9).
A.g Mit Verfügung vom 30. September 2010 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch
des Versicherten auf berufliche Massnahmen (IV-act. 83).
A.h Im Auftrag der IV (IV-act. 91, vgl. auch IV-act. 87-2) begutachtete die Medas
Zentralschweiz den Versicherten am 21./22. Juni und 1. Juli 2011 polydisziplinär. Im
Gutachten vom 30. September 2011 wurden ein chronisches Schmerzsyndrom und
eine Funktionseinschränkung von Hand und Fingergelenken II bis V rechts,
ausstrahlend in den Schulter-Arm-Bereich, diagnostiziert. Ohne wesentliche
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe eine chronische Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren und ein chronisches lumbales
Schmerzsyndrom. Die angestammte Tätigkeit als Maschinenführer sei dem
Beschwerdeführer wahrscheinlich nicht mehr zumutbar. Auch mittelschwere bis
schwere körperliche Arbeiten sowie feinmotorische Tätigkeiten mit der rechten Hand,
Arbeiten mit Vibrationen und Schlägen sowie Sicherungsarbeiten seien nicht mehr
zumutbar. Einfache, leichte Haltearbeiten, intermittierend auch mit dem rechten Arm,
sowie Überwachungsarbeiten, bei denen die rechte Hand nur vereinzelt benötigt
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werde, seien zumutbar. Aufgrund eines erhöhten Zeitbedarfs sei dabei von einer 20%-
igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen (IV-act. 105-28 f.).
A.i Die Suva gab bei der Universitätsklinik Balgrist eine polydisziplinäre Begutachtung
in Auftrag (dies, nachdem das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen einen
Einspracheentscheid vom 2. Februar 2010 [Invalidenrente bei 12% Invaliditätsgrad]
aufgehoben und die Sache zur weiteren medizinischen Abklärung an die Suva
zurückgewiesen hatte, vgl. IV-act. 99). Der psychiatrische Teilgutachter Dr. med. K._
diagnostizierte eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen
Faktoren. Die Einschätzung der Leistungsfähigkeit des Versicherten habe unter
Berücksichtigung der psychischen Faktoren im Hauptgutachten zu erfolgen
(Teilgutachten vom 14. Juli 2012 S. 40 ff., bei den Suva-Akten, act. G 5.2). Seitens der
Handchirurgie wurde insbesondere der Diagnose komplexe Quetschverletzung Hand
rechts Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zugebilligt. Ideal adaptierte Tätigkeiten (siehe
dazu S. 57 Ziff. 8.4 des Hauptgutachtens vom 15. Oktober 2012, bei den Suva-Akten,
act. G 5.2) seien mit einer Leistungseinbusse von 50% möglich. Zur Erbringung einer
50%-igen Leistung sei ein zeitlicher Umfang von mehr als einem halben Tag denkbar,
sei aber angesichts der chronischen Schmerzstörung nur bedingt empfehlenswert und
sollte eine Präsenzzeit von 75% nicht übersteigen (S. 60 des Hauptgutachtens; das
rheumatologische Teilgutachten vom 7. November 2012 befindet sich auch in den
Suva-Akten, act. G 5.2).
A.j Seitens des RAD wurde am 27. Februar 2013 unter Bezugnahme auf das Balgrist-
Gutachten festgehalten, dass nach wie vor auf das Medas-Gutachten abgestellt
werden könne (IV-act. 119).
A.k Die IV-Stelle stellte dem Versicherten mit Vorbescheid vom 23. August 2013 die
Abweisung des Rentengesuchs bei einem Invaliditätsgrad von 16% in Aussicht (IV-act.
124). Trotz Einwands des Versicherten (IV-act. 125, 129) verfügte die IV-Stelle am 10.
März 2014 gemäss Vorbescheid (act. G 1.2).
B.
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B.a Gegen die Verfügung vom 10. März 2014 richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur.
R. Niedermann, St. Gallen, für den Versicherten erhobene Beschwerde vom 10. April
2014. Beantragt werden unter Kosten- und Entschädigungsfolgen deren Aufhebung
und die Zusprache mindestens einer Dreiviertelsrente ab 1. Juni 2006. Der
psychiatrische Teilgutachter der Universitätsklinik Balgrist Dr. K._ stelle zwar
dieselbe Diagnose wie der psychiatrische Teilgutachter der Medas, med. pract. L._.
Dr. K._ weiche jedoch bei der Gewichtung dieser Diagnose bezogen auf die
Einschätzung der Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit bei der Würdigung der
Foerster-Kriterien erheblich vom Medas-Gutachten ab. Sinngemäss wird geltend
gemacht, der Schlussfolgerung der Balgrist-Gutachter, die Leistungsfähigkeit auf 50%
festzusetzen, sei der Vorzug zu geben. Diese Beurteilung stehe mit den
Arbeitsversuchen und Arbeitseinsätzen des RAV im Einklang. Betreffend
Invalideneinkommen wird die Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzugs von 25%
beantragt (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 2. Juni 2014
die Abweisung der Beschwerde. Mit Blick auf die Foerster-Kriterien sei von einer
zumutbaren Überwindbarkeit auszugehen, sodass die aufgrund der Schmerzstörung
attestierte Minderung der Arbeitsfähigkeit von 50% gemäss Dr. K._ im
versicherungsrechtlichen Rahmen ausser Betracht bleiben müsse. Beim
Einkommensvergleich sei ferner neben der vorgenommenen Parallelisierung der
Vergleichseinkommen kein Tabellenlohnabzug gerechtfertigt (act. G 5).
B.c Dem Beschwerdeführer wurde am 6. Juni 2014 die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung bewilligt (act. G 6).
B.d Der Beschwerdeführer lässt in der Replik vom 7. November 2014 (act. G 15) und
die Beschwerdegegnerin in der Duplik vom 20. November 2014 (act. G 17) unverändert
an den Anträgen festhalten.

Erwägungen
1.
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Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
des Beschwerdeführers.
1.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Ausgangspunkt für die Bemessung
der Invalidität bildet die Frage, ob und in welchem Ausmass es einer versicherten
Person zumutbar ist, trotz ihres Gesundheitsschadens ein Erwerbseinkommen zu
erzielen. In Art. 7 Abs. 2 ATSG, der mit der 5. IVG-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft
getreten ist, wird festgelegt, dass eine Erwerbsunfähigkeit nur vorliegt, wenn sie aus
objektiver Sicht nicht überwindbar ist. Damit wurde gesetzlich verankert, dass die
Zumutbarkeit nicht nach dem subjektiven Empfinden der versicherten Person, sondern
nach objektiven Gesichtspunkten zu beurteilen ist. Art. 7 Abs. 2 ATSG schreibt somit
auf Gesetzesstufe das Erfordernis der Objektivierbarkeit fest, was nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 135 V 215 E. 7.3) seit jeher gilt (THOMAS
GÄCHTER/EVA SIKI, Sparen um jeden Preis?, Kritische Würdigung der geplanten
Schlussbestimmung zur 6. IV-Revision, in: Jusletter vom 29. November 2010, S. 3).
1.2 Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird
gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das
Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der
Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG
besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist.
Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe
Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
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1.3 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet
sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
2.
2.1 Zunächst ist zu prüfen, ob der medizinische Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt
worden ist.
2.2 Uneinig sind sich die Parteien insbesondere über die Folgen der psychischen
Einschränkung des Beschwerdeführers auf seine Arbeitsfähigkeit.
2.2.1 Der Beschwerdeführer hat sich nach Lage der Akten nie psychiatrisch oder
psychologisch behandeln lassen. Im Rahmen der einzigen mehrwöchigen (somatisch
ausgerichteten) stationären Behandlung Ende 2005/Anfang 2006 wurden seitens der
Rehaklinik Bellikon keine psychischen Auffälligkeiten beschrieben. Erwähnt wurde
lediglich, der Beschwerdeführer sei bei Eintritt psychisch etwas angeschlagen gewesen
"(traurig wegen Unfall und Unfallfolgen)" (IV-act. 9-11). Im Recht liegen in
psychiatrischer Hinsicht einzig die Beurteilungen von med. prac. L._, der den
Beschwerdeführer am 22. Juni 2011 für die Medas Zentralschweiz untersuchte (IV-act.
105-33 ff.), und von Dr. K._, der seine Begutachtung für die Universitätsklinik Balgrist
am 28. April und 18. Mai 2012 vornahm (Suva-act. 335).
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2.2.2 Im Zusammenhang mit der Beschreibung des Psychostatus beobachtete med.
pract. L._ ein leicht eingeschränktes Vitalgefühl des Beschwerdeführers und leichte
Insuffizienzgefühle. Den Schlaf beschrieb der Beschwerdeführer ihm gegenüber als
eingeschränkt durch das Schmerzerleben. Die Mehrzahl der weiteren Aspekte
(insbesondere betreffend Phobien, Zwängen, Misstrauen, Ich-Störung, Wahn und
Sinnestäuschungen, Antrieb, Sozialverhalten, Suizidalität, Appetit, Panik) ist unauffällig.
Bei einigen anderen ergeben sich aus der Beschreibung weitere eher leicht
erscheinende subjektive Einschränkungen, so etwa beim formalen Denken (gewisse
Grübelneigung), beim inhaltlichen Denken, bei der Affektivität (etwa stärkere
Betroffenheit beim Beobachten eines Sturzes eines Kindes) und bei der Sexualität.
Angst wurde nur im Zusammenhang mit Gebrauch und allfälliger Verschlechterung des
Zustands der rechten Hand erwähnt (IV-act. 105-36). Die detaillierten Ausführungen
von Dr. K._ zum Psychostatus sind ebenfalls weitgehend unauffällig. Anzeichen von
Ermüdung erkannte dieser Gutachter erst nach jeweils zwei Stunden konstant
intensiver Beantwortung der Fragen. Bezüglich der Affektivität beschrieb er die
Grundstimmung als ernst, mehrheitlich sachlich-unauffällig und zurückhaltend. Einzelne
Affekte der Besorgnis erwähnte er bezüglich der weiteren persönlichen Zukunft des
Beschwerdeführers, der resignierend-bitteren Hilflosigkeit angesichts des langjährigen
juristisch-versicherungsmedizinischen Ablaufs und der pessimistischen Ängstlichkeit
bezüglich der gesundheitlichen Verfassung; diese seien von der Grundstimmung
konturiert und ständen in einem plausiblen Zusammenhang mit den Schilderungen des
Beschwerdeführers. Wie bereits med. pract. L._ stellte auch Dr. K._ keine
anhaltende Niedergeschlagenheit, wie sie für depressive Zustandsbilder typisch sei,
fest. Dr. K._ bezeichnete Antrieb und Psychomotorik den Äusserungen der
Grundstimmung entsprechend, wies diesbezüglich aber lediglich auf eine ernste und
angespannte Mimik und fast fehlende Gestik durch den rechten Arm hin (S. 33, siehe
dazu auch S. 36). Daraus kann nicht auf eine eigentliche Antriebsproblematik oder
auffällige Psychomotorik geschlossen werden.
2.2.3 Diagnostisch stimmen die beiden Gutachter überein: Sie erheben einzig eine
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Dr. K._
leitete diese Diagnose unter Bezugnahme auf die entsprechenden Kriterien detaillierter
her als med. pract. L._ (wobei allerdings die allgemeinen Ausführungen deutlich
umfangreicher ausgefallen sind als die konkrete Bezugnahme auf den
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Beschwerdeführer; vgl. S. 34 f.). Doch auch dessen Ausführungen erlauben es, die
Diagnosestellung nachzuvollziehen. So vermutete er im Sinn eines primären
Krankheitsgewinns eine überproportionale Verstärkung des Schmerzerlebens, die dazu
geführt habe, dass der Beschwerdeführer den rechten Arm nur noch schonend habe
bei sich haben können. Weiter verneinte med. pract. L._ zwar reaktivierte Ängste,
erwähnte aber ständige Sorge/Angst, dass dem Arm etwas passieren könnte. Dies
interpretierte er als Aufrechterhaltung des Schmerzerlebens durch psychische Muster
(IV-act. 105-37). Das Vorliegen einer somatoformen Schmerzstörung, wie Dr. F._ in
seinem Schreiben an den Rechtsanwalt des Beschwerdeführers vom 28. Mai 2010
vermutet hatte (IV-act. 81-4), verneinten beide Gutachter übereinstimmend und mit
plausibler Begründung (auch diesbezüglich ausführlicher Dr. K._, S. 35; IV-act.
105-38). Dr. K._ diskutierte weiter das Vorliegen einer Symptomausweitung mit der
Schlussfolgerung, das Gesamtbild einer solchen lasse sich anhand der vorgefundenen
Einzelphänomene nicht eindeutig diagnostizieren (S. 37 f.). Zur selben Konklusion
gelangt er in Bezug auf das Vorliegen einer dissoziativen Störung (S. 38). Die
diesbezüglichen Aussagen sind nachvollziehbar. Sie stehen ferner nicht in Widerspruch
zu den Ausführungen von med. pract. L._.
2.2.4 Beide Gutachter haben schliesslich Bezug genommen auf die Rechtsprechung
zur Überwindbarkeit von somatoformen Schmerzstörungen und ähnlichen
Beschwerdebildern (BGE 130 V 352) und sich zu den sog. Foerster-Kriterien geäussert.
Da das Bundesgericht diese Praxis unterdessen jedoch aufgegeben und durch ein sog.
strukturiertes Beweisverfahren ersetzt hat (BGE 141 V 281), sind diese Ausführungen
nur noch bedingt aussagekräftig. Den beiden Gutachten lassen sich jedoch Hinweise
zu den vom Bundesgericht formulierten Indikatoren (siehe etwa die Übersicht im vom
Bundesamt für Sozialversicherungen herausgegebenen IV-Rundschreiben Nr. 334)
entnehmen.
2.2.5 Zur Eingrenzung des funktionellen Schweregrads der diagnostizierten
chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren ist in Bezug
auf die Gesundheitsschädigung ersichtlich, dass die diagnoserelevanten Befunde nicht
in einer intensiven Ausprägung vorliegen. Dafür sind die Erhebungen der beiden
psychiatrischen Gutachter zu wenig gravierend (vgl. auch die diesbezüglichen obigen
Ausführungen). Konkrete Hinweise auf eine Behandlungsresistenz finden sich nicht.
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Med. pract. L._ schloss zwar nicht aus, dass eine psychiatrische Therapie eine
Verbesserung bewirken könnte, sprach sich aber jedenfalls nicht eindringlich für eine
solche aus (vgl. IV-act. 105-38 letzter Absatz). Dr. K._ äusserte sich dazu nicht (vgl.
aber den Hinweis auf die diesbezügliche Kosten-Nutzen-Frage im Hauptgutachten, S.
58). Offensichtlich gingen also weder die beiden psychiatrischen Gutachter noch
sämtliche den Beschwerdeführer in somatischer Hinsicht über Jahre intensiv
behandelnden oder begutachtenden Ärzte von einer klar erkennbaren (psychiatrischen)
Behandlungsindikation aus, ebenso wenig bereits von einer mutmasslichen
Therapieresistenz. Dies spricht folglich nicht für eine gravierende Schwere der
psychiatrischen Erkrankung bzw. jedenfalls nicht für einen wesentlichen Einfluss auf die
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers. Betreffend den Aspekt Eingliederungserfolg
bzw. -resistenz ist festzuhalten, dass grundsätzlich so lange von einer erfolgreichen
Wiedereingliederung nach dem Unfall ausgegangen werden konnte, als vom
Beschwerdeführer seitens der Arbeitgeberin bzw. der Unfallversicherung nicht verlangt
wurde, sein Pensum bei der B._ AG auf über 50% zu steigern. So war er nach dem
Unfall von Januar 2006 bis Dezember 2008, also während drei Jahren, eingegliedert.
Dass die Wiedereingliederung nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit der B._
AG scheiterte, könnte wesentlich auch arbeitsmarktlich begründet sein bzw.
zusammenhängen mit einer erschwerten Vermittelbarkeit des Beschwerdeführers
aufgrund seiner wegen der rechten Hand gegenüber gesunden Stellensuchenden
eingeschränkten Konkurrenzfähigkeit sowie mit ausbildungsmässigen, sprachlichen
oder ethnischen Aspekten. Ein klarer Zusammenhang mit der psychischen Erkrankung
ist jedenfalls nicht hinreichend wahrscheinlich. Im Übrigen haben beide psychiatrischen
Gutachter das Vorliegen von mitwirkenden Komorbiditäten übereinstimmend verneint
(IV-act. 105-38 Mitte; Gutachten K._ S. 39 unten und S. 40 unten).
2.2.6 Im Zusammenhang mit den Indikatoren Persönlichkeit und sozialer Kontext des
Beschwerdeführers fällt insbesondere auf, dass sich aus den beiden psychiatrischen
Gutachten, aber auch aus den übrigen Akten Hinweise auf nicht unerhebliche
Ressourcen ergeben. So erwähnte etwa Dr. K._ explizit, dass der Beschwerdeführer
über genügend persönliche, familiäre und soziale Ressourcen verfügt habe, um auch
mit den vorliegenden Belastungen einen Weg zu finden (S. 35). Verschiedentlich
erwähnt wird der hohe Stellenwert, den die Familie beim Beschwerdeführer einnimmt
(etwa Gutachten K._ S. 28 f., IV-act. 105-21; er hilft auch der Ehefrau gern im
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Haushalt, Gutachten K._ S. 30). Auch wird er als gut integriert beschrieben (Kontakte
sowohl mit Schweizer als auch mit afrikanischen Familien [IV-act. 105-19]; sozialer
Rückzug wird verneint [IV-act. 105-38]). Weiter wird die Zugehörigkeit und das Gefühl
der Geborgenheit in der Glaubensgemeinschaft als Ressource betont (etwa Gutachten
K._ S. 35; IV-act. 105-19). Auch findet er wieder Energie für Sport (Jogging,
Gutachten K._, S. 30). Insgesamt verfügt er somit nach Lage der Akten über einige
Ressourcen und ein tragfähiges soziales Umfeld.
2.2.7 Im Zusammenhang mit der Konsistenz ergeben sich nur wenige weitere Aspekte.
Die Akten zeichnen ein insgesamt weitgehend konsistentes Bild des Verhaltens des
Beschwerdeführers. Nicht ganz nachvollziehbar ist aus den Akten allerdings, weshalb
der Beschwerdeführer während der drei Jahre Tätigkeit bei der B._ AG nach dem
Unfall nur noch halbtags mit voller Leistung und nicht mehr als halbtags mit allenfalls
reduzierter Leistung arbeiten wollte/konnte (vgl. auch IV-act. 23-28; in IV-act. 23-21
bestätigte die Arbeitgeberin, dass der Beschwerdeführer während der halbtägigen
Präsenz eine volle, normale Leistung erbringe). Ganztägige Tätigkeit war seitens der
Rehaklinik Bellikon empfohlen worden (IV-act. 9-7 f.). Auch Dr. D._ war offenbar
grundsätzlich von der Zumutbarkeit einer ganztägigen Anwesenheit am Arbeitsplatz
ausgegangen, hatte er es doch als "etwas irritierend" bezeichnet, dass der
Beschwerdeführer offensichtlich während vier Tagen eine volle Leistung erbringe (IV-
act. 82-6). Im Zusammenhang mit der Konsistenzprüfung fällt weiter auf, dass der
rheumatologische Medas-Teilgutachter festhielt, die Muskulatur des rechtsdominanten
Armes sei kräftig ausgebildet. Sowohl am Ober- wie auch am Unterarm seien die
Umfänge rechts besser, der Habitus sei generell muskulös. Zusammen mit der recht
ausgeprägten Beschwielung am rechten Daumen (nicht jedoch an den übrigen
Fingerkuppen rechts) deute vieles darauf hin, dass der rechte Arm ausserhalb des
gutachterlichen Rahmens besser gebraucht werde als vorgezeigt (IV-act. 105-48).
2.2.8 Die aktenkundigen Hinweise auf die vom Bundesgericht zusammengestellten
Indikatoren ergeben zusammenfassend das Bild eines wegen der psychischen
Erkrankung (chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren)
mit Blick auf die objektive Zumutbarkeit nicht übermässig in der Arbeitsfähigkeit
eingeschränkten Versicherten. Somit erscheint die Beurteilung von med. pract. L._,
der Beschwerdeführer sei rein psychisch nicht relevant eingeschränkt, sofern er nicht
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an derselben Maschine arbeiten müsse, an der er den Unfall erlitten habe (IV-act.
105-39), plausibel. Dr. K._ hat sich diesem Ergebnis zwar nicht klar angeschlossen.
Eine eigene, differenzierte Beurteilung hat er jedoch nicht vorgenommen. Aus der von
ihm erwähnten, gegenüber jener von med. pract. L._ "differenten Einschätzung"
einiger weniger Foerster-Kriterien (vgl. dazu Gutachten K._ S. 39 f.) zieht er keine
nachvollziehbaren Schlüsse. Der Vorwurf an med. pract. L._, dieser habe keine
Aktenlage dargelegt, "sodass ihm doch wesentliche Faktoren nicht vorgelegen
haben" (S. 39 Mitte), ist unbegründet, hielt med. pract. L._ doch fest, ihm habe der
Medas-Aktenordner und der ausführliche Aktenauszug des fallführenden Gutachters
zur Verfügung gestanden. Welche Faktoren ihm folglich nicht bekannt gewesen sein
sollen, ist nicht ersichtlich. Aus welchen Faktoren Dr. K._ weshalb zu anderen
Schlussfolgerungen gelangt ist, hat dieser Gutachter ebenfalls nicht hinreichend
verständlich dargelegt. Das Fazit seiner Begutachtung war, dass die alleinige
Betrachtung der psychischen Faktoren keine Aussage über eine Einschränkung der
Leistungsfähigkeit erlaube, da diese psychischen Faktoren per definitionem nicht ein
eigenständiges Erkrankungsbild darstellten, sondern nur im Zusammenhang mit der
Verstärkung, Aufrechterhaltung einer somatischen Schmerzursache in ihrem
pathologischen Gehalt erkennbar seien. Aus diesem Grund habe die Einschätzung der
Leistungsfähigkeit unter Berücksichtigung der psychischen Faktoren im
Hauptgutachten zu erfolgen (Gutachten K._ S. 42).
2.2.9 Im Balgrist-Hauptgutachten wurde nun unter Berücksichtigung der
psychiatrischen Diagnose die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers auf 50%
festgelegt. Diese Quantifizierung wurde nicht nachvollziehbar begründet. Zudem ist
nicht erkennbar, ob diese Beurteilung im Sinn einer Konsensfindung in Rücksprache
mit Dr. K._ abgegeben wurde, was aufgrund der speziellen Konstellation, dass sich
primär die psychische Einschränkung auf die Leistungsfähigkeit auswirkt, angezeigt
gewesen wäre. Dr. K._ hat das Gutachten jedenfalls nicht mitunterschrieben, auch
nicht die Ergänzung vom 28. Mai 2013, in der die rein somatische leistungsmässige
Einschränkung in einer adaptierten Tätigkeit auf 25% geschätzt worden war (act. G
19.1).
2.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass bei nach Lage der Akten aus
psychiatrischer Sicht einzig plausibel gestellter Diagnose einer chronischen
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Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren eine relevante
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen nicht hinreichend
nachvollziehbar begründet wurde und daher beweisrechtlich nicht als ausgewiesen
betrachtet werden kann.
3.
3.1 Der Beschwerdeführer war bis 31. Dezember 2008 bei der B._ AG angestellt (IV-
act. 47) und in einem Pensum von 50% tätig. Dabei erbrachte er nach Angabe der
Arbeitgeberin eine volle, normale Leistung (IV-act. 23-21). Seitens der Rehaklinik
Bellikon wurde ab 12. Januar 2006 eine Arbeitsfähigkeit von 50% attestiert (IV-act.
9-6). Zur selben Einschätzung gelangte der im Auftrag der Suva begutachtende Dr.
D._ am 10. Oktober 2006 (IV-act. 82-7) sowie Dr. F._ am 28. Dezember 2006
(bezogen auf die damalige [angepasste] Tätigkeit bei der B._ AG; IV-act. 81-11). Erst
die Suva-Kreisärzte Dr. I._ (Suva-act. 166-9) und Dr. H._ (Suva-act. 165-26)
gelangten nach ihren Untersuchungen des Beschwerdeführers vom 15. Januar 2008
zur Einschätzung einer Arbeitsfähigkeit von 75%. Seitens der Medas Zentralschweiz
wurde dies übernommen und zudem ab 28. September 2011 (Datum der
Schlussbesprechung) von einer Arbeitsfähigkeit von 80% ausgegangen (IV-act.
105-30). Vor dem Hintergrund dessen, dass der Beschwerdeführer bis Januar 2008
keinen Anlass hatte anzunehmen, seitens der IV würde ihm die Verwertung einer 50%
übersteigenden Arbeitsfähigkeit zugemutet, ist folglich bei der Invaliditätsbemessung
bei Ablauf des Wartejahrs im Juni 2006 (Eintritt der Arbeitsunfähigkeit unstrittig am 16.
Juni 2005) bis Januar 2008 von einer Arbeitsfähigkeit von 50% und von Februar 2008
bis mindestens 27. Sep¬tember 2011 von einer solchen von 75% auszugehen. Ob sich
die Arbeitsfähigkeit danach, also ab 28. September 2011, gemäss dem Medas-
Gutachten nochmals geringfügig auf 80% erhöht hat oder ob sie - gemäss den
Balgrist-Gutachtern (act. G 19.1) - (somatisch) weiterhin auf 75% einzuschätzen ist,
kann offen bleiben, wie sich nachfolgend ergibt.
3.2 Im Rahmen des unbestrittenermassen zur Anwendung gelangenden
Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG) ist vorab das Valideneinkommen festzusetzen.
Im Jahr 2004, dem Jahr vor dem Unfall, erzielte der Beschwerdeführer bei der B._
AG ein Einkommen von Fr. 52'102.30 (Arbeitgeberfragebogen in IV-act. 10-2). Der
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Beschwerdeführer meldete sich im Mai 2006 und damit vor Inkrafttreten der 5. IV-
Revision und dessen Art. 29 Abs. 1 IVG zum Leistungsbezug an. Folglich liegt der
frühestmögliche Rentenbeginn im Juni 2006 (Beginn Wartejahr mit dem Unfall im Juni
2005; vgl. auch aArt. 48 IVG in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung).
Angepasst an die Nominallohnentwicklung bis 2006 beläuft sich das
Valideneinkommen folglich auf Fr. 53'131.15 (Index Männer 2004: 1975; 2006: 2014).
3.3 Mit Blick auf die Angaben der B._ AG im Arbeitgeberfragebogen vom 16. Mai
2006 (IV-act. 10-2 Ziff. 12 und 16) ist davon auszugehen, dass sie dem
Beschwerdeführer bis zum Ende der Anstellung per 31. Dezember 2008 bei der zeitlich
und inhaltlich halben Leistung das halbe des ursprünglichen Einkommens bezahlte. Für
die vorliegend interessierende Zeit ab 1. Juni 2006 (vgl. Art. 29 Abs. 2 IVG in der
damals gültig gewesenen Fassung) bis 30. April 2008 (vgl. die dreimonatige
Verzögerung gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV) ist folglich von einer invaliditätsbedingten
Einbusse und damit von einem Invaliditätsgrad von 50% auszugehen.
3.4 Spätestens ab Januar 2009 ist das Invalideneinkommen auf der Basis der vom
Bundesamt für Statistik herausgegebenen Tabellenlöhne der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung (LSE) abzustellen, weil der Beschwerdeführer ab jenem
Zeitpunkt kein konkretes Einkommen mehr erzielte. Im Jahr 2009 erzielten Männer im
tiefsten Anforderungsniveau bei der betriebsüblichen durchschnittlichen Arbeitszeit von
41.6 Stunden ein Jahreseinkommen von Fr. 61'240.-. Nominallohnbereinigt bis 2009
belief sich das Valideneinkommen 2009 auf Fr. 56'349.65 (Fr. 52'102.30 per 2004;
Nominallohnindex Männer 2004: 1975; 2009: 2136). Es ist damit um 8%
unterdurchschnittlich. Folglich ist praxisgemäss eine Parallelisierung von 3%
vorzunehmen (zum Erheblichkeitsgrenzwert von 5% vgl. BGE 135 V 297 E. 6.2). Die
Beschwerdegegnerin hat keinen Abzug vom Tabellenlohn vorgenommen (zur
Begründung mit Hinweisen auf die höchstrichterliche Rechtsprechung vgl. die
Beschwerdeantwort Ziff. III/5, act. G 5). Der Beschwerdeführer erachtet den
Maximalabzug von 25% als gerechtfertigt (act. G 15 S. 4). Dieser Maximalabzug
erscheint aber jedenfalls als übersetzt. Die Beschwerdeführer konnte während
mehrerer Jahre als weitgehend Einhändiger einem teilzeitlichen Erwerb nachgehen und
kann die rechte Hand noch als Zudienhand bzw. Hilfshand einsetzen (vgl. etwa S. 57
des Balgrist-Gutachtens, bei den Suva-Akten, act. G 5.2). Abgesehen von der
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Problematik seiner Hand ist er nicht erheblich beeinträchtigt. Die von ihm erwähnten
weiteren Faktoren, denen grundsätzlich Abzugsrelevanz zukommen könnte, sind
jedenfalls nicht ausgeprägt erfüllt. So war er im Jahr 2009 erst 47 Jahre alt, ist in der
Schweiz gut integriert, spricht sehr gut Französisch und ausreichend Deutsch. Dass er
Ausländer ist, hat im ihm zur Verfügung stehenden Segment des Arbeitsmarkts
ebenfalls keine grosse Relevanz. Der Maximalabzug ist somit jedenfalls zu hoch. Die
konkrete Festsetzung kann jedoch offen bleiben, da selbst bei - ebenfalls übersetzt
erscheinenden - 20% kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultierte. Dies selbst
dann nicht, wenn man mit den Balgrist-Gutachtern von einer (somatisch) relevanten
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 25% und nicht bloss wie die Medas-Gutachter
von 20% ausginge. Das Invalideneinkommen beliefe sich dann nämlich auf Fr.
35'641.70 (Fr. 61'240.- x 0.97 x 0.75 x 0.8). Verglichen mit dem Valideneinkommen von
Fr. 56'349.65 erreichte der Invaliditätsgrad die rentenbegründende Mindestschwelle
von 40% nicht (36.7%).
3.5 Spätestens ab Januar 2009 ist also kein rentenbegründender Invaliditätsgrad mehr
ausgewiesen. Da der Beschwerdeführer zwischen Mai 2008 und Ende Dezember 2008,
also bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses mit der B._ AG, seine Arbeitsfähigkeit
von 75% nicht ausschöpfte, ist auch für diesen Zeitraum keine rentenbegründende
Invalidität belegt. Dies unabhängig davon, ob man bereits ab Mai 2009 beim
Invalideneinkommen auf die Tabellenlöhne abstellt oder ob das tatsächliche
Einkommen für 50% Leistung auf 75% hochgerechnet wird.
3.6 Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer vom 1. Juni 2006 bis 30. April 2008
bei einem Invaliditätsgrad von 50% Anspruch auf eine halbe Invalidenrente. Danach
besteht kein Rentenanspruch mehr.
4.
4.1 Bei diesem Verfahrensausgang ist von einem teilweisen Obsiegen des
Beschwerdeführers auszugehen. Er hat zwar eine unbefristete Rente beantragt und ist
daher mit der Zusprache einer befristeten Teilrente nur teilweise durchgedrungen.
Dennoch musste er die Verfügung vom 10. März 2014 anfechten, um nicht rechtswidrig
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behandelt zu werden. Insgesamt erscheint es ermessensweise gerechtfertigt, mit Blick
auf die Kosten von einem hälftigen Obsiegen auszugehen.
4.2 Die Gerichtskosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis Fr. 1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint als angemessen. Den Parteien sind je Fr.
300.- aufzuerlegen, wobei der Beschwerdeführer aufgrund der bereits bewilligten
unentgeltlichen Prozessführung von der Bezahlung seines Anteils zu befreien ist.
4.3 Die Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach
der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
wird (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1), wäre aufgrund des
leicht überdurchschnittlichen Aufwands bei vollem Obsiegen auf Fr. 4'000.-
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. Dem
Beschwerdeführer ist folglich eine Entschädigung von Fr. 2'000.- zuzusprechen.
Aufgrund der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung übernimmt der Staat von den
verbleibenden Fr. 2'000.- vier Fünftel (vgl. Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS
963.70), also Fr. 1'600.-.
4.4 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).