Decision ID: ad382584-3411-45d1-bdd0-2bd094a2170a
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Irja Zuber Hofer, c/o procap, Froburgstrasse 4,
Postfach, 4601 Olten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente (Rentenbeginn)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 4. Februar 2004 erstmals zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Die behandelnden Ärzte des Kantons- und
Regionalspitals diagnostizierten im Bericht vom 30. Dezember 2003 ein schweres
kombiniertes Aortenvitium, stenosefrei epikardiale Herzkranzgefässe und Depressionen
(IV-act. 8-5 f.). Die B._ AG, bei welcher der Versicherte seit dem 1. Dezember 1984
als Maler arbeitete, löste das Arbeitsverhältnis per 31. Dezember 2004 wegen
Strukturveränderungen auf (IV-act. 9). Anlässlich einer stationären Rehabilitation nach
einem Aortenklappenersatz vom 11. Februar 2004 diagnostizierte Dr. med. C._,
Oberarzt des Rehabilitationszentrums D._, eine Depression mit reaktiver
Komponente (IV-act. 11-3 f.). Im multidisziplinären Gutachten (kardiologisch,
rheumatologisch und psychiatrisch) vom 20. Juli 2005 des Ärztlichen
Begutachtungsinstituts, Basel (ABI) wurde beim Versicherten die Diagnose einer
valvulären Herzkrankheit gestellt. Zudem leide der Versicherte unter anderem an einer
leichten depressiven Episode (ICD-10 F32.0). Die Arbeitsfähigkeit sei aufgrund der
leichten psychiatrischen Störung nicht eingeschränkt, die Prognose jedoch ungünstig.
Zusammenfassend könne beim Versicherten in der angestammten Tätigkeit seit dem
18. November 2002 von einer bleibenden Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden.
Körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere Tätigkeiten seien ihm weiterhin
ganztägig ohne Einschränkung zumutbar (IV-act. 27).
A.b Mit Verfügung vom 15. August 2005 lehnte die IV-Stelle das Leistungsbegehren
aufgrund eines zu niedrigen Invaliditätsgrads (19%) ab (IV-act. 30). Dagegen erhob der
Versicherte am 8. September 2005 Einsprache (IV-act. 31). Dr. med. E._, Facharzt für
Innere Medizin FMH, erachtete mit Bericht vom 7. September 2005 die Beurteilung des
ABI hinsichtlich des psychischen Zustands als zu optimistisch. Zur Zeit sei selbst eine
eingeschränkte Arbeitsfähigkeit nicht gegeben (IV-act. 32). Mit Einspracheentscheid
vom 20. Oktober 2005 wies die IV-Stelle die Einsprache vom 8. September 2005 ab
(IV-act. 39).
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A.c Der Versicherte meldete sich am 8. November 2006 erneut zum Bezug von
Leistungen der IV an (IV-act 41). Im ärztlichen Zeugnis vom 23. Oktober 2006 beurteilte
Dr. med. F._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, das psychische
Zustandsbild des Versicherten. Dieser sei seit dem 14. Januar 2005 bei ihm in
psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung. Schon vor der
Herzklappenoperation habe sich der Versicherte oft müde gefühlt. Trotz der
Psychotherapie und dem Einsatz von Antidepressiva sei es nicht zu einer Besserung
gekommen. Vielmehr sei eine langsame Verschlechterung des depressiven
Zustandsbildes zu verzeichnen. Er arbeite seit anfangs Juli 2006 wieder zu ca. 30% als
technischer Handlanger bei der Firma B._. Vorübergehend habe er Freude gezeigt
und sei stolz gewesen, arbeiten zu können. Nach ca. zwei Wochen sei er wieder in das
vorbestehende psychische Zustandsbild gefallen. Die Symptome hätten sich im Verlauf
der letzten achtzehn Monate verschlimmert. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe seit
Oktober 2004 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 42). Dr. med. G._, Facharzt für
Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom Regionalen Ärztlichen Dienst
der Invalidenversicherung, Ostschweiz (RAD) nahm am 20. Dezember 2006 eine reaktiv
bedingte Verschlechterung der psychischen Situation an, die jedoch auf
invaliditätsfremden Faktoren beruhe. Aus versicherungspsychiatrischer Sicht
beschreibe Dr. F._ im Bericht vom 23. Oktober 2006 den im Wesentlichen selben
Sachverhalt mit anderen Worten (IV-act. 45).
A.d Mit Verfügung vom 7. Mai 2007 trat die IV-Stelle auf das neue Leistungsbegehren
aufgrund eines unveränderten Sachverhalts nicht ein (IV-act. 69). Gegen diese Ver
fügung führte die Rechtsvertreterin des Versicherten am 11. Juni 2007 Beschwerde (IV-
act. 71). Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hiess die Beschwerde am
27. August 2008 gut und trat auf die Neuanmeldung vom 8. November 2006 ein. Die
Sache wurde zur Durchführung des materiellen Rentenprüfungsverfahrens an die
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen (IV-act. 83).
A.e Gemäss Arztbericht von Dr. E._ vom 16. September 2008 sei der Versicherte in
der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Sandstrahler seit dem 7. April 2005 bis zum
Berichtszeitpunkt zu 50% arbeitsunfähig (IV-act. 86-1 ff.). Dr. F._ diagnostizierte im
Arztbericht vom 12. Dezember 2008 eine seit längerem bestehende schwere
depressive Anpassungsstörung mit gemischter Störung von Gefühlen und
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Sozialverhalten (ICD-10 F43.25). Der Gesundheitszustand sei sich verschlechternd.
Seitdem die Arbeitgeberin Mitte Dezember 2008 die definitive Entlassung angekündigt
habe, habe sich die psychiatrische Symptomatik wiederum stark verschlechtert.
Aufgrund der schweren Depression und beiläufig auch der Schmerzen im
Thorakalbereich sei der Versicherte aus psychiatrischer Sicht im bisherigen Beruf als
Flächenmaler zu 100% arbeitsunfähig. Eine adaptierte Tätigkeit hätte zusammen mit
der notwendigen psychotherapeutischen Begleitung einen grossen Nutzen. Die aktuelle
Tätigkeit als Handlanger sei dem Versicherten trotz anstrengender Arbeitszeiten (05:30
bis 10 Uhr) sehr wichtig. Die Arbeitsfähigkeit liege in einer adaptierten Tätigkeit bei ca.
50%. Diese könne ganztags mit reduzierter oder Teilzeit mit voller Leistung verstanden
werden (IV-act. 95).
A.f Auf Empfehlung des RAD gab die IV-Stelle beim ABI ein interdisziplinäres
Verlaufsgutachten in Auftrag (IV-act. 100). Im Gutachten vom 8. Juli 2009 wird mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradiger Episode (ICD-10 F33.1), und eine valvuläre Herzkrankheit (ICD-10 I51.9)
genannt. Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten folgende Diagnosen: Arterielle
Hypertonie, behandelt (ICD-10 I10); bekannte leichte Niereninsuffizienz (ICD-10 N18.9);
Hyperurikämie, asymptomatisch, unbehandelt (ICD-10 N79.0) und Übergewicht (BMI
29 kg/m ). Der Gesundheitszustand des Versicherten habe sich seit der letzten
psychiatrischen Untersuchung vom 13. Juni 2005 verschlechtert. Er leide unter der
Arbeitslosigkeit, fühle sich unnütz und wertlos und mache sich Schuldgefühle. Im Jahr
2006 habe eine ausgeprägte Suizidalität bestanden. Nach der Wiederanstellung durch
den ehemaligen Arbeitgeber habe sich sein Gesundheitszustand gebessert.
Diagnostisch handle es sich um eine mittelgradig depressive Episode bei einer
rezidivierenden depressiven Störung mit einer ausgeprägten Suizidalität. Aus
psychiatrischer Sicht bestehe seit Dezember 2008 in einer adaptierten Tätigkeit eine
Arbeitsunfähigkeit von 50%. Aus kardiologischer Sicht sei der Versicherte in seiner
angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig. Für eine körperlich nicht belastende
Tätigkeit im Sitzen mit gelegentlichem Laufen sei er aber in einem Teilzeitpensum
einsetzbar. Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit decke sich mit den Beurteilungen des
Hausarztes Dr. E._ vom 18. September 2008 und des behandelnden Psychiaters der
Klinik H._ vom 12. Dezember 2008. Berufliche Massnahmen wie die
Arbeitsvermittlung oder eine Umschulung seien prinzipiell angezeigt und dem
2
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Versicherten auch zumutbar (IV-act. 104). Gemäss RAD-Bericht vom 11. August 2009
sei das Verlaufsgutachten des ABI widerspruchsfrei. Die medizinischen
Schlussfolgerungen seien versicherungsmedizinisch plausibel nachvollziehbar (IV-act.
106).
A.g Die Rechtsvertreterin des Versicherten bat die IV-Stelle mit E-Mail vom 21.
September 2009 den Eintritt der Verschlechterung des Gesundheitszustands genauer
zu prüfen (IV-act. 113). Daraufhin nahm Dr. F._ am 4. Oktober 2009 Stellung zum
Verlauf der Arbeitsunfähigkeit. Er sei davon überzeugt, dass schon im Jahr 2004 (nach
der Herzoperation) psychiatrisch qualifizierende Voraussetzungen vorhanden gewesen
seien, die eine Wiederaufnahme einer 100%igen beruflichen Tätigkeit verunmöglicht
hätten. Schon kurz nach der Herzoperation habe eine ausgewiesene psychische
Komorbidität vorgelegen, die sich langsam verschlechtert habe. Die Symptome hätten
in den letzten fünf Jahren keine längerfristige Remissionstendenz gezeigt. Die
Depression führe zu einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit im früheren Beruf. In einer
adaptierten Tätigkeit liege die Einschränkung bei 50%, die retrospektiv im Oktober
2004 begonnen habe. Als adaptierte Tätigkeit sei eine leichte Arbeit im Bürobereich,
eine Tätigkeit als Aushilfe oder das unkomplizierte Bedienen einer Maschine mit nur
kleiner körperlicher Anstrengung denkbar (IV-act. 115).
A.h Mit Vorbescheid vom 10. November 2009 stellte die IV-Stelle dem Versicherten
eine halbe IV-Rente ab dem 1. Dezember 2009 in Aussicht. Das Valideneinkommen
liege bei Fr. 69'212.--, das Invalideneinkommen bei Fr. 30'734.-- pro Jahr. Dies ergebe
einen Invaliditätsgrad von 56% (IV-act. 120). Die Rechtsvertreterin erhob am 7.
Dezember 2009 Einwände gegen den Vorbescheid vom 10. November 2009. Der
Beginn der 50%igen Arbeitsunfähigkeit beziehungsweise der Eintritt der
Verschlechterung sei nicht korrekt (IV-act. 125). RAD-Arzt I._ führte am 21. Dezember
2009 aus, die Stellungnahme von Dr. F._ vom 4. Oktober 2009 könne allenfalls als
andere Beurteilung des im Gutachten gewürdigten gleichen Gesundheitsschadens
interpretiert werden und vermöge nicht zu überzeugen (IV-act. 126).
A.i Am 3. Februar 2010 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid vom
10. November 2009 (IV-act. 129).
B.
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B.a Gegen diese Verfügung vom 3. Februar 2010 richtet sich die von der
Rechtsvertreterin für den Versicherten erhobene Beschwerde vom 10. März 2010 mit
den Anträgen, die Verfügung vom 3. Februar 2010 sei aufzuheben, dem
Beschwerdeführer sei bereits vor dem 1. Dezember 2009 mindestens eine halbe IV-
Rente zuzusprechen, die Angelegenheit sei zur Vornahme weiterer Abklärungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten,
dem Beschwerdeführer auf den IV-Leistungen einen Verzugszins von 5% zu bezahlen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Der Beginn der 50%igen Arbeitsunfähigkeit
sei zu wenig spezifiziert und begründet worden. In Übereinstimmung mit den
Feststellungen des seit Jahren behandelnden Psychiaters Dr. F._ müsse festgestellt
werden, dass seit Oktober 2004, spätestens seit der Begutachtung im Jahr 2005 eine
50%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe. Zudem sei der
Einkommensvergleich zu überprüfen. Die IV-Stelle habe das Valideneinkommen nach
den Durchschnittslöhnen für Maler gemäss GAV bestimmt. Es müsse jedoch auf den
letzten Lohn vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit abgestellt werden. Bei der Firma J._
habe der Beschwerdeführer Löhne zwischen Fr. 73'465.-- und Fr. 84'507.--
erwirtschaftet. Betreffend Invalideneinkommen sei ein Leidensabzug von mindestens
15% vorzunehmen (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 18. Mai 2010 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Bis zum Einspracheentscheid vom 20. Oktober 2005
stehe der Sachverhalt juristisch fest. Bereits zu diesem Zeitpunkt habe eine leichte
depressive Episode vorgelegen, welche die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit jedoch nicht eingeschränkt habe. Auch eine allfällige kurze Verschlechterung
Anfang 2006 könnte keinen Rentenanspruch begründen. Der Zustand habe sich erst
nach der Kündigung im Dezember 2008 verschlechtert. Der Beschwerdeführer habe in
den Jahren 2001 bis 2003 jeweils Fr. 4'815.-- pro Monat als Maler verdient, was unter
Anrechnung der Gratifikation (ohne allfällige Überstunden) einem Jahreseinkommen
von Fr. 62'595.-- entspreche. Ein Leidensabzug sei nicht gerechtfertigt, weil der
leidensbedingte Minderverdienst mit der Berücksichtigung einer Leistungsfähigkeit von
50% bereits abgegolten werde (act. G 4).

Erwägungen:
1.
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Am 1. Januar 2008 sind die im Zug der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E.
1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging am 3.
Februar 2010, wobei auch ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten
der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat.
Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über
welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals
geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-
Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006 Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG]
vom 7. Juni 2006, I 428/04 E. 1). Hinsichtlich der Wartezeit und dem mit ihr
zusammenhängenden Rentenbeginn sind die bis zum 31. Dezember 2007 gültig
gewesenen Rechtssätze anzuwenden. Der Sachverhalt betreffend die
Arbeitsunfähigkeit und die Invalidität entfaltet sich über den zeitlichen Geltungsbereich
der 5. IV-Revision hinaus. Die massgebenden Grundlagen der Invaliditätsbemessung
haben sich aber nicht geändert. Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2008 geltenden
Bestimmungen wiedergegeben. Andernfalls wird die Bestimmung als altrechtliche
bezeichnet.
2.
Die Beschwerdegegnerin geht in der Verfügung vom 3. Februar 2010 von einer
50%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit aus, die seit Dezember 2008
bestehe. Auf diesen Zeitpunkt setzt sie den Beginn der einjährigen Wartezeit an. Ab
dem 1. Dezember 2009 habe der Beschwerdeführer Anspruch auf eine halbe IV-Rente
(IV-act. 127). Zu prüfen ist, seit wann das Erfordernis der einjährigen Wartefrist erfüllt
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ist. Ausserdem verlangt der Beschwerdeführer die Überprüfung des
Einkommensvergleichs.
3.
3.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
3.2 Der Rentenanspruch entsteht gemäss aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG frühestens in dem
Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40% arbeitsunfähig gewesen war. Ein
wesentlicher Unterbruch der Arbeitsfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person an
mindestens dreissig aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29 IVV;
Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2004, I 19/04). Die Arbeitsunfähigkeit im
Zusammenhang mit der Wartezeit bezieht sich auf die durch Gesundheitsschäden
bedingte qualitative und/oder quantitative Einbusse an funktionellem
Leistungsvermögen in der bisherigen Tätigkeit (vgl. zum Ganzen BGE 130 V 99 E.
3.2; Entscheid IV 2006/271 des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18.
April 2008, E. 3.1). Bei erwerbstätigen Versicherten wird diese Einbusse ohne
Rücksicht darauf bestimmt, wie sich die gesundheitliche Beeinträchtigung auf das
erzielbare Einkommen auswirkt. Einziger Bezugspunkt der für den Rentenbeginn
relevanten Arbeitsunfähigkeit bildet der bisherige Beruf, wobei die Arbeitsunfähigkeit
auf der Grundlage der medizinischen Stellungnahmen zu beurteilen ist. Für die
Eröffnung der einjährigen Wartezeit muss die Arbeitsunfähigkeit ein gewisses Mass
erreichen, sie muss erheblich sein. Nach der Gerichtspraxis ist eine Verminderung des
funktionellen Leistungsvermögens im bisherigen Beruf von mindestens 20%
vorausgesetzt (Entscheid des EVG vom 12. September 2006, I 892/05, E. 1.4).
ter
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3.2.1 Am 15. August 2005 verfügte die Beschwerdegegnerin, dass der
Beschwerdeführer aufgrund eines Invaliditätsgrads von 19% keinen Anspruch auf eine
Invalidenrente habe und hielt fest, dieser sei im angestammten Beruf als Maler seit dem
18. November 2002 arbeitsunfähig. Eine leidensadaptierte Tätigkeit mit körperlich
leichten bis gelegentlich mittelschweren Arbeiten sei ihm uneingeschränkt zumutbar
(IV-act. 34; bestätigt durch den Einspracheentscheid vom 20. Oktober 2005, IV-act.
39). Die Beschwerdegegnerin erachtete somit das Wartejahr gemäss aArt. 29 Abs. 1 lit.
b IVG als erfüllt, verneinte jedoch einen Rentenanspruch, weil der erforderliche
Invaliditätsgrad nicht erreicht wurde. Am 8. November 2006 hat sich der
Beschwerdeführer erneut zum Bezug von IV-Leistungen angemeldet. Das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen ist auf die Neuanmeldung mit Entscheid
vom 27. August 2006 eingetreten, worauf die IV-Stelle die Sache materiell abzuklären
und zu prüfen hatte, ob die vom Beschwerdeführer glaubhaft gemachte
Verschlechterung seines Gesundheitszustands tatsächlich eingetreten ist. Nach der
höchstrichterlichen Rechtsprechung hat sie in analoger Weise wie bei einem
Revisionsfall vorzugehen. Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der
früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das
neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst zu prüfen, ob die festgestellte
Veränderung genügt, um eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen. Im
Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (Urteil
des EVG vom 20. Juni 2003, I 285/02, E. 4.1).
3.2.2 Die Tätigkeit als Maler, die der Beschwerdeführer von 1984 bis 2003
ausgeübt hat, kann als bisheriger Beruf im Sinn von aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG qualifiziert
werden. Zur Erfüllung des Wartejahres bei einer Wiederanmeldung genügt, wenn im
Zeitpunkt der rechtsgenüglich erwiesenen Verschlechterung des Gesundheitszustands
beziehungsweise des festzusetzenden Rentenbeginns die versicherte Person das
Wartejahr bestanden hat. Das Erfordernis des Wartejahres beginnt daher bei einer
Wiederanmeldung grundsätzlich nicht von neuem (Urteil des EVG vom 20. Juni 2003,
I 285/02, E. 2.3; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts vom 27. Dezember 2007,
9C_684/07, E. 2.3 f. sowie des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom
24. September 2009, IV.2008.00433, E. 4.1). Mit der Wiederanmeldung vom 8.
November 2006 infolge Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands muss
die einjährige Wartefrist nicht von neuem erfüllt werden. Diese hat der
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Beschwerdeführer unabhängig davon, wann er einen rentenbegründenden
Invaliditätsgrad aufweist, bereits am 18. November 2003 erfüllt. Infolgedessen hat die
Beschwerdegegnerin den Beginn des Wartejahrs zu Unrecht auf Dezember 2008
angesetzt.
3.3 Zu prüfen ist, ab welchem Zeitpunkt der Beschwerdeführer zu mindestens 40%
invalid war.
3.3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente,
wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente. Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch
massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
3.3.2 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den
Invaliditätsgrad bemessen zu können, sind die Verwaltung und im Beschwerdefall das
Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere
Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es,
den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem
Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist
(BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen
und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige
Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es
mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf
bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die
Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des
Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, welche
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aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die
Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb).
Die sogenannte Erfahrungstatsache, behandelnde Ärzte neigten aufgrund ihrer
auftragsrechtlichen Vertrauensstellung dazu, ihre Beurteilung in Zweifelsfällen eher zu
Gunsten ihrer Patienten ausfallen zu lassen, was den Beweiswert ihrer Stellungnahmen
entkräfte (BGE 125 V 353 E. 3a/cc), dispensiert das Gericht nicht davon, diese in die
Gesamtwürdigung einzubeziehen. Es darf bei einander widersprechenden
medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne zu begründen, warum eine
bestimmte Einschätzung den Vorzug verdient (BGE 134 V 232 E. 5.1; BGE 125 V 352 E.
3a).
3.3.3 Die Beschwerdegegnerin stützt sich bezüglich Invalidität auf das ABI-
Gutachten vom 8. Juli 2009. Die Gutachter hielten fest, dass der Beschwerdeführer bis
Ende 2008 leichte Tätigkeiten in einem 50% Pensum ausgeführt habe. Ende 2008 sei
er entlassen worden, was seine vorbestehende depressive Krise verstärkt habe. Bei der
psychiatrischen Untersuchung sei er in mittlerem Ausmass depressiv gewesen.
Diagnostisch handle es sich um eine mittelgradige depressive Episode bei einer
rezidivierenden depressiven Störung mit einer ausgeprägten Suizidalität. Die Prognose
sei eher ungünstig, werde aber weitgehend davon abhängen, ob der Versicherte wieder
halbtags eine berufliche Tätigkeit finde. Die Arbeitsfähigkeit sei aufgrund der
mittelgradigen depressiven Störung zu 50% vermindert. Er sei vermindert belastbar
und leide unter einer erhöhten Ermüdbarkeit. Die Selbsteinschätzung des
Beschwerdeführers decke sich mit den erhobenen Befunden. Die Arbeitsunfähigkeit
aus psychiatrischer Sicht bestehe seit Dezember 2008, d. h. seit dem letzten Bericht
der Klinik H._ (IV-act. 104). Das ABI-Gutachten vom 8. Juli 2009 beruht auf
eigenständigen interdisziplinären Abklärungen, auf internistischen/
allgemeinmedizinischen, psychiatrischen sowie kardiologischen Untersuchungen. Es
stellt sich die Frage, ob das Gutachten durch gegensätzliche Meinungsäusserungen
anderer Fachärzte in Frage gestellt wird. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass
die 50%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der psychischen Komorbidität nicht erst seit
Ende 2008, sondern in Übereinstimmung mit den Feststellungen von Dr. F._ seit
Oktober 2004, spätestens seit der Begutachtung im Jahr 2005 bestanden habe. Die
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echtzeitlichen Einschätzungen des behandelnden Psychiaters würden durch die
tatsächlichen Gegebenheiten wie die effektiv ausgeübte 50%ige Tätigkeit und den
erhöhten Erholungsbedarf untermauert (vgl. act. G 1).
3.3.4 Das ABI-Gutachten zeigt auf, dass der Beschwerdeführer in seiner Arbeits
fähigkeit aufgrund der mittelgradigen depressiven Störung in einer adaptierten Tätigkeit
um 50% vermindert ist. Er sei in einer körperlich nicht belastenden, sitzenden Tätigkeit,
mit gelegentlichem Gehen weiterhin einsetzbar. Es finden sich keine Anhaltspunkte,
welche Zweifel an der Einschätzung der ABI-Gutachter, der Beschwerdeführer verfüge
über eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten, adaptierten Tätigkeit,
entstehen lassen würden. Hinsichtlich des Grads der Arbeitsunfähigkeit besteht
zwischen den ABI-Gutachtern und den ärztlichen Berichten Übereinstimmung und
diesbezüglich wird vom Beschwerdeführer nichts beanstandet.
3.3.5 Zu prüfen ist, ab welchem Zeitpunkt diese verminderte Arbeitsfähigkeit
bestanden hat. Das fragliche ABI-Gutachten führt zwar die massgeblichen Vorakten
auf, doch gehen die Gutachter nicht auf den Arztbericht von Dr. F._ vom 23. Oktober
2006 ein, in welchem dieser eine Arbeitsunfähigkeit von 50% in einer adaptierten
Tätigkeit seit Oktober 2004 attestiert (IV-act. 42). Die Gutachter hätten diese
gegensätzliche Meinung berücksichtigen und sich dazu äussern müssen. Dass der
RAD-Arzt in der Stellungnahme vom 21. Dezember 2009 ausführt, die Berichte von Dr.
F._ seien lediglich eine andere Beurteilung des Gesundheitszustands, vermag diese
Unstimmigkeit nicht zu beseitigen. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass Dr.
F._ den Beschwerdeführer nur kurz vor der ersten fachärztlichen Begutachtung
durch das ABI kennengelernt hat (vgl. IV-act. 126). In den Berichten von Dr. F._ vom
23. Oktober 2006 und 4. Oktober 2009 finden sich keine Widersprüche. Dass Dr. F._
im Bericht vom 12. Dezember 2008 den Beginn der 50%igen Arbeitsunfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit nicht konkret festlegte, kann nicht zum Schluss führen, er
widerrufe seine frühere Einschätzung vom 23. Oktober 2006, zumal er darin eine seit
Oktober 2004 unverändert bestehende Anpassungsstörung diagnostizierte (IV-act. 95).
Gemäss ABI-Gutachten habe im Jahr 2006 eine ausgeprägte Suizidalität bestanden.
Der Beschwerdeführer habe bei der leichten Tätigkeit in einem 50%-Pensum bis zur
Entlassung Ende 2008 an erhöhter Müdigkeit gelitten und sich nachmittags immer
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wieder hinlegen müssen. Gleichzeitig begründen die Gutachter die 50%ige
Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit seit Dezember 2008 mit der
verminderten Belastbarkeit, der erhöhten Ermüdbarkeit und den depressiven
Verstimmungen, Suizidgedanken und Schuldgefühlen. Es leuchtet nicht ein, weshalb
die Symptome, die sich vor und nach Dezember 2008 nicht wesentlich unterscheiden,
erst ab Dezember 2008 zu einer Arbeitsunfähigkeit von 50% in einer adaptierten
Tätigkeit geführt haben sollen. Die Gutachter nehmen ausserdem zur Darstellung von
Dr. F._ vom 23. Oktober 2006 nicht Bezug, wonach die damalige Tätigkeit von 4,5
Stunden den Beschwerdeführer psychophysisch überfordere und dieser nur aufgrund
seiner finanziellen Lage diese Tätigkeit ausübe. Im Gutachten fehlen Erklärungen,
weshalb der Beschwerdeführer dennoch zu 100% arbeitsfähig gewesen sein soll.
3.3.6 Zusammenfassend ist folgendes festzuhalten: Das Gutachten wird
hinsichtlich des Beginns der Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit als nicht
schlüssig und nicht nachvollziehbar erachtet, weil es sich unter anderem nicht mit
einzelnen Berichten von Fachärzten, die den Einschätzungen des Gutachtens
widersprechen, auseinandersetzt. Folglich entspricht es diesbezüglich nicht den
höchstrichterlichen Anforderungen an ein Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa).
Die Beschwerdegegnerin hat insbesondere den Beginn der Arbeitsunfähigkeit aufgrund
des psychischen Leidens des Beschwerdeführers erneut abzuklären, wobei sich die
begutachtenden Ärzte mit den Vorakten eingehend auseinanderzusetzen haben. Dabei
ist zu beachten, dass der Sachverhalt bis zum Einspracheentscheid vom 20. Oktober
2005 als rechtsgenüglich abgeklärt zu gelten hat.
3.4 Der Beschwerdeführer macht geltend, der Einkommensvergleich sei neu zu
berechnen. Die Beschwerdegegnerin stellte gemäss Feststellung vom 18. August 2009
für das Valideneinkommen auf den Durchschnittslohn für Maler gemäss GAV ab, was
im Jahr 2008 Fr. 69'212.-- (Fr. 5'324.-- x 13) ergebe. Das Invalideneinkommen von
Fr. 30'734.-- wurde anhand der schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2008 (LSE;
Privater Sektor, Niveau 4, 50% Arbeitsfähigkeit) berechnet (vgl. IV-act. 109 und 120). In
der Beschwerdeantwort führt die Beschwerdegegnerin hingegen aus, das
Valideneinkommen in der Höhe von Fr. 69'212.-- sei anhand des der Teuerung und
allgemeinen Lohnentwicklung angepassten Einkommens, das der Beschwerdeführer
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als Maler in den Jahren 2001, 2002 und 2003 verdiente (jeweils Fr. 4'815.00), ohne
allfällige Überstunden, berechnet worden (act. G 4).
3.4.1 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die
versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die
Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Es ist in der Regel vom
letzten Lohn, welchen die versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung
erzielt hat, auszugehen (Urteil des EVG vom 16. Mai 2001, I 42/01, mit Hinweisen).
Diese Praxis wird mit der empirischen Feststellung begründet, dass die bisherige
Tätigkeit im Gesundheitsfall in der Regel weitergeführt worden wäre (Urteil des EVG
vom 29. August 2002, I 97/00). Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist
primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte
Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen
gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des
Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue
Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 76 f. E. 3b/aa und bb
mit Hinweisen).
3.4.2 Das Valideneinkommen ist nicht anhand der GAV-Löhne zu bestimmen.
Der Beschwerdeführer wurde zwar aus wirtschaftlichen Gründen entlassen, doch ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass dieser eine neue
Tätigkeit gefunden hätte, mit welcher er seinem vorgängigen Lohn entsprechend hätte
verdienen können. Die IV-Stelle stützte sich in der Verfügung vom 15. August 2005
denn auch auf ein Valideneinkommen ab, das die Einkommen gemäss IK-Auszug der
Jahre 1998 bis 2002 berücksichtigte (IV-act. 17 und 30). Es ist nicht nachvollziehbar,
weshalb die abgerechneten Einkommen nicht mehr zu berücksichtigen wären. Gemäss
IK-Auszug betrug das Einkommen des Beschwerdeführers im Jahr 1998 Fr. 68'218.--,
im Jahr 1999 Fr. 70'865.--, im Jahr 2000 Fr. 84'507.--, im Jahr 2001 Fr. 73'465.-- und
im Jahr 2002 Fr. 66'995.-- (IV-act. 87), im Durchschnitt demnach Fr. 72'810.--.
Angepasst an die Nominallohnentwicklung (2000: Index 1856, 2006 Index 2014, vgl.
Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nominallöhne, Tabelle T1.39) resultiert für das
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Jahr 2006, den frühesten möglichen Rentenbeginn, ein Valideneinkommen von
Fr. 79'008.--.
3.4.3 Nicht umstritten ist, dass der Beschwerdeführer in einer adaptierten
Tätigkeit zu 50% arbeitsunfähig ist. Grundsätzlich ist von einem Invalideneinkommen
gemäss Schweizerischer Lohnstrukturerhebung (LSE; Privater Sektor, Niveau 4,
Männer, 50% Arbeitsfähigkeit) auszugehen. Nach TA1 der LSE 2006 wurde von
Männern im Anforderungsniveau 4 ein Durchschnittsmonatslohn von Fr. 4'732.--
erzielt. Aufgerechnet auf die betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit 2006 von
41.7 Stunden pro Woche resultiert ein Jahreseinkommen von Fr. 59'197.30
(Vollpensum). Damit errechnet sich bei
einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 50% ein Invalideneinkommen von Fr. 29'599.--.
3.4.4 Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25%
gekürzt werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit
einer gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau
nicht erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg
zu verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen
behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Die Frage, ob und in welchem
Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und
beruflichen Umständen - insbesondere auch von invaliditätsfremden Faktoren - des
konkreten Einzelfalles ab (etwa leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre,
Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem
Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Eine schematische Vornahme des
Leidensabzuges ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt etwa in AHI 2002 S. 62
und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin verneinte einen
Leidensabzug, weil der leidensbedingte Minderverdienst mit der Berücksichtigung
einer Leistungsfähigkeit von 50% bereits vollständig abgegolten sei (act. G 4). Dem
Beschwerdeführer sind nur noch körperlich leichte Tätigkeiten zu 50% zumutbar. Der
Beschwerdeführer ist damit gegenüber einem gesunden Konkurrenten aus
ökonomischer Sicht benachteiligt, weil ein grösseres Risiko besteht, dass er aufgrund
seiner Depression mehr Krankheitsabwesenheiten haben könnte und er weniger
flexibel ist (z.B. in Bezug auf Überstunden; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 25.
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November 2008, 9C_650/2008, E. 5.4). Er wird deshalb seine Arbeitskraft zu einem
unterdurchschnittlichen Lohn anbieten müssen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
9. Dezember 2009, 9C_68/2009). Dies ist in der ärztlichen Schätzung der
Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt. Ferner ist dem Umstand Rechnung zu tragen,
dass teilzeitbeschäftigte Männer im Vergleich zu Vollzeitangestellten erfahrungsgemäss
überproportional tiefer entlöhnt werden. Die Rechtsprechung stuft das Kriterium der
Teilzeitarbeit bei der ermessensweisen Festsetzung des Abzugs vom Tabellenlohn
deshalb als grundsätzlich beachtlich ein (vgl. BGE 126 V 472, E. 4.2.3). Mit Blick auf
eine willkürfreie und rechtsgleiche Ermessensbetätigung (vgl. Urteil des Bundesgerichts
vom 11. April 2008, 9C_404/2007, E. 1.3 mit weiteren Hinweisen) drängt sich
vorliegend ein Abzug von 15% auf. Das Invalideneinkommen beläuft sich demnach auf
Fr. 25'159.--.
3.5 Aus der Gegenüberstellung des Validen- und des Invalideneinkommens ergibt
sich somit Invaliditätsgrad von 68%. Der Beschwerdeführer hat demnach einen
Anspruch auf eine Dreiviertelsrente.
4.
Die Beschwerdeführerin lässt die Zusprechung eines Verzugszinses beantragen.
Gemäss Art. 26 Abs. 2 ATSG werden die Sozialversicherungen für ihre Leistungen,
sofern die versicherte Person ihrer Mitwirkungspflicht vollumfänglich nachgekommen
ist, nach Ablauf von 24 Monaten nach der Entstehung des Anspruchs, frühestens aber
12 Monate nach dessen Geltendmachung verzugszinspflichtig. Die Verzugszinspflicht
beginnt nach der Rechtsprechung zwei Jahre nach dem Beginn der
Rentenberechtigung als solcher, nicht erst jeweils zwei Jahre nach Fälligkeit jeder
einzelnen Monatsrente (BGE 133 V 9). Anhaltspunkte für eine Verletzung der
Mitwirkungspflicht des Beschwerdeführers liegen nicht vor. Die Beschwerdegegnerin
hat ihm einen Verzugszins auszurichten, sofern die übrigen Voraussetzungen erfüllt
sind. Diesbezüglich hat sie die Entstehung des Anspruchs neu zu bestimmen und zu
verfügen.
5.
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5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Verfügung vom 3. Februar 2010 bei
teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Der Beschwerdeführer hat
Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. Die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zur
Abklärung und Festsetzung des Rentenbeginns und der Verzugszinsen
zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis Fr.
1'000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von insgesamt Fr. 600.-
erscheint vorliegend als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt
praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE 132 V 235 E. 6.2). Die Beschwerdegegnerin hat
deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.- zu bezahlen. Dem
Beschwerdeführer ist der von ihm geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-
zurückzuerstatten.
5.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers hat auf die Einreichung einer Honorarnote verzichtet. Der
Bedeutung und Komplexität der Streitsache angemessen erscheint eine
Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP