Decision ID: c9619b4c-3e58-4fd3-8b51-d3b9396ec39b
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1952, gab ihre seit 1994 ausgeübte Tätig
keit als selbständige
Coiffeuse
Ende Juli 2000 auf und meldete sich am 19. April 2001 unter Angabe von „Diskusläsion, SL-Band-Ruptur, Hand rechts“ bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk.
7/
2). Mit Verfügung vom 28. Februar 2003 wies diese das
Leistungsbe
gehren
mit der Begründung ab, dass die Versicherte aufgrund ihrer vollen Arbeitsfähigkeit in behinderungsangepassten Tätigkeiten in der Lage sei, ein
rentenausschliessendes
Einkommen zu erzielen (Urk.
7/
22). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.2
Am 23. Juli 2004 meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-Stelle an und beantragte die Ausrichtung einer halben Invalidenrente (Urk.
7/
28). Mit Verfü
gung vom 8. Oktober 2004
(
Urk.
7/34)
wurde der Rentenanspruch verneint. Nachdem die Versicherte hiergegen
am
9.
November 2004 (
Urk.
7/40)
Einspra
che erhoben hatte,
liess
sie die IV-Stelle durch Dr. med.
Y._
, Spezialärztin FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell
Rheumaerkrankun
gen
,
Z._
, begutachten (Gutachten vom 23. Mai 2005, Urk.
7/
59). In der Folge
bestätigte
die IV-Stelle
auf der Basis einer noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 50 % und bei einem festgestellten
Inva
liditätsgrad
von 31 % die Vernei
nung des Rentenanspruchs mit
Einspracheent
scheid
vom 21. Juni 2005 (Urk.
7/
66). Die hiergegen
von der Beschwerdeführerin am 2
2.
August 2005
erhobene Beschwerde (Urk.
7/
67/3–10) wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil IV.2005.00915 vom 31. Januar 2006 abgewiesen (Urk.
7/
69). Das Eidgenössi
sche Versiche
rungsgericht (heute Bundesgericht
) bestä
tigte die Verneinung des Rentenanspruchs bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 35 % mit Urteil
I
257/06 vom 3. November 2006 (Urk.
7/
75).
1.3
Am
10. November 2006 teilte die
Versicherte
der IV-Stelle mit, dass sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert habe, und
ersuchte erneut um
Zusprache
einer Invalidenrente
(Urk.
7/
76
; vgl. bereits Schreiben der Versicherten vom 1
7.
Juli 2006,
Urk.
7/72). Die IV-Stelle holte
hierauf weitere
Arztberichte ein (
Urk.
7/
80,
Urk.
7/
83
-87,
Urk.
7/
89-100 und
Urk.
7/
109) und
beauftragte die
A._
,
B._
, mit ei
ner poly
disziplinären Begutachtung
der Versicherten
(Gutachten vom 30. Juni 2008, Urk.
7/
113)
.
Anschliessend
stellte sie
ihr
mit Vorbesch
eid vom 13. August 2008 die Aus
richtung einer
Viertelsrente
ab 1. November 2006 und die Ausrichtung einer ganzen Rente ab 1. Februar 2007 befristet bis 31. Mai 2007 in Aussicht (Urk.
7/
118
). Nachdem die Versicherte a
m 22. August bzw. 2
7.
Oktober
2008 hiergegen Einwand erhoben hatte
(Urk.
7/121
und
Urk.
7/124
)
, nahm die IV-Stelle weitere medizinische Berichte und Stellungnahmen zu den Akten (Urk.
7/
128 und
Urk.
7/
130-131
) und
verfügte in der Folge am
8. Juli 2010 wie vorb
eschieden (Urk. 7/149
).
D
ie d
agegen
von der Versicherten am 1
3.
September 2010 erhobene
Beschwerde
(
Urk.
7/155/5-9) wurde vom Sozial
versicherungsgericht mit Urteil IV.2010.00846 vom 20. Dezember 2011 in dem Sinne
gutgeheissen
, dass die Verfügung vom
8.
Juli 2010 aufgehoben und
fest
gestellt wurde, dass die Versicherte vom 1. November bis am 31. Januar 2007 Anspruch auf eine
Viertelsrente
und vom 1. Februar bis am 31. Mai 2007 Anspruch auf eine ganze Rente hat. Im Weiteren wurde die Sache an die IV-Stelle, zurückge
wiesen,
damit diese den Gesundheitszustand der Versicherten im Sinne der Erwägungen abklären lässt und
anschliessend
über deren Rentenan
spruch ab 1. Juli 2008 neu verfügt
(
Urk.
7
/157)
.
1.4
Daraufhin holte die IV-Stelle die Verlaufsberichte von
Dr.
med.
C._
, FMH Allgemeinmedizin, vom
9.
Juli 2012 (
Urk.
7/168/1-4, mit diversen Beilagen [
Urk.
7/168/5-27]) sowie von med.
pract
.
D._
, FMH Psychiatrie und Psy
chotherapi
e
, vom 2
0.
Juli 2012 ein und gab beim
E._
ein interdisziplinäres Gutac
hten in Auftrag, welches am 24.
Oktober 2013 erstattet wurde (
Urk.
7/188).
Mit Vorbescheid vom 1
6.
Januar 2014 stellte die IV-Stelle der Versicherten unter Hinweis darauf, dass der
Invali
ditätsgrad
(seit Juli 2008) unter 40
%
liege, die Abweisung ihres
Leistungsbe
gehrens
in Aussicht (
Urk.
7/192).
Hiergegen
erhob die Versicherte mit Eingaben vom 2
2.
Januar, 1
7.
Februar und 2
7.
März 2014 (
Urk.
7
/193,
Urk.
7/194 und
Urk.
7/196
)
Einwand und beantragte, es sei ihr ab
1.
Juli 2008 eine halbe und ab
1.
Mai 2012 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen (
Urk.
7/196). Mit Ver
fügung vom
2.
April 2004
wies die IV-Stelle
das Leistungsbegehren der Versi
cherten
wie vorbeschieden
ab (
Urk.
7/199 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die
Versicherte mit Eingabe vom 1
6.
Mai 2014 Beschwerde und beantragte, in Gutheissung der Beschwerde sei die Verfügung der
Besc
hwerde
gegnerin
vom
2.
April 2014
aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr ab
1.
Mai 2012 eine ganze Invalidenrente auszurichten (
Urk.
1). Das
von ihr
gleichzeitig gestellte Gesuch um Bewilligung d
er unentgeltliche
n
Rechtspflege (
Urk.
1 Seite 2) zog sie am 30.
Juni 2014 zurück (
Urk.
8). Die Beschwerdegegnerin ersuchte in ihrer Beschwerdeantwort vom 2
3.
Juni 2014 um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was der Beschwerdeführerin am
2.
Juli 2014 mitgeteilt wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen ist, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1
.1
Die Beschwerdegegnerin machte geltend, ihre erneuten medizinischen Abklärun
gen hätten ergeben, dass ab Juli 2008 in der angestammten Tätigkeit als
Coiffeuse
eine volle Arbeitsunfähigkeit und in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
bestehe. Das
Valideneink
o
mmen
2014 belaufe sich auf
Fr.
31‘018.0
5.
Das Invalideneinkommen betrage unter Berücksichtigung eines 25%igen Abzuges
Fr.
28‘806.20, womit eine Erwerbseinbusse von
Fr.
2‘211.85 resp. ein Invaliditätsgrad von 7
%
resultiere. Ab Juli 2013 bestehe in der angestammten Tätigkeit wieder eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
und in einer angepasst
en eine solch
e von 80
%
. Da der Invaliditätsgrad unter 40
%
liege, bestehe kein Rentenanspruch.
Das Alter sei ein invaliditätsfremder Fakto
r und könne somit auch ab dem
Alter von 60 Jahren
nicht mitberücksichtigt wer
den
(
Urk.
2).
1.2
Die Beschwerdeführerin brachte dagegen vor, die Beschwerdegegnerin habe beim ablehnenden Ent
scheid nicht beachtet, dass sie
im 62. Altersjahr stehe, ihre angestammte Tätigkeit nur noch in einem
Teilpensum verrichten könne
und seit dem Jahre 2000, also seit über 10 Jahren
,
ihren Beruf nicht mehr aus
geübt habe. Bei dieser Sachlage sei der Rechtsprechung hinsichtlich
fortge
schrittenem
Alter Rechnung zu tragen.
In deren Lichte erweise sich die Aussage der Beschwerdegegnerin, wonach das Alter einen invaliditätsfremden Faktor bilde, als falsch.
Sie verfüge über keine grundlegende Ausbildung und konkrete Erfahrungen, welche es ihr erlauben würden, eine andere als die angestammte Tätigkeit als
Coiffeuse
aufzunehmen.
Bei einer Wiederaufnahme der Arbeit als
Coiffeuse
sei aufgrund der vorliegenden Beschwerden der Schultern und der Arme von einer Zunahme dieser gesundheitlichen Probleme auszugehen. Auch mit der Unterstützung bei der Wiedereingliederung durch die
Beschwerdegeg
nerin
, welche
ihr
sicher zustehen würde, erscheine ein Wiedereinstieg in die Tätigkeit als
Coiffeuse
nicht realistisch. Z
usätzliche Ausbildungen und Erfah
rungen für eine andere Tätigkeit
fehlten ihr
. Auch die mangelnden schriftlichen Deutschkenntnisse bildeten ein zusätzliches Hindernis. Der Aufwand für eine berufliche Umstellung oder eine Einarbeitung in eine andere Arbeit wäre beträchtlich. Aufgrund ihres Alters erscheine ein solcher Aufwand für eine ver
bleibende Aktivitätsdauer von rund vier Jahren (Mai 2012) als unangemessen und sei ihr nicht mehr zumutbar. Angesichts der bei ihr bestehenden Sachlage
müsse daher die ab dem 60. Altersjahr verbliebene Restarbeitsfähigkeit als nicht mehr verwertbar bezeichnet werden. Dies berechtige zum Bezug einer ganzen Invalidenrente ab Mai 2012 (Erreichen
[richtig: Vollendung]
des 6
0.
Altersjahres).
2
.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des S
ozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG)
. Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchti
gung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
2.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.3
2.3.1
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an d
ie Konkretisierung von Arbeits
gelegenheiten
und
Verdienstaussich
ten
keine übermäs
sigen Anforderungen zu stellen s
ind (BGE 138 V 457 E. 3.1 unter Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichtes 9C_830/2007 vom 2
9.
Juli 2008 E. 5.1).
D
as fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein
invaliditäts
fremder
Faktor,
in der Rechtsprechung
als Kriterium anerkannt,
welches z
usammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene
Resterwerbsfähig
keit
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nach
gefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf
die
Selbstein
gliederungslast
nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer wirtschaftlich ver
wertbaren Restarbeitsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet (BGE 138 V 457
E.
3.1 unter Hinweis auf
das Urteil des Bundesgerichtes I 831/05 vom 2
1.
August 2006 E. 4.1.1). Der Einfluss des Leben
salters auf die Möglichkeit, das
verblie
bene
Leistungsvermögen
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalles ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeits
struktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweisen).
2.3.2
Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt auch davon ab, welcher Zeit
raum der versicherten Person f
ür eine berufliche Tätigkeit und
vor allem für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht
(BGE 138 V 457 E.3.2)
. Die im Bereich des Sozialversicherungsrechtes allgemein geltende
Scha
denminderungspflicht
und die daraus abgeleitete Selbsteingliederungslast (vgl. BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen) gebieten grundsätzlich, die Frage nach der
Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit möglic
hst früh zu beantworten. Das Bundesgericht hat im genannten Leitentscheid
(im Sinne einer Präzisierung der Rechtsprechung) den Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, verbindlich auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-
)Erwerbstätigkeit gelegt
(BGE 138 V 457 E. 3.3)
. Als ausgewiesen gilt die medizinische Zumutbar
keit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit, sobald die medizinischen Unterlagen diesbe
züglich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (vgl. Urteil des Bun
desgerichtes 9C_954/2012 vom 1
0.
Mai 2013 E. 3.1.2).
3.
3.1
Im
Gutachten
von
Dr.
Y._
vom 2
3.
Mai 2005 (
Urk.
7/59), auf welchem der
(
letztinstanzlich
im Ergebnis
bestätigte) rentenabweisende
Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 2
1.
Juni 2005 (
Urk.
7/66) gründete
(vgl. Sachverhalt
Ziff.
1.2)
, waren die folgenden
Diagnosen gestellt worden (Urk.
7/59/5):
-
Tendinitis
calcarea
der linken Schulter mit
Impingement
symp
to
matik
-
persistierende Handgelenksbeschwerden rechts bei Status nach Läsion des Diskus
triangularis
und Bandläsion (Status nach
arthroskopischem
Debridement
und
Synovektomie
sowie
Teil
resektion
des Diskus
triangularis
13.10.2000)
-
persistierende Beschwerden nach Karpal
tunneloperation beid
seits (rechts 2000, links
2004)
-
belastungsabhängiges
lumbo
-vertebrales Beschwerdesyndrom bei muskulärer
Dysbalance
ohne wesentliche strukturelle Ver
änderungen der Lendenwirbelsäule
-
zerviko
-vertebrales bis
zerviko-spondylogenes
Beschwerdesyn
drom
bei
Fehlform
und Fehlhaltung der Halswirbelsäule sowie ungünstigem
zerviko
-thorakalem Übergang
-
Epicondylitis
humeri
medialis
beidseits mit neurologisch doku
mentierter leichter
Ulnari
skompressionssymptomatik
links.
In ihrer angestammten Tätigkeit als
Coiffeuse
sei die Beschwerdeführerin seit dem Jahre 2000 mit der Möglichkeit bei selbständiger Tätigkeit, Pausen zwi
schen den einzelnen Behandlungen einzuplanen und entsprechender relativ freier Einteilung des Tagesrhythmus' maximal zu 50 % arbeitsfähig. Sie schätze eine dauernde Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit von 50 % auch für andere mögliche
Tätigkeiten (
Urk.
7/59/6-8
).
3.2
Im
G
esamtg
utachten des
A._
vom 3
0.
Juni 2008 (
Urk.
7/113)
, auf
welches die Beschwerdegegn
erin in ihrer Verfügung vom
8.
Juli 2010 (
Zusprache
einer
Viertelsrente
vom
1.
November 2006
bis 3
1.
Januar 2007
und einer ganzen Rente vom
1.
Februar
befristet
bis 3
1.
Mai 2007
)
und auf Beschwerde hin auch das hiesige Gericht im Urteil IV.2010.00
846 vom 2
0.
Dezember 2011
abgestellt hatten
(vgl. Sachverhalt
Ziff.
1.3)
, waren die folgenden Diagnosen mit
Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit gestellt worden
(Urk. 7/113/22-23)
:
1)
Chronisches
Panvertebralsyndrom
(ICD-10 M54.9) bei/mit chro
nischem
Zervikozephalsyndrom
, ch
ronischem
Lumbovertebral
syndrom
, ohne
radikuläres
Reiz- oder Ausfall
syndrom, ausge
prägtem paravertebralem muskulärem Hartspann, assoziierten Kopfschmerzen vom Spannungstyp,
migränöser
Begleit
kompo
nente
sowie
anamnestisch Status nach
Halswirbelsäulendistor
sion
1992
2)
Chronisches Schmerzsyndrom des rechten Armes und der rech
ten Hand (ICD-10 M79.63) bei/mit Status nach Läsion des
Dis
cus
triangularis
und Bandläsion, Status nach
arthroskopischem
Débridement
und
Synovektomie
sowie Teilresektion des
Discus
triangularis
Oktober 2010 sowie Status nach Dekompression des
Nervus
medianus
mit
Epineurotomie
,
Tenarenast-Neurolyse
sowie
Beugesehnenscheidensynovektomie
bei
Karpaltunnelsyn
drom
Juni 2001
3)
Chronische Schulterschmerzen links (ICD-10 M79.61) bei/mit Tendinitis
calcarea
der distalen
anterioren
und
Suprasp
inatus
sehne
und Status nach
arthroskopischer
subac
romialer
Dekom
pression,
Acromio
plastik
und AC-Resektion sowie
Kalkentfer
nung
Juli 2006.
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit waren unter anderem eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) sowie eine
Anpas
sungsstörung
mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21) genannt wor
den.
Zur Arbeitsfähigkeit hatten
die Gutachter
des
A._
im Rahmen der Gesamtbeurteilung aus
geführt
, dass die bisherige Tätigkeit der Beschwerdefüh
rerin als selbständige
Coiffeuse
von den Hebebelastungen her einer leichten körperlichen Tätigkeit entspreche. Aufgrund der erforderlichen Zwangshaltung, der Haltung der Arme in
elevierter
Position und gewissen Ansprüchen auch an das Arbeitstempo, müsse die Tätigkeit ge
samthaft aber als mittelschwer beurteilt werden. In der Gesamtschau der neurologischen und rheumatologischen Diag
nosen, insbesondere aufgrund der Situation im Bereich des rechten Armes
,
sei die Beschwerdeführerin für die Tätigkeit als
Coiffeuse
zu 100 % arbeitsunfähig. In einer optimal adaptierten leichten körperlichen Tätigkeit, welche die im rheumatologischen und neurolo
gischen Fachgutachten aufgeführten Limitatio
nen respektier
e
, bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 70 %. Die Einschränkung von
30 % begründe sich durch einen erhöhten Pausenbedarf aufgrund des chroni
schen Schmerzsyndroms. Von dieser A
rbeitsfähigkeit von 70 % sei ab
Mai
2007 auszugehen
(
Urk.
7/113/25-26).
3.
3
Nachdem die Beschwerdegegnerin mit Urteil des hiesigen Gerichtes IV.2010.00846 vom 2
0.
Dezember 2011 (
Urk.
7/157) angewiesen worden war abzuklären, ob und inwiefern sich der Gesundheitszustand der Beschwerdefüh
rerin aus somatischer und psychiatrischer Sicht seit dem 3
0.
Juni 2008 verän
dert hat, wurde
die Beschwerdeführerin im Auftrag der Beschwerdegegnerin im
E._
interdisziplinär begutachtet, wobei sie
dort
am 27.
Juni 2013 in
ternistisch (
Urk.
7/188/46-49)
sowie
rheumatologisch
(Bericht der
rheumatol
o
gischen
Untersuchungsbefunde
vom 2
7.
Juni 2013, Urk.
7/188/50-60
), und am
3.
Juli 2013
neurologisch
und psychiatrisch
(Bericht
e
der
neurologischen
und psychi
atrischen
Untersuchungsbefunde
vom 3.
Juli 2013,
Urk.
7/188/
61-75
und
Urk.
7/188/76-92) untersucht wurde.
Im
Rahmen der Gesamtbeurteilung
(
Urk.
7/188/92-111)
erhoben die Gutachter des
E._
die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
:
1)
eine Belastbarkeitseinschränkung Schultergelenk
links mehr als rechts bei Status nach
arthroskopisch
subacromialer
Dekom
pression mit
Acromioplastik
und AC-Gelenksresektion bei Kalkschulter am
7.
Juli 2006, aktuell keine H
inweise für eine
subacromiale
Im
pingemen
t
-Symptomatik links oder rechts
2)
Belastungsbeschwerden im Bereiche des rechten Handgelenkes bei/mit (a) geringer Bewegungseinschränkung in
palmarer
und dorsaler Flexion von je 5 Grad ohne Hinweise für dystrophe oder
atrophe
Veränderungen, (b) Läsion Diskus
triangularis
mit
synovialem
Impingement
und partieller
scapholunärer
Bandruptur bei Status nach
arthroskopischem
Débridement
, Diskus-Teilresektion und
Synovektomie
am 1
3.
Oktober 2000 sowie (c) Status nach
N.
medianus
-Dekompression mit zusätzli
cher Beugesehnenscheiden-
Synovektomie
r
echts am
5. Juni 2001
3)
einen Status nach posttraumatischem Carpaltunnelsyndrom bei Beugesehnenscheiden-
Synovitis
mit offener
Medianus
-Dekom
pression, Beugesehnenscheiden-
Synovektomie
rec
hts am 5. Juni 2000
4)
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Epi
sode (ICD-10 F33.0)
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähi
gkeit nannt
en die Gutachter
(
Urk.
7/188/93-94)
:
5)
Subjektiv angegebene Bewegungs- und Belastungsbeschwerden, therapieresistent, im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) bei (a)
beginnender
Chondrose
C5/C6, ohne Hinweise weder für eine facettengelenksfortgleitende noch
radikuläre
Reiz- oder Aus
fallsymptomatik, (b) aktuell ohne
myofasziale
Triggerpunkt
- oder Hartspannbildung
paracervikal
, Schulterregion sowie (c) keine Hinweise für Hy
permobilität oder Instabilität
6)
anamnestisch rezidivierende belastungsabhängige
lumbovertebra
le
Missempfindungen bei (a) diskreter
Traktions
spornbildung
als Ausdruck einer möglichen beginnenden
Chondrose
L4/L5 sowie (b) aktuell schmerzfreier Beweglichkeit ohne Segmenteinschränkung
7)
eine diskrete Rest-
Epicondylopathia
humero
radialis
lateral rechts bei/mit (a) ohne
myofasciale
gelenksnahe Mitbeteiligung, (b) chronischem Schmerzsyndrom rechter Arm, rechte Hand, alle Gelenke, linker Fuss, (c) Status nach
Epicondylitis
humeri
radialis
rechts mit möglicher sensibler
N.
ulnaris
- Läsion rechts sowie (d) Status nach Läsion des Diskus
triangularis
und
Band
läsion
mit Status nach
arthroskopischem
Débridement
und
Synovektomie
sowie Teilresektion des
Discus
t
riangularis
am 1
3.
Oktober 2000
8)
Belastbarkeitsbeschwerden Kniegelenk beidseits, eher
linksbe
tont
, bei (a) diskret beginnender medialer Gonarthrose linkssei
tig bei (b) Status nach VKB-Ersatzplastik 1992 und Re-Ruptur der VKB
Ersatzplastik
links am 2
7.
November 2008
9)
chronische Kopfschmerzen vom Spannungstyp IHS 2.3
10)
eine Migräne
11)
einen Verdacht auf Schädigung eines
Peronaeus
-Astes links
12)
ein chronisches
cervikozephales
Schmerzsyndrom mit/bei massi
vem paravertebralem muskulärem Hartspann ohne
radi
kuläres
Reiz- oder Ausfallsyndrom
(vgl. aber
Urk.
7/188/56,
Urk.
7/188/72 und Urk. 7/188/108
[
nicht mehr feststellbar]
)
sowie
13)
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen u
nd psychi
schen Faktoren (F45.41)
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin hielten die Gutachter des
E._
zusammenfassend
fest
, dass
sie
unter Berücksichtigung aller Gegeben
heiten und Befunde aus rheumatologischer Sicht wegen verminderter Belastbar
keit der Schultern als
Coiffeuse
zu 50
%
arbeitsfähig sei. Für eine angepasste Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
. Aus neurologischer Sicht
habe anhand der aktuellen Untersuchung im Gegensatz zum damaligen Befund (im
A._
) kein chronisches zervikales Schmerzsyndrom bei massivem
paravertebra
lem
muskulärem Hartspann mehr gefunden werden können, weshalb
für
den angestammten Beruf als
Coiffeuse
, welcher als leicht bis mittelschwer eingestuft werde, eine 70%ige und für Tätigkeiten ohne repetitive manuelle Tätigkeiten
mit Belastung der Handgelenke eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
bestehe
. Aus psy
chiatrischer Sicht liege für jegliche Tätigkeiten aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung im Längsschnitt eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit vor. Aus internistischer Sicht bestehe keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit
(Urk. 7/188/108)
.
Für die Tätigkeit als
Coiffeuse
habe seit dem
A._
-Gutachten 2008 eine Arbeits
unfähigkeit von 100
%
bestanden. Ab Begutachtung im
E._
(Juni/Juli 2013) bestehe für diese Tätigkeit aus interdisziplinärer Sicht eine anhaltende Arbeits
unfähigkeit von 50
%
(
Urk.
7/188/109).
Für eine optimal angepasste wechsel
belastende oft leichte, manchmal mittelschwere Tätigkeit ohne repetitives Arbeiten mit
elevierter
und abduzierter Armhaltung und ohne
repetitiv
hand
gelenksbelastende
Tätigkeiten könne bezogen auf ein volles Pensum eine 80%ige Arbeitsfähigkeit als zumutbar erachtet werde
n
. Die Einschränkung von 20
%
sei durch Einhalten repetitiver kurzer Erholungspausen begründet, dies aus somatischer Sicht. Im
A._
-Gutachten 2008 sei in einer angepassten leich
ten körperlichen Tätigkeit mit Einhaltung von Schonkriterien in der Ge
s
amt
schau der neurologischen und rheumatologischen Diagnosen eine Arbeitsfähig
keit von 70
%
attestiert worden mit 30%iger Einschränkung aufgrund des chro
nischen Schmerzsyndroms seit Mai 200
7.
Aktuell habe sich aber gegenüber dem
A._
-Gutachten 2008
die Situation
bezüglich Rücken deutlich verbessert,
auch die Unfallfolgen 2011 (richtig: 2008)
hätten objektiv keine anhaltenden Ein
schränkungen der Arbeitsfähigkeit zur Folge. Insgesamt könne ab sofort für eine angepasste Tätigkeit aufgrund der eingeschränkten Belastbarkeit der Schultern eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
attestiert werden
,
auch für die Tätig
keit im Hau
shalt. Die Einschränkung von 20
% sei durch vermehrte Pausen bedingt. Aus psychiatrischer Sicht habe sich im
A._
-Gutachten 2008 keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gefunden.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe für jegliche Tätigkeiten aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung im Längsschnitt eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem Beginn der stationären psychiatrischen Therapie in
F._
ab Oktober 2008
(
Urk.
7/188/108-109)
.
4.
4.1
4.1.1
Vorwegzu
nehmen ist, dass die
Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
8.
Juli 2010 sowohl die Zusprechung einer
Viertelsrente
(für die Zeit vom
1.
November 2006 bis 3
1.
Januar 2007) und deren Heraufsetzung auf eine ganze Rente (für die Zeit vom
1.
Februar bis 3
1.
Mai 2007) als auch deren anschliessende, nach den Grundsätzen der Rentenrevision (vgl.
Art.
17
ATSG)
vorgenommene, Auf
hebung zum Gegenstand hatte.
Im Weiteren hatte die Beschwerdegegnerin mit der genannten Verfügung für die dem Verfügungserlass vora
ngegangene Peri
ode von Juli 2007
bis Juli 2010 einen Rentenanspruch verneint.
Im Urteil IV.2010.0084
6
vom 2
0.
Dezember 2011
(Urk. 7/157)
hat das
Sozialversiche
rungsgericht
die befristete
Rentenzusprache
wie auch die Verneinung eines Rentenanspruches bis Ende Juni 2008 bestätigt. Hingegen wies es für
die darauf folgende Zeit ab 1.
Juli 2008 die Sache zur neuen Beurteilung an die
Beschwer
degegnerin
zurück.
Dieses Urteil blieb unangefochten.
Ein gerichtlicher Entscheid, mit welchem
– wie hier -
eine bestimmte, vorange
hende Periode des Rentenanspruches materiell abschliessend beurteilt und für eine darauffolgende Periode die Sache zur neuen Beurteilung an die Verwaltung zurückgewiesen wird, ist in Bezug auf die materiell abschliessend beurteilte Phase ein Teilentscheid,
welcher
bei Nichtanfechtung selbständig rechtskräft
ig wird
(BGE 135 V 141)
.
4.1.2
Die
(neuerliche)
Zusprache
einer Rente setzt demnach voraus, dass sich die tat
sächlichen (medizinischen und/oder wirtschaftlichen) Verhältnisse, aufgrund welcher ein Leistungsanspruch
der Beschwerdeführerin
für die Zeit vom
1.
Juni 2007 bis 3
0.
Juni 2008
gerichtlich
verneint worden war,
seither
derart verändert haben, dass ihr nunmehr eine Rente zusteht
.
4
.
2
4.2.1
D
as
interdisziplinäre Gutachten des
E._
vom 2
4.
Oktober 2013 (
Urk.
7/188)
beruht auf
allseitigen Untersuchungen
und wurde in
Kenntnis der und Ausei
nandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben
. Die Gutachter haben detaillierte Befunde und Diagnosen erhoben und sich mit den von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden sowie ihrem Verhalten auseinan
dergesetzt. Im Weiteren haben sie die medizinischen Zusammenhänge ein
leuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet.
Das
E._
-Gutachten
erfüllt deshalb
grundsätzlich
die
rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen
(vgl. BG
E 125 V 352 E. 3 mit Hinweisen). Es wurde
denn von der Beschwerde
führerin
auch nicht in Frage gestellt
(
Urk.
1 Seite 4
)
.
Laut der überzeugenden
Einschätzung
der
E._
-Gutachter
war die Beschwerde
führerin aus somatischer Sicht – abgesehen
von bloss vorübergehenden Ver
schlechterungen (
Urk.
7/188/104) -
seit dem
A._
-Gutachten vom 3
0.
Juni 2008 bis zur Begutachtung im
E._
im Juli 2013 in der angestammten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig und in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu 70
%
arbeitsfähig
; i
m Zeitpunkt der Begutachtung im
E._
habe
in der angestammten Tätigkeit als
Coiffeuse
eine 50%ige und in einer behinderungsangepassten Tätigkeit eine 80%ige Arbeitsfähigkeit
bestanden
(
Urk.
7/188/109)
.
In psychischer Hinsicht wurde der Beschwerdeführerin
wegen
der
diagnostizier
ten rezidivierenden depressiven Störung
,
gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0)
-
„im Längsschnitt“ eine 20%ige Arbeitsunfähigk
eit
seit Oktober 2008
attestiert. Diese Beurteilung erscheint aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht äusserst grosszügig, zumal der psychiatrische Gutachter
ausdrücklich auf Diskrepanzen zwischen dem Ausmass und der Schwere der angegebenen Beschwerden und der Intensität der Inanspruchnahme therapeutischer Hilfe
(einmal pro Monat
,
Urk.
7/188/63)
sowie zwischen den zeitnah zur Untersu
chung als eingenommen angegebenen Medikamenten und deren Nachweis im Blutserum hin
gewiesen und die aktuelle psychiatrische Behandlung als unzu
reichend bezeichnet hat
(
Urk.
7/188/91)
, was mit Blick auf die der Beschwerde
führerin obliegende Schadenminderungspflicht bedenklich erscheint
.
Weitere Ausführungen dazu erübrigen sich, zumal gemäss der Gesamtbeurteilung der
E._
-
Gutachter im Zeitpunkt der Begutachtung in einer
behinderungsange
passten
Tätigkeit so oder so eine 80%ige Arbeitsfähigkeit bestand.
4.2.2
D
emnac
h ist davon auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwer
deführerin
seit dem Gutachten de
s
A._
vom 30. Juni 2008
nicht massgeblich verschlechtert hat und sie
im Zeitpunkt der Begutachtung im
E._
insgesamt
sogar
über eine höhere Arbeitsfähigkeit verfügte
,
als anlässlich der
Begutachtung
im
A._
.
4.3
4.3
.1
Die Beschwerdegegnerin führt
e
zur Begründung des geltend gemachten Anspru
ches auf eine ganze Rente denn auch nicht eine Verschlechterung der gesund
heitlichen Situation an. Sie
brachte vielmehr (einzig) vor
, dass die ab Mai 2012, mithin ab Vollendung des 6
0.
Altersjahrs,
verbliebene Restarbeitsfähigkeit (von 50
%
in angestammter und von 80
%
in angepasster Tätigkeit) nicht mehr ver
wertbar sei.
Dem kann aufgrund der nachfolgenden Erwägungen nicht beigepflichtet wer
den.
4.3.2
Wie eingangs dargelegt,
lässt sich der Einfluss des Lebensalters allein
auf die Möglichkeit, die verbliebene Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten,
nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen
, son
dern hängt von den Umständen des Einzelfalles ab
(vgl. E. 2.3
)
.
Das Bundesgericht hat etwa bei einem 62 3⁄4 Jahre alten Versicherten, welcher wegen Kniebeschwerden nur noch vorwiegend sitzende oder wechselbelastende Arbei
ten ausführen konnte, erwogen, dass an den oberen Extremitäten keine Behinderungen bestünden, auch wenn er auf Grund seiner Arbeitsbiographie keine Erfahrung mit feinmotorischen Tätigkeiten habe. Bei Sortier- und Über
wachungsaufgaben und ähnlichem sei er indessen nicht eingeschränkt. Im Lichte der Rechtsprechung und der relativ hohen Hürden, welche das Bundes
gericht für die Unverwertbarkeit der Res
t
arbeitsfähigkeit älterer Menschen ent
wickelt habe, verletzte die Vorinstanz kein Bundesrecht, wenn sie einen
invali
denversicherungsrechtlich
erheblich
en
fehlenden Zugang zum Arbeitsmarkt verneint habe (Urteil des Bundesgerichts 8C_345/2013 vom 10. September 2013, E
. 4.2; vgl. auch die weitere in diesem
Urteil zitierte Kasuistik). Ebenfalls bejaht hat es die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auch bei einer 61-jährigen Versicherten, welche sowohl bezüglich der zuletzt ausgeübten als auch jeder anderen vergleichbaren körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit (ohne Tragen von Lasten über 8 Kilogramm und ohne Überkopfarbeiten) im Umfang von 50
%
arbeitsfähig war. Ein Umstellungs- oder Einarbeitungsaufwand falle nicht zwingend an, da die bisherige Tätigkeit weiterhin hälftig zumutbar sei, und es sei auch nicht aktenkundig, dass es der Versicherten an der erforderli
chen Anpassungsfähigkeit fehle, um allenfalls andere als die bisher ausgeführ
ten (Hilfs-)Tätigkeiten zu bewältigen (
von der Beschwerdeführerin zitiertes
Urteil des B
undesgerichtes I 831/05 vom 21.
August 20
06 E. 4.2)
.
V
erneint hat das Bundesgericht demgegenüber die Verwertbarkeit der
Restar
beitsfähigkeit
eines über 61-jährigen Versicherten, der über keine Berufsaus
bil
dung verfügte, bezüglich der aus medizinischer Sicht im Umfang von 50
Prozent zumutbaren feinmotorischen Tätigkeiten keinerlei Vorkenntnisse besass, dessen Teilarbeitsfähigkeit weiteren krankheitsbedingten Einschränkun
gen unterlag und dem von den Fachleuten der Berufsberatung die für einen Berufswechsel erforderliche Anpassungsfähigkeit abgesprochen wur
de (Urteil I 392/02 vom 23. Oktober 2003 E. 3
.3)
. Ebenfalls als unverwertbar erachtet wurde die 50%ige Arbeitsfähigkeit einer im Verfügungszeitpunkt 61 Jahre und einen Monat alten Versicherten ohne Berufsausbildung, welche lediglich
teil
zeitlich
als
Hausabwartin
(„
concierge
dans
un
immeuble
“) gearbeitet hatte und bezüglich der für sie in Frage kommenden Tätigkeiten einer Umschulung bedurft hätte (Urteil des Bund
esgerichtes 9C_437/2008 vom 19.
März 2009; vgl. auch
Urteil des Bundesgerichtes 8C_345
/2013 vom 1
0.
September 2013 E.
4.3.2 mit weiterer Kasuistik).
4.3.3
Aufgrund des
A._
-Gutachtens vom 3
0.
Juni 2008 stand nach dem Gesagten zwar die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit der Beschwer
deführerin in einer angepassten Tätigkeit (70%ige Arbeitsfähigkeit seit Mai 2007 bis Ende Juni 2008) fest. Eine zuverlässige Beurteilung des Gesundheits
zustandes sowie der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin seit dem
1.
Juli 2008 wurde jedoch erst aufgrund des
E._
-Gutachtens vom 24. Oktober 2013 möglich
(vgl. Urteil IV.2010.00846 vom 2
0.
Dezember 2011 S. 15 bis 17 [
Urk.
7/157/15-17]
)
.
Laut dem zitierten Leitentscheid des Bundesger
ichtes (BGE 138 V 457; vgl. E. 2.3.2
) ist deshalb f
ür die Rentenberechtigung der
Beschwer
deführerin
die Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit im Zeitpunkt der Erstattung dieses Gutachtens entscheidend (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_954/2012 vom 1
0.
Mai 2013 E. 3.1.2). In diesem Zeitpunkt war die am 30. Mai 1952 geborene Beschwerdeführerin rund 61
1⁄2
Jahre alt.
4.
3.4
Aus den Akten geht hervor, dass die
Beschwerdeführerin
nach ihrer Einreise in die Schweiz im Jahre 1969 zunächst eine
Stelle als Küchenhilfe in einem Altersheim
annahm
und in der Folge eine Lehre als
Coiffeuse
absolvierte
. Nach deren Abschluss im Jahr 1972 arbeitete sie in diversen Coiffeur-Salons als Angestellte. Ab 1986 war sie zumindest teilweise und ab 1994 vollumfänglich als
selbständigerwerbende
Coiffeuse
tätig (
Urk.
7/2,
Urk.
7/3 und
Urk.
7/188/42), wobei sie
gemäss ihren Angaben anlässlich der Begutachtung im
E._
seit August 2000 beschwerdebedingt immer weniger und ab 2006 gar nicht mehr gearbeitet hat (
Urk.
7/188/42; vgl.
Urk.
7/174).
Gemäss
E._
-Gutachten vom 2
4.
Oktober 2013 ist die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit als
Coiffeuse
(wieder) zu 50
%
und in einer
wech
selbelastenden
oft leichten, manchmal mittelschweren Tätigkeit ohne repetitives Arbeiten mit
elevierter
und abduzierter Armhaltung und ohne repetitiv
hand
gelenksbelastende
Tätigkeiten sogar zu 80
%
arbeitsfähig.
4.3.5
Im massgebenden Zeitpunkt (Oktober 2013) verfügte die Beschwerdeführerin demnach in einer behinderungsangepassten Tätigkeit über eine verhältnismässi
g
hohe Restarbeitsfähigkeit. Wohl war sie bislang praktisch ausschliesslich als
Coiffeuse
tätig und stand im Oktober 2013 nur noch gut zweieinhalb Jahre vor der Pensionierung, weshalb sie als nicht leicht vermittelbar zu erachten ist. Ihre Anstellungschancen auf dem von Gesetzes wegen als ausgeglichen unterstell
ten
Arbeitsmarkt, der einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten
aufweist, und zwar sowohl bezüg
lich
der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Vorausset
zungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b)
, erscheinen jedoch durchaus intakt, zumal die ihr gemäss gutachterlicher Beurtei
lung zumutbaren Tätigkeiten nicht so vielen Einschränkungen unterliegen, dass eine Anstellung nicht mehr als realistisch erschiene. Insbesondere der Ausübung von
leichten
, manchmal mittelschweren
Kontroll- und Überwachungstätigkeiten sowie unter Umständen auch von leichten Sortierarbeiten steht das gutachterli
che Belastungsprofil jedenfalls nicht entgegen. Die - laut Beschwerdeführerin (
Urk.
1 Seite 3) – fehlenden schriftlichen Deutschkenntnisse hindern die Auf
nahme einer solchen Tätigkeit nicht. Auch ist nicht ersichtlich, dass die Einar
beitung in eine solche Hilfsarbeit mit einem grossen Aufwand verbunden wäre. Schliesslich besteht
aufgrund der gutachterlichen Feststellungen auch kein Grund zur Annahme, dass die Beschwerdeführerin in ihrer
Anpassungs- und Umstellungsfähigkeit
massgeblich beeinträchtigt sein könnte
(
Urk.
7/188/86).
4.3.6
Unter diesen Umständen ist – im Lichte der dargelegten Grundsätze und der relativ hohen Hürden, welche das Bundesgericht für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen entwickelt hat – davon auszugehen, dass die Restarbeitsfähigkeit der Bes
chwerdeführerin im
laut Bundesgericht
massge
benden Zeitpunkt (Oktober 2013) verwertbar war. Dies gilt erst recht auch für den von der Beschwerdeführerin als massgeblich erachteten, rund eineinhalb Jahre davor liegenden Zeitpunkt (Mai 2012).
4.4
Anzumerken bleibt, dass
die Beschwerdeführerin zwar von November 2006 bis Ende Mai 2007 in rentenbegründendem Ausmass in ihrer Arbeitsfähigkei
t beeinträchtigt war
. Gemäss
A._
-Gutachten vom 30. Juni 2008 wäre sie aber seit Ende Mai 2007 in einer behinderungsangepassten Tätigkeit wieder zu 70
%
arbeitsfähig
gewesen
(vgl. E. 3.2
). Dies war der Beschwerdeführerin mit Vorbe
scheid vom 1
3.
August 2008 auch mitgeteilt worden. Ausserdem war sie darin darauf aufmerksam gemacht worden, dass es ihr möglich und zuzumuten wäre, mit einer 70%igen Hilfsarbeit ein rentenausschliessendes
Einkommen zu erzie
len (
Urk.
7/118
). In diesem Zeitpunkt war die Beschwerdeführerin erst gut 56 Jahre alt und hatte damit das Alter, ab welchem das Bundesgericht eine Unver
wertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit in Erwägung zieht
(vgl. E. 4.3.2
)
, fraglos noch nicht erreicht. Hätte sie sich dannzumal um eine im Sinne des Gutachtens des
A._
vom 3
0.
Juni 2008 zumutbare Hilfsa
rbeit bemüht - wozu sie aufgrund der Schadenminderungspflicht und der daraus abgeleiteten
Selbsteingliede
rungslast
verpflichtet gewesen wäre -, hätte sie höchstwahrscheinlich eine pas
sende Stelle gefunden.
Wohl hatte die
Beschwerdeführerin in der Folge
im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
am 27.
Oktober 2008 eine Verschlechterung
des psychischen Gesundheitszustandes geltend gemacht (
Urk.
7/124; vgl.
Urk.
7/128/1-5)
und kam es deswegen
aufgrund des – erst drei Jahr
e später ergangenen – Urteils IV.2010.00846 vom 2
0.
Dezember 2011 (
Urk.
7/157)
im Juni/Juli 2013 zu
einer neuerlichen poly
disziplin
ären Abklärung
.
D
iese
ergab indessen
eine seit Juli 2008 im Wesentlichen unveränderte resp. im Zeitpunkt der Begutachtung sogar ver
besserte Arbeitsfähigkeit. Der
Besch
werdeführerin
wäre es
demnach (wie
bereits in der Zeit vom
1.
Juni 2007
bis 3
0.
Juni 2008)
seit Juli 2008
weiterhin
möglich
und zuzumuten
gewesen
, ein
rentenaus
schliessendes
Einkommen zu erzielen
.
Es fr
a
gt sich, ob es sich auch in einem solchen F
all rechtfertigt, erst den Zeit
punkt des Feststehens der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstä
tigkeit (vgl. E. 2.3.2)
als den für die Beantwortung der Frage nach der Verwert
barkeit der Restarbeitsfähigkeit massgebenden Zeitpunkt zu erachten
. Das Abstellen auf diesen Zeitpunkt könnte in
einem solchen Fall nämlich dazu füh
ren
, dass – nach gerichtlich bestätigter Verneinung eines Rentenanspruches
(vgl. E.
4.1
.1
)
–
eine rechtserhebliche
Änderung
(vgl. E. 4.1.2)
einzig
und allein wegen des fortgeschrittenen
Alters bejaht werden müsste
, was nicht rechtens
erscheint.
5
.
Der
von der Beschwerdegegnerin durchgeführte
Einkommensvergleich
(
Urk.
2; vgl.
Urk.
7/189 und
Urk.
7/143) ist im Ergebnis nicht zu beanstanden und wurde denn von der Beschwerdeführerin auch nicht in Frage gestellt
.
Da der ermittelte Invaliditätsgrad unter 40
%
liegt, hat die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin – im Ergebnis – zu Recht verneint. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen.
Ausgangsgemäss sind die Kosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.