Decision ID: f6a398f5-ee4a-4f17-962d-d729755a181b
Year: 2013
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_004
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Kostenaufschlagsmethode zu bestimmen. Auf internationale Sachverhalte
wende die Schweiz die Verrechnungspreisgrundsätze der OECD für
multinationale Unternehmungen gemäss ESTV Kreisschreiben Nr. 4 vom
19. März 2004 an. Einer analogen Anwendung, wie dies die
Beschwerdeführerin verlange, stehe vorliegend nichts entgegen. Als
Kostenbasis würden vorliegend aber einzig die Verwaltungsratshonorare
von Fr. 50‘000.-- für das Geschäftsjahr vom 30. Juni 2010 bis
31. Dezember 2011 verbleiben. Pro rata temporis auf fünf Monate
umgerechnet ergebe dies einen Betrag von aufgerechnet Fr. 14‘000.--,
wovon ein Management Fee von 75 %, das heisst Fr. 11‘000.--,
anerkannt werde. Hinsichtlich der anerkannten Kosten für Prozessrisiken
von Fr. 30‘000.-- anstatt der geltend gemachten, nicht nachgewiesenen
Fr. 200‘000.-- sei nicht klar, ob die Beschwerdeführerin diese noch
anfechte oder nicht.
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4. In ihrer Replik ergänzte die Beschwerdeführerin ihre Ausführungen
dahingehend, dass sie die von der kantonalen Steuerverwaltung
vorgenommene Aufrechnung für Prozessrisiken im Umfang von
Fr. 170‘000.-- anerkenne. Im Übrigen hielt sie an ihren Anträgen und
Begründungen vollumfänglich fest.
5. In ihrer Duplik bestätigte die kantonale Steuerverwaltung ihre Anträge und
Begründungen.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften
sowie in den angefochtenen Einspracheentscheiden wird, soweit
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. a) Die Beschwerden A 13 15 und A 13 16 richten sich gegen inhaltlich
identische Einspracheentscheide der kantonalen Steuerverwaltung vom
14. Februar 2013 (Kantons- und direkte Bundessteuer) respektive gegen
die diesen zugrunde liegenden Veranlagungsverfügungen vom
13. November 2012 (Kantons- und direkte Bundessteuer). Beiden
Eingaben liegt derselbe Sachverhalt zugrunde und es stellen sich
identische Rechtsfragen. Zudem sind in beiden Angelegenheiten die
gleichen Parteien involviert, weshalb es sich ohne Weiteres rechtfertigt,
die beiden Beschwerdeverfahren gestützt auf Art. 6 lit. a des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) zu vereinigen und
mit einem einzigen Urteil zu erledigen.
b) Streitig und zu prüfen sind vorliegend einerseits der Marktwert der am
2. April 2010 durch die Beschwerdeführerin an ihren damaligen
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Geschäftsführer und Verwaltungsratspräsidenten B._ für den
Gesamtpreis von Fr. 18‘000.-- verkauften 21 Aktien und andererseits die
Rechtmässigkeit der von der kantonalen Steuerverwaltung
vorgenommenen Aufrechnung für belastete Management Fees der neuen
Aktionärin C._ AG im Restgesamtbetrag von Fr. 471‘170.-- und
entsprechender Reduktion der Steuerrückstellung um Fr. 18‘845.--
(= 17 % von Fr. 108‘736.--).
2. a) Der steuerbare Reingewinn einer juristischen Person setzt sich gemäss
Art. 58 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG; SR
642.11) sowie dem inhaltlich übereinstimmenden Art. 79 Abs. 1 des
Steuergesetzes für den Kanton Graubünden (StG; BR 720.000)
zusammen aus dem Saldo der Erfolgsrechnung unter Berücksichtigung
des Saldovortrages des Vorjahres (lit. a), allen vor Berechnung des
Saldos der Erfolgsrechnung ausgeschiedenen Teilen des
Geschäftsergebnisses, die nicht zur Deckung von geschäftsmässig
begründetem Aufwand verwendet werden (lit. b) sowie den der
Erfolgsrechnung nicht gutgeschriebenen Erträgen, mit Einschluss der
Kapital-, Aufwertungs- und Liquidationsgewinne (lit. c). Zum steuerbaren
Reingewinn gehören namentlich Zuwendungen der Gesellschaft an die
Anteilsinhaber oder ihnen nahestehende Dritte, die einem
Aussenstehenden nicht oder zumindest nicht im gleichen Masse gewährt
würden. Solche geldwerte Leistungen sind nach der Rechtsprechung
immer dann anzunehmen, wenn (a) die Gesellschaft keine oder keine
gleichwertige Gegenleistung erhält, (b) der Aktionär direkt oder indirekt
(z.B. über eine ihm nahestehende Person oder Unternehmung) einen
Vorteil erhält, der einem Dritten unter gleichen Bedingungen nicht
zugebilligt worden wäre, die Leistung also insofern ungewöhnlich ist, und
(c) der Charakter dieser Leistung für die Gesellschaftsorgane erkennbar
war (BGE 131 II 593 E.5.1, Urteile des Bundesgerichtes 2C_278/2012
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vom 1. Oktober 2012 E.2.1, 2C_265/2009 vom 1. September 2009 E.2.1,
2A.204/2006 vom 22. Juni 2007 E.6).
b) Bei den geldwerten Leistungen geht es um Zuwendungen an Inhaber von
Kapitalanteilen oder an solche Nichtbeteiligte, die der Gesellschaft
und/oder den Inhabern der gesellschaftlichen Beteiligungsrechte
nahestehen. Solche Leistungen, die ihren Rechtsgrund im
Beteiligungsverhältnis haben, sind beim steuerbaren Ertrag der
Gesellschaft aufzurechnen, soweit sie einem unbeteiligten Dritten unter
gleichen Umständen nicht oder nicht im gleichen Ausmass eingeräumt
würden und auch keine Kapitalrückzahlung darstellen. Diese Regel des
sog. Drittvergleichs („dealing at arm’s length“) verlangt also, dass selbst
Rechtsgeschäfte mit Beteiligungsinhabern zu den gleichen Bedingungen
abzuwickeln sind, wie sie mit aussenstehenden Dritten zu Wettbewerbs-
und Marktbedingungen vereinbart würden (BGE 131 II 593 E.5,
119 Ib 116 E.2, 119 Ib 431 E.2b, Urteil des Bundesgerichtes
2C_278/2012 vom 1. Oktober 2012 E.2.1.1).
c) Im Bereich der geldwerten Leistungen gilt die Grundregel, dass die
Steuerbehörde die Beweislast für steuerbegründende und -erhöhende
Tatsachen trägt, die steuerpflichtige Gesellschaft dagegen diejenige für all
das, was die Steuer aufhebt oder zumindest mindert. Der Behörde obliegt
insbesondere der Nachweis dafür, dass die Gesellschaft eine Leistung
erbracht hat und dieser keine oder keine angemessene Gegenleistung
gegenübersteht. Hat die Behörde ein solches Missverhältnis zwischen
Leistung und Gegenleistung dargetan, so ist es Sache der
steuerpflichtigen Gesellschaft, die damit begründete Vermutung zu
entkräften (Urteile des Bundesgerichtes 2C_278/2012 vom 1. Oktober
2012 E.2.1.2, 2C_88/2011 vom 3. Oktober 2011 E.2.1.2).
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3. a) Hinsichtlich Aktienbewertung sei eingangs erwähnt, dass der Verweis der
kantonalen Steuerverwaltung auf das Urteil des Verwaltungsgerichtes
A 12 28 vom 23. Oktober 2012 vorliegend gerade nicht massgebend sein
kann, da dort gemäss Erwägung 2 noch die alten steuerrechtlichen
Bestimmungen und auch die damals gültige, von der SSK und der ESTV
erlassene Wegleitung zur Bewertung von Wertpapieren ohne Kurswert für
die Vermögenssteuer (WBWoK, Ausgabe 1995) zur Anwendung
gelangten. Demgegenüber sind vorliegend die neuen Gesetzes-
bestimmungen sowie das Kreisschreiben Nr. 28 vom 28. August 2008 der
SSK (Wegleitung zur Bewertung von Wertpapieren ohne Kurswert für die
Vermögenssteuer [WBWoK]) sowie die entsprechenden Kommentare
2011 und 2012 zum erwähnten Kreisschreiben massgebend.
b) Vorliegend steht fest, dass B._ am 2. April 2010 21 eigene Aktien der
Beschwerdeführerin zum Gesamtpreis von Fr. 18‘000.-- (Fr. 19‘000.--
abzüglich Rückzahlung von Fr. 1‘000.--) erworben und damit sein
Aktienpaket von 79 auf 100 Aktien, das heisst auf die Hälfte der
vorhandenen 200 Aktien, erhöht hat. Diese wurden sodann am
19. August 2010 gesamthaft an die C._ AG zum Gesamtpreis von
Fr. 7‘000‘000.--, das heisst Fr. 35‘000.-- pro Aktie, veräussert. In der Tat
hat B._ somit für die 21 Aktien insgesamt Fr. 18‘000.-- bezahlt und
am 19. August 2010 dafür Fr. 735‘000.-- erhalten, was zur Aufrechnung
von Fr. 717‘000.-- (= 21 x Fr. 35‘000.-- - Fr. 18‘000.--) bei der
Beschwerdeführerin als verdeckte Gewinnausschüttung durch die
kantonale Steuerverwaltung führte. Für diese Aufrechnung ist
unbestrittenermassen der Verkehrswert der Aktien im Moment des Kaufes
vom 2. April 2010 massgebend. Dieser entspricht gemäss WBWoK bei
nicht kotierten Wertpapieren, für die keine Kursnotierungen bekannt sind,
dem inneren Wert (Rz. 2 Abs. 4 WBWoK). Hat für solche Titel indes eine
massgebliche Handänderung unter unabhängigen Dritten stattgefunden,
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dann gilt als Verkehrswert der entsprechende Kaufpreis, welcher so lange
berücksichtigt wird, als sich die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft nicht
wesentlich verändert hat (Rz. 2 Abs. 5 WBWoK). Vorliegend anerkennt
auch die Beschwerdeführerin, dass der von B._ tatsächlich bezahlte
Betrag von gesamthaft Fr. 18‘000.-- nicht dem Verkehrswert entspricht.
Für dessen Bestimmung verweist sie einerseits auf den sehr zeitnahen
Kauf von drei Aktien vom ehemaligen Verwaltungsrat E._ am
31. März 2010 zum Preis von Fr. 10‘900.-- pro Aktie durch die
Beschwerdeführerin, welcher zu berücksichtigen sei. Diese in der Tat
sehr zeitnah erfolgte Transaktion umfasst jedoch lediglich 1.5 % des
Aktienvolumens und erreicht somit das für eine Berücksichtigung
massgebliche Transaktionsvolumen von 10 % (vgl. Kommentar 2012 zum
Kreisschreiben Nr. 28 der SSK, S. 3) bei weitem nicht. Bereits vor diesem
Hintergrund kann für die Bestimmung des Marktwertes der Aktien am
2. April 2010 nicht auf die von der Beschwerdeführerin erwähnte
Transaktion vom 31. März 2010 abgestellt werden. Überdies wäre auch
fraglich, ob es sich beim Verkäufer E._ tatsächlich um einen
unabhängigen Dritten im Sinne von Rz. 2 Abs. 5 WBWoK handelt, war
dieser doch bis September 2009 als Verwaltungsrat der
Beschwerdeführerin tätig. Diese Frage kann jedoch, da die von der
Beschwerdeführerin erwähnte Transaktion vom 31. März 2010 wie
gesehen das massgebliche Transaktionsvolumen von 10 % ohnehin nicht
erreicht, offen gelassen werden.
Andererseits sei der Pauschalabzug gemäss Seite 70 ff. des Kommentars
2012 zum Kreisschreiben Nr. 28 der SSK für Minderheitsbeteiligungen bis
und mit 50 % zu gewähren. Einem solchen steht aber gemäss Praxis und
Seite 74 des erwähnten Kommentars entgegen, dass vorliegend ein
tatsächlicher Verkehrswert aufgrund des Verkaufs aller Aktien am
19. August 2010 vorliegt. Bei dieser Sachlage verbleibt aber kein Raum
für einen Pauschaleinschlag von 30 %.
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Sodann ist nicht ersichtlich, dass sich zwischen dem Zeitpunkt des
Verkaufs der 21 Aktien an B._ am 2. April 2010 und dem Verkauf der
200 Aktien an die C._ AG am 19. August 2010 auf Stufe der
Beschwerdeführerin bewertungsrelevante Änderungen ergeben hätten.
Einerseits haben die Parteien bereits im „Letter of intent“ vom 10. Juni
2010 einen Kaufpreis von Fr. 7‘000‘000.-- vereinbart, welcher sodann
unverändert in den Kaufvertrag vom 19. August 2010 übernommen
wurde. Andererseits sind im Aktienkaufvertrag vom 19. August 2010
zwischen der D._ AG (Verkäuferin 1), B._ (Verkäufer 2) sowie
der C._ AG (Käuferin) Eigentum sowie Nutzen und Gefahr an den
Kaufaktien sowie sämtliche damit verbundenen Rechte gemäss Ziff. 3
rückwirkend per 1. Januar 2010 auf die Käuferin übergegangen und unter
Ziff. 5.4 der 31. März 2010 als massgeblicher Bilanzstichtag festgelegt
worden. Ein solcher rückwirkender Übergang von Eigentum, Nutzen und
Gefahr bedeutet gemäss Rechtsprechung - wie die Beschwerdegegnerin
unter Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichtes 2C_254/2009 vom
15. April 2010 korrekt ausführte - nun aber nichts anderes, als dass die
Vertragsparteien davon ausgingen, dass der Aktienwert per 1. Januar
2010 dem Kaufpreis entspreche. Zudem sind auch keine während der
Zeit vom 2. April 2010 und dem 19. August 2010 tatsächlich
eingetretenen massgebenden wirtschaftlichen Veränderungen durch die
Beschwerdeführerin aufgezeigt beziehungsweise nachgewiesen worden.
Vielmehr wurde in erwähntem Aktienkaufvertrag unter Ziff. 5.4
„Veränderungen seit Bilanzstichtag 31. März 2010“ explizit festgehalten,
dass in der Zeit zwischen dem 31. März 2010 und dem Vollzugsdatum die
Geschäfte der Gesellschaft im Rahmen des ordentlichen Geschäftsgangs
geführt worden seien. Dabei seien keine wesentlichen Veränderungen
des Geschäftsgangs oder ausserordentliche Verluste aufgetreten. Damit
umfasst der anlässlich des Kaufs festgelegte Wert pro Aktie von
Fr. 35‘000.-- die ganze Periode vom 1. Januar 2010 bis zum 19. August
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2010. Grundsätzlich ist somit der von der kantonalen Steuerverwaltung
berücksichtigte Aktienwert von Fr. 35‘000.-- pro Aktie korrekt.
c) Zu beachten ist jedoch, dass der Aktienkaufvertrag vom 19. August 2010
- im Gegensatz zum Aktienkaufvertrag bezüglich der 21 Aktien vom
2. April 2010 zwischen der A._ AG und B._ und jenem vom
31. März 2010 zwischen der A._ AG und E._ - im Kapitel 5
unter dem Titel „Garantien der Verkäufer“ tatsächlich weitgehende und
umfassende Garantien der Verkäufer beinhaltet, insbesondere bezüglich:
 Eigentum an den Kaufaktien (Ziff. 5.1);  Kaufaktien/Gesellschaftsrechtliche Verhältnisse (Ziff. 5.2);  Abschluss (Ziff. 5.3);  Veränderungen seit Bilanzstichtag 31. März 2010 (Ziff. 5.4);  Geschäftsbücher (Ziff. 5.5);  Laufender Geschäftsbetrieb/Rechtseinhaltung/Betriebsmittel (Ziff. 5.6);  Verträge (Ziff. 5.7);  Grundstücke (Ziff. 5.8);  Umweltschutz (Ziff. 5.9);  Rechtsstreitigkeiten (Ziff. 5.10);  Mitarbeiter (Ziff. 5.11);  Versicherungen (Ziff. 5.12);  Sozialversicherungsabgaben (Ziff. 5.13);  Steuern (Ziff. 5.14);  Immaterialgüterrechte (Ziff. 5.15);  Offenlegung (Ziff. 5.16).
Solche weitgehenden und umfassenden Garantieversprechen, bei deren
Verletzung die Käuferin von den Verkäufern unabhängig von einem
Verschulden derselben Schadenersatz oder eine Kaufpreisminderung
fordern kann, sind erfahrungsgemäss ohne Weiteres geeignet, Einfluss
auf den Aktienkaufpreis auszuüben. Garantien wie die soeben erwähnten
fliessen denn auch regelmässig als Versicherungsprämien in den
Kaufpreis ein, da der Verkäufer eine nachträgliche Erlösminderung für
den Fall einer Inanspruchnahme aus den Garantien bereits
kaufpreismindernd antizipiert. Solche Garantieprämien dürften auch
vorliegend im Kaufpreis enthalten sein, auch wenn der effektive Kaufpreis
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gemäss Kaufvertrag vom 19. August 2010 betragsmässig schliesslich
dem vor Durchführung der Due Diligence festgelegten Kaufpreis gemäss
„Letter of intent“ vom 10. Juni 2010 entspricht. Da vorliegend indes weder
die Eintretenswahrscheinlichkeit noch die allfälligen Schadenersatz-
zahlungen verlässlich abschätzbar sind und sich diese auch nicht
aufgrund statistischer Modelle herleiten lassen und die Beschwerde-
führerin zudem nicht dargelegt hat, von welcher Eintretenswahr-
scheinlichkeit beziehungsweise von welchen Schadensbeträgen die
Parteien des Aktienkaufvertrages vom 19. August 2010 ausgegangen
sind, erachtet das Gericht eine Berücksichtigung erwähnter
Garantieversprechen als Versicherungsprämie im Wert - wie von der
kantonalen Steuerverwaltung in deren Vernehmlassung berechnet - von
Fr. 2‘500.-- pro Aktie als angebracht und gerechtfertigt (Abschlag von
rund 7 % gegenüber dem Verkaufspreis von Fr. 35‘000.-- pro Aktie). Denn
der Aktienkaufvertrag vom 19. August 2010 enthält im Gegensatz zum
Aktienkaufvertrag vom 2. April 2010 im Kapitel 5 unter dem Titel
„Garantien der Verkäufer“ - wie vorstehend dargestellt - umfassende
Garantieversprechen der Verkäufer. Diese Tatsache spricht dafür, dass
der Kaufpreis vom 19. August 2010 von Fr. 35‘000.-- pro Aktie nicht eins
zu eins auf den Verkauf der 21 Aktien vom 2. April übernommen werden
kann. Vielmehr ist davon auszugehen, dass bereits im indikativen
Kaufpreis von Fr. 7‘000‘000.-- gemäss „Letter of intent“ vom 10. Juni 2010
gewisse Garantierisiken enthalten waren. Vor dem Hintergrund der
vorstehenden Ausführungen erscheint es somit vorliegend gerechtfertigt,
zur Ermittlung des Verkehrswertes der 21 Aktien am 2. April 2010 vom
Aktienkaufpreis am 19. August 2010 von Fr. 35‘000.-- auszugehen,
jedoch unter Berücksichtigung eines Garantieprämienabschlags von
Fr. 2‘500.-- pro Aktie. Die Beschwerde erweist sich somit hinsichtlich des
Marktwertes der am 2. April 2010 durch die Beschwerdeführerin an
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B._ verkauften 21 Aktien als insoweit teilweise begründet, weshalb
sie teilweise gutzuheissen ist.
4. a) Hinsichtlich der Aufrechnung für die belasteten Management Fees der
neuen Aktionärin C._ AG beziehungsweise deren Verwaltungsräte
F._ und G._ im Restgesamtbetrag von Fr. 471‘170.-- und
entsprechender Reduktion der Steuerrückstellung um Fr. 18‘845.-- (=
17 % von Fr. 108‘736.--) ergibt sich vor dem Hintergrund des unter
Erwägung 2c Ausgeführten, dass diese als ertragsmindernde Ausgaben
durch die Steuerpflichtige zu begründen und nachzuweisen sind,
ansonsten sie in der Tat wieder voll beziehungsweise teilweise
aufzurechnen sind. In diesem Sinne hat nun die Beschwerdeführerin
versucht, im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens durch die
Einreichung der entsprechenden Leistungsrapporte die durch die
Verwaltungsräte F._ und G._ erbrachten Leistungen zu
dokumentieren und zu berechnen.
b) Vorweg gilt es diesbezüglich festzuhalten, dass die von der
Beschwerdeführerin durch die Leistungsrapporte nachgewiesenen
Leistungen nur einen Teil, nämlich Fr. 241‘500.-- (= 80.5 h x Fr. 3‘000.--),
der von der kantonalen Steuerverwaltung aufgerechneten Management
Fees von gesamthaft Fr. 471‘170.-- betreffen, sodass sich die
entsprechende Aufrechnung des anderen Teils derselben, das heisst
Fr. 229‘670.--, ohnehin als gerechtfertigt erweist. Für die nun
verrechneten Leistungen besteht sodann eine ausdrückliche
Dienstleistungsvereinbarung zwischen der C._ AG und der
Beschwerdeführerin vom 1. September 2010, welche eine frühere
Vereinbarung der Beschwerdeführerin mit der H._ vom 1. Oktober
2003 ersetzt. Hinsichtlich der zu erbringenden Management- und
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Dienstleistungsberatungen hält die erwähnte Dienstleistungsvereinbarung
was folgt fest:
„1. Management & Dienstleistungen Die C._ AG erbringt für die A._ AG verschiedene Dienstleistungen und übernimmt verschiedene Dienstleistungen.
Die von der C._ zu erbringenden Leistungen beinhalten:
a) Beratung zur Optimierung der Geschäftstätigkeit b) Personaladministration und Lohnbuchhaltung inkl. Abrechnungen Sozialabgaben c) Einsätze EW und MST d) Beratung und Unterstützung im Einkauf e) Grosskundenbetreuung durch MST nach Absprache f) Überwachung der Liquidität und Finanzen g) Beratung in Sachen IT (EW) h) Beratung in allen Rechtsfragen“
Bezüglich Entschädigung für die zu leistenden Management- und
Dienstleistungsberatungen ist unter Ziff. 2 folgendes festgehalten:
„2. Entgelt für Management & Dienstleistung Ab 01.01.2010 bezahlt die A._ AG an die C._ AG 2 % des Umsatzes für die obenerwähnten Dienstleistungen.
Die Abrechnung erfolgt Quartalsweise, erstmals per 31.03.2010
Diese Vereinbarung ersetzt die Vereinbarung mit der H._ vom 01.10.2003.“
Der erwähnte Dienstleistungsvertrag zwischen der C._ AG und der
Beschwerdeführerin datiert wie gesehen vom 1. September 2010.
Dementsprechend waren die im Vertrag festgehaltenen Management-
und Dienstleistungsberatungen von der C._ AG erst ab dem
1. September 2010 zu erbringen, weshalb die Entschädigung nicht bereits
ab dem 1. Januar 2010 pauschal erfolgen konnte, zumal die C._ AG
die Aktien der Beschwerdeführerin erst mit Kaufvertrag vom 19. August
2010 erworben hat. Grundsätzlich ist deshalb die Aufrechnung der
kantonalen Steuerverwaltung bis Ende August 2010 zu Recht erfolgt.
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c) Soweit aber anschliessend die Leistungen ab dem 1. September 2010
anhand der beigelegten konkreten Abrechnungen der Verwaltungsräte
F._ und G._ ausgewiesen sind, ist deren vorbehaltlose
Aufrechnung grundsätzlich unzulässig. Einerseits erweist sich der Hinweis
der kantonalen Steuerverwaltung, die C._ AG mache im Rahmen der
Veranlagung im Kanton O.3._ das Holdingprivileg geltend und könne
deshalb nicht hauptsächlich Beratertätigkeiten übernehmen, als
weitgehend irrelevant. Denn für die Qualifikation der C._ AG ist
einerseits nicht die Steuerverwaltung des Kantons Graubünden, sondern
allein jene des Kantons O.3._ zuständig. Andererseits kann eine
Holdinggesellschaft neben der Verwaltung des eigenen Vermögens und
dessen Anlage durchaus auch andere Zwecke verfolgen, solange diese
untergeordneten Charakter haben oder mit dem Hauptzweck
zusammenhängen, wie dies für die Erbringung konzerninterner
Dienstleistungen zutrifft (MARCO DUSS, in: MARTIN ZWEIFEL/PETER ATHANAS
[Hrsg.], Kommentar zum schweizerischen Steuerrecht, Band I/1,
Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone
und Gemeinden [StHG], 2. Aufl., Basel 2002, Art. 28 N. 103). Im Übrigen
besteht vorliegend zwischen der C._ AG und der
Beschwerdeführerin - wie vorstehend dargestellt - eine vom 1. September
2010 datierte Dienstleistungsvereinbarung, welche nicht einfach
unbeachtet bleiben kann. Die durch die beiden Verwaltungsräte in den
Tätigkeitsrapporten aufgeführten Tätigkeiten (vgl. BF-act. 11 und 12)
umfassen neben den berechtigten Kick-off Meetings im August 2010
Dienstleistungen, welche in der Zeitspanne vom 1. September bis
31. Dezember 2010 erbracht worden sind. Diese sind somit grundsätzlich
berechtigt und ausgewiesen. Gegen die Anerkennung der Management
Fees im Umfang der in den Tätigkeitsrapporten ausgewiesenen
Arbeitstagen als geschäftsmässig begründeter Aufwand bringt die
kantonale Steuerverwaltung indes vor, dass zusätzlich zu den undatierten
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Tätigkeitsrapporten keine Arbeitserzeugnisse eingereicht worden seien,
aufgrund derer sich die geltend gemachten Arbeitsleistungen näher
prüfen liessen. Aufgrund der Tatsache, dass nur ganze oder halbe
Arbeitstage erfasst worden seien sowie des hohen Stundenansatzes von
Fr. 375.-- bestehe ein erhebliches Risiko, dass aufgrund von
aufgerundeten Arbeitstagen der kalkulierte Aufwand übersetzt sei und
nicht dem Drittvergleich entspreche. Zudem würden sich beim
Tätigkeitsrapport auch Unstimmigkeiten wie etwa doppelt rapportierte
Arbeitstage ergeben. Die eingereichten Tätigkeitsrapporte seien in
wesentlichen Teilen zu wenig detailliert, weshalb eine sorgfältige Prüfung
alleine gestützt darauf nicht möglich sei. Im Übrigen erweise sich auch
der verrechnete Stundenansatz von Fr. 375.-- als zu hoch, zumal der
Verwaltungsrat F._ zu einem Grossteil Leistungen im Bereich der
Informatik erbracht habe. Diese von der kantonalen Steuerverwaltung
vorgebrachten Bedenken an den Tätigkeitsrapporten sind nicht
unbegründet, ist doch in der Tat schwierig zu beurteilen, ob sämtliche der
verrechneten Leistungen und Ansätze korrekt sind. Zutreffend ist
überdies, dass Verwaltungsrat F._ im Jahr 2010 zu einem Grossteil
Leistungen im Bereich der Informatik erbracht hat und der dafür
verrechnete Stundenansatz von Fr. 375.-- im Vergleich mit dem mittleren
Stundenansatz eines selbständigen IT-Experten beziehungsweise eines
IT-Beraters etwas gar hoch erscheint. Andererseits hat aber die
Beschwerdeführerin durch die Einreichung der Tätigkeitsrapporte
immerhin die geschäftsmässige Begründetheit der Management Fees
glaubhaft darlegen können, weshalb sich die von der kantonalen
Steuerverwaltung als geschäftsmässig begründet anerkannten, an die
C._ AG vergüteten Management Fees in der Höhe von nur
Fr. 11‘000.-- als zu kleinlich erweisen. Unter Berücksichtigung der
vorstehenden Ausführungen sowie der Tatsache, dass ertragsmindernde
Ausgaben grundsätzlich durch die Steuerpflichtige zu begründen und
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nachzuweisen sind, ansonsten eine volle beziehungsweise zumindest
eine teilweise Aufrechnung erfolgt, erachtet das Gericht eine
ermessensweise Anerkennung der von der Beschwerdeführerin durch die
Leistungsrapporte nachgewiesenen Leistungen im Umfang von 75 % als
angemessen. Dementsprechend erweisen sich die an die C._ AG
vergüteten Management Fees in der Höhe von Fr. 181‘125.-- (= 241‘500.-
- x 0.75) von den insgesamt belasteten Fr. 471‘170.-- als geschäftsmässig
begründet, weshalb diese steuerlich zum Abzug zuzulassen sind,
während Fr. 290‘045.-- (= Fr. 471‘170.-- - Fr. 181‘125.--) aufzurechnen
sind.
5. a) Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Gewinnaufrechnung aus
dem Verkauf eigener Aktien von Fr. 717‘000 (= 21 x Fr. 35‘000.-- -
Fr. 18‘000.--) auf Fr. 664‘500 (= 21 x 32‘500.-- - Fr. 18‘000.--) zu
reduzieren ist und die der C._ AG vergüteten Management Fees im
Umfang von Fr. 181‘125.-- als geschäftsmässig begründet anzuerkennen
beziehungsweise im Umfang von Fr. Fr. 290‘045.-- aufzurechnen sind.
Die Beschwerde erweist sich somit als teilweise begründet, weshalb sie
teilweise gutzuheissen ist. Folglich sind die angefochtenen Einsprache-
entscheide betreffend die Kantons- und direkte Bundessteuer vom
14. Februar 2013 samt Veranlagungsverfügungen vom 13. November
2012 aufzuheben und die Sache zur Neuveranlagung im Sinne der
Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen.
b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens rechtfertigt es sich, die
Verfahrenskosten zu drei Vierteln der Beschwerdeführerin und zu einem
Viertel dem Kanton Graubünden (Steuerverwaltung) aufzuerlegen (Art. 73
Abs. 1 VRG). Gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG wird die unterlegene Partei in
der Regel verpflichtet, der obsiegenden Partei alle durch den Rechtsstreit
verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen. Aufgrund der teilweisen
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Gutheissung der Beschwerde hat der Kanton Graubünden
(Steuerverwaltung) die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin partiell
aussergerichtlich zu entschädigen. Dabei erachtet das Gericht eine
aussergerichtliche Entschädigung von pauschal Fr. 1‘500.-- (inkl. MWST)
als gerechtfertigt. Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-
rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen wird in der Regel keine
Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen
Wirkungskreis obsiegen (Art. 78 Abs. 2 VRG). Davon abzuweichen
besteht vorliegend kein Anlass.