Decision ID: 51d53533-9e49-4350-ab2f-5e3e68419fbc
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a Mit einer Verfügung vom 28. November 2013 wurde A._ rückwirkend ab dem
1. März 2013 eine ganze Rente der Invalidenversicherung von 1’657 Franken pro
Monat zugesprochen (EL-act. 33–6 f.). Am 21. Februar 2014 wurde der Versicherte von
seinem Beistand (vgl. EL-act. 38) zum Bezug von Ergänzungsleistungen angemeldet
(EL-act. 32–1 ff.). Der Anmeldung lag eine Notiz betreffend die Wohnsituation des
Versicherten in der Zeit von Ende 2012 bis September 2013 bei (EL-act. 33–4). Laut
dieser Notiz hatte der Versicherte bis Ende 2012 in einem Notzimmer an der D._ in
E._ gewohnt. Vom 27. April 2013 bis zum 6. Juni 2013 hatte er jeweils an einer
Notschlafstelle übernachtet. Vom 7. Juni 2013 bis zum 5. September 2013 hatte er im
Caritas Hospiz gewohnt. Mit Wirkung ab dem 1. August 2013 hatte er einen
Zimmervertrag abgeschlossen. In einer elektronischen Nachricht vom 16. Mai 2013
hatte ein Mitarbeiter der EL-Durchführungsstelle folgendes ausgeführt (EL-act. 33–5):
„Gestern haben wir uns betreffend die Berücksichtigung der Notschlafstelle bei der
Ergänzungsleistung eines Versicherten unterhalten. Wir können diese Kosten bei der
Ergänzungsleistung berücksichtigen, da es eine vorübergehend notwendige Ausgabe
ist“. Der Anmeldung lagen weitere Belege bei: In einem Schreiben vom 11. Oktober
2012 hatte das Sozialamt den Mietern der Notzimmer an der D._ in E._ mitgeteilt,
dass sie die Wohnung respektive Zimmer per 31. Dezember 2012 verlassen müssten
(EL-act. 36–8). Für die Notschlafstelle, an der der Versicherte ab dem 27. April 2013
jeweils übernachtet hatte, hatte pro Übernachtung ein Betrag von 146 Franken bezahlt
werden müssen (EL-act. 36–5 ff.). Die Kosten für den Aufenthalt im Caritas Hospiz
hatten 2’850 Franken pro Monat betragen (EL-act. 36–1 ff.). Der Mietvertrag für ein
Zimmer ab dem 1. August 2013 war am 27. August 2013 abgeschlossen worden; die
Miete betrug 450 Franken (EL-act. 37). Die EL-Durchführungsstelle forderte den
Versicherten am 14. März 2014 auf (EL-act. 29), weitere Auskünfte zu erteilen und
Unterlagen einzureichen. Unter anderem wollte sie von ihm wissen, wo er sich
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zwischen dem 1. Januar 2013 und dem 26. April 2013 aufgehalten hatte. Der
Versicherte liess am 8. April 2014 antworten, er habe in der fraglichen Zeit in einem
Abbruchhaus, auf der Strasse und in der Klinik gelebt; dabei seien keine Wohnkosten
entstanden (EL-act. 28–1).
A.b Am 10. April 2014 notierte der zuständige Sachbearbeiter der EL-
Durchführungsstelle (EL-act. 27–3), hinsichtlich der Notschlafstelle und des Caritas
Hospiz fehle die Absicht des dauernden Verbleibens, weshalb für die entsprechenden
Zeiträume keine Heimberechnung vorgenommen werden könne. Für die Notschlafstelle
sei eine tägliche Ausgabe von 146 Franken abzüglich eines Betrages von 3.50 Franken
(Naturallohnansatz pro Tag für das Frühstück) und damit ein jährlicher Betrag von
52’012.50 Franken anzurechnen, der aber auf das Mietzinsmaximum zu kürzen sei. Mit
einer Verfügung vom 16. April 2014 sprach die EL-Durchführungsstelle dem
Versicherten mit Wirkung ab dem 1. März 2013 (Entstehung des Rentenanspruchs
gegenüber der Invalidenversicherung) eine Ergänzungsleistung zu (EL-act. 19). Sie
führte aus, sie sei bei der Anspruchsberechnung für den Zeitraum vom 1. Januar 2013
bis zum 26. April 2013 von jährlichen Wohnkosten von null Franken, für den Zeitraum
vom 27. April 2013 bis zum 6. Juni 2013 von jährlichen Wohnkosten von 52’012.50
Franken, für den Zeitraum vom 7. Juni 2013 bis zum 31. Juli 2013 von jährlichen
Wohnkosten von 34’200 (= 12 × 2’850) Franken und für die Zeit ab dem 1. August 2013
von jährlichen Wohnkosten von 5’400 (= 12 × 450) Franken ausgegangen. Gemäss den
der Verfügung beigelegten Berechnungblättern hatte die EL-Durchführungsstelle für die
Monate März und April 2013 keine jährlichen Wohnkosten, für die Monate Mai und Juni
2013 solche von 17’600 Franken (Mietzinsmaximum), für den Juli 2013 solche von
17’600 Franken (Mietzinsmaximum) und für die Zeit danach solche von 5’400 Franken
berücksichtigt (EL-act. 20 ff.).
A.c Dagegen liess der Versicherte am 16. Mai 2014 eine Einsprache erheben (EL-
act. 14). Sein Beistand beantragte die Berücksichtigung der ungekürzten Wohnkosten
für die Notschlafstelle und für das Caritas Hospiz. Zur Begründung berief er sich auf die
Auskunft des Mitarbeiters der EL-Durchführungsstelle vom 16. Mai 2013. Ein anderer
Sachbearbeiter der EL-Durchführungsstelle notierte am 20. Juni 2014 (EL-act. 12), nur
bei einer Heimberechnung könnten die Kosten für die Notschlafstelle und für das
Caritas Hospiz ungekürzt berücksichtigt werden. Da beide Institutionen nicht als Spital
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oder als Heim qualifiziert werden könnten und da sich der Versicherte nur
vorübergehend dort aufgehalten habe, könne keine Heimberechnung durchgeführt
werden. Folglich könne nur der gesetzliche Maximalbetrag für die Wohnkosten
angerechnet werden. Ein Anspruch auf Vertrauensschutz bestehe nicht, denn der
Versicherte habe gestützt auf die Auskunft vom 16. Mai 2013 gar keine Dispositionen
getätigt. Ausserdem sei die Auskunft unspezifisch und unvollständig gewesen, denn
die Kosten für die Notschlafstelle und für den Aufenthalt im Caritas Hospiz seien ja
tatsächlich, allerdings nur bis zum gesetzlichen Maximalbetrag, berücksichtigt worden.
Mit einem Entscheid vom 2. Juli 2014 wies die EL-Durchführungsstelle die Einsprache
mit dieser Begründung ab (EL-act. 11).
B.
B.a Am 27. August 2014 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer)
eine Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Beistand beantragte die teilweise Aufhebung
der „Verfügung vom 2. Juli 2014“ und die Anrechnung der Heimkosten für den
Aufenthalt im Caritas Hospiz sowie eventualiter die Rückweisung der Sache an die EL-
Durchführungsstelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) zur erneuten Beurteilung.
Zur Begründung führte er aus, ein Mitarbeiter der Beschwerdegegnerin habe am 16.
Mai 2013 die Berücksichtigung der Wohnkosten für die Notschlafstelle und für den
Aufenthalt im Caritas Hospiz zugesichert. Nun habe sich die Beschwerdegegnerin
plötzlich anders entschieden. Dabei habe sie nicht einmal geprüft, ob die beiden
Institutionen die Anerkennungskriterien für ein Heim erfüllten. Sonst hätte sie
festgestellt, dass das Cartias Hospiz als Heim gelte. Das Zimmer habe der Versicherte
im Übrigen erst am 5. September 2013 beziehen können; der Mietvertrag sei ja auch
erst am 27. August 2013 abgeschlossen worden. Der Vermieter habe jedoch auf der
Bezahlung der Miete für den August 2013 bestanden, weshalb der Mietbeginn
entsprechend vereinbart worden sei. Andernfalls hätte der Beschwerdeführer die
Wohnung nicht erhalten und weiter auf der Strasse oder im Caritas Hospiz leben
müssen.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 17. September 2014 unter Hinweis auf

die Erwägungen im angefochtenen Einspracheentscheid die Abweisung der
Beschwerde (act. G 7).
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B.c Am 8. Oktober 2014 liess der Beschwerdeführer eine Kopie eines Schreibens
des kantonalen Sozialamtes Zürich vom 18. Dezember 2013 einreichen, mit dem das
Caritas Hospiz als Heim anerkannt worden war (act. G 9 und G 9.1). Die
Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine weitere Stellungnahme (vgl. act. G 11).
Erwägungen
1.
1.1 Der Art. 10 ELG sieht zwei Varianten für die Ermittlung des Ausgabentotals vor:
Der Abs. 1 bezieht sich auf Personen, die nicht dauernd oder längere Zeit in einem
Heim oder in einem Spital leben („zu Hause lebende Personen“), der Abs. 2 auf
Personen, die dauernd oder längere Zeit in einem Heim oder in einem Spital leben. Bei
den Heimbewohnern gemäss dem Art. 10 Abs. 2 ELG wird die Tagestaxe angerechnet;
eine allfällige Begrenzung der anrechenbaren Taxe richtet sich nach kantonalem Recht.
Bei den zuhause lebenden Personen wird dagegen für die Wohnkosten der Mietzins
einer Wohnung angerechnet, wobei sich dessen Maximalbetrag für alleinstehende
Personen auf 13’200 Franken beläuft (Art. 10 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 ELG). Das St. Galler
ELG sieht als ausserordentliche, kantonalrechtliche Ergänzungsleistung eine Erhöhung
dieses Maximalbetrages um einen Drittel vor (Art. 6 ELG/SG). Die Auslagen des
Beschwerdeführers für die Übernachtungen in der Notschlafstelle und für den
Aufenthalt im Caritas Hospiz im Zeitraum vom 27. April 2013 bis zum 5. September
2013 können also nur entweder als eine Tagestaxe im Sinne des Art. 10 Abs. 2 lit. a
ELG oder als ein Mietzins im Sinne des Art. 10 Abs. 1 lit. b ELG qualifiziert werden. Das
ELG kennt keine andere Ausgabenart, unter die diese Kosten subsumiert werden
könnten. Massgebend dafür, ob die gesamten oder die auf den gesetzlichen
Höchstbetrag des Mietzinses gekürzten Kosten anzurechnen sind, ist also, ob der
Beschwerdeführer für den genannten Zeitraum als Heimbewohner im Sinne des Art. 10
Abs. 2 ELG oder als zuhause lebende Person im Sinne des Art. 10 Abs. 1 ELG zu
qualifizieren ist.
1.2 Offenkundig handelt es sich weder bei der Notschlafstelle noch beim Caritas
Hospiz um ein Spital im Sinne des Art. 10 Abs. 2 ELG. Für die Beantwortung der Frage,
ob es sich bei diesen Institutionen um Heime handelt, ist gemäss dem Art. 9 Abs. 5 lit.
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h ELG i.V.m. dem Art. 25a Abs. 1 ELV entscheidend, ob sie von einem Kanton als Heim
anerkannt sind oder über eine kantonale Betriebsbewilligung verfügen. Die
Notschlafstelle erfüllt diese Voraussetzungen nicht; das Caritas Hospiz ist offenbar im
Kanton Zürich als Heim anerkannt (vgl. act. G 9.1), womit es laut dem BGE 139 V 358
im vorliegenden Verfahren als Heim im Sinne des Art. 25a Abs. 1 ELV zu qualifizieren
ist. Nicht jeder Aufenthalt in einem Spital oder in einem Heim führt allerdings dazu,
dass eine Heimberechnung vorgenommen werden muss. Eine versicherte Person gilt
nämlich erst dann als Heimbewohner im Sinne des Art. 10 Abs. 2 ELG, wenn sie sich
dauernd oder längere Zeit im Heim oder im Spital aufhält. Die Frage, ob ein solcher
länger dauernder Aufenthalt vorliegt, ist im Zeitpunkt des Heimeintrittes, das heisst
prospektiv zu beantworten. Entscheidend ist die Prognose über die zukünftige
Entwicklung im Zeitpunkt des Heimeintrittes (vgl. Ralph Jöhl, Ergänzungsleistungen zur
AHV/IV, in: Bundessozialversicherungsrecht, Band XIV Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2015,
Rz. 79). Der Beschwerdeführer hat per 31. Dezember 2012 das Notzimmer, in dem er
bis dahin gewohnt hatte, verlassen müssen. Nach dem Erhalt des Schreibens des
Sozialamtes vom 11. Oktober 2012 hatte er eine neue Wohnung oder ein neues
Zimmer suchen müssen, aber offenbar hatte er nicht rechtzeitig eine entsprechende
Gelegenheit gefunden. Bis Ende April 2013 hat er nämlich – seinen eigenen Angaben
zufolge – in einem Abbruchhaus, auf der Strasse und in einer Klinik gelebt.
Anschliessend hat er jeweils in der Notschlafstelle und zuletzt im Caritas Hospiz
übernachtet, während sein Beistand augenscheinlich bemüht gewesen ist, eine neue
Wohnung oder ein neues Zimmer für ihn zu finden. Schliesslich hat dieses Ziel erreicht
werden können. Der Beschwerdeführer hat im September 2013 in ein eigenes Zimmer
einziehen können. Bei diesem Verlauf ist augenscheinlich, dass es sich beim Aufenthalt
im Caritas Hospiz um eine vorübergehende, aus der Not entstandene Lösung zur
Überbrückung der Zeit gehandelt hat, bis eine Wohnung oder ein Zimmer für den
Beschwerdeführer hat gefunden werden können. Von Beginn weg ist nicht geplant
gewesen, dass sich der Beschwerdeführer für längere Zeit im Caritas Hospiz würde
aufhalten müssen. Vielmehr hat man wohl beim Eintritt damit gerechnet, dass der
Aufenthalt nur kurze Zeit dauern würde. Mangels der Absicht des Verbleibens für
längere Zeit kann der Beschwerdeführer trotz der Anerkennung des Caritas Hospiz als
Heim nicht als Heimbewohner im Sinne des Art. 10 Abs. 2 ELG qualifiziert werden. Die
Notschlafstelle kann nicht als Heim im Sinne des Art. 25a Abs. 1 ELV qualifiziert
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werden, weshalb der Beschwerdeführer ergänzungsleistungsrechtlich auch während
der Zeit, in der er in der Notschlafstelle übernachtet hat, nicht als Heimbewohner
qualifiziert werden kann. Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin für den
gesamten massgebenden Zeitraum ab dem 1. März 2013 zu Recht eine so genannte
Nichtheimberechnung vorgenommen.
2.
Der Beschwerdeführer hat sich sinngemäss auf den Vertrauensschutz berufen. Ein
Mitarbeiter der Beschwerdegegnerin hatte ihm im Mai 2013 mitgeteilt, dass die Kosten
für die Notschlafstelle bei der EL-Anspruchsberechnung berücksichtigt werden
könnten, da es sich um vorübergehende notwendige Ausgaben gehandelt habe.
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist ihm damit aber nicht eine
uneingeschränkte Berücksichtigung der Kosten für die Notschlafstelle, sondern nur die
grundsätzliche Berücksichtigung der Kosten bei der EL-Anspruchsberechnung
zugesichert worden. Die Aussage des Mitarbeiters der Beschwerdegegnerin vom 16.
Mai 2013 hat folglich kein Vertrauen auf die Vergütung sämtlicher Kosten für die
Notschlafstelle begründen können. Selbst wenn davon ausgegangen würde, dass die
Aussage vom 16. Mai 2013 als Zusicherung der Übernahme sämtlicher Kosten für die
Notschlafstelle zu verstehen sei, käme eine gesetzwidrige Berücksichtigung der
uneingeschränkten Kosten gestützt auf den Vertrauensschutz nicht in Frage. Ein
gesetzlich nicht vorgesehener Anspruch auf Leistungen aus Vertrauensschutz setzt
nämlich unter anderem eine Disposition gestützt auf eine falsche behördliche Auskunft
voraus. Der Beschwerdeführer hätte sich also aufgrund der falschen Auskunft anders
verhalten müssen, als er sich ohne die Auskunft verhalten hätte. Nun hat er sich im
Zeitpunkt, in dem die Auskunft erteilt worden ist, aber bereits in der Notschlafstelle
aufgehalten. Offenkundig hat er sich also nicht aufgrund der Auskunft, sondern aus
einem andern Grund, nämlich mangels einer alternativen Wohnlösung, dazu
entschlossen, jeweils in der Notschlafstelle zu übernachten. Eine Vertrauensdisposition
könnte somit nur dann vorliegen, wenn der Beschwerdeführer ohne die Auskunft vom
16. Mai 2013 früher in eine eigene Wohnung oder in ein eigenes Zimmer eingezogen
wäre. Gemäss der Aktenlage hat sich der Beschwerdeführer nämlich unabhängig von
der Auskunft vom 16. Mai 2013 darum bemüht, so rasch als möglich eine eigene
Wohnung oder ein eigenes Zimmer zu finden. Die Auskunft hat sein Verhalten also
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nicht beeinflusst. Es fehlt deshalb an einer Vertrauensdisposition, weshalb die
Zusprache von (gesetzwidrigen) Leistungen aus vertrauensschutzrechtlichen Gründen
nicht in Frage kommen kann. Von Gesetzes wegen hat die Beschwerdegegnerin bei
der Anspruchsberechnung folglich das Mietzinsmaximum von 13’200 + 4’400 Franken
(Art. 10 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 ELG und Art. 6 ELG/SG) beachten müssen. Mehr als 17’600
Franken hat sie dem Beschwerdeführer bei der Anspruchsberechnung nicht als
Wohnkosten anrechnen können.
3.
Im August 2013 hat sich der Beschwerdeführer nachweislich noch im Caritas Hospiz
aufgehalten. Zwar hätte er gemäss dem Mietvertrag vom 27. August 2013 bereits ab
dem 1. August 2013 sein Zimmer beziehen können, doch hat er von diesem Recht
faktisch keinen Gebrauch machen können, weil es ihm erst am 27. August 2013
eingeräumt worden ist. Der Beistand hat überzeugend dargelegt, dass es sich beim
Mietbeginn um eine Vertragssimulation gehandelt hat, mit der dem Vermieter ein
zusätzlicher Monatsmietzins zugesprochen worden ist. Ob bei der EL-
Anspruchsberechnung für den Monat August 2013 die Kosten für das Caritas Hospiz
und der Mietzins für das Zimmer von 450 Franken respektive von 5’400 Franken pro
Jahr anzurechnen ist, kann offen bleiben, denn die effektiven Kosten für den
nachgewiesenen Aufenthalt im Caritas Hospiz übersteigen bereits das
Mietzinsmaximum. Der angefochtene Einspracheentscheid erweist sich folglich
insofern als rechtswidrig, als die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer für den
Monat August 2013 nur Mietkosten von 5’400 Franken und nicht das Maximum von
17’600 Franken angerechnet hat.
4.
Als rechtswidrig erweist sich auch die Anrechnung der Zinsen auf den
Freizügigkeitsguthaben als Einnahmen, denn der Beschwerdeführer hat sich diese
Zinsen nicht ausbezahlen lassen können, um damit seinen Lebensbedarf zu decken.
Der Fehler der Beschwerdegegnerin wirkt sich für die Monate März und April 2013
nicht auf das Ergebnis aus, denn für diese beiden Monate hat unabhängig von der
Berücksichtigung der Zinsen auf den Freizügigkeitsguthaben ein Anspruch auf die so
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genannte Minimalgarantie bestanden. Für die Monate Mai und Juni 2013 resultiert ein
um 63 Franken höherer Ausgabenüberschuss und damit ein Anspruch auf eine
Ergänzungsleistung von 1’755 statt 1’750 Franken (einschliesslich einer
ausserordentlichen, kantonalrechtlichen Ergänzungsleistung von 367 Franken). Für den
Juli und für den August 2013 resultiert unter Berücksichtigung der Korrekturen
hinsichtlich der Zinsen und der Wohnkosten ebenfalls je ein Anspruch von 1’755
Franken (einschliesslich einer ausserordentlichen, kantonalrechtlichen
Ergänzungsleistung von 367 Franken). Für die Monate September bis und mit
Dezember 2013 resultiert ein EL-Anspruch von 738 Franken pro Monat, für die Zeit ab
dem 1. Januar 2014 ein solcher von 792 Franken.
5.
Die Nichtanrechnung der der Mutter der Kinder des Beschwerdeführers direkt
ausbezahlten Kinderrenten der Invalidenversicherung und die Nichtberücksichtigung
von (weiteren) familienrechtlichen Unterhaltsbeiträgen ist korrekt gewesen. Gemäss
dem Ehescheidungsurteil hat der Beschwerdeführer seinen Kindern im massgebenden
Zeitraum nämlich nur einen Unterhalt von je 600 Franken geschuldet (EL-act. 28–18).
Diese Unterhaltsbeiträge scheinen nicht indexiert worden zu sein, weshalb sie durch
die Kinderrenten der Invalidenversicherung vollumfänglich gedeckt gewesen sind.
6.
Die Beschwerde, mit der die Korrektur des vom Beschwerdeführer als rechtswidrig
erachteten Einspracheentscheides vom 2. Juli 2014 beantragt worden ist, ist somit
gutzuheissen. Dem Beschwerdeführer ist für die Monate März und April 2013 eine
ordentliche, bundesrechtliche Ergänzungsleistung von je 344 Franken, für die Monate
Mai, Juni, Juli und August 2013 eine ordentliche, bundesrechtliche Ergänzungsleistung
von je 1’388 Franken sowie eine ausserordentliche, kantonalrechtliche
Ergänzungsleistung von je 367 Franken, für die Monate September, Oktober,
November und Dezember 2013 eine ordentliche, bundesrechtliche Ergänzungsleistung
von 738 Franken und für die Zeit ab dem 1. Januar 2014 eine monatliche
Ergänzungsleistung von 792 Franken zuzusprechen. Etwaige
Sachverhaltsveränderungen, die nach dem hier massgebenden Zeitraum eingetreten
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sind und allenfalls zu einer Revision dieser Ergänzungsleistung (Art. 17 Abs. 2 ATSG)
führen, gehören nicht zum Gegenstand dieses Verfahrens. Gerichtskosten sind keine
zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Das Gesuch um die unentgeltliche Prozessführung ist
damit gegenstandslos. Der nicht anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat keinen
Anspruch auf eine Parteientschädigung. Da der Streitgegenstand nicht nur die
ordentliche, bundesrechtliche, sondern auch die ausserordentliche, kantonalrechtliche
Ergänzungsleistung umfasst, gilt der geteilte Rechtsmittelweg.