Decision ID: f81c0037-42d2-53ed-9eef-1b6b0c8f7e3c
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1986, war seit dem 2
4.
November 2004 als
Pro
gramm
verkäufer
bei der
Y._
AG angestellt und über diese bei der HDI-Gerling Industrie Versicherung AG Hannover, Niederlassung Zürich
(nachfolgend: HDI-Gerling
)
,
gegen die Folgen von Berufs- und
Nichtberufsun
fällen
versichert.
Am
1.
Oktober 2006
erlitt der Versicherte
einen Verkehrsunfall
(
Urk.
13/1
Ziff.
1-6).
Mit Verfügung vom 1
9.
Juli 2012 (
Urk.
13/133)
lehnte die HDI-Gerling eine Leistungspflicht
für geltend gemachte psychische
Beschwerden gänzlich ab. Für
somatische
Beschwerden lehnte sie eine weitere Leistungspflicht ab dem
1.
Oktober 2010 ab. Die dagegen am 1
4.
September 201
2
erhobene Einsprache (
Urk.
13/14
1
) des Versicherten wies die HDI-Gerling mit Entscheid vom
9.
Oktober 2014 ab (
Urk.
13/150 =
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am 1
0.
November 2014 Beschwerde (
Urk.
1) gegen den
Einspracheentscheid
der HDI-Gerling vom
9.
Oktober 2014 (
Urk.
2) und bean
tragte, diese
r
sei aufzuheben, und es seien ihm auch für die psychischen Beschwerden und über den 3
0.
September 2010 hinaus die versicherten Leistun
gen (insbesondere Taggeld, Heilkosten, Rente, Integritätsentschädigung) zu erbrin
gen. Eventuell sei die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an die HDI-Gerling zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-3).
Der Versicherte erklärte am 1
2.
Dezember 2014 den Rückzug des in der Beschwerde gestellten
Antrages
um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung
(
Urk.
6).
Die HDI-Gerling beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
6.
März 2015 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
12). Dies wurde dem Beschwerdeführer am 1
5.
April 2015 zur Kenntnis gebracht
(Urk.
1
4
)
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden
– soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
–
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die ent
sprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Per
son, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massge
bend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 1
1.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
1.4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) auf das
Gutachten von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, für Physikalische Medizin und Rehabilitation
und
für Rheumatologie, vom 1
5.
Dezember 2011 und
seine
ergänzende
Stellungnahme vom
8.
Juni 2012
ab.
Nach
dem Gutachten
sei hinsichtlich der somatischen Beschwerden von der
en
vollständigen Heilung spätestens per 3
0.
Septe
mber 2010 auszugehen (S.
7
f. E.
2.3).
Hinsichtlich der psychischen Beschwerde
n
stellte die
Beschwerdegegnerin
auf das Gutachten von
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychoth
erapie,
vom 2
2.
April 2010
ab
.
Nach dem Gutachten könne
davon aus
gegangen werden, dass der Unfall aus psychiatrischer Sicht keinen massgebli
chen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit und die Lebensqualität
des Beschwerde
führers
gehabt habe. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit seien es
die bekannten und gut dokumentierten Vorzustände gewesen,
die
zu Einschrän
kungen geführt hätten (S. 9 E. 2.4).
2.2
Der
Beschwerdeführer
brachte
vor
, den Gutachten
komme keine Beweiskraft zu. Sie seien nicht geeignet für die Leistungsprüfung
.
G
estützt auf die Berichte der behandelnden Ärzte und der IV-Ärzte und Gutachter
seien
weiterhin die versi
cherten Leistungen zu erbringen
(
Urk.
1 S. 4
Ziff.
3). Das Gutachten von
Dr.
Z._
komme nicht als E
ntscheidungsgrundlage in Frage,
da sich ein Gut
achten zu den
Vorakten
äussern müsse.
Darin
würden zwar einige Berichte von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
erwähnt, ausgerechnet der aussagekräftige Bericht vom 1
6.
Februar 2011 bleibe aber unerwähnt (
Urk.
1 S. 5
Ziff.
4 c).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin
ihre
Leistungspflicht für
die
psychische Beschwerde
überhaupt
und für
somatische Beschwerden ab dem
1.
Oktober 2010 zu Recht abgelehnt hat.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer wurde
beim
Verkehrsunfall vom
1.
Oktober 2006 mit sei
nem Fahrzeug von einem entgegenkommenden
Personenwagen
angefahren
und verletzt
(
Urk.
13/1
Ziff.
4-6
und 9
,
Urk.
13/A4 S. 6 f.).
Die Erstbehandlung
fand
gleichentags
im Departement Chirurgie, Klinik für Unfallchirurgie,
D._
,
statt (vgl. den Operationsbericht vom
1.
Oktober 2006,
Urk.
13/M2).
3.2
Der
Beschwerdeführer
war
anschliessend
v
om 1
1.
Oktober bis
1.
November 2006
in der
Klinik E._
in
stationärer Behandlung
.
Die Ärzte
stellten im Austrittsb
ericht vom 1
3.
November 2006 folgende Diagnosen (
Urk.
13/M8
S.
1):
Unfall vom
1.
Oktober 2006
C
ommotio cerebri mit/bei
C
ontusio
bulbi
rechts
intramedulläre
Osteosynthese AFN links vom
1.
Oktober 2006 bei
Femurschaftfraktur
links
offene Reposition und Plattenosteosynthese
distaler
H
u
m
erus
,
1.
Okto
ber 2006 bei distaler
Humerusfraktur
Knie rechts: Kontusion
Depression, zur Zeit in stabilisiertem Zustand
3.3
Dr.
med.
F._
, Oberarzt, Kl
inik für Unfallchirurgie,
D._
, führte
im Bericht vom 1
5.
Februar 2007
(
Urk.
13/M14)
aus, der Patient gebe bei der Verlaufskontrolle
viereinhalb Monate
nach der Operation
einzig ein leichtes
Ziehen am rechten Oberarm an. Seit dem 1
0.
Februar 2007 arbeite er wieder
zu
100
%
als Sekretär in einer Wintergartenfirma. Er benötige keine
Schmerzmedi
kation
. Wegen des Traumas sei der Patient noch in psychologischer Betreuung zur verbesserten
Traumaverarbeitung
mit vie
l
versprechendem Erfolg.
3.4
Dr.
med.
C._
gab in einem Zwischenbericht vom 3
1.
Mai 2007 (
Urk.
13/M
17) an,
die
Contusio
bulbi
sei abgeheilt. V
on Seiten der
C
ommotio
ce
rebri verspüre der Patient noch
vermehrt eine leichte
Müdigkeit und leichte Konzentrationsstörungen. Der Befund bessere aber zusehends. Die
Humerus
frak
tur
rechts sei verheilt. Der Arm sei voll belastbar. Die
Fermurschaftfraktur
links sei noch nicht vollständig verheilt. Es bestünden noch
belastungsabhän
gige
Schmerzen
. Der Patient hinke immer noch leicht. Es bestehe eine deutliche Mus
kelatrophie im linken Bein. Weiter bestehe eine muskuläre
Dysbalance
im gan
zen
Tractus
iliotibialis
mit Ausstrahlung in den Rücken. Psychisch habe d
er Beschwerdeführer vereinzelt Flashbacks vom Unfall. Zurz
eit bestehe keine ma
ni
feste posttraumatische Belastungsstörung
(
Ziff.
2).
Seit dem
1.
Oktober 2006 bestehe
eine Arbeitsunfähigk
eit von 100
%
bis zum 1
0.
März 2007 (
Ziff.
4).
Die Rehabilitation gestalte sich schwierig
und langwierig
, weil der Armbruch zuerst habe heilen müssen, bevor eine volle Mobilisation möglich gewesen sei (
Ziff.
8).
3.5
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
phil.
H._
, Psychotherapie SBAP,
gaben in einem Schreiben
vom
4.
Februar
2008 (
Urk.
13/M37) an
, der Beschwerdeführer
habe sich am
2.
Oktober 2007 bei ihnen in Behandlung begeben. Man habe sofort ein post
traumatisches Stress-Syndrom diagnostiziert und eine Psychotherapie eingelei
tet, die
Dr.
H._
im Delegationsverfahren übernommen habe. Der Patient sei anfänglich von traumatischen Erlebnisinhalten in Form von Tagesphantasien, aber auch Albträumen überschwemmt worden. Dank eingehender
psychothera
peutischer
Gespräche sei es bald gelungen, eine Beruhigung herbeizuführen.
Die Gespräche hätten die Bearbeitung des traumatischen Erlebens zum Ziel gehabt.
Es habe eine
Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden,
die man
auf
Ende November 2
007
habe beschränken könne
n
. Der Patient sei seit dem
1.
Dezember 2007 wieder voll arbeitsfähig (S. 1). Die Gesprächstherapie
gelte
nach der zehn
ten Sitzung vom 1
6.
Januar 2008 als abgeschlossen
(S. 2).
3.6
Dr.
C._
führte in einem
Schreiben vom 1
3.
Mai 2008 (
Urk.
13/M44)
aus,
betreffend das linke Bein seien die Wunden
nach der Marknagelentfernung am 2
8.
Dezember 2007 problemlos verheilt. Die vorherigen Beschwerden im Bereich des
Tractus
iliotibialis
und Trochanter
major
links seien weitgehend verschwun
den
.
Es bestehe noch eine leichte Muskelatrophie mit einer Umfangdifferenz von - 1 cm im linken Oberschenkel.
Der
Tractus
iliotibialis
sei ebenfalls noch
verspannt und schmerzhaft
. Am rechten Arm sei die Armmuskulatur insgesamt verspannt und die Muskelansatzpunkte
seien
druckdolent
. Die Kraft sei fast
sei
ten
gleich
. Bei gewissen Bewegungen bestehe immer noch ein stark klemmen
der Schmerz
(S. 1).
Es bestünden muskuläre Restschmerzen im linken Bein und muskuläre
Arm
schmerzen
rechts
bei liegender Platte nach Osteosynthese am rechten Oberarm. Zudem bestehe eine erhebliche Muskelverspannung im Nacken, der Schulter und im rechten Arm bei einer verminderten Belastbarkeit des rechten Armes im Alltag (S. 2).
3.7
Dr.
A._
und
Dr.
B._
erstatteten am 2
2.
April 2010 im Auftrag der Zürich Versicherungs
-G
esellschaft e
in Aktengutachten (
Urk.
13/M48)
.
Dr.
A._
und
Dr.
B._
führten aus, es bestehe eine gut dokumentiert
e Akten
lage ab dem Jahr 2002
, mit zeitnahen Angaben bereits ein Jahr nach Beginn der psychischen Erkrankung des Exploranden mit 15 Jahren. Die
Vor
zustände
seien als Beschwerden und als objektiv erhobene Befunde in den Berich
ten des Hausarztes sowie im R
ahmen von fünf
Hospitalisationen
in der
Klinik
I._
konsiste
nt und ausführlich dokumen
tiert
, einschliesslich Befunde, welche während der stationären Aufenthalte im Rahmen weiterführender Untersuchungen erhoben worden seien (S. 15
Ziff.
3 Mitte).
Im
Schreiben
des delegierenden Psychiaters
Dr.
G._
vom
4.
Februar 2008 wer
de die
Diagnose eines posttraumatischen Stress-Syndroms gestellt. In zwei Zeilen würden lediglich die angegebenen Beschwerden wiedergegeben. Es folge dann kommentarlos die Arbeitsunfähigkeitsbestätigung bis Ende November 2007 und die Bestätigung, dass der Beschwerdeführer ab Dezember 2007 wieder voll arbeitsfähig sei.
O
bjektive
Befunde
, die für die Diagnostik einer solchen Störung von entscheidender Bedeutung seien,
fänden sich nicht
(S. 15
f.
Ziff.
3).
Der Bericht und eine Arbeitsunfähigkeitsbestätigung
von
Dr.
G._
beinhalte
ten weder Befunde, die zur Diagnose geführt hätten
, noch finde eine
differenti
aldiagnostische
Erwägung - insbesondere bezüglich der Vorzustände - statt. Aus dem Bericht werde
auch
nicht ersichtlich, anhand welcher Kriterien
eine Besse
rung eingetreten sei. Der Hausarzt des Beschwerdeführers habe in einem Bericht vom 1
8.
Juli 2008 angegeben, dass von
1.
Januar 2002 bis 3
1.
Juli 2008 eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden habe.
Hingegen sei dokumentiert, dass
der Beschwerdeführer
vor dem Unfall gearbeitet habe. D
er Hausarzt
bestätige im gleichen Bericht
, dass
der Beschwerdeführer
Teilzeit in einem Callcenter einer Bank arbeite (S. 16 oben).
Zwischen dem 1
5.
November 2004 bis 1
5.
September 2006 sei es zu fünf
Hospi
ta
lisationen
in der
I._
gekommen
. Die Zuweisungen seien zunächst zur
Abklärung einer möglichen psychotischen Entwicklung
erfolgt. Bei den späteren Klinikaufenthalten habe es sich um freiwillige Eintritte bei zunehmend deprimierter Stimmung und Suizidalität
gehan
delt
. Durchgängig seien depressive Episoden, zwischen leicht bis schwer, diagnostiziert worden. Differentialdiagnostisch habe man durchgängig eine
Prodromalphase-Psychose erwogen.
Z
udem
habe man
anfangs Züge einer emotio
nal-instabilen Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typus
erwogen
. Später sei die Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit narziss
tischen, emo
tionalen, instabilen und impulsiven Anteilen
gestellt worden. 2005 sei zwei
mal auch ein schädlicher Gebrauch von Alkohol diagnostiziert worden (S. 17 unten).
Anhand der Aktenlage gebe es am Vorliegen eines - vermutlich rezidivieren
den
de
pressiven Syndroms im Sinne von rezidivierenden depressiven Episoden keinen vernünftigen Zweifel. Dieses habe im 1
5.
Lebensjahr (zirka 2001) in der Mittelschule begonnen.
Der Beschwerdeführer sei seitdem in seiner Leistungs
fähigkeit massiv eingeschränkt gewesen mit Schulwechseln, um Prüfungen und Stress zu entgehen. Später sei es bis zum Unfall nie zu einer länger dauernden, vollen Arbeitstätigkeit oder zum erfolgreichen Abschluss einer Ausbildung gekommen. Stattdessen sei es stets zu erheblichen Problemen, Absenzen am Arbeits
platz, Abbruch von Ausbildungen, dem Verlust der Arbeitsstelle und
Hospitalisationen
ohne Besserung des Zustandes gekommen. Auch an der Diag
nose einer - schweren - Persönlichkeitsstörung gebe es kaum Zweifel.
Es finde sich eine Symptomatik, wie sie nach ICD-10 auch zur Diagnosestellung einer Persönlich
keitsstörung vorgeschrieben sei. Diese bestehe seit der Kindheit, spä
testens seit der Jugendzeit, verbunden mit erheblichen Auswirkungen auf das Verhalten im Sinne andauernder Verhaltensmuster, die sich in starren Reaktio
nen auf unterschiedliche persönliche und soziale Lebensbereiche auswirkten, was beim Exploranden sehr ausgeprägt der Fall sei (S. 20).
In Anbetracht des bisherigen Verlaufes wäre bei fehlender Therapiefähigkeit mit einem weiterhin instabilen Verlauf mit hoher
Dysfunktionalität
bezüglich der Arbeitsfähigkeit zu rechnen gewesen, dies mit überwiegender bis weit überwie
gen
der Wahrscheinlichkeit. Eine Komorbidität mit einer häufig rezidivierenden, teilweise schweren depressiven Erkrankung mit akuter Suizidalität mit Vorberei
tungshandlungen sowie eine paranoide Symptomatik seien schon im Rahmen der fünf
Hospitalisationen
beschrieben worden. Insgesamt wäre mit einem wei
terhin ungünstigen Verlauf, auch ohne den Unfall, zu rechnen gewesen (S. 21 unten).
Aufgrund der Schwere des Unfalles und bei einer statistischen Wahrscheinlich
keit von 2-12
%
nach
einem Unfall
eine posttraumatische Belastungsstörung zu
entwickeln, sei die Entwicklung einer posttraumatischen Belastungsstörung
möglich, sofern entsprechend dokumentierte und validierte Beschwerden und Befunde vorlägen. Eine Plausibilisierung der Beschwerden könne leider nicht vorgenommen werden, da die geklagten Beschwerden phänomenologisch nicht
beschrieben
worden
seien und objektiv erhobene Befunde fehlten (S. 23 f.
Ziff.
4.3.1).
Eine klinische und für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit rele
vante posttraumatische Belastungsstörung lasse sich unter anderem anhand objektiver
Befunde erfassen. Leichte Störungen, welche nicht auch
die
Nach
vollziehbarkeit
von vegetativen Reaktionen oder
eine
Übererregbarkeit beim Wiedererleben der Geschehnisse im Rahmen der Diagnostik und Behandlung zur Folge hätten, führ
t
en im Allgemeinen auch nicht zu klinisch relevanten Behin
derungen
. Der
behandelnde
Psychiater
des Beschwerdeführers
nenne lediglich traumatische Erlebnisinhalte in Form von Tagesphantasien und Albträumen, also völlig unspezifische Beschwerden
, welche in Bezug auf die genauen Inhalte auch nicht näher ausgeführt
worden seien
(S. 24 Mitte). Nach Prüfung der Kri
terien könne nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vom Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstörung ausgegangen werden. Die geschilderten Beschwerden seien zu vage dokumentiert, objektive Befunde fehlten, die Symptome könnten weitgehend auch mit Vor
zuständen erklärt werden
. Das zur Diagnosestellung typische Vermeidungsverhalten könne sogar mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit verneint werden
(S. 26
Ziff.
4.3.1).
Die bereits im
D._
gestellte Diagnose einer Commotio cerebri könne nachvoll
zogen werden, sei jedoch nicht belegt. Im zeitnah erstellten Polizeirapport vom
1.
Oktober 2006 sei der Beschwerdeführer bei Ankunft der Polizei bei Bewusst
sein gewesen, um dann das Bewusstsein zu verlieren. Er habe angegeben, dass er sich
nicht
an den Unfall erinnere. Weitere pathologische neurologische Befunde seien zu keinem Zeitpunkt erhoben worden (S. 26
Ziff.
4.3.2).
Es könne davon ausgegangen werden, dass der Unfall aus psychiatrischer Sicht keinen massgeblichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit oder die Lebensqualität des Beschwerdeführers gehabt habe. Im Gegenteil scheine es zu einer Besserung und Stabilisierung gekommen zu sein, welche deutlich günstiger sei, als vom Status quo sine her zu erwarten gewesen wäre. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit handle es sich um Vorzustände, die zu einer Einschränkung geführt hätten (S. 30 unten).
Dr.
B._
und
Dr.
A._
antwortete
n
auf die Frage
der Zürich
Versiche
rungs
-Ge
sellschaft
, ab
welchem Zeitpunkt mit überwiegender Wahrscheinlich
keit nur noch unfallfr
emde Ursachen gewirkt hätten
,
dass dies
ab dem 1
0.
Februar 2007
der Fall gewesen sei
(S. 31 oben).
3.8
Dr.
C._
gab
in einem Schreiben vom 1
6.
Februar 2011 (
Urk.
13/127) an
, es sei richtig, dass während der Zeit des Beschwerdeführers als Schüler im Gym
nasium vom
1.
Januar 2002 bis 3
1.
Juli 2008 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden habe.
Dazwischen seien Hilfsarbeiten und kurzfristige Einsätze selb
stverständlich möglich gewesen.
Diese Arbeitsunfähigkeit betreffe
nicht den Unfall, sondern die psychische Krankheit des Beschwerdeführers
. Die Arbeits
unfähigkeit
aufgrund des Unfalles
habe er jeweils mit kurzfristigen Zeugnissen bestätigt
(
Ziff.
1).
Durch den Unfall sei es zu einer posttraumatischen Belastungsstörung gekom
men. Mit Sicherheit habe eine erhebliche posttraumatische Belastungsstörung bestanden, mit
F
lashbacks, Träumen und einem generalisierten Angstsyndrom, das immer w
ieder aufgeflackert sei.
Parallel dazu
habe
eine psychische Krank
heit
bestand
en
(Adoleszentenkrise, Anpassungsstörung, wiederholte schwere bis mittelschwere Depress
ion
en
, zum Teil mit Suizidalität), die behandelt worden sei.
Weder er,
Dr.
C._
, noch de
r behandelnde Psychiater könnten
im Ver
lauf der Behandlung zwischen der posttraumatischen Belastungsstörung und der vorbestehenden psychischen Krankheit differenzieren (
Ziff.
2). Die Verbesserung der Arbeitsunfähigkeit im Verlauf der Zeit und die gute Rehabilitationsfähigkeit sei
en
der Erfolg der kombinierten psychiatrischen und hausärztlichen Behand
lung. Die Verbesserung sei sicher nicht aufgrund des Unfallereignisses entstan
den. Im Gegenteil sei davon auszugehen, dass der Unfall den Erfolg der intensi
ven psychiatrischen und hausärztlichen Behandlung erheblich verzögert habe und somit trotz allem einen erheblichen negativen Einfluss auf die
Berufskarri
ere
des Beschwerdeführers gehabt habe. Es könne davon ausgegangen werden, dass die Behandlung ohne den Unfall früher erfolgreich gewesen wäre und der Beschwerdeführer früher in eine stabile Situation gekommen wäre (
Ziff.
3).
Er sei der Meinung, dass der Beschwerdeführer aufgrund des Unfalles nicht nur körperlichen Schaden genommen habe, sondern dass
sich der Erfolg der psychi
atrischen
Behandlung durch den Unfall erheblich verzögert habe (
Ziff.
4).
3.9
Dr.
G._
und
Dr.
H._
gaben
in einem Schreiben vom
1
3.
April 2011 (
Urk.
13/126) an
, der Beschwerdeführer sei am
2.
Oktober 2007 in ihrer Praxis erschienen. Er habe sich in einem erregt-aufgelösten bis verwirrten Zustand befunden. Er habe ziemlich durcheinander von Zuständen der vergangenen Nacht berichtet, an die er kaum eine Erinnerung gehabt habe. In seinen Äusse
rungen habe er einzelne Erinnerungen
an
den
Unfall aus dem Jahr 2006 mit der aktuellen Situation vermischt
. Die hochg
radige angstvolle Erregung habe
einen eindeutigen Zusammenhang mit den zurückliegenden traumatischen Erfahrun
gen beziehungsweise der Reaktivierung des seinerzeitigen Unfall-Traumas offen
bart. Die Kriterien einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10
F43.1) seien erfüllt
gewesen
(Flash-backs, Verzweiflung, starke Ängste, innere Bedrängnis) beziehungsweise
sei es zu einer Reaktivierung
des Traumas
gekom
men
. Dies habe
Dr.
G._
und
Dr.
H._
veranlasst, die Diagnose eines post
traumatischen Stresssyndroms zu stellen. Dieser Zusammenhang habe sich in der therapeutischen Bearbeitung des Traumas bestätigt. Die Erinnerungs
stücke, die auf den Unfall verwiesen hätten, seien energetisch hoch geladen gewesen. Dies habe sich auf allen Ebenen des körperlichen Ausdrucks
ein
drucksvoll
ge
zeigt (S. 1).
Es habe sich gezeigt, dass die mit dem Unfall zusam
menhängenden Erinnerungsspuren die ausschlaggebenden gewesen seien (S. 2).
3.10
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatolo
gie, berich
tete am
5.
August 2011 (
Urk.
13/M56) über die Untersuchung des Beschwerdeführers vom 1
5.
Juli 2011 und diagnostizierte einen Status nach OS-Fraktur links 2006, einen Status nach Marknagelentfernung im Dezember 2007 und einen verzögerten Heilungsverlauf bei sekundärem
lumbo-spondylogenem
Syndrom links (Differentialdiagnose:
Protrusion
L5/S1) und psychischer Dekom
pensation. Aktuell klage der Patient über linksseitige Beinschmerzen sowie zu
sätzlich situationsbedingte Kreuzschmerzen sowie Gesässbeschwerden links. Diese träten nach längerem Sitzen, nach etwa dreissig Minuten Gehen sowie nach etwa dreissig Minuten Trampolinspringen auf. Schmerzfrei und problemlos könne er Velofahren, Biken, eine Stunde Schwimmen und auch Schlafen. Es sei eine deutliche Beinmuskelatrophie links eingetreten (S. 1). Der Beschwer
defüh
rer habe nach Abschluss der Physiotherapie übermotiviert ein
Trainingspro
gramm
durchgeführt, das
Muskeldysbalancen
mit
Myogelosen
und hypertropher und
atropher
Muskulatur zur Folge gehabt habe. Sein Training habe dreimal Krafttraining während etwa einer Stunde, mehrmals pro Woche eine Stunde Schwimmen, Trampolinspringen zeitweise eine halbe Stunde,
Hula-hoop
-Übun
gen etwa für dreissig Minuten sowie letztlich sogar Holzhacken als Sport um
fasst (S. 2).
3.11
Dr.
A._
nahm am
3.
August 2011 zuhanden der Zürich Versicherungs-Gesellschaft ergänzend Stellung (
Urk.
13/M58).
Dr.
A._
gab zum Schreiben von
Dr.
G._
und
Dr.
H._
vom 1
3.
April 2011 an, darin fehlten Erläuterungen zur attestierten Arbeitsunfähigkeit von 100
%
von Anfang
Oktober bis Ende November 200
7.
Es bleibe offen, a
ufgrund welcher Störungen (Psychopathologie) es zu w
elchen Einschränkung
en
in wel
chen relevanten Funktionsbereichen
gekommen sei
(S. 7 unten).
Im
Schreiben
vom 1
3.
April 2011
fehlten differentialdiagnostische Überlegun
gen, wie sie die Medizin zwingend erfordere. So könne die dokumentierte Symptomatik von hochgradig ängstlicher Erregung und aufgelöst-verwirrtem
Zustand, Gedächtnisstörungen, aggressiven Ausbrüchen und den umschriebe
nen Denkstörungen viele Ursachen haben. Nur schon bei der beschriebenen Be
wusstseinsstörung und den formalen Denkstörungen handle es sich nicht um
typische Symptome
für eine pos
ttraumatische Belastungsstörung
(S. 12 Mitte). Zusammenfassend sei die Diagnostik im
Schreiben
von
Dr.
G._
und
Dr.
H._
in Bezug auf die postulierte posttraumatische Belastungsstörung schwer man
gelhaft. Das Vorliegen der postulierten Diagnose im Vollbild sei anhand der dokumentierten Symptomatik darüber hinaus wenig plausibel (S. 13 Mitte).
Beim Schreiben von
Dr.
C._
vom 1
6.
Februar 2011 handle es sich grund
sätzlich um eine fachfremde Beurteilung. Den Beurteilungen eines Spezialisten komme hierbei in Bezug auf sein Fachgebiet gegenüber den Einschätzungen eines Allgemeinpraktikers im Allgemeinen ein höheres Gewicht zu. Weiter könne man sich dem Eindruck einer gewissen Identifikation des behandelnden Arztes mit seinem Patienten nicht erwehren. Nach dem Schreiben von
Dr.
C._
wisse man auch nicht, in welchem Umfang der Beschwerdeführer nach dem Unfall effektiv gearbeitet habe. Dies sei bei den inkonsistenten Anga
ben in den Akten immer noch eine offene Frage (S. 9 f.). Ferner fehlten Anga
ben, aufgrund welcher Funktionsstörungen es zu welchen Einschränkungen gekommen sei, die eine Arbeitsunfähigkeit bis zum 3
1.
Juli 2008 begründet hätten (S. 10 oben).
3.1
2
Dr.
med.
K._
, Fachar
zt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, nahm am
5.
September 2011 (
Urk.
13/M61) zuhanden der Zürich Versicherungs
-G
esellschaft Stellung.
Dr.
K._
führte aus, es gehe im Wesentlichen um einen Status nach einer Oberschenkelfraktur links. Dort sei ein Marknagel 14 Monate nach dem Unf
allereignis entfernt worden. Weiter bestünden nach wie vor
muskuläre Probleme im Sinne einer
Dysbalance
res
pektive eines positiven
Trendelenburgs
und
eine verminderte Belastbarkeit
. Sekundär sei links ein
lumbospondylogenes
Syndrom vorhanden. Des Weiteren bestehe ein Status nach einer Oberarmfraktur rechts. Dort sei knapp zwei Jahre nach dem Unfall die Platte entfernt worden. Dabei sei der
N.
radialis
geschont worden. Auch hier bestünden noch gewisse muskuläre Beschwerden.
Die vorliegenden medizinischen Berichte seien bezüglich des Bewegungsappara
tes sehr oberflächlich gehalten, da lediglich von einer muskulären Insuffizienz als solche
r
und von Belastungsbeschwerden gesprochen werde. Berücksichtige man die
vom Rheumatologen,
Dr.
J._
,
erwähnten
„sportlichen“
Trai
nings
einheiten
wie Trampolinspringen
über
eine halbe Stunde, je eine Stun
den Schwimmen, Velofahren etc., so habe man nicht gerade das Gefühl, dass der Patient muskulär
dekompensiert
sei.
Von orthopädischer Seite könne er das beschriebene Hin
ken schlecht zuordnen. Man müss
e davon ausgehen, dass die
Gesässmuskulatur, vor allem die
gluteale
Muskulatur, welche zur Stabilisierung notwendig sei, bei der Marknagelentfernung verletzt worden und jetzt in der Funktion eingeschränkt sei (S. 1). Zur genaueren
Beurteilung
schlage er ergän
zend eine orthopädische Untersuchung vor. Auch wisse man nichts über die Beinlängen und die Rotationsstellung. Eventuell bestehe ein Rotationsfehler. Bis auf das Hinken, das er nicht erklären könne, seien die allgemein eher etwas diffus geäusserten muskulären Beschwerden auch einfach als Beschwerden auf
grund einer sportlich-therapeutischen Überlastung zu verstehen (S. 2).
3.13
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
erstattete am 2
8.
September 2011 im Auftrag der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, ein psychiatrisches Gutachten (
Urk.
13/123).
Dr.
L._
führte aus, der Beschwerdeführer habe zum Autounfall vom
1.
Okto
ber 2006 angegeben, er sei damals im Autowrack gesessen, mit abge
knicktem Oberschenkel und
nach hinten geknicktem Oberarm. Er habe sich auch
den Kopf angeschlagen. Er habe Schmerzen gehabt im rechten Arm und in beiden Knien (rechtsbetont) sowie mit Latenz im weiteren Verlauf im Nacken.
Zu einer wesent
lichen psychischen Verschlechterung sei es durch den Unfall nicht gekommen. Initial sei es bezogen auf den Unfall zu einer Amnesie gekommen. Einige Wochen später habe er sich
dann
an Details
des Unfalls erinnern können
.
Ab dem
1.
Oktober 2007 hätten plötzlich starke
unfallbezo
gene
Albträume begonnen
. Das Autofahren habe er sich durch den Unfall
aber
nicht nehmen lassen wollen
(S. 9 Mitte). Aktuell arbeite er zu 40
%
(S. 11 Mitte).
Dr.
L._
stellte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 26
lit
. a
):
kombinierte Persönlichkeitsstörung, seit Adoleszenz
ICD-10, F61
mit narzisstischen und emotional-instabilen Zügen
Differentialdiagnose: narzisstisch akzentuierte Persönlichkeit
rezidivierende depressive Störung
ICD-10, F33.2, seit 2002
gegenwärtig seit Februar 2011 teilremittierte mittelschwere Depres
sion
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
ICD-10, F45.41, seit 2006
somatisch: Unfall, Muskelverspannungen, Fehlhaltung/Fehlbelastung
psychisch: ausgeprägtes Durchhalteverhalten, psychiatrische Komor
bi
dität
Verdacht auf Panikstörung
ICD-10, F41.0, seit 2006
DD: emotionale Einbrüche im Rahmen der Diagnosen
Ziff.
1 und 2
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbei
tsfähigkeit nannte
Dr.
L._
eine
Spinnenphobie und
ein
Zwangsstörung mit Zwangshandlungen (S. 26
lit
.
b).
Die Arbeitsfähigkeit werde durch depressive Beschwerden,
Persönlichkeitsfakto
ren
, Ängste und vor allem durch eine chronische Schmerzerkrankung einge
schränkt (S. 31 Mitte). Das jetzige Arbeitspensum
von 40
%
, bei ungünstig verteil
ten Schichten,
sei als Obergrenze anzusehen. Demnach liege die Arbeits
fähigkeit in der jetzigen angestammten Tätigkeit bei 40
%
. Diese Tätigkeit erweise sich aufgrund der wenigen langen Schichten bezüglich der Schmerzen als ungünstig. Man müsse deshalb annehmen, dass in einer angepassten Tätig
keit mit einer gleichmässigen Verteilung der Arbeitsstunden über die Woche wahrscheinlich ein Pensum von zirka fünf Stunden täglich zumutbar sei (S. 32 Mitte).
3.14
Dr.
Z._
erstattete am 1
5.
Dezember 2011 im Auftrag der
Beschwerdegegne
rin
ein
medizinisches
Gutachten (
Urk.
13/M64). Das Gutachten beruht auf der Untersuchung des Beschwerdeführers vom 1
8.
November 2011 und den
dem Gutachter zur Verfügung gestellten
Versicherungsakten (S. 1).
Dr.
Z._
hielt zur bildgebenden Diagnostik fest
(S. 5
f.
):
Oberarm rechts vom
1.
Oktober 2006
: dislozierte
Humerusfraktur
Oberarm rechts vom 1
5.
Februar 2007: in anatomischer Stellung konso
lidierte (durchgebaute) Fraktur
Oberschenkel links vom
1.
Oktober 2006: dislozierte
Femurschaftfraktur
Oberschenkel links vom 1
5.
Februar 2007: in anatomischer Stellung konso
lidierte Fraktur
MRI der Lendenwirbelsäule vom 1
0.
Oktober 2011: unauffälliges MRI
Der Gutachter
stellte fest
, seitens der Oberarmverletzung zeigten die Akten, die Aussagen des Beschwerdeführers sowie eigene Untersuchungsbefunde spätes
tens mit der Entfernung des
Osteosynthesematerials
am 1
8.
August 2010 einen regelkonformen Heilverlauf. Im Gegensatz dazu stünden die vorab die
Beine betreffenden Beschwerden
. Diese hätten sich nach den Akten als aussergewöhn
lich langwierig und therapeutisch wenig erfolgswirksam
erwiesen
. Die Beschwer
den
seien hinsichtlich objektiver Beurteilungskriterien spärlich belegt
und
besc
häftigten den Beschwerdeführer
weiterhin in seinem Symptomerleben
(S. 6 Mitte).
Die Befragung und die aktuellen Untersuchungsergebnisse hätten keine Anhaltspunkte für die geklagte
muskulo-skelettale
Problematik ergeben. Insbesondere zeigten sich in der gezielten
Muskelfunktionsdiagnostik normale motorische Ste
reotypen ohne Zeichen von
Inkoo
rdination
/Substitution und damit keine Ungleichgewichte. Dies gelte im Besonderen innerhalb der an
Hüft
abduktion
und -extension beteiligten Muskelgruppen. Die geklagten Nacken-
und Rückenschmerzen würden
in Verbindung mit unterschiedlichen soma
tischen und psychischen Bedingungsfaktoren berichtet. Dies entziehe sich zumindest im unteren Rückenbereich erwiesenermassen einer objektivierenden Befundlage und finde erst rund zwei Jahren nach dem Ereignis erstmals Ein
gang in die Unfallakten (S. 6 f.).
Dr.
Z._
stellte folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (S. 7
Ziff.
4.1):
organisch unzulänglich begründbare Beschwerden
kein
muskulo-skelettales
Leiden mit Krankheitswert
Status nach Mehrfachverletzung am
1.
Oktober 2006 mit/bei
i
ntramedullärer
Osteosynthese wegen
Femurschaftfraktur
links
OSME
am1
8.
Dezember 2007
o
ffene Reposition und Plattenosteosynthese wegen distaler
Humerus
schaftfraktur
rechts
OSME am 1
8.
August 2010
Dr.
Z._
stellte keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S.
7
Ziff.
4.2).
Die Beschwerdegegnerin stellte dem Gutachter die Frage,
w
elche der erhobenen Befunde sicher, überwiegend wahrscheinlich oder nur möglicherweise in
einem
natürlichen
Kausalzusammenhang
zum Unfall vom
1.
Oktober 2006 stünden.
D
er Gutachter antwortete darauf: „D
er radiologische Befund einer konsolidier
ten
Femur
- und
Humerusfraktur
“
(S. 8
Ziff.
6.1). Gefragt nach dem
Erreichen des
Status quo ante oder Status quo sine antwortete
Dr.
Z._
, er gehe davon aus, dass ab Oktober 2010 sämtliche Unfallfolgen abgeheilt seien (S.
8
Ziff.
6.2).
3.15
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete am
8.
Juli 2012 zuhanden der Beschwerdegegnerin ein Aktengutachten (ver
sicherungspsychiatrische Stellungnahme,
Urk.
13/M65).
Dr.
M._
führte zum Gutachten von
Dr.
A._
und
Dr.
B._
vom 2
2.
April 2010 aus, bezüglich der in den Akten erwähnten Commotio cerebri werde von den Gutachtern festgehalten, dass die Diagnose anhand der Akten
lage möglich sei, sie könne aber nicht sicher diagnostiziert werden. Die geklag
ten Restbeschwerden könnten nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit damit in Zusammenhang gebracht werden. Konzentrationsstörungen seien schon vor dem Unfall geklagt worden
. Aus versicherungspsychiatrischer Sicht könne
Dr.
A._
und
Dr.
B._
zugestimmt werden, da die relevanten psy
chiatrischen Diagnosen berücksichtigt und in einem differentialdiagnostischen Überblick gewürdigt worden seien (S. 7 f.).
Dr.
A._
lege dar, dass die von
Dr.
G._
dokumentierte Symptomatik viele Ursachen haben könne. Es seien ja nicht zuletzt Symptome, die sich auch im Rahmen der beschriebenen kombinierten Persönlichkeitsstörung zeigen könnten.
Dr.
M._
stimm
t
e
Dr.
A._
zu, dass auf die Berichte von
Dr.
C._
vom 1
6.
Februar 2011 und
Dr.
G._
vom 1
3.
April 2011 auf
grund mangelnder Validität nicht abgestellt werden könne (S. 12 Mitte).
B
ezüglich der natürlichen Kausalität könne nach den medizinischen Akten festge
halten werden, dass es nach dem Unfallereignis vom
1.
Oktober 2006 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht zur Entwicklung einer posttraumati
schen Belastungsstörung gekommen sei. Ebenso lasse sich nach Durchsicht der aktuellen Akten keine psychiatrisch relevante Diagnose finden, welche mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als Folge des Unfallereignisses zu bewerten sei (S. 24 f.).
3.16
Dr.
Z._
gab
in einer ergänzenden Stellungnahme vo
m
8.
Juni 2012 (
Urk.
13/M67) an
,
dem Schreiben
von
Dr.
K._
vom
5.
September 2011
lägen keine von ihm gewonnenen Untersuchungsresultate zugrunde. Die angestellten Überlegungen seien ausschliesslich spekulativ. Die
von
Dr.
K._
angespro
che
nen spezifisch orthopädischen Probleme seien so anlässlich der Untersu
chung vom 1
8.
November 2011 nic
ht zu beobachten gewesen. Es habe sich weder ein Hinken noch eine in der
Funktion eingeschränkte
gluteale
Muskulatur diagnostizieren lassen. Der von
Dr.
K._
diskutierte Rotationsfehler lasse sich beim Beschwerdeführer nicht beobachten (S. 1 f.).
Dr.
J._
habe ein sekundäres
lumbo-spondylogenes
Syndrom diagnostiziert bei möglicherweise vorbestehender Bandscheiben-
Protrusion
. Es werde auf das vorliegende MRI der Lendenwirbelsäule vom 1
0.
Oktober 2011 verwiesen
. Im Bericht dazu sei ein unauffälliges MRI beschrieben worden.
Dr.
J._
spreche sodann von einer deutlichen Beinmuskelatrophie links, ohne dies zu begründen
(S. 2).
3.1
7
Der Beschwerdeführer reichte im vorliegenden Verfahren einen Bericht ein von
Dr.
med.
N._
, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionalärztlicher Dienst (RAD) der IV-Stelle
,
vom 3
0.
Januar 2013 (
Urk.
3/3).
Der Bericht beruht auf der persönlichen Untersuchung des Beschwerdeführers vom 1
7.
Januar 2013 (S. 1).
Dr.
N._
stellte fest
, dass ab dem Zeitpunkt der Untersuchung vom 1
7.
Januar 2013 für alle Tätigkeiten auf dem freien Arbeitsmarkt eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestehe. Der Gesundheitszu
stand sei verbesserungsfähig. Prognostisch sei unter entsprechenden beruflichen und medizinischen Massnahmen für eine angepasste Tätigkeit von einer Stei
gerung der Arbeitsfähigkeit auf mindestens 80
%
auszugehen (S. 8 oben).
Weiter reichte er einen Bericht von
Dr.
med.
O._
, Facharzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie, vom 2
4.
Oktober 2013 zuhanden der IV-Stelle ein (
Urk.
3/4), worin
Dr.
O._
die Entwicklung von emotional- instabilen und nar
ziss
tischen Persönlichkeitszügen seit der Adoleszenz beschrieb und festhielt, dass über die Krisen im Rahmen der Persönlichkeitsstörung hinaus in der Ver
gangenheit auch längere Phasen depressiver Verstimmung bestanden hätten. Zudem sei es seit der Adoleszenz zu Phasen psychotischer
Wahrnehmungsver
änderungen
und insbesondere paranoider Wahnsymptome gekommen (S. 2). Im subjektiven Erleben des Beschwerdeführers spiele der Verkehrsunfall vom
1.
Oktober 2006 eine Leitrolle für die weitere psychische Entwicklung in dem Sinne, dass das Erleben von Schmerzen und das Nicht-ernstgenommen-Werden von Ärzten und Versicherungen und die Opferperspektive einen entscheidenden Zufluss zur psychischen Verfassung darstelle. Der Beschwerdeführer habe die Unfallereignisse sehr intensiv und beeinträchtigend psychisch verarbeitet. Eine posttraumatische Belastungsstörung im Sinne des ICD bestehe nicht (S. 3).
4.
4.1
Anlässlich der Erstbehandlung im
D._
wurden eine Commotio cerebri, eine
Femurschaftfraktur
links und eine distale
Humerusschaftfraktur
rechts diagnos
tiziert (vorstehend E. 3.1). Zusätzlich stellten die Ärzte der
Klinik E._
eine
contusio
bulbi
sowie eine Kniekontusion fest, sowie eine
zur Zeit
stabili
sierte Depression (vorstehend E. 3.2).
4.2
In somatischer Hinsicht bestand gemäss Verlaufsbericht von
Dr.
F._
(vor
stehend E. 3.3) viereinhalb Monate nach der operativen Versorgung lediglich noch ein leichtes Ziehen am rechten Oberarm. Der Beschwerdeführer benötige keine Schmerzmedikamente und arbeite seit dem 1
0.
Februar 2007 wieder in einem Pensum von 100
%
. Damit ist davon auszugehen, dass bereits kurz nach dem Unfallereignis - der Art der erlittenen Verletzung entsprechend - ein befriedigender Heilverlauf stattgefunden hatte, konnte der Beschwerdeführer doch wieder in vollem Pensum arbeiten. Auch
Dr.
C._
ging im Mai 2007 von sich zusehend bessernden Befunden aus und hielt fest, dass die
Humerus
fraktur
verheilt und der Arm voll belastbar sei. Dass
Dr.
C._
gleichzeitig noch eine leichte Müdigkeit und leichte Konzentrationsstörungen wie auch ein leichtes Hinken beschrieb, steht der Annahme einer praktisch vollständigen Heilung nicht entgegen. Diesbezüglich erscheint die Attestierung einer dennoch vollständigen Arbeitsunfähigkeit bis 1
0.
März 2007 durch
Dr.
C._
als nicht nachvollziehbar, war
Dr.
C._
doch die Beurteilung durch
Dr.
F._
bekannt, welcher ihm seinen Bericht vom 1
5.
Februar 2007 hatte zukom
men lassen (vgl.
Briefkopf von
Urk.
13/M14) und darin von einer vollen Arbeits
fähigkeit ab 1
0.
Februar 2007 ausging, welche der Beschwerdeführer verwertete. In der Folge bestanden gemäss
Dr.
C._
im Mai 2008 noch eine leichte Muskelatrophie im linken Oberschenkel sowie leichte Restschmerzen im linken Bein und muskuläre Armschmerzen rechts sowie eine erhebliche Muskel
verspannung im Nacken, der Schulter und im rechten Arm bei einer vermin
derten Belastung des rechten Arms im Alltag.
Danach war der Verlauf so positiv, dass der Beschwerdeführer nach Abschluss der Physiotherapie - die letzte Verordnung wurde nach Lage der Akten im August 2010 ausgestellt (vgl.
Urk.
13/M51) - in der Lage war, ein
Trainingspro
gramm
mit
Krafttraining während
jeweils
etwa einer Stunde, mehrmals pro Woche eine
r
Stunde Schwimmen, Trampolinspringen zeitweise eine halbe Stunde,
Hula-hoop
-Übungen etwa für dreissig Minuten sowie sogar Holzhacken als Sport
aufzunehmen und durchzuhalten (vgl. vorstehend E. 4.2). Angesichts dieser körperlichen Fähigkeiten ist davon auszugehen, dass die somatischen Unfallbeschwerden im Zeitpunkt der Leistungseinstellung im Oktober 2010 vollständig abgeheilt waren.
4.3
Dr.
Z._
legte im Gutachten vom 1
5.
Dezember 2011
denn auch
dar,
dass allfällige
noch bestehende
somatische
Beschwerden ab dem
1.
Oktober 2010 als abgeheilt gelten könn
t
en beziehungsweise
solche
nicht mehr auf den Unfall vom
1.
Oktober 2006 zurückzuführen
seien
(E. 3.1
4
).
Das Gutachten erfüllt die Voraussetzungen der Rechtsprechung an den
Beweis
wert
eines medizinischen Gutachtens
(vgl. vorstehend E. 1.5)
.
Das Gutachten berücksichtigt
die geklagten Beschwerden
angemessen
.
Es
beruht
sodann
auf
den notwendigen Untersuchungen und
vermag
in der Beurteilung der medizi
nischen Situation und in den Schlussfolgerungen zu überzeugen. So legte
Dr.
Z._
mit Verweis auf die bildgebenden Abklärungen dar, dass die
vom Beschwerdeführer angegeben
en
Beschwerden
in den Beinen
anhand der Unter
suchungen nicht objektiviert werden konnten
.
Im Hinblick auf die erlittene
Obe
rarmverletzung ist nach
Dr.
Z._
spätestens mit der Entfernung des
Osteo
synthesematerials
im Aug
u
st 2010 von einem regel
rechten Heilverlauf aus
zugehen (E. 3.1
4
).
Dr.
Z._
lagen
die Berichte des Hausarztes
des Beschwerdeführers
vor.
Die
Ausführungen
des Beschwerdeführers, wonach
das Schreiben
von
Dr.
C._
vom 1
6.
Februar 2011
dem Gutachter nicht vorgelegen habe
(
Urk.
1 S. 5
lit
. c), gehen fehl, da sich
Dr.
Z._
in der Stellungnahme vom
8.
Ju
ni 2012
ergän
zend
auch zum Schreiben
des Hausarztes
vom 1
6.
Februar 2011
äusserte
(E.
3.1
6
).
Dr.
Z._
setzte sich
in der Stellungnahme
auch mit
dem Schreiben
von
Dr.
K._
auseinander.
E
r legte dar, dass er einen von
Dr.
K._
als möglich erachteten Rotationsfehler bei der Begutachtung nicht feststellen konnte (E. 3.1
6
).
Gestützt auf das
Gutachten von
Dr.
Z._
besteht hinsichtlich der somati
schen Beschwerden kein
zusätzlicher
Abklärungsbedarf. Allfällige
noch beste
hende
körperliche Beschwerden sind daher
spätestens
ab dem
1.
Oktober
2010 nicht mehr auf den Unfall zurückzuführen.
Dies leuchtet auch insofern ein, als
Dr.
F._
,
D._
, bereits im Bericht vom 1
5.
Februar 2007 einen eher unspek
takulären Befund beschrieben hatte und der Beschwerdeführer zu diesem Zeit
punkt zu 100
%
arbeiten konnte (E. 3.3). Für die körperlichen Beschwerden ist die
natürliche
Kausalität
daher
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit per 3
0.
September 2010 dahingefallen.
Der erforderliche Nachweis
des Dahinfallens jeder kausalen Bedeutung
ist mit dem Gutachten von
Dr.
Z._
erbracht.
4.4
In psychischer Hinsicht ergibt sich aus dem Gutachten von
Dr.
A._
und
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.7), dass beim Beschwerdeführer ein psychischer Vorzustand bestand. So sei es zwischen dem 1
5.
November 2004 und dem 1
5.
September 2006 zu fünf psychiatrischen
Hospitalisationen
gekommen. Der Beschwerdeführer leide seit langem an psychisch bedingten massiven
Leistungs
ein
schränkungen
und es sei von einer schweren Persönlichkeitsstörung auszu
gehen. Auch ohne Unfall wäre mit einem weiterhin ungünstigen Verlauf zu rechnen gewesen. Die Gutachter legten nachvollziehbar dar, dass zwar nach einem Unfall eine posttraumatische Belastungsstörung eintreten, dies aber im Falle des Beschwerdeführers nicht plausibilisiert werden könne, da es an objek
ti
ven Befunden fehle. Dies stimmt mit der medizinischen Aktenlage überein, denn
Dr.
G._
nannte in seinem Bericht vom
4.
Februar 2008 (vorstehend E.
3.5) keinerlei Befunde, die seine Diagnose untermauern würde.
Dr.
C._
war zudem - obwohl fachfremd - noch im Mai 2007 der Auffassung, dass
zur Zeit
keine posttraumatische Belastungsstörung manifest sei (vgl. vorstehend E.
3.4). Gemäss
Dr.
A._
und
Dr.
B._
liessen sich allfällige Symptome denn auch weitgehend mit Vorzuständen erklären. Die Gutachter gingen davon aus, dass der Unfall aus psychiatrischer Sicht keinen massgeblichen Einfluss auf die Lebensqualität des Beschwerdeführers gehabt habe, es sei eher zu einer Stabilisierung gekommen, dies bereits ab dem 1
0.
Februar 2007 (vgl. vorstehend E. 3.7). Was
Dr.
C._
als Facharzt für Allgemeine Innere Medizin zu diesem Gutachten von
Dr.
A._
und
Dr.
B._
vorbrachte (vgl. vorstehend E.
3.8), ist mangels genügender fachlicher Qualifikation nicht zu berücksichti
gen. Hinsichtlich der Stellungnahme von
Dr.
G._
(vorstehend E. 3.9) ist fest
zuhalten, dass auch darin keine objektiven Befund enthalten sind. Es wird diesbezüglich auf die Stellungnahme von
Dr.
A._
vom
3.
April 2011
verwiesen (vgl. vorstehend E. 3.11).
Dr.
M._
war sodann gestützt auf die vor
handenen Akten der Ansicht, dass es nach dem Unfall vom
1.
Oktober 2006 nicht zur Entwicklung einer posttraumatischen Belastungsstörung gekommen sei und sich keine psychiatrisch relevante Diagnose finde, die mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit Folge des Unfallereignisses sei.
4.5
Beim Gutachten von
Dr.
L._
vom 2
8.
September 2011 und dem Bericht von
Dr.
N._
vom 3
0.
Januar 2013 ist zu beachten, dass diese
die Invalidenversi
cherung betreffen
.
So äusserten sich
Dr.
L._
und
Dr.
N._
nicht
ausdrück
lich
zur Frage
, ob
und inwiefern
die psychischen Beschwerden auf den Unfal
l zurückzuführen sind
.
Nach dem überzeugenden und
schlüssig begründeten
Gut
achten von
Dr.
A._
und
Dr.
B._
vom 2
2.
April 2010
und der Stellung
nahme von
Dr.
A._
vom
3.
August 2011
handelt es sich bei den psychi
atrischen Diagnosen um Vorzustände,
nachdem
die psychiatrische Erkrankung des Beschwerdeführer bereits 2001 in der Schulzeit begonnen hatte
(E. 3.7 hier
vor).
Dr.
O._
beschrieb dies eindrücklich in seinem Bericht vom 2
4.
Oktober 2013 (vorstehend E. 3.7) und hielt fest, dass der Unfall vom
1.
Oktober 2006 aus subjektiver Sicht des Beschwerdeführers eine Leitrolle im weiteren psychischen Verlauf innegehabt habe.
4.6
Insbesondere gestützt auf das von der Beschwerdegegnerin eingeholte Gutach
ten von
Dr.
A._
und
Dr.
B._
ist davon auszugehen, dass sich der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf des krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (
status
quo sine; vgl. vorstehend E. 1.3), mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bereits kurz nach dem Unfallereignis erreicht war: Auch wenn das Unfallereignis gemäss
Dr.
O._
in der subjektiven Wahr
nehmung des Beschwerdeführers eine massgebliche Rolle spielte, ist aus objek
tiver Sicht angesichts der diagnostizierten vorbestehenden schwerwiegenden psy
chischen Probleme der stattgehabte Unfall von untergeordneter Bedeutung und für die Schwere der Krankheit nicht ausschlaggebend gewesen. Die Beschwerdegegnerin ist ihrer diesbezüglichen Abklärungspflicht (vgl. vorste
hend E. 1.3) genügend nachgekommen; ein Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom
1.
Oktober 2006 und der psychischen Erkrankung des Beschwerdeführers ist zu verneinen.
4.
7
Zusammenfassend ergibt sich, dass allfällige körperliche Beschwerden spätes
tens per
1.
Oktober 2010 nicht mehr auf den Unfall zurückzuführen sind. Gestützt auf die Gutachten von
Dr.
A._
un
d
Dr.
B._
vom 2
2.
April 2010 und die
Stellungnahme
n
von
Dr.
A._
vom
3.
August 2011 und
Dr.
M._
vom
8.
Juli 2012
ist
davon auszugehen, dass sich der Unfall nicht auf die
vorbestehenden psychischen Beschwerden ausgewirkt hat.
In psychiat
rischer Hinsicht fehlt es daher an der natürlichen Kausalität.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
9.
Oktober 2014 erweist sich nach dem Gesagten als rechtens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.