Decision ID: 28dfb668-d192-41a3-a431-d82253716b93
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1966 geborene
X._
arbeitete seit dem 16. August 2006
als Schul
sozialarbeiter
in einem 75 %-Pensum
und
war
in dieser Eigenschaft
bei der AXA Versicherungen AG (
nachfolgend
AXA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert
(Urk. 8/
A14/3, 8/
A8, 8/A1)
.
Das Arbeitsverhältnis wurde per 3
1.
März 2018 aufgelöst (Urk. 8/A54).
Mit Unfallmeldung vom 8. März 2017
hatte
der Versicherte
angezeigt
, dass er am 7. März 2017
auf dem
Schulhaus
ge
lände
auf einer losen Treppenstufe ins Straucheln geraten und gestürzt sei. Dabei
sei er auf den Rücken gefallen und
habe
mit dem Kopf aufgeschlagen
und
sich Verletzungen an der Lenden- und Halswirbelsäule sowie Absplitterungen an
den vorderen unteren Zähnen zu
gezogen. Ebenso habe er
Kopfschmerzen und Seh
einschränkungen
verspürt
(Urk. 8/A1).
Mit Schreiben vom 20. März 2017 erteilte die AXA Kostengutsprache für die zahnärztliche Behandlung (Urk. 8/A6).
Am 18. Mai 2017 wurde die Unfallstelle von
Y._
, Fachkader Aussen
dienst
der AXA
, zusammen mit dem Versicherten aufgesucht (Urk. 8/A14).
Nach
dem
der beratende Arzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt Chirurgie und Traumatologie, am 22. November 2017
sowie am 9. Mai 2018
Stellung
zu den medizinischen Akten
genommen hatte (Urk
.
8/M13
, 8/M19
), teilte die AXA dem Versicherten mit Schreiben vom 2
8.
Juni 2018 mit, der Status quo sine sei spätestens zwölf Monate nach dem Ereignis vom
7.
März 2017 erreicht, weshalb
die
Heilbehandlungskosten per 15. Juli 2018 eingestellt
würden
(Urk. 8/A69).
Am 31. Juli 2018 nahm
der beratende Arzt
Dr.
med.
A._
, Facharzt
Allgemeine Innere Medizin, Stellung betreffend die Hörstörung des Versicherten (Urk. 8/M20).
Am
8. Oktober 2018
verfügte die
AXA
im angekündigten Sinne und stellte
die
Heilbehandlungskosten per 15. Juli 2018
ein
. Des Weiteren erach
tete sie
mit gleicher Verfügung
die psychischen Beschwerden nicht als adäquat kau
sal zum Unfall vom
7.
März 2017 und verneinte
ein
en
Leistungsanspruch betreffend
die
Hörstörung (Urk. 8/
A72). Die dagegen erhobene Einsprache
vom 2. November 2018 (Urk. 8/A
76) wies die AXA
mit
Einspracheentscheid
vom 3. Juni 2019 (Urk. 8/A96 [= Urk. 2]) ab.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 28. Juni 2019 (Datum Poststempel) Beschwerde und beantragte
sinngemäss
, es sei
en die Kosten für Heilbehandlun
gen über den 15. Juli 2018 hinaus zu übernehmen und es sei ihm
eine Integri
tätsentschädigung
zuzusprechen
(Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2. Oktober 2019 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 7)
,
was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 3. Oktober 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfall
folgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu.
1.2
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versi
cherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeit
punkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begrif
fes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In die
sem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
Für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen braucht der Entscheid der Invalidenversicherung über Eingliederungsmassnahmen nicht abgewartet zu wer
den, wenn von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte gesundheitliche Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhaltspunkte dafür vor
liegen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das der Invaliditätsbe
messung der
Unfallversicherung
gestützt auf die medizinischen Abklärungen zugrunde gelegte Invalideneinkommen verbessert und so der die Invalidenrente der Unfallversicherung bestimmende Invaliditätsgrad beeinflusst werden kann (vgl. Urteil des Bundesgericht 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.5).
1
.3
1.3
.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
3
.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige
Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März
2014 E. 2.3.2).
1.3
.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.
3
.4
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergange
nen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraf
ten als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versiche
rungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E.
4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und
der
psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfä
higkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzu
knüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einer
seits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der
dazwischen liegende
mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E.
5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.4
1.4.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.4.2
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging im
angefochtenen Entscheid
davon aus
,
dass der Sturz auf der Treppe keine strukturelle Schädigung
nach sich gezogen habe
und in seiner Schwere nicht geeignet
sei
, eine Schädigung der Bandscheibe
n
zu ver
ursachen. Bezüglich der Rückenbeschwerden sei
mit überwiegender Wahrschein
lichkeit
über den 15. Juli 2018 hinaus kein natürlicher Kausalzusammenhang zum Unfallereignis
mehr
gegeben.
Auch könne die
geklagte
Hörstörung nicht in Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 7. März 2017 gebracht werden (Urk. 2 S. 6).
Betreffend
die psychische Symptomatik
seien
weder besonders dramatische Begleitumstände
aufgetreten
,
noch
sei der Unfall
besonder
s eindrücklich gewesen
. Zudem sei die Schwere der Verletzungen nicht geeignet, um psychische Fehlentwicklungen auszulösen, weshalb der adäquate Kausalzu
sammenhang verneint werden müsse (Urk. 2 S. 8). Der beratende Arzt
Dr.
Z._
sei im Rahmen der Leistungsbeurteilung zum Schluss gekommen, der Status quo sine sei nach der Kontusion der degenerativ veränderten Wirbelsäule spätestens nach zwö
lf Monaten erreicht worden. Dr.
A._
habe sodann
erklärt
, dass zwischen der geltend gemachten Hörstörung und dem Unfallereignis
bloss
ein möglicher Kausalzusammenhang bestehe. Für die Annahme einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit fehle es jedoch an einer entsprechenden Anfangssymptoma
tik direkt nach dem Unfall sowie
an einem
objektivierbare
n
Befund (Urk. 2 S. 2)
. Die bestehenden Gesundheitsschäden würden
daher mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit
ab dem 1
5.
Juli 2018 nicht mehr in kausalem Zusammenhang zum Ereignis vom
7.
März 2017 stehen (Urk. 2 S. 9).
Mangels unfallkausaler Gesund
heitsschädigung falle alsdann eine Integritätsentschädigung ausser Betracht (Urk. 7 S. 5).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend, bei der Begehung des Unfallortes habe die Aussendienstmitarbeiterin der Beschwerdegegnerin ihn darauf hingewiesen, dass er psychologische Hilfe und Unterstützung in Anspruch nehmen könne,
wobei
die Kosten dafür von der Unfallversicherung übernommen werden
würden
. Nachdem der Heilungsverlauf sich nur zögerlich verändert habe, habe er nach Rücksprache mit seiner Hausärztin
sich
für die psychologische Unterstützung entschieden.
Des Weiteren stehe noch ein Rückzahlungsbetrag offen, welcher sich auf eine letzte Behandlung im Universitätsspital
B._
im Juli 2018 beziehe (Urk. 1).
2.3
Die Beschwerdegegnerin anerkannte hinsichtlich des Ereignisses vom
7.
März 2017 grundsätzlich ihre Leistungspflicht in Bezug
auf die Wirbelsäulenbeschwer
den und
die zwei abgebrochenen Zähne
(Urk. 8/A
4
-6
). Strittig und zu prüfen ist hingegen, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen zu Recht wegen Erreichens
des Status quo sine
vel
ante
per 15. Juli 2018 eingestellt hat. Des Weiteren ist zu prüfen,
ob der Beschwerdeführer Anspruch auf Leistungen aufgrund einer psy
chischen Gesundheitsschädigung sowie
einer
Hörstörung hat.
3.
3.1
Die unfallbedingte Erstbehandlung fand
am 8. März 2017
durch
Dr.
med.
C._
, Fachärztin
Allgemeine Innere Medizin, statt. Sie berichtete am 1
6.
März 2017, der Beschwerdeführer
klage
über allgemeine
Druckdolenzen
über der
Wirbelsäule
, verschwommenes Sehen sowie kaputte Zähne. Der Röntgenbefund habe keine Fraktur gezeigt und auch das MRI sei unauffällig. Sie diagnosti
zierte eine Rückenkontu
sion,
eine Schädelkontu
sion,
zwei abgebrochene Zähne und attes
tierte
dem Beschwerdeführer
für drei bis vier Wochen eine 100%ige Arbeitsunfä
higkeit
und verordnete Physiotherapie
(Urk. 8/M4; vgl. auch Urk. 8/M6).
Am
19. Februar 2018
führte Dr.
C._
aus
, der Beschwerdeführer
habe
weiterhin Rückenschmerzen mit eingeschränkter Mobilität
und klage über
Schlaflosigkeit, verminderte Konzentrationsfähigkeit sowie unklare Beschwerden im linken Ohr. Sie empfehle daher die Weiterführung der Physiotherapie
sowie
die
Behandlung
beim Chiropraktiker. Zur Aufarbeitung der posttraumatischen Belastungsstörung mit Verlust der Arbeitsstelle
sei
ihrer Auffassung nach
eine Psychotherapie oder eine Therapie bei einem Psychiater aufzunehmen (
Urk.
8/M15).
3.2
Die Rad
iologin
Dr.
med.
D._
sah
aufgrund des am 8. März 2017 erstellten MRI
keine Anhaltspunkte für eine Wirbelkörperfraktur.
Ersichtlich sei jedoch eine im oberen lumbalen Bereich betont ausgeprägte Spondylose und
Osteochondrose
.
Es
bestehe eine
multisegmentale degenerative Veränderung mit Betonung in der oberen Lendenwirbelsäule
mit
aktivierten
Retrospondylophyten
vor allem auf der Höhe LWK2/LWK3 (Urk. 8/M17/B5).
3.3
Am 14. März 2017 wurde ein kraniales MRI mit Kontrastmittel sowie ein MRI der Halswirbelsäule
erstellt
.
Dr.
med.
E._
, Facharzt Radiologie, berich
tete, es bestehe kein Nachweis posttraumatischer intra- oder extraaxial
er Verän
derungen. Es bestehe ein Normalbefund des Hir
n
parenchyms. Ebenso wenig
sei
en
eine akute oder subakute Läsion, eine Raumforderung oder eine
Liquorzirkula
tionsstörung
ersichtlich
. Es bestehe
jedoch eine aktivierte
osteoch
ondrotische
Verä
nderung auf der Höhe HWK 3/4
und HWK 5/6 bei regelrechter Höhe der Wirbelkörper. Eine wesentliche
Facettarthrose
konnte nicht festgestellt werden (Urk. 8/M10
[= Urk. 8/M17/B4]
).
3.
4
Am 15. Juni 2017 fand eine Untersuchung durch
Dr.
med.
F._
, Facharzt Neurochirurgie
, statt. Er
führte als Diagnose
den
Verdacht auf
eine
post
traumatisch aktivierte
Osteochondrose
L2/3 mit Nebendiagnose
einer
beginnen
de
n
Segmentdegeneration L5/S1
auf
.
Nach seiner Auffassung seien die vom Beschwerdeführer geschilderten Beschwerden klinisch und radiologisch de
m
Segment
L2/3 zuzuschreiben.
Wahrscheinlich sei es beim Sturz
zu einer Aktivie
rung der bereits vorhandenen
Osteochondrose
gekommen.
Neben der Empfehlung einer aktiven Physiotherapie zum intensiven Muskelaufbauprogramm bot
Dr.
F._
dem Beschwerdeführer an, eine Infiltration vorzunehmen. Sollte dies der Beschwerdeführer nicht wünschen, seien keine weiteren therapeutischen Mass
nahmen notwendig (
Urk.
8/M8
[= Urk. 8/M12/B1]
).
3.
5
Am 2
2.
N
ovember 2017 nahm
Dr.
Z._
eine versicherungsmedizinische Akten
beurteilung vor. Aufgrund der bildgebenden Untersuchung
sei
eine multisegmen
tale, zum Teil ausgeprägte, degenerative Veränderung der Lenden- und Halswir
belsäule
ersichtlich
. Es sei daher zu eine
r
vorübergehende
n
Verschlimmerung des Vorzustandes an der Lendenwirbelsäule geko
mmen.
Im MRI der Lendenwirbel
säule wie auch im MRI des Schädels und der Halswirbelsäule seien keine Hinweise ersichtlich, die auf traumatisch bedingte unfallkausale strukturelle Veränderun
gen hindeuten würden.
Die von
Dr.
F._
diagnostizierte posttraumatisch akti
vierte
Osteochondrose
L2/3
erachtete
er
als
plausibel. Nach medizinischer Erfah
rung sei der Status quo sine in der Regel nach sechs bis neun Monaten
,
spätestens
jedoch
nach einem Jahr
,
erreicht (Urk. 8/M13).
Mit Stellungnahme vom 9. Mai 2018 ergänzte Dr.
Z._
, mit den noch dur
ch
geführten Therapien we
rde der Vor
zustand behandelt. Eine Arbeitsunfähigkeit sei ab März 2018 nicht mehr über
wiegend wahrscheinlich unfallkausal. Zudem habe der Beschwerdeführer ange
geben
(Urk. 8/A68)
, dass er seit April 2018
wieder
100 % arbeitsfähig sei (Urk. 8/M19).
3.
6
Am 25. Januar 2018 fand aufgrund anhaltend dröhnender Hörempfindung der eigenen Stimme
eine
Schädelbasis
-
CT bis zum Kinn statt. Die klinischen und audiologischen
Ohrtests
erwiesen sich allesamt als normal
. D
ie
CT zeigte beidseits ein regelrecht
pneumatisiertes
Mittelohr. Die Darstellung der Tuba
Eustachii
und des Torus
tubarius
sowie der
epipharyngealen
Weichteilstrukturen
waren
beid
seits unauffällig (Urk. 8/M14
[= Urk. 8/M17/B3]
).
Der behandelnde Facharzt
Dr.
med.
G._
erklärte, es hätten keine Pathologien objektiviert werden können, weshalb er den Verdacht auf eine minime Verschiebung der Schall
lei
tungskette links im Mittelohr
habe
.
Für ihn würden die glaubwürdig geschil
derten Symptome einen klaren Zusammenhang zum Unfall aufweisen (Urk. 8/M17).
3.7
Im Bericht vom 26. Juni 2018 führte Prof.
Dr.
med.
H._
, Facharzt
Oto
-
Rhino
-Laryngologie (ORL),
eine
abnorme Wahrnehmung der eigenen Sprech
stimme linksseitig im Sinne einer
Dysakusis
nach einem Treppensturz, einen chronischen, knapp kompensierten
Tinitus
sowie einen Verdacht auf eine Anpas
sungsstörung als Diagnosen auf. Der ORL-Befund sei insgesamt als regelrecht zu bezeichnen, ebenso wie die audiologischen Untersuchungen (Urk. 8/M24).
3.8
Dr.
A._
wies mit versicherungsmedizinischer
Stellungnahme vom 31. Juli 2018 darauf hin, dass der Beschwerdeführer bei der Unfallmeldung keine Hörstö
rung
angegeben habe. Zudem könnten
auch den medizinischen Akten bis Ende September 2017 kein
e Angaben über Hörstörung
en
entnommen werden. Die CT der Schädelbasis habe für das diagnostizierte linksseitige Fehlhören und Druckgefühl links keine objektivierbare Pathologie ergeben. Gegen einen Zusam
menhang zum Unfallereignis spreche, dass keine entsprechende Anfangssympto
matik bestanden habe und auch keine auf das Trauma zurückzuführenden Befunde
hätten
erhoben werden
können, weshalb bloss von einem möglichen Kausalzusammenhang auszugehen sei
(Urk. 8/M20).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich auf die versicherungsinterne
n
Aktenbeur
teilung
en
von
Dr.
Z._
(E. 3.5)
und
Dr.
A._
(E. 3.8
)
, welche den in der Rechtsprechung des Bundesgerichts entwickelten Anforderungen in allen Teilen genügend als beweiskräftig anzusehen
sind
(E. 1.4). Konkrete Indizien, welche gegen die Zuverlässigkeit dieser Einschätzung
en
sprechen würden, sind nicht ersichtlich.
4.2
Dr.
Z._
setzte sich
sowohl mit den erhobenen Befunden als auch dem bildge
benden Material nachvollziehbar und begründet auseinander.
Unter Hinweis darauf, dass weder
mit dem
MRI des Schädels
noch mit jenem
der
Halswirbelsäule
oder
der Lendenwirbelsäule
traumatisch bedingte strukturelle Veränderungen
hätten
nachgewiesen werden
können, schloss er auf ei
nen Vorzustand mit aus
geprägten
degenerativen Veränderungen, welche durch das Sturzereignis eine vorübergehende Verschlimmerung erfahren hätten. Diese Einschätzung ist nach
vollziehbar und deckt sich mit der von
Dr.
F._
erhobenen Verdachtsdiagnose, wonach es durch den Sturz wahrscheinlich zu einer Aktivierung der bereits vor
handenen
Osteochondrose
gekommen sei (E. 3.4), was
Dr.
Z._
denn auch als plausibel erachtete (E. 3.5).
Abgestützt auf die versicherungsinterne Beurteilung ist
daher spätestens
nach einem Jahr
, mithin
im März 2018
, der Status quo sine
vel
ante erreicht und der
Kausalzusammenhang für die noch bestehenden Beschwerden
entfällt
(E. 1.3.2
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_755/2018 vom 11. Februar 2019 E. 4.4.2
)
.
Fachmedizinisch begründete
Beurteilungen, welche in Bezug auf die Kausalität der weiterhin
g
eklagten Beschwerden zum Unfallereignis
einen anderen Schluss
nahe legen
würden, sind nicht aktenkundig.
Zweifel an der
Einschätzung
von
Dr.
Z._
lassen sich somit nicht begründen
.
Eine Arbeitsunfähigkeit lag nach Angaben des Beschwerdeführers seit April 2018 auch nicht mehr vor (Urk. 8/A68). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist der Fall in der Regel abzuschliessen, wenn die versicherte Person wieder in der Lage ist, in ihrer ange
stammten Tätigkeit vollzeitlich erwerbstätig zu sein,
selbst
wenn die Befindlich
keit der versicherten Person durch die Fortsetzung der medizinischen Behandlung noch verbessert werden könnte (Urteil des Bundesgerichts 8C_432/2009 vom 2. November 2009 E. 5.1). Vorliegend ist nicht davon auszugehen, dass eine nam
hafte Besserung des Gesundheitszustandes im Sinne von Art. 19 Abs.
1 UVG noch erwartet werden
konnte
.
Nach Lage der Akten
waren
auch keine Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung pendent
(vgl. Urk. 8/A88)
, weshalb nicht zu beanstanden ist, dass die Beschwerdegegnerin
den Fallabschluss per 15. Juli 2018 vorgenommen und die Versicherungsleistungen
bezüglich der Rückenbe
schwerden
eingestellt hat
(vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_527/2008 vom 27. November 2008 E. 4.1)
.
4
.3
In Bezug auf die
vom Beschwe
rdeführer geklagte Hörstörung
setzte sich Dr.
A._
mit den erhobenen Befunden und dem erstellten Bildmaterial
–
am 25. Januar 2018 war erstmals eine Schädelbasis CT mit Kontrastmittel und
multiplanarer
Rekonstruktionen durchgeführt worden (Urk. 8/M14) –
sowie mit dem geschilderten Unfallhergang
auseinander
.
Dr.
A._
erachtete einen Zusammenhang zwischen den
g
eklagten Beschwerden am linken Ohr und dem Unfall als nicht überwiegend wahrschein
lich, da keine entsprechende Anfangssymptomatik
bestand
en habe
und sich auch keine objektivierbaren und auf ein Trauma zurückzuführenden Befunde
hätten
erheben
lassen
(
E. 3.8
)
, was mit Blick auf die Aktenlage überzeugt
. An dieser Auffassung vermag auch der Bericht von Dr.
H._
nichts zu ändern, da auch er keine strukturellen Befundauffälligkeiten sah (Urk. 8/M24/2). Sodann berich
teten weder
Dr.
G._
(
E. 3.6
)
noch
Dr.
H._
(
E. 3.7
)
von einem überwiegend wahrscheinlichen Zusammenhang zwischen den Beschwerden und dem Unfall
ereignis vom
7.
März 201
7.
Zudem ist darauf hinzuweisen, dass eine gesundheit
liche Schädigung nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc» nicht schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist. Diese Argumentation ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Nachweis der
Unfallkausalität nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundes
gerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Dass d
ie Beschwerdegegnerin
eine
Leistungspflicht in Bezug auf die Hörstörung
ver
neinte, gibt mithin zu keinen Beanstandungen Anlass.
5.
5.1
5.1.1
Die Beschwerdegegnerin erachtete die
vom Beschwerdeführer geklagte
psychi
sche Beeinträchtigung nicht als in adäquatem Kausalzusammen
hang
zum Unfall vom 7. März 2017
stehend
, dies mit der Begründung, dass der Sturz auf der Treppe rechtsprechungsgemäss mit Fahrradstürzen
zu vergleichen sei
. Fahrrad
stürze seien
in der Regel als mittelschwere Unfälle
im Grenzbereich zu den leich
ten Ereignissen
zu klassifizieren
(Urk. 2 S. 7-8).
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend, er sei von der Aussen
dienst
mitarbeiterin der Beschwerdegegnerin darauf hingewiesen worden, dass er psychologische Hilfe oder Unterstützung in Anspruch nehmen könne, wobei die Kosten vollständig von der Beschwerdegegnerin übernommen würden (Urk. 1).
Vorab ist daher zu prüfen, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung betreffend die Behandlung de
s
psychischen
Leidens
aus Vertrauensschutz hat.
5.
1.2
Aus dem Aussendienstbericht der Beschwerdegegnerin
vom 18. Mai 2017
geht hervor, dass der Beschwerdeführer beim Sturz auf der Treppe eine Rüc
kenkon
tusion (LWK 2/4) erlitten,
an
zwei Zähnen mittig kleine Ecken abgeschlagen sowie eine verschwommene Sicht mit dem rechten Auge davongetragen habe (Urk. 8/A14/1). Auf die psychische Komponente angesprochen habe der Beschwerdeführer lediglich angegeben, er sei deprimiert und merke ständig, wie eingeschränkt er sei (Urk. 8/A14/2). Betreffend die Kostenübernahme für psycho
logische Behandlungen meldete sich der Beschwerdeführer erstmals am 26. September 2017 telefonisch bei der Beschwerdegegnerin
. Dabei wurde ihm mitgeteilt, dass der Unfall
vermutlich
nicht geeignet sei, um eine psychische Ein
schränkung zu verursachen. Bei der Abklärung vom 18. Mai 2017 habe es sich zudem um eine Anamnese-Abklärung seines psychischen Zustandes gehandelt, welche für die Kausalitätsfrage wichtig sei und nicht um eine Empfehlung zur psychologischen oder psychiatrischen Behandlung (Urk. 8/A29). Am 3. Oktober 2017 teilte der Beschwerdeführer sodann mit, dass er einen Termin bei einer Psychologin habe. Wiederum wurde ihm
m
itgeteilt, dass
ein
Leistungsanspruch fraglich sei, da es sich «nur» um einen Sturz
gehandelt habe
, weshalb der
Beschwerdeführer seine Krankenkasse informieren
solle
(Urk. 8/A31).
Mit E-Mail vom 4. Juli 2018 erkundigte sich der Beschwerdeführer erneut, ob die Kosten für die psychologische Behandlung von der Beschwerdegegnerin übernommen wür
den (Urk. 8/A70/2).
Mit Verfügung vom 8. Oktober 2018 wurde dem Beschwer
deführer schliesslich mitgeteilt, dass keine Zusage betreffend Kostenübernahme erteilt worden sei. Die Art und Schwere des Unfallereignisses, die Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit sowie bestimmte Faktoren die mit dem Heilungsprozess zusammenhängen, würden sodann die Voraussetzungen für einen adäquaten Kausalzusammenhang nicht erfüllen (Urk. 8/A72/2).
5.1.3
Gemäss Rechtsprechung (BGE 143 V 95 E. 3.6.2) kann nach dem in Art. 9 der Bundesverfassung (BV) verankerten Grundsatz von Treu und Glauben eine unrichtige Auskunft, welche eine Behörde dem Bürger erteilt, unter gewissen Um
ständen Rechtswirkung entfalten. Insbesondere ist dafür Voraussetzung, dass es sich um eine vorbehaltlose Auskunft der Behörde handelt. Vorliegend sind jedoch keine Anhaltspunkte ersichtlich, wonach dem Beschwerdeführer zugesichert
wor
den wäre
, dass er Anspruch auf Kostenübernahme einer psychologischen oder psychotherapeutischen Behandlung habe. Vielmehr wurde er wiederholt darauf aufmerksam gemacht, dass aufgrund seines Unfallereignisses wohl kein Anspruch bestehe. Dass er im Zusammenhan
g
mit der
a
ussendienstlichen Abklärung zu seinem psychischen Gesundheitszustand befragt wurde, begründet dabei noch keinen Anspruch auf
eine
Leistungszusprechung. Damit gelingt es dem Beschwer
deführer nicht, gestützt auf den Vertrauensschutz
einen
Anspruch geltend zu machen.
5.
2
5.2.1
Des Weiteren ist zu prüfen, ob die beklagten psychischen Beschwerden einen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 7. März 2017 aufweisen.
Hierfür
wäre zunächst
zu klären, ob
die natürliche Kausalität der noch bestehenden Beschwerden im Zusammenhang mit dem Unfall
zu bejahen wäre
. Die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang kann nach der Rechtsprechung in jenen Fällen jedoch offengelassen werden, in welchen der für die Bejahung einer Leistungspflicht erforderliche adäquate Kausalzusammenhang ohnehin verneint wer
den muss, was vorliegend – wie nachfolgend aufgezeigt wird – der Fall ist (SVR 1995 U 23 S. 68 E. 3c; Urteil des Bundesgerichts 8C_182/2010 vom
2.
Juli 2010
E
. 3.2). Deswegen kann auf weitergehende Ausführungen in Bezug auf die natür
liche Kausalität betreffend die psychischen Beeinträchtigungen verzichtet wer
den.
Bei psychischen Beeinträchtigungen ist – anders als bei Gesundheitsschädi
gungen mit einem klaren unfallbedingten organischen Substrat, bei welchen der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel mit dem
natürlichen bejaht werden kann (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
mit Hinweisen) – eine besondere Adäquanzprü
fung vorzunehmen.
Zunächst ist der Unfall je nach seinem Verlauf in drei Kate
gorien einzuteilen (BGE 129 V 402 E. 4.4.1). Die Unfallschwere des Ereignisses ist im Rahmen einer objektivierten Betrachtungsweise auf Grund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen.
5.2.2
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwür
digung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auf
fallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwieri
gen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungs
weise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein,
damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusam
men mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
5.2.3
Zum Unfallhergang ist bekannt, dass der Beschwerdeführer auf einer losen Trep
penstufe auf dem Schulgelände ins Straucheln
geriet
und
stürzte
(Urk. 8/A1; vgl. auch Fotos der Unfallstelle [Urk. 8/A15] sowie Schilderung aus dem Aussen
dienstbericht [Urk. 8/A14]).
Das Ereignis vom 7. März 2017 ist aufgrund des Stur
zes auf einer Treppe allerhöchstens als mittelschwerer Unfall im Bereich zu den leichten U
nfällen zu qualifizieren (vgl. U
rteil des Bundesgerichts 8C_748/2010 vom 9. Dezember 2010 E. 4.1
; vgl. auch U 292/05 vom 25. Mai 2007 E. 2.1 Sturz von einer rund einem Meter
h
ohen Rampe auf das Becken als Unfall im mittleren Bereich bejaht
).
Bei der Einordnung des Unfalls als mittelschwer kann die Adäquanz nur dann bejaht werden, wenn mindestens drei der sieben Adäquanzkriterien in einfacher
F
orm erfüllt sind oder eines besonders ausgeprägt vorliegt (BGE 134 V 109 E. 10.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_114/2018 vom 22. August 2018 E. 5.3.3).
5.2.4
Aufgrund des geschilderten Geschehens- und Behandlungsablaufs können die Kriterien «besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklich
keit des Unfalls», «Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen» sowie «ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert» ohne weiteres verneint werden.
Einzig aufgrund des Umstandes, dass der Beschwerdeführer seine Schmerzen seit dem Unfall bei verschiedenen Ärzten durch Physiotherapie und Chiropraktik zu lindern versuchte, kann sodann
nicht auf eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung geschlossen wer
den (vgl. hierzu Urteil des Bundesgerichts 8C_488/2017 vom 2
7.
November 2017 E. 6.7). Ebenso wenig ist das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen als erfüllt zu betrachten. So berichtete der Beschwerdeführer bereits im Mai 2017, die Beschwerden im LWS-Bereich würden sich insbesondere am Morgen bemerk
bar machen, im Laufe des Tages jedoch nachlassen (
Urk.
8/A14, vgl. auch
Urk.
8/M8 und 8/M16).
Auch das Kriterium «schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen» kann vorliegend nicht bejaht werden. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts bedarf es hierzu besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben. Die Einnahme vieler Medikamente und die Durchführung verschiedener Therapien genügen ebenso wenig, wie der Umstand,
dass trotz regelmässiger Therapie weder eine Beschwerdefreiheit noch eine (voll
ständige) Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit erreicht werden konnte (Urteil des Bundesgerichts 8C_252/2007 vom 16. Mai 2008 E. 7.6).
Was schliess
lich das Kriterium des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsun
fähigkeit betrifft, so ist dieses jedenfalls nicht in ausgeprägter Weise erfüllt, war dem Beschwerdeführer seine bisherige Tätigkeit doch spätestens ab April 2018 wieder vollumfänglich möglich (E. 3.5).
Nach dem Gesagten ist mangels Vorliegens
mehrerer
Adäquanzkriterien in einfacher Form oder eines Adäquanzkriterium
s
in besonders ausgeprägter Weise ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom
7.
März 2017 und allfälligen psychischen Beschwerden zu verneinen
, womit eine diesbezügli
che Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin entfällt.
6.
Zusammenfassend
lässt sich erstellen
, dass ein Kausalzusammenhang zwischen dem Sturz vom 7. März 2017 und der Hörstörung sowie den psychischen Beschwerden nicht überwiegend wahrscheinlich ist. Die durch den Unfall
verur
sachte vorübergehende Verschlimmerung der degenerativen
Osteochondrose
kann spätestens ein Jahr nach dem Unfallereignis als ausgeheilt betrachtet wer
den, womit vom Erreichen des medizinischen Endzustandes auszugehen ist. Dass die Beschwerdegegne
rin den Fall per 15. Juli 2018
abgeschlossen und die gesetz
lichen Leistungen eingestellt hat, ist daher nicht zu beanstanden.
Da aufgrund der Kausalitätsbeurteilung keine unfallkausalen Gesundheitsschäden mehr vorla
gen (E.
4
und
5
)
und der Beschwerdeführer seit April 2018 wieder
vollständig
arbeitsfähig ist (Urk.
8/A68)
, erübrigt es sich, den Anspruch auf
eine Invaliden
rente oder eine
Integritätsentschädigung zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_188/2020 vom 5. Mai 2020 E. 6.7).
Der
angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.