Decision ID: ce988842-5eb1-4bbd-8c91-c2eb55a04ed2
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1954, arbeitete seit
Februar 1994
als Verwaltungs
angestellte der
Y._
und war ab dem 1
4.
Mai 2012 krank
geschrieben (
Urk.
7/15)
.
Das Arbeitsverhältnis wurde von der Arbeitgebe
rin per 3
1.
August 2014 beendet (
Urk.
3/7 S. 2).
Am
8.
November 2012
hatte
die Versicherte
sich bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung wegen Schulter- und Kniebeschwerden für die berufliche Integration und zum
Renten
bezug
an
ge
meldet
(
Urk.
7/4).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
nahm daraufhin erwerbliche und medizinische Abklärungen vor (
Urk.
7/13,
Urk.
7/15,
Urk.
7/17,
Urk.
7/20,
Urk.
7/21,
Urk.
7/32/4-5), insbeson
dere zog sie die
von der Personalvorsorge des Kantons Zürich BVK beim
Z._
erstellten
vertrauensärztlichen
orthopä
disch-chirurgi
schen
Gutachten vom 1
8.
März und vom 3
0.
Oktober 2013 bei (
Urk.
7/23,
Urk.
7/29).
Die BVK teilte der Versicherten am 1
9.
Dezember 2013 mit, bei ihr sei gemäss dem Gutachten des
Z._
vom 3
0.
Oktober 2013 keine Einschränkung der
Be
rufsfähigkeit
festzustellen (
Urk.
7/29
/13
), wogegen die Versicherte am 2
2.
Janu
ar 2014 Einsprache erheben liess (
Urk.
7/37). Mit
Einspracheentscheid
vom 1
7.
April 2014 hiess die BVK die Einsprache in dem Sinne gut,
dass die Sache an den
BVK-
Leistungsdienst zurückgewiesen wurde, damit dieser
Zusatz
abklä
rungen
treffe und anschliessend neu über den Leistungsanspruch ent
scheide (
Urk.
3/7).
Die IV-Stelle stellte der Versicherten m
it
Vorbescheid vom 2
0.
Januar 2014
für die Zeit vo
m
1.
Mai bis
3
1.
Dezember 2013
die Zusprechung
eine
r
befristete
n
ganze
n
Invalidenrente, darüber hinaus jedoch eine
Verneinung des Rentenan
spruchs
in Aussicht (
Urk.
7/36). Hiergegen liess die Versicherte am 2
0.
Februar 2014 Einwand erheben (
Urk.
7/41). Mit Verfügung vom 1
6.
Mai 2014 entschied
die IV-Stelle im Sinne ihres Vorbescheids, wobei sie
für die Zeit ab Oktober 2013
von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und
von einem
Invaliditätsgrad von 30
%
ausging (
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin
Martina
Wagner
Eichin
, am 1
8.
Juni 2014 Beschwerde. Sie beantragte, es sei ihr eine
unbefristete
ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei ein un
ab
hän
giges Obergutachten einzuholen (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 1
3.
August
2014 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), mit Verfügung vom 1
5.
August 2014 wurde ein zweiter Schriftenwechsel ange
ordnet (
Urk.
8), am 1
7.
November 2014 liess die Versicherte die Replik erstatten
(
Urk.
13) und am 2
6.
November 2014 teilte die IV-Stelle den Verzicht auf Duplik
mit (
Urk.
16).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete Invalidenrente um
fasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhe
bung
.
Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hin
wei
sen)
vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung nach Massgabe des analog an
wend
baren (AHI 1998 S.
121 E.
1b mit Hinweisen)
Art.
88a der Ver
ordnung über
die Invalidenversicherung (IVV) festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des
Invalidi
täts
grades
eingetreten und damit der für die Befristung erfor
derliche
Revi
sions
grund
gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sach
verhalts im Zeitpunkt
der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Auf
hebung der Rente (BGE 125 V 413 E.
2d am Ende, 369 E.
2, 113 V 273 E.
1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist ent
scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderli
chen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berück
sich
tigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person aus
einander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
ab
gegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und
Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Ex
per
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prü
fend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räu
men
de Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen er
schwe
ren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in
der Sozialversicherung, BJM 1989, S.
30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärzt
liche Gutachten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
1.4
Berufsberatung ist Aufgabe der IV-Stelle und nicht des begutachtenden Arztes
oder der Ärztin. Zwischen diesen und den Fachleuten der Berufsberatung ist aber eine enge, sich gegenseitig ergänzende Zusammenarbeit erforderlich. Der Arz
t
oder die Ärztin sagen, inwiefern die versicherte Person in ihren körperli
chen res
pektive geistigen Funktionen durch das Leiden eingeschränkt ist, wobei es als selbstverständlich gilt, dass sie sich vor allem zu jenen Funktionen äus
sern, wel
che für die nach ihrer Lebenserfahrung im Vordergrund stehenden Ar
beits
möglichkeiten der versicherten Person wesentlich sind (so etwa, ob diese sitzend oder stehend, im Freien oder in geheizten Räumen arbeiten kann oder muss, ob sie Lasten heben und tragen kann). Die Fachleute der Berufsberatung da
gegen
sagen, welche konkreten beruflichen Tätigkeiten aufgrund der ärztli
chen Anga
ben
und unter Berücksichtigung der übrigen Fähigkeiten der versi
cherten Per
son in Frage kommen, wobei unter Umständen entsprechende Rück
fragen beim Arzt oder der Ärztin erforderlich sind (BGE 107 V 17 E. 2b; SVR 2001 IV Nr. 10
S.
27 E.
1 mit Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts 8C_119/2008 vom 22. Septem
ber 2008 E. 6.2 und I 588/05 vom 27.
April 2006 E. 3).
2.
2.1
Die IV-Stelle hielt in ihrer Verfügung vom 1
6.
Mai 2014 insbesondere fest, die Versicherte sei seit dem 1
5.
Mai 2012 in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich einge
schränkt
gewesen
und es sei ihr nicht mehr möglich gewesen, in ihrer bisheri
gen
Tätigkeit als Verwaltungssekretärin zu arbeiten. Ab Oktober 2013 sei eine Ver
besserung des Gesundheitszustands ausgewiesen und bestehe in der ange
stam
m
ten Tätigkeit bei 100%iger Präsenzzeit eine 70%ige Leistungsfähigkeit, weshalb nur noch ein 30%iger Invaliditätsgrad vorliege
und
die ganze Invali
denrente per Ende Dezember 2013 eingestellt werde (
Urk.
1). In der
Beschwer
deantwort
vom 1
3.
August 2014 ergänzte die IV-Stelle vor allem, dass die BVK dem Gut
achten vom 3
0.
Oktober 2013 in ihrem
Einspracheentscheid
vom 1
7.
April 2014 nicht den Beweiswert abspreche, sondern nur festhalte, die durch den
BVK-Leis
tungsdienst
vorgenommene Würdigung sei nicht nachvollziehbar
(
Urk.
6)
.
2.2
Die Versicherte liess in der Beschwerde vom 1
8.
Juni 2014 insbesondere geltend machen, das
Z._
-Gutachten vom 3
0.
Oktober 2013 sei widersprüchlich, nicht nachvollziehbar und stehe teilweise in krassem Gegensatz zum Sachverhalt
und
zu
den Dokumenten, auf welche
es sich stütze. Am 1
8.
März 2013 sei
das
Z._
noch zum Schluss gekommen,
sie
könne die bisherige Tätigkeit nicht ausführen und der Befund sei am 3
0.
Oktober 2013 unverändert geblieben. Dieses
zweite
Z._
-Gutachten werde nicht einmal von der BVK als Auftraggeberin als taug
lich für den Nachweis einer Verbesserung des Gesundheitszustands erachtet.
Es
sei ihr eine ganze Invalidenrente zuzusprechen, eventualiter sei
ein
gerichtli
ches,
unabhängiges Obergutachten einzuholen (
Urk.
1). In der Replik vom 1
7.
Novem
ber 2014
verwies die Versicherte insbesondere auf den
am
2
4.
Januar 2014 durchgeführten Test-Einsatz am Arbeitsplatz und reichte
den zu diesem Test
verfassten
Bericht ein (
Urk.
13,
Urk.
14).
3.
3.1
Die BVK gab bei
Dr.
med.
A._
, Spezialarzt für Orthopädie und Trau
m
a
to
logie, vom
Z._
ein orthopädisch-chirurgisches Gutachten in Auftrag.
Dr.
A._
hielt im Gutachten vom 1
8.
März 2013 zunächst zusam
menge
fasst die dokumentierte Krankengeschichte fest. Anschliessend
erhob er die per
sön
liche, berufliche und orthopädisch-chirurgische Anamnese sowie die geklag
ten Beschwerden.
Er hielt fest, die
Versicherte
habe ihre
Schultern mehr
fach operieren lassen
müssen
. So
sei
am 1
9.
November 2009 eine
arthroskopi
sche
Ope
ration der rechten Schulter durchgeführt und die Schulter aufgrund ei
ner im
postoperativen Verlauf aufgetretenen Bewegungseinschränkung am 1
9.
April 2010
erneut operiert
worden
.
Am
7.
Juni 2012
sei
links eine
Schulter
arthros
kopie
durchgeführt worden und nach anhaltenden Schmerzen
sei
am 1
3.
Dezem
ber 2012 die Implantation einer inversen Schulterprothese
erfolgt
(
Urk.
7/23/1-6)
.
Als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hielt
Dr.
A._
fest
(
Urk.
7/23/8)
:
Status nach
Total-Endo-Prothese
am linken Kniegelenk vom 2
9.
Oktober 2010
Status nach T
otal-Endo-Prothese
am rechten Kniegelenk vom
7.
Septem
ber 2011
Status nach inverser
Schulterarthroplastik
Delta-X-
Tent
links
und
Latis
simus
dorsi
Trans
f
er von medial nach lateral vom 1
3.
Dezember 2012
Status nach offener
Rotatorenmanschettennaht
und
Ten
o
d
e
se
der
Bi
zepssehne
der rechten Schulter vom 1
9.
November 2012
Status nach Schulterarthroskopie und
subakromialem
Débridement
, Naht des
M
usculus
infraspinatus
und
Lösen von intraartikulären
Verkleb
ung
en an der rechten Schulter vom 1
9.
April 2010
.
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
A._
zudem
eine
Adipositas per magna Grad III,
Heberdenarthrosen
beider Hände
und ein chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom bei mehrsegmentalen dege
nera
tiven Veränderungen der Lendenwirbelsäule
(
Urk.
7/23/8-9)
.
Dr.
A._
hielt fest,
d
ie implantierten Knieprothesen
bereiteten der Versi
cherten kein
e grossen Probleme. Doch trotz
zweier Operationen an der rechten Schulter sei die Beweglichkeit des
Schulterg
elenkes erheblich eingeschränkt. Die Versicherte könne ihren Arm nicht über die Horizontale anheben
.
A
lle Tätig
keiten, die über die Horizontale
hinaus
oder über Kopf ausgeführt werden müssten, seien für die Versicherte nicht durchführbar
. Zur Zeit könne sie ihre bis
herige Tätigkeit nicht ausführen. Da sich die Versicherte
nach
der
Implanta
tion einer linken Schulterprothese am 1
3.
Dezember 2012
noch
im
Rehabilitati
onsprozess
befinde, solle für die weitere Beurteilung
zunächst das
Ergebnis die
ser Implantation abgewartet werden
, wobei damit zu rechnen sei, dass dies
es
in ungefähr sechs Monaten
vorliege
. Bis August/September 2013 sei die Versi
cherte zu 100
%
arbeitsunfähig
(
Urk.
7/
23/9-
12).
3.2
Im
zweiten
Gutachten vom 3
0.
Oktober 2013
, welches
Dr.
A._
ebenfalls im Auftrag der BVK erstellte, hielt er
dieselben Diagnosen fest wie in seinem ersten Gutachten
(
Urk.
7/29/6)
.
Am
7.
Oktober 2013 führte
er
bildgebende Un
tersuchungen der linken Schulter durch und hielt in seinem
neuen Gutachten fest
, der Status der linken Schulter habe sich verbessert.
So könne die
aktive Beweglichkeit
nun
bis zur horizontalen Ebene ausgeführt werden. Die Beweg
lichkeit der rechten Schulter sei nach wie vor erheblich eingeschränkt. Alle Tä
tigkeiten, die über die Horizontale
hinaus
und über dem Kopf ausgeführt wer
den müss
t
en, seien für die Versicherte mit beiden Armen nicht durchführbar
(
Urk.
7/29/5-6)
.
Er sehe keine Möglichkeit, dass die Versicherte Lasten über die Horizontale (im Falle der Versicherten ca. ein
en
Meter)
hinaus
heben könne
.
Er schätze den Anteil der Tätigkeiten, die für die Versicherte
in ihrer bisherigen Tätig
keit
nicht mehr durchführbar seien und auch
die Berufsunfähigkeit auf 30
%
ein.
Die Versicherte könne in 100
%
Präsenzzeit
eine 70
%
ige
Leistung
er
bringen
(
Urk.
7/29/7)
.
A
ngepasste Tätigkeiten ohne repetitives Heben und Tra
gen von leichten Lasten über die Horizontale
hinaus
, sowie Tätigkeiten die mit Wechseln zwischen Sitzen und Gehen (überwiegend sitzend) ausgeführt w
ü
rden,
seien
ihr
ab dem
7.
Oktober 2013 zumutbar
(
Urk.
7/29/8
)
.
3.3
Med.
pract
.
B._
, Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) hielt in der internen Stellung
nahme
vom 1
0.
Januar 2014 fest, auf das Gutachten von
Dr.
A._
könne abgestellt werden. Bei der angestammten handle es sich zugleich um eine ange
passte Tätigkeit. Ab Oktober 2013 könne bei 100%iger Präsenzzeit eine 70%ige Leistung erbracht werden (
Urk.
7/32/4-5).
3.4
Der behandelnde Arzt
Dr.
med.
C._
, Spezialarzt für orthopädische Chirurgie,
hielt am 2
0.
Januar 2014
zu
Handen
der Versicherten
zu den Gut
achten von
Dr.
A._
fest, der Befund
habe
sich in dessen zweiten Gut
ach
ten nicht geändert. Die Beschwerden der linken Schulter hätten sich zwar minim
iert
, jedoch nicht wesentlich verbessert. Die entscheidende Tatsache, dass
die Versicherte rechtsdominant sei, werde in den Gutachten nicht berücksich
tigt.
Unklar bleibe, weshalb das chronische
lumbovertebrale
,
teils
lumbospon
dylo
gen
e
rechtsbetonte Schmerzsyndrom keinen Einfluss auf die Arbeitsfähig
keit haben solle. Mit der linken Hand könne die Versicherte knapp auf Schulter
höhe ein
Glas halten. Mit de
r Schulter- und
Kopfprotraktion
,
der persistierenden Schmerz
haftigkeit in beiden Schultern sowie der bekannten Diagnose bezüglich der
Len
denwirbelsäule
sei eine fixierte Körperhaltung wie sie für das Schreiben am PC nötig sei, ebenfalls nicht mehr zumutbar.
Die Versicherte bleibe in ihrer ange
stammten Tätigkeit vollumfänglich und lebenslang arbeitsunfähig, eine
zumut
bare
Verweistätigkeit existiere nicht (
Urk.
7/38/28-31).
4.
4.1
Die Case
-
Managerin der BVK hielt in ihrem Schreiben an
Dr.
A._
vom 3
1.
Oktober 2013
mit Bezugnahme
auf ein Telefongespräch sowie ein
e
E
-M
ail
vom Vortag
fest,
dass die Versicherte ungefähr fünfzehn Mal am Tag Ordner mi
t einem Gewicht von eineinhalb bis zwei Kilogramm aus zwei übereinander
ge
stellten Korpussen holen und diese wieder dahin
verräumen
müsse. Die
Ge
samt
höhe
dieses
Korpusses
betrage 1,
90 Meter, wobei die mittleren beiden Tab
lare mit
Ordnern belegt seien, welche häufiger benutzt werden müss
t
e
n
.
Weiter müsse die Versicherte ungefähr fünfzehn Mal am Tag die Hängeregistratur mit den Personalakten benutzen. Das Gewicht der Personalakten sei wohl kein Pro
blem, jedoch das Entnehmen ganzer Dossiers aus der obersten Schublade (An
he
ben über Schulterhöhe) und das Benützen der untersten Schublade auf
Boden
höhe
(bücken, knien).
In einem weiteren Schrank von 1,
90 Metern Höhe befän
den
sich
Reglemente und Formulare, a
n die obersten Fächer komme
die Versi
cherte
kaum
heran.
O
berhalb der einander gegenüberliegenden Pulttische
befän
den sich
einige
Aktenordner und gewöhnliche Ordner, welche für die Ver
sicher
te nicht leicht zu erreichen seien. Die Schaltertätigkeit werde
nur
aufgrund der gesundheitlichen Situation der Versicherten mehrheitlich von den anderen Sekretärinnen ausge
übt. Das Büro sei im Rahmen des Möglichen auf die Be
dürfnisse der Ver
si
cher
ten angepasst
worden
und weitere Anpassungen seien räuml
ich nicht mög
lich. Dem Bericht wurden Fotos des Arbeitsplatzes beigelegt (
Urk.
7/29/9-
13).
4.2
Am 2
4.
Januar 2014 fand ein Test-Einsatz der Versicherten an ihrem Arbeits
platz statt.
Die Versicherte liess das nach diesem Test-Einsatz am 2
6.
Januar 2014 Festgehaltene im Rahmen ihrer Replik vom 1
7.
November 2014 einreichen (
Urk.
13,
Urk.
14). In diesem Bericht vom 2
6.
Januar 2014 wird insbesondere ausgeführt
, dass die Versicherte über einen sehr eingeschränkten Aktionsradius verfüge, dass das selbständige Arbeiten ohne Hilfe nur sehr begrenzt möglich
sei, dass eine massive Einschränkung der Beweglichkeit beider Arme vorliege, dass
die Arme zwischendurch entlastet werden müssten, dass
das
Material in nahem Umkreis greifbar sein müsse
und
dass Schränke
sowie
Regale nur zwi
schen 40 cm und 100 cm ab Boden benutzbar seien
. F
ür exemplarisch getestete anfallende Tätigkeiten
wurde in Listenform
festgehalten, ob diese für die Versi
cherte gut, mit Mühe oder gar nicht machbar
seien
.
Insbesondere wurde
ausge
führt
, dass der Versicherten Tätigkeiten nicht möglich seien, bei welchen eine
S
eitwärts
b
ewegung nötig sei (z.B. Ordner öffnen/schliessen, in Ordnern blät
tern
,
Post öffnen, Serienverpackungen). Bei Schreibarbeiten am PC verkrampfe der Arm
nach kurzer Zeit. Vieles sei nicht erreichbar, da es zu hoch sei (z.B. der Kopierer im Sekretariat, Verteilfächer, Postfächer, Klassenfächer, Lehrerfächer, Aushang von Infomaterial). Zum Lochen und Heften sei die Kraft nicht ausrei
chend und die Unterschriftenmappen seien zu schwer, um sie über die nötige Distanz tragen zu können.
An der Theke zu arbeiten
sei wegen der Höhe nur knapp möglich. Der PC könne wegen der grossen horizontalen Distanz nicht selbst eingeschaltet werden. Weiter wurde festgestellt, dass die Versicherte we
der Fenster öffnen, ihre Jacke an der Garderobe aufhängen, den Seifenspender und den Papiertuchbehälter im WC
,
noch das Material in den Schrän
ken im Kopierraum, Vorbereitungsraum oder Gang erreichen könne. Zudem
sei es ihr zwar knapp
möglich,
Ordner aus Gestellen und Schränken
zu
ziehen, doch
sie könne nur im Notfall
Ordner
herausheben
, da
diese
zu sc
hwer seien (
Urk.
14
).
4.3
Die IV-Stelle hat in der angefochtenen Verfügung vom
1
6.
Mai 2014
auf die
beiden Gutachten
von
Dr.
A._
abgestellt.
Im
ersten Gutachten vom 1
8.
Mär
z 2013
hat
Dr.
A._
überzeugend
festgehalten
, dass die Rehabili
ta
tion der
linken
Schulter nach der
Implantation einer Schulterprothese am 1
3.
Dezember 2012
noch im Gange
sei
, die rechte Schulter ebenfalls massiv in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sei
und zur Zeit
eine
volle Arbeitsunfähigkeit be
stehe. Dies deckt sich mit den Feststellungen des behandelnden Arztes
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie,
vom
1.
Februar 2013
(
Urk.
7/11/1). Der Versicherten wurde
daher
per
1.
März 2013 zu Recht eine ganze Invalidenrente
zugesprochen.
Zu prüfen bleibt, ob sich der Gesund
heitszustand und die Arbeitsfähigke
it im Oktober 2013 verbesserten
und
die ganze
Invalidenrente gemäss
Art.
88
a
IVV zu Recht bis Ende Dezember 2013 befristet
worden ist
.
4.4
Dr.
A._
hielt im
zweiten
Gutachten vom
3
0.
Oktober 2013 fest, bei der rechten Schulter sei die Abduktion aktiv
zu
80 Grad möglich und passiv bis 120
Grad. Die vordere Elevation s
ei
aktiv
zu
90 Grad möglich und passiv bis 1
4
0 Grad.
Die hintere Elevation sei
zu
40 Grad möglich
(
Urk.
7/29/4)
. Die
aktiven
Be
weglichkeiten
entsprechen den im Gutachten vom 1
8.
März 2013 festgehalte
nen, während die passiven
Beweglichkeiten
damals nicht abgeklärt wurden
(
Urk.
7/23/7)
. Bei der linken Schulter
hielt
Dr.
A._
am
3
0.
Oktober
2013
fest, die
Abduktion
sei
aktiv bis 90 Grad möglich
.
B
ei der passiven Abduk
tion gebe die Versicherte Schmerzen im Oberarm an. Die vordere Elevation sei bis 130 Grad möglich, wobei von der Versicherten Schmerzen im Oberarm an
ge
geben würden
(
Urk.
7/29/5)
. Dies entspricht einer Verbesserung gegenüber der Abduktion
und der vorderen Elevation
, w
i
e
sie
am 1
8.
März 2013 festgehalten worden
sind
(
Urk.
7/23/7-8)
.
S
omit ist nachvoll
zieh
b
a
r, dass
Dr.
A._
am 3
0.
Oktober 2013
eine Verbesserung des Status der linken Schulter festhielt und ausführte, diese könne
nun
aktiv bis zur hori
zontalen Ebene bewegt werden
(vgl.
Urk.
7/29/6)
.
4.5
Im
ersten
Gutachten vom 1
8.
März 2013
hatte
Dr.
A._
die
voll
ständige
Berufsunfähigkeit
vor allem
damit
begründet
, dass die Beweglichkeit de
s
rech
ten Schulter
gelenkes
erheblich eingeschränkt sei und die Versicherte ihren Arm nicht über die Horizontale anheben könne, weshalb sie alle Tätigkeiten, welche über die Horizontale
hinaus
oder über de
m
Kopf ausgeführt werden müssten, nicht
mehr
durchführen könne. Es müsse der weitere Verlauf nach
der
Implan
tation der linken Schulterprothese
abgewartet werden. Im
Status vom
6.
Februar 2013 sei der Versicherten ihre bisherige Tätigkeit nicht zumutbar
(
Urk.
7/23/9)
.
Am
3
0.
Oktober 2013
hielt
Dr.
A._
wiederum
fest, d
er
Versicherte
n
seien keine
Tätigkeiten
möglich
, die über die Horizontale und über den Kopf
hinaus
ausgeführt werden müssten
(
Urk.
7/29/6)
.
Es bleibt somit unklar, inwiefern die Verbesserung des Status der linken Schulter die Arbeitsfähigkeit der Versicher
ten
in ihrer bisherigen Tätigkeit
verbessert
hat
, welche
von Dr.
A._
im Oktober 2013
noch immer
in der im Gutachten vom 1
8.
März 2013 beschrie
be
nen Weise
als
aus gesundheitli
chen Gründen eingeschränkt
bezeichnet wurde
und welche im Übrigen gemäss dem Schreiben von
Dr.
C._
rechts
dominant
sein soll (
vgl.
Urk.
7/58/2)
.
4.6
Bezüglich der angepassten Tätigkeit führte
Dr.
A._
am 3
0.
Oktober 2013
aus, eine solche dürfe kein repetitives Heben und Tragen von leichten Lasten über
die Horizontale beinhalten
(
Urk.
7/29/8)
.
Gleichzeitig hielt er fest, dass die Versicherte
alle Tätigkeiten, die über die Horizontale
hinaus
und über dem Kopf
durchgeführt werden müss
t
en, nicht mehr
ausüben k
önne (
Urk.
7/29/6)
. Es bleibt
angesichts dieser Umschreibung
unklar, ob die Versicherte ihre Arme überhaupt nicht
mehr
über die Horizontale hinaus
bewegen
kann oder
nur nicht repetitiv
.
4.7
Dr.
A._
lag
offenbar
ein sich nicht in den vorliegenden Akten befinden
der Bericht von
Dr.
med.
D._
vom
3.
September 2013 vor, in welchem dieser gemäss der Zusammenfassung im Gutachten vom
3
0.
Oktober 2013
fest
hielt, dass der Status der linken Schulter knapp neun Monate nach
inversiver
Schultera
r
throplastik
mehr oder weniger stabil sei. Die Schulter sei für Arbeiten ab Brusthöhe von der Kraft her noch eingeschränkt. Das Halten eines Glases sei möglich, grössere Gewichte seien aber bereits limitierend
(
Urk.
7/29/3)
. Aus dieser Zusammenfassung geht nicht hervor, ob die Versicherte überhaupt keine grösseren Gewichte tragen k
önne
n soll
oder ob dies
erst
ab Brusthöhe der Fall sein s
oll
.
Dies wäre
insbesondere
für die Frage relevant, ob und
auf welche
Weise
die Versicherte
eineinhalb bis zwei Kilogramm schwere
Ordner tragen kann
. Mit
diesem Bericht von
Dr.
D._
, welcher der aktuellste
dem Gut
achter
vorlie
gende Bericht eines behandelnden Arztes war, hat sich
Dr.
A._
nicht
inhaltlich auseinandergesetzt
, so dass unklar bleibt, ob und bis zu welcher Höhe die Versi
cherte
höhere
Gewichte als
das
ein
es
Glas
es
halten und tragen kann.
4.
8
Die Versicherte liess insbesondere kritisieren, dass der Gutachter zwar bei der Case
-
Managerin der BVK Auskünfte an
gefordert, er jedoch ihr Schreiben
vom
3
1.
Oktober 2013 nicht berücksichtigt
habe (
Urk.
1,
Urk.
13)
. Für die Annahme, dass
Dr.
A._
diesen Bericht nicht berücksichtigt hat, spricht, dass sein Gutachten vom 3
0.
Oktober 2013 datiert
(
Urk.
7/29/1-8)
und der Bericht
der
BVK-Case
-
Managerin
vom 3
1.
Oktober 2013
(
Urk.
7/29/9-13)
.
Der
Gutachter
hat
diesen Bericht
zwar
bei den anderen für das Gutachten relevanten Dokumenten und Zeugnissen aufgeführt
(
Urk.
7/29/2
)
.
Doch
aus dem Inhalt des Gutachtens lässt sich nicht auf eine Berücksichtigung dieses Berichts schliessen. So führte der
Gutachter
in der beruflichen Anamnese aus,
laut dem Bericht der
BVK-
Case
-
Managerin sei ein Schrank auf einer Höhe von 120 cm angebracht worden
(
Urk.
7/29/3)
. Da
s
ist dem Bericht vom 3
1.
Oktober 2013 nicht zu entnehmen
(
Urk.
7/29/9-13)
. Möglicherweise zitiert der Gutachter hier aus dem von ihm bei den anderen für das Gutachten relevanten Dokumenten und Zeugnissen aufge
führten Zwischenbericht der Case
-
Managerin
der BVK
vom 2
1.
August 2013
(
Urk.
7/29/2)
. Da dieser sich nicht in den vorliegenden Akten befindet, kann nicht abgeklärt werden
, ob d
arin
ein solcher Schrank erwähnt wird
.
Die BVK ging in ihrem
E
inspracheentscheid
vom
1
7.
April 2014
aus nachvollziehbaren Gründen
davon
aus, dass
der Gutachter nicht über
diesen Bericht der BVK-Case
Managerin
verfügte
(
Urk.
3/7)
.
Die IV-Stelle nahm zu dieser Problematik in ih
rer Beschwerdeantwort vom 1
3.
August 2014 keine Stellung (
Urk.
6), obwohl diese von der Versicherten in der Beschwerde
vom 1
8.
Juni 2014 (
Urk.
1)
auf
geworfen worden war und
sie den
erwähnte
n
Einspracheentscheid
der BVK im vorliegenden Verfahren eingereicht hatte
. Es muss somit aufgrund der Sachlage, insbesondere de
r
beruflichen Anamnese im Gutachten vom 3
0.
Oktober 2013 (
Urk.
7/29/3), davon ausgegangen werden, dass
Dr.
A._
bei
m
Verfassen dieses Gutachtens nicht über den Bericht der BVK-Case
-
Managerin vom 3
1.
Oktober 2013 verfügte
oder diesen zumindest nicht berücksichtigte
.
4.9
Der Bericht
mit Fotos der BVK-Case
-
Managerin vom 3
1.
Oktober 2013
ist
inso
fern wesentlich
,
als
eine Stellungnahme von
Dr.
A._
dazu, ob die Ver
si
cherte den in diesem Schreiben geschilderten Tätigkeiten nachgehen kann oder nicht, erforderlich
wäre
, um die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
um
fassend
beurteilen zu können. Der Gutachter führte beispielsweise aus, die Case
-
Managerin
der BVK
habe im Zwischenbericht vom 2
1.
August 2013 fest
gehal
ten, die Versicherte müsse
nur selten
Schalterarbeiten ausüben
(
Urk.
7/29/6) und kam zum Schluss, ihr seien Schalterarbeiten zumutbar
(
Urk.
7/29/7)
. Im Bericht
vom 3
1.
Oktober 2013
führte die Case
-
Managerin je
doch aus
,
die geringe Aus
übung von Schaltertätigkeiten hänge
lediglich mit den gesundheitlichen Be
schwer
den zusammen und die Schaltertätigkeit gehöre grundsätzlich genauso zu den Pflichten der Versicherten
,
wie dies bei ihren Ar
beitskolleginnen der Fall sei
(
Urk.
7/29/9)
. Es fehlt somit an einer Äusserung von
Dr.
A._
dazu, ob der Versicherten Schaltertätigkeiten auch
in
einem grösseren Umfang zumutbar wären.
4.
10
B
eim Bericht
vom 2
6.
Januar 2014
über den
Test-Einsatz
der Versicherten am Arbeitsplatz
, welcher am
2
4.
Januar 2014
stattfand
(
Urk.
14)
,
handelt es sich um keinen ärztlichen Bericht
.
Doch es
fehlt an gutachterlichen Äusserungen dazu
, o
b die Versicherte
a
us
objektivierbaren
gesundheitlichen Gründen
Probleme
mit Seitwärtsbewegungen der Arme
,
mit
dem Tragen von leichte
m
Gewicht
u
nter
halb der Horizontalen, dem Schreiben am Computer und den anderen in diesem Bericht als nur mit Mühe oder gar nicht ausführbar benannten Tätigkeiten
hat
.
Dabei ist darauf hinzuweisen, dass gemäss de
n
Stel
lungnahmen
der behandeln
den Ärzte
Dr.
C._
vom 2
0.
Januar 2014 (
Urk.
7/38/30)
und offenbar auch von
Dr.
D._
vom
3.
September 2013 (Bericht,
der sich nicht in den Akten befindet, jedoch im Gutachten
vom 3
0.
Oktober 2014
erwähnt wird
=
Urk.
7/29/3
), die Versicherte
links
knapp ein Glas auf Schulterhöhe halten
könn
e beziehungsweise die Schulter für Arbeiten ab Brusthöhe von der Kraft her noch eingeschränkt und das Halten eines Glases
zwar
möglich
sei
, doch grössere Ge
wichte bereits limitierend seien.
Eine gesundheitliche Ursache für die gemäss Test-
Einsatzbericht am 2
4.
Januar 2014 festgestellten Einschränkungen können
folglich
bei
der derzeitigen Aktenlage
zumindest
nicht ausgeschlossen werden.
4.
11
Ärzte
sollen
die Frage
beantworten
, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen respektive geistigen Funktionen durch das Leiden eingeschränkt ist
(vgl. E. 1.4).
Die Frage, welche Tätigkeiten die Versicherte als
Verwaltungssek
re
tärin
in welchem Umfang auszuüben hat, ist
hingegen
keine vom
begutach
tenden
Arzt
abschliessend
zu beurteilende Frage.
Von der
letzten
Arbeitgeberin ist im Fragebogen am 2
1.
Januar 2013 angegeben
worden, dass die Versicherte oft (34-66
%
oder 3 bis 5 1⁄4 Stunden pro Tag) leicht
e Gegenstände (Ordner,
Akten) heben oder tragen müsse.
Neben dem
Sek
re
tariatsdienst
am Schreibtisch
leiste sie Schalterdienst (6-33
%
oder ca. 1⁄2 bis 3 Stunden pro Tag) und erledige auf der Etage kurze Botengänge (1-5
%
oder bis ca. 1⁄2 Stunde pro Tag). Zusammenfassend hielt die Arbeitgeberin fest, die Versi
cherte leiste in der Regel Arbeit am Schreibtisch, wobei sie mit einem Computer arbeite und häufig telefoniere. Daneben gehe sie dem Schalterdienst nach und stelle Unterlagen bereit, welche sie verteile. Ausserdem hole sie Akten und Ord
ner für ihre Arbeit, welche sie anschliessend wieder
ver
r
äume
(
Urk.
7/15/6).
Auch wenn
Dr.
A._
den Umfang der
nicht mehr
ausübb
aren
Tätigkeiten
in der
angestammten
Tätigkeit
auf 30
%
ein
geschätzt hat, wäre von der IV-Stelle
genauer und bezogen auf die konkreten, als solche gut dokumentierten Anfor
derungen an ihrem Arbeitsplatz
zu klären gewesen, wie sich d
ies verhält
.
S
tatt
dessen hat sie
in der Verfügung vom 1
6.
Mai 2014
nur
basierend auf dessen Gut
achten einfach eine 70%ige Leistungsfä
higkeit fest
ge
halten.
Hiezu
wäre
allen
falls
eine
Fachperson der Berufsberatung
beizuziehen und
zu
prüfen
gewesen, ob
leidens
angepasste
zumutbare
Tätigkeiten existieren, welche die Versicherte ohne oder mit weniger Einschränkungen ausüben könnte.
4.
12
Die IV-Stelle hat bisher selbst kein
medizinisches
Gutachten in Auftrag gegeben
und es stehen sich auch keine
an sich gleichwertige
, aber
sich widersprechende Gut
achten gegenüber
, weshalb kein An
lass besteht
das von der Versicherten be
an
tragte
medizinische
Obergutachten
einzuholen
.
Vielmehr ist die Sache zu er
gän
zenden Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen. Dabei wird insbeson
dere
,
unter Kenntnis sämtli
cher Berichte der
BVK-
Case
-
Managerin
sowie der Fest
stell
ungen des Test-Ein
satzes vom 2
6.
Januar 2014
,
festzulegen sein, welche Tätig
keiten die Versicherte
aufgrund ihrer Einschränkungen
noch ausüben kann und welche nicht. Falls es sich als
notwen
dig
erweist, ist
durch die IV-Stelle
an
schliessend der Umfang der Einschränkun
gen in der angestammten Tätigkeit
festzulegen,
falls erforderlich unter
Beizug
von Berufsberatungsfachpersonen
.
Die Beschwerde ist somit in dem Sinne gutzuheissen, dass die Sache an die IV-
Stelle zur ergänzenden Abklärung und neuen Entscheidung betreffend de
n
Renten
anspruch ab dem
1.
Januar 2014 zurückzuweisen ist.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen der gesetzlichen Vorgabe
(
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Nach ständiger Rechtspre
chung
gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklä
rung und
neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (Urteil des Bundesge
richt
s
U 199/02
vom 1
0.
Februar 2004 E. 6 mit Hinweis auf BGE 110 V 57; SVR 1999 IV Nr. 10
S.
28 E.
3). Die Kosten sind der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuer
legen.
5.2
Ferner hat die vertretene Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Prozessent
schädigung
. Diese wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens
be
messen (
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht). Es kommt der für selbständig tätige Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte bis Ende
2014 gerichtsübliche Stundenansatz von
Fr.
200.-- zur Anwendung. Die
Be
schwer
de
gegnerin
ist zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine
Prozess
ent
schädigung
in der Höhe von
Fr.
1‘900.-- (inklusive Barauslagen und Mehr
wert
steuer) zu bezahlen.