Decision ID: db626787-4f54-47ae-886c-802cecd4c33c
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
19
58
, arbeitete seit dem 1.
September 2013
als IT-Leiter für die
Y._
. Per
30. September 2015
kün
digte
diese
das Arbeitsverhältnis
(vgl. Arbeitgeberbescheinigung, Urk. 7/
39
Ziff. 1-3 und Ziff. 10).
Am 1
2.
August 2015 meldete sich der Versicherte beim regi
onalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV)
O._
zur Stellenvermittlung im Ausmass von 100 % an (Urk. 7/38) und beantragte ab dem 1. November 2015 Arbeitslosenentschädigung (Urk. 7/37 Ziff. 2).
Die
Unia
Arbeitslosen
kasse (nachfolgend:
Unia
) eröffnete eine Rahmenfrist für den Leistungsbezug vom
2.
November 2015
bis am
1. November 2017
und richtete dem Versi
cherten Taggelder aus (
Urk.
7/
47
;
Urk.
7/31
).
Am 31. Mai 2016 schloss der Versicherte mit der
Z._
einen Einsatzvertrag ab dem 6. Juni 2016 ab
(
Urk.
7/22)
.
Mit Verfügung
vom
10. Oktober 2016 verneinte d
ie
Unia
auf
grund der Höhe des erzielten Einkommens einen Anspruch auf
Arbeitslo
senentschädigung ab dem 6. Juni 2016
(
Urk.
7/
15
).
Die dagegen vom Versi
cherten am
2
2.
Oktober 2016
erhobene Einsprache (Urk. 7/
13
)
wies
die
Unia
mit Entscheid vom
26. Januar 2017
ab (
Urk. 7/
5
= Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
6. Januar 2017
(Urk. 2) erhob der Versi
cherte am
14. Februar 2017
Beschwerde (Urk. 1) und beantragte
für den Monat August 2016 eine Kompensationszahlung in der Höhe von Fr. 2‘986.-- (S. 1 Mitte
).
Die
Unia
ersuchte mit Beschwerdeantwort vom
1. März 2017
um Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Dies wurde dem Versicherten am
3. März 2017
zur Kenntnis gebracht (Urk.
9
).
Die Einzelrichterin

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Übt eine versicherte Person während der Arbeitslosigkeit eine selbstständige oder unselbstständige Tätigkeit aus, ist der innerhalb einer Kontrollperiode erzielte Verdienst bei der Bemessung des zu entschädigenden Verdienstaus
falls als Zwischenverdienst anzurechnen, ausser es handelt sich dabei um ei
nen Nebenverdienst im Sinne von
Art.
23
Abs.
3
des Bundesgesetzes über
die obligatorische Arbeitslosen
versicherung und die Insolvenzentschädigung (
AVIG;
Art.
24 AVIG, insbesondere
Abs.
3; Urteil des Bundesgerichts 8C_654/2015 vom 14. Dezember 2015 E. 4).
1.3
Nach
Art.
24 AVIG gilt als Zwischenverdienst jedes Einkommen aus unselb
ständiger oder selbständiger Erwerbstätigkeit, das der Arbeitslose innerhalb einer Kontrollperiode erzielt. Der Versicherte hat Anspruch auf Ersatz des Verdienstausfalls (
Abs.
1). Als Verdienstausfall gilt die Differenz zwischen dem in der Kontrollperiode erzielten Zwischenverdienst, mindestens aber dem berufs- und ortsüblichen Ansatz für die betreffende Arbeit, und dem versicherten Verdienst (
Abs.
3).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Kom
pensationszahlung für den Monat August 2016.
2.2
Die
Beschwerdegegner
in
ging
im
Einspracheentscheid
(Urk. 2)
davon aus
, dass
der Beschwerdeführer
ab dem 6. Juni 2016 bis maximal 31. Oktober 2016 in einem durchschnittlichen Pensum von mindestens 60 %
angestellt worden sei. Bei einem
nachgewiesenen
Stundenansatz von
Fr.
92.50 ergebe
sich
somit
ein monatlich
es
Durchschnittse
inkommen
von
Fr.
10‘116.55 ([25.2 Stunden / 5 Arbeitstage x 21.7 durchschnittliche Arbeitstage] x
Fr.
92.50). Dieser Betrag sei höher als die mögliche Arbeitslosenentschädigung von
Fr.
8‘341.90 (70 % von Fr. 11‘917.--).
Folglich
sei der Beschwerdeführer ab dem 6. Juni 2016 ein fi
nanziell zumutbares Arbeitsverhältnis eingegangen, weshalb für die Ausrich
tung einer Kompensationszahlung kein Platz bleibe
(S. 3
oben
).
2.3
Der Beschwerdeführer machte in der Beschwerde (Urk. 1) geltend,
er sei
ge
mäss
seinem Arbeitsvertrag nach Beratertagen je Bedarf angestellt worden, mit einer Obergrenze an Arbeitstagen und einer Zirka-Beschäftigung in Pro
zent. Es gebe kein Mindesteinkommen. In
Art.
24
Abs.
1 AVIG sei der Zwi
schenverdienst pro Kontrollperiode definiert, dies sei ein Kalendermonat (S. 1 unten).
Im Monat August – um den es in seiner Beschwerde ausnahmslos gehe – habe er weit weniger als 70 % des versicherten Verdienstes erzielt
. Der einzelne Monat sei massgebend und es könne nicht von einem Durch
schnitt ausgegangen werden
(S. 2 oben).
Aufgrund dieses Verdienstausfalls habe er Anspruch auf eine Kompensationszahlung (S. 2 Mitte).
3.
3.1
In Bezug auf den Sachverhalt ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer am 31. Mai 2016 mit der
Z._
einen Einsatzvertrag ab dem 6. Juni 2016 ab
schloss
(
Urk.
7/22)
.
Dem Einsatzvertrag ist zu entnehmen, dass
das Pensum circa 60 % beträgt
, bei einer durchschnittlichen Arb
eitszeit von 8.4
Stunden pro Tag.
Der Bruttolohn wurde auf
Fr.
101.20 pro Stunde (
inklusive Ferien- und Feiertagsentschädigung sowie Anteil 13. Monatslohn
) festgesetzt.
Vom 6. Juni bis
31. Oktober 2016 würden maximal 60 Beratungstage anfallen.
Aus den
Bescheinigungen über den Zwischenverdienst (
Urk.
7
/44)
ergibt sich
, dass
der Beschwerdeführer
i
m Juni 2016
117.6 Arbeitss
tunden
leistete
, im Juli 2016
87.95
,
im August 2016 75.6,
im
September 2016 142.8
und im Oktober 126
(
vgl.
auch
Lohnabrechnungen,
Urk.
7/45).
Dadurch erzielte er Bruttolöhne von Fr. 11‘901.10 im Juni, Fr. 8‘900.54 im Juli, Fr. 7‘
650.70 im August, Fr. 14‘451.35 im September sowie
Fr.
12‘751.20 im Oktober 2016
(
Urk.
7/44).
3.
2
Bei der Zwischenverdiensttätigkeit handelt es sich immer um unzumutbare und damit um eine nicht zuweisungsfähige Arbeit. Die Aufnahme einer zu
mutbaren Arbeit beendet die Arbeitslosigkeit (Thomas Nussbaumer, Arbeits
losenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, SBVR, Sozi
ale Sicherheit, 3. Auflage, Basel 2016, S. 2386 N 411).
Nimmt die versicherte Person eine finanziell zumutbare und mindestens eine ganze Kontrollperiode dauernde Arbeit auf, gilt die Arbeitslosigkeit als beendet und der aus diesem Arbeitsverhältnis resultierende Verdienst darf nicht als Zwischenverdienst angerechnet werden. Als Kontrollperiode gilt jeder Kalendermonat (AVIG-Praxis ALE
Rz
C139
, vom Januar 2013
).
In
Art.
16
Abs.
2 AVIG werden die Kriterien aufgezählt, die eine Arbeit unzu
mutbar machen.
Unzumutbar
und somit von der Annahmepflicht ausge
nommen ist eine
Arbeit nach Art. 16 Abs. 2
lit
. i AVIG
unter anderem dann, wenn
sie der versicherten Person einen Lohn einbringt, der geringer ist als 70 Prozent des versicherten Verdienstes, es sei denn, die versicherte Person er
halte Kompensationsleistungen nach
Art.
24 AVIG (Zwischenverdienst)
.
Eine unzumutbare Arbeit
darf die a
rbeitslose Person ohne versiche
rungsrechtlich nachteilige Folgen ablehnen.
3
.3
Fraglich ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht davon ausging, dass die Arbeitslosigkeit des Beschwerdeführers
ab dem
6.
Juni 2016 beendet wurde.
Zu prüfen ist somit, ob es sich bei der Tätigkeit des Beschwerdeführers um eine
finanziell
zumutbare Arbeit handelt.
Vorliegend beläuf
t
sich
der versi
cherte Verdienst
unbestrittenermassen auf Fr. 11‘917.-- (vgl.
Urk.
7/47), 70 % davon sind
Fr.
8‘341.90
, was der Höhe der Arbeitslosenentschädigung ent
spricht
.
Mit dieser ist der Bruttolohn zu vergleichen.
3.
4
D
er Beschwerdeführer
erzielte
in
den Monaten Juni 2016 und Juli 2016 Brut
tolöhne von Fr. 11‘901.10 und Fr. 8‘900.5
4.
Somit kann davon ausgegangen werden, dass
er
eine finanziell zumutbare Arbeit aufnahm, welche eine ganze Kontrollperiode umfasste. Entsprechend wurde seine Arbeitslosigkei
t per
6.
Juni 2016 b
eendet. Dass er im Monat August 2016 ein tieferes Einkommen erzielte, vermag nichts daran zu ändern
, zumal er in den
darauf folgenden
Monaten September und Oktober 2016 wieder deutlich höhere Einkommen von
Fr. 14‘451.35 und Fr. 12‘751.20 erzielte. Bei einer Anstellung im Stun
denlohn liegt es in der Natur des Arbeitsverhältnisses, dass die Monatslöhne
je nach Anzahl geleisteter Stunden
verschieden hoch sind
und insbesondere beim Bezug von Ferien
deutlich tiefer
ausfallen können
.
Zu
bemerken
ist
, dass der Beschwerdeführer
in der Zeit
vom 2
5.
Juli bis zum
7.
August 2016 keine Arbeitsstunden geleistet hat
(vgl. Bescheinigungen über den Zwischen
verdienst,
Urk.
7/44), was die tieferen Löhne im Juli und August 2016 zu
mindest miterklärt
.
Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid von Durchschnittswer
ten ausging.
3.
5
Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass die Aufnahme der Tätigkeit
über
den Personal-Verleiher
Z._
per
6.
Juni 2016
die Arbeitslosigkeit des Beschwerdeführers beendete. Damit
bleibt auch kein
Raum für Kompensati
onszahlungen. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.