Decision ID: 4d247ed0-c100-49fc-ae9b-32a55eb45bdf
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_VG
Chamber: ZH_VG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
hat sich ergeben:
I. A. Mit Strafbefehl vom 2. Februar 2017 (01) bestrafte die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich A wegen mehrfacher Urkundenfälschung und Fälschung von Ausweisen mit einer zu vollziehenden Freiheitsstrafe von 180 Tagen (abzüglich 88 Tage bereits erstandener Haft) als Zusatzstrafe zum Urteil des Kantonsgerichts Wallis vom 22. März 2016, welches A wegen Betrugs eine unbedingte Geldstrafe von 90 Tagessätzen à Fr. 150.- auferlegt hatte.
B. Am 29. Dezember 2017 setzte das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich (neu und fortan: Justizvollzug und Wiedereingliederung, JuWe) A Frist an, um bis am 29. Januar 2018 einen Antrag auf Strafverbüssung in Halbgefangenschaft zu stellen, ansonsten er die Strafe per 29. Mai 2018 im Normalregime zu verbüssen habe. Die Direktion der Justiz und des Innern des Kantons Zürich (nachfolgend: Justizdirektion) wies den dagegen von A erhobenen Rekurs mit Verfügung vom 8. Mai 2018 ab. Mit Urteil vom 14. November 2018 (VB.2018.00353) wies das Verwaltungsgericht die anschliessend von A erhobene Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat. Die dagegen von A eingereichte Beschwerde in Strafsachen wies das Bundesgericht mit Urteil vom 19. Juni 2019 (6B_19/2019) ab, soweit es darauf eintrat.
C. Mit Vollzugsbefehl vom 11. September 2019 setzte das JuWe den Strafantrittstermin von A neu auf den 7. Januar 2020 fest (Strafantritt im Normalregime). Den dagegen von A erhobenen Rekurs wies die Justizdirektion mit Verfügung vom 21. Oktober 2019 ab. Mit Urteil vom 10. Dezember 2019 (VB.2019.00777) wies das Verwaltungsgericht die daraufhin von A erhobene Beschwerde ab. Auf die in der Folge von A eingereichte Beschwerde in Strafsachen trat das Bundesgericht mit Urteil vom 13. Februar 2020 (6B_107/2020) nicht ein.
D. Mit Verfügung vom 14. April 2021 lud das JuWe A erneut zum Strafantritt im Normalvollzug vor, dieses Mal per 15. Juni 2021.
II.
Auf den von A mit Eingabe vom 7. Mai 2021 gegen die Verfügung vom 14. April 2021 erhobenen Rekurs trat die Justizdirektion wegen Verspätung mit Verfügung vom 15. Juni 2021 nicht ein. Die Verfahrenskosten auferlegte sie A.
III.
A gelangte daraufhin mit Beschwerde vom 7. Juli 2021 an das Verwaltungsgericht und beantragte, die Verfügung der Justizdirektion vom 15. Juni 2021 sei aufzuheben, und der Strafbefehl vom 2. Februar 2017 (vorn I.A.) sei für nichtig zu erklären. Sodann sei er für die ihm aufgrund der Strafbefehlsverfahren 03 und 01 entstandenen Schäden zu entschädigen. Mit Präsidialverfügung vom 13. Juli 2021 zog das Verwaltungsgericht die Akten der Justizdirektion und des JuWe bei. Mit Eingabe vom 14. Juli 2021 reichte A den Strafbefehl vom 2. Februar 2017 zu den Akten.

Der Einzelrichter erwägt:
Der Einzelrichter erwägt:
1. 1.1 Das Verwaltungsgericht ist gemäss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) für die Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Nach § 38b Abs. 1 lit. d Ziff. 2 und Abs. 2 VRG fällt die Sache in die Kompetenz des Einzelrichters, zumal kein Fall von grundsätzlicher Bedeutung gegeben ist. Auf die Durchführung eines Schriftenwechsels (§ 58 VRG) konnte verzichtet werden, ebenso auf den – vom Beschwerdeführer beantragten – Beizug der Akten des Verfahrens VB.2019.00777.
1.2 Der Beschwerdeführer beantragt, der Strafbefehl vom 2. Februar 2017 sei für nichtig zu erklären, wobei er zur Begründung im Wesentlichen auf seine Rekursschrift vom 7. Mai 2021 verweist, womit er denselben Antrag stellte. Die Nichtigkeit eines Entscheides ist zwar jederzeit und von sämtlichen rechtsanwendenden Behörden von Amtes wegen zu beachten (BGE 144 IV 362 E. 1.4.3; 137 I 273 E. 3.1). Da die Beschwerde im Hauptpunkt gutzuheissen und die Sache zur materiellen Neubeurteilung des Rekurses an die Vorinstanz zurückzuweisen ist (vgl. unten E. 2.4), kann jedoch vorliegend seitens des Verwaltungsgerichts darauf verzichtet werden, auf die Frage der Nichtigkeit einzugehen. Dem Beschwerdeführer erwächst dadurch kein Nachteil, könnte er doch gegen den neu zu treffenden Rekursentscheid, sollte er denn zu seinen Ungunsten ausfallen, wiederum Beschwerde erheben (zu den hohen Hürden der Nichtigkeit bei rechtskräftigen Strafbefehlen und zur diesbezüglichen Einschätzung mit Bezug auf den infrage stehenden Strafbefehl vom 2. Februar 2017 vgl. im Übrigen bereits VGr, 14. November 2018, VB.2018.00353, E. 3.2, und BGr, 19. Juni 2019, 6B_19/2019, E. 1.3.4).
1.3 Gemäss § 2 Abs. 1 VRG entscheiden über Schadenersatzansprüche von Privaten gegen Staat und Gemeinde sowie deren Beamte und Angestellte die Zivilgerichte. Nach § 22 Abs. 1 des kantonalen Haftungsgesetzes vom 14. September 1969 sind Begehren auf Feststellung, Schadenersatz und Genugtuung bei Ansprüchen gegen den Kanton schriftlich beim Regierungsrat einzureichen. Soweit der Beschwerdeführer also um Zusprechung von Ersatz der ihm aufgrund der Strafbefehlsverfahren entstandenen Schäden ersucht, ist das Verwaltungsgericht hierfür nicht zuständig, weshalb insofern auf die Beschwerde nicht einzutreten ist.
1.3 Gemäss § 2 Abs. 1 VRG entscheiden über Schadenersatzansprüche von Privaten gegen Staat und Gemeinde sowie deren Beamte und Angestellte die Zivilgerichte. Nach § 22 Abs. 1 des kantonalen Haftungsgesetzes vom 14. September 1969 sind Begehren auf Feststellung, Schadenersatz und Genugtuung bei Ansprüchen gegen den Kanton schriftlich beim Regierungsrat einzureichen. Soweit der Beschwerdeführer also um Zusprechung von Ersatz der ihm aufgrund der Strafbefehlsverfahren entstandenen Schäden ersucht, ist das Verwaltungsgericht hierfür nicht zuständig, weshalb insofern auf die Beschwerde nicht einzutreten ist.
2. 2.1 Gemäss § 22 Abs. 1 Satz 1 VRG ist der Rekurs innert 30 Tagen bei der Rekursinstanz schriftlich einzureichen. Der Fristenlauf beginnt am Tag nach der Mitteilung des angefochtenen Aktes, ohne solche am Tag nach seiner amtlichen Veröffentlichung und ohne solche am Tag nach seiner Kenntnisnahme (§ 22 Abs. 2 VRG). Gemäss § 11 Abs. 1 VRG wird der Tag der Eröffnung einer Frist oder der Tag der Mitteilung eines Entscheids bei der Fristberechnung nicht mitgezählt. Ist der letzte Tag einer Frist ein Samstag oder ein öffentlicher Ruhetag, so endigt sie am nächsten Werktag. Samstage und öffentliche Ruhetage im Laufe der Frist werden mitgezählt. Nach § 11 Abs. 2 VRG müssen schriftliche Eingaben spätestens am letzten Tag der Frist bei der Behörde eintreffen oder zu deren Handen der Schweizerischen Post übergeben sein. Hat eine Person im Ausland eine Frist zu wahren, genügt es, wenn die Eingabe am letzten Tag der Frist bei einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung eintrifft.
Die Abgabe bei einer ausländischen Poststelle genügt zur Fristwahrung nicht, soweit es sich nicht um eine liechtensteinische Poststelle handelt. Eine im Ausland aufgegebene Sendung muss im Zeitpunkt des Fristablaufs von der ausländischen Post der Schweizerischen Post zur Beförderung übergeben worden sein, um als rechtzeitig eingereicht zu gelten (VGr, 18. August 2020, VB.2020.00368, E. 2.1; Kaspar Plüss in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich [VRG], 3. A., Zürich etc. 2014 [Kommentar VRG], § 11 N. 48).
Die Rekursfrist ist eine gesetzliche Verwirkungsfrist; wird sie nicht eingehalten, ist auf das Rechtsmittel nicht einzutreten (Alain Griffel, Kommentar VRG, § 22 N. 13).
2.2 Die Vorinstanz erwog in der Verfügung vom 15. Juni 2021, der [aus den früheren Verfahren bekannte] Zustellempfänger des zurzeit im Land D lebenden Beschwerdeführers habe die Verfügung des Beschwerdegegners vom 14. April 2021 am 15. April 2021 entgegengenommen. Demnach habe die Rekursfrist am Freitag, 16. April 2021, zu laufen begonnen und am Montag, 17. Mai 2021, geendet. Der Beschwerdeführer habe den Rekurs am 10. Mai 2021 im Land D aufgegeben, und am 24. Mai 2021 sei dieser der Schweizerischen Post übergeben worden. Damit sei der Rekurs verspätet, weshalb darauf nicht einzutreten sei.
Der Beschwerdeführer stellt die Richtigkeit der genannten Daten – zu Recht – nicht infrage, macht aber geltend, für die Verspätung des Rekurses nicht verantwortlich zu sein. Es handle sich offensichtlich um einen "Transportfehler" der Post des Landes D, nachdem der Rekurs bereits am 10. Mai 2021 aufgegeben und am 12. Mai 2021 für den internationalen Transport vorbereitet worden, indes erst am 24. Mai 2021 an der Schweizer Grenzstelle angekommen bzw. der Inlandsortierung übergeben worden sei.