Decision ID: c4d2f578-23e3-4853-b516-c3f415691c44
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1969 geborene
X._
war seit dem 1. Januar 2007 als Architektin bei der
Y._
tätig (Urk. 7/19/1) und vom 19. Dezember 2006 bis am 14. Dezember 2017 (SHAB-Meldung) als Gesellschafterin und Geschäftsführerin mit Einzelzeichnungsberechtigung im Handelsregister eingetragen (Auszug aus dem Handelsregister des Kantons Zürich, abrufbar unter: www.zefix.ch). Am 7. September 2016 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf
Harnblasen- und Darmbeschwerden
(Urk. 7/7) bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/8). Die IV
S
telle zog die Akten der Krankentaggeldversicherung (Urk. 7/9, 7/23) bei, führte mit der Versicherten ein Standortgespräch durch (
Urk.
7/16) und tätigte erwerb
liche (Urk. 7/19) sowie medizinische (Urk. 7/21, 7/24) Abklärungen. Das Arbeits
verhältnis mit der
Y._
wurde per Ende November 2017 (Urk. 7/37/2) beendet und die Versicherte per 14. Dezember 2017 (SHAB-Meldung)
im Han
delsregister gelöscht.
Mit Vorbescheid vom 16. August 2017 wurde der Versicher
ten die Ablehnung ihres Leistungsbegehrens in Aussicht gestellt (Urk. 7/27), wogegen sie am 1. September 2017 (Urk. 7/
31) und ergänzend am 5. Oktober
2017 (Urk. 7/34) Einwand erhob. Die IV-Stelle tätigte daraufhin weitere medi
zinische Abklärungen (Urk. 7/35, 7/41, 7/47, 7/53, 7/58) und führte am 15. März
2018 eine Haushaltsabklärung durch (Urk. 7/37). Mit Verfügung vom
5.
Novem
ber 2019 verneinte die IV-Stelle wie vorbeschieden einen Renten
an
spruch (Urk.
2
[= Urk.
7/68
]).
2.
Dagegen liess die Versicherte am 9. Dezember 2019 Beschwerde erheben und beantragen, es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr ab dem 1. April 2017 mindestens eine halbe Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese die erforderlichen Abklärungen durchführe und hernach über den Leistungsanspruch neu verfüge (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 3. Februar 2020 (Urk. 6) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, worüber die Beschwerde
führerin mit Verfügung vom 10. Februar 2020 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des Art. 69 Abs. 2
Verordnung über die Invalidenversicherung
[IVV]
; vgl. auch
Rz
. 3081 ff. des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invali
denversicherung, KSIH, gültig ab 1. Januar 2015) stellt für gewöhnlich die geeig
nete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschrän
kung im Haushalt dar.
Hinsichtlich des Beweiswerts der entsprechenden Berichterstattung ist wesentlich, dass sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plau
sibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschrän
kungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen.
Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massge
bend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versi
cherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit, dass die Beschwerdeführerin bei voller Gesundheit im Umfang von 60
%
einer Erwerbs
t
ätigkeit nachgehen würde. Sie sei daher als zu 60 % erwerbstätig und zu 40 % im Haushaltsbereich tätig zu qualifizieren. Gemäss den medizinischen Beurtei
lungen sei eine Blasenspülung maximal viermal täglich notwendig. Unter Berücksichtigung der vier Blasenspülungen reduziere sich die zumutbare Arbeits
fähigkeit in einer optimal angepassten Tätigkeit auf 70 %. Obwohl die vier Blasen
spülungen während der Arbeitszeit einberechnet worden seien, wäre dies nicht notwendig, da eine Blasenspülung alle sechs Stunden durchzuführen wäre und damit lediglich zwei Spülungen in den Arbeitsalltag fallen würden. Die wei
teren Abklärungen hätten zudem ergeben, dass die Blasenspülung am Arbeits
platz zumutbar sei. Bei einer optimal angepassten Tätigkeit handle es sich um eine, welche mehrmals täglich hygienische
Selbstkatheterisierungen
und Blasen
spülungen ermögliche und
den
dafür erforderlichen Raum zur Verfügung stelle.
Bei der Berechnung des Invaliditätsgrades sei auch die Gesetzesänderung per 1. Januar 2018 zu berücksichtigen, wobei der Invaliditätsgrad weiterhin unter 40 % liege. Gründe für einen leidensbeding
t
en Abzug würden nicht vorliegen, da sämtliche medizinisch bedingten Einschränkungen in der zumutbaren Restar
beitsfähigkeit berücksichtigt worden seien. Die Beschwerdeführerin habe bei einem Invaliditätsgrad von unter 40 % keinen Anspruch auf Rentenleistungen (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend, sie leide seit
einem ope
rativen Eingriff
am 21. November 2014 unter einer erheblichen Harnblasenfunk
tionsstörung (Harnverhalt), wobei es trotz regelmässige
r
Selbstkatheteri
sierung
wiederholt zu Blasenentzündungen mit Antibiotikabehandlung
en
gekommen sei. Im April 2016 habe sie eine gravierende
Urosepsis
(Blutvergiftung aufgrund Infektion im Urogenitaltrakt) erlitten, weshalb sie fünf Tage stationär im
Z._
behandelt worden sei. Am 14. Mai 2016 habe sie sich wegen einer zusätzlichen Darmerkrankung (Divertikulitis) erneut fünf Tage in Spitalbe
handlung begeben müssen. Seit der
Urosepsis
müsse sie zur Infektionsverhütung nicht nur
Selbstkatheterisierungen
vornehmen, sondern auch täglich mehrere Blasenspülungen
machen
. Sie sei in ihrer angestammten Tätigkeit als Architektin nicht mehr arbeitsfähig (Urk. 1 S. 2-3). Die Vornahme von Blasenspülungen am Arbeitsplatz seien ihr nicht zumutbar (Urk.
1
S. 5). Unter Berücksichtigung, dass die Blasenspülungen maximal sechs bis sieben Stunden auseinanderliegen dürften, der Arbeitsweg rund 45 Minuten pro Weg betragen könne und die obli
gatorische Ruhezeit eingehalten werden müsste, sei sie lediglich 53.5 bis 62.5 % arbeitsfähig. Abzüglich der weiteren Toilettengänge mit Mehraufwand für die
Selbstkatheterisierung
verbleibe noch eine maximale Arbeitsfähigkeit von 50.5 bis 59.5 %. Des Weiteren sei noch ein leidensbedingter Abzug von 15 % zu gewähren, weshalb eine Restarbeitsfähigkeit von rund 40 % resultiere (Urk. 1 S. 6-7). Im Haushaltbereich sei mindestens von einer Einschränkung von 27.5 % auszugehen. Aufgrund der ausgewiesenen gesundheitlichen Einschränkung in der
Erwerbstätigkeit
und im Haushaltbereich resultiere bei Anwendung der gemisch
ten Methode ein Invaliditätsgrad von 53.5 %, weshalb sie ab dem 1. April 2017 Anspruch auf eine halbe Rente habe (Urk. 1 S. 9).
3.
3.1
Die beh
andelnde Ärztin, Dr. med.
A._
, Fachärztin Allge
meine Innere Medizin, führte in ihrem Bericht vom 6. Januar 2017 folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auf (Urk. 7/21/1):
-
Harnblasenfunktionsstörung unklarer Ätiologie mit
Selbstkatheteri
sierung
und rezidivierenden Harnwegsinfekten
-
Erschöpfungszustand mit depressiven Symptomen sowie Gewichtsverlust seit November 2015 (8 kg), Schlafstörung und Energielosigkeit
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit notierte Dr.
A._
folgende:
-
Sigmadivertikulose
, 2x Divertikulitis
-
Dermatitis
-
rezidivierende Eisenmangelanämie
Dr.
A._
attestierte der Beschwerdeführerin vom 2. Dezember 2016 bis 23. Januar 2017 eine 100 %
ige
Arbeitsunfähigkeit. Zuvor sei sie vom 15. August bis am 1. Dezember 2016 lediglich 50 % arbeitsfähig gewesen (Urk. 7/21/2). Die bisherige Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht im Umfang von 50 bis 70 % noch zumutbar (Urk. 7/21/3). Mit Verlaufsbericht vom 16. Juni 2017 berichtete Dr.
A._
von einer Besserung der psychi
schen Symptome (Erschöpfbarkeit/Energielosigkeit) seit Mai 2016 und selteneren Infektionen. Die Leistungsfähigkeit sei jedoch weiterhin um 50 % vermindert, weshalb sie bei einem 60 %-Pensum
bloss
30 % arbeitsfähig sei (Urk.
7/24).
3.2
Die behandelnden Ärzte der
B._
,
C._
, diagnostizierten eine Harnblasenfunktionsstörung unklarer Ätiologie sowie eine
Sigmadivertikulose
bei Status nach Otitis
media
im Dezember 2016, Bauch
deckenplastik/-straffung im November 2014 sowie
einem Status nach
Sectio
nes
caesarea
in den Jahren 2008 und 2012 (Urk. 7/33/1 f.). Die video-
urodynamische
Untersuchung habe eine hyperkapazitive, hyposensitive und
normoaktive
Harn
blase mit
Detrusor
-Sphinkter-
Dyssynergie
gezeigt. Eine
Detrusorüberaktivität
habe sich nicht beobachten lassen, auch nicht in der Eiwasser-
Zystometrie
. Die maximale
Detrusor
-Druck Amplitude habe 2/2 cmH
2
O betragen. Eine Miktion sei unter den Untersuchungsbedingungen nicht möglich gewesen und ein
vesiko
-
uretero
-renaler Reflux sei nicht zur Darstellung gekommen. Zur Verbesserung der Entleerungssituation respektive Verminderung der Restharnvolumina wurde durch die behandelnden Ärzte eine Behandlung mit sakraler Neuromodulation vorgeschlagen. Die Operation sowie die möglichen Komplikationen seien mit der Beschwerdeführerin besprochen worden (Urk. 7/33/2 f.). Mit Verlaufsbericht vom
17. Oktober 2017 erklärten die behandelnden Ärzte, dass die Beschwerdeführerin aufgrund wiederholte
r
Harnwegsinfekte viermal täglich Blasenspülungen mittels Leitungswasser durchführe. Eine Antibiotikatherapie sei seit Dezember 2016 nicht mehr nötig gewesen. Neben den Blasenbeschwerden habe die Beschwerdeführerin über einen leicht reduzierten Allgemeinzustand mit wiederholten Infekten der oberen Atemwege sowie des Darmes in den letzten Monaten geklagt.
E
ine sakrale Neuromodulation
wäre – so die Fachärzte weiter –
weiterhin die am vielverspre
chendste Therapie (Urk. 7/35/6).
3.3
Am
13. Juli 2017 hielt
Dr.
med. D._
, Facharzt Chirurgie, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Invaliden
versicherung,
fest, aufgrund der rezidivierenden Harnwegsinfektionen führe die Beschwerdeführerin neben der mehrmals täglichen
Selbstkatheterisierung
zusätz
lich mehrmals täglich Blasenspülungen durch. Eine begleitende depressive Ver
stimmung werde alternativ-medizinisch behandelt, wobei bisher keine fachärzt
liche Diagnostik oder eine Psychotherapie erfolgt seien. In der angestammten Tätigkeit als Architektin sei die Beschwerdeführerin teilweise eingeschränkt. An einem angepassten Arbeitsplatz, beispielsweise in einem Büro mit geeigneter Toi
lettenanlage, sei die angestammte Tätigkeit jedoch zumutbar. Eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit sei dadurch begründet, dass für die
Selbstkatheterisierung
ein erhöhter Pausenb
edarf von rund 5 x 20
Minuten
pro 8.
4 Stunden Arbeits
pensum erforderlich sei. Der Beschwerdeführerin sei es aber zumutbar, die allfäl
ligen Blasenspülungen ausserhalb der Arbeitszeit durchzuführen (Urk. 7/26/5-6)
.
3.4
Dr.
med.
E._
, Facharzt Urologie und Oberarzt Neuro-Urologie der
B._
, nahm am 22. Mai 2018 Stellung betreffend Durchführung der Blasenspülungen. Er verwies darauf, dass die Beschwerdeführerin zur Opti
mierung der Blasensituation und zur Vermeidung von Infekten mit konsekutiven Antibiotikum-Therapien und bei Gefahr von
Anibiotikumresistenz
angewiesen
worden sei
, Harnblasenspülungen durchzuführen. Eine evidenzbasierte Grund
lage, wie häufig diese Spülungen durchgeführt werden müssten, gäbe es jedoch nicht.
Der Patientin sei
mindestens eine zweimalige Durchführung jeweils morgens und abends
empfohlen worden
.
Falls
Probleme auftauchen
sollten
, sei eine Steigerung bis zu viermal täglich möglich (Urk. 7/41). Mit Schreiben vom 3. Dezember 2018 bestätigt
e Dr. med.
F._
, Facharzt Urologie und Ober
arzt i.V. Neuro-Urologie der
B._
, dass keine evidenzba
sierte Grundlage hinsichtlich der Häufigkeit der Blasenspülungen besteh
e
. Die Beschwerdeführerin benötige viermal täglich eine Harnblasenspülung. Dies sei daher bei der Planung einer weiteren Tätigkeit zu berücksichtigen und im Berufs
alltag sei entsprechend genügen
d Zeit einzuräumen (Urk. 7/47).
Die Beschwerdegegnerin
ersuchte die behandelnden Ärzte
daraufhin in Form eines Formularfragebogens
um Beantwortung der Fragen, wie oft eine Blasen
spülung während der Arbeitszeit zwischen
9.00 Uhr und 18.00 Uhr
erforderlich sei und welche Zeit
Selbstkatheterisierungen
und Blasenspülungen während der Arbeitszeit zwischen 9.00 Uhr und 18.00 Uhr insgesamt maximal in Anspruch nehmen würden.
Dr.
F._
beantwortete
die erste Frage
mit 4x (viermal). Sodann sei pro intermittierender
Selbstkatheterisierung
und für die Spülung 30 Minuten einzuplanen
(Urk. 7/53).
Die Beschwerdegegnerin gelangte danach mit weiteren Fragen an die behandelnden Ärzte und ersuchte um Auskunft betreffend Instru
mente und Hilfsmittel für die
Selbstkatheterisierung
und die Blasenspülungen sowie die notwendigen räumlichen, infrastrukturellen und hygienischen Voraus
setzungen dafür.
Med.
pract
.
G._
, Assistenzarzt Neuro-Urologie,
beant
wortete
am 25. März 2019
diese Fragen damit
,
dass
für die
Selbstkatheterisierung
ein Katheter, Händewaschmittel, eine Blasenspritze, ein Urinbeutel sowie Leitungs
wasser
benötig
t w
ü
rden
. Für die Blasenspülung seien des Weiteren eine Liegemöglichkeit, ein separater Raum sowie eine Entsorgungsmöglichkeit not
wendig (Urk. 7/58).
3.5
Mit versicherungsmedizinischer Beurteilung vom 7. Januar 2019
erachtete
RAD-Arzt
Dr.
D._
die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
aufgrund der
Selbst
katheterisierung
und
der
Blasenspülungen
als
um 4 x 30 Minuten eingeschränkt. Bei einer theoretischen täglichen Gesamtarbeitsfähigkeit
von 8.
4 Stunden seien an einem opt
imal angepassten Arbeitsplatz 6.
4 Stunden berufliche Tätigkeit zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit liege daher bei 76 %. Unter Berücksichtigung von
zwei bis drei weiteren Toilettengängen mit Mehraufwand für die Selbst
-
kathete
risierung
könne eine Arbeitsfähigkeit von 70 % angenommen werden (Urk. 7/67/11). Mit abschliessender Fallbesprechung unter Mi
twirkung von med.
pract
.
H._
, Fachärztin Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie, wurde sodann festgehalten, dass durch den RAD sämtliche vier Blasen
spülungen in den Arbeitsalltag eingerechnet worden seien, obwohl dies nicht notwendig wäre. Es seien vier Blasenspülungen pro Tag angezeigt, mithin alle sechs Stunden. Die zumutbare Arbeitszeit sei daher um 6 % (von 76 auf 70 %) verringert worden, um zusätzliche Toilettengänge zu berücksichtigen. Die Blasenspülung am Arbeitsplatz sei zumutbar, wobei eine Liegemöglichkeit diese sicherlich einfacher und angenehmer mache, aus medizinischer Sicht sei dies jedoch nicht zwingend notwendig (Urk. 7/67/13).
4.
4.1
Vorab ist festzuhalten, dass die attestierte Arbeitsunfähigkeit der behandelnden Hausärztin Dr.
A._
nicht nachvollziehbar ist. Ihre Einschätzung, wonach die Beschwerdeführerin bis Januar 2017 100 % arbeitsunfähig gewesen sei, nach einer (teilweisen) Besserung der psychischen Symptome seit Mai 2016 und selteneren Infektion jedoch weiterhin eine um 50 % verminderte Arbeitsfä
higkeit
bezogen auf den Beschäftigungsgrad
bestehe, ist weder begründet noch schlüssig. Des Weiteren differenzierte die Hausärztin nicht zwischen der Zumut
barkeit der angestammten und einer dem Leiden angepassten Tätigkeit. In Bezug auf den von der Beschwerdeführerin geklagten leicht reduzierten Allgemeinzu
stand (E. 3.2) und den von der behandelnden Hausärztin diagnostizierte
n
Erschöpfungszustand mit depressiven Symptomen, der Schlafstörung sowie der Energielosigkeit (E. 3.1) ist sodann zu berücksichtigen, dass Dr.
A._
über keine
fachärztliche Ausbildung auf dem Gebiet der Psychiatrie verfügt
. Auf ihre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit kann damit nicht abgestellt werden, da sie
diese
auch
mit
psychische
n
Beschwerden
begründet.
Da
keine Hinweise auf eine psychopathologische Erkrankung
bestehen
, die Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
haben könnte,
die Beschwerdeführerin
sich
nicht in spezialärztlicher psychiat
rischer Behandlung befand oder befindet und eine psychiatrische Diagnose fach
ärztlich auch nicht gestellt wurde
, war d
ie Beschwerdegegnerin nicht verpflichtet, weitere Abklärungen diesbezüglich zu tätigen. Im Übrigen ist der Erfahrungstat
sache Rechnung zu tragen, dass in Bezug auf die Einschätzung der Arbeitsfähig
keit durch Hausärztinnen und Hausärzte diese mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pati
entinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
Anhand der medizinischen Akten ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Leistungsfähigkeit (bisherige und angepasste Tätigkeit) aufgrund der
Selbstkathe
terisierung
und der Blasenspülungen eingeschränkt ist (E. 3). In Bezug auf die Durchführung der Blasenspülungen is
t
indes
festzuhalten, dass sowohl Dr.
E._
wie auch
Dr.
F._
festhielten, es bestehe keine medizinisch evidenzbasierte Grundlage dafür, wie häufig diese Spülungen durchgeführt werden müssten, um einer Blasenentzündung entgegen wirken zu können (E. 3.5). Die viermal tägliche Durchführung der Blasenspülungen basiert
denn auch
ausschliesslich auf der Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin
. Sofern die Beschwerdeführerin sich darauf beruft, die behandelnden Ärzte hätten eine viermal tägliche Durchführung der Blasenspülungen im Zeitraum von 9.00 Uhr und 18.00 Uhr empfohlen (Urk. 1 S. 5), kann
ihr
nicht gefolgt werden. Dr.
E._
erachtete eine Steigerung bis zu viermal innert 24 Stunden als möglich (Urk. 7/41) und bestätigte dies im Verlauf,
wonach die Beschwerdeführerin im Dezember 2018 mindestens viermal täglich eine Harnblasenspülung benötige (Urk. 7/47);
dies geht
auch aus dem beschrie
ben
en
Tagesablau
f der Beschwerdeführerin hervor
. Gemäss Angaben der Beschwerdeführerin führt sie viermal täglich auf den ganzen Tag verteilt zwi
schen ca. 5.00 Uhr und 22.30 Uhr Blasenspülungen durch (Urk. 1 S. 5). Zwar
beantwortete
Dr.
F._
die mittels Fragebogen gestellte Frage dahingehend, dass
während der Arbeitszeit
im Zeitraum von 9.00 Uhr und 18.00 Uhr vier Blasen
spülungen durchzuführen
seien
(E. 3.4)
, im Kontext der übrigen Berichte und den Ausführungen der Beschwerdeführerin
kann darauf allerdings nicht abgestellt werden. Es steht vielmehr fest, dass
im Verlauf eines gesamten Tages
vier Blasenspülungen
innert 24 Stunden durchgeführt werden.
RAD-Arzt
Dr.
D._
führte gestützt auf die Berichte der behandelnden Ärzte schlüssig aus, dass der Beschwerdeführerin bei einer theoretisch täglichen Gesamtarbeitsfähigkeit von 8.4 Stunden an einem optimal angepassten Arbeitsplatz
mindestens
6.4 Stunden berufliche Tätigkeiten zumutbar seien. Dabei berücksichtigte er insbesondere den Zeitaufwand für die Durchführung der
Selbstkatheterisierung
sowie der Blasen
spülungen von viermal täglich 30 Minuten, weshalb er auf eine Arbeitsfähigkeit von 76 % schloss. Des Weiteren erachtete er einen Abzug von weiteren 6
%
für den Mehraufwand der
Selbstkatheterisierung
bei Toilettengängen als gerecht
fertigt (Urk. 7/67/11). Dieser Ansicht folgte auch
Dr.
H._
, wobei sie die Berücksichtigung sämtlicher vier Blasenspülungen im Arbeitsalltag
richtiger
weise
als nicht notwendig erachtete.
Die Beurteilung der RAD-Ärzte fiel
zu Guns
ten der Beschwerdeführerin
aus und sie berücksichtigten
alle Blasenspül
ungen innerhalb der Arbeitszeit, weshalb
ohne Weiteres
darauf abgestellt
werden kann
und damit
eine medizinisch-theoretisch
e
Arbeitsfähigkeit von
mindestens
70 %
erstellt
ist.
4.2
Eine höhere quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer
dem Leiden angepassten
Tätigkeit, als die durch die RAD-Ärzte attestierte, lässt sich nicht begründen und wurde von den behandelnden Fachärzten auch nicht attestiert. Aus dem
beschriebenen
Tagesablauf geht
ausserdem
hervor, dass zeitweise ein Abstand von rund sieben Stunden zwischen den Blasenspülungen möglich ist (vgl. Urk. 1 S. 6, ca. 15.30 Uhr Katheterisierung und Blasenspülung, danach 22.30 Uhr letzte Blasenspülung vor dem zu Bett gehen). Es kann der Beschwerdeführerin daher zugemutet werden, die Blasenspülungen
nach der g
eleisteten beruflichen Tätigkeit von rund 6.4 Stunden durchzuführen, womit
an und für sich keine
Blasenspülungen am Arbeitsplatz vorgenommen werden müssten. Die Beschwer
deführerin ist in der Stadt
I._
wohnhaft, weshalb selbst bei Berücksichtigung
eines Arbeitsweges von rund 30 Minuten pro Weg die Durchführung der Blasen
spülungen mit einem Abstand von sieben bis siebeneinhalb Stunden möglich ist. Des Weiteren
ist zu berücksichtigen, da
s
s Dr.
D._
die
Selbstkatheterisierung
im Büro als zumutbar erachtete (Urk. 7/67/6). Dass die Beschwerdeführerin mit ihrer Ausbildung und Erfahrung keine
Arbeitsstelle
in der
Stadt
I._
finden würde, ist unwahrscheinlich
, zumal gemäss Einschätzung des RAD-Arztes
Dr.
D._
ein angepasster Arbeitsplatz in einem Büro mit geeigneter Toilettenanlage auch in der angestammten Tätigkeit zumutbar wäre (Urk. 7/26/5). Die Berücksichtigung eines Arbeitswegs von mehr als 30 Minuten ist daher nicht angezeigt. Hinweise dafür, dass es der Beschwerdeführerin aufgrund ihrer gesundheitlichen Beein
trächtigung nicht möglich sein sollte, eine geeignete Stelle auch in einer ange
passten Tätigkeit im Büro auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu finden, liegen nicht vor.
4.3
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin an einem dem Leiden angepassten Arbeitsplatz mit Zugang zu einer geeigneten Toilettenanlage zu
mindestens
70 % arbeitsfähig ist.
Es kann
offen bleiben
, ob ihr
allenfalls auch ihre angestammte Tätigkeit als (quasi)
selbständige Architektin mit Baustellen
besuche
n
weit
erhin zumutbar wäre
.
5.
5.1
Gemäss Haushaltsabklärungsbericht vom 26. März 2018 (Urk. 7/37) schätzte die Abklärungsperson die Einschränkungen der Beschwerdeführerin im Haushalt wie folgt ein:
-
Ernährung: 25 %
-
Wohnungs- und Hauspflege: 10 %
-
Einkaufen: 0 %
-
Wäsche und Kleiderpflege: 10 %
-
Betreuung von Kindern: 30 %
In Bezug auf die Ernährung führte die Abklärungsperson aus, dass das Zubereiten von schlichten und einfachen Mahlzeiten zugemutet werden könne und auch die vermehrte Verwendung von Fertigprodukten zumutbar wäre. Sodann sei auch zumutbar, dass der Lebenspartner der Beschwerdeführerin rund 15 bis 20 Minuten pro Tag beim Kochen und Putzen mithelfe. In Bezug auf die Wohnungspflege sei auch nach Eintritt des Gesundheitsschadens die Situation praktisch unverändert. Des Weiteren sei es der Beschwerdeführerin zumutbar, eine langsamere Arbeits
weise aufzunehmen und ein etwas höherer Zeitaufwand dafür aufzubringen
(Urk. 7/37/6).
Betreffend den Einkauf
erachtete die Abklärungsperson die Vor
nahme des Einkaufs durch den Lebenspartner der Beschwerdeführerin ebenfalls als zumutbar, weshalb keine wesentliche Einschränkung in diesem Bereich bestehe (Urk. 7/37/6). Im Übrigen würden die Arbeiten im Haushalt, welche die Beschwerdeführerin invaliditätsbedingt nicht mehr verrichten könne
,
von ihrem Lebenspartner, ihren Eltern sowie der Mutter des Lebenspartners übernommen. Zusätzlich komme einmal wöchentlich eine Haushaltshilfe für rund fünf Stunden sowie eine Putzfrau für rund vier Stunden (Urk. 7/37/8).
Dem Bericht ist ebenfalls zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin angab, im Gesundheitsfall wäre sie weiterhin 50 % an der
Y._
beteiligt und als Architektin im 60 %-Pensum tätig. Im Sommer 2016
sei
die jüngste Tochter der Beschwerdeführerin in den Kindergarten gekommen, weshalb es
ab
damals mög
lich gewesen wäre, mehr zu arbeiten. Konkret habe sie dieses Vorhaben jedoch nicht verfolgt (Urk. 7/37/3). Die Abklärungsperson ermittelte vor Ort eine Ein
schränkung im Haushalt von 17
.5
%, womit ein Invaliditätsgrad im Haushalts
bereich von 7 % resultiert (Urk. 7/37/8).
5.
2
Der Abklärungsbericht
ist von einer qualifizierten Person in Kenntnis der örtli
chen und räumlichen Verhältnisse verfasst worden, ist plausibel begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen, womit er den an ihn gestellte
n Anforderungen entspricht (E. 1.4
).
Was die Beschwerdeführerin hiergegen vorbrachte, vermag an der Beurteilung keine Zweifel zu erwecken. Die Beschwerdeführerin brachte zwar vor, dass sie vor Eintritt des Gesundheitsschadens nebst ihrem 60 %-Pensum rund zwölf Mahl
zeiten pro Woche zubereitet habe, derzeit seien jedoch nur noch rund acht Mahl
zeiten möglich (Urk. 1 S. 8 f.). Dies fand in der Haushaltsabklärung Berücksich
tigung (Urk.
7
/37/5 f.), jedoch erachtete die Abklärungsperson eine vermehrte Mithilfe durch den Lebenspartner von rund 15 bis 20 Minuten pro Tag als zumutbar, ebenso wie die Zubereitung von schlichten und einfachen Mahlzeiten sowie die Verwendung von Fertigprodukten. Des Weiteren ist darauf hinzu
weisen, dass bei Versicherten, die aufgrund ihrer Beeinträchtigung gewisse Haus
haltsarbeiten nur mehr mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen können, sie in erster Linie ihre Arbeit entsprechend gliedern müssen, wobei sie im üblichen Umfang im Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch zu nehmen haben (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_440/2011 vom 11. Juli 2011 E. 4.2). Dieser Schadenminderungs
pflicht kommt die Beschwerdeführerin auch nach, da sie gemäss eigenen Anga
ben vermehrt die Mithilfe ihres Lebenspartners in Anspruch nimmt (vgl. Urk. 7/37/8). Ebenso verhält es sich mit
Bezug auf die
Einkäufe
und
weiteren
Besorgungen. Die Beschwerdeführerin machte zwar gelten
d
, bei einer Teiler
werbstätigkeit wäre ihre Einschränkung deutlich höher, weshalb von einer solchen von 30
% auszugehen sei (Urk. 1 S. 9).
Es ist
jedoch
nicht ersichtlich, weshalb die Beschwerdeführerin diese Aufgaben nicht entsprechend gliedern könnte oder andere Familienangehörige sie dabei nicht unterstützen könnten.
Der Abklärungsperson kommt bei der Beurteilung der Einschränkungen im Haushalt
bereich ein Ermessen zu,
von welchem
das Gericht nicht ohne triftige Gründe abweicht. Eine Ermessensüberschreitung ist nicht ersichtlich
, weshalb
auf
die Hausaltabklärung
abzustellen ist. Mithin liegt eine Einschränkung von 17.5 % im Haushaltsbereich vor.
6.
6
.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die 70%ige Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
(E. 4.3)
in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
Da vorliegend
der Beginn des Wartejahres gestützt auf die Arbeitsunfähigkeit seit dem 1. April 2016 (vgl. Urk. 7/7) festgelegt wurde (Urk. 7/67/14) und die Beschwerdeführerin ihren Leistungsanspruch erstmals am 7. September 2016 (Eingangsdatum) geltend machte (Urk. 7/8), konnte ein Rentenanspruch frühes
tens im April 2017 entstehen (Art. 28 Abs. 1
lit
. b in Verbindung mit Art. 29 Abs. 1 IVG), weshalb bei der Invaliditätsbemessung die Verhältnisse zu die
sem Zeitpunkt massgebend sind.
6
.2
Die Beschwerdeführerin war bis im Jahr 2017 in einem Teilzeitpensum erwerbs
tätig. Der Invaliditätsgrad ist unbestrittenermassen in Anwendung der gemisch
ten Methode im Sinne von Art. 28a Abs. 3 IVG zu bemessen. Die 1969 geborene Beschwerdeführerin ist diplomierte Architektin und absolvierte ein Studium an der
J._
, lebt in einem Konku
binat und ist Mutter zweier Kinder (Jahrgang 2008 und 2012; vgl. Urk. 7/8/2-5). Im Zeitpunkt der Anmeldung im Jahr 2017 war sie als Gesellschafterin und Geschäftsführerin mit Einzelzeichnungsberechtigung im Handelsregister bei der
Y._
eingetragen (Auszug aus dem Handelsregister des Kantons Zürich, abrufbar unter: www.zefix.ch), ehe sie per 14. Dezember 2017
gelöscht
wurde (SHAB-Meldung). Für diese Gesellschaft war sie auch zuletzt in einem Pen
sum von 60 % erwerbstätig (vgl. Urk. 7/8/6).
Mit Einwand vom 5. Oktober 2017 bestätigte die Beschwerdeführerin, der Invaliditätsgrad sei unter Berücksich
tigung der Qualifikation 60 % Erwerbstätigkeit und 40 % im Haushaltbereich tätig vorzunehmen (Urk. 7/34/1).
Ihre jüngere Tochter kam im Sommer 2016 erst in den Kindergarten und eine
Pensum
s
steigerung
hatte sie zu diesem Zeitpunkt nicht konkret verfolgt (Urk. 7/37/3), weshalb entgegen der
Auffassung der Beschwerdeführerin
(vgl.
Urk.
1 S. 8)
nicht
glaubhaft erscheint
, dass
sie ohne Gesundheitsschaden ab Sommer 2016 ihr Pensum auf 80 % erhöht hätte, zumal sie im
Einwandverfahren
noch eine Tätigkeit im Umfang von 60 %
im Gesund
heitsfall
bestätigte. Es ist daher mit dem Beweisgrad der überwiegende
n
Wahr
scheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Beein
trächtigungen weiterhin zu 60 % erwerbstätig und zu 40 % im
Aufgaben
bereich
Haushalt
tätig wäre.
6
.3
6
.3.1
Am 1. Januar 2018 sind die geänderten Bestimmungen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 1. Dezember 2017 in Kraft getreten. Mit dieser Änderung wurde für die Festlegung des Invaliditätsgrades von teilerwerbs
tätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) in Art. 27
bis
Absatz 2–4 IVV ein neues Berechnungsmodell eingeführt.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung ist am 5. November 2019 und somit nach Inkraft
treten der Verordnungsänderung ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Verordnungsbestimmungen am 1. Januar 2018 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist grundsätzlich entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2017 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die revidierten Verordnungsbestimmungen abzustellen (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006 E. 1).
6.
3.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
6
.3.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgaben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgelt
lichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125 V 146; vgl.
Art.
27 und 27
bis
IVV in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV, in Kraft seit
1.
Januar 2018) wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Auf
gabenbereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invalidität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbe
reich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvalidität ergibt sich aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinva
liditäten
(BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
6.3.4
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbs
tätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (
Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätig
keit richtet sich nach
Art.
16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. b IVV). Für die Berechnung
des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäfti
gungsgrad nach Absatz 3
lit
. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (
Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
6
.4
6
.4.
1
Die Beschwerdeführerin war seit dem Jahr 2007 als Architektin bei der
Y._
angestellt, war Mitgründerin und Gesellschafterin der Firma und mit 50 % der Stammanteile daran beteiligt (Urk. 7/37/2). Die Beschwerdeführerin erzielte im Jahr 2012 noch einen Lohn
von
Fr. 34'016
.
und ab dem Jahr 2013 einen solchen von jährlich
Fr.
32'400.-- (Urk. 7/17). Es finden sich in den Akten keine Hinweise dafür, dass sie sich mit ihrem bescheidenen Einkommen nicht
zufrieden gegeben
hätte. Auch wenn die Beschwerdeführerin als unselbständige Architektin ein höheres Einkommen erzielen könnte und der Durchschnitt eines marktüb
lichen Architektenlohnes höher wäre (vgl. Urk. 1 S. 7),
kann nicht
ohne
konkrete Anhaltspunkte
ein höheres Einkommen
zur Bemessung des
Valideneinkommens
herangezogen werden
.
Als selbständige Architektin war die Beschwerdeführerin in ihrer Pensums-
und
Tagesplanung flexibel
, konnte Projekte selber aussuchen
und
a
ls
Gesellschafterin und Geschäftsführerin der
Y._
ihren
eigenen Lohn
festlegen. Entgegen den Angaben der Beschwerdeführerin – wonach sie ihre selbständige Tätigkeit der ökonomischen Vernunft folgend aufgegeben hätte, wenn sie kein höheres Einkommen erzielt hätte (Urk. 1 S. 8) – sind keine Anhalts
punkte dafür ersichtlich, dass sie dies ohne ihre gesundheitliche Beeinträchtigung tatsächlich getan hätte. Aus dem Auszug des individuellen Kontos (IK-Auszug) geht vielmehr hervor, dass sie bereits seit der Gründung der Firma im Jahr 2007 ein unterdurchschnittliches Einkommen erzielte. So betrug das höchste Einkom
men Fr. 48'000.-- im Jahr 2007
,
wobei danach nie mehr als ein Einkommen von Fr. 43'200.-- erzielt wurde (Urk. 7/17), obschon die Beschwerdeführerin bis zur Geburt ihrer zweiten Tochter 80 % erwerbstätig war (Urk. 1 S. 8). Es ist daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerde
führerin bewusst ein unterdurchschnittliches Einkommen in Kauf genommen hat. Eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen ist daher nicht
vorzunehmen
(vgl. BGE 135 V 58 E. 3.4), weshalb das zuletzt erzielte Einkommen als Grundlage für die Berechnung des
Valideneinkommens
heranzuziehen ist. Gemäss
den
Angaben im Arbeitgeberfragebogen (Urk. 7/19/5) erzielte die Beschwerdeführerin in den Jahren 2014 und 2015 jeweils Fr. 32'400.--, was mit den Angaben im IK-Auszug
(Urk. 7/17/1) übereinstimmt. Unter Berücksichtigung der Nominallohnent
wicklung von 2'686 Punkten im Jahr 2015 auf 2'719 Punkte im Jahr 2017 (vgl. Statistik T 39, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 2010-2018) erzielte die Beschwerdeführerin aufgerechnet auf ein Voll
zeitpensum ein
Valideneinkommen
von gerundet Fr. 54'725.-- (Fr. 32'400.--: 60
x
100 :
2'683 x 2'719).
6
.4.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Ver
fü
gungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Die Beschwerdeführerin war seit Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit der
Y._
nicht mehr erwerbstätig, weshalb auf die Tabellenlöhne der LSE abzustellen ist. Praxisgemäss ist beim anhand der LSE vorgenommenen Einkom
mensvergleich von der Tabellengruppe A (standardisierte Bruttolöhne) auszu
gehen. Üblich ist die Tabelle TA
1.
Dieser Grundsatz gilt jedoch nicht absolut, sondern kennt Ausnahmen. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann es sich rechtfertigen, auf die Tabelle TA7 respektive T17 (ab 2012) abzustellen, wenn dies eine genauere Festsetzung des Invalideneinkommens erlaubt und wenn der versicherten Person der öffentliche Sektor auch offensteht (Urteil des Bundes
gerichts 8C_111/2020 vom 15. Juli 2020 E. 7.3.1 mit Hinweisen). Die Beschwer
de
gegnerin zog zur Berechnung des Invalideneinkommens die Tabelle T17 heran (Urk. 7/25/1), was aufgrund der konkreten Umstände im vorliegenden Fall eine genauere Festsetzung des Invalideneinkommens erlaubt und daher nicht zu bean
standen ist. Hinweise dafür, dass der öffentliche Sektor der Beschwerde
führerin nicht offensteht, liegen nicht vor.
Der Beschwerdeführerin ist in einer angepassten Tätigkeit im Büro mit Zugang zu einer geeigneten Toilettenanlage arbeitsfähig.
Es kann vorliegend offen blei
ben, ob
aufgrund ihrer akademischen Ausbildung
allenfalls auf Ziffer 2
(Total der
Frauen aller Lebensalter von Fr. 8'045.--)
abzustellen wäre
. Um dem Arbeits
platzprofil Rechnung zu tragen (E. 3.3), ist
zu Gunsten der Beschwerdeführerin
auf das monatliche Bruttoeinkommen von Fr. 5'894.-- gemäss LSE 2016 der Tabelle T17 nach Berufsgruppen (Bürokräfte und verwandte Berufe) Ziffer 4 im Total Lebensalter der Frauen abzustellen. Unter Berücksichtigung der Nominal
lohnentwicklung von 2'709 Punkten im Jahr 2016 auf 2'719 Punkte im Jahr 2017 (vgl. Statistik T 39, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 2010-2018) und der der Beschwerdeführerin zumutbaren Arbeits
fähigkeit von 70 % sowie aufgerechnet auf die durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden pro Woche im Jahr 2017, resultiert ein Invaliden
einkommen von rund Fr. 51’804.-- (Fr. 5'894.-- x 12: 2'709 x 2’719: 40 x 41,7 x 0.7), welches der Berechnung zugrunde zu legen ist.
Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin, wonach ihr ein leidensbe
dingter Abzug von mindestens 15 % zu gewähren sei (Urk. 1 S. 7), besteht dafür kein Anlass. In Bezug auf den leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass all
fällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung eines leidens
bedingten Abzuges einfliessen dürfen, da es ansonsten zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen würde (Urteil des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1). Der vermehrte Zeitauf
wand für die Blasenspülungen und die
Selbstkatheterisierungen
fand
en
vollum
fänglich Eingang in die Beurteilung der zumutbaren Restarbeitsfähigkeit, weshalb diese nicht erneut angerechnet werden dürfen.
6
.4.3
Der Einkommensvergleich im Erwerb ergibt bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 54'725.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 51’804.-- eine Einkom
menseinbusse von Fr. 2'921.--, mithin
eine Einschränkung
im Erwerbsbereich von 5.3 %. Ein Anspruch auf eine Invalidenrente entsteht erst bei einem Invali
ditätsgrad von 40 % (E. 1.2). Die Beschwerdeführerin hat auch unter Berück
sichtigung der Einschränkung im Haushalt (Teilinvalidität von
7 % [17.5 % x 0.4], vgl. E. 5.2
), mithin bei einer Gesamtinvalidität von gerundet 10.2 % ([5.3 %
x 0.6] + 7 %), keinen Anspruch auf eine Invalidenrente.
Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass auch bei Berücksichtigung eines
Validen
einkommens
von Fr. 67'000.-- (Urk. 1 S. 7), mithin einer Einkommenseinbusse von Fr. 15'196.-- (Fr. 67'000.-- abzüglich Fr. 51'804.--) und einem rentenaus
schliessenden Invaliditätsgrad von 20.6 % (Erwerbsbereich
Einschränkung
22.7 %; [22.7 % x
0.6] + 7 % im Haushaltsbereich)
sowie auch bei einer Gewich
tung des Status im Gesundheitsfall von 80 % im Erwerbsbereich tätig ([22.7 % x
0.8] + [17.5 x 0.2] = gerundet 21.7
% Gesamtinvaliditätsgrad) kein
Anspruch auf eine Invalidenrente
bestünde
.
Da möglicher Rentenbeginn der Beschwerdeführerin im April 2017 wäre (E. 5.1), wäre grundsätzlich entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2017 auf die damals geltenden Bestim
mungen und ab diesem Zeitpunkt auf die revidierten Verordnungsbestimmungen abzustellen (E.
6
.3.1).
Di
e Berechnung anhand des neuen Modells, welche für die Beschwerdeführerin die günstigere Berechnungsmethode darstellt,
führt
zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 10.2 %,
weshalb
auf die Berechnung nach dem alten Modell verzichtet werden
kann
.
6
.5
Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass kein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
7
.
Da es vorliegend um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleis
tungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf Fr. 800.-- festzusetzen und der unterlie
genden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.