Decision ID: e9129145-f56e-454a-b93b-bb6054132699
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich erstmals am 2. September 2008 zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung an (IV-act. 2). Im August bzw. September 2008 hielt RAD-
Arzt Dr. B._ unter Bezugnahme auf die Angaben des Hausarztes des Versicherten
folgende Diagnosen fest: Abhängigkeitssyndrom (Methadon, Heroin, Alkohol),
rezidivierende Gastritis und Hepatitis C. Würde der Versicherte den Substanzgebrauch
meiden, wäre er zu 100% arbeitsfähig. Ein Entzug sei ihm zumutbar (IV-act. 8 f.). Mit
Verfügung vom 20. November 2008 wies die IV-Stelle das Leistungsgesuch ab (IV-
act. 16).
A.a.
Am 12. Juni 2015 meldete der Versicherte sich erneut zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung an (IV-act. 17). Mit Stellungnahme vom 18. März 2016 führte
RAD-Ärztin C._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, unter anderem
aus, beim Versicherten liege nebst der verordneten Methadoneinnahme ein relevanter
Konsum von Cannabis und Alkohol vor, durch den mit hoher Wahrscheinlichkeit ein
Teil der Symptomatik verursacht werde (IV-act. 55).
A.b.
Mit Strategieprotokoll vom 21. Juni 2016 hielt die IV-Stelle fest, es müsse eine
Abstinenz vorliegen, bevor die Arbeitsfähigkeit mittels Begutachtung beurteilt werden
könne (IV-act. 63). Am 7. Juli 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, zurzeit
seien bei ihm keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich (IV-act. 66).
A.c.
Im Besprechungsprotokoll vom 20. Oktober 2016 hielt die IV-Stelle fest, aufgrund
des langjährigen erheblichen Drogen- und Alkoholkonsums, der Arbeitsmarktabsenz
und fehlender Ressourcen stelle sich grundsätzlich die Frage nach der
A.d.
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Verhältnismässigkeit einer medizinischen Massnahme (Entzugsbehandlung mit
Abstinenznachweis), welche bei der gegebenen Sachlage wenig erfolgsversprechend
scheine. Es könne auch ohne Auflage eine fundierte medizinische Einschätzung
gemacht werden (IV-act. 72). Am 7. Februar 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten
mit, dass sie eine polydisziplinäre medizinische Untersuchung veranlassen werde (IV-
act. 75).
Mit Gutachten vom 8. September 2017 diagnostizierten die Gutachter der PMEDA
Polydisziplinäre Medizinische Abklärungen, Zürich-Wollishofen, (nachfolgend: PMEDA)
eine chronische Hepatitis C, grenzwertiges Untergewicht (BMI 19), Polytoxikomanie
(ICD-10: F19.2) mit fortgesetztem Konsum (Cannabis, Benzodiazepin, Methadon,
Alkohol), eine arterielle Hypertonie sowie ein Refluxleiden (IV-act. 98-43). Die
Arbeitsfähigkeit in körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeiten sei nicht als
suchtmittel-unabhängig limitiert anzusehen (IV-act. 98-45 f.).
A.e.
Mit Vorbescheid vom 14. November 2017 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung seines Rentengesuchs in Aussicht. Zudem wies sie ihn darauf hin, dass die
Weiterführung des Suchtmittelkonsums gegen die Selbsteingliederungspflicht
verstosse. Eine Entgiftung und Entwöhnung sei ihm zumutbar und in seinem
Gesundheitsinteresse (IV-act. 103).
A.f.
Mit E-Mail vom 14. Dezember 2017 informierte die Hausärztin die IV-Stelle, dass
ungeklärte medizinische Probleme bestehen würden, z.B. eine massiv herabgesetzte
körperliche Leistungsfähigkeit bei Untergewicht und Verdacht auf Herzprobleme (IV-
act. 107). Mit Schreiben vom 29. Januar 2018 teilte sie der IV-Stelle mit, die Abklärung
habe eine leichte Mitralklappeninsuffizienz sowie einen Verdacht auf arterielle
Hypertonie ergeben. Vorerst werde der Bluthochdruck behandelt (IV-act. 114-2).
A.g.
Mit Stellungnahme vom 9. April 2018 hielt RAD-Ärztin Dr. med. D._, Allgemeine
Innere Medizin FMH, fest, die Hausärztin habe keine neuen objektivierbaren Befunde
beschrieben, welche eine vom Gutachten abweichende Beurteilung nötig machen
würden. Insbesondere sei bereits im Gutachten die allgemeine Körperschwäche
berücksichtigt worden (IV-act. 117).
A.h.
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B.
Mit Vorbescheid vom 12. April 2018 stellte die IV-Stelle dem Versicherten erneut
die Abweisung seines Antrags auf Invalidenrente in Aussicht (IV-act. 118). Mit als
„Stellungnahme“ bezeichnetem Schreiben vom 2. Mai 2018 teilte der Versicherte der
IV-Stelle mit, er erhalte ein neues Medikament zur Blutdrucksenkung und einen
Magensäureblocker. Er wolle nochmals darauf hinweisen, dass er das Methadon als
Schmerzmedikation verordnet bekommen habe (IV-act. 119).
A.i.
Mit Verfügung vom 16. Mai 2018 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab. In
einer adaptierten Tätigkeit sei der Versicherte voll arbeitsfähig. Aus seinem Einwand
und den ergänzenden medizinischen Abklärungen habe sich kein neuer medizinischer
Sachverhalt ergeben, welcher es erlauben würde, von der gutachterlichen
Einschätzung abzuweichen (IV-act. 120).
A.j.
Gegen diese Verfügung erhebt A._, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Speck,
am 18. Juni 2018 Beschwerde. Er beantragt, die Verfügung vom 16. Mai 2018 sei
aufzuheben und ihm sei eine Invalidenrente zuzusprechen. Zudem sei ihm die
unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Zur Begründung führt er aus, er konsumiere
schon seit langer Zeit weder Cannabis noch Alkohol. Er gebe seiner Ärztin regelmässig
Blut- und Urinproben ab. Methadon nehme er zur Schmerzbehandlung. Ein Knie
schwelle aufgrund einer früheren Operation immer wieder an. Zudem habe er
Rückenbeschwerden unklarer Herkunft. Im Ergebnis sei das PMEDA-Gutachten falsch,
soweit darin ausgeführt werde, er sei 100% leistungsfähig. Tatsache sei, dass der
Beschwerdeführer aktuell in einem Sozialprojekt Reinigungsarbeiten ausführe und nach
zwei Stunden nicht mehr weiter arbeiten könne. Nur weil die Knie- und
Rückenbeschwerden nicht untersucht worden seien, heisse das nicht, dass keine
objektivierbare Ursache gegeben sei. Die Beschwerdegegnerin habe ihre
Abklärungspflicht verletzt (act. G1).
B.a.
Mit Beschwerdeergänzung vom 20. August 2018 führt der Beschwerdeführer
weiter aus, die Knie- und Rückenschmerzen, Schlafstörung, Leberzirrhose und
Depression seien seitens der PMEDA nicht weiter abgeklärt und auf die
Polytoxikomanie geschoben worden. Dass der Beschwerdeführer Cannabis rauche,
habe nur unwesentliche Bedeutung für die Arbeitsfähigkeit. Das Methadon ebenso wie
B.b.
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das Benzodiazepin seien ärztlich verordnet, sodass kein Medikamentenmissbrauch
vorliege. Hinsichtlich des Alkohols sei er aufgrund seiner Magenbeschwerden
abstinent. Die PMEDA habe in ihrem Gutachten ausgeführt, dass sich erst nach einer
Entgiftung sagen lasse, welche Beschwerden aufgrund eines aktuellen
Substanzgebrauchs bestehen und welche irreversibel seien. Dennoch würden die
Gutachter die Meinung vertreten, die Arbeitsfähigkeit sei suchtmittelkonsum-abhängig
begrenzt. Das Gutachten überzeuge nicht. Namentlich sei der Beschwerdeführer zu
einer Entwöhnung und Entgiftung aufzubieten und anschliessend im Rahmen einer
Oberexpertise zu begutachten, was ausdrücklich beantragt werde. Eine
Suchterkrankung sei eine Krankheit, deren Behandlung länger dauere. Dies werfe die
Frage auf, ob von einer langandauernden Krankheit auszugehen sei (act. G3).
Mit Beschwerdeantwort vom 24. September 2018 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer sei bei
der PMEDA umfassend untersucht worden. Es sei rechtens, dass die PMEDA nur die
aus ihrer Sicht wesentlichen medizinischen Berichte zitiere und im Übrigen darauf
verweist, dass sie im Besitz der IV-Akten gewesen sei. Es gebe keine Hinweise, dass
die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Leiden von der PMEDA nicht
umfassend und kompetent beurteilt worden seien. In der klinischen Untersuchung
hätten sich keine wesentlichen Befunde im Rücken- oder Kniebereich ergeben und
entsprechende operative Eingriffe seien keine aktenkundig. Der Beschwerdeführer sei
demnach auch in dieser Hinsicht genügend durch die PMEDA untersucht worden.
Weshalb die Leberwerte des Beschwerdeführers erhöht gewesen seien, sei irrelevant.
Massgebend sei einzig, inwiefern daraus entsprechende Funktionsausfälle mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit resultierten. Dem Beschwerdeführer gelinge es
nicht, aufzuzeigen, inwiefern die PMEDA seine Arbeitsfähigkeit rechtsfehlerhaft beurteilt
haben sollte. Dessen chronische Hepatitis C und das Untergewicht habe sie
berücksichtigt, indem sie ihm einzig noch in einer körperlich leichten bis
mittelschweren Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert habe. Beim
Beschwerdeführer liege eine primäre Drogensucht vor, die bis jetzt noch zu keiner
quantitativen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit geführt
habe und für sich alleine keine Invalidität begründe. Sein Einwand bezüglich Auflage
B.c.
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Erwägungen
1.
Berufliche Massnahmen wurden mit Mitteilung vom 7. Juli 2016 beendet (IV-act. 66).
Vorliegend angefochten ist die ablehnende Rentenverfügung, weswegen
ausschliesslich der Rentenanspruch Thema des vorliegenden Entscheides ist.
2.
eines Drogenentzugs laufe ins Leere, weil mangels eines IV-rechtlichen Schadens eine
solche Massnahme nicht durchsetzbar sei (act. G5).
Am 15. Oktober 2018 heisst das Versicherungsgericht den Antrag des
Beschwerdeführers auf unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten
und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) gut (act. G6).
B.d.
Nachdem der Beschwerdeführer innert Frist keine Replik einreicht, wird der
Schriftenwechsel am 7. Januar 2019 abgeschlossen (act. G7 und G8).
B.e.
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) versicherte Personen, die ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern
können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40% invalid sind. Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich
die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist
(Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.1.
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3.
Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG).
2.2.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob
die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit
Hinweisen).
2.3.
Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 157 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V
353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen).
2.4.
Dass es sich bei einer Suchterkrankung um ein krankheitswertes Geschehen
handelt, ist in der Praxis anerkannt (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1). Nach der früheren, zum
Zeitpunkt des Schriftenwechsels noch geltenden konstanten Rechtsprechung des
3.1.
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Bundesgerichts führte eine Suchterkrankung wie Alkoholismus,
Medikamentenabhängigkeit oder Toxikomanie als solche indes nicht zu einer Invalidität
im Sinne des Gesetzes. Das Bundesgericht sprach in diesem Zusammenhang von
einem primären Abhängigkeitssyndrom. Nur wenn die Suchterkrankung selbst Folge
eines krankheitswerten Gesundheitsschadens war oder eine (weitere) Krankheit oder
einen Unfall verursacht hatte, welche einen die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigenden
Gesundheitsschaden zur Folge hatte (sog. sekundäres Abhängigkeitssyndrom), galt
eine Suchterkrankung als invalidisierend (vgl. statt vieler BGE 124 V 265 E. 3c; Urteil
des Bundesgerichts vom 11. Februar 2019, 8C_608/2018, E. 3.2.1).
Mit BGE 145 V 215 änderte das Bundesgericht am 11. Juli 2019 seine
Rechtsprechung. In der final konzipierten Invalidenversicherung bestehe keine
Grundlage dafür, das Herbeiführen einer Suchterkrankung durch den willentlichen
Konsum von Suchtmitteln zum Anlass zu nehmen, einen versicherten
Gesundheitsschaden von vornherein zu verneinen und mit der Begründung eines
Selbstverschuldens der versicherten Person auf jegliche weitere Prüfung der
funktionellen Einschränkungen zu verzichten. Neu sind auch primäre
Abhängigkeitssyndrome – wie alle psychischen Erkrankungen – grundsätzlich einem
strukturierten Beweisverfahren (Indikatorenprüfung) nach BGE 141 V 281 zu
unterziehen.
3.2.
Die Schadenminderungspflicht (Art. 7 IVG) kommt auch bei Vorliegen eines
Abhängigkeitssyndroms zur Anwendung, sodass von der versicherten Person etwa die
aktive Teilnahme an zumutbaren medizinischen Behandlungen verlangt werden kann.
Kommt sie der Schadenminderungspflicht nicht nach, sondern erhält willentlich den
krankhaften Zustand aufrecht, ist nach Art. 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG
eine Verweigerung oder Kürzung der Leistungen möglich. Die willentliche Natur des
fortgesetzten Substanzmittelkonsums kann indes bei Vorliegen eines
Abhängigkeitssyndroms gerade nicht in jedem Fall vorbehaltlos bejaht werden. Es
drängt sich hier keine andere Sichtweise auf als bei anderen psychischen Störungen,
wo die Arbeits- resp. Erwerbsunfähigkeit das Resultat der einem objektiven Massstab
folgenden Beurteilung ist, ob die versicherte Person trotz des ärztlich diagnostizierten
Leidens einer angepassten Arbeit zumutbarerweise ganz oder teilweise nachgehen
kann (BGE 145 V 215 E. 5.3).
3.3.
Die Anordnung einer Entzugsbehandlung im Vorfeld einer Begutachtung unter dem
Titel der Mitwirkungspflicht im Abklärungsverfahren ist nicht statthaft, würde damit
doch die Qualifikation des Suchtgeschehens und seiner erwerblichen Auswirkungen als
zum vornherein invalidenversicherungsrechtlich irrelevant und deshalb auszuscheiden
3.4.
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4.
vorweggenommen. Wie es sich damit verhält, ist im Abklärungsverfahren gerade erst
zu untersuchen. Demgegenüber darf eine Entzugsbehandlung als
Behandlungsmassnahme – sofern im konkreten Fall zumutbar – jederzeit zur
Schadenminderung angeordnet werden. Eine Verletzung der
Schadenminderungspflicht berechtigt die Verwaltung, wie bereits ausgeführt, allenfalls
zur Kürzung oder Verweigerung von Leistungen (Art. 7b IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG;
Urteil des Bundegerichts vom 7. November 2019, 9C_309/2019, E. 4.2.2).
Zu beachten ist, dass auch bei Abhängigkeitssyndromen kein direkter
Zusammenhang zwischen Diagnose und Arbeitsfähigkeit bzw. Invalidität besteht.
Vielmehr sind die Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die funktionelle
Leistungsfähigkeit im Einzelfall für die Rechtsanwendenden nachvollziehbar ärztlich
festzustellen. Dem Schweregrad der Abhängigkeit im konkreten Einzelfall ist Rechnung
zu tragen (BGE 145 V 215 E. 6). Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann jedoch
dort von einem strukturierten Beweisverfahren abgesehen werden, wo es nicht nötig
oder geeignet ist. Es bleibt etwa dann entbehrlich, wenn für eine Arbeitsunfähigkeit
nach bestehender Aktenlage keine Hinweise bestehen oder eine solche im Rahmen
beweiswertiger fachärztlicher Berichte nachvollziehbar verneint wird und allfälligen
gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen
Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 145 V 215 E. 7).
3.5.
Grundsätzlich ist eine neue Rechtsprechung sofort und überall anzuwenden. Sie
gilt nicht nur für künftige, sondern für alle im Zeitpunkt der Änderung noch hängigen
Fälle (BGE 142 V 551 E. 4.1).
3.6.
Gutachten, welche gemäss altem Verfahrensstand eingeholt wurden, verlieren
nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die
beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten –
gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige
Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (strukturiertes
Beweisverfahren). Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Umständen
eine punktuelle Ergänzung genügen (BGE 141 V 281 E. 8).
3.7.
Die Beschwerdegegnerin ging davon aus, dass beim Beschwerdeführer eine
primäre Suchterkrankung vorliege, aus welcher keine weiteren Krankheiten
hervorgegangen sind, welche die Arbeitsfähigkeit in rentenrelevantem Ausmass
einschränken würden. Deshalb hat sie den Rentenanspruch gestützt auf die damalige
4.1.
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5.
bundesgerichtliche Rechtsprechung (vgl. statt vieler BGE 124 V 265 E. 3c; Urteil des
Bundesgerichts vom 11. Februar 2019, 8C_608/2018, E. 3.2.1) verneint.
Nach der neuen höchstrichterlichen Rechtsprechung, welche wie erwähnt sofort
anzuwenden ist, ist indes nicht mehr relevant, ob ein primäres oder sekundäres
Abhängigkeitssyndrom vorliegt. Zu klären ist vielmehr, ob die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers insgesamt wesentlich reduziert ist. Das PMEDA-Gutachten wird
dabei nicht von vornherein hinfällig. In diesem Zusammenhang muss jedoch geprüft
werden, ob anhand dieses Gutachtens ein strukturiertes Beweisverfahren durchgeführt
werden kann (Indikatorenprüfung).
4.2.
Das PMEDA-Gutachten erfüllt grundsätzlich die versicherungsmedizinischen
Anforderungen hinsichtlich Beweiswert. Insbesondere beruht es auf allseitigen
Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und wurde in Kenntnis der
Vorakten abgegeben. Nicht zu beanstanden ist, dass vor der Begutachtung keine
Entzugsbehandlung stattfand. Dies wäre nach der neuen Rechtsprechung nicht
zulässig gewesen, war doch die Zumutbarkeit der Entzugsbehandlung gerade auch
von den Gutachtern zu klären (vgl. Urteil des Bundegerichts vom 7. November 2019,
9C_309/2019, E. 4.2.2). Das PMEDA-Gutachten ist sodann in seinen
Schlussfolgerungen begründet und nachvollziehbar. Auch der RAD, E._, Psychiatrie
und Psychotherapie FMH, hielt das Gutachten in der Stellungnahme vom 3. November
2017 für nachvollziehbar und beweistauglich (IV-act. 100). Nachfolgend ist zu prüfen,
ob die vom Beschwerdeführer daran geäusserten Kritikpunkte den Beweiswert des
Gutachtens zu erschüttern vermögen.
5.1.
Der Beschwerdeführer bringt vor, das Gutachten erwähne nicht die
Entzugsbehandlungen (2009 und 2016) sowie den vom Sozialamt veranlassten
gescheiterten Arbeitsversuch. Beide Tatsachen ergeben sich indes aus den Vorakten,
welche den Gutachtern bekannt waren (IV-act. 98-1). Zudem erwähnte der
Beschwerdeführer diese auch selbst gegenüber den Gutachtern (siehe etwa IV-
act. 98-20). Sie sind für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit jedoch lediglich von
untergeordneter Bedeutung, zumal sich aus den Akten keine Hinweise darauf ergeben,
dass der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers während den
Entzugsbehandlungen bzw. des Arbeitsversuchs länger andauernd wesentlich besser
oder schlechter war als zum Zeitpunkt der Begutachtung. Zudem kann aus den
gescheiterten Entzugsbehandlungen und Arbeitsversuchen nicht ohne Weiteres
gefolgert werden, eine Entgiftung und Entwöhnung, bzw. eine Aufnahme einer
5.2.
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Erwerbstätigkeit sei unzumutbar. Aus diesem Vorbringen kann der Beschwerdeführer
demnach nichts zu seinen Gunsten ableiten.
Der Beschwerdeführer betont, er verrichte keine Teilzeitarbeit, sondern sei lediglich
in einem Beschäftigungsprogramm tätig. Dies war den Gutachtern bewusst. Sie
erwähnten denn auch, dass die Tätigkeit in einem geschützten Rahmen bzw. in einer
sozialen Einrichtung ausgeübt werde (vgl. etwa IV-act. 98-10 f., 98-15 und 98-22).
Zudem stützten sie ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht etwa sinngemäss darauf ab,
der Beschwerdeführer sei bereits arbeitstätig. Auch dieses Vorbringen des
Beschwerdeführers erweckt somit keinen Zweifel am Beweiswert des Gutachtens.
5.3.
Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, die Gutachter hätten seine Knie- und
Rückenbeschwerden, Schlafstörungen, die Leberzirrhose sowie Depression nicht
berücksichtigt.
5.4.
Die Ein- und Durschlafstörungen wie auch die Rücken- und Knieschmerzen hat
der Beschwerdeführer gegenüber allen Gutachtern ausführlich dargelegt (vgl. etwa IV-
act. 98-9 f., 98-14, 98-19, 98-21 und 98-26). Da er wach und allseitig orientiert erschien
sowie im Verlauf der Begutachtungen nicht ermüdete und grundsätzlich konzentriert
blieb (siehe hierzu E. 5.6 nachstehend), leuchtet es ein, dass die Gutachter den
behaupteten Ein- und Durchschlafstörungen keine invalidisierende Wirkung beimassen.
5.4.1.
Der Beschwerdeführer wohnt sodann in einer Wohnung im dritten Stock ohne
Lift. Er verlässt die Wohnung regelmässig, um das Methadon von der Apotheke
abzuholen, Spaziergänge oder Besuche zu machen sowie am
Beschäftigungsprogramm teilzunehmen (IV-act. 98-10 f., 98-15 und 98-22). Es ist ihm
demnach offenkundig möglich, mehrmals täglich drei Stockwerke Treppen zu steigen.
Sein Gangbild erschien den Gutachtern unauffällig, ja sogar rasch und flüssig (IV-
act. 98-11 bzw. 98-15). Auch konnte der Beschwerdeführer sich flüssig und ohne
Anstrengungszeichen im Untersuchungsraum bewegen, insbesondere zügig und
geschickt an- und auskleiden (IV-act. 98-11 und 98-15). Er erschien anlässlich der
gutachterlichen Untersuchungen nicht schmerzgequält oder anderweitig namhaft
beeinträchtigt, nahm keine Schonhaltung ein und zeigte keine vegetativen Reaktionen
(vgl. beispielhaft IV-act. 98-16, 98-23 und 98-25). Gegenüber dem psychiatrischen
Gutachter gab er sogar an, die Lumbalgien würden nicht ausstrahlen und seien mit
Methadon effektiv behandelt. Nur bei ungünstigen Bewegungen käme es zu
einschiessenden Schmerzspitzen (IV-act. 98-19). Im Bereich der Wirbelsäule zeigten
sich denn auch keine groben Deformitäten und eine eutrophe (d.h. normal kräftige)
Muskulatur ohne Hinweis auf Paresen (IV-act. 98-12). Der psychiatrische Gutachter
5.4.2.
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schloss zudem eine somatoforme Schmerzstörung aus und begründete dies
ausführlich (IV-act. 98-25 f.). Anderweitige Arztberichte oder medizinische Unterlagen,
welche eine wesentliche Funktionseinschränkung des linken Knies oder des Rückens
ausweisen würden, liegen nicht im Recht. Der Beschwerdeführer befand sich wegen
dieser Schmerzen demnach nicht in fachärztlicher Behandlung. Entsprechende
Therapien oder operative Eingriffe standen offenbar nicht zur Diskussion. Die
Beschwerdegegnerin hat unter diesen Umständen ihre Abklärungspflicht nicht verletzt,
indem sie keine weiteren Abklärungen zu den Knie- und Rückenschmerzen tätigte.
Auch ist nicht zu beanstanden, dass die Gutachter keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit im Zusammenhang mit den geklagten Knie- und Rückenschmerzen
attestiert haben.
Betreffend Leberzirrhose war den Gutachtern bekannt, dass die Leberparameter
erhöht waren (wobei die Leber palpatorisch und perkutorisch nicht vergrössert war).
Insbesondere deshalb erachteten sie den fortgesetzten schädlichen Alkoholkonsum als
in erheblichem Masse gesundheitsgefährdend und empfahlen eine vollständige
Abstinenz von allen Suchtmitteln (IV-act. 98-12 ff.). Invalidenversicherungsrechtlich
kommt es grundsätzlich nicht auf die Diagnose an, sondern einzig darauf, welche
Auswirkungen eine Erkrankung auf die Arbeitsfähigkeit hat. Massgebend ist in erster
Linie der lege artis erhobene Befund und der Schweregrad der Symptomatik sowie die
damit verbundenen Funktionseinschränkungen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
28. Juni 2018, 9C_273/2018, E. 4.2 mit Hinweisen). Dass die Gutachter die
Leberzirrhose nicht ausdrücklich diagnostiziert haben, beeinträchtigt folglich ihre
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht.
5.4.3.
Der psychiatrische Gutachter setzte sich sodann mit der früher gestellten
Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung auseinander und begründete
ausführlich, weshalb er eine solche ebenso wie eine somatoforme Schmerzstörung und
eine organische Persönlichkeitsstörung ausschloss (IV-act. 98-25 f.). Insbesondere
würden sich die Achsenkriterien einer depressiven Episode nicht finden, zumal die
erhaltene Alltagsaktivität (Tagesstrukturierung, Freizeitgestaltung, soziale Aktivität), die
Selbsteinschätzung und die Verhaltensbeobachtung gegen das Vorliegen einer
depressiven Störung sprechen würden (IV-act. 98-25).
5.4.4.
Nach dem Gesagten haben die PMEDA-Gutachter die vom Beschwerdeführer
geltend gemachten Knie- und Rückenbeschwerden, Schlafstörungen, Leberzirrhose
sowie Depression rechtsgenüglich berücksichtigt. Sofern der Beschwerdeführer
geltend macht, er konsumiere keinen Alkohol und kein Cannabis mehr (act. G1), ist ihm
entgegenzuhalten, dass er zum Zeitpunkt der Begutachtung einen erheblichen Konsum
5.5.
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angab („regelmässig unregelmässig“ bis zu drei Liter Bier pro Tag sowie täglich drei bis
sechs Joints, IV-act. 98-9, 98-14, 98-20 und 98-26). Diese Angaben sind mit Blick auf
die Vorakten plausibel und stimmen mit den Beobachtungen der Gutachter überein
(vgl. beispielhaft Feststellung eines Foetor alcoholicus, IV-act. 98-22), sodass das
Gutachten in diesem Punkt nicht mangelhaft ist.
Der Beschwerdeführer bringt in der Beschwerde vor, der kognitive Abbau sei zu
wenig abgeklärt worden (act. G1). Es fand jedoch eine ausführliche
neuropsychologische Testung statt und alle Gutachter äusserten sich allgemein zu
dieser Thematik. Sie hielten namentlich fest, der Beschwerdeführer sei während der
persönlichen Untersuchungen wach, bewusstseinsklar und im Verlauf nicht ermüdend
erschienen. Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis seien unauffällig bzw.
höchstens leichtgradig reduziert gewesen (wobei der Beschwerdeführer merklich
alkoholisiert zur psychiatrischen Begutachtung erschien, vgl. IV-act. 98-22),
Denkstörungen hätten keine bestanden. Die neuropsychologischen Funktionen
(Sprache, Rechnen, Schreiben, Handlungsplanung und Ausführung, Orientierung und
Wahrnehmung von Reizen) waren nicht bzw. höchstens leichtgradig gestört (IV-act.
98-11, 98-17 f., 98-23 sowie 98-27 f.). Die zerebrale Bildgebung zeigte keine
krankheitswerten Veränderungen (IV-act. 98-19). Die neuropsychologische Testung
ergab keinen ausreichenden Anhalt für eine invalidisierende kognitive Störung. Die
wenigen festgestellten Defizite waren leichtgradig (vgl. IV-act. 98-37 f.). Somit wurden
die kognitiven Fähigkeiten des Beschwerdeführers hinreichend abgeklärt.
5.6.
Der Beschwerdeführer rügt, ihm sei das rechtliche Gehör mit Bezug auf die
Auswahl der Gutachter ungenügend gewährt worden. Er wurde indes mit Mitteilung
vom 7. Februar 2017 darüber informiert, dass die Beschwerdegegnerin eine
umfassende medizinische Untersuchung in Auftrag geben würde, wobei auch die
Fachdisziplinen genannt wurden. Gleichzeitig wurde er darüber in Kenntnis gesetzt,
dass die Vergabe des Gutachtens nach dem Zufallsprinzip erfolgen würde (IV-act. 75).
In der Folge wurde der Gutachtensauftrag korrekt vergeben (vgl. IV-act. 79). Zudem
wurde der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 29. März und 25. April 2017 sowohl
über die Begutachtungsstelle (PMEDA) als auch über die Personen der Gutachter und
deren entsprechende medizinischen Fachdisziplinen informiert (IV-act. 84 und 92). Die
Vergabe des Gutachtenauftrags ist demnach nicht zu beanstanden. Dass der Beizug
weiterer Fachdisziplinen für die Begutachtung erforderlich gewesen wäre, wird weder
substantiiert geltend gemacht noch ergibt sich dies aus den Akten.
5.7.
Soweit die PMEDA-Gutachter von den früheren Akteneinschätzungen abweichen,
begründen sie ihre Beurteilung nachvollziehbar (siehe etwa IV-act. 98-39 f.). Aus den
5.8.
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6.
seit der Begutachtung eingereichten medizinischen Berichten ergeben sich keine
neuen medizinischen Tatsachen, welche Zweifel an der Beurteilung der PMEDA-
Gutachter zu wecken vermöchten oder eine wesentliche Veränderung des
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers zwischen der Begutachtung und der
angefochtenen Verfügung glaubhaft machen. So hielt RAD-Ärztin D._, Allgemeine
Innere Medizin FMH, mit Stellungnahme vom 9. April 2018 fest, an der Beurteilung
gemäss Gutachten könne festgehalten werden. Die allgemeine Körperschwäche bei
Untergewicht und Muskelatrophie sei berücksichtigt worden. Die kardiologische
Abklärung habe einen normalen Ventrikel ohne Hinweis für ein Infarktgeschehen und
eine normale Pumpfunktion gezeigt. Die Hausärztin nehme eine andere Beurteilung des
gleichen medizinischen Sachverhaltes vor und beschreibe keine neuen medizinischen
Tatsachen. Somit könne an der Beurteilung gemäss Gutachten festgehalten werden
(IV-act. 117). Im Übrigen war den Gutachtern bekannt, dass beim Beschwerdeführer
eine Hypertonie vorlag. Eine Auswirkung des dem Beschwerdeführer neu
verschriebenen Magensäureblockers auf die Arbeitsfähigkeit erscheint
unwahrscheinlich und wird auch nicht behauptet.
Den Gutachtern war sodann bekannt, dass der Beschwerdeführer das Methadon
als Schmerzmedikation (nicht als Suchtmittelsubstitution) erhält. Sie erachteten diese
Therapieführung jedoch bei fortgesetztem Alkohol- und Cannabis- sowie
Benzodiazepinkonsum und hepatischer Schädigung (Hepatitis) als erheblich
gesundheitsgefährdend und kontraindiziert (IV-act. 98-39).
5.9.
Zusammenfassend vermögen weder die Vorbringen des Beschwerdeführers noch
die neu eingereichten medizinischen Unterlagen erhebliche Zweifel am PMEDA-
Gutachten zu erwecken. Das Gutachten ist folglich beweiskräftig, sodass darauf
abzustellen ist.
5.10.
Nach der früheren Rechtsprechung war die Arbeitsunfähigkeit, welche von einer
primären Toxikomanie herrührte, invalidenversicherungsrechtlich unbeachtlich.
Nachdem im PMEDA-Gutachten festgehalten wurde, dass die festgestellten
Einschränkungen überwiegend wahrscheinlich auf die Polytoxikomanie zurückzuführen
seien, lehnte die Beschwerdegegnerin bereits aus diesem Grund Leistungen der
Invalidenversicherung ab. Vorliegend ist deshalb zu prüfen, ob sich aus den mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Suchtmittelkonsum zurückzuführenden
Einschränkungen eine relevante Arbeitsunfähigkeit ergibt.
6.1.
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Vorab ist in diesem Zusammenhang festzuhalten, dass die chronische Hepatitis C,
das grenzwertige Untergewicht, die arterielle Hypertonie (soweit sie nicht ohnehin
medikamentös gebessert werden kann) sowie das Refluxleiden des Beschwerdeführers
keine Arbeitsunfähigkeit begründen, jedoch bei den Kriterien einer adaptierten
Arbeitstätigkeit insofern berücksichtigt werden, als dem Beschwerdeführer nur noch
leichte bis mittelschwere Tätigkeiten zumutbar sind. Dieses Anforderungsprofil kommt
auch den vom Beschwerdeführer geltend gemachten Rücken- und Kniebeschwerden
entgegen, wobei diesbezüglich keine arbeitsfähigkeitsrelevanten Diagnosen gestellt
wurden.
6.2.
Dass nebst den erwähnten Diagnosen und der Suchtmittelerkrankung weitere
Störungen oder Erkrankungen vorliegen, welche die Arbeitsfähigkeit relevant
einschränken würden, ist nicht überwiegend wahrscheinlich (vgl. insbesondere IV-
act. 98-19, 98-25 f. und 98-39 f. sowie die vorstehenden Ausführungen unter E. 5).
Unabhängig davon, dass die Gutachter die negativen Effekte als durch eine zumutbare
Entzugstherapie reversibel erachten, bestanden sogar unter der zum
Gutachtenszeitpunkt vorliegenden Polytoxikomanie bloss leichte Einschränkungen
beim Beschwerdeführer. Insbesondere war sein Allgemeinzustand gut (IV-act. 98-11).
Er zeigte keine (neuropsychologische Untersuchung, IV-act. 98-27) bzw. lediglich eine
leichtgradige Ataxie (neurologische Untersuchung, IV-act. 98-19). Sein Aktivitätsniveau
(Tagesstrukturierung, Freizeitgestaltung, soziale Aktivität) war erhalten, wobei
abgesehen von der Polytoxikomanie keine psychiatrischen Diagnosen gestellt werden
konnten (IV-act. 98-24 f.). Auch die neuropsychologischen Tests ergaben lediglich
leichtgradige Defizite und keinen Anhalt auf eine invalidisierende kognitive Störung (IV-
act. 98-37 f.).
6.3.
Demnach liegt selbst bei Berücksichtigung der negativen Effekte der
Polytoxikomanie keine Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit vor. Folglich hat
das vorliegende Abhängigkeitssyndrom keine invalidisierende Wirkung, sodass auch
unter der neuen Rechtsprechung von einer vollen Arbeitsfähigkeit in adaptierter
Tätigkeit auszugehen ist. Somit hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Invalidenrente und die Beschwerdegegnerin hat seinen Antrag zu Recht abgelehnt.
6.4.
Unter diesen Umständen ist auch der Antrag des Beschwerdeführers auf
neuerliche Begutachtung nach einer angeordneten Entzugsbehandlung (act. G3) ohne
Weiteres abzuweisen.
6.5.
Es bleibt dem Beschwerdeführer unbenommen, sich für die Durchführung von
beruflichen Massnahmen erneut bei der Beschwerdegegnerin zu melden. Aufgrund der
6.6.
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7.