Decision ID: 4ba4bf89-7f83-57ad-bb0a-8ddafb4cfb4f
Year: 2017
Language: de
Court: BE_VG
Chamber: BE_VG_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die 1967 geborene A._ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) bezog nach einem im August 1988 erfolgten Motorradunfall von der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG (Allianz bzw. Beschwerdegegnerin) bei einem Invaliditätsgrad von 10 % seit dem 1. Mai 1998 eine Invalidenrente von monatlich Fr. 460.-- bzw. ab 1. Januar 2001 bei einem Invaliditätsgrad von 20 % eine solche von Fr. 920.-- (Akten der Allianz, Antwortbeilagen [AB] 1 f., 136). Der Berechnung lag ein versicherter Verdienst von Fr. 68‘926.-- zugrunde (AB 136).
Mit Verfügung vom 9. Juli 2014 (AB 169) korrigierte die Allianz den versicherten Verdienst – unter Hinweis auf dessen zweifellose Unrichtigkeit in der Verfügung vom 26. September 2000 (AB 136) – auf Fr. 47‘818.-- und hielt bei unveränderten Invaliditätsgraden eine vom 1. Mai 1998 bis 31. Dezember 2000 monatlich auszurichtende Invalidenrente in der Höhe von Fr. 319.-- und ab 1. Januar 2001 von Fr. 638.-- fest. Dagegen erhob die Versicherte am 8. August 2014 Einsprache (AB 170), wobei der Antrag um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung mit Zwischenverfügung vom 19. August 2014 (AB 172) abgewiesen wurde.
Mit Schreiben vom 3. November 2015 (AB 173), 4. Januar (AB 178) und 6. Mai 2016 (AB 184) machte die Versicherte auf die hängige Einsprache aufmerksam. In einem in den Akten dokumentierten Telefongespräch vom 13. Mai 2016 (AB 185) teilte die Allianz der Versicherten mit, dass unter Berücksichtigung der aktuellen Aktenlage noch kein Entscheid erfolgen könne. Bei der Zusprechung der Rente im Jahr 2000 seien keinerlei medizinische Abklärungen getätigt und auch nicht abgeklärt worden, ob und welche angepasste Tätigkeiten der Versicherten noch möglich wären, weshalb auf die ursprüngliche Rentenverfügung zurückzukommen sei und hierzu der Gesundheitszustand der Versicherten im Rahmen eines versicherungsexternen Gutachtens umfassend abgeklärt werden müsse. Dabei drohe der Versicherten eine Schlechterstellung, welcher sie durch den Rückzug der Einsprache entgehen könne. Sollte sie an der Einsprache
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Jan. 2017, UV/16/1107, Seite 3
festhalten, hätte sie mit Blick auf die Gutachtensanordnung zwecks Vervollständigung der medizinischen Akten die Namen der sie in den letzten Jahren behandelnden Ärzte mitzuteilen. Auf diese informelle Androhung einer Schlechterstellung bestätigte die Versicherte ihre Einsprache am 13. Juni 2016 (AB 186) und teilte der Allianz am 30. Juni 2016 die Namen der behandelnden Ärzte mit (AB 188). Mit Schreiben vom 19. September 2016 ersuchte die Versicherte die Allianz um einen Entscheid innert einer Frist von 30 Tagen (AB 191). Am 10. Oktober 2016 (AB 193) informierte letztere die Versicherte schriftlich darüber, dass zur umfassenden Abklärung des Gesundheitszustands eine  Begutachtung vorgesehen sei und gab ihr Gelegenheit, sich innert 30 Tagen zum Fragenkatalog und den vorgeschlagenen Gutachterstellen zu äussern. Gleichzeitig mahnte sie die behandelnden Ärzte unter Hinweis auf die erfolglos gebliebene Aufforderung vom 28. Juli 2016 zur Einreichung von medizinischen Unterlagen (AB 194 f.).
B.
Hierauf erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin B._, am 11. November 2016 Rechtsverzögerungsbeschwerde. Sie lässt beantragen, die Beschwerdegegnerin sei gerichtlich anzuweisen, innerhalb von 30 Tagen ab Urteilsdatum einen Einspracheentscheid zu erlassen. Weiter sei eine Parteientschädigung von Fr. 1‘050.-- auszurichten.
Mit prozessleitender Verfügung vom 15. November 2016 räumte der Instruktionsrichter der Beschwerdeführerin in Anbetracht der während der laufenden Frist zur Stellungnahme betreffend Gutachterstelle und Fragenkatalog (vgl. Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 10. Oktober 2016 [AB 193]) getroffenen Rechtsvorkehr die Möglichkeit ein, sich zum Verhältnis zwischen dem Verwaltungs- und dem vorliegenden Gerichtsverfahren zu äussern. In der Folge hielt die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 16. November 2016 ausdrücklich an der Beschwerde fest.
Mit Beschwerdeantwort vom 15. Dezember 2016 beantragt die Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf die gleichentags mittels
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Zwischenverfügung angeordnete Begutachtung (im Gerichtsdossier) die Abschreibung des Verfahrens zufolge Gegenstandslosigkeit.

Erwägungen:
1.
1.1 Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden aus dem Bereich der Sozialversicherung. Gemäss Art. 56 Abs. 2 ATSG kann Beschwerde erhoben werden, wenn der Versicherungsträger entgegen dem Begehren der betroffenen Person keine Verfügung oder keinen Einspracheentscheid erlässt (BGE 130 V 90 E. 2 S. 92). Zur Rechtsverzögerungsbeschwerde berechtigt ist, wer ein schutzwürdiges Interesse daran hat, dass die Instanz, welche der Vorwurf trifft, in der ihr unterbreiteten Sache endlich entscheidet (SVR 1998 UV Nr. 11 S. 32 E. 5b aa). Im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung am 11. November 2016 war diese Voraussetzung grundsätzlich gegeben, womit die Beschwerdeführerin zur Erhebung einer Rechtsverzögerungsbeschwerde befugt ist. Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über die Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind und Rechtsverzögerungsbeschwerde jederzeit erhoben werden kann (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [heute: Bundesgericht {BGer}] vom 14. Januar 2004, U 220/03, E. 2.2), ist auf die Beschwerde einzutreten. Mit der Zwischenverfügung vom 15. Dezember 2016 (im Gerichtsdossier) wurde das vorliegende Verfahren zudem auch nicht gegenstandslos, denn damit wurde das Einspracheverfahren nicht abgeschlossen.
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1.2 Streitgegenstand von Beschwerden gemäss Art. 56 Abs. 2 ATSG bilden nicht die materiellen Rechte und Pflichten, sondern allein die Frage der Rechtsverweigerung bzw. -verzögerung (vgl. UELI KIESER, Kommentar zum ATSG, 3. Aufl. 2015, Art. 56 N. 24). Streitig und zu prüfen ist der am 11. November 2016 gegenüber der Beschwerdegegnerin erhobene Vorwurf der Rechtsverzögerung.
1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweierbesetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).
1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).
2.