Decision ID: 369ec628-c2e7-4c1f-b4b6-92fdd543dc6d
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_VG
Chamber: ZH_VG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
hat sich ergeben:
I. A. Der Bezirksrat P entliess C auf dessen Gesuch hin mit Beschluss vom 7. Juli 2011 als Mitglied und Präsidenten der Schulpflege A. Dieser Beschluss erwuchs in Rechtskraft.
B. Am 9. März 2012 liess C die Gemeinde A um die Auszahlung einer Behördenentschädigung in der Höhe von jährlich Fr. 58'000.- von Anfang Dezember 2011 bis Ende August 2014 sowie einer Abfindung im Umfang von zehn Monatslöhnen ersuchen. Die Gemeinde A lehnte diese Forderungen am 4. Mai 2012 ab.
II.
Dagegen liess C am 5. Juni 2012 an den Bezirksrat P rekurrieren und in der Hauptsache beantragen, unter Entschädigungsfolge seien ihm die Behördenentschädigung bis Ende der Amtsdauer sowie eine Abfindung im Umfang von zehn Monatslöhnen auszurichten. Mit Verfügung vom 5. Oktober 2012 übertrug die Direktion der Justiz und des Innern die Behandlung des Rekurses an den Bezirksrat Q, da der Bezirksrat P als Entlassungsbehörde geamtet habe und deshalb den Anschein der Befangenheit erwecke.
Mit Beschluss vom 18. Juni 2014 hiess der Bezirksrat Q den Rekurs teilweise gut, hob die Verfügung der Gemeinde A vom 4. Mai 2012 auf und verpflichtete die Gemeinde A, C die für das Schulpräsidium vorgesehene Behördenentschädigung von jährlich Fr. 40'000.- für die Zeit zwischen dem Ausscheiden aus der Schulpflege und der Rechtskraft des Rekursentscheids nachzuzahlen und diese Entschädigung bis Ende August 2014 weiter auszurichten, es trete denn ein Umstand ein, welcher zum Verlust der Wählbarkeit von C für das Amt als Schulpräsident führte; im Übrigen, das heisst in Bezug auf die Abfindungsforderung, wurde der Rekurs abgewiesen (Dispositiv-Ziff. 1).
III.
Die Gemeinde A liess am 21. Juli 2014 beim Verwaltungsgericht Beschwerde erheben und beantragen, der Rekursentscheid sei unter Entschädigungsfolgen aufzuheben. Das Gericht eröffnete dafür das Geschäft VB.2014.00420.
C seinerseits liess am 21. August 2014 beim Verwaltungsgericht Beschwerde gegen den Rekursentscheid erheben und in der Sache beantragen, unter Entschädigungsfolge sei ihm eine Abfindung in der Höhe von zehn Monatslöhnen auszurichten. Das Gericht eröffnete dafür das Geschäft VB.2014.00460.
Der Bezirksrat Q beantragte am 4. September 2014 in beiden Verfahren die Abweisung der Beschwerde. Mit Beschwerdeantwort vom 15. September 2014 liess C im Verfahren VB.2014.00420 die Abweisung der Beschwerde unter Entschädigungsfolge beantragen. Hierzu nahm die Gemeinde A mit Eingabe vom 18. September 2014 Stellung. Im Verfahren VB.2014.00460 liess die Gemeinde A mit Beschwerdeantwort vom 11. September 2014 die Abweisung der Beschwerde unter Entschädigungsfolge beantragen (VB.2014.00460).

Die Kammer erwägt:
1. 1.1 Das Verwaltungsgericht ist für Beschwerden gegen erstinstanzliche Rekursentscheide eines Bezirksrats über Anordnungen einer Gemeinde etwa betreffend Ausrichtung finanzieller Leistungen an ein ausgeschiedenes Behördenmitglied nach § 41 in Verbindung mit §§ 19 Abs. 1 lit. a und Abs. 3 Satz 1, 19a, 19b Abs. 2 lit. c sowie §§ 42–44 e contrario des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) zuständig.
Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerden einzutreten.
1.2 Beide Parteien beantragen die Vereinigung der Verfahren. Nach § 71 VRG in Verbindung mit Art. 125 lit. c der Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (SR 272) kann das Gericht zur Vereinfachung des Verfahrens selbständig eingereichte Rechtsvorkehren vereinigen. Die Beschwerden in den Verfahren VB.2014.00420 und VB.2014.00460 richten sich beide gegen den Beschluss des Bezirksrats Q vom 18. Juni 2014. Sie sind deshalb zu vereinigen (vgl. VGr, 4. September 2013, VB.2013.00052, E. 1.2).
1.3 Streitig sind vorliegend die Ausrichtung einer Behördenentschädigung von jährlich Fr. 40'000.- von Anfang Dezember 2011 bis Ende August 2014 sowie eine Abfindungsforderung im Umfang von zehn Monatslöhnen. Der Streitwert beträgt demnach rund Fr. 140'000.-. Nach § 38 Abs. 1 in Verbindung mit § 38a Abs. 1 sowie § 38b Abs. 1 e contrario VRG fällt die Angelegenheit damit in die Zuständigkeit der Kammer.
1.3 Streitig sind vorliegend die Ausrichtung einer Behördenentschädigung von jährlich Fr. 40'000.- von Anfang Dezember 2011 bis Ende August 2014 sowie eine Abfindungsforderung im Umfang von zehn Monatslöhnen. Der Streitwert beträgt demnach rund Fr. 140'000.-. Nach § 38 Abs. 1 in Verbindung mit § 38a Abs. 1 sowie § 38b Abs. 1 e contrario VRG fällt die Angelegenheit damit in die Zuständigkeit der Kammer.
2. 2.1 C amtete bis zu seinem Rücktritt als Präsident der Schulpflege A. Mitglieder der Schulpflege werden nach § 40 Abs. 1 lit. a Ziff. 2 in Verbindung mit § 32 Abs. 1 des Gesetzes über die politischen Rechte vom 1. September 2003 (GPR, LS 161) an der Urne auf eine Amtsdauer von vier Jahren gewählt. Eine Beendigung des Behördenmandats während laufender Amtszeit ist gesetzlich nur auf entsprechendes Gesuch des Behördenmitglieds vorgesehen (§ 35 f. GPR). Darüber hinaus anerkennen Lehre und Praxis ein Recht der Aufsichtsbehörde, bei schwerwiegenden Verfehlungen eine Amtsenthebung vorzunehmen (Tobias Jaag, Zwangsmassnahmen in der Verbandsaufsicht, ZBl 111/2010, S. 73 ff., 79 f. mit Hinweisen). Keine Möglichkeit der Amtsenthebung haben demgegenüber die übrigen Mitglieder der jeweiligen Kollegialbehörde oder die Stimmberechtigten.