Decision ID: 38dea9cf-577f-4b85-9c1d-79e6601d1962
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Künzle Treuhand AG, St. Gallerstrasse 117, 8645 Jona,
gegen
Ausgleichskasse PROMEA, Ifangstrasse 8, Postfach, 8952 Schlieren,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Nachbelastung von paritätischen Beiträgen 2007 (Dividende)
Sachverhalt:
A.
A.a Die S._ deklarierte im Jahr 2007 für den Alleinaktionär, einzigen Verwaltungsrat
und Geschäftsführer A._ einen Lohn von Fr. 50'843.-- (act. G 4.1/8). Am 4. Dezember
2008 führte die Ausgleichskasse Promea eine Arbeitgeberrevision durch und überprüfte
das Jahr 2007 sowie stichprobenweise die Jahre 2004 bis 2006. Für das Jahr 2007
erhöhte sie den Lohn von A._ - bei einer ausbezahlten Dividende von Fr. 100'000.-- -
um Fr. 69'157.-- auf Fr. 120'000.--. Dies entspreche dem ortsüblichen Lohn (act. G
4.1/6). Mit Nachtragsverfügung vom 22. Dezember 2008 forderte sie auf dem
nachbelasteten Betrag AHV-/IV-/EO-ALV sowie FAK-Beiträge in Höhe von Fr. 9'883.15
(inkl. Verwaltungskosten) sowie Zinsen für die Zeitspanne vom 1. Januar 2008 bis zum
22. Dezember 2008 von Fr. 483.15, total somit Fr. 10'366.30 (act. G 4.1/5).
A.b Mit Einsprache vom 19. Januar 2009 beantragte die Arbeitgeberin, die
angefochtene Nachtragsverfügung sei vollumfänglich aufzuheben. A._ habe im Jahr
2007 ein Bruttosalär von Fr. 64'100.-- bezogen, zusätzlich habe die Firma eine Brutto-
Dividende von Fr. 100'000.-- beschlossen. Die Ausgleichskasse habe nicht begründet,
wie sie auf den Betrag von Fr. 120'000.-- gekommen sei. Sie stütze sich wohl auf die
Weisung Nr. 219 vom 31. März 2008, die im Kern vorsehe, dass eine Überprüfung (der
ausbezahlten Dividende) immer dann vorzunehmen sei, wenn Dividenden
ausgeschüttet werden, die 15 % des einbezahlten Anteils am Grund- oder
Stammkapital der Gesellschaft überschreiten und gleichzeitig ein tiefer oder kein der
Stellung in der Gesellschaft entsprechender Lohn ausbezahlt werde. Gemäss BGE 134
V 297 E. 2.2 habe jedoch die Steuerbehörde zu überprüfen, ob eine als Lohn
deklarierte Leistung in Wirklichkeit eine Gewinnausschüttung darstelle, und ob sie
gegebenenfalls als solche aufzurechnen sei. Von der durch die Gesellschaft gewählten
Aufteilung sei nur abzuweichen, wenn ein offensichtliches Missverhältnis zwischen
Arbeitsleistung und Lohn bzw. zwischen eingesetztem Vermögen und Dividende
bestehe. Vorliegend habe die Steuerbehörde den ausgewiesenen Lohn von A._ wie
auch die Dividende akzeptiert. Im Weiteren sei von der Dividende die
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Verrechnungssteuer abgezogen worden und sie sei sodann als Vermögensertrag
besteuert worden. In der S._ arbeiteten zwei weitere ausgebildete Facharbeiter mit
einem Lohn von Fr. 63'341.-- brutto bzw. Fr. 70'021.-- brutto im Jahr 2007. Der
Vergleich zeige, dass der Lohn von A._ in Höhe von Fr. 69'100.-- (Fr. 64'100.-- brutto
zuzüglich Fr. 5'000.-- Privatanteil Auto/Spesen) einem Drittvergleich durchaus
standhalte. Was über rund Fr. 70'000.-- hinausgehe, habe seinen Grund nicht mehr im
Arbeitsverhältnis, sondern in der Aktionärseigenschaft (act. G 4.1/3).
A.c Mit Entscheid vom 23. März 2009 wies die Ausgleichskasse die Einsprache ab, da
zwischen Arbeitsleistung und Entgelt bzw. eingesetztem Vermögen und Dividende ein
offensichtliches Missverhältnis bestehe (act. G 4.1/1).
B.
B.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 17. April
2009 mit dem Antrag, es sei für den Inhaber A._ nur der von ihm selbst deklarierte
Lohn von Fr. 64'100.-- anzurechnen. Die Beschwerdegegnerin liefere keine
Begründung, weshalb Dividendenberechtigte nur Dividenden beziehen dürften, wenn
sie vorher einen branchenüblichen Lohn bezogen hätten. Sie begründe auch nicht,
weshalb sie von der steuerrechtlichen Betrachtungsweise abweiche, denn die
Steuerbehörde habe diese Lohnbezüge als in Ordnung befunden (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 20. Mai 2009 beantragt die Verwaltung Abweisung
der Beschwerde. Der Einspracheentscheid stütze sich auf Rz 2011.2 WML, wonach
von der steuerlichen Betrachtung (nur) dann abzuweichen sei, wenn ein
offensichtliches Missverhältnis zwischen Arbeitsleistung und Entgelt bzw. eingesetztem
Vermögen und Dividende bestehe. Diese Weisung stehe im Einklang mit BGE 134 V
297, führe doch das Bundesgericht in E. 2.3 aus, es sei Sache der Ausgleichskassen,
selbstständig zu beurteilen, ob ein Einkommensbestandteil als massgebender Lohn
oder als Kapitalertrag qualifiziert werden müsse, wobei sich die Ausgleichskassen in
der Regel an die bundessteuerrechtliche Betrachtungsweise hielten. Die
Beschwerdegegnerin habe im angefochtenen Entscheid sodann begründet, weshalb
vorliegend von einem branchenüblichen Lohn von Fr. 120'000.-- auszugehen sei,
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namentlich, dass nicht auf den Vergleich mit den zwei genannten Facharbeitern
abgestellt werden könne (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 24. Juli 2009 bringt die Beschwerdeführerin vor, es sei klar, dass
nicht die Steuerbehörde für die Sozialversicherungen festlegen könne, welche
Lohnhöhe diese aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht zu bestimmen hätten. Ebenso
wenig liege es in der Kompetenz der Sozialversicherungen, der Steuerbehörde
vorzuschreiben, welche Lohnhöhe aus steuerlicher Sicht geschäftsmässig begründet
sei. Es fehle an einer gesetzlichen Grundlage dafür, dass die Sozialversicherung
Mindestlöhne festlege (act. G 8). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik
(act. G 10).
B.d Am 10. Dezember 2009 tätigte das Versicherungsgericht weitere Abklärungen bei
der Beschwerdeführerin betreffend steuerliche Bewertung der Aktienpakete sowie
allfällig ausbezahlte Dividenden in früheren Jahren (2002 - 2006; act. G 12 und 13).

Erwägungen:
1.
1.1 Die Nachzahlungsverfügung vom 22. Dezember 2008 ist lediglich der Beschwerde
führenden Arbeitgeberin, nicht jedoch auch dem betroffenen Arbeitnehmer eröffnet
worden. Dies lässt sich unter den vorliegenden Umständen nicht beanstanden, da
dieser Alleinaktionär und Verwaltungsratspräsident der Arbeitgeberin ist und überdies
selber die Vollmacht an die vorliegend beauftragte Rechtsvertreterin für die
Arbeitgeberin unterzeichnet hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22. Dezember
2003 [H 108/03, E. 3]).
1.2 Gemäss Art. 4 und 5 AHVG sind nur auf dem Erwerbseinkommen AHV-Beiträge
geschuldet, nicht aber auf dem Vermögensertrag (BGE 122 V 178 neues Fenster E. 3b).
Dividenden sind grundsätzlich beitragsfreier Vermögensertrag (vgl. auch Rz 2011 der
Wegleitung des BSV über den massgebenden Lohn in der AHV, IV und EO [WML
1.07]). Richtet eine Aktiengesellschaft Leistungen an Arbeitnehmer aus, die gleichzeitig
Inhaber gesellschaftlicher Beteiligungsrechte sind, erhebt sich bei der Festsetzung
sowohl der direkten Bundessteuer als auch der Sozialversicherungsbeiträge die Frage,
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ob und inwieweit es sich um Arbeitsentgelt (massgebenden Lohn) oder aber um
Gewinnausschüttung (Kapitalertrag) handelt. Letztere unterliegt beim Empfänger der
direkten Bundessteuer im Sinne von Art. 20 Abs. 1 lit. c DBG (SR 642.11), da sie ihren
Grund in der Aktionärseigenschaft des Empfängers hat. Nach der Rechtsprechung
gehören Vergütungen, die als reiner Kapitalertrag zu betrachten sind, nicht zum
massgebenden Lohn. Ob dies zutrifft, ist nach Wesen und Funktion einer Zuwendung
zu beurteilen. Deren rechtliche oder wirtschaftliche Bezeichnung ist nicht entscheidend
und höchstens als Indiz zu werten. Unter Umständen können auch Zuwendungen aus
dem Reingewinn einer Aktiengesellschaft massgebender Lohn sein; dies gilt laut Art. 7
lit. h AHVV (SR 831.101) namentlich für Tantiemen. Es handelt sich dabei um
Vergütungen, die im Arbeitsverhältnis ihren Grund haben. Zuwendungen, die nicht
durch das Arbeitsverhältnis gerechtfertigt werden, gehören nicht zum massgebenden
Lohn, sondern sind Gewinnausschüttungen, welche eine Gesellschaft ihren
Gesellschaftern ohne entsprechende Gegenleistung zuwendet, aber unbeteiligten
Dritten unter den gleichen Umständen nicht erbringen würde (BGE 134 V 297 E. 2.1,
mit weiteren Hinweisen auf BGE 103 V 1 neues Fenster E. 2b S. 4; ZAK 1989 S. 147, E.
2b, H 131/86; Pra 86/1997 Nr. 96 S. 520 f., E. 4b, H 241/96; Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts H 49/02 vom 19. November 2002, E. 4.1).
1.3 Im zitierten BGE 134 V 297, der - wie vorliegend - einen Sachverhalt betrifft, der
sich vor Inkrafttreten der Unternehmenssteuerreform II ereignet hat (Bund: 1. Januar
2009; Kanton St. Gallen jedoch 1. Januar 2007), stellt das Bundesgericht fest,
praxisgemäss sei es Sache der Ausgleichskassen, selbstständig zu beurteilen, ob ein
Einkommensbestandteil als massgebender Lohn oder als Kapitalertrag zu qualifizieren
sei. Es entspreche aber der in Art. 23 AHVV enthaltenen Ordnung, wonach sich die
Kassen in der Regel auf die durch die Steuerbehörden akzeptierte Aufteilung zwischen
Lohn und Dividenden hielten. Wie in der steuerrechtlichen Betrachtung sei sodann
auch ahv-rechtlich von der durch die Gesellschaft vorgenommenen Aufteilung
auszugehen und davon nur abzuweichen, wenn ein offensichtliches Missverhältnis
zwischen Arbeitsleistung und Entgelt bzw. zwischen eingesetztem Vermögen und
Dividende bestehe (E. 2.3). Dabei habe die Gesellschaft einen erheblichen
Ermessensspielraum; den Steuerbehörden (und den AHV-Behörden) stehe es nicht zu,
die Angemessenheit des Lohnes bzw. der Dividende frei zu überprüfen (E. 2.2).
Schliesslich führt das Bundesgericht aus, dass "solche Weisungen" (damals auf der
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sogenannten Nidwaldner Praxis beruhende Weisungen des BSV) nicht schematisch,
sondern nur unter Würdigung des konkreten Einzelfalls angewendet werden dürften (E.
2.7). Mithin ist ein Teil der als Dividende bezeichneten Ausschüttung als massgebender
Lohn zu qualifizieren, wenn kumulativ von einer unangemessen tiefen Entschädigung
des mitarbeitenden Aktionärs sowie von einer unangemessen hohen Verzinsung des
eingesetzten Eigenkapitals auszugehen ist (vgl. auch WML [1.09] Rz 2011.3).
2.
2.1 In den Jahren 2001 bis 2006 wurde für A._ jeweils ein Lohn von rund Fr.
160'000.-- bis Fr. 180'000.-- deklariert (act. G 4.1/8). Unter Zugrundelegung des im
Einspracheverfahren anerkannten Lohnanteils von Fr. 69'100.-- (Fr. 64'100.-- zuzüglich
Privatanteil Auto und Spesen von Fr. 5'000.-- [Einsprache S. 1 u. 3; vgl. auch
Beschwerde S. 4]) wurde dem Alleinaktionär für das zu beurteilende Jahr 2007
ebenfalls ein Betrag von rund Fr. 170'000.-- ausbezahlt. Zwar ist anzunehmen, dass
auch in den Bezügen vor dem Jahr 2007 ein gewisser Kapitalertrag enthalten war.
Indessen gingen offenbar sämtliche Beteiligten (Beschwerdeführerin, Alleinaktionär und
Steuerbehörde) davon aus, dass ein Lohn in der Grössenordnung von durchschnittlich
rund Fr. 170'000.-- eine angemessene Entschädigung für die Tätigkeit von A._ als
mitarbeitenden Aktionär darstelle. Es ist nicht ersichtlich und wird von der
Beschwerdeführerin auch nicht ausgeführt, weshalb ab 2007 nur noch ein um rund Fr.
100'000.-- tieferer Lohn angemessen sein soll. Insbesondere wird nicht geltend
gemacht, der Umfang der Tätigkeit des Alleinaktionärs und alleinigen Verwaltungsrats
habe sich (entsprechend) verringert. Mithin ist festzustellen, dass der für das Jahr 2007
deklarierte (bzw. im vorliegenden Verfahren zugestandene) Lohn von Fr. 69'100.-- als
unangemessen tief bezeichnet werden muss. Dies gilt auch im Verhältnis zu seinen
beiden Mitarbeitern, die im Jahr 2007 gemäss Deklaration Fr. 71'114.-- (T.J.) und Fr.
63'343.-- (R.M.) verdienten (act. G 4.1/8; Lohnausweise leicht abweichend [act. G
4.1/3.3]). Diese beiden Mitarbeiter erfüllten unbestrittenermassen keine leitenden
Funktionen bei der Beschwerdeführerin, so dass ein Lohn des einzigen
Verwaltungsrats und Geschäftsführers in (ungefähr) der gleichen Höhe als
unverhältnismässig tief angesehen werden muss, zumal dieser in früheren Jahren
deutlich mehr verdiente als die genannten beiden Mitarbeiter. Die Mitarbeiter ohne
Beteiligungsrechte mussten also keine derart massive Lohnkürzung hinnehmen wie -
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vordergründig - der Alleinaktionär. Vielmehr verdiente Mitarbeiter T.J. in den Jahren
2001 - 2006 zwischen Fr. 54'600.-- und Fr. 63'700.--, verbesserte sich also
kontinuierlich. Mitarbeiter R.M. war vor 2007 im Jahr 2000 für einen Lohn von Fr.
1'290.-- (vgl. Aufrechnung im Arbeitgeberrevisionsbericht vom 10. September 2004)
tätig und im Jahr 2001 während fünf Monaten beschäftigt, wofür er mit Fr. 6'000.--
entschädigt wurde (entsprechend einem Jahreslohn von Fr. 14'400.--). Auch er konnte
sich damit verbessern - bei wohl anderem Aufgabengebiet (act. G 4.1/8).
2.2 Weiter ist zu prüfen, ob kumulativ von einem unangemessen hohen Kapitalertrag
auszugehen ist. Diesbezüglich ergaben die Abklärungen des Versicherungsgerichts,
dass der massgebliche Bruttosteuerwert des von A._ gehaltenen Aktienpakets per
31. Dezember 2007 Fr. 180'000.-- betrug (Fr. 3'600.-- X 50; act. G 13.6). Dass dieser
Wert geringer ausfällt als der von der Beschwerdegegnerin verwendete Buchwert der
Gesellschaft (Fr. 216'000.--; act. G 4.1/3.2) liegt daran, dass die Berechnung des
Aktienwerts durch die Steuerbehörde nicht allein auf dem Buchwert (Substanzwert),
sondern auch auf dem (vorliegend niedrigeren) Ertragswert der Gesellschaft basiert und
dieser zudem doppelt gewichtet wird (act. G 13.6). Mithin beträgt die Rendite des
eingesetzten Kapitals (Dividendenrendite) nicht wie von der Beschwerdegegnerin
angenommen 46,3 % (Fr. 100'000.-- : Fr. 216'000.-- X 100), sondern gar 55,6 % (Fr.
100'000.-- : Fr. 180'000.-- X 100). Damit ist ohne weiteres von einem unangemessen
hohen Kapitalertrag auszugehen. Demgegenüber deklarierte A._ jeweils gegenüber
der Steuerbehörde - und nun auch im vorliegenden Verfahren gegenüber der
Abgabebörde - für die Jahre 2003 bis 2006 keine Dividende, mithin eine Kapitalrendite
von 0 % (act. G 13.1).
2.3 Zusammenfassend ist damit sowohl von einer unangemessen tiefen Entschädigung
für die Tätigkeit des Alleinaktionärs als Geschäftsführer als auch von einer
unangemessen hohen Kapitalrendite für das Jahr 2007 auszugehen. Insgesamt
erscheint die im Jahr 2007 erstmals getroffene Aufteilung der Bezüge in Lohn und
Dividende (vorher jeweils nur Lohn) nur durch fiskalische und abgaberechtliche
Überlegungen erklärbar. Namentlich vermag die Beschwerdeführerin in diesem
Verfahren keine plausible anderweitige Begründung für ihr Vorgehen zu liefern. Zudem
erfolgte die neue Aufteilung der Bezüge des Alleinaktionärs just per 2007, als im
Kanton St. Gallen per 1. Januar 2007 eine der Unternehmenssteuerreform II
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vergleichbare Regelung (nur noch halber Steuersatz bei Dividenden von Personen,
deren Kapitalanteil mindestens 10 % beträgt) eingeführt wurde (Art. 50 Abs. 5 des
kantonalen Steuergesetzes, sGS 811.1). In steuerlicher Hinsicht war es damit für den
Alleinaktionär interessant, die Bezüge möglichst als Dividenden darzustellen, werden
diese doch bei ihm nur zum halben Satz besteuert, während er ein entsprechendes
Arbeitseinkommen voll hätte versteuern müssen. Nachdem die Gesellschaft den
Gewinn 2007 von Fr. 169'544.-- mit einem Verlustvortrag von Fr. 147'600.-- verrechnen
konnte und damit nur noch ein kleiner steuerbarer Gewinn von Fr. 21'944.-- (bzw. Fr.
21'900.--; act. G 4.1/3.2) übrig blieb, wirkte sich diese Darstellung zudem bei der
Steuerbelastung der AG kaum negativ aus. Abgaberechtlich war die Darstellung der
Bezüge als Dividenden sowohl für die AG als auch für den Alleinaktionär ohnehin
vorteilhafter.
2.4 Nach dem Gesagten ist folglich eine (teilweise) Aufrechnung der Dividenden an die
Lohnzahlungen vorzunehmen. Die Beschwerdegegnerin rechnete zum ursprünglich
durch die Beschwerdegegnerin deklarierten Lohn des Alleinaktionärs von Fr. 50'843.--
(act. G 4.1/8) Fr. 69'157.-- auf und berücksichtigte mithin für 2007 einen Lohn von
insgesamt Fr. 120'000.-- (act. G 4.1/6). Bereits im Einspracheverfahren ging die
Beschwerdeführerin selber von einem Lohn von Fr. 69'100.-- aus (Fr. 64'100.-- plus Fr.
5'000.-- Privatanteil an Auto und Spesen, Einsprache, S. 3 Ziff. 4), sodass die Differenz
zum ursprünglich deklarierten Lohn (Fr. 18'257.--) ohne Weiteres aufzurechnen ist. Zu
prüfen bleibt, ob die weitere Aufrechnung auf Fr. 120'000.-- rechtmässig ist.
Diesbezüglich macht die Beschwerdeführerin geltend, die Beschwerdegegnerin
begründe nicht, worauf sich die Annahme eines branchenüblichen Lohnes von Fr.
120'000.-- stütze.
Zwar ist mit der Beschwerdeführerin festzustellen, dass es keinen einheitlich
festgelegten "ortsüblichen" Lohn für eine Geschäftsführertätigkeit gibt und
grundsätzlich auch nicht mehr auf die überholte Nidwaldner Praxis, wo der Betrag wohl
herstammt, abgestellt werden kann. Nachdem jedoch die Beschwerdeführerin bislang
ein Gehalt von durchschnittlich rund Fr. 170'000.-- als eine angemessene
Entschädigung für die Tätigkeit ihres Geschäftsführers betrachtete, erscheint der von
der Beschwerdegegnerin veranschlagte Betrag von Fr. 120'000.-- nicht als übermässig
hoch. Selbst wenn man davon ausgehen wollte, dass die Bezüge des Alleinaktionärs
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teilweise aus der Substanz bezahlt wurden (der Gewinn 2007 betrug gemäss
Erfolgsrechnung rund Fr. 130'000.-- (vgl. act. G 4.1/3.2), verbliebe bei einem in der
Erfolgsrechnung noch nicht berücksichtigten Lohnbetreffnis von Fr. 55'900.-- (Fr.
120'000.-- - Fr. 64'100.--) noch ein Gewinn von rund Fr. 74'100.-- (Fr. 130'000.-- - Fr.
55'900.--). Es ist somit festzustellen, dass das Geschäftsergebnis mindestens den von
der Beschwerdegegnerin angenommenen Lohn hergibt. Es braucht somit nicht geklärt
zu werden, wie es sich im umgekehrten Fall verhalten würde.
Im Weiteren resultiert auch bei einer Dividende von noch Fr. 49'100.-- (Fr. 69'100.-- +
Fr. 100'000.-- - Fr. 120'000.--) eine Rendite auf das eingesetzte Kapital von rund 27 %
(Fr. 49'100.-- : Fr. 180'000.-- X 100). Dies stellt nach wie vor eine überaus ansehnliche
Rendite dar, zumal im Vergleich mit den Jahren vor 2007, wo der Alleinaktionär nach
eigenen Angaben jeweils keine Kapitalrendite erzielte (vgl. act. G 13.1). Nach dem
Gesagten ist die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Aufrechnung auf einen
Lohn von Fr. 120'000.-- für das Jahr 2007 nicht zu beanstanden.
3.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53