Decision ID: afba4be9-a908-4b5b-918d-67269fda18ed
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1953 geborene
X._
,
gelernter Maschinen
schlosser, war
seit dem 1. August 2003
als Maschinenmonteur
bei der
Z._
AG angestellt und bei der
Suva gegen Unfälle versi
chert
(
Urk.
8/4)
. Am 10. März 2007 blieb er beim Absteigen von einem Motorrad mit dem Fuss am Sattel hängen und stürzte auf die linke Schulter. Dabei erlitt er eine AC-Luxation
Tossy
III. Gleichentags begab er sich in Behandlung
bei
der Chirurgischen Klinik und Poliklinik des
A._
, wo nach vorerst erfolgloser konservativer Behandlung am 28. Juni 2007 eine
a
c
romio
c
lavi
c
uläre
Bandplastik rechts nach Weaver-Dunn und eine
c
ora
c
o
c
lavi
c
uläre
Augmentation durchgeführt wurden. Am 3. September 2007 begann der Versicherte wieder zu 50 % zu arbeiten, wobei er nur
leichte
Hilfsarbeiten verrichten konnte und weiterhin Physiotherapie benötigte
(Urk. 8/2/30
,
Urk.
8/2/37 f.,
Urk.
8/2/48 und
Urk.
8/2/77
)
. Ende März kündigte die
Z._
AG das Arbeitsverhältnis des Versicherten per Ende Mai 2008 (Urk.
8/2/27
).
Nach Absolvierung einer arbeitsorientierten Rehabilitation stellte die Suva am 10. Oktober 2008 die Einstellung der Tag
gelder per 1. Februar 2009 in Aussicht (
Urk.
8/22/22-23).
Der von der S
uva
-Kreisärztin zur Beurteilung im Sinne einer
second
opinion
beigezogene PD Dr. med.
B._
, Fac
harzt FMH für Orthopädische Chi
rurgie, Schulter- & Ellbogenchirurgie, führte am 11. Dezember 2009 eine weitere Schulteroperation durch (Urk.
8/
4
8
/25
). Am 2. September 2010 erfolgte die Entfernung des
Osteosynthesematerials
(Urk.
8/
54/74
).
Mit Urteil vom 28. September 2012 (Urk.
8/
77
; Prozess
-Nr.
UV.2011.00053) hob das hiesige Gericht den
Einspracheentscheid
der
Suva
vom 17. Januar 2011 (Urk.
8/
54/17
-21
) betreffend Einstellung der Taggeldleistungen zwi
schen 1. Februar und 10. Dezember 2009 auf und hielt fest, dass ihm auch für diese Periode ein volles Taggeld zusteh
e
.
Mit Verfügung vom 20. September 2012 (Urk.
8/
67/2-5
)
hatte
die S
uva
dem
Versicherten mit Wirkung ab 1. April 2012 eine Invalidenrente basierend auf einer Erwerbsunfähigkeit von 30 % sowie eine
Integritätsentschädigung ba
sie
rend auf einer Einbusse von 10 % zu
gesprochen
. Die dagegen erhobene Einsprache hiess die
Suva
mit Entscheid vom 28. Mai 2013 in dem Sinne teilweise gut, als sie ihm neu eine Integritätsentschädigung auf der Basis ei
ner Einbusse von 17.5 % zusprach; im Übrigen wurde die Einsprache abge
wiesen (Urk.
8/88
). Die dagegen erhobene Beschwerde wies das hiesige Ge
richt mit Urteil vom 19. Dezember 2014 ab (
Urk.
8/
122
;
Prozess
-Nr.
UV.2013.00165).
1.2
Inzwischen hatte sich der Versicherte a
m 20. Mai 2008 unter Hinweis auf
die
Schulterbeschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
gemeldet
(Urk. 8/4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen und zog die
Un
fallakten
bei
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
8
/
64
) sprach sie dem Versicherten mit
Verfügungen vom 11. Juni 2015 (
Urk.
2/1 und 2/2) von März 2008 bis Dezember 2008 und von März 2010 bis Mai 2012 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100 % jeweils eine ganze Invalidenrente
zu. Für die Zeit von Januar 2009 bis Februar 2010 sowie ab Juni 2012 verneinte sie den Anspruch auf eine Invalidenrente.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
13. Juli
2015 unter Auflage
eines
Arztbe
richtes
der Klinik
C._
vom
29. September
2014
(Urk. 3/4) Beschwerde (Urk. 1) und beantragte
, die Vorinstanz sei in Abänderung der Verfügungen vom 11. Juni 2015 zu verpflichten,
ihm für die Zeit vom 1.
Januar 2009 bis 28. Februar 2010 eine Invalidenrente nach Massgabe eines Invaliditätsgrades von 100 % auszurichten. Die Sache sei an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese nach Durchführung medizinischer Abklärungen über seinen An
spruch ab dem 1. Juni 2012 neu befinde. Eventualiter sei die Vorinstanz zu verpflichten, ihm ab dem 1. Juni 2012 eine Invalidenrente nach Massgabe ei
nes Invaliditätsgrades von mindestens 40 % auszurichten.
Am
9.
September 2015 (Urk. 7) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde.
In sei
ner Replik vom 14. Oktober 2015 (
Urk.
12) hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest. Am 9. November 2015 verzichtete die
Beschwerdegeg
nerin
auf das Einreichen einer Duplik (
Urk.
15), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 11. November 2015 (
Urk.
16) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
).
Sie kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art. 4
Abs. 1 des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines
Einkommensver
gleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
).
1.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung
und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei
der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenan
spruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der
Rentenzu
sprechung
oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtenen Verfügungen vom 11. Juni 2015 (
Urk.
2/1 und 2/2) damit, dass de
m Beschwerdeführer
ab
März 2007
(Unfall)
keine Erwerbst
ätigkeit mehr zumutbar
gewesen
sei, weshalb er ab dem 1. März 2008 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversiche
rung
gehabt
habe.
Ab
dem 10. Oktober 2008
sei ihm
eine
behinderungsange
passte
Tätigkeit zu 100 % zumutbar
gewesen, weshalb er a
b dem 1.
Januar 2009 keinen Anspruch auf eine Rente
mehr
gehabt habe
. Am 11.
Dezember 2009 habe sich
der
Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers
vorüberge
hend verschlechtert, weshalb ihm ab dem 1. März 2010 erneut eine
ganze Rente
ausgerichtet worden
sei. Seit dem 16. Februar 2012
sei
sein
Gesund
heitszustand deutlich verbessert, sodass ihm seither wiederum eine
behinde
rungsangepasste
Tätigkeit zu einem vollen Pensum zugemutet werden könne. Ab dem 1. Juni 2012 bestehe deshalb kein Anspruch auf eine Invalidenrente mehr.
2.2
Der
Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1
),
das hiesige Gericht habe mit Urteil vom 28. September 2012 im
unfallversi
cherungsrechtlichen
Verfahren festgestellt, dass eine volle Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ab Februar 2009 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sei
(Prozess-Nr. UV.2011.00053,
Urk.
8/77)
. Auf
diese richterliche Einschätzung sei auch im Invalidenversicherungsverfahren abzustellen.
Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich zudem seit 2012 laufend verschlechtert. Diesbezüglich sei ein multidisziplinäres Gutachten anzuordnen, nachdem die Beschwerdegegnerin ihrer
Abklärungs
pflicht
nicht ausreichend nachgekommen sei. Der Invaliditätsgrad sei zudem
– aus näher dargelegten Gründen -
falsch
berechnet worden.
Im Verfahren ergänzte er (U
rk.
12),
dass er nicht mehr in
der Lage sei, Arbeiten auszufüh
ren, die Fach- oder Computerkenntnisse verlangen würden. Ihm stünden des
halb ausschliesslich Hilfsarbeiterstellen und Tätigkeiten offen, die ein
un
- oder angelernter Arbeitnehmer auszuführen in der Lage sei.
3
.
3
.1
In vorliegendem Verfahren ist unter anderem strittig, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerdeführers auf Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente vom 1. Januar 2009 bis 28. Februar 2010 auf
grund einer Verbesserung seines Gesundheitszustandes zu Recht verneinte.
Die vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit nach dem Unfall ist ausgewiesen und nicht bestritten.
3
.2
3.2.1
Nachdem die Suva
ihre
Taggeldleistungen zwischen 1. Februar und 10.
Dezember 2009
-
und damit während
fast
dem gesamten
vorliegend um
strittenen
Zeitraum
-
eingestellt hatte, hielt das hiesige Gericht mit Urteil vom 28. September 2012
(Urk. 8/77; Prozess-Nr. UV.2011.00053)
fest, dass dem Beschwerdeführer auch für diese Periode ein volles Taggeld zusteh
e
.
Das Gericht hielt namentlich fest (E. 3.2), dass im Austrittsbericht der
D._
vom 3. Oktober 2008 (
Urk.
8/22/13-15) über die Rehabilitation vom 28. August bis
2.
Oktober 2008 von einer wesentlichen Besserung der Schmerzsymptomatik im linken Schultergelenksbereich und nur noch einer
leichtgradigen
Einschränkung der Schulterbeweglichkeit die Rede
gewesen sei (Festlegung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit:
100
%). Hausarzt med.
pract
.
E._
habe dann aber am 11. Februar 2009 (
Urk.
8/34/26-27) von einem wechselhaften Verlauf mit zum Teil sehr starken Schmerzen berichtet, weswegen der Beschwerdeführer manchmal kaum at
men könne; eine Arbeitsfähigkeit
habe er
verneint. Bei der kreisärztlichen Untersuchung durch Dr.
F._
von Ende April 2009 seien laut Bericht vom 4.
Mai 2009 die gleichen Beschwer
den zur Sprache gekommen und die Einholung einer
second
opinion
empfohlen worden. Der damit beauftragte
PD Dr.
B._
habe in seinem Bericht vom 21. Oktober 2009 (Urk. 8/44/11-12) relevante Restbeschwerden der Schulter links bei Status nach AC-Luxation
Rockwood
IV links am 10. März 200
7 und Status nach offener Stabi
lisierung der lateralen Clavicula nach Weaver-Dunn am 28. Juni 2007 diagnostiziert. Am 3. Dezember 20
09 habe er erklärt, die neurolo
gische Untersuchung habe keine Kompressio
nsneuropathie des
Nervus
supras
capularis
und keine Pathologie des
Nervus
axillaris
ergeben. Es würden daher eine Schulterarthroskopie zur Beurteilung einer allfälligen Gelenkspathologie und danach die erforderlichen operativen Behandlungen vorgenommen (Urk. 8/48/35-36). Nach der am 11. Dezember 2009 durchgeführten
Schulter
arthroskopie
mit
Bizepstenotomie
und
Débri
dement
des oberen Labrums, of
fener
Bizepstenodese
mit Entnahme des
Bizepssehnenresektates
und
Acro
mioplastik
, Dekompression de
s
Nervus
suprascapularis
in der
Inzisura
sca
pulae
links und
Restabilisierung
des AC-Gelenks links mit Teil des Ligamen
tum
coracoacromiale
sowie Augmentation mit der langen
Bizepssehne
als Autograft der linken Schulter (
Urk.
8/48/25-26) habe PD Dr.
B._
nach diversen Nachuntersuchungen schliesslich ab dem 13. September 2010 aufgrund eines ausgeprägten Reizzustandes weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bescheinigt (Urk. 8/54/72-73). Gemäss ihrer abschliessenden Be
urteilung vom 20. Oktober 2010 habe Kreisärzt
i
n Dr.
F._
den Berichten von PD Dr.
B._
entnommen, dass dessen Operation eine Verbesserung der Beweglichkeit gebracht habe, nicht aber eine nachhaltige Schmerzreduktion (
Urk.
8/54/66-67).
Das Gericht konstatierte (E. 3.3), bei dieser Beweislage sei nicht überwiegend wahrscheinlich, dass
die von der
D._
prognostizierte Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
im Zeitpunkt der Taggeldeinstellung am 1. Februar 2009
tatsächlich und längerfristig vorhanden gewesen sei. Nicht zuletzt aufgrund der von der Kreisärztin erhobenen Befunde und der von ihr konstatierten Schmerzsymptomatik sei je
denfalls auszuschliessen, dass vor der Operation
im
Dezember 2009 bezie
hungsweise vor der Beurteilung von PD Dr.
B._
am 21. Oktober 2009 und der von diesem wiederum bescheinigten vollständigen Arbeitsunfähigkeit die prognostizierte Restarbeitsfähigkeit ode
r zumindest ein stabiler Gesund
heitszustand erreicht worden sei. Somit sei der
Nachweis einer vollständigen Ar
beitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit für den hier zu beurteilen
den
Zeitraum nicht erbracht.
3.2.2
An dieser Einschätzung hat sich nichts geändert. Aufgrund der Akten des Unfallversicherers ist eine massgebliche Verbesserung des Gesundheitszu
standes nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt. Die Beschwerdegegnerin begründete denn auch mit keinem Wort, weshalb sie vom - ihr bekannten - Urteil des hiesigen Gerichtes abwich. Zu folgern ist, dass sie dieses gar nicht zur Kenntnis nahm, gab sie doch an, mit der Unfallversicherung „koordinieren“ zu wollen (
Urk.
8/124), was die An
nahme einer Arbeitsfähigkeit ab 2008 gerade ausschliesst.
3.3
3.3.1
Bei den Akten findet sich ein Bericht von
Dr.
med.
G._
, Oberarzt am
A._
vom 17./19. September 2008 (Urk. 8/15/2-8), welcher dem Gericht im unfall
versicherungsrechtlichen Verfahren nicht vorgelegen hatte. Er stellte fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
Komplexes Schmerzbild der linken Schulter bei Status nach
acromio-claviculärer
Bandplastik rechts nach Weaver-Dunn nach konservativ be
handelter AC-Gelenkluxation
Tossy
III am 28. August 2007
Dazu führte er aus, dass zudem ein Verdacht auf ein
zervikoradikuläres
Reizsyndrom C5 rechts bestehe, welches jedoch keinen Einfluss auf die Ar
beitsfähigkeit habe. Der Beschwerdeführer sei in seiner bisherigen Berufstä
tigkeit nicht mehr arbeitsfähig. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit sei ihm hingegen je nach Tätigkeit und Anpassungswillen seit ungefähr Juni 2008 eine ganztägige Arbeit zumutbar (
Ziff.
5.2).
3.3.2
Diese Einschätzung
Dr.
G._
vermag an den bisherigen Feststellungen nichts zu ändern. Zwar war
Dr.
G._
der Ansicht, dass dem Beschwerde
führer seit Juni 2008 in einer behinderungsangepassten Tätigkeit eine ganz
tägige Arbeit zumutbar sei, doch hatte er den Beschwerdeführer letztmals im Juni 2008 gesehen. Bereits zu jenem Zeitpunkt berichtete der Beschwerde
führer anlässlich der beruflichen Standortbestimmung in der
D._
, dass mit seiner Schulter etwas nicht stimme, er könne nicht einmal eine Stunde spazieren. Nach drei bis vier Stunden lasse zudem die Wirkung der Medikamente nach, dann gehe gar nichts mehr (
Urk.
8/17/20).
Dass sich in der Folge ein wechselhafter Verlauf einstellte und die Arbeitsfähigkeit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zurückgewon
nen wurde, wurde im rechtskräftigen Urteil betreffend Unfallversicherung begründet dargelegt. Daran ist festzuhalten.
Der Beschwerdeführer hat deshalb auch für den Zeitraum vom 1. Januar 2009 bis 28. Februar 2010 Anspruch auf Ausrichtung einer ganzen Invali
denrente
. Die Beschwerde ist diesbezüglich gutzuheissen
3.4
3.4.1
Ausgewiesen und unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer nach der am 11. Dezember 2009 durchgeführten Schulterarthroskopie wieder arbeitsunfä
hig war. Kreisarzt
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirur
gie, fasste in seinem Bericht vom 17. Februar 2012 (
Urk.
8/56/4-14) die ein
gegangenen ärztlichen Berichte zusammen und verwies stets auf eine erheb
liche Schmerzsituation. Nach der
Osteosynthesematerialentfernung
am
2.
September 2010 (vgl. auch
Urk.
8/54/74) sei eine Verbesserung der Be
weglichkeit eingetreten, jedoch keine nachhaltige Schmerzreduktion. In der Folge habe sich ein ausgeprägter Reizzustand gezeigt, im Januar 2011 sei über eine deutliche Verbesserung der Schmerzsituation berichtet worden, al
lerdings bei nach wie vor schmerzhafter und nicht belastbarer Schulter. Im Juni 2011 sei eine neuraltherapeutische Behandlung durchgeführt und eine Besserung der ventralen Schmerzen in der linken Schulter erzielt worden. Im November 2011 sei über eine Besserung unter Neuraltherapie für drei bis dreieinhalb Wochen berichtet worden bei weiterhin bestehender vollumfäng
licher Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
8/54/8-10).
3.4.2
Angesichts dieser ärztlichen Einschätzungen ist eine nach der Operation vom Dezember 2009 anhaltende Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen und auch nicht bestritten. Die Rentenausrichtung durch die Beschwerdegegnerin bis ins Jahr 2012 erweist sich demnach als rechtens.
4
.
4
.
1
S
trittig
ist
, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente
ab Juni 2012
zu Recht
verneinte
.
4
.2
Mit
Urteil vom 1
9.
Dezember 2014 (
Urk.
8/122; Prozess-Nr. UV.2013.00165)
stellte das hiesige Gericht fest, dass die Suva in ihrem
Einspracheentscheid
vom 2
8.
Mai 2013
gestützt auf den Untersuchungsbericht ihres Kreisarztes vom 1
7.
Februar 2012 (
Urk.
8/56/4-14)
zu Recht von einer 100%igen Ar
beitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ab dem
1.
April 2012 ausgegangen ist (E. 3.5).
4.3
Kreisarzt
Dr.
H._
hatte in seinem Bericht vom 1
7.
Februar 2012 (
Urk.
8/56/4-14) über die Untersuchung vom Vortag eine
mässiggradige
Be
wegungseinschränkung
sowie eine
mässiggradige
Belastungstoleranz des lin
ken Schultergelenkes bei Zustand nach
acromio-claviculärer
Bandplastik links mit
coraco-claviculärer
Augmentation mit PDS-Kordel vom
4.
Juli 2007
sowie Schulterarthroskopie,
Bizepstenotomie
,
Débridement
des oberen Labrums, offene
Bizepstenodese
, Entnahme des
Bizepssehnenresektates
,
A
k
romioplastik
und Dekompression des
Nervus
suprascapularis
sowie Re-Stabilisierung des AC-Gelenkes links am 1
1.
Dezember 2009 beziehungsweise 2
8.
Juni 2007 wegen AC-Luxation
Rockwood
IV links vom 1
0.
März 2007
geschildert
(S. 9 Mitte).
Er verwies auf nach wie vor bestehende Schmerzen in der linken Schulter sowie psychische Probleme wegen des langen Behandlungsverlaufes. Viele tägliche Verrichtungen wie Heben und Tragen seien sehr problematisch. Die Infiltrationsbehandlung in der Klinik
C._
habe eine kurz- bis mittelfristige Linderung für ca. vier bis sechs Wochen gebracht (S. 9 unten).
Dr.
H._
schilderte anlässlich der Untersu
chung eine
mässiggradig
einge
schränkte Beweglichkeit des linken Schultergelenkes in Anteversion, Retro
version sowie Ab- und Adduktion, Aussen- und Innenrotation und darüber hinaus eine Hypästhesie im Narbenbereich und eine subjektive Reduzierung der groben Kraft. Aus kreisärztlicher Sicht könnten die subjektiv geklagten Beschwerden des linken Schultergelenkes durch die klinischen und
bildge
benden
Befunde nicht objektiviert werden. Bestätigung f
i
nde dies in den Be
funden der Neurologin, die eine Läsion des
Nervus
axillaris
beziehungsweise des
Nervus
suprascapularis
elektrophysiologisch u
nd klinisch ausgeschlossen habe
. Auch aus orthopädisch-unfallchirurgischer Sicht könnten die sub
jekti
ven Beschwerden des linken Schultergelenkes durch die klinischen und aktu
ellen radiologischen Befunde nur ungenügend objektiviert werden.
Das
A._
sehe einen möglichen Zusammenhang zwischen der Entwicklung der Schmerzen und den beruflichen Problemen des
Beschwerdeführer
s mit dem Arbeitgeber bei klinisch und kernspintomographisch schlecht erklärbarer Si
tuation. Aus kreisärztlicher Sicht auffällig seien auch die teils widersprüchli
chen Angaben der
I._
bezüglich der Beschwerden beziehungsweise des Behandlungsverlaufs. Es würden im klinischen Verlauf deutliche Besserungen dokumentiert, obwohl zeitgleich der Zustand als unbefriedigend bezeichnet werde und starke Schmerzen bestünden (S. 10).
Nach Kenntnisnahme der medizinischen Befundberichte sei im Vergleich zur aktuellen Untersuchung eine relevante Veränderung der funktionellen Defi
zite des linken Schultergelenkes nicht festzustellen. Aus kreisärztlicher Sicht sei der medizinische Endzustand somit erreicht. Bezüglich Zumutbarkeit sei der
Be
schwerdeführer
in der Lage, leichte körperliche Tätigkeiten ganztags durchzuführen. Tätigkeiten, die eine volle Gebrauchsfähigkeit der linken oberen Extremität beinhalteten, seien nicht zumutbar. Heben und Tragen von Lasten gehe bis zu 5 kg ohne Heben und Tragen von Lasten über
Schulterni
veau
(S. 10 f.).
4.4
I
n ihrem
zu Händen des Beschwerdeführers erstellten
Gutachten vom 1
5.
Dezem
ber 2012
(
Urk.
8/83) bestätigten
Prof.
Dr.
med.
J._
, Teamleiter Schulter/Ellbogen,
und
Dr.
med.
K._
, Assistenzärztin,
L._
, die Einschätzung des Kreisarztes. Sie verwiesen auf weiterhin bestehende Schmerzen (S. 12) und diagnostizierten unter Bezugnahme auf neu angefer
tigte Röntgen- und MRI-Bilder eine
Schmerzpersistenz unklarer Ursache bei
bekannter Vorgeschichte mit
PASTA-Läsion
posterior
sowie f
ettige
r
Degene
ration
Musculus
teres
minor
Schulter links
(S. 13 f.).
Die
Gutachter hielten fest, die
fettige Degeneration sei im Schulter-
Arthro
MRI vom 22. Oktober 2012 stationär zu den Voraufnahmen vom
8.
April 200
8.
Die Teres
minor
-Läsion habe keine Funktionsauswirkung, die
Aussen
rotation
werde in der aktuellen orthopädischen Untersuchung funktionell adäquat durch den
Musculus
infraspinatus
kompensiert. Die Unterflächenir
regulari
tät am An
satz der
Supraspinatussehne
(PASTA-Läsion) int
erpretierten sie als degenerati
ver Natur. Von einem Schulterinfekt sei bei einem CRP im Normbereich und klinisch fehlenden lokalen Entzündungszeichen nicht aus
zu
gehen
(S. 15 f.)
.
Die Gutachter hielten fest, der Bes
chwerdeführer bleibe bei persis
tierenden, belastungsabhängigen Schulte
rschmerzen links in seiner ange
stammten Tä
tigkeit weiterhin arbeitsunfähig.
Für leichte Arbeiten – ohne Be
lastung des linken Armes - sei er bis anhin nicht vermittelbar gewesen. In einer der Ein
schränkung angepassten Tätigkeit wäre er ganztägig einsetzbar
(S. 16)
.
4.5
Dr. med.
M._
, Leitender Arzt Manuelle Medizin des
Muskulo
-Skelettal Zentrums der Klinik
C._
,
stellte in seinem Bericht vom 2
9.
September 2014 (
Urk. 8/108) die identische Diagnose p
ersistierende
r
Schulterbeschwerden bei
bekannter Vorgeschichte (
Ziff.
1.1).
Dr.
M._
verwies auf seine Behandlung seit Juni 2011 und nannte anam
nes
tisch persistierende Schulterbeschwerden links, welche
belastungs
abhängig
seien und deren Ursprung wahrscheinlich eine Mischung zwischen neuropathischem und mechanischem Schmerzcharakter sei.
Neuraltherapeu
ti
sche
Behandlungen, welche durch ihn regelmässig durchgeführt würden, brächten eine gewisse Linderung der Beschwerden. Der Beschwerdeführer sei auf eine regelmässige Schmerzmedikation angew
iesen. Er schilderte sehr
druck
dolente
Narbenverhältnisse, vor allem
pectoral
und im Bereich der Kla
vikula,
glenohumeral
eine leichte Einschränkung, vor allem in Abduktion und Flexion sowie schmerzhafte Bewegungen unter Gegendruck (Ziff. 1.2 und Ziff. 1.4).
Er empfahl die Weiterführung der neuralthera
peutischen Behandlung und attes
tierte eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf sowie eine 50%ige (seit 2011) für leichte Arbeiten (Ziff. 1.5-6).
4.6
Das hiesige Gericht interpretierte die Aktenlage im
unfallversiche
-
rungsrechtlichen
Urteil vom 1
9.
Dezember 2014 wie folgt (
Urk.
8/122 E. 3.3):
„
Dass
Dr.
M._
auf eine lediglich 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer leichten Tätigkeit schloss, steht der Einschätzung der übrigen Ärzte nicht grundsätzlich entgegen. Vorweg ergibt sich, dass er keine abweichenden Diagnosen stellte und die organische Komponente der gesundheitlichen Einschränkung erstellt ist. In Kenntnis der nachweisbaren Restbefunde schloss
en
auch die Gutachter Prof.
Dr.
J._
und
Dr.
K._
nicht einfach uneingeschränkt auf eine vollumfängliche Ar
beitsfähigkeit in einer leichten Tätigkeit, sondern lediglich in einer solchen ohne Belastung des linken Armes. Wenn
Dr.
M._
– ohne Hinweis auf eine schulterentlastende Tätigkeit – eine 50%ige Arbeitsfähigkeit als möglich erachtet, schliesst dies eine höhere Einsatzfähigkeit in einer Arbeit ohne belastenden Einsatz des linken Armes nicht aus. Seine Beurteilung erfolgte denn auch weniger differenziert als jene des Kreisarztes
Dr.
H._
und der Gutachter Prof.
Dr.
J._
und
Dr.
K._
und
er
nahm auch keinen Bezug auf diese Vor
berichte. In diesem Sinne geht seinem Bericht – soweit daraus eine Arbeitsunfähigkeit auch in schulter-/armschonenden Tätigkeiten abgeleitet werden sollte – die Beweiskraft ab (vgl.
E. 1.3
).
“
4.7
Angesichts fehlender neuer, anderslautender ärztlicher Einschätzungen be
steht keine Veranlassung, von den getroffenen Feststellungen abzuweichen. Soweit der Beschwerdeführer unter Verweis auf den bekannten Bericht von
Dr.
M._
(E. 4.5) eine Arbeitsunfähigkeit wegen weiteren Erkrankungen
(Morbus Crohn, Erkrankung des Darmtrakts,
epigastrische
Bauchbeschwer
den
,
hypertensive
Herzkrankheit, latente Tuberkulose) geltend macht (
Urk.
1 S. 5), so ist darauf zu verweisen, dass
Dr.
M._
diese Diagnosen wohl erwähnt, ihnen aber keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zuerkannt hat (
Urk.
8/108
Ziff.
1.1). Eine seither (bis zum Zeitpunkt des Erlasses der ange
fochtenen Verfügung) eingetretene Verschlechterung ist nicht ausgewiesen, bestätigte doch
Dr.
M._
am 2
6.
Februar 2015 (
Urk.
8/114) einen unver
änderten Gesundheitszustand.
Auch Dr. med.
N._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, welchen der Be
schwerdeführer bezüglich des Morbus Crohn alle drei Monate konsultiert, bestätigte in seinem Schreiben vom
7.
April 2015 (
Urk.
8/117), dass der Be
schwerdeführer von ihm nicht arbeitsunfähig geschrieben worden sei.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Verschlechte
rung
des
psychischen Gesundheitszustandes.
5.2
Der behandelnde Psychotherapeut
Dr.
phil.
O._
stellte in seinem Bericht vom 1
7.
April 2015 (
Urk.
8/118) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
Mittelgradige depressive Episode
Narzisstische Persönlichkeitsstörung
Dazu führte er aus, der Beschwerdeführer sei seit dem
5.
Juli 2014 bei ihm in Behandlung. Es fänden monatliche Sitzungen statt. Die Identität und das Ich des Beschwerdeführers seien gestört durch eine Opferwahrnehmung. Der Be
schwerdeführer sei der Ansicht, niemand würde ihn ernst nehmen, die ärztli
chen Behandlungen seien misslungen und inkompetent ausgeführt, er sei seit Jahren vom Pech verfolgt und seine Würde werde allgemein missachtet. Er komme sich überflüssig vor und ihm sei alles verleidet. Er leide an Schwin
del, Magen/Darmstörungen, hohem Blutdruck, Schlaflosigkeit, gedrückter Stimmung, Antriebslosigkeit und sei schmerzmittelabhängig. Eine Wut gegen sich und die Allgemeinheit sei stark spürbar und es würden authentisch wir
kende Suizidgedanken geäussert. Der Beschwerdeführer sei mit sich selber stark beschäftigt, höre schlecht zu und gehe nicht auf die Bemerkungen von
Dr.
phil.
O._
ein. Der Beschwerdeführer
sei seit dem 5. Juli 2014 zu 20
% arbeitsunfähig.
5.3
Persönlichkeitsstörungen im Sinne von ICD-10 F60-62 umfassen tief verwur
zelte, anhaltende Verhaltensmuster, die sich in starren Reaktionen auf unter
schiedliche persönliche und soziale Lebenslagen zeigen. Dabei findet man bei Personen mit Persönlichkeitsstörungen gegenüber der Mehrheit der betref
fenden Bevölkerung deutliche Abweichungen im Wahrnehmen, Denken, Fühlen und in Beziehungen zu anderen. Solche Verhaltensmuster sind meis
tens stabil und beziehen sich auf vielfältige Bereiche von Verhalten und psy
chischen Funktionen. Häufig gehen sie mit persönlichem Leiden und gestör
ter sozialer Funktions- und Leistungsfähigkeit einher.
Persönlichkeitsstörun
gen
unterscheiden sich von Persönlichkeitsänderungen durch den Zeitpunkt und die Art und Weise ihres Auftretens. Sie beginnen in der Kindheit oder Adoleszenz und dauern bis ins Erwachsenenalter an.
Persönlichkeitsänderun
gen
dagegen werden im Erwachsenenalter erworben (Weltgesundheitsorga
nisation: Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V
[
F
]
, 6, vollständig überarbeitete Auflage 2008, S. 244 F60-62; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 36/04 vom 1
4.
Juni 2004 E. 4.3).
Aus dem Lebenslauf des Beschwerdeführers ergibt sich, dass er nach seiner vierjährigen Lehre bei der
P._
AG als Maschinenschlosser eine zweijährige Zusatzausbildung als Technischer Zeichner absolvierte. Anschliessend
arbei
tete
er
zumeist als Maschinenschlosser
während 1
6
Jahren
und erneut von 1997 bis 2002
für die
Q._
AG
, bis seine Stelle aus wirtschaftlichen Gründen aufgehoben wurde.
In der Zwischenzeit
war er für verschiedene Ar
beitgeber tätig, welche ihm jeweils gute Arbeitszeugnisse
ausgestellt hatten
.
Im Zeitpunkt seines Unfalls war er
seit vier Jahren bei der
Z._
AG als Maschinenmonteur angestellt (
Urk.
8/25).
Der Beschwerdeführer war damit im Zeitpunkt seines Unfalls seit mehr als 35 Jahren erwerbstätig.
In Anbetracht dieser Erwerbsbiographie ist nicht nachvollziehbar,
weshalb der Beschwerdeführer heute aufgrund einer seit der Kindheit oder Jugend bestehenden Persönlichkeitsstörung in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sein soll, bis zu seinem Unfall im März 2007 jedoch uneingeschränkt einer Erwerbstätigkeit nachgehen konnte.
Dr.
phil.
O._
räumte diese Inkonsistenzen nicht aus, weshalb seine Ein
schätzung nicht ohne weiteres nachvollziehbar ist. RAD-Arzt
Dr.
med.
R._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, konstatierte denn auch am 2
3.
April 2015 (
Urk.
8/124/5) in zutreffender Weise, dass diese Di
agnose nicht fachärztlich gestellt wurde. Angesichts des Umstandes, dass keinem anderen Arzt eine solche Pathologie aufgefallen ist (auch nicht im Rahmen des Aufenthaltes in der
D._
, wo eine psychosomatische Abklärung
stattfand,
Urk.
8/22/14) und keine fachärztliche Behandlung durchgeführt wird, erübrigen sich Weiterungen hierzu.
5.
4
Dr.
phil.
O._
diagnostizierte zudem eine mittelgradige depressive Episode
.
Anhand der lediglich kurzen Ausführungen in seinem Bericht
ist
dies nur be
dingt
nachvollziehbar
. Mit Blick auf die nachfolgenden Ausführungen kann jedoch offen bleiben, ob das Vorliegen einer mittelgradigen depressiven Episode tatsächlich erstellt ist.
Laut bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind leichte bis höchstens mittel
schwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis in der Regel
therapier
bar
und führen invalidenversicherungsrechtlich zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteile des Bundesgerichts 9C_836/2014 vom 23. März 2015 E. 3.1; 9C_667/2013 vom 29. April 2013 E. 4.3.2; 9C_917/2012 vom 14. August 2012 E. 3.2 und 9C_736/2011 vom 7. Februar 2012 E. 4.2.2.1; vgl. auch Rahel Sage
r, Die bun
desgerichtliche Rechtsprechung betreffend Depressionen, in: SZS 2015 S. 308 ff., 317 f. Ziff. 5.2). Daran hat auch BGE 141 V 281 nichts geändert (Urteil des Bundes
ge
richts 9C_892/2015 vom 22. Januar 2016 E. 2).
Die invalidisierende Wirkung einer mittelschwere
n depressiven Störung ist aller
dings nicht schlechthin auszuschliessen; deren Annahme bedingt nach den höchstrichterlichen Vorgaben jedoch, dass es sich nicht bloss um die Be
gleiter
scheinung einer Schmerzkrankheit, sondern um ein selbst
ändiges, vom psycho
genen Schmerzsyndrom losgelöstes depressives
Leiden handelt (Urteile des Bun
desgerichts 9C_917/2012 vom 14. August 2013 E. 3.2 und 9C_210/2012 vom 9. Juli 2012 E. 3.1). Im Weiteren ist vorausgesetzt, dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern das Lei
den als resistent ausweist. Fehlt es daran, ist nach der Rechtsprechu
ng in der Regel keine invali
di
sierende Wirkung des Gesundheitszustandes a
nzunehmen (Urteil des Bundesge
richts 9C_454/2013 vom 29. Oktober 2013 E
. 4.1). Dabei stellt das Bundes
gericht sowohl an die
Langjährigkeit
(verneint im vorge
nannten Urteil 9C_892/2015 bei einer Therapiedauer von weniger als andert
halb Jahren) als auch an die Intensität der Therapiebemühungen (vgl. etwa das vorgenannte Urteil 9C_454/2013 E. 4.1) hohe Anforderungen.
Der Beschwerdeführer befindet sich seit Juli 2014 in psychotherapeutischer Behandlung, wobei jeweils eine Konsultation pro Monat erfol
gt
. Eine
solche Behandlungsfrequenz
deutet nicht auf einen
allzu
grossen
Leidensdruck hin.
Von einer intensiven, langjährigen Depressionstherapie, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist, kann jedenfalls nicht gesprochen werden.
So
wird der Beschwerdeführer denn auch lediglich mit Schmerzmedikamenten und nicht
zusätzlich
mit Psychopharmaka behandelt.
Sodann fehlt es an der Prüfung
valabler
Optimierungsmöglichkeiten wie beispielsweise einer im sta
tionären Rahmen durchzuführenden Behandlung (Urteil des Bundesgerichts 9C_551/2016 vom
5.
Dezember 2016 E. 5.3.2).
Selbst wenn also von einer mittelgradigen depressiven Störung auszugehen wäre, könnte dieser damit
keine invalidisierende Wirkung
zuerkannt werden
.
5.5
Auch die psychischen Beschwerden führen damit zu keiner
sozialversiche
rungsrechtlich
relevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
5.6
Zusammenfassend ist
die Zumutbarkeit
eine
r
100%igen
behinderungs
ange
passte
n
leichten körperlichen
Tätigkeit
mit Heben und Tragen von Lasten bis 5 kg bis Schulterniveau und ohne Belastung des linken Armes
seit dem Zeit
punkt der
kreisärztlichen Untersuchung vom 16.
Februar 2012
erstellt. Von einer Rückweisung zur weiteren Abklärung beziehungsweise dem Einholen eines multidisziplinären Gutachtens, wie vom Beschwerdeführer gefordert, sind keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizi
pierter Beweiswürdigung (
vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen)
verzich
tet wird.
6
.
6
.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die
gesundheitlichen Beeinträchtigungen
in erwerblicher Hinsicht auswirken.
6
.2
6.2.1
Der für die Invaliditätsbemessung und damit den Rentenanspruch massge
bende Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der
Ein
kommensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 130 V 34
3
E. 3.4.2). Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
, also des Einkommens, welches die versicherte Person nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte, wird in der Regel am zuletzt erzielten Verdienst angeknüpft.
6.2.2
Gemäss den Ausführungen des hiesigen Gerichts im
Urteil vom 1
9.
Dezember 2014 (
Urk.
8/122; Prozess-Nr.
UV.2013.00165)
hätte der Beschwerdeführer nach Angaben seine
r
ehemaligen Arbeitgeber
in
im Jahr 2012 ein Einkom
men von
Fr.
84‘344.-- erzielt (E. 4.3, vgl. auch
Urk.
8/
61/4
).
Der Beschwerdeführer schloss dagegen auf ein Einkommen von
Fr.
88‘089.--, ausgehend vom Jahreslohn 2007 von
Fr.
82‘680.-- und aufgerechnet auf das Jahr 2012 (
Urk.
1 S. 6). Die Arbeitgeberin nannte im Bericht vom 3
0.
Mai 2008 (
Urk.
8/9
Ziff.
2.10) einen Lohn von
Fr.
6‘904.-- (x 12), was
Fr.
82‘848.-- entspricht. Eine Aufrechnung per 2012 ergäbe einen Wert von
Fr.
86
‘
6
50
.
--
(von Index 2092 auf Index 2188, Entwicklung der Nominallöhne, Bundesamt für Statistik, T39). Die von der Arbeitgeberin gegenüber der Unfallversiche
rung im Jahr 2012 gemachten Angaben sind demgegenüber präziser, bilden sie doch genau ab, mit welchem Lohn der Beschwerdeführer bei Gesundheit effektiv hätte rechnen können. Weiter akzeptierte der Beschwerdeführer das im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren festgelegte
Valideneinkommen
, was ebenfalls auf dessen Richtigkeit schliessen lässt. Denn die Annahme ei
nes höheren
Valideneinkommens
hätte den Anspruch auf eine höhere Rente der Unfallversicherung ergeben.
Damit ist von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
84‘344.-- auszugehen.
6.3
6.3.1
Bei der Berechnung des Invalideneinkommens machte d
er Beschwerdeführer zu Recht
geltend
, dass
bei dem ihm zumutbaren Belastungsprofil (
leichte körperliche Tätigkeit
,
Heben und Tragen von Lasten
von höchstens
5 kg bis Schulterniveau
, keine
Belastung des linken Armes
)
eine Tätigkeit als Fach
kraft ausgeschlossen
sei
.
Vielmehr
k
önne
er nur
noch einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art
ausüben
.
Zur Berechnung des
Invali
deneinkommens
sei
deshalb
auf die Tabellenlöhne 2012 des Bundesamtes für Statistik
(TA1)
,
Niveau 1
,
Durchschnitt über alle Branchen
abzustellen
, steh
e
dem Beschwerdeführer doch - im Rahmen der Zumutbarkeit -
der gesamte Stellenmarkt offen.
Weiter brachte der Beschwerdeführer
mit Verweis auf seine gesundheitlichen Beschwerden
, das von ihm nun nicht mehr einsetzbare Fachwissen
und sein fortgeschrittenes Alter
vor, es sei
nicht nur
ein leidensbedingter Abzug von
10
%
, sondern einer von
20
%
zu berücksichtigen.
6.3.2
Dem Beschwerdeführer ist seine angestammte Tätigkeit als Maschinenschlos
ser respektive Maschinenmonteur gesundheitsbedingt nicht mehr zumutbar. In anderen Berufszweigen verfügt er über keine Fachkenntnisse, weshalb auf den Zentralwert der Löhne von Männern mit einfachen Tätigkeiten körperli
cher oder handwerklicher Art über alle Wirtschaftssektoren abzustellen ist. Eine Fachtätigkeit kommt
realistischerweise
nicht in Frage. Nach der LSE 2012 betrug dieser Lohn
Fr.
5‘210.--, was aufgerechnet auf die
betriebsübli
che
Arbeitszeit von 41.7 Stunden (Betriebsübliche Arbeitszeit, Bundesamt für Statistik, T 03.02.03.01.04.01) einen Jahreslohn von
Fr.
65‘177.-- ergibt.
6.3.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksich
tigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht er
reichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwi
ckelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie so
wie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben kön
nen. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unter
durchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall ge
samthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen mitver
antwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten
Lei
densabzuges
nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merk
mal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berück
sichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser angemessen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
Die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, führt nicht automatisch zu einer Verminderung des hy
pothetischen Invalidenlohnes, weil der Tabellenlohn im Anforderungsniveau
4
(bzw. Niveau 1 LSE 2012)
bereits eine Vielzahl von leichten und mittel
schweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.4).
Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quan
titative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berücksichtigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person
realistischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu un
terscheiden ist die Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesun
den Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen. Lediglich wenn - auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (zu diesem Begriff
BGE 110 V 273
E. 4b) - unter Berücksichti
gung solcher Einschränkungen, die personen- oder arbeitsplatzbezogen sein können, kein genügend breites Spektrum an zumutbaren
Verweisungstätig
keiten
mehr besteht, rechtfertigt sich allenfalls ein (zusätzlicher) Abzug vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1
mit Hinweisen).
Das fortgeschrittene
Alter führt nicht automatisch zu einem Abzug, zumal sich dieses im Anforderungsniveau
4
(bzw. Niveau 1 LSE 2012)
sogar eher lohnerhöhend auswirkt. Es ist jedoch bezogen auf die durchschnittliche Le
bensarbeitszeit als ein abzugsrelevanter Aspekt immer unter Berücksichti
gung aller konkreten Umstände des Einzelfalles zu prüfen (Urteil des Bun
desgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.2). Dass das Alter die Stellensuche faktisch negativ beeinflussen kann, muss als invaliditätsfremder Faktor unberücksichtigt bleiben (Urteil des Bundesgerichts 8C_808/2013 vom 1
4.
Februar 2014 E. 7.3).
6.3.4
Die Beschwerdegegnerin berücksichtigte bei der Festlegung des leidensbedingten Abzugs auf 10
%
die gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers sowie dessen fortgeschrittenes Alter (
Urk.
8/62/3). Mit Blick auf die obigen Ausführungen ist dies nicht zu beanstanden
, namentlich vor dem Hintergrund, dass
das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen darf und
e
in Abweichen grundsätzlich nur bei
Unangemessenheit
möglich
ist
(BGE 137 V 71 E. 5.1).
Dass der Beschwerdeführer nicht mehr in der Lage ist, sein spezialisiertes Wissen im Erwerbsleben anzuwenden, wurde bereits bei
der Auswahl des Tabellenlohnes (Niveau 1 statt 2) berücksichtigt und rechtfertigt entgegen seinen Vorbringen keinen höheren
Leidensabzug
.
6.4
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von
Fr.
84‘344.-- mit dem Invalideneinkommen von
Fr.
58‘659.-- (
Fr.
65‘177.-- x 0.9) ergibt eine
Lohn
einbusse
von
Fr.
25‘685.-- und einen Invaliditätsgrad von 30
%
, bei welchem Resultat dem Beschwerdeführer keine Rente der Invalidenversicherung mehr zusteht.
Die Beschwerdegegnerin hat den Anspruch des Beschwerdeführers auf Ausrichtung einer Invaliden
rente ab Juni 2012 (kreisärztlichen Untersuchung vom 16. Februar 2012 plus drei Monate, vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV) damit zu Recht verneint. Die Beschwerde ist diesbezüglich abzuweisen.
7
.
7
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig und sind die Gerichtskosten gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ermessensweise auf Fr.
1‘0
00.-- festzusetzen.
Gemäss der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) war die ursprünglich festge
setzte
ganze Rente vom
1.
März 2008 bis 3
1.
Dezember 2008 und vom
1.
März 2010 bis am 3
1.
Mai 2012
befristet. Nachdem der Beschwerdeführer die
Zusprache
einer unbefristeten Rente
ab dem
1.
März 2008
verlangt (Urk. 1), die Befristung der Rente indessen bis zum
3
1.
Mai 2012
zu dauern hat, unterliegt er im hiesigen Verfahren in einem wesentlichen Umfang. Entsprechend sind die Gerichtskosten zu drei Vierteln dem Beschwerdeführer und zu einem Viertel der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7
.2
Unter Berücksichtigung seines Unterliegens steht dem Beschwerdeführer eine reduzierte Prozessentschädigung zu, welche vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierig
keit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festgesetzt wird (§ 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Entsprechend ist ihm eine reduzierte
Prozessentschädigung von Fr.
5
00.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
)
auszurichten.