Decision ID: 8a4a33dd-4df8-4b53-9c60-741c45265e12
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1988, war
vom
1.
März 2011 bis 3
1.
Dezember 2013
als
Buchhalterin bei
der
Y._
tätig, wobei der letzte Arbeitstag am
8.
November 2013
war (
Urk.
11/13;
Urk.
11/8/8
)
.
Unter Hinweis auf
eine Hirn
blutung und Epilepsie
meldete sich
die Versicherte
am
2
4.
April 2014
bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
11/3
). Die Sozial
ver
siche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerb
liche Situation ab, zog Akten der
Krankentaggeld
versicherung
bei (Urk.
11/8
) und holte bei der
Z._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am
8.
De
zember 2015 erstat
tet wurde (Urk.
11/43). Nach durchgeführtem
Vor
besc
heid
verfahren
(
Urk.
11/48; Urk.
11/56;
Urk.
11/61
;
Urk.
11/70
) verneinte die IV
Stelle mit Verfügung vom 2
8.
Juni 2016 einen Rentenanspruch (Urk.
11/76
=
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am
1
5.
Juli 2016
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 2
8.
Juni 2016 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr
nach Durchführung der notwendigen Abklärungen eine Rente
zuzusprechen
(
Urk.
1 S. 2 oben
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
5.
Oktober 2016
(
Urk.
9
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Eingabe vom 3
0.
November 2016 nahm die Beschwerdeführerin Stellung (
Urk.
14). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf das Einreichen einer Duplik (
Urk.
17).
Nach Durchführung der notwendigen Verfahrensschritte (
Urk.
18-21)
beauftrag
te das hiesige Gericht
m
it Verfügung vom
28. Februar 2017
die Medi
zinische Abklärungsstelle (MEDAS)
A._
mit der Begutachtung der Beschwer
de
führerin (
Urk.
22; vgl. auch
Verfügung vom
2
8.
Juni 2017 betreffend Gutach
ter,
Urk.
30
). Das Gutachten der MEDAS
A._
wurde am
1
3.
Februar 2018
erstattet (
Urk.
38). Dazu nahm
die Beschwerde
führerin am
5.
März 2018
Stellung
(
Urk.
42
)
.
Die
Beschwerdegegnerin
ver
zichtete auf eine Stellungnahme (
Urk.
43).
Diese Eingaben wurden der jeweili
gen Gegenpartei am
1
0.
April 2018
zur Kenntnis gebracht
(
Urk.
44)
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.4
Bei Gerichtsgutachten weicht das Gericht nach der Pra
xis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Fachleute ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist
oder
wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfer
tigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachleute dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in
Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine weitere Fachperson im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne eine sol
che vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b/
aa
).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist
der
Rentena
nspruch
,
mithin Arbeitsfähigkeit und Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin.
2.2
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) fest, dass eine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähig
keit beziehungsweise starke Einschränkung in der angestammten Tätigkeit als Sachbearbeiterin Kreditoren wie auch in einer anderen Tätigkeit nicht ausge
wiesen sei (S. 1 unten). Es sei darauf zu schliessen, dass die Beschwerdeführerin in der Lage sei, ein gleiches Einkommen wie vor dem Gesundheitsschaden zu erzielen (S. 2 oben).
Es sei
daran fest
zuhalten
, dass auf das
Z._
-
Gutachten nach Würdigung sämtlicher medizinischer Fakten, Akten und bildgebenden Be
funde vollumfänglich abgestellt werden könne (S. 2 unten).
2.3
Die Beschwerdeführerin
üb
te in
ihr
er Beschwerde (Urk. 1)
insbesondere Kritik am Gutachten der Ärzte der
Z._
. So sei das
Z._
-Gutachten nicht in Kenntnis der
Vorakten
abgegeben worden (S. 4 f.
Ziff.
6 f.). Die Psychologin erkläre nicht, welche Tests sie gemacht habe (S. 6
Ziff.
11). Bei den nicht in Zweifel zu ziehenden neuropsychologischen Einschränkungen aufgrund der Folgen einer Hirnblutung und einer Epilepsie sowie einer psychi
atri
schen Diagnose sei nicht nachvollziehbar, weshalb vorliegend eine Aggravation vor
liegen solle. Dies werde auch in keiner Weise begründet (S. 6 f.
Ziff.
13). Des Weiteren verfüge
die Psychologin
nicht über die notwendige Ausbildung für die Abfassung eines neuropsychologischen Gutachtens
(S.
7
f.
Ziff.
1
5
).
Der Psychiater
Dr.
B._
habe sie sehr oberflächlich befragt und sich nicht mit den psychiatrischen Diagnosen des
F._
auseinandergesetzt (S. 9
Ziff.
18 f.). Schliesslich sei Prof. Mast bei seinen Begutachtungen nicht ergeb
nisoffen (S. 10
Ziff.
20).
Mit Stellungnahme vom
5.
März 2018 (
Urk.
42) hielt die Beschwerdeführerin fest, dass das Gutachten der
Medas
A._
beweiswertig sei (S. 1 unten). Sie beantrage, dass ihr aufgrund eines Prozentvergleichs vo
n
November 2014 bis Dezember 2017 eine
Dreiviertelsrente
und ab Januar 2017 eine
Viertelsrente
zu gewähren sei (S. 2 Mitte).
3.
3.1
Dem Bericht der Ärzte des
C._
vom
8.
November 2013 (
Urk.
11/8/8
-1
1
) ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin per Sanität auf
grund einer
Synkope mit
fremdanamnestisch beobachtetem Zittern/Krampfen der Extremitäten zugwiesen worden sei. Die Symptomatik werde am ehesten als
vasovagale
Synkope beurteilt (Differentialdiagnose: epileptischer Anfall; S.
1 Mitte).
3.2
Im Bericht der Ärzte des
E._
vom 1
8.
November 2013 (
Urk.
11/60/4-5) wurde die Diagnose einer
z
erebralen Blutung rechts
occipital
genannt. Die notfallmässige Zuweisung sei bei Nachweis einer zerebralen sub
akuten Blutung im MRI erfolgt. Die Beschwerdeführerin habe seit drei Wochen an persistierenden frontalen Kopfschmerzen gelitten (S. 1 Mitte).
3.3
Dr.
med.
D._
, Leitender Arzt Neurologie des
E._
,
attestierte der Beschwerdeführerin
im Bericht vom 1
1.
Februar 2014
(Urk. 11/8/12
-13)
eine volle Arbeitsunfähigkeit
vom 1
4.
November 20
13 bis
zum
2
8.
Februar 20
14
und
danach
eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (
Ziff.
2)
.
B
ürotätigkeit
en seien
im Umfang von 50 %
möglich, je nach Verlauf
sogar 100
%
(
Ziff.
6)
.
Es sei v
ermutlich
nicht mit einer
dauerhafte
n
Beeinträchtigung
des Gesundheitszustandes zu rechnen (Ziff. 8)
.
3.4
Dr.
D._
nannte im Bericht vom 2
6.
März 20
14
(
Urk.
11/14/11-12) folgende Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
Status nach intrazerebraler Blutung rechts
parieto-occipital
, Erstdiagno
se am 1
4.
November 2013
-
Status nach akut symptomatischem epileptische
m
Anfall am
8.
No
vember 2013
-
symptomatische Epilepsie mit einfachen fokalen und sekundär generali
sierten Anfällen, Therapie mit
Lamotrigin
seit März 2014
Dr.
D._
führte aus, dass
es
ohne Medikation
leider
am 2
0.
März 2014
zu einem epileptischen Anfall gekommen
sei. Dieser habe mit einer Sehstörung begonnen, die Beschwerdeführerin habe Halluzinationen gehabt und es sei ihr übel geworden. Hier auf dem Notfall habe sie dann einen Grand mal Anfall erlitten (S. 1 unten).
3.
5
Nebst den bekannten Diagnosen nannte
Dr.
D._
im Bericht vom 3
0.
Mai 2014
zuhanden
der Beschwerdegegnerin (
Urk.
11/14/1-4)
neuropsychologische Defi
zite sowie einen Verdacht auf Anpassungsstörung
(
Ziff.
1.1)
. Er
attestierte der Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
als Buchhalterin
eine 100%ige A
rbeitsunfähig
keit seit November 2013 (Ziff. 1.6)
.
Eine Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit sei
noch nicht
möglich (Ziff. 1.7;
Ziff.
1.9)
.
Es sei eine n
eu
ropsychologische Testung erforderlich
(Ziff. 1.11)
.
3.
6
Die Ärzte des
F._
,
Privatklinik für
Psychiatrie
und Psycho
therapie, nannten im Bericht vom 1
7.
Juli 2014 zuhanden der Beschwerdegeg
nerin (
Urk.
11/17)
aus psychiatrischer Sicht die Diagnose einer Anpassungsstö
rung (
S. 1
Ziff. 1.1).
Im Affekt zeige sich eine leichte Affektlabilität, die Beschwerdeführerin
berichte
über eine erhöhte Ängstlichkeit, eine Reizbarkeit und gesteigerte Aggressivität. Es bestehe eine deutliche Störung der Vitalge
fühle mit rascher Ermüdbarkeit. Zudem sei der Antrieb leicht vermindert (S. 3 oben).
Aus
neuropsychologische
r Sicht stünden leichte bis mittelgradige Ein
schränkungen im Bereich der Aufmerksamkeit im Vordergrund.
Darüber hinaus fänden sich leichte
Leistungsminderungen
im Gedächtnis, die wahrscheinlich durch
die verminderte Aufmerksamkeit
und Konzentrationsfähigkeit mitbedingt seien.
I
n den übrigen kognitiven Bereichen
fänden sich
normgerechte Resultate.
Die dargestellten Befunde liessen sich gut mit der rechtsseitigen Hirnläsion ver
einbaren
.
Fokale neuropsychologische Defizite hätten sich nicht gezeigt.
B
ei geeigneter Unterstützung
sei von einer
positive
n
Prognose
auszugehen (S. 3
Mitte; vgl. auch den neuropsychologischen Bericht der Ärzte des
F._
vom 1
7.
Juli 2014,
Urk.
11/19
)
.
Die Ärzte des
F._
attestierten der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 1
4.
April 2014 (Behandlungsbeginn) bis auf Weiteres (
S. 4
Ziff.
1.6).
Aufgrund der genannten kognitiven Einschränkungen sei sie momentan nicht in der Lage, sich über längere Zeit auf etwas zu konzentrieren (S. 4
Ziff.
1.7).
Es werde eine s
chrittweise Wiedereingliederung empfohlen
(S. 4 f.).
3.
7
Im
Bericht
der Ärzte des
F._
vom
2
2.
Januar 20
15
zuhanden der Krankentaggeldversicherung
(
Urk.
11/60/1
-3
)
wurden folgende Diagnosen genannt (S. 2
Ziff.
3):
-
mittelgradige depressiv Episode
-
Agoraphobie mit Panikstörung
-
Status nach
intrazerebraler Blutung
parieto-occipital
rechts und sympto
matischer Epilepsie mit einfach fokalen und sekundär gene
ralisierten Anfällen
Die Ärzte des
F._
führten aus, die Beschwerdeführerin sei deutlich stabiler, traue sich zu, alleine nach draussen zu gehen und habe kaum mehr Panikattacken erlebt (S. 2
Ziff.
3.5).
Sie sei derzeit
zu 100 % arbeits
unfähig (S. 3
Ziff.
4.4). Es bestünden Einschränkungen insbesondere in der Auf
merk
samkeit, Konzentration, Belastbarkeit und im Gedächtnis (S. 3 Ziff. 4.3).
3.8
Im Bericht vom
7.
April 2015 zuhanden der Beschwerdegegnerin (
Urk.
11/29)
nannten die Ärzte des
F._
neben dem bekannten Status nach intrazerebraler Blutung und symptomatischer Epilepsie eine
Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt
(S. 1
Ziff.
1.2)
.
Es bestünden m
it
telschwere Einschränkungen
insbesondere
in
der
Aufmerksamkeit, Kon
zentration, Belastbarkeit und
im
Gedächtnis.
Diese hätten si
ch
im Vergleich zum letzten Bericht etwas verbessert. Des Weiteren zeige die Beschwerdeführerin ein leichtes bis mittelschweres depressives Syndrom mit leichtem
Derealisations
erleben
(S. 1 f.
Ziff.
1.3).
Die Arbeitsfähigkeit
als Buchhalterin
betrage eine bis maximal zwei Stunden pro Tag, zunächst im Sinne eines Arbeitsversuches (S. 2
Ziff.
2.1).
Die Beschwerdeführerin dürfe
nach
einigen
Abklärung
en
im rechts
medizinischen Institut nun
die
Fahrprüfung
absolvier
en
(S. 2
Ziff.
3.3)
.
3.9
Dr.
med.
G._
,
Fachärztin für Neurologie,
führte am 2
0.
April 2015 eine verhaltensneurologisch-neuropsychologische Abklärung durch. In ihrem Bericht vom 1
8.
Mai 2015
zuhanden
der Taggeldversicherung (
Urk.
11/60/8) führte sie aus, dass sich medizinisch-theoretisch
init
i
al
eine 20-30
%
ige Arbeits
fähigkeit
mit Steigerung auf
eine 50
%
ige Arbeitsfähigkeit ergeben habe
.
E
ine Aggravation
wurde nicht festgestellt
(vgl.
Urk.
11/60/11).
3.10
Das Gutachten der Ärzte der
Z._
vom
8.
Dezember 2015 (
Urk.
11/43) basiert auf
einer internistischen, einer psychiatrischen, einer
neur
ologischen sowie einer neuro
psycho
logischen Untersuchung
(vgl. S. 1
).
Die Guta
chter nannten als Diagnose
mit
Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit
eine
symptomatische Epi
lepsie mit sekundärer Generalisierung bei Status nach intrazerebraler Blutung
rechts
parieto-occipital
(S. 38
Ziff.
3)
.
Zudem nannten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 39 oben):
-
Colon
irritabile
-
gastroösophagealer
Reflux
-
rezidivierende Synkopen seit der Kindheit (anamnestisch), Differential
diagnose: symptomatische Epilepsie
-
Agoraphobie mit Panikstörung
In Zusammenfassung aller Teilgutachten
ka
me
n die Gutachter gemeinsam zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der zuletzt ausge
übten sowie jedweder vergleichbaren Tätigkeit „e
x
tunc
“
mit 100 % einzu
schätzen sei.
Medizinisch-theoretisch würden Tätigkeiten
an gefährdenden Maschinen und in
gefährdenden
Höhe sowie
das berufliche
Fahren
von Kraft
fahrzeugen aufgrund des vorliegenden Anfallsleidens ausscheiden (S. 35 unten)
.
Die hier erhobenen klinischen Befunde ergäben durchgehend keinen Anhalt für ein objektives Korrelat der reklamierten Beschwerden. Die
n
europsychologisch
e
Untersuchung weise zudem einen
deutliche
n
Anhalt
für
eine
bewusstseinsnahe
, demonstrative
Darbietung
von Einschränkungen und
Beschwerden aus
.
Auf den subjektiven Beschwerdevortrag könne also in besonderer Weise nicht abgestellt werden. Die a
namnestisch
aufscheinende ungehinderte Alltagsaktivität – so nehme
d
ie
Beschwerdeführerin
Fahrstunden, geh
e
Tanzen, besorg
e den
Haus
halt
, lerne eine dritte Fremdsprache
(vgl.
S. 31 und
S. 34 oben) – spreche zudem gegen eine namhafte Limitation.
Die Beschwerdeführerin habe zweifelsfrei eine intrakranielle Blutung erlitten; derartige Schlaganfallereignisse gingen jedoch nicht per se mit einer resultierenden dauerhaften kognitiven Störung einher, zumal hier auch lediglich eine wenig grosse und umschriebene Läsion vorliege
(S. 36 oben)
.
Es lägen keine sachlich fundiert entgegenstehende aktenkundige Voreinschätzungen vor (S. 38 Mitte).
3.11
Die Ärzte der
Z._
nahmen am
4.
Mai 20
16
(
Urk.
11/68)
Stellung zu nach
träglich eingereichten Arztberichten, die bei
der
Gutachtenserstellung nicht vor
lagen, sowie zum Vorwurf der fehlenden fachlichen Qualifikation
der neuro
psychologischen Gutachterin
.
Da
bei
wurde festgehalten, dass die nachge
reichten Unterlagen nicht geeignet seien, das Ergebnis der Begutachtung zu ändern (S. 5 oben). Die
durch
Dr.
G._
am 2
0.
April 2015 erstellte ver
haltens
neuro
logisch-neuropsychologische Abklärung sei ohne Symptom
vali
dierung erfolgt und somit versicherungsmedizinisch nicht brauchbar (S. 4 f.).
3.1
2
Im MRI des Schädels vom
1
3.
Mai 2016 (
Urk.
6)
wurden
erhebliche
Hämo
side
rin
ablagerungen
mit fokal intrakortikaler Ausdehnung
als Residuen einer
wahr
scheinlich venös bedingten
Blutung
festgestellt.
4
.
Im Rahmen des vorliegenden Gerichtsverfahrens wurde bei der MEDAS
A._
ein Gutachten zur Beurteilung des Gesundheitszustandes
und der Arbeitsfähigkeit
der Beschwer
de
führerin
eingeholt. Das Gerichtsgutachten
der Ärzte der
Medas
A._
vom
1
3.
Februar 2018
(Urk.
38
) basiert auf einer internistischen, einer psychiatrischen, einer
neur
ologischen sowie einer
neuro
psychologischen Untersuchung sowie den vorhandenen Akten (vgl. S. 1
f.
). Die Gutachter nannten folgende Diagnosen mit
wesentlicher Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit (S.
32
Ziff.
4
.1):
-
Neurasthenie (F48.0)
-
unerwünschte Nebenwirkungen bei therapeutischer Anwendung:
Anti
epileptika
(Y57.8)
-
symptomatische Epilepsie mit sekundärer Generalisierung, Erstmanife
station am
8.
November 2013
,
mit/bei
-
Status nach intrazerebraler Blutung rechts
parieto
-okzipital im November 2013
-
seit März 2014 unter antiepileptischer Medikation, aktuell
Lamotrigin
200 mg täglich, darunter anfallsfrei
Des Weiteren wurden folgende Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert, genannt (S. 32
Ziff.
4.2):
-
Agoraphobie mit Panikstörung (F40.01)
-
Albträume (Angstträume, F51.5)
-
Essattacken bei sonstigen psychischen Störungen (F50.4)
-
Zwangsstörung mit vorwiegend Zwangshandlungen (F42.1)
-
chronische
Kopfschmerzen vom Spannungstyp
-
episodische
Migräne ohne Aura
-
intermittierendes
zervikovertebrales
Syndrom mit
zervikozephaler
Aus
strahlung
-
anamnestisch
Neigung zu Panikattacken mit Hyperventilation
-
alters
- und ausbildungsadäquate kognitive Leistungsfähigkeit bei anam
nestischer
Fatigue
-
Symptomatik
-
Colon
irritabile
-
g
astroösophageale
Refluxkrankheit
-
a
namnestisch Neigung zu Hypotonie
-
Verdacht auf riskanten Alkoholkonsum, CDT 1.4 % (Grauzone)
Die Beschwerdeführerin beklage von somatischer Seite her vordergründig ein benebeltes Gefühl, sie fühle sich wie in Trance. Weisslich gelbes Licht störe sie, sie sei nicht belastbar, die Konzentration sei vermindert. Gelegentlich leide sie an Augen- respektive Stehstörungen. Texte würden auf Papier verschwimmen. Daneben leide sie an chronischen Kopfschmerzen,
nuchal
bis frontal; es bestehe auch ein Druckgefühl im gesamten Kopf. Intermittierend leide sie auch an Rückenschmerzen, panvertebral mit Ausstrahlungen in die Beine, die Schultern und die Arme, teilweise auch mit Kribbelgefühl einhergehend
. Psychisch habe sie die Therapie seit über einem Jahr gestoppt. Aktuell sei sie wieder in einem Tief, da sie ihren Job verloren habe. Sie sei chronisch müde, leide auch an Stimmungsschwankungen. Tageweise gehe es sehr schlecht, dann pflege sie kaum soziale Kontakte. Mit dem öffentlichen Verkehr könne sie nicht reisen, sie bekomme Angst und Panik. Überhaupt leide sie gelegentlich an diffusen Ängsten, die sich dann auch in diversen somatischen Beschwerden wie Zittern, Schwindel und Präsynkopen äusserten
(S. 20
Ziff.
1.2.4).
Im neurologischen Teilgutachten wurde über einen unauffälligen Neurostatus berichtet. Die schlecht fassbare Symptomatik mit dem Gefühl
,
nicht ganz da zu sein, bei stärkerer Ausprägung verbunden mit Übelkeit, lasse sich weder durch die intrazerebrale Hämorrhagie noch durch die Epilepsie oder antiepileptische Medikation erklären. Möglicherweise seien diese im Rahmen von Ermüdungs
symptomen mit Schwindel,
Verschwommensehen
und Übelkeit zu interpretieren
(S. 23 Mitte)
. Aus neurologischer Sicht ergäben sich aufgrund der gut einge
stellten Epilepsie und den chronischen Kopfschmerzen vom Spannungs
typ respektive der episodischen Migräne ohne Aura keine anhal
tenden Einschrän
kungen der Arbeitsfähigkeit. Zu diskutieren sei eine mögliche
residuelle
Fatigue
nach einer intrazerebralen Blutung. Diese sei naturgemäss schlecht zu fassen und könne zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in zeitlicher Hinsicht führen. Aufgrund der aktuellen anamnestischen Angaben sei, wenn überhaupt, von einer minimalen Einschränkung auszugehen (S. 23 unten). Die Einschrän
kung betrage maximal 20 %, teilweise durch vermehrte Pausen und teilweise durch eine Reduktion der gesamten Arbeitszeit (S. 23 f.). Sympt
o
matisch seien aufgrund der berichteten Unverträglichkeit von hellem Licht, schwarzer Schrift und weissem Hintergrund qualitativ diese Situationen zu meiden. Bezüglich einer Arbeitstätigkeit vorwiegend am Computer bestünden diesbezüglich keine Einschränkungen. Aus rein neurologischer Sicht seien Tätigkeiten im kauf
männischen Bereich nicht als ungünstig zu bewerten. Situationen mit Lesen und Arbeiten mit Schriften auf schneeweissem Hinter
grund seien zu meiden (S. 24 oben).
Im Rahmen des neuropsychologischen Teilgutachtens wu
rde festgehalten, dass sich bei der Beschwerdeführerin eine alters- und ausbildungsadäquate kognitive Leistungsfähigkeit bei anamnestisch
Fatiguesymptomatik
finde.
Sie habe in den geprüften kognitiven Domänen durchschnittliche bis vereinzelt überdurch
schnittliche Ergebnisse erbracht.
Verglichen mit der neuropsychologischen Unter
suchung vom Juli 2014 hätten sich deutliche Verbesserungen gezeigt. Diese seien im Rahmen des Zeitverlaufes nach Schlaganfall zu interpretieren. Verglichen mit der neuropsychologischen Teilbegutachtung 2015 zeige sich ebenfalls ein deutlich veränderter Befund. Im Gegensatz zur damaligen Untersu
chung ergäben sich heute keinerlei Hinweise auf eine Symptom
verdeutlichung. Die Beschwerdeführerin habe sich sehr gut auf die neuro
psychologische Unter
suchung einlassen können und habe motiviert und kooperativ mitgearbeitet (S.
24 Mitte). Es fänden sich somit keine kognitiven Dysfunktionen, die sich in leistungsmässiger Hinsicht limitierend auswirken würden (S. 24 unten).
Aus psychiatrischer Sicht wurde ausgeführt, dass
die Beschwerdeführerin leistungs
orientierte Persönlichkeitszüge und einen grossen Stolz auf ihre
Leistungen zeige. Durch die Erkrankung und ihre Folgen sei das in Frage gestellt worden
. Harmonie sei ihr sehr wichtig, sie habe erst sehr spät zu lernen begonnen, Signale ihres Körpers zu beachten und auf sich selber und ihre Gren
ze
n
Rücksicht zu nehmen. Die Beschwerdeführerin habe auch Persönlichkeits
züge und Coping-Muster, die günstig seien. So sei es ihr immer wieder gelun
gen, ein Arbeitsumfeld zu finden, in dem sie entsprechend ihren Möglichkeiten eine als sinnvoll befriedigend aber auch herausfordernd erlebte Arbeit leisten könne.
Dies w
eise auch auf eine Fähigkeit
, gewohnte Denkmuster zu verlassen, falls es notwendig sei, und auf eine gesunde Neugier und Offenheit für Heraus
forderungen und Chancen
hin
(S. 26 Mitte).
Die von der Beschwerdeführerin geschilderten Ängste in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Menschenmengen entsprächen der Diagnose einer Agoraphobie. Allerdings vermeide sie entspre
chende Situationen weitgehend, so dass diese Störung ihr Leben wenig beein
trächtige. Sie müsse sich immer die Hände waschen und werde unruhig und fühle sich schmutzig, wenn sie das nicht könne. Dies entspreche einer leichten Zwangsstörung mit vorwiegend Zwangshandlungen (S. 27 Mitte).
Die Diagnose einer atypischen Depression könne nicht eindeutig gestellt, aber auch nicht sicher ausgeschlossen werden.
In Bezug auf die Prognose und das Ansprechen auf die Therapie habe der Subtyp der Depression indessen keinen signifikanten Einfluss
(S. 27 f.).
D
ie chronische Müdigkeit
sei
diagno
stisch schwierig einzu
ordnen
. Die Diagnose
Chronic
Fatigue
-Syndrom sei noch nicht wirklich etabliert und die Symptomatik entspreche weitgehend einer Neurasthenie. Die affektive Symptomatik sei
weniger ausgeprägt als die Erschöpfung, die Konzentrations
schwäche und die Unfähigkeit, sich zu entspannen, so dass die Diagnose einer Neurasthenie besser passe
(S. 28 oben). Obwohl dieser Aspekt in den Akten nur wenig diskutiert worden sei, seien unerwünschte Arzneimittelwirkungen anzu
nehmen. Die Beschwerdeführerin erhalte mit
Lamotrigin
ein stimmungsausglei
chendes
Antiepileptikum
, wobei Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Ataxie und Schläfrigkeit häufig berichtete Nebenwirkungen seien (S. 29 Mitte). Es gebe kei
ne Hinweise auf eine wesentliche Verdeutlichung, Aggravation oder Simula
tion, aber relativ ausge
prägt für eine Neigung zur Dissimulation und einen star
ken Wunsch, sich so zu verhalten, wie es in den Augen der Betroffenen sozial erwünscht sei (S. 29 unten). Zusammengefasst könne aus psychiatrischer Sicht für die bisherige Tätigkeit als Buchhalterin von einer Arbeitsunfähigkeit von etwa 40 % ausge
gangen werden. In einer Verweistätigkeit, die tiefere Anforde
rungen an die ps
ychische Belastbarkeit stell
e und keine besonderen Fähigkeiten verlange
, sei die Arbeitsfähigkeit nur etwa 20 % eingeschränkt, vor allem durch die
Kon
zentrations
- und Antriebsstörung, die Verlangsamung und
die
erhöhte Müdig
keit (S. 30 oben).
Die Gutachter gaben an, dass a
us neurologischer Sicht von einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit im Verlauf auf aktuell 80 % auszugehen
sei
.
Aus psychia
tri
scher Sicht sei ebenfalls von einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit von 40 % auf aktuell 80 % in leidensangepasster Tätigkeit auszugehen
(S. 34 oben). Aus polydisziplinärer Sicht bestehe somit in der angestammten Tätigkeit als Buchhalterin eine verwertbare Restarbeitsfähigkeit von 60 %. In einer leidens
angepassten Tätigkeit mit weniger hohen Anforderungen im kauf
männischen Bereich liege die Arbeitsfähigkeit bei 80 % (S. 34 oben). Betreffend Verlauf der Arbeitsfähigkeit schätzte der psychiatrische Gutachter
die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit ab Juli 2014 auf 40 %
. Seit der Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit im Oktober 2016 gelte dann die aktuelle Ein
schätzung (psychiatrisches Teilgutachten, im Anhang zu
Urk.
38, S. 19 f.).
5.
5.1
Das Gerichtsgutachten
der
Medas
A._
vom Februar 2018
entspricht sämtlichen Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise (vgl. vorstehend E. 1.
3
), was auch von den Parteien nicht in Frage gestellt wurde. Es ist umfas
send und vermag zu überzeugen,
weshalb darauf abzu
stellen ist.
Im Gutachten der
Medas
A._
wurde auch zum
polydiszipli
näre
n
Gutachten der Ärzte der
Z._
vom Dezember 2015
Stellung genommen
.
Es
wurde
unter anderem
ausgeführt, dass
im psychiatrischen Teilgutachten die Frage einer Verdeutlichung oder Aggravation nicht diskutiert worden
sei
und keine entsprechend
en Befunde erwähnt worden seien. Gleichzeitig habe die Neuropsychologin über eine bewusstseinsnahe, demonstrative Darstellung von Einschränkungen und Beschwerden berichtet. Dies spreche nicht für eine sorg
fältige Gesamtredaktion des polydisziplinären Gutachtens. Des Weiteren sei
offensichtlich die Dissimulation nicht erkannt worden.
Zudem könne man a
uf
grund der Angaben im psychiatrischen Gutachten bereits die Diagnose einer leichtgradigen Depression stellen. Man könne sogar annehmen, dass damals eine mittelgradige atypische Depression vorgelegen habe (
Urk.
38, psychiatri
sches Teilgutachten, S. 2
0
f.).
Damit ist gestützt auf das Gutachten der Ärzte der
Medas
A._
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
hauptsächlich
an einer Neurasthenie, einer symptomatischen Epilepsie sowie unerwünschten Arzneimittelwirkungen leidet.
Die Ärzte der
Medas
A._
attestierten ihr ab Oktober 2016 eine 60%ige
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
sowie eine
80%ige Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit.
In Bezug auf den zeitlichen Ver
lauf ist dem Gutachten zu entnehmen, dass
ab Juli 2014
sowohl
in der zuletzt
ausgeübte
n
Tätigkeit als
Buchhalterin
als
auch in einer angepassten Tätigkeit
eine Arbeitsfähigkeit
von
4
0
%
vorlag.
Zuvor war die Beschwerde
führerin ab 1
3.
November 2013 vollständig arbeitsunfähig, was sich auch aus den zeitnah verfassten Arztberichten ergibt (vgl. vorstehend E. 3.1 ff.).
5.2
Bei der diagnostizierten Neurasthenie handelt es sich um eine psychische Erkrankung.
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krank
heitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbs
ein
kommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG
,
BGE 139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fach
ärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleich
bedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diag
nose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objekti
vierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl.
BGE 143 V 409 E. 4.2.1 unter Hin
weis auf 127 V 294 E. 4b/cc und 139 V 547 E. 5.2
).
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psycho
somatische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tat
sächliche Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grundsätzlich in einem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE
141 V 281). Mit
BGE 143 V 418
hat das Bundesgericht erkannt, dass grund
sätzlich sämtliche psychischen
Erkrankungen
einem strukturierten Beweis
ver
fahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krank
heits
bild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung ein
zelne
r Indikatoren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Fest
stellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsun
fähigkeit schliessen lassen (E. 7).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
Funktioneller Schweregrad
-
Gesundheitsschädigung
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-
Komorbiditäten
-
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
-
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichba
ren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungs
anamnestisch
ausgewiesener Leidens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungs
hindern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensations
potenzialen (Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungs
vermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_2
60/2017 vom 1. Dezember 2017 E.
4.2.3).
Die Anerkennung eines renten
begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs
grundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wider
spruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbe
lastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V
281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2).
5.3
Nach dem Gesagten ist zu prüfen, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen.
Eine schlüssige Prüfung der massgebenden Standardindikatoren ist gestützt auf das Gutachten der Ärzte der
Medas
A._
sowie die übrigen medizini
schen Akten
möglich. Weitere medizinische Abklärungen sind dement
sprechend nicht angezeigt.
5.4
Im psychiatrischen Teilgutachten
(im Anhang zu
Urk.
38)
wurde
der Schwere
grad der Neurasthenie auf mittel
gradig eingeschätzt
(
S.
13 Mitte
).
Hinsichtlich der Ausprägung der diagnose
relevanten Befunde
wurde ausgeführt, dass auf
grund der
Neurasthenie Antrieb, Ausdauer, Konzentrationsfähigkeit, Durchhal
tevermögen und Selbst
ver
trauen der Beschwerdeführerin beeinträchtigt seien. Sie sei vermehrt müde und kraftlos und gerate leicht in einen Erschöpfungs
zustand, was zusammen mit den Schlaf
störungen ihre Regene
rations
fähigkeit einschränke. Die Essstörungen, die leichte Zwangsstörung und die Albträume seien zu wenig ausgeprägt für eigenständige Auswirkungen auf die Arbeitsfä
higkeit, sie verstärkten jedoch indirekt die Auswirkungen der Neurasthenie und der unerwünschten Arzneimittelwirkungen und seien ein Hinweis auf den Schweregrad der Gesamtstörung (S. 18 Mitte).
Zum Tagesablauf ist bekannt, dass die Beschwerdeführerin
zwischen 8.30 und 9.00 Uhr aufstehe, sich ein kleines Frühstück zubereite, wenige Haushalts
arbeiten besorge und ihre Katzen versorge.
Schwerere Arbeiten würden auf
grund der Rücken- und Nackenbeschwerden nicht mehr gehen.
Dann erledige sie kleinere Einkäufe, gehe jedoch ungern unter die Leute. Gelegentlich besuche sie Kolleginnen und Freundinnen oder diese kämen bei ihr vorbei. Sie schaue dann fern oder suche nach Arbeitsstellen. Sie bereite sich ein kleines Mittag
essen zu und lege sich
nach dem Essen
hin. Auch zwischendurch müsse sie sich oft hinlegen. Am Abend bereite sie für sich und den Partner das Nachtessen vor. Abends ble
ibe sie oft zuhause, Besuche würde sie schon empfangen. Sie schaue dann fern und gehe oft erst nach Mitternacht ins Bett
(
Urk.
38
S. 19 oben
).
Zum zweiten Indikator („Behandlungserfolg oder -resistenz") ergibt sich aus dem
Medas
-Gutachten, dass
sich die Beschwerdeführerin in psycho
thera
peutischer Behandlung befunden habe, die sie aber im Einverständnis mit
den Therapeuten abgeschlossen habe, da sie wenige Fortschritte habe machen können und sich wiederholt nicht verstanden und nicht unterstützt gefühlt habe
(
Urk.
38 S. 29 f.)
.
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit sei die Indikation für eine erneute Psychotherapie nicht zwingend (
Urk.
38 S. 33 unten).
Im Gerichtsgutachten wurde festgehalten, dass die Komorbidität von Neurasthe
nie respektive einer
Fatigue
und einer Schmerzstörung relativ häufig sei. Auch die Essstörungen, die leichte Zwangsstörung und die Albträume seien Hinweise auf den Schweregrad und verringerten die Ressourcen für eine Wiederaufnahme einer Tätigkeit (
Urk.
38 S. 37 oben).
Bezüglich Persönlichkeit wurde ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin leistungs
orientierte Persönlichkeitszüge
aufweise
und einen grossen Stolz auf ihre Leistungen zeige. Harmonie sei ihr sehr wichtig, sie habe erst sehr spät zu lernen begonnen, Signale ihres Körpers zu beachten und auf sich selber und ihre Grenze Rücksicht zu nehmen.
Sie neige zur Dissimulation und wolle sich so verhalten, wie es sozial erwünscht sei.
Die Beschwerdeführerin habe auch günstige Persönlichkeitszüge und Coping-Muster, so auch
die Fähigkeit, nöti
gen
falls gewohnte Denkmuster zu verlassen,
und
eine gesunde Neugier und Offenheit für Herausforderungen und Chancen
.
Betreffend den sozialen Kontext ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin mit ihrem
Partner
zusammenlebt und
zurzeit auf Stellensuche ist (
Urk.
38 S. 18 unten).
Sie zeigt
einige Aktivitäten im Tagesablauf mit
Einkaufen, Kochen, klei
neren Haushaltsarbeiten,
Versorgung
der
Katzen und Besuchen von Freundin
ne
n und Kolleg
inn
en
.
Zu prüfen bleibt der Aspekt der Konsistenz.
Im Gutachten der Ärzte der
Medas
A._
wurde ausgeführt, in Bezug auf die Erschöpfbarkeit und die Konzentrationsstörungen der Beschwerdeführerin sei ihre Schilderung der Beschwerden, ihres Tagesablaufes, ihrer Aktivitäten und ihrer sozialen Kontakte konsistent mit den Befunden und den Akten und kongruent mit den gestellten Diagnosen.
Die Beschwerdeführerin nehme ein stimmungsaufhellendes
Antiepi
lep
tikum
. Der Serumspiegel liege im Normbereich, was für eine gute Compliance und einen hohen Leidensdruck spreche
. Nachdem die Beschwerde
führerin ihre letzte Arbeitsstelle verloren habe, sei es ihr gelungen, wieder eine geeignete Stelle zu finden. Diesen Erfahrungen unter realen Bedingungen komme klinisch und gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ein grosses Gewicht zu. Das spreche für einen sehr hohen Leidensdruck und eine Moti
vation wieder zu arbeiten
(
Urk.
38 S.
37 Mitte
).
Die abschliessende Würdigung des Beschwerdebildes anhand der Standardindi
ka
toren ergibt, dass
f
ür die Zeit ab
Oktober 2016
auf die Einschätzung der Arbeits
fähigkeit, wie sie sich aus dem Gutachten
der
Medas
A._
ergibt, abgestellt werden kann. Entsprechend besteht
in der angestammten Tätig
keit
eine
60%ige und in einer angepassten Tätigkeit
eine 80%ige Arbeits
fähigkeit
.
5.5
Für die Zeit ab Juli 2014
wurde de
r
Beschwerdeführer
in im Gerichtsgutachten
sowohl in der angestammten Tätigkeit als auch in einer angepassten Tätigkeit
eine
40%ige Arbeitsfähigkeit
attestiert.
Zum funktionellen Schweregrad ergibt sich aus dem Bericht
der Ärzte des
F._
vom Ju
l
i 2014
(vgl. vorstehend E. 3.6)
eine leichte Affektlabilität, eine erhöhte Ängstlichkeit, Reizbarkeit und gesteigerte Aggressivität, ein leicht verminderter Antrieb sowie eine deutliche Störung der Vitalgefühle mit rascher Ermüdbarkeit.
Die Ärzte des
F._
gingen von der Diagnose einer Anpassungsstörung respektive einer depressiven Störung aus (vgl. auch Berichte vom Januar 2015 und April 2015
; vgl. vorstehend E. 3.7
-8
).
Aus neuropsychologischer Sicht stan
den leichte bis mittelgradige Einschränkungen im Bereich der Aufmerk
samkeit im Vordergrund. Auch fanden sich leichte Leistungsminderungen im Gedächt
nis.
Die
Beschwerdeführer
in
stand
in regelmässiger Behandlung
der Ärzte des
F._
,
mit psychotherapeutischen Gespräche
n
alle ein bis zwei Wochen sowie Abgabe von Psychopharmaka (vgl.
Urk.
11/17
Ziff.
1.5
). Im Übrigen finden sich in den Akten keine Anhaltspunkte für massgebliche
Verä
n
derungen
nach September 2016
, weshalb im Wesentlichen auf die Prüfung der Standardindikatoren für die
nachfolgende
Zeit ab
Oktober 2016
verwi
esen wer
den kann (vorstehende Erwägung
5.4
). Die Würdigung des Beschwerdebildes anhand der Standardindikatoren ergibt, dass auf die Beurteilung der Arbeitsfä
higkeit durch
die Gutachter der
Medas
A._
abgestellt werden kann. Entsprechend ist für die Zeit ab
Juli
2014 von einer
40%igen Arbeitsfähigkeit
in
der angestammten Tätigkeit wie auch in einer angepassten Tätigkeit
auszuge
hen.
5.6
Zusammenfassend ist für die Zeit von
Juli 2014
bis
September 2016
von einer
4
0%igen Arbeitsfähigkeit
in jeder Tätigkeit
sowie ab
Oktober 2016
von einer
60%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten und einer 80%igen Arbeitsfä
higkeit in einer angepassten Tätigkeit
auszugehen. Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen.
6
.
6.1
Für die Vornahme des Einkommensvergleiches ist grundsätzlich auf die Gege
benheiten im Zeitpunkt des
(hypothetischen) Rentenbeginns
abzustellen (BGE
128 V 174, BGE 129 V 222).
D
ie Beschwerdeführerin
meldete sich
im April 2014 zum Leistungsbezug an. Ein allfälliger Rentenanspruch besteht
somit
nach Ablauf des Wartejahres
–
im November 2013 erlitt die Beschwerdeführerin
eine Hirnblutung
–
ab November 2014
(vgl. E. 1.2)
.
Für die Zeit ab Januar 2017 (drei Monate nach Verbesserung) ist ein separater Einkom
mensvergleich vorzu
nehmen (Art. 88a
Abs.
1 IVV).
Aufgrund der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin
im November 2014
aus medizinischer Sicht in der Lage
war
, ihre zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Buch
halterin
im Umfang von
4
0
%
auszuüben und auch in einer angepassten Tätig
keit keine
höhere Arbeitsfähigkeit bestand
, genügt für die Ermittlung des Inva
liditätsgrades die Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen (Prozentvergleich, BGE 114 V 313 E. 3a, 107 V 22, 104 V 136 E. 2a und b).
Daraus resultiert ein Invaliditätsgrad von
6
0
%
und damit der Anspruch auf eine
Dreiviertelsr
ente
.
6.2
Die
60%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sowie
die
80%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
sind ab Januar 2017 zu berück
sichtigen
.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Ein
kommens
entwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die ver
sicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invali
dität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohn
struktur
erhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berück
sichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundes
gerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
Vorliegend kann zur Bestimmung des
Valideneinkommens
nicht auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit der Beschwerdeführerin abgestellt werden, d
a sie ihr Arbeits
verhältnis im September 2013 aus invaliditätsfremden Gründen gekün
digt hat (Urk.
11/13/7).
Die Beschwerdeführerin ist gelernte Gastronomie
fach
assistentin, erwarb im Oktober 2008 das Handelsdiplom und absolvierte schliesslich die kaufmännische Ausbildung zur diplomierten Kauffrau (vgl.
Urk.
11/2/7,
Urk.
11/2/16-17). Seit Januar 2009 arbeitete sie im kauf
männischen Bereich, zuerst als Assistentin respektive Sekretärin und dann als Sachbearbeiterin Kreditoren (vgl. Lebenslauf,
Urk.
11/2/7-9).
Vor diesem Hintergrund
erscheint
es
angemessen, sich zur Berechnung des
Validen
einkommens
auf LSE 2014, Tabelle T
17
,
Ziffer 4
„
Bürokräfte und ver
wandte Berufe
"
, zu stützen
(www.bfs.admin.ch, Tabelle T17 monatlicher Brutto
lohn [Zentralwert] nach Berufsgruppen, Lebensalter und Geschlecht, privater und öffentlicher Sektor zusammen).
Angesichts des Alters der Beschwerdeführe
rin – im vorliegend massgebenden
Jahr 2017 wurde sie 29jährig – rechtfertigt es sich,
vom Durchschnitt
der Lebensalter-Gruppen
„
bis und mit 29 Jahre
”
und
„
30-49 Jahre
”
auszugehen. Dies ergibt ein
durchschnittliche
s
monatliches Ein
kommen
von Fr.
5'315.50 (
[
Fr.
4’783.00 +
Fr.
5'848.00
]
:
2). Entsprechend resul
tiert bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von
41.
7
Stunden (betriebs
übliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen in Stunden pro Woche; vgl.
www.bfs.admin.ch, Statistiken, Arbeit und Erwerb,
Total
)
ein Einkommen von
Fr.
66
‘
4
96
.
9
0 im Jahr
2014
(Fr.
5'315.
50
:
40 x
41.
7
x 12).
Dies erscheint
ange
messen
, zumal sich diese Zahlen im Rahmen dessen bewegen, was die Beschwerdeführerin
in der angestammten Tätigkeit in der Buchhaltung
verdient hat (
Fr. 61'880.00 im Jahr 2013,
vgl. Urk.
11/13/1-6
Ziff.
2.10
).
Unter Berück
sichtigung der
frauenspezifischen
Nominallohnentwicklung von 0.
5
%
im Jahr 201
5,
0.8
% im Jahr 2016
(Entwicklung der Nominal
löhne, der Konsumenten
preise und der Reallöhne; vgl.
www.bfs.admin.ch, Sta
tistiken, Arbeit und Erwerb)
sowie der geschätzten Nominalentwicklung im Jahr 2017 von
0.5 %
(dritte Schätzung, basierend auf den Daten der ersten drei Quartale)
ergibt sich für das Jahr 201
7
ein
Validene
inkommen
von
rund
Fr.
6
7‘
70
1
.
--
(
Fr.
66
‘
496
.
9
0
x 1.005
x 1.00
8 x
1.0
05
).
6.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Recht
sprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik perio
disch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE
139 V 592
E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1,
126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten ver
öffentlich
ten Tabellen der LSE zu verwenden (
BGE 143 V 295 E. 4.1.3
; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE
143 V 295 E. 4.2.2,
142 V 178 E. 2.5.8.1
,
133 V 545 E. 7.1). Der
Beizug
der
Lohnstatistik erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (
vgl.
BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3,
135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinwei
sen auf die Rechtsprechung).
Da das letzte Arbeitsverhältnis der Beschwerdeführerin als Projektassistentin im Juni 2017 gekündigt wurde, ist
das Invalideneinkommen
ebenfalls
gestützt auf die Lohnstrukturerhebungen zu ermitteln
. Angesichts der Tatsache, dass
im
Medas
-Gutachten Tätigkeiten im kaufmännischen Bereich nicht als ungünstig bewertet wurden und keine Einschränkungen bezüglich einer Arbeitstätigkeit vorwiegend am Computer gesehen wurden,
könnte zur Berechnung des Invali
deneinkommens ebenfalls auf
Ziffer 4
„
Bürokräfte und verwandte Berufe
" der Tabelle T17 abgestellt werden
.
Da jedoch
Situationen mit Lesen und Arbeiten mit Schriften auf schneeweissem Hintergrund zu meiden
sind, was bei Büro
arbeiten wohl kaum möglich ist, ist zugunsten der Beschwerdeführerin auf Ziffer 9 „Hilfsarbeitskräfte" abzustellen.
Gestützt auf LSE 2014, Tabelle T17, Ziffer 9 „Hilfsarbeitskräfte",
ist wiederum vom Durchschnitt der Lebensalter-Gruppen „bis und mit 29 Jahre” und „30-49 Jahre” auszugehen. Dies ergibt ein
durchschnittliches
monatliches Einkommen von Fr.
4
'
184
.50 (
[
Fr.
4’
060
.00 +
Fr.
4
'
309
.00
]
:
2). Entsprechend resultiert bei
einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von
41.
7
Stunden (betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen in Stunden pro Woche;
a.a.O.
)
ein Ein
kommen von
Fr.
52
‘
348
.
1
0 im Jahr
2014
(Fr.
4'184.
50
:
40 x
41.
7
x 12).
Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
von
0.
5 %
im Jahr 201
5, 0.8 % im Jahr 2016 sowie
0.5 %
im Jahr 2017
ergibt sich für das Jahr 201
7
ein Ein
kommen von
Fr.
53
'
295
.
85
(
52
‘
348
.
1
0
x
1.005
x 1.00
8 x 1.005
). Angepasst an das zumutbare Pensum von
8
0
% resulti
ert somit ein Einkommen von
rund
Fr. 4
2'
63
7
.
--
(
53
'
295
.
85
x 0.
8
).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und
Ausmass
der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäf
ti
gungs
grad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können
(BGE 124 V 321 E.
3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten
(BGE 126 V 75 E.
5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdi
gung der Umstände im Einzelfall nach
pflichtgemässem
Ermessen gesamt
haft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.
2; 134 V 322 E.
5.2 und
126 V 75 E.
5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine ver
sicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfä
higkeit eingeschränkt ist
(BGE 126 V 75 E.
5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthalte
ne gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs
einfliessen
und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dür
fen (Urteile des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E.
3.1
mit Hinweisen
).
Vorliegend
ist kein
Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen
.
Bei der
Beschwer
deführerin
liegen keine
persönliche
n
oder
berufliche
n
Merkmale
vor, welche einen solchen rechtfertigen würden. Zudem wurde den Konzentrations- und Antriebsstörungen, der Verlangsamung und der erhöhten Müdigkeit bereits bei der Festlegung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit Rechnung getragen (vgl.
Urk. 38 S. 33
Ziff.
5.2).
6.
4
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
67‘70
1
.
--
und einem Invaliden
ein
kommen von
Fr.
4
2'
63
7
.
--
bet
rägt die Einkommenseinbusse Fr. 25
'
064
.
--
, was
einem Invaliditätsgrad von
37
%
entspricht.
Damit hat die Beschwerde
führerin
–
trotz
Berücksichtigung
d
es tiefen Hil
f
sarbeiterein
kommens
–
ab Januar 2017
keinen
A
nspruch
mehr auf eine Invalidenrente
.
Zusammenfassend hat die Beschwerdeführerin für die Zeit von November 2014 bis Dezember 2016 Anspruch
auf eine
Dreiviertelsrente
. Ab Januar 2017 besteht kein Rentenanspruch mehr. Dies führt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde.
Auf die beantragte Parteibefragung (
Urk.
1 S. 2) ist in antizipierter Beweiswürdigung (
BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d
) zu verzichten.
7.
7.1
Die Kosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr. 1’0
00.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.
2
Die Kosten des Gerichtsgutachtens der
Medas
A._
vom
1
3.
Februar 2018
belaufen sich auf
Fr.
1
6
‘
405.20
(
Urk.
39
).
Die Kosten eines Gerichts
gutachtens können dem Versicherungsträger auferlegt werden, wenn die Abklä
rungs
ergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren in rechtserheblichen Punkten nicht ausreichend beweiswertig sind, und zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrens
fairness entfällt (vgl.
BGE
139 V 225 E. 4.
2 mit Verweis auf BGE 137 V 210
).
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung auf das
Gutachten der Ärzte der
Z._
vom Dezember 2015
,
obwohl diesem nicht die vollständigen Akten zugrunde lagen und
es
in verschiedener Hinsicht nicht zu überzeugen vermag (vgl. E. 5.1).
Dementsprechend sind ihr die Kosten für das Gerichtsgutachten aufzuerlegen
.
Die Beschwerdegegnerin hielt in Bezug auf „die zu erwartenden
Beg
ut
acht
ungs
kosten" fest, dass
diese gemäss geltendem
Tarif
für polydiszi
plinäre Gut
achten
entsprechend
der mit dem Bundesamt für Sozialversicherung geschlosse
nen Vereinbarung
zu veranschlagen s
eien
, und verwies auf BGE 137 V 210 sowie auf das Urteil des Bundesgerichts 9C_217/2014
(Urk.
21).
In diesem Zusammenhang
ist auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_113/2017 vom 2
9.
Juni 2017 hinzuweisen. Darin nannte
das Bundesgericht
gewichtige Gründe, von der bisherigen Rechtsprechung abzurücken (E. 7.1).
In Aufgabe der erörterten Rechtsprechung s
eien
die genannten Instanzen auch nicht an den Tarif gemäss Anhang 2 der Vereinbarung gebunden.
Dies bedeute
, dass die IV
Stellen im Rahmen der mit BGE 139 V 496 umschriebenen (und mit BGE
140 V 70 bestätigten) Grundsätze gestützt auf
Art.
45
Abs.
1 Satz 2 ATSG
für die gesamten Kosten des Gerichtsgutachtens a
ufzukommen h
ätt
en. Abzu
lehnen sei
insbesondere eine Lösung, die die Kantone im Umfang der den Tarif überschiessenden Kosten in die Pflicht nähme. Denn damit würde die mit BGE
137 V 210 aus Gründen der Verfahrensfairness angestrebte Zielsetzung, in ver
mehrtem Masse Gerichtsgutachten zu veranlassen, geradewegs unterlaufen, indem es bei festgestellten Abklärungs- oder Beweiswertmängeln wieder ver
mehrt zu Rückweisungen käme
(E. 7.2)
.
Vor diesem Hintergrund sind vorliegend
die Kosten
d
es Gerichtsgutachtens von
Fr.
1
6
‘
405.20
von der Beschwerdegegne
rin in vollem Umfang zu übernehmen.
7.3
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, de
r
Beschwerdeführer
in
eine angemessene Prozessentschädigung auszurichten (
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht). Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses wird diese beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
2‘
5
00
.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festgelegt.