Decision ID: 534d7833-70f2-4936-af87-559dc215a8cc
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1978, war seit dem Jahr 2000 bei der
Z._
angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Unfallversicherung der
Y._
versichert. Am
17. Februar 2010 war er im Rahmen
seiner
berufli
chen Tätigkeit
als Beifahrer in einem
Personenwagen
unterwegs. Als
dieser
anhielt, um auf einen freien Parkplatz zu warten, fuhr ein anderes Auto von hinten auf den Wagen auf
(Unfallmeldung 7/G
00
1). Der Versicherte zog sich durch diesen Vorfall eine leichte HWS-Distorsion zu
.
Die Unfallversi
cherung gewährte ab dem Unfalldatum ihre gesetzlichen Leistungen.
Der Versicherte nahm seine Arbeit am 30. März 2010 zu 50 % und am 28. April 2010 zu 100 % wieder auf.
Am 7. Juli 2011 fand eine Untersuchung durch den beratenden Arzt der Unfallversicherung, Dr. med.
A._
, FMH Innere Medizin, spez. Rheu
matologie, statt. In seinem
Konsiliarbericht
vom 11. Juli 2011
führte er aus, der Beschwerdeführer leide
aktuell
an
cerviko-occipitalen
Missempfindungen, wel
che mit
überwiegend
er
W
ahrscheinlich
keit noch auf das Unfallereignis zurück
zuführen seien
. Es sei eine gezielte
Triggerpunkttherapie
zu empfehlen (Urk. 7/M
0
12). In einer neuerlichen Beurteilung vom 27. März 2012 hielt Dr
.
A._
dann fest, die heutigen Beschwerden seien nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 17. Februar 2010 zurückzu
führen
(Urk. 7/M
0
14). In der Folge stellte der Unfallversicherer seine Leistungen mit Verfügung vom 10. April 2012 per 29. Februar 2012 ein (Urk.
7/G
0
39). Die dagegen gerichtete Einsprache des Versicherten wies er mit Entscheid vom 24.
September 2012 ab (Urk. 2).
2.
Hiergegen liess der Versicherte am 25. Oktober 2012 durch Rechtsanwältin U.
Reger-
Wyttenbach
Beschwerde erheben, mit dem Rechtsbegehren, in Gut
heissung der Beschwerde seien der
Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 24. September 2012 sowie die Verfügung vom 10.
April 2012 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm weiterhin die ihm auf
grund des Unfalls vom 17. Februar 2010 aus UVG zustehenden
Leistungen
zu erbringen; alles unter Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1).
In ihrer Vernehmlassung vom 7. November 2012 stellte die Beschwerdegegnerin Antrag auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 12. November 2012 angezeigt wurde (Urk. 8).
3.
Auf die einzelnen Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einge
gangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Streitig ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin ihre Versicherungsleistungen welche sie de
m Beschwerdeführer
im Anschluss an das Unfallereignis
vom 17.
Februar 2010
ausrichtete, zu Recht per
29. Februar 2012 einge
stellt hat
.
2.
2.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürli
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allei
nige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E.
4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im
Be
schwerdefall
das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden
Be
weis
würdigung
nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
2.2
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses
Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
2.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mäs
sige Behandlung der Unfallfolgen. Den gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat die versicherte Person so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Verbesserung ihres Gesundheits
zustandes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu und sind allfällige Ein
gliede
rungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen,
ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzu
schliessen (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 134 V 109
E. 3 und 4 S. 112 ff.). Dabei bestimmt sich der Gesichtspunkt der namhaften Besserung des Gesundheitszu
standes namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115). Im Zeit
punkt des Fallabschlusses ist der Unfallversicherer auch befugt, die
Adäquanz
frage
zu prüfen (BGE 134 V 109; Urteil
des Bundesgerichts
8C_377/2013 vom 2.
Oktober 2013 E. 7.2).
3.
3.1
Der Beschwer
deführer hatte angegeben, nach dem Unfall nur leichte Nackenschmerzen verspürt zu haben. Am darauf folgenden Tag sei ihm jedoch schlecht gewesen und er habe an Kopf- und Nackenschmerzen gelitten (Urk. 7/G004).
Ein Röntgen HWS in zwei Ebenen sowie
Dens
transbuccal
und BWS in zwei Ebenen vom 19. Februar 2010 ergab
keinen
Nachweis einer fri
schen trauma
tischen
ossären
Läsion der HWS und BWS und keine pathologi
sche
Listhesis
. Im Bereich der Wirbel C2/C3
fand sich eine Blockwirbelbildung
. Des Weiteren
präsentierten
sich
leichtgradige
degenerativ
e Veränderungen der unteren HWS
, insbesondere beginnende
Uncovertebralarthrosen
(Urk. 7
/
M
00
2).
Zum sicheren Ausschluss von
trabekulären
Mikrofrakturen wurde ein MRT angefertigt.
Dieses liess
keinerlei Frakturen
erkennen
.
Im Bereich der Wirbel C2/C3 wurde eine kongenitale Blockwirbelbildung dokumentiert. Läsionen der Ligamente
oder ein
Weichteilhämatom bestanden
nicht
. An den Wirbeln C3/C4
fand sich
eine flache
Protrusion
und im Bereich der C4-C7 ein diskretes
Bulging
der
Bandscheiben
. Sodann
präsentierte
sich infolge
Unkovertebralarthrosen
eine leichte bis mässige
foraminale
Stenose C5/C6 rechts (Urk. 7/M
00
1).
Ein CT
des
Schädel
s
vom 5. März 2010 ergab keinerlei Auffälligkeiten (Urk. 7/M
00
4).
3.
2
Dr.
B._
,
Facharzt FMH für Ohren-, Nasen-
und
Halskrankheiten, spe
ziell Hals- und Gesichtschirurgie diagnostizierte mit Bericht vom 25. Juni 2010 einen
Tinnitus
auris
beidseits, bei minimer Hochtonstörung beidseits bzw. bei einem Status nach HWS-Distorsionstrauma.
D
er behandelnde Arzt
führte aus, der Beschwerdeführer sei am 26. Mai und 24. Juni 2010 bei ihm in Behandlung gewesen. D
er Beschwerdeführer leide seit zwei Monaten an einem konstanten hochfrequenten Tinnitus links akzentuiert. Offenbar habe er im Februar dieses Jahres ein HWS-D
istorsionstrauma erlitten. Seither
bestünden Kopfschmerzen sowie Schwindelbeschwerden. Audiometrisch finde sich eine diskrete Störung im Hochtonbereich
bds
.,
was möglicherweise den Tinnitus erklären könnte. Da der Beschwerdeführer subjektiv unter diesem Tinnitus leide, sei
probatorisch
eine Behandlung mit
Pentoxi-Mepha
3x täglich in die Wege geleitet worden. Ausserdem sei der
Beschwerdeführer
über Tinnitus-Bewältigungsstrategien auf
geklärt worden.
Anlässlich der Nachkontrolle vom 24. Juni 2010 habe der Beschwerdeführer eine wesentliche
Regredienz
der
Tinnitusbeschwerden
ange
geben. Aktuell nehme er den Tinnitus nur noch in Ruhe wahr. Derzeit sei der Tinnitus somit als kompensiert anzusehen. Weitere Massnahmen erübrigten sich im Moment. Bei einer Zunahme des Tinnitus sei eine Wiedervorstellung empfohlen worden (Urk. 7/M
00
6).
3.
3
Dr. med
.
C._
, Facharzt
für Allgemeinmedizin bei der
D._
, hielt in seinem Bericht vom 11. Februar 2011 zuhan
den der
Beschwer
degegnerin
einen Status nach HWS-Distorsionstrauma 17.
Februar 20
10 fest. Beim Beschwerdeführer bestünden häufig Kopfschmerzen bei extre
mem Muskelhartspann
nuchal
rechts (Urk. 7/M
00
7).
3.
4
Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin
, Dr.
A._
, hielt in
seinem
Kon
siliar
bericht
vom 11. Juli 2011 fest,
beim Beschwerdeführer sei keine Diag
nose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gegeben. Ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit seien mässige rest-
myofasciale
Dysbalancen
paracervikal
, Schultergürtelregion und M.
infraspinatus
beidseits
, mit
referred
pain
-Muster
occipital
,
biparietal
und zeitweise auch frontal bei segmental unauffälliger HWS-Untersuchung. De
r Beschwerdeführer leide aktuell an
cerviko-occipitalen
Missempfindungen, zeitweise ausstrahlend bis parietal rechtsbetont, wobei ein eigentlicher Auslöser bis auf stressige Momente bei der Arbeit nicht angegeben worden sei. Unter sportlichen Aktivitäten trete keine Verstärkung ein. Der
Explorand sei mit einem vollen Pensum in seiner angestammten Tätigkeit bei der
Z._
als
zu 100 % arbeitsfähig geschrieben mit zurzeit aus
schliesslicher Bürotätigkeit. Ein Vorzustand für die HWS fehle, vor dem Ereignis sei er beschwerdefrei gewesen, er habe vorher nie eine HWS-Distorsion erlitten.
Die Befunde wurden wie folgt dargest
ellt: Normal konfiguriertes Ach
senskelett, schmerzfreie Beweglichkeit des gesamten Achsenskeletts, auch an der HWS, ohne Hinweise für Hypermobilität oder Instabilität mit Rotation
bds
. 80°,
Late
ralflexion
30 bis 40° (etwas verkürzte
paracervikale
Muskulatur), Kinn-Ster
num-Abstand 0/19 cm; keine Hinweise weder auf eine
Facettengelenks-fortge
leitete
noch
radikuläre
Reiz- oder Ausfallsymptomatik. Der Befund entspreche einer mässig ausgeprägten
myofascialen
Triggerpunktbildung
paracervikal
, Schultergürtelregion und M.
infraspinatus
beidseits
mit
referred
pain
-Muster
biparietal
und frontal resp.
occipital
; kursorisch peripher-neurologisch unauf
fällig.
In seiner Beurteilung führte Dr.
A._
aus, der Beschwerdeführer habe am 17. Februar 2010 eine leichte HWS-Distorsion erlitten, ohne richtungge
bende Veränderungen, ohne Commotio resp. Amnesie, wobei er anhaltende Missempfindungen habe, die vor dem Unfall nicht bestanden hätten. Die erste Behandlung habe eine Physiotherapie mit vorwiegend kräftigenden Mass
nahmen betroffen. Dies sei nicht zu empfehlen bei
Triggerpunkten
, da sie sich darunter verstärkten. Die zweite Option habe die Osteopathie betroffen, die zwar eine Entspannung
vermitteln könne, jedoch die
Triggerpunkte
nicht beheben könne. Zuletzt sei über längere Zeit eine Kombination aus Akupunktur mit Schröpftherapien durchgeführt worden, ebenfalls Massnahmen, die diese
myo
fascialen
Triggerpunkte
nicht beheben könnten. Bei diesem gut trainierten und motivierten Exploranden sei bei Fehlen einer signifikanten auch degenera
tiven Veränderung am
cervikalen
Achsenskelett die Indikation für eine gezielte
myofasciale
Triggerpunkttherapie
gegeben, die unfallbedingte Therapie sei demnach noch nicht ausgeschöpft, weshalb zum jetzigen Zeitpunkt die
Unfall
kausalität
noch als überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen zu beurteilen sei. Es sei eine gezielte
Triggerpunktthe
r
apie
bei Herrn
E._
in naher Umgebung des Arbeitsortes des Beschwerdeführers durchzu
führen, ein-
bis
zweimal pro Woche. Herr
E._
sei ein
erfahrener und kompetenter
Triggerpunkttherapeut
. Er solle über die Frequenz der Thera
pien entscheiden, da
initial
bei dieser Behandlung vorübergehend vermehrt Schmer
zen auftreten könnten. Andere Therapieoptionen bestünden nicht. Die Dauer bis zur unfallbedingten Ausschöpfung dieser empfohlenen
Therapie
option
betrage drei bis vier Monate, abhängig davon, ob
Herr
E._
zwei
mal
oder
nur einmal wöchentlich eine Sitzung durchführe. Der Status quo ante sei demnach drei bis vier Monate nach Beginn dieser empfohlenen Therapie erreicht. Die radiologisch dokumentierte Blockwirbelbildung C2/C3 sei kon
genital und ohne Bedeutung für die jetzigen Beschwerden. Die unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit betrage 0 %, weshalb vorliegend nicht näher darauf einge
gangen werde. Die im ORL-Bericht von Dr.
B._
vom 25.
Juni 2010 er
wähnte Tinnitus-Problematik
beidseits
sei
erst zwei Monate nach dem Ereignis aufgetreten. Wie weit hier die Unfallkausalität ausgewiesen sei, könne man als möglich beurteilen.
Tinnitusbeschwerden
entstünden häufig
cervikogen
bedingt, so dass wahrscheinlich ein gewisser
Zusammenhang bestehe, die Symptomatik sei aber im Moment deutlich
regredient
, so dass sich der Beschwerdeführer gemäss seinen eigenen Angaben damit gut arrangieren könne. Ein
Integritäts
schaden
sei mit Blick darauf zu verneinen, dass keine Schädigung der körperli
chen oder geistigen Integrität bei Fehlen richtunggebender Veränderungen angenommen werden könne. Was die Prognose betreffe, sei letztere bei diesem gut kooperieren
den und motivierten Exploranden als gut zu beurteilen, weshalb eine unfallbedingt auszuschöpfende Therapie
,
wie zuvor dargelegt
,
zu empfehlen sei.
Triggerpunkte
könnten spontan auch ohne Ereignisse entstehen, zum Beispiel unter Stressbelastung, aber auch unter körperlichen Anstrengun
gen, muskulären Belastungen etc. Das heisse, dass nach Erreichen des Status quo ante bei allenfalls zu einem
späteren Zeitpunkt wieder auftretenden
myofascialen
Dysbalancen
diese dann überwiegend wahrscheinlich nicht mehr unfallkausal begründbar seien (Urk.
7/M
0
12).
3.
5
Das
F._
nannte in seinem Bericht vom 29. November 2011 als Kopfweh-Diagnose ein episodisches bis subchronisches
Spannungstyp
kopfweh
mit
migränösen
Anteilen; DD: sekundär zervikal; DD:
Borrelien
-asso
ziiert, z.B. im Rahmen einer
Vaskulitis
.
Unter den weiteren Diagnosen wurde der Verdacht auf eine
floride
Lyme
-Borreliose angegeben. In der Beurteilung hielten die behandelnden Ärzte fest, bei den Kopfschmerzen des Patienten handle es sich am ehesten um ein sekundär zervikal rechts eingeleitetes Migränekopfweh, welchem ein Spannungstypkopfweh vorausgehe. Hierfür sprächen anhand der IHS-Kriterien die Lokalisation, Charakteristik und Ausprägung der Beschwerden. Diesbezüglich sei dem Beschwerdeführer im Rahmen der
Schmerzexazerbation
de
r diagnostische
Einsatz von
Triptanen
empfohlen worden. Sollten diese wirksam sein, wäre die Diagnose der Migräne faktisch belegt. Für das sekundär zervikale Kopfweh könne der Patient auch mit
Naproxen
oder
Nisulid
arbeiten.
Trotz unauffälligem Neurostatus und typischer Anamnese sei der Beschwerde
führer für eine MR-Untersuchung angemeldet worden, um eine sekundäre Genese der Beschwerden auszuschliessen
(vgl. dazu nachstehend E. 3.
6
)
. Die MR-HWS-Diagnostik habe lediglich geringe degenerative Veränderungen der HWS gezeigt, ohne Nachweis einer
Forameneinengung
, einer
Spinalkanalste
nose
oder einer Myelopathie, auch keine Hinweise auf posttraumatische Resi
duen oder Arthrosen. Auch die laborchemischen Abklärungen hätten keine Pathologie ergeben, jedoch habe sich ein positiver Western-
Blot
für
Borrelien-lgM
gezeigt, sodass heute die Verifizierungskontrolle erfolgen sollte, gegebe
nenfalls LP und
cMRI
im Verlauf. Die Indikation zu einer Prophylaxe sei beim Beschwerdeführer gegeben.
Als Basistherapie habe der Patient mit der Ein
nahme von
Orfiril
long
von 900mg/d begonnen, welches bei guter Verträglich
keit und gewichtsadaptiert bis 1500mg/d gesteigert werden könnte. Es sei sodann das Einbauen von täglichen Entspannungsmomenten besprochen wor
den. Weiter sei dem Beschwerdeführer das Führen eines Kopfweh-Kalenders empfohlen worden, um den Verlauf bezüglich der Frequenz und der Intensität der Beschwerden sowie der damit verbundenen Einnahme von
Akutmedika
menten
besser objektivieren zu können (Urk. 7/M
0
15).
3.
6
Das
vom
F._
veranlasste
MRT der HWS vom 6.
De
zember
2011
ergab geringe degenerative Veränderungen der HWS ohne Nach
weis einer
Forameneinengung
, einer Spinalkanalstenose oder einer Myelopathie; keine deutliche
Unkovertebralarthrose
; keine Zeichen einer Instabilität (Urk.
7/M
0
13).
3.
7
In einer weiteren Stellungnahme vom 27. März 2012 führte der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin, Dr
.
A._
, aus, die heutigen
Beschwerden seien auf
grund der erhobenen Befunde nicht mehr auf den Unfall vom 17. Februar 2010 zurückzuführen. Als Begründung gab er an, die aktuell beklagte Kopfweh
/Mi
gräne-Problematik sei anlässlich seines ersten Konsiliums im Juli 2011 nicht beklagt worden. Es scheine sich dabei um eine unfallfremde Problematik zu handeln. Der Beschwerdeführer habe sich bei dem zwei Jahre zurückliegenden Unfallereignis eine leichte HWS-Distorsion zugezogen mit geringen
Restdysba
lancen
. Der Status quo sine sei per Ende Februar 2012 erreicht
(Urk.
7/M
0
14).
4.
4.1
Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist bekannt, dass bei
Schleu
der
traumaverletzungen
sowie äquivalenten Verletzungen auch ohne nachweis
bare pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle Ausfälle verschiedener Art auftreten können. Der Umstand, dass die für ein Schleudertrauma, eine Distorsion der HWS oder ein Schädel-Hirntrauma typischen Beschwerden nicht mit entsprechenden
Untersuchungs
methoden
(Röntgen,
Compu
tertomogramm
, EEG) objektivierbar sind, rechtfer
tigt für sich allein nicht, die dies
bezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen (BGE 117 V 363 E. 5d/
aa
). Ist ein Schleudertrauma oder eine dem
Schleuder
trauma
ä
quivalente Verletzung diagnosti
ziert und liegt - wie dies konkret der Fall ist - kein fassbare
r pathologischer (unfall
bedingter) Befund an der HWS vor, muss für die Bejahung der natürlichen Unfallkausalität ein für diese Ver
letzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie dif
fusen Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Affektlabilit
ät, Depressionen, Wesensverände
rungen usw. vor
liegen (BGE 117 V 360 E. 4b; vgl. auch 117 V 379 E. 3e). Nach der aktuellen Rechtsprechung des Bundesgerichts (Urteile vom 30. Januar 2007 i/S T.
[U
215/05] und vom 15. März 2007 i/S G. [U 258/06]) muss bei einer HWS-Ver
letzung das typische Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS - bei einem
Schä
del-Hirn
trauma
in Form von Kopf
schmerzen - manifestieren. Die anderen im Rahmen eines Schleudertraumas oder einer äquivalenten Verletzung typischerweise auf
tretenden Beschwerden müssen sich jedoch immerhin in einem Zeitraum mani
festieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein eines natürlichen Kausalzusam
menhangs auszugehen
4.2
Vorliegend wurde vom beratende
n Arzt der
Beschwerdegegnerin
,
Dr.
A._
,
am
11. Juni 2011
ein erstes Konsilium durchgeführt. Dr.
A._
ging
damals
von einer mässig ausgeprägten
myofascialen
Triggerpunktbildung
aus
und erachtete
die Unfallkausalität noch als
ausgewiesen
. Er empfahl die Durch
führung einer
Triggerpunkttherapie
bei Dr.
E._
, wobei drei
bis vier Monate nach deren Beginn der Status quo ante als erreicht zu betrachten sei
(
E. 3.4)
.
Was den
Verlauf dieser Therapie
betrifft, können den
Akten
nur wenige Angaben entnommen werden. So geht aus einer Aktennotiz der
Beschwerde
gegnerin
vom 12. Juli 2011 hervor, dass der
Beschwerdeführer dieser damals mitgeteilt hatte, er werde in die Physiotherapie zu Dr.
E._
gehen (Urk.
7/G
0
31). In ihrer Verfügung vom 10. April 2012 hatte die
Beschwerde
gegnerin
sodann erwähnt, seit Juli 2011 seien insgesamt vier
Physiotherapie
serien
à neun Sitzungen durchgeführt worden (Urk. 7/G
0
39).
Weiter äusserte sich der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift dahingehend, die durch
geführte
Triggerpunkttherapie
habe leider nicht den erwarteten und von Dr.
A._
prognostizierten Erfolg gebracht (Urk. 1, S. 9).
Einschätzungen von ärztlicher Seite, d.h.
insbesondere
von Dr.
E._
selber
,
sind
in den Akten hingegen nicht enthalten.
D
ie neuerliche Beurteilung
von Dr.
A._
vom 27.
März
2012 geht ebenfalls nicht auf diese Frage ein
.
I
n der betreffenden Stellungnahme wird das Fehlen der Unfallkausalität der heutigen Beschwerden
einzig damit begründet, dass die aktuell beklagte Kopfweh/Migräne-Problematik anlässlich des ersten Konsi
liums nicht beklagt worden sei
, weshalb es sich dabei um eine unfallfremde Problematik zu handeln scheine.
Diesbezüglich ist
einerseits
fest
zustellen, dass
Kopfschmerzen
im Zusammenhang mit dem vor
liegenden Unfallereignis offenbar durchaus eine Rolle spielten.
Der Beschwer
deführer selber hatte angegeben, nach dem Unfall nur leichte Nackenschmerzen verspürt zu haben. Am darauf folgenden Tag sei ihm jedoch schlecht gewesen und er habe an Kopf- und Nackenschmerzen gelitten (Urk. 7/G
00
4).
So
dann
hatte Dr.
G._
von
der
D._
zwei
Tage nach dem Unfall anlässlich der Konsultation
vom 19. Februar 2010 Schulter-, Nacken- und Kopfschmerzen festgehalten und gestützt darauf eine HWS
Distor
sion nach Auffahrunfall diagnostiziert (Urk.
7/M
00
3).
Weiter
hatte Dr.
C._
in seinem Bericht vom 11. Februar 2011 häufige Kopfschmerzen bei extremem
Muskel
hartspann
nuchal
rechts aufgeführt
(Urk. 7/M
00
7).
Obschon
nun Dr.
A._
im Rahmen seines Konsiliums vom 11. Juli 2011 keine
unfall
bedingten
Kopf
schmerzen (mehr)
befundete
, erscheint fraglich, ob die vom
F._
am 29.
November
2011
do
kumentierten Kopf
schmerzen als
unfall
fremd
anzusehen sind, zumal aus der dort dargestellten Anamnese ersicht
lich ist, dass diese Schmerzen seit dem 17.
Februar 2010 bestünden.
Der klinische Befund wurde auch gleich wiedergegeben wie von den Ärzten der
D._
,
konkret
ein stets von rechts
nuchal
ausge
löstes Kopfweh (Urk.
7/M
0
15).
Letztlich braucht die Frage nach dem natürlichen Kausal
zusammenhang zwischen dem Unfall und den vom Beschwerdeführer geltend gemachten Kopfschmerzen
jedoch
nicht ab
schlie
ssen
d
beantwortet
zu werden, wie nachfolgende Ausführungen zeigen.
5.
5.1
Der Beschwerdeführer arbeitet seit April 2010 wiederum vollschichtig in seinem angestammten Beruf. Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung stehen nicht zur Diskussion. Nach Lage der medizinischen Akten sind die physi
kalischen Behandlungsmethoden
abgeschlossen und steht der Beschwerdeführer einzig noch unter ärztlicher Kontrolle am
F._
, wo als
Therapie Medikamente verschrieben und dazu geraten wurde, einen
Kopfweh
kalender
zu führen und täglich Entspannungsmomente einzubauen
(Urk.
7/M015). Demzufolge ist davon auszugehen, dass von einer ärztlichen Behand
lung keine namhafte Verbesserung mehr zu erwarten ist. Damit war die Beschwerdegegnerin auch befugt, den Fa
ll abzuschliessen und
die Adäquanz der verbliebenen Beschwerden zum Unfall zu prüfen.
5.
2
Im Bereich klar ausgewiesener organischer Un
fallfolgen im Sinn von nach
weis
ba
ren strukturellen Veränderungen (organisches Substrat konnte mit
bild
ge
benden
Untersuchungsmethoden [Röntgen,
Computertomogramm
, EEG] nach
ge
wiesen wer
den) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des
Unfallver
sicherers
praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE 127 V 103 E. 5b/
bb
, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/
bb
mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen orga
nisch nicht (hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausa
lität nicht automatisch auch die Bejahung der adäquaten Kausalität, können
doch gerade klinische Befunde erfahrungsgemäss auch psychisch ausgelöst werden. In diesen Fällen ist eine eigenständige
Adäquanz
beurteilung
durchzu
führen, bei welcher wie folgt zu differenzieren ist: Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/
aa
zur Anwendung (sog. "Psycho-Praxis"). Ergeben die Abklärungen dagegen, dass die versicherte Person eine
Schleudertraumaverletzung
erlitten hat, muss geprüft werden, ob die zum typischen Bild einer solchen Verletzung gehörenden Beein
trächtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Proble
matik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die
Adä
quanzbeurteilung
ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/
aa
für Un
fälle mit psy
chischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze massgebend (BGE 123 V 99 E.
2a), andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 366 E. 6a und 382 E.
4b festgelegten bzw. den mit BGE 134 V 109 modi
fizierten Kriterien (sog. "Schleudertrauma-Praxis"). Die Anwendung der Recht
sprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus dem Unfall hervor
gehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die ebenfalls auf das
Unfallereig
nis
zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 E. 3b). Zu präzisieren bleibt, dass die zu den Ver
letzungen nach klassischem Schleudertrauma entwickelte Rechtsprechung zum natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang (BGE 119 V 335, 117 V 359) auch auf analoge Verletzungen wie Distorsionen der HWS sowie
Schädel-Hirn
traumen
anwendbar ist, wenn und soweit sich deren Folgen mit jenen eines Schleudertraumas ver
gleichen lassen (vgl. Urteil des Eidgenössischen
Versiche
rungs
gerichts
[EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts]
U 243/03
vom 17. August 2004
; RKUV 2000 Nr. U 395 S. 317, E. 3; BGE 117 V 369).
5.
3
Vorliegend sind beim Beschwerdeführer keinerlei psychische Unfallfolgen zu beurteilen, womit die sog. „
Schleudertraumapraxis
“ zur Anwendung gelangt. G
emäss BGE 134 V 109
ist für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammen
hangs im Einzelfall zu verlangen,
dass dem Unfall für die Entste
hung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung
dieser Frage ist an das Unfall
ereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen
Gesche
hensablauf
- zwischen banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, schweren Unfällen anderseits und schliesslich dem dazwischen liegenden mittleren Bereich unterschieden wird. Während der adäquate Kausalzusammenhang in der
Regel bei schweren Unfällen ohne
Weiteres
bejaht und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage der Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht aufgrund des Unfallgeschehens allein schlüssig beant
worten. Es sind weitere, objektiv erfassbare Umstände, die unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Dabei müssen die weiteren unfallbezogenen Kriterien entweder in gehäufter oder auffallender Weise oder ein einziges Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.1; BGE 117 V 359 E.
6, mit Hinweisen). Als in die Ad
äquanzbeurteilung einzubeziehen
de Kriterien nennt die Rechtsprechung (BGE 134 V 109 E. 10.3) abschliessend: besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; erhebliche Beschwerden; ärztliche
Fehlbe
handlung
, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger
Hei
lungsverlauf
und erhebliche Komplikationen und erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen. Keineswegs müssen alle Umstände gegeben sein, um die adäquate Kausalität bejahen zu können. Vielmehr genügt ein Kri
terium, wenn es sich um einen schweren Unfall im mittleren Bereich handelt. Dann kann ein Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist. Falls keinem Kriterium besonderes Gewicht zukommt, müssen mehrere unfallbezogene Kriterien bejaht werden können. Dabei gilt, dass je leichter der Unfall ist, desto mehr Kriterien erfüllt sein müssen. Mit Urteil vom 29. Januar 2010 (SVR 2010 UV Nr. 25 S. 100, 8C_897/2009, E. 4.5) hat das Bundesgericht die Rechtsprechung zur Anzahl der zu erfüllenden
Adäquanzkri
terien
bei mittelschweren Unfällen insofern präzisiert, als bei mittelschweren Unfällen im engeren Sinn drei Adäquanzkriterien genügen, auch wenn sie nicht in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise vorliegen. Bei Unfällen im mittleren Bereich an der Grenze zu den leichten Unfällen sind hingegen vier Adäquanzkriterien
oder ein einzelnes in besonders ausgeprägter Weise
zu erfüllen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts
8C_487/2009
vom 7. Dezember 2009
E. 5 mit Hinweis).
5.
4
Auffahrkollisionen werden rechtsprechungsgemäss reg
elmässig als mittelschwe
res, im
Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegendes Ereignis qualifiz
iert (Urteil des Bundesgerichts
8C_626/2009
vom 9. November 2009 E.
4.2.2 mit Hinweisen). In
einzelnen Fällen, insbesondere
bei einer niedrigen
kollisionsbe
dingten
Geschwindigkeitsver
änderung
und - zusätzlich - weitgehendem Fehlen von unmittelbar im Ans
chluss an den Unfall
auftretenden Beschwerden, wurde auch das Vorliegen ein
es leichten Unfalles angenommen
(vgl.
z.B. Urteil
des
Bundesgerichts
U 402/05 E. 6.1
vom 23. August 2007).
Den vorliegenden Akten können nur sehr knappe Angaben über den Unfallhergang entnommen werden
. Im Polizeirapport wurde festgehalten, das Fahrzeug, welches den Unfall verur
sacht habe,
sei
durch die
H._
in Richtung
I._
gefahren und nach links in die
J._
eingebogen. In der Folge sei e
s
auf den stillstehenden
W
agen aufgefahren, in welchem der Beschwerdeführer gesessen
ist
(Urk.
7/G
0
13).
Konkrete Rückschlüsse über die Heftigkeit des Aufpralls lassen sich aus diesen Schilderungen nicht gewinnen. Es wurden offenbar auch keine
Untersuchungen zur kollisionsbedingten Geschwindigkeitsänderung
in die Wege geleitet, welche Aufschluss über das Ausmass der Insassenbelastung lieferten.
Immerhin lassen jedoch
die polizeilichen Angaben zum Sachschaden,
wonach an der Stossstange hinten links ein Farbabrieb entstanden sei bzw. die Stange leicht eingedrückt und verschoben sei, erkennen, dass
die Kollision
nicht von einer besonders grossen Wucht gewesen sein kann, was entgegen der Auffas
sung de
s
Beschwerdeführers gege
n das Vorliegen eines mittelschweren Unfalls
im engeren Sinn
spricht. Umgekehrt kann
mangels weiterer Angaben zum Unfallhergang
auch kein leichter Unfall angenommen werden. Gesamthaft besteht somit kein Anlass vom Regelfall abzuweichen, den Auffahrunfall
als mittelschweres
an der Grenze zu einem leichten
Unfallereignis zu qualifizieren.
Für die Bejahung
der Adäquanz müssen somit grund
sätzlich vier Kriterien in einfacher Weise oder eines d
er Kriterien in besonders ausge
prägtem Mass erfüllt sein.
5.
5
Was das Kriterium der
besonders dramatischen Begleitumstände oder besonde
ren Eindrücklichkeit des Unfalles
betrifft, ist dieses
objektiv zu beurteilen und
nicht aufgrund des subjektiven
Empfindens bzw. des Angstgefühls der versi
cherten Person
(Urteil des Bundesgerichts
U 56/07
vom
25. Januar 2008
E. 6.1).
Wenn der Beschwerdeführer geltend macht, die besondere Eindrücklichkeit gründe darauf, dass sich die Auffahrkollision für ihn völlig unerwartet ereignet habe, so
k
ann dem nicht gefolgt werden. Es liegt in der Natur eine
r
Vielzahl von Unfällen, dass diese den Betroffenen gänzlich unvorbereitet treffen. Sodann ist wohl je
dem leichten bis
mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen, was somit noch nicht zur Bejahung des fraglichen Kriteriums ausreichen kann. Gesamthaft ist fest
zu
stellen, dass sich der Unfall vom 17. Februar 2010 weder unter besonders dramatischen Begleitumständen abgespielt hat noch diesem eine besondere Eindrücklichkeit zukam.
5.
6
In Bezug auf das Kriterium
der
schweren Verletzungen oder Ver
letzungen beson
der
er Art ist festzuhalten, dass
d
ie Diagnose eines Schleudertraumas oder einer
schleudertraum
a
-ähnlichen Verletzung der HWS
die Schwere oder beson
dere Art der erlittenen Verletzung für sich allein nicht zu begründen
vermag
. Es
bedarf hierzu einer besonderen Schwere der für das
Schleuder
trauma
typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, die das Beschwerdebild beeinflussen können (BGE 134 V 109 E. 10.2.2). Solche besonderen Umstände sind den vor
lie
genden Akten nicht zu entnehmen,
vielmehr ist darauf hinzuweisen, dass
das
MRI
HWS vom 19. Februar 2010
keine unfallbezogenen
strukture
llen Läsionen zu Tage gefördert hatte
. Im Ergebnis ist hier somit keine schwere Verletzung bzw. Verletzung besonderer Art anzunehmen.
5.
7
Das Kriterium der fortgesetzt spezifische
n belastenden ärztlichen Behand
lung (BGE 134 V 128 E. 10.2.3) ist objektiv zu beurteilen und nicht auf Grund des subjektiven Empfindens der versicherten Person (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_299/2009
vom 30. September 2009
E. 4.3.3).
Vorliegend ist aktenkundig, dass der Beschwerdeführer seit dem Unfallereignis zahlreiche
Behandlungsan
strengungen
unternommen hat.
Die erste Behandlung betraf eine Physiotherapie mit vorwiegend kräftigenden Massnahmen, die zweite eine Osteopathie und die dritte eine Akupunktur mit Schröpftherapien. Zuletzt ist die erwähnte
Trigger
punkttherapie
dokumentiert.
Ferner seien seit dem Unfall schon diverse Kopf
weh-Medikamente zum Einsatz gekommen.
Diese bisher zur Anwendung gelangten
Therapiemassnahmen können nicht als fortgesetzt spezifisch belas
tende ärztliche Behandlung angesehen werden, weshalb das betreffende Krite
rium ebenfalls nicht erfüllt ist.
5.
8
Für die Erfüllung des Adäquanzkriteriums erhebliche Beschwerden können nur in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehende erhebliche Beschwerden massgebend sein. Die Erheb
lichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im
Lebens
alltag
erfährt (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.4 S. 128 und Urteil des Bundesge
richts 8C_172/2009 vom 21. Juli 2009 E. 5.3.3).
Aufgrund des bisher Gesagten erscheint zwar unklar, inwieweit seit dem Unfall von einer durch
gehenden Kopfwehproblematik ausgegangen werden kann,
nachdem
Dr.
A._
am 27. März 2012 angegeben hatte, anlässlich des ersten Konsiliums
sei
eine Kopf
weh/Migräne-S
ymptomatik nicht beklagt worden, und der behandelnde Arzt anlässlich der Konsultation vom 28. März 2011 eintrug, der Beschwerde
führer
klage
über rezidivierendes mässiges Kopfwe
h
, ca. drei
Mal pro Woche für ca. 1 Stunde
, alle zwei Wochen extrem über Stunden (Urk. 7/
M
011).
Immerhin ist aber wie erwähnt zu beachten, dass
in den
Beurteilungen
des
F._
und der
D._
starke
und häufig auftretende
Kopfbeschwerden über einen langen Zeitraum
dargestellt werden
.
E
rhebliche Beschwerden im Sinn der genannten Voraussetzung
sind deshalb
grundsätzlich zu bejahen. Mit Blick darauf, dass beim Beschwerdeführer keine wesentlichen Einschränkungen in den häuslichen
und ausserhäuslichen Akti
vitäten doku
mentiert sind, er namentlich seit
dem 28.
April 2010 wieder zu 100
% arbeitsfä
hig ist
,
und
darüber hinaus die besondere Intensität der Beschwerden bereits definitionsgemäss vorausgesetzt ist, kann dieses
Adä
quanz
kriterium
aber
nur in einem geringen Masse als erfüllt gelten.
5.
9
Ohne
Weiteres
zu verneinen ist das Kriterium der ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat. Eine solche wird
vom Beschwerdeführer
auch nicht geltend gemacht.
5.
10
Beim Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen Kompli
kationen
müssen die beiden Teilaspekte nicht kumulativ erfüllt sein (BGE 117 V 369 E. 7b). Aus der ärztlichen Behandlung und den erheblichen Beschwerden
welche im Rahmen der spezifischen Adäquanzkriterien zu berücksichtigen sind - darf nicht bereits auf einen schwierigen Heilungsverlauf
und/oder erheb
liche Komplikatio
nen geschlossen werden. Es bedarf hierzu besonderer Gründe, wel
che die Heilung beeinträchtigt haben (Urteil
e
des Bu
ndesgerichts
8C_1020/2008
vom 8. April 2009
E. 5.7
und
8C_623/2007
vom 22. August 2008
E. 8.
6). Vor
liegend ergeben sich auf
grund der Akten keine Hinweise für einen schwierig
en Heilungsverlauf bzw. erhebli
che Komplikationen. Insbe
son
dere reicht der Umstand, dass trotz regelmässiger Therapien
keine
Beschwer
de
freiheit
erreicht werden konnte, ni
cht zur Bejahung dieses Kriteri
ums (Urteile des Bundesge
richts
8C_252/2007
vom 1. J
uli 2008
E.
7.6
und
8C_57/2008
vom 16. Mai 2008
E. 9.6.1, je mit Hinweisen).
Was sodann den vom
Beschwer
deführer angespro
chenen Tinnitus betrifft, gilt dieser gemäss der Beurteilung von Dr.
B._
vom 25. Juni 2010 als kompensiert, wobei seither nichts Abweichendes doku
mentiert
wurde. Gesamthaft ist somit auch das Kriterium des schwierigen
Hei
lungsverlaufs
und der erheblichen Komplikationen zu verneinen.
5.1
1
Keine Rolle im vorliegenden Zusammenhang spielt schliesslich das
Adäquanz
kri
terium
der
erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener An
strengungen
, nachdem beim Beschwerdeführer wie erwähnt seit dem 28. April 2010 wieder eine volle Arbeitsfähigkeit besteht.
5.1
2
Zusammenfassend ist mit den "erheblichen Beschwerden" lediglich ein
Adäquanz
kriterium
erfüllt, jedoch nicht in besonders ausgeprägter Weise. Der adäquate Kausalzusammenh
ang zwischen dem Unfall vom 17. Februar 2010
und den in der Folge
vom Beschwerdeführer
weiterhin
geklagten Beschwerden ist somit zu verneinen.
Die von der Beschwerdegegnerin per 29. Februar 2012 verfügte Leistungseinstellung erweist sich im Ergebnis als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.