Decision ID: f9601862-2df8-58c9-9a01-b34914395c54
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer, ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamili-
scher Ethnie mit letztem Wohnsitz in B._ ([...]provinz), suchte am
(...) in der Schweiz um Asyl nach.
A.b Mit Verfügung vom (...) September 2020 stellte das SEM fest, der Be-
schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylge-
such ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Voll-
zug an.
A.c Das Bundesverwaltungsgericht wies die am (...) angehobene Be-
schwerde mit Urteil D-5175/2020 vom 4. Dezember 2020 ab. Zur Begrün-
dung wurde – soweit für das vorliegende Verfahren von Interesse – ausge-
führt, die Vorinstanz habe sehr ausführlich die Ungereimtheiten und man-
gelnde Substanziierung in den Aussagen des Beschwerdeführers betref-
fend seinen Bekannten C._ und dessen Verbindungen zu den Libe-
ration Tigers of Tamil Eelam (LTTE), zu seinen eigenen Hilfeleistungen für
die LTTE, zur Mitnahme und zu Misshandlungen durch Angehörige des
Criminal Investigation Departement (CID) oder zum Verschwinden seines
(...) dargelegt. Das SEM habe berechtigterweise auch darauf hingewiesen,
dass insbesondere das (...) (betreffend eine Verletzung am (...) an der Ein-
schätzung der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers,
wegen allfälliger kleinen Hilfeleistungen für die LTTE vom CID verfolgt wor-
den zu sein, nichts zu ändern vermöge. Dabei schloss das Gericht mit dem
SEM nicht aus, dass der Beschwerdeführer im Heimatland Gewalt und da-
bei einen Bruch des (...) erlitten hat, wobei es ihm aber nicht gelungen sei,
glaubhaft darzulegen, dass diesem Umstand eine staatliche Verfolgung
aus einem flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsmotiv zugrunde gele-
gen habe. Sodann ging das Gericht mit dem SEM davon aus, dass die
geltend gemachten exilpolitischen Tätigkeiten keine Furcht vor flüchtlings-
relevanter Verfolgung bei einer Rückkehr nach Sri Lanka zu begründen
vermöchten, und die Prüfung bezüglich Risikofaktoren zum selben Ergeb-
nis führe. Der Wegweisungsvollzug erweise sich als zulässig, zumutbar
und möglich.
B.
Mit als "Qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch" bezeichneter Eingabe
vom 12. April 2021 ersuchte der Beschwerdeführer durch seine Rechtsver-
treterin um wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügung vom
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(...) September 2020 und um Gewährung von Asyl, eventualiter um Fest-
stellung der Unzulässigkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit des Vollzugs
der Wegweisung sowie um Anordnung der vorläufigen Aufnahme von Am-
tes wegen. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, das Wiederer-
wägungsgesuch beruhe hauptsächlich auf dem gleichzeitig zu den Akten
gereichten Arztbericht der psychiatrischen Abteilung des Spitals
D._ vom (...) März 2021. Damit zeige er auf, dass er sich als Folge
von in Sri Lanka erlittenen Misshandlungen durch das CID seit dem (...) Ja-
nuar 2021 unter anderem wegen Depressionen und Hinweisen auf eine
andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung in statio-
närer psychiatrischer Behandlung befinde. Ihm sei während des ordentli-
chen Verfahrens nicht bewusst gewesen, dass er unter diesen psychischen
Störungen leide. Die Problematik habe sich vor allem nach dem ablehnen-
den Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 4. Dezember 2020 akzen-
tuiert. Mit dem eingereichten Arztbericht und den darin enthaltenen Ausfüh-
rungen könne er im Nachhinein belegen, dass er in Sri Lanka einer asylre-
levanten Verfolgung durch das CID wegen LTTE-Unterstützung ausgesetzt
gewesen sei, was er gemäss Einschätzung des SEM und des Bundesver-
waltungsgerichts bisher nicht habe glaubhaft machen können. Er leide
nicht nur an den Folgen der erlittenen Misshandlungen, sondern auch an
Schuldgefühlen wegen seines (...) und seines Vaters, welcher kurz nach
dem ablehnenden Urteil des Bundesverwaltungsgerichts einen (...) erlitten
habe und am (...) Dezember 2020 verstorben sei. Diesbezüglich reichte er
eine Todesurkunde vom (...) Januar 2021 zu den Akten. Auch die unsi-
chere Situation seiner Mutter in Sri Lanka belaste ihn. Zudem habe er To-
desängste im Hinblick auf eine Rückkehr nach Sri Lanka.
C.
Das SEM setzte den Vollzug der Wegweisung mit Schreiben vom 15. April
2021 einstweilen aus.
D.
Mit Verfügung vom 13. Mai 2021 – eröffnet am 17. Mai 2021 – wies das
SEM das Wiedererwägungsgesuch ab. Es erklärte die Verfügung vom
(...) September 2020 als rechtskräftig und vollstreckbar, erhob eine Ge-
bühr in der Höhe von Fr. 600.– und stellte fest, dass einer allfälligen Be-
schwerde keine aufschiebende Wirkung zukomme.
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E.
Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer durch seine Rechts-
vertreterin mit Eingabe vom 16. Juni 2021 Beschwerde beim Bundesver-
waltungsgericht. Er beantragte, die vorinstanzliche Verfügung vom 13. Mai
2021 sei aufzuheben, die Vorinstanz sei anzuweisen, die Verfügung vom
(...) September 2020 aufzuheben, ihn wiedererwägungsweise als Flücht-
ling anzuerkennen und ihm Asyl zu gewähren, eventualiter sei die
Vorinstanz anzuweisen, die Verfügung vom (...) September 2020 aufzuhe-
ben und ihn wiedererwägungsweise wegen Unzulässigkeit, eventuell Un-
zumutbarkeit, vorläufig aufzunehmen, subeventualiter sei die angefoch-
tene Verfügung des SEM vom 13. Mai 2021 aufzuheben und die Sache zur
vollständigen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts
sowie zur Neubeurteilung zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hin-
sicht wurde beantragt, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu
erteilen. Zudem sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren, ins-
besondere sei dem Beschwerdeführer die rubrizierte Rechtsvertreterin als
amtliche Rechtsbeiständin beizuordnen, und von der Erhebung eines Kos-
tenvorschusses sei abzusehen.
Gleichzeitig wurde ein Austrittsbericht der psychiatrischen Abteilung des
Spitals D._ vom 31. Mai 2021 zu den Akten gegeben.
F.
Am 18. Juni 2021 setzte die Instruktionsrichterin den Vollzug der Wegwei-
sung per sofort einstweilen aus.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Nachdem gemäss Lehre und Praxis Wie-
dererwägungsentscheide grundsätzlich wie die ursprüngliche Verfügung
auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezogen werden können, ist
das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig. Es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83
Bst. d Ziff. 1 BGG).
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1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-
schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108
Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG und im Bereich des
Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Die vorliegende Beschwerde erweist sich – wie nachfolgend aufgezeigt –
als teilweise offensichtlich unbegründet und als teilweise offensichtlich be-
gründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zu-
stimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin
(Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und
mit summarischer Begründung, zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2
AsylG).
4.
4.1 Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich ge-
regelt (vgl. Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist dem SEM
innert 30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrunds schriftlich
und begründet einzureichen; im Übrigen richtet sich das Verfahren nach
den revisionsrechtlichen Bestimmungen von Art. 66–68 VwVG (Art. 111b
Abs. 1 AsylG).
4.2 In seiner praktisch relevantesten Form bezweckt das Wiedererwä-
gungsgesuch die Anpassung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung an
eine nachträglich eingetretene erhebliche Veränderung der Sachlage (vgl.
BVGE 2014/39 E. 4.5 m.w.H.). Falls die abzuändernde Verfügung unange-
fochten blieb – oder ein eingeleitetes Beschwerdeverfahren mit einem
blossen Prozessentscheid abgeschlossen wurde – können auch Revisi-
onsgründe einen Anspruch auf Wiedererwägung begründen (vgl. zum so-
genannten „qualifizierten Wiedererwägungsgesuch“ BVGE 2013/22 E. 5.4
m.w.H.). Darüber hinaus sind Revisionsgründe, welche sich auf Tatsachen
und Beweismittel abstützen, die erst nach Abschluss eines Beschwerde-
verfahrens entstanden sind, stets unter dem Titel der Wiedererwägung bei
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der Vorinstanz einzubringen (vgl. Art. 45 VGG i.V.m. Art. 123 Abs. 2 Bst. a
[letzter Satz] BGG; BVGE 2013/22). Nach Art. 66 Abs. 2 VwVG liegen Re-
visionsgründe unter anderem dann vor, wenn eine Partei neue erhebliche
Tatsachen oder Beweismittel vorbringt (Bst. a). Neue Beweismittel im
Sinne von Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG müssen entweder den Beweis für
neue erhebliche Tatsachen oder den Beweis für Tatsachen erbringen kön-
nen, deren Existenz oder Eigenschaften im Beschwerdeverfahren respek-
tive im Asylverfahren vor dem SEM zum Nachteil der beschwerdeführen-
den Person unbewiesen geblieben sind.
4.3 Die Wiedererwägung ist nicht beliebig zulässig. Sie darf insbesondere
nicht dazu dienen, die Rechtskraft von Verwaltungsentscheiden immer wie-
der infrage zu stellen oder die Fristen für die Ergreifung von Rechtsmitteln
zu umgehen (vgl. BGE 136 II 177 E. 2.1). Gründe, die bereits zum Zeit-
punkt des ordentlichen Beschwerdeverfahrens bestanden haben, können
nicht als Wiedererwägungsgründe vorgebracht werden (Art. 66 Abs. 3
VwVG).
4.4 Das SEM hat den Antrag des Beschwerdeführers vom 12. April 2021
um wiedererwägungsweise Gewährung von Asyl respektive Feststellung
der Unzulässigkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungs-
vollzugs und um Gewährung der vorläufigen Aufnahme in der angefochte-
nen Verfügung beurteilt. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist zu prü-
fen, ob das SEM zu Recht davon ausgegangen ist, dass die neuen Vor-
bringen und Beweismittel des Beschwerdeführers nicht geeignet sind, die
Rechtskraft der Verfügung vom (...) September 2020 zu beseitigen. Für die
Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft und der Durchführbarkeit des Weg-
weisungsvollzugs ist praxisgemäss der sich zum Urteilszeitpunkt präsen-
tierende Sachverhalt massgebend.
4.5 Zur Begründung seines Entscheids führte das SEM im Wesentlichen
aus, im Arztbericht vom (...) März 2021 hätten die behandelnden Ärzte
beim Beschwerdeführer verschiedene psychiatrische Störungsbilder be-
ziehungsweise einen entsprechenden Verdacht festgestellt und diese auf
von ihm in Sri Lanka erlittene Misshandlungen durch das CID zurückge-
führt. Indes hätten sie sich bei den beschriebenen Ursachen der psychi-
schen Störungen einzig auf seine Aussagen bezüglich seiner Erlebnisse in
Sri Lanka stützen können. Dies gelte auch für die geltend gemachten an-
geblichen Misshandlungen in Form von sexuellen Übergriffen, die er als
geschlechtsspezifische Verfolgung einordne. Ärztliche Berichte und ihre
Ausführungen zu tatsächlichen oder vermuteten Ursachen diagnostizierter
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medizinischer Probleme könnten jedoch nur Indizien, nicht aber Beweise
für eine allfällige flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung liefern, vor allem,
wenn sie sich dabei ausschliesslich auf die Angaben der betroffenen Asyl-
suchenden abstützen müssten. Die Angaben des Beschwerdeführers zu
den konkreten Umständen der angeblich in Sri Lanka erlittenen Misshand-
lungen durch das CID seien jedoch sowohl vom SEM wie auch vom Bun-
desverwaltungsgericht aufgrund verschiedener Beurteilungskriterien als
unglaubhaft erachtet worden. Der eingereichte Arztbericht stützte sich bei
seinen Diagnosen und den vermuteten Ursachen erneut auf diese Aussa-
gen des Beschwerdeführers. Vor dem Hintergrund der vorangegangenen
Ausführungen zur Beweiskraft von ärztlichen Berichten für Verfolgungsvor-
bringen sei der Arztbericht daher nicht geeignet, für sich genommen einen
nachträglichen Beweis für die angebliche Mitnahme und Misshandlung
durch das CID in Sri Lanka darzustellen. Das SEM habe zwar in seiner
Verfügung vom (...) September 2020 festgehalten, es könne nicht ausge-
schlossen werden, dass der Beschwerdeführer in Sri Lanka tatsächlich Ge-
walt erlitten habe. Die gleiche Feststellung habe auch das Bundesverwal-
tungsgericht in seinem Urteil vom 4. Dezember 2020 getätigt. Diese Fest-
stellungen des SEM und des Bundesverwaltungsgerichts lege der Be-
schwerdeführer nun im Wiedererwägungsgesuch als zusätzliche Bestäti-
gung für die Glaubhaftigkeit der geltend gemachten angeblichen Miss-
handlungen durch das CID in Sri Lanka aus. Dabei vernachlässige er je-
doch deren logische Implikation, nämlich dass auch andere Ursachen –
zum Beispiel ein Unfall – für den geltend gemachten (...) mit anschliessen-
dem Spitalaufenthalt und psychischen Spätfolgen nicht ausgeschlossen
werden könnten. Somit habe er weder im Rahmen des ersten Asylverfah-
rens noch mit dem Wiedererwägungsgesuch und den zusammen mit die-
sem eingereichten Beweismitteln glaubhaft zu machen vermocht, in Sri
Lanka einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung verbunden mit Miss-
handlungen und sexuellen Übergriffen ausgesetzt gewesen zu sein. Diese
Vorbringen genügten den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss
Art. 7 AsylG nicht. Sowohl das SEM wie auch das Bundesverwaltungsge-
richt seien aufgrund eingehender Prüfung des Asylgesuchs zum Schluss
gekommen, dass seine Verfolgungsvorbringen nicht glaubhaft seien und
nicht von einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung zum Zeitpunkt der
Ausreise aus Sri Lanka ausgegangen werden könne. Diese Einschätzung
habe er auch mit dem Wiedererwägungsgesuch nicht zu entkräften ver-
mocht. Bei seinen Ausführungen zu den Auslösern des (...) seines Vaters
handle es sich um Spekulationen, die keine Rückschlüsse auf die geltend
gemachte, angeblich flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgungslage in Sri
Lanka zuliessen und somit diesbezüglich keinen Beweiswert zu entfalten
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vermöchten. Vor diesem Hintergrund sei insgesamt nicht davon auszuge-
hen, dass er in Sri Lanka zum Zeitpunkt seiner Flucht einer flüchtlingsrecht-
lich relevanten Verfolgung ausgesetzt gewesen sei. Aus diesem Grund ver-
möge er auch aufgrund der aktuellen Aktenlage keine ausreichend begrün-
dete Furcht vor einer zukünftigen flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung
bei einer allfälligen Rückkehr nach Sri Lanka abzuleiten. Aus dem Arztbe-
richt gehe auch hervor, dass die Erlebnisse im Heimatland beim Beschwer-
deführer ein Trauma und psychische Leiden hervorgerufen hätten; er leide
nach wie vor schwer unter den im Heimatland erlittenen Traumatisierungen
und sei in seiner psychischen Gesundheit massiv und unumkehrbar beein-
trächtigt; eine Rückkehr nach Sri Lanka sei deshalb in psychologischer Hin-
sicht offensichtlich unmöglich, weshalb er als Flüchtling anzuerkennen sei
und ihm in der Schweiz Asyl gewährt werden müsse. Da es ihm aber – so
das SEM – wie einlässlich dargelegt, nicht gelungen sei, glaubhaft zu ma-
chen, in Sri Lanka einer mit Misshandlungen und sexuellen Übergriffen ver-
bundenen flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung durch die dortigen Be-
hörden oder Sicherheitskräfte ausgesetzt gewesen zu sein, könne er sich
auch nicht auf Art. 1 C Ziff. 5 Abs. 2 des Abkommens vom 28. Juli 1951
über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) berufen. Das
Gleiche gelte für den geltend gemachten Anspruch als Opfer von Folter-
handlungen auf eine Wiedergutmachung gemäss Art. 14 des Übereinkom-
mens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, un-
menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105).
Die Voraussetzungen für die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft
seien auch in dieser Hinsicht nicht gegeben. Folglich hielten seine Vorbrin-
gen einerseits den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7
AsylG nicht stand, andererseits seien sie flüchtlingsrechtlich nicht relevant
im Sinne von Art. 3 AsylG. Zusammenfassend lägen keine Gründe vor, wel-
che die Rechtskraft der Verfügung vom (...) September 2020 beseitigen
könnten.
4.6 In der Beschwerdeschrift wird im Wesentlichen unter sinngemässer
Wiederholung der Ausführungen im Wiedererwägungsgesuch an der
Glaubhaftigkeit und Asylrelevanz der Verfolgungsvorbringen festgehalten.
Laut dem Austrittsbericht vom (...) Mai 2021 sei der Beschwerdeführer
vom (...) Januar 2021 bis zum (...) Mai 2021 stationär in der Psychiatrie
des Spitals E._ behandelt worden. Er leide an einer Posttraumati-
schen Belastungsstörung (PTBS) mit Verdacht auf eine Persönlichkeitsver-
änderung nach Extrembelastung, einer mittelgradigen depressiven Epi-
sode sowie an einer psychischen und Verhaltensstörungen durch Alkohol.
In formeller Hinsicht verletze die angefochtene Verfügung den Anspruch
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Seite 9
auf rechtliches Gehör und die Pflicht zur vollständigen und richtigen Fest-
stellung und Würdigung des rechtserheblichen Sachverhalts.
5.
5.1 In der Beschwerde werden formelle Rügen erhoben, welche die vor-
instanzliche Verfügung als Ganzes betreffen und deswegen vorab zu be-
urteilen sind, da sie allenfalls geeignet sind, eine Kassation der vorinstanz-
lichen Verfügung zu bewirken.
5.2 Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV,
Art. 29 und Art. 32 Abs. 1 VwVG), welches alle Befugnisse umfasst, die ei-
ner Partei einzuräumen sind, damit sie ihren Standpunkt wirksam zur Gel-
tung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1; BVGE 2009/35 E. 6.4.1).
Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich zur Sache zu
äussern, erhebliche Beweismittel beizubringen und mit erheblichen Be-
weisanträgen gehört zu werden sowie Einsicht in die Akten zu nehmen. Mit
dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die Vorbringen
tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidung ange-
messen zu berücksichtigen. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass
die betroffene Person den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfech-
ten kann. Die Behörde muss die wesentlichen Überlegungen nennen, von
denen sie sich hat leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid stützt. Nicht
erforderlich ist hingegen, dass sich die Begründung mit allen Parteistand-
punkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen aus-
drücklich erwähnt oder widerlegt. Somit darf sich die Vorinstanz bei der
Begründung der Verfügung auf die für den Entscheid wesentlichen Ge-
sichtspunkte beschränken und ist nicht gehalten, sich ausdrücklich mit je-
der tatbeständlichen Behauptung auseinanderzusetzen (vgl. BGE 136 I
184 E. 2.2.1, 126 I 97 E. 2.b).
5.3 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes
wegen fest und bedient sich nötigenfalls der unter Buchstaben a–e aufge-
listeten Beweismittel. Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des
rechtserheblichen Sachverhalts in Verletzung der behördlichen Untersu-
chungspflicht bildet einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG).
Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher
und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch
gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Ent-
scheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl.
KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts-
pflege des Bundes, 3. Aufl., 2013, Rz. 1043).
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5.4 In der Beschwerde wird moniert, die Vorinstanz habe dem Arztbericht
vom (...) März 2021, ohne auf dessen Inhalt einzugehen und sich mit den
darin enthaltenen Schlussfolgerungen auseinanderzusetzen, mit der Be-
gründung, dieser beruhe einzig auf den Aussagen des Beschwerdeführers,
jeglichen Beweiswert abgesprochen und damit das rechtliche Gehör ver-
letzt. Der Beschwerdeführer sei in seinem Heimatland massiv gefoltert wor-
den und die psychischen Erkrankungen seien auf die Erlebnisse im Hei-
matland zurückzuführen. Bei Zweifeln an den Aussagen der Ärzte wäre die
Vorinstanz aufgrund des Untersuchungsgrundsatzes verpflichtet gewesen,
die Erstellung eines Gutachtens nach dem Istanbul-Protokoll zu veranlas-
sen oder zumindest – wie im Wiedererwägungsgesuch beantragt worden
sei – nähere Auskünfte bei den behandelnden Ärzten einzuholen. Für den
Fall, dass das Bundesverwaltungsgericht die Zweifel der Vorinstanz an der
Folteropferqualität des Beschwerdeführers teile, wird die Erstellung eines
solchen Gutachtens durch die behandelnde Psychotherapeutin beantragt.
5.5 Bezüglich der erhobenen formellen Rügen ist vorweg festzuhalten,
dass der medizinische Sachverhalt vorliegend als vollständig erstellt erach-
tet werden kann. Auch werden die im Austrittsbericht vom (...) Mai 2021
diagnostizierte PTBS sowie die weiteren darin enthaltenen Diagnosen vom
Gericht nicht in Zweifel gezogen. Indes bildet die Diagnose einer PTBS für
sich allein keinen Beweis für eine behauptete Misshandlung (vgl. BVGE
2015/11 E. 7.2.1 und 7.2.2). Die auf klinischer Beobachtung beruhende
Einschätzung eines Facharztes in Bezug auf die Plausibilität von Vor-
kommnissen oder Ereignissen, die als Ursache für die diagnostizierte
PTBS in Betracht fallen, kann jedoch ein Indiz bilden, welches bei der Be-
urteilung der Glaubhaftigkeit von Verfolgungsvorbringen im Rahmen der
Beweiswürdigung – welche als solche Aufgabe des Gerichtes ist – zu be-
rücksichtigen ist (vgl. BVGE 2015/11 E. 7.2.2; 2007/31 E. 5.1). Das SEM
hat in der angefochtenen Verfügung die Frage der Glaubhaftigkeit auch
unter Berücksichtigung des mit dem Wiedererwägungsgesuch eingereich-
ten Arztberichts vom (...) März 2021 vorgenommen, welcher auf denselben
Aussagen des Beschwerdeführers wie der Austrittsbericht vom (...) Mai
2021 basiert und dessen Diagnosen teilweise identisch sind, wobei darin
bezüglich PTBS lediglich ein Verdacht geäussert worden war. Die in den
beiden Berichten gestellten Diagnosen beruhen somit allein auf einer sinn-
gemässen Wiederholung der gesuchsbegründenden Verfolgungsvorbrin-
gen durch den Beschwerdeführer, welche im vorangegangen ordentlichen
Asylverfahren sowohl vom SEM als auch von der Beschwerdeinstanz als
nicht glaubhaft eingeschätzt worden sind. Wie beide Instanzen festhielten,
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kann vorliegend nicht ausgeschlossen werden, dass der Beschwerdefüh-
rer im Heimatland Gewalt und dabei einen Bruch des (...) erlitten hat. Auf-
grund seiner im ordentlichen Asylverfahren gemachten widersprüchlichen,
unsubstanziierten und teils unplausiblen Angaben zu seinem Freund
C._ und dessen Verbindungen zu den LTTE, zu seinen eigenen Hil-
feleistungen für die LTTE, zur Mitnahme und Folterung durch Angehörige
des CID oder zum Verschwinden seines (...) ist indessen davon auszuge-
hen, dass sich die geltend gemachte erlittene Gewalt – sollte sie tatsächlich
stattgefunden haben – unter anderen als den von ihm anlässlich seiner
Befragungen geltend gemachten Umständen zugetragen hat. Bei dieser
Sachlage können die ärztlichen Befunde nicht als ausschlaggebendes In-
diz für die Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers gewertet
werden. Mithin vermag der Beschwerdeführer nicht darzutun, inwiefern die
Vorinstanz mit ihrer Einschätzung des Beweiswerts des Arztberichts vom
(...) März 2021 seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt hätte.
Nachdem der Sachverhalt (auch) in medizinischer Hinsicht vollständig und
richtig erstellt ist, erweist sich zudem die Rüge der Verletzung der Untersu-
chungspflicht als unbegründet. Schliesslich wird die fachliche Kompetenz
der Personen, welche die beiden ärztlichen Berichte erstellt haben, vom
Gericht nicht in Zweifel gezogen, weshalb der erwähnte Beweisantrag auf
Erstellung eines Gutachtens abgewiesen wird. Mithin wird der Subeventu-
alantrag auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur vollständigen
und richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie zur
Neubeurteilung hinsichtlich der Fragen der Flüchtlingseigenschaft und der
Asylgewährung abgewiesen.
6.
6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum
Schluss, dass die Vorinstanz das Wiedererwägungsgesuch hinsichtlich der
Fragen der Flüchtlingseigenschaft und der Asylgewährung zu Recht abge-
wiesen hat. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann vollumfänglich auf
die in Erwägung 5.5 oben wiedergegebenen Ausführungen (insbesondere
BVGE 2015/11) sowie diejenigen in der angefochtenen Verfügung verwie-
sen werden. Die Entgegnungen in der Beschwerdeschrift und die darin an-
gerufenen Beweismittel vermögen zu keiner anderen Betrachtungsweise
zu führen und sind nicht geeignet, zu einer Anpassung der Verfügung des
SEM vom 16. September 2020 zu führen. Diesbezüglich hat das SEM das
Wiedererwägungsgesuch vom 12. April 2021 in zutreffendem Umfang ge-
prüft und zu Recht abgelehnt. Die Beschwerde ist in diesem Umfang abzu-
weisen.
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Seite 12
6.2 Soweit der Beschwerdeführer im Wiedererwägungsgesuch geltend
machte und in der Beschwerdeschrift bekräftigt, sein psychischer Gesund-
heitszustand habe sich seit Abschluss des ordentlichen Verfahrens ver-
schlechtert, er leide an einer schweren Krankheit und gemäss den einge-
reichten Arztberichten sei eine psychotherapeutische Weiterbehandlung
dringend indiziert, weshalb der Vollzug der Wegweisung unzulässig bezie-
hungsweise unzumutbar und wiedererwägungsweise von Amtes wegen
die vorläufige Aufnahme anzuordnen sei, wurde dieses Eventualbegehren
von der Vorinstanz nicht behandelt. Es scheint übersehen worden zu sein.
Indes bilden diese Fragen Prozessgegenstand. Diesbezüglich hat das
SEM weder den rechtserheblichen Sachverhalt festgestellt noch ist es sei-
ner Begründungspflicht nachgekommen, was eine Verletzung des Gehörs-
anspruchs darstellt. Dieser Mangel ist vom Gericht von Amtes wegen fest-
zustellen.
Mithin ist festzuhalten, dass das SEM den entscheidwesentlichen Sachver-
halt hinsichtlich der Frage des Wegweisungsvollzugs in Missachtung der
behördlichen Untersuchungspflicht nicht abgeklärt beziehungsweise fest-
gestellt und durch die fehlende Behandlung des Eventualbegehrens den
Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt hat. Eine
Heilung dieser erheblichen Verfahrensmängel im Beschwerdeverfahren
kommt allein wegen der damit verbundenen Verkürzung des Instanzenzu-
ges nicht in Frage.
7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich insgesamt, dass die Beschwerde hin-
sichtlich der Frage des Vollzugs der Wegweisung gutzuheissen ist. Mithin
ist die Verfügung des SEM vom 13. Mai 2021 in diesem Umfang aufzuhe-
ben. In Bezug auf die Fragen der Flüchtlingseigenschaft und der Asylge-
währung ist die Beschwerde abzuweisen und die angefochtene Verfügung
zu bestätigen. Die Beschwerde ist folglich teilweise gutzuheissen und die
Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, welche im Kontext der Frage des
Wegweisungsvollzugs über den noch nicht behandelten Eventualantrag
auf Anordnung der vorläufigen Aufnahme zu befinden hat.
8.
Aufgrund des direkten Entscheides in der Hauptsache wird der verfahrens-
rechtliche Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung gegen-
standslos.
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Seite 13
9.
9.1 Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses
(Art. 63 Abs. 4 VwVG) ist mit vorliegendem Direktentscheid gegenstands-
los geworden.
9.2 Der Beschwerdeführer ersuchte für das Beschwerdeverfahren um Ge-
währung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung.
9.2.1 Gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG wird eine Partei, die nicht über die er-
forderlichen Mittel verfügt, auf Antrag hin von der Bezahlung der Verfah-
renskosten befreit, wenn ihr Begehren im Zeitpunkt der Gesuchseinrei-
chung nicht aussichtslos erscheint. Nicht über die erforderlichen Mittel ver-
fügt, wer ohne Beeinträchtigung des notwendigen Lebensunterhaltes die
Prozesskosten nicht zu bestreiten vermag. Aussichtslos ist eine
Beschwerde, wenn die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die
Verlustgefahren und deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden kön-
nen (vgl. BGE 139 III 475).
Die vorliegende Beschwerde erwies sich im Zeitpunkt der Gesuchseinrei-
chung in Bezug auf die Frage der Flüchtlingseigenschaft und Asylgewäh-
rung als aussichtslos, weshalb die Voraussetzungen für die Gewährung
der unentgeltlichen Prozessführung in diesem Umfang nicht erfüllt sind. Im
Übrigen wird das Gesuch zufolge Obsiegens gegenstandslos.
9.2.2 Hinsichtlich des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung ist festzustellen, dass im Rahmen von Wiedererwä-
gungsverfahren unter den in Art. 65 Abs. 1 VwVG umschriebenen Voraus-
setzungen eine unentgeltliche Rechtsbeiständin oder ein unentgeltlicher
Rechtsbeistand bestellt wird, wenn es zur Wahrung der Rechte der Partei
notwendig ist (Art. 102m Abs. 2 AsylG i.V.m. 65 Abs. 2 VwVG). Ausschlag-
gebend ist dabei das Kriterium, ob die Beschwerde führende Partei zur
Wahrung ihrer Rechte notwendigerweise der professionellen juristischen
Hilfe eines Anwaltes bedarf (vgl. dazu BGE 128 I 225 E. 2.5.2 S. 232 f.;
122 I 49 E. 2c S. 51 ff.; 120 Ia 43 E. 2a S. 44 ff.). In Verfahren, welche –
wie das vorliegende – vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht sind, sind
strenge Massstäbe an die Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung
anzusetzen (vgl. EMARK 2000 Nr. 6 sowie BGE 122 I 8 E. 2c S. 10). Im
asylrechtlichen Beschwerdeverfahren sind besondere Rechtskenntnisse
zur wirksamen Beschwerdeführung im Regelfall nicht unbedingt erforder-
lich. Aus diesen Gründen wird die unentgeltliche Verbeiständung im Sinne
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von Art. 65 Abs. 2 VwVG praxisgemäss nur in den besonderen Fällen ge-
währt, in welchen in rechtlicher oder tatsächlicher Hinsicht erhöhte Schwie-
rigkeiten bestehen.
Das vorliegende Verfahren erscheint weder in tatsächlicher noch in recht-
licher Hinsicht besonders komplex, weshalb das Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG abzuweisen ist.
10.
10.1 Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens – der praxisgemäss als
hälftiges Obsiegen und hälftiges Unterliegen einzustufen ist – sind dem
Beschwerdeführer reduzierte Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63
VwVG). Diese sind auf insgesamt Fr. 375.– festzusetzen (Art. 1‒3 des
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
10.2 Soweit der Beschwerdeführer obsiegt, hat er Anspruch auf eine Par-
teientschädigung für die ihm erwachsenen notwendigen Kosten, die vom
SEM auszurichten ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 und 4 VGKE).
Angesichts des hälftigen Obsiegens ist die Parteientschädigung indessen
zu reduzieren.
Es wurde keine Kostennote zu den Akten gereicht, weshalb die notwendi-
gen Parteikosten aufgrund der Akten zu bestimmen sind (Art. 14 Abs. 2 in
fine VGKE). Die von der Vorinstanz auszurichtende Parteientschädigung
wird in Anwendung der genannten Bestimmungen und unter Berücksichti-
gung der massgeblichen Bemessungsfaktoren demnach von Amtes wegen
auf insgesamt Fr. 700.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag) fest-
gelegt.
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