Decision ID: ccb1e50c-807b-45f2-b19c-a75d8be15a1a
Year: 2005
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X.Y. erwarb den Führerausweis für Personenwagen am 21. April 1977 und jenen für
Lastwagen am 1. März 1995. In den Jahren 1989 und 1991 musste ihm der
Führerausweis wegen Führens eines Motorfahrzeugs in angetrunkenem Zustand,
einmal in Kombination mit einer Geschwindigkeitsüberschreitung, für 7 bzw. 18 Monate
entzogen werden. In den Jahren 1999 und 2000 beging er zwei
Geschwindigkeitsüberschreitungen sowie einen anderen Fahrfehler, der zu einer
Kollision führte. Dafür wurde ihm der Führerausweis für die Dauer von zwei Monaten
entzogen. Einen weiteren einmonatigen Führerausweisentzug zog ein unzulässiges
Überholmanöver mit Unfall im Jahr 2000 nach sich.
B.- Am 2. Januar 2003 lenkte X.Y. in S. einen Personenwagen mit einer minimalen
Blutalkoholkonzentration von 1,33 Gew.-o/oo. Aufgrund dieser erneuten
Trunkenheitsfahrt leitete das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St.
Gallen, Abteilung Personenzulassung (im Folgenden: StVA), ein Verfahren zur
Abklärung der Fahreignung ein. X.Y. wurde sowohl verkehrsmedizinisch als auch
verkehrspsychologisch untersucht. In der Schlussbeurteilung kam der
Verkehrsmediziner zum Schluss, bei X.Y. liege nebst einem Leistungsdefizit für höhere
Führerausweiskategorien eine strassenverkehrsrechtlich relevante Alkoholproblematik
vor, welche im Wesentlichen durch eine charakterliche Störung beeinflusst werde. Die
Fahreignung könne daher nicht befürwortet werden. Vor einer Neubeurteilung werde
eine längere ärztlich kontrollierte und psychotherapeutisch betreute Alkoholabstinenz
empfohlen.
Gestützt auf die erwähnten Begutachtungen entzog das StVA X.Y. mit Verfügung vom
8. Juli 2003 den Führerausweis aller Kategorien in Anwendung von Art. 14 Abs. 2 lit. c
in Verbindung mit Art. 16 Abs. 1 SVG wegen Vorliegens einer Alkoholabhängigkeit,
welche im Wesentlichen durch eine charakterliche Störung beeinflusst werde, auf
unbestimmte Zeit, mindestens für die Dauer von zwölf Monaten, mit Wirkung ab 2.
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Januar 2003. Es hielt fest, dass eine Wiederzulassung als Motorfahrzeuglenker erst in
Frage komme, sofern über die Fahreignung keine Bedenken mehr bestünden. Das
heisse, dass nachgewiesenermassen eine mindestens zwölfmonatige, strikt
kontrollierte und psychotherapeutisch betreute (mindestens zehn bis zwölf
Gesprächsstunden) Alkoholabstinenz nachzuweisen sei. Eine verkehrspsychologische
und verkehrsmedizinische Begutachtung blieb vorbehalten. Diese Verfügung erwuchs
unangefochten in Rechtskraft.
C.- Mit Einreichung der Berichte der Suchtberatungsstelle A. vom 14. April 2004 und
des Psychotherapeuten Dr.phil. C.D. vom 22. März 2004 beantragte X.Y. beim StVA die
Wiedererteilung des Führerausweises. In der Folge wurde der Betroffene vom StVA zu
einer verkehrspsychologischen Untersuchung aufgeboten, welche am 18. Juni 2004
durchgeführt wurde. In seinem Gutachten vom 15. Juli 2004 kam Dr.phil. M.K. zum
Schluss, dass die Leistungsfähigkeit für den Führerausweis der Kategorie C derzeit
nicht gegeben sei, für die Kategorie B jedoch genüge. Aus verkehrspsychologischer
Sicht sei die Verhaltensänderung eingeleitet, jedoch noch nicht ganz vollzogen und
nicht ganz stabil. Er empfehle daher zur Zeit die Fahreignung für Personenwagen mit
der Auflage der ärztlich kontrollierten Alkoholabstinenz. Die Fahreignung für den
Lastwagen sei mangels genügender Leistungsfähigkeit zur Zeit noch nicht gegeben.
Nach einer einjährigen Bewährung mit dem Personenwagen könne diesbezüglich eine
Kurzkontrolle erfolgen. Als Option müsse auch eine praktische Kontrollfahrt offen
gehalten werden.
Mit Verfügung vom 7. September 2004 hiess das StVA das Gesuch von X.Y. um
Wiedererteilung des Führerausweises teilweise gut und nahm eine Wiedererteilung des
Führerausweises der Kategorie B unter der Auflage der weiterzuführenden
kontrollierten und betreuten Alkoholabstinenz vor. Zur Begründung wurde vorgebracht,
dass die Fahreignung im Moment lediglich für die dritte medizinische Gruppe
(Führerausweis-Kategorien A und B, Führerausweis-Unterkategorien A1 und B1,
Spezialkategorien F, G und M) bejaht werden könne, während für die zweite
medizinische Gruppe (Führerausweis-Kategorie C, Führerausweis-Unterkategorien C1
und D1) in einem Jahr eine erneute Kontrolle stattfinden könne.
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D.- Gegen diese Verfügung erhob X.Y. mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 22.
September 2004 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, die
angefochtene Verfügung vom 7. September 2004 sei aufzuheben und dem Rekurrenten
der Führerausweis der Kategorien B und C umgehend wieder zu erteilen. Eventualiter
sei die Wiedererteilung mit der Auflage einer kontrollierten Alkoholabstinenz für eine
bestimmte Dauer fortzuführen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Mit Vermerk
vom 21. Oktober 2004 verzichtete die Vorinstanz auf die Einreichung einer
Vernehmlassung.
Im Verlauf des Rekursverfahrens wurden noch zusätzliche Unterlagen eingeholt (act.
12/1 und 2), die den Parteien zur Kenntnis gebracht wurden.
Auf die weiteren vom Rekurrenten zur Begründung seiner Anträge gemachten

Ausführungen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 22. September 2004 ist rechtzeitig
eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 24 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt:
SVG; Art. 41 lit. e, 45, 47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS
951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Am 1. Januar 2005 ist die Änderung des Strassenverkehrsgesetzes vom 14.
Dezember 2001 in Kraft getreten, mit der insbesondere die Bestimmungen im Bereich
der Administrativmassnahmen revidiert wurden. Der der umstrittenen Wiedererteilung
zugrunde liegende Sicherungsentzug wurde jedoch nach den bis zum 31. Dezember
2004 geltenden Vorschriften beurteilt (AS 1959 S. 679, abgekürzt: aSVG). Insofern, als
dieser Sicherungsentzug nachfolgend nochmals überprüft wird, gelangen daher jene
Bestimmungen zur Anwendung.
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3.- Bestehen Zweifel an der körperlichen oder psychischen Fahreignung eines Führers,
sind medizinische, psychologische oder psychiatrische Abklärungen vorzunehmen (Art.
11b Abs. 1 lit. a und b der Verordnung über die Zulassung von Personen und
Fahrzeugen zum Strassenverkehr, SR 741.51, abgekürzt: VZV). Wird dabei festgestellt,
dass die gesetzlichen Voraussetzungen für die Erteilung nicht oder nicht mehr
bestehen, muss der Führerausweis entzogen werden (Art. 16 Abs. 1 aSVG). In diesen
Fällen dient der Entzug des Ausweises der Sicherung des Verkehrs vor ungeeigneten
Fahrzeugführern (Sicherungsentzug). Der Entzug wird grundsätzlich auf unbestimmte
Zeit ausgesprochen (Art. 33 Abs. 1 der Verordnung über die Zulassung von Personen
und Fahrzeugen zum Strassenverkehr in der bis zum 31. Dezember 2004 geltenden
Fassung vom 27. Oktober 1976, AS 1976 S. 2423, abgekürzt: aVZV). Der Entzug des
Führerausweises für eine bestimmte Kategorie hat den Entzug des Ausweises für alle
Motorfahrzeugkategorien zur Folge. Dies gilt nicht, wenn der Führerausweis aus
medizinischen Gründen nur für eine bestimmte Kategorie entzogen werden muss (Art.
34 Abs. 1 aVZV).
a) aa) Gemäss Art. 16 Abs. 1 aSVG in Verbindung mit Art. 14 Abs. 2 lit. c aSVG ist der
Führerausweis zu entziehen, wenn der Führer dem Trunke ergeben ist. Der Begriff der
Trunksucht oder der Alkoholabhängigkeit im Sinn des Strassenverkehrsgesetzes ist
nicht identisch mit demjenigen im medizinischen oder gesellschaftlichen Sinn. Als
trunksüchtig im Sinn von Art. 14 Abs. 2 lit. c aSVG gilt nicht nur derjenige
Motorfahrzeuglenker, der in medizinischer Hinsicht alkoholsüchtig ist, sondern jeder,
der zwar nicht regelmässig, aber doch gewohnheitsmässig zu viel Alkohol trinkt und
der sich von dieser Gewohnheit aus eigener Willenskraft nicht lösen kann (BGE 104 Ib
46 E. 3a). Bei solchen Führern ist die Fahrfähigkeit regelmässig vermindert, so dass
eine dauernde erhöhte Gefahr des Fahrens in angetrunkenem Zustand besteht. Art. 14
Abs. 2 lit. c aSVG geht von einem mehr oder weniger lang dauernden, als Sucht zu
bezeichnenden Zustand aus, welcher die Gefahr schafft, dass der davon Befallene die
Sicherheit des Strassenverkehrs beeinträchtigt, wenn er ein Fahrzeug führt. Dabei ist
nicht erforderlich, dass der Süchtige gerade im Zeitpunkt, da über die Erteilung oder
den Entzug des Führerausweises entschieden wird, fahrunfähig ist; massgebend ist die
poten-zielle Gefahr. Immerhin genügt die blosse Möglichkeit einer späteren
Gefährdung nicht. Die Trunksucht muss derart sein, dass der Befallene mehr als jede
andere Person der Gefahr ausgesetzt ist, sich ans Steuer eines Fahrzeugs in einem -
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dauernden oder zeitweili-gen - Zustand zu setzen, der das sichere Führen nicht mehr
gewährleistet (BGE 105 Ib 385 E. 1b = Pra 69 Nr. 242).
bb) Gemäss Art. 16 Abs. 1 aSVG in Verbindung mit Art. 14 Abs. 2 lit. d aSVG ist der
Führerausweis zu entziehen, wenn der Führer nach seinem bisherigen Verhalten nicht
Gewähr bietet, dass er als Motorfahrzeugführer die Vorschriften beachten und auf die
Mitmenschen Rücksicht nehmen würde. Da jede Enumeration von Gründen, die zur
Ungeeignetheit führen, nur beispielhaften Charakter hat, bildet Art. 14 Abs. 2 lit. d
aSVG, der üblicherweise mit "charakterlicher Ungeeignetheit" umschrieben wird,
inhaltlich ein Sammelbecken für all jene Ungeeignetheitstatbestände, die nicht
besonders aufgelistet oder anderweitig abgedeckt sind (R. Schaffhauser, Grundriss des
schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Bd. III: Die Administrativmassnahmen, Bern
1995, N 2128). Im Gesetz kommt dies in Art. 17 Abs. 1bis aSVG zum Ausdruck,
wonach der Führer- oder Lernfahrausweis auf unbestimmte Zeit zu entziehen ist, wenn
der Führer wegen Trunksucht oder anderen Suchterkrankungen, aus charakterlichen
oder anderen Gründen nicht geeignet ist, ein Motorfahrzeug zu führen. Der Begriff der
charakterlichen Ungeeignetheit ist deshalb sehr weit gefasst und beinhaltet sämtliche
verkehrssicherheitsrelevanten Auffälligkeiten im Verhalten oder in der Persönlichkeit
des Fahrzeugführers.
Im Bereich der Merkmale, die bewirken, dass der Betreffende nicht Gewähr für
Verkehrsregelkonformität bietet oder sonst unfähig ist, finden sich auch nicht im Sinn
des traditionellen medizinischen Krankheitsbegriffs krankhafte, in seiner pragmatischen
Erweiterung aber doch krankheitswertige Störungen, die jedoch nicht unter die
medizinischen Gründe subsumiert werden können (R. Schaffhauser, Zur Entwicklung
von Recht und Praxis des Sicherungsentzugs von Führerausweisen, in: AJP 1992 S. 17
ff., insbesondere S. 30). Die Auffangklausel von Art. 14 Abs. 2 lit. d aSVG hat daher
auch die Funktion, medizinisch indizierte Ausschlussgründe, die sich nicht auf ein
bestimmtes Krankheitsbild zurückführen lassen, abzudecken. Dabei genügt der
Nachweis der objektiven Tatsache der Fahrunfähigkeit, auch wenn deren Ursache nicht
nachgewiesen werden kann (Schaffhauser, Sicherungsentzug, a.a.O., S. 32).
cc) Wie bereits erwähnt, wird der Führer- bzw. Lernfahrausweis gemäss Art. 17 Abs.
1bis aSVG auf unbestimmte Zeit entzogen, wenn der Führer wegen Trunksucht oder
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anderer Suchtkrankheiten, aus charakterlichen oder anderen Gründen nicht geeignet
ist, ein Motorfahrzeug zu führen. Mit dem Entzug wird eine Probezeit von mindestens
einem Jahr verbunden. Beim Entzug aus medizinischen Gründen entfällt die Probezeit
(Art. 17 Abs. 1bis aSVG). Die Probezeit stellt somit eine Sperrfrist dar, vor deren Ablauf
der Führerausweis nicht wiedererteilt werden darf (vgl. unveröffentlichter BGE vom 27.
September 1994 in Sachen D.M., S. 4; auch Schaffhauser, Sicherungsentzug, a.a.O.,
S. 41 f.; BBl 1986 III 222 f.).
Gemäss Art. 10 Abs. 3 Satz 2 aSVG können Ausweise aus besonderen Gründen
befristet, beschränkt oder mit Auflagen verbunden werden. Aus der systematischen
Stellung und dem Randtitel von Art. 10 aSVG ist zu schliessen, dass Führerausweise
nicht nur anlässlich deren Erteilung, sondern grundsätzlich auch später mit Auflagen
verbunden werden dürfen. Art. 10 Abs. 3 Satz 2 aSVG setzt für die Verbindung von
Führerausweisen mit Auflagen lediglich besondere Gründe voraus, umschreibt aber die
möglichen Inhalte von Auflagen nicht. Als Auflagen oder Bedingungen erscheinen auch
jene Nebenbestimmungen der Entzugsverfügung als zulässig, die dem Betroffenen
Verpflichtungen auferlegen, die er während der Entzugsdauer zu beachten hat oder
welche die Voraussetzungen umschreiben, die erfüllt sein müssen, damit der
Führerausweis wieder erteilt wird (Schaffhauser, Grundriss, a.a.O., N 2209). Wird der
Führerausweis aus medizinischen Gründen entzogen, finden sich in aller Regel in der
Entzugsverfügung keine anderen Bedingungen als jene, dass der Ausweis wieder erteilt
werde, wenn ein entsprechendes ärztliches Gutachten die Wiederherstellung der
Eignung bescheinige. Liegt die Diagnose Sucht vor, ist der Nachweis zu führen, dass
keine Abhängigkeit mehr besteht. Im Fall der Alkoholabhängigkeit hat die
Rechtsprechung seit langem betont, in aller Regel könne der Nachweis, dass die
Abhängigkeit überwunden sei und eine günstige Prognose gestellt werden könne, nur
durch eine mindestens einjährige Totalabstinenz erbracht werden. Als Voraussetzung
der Wiederzulassung wird daher oft ein ärztliches Gutachten, das über den Stand der
Heilung Auskunft gibt, verlangt. Bei einem Entzug aus charakterlichen und anderen
Gründen lässt sich angesichts der unterschiedlichen Gründe, die zu einem Entzug nach
Art. 14 Abs. 2 lit. d aSVG führen, wenig Allgemeingültiges über die Auflagen und
Bedingungen sagen. Die Standardbedingung für eine Wiederzulassung als
Motorfahrzeugführer besteht in einem günstig lautenden Bericht eines Psychologen
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oder Psychiaters und/oder Mediziners (vgl. zum Ganzen Schaffhauser, Grundriss,
a.a.O., N 2211, 2214 ff. und 2218).
b) In der vorliegenden Streitsache entzog die Vorinstanz dem Rekurrenten mit
Verfügung vom 8. Juli 2003 den Führerausweis (sämtliche medizinische Gruppen) in
Anwendung von Art. 14 Abs. 2 lit. c in Verbindung mit Art. 16 Abs. 1 aSVG wegen
Alkoholabhängigkeit auf unbestimmte Zeit, mindestens für die Dauer von zwölf
Monaten, mit Wirkung ab 2. Januar 2003. In der Begründung stützte sich die
Vorinstanz auf das verkehrsmedizinische und das verkehrspsychologische Gutachten
sowie das Schlussgutachten des Instituts für Rechtsmedizin vom 11. Juni 2003, worin
die Fahreignung wegen einer strassenverkehrsrechtlich relevanten Alkoholproblematik,
die im Wesentlichen durch eine charakterliche Störung beeinflusst werde, nicht
befürwortet wurde. Ferner wurde in der Verfügung festgehalten, dass eine
Wiederzulassung erst in Frage komme, sofern über die Fahreignung keine Bedenken
mehr bestehen würden. Für diesen Nachweis müsse der Rekurrent eine mindestens
zwölfmonatige, ärztlich kontrollierte und fachlich betreute Alkoholabstinenz gemäss
Merkblatt einhalten. Zudem sei die Abstinenz während zehn bis zwölf Stunden
psychotherapeutisch zu betreuen. Obschon diese Verfügung unangefochten in
Rechtskraft erwuchs, spielt es für das Vorliegen der Voraussetzungen für die
Wiedererteilung eine Rolle, aus welchem Grund, unter welchem Rechtstitel und mit
welchen Auflagen für die Wiedererteilung der Führerausweis überhaupt entzogen
worden ist. Deshalb ist die Entzugsverfügung trotz Rechtskraft an dieser Stelle zu
überprüfen.
Der erwähnten Entzugsverfügung gingen zwei Gutachten sowie eine
Schlussbeurteilung voraus. Zuerst wurde der Rekurrent vom Verkehrsmediziner
untersucht. In seinem Gutachten vom 17. März 2003 kam dieser zum Schluss, dass
beim Rekurrenten von einer erheblichen verkehrsrelevanten Alkoholproblematik mit der
Unfähigkeit, Trinken und Fahren trennen zu können, auszugehen sei. Aus
verkehrsmedizinischer Sicht müsse die Wahrscheinlichkeit, dass der Rekurrent erneut
in fahrunfähigem Zustand angetroffen werden könnte, als entsprechend hoch
eingestuft werden. Unabhängig von der medizinischen Diagnose einer
Alkoholabhängigkeitsproblematik oder eines Alkoholmissbrauchs sei somit von einer
strassenverkehrsrechtlich relevanten Alkoholproblematik auszugehen. Bei der
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Beurteilung müsse aber auch die gesamthaft als sehr auffällig zu bezeichnende
automobilistische Vorgeschichte mit wiederholten Unfällen und
Geschwindigkeitsübertretungen sowie externen Schuldzuweisungen berücksichtigt
werden. Dies werfe die Frage nach der charakterlichen Eignung als
Motorfahrzeuglenker auf. Vor einer abschliessenden Beurteilung der Fahreignung solle
daher eine entsprechende verkehrspsychologische Beurteilung angeordnet werden.
Das daraufhin erstellte verkehrspsychologische Gutachten vom 28. Mai 2003 hielt im
Bezug auf die Leistungsuntersuchung fest, dass die Fahreignung allein auf die
Leistungsparameter abgestützt nur für die dritte medizinische Gruppe knapp genügend
sei. Für die höhere Kategorie C sei das Leistungsprofil leicht bis mittelstark
beeinträchtigt. Sowohl das auffällige Verhalten im Leistungsbereich als auch das
eigensinnige Verhalten des Rekurrenten würden auf eine unstabile charakterliche
Situation hinweisen. Es müsse daher mit hoher Wahrscheinlichkeit angenommen
werden, dass der Rekurrent künftig erneut gegen das Strassenverkehrsgesetz auffällig
werde und zu wenig Gewähr für eine konsequente Trennung von Fahren und Trinken
biete. Die Fahreignung sei daher zur Zeit für alle Kategorien nicht gegeben. Für die
Wiedererteilung wurde eine psychologische Beratung im Rahmen von zehn bis zwölf
Stunden empfohlen. Im Zentrum stehe dabei die Aufarbeitung der Vergangenheit
bezüglich den Verstössen im Strassenverkehr. Bei einer Neubeurteilung müsse
unbedingt die Leistungssituation neu überprüft werden.
In der Schlussbeurteilung des Verkehrsmediziners vom 11. Juni 2003 wurde die
Fahreignung des Rekurrenten wegen einer strassenverkehrsrechtlich relevanten
Alkoholproblematik, welche im Wesentlichen durch eine charakterliche Störung
beeinflusst werde, nicht befürwortet. Vor einer Neubeurteilung sei der Nachweis einer
längeren ärztlich kontrollierten und psychotherapeutisch betreuten (mindestens zehn
bis zwölf Stunden) Alkoholabstinenz zu fordern.
c) Nachdem eine Alkoholabhängigkeit im Sinn des Strassenverkehrsrechts bereits dann
besteht, wenn der Befallene mehr als jede andere Person der Gefahr ausgesetzt ist,
sich ans Steuer eines Fahrzeugs in einem - dauernden oder zeitweiligen -
alkoholisierten Zustand zu setzen, der das sichere Führen nicht mehr gewährleistet,
bestand beim Rekurrenten im Zeitpunkt des Erlasses der Entzugsverfügung vom 8. Juli
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2003 zweifellos eine solche psychische Alkoholabhängigkeit. Diese wurde sowohl
durch das erwähnte verkehrsmedizinische Gutachten als auch das
verkehrspsychologische Gutachten hinreichend belegt, indem festgehalten wurde, es
bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Rekurrent erneut mit Alkohol im
Strassenverkehr auffällig werde. Im verkehrspsychologischen Gutachten war zudem
von einem eigensinnigen Verhalten des Rekurrenten die Rede, das auf eine unstabile
charakterliche Situation hinweise. Mehrheitlich wurden diese charakterlichen
Auffälligkeiten jedoch auf die Problematik des Trennens von Alkohol und Fahren
bezogen. Aus dem Gutachten ging daher nicht zweifelsfrei hervor, ob der Rekurrent
abgesehen davon in charakterlicher Hinsicht nicht fahrgeeignet war. Sofern nämlich die
Alkoholproblematik im Vordergrund steht, ist der Sicherungsentzug in Anwendung des
Spezialtatbestands der Alkoholabhängigkeit nach Art. 14 Abs. 2 lit. c aSVG
auszusprechen. In diesem Sinn wurde auch die Schlussbeurteilung verfasst, die von
einer strassenverkehrsrechtlich relevanten Alkoholproblematik ausgeht. Dieses
Ergebnis hat die Vorinstanz in ihrer Verfügung vom 8. Juli 2003 übernommen, den
Sicherungsentzug richtigerweise gestützt auf Art. 14 Abs. 2 lit. c aSVG ausgesprochen
und die entsprechenden Bedingungen (Nachweis einer mindestens zwölfmonatigen
kontrollierten und betreuten Alkoholabstinenz) für eine Wiedererteilung verfügt.
d) Bei der verkehrspsychologischen Beurteilung hatte sich im Rahmen der
durchgeführten Leistungsfähigkeitsprüfung allerdings zusätzlich herausgestellt, dass
beim Rekurrenten in den Bereichen Verarbeitungstempo, Verfolgen optisch komplex
strukturierter Wege, flexible visuelle Orientierung, Merkfähigkeit, Wachsamkeit für
rechtzeitige Entscheidungen bei Verzweigungen, zuverlässiges Erkennen der Signale
sowie Reaktionszeit am Fahrsimulator bei der peripheren Wahrnehmung grössere
Schwierigkeiten auftraten. Mittelstarke Probleme bereitete dem Rekurrenten die
Impulskontrolle am Fahrsimulator und die Gesamtleistung für die geteilte
Aufmerksamkeit. Aufgrund dieser Ergebnisse kam der Verkehrspsychologe zum
Schluss, dass die Fahreignung von der Leistung her nur für die Kategorie B knapp
genügend und für die höhere Kategorie C nicht gegeben sei. Auch in der
Schlussbeurteilung des Verkehrsmediziners wurde nochmals erwähnt, dass beim
Rekurrenten Leistungsdefizite beständen, welche die Fahreignung für höhere
Kategorien ausschliessen würden.
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Die mangelnde Leistungsfähigkeit stellt eine Ungeeignetheit aus anderen Gründen im
Sinne von Art. 14 Abs. 2 lit. d aSVG dar. Können deren Ursachen nicht einer
bestimmten Krankheit zugeordnet werden, kommt die medizinische Ungeeignetheit
nach Art. 14 Abs. 2 lit. b aSVG dafür nicht in Frage. Bei der vom Gutachter
durchgeführten Leistungsprüfung handelt es sich um eine Reihe allgemein anerkannter,
standardisierter, spezifisch zur Beurteilung der Fahreignung entwickelter Tests. Sie
erlauben eine zuverlässige Beurteilung der Fahreignung. Im Rahmen einer Studie
absolvierten mehrere hundert Personen dieselben Tests. Aufgrund sämtlicher Resultate
wurden Grenzwerte festgelegt. Danach werden drei Kategorien unterschieden:
unauffällig, leicht und sehr negativ auffällig. Für höhere Führerausweiskategorien
werden die Grenzwerte hinaufgesetzt, d.h. die Leistungsanforderungen an solche
Führer sind höher. Dass in dieser psychotechnischen Prüfung der Leistungsfähigkeit
die Anforderungen sich nach Führerausweiskategorien unterscheiden, leuchtet ein und
entspricht internationalem Standard. Aufgrund der von Lastwagen und Reisebussen
ausgehenden höheren Gefährdung wird von diesen Führern ein insgesamt bewussteres
Fahren verlangt. Da beispielsweise der Bremsweg von schweren Fahrzeugen erheblich
länger ist als jener von Personenwagen, muss ein Führer solcher Fahrzeuge in der Lage
sein, die Informationen im Strassenverkehr generell schneller aufnehmen und
verarbeiten zu können, was eine erhöhte Aufmerksamkeit und rechtzeitiges Erkennen
von Gefahren bedingt.
Indem der Rekurrent für den Führerausweis der zweiten medizinischen Gruppe in
verschiedenen Bereichen unterdurchschnittliche Ergebnisse erzielte und die höheren
Anforderungen somit nicht erfüllte, lag im Zeitpunkt der Verfügung des
Sicherungsentzugs für diese Kategorien nebst der Alkoholabhängigkeit auch eine
Ungeeignetheit aus anderen Gründen nach Art. 14 Abs. 2 lit. d aSVG vor. Die
Vorinstanz hätte den Sicherungsentzug daher aufgrund der eindeutigen Ergebnisse für
die Kategorie C auch in Anwendung von Art. 14 Abs. 2 lit. d aSVG verfügen müssen. In
diesem Sinn erweist sich die damalige Entzugsverfügung vom 8. Juli 2003 als
unvollständig. Gerade im Hinblick auf die Wiedererteilung sollte der Betroffene nämlich
umfassend wissen, worin die Ungeeignetheit für das Führen von Motorfahrzeugen
besteht, wo also Handlungsbedarf besteht. Wegen der mangelnden Leistungsfähigkeit
dürfte der Verkehrspsychologe damals auch die psychologische Beratung empfohlen
haben, welche die Aufarbeitung der Vergangenheit bezüglich den Verstössen im
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Strassenverkehr bezwecken sollte. Im Folgenden ist daher nebst der Überwindung der
Alkoholabhängigkeitsproblematik auch zu untersuchen, ob der Rekurrent die
erforderlichen Leistungen für die Kategorien B und C erbringt.
4.- Zu prüfen sind als nächstes die Voraussetzungen für die Wiedererteilung des
Führerausweises.
a) Nach Art. 17 Abs. 3 aSVG kann ein für längere Zeit entzogener Führerausweis nach
Ablauf der Probezeit bedingt und unter angemessenen Auflagen wiedererteilt werden,
wenn angenommen werden darf, die Massnahme habe ihren Zweck erreicht. Gemäss
Art. 17 Abs. 3 SVG kann der auf bestimmte Zeit entzogene Lernfahr- und
Führerausweis bedingt und unter Auflagen wiedererteilt werden, wenn eine allfällige
gesetzliche und verfügte Sperrfrist abgelaufen ist und die betroffene Person die
Behebung des Mangels nachweist, der die Fahreignung ausgeschlossen hat. Die
Wiedererteilung setzt also sowohl nach altem als auch neuem Recht voraus, dass der
Betroffene wieder geeignet erscheint, ein Fahrzeug im Strassenverkehr zu führen, ohne
dass dabei die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer gefährdet würde. Hierbei
muss die Entzugsbehörde von einer günstigen Prog-nose für das künftige Verhalten
des Gesuchstellers im Strassenverkehr ausgehen können (BGE 107 Ib 34 E. 2). Der
Betroffene kann nach Ablauf der Probezeit bzw. der Sperrfrist ein entsprechendes
Gesuch um Wiedererteilung stellen, wobei er nachzuweisen hat, dass der
Eignungsmangel behoben ist. Enthielt die Entzugsverfügung Auflagen im Hinblick auf
die Wiedererteilung, hat der Gesuchsteller nachzuweisen, dass er diese erfüllt hat. Die
Zulassungsbehörde hat dem Betroffenen den Führerausweis wieder zu erteilen, wenn
dieser Beweis erbracht ist. Der Behörde bleibt in dieser Hinsicht kein
Ermessensspielraum. Ob dieser Nachweis erbracht ist, entscheidet die Verwaltung in
freier Beweiswürdigung (Schaffhauser, Grundriss, a.a.O., N 2222 f.). Die Verwaltung hat
verschiedene Möglichkeiten des Entscheids. Je nachdem, ob die Voraussetzungen
erfüllt sind, hat sie den Führerausweis wieder zu erteilen oder das Gesuch
vollumfänglich abzulehnen. Als Zwischenlösung ist jedoch auch eine bedingte
Wiedererteilung möglich. Davon Gebrauch zu machen ist dann angebracht, wenn
gewisse Unsicherheiten bezüglich des Nachweises bestehen, ob der Eignungsmangel
vollständig behoben sei. Zur Sicherstellung des Erfolgs der Massnahme kann die
Verwaltung in entsprechenden Fällen die Wiedererteilung mit Auflagen verbinden. So
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kann sie beispielsweise bei ehemaligen Suchtabhängigen, deren Bewährung nicht über
alle Zweifel erhaben erscheint, verlangen, dass diese sich während einer begrenzten
Zeit ärztlichen Kontrolluntersuchungen unterwerfen. Bei diesen Entscheiden ist in erster
Linie auf die Sicherheitserfordernisse des Strassenverkehrs abzustellen. Es gilt aber
auch die Fortschritte des Betroffenen zu würdigen sowie abzuklären, ob angenommen
werden darf, dass der Betroffene mit dieser bedingten Wiedererteilung - bei der er ja in
der Regel unter einer Kontrolle steht - kein deutlich grösseres Risiko für die
Verkehrsgemeinschaft darstellt als andere. Ferner ist zu berücksichtigen, dass die
bedingte Wiedererteilung eine stark motivationsbildende Wirkung auf den Betroffenen
haben kann, weil er sich belohnt und unterstützt sieht (Schaffhauser, Grundriss, a.a.O.,
N 2224).
Beim Sicherungsentzug wegen Trunksucht setzt die Wiedererteilung insbesondere
voraus, dass der Betroffene als geheilt erscheint und damit ein erneuter Rückfall mit
einer gewissen Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann. Hierbei ist eine
vollständige Alkoholabstinenz die Grundvoraussetzung dafür, dass die Sucht als
überwunden betrachtet werden kann. Der Proband soll erst wieder zum Verkehr
zugelassen werden, wenn keine Gefahr des erneuten Fahrens in angetrunkenem
Zustand mehr besteht. Heilung von Trunksucht kann nach allgemeiner
Lebenserfahrung nur bei einer länger dauernden Bewährung angenommen werden. Der
Gesetz- resp. Verordnungsgeber sah daher in Art. 17 Abs. 1bis aSVG bzw. in Art. 33
Abs. 1 aVZV vor, dass der Sicherungsentzug für die Dauer von mindestens einem Jahr
anzusetzen war. Es entspricht dies der Erfahrung, wonach ein Trunksüchtiger in der
Regel seine Abhängigkeit nicht in einem kürzeren Zeitraum zu überwinden vermag (Pra
69 Nr. 242; unveröffentlichter BGE vom 16. Februar 1994 in Sachen H.B., S. 7). Der
Nachweis der Heilung erforderte damit die Einhaltung einer vollständigen und fachlich
kontrollierten Alkoholabstinenz mit entsprechender Betreuung während mindestens
eines Jahres (GVP 1993 Nr. 12). Darüber hinaus setzt die Wiedererteilung auch voraus,
dass dem Betroffenen eine günstige Prognose gestellt werden kann. Bei
einwandfreiem Verhalten während der Probezeit kann dem Betroffenen diese günstige
Prognose als Motorfahrzeugführer in der Regel gestellt und damit der Wegfall des
Ausschlussgrundes vermutet werden. Voraussetzung für die Verfügung von
Abstinenzauflagen im Zusammenhang mit der Wiedererteilung des Führerausweises ist
der Nachweis einer erhöhten Suchtgefährdung, da diese Auflagen einen schweren
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Eingriff in die Persönlichkeit des Betroffenen darstellen. In medizinischer Hinsicht sind
die Begriffe der Alkoholabhängigkeit und des Alkoholmissbrauchs zu unterscheiden.
Der Begriff des Alkoholmissbrauchs kann aus verschiedenen Blickwinkeln umschrieben
werden. Etwa lässt sich ein nicht gebilligter, weil von der Gesellschaft oder einer
Gruppe innerhalb dieser Gesellschaft nicht gebilligter Konsum als Missbrauch
beschreiben. Als Missbrauch kann auch ein gewagter oder gefährlicher Gebrauch, der
wahrscheinlich zu schädlichen Folgen führt, bezeichnet werden. Als schädigend gilt
dabei ein Gebrauch, der den Konsumenten körperlich oder psychisch krank macht
oder behindert. Sodann kann als Missbrauch ein dysfunktionaler Gebrauch gelten.
Dysfunktional ist der Gebrauch, der zu einer Einschränkung des psychologischen oder
sozialen Funktionierens, etwa zum Arbeitsplatzverlust oder Eheproblemen führt (vgl. D.
Ladewig, Drogenabhängigkeit, in: Lexikon der Psychiatrie, 2. Aufl. 1986, S. 209/210).
Würde allein die Feststellung eines Alkoholmissbrauchs im Sinn eines strafbaren
Verhaltens eine genügende Grundlage für die Annahme einer erhöhten
Suchtgefährdung und die Verfügung einer Abstinenzauflage bieten, wäre in allen Fällen
wiederholten Alkoholkonsums der Führerausweis mit einer entsprechenden Auflage zu
verbinden. Angesichts der wenigen zuverlässigen Anhaltspunkte zur Feststellung einer
prämorbiden Persönlichkeitsstruktur im Zusammenhang mit Alkoholabhängigkeit dürfte
der Nachweis einer Suchtgefährdung ohne eine früher bestandene und festgestellte
Alkoholabhängigkeit sehr schwierig sein. Allein der Nachweis eines früheren mehr oder
weniger regelmässigen und eher geringfügigen Alkoholkonsums reicht für sich allein
genommen nicht.
b) Der Vertreter des Rekurrenten macht im Wesentlichen geltend, dass dieser sämtliche
in der Entzugsverfügung vom 8. Juli 2003 angeordneten Auflagen erfüllt habe. Von den
kontrollierenden und betreuenden Personen würden ihm durchwegs gute Zeugnisse
ausgestellt. In jener Verfügung sei dem Rekurrenten der Führerausweis wegen
Vorliegens einer Trunksucht in Anwendung von Art. 14 Abs. 2 lit. c aSVG entzogen
worden. In der aktuell angefochtenen Verfügung vom 7. September 2004 würden keine
gesetzlichen Bestimmungen genannt. Folglich werde der weiter andauernde Entzug
immer noch mit Art. 14 Abs. 2 lit. c aSVG begründet. Es könne jedoch nicht angehen,
dass der Führerausweis bei bestehender verkehrsrelevanter Alkoholproblematik für die
eine Kategorie herausgegeben und für eine andere zurückbehalten werde. Dies werde
auch in Art. 34 Abs. 1 aVZV geregelt, wonach der Entzug des Ausweises für eine
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Kategorie den Entzug des Ausweises für alle Kategorien zu Folge habe. Ausnahmen
von diesem Grundsatz seien nur aus medizinischen Gründen möglich. Aufgrund des
Umkehrschlusses von Art. 34 Abs. 1 aVZV sei dem Rekurrenten daher der
Führerausweis für alle Kategorien herauszugeben. Gemäss den Berichten des
behandelnden Arztes sowie der Suchtberatung lägen keine Anhaltspunkte für einen
Alkoholabusus vor. Der Psychologe Dr. Puccini halte zudem fest, dass aus seiner Sicht
nicht mehr mit einer Fahrt unter Alkoholeinfluss zu rechnen sei. Beim Rekurrenten liege
daher aktuell keine Suchterkrankung mehr vor.
c) Mit Bezug auf die Probezeit bzw. Sperrfrist ist festzuhalten, dass der Führerausweis
dem Rekurrenten mit Wirkung ab 2. Januar 2003 auf unbestimmte Zeit, mindestens für
die Dauer von zwölf Monaten, entzogen worden ist. Die als Sperrfrist wirkende
Mindestentzugsdauer von zwölf Monaten ist folglich am 1. Januar 2004 abgelaufen.
Damit sind die Voraussetzungen für die Wiedererteilung in zeitlicher Hinsicht erfüllt.
d) Der Rekurrent rügt zurecht, dass die angefochtene Verfügung, die sich ihrerseits
wiederum auf die Verfügung des Sicherungsentzugs vom 8. Juli 2003 stützt,
irreführend ist. Der Führerausweis war dem Rekurrenten damals wegen einer
Alkoholproblematik gestützt auf Art. 14 Abs. 2 lit. c aSVG entzogen worden. Von einer
mangelnden Leistungsfähigkeit war darin fälschlicherweise nicht die Rede. Indem die
Vorinstanz dem Rekurrenten den Führerausweis der Kategorie B nun herausgab, ging
sie offenbar stillschweigend davon aus, dass die Alkoholabhängigkeit überwunden sei.
Ohne nähere Begründung oder Nennung der massgebenden gesetzlichen Bestimmung
von Art. 14 Abs. 2 lit. d aSVG verweigerte die Vorinstanz jedoch die Herausgabe des
Führerausweises der Kategorie C. Sie hat sich damit widersprüchlich verhalten und die
in Art. 35 Abs. 2 VZV bzw. Art. 24 Abs. 1 lit. a VRP verankerte Begründungspflicht
verletzt, wonach eine Verfügung auch die Vorschriften und Gründe, auf die sie sich
stützt, zu nennen hat. Dies wird bei der Kostenverlegung zu berücksichtigen sein.
e) Mit Einreichung des Berichts der Suchtberatungsstelle A. vom 14. April 2004 sowie
des Psychotherapeuten Dr.phil. C.D. vom 22. März 2004 stellte der Rekurrent
sinngemäss das Gesuch um Wiedererteilung des Führerausweises. Dem Bericht der
Suchtberatungsstelle A. ist zu entnehmen, dass der Rekurrent seit Juni 2003
regelmässig zu den Beratungsgesprächen erschienen ist. In den Gesprächen sei er
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jeweils sehr offen gewesen. Er habe sich aktiv mit seiner Situation und dem Fahren
unter Alkohol auseinandergesetzt. Es sei ihm klar, dass er die Abstinenz einhalten
müsse. Er lebe nun mit seinem Sohn zusammen, was ihm viel Kraft und Motivation
gebe, er wolle diesem ein Vorbild sein. Der Rekurrent sei als Lagermitarbeiter tätig, was
ihn gesundheitlich und finanziell belaste. Insgesamt wird ihm ein positiver
Beratungsprozess attestiert und die Wiedererteilung des Führerausweises empfohlen.
Die ärztlich kontrollierte Alkoholabstinenz hat der Rekurrent seit Juni 2003 eingehalten.
Er wurde zweimal pro Woche kurzfristig zu Blastests aufgeboten, einmal monatlich
wurde eine Blutanalyse durchgeführt. Sämtliche Kontrollen sind negativ verlaufen. Laut
Bericht des behandelnden Arztes gab es keinerlei Anhaltspunkte für einen
Alkoholmissbrauch. Dr.phil. C.D., bei dem der Rekurrent zehn Sitzungen besuchte,
führte in seinem Schreiben vom 22. März 2004 aus, dass der Rekurrent die
Hintergründe seines Verhaltens erkannt habe und sich der Gefährdung unbeteiligter
Personen bewusst geworden sei. Er wirke heute stabil, weshalb nicht mehr mit einer
Fahrt unter Alkoholeinfluss gerechnet werden müsse.
Aufgrund der eingereichten Unterlagen erachtete die Vorinstanz den Nachweis der
Überwindung der Alkoholproblematik offenbar für erbracht. Bezüglich des Rückfalls
hinsichtlich einer weiteren Trunkenheitsfahrt ordnete sie nämlich keine weiteren
Abklärungen mehr an. Diesem Schluss der Vorinstanz kann gefolgt werden. Der
Rekurrent hat die Abstinenz nachweislich eingehalten und sowohl Suchtberatung als
auch Psychotherapeut stellen ihm eine günstige Prognose für die Zukunft. Er hat
gezeigt, dass er in der Lage ist, keinen Alkohol zu konsumieren. Es ist daher
anzunehmen, dass der Rekurrent die Alkoholabhängigkeit überwunden hat und nicht
mehr überdurchschnittlich stark gefährdet ist, ein Motorfahrzeug in angetrunkenem
Zustand zu lenken. Im Bezug auf die Alkoholproblematik ist dessen Fahreignung damit
nunmehr wieder gegeben, und zwar für sämtliche Kategorien, da unter dem Aspekt der
Trunksucht eine Differenzierung nach den verschiedenen medizinischen Gruppen nicht
möglich ist (vgl. nachfolgend unter Ziff. 3.h).
f) Umstritten ist ferner, ob beim Rekurrenten bezüglich Alkohol weiterhin eine erhöhte
Suchtgefährdung besteht. Im Rahmen der Wiedererteilung nach einem
Sicherungsentzug wegen Alkoholabhängigkeit bildet die Fortführung der kontrollierten
Abstinenzauflage ganz allgemein die Regel. Es wird davon ausgegangen, dass bei
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vormals bestandener Alkoholabhängigkeit auch nach deren Überwindung während
einer gewissen Zeit weiterhin eine erhöhte Suchtgefährdung besteht. In diesem Sinn
äussert sich auch die Suchtberatung, welche die Aufhebung der Auflagen nicht
unterstützt. Die Ausführungen des Verkehrspsychologen weisen ebenfalls darauf hin,
dass beim Rekurrenten noch kein wirklich volles Bewusstsein in den Fragen im
Umgang mit Alkohol besteht. Die Verhaltensänderung sei eingeleitet, aber noch nicht
ganz vollzogen und nicht ganz stabil. Eine erhöhte Suchtgefährdung erscheint daher
nach wie vor gegeben. Standardgemäss hat der Rekurrent die Abstinenz ärztlich
kontrollieren und durch eine anerkannte Suchtberatungsstelle begleiten zu lassen.
Praxisgemäss ist diese Auflage auf unbestimmte Zeit, mindestens für die Dauer von
zwölf Monaten, anzuordnen.
g) Da beim Rekurrenten zum Zeitpunkt des Entzugs des Führerausweises auch eine
ungenügende Leistungsfähigkeit hinsichtlich der zweiten medizinischen Gruppe
bestand (vgl. vorne unter Ziff. 2.d), ordnete die Vorinstanz zu Recht eine weitere
verkehrs-psychologische Begutachtung an. Anlässlich der Untersuchung vom 18. Juni
2004 absolvierte der Rekurrent erneut die verschiedenen Leistungsfähigkeitstests zur
Beurteilung der Fahreignung. Gemäss den Resultaten ist die Leistungsfähigkeit in
Bezug auf die dritte medizinische Gruppe insgesamt vorhanden. Was die zweite
medizinische Gruppe angeht, so werden, wie bereits erwähnt, allgemein höhere
Anforderungen verlangt. Der Rekurrent brauchte für die flexible visuelle Orientierung so
viel Zeit, dass das Resultat auch für Personenwagen ungenügend war. Ferner war das
Ergebnis bei der geteilten Aufmerksamkeit auffällig. Neben einer verminderten
Impulskontrolle ergaben sich leichte Schwierigkeiten für das linke Gesichtsfeld
bezüglich der Anzahl Richtigen sowie Probleme in der Psychomotorik und der Vigilanz
für die Zentralaufgabe (vgl. act. 12/1 und 2). Der Rekurrent arbeitete nervös und zeigte
teilweise eine erhöhte Kraft beim Drücken der Pedale. Aufgrund dieser Feststellungen
kam der Verkehrspsychologe zum Schluss, dass beim Rekurrenten die
Leistungsfähigkeit für höhere Kategorien zur Zeit nicht gegeben sei.
Da diese Tests speziell zur Überprüfung der Fahreignung entwickelt worden und
allgemein anerkannt sind, ist nicht einzusehen, weshalb an deren Ergebnis gezweifelt
werden soll. Nachdem der Rekurrent schon bei der ersten verkehrspsychologischen
Untersuchung in den Leistungsfähigkeitstests für die höheren Kategorien negativ
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abgeschnitten hat und dieselben Tests nun bereits zum zweiten Mal ergeben haben,
dass beim Rekurrenten die Leistungsfähigkeit für die erste und zweite medizinische
Gruppe nicht gegeben ist, erscheint das Ergebnis schlüssig und um so mehr
nachvollziehbar. Es ist deshalb kein zusätzliches Obergutachten einzuholen. Aufgrund
des verkehrspsychologischen Gutachtens vom 15. Juli 2004 steht folglich fest, dass
der Rekurrent die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit nach wie vor nur für die
dritte medizinische Gruppe erfüllt, während er in Bezug auf die erste und zweite
medizinische Gruppe unter diesem Aspekt in Anwendung von Art. 14 Abs. 2 lit. d aSVG
bzw. heute Art. 16d Abs. 1 lit. c SVG nicht fahrtauglich ist.
h) Zu klären bleibt nun, ob die beim Rekurrenten bestehende Fahruntauglichkeit für die
zweite medizinische Gruppe in Anbetracht von Art. 34 Abs. 1 aVZV bzw. Art. 33 VZV
zur Folge hat, dass der Führerausweis dem Rekurrenten auch für die dritte
medizinische Gruppe nicht wieder erteilt werden kann.
Bei einer die Fahrfähigkeit herabsetzenden Sucht wird beim Entzug nicht nach Art der
Führerausweiskategorie unterschieden. Art. 34 Abs. 1 aVZV bzw. Art. 33 Abs. 1 VZV
bestimmt nämlich, dass der Entzug des Führerausweises für eine bestimmte Kategorie
den Entzug des Ausweises für sämtliche Motorfahrzeugkategorien zur Folge hat. Einzig
für medizinische Gründe, bei denen eben gerade je nach Fahrzeugkategorie
unterschiedliche Anforderungen gestellt werden, ist eine solche Unterscheidung
überhaupt möglich (Art. 34 Abs. 1 aVZV bzw. Art. 33 Abs. 3 VZV). Aus dieser
gesetzlichen Regelung geht hervor, dass an die Fahreignung unter dem Aspekt einer
Suchterkrankung für sämtliche Motorfahrzeugkategorien die gleichen Anforderungen
gelten. Dies ist auch ohne weiteres nachvollziehbar. Entweder liegt eine
Suchterkrankung vor und dem Betreffenden ist die Fahreignung für sämtliche
Kategorien abzusprechen, oder es liegt keine Suchterkrankung vor bzw. eine solche ist
überwunden, so dass die Fahreignung wieder für sämtliche Kategorien gegeben ist.
Eine Teilung der Eignung kann folglich nicht vorgenommen werden, wenn sich die
Frage stellt, ob ein Führerausweis zufolge Trunk- bzw. Drogensucht entzogen werden
muss (vgl. dazu VRKE IV vom 15. Dezember 1999 in Sachen O.M., S. 16; VRKE IV vom
13. März 2002 in Sachen W.Z., S. 11). Was nun jedoch die Leistungsfähigkeit angeht,
so sind die Anforderungen an die Fahreignung in den psychotechnischen Tests je nach
Führerausweiskategorie unterschiedlich hoch. Wenn nun aber jemand diese
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Anforderungen zwar für die dritte medizinische Gruppe, jedoch nicht für die zweite
Gruppe erfüllt, kann es nicht angehen, dass ihm deswegen auch der Führerausweis für
die dritte Gruppe verweigert wird. In diesem Fall würde er ja gegenüber jemandem, der
die Führerausweise der höheren Kategorien gar nicht besitzt, benachteiligt. Die
Verkehrssicherheit wird durch eine Differenzierung im Bereich der Leistungsfähigkeit
ebenfalls nicht tangiert. Es rechtfertigt sich daher, entgegen der erwähnten
Verordnungsbestimmung dem Rekurrenten den Führerausweis der dritten
medizinischen Gruppe herauszugeben, obschon bezüglich der ersten und zweiten
medizinischen Gruppe eine Fahruntauglichkeit nach Art. 14 Abs. 2 lit. d aSVG bzw. Art.
16d Abs. 1 lit. c SVG weiterhin besteht.
i) Schliesslich stellt sich noch die Frage, ob mit der Abweisung des Gesuchs um
Wiedererteilung des Führerausweises für die zweite medizinische Gruppe eine neue
Sperrfrist zu verfügen sei. Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung vom 7.
September 2004 in Aussicht gestellt, dass für die Kategorie C in einem Jahr eine
erneute Kurzkontrolle stattfinden könne, wobei eine Kontrollfahrt ausdrücklich
vorbehalten bleibe. Nachdem jedoch die Fahruntauglichkeit für die höheren Kategorien
wegen ungenügender Leistungsfähigkeit bereits bei Verfügung des Sicherungsentzugs
bestand und die Sperrfrist von einem Jahr mittlerweile abgelaufen ist, kann keine
zweite Sperrfrist verfügt werden. Da die Gründe der verminderten Leistungsfähigkeit
beim Rekurrenten nicht bekannt sind, kann auch nicht feststehen, wann dieser Mangel
wegfallen wird. Es kann sein, dass die weitergeführte Alkoholabstinenz und/oder die
künftige Fahrpraxis mit Personenwagen zur Besserung beitragen, unter Umständen ist
auch eine entsprechende Schulung möglich. Jedenfalls kann keine Aussage über den
Zeitpunkt gemacht werden, in dem die Fahreignung wieder vollständig vorliegen wird,
und es können auch keine Auflagen oder Bedingungen im Hinblick auf die
Wiedererteilung verfügt werden. Sobald sich aufgrund einer neuen Untersuchung der
Leistungsfähigkeit (allerdings ohne Überprüfung in charakterlicher Hinsicht) ergibt, dass
diese beim Rekurrenten auch für die zweite medizinische Gruppe gegeben ist, kann der
entsprechende Führerausweis wieder erteilt werden. Die Anordnung einer allfälligen
Kontrollfahrt durch die Vorinstanz bleibt vorbehalten.
5.- Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu tragen,
dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. Es gilt der Grundsatz der
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Kostentragung nach Massgabe des Obsiegens oder Unterliegens (W. Hagmann, Die st.
gallische Verwaltungsrechtspflege und das Rechtsmittelverfahren vor dem
Regierungsrat, Zürich 1979, S. 267 f.).
Im Ergebnis ist der Rekurs abzuweisen, da der Führerausweis der Kategorie C dem
Rekurrenten nicht herauszugeben ist. Aufgrund der Tatsache, dass der Führerausweis
der zweiten medizinischen Gruppe dem Rekurrenten bereits beim Sicherungsentzug
auch in Anwendung von Art. 14 Abs. 2 lit. d aSVG hätte entzogen werden müssen und
die angefochtene Verfügung nur mangelhaft begründet ist, rechtfertigt es sich, die
amtlichen Kosten nur zur Hälfte dem Rekurrenten aufzuerlegen; die andere Hälfte der
Kosten trägt der Staat. Eine Entscheidgebühr von Fr. 1‘200.-- ist angemessen (vgl. Ziff.
362 Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1'000.--
ist bis zum Betrag von Fr. 600.-- zu verrechnen. Die Finanzverwaltung ist anzuweisen,
dem Rekurrenten Fr. 400.-- zurückzuerstatten.
Bei diesem Ergebnis ist keine ausseramtliche Entschädigung zuzusprechen (Art. 98bis
VRP).