Decision ID: 908a34ea-fb7e-4aec-92af-f960fd0fa0f9
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ J. K., geboren am 2. April 1986, ist Staatsangehöriger von Serbien und reiste im
Alter von sechs Jahren in die Schweiz ein. Er erhielt zunächst eine
Aufenthaltsbewilligung und seit dem 3. November 1999 verfügt er über eine
Niederlassungsbewilligung.
J. K. wurde bereits im Jugendalter straffällig. In den Jahren 2004 und 2005 beging er
zudem mehrere Verkehrsregelverletzungen, die zu Verurteilungen führten. Mit
Entscheid vom 13. März 2007 wurde er überdies vom Kreisgericht Alttoggenburg-Wil
infolge diverser Widerhandlungen zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt.
Am 21. Februar 2008 zeigte ihm das Migrationsamt des Kantons St. Gallen an, es
beabsichtige, die Niederlassungsbewilligung zu widerrufen; es wurde ihm deshalb eine
Frist bis 10. März 2008 angesetzt, um sich schriftlich zu den Vorbringen zu äussern. Mit
Schreiben vom 24. April 2008 wies das Migrationsamt darauf hin, es seien weitere
Widerhandlungen zur Anzeige gelangt; es werde deshalb das Strafverfahren
abgewartet und das fremdenpolizeiliche Verfahren bis dahin sistiert.
Am 21. August 2008 heiratete J. K. die Landsfrau F. B. in W. Seine Ehefrau verfügt
ebenfalls über eine Niederlassungsbewilligung.
Am 24. August 2009 wurde J. K. vom Untersuchungsamt Gossau des Vergehens
gegen das Waffengesetz schuldig erklärt und zu einer Geldstrafe von sechs
Tagessätzen zu je Fr. 80.-- verurteilt. Das Bezirksgericht Münchwilen erklärte ihn
sodann am 21. Januar 2010 der groben und einfachen Verletzung von Verkehrsregeln
sowie des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall für schuldig und verurteilte ihn zu einer
Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je Fr. 100.--.
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Daraufhin nahm das Migrationsamt das fremdenpolizeiliche Verfahren wieder auf. Es
räumte ihm am 31. März 2010 zwecks Wahrung des rechtlichen Gehörs eine Frist bis
19. April 2010 ein, um sich zum beabsichtigten Widerruf der Niederlassungsbewilligung
zu äussern. J. K. liess sich am 19. April 2010 hierzu vernehmen.
Mit Verfügung vom 11. Mai 2010 widerrief das Migrationsamt die
Niederlassungsbewilligung von
J. K.; es setzte ihm eine Frist bis 25. Juli 2010, um die Schweiz zu verlassen.
B./ Gegen die Verfügung vom 11. Mai 2010 liess J. K. mit Eingabe vom 21. Mai 2010
Rekurs erheben und die Aufhebung der Verfügung beantragen. Das Sicherheits- und
Justizdepartement wies den Rekurs mit Entscheid vom 25. Mai 2011 ab.
C./ Dagegen liess J. K. mit Eingabe vom 9. Juni 2011 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht mit folgenden Anträgen erheben:
"1. Die angefochtene Verfügung sei vollumfänglich aufzuheben.
2. Auf den Widerruf der Niederlassungsbewilligung und die Ausweisung sei zu
verzichten.
3. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge."
Das Sicherheits- und Justizdepartement beantragte in seiner Vernehmlassung vom
28. Juni 2011 Abweisung der Beschwerde unter Verweis auf die Erwägungen im
angefochtenen Entscheid.
Am 8. Juli 2011 liess J. K. noch ein Arbeitszeugnis zu den Akten reichen und die
persönliche Befragung von R. B. beantragen.
Auf die Begründung des Beschwerdeführers sowie die Ausführungen im
angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den folgenden Erwägungen
eingegangen.
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Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Nach Art. 63 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer
(SR 142.20, abgekürzt AuG) kann die Niederlassungsbewilligung widerrufen werden,
wenn die Voraussetzungen nach Art. 62 lit. a oder b AuG erfüllt sind (lit. a) oder wenn
der Ausländer in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung
in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat oder diese gefährdet oder die innere
oder die äussere Sicherheit gefährdet (lit. b). Aufgrund von Art. 63 Abs. 2 AuG kann die
Niederlassungsbewilligung von Ausländern, die sich seit mehr als 15 Jahren
ununterbrochen und ordnungsgemäss in der Schweiz aufhalten, jedoch nur aus
Gründen von Art. 63 Abs. 1 lit. b und Art. 62 lit. b AuG widerrufen werden.
Die Vorinstanz sieht den Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG gegeben. Danach
kann die Niederlassungsbewilligung widerrufen werden, wenn die Voraussetzungen
von Art. 62 lit. b AuG erfüllt sind. Die letztgenannte Bestimmung sieht vor, dass eine
Bewilligung widerrufen werden kann, wenn der Ausländer zu einer längerfristigen
Freiheitsstrafe verurteilt oder gegen ihn eine strafrechtliche Massnahme im Sinn von
Art. 64 oder 61 StGB angeordnet wurde.
2.1. Beim Begriff der längerfristigen Freiheitsstrafe handelt es sich um einen
unbestimmten Rechtsbegriff. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung liegt eine
längerfristige Freiheitsstrafe dann vor, wenn eine ausländische Person zu einer
Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr verurteilt wurde (BGE 135 II 377 [379 ff], E. 4.2).
2.2. Der Beschwerdeführer wurde unter anderem zu einer Freiheitsstrafe von 18
Monaten verurteilt. Damit erweist sich der Widerruf der Niederlassungsbewilligung als
gesetzmässig. Dies wird vom Beschwerdeführer auch gar nicht bestritten.
3. Es steht sodann ausser Frage, dass eine Wegweisung von straffälligen Ausländern
dem Schutz der öffentlichen Ordnung und Sicherheit dient. Ein öffentliches Interesse
an einer entsprechenden Massnahme ist somit gegeben.
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4. Ein Widerruf der Niederlassungsbewilligung setzt überdies voraus, dass er sich bei
sorgfältiger Abwägung der Interessen als verhältnismässig erweist. Dies ist der Fall,
wenn dem öffentlichen Interesse an der Wegweisung höheres Gewicht beizumessen ist
als dem privaten Interesse an einem Verbleib in der Schweiz.
4.1 Art. 63 AuG stellt eine "Kann-Vorschrift" dar. Sie gewährt damit der zuständigen
Behörde beim Entscheid über den Widerruf der Niederlassungsbewilligung einen
Ermessensspielraum. Die zuständige Behörde hat gemäss Art. 96 Abs. 1 AuG bei der
Ermessensbetätigung die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse
sowie den Grad der Integration des Ausländers zu berücksichtigen. Dabei sind umso
strengere Anforderungen an den Widerruf einer Niederlassungsbewilligung zu stellen, je
länger ein Ausländer in der Schweiz anwesend war. Nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung ist eine Wegweisung aber auch dann zulässig, wenn der Ausländer
selbst nach längerer Anwesenheit in der Schweiz sich nicht oder nur wenig integriert
hat, hauptsächlich mit Landsleuten zusammen ist, enge Beziehungen zu seinem
Heimatland pflegt sowie dessen Sprache spricht (vgl. BGE 2A.540/2001 vom 4. März
2002, E. 2b).
Das Verwaltungsgericht darf im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung nicht sein
eigenes Ermessen anstelle desjenigen der Verwaltung stellen. Aufgrund von Art. 61
VRP ist die verwaltungsgerichtliche Kognition vielmehr auf eine Rechts- und
Sachverhaltskontrolle beschränkt. Es kann somit nur geprüft werden, ob der
Widerrufsentscheid auf einer Ermessensüberschreitung oder einem
Ermessensmissbrauch oder falscher Sachverhaltsfeststellung beruht. Die Prüfung der
Angemessenheit ist demgegenüber ausgeschlossen.
4.2. Der Beschwerdeführer kam mit sechs Jahren in die Schweiz. Er absolvierte die
Primarschule in M. und anschliessend die Realschule in B. Im dritten Jahr der
Oberstufe wurde er von der Schule ausgeschlossen. Eine Lehre absolvierte er nicht. Ab
dem 16. Dezember 2002 bis zum 31. Juli 2005 war er bei der Firma G. AG in S.
angestellt. Die Stelle wurde ihm gekündigt, da er nicht mehr zur Arbeit erschien. Ende
2005 fand er wieder eine Stelle in R. Im Jahr 2006 erhielt er von der G. AG eine zweite
Chance. Seit dem 16. August 2006 bis heute arbeitet er ununterbrochen für diese
Firma.
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4.2.1. Der Beschwerdeführer wurde bereits im Jugendalter straffällig. Mit Urteil vom 22.
August 2001 wurde er wegen Diebstahls verurteilt, weil er während der Absolvierung
einer Schnupperlehre im I. in W. ein Mobilfunktelefon gestohlen hatte.
Am 16. Februar 2002 hielt ihn die Polizei mit einem frisierten Motorfahrrad an. Am 7.
April 2002 beschädigte er zusammen mit einem Kollegen bei der Sportanlage in B. die
Toiletten. Im Juni 2002 entwendete er mit zwei Kollegen ein Motorfahrzeug zum
Gebrauch. Am 19. August 2002 wurde er im M. in W. bei einem Ladendiebstahl
erwischt. Mit Urteil vom 10. Januar 2003 sprach ihn deshalb die Jugendanwaltschaft
Wil wegen der genannten Delikte für schuldig, wobei der Entscheid über Strafe oder
Massnahme unter Auferlegung einer Probezeit bis 30. Juni 2004 aufgeschoben wurde.
Am 14. Januar 2003 schlug er einem Jugendlichen mit einem Plastiksack sowie der
rechten Faust ins Gesicht. Er wurde deshalb von der Jugendanwaltschaft in Wil mit
Urteil vom 3. Dezember 2003 der einfachen Körperverletzung für schuldig erklärt und
zu einer Einschliessungsstrafe von 30 Tagen verurteilt. Der Vollzug der Strafe wurde
unter Ansetzung einer Probezeit bis 30. Mai 2005 aufgeschoben.
4.2.2. Der Beschwerdeführer hat im Erwachsenenalter weiter delinquiert. Am 9. August
2004 überholte er einen Fahrradfahrer, der zwecks Linksabbiegen korrekt eingespurt
war, mit übersetzter Geschwindigkeit und brachte diesen zu Fall. Er wurde deshalb mit
Strafbescheid vom 17. November 2004 der groben Verkehrsregelverletzung für
schuldig erklärt und zu einer Freiheitsstrafe von einer Woche Gefängnis sowie einer
Busse von Fr. 1'000.-- verurteilt.
Am 13. März 2005 verweigerte er einem Verkehrsteilnehmer zunächst den
Rechtsvortritt, bremste diesen daraufhin aus und schlug ihm mit der flachen linken
Hand auf den Kopf, worauf ihn die Staatsanwaltschaft Winterthur wegen grober
Verletzung von Verkehrsregeln sowie Tätlichkeiten mit 14 Tagen Gefängnis und mit
einer Busse von Fr. 500.-- bestrafte.
Von Juni bis Mitte September 2005 kaufte er zusammen mit Kollegen rund 600 Gramm
Kokain für den Eigenkonsum. In dieser Zeit rauchte er zudem wiederholt Marihuana.
Weiter führte er von Mai bis September 2005 ein einhändig bedienbares Messer in
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seinem Fahrzeug mit. Am 10. September 2005 nahm er in seinem Fahrzeug P. W. mit,
fuhr mit diesem zu einem abgelegenen Ort und nahm ihm zusammen mit zwei Kollegen
unter Androhung von Gewalt Fr. 200.-- ab. Er fuhr dabei mit abmontierten
Kontrollschildern sowie unter Kokaineinfluss. Am 22. Oktober 2005 überholte er auf der
Autobahn rechts mehrere Fahrzeuge mit einer Geschwindigkeit von 150 km/h und nur
knapp eine Woche später produzierte er in Schlieren einen Selbstunfall. Am 22.
Dezember 2005 zerstörte er einen MP3-Player, den sich A. L. von einer Kollegin
ausgeliehen hatte, und am 13. Januar 2006 gab er diesem eine Ohrfeige und drohte
ihm wegen der erfolgten Anzeige. Schliesslich schlug er am 22. Mai 2006 einer
Jugendlichen mit der flachen Hand ins Gesicht und am 9. Juni 2006 hielt er sich trotz
eines entsprechenden Verbotes auf dem Bahnhofsgelände in W. auf. Aufgrund der
vorgenannten Delikte verurteilte ihn das Kreisgericht Alttoggenburg-Wil zu einer
Freiheitsstrafe von 18 Monaten sowie einer Busse von Fr. 2'000.--. Der Vollzug der
Freiheitstrafe wurde unter Ansetzung einer Probezeit von 4 Jahren bedingt
aufgeschoben.
4.2.3. Nach Einleitung des Verfahrens betreffend Widerruf der
Niederlassungsbewilligung wurde der Beschwerdeführer wiederum straffällig.
Anlässlich einer Verkehrskontrolle vom 2. August 2009 stellte die Kantonspolizei im
Seitenfach der Fahrertüre seines Autos einen Schlagring sicher. Mit Bussenverfügung
vom 24. August 2009 wurde er deswegen zu einer Geldstrafe von 6 Tagessätzen à Fr.
80.-- verurteilt. Das Bezirksgericht Münchwilen sprach ihn sodann am 21. Januar 2010
der einfachen und groben Verletzung von Verkehrsregeln sowie des pflichtwidrigen
Verhaltens bei Unfall schuldig. Für die am 9. Februar 2008 verübte Widerhandlung
wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt.
4.3 Das Kreisgericht Alttoggenburg-Wil ging in seinem Entscheid vom 13. März 2007
von einem erheblichen Verschulden des Beschwerdeführers aus. Erschwerend wurden
die zahlreichen weiteren Straftaten berücksichtigt sowie die Fortführung der Delinquenz
während laufender Strafuntersuchung und erstandener Untersuchungshaft. Leicht
entlastend fand sodann die teilweise Ge-ständnisbereitschaft, das relativ geringe Alter
im Tatzeitpunkt sowie die Absolvierung eines Anti-Gewalt-Programms
Berücksichtigung.
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In fremdenpolizeilicher Hinsicht ist das Verschulden des Beschwerdeführers als schwer
einzustufen. So ist nach der bundesgerichtlichen Praxis insbesondere bei Gewalt- und
Drogendelikten ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 II 521 ff. [526 f.], E. 4a/aa).
Daran vermag vorliegend auch nichts zu ändern, dass die vom Beschwerdeführer
begangenen Straftaten für sich allein betrachtet nicht als besonders schwerwiegend
einzustufen sind; dies gilt selbst für den mit zwei Kollegen begangenen Raub. Zum
Nachteil des Beschwerdeführers wirkt sich jedoch die wiederholte Delinquenz aus. Er
wurde bereits als Jugendlicher straffällig. Auch im Erwachsenenalter brachten ihn
weder die mit den Strafbescheiden vom 17. November 2004 und vom 22. November
2005 ausgesprochenen Gefängnisstrafen zur Vernunft, noch hielt ihn die
Untersuchungshaft vom
16. September bis zum 30. September 2005 davon ab, weiter zu delinquieren. Dies
bringt eine gewisse Unverfrorenheit und Uneinsichtigkeit zum Ausdruck. Einzelne
Straftaten wurden sodann zu einer Zeit begangen, als der Beschwerdeführer offenbar
keine Drogen mehr einnahm und wieder einer Erwerbstätigkeit nachging. So gab er
etwa anlässlich der persönlichen Befragung vom 14. August 2006 gegenüber der
Polizei an, er konsumiere seit vielen Monaten keine Drogen mehr und müsse jeden
dritten Monat Urinproben abliefern. Trotzdem beging er noch im Jahr 2006
Tätlichkeiten und sprach Drohungen aus. Wenn also der Vertreter des
Beschwerdeführers die Delinquenz vorab auf dessen Drogenabhängigkeit zurückführen
will, so kann ihm nicht gefolgt werden. Dies zeigt sich überdies daran, dass der
Beschwerdeführer am 2. August 2009 einen Schlagring in seinem Auto mitführte. Von
daher fällt es denn auch schwer zu glauben, der Beschwerdeführer habe der Gewalt
gänzlich abgeschworen.
Angemerkt sei im Übrigen, dass in diesem Zusammenhang erhebliche Widersprüche
zwischen den Ausführungen in der Beschwerdeschrift und denjenigen im Protokoll der
polizeilichen Befragung vom 2. August 2009 bestehen. So führte der Rechtsvertreter
beispielsweise aus, der Beschwerdeführer sei an jenem 9. Februar 2008 (gemeint ist
wohl der 2. August 2009) aus den Ferien zurückgekommen. Er habe den Schlagring
legal im Ausland erworben und sei (als juristischer Laie) der Ansicht gewesen, dem sei
auch in der Schweiz so. Als er auf der Heimreise aus den Ferien von der Polizei
kontrolliert worden sei, habe er den Schlagring nicht getragen, sondern lediglich in
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seinem Gepäck mitgeführt (vgl. Beschwerdeschrift, S. 8 f.). Der Beschwerdeführer
äusserte sich demgegenüber nach der festgestellten Widerhandlung am Bahnhof W. im
erwähnten, von ihm persönlich unterzeichneten Befragungsprotokoll vom 2. August
2009 dahingehend, er sei gestern aus den Ferien in Serbien zurückgekehrt. Er habe
den Schlagring zu seiner Sicherheit ins Ausland mitgenommen, weil er allein mit seiner
Frau unterwegs gewesen sei und sie auf Raststätten übernachtet hätten. Den
Schlagring habe er vor zwei oder drei Jahren in Italien gekauft, und es sei ihm bewusst,
dass das Mitführen verboten sei (vgl. Akten Migrationsamt, Blatt Nr. 352 f.). Es
erscheint daher, dass der Rechtsvertreter bewusst versucht, die Fakten auszublenden,
um den Beschwerdeführer in ein besseres Licht zu rücken. Gleiches gilt übrigens für
den Beschwerdeführer. So gab er in der verkehrspsychologischen Untersuchung vom
5. Juni 2009 offensichtlich an, er sei seit Sommer 2008 verheiratet und seit drei
Monaten hätten sie ein Kind (vgl. act. 18 Beschwerdeführer, S. 3 oben). In der
Beschwerdeeingabe ist demgegenüber lediglich die Rede davon, der
Beschwerdeführer wohne mit seiner Ehefrau zusammen und sie planten eine Familie
(vgl. Beschwerdeschrift, S. 4). In Anbetracht dieser Aussagen ist denn auch seine
Beteuerung, er habe seine Probleme entschlossen angepackt und unter grössten
Anstrengungen einen Weg der Besserung eingeschlagen, zu relativieren. Diese
Einschätzung wird zudem durch die weitere Delinquenz auch nach dem bereits in
Aussicht gestellten Widerruf der Niederlassungsbewilligung gestützt. Entsprechend
kann aber auch die Prognose über das Wohlverhalten – soweit sie denn im
fremdenpolizeilichen Verfahren überhaupt ausschlaggebend ist (vgl. Hunziker, in:
Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und
Ausländer, N 12 zu Art. 63 mit Hinweisen) – nicht günstig ausfallen. Daran vermag auch
nichts zu ändern, dass die in den Jahren 2008 und 2009 begangenen Delikte wiederum
nicht besonders schwer wiegen, die Prognose im Strafurteil vom 13. März 2007 positiv
ausfiel und auch das Bezirksgericht Münchwilen die bedingt ausgesprochene Strafe in
seinem Urteil vom 21. Januar 2010 nicht widerrief. Anders als bei der strafrechtlichen
Beurteilung ist nämlich aus fremdenpolizeilicher Sicht selbst ein geringes Restrisiko
nicht hinzunehmen. Insgesamt besteht daher aufgrund der vom Beschwerdeführer
begangenen Straftaten ein gewichtiges öffentliches Interesse an der Ausweisung.
4.4 Als Arbeitskraft hat sich der Beschwerdeführer offensichtlich bewährt. Seine
Arbeitgeberin stellt ihm ein gutes Zeugnis aus (vgl. act. 17 Beschwerdeführer). Auch in
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wirtschaftlicher Hinsicht gibt er zu keinerlei Klagen Anlass. Es sind keine Betreibungen
gegen ihn verzeichnet, und er kommt für seinen Lebensunterhalt selbst auf. Die bereits
erwähnte wiederholte Delinquenz spricht hingegen gegen eine Anpassung an die
hiesige Ordnung. Zudem deuten die Akten auf eine fehlende soziale Integration hin.
Offensichtlich verbringt der Beschwerdeführer seine Freizeit fast ausschliesslich mit
Landsleuten. Jedenfalls waren an sämtlichen Delikten, die der Beschwerdeführer
zusammen mit anderen begangen hat, immer ausschliesslich Personen aus dem
ehemaligen Jugoslawien beteiligt. Von daher erscheint er nicht sonderlich gut integriert.
Inwiefern eine persönliche Befragung des Beschwerdeführers oder von R. B. an diesem
Eindruck etwas ändern soll, ist nicht ersichtlich. Es kann deshalb davon abgesehen
werden. Von einer gelungenen Integration kann auf jeden Fall keine Rede sein.
4.5 Zu Gunsten des Beschwerdeführers ins Gewicht fällt unbestrittenermassen seine
lange Aufenthaltsdauer. Er kam mit sechs Jahren in die Schweiz und lebt nunmehr 19
Jahre hier.
In persönlicher Hinsicht erscheint demgegenüber eine Rückkehr in sein Heimatland
durchaus zumutbar. Er spricht Albanisch, war immer wieder in den Ferien im Kosovo
und verfügt dort zumindest über eine Grossmutter. Die dortigen Verhältnisse sind ihm
also durchaus vertraut. Er wird sich deshalb in der Heimat auch bei einem anfänglich
fehlenden Beziehungsnetz wieder zurechtfinden können. Kaum Gewicht ist im Übrigen
der Tatsache beizumessen, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2008 eine Landsfrau
geheiratet hat, welche ebenfalls über eine Niederlassungsbewilligung in der Schweiz
verfügt. Die Heirat erfolgte zu einem Zeitpunkt, als der Beschwerdeführer bereits
rechtskräftig zu 18 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden war und das
fremdenpolizeiliche Verfahren bereits lief. Von daher konnten er und seine Ehefrau sich
dannzumal nicht darauf verlassen, die Ehe in der Schweiz leben zu können (Spescha,
in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli [Hrsg.], Migrationsrecht, 2. Auflage, N 7 zu Art. 63 mit
Hinweisen).
4.6 Unter Abwägung aller auf dem Spiel stehenden Interessen ist daher nicht zu
beanstanden, dass die Vorinstanz den Widerruf der Niederlassungsbewilligung als
verhältnismässig beurteilt hat. Jedenfalls ist nicht erkennbar, dass die Vorinstanz das
ihr zustehende Ermessen überschritten oder missbraucht hätte. Daran vermag auch
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der vom Beschwerdeführer angeführte Bundesgerichtsentscheid aus dem Jahr 2006
(BGE 2A.297/2006 vom 14. August 2006) nichts zu ändern, zumal in diesem Fall das
Bundesgericht die Verhältnismässigkeit der Ausweisung nicht verneint, sondern die
Streitsache lediglich zur Neubeurteilung (unter Berücksichtigung eines neuen
psychiatrischen Gutachtens) an das Verwaltungsgericht Thurgau zurückgewiesen hat.
Zudem erging das entsprechende Urteil noch unter der Herrschaft des (nicht mehr in
Kraft stehenden) ANAG.
5. Unter diesen Umständen ist der Widerruf der Niederlassungsbewilligung auch mit
dem Anspruch auf Achtung des Familienlebens im Sinn von Art. 8 Ziff. 1 der
Europäischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101) vereinbar. Das entsprechende
Recht kann aufgrund von Ziff. 2 der gleichen Bestimmung eingeschränkt werden, wenn
es für die öffentliche Sicherheit, zur Verhütung von Straftaten oder zum Schutz der
Gesellschaft sowie der Rechte und Freiheiten anderer als notwendig erscheint. Dies ist
nach dem oben Gesagten (E. 4) der Fall.
5. Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet. Der Widerruf der
Niederlassungsbewilligung erweist sich trotz der langen Aufenthaltsdauer in der
Schweiz als gesetz- und verhältnismässig. Die damit einhergehenden persönlichen
Nachteile hat sich der Beschwerdeführer selbst zuzuschreiben.
6. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht