Decision ID: 062bc8fb-fcf8-4a6b-85c0-c5ce1df9ad3b
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 17.03.2016 Art. 28 IVG. Beweiswürdigung. Der Sachverhalt erweist sich aus medizinischer Sicht als genügend abgeklärt. Kein rentenbegründender  des Beschwerdeführers, da er den gesundheitsbedingten Erwerbsausfall durch seine Nebenerwerbstätigkeit weitgehend zu kompensieren vermag (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. März 2016, IV 2014/33).
Besetzung
Vizepräsidentin Marie-Theres Rüegg Haltinner, Versicherungsrichterinnen Monika
Gehrer-Hug und Marie Löhrer; Gerichtsschreiberin Evelyn Heiniger
Geschäftsnr.
IV 2014/33
Parteien
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Marcel Köppel, Grossfeld-strasse 45,
7320 Sargans,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
Gegenstand
Rente
Sachverhalt
A.
A.a A._ erlitt am 19. Mai 2010 bei der Ausübung seiner Tätigkeit als Landwirt einen
schweren Unfall. Der Unfall hatte u.a. einen Hämatopneumothorax sowie eine
Thoraxwandinstabilität bei Rippenserienfrakturen beidseits, multiple Gesichts- und
Schädelfrakturen, ein Epiduralhämatom frontal rechts und eine beidseitige
Lungenkontusion zur Folge (vgl. Austrittsbericht des Kantonsspitals St. Gallen, Klinik
für Chirurgie, vom 23. Juni 2010, nicht nummerierte SUVA-Akten, act. G 4.2). Nach
Betriebsumstellungen in den Jahren 2000 und 2008 war der Versicherte nur noch
teilweise als Landwirt tätig gewesen und hatte daneben ab 2003 als Angestellter und
seit Mai 2005 beim Z._ zu einem Pensum von zuletzt rund 45% gearbeitet (IV-
act. 41, 21). Der Versicherte erholte sich nach dem Unfall insoweit, als es ihm ab
September 2010 teilweise und ab November 2010 wieder vollumfänglich möglich war,
seine Tätigkeit beim Z._ auszuüben. In seiner Tätigkeit als Landwirt blieb er
eingeschränkt (Arztbericht Dr. med. B._ vom 28. April 2011, SUVA-Akten, act. G 4.2).
A.b Am 21. August 2012 unterzog sich der Versicherte einer interdisziplinären
arbeitsspezifischen Abklärung in der Klinik Valens. Im entsprechenden Arztbericht von
Dr. med. C._ wurden als Diagnosen eine persistierende Bewegungseinschränkung
und verminderte Belastbarkeit im Bereich des Thorax und der rechteren oberen
Extremität bei Status nach Polytrauma am 19. Mai 2010 sowie ein regredientes
lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei Status nach Repositions-TLIF L4-S1 (2009) bei
Spondylarthrosen L4/5 und Spondylolyse mit Spondylolisthesis L5/S1 festgehalten. Die
bisherige berufliche Tätigkeit als Büroangestellter entspreche einer leichten
wechselbelastenden Tätigkeit, die der Versicherte weiterführen könne. Die
Arbeitstätigkeit als Landwirt sei zum Teil einer mittelschweren bis schweren Tätigkeit
zuzuteilen, für welche der Versicherte nicht mehr qualifiziert sei. Leichtere Tätigkeiten
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könnten von ihm durchgeführt, schwerere müssten abgegeben werden (Bericht vom
21. August 2012, SUVA Akten, act. G 4.2). Im Job Match-Bericht der Klinik Valens vom
7. September 2012 wurde ausgeführt, dass die beobachtete Belastbarkeit des
Versicherten den Anforderungen einer Büro- und Kontrolltätigkeit entspreche. Die
beobachtete Belastbarkeit habe aber mehrheitlich unter den Belastungsanforderungen
der Tätigkeit als Landwirt gelegen. Die Hockestellung sei dem Versicherten nicht mehr
möglich und Arbeiten über Schulterhöhe könne er nur noch selten vornehmen. Das
Befüllen der Sämaschine und das An- und Abkuppeln von Sämaschine und Pflug seien
nicht mehr möglich. Säen und Pflügen mit dem Traktor sollte er bis zu 6 Stunden pro
Tag können. Den Maschinenunterhalt könne er nicht mehr tätigen. Beim
Gebäudeunterhalt müssten teilweise Gewichte gehoben und getragen werden, welche
die Limite des Versicherten von 17.5 kg überschreiten würden (IV-act. 22).
B.
B.a Am 22. September 2012 meldete sich der Versicherte zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung an. Er gab an, er leide an einem Druck und Schmerzen im
Brustkorb, an Atemnot, Schweissausbrüchen, Behinderung und Schmerzen bei den
täglich anfallenden Arbeiten, an Kraftverlust, starken Bewegungseinschränkungen,
Schlafstörungen durch die unerträglichen Schmerzen, Kopfschmerzen und Migräne,
Konzentrationsschwäche, und er könne nicht mehr lange stehen, laufen und sitzen (IV-
act. 1).
B.b Am 22. November 2012 führte die Eingliederungsverantwortliche mit dem
Versicherten ein Gespräch, wobei dieser angab, es gehe ihm aktuell schlechter als drei
Monate nach dem Unfall. Anfänglich sei es noch ganz gut gegangen. Nun habe er aber
einfach zu viele Schmerzen und keine Kraft mehr und brauche auf dem Hof ständig
Hilfe. Die Arbeit beim Z._ gefalle ihm sehr gut und er könne sich eine Tätigkeit von
60-70% beim Z._ gut vorstellen. Allerdings sei dies aufgrund der fehlenden
Stellenprozente beim Z._ nicht möglich. Die Landwirtschaft werde er mittel- bis
langfristig nicht mehr machen können (IV-act. 31).
B.c Am 20. Februar 2013 teilte die IV-Stelle mit, dass sie die Kosten für einen Sitz-/
Stehtisch übernehmen werde (IV-act. 35). Gleichzeitig teilte sie mit, dass weitere
berufliche Massnahmen nicht angezeigt seien (IV-act. 36).
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B.d Am 21. Juni 2013 klärte ein Landwirtschaftsexperte die Situation des Versicherten
ab. In seinem Bericht vom 15. Juli 2013 legte der Experte dar, der Versicherte sei in der
Landwirtschaft stark eingeschränkt. Bei fast allen Arbeiten auf dem Betrieb sei er
darauf angewiesen, dass ihm jemand etwas halte, anzuheben helfe oder sonst
irgendwie behilflich sei. Gemäss Betätigungsvergleich betrage die Arbeitsunfähigkeit in
der Landwirtschaft aktuell 50%. Bereits in den Jahren 2000 und 2008 habe der
Versicherte den Betrieb aufgrund seiner Rückenschmerzen umgestellt und seine
Nebenerwerbstätigkeit ausgebaut. Damit habe er sich selbst integriert und den Verlust
von Erwerbseinkommen verhindern können. Sein Gesamteinkommen sei dadurch
sogar angestiegen. Aufgrund seiner Rückenprobleme habe der Versicherte den Einsatz
von Lohnunternehmern erhöht, wodurch er höhere Kosten im Umfang von Fr. 8‘000.--
habe. Gemäss Einkommensvergleich betrage der behinderungsbedingte
Erwerbsausfall 24%. Ein Teil des verbliebenen landwirtschaftlichen Einkommens sei
aber aufgrund der Verteilung der Arbeitsstunden der Ehefrau zuzuordnen, die früher im
S._ tätig gewesen sei und kaum in der Landwirtschaft mitgearbeitet habe (IV-act. 41).
B.e Mit Vorbescheid vom 2. August 2013 kündigte die IV-Stelle an, sie werde das
Rentengesuch des Versicherten bei einem IV-Grad von 24% abweisen. Bei der
Bemessung des IV-Grades wurde eine gesundheitsbedingte Erwerbseinbusse von
Fr. 18‘200.-- in der Landwirtschaft berücksichtigt (IV-act. 44).
B.f Am 23. September 2013 liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter Einwand
erheben und die Zusprache einer mindestens halben IV-Rente verlangen (IV-act. 49).
Der Rechtsvertreter kritisierte die Berechnung des IV-Grades. So seien die
gesundheitlichen Einschränkungen des Versicherten in der Tätigkeit als Landwirt
deutlich grösser als angenommen. Der Versicherte habe seinen Betrieb bereits zweimal
aus gesundheitlichen Gründen umstrukturieren müssen. Mit dem Nebenerwerb hätten
aber nicht alle zukünftigen Einkommensverluste in der Landwirtschaft kompensiert
werden können. Insbesondere seien in Folge der Umstrukturierung diverse
Direktzahlungen weggefallen. Aufgrund dieser gesundheitlich bedingten Umstellungen
sei es daher nicht sachgerecht, für das Valideneinkommen auf das Einkommen aus der
Landwirtschaft vor dem Unfall abzustellen. Die mit 50% bewertete Arbeitsfähigkeit sei
zu hoch eingeschätzt. Der Versicherte leide sehr oft an Kopfschmerzen und Migräne,
wodurch er Mühe habe, sich länger zu konzentrieren. Auch der Oberkörper auf der
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rechten Seite und die rechte Schulter verursachten ihm Schmerzen. Er nehme
regelmässig Schmerzmedikamente und Schlafmittel. Die mit den Schmerzen
zusammenhängende Einschränkung in der Leistungsfähigkeit habe zudem
Auswirkungen auf die Psyche; er leide unter Depressionen. Ein Grossteil der Arbeiten in
der Landwirtschaft sei dem Versicherten nicht mehr möglich. Bei den Tätigkeiten, die er
noch selbst ausführen könne, habe er einen massiv höheren Zeitaufwand als früher.
Insgesamt übersteige die Einschränkung in der Landwirtschaft damit 50% deutlich.
Dies ergebe sich auch daraus, dass die Ehefrau des Versicherten ihre Tätigkeit im
S._ zugunsten der Landwirtschaft aufgegeben habe, obwohl ihr die Landwirtschaft
eigentlich nicht zusage. Aber nicht nur die Ehefrau, sondern auch die beiden Söhne
müssten seit dem Unfall des Versicherten vermehrt in der Landwirtschaft mithelfen.
Zudem beanspruche der Versicherte für die zu erledigenden Landwirtschaftsarbeiten
praktisch jeden Y._ von 08.00 Uhr bis 16.00 Uhr die Hilfe eines Kollegen.
B.g Am 5. Dezember 2013 nahm der Landwirtschaftsexperte zum Einwand des Ver
sicherten Stellung (IV-act. 53). Er führte an, der Auszug aus dem Individuellen Konto
(IK) des Versicherten zeige, dass er sein Gesamteinkommen mit den
Umstrukturierungen des Betriebes habe steigern können. Die auf dem Betrieb frei
gewordene Arbeitskapazität habe er bei der Anstellung beim Z._ bestens verwerten
können und die Verluste bei Betriebserträgen und Direktzahlungen seien durch den
Nebenerwerb mehr als kompensiert. Bei Beibehaltung der X._ wäre ein Nebenerwerb
nicht oder nur in bescheidenem Umfang möglich gewesen. Zählte man das Einkommen
aus dem Nebenerwerb nicht dazu, fiele das Valideneinkommen tiefer aus. Der gewählte
Ansatz mit Berücksichtigung des Nebenerwerbs sei daher vorteilhafter für den
Versicherten. Nachdem er sich nochmals mit dem Versicherten und seiner Frau
besprochen habe, habe er die Berechnung der Arbeitsfähigkeit angepasst. Im
korrigierten Betätigungsvergleich werde für den Versicherten eine Arbeitsfähigkeit von
32% ermittelt, da er nur noch 250 der auf dem Betrieb anfallenden 820 Stunden leiste.
So sei einer der beiden Brüder des Versicherten praktisch jeden Y._ den halben Tag
anwesend (4 Stunden) und auch ein Kollege des Versicherten arbeite jeweils am Y._
6 Stunden. Gestützt auf die korrigierte Berechnung ergebe sich, dass das
landwirtschaftliche Einkommen des Versicherten von Fr. 32‘000.--
behinderungsbedingt auf Fr. 7‘175.-- gesunken sei. Dies entspreche einem
Einkommensverlust aus der Landwirtschaft von 77.6%. Zusammen mit dem
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Nebenerwerb von Fr. 45‘200.-- betrage das Gesamteinkommen des Versicherten ohne
Behinderung Fr. 77‘200.--. Der behinderungsbedingte Einkommensverlust in der
Landwirtschaft von Fr. 24‘825.-- entspreche damit einem Invaliditätsgrad von 32%. Der
Versicherte habe beim Abklärungsgespräch betont, dass die wechselbelastende
Tätigkeit enorm wichtig sei, da er, wenn er zu lange im Büro arbeite, Kopfschmerzen
habe und sich nicht mehr konzentrieren könne. Eine Aufgabe der Landwirtschaft und
gleichzeitige Steigerung der Bürotätigkeit könne er sich deshalb nicht vorstellen (IV-
act. 53-4).
B.h Am 10. Dezember 2013 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des
Leistungsbegehrens (IV-act. 56). Zur Begründung führte sie an, im Rentenentscheid sei
die neuste Stellungnahme des Landwirtschaftsexperten berücksichtigt worden. Im
Landwirtschaftsbetrieb resultiere eine Erwerbseinbusse von Fr. 24‘825.--. Unter
Berücksichtigung des Zweiteinkommens ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 32%,
womit kein Rentenanspruch bestehe.
B.i Dagegen richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 15. Januar 2014, worin der
Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter die Zusprache einer mindestens
halben Rente beantragt (act. G 1). Der Rechtsvertreter macht geltend, es sei nicht
zutreffend, dass mit dem Nebenerwerb die gesundheitlich bedingten Ausfälle in der
Landwirtschaft hätten kompensiert respektive aufgewogen werden können. Der
Landwirtschaftsexperte gehe von falschen Prämissen aus, wenn er behaupte, dass der
Beschwerdeführer 2014 höhere Direktzahlungen erhalte. Die Berechnung der
Direktzahlungen könne maximal für das Jahr 2014 noch stimmen, für die Folgejahre
jedoch nicht mehr. Denn um den aktuellen Standard der Direktzahlungen zu erhalten,
sei eine Erhöhung der Standardarbeitskraft (SAK) nötig, was für den Beschwerdeführer
aber nicht möglich sei, da dies nur mit W._ oder V._, nicht aber mit U._ möglich
wäre. Infolge der gesundheitsbedingten Umstrukturierung seien diverse
Direktzahlungen weggefallen respektive würden in Zukunft zurückgehen. Damit sei es
nicht sachgerecht, trotz der behinderungsbedingten früheren Betriebsumstellung das
Einkommen in der Landwirtschaft vor dem Unfall als Valideneinkommen heranzuziehen.
Der Beschwerdeführer leide zudem an Schmerzen am rechten Oberkörper. Das
Anheben seines rechten Armes sei ihm – wenn überhaupt – nur mit sehr viel Mühe
möglich. Er leide zudem an Atemnot und Schmerzen in der Brust. Er nehme
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regelmässig Schmerzmedikamente und sei auf Schlafmittel angewiesen. Angesichts
seiner körperlichen Beschwerden sei es illusorisch anzunehmen, dass der
Beschwerdeführer täglich bis zu 6 Stunden Traktorarbeiten ausführen könne. Sitzende
Tätigkeiten seien ihm zwar oft während längerer Dauer, jedoch nicht uneingeschränkt
möglich. Bei länger andauernden Arbeiten bekomme er Rückenschmerzen vom Sitzen
auf dem Traktor. Im Abklärungsbericht werde zudem zu Unrecht festgehalten, dass die
Betriebsleiterarbeiten kaum erschwert seien. Fakt sei jedoch, dass der
Beschwerdeführer sehr oft an Kopfschmerzen und Migräne leide, was zur Folge habe,
dass er kaum mehr in der Lage sei sich zu konzentrieren. Die körperlichen
Beschwerden würden zudem auf seine Psyche schlagen. Insgesamt übersteige die
Arbeitsunfähigkeit in der Landwirtschaft die festgestellten 69%. Im Expertenbericht
werde zwar erwähnt, dass der Beschwerdeführer diverse Arbeiten mit einem alten
Hoflader erledige, unberücksichtigt sei dabei aber geblieben, dass er in absehbarer Zeit
einen neuen Hoflader werde anschaffen müssen, dessen Finanzierung keineswegs
sichergestellt sei. Die gesundheitlichen Defizite liessen es nicht zu, die entsprechenden
Arbeiten von Hand auszuführen. Die invaliditätsbedingten Mehrkosten mit Blick auf den
Hoflader seien im Vergleich zur Annahme im Abklärungsbericht vom 5. Dezember 2013
damit deutlich zu erhöhen. Weiter seien im Expertenbericht die anfallenden Lohnkosten
für das Pressen der Silo- und Heuballen unberücksichtigt geblieben, was für eine
sachgerechte Beurteilung aber unumgänglich wäre. Der IV-Grad des
Beschwerdeführers betrage damit 50%, übersteige jedenfalls mindestens 40%. Im
Bedarfsfall sei diesbezüglich eine ergänzende Expertise einzuholen.
B.j Mit Beschwerdeantwort vom 19. März 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung ihres Standpunktes führt sie
an, es seien lediglich die Verhältnisse bis zum Verfügungszeitpunkt zu berücksichtigen.
Damit sei es nicht von Bedeutung, welches Einkommen der Beschwerdeführer 2015
erziele. Allfällige Veränderungen des erwerblichen Sachverhaltes wären in einem
Revisionsverfahren zu beurteilen. Es sei unbestritten, dass der Beschwerdeführer
aufgrund von Rückenschmerzen von der X._ auf T._ umgestellt und 2008 die
W._ vollständig aufgegeben habe. Die damit verbundenen geringeren Einnahmen auf
dem Bauernhof habe der Beschwerdeführer durch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit
als Sachbearbeiter allerdings kompensieren können. Die Invalidität sei im Gesetz
ausschliesslich erwerblich definiert. Eine IV-Rente stelle damit eine reine
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Erwerbsausfall- und keine Gesundheitsbeeinträchtigungsrente dar. Für die Festlegung
des IV-Grades komme somit dem tatsächlich nach Eintritt des Gesundheitsschadens
erzielten Erwerbseinkommen eine erhebliche Bedeutung zu. Es sei nicht dargetan, dass
der Beschwerdeführer aufgrund seiner gesundheitlichen Beschwerden den für einen
Rentenanspruch notwendigen Erwerbsausfall von mindestens 40% erlitten habe.
Vielmehr habe er sich mit der ab 2003 aufgenommenen Tätigkeit als Arbeitnehmer mit
steigendem Arbeitspensum erfolgreich selbst eingegliedert und sei damit dem
Grundsatz der Selbsteingliederungs- und Schadenminderungspflicht nachgekommen.
B.k Am 7. Mai 2014 hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ausdrücklich an
seinen Anträgen und Ausführungen in der Beschwerdeschrift fest und verzichtete auf
eine Replik (act. G 6).

Erwägungen
1.
Streitig und zu prüfen ist vorliegend der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Rente.
1.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
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Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
2.
2.1 In einem ersten Schritt ist zu prüfen, ob der Sachverhalt in medizinischer Hinsicht
spruchreif ist, da der Beschwerdeführer eine medizinische Begutachtung zur
Einschätzung seiner Arbeitsfähigkeit beantragt.
2.2 Die angefochtene Verfügung stützt sich auf die interdisziplinäre arbeitsspezifische
Abklärung der Klinik Valens vom 21. August 2012. Die untersuchende Ärztin hat
festgehalten, die Tätigkeit als Landwirt entspreche teilweise einer mittelschweren bis
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schweren Tätigkeit, für die der Beschwerdeführer nicht mehr geeignet sei. Der Job
Match-Bericht hält fest, die beobachtete Belastbarkeit liege mehrheitlich unter den
Belastungsanforderungen der bisherigen Tätigkeit. Sitzen auf dem Traktor sei dem
Beschwerdeführer während 6 Stunden am Tag möglich. Heben und Tragen könne er
maximal 17.5 kg. Die Hockestellung sei ihm nicht mehr möglich (IV-act. 22-2 f.).
2.3 Dr. B._ hatte sich am 29. Juni 2012 zu Handen der SUVA zum
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers geäussert und festgehalten, es sei
unverändert eine eingeschränkte Beweglichkeit der rechten Schulter vorhanden (SUVA-
act. G 4.2). Im Gespräch mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) am 17. Oktober
2012 hat Dr. B._ keine eigene Einschätzung der Leistungsfähigkeit mehr abgegeben,
sondern sich auf die Feststellungen der Klinik Valens gestützt. Eine Steigerung über die
dort festgestellte Belastbarkeit sei nicht zu erwarten (IV-act. 23).
2.4 Im Bericht des SUVA-Kreisarztes zur Untersuchung vom 15. November 2012
wurde festgehalten, die Unfallfolgen seien dauernd und erheblich. Für den rechten Arm
seien ausladende, werfende Bewegungen zu vermeiden. Auf Lendenhöhe seien 10 kg,
auf Brusthöhe 5 kg und ca. 2.5 kg auf Kopfhöhe möglich; Überkopfarbeiten seien zu
vermeiden. Für eine Bürotätigkeit sei der Beschwerdeführer vollschichtig einsetzbar
(SUVA-act. G 4.2).
2.5 Die IV-Stelle selbst hat keine weiteren Arztberichte eingefordert. Dies war indes
auch nicht notwendig, da der Gesundheitsschaden des Beschwerdeführers
ausgewiesen und sein Gesundheitszustand bis zum hier massgebenden Zeitpunkt des
Verfügungserlasses auf diesem Niveau stabil war. Alle beteiligten Ärzte sind zur
gleichen Einschätzung gelangt und haben seit dem Unfall wiederholt festgehalten, dass
gewisse Beeinträchtigungen bleiben würden und der Beschwerdeführer keine
mittelschwere bis schwere Arbeiten mehr leisten könne. Diese medizinischen
Einschätzungen sind überzeugend. Der Beschwerdeführer legt nicht dar, inwiefern den
vorhandenen Arztberichten nicht zu folgen sei und woraus sich die Notwendigkeit einer
medizinischen Begutachtung ergibt. Bei der vorliegenden Sachlage ist von einer
medizinischen Begutachtung kein neuer Erkenntnisgewinn zu erwarten. Der
Sachverhalt erweist sich aus medizinischer Sicht als genügend abgeklärt.
3.
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Damit bleibt die Frage zu klären, welche Auswirkungen die bleibenden
Einschränkungen des Beschwerdeführers auf seine Tätigkeit als Landwirt haben.
3.1 Zur Klärung dieser Frage beauftragte die IV-Stelle einen Landwirtschaftsexperten.
Dem Abklärungsbericht vom 15. Juli 2013 (IV-act. 41) ist zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer infolge von Rückenschmerzen im Jahr 2000 seinen
Landwirtschaftsbetrieb von der X._ auf T._ umgestellt hat. Die geringeren
Einnahmen habe er ab 2003 als Sachbearbeiter kompensieren können. 2008 habe er
wegen seiner Rückenschmerzen die W._ vollständig aufgegeben. Aufgrund der
Betriebsumstellungen sei jeweils Arbeitskapazität frei geworden, die der
Beschwerdeführer zur Ausdehnung seines Nebenerwerbs habe einsetzen können.
Dadurch habe er einen Verlust von Erwerbseinkommen verhindern können. Vor dem
Unfall 2010 sei daher kein gesundheitsbedingter Einkommensverlust zu verzeichnen
gewesen. Als Valideneinkommen könne folglich das Einkommen vor dem Unfall 2010
aus Landwirtschaft und Nebenerwerb herangezogen werden. Den
behinderungsbedingten Erwerbsausfall, den er mit 24% bezifferte, korrigierte der
Experte in seinem zusätzlichen Bericht vom 5. Dezember 2013 (IV-act. 53) auf 32%. Er
hatte nochmals mit dem Beschwerdeführer und seiner Frau gesprochen und die von
der Ehefrau, den Brüdern des Beschwerdeführers und einem Kollegen geleistete Arbeit
stärker berücksichtigt und daher für den Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit von
69% in der Landwirtschaft ermittelt. Was die Direktzahlungen anbelangt, sind diese
gemäss Ausführungen des Experten nicht in den Einkommensvergleich aufzunehmen.
Im Übrigen ist die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Kürzung der
Direktzahlungen für die Zukunft offen und bezieht sich ohnehin auf eine Zeit nach dem
Zeitpunkt des Verfügungserlasses, weshalb sie hier nicht zu berücksichtigen ist. Für die
Betriebsleitertätigkeit berücksichtigte der Experte noch eine Leistungsfähigkeit von
25% (IV-act. 53-5), womit der Einschränkung des Beschwerdeführers hinreichend
Rechnung getragen wird. Bei den Kosten des Hofladers bewertete der Experte einen
hälftigen Anteil als invaliditätsbedingte Mehrkosten, womit das Einkommen aus der
Landwirtschaft um Fr. 1‘900.-- geringer ausfiel (IV-act. 53-7 f.). Dass eine Beurteilung
der Einkommensverhältnisse nach einem allfälligen Verkauf des Hofladers zu einem
höheren Invaliditätsgrad führen würde, ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
dargetan.
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3.2 Die Beurteilung des Landwirtschaftsexperten ist plausibel begründet und
überzeugend. Der Beschwerdeführer nannte zudem keine Gründe, die für eine
Abweichung von diesem Expertenbericht sprechen würden. Die Einschätzung, dass
der Beschwerdeführer – hätte er die X._ weitergeführt – keine Nebenerwerbstätigkeit
im vorliegenden Umfang hätte ausüben können, erscheint folgerichtig. Würde also das
Einkommen aus der landwirtschaftlichen Tätigkeit vor der ersten gesundheitlichen
Umstrukturierung als Valideneinkommen berücksichtigt, dürfte das Einkommen aus
dem Nebenerwerb nicht hinzugezählt werden, womit ein tieferes Valideneinkommen
resultieren würde. Der gewählte Ansatz ist damit für den Beschwerdeführer
vorteilhafter.
3.3 Bevor eine versicherte Person Leistungen verlangt, hat sie aufgrund der
Schadenminderungspflicht alles ihr zumutbare selber vorzukehren, um die Folgen der
Invalidität bestmöglich zu mindern. Ein Rentenanspruch ist zu verneinen, wenn sie
selbst ohne Eingliederungsmassnahmen, nötigenfalls mit einem Berufswechsel,
zumutbarerweise in der Lage ist, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu
erzielen. Indem der Beschwerdeführer nach Aufgabe der W._ eine
Nebenerwerbstätigkeit aufgenommen und diese später ausgebaut hat, ist er dieser
Schadenminderungspflicht nachgekommen. Damit ist für die Berechnung seines
Valideneinkommens auf das Einkommen aus Landwirtschaft und den im Rahmen der
Anstellung beim Z._ erzielten Lohn abzustellen.
3.4 Der Beschwerdeführer hat eingewendet, die Ausdehnung der Bürotätigkeit auf
100% sei ihm aufgrund seiner Kopfschmerzen und der Migräne nicht möglich. Diese
Tatsache sei bei der Beurteilung des Erwerbsausfalls zu berücksichtigen.
3.5 Ob der Beschwerdeführer in einer Bürotätigkeit mit Vollzeitpensum zu 100%
arbeitsfähig wäre – worauf die Arztberichte hindeuten – kann indes offen bleiben, da
vorliegend die Situation des Beschwerdeführers mit einer Bürotätigkeit im Teilpensum
(rund 45%) und der landwirtschaftlichen Tätigkeit zu beurteilen ist.
3.6 Der Landwirtschaftsexperte errechnete im Abklärungsbericht vom 5. Dezember
2013 ein Einkommen des Beschwerdeführers aus dem Landwirtschaftsbetrieb von
Fr. 7‘175.--. Für die Berechnung des IV-Grades hat er zum ohne Behinderung
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erzielbaren Landwirtschaftseinkommen des Beschwerdeführers von Fr. 32‘000.--
dessen Angestellteneinkommen von Fr. 45‘200.-- hinzugerechnet, woraus sich bei
einem Valideneinkommen von Fr. 77‘200.-- ein behinderungsbedingter Erwerbsausfall
von Fr. 24‘825.-- und damit ein IV-Grad von 32% ergeben hat (vgl. IV-act. 53-8). Diese
Berechnung ist nicht zu beanstanden, weshalb darauf abgestellt werden kann.
4.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer gesundheitsbedingt in
seiner Tätigkeit als Landwirt wesentlich eingeschränkt ist. Durch den Ausbau seiner
Nebenerwerbstätigkeit ist es ihm aber gelungen, den Erwerbsausfall weitgehend zu
kompensieren. Insgesamt ergibt sich beim Beschwerdeführer ein nicht
rentenbegründender IV-Grad von 32%. Dementsprechend ist die Beschwerde
abzuweisen.
5.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Diese ist
dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen unter Anrechnung des von ihm
bezahlten Kostenvorschusses von Fr. 600.--. Ausgangsgemäss hat der
Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.