Decision ID: a2ca11d6-3984-582d-9036-2e7e0390eb61
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1958,
meldete sich unter Hinweis auf Schmerzen im Bereich des Rückens, des Kopfes und der Knie
am
19. Januar 2015
bei der Inva
lidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
7/1
). Die Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisch
e und erwerbliche Situ
ation ab
und holte bei
m
Y._
ein polydiszipli
näres Gutachten ein, das am
18. Januar 2016
erstattet wurde (Urk.
7/
27/2-29
).
Nach ergangenem Vorbescheid (Urk. 7/31; vgl. auch Urk. 7/32+37) sowie einge
holter Stellungnahme der
Y._
-Gutachter (Urk. 7/46), veranlasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre Verlaufsbegutachtung beim
Y._
(Verlaufsgutachten vom
8. September 2017, Urk. 7/77/2-35). Dazu nahm der Versicherte am 16. Oktober 2017 Stellung (Urk. 7/79). Mit Verfügung vom 11. Dezember 2017 verneinte die IV-Stelle einen
Rentenanspruch
bei einem Invaliditätsgrad von 11 %
(Urk.
7/84
= Urk.
2)
2.
Der Versicherte erhob am 23. Januar 2018
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
11. Dezember 2017
(Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihm
eine Rente
zuzusprechen, eventuell sei
ein Gerichtsgutachten zu erstellen
.
In pro
zessualer Hinsicht ersuchte der Versicherte um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung durch Rechtsanwalt
Dr.
Peter Stadler (Urk. 1 S. 2 oben).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
26. Februar 2018
(Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
1. März 2018
zur Kenntnis gebracht (Urk.
8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über
die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2
017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stam
men, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Un
terlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entschei
dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un
tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt
nis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der me
dizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag ge
gebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verf
ügung
davon aus,
ge
stützt auf das
Y._
-Verlaufsgutachten sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit ausgewiesen. Aufgrund der herangezogenen Tabellenlöhne so
wie unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 10 % resultiere ein Invaliditätsgrad von 11 % (Urk. 2 Abklärungsergebnis).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk. 1)
,
das
Y._
-Gutachten vom 18. Januar 2016 sowie das Verlaufsgutachten vom 8. Sep
tember 2017 l
itten
an erheblichen Mängeln, weshalb diese nicht als Beweismittel verwertbar
seien. Aus den Berichten der be
handelnden Ärzte ergebe sich, dass der Beschwerdeführer somatisch nur noch zu 50 % und psychiatrisch gar nicht mehr arbeitsfähig sei. Sodann sei der gewährte leidensbedingte Abzug unverhältnis
mässig tief (S. 10 Ziff. 22).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch zu Recht verneinte.
3.
3.1
Vom
5.
bis 20. Januar 2015 war der Beschwerdeführer im
Z._
, Klinik für Rheumatologie, hospitalisiert
(vgl. Austrittsbericht vom 21. Januar 2015, Urk. 7/8)
.
Im Bericht vom 26. Februar 2015 (Urk. 7/7)
führten die Ärzte des
Z._
aus, es habe eine
Fehlform
bei Hyperkyphose der Brustwirbel
säule (BWS), eine muskuläre
Dysbalance
und eine segmentale Dysfunktion der Halswirbelsäule (HWS) festgestellt werden können. Sensomotorische Defizite be
stünden nicht (Ziff. 1.4 «ärztlicher Befund»). Es wurden
folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
genannt
(Ziff. 1.1):
-
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom; Differentialdiagnose (DD):
lum
bospondylogenes
Reizsyndrom S1 links
-
zervik
ospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
Karpaltunnelsyndrom beidseits
-
symptomatische mediale Gonarthrose beidseits
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe der diagnostizierte Diabetes mellitus Typ
2.
Körperliche Tätigkeiten mit Heben schwerer Lasten seien nicht zumutbar, da diese die Problematik des
lumbo
- und
zervikospondylogenen
Schmerzsyndroms ver
stärken würden. Eine leidensangepasste, wechselbelastende Tätigkeit ohne mit
telschwere oder schwere körperliche Belastung sei aktuell zu 50 % möglich (Ziff. 1.7).
Aus psychiatrischer Sicht würden psychosoziale Belastungsfaktoren zur Auf
rechterhaltung der Schmerzsymptomatik beziehungsweise zu einer defizitären Schmerzverarbeitung beitragen (vgl. Bericht zum Konsilium Psychiat
rie/Psychotherapie vom 8. Januar 2015, Urk. 7/12 S. 2 «Beurteilung»).
3.2
Der Beschwerdeführer stell
t
e sich Ende Februar 2015
bei
Dr.
med. A._
, Facharzt für Neurologie, vor (Bericht vom 26. März 2015, Urk. 7/9).
Dr.
A._
di
agnostizierte
Folgendes (Ziff. 1.1):
-
chronische Lumbalgien mit Ausstrahlung ins linke Bein
-
Karpaltunnelsyndrom, rechts stärker als links
-
benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel wahrscheinlich
-
Spannungskopfschmerz
en
Angaben
zur zumutbaren Arbeitsfähigkeit könne er keine machen, so
Dr.
A._
, da er
den Beschwerdeführer nur konsiliarisch untersucht und zudem zum
letzten Mal zirka vor
einem halben Jahr gesehen habe
(Ziff. 1.6).
3.3
Im April und Juni 2015 stellte sich der Beschwerdeführer wiederum bei
Dr.
A._
vor aufgrund
der zunehmenden
Kopfschmerzproblematik
(vgl.
diverse
Kranken
geschichten-Einträge
,
Urk. 7/14/2-3
,
sowie Berichte vom 16. April 2015, Urk. 7/14/4-7).
Im Eintrag vom 2. Juli 2015 führt
Dr.
A._
aus, es seien insgesamt zu wenige Hinweise für eine paroxysmale
Hemikranie
vorhanden, weshalb an einen
neuralgiformen
Schmerz gedacht werden müsse. Ob diese
r
trigeminal
be
dingt sei
oder im Zusammenhang mit der früheren Narbe im tempoparietalen Bereich
stehe
, müsse letztlich
offenbleiben
. Der Beschwerdeführer sei stark ge
stört. Darum werde ein Versuch mit
Oxcarbazepin
durchgeführt
(Urk. 7/14/2 «Be
urteilung und Procedere»).
3.4
Am 18. Januar 2016 wurd
e das polydisziplinäre Gutachten
durch Ärzte des
Y._
erstattet (
Y._
-Gutachten, Urk. 7/27/2-29).
Zum aktuellen Leiden habe der Be
schwerdeführer angegeben, er leide seit Jahren an Rücken-, beidseitigen Knie- und Schulterschmerzen, linksseitigen Fersen- und rechtsseitigen
OSG (oberes
Sprunggelenk)-
Schmerzen wie auch an Arm- und Handschmerzen beidseits, wo
bei es intermittierend zu
Hyp
-/Parästhesien Digitalis (
Dig
.) I bis III links und
Dig
. I bis V rechts kommen würde. Seit vier Jahren leide er
unter zunehmenden
Rü
ckenschmerzen mit Schmerzausstrahlung bis in den linken Fuss. 1979 habe er bei einem Selbstunfall mit dem Motorrad ohne Helm ein Schädel-Hirn-Trauma
(SHT)
erlitten. Seitdem leide er unter links hemisphärischen Kopfschmerzen, welche schlagartig zwei bis drei Mal
pro Woche während einer Dauer von ein bis zwei Minuten auftreten würden, gelegentlich verbunden mit Nausea (S. 7 Ziff. 3.1.1).
Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellten die Gutachter die folgenden (S. 25 Ziff. 5.1):
-
chronische Knieschmerzen unter linksseitiger Betonung
-
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
-
chronische Nacken-, Schulter-, Arm- und Handbeschwerden der domi
nanten rechten Seite
Folgende Diagnosen hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 26 Ziff. 5.2):
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
Adipositas
-
Dysthymie
(ICD-10 F34.1)
-
Zustand nach S
chädelhirntrauma
(SHT)
1989 (richtig wohl 1979; vgl. S. 7 Ziff. 3.1.1 Mitte, vgl. auch Urk. 7/77/11 oben)
mit wahrscheinlich
epidura
ler
Blutung und linksfrontalen Kontusionsherden ohne persistierendes De
fizit
-
anamnestisch Zustand nach benignem paroxysmalem Lagerungsschwin
del
-
beidseitiges leichtes Karpaltunnelsyndrom
-
Verdacht auf multifaktorielles Kopfschmerzsyndrom bei Zustand nach SHT, differentialdiagnostisch Narben- oder Spannungskopfschmerzen
Aus psychiatrischer Sicht könne aufgrund der aktuellen Befunde bei etwas phleg
matisch resignativer Stimmungslage, Vereinsamungstendenz und Gedankenkrei
sen in Form einer Einschlafstörung die Diagnose einer
Dysthymie
gestellt werden (S. 14 Ziff. 4.1.3.5).
Die im psychiatrischen Konsiliarbericht des
Z._
vom 8. Ja
nuar 2015 gestellte Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren könne aufgrund der Vorgeschichte sowie der aktuellen Befunderhebung nicht bestätigt werden (S. 15 Ziff. 4.1.6).
Aus orthopädischer Sicht sei festzuhalten, dass angesichts der dokumentierten geringen klinischen Befunde am Bewegungsapparat eine hochgradige Arbeit
s
un
fähigkeit selbst für körperlich leichte Verweistätigkeiten nicht nachvollziehbar sei.
Unter Berücksichtigung der Knieproblematik sollten jedoch mittelschwere Verrichtungen nicht mehr zugemutet werden. In früheren Berichten aus dem
Jahr 2012
sei
über Verdeutlichungsverhalten oder sogar Aggravation berichtet
wor
den
. Im Bereich des Rückens seien geringe radiologische Befunde vorhanden. Das fehlende Ansprechen auf eine Infiltration S1 links sowie die Durchführung eines ENMG,
welches keine neurogenen Veränderungen ergeben habe, spreche dafür, dass die Symptomatik am linken Bein am ehesten als
pseudoradikulär
zu inter
pretieren sei, so die Ärzte des
Z._
(
S. 20 f. Ziff. 4.2.8).
Aus polydisziplinärer
Sicht bestehe aufgrund von chronischen Schmerzen eine volle Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit am
B._
wie auch für andere körperlich mittelschwere und schwere Tätigkeiten.
Dagegen bestehe für eine körperlich leichte, adaptierte Tätigkeit unter Wechselbelastung eine
Ar
beits
- und Leistungsfähigkeit von 100 %. Dabei solle das wiederholte Heben und Tragen von Lasten über 10 kg,
das häufige Überwinden von Treppen und Gehen auf unebenem Grund sowie der repetitive Einsatz der oberen Extremitäten ober
halb des Schulterniveaus vermieden werden
(S. 26 f. Ziff. 6.2).
Dies gelte retro
spektiv ab dem 22. Juni 2012 (S. 27 Ziff. 6.3).
3.5
Im Bericht vom 24. April 2016
(Urk. 7/35)
führte
Dr.
A._
aus, es komme immer wieder zu Attacken von stechenden
neuralgiformen
Schmerzen
frontotemporal
links. Die Ursache der Schmerzen sei bis jetzt unklar und die bisherigen Behand
lungsversuche seien gescheitert (S. 1). Die medizinisch begründete Arbeitsunfä
higkeit betrage etwa 50 %. Diese setze sich aus den chronischen Lumbalgien und aus den chronischen paroxysmal auftretenden
neuralgiformen
Kopfschmerzen zusammen. Dies gelte nur für wechselbelastende (sitzende/stehende) Tätigkeiten, in welchen der Beschwerdeführer flexibel eingesetzt werden könne (Kopf
schmerzattacken; S. 2).
3.6
Am 30. Juni 2016 stellte sich der Beschwerdeführer in der Rheumatologischen Klinik des
Z._
vor (Bericht vom 22. Juli 2016, Urk. 7/41/1-5; siehe auch Urk. 7/41/6-9). Der Beschwerdeführer leide unter einem
chronischen
zervikora
dikulärem
Schmerzsyndrom C6/7 aktuell mit sensomotorischem Ausfall C6 rechts sowie einem
lumboradikulärem
Schmerzsyndrom mit sensomotorischem Ausfall L5 links. Ebenfalls bestehe eine symptomatische mediale Gonarthrose beidseits, links mit einem komplizierten Meniskusriss
,
sowie ein symptomatisches Karpal
tunnelsyndrom beidseits mit Indikation einer operativen Dekompression.
Neben
befundlich
sei eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren diagnostiziert worden; zusätzlich sei ein Diabetes mellitus bekannt
. Auf
grund der
zervikoradikulären
beziehungsweise
lumboradikulären
Beschwerden lägen Funktionseinschränkungen bei Bewegung des Rückens vor und es bestünde eine reduzierte Belastbarkeit für das Tragen und Heben von Lasten über 5 kg. Sodann liege eine strukturelle Ermüdung beim Sitzen und Stehen vor. Wegen des Karpaltunnelsyndroms sei die Feinmotorik, Handkraft, Handfunktion sowie das Tragen von Lasten zusätzlich eingeschränkt
.
Aufgrund der Gonarthrose sei die Gehfähigkeit, die Belastbarkeit beim Sitzen und Stehen und das Tragen von Las
ten reduziert
(Ziff. 1.7; vgl. auch Ziff. 1.1).
In einer leidensangepassten, wechsel
belastenden Tätigkeit (mit weiteren genannten Einschränkungen) sei eine Ar
beitsfähigkeit von 50 % zumutbar (
S. 4 oben
).
3.7
Am 21. September 2016
(Urk. 7/42)
erstattete
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Bericht über die im Januar 2016 begonnene Behandlung
(Ziff. 1.2). Seit Januar 2016 habe sich unter mehrfachen Medikati
onsanpassungen nur ansatzweise eine Stabilisierung des depressiven Syndroms erzielen lassen. Die Schlafmedikation mit schlafregulierenden Eigenschaften habe erste Verbesserungen herbeiführen können. Der Beschwerdeführer leide nach wie vor unter depressiven Verstimmungen, der Antrieb sei im Wesentlichen unverän
dert. Der Gesamtzustand sei kaum gelindert (Ziff. 1.4 «Prognose»).
Dr.
C._
stellte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
prolongierte mittelgradige depressive Störung mit somatischem Symptom (ICD-10 F32.11)
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
Die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers sei so zu beurteilen, dass sie sicher
lich keiner verwertbaren und existenzsichernden Arbeit zugeführt werden könne - zumindest in den nächsten Monaten. Ob dies darüber hinaus jeweils wieder möglich sein könne, sei zum aktuellen Zeitpunkt nicht abschätzbar (Ziff. 1.8).
3.8
Die Ärzte der
D._
bestätigten m
it Bericht vom 14. Oktober 2016
aufgrund der
durchgeführten
Untersuchung und der Bildgebung eine
medialbe
tonte
Gonarthrose
beidseits
und stellten den Verdacht auf eine Retropatellararth
rose.
Des Weiteren liege eine bekannte Meniskusläsion
medialseitig
im Bereich des linken Kniegelenkes vor. Dies sei mit den Beschwerden des Beschwerdeführers vereinbar (Urk. 7/54/6 unten).
3.9
Am 15. November 2016 nahmen die
Y._
-Gutachter zur vom Beschwerdeführer im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
vorgebrachten Kritik (vgl. Urk. 7/37) so
wie zu den neuen medizinischen Akten Stellung
. Insg
esamt
hielten die Gutachter
fest, dass aus den neu zugestellten Arztberichten keinerlei objektive Faktoren hervorg
ingen,
welche gegen die von ihnen attestierte Arbeitsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit sprechen würden (Urk. 7/
46).
3.10
Am 8. September 2017 wurde das Verlaufsgutachten durch Ärzte des
Y._
erstattet (Urk.
7/77/2-35
).
Die Gutachter nannten folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 30 Ziff. 5.1):
-
Belastungsdefizit linkes Kniegelenk
-
Belastungsdefizit rechtes Kniegelenk
-
chronisches
lumbospon
d
ylogenes
Schmerzsyndrom linksbetont
-
chronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom rechtsbetont
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten die nachfolgenden Diagnosen (Ziff. 5.2):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0)
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F35.41)
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
Adipositas
-
Zustand nach Schädel-Hirntrauma
1989
(richtig wohl 1979; vgl. S. 10 oben sowie Urk. 7/27/
8 Ziff. 3.1.1 Mitte
)
mit wahrscheinlich Zustand nach
epiduraler
Blutung und linksfrontalen Kontusionsherden ohne persistie
rendes Defizit
Aus rheumatologischer Sicht bestünden aufgrund der Belastungsdefizite beider Kniegelenke sowie der Schmerzsyndrom-Problematik für körperlich schwere und überwiegend mittelschwere, ausschliesslich stehende und gehende Tätigkeiten eine Arbeitsunfähigkeit. Für körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten liege auch rheumatologischer Sicht eine uneinge
schränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit vor. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Taxifahrer entspreche dem positiven Leistungsbild und sei dem Beschwerdeführer vollschichtig zumutbar.
Aus neurologischer Sicht fänden sich lediglich qualitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit aufgrund der anamnestisch
attackenförmig
auftretenden Kopf
schmerzen.
Sturz- oder verletzungsgefährdende Tätigkeiten seien somit für den Beschwerdeführer nicht geeignet. Ansonsten bestehe aus neurologischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit.
Aus allgemeininternistischer Sicht seien aufgrund des Diabetes mellitus fremd- oder selbstgefährdende Tätigkeiten nicht geeignet.
Aus psychiatrischer Sicht sei zu bemerken, dass die depressive Störung sehr
ge
ringgradig
ausgeprägt sei und den Beschwerdeführer im Alltag und im Umgang mit seinen somatischen Beschwerden kaum einschränke.
Insgesamt könne aus polydisziplinärer Sicht eine uneingeschränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit in sämtlichen körperlich leichten bis gelegentlich mittelschwe
ren, wechselbelastenden, nicht selbst- oder fremdgefährdenden Tätigkeiten fest
gestellt werden (S. 32 oben).
Aufgrund der anamnestischen Angaben, der erhobenen Untersuchungsbefunde, der vorliegenden Dokumente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten sei davon auszugehen, dass analog zur letzten Einschätzung vom 18. Januar 2016 eine bleibende Arbeitsunfähigkeit in körperlich mittelschwer bis schwer belasten
den Tätigkeiten seit dem 22. Juni 2012 angenommen werden könne. Eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit in körperlich leichten, adaptierten Tätigkeiten in der Vergangenheit könne retrospektiv gesehen aus gutachterlicher Sicht nicht nachvollzogen werden (S. 32 Ziff. 6.3).
In Auseinandersetzung mit früheren Berichten zeigten sich aus rheumatologi
scher Sicht Divergenzen zum Bericht des
Z._
vom 22. Juli 2016 (vgl. vorstehend E. 3.6): Anhand der objektivierbaren Befunde sei die von den Ärzten des
Z._
attestierte Arbeitsfähigkeit als deutlich zu niedrig anzusehen. Bei der dortigen Untersuchung sei der
Bizepssehnenreflex
rechts nicht auslösbar gewesen. Zusätz
lich habe sich eine leichte Abschwächung des Grosszehensenkers links gefunden. Beides habe sich nun bei der aktuellen Untersuchung nicht mehr feststellen las
sen. Objektivierbar seien aktuell lediglich leichtgradige, altersentsprechend dege
nerative Veränderungen im Wirbelsäulenbereich und im Bereich der Kniegelenke beidseits, die keine derartig gravierende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit rechtfertigen würden (S. 25 Mitte
)
.
Im Vergleich zur Vorbegutachtung, bei wel
cher sich deutliche Hinweise für eine psychische Überlagerung ergeben hätten und seitens des rheumatologischen Vorgutachters ein Verdacht auf eine Schmer
zausweitung geäussert worden sei, sei die damals attestierte 100%ige Arbeitsfä
higkeit für leichte, überwiegend sitzende Tätigkeiten aus aktueller Sicht zu nied
rig anzusehen. Bei lediglich altersentsprechenden degenerativen Veränderungen sowohl im Bereich der Kniegelenke wie auch der Wirbelsäule seien dem Be
schwerdeführer auch mittelschwere Tätigkeiten zumutbar. Aus demselben Grund - nur altersentsprechend degenerative Veränderungen - sei entgegen der Emp
fehlung der Ärzte der
D._
eine Knie-Prothese nicht indiziert (S. 25 f.).
Der psychiatrische Gutachter führte aus
, entgegen der Beurteilung von
Dr.
C._
sei die Schmerzstörung sehr
geringgradig
ausgeprägt. Trotz der Klagen über seine Schmerzen gestalte der Beschwerdeführer seinen Alltag relativ aktiv, unter
nehme Spaziergänge, beschäftige sich während Stunden mit seinem Laptop und pflege soziale Kontakte. All dies seien Hinweise dafür, dass er nicht länger an einer mittelgradigen depressiven Störung leide (S. 16 f. Ziff. 4.1.7).
4.
4.1
Das
Y._
-Gutachten vom
8. September 2017 (vorstehend E. 3.
10
)
beruht auf für die strittigen Belange umfassenden Untersuchungen und berücksichtigt die vo
m
Beschwerdeführer geklagten Beschwerden in angemessener Weise. Sodann wurde es in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet und trägt der konkreten medizinischen Situation Rechnung.
Das Gutachten leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Ar
beitsfähigkeit werden ausführlich begründet. Es ist für die Beantwortung der Fra
gen umfassend und erfüllt die praxisgemässen Kriterien (vgl. vorstehend E. 1.
5
) vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden kann.
4.2
Der Beschwerdeführer beanstandete, im
Y._
-Gutachten vom September 2017 sei in Abweichung zur Beurteilung von
Dr.
C._
zu Unrecht keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt worden. Zudem seien die Folgen der chronischen Schmerzstörung nicht mittels eines strukturierten Be
weisverfahrens ergebnisoffen beurteilt worden. Überdies sei der Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung zu wenig Gewicht beigemessen worden. So
dann sei die psychiatrische Begutachtung ohne Dolmetscher erfolgt (Urk. 1 S. 14 oben
)
.
Dem ist zu entgegnen, dass der psychiatrische Gutachter die gestellten Diagnosen unter Berücksichtigung der
rechtsprechungsgemäss
relevanten Standardindika
toren als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eingestuft hat (Urk. 7/77/18-20 Ziff. 4.1.10). Ebenfalls setzte sich der psychiatrische Gutachter mit den frühe
ren fachärztlichen Berichten auseinander
und legte dar, weshalb eine mittelgra
dige Ausprägung der depressiven Problematik nicht nachvollziehbar erscheint
(Urk. 7/77/17-18 Ziff. 4.1.7).
Ausschlaggebend ist, ob sich die gutachterliche Beurteilung an die
massgebenden
normativen Rahmenbedingungen gehalten hat und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf Ar
beitsunfähigkeit
schliessen
lassen, mithin ob
ausschliesslich
funktionelle Ausfälle bei der medizinischen Einschätzung berücksichtigt wurden und ob die Zumutbar
keitsbeurteilung auf einer objektivierten Grundlage erfolgte. Dies ist dann der Fall, wenn die funktionellen Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen Vorgaben Rechnung getragen wurde (BGE 144 V 50 E. 3.4).
Die Frage, ob sich der Gutachter an die
massgebenden
normativen Rahmenbe
dingungen gehalten und das Leistungsvermögen in Berücksichtigung der ein
schlägigen Indikatoren eingeschätzt hat (BGE 141 V 281 E. 5.2.2), ist demnach zu bejahen.
Die Schmerzproblematik stand auch beim behandelnden Psychiater
Dr.
C._
nicht im Fokus
und wird im Rahmen der Befund-Erhebung nicht einmal erwähnt (Urk. 7/42/2
«
ärztlicher Befund
»
).
Dr.
C._
empfahl, die Ursache der (Kopf-)Schmerzen
somatisch abzuklären (Ziff. 1.5 unten).
Schliesslich bleibt anzufügen, dass im psychiatrischen Teilgutachten einerseits auf
«
gute Deutschkenntnisse
»
hingewiesen wurde.
Des Weiteren
geht daraus her
vor, dass der affektive Kontakt
«zum Untersucher und zum Dolmetscher» gut ge
wesen
sei (Urk. 7/77/15 Ziff. 4.1.2) und dementsprechend das diesbezügliche Vor
bringen des Beschwerdeführers nicht zutrifft.
4.3
Die vom Beschwerdeführer
geäusserte
Kritik am rheumatologischen und neuro
logischen
Teilgutachten
findet in den Akten ebenfalls keine Stütze
(Urk. 1 S. 14 f.
): Beide Gutachter
setzten sich mit den vorhandenen fachärztlichen Berichten auseinander und legten nachvollziehbar dar, weshalb von einer vollständigen Ar
beitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit auszugehen ist
(vgl. vorstehend E. 3.
10
so
wie Urk. 7/77/30 oben)
. Aus
somatischer Sicht
machten
die
behandelnde
n Ärzte (vgl. vorstehend E. 3.5-3.6, E. 3.8)
keine objektiv fassbaren Aspekte namhaft, welche
den
Y._
-Gutachtern
entgangen waren oder mit denen
sie
sich nicht be
fasst hatte
n
. Im Übrigen erklärt sich der abweichende Standpunkt wohl auch mit dem Unterschied zwischen medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag. Die von
den behandelnden Ärzten
attestierte Arbeitsunfähigkeit
von 50 %
ist auch aufgrund der Erfahrungstatsache zu relativieren, dass behandelnde Arztper
sonen mitunter im
Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
4.4
4.4.1
Soweit der
Beschwerdeführer geltend macht, die
Y._
-Gutachter seien befangen gewesen, zumal bereits das erste Gutachten vom Januar 2016 durch
Y._
-Ärzte erstattet und dieses bereits vom Beschwerdeführer beanstandet worden sei, wes
halb eine Bestätigung beziehungsweise ein Rechtfertigungsversuch des ersten Gutachtens zu erwarten gewesen sei
(Urk. 1 S. 15 Ziff. 28)
, kann dem nicht ge
folgt werden. Vom Beschwerdeführer wurden weder konkrete Anhaltspunkte vor
gebracht, welche seine Befürchtung, die
Y._
-Gutachter seien im Rahmen der zweiten (Verlaufs-)Begutachtung befangen gewesen, stützen würden, noch sind solche im Gutachten vom September 2017 ersichtlich.
Die zweite Begutachtung wurde
schliesslich
auch als Verlaufsgutachten angeordnet zur Klärung der Frage, ob sich seit der ersten Begutachtung eine wesentliche Veränderung des Gesund
heitszustandes ergeben habe (vgl. Urk. 7/51/3)
. Insbesondere verfängt auch die vom Beschwerdeführer hervorgebrachte Kritik am ersten Gutachten
nicht.
So beanstandete der Beschwerdeführer hinsichtlich dem ersten
Y._
-Gutachten
, es hätten
eine rheumatologische anstatt einer orthopädischen (Teil-)Begutachtung durchgeführt werden müssen
(
Urk. 1 S. 11 Ziff. 24 Mitte). Diesbezüglich
kann ih
m
nicht gefolgt werden.
Die Orthopädie und die Rheumatologie sind einander verwandte Fachgebiete, die sich zu einem gewichtigen Teil überschneiden und ergänzen. Weshalb nur ein Rheumatologe und nicht auch ein Facharzt für Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates die Beschwerden de
s
Beschwerdeführer
s
beurteilen können soll, ist nicht nachvollziehbar, bilden doch (chronische) Schmerzen des Bewegungsapparates Gegenstand sowohl der Rheumatologie als auch der Orthopädie (Urteile des Bundesgerichts 9C_270/2012 vom 23.
Mai 2012 E. 4.2; 9C_547/2010 vom 26. Januar 2011 E. 4.1; 9C_203/2010 vom 21.
September 2010 E. 4.1).
Sodann hat sich auch der in der ersten Begutachtung involvierte psychiatrische Gutachter
an die
massgebenden
normativen Rahmenbedingungen gehalten
(vgl. Urk. 7/27/13-15 Ziff. 4.1.3) und die vorhanden fachärztlichen Berichte miteinbe
zogen und davon abweichende Einschätzungen medizinisch begründet (vgl. Urk. 7/27/16 Ziff. 4.1.6
, Urk. 7/46/1-2).
Insgesamt sind aus materieller Sicht keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche die Beurteilung der
Y._
-Gutachter in Frage stellen würden.
4.4.2
Mit Blick auf einen vom Sozialversicherungsträger im Sinne von Art. 44 ATSG vorgesehenen oder beauftragten medizinischen Gutachter können nur formelle
Ausschliessungs
- oder Ablehnungsgründe Thema eines Ablehnungsgesuches bil
den, wie sie beispielsweise in Art. 10
des
Bundesgesetz
es
über das Verwaltungs
verfahren (
VwVG
)
und Art. 36 ATSG festgehalten sind. Die
Ausstandsgründe
nach Art. 36 ATSG stimmen mit denjenigen nach Art. 10
VwVG
überein (SVR 2007 IV Nr. 22 E. 2.2.3, I 478/04). Dazu gehören ein persönliches Interesse an der zu beurteilenden Sache, aber auch die enge verwandtschaftliche oder freund
schaftliche Verbundenheit mit einer Partei oder andere Gründe von ähnlichem Gewicht (Urteil des Bundesgerichts U 31/07 vom 7. Dezember 2007 E. 6.1).
Weder sind gestützt auf die vorliegenden Akten solche Ausschlussgründe ersichtlich, noch brachte der Beschwerdeführer taugliche
Ausschliessungs
- oder Ablehnungs
gründe vor (vgl. Urk. 1 S. 16 Ziff. 30).
4.5
Nach dem Gesagten is
t auf das beweiskräftige
Y._
-Gutachten vom
8. September 2017
abzustellen, sowohl hinsichtlich der gestellten Diagnosen als auch der at
testierten Arbeitsfähigkeit. Letztere bezifferten die Gutachter in leidensangepass
ter leichter körperlicher Tätigkeit mit 100 %
.
Soweit der Beschwerdeführer ver
langt, es seien weitere Abklärungen durchzuführen, kann darauf in
antizipiert
er Beweiswürdigung verzichtet werden (BGE 127 V 491 E.
1b
). Der Gesundheitszu
stand und insbesondere die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit des Be
schwerdeführers sind aufgrund der medizinischen Akten hinreichend abgeklärt.
5.
Die Beschwerdegegnerin nahm einen Einkommensvergleich gestützt auf die Ta
bellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) vor, wobei sie - zu Recht - sowohl beim
Valideneinkommen
wie auch beim
Invalideneinkommen auf den
statistischen Lohn für Hilfsarbeiten abstellte (vgl. Urk. 2 «Abklärungsergeb
nis»). Der vorgenommene Einkommensvergleich ist nach Lage der Akten nicht zu beanstanden.
Soweit der Beschwerdeführer zur Invaliditätsberechnung einzig die Höhe des lei
densbedingten Abzuges beanstandete und eine Erhöhung um 10 % auf 20 % gel
tend machte (Urk. 1 S. 17 Ziff. 34),
ist
aufgrund der vorliegenden Gegebenheiten nicht näher darauf ein
zugehen
. Selbst bei Gewährung eines leidensbedingten Ab
zuges von 20 % würde bei Heranziehen desselben statistischen Tabellenlohnes
(sowohl beim
Validen-
als auch beim
Invalideneinkommen
)
kein rentenbegrün
dender Invaliditätsgrad von mindestens 40 % entstehen.
Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
6.1
Der Beschwerdeführer ersuchte um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh
rung
sowie der unentgeltlichen Rechtsvertretung durch Rechtsanwalt Peter Stad
ler, Zürich
(Urk. 1 S. 2).
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraussetzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Da der vorliegende Prozess nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet wer
den kann, eine Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ausgewiesen ist
(Urk. 3, so
wie Telefonnotiz vom 9. Juli 2019, Urk. 10)
, und zudem die anwaltliche
Verbei
ständung
notwendig ist, ist Rechtsanwalt
Peter Stadler
, Zürich, als unentgeltli
cher Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zu bestellen.
6.2
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskos
ten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzule
gen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge Ge
währung der unentgeltlichen Prozessführung sind die Gerichtskosten einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.3
Mit Honorarnote vom 5. Dezember 2018 (Urk. 9) machte Rechtsanwalt Peter Stadler einen Aufwand von insgesamt 16.25 Stunden und Barauslagen von pau
schal 3 % des Honorars (zuzüglich Mehrwertsteuer) geltend.
Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) be
misst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Be
deutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Ob
siegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
Gemäss
§ 8 in Verbindung mit § 7 Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem
Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird - auch im Rahmen der un
entgeltlichen Rechtsvertretung - namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
Der geltend gemachte Aufwand von 1
6.25
Stunden ist der Bedeutung der Streit
sache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemessen, zumal Rechtsanwalt
Peter Stadler
den Beschwerdeführer schon im Verwaltungsverfahren vertrat und die Akten somit bekannt waren. Als überhöht erscheint insbesondere der geltend gemachte Aufwand von
insgesamt
720 Minuten, was 12 Stunden entspricht, für das Verfassen der Beschwerdeschrift.
Die Beschwerdeschrift entspricht denn auch teilweise
den Vorbringen
im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
(vgl. Stellung
nahme vom 16. Oktober 2017, Urk. 7/79).
Angemessen erscheint ein Aufwand für das Verfassen der Beschwerde von sechs Stun
den, womit der geltend gemachte Aufwand um sechs Stunden zu kürzen ist. Dem
entsprechend beträgt der zeitliche Aufwand ab
1.
Januar 2018 insgesamt 9.25 Stunden, was beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich
MWSt
)
Fr.
2'035.-- ergibt. Unter Berücksichtigung der Spesen im Umfang von 3
%
(
Fr.
61.05) und der
MWSt
von 7.7
%
ergibt sich ein Betrag von
Fr.
2'257.4
5.
Dazu sind die Aufwendungen bis 3
1.
Dezember 2017 zu addieren. Dementsprechend ist
die Entschädigung von Rechtsanwalt
Peter Stadler
auf Fr. 2‘
5
0
2
.
20
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen und aus der Gerichtskasse zu bezahlen.
6.4
Der Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.