Decision ID: 6610e94c-14b0-4289-a8a4-b06c5a4c9574
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1972 geborene
X._
, Mutter von Zwillin
gen (
geboren
2007)
,
war zuletzt
von 2012 bis 2015 bei
Y._
AG als Zustellerin (
Urk.
7/2/14, Urk. 7/33) und als Hauswartin
(
Urk.
7/2/15)
tätig.
Am
1
6.
Juni
2013
meldete sie sich unter Hinweis auf
seit einem Unfall vom 4. Juni 2006 bestehende Schmerzen im rechten Handgelenk
bei der Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
7/3
).
Die Anmeldung ging am 1
8.
März 2014 bei der Beschwerdegegnerin ein (vgl. Aktenverzeichnis zu Urk. 7/3).
Zudem reichte die Unfallversicherung ihre Akten ein (
Urk. 7/2).
Die Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Ab
klärungen
und
sprach der Versicherten Frühinterventionsmassnahmen
im Sinne einer
externe
n
Arbeitsvermittlung
und
eine
s
Deutschkurs
es
zu (Urk. 7/12-13).
Am 13. Januar 2015 wurde die Arbeitsvermittlung abgeschlossen (Urk. 7/21).
Die IV
Stelle veranlasste eine Abklärung im Haushalt (Urk. 7/
34
)
und erliess einen Vor
bescheid (Urk. 7/36).
Nach Einwänden der Versicherten (Urk. 7/41, Urk. 7/49) wurde eine von der IV-Stelle veranlasste orthopädische Untersuchung durchge
führt (Urk. 7/50). Nach Stellungnahme der Versicherten (Urk. 7/56-57)
erliess die IV-Stelle einen neuen Vorbescheid (Urk. 7/61). Dagegen erhob die Versicherte Einwände (Urk. 7/66). Mit Verfügung vom 27. April 2017 (Urk. 7/69) wies die IV
Stelle das Leistungsbegehren ab.
1.2
Am
1
1.
Oktober 201
9
(Urk. 7/71)
meldete sich
die
Versicherte unter Hinweis auf
Probleme in beiden Armen
erneut zum Leistungsbezug bei der Invalidenversiche
rung an. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
7/73, Urk. 7/77, Urk. 7/79
) trat die IV-Stelle mit Verfügung vom
2
8.
Januar 2020 a
uf das erneute Leistungsbegehren nicht ein (Urk.
7/84
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
2
6.
Februar 2020
Beschwerde gegen die Verfügung vom
2
8.
Januar 2020
(
Urk.
2) und beantragte,
diese sei aufzuheben und die IV-Stelle sei zu verpflichten, auf die Neuanmeldung einzutreten (Urk. 1 S. 2).
Am
2
9.
April 2020 (Urk. 6
) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
4.
Mai 2020
zu
r Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 87 Abs. 2
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
muss mit einem Revisionsgesuch und gemäss Art. 87 Abs. 3 IVV mit einer Neu
anmeldung glaubhaft gemacht werden, dass sich der Invaliditätsgrad anspruchs
relevant verändert hat. Der versicherten Person kommt ausnahmsweise eine Be
weisführungslast zu (vgl. BGE 130 V 64 E. 5.2.5). Die
Eintretensvoraussetzung
des Glaubhaftmachens soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründeten, mithin keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1). Dies gilt auch für eine erneute Anmeldung nach einer vorangegange
nen,
aber befristeten
Rentenzusprache
(BGE 133 V 263 E. 6.1; siehe auch Frey/Mosimann/Bollinger [Hrsg.], AHVG/IVG Kommentar, 2018, Mosimann, N 20 zu Art. 17
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozial
versicherungs
rechts, ATSG
).
Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht dahingehend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes Anspruchselement be
treffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen Leistungsab
weisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem gesamten für die Rentenbe
rechtigung erheblichen Tatsachenspektrum glaubwürdig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbstverständlich auch in rechtlicher) Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2).
Ist die Änderung nicht glaubhaft gemacht, wird auf das Revisionsgesuch oder die erneute Anmeldung nicht eingetreten (BGE 133 V 64 E. 5.2.5). Dabei wird die Verwaltung unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen. Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Behandlung der
Eintretensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Verwaltung gestützt auf Art. 87 Abs. 3 IVV
Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der
Eintretensfrage
, wenn die Verwaltung auf die Neu
anmeldung eingetreten ist (BGE 109 V 108 E. 2b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.
2
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die Tatsachen
änderung muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheb
lichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen. Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Invalidenrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.3; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2).
1.3
Die zeitliche Vergleichsbasis für die Frage, ob eine rentenrelevante Veränderung des Sachverhalts glaubhaft ist, bildet der Zeitpunkt der letzten umfassenden ma
teriellen Prüfung. Der Vergleichszeitraum erstreckt sich grundsätzlich bis zur Prü
fung und Beurteilung des Gesuchs durch die Verwaltung, das heisst bis zum Erlass der Verfügung betreffend die Neuanmeldung. Für die beschwerdeweise Überprü
fung einer
Nichteintretensverfügung
ist somit der Sachverhalt, wie er sich der Verwaltung bot, respektive die Aktenlage bei Erlass dieser Verfügung massge
blich (Urteil des Bundesgerichts 8C_244/2016 vom 2
1.
Juni 2016 E. 2.1
mit Hin
weisen
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) damit, dass aufgrund de
s
eingereichten Arztbericht
s
keine wesentliche Verschlechterung
des Gesundheitszustandes seit der letzten Verfügung vom 2
7.
April 2017 festge
stellt werden konnte
(S.
1 unten
).
Mit Beschwerdeantwort (Urk. 6) führte die Beschwerdegegnerin
zudem
aus, die Beschwerden im Bereich der Ellenbogen stellten bei noch offenen Therapieoptio
nen
keine Begründung für eine dauerhafte Veränderung des Gesundheitszustan
des dar. Die medizinische Situation mit
Epicondylitis
beidseits sei aus näher genannten Gründen bereits bekannt gewesen. Die jetzige Diagnose des
Extenso
ren
einrisses
ändere
gemäss dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
nichts am Be
lastungsprofil für angepasste Tätigkeiten
(S. 2)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
aus den ärztlichen Berichten gehe klar hervor, dass sich ihre gesundheitliche Situation seit der letzten Anmeldung verändert habe. Sie leide nun an einer
Epico
ndylitis
links
und nicht mehr nur rechts. Zudem sei
die
Extensorensehne
einge
rissen. Es sei durchaus möglich, dass sich diese weiteren Einschränkungen zu
sätzlich negativ auf die Arbeitsfähigkeit sowie die Fähigkeit, die Haushalts
arbei
ten auszuführen, auswirkten
(S. 4 f.
Rz
3).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin – mangels einer glaubhaft gemachten Veränderung des Gesundheitszustandes seit der letztmaligen materi
ellen Prüfung – zu Recht nicht auf das neue Leistungsbegehren eingetreten ist.
3.
3.1
Bei der letztmaligen materiellen Prüfung, in deren Rahmen ein Leistungsanspruch verneint wurde (vgl. Verfügung vom
27. April 2017,
Urk. 7/69)
, stellte sich die massgebende medizinische Aktenlage wie folgt dar:
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Rheumatologie und für Allgemeine Innere Medizin,
berichtete am
22. April 2013
(Urk. 7/26/5-6
) über eine Sprechstunde vom 2
7.
März 2013 (S. 1 oben)
und nannte folgende, hier gekürzt aufgeführte Diagnosen
(S. 1 Mitte
):
-
chronisches Schmerzsyndrom des rechten Arms
-
chronische
Epicondylitis
radialis
beidseits, rechtsbetont (Erstdiagnose August 2011)
-
chronisches
rezidivierendes
cervikospondylogenes
Syndrom
Hauptproblematik scheine die Überforderung im Alltag durch die diversen Auf
gaben der Beschwerdeführerin bei den bekannten chronischen Schmerzen im rechten Arm seit 2006 zu sein. Nebst den Aufgaben zuhause sei sicherlich auch die manuelle Tätigkeit des Zeitungsvertragens ungünstig für diese Beschwerde
symptomatik
(S. 1 unten)
.
3.
2
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für
Allgemeine Innere Medi
zin
, führte mit Bericht vom 9.
Februar 2015 (Urk. 7/47)
aus, die Beschwerdefüh
rerin sei in ihrer angestammten Tätigkeit nicht arbeitsfähig. Seit Mai 2015 erhalte sie von ihr ein
Zeugnis über eine vollständige
Arbeitsunfähigkei
t
. In einer ange
passten Tätigkeit würde die Beschwerdeführerin in einem Teilzeitpensum arbeits
fähig sein, sofern sie kein Heben von Lasten sowie Belastung beider Hände haben würde. Eine solche Tätigkeit zu finden, die nur eine leichte Belastung der Hände und Handgelenke darstelle, sei schwierig. Insbesondere da die Beschwerdeführe
rin auch im sprachlichen Bereich aufgrund ihrer Deutschkenntnisse eingeschränkt sei.
Dr.
A._
führte
mit Bericht vom 7.
März 2015 (Urk. 7/26/1-4)
aus, sie behandle die Beschwerdeführerin seit 2008
(Ziff. 1.2)
, und nannte
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
chronisches Schmerzsyndrom rechter Arm
-
Status nach Narbenr
evision bei Schnittverletzung
Nervus
ulnaris
-
Epicondylitis
radialis
rechts
-
Status nach
Medianusdekompression
bei CTS
Anamnestisch
leide
die
Beschwerdeführerin unter persistierenden bewegungsab
hängigen Schmerzen an der rechten Hand und am rechten Ellbogen unter Anal
gesie und Ergotherapie (Ziff. 1.4). Zum Befund wurde ausgeführt, es werde um Rücksprache mit dem behandelnden Rheumatologen Dr.
Z._
gebeten (Ziff. 1.4). Es bestehe
eine
intermittierend
e
Arbeitsunfähigkeit als
Zeitungsverträ
gerin
(hohe Belastung für den rechten Arm). Vom 3. bis 17. März 2015 habe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden (Ziff. 1.6).
3.
3
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.1)
führte
mit Bericht vom 8. Mai 2015 (Urk. 7/28/1-4)
aus
,
die
Be
schwerdeführerin von Januar 2005 bis August 2014 behandelt zu haben (Ziff. 1.2), und nannte folgende, hier gekürzt aufgeführte Diagnosen (Ziff. 1.1):
-
chronisches
thorako
- und
cervikospondylogenes
Syndrom
-
Status nach Schnittverletzung des distalen Vorderarms palmar und ulnar mit Durchtrennung der Sehne des Musculus
flexor
carpi
ulnaris
rechts, sowie Teilläsion des
Nervus
ulnaris
rechts mit Revision,
Sehnen- und Nervennaht am
4.
Juni 2006
-
Karpaltunnelsyndrom beidseits
-
Femoropatellares Schmerzsyndrom rechts Dezember 2014
-
Fasciitis
plantaris links, Erstdiagnose August 2014
-
Metatarsalgie
II und III links, Differentialdiagnose Morton Neurinom, Erstdiagnose August
2014
-
depressive Phasen 2001, 2004
-
Status nach Suizidversuch 2001
Da er die Beschwerdeführerin seit August 2014 nicht mehr gesehen habe, sei so
wohl der aktuelle Befund wie auch der aktuelle Stand der Prognose schwierig
festzulegen
(Ziff. 1.4).
Es bestünden Einschränkungen für wiederholte Bewegungen des rechten Armes sowie
eine
generelle Erwerbsunfähigkeit für mittelschwere bis schwere körperli
che Arbeiten. Diese seien der Beschwerdeführerin nicht mehr zuzu
muten
. Für leichte,
hauptsächlich sitzende Tätigkeiten, in Wechselposition mit wenig Gehen und Stehen, bestehe medizinisch theoretisch eine volle Erwerbsfähigkeit (Ziff. 1.7).
3.
4
Dr.
med.
B._
, Facharzt für
Chirurgie
, Regionaler Ärztlicher Dienst (
RAD
), führte mit Stellungnahme vom 18.
Mai 2015 (Urk. 7/35/3-5)
zum Belas
tungsprofil einer angepassten Tätigkeit aus, leichte (angepasste) Tätigkeiten in Wechselbelastung, vorwiegend im Sitzen, ohne Heben, Tragen und Transportie
ren von Lasten mit mehr als 10 kg, ohne Verharren in Zwangshaltungen, ohne dauerhafte Armvorhaltebelastungen und Überkopfarbeiten seien medizinisch the
oretisch weiterhin zumutbar. Aus versicherungsmedizinischer Sicht seien der Be
schwerdeführerin körperlich leichte (angepasste) Tätigkeiten mit Wechselbelas
tung ohne erhöhte Anforderungen an die Kraft und Haltefunktion der rechten Hand,
daher
auch ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten,
ohne Heben und Tragen von Lasten und ohne Arbeiten mit ungünstigen Hebelwirkungen am Handgelenk (Stielwerkzeuge, Arbeiten mit ausgestreckten Armen), ohne repetitive Beanspruchung der rechten Hand und ohne erhöhte Anforderungen an das fein
motorische Geschick der rechten Hand weiterhin zu 100 % zumutbar.
3.
5
Am
17.
Dezember 2015 berichtete die Abklärungsperson über die am 31. Juli 2015 durchgeführ
te Haushaltsabklärung (Urk.
7/34)
.
Die Abklärungsperson qua
lifizierte die Beschwerdeführerin als zu
50 % im Haushalt tätig
und zu 50 % er
werbstätig
(S. 5 Ziff.
2.6). Zur Begründung führt
e sie unter anderem a
us,
die Be
schwerdeführerin habe nach der Geburt der Kinder im Jahr 2011 die Arbeit mit wenigen Prozent wiederaufgenommen und diese 2012 auch gesteigert. Dies trotz des bereits bestehenden Gesundheitsschadens der rechten Hand. Dass die Be
schwerdeführerin heute einer Erwerbstätigkeit von 50 % nachginge, sei realistisch
(S. 5 Ziff. 2.6.1)
.
3.
6
Die Ärzte des Universitätsspitals
C._
, Klinik für Rheumatologie,
führten mit
Bericht vom 11. September 2015 (Urk. 7/31)
aus, die Beschwerdeführerin seit Mai 2015 zu behandeln
(Ziff. 1.2)
, und nannten folgende
, hier gekürzt aufgeführte
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
Fasciitis
plantaris beidseits bestehend seit 2013
-
chronisches Schmerzsyndrom Arm rechts
-
chronische
Epicondylitis
radialis
beidseits seit 2011
-
chronisch-rezidivierendes
c
ervikospondylogenes
S
chmerzs
yndrom
Die Beschwerdeführerin arbeite als
Zeitungsverträgerin
und sei zweimal pro Woche bis zu fünf Stunden hauptsächlich zu Fuss unterwegs. Zudem arbeite sie als Hauswartin in zwei Häusern. Die Arbeit umfasse Staubsaugen, Gelände- und Treppenhaus-Reinigung.
Wegen den Fuss- und Ellbogenschmerzen sowie den
chronischen Schmerzen im rechten Arm sei für die Beschwerdeführerin das Aus
führen der bisherigen Tätigkeit erschwert und schmerzbedingt kaum mehr durch
führbar. Dabei handle es sich jeweils um körperlich schwere Arbeit mit Heben von Lasten von mehr als 5 kg, was bei den Armschmerzen nicht zumutbar sei (Ziff. 1.6). Der Beschwerdeführerin seien längere Gehstrecken, repetitive Bewe
gungen, das Heben von Lasten von mehr als 5 kg sowie häufige Kniebeugen oder
kniende
Tätigkeiten nicht zumutbar. Eine ideale angepasste Tätigkeit sollte diese Punkte berücksichtigen (Ziff. 1.7).
3.
7
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.
4
)
führte mit Stellungnahme vom
22.
Oktober 2015 (Urk. 7/35/6)
aus, die vorhandenen Einschränkungen des Gesundheitszu
standes seien organisch erklärbar, anhaltende Belastungsschmerzen beider Füsse bei
Fas
c
iitis
plantaris wie auch Halteschmerz und Bewegungsschmerz beider Hände bei chronischer
Epicondylitis
lateralis
beidseitig.
Der Arztbericht des
Uni
versitätsspitals
C._
vom 1
1.
September 2015 bestätige die
Arbeitsunfähigkeit
in der bisherigen Tätigkeit. Eine an
gepasste Tätigkeit sei zumutbar und entspreche dem Belastungsprofil in der RAD-Stellungnahme vom 1
8.
Mai 201
5.
Es könne weiterhin auf die bisherige Stellungnahme abgestellt werden.
3.
8
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.
2
)
führte mit Stellungnahme vom
5.
Januar
2016 (Urk. 7/37)
aus, sie betreue die Beschwerdeführerin
a
ufgrund chro
ni
scher Schmerzen
ulnarseits
bei Status nach Schnittverletzung am Vorder
arm rechts mit Revisionen 200
6.
Zudem
bestehe
aufgrund chronischer
thorako
zervi
kospondylogene
r
Schmerzen
eine
deutliche Einschränkung der Beweglich
keit und Kraftminderung
der
Hände beidseits. Aus hausärztlicher Sicht
sei die Fähigkeit für
eine körperliche Tätigkeit aufgrund der erwähnten Beweglichkeit und Kraft beider Hände
eingeschränkt.
3.
9
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.
4
)
führte mit Stellungnahme vom 1
9.
Januar 2016 (Urk. 7/59/2) aus, im Arztbericht von
Dr.
A._
vom 5. Januar 2016 werde eine eingeschränkte körperliche Tätigkeit dokumentiert, insbesondere mit Einschränkung der Kraft beider
Hände
. Zur Abklärung der Arbeitsunfähigkeit in bisheriger und angepasster Tätigkeit sei eine chirurgische Untersuchung im RAD erforderlich.
3
.10
Dr.
B._
berichtete am
1
6.
März 2016 (Urk. 7/50)
über eine am 1
5.
März 2016 durchgefü
hrte orthopädische Untersuchung und nannte folgende, hier ge
kürzt aufgeführte Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 8 Ziff. 8)
:
-
chronisch-rezidivierendes
cervikospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
chronische Schmerzen rechter Unterarm
-
Kniegelenkserguss rechts mit Belastungsschmerz
Zu
ihren
jetzigen Beschwerden
habe
die Beschwerdeführerin unter anderem an
gegeben
, sie sei insgesamt Rechtshänderin, würde aber einige Arbeiten nun mit der linken Hand erledigen, wobei nun auch der linke Arm zunehmend schmerze. Zudem beste
he
eine deutliche Überempfindlichkeit im
Bereich
der Narbe bei Status nach Schnittverletzung mit Sehnen- und Nervenbeteiligung im Jahre 200
6.
Zudem sei schon mehrmals Cortison in beide Ellenboden injiziert worden, eine deutliche Besserung sei aber nicht eingetreten (S. 1
Ziff.
1
).
Zum
Befund
betreffend Ellenbogengelenk rechts führte
Dr.
B._
Folgendes aus: Keine Rötung, keine Schwellung, kein Erguss, deutlicher Druckschmerz des Epicondylus
radialis
, kein Druckschmerz des Radiusköpfchens, deutlicher Druck
schmerz des Epicondylus
ulnaris
, Druckschmerz
Sulcus
Nervus
ulnaris
, kein Hart
spann. Zum Befund betreffend Handgelenk rechts führte
Dr.
B._
Folgen
des aus: Keine Rötung, keine Schwellung, kein Erguss, Druckschmerz, kein Bewegungsschmerz,
g
eringer Druckschmerz über dem Strecksehnenfach D I rechts sowie über dem Daumensattelgelenk im Sinne einer Tendovaginitis
stenosans
DI de Quervain und einer beginnenden Rhizarthrose. Reizlose Narbe, 4
cm leicht gebo
g
en zum Karpaltunnel ziehend, keine
Keloidbildung
,
ulnarseitig
gelegen. Massive Überempfindlichkeit der Narbe mit Druckschmerz und ausstrah
len
den Schmerzen in die rechte Hand. Zum Schutz w
e
rd
e
ein Verband über der Narbe getragen. Ausgeprägter Berührungsschmerz. Reizlose Narbe bei Status nach KTS-Operation an typischer Stelle (S. 5).
Zum
Befund betreffend
Ellenbogengelenk links führte
Dr.
B._
F
olgendes aus: Keine Rötung, keine Schwellung, kein Erguss, geringer Druckschmerz des Epi
c
ondylus
radialis
, kein Druckschmerz des Radi
u
sköpfchens, kein Druck
schmerz des Epicon
d
ylus
ulnaris
, kein Druckschmerz
Sulcus
Nervus
ulnaris
, kein Hartspann.
Zum Befund betreffend
Handgelenk links
führte
Dr.
B._
F
olgendes aus
: Keine Rötung, keine Schwellung, kein Erguss, kein Druckschmerz, kein Bewegungsschmerz, Funktion intakt (S. 5).
In der bisherigen Tätigkeit
als Hauswartin und
Zeitungsverträgerin
(wie auch ehe
mals Reinigungskraft und Maschinenführerin) bestehe seit dem 3. März 2015 keine Arbeitsfähigkeit mehr (S. 8
Ziff.
10).
Dr.
B._
nahm ausführlich zum Belastungsprofil einer angepassten Tätigkeit Stellung (vgl. S. 9). Betreffend den rechten Arm/Unterarm führte er aus, Tätigkeiten mit häufigen Schlägen und Vibrationseinwirkungen auf den rechten Arm
es
sowie Überkopfarbeiten und Arbei
ten in ständiger Armvorhalteposition, insbesondere repetitive Tätigkeiten mit Be
lastung des rechten Arm
s
sollten nicht mehr zugemutet werden. Das Heben, Tra
gen und Transportieren von Lasten über 5 bis 8 kg (unter ungünstigen Hebeln), in
günstiger Belastungsposition (kö
r
pernah, bis Lendenhöhe) über 20 kg sollte vermieden werden.
Mittelschwere und schwere körperliche Tätigkeiten, insbeson
dere mit überwiegender Belastung des rechten Handgelenkes und mit erhöhten Anforderungen an die Kraft der rechten Hand sowie mit Kälte-/Nässe-Exposition
,
sollten vermieden werden (S. 9 oben).
Aus versicherungsmedizinischer Sicht seien der Beschwerdeführerin körperlich leichte (angepasste) Tätigkeiten mit Wechselbelastung ohne erhöhte Anforderun
gen an die Kraft und Haltefunktion der rechten Hand, daher auch ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne Heben und Tragen von Lasten und ohne Arbeiten mit ungünstigen Hebelwirkungen am Handgelenk (Stielwerkzeuge, Arbeiten mit ausgestreckten Armen), ohne repetitive Beanspruchung der rechten Hand und ohne erhöhte Anforderungen an das feinmotorische Geschick der rechten Hand weiterhin zu 70
% zumutbar
(S. 9 unten).
Eine Verbesserung der
Fasciitis
plant
aris und der beidseitigen
Epicondylitis
radialis
sei noch zu erwarten. Die derzei
tige antiphlo
g
istische Therapie sei sicher noch nicht vollständig ausgereizt bei 600
mg Ibuprofen täglich (S. 10).
3.1
1
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.
4
)
wiederholte mit Stellungnahme vom
16.
März 2016 (Urk. 7/59/2-4)
im Wesentlichen seine in der orthopädischen Beurteilung getätigten Ausführungen.
3.1
2
Die Ärzte des Universitätsspitals
C._
, Klinik für Rheumatologie (vorstehend E. 3.
6
),
nannten
mit Bericht vom
7.
April 2016 (Urk. 7/55 = Urk. 7/65) folgende, hier gekürzt aufgeführte Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
S. 1
):
-
chronische therapieresistente
Fasciitis
plantaris beidseits
(Erstdiagnose
2013
)
-
chronische
Epicondylopathie
beidseits
-
chronisch-rezidivierendes
cervikospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
anamnestisch Hashimoto Thyreoiditis
-
chronisch
es
Schmerzsyndrom
Unterarm und Handgelenk
rechts
-
schwerer Vitamin D-Mangel (Mai 2015)
Der Beschwerdeführerin seien längere Gehstrecken, repetitive Bewegungen, das Heben von Lasten von mehr als 5 kg nicht zumutbar. Das Einnehmen von Zwangspositionen und über Kopf arbeiten seien zudem nicht empfehlenswert. Eine ideale angepasste leichte Tätigkeit sollte diese Punkte berücksichtigen. Es werde ein extern durchgeführtes
Arbeitsassessment
im
einer Evaluation der funk
tionellen Leistungsfähigkeit (
EFL
)
zur genauen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit empfohlen (S. 2).
3.1
3
Mit E-Mail vom 10. Mai
2016 (Urk. 7/58)
führte die Assistenzär
z
t
in
Dr.
med.
D._
, Universitätsspital
C._
, Klinik für Rheumatologie (vgl.
Urk. 7/31/4 und
Urk. 7/55/2)
gegenüber der
damaligen
Rechtsvertreterin der Beschwerdefüh
rerin aus, nach Rücksprache mit der Kaderärztin
Dr.
med.
E._
könne keine Stellung zu der von
Dr.
B._
festgelegten 70%igen
Arbeitsfähigkeit
bezo
gen werden. Eine möglichs
t
genaue Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sei einzig durch ein
Arbeitsassessment
(EFL) möglich.
3.1
4
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.
4
)
führte mit Stellungnahme vom
1
9.
September 2016 (Urk. 7/59/4-5)
unter anderem
aus,
bereits im Unte
rsuchungsbericht vom 15.
März 2016 sei bemerkt worden, dass Verbesserungen der Tennisellenbogen
entzündung (Sehnenansatzreizung) beidseits wie der
Fussfaszienentzün
dung
/Fer
sen
entzündung (Fersensporn) rechts mehr als links auf Dauer bei ent
sprechender Therapie zu erwarten seien
(S. 1)
. Beide Krankheitsbilder seien noch nicht austherapiert.
Bei vollständiger Ausnutzung sämtlicher Therapiemöglich
keiten sei eine Verbesserung mit grosser Wahrscheinlichkeit zu erwarten
(S. 2)
.
4.
4.1
Bei der vorliegenden Neuanmeldung lag der Beschwerdegegnerin im Zeitpunkt des Verfügungserlasses am 2
8.
Januar 2020 (
Urk.
2) folgender medizinischer Be
richt vor:
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.2 und 3.8)
nannte mit Bericht vom 9. Oktober 2019 (Urk. 7/70) folgende Diagnosen:
-
Epicondylitis
humeri
radialis
links mit Einriss der
Extensorensehne
-
Status nach Schnittverletzung des distalen Vorderarms palmar und ulnar mit Durchtrennung der Sehne des Musculus
flexor
carpi
ulnaris
rechts, sowie Teilläsion des
Nervus
ulnaris
rechts mit Revision, Sehnen- und Ner
vennaht 2006
-
Schmerzsymptomatik seither sowie Einschränkung der Beweglichkeit
-
Status nach
Medianusdekompression
bei
Karpaltunnelsyndrom beidseits 2012
-
chronisches
thorako
und
spondylogenes
Schmerzsyndrom
Die Beschwerdeführerin habe anfangs 2019 eine Arbeitstätigkeit in einer Bäckerei im Service mit einem Pensum von 3.5 Stunden pro Tag aufgenommen. Im Juli 2019 sei erstmals eine Schmerzsymptomatik
bei
Epicondylitis
humeri
radialis
links und Arbeitsunfähigkeit von 100 % ab 2
4.
Juli bis heute aufgetreten. Es sei eine fachärztliche Beurteilung durch Professor
F._
von
G._
der Univer
sitätsklinik
H._
erfolgt. Es sei daraufhin eine intensivierte Physiotherapie mit
Needling
und
Detonisierungen
drei Mal pro Woche durchgeführt worden. Die Beschwerdeführerin beabsichtige eine Teilrente der Invalidenversicherung zu bean
tragen und habe sie deshalb gebeten, diesen Bericht zur aktuellen Situation zu erstellen.
4.
2
Nach Rücksprache mit
Dr.
med.
I._
, RAD,
vo
m 30.
Oktober 2019
wurde seitens der Beschwerdegegnerin festgehalten
(Urk. 7/72/2)
,
dass
die
Epicondylitis
schon bei der letzten Abweisung Thema gewesen
sei
. Mit der jetzigen Diagnose des
Extensoreneinrisses
ändere
s
ich nichts am Belastungsprofil für angepasste Tätigkeiten. Aus versicherungsmedizinischer Sicht bestehe keine Verschlechte
rung des Gesundheitszustandes.
5.
Nach Verfügungserlass
wurden folgende Berichte eingereicht:
Prof.
Dr.
med.
F._
,
Chefarzt und Leiter Universitäres Zentrum für
Prävention und Sportmedizin,
Universitätsklinik
H._
,
berichtete am
3
1.
Oktober 2019 (Urk. 3/3)
über eine gleichentags stattgefundene Sprechstunde und nannte folgende Diagnosen:
-
Aktuell:
-
Epicondylitis
radialis
humeri
links (MRI vom
5.
Oktober 2019)
-
Signalalteration inferiore Medulla
o
blongata
(MRI 2
5.
Oktober 2019)
-
partielle
residuelle
Halsrippe links (MRI 2
5.
Oktober 2019)
-
lipomatöse
Raumforderung in Musculus subscapularis (MRI 25. Oktober 2019)
-
chronische
thorako
- und
cervicospondylogene
Schmerzen
-
Status nach Schnittverletzung Vorderarm
rechts
mit Revision Sehnen und Nervennaht 2006
Prof.
F._
führte
unter anderem aus, es seien MRI-Termine zur vollständigen Abklärung besprochen worden.
Mit
Bericht vom 1
4.
November 2019
(Urk. 3/4)
nannte Prof.
F._
folgende, hier gekürzt aufgeführte Diagnosen
(S. 1 Mitte)
:
-
Epicondylitis
radialis
Ellbogen links mit Partialruptur der gemeinsamen Extensoren
-
MRI 2
5.
Oktober 2019
-
chronische
thorako
- und
cervicospondylogene
Schmerzen bei
Dg
. 2
-
Status nach Schnittverletzung Vorderarm rechts mit Revision Sehnen und Nervennaht 2006
Aktuell bestehe kein weiterer Abk
l
ärungsbedarf über den in den letzten Berichten beschriebenen hinaus. Aus diesem Grunde
werde
eine neurologische Verlaufs
kontrolle im Intervall von sechs Monaten beziehungsweise bei Auftreten neuer Beschwerden entsprechend früher empfohlen.
Zudem sei die antiphlogistische Medikation weiterzuführen. Im weiteren Verlauf seien dann auch
detonisierende
Massnahmen zu empfehlen. Sobald aufgrund der Beschwerden
möglich
, auch aktive Beübung und Heimtraining
(S. 2)
.
Prof
.
F._
berichtete am
1
0.
Dezember 2019 (Urk. 3/5)
über eine gleichentags stattgefundene Sprechstunde und
nannte
dieselben Diagnosen wie in seinem letz
ten Bericht
(S. 1 Mitte)
.
Anamnestisch hätten sich
seit einer Woche
die Beschwerden
am linken Arm seit dem Putzen der Wohnung verschlechtert. Seit zwei Wochen fänden sich nun wie
der Beschwerden im Bereich des rechten Epicondylus
humeri
radialis
, welche vor vier Jahren erfolgreich durch Infiltration behandelt worden sei
en
(S. 1 unten)
.
Die
Beschwerdeführerin habe sich mit wechselnden B
e
schwerden im Bereich der Ellbogen beidseits vorgestellt. Da bisher noch keine aktive Physiotherapie durch
geführt worden sei, sollte dies nun nachgeholt werden (S. 2 oben).
6.
6.1
Nach Einschätzung der Beschwerdegegnerin vermochte die Beschwerdeführerin seit Erlass der Verfügung vom 2
7.
April 2017 (
Urk.
7/69) keine Verschlechterung ihres Gesundheitszustands glaubhaft zu machen.
6.2
Mit der Neuanmeldung vom 1
1.
Oktober 2019 machte die Beschwerdeführerin eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes geltend, da jetzt beide Arme Probleme bereiten würden und nicht nur der rechte Arm
(Urk. 7/71)
.
Sie leide nun an einer
Epicondylitis
links und nicht mehr nur rechts
(vorstehend E. 2.2)
.
Dies stimmt mit der Aktenlage nicht überein, bereiteten doch bereits im früheren Ren
tenverfahren beide Arme gesundheitliche Probleme, nur rechts mehr.
So
diagnostizierte
Dr.
Z._
bereits damals unter anderem eine chronische
Epi
condylitis
radialis
beidseits (vorstehend E. 3.1) und
ein Karpaltunnelsyndrom beidseits (vorstehend E. 3.3).
Auch
Dr.
A._
hatte
damals beschrie
ben, dass eine angepasste Tätigkeit beide Hände nicht belasten sollte
(vorstehend E. 3.2)
. Weiter hielt sie fest, dass a
ufgrund chronischer
thorako
c
ervikospondylo
gener
Schmerzen eine deutliche Einschränkung der Beweglichkeit und Kraftmin
derung der Hände beidseits
bestehe (vorstehend E. 3.8)
.
Weiter diagnostizierten d
ie Ärzte des Universitätsspitals
C._
eine
chronische
Epicondylitis
radialis
beidseits
(vorstehend
E. 3.6) beziehungsweise eine chronische
Epicondylopathie
beidseits (vorstehend E. 3.12)
. Zudem wurden beide Ellenbogen schon mehrmals mit Cortison behandelt (vorstehend E. 3.10).
Der RAD-Arzt
Dr.
B._
hielt
einen Halteschmerz und Bewegungsschmerz beider Hände bei chronischer
Epico
ndylitis
lateralis
beidseitig fest
(vorstehend E. 3.7)
.
Schliesslich klagte die Be
schwerdeführerin anlässlich einer orthopädischen Untersuchung über zuneh
mende Schmerzen im linken Arm (vorstehend E. 3.10).
Mit dem seit der letztmaligen materiellen Beurteilung eingereichten ärztlichen Bericht von
Dr.
A._
(vorstehend E. 4.1) vermag die Beschwerde
führerin keine relevante
dauerhafte
Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes glaubhaft darzutun.
Es wird
zwar neu ein Einriss der
Extensorensehne
bei diagnostizierter
Epicondylitis
humeri
radialis
links angeführt und eine voll
ständ
ige Arbeitsunfähigkeit seit 24.
Juli 2019 attestiert. Diese bezieht sich wohl auf die Tätigkeit der Beschwerdeführerin bei einer Bäckerei im Service von 3.5
Stunden pro Tag, welche die Beschwerdeführerin seit anfangs 2019 ausübt und bei der es sich kaum um eine angepasste Tätigkeit handeln dürfte. Die
Epicondylitis
humeri
radialis
links
war bereits bei der ersten Leistungs
verweigerung bekannt.
Dr.
A._
stützte sich in ihrem Bericht vorwiegend auf die subjektiven Anga
ben der Beschwerdeführerin und
es
finden sich keine Befunde, die eine (andau
ernde) Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit belegen würden. Nach dem Gesagten erscheint d
ie
Beurteilung
des RAD, wonach der
Ex
tensoreneinriss
links nichts am Belastungs
profil für angepasste Tätigkeiten än
dere (vorstehend E. 4.2),
als plausibel und
nachvollziehbar.
Somit
lässt
v
orliegend
die Gegenüberstellung der bei der ersten Rentenprüfung vorhandenen (vgl. vorstehend E. 3.
1
-
3.14
) mit de
m
seit der erneuten Anmeldung eingegangenen Bericht von
Dr.
A._
(vorstehend E. 4.
1
)
auf keine wesentliche Veränderung des medizinischen Sachverhalts schliessen
.
6.3
Die
erst
im Beschwerdeverfahren eingereichten Berichte
von Prof.
F._
(vor
stehend E. 5)
ändern nichts am Ergebnis. Denn zur entscheidenden Frage der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin äussern sie sich nicht beziehungsweise geht aus ihnen hervor, dass die Schmerzzunahme des linken Tennisarms nach einer Überbelastung am 1
6.
Juli 2019 erfolgt
sei
beziehungsweise seit Putzen er
neut stärkere Beschwerden aufgetreten s
eien
. Die Beschwerden basieren somit grösstenteils auf individuellen Überlastungen und sind therapierbar. Zudem wurde noch keine aktive Physiotherapie durchgeführt, mithin sind mit der Be
schwerdegegnerin die Therapieoptionen noch offen.
Bereits bei der letzten Beur
teilung durch
den
RAD im September 2016 wurde vermerkt, dass bei vollständiger
Ausnutzung sämtlicher Therapieoptionen eine Verbesserung
mit grosser Wahr
scheinlichkeit
zu erwarten sei
(vorstehend E. 3.14)
.
Im Übrigen
reichte die Be
schwerdeführerin
die
von Oktober bis Dezember 2019 datierenden Berichte
von Prof.
F._
(Urk. 3/3-5) erst mit ihrer Beschwerde vom 26. Februar 2020 (Urk. 1) ein.
Nachdem die Beschwerdeführerin mit der Neuanmeldung den Bericht von
Dr.
A._
vom
9.
Oktober 2019 (vorstehend E. 4.1) eingereicht hat
te
, hat sie im
Vorbescheidverfahren
Fristverlängerung zur Begründung des Einwan
des und Einreichung weiterer Dokumente verlangt (Urk. 7/77) und auch erhalten (Urk. 7/78), mit dem begründeten Einwand
am 1
2.
Dezember 2019
(Urk. 7/79) aber keine neuen Dokumente eingereicht.
Da für
die beschwerdeweise Überprü
fung einer
Nichteintretensverfügung
die Aktenlage bei Erlass dieser Verfügung massgeblich
ist (vgl. vorstehend E. 1.3), sind die Berichte
bei der Prüfung der streitigen Frage nach der Glaubhaftmachung einer anspruchsbeeinflussenden Tatsachenänderung somit
sowieso
nicht zu berücksichtigen.
Eine dauerhafte Änderung des Gesundheitszustandes, die massgeblich Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, auch angepasst, hat, ist damit nicht glaubhaft gemacht.
6.
4
Zusammengefasst bleibt festzuhalten, dass mit den eingereichten ärztlichen Be
richten keine anspruchsrelevante Veränderung gegenüber dem im Jahr 2017 be
urteilten Sachverhalt glaubhaft gemacht wurde.
Selbst wenn mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV herabgesetzte An
forderungen an den Beweis verbunden sind, sind keine genügenden Anhalts
punkte ersichtlich, die eine eingehende Abklärung rechtfertigen würden.
Die Beschwerdegegnerin ist nach dem Gesagten auf die Neuanmeldung der Be
schwerdeführerin zu Recht nicht eingetreten. Die angefochtene Verfügung vom 2
8.
Januar 2020 (Urk. 2) erweist sich folglich als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG) und auf Fr
.
600.-- anzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.