Decision ID: a499c43f-7844-5996-b1f7-099c5125a0a2
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Mit Berufungsentscheid vom 3. September 2007 sprach die Strafkammer des
Kantonsgerichts St. Gallen X.Y. der schweren Körperverletzung, der fahrlässigen
Tötung, der Hinderung einer Amtshandlung, der mehrfachen Sachbeschädigung, des
mehrfachen Hausfriedensbruchs, der mehrfachen einfachen Körperverletzung, des
mehrfachen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, des
mehrfachen Diebstahls sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen das
Strassenverkehrsgesetz schuldig und verurteilte ihn zu fünfeinhalb Jahren
Freiheitsstrafe, unter Anrechnung von 118 Tagen Untersuchungshaft. Gleichzeitig
ordnete es eine stationäre therapeutische Massnahme nach Art. 59 des
Schweizerischen Strafgesetzbuches (SR 311.0, abgekürzt StGB) an. Dieses Urteil
erwuchs in Rechtskraft.
Am 20. Mai 2005 trat X.Y. im Kantonalen Untersuchungsgefängnis St. Gallen den
vorzeitigen Strafvollzug an, den er per 25. Mai 2005 im Gefängnis St. Gallen, per 14.
Juni 2005 im Kantonalgefängnis Frauenfeld und per 4. Juli 2006 in der Strafanstalt
Pöschwies fortsetzte. Dort wurde X.Y. am 18. Juli 2006 – nachdem er seit seinem
Eintritt im Eintrittspavillon untergebracht war – in die Abteilung für Suchtprobleme und
Kranke verlegt.
In Anwendung von Art. 62d Abs. 1 StGB prüfte das Amt für Justizvollzug des
Sicherheits- und Justizdepartements des Kantons St. Gallen für das Jahr 2008 von
Amtes wegen, ob und wann X.Y. aus dem Vollzug der Massnahme bedingt zu
entlassen oder die Massnahme aufzuheben sei. Im Rahmen dieser Prüfung erstattete
die Strafanstalt Pöschwies am 29. Juli 2008 über X.Y. einen Führungsbericht. Dieser
hielt fest, beim Insassen bestünden verschiedene ungenügende legalprognostische
Faktoren – instabile Kindheit und Jugendzeit mit verschiedenen Heimerfahrungen,
Drogenkonsum, kein tragfähiges Beziehungsnetz ausserhalb der Anstaltsmauern.
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Aufgrund dieses Umstandes seien die Voraussetzungen für die bedingte Entlassung
zur Zeit nicht gegeben. Der Führungsbericht attestierte X.Y., er erbringe im Rahmen
seiner Möglichkeiten ansprechende Leistungen – wobei zeitweilig
Konzentrationsschwächen auftreten –, er sei in der Wohngruppe gut integriert, bei
Bedarf ziehe er sich auch gerne in seine Zelle zurück, an den Gruppenaktivitäten –
unter anderem Sport – nehme er regelmässig teil, in der Freizeit spiele er auf seinem
PC oder höre Musik, und die Zellenordnung habe bis heute noch nicht beanstandet
werden müssen. In disziplinarischer Hinsicht liege eine Verfehlung vor; er habe am
30. November 2007 eine Portion Methadon eingenommen, die für einen anderen
Insassen bestimmt war.
Ebenfalls im Rahmen der Prüfung nach Art. 62d Abs. 1 StGB erstattete der
Psychiatrisch-Psychologische Dienst, Zürich (im folgenden PPD), über X.Y. am 31. Juli
2008 einen Therapiebericht. Dieser Therapiebericht, von den Leitenden Psychologen
E.B. und S.S. verfasst – S.S. ist für X.Y.s einzeltherapeutische Behandlung zuständig –,
hielt fest, beim Beschwerdeführer bestünden drei deliktrelevante Problembereiche:
Chronifizierte Gewaltbereitschaft, dissoziale Persönlichkeitsproblematik und
Suchtproblematik. Die beiden Verfasser des Therapieberichts identifizierten ausserdem
als Labilen Eigenständigen Risikorelevanten Faktor eine "Suchtmittelproblematik als
Risikofaktor". Neben der klinischen Einschätzung beruht die Beurteilung der
Legalprognose auf der Evaluation des Therapieverlaufs mit dem Forensisch
Operationalisierten Therapie-Risiko-Evaluations-System, abgekürzt FOTRES. In ihrem
Therapiebericht gelangen die beiden Leitenden Psychologen des PPD zum Schluss,
dass beim Beschwerdeführer mittelfristig ein moderat bis deutliches Rückfallrisiko für
einschlägige Straftaten (Gewaltdelikt) bestehe; ein derzeitiger Wechsel des
Beschwerdeführers ins Massnahmezentrum Bitzi erscheine aus therapeutischer Sicht
verfrüht, da zunächst vertiefte Erkenntnisse auf Seiten des Beschwerdeführers über
sein eigenes Deliktverhalten erarbeitet werden müssten. Es erscheine daher aktuell
zweckmässiger, den Beschwerdeführer weiterhin im Rahmen des Massnahmeprojekts
der Strafanstalt Pöschwies "anzubehandeln", um ihn dann mittelfristig in die
Massnahmeabteilung der Strafanstalt Pöschwies zu verlegen, vorausgesetzt, der
Beschwerdeführer erfülle die erforderlichen Bedingungen.
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Gegen den Bericht des PPD erhob X.Y. mit Eingaben seines Rechtsvertreters vom 19.
und 27. August sowie vom 3. September und 6. Oktober 2008 verschiedene
Einwendungen. Diese Einwendungen erwiderte der PPD mit Stellungnahme vom 13.
Oktober 2008.
Mit Schreiben seines Rechtsvertreters vom 23. Oktober 2008 brachte X.Y. weitere
Einwendungen vor und machte geltend, die bisherigen bescheidenen Versuche des
PPD könnten nicht als therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB
qualifiziert werden, und das Vertrauensverhältnis zum Therapeuten sei angeschlagen.
Zu diesen Vorbringen nahm der PPD mit Schreiben vom 23. Februar 2009 Stellung.
Mit Verfügung vom 23. März 2009 lehnte das Sicherheits- und Justizdepartement des
Kantons St. Gallen die bedingte Entlassung von X.Y. aus der vom Kantonsgericht St.
Gallen am 3. September 2007 angeordneten stationären therapeutischen Massnahme
ab. Es verfügte im weiteren, X.Y. bleibe vorderhand weiterhin in der Strafanstalt
Pöschwies, die nächste Überprüfung der Massnahme finde spätestens in einem Jahr
statt, der PPD werde eingeladen, der Vollzugsbehörde bis Ende Januar 2010 einen
Therapiebericht einzureichen, und die Strafanstalt Pöschwies werde eingeladen,
spätestens bis Ende Februar 2010 über die Entwicklung von X.Y. zu berichten. Sollten
die Voraussetzungen für eine bedingte Entlassung oder für die Verlegung in eine
andere Vollzugseinrichtung schon vorher als gegeben erachtet werden, hätten der PPD
und die Strafanstalt Pöschwies der Vollzugsbehörde zu berichten und entsprechend
Antrag zu stellen. Ausserdem verfügte das Sicherheits- und Justizdepartement, die
Entlassung oder Versetzung von X.Y. dürfe nur auf Anordnung des Amtes für
Justizvollzug des Kantons St. Gallen erfolgen, und eine allfällige Entweichung oder
andere Unregelmässigkeiten wären der Vollzugsbehörde unverzüglich zu melden. Zur
Begründung stützt sich die Vorinstanz auf den Führungsbericht der Strafanstalt
Pöschwies vom 29. Juli 2008 einerseits und auf den Therapiebericht des PPD vom
31. Juli 2008 andererseits. Sie führt an, zwar habe sich X.Y. in der Strafanstalt
Pöschwies weitgehend klaglos verhalten und es hätten im Rahmen der therapeutischen
Behandlung – trotz einiger Rückschläge – erste Fortschritte verzeichnet werden
können. X.Y. stehe aber erst am Anfang eines wohl noch mehrjährigen therapeutischen
Prozesses, wobei sich erst noch zeigen müsse, ob er eine tragfähige therapeutische
Beziehung aufbauen und aufrechterhalten könne. Die Gründe, die zur Anordnung der
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Massnahme geführt haben, bestünden weiterhin; X.Y. müsse Fortschritte in seiner
Persönlichkeitsentwicklung machen, Einsichten in seine problematischen
Persönlichkeitsanteile gewinnen und seine Delikte intensiv bearbeiten; er benötige auf
unbestimmte Zeit ein geschütztes und kontrollierendes Umfeld, das ihm Betreuung und
Sicherheit biete. Ohne diesen schützenden Rahmen bestünde eine beträchtliche
Gefahr erneuter Delinquenz; eine bedingte Entlassung sei deshalb eindeutig verfrüht.
Auch die Aufhebung der Massnahme falle ausser Betracht; diese sei für die
Verhinderung von neuen Straftaten weiter notwendig und es sei zu erwarten, durch die
Weiterführung der Massnahme lasse sich der Gefahr weiterer mit den psychischen
Störungen von X.Y. in Zusammenhang stehender Taten begegnen. Ein Übertritt in eine
offene Vollzugseinrichtung sei derzeit nicht verantwortbar. Da die deliktorientierte
Behandlung erst am Anfang stehe, habe X.Y. zuerst weitere therapeutische Fortschritte
zu machen. Eine Versetzung in das Massnahmenzentrum Bitzi komme erst in Frage,
wenn aufgrund des therapeutischen Prozesses Aussicht darauf bestehe, dass X.Y. aus
der Geschlossenen Betreuungsabteilung – in die er zuerst eingewiesen würde –
innerhalb eines Zeitraums von etwa einem halben Jahr in die Offene
Betreuungsabteilung übertreten könnte.
B./ Gegen die Verfügung des Sicherheits- und Justizdepartements erhob X.Y. mit
Eingaben seines Rechtsvertreters vom 20. April und 20. Mai 2009 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht. Er beantragt, die Verfügung des Amtes für Justizvollzug vom 23.
März 2009 sei aufzuheben, er sei bedingt aus der vom Kantonsgericht St. Gallen am
3. September 2007 angeordneten stationären therapeutischen Massnahme zu
entlassen, und eventuell sei das Amt für Justizvollzug anzuweisen, ihn in einer
geeigneten psychiatrischen Einrichtung oder einer Massnahmevollzugseinrichtung
gemäss Art. 59 Abs. 2 StGB unterzubringen, alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Sodann sei ihm für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht
die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und Rechtsanwalt lic. iur. J. als
unentgeltlicher Vertreter zu bestellen. Zur Begründung bringt er im wesentlichen vor,
bevor geprüft werden könne, ob und wann der Täter aus dem Vollzug der Massnahme
bedingt zu entlassen oder die Massnahme aufzuheben sei, sei vorfrageweise zu prüfen,
ob die vom Kantonsgericht angeordnete stationäre therapeutische Massnahme auch
tatsächlich durchgeführt werde. Aufgrund der bisher durchgeführten "Behandlung"
könne nicht ernsthaft behauptet werden, er befinde sich in einer geeigneten Einrichtung
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gemäss Art. 59 Abs. 2 StGB; in Tat und Wahrheit befinde er sich im Strafvollzug in der
Strafanstalt Pöschwies in Regensdorf und führe mit einem Psychologen – wenn dieser
zwischendurch Zeit habe – sogenannte Einzelgespräche. Hinzu komme, dass die
fachliche Kompetenz des Psychologen S.S. bestritten werde; dessen Ausbildung
reiche nicht aus, um psychische Störungen zu behandeln, weshalb er nicht
fachkompetent behandelt werde. Hinzu komme, dass die Strafanstalt Pöschwies keine
geeignete Einrichtung im Sinne von Art. 59 StGB sei; die therapeutischen Einrichtungen
im Sinne von Art. 59 bis 61 StGB seien gemäss Art. 58 Abs. 2 StGB vom Strafvollzug
getrennt zu führen. Da die Strafanstalt Pöschwies nicht für eine stationäre Behandlung
geeignet sei, sei die auf Gesuch hin oder von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung,
ob und wann der Täter aus dem Vollzug der Massnahme bedingt zu entlassen oder die
Massnahme aufzuheben sei, vorliegend mangelhaft. Und selbst wenn man davon
ausgehen wollte, die Strafanstalt Pöschwies könne als geeignete Einrichtung im Sinne
von Art. 59 Abs. 2 StGB betrachtet werden, wäre der Entscheid, die bedingte
Entlassung aus der stationären therapeutischen Massnahme abzulehnen, unrichtig und
demzufolge aufzuheben. Das Verhältnis zwischen ihm und dem Therapeuten Stefan
Schmalbach sei erheblich gestört, seitdem er mit diesem in einem Gespräch die
Mängel im jährlichen Therapiebericht des PPD vom 31. Juli 2008 – verschiedene
unrichtige Aussagen und Feststellungen – besprochen habe. Wenn Stefan Schmalbach
sein Therapeut bleibe, sei das Ergebnis der nächsten Überprüfung der Massnahmen
voraussehbar. In Anbetracht der unregelmässigen Therapiesitzungen sei absehbar,
dass ein positiver Therapiebericht – der für eine bedingte Entlassung notwendig sei –
noch lange nicht vorliegen werde bzw. könne. Das Verhalten des Therapeuten – die
Therapiesitzungen nicht regelmässig durchzuführen oder durchzuführen, wann es ihm
gerade passe – sei völlig inakzeptabel und dürfe nicht länger toleriert werden; von einer
therapeutischen Massnahme könne keine Rede sein. Das Amt für Justizvollzug des
Kantons St. Gallen dürfe nicht mehr länger über diese Missstände hinwegsehen,
sondern müsse endlich die notwendigen Schritte in die Wege leiten, um diese
unhaltbaren Zustände zu ändern. Schliesslich komme dazu, dass er von seinen
Betreuungspersonen offensichtlich anders wahrgenommen werde als vom überlasteten
und wenig präsenten Therapeuten. Zusammengefasst und unter Würdigung aller
Umstände erweise sich die Verfügung vom 23. März 2009 als offensichtlich unrichtig;
diese stelle auf Berichte, Unterlagen und Aussagen eines nicht fachkompetenten
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Therapeuten ab, der in einem gespannten Verhältnis zu ihm stehe. Daraus folge, dass
seine bedingte Entlassung aus der stationären therapeutischen Massnahme zu Unrecht
abgelehnt worden sei.
Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 10. Juni 2009 die Abweisung
der Beschwerde. Zur Begründung verweist sie auf die angefochtene Verfügung und die
Vorakten. Ergänzend hält sie fest, dass der Täter nach Art. 59 Abs. 3 StGB auch in
einer geschlossenen Strafanstalt behandelt werden könne, sofern die nötige
therapeutische Behandlung durch Fachpersonal gewährleistet sei. In der Strafanstalt
Pöschwies würden seit Jahren intensive deliktorientierte Behandlungen durchgeführt.
Die Behauptung des Beschwerdeführers, er werde in der Strafanstalt Pöschwies nicht
fachkompetent behandelt, entbehre jeder Grundlage.
Mit Verfügung des Ausländeramtes vom 18. Juni 2009 wurde X.Y. die
Niederlassungsbewilligung widerrufen.
Der Beschwerdeführer nahm – innert erstreckter Frist – mit Eingabe seines
Rechtsvertreters vom 18. August 2009 zur vorinstanzlichen Vernehmlassung Stellung.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 20. April 2009 und
deren Ergänzung vom 20. Mai 2009 erfüllen zeitlich, formal und inhaltlich die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
Dem Beschwerdeführer wurde die Vernehmlassung der Vorinstanz zugestellt, und es
wurde ihm Gelegenheit gegeben, dazu Stellung zu nehmen, soweit darin neue
tatsächliche oder rechtliche Argumente vorgebracht würden, welche bisher nicht
erörtert worden seien. Es wurde darauf hingewiesen, dass das Gericht über die
Zulassung der Stellungnahme entscheiden werde. Der Beschwerdeführer nahm – innert
erstreckter Frist – mit Schreiben seines Rechtsvertreters vom 18. August 2009 zur
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Vernehmlassung Stellung; gleichzeitig reichte er eine Standortbestimmung ASP vom
Monat Juni 2009 nach.
Eine Beschwerdeergänzung auf dem Wege der Replik ist nur insoweit statthaft, als die
Ausführungen in den Vernehmlassungen dazu Anlass geben. Mit Anträgen und Rügen,
welche der Beschwerdeführer bereits in der Beschwerde hätte erheben können, ist er
nach Ablauf der Beschwerdefrist ausgeschlossen (BGE 132 I 42 E. 3.3.4 mit Hinweis
auf BGE 131 I 291 ff.).
Die Vorinstanz hat in ihrer Stellungnahme keine Anträge gestellt, die über die in der
Verfügung festgehaltenen Begehren hinausgingen; in ihrer Vernehmlassung vom
10. Juni 2009 bringt sie indes vor, der Täter könne nach Art. 59 Abs. 3 StGB auch in
einer geschlossenen Strafanstalt behandelt werden, sofern die nötige therapeutische
Behandlung durch Fachpersonal gewährleistet sei, und in der Strafanstalt Pöschwies
würden seit Jahren intensive deliktorientierte Behandlungen durchgeführt. Beide
Vorbringen – das erste juristischer, das zweite tatsächlicher Natur – lassen sich als neu
qualifizieren. Dasselbe gilt für die von der Vorinstanz angeforderten Stellungnahmen
der Direktion der Strafanstalt Pöschwies vom 8. Juni 2008 und des PPD vom 10. Juni
2009: Beide Stellungnahmen erfolgten im Zusammenhang mit der Stellungnahme der
Vorinstanz, wobei die Stellungnahme des PPD vom 10. Juni 2009 ebenfalls dem
Beschwerdeführer zugestellt wurde. Ausserdem hatte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers erstmals Einsicht in die vorinstanzlichen Vollzugsakten, die ihm mit
Schreiben vom 18. Juni 2009 zugestellt wurden. In diesem Sinne hat der
Beschwerdeführer Anspruch auf eine Replik; auf seine Stellungnahme vom 18. August
2009 ist somit einzutreten.
2. Gemäss Art. 62 Abs. 1 StGB wird der Täter aus dem stationären Vollzug der
Massnahme bedingt entlassen, sobald sein Zustand es rechtfertigt, dass ihm
Gelegenheit gegeben wird, sich in der Freiheit zu bewähren. Art. 62d Abs. 1 StGB
bestimmt, dass die zuständige Behörde auf Gesuch hin oder von Amtes wegen prüft,
ob und wann der Täter aus dem Vollzug der Massnahme bedingt zu entlassen oder die
Massnahme aufzuheben ist, wobei sie darüber mindestens einmal jährlich beschliesst
und vorher den Eingewiesenen anhört sowie einen Bericht der Leitung der
Vollzugseinrichtung einholt. Die Massnahme wird aufgehoben, wenn gemäss Art. 62c
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Abs. 1 StGB deren Durch- oder Fortführung als aussichtslos erscheint (lit. a), die
Höchstdauer nach den Art. 60 und 61 StGB erreicht wurde und die Voraussetzungen
für die bedingte Entlassung nicht eingetreten sind (lit. b), oder wenn eine geeignete
Einrichtung nicht oder nicht mehr existiert (lit. c).
2.1. Die Vorinstanz kam in ihrer von Amtes wegen durchgeführten Prüfung im Sinne
von Art. 62d Abs. 1 StGB zum Schluss, die Gründe, die zur Anordnung der Massnahme
gemäss Art. 59 Abs. 1 StGB geführt haben, bestünden beim Beschwerdeführer
weiterhin; in ihrer Verfügung vom 23. März 2009 erwog die Vorinstanz, der
Beschwerdeführer benötige auf unbestimmte Zeit ein geschütztes und kontrollierendes
Umfeld, das ihm Betreuung und Sicherheit biete. Ohne diesen schützenden Rahmen
bestünde eine beträchtliche Gefahr erneuter Delinquenz. Die Massnahme sei für die
Verhinderung von neuen Straftaten weiter notwendig und es sei zu erwarten, durch die
Weiterführung der Massnahme lasse sich der Gefahr weiterer mit der psychischen
Störung des Beschwerdeführers in Zusammenhang stehender Taten begegnen.
2.2. Der Beschwerdeführer bringt in seiner Beschwerdeergänzung bzw. -begründung
vom 20. Mai 2009 zunächst vor, es sei vorfrageweise zu prüfen, ob die mit Urteil des
Kantonsgerichts vom 3. September 2007 angeordnete stationäre therapeutische
Massnahme auch tatsächlich durchgeführt werde, bevor geprüft werden könne, ob und
wann der Täter aus dem Vollzug der Massnahme bedingt zu entlassen oder die
Massnahme aufzuheben sei. In diesem Zusammenhang macht er geltend, die
Strafanstalt Pöschwies sei gar keine geeignete Einrichtung im Sinne von Art. 59 StGB;
die therapeutischen Einrichtungen im Sinne von Art. 59 bis 61 StGB seien gemäss Art.
58 Abs. 2 StGB vom Strafvollzug getrennt zu führen.
2.2.1. Die Frage, inwiefern Art. 59 StGB in der Praxis – und konkret in bezug auf den
Beschwerdeführer – korrekt vollzogen wird, ist eine Rechtsfrage: Macht der
Beschwerdeführer geltend, es sei zu prüfen, inwiefern die Strafanstalt Pöschwies eine
geeignete Einrichtung für den Vollzug der gegen ihn ausgesprochenen Massnahme sei
und ob die vom Kantonsgericht angeordnete stationäre therapeutische Massnahme
auch tatsächlich durchgeführt werde, bringt er sinngemäss vor, in seinem Fall verletze
die vollziehende Behörde Art. 59 StGB.
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Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht können gemäss Art. 61 Abs. 1 VRP
Rechtsverletzungen geltend gemacht werden. Da sich der Beschwerdeführer mit
seinem Vorbringen auf eine Rechtsverletzung beruft, ist dieses – gestützt auf Art. 61
Abs. 1 VRP – zu prüfen.
2.2.2. Für die Durchführung einer gerichtlich angeordneten stationären therapeutischen
Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB, die – gemäss Marginale der
Gesetzesbestimmung – eine Behandlung von psychischen Störungen zum Zwecke hat,
sind die Kantone zuständig; Art. 337 Abs. 3 StGB verpflichtet sie, die im StGB für den
Massnahmenvollzug vorgesehenen Einrichtungen zu errichten und zu betreiben. Die
Kantone sind gemäss Art. 4 der Schlussbestimmungen der Änderung vom 13.
Dezember 2002 verpflichtet, bis spätestens zehn Jahre nach dem Inkrafttreten
Einrichtungen für den Vollzug der Massnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 3 StGB zu
errichten.
In bezug auf das Vorgehen, welches die Behörden für den Vollzug der stationären
therapeutischen Massnahme beim Beschwerdeführer angeordnet haben, gilt es
zunächst festzuhalten, dass ein Täter, der – solange die Gefahr besteht, dass er flieht
oder weitere Straftaten begeht – in einer geschlossenen Einrichtung behandelt wird,
auch in einer Strafanstalt nach Art. 76 Abs. 2 StGB behandelt werden kann, sofern die
nötige therapeutische Behandlung durch Fachpersonal gewährleistet ist. In diesem
Sinne ist die Rüge des Beschwerdeführers, die vollziehende Behörde verletze Art. 59
StGB, indem sie ihn für den Vollzug der gegen ihn ausgesprochenen Massnahme in der
Strafanstalt Pöschwies untergebracht habe, unbegründet. Dass in der Strafanstalt
Pöschwies zudem die nötige therapeutische Behandlung – generell – nicht
gewährleistet wäre, lässt sich angesichts der vorliegenden Akten ebenfalls nicht sagen.
Im übrigen gilt es festzuhalten, dass in der Strafanstalt Pöschwies mit der Forensisch-
Psychiatrischen Abteilung seit kurzem auch eine Einrichtung besteht, die für die
Behandlung von Klienten mit stationären Massnahmen nach Art. 59 StGB konzipiert ist.
Diese Abteilung steht dem Beschwerdeführer offen; eines der Kriterien für die
Zulassung ist aber, dass der Beschwerdeführer an den Sitzungen der Einstiegsgruppe
teilnimmt. Gemäss Stellungnahme vom 8. Juni 2009, welche der Chef Vollzug der
Strafanstalt Pöschwies, T.N., zuhanden der Vorinstanz abgegeben hat, weigerte sich
der Beschwerdeführer bisher, an diesem Gruppenangebot teilzunehmen. Diese
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Feststellung steht freilich im Widerspruch zur Feststellung im Führungsbericht der
Strafanstalt Pöschwies vom 29. Juli 2008, wonach der Beschwerdeführer seit Beginn
des Vollzugs der stationären therapeutischen Massnahme die Sitzungen der
Einstiegsgruppe erfolgreich hinter sich gebracht habe. Weshalb sich die Akten in
diesem Punkt widersprechen, lässt sich nicht abschliessend beurteilen.
2.2.3. Soweit Vollzugsprobleme entstehen, haben sich die Kantone ernsthaft um die
richtige Durchführung der Massnahme zu bemühen (vgl. M. Heer, in: Niggli/
Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht I, Art. 1 - 110 StGB,
Jugendstrafgesetz, 2. Aufl., Basel 2007, N 100 zu Art. 59 StGB). Der eidgenössische
Gesetzgeber hat offen gelassen, was unter der Gewährleistung der nötigen
therapeutischen Behandlung durch Fachpersonal für den Vollzug stationärer
Behandlungen in Strafanstalten zu verstehen ist (vgl. auch Noll/Graf/Stürm/Urbaniok,
Anforderungen an den Vollzug stationärer Massnahmen in einer geschlossenen
Strafanstalt nach Art. 59 Abs. 3 StGB, in: AJP 12/2008 S. 1553 ff., S. 1554). Es ist
davon auszugehen, dass eine stationäre Massnahme tendenziell eine hohe Intensität
aufweist, für die beispielsweise lediglich eine Therapiestunde in der Woche als nicht
ausreichend angesehen werden kann; für die fachliche Würdigung eines stationären
Behandlungsangebots sind – neben der Intensität bzw. Konfrontationsdichte und
milieutherapeutischen Elementen – zudem Kriterien wie die Qualifikation der
therapeutischen Mitarbeiter, die infrastrukturellen Möglichkeiten der Einrichtung sowie
vielfältige Qualitätsmanagementaspekte wesentlich (vgl. Noll/Graf/Stürm/Urbaniok,
a.a.O., S. 1554).
In bezug auf die Intensität der therapeutischen Massnahmen, die für den
Beschwerdeführer getroffen wurden, geht aus den vorliegenden Akten hervor, dass der
Beschwerdeführer im Zeitraum von Februar bis Mai 2009 in unregelmässigen
Abständen Therapiesitzungen mit dem ihm zugeteilten Therapeuten S.S. absolviert hat.
Aus Gründen, die nicht aus den vorliegenden Akten hervorgehen, fielen in den Monaten
Februar, März und Mai 2009 mehrere Therapietermine aus. Soweit es sich aus den
vorliegenden Akten – eine Honorarrechnung zuhanden der Krankenkasse und
eingereichte Dokumente des Beschwerdeführers – ergibt, absolvierte der
Beschwerdeführer seit Beginn des Vollzugs der stationären therapeutischen
Massnahmen wöchentlich maximal eine Therapiestunde mit dem ihm zugeteilten
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Therapeuten. Im gleichen Zeitraum absolvierte er Sitzungen der Einstiegsgruppe, die er
gemäss Führungsbericht der Strafanstalt Pöschwies vom 29. Juli 2008 erfolgreich
hinter sich gebracht hat. Soweit es sich aus den vorliegenden Akten ergibt, fanden
während des Behandlungszeitraums in keiner Woche parallel Einzeltherapiestunden
und Sitzungen der Einstiegsgruppe statt.
Eine stationäre Massnahme soll tendenziell eine hohe Intensität aufweisen. Lediglich
eine Therapiestunde in der Woche kann – mit Verweis auf den oben zitierten Aufsatz
(vgl. AJP 12/2008 S. 1553, S. 1554) – als nicht ausreichend angesehen werden. Dies
sollte im vorliegenden Fall insbesondere dem Chef Vollzug der Strafanstalt bewusst
sein, vertritt er diese Meinung doch als Mitautor des zitierten Fachartikels. Gemäss
diesem – in der Lehre anerkannten – Kriterium sind die Bemühungen des PPD in bezug
auf die Therapieintensität beim Beschwerdeführer als unzureichend zu betrachten. Aus
welchem Grund im übrigen die Einzel-Therapiesitzungen nicht regelmässig stattfanden,
lässt sich den vorliegenden Akten nicht entnehmen; aus den Akten geht zumindest
nicht hervor, dass sich der Beschwerdeführer geweigert hätte, an den – offenbar
jeweils im voraus terminierten – Therapiesitzungen teilzunehmen. In diesem Sinne ist
die Rüge des Beschwerdeführers berechtigt, die einzeltherapeutische Behandlung sei –
zumindest, was ihre Frequenz betrifft – nicht ausreichend, weshalb der Vollzug der vom
Kantonsgericht St. Gallen angeordneten stationären therapeutischen Massnahme
Art. 59 StGB verletzt. Dieser Mangel wird allerdings dadurch wieder relativiert, dass der
Beschwerdeführer in einem Umfeld mit milieutherapeutischen Elementen lebt. Gemäss
dem Führungsbericht der Strafanstalt Pöschwies vom 29. Juli 2008 ist der
Beschwerdeführer dem Arbeitsbereich der Weberei zugeteilt und lebt in einer
Wohngruppe, in deren Rahmen Gruppenaktivitäten – unter anderem Sport –
stattfinden. Dieses Umfeld ist veränderungsfördernd und stellt ein allgemeines Training
sozialer Kompetenzen dar. Diese Komponente vermag den Mangel an individueller
therapeutischer Behandlung des Beschwerdeführers teilweise auszugleichen. Im
übrigen geht aus den vorliegenden Akten hervor, dass per 14. Mai 2009 seit Juli 2008
insgesamt 47 Konsultationen durch psychiatrische und psychologische Fachkräfte des
PPD stattgefunden haben.
In Anbetracht dieser Umstände ist die Beschwerde – zumindest zur Zeit – in diesem
Punkt abzuweisen. Allerdings ist es im Hinblick auf den künftigen Vollzug weiterhin
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vordringlich, dass die vollziehende Behörde für eine regelmässige Durchführung der
Einzeltherapie-Sitzungen sorgt und deren Frequenz erhöht. Ausfallende
Therapiestunden sind nachzuholen und die Anzahl der notwendigen Therapiestunden
genauer zu bestimmen.
2.3. Der Beschwerdeführer bestreitet im weiteren die fachliche Kompetenz des
Psychologen S.S., der ihn bisher in den Einzel-Therapiesitzungen behandelt hat. Er
macht geltend, S.S.'s Ausbildung reiche nicht aus, um psychische Störungen zu
behandeln, weshalb er nicht fachkompetent behandelt werde. Auch mit dieser Rüge
macht der Beschwerdeführer sinngemäss geltend, der Vollzug der stationären
therapeutischen Massnahme verletze Art. 59 StGB.
Welche fachlichen Anforderungen eine Person erfüllen muss, die im Rahmen einer
therapeutischen Massnahme bei einem Täter eine psychische Störung behandelt, lässt
der Gesetzgeber offen. Einzig in Art. 59 Abs. 3 StGB findet sich der Hinweis, ein Täter
könne – solange die Gefahr besteht, dass er flieht oder weitere Straftaten begeht –
auch in einer Strafanstalt nach Art. 76 Abs. 2 StGB behandelt werden, sofern die nötige
therapeutische Behandlung durch Fachpersonal gewährleistet ist. Aber auch Art. 59
Abs. 3 StGB bestimmt nicht näher, über welche beruflichen Qualifikationen das
sogenannte Fachpersonal verfügen muss. Dass nur zum Fachpersonal gehört und
damit psychische Störungen im Rahmen einer stationären therapeutischen Massnahme
behandeln darf, wer – wie der Beschwerdeführer fordert – über die Qualifikation als Arzt
bzw. Psychiater verfügt, lässt sich dem Gesetzestext nicht entnehmen. Denkbar ist
ohne weiteres, dass auch ein Psychologe über die notwendige Ausbildung verfügt, um
– wie dies beim Beschwerdeführer der Fall ist – im Rahmen einer stationären
therapeutischen Massnahme gemäss Art. 59 StGB eine psychische Störung zu
behandeln. Der Beschwerdeführer geht daher mit seiner Rüge – auch in Anbetracht der
Ausführungen, welche der PPD in seiner Stellungnahme vom 10. Juni 2009 zuhanden
der Vorinstanz betreffend die berufliche Qualifikation S.S.'s machte – fehl. Die
Beschwerde ist somit in diesem Punkt abzuweisen. Schliesslich gilt es festzuhalten,
dass der Beschwerdeführer die Möglichkeit hat, sich für die medikamentöse
Behandlung seiner psychischen Leiden in einer wöchentlich durchgeführten
psychiatrischen Konsultation an eine für die psychiatrische Grundversorgung
zuständige Psychiaterin zu wenden.
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2.4. Der Beschwerdeführer bringt vor, zusammengefasst und unter Würdigung aller
Umstände erweise sich die Verfügung vom 23. März 2009 als offensichtlich unrichtig;
diese stelle auf Berichte, Unterlagen und Aussagen eines nicht fachkompetenten
Therapeuten ab, der in einem gespannten Verhältnis zu ihm stehe. Daraus folge, dass
seine bedingte Entlassung aus der stationären therapeutischen Massnahme zu Unrecht
abgelehnt worden sei.
Wie sich gezeigt hat, handelt es sich beim Therapeuten, der zusammen mit dem
Leitenden Psychologen den Therapiebericht des PPD vom 31. Juli 2008 verfasste, um
eine Person, die befugt ist, im Rahmen einer stationären therapeutischen Massnahme
gemäss Art. 59 StGB eine psychische Störung zu behandeln. Dass die Verfügung der
Vorinstanz vom 23. März 2009 daher auf die Berichte, Unterlagen und Aussagen eines
nicht fachkompetenten Therapeuten abstellt, lässt sich nicht sagen. Es mag durchaus
sein, dass der Beschwerdeführer zu seinem – aus seiner Sicht nicht fachkompetenten –
Therapeuten in einem gespannten Verhältnis steht bzw. stand, als die Vorinstanz den
negativen Entscheid fällte; wenn der Beschwerdeführer daraus jedoch folgert, seine
bedingte Entlassung aus der stationären therapeutischen Massnahme sei gerade
deswegen zu Unrecht abgelehnt worden, geht seine Rüge fehl.
Die Vorinstanz hat ihren Entscheid auf sachliche Gründe gestützt; dabei hat sie den
jährlichen Therapiebericht des PPD vom 31. Juli 2008 sowie den Führungsbericht der
Strafanstalt Pöschwies vom 29. Juli 2008 angemessen berücksichtigt und die daraus
hervorgehenden Folgerungen eingehend gewürdigt. Aktenwidrige Tatsachen finden
sich in der Begründung ebenfalls keine. Dass die Verfügung vom 23. März 2009 –
zusammengefasst und unter Würdigung aller Umstände – daher offensichtlich unrichtig
ist, lässt sich nicht erkennen. Die Beschwerde erweist sich auch in diesem Punkt als
unbegründet.
3. Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass die
Beschwerde im Sinne der Erwägungen abzuweisen ist. Die Vorinstanz hat mit ihrer
Verfügung vom 23. März 2009 die bedingte Entlassung des Beschwerdeführers aus
dem Massnahmenvollzug zu Recht verweigert. Der Massnahmenvollzug, in welchem
sich der Beschwerdeführer derzeit befindet, verletzt – unter Würdigung aller Umstände
– Art. 59 StGB nicht. Die vollziehende Behörde wird aufgefordert, für eine regelmässige
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/16
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Durchführung der Einzeltherapie-Sitzungen zu sorgen und deren Frequenz nach
Möglichkeit zu erhöhen.
4. Der Beschwerdeführer beantragt die unentgeltliche Prozessführung. Diesem
Begehren kann stattgegeben werden, da die Beschwerde nicht als aussichtslos zu
qualifizieren war. Es galt unter anderem, die Rechtmässigkeit der seit Inkrafttreten des
neuen Allgemeinen Teils des StGB noch wenig gefestigten Praxis des
Massnahmenvollzugs zu beurteilen. Daher ist die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung zu bewilligen. Folglich sind die Kosten des
Beschwerdeverfahrens zufolge unentgeltlicher Prozessführung dem Staat
aufzuerlegen. Eine Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Art. 13, Ziff. 622
Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Auf die Erhebung ist vorläufig zu verzichten (Art. 99
Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 288 des Zivilprozessgesetzes, sGS 961.2).
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Kostennote eingereicht. Die
Entschädigung ist deshalb nach Ermessen festzusetzen (Art. 6 der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, abgekürzt
HonO). Ein Betrag von Fr. 2'500.-- zuzügl. MWSt ist angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. b in
Verbindung mit Art. 19 HonO und Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70).
Demnach hat das Verwaltungsgericht