Decision ID: 842bac8e-ea08-4aba-a47c-8a024e45f491
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1957,
führt
als
Selbständigerwerbender
seit
1984
ein
e
Autogarage
/Autoreparaturwerkstatt
(
Einmannbetrieb
[
Urk.
6/2/
4
,
Urk.
6/10/15-24
,
Urk.
6/23
]
).
Massive Schulterschmerzen führten zu
mehreren Operationen.
A
uf Aufford
erung des Krankentaggeldversicherers hin (vgl.
Urk.
6/8/1
)
meldete
er
sich
am 1
8.
September 2012
unter Hinweis auf
fehlende
Kraft im linken Arm mit Schmerzen sowie Bewegungseinschränkung bei der
Sozialversiche
rungs
an
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug (Berufliche Integration, In
validenrente) an (Urk. 6/2).
Gestützt auf das von der IV-Stelle telefonisch ge
führte Standortgespräch vom
4.
Oktober 2012
(
Urk.
6/8)
verneinte
diese
den An
spruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen
,
d
a d
er Versicherte diese nicht woll
e
(
Urk.
6/9).
Die IV-Stelle
holte
sodann
Berufsunterlagen (
Urk.
6/10
),
medizinische Berichte (
Urk.
6/13,
Urk. 6/
25,
Urk. 6/
30), ein
von der
Kranken
taggeldversicherung
in Auftrag gegebenes
medi
zinisches Gutachten (
Urk.
6/22),
einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug,
Urk.
6/23)
sowie einen Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
(Urk. 6/26)
ein und zog Akten des Krankentaggeldversicherers (
Urk.
6/
15
) bei.
Mit Vorbescheid vom
7.
Oktober 2013 (
Urk.
6/34-35) stellte die IV-Stelle die Abwei
sung des Leistungsbegehrens in Aussicht, wogegen der Versicherte am
7.
November
2013
(Urk. 6
/41)
E
in
wand erhob
.
Am 2
2.
November
2013 (
Urk.
6/44-45)
erstattete
der
behandelnde
Hausarzt
Dr.
med.
Y._
, Allge
meine Innere Medizin,
sein
en
Bericht
.
Am 23. Juli 2014 (Urk. 2) verfügte die IV-Stelle
im angekündigten Sinne.
2.
Hiergegen erhob de
r
Versicherte am 1
5.
September 2014 Beschwerde
(
Urk.
1)
mit den Anträgen, d
ie angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen, mindestens aber eine halbe Rente der Invaliden
versicherung auszurichten
(S. 2)
.
Die Beschwerdegegnerin
schloss
in ihrer Beschwerdeantwort
vo
m 2
0.
Oktober 2014
(Urk. 5) auf Abweisung der Beschwerde,
was
dem Beschwerdeführer
am 2
1.
Oktober 2014
zur
Kenntnis
gebracht
wurde
(
Urk.
7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalidenein
kommen
),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkommens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
g
rad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
4
Der Einkommensvergleich hat auch bei
Selbständigerwerbenden
in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt.
Nach der Rechtsprechung kann die Aufnahme einer unselbständigen Erwerbs
tätigkeit als zumutbar erscheinen, wenn davon eine bessere erwerbliche Ver
wer
tung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden kann und der berufliche Wechsel unter Berücksichtigung der gesamten Umstände (Alter, Aktivitätsdauer, Ausbil
dung, Art der bisherigen Tätigkeit, persönliche Lebensumstände) als zumutbar
erscheint (Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 14. November
2014 E. 3.1
mit Hinweisen auf Urteile I 116/03 vom 10. November 2003 E. 3.1 und I 145/01 vom 12. September 2001 E. 2b).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung
(
Urk.
2)
davon aus,
dass
dem Beschwerdeführer a
us medizinischer Sicht ab dem
1.
März 2013 die bisherige Tätigkeit als
Automechaniker wieder zu 60
%
zumutbar
sei.
Eine optimal angepasste Tätigkeit (
k
örperlich leichte Arbeiten ohne Heben und Tra
gen von Lasten
von mehr als
zehn Kilogramm
, ohne
Arbeiten über Kopf
bezie
hungsweise
über der Horizontalen, ohne Notwendigkeit zu beidhändigem kraft
vollem Hantieren)
– also beispielsweise als Autoverkäufer oder Lagerist in einer Autowerkstatt –
sei ihm
aus medizinischer Sicht zu 80
%
möglich
(S.
2
)
.
Bei der Ermitt
lung des
Valideneinkommens
habe sie sich
auf die Geschäftsjahre 2009, 2010 und 2011 gestützt. Das Einkommen ohne Behinderung
betrage
Fr.
59'084.
--
.
Mit
Behinderung
betrage das
gestützt auf die
Lohnstruktur
er
hebung
(LSE) ermittelte
Einkommen
Fr.
45'193.
--, dies ergebe eine
Erwerbsein
busse
in der Höhe von
Fr.
13'891
.
--
und
somit ein
en
Inva
liditätsgrad
von 24
%
.
Da der Invaliditätsgrad unter 40
%
lieg
e
, besteh
e
kein Rentenanspruch (S.
2 f.
).
In der Vernehmlassung wies die Beschwerdegegnerin ferner darauf hin, dass dem
Beschwerdeführer die Aufgabe seiner selbständigen Erwerbstätigkeit zumutbar sei (Urk. 5).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
er übe seit nunmehr 30 Jahren eine selbständige Tätigkeit aus. Eine andere Tätigkeit als Automechaniker kenne er nicht. Eine Tätigkeit als Autoverkäufer sei weder realistisch noch zumutbar
und
eine Tätigkeit als Lagerist in einer Autowerkstatt aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich
(S. 9)
.
Er habe nach Eintr
itt der Invalidisierung seinen B
etrieb so umorganisiert, dass er heute nach wie vor in der Lage sei, ein existenzs
icherndes Einkommen zu erzielen, womit er seiner Schadenminderungspflicht in geradezu vorbildlicher Art und Weise nachgelebt
habe (S. 10).
Nach Durchführung einer (ernst genommenen)
Interessenabwä
gung
erscheine ein Berufswechsel nicht zumutbar.
A
ls Invalideneinkommen
sei
daher
das Einkommen aus selbständiger Tätigkeit einzusetzen, welches
er
noch zu erzielen in der Lage
sei
, mithin
Fr.
26'037
.--
. Auf jeden Fall geh
e
es aber nicht an, für
seine
Leistungsfähigkeit in dieser (in
seinen
Augen nicht zumutbaren) Verweistätigkeit ein sogenanntes Gutachten
eines privaten Taggeldversicherers als Grundlage zu nehmen. Konkret
sei er
nicht
mehr in der Lage, ein 100
%-Pensum mit einer 20%igen
Leistungsein
busse
aus
zuüben, wie dies der Vertrauensarzt des Krankentaggeldversicherers behaupte. Falls die Beschwerdegegnerin wirklich der Auffassung
sei, dass es ihm
zuzu
mu
ten
sei
, eine
Verweistätigkeit auszuüben, habe sie im Rahmen des ATSG abzu
klä
ren, in welchem Ausmass er aufgrund seiner massiven gesund
heitlichen Be
einträchtigungen hierzu noch in der Lage
sei
. Weiter verlangte er, das
Vali
den
einkommen
auf Fr. 88
'
000.-- zu veranschlagen
(S. 12).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Anspruch
auf Leistungen der Invalidenversicherung (Invalidenr
ente) verneint hat
.
3.
3.1
PD
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Chirurgie
, speziell
Viszeralchirurgie
, nannte in seinem Operationsbericht vom 2
2.
Februar
2012 (
Urk.
6/1/3-4) folgen
de Diagnosen (S. 3):
Irreponible kombinierte
Inguino
-Skrotalhernie links, progredient symp
tomatisch, eingeklemmt,
partiell Sigma-G
l
eithernie
Status nach
laparoskopischer
Cholezystektomie
bei akuter
Cholezystitis auf der Basis einer chronischen Cholezystitis mit
Cholezystolithiasis
am 14. März
2007
Status nach
offener
Adrenalektomie
links bei Nebennierenrinden-Ade
nom und Cus
hing-Syndrom 1985
Urologie
A._
Status nach
i
napperzeptem
Myokardinfarkt circa 1999
Aspirin
cardio
Prophylaxe
Status nach
Nikotinkonsum bis 1999
Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit vom 2
1.
Februar bis 2
7.
April
2012 (
Urk.
6/1/9).
3.2
Der aktuell behandelnde
Dr.
med.
B._
, Oberarzt Orthopädie, von der Klinik
C._
, nannte in seinem Operationsbericht vom 2
7.
April 2012 (
Urk.
6/1/1-2) folgende Diagnose (S. 1):
Intervallnahe
Rotatorenmanschetten
-Partialruptur mit Instabilität der
Biceps
longus
Sehne Schulter links
Er versorgte die linke Schulter mittels einer Schulterarthroskopie,
Tenodese
der langen
Bicepssehne
sowie einer
Kapsulotomie
,
Bursektomie
und
Acromioplastic
und bescheinigte hernach
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 2
7.
April
2012
bis
5.
Februar 2013 (
Urk.
6/1/5,
Urk
6/1/10-12,
Urk.
6/15/2).
3.3
Dr.
med.
D._
, Oberarzt Handchirurgie, von der Klinik
C._
nannte in
seinem Bericht vom 2
0.
September
20
1
2 (
Urk.
6/
13/6-7) folgende Diagnosen (S.
6):
Beginnende Grundgelenksarth
ro
se
Dig
II links mit dorsaler
Osteophyten
bildung
und konsekutiver irritationsbedingter
Synovitis
der
Strecker
haube
sowie Tendovaginitis
stenosans
Dig
II links
Als Nebendiagnosen nannte er:
Arterielle Hypertonie
Schulter-Arthroskopie links, Tenotomie und
Tenodese
lange
Bicepssehne
(
Biceps
Swivel
-Lock 8mm), ventrale
Kapsulolyse
,
Bursektomie
und
Acromioplastik
, am 2
7.
April 2012
fecit
Dr.
B._
Status nach
Myoca
r
dinfarkt
Status nach
Melanom
Er empfahl sodann eine
Hando
peration (S. 7).
3.4
Dr.
B._
nannte in seinem Bericht vom 2
4.
September 2012 (
Urk.
6/15/13-15) folgende Diagnosen (S. 13):
Eingeschränkte
glenohumerale
Beweglichkeit links im Seitenvergleich
Bewegungsschmerzen aktiv und passiv
Diffuse
periartikuläre
Druckdolenz
Adduzierte
Aussenrotation bis 60 Grad
Dr.
B._
hielt
zudem
fest, dass der Beschwerdeführer a
ls Automechaniker auf
grund der genannten Beschwerden weiterhin arbeitsunfähig
sei
.
Am
2
1.
Dezem
ber
2012
sei
eine Operation an der linken Hand vorgesehen
(S.
13 f.)
. Insofern
sei
von einer länger andauernden Arbeitsunfähigkeit als
Automechani
ker
aus
zuge
h
en, einerseits durch die persistierenden Probleme an der linken Schulter, andererseits auch durch die geplante Handoperation
.
Leichtere berufli
che Tätig
keiten, wie
beispielsweise das
Arbeiten an einem PC
seien
wahrschein
lich mög
lich. Problematisch
seien j
edoch die gleichzeitig vorhandenen Schmer
zen im Bereich des linken Zeigefingers
. Für eine abschliessende Beurteilung sei indes die Wirkung der Steroidinfiltration abzuwarten
(
S. 14).
3.5
Dr.
med.
E._
, der beratende Arzt des Krankentaggeldversicherers,
attestierte
am
2.
November
2012
(
Urk.
6/15/6)
aufgrund ausge
prägter Schmerzen in der Schul
ter eine Arbeitsunfähigkeit bis Februar 2013 und gab an, dass im Moment keine
leichte Tätigkeit möglich sei.
3.6
Dr.
med.
F._
, Spezialarzt für Orthopädie und Traumatologie
FMH, vom
G._
erstattete am 1
8.
April 2013 das vom Krankentaggeldversicherer in Auftrag gegebene Gutachten (
Urk.
6/22
/4-13
).
Er nannte folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 11):
Status nach Schulterarthroskopie links mit Tenotomie und
Tenodese
lange Sehne vom M.
biceps
brachii
vom 2
7.
April 201
3
(richtig: 2012)
.
Beweglichkeitseinschränkung in der linken Schulter
Status nach A1-Ringbandspaltung
Dig
II links und
Beugesehnensyno
vek
tomie
, dorsaler
Osteophytenabtragung
Köpfchen Os metacarpale II vom 2
1.
Dezember 201
2.
Verdacht auf CRPS I
linke Hand
Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannte
er
folgende
Diagnose:
Adipositas Grad II
Er führte aus,
am 2
7.
April
2012
sei
aufgrund einer
Rotatorenmanschetten
-Partialruptur mit Instabilität der langen Sehne vom M.
biceps
brachii
eine Tenoto
mie und
Tenodese
der linken Se
hne M.
biceps
brachii
durchgefü
hrt
worden und eine
ventrale
Kapsulolyse
sowie
Bursektomie
und
Acromioplastik
. Im posto
pe
rativen Verlauf sei es nicht zu
einer Besserung der Beschwerden in
der linken Schulter
gekommen
. Nach wie vor besteh
e
eine erhebliche
Beweg
lichkeitsein
schränkung
, verbunden mit Schmerzen und Kraftverlus
t.
Laut den
ihm
zur Verfügung stehenden Berichten und nach Aussage
des Beschwerde
führers
habe
die bisher durchgeführte physiotherapeutische Behandlung keiner
lei
Beschwer
delinderung
ge
bracht.
Am
5.
September
2012
sei
eine
Steroidinfil
tration
in die linke Schulter durchgeführt
worden
. Nach diesem Eingriff
sei
es zu einer Bes
serung der Beschwerden
gekommen
. Eine weitere physiotherapeu
tische Be
handlung
sei
abgebrochen
worden. Am 2
1.
Dezember
2012
sei
in der Klinik
C._
eine Operation am linken Zeigefinger durch
geführt
worden
. Hier
habe
sich der postoperative Verlauf sehr schwierig
gestal
tet
. Es
sei
zu einer Beweglichkeitseinschränkung und möglicherweise
zur
Entwick
lung eines CRPS
gekommen
. In seiner Tätigkeit als selb
ständiger
Automecha
niker
sei der Be
schwer
deführer erheblich einge
schränkt. Es
handle
sich zwar um den
adomi
nan
ten
linken Arm,
er
sei
in der Ausführung der in seiner Tätigkeit anfallenden ma
nuellen Arbeiten
aber
eingeschränkt
(S. 11)
.
Dr.
F._
gab weiter an, der
Beschwerdeführer sei
nicht in der Lage,
Tätig
keiten
,
die mit dem Aus- und Einbauen von Autoteilen verbunden
seien
, zu verrichten. Das Einsetzen der Computer gestützten Mess- und Diag
n
osegeräte
in den Fahrzeugen
sowie
die
Einstellung der eingebauten Teile
könne er
durch
führen. Weiterhin
könne
eine Beratung der Kundschaft durchgeführt werden. Den Umfang dieser Tätigkeiten schätze
er
auf
etwa
60
%
ein. Unter Berück
sichtigung der medizinischen Prognosen bezüglich der linken Schulter und des lin
ken Zeigefingers
sei
mit einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
zu rechnen (S. 12).
Der Beschwerdeführer sei
insbesondere eingeschränkt in
Tätigkeiten,
die mit Heben und Tragen von Lasten ab
zehn Kilogramm
sowie
mit
Heben und Tragen von Lasten über die Horizontale bis zu Überkopfhöhe
verbunden
seien
. Diese Tätigkeiten
seien
in der Beschreibung der Arbeitsstelle als seltene Tätig
keiten von 1-5
%
eingestuft. Das Hantieren mit Werkzeug sowie Aus- und Ein
bauen von Autoteilen
sei
mit einer Zeitspanne von einer halben Stunde bis drei Stunden angegeben. Diese Tätigkeiten
seien
vom Beschwerdeführer
nicht aus
führbar. Den Umfang dieser Arbeiten schätze
er (
Dr.
F._
)
auf 40
%
des gesamt
en
Pensums ein.
Abschliessend hielt er fest, d
er Beschwerdeführer könne
Tätigkeiten
,
die mit Kundenberatung, Anschliessen von Diagnostik-Geräten am Auto, Arbeiten am Computer,
Aufnehmen von
Bestellungen mit 80%
iger
Intensität und 100%
iger
Präsenz
zeit ausführen. Aufgrund der Beschwerden in der linken Hand
bestün
den
20%ige
Einschränkungen in der Intensität bei Arbeiten direkt an Fahrzeu
gen
(Anschließen von d
iagnostischen
Geräten und Computer Arbeiten [
S. 13
]
).
3.7
Dr.
B._
wiederholt
e in seinen weiteren
Bericht
en
vom
2
4.
Mai 2013 (
Urk.
6/25),
2
9.
August
und
6.
September
2013 (
Urk.
6/30)
die von ihm – wie auch von den
anderen Ärzten – genannten Diagnosen
. Zudem gab er an, dass er – im Gegen
satz zu
Dr.
F._
– von einer Arbeitsfähigkeit von 40
%
ausgehe (
Urk.
6/25/2). Im Sinne eines Kompromisses schlug er eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
vor, was er am
6.
September 2013 wiederum bestätigte (
Urk.
6/30/4).
3.8
RAD-Arzt
Dr.
med.
H._
, Facharzt
für Orthopädische Chirurgie und Trau
ma
tologie, hielt am 1
5.
Mai 2013 (
Urk.
6/33/3) fest, unter Berücksichtigung der vor
liegenden Arztberichte, vor allem des für die
Krankentaggeldversiche
rung
erstell
ten orthopädischen Gutachtens
,
seien die genannten somatischen
Gesund
heitsschäden
ausgewiesen, einschliesslich der sich daraus ableitenden Einschrän
kung der funktionellen Leistungsfähigkeit. Die aktenkundige
n
Anga
ben
zur
Arbeitsunfähigkeit
für die Zeit ab 2
1.
Februar 2012 bis zum Tag der Be
gut
achtung (
1.
März
2013) seien plausibel: eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit. Ab
1.
März 2013 sei hingegen für die bisherige Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 60
%
und für optimal angepasste Tätigkeiten von einer Arbeitsfähigkeit von 80
%
auszugehen, wobei folgendes Belastungsprofil zu beachten sei: Körperlich leichte Arbeiten ohne Heben und Tragen von Lasten von mehr als zehn Kilogramm, ohne Arbeit über Kopf beziehungsweise über der Horizontalen, ohne Notwendigkeit zu beidhändigem kraftvollem Hantieren.
3.
9
Dr.
Y._
hielt in sein
em Bericht vom 2
2.
November 2013 (
Urk.
6/44)
bezug
nehmend auf die medizinischen Berichte von
Dr.
B._
eine 50%ige Arbeitsunfä
higkeit fest (
Urk.
6/44/8,
Urk.
6/45).
4.
4.1
Unbestritten und gemäss Aktenlage ausgewiesen ist, dass der Be
schwerdeführer
unter erwerbseinschränkenden
B
eschwerden
an der Schulter und dem Zeige
finger links mit einem möglichen CRPS an der linken Hand leidet.
Zu bestimmen bleiben die Auswirkungen dieser
Leiden
auf die Arbeitsfähig
keit des Beschwerdeführers.
4.2
Die involvierten Ärzte attestierten übereinstimmend eine
– seit
Februar
2012 bestehende
–
100%ige Arbeitsunfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit
bis
Februar 201
3.
Danach ist eine Divergenz
auszumachen
zwischen den Feststel
lungen
des
behandelnden
Arztes
Dr.
B._
, welcher von einer 40%igen bezie
h
ungsweise im Sinne
eines Kompromisses
von einer
höchstens 50%igen Ar
beits
f
ähigkeit ausgeht
–
zur Arbeitsfähigkeit in einer
leidensange
passten
Tätigkeit
äusserte er sich nicht
(vgl. E.
3.7
hievor
)
–
und
den Untersu
chungsergebnissen
von
Dr.
F._
, der in der angestammten Tätigkeit von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit und in einer leidensangepassten von einer 80%igen
(bei einer Präsenz
zeit von 100
%
)
ausgeht (vgl. E.
3.6
hievor
).
4.3
Das Gutachten von
Dr.
F._
vom
1
8.
April 2013
(E.
3
.
6
hievor
), welches
vom RAD-Arzt gestützt wird (vgl. E.
3.8
hievor
),
äussert sich umfassend zu den
geklagt
en
Gesundheitsstörungen und deren Auswirkungen auf die Arbeits
fä
hig
keit. Es basiert auf einer eingehenden
orthopädischen Untersuchung, berück
sich
tigt die vom Beschwerdeführer
geklagten Beschwerden und erging
in Kennt
nis der medizinischen
Vorakten
.
Dr.
F._
setzte sich
auch mit den
früheren
medi
zinischen
Berichten
auseinander
(Urk.
6
/
2
2 S.
7
f
.). Der Gutachter legte anhand der von ihm erhobenen Befunde in nachvollziehbarer und schlüssiger Weise dar, dass bei
m
Beschwerdeführer aus
somatischer
Sicht
eine
gesund
heits
bedingte
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
von
40
% in der angestammten und
eine sol
che von
20
%
in einer leidensangepassten Tätigkeit
besteht.
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers entspricht d
ie Exper
tise von
Dr.
F._
da
mit den
rechtsprechungsgemässen Anfor
de
rungen an eine beweis
kräftige medi
zi
nische
Entscheidgrundlage
(vgl. E.
1.
6
hievor
).
Zudem ist darauf hinzuweisen, dass die Aussa
gen des behandelnden Arztes Dr.
B._
– angesichts seiner auftragsrechtlichen Vertrauensstellung –
mit Zurück
haltung
zu w
ü
r
dig
en sind
(vgl. E.
3.7
hievor
; vgl. auch BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E.
3b/cc
).
Hinzu
kommt
die Tatsache, dass er im Sinne eines Kom
promisses eine Arbeitsfähigkeit von 50 %
in der angestammten Tätigkeit
atte
stier
te
, was die
Glaubwürdigkeit
seines Berichts
schmälert
.
Nur am Rande ist darauf hinzuweisen, dass
der Beschwerdeführer selber an
gab
, die effektive Ar
beitszeit im Betrieb daure ungefähr vier bis fünf Stunden pro Tag (
Urk.
1 S. 4
,
Urk.
6/26/4
), was eine
r
Arbeitsfähigkeit von über 50 %
entspricht
.
Im Übrigen steht die Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer Verweistätigkeit nicht im Wider
spruch zu den übrigen medizinischen Akten, hielt doch selbst Dr.
B._
am 24.
September 2012 eine leichtere Tätigkeit beispielsweise am PC für wahr
schein
lich möglich, ohne diesbezügliche Einschränkungen zu nennen. Daran ändert nichts, dass Dr.
B._
diese Beurteilung unter den Vorbehalt der Wirkung der Schulterinfiltration stellte (E.
3.4
hievor
), denn diese führte unbestrittener
massen zu einer Beschwerdelinderung, wie Dr.
F._
festhielt (E. 3.6
hie
vor
).
Es ist schliesslich festzuhalten, dass im Verfahren um Zusprechung
oder Ver
weigerung von Sozialversicherungsleistungen kein förmlicher Anspruch auf
eine versicherungsexterne Begutachtung besteht. Eine solche ist nur anzuord
nen, wenn auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässig
keit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen bestehen (BGE 135 V 465 E.
4), was vorliegend
nach dem oben Gesagten
nicht der Fall ist.
4.
4
Aus diesen Gründen rechtfertigt es sich,
von einer
Arbeitsfähigkeit
von 60
%
in der angestammten und von einer
solchen von
80
%
in einer leidensangepassten Tätigkeit
auszugehen.
5.
5.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen dieser Einschrän
kungen vorzunehmen. Für die Vornahme des Einkommensvergleichs ist grund
sätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns, mithin auf das Jahr 201
3
, abzustellen (BGE 129 V 222 E. 4.3.1).
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zu
letzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensent
wick
lung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1).
5.2.1
D
ie Beschwerdegegnerin
ging
aufgrund des in den Jahren 2009 bis 2011 durch
schnittlich erzielten Betriebsgewinns von Fr. 57‘923
.
--
und
unter Berücksich
tigung
jährlicher AHV/IV/EO-Beiträge von Fr. 5‘500.50 sowie des Anteils für die nicht
entlöhnte
Mitarbeit der Ehefrau des Beschwerdeführers
von Fr.
4‘339.95 von einem
Vali
deneinkommen
von Fr. 59‘083.55
aus (Urk. 2 S. 3, Urk. 6/26 S. 6 f.).
5.2.2
Der Beschwerdeführer brachte
vor, für die Bestimmung
des
Valideneinkommens
gebe es verschiedene Möglichkeiten
:
D
er Betrag des Jahres 2011
sei
als statisti
scher Ausreisser nach unten nicht zu berücksichtigen, d
ie steueroptimierten Auslagen in der Höhe von
Fr.
10‘000.-- sowie die AHV-Beiträge
seien
jedoch dazuzuzählen,
dann
erhalte man ein
Valideneinkommen
in der Höhe von
Fr.
88'
000
.-- (
Urk.
1
S. 12
).
Berücksichtig
e
man den statistischen Ausreisser des Jahres 2011,
müsse
korrek
terweise auch das Jahr 2008 miteinbezogen werden. Der durchschnittliche
Be
triebsgew
inn
betrage
diesfalls
Fr. 59'569.--
.
Unter
Hinzu
rechnun
gen
der Steuern
sowie der Aufwendungen für die Säule 3a
, der AHV-/IV-Beiträge und des Lohns der Ehefrau
betrage
das
Valideneinkommen
Fr.
64
‘
730
.--
. Aber selbst ohne Be
rücksichtigung der steuerlichen Unterschiede zwischen selbständig und
unselb
ständig Erwerbstätigen (vor allem
was die Säule 3a und die Steuern angeh
e
)
komme man auf ein
Valideneinkommen
in der Höhe von
Fr.
60
‘
730
.--
(
Urk.
1 S.
2
).
5.3
Entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
1 S.
6 ff.) ist
das
Valideneinkommen
von
Selbständigerwerbenden
grundsätzlich aufgrund der Ein
träge im individuellen Konto (IK) zu bestimmen
(Urteil
des Bundesgerichts
9C_852/2015 vom 1
2.
Januar 2016 E.
3.1)
.
F
alls das bis Eintritt der Invalidität
erzielte Ein
kommen starke und ve
r
h
ältnismässi
g
kurzfristig in Erscheinung ge
tretene Schwankungen aufweist, ist dabei auf den
während
einer längeren Zeit
spanne
erzielten
Durchschnittsverdienst abzustellen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2011 vom 29. März 2012 E. 3, E. 4.1 f.)
. Auf weitere mögliche Gründe, warum eine versicherte Person nicht ein höheres Einkommen
verabgabt
h
at, ist nicht näher einzugehen, zumal
tiefe IK-Einkommen von selbständig Erwer
ben
den auch verschiedenste andere Ursachen
als gesundheitsbedingte Einschrän
kungen
haben
können. Zu denken ist beispielsweise an
die Ausschöpfung
sämt
liche
r
legalen Mögl
ichkeiten zur
Steu
eroptimierung
(Urteil des Bundesgerichts
8C_9/2009 vom 10. November 2009 E.
3.4)
.
Den Ausführungen des Be
schwer
de
f
ührers,
tatsächlich
mehr
–
als im IK-Auszug ausgewiesen
–
verdient zu haben, ist daher keine Folge zu leisten.
Weiter
ist zu
erwähnen
, dass
es sich
bei den Einnahmen im Jahr 2011
– vergli
chen mit den Zahlen der
früheren
Geschäftsjahre
(vgl.
Urk. 6/23,
Urk.
6/26/6)
–
gesamthaft betrachtet
nicht
um einen Ausreisser nach unten
handelt
.
Vielmehr ist
bei den Ertrags- und Gewinnschwankungen in all den Jahren
von
branchen
übliche
n
Schwankungen
auszugehen
,
lagen doch auch die Einkommen der Jahre 2004 und 2005 bei Fr. 44‘200.-- beziehungsweise Fr. 48‘500.-- und in den Jahren zuvor erheblich darunter (Urk. 6/23/4-6).
Allerdings hat die Beschwerdegegnerin bei der Ermittlung des
Validenein
kom
mens
mittels der durchschnittlichen, buchhalterisch ausgewiesenen
Betriebsge
winne
übersehen, dass das Einkommen für das Geschäftsjahr 2009 laut IK-Aus
zug Fr. 69‘700.-- beträgt (Urk. 6/23/1 und Urk. 6/26/6); für das Jahr 2010 hat die Ausgleichskasse sodann ein Jahreseinkommen von Fr. 80‘500.-- definitiv
verabgabt
(Urk. 6/10/17-18). Rechtsprechungsgemäss sind für die Bestimmung des
Valideneinkommens
diese Einkommen heranzuziehen, auch wenn das Ein
kommen 2010 noch nicht im IK
Auszug eingetragen ist. Insoweit fällt das Abstellen auf die Buchhaltungsabschlüsse ausser Betracht und es entfällt von
vornherein die Einkommensbereinigung durch das Hinzurechnen von Beiträgen und den Abzug der Einkünfte der Ehefrau.
Es fällt auf, dass die buchhalterisch ausgewiesenen Betriebsgewinne jeweils erheblich geringer waren, als die
verabgabten
Einkommen, nämlich um Fr. 9‘283.-- im Jahr 2009 (Fr. 69‘700.-- ./. Fr. 60‘417.--) und um Fr. 7‘386.-- im Jahr 2010 (Fr. 80‘500.-- ./. Fr. 73‘114.--). Vor diesem Hintergrund trägt das von der Beschwerdegegnerin - ausgehend vom Betriebsgewinn von Fr. 40‘238.--
für das Jahr 2011 veranschlagte Einkommen von Fr. 41‘398.55 (Fr. 40‘238.-- + Fr. 5‘500.50 [Beiträge] ./. Fr. 4‘339.95 [Einkommen Ehefrau]) den Verhältnissen nicht angemessen Rechnung. Entsprechend den Vorbringen des Beschwerde
führers rechtfertigt sich, zum Betriebsgewinn von Fr. 40‘238.-- die Steuern (Fr.
2‘146.--; Urk.
6/10/14) sowie die Sozialversicherungsbeiträge, inklusive Säule 3a (Fr. 6‘763.--; Urk. 6/10/14), hinzuzurechnen und das auf die Ehefrau entfallende, unbestritten gebliebene Einkommen von Fr. 4‘340.-- (Urk. 6/26/7) abzuziehen. Dies ergibt ein für das Jahr 2011 - mangels Eintrags im IK-Auszug im Sinne eines Annäherungswertes - massgebendes Einkommen von Fr. 44‘807.-- (Fr. 40'238.-- + Fr. 2‘146.-- + Fr. 6‘763.-- ./. Fr. 4‘340.--). Daraus resultiert unter weiterer Berücksichtigung der Vorjahreseinkommen von Fr. 69‘700.-- (2009) und Fr. 80‘500.-- (2010) ein
Valideneinkommen
von Fr. 65‘002.-- ([Fr. 69‘700.
+ Fr. 80‘500.-- + Fr. 44‘807.--] : 3).
5.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
ment
lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bun
desamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standar
disierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, wes
halb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wo
chenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E.
3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
5.
5
Bei
selbständig Erwerbstätigen kann sich mit Blick auf das hypothetische
Inva
lideneinkommen
die Frage stellen, ob ihnen eine Betriebsaufgabe und ein
Wechsel in eine
angestellte Tätigkeit zumu
tbar seien (
hiervor
E. 1.4).
Das Bun
desgericht hat dies mit Hinweis auf die noch verbleibende Aktivitätsdauer be
jaht bei einem Landwirt im Alter von 49 Jahren (Urteil 9C_834/2011 vom 2. April 2012 E. 4), bei einem Landwirt im Alter von 53 beziehungsweise 56
Jahren (Urteil 9C_624/2013 vom 1
1.
Dezember 2013 E.
3.2) und bei einem Roll
laden- und
Storenmonteur
im Alter von 57 Jahren (Urteil 8C_748/2011 vom 1
1.
Juni 2012 E. 6.4).
Bejaht wurde die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit vom Bundesgericht
ferner
bei einem 60-jährigen Versicherten, der mehrheitlich als Wirker in der Textilindustrie tätig gewesen war und dem leichte und mittelschwere Ar
beiten im Gehen, Stehen und Sitzen in geschlossenen Räumen im Rahmen eines Vollpensums zumutbar waren, und bei einem 60-jährigen Versicherten mit ei
ner aufgrund verschiedener psychischer und physischer Limi
tierungen um 30 % eingeschränkten Leistungsfähigkeit.
Verneint wurde sie bei einem über 61-jährigen
Versicherten ohne Berufsaus
bil
dung mit einer Teilarbeitsfähigkeit von 50 %, dem von den Fachleuten der Be
rufsberatung die für einen Berufswechsel erforderliche Anpassungsfähigkeit ab
gesprochen wurde, bei einem knapp 64-jährigen Versicherten bei einer durch verschiedene Auflagen zusätzlich limitierten Arbeitsfähigkeit von 50 %, und bei einer rund 61-jährigen Versicherten mit einer Arbeitsfähigkeit von 50 % für Tätig
keiten, die eine Umschulung erfordert hätten (Urteil 9C_918/2008 vom 28.
Mai 2009 E. 4.2.2).
5.
5
.1
Der Beschwerdeführer machte
vorliegend
geltend,
ein Berufswechsel sei nicht zumutbar: Er habe von 1973 bis 1976 eine Lehre als Automechaniker
(
ohne
Abschluss) gemacht
. Danach sei er als Automechaniker in verschiedenen Auto
garagen tätig gewesen. Seit 1984
, also seit nunmehr 30 Jahren,
führe er eine Automechanik-Garage als Einmannbetrieb. Eine Tätigkeit als Autoverkäufer sei
weder realistisch noch zumutbar und
eine Tätigkeit als Lagerist in einer Auto
werkstatt aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich. Eine Anstellung werde er heute (als 57 Jähriger) realistisch gesehen nicht mehr finden
(
Urk.
1 S. 9
; vgl. auch E. 2.2
hievor
)
.
5.5.2
Das fortgeschrittene Alter, obgleich an sich invaliditätsfremder Faktor, wird von der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit den wei
teren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die de
m
Versicherten verbliebene Resterwerbsfähi
gkeit auf dem ausgeglichenen Ar
beitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass
ihm
deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zu
mutbar ist. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente begründet. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglich
keit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich indessen nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen. Die Bedeutung des fortgeschrittenen Alters für die Besetzung entsprechender Stellen ergibt sich vielmehr aus den Einzelfallumständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätigkeiten ma
ssgebend sind. Zu denken ist zu
nächst an die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Fol
gen, angesichts der beschränkten Dauer ve
rbleibender Aktivität sodann na
mentlich auch an den absehbaren Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand, dessen Ausmass wiederum anhand von Kriterien wie der Persönlichkeitsstruk
tur, vorhandenen Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung und beruflichem Werdegang sowie der Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem ange
stammten Bereich abzuschätzen ist (BGE 138 V 457 E. 3.1; Urteil des Bundes
gerichts 9C_734/2013 vom 1
3.
März 2014 E. 2.1 mit Hinweisen).
Die Aufnahme einer unselbständigen Erwerbstä
tigkeit kann nach der Recht
spre
chung als zumutbar erscheinen, wenn
hievor
eine bessere erwerbliche Ver
wer
tung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden kann und der berufliche Wechsel unter Berücksichtigung der gesamten Umstände (Alter, Aktivitätsdauer, Ausbil
dung, Art der bisherigen Tätigkeit, persönliche Lebensumstände) als zumutbar erscheint. Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz allgemein der Grund
satz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumut
bare selber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern. Dieses Gebot der Selbsteingliederung ist Ausdruck des in der ganzen
Sozialversicherung geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht, wo
bei
jedoch von der versicherten Person nur Vorkehren verlangt werden kön
nen, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegeben
heiten des Einzelfalls zumutbar sind. Als Ausdruck der allgemeinen
Schaden
min
de
rungspflicht
geht die Pflicht, die notwendigen Schritte zur
Selbst
einglie
derung
zu unternehmen, nicht nur dem Renten-, sondern auch dem gesetzlichen
Ein
glie
derungsanspruch
vor (Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 14. Novem
ber 2014 E. 3.1 mit Hinweisen).
5.5.
3
Dem
Beschwer
deführer
,
der
im Zeitpunkt der Festsetzung der
80%igen
Arbeits
fä
higkeit in der Verweistätigkeit durch Dr.
F._
am
18
.
April
2013 (
E. 3.6
hievor
; zum Zeitpunkt vgl. BGE 138 V 457 E. 3.3) knapp 56 Jahre alt war, stand damals für eine berufliche Tätigkeit und insbesondere einen allfälli
gen Berufs
wechsel noch ein Zeitraum von neun Jahren zur
Verfügung.
Anders als beim Fall,
welcher
dem von
ihm
zitierten Urteil des Bundesgerichts 9C_3
34
/201
3
vom
24
.
Juli
201
3 E. 3
(Urk. 1 S.
11
) zu Grunde liegt, weist
der
Beschwerdeführer kein schmales berufliches Rüstzeug auf,
welches
die Integra
tion in den
A
rbeitsmarkt erheblich erschweren könnte
. In seinem (an)gelernten Bereich
verfügt er über detailliertes und langjähriges Fachwissen. Als selbstän
dig
e
rwerbender
Garagist
kann er nicht mit einem einfachen Lagermitarbeiter verglichen werden.
Im
Gegensatz zum
ebenfalls
zitierten Urteil des Bundes
ge
richts 9C_954/2012 vom 1
0.
Mai 2013 E.
3.2.2
geht
es
vorliegend nicht
um
behinder
tengerechte
Arbeitsplätze mit der Möglichkeit, teils ste
hend, teils sitzend zu ar
beiten
.
Der letzte vom Beschwerdeführer zitierte Entscheid des Bundesgerichts (BGE 113 V 22 E. 4) ist sodann mit dem vorliegenden Fall nicht vergleichbar,
da
es
sich dabei
vorwiegend
um Wohnsitzwechsel
handelt
.
Angesichts der Tatsache, dass
Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen, ausge
gli
chenen Arbeitsmarkt grundsätzlich alte
rsunabhängig nachgefragt werden
und der Versicherte
zu 80
%
arbeitsfähig
ist
, ist
m
it Blick auf die
in seinem
bis
herigen Berufsleben erworbenen Kenntnisse, welche in ei
ner adaptierten Tätig
keit die Vermittelbarkeit erle
ichtern,
eine Betriebsaufgabe
durchaus
als zumut
bar zu erachten (vgl. Urteil
e des Bundesgerichts
9C_834/2011 vom
2.
April 2012 E. 4
und
9C_918/2008 vom 2
8.
Mai 2009 E. 4.2.2).
Die Ausführungen des
Beschwerdeführers, keinen Zugang zum Arbeitsmarkt zu haben,
verfangen
nicht,
da im Rahmen der Invaliditätsbemessung von einem ausgeglichenen Arbeits
markt auszugehen ist
(Urteil
des Bundesgerichts
8C_482/2010 vom 2
7.
Septem
ber 2010 E. 4.2.).
In Anbetracht
der
80%igen
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit
–
kör
perlich leichte Arbeiten ohne Heben und Tragen von Lasten von mehr als zehn Kilogramm, ohne
Arbeiten über Kopf
beziehungsweise
über der Horizontalen, ohne Notwendigkeit zu beidhändigem kraftvollem Hantieren
(
E. 3.6 und E. 3.8
hievor
) –
steht dem Beschwerdeführer
noch ein weites Spektrum an möglichen Tätigkeiten
(vgl. E. 3.6
hievor
)
offen
,
zumal eine Verweistätigkeit nicht nur
im
Automobilsektor zumutbar ist
.
Auch
lässt das erfolgreiche Führen seiner
Einzel
unternehmung
darauf schliessen, dass
er
die für den Wechsel in eine unselb
ständige Erwerbstätigkeit erforderlichen Fähigkeiten mit
sich bringt.
Zu beachten ist zudem, dass
der
Beschwerdeführer,
der
Einzelunternehmer ist und nach Lage der Akten
– abgesehen von seiner Ehefrau, welche jedoch zwi
schen zwei bis drei Stunden pro Woche unentgeltlich im Büro
mithalf
–
nicht
über Angestellte ver
fügt
(
Urk.
6/26 S.
3
f.)
, die Tätigkeit
in seiner
Autorepara
turwerkstatt
aufgeben könnte, ohne eine Nachfolgeregelung treffen
zu müssen
(vgl.
hiezu
Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.2).
5.5.4
Aufgrund der geschilderten Gegebenheiten hat die
Beschwerdegegnerin
die objektive und subjektive Zumutbarkeit eines Berufswechsels in eine unselbstän
dige Erwerbs
tätigkeit - unter Berücksichtigung sowohl der verbleibenden
Akti
vitätsdauer
als auch sämtlicher weiterer relevanter Faktoren – zu Recht bejaht (Urk. 2).
5
.6
5.6.1
B
ei der Ermittlung des Invalideneinkommens ist vom Zentralwert für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art im privaten Sektor gemäss LSE (LSE 2012, S. 35, Tabelle TA1, Total, Kompetenzniveau 1) auszuge
hen
.
Der Zentralwert für mit einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art beschäftigte Männer betrug im Jahr 2012 im privaten Sektor Fr. 5‘210.-- (LSE 2012, S. 35, Tabelle TA1, Total, Kompetenzniveau 1), was unter Berück
sichtigung einer durchschnittlichen betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stun
den im Jah
r 2013
(Die Volkswirtschaft 3/4 – 2015, S. 88, Tabelle B 9.2, Total) sowie der allgemeinen Lohnentwicklung im Jahr 2013 in der Höhe von 0.
7
% (Die Volkswirtschaft 3/4 – 2015, S. 89
, Tabelle B 10.2, Nominal Total
), ein hypo
thetisches Inv
alideneinkommen von rund Fr.
65‘633
.-- für das Jahr 2013 ergibt (Fr. 5‘210.--: 40 x 41.7 x 12 x 1.00
7
).
5.6.2
Die Rechtsprechung anerkennt unter dem Titel Beschäftigungsgrad bei Männern
, welche aus gesundheitlichen Gründen nur noch teilzeitlich erwerbstätig sein können, einen Abzug vom Tabellenlohn nach BGE 126 V 75 (Urteil des Bun
desgerichts 8C_20/2012 vom
4.
April 2012 E. 3.2). Damit soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass bei Männern statistisch gesehen Teilzeitarbeit
vergleichsweise weniger gut
entlöhnt
wird als eine Vollzeittätigkeit (vgl. die nach
dem Beschäftigungsgrad differenzierenden Tabellen T2* in der LSE 06 S. 16 und T6* in der LSE 04 S. 25; Urteil des Bundesgerichts
9C_796/2013 vom 2
8.
Januar 2014 E. 3.1.2 mit Hinweisen
).
5.
6
.
3
Unter Berücksichti
gung, dass dem Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit ein
80
%iges Arbeitspensum zumutbar
ist
und er heute bereits knapp 59-jährig ist, erschein
t
der von der Beschwerdegegnerin gewährte Abzug vom
Ta
bellenlohn
von 10 %
als angemessen
(vgl.
Urk.
2 S.
4)
. Damit
beträgt
das
Invali
deneinkommen
rund Fr.
47
‘2
56
.
--
(
Fr. 65‘633.--
x 0.8
x 0.9)
.
5
.7
Der Vergleich des
Valid
eneinkommens
von Fr.
65
‘0
02
.--
mit dem
Invaliden
ei
n
kommen
von
Fr. 4
7
'
256
.--
ergibt eine Einkommenseinbusse von Fr.
1
7
‘
746
.--
und damit ei
nen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von rund
2
7
%. Bei diesem Er
gebnis steht dem Beschwerdeführer somit keine Rent
e der Invaliden
versiche
rung zu.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen
(Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gan
g des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerle
gen.