Decision ID: 68cf027a-b4ea-4b09-a8f6-e705e1d1053c
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1976
, ver
heiratet und Mutter von vier Kindern (Jg. 1999, 2005, 2008,
2014),
verfügt über keine
Berufsausbil
dung und
war
seit
dem
Schulabschluss
als Hausfrau
tätig. A
m 1
7.
Mai 2018
meldete sie sich
zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (
Urk.
10/4
). Die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte medizinische und berufliche Abklärungen und
veranlas
ste
e
in
e polydisziplinäre
Abklärung
bei der
Y._
(Gutachten vom 1
2.
A
pril 2019 [
Urk.
10/29]) und eine Abklärung im Haushalt am Wohnort der Versicherten (
Urk.
10/
33).
Mit Vorbescheid vom
9.
August 2019
stellte sie die
Vernein
ung eines
Anspruchs auf IV-Leistungen in Aussicht (
Urk.
10
/
35
). Nach
erhoben
em Einwand
(
Urk.
10/38 und
Urk.
10/41) wies
di
e IV-Stelle mit Verfügung vom 1
4.
Oktober 2019
(
Urk.
2)
das Leistungs
begehren
ab.
2.
Dagegen
erhob die Versicher
te am 1
6.
November 2019
Beschwerde und bean
tragte (
Urk.
1
S. 1 f.), die Verfügung sei auf
zuheben und es sei
die Sache zu
rückzuweisen und ein medizinisches Gutachten einzuholen. In prozessualer Hin
sicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung.
Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom
6.
Dezember 2019
(
Urk.
9
)
auf
Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am
9.
Dezember 2019 (
Urk.
11) zur Kenntnis gebracht
wurde. Am 1
6.
Dezember 2019 und am
3
1.
Janu
ar sowie am 2
9.
August 2020
(
Urk.
12 bis
Urk.
17
) reichte die Beschwerdeführerin weitere Unterlagen ein.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
1.3.1
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invalidi
tätsbe
messung (
Art.
28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Um
ständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entschei
dend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Per
son im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhält
nisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kin
dern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die per
sönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausge
übten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
1
.3.2
Die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG entspricht der Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufga
benbereich (Art. 6 ATSG; BGE 130 V 97 E. 3.2). Bei der Bemessung der Invalidität von im Haushalt tätigen Versicherten ist die Schadenminderungspflicht von erheblicher Relevanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom Grundsatz auszugehen, dass einem Leistungsansprecher im Rahmen der Schadenminde
rungspflicht Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhal
tensweisen zu entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die ver
sicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familien
an
ge
hö
rigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen Entlöhnung oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiesenermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mit
hilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheitsschä
digung üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familien
gemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären. Dabei darf nach der Rechtsprechung unter dem Titel der Schadenmin
derungspflicht nicht etwa die Bewältigung der Haushalttätigkeit in einzelnen Funktionen oder insgesamt auf die übrigen Familienmitglieder überwälzt werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder festgestellten Einschränkung danach gefragt werden müsste, ob sich ein Familienmitglied finden lässt, das allenfalls
für eine ersatzweise Ausführung der entsprechenden Teilfunktion in Frage ko
mmt. Schliesslich vermag die Tatsache, dass sich die der Rechtsprechung
zugrunde liegenden
, in
Art.
159
Abs.
2 und 3 ZGB zwischen den Ehegatten und in
Art.
272 ZGB zwischen Eltern und Kindern statuierten Beistandspflichten nicht unmittel
bar durchsetzen lassen (d.h. weder klagbar noch vollstreckbar sind), sondern nur freiwillig erfüllt werden können, an der Schadenminderungspflicht der im Haus
halt beschäftigten Versicherten nichts zu ändern. Denn wie auch im Erwerbsbe
reich darauf abzustellen ist, ob die verbleibende Erwerbsfähigkeit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich verwertbar ist, unabhängig davon, ob
eine solche Anstellung rechtlich durchsetzbar ist, ist auch in Bezug auf den Haushaltbereich davon auszugehen, was in der sozialen Realität üblich und zu
mutbar ist, unabhängig davon, ob eine Mithilfe rechtlich durchsetzbar ist (BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen).
1.4
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des Art. 69 Abs. 2
der
Verordnung
über die Invalidenversicherung [IVV]
vgl. auch
Rz
. 3081 ff. des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, KSIH, gültig ab 1. Januar 2015) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Ein
schränkung im Haushalt dar.
Hinsichtlich des Beweiswerts der entsprechenden Berichterstattung ist wesentlich, dass sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Be
teiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen.
Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt mass
gebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versi
cherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2
).
Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushalt
führung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versi
cherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen. Zwar ist der Abklärungsbericht seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine
grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfahren k
ann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Prinzipiell je
doch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, das heisst wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht. Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen
zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regel
mässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (zum Ganzen: Urteil des Bun
desgerichts 8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Abweisung des Anspruchs auf IV-Leis
tungen damit, dass
eine umfassende medizinische
Untersuchung
bei
der Gutach
tenstelle
Y._
keine gesundheitliche
n
Einschränkung
en
ausgewiesen
habe
, die Leistungen der IV begründen
könnten.
Zudem
hätten
die
Abklärungen vor Ort bei
der Beschwerdeführerin ergeben, dass sie ohne
gesundheitliche Probleme
zu
100
%
im Haushalt tätig wäre
,
weshalb auch
keine beruflichen
Massnahmen angezeigt
seien (
Urk.
2
).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1
S.
3
)
,
die Verfügung basiere auf einer oberflächlichen
Beurteilung
der Gutachter
stelle
Y._
sowie auf tatsachenwidrigen Sachdarstellung
en
der Abklä
rungsperson vor Ort.
Die Krankheitssituation sei umfassend im Einwand dargelegt und
ausführlich begründet worden und z
ur Ergänzung
sei
en
ein
Arztzeugnis von
Dr.
med.
Z._
vom 1
1.
September 2019 und eine Bestätigung
von
Dr.
med.
A._
vom 1
3.
September 2019 eingereicht
worden
.
3.
3.1
Im Bericht
zu Händen der
Invalidenversicherung
vom
5.
September
2018 (
Urk.
10/
14
Ziff.
1.1 und
Ziff.
1.3
)
hielt
der Psychiater
Dr. med.
Z._
, Ps
ychiatrie und Psychotherapie
, die
Behandlung der
Beschwerdeführerin
seit 2
5.
Januar 2018
im Intervall von einmal alle
drei Wochen
fest
. Als Diagnosen nannte er:
-
unverarbeitete posttraumatische Belastungsstörung F43.1
(PTBS)
-
depressive Störung mit Angst gemischt F41
.0, a
ktuell mittel
schwere Episode
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung F45.1
Differenzialdiagnose:
-
F42.02 andauernde Persönlichkeitsänderung nach extremer Belastung
Der Arzt führte aus
,
die
Beschwerdeführerin sei im Libanon geboren
worden und
habe
dort ihre
Kindheitsentwicklung erlebt. Während des Bürgerkrieges im Libanon sei die gesamte Familie mit den Kindern nach Syrien geflüchtet. Dort habe
d
ie
V
ersicherte
zwei Jahre die Primarschule besucht. Nach sechs Jahren
seien sie in den Libanon zurück
gekehrt und dort habe sie weiterhin die Primarschule fü
r fünf Jahre und
danach vier Jahre
die
Mittelschule
besucht. W
ährend der
Abschlussprüfungen
habe
es in der Schule
auf dem Schulhof
eine
Schiesserei mit vier
Toten
gegeben
. Danach
habe die Abschlussprü
fung nicht mehr fertig gestellt
werden können
und sie
sei nicht
mehr in die Schule gegangen,
zu Hause ge
blieben und habe ihre Mutter, die einen Hirnschlaganfall erlitten habe, betreut. Im
Jahre 2000 habe sie einen Land
smann
,
welcher in der Schweiz lebte, gehei
ratet und sei zu ihm in die Schweiz gezogen. Gemeinsam hätten sie vier Kinder (drei Buben 18-, 12-, und 9- und
ein
Mädchen 3-jährig). Im Jahr 2004 habe sie eine Totgeburt gehabt. Sie se
i als Hausfrau tätig und betreue
ihre Kinder und ihren kranken Mann
(
Ziff.
2.1).
Bei einer unverarbeiteten posttraumatischen
Belastungsstörung zeige
sie
sowohl somatisch, kog
nitiv, affektive, dissoziative Symptome
wie auch permanentes Misstrauen anderen Menschen gegenüber und ein
en
überdauernde
n
insuffizienten
Selbstwert. Es bestünden folgende typische Symptome für
eine
PTBS:
anhaltende Erinnerung der Belastung durch aufdring
liche Nachhallerinnerungen,
wiederholende Albträume, körperliche Agitiertheit, Niedergeschlagenheit,
Müdigkeit, Konzentrationssch
wierigkeiten, Ärger, diffuse Än
g
s
te, Ein-
und
Durchschlafstörungen, Misstrauen vor allem gegenüber Ärzten
verstärkt seit
der
Totgeburt
(
Ziff.
2.2). Es wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
ab
8.
März 2018 bis auf Weiteres attestiert.
3.2
Med. pract.
A._
, Allgemeinmedizin FMH, führt im Bericht
zu Hä
nden der
IV-Stelle vom 1
3.
September 2018 aus (
Urk.
10/15/1-5),
die Beschwerdeführerin leide an chronischer depressiver Verstimmung mit Schlafstörungen. Sie sei durch ihre schwierige familiäre Situation dauernd überfordert. Die Betreuung der Kinder, wovon eines pflege- und unterstützungsbedürftig sei, bringe sie an den Rand ihrer Kräfte, insbesondere da der Ehemann ebenfalls Unterstützung im Alltag benötige und 100
%
IV-
Bezüger sei. Die Beschwerdeführerin könne ihren Haushalt kaum al
leine bewältigen und sie verfüge
über keinerlei Ressourcen. Als Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannte der Arzt:
lumbo
spon
dylogene
s Schmerzsyndrom, beginnende Var
usgonarthrose, mitte
l
schwere bis schwere depressive Episoden.
3.3
3.3
.1
Im von der Beschwerdegegnerin eingeholten polydisziplinären Gutachten der
Y._
vom 1
2.
April 2019 (
Urk.
10/29
), beruhend a
uf inter
nistischen, rheumatologischen
und psychiatrischen Un
tersuchungen, die am 1
2.
,
am 2
5.
Februar,
und 2
7.
März 2019
von
Dr.
med.
B._
, Allgemeine Innere M
edizin FMH,
Dr.
med.
C._
,
Facharzt für Orthopädie und Rheumatologie
und
Dr.
med.
D._
, Psychiatrie und Psychotherapie durchgeführt wurden, nannten
die
Ärzte die folgenden Diagnosen (
Urk.
10/29/8-9
):
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
-
Sonstige depressive Episoden (
somatisiert
, larviert) (ICD-10 F32.8)
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
-
Adipositas WHO Grad II (ICD-10 E66.91)
-
Rezidivierender Eisenmangel (ICD-10 D50.0)
-
Varicosis
der Beine (ICD-10 I
83.9)
Die Ärzte hielten fest
(
Urk.
10/29/7
)
, g
emäss Akten seien bei der Beschwerde
führerin früher
e
Klagen über chronische Rückenbeschwerden, Kopfschmerzen mit leichtem Schwindel und Krampfadern
,
Folge
n
eine
r
depressive
n
Verstimmung und Sc
hlafstörungen festgehalten. I
m Jahre 2016
sei
en
eine f
austgrosse Inguinal- oder
Femoralhernie
rechts und eine ausgeprägte
Stammvarikosis
am rechten Bein
festgestellt und
n
ebenbefundlich
eine Eisenmangelanämie festgehalten worden. Im April 2017 sei sie
operativ mittels
Narbenhernienplas
tik
behandelt
worden.
In der Folge
habe sie
sich über
chroni
sche Kniebeschwerden beidseits,
deren radio
logische Abklärung degenerative Veränderungen geringen Ausmasses
ge
zeigt
hätten,
beklagt
.
Von
psychiatrischer
Seite
sei
eine schwerwiegende chronische depressive Krise
festgehalten und
in der Folge
seien beklagte
Kre
uzschmerzen
dokumentiert
, welche mittels MRI
der LWS abgeklärt
worden seien
, wobei sich
keine frischen ossären Läsionen
gezeigt hätten. Eine
erneute psychiatrische Explo
ration
habe dann als
Diagnosen mit Auswirkung a
uf die Arbeitsfähigkeit
eine unverarbeitete posttraumatische Belastungsstörung, eine depressive Störung mit
Angst gemischt,
eine
mitte
l
schwere Episode sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und differentialdiagnostisch eine andauernde Persönlichkeits
änderung nach extremer Belastung ergeben.
Aktuell klage
die Beschwerde
füh
rerin
gegenüber den verschiedene
n fachspezifischen Teilgutachtern
über Kniebe
schwerden beidseits mit dadurch beeinträchtigtem Gehen, Rückenbeschwerden,
vor allem im Kreuz, Beschwerden im Schulterbereich beidseits und Kopf
schmer
ze
n. Manchmal habe sie auch Sc
hwindel und sie sei „psychisch m
üde", der Nachtschlaf sei ebenfalls gestört.
3.3
.2
Auf internistischem Fachgebiet führte der Sachverständige aus (
Urk.
29/42/109 f.),
es bestehe eine Eisenmangelanämie, wodurch die Leistungsfähigkeit derzeit ein
geschränkt sein könnte. Dies könne aber durch eine adäquate Eisengabe in über
schaubarer Zeit leicht behoben werden. Aus rein allgemeininternistischer Sicht bestünden keine IV-relevanten Diagnosen oder Funktionseinschränkungen.
3.3
.3
Der rheumatologische Sachverständige hielt fest (
Urk.
10/29/93 f.), die Be
schwer
deführerin präsentiere sich mit einem schleppenden Gangbild
,
ohne orthopädi
sche Hilfsmittel. Während der ganzen Zeit stöhne sie und insbesondere bei der Abschlussbesprechung weine sie nur noch. Die Bekleidung sei für die Jahreszeit viel zu warm
,
mit dicker Wollmütze und Schal. Die Kooperation lasse während der Untersuchung erheblich zu wünschen übrig und teilweise seien Übungen auch verweigert worden. Die Beschwerdeführerin wiege 97,9 kg bei einer Körpergrösse von 160 cm und habe einen Bauchumfang in Nabelhöhe von 108 cm. Der Bewe
gungsapparat sei völlig untrainiert, der Zehenspitzenstand und -gang, sowie der Hackengang und -stand würden ebenso wie der Gang in und aus der Hocke komplett verweigert und nicht einmal andeutungsweise versucht. An keinem Gelenk der unteren Extremitäten könnten entzündliche Veränderungen wie Rötung, Schwellung oder gar ein Erguss festgestellt werden. Sämtliche Gelenke seien s
eitengleich frei bewegbar. Die
Untersuchungsschritte hätten sich
dabei
als äusser
s
t schwierig gestaltet, da sie teilweise bis zu zehnmal
hätten wiederholt werden müssen, bis dann
klar
geworden
sei, dass nur gegengespannt werde und keine strukturelle Behinderung ursächlich sei. Die Muskelumfangmasse seien seitengleich, so dass auch an keiner Seite eine Inaktivitätsatrophie habe festge
stellt werden können. Die Wirbelsäule sei im Lot und normal konfiguriert. Das
Vornüberbeugen mit durchgestreckten Beinen werde komplett verweigert und auch nicht ansatzweise versucht. Soweit die Wirbelsäule dann im Sitzen habe untersucht werden können, seien die Halswirbelsäule und die restliche Wirbel
säule sehr gut bewegbar gewesen und die gesamte Rückenmuskulatur habe keine Verspannungen oder gar Myogelosen gezeigt. Sämtliche Gelenke der oberen Extremitäten seien seitengleich frei bewegbar und auch hier könnte
n an keinem Gelenk entzü
n
d
liche Veränderungen festgestellt werden.
A
n keinem
der
Gelenk
e hätten
entzündliche Veränderungen oder irgendwelche Hinweise gefunden werden können, welche auf orthopädisch-/ rheumatologi
schem Gebiet die demonstrativ geklagten Beschwerden begründen
könnten
.
In
Kenntnis der Aktenlage werde auch klar, dass weder das MRI der LWS noch der Kniegelenke irgendwelche wegweisenden Befunde zeige. Entsprechend deute
te
n auch sämtliche Befunde der bisher behandelnden Ärzte darauf hin, dass das
Hauptproblem nicht auf orthopädisch-/ rheumatologischem Gebiet liege (
Urk.
10/95
/96).
3.3
.4
Auf dem Fachgebiet der Psychiatrie führte der Sachverständige aus
(
Urk.
10/29
/48 S. 1-32)
, z
ur Familienanamnese gebe die Beschwerdeführerin an
(S. 13)
,
sie
sei im Libanon geboren und
sei dort bis im November
2002 bei ihren
leiblichen Eltern aufgewachsen. Bedingt
durch ihre Heirat
sei sie in die Schweiz
eingereist und
seit etwa zehn
Jahren im Besitz des Schweizer Bürgerrechts.
Sie habe keine Aus
bildung, keine Berufslehre und sei nicht ins Arbeitsleben eingetreten und habe auch nie in der Schweiz gearbeitet. Zwei Monate nach ihrer Einreise habe
ihr
Ehemann
einen
Berufsunfall erlit
ten und sei
nicht meh
r ins Arbeitsleben ein
getreten und
beziehe 100
%
IV-Leistungen
. Zum Tagesablauf berichte die Be
schwerdeführerin (S. 15), sie verlasse um 11 Uhr das Bett, nehme einen Kaffee zu sich und benötige zwei Stunden bis sie richtig wa
ch sei. Sie würde dann beginnen
,
ein kleines Essen, wie etwa Nudeln
,
vorzubereiten, wenn die Kinder von der Schule kämen. Manchmal könne sie auch dieses Gericht nicht zubereiten. Die Kinder würden sich am Morgen selbst parat machen
und der jüngste Sohn würde
noch bei der Beschwerdeführerin schlafen. Abhängig von der Befindlichkeit räume sie dann die Wohnung
auf
und würde sich mit vielen Pausen den Haus
haltstätigkeiten zuwenden. Sie könne Mahlzeiten
zu
bereiten und die Wäsche alle 14 Tage mit Hilfe der Tochter bewältigen. Alle vier bis fünf Tage würde sie die Böden aufne
hmen und das Badezimmer putzen. Dabei habe
sie Unterstützu
ng von den Familienangehörigen. Das Staubsaugen würde sie selbst vornehmen, an diesem Tag
jedoch dann keine andere Haushaltstätigkeit mehr machen
, da sie dann Rückenbeschwerden
habe. Einkaufen würde sie mit dem
Ehemann und den
Kindern etwa alle zwei Wochen. D
abei seien
die Familienangehörigen anwesend,
damit sei beim Tragen helfen könn
ten. Kleinere
Einkäufe würde der älteste Sohn, der sich in Ausbildung
befinde, übernehmen. Ausserdem
würde
ihr die
Ge
schirr
spülmaschin
e beim Bewältigen des Geschirrs
helfen. Gegen Abend
bereite sie
das Nachtessen vo
r,
wobei
es
ihr sehr wichtig sei, dass die gesamte Familie
bei
sammen sei und das Nachtessen
ein
nehme. Am Abend würde sie dann nichts mehr tun und sich
ausruhen
.
Unter
Befund
hielt
der Gutachter
fest
(S. 17
f.
)
, die Beschwerdeführerin erscheine pünktlich zum vereinbarten Untersuchungstermin. Sie wirke etwas blässlich
,
sei
adipös
und
einfach,
alters-, situations- und witterungsadäquat
und
sauber
ge
kleidet. Hinweise auf das Vorliegen
einer
Vernachlässigung der körperlichen
Hygiene
hätten sich keine ergeben. Die Kontaktaufnahme sei gut möglich.
Sie
präsentiere sich freundlich, zugewandt, höflich und
sei
bemüht, alle Fragen zu beantworten.
Die
Gestik und
die
Mimik
seien
lebhaft
.
Dabei habe sie sich bereits
im Wartebereich
sehr
klagsam
und
leidend
gezeigt
, was sich
zunächst
auch in der Untersuchu
ngssituation fortgesetzt
und
sie
dabei
sehr theatralisch
gewirkt habe
. Sie zeige gelegentlich Tränen, die jedoch wenig einfühlsam, wenig nachfühlbar, aufgesetzt erschienen.
Der Versuch
,
in deutscher Sprache in direkte Kommu
ni
kation zu treten,
sei wohl auch aufgrund der
als gering zu
bezeichnenden Deutschkenntnisse
gescheitert
.
Im Untersuchungsbefund
(S. 18 f.)
zeige sich die
Vigilanz
als erhalten und
die Beschwerdeführerin
sei
bewusstseinsklar, allseits orientiert
und das Ich-Bewusstsein ungestört.
Es hätten sich keine
Hinweise auf Fremdbeeinflussungserlebnisse,
Depersonalisierungs
- oder
Derealisationsphäno
mene
ergeben und die Beschwerdeführerin hab
e der Exploration aufmerksam
folgen können,
ohne dass i
hre Konzentration
im Verlauf der
Untersuchung merklich nach
gelassen habe
.
Es seien keine
Störungen des Kurz- oder Lang
zeit
gedächtnisses aufgefallen und auch die Merkfähigkeit sei nicht reduziert gewesen. Das Denken sei flüssig und kohärent, zielgerichtet, zielführend und Anhalts
punkte für formale oder inhaltliche Denkstörungen, Störung der Wahrnehmung hätten sich keine ergeben.
Das Intelligenzniveau
sei
geschätzt durchschnittlich differenziert
und p
sychomotorisch wi
rk
e die
Beschwerdeführerin
vorwiegend ruhig und entspannt
.
In der Affektivität zeige sie
sich stabil und
situations
adä
quat. Die Schwingungsfähigkeit sei erhalten,
sie
wirke aber
dysthym
herabge
stimmt,
wobei
die Schwingungsfähigkeit
nicht aufgehoben
sei
.
I
nsgesamt
wirke
die Beschwerdeführerin
sorgenvoll herabgestimmt,
vorwiegend
aufgrund
der wirt
schaftlichen
und finanziellen Gegebenheiten
, was sie immer wieder ausgeführt habe
.
Es habe
zu keinem Zeitpunkt
eine
depressive Herabgestimmtheit
beobachte
t oder exploriert werden können und
eine
wesentliche Persönlichkeitsakzen
tuie
rung
oder ga
r eine Persönl
ichkeitsstörung
sei
en
nicht aufgefallen. Die Beschwer
deführerin habe keine
Zwänge und Phobien von Alltagsrelevanz
und die Willens
bildung zeige keine Beeinträchtigung. Der Antrieb sei nicht reduziert, die
Reali
täts
-Orientierung und der Realitäts-Bezug seien erhalten und
die
Vorstellungen und Ziele, welche
die
Beschwerdeführerin
habe,
klar ge
blieben
. Die Motivation (Neugier, Spontan
e
ität, Interesse an den unmittelbaren Gegebenheiten der Um
welt) sei vorhanden. Jedoch habe die Motivation betreffend eine Arbeitstätigkeit als aufgehoben bezeichnet werden müssen. Eine Fremd- oder Eigengefährdung habe nicht bestanden (S. 19). Bei der testpsychiatrischen Untersuchung mit der Hamilton Depressions-Skala habe sich ein Punktwert von 8 ergeben, was gegen das Bestehen einer depressiven Störung spreche. Im Mini-ICF-APP
hätten
sich im Bereich Flexibilität und Umstellungsfähigkeit sowie Proaktivität und Spontan
aktivitäten allenfalls leicht ausgeprägte, im Bereich Widerstands- und Durch
haltefähigkeit möglicherweise mässig ausgeprägte Beeinträchtigungen ergeben (S. 20)
.
Zur Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht führte der Experte aus (S. 28), die Beschw
erdeführerin sei in der Lage
, sämtliche ihrem körperlichen Belastungs
profil angepasste Tätigkeiten mit einer integralen Reduktion von 20
%
zu ver
richten. Die Beurteilung gelte auch für eine ideal angepasste Tätigkeit.
3.3
.5
Aus interdisziplinärer Sicht führten die Experten aus (
Urk.
10/29/10), h
insichtlich Diskrepanzen und Inkonsistenzen bei den durchgeführten Begutachtungen
, einer
seits
zwischen
der
Aktenlage und
den orthopädischen
Untersuchungsbefunde
n
sowie zwischen den beklagten Beschwerden in der somatischen und psychia
trischen Beurteilung auf der anderen Seite, müsse eine Aggravation als wahr
scheinlich postuliert werden.
A
us
interdisziplinärer Sicht bestehe
im Haushalt und in einer Verweistätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 20
%.
Dass der Beschwer
deführerin retrospektiv wiederholt eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei, obwohl sie nicht gearbeitet habe, sei nicht nachvollziehbar und die attestierte Restarbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit von 80
%
sei seit mindestens fünf Jahren anzunehmen.
3.4
Im Bericht vom 1
5.
Juli 2020 (
Urk.
17/2) führte med. pract.
A._
aus, er be
stätige, dass die Beschwerdeführerin unter
chronifizierenden
Rückenschmerzen bei Rückenfehlhaltung leide und
degenerative
Veränderung
en
an
der Lenden
wirbelsäule und
am Facettengelenk
L4/5 habe. Ebenfalls bestünden Kniearthrose
n
beid
seits mit anhaltenden Schmerzen
nach dem letzten chirurgischen Eingriff im Jahr 200
7.
Zudem leide sie unter einer mit
telschweren depressiven Episode und
sei überbelastet durch die Krankheit ihres Ehemannes
, der i
nvalid sei. Ebenfalls
habe sie eine schwere Eisenmangelanämie
,
weshalb sie immer wieder Eisenin
fusionen brauche. V
orläufig
sei sie
zu 50
%
für leichtangepasst
e
Tätigkeiten arbeitsfähig
.
3.5
Der behandelnde
Psychiater
Z._
berichtete am 2
7.
August 2020 (
Urk.
17/1), soweit objektiv feststellbar
, leide
die Beschwerdeführerin an einer schweren rezidivierenden depressiven Störung und
an einer
unverarbeitete
n
posttra
umatische
n
Belastungsstörung mit
Kett
en von somatischen Beschwerden.
Die psychiatrisch-
und psychotherapeutische Behandlung
habe
zu kei
ner
wahr
nehmbaren Besserung
geführt und verringere
die
Leistungsfähigkeit zusätzlich. Die Beschwerdeführerin sei
nach wie vor 100
%
arbeitsunfähig
.
4.
4.1
Das ausführliche Gutachten der
Y._
erfüllt die praxis
ge
mässen Kriterien (vorstehend E. 1.5), setzt sich mit den Aspekten der ge
sundheitlichen Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin auseinander, berück
sichtigt auch die medizinischen Vorakten und begründet Abweichungen, soweit die Beurteilung mit diesen nicht im Einklang steht. Insgesamt erweist sich das Gutachten als nachvollziehbar und vermag zu überzeugen. Dabei legten die Experten insbesondere auch dar, dass die geklagten Beschwerden und Ein
schrän
kungen aufgrund der Klinik und Diagnostik aus somatischer Sicht gar nicht und auf psychiatrischem Fachgebiet nur teilweise erklärbar sind.
Insoweit die Beschwerdeführerin sinngemäss geltend macht, das Gutachten stehe der Beurteilung des behandelnden Psychiaters
Z._
und dem Haus
arzt
med. pract.
A._
entgegen, ist festzustellen, dass
von
Behandlerseite
de
r
Beschwerdeführerin zwar seit September 2018 und auch früher schon
100%ige Arbeitsunfähigkeit
en
bescheinigt wurden (E. 3.1 und
E. 3.2
vgl. auch
Urk.
10/2/5
).
Wie im Gutachten aber zu Recht festgehalten wurde, ist dabei unklar
,
auf welche
s Tätigkeitsgebiet sich diese Atteste bezogen haben, nachdem die Beschwerde
füh
rer
in
tatsächlich gar nie einer E
rwerbstätigkeit nachgegangen war. E
ine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit im Haushaltsbereich
war
sodann
nicht zu begründen
,
nachdem
die
Beschwerdeführerin, wenn auch teilweise unter Mithilfe des bereits
IV-be
renteten
Ehegatten
und der
zum Teil halbwüchsigen und erwachsenen Kinder
, den
Haushalt
nach wie vor
erledigen konnte
. Anhaltspunkte dafür
,
dass
sie
hierzu
nicht
mehr
in der Lage
war oder sich dazu nicht mehr in der Lage erachtete
, ergaben auch
die
Haushaltsabklärungen
am Wohnort d
er Beschwerdeführerin nicht (vgl. Abklärungsbericht vom
3.
Juni 2019 [
Urk.
10/33]).
Kommt hinzu, dass die behandelnden Ärzte
mit dem Hinweis auf Überf
orderung
aufgrund der
schwierige
n
familiäre
n Situation, wie
pflege- und unterstützungsbedürftig
e
s
Kind und
i
nvalider Ehegatte,
offensichtlich
psychosoziale Belastungsfaktoren in
ihre
n
Arbeitsunfähigkeitsatteste
n
berücksichtigten
,
die
g
rundsätzlich auszuscheiden sind.
Andere Fak
toren respektive objektivierbar
e
medizinische Befunde
zeigten die Behandler nicht auf
.
Insofern der
Psychiater
Z._
eine
posttrau
matische
Belastungsstörung
und differentialdiagnostisch anfänglich sogar eine
andauernd
e Persönlichkeitsänderung nach Extremb
elastung
ins Fe
ld führte (vgl. E. 3.1 hiervor), wurde anlässlich der psychiatrischen Begutachtung und nachdem das angebliche Ereignis thematisiert wurde (vgl.
Urk.
10/29/58) nachvollziehbar dargelegt, dass unabhängig
, o
b das Ereignis
im Libanon, welches Jahrzehnte zurückliegt, das Eingangskriterium für die Diagnose einer PTBS erfüllt,
in der Untersuchung
jedenfalls
keine entsprechende Symptomatik
zu
explorieren
war
. Damit ist auch nachvollziehbar, dass
der
psychiatrische
Gutachter
eine Persön
lichkeitsveränderung nach Extrembelastung ausgeschlossen
hat
(
Urk.
10/29/69).
Diese
Diagnose führte letztlich
denn
auch der behandelnde
Psychiater
nicht mehr auf (E. 3.5 hiervor).
Begründet
sind auch Ausführungen des
rheumatologisch/
orthopädischen
Sach
verständigen,
wonach
weder
die Bildgebung in den Akten (
MRI der LWS noch der Kniegelenke
)
noch
die Klinik
strukturelle Befunde zeigten
,
wobei
bei der sich
offenbar
als
sehr schwierig gestaltet
en
Untersuchung die
Kooperation
sbe
reit
schaft
der Beschwerdeführerin
in Frage
gestellt
werden musste
.
Schliesslich überzeugt
dabei
auch, dass
nachdem die
demonstrativ geklagten Beschwerden
keinem somatischen Korrelat und die Inkonsistenzen auch keinem invalidisierenden psy
chischen Störungsbild zugeordnet werden konnten
im gutachterlichen Konsens
ein
e
Aggravation als wahrscheinlich postuliert wurde (
Urk.
10/29/
9 f.).
Bei dieser Sachlage kann auf eine Prüfung der Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 angesichts der Beweiswertigkeit der Beurteilung und dem Fehlen einer anderslautenden, ebenfalls beweiswertigen psychiatrischen Einschätzung ver
zichtet werden (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_309/2018 vom
2.
August 2018 E. 3.2 mit wei
teren Hinweisen).
4.
2
Zusammenfassend
erweis
e
n sich die von den Experten gezogenen, der Konsens
beurteilung zugrunde gelegten Schlussfolgerungen, wonach
lediglich das psychi
sche
Leiden unter zusätzlicher Berücksichtigung
aggravatorischer
Komponente
n
sowohl
im Haushalt
als auch
in einer
Verweistätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 2
0
%
zu begründen vermag
, als überzeugend und begründet.
Die entspre
chende Beurteilung kontrastiert denn auch nicht
mit
den Erhebungen der Abklä
rungsperson am Wohnort der Beschwerdeführerin, welche
gewichtet nach den
einzelnen Aufgabenbereichen, der Pflicht zur Mithilfe der Familienangehörigen sowie
gestützt auf die
Angaben der Beschwerdeführerin zu ihrer Leistungs
fähig
keit, lediglich Einschränkungen von 16.5
%
ergeben haben (
Urk.
10/33/7).
Zu
treffend ist auch, dass
die Abklärungsperson die Beschwerdeführerin als zu 100
%
im Haushaltsbereich tätig
qualifiziert hat. Anhaltspunkte für eine andere Dar
stellung lassen sich weder den Akten noch den Aussagen der Beschwerdeführerin vor Ort entnehmen (zum Beweiswert der Abklärungsberichte vgl. E. 1.4 hiervor).
Überdies wurde d
ie Qualifikation
auch nicht bestritt
en
, sodass der angefochtene Entscheid auch in dieser Hinsicht nicht zu be
an
standen ist.
Nach dem hiervor Gesagten ist nicht einsehbar inwiefern von weitern (medizinischen) Abklärungen ande
re Erkenntnisse zu erwarten wären
, weshalb
darauf
zu verzichten ist
(anti
zipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b).
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.
Das Verfahren ist kostenpflichtig und die Gerichtskosten sind dabei nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und vorliegend auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Die Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss § 16
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) sind vorliegend erfüllt (vgl.
Urk.
7 und
Urk.
8/1), weshalb der Beschwerdeführerin antragsgemäss die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen ist. Zufolge Ge
währung der unentgeltlichen Prozessführung sind die ihr auferlegten Gerichts
kosten einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Die Beschwerdeführer
in
ist auf
§
16
Abs.
4 GSVGer hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Prozesskosten verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.