Decision ID: aa13a96b-6935-4ed5-8177-1b50f54837bb
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
K._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch ihre Eltern,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Hilfsmittel (Kommunikationsgerät)
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Sachverhalt:
A.
Die 2003 geborene K._ wurde noch im gleichen Jahr zum Bezug von IV-Leistungen
angemeldet. K._ litt an einem Aicardi-Syndrom mit einer Hirn- und
Augenentwicklungsstörung, mit einer zerebralen Bewegungsstörung und mit Epilepsie.
Am 12. März 2007 erteilte die IV-Stelle eine Kostengutsprache für einen externen
Sonderschulbesuch (heilpädagogischer Kindergarten A._). Die verschiedenen
Bezugspersonen von K._ beantragten am 17. Dezember 2009 die Abgabe eines
Kommunikationshilfsmittels. Zur Begründung führten sie aus, K._ könne sich
behinderungsbedingt nicht verbal mitteilen. Sie verfüge nur über wenige einzelne Laute
und mimische Ausdrücke, um ihr Wohlbefinden kundzutun. Diese Mitteilungen würden
aber nur von sehr nahen Bezugspersonen verstanden. K._ könne somit nicht direkt
mit anderen Menschen in Kontakt treten. Sie reagiere jedoch sehr gut auf die
Kontaktaufnahme anderer Bezugspersonen. Sie zeige eine erhöhte Aufmerksamkeit
und grosses Interesse und sie schätze die Kommunikation mit Menschen. Da sie aber
nur von wenigen verstanden werde, gäben viele die Kommunikation schnell auf, was
K._'s Teilhabe am Geschehen und ihre Lebensqualität stark beeinträchtige. K._
könne Gegenstände nur kurz ergreifen. Hingegen könne sie gut einen Taster drücken
und auch wieder loslassen. Sie schaue und höre interessiert zu, was passiere. Dabei
sei sie sehr aufmerksam. Sie habe verstanden, dass das Drücken der Taste etwas
bewirke. Das bereite ihr sichtlich Freude. Dies ermögliche es K._, ein einfaches
Kommunikationshilfsmittel zu bedienen. Dadurch könne sie grundlegende
kommunikative Erfahrungen im Bewirken von Reaktionen in ihrem Umfeld sammeln.
Das Hilfsmittel solle es K._ ermöglichen, in der Schule von zuhause und zuhause von
den Erlebnissen in der Schule zu berichten. Ausserdem solle sie über dieses Hilfsmittel
noch stärker erfahren, dass sie mit einer Mitteilung über einen Taster in ihrer Umwelt
etwas bewirken könne. Beim Little Step-by-Step-Gerät handle es sich um ein solches
sehr einfaches Kommunikationsgerät. Es ermögliche K._, weitere
Mitteilungserfahrungen zu sammeln.
B.
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Mit einem Vorbescheid vom 8. Februar 2010 kündigte die IV-Stelle die Abweisung des
Gesuchs um die Abgabe eines Step-by-Step-Gerätes an. Zur Begründung führte sie
an, es handle sich um ein Gerät, das vorwiegend dem Informationsaustausch zwischen
den Bezugspersonen diene. Es könne nicht als situationsbezogenes
Kommunikationsgerät eingesetzt werden, mit dem sich K._ spontan mitteilen oder
mit dem sie antworten könne. Zudem sei kein Gebrauchstraining gerechtfertigt, da das
Gerät äusserst einfach zu bedienen sei. Die Eltern von K._ wandten am 2. März 2010
ein, mit dem Step-by-Step-Gerät könne K._ durchaus ihr Wohlbefinden ausdrücken
oder spontane Mitteilungen machen (mehr essen, Spass haben, fertig sein etc.). Das
Gebrauchstraining sei notwendig um festzustellen, ob K._ das Step-by-Step-Gerät
für die spontane Kommunikation einsetzen könne. Mit einer Verfügung vom 25. März
2010 wies die IV-Stelle das Gesuch ab.
C.
Die Eltern erhoben am 22. April 2010 Beschwerde gegen diese Abweisungsverfügung.
Sie machten geltend, das Step-by-Step-Gerät könne durchaus als Hilfsmittel für eine
spontane und situationsbezogene Kommunikation auf einer frühen Entwicklungsstufe
eingesetzt werden, auf der Kinder vor allem mitteilten, was sie machen oder haben
wollten. K._ befinde sich auf dem Entwicklungsstand eines Kleinkindes, das
kommunikativ in spannenden Situationen etwa "nochmals" oder "mehr" durch
körperliche Signale oder lautsprachlich mitteile. Das sei K._ aber
behinderungsbedingt weder motorisch noch lautsprachlich möglich. Sie könne nicht
nach einem bevorzugten Gegenstand greifen oder durch eine nachahmende
Bewegung eine Handlung nochmals einfordern. Ihre Signale für Wohlbefinden würden
oft als Jammern interpretiert, wodurch sie eine spannende Handlung nicht andauern
lassen könne. So könne sie auch nicht die Erfahrung machen, dass sie bei ihrem
Gegenüber kommunikativ etwas bewirken könne. Das Step-by-Step-Gerät verschaffe
K._ einen entwicklungsadäquaten, direkten, situationsbezogenen Kontakt mit ihrer
Umwelt und schaffe einen erheblichen Partizipationsgewinn und damit eine intensive
Förderung der geistigen Entwicklung. Es gehe also nicht um eine
Sprachförderungsmassnahme oder um den Spracherwerb.
D.
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Die IV-Stelle beantragte am 12. August 2010 die Abweisung der Beschwerde. Sie
führte aus, die Abgabe eines Kommunikationsgerätes setze voraus, dass die
versicherte Person über eine ausreichende Sprachleistung (Sprachverständnis und
Sprachproduktion) verfüge. Bei K._ werde das Erlernen der Sprache noch in der
basalen Ebene gefördert. Sprachanbahnungsmassnahmen, zu denen auch das Step-
by-Step-Gerät gehöre, könnten nicht übernommen werden. K._ könne mit dem Step-
by-Step-Gerät keinen eigenen Wunsch wiedergeben, sondern immer nur das, was man
für sie gerade als Botschaft aufgenommen habe. Sie habe keine Möglichkeit, zwischen
zwei Aussagen auszuwählen. Eine tatsächliche Willensbekundung könne nicht erreicht
werden. Das veranschlagte Gebrauchstraining sei nicht erforderlich.
E.
Die Eltern wandten am 1. September 2010 ein, die kommunikative Einschränkung zur
Pflege des täglichen Kontakts mit der Umwelt sei bei K._ ohne
Kommunikationshilfsmittel behinderungsbedingt bedrückend gross. Nonverbal gelinge
es ihr nicht, einen gewünschten Gegenstand zu ergreifen, und sie könne nicht sagen,
dass sie etwa noch mehr Znüni haben wolle. Mit dem Step-by-Step-Gerät gehe das
aber gut. Inzwischen gelinge es K._ sogar oft, mittels zweier Step-by-Step-Geräte
den Znüni auszuwählen. Das Step-by-Step-Gerät ermögliche es K._ erst, im üblichen
sozialen Sinn selbstbestimmt an alltäglichen Handlungen teilzunehmen. Sie sei
kommunikativ klar auf ein solches Gerät angewiesen. K._ verfüge über die
motorischen und intellektuellen Fähigkeiten, um ein solches Gerät verwenden zu
können. Eine eigene Aufnahme auf dem Step-by-Step-Gerät sei natürlich nicht
möglich. Das sei auch gar nicht das Ziel eines alternativen Kommunikationsmittels,
denn dieses werde abgegeben, wenn die betreffende Person nicht über die
Lautsprache verfüge. Deshalb sei das Step-by-Step-Gerät bei K._ keine
Sprachanbahnungsmassnahme. Es sei vielmehr das einzige mögliche
Kommunikationsgerät. Auf dem Step-by-Step-Gerät würden stellvertretend für K._
und in Ich-Form nur Begebenheiten erzählt, die K._ erlebt habe und die sie emotional
betroffen hätten. K._ könne also mit der Stimme der jeweiligen Bezugsperson selbst
erzählen. Das sei eindeutig eine andere Situation, als wenn die Mutter oder die
Lehrperson das Mitteilungsheft lese und das Gelesene kommentiere. Das Erlebte
bleibe ein fürsorglicher Bericht der jeweiligen Bezugsperson, die alle kommunikativen
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Handlungen übernehme. Die Bezugsperson nehme die situationsangepassten
Äusserungen auf und biete sie K._ in der passenden Situation an. Ohne das Step-by-
Step-Gerät seien K._ aber situationsbedingte Äusserungen überhaupt verwehrt. Das
Step-by-Step-Gerät ermögliche Sozialkontakte, die sonst nicht möglich wären. Seit
K._ mit zwei Step-by-Step-Geräten arbeite, könne sie auch eine Auswahl treffen.
Grundsätzlich schaffe das Step-by-Step-Gerät für K._ eine Wahlmöglichkeit, ob sie
sich überhaupt mitteilen möchte oder nicht. Es ermögliche K._ also sehr wohl eine
Willensbekundung mit dem Ziel der sozialen Kontaktpflege. Das Step-by-Step-Gerät
sei somit ein Kommunikationshilfsmittel, das zur momentanen sprachlichen
Entwicklungsstufe von K._ passe. Das Gebrauchstraining sei notwendig, damit
festgestellt werden könne, ob und wie K._ den Umgang mit dem Step-by-Step-Gerät
weiter lerne und ob sie allenfalls sogar ein differenzierteres Kommunikationsgerät
brauche.
F.
Die IV-Stelle verwies am 14. September 2010 auf ein Urteil des Versicherungsgerichts
des Kantons St. Gallen vom 9. September 2010 (IV 2010/104), in welchem dem Step-
by-Step-Gerät die Hilfsmitteleigenschaft abgesprochen worden war.

Erwägungen:
1.
1.1 Versicherte, die infolge ihrer Invalidität u.a. für die Herstellung des Kontakts mit der
Umwelt kostspielige Geräte benötigen, haben im Rahmen einer vom Bundesrat
aufzustellenden Liste ohne Rücksicht auf die Erwerbsfähigkeit einen Anspruch auf
Hilfsmittel (Art. 21 Abs. 2 IVG). Der Bundesrat hat diese Aufgabe an das zuständige
Departement delegiert (Art. 14 IVV). Dieses hat eine Verordnung über die Abgabe von
Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung (HVI) erlassen. Gemäss dem Art. 2 Abs. 1
HVI sind die abzugebenden Hilfsmittel in einer Liste im Anhang zu dieser Verordnung
aufgeführt. Die Ziffer 15 dieser Liste enthält die Hilfsmittel für den Kontakt mit der
Umwelt. Dazu gehören gemäss der Ziffer 15.02 elektronische Kommunikationsgeräte
für schwer sprech- und schreibbehinderte Versicherte, die zur Pflege des täglichen
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Kontakts mit der Umwelt auf ein solches Gerät angewiesen sind und über die
notwendigen intellektuellen und motorischen Fähigkeiten zur Bedienung verfügen. Die
Verwaltungsweisungen enthalten keine Präzisierung des Begriffs 'Kontakt mit der
Umwelt' (vgl. Rz 15.02 KHMI). Sinn und Zweck eines Hilfsmittels zur Ermöglichung des
Kontakts mit der Umwelt muss sein, die behinderungsbedingt fehlende Sprechfähigkeit
zu ersetzen. K._ kann nicht sprechen, sie kann nur einzelne Laute hervorbringen oder
sich mimisch ausdrücken. Diese Art der Kommunikation kann nur von nahestehenden
und mit den einzelnen Äusserungen von K._ vertrauten Bezugspersonen verstanden
werden. K._ benötigt also grundsätzlich ein elektronisches Kommunikationsgerät im
Sinne der Ziffer 15.02 des Anhangs zur HVI.
1.2 Zu prüfen ist, ob das beantragte Step-by-Step-Gerät (oder allenfalls zwei Step-by-
Step-Geräte) geeignet ist (sind), den Kommunikationsbedarf von K._ zu befriedigen.
Die Ausführungen der Eltern erwecken stellenweise den Eindruck, die intellektuell
bestimmte Kommunikationsfähigkeit von K._ entspreche derjenigen eines eben dem
Säuglingsalter entwachsenen Kleinkindes, das praktisch nur Lust oder Unlust
ausdrücken kann, weil es noch keine anderen Kategorien kennt. Damit wäre der
mögliche Kommunikationsinhalt so eng beschränkt, dass bereits das Betätigen der
Taste des Step-by-Step-Gerätes eine bestimmte Botschaft wäre, also z.B. Unlust
ausdrücken würde. Dieser Vorgang wäre vergleichbar mit einer Klingel in einer
Gartenwirtschaft, mit der die Bedienung herbeigerufen wird. Ertönt diese Klingel, weiss
das Servicepersonal immer, was das bedeutet, nämlich dass es in die Gartenwirtschaft
kommen soll, weil ein Gast etwas wünscht. Hätten auch die Botschaften von K._
aufgrund einer extrem engen Entscheidfähigkeit immer nur einen einzigen Inhalt, wäre
gar kein Step-by-Step-Gerät nötig. Es würde nämlich genügen, wenn K._ ein Gerät
hätte, mit dem sie ein akustisches oder visuelles Signal aussenden könnte. Das
Absenden der Botschaft wäre dann selbst schon eine spontane und
situationsbezogene Botschaft, weil deren Empfänger genau wüssten, was der Inhalt
der Botschaft wäre. Die intellektuelle Kommunikationsfähigkeit und damit auch der
Kommunikationsbedarf von K._ sind aber deutlich breiter. Das zeigt sich etwa darin,
dass K._ fähig ist zu erkennen, dass sie zwischen zwei verschiedenen Znüni wählen
darf und dass sie diese Wahl auch bewusst treffen kann, oder darin, dass K._ fähig
ist zu entscheiden, ob sie das von einer Bezugsperson auf das Step-by-Step-Gerät
Gesprochene bei einer anderen Bezugsperson abspielen will oder nicht. Dieser
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Entscheid setzt nämlich voraus, dass K._ den Inhalt des auf das Gerät
Gesprochenen versteht und dass sie zumindest ansatzweise die Wirkung des Inhalts
dieser Botschaft auf die zuhörende Bezugsperson abschätzen kann. Die
Kommunikationsfähigkeit von K._ geht also erheblich über das hinaus, was mit
einem Signal, das nur eine bestimmte Bedeutung hat, mitgeteilt werden kann. K._ ist
aufgrund ihrer intellektuellen Fähigkeiten in der Lage, Mitteilungen zu machen, die mehr
sind als die Entscheidung, ob sie eine fremdbestimmte, vorgegebene Botschaft
übermitteln will oder nicht, oder die Entscheidung zwischen zwei zur Auswahl
stehenden Znüni. K._ verfügt also über die Fähigkeit, spontan und situationsbezogen
eine Botschaft zu kreieren und diese zu übermitteln, auch wenn sie faktisch durch ihre
Behinderung an der Übermittlung gehindert ist. Sie könnte also beispielsweise auf die
Frage, welchen von zwei verschiedenen Znüni sie wolle, antworten, sie nehme
überhaupt keinen Znüni, weil ihr nicht wohl sei.
1.3 Mit einem Step-by-Step-Gerät (oder auch mit zwei solchen Geräten) ist ihr das
Übermitteln dieser Antwort nicht möglich, weil sie den Inhalt der ihr zur Verfügung
stehenden Botschaft nicht beeinflussen kann. Für eine effektiv spontane und
situationsbezogene, d.h. für eine auch inhaltlich von K._ selbst bestimmte
Kommunikation ist das Step-by-Step-Gerät nicht geeignet. Das bedeutet, dass K._
trotz des Step-by-Step-Geräts für eine spontane und situationsbezogene
Kommunikation auf ihre äusserst begrenzten und nur wenigen Personen verständlichen
akustischen und mimischen Kommunikationsmöglichkeiten zurückgeworfen ist. Das
Step-by-Step-Gerät kann ihr nicht helfen, weil die Bezugsperson zuerst die Bedeutung
der Laute oder der Mimik von K._ verstehen muss, um eine entsprechende Botschaft
aufzunehmen. Dann benötigt K._ aber natürlich keine Kommunikation mittels des
Step-by-Step-Gerätes mehr, weil die Bezugsperson den Inhalt der Botschaft ja bereits
kennt und weil eine Weiterleitung an eine andere Bezugsperson mittels eines Step-by-
Step-Gerätes nicht üblich ist, da es dafür ein anderes, von K._ unabhängiges
Kommunikationsmedium gibt. Daraus folgt, dass es sich beim Step-by-Step-Gerät
zwar um ein für die Entwicklung von K._ wertvolles Hilfsmittel, aber nicht um ein
elektronisches Hilfsmittel zur Kommunikation gemäss Ziffer 15.02 der Liste im Anhang
zur HVI handelt, weil dessen Charakteristik darin bestehen muss, eine
situationsbezogene und spontane Kommunikation zu ermöglichen (vgl. das –
rechtskräftige – Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9.
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September 2010, IV 2010/104). Damit wird nicht in Abrede gestellt, dass das Step-by-
Step-Gerät es K._ ermöglicht, zu lernen, was Kommunikation ist und was sie
bewirken kann. Möglicherweise ist das Step-by-Step-Gerät sogar geeignet, K._ auf
den zukünftigen Einsatz eines komplexen Geräts vorzubereiten, mit dem sie dann
spontan und situationsbezogen Botschaft wird kreieren und versenden, d.h.
"sprechen" können. Bei einem solchen komplexen Gerät dürfte es sich dann um ein
elektronisches Kommunikationshilfsmittel gemäss der Ziffer 15.02 der Liste im Anhang
zur HVI handeln.
1.4 Das Bundesgericht hat in einem Urteil vom 31. Juli 2008 (9C_214/2008) einem
Umweltkontrollgerät (Fernsteuerung der Fenster usw.) den Charakter eines
Kommunikationsgerätes Im Sinne der Ziffer 15.02 der Liste im Anhang zur HVI
zugestanden, weil die behinderte Person damit auch jemanden habe herbeirufen und
weil sie das spontan und situationsbezogen habe machen können. Grundsätzlich
könnte auch das Step-by-Step-Gerät dazu benützt werden, jemanden herbeizurufen.
Trotzdem kann das Step-by-Step-Gerät nicht als Kommunikationsgerät qualifiziert
werden. Das angesprochene Bundesgerichtsurteil ist nämlich nicht stichhaltig. In jenem
Fall hatte die behinderte Person das Umweltkontrollgerät zwar – zweckentfremdet –
spontan, d.h. der konkreten Situation entsprechend zur Übermittlung einer Mitteilung
verwendet, aber der Mitteilungsinhalt war vordefiniert gewesen. Er hatte also nicht
situationsbezogen gewählt werden können, d.h. die Person, an die sich die Mitteilung
richtete, hatte vorher mit der behinderten Person vereinbart, was der Inhalt der
Mitteilung war. Das Umweltkontrollgerät hatte also zwar spontan, d.h. bei Auftreten des
Mitteilungsbedarfs, aber nicht situationsbezogen eingesetzt werden können. Dazu wäre
es nötig gewesen, dass die behinderte Person den Inhalt der Mitteilung, die sie mit
dem Umweltkontrollgerät absenden wollte, der jeweiligen Situation angepasst selbst
hätte bestimmen (bzw. wenigstens aus einer längeren Liste möglicher
Mitteilungsinhalte hätte auswählen) können. Das war nicht möglich, denn das
Umweltkontrollgerät übermittelte zwingend den einen, mit dem Empfänger vorher
abgesprochenen Mitteilungsinhalt. Da die behinderte Person also nicht die Möglichkeit
hatte, den Mitteilungsinhalt des Umweltkontrollgeräts situationsbedingt selbst zu
bestimmen, ist dieses Umweltkontrollgerät vom Bundesgericht im angesprochenen
Urteil zu Unrecht als Kommunikationsgerät im Sinne der Ziff. 15.02 der Liste im Anhang
zur HVI qualifiziert worden. Da das Step-by-Step-Gerät dieselbe Beschränkung des
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Mitteilungsinhalts aufweist, ist auch es nicht geeignet, den Bedarf nach einer
selbstbestimmten situationsbezogenen Kommunikation zu befriedigen.
2.
Da die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Anspruch auf die Abgabe eines Step-by-
Step-Gerätes abgelehnt hat, ist die Beschwerde abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Gerichtsgebühr bemisst sich nach dem
Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1 IVG). Dieser ist als durchschnittlich zu betrachten.
Damit ist praxisgemäss eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- gerechtfertigt. Diese ist
durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG