Decision ID: 0356536b-94a4-53ba-9d0a-e5aa530329d3
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, gebor
en 1974, war seit dem
1.
Dezember 2002 als Land
schafts
planerin bei der
Y._
tätig und dadurch im Zeitpunkt des gemeldeten
Ereignisses
vom 1
6.
Juni 2014 bei der Solida Versiche
rungen AG obligatorisch gegen die Folge
n von Unfäl
len versichert (10/A1
).
1.2
In den Jahren 2001 bis 2013 hatte
sich die Versicherte mehrfach Verletzungen an
der rechten Schulter zu
gezogen
(beim Schwimmen im Meer bei hohem Wellen
gang, bei Elevation des rechten Armes im Schlaf, beim Schlitteln
, Verladen eines Spielhauses
und Skifahren;
Urk.
1 S. 3 und
Urk.
2 S. 5 f.).
1.3
Am 1
6.
Juni 2014 renkte sich die Versicherte bei einem Smash-Schlag
im Rahmen
eines
Ballspiel
s mit
Kindern
die rechte Schulter aus (
Unfallmeldung vom
2.
Juli 2014,
Urk.
10/A1
; vgl. auch
Urk.
10/A10
).
Der erstbehandelnde Arzt des Spitals
Z._
stellte
im Arztzeugnis UVG vom 2
9.
Juli 2014 eine antero
-
caudale Luxation des Humeruskopfes rechts fest. Vom 1
6.
bis zum 2
5.
Juni 2
014 war die Versicherte
arbeitsunfähig (
Urk.
10/
M1). Am 2
5.
August 2014 gab Dr.
med. A._
, FMH Praktischer Arzt, im Auftrag der Solida Versicherungen AG eine Stellungnahme ab (
Urk.
10/M4). Mit Schreibe
n vom 9.
September 2014 lehnte die Solida Versicherungen AG eine Leistungspflicht für das
Ereignis vom 1
6.
Juni 2014 ab
(
Urk.
10/A4).
Am
3.
November 2014
wurde die Versicherte in der
B._
Klinik
an de
r rechten Schulter operiert (arthroskopische Stabi
li
sie
rung ventro-
caudal bei posttraumatischer Instabilität;
Urk.
10/M7
). Vom
4.
Novem
ber bis zum 1
5.
Dezember 2014 war sie zu 100
%
und
vom 1
6.
Dezem
ber 2014
bis zum 2
6.
Januar 2015
zu 50
%
arbeitsunfähig (
Urk.
10/M8-9
).
Mit Verfügung vom
1.
Juli 2015 verneinte die Solida Versicherungen AG eine Leis
tungspflicht für das Ereignis vom 1
6.
Juni 2014, da weder ein Unfall noch eine unfallähnliche Körperschädigung vorliegen würden (
Urk.
10/A34). Die dagegen von der Versicherten am 3
1.
August 2015 erhobene Einsprache (
Urk.
10/A41) hiess die Solida Versicherungen AG mit Entscheid vom 1
6.
März 2017
(
Urk.
2)
in dem Sinne teilweise gut, dass sie
die angefochtene Verfügung aufhob und
eine Leistungspflicht für Schäden im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 1
6.
Juni 2014 bis zum 2
5.
Juni 2014
bejahte.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
4.
Mai 2017 Beschwerde mit folgendem Rechts
begehren (
Urk.
1 S. 2):
1.
Der Beschwerdeführerin seien die gesetzlichen Leistungen zu
erbringen und es sei
die Beschwerdegegnerin insbesondere zu verpflichten, ihrer Leistungspflicht
gegen
ü
ber der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit
dem Ereignis vom
16.
Juni 2014 auch für die Zeit n
ach dem 2
5.
Juni 2014 nachzukommen
.
Eventualiter sei die Beschwerd
egegnerin als fallführender Ver
sicherer zu
ver
pflichten, ein Verfahren im Sinne der Ad-H
oc-
Empfehlung 3/89 betreffend die
Leistungspflicht
bei negati
vem
Kompetenzkonflikt durchz
uführen und dabei
insbesondere die SWICA
Versich
erungen AG, die AXA Versicherun
gen AG sowie
die HDI Global SE, Hannover, Zu
rich Branch/Switzerland dazu einzuladen sowie im
Sinne der er
wähn
ten Empfehlungen Vorleistungen zugunsten der
Be
schwerdeführerin zu erbringen.
Sub-eventualiter
sei das Beschwerdeverfahren einstweilen zu sistieren
,
bis
anfechtbare
Einsprache-Entscheide der SWICA Versicherungen AG, der AXA
Versicherungen AG sowie
der HDI Global SE, Hannover, Zu
rich Branch/Switzerland
vorl
iegen bz
w. die Vereinigung der dannzumal pendenten Bes
chwerdeverfahren
möglich wird.
2.
Alles
unter Kosten
-
und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8
%
MW
St.) zulasten der
Beschwerdegegne
rin
.
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
Juli 2017 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9
S. 2
).
Mit Replik vom 1
4.
September 2017 hielt
die Beschwerdeführerin an ihrem
beschwerdeweise g
estellten materiellen Antrag
fest. Zu
dem beantragte
sie i
n prozessualer Hinsicht
, es sei
f
ür den Fall, dass die Beschwerdegegnerin und die im Rah
men des Verfahrens im Sinne der
Ad-Hoc-Empfehlung 3/89
beizuladenden Unfall
versic
herer keine Einigung finden
kön
n
ten,
die Beschwerdegegnerin
zu verpflichten, zur Festlegung des leistungs
pflichtigen
Versi
cherers ei
n Gutachten in Auftrag zu geben. Bis
zum Abschluss des
Verfahrens im Sinne der Ad-Hoc-
Empfehlung 3/89 sei das vorliegende Be
schwerdeverfahren
zu sistieren (
Urk.
15 S. 2 f.
).
Am 13.
Oktober 2017 reichte die Beschwerdeführerin eine
ergänzende Replik
ein (
Urk.
19).
Die B
eschwerdegeg
nerin hielt in der
Duplik vom
5.
Januar 2018
am Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest (
Urk.
24). Diese Eingabe wurde der
Beschwerdeführerin am
9.
Januar 2018
zur Kenntnis gebracht
(
Urk.
25).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am
9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
siche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirk
licht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Ab
satz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Das hier zu beurteilende Ereignis hat sich am 1
6.
Juni 2014
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Be
rufs
krankheiten gewährt.
1.3
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 UVV Gebrauch gemacht und folgende Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne unge
wöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist ab
schliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schwei
zerisches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
1.4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natür
lichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.5
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
-
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er
sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publi
ziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheits
schadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/aa). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu
sammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundes
gerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine vel ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete den angefochtenen
Entscheid
damit, dass de
r Status quo ante
nach dem Ereignis vom 1
6.
Juni 2014
, das als unfallähnliche Körperschädigung zu qualifizieren sei,
spätestens am
2
5.
Juni 2014
erreicht
sei
.
Eine
Leistungspflicht für die
nach de
m 2
5.
Juni
2014 entstandenen Schäden bzw. Kosten
sei deshalb zu verneinen
(
Urk.
2 S. 4 ff.
).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend, dass
die anlässlich des
Schulter-
MRI
rechts
von 2011 erhobenen Befunde nicht i
dentisch seien mit denjenigen des
Arthro-MRI vom 2
5.
Juni 201
4.
Zwar
hätten bereits
2011
Hin
weise für eine Schädigung des Labrums vorgelegen.
Im
MRI vom 2
5.
Juni 2014 seien
aber ei
ne leichtgradig tiefere Hill-Sachs
-Läsion und d
iskrete Zeichen einer Bursitis subdeltoidea/s
ubacrom
i
alis
ersichtlich gewesen
, was auf eine
neue,
zu
sätzliche Schädigung schliessen lasse. Nachdem die Schulter im Anschluss an das Ereignis vom 1
6.
Juni 2014 nicht umgehend nach der
Luxation spontan reponiert habe,
sondern
erst
mindestens ei
ne
Stunde
später
, seien die
neuen,
im Vergleich zur Voruntersuchung
ausgeprägter imponierenden Verletzungen im
MRI-
Befund vom 2
5.
Juni 2014 gut erklärbar. Die Beschwerdeführerin
bestreite
, dass der Status quo ante am 2
5.
Juni 2014 eingetreten
sei
(
Urk.
1 S. 5 f.
).
3.
3.1
Dr.
med. C._
, Leitende Ärztin Radiologie des Spitals
Z._
, erklärte im Bericht vom 2
5.
Juni 2014
,
dass beim gleichentags durchgeführten MRI
des Schultergelenks rechts
eine leichtgradig tiefer imponierende Hill-Sachs-Läsion festgestellt worden sei. Eine ossäre Bankartläsion und eine Rotatoren
man
schettenläsion seien
nicht gegeben
. Im Schulter-MRI von 2011 hätten Hinweise auf ein bereits damals vorbestehendes, nicht erneut traumatisiertes vorderes unte
res Labrum vorgelegen. Vermutlich sei ein leicht traumatisiertes Os acro
miale vorhanden. Zudem seien diskrete Zeichen einer Bursitis subdeltoidea/
s
ubacro
mialis festgestellt worden (
Urk.
10/M2).
3.2
Dr.
med. D._
, Chefarzt Chirurgie des Spitals
Z._
,
diagnostizierte
im Bericht vom 1
8.
Juli 2014 zuhanden von
Dr.
med. E._
eine rezi
di
vierende vordere untere Schulterluxation rechts. Er führte aus,
dass er die Be
schwerdeführerin wegen der gleichen Problematik schon im April 2011 einmalig ambulant untersucht habe.
Es lägen rezidivierende Luxationen oder Subluxa
tione
n der rechten Schulter vor
, erstmals aufgetreten nach einem Kletterunfall (ca. im Jahr 2000).
Es sei immer zu Selbstrepositionen gekommen, mit an
schliessend jeweils wieder recht guter Schulterfunktion. Eine MR-Tomographie
der rechten Schulter
habe
bereits
im April 2011 eine allerdings nur kleine ventral kaudale Labrumläsion, eine kleine Hill-Sachs-Läsion und eine eher weite Kapsel gezeigt. Nach der erneuten Luxation am 1
6.
Juni
2014 (spontane Reposition der Schulter auf der Notfallstation,
jedoch
erst nach intravenöser Morphingabe)
habe das neue
MR-Tomogramm vom 2
5.
Juni 2014 wieder ähnliche Befunde
gezeigt
. Bei
ungefähr gleichbleibenden MR-tomografischen Befunden
bestehe
nach wie vor eine ventrale In
stabilität der rechten Schulter.
Man habe den Eindruck, dass man die Schulter beim Apprehension-Test fast subluxieren könne. Die Beschwer
deführerin
wolle sich eine
Operation nochmals überle
gen und hole wahrschein
lich
eine Zweitmeinung ein (
Urk.
10/M3).
3.3
Dr.
A._
erklärte in
der Stellungnahme
vom 2
5.
August 2014, dass
es sich vorliegend
um eine Diagnose nach
Art.
9
Abs.
2
lit. b UVV
handle.
Das Ereignis
vom 1
6.
Juni 2014,
wie es in den Akten beschrieben sei, könne bei bekanntem Vor
zustand der rechten Schulter lediglich als Gelegenheits- oder Zufallsereignis bezeichnet werden. Eine
natürliche Kausalität
zwischen dem Ereignis vom
16.
Juni 2014
und der geltend gemachten Gesundheitsschädigung könne nicht bejaht werden.
Es lägen klar unfallfremde Ursachen vor, da die Beschwerde
füh
rerin schon seit ca. 20
00 an rezidivierenden Schulterluxationen
leide. Das Ereig
nis habe weder eine vorübergehende
noch eine
richtung
s
gebende Verschli
mme
rung verursacht (
Urk.
10/M4
).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin
erwog im
angefochtenen Entscheid
,
dass gestützt auf die Berichte von
Dr.
C._
vom 2
5.
Juni 20
14 und von
Dr.
D._
vom 18.
Juli 2014 davon ausgegangen werden könne, dass der Status quo sine spätes
tens am 2
5.
Juni 2014 (Datum des MRI-Befundes) erreicht gewesen sei. Dies, sofern aufgrund der erneuten
Luxation vom 1
6.
Juni 2014 überhaupt
eine über
die
vorbestehenden Verletzungen
an der rechten Schulter hinausgehende Gesun
d
heitsbeeinträchtigung entstanden sei. Im Einklang mit den ärztlichen Beurtei
lungen sei jedenfalls davon auszugehen, dass die mit der Operation anfangs November 2014 behandelten Verletzungen (rezidivierende Schulterluxationen bzw. antero-inferiore Schulterinstabilität) im Zusammenhang mit dem Vorzu
stand gestanden hätten (
Urk.
2 S. 6).
4.2
Die
se
Beurteilung der Beschwerdegegnerin,
der
im Wesentlichen
die
Stellung
nahme
n
von
Dr.
A._
vom 2
5.
August 2014
(
Urk.
10/M4
)
und vom 22.
Septem
ber 2014 (
Urk.
10/M6)
zugrunde lag
en
,
ist
überzeugend
.
W
ie
aus dem Bericht von
Dr.
C._
vom Spital
Z._
vom
Bericht
2
5.
Juni 2014
hervorgeht
(
vgl. Angaben unter dem
Titel «Befund»
;
Urk.
10/M2)
,
war schon im
Schulter-
MRI von 2011 eine Hill-Sachs-Läsion am dorsalen superioren Humeruskopf ersichtlich gewesen
.
Ebenso war
en
bereits
in der Voruntersuchung von 2011
eine
Abrun
dung des vorderen inferioren Labrums
(vermutlich mit Status nach damals vor
angegangenem altem Abriss)
und ei
ne Synchondrose bei so genanntem
Os acro
miale
festgestellt worden
. Das MRI vom 2
5.
Juni 2014 ergab
neu
einzig ein
ledig
lich v
ermutete
s
leicht traumatisierte
s
Os acromiale und
diskrete
Zeichen einer Bursitis subdeltoidea/subacromialis
. Die diskreten Zeichen
der
Bursitis
wurden dabei aber
schon
i
m Bericht
der
B._
Klinik vom 21.
August 2014
(nach neuerlicher bildgebender Untersuchung)
nicht mehr
e
rwähnt
(
Urk.
10/M5)
, wes
halb davon auszugehen ist,
dass eine allfällige Bursitis zwischenzeitlich a
bgeheilt war
.
Dadurch, dass die Reposition der Schulter nach dem Ereignis vom 1
6.
Juni 2014 zeit
verzögert war (
Urk.
1 S. 5 f.), ist
offenbar
keine neue str
ukturelle Schädi
gung entstanden.
Die festgestellte Hill-Sachs-Läsion und die Labru
m-Läsion
, welche – wie sich aus der Stel
lungnahme von Dr.
A._
vom 2
2.
September 2014 (
Urk.
10/M4)
und dem Bericht der
B._
Klinik vom 2
1.
August 2014 (
Urk.
10/M5) ergibt –
den
Grund für die rezidivierenden
Schulterluxationen
bildeten
, waren
demnach
vorbestehend.
D
r.
D._
, der
im B
ericht vom 1
8.
Juli 2014
(
Urk.
10/M3) auf
das
MRI v
om April 2011 Bezug nahm und dem die Ergeb
nisse jener Untersuchung – entgegen dem Einwand der Beschwerdeführerin (
Urk.
1
S. 5)
–
offensichtlich
bekannt waren, sprach denn auch nachvollziehbarerweise von
seither
ungefähr gleichbleibenden MR-tomografischen Befunden.
Dem
E-Mail der Beschwerdeführerin vom 1
3.
September 2014 zuhanden der
F._
ist im Übrigen zu entnehmen, dass eine Operation schon früher in Betracht gezogen, aber wegen Schwangerschaft, Stillzeit bzw. familiärer Situation mit Betreuung der kleinen Kinder nicht durchgeführt worden sei (
Urk.
10/A10).
Dass
Dr.
A._
vor diesem Hintergrund insbesondere das Vo
rliegen einer rich
tungsgebenden
Verschlimmerung
der vorbestehenden
Beschwerden verneint hat (
Urk.
10/M4
und
Urk.
10/M6
), ist
plausibel.
Weitere medizinische Abklärungen sind
unter diesen Umständen
nicht angezeigt.
4.3
Eine Konstellation, in welcher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststeht, dass ein Rückfall auf eines von mehreren versicherten Unfallereignissen zurück
zuführen ist, aber nicht klar ist, welches der Unfallereignisse als Grundfall zu betrachten ist – wie sie dem Urteil des Bundesgerichts U 417/01 vom 1
7.
Juli 2002 zugrunde lag –, ist vorliegend nicht gegeben.
Zum
einen kommen
für die am
3.
November 2014
operativ behandelte Instabilität der rechten Schulter
auch unfallfremde Ursachen in Frage
(vgl.
Sachverhalt E.
1.2 und
Urk.
10/M4)
, zu
m
anderen
ist durch
d
as Ereignis
vom 1
6.
Juni 2014
keine relevante neue
Schädi
gung
entstanden (
vgl. E. 4.2).
Aus
der
angerufenen
- für Verwaltung und Gerichte nicht verbindlichen (vgl. Urteil
des Bundesgerichts
8C_758/2010 vom 2
4.
März 2011
E. 4.2.2) –
Emp
feh
lung
Nr.
3/89
der Ad-Hoc-Kommission
Schaden UVG
kann die Beschwerde
füh
rerin nichts
zu ihren Gunsten ableiten.
Gründe für eine Vereinigung des vorliegenden Verfahrens mit den Beschwerde
verfahren Nr. UV.2017.00209, Nr. UV.2018.
00029 und
UV.2018.00138
oder
für eine Sistierung des Verfahrens liegen nicht vor.
4.4
Dass die Beschwerdegegnerin einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leis
tungen über den 2
5.
Juni 2014 hinaus verneinte,
ist deshalb nicht zu bean
standen.
5
.
Der angefochtene Entscheid
erweist sich damit als rechtens
, was zur Abweisung der Beschwerde führt.