Decision ID: ce4b3a4c-5b25-49a3-9983-c818421c29a7
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1963 geborene
X._
, ohne abgeschlossene Berufsausbildung und Mutter einer 1988 geborenen Tochter, arbeitete zuletzt bis Ende Mai 2017 als Etagenmitarbeiterin im
Y._
in
Z._
;
seit Mitte
Juni 2016
war sie zu 100
%
krankgeschrieben
(vgl.
Urk.
7/1/1 ff.,
Urk.
7/9/3,
Urk.
7/14/1,
Urk.
7/24/1,
Urk.
7/40). Unter Hinweis auf Rücke
nprobleme wurde sie im Juli 2016
durch die Arbeitgeberin zur Früher
fassung bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, ange
meldet (
Urk.
7/2). Mit Datum vom
8.
August 2016 meldete sich die Versicherte
bei der IV-Stelle
zum
Leistungsbezug an (Urk. 7/9). Die IV-Stelle tätigte medi
zinische und beruflich-erwerbliche Abklärungen und zog die Akten der Kranken
taggeldversicherung (Urk. 7/7/1-9,
Urk.
7/14/1-8,
Urk.
7/32/1-47,
Urk.
7/38/1-34)
bei. Mit Schreiben vom 1
8.
Oktober 2017 teilte
die IV-Stelle
der
Versicherten
mit
, sie
habe
sich denjenigen Behandlungen und Massnahmen zu unterziehen, welche zur Erhaltung und Verbesserung des Gesundheitszustand
es beitragen
(
Urk.
7/49).
Sodann wies sie einen Rentenanspruch n
ach
durchgeführtem
Vorbescheidver
fahren
(Urk. 7/50
f.) mit Verfügung vom 18. Dezember 2017 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 31. Januar 2018
Beschwerde und beantragte, es
sei ihr
in Aufhebung der ange
fochtenen Verfügung vom 1
8. Dezember 2017
eine Rente zuzusprechen
. Even
tua
liter sei die Sache
zur Durchführung ergänzender Abklärungen
an die
IV-Stelle
zurückzuweisen
. In prozessualer Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels
(
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerde
ant
wort vom
12. März 2018
schloss die Beschwerdegegnerin auf
Abweisung der Be
schwer
de (Urk. 6
)
, was der Beschwerdeführerin am 14. März 2018
zur
Kenntnis gebracht wurde. Zeitgleich wurde ihr mitgeteilt,
ein
zweiter S
chriftenwechsel werde nicht
als
notwendig erachtet
(Urk. 8
).
Mit Eingabe vom
2.
Mai 2018
leg
te
die Beschwerdeführerin
ihre
n
Standpunkt nochmals dar und legte verschiedene
Unterlagen zum medizinischen Sachverhalt auf
(
Urk.
9,
Urk.
10/1
-14). Das Doppel
dieser Eingabe
wurde der Beschwerdegegnerin am
9.
Mai 2018 zur Kenntnis
nahme zugestellt (
Urk.
11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen ist, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Allgemeinen Teil des Sozialver
sicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder
Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglich
keiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichti
gen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
geh
end objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (E. 7.2; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1).
Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diag
nostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungs
grundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 unter Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2
; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3
).
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belas
tungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) ande
rer
seits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1).
1.4
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1
.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
-
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung erwog die Beschwerdegegnerin, aufgrund der medizinischen Aktenlage sei die Beschwerdeführerin vom 1
3.
Juni 2016 bis 30. Juni 2017 arbeitsunfähig gewesen. Seither habe sich ihr Zustand gebessert und es bestehe keine Arbeitsunfähigkeit mehr. Damit bestehe kein IV-Renten
an
spruch (
Urk.
2).
2.2
Dagegen wandte die Beschwerdeführerin ein, die Beschwerdegegnerin habe sich im angefochtenen Entscheid auf das überholte
A._
-
Gutachten vom
3.
Mai 2017 ab
stütz
t.
Es
sei zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin im Novem
ber 2017 einen station
ären Aufenthalt im
B._
wahrge
nommen
habe
und zudem
in
ambulanter psychiatrischer Behandlung sei
(
Urk.
1)
.
Die
behandelnde
Dr.
med.
C._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psy
cho
therapie,
habe der
Beschwerdeführerin
eine Arbeitsfähigkeit von
maximal
ca. 30 bis 50
%
attestiert
,
wobei sowohl das Tätigkeit
s
feld als auch die Leistungsfähig
keit stark eingeschränkt seien.
Aus somatischer Sicht hätten ihr die behandelnden Ärzte gar eine
100%ige
Arbeitsunfähigkeit
attestiert
; die
Schmerzchronifizierung
stelle eine grosse Einschränkung im Alltag der Beschwerdeführerin dar und müsse bei der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung berücksichtigt
werden. Ein Arbeitsversuch im Juni
2017
sei
gescheitert,
da
die Beschwerdeführerin unter starken Schmerzen gelitten habe.
Unter
Hinweis auf die Ausführungen von
Dr.
C._
gemäss
Schreiben
vom 2
7.
Februar 2018
erhob die Beschwerdeführerin weitere
Einwände gegen das
A._
-Gutachten
vom
3.
Mai 201
7.
Mithin sei
darauf nicht abzu
stellen. Vielmehr sei gestützt auf die übereinstimmende Einschätzung der behan
delnden Ärzteschaft davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin angepasst höchstens zwei Stunden täglich arbeitsfähig sei. Bei einer Arbeitsfähigkeit von rund 25
%
könne ohne Weiterungen ein IV-Grad von 70
%
angen
ommen werden. Damit bestehe ein
Anspruch auf eine ganze IV-Rente (
Urk.
9).
3.
3.1
Bei
anhaltenden
Schmerzklagen
im Bereich der LWS, HWS sowie im Schulter-Nacken-Bereich, teils mit Ausstrahlung in die Beine und Hände
wurde die Beschwerdeführerin
auf
Zuweisung
ihrer
Hausärztin
ab
Juni 2016
im
D._
wiederholt fachärztlich abgeklärt (
Urk.
7/28/1ff.). Mit Konsiliarbericht
vom 1
4.
September 2016
diagnostizierte
Dr.
med. E._
, Fachärztin FMH f
ür Orthopädie
und Unfallchirurgie
,
(1) eine
chronische
pseudoradikuläre
Schmerz
symptomatik L5/S1 rechts mit Ausstrahlung in das rechte Bein
bei Status nach CT-gesteuerter LWS-Infiltration,
(2)
ISG-Reizung links mit Statu
s nach ISG-Infiltration vom 18.
August 2016
und (3) chronische
Zervikobrachialgien
. Von den bisher durchgeführten Massnahmen mit Physiotherapie und Infiltrationen habe die Beschwerdeführerin keine anhaltende Beschwerdelinderung
erfahren
. Gege
benenfalls
sei
ein
Stimm
ungsaufheller
sinnvoll.
Zur weiteren Beurteilung werde die Beschwerdeführerin der hausintern
en Schmerztherapie
zugewiesen
(
Urk.
7/28/9f.)
.
3.2
Dr.
med. F._
,
Fachärztin
FMH für
Anästhesiologie
und
Oberärztin für Schmerz– und Komplementärmedizin,
D._
,
hielt
mit Konsiliarbericht vom 1
3.
Oktober 2016
folgende
D
iagnosen
fest
(
Urk.
7/28/11
):
-
Chronische Lumbalgien mit
pseudoradikulärer
Ausstrahlung bei
-
DD: Facettengelenksproblematik L5/S1 beidseits
-
Status nach
CT-gesteuerter
Wurzelinfiltration
ohne nachhaltigen Effekt
-
Status nach ISG-Infiltratio
n links
mit kurzzeitiger Beschwerdelinderung
-
Chronische
Cervico
brachialgien
-
Status nach
Cholezystektomie
-
Anamnestisch Depression
Die Beschwerdeführerin habe seit längerem bestehende
,
tief lumbale Rücken
schmerzen mit teilweise Ausstrahlung in beide Beine, manchmal aber auch in den ganze
n R
ücken bis zum Nacken beklagt.
Ausserdem habe die Beschwerdeführerin
angegeben, unter Depressionen zu leiden. Klinisch zeigte
n
sich im Wesentlichen
Druckdolenz
en
im Bereich beider ISG
und
Facettengelenke L5/S
1 sowie
gluteale
Trigger
. Die beklagten Rückenschmerzen imponierten am ehesten
als Facetten
gelenksproblematik mit Indikation
zur
Facettengelenksinfiltration. Im Übrigen
sei
die Weiterführung der Physiotherapie ggf. in Kombination mit einer
Trigger
punkt
therapie
, Anpassung der medikamentösen Analgesie sowie ggf. Einnahme eines Antidepressivums
zu empfehlen
(
Urk.
7/28/11).
Aus dem
Verlaufsbericht zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 1
4.
August 2017
erhellt,
die zwischenzeitlich beidseits durchgeführte Facettengelenks
infil
tration L5/S1
sei
ohne na
chhaltige Wirkung verblieben
.
Es sei - so
Dr.
F._
-
zu einer
Sch
merzchronifizierung
und
–
ausweitung
mit zusätzlich depressiver Entwicklung gekommen. Neben einer körperlichen
Dekonditionierung
bestünden Einschränkungen der Konzentrationsfähigkeit und Kognition. Seit Juni 2016 be
stehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der eingeschränkten Leistungs
fähigkeit bei generalisierten Schmerzen.
Eine ganztäg
ige Tätigkeit als Etagenmit
arbeiterin sei unrealistisch. Demgegenüber sei e
ine körperlich sehr leichte, wechsel
belastende Tätigkeit
im Umfang von
theoreti
sch 2-3 Stunden täglich mög
lich
(
Urk.
7/44/1-3).
3
.3
Zum Nachweis oder Ausschluss allfälliger entzündlich-rheumatischer Erkran
kungen
erfolgte
schliesslich
die
Überweisung an
Dr.
med. G._
, Facharzt FMH für
Rheumatologie
,
H._
. Dieser
diagnostizierte ein generalisiertes Schmerzsyndrom (Panverte
brales Schmerzsyndrom). Die Beschwerdeführerin habe berichtet, seit 9 Jahren an langsam zunehmenden Schmerzen lumbal mit Ausstrahlung ins linke Bein zu leiden. Im
weiteren
Verlauf seien Schmerzen in den Schultern, im Nacken mit Ausstrahlung in beide Arme und Hände hinzugekommen.
Dabei
hätten sich weder klinisch
noch laborchem
isch Hinweise
für
das Vorliegen
eine
r
rheumatisch-ent
zündliche
n
Erkrankung
ergeben
(
Konsiliarbericht vom 1
8.
Januar
2017
,
Urk.
7/44/7
).
3.4
Im von der Krankentaggeldversicherung veranlassten
bidisziplinären
(
Rheumato
lgie
/Psychiatrie) Gutachten der
A._
, Zürich, vom
3.
Mai 2017 notierten die begutachtenden Fachärzte eine teilremittierte mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F 32.1) und Adipositas Grad
1.
Für eine darüber hinaus
bestehende
rheumatologische Erkrankung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe kein Anhalt (
Urk.
7/38/26,
Urk.
7/38/17).
Gegenüber dem rheumatologischen Gutachter habe die Beschwerdeführerin
chro
nische Beschwerden
interscapulär
/
nuchal
und mit Ausstra
hlung in beide Arme sowie lumbal
mit Ausstrahlung in beide dorsalen Beine
beklagt
.
Dabei
habe sie
durchgehend höchste Schmerzskalenwerten
für minimal-aktuell-maximal von 8/10-10/10.10/10
angegeben. Die bisher durchgeführten Massnahmen seien nicht effektiv
gewesen
.
Demgegenüber wirkten sich die Antidepressiva schmerzlin
dernd aus.
Klinisch hätten sich
keine wesentlichen E
inschränkungen der spontanen Mobili
tät ergeben und
habe die Beschwerdeführerin
keine namhafte Schonhaltung
gezeigt
.
Gleichzeitig hätten sich die
Zeichen einer nicht plausiblen Präsentation von Einschränkungen und Beschwerden
(Druckempfindlichkeit
, Scheinmanöver, Ablenkung
Lasèg
ue
und Überreaktion, vgl.
Urk.
7/38/33 f.) als
deutlich positiv
erwiesen
. Die in den Vorberichten erhobenen radiologischen Befunde
seien
als leichte degenerative Veränderungen
im alter
s
gemässen Normbereich
zu werten. Ein
e die Beschwerden erklärende rh
eumatologische Erkrankung
sei nirgends aus
gewiesen
.
Mithin sei die Beschwerdeführerin aus
rheumatologischer Sicht in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt
.
Im Kontext der Adipositas bestehe
allenfalls eine
Dekonditionierung
. Diese sei
durch eine
zumutbare
körperliche Aktivierung
und vor allem durch eine konsequente Gewichtsreduktion besserungsfähig. Zwec
k
dienlich
wäre denn
auch eine Reintegration in den
Arbeitsprozess (
Urk.
7/38/3,
Urk.
7/38/16).
In psychiatrischer Hinsicht
habe die Beschwerdeführerin angegeben
, es gehe ihr psychisch recht gut. Sie leide vorrangig unter Schmerzen im Bereich der Schul
tern,
des Nackens, des Rückens, aber auch der Beine und Arme. An den beschrie
benen Schmerzen leide sie seit 10 Jahren, ohne benennbaren Auslöser. Die Schmerz
qualität sei «stark»; aktuell erleide sie Schmerzen der Stärke (VAS) 10 von 10; wenn es ihr gut gehe seien die Schmerzen bei 8.5/10 oder 9/10 zu skalie
ren. Seit Anbeginn der schmerzbedingten Arbeitsunfähigkeit habe sie depressive Verstimmungen. Ausserdem bestünden Freud- und Antriebslosigkeit, Unruhe und weitere kognitive und vegetative Beeinträchtigungen. Seit Aufnahme der psycho- und
psychopharmakothera
peutischen
Behandlung (150mg
Ef
exor
) habe sich ihre Stimmung indes deutlich verbessert (
Urk.
7/38/23).
In objektiver Hinsicht
stell
te der psychiatrische Gutachter eine leichtgradige Beein
trächtigung der Stimmung, des Antriebs und der affektiven Schwingungs
fähigkeit
fest
. Folge dessen sei eine teilremittierte depressive Episode zu diag
nos
tizieren. Darüber hinaus bestünden
keine
p
sychiatrische Komorbiditäten
; e
ine
Angst- oder Zwangserkrankung, Persönlichkeitsstörung, Suchterkrankung,
Trau
ma
folge
störung
oder anderweiti
ge psychiatrische Erkrankung lä
gen nicht vor. Ein
e somatofo
rm
e Schmerzstörung sei
ebenso wenig zu diagnostizieren; e
in den Schmerzen zugru
ndeliegender erheblicher unbewäl
tigter
,
seelischer
oder psycho
sozialer Konflikt sei
anam
nestisch nicht herauszuarbeiten und
eine ICD-10-kon
forme Diagnosestellung
somit
nicht möglich. Eine verstärkende Schmerz
wah
r
n
ehmung im Rahmen des depressiven Syndroms
sei
jedoch möglich.
Mit Blick auf die
Leichtgradigkeit
der
Befunde
bestehe keine anhaltende Beein
trächtigung der Arbeitsfähigkeit
.
Gleichzeitig befinde sich die Beschwerde
füh
rerin in ambulanter
psychiatrisch-psychothe
rapeutischer Behandlung und habe
unter
Einnahme von Antidepressiva von einer Zustandsbesserung berichtet
.
Da
mit korreliere die einschlägige Fachliteratur, wonach die
P
rognose depressiver Syndrome grundsätzlich günstig sei. Mithin sei von einer
leitl
iniengerechten The
rapie
führung eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf
50
%
spätestens
ab
Ende Mai 2017 resp. 100
%
ab Ende Juni 2017 zu erwarten.
Die
Wiedera
ufnahme einer Arbeit
sei
thera
peutisch wünschenswert zwecks Stabilisierung von Tagesstruktur,
Se
lbstwert und sozialer Teilhabe (
Urk.
7/38/22 ff.).
3.5
Vom
1.
bis 2
8.
November 2017 weilte die Beschwerdeführerin zur stationären Reha
bilitatio
n im
B._
. Dem Austrittsbericht vom 1. Februar 2018 sind folgende Diagnosen zu entnehmen
(
Urk.
10/2):
-
Generalisiertes Schmerzsyndrom mit
-
p
anvertebralen Schmerzen,
Zervikobrachialgien
, Weichteilschmerzen
-
o
hne Hinweise auf eine rheumatisch
-
entzündliche Erkrankung
-
Tendenz zur Schmerzausweitung
-
Mittelgradige
depressive Episode, unter
Venlafaxin
etwas gebessert
-
Anamnestisch OSAS
Im Verlauf des interdisziplinären Schmerzprogramms habe eine Verbesserung der Schmerzsymptomatik erzielt werden können. Nach zwei Wochen hätten sich die Schmerzen von initial 8.5/10 auf 4-5/10 reduziert. Bei den guten Fortschritten sei man zuversichtlich hinsichtlich der Reintegration in den Alltag (
Urk.
10/2). Im Austrittsbericht Physiotherapie vom 2
7.
November 2017 hielt der behandelnde Physiotherapeut ausserdem fest, die Beschwerdeführerin habe im Rahmen der klinischen Abklärungen übertriebene Abwehrreaktionen und Abwehrspannungen gezeigt. Auch
seien übermässig ausgedehnte Schmerzangaben (sowohl bei ober
flächlicher als auch tiefer Palpation) aufgefallen, ferner Angaben von Kreuz
schmerzen bei axialem Druck auf den Kopf, was selbst bei akuten Kreuz
schme
r
zen nicht der k
linischen Erfahrung entspreche;
Kreuzschmerzen
seien
auch bei simulierter Rump
frotation angegeben worden (
Urk.
10/2).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte den angefochtenen Entscheid auf das
bidis
zi
plinäre
A._
-Gutachten vom
3.
Mai 201
7.
Dieses
erging in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
, den geklagten Beschwerden sowie ge
stützt auf die klinischen Untersuchungen
1
5.
März 2017
. Die Gutachter haben ihre Diagnosen und Schlussfo
lgerungen ausführlich und diffe
renziert begründet und
zu den Beurteilungen in den
Vorakten
einlässlich Stellung bezogen. Mithin genügt das Gutachten
den an eine beweiskräftige Entscheidungs
grundlage ge
stellten Anforderung
en (vgl. E. 1.5
).
4.2
In somatischer Hinsicht blieb
die Abwesenheit
eines
den beklagten Schmerzen
zugrundelie
gende
n
, objektivierbaren Befunds
unbestritten
(vgl.
Urk.
1)
. Weder
der
rheumatologische
Gutachter noch
Dr.
G._
vermochte
n
ungeachtet
ein
ge
hen
der
kli
nischer und laborchemischer
Untersuchungen
rheumatologisch-entzünd
liche Erkrankungen fest
zu
stellen
;
die
bildgebenden Abklärungen im
D._
brachten
lediglich
degenerative Veränderungen
im alter
s
gemässen Normbereich
zur Darstellung
. Darüber hinaus
berichte
ten
die
beurteilenden Fachärzte
vor
nehm
lich
von
Schmerzen,
Druc
kdolenzen
, Verspannungen (vgl. B
erichte
von
Dr.
E._
vom 2
3.
Juni
2016,
1
4.
Juli 2016, 1
5.
und 2
2.
August
2016, 1
4.
u
nd 1
9.
September 2016,
Urk.
7/21,
Urk.
7/28,
Urk.
7/38/17;
Konsiliarbericht
von
Dr.
G._
vom
1
8.
Januar 2018
,
Urk.
7/44/6
ff
.
; Austrittsbericht
des
B._
vom
1.
Februar 2018,
Urk.
10/2
; vgl. auch Stel
lungnahme
von
Dr.
F._
vom 2
0.
Juni 2017, worin diese ausdrücklich be
stätigte, die beklagten Schmerzen seien bildgebend nicht nachweisbar,
Urk.
10/5
),
welche
jedenfalls aus juristischer Sicht
für sich allein kein klar fassbares organisches Korrelat eines Beschwerdebildes zu begründen
vermögen
(vgl. etwa Urteil U 9/05 des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom
3. August
2005 E. 4; Urteile des Bun
desgerichts U 354/06 vom
4.
Juli 2007 E. 7.2, U 328/06 vom 2
5.
Juli 2007 E. 5.2 sowie 8C_369/2007 vom
6.
Mai 2008 E. 3).
Dazu passt
,
dass
die
somatische
n
B
ehandlungsversuche
(Physiotherapie, Massage, Rückentraining,
Taping
, Infiltrationen
)
keine
oder nur kurzzeitig
e
Erfolge
zeitigten
(vgl.
Urk.
7/5
/1,
Urk.
7/28/9,
Urk.
7/38/4
,
Urk.
10/5
)
, wohingegen
die
Beschwerdeführerin
eine
Schmerzlinderung
nach Einnahme von Anti
depressiv
a
berichtete
(vgl.
Urk.
7/38/
3+
17).
Ganz abgesehen davon
bleibt fraglich
,
inwieweit das Beschwer
de
bil
d und deren Bewältigung massgeb
lich durch invaliditätsfremde Faktoren
(Adipositas,
Dekonditionierung
,
Urk.
7/38/17
,
Urk.
10/2 S. 2
)
verursacht resp. behindert wird
.
Sodann
liegt
r
echtsprechungsgemäss regelmässig kein versicher
ter Gesundheitsschaden vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer
ähnlichen Konstellation beruht
.
Dies trifft namentlich zu, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen oder Einschrän
kungen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt
oder
demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wi
rken
(
vgl. rheumatologisches Tei
lgutachten
vom
3.
Mai 2017
,
Urk.
7/38/3,
Urk.
7/38/9 ff.,
Urk.
7/38/17, sowie insbesondere
Urk.
7/38/15,
wonach drei von fünf
W
addellzeichen
positiv ausfielen
; damit korrelierend
die in
Austritts
be
richt
en
des
B._
vom
1.
Februar 2018
und 2
7.
November 2017
beschrieben
en Tendenzen
zur Schmerzausweitung
resp.
Zeichen einer nicht plausiblen Schmerz- und Einschränkungspräsentation
,
Urk.
10
/2
;
BGE 141 V 281 E. 2.2.1, BGE 131 V 49 E. 1.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_899/2014 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.1 mit Hinweisen).
Daran ändern
– entgegen der Vorstellung der
Beschwerdeführerin (vgl.
Urk.
9
S. 4)
-
auch die A
rzt
zeugnisse
und - berichte
der behandelnden Ärzte
, worin
der Beschwerdeführerin ab dem 1
3.
Juni 2016
jeweils
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
attestiert
wurde
(
Urk.
7/1/2 f.,
Urk.
7/27/10,
Urk.
7/21/2,
Urk.
7/22/2,
Urk.
7/37/1,
Urk.
10/3)
, nichts.
Insbesondere leuchtet
nicht
ein,
weshalb und inwiefern die Beschwerdeführer
in
ab
dem 1
3.
Juni 2016 vollständig
arbeitsunfähig gewesen sein soll, nachdem sie
ungeachtet intensivster Schmerzen
(bei
VAS 8-10/10
)
über
rund
10 Jahre
hinaus
zu 100
%
arbeitsfähig
war
; dass es ab Mitte 2016 zu e
in
er wesentlichen Schmerz
zunahme gekommen war,
ergibt sich weder aus der medizinischen Aktenlage noch hat di
e Beschwerdeführerin dergleichen
geltend gemacht.
4.3
Strittig und zu prüfen bleiben die Auswirkungen der psychischen Lei
den auf die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
, welche auch unter juristischen Gesicht
s
punkten zu beurteilen sind (vgl. E. 1.3 f.).
4.3.1
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Be
weisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und allfälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depressiven Störung auszugehen ist, die nicht schon als
chronifiziert
gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines struk
turierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 1
6.
Januar 2018 E. 3.1).
4.3.2
Aus der insoweit kongruenten Aktenlage ergibt sich
zunächst
einhellig, dass die depressive Symptomatik
nicht schwer ins Gewicht fällt
.
Der psychiatrische
A._
-Gutachter
erhob
eine leichtgradig zum depressiven Pol verschobene Stimmung
bei
eine
r insgesamt leichtgradigen,
psychische
n Beeinträchtigung.
Die im Kontakt
freundlich und auskunftsbereit
, äusserlich gepflegt und pünktlich erschienene Beschwerdeführerin habe
mit ausreichender Sprachproduktion ohne Antwortlatenz und mit nur etwas verminderter Sprachmelodie berichtet
.
Konzen
tration
sfähigkeit
und Aufmerksamkeit, der Gedankengang und die Gedächtnis
leistung
seien
unauffällig
(
Urk.
7/38/25).
Die
seit September 2
0
17 ambulant
be
handelnde
Dr.
C._
stell
te
eine
zwischen leicht- und mittelgradig
schwankende A
usprägung der depressiven Symptom
atik
fest
(
vgl. Schreiben vom
2
7.
Februar 2018
,
Urk.
10/1
).
Dass
es sich dabei um
eine
rezidivieren
de oder
andauernde
depressive
Problematik
handelte
,
ergibt sich
aus der gesamten medizinischen Aktenlage
nicht. Im Gegenteil führte
Dr.
C._
mit Schreiben vom 2
7.
Februar 2018
aus
, die depressive Symptomatik bestehe seit ca.
einem Jahr
und der sta
tio
näre Aufenthalt
im
B._
habe
sowohl subjektiv als auch objektiv
zu einem «sehr viel besseren Zustandsbild» geführt (
Urk.
10/1
;
vgl.
auch
Austrittberich
t de
s
B._
vom
1.
Februar 2018
,
Urk.
10/2
;
vgl. ausserdem
A._
-Gutachten vom
3.
Mai 2017, wonach sich der psychische Zustand durch die aufgenommene
ambulante
psycho
- und
pharmako
thera
peu
tische
Therapie deutlich gebessert habe
und sich die Einnahme von Antide
pres
siva
darüber hinaus
auch
schmerzlindernd auswirke,
Urk.
7/38/3+23
).
Mithin ist d
ie
medikamentöse und psychotherapeutische Ansprechbarkeit
der depressiven Symptomatik
sowohl subjektiv als auch
objektiv ausgewiesen
und kann von
einer invalidisierenden Leidensresistenz nicht die Rede sein
(vgl. E. 1.3)
.
Sodann
wurde
das
Vorliegen psychiatrischer Komorbiditäten
gutachterlich
ausdrücklich
verneint
(
Urk.
7/
38/
27)
.
Daran ändert auch die seitens
Dr.
C._
ledigli
ch differenzialdia
gnostisch
aufgeführ
te
Per
sönlichkeitsstörung nichts.
Gleichzeitig lässt d
ie von derselben
diagnostizierte
somatoforme Schmerzstörung
eine stichhaltige
Begrün
dung
vermissen
(
Urk.
10/1)
.
Insbesondere
findet die
Theorie,
wonach
das elter
liche Ableben vor c
a. 10 Jahren Grund und Ursprung
der beklagten Schmerzen
sei
,
keinerlei Unterstützung
in der übrigen Aktenlage. Im Gegenteil
führte die Beschwerdeführerin etwa
anlässlich der Begutachtung
aus,
an den Schmerzen leide sie bereits seit Jahren, einen Auslöser könne sie nicht benennen
. Die de
pressive Verstimmung bestehe seit Beginn der schm
erzbedingten Arbeitsun
fähig
keit
(
Urk.
7/38/23)
.
Gleichzeitig
verzichtete die Beschwerdeführerin
im Rahmen der sozial- und familienanamnestischen Erhebungen
(bei fehlenden Hinweise
n
auf ein
Vermeidungsverhalten, v
gl.
Urk.
7/38/25)
entweder gänzlich auf die Erwähnung ihrer Eltern oder beschränkte sich darauf mitzuteilen,
«die
Eltern seien inzw
ischen verstorben».
Ein in diesem Zusammenhang irgendwie gearteter emotionaler Ausdruck wird nicht dokumentiert
(vgl.
Urk.
7/38/5,
Urk.
7/38/23
f.,
Urk.
10/2)
.
Ganz abgesehen
davon
änderte eine vom
A._
-
Gutachten abwei
chende medizinische Würdigung der fraglichen Schmerzproblematik nichts daran
, dass die Beschwerdeführerin ungeachtet
derselben
rund 10 Jahren einer voll
schichtigen Erwerbstätigkeit nachzugehen
vermochte
.
Bezüglich fraglicher Komo
r
biditäten ist
weiter zu erwähnen
, dass
Dr.
C._
– ungeachtet vager Hinweise auf initial vorhandene Ängste – keine Angst
störung
mit Krankheitswert diagnos
tiziert
e
(
Urk.
10/1). Soweit sie
akzentuierte Persönlichkeit
szüge
(ICD-10: Z 73.1)
festhielt
,
ist
darauf hinzuweisen
, dass die sog. Z-Diagnosen u.a. zur Klassifi
zie
rung von Umständen vorgesehen sind, die den Gesundheitszustand einer P
erson b
eeinflussen, an sich aber keine Krankheit oder Schädigung im IV-rechtlichen S
i
nne darstellen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_894/2015 vom 25. April 2016 E. 5.1 mit Hinweis).
Sodann
vermag
auch
die
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von
Dr.
C._
, wonach die Beschwerdeführerin zu ca. 30 bis
50
%
arbeitsunfähig
und
zugleich
in ihrer
Leistungsfähigkeit massiv eingeschränkt sei,
nicht zu über
zeu
gen
. Nebst der ausserordentlich vagen und unpräzisen Formulierung
lässt ihr
e
Einschätzung
eine
auf objektiven Befunden und Tatsachen beruhende
Begrün
dung
vermissen
.
Sodann
vermögen
ihre
Ausführungen
, wonach die Beschwerde
führerin aufgrund der depressiven Symptome «sicherlich kognitiven Einschrän
kungen unterworfen wäre» und sie «sicherlich einen erhöhten Pausenbedarf hätte» (
Urk.
10
/1
S. 4) den Anforderungen einer hinreichenden und damit beweisbild
enden Entscheidungsgrundlage
nicht
standzuhalten
(vgl. E. 1.5)
.
Insbesondere hat
Dr.
C._
nicht nachvollziehbar aufgezeigt
, weshalb trotz (leichter bis) mittel
schwerer Depression und an sich guter Therapierbarkeit der Störung im Einzelfall funktionelle Leistungseinschränkungen resultieren, die sich auf die Arbeitsfähig
keit auswirken (BGE 143 V 409 E.
4.5.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15. Februar 2018 E. 5.1).
Ko
mmt hinzu, dass
das Gericht
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen hat, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc
).
Der
beschwerdeweise ins Feld geführte
einmalige Arbeitsversuch vom 1.
Juni 2017
wurde
bei Klagen über Schmerzen bereits nach wenigen
Stunden abge
brochen (vgl.
Urk.
9
S. 8,
Urk.
7/40,
Urk.
10/5)
. Von einem trotz
ausgewiesenen
Bemühungen und Anstrengungen gescheiterten Arbeitsversuch kann bei dieser Sachlage nicht die Rede sein.
Schliesslich bleibt b
ei
den
deutlichen Hinweisen auf psychoso
ziale Belastungsfaktoren auch bezüglich der depressiven Symptomatik
zu hinterfragen,
inwieweit das Beschwerdebil
d
durch invaliditätsfremde Faktoren verursacht
und unterhalten
wird
(vgl. psychiatrische Teilgutachten vom
3.
Mai 2017
, wonach die depressive Verstimmung nach
eigenen
Angaben der Beschwer
de
führerin seit Beginn der schmerzbedingten Arbeitsunfähigkeit bestehe und die Aufnahme einer Arbeit auch aus gutachterlicher Sicht t
herapeutischen Nutzen erbrächte
,
Urk.
7/38/23+29; vgl. auch Schreiben von
Dr.
C._
vom 2
7.
Februar 2018, wonach die Beschwerdeführerin massiv unter dem Arbeitsverlust leide, der Verlust ihres sozialen Umfelds sei für sie sehr schlimm, ferner plagten sie Schuld- und Schamgefühle, auch gegenüber ihrem Ehemann
Urk.
10/1 S. 2)
. Dass die zuständige Krankentaggeldversicherung mit Schreiben vom
7.
Juli 2017 eine Leistungspflicht (Taggeldpflicht) aufgrund aktuell bejahter Arbeitsunfähigkeit anerkannte
(vgl.
Urk.
1 S. 8,
Urk.
10/7)
,
vermag
nach dem Gesagten
selbstredend
nichts daran
zu ändern
, dass
eine
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit
im invalidenrechtlichen Sinne
(
vgl. E. 1.1) zu verneinen ist.
Bei alle dem
erübrigen
sich Weiterungen zu den im Regelfall anzuwendenden Stand
ardindikatoren
(vgl. E. 1.2
, E. 4.3.1
).
4.4
Zusammenfassend ist gestützt auf
die aufschlussreiche und beweisbildende medi
zinische Aktenlage
mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass
es der Beschwerde
führerin
bei Aufbietung allen guten Willens (BGE
131 V 49 E
. 1.2 S. 50 mit Hin
weisen) und in Nachachtung des im Sozialversicherungsrecht allgemein geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht
jedenfalls seit Juli 2017
zuzumuten ist, einer
rentenausschliessenden
Erwerbstätigkeit nachzugehen.
Mit
hin sind von
den beantragten weitere
n medizinischen Abklärungen
keine mass
geb
lichen neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (anti
zipierte Beweiswürdigung, BGE 124 V 90 E. 4b).
Bei diesem Ergebnis erübrigt sich
ein Einkommensvergleich.
5.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unab
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt.
Vorliegend erweist sic
h eine Kostenpauschale von Fr. 8
00.-- als angemessen. Ausgangsgemäss ist diese der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.