Decision ID: 350378ae-43da-407f-a98a-8cdc8679d99a
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Robert Baumann, Brühlgasse 39, Postfach 22,
9004 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Die 1958 geborene S._ meldete sich am 4. Juli 2004 bei der IV-Stelle an und
beantragte namentlich eine Rente. Sie gab an, im ehemaligen Jugoslawien die
Grundschule besucht, jedoch keinen Beruf erlernt zu haben. Im Jahr 1978 sei sie in die
Schweiz gekommen, wo sie ab August 1979 bis August 1997 bei der A._ AG und seit
August 1998 bis April 2004 bei der B._ gearbeitet habe. Seit Juni 2003 sei sie
aufgrund von Rückenschmerzen und psychischen Störungen voll arbeitsunfähig. Der
Hausarzt der Versicherten Dr. med. C._ hielt als ergänzende Bemerkungen fest, er
betreue die Versicherte seit achtzehn Jahren wegen diverser Krankheiten,
insbesondere wegen Rückenschmerzen, die sie aber nicht daran gehindert hätten, ihrer
Arbeit nachzugehen. Seit Juni 2003 habe sich nach einem erneuten
Rückenschmerzschub in der Lendenwirbelsäule ein erheblicher Wandel in der
Symptomatologie gezeigt, weshalb die Versicherte zu Abklärungen in die
Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen, in die Medizinische Abteilung des
Kantonsspitals Herisau und zur Rehabilitation in die Klinik Gais habe überwiesen
werden müssen. Trotz aller Behandlungsmassnahmen und medikamentöser
Behandlung habe die Versicherte ihre Arbeit nicht wieder aufnehmen können
(act. G 3.1/1).
A.b Im Fragebogen für den Arbeitgeber vom 26. Juli 2004 (act. G 3.1/15) gab die B._
an, die Versicherte sei vom 1. August 1998 bis 30. April 2004 als Mitarbeiterin
Abpackerei bei ihr beschäftigt gewesen. Das Arbeitsverhältnis sei durch den
Arbeitgeber wegen Krankheit/mangelnder Präsenzfähigkeit aufgelöst worden, der letzte
effektive Arbeitstag sei der 9. Juni 2003 gewesen. Seit dem 1. Januar 2004 würde der
AHV-beitragspflichtige Jahreslohn bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 41 Stunden
Fr. 44'915.-- betragen. Im Jahr 2002 hat die Versicherte gemäss Auszug aus dem
Individuellen Konto (act. G 3.1/13) Fr. 46'625.-- verdient.
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A.c Mit Arztbericht vom 11. Juli 2004 (act. G 3.1/11) teilte Dr. med. C._ mit, die
Versicherte leide seit Januar 1987 an einem vertebralen Schmerzsyndrom, seit Juli
2001 an arterieller Hypertonie und seit Juni 2003 an einer Depression. Diese Diagnosen
hätten Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
seien die seit Jahren bestehende schwere Adipositas sowie die gynäkologischen
Krankheiten. Seit dem 10. Juni 2003 und bis auf Weiteres sei die Versicherte zu 100%
arbeitsunfähig, die bisherige Tätigkeit sei ihr nicht mehr zumutbar. Ihr
Gesundheitszustand verschlechtere sich. Die Arbeitsfähigkeit im bisherigen
Tätigkeitsbereich könne nicht verbessert werden und andere Tätigkeiten seien der
Versicherten gegenwärtig nicht zumutbar. Bei der gegenwärtigen psychisch
depressiven Verfassung der Versicherten sei keine Motivation zu einer
Arbeitsaufnahme vorhanden. Die Neurochirurgie der Spitalregion St. Gallen-Rorschach
berichtete im Juli 2004 (act. G 3.1/12), die Versicherte leide an einem chronischen
lumbospondylogenen Schmerzsyndrom, was sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Ein
Arbeitsunfähigkeitszeugnis sei der Versicherten von der Spitalregion St. Gallen-
Rorschach nicht ausgestellt worden. Dr. med. D._, Kantonsspital Herisau, berichtete
am 15. Juli 2004 (act. G 3.1/14), die Versicherte leide an chronischen LWS- und BWS-
Schmerzen sowie an Thoraxschmerzen unklarer Genese. Diese Diagnosen hätten
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien die
arterielle Hypertonie, die chronische Glomerulonephritis unklarer Ätiologie, der Status
nach Cholezystektomie und der Status nach Ovarialzystenoperation. Vom 5. bis
12. November 2003 sei die Versicherte im Kantonsspital Herisau behandelt worden und
zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Der Spitaleintritt sei notfallmässig wegen
linksthorakalen krampfartigen Schmerzen erfolgt. Der Befund habe Verdacht auf
Thoraxwandschmerz gelautet. Eine kardiale Schmerzgenese sowie Lungenembolien
seien ausgeschlossen worden. Die radiologischen Untersuchungen der BWS und LWS
hätten bei der BWS eine leichte mehrsegmentäre Osteochondrose der thorakalen
Bewegungssegmente, ansonsten konturell und strukturell erhaltene Brustwirbelkörper
mit regelrechtem Alignement sowie normale paravertebrale Weichteilstrukturen gezeigt.
Bei der LWS liege eine leichte Streckfehlhaltung im thorako-lumbalen Übergang, eine
mittelschwere Höhenminderung des Discus invertebralis L5/S1, begleitet von
Osteochondrose, eine leichte Osteochondrose L2 bis L4, fortgeschrittene rechts,
insbesondere hypertrophe Spondylarthrose L4 bis S1, vor. Im Übrigen seien konturell
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erhaltene Lendenwirbelkörper mit normalem Alignement, normale paravertebrale
Weichteilstrukturen, normale Iliosakralgelenke sowie ein Zustand nach
Cholezystektomie diagnostiziert worden. Der Gesundheitszustand der Versicherten sei
besserungsfähig, die Prognose sei gut.
A.d Dr. med. E._, Klinik Gais AG, teilte mit Arztbericht vom 21. September 2004
(act. G 3.1/18) mit, bei der Versicherten sei eine seit Sommer 2003 bestehende
mittelgradige depressive Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10: F32.11) sowie
ein seit Mitte 2002 bestehendes lumbospondylogenes Syndrom diagnostiziert worden.
Diese Diagnosen hätten Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Während des
Klinikaufenthaltes vom 10. Dezember 2003 bis 16. Januar 2004 sei die Versicherte
arbeitsunfähig gewesen. Sie sei bewusstseinsklar und allseits orientiert gewesen.
Abgesehen von mittelschweren Konzentrationsstörungen seien die mnestischen
Funktionen unauffällig gewesen. Die Versicherte sei im formalen Denken verlangsamt
gewesen, habe über diverse körperliche Beschwerden gegrübelt, inhaltlich seien aber
keine Hinweise auf Wahn, Halluzinationen oder Ichstörungen vorhanden gewesen. Sie
sei im Affekt deprimiert, verängstigt, innerlich unruhig, affektiv modulierbar, im Antrieb
vermindert und motorisch wenig lebhaft gewesen. Es sei ein guter affektiver Rapport
vorhanden gewesen. Seit dem Klinikaustritt Mitte Januar 2004 liege keine psychische
Störung mit Krankheitswert vor, aus psychiatrischer Sicht wäre die Versicherte 100%
arbeitsfähig. Die bisherige Tätigkeit sei zumutbar und aus psychiatrischer Sicht bestehe
dabei keine verminderte Leistungsfähigkeit. Eine regelmässige ambulante Therapie
bzw. konsequente Medikamenteneinnahme und stützende hausärztliche Gespräche
würden zu einer Stabilisierung der Stimmungslage führen und damit die
Arbeitsfähigkeit verbessern. Andere Tätigkeiten wären der Versicherten ebenfalls
zumutbar, wobei aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkungen vorhanden seien.
Dr. med. F._, Sozialpsychiatrische Beratungsstelle G._, teilte mit Telefonat vom
4. Oktober 2004 mit (act. G 3.1/20), die Versicherte sei nur einmal im Juli 2004 bei
ihnen in Behandlung gewesen. Im Arztbericht vom 28. Oktober 2004 (act. G 3.1/22)
führte er aus, die Versicherte leide wahrscheinlich seit Herbst 2002 an einer
mittelgradigen depressiven Episode mit somatischen Symptomen und seit einigen
Jahren an einem lumbospondylogenen Schmerzsyndrom und einer Adipositas
permagna. Diese Diagnosen hätten Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei die arterielle Hypertonie (Nierenschaden). Die
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Stimmung der Versicherten sei gedrückt, sie sei affektiv erreichbar, aber wenig
schwingungsfähig. Der Gedankengang erscheine verlangsamt, schwere formale oder
inhaltliche Denkstörungen seien nicht erkennbar, es bestehe Hoffnungslosigkeit und
Resignation. Seit dem 10. Juni 2003 sei die Versicherte zu 100% arbeitsunfähig.
Wegen der Schmerzsymptomatik und der depressiven Symptomatik sei zur Zeit
keinerlei Tätigkeit möglich, die Versicherte habe kaum mehr soziale Kontakte und fühle
sich nicht in der Lage den Haushalt zu führen, so dass ihr Mann dies besorgen müsse.
Der Gesundheitszustand sei stationär, die Prognose sei aufgrund des bisherigen
Krankheitsverlaufs nicht gut.
A.e Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) empfahl auf Anfrage hin am 18. Januar 2005
(act. G 3.1/27) die Durchführung einer multidisziplinären Begutachtung, da die
fachärztlichen Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit sich offensichtlich unterschieden. Am
28. Januar 2005 (act. G 3.1/29) ordnete die IV-Stelle daher eine medizinische
Abklärung an. Diese Exploration wurde am 29. August 2005 durch das Ärztlichen
Begutachtungsinstitut GmbH (ABI) durchgeführt. Dem Gutachten vom 27. September
2005 (act. G 3.1/33) ist zu entnehmen, dass die Versicherte an einer leichten
depressiven Episode (ICD-10: F32.0), einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), einem chronischen lumbovertebralen
Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik (ICD-10: M54.5), degenerativen
Veränderungen der unteren LWS (ICD-10: M47.85) leide sowie ein klinischer Verdacht
auf ein subakromiales Impingement Schulter links (ICD-10: M75.4) bestehe. Diese
Diagnosen hätten Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit sei das metabolische Syndrom (ICD-10: E88.9), die Adipositas mit BMI
50 kg/m2 (ICD-10: E66.0), der Verdacht auf Diabetes mellitus (ICD-10: E11.9), die
medikamentös eingestellte arterielle Hypertonie (ICD-10: I10) sowie der Verdacht auf
ein multiokuläres Schmerzsyndrom, weitgehend ohne klinisches Korrelat (ICD-10:
R52.1). Aus orthopädischer Sicht bestünden Einschränkungen für körperlich schwere
Arbeitstätigkeiten oder solche mit repetitiven Bewegungen im Überkopfbereich, die
aufgrund der objektivierbaren Pathologien an der unteren Wirbelsäule und der linken
Schulter zu einer Schmerzprovokation führen könnten, was der Versicherten nicht
zugemutet werden sollte. Gemäss den Aussagen der Versicherten habe es sich bei
ihrer angestammten Tätigkeit als Mitarbeiterin in der Verpackung um eine körperlich
leichte bis höchstens mittelschwere Tätigkeit gehandelt. Aus orthopädischer Sicht
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bestehe daher für die angestammte Tätigkeit ebenso wie für sämtliche übrigen
körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeiten ohne längerdauernde
Zwangshaltungen der unteren Wirbelsäule und ohne Überkopfbewegungen der Arme
eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Aus
psychiatrischer Sicht bestehe eine leichte depressive Episode und eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung, durch welche es zu einer leichten Verlangsamung des
Arbeitstempos komme, weshalb die Leistungsfähigkeit um 20% reduziert sei. Die
zumutbare Arbeitsfähigkeit betrage somit 80%. Aufgrund der anamnestischen
Angaben, der Untersuchungsbefunde und der vorliegenden Dokumente sei davon
auszugehen, dass die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit seit Juni 2003 bestehe.
A.f Gestützt auf das Gutachten des ABI vom 27. September 2005 verfügte die IV-Stelle
am 5. Januar 2006 (act. G 3.1/37), dass der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von
20% keine IV-Rente zustehe.
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt lic. iur. R. Baumann für die Versicherte
mit Schreiben vom 2. Februar 2006 Einsprache (act. G 3.1/39) und beantragte die
Ausrichtung einer ganzen IV-Rente ab 1. Juni 2004. Mit ergänzender
Einsprachebegründung vom 15. März 2006 (act. G 3.1/43) führte RA lic. iur.
R. Baumann für die Versicherte aus, dass von einer beträchtlich höheren
Arbeitsunfähigkeit als von der IV-Stelle angenommen auszugehen sei, so dass die
Versicherte Anspruch auf eine ganze IV-Rente habe. Dr. med. C._ bestätige im
beigelegten Arztbericht vom 7. März 2006, dass die Versicherte aufgrund zahlreicher
körperlicher Beschwerden und lang anhaltender depressiver Verstimmungen seit dem
10. Juni 2003 zu 100% arbeitsunfähig sei. Auch die Sozialpsychiatrische
Beratungsstelle G._ gehe in ihrem Arztbericht vom 28. Oktober 2004 von einer
100%-igen Arbeitsunfähigkeit aus. Im Bericht der Klinik Valens, der in den IV-Akten
nicht vorhanden und dem ABI somit nicht vorgelegen sei, werde zudem festgehalten,
dass die Versicherte an einer mittelgradig depressiven Episode leide und keine in der
freien Wirtschaft verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr erkennbar sei. Das ABI-Gutachten
genüge im Übrigen den bundesgerichtlichen Anforderungen an ein Gutachten nicht. So
seien in den multidisziplinären Untersuchungen mehrere Diagnosen gestellt, im
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Ergebnis aber lediglich eine 20%-ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit erhoben
worden. Damit habe das ABI die Wechselwirkungen der organischen und psychischen
Leiden völlig unberücksichtigt gelassen. Zudem gehe das ABI lediglich von einer
leichten depressiven Episode aus, obschon sowohl die Sozialpsychiatrische
Beratungsstelle G._ als auch die Kliniken Gais und Valens eine mittelgradig
depressive Episode festgestellt hätten. Da die Diagnose des ABI auf einer einmaligen
Untersuchung, einer Momentaufnahme, basiere, könne seine Feststellung nicht
massgebend sein. Der Beweiswert der Diagnose der Sozialpsychiatrischen
Beratungsstelle G._ habe einen klar höheren Beweiswert, da sie auf einem längeren
Beobachtungs- und Behandlungszeitraum basiere. Im Übrigen sei die Begründung des
ABI-Gutachtens für seine abweichende Meinung nicht nachvollziehbar. Da dem ABI die
Berichte der Klinik Valens nicht vorgelegen seien, sei das Gutachten auch nicht
vollständig.
B.b Am 8. August 2006 (act. G 3.1/51) legte die IV-Stelle dem ABI die Einsprache von
RA lic. iur. R. Baumann mit den beigelegten Unterlagen vor und bat um eine
Stellungnahme. Das ABI führte mit Schreiben vom 15. August 2006 (act. G 3.1/52) aus,
die neu eingereichten Berichte der Klinik Valens beeinflussten die Situation aus
somatischer Sicht nicht. Aus psychiatrischer Sicht sei festzustellen, dass die
Argumentation von Rechtsanwalt Baumann vor allem darauf beruhe, die psychiatrische
Sichtweise mit Hilfe bereits bekannter Dokumente und neu eingegangener Berichte
anders als im Gutachten darzulegen. Im Gutachten seien die Vormeinungen adäquat
diskutiert worden und es sei aufgrund der vorliegenden Befunde dargelegt worden,
weshalb nur eine leichte Depression vorliege. Der Bericht des Psychiatrischen
Zentrums G._ vom 10. März 2006, der als einziger neu sei, bestätige seit dem Januar
2006 eine volle Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit, diskutiere aber das ABI-
Gutachten nicht. Psychiatrisch werde eine mittelgradige depressive Episode mit
somatischem Syndrom diagnostiziert. Dass das Psychiatrische Zentrum G._ daraus
eine volle Arbeitsunfähigkeit ableite, sei kaum nachvollziehbar, für eine volle
Arbeitsunfähigkeit wäre eine schwere depressive Episode nötig. Würde eine
mittelgradige depressive Episode überhaupt vorliegen, wäre zudem eine
Arbeitsunfähigkeit von höchstens 50% anzunehmen. Der Kurzbericht, dem keine
eigentliche Beurteilung zugrunde liege, sei deshalb nicht nachvollziehbar. Es lägen
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zwischenzeitlich keine eigentlichen Beurteilungen und Begründungen vor, welche eine
Veränderung der Einschätzung des ABI-Gutachtens notwendig machen würden.
B.c Auf Anfrage hin hielt der RAD am 23. August 2006 (act. G 3.1/53) fest, die
Einsprache enthalte keine neuen Aspekte, die es erlauben würden, die
Schlussfolgerungen des ABI-Gutachtens in Frage zu stellen. An der attestierten
Arbeitsfähigkeit von 80% könne festgehalten werden.
B.d Mit Einspracheentscheid vom 4. September 2006 (act. G 1.1) wies der
Rechtsdienst der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) die
Einsprache ab. Die Einschätzung von Dr. med. C._ sei nicht objektiv, er stelle
weitgehend auf die pessimistische Sichtweise der Versicherten ab und attestiere ihr
dementsprechend eine volle Arbeitsunfähigkeit. Auch die Arbeitsfähigkeitsschätzung
der Sozialpsychiatrischen Beratungsstelle vermöge nicht zu überzeugen, die
aufgeführten Diagnosen (Schmerzsyndrom, mittelgradig depressive Episode) seien
nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht bzw. nur in geringem Umfang
invalidisierend. Auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Klinik Valens, die sich auf die
psychiatrische Untersuchung in der Schmerzsprechstunde stütze, könne ebenfalls
nicht abgestellt werden, da der behandelnde Arzt schmerztherapeutisch tätig sei. Der
Bericht der Klinik Valens diagnostiziere eine mittelgradige depressive Episode und
attestiere der Versicherten gestützt darauf eine volle Arbeitsunfähigkeit. Der Bericht sei
nicht schlüssig, da eine solche Diagnose höchstens in geringem Umfang invalidisierend
sei. Daher sei das ABI-Gutachten, auch wenn dem ABI der Bericht der Klinik Valens
nicht vorgelegen habe, nicht mangelhaft und es sei darauf abzustellen. Für den
Einkommensvergleich sei von dem im IK-Auszug ausgewiesenen Einkommen im Jahr
2002 von Fr. 46'625.-- auszugehen. Dieser Betrag sei auch für die Berechnung des
Invalideneinkommens heranzuziehen, da die Versicherte nicht mehr arbeite und das
anhand der theoretischen Werte der schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) für
das Jahr 2002 ermittelte Invalideneinkommen Fr. 47'788.-- betrage und somit reduziert
werden müsse. Da die Versicherte auch körperlich mittelschwere Tätigkeiten ausüben
könne, sei entgegen ihrer Ansicht kein Leidensabzug vorzunehmen. Auch ein
Teilzeitabzug sei nicht angebracht, da Hilfsarbeiterinnen in einer Teilzeitanstellung im
Verhältnis zu einer Vollzeitbeschäftigung sogar proportional mehr verdienten. Ein
Ausländerabzug sei ebenfalls nicht geschuldet, da einer allfälligen lohnmässigen
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Diskriminierung der Versicherten bereits mit der Reduktion des der Berechnung des
Invalideneinkommens zugrunde gelegten Betrages Rechnung getragen worden sei.
Das Invalideneinkommen betrage somit 80% des Valideneinkommens, nämlich
Fr. 37'300.--. Daraus resultiere ein Invaliditätsgrad von 20%, weshalb die Versicherte
keinen Anspruch auf eine IV-Rente habe.
C.
Gegen diesen Entscheid richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. R. Baumann für die
Betroffene am 4. Oktober 2006 erhobene Beschwerde (act. G 1) mit den Anträgen, den
angefochtenen Einspracheentscheid vom 4. September 2006 aufzuheben und der
Beschwerdeführerin eine ganze Invalidenrente allerspätestens ab 1. Juni 2004
zuzusprechen. Eventualiter sei in Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheides die Prozedur zur Einholung weiterer medizinischer Berichte/
Gutachten mit anschliessender Neubeurteilung bzw. Neuberechnung der
Leistungsansprüche, gegebenenfalls auch Klärung von Eingliederungsmassnahmen,
zurückzuweisen. Entgegen der im angefochtenen Einspracheentscheid vertretenen
Auffassung sei bei der Beschwerdeführerin von einer Arbeitsunfähigkeit von 100%,
jedenfalls von einer beträchtlich höheren als von der Beschwerdegegnerin
angenommen, auszugehen. Es resultiere sodann ein Invaliditätsgrad, welcher der
Beschwerdeführerin Anspruch auf eine ganze Rente gebe. Das ABI-Gutachten genüge
den Anforderungen in Bezug auf Vollständigkeit, Nachvollziehbarkeit und Schlüssigkeit
nicht und seine Beweiskraft müsse auch angesichts der in den Medien erfolgten
massiven Kritik am ABI ernsthaft in Zweifel gezogen werden. Das ABI habe im Rahmen
der Untersuchungen mehrere Diagnosen festgestellt, gehe aber im Ergebnis dennoch
von einer lediglich um 20% reduzierten Leistungsfähigkeit bei vollzeitiger
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus, was nicht nachvollziehbar sei. Die
Wechselwirkungen der organischen und psychischen Leiden seien völlig
unberücksichtigt geblieben und die tatsächlichen Einschränkungen bei der
Beschwerdeführerin seien verkannt worden. Die Feststellungen des ABI betreffend der
Arbeitsunfähigkeit stünden in vollem Widerspruch zu denjenigen des Psychiatrischen
Zentrums G._. Im Übrigen sei das ABI-Gutachten nicht mehr aktueller Natur, die
Untersuchung sei im Zeitpunkt des Einspracheentscheids mehr als ein Jahr
zurückgelegen. Für den Einkommensvergleich sei sodann von den Tabellenlöhnen
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auszugehen, da das Einkommen der Beschwerdeführerin im Jahr 2002 unter den
Durchschnitts-Tabellenlöhnen gemäss LSE 2002 gelegen habe. Für die Ermittlung des
Invalideneinkommens sei ebenfalls von den Tabellenlöhnen auszugehen. Da der
Beschwerdeführerin infolge der gesundheitlichen Beeinträchtigungen nur noch ganz
leichte Tätigkeiten in einem Teilzeitpensum zumutbar seien und sowohl ein Teilzeit- wie
auch ein Ausländerabzug zu berücksichtigen seien, sei der maximale Leidensabzug
von 25% gerechtfertigt.
D.
Am 12. Oktober 2006 (act. G 3) hat die Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf den
Einspracheentscheid Abweisung der Beschwerde beantragt, im übrigen aber auf die
Erstattung einer Beschwerdeantwort verzichtet.
E.
Mit Schreiben vom 14. November 2006 (act. G 7) reichte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin zwei ärztliche Zeugnisse des Ambulatoriums für Sozialpsychiatrie
G._ vom 8. und 10. November 2006 (act. G 7.1 und 7.3) ein. Darin bestätigt Dr. med.
H._, dass sich die Beschwerdeführerin seit dem 15. April 2005 fortgesetzt in
psychiatrischer/psychotherapeutischer Behandlung befinde und nach wie vor zu 100%
arbeitsunfähig sei.
F.
Am 17. November 2006 erklärte die Beschwerdegegnerin (act. G 10) Duplikverzicht.

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
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467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
des streitigen Einspracheentscheids vom 4. September 2006 eingetretenen
Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366 E. 1b), sind auf den angefochtenen
Einspracheentscheiddie bis zum 31. Dezember 2007 geltenden materiellen
Bestimmungen anzuwenden.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, und derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente. Unter Invalidität wird die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
2.2 Die Invaliditätsbemessung soll das Mass der Zurücksetzung der erwerblichen
Leistungsfähigkeit infolge gesundheitlicher Beeinträchtigung ergeben. Um den
Invaliditätsgrad festlegen zu können, sind daher medizinische Grundlagen wesentlich.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beschreiben und
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in der Folge eine
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der
versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; ZAK 1982
S. 34; Rz 3047 f des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen
Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung =
KSIH). Die IV-Stelle hat zu prüfen, wie sich die invaliditätsbedingten Faktoren auf die
Vermittlungsfähigkeit und die Erwerbsmöglichkeiten auswirken (Rz 3049 KSIH). Ob die
versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch tatsächlich ausübt, ist für die
Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046 KSIH).
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3.
3.1 Vorliegend ist die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin strittig. Die
Beschwerdegegnerin geht gestützt auf das Gutachten des ABI davon aus, dass die
Beschwerdeführerin zu 80% arbeitsfähig ist. Die Beschwerdeführerin lässt hingegen
geltend machen, sie sei zu 100%, jedenfalls in einem beträchtlich höheren Ausmass
arbeitsunfähig als die Beschwerdegegnerin annehme, womit ein Invaliditätsgrad
resultiere, der ihr Anspruch auf eine ganze Rente gebe. Das ABI-Gutachten genüge in
Bezug auf Vollständigkeit, Nachvollziehbarkeit und Schlüssigkeit nicht den
Anforderungen an ein Gutachten. Im Übrigen sei das ABI in den Medien in letzter Zeit
massiv kritisiert worden, weshalb das Gutachten ernsthaft in Zweifel gezogen werden
müsse.
3.2 Gemäss Gutachten leidet die Beschwerdeführerin an einer leichten depressiven
Episode, einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, einem chronischen
lumbovertebralen Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik und degenerativen
Veränderungen der unteren LWS. Es bestehe zudem ein klinischer Verdacht auf ein
subakromiales Impingement Schulter links. Diese Diagnosen führten zu einer
Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen sowie in einer adaptierten Tätigkeit von 20%. Dr.
med. C._ hingegen attestiert der Beschwerdeführerin sowohl im Bericht vom 11. Juli
2004 (act. G 3.1/11) wie auch in dem mit der Einsprache eingereichten Bericht vom
7. März 2006 (act. G 3.1/44/3) eine Arbeitsunfähigkeit von 100%. Auch die Dres. med.
I._, F._ und H._, Ambulatorium für Sozialpsychiatrie G._, gehen in ihren
Berichten vom 30. Juli 2004 (act. G 3.1/44/5), 28. Oktober 2004 (act. G 3.1/22),
10. März 2006 (act. G 3.1/47) und 8./10. November 2006 (act. G 7.1 und 7.3) von einer
Arbeitsunfähigkeit von 100% aus. Weder Dr. med. C._ noch die Dres. med. I._,
F._ und H._ begründen ihre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Letztere führen
lediglich aus, aufgrund der Schmerzen und der depressiven Symptomatik bzw. ihres
Gesamtzustandes sei der Beschwerdeführerin keine Tätigkeit möglich. Dr. med. C._
hält fest, bei der gegenwärtigen depressiven Verfassung der Beschwerdeführerin sei
die Motivation zu einer Arbeitsaufnahme nicht vorhanden. Dr. med. K._ der Klinik
Valens, diagnostiziert bei der Beschwerdeführerin in seinem Bericht vom 11. Mai 2004
(act. G 3.1/44/13) eine mittelgradige depressive Episode mit anhaltend gedrückter
Grundstimmung, Freudlosigkeit, gestörter Konzentrationsfähigkeit,
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Denkverlangsamung, Grübelzwängen, Insuffizienzgefühlen, sozialem Rückzug und
Vitalstörungen mit Energielosigkeit und einem Druck auf der Brust. Dieses Zustandsbild
bestehe seit etwa Dezember 2003. Aufgrund der von der Beschwerdeführerin während
der psychiatrischen Untersuchung in glaubhafter Weise dargestellten psychischen wie
körperlichen Einschränkung sei derzeit keine in der freien Wirtschaft verwertbare
Arbeitsfähigkeit erkennbar. Demgegenüber hält Dr. med. E._, Klinik Gais AG, die
Beschwerdeführerin in seinem Bericht vom 21. September 2004 (act. G 3.1/18) nach
dem stationären Aufenthalt in der Klinik vom 10. Dezember 2003 bis 16. Januar 2004
aus psychiatrischer Sicht für voll arbeitsfähig. Das Gutachten führt aus, die
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht sei auf eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung und eine leichte depressive Episode zurückzuführen.
Hinweise für schwerere depressive Verstimmungen oder unbewusste Konflikte
bestünden nicht. Aus psychiatrischer Sicht könne ihr daher zugemutet werden, trotz
der geklagten Beschwerden ganztags einer Tätigkeit nachzugehen, wobei die
Leistungsfähigkeit leicht vermindert sei. Im Gegensatz zu den Berichten der Klinik Gais
AG und der Sozialpsychiatrischen Beratungsstelle G._ sei das ABI der Ansicht, dass
die Beschwerdeführerin nicht an einer mittelgradigen, sondern an einer leichten
depressiven Episode leide. Die Beschwerdeführerin pflege nach wie vor gute Kontakte
zu ihren zahlreichen Verwandten, so kommen gemäss ihren eigenen Angaben die
Schwiegertochter täglich, die Tochter, der Sohn und die Enkelkinder regelmässig zu
Besuch. Sie leide nur unter geringfügigen Antriebsstörungen und leichten depressiven
Verstimmungen. Es bestünden keine schweren Konzentrationsstörungen und
Suizidalität sei nicht vorhanden. Auch bei einer mittelgradigen depressiven Episode sei
zudem die Arbeitsfähigkeit im Allgemeinen nicht aufgehoben. Im Übrigen fühle sich die
Beschwerdeführerin aus rein somatischen Gründen nicht mehr arbeitsfähig. Im
Schreiben vom 15. August 2006 (act. 3.1/52) hält das ABI ergänzend fest, der einzige
neue Bericht sei derjenige des Ambulatoriums für Sozialpsychiatrie G._ vom 10. März
2006. In diesem werde eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem
Syndrom festgehalten. Es sei kaum nachvollziehbar, dass daraus eine volle
Arbeitsunfähigkeit abgeleitet werde. Bei einer mittelgradigen depressiven Episode, so
denn eine solche vorliegen würde, wäre von einer maximal 50%-igen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Der Kurzbericht des Ambulatoriums für
Sozialpsychiatrie G._ sei daher nicht nachvollziehbar. Beurteilungen und
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Begründungen, die eine Veränderung der Einschätzung des ABI-Gutachtens notwendig
machen würden, lägen somit zwischenzeitlich nicht vor. In orthopädischer Hinsicht
führt das Gutachten aus, es bestünden lediglich Einschränkungen für körperlich
schwere Arbeitstätigkeiten oder solche mit repetitiven Bewegungen im
Überkopfbereich, die der Beschwerdeführerin aufgrund der objektivierbaren
Pathologien an unterer Wirbelsäule und Schulter nicht mehr zugemutet werden sollten.
Für alle übrigen Tätigkeiten bestehe eine zeitlich und leistungsmässig
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Die angegebenen Beschwerden seien auf
organischer Ebene nur ungenügend zu erklären, so dass dadurch auch nur ein
verhältnismässig geringer Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit entstehe. In Bezug auf die
der Einsprache beigelegten Berichte hält das ABI im Schreiben vom 15. August 2006
fest, die Situation aus somatischer Sicht werde dadurch nicht beeinflusst, da
insbesondere die Klinik Valens schon von einer Selbstlimitierung ausgegangen sei.
3.3 Zusammenfassend ist mit der RAD-Einschätzung vom 23. August 2006
festzuhalten, dass das Gutachten vom 27. September 2005 die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin auf Grund objektiver Befunde aus somatischer und aus
psychiatrischer Sicht feststellt. Es ist für die streitigen Belange umfassend, beruht auf
allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis
der Vorakten abgegeben worden, ist in Darlegung der medizinischen Zusammenhänge
und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend und in den
Schlussfolgerungen begründet (vgl. BGE 122 V 160 E. 1c; BGE 125 V 352 E. 3a). Nach
ständiger Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (seit 1. Januar
2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) ist überdies stets der
Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick
auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer
Patienten aussagen (vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S S.
vom 17. August 2005 [I 212/05]). Bezüglich der Einschätzung von Dr. med. K._ ist
festzuhalten, dass er seine Einschätzung primär auf die von ihm als glaubwürdig
bezeichneten subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin anlässlich der
Untersuchung vom 10. Mai 2004 abstützt. Im Übrigen stimmen die Befunde von Dr.
med. K._ im Wesentlichen mit denjenigen des Gutachtens überein. Insgesamt sind
die Berichte der Dres. med. C._, I._, F._, H._ und K._ nicht geeignet, das
Gutachten ernsthaft in Zweifel zu ziehen. Auch die mit Schreiben vom 14. November
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2006 (act. G 7) nachgereichten ärztlichen Zeugnisse des Ambulatoriums für
Sozialpsychiatrie G._ vom 8. und 10. November 2006 (act. G 7.1 und 7.3) ändern
daran nichts. Dr. med. H._ bestätigt darin lediglich, dass die Beschwerdeführerin seit
dem 15. April 2005 im Ambulatorium für Sozialpsychiatrie psychiatrisch/
psychotherapeutisch behandelt werde und gemäss seiner Einschätzung weiterhin zu
100% arbeitsunfähig sei. Auch wenn aus therapeutischen Rücksichten zeitweise eine
volle Arbeitsunfähigkeit zugebilligt werden konnte, so ist rechtlich doch nur die
andauernde Einschränkung nach Ausschöpfen aller schadenmindernden Vorkehren
beachtlich. Demzufolge ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in Bezug
auf ein volles Pensum zumutbarerweise eine Arbeitsfähigkeit von 80% verwerten
könnte. Dies gilt jedenfalls für den Zeitpunkt des angefochtenen Einspracheentscheids.
Spätere Entwicklungen wären in einem Wiederanmeldeverfahren zu beurteilen.
4.
4.1 Für die Invalidität massgebend sind die erwerblichen Auswirkungen der
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist
nach der Rechtsprechung entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden
Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde
tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu
erfolgen. Es ist daher in der Regel vom letzten Lohn, welchen die versicherte Person
vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt hat, auszugehen (Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S C. vom 20. November 2001 [I 716/00]; ZAK
1980 S. 593), da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (vgl. Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i/S S. vom 27. Februar 2004 [I 601/03]; BGE 129 V 224 E. 4.3.1).
Nach der Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts ist für die
Vornahme des Einkommensvergleichs auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des
allfälligen Rentenbeginns abzustellen (vgl. BGE 129 V 222). Gemäss den medizinischen
Unterlagen besteht die Arbeitsunfähigkeit im obengenannten Ausmass seit Juni 2003.
Die einjährige Wartezeit (vgl. Art. 29 Abs. 2 IVG) lief im Juni 2004 ab. Vorliegend ist
somit der Einkommensvergleich für 2004 vorzunehmen.
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4.2 Die Beschwerdeführerin arbeitete von August 1998 bis April 2004 als Mitarbeiterin
Abpackerei bei der B._. Gemäss den Angaben der B._ im Fragebogen für den
Arbeitgeber (act. G 3.1/15) hätte die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden im
Jahr 2004 monatlich Fr. 3'455.-- verdient. Den beigelegten Kopien Lohnkonti ist zu
entnehmen, dass dieser Betrag den Grundlohn darstellt. Hinzu kommen diverse
regelmässig gewährte Zuschläge (z.B. Nacht, Wärme und Kälte). Gemäss Auszug aus
dem individuellen Konto (act. G 3.1/13) hat die Beschwerdeführerin bereits im Jahr
2002 Fr. 46'625.-- verdient. Somit kann der Einkommensvergleich nicht gestützt auf
einen Jahreslohn von Fr. 44'915.-- (vgl. act. G 3.1/15) im Jahr 2004 durchgeführt
werden. Da davon auszugehen ist, dass sich Validen- und Invalideneinkommen in etwa
gleich entwickeln werden, kann vorliegend der Einkommensvergleich für das Jahr 2002
vorgenommen werden, wobei das mögliche Valideneinkommen Fr. 46'625.-- beträgt.
4.3 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung von
der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person
konkret steht. Der Beschwerdeführerin wurde per 30. April 2004 gekündigt (vgl.
act. G 3.2/15). Seither hat sie nicht mehr gearbeitet. Zur Ermittlung des
Invaliditätsgrades ist daher die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene
Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) heranzuziehen. Der monatliche
Durchschnittslohn für eine einfache, repetitive Tätigkeit betrug im Jahr 2002 für Frauen
gemäss der Tabelle A1 Fr. 3'820.-- oder pro Jahr Fr. 45'840.--. Da diese Werte auf
einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden beruhen, sind sie
noch auf die im Jahre 2002 betriebsüblich gewesene Arbeitszeit von 41.7 Stunden
umzurechnen. Dies ergibt ein Einkommen von Fr. 47'788.-- pro Jahr. Im Jahr 2002
erzielte die Beschwerdeführerin einen Jahreslohn von Fr. 46'625.-- (vgl. act. G 3.1/13),
was lediglich ca. 97.5% des durchschnittlichen Jahreseinkommens von Fr. 47'788.--
gemäss LSE 2002 (TA1, Durchschnitt aller Branchen, umgerechnet auf den
schweizerischen Durchschnitt von 41.7 Wochenarbeitsstunden) entspricht. Diese
Einkommensunterschreitung darf sich nicht auf die Invaliditätsbemessung auswirken,
da sie ihre Ursache offensichtlich nicht in der Gesundheitsbeeinträchtigung hatte. Für
die Ermittlung des Invalideneinkommens ist daher von einem Jahreseinkommen von
Fr. 46'625.-- auszugehen. Der Beschwerdeführerin ist ein Pensum von 80% zumutbar.
Das Jahreseinkommen macht bei 80% Fr. 37'300.-- aus.
5.
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5.1 In der Praxis werden die zur Bestimmung des Invalideneinkommens
herangezogenen Tabellenlöhne gekürzt, wenn versicherte Personen, die in ihrer letzten
Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten, nach Eintritt des Gesundheitsschadens
auch für leichtere Arbeiten nur beschränkt einsatzfähig sind, wenn sie - unabhängig
von der früher ausgeübten Tätigkeit - als gesundheitlich Beeinträchtigte im Rahmen
leichter Hilfsarbeitertätigkeiten nicht mehr voll leistungsfähig sind oder wenn weitere
persönliche
oder berufliche Merkmale wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe
haben. Der Abzug ist nicht schematisch vorzunehmen. Vielmehr ist der Einfluss aller
Merkmale (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/
Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) auf das Invalideneinkommen unter
Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu
schätzen. Letztlich ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller
jeweils in Betracht fallenden Merkmale auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen
(vgl. BGE 126 V 75).
5.2 Die Beschwerdegegnerin hat keinen Abzug vorgenommen mit der Begründung, die
Beschwerdeführerin könne auch körperlich mittelschwere Tätigkeiten ausüben und ein
Teilzeitnachteil sei nicht gegeben. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht
geltend, der Beschwerdeführerin stehe ein Leidensabzug von 25% zu, da sie
höchstens noch ganz leichte Tätigkeiten in einem Teilzeitpensum ausüben könne und
Ausländerin sei. Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werden. Bezüglich der noch
möglichen Tätigkeiten ist ein Abzug praxisgemäss nur dann vorzunehmen, wenn die
versicherte Person auch für leichte Tätigkeiten nicht mehr voll einsatzfähig ist. Gemäss
Gutachten kann die Beschwerdeführerin nicht nur körperlich leichte, sondern auch
mittelschwere Tätigkeiten ausüben. Ein Abzug ist daher nicht gerechtfertigt. Somit
beträgt das zumutbare Invalideneinkommen Fr. 37'300.--. Es ergibt sich ein
Invaliditätsgrad von lediglich 20%, was einen Rentenanspruch ausschliesst.
6.
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beantragt eventualiter, in Aufhebung des
Einspracheentscheids sei die Prozedur zur Klärung von Eingliederungsmassnahmen an
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die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Festzuhalten ist, dass Gegenstand der
Verfügung vom 5. Januar 2006 wie auch des Einspracheentscheids vom 4. September
2006 der Rentenanspruch war, nicht jedoch der Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen. Dieser kann daher nicht Gegenstand des
Beschwerdeverfahrens sein.
7.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (lit. b ÜbBest. zu Art. 69 IVG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht