Decision ID: f945f9e1-e4d7-4d0d-9cff-37c11db892f3
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1958, arbeitete zuletzt von 1999 bis 2001 als Küchenhilfe bei der
Y._
(
Urk.
9/1 S. 4
Ziff.
6.3.1;
Urk.
9/9
). Am
2.
April 2002 meldete sie sich bei der Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug an (
Urk.
9/1
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, kl
ärte die medizinische sowie
erwerbliche Situation ab und sprach der Versicherten daraufhin
mit Verfügungen vom 2
7.
Mai 2003
(
Urk.
9/18-19) bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
eine ganze Invalidenrente mit Wirkung ab dem
1.
März 2002 zu. Die Beschwerdeführerin wurde dabei als zu 100 % Erwerbstätige qualifiziert (vgl. Urk. 9/12 S. 2).
Mit Mitteilung vom 15. November 2004 (Urk. 9/44) wurde der Anspruch auf die bisherige ganze Invalidenrente bestätigt, wobei infolge der neuen Qualifikation als Teilerwerbstätige (vgl. Urk. 9/43 S. 2) ein Invaliditätsgrad von 80 % festge
halten wurde. Das Gesuch um Hilflosenentschädigung wurde mit Verfügung vom 1
6.
November 2004 (Urk. 9/45) abgewiesen. Mit Mitteilung vom
1.
Juni 2010 (Urk. 9/58) bestätigte die IV-Stelle wiederum den unveränderten Anspruch auf die bisherige ganze Invalidenrente.
1.2
Nachdem bei der IV-Stelle zwei anonyme Hinweise eingegangen waren, wonach die Versicherte eine Erwer
bstätigkeit ausübe (vgl. Urk. 9
/77-79), wurde diese im Auftrag der IV-Stelle in der Zeit
von Dezember 2013 bis
Februar 2014 observiert. Zudem erfolgte eine Internet-Recherc
he über die Versicherte (Urk. 9/75, Urk. 9/80, Urk. 10
). Im Juli 2014 wurde sie durch
eine Sachbearbeiterin der
IV-Stelle persönlich befragt und über die erfolgte
Observation informiert (Urk. 9
/84-85). Mit Verfüg
ung vom 15. August 2014 (Urk. 9
/93) sistierte die IV-Stelle die Invalidenrente per sofort. Daraufhin veranlasste sie eine polydiszipli
näre Begut
achtung der Versicherten, über welche am 13. Januar 2
015 berichtet wurde (Urk. 9
/109).
Mit Verfügung
vom
5.
Juni 2015 (
Urk.
9
/129) hob die IV-Stelle die an die Ver
sicherte ausgerichtete ganze Invalidenrente unter Hinweis auf eine Meldepflicht
verletzung rückwirkend per 1. Februar 2014 auf. Mit Verfüg
ungen vom 22. Juni 2015 (Urk. 9
/131/2-5) forderte die IV-Stelle sodann unrechtmässig erwirkte Rentenleistungen für die Zeit vom 1. Februar bis 31. Juli 2014 im Gesamtbetrag von Fr. 7‘572.-- (Fr. 5‘514.-- + Fr. 2‘058.--) zurück.
Gegen die Verfügungen vom
5.
und 2
2.
Juni 2015 erhob die Versicherte
jeweils
Beschwerde
(
Urk.
9/137/3-10;
Urk.
9/137/14-38)
. Das hiesige Gericht vereinigte die Verfahren und wies die Beschwerde
n
schliesslich
mit Urteil vom 1
4.
September 2016
(Prozess Nr. IV.2015.00748;
Urk.
9/150
) ab, wogegen die Versicherte Beschwerde
ans Bundes
gericht erhob (
Urk.
9/151/2-16
).
Mit Urteil vom
1
3.
Februar 2017 (
Prozess Nr. 9C_702/2016;
Urk.
9/155) hiess das Bundesgericht die Beschwerde teilweise gut, hob den Entscheid des hiesigen Gerichts
sowie die Verfügungen der IV-Stelle
auf und wies die Sache zu neuer
Verfügung
an die IV-Stelle zurück.
1.3
Die IV-Stelle
holte daraufhin aktuelle Berichte der beha
ndelnden Ärzte ein (vgl.
Urk.
9/162;
Urk.
9
/168
;
Urk.
9/184;
Urk.
9
/186
) und lud die Versicherte zu einem Gespräch betreffend Eingliederungsmassnahmen
am
2
4.
August 2017 ein (
Urk.
9
/169).
Anlässlich dieses Gesprächs teilte die Versicherte mit, dass sie sich subjektiv nicht eingliederungsfähig fühle (vgl.
Urk.
9/183 S. 2 ff.).
Mit Schrei
ben vom 2
5.
August 2017 (
Urk.
9
/171) forderte die IV-Stelle die Versicherte
deshalb
zur Wahrnehmung der Mitwirkungspflicht auf
und setzte ihr Frist bis zum 1
2.
September 2017 an,
um sich telefonisch zu melden, falls sie doch an Einglie
derungsmassnahmen teilnehmen wolle. Mit Vorbescheid
vom 1
5.
September 2017 (
Urk.
9
/175) stellte die IV-Stelle der Versicherten die Einstellung der Eingliederungsmassnahmen in Aussicht.
Daraufhin erklärte d
ie Versicherte, dass sie sich nun doch in der Lage fühle, an Eingliederungs
massnahmen teilzunehmen (
Urk.
9
/176-178), weshalb die IV-Stelle sie zu einem weiteren Gespräch am
1.
November 2017 einlud (vgl. Schreib
en vom 1
9.
Oktober 2017,
Urk.
9
/179).
Anlässlich dieses Gesprächs erklärte die Versicherte, dass sie sich weiterhin subjektiv nicht in der Lage fühle
,
an Eingliederungsmassnahmen teilzun
ehmen (vgl.
Urk.
9/183 S. 6 f.
). Mit Schreib
en vom
1.
November 2017 (
Urk.
9
/181) bot die IV-Stelle der Versicherten nochmals Unterstützung bei der beruflichen Ein
gliederung an und wies sie auf die Mitwirkungspflicht hin. Mit Verfügu
ng vom
7.
November 2017 (
Urk.
9
/182) stellte die IV-Stelle die Eingliederungsmass
nahmen
schliesslich
per sofort ein.
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
9/190;
Urk.
9/193) hob die IV-Stelle die an die Versicherte ausgerichtete ganze Invalidenrente mit Verfügung vom
6.
September 2018 (
Urk.
9/198 =
Urk.
2) rückwirkend per
1.
August 2015 auf.
2.
Die Versicherte erhob am
8.
Oktober 2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom
6.
September 2018 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr über den 3
1.
Juli 2015 hinaus eine ganze Rente auszurichten. Eventuell sei der medizinische Sachverhalt rechtsgenüglich abzuklären (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
9.
November 2018 (
Urk.
8) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin mit Verfü
gung vom 1
2.
November 2018 (
Urk.
11) zur Kenntnis gebracht und gleichzeitig wurde antragsgemäss (vgl.
Urk.
1 S. 2) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % bes
teht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung, IVG
).
1.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indi
katoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belas
tungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrund
lage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchs
frei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichk
eitsdiagnostik, persönliche Res
sour
cen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in
allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsana
mnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln (Art. 16 ATSG; BGE 138 V 457 E. 3.1
).
Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot von und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkei
ten auf. Das gilt sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellek
tuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b; Urteil des Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E. 5.1).
Dabei ist nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtsprechungsgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (BGE 138 V 457 E. 3.1
;
Urteil des Bundesgerichts 9C_910/2011 vom 30. März 2012
E. 3.1). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeits
plätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen Behinderte mit einem sozia
len Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteil des Bundesge
richts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 5.11). Von einer Arbeits
gelegenheit kann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur noch in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entge
genkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. statt vi
eler: Urteile des Bundesgericht
s 8C_434/2017 vom 3. Januar 2018 E. 7.2.1 und 9C_253
/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1
). Für die Invaliditätsbemes
sung ist nicht massgebend, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeits
marktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein Gleich
gewicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitsplätzen bestünde (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017
vom 23. Januar 2018 E. 4.3.2
; Meyer/Reichmuth, Bundesge
setz über die
Invalidenversicherung, 3. Auflage
2014, R
n 132 zu Art. 28a
).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumut
bar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalles ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesund
heitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungs
aufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhan
dene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V 457 E. 3.1). Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht (BGE 138 V 457 E. 3.2; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 3.1). Gemäss BGE 138 V 457 richtet sich der Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei vorge
rücktem Alter beantwortet wird, nach dem Feststehen der medizinischen Zumut
barkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit (E. 3.3). Als ausgewiesen gilt die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung e
rlauben (BGE 143 V 431 E. 4.5.1,
138 V 457 E. 3.4).
1.5
Die Herabsetzung oder Aufhebung der Renten
erfolgt gemäss
Art.
88
bis
Abs. 2
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
:
a.
frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgen
den Monats an;
b.
rückwirkend ab Eintritt der für
den Anspruch erheblichen Änderung, wenn die beziehende Person die Leistung zu Unrecht erwirkt hat oder der ihr nach Art. 77 IVV zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist, unabhängig davon, ob die Verletzung der Meldepflicht oder die unrechtmässige Erwirkung ein Grund für die Weiterausrichtung der Leistung war (seit dem 1. Januar 2015 geltende Fassung).
Eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist auch im Anwendungsbereich von Art. 88
bis
Abs. 2 lit. b IVV erst erheblich, wenn sie gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV berücksichtigt werden darf, das heisst, wenn sie aller Wahrscheinlichkeit nach längere Zeit andauern wird oder ohne wesentliche Unterbrechung bereits drei Monate angedauert hat (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_232/2016 vom 30. September 2016 E. 4 und 9C_1022/2012 vom 16. Mai 2013 E. 3.3.1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) fest, dass
von keiner Verschlechterung der gesundheit
lichen Situation seit der
Z._
-
Begutachtung im Januar 2015 ausgegangen werden könne.
Die Beschwerdefüh
rerin
fühle sich subjektiv nicht arbeitsfähig, womit keine Eingliederungsmass
nahmen möglich seien. Die Rente werde somit rückwirkend per
1.
August 2015 aufgehoben. Der Entzug der aufschiebenden Wirkung dauere bei Rückweisung der Sache an die Verwaltung auch für den Zeitraum des Abklärungsverfahrens an (S. 2 f.).
In der Beschwerdeantwort (
Urk.
8) führte
sie
ergänzend aus, dass das Bundesge
richt in seinem Urteil keinen Anspruch auf Durchführung von Eingliederungs
massnahmen bejaht
habe.
Die ursprüngliche Rentenaufhebung ohne vorgängige Durchführung von Eingliederungsmassnahmen habe sich nachträglich als korrekt erwiesen.
Hinsichtlich der geltend gemachten Unverwertbarkeit der Restarbeits
fähigkeit sei darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der
Z._
-Begutachtung erst knapp 56 Jahre alt gewesen sei (S. 1 f.).
2.2
Demgegenüber brachte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen
(
Urk.
1)
vor,
eine Renteneinstellung per 3
1.
Juli 2015 falle ausser Betracht. Während des Prüfver
fahrens betreffend Eingliederungsmassnahmen bestehe weiterhin ein Rentenan
spruch, weshalb eine Einstellung frühestens per 3
1.
Oktober 2018 möglich wäre. Für den Zeitraum vom
1.
August 2015 bis 3
1.
Oktober 2018 sei ihr daher weiter
hin eine ganze Rente auszurichten (S. 5 f.
Ziff.
12). Hinsichtlich des Rentenan
spruchs ab dem
1.
November 2018
sei
– aus näher genannten Gründen – von keiner wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit mehr auszugehen, womit ihr
weiterhin
eine ganze Rente zustehe (S. 6 ff.
Ziff.
13-18).
Falls dem nicht gefolgt werde, könne in medizinischer Hinsicht nicht unbesehen auf das
Z._
-Gutachten abgestellt werden. Es liege ein aktueller Bericht von
Dr.
med.
A._
vor, wonach sie vollständig arbeitsunfähig sei und daher Anspruch auf eine ganze Rente habe (S. 8 ff.
Ziff.
19-26). Eventuell seien weitere medizinische Abklärun
gen vorzunehmen (S. 12
Ziff.
27-28).
2.3
Strittig und zu prüfen ist die verfügte rückwirkende Renteneinstellung per
1.
August 201
5.
Dabei umstritten sind insbesondere
die aktuelle gesundheitliche Situation, die Verwertbarkeit der verbliebenen Restarbeitsfähigkeit sowie
der Zeitpunkt der Rentenei
nstellung.
3.
Das Bundesgericht hielt mit Urteil vom 1
3.
Februar 2017 (Prozess Nr. 9C_702/2016;
Urk.
9/155) fest,
dass das kantonale Gericht Bundesrecht verletzt habe, indem es gestützt auf die Observationsergebnisse von einer Gesundheits
verbesserung ab Januar 2014 ausgegangen sei (vgl. E. 4.2-4.3 des genannten Urteils).
In Anlehnung an das
Z._
-Gutachten vom 1
3.
Januar 2015
(
Urk.
9/109)
sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Gesundheitsverbes
serung ab Januar 2015 anzunehmen. Gründe, die gegen den Beweiswert sprächen, würden nicht vorgebracht und seien auch nicht ersichtlich. Es sei folglich davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin ab diesem Zeitpunkt eine adaptierte Tätigkeit mit einer Verminderung des Rendements von 20
%
bezogen auf ein vollschichtiges Arbeitsvolumen zumutbar sei (vgl. E. 4.4 des genannten Urteils).
Die Frage nach einer Meldepflichtverletzung betreffend rentenerhebliche Gesund
heitsverbesserung im Januar 2014 sei obsolet, da diese überwiegend wahrschein
lich erst im Januar 2015 eingetreten sei. Laut vorinstanzlichen Feststellungen habe der Verdacht auf eine Erwerbstätigkeit nicht erhärtet werden können, weshalb auch dies gegen eine Meldepflichtverletzung spreche. Eine Rückforde
rung der Rentenleistungen vom
1.
Februar bis 3
1.
Juli 2014 falle folglich ausser Betracht (vgl. E. 4.5 des genannten Urteils).
Nachdem die anspruchswesentliche Verbesserung des Gesundheitszustands im Grundsatz feststehe, stelle sich die Frage, ob die seit März 2002 laufende ganze Invalidenrente mit Verfügung vom
5.
Juni 2015 auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats (
Art.
88
bis
Abs.
2 lit. a IVV) einzustellen sei. Dies sei insbesondere unter dem Aspekt der Eingliederungsmassnahmen zu prüfen. Die Versicherte sei im Zeitpunkt der Rentenaufhebungsverfügung vom
5.
Juni 2015 älter als 55 Jahre gewesen und habe seit März 2002 eine ganze Invalidenrente bezogen. Eine erhebliche invaliditätsbedingte arbeitsmarktliche Desintegration liege auf der Hand. Damit sei grundsätzlich von der Notwendigkeit beruflicher Massnahmen auszugehen.
Die Vorinstanz habe Bundesrecht verletzt, indem sie festgestellt habe, dass die erfolgte Observation den Verdacht auf eine Erwerbstätigkeit nicht habe erhärten können und entgegen dieser Feststellung die Verwertung des Leistungspotenzials ohne vorgängige Durchführung befähigen
der Massnahmen allein vermittels Eigenanstrengung aufgrund eines «Arbeitsver
suches» bejaht habe.
Die Verwaltung habe – die Motivation der Beschwerdefüh
rerin vorausgesetzt – die Verwertbarkeit der wiedergewonnenen Arbeitsfähigkeit zu prüfen und die nach den konkreten Umständen sich als unerlässlich heraus
stellenden Eingliederungsmassnahmen an die Hand zu nehmen, sofern und soweit deren Voraussetzungen erfüllt seien. Anschliessend sei über die revisions
weise Aufhebung des Rentenanspruchs neu zu verfügen (vgl. E.
5 und E.
5
.1-5.3
des genannten Urteils).
4.
4.1
Seither
sind
die
folgende
n
medizinische
n Berichte eingeg
angen:
4.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte mit Bericht vom
3.
Juli 2017 (
Urk.
9/168) folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
f.
Ziff.
1.1):
-
chronifizierte depressive Störung unterschiedlicher Schwere mit Somati
sierung meist schwer bis mittelschwer (ICD-10 F32.1 und F32.2)
-
emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ (ICD-10 F60.3), Differentialdiagnose (DD): kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und histrionischen Anteilen (ICD-10 F61.0)
-
Status nach Suizidversuch 2002 und 1993
-
Benzodiazepinabhängigkeit (ICD-10 F13.2)
-
persistierende Störung
durch Cannabinoiden (ICD-10 F12
.8)
-
persistierende Störung durch Alkohol (ICD-10 F10.8)
-
Status nach Dauertraumatisierung
Aufgrund des bisherigen Verlaufs müsse eine sehr schlechte Prognose gestellt werden (S. 4
Ziff.
1.4). Die Behandlung erfolge sehr unregelmässig (S. 5
Ziff.
1.5). Die Beschwerdeführerin sei in der bisherigen Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig (S. 5
Ziff.
1.6). Mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit könne nicht gerechnet werden (S. 6
Ziff.
1.9). Der Gesundheitszustand sei aus psychiatrischer Sicht
gleichgeblieben
, was insbesondere die weiterhin bestehende Instabilität betreffe (S. 6
Ziff.
1.11).
4.3
Mit Bericht
en
vom
1.
März und
1
3.
November
2017 (
Urk.
9/184
)
diagnostizierten
die Ärzte des
B._
eine hypertrophe Kardiomyopathie (S. 1
Ziff.
1.1
, S. 6
).
Die Beschwerdeführerin sei in prognostischer Hinsicht nicht rele
vant eingeschränkt (S. 2
Ziff.
1.4). Aus den Akten sei nicht ersichtlich, welche Tätigkeit
sie
zuletzt ausgeübt habe. Generell sei festzuhalten, dass bei einer hypertrophen Kardiomyopathie maximale körperliche Belastung (zum Beispiel kompetitive
r
Sport) zu vermeiden sei (S. 4).
Anamnestisch schildere die Beschwer
deführerin seit September 2016 einen stabilen kardialen Verlauf ohne Zunahme der pektanginösen Beschwerden oder der Dyspnoe (S. 7).
4.4
Dem Schreiben von
Dr.
A._
vom 1
2.
Februar 2018 (
Urk.
9/186/1-8) ist in diag
nostischer Hinsicht eine schwere depressive Episode (ICD-10 F32.2) zu entneh
men. Auch wenn sich die Depression aufhellen sollte, werde die emotionale Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ kaum eine Arbeitsfähigkeit erlauben. Es bleibe eine unberechenbare Instabilität (S. 1 ff.).
Die Behandlung erfolge sehr unregelmässig. Oft sehe er die Beschwerdeführerin Monate nicht.
Der Gesund
heitszustand sei seit Beginn der Behandl
ung stationär (S. 4). Er stelle
keine Zeug
nisse aus, wenn jemand unregelmässig komme (S. 5).
Er könne die Prognose zur Arbeitsfähigkeit nicht beurteilen (S. 6).
5
.
5.1
Zunächst ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin
d
er
Beschwerdeführerin in Nachachtung des Bundesgerichtsurteils (vorstehend E. 3) mehrmals
Unterstüt
zung bei der beruflichen Eingliederung anbot und sie ausdrücklich auf die Mit
wirkungspflicht hinwies.
D
ie Beschwerdeführerin
gab dabei wiederholt an, dass sie
sich nicht
in der Lage fühle, an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen (vgl.
Urk.
9/169;
Urk.
9
/171;
Urk.
9/176-179;
Urk.
9/181;
Urk.
9/183 S. 2 ff.
). Bei
demnach ausgewiesener
fehlender subjektiver Eingliederungsfähigkeit
hat die Beschwerdegegnerin die Eingliederungsmassnahmen mit Verfügung vom
7.
November 2017 (
Urk.
9/182) zu Recht eingestellt
.
Dies wurde von der Beschwerdeführerin auch nicht beanstandet.
5
.2
In medizinischer Hinsicht ergibt sich, dass das
polydisziplinäre
Z._
-Gutachten vom Januar 2015
(
Urk.
9/109)
sowohl vom h
iesigen Gericht mit Urteil vom 1
4.
September 2016 (Prozess Nr. IV.2015.00748;
Urk.
9/150)
als auch vom Bun
desgericht mi
t Urteil vom 1
3.
Februar 2017 (Prozess Nr. 9C_702/2016;
Urk.
9/155)
als beweiskräftig erachtet
sowie
gestützt darauf eine Ver
besserung des Gesundheitszustandes und folglich ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
1
7
Abs.
1 ATSG (vorstehend E. 1.3
) bejaht
wurde.
Das Bundesgericht erachtete eine Gesundheitsverbesserung ab Januar 2015 als ausgewiesen und ging davon aus, dass der Beschwerdeführerin seither eine adaptierte Tätigkeit mit einer Vermin
derung des Rendements von 20
%
bezogen auf ein vollschichtiges Arbeitsvolu
men zumutbar sei (vorstehend E. 3).
Die
nun von der Beschwerdeführerin
gegen den Beweiswert des
Z._
-
Gutachten
vorgeb
rachten Rügen (vgl.
Urk.
1 S. 8
ff.
Ziff.
20-22) sind nicht mehr zu hören.
Zu beachten ist allerdings, dass gestützt auf die seither ergangene Rechtsprechung
nun
grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (
vorstehend E. 1.2
). Das
Z._
-Gutachten datiert von Januar 2015 und damit aus der Zeit
vor Einführung dieses
strukturierten Beweisverfahrens.
Dennoch wurde – wenn auch noch in Unkenntnis der heute massgebenden Rechtsprechung – zu den beachtlichen Standardindikatoren aus
führlich Stellung genommen.
Dabei ergibt sich, dass ein erheblicher Schweregrad hinsichtlich der Ausprägung der diagnoserelevanten
Befunde nicht ausgewiesen ist. D
ie affektive Störung ist remittiert
(ICD-10 F33.4)
und die
kombinierte
Persönlichkeitsstörung
mit emotional instabilen und histrionischen Anteilen (ICD-10 F61.0)
gut strukturiert
(vgl.
Urk.
9/10
9 S. 50 f.
).
Hinsichtlich Behand
lungs- und Eingliederungserfolg und –resistenz k
ann
nicht von einer therapeu
tisch nicht mehr angehbaren
Störung ausgegangen werden
.
Auch
erfolgen
die
psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlungen
sehr
unregelmässig
(vgl.
Urk.
9/109
S. 35
)
.
Relevante Komorbiditäten
sind nicht ersichtlich
.
Hinsichtlich des
Komplex
es
Persönlichkeit
wird
zwar
eine
Persönlichkeitsstörung
diagnosti
ziert, d
och wird dabei
ausdrücklich
festgehalten, dass diese nicht ein Ausmass erreiche, dass es der Beschwerdeführerin nicht doch ermöglicht hätte, sich per
sönlich, beziehungsmässig und schulisch-ber
uflich ordentlich zu entwickeln. E
s
handle
sich um eine gut strukturierte Persönlichkeitsstörung
und
die Beschwer
deführerin
verfüge
über adäquate Ressourcen (vgl.
Urk.
9/109 S. 50 unten).
Im sozialen
Kontext ergeben
sich sodann keine wesentlichen, einschränkenden Faktoren.
Die Beschwerdeführerin sei sozial gut vernetzt, habe jahrelange Kolle
ginnen, unterhalte eine gute Beziehung zum Untermieter, verkehre mit ihren Kindern, betreue
engagiert ihren jüngsten Sohn
und habe Kontakte mit Familien
angehörigen in der Türk
ei (vgl.
Urk.
9/109 S. 34, S. 53).
Hinsichtlich der Konsis
tenz ergibt sich schliesslich,
dass ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens auch nicht ansatzweise
habe
festgestellt werden könne
n
(vgl.
Urk.
9/109 S. 36, S. 53). Vielmehr wurden
erhebliche Inkons
istenzen,
Diskrepanzen
und Selbstlimitationen
erkannt
sowie
aufgrund
dessen und der Observation von einer bewussteinsnahen Aggravation ausgegangen
(vgl.
Urk.
9/109 S. 52
, S. 59, S. 61 oben
).
Damit genügt das
Z._
-Gutachten den Anforderungen an ein struktu
riertes Beweisverfahren.
Die
seither eingegangenen
medizinischen
Akten
weisen
sodann
k
e
ine gesund
heitliche Verschlechterung seit der
Z._
-Begutachtung
nach
.
I
nsbesondere
ist
in psychiatrischer Hinsicht
eine solche
den Berichten von
Dr.
A._
(vorstehend E. 4.2 und E. 4.4) nicht
zu entnehmen. So diagnostiziert
e
dieser
seit jeher eine schwere
depressive Episode sowie eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung und erachtet
e
die Beschwerdeführerin
bereits
seit Behandlungsbeginn im Juni 2001 ununterbrochen als zu 100
%
arbeitsunfähig (vgl.
Urk.
9/10
S. 1
lit. A-C;
Urk.
9/94 S. 1;
Urk.
9/119 S. 1
). Entsprechend berichtet
e
er aktuell auch von einem stationären Gesundheitszustand seit Beginn der Behandlung (vgl.
Urk.
9/168 S. 6
Ziff.
1.11;
Urk.
9/186/1-8 S. 4). Auch in kardiologischer Hinsicht ergibt sich keine Ver
änderung
.
Die hypertrophe Kardiomyopathie war bereits
anlässlich der letztmaligen Beurteilung
bekannt (vgl.
Urk.
9/72/1-2 S. 1
Ziff.
2
;
Urk.
9/72/4-5 S. 1;
Urk.
9/109 S. 11
f.
;
Urk.
9/150 S. 12 E. 5.1
) und schränkt die Beschwerdeführerin in beruflicher Hinsicht
weiterhin
nicht relevant ein (vgl.
Urk.
9/184 S. 2
Ziff.
1.4). Es besteht
entgegen dem Eventualantrag der Beschwer
deführerin (vgl.
Urk.
1 S. 12
Ziff.
27-28)
demnach
keine Veranlassung für ergän
zende medizinische Abklärungen, weshalb darauf im Sinne antizipierter Beweis
würdigung (BGE 122 V 157 E. 1d) zu verzichten ist.
5.3
Entgegen den Ausführungen der Besc
hwerdeführerin (vgl. Urk. 1 S. 6 ff.
Ziff.
13-18
)
ist
ausserdem
davon auszugehen, dass sie ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch wirtschaftlich v
erwerten kann (vorstehend E. 1.4
).
Obwohl
die
Beschwerdeführer
in
dadurch eingeschränkt ist, dass sie keinen grossen Leistungsdruck verträgt und gewisse Pausen benötigt
(vgl.
Z._
-Gutachten,
Urk.
9/109 S. 58)
,
ist durchaus mit einer gewissen Rück
sichtnahme seitens des Arbeitgebers zu rechnen, weshalb einzig aus diesem Grund (noch) nicht von einer Unverwertbarkeit auszugehen ist.
Hinsichtlich der von der
Beschwerdeführer
in
vorgebrachten langandauernden Abstinenz vom Arbeits
markt
und der fehlenden Berufsausbildung
ist zu beachten, dass der Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand bei Hilfsarbeiten minimal ist, da deren Ausübung keine speziellen Berufskenntnisse vorauss
etzt.
Unter Berücksichtigung, dass d
ie
am
1.
November 1958
geborene
Beschwerdeführer
in
im Zeitpunkt der
Z._
-Begutachtung im Januar 2015
(Urk.
9/109
) 56
Jahr
e sowie 2
Monate alt
war und ihr somit noch
knapp
8
Jahre
bis zur Pensionierung blieben, und dass das Bundesgericht für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen relativ hohe Hürden entwickelt hat (
vgl. statt vieler:
BGE 143 V 431 E. 4.5.2,
Urteile des Bundesgerichts 8C_2
8/2017 vom 19. Juni 2017 E. 5.2 und
8C_118/2015 vom 9. Juli 2015 E. 4.4
), ist die Verwertbarkeit der verbliebenen A
rbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch als möglich und zumutbar zu erachten.
Anhand der Akten ergibt sich
schliesslich
nicht, d
ass sich
hinsichtlich der Bestimmung des Invaliditätsgrades seit der letztmaligen gerichtlichen Beurteilung etwas verändert
hat
, weshalb auf die diesbezüglichen Ausführungen (vgl. Erwägung 5.5 im Urteil vom 1
4.
Septem
ber 2016, Prozess Nr.
IV.2015.00748;
Urk.
9/150
) verwiesen werden kann und sich
folglich
ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad ergibt.
5
.4
Zu prüfen bleibt der Zeitpunkt der Renteneinstellung.
Mit Urteil vom 1
3.
Februar 2017 (Prozess Nr. 9C_702/2016;
Urk.
9/155)
hob
das Bundesgericht den Entscheid des hiesigen Gerichts vom
1
4.
September 2016 (Prozess Nr. IV.2015.00748;
Urk.
9/150) sowie
die Verfügungen der Beschwerdegegnerin vom
5.
und
2
2.
Juni 2015 (
Urk.
9/129;
Urk.
9/131/2-5
) auf und
wies
die Sache an die Beschwerdegeg
nerin zur Prüfung und
Durchführung
allfälliger Eingliederungsmassnahmen zurück
.
Dabei
hielt
das Bundesgericht fest, dass
bei der im Zeitpunkt der Renten
aufhebungsverfügung über 55 Jahre alten Beschwerdeführerin
eine erhebliche invaliditätsbedingte arbeitsmarktliche Desintegration vorliege und damit
grund
sätzlich
von der Notwendigkeit beruflicher Massnahmen auszugehen sei (vgl. Erwägung 5.1 des genannten Urteils).
Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführte (vgl.
Urk.
2 S. 2 f.;
Urk.
8
S. 1 f.), dauert n
ach der Rechtsprechung
– unter Vorbehalt einer allfällig missbräuch
lichen Provozierung eines möglichst frühen Revisionszeitpunktes durch die Ver
waltung – der mit der revisionsweise verfügten Herabsetzung oder Aufhebung einer Rente verbundene Entzug der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde bei Rückweisung der Sache an die Verwaltung auch noch für den Zeitraum dieses Abklärungsverfahrens bis zum Erlass der neuen Verwaltungs
verfügung an
.
Die Herabsetzung oder Aufhebung der Rente erfolgt frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an, wobei sich dies auf jene Verwaltungsverfügung bezieht, mit welcher die Herabsetzung oder Aufhe
bung erstmals verfügt wurde (
BGE 129 V 370, 106 V 18;
Urteil
des Bundesgerichts 8C_451/2010 vom 1
1.
Nove
mber 2010 E. 2-3).
Hingegen
übersieht
d
ie Beschwerdegegnerin,
dass
die revisions- oder wiederer
wägungsweise Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente bei versicherten Personen, die das 5
5.
Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als
15 Jahren bezogen haben, nur zulässig
ist
, wenn zuvor Eingliederungs
hilfe geleistet
wurde;
m
ithin ist in
Fällen
nicht zumutbarer Selbsteingliederung
die Prüfung und allfällige Durchführung von Eingliederungsmassnahmen Voraus
setzung der Rentenaufhebung (vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_58
2/2017 vom 2
2.
März 2018 E. 6.4,
9C_525/2017 vom 3
0.
Oktober 2017 E. 3.5, 9C_324/2017 vom
6.
Juli 2017 E. 4.3,
8C_446/2014 vom 1
2.
Januar 2015 E. 4.2.4
, 9C_228/2010 vom 2
6.
April 2011 E. 3.3 und 9C_163/2009 vom 1
0.
September 2010 E. 4.2.2
).
Eine Einstellung der Rente per
1.
August 2015 fällt damit ausse
r Betracht
.
Ent
sprechend ist die verfügte Renteneinstellung vom
6.
September 2018 (
Urk.
2) gestützt auf
Art.
88
bis
Abs.
2 lit. a IVV erst per
1.
November 2018 gerechtfertigt.
In diesem Sinne ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen.
6
.
6
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie
den Parteien je hälftig
aufzuerlegen,
wobei der Anteil der Beschwerdeführerin
infolge bewilligter unentgeltlicher Prozessführung einstwei
len auf die Gerichtskasse zu nehmen
ist
, dies unter Hinweis auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer).
6
.2
Nach
§
34
Abs.
1 GSVGer hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3 GSVGer).
Damit ist gesagt, dass praxisgemäss auch bei teilweisem Obsiegen ein Anspruch auf eine Prozess
entschädigung zu bejahen ist, wobei bei einem Teilerfolg, gemessen am Ergebnis der Anfechtung des vorinstanzlichen Entscheides, grundsätzlich ein Anspruch auf eine reduzierte Prozessentschädigung besteht (BGE 117 V 401).
Mit Honorarnote vom
7.
November 2019 (
Urk.
13) machte Rechtsanwältin Aurelia Jenny, Zürich, einen Aufwand von 10 Stunden sowie Barauslagen von
Fr.
81.-- geltend, was als angemessen erscheint. Die Entschädigung ist deshalb auf
Fr.
2'457.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) festzusetzen.
Davon hat die Beschwerdegegnerin zufolge teilweisen Obsiegens der Beschwerdeführerin einen Betrag von
Fr.
1'
228
.
50
als Prozessentschädigung zu bezahlen. Im Restbetrag von
Fr.
1'228.50
wird die
unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, Rechtsanwältin Aurelia Jenny, Zürich, aus der Gerichtskasse
entschädigt
. Die Beschwerdeführerin wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss
§
16
Abs.
4 GSVGer hingewiesen.
D
as Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde wird in dem Sinne teilweise gutgeheissen, dass die Verfügung vom
6.
September 2018 dahingehend abgeändert wird, als
d
er
Beschwerdeführerin ab dem
1.
November 2018
keine Invalidenrente mehr zusteht
. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
den Parteien je zur Hälfte
auferlegt.
Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung werden die
der Beschwerdeführerin
auferlegten Kosten von
Fr.
400
.-- einstweilen auf die Gerichtskasse genommen.
Die Beschwerdeführerin wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4 GSVGer hin
gewiesen.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der unentgeltlichen Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, Rechtsanwältin Aurelia Jenny, Zürich,
eine reduzierte Prozessent
schädigung von
Fr.
1'228.50
(inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen.
Im weitergehenden Umfang wird
die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, Rechtsanwältin Aurelia Jenny, Zürich,
mit
Fr.
1'228.50
(inkl. Bar
auslagen und MWSt) aus der Gerichtskasse entschädigt.
Die Beschwerdeführerin wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4 GSVGer hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Aurelia Jenny
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.