Decision ID: 59cf56e7-5c03-534e-bc89-7666514e33c7
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Duri Poltera, Hadwigstrasse 6a, 9000 St. Gallen,
gegen
SWICA Versicherungen, Römerstrasse 37, Postfach, 8401 Winterthur,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a M._, geboren 1955, ist seit Mai 1992 bei der A._ als Verkaufsberaterin
angestellt und dadurch bei der SWICA Gesundheitsorganisation obligatorisch gegen
die Folgen von Unfällen versichert (UV-act. 1). Am 28. Januar 2008 stürzte die
Versicherte, als sie sich anschickte, nach einem Unterbruch wieder auf die Skipiste
zurückzukehren. Sie verspürte in der Folge heftige Schmerzen im linken Knie. Die
Knieschmerzen erholten sich im Ruhezustand, nahmen aber bei Belastung sofort
wieder zu.
A.b Aufgrund dieser wiederholt auftretenden Belastungsschmerzen wandte sich die
Versicherte am 29. April 2008 an Dr. med. B._, Facharzt FMH für Orthopädische
Chirurgie, der aufgrund der Resultate eines am 29. Mai 2008 erstellten
Magnetresonanztomogramms (MRI) am 16. Juni 2008 eine arthroskopische
Meniskusteilresektion medial, eine Knorpelglättung des medialen Femurkondylus und
eine Meniskusglättung durchführte. Nach diesem Eingriff manifestierten sich im linken
Knie mediale Schmerzen und eine Ergusstendenz, insbesondere am Abend (UV-
act. 18). Am 25. Juli 2008 wurde von der Radiologie im Silberturm, St. Gallen, ein
zweites MRI erstellt (vgl. UV-act. 25a). Mit Bericht vom 25. August 2008 stellte
Dr. B._ folgende Diagnosen: erhebliche Meniskopathie mit Rupturen, Meniskus
assoziiertes Ganglion, Chondropathie mediale Grad II, femoropatellar Grad I.
Intraoperativ am 16. Juni 2008 mediale Meniskusruptur in der Pars intermedia und im
Hinterhorn. In diesem Bereich Knorpelschädigung. Die festgestellten
Körperschädigungen seien alleine auf den Unfall vom 28. Januar 2008 zurückzuführen
(UV-act. 5, 7). Mit Schreiben vom 3. September 2008 anerkannte die
Unfallversicherung ihre Leistungspflicht (UV-act. 8).
A.c Am 28. November 2008 erstellte Dr. B._ einen ärztlichen Zwischenbericht. Darin
beschrieb er eine persistierende Ergusstendenz und Knieschmerzen links medial
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betont, eine Osteodystrophie des medialen Femurkondylus und Tibiakopfs links und
eine Chondropathie im medialen Kompartiment Grad III (UV-act. 18).
A.d Für eine Zweitmeinung wandte sich die Versicherte am 9. Dezember 2008 an
Dr. med. C._, FMH Orthopädische Chirurgie, (vgl. UV-act. 17). Dieser erkannte auf
dem MRI vom 29. Mai 2008 eine Signalstörung im medialen Femurkondylus sowie in
der Trochlea mit Intensität im subchondralen Bereich, eine leichte
Oberflächenunregelmässigkeit mit deutlicher Verschmälerung der femurotibialen
Gelenkpartie medial bei lateral normalen Knorpelverhältnissen. Zudem liege eine leichte
Verschmälerung der Knorpelschicht retropatellär vor. Im mittleren Hinterhornbereich
des medialen Meniskus sei eine horizontal verlaufende Kontinuitätsunterbrechung
erkennbar bei unauffälligen Kreuzbändern. Im MRI vom 25. Juli 2008 sei eine
Signalzunahme der Spongiosa im medialen Femurkondylus und im Tibiakopf sowie
eine starke Verschmälerung des medialen Gelenkspalts mit Unregelmässigkeit der
gelenkbildenden Knochen des Femurs und der Tibia erkennbar. Es handle sich um eine
Gonarthrose Stadium III des medialen Gelenkkompartiments mit Veränderungen im
patellofemoralen Gelenkbereich, wobei letztere einer Arthrose Stadium II entsprächen
(act. G 7.1).
A.e Auf Zuweisung von Dr. C._ wurde die Versicherte am 12. Januar 2009 von
Dr. med. D._, Facharzt FMH für Orthopädie und Chirurgie, untersucht. Dieser stellte
am linken Knie einen geringen Erguss und einen Druckschmerz über dem medialen,
weniger über dem lateralen Gelenkspalt fest und bestätigte, dass auf dem MRI vom
25. Juli 2008 eine progrediente Gonarthrose im medialen Kompartiment ersichtlich sei.
Normal sei das laterale Kompartiment und der laterale Meniskus. Die Meniskusläsion
sei unfallbedingt gewesen. Ebenso sei auch die vorliegende Problematik Folge des
Unfalles und der anschliessenden Operation (UV-act. 25a). Auf Anweisung von
Dr. D._ wurde die Versicherte in der Folge am 4. Februar 2009 in der Hirslandenklinik
Zürich erneut am linken Knie operiert (UV-act. 23, 31). Namentlich wurde eine
Arthroskopie mit Débridement des linken Kniegelenks und eine Tibia-Valgisations-
Osteotomie links durchgeführt (UV-act. 41/15).
A.f Am 20. Januar 2009 beauftragte die Unfallversicherung Dr. med. E._, FMH
Orthopädische Chirurgie, mit der Vornahme einer Aktenbeurteilung (UV-act. 28b). Im
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Aktengutachten vom 26. Februar 2009 stellt Dr. E._ folgende Diagnosen: operativ
korrigiertes Genu varum links, grossteils fehlender Innenmeniskus am linken
Kniegelenk, mediale Gonarthrose linkes Knie, Femoropatellar-Arthrose linkes Knie,
partiell fehlender Aussenmeniskus linkes Knie und Genu varum rechts. Er kam zum
Schluss, dass mit stark überwiegender Wahrscheinlichkeit schon vor dem Ereignis vom
28. Januar 2008 ein erheblicher Knorpelschaden bzw. eine Arthrose am linken Knie
medial vorgelegen habe. Zudem sei der nach dem Ereignis vom 28. Januar 2008
festgestellte Schaden am Innenmeniskus des linken Kniegelenks mit an Sicherheit
grenzender Wahrscheinlichkeit degenerativer Natur. Das Ereignis vom 28. Januar 2008
habe daher höchstens zu einer vorübergehenden Verschlimmerung der Beschwerden
des vorbestehenden Schadens geführt. Den Eintritt des Status quo sine legte Dr. E._
auf sechs Monate nach dem Unfall und damit auf den 28. Juli 2008 fest (UV-act. 41/17
ff.).
A.g Gestützt auf das Aktengutachten von Dr. E._ verneinte die Unfallversicherung
ihre Leistungspflicht für das Ereignis vom 28. Januar 2008 mit Verfügung vom 20. März
2009 rückwirkend ab 1. August 2008, verzichtete aber auf die Rückforderung der nach
Juli 2008 erbrachten Leistungen (UV-act. 46).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt Dr. iur. Duri Poltera, St. Gallen, für
die Versicherte am 21. April 2009 Einsprache (UV-act. 60). In der Begründung stützte er
sich im Wesentlichen auf eine von Dr. D._ zum Gutachten von Dr. E._ erstellte
Stellungnahme vom 12. Mai 2009, wonach das Ereignis vom 28. Januar 2008 nicht nur
zu einer vorübergehenden Verschlimmerung eines vorbestehenden Schadens, sondern
zu einer richtungsweisenden Verschlechterung einer leichten vorbestehenden
Gonarthrose geführt habe. Es sei davon auszugehen, dass die Gonarthrose ohne das
Unfallereignis nur langsam progredient verlaufen wäre und erst mittel- bis langfristig
eine orthopädische Behandlung notwendig gemacht hätte (UV-act. 67a). Der Wegfall
des Kausalzusammenhangs zwischen Unfallereignis und den aktuellen Beschwerden
sei nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen. Für den Spitalaufenthalt in der Klinik Hirslanden ab 4. Februar 2009 sei
die Unfallversicherung aber ohnehin bereits aus Gründen des Vertrauensschutzes
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leistungspflichtig, habe sie doch mit Schreiben vom 22. Januar 2009 für besagten
Aufenthalt eine vorbehaltlose Kostengutsprache erteilt (UV-act. 67).
B.b Eine am 22. April 2009 von der Helsana Versicherungen AG als
Krankenversicherer vorsorglich erhobene Einsprache wurde am 8. Juni 2009 wieder
zurückgezogen (UV-act. 61, 65).
B.c Mit Entscheid vom 13. August 2009 wies die Unfallversicherung die Einsprache
ab. Dies begründete sie damit, dass die auf den Röntgenbildern vom 29. April 2008
beschriebene subchondrale Sklerosierung und die aus denselben Röntgenbildern und
dem MRI vom 29. Mai 2008 ersichtliche kleine osteophytäre Ausziehung am Tibiakopf
medial gegen das Vorliegen einer leichten Gonarthrose im Zeitpunkt des
Unfallereignisses spreche. Vielmehr handle es sich dabei um eine typische
Veränderung bei Arthrose. Sowohl die Arthrose als auch die im Rahmen des MRI vom
29. Mai 2008 sowie der Arthroskopie vom 16. Juni 2008 festgestellten Knorpelschäden
seien über längere Zeit entstanden. Ihr Erscheinungsbild entspreche nicht einer wenige
Monate zurückliegenden unfallkausalen Schädigung. Anlässlich des Sturzes vom
28. Januar 2008 sei somit lediglich eine vorübergehende Verschlimmerung eines
Vorzustandes eingetreten. Der Status quo sine sei erreicht (UV-act. 68).
C.
C.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die von Rechtsanwalt Poltera am
14. September 2009 beim Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen angehobene
Beschwerde mit dem Antrag, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und der
Beschwerdeführerin seien weiterhin Leistungen der Unfallversicherung
(Heilungskosten, Taggeld usw.) im Zusammenhang mit dem Unfall vom 28. Januar
2008 auszurichten. Das Ganze unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur
Begründung wiederholt er im Wesentlichen die bereits im Einspracheverfahren
erhobenen Rügen (act. G 1).
C.b Mit Eingabe vom 9. Oktober 2009 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung
bringt sie im Wesentlichen vor, es sei bei der Würdigung der Stellungnahme von
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Dr. D._ zu berücksichtigen, dass dieser nicht Einsicht in die gesamten medizinischen
Akten, insbesondere auch in die bildgebenden Dokumente, gehabt habe. Insofern
müssten insbesondere seine Aussagen zum Ausmass des degenerativ bedingten
Vorzustandes relativiert werden. Dass bereits am 4. Februar 2009 eine
Valgisationsosteotomie habe stattfinden können, spreche gegen die Unfallkausalität,
da eine solche Operation bei frischen Traumabefunden nicht durchgeführt werden
könne. Zudem sei die Varusfehlstellung und damit die Ursache für die Varusgonathrose
bereits am 29. April 2008 dokumentiert. Eine solche könne aber nicht innert dem
kurzen Zeitraum vom 28. Januar 2008 bis zum 29. April 2008 entstanden sein. Da
Knorpelschäden bildgebend nicht direkt ersichtlich seien, gehe auch die Kritik von
Dr. D._ fehl, dass es an einem bildgebenden Beweis des Vorzustandes der
Knorpelschäden fehle. Dass beim Sturz eine Distorsionsverletzung des Kniegelenks
stattgefunden habe, wie dies Dr. D._ annehme, sei in den Akten nirgends
dokumentiert. Der Einwand des Vertrauensschutzes erübrige sich, da sie (die
Beschwerdegegnerin) zwischenzeitlich für die Kosten des Spitalaufenthalts ab dem
4. Februar 2009 aufgekommen sei und auf eine Rückforderung verzichte (act. G 3).
C.c Die Beschwerdeführerin verzichtete auf die Einreichung einer Replik (act. G 5).
C.d Am 22. April 2010 forderte das Versicherungsgericht die Beschwerdegegnerin
auf, die in den Akten fehlenden Seiten des Schreibens von Dr. C._ vom
17. Dezember 2008 (UV-act. 21) nachzureichen. Das vollständige Schreiben wurde der
Beschwerdeführerin am 29. April 2010 zur Kenntnis- und Stellungnahme zugestellt (act.
G 8). Die Beschwerdeführerin verzichtete auf die Einreichung einer Stellungnahme.

Erwägungen:
1.
1.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) werden die Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt. Als Unfall gilt laut Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht beabsichtigte
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schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den
menschlichen Körper. Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt zunächst
voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein
natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinn des natürlichen
Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der
eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht
zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser
Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht
erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher
Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen
Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne
dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit
Hinweisen). Ein degenerativer oder pathologischer Vorzustand schliesst demnach das
Vorliegen eines unfallbedingten Gesundheitsschadens nicht aus, sofern ein
Unfallereignis den vorbestehenden Gesundheitsschaden verschlimmert oder manifest
werden lässt (vgl. BGE 123 V 43 E. 2b).
1.2 Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss
auch das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit
nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es
sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, über welche die
Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden
Beweiswürdigung zu befinden hat, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob
ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht beim
Versicherten, sondern beim Unfallversicherer (Urteil des Bundesgerichts vom
24. Oktober 2007, 8C_439/2007, E. 3.2; Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; ab 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 2. Februar 2006, U 381/04, E. 3.1 mit Hinweisen).
2.
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Zwischen den Parteien ist unumstritten, dass der Sturz der Beschwerdeführerin vom
28. Januar 2008 als Unfall im Sinn von Art. 4 ATSG zu qualifizieren ist, für dessen
Folgen die Beschwerdegegnerin als Unfallversicherer zumindest bis am 31. Juli 2008
eine Leistungspflicht getroffen hat. Streitig und zu prüfen ist, ob für die Zeit über den
31. Juli 2008 hinaus ein behandlungsbedürftiger und/oder zu Arbeitsunfähigkeit
führender Gesundheitsschaden besteht, der in natürlich kausaler Weise auf den Unfall
vom 28. Januar 2008 zurückzuführen ist.
3.
3.1 Die Menisken dienen insbesondere der Kongruenz des Kniegelenks und
ermöglichen dadurch eine bessere Kraftübertragung und verbesserte Stabilität
während der Kniebewegung (Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische
Chirurgie, 4. Aufl., Bern 2002, S. 1027). Sie funktionieren als Lastverteiler, Bremsklötze,
Stossdämpfer und Stabilisierer (D.M. Kohn, Meniskuserkrankungen, in: Deutsche
Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und Berufsverband der Ärzte
für Orthopädie (Hrsg.), Leitlinien der Orthopädie, 2. Aufl., Köln 2002, S. 141 f.).
Entsprechend haben Meniskusdefekte, insbesondere in Kombination mit
Bandinsuffizienzen, leicht eine Instabilität und frühe degenerative Gelenkschäden,
insbesondere Gonarthrosen, zur Folge (Alfred M. Debrunner, a.a.O., S. 1027). Auch die
Entfernung oder Teilentfernung der Menisken führt über eine vermehrte Belastung des
Gelenkknorpels regelmässig zur sekundären Arthroseentwicklung im Kniegelenk (Sina
Eitenmüller, Langzeitergebnisse der arthroskopischen Meniskusrefixation und der
partiellen Meniskektomie unter der speziellen Betrachtung der frühzeitigen
Arthroseentwicklung im Kniegelenk, Diss. Frankfurt am Main 2003, S. 92). Eine
natürliche Kausalität zwischen einer (Teil-)Meniskektomie und einer in der Folge
auftretenden Gonarthrose muss demnach regelmässig als gegeben betrachtet werden
(vgl. in diesem Zusammenhang auch den Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 16. Februar 2010, UV 2009/18, E. 3.2). Die Beurteilung des
natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis vom 28. Januar 2008
und den im Zusammenhang mit der Gonarthrose stehenden Kniebeschwerden der
Beschwerdeführerin erfordert daher vorab die Klärung der Frage, ob die von Dr. B._
im Rahmen der Arthroskopie vom 16. Juni 2008 behandelte, ausgedehnte mediale
Meniskusruptur mit Horizontal- und Lappenrissbildung von der Pars intermedia bis zum
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Hinterhorn und bis zur Kapsel reichend (UV-act. 36/2) auf das Unfallereignis vom
28. Januar 2008 zurückzuführen ist.
3.2
3.2.1 Menisken können bei akuten schweren Knieverletzungen - meist im
Rahmen von Sportunfällen - ein- oder abreissen. Typische Ursache dafür ist ein
Flexions-Aussenrotations- bzw. Valgisationstrauma des Knies, das neben
Bandverletzungen nicht selten eine Verletzung des medialen Meniskus zur Folge hat.
Dabei tritt häufig ein tangentialer Längsriss, meist im hinteren Abschnitt des
Innenmeniskus, auf. Weit häufiger als die akuten Verletzungen sind aber die meist
tangential verlaufenden Risse chronisch degenerierter Menisken, die ohne Unfall oder
bei nur geringfügigem Trauma, bei unphysiologischen, unkoordinierten Bewegungen
auftreten. Davon betroffen ist häufig der innere Meniskus. Der erste Riss entsteht mit
Vorliebe tangential am Hinterhorn. Er kann sich zum Lappen- oder Korbhenkelriss
vergrössern (vgl. Alfred M. Debrunner, a.a.O., S. 1057).
3.2.2 Vorliegend traten die Knieschmerzen der Beschwerdeführerin
unbestrittenermassen unmittelbar nach ihrem Sturz auf. Den Unfallverlauf schilderte die
Beschwerdeführerin in der Erstbefragung vom 21. August 2008 dahingehend, dass sie
auf den Skiern stehend vor dem Losfahren auf einer ebenen Fläche gestürzt sei. Ob sie
nach links oder rechts gefallen sei, wisse sie nicht mehr. Als sie auf dem Boden
gelegen habe, habe ihr linkes Knie heftig geschmerzt. Sie sei allein aufgestanden, aus
der Skibindung gestiegen, in Begleitung ihres Lebenspartners zum nächsten Taxi
gehumpelt und ins Hotel zurückgefahren. Die Knieschmerzen hätten im Ruhezustand
nachgelassen, seien aber bei Belastung sofort wieder aufgetreten. Eine Schwellung
oder Verfärbung sei nicht zu erkennen gewesen. Die Schmerzen hätten sich in der
Folge zurückgebildet, so dass sie normal habe arbeiten können, seien aber bei
grösserer Belastung, z.B. längeren Spaziergängen, wieder stärker geworden, weshalb
sie schliesslich einen Arzt aufgesucht habe (UV-act. 4a/1 f.). Dass die
Beschwerdeführerin bei diesem Unfallhergang keine akute schwere Knieverletzung
erlitten haben kann, ist offensichtlich. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin im Rahmen ihres Sturzes höchstens ein geringfügiges Knietrauma
erlitten hat. Dies spricht nun aber nicht für einen akuten Meniskusriss, sondern vielmehr
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für eine Rissbildung aufgrund eines massiven chronisch-degenerativen Vorzustands
des Meniskus.
3.2.3 In diesem Sinn kommt Dr. E._ im Aktengutachten vom 26. Februar 2009
zum Schluss, dass der bei der Beschwerdeführerin festgestellte Meniskusschaden aus
medizinischer Sicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit degenerativer
Natur sei. Insbesondere seien bei der Beschwerdeführerin sämtliche für degenerative
Meniskusrisse typischen Anzeichen, wie horizontale und komplexe Risse,
lappenförmige Risse am medialen Meniskushinterhorn, eine Ausfaserung des
Meniskusgewebes, das Fehlen echter Blockaden sowie das Bestehen einer Arthrose,
erfüllt. Auch sprächen die vom Radiologen anhand des MRI vom 29. Mai 2008
beschriebenen Meniskusganglien an der Aussenzirkumferenz des Innenmeniskus für
einen degenerativen Meniskusschaden im Rahmen der vorbestehenden Arthrose (UV-
act. 41/16 f.). Diese medizinische Einschätzung wurde in Kenntnis sämtlicher Akten,
insbesondere auch der bildgebenden medizinischen Unterlagen, abgegeben, ist in sich
schlüssig und nachvollziehbar. Dagegen bringt Dr. D._ in seiner Stellungnahme vom
12. Mai 2009 einzig vor, dass eine Distorsionsverletzung des Kniegelenks, wie sie die
Beschwerdeführerin im Januar 2008 erlitten habe, zum Einriss des Meniskus führen
könne. Diese Darstellung überzeugt bereits deshalb nicht, weil Dr. D._ von einer
Distorsionsverletzung des Kniegelenks ausgeht, obwohl der Unfallhergang,
insbesondere der genaue Bewegungsablauf, vorliegend nicht bekannt ist. Ferner stützt
sich die Ansicht von Dr. D._ massgeblich darauf, dass ein Vergleich des MRI-
Befunds vom 25. Juli 2008 mit demjenigen vom 29. Mai 2008 eine deutliche
Verstärkung der medialen Gonarthrose sowie der Femoropatellararthrose verdeutliche.
Eine solche Verschlechterung geht jedoch aus den Akten nicht hervor und wird von
Dr. E._ unter Bezugnahme auf die Röntgenbefunde vom 29. April und 3. Dezember
2008 sogar ausdrücklich verneint (UV-act. 41/18). Nachdem Dr. D._ keine Kenntnis
der bildgebenden medizinischen Unterlagen hatte, vermag seine abweichende
Einschätzung keine berechtigten Zweifel an der Richtigkeit des Gutachtens von
Dr. E._ zu wecken.
3.2.4 Im Ergebnis ist daher mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass bereits der
Meniskusschaden nicht kausal zum Unfallereignis vom 28. Januar 2008 war. Vielmehr
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ist davon auszugehen, dass der unphysiologische Bewegungsablauf im
Zusammenhang mit dem seitlichen Sturz aus dem Stand einen vorbestehenden,
degenerativen Meniskusschaden enthüllte. Bestand aber bereits keine Leistungspflicht
der Beschwerdegegnerin für den Meniskusriss bzw. die deswegen erforderlichen
Eingriffe, besteht selbst dann keine Leistungspflicht im Zusammenhang mit der
Gonarthrose, wenn - was nach dem in E. 3.1 Gesagten durchaus möglich ist - die
Teilmeniskektomie eine richtungsweisende Verschlechterung der Gonarthrose zur
Folge gehabt hat.
4.
Die Beschwerdeführerin beantragt zudem, die Beschwerdegegnerin habe die Kosten
für den Spitalaufenthalt in der Klinik Hirslanden ab 4. Februar 2009 bereits aufgrund der
erteilten vorbehaltlosen Kostengutsprache aus Gründen des Vertrauensschutzes zu
übernehmen. Wird im Einspracheentscheid vom 13. August 2009 unter anderem ein
Anspruch der Beschwerdeführerin auf Heilbehandlungen ab 1. August 2008 verneint,
umfasst dies auch die Kosten des Spitalaufenthalts in der Klinik Hirslanden ab
4. Februar 2009, weshalb auf die Beschwerde auch in diesem Punkt einzutreten ist. Zu
beachten gilt aber, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht für den
besagten Spitalaufenthalt in der Beschwerdeantwort anerkannt hat. Damit ist die Frage
im vorliegenden Beschwerdeverfahren gegenstandslos geworden. Diese erst im
Beschwerdeverfahren erfolgte Anerkennung ist aber als teilweises Obsiegen der
Beschwerdeführerin zu werten und wird deshalb nachfolgend in Form einer reduzierten
Parteientschädigung zu berücksichtigen sein.
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit sie nicht
gegenstandslos geworden ist. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a
ATSG).
5.2 Wie in E. 4 erläutert, hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine reduzierte
Parteientschädigung. Die Höhe der Parteientschädigung ist vom Gericht
ermessensweise festzusetzen, wobei insbesondere der Bedeutung der Streitsache und
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dem Aufwand Rechnung zu tragen ist. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--. Bei vollständigem Obsiegen wäre mit Blick auf vergleichbare Fälle eine
Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- angemessen gewesen. Berücksichtigt man, dass
die Beschwerdeführerin nur zu einem geringen Teil obsiegt, erscheint vorliegend eine
Parteientschädigung von Fr. 1'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG