Decision ID: 8ed5eedc-ea48-455b-a1ad-485362aa1f3d
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus Joos, Marktplatz 4, Postfach 646,
9004 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente (Abklärung)
Sachverhalt:
A.
A.a A._, geboren 19_, meldete sich am 24. August 2011 wegen eines am
22./23. Mai 2011 erlittenen Herzinfarkts (siehe hierzu act. G 3.21-1 und G 3.43) zum
Bezug von IV-Leistungen an (act. G 3.1). Im Austrittsbericht der Reha-Klinik B._ vom
16. August 2011, wo der Versicherte vom 13. Juli bis 16. August 2011 hospitalisiert
war, diagnostizierten die dort behandelnden medizinischen Fachpersonen eine
koronare und hypertensive Herzkrankheit, rezidivierende epileptische teils tonische,
teils tonisch-klonische Anfälle, einen Harnverhalt bei hochgradigem Verdacht auf
Prostatakarzinom, einen Diabetes mellitus Typ 2 (oral eingestellt), eine kompensierte
Niereninsuffizienz sowie eine akute Belastungsreaktion als Folge des Geschehens (act.
G 3.21; vgl. auch den Bericht der medizinischen Intensivstation des Departements
Innere Medizin des Kantonsspitals St. Gallen [KSSG] vom 24. Mai 2011, wo der
Versicherte am 23. und 24. Mai 2011 behandelt worden war, act. G 3.43). Der Hausarzt
des Versicherten, Dr. med. C._, Allgemeinmedizin FMH, bescheinigte dem
Versicherten im Bericht vom 9. Oktober 2011 für die angestammte Tätigkeit als
"Allrounder" eine seit 22. Mai 2011 bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit (act.
G 3.24). Im Verlaufsbericht vom 27. Januar 2012 gab er an, der Gesundheitszustand
sei seit dem 9. Oktober 2011 stationär geblieben (act. G 3.33).
A.b Am 16. Februar 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass aufgrund
seines Gesundheitszustands keine beruflichen Massnahmen möglich seien (act.
G 3.37). Der RAD hielt in der Stellungnahme vom 1. März 2012 fest, versicherungs
medizinisch liege weiterhin ein instabiler Gesundheitszustand vor. Aufgrund der
jetzigen medizinischen Datenlage könne versicherungsmedizinisch nun nachvollzogen
werden, dass seit Mai 2011 "anhaltend generell" kein "EP" (wohl:
Eingliederungspotenzial) bestehe (act. G 3.46). Im Verlaufsbericht vom 29. Juni 2012
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gab Dr. C._ an, die bisherige Diagnosestellung habe sich insoweit verändert, als ein
Status nach Operation eines Prostatakarzinoms bestehe. Es fände seit Woche 27 eine
Radiotherapie statt. Eine Tätigkeit könne dem Versicherten nicht zugemutet werden.
Eine Neubeurteilung der Arbeitsfähigkeit könne nach Abschluss der Behandlung des
Prostatakarzinoms erfolgen (act. G 3.53). Am 30. Juli 2012 fand eine kardiologische
Kontrolle in der Abteilung Innere Medizin des Spitals D._ statt. Klinisch gehe es dem
Versicherten kardialerseits gut. Eine nächste Kontrolle finde in einem Jahr statt (act.
G 3.57-5 ff.). Im Bericht der Klinik für Neurologie des KSSG vom 3. August 2012
betreffend die Untersuchung in der Epilepsiesprechstunde vom 31. Juli 2012
diagnostizierten die dort behandelnden medizinischen Fachpersonen einen Verdacht
auf rezidivierende epileptische Anfälle, teils tonisch, teils tonisch-klonisch mit/bei u.a.:
DD postinterventionelle Frühanfälle bei Zustand nach Koronarangiographie, DD
medikamentös getriggert. Bei bestehender Anfallsfreiheit zeige sich ein erfreulicher
neurologischer Verlauf (act. G 3.58). Der behandelnde Arzt der Klinik für Radio-
Onkologie berichtete am 27. August 2012, bezüglich des Prostatakarzinoms bestünden
zurzeit keine Beschwerden (act. G 3.60). Der RAD vertrat in der Stellungnahme vom
19. November 2012 die Auffassung, der Gesundheitszustand sei jetzt stabil. Für eine
leidensangepasste Tätigkeit könne "provisorisch" von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit
ausgegangen werden, die gegebenenfalls noch wenig steigerbar sei (act. G 3.61).
A.c Dr. med. E._, Oberarzt an der Klinik für Neurologie des KSSG, berichtete am
3. Dezember 2012, bezüglich der stattgehabten epileptischen Anfälle seien aktuell
keine therapeutischen Massnahmen indiziert. Die Prognose sei gut. An begleitenden
neurologischen Diagnosen bestehe ein Verdacht auf ein Karpaltunnelsyndrom rechts
und eine Polyneuropathie im Rahmen einer mittelschweren Niereninsuffizienz und
Diabetes mellitus. Aus neurologischer Sicht gebe es aktuell keine relevanten
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit. Ergänzende Abklärungen halte er im
Zusammenhang mit der Polyneuropathie und des möglichen Karpaltunnelsyndroms für
angezeigt (act. G 3.64). Dr. C._ gab am 8. Dezember 2012 an, eine
leidensangepasste Tätigkeit könne dem Versicherten zugemutet werden, allerdings
bloss in einem zeitlich reduzierten Pensum. Die dabei allenfalls bestehende
Verminderung der Leistungsfähigkeit könne er nicht abschätzen (act. G 3.63-8). In der
Stellungnahme vom 20. Februar 2013 bestätigte der RAD dem Versicherten für
körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Führen von Fahrzeugen
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aufgrund der kardialen Dysfunktion mit Niereninsuffizienz die zuvor am 19. November
2012 vorgeschlagene 50%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 3.65-2).
A.d Im Vorbescheid vom 23. April 2013 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, das Rentenbegehren bei einem errechneten Invaliditätsgrad von 20%
abzuweisen. Als Valideneinkommen berücksichtigte sie das durchschnittliche
Jahreseinkommen der Jahre 2006 bis 2009 im Betrag von Fr. 29'000.-- (act. G 3.69).
Dagegen erhob der Versicherte am 24. Mai 2013 Einwand. Die bestehenden
gesundheitlichen Leiden liessen es als in hohem Mass unwahrscheinlich erscheinen,
dass effektiv noch eine Restarbeitsfähigkeit bestehe. Die medizinische Situation sei
ferner noch nicht umfassend abgeklärt (act. G 3.72). Am 12. Juni 2013 verfügte die IV-
Stelle die Rentenabweisung (act. G 3.75).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 12. Juni 2013 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 15. August 2013. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten- und
Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Zusprache einer ganzen Rente.
Eventualiter sei die Angelegenheit zur neuen Beurteilung und Entscheidung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im Wesentlichen bringt er vor, die
medizinischen Akten liessen nicht den Schluss zu, dass er noch über eine 50%ige
Restarbeitsfähigkeit verfüge. Im Weiteren rügt er, dass der Sachverhalt kardiologisch
nicht hinreichend abgeklärt worden sei. In der Zwischenzeit habe sich sein
Gesundheitszustand weiter verschlechtert. Er habe vor wenigen Monaten eine
Lungenerkrankung mit Lungenkollaps erlitten. Seither hätten die epileptischen Anfälle
und die Gleichgewichtsstörungen wieder zugenommen. Er beantragt in diesem
Zusammenhang die Einholung eines Arztberichts bei Dr. C._ (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 16. September
2013 die Abweisung der Beschwerde. Sie vertritt den Standpunkt, es bestehe kein
Anlass für ein Abweichen von der beweistauglichen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung durch
den RAD. Bezüglich der vom Beschwerdeführer erst im Beschwerdeverfahren geltend
gemachten Lungenbeschwerden sei zu beachten, dass lediglich die tatsächlichen
Verhältnisse bis zum Verfügungszeitpunkt zu berücksichtigen seien (act. G 3).
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B.c Mit Präsidialverfügung vom 25. September 2013 wird dem Gesuch des
Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von
den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung)
entsprochen (act. G 4).
B.d In der Replik vom 26. November 2013 hält der Beschwerdeführer unverändert an
der Beschwerde fest. Die Lungenbeschwerden seien bereits vor Verfügungserlass
aufgetreten und der Beschwerdegegnerin bekannt gewesen (act. G 10).
B.e Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet.

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers umstritten.
1.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbsun
fähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für
einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG
durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%
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invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf
eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.
Der Beschwerdeführer rügt, die medizinischen Akten liessen nicht den Schluss zu,
dass er noch über eine 50%ige Restarbeitsfähigkeit verfüge. Insbesondere sei der
Sachverhalt kardiologisch nicht hinreichend abgeklärt worden (act. G 1). Die
Beantwortung der Frage, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht das Bestehen einer
50%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten (act. G 4.75) ohne die
Vornahme weiterer Abklärung bejahen durfte, könnte vorliegend offen bleiben, wenn
sich ergeben würde, dass eine solche Restarbeitsfähigkeit realistischerweise auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt nicht mehr nachgefragt würde. Angesichts des
fortgeschrittenen Alters des Beschwerdeführers (Jahrgang 1950, act. G 3.1) erscheint
es daher angezeigt, in einem ersten Schritt zu prüfen, ob und inwiefern sich das vom
RAD eingeschätzte Leistungsvermögen des Beschwerdeführers auf dem in Frage
kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt wirtschaftlich verwerten lässt.
2.1 Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare
Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an
die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine
übermässigen Anforderungen zu stellen sind. Das fortgeschrittene Alter wird in der
Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, das zusammen mit weiteren persönlichen und
beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person
verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird und ihr deren Verwertung auch gestützt
auf die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer
wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige
Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet.
Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer
allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalls ab.
Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner
Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem
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Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und
Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von
Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (Urteil des Bundesgerichts vom
13. März 2014, 9C_734/2013, E. 2.1 mit Hinweisen).
2.2 Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt auch davon ab, welcher Zeitraum der
versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen
Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Die im gesamten Bereich des
Sozialversicherungsrechts geltende Schadenminderungspflicht und die daraus
abgeleitete Selbsteingliederungslast gebieten nach der jüngst geänderten Praxis des
Bundesgerichts grundsätzlich, die Frage nach der Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit möglichst früh zu beantworten. Die medizinische Zumutbarkeit
einer (Teil-)Erwerbstätigkeit stehe fest, sobald die medizinischen Unterlagen
diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben würden (BGE 138 V
462 E. 3.4).
2.3 Vorliegend wurde der Beschwerdeführer erstmals im Vorbescheid vom 23. April
2013 mit der vom RAD bescheinigten 50%igen Restarbeitsfähigkeit konfrontiert. Zuvor
konnte eine allfällige aus der Schadenminderungspflicht abgeleitete
Selbsteingliederungslast im Sinn der genannten Rechtsprechung nicht entstanden sein,
zumal während längerer Dauer ein instabiler polymorbider Gesundheitszustand vorlag
(vgl. RAD-Stellungnahme vom 19. November 2012, worin erstmals von einem stabilen
Gesundheitszustand ausgegangen wurde. Die Restarbeitsfähigkeit wurde jedoch erst
"provisorisch" bestimmt, act. G 3.61). Im April 2013 war der Beschwerdeführer rund
62 1⁄2 Jahre alt.
2.4 Nebst dem bereits fortgeschrittenen Alter bzw. der damit einhergehenden lediglich
noch verbleibenden 2 1⁄2-jährigen (beruflichen) Aktivzeit fällt ins Gewicht, dass die
Vermittelbarkeit des Beschwerdeführers erheblich erschwert ist. Der Beschwerdeführer
erlernte ursprünglich den Beruf als Pferdepfleger und arbeitete zuletzt seit mehreren
Jahren als selbstständiger Chauffeur (act. G 3.36; vgl. auch den IK-Auszug in act.
G 3.47 sowie act. G 3.9). Die IV-Stelle hielt am 16. Februar 2012 berufliche
Eingliederungsmassnahmen mit Blick auf den Gesundheitszustand für unmöglich (act.
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G 3.37). Ins Gewicht fällt weiter die Einschätzung des RAD vom 1. März 2012, wonach
"anhaltend generell kein" (Hervorhebung gemäss Akten) Eingliederungspotential ("EP",
act. G 3.46-2) bestehe. Die Beschwerdegegnerin nahm auch später, als sie von einem
stabilen Gesundheitszustand ausging und eine 20%ige Erwerbseinbusse anerkannte
(vgl. etwa act. G 3.66-2), keine Eingliederungsbemühungen auf. Aus den Akten ergeben
sich keine Hinweise, dass sich der ursprünglich erlernte Beruf oder die bisherige
Tätigkeit als Chauffeur, für die unbestritten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit besteht
(act. G 3.75-1), irgendwie günstig auf die Vermittelbarkeit auswirkten. Insbesondere
kann daraus nicht entnommen werden, dass sich der Beschwerdeführer im Rahmen
seiner in den letzten Jahren ausgeübten Tätigkeit feinmotorische Fähigkeiten
angeeignet hätte. Da der Beschwerdeführer gesundheitsbedingt bloss noch mit
leichten intellektuellen Anforderungen konfrontiert werden kann (Bericht von Dr. C._
vom 8. Dezember 2012, act. G 3.63-8), dürfte er wohl kaum noch das für einen
Berufswechsel erforderliche hohe Mass an Anpassungsfähigkeit aufbringen (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 10. Mai 2013, 9C_954/2012, E. 3.2.1).
2.5 Zu beachten ist weiter, dass der Beschwerdeführer selbst nach der - von ihm
bestrittenen - RAD-Beurteilung lediglich noch über eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten verfügt (act. G 3.65). Dazu kommen noch erhebliche
qualitative Anforderungen an eine leidensangepasste Tätigkeit (körperlich leichte,
wechselbelastende Tätigkeiten, kein Führen von Fahrzeugen; act. G 3.65). Aufgrund
der kardialen Limitation sollten gehende Verrichtungen nur "selten" vorkommen (act.
G 3.61). Ferner muss auch dem orthostatischen Schwindel (act. G 3.65-1; Orthosthase
= aufrechte Körperhaltung [Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 260. Auflage, Berlin
2004, S. 1325]; zum "regelmässig" orthostatischem Schwindel siehe auch act.
G 3.61-2 oben) und des damit teilweise einhergehenden Zitterns des ganzen Körpers
(act. G 3.57-5) Rechnung getragen werden. Dr. C._ legte - in Übereinstimmung mit
dem kardialen Leiden - plausibel dar, dass eine leidensangepasste Tätigkeit nur leichte
intellektuelle Anforderungen "(Stress!)" an den Beschwerdeführer stellen dürfe (Bericht
von Dr. C._ vom 8. Dezember 2012, act. G 3.63-8). Aufgrund der Polymorbidität
(kardiale Erkrankung, Status nach Prostatakarzinom, Diabetes mellitus, Epilepsie und
Schwindelbeschwerden unklarer Genese; Verlaufsbericht Dr. C._ vom 8. Dezember
2012, act. G 3.63-1) ist weiter mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer über ein erhöhtes Krankheitsrisiko verfügt.
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Fraglich erscheint weiter, ob der Beschwerdeführer, dem das Führen von Fahrzeugen
gesundheitsbedingt nicht möglich ist (act. G 3.65-2), noch in der Lage ist, Maschinen
zu bedienen.
2.6 Die genannten Umstände halten nach allgemeiner Lebenserfahrung potenzielle
Arbeitgeber davon ab, das Risiko einer mit solchen Komplikationen verbundenen
Anstellung einzugehen. Hinzu kommt, dass der zeitliche Horizont für eine Anstellung
immer kürzer wird. Von einer realistisch verwertbaren Resterwerbsfähigkeit kann nicht
mehr ausgegangen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 13. März 2014,
9C_734/2013, E. 3.4, worin ein vergleichbarer Sachverhalt mit einem Herzleiden
beurteilt wurde; vgl. ferner Urteil des Bundesgerichts vom 12. Dezember 2013,
9C_940/2012, E. 5.3), zumal behindertengerechte Arbeitsplätze mit der Möglichkeit
teils stehend, teils sitzend zu arbeiten, von Behinderten in jungem und mittlerem Alter
ebenfalls stark nachgefragt werden (Urteil des Bundesgerichts vom 10. Mai 2013,
9C_954/2012, E. 3.2.2).
2.7 Da eine realistisch verwertbare Resterwerbsfähigkeit zu verneinen ist, liegt eine
vollständige Invalidität im Sinn von Art. 8 Abs. 1 ATSG vor, womit der
Beschwerdeführer Anspruch auf eine ganze Rente hat. Dem Beschwerdeführer, der
sich am 24. August 2011 (act. G 3.1) zum Leistungsbezug anmeldete, wurde seit Mai
2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit bescheinigt (act.
G 3.24-2; was unbestritten ist und der angefochtenen Verfügung so zugrunde gelegt
wurde, act. G 3.75). Der Beschwerdeführer hat somit nach Ablauf der einjährigen Frist
gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG ab 1. Mai 2012 Anspruch auf eine ganze Rente. Bei
diesem Ergebnis kann offen bleiben, ob der Beschwerdeführer während des Zeitraums
von Mai 2011 bis Ende Juli 2012 überhaupt arbeitsfähig war und ob die knapp
begründeten, nicht auf eigenen Untersuchungen beruhenden RAD-Stellungnahmen
vom 19. November 2012 (act. G 3.61) und vom 20. Februar 2013 (act. G 3.65) eine
beweiskräftige Grundlage für den Schluss bieten, dass ab August 2012 eine über 50%
liegende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
ausgeschlossen werden kann. Ebenso kann die Frage offen bleiben, ob sich der
Gesundheitszustand - wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht wird (act. G 1, S. 8)
- noch vor Verfügungserlass verschlechtert hat. Weitere medizinische Abklärungen
erübrigen sich folglich.
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3.
3.1 Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 12. Juni 2013 aufzuheben und dem
Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Mai 2012 eine ganze Rente zuzusprechen. Zur
Festsetzung der Rentenhöhe ist die Sache an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
3.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
3.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier
zu beurteilenden Fall erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Bei diesem Ergebnis
erübrigt sich die Festsetzung einer Entschädigung aus unentgeltlicher
Rechtsverbeiständung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP