Decision ID: 94fb75e0-bd6e-5b42-897b-4105b442aa9e
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer – ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamili-
scher Ethnie aus B._ (Distrikt C._, Nordprovinz) – suchte
am 11. November 2015 erstmals in der Schweiz um Asyl nach.
Zur Begründung seines Asylgesuchs machte er im Wesentlichen geltend,
nach einer Landminenexplosion im Jahr 2008 erstmals festgenommen und
während einer Woche festgehalten, gefoltert und verhört worden zu sein.
Dabei habe man sich auch nach (...) erkundigt, der bei den Liberation Ti-
gers of Tamil Eelam (LTTE) gewesen sein soll. Mit der Hilfe seines (...) und
gegen Geldzahlung sei er wieder freigelassen worden. Danach sei seine
Identitätskarte beschlagnahmt worden und er habe einige Zeit Unterschrift
leisten müssen. Nachdem sich die Lage beruhigt habe, habe er im August
2008 seine Identitätskarte zurückbekommen und bis im November 2014
keine weiteren Probleme gehabt. Ende November 2014 hätten einige
junge Männer aus seinem Dorf anlässlich des Heldengedenktags der LTTE
im örtlichen Tempel Lampen entzündet beziehungsweise die Tempelglo-
cken geläutet. Am folgenden Tag seien Armeeangehörige in sein Dorf ge-
kommen, hätten ihn und weitere junge Männer aus dem Dorf mitgenom-
men und ins Armeecamp von D._ gebracht, wo er nach einer kur-
zen Befragung entlassen worden sei. Ungefähr zwei Wochen später sei er
auf dem Nachhauseweg von zwei Männern zum dritten Mal angehalten
und ins (...)-Armeecamp mitgenommen worden. Dort sei er gefoltert, ver-
hört und mit dem Vorwurf konfrontiert worden, die Tempelglocken geläutet
zu haben. Ausserdem habe man ihm kurz vor seiner Freilassung damit ge-
droht, ihn zu erschiessen, falls er irgendjemandem von seiner dritten Ver-
haftung erzählen sollte. Vor diesem Hintergrund habe er Sri Lanka am
22. Dezember 2014 auf dem Luftweg verlassen.
A.b Mit Verfügung vom 11. Juli 2017 lehnte das SEM das Asylgesuch des
Beschwerdeführers ab und ordnete seine Wegweisung aus der Schweiz
sowie den Wegweisungsvollzug an.
Im Asylpunkt begründete das SEM seinen Entscheid im Wesentlichen mit
Unglaubhaftigkeit oder Asylirrelevanz der Gesuchsvorbringen des Be-
schwerdeführers.
A.c Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe
vom 14. August 2017 – handelnd durch seinen damaligen Rechtsvertreter
– Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht.
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Im Beschwerdeverfahren machte er ergänzend geltend, sich nach seiner
Ankunft in der Schweiz exilpolitisch betätigt zu haben. So habe er im Früh-
jahr 2016 an einer Demonstration gegen die Menschenrechtsverletzungen
durch die sri-lankische Regierung in E._ und am 27. November
2016 am Heldengedenktag der LTTE in F._ teilgenommen.
A.d Mit Urteil D-4546/2017 vom 18. Mai 2021 wies das Bundesverwal-
tungsgericht die Beschwerde ab.
Es bestätigte die Einschätzung des SEM, dass die geltend gemachten Vor-
fluchtgründe unglaubhaft oder asylirrelevant seien, und hielt fest, dass der
Beschwerdeführer aufgrund seines Profils bei einer Rückkehr keine ernst-
haften Nachteile zu erwarten habe. Soweit der Beschwerdeführer auf ein
exilpolitisches Engagement, namentlich die zwischenzeitliche Teilnahme
an einer Demonstration und am Heldengedenktag verweise, sei festzuhal-
ten, dass er sich nicht über die näheren Umstände der Teilnahme wie auch
seine konkreten Tätigkeiten anlässlich der beiden Veranstaltungen geäus-
sert habe und auch keine Beweismittel zu den Akten reiche. Bei dieser
Sachlage sei von einem niederschwelligen exilpolitischen Engagement des
Beschwerdeführers auszugehen. Subjektive Nachfluchtgründe seien da-
her zu verneinen (vgl. E. 8.6.2).
B.
Am 21. Juni 2021 gelangte der Beschwerdeführer mit einer als «Mehrfach-
gesuch» bezeichneten Eingabe des rubrizierten Rechtsvertreters erneut
an das SEM und beantragte die Feststellung seiner Flüchtlingseigenschaft
und die Gewährung von Asyl, eventualiter die Gewährung der vorläufigen
Aufnahme als Flüchtling, subeventualiter die Gewährung der vorläufigen
Aufnahme infolge Unzulässigkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit des
Wegweisungsvollzugs.
Zur Begründung machte er im Wesentlichen geltend, aufgrund seines in-
tensivierten exilpolitischen Engagements und der jüngsten politischen Er-
eignisse drohe ihm im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka flüchtlingsrecht-
lich relevante Verfolgung. Insbesondere sei er Mitglied und Schatzmeister
des tamilischen (...)-Vereins namens «(...)», welcher gemäss Liste des sri-
lankischen Verteidigungsministeriums als Terrororganisation gelte. Der-
selbe Verein sei auch in die Bewegung von G._, dessen Name
ebenfalls auf der obgenannten Liste aufgeführt sei, integriert. Unter diesem
«Label» habe er zwischen dem 12. März 2018 und dem 18. Mai 2021 meh-
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rere Demonstrationen in E._, H._ und I._ mitorgani-
siert. Seine Teilnahme an denselben sei mit den beiliegenden Fotografien
belegt. Auf sportlicher Ebene habe er im Februar 2021 auch für in
J._ ankommende Radfahrer, welche ebenfalls auf der besagten
Liste des sri-lankischen Verteidigungsministeriums stehen würden, Ver-
pflegung organisiert, wobei er fotografiert worden sei und die entsprechen-
den Fotografien auf dem Twitter-Account «(...)» ersichtlich seien. Anläss-
lich einer Gedenkfeier vom 18. Mai 2021 habe seine (...)-Mannschaft so-
dann an der Schweizermeisterschaft teilgenommen. Im Anschluss an diese
Ereignisse seien Angehörige des sri-lankischen Geheimdienstes bei seiner
Familie zu Hause vorbeigegangen und hätten seinen (...) für den Fall, dass
er sich weiterhin exilpolitisch betätige, mit dem Tod bedroht. Hierzu sei in
einer sri-lankischen Zeitung ein Bericht erschienen. Ferner habe er eine
herausragende Rolle bei der «(...)» inne, da er seit Jahren bei deren Pro-
jekten mitarbeite und in engem Kontakt zum derzeitigen Präsidenten
K._ stehe, was wiederum Fotografien auf dessen Facebook-Profil
belegten.
Zur Untermauerung seines Gesuchs reichte er – nebst einer Vollmacht vom
31. Mai 2021 – Unterlagen im Zusammenhang mit seinem exilpolitischen
Engagement (zwölf Fotografien, vier Bestätigungsschreiben [in Bezug auf
diverse Demonstrationsteilnahmen und die {...}-Vereinsmitgliedschaft] so-
wie die Liste des sri-lankischen Verteidigungsministeriums vom 25. Feb-
ruar 2021) und zahlreiche Berichte zur (aktuellen) Lage in Sri Lanka zu den
Akten.
C.
Das SEM qualifizierte diese Eingabe ebenfalls als Mehrfachgesuch und
setzte den Vollzug der Wegweisung mit Zwischenverfügung vom 23. Juni
2021 einstweilen aus.
D.
Mit Verfügung vom 9. Juli 2021 (eröffnet am 19. Juli 2021) trat das SEM
auf das Mehrfachgesuch des Beschwerdeführers vom 21. Juni 2021 ge-
stützt auf Art. 111c AsylG (SR 142.31) i.V.m. Art. 13 Abs. 2 VwVG nicht ein.
Weiter verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz, ordnete den Vollzug
an und erhob eine Gebühr in der Höhe von Fr. 600.–.
E.
Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer – handelnd durch
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Seite 5
seinen Rechtsvertreter – mit Eingabe vom 26. Juli 2021 (Datum des Post-
stempels) beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte
dessen Aufhebung sowie die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz
mit der Anweisung, auf das Mehrfachgesuch einzutreten. In verfahrens-
rechtlicher Hinsicht ersuchte er um Erteilung der aufschiebenden Wirkung
der vorliegenden Beschwerde sowie um Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-
schusses.
Der Beschwerde beigelegt waren – nebst einer Kopie der angefochtenen
Verfügung und einem bereits bekannten Beweismittel – ein Antwortschrei-
ben des SEM vom 29. Juni 2021 an K._ hinsichtlich einer Gefähr-
dungsmeldung in Bezug auf den Beschwerdeführer.
F.
Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am
28. Juli 2021 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG).

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem
Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83
Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwerdeführer ist als Verfü-
gungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die
frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108
Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
1.2 Soweit in der Rechtsmitteleingabe die Feststellung der aufschiebenden
Wirkung der Beschwerde beantragt wird, kann festgehalten werden, dass
dieser von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zukommt (vgl. Art. 6
AsylG i.V.m. Art. 55 Abs. 1 VwVG) und die Vorinstanz diese vorliegend
nicht entzogen hat.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
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3.
3.1 Im vorliegenden Verfahren stellt sich ausschliesslich die Frage, ob die
Vorinstanz zu Recht infolge mangelhafter Begründung auf das neue Asyl-
gesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist (vgl. Art. 111c Abs. 1
Satz 1 AsylG). Die Beschwerdeinstanz enthält sich – sofern sie den Nicht-
eintretensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung; sie hebt die angefochtene Verfügung auf und weist die
Sache zu neuer Entscheidfindung an die Vorinstanz zurück (vgl. BVGE
2007/8 E. 2.1 m.w.H.).
3.2 Im Wegweisungs- und Vollzugspunkt hat die Vorinstanz eine materielle
Prüfung vorgenommen, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbe-
züglich volle Kognition zukommt.
4.
Die vorliegende Beschwerde erweist sich – wie nachstehend aufgezeigt –
als offensichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher Zu-
ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG),
ohne Weiterungen und mit summarischer Begründung zu behandeln
(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).
5.
5.1 Asylgesuche, die innert fünf Jahren nach Eintritt der Rechtskraft des
Asyl- und Wegweisungsentscheides eingereicht werden, haben gemäss
Art. 111c Abs. 1 AsylG schriftlich und begründet zu erfolgen.
5.2 Kommt eine asylsuchende Person im Rahmen eines Mehrfachgesuchs
ihrer Begründungspflicht offensichtlich nicht nach, hat die Behörde auch in
Verfahren, in denen nicht ohnehin schon die speziellen Voraussetzungen
der Art. 31a Abs. 1–3 AsylG vorliegen, die Möglichkeit, auf das Gesuch ge-
stützt auf Art. 111c Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 13 Abs. 2 VwVG nicht einzutre-
ten (vgl. BVGE 2014/39 E. 7.1).
6.
6.1 Die Vorinstanz führte in der angefochtenen Verfügung zur Begründung
des Nichteintretens im Wesentlichen an, dass die meisten der vom Be-
schwerdeführer genannten exilpolitischen Tätigkeiten bereits vor dem Ur-
teil des Bundesverwaltungsgerichts D-4546/2017 vom 18. Mai 2021 be-
gonnen hätten oder er kein erkennbares Datum genannt habe. Bezeich-
nenderweise habe er dieselben im Rahmen des damaligen Beschwerde-
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verfahrens aber nicht geltend gemacht, obschon er durch einen rechtskun-
digen professionellen Rechtsvertreter vertreten gewesen sei und in Anbe-
tracht der mehrjährigen Verfahrensdauer hierfür ausreichend Gelegenheit
gehabt hätte. Offensichtlich mache er diese nun in missbräuchlicher Weise
nach dem obgenannten Urteil und somit verspätet geltend, weshalb sich
ein näheres Eingehen grundsätzlich erübrige. Nichtsdestotrotz sei anzu-
merken, dass die Vorbringen auch nicht gehörig begründet seien. So sei
weder der (...)-Verein namens «(...)» noch der Name von K._ in der
besagten Liste des sri-lankischen Verteidigungsministeriums ersichtlich
und es sei nicht belegt, dass diese Organisation in diejenige von
G._, dessen Name auf der besagten Liste stehe, integriert sei und
er unter diesem «Label» Demonstrationen organisiert habe. Ferner habe
er von den genannten Radfahrern, die seinen Angaben zufolge auf der
Liste stehen würden, keine Namen genannt. Auch habe er die geltend ge-
machte herausragende Rolle bei der «(...)» nicht weiter belegt, sondern für
weitergehende Informationen einzig die Kontaktdaten des Präsidenten an-
geführt. Schliesslich sei festzuhalten, dass die Verlinkung von Beweismit-
teln sowie Internetlinks, die der Eingabe vom 21. Juni 2021 nicht ausge-
druckt beigelegt worden seien, nicht gewürdigt werden könnten.
Sodann stehe auch die vom Beschwerdeführer angeführte Verschlechte-
rung der Menschenrechts- und Sicherheitslage in Sri Lanka seit den Os-
teranschlägen 2019 und dem Machtwechsel im November 2019 in keinem
persönlichen Zusammenhang zu ihm. Mangels eines Bezugs zwischen
den Ereignissen und dem Beschwerdeführer sei das entsprechende Vor-
bringen bloss behauptet und inhaltlich nicht hinreichend begründet.
6.2 In der Beschwerde wendet der Beschwerdeführer – unter Wiederho-
lung des aktenkundigen Sachverhalts und der bisherigen Vorbringen –
hauptsächlich ein, sein Mehrfachgesuch vom 21. Juni 2021 ausführlich be-
gründet und mit entsprechenden Beweismitteln unterlegt zu haben, wes-
halb die Vorinstanz darauf zu Unrecht nicht eingetreten sei. Die Vorinstanz
habe weder alle angeführten Beweismittel (insbesondere Internetlinks) ge-
würdigt noch eine vollständige beziehungsweise richtige Abklärung des
rechtserheblichen Sachverhalts vorgenommen. So gehe aus den pauscha-
len Erwägungen der Vorinstanz nicht hervor, wie sie zu dem Schluss ge-
kommen sei, dass die beigebrachten Beweismittel zu keiner anderen Ein-
schätzung als im ordentlichen Verfahren führten.
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7.
7.1 In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rügen erhoben, wel-
che vorab zu prüfen sind, da sie gegebenenfalls geeignet sind, eine Kas-
sation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken.
7.2 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe den rechtserheblichen
Sachverhalt unvollständig und unrichtig abgeklärt (Art. 12 VwVG) sowie die
ihm obliegende Prüfungs- und Begründungspflicht respektive allgemein
den Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 29 VwVG,
Art. 35 Abs. 1 VwVG) verletzt. Diese Rügen erweisen sich als unbegrün-
det. Es ist zunächst darauf hinzuweisen, dass die Vorinstanz im vorliegen-
den Fall auf das Mehrfachgesuch nicht eingetreten ist und folgerichtig
keine materielle Prüfung der Gesuchsgründe vorgenommen hat. In einem
solchen Fall kann sich die Behörde darauf beschränken, den für die Frage
des Nichteintretens wesentlichen Sachverhalt zu eruieren und den fallspe-
zifischen Nichteintretensgrund darzulegen. Die angefochtene Verfügung
enthält – im angemessenen Rahmen der Begründung eines Nichteintre-
tensentscheids – eine ausreichende Darstellung des rechtserheblichen
Sachverhalts. Zudem hat die Vorinstanz in ihrer Verfügung rechtsgenüglich
und nachvollziehbar dargelegt, weshalb sie das Mehrfachgesuch für unzu-
reichend begründet im Sinne von Art. 111c AsylG erachtet. Allein aus dem
Umstand, dass die Vorinstanz die im Gesuch geltend gemachten Sachvor-
bringen nicht so beurteilt wie vom Beschwerdeführer gewünscht, lässt sich
weder auf eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung noch auf eine Verlet-
zung des rechtlichen Gehörs, namentlich der Begründungspflicht, schlies-
sen.
7.3 Die formellen Rügen erweisen sich nach dem Gesagten allesamt als
unbegründet, weshalb keine Veranlassung besteht, die angefochtene Ver-
fügung aufzuheben und die Sache zur neuen Beurteilung und Entschei-
dung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
8.
8.1 Nach Durchsicht der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht so-
dann in materieller Hinsicht zum Schluss, dass die vorinstanzlichen Erwä-
gungen im Ergebnis zu bestätigen sind.
8.2 Der Vorinstanz ist darin zuzustimmen, dass die vom Beschwerdeführer
angeführte Begründung hinsichtlich seiner exilpolitischen Aktivitäten – un-
abhängig von der Frage der Rechtzeitigkeit ihrer Beibringung – inhaltlich
nicht zu überzeugen vermag beziehungsweise sie als nicht ausreichend im
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Sinne der erhöhten Anforderungen an die Begründung eines solchen
Mehrfachgesuchs zu qualifizieren ist. Zur Vermeidung unnötiger Wieder-
holungen kann zunächst auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz
verwiesen werden (vgl. oben, E. 6.1), denen der Beschwerdeführer mit
dem Wiederholen des aktenkundigen Sachverhalts und der Bekräftigung
von Vorbringen des Mehrfachgesuchs vom 21. Juni 2021 nichts Stichhalti-
ges entgegenzusetzen vermag. Dasselbe gilt für das auf Beschwerde-
ebene eingereichte Beweismittel (vgl. Prozessgeschichte, Bst. B.), bei wel-
chem wiederum die Mitgliedschaft im besagten (...)-Verein thematisiert
wird.
In Ergänzung hierzu ist Folgendes festzuhalten: Die eingereichten Foto-
grafien hinsichtlich seiner Demonstrationsteilnahmen sind weder datiert,
noch geht aus dem Mehrfachgesuch hervor, in welchen (sozialen) Medien
diese publiziert worden sein sollen. Aus ihnen lässt sich sodann nicht auf
ein in irgendeiner Weise geartetes exponiertes Profil des Beschwerdefüh-
rers schliessen. Insofern der Beschwerdeführer ferner geltend macht, sein
(...) sei Ende Mai 2021 infolge seines exilpolitischen Engagements von den
sri-lankischen Behörden behelligt worden, handelt es sich um eine reine
Parteibehauptung, die umso weniger überzeugt, als der (...) des Beschwer-
deführers gemäss Aktenlage am 17. April 2015 verstorben ist (vgl. Urteil
des BVGer D-4546/2017 vom 18. Mai 2021, Bst. A.). Mit der insgesamt un-
substantiierten Behauptung, aufgrund exilpolitischer Tätigkeiten drohe ihm
im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka eine unmenschliche Behandlung,
wird den erhöhten Anforderungen an die Begründungspflicht von Mehr-
fachgesuchen offensichtlich nicht Genüge getan.
8.3 Die Vorinstanz hat sodann zutreffend festgestellt, der Beschwerdefüh-
rer habe in seiner Eingabe vom 21. Juni 2021 in Bezug auf die aktuelle
Lageentwicklung in Sri Lanka keine konkrete ihn betreffende Gefährdungs-
situation dargetan, weshalb er auch diesbezüglich den erhöhten Anforde-
rungen an die Begründungspflicht nicht nachgekommen sei. Das Gericht
geht – unter Berücksichtigung der Entwicklungen in Sri Lanka – praxisge-
mäss davon aus, dass es auch zum heutigen Zeitpunkt keinen Grund zur
Annahme gibt, dass seit dem Machtwechsel in Sri Lanka ganze Bevölke-
rungsgruppen kollektiv einer Verfolgungsgefahr ausgesetzt wären. Es ist
vielmehr im Einzelfall darzulegen, ob und in welcher Form ein persönlicher
Bezug der asylsuchenden Personen zu den Präsidentschaftswahlen vom
16. November 2019 und den seitherigen Entwicklungen besteht. Dem Be-
schwerdeführer ist es auch auf Beschwerdeebene nicht gelungen, einen
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persönlichen Bezug zu diesen Geschehnissen beziehungsweise eine dar-
aus resultierende asylrelevante Gefahr darzutun.
8.4 Die Vorinstanz ist somit zu Recht auf das Mehrfachgesuch mangels
gehöriger Begründung der neuen Asylvorbringen in Anwendung von
Art. 111c AsylG Abs. 1 i.V.m. Art. 13 Abs. 2 VwVG nicht eingetreten.
9.
Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus
der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht eintritt.
Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent-
haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen
(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; BVGE 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Die Wegwei-
sung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet.
10.
10.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
10.2 Bezüglich der Prüfung allfälliger Wegweisungsvollzugshindernisse
kann auf die Erwägungen im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
D-4546/2017 vom 18. Mai 2021 verwiesen werden. Darin wurde einlässlich
dargelegt, weshalb der Vollzug der Wegweisung in Bezug auf den Be-
schwerdeführer nach Sri Lanka zulässig, zumutbar und möglich ist
(vgl. E. 10.2–10.5). An dieser Einschätzung vermögen auch die politischen
Entwicklungen in Sri Lanka seit dem Urteil D-4546/2017 respektive die
diesbezüglichen Ausführungen im Mehrfachgesuch vom 21. Juni 2021 und
auf Beschwerdeebene nichts zu ändern. Im Übrigen ist auf die Erwägun-
gen in der angefochtenen Verfügung (S. 6) zu verweisen.
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10.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass das SEM den Wegweisungsvoll-
zug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat. Die An-
ordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83
Abs. 1–4 AIG).
11.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist
(Art. 106 Abs. 1 AsylG und Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen.
12.
12.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Aufgrund der vorstehenden Erwä-
gungen ergibt sich, dass sein Begehren als aussichtslos zu gelten hat. Da-
mit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen nicht gegeben,
weshalb das Gesuch ungeachtet der geltend gemachten Mittellosigkeit ab-
zuweisen ist.
12.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und praxisgemäss auf
insgesamt Fr. 1'500.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Feb-
ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Das Gesuch um Verzicht auf die Er-
hebung eines Kostenvorschusses ist mit vorliegendem Direktentscheid ge-
genstandslos geworden.
(Dispositiv nächste Seite)
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