Decision ID: 4ebd9f19-8ae6-527b-bc89-3427b8abadd6
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X besitzt den Führerausweis für die Fahrzeugkategorie B seit 29. Mai 1978. Am
14. Mai 1999 wurde er ihm wegen Führens eines Fahrzeugs in angetrunkenem Zustand
mit einer minimalen Blutalkoholkonzentration (BAK) von 2,1 Gewichtspromille für zwei
Monate entzogen. Nach einer weiteren Trunkenheitsfahrt (minimale BAK 2,17
Gewichtspromille und maximale BAK 2,63 Gewichtspromille) wurde X am Institut für
Rechtsmedizin (nachfolgend: IRM) des Kantonsspitals St. Gallen verkehrsmedizinisch
untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass seine Fahreignung wegen einer
strassenverkehrsrechtlich relevanten Alkoholproblematik nicht befürwortet werden
könne, worauf das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen
(nachfolgend: Strassenverkehrsamt) mit Verfügung vom 3. September 2002 einen
Sicherungsentzug verfügte. Nachdem X den Nachweis einer mindestens
zwölfmonatigen Alkoholabstinenz erbracht hatte, wurde ihm der Führerausweis am 23.
September 2003 unter Auflagen (Weiterführung der Alkoholabstinenz) wiedererteilt. Am
27. Oktober 2004 wurden die Auflagen aufgehoben.
Am 16. August 2008 war X an einem Verkehrsunfall beteiligt. Die Auswertung der
Blutprobe ergab eine minimale BAK von 0,85 Gewichtspromille. Gestützt auf das
anschliessend eingeholte verkehrsmedizinische Gutachten des IRM verfügte das
Strassenverkehrsamt am 11. Dezember 2008 erneut einen Sicherungsentzug wegen
verkehrsrelevanten Alkoholmissbrauchs mit Suchtgefährdung. Am 13. April 2010 hob
das Strassenverkehrsamt den Sicherungsentzug auf. X wurde der Führerausweis unter
der Auflage einer Alkoholabstinenz wiedererteilt. Ab 30. September 2010 wurden die
Auflagen zunehmend gelockert, bis sie mit Verfügung vom 19. September 2013 ganz
aufgehoben wurden.
B.- Am 4. Januar 2017 war X um 19.28 Uhr mit einem Personenwagen in A in
Österreich unterwegs. Anlässlich einer Verkehrskontrolle wurde ein Blastest
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durchgeführt. Dieser ergab einen Alkoholgehalt in der Atemluft von 0,77 mg/l. Die
Bezirkshauptmannschaft B sprach deswegen mit Bescheid vom 10. Januar 2017 eine
Aberkennung des Führerausweises für die Dauer von vier Monaten aus.
Aufgrund dieses Vorfalls entzog das Strassenverkehrsamt X den Führerausweis mit
Verfügung vom 8. Februar 2017 vorsorglich ab sofort, entzog einem allfälligen Rekurs
die aufschiebende Wirkung und gewährte ihm das rechtliche Gehör zur vorgesehenen
verkehrsmedizinischen und -psychologischen Untersuchung.
Mit Zwischenverfügung vom 16. März 2017 ordnete das Strassenverkehrsamt eine
verkehrsmedizinische und -psychologische Untersuchung an. Dagegen erhob X mit
Eingabe seines Rechtsvertreters vom 31. März 2017 und Ergänzung vom 28. April 2017
Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission. Er beantragte die Aufhebung der
Zwischenverfügung vom 16. März 2017, eventualiter die Rückweisung der Streitsache
an die Vorinstanz zwecks weiterer Abklärungen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Auf die Ausführungen des Rekurrenten zur Begründung der
Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. Die Vorinstanz
verzichtete am 16. Mai 2017 auf eine Vernehmlassung.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 31. März 2017 ist rechtzeitig eingereicht
worden und erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 28. April 2017 in formeller und
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den
Rekurs ist einzutreten.
2.- Im Rekurs ist umstritten, ob die Vorinstanz zu Recht an der Fahreignung des
Rekurrenten zweifelte und mit der angefochtenen Zwischenverfügung eine
verkehrsmedizinische und -psychologische Untersuchung anordnete.
bis
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a) Ausweise und Bewilligungen sind zu entziehen, wenn festgestellt wird, dass die
gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen (Art. 16
Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt: SVG). Art. 16d SVG regelt
den Führerausweisentzug wegen fehlender Fahreignung. Danach werden der Lernfahr-
oder Führer-ausweis einer Person unter anderem dann auf unbestimmte Zeit entzogen,
wenn sie an einer Sucht leidet, welche die Fahreignung ausschliesst (Abs. 1 lit. b), wie
beispielsweise Alkohol-, Betäubungs- und Arzneimittelabhängigkeit (vgl. Botschaft zur
Änderung des Strassenverkehrsgesetzes vom 31. März 1999, in: BBl 1999 S. 4462 ff.,
S. 4491). Trunksucht ist anzunehmen, wenn die betroffene Person regelmässig so viel
Alkohol konsumiert, dass ihre Fahrfähigkeit vermindert wird und sie diese Neigung zum
übermässigen Alkoholgenuss durch den eigenen Willen nicht zu überwinden oder zu
kontrollieren vermag. Auf eine fehlende Fahreignung darf geschlossen werden, wenn
die Person nicht mehr in der Lage ist, Alkoholkonsum und Strassenverkehr
ausreichend zu trennen, oder wenn die naheliegende Gefahr besteht, dass sie im
akuten Rauschzustand am motorisierten Strassenverkehr teilnimmt (vgl. BGE 129 II 82
E. 4.1). Der Suchtbegriff des Verkehrsrechts deckt sich somit nicht mit dem
medizinischen Begriff der Alkoholabhängigkeit. Dieses Verständnis der Trunksucht
erlaubt, auch bloss suchtgefährdete Personen, bei denen aber jedenfalls ein
Alkoholmissbrauch vorliegt, vom Führen eines Motorfahrzeuges fernzuhalten (vgl. Urteil
des Bundesgerichts [BGer] 1C_140/2007 vom 7. Januar 2008 E. 2.1; 6A.31/2003 vom
4. August 2003 E. 5.1; BGE 129 II 82 E. 4.1).
Bestehen Zweifel an der Fahreignung einer Person, so wird diese einer
Fahreignungsuntersuchung unterzogen, namentlich bei Fahren in angetrunkenem
Zustand mit einer BAK von mindestens 1,6 Gewichtspromille oder mehr oder mit einer
Atemalkoholkonzentration von 0,8 mg Alkohol oder mehr pro Liter Atemluft (Art. 15d
Abs. 1 lit. a SVG). Die Anordnung einer verkehrsmedizinischen Abklärung der
Fahreignung (im Hinblick auf die Prüfung eines allfälligen Sicherungsentzuges) setzt
konkrete Anhaltspunkte dafür voraus, dass der fragliche Inhaber des Führerausweises
mehr als jede andere Person der Gefahr ausgesetzt ist, sich in einem Zustand ans
Steuer eines Fahrzeuges zu setzen, der das sichere Führen nicht mehr gewährleistet
(vgl. BGE 127 II 122 E. 3c; 124 II 559 E. 3d, je mit Hinweisen). Ein
verkehrsmedizinisches Gutachten drängt sich immer dann auf, wenn die konkreten
Umstände hinreichend verdichtete Hinweise darauf liefern, dass die betroffene Person
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von einer die Fahrfähigkeit beeinträchtigenden Substanz abhängig sein könnte (BGer
1C_282/2007 vom 13. Februar 2008 E. 2.3). Nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung sind die Anforderungen an die Anordnung einer
Fahreignungsuntersuchung nicht dieselben wie für den vorsorglichen
Führerausweisentzug, obschon diese beiden Massnahmen häufig zusammen ergehen:
Während für erstere hinreichende Anhaltspunkte ausreichen, welche die Fahreignung in
Frage stellen, setzt der vorsorgliche Führerausweisentzug voraus, dass ernsthafte
Zweifel an der Fahreignung einer Person bestehen, wie dies namentlich bei konkreten
Hinweisen auf eine Alkoholabhängigkeit der Fall ist (zum Ganzen BGer 1C_531/ 2016
vom 22. Februar 2017 E. 2.4.2 mit Hinweisen). Die Anordnung einer
verkehrsmedizinischen Untersuchung setzt dabei nicht zwingend voraus, dass der
Fahrzeugführer tatsächlich unter dem Einfluss von Alkohol oder Betäubungsmitteln
gefahren ist (vgl. BGer 1C_111/2015 vom 31. Mai 2015 E. 4.6; 1C_328/2013 vom
18. September 2013 E. 3.2; 1C_445/2012 vom 26. April 2013 E. 3.2).
b) Die Vorinstanz hält in der angefochtenen Verfügung fest, dass der Rekurrent bereits
in der Vergangenheit mehrfach alkoholisiert am Strassenverkehr teilgenommen und aus
den bisherigen Sanktionen offenbar keine Lehren gezogen habe. Bei der Aufzählung in
Art. 15d SVG handle es sich um beispielhafte Umstände und nicht um eine
abschliessende Aufzählung. Eine berufliche Angewiesenheit könne ferner nicht
berücksichtigt werden. Die wiederholte Verkehrsauffälligkeit mit Alkohol trotz
einschlägiger Vorfälle im Strassenverkehr begründe ernsthafte Zweifel an der
Fahreignung sowie an der Fähigkeit, den Konsum von Alkohol und das Führen von
Motorfahrzeugen angemessen trennen zu können.
Der Rekurrent macht demgegenüber im Wesentlichen geltend, bei einem im Ausland
begangenen Delikt dürften die von den ausländischen Behörden eruierten Tatumstände
keine Zweifel offen lassen. Es müssten eindeutige Schlüsse im Hinblick auf die zu
verfügende Verwaltungsmassnahme gezogen werden können. Diese für den
Warnungsentzug aufgestellten Grundsätze seien auch im Verfahren eines
Sicherungsentzugs zu beachten. Der Bescheid der Bezirkshauptmannschaft B vom
10. Januar 2017, worin dem Rekurrenten der Führerausweis für die Dauer von vier
Monaten aberkannt worden sei, bilde keinen Anlass, um an dessen Fahreignung zu
zweifeln. Der in Art. 15d Abs. 1 lit. a SVG definierte Wert von 0,8 mg/l sei nicht erreicht
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worden. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung müssten für eine Abklärung
ernsthafte Zweifel an der Fahreignung vorliegen. Inwiefern lange zurückliegende
Ereignisse aus den Jahren 1999, 2002 und 2008 solche Zweifel wecken sollten, sei
nicht nachvollziehbar. Aufgrund der langen Zeitspannen seien die Ereignisse für den
Ausgang dieses Verfahrens ohne Belang. Vielmehr sei davon auszugehen, dass der
Rekurrent trotz des aktuellen Ereignisses in der Lage sei, den Konsum von Alkohol und
das Lenken von Motorfahrzeugen angemessen zu trennen.
c) Nach dem von der Expertengruppe Verkehrssicherheit herausgegebenen Leitfaden
"Verdachtsgründe fehlender Fahreignung" für die Administrativ-, Justiz- und
Polizeibehörden vom 26. April 2000 (im Internet abrufbar unter: www.astra.admin.ch,
nachfolgend: Leitfaden) war in folgenden Fällen eine Fahreignungsuntersuchung
anzuordnen:
- bei Personen, die während der letzten fünf Jahre vor der aktuellen
Trunkenheitsfahrt
keine einschlägige Widerhandlung begangen haben und bei denen die BAK
2,5 Gewichtspromille oder mehr beträgt;
- bei Personen, die während der letzten fünf Jahre vor der aktuellen
Trunkenheitsfahrt
bereits einmal in angetrunkenem Zustand gefahren sind und beim erneuten Fahren
in angetrunkenem Zustand eine BAK von mindestens 1,6 Gewichtspromille
aufweisen;
- bei Personen, die während der letzten zehn Jahre vor der aktuellen
Trunkenheitsfahrt
bereits zweimal in angetrunkenem Zustand gefahren sind.
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Die Richtlinien des Leitfadens sind für die Verwaltungs- und Gerichtsbehörden nicht
verbindlich. Sie geben lediglich Hinweise auf auffällige Verhaltensweisen im Verkehr,
die im Hinblick auf die Fahreignungsprüfung dienlich sein können (BGer 6A.57/2001
vom 16. August 2001 E. 4a). Ausreichende Zweifel für die weitere Abklärung der
Fahreignung können dementsprechend auch dann vorliegen, wenn die Richtlinien eine
solche nicht vorsehen. Der Leitfaden ist sodann mittlerweile grösstenteils überholt. Im
Zeitpunkt der Ausarbeitung des Leitfadens galt die Fahrunfähigkeit wegen
Alkoholeinwirkung (Angetrunkenheit) noch als erwiesen, wenn der Grenzwert von
0,8 Gewichtspromille überschritten war. Seit einer Gesetzesänderung, die am 1. Januar
2005 in Kraft trat, gilt die Fahrunfähigkeit wegen Alkoholeinwirkung (Angetrunkenheit)
bereits in jedem Fall als erwiesen, wenn der Fahrzeugführer eine BAK von 0,5 oder
mehr Gewichtspromille aufweist oder eine Alkoholmenge im Körper hat, die zu einer
solchen BAK führt (Art. 1 Abs. 1 der Verordnung der Bundesversammlung über
Blutalkoholgrenzwerte im Strassenverkehr, SR 741.13). Zudem sieht Art. 15d Abs. 1 lit.
a SVG, der am 1. Juli 2014 in Kraft trat, vor, dass bei Fahren in angetrunkenem
Zustand mit einer BAK von 1,6 Gewichtspromille oder mehr oder mit einer
Atemalkoholkonzentration von 0,8 mg/l oder mehr zwingend eine
Fahreignungsuntersuchung durchzuführen ist. Bezüglich der Thematik Alkohol im
Strassenverkehr hat folglich seit der Verfassung des Leitfadens eine deutliche
Verschärfung der einschlägigen Gesetzesnormen stattgefunden, indem bereits die
Erreichung tiefere Promillewerte oder Atemalkoholkonzentrationen
administrativmassnahmenrechtliche Folgen nach sich zieht. Damit einhergehend ist die
Schwelle für die Anordnung einer Fahreignungsbegutachtung gesunken.
d) Zu berücksichtigen ist ohnehin nicht nur die Anzahl Verfehlungen in einem gewissen
Zeitraum oder deren Schwere. Von erheblicher Bedeutung ist auch wie sich frühere
oder laufende Administrativmassnahmen auf das Verhalten des Betroffenen ausgewirkt
haben oder auswirken (vgl. Entscheid der Verwaltungsrekurskommission IV-2015/181
vom 25. Februar 2016 E. 2, im Internet abrufbar unter: www.gerichte.sg.ch). Der
automobilistische Leumund des Rekurrenten ist erheblich getrübt, insbesondere in
Bezug auf Alkohol bzw. Trunkenheitsfahrten. Im Jahr 2002 wurde er erstmals
verkehrsmedizinisch untersucht, nachdem er in den Jahren 1999 und 2002 mit BAK
von mindestens 2,1 und 2,17 Gewichtspromille ein Fahrzeug gelenkt hatte (vgl. act. 5/3
ff.). Es wurde eine strassenverkehrsrechtlich relevante Alkoholproblematik festgestellt
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und ein Sicherungsentzug ausgesprochen. Der Rekurrent hielt daraufhin während rund
zwei Jahren eine ärztlich kontrollierte und fachtherapeutisch betreute Alkoholabstinenz
ein. Nach einer weiteren Trunkenheitsfahrt mit einer minimalen BAK von 0,85
Gewichtspromille fand am 28. Oktober 2008 erneut eine verkehrsmedizinische
Untersuchung statt. Im Gutachten wurde damals ausgeführt, dass der Rekurrent trotz
der ihm aufgrund des früheren Sicherungsentzugs und der Abstinenzauflagen
bekannten Folgen nicht in der Lage gewesen sei, auf den Konsum von Alkohol zu
verzichten und das Trinken vom Fahren zu trennen. Ein Lernprozess aus der bisherigen
automobilistischen Vorgeschichte sei nicht erkennbar (act. 6/19). Es erfolgte ein
erneuter Sicherungsentzug. Die kontrollierte Alkoholabstinenz dauerte dieses Mal rund
vier Jahre (Dezember 2008 bis November 2012), wobei aufgrund des Resultats der
Haaranalyse im Februar 2012 festgestellt wurde, dass der Rekurrent die Totalabstinenz
nicht immer eingehalten hatte; dies namentlich nachdem die ärztlichen Blutkontrollen
ein halbes Jahr zuvor aufgehoben worden waren (act. 6/123 ff.). Im Anschluss an die
Aufhebung der Alkoholtotalabstinenz im November 2012 galt für ein knappes weiteres
Jahr noch eine Alkoholfahrabstinenz (Aufhebung am 19. September 2013). Der
Beschwerdeführer hatte somit in der Vergangenheit offensichtlich verkehrsrelevante
Alkoholprobleme, mithin Schwierigkeiten, Alkoholkonsum und Teilnahme am
motorisierten Strassenverkehr zuverlässig zu trennen.
Trotz dieser Vorgeschichte und des Wissens um die negativen Konsequenzen lenkte
der Rekurrent am 4. Januar 2017 in A in Österreich erneut ein Fahrzeug in deutlich
alkoholisiertem Zustand. Nach Art. 1 lit. b der Verordnung der Bundesversammlung
über Alkoholgrenzwerte im Strassenverkehr gilt die Fahrunfähigkeit wegen
Alkoholeinwirkung (Angetrunkenheit) als erwiesen, wenn der Fahrzeugführer eine
Atemalkoholkonzentration von 0,25 mg Alkohol oder mehr pro Liter Atemluft aufweist,
was einer BAK von 0,5 Gewichtspromille entspricht. Der Atem des Rekurrenten wies
unbestrittenermassen eine Alkoholkonzentration von 0,77 mg/l auf, was einer BAK von
1,54 Gewichtspromille entspricht. Offensichtlich konnte er Fahren und Trinken zum
wiederholten Male nicht trennen. Sein Verhalten ist umso weniger verständlich, als er
gemäss eigenen Angaben in hohem Mass beruflich auf den Führerausweis angewiesen
sei (act. 6/190). Auch wenn seit der letzten Trunkenheitsfahrt vom 16. August 2008 bis
zum aktuellen Vorfall mehr als acht Jahre vergangen sind, lässt die hohe
Alkoholisierung, welche beinahe den Grenzwert von Art. 15d Abs. 1 lit. a SVG erreichte,
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ab welchem zwingend eine Untersuchung anzuordnen wäre, angesichts der
einschlägigen Vorgeschichte berechtigte Zweifel an der Fahreignung aufkommen.
Hinzu kommen die Aussagen des Rekurrenten gegenüber der österreichischen Polizei.
Er gab an, nur drei grosse Bier getrunken zu haben, was die Höhe des erreichten
Wertes in keiner Weise zu erklären vermag und deshalb auf eine Bagatellisierung des
Konsums hinweist. Ebenfalls nicht zutreffend und lügenhaft war die Aussage, es sei
das erste Mal, dass er wegen Alkohols am Steuer angezeigt werde und sonst nicht
betrunken fahre (act. 6/167).
e) Zusammenfassend liegen mit der neuerlichen Trunkenheitsfahrt trotz bisheriger
verschiedener, teilweise einschneidender Administrativmassnahmen konkrete
Anhaltspunkte vor, wonach der Rekurrent nicht in der Lage ist, sich
verkehrsregelkonform zu verhalten, insbesondere den Alkoholkonsum vom Führen
eines Motorfahrzeugs zu trennen. Es bestehen verdichtete Hinweise darauf, dass er
mehr als jede andere Person der Gefahr ausgesetzt ist, sich in einem Zustand an das
Steuer eines Fahrzeugs zu setzen, der das sichere Führen nicht mehr gewährleistet.
Die Gefahr scheint umso grösser zu sein, je weniger das Trinkverhalten des
Rekurrenten kontrolliert wird. Entgegen seiner Ansicht sind im Gegensatz zum
vorsorglichen Führerausweisentzug keine ernsthaften Zweifel an der Fahreignung
erforderlich; es genügen hinreichende Anhaltspunkte. Unter den gegebenen
Umständen ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz eine verkehrsmedizinische
und -psychologische Untersuchung zwecks Abklärung der Fahreignung anordnete. Zu
berücksichtigen ist auch, dass es sich beim Katalog von Art. 15d Abs. 1 lit. a bis e SVG
um keine abschliessende Aufzählung von Tatbeständen handelt, die eine
Fahreignungsuntersuchung zwingend nach sich ziehen (BGer 1C_445/2012 vom
26. April 2013 E. 3.2). Namentlich ist vorliegend die Generalklausel von Art. 15d Abs. 1
SVG, wonach bei Zweifeln an der Fahreignung eine Fahreignungsuntersuchung
anzuordnen ist, erfüllt. Entsprechend ist der Rekurs abzuweisen und die Anordnung
einer verkehrsmedizinischen und -psychologischen Untersuchung zu bestätigen.
3.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.– erscheint
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist damit zu verrechnen.
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