Decision ID: 6de4d6c2-768d-419b-810e-7d22bda73660
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1971,
war zuletzt
ab dem
8.
April 2013 als Bauarbeiter bei der
Y._
AG tätig
(vgl.
Urk.
11/17/1)
.
Seit Dezember 2015 war er krankgeschrieben (
Urk.
11/17/8).
Am 1
3.
Juni 2016
meldete er sich
unter Hinweis auf
eine
Hernienoperation
und Nervenläsionen beziehungsweise -reizun
gen
bei der
Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug an (
Urk.
11/7
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte in der Folge erwerb
liche (
Urk.
11/17
,
Urk.
11/26
) und medizinische (
Urk.
11/18
,
Urk.
11/25,
Urk.
11/29) Abklärungen und gewährte dem Versicherten
am 2
1.
September 2016
Frühinterventionsmassnahmen in der Form von Arbeitsvermittlung (
Urk.
11/31)
, die am 2
0.
Juni 2017 abgeschlossen wurde
n
(
Urk.
11/39).
Nachdem die IV-Stelle weitere Berichte der behandelnden Ärzte eingeholt hatte (
Urk.
11/42 ff.
)
,
veran
lasste sie ein polydisziplinäres Gutachten bei der
Z._
in den Fachrichtungen Allgemeine Innere Medizin, Chirurgie, Neu
rologie und Psychiatrie
(
Urk.
11/50)
, das am
6.
Februar
2018
erstattet wurde (
Urk.
11/68).
Mit Vorbescheid vom 2
9.
August 2018 stellte die IV-Stelle dem Ver
sicherten die Abweisung seines Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
11/71), wogegen dieser am 2
7.
September 2018 Einwand erhob (
Urk.
11/76), den er am
3
0.
Oktober 2018 begründete (
Urk.
11/82).
Ferner reichte er einen weiteren ärzt
lichen Bericht ein (
Urk.
11/88), worauf die IV-Stelle erneut medizinische Abklä
rungen tätigte (
Urk.
11/94 ff.
,
Urk.
11/101
).
Nachdem sie dem Versicherten dazu das rechtliche Gehör gewährt hatte (
Urk.
11/100)
,
wies sie
sein
Leistungsbegehren mit Verfügung vom 1
7.
Oktober 2019 wie angekündigt ab (
Urk.
11/104 =
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Stephanie C.
Elms, am 1
5.
November 2019 Beschwerde mit den Anträgen, die Verfügung vom 1
7.
Oktober 2019 sei aufzuheben und es sei ihm eine Invalidenrente nach Gesetz zuzusprechen. Sodann sei er medizinisch begutachten zu lassen. In formeller
Hin
sicht stellte er ferner ein Gesuch um
Gewährung der
unentgeltliche
n
Prozessfüh
rung
und um
Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung in der Person von Rechtsanwältin Stephanie C. Elms
(
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
0.
Februar 2020 auf Abweisu
ng der Beschwerde (
Urk.
10). Mit Verfügung vom
1
3.
Februar 2020 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung gewährt und ihm Rechtsanwältin Stephanie C. Elms als unentgeltliche
Rechtsvertreterin bestellt (
Urk.
12). In der Replik vom 2
2.
Juni 2020 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest (
Urk.
11/18), worauf die Beschwerdegegnerin auf das Einreichen
einer Duplik verzichtete (
Urk.
20). Dies wurde dem Beschwerdeführer am
1.
September 2020 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
11/21).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
1.3.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130
V
396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeits
leistung zu erbringen (BGE 145
V
215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3.2
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerich
tspraxis vgl. statt vieler: BGE
140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V
281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweis
würdigung miteinzubeziehen (BGE
143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüs
sig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.3.3
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und all
fälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depressi
ven Störung auszugehen ist, die nicht schon als chronifiziert gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines struk
turierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1).
1.4
Den von Versicherung
strägern im Verfahren nach Art.
44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper
tise sprechen (BGE
135 V 465 E.
4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom
11. Juni 2019 E.
2 mit Hinweisen).
1.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die
Abweisung des Leistungsbegehrens damit
, dass
dem Beschwerdeführer
laut den
medizini
schen Abklärungen
zwar
die bis
herige Tätigkeit als Bauarbeiter
nicht mehr zumutbar
sei (
Urk.
2 S.
1)
, er aber
a
b dem 1
3.
Juli 2016
eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit in wech
selnder Position zu 80
%
ausüben könnte
. Da der gestützt darauf errechnete Invaliditätsgrad nur 23
%
betrage
,
bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
2 S. 2).
In der Beschwerdeantwort ergänzte die Beschwerdegegnerin, im
Z._
-Gutachten sei
en
eine Agoraphobie mit Panikstörung sowie eine
posttraumatische Belas
tungsstörung (
PTBS
)
verneint worden.
Im weiteren Verlauf seien diese Diagnosen jeweils nur als Verdachtsdiagnosen gestellt worden, was versicherungsmedizi
nisch keine genügende Grundlage bilde, um mögliche Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu beurteilen.
Ferner fänden die Befunde
in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung, woraus folge, dass kein
invalidisierender
psychischer Gesundheitsschaden gegeben sei. Eine Can
nabisabhängigkeit sei sodann nicht erwiesen, der Konsum könne gemäss Gutach
ten jedoch die affektive Symptomatik verschlechtern
(
Urk.
10 S. 2 f.)
.
Die Beschwerdegegnerin kam zum Schluss, das Gutachten sei beweiskräftig und die darin formulierten
Beurteilungen
seien zu übernehmen. Sowohl zum Gutac
h
tenszeitpunkt als auch nachher
seien in den medizinischen Unterlagen keine wei
teren (neuen) Diagnosen aufgeführt worden. Daher würden sich weitere medizi
nische Abklärungen erübrigen und
der Untersuchungsgrundsatz sei
nicht verletzt (
Urk.
10 S. 4)
2.2
Der Beschw
erdeführer machte dagegen geltend, die Sachbearbeitung der Beschwerdegegnerin sei entgegen den Feststellungen
von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom
Re
gionalärztlichen Dienst
(RAD) -
der klar von einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes ab Okto
ber 2018
ausgegangen sei -
zum Schluss gekommen, dass weiterhin auf das Gut
achten der
Z._
abgestellt werden könne. Dies sei eine Missachtung des Untersu
chungsgrundsatzes. Die Sachbearbeitung
ma
sse
sich eine medizinische Beurtei
lung an, die sie mangels Qualifikation nicht vorzunehmen habe. Im Übrigen seien ihre Feststellungen nicht richtig. Der Beschw
erdeführer befinde sich in regelmäs
siger fachpsychiatrischer
Behandlung
. Die Verschlechterung des
Gesundheitszu
standes
sei zudem dadurch evident, dass die
Z._
-Gutachter von einer leichten depressiven Störung ausgegangen seien und der Beschwerdeführer im Oktober 2018 nachweislich an einer s
chweren depressiven Störung gelitten habe
, welche sich
mittlerweile
unter Therapie noch in mittelgradigem Ausmass zeige. Ferner seien Panikattacken hinzugetreten.
Was die von den Gutachtern verworfene Diagnose einer PTBS betreffe, hätten sich diese nicht genügend damit auseinan
dergesetzt. Sodann sei der Cannabiskonsum de
s Beschwerdeführer
s im Rahmen der mit BGE 145 V 215 geänderten Rechtsprechung zu bewerten (
Urk.
1 S. 9 f.).
Letztlich sei der veränderte medizinische Sachverhalt ab Oktober 2018 umfassend abzuklären und nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu beurteilen (
Urk.
1 S. 11)
In der Replik brachte der Beschwerdeführer ergänzend vor, die Beschwerdegeg
nerin sei in der Beschwerdeantwort weiterhin nicht auf die vom RAD bestätigte Verschlechterung eingegangen. Alleine aufgrund der neu
schwergradig
ausge
prägten Depression sei diese Verschlechterung bereits überwiegend wahrschein
lich. Weiter sei es nicht richtig, dass durch die Ärzte nur Verdachtsdiagnosen gestellt worden seien. Sodann lägen zwar psychosoziale und soziokulturelle Fak
toren vor, es seien jedoch in den
medizinischen
Beurteilungen keine Hinweise dafür zu finde
n
, dass diese alleine für die psychiatrische Symptomatik verant
wortlich seien, darauf könne rechtsprechungsgemäss daher nicht ohne Weiteres geschlossen werden. Die Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes sei daher von der Beschwerdegegnerin auch in der Beschwerdeantwort nicht widerlegt worden (
Urk.
18 S. 2 f.).
3.
3.1
Dr.
med.
B._
, Oberarzt
im Schmerzambulatorium des Universitätsspitals
C._
, diagnostizierte in seinem Bericht vom 1
3.
Juli 2016 Leistenschmerzen rechts mit Neuropathie der Nervi
cutaneus
femoris
lateralis
,
ilioinguina
lis
/
iliohypogastricus
und
genitofemoralis
(
Urk.
11/18/1). Er hielt fest, am 1
7.
April 2015 sei eine
Leistenhernienoperation
durchgeführt worden, seither habe der Beschwerdeführer persistierende Leistenschmerzen. Mehrfache Abklä
rungen und Infiltrationen (vgl. dazu
Urk.
11/18/6 ff.) hätten zu keiner längerfris
tigen Besserung geführt (
Urk.
11/18/2).
3.2
Gestützt auf die Diagnose von Leistenschmerzen rechts attestierte
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, dem Beschwerdefüh
rer in ihrem Bericht vom 1
9.
Juli 2016 ab dem
7.
Dezember 2015 bis am 1
0.
Mai 2016 eine zwischen 50
%
und 100
%
schwankende Arbeitsunfähigkeit. Ab dem 1
0.
Mai 2016 sei der Beschwerdeführer zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
11/25/2).
A
ufgrund der Schmerzsymptomatik sei schwere körperliche Arbeit nicht möglich. Die bisherige Leistungsfähigkeit wieder zu erlangen
,
werde nicht möglich sein, sicherlich jedoch jene für eine leichte Arbeit (
Urk.
11/25/4).
Am 1
7.
August 2016 stellte
Dr.
D._
in einem Bericht an den
Krankent
aggeld
versicherer
zusätzlich
die
Diagnose eines
lumbospondylogenen
Sch
merzsyn
droms mit
pseudoradikulä
rer
Ausstrahlung rechts und muskulärem Hartspann sowie den Verdacht auf ein
Schwannom
medial des Ner
vus
ischiadicus
rechts. Sie führte aus, dass wiederholt Arbeitsversuche mit niedrigen
Prozentsätzen
auf der
Baustelle versucht worden seien, doch sei es im Rahmen der körperlichen Arbeit zur
Schmerzexazerbation
und
zu
wiederholter Arbeitsunfähigkeit gekommen. Die Arbeitsfähigkeit als Bauarbeiter sei seit dem 1
0.
Mai 2016 nicht gegeben (
Urk.
11/29/3). In einer sitzenden, körperlich nicht belastenden Tätigkeit
sei
der Beschwerdeführer akt
uell wahrscheinlich zwischen 50
%
und
75
%
arbeitsfähig (
Urk.
11/29/4).
In einem Verlaufsbericht vom 2
6.
Juni 2017 hielt sie sodann fest, dass ausge
dehnte Abklärungen kein morphologisches Korrelat für die Schmerzen im Bereich der Leiste, des Oberschenkel
s
und der Hoden rechts ergeben hätten, so dass eine neuropathische Ätiologie im Vordergrund stehe mit entsprechend gutem Anspre
chen auf die lokale Infiltration der Nerven
.
Zwischenzeitlich sei es zu einer deut
lichen Verschlechterung der psychischen Situation gekommen, welche jedoch unter Gesprächstherapie und unterstützender medikamentöser Therapie aktuell weitgehend
habe stabilisiert werden können
(
Urk.
11/42/2). Die bisherige Arbeit sei nicht mehr zumutbar,
eine leichte, mehrheitlich sitz
ende Arbeit mit einer kör
perlichen Belastung von maximal 10 kg erachte sie als möglich (
Urk.
11/42/3).
3.3
Dr.
med.
E._
, Chefarzt, u
nd
Dr.
med.
F._
, Oberä
rzt
in
im Psy
ch
i
atriezentrum
G._
, diagnostizierten in ihrem Bericht vom 2
5.
Juli 2016 eine Agoraph
obie mit Panikstörung (ICD-10 F
40.01) sowie eine posttraumatische Belastungsstörung, teilremittiert (
PTBS,
ICD-10 F
43.1;
Urk.
11/29/5). In psychiatrischer Hinsicht hätten folgende Symptome zur Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geführt: Konzentrationsminderung, innere Anspannung und erhöhte Reizbarkeit, Flashbacks (Blutriechen und Foltersituati
onen), Panikattacken bei Menschenansammlungen sowie das Vermeidungsver
halten. Diese Symptome hätten seit Behandlungsbeginn mittlerweile deutlich abgenommen. Die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers werde durch den Hausarzt eingeschätzt, aus psychiatrischer Sicht sei er gegenwärtig zu 100
%
arbeitsfähig (
Urk.
11/29/6).
Am 1
8.
August 2017 berichtete
Dr.
F._
sodann, der Beschwerdeführer sei seit August 2016 nicht mehr bei ihr in psychotherapeutischer Behandlung, ob eine solche Therapie inzwischen woanders erfolge, sei ihr nicht bekannt (
Urk.
11/44/2 f.).
3.4
3.4.1
Im polydisziplinären Gutachten vom
6.
Februar 2018
diagnostizierten die Exper
ten des
Z._
ein inguinales Schm
erzsyndrom rechts
bei Status nach
Leistenherni
enplastik
rechts
mit leichtem neuropathischem Schmerz im Versorgungsgebiet des Ramus
femoralis
nervus
genitofemoralis
mit Auswirkung
auf die Arbeitsfä
higkeit (
Urk.
11/68/22).
Den
folgenden Diagnosen massen sie keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu (
Urk.
11/68/22):
-
l
eichte depressive Episode (ICD-10 F32.0)
-
Verdacht auf
Schwannom
medial des Nervus
ischiadicus
rechts
-
Zufallsbefund ohne klinisches Korrelat am 2
8.
Mai 2015
-
v
orwiegend sensibles Ulcus ulnaris-
Syndrom beidseits
-
f
ortgesetzter Nikotinkonsum, schädlicher Gebrauch (ICD-10 F17.1)
-
w
ahrscheinlich Leukozytose im Rahmen des fortgesetzten Nikotinkonsums
3.4.
2
Gemäss
Dr.
med. H._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin, stünden
im Vordergrund
der Beschwerden ganz eindeutig
die Schmerzen im Bereich der rechten Leiste, mit Ausstrahlungen in den rechten Unterbauch, den rechten Hoden und gege
n das rechte Bein
. Dazu werde aus neurologischer und
viszeralchirurgi
scher
Sicht Stellung bezogen. Daneben bestünden psy
c
hische Beschwerden, wel
che im entsprechenden Teilgutachten zu beurteilen seien. Aus allgemeininternis
tischer Sicht könne keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit attestiert werden. Dies gelte auch retrospektiv (
Urk.
11/68/10).
3.4.
3
Dr.
med. I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte diag
nostisch eine leichte depressive Episode, gekennzeichnet durch depressive Ver
stimmungen, erhöhte Ermüdbarkeit, Schlafstörungen auch mit Albträumen, ver
minderten Appetit und negative Zukunftsperspektiven bezüglich der gesundheit
lichen und beruflichen Situation fest. Der Beschwerdeführer fühle sich nicht mehr arbeitsfähig und erkläre dies vor allem mit seinen Schmerzen, die er auf somati
sche Ursachen zurückführe. Im Rahmen der aff
ektiven Symptomatik sei eine Som
atisierung mit subjektiv
verstärkten
somatischen Beschwerden möglich. Die Prognose sei aufgrund des chronischen Verlaufs und der deutlich ausgeprägten Krankheits- und Behinderungsüberzeugung ungünstig
(
Urk.
11/68/12 f.)
. Die im Psychiatriezentrum
G._
gestellte Diagnose einer Agoraphobie mit Panikstörung könne nicht mehr bestätigt werden. Der Beschwerdeführer leide nicht unter Panikattacken und eine Agoraphobie bestehe nicht. Auch die Diag
nose einer
PTBS
könne nicht bestätigt werden, da das häufige Auftreten trauma
tischer Erinnerungen in sich aufdrängenden Gedanken oder Träumen und zwar so, als ob das traumatische Ereignis unmittelbar stattfinde
,
und ein Abstumpfen der Umgebung gegenüber oder Phasen von Erregtheit zu wenig ausgeprägt
seien
. Zudem fehle ein deutlich schweres traumatisches
Ereignis
, das bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung auslösen würde
(
Urk.
11/68/13).
3.4.
4
Gemäss
Dr.
med. J._
, Facharzt für Neurologie,
sei es unwahrscheinlich, dass bei der Leistenbruch-Operation vom 1
7.
April 2015, seit der der Beschwerdeführer unter chronischen Schmerzen im Bereich der rechten Leiste leide, gleichzeitig drei
verschiedene sensible Hautnerven verletzt worden seien. Die damals vom Beschwerdeführer beschriebene Sensibilitätsverminderung entspreche wahr
scheinlich einer Symptomausweitung. Bei der klinischen Untersuchung bestehe im Wesentlichen eine lokalisierte Drucküberempfindlichkeit im Bereich der rech
ten Leiste. Es könnten dort jedoch keine neuropathischen Schmerzen im Sinne eines
Tinel
-Phänomens ausgelöst werden. Die aktuelle Sensibilitätsprüfung ergebe lediglich eine leichtgradige
Allodynie
im Bereich des rechten Skrotums, dem Versorgungsgebiet des Ramus
genitalis
Nervus
genitofemoralis
entspre
chend. Somit bestehe aktuell kein wesentlicher neuropathischer Schmerz, das Ausmass der Beschwerden und der dadurch bedingten Einschränkung im Alltag sei somit alleine durch die neuropathische Schmerzkomponente nicht erklärbar. Im Rahmen einer CT-Untersuchung des Abdomens sei als Zufallsbefund eine klei
ne R
aumfo
r
derung im Bereich des Nervus
ischiadicus
rechts nachgewiesen worden
. Differentialdiagnostisch passe
d
er Befund zu einem
Schwannom
. Ein Zusammenhang mit den Leistenbeschwerden habe nicht hergestellt werden kön
nen. Bei der klinischen Untersuchung habe sich sodann ein leichtes
sensibles
Defizit im Versorgungsgebiet des Nervus ulnaris beidseits gefunden, bei
beste
henden
Tinel
-Phänomen handle es
sich wahrscheinlich um
eine Irritation des Nervs
im
Sulcusbereich
. Subjektiv sei der Beschwerdeführer aufgrund des sensib
len Defizits im Alltag nicht eingeschränkt (
Urk.
11/68/18).
3.4.
5
PD
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Chirurgie, hielt im chirurgischen Teilgut
achten fest, der anamnestische Verlauf mache es höchst wahrscheinlich, dass das inzwischen chronifizierte Schmerzsyndrom durch die
Inguinalhernienplastik
aus
gelöst worden sei. Für eine neuropathische Ursache des Schmerzsyndroms spre
che der beschriebene gute Erfolg der ultraschallgesteuerten Infiltrationstherapie. Die geklagten Schmerzausbreitungen in den rechten
Unterbauch
,
in die Hüftre
gion und in die
Medialseite
des rechten Beines bis in den Unterschenkel seien sehr unklar. Bei der aktuellen Untersuchung hätten sich keine sicheren Anhalts
punkte für ein
Nervenentrapment
ergeben. Eine
Insertionstendinose
am Os
pubis
rechts bestehe aktuell nicht (
Urk.
11/68/21).
3.4.
6
Die Experten kamen zum Schluss, dass für sämtliche körperlich schweren Tätig
keiten wie sie auch als Bauarbeiter erbracht werden müssten, keine Arbeitsfähig
keit bestehe. Hingegen liege in jeglicher körperlich leichten bis mittelschwer
belastenden
Tätigkeit mit Wechselpositionen eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80
%
aus
viszeralchirurgischer
und neurologis
cher Sicht vor. Das Pensum könn
e vollschichtig umgesetzt werden, mit erhöhtem Pausenbedarf (
Urk.
11/68/23).
3.5
Vom 2
9.
b
is am 3
1.
Oktober 2018 war der Beschwerdeführer in der
Klinik L._
in stationärer psychiatrischer Behandlung. Die behandelnden
Ärzte
stellten in psychiatrischer Hinsicht die Diagnosen einer rezidivierenden depressi
ven Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2), einer Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01) sowie eines Ver
dachts auf eine posttraumatische Belastungsstörung
(
Urk.
11/88/1).
Darüber hin
aus habe sich der Verdacht auf eine chronifizierte somatoforme Schmerzstörung ergeben (
Urk.
11/88/3). Am zweiten Tag nach Eintritt habe der Beschwerdeführer angegeben, sich auf der Station sehr unwohl zu fühlen und austreten zu wollen. Im Rahmen der Exploration sei deutlich geworden, dass seine Angst und An
span
nung sowie seine
Reizbarke
it am ehesten im Rahmen einer PTBS
zu deuten seien. Auf das Angebot, sei
n
en Spannungszustand mit Medikamenten zu reduzieren, habe er sich nicht einlassen können, nicht-medikamentöse Hilfsmittel habe er nicht für aussicht
s
reich gehalten. Er habe auf seine
m
sofortigen Austritt bestan
den (
Urk.
11/88/3 f.).
3.6
Nachdem ein Vorgespräch ergeben hatte, dass aufgrund der Vorgeschichte und der aktuellen Symptomatik
-
stark auf eine
PTBS
mit verzögertem Beginn
hin
weisend, mit zusätzlich
einem depressiven Zustandsbild und einer prätraumatisch vorbestehen
d
e
n
Angststörung mit
Panikstörung - eine
traumaspezifische
Behandlung indiziert sei (
Urk.
11/95), begab sich der Beschwerdeführer ab dem
6.
Februar 2019 in Behandlung
am Am
bulatoriu
m für
Traumafolgestörungen
der i
ntegrierten Psychiatrie
M._
. In ihrem Bericht vom 1
7.
Mai 2019 stellten
Dr.
med.
N._
, Chefarzt, und MSc
O._
, Psychologin, d
ie
folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
11/99/3):
-
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01)
-
m
ittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
a
nhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.40)
Die behandelnden Fachpersonen führten aus, der Beschwerdeführer sei seit dem
2.
Juni 2019 bis auf weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig für jegliche Tätigkeit (
Urk.
11/99/1). Er
zeige ein deutlich
chronifiziertes
Zustandsbild mit mehreren stark ausgeprägten Komorbiditäten. Er sei therapiemotiviert und -adhärent, es zeigten sich jedoch wenige Umsetzungsfähigkeiten im Alltag. Der aufgrund der Depression massiv eingeschränkte Antrieb in Kombination mit der durch die PTBS begründeten starken Angst und
dem Vermeidungsverhalten limitiere
die therapeutischen
Möglichkeiten
. Die starken Schmerzen würden zudem eine aus
reichende Aktivierung verhindern. Sie würden nicht davon ausgehen, dass eine Arbeitsfähigkeit erreicht werden könne (
Urk.
11/99/3).
3.7
A
b dem 2
6.
September 2017
war der Beschwerdeführer bei
P._
, Psy
chologe
,
und
Dr.
med.
Q._
, Oberärztin, am Psychiatriezent
r
um
G._
in Behandlung
. Die behandelnden Fachpersonen führten aus, ihrerseits sei zwar keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden, sie sähen eine Arbeits- und Belastungsfähigkeit allerdings nicht als gegeben an und würden die Krankschrei
bung unters
tützen (
Urk.
11/101/2). Aktuell
müsse leider von einer negativen Prognose ausgegangen werden. Dies aufgrund des protrahierten Verlaufs, einer
komorbiden
somatischen Problematik und
der aktuell zunehmenden depressiven
Symptomatik. Sie gingen von einer längeren Arbeitsunfähigkeit aus (
Urk.
11/101/3).
3.8
Dr.
A._
führte am 1
2.
September 2019 nach Rücksprache mit
Dr.
med.
R._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, aus, es könne eine Ver
schlechterung ab Oktober 2018 angenommen werden. Das bedeute, bis Oktober 2018 könne die bisherige Einschätzung gelten. Der Zustand sei seit diesem Zeit
punkt instabil. Der Beschwerdeführer sei aktuell nicht ausreichend behandelt. Es sollte daher im Rahmen der Schadenminderungspflicht primär die Durchführung eine stationären psychiatrischen
traumaspezifischen
Therapie, gefolgt von ambu
lanter Therapie sowie der Abbau der Opiate und der Aufbau einer adäquaten Schmerzbehandlung mit «Nichtopiaten» auferlegt werden. Eine
Reevaluation
sollte in 12-18 Monaten erfolgen (
Urk.
11/102/4)
.
4.
4.1
Das polydisziplinäre Gutachten des
Z._
vom
6.
Februar 2018
basiert auf umfas
senden
allgemein
internistischen, psychiatrischen
,
neurologischen und
viszeral
chirurgischen Untersuchungen (
Urk.
11/68/8 ff.,
Urk.
11/68/10 ff.,
Urk.
11/68/15
ff.,
Urk.
11/68/18
ff.) und wurde in detaillierter Kenntnis der
Vorakten erstellt (
Urk.
11/68/3 ff.). Der Beschwerdeführer
konnte gegenüber den
einzelnen Sach
verständigen seine
aktuellen Beschwerden schildern und wurde von diesen jeweils — soweit fachspezifisch erfor
derlich — eingehend befragt. Er
konnte sich insbesondere zu verschiedenen Themenbereich
en wie dem beruflichen Werde
gang
sowie dem gewöhnlichen Ta
gesablauf äussern (
Urk.
11/68/8 f.,
Urk.
11/68/11 f.,
Urk.
11/68/16
). Die geklagten Leiden fanden sodann im Rahmen der Diagnostik Berücksichtigung, wobei sowohl diese als auch die aus medizini
scher Sicht resultierenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit dargelegt und nachvollziehbar
erläutert wurden (
Urk.
11/68/10,
Urk.
11/68/
11 ff.,
Urk.
11/68/
17
ff.,
Urk.
11/68/20
,
Urk.
11/68/21
). Die Gutachter nahmen ausser
dem Stellung zu vorangegangenen ärztlic
hen Beurteilungen (
Urk.
11/68/13,
Urk.
11/68/23
). Gesamthaft erfüllt das
Z._
-Gutachten somit die vom Bundesge
richt festgelegten formellen Kriterien für eine beweiswerte medizinisch
e Expertise (vgl. E. 1.4
vorstehend).
4.2
In somatischer Hinsicht diagnostizierten die Experten ein inguinales Schmerzsyn
drom rechts mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sowie einen Verdacht auf ein
Schwannom
medial des Nervus
ischiadicus
rechts und ein vorwiegend sensibles Ulcus Ulnaris Syndrom beidseits ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
11/68/22). Aufgrund des inguinalen Schmerzsyndroms sei der Beschwerde
führer für sämtliche körperlich schweren Tätigkeiten nicht arbeitsfähig.
Hingegen besteh
e
in jeglicher körperlich leichten bis mittelschwer belastenden Tätigkeit mit Wechselpositionen eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80
%
, wobei dieses Pensum vollschichtig mit erhöhtem Pausenbedarf umgesetzt werden könne
. Diese Angaben gälten seit der
Leistenhernienoperation
im April 2015
(
Urk.
11/68/23). Die Beschwerdegegnerin s
tellte auf diese Beurteilung ab und
auch seitens des
Beschwerdeführer
s
wird diese nicht bestritten. Im Übrigen deckt sie sich sowohl im Hinblick auf die Diagnosen als auch die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit mit den
Beurteilung
en durch die
behandelnden Ärzte
(
Urk.
11/18/1,
Urk.
11/25/1
,
Urk.
11/29/4,
Urk.
11/42/3
)
.
Die Beurteilung der somatischen Beschwerden des Beschwerdeführers ist daher nicht zu beanstanden.
4.3
In psychiatrischer Hinsicht diagnostizierte der Gutachter
Dr.
I._
eine leichte de
pressive Episode (ICD-10 F32.0)
und verwarf die von den behandelnden Fach
leuten gestellten Diagnosen einer Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01) und einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1
;
Urk.
11/68/13
). Der Beschwerdeführer brachte dagegen vor,
die Verneinung der Diagnose der
PTBS
sei weder schlüssig, noch nachvollziehbar begründet (
Urk.
1 S. 10).
Dazu ist einerseits festzuhalten, dass die behandelnden Fachleute diese bereits im Bericht vom 2
5.
Juli 2016 als teilremittiert bezeichneten
(
Urk.
11/29/5)
und der Beschwerdeführer in der Folge die psychiatrische Behandlung sistierte
(
Urk.
11/44/2)
, so dass keine weiteren Einschätzungen der behandelnden Psychi
ater
zu einer allfälligen vollständigen Remission der PTBS
vor dem Gutachtens
zeitpunkt vorliegen
. Andererseits ist darauf hinzuweisen
, dass nicht die diagnos
tische Einordnung eines Gesundheitsschadens entscheidend ist, sondern die zugrundeliegenden psychiatrischen Befunde (vgl. BGE 130 V 352 E. 2.2.3 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_782/2012 vom 2
2.
Oktober 2013
E.
4.3.3). Die psychiatrische Exploration kann von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen und dem begutachtenden Psychiater bleibt praktisch immer ein gewisser Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psy
chiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern
der Experte lege artis vorgegangen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_629/2017 vom 2
8.
November 2017 E. 4.3 mit Hinweis auf
Urteil des Bundesgerichts
8C_839/2013 vom 1
3.
März 2014 E. 4.2.2.1).
Der Beschwerdeführer gab im Rahmen der allgemeininternistischen Untersu
chung in anamnestischer Hinsicht an, in der Dominikanischen Republik viel Schlimmes erlebt zu haben; er sei entführt worden, habe sich scheiden lassen
,
sei in Schiessereien verwickelt gewesen und habe auch im Gefängnis gesessen (
Urk.
11/68/8). Angesichts dessen
leuchtet
die Feststellung des psychiatrischen Gutachters, es
fehle an einem deutlich schweren traumatischen Ereignis
,
zwar
nicht
ohne Weiteres ein
. Da er
jedoch
die weiteren für eine posttraumatische Belastungsstörung erforderlichen Diagnosekriterien wie das häufige Auftreten traumatischer Erinnerungen in sich aufdrängenden Gedanken oder Träumen so als ob das traumatische Ereignis unmittelbar stattfinde, ein Abstumpfen der Umgebung gegenüber sowie Phasen von Erregtheit
,
als zu wenig ausgeprägt erachtete
(
Urk.
11/68/13)
, ist die Verneinung der genannten Diagnose nachvoll
ziehbar
, zumal auch
die lange Latenzzeit zwischen den traumatischen Ereignissen und dem Krankheitsausbruch
grundsätzlich gegen die Diagnose einer PTBS spricht
. Was die
vom Gutachter ebenfalls verworfene Diagnose der
Agoraphobie mit Panikstörung betrifft, hielten bereits die behandelnden Ärzte fest, die Symp
tome hätten seit Behandlungsbeginn deutlich abgenommen (
Urk.
11/29/6) und der Beschwerdeführer gab auch anlässlich der Be
gutachtung keine Panikattacken an (
Urk.
11/68/13).
Dr.
I._
mass der diagnostizierten leichten depressiven Episode keinen Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit zu (
Urk.
11/68/22). Auch die behandelnden Fach
personen attestierten dem Beschwerdeführer - trotz der abweichenden Diagnose
stellung - eine volle Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht (
Urk.
11/29/6). Dies wurde vom Beschwerdeführer dann auch nicht bestritten und
ist auch
mit Blick
auf die gutachterlich festg
ehaltenen Befunde einer leicht
depressiven Stim
mung, Schlafstörungen und einem verminderten Appetit bei erhaltenem Selbst
wert und Antrieb
(
Urk.
11/68/12) überzeugend.
Unter diesen Umständen kann von einer Indikatorenprüfung abgesehen werden, da im Rahmen der Begutach
tung eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise v
erneint wurde (vgl. vor
stehend
E. 1.3
.3
;
BGE 143 V 409 E. 4.5.3
,
143 V 418 E. 7.1
;
vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_825/2018 vom
6.
März 2019 E. 8.3).
4.4
Beim in der Folge durchgeführten Einkommensvergleich stützte sich die Beschwerdegegnerin hinsichtlich des Valideneinkommens auf das von
der
Y._
AG
angegebene
jährliche Einkommen (
Urk.
11/17/4)
und ermittelte das Invalideneinkommen aufgrund der Tabellenlöhne der Schweizeri
schen
Lohnstrukturerhebung (TA1_tirage_skill_level, nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Kompetenzniveau 1, Zentralwert, herausgege
ben vom Bu
ndesamt für Statistik
).
Ein zusätzlicher leidensbedingter Abzug wurde von der Beschwerdegegnerin nicht vorgenommen
(
Urk.
11/69
)
. Da keine persön
lichen oder beruflichen Merkmale ersichtlich sind, aufgrund derer der Beschwer
deführer negative Auswirkungen auf die Lohnhöhe zu gewärtigen hätte (vgl. BGE
124 V 321 E. 3b/
aa
), ist ein solcher auch nicht angezeigt. Diese Berechnung wurde vom Beschwerdeführer im Übrigen nicht bestritten und es besteht insgesamt kein Anlass für eine Korrektur.
Der auf diese Art errechnete Invaliditätsgrad von 23
%
liegt unter dem für
den Anspruch auf
eine Invalidenrente erforderlichen Invali
ditätsgrad von 40
%
(vgl. E. 1.2)
.
D
ie Beschwerdegegnerin hat mithin zu Recht erkannt, dass der Beschwerdeführer
gestützt auf das beweiswertige Gutachten
des
Z._
- zumindest bis zur geltend gemachten Verschlechterung seines Gesundheits
zustands im Oktober 2018 (
Urk.
1 S. 9 f.) -
keinen Anspruch auf eine Invaliden
rente hatte.
5.
5.1
Der Beschwerdeführer macht geltend, dass
ab Oktober 2018 - mithin
im Zeitraum
zwischen dem
Zeitpunkt der Erstattung des Gutachtens
am
6.
Februar 2018
(
Urk.
11/68) und dem
Verfügung
szeitpunkt am
1
7.
Oktober 2019
(
Urk.
2)
-
in psychiatrischer Hinsicht eine Verschlechterung
seines Gesundheitszustandes
ein
getreten sei (
Urk.
1 S. 9).
Diesbezüglich lässt sich den medizinischen Akten entnehmen, dass der Beschwer
deführer sich zwischen dem 2
9.
und dem 3
1.
Oktober 2018 in stationäre
r
Behand
lung in der
Klinik L._
b
efand
, wo eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2), eine Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F
40.01) sowie ein Verdacht
auf eine post
traumatische Belastungsstörung und auf eine somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert wurde
n
(
Urk.
11/88/3). In der Folge leitete der
Beschwerdeführer
eine
traumaspezifische
Therapie ein, wobei die behandelnden Fachpersonen die Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung sowie der Agoraphobie mit Panikstörung bestätigten und neu die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.40) stellten. Ferner hielten sie fest
,
die depressive Episode sei noch mittelgradig ausgeprägt (ICD-10 F32.1)
,
und attestierten dem Beschwerdeführer ab dem
2.
Juni 2019 eine Arbeitsunfähigkeit von
100
%
(
Urk.
11/99/1 und 3). Die
se Ansicht vertraten - abgesehen von der Diagnose der
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung - auch die behandelnden Fachper
sonen des Psychiatriezentrums
G._
, wo sich der Beschwerdeführer ebenfalls in
ambulanter
Behandlung befindet (
Urk.
11/101/2).
Gestützt auf diese Berichte
ging
auch
Dr.
A._
vom RAD
von
eine
r
Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers
aus
(
Urk.
11/102/4).
Die Beschwerdegegnerin führte dazu
einerseits
aus,
es würden keine neuen Diag
nosen genannt
,
beziehungsweise es handle sich dabei um Verdachtsdiagnosen, die keine
rechtsgenügliche
Grundlage bilden würden, um eine mögliche Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit zu beurteilen (
Urk.
10 S. 3). Dies trifft nicht zu. So waren sich die behandelnden Fachpersonen dahingehend einig, dass die vom Gutachter diagnostizierte depressive Episode nun zumindest mittelgradig ausge
prägt sei. Ferner
wurden
auch nicht blosse Verdachtsdiagnosen
gestellt
, dies
trifft
nur
für den
Bericht der
Klinik L._
zu
, da der Aufenthalt des Beschwerde
führers zu kurz war, um die Diagnosen zu bestätigen (
Urk.
11/88/3
)
.
Andererseits legte die Beschwerdegegnerin dar,
die Diagnosekriterien der post
t
raumatischen Belastungs
s
törung seien nicht erfüllt, eine solche sowie eine Ago
raphobie mit Panikstörung seien vom psychiatrischen Gutachter verneint worden (
Urk.
10 S. 2).
Wie bereits erwähnt sind jedoch nicht die gestellten Diagnosen massgeblich, sondern die zugrundeliegende
n psychiatrischen Befunde
(vgl. BGE 130 V 352 E. 2.2.3 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_782/201
2 vom 2
2.
Oktober 2013 E. 4.3.3
).
Diesbezüglich beschrieben
die behandelnden Fachper
sonen -
anders als zum Gutachtenszeitpunkt
-
insbesondere
Panikattacken mit Vermeidung von Menschenansammlungen, Einkaufshäusern und öffentliche
n
Verkehrsmittel
n
, eine
Antriebsverminderung, eine deutliche Verschiebung der Stimmung zum negativen Pol, massive Ein- und Durchschlafstörung
en
sowie ein
en
stark a
usgeprägten sozialen
Rückzug (
Urk.
11/99/3) beziehungsweise eine Freud- und Hoffnungslosigkeit, starke Insuffizienz- und Schuldgefühle sowie ebenfalls ein
en reduzierten
Antrieb und sozialen
Rückzug (
Urk.
11/101/3).
Dazu hielt die Beschwerdegegnerin fest, diese Befunde fänden in den psychosozialen und
soziokulturellen Umständen ihre
hinreich
ende Erklärung,
daher sei kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben
(
Urk.
10 S. 3). Zwar trifft es zu, dass der Beschwerdeführer gegenüber seiner Familie starke Scham- und Schuldgefühle hat und es ihn stark belastet,
sie kaum unterstützen zu können
(
Urk.
11/99/2)
.
D
afür
,
dass die Beeinträchtigu
ngen des Beschwerdeführers in die
sen psychosozialen Faktoren
ihre hinreichende Erklärung finden und keine davon verselbständigte
psychische Störung mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit vorliegt (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.3; 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 9C_543/2018 vom 21. November 2018 E. 2.2)
finden sich in
den zitierten Berichten jedoch keine Anhaltspunkte
.
Eine
invalidenversicherungs
rechtlich massgebliche
Verschlechterung de
s Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers kann gestützt darauf jedenfalls nicht ausgeschlossen werden.
5.2
Aus dem Gesagten ergeben sich
hinreichende
Hinweise, dass sich der Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers
ab Oktober 2018
verschlechtert haben könnte.
Ob diese Verschlechterung in rentenrelevanter Weise Einfl
uss auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
hatte
, kann aufgrund der vorliegenden Akten jedoch nicht abschliessend beurteilt werden, da sich die behandelnden Fachpersonen nicht zu den gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung für die Beurteilung der
funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen
Störung
massgeblichen Standardindikatoren äussern.
Es ist daher angezeigt, dass die Beschwerdegegnerin weitere medizinische Abklärungen zu einer allfälligen Veränderung der gesundheitlichen Situa
tion und des Renten
anspruchs des Beschwerdeführers
ab Oktober 2018
durchführt. Dazu hat sie zumindest Verlaufsberichte der behandelnden Ärzte einzuholen und allenfalls eine
psychiatrische
Verlaufsbegutachtung zu veranlassen.
5.3
Die
Beschwerde
ist
in de
m
Sinn
e teilweise
gutzuheissen, als die angefochtene
Verfügung vom
1
7.
Oktober 2019
(
Urk.
2) insoweit aufgehoben
wird, als ab
Oktober
2018
ein
Rentenanspruch verneint wurde
.
Inso
weit
ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zur ergänzenden medizinischen Abklärung im Sinne der Erwägungen und zu neuem Entsc
heid über den Rentenanspruch des Beschwerde
führers
zurückzuweisen.
Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
6.
6.1
Da der Streitgegenstand die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungs
leistungen betrifft, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG), ermessensweise auf
Fr.
800.-- anzusetzen und
den Parteien mit Blick auf den Ausgang des Verfahrens je zur Hälfte
aufzuerlegen
, wobei die dem
Beschwerdeführer
aufzuerlegenden Kosten von
Fr.
400.-- infolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen sind
.
6.
2
Der unentgeltlichen Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers
, Rechtsanwältin Stephanie C. Elms
, steht eine Prozessentschädigung zu, welche nach
Art.
61 lit. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festzusetzen
ist.
Da Rechts
anwältin Elms von der Möglichkeit, eine Honorarnote einzureichen (vgl.
Urk.
21
Ziff.
2), keinen Gebrauch gemacht hat, ist die Entschädigung unter
Berücksichtigung der genannten Kriterien
ermessensweise auf
Fr.
2'3
00.-- (inkl. Barauslagen u
nd Mehrwertsteuer) festzusetzen
, wobei die Beschwerdegegnerin die
reduzierte Prozessentschädigung
von
Fr.
1'150.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer)
direkt der unentgeltlichen Rechtsvertreterin des obsiegenden Beschwerdeführers zu bezahlen hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_170/2018 vom 2
0.
Juni 2018 E. 1.3 mit Hinweisen)
und diese im weitergehenden Umfang von
Fr.
1'150.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen ist
.
6.3
D
er
Beschwerdeführer ist auf
§
16
Abs.
4 GSVGer hinzuweisen, wonach
er
zur Nachzahlung der Prozess
- und Vertretungs
kosten verpflichtet ist, sobald
er
dazu in der Lage ist.