Decision ID: 8ef00ac9-cc80-5fa7-9b1f-cdbcbe280dc8
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ war bei der Gipsergeschäft B._ AG als Gipser-Vorarbeiter tätig und
dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen
von Unfällen und Berufskrankheiten obligatorisch versichert. Am 29. August 2018 (in
der Unfallmeldung und diversen Akten ist abweichend davon der 28. August 2018 als
Unfalldatum erwähnt; vgl. u.a. Suva-act. 1, 45, 142) schlug er sich während der
Fassadenarbeiten auf einem Gerüst ohne Helm den Kopf an einem Ausspeier an (Suva-
act. 1). Die gleichentags erstbehandelnden Ärzte des Spitals C._ stellten eine
Rissquetschwunde (RQW) parietal links (1cm) fest, welche sie desinfizierten und
verbanden. Sie hielten fest, es sei weder zu Bewusstlosigkeit noch Übelkeit
gekommen. Der Versicherte habe geringe Kopfschmerzen (Suva-act. 35). Tags darauf
berichteten die behandelnden Ärzte des Spitals C._ sodann, der Versicherte habe
sich am 29. August 2018 abends erneut vorgestellt. Dies, nachdem er zu Hause
unbeobachtet synkopiert sei und mit sehr starken Kopfschmerzen und einer ca. 1 cm
grossen RQW an der Oberlippe wieder aufgewacht sei. Das durchgeführte CT des
Schädels (vgl. Suva-act. 49) sei unauffällig gewesen (Suva-act. 36). Der Versicherte
wurde vom 29. bis 31. August 2018 stationär im Spital C._ behandelt und die
zuständigen Ärzte attestierten ihm bis zum 10. September 2018 eine Arbeitsunfähigkeit
von 100 %. Sie hielten in ihrem Austrittsbericht vom 31. August 2018 fest, der
Versicherte habe eine leichte traumatische Hirnverletzung (Contusio capitis) erlitten. Die
Commotio-Überwachung sei jederzeit unauffällig gewesen und der Versicherte stets
A.a.
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schmerzkompensiert (Suva-act. 37). Die Suva kam für die Folgen der Unfälle auf (Suva-
act. 3).
Die Gipsergeschäft B._ AG kündigte das Arbeitsverhältnis per 12. Oktober 2018
(Suva-act. 2).
A.b.
Dipl. med. D._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 23.
Oktober 2018, der Versicherte habe eine Commotio erlitten und es bestehe ein
Verdacht auf ein postcommotionelles Syndrom. Der Versicherte habe weiterhin
Schmerzen in der Halswirbelsäule (HWS), Konzentrationsstörungen und
Kopfschmerzen. Er werde mit Physiotherapie und Analgetika behandelt, eine weitere
neurologische Abklärung sei geplant. Der Versicherte habe durch die Commotio
wahrscheinlich auch eine Anpassungsstörung erlitten und sich nun in psychologische
Behandlung begeben (Suva-act. 13). Dr. D._ hatte dem Versicherten ab 28. August
2018 durchgehend eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert (Suva-act. 25).
A.c.
PD Dr. med. E._, Leitende Ärztin der Klinik für Innere Medizin des Spitals C._,
befand am 29. Oktober 2018, der Versicherte leide an einer posttraumatischen
Zervikalgie mit im MRI der HWS (vgl. Suva-act. 51) bestätigtem Knochenmarksödem
auf Niveau des fünften Halswirbels. Er sei klinisch weiterhin vor allem von einer
psychischen Symptomatik betroffen, wofür er bereits eine ambulante Behandlung
begonnen habe. Die neuropsychologische Beurteilung vom 1. Oktober 2018 habe
einen kognitiven Normalbefund ergeben (Suva-act. 47, vgl. Suva-act. 111). Dr. med.
F._, Facharzt für Dermatologie und Venerologie FMH, berichtete am 5. November
2018, der Versicherte sei ihm wegen eines Keloids an der Oberlippe, welches nach
einem Unfall entstanden sei, zugewiesen worden. Er habe die Wulstnarbe am 23.
Oktober 2018 exzidiert (Suva-act. 15).
A.d.
Dr. D._ berichtete am 27. November 2018, die Schmerzen an der HWS hätten
sich deutlich gebessert. Es bestünden weiterhin Konzentrationsstörungen. Der
Versicherte sei vermindert leistungsfähig, rasch ermüdbar und freudlos. Intermittierend
habe er hartnäckige Kopfschmerzen. Er nehme derzeit keine Analgetika mehr ein,
stattdessen aber Antidepressiva. Derzeit seien bei ihr keine Konsultationen mehr
geplant (Suva-act. 32).
A.e.
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Dr. med. G._, Oberarzt, und Dr. med. H._, Assistenzarzt, beide Psychiatrie-
Dienste I._ berichteten am 3. Dezember 2018, der Versicherte sei seit 7. November
2018 bei ihnen in Behandlung. Er habe seinen Arbeitsplatz verloren und zeige eine
depressive Reaktion mit ausgeprägten Zukunftsängsten. Seit Mitte November 2018 sei
er arbeitsunfähig, absehbar auf ca. drei Monate (Suva-act. 43, vgl. auch Suva-act. 27).
A.f.
Suva-Kreisarzt Dr. med. J._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
beurteilte am 1. Februar 2019 gestützt auf die Akten, ein natürlicher, teilkausaler
Zusammenhang zwischen den psychischen Beschwerden und den Unfallereignissen
vom 29. August 2018 sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu bejahen. Es
bestünden keine Hinweise auf relevante unfallfremde Faktoren, auch die Kündigung der
Arbeitsstelle sei wahrscheinlich eine Folge der Unfälle gewesen (Suva-act. 45).
A.g.
Wegen eines intermittierenden Schwankschwindels und eines passageren
thorakalen Druckgefühls begab sich der Versicherte am 22. Februar 2019 notfallmässig
ins Spital C._. Die dort behandelnden Ärzte berichteten am 27. Februar 2019,
elektrokardiographisch sowie laborchemisch hätten sich keine Hinweise auf eine
Myokardischämie, eine Elektrolytstörung oder erhöhte Entzündungswerte ergeben. Im
Röntgen des Thorax habe sich ein Normalbefund gezeigt. Das CT des Neurocraniums
habe keine Hinweise auf eine Hämorrhagie oder Ischämie ergeben. Zur weiteren
Ursachenabklärung der weiterhin unklaren Schwindelsymptomatik sei ein cMRI geplant
(Suva-act. 58, vgl. Suva-act. 131 f.). Diese am 27. Februar 2019 durchgeführte
Untersuchung ergab ein altersentsprechend normales kraniocerebrales
Kernspintomogramm ohne ersichtliche Schwindelursache und eine unveränderte
Darstellung der Signalalteration im fünften Halswirbelkörper (HWK) seit September
2018 (Suva-act. 59).
A.h.
Dr. G._ und Dr. H._ berichteten am 4. März 2019 über eine mittelschwere
depressive Störung (ICD-10: F32.10). Ein direkter Zusammenhang mit dem
Unfallereignis sei nicht ersichtlich. Die sozioökonomischen Konsequenzen nach
Arbeitsverlust könnten jedoch als Auslöser und impliziter Faktor für die
Aufrechterhaltung der Symptomatik gesehen werden. Tiefgreifende, seit früher Jugend
bestehende gestörte innerfamiliäre Interaktionsmuster könnten die derzeitige Krise
überwiegend erklären. Sie hätten dem Versicherten vom 15. November 2018 bis 28.
A.i.
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Februar 2019 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert und eine intensive
tagesklinische Behandlung für die Dauer von zirka drei bis sechs Monaten empfohlen
(Suva-act. 62).
Kreisarzt Dr. J._ untersuchte den Versicherten am 28. März 2019 und befand am
8. Juli 2019, mögliche somatische Ursachen des vorliegenden Leidens sollten noch
durch einen Neurologen der Suva beurteilt werden. Zudem sei es wünschenswert, dass
die Synkopen am Abend des 29. August 2018 und die darauffolgenden somatischen
Auffälligkeiten neurologisch beurteilt würden. Ein derartiger Zusammenhang habe bis
anhin nicht nachgewiesen werden können und allenfalls liege eine somatoforme
Störung vor. Hinweise auf andere psychiatrische Störungen bestünden nicht. Ohne die
Ereignisse am 29. August 2018 hätten sich die aktuellen Beschwerden und
Beeinträchtigungen nicht in dieser Zeit und Weise entwickelt. Ein diesbezüglicher
natürlicher, teilkausaler Zusammenhang sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu
bejahen. Die durch die behandelnden Ärzte attestierte volle Arbeitsunfähigkeit sei
derzeit zu bestätigen (Suva-act. 82).
A.j.
Dr. med. K._, Facharzt für Neurologie, Kompetenzzentrum der Suva für
Versicherungsmedizin, beurteilte am 19. August 2019 gestützt auf die Akten, eine
kognitive Beschwerdesymptomatik mit zusätzlichen unspezifischen polytopen
Beschwerden (Kopf- und Rückenschmerzen, Schwindel, Müdigkeit) sei nicht
nachvollziehbar. Weitere neuropsychologische Untersuchungen seien neurologisch
nicht indiziert. Aus neurologischer Sicht bestünden Inkonsistenzen in den Angaben des
Versicherten zu einem zweizeitigen Geschehen am 29. August 2018 und die Traumata
seien nicht geeignet, ein GCS von 4 hervorzurufen. Bei Ausschluss anderer organischer
Ursachen sei differentialdiagnostisch eine funktionelle "dissoziative" Genese zu
berücksichtigen (Suva-act. 102).
A.k.
Der Versicherte befand sich vom 8. Juli bis 6. September 2019 in tagesklinischer
Behandlung im Psychiatrie-Zentrum L._. In ihrem Austrittsbericht vom 12. September
2019 hielten die zuständigen medizinischen Fachpersonen fest, der Versicherte habe
im Rahmen eines Arbeitsunfalles Anpassungsstörungen (ICD-10: F43.2) entwickelt.
Nach Austritt aus der Tagesklinik werde er ambulant psychiatrisch-
A.l.
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B.
psychotherapeutisch weiterbehandelt. Sie attestierten dem Versicherten vom 8. Juli bis
8. September 2019 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Suva-act. 120).
Kreisarzt Dr. J._ beurteilte am 26. November 2019, die neurologische
Beurteilung von Dr. K._ vermöge aus psychiatrischer Sicht wenig zu befriedigen.
Immerhin sei nachvollziehbar, dass die weiterhin erheblichen psychischen
Beschwerden am ehesten funktionell bedingt seien. Die Diagnose einer
Anpassungsstörung werde der Schwere und der Dauer der psychiatrischen Störung
nicht gerecht. Es liege am ehesten eine somatoforme Störung vor, ein
postcommotionelles Syndrom sei unwahrscheinlich. Die persistierenden psychischen
Beschwerden hingen überwiegend wahrscheinlich in einer natürlichen, teilkausalen
Weise mit dem Ereignis vom 28. August 2018 zusammen. Überwiegend wahrscheinlich
bestehe weiterhin eine ganz erhebliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit im
allgemeinen Arbeitsmarkt (Suva-act. 125).
A.m.
Nach Durchführung eines MRI der Wirbelsäule (vgl. Suva-act. 139) beurteilte med.
pract. M._, Fachärztin für Anästhesiologie, Suva Versicherungsmedizin, es lägen
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit strukturell objektivierbare Folgen des
Unfalles vom 29. August 2018 vor. Von einer weiteren Behandlung könne mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte Besserung der somatischen
Beschwerden erwartet werden. Die Arbeitsunfähigkeit bestehe jedoch aufgrund der
psychischen Problematik (Suva-act. 140).
A.n.
Mit Verfügung vom 16. Januar 2020 stellte die Suva die Versicherungsleistungen
per 26. Januar 2020 ein und verneinte einen Anspruch auf weitere Geldleistungen in
Form einer Invalidenrente und/oder einer Integritätsentschädigung (Suva-act. 142).
A.o.
Dagegen erhob der Versicherte am 27. Januar 2020 Einsprache (Suva-act. 155)
und begründete diese am 25. Februar 2020 (Suva-act. 163).
B.a.
PD Dr. med. N._, Facharzt für Neurologie FMH, hatte den Versicherten am 14.
Januar 2020 untersucht und gleichentags über ein HWS-Syndrom und Kopfschmerzen
bei Status nach Sturz vom 30. August (richtig: 29. August) 2018 mit leichter
B.b.
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C.
traumatischer Hirnverletzung berichtet. Er erachte die Gabe eines Muskelrelaxanz als
sinnvoll, da vor allem die Kopfschmerzen auch durch die Verspannung im
Schulternackenbereich getriggert seien. Der Wiederbeginn der physiotherapeutischen
Behandlung mit MTT-Training zum Aufbau der Schulternackenmuskulatur sei sinnvoll.
Weitere Abklärungen seien geplant oder zumindest zu erwägen (Suva-act. 159). Am 4.
Februar 2020 hatte er berichtet, der Versicherte habe das verschriebene Medikament
(Sirdalud) wegen eines Ausschlags an den Händen wieder abgesetzt. Der Versicherte
sei weiterhin arbeitsunfähig und habe vor allem starke Schmerzen, aber auch eine
abnorme Erschöpfbarkeit in sämtlichen Muskeln (Suva-act. 163-5 f.).
Am 27. Mai 2020 reichte der Versicherte einen Bericht von Dr. med. O._,
Facharzt FMH Anästhesiologie / Interventionelle Schmerztherapie, Klinik P._, vom 14.
Mai 2020 ein (Suva-act. 172 f.).
B.c.
Mit Entscheid vom 29. Mai 2020 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-act. 174).B.d.
Gegen den Einspracheentscheid vom 29. Mai 2020 erhob der Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführer) am 29. Juni 2020 Beschwerde. Er beantragte darin,
dieser sei aufzuheben und die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei zu
verpflichten, den Fall weiterzuführen und ihm weiterhin die gesetzlichen
Versicherungsleistungen auszurichten. Eventualiter sei der Fall abzuschliessen und ihm
eine Rente und/oder eine Integritätsentschädigung auszurichten. Eventualiter sei die
Sache an die Beschwerdegegnerin zur Abklärung seines Gesundheitszustandes
zurückzuweisen. Es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung und
Rechtsverbeiständung zu gewähren; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act.
G1). Er reichte unter anderem Berichte von Dr. O._ vom 20. Mai und 15. Juni 2020
ein (act. G1.4 f.).
C.a.
Die Suva beantragte am 29. Juli 2020 die Abweisung der Beschwerde (act. G4).C.b.
Am 4. August 2020 entsprach die Verfahrensleitung dem Gesuch des
Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung (act.
G5).
C.c.
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Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch des
Beschwerdeführers auf vorübergehende Leistungen der Beschwerdegegnerin über den
26. Januar 2020 hinaus sowie gegebenenfalls der Anspruch auf eine Invalidenrente und
eine Integritätsentschädigung.
Mit Replik vom 6. November 2020 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
fest (act. G11). Er reichte Berichte von Dr. O._ vom 29. Juli, 23. September und 22.
Oktober 2020 ein (act. G11.1 ff.).
C.d.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 23. November 2020 auf die Einreichung
einer umfassenden Duplik und hielt an ihrem Antrag fest (act. G13).
C.e.
Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art.
6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG; SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). Sie hat
zudem Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG). Ist
die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 Prozent invalid, so hat sie
Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person
durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene
Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die vorübergehenden Leistungen
(Heilbehandlung, Taggeld) sind einzustellen und der Anspruch auf eine Invalidenrente
zu prüfen, wenn allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV)
abgeschlossen sind und von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine
namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet
werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird mit der
Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung
der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). Das Erreichen des
medizinischen Endzustands bildet demgemäss in Nachachtung des
Eingliederungsgrundsatzes die Voraussetzung für die Prüfung der Rentenfrage und der
Integritätsentschädigung.
1.1.
Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung bildet die
Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht besteht demnach nur für Gesundheitsschäden,
1.2.
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die natürlich und adäquat-kausal mit einem versicherten Unfallereignis
zusammenhängen (BGE 129 V 181 E. 3.1 f.; André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc
Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 2018,
[nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 66 zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-
Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler
Kommentar, 2019, [nachfolgend zitiert: BSK UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André
Pierre Holzer, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich
Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.).
1.3.
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers endet, wenn der Unfall nicht mehr
eine natürliche und adäquate Ursache der fortdauernden Beschwerden darstellt, d.h.
wenn die Beschwerden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen
beruhen. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang
muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich
fehlender Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4;
Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl.
Bern 2014, § 70 N. 58). Da es sich dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage
handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender
natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person,
sondern beim Unfallversicherer (Urteil des Bundesgerichts vom 25. April 2017,
8C_766/2016, E. 2.2). Allerdings greift die vorgenannte Beweisregel erst dann Platz,
wenn die Verwaltung und - im Beschwerdefall - das Gericht dem
Untersuchungsgrundsatz rechtsgenüglich nachgekommen sind bzw. es sich als
unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer
Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit
für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55; BGE
117 V 264 E. 3b mit Hinweis; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 327 E. 1).
1.3.1.
Der Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. dessen Wegfall ist in
erster Linie mit den Angaben medizinischer Fachpersonen zu führen (Urteil des
Bundesgerichts vom 21. August 2015, 8C_331/2015, E. 2.2.3.1). Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181
1.3.2.
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E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind.
Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich
weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E.
5.1, 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Insofern sind auch Berichte und Gutachten, welche
die Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und
Ärztinnen einholen, beweistauglich. Bestehen indessen auch nur geringe Zweifel an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen,
so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 mit Hinweis;
bestätigt in Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3;
BGE 125 V 352 E. 3; RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311 ff.).
Bei Unfällen mit klar ausgewiesenen organischen Unfallfolgen spielt die
Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang
sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle. Sie ist bei
ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres sowohl bezüglich vorübergehender
als auch dauerhafter Gesundheitsschäden zu bejahen (BGE 134 V 111 f. E. 2.1, 127 V
103 E. 5b/bb; SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch
nicht (hinreichend) nachweisbar, ist betreffend Dauerschäden (Invalidität und
Integritätsschaden) eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei
welcher wie folgt zu differenzieren ist: Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte
Person beim Unfall ein Schleudertrauma der HWS, eine dem Schleudertrauma
äquivalente Verletzung oder ein Schädel-Hirntrauma (vgl. dazu Urteil des
Bundesgerichts vom 1. Juni 2016, 8C_12/2016, E. 7.1 mit Hinweisen; SVR 1995 UV Nr.
23 S. 67 E. 2) erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung gemäss
BGE 115 V 140 E. 6c/aa (sogenannte "Psycho-Praxis") zur Anwendung. Ergeben die
Abklärungen dagegen, dass eine versicherte Person eine der erwähnten Verletzungen
erlitten hat, muss geprüft werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen
Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar (teilweise) vorliegen, im Vergleich zur
psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die
Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit
psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a),
1.3.3.
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2.
Vorerst ist zu prüfen, ob zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 26. Januar 2020
noch organisch objektivierbare Unfallfolgen vorhanden waren, welche die fortdauernd
geklagten Beschwerden verursachen konnten.
andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359
festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten Kriterien (sogenannte
"Schleudertrauma-Praxis").
Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird grundsätzlich eine
strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares
Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar und von der
Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten bzw. der Patientin
unabhängig sind. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen organisch-strukturellen
Unfallfolgen dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit -
wissenschaftlich anerkannten - apparativen/bildgebenden Abklärungen (wie Röntgen,
MRT, CT, EEG) bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 121 E. 9, 134 V 232 E. 5.1 mit
Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E. 2; SVR
2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]).
2.1.
Der Beschwerdeführer erlitt bei den Unfällen vom 29. August 2018 je eine rund 1
cm lange Rissquetschwunden parietal und an der Oberlippe (vgl. Suva-act. 35 f.).
Erstere heilte offenbar nach einer am Unfalltag erfolgten Wundversorgung folgenlos ab
(vgl. Suva-act. 35). An der Oberlippe bildete sich nach der Erstversorgung (vgl. Suva-
act. 36) eine 0.7 cm grosse Wulstnarbe, welche Dr. F._ am 23. Oktober 2018
exzidierte. Der postoperative Verlauf gestaltete sich gemäss Angaben von Dr. F._
problemlos (Suva-act. 15). Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde zwar
Taubheitsgefühle in der Oberlippe geltend (vgl. act. G1), den aktenkundigen
Arztberichten lassen sich jedoch keine entsprechenden Befunde oder auch nur Klagen
des Beschwerdeführers entnehmen. Es ist davon auszugehen, dass keine objektiv
nachweisbare Beeinträchtigung der Oberlippe besteht, insbesondere keine solche mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit oder die Integrität des Beschwerdeführers. Auch
Hinweise auf einen entsprechenden weiteren Behandlungsbedarf bestehen nicht.
2.2.
2.3.
Der Beschwerdeführer klagt weiter über Beschwerden an der HWS (act. G1). In
ihrem Eintrittsbericht nach der zweiten notfallmässigen Konsultation im Spital C._ am
2.3.1.
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Abend des 29. August 2018 hielten die zuständigen Ärzte unter anderem fest, die HWS
sei dolent gewesen. Trotzdem veranlassten sie keine spezifischen Untersuchungen der
HWS (Suva-act. 36). In ihrem Austrittsbericht vom 31. August 2018 erwähnten die
behandelnden Ärzte des Spitals C._ sodann keine Beschwerden bezüglich der HWS
mehr (Suva-act. 37). Ein am 26. September 2018 durchgeführtes MRI der Wirbelsäule
ergab ein minimales Knochenmarksödem in HWK 5 rechtsbetont (Differentialdiagnose:
postkontusionell/Bonebruise). Im Übrigen waren das cervicovertebrale
Kernspintomogramm normal und die ligamentären Strukturen intakt (Suva-act. 51).
Nach einer Untersuchung vom 20. September und einer Verlaufskontrolle vom 26.
Oktober 2018 berichtete PD Dr. E._ am 29. Oktober 2018, der Beschwerdeführer
habe seit dem Sturz persistierende Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in beide
Schultern. Er leide unter einer posttraumatischen Zervikalgie mit Knochenmarksödem
auf Niveau des fünften HWK (Suva-act. 47). Am 27. November 2018 hielt Dr. D._
sodann fest, die Schmerzen an der HWS hätten sich mittels Physiotherapie und
Heimübungsprogramm deutlich gebessert (Suva-act. 32). Ein am 27. Februar 2019
durchgeführtes MRI der Wirbelsäule zeigte eine unveränderte Darstellung der
Signalalteration in HWK 5. Der untersuchende Dr. med. Q._, Oberarzt mbF, Netzwerk
Radiologie C._, beurteilte, retrospektiv sei aufgrund der Lokalisation und des Verlaufs
eher von einer vaskulären Genese (Wirbelkörperhämangiom - ohne klinische Relevanz)
als von einem posttraumatischen Ödem/ Bonebruise auszugehen. Im Übrigen sei die
Darstellung der HWS altersentsprechend (Suva-act. 59). Nach Durchführung eines MRI
der HWS am 18. Dezember 2019 (vgl. Suva-act. 139) beurteilte med. pract. M._ am
9. Januar 2019, es seien keine traumatischen Läsionen nachgewiesen worden,
überwiegend wahrscheinlich lägen keine strukturell objektivierbaren Unfallfolgen vor
(Suva-act. 140). PD Dr. N._ berichtete am 14. Januar 2020 über ein HWS-Syndrom
und Kopfschmerzen bei Status nach Sturz vom 30. August 2018 mit leichter
traumatischer Hirnverletzung. Es wäre sinnvoll, dem Beschwerdeführer ein
Muskelrelaxanz zu geben, da vor allem die Kopfschmerzen auch durch die
Verspannung im Schulternackenbereich getriggert seien (Suva-act. 159). Im Zeitpunkt
des Fallabschlusses per 26. Januar 2020 waren damit noch Beschwerden betreffend
die HWS vorhanden, dies jedoch lediglich noch im Sinne von Verspannungen und nicht
durch nachweisbare strukturelle Unfallverletzungen verursacht.
An dieser Einschätzung ändert auch die Beurteilung von Dr. O._ vom 14. Mai
2020, welcher eine therapierefraktäre Zervikobrachialgie, Dorsalgie, Cephalgie mit
Verdacht auf Whiplash Trauma der HWS diagnostizierte, nichts (vgl. Suva-act. 173). Dr.
O._ hatte erstmals im Mai 2020, mithin über eineinhalb Jahre nach dem Unfall,
2.3.2.
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Kontakt mit dem Beschwerdeführer. Bei seiner Beurteilung vom 14. Mai 2020 stützte er
sich massgeblich auf die Angaben des Beschwerdeführers zum Geschehensablauf.
Dieser schilderte gegenüber Dr. O._, er habe am 29. August 2018 zu Hause einen
Schwindelanfall gehabt, sei im Badezimmer gestürzt und habe das Bewusstsein
verloren. Nach Wiedererlangen des Bewusstseins sei er aufgestanden, habe eine RQW
an der Oberlippe bemerkt und sich ins Bett legen wollen. Auf dem Weg dorthin habe er
erneut Schwindel verspürt, sei gestürzt und habe das Bewusstsein verloren (Suva-act.
173). Diese Schilderung stimmt - wie in der nachfolgenden Erwägung 4.3 ausgeführt -
nicht mit den früheren Angaben des Beschwerdeführers überein. Zudem vermutete Dr.
O._, der Beschwerdeführer habe einen orthostatischen Kollaps erlitten und habe sich
dabei im Badezimmer den Kopf an der Badewanne angeschlagen und sich die RQW an
der Oberlippe zugezogen. Danach sei er auf dem Weg ins Schlafzimmer erneut
gestürzt. Beide Stürze liessen aufgrund der noch persistierenden Beschwerden, der im
Vordergrund stehenden Zervikobrachialgie, Cephalgie, Dorsalgie und dem Tinnitus
vermuten, dass es zu einem Distorsionstrauma der HWS gekommen sei (Suva-act.
173). Diese Diagnose, rein gestützt auf Vermutungen und widersprüchliche Angaben
des Beschwerdeführers, überzeugt jedoch nicht. Dr. O._ führte am 14. Mai 2020
weiter aus, konventionelle nichtinvasive Methoden der Diagnostik inkl. Bildgebung
würden in der Regel versagen und liessen ein Distorsionstrauma sehr häufig nicht
erkennen. Einzig die interventionelle infiltrative Diagnostik ermögliche es, ein
Distorsionstrauma der Facettengelenke auszuschliessen bzw. nachzuweisen. Er
verwies dabei auf einen wissenschaftlichen Beitrag (Suva-act. 173). Nach Durchführung
mehrerer BV-gesteuerter diagnostischer Blockaden der medial branches C2 bis C5
beidseits (vgl. act. G1.4 f.) beurteilte Dr. O._ am 22. Oktober 2020, bei den beklagten
Beschwerden handle es sich um Gelenkschmerzen der oberen Hälfte der
Halswirbelsäule. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen sei eine zweimalige positive
diagnostische Intervention beweisführend für die nun gesicherte Diagnose einer
zervikospondylogenen Schmerzerkrankung (act. G11.1). Wie die Beschwerdegegnerin
zu Recht ausführt (act. G4), handelt es sich bei der Untersuchung von Dr. O._ aber
nicht um eine bildgebende Abklärung, sondern es wird aus einer allfälligen
Schmerzausschaltung bei einer pharmakologischen Blockade (Anästhesie) mangels
anderer plausibler Schmerzgenese auf einen facettären Schmerz geschlossen. Alleine
aus dem Vorliegen eines solchen Schmerzes ist aber nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auf eine Unfallursache zu schliessen und der Nachweis einer
unfallbedingten strukturellen Schädigung nicht erbracht. Dies insbesondere nicht im
Sinne einer rechtsprechungsgemäss geforderten bildgebenden Objektivierung. Dr.
O._ befand am 22. Oktober 2020 ausserdem, der Beschwerdeführer verspüre seit
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den drei Unfällen vom 28. (richtig: 29.) August 2018 erstmals anhaltende Beschwerden,
davor sei er gesund gewesen. Es gebe keinerlei Veranlassung anzunehmen, dass er die
derzeit geäusserten Beschwerden auch hätte, wenn er keinen Unfall erlitten hätte. Im
Alter von 28 Jahren im Zeitpunkt des Unfalls sei dies unwahrscheinlich (act. G11.1).
Diese Beurteilung ist insofern nicht überzeugend, als die Formel "post hoc ergo propter
hoc" sich beweisrechtlich als untauglich erweist (vgl. Alfred Maurer, Schweizerisches
Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460 FM 1205; BGE 119 V 341 f. E. 2b/
bb, SVR 2009 UV Nr. 13 S. 52, E. 7.2.4, sowie SVR 2008 UV Nr. 11 S. 34, E. 4.2.3, je
mit Hinweisen).
Der Beschwerdeführer klagte im Zeitpunkt der Leistungseinstellung ausserdem
über Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen.
2.4.
Nach der notfallmässigen Erstkonsultation am 29. August 2018 nach Anschlagen
des Kopfes an einem Gerüst oder einem Ausspeier berichteten die zuständigen Ärzte
des Spitals C._ lediglich über eine RQW parietal links und geringe Kopfschmerzen.
Es habe weder eine Bewusstlosigkeit, noch eine Übelkeit vorgelegen. Bei Auftreten von
Übelkeit oder Erbrechen, Sehstörungen, zunehmenden Kopfschmerzen oder
Bewusstlosigkeit solle sich der Beschwerdeführer sofort wieder auf der Notfallstation
vorstellen (Suva-act. 35). Gleichentags wurde der Beschwerdeführer bewusstlos und
stürzte, worauf er sich mit sehr starken Kopfschmerzen und einer RQW an der
Oberlippe erneut auf die Notfallstation des Spitals C._ begab. Die behandelnden
Ärzte hielten am 30. August 2018 als Diagnosen eine RQW (1 cm) an der Oberlippe
mittig, eine RQW (1 cm) parietal links und eine Commotio Cerebri fest. Bei Eintritt ins
Spital habe ein Glasgow Coma Score (GCS) von 15 vorgelegen, zeitweise sei dieser auf
4 gesunken und der Beschwerdeführer sei soporös gewesen. Zeitweise seien die
Pupillen rund und starr gewesen (Suva-act. 36). Das am 29. August 2018 nach den
zuhause erlittenen Stürzen durchgeführte CT des Schädels war unauffällig, es zeigte
sich abgesehen von der RQW kein Nachweis von Traumafolgen, insbesondere kein
Nachweis einer intrakraniellen Hämorrhagie oder einer Fraktur (Suva-act. 49). In ihrem
Austrittsbericht von 31. August 2018 diagnostizierten die behandelnden Ärzte des
Spitals C._ eine leichte traumatische Hirnverletzung nach Contusio capitis sowie
einmaliger Synkope am 30. (richtig: 29.) August 2018. Die Commotio-Überwachung sei
jederzeit unauffällig und der Beschwerdeführer stets schmerzkompensiert gewesen.
Bei Persistenz von Symptomen empfahlen sie die Vorstellung bei einem Neurologen
zum Ausschluss eines postcommotionellen Syndroms (Suva-act. 37). Dr. D._
berichtete am 23. Oktober 2018 über eine erlittene Commotio und einen Verdacht auf
ein postcommotionelles Syndrom. Der Beschwerdeführer klage weiterhin über
2.4.1.
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Schmerzen in der HWS, Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen. Eine weitere
neurologische Abklärung sei geplant (Suva-act. 13). Am 22. Februar 2019 begab sich
der Beschwerdeführer wegen eines intermittierenden Schwankschwindels und
passageren thorakalen Druckgefühls ins Spital C._. Die dort behandelnden Ärzte
berichteten am 27. Februar 2019 unter anderem über eine posttraumatische
Zervikalgie. Ein CT des Neurocraniums habe keine Hinweise auf eine Hämorrhagie oder
Ischämie ergeben (Suva-act. 58). Ein gleichentags durchgeführtes MRI des
Neurocraniums nativ war altersentsprechend normal, ohne ersichtliche
Schwindelursache (Suva-act. 59). Dr. K._ beurteilte am 19. August 2019
überzeugend, eine kognitive Beschwerdesymptomatik mit zusätzlichen unspezifischen
polytopen Beschwerden sei nicht nachvollziehbar. Aus neurologischer Sicht bestünden
Inkonsistenzen in den Angaben des Versicherten zu einem zweizeitigen Geschehen am
29. August 2018 und die Traumata seien nicht geeignet, ein GCS von 4 (wie in Suva-
act. 36 festgehalten) hervorzurufen. Bei fehlendem Nachweis einer substanziellen
Hirnverletzungsfolge fehle die organische Grundlage für die geklagte kognitive und
psychische Gesundheitsbeeinträchtigung aus somatischer Sicht. Aufgrund der
dokumentierten Befunde sei die geschilderte Beschwerdesymptomatik aus
neurologischer Sicht nicht nachvollziehbar. Bei Ausschluss anderer organischer
Ursachen sei differentialdiagnostisch eine funktionelle "dissoziative" Genese zu
berücksichtigen (Suva-act. 102). Auch med. pract. M._ verneinte am 9. Januar 2020
strukturell objektivierbare Unfallfolgen (Suva-act. 140).
Wie erwähnt, findet sich in den meisten vorliegenden medizinischen Akten die
Diagnose einer Commotio cerebri (entspricht einem leichten Schädel-Hirntrauma),
welche unstreitig eine organische Körperschädigung darstellt. Bei einer Commotio
cerebri zeigt sich indes kein morphologisch fassbares Substrat, das heisst keine
anatomische Veränderung. Es entspricht der medizinischen Erfahrung, dass eine
Hirnfunktionsstörung infolge eines leichten Schädel-Hirntraumas voll reversibel ist
(Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin/Boston 2017, S. 351). Dass es
zu keiner Besserung kommt, ist für eine traumatische Genese untypisch und weist auf
andere Ursächlichkeiten hin (Gerhard Jenzer, Klinische Aspekte bei HWS-Belastungen
durch Kopfanprall oder Beschleunigungsmechanismus; Grenzbereich zum leichten
Schädel-Hirntrauma, SZS 1996, S. 469 mit Hinweis auf S. 463). Der vorgenannte
Erfahrungssatz darf im Rahmen des Wahrscheinlichkeitsbeweises berücksichtigt
werden (Locher/Gächter, a.a.O., § 70 N. 58 f.). Dies hat insbesondere für den Nachweis
des Dahinfallens natürlich kausaler Unfallfolgen zu gelten, bei dem es sich um einen
hypothetischen Zustand handelt, welcher sich häufig nur mit Erfahrungswerten
2.4.2.
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3.
Weiter bleibt zu prüfen, ob der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Leistungseinstellung
noch unter natürlich und adäquat kausalen organisch nicht objektivierbaren
Unfallfolgen litt. Dazu gehören rechtsprechungsgemäss nebst psychischen
Beeinträchtigungen auch neuropsychologische Funktionsstörungen ohne organische
Befunde (Urteil des EVG vom 25. April 2007, U 321/06, E. 4.1).
bestimmen lässt (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 18.
September 2002, U 60/02, E. 2.2). Bezüglich einer Commotio cerebri wird von Seiten
der medizinischen Forschung festgehalten, dass der typische posttraumatische Verlauf
nach einer solchen Verletzung einer Erholung innert sechs bis zwölf Wochen
entspreche (Jenzer, a.a.O., S. 462 ff., 467). Medizinische Erfahrungssätze beziehen
sich auf den Regelfall, das heisst auf medizinische Sachverhalte, die sich im konkreten
Fall gleich dargestellt haben. Eine Ausnahme von der Regel ist grundsätzlich nicht
ausgeschlossen, doch muss sie sich eben als solche präsentieren. In den vorliegenden
Akten finden sich keine Hinweise, welche bezüglich des Heilungsverlaufs der vom
Beschwerdeführer erlittenen Commotio cerebri auf einen Ausnahmefall hindeuten. Die
im Zeitpunkt der Leistungseinstellung - rund eineinhalb Jahre nach dem Unfall -
geltend gemachten Beschwerden waren damit überwiegend wahrscheinlich nicht mehr
auf die Commotio cerebri zurückzuführen.
Insgesamt sind die geklagten Beschwerden (insbesondere Kopf- und
Nackenschmerzen, Konzentrationsstörungen) entsprechend den Beurteilungen von Dr.
K._ und med. pract. M._ (vgl. Suva-act. 102, 140) spätestens seit dem Zeitpunkt
der Leistungseinstellung vom 26. Januar 2020 nicht mehr mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit durch einen klar ausgewiesenen organischen Unfallschaden im Sinn
einer nachweisbaren strukturellen Veränderung erklärbar.
2.5.
3.1.
Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist bekannt, dass bei
Schleudertrauma- sowie äquivalenten Verletzungen wie einer HWS-Distorsion oder
einem Schädel-Hirntrauma auch ohne nachweisbare pathologische bzw. organische
Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle Ausfälle verschiedenster Art auftreten
können. Der Umstand, dass die für ein Schleudertrauma oder eine äquivalente
Verletzung typischen Beschwerden nicht mit entsprechenden Untersuchungsmethoden
(wie Röntgen, MRT, CT, EEG) objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, die
diesbezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen (BGE 117 V 363 f. E. 5d/aa). Ist ein
3.1.1.
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Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung diagnostiziert
und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von
Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und
Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit,
Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. vor, so ist der natürliche
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits-
und Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen (BGE 117 V 360 E. 4b; vgl. auch
BGE 117 V 379 f. E. 3e). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts muss bei
einem Schleudertrauma bzw. einer äquivalenten Verletzung das typische
Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden nicht in seiner umfassenden
Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten.
Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder
an der HWS – bei einem Schädel-Hirntrauma in Form von Kopfschmerzen –
manifestieren. Die andern im Rahmen eines Schleudertraumas oder einer äquivalenten
Verletzung typischerweise auftretenden Beschwerden müssen sich jedoch immerhin in
einem Zeitraum manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein eines natürlichen
Kausalzusammenhangs auszugehen (vgl. u.a. Urteil des Bundesgerichts vom 15. März
2007, U 258/06, E. 4.3).
Nach dem Arbeitsunfall mit Anschlagen des Kopfes (ohne Helm) an einem Gerüst
oder einem Ausspeier am 29. August 2018 klagte der Beschwerdeführer gegenüber
den Ärzten des Spitals C._ lediglich über geringe Kopfschmerzen (Suva-act. 35). Am
Abend des 29. August 2018 synkopierte der Beschwerdeführer zu Hause unbeobachtet
und stürzte auf den Boden. Er begab sich danach mit einer 1 cm grossen RQW an der
Oberlippe und sehr starken Kopfschmerzen erneut ins Spital C._. In ihrem
Eintrittsbericht vom 30. August 2018 hielten die zuständigen Ärzte - wie bereits
erwähnt - fest, der Beschwerdeführer habe eine Commotio Cerebri erlitten. Die Pupillen
seien zeitweise rund starr gewesen. Bei Eintritt habe ein GCS von 15 bestanden,
zeitweise habe aber ein GCS von 4 vorgelegen und der Beschwerdeführer sei soporös
gewesen (Suva-act. 36). Im Widerspruch dazu führten die behandelnden Ärzte des
Spitals C._ in ihrem Austrittsbericht vom 31. August 2018 aus, die stationäre
Commotio-Überwachung vom 29. bis 31. August 2018 sei jederzeit unauffällig
gewesen. Abgesehen von Schmerzen hielten sie keine weiteren Beschwerden fest
(Suva-act. 37). Am 23. Oktober 2018, mithin rund zwei Monate nach den beiden
Unfällen vom 29. August 2018, berichtete Dr. D._, der Beschwerdeführer habe
weiterhin Schmerzen in der HWS, Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen. Er sei
nicht leistungsfähig (Suva-act. 13). Aus dem Bericht ergibt sich nicht, seit wann die
3.1.2.
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Konzentrationsstörungen bestanden, die Bezeichnung "weiterhin" lässt sich insofern
anhand der aktenkundigen Arztberichte nicht nachvollziehen, als sich die Angabe von
Konzentrationsstörungen erstmals im genannten Bericht von Dr. D._ vom 23.
Oktober 2018 findet. Eine neuropsychologische Untersuchung vom 1. Oktober 2018
hatte zudem einen kognitiven Normalbefund ergeben, die Leistungen in sämtlichen
Testverfahren waren normgerecht (Suva-act. 111). Nach Untersuchungen vom 20.
September und 26. Oktober 2018 berichtete PD Dr. E._ am 29. Oktober 2018, der
Beschwerdeführer habe seit dem Sturz persistierende Nackenschmerzen mit
Ausstrahlung in beide Schultern. Gefühlsstörungen, Gangprobleme sowie Probleme mit
der Feinmotorik oder Gedächtnislücken würden verneint (Suva-act. 47). Dr. D._
berichtete am 27. November 2018, die Schmerzen an der HWS hätten sich deutlich
gebessert. Es bestünden weiterhin Konzentrationsstörungen, der Beschwerdeführer sei
vermindert leistungsfähig, rasch ermüdbar und freudlos. Intermittierend träten
hartnäckige Kopfschmerzen auf (Suva-act. 32). Diese Ausführungen zeigen, dass das
initial aufgetretene Beschwerdebild in seiner Bedeutsamkeit wenig ausgeprägt
beschrieben worden ist und lediglich Kopf- und Nackenschmerzen bestanden. Weitere
charakteristische Beschwerden einer schleudertraumaähnlichen Verletzung traten erst
rund zwei Monate nach dem Unfall in Erscheinung bzw. wurden zumindest in diesem
Zeitpunkt erstmals ärztlich geschildert (vgl. Suva-act. 13). Über einen intermittierenden
Schwankschwindel klagte der Beschwerdeführer gar erst am 22. Februar 2019
gegenüber den behandelnden Ärzten im Spital C._ (Suva-act. 58). Wie der
Beschwerdeführer zu Recht vorbringt, finden sich auch im Bericht über das Gespräch
mit der Beschwerdegegnerin am 8. August 2019 zahlreiche Beschwerden (Suva-act.
97, vgl. act. G1). Dieser Bericht entstand jedoch erst rund ein Jahr nach dem Unfalltag.
Diese Sachlage lässt es damit als zweifelhaft erscheinen, dass der Beschwerdeführer
anlässlich des Unfalls vom 29. August 2018 eine schleudertraumaähnliche Verletzung
erlitten hat. Daran ändert auch die Einschätzung von Dr. O._, wonach es zu einem
Distorsionstrauma der HWS gekommen sei, nichts. Dies insbesondere, zumal er sich
dabei - wie bereits ausgeführt (vgl. E. 2.3.2) - auf widersprüchliche Angaben des
Beschwerdeführers, einen nicht restlos geklärten und nicht durch Zeugen belegten
vermutungsweisen Ablauf des zweiten Unfallereignisses vom 29. August 2018 sowie
nicht auf bildgebende Untersuchungen stützte und erst rund eineinhalb Jahre nach
dem Unfall erstmals mit dem Beschwerdeführer Kontakt hatte (vgl. E. 2.3.2, Suva-act.
173, act. G11.1).
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung genügt das vorliegend in Frage
stehende leichte Schädel-Hirntrauma, welches höchstens den Schweregrad einer
3.1.3.
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4.
Commotio cerebri (Gehirnerschütterung, Schädel-Hirntrauma 1. Grades) erreicht,
zudem grundsätzlich nicht für die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis (vgl. Urteile
des Bundesgerichts vom 4. August 2008, E. 4 [publ. in: SVR 2008 UV Nr. 35 S. 133]
und vom 14. August 2014, 8C_358/2014, E. 2.4.1; Urteil des EVG vom 13. Juni 2005, U
276/04, E. 2.2). Dazu kommt, dass sich den Akten entnehmen lässt, dass der
Beschwerdeführer bereits relativ kurz nach dem Unfall an psychischen Beschwerden
litt. Nach der neuropsychologischen Untersuchung vom 1. Oktober 2018 hielt PD Dr.
E._ fest, anamnestisch sowie im Beck's Depression Inventory (BDI) hätten sich
Hinweise auf eine leichte depressive Symptomatik ergeben (Suva-act. 111). Dr. D._
berichtete am 23. Oktober 2018, der Beschwerdeführer habe durch die Commotio
wahrscheinlich auch eine Anpassungsstörung erlitten und sich in psychologische
Behandlung begeben (Suva-act. 13). Ab 7. November 2018 befand sich der
Beschwerdeführer sodann in psychiatrischer Behandlung in den Psychiatrie-Diensten
I._ (Suva-act. 43). Die in der Folge erheblichen psychischen Beschwerden (vgl. Suva-
act. 45, 62, 120, 125) sprechen ebenfalls für die Anwendung der Kriterien nach BGE
115 V 133 (Psycho-Praxis; vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 1. Juni 2012,
8C_710/2011, E. 2.2).
Zusammengefasst hat im Folgenden die Adäquanzprüfung der im Zeitpunkt der
Leistungseinstellung noch geklagten gesundheitlichen Beschwerden anhand der
Psycho-Praxis (BGE 115 V 133) zu erfolgen.
3.2.
Bei der Beurteilung des Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer
anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwicklung mit Einschränkung der
Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ist nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 133) vom
Unfallereignis auszugehen. Bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs
ist im Hinblick auf die Gebote der Rechtssicherheit und der rechtsgleichen Behandlung
der Versicherten eine objektivierte Betrachtungsweise angezeigt (BGE 115 V 139 E. 6
mit Hinweisen). Ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den Beschwerden und
dem Unfall besteht, wenn dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung
der Beschwerden zukommt. In objektivierter Betrachtungsweise werden die Unfälle
nach ihrer erfahrungsgemässen Eignung, psychische Beschwerden zu bewirken,
eingeteilt in banale und leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle andererseits und in
einen dazwischenliegenden Bereich der mittelschweren Unfälle. Bei banalen Unfällen
kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und psychischen
Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint werden, weil auf Grund der
allgemeinen Lebenserfahrung davon ausgegangen werden kann, dass ein solcher
4.1.
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Unfall nicht geeignet ist, einen invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden zu
verursachen. Bei schweren Unfällen dagegen ist der adäquate Kausalzusammenhang
in der Regel zu bejahen, denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der
allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische
Gesundheitsschäden zu bewirken.
Bei Unfällen im mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen dem Unfall und
der psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausalzusammenhang
besteht, nicht aufgrund des Unfalls allein schlüssig beantworten. Vielmehr sind weitere,
objektiv fassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang
stehen oder als direkte bzw. indirekte Folge davon erscheinen, in eine
Gesamtwürdigung einzubeziehen. Die wichtigsten Kriterien sind dabei besonders
dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die
Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung, insbesondere ihre
erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; eine
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; körperliche Dauerschmerzen;
eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; ein
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen sowie der Grad und die
Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 115 V 139 ff. E. 6a-c). Um die
adäquate Kausalität bejahen zu können, müssen nicht alle Umstände gegeben sein.
Vielmehr genügt ein Kriterium, wenn es sich um einen schweren Unfall im mittleren
Bereich handelt. Kommt keinem Einzelkriterium ein besonders bzw.
ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien
herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Diese Würdigung
führt zur Bejahung oder Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs, ohne dass
nach weiteren Ursachen geforscht werden muss, die eine psychisch bedingte
Erwerbsunfähigkeit begünstigt haben könnten (SVR 1999 UV Nr. 10 S. 32). Mit Urteil
vom 29. Januar 2010 (8C_897/2009, E. 4.5) hat das Bundesgericht die Rechtsprechung
zur Anzahl der zu erfüllenden Adäquanzkriterien bei mittelschweren Unfällen insofern
präzisiert, als bei mittelschweren Unfällen im engeren Sinn drei Adäquanzkriterien
genügen, auch wenn sie nicht in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise
vorliegen. Bei Unfällen im mittleren Bereich an der Grenze zu den leichten Unfällen sind
hingegen vier Adäquanzkriterien zu erfüllen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 7.
Dezember 2009, 8C_487/2009 E. 5 mit Hinweis).
4.2.
Vorliegend befand sich der Beschwerdeführer am 29. August 2018 für
Fassadenarbeiten auf einem Gerüst, als er den Kopf am Gerüst oder an einem
Ausspeier anschlug. Er trug dabei keinen Helm (Suva-act. 1). Bei diesem ersten
4.3.
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Unfallereignis handelt es sich grundsätzlich um einen banalen Unfall im Sinne der
Rechtsprechung (vgl. Urteil des EVG vom 1. Juni 2006, U 83/05, E. 3.1). Selbst wenn
zugunsten des Beschwerdeführers von einem mittelschweren Ereignis im Grenzbereich
zu leichten Ereignissen ausgegangen würde, wäre jedoch - wie nachfolgend ausgeführt
- der adäquate Kausalzusammenhang zu verneinen. Betreffend den zweiten Unfall vom
29. August 2018 gab der Beschwerdeführer gegenüber den erstbehandelnden Ärzten
des Spitals C._ an, er sei zu Hause einmalig unbeobachtet synkopiert und mit sehr
starken Kopfschmerzen sowie einer ca. 1 cm grossen RQW an der Oberlippe wieder
aufgewacht (Suva-act. 36 f.). Im späteren Verlauf schilderte der Beschwerdeführer das
zweite Ereignis vom 29. August 2018 sodann leicht abweichend. Unter anderem hielt
PD Dr. E._ in ihrem Bericht vom 29. Oktober 2018 anamnestisch fest, dem
Beschwerdeführer sei es zu Hause bis zu dreimal "komisch schwindlig" geworden und
dann schwarz vor Augen. Er sei dreimal synkopiert, dafür gebe es keine Zeugen (Suva-
act. 47). Gegenüber Dr. J._ schilderte der Beschwerdeführer am 28. März 2019, ihm
sei nach der Erstbehandlung im Spital C._ zu Hause heiss und schwindlig geworden.
Er sei dreimal ohnmächtig gewesen, schätzungsweise jeweils während rund einer
Stunde. Er sei in einer Blutlache liegend aufgewacht und habe dann seinen Vater
angerufen, der ihn ins Spital begleitet habe (Suva-act. 82). Anlässlich eines Gesprächs
mit der Beschwerdegegnerin vom 8. August 2019 führte der Beschwerdeführer sodann
aus, ihm sei am späteren Abend zu Hause heiss geworden und er habe
Kopfschmerzen gehabt. Er habe sich ins Bett gelegt und sei dann irgendwann wieder
erwacht. Er sei ins Bad gegangen, dort in Ohnmacht gefallen und auf den Boden
gestürzt. Er wisse nicht, wie lange er ohnmächtig gewesen sei. Irgendwann sei er
wieder aufgewacht und auf dem Badezimmerboden gelegen (Suva-act. 97). Gegenüber
Dr. O._ schilderte der Beschwerdeführer sodann nach dem Sturz im Badezimmer
einen zweiten Sturz auf dem Weg ins Schlafzimmer (vgl. Suva-act. 173). Präsentiert
eine versicherte Person während des Verwaltungsverfahrens widersprüchliche oder
inhaltlich wechselnde Sachverhaltsdarstellungen, ist der Grundsatz zu berücksichtigen,
dass die spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener und
zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von
nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst
sein können (BGE 121 V 47 E. 2a; RKUV 2004 2004 Nr. U 524 S. 546). Selbst wenn
man den Geschehensablauf entsprechend den späteren Angaben des
Beschwerdeführers als ausschlaggebend erachten würde, wäre jedoch höchstens von
einem mittelschweren Ereignis im Grenzbereich zu leichten Ereignissen auszugehen.
Bei Unfällen im mittleren Bereich an der Grenze zu den leichten Unfällen müssen
für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs mindestens vier der
4.4.
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relevanten Kriterien oder ein einzelnes Kriterium in besonders ausgeprägter Weise
erfüllt sein. Bei der Prüfung dieser Kriterien sind psychische Aspekte ausser Acht zu
lassen (BGE 115 V 140 E. 6c/aa, vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 7. Dezember
2009, 8C_487/2009 E. 5 mit Hinweis).
Bei der Beurteilung des Kriteriums der dramatischen Begleitumstände oder der
besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls sind objektive Massstäbe anzuwenden. Nicht
was in der einzelnen betroffenen Person beim Unfall psychisch vorgeht, soll
entscheidend sein, sondern die objektive Eignung solcher Begleitumstände, bei ihr
psychische Vorgänge auszulösen (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 E. 3b/cc). Zu beachten
ist auch, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit
eigen ist, die noch nicht für die Bejahung dieses Adäquanzkriteriums ausreichen kann
(vgl. SVR 2009 UV Nr. 41 S. 142). Es bestehen entgegen den Ausführungen des
Beschwerdeführers (act. G1, G11, Suva-act. 163) keine Hinweise auf besonders
dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls. Der
fehlende Helm und die Tatsache, dass er sich auf einem Gerüst befand, von dem er
hätte stürzen können, reichen zur Bejahung des Kriteriums nicht aus (vgl. die
diesbezüglichen Argumente des Beschwerdeführers in act. G1 und G11). Ebenso kann
die plötzliche Bewusstlosigkeit zu Hause beim zweiten Ereignis nicht als besondere
Eindrücklichkeit erachtet werden. Dies auch deshalb, weil die Bewusstlosigkeit dazu
führte, dass der Beschwerdeführer den Unfall an sich gar nicht bewusst mitbekam.
4.4.1.
Der Beschwerdeführer erlitt zwei je ca. 1 cm grosse RQW parietal links sowie an
der Oberlippe und eine Commotio cerebri (Suva-act. 1, 36). Diese Verletzungen können
weder als besonders schwer, noch als Verletzungen besonderer Art eingestuft werden.
Auch sind derartige Verletzungen in der Regel nicht geeignet, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen.
4.4.2.
Zur Beantwortung der Frage der Dauer der ärztlichen Behandlung ist nicht allein
der zeitliche Massstab entscheidend. Ebenfalls in die Prüfung einzubeziehen sind die
Art und Intensität der Behandlung sowie die Frage, inwieweit davon noch eine
Besserung des Gesundheitszustands zu erwarten war (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG] vom 20. Oktober 2006, U 488/05, E. 3.2.3; BGE 134 V
128, E. 10.2.3). Eine Behandlung, die lediglich noch der Erhaltung des
Gesundheitszustands und nicht der Heilung dient, ist im Rahmen der Adäquanzprüfung
grundsätzlich nicht relevant. Abklärungsmassnahmen und blossen ärztlichen Kontrollen
kommt nicht die Qualität einer regelmässigen, zielgerichteten Behandlung zu (Urteil des
Bundesgerichts vom 27. Februar 2008, U 11/07, E. 5.3.1 mit Hinweisen). Am Unfalltag
4.4.3.
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wurden die RQW des Beschwerdeführers erstversorgt (Suva-act. 35 f.). In der Folge
entstand ein Keloid an der Oberlippe, welches Dr. F._ am 23. Oktober 2018
exzidierte (Suva-act. 15). Weitere Behandlungen der RQW sind nicht aktenkundig.
Betreffend die durch die Commotio bedingten Kopf- und Nackenschmerzen erfolgte
vorerst eine analgetische Behandlung im Spital C._ (Suva-act. 35 ff.). Ausserdem
verordnete Dr. D._ dem Beschwerdeführer ab 17. September 2018 Physiotherapie
(Suva-act. 17, 124, 150 ff.). Daneben fand keine spezifische Behandlung der
somatischen Beschwerden statt, der Beschwerdeführer unterzog sich lediglich
diversen Abklärungen und Kontrolluntersuchungen (vgl. Suva-act. 47, 58 f., 139, 173).
Die von Dr. O._ im Jahr 2020 durchgeführte interventionelle Diagnostik sowie
therapeutischen Eingriffe sind insofern nicht von Relevanz, als diese die nicht mehr
organisch objektivierbaren HWS-Beschwerden betrafen (act. G1.4, G11.1 ff.). Das
Kriterium ist damit zu verneinen.
Der Beschwerdeführer klagte in nahezu sämtlichen Arztberichten über Kopf- und
Nackenschmerzen (vgl. Suva-act. 13, 32, 36, 58, 159, 173). Wie in E. 2.3 ff. ausgeführt,
waren diese jedoch bereits seit längerer Zeit zumindest teilweise nicht mehr auf die
unfallkausale Commotio cerebri zurückzuführen. Das Kriterium der Dauerschmerzen ist
damit zwar als erfüllt zu erachten, jedoch nicht in besonders ausgeprägter Weise.
4.4.4.
Hinweise auf eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich
verschlimmert hätte, ergeben sich nicht aus den Akten. Soweit der Beschwerdeführer
in seiner Einsprache (Suva-act. 163) unter anderem geltend machte, es sei erst über ein
Jahr nach dem Unfall ein MRI der HWS gemacht worden, entspricht dies nicht den
Tatsachen, zumal eine entsprechende Untersuchung vom 26. September 2018
aktenkundig ist (vgl. Suva-act. 51). Auch aus den weiteren Vorbringen des
Beschwerdeführers zu gewissen Verzögerungen in der Behandlung oder dem Vorwurf,
ihm seien nicht genügend wirksame Medikamente verschrieben worden (vgl. Suva-act.
163, act. G1), ist keine massgebliche ärztliche Fehlbehandlung ableitbar. Der
Beschwerdeführer macht ausserdem geltend, die RQW an seiner Oberlippe sei im
Spital C._ unzureichend behandelt worden, weshalb er sich bei Dr. F._ habe
operieren lassen müssen und noch immer an einer tauben Stelle an der Oberlippe leide
(act. G1, Suva-act. 97). Es ist zwar korrekt, dass der Beschwerdeführer sich wegen
eines Keloids an der Oberlippe, welches nach dem Unfall entstanden war, einmalig bei
Dr. F._ in Behandlung begeben musste (vgl. Suva-act. 15). Es bestehen jedoch keine
Hinweise darauf, dass dieses Keloid aufgrund einer fehlerhaften Erstbehandlung
entstanden wäre. Ohnehin würde selbst das durch einen Ärztefehler bedingte Auftreten
4.4.5.
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eines Keloids nicht ausreichen, um das Kriterium der fehlerhaften ärztlichen
Behandlung in ausgeprägter Weise zu bejahen.
Die Dauer der ärztlichen Behandlung und die geklagten Beschwerden deuten
alleine nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf hin. Das entsprechende
Kriterium erfordert besondere Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt und verzögert
haben (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 7. Februar 2008, U 590/06, E. 4.3.2, und
vom 10. Juli 2008, 8C_61/2008, E. 7.6). Vorliegend liegen keine besonderen Gründe für
einen schwierigen Heilungsverlauf im Sinne der Rechtsprechung vor. Entgegen der
Ansicht des Beschwerdeführers (Suva-act. 163) sind bei der Prüfung im Sinne von BGE
115 V 133 psychische Aspekte ausser Acht zu lassen (BGE 115 V 140 E. 6c/aa, vgl.
auch Urteil des Bundesgerichts vom 7. Dezember 2009, 8C_487/2009 E. 5 mit
Hinweis).
4.4.6.
Die erstbehandelnden Ärzte des Spitals C._ attestierten dem
Beschwerdeführer vom 29. August bis zum 10. September 2018 eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Suva-act. 37). Dr. D._ attestierte ihm sodann weiterhin
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bis mindestens zum 19. November 2018 (vgl. Suva-
act. 25). Am 27. November 2018 berichtete sie, der Beschwerdeführer sei vermindert
leistungsfähig. Bei ihr seien keine Konsultationen mehr geplant, es finde eine
regelmässige psychotherapeutische Behandlung statt (Suva-act. 32). Vom 1. bis 31.
Mai 2019 attestierte Dr. D._ dem Beschwerdeführer sodann wieder eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Suva-act. 64, 74). Für den Zeitraum vom 1. Juni bis 8.
Juli 2019 liegt ein Arbeitsunfähigkeitsattest von der in der gleichen Hausarztpraxis
tätigen Dr. med. S._ im Recht (Suva-act. 93). Der Beschwerdeführer reichte zudem
mit seiner Beschwerde ein weiteres Attest der gleichen Hausarztpraxis ein, welches
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % ab 28. August 2018 sowie eine voraussichtlich
dauernde Arbeitsunfähigkeit von 80 % ab 1. April 2020 ausweist (act. G1.6). Die
Hausärzte begründeten ihre Atteste nicht. PD Dr. N._ führte am 4. Februar 2020 aus,
der Beschwerdeführer sei weiterhin arbeitsunfähig. Er habe vor allem starke
Schmerzen, aber auch eine abnorme Erschöpfbarkeit in sämtlichen Muskeln, die ihn
daran hindere, sich stärker zu belasten (Suva-act. 163-5 f.). Es ist davon auszugehen,
dass die von den behandelnden Ärzten attestierte Arbeitsunfähigkeit mindestens
teilweise nicht auf unfallkausale Beschwerden zurückzuführen war. Das Kriterium der
langdauernden Arbeitsfähigkeit ist damit zumindest nicht in besonders ausgeprägter
Weise erfüllt.
4.4.7.
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5.
Zusammengefasst lagen damit spätestens per 26. Januar 2020 keine unfallkausalen
Beschwerden mehr vor, weshalb die Leistungseinstellung auf diesen Zeitpunkt hin
nicht zu beanstanden ist. Die weiter geplante Behandlung durch Dr. O._ (vgl. act.
G11.1) ändert daran nichts, zumal diese keine unfallkausalen Beschwerden adressierte.
Zudem führte Dr. O._ selbst aus, es sei davon auszugehen, dass die in der Schweiz
anerkannten Massnahmen dem Beschwerdeführer keine Aussicht auf eine namhafte
Verbesserung des Gesundheitszustandes garantieren könnten (act. G11.1). Vor diesem
Hintergrund besteht ohnehin kein Anspruch auf eine Rente und eine
Integritätsentschädigung, weshalb sich eine entsprechende Prüfung erübrigt.
6.
Da somit höchstens drei der zu berücksichtigenden Kriterien erfüllt sind, keines
jedoch in besonders ausgeprägter Weise, ist der adäquate Kausalzusammenhang
zwischen den Unfällen vom 29. August 2018 und den organisch nicht objektivierbaren
Beschwerden zu verneinen. Folglich erübrigt sich die Prüfung des natürlichen
Kausalzusammenhangs (vgl. BGE 135 V 465 E. 5.1).
4.4.8.
Im Sinne der Erwägungen ist der angefochtene Einspracheentscheid nicht zu
beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.
6.1.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember
2020 gültigen, für das vorliegende Verfahren gemäss Art. 82a ATSG noch
anwendbaren Fassung).
6.2.
Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75; in der vorliegend
anwendbaren, seit 1. Januar 2019 gültigen Fassung, siehe Art. 30 HonO) pauschal
Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat am 18.
Dezember 2020 eine Kostennote eingereicht und bei einem Aufwand von 27.65
Stunden eine Parteientschädigung von insgesamt Fr. 6'194.05 geltend gemacht
(Stundenansatz für unentgeltliche Rechtsverbeiständung von Fr. 200.--; act. G15.1). Mit
Blick auf die bei einem durchschnittlichen Fall im Bereich der Unfallversicherung vom
Versicherungsgericht praxisgemäss zugesprochene Parteientschädigung von Fr.
6.3.
bis
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