Decision ID: 92fbe043-04d3-5ef4-84c7-82e28c83761c
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 17.04.2015 Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG, Art. 45 Abs. 3 lit. c und Abs. 4 lit. a AVIV. Einstellung in der Anspruchsberechtigung von 46 Tagen wegen Selbstkündigung bzw. einvernehmlicher sofortiger Auflösung des Arbeitsverhältnisses ohne Zusicherung einer Folgestelle bestätigt (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom17. April 2015, AVI 2014/1).Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer (Vorsitz), Miriam Lendfers undLisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiber Daniel FurrerEntscheid vom 17. April 2015in SachenA._,Beschwerdeführerin,vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. E. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21, Postfach 27, 9004 St. Gallen,gegenKantonale Arbeitslosenkasse, Davidstrasse 21, 9001 St. Gallen,Beschwerdegegnerin,betreffendEinstellung in der Anspruchsberechtigung (einvernehmliche Auflösung)Sachverhalt:
A.
A.a Mit Schreiben vom 13. Juli 2013 kündigte A._ ihre Arbeitsstelle als
Assistenzärztin bei den Kliniken B._ (Arbeitgeberin) per 31. Oktober 2013 mit der
Bitte, sie per sofort freizustellen (act. G 3.1/S. 110). Mit Schreiben vom 16. Juli 2013
bestätigte die Arbeitgeberin die Kündigung. Auf ihren persönlichen Wunsch hin könne
die Versicherte, nach dem Bezug der verbleibenden Ferien, per 19. Juli 2013 austreten.
Der Lohnanspruch ende demzufolge mit Stichtag 19. Juli 2013 (act. G 3.1/S. 123).
A.b Am 18. Juli 2013 meldete sich die Versicherte beim Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung an und beantragte per 20. Juli
2013 Arbeitslosenentschädigung (act. G 3.1/S. 111 ff.). Im Antrag auf
Arbeitslosenentschädigung erwähnte sie, das Arbeitsverhältnis wegen Überlastung,
unerfüllbarer Anforderungen und Boykott selbst gekündigt zu haben (act. G 3.1/S. 115).
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Im Formular "Verschuldensabklärung" gab die Versicherte am 2. August 2013 an, dass
sie wegen nicht erfüllbarer Anforderungen und Boykott durch Mitarbeiter gekündigt
habe (act. G 3.1/S. 98 f.). Im Fragebogen zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gab
die Arbeitgeberin an, dass die Probleme nicht besprochen worden seien, die
Versicherte habe nicht versucht, eine Aussprache vor der Kündigung herbeizuführen.
Auf die Forderung der gewünschten Freistellung habe nicht eingegangen werden
können und so sei der Vertrag in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst worden (act.
G 3.1/S. 90 f.).
A.c Mit Verfügung vom 28. August 2013 stellte die Kantonale Arbeitslosenkasse die
Versicherte ab 20. Juli 2013 für 46 Tage in der Anspruchsberechtigung ein. Sie habe
übereilt gehandelt, indem sie vor dem Auffinden einer neuen Tätigkeit und ohne
Einhaltung der Kündigungsfrist von drei Monaten gekündigt habe. Somit sei sie der
Schadenminderungspflicht nicht nachgekommen (act. G 3.1/S. 53 ff.).
A.d Da die Versicherte per 14. Oktober 2013 eine neue Stelle gefunden hatte, wurde
sie mit Schreiben vom 5. September 2013 per 13. Oktober 2013 von der
Arbeitsvermittlung abgemeldet (act. G 3.1/S. 45).
A.e Mit Schreiben vom 16. September 2013 (Eingangsdatum bei der Kantonalen
Arbeitslosenkasse) erhob die Versicherte gegen die verfügten Einstelltage Einsprache.
Sie habe keine Kostengutsprachen und Berichte für die Patienten schreiben können,
da sie vom Sekretariat boykottiert worden sei. Als Ärztin habe sie eine Verantwortung
gegenüber den Patienten, und es sei nicht zumutbar, wenn sie diese Verantwortung
nicht wahrnehmen könne. Sie habe ihrem ehemaligen Chef klar und deutlich gesagt,
dass es zum momentanen Zeitpunkt nicht gehe. Er habe die Anforderung erneut
gestellt und sie im Büro sitzen lassen. Er sei an einem Gespräch nicht interessiert
gewesen (act. G 3.1/S. 29). Mit Schreiben vom 6. November 2013 gab die
Arbeitgeberin an, dass eine Äusserung zu dem Schreiben der Versicherten nicht
möglich sei. Es gebe verschiedene Sekretariate im Unternehmen und es sei nicht
bekannt, dass die Versicherte von einer Person aus den Sekretariaten boykottiert
worden sein solle. Zudem werde darauf hingewiesen, dass nicht sie sondern die
Versicherte das Arbeitsverhältnis aufgelöst habe (act. G 3.1/S. 14).
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A.f Mit Einspracheentscheid vom 9. Dezember 2013 wies die Kantonale
Arbeitslosenkasse die Einsprache ab. Die Unzumutbarkeit, im Arbeitsverhältnis zu
verbleiben, habe nicht bewiesen werden können. Da die Versicherte ein ihr zumutbares
Arbeitsverhältnis ohne Zusicherung einer Folgestelle gekündigt habe, sei sie in der
Anspruchsberechtigung einzustellen. Da die Arbeitsstelle per sofort gekündigt worden
sei, liege ein Verschulden im mittleren Bereich des schweren Verschuldens vor,
weshalb 46 Einstelltage angemessen seien (act. G 3.1/S. 7 ff).
B.
B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 9. Dezember 2013 richtet sich die
vorliegende Beschwerde vom 4. Januar 2014 (Datum Postaufgabe). Die
Beschwerdeführerin beantragt darin die Aufhebung der Einstelltage. Sie habe die
Situation ihrem Chef in der Hoffnung geschildert, dass man eine Lösung finden könne.
Sie habe die Kündigungsfrist eingehalten und bereits 14 Tage vor deren Ablauf eine
neue Stelle angetreten. Ihr Chef und nicht sie habe das Arbeitsverhältnis per sofort
aufgelöst. Es habe sich um eine unzumutbare Situation gehandelt (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 6. Februar
2014 die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
B.c Mit Replik vom 14. Mai 2014 beantragt die Beschwerdeführerin, dass das Gericht
eine Stellungnahme der Arbeitgeberin einhole, bei jemandem, der die Vorgänge
miterlebt und Weisungsbefugnis habe oder zumindest Anlass zum Konflikt geboten
habe. Zudem treffe es nicht zu, dass sie einer einvernehmlichen Auflösung des
Arbeitsverhältnisses zugestimmt habe (act. G 9). Die Beschwerdegegnerin verzichtete
auf die Einreichung einer Duplik (act. G
11).

Erwägungen:
1.
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Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin zu Recht wegen selbst
verschuldeter Arbeitslosigkeit für 46 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt
wurde.
2.
2.1 Nach Art. 30 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) ist die
versicherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes
Verschulden arbeitslos ist. Selbstverschuldet ist die Arbeitslosigkeit namentlich dann,
wenn die versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus aufgelöst hat, ohne
dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihr das Verbleiben an der
Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (Art. 44 Abs. 1 lit. b der Verordnung über
die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR
837.02]). Im Bereich der freiwilligen Stellenaufgabe findet demnach das
sozialversicherungsrechtliche Schadenminderungsprinzip seine Grenze bei der
Zumutbarkeit.
2.2 Im Weiteren ist bei der Prüfung der Frage, ob eine Sanktion wegen Selbstaufgabe
der Stelle im Sinn von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV zulässig ist, das Übereinkommen Nr.
168 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über die Beschäftigungsförderung
und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (nachfolgend
Übereinkommen; SR 0.822.726.8) zu beachten, das für die Schweiz am 17. Oktober
1991 in Kraft getreten ist. Nach Art. 20 lit. c des Übereinkommens können Leistungen
der Arbeitslosenversicherung verweigert, zum Ruhen gebracht oder gekürzt werden,
wenn die zuständige Stelle festgestellt hat, dass die betreffende Person ihre
Beschäftigung freiwillig ("volontairement") ohne triftigen Grund ("sans motif légitime")
aufgegeben hat. Da diese Bestimmung inhaltlich hinreichend bestimmt und klar ist, ist
sie im Einzelfall direkt anwendbar und geht den nationalen Bestimmungen über den
Erlass einer Einstellungsverfügung vor (BGE 124 V 236 f. E. 3c). Damit sind bei einer
völkerrechtskonformen Auslegung von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV bzw. bei der
Zumutbarkeitsprüfung die gesamten Umstände der versicherten Person zu
berücksichtigen (Boris Rubin, Commentaire de la loi sur l'assurance-chômage, Genf/
Zürich/Basel 2014, N 36 f. zu Art. 30; Jacqueline Chopard, Die Einstellung in der
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Anspruchsberechtigung, Diss. Zürich 1998, S. 80). Es kann nicht von einer freiwilligen
Beschäftigungsaufgabe im Sinn des Übereinkommens gesprochen werden, wenn eine
versicherte Person nicht von sich aus, sondern vom Arbeitgeber oder durch die
Entwicklung am Arbeitsplatz zur Kündigung gedrängt wird. Gleiches gilt für den Fall, da
die versicherte Person für das Verlassen der Stelle legitime Gründe zu nennen vermag
(BGE 124 V 238 E. 4b/aa).
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass sie zwar selbst gekündigt, jedoch
nicht einer einvernehmlichen vorzeitigen Auflösung des Arbeitsverhältnisses
zugestimmt habe (act. G 9, Ziff. 5 f.).
3.2 Mit Schreiben vom 13. Juli 2013 kündigte die Beschwerdeführerin ihre Arbeitsstelle
per 31. Oktober 2013. Diesbezüglich führte sie aus, dass gemäss Vertrag der
nächstmögliche Kündigungstermin der 31. Oktober 2013 sei, sie würde jedoch um eine
sofortige Freistellung bitten, da sie sich unter den gegebenen Umständen definitiv nicht
mehr in der Lage sehe, an den Arbeitsplatz zurückzukehren (act. G 3.1/S. 110). Damit
brachte die Beschwerdeführerin zum Ausdruck, dass sie das Arbeitsverhältnis
möglichst unverzüglich beenden wollte, sich jedoch an den vertraglich festgelegten
nächstmöglichen Kündigungstermin gebunden sah.
3.3 Die Arbeitgeberin bestätigte diese Kündigung mit Schreiben vom 16. Juli 2013. Sie
hielt darin fest, dass auf den persönlichen Wunsch der Beschwerdeführerin hin ihr
Austritt aus den Kliniken B._ per 19. Juli 2013 erfolgen könne. Bis zu diesem Datum
sei der Ferienanspruch aufgebraucht. Der Lohnanspruch ende demzufolge mit Stichtag
19. Juli 2013 (act. G 3.1/S. 123). In diesem Schreiben kann das Angebot einer
ausservertraglichen Vertragsauflösung per 19. Juli 2013 gesehen werden. Da sich das
Schreiben nicht konkret zur gewünschten Freistellung äussert, könnte es jedoch auch
als Freistellung per 19. Juli 2013 ohne Lohnanspruch ab diesem Datum verstanden
werden, was im Endeffekt jedoch ebenfalls einer Vertragsauflösung gleichkommt.
3.4 Indem die Beschwerdeführerin nach ihrer Kündigung nicht mehr zur Arbeit
erschienen ist, im Antrag auf Arbeitslosenentschädigung den 19. Juli 2013 als letzten
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Arbeitstag angab und ab dem 20. Juli 2013 Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung
erhob (act. G 3.1/S. 114 ff.), hat sie der Vertragsauflösung per 19. Juli 2013 konkludent
zugestimmt. Im Antrag auf Arbeitslosenentschädigung hat sie denn auch explizit
verneint, Lohnansprüche im Zusammenhang mit der Kündigungsfrist gegenüber ihrer
ehemaligen Arbeitgeberin geltend gemacht zu haben. Es ist somit von einer
einvernehmlichen vorzeitigen Vertragsauflösung auszugehen.
3.5 Im Zeitpunkt der Kündigung und im Zeitpunkt der Vertragsauflösung war der
Beschwerdeführerin keine andere Stelle zugesichert, so dass der Tatbestand der
selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG
grundsätzlich erfüllt ist. Wie die Beschwerdeführerin jedoch geltend macht, soll ihr der
weitere Verbleib an der innegehabten Arbeitsstelle nicht mehr zumutbar gewesen sein,
da sie vom Sekretariat boykottiert worden und von ihrem Vorgesetzten nicht unterstützt
worden sei. Es ist damit zu prüfen, ob eine Sanktion für selbstverschuldete
Arbeitslosigkeit wegen Unzumutbarkeit des Verbleibens an der Arbeitsstelle entfällt.
4.
4.1 Die Unzumutbarkeit einer Fortsetzung des bisherigen Arbeitsverhältnisses ist vor
dem Hintergrund von Art. 16 Abs. 1 AVIG zu beurteilen, wonach grundsätzlich jede
Arbeit zumutbar ist, es sei denn, einer der in Abs. 2 dieser Bestimmung abschliessend
aufgelisteten Ausnahmetatbestände sei erfüllt. Nach der Rechtsprechung des
Bundesgerichts ist die Zumutbarkeit zum Verbleib am bisherigen Arbeitsplatz strenger
zu beurteilen als die Zumutbarkeit zur Annahme einer neuen Stelle. Ein schlechtes
Arbeitsklima oder Spannungen zwischen der versicherten Person und Arbeitskollegen
oder Vorgesetzten jedenfalls begründen noch keine Unzumutbarkeit. Sie können
allenfalls im Rahmen der Verschuldensbeurteilung Berücksichtigung finden.
Unzumutbarkeit aus gesundheitlichen Gründen (vgl. Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG) muss
nach der Rechtsprechung durch ein eindeutiges ärztliches Zeugnis (oder allenfalls
andere geeignete Beweismittel) belegt sein. Aus Gründen der Rechtssicherheit darf
sich die Arbeitslosenkasse oder das Gericht nicht mit blossen Behauptungen
begnügen, sondern benötigt vielmehr zweckdienliche Beweismittel, die primär die
versicherte Person im Rahmen der ihr obliegenden Mitwirkungspflicht bei der
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Abklärung des Sachverhalts beizubringen hat (Urteil des Bundesgerichts vom 27.
November 2013, 8C_742/2013, E. 4.1 mit Hinweisen).
4.2 Die Beschwerdeführerin erachtet den Verbleib an der Arbeitsstelle als unzumutbar,
da die zuständige Sekretärin nicht bereit gewesen sei, die von der Beschwerdeführerin
auf dem Computer geschriebenen Berichte für die Krankenkassen
(Kostengutsprachegesuche) und die Austrittsberichte für die Patienten zu bearbeiten.
Die Sekretärin habe verlangt, dass diese Berichte diktiert würden. Der Vorgesetzte
C._ habe das Problem für nicht bedeutend genug gehalten und es nicht diskutieren
wollen (act. G 9, Ziff. 14 ff.). Alle Berichte würden via Sekretariat zu einem Kaderarzt
gehen, der diese visiere. Als Assistenzärztin sei sie nicht befugt, eigenmächtig einen
Bericht herauszugeben. Als Ärztin habe sie jedoch eine Verantwortung gegenüber den
ihr anvertrauten Patienten, und es sei nicht zumutbar, diese Verantwortung nicht
wahrnehmen zu können (act. G. 3.1/S. 29). Es ist zu prüfen, ob die von der
Beschwerdeführerin aufgeführten Gründe, die sie zur Kündigung veranlasst haben, im
Lichte des AVIG und des Übereinkommens ein Selbstverschulden an der
Arbeitslosigkeit ausschliessen.
4.3 Die Ausführungen der Beschwerdeführerin erscheinen zwar durchaus plausibel,
der genaue Ablauf der Geschehnisse ist jedoch nicht mehr feststellbar. Indessen kann
aufgrund des behaupteten Verhaltens des Sekretariats bzw. des Vorgesetzten nicht auf
einen Boykott der Beschwerdeführerin geschlossen werden. Es ist zwar
nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin sich in ihrer Arbeitsweise beeinträchtigt
fühlte, wenn das Sekretariat ihre auf dem Computer geschriebenen Berichte nicht
bearbeitete. Verantwortlich für diese Berichte und insbesondere für die Kommunikation
mit den Krankenkassen war jedoch offensichtlich der Vorgesetzte bzw. ein Kaderarzt
(vgl. act. G 3.1/ S. 29). Selbst wenn diese gegen das Verhalten des Sekretariats nicht
einschritten bzw. dieses sogar explizit tolerierten, erschiene das Arbeitsverhältnis nicht
unzumutbar. So konnte die Beschwerdeführerin nicht darlegen, weshalb es für sie –
zumindest vorübergehend – nicht möglich gewesen wäre, diese Berichte, wie vom
Sekretariat offenbar gewünscht, zu diktieren. So hätte sie beispielsweise auch die
bereits am Computer verfassten Berichte diktieren können. Dies hätte zwar einen
gewissen Mehraufwand mit sich gebracht. Ihre Verantwortung gegenüber den
Patienten hätte sie aber jedenfalls wahrnehmen können. Der von der
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Beschwerdeführerin geltend gemachte Boykott durch das Sekretariat rechtfertigt noch
keine Kündigung und insbesondere keine Vertragsauflösung ohne Einhaltung der
dreimonatigen Kündigungsfrist. Diesbezüglich wäre es der Beschwerdeführerin
zweifellos zumutbar gewesen, bis zum Auffinden einer neuen Stelle mit der Kündigung
zuzuwarten oder zumindest nicht per sofort, sondern erst nach Ablauf der ordentlichen
Kündigungsfrist die Arbeit niederzulegen.
4.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass die geltend gemachte Unzumutbarkeit des
Arbeitsverhältnisses nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit festgestellt werden
kann, weshalb die Beschwerdeführerin aus eigenem Verschulden im Sinne von Art. 30
Abs. 1 lit. a AVIG i.V.m. Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV arbeitslos geworden ist.
5.
5.1 Zu prüfen bleibt damit noch das im angefochtenen Einspracheentscheid
angeordnete Einstellmass von 46 Tagen (act. G 3.1/S. 7 ff.).
5.2 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30
Abs. 3 AVIG). Die Einstellungsdauer beträgt gemäss Art. 45 Abs. 3 AVIV 1 bis 15 Tage
bei leichtem Verschulden (lit. a), 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem Verschulden (lit. b)
und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (lit. c). Ein schweres Verschulden liegt
gemäss Art. 45 Abs. 4 AVIV vor, wenn die Versicherte ohne entschuldbaren Grund eine
zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen aufgegeben oder eine
zumutbare Arbeit abgelehnt hat.
5.3 Die Beschwerdegegnerin qualifizierte das Verhalten der Beschwerdeführerin im
mittleren Bereich des schweren Verschuldens, da sie eine zumutbare Arbeitsstelle ohne
Zusicherung einer Folgestelle per sofort gekündigt hatte (act. G 3.1/S. 9). Weder aus
den Ausführungen der Beschwerdeführerin noch aus den Akten ergeben sich Gründe,
die ein Eingreifen in das beschwerdegegnerische Ermessen rechtfertigen würden.
6.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
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Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Ausgangsgemäss hat die
Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht