Decision ID: 89cd091f-c2c0-5e94-a75c-4eea4448b49d
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) hatte sich im Dezember 2008 aufgrund der
Verletzungen, welche er sich am 20. April 2008 bei einem Motorradunfall zugezogen
hatte, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) angemeldet (IV-act. 1).
A.b Der Versicherte ist angelernter Metzger (IV-act. 6), arbeitete jedoch mehrheitlich
als Chauffeur (IV-act. 113-2 f.), zuletzt seit Dezember 2006 bis zum Unfall im April 2008
in einem Vollpensum als Lastwagenchauffeur bei der B._ AG (IV-act. 7), und betrieb
nebenbei selbständig eine kleine Lohnmetzgerei (IV-act. 8). Aufgrund der seit dem
Unfall vom Hausarzt des Versicherten, Dr. med. C._, Facharzt FMH für
Allgemeinmedizin, bescheinigten 100%-igen Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 7, Suva-act.
54-1) kündigte die Arbeitgeberin des Versicherten nach Ablauf der Sperrfrist das
Arbeitsverhältnis am 11. Dezember 2008 per Ende Februar 2009 (Suva-act. 45).
A.c Mit Bericht vom 5. August 2008 der Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St.
Gallen (KSSG) wurden eine leichte sensomotorische Hemiquerschnittsymptomatik ab
Th7/8 mit Schmerzen der unteren BWS und oberen LWS nach Contusio spinalis im
April 2008 sowie eine LWK3- und eine BWK12-Fraktur diagnostiziert. Der Nachweis
einer Myelon-Schädigung konnte nicht erbracht werden (Suva-act. 25). Vom 3. Februar
bis 1. Mai 2009 begab sich der Versicherte in stationäre Behandlung in die Rehaklinik
Bellikon, welche ihm im Austrittsbericht vom 1. Mai 2009 weiterhin eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit attestierte (IV-act. 31). Mit Bericht der Rehaklinik Bellikon vom 18.
November 2009 diagnostizierte diese zusätzlich eine mittelschwere
neuropsychologische Störung mit Einbussen im Bereich der Aufmerksamkeits- und
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Exekutivfunktionen, der verbalen Merkfähigkeit und der Lese- und Schreibleistungen
sowie leichte affektive Auffälligkeiten im Rahmen einer vorbestehenden
Leistungsschwäche (ICD-10: F81; Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten). Die
Ärztinnen empfahlen für den Versicherten eine rückenschonende, wechselbelastende
leichte bis selten mittelschwere angepasste Tätigkeit im Betrieb. Eine ganztägige
Präsenz sei möglich, wobei daran zu denken sei, dass bei mehr als eineinhalbjähriger
Arbeitsunfähigkeit zu Beginn der Tätigkeit die Präsenzzeit ca. halbschichtig zu
beginnen und sukzessive zu steigern sei. Die Arbeitsunfähigkeit infolge der Unfallfolgen
für die berufliche Tätigkeit als Lastwagenchauffeur betrage aktuell 100%
(IV-act. 39-3).
A.d Vom 7. Juni bis 2. Juli 2010 wurde eine berufliche Abklärung gemäss
Kooperationsabkommen zwischen der IV-Stelle und der Rehaklinik hinsichtlich Klärung
von Eingliederungsmöglichkeiten durchgeführt (IV-act. 52 ff.). Im Bericht vom 6. Juli
2010 wurde ausgeführt, dass der Versicherte einsatzfreudig und arbeitswillig sei. Seine
schulische Leistungsfähigkeit liege jedoch auf einem sehr tiefen Niveau. Besonders
Mühe habe er im sprachlich-schriftlichen Bereich. Aufgaben nach schriftlichen
Instruktionen könnten zu Fehlleistungen führen. Nach den halbtägigen Einsätzen habe
er jeweils starke Rückenschmerzen gehabt. Der Versicherte sei auf Unterstützung bei
der Stellensuche angewiesen. Es werde ein gut begleiteter Aufbau (Praktikum/
Arbeitstraining) im Hinblick auf eine Einarbeitung in eine behinderungsbedingt
geeignete Stelle mit sukzessiver Steigerung der Präsenzzeit empfohlen. Dies sollte
nach Möglichkeit wirtschaftsnah geschehen, da der Versicherte negative Erinnerungen
an Institutionen (Heim) habe. Der Versicherte werde in folgenden Tätigkeitsgebieten
gesehen: Magaziner/Chauffeur für Kleinbetriebe; Lager-Logistikmitarbeiter (leichte
Rüst-, Verpackungs- und Speditionsaufgaben); Staplerfahrer (IV-act. 58-2).A.e Am 3.
Januar 2011 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass derzeit keine beruflichen
Massnahmen angezeigt seien, da er von der Suva bei der Stellensuche unterstützt
werde und aktuell an einer IBR (Initiative berufliche Reintegration) teilnehmen könne.
Auch habe er den Eingliederungsplan trotz mehrmaliger Aufforderung nicht
unterzeichnet retourniert (IV-act. 65).
B.
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B.a Am 4. Februar 2011 wurde im Auftrag der Suva eine kreisärztliche
Abschlussuntersuchung durch Dr. med. D._, Facharzt FMH für Chirurgie, speziell
Allgemein- und Unfallchirurgie, vorgenommen (Suva-act. 164). Sie ergab eine
verbliebene diskrete Belastungs- und Bewegungseinschränkung bei leichter
Keildeformation von LWK3 und BWK12. Die Unfallfolgen seien dauernd und erheblich.
Betreffend medizinische Zumutbarkeit aus Unfallfolgen bestehe vom Rücken her eine
Einschränkung für das Aussetzen an Vibrationen sowie für das Heben und Tragen von
mehr als mittelschweren Gewichten. Günstig seien Tätigkeiten in Wechselpositionen,
vollschichtig, mit Gewichtsbelastungen von ca. 10 kg am Boden und 15 kg auf
Tischhöhe.
B.b Die Suva beauftragte am 2. März 2011 eine externe Stellenvermittlung mit der
beruflichen Eingliederung des Versicherten (Suva-act. 170 ff.). Der Versicherte konnte
daraufhin ab 1. Juni 2011 einen befristeten Einsatz zu 50% im Bereich
Fleischverarbeitung/Verkauf bei der E._ AG beginnen (Suva-act. 187, 192, 199, 206).
Per 31. Dezember 2011 beendete die Arbeitgeberin den Arbeitsversuch wegen
ungenügender Leistungen des Versicherten (vgl. Suva-act. 208, 210). Die
Arbeitsvermittlung wurde ebenfalls beendet und die Suva kündigte die Einstellung der
Taggeldzahlungen auf Ende Januar 2012 an (Suva-act. 215). Dr. F._, Chiropraktor,
erachtete im Bericht vom 15. Februar 2012 nach 17 Behandlungen seit Oktober 2011
eine Arbeitsfähigkeit von 50% als angebracht (Suva-act. 221).
B.c Mit Verfügung vom 27. März 2012 sprach die Suva dem Versicherten ab 1.
Februar 2012 eine Übergangsrente von monatlich Fr. 658.05, gestützt auf einen
Invaliditätsgrad von 16%, sowie eine Integritätsentschädigung von Fr. 9'450.--,
gründend auf einer Integritätseinbusse von 7.5%, zu (Suva-act. 231). Die gegen diese
Verfügung erhobene Einsprache vom 10. Mai 2012 (Suva-act. 236) wurde mit
Einspracheentscheid vom 10. Oktober 2012 (Suva-act. 242) abgewiesen, was mit
Entscheiden des Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen vom 18. März 2014
(Suva-act. 303) bzw. des Bundesgerichtes vom 15. Oktober 2014 (Suva-act. 344)
rechtskräftig bestätigt wurde.
C.
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C.a Am 22. Januar 2013 hatte die IV-Stelle dem Versicherten mitgeteilt, es werde bei
ihm ab dem 7. Januar bis am 29. März 2013 – bei Zusprache von Taggeld (IV-act. 117)
– eine berufliche Abklärung bei G._ durchgeführt, wofür die Kosten von der IV-Stelle
übernommen würden (IV-act. 108). Gleichentags hatte die IV-Stelle dem Versicherten
eine Arbeitsvermittlung zugesprochen (IV-act. 109).
C.b Im Schlussbericht der G._ vom 25. März 2013 wurde im Wesentlichen
ausgeführt, dass das Ziel von acht Arbeitsstunden an fünf Tagen pro Woche nicht
erreicht worden sei. Der Versicherte habe sechs Stunden an fünf Tagen pro Woche,
auch im ersten Arbeitsmarkt als Lastwagenchauffeur (Muldentransporte), arbeiten
können (IV-act. 126).
C.c Mit Verfügung vom 4. November 2013 verneinte die IV-Stelle einen weiteren
Anspruch des Versicherten auf berufliche Massnahmen. Der Versicherte sei seit Januar
2013 ausreichend in der Stellensuche unterstützt worden. Die Abklärungen hätten
ergeben, dass berufliche Massnahmen nur im Zusammenhang mit einer konkreten
Arbeitsstelle erfolgsversprechend seien. Wenn eine konkrete Arbeitsstelle mit
unbefristetem Arbeitsvertrag vorhanden sei, habe der Versicherte die Möglichkeit, sich
bei der IV-Stelle für Kurse, Arbeitsplatzanpassungen oder Einarbeitungszuschüsse zu
melden. Dann werde ein Anspruch erneut geprüft. Betreffend Rente ergehe der
Entscheid später in einer separaten Verfügung (IV-act. 144).
C.d Gegen diese Verfügung reichte der Versicherte am 5. Dezember 2013 beim
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen Beschwerde ein mit dem Antrag, die
Verfügung vom 4. November 2013 sei aufzuheben und die IV-Stelle anzuweisen, mit
dem Versicherten die für eine effektive Eingliederung notwendigen beruflichen
Massnahmen, insbesondere Berufsberatung, Umschulungsmassnahmen und daran
anschliessend Arbeitsvermittlung, evtl. in Verbindung mit Einarbeitungszuschüssen,
durchzuführen und gestützt auf das Ergebnis der beruflichen Eingliederung die
Rentenprüfung vorzunehmen (IV-act. 164). Am 24. Februar 2014 widerrief die IV-Stelle
ihre Verfügung vom 4. November 2013 (IV-act. 181), woraufhin das
Beschwerdeverfahren vom Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen am 26. März
2014 abgeschrieben wurde (IV-act. 192).
D.
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D.a Am 30. März 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, es werde von der
BEFAS, Berufliche Abklärungsstelle, eine Abklärung bezüglich Eingliederungs- und
Arbeitsfähigkeit durchgeführt. Während der Dauer der Abklärung erhalte er ein Taggeld
(IV-act. 235).
D.b Gemäss Schlussbericht vom 17. Juli 2015 erreichte der Versicherte in den
getesteten Arbeitsabläufen eine Arbeitsleistung von durchschnittlich 60% bei
ganztägiger Anwesenheit. Die reduzierte Arbeitsfähigkeit begründe sich durch hohen
mündlichen Instruktionsbedarf, rasche Ermüdbarkeit und Konzentrationsabnahme
sowie den Bedarf an Entlastungspausen (IV-act. 247-7). Möglich seien
wechselbelastende Tätigkeiten ohne Hantieren mit Gewichten über fünf bis sieben
Kilogramm, selten 15 Kilogramm, ohne Zwangshaltungen und Arbeiten über Kopf. Die
Tätigkeiten müssten den reduzierten kognitiven Fähigkeiten entsprechen und auf die
Legasthenie Rücksicht nehmen (IV-act. 247-8). Grundsätzlich sei der Versicherte fähig,
in angepasster Tätigkeit zeitlich ein ganztägiges Pensum zu bestehen. Die früheren
Beobachtungen, dass er nicht imstande sei, bei kognitiv anspruchsvolleren Tätigkeiten
die volle Leistung über den ganzen Tag aufrechtzuerhalten, habe sich zwar bestätigt.
Bei Tätigkeiten mit wechselnder Aufmerksamkeitsintensität, wie dies zum Beispiel bei
Chauffeurdiensten im Kurzstreckeneinsatz der Fall sei, oder in einfacher serieller
industrieller Fertigung könne ihm aber eine volle Arbeitsleistung zugemutet und von ihm
erwartet werden (IV-act. 247-8).
D.c Dr. med. H._ vom regionalen ärztlichen Dienst (RAD) führte in seiner
Aktenbeurteilung vom 19. August 2015 aus, dass die Einschätzung einer vollen
Leistungsfähigkeit unverständlich sei, hätten die Tests doch ein anderes Ergebnis
gezeigt. Es sei davon auszugehen, dass beim Versicherten in einer angepassten
Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bei ganztägigem Pensum mit vermehrten
Pausen eine 60%-ige Arbeitsfähigkeit gegeben sei (IV-act. 254-2).
D.d Mit Mitteilung vom 30. November 2015 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten
Arbeitsvermittlung (IV-act. 271). Mehrere Vermittlungsversuche (vgl. IV-act. 277-8 ff.)
führten nicht zum Ziel, worauf mit Verfügung vom 28. Oktober 2016 ein Anspruch auf
Arbeitsvermittlung und weitere berufliche Massnahmen verneint wurde (IV-act. 309).
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D.e Gegen diese Verfügung reichte der Versicherte am 5. Dezember 2016 Beschwerde
ein mit dem Antrag, dass die IV-Stelle zu verpflichten sei, ihm berufliche Massnahmen,
insbesondere Berufsberatung, Umschulungsmassnahmen und daran anschliessend
Arbeitsvermittlung, evtl. in Verbindung mit Einarbeitungszuschüssen, zu gewähren und
gestützt auf das Ergebnis der beruflichen Eingliederung die Rentenprüfung
vorzunehmen. Eventuell sei die Angelegenheit zur Gewährung des rechtlichen Gehörs
an die IV-Stelle zurückzuweisen (act. G 1).
E.
E.a Am 22. September 2016 hatte die IV-Stelle einen Vorbescheid erlassen, welcher
dem Versicherten ab dem 1. Juni 2009 einen Anspruch auf eine Viertelsrente in
Aussicht stellte (IV-act. 301). Mit Einwand vom 27. Oktober 2016 hatte der Versicherte
die Gewährung einer halben Rente bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
beantragt. Eventuell sei er zunächst umzuschulen (IV-act. 308-1 f.). Am 19. Dezember
2016 verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid eine Viertelsrente ab 1. Juni 2009. Aus
medizinischer Sicht sei die angestammte Tätigkeit als Lastwagenchauffeur nicht mehr
zumutbar. In einer dem Leiden angepassten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von
60%. Aus dem Einkommensvergleich resultiere ein Invaliditätsgrad von 42%. Ein
Leidensabzug sei nicht vorzunehmen, da sämtliche Einschränkungen bei der
Festlegung der Arbeitsfähigkeit bereits gewürdigt und berücksichtigt worden seien (IV-
act. 312, act. G 1.1 im Verfahren IV 2017/35).
E.b Auch gegen diese Verfügung liess der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) am 26. Januar 2017 Beschwerde einreichen mit dem Antrag, dass
die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zu verpflichten sei, ihm eine halbe IV-
Rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von mindestens 50% zuzusprechen. Eventuell
sei er zunächst umzuschulen, wobei die Rentenprüfung im Anschluss daran
vorzunehmen sei (IV-act. G 1 im Verfahren IV 2017/35).
E.c Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 26. Januar
sowie Schreiben vom 24. Februar 2017 Abweisung der Beschwerden (act. G 4, act. G 3
im Verfahren IV 2017/35). Mit Replik vom 2. März 2017 hielt der Beschwerdeführer
vollumfänglich an seinen Anträgen und deren Begründungen fest (act. G 6). Die
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Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 8, act. G 5 im Verfahren IV
2017/35).
F.
Mit Schreiben vom 3. März 2017 teilte das Versicherungsgericht den Parteien mit, dass
die Verfahren betreffend berufliche Massnahmen (IV 2016/420) sowie Rente (IV
2017/35) vereinigt würden (act. G 4 im Verfahren IV 2017/35).

Erwägungen
1.
1.1 Grundsätzlich bildet jeder vorinstanzliche Entscheid ein selbständiges
Anfechtungsobjekt und ist deshalb einzeln anzufechten und einzeln zu beurteilen. Es ist
gerechtfertigt, von diesem Grundsatz abzuweichen und die Anfechtung in einem
gemeinsamen Verfahren mit einem einzigen Urteil zuzulassen, wenn die einzelnen
Sachverhalte in einem engen inhaltlichen Zusammenhang stehen und sich in allen
Fällen gleiche oder ähnliche Rechtsfragen stellen (vgl. BGE 123 V 215 E. 1). Ein solches
Vorgehen dient der Verfahrensökonomie und liegt im Interesse aller Beteiligten (ANDRÉ
MOSER, in André Moser/ Peter Uebersax, Prozessieren vor eidgenössischen
Rekurskommissionen, Basel und Frankfurt am Main 1998, Rz 3.12).
1.2 Es stehen sich in den Verfahren IV 2016/420 und IV 2017/35 dieselben Parteien
gegenüber. Zur Beurteilung stehen Leistungen der IV, namentlich berufliche
Massnahmen und Rentenleistungen. Der Beschwerdeführer beantragt im Verfahren IV
2017/35 eine Rente sowie eventualiter berufliche Massnahmen und stellt die bereits im
Verfahren IV 2016/420 beantragten beruflichen Massnahmen auch im Verfahren IV
2017/35 erneut zur Beurteilung. Es stellen sich überschneidend gleiche und ähnliche
Rechtsfragen, womit die Sachverhalte in einem engen inhaltlichen Zusammenhang
stehen. In diesem Sinn verweisen die Parteien in ihren Rechtsschriften jeweils auf die
Eingaben im anderen Verfahren. Die Voraussetzungen für eine Vereinigung der
Verfahren sind folglich erfüllt. Auch stellen die Parteien eine Vereinigung nicht in Frage
bzw. regen eine Koordination (Beschwerdeführer) ausdrücklich an (act. G 1 S. 5, act. G
1 S. 5 f. im Verfahren IV 2017/35).
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1.3 Der Antrag, die Angelegenheit eventualiter zur Gewährung des rechtlichen Gehörs
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (vgl. act. G 1 S. 2), wird mit
Beschwerdeschrift vom 26. Januar 2017 im Verfahren IV 2017/35 nicht mehr
aufrechterhalten bzw. es wird ausdrücklich darauf verzichtet (act. G 1 S. 5 im Verfahren
IV 2017/35). Damit erübrigen sich weitere Ausführungen dazu.
2.
2.1 Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte haben nach Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen soweit diese notwendig und geeignet sind, die
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wiederherzustellen, zu erhalten oder zu verbessern, und die Voraussetzungen für den
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind. Der Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer
Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die
gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Art. 8 Abs.
1bis IVG). Die versicherte Person hat in der Regel nur Anspruch auf die dem jeweiligen
Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die
nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Das Gesetz will die
Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber
auch genügend ist (BGE 132 V 225 E. 4.3.1). Die Eingliederungsmassnahmen bestehen
unter anderem in Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche
Ausbildung, Umschulung und Arbeitsvermittlung, Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG).
2.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die: a. ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern
können; b. während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40% invalid sind. Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der
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körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG).
3.
Zuerst ist – dem Grundsatz Eingliederung vor Rente entsprechend – der geltend
gemachte Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen (Art. 15 ff.
IVG) zu prüfen.
3.1 Die Beschwerdegegnerin schloss die beruflichen Massnahmen (Arbeitsvermittlung)
mit Verfügung vom 28. Oktober 2016 ab und verneinte darin einen weiteren
diesbezüglichen Anspruch (act. G 1.1). Der Beschwerdeführer beantragt
Umschulungsmassnahmen, allenfalls ergänzt um eine vorgängige Berufsberatung
sowie eine Arbeitsvermittlung nach der Umschulung, eventuell in Verbindung mit
Einarbeitungszuschüssen.
3.2 Die versicherte Person hat Anspruch auf Umschulung auf eine neue
Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch
die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (Art. 17 Abs.
1 IVG). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung liegt eine
umschulungsspezifische Invalidität vor, wenn eine versicherte Person wegen einer
Gesundheitsbeeinträchtigung in den bisher ausgeübten und ihr ohne zusätzliche
berufliche Ausbildung offenstehenden noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine
bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20 % erleidet, wobei
sich die Erwerbseinbusse an dem vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielten
Erwerbseinkommen bemisst (ULRICH MEYER/MARCO REICHMUTH, Rechtsprechung
des Bundesgerichts zum IVG, 3. A., Zürich 2014, S. 201, mit weiteren Hinweisen).
3.3 Zur Ermittlung der Erwerbseinbusse ist die Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführers zu ermitteln. Die Beschwerdegegnerin stützt sich dabei im
Wesentlichen auf die Stellungnahmen des RAD vom 19. August 2015 und 6.
September 2016 (IV-act. 254, 296). Gemäss diesen kommt der RAD zum Schluss, dass
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beim Beschwerdeführer nebst den Einschränkungen zufolge des Unfalls eine schwere
Legasthenie mit einer erheblichen Beeinträchtigung der Lese- und Schreibleistung
vorliege. Weiter bestehe eine wesentliche Beeinträchtigung der Konzentrations- und
verbalen Merkfähigkeitsleistung. Insgesamt sei die Einschätzung einer Arbeitsfähigkeit
von 60% in einer angepassten Tätigkeit bei ganztägigem Pensum – mit allerdings
erheblichen qualitativen Einschränkungen – nachvollziehbar (IV-act. 296-2). Die
angepasste Tätigkeit sollte wechselbelastend, mit einer regelmässigen
Lastenhandhabung von fünf bis sieben Kilogramm, selten bis 15 Kilogramm, ohne
Zwangshaltungen sowie ohne Überkopfarbeiten sein. Auch müsse die Tätigkeit die
ausgeprägte Lese-, Schreib- und Rechenschwäche sowie die eingeschränkte
Konzentrationsfähigkeit berücksichtigen (IV-act. 254-2). Dieser Einschätzung des RAD-
Arztes lagen insbesondere der Schlussbericht der BEFAS-Abklärung vom 17. Juli 2015
(IV-act. 247) sowie der Schlussbericht Berufliche Abklärung bei G._ vom 25. März
2013 (IV-act. 126) zugrunde. Die beruflichen Abklärungen dauerten bei beiden
Institutionen mehrere Wochen und gelangten gestützt auf eigene umfassende
Abklärungen (Ressourcenabklärung in verschiedenen Bereichen [intellektuell,
handwerklich, fachlich, sozial, medizinisch etc.]) zum selben Ergebnis, namentlich zur
Einschätzung einer rund 60%-igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers bzw. einer
Arbeitsfähigkeit von rund fünf bis sechs Stunden pro Tag. Die Einschätzung einer 60%-
igen Leistungsfähigkeit basiert – wie erwähnt – auf umfassenden Abklärungen und wird
von den Parteien zu Recht nicht substantiiert bestritten. Damit ist im Folgenden von
einer Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers von 60% auszugehen.
3.4 Vor Eintritt des relevanten Gesundheitsschadens betrug das Jahreseinkommen
des Beschwerdeführers bei der B._ AG im Jahr 2008 Fr. 63‘050.-- (IV-act. 289). Nach
Eintritt des Gesundheitsschadens und bei 60%-iger Arbeitsfähigkeit in angepasster
Tätigkeit ist beim Beschwerdeführer gemäss LSE Tabelle TA1, Sektor 4, Männer, im
Jahr 2008 von einem zumutbaren jährlichen Einkommen von Fr. 59‘979.-- bzw. bei
60% Leistungsfähigkeit, von Fr. 35‘987.40 – vor einem allfälligen Abzug des
Tabellenlohns – auszugehen. Eine Erwerbseinbusse von über 20% ist damit, auch im
Verlauf der folgenden Jahre, ohne Zweifel ausgewiesen. Dieser Umstand ist nach dem
Gesagten prinzipiell geeignet, einen Anspruch auf Umschulung zu begründen. Es sind
die übrigen Voraussetzungen des Umschulungsanspruchs, insbesondere die subjektive
und objektive Eingliederungsfähigkeit sowie die Frage, ob Ausbildungsmöglichkeiten
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bestehen, welche dem Kriterium der Verhältnismässigkeit gerecht werden und eine
erhebliche Verbesserung der Verdienstmöglichkeiten versprechen, zu prüfen.
3.5 Was unter den Begriff der Umschulung fällt, lässt sich dem Gesetzeswortlaut nicht
entnehmen. Praxisgemäss sind darunter Eingliederungsmassnahmen zu verstehen, die
notwendig und geeignet sind, einer schon erwerbstätig gewesenen versicherten
Person eine neue eingliederungswirksame Erwerbsmöglichkeit zu verschaffen. Die
Umschulung soll also die wegen der Gesundheitsbeeinträchtigung ganz oder teilweise
verloren gegangene Erwerbsfähigkeit so weit als möglich wiederherstellen. Hierzu ist in
der Regel ein dem bisherigen gleichwertiger Beruf geeignet, sofern er den Fähigkeiten
der versicherten Person entspricht. Das Erfordernis der Gleichwertigkeit bezieht sich
einerseits auf das Ausbildungsniveau, andererseits vor allem auch auf die nach der
erfolgten Eingliederung zu erwartenden Verdienstmöglichkeiten (MEYER/REICHMUTH,
a.a.O., S. 206 f.). Die von der Rechtsprechung geforderte Gleichwertigkeit der
Ausbildung darf sich nicht nur auf die Verdienstmöglichkeiten, sondern muss sich auch
auf das Spektrum verschiedener Tätigkeiten beziehen, in denen diese
Verdienstmöglichkeiten realisiert werden können (vgl. BGE 122 V 79 E. 3).
3.6 Der Beschwerdeführer beantragt eine Umschulung beispielsweise zum Tram-, Car-
oder Schulbuschauffeur (act. G 1 S. 5). Insbesondere auch im Personentransport ist
eine beim Beschwerdeführer nicht gegebene uneingeschränkte Konzentrationsfähigkeit
unabdingbar. Bereits aus diesem Grund ist der Beschwerdeführer aus objektiver Sicht
in diesem Berufsumfeld nicht eingliederungsfähig. Weiter ist der Beschwerdeführer
aufgrund seiner ausgeprägten Lese-, Schreib- und Rechenschwäche mit
verhältnismässigem Aufwand nicht in der Lage, einen Beruf im Personentransport zu
erlernen, welcher es ihm ermöglichte, einen relevant höheren Verdienst als ohne
Umschulung zu erzielen. Entweder wären die Hürden für eine Umschulung zu hoch
(Tram- oder Buschauffeur) oder aber die Umschulung zeitigt nicht den geforderten
Verdienstanstieg (Car- oder Schulbuschauffeur) gegenüber einer Hilfsarbeitertätigkeit.
Weitere Umschulungsmöglichkeiten wurden nicht geltend gemacht und sind nicht
ersichtlich. Eine Umschulung zu Bürotätigkeiten, welche seinen Rückenschmerzen – im
Gegensatz zur Tätigkeit als Chauffeur – besser gerecht würden, wäre aufgrund seiner
ausgeprägten Lese-, Schreib- und Rechenschwäche nicht zielführend bzw. mit
verhältnismässigem Aufwand nicht eingliederungswirksam durchzuführen. Folglich ist
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die Verneinung des Umschulungsanspruchs durch die Beschwerdegegnerin nicht zu
beanstanden.
4.
4.1 Was den Antrag auf Berufsberatung anbelangt, wurde diese bei der Abklärung bei
G._ gewährt. Konkret wurden die möglichen Tätigkeitsfelder gestützt auf die
beruflichen Neigungen und Eignungen des Beschwerdeführers unter Einbezug der
fachlichen Kompetenzen abgeklärt (IV-act. 112, 118, 125 f.) Es ist nicht ersichtlich,
inwiefern weitere Berufsberatungen zu anderen als den bisherigen Ergebnissen
gelangen sollten. Die Beschwerdegegnerin hat damit auch diese Leistung zu Recht
nicht mehr bzw. nicht nochmals zugestanden.
4.2 Bezüglich eingestellter Arbeitsvermittlungsbemühungen ist zu erwähnen, dass der
Beschwerdeführer vor Verfügungserlass sechs Monate intensiv bei der Arbeitssuche
unterstützt wurde (vgl. das Assessmentsprotokoll vom 20. Mai 2016, IV-act. 277). Der
gewünschte Erfolg ist nicht eingetreten. Damit sind im relevanten Zeitpunkt des
Verfügungserlasses keine weiteren wirksamen Massnahmen ersichtlich. Dies wird auch
nicht geltend gemacht, nachdem sich der Antrag des Beschwerdeführers auch nur auf
Arbeitsvermittlung anschliessend an die Umschulung bezieht. Die Einstellung der
Arbeitsvermittlungsbemühungen war somit nicht zu beanstanden.
4.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Verfügung der Beschwerdegegnerin
bezüglich Abweisung von beruflichen Massnahmen vom 28. Oktober 2016 zu Recht
erfolgt ist. Die Beschwerde ist in diesem Punkt abzuweisen.
5.
Strittig ist weiter die Höhe des Invaliditätsgrads des Beschwerdeführers und damit die
Höhe des Rentenanspruchs.
5.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
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40% auf eine Viertelsrente. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). In zeitlicher
Hinsicht ist bezüglich der Festlegung des Vergleichseinkommens auf die Verhältnisse
beim Beginn des (allfälligen) Rentenanspruchs abzustellen (BGE 129 V 223 f.).
5.2 Frühestmöglicher Rentenbeginn ist der 1. Juni 2009, sechs Monate nach
Geltendmachung des Leistungsanspruchs (Art. 29 Abs. 1 IVG). Zu diesem Zeitpunkt
war auch das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG unbestrittermassen erfüllt. Das
hypothetische Valideneinkommen des Beschwerdeführers von jährlich Fr. 63‘700.-- im
Jahr 2009 ist durch die Angaben der früheren Arbeitgeberin ausgewiesen (IV-act. 289).
Ein zusätzlicher Verdienst wird nicht geltend gemacht (act. G 9 f.). Das mögliche
Invalideneinkommen ergibt sich aus dem Totalwert für den gesamten privaten Sektor
gemäss LSE-Tabelle TA1 Sektor 4 für Männer. Im Jahr 2009 betrug dieser bei 100%-
iger Tätigkeit Fr. 61‘240.-- (vgl. auch Anhang 2 der Textausgabe Invalidenversicherung,
Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, Gesetze und Verordnungen, 2015,
herausgegeben von der Informationsstelle AHV/IV, S. 226), entsprechend bei 60%-iger
Leistungsfähigkeit Fr. 36‘744.--.
5.3 Strittig und zu prüfen ist die Gewährung eines allfälligen Tabellenlohnabzugs. Die
Beschwerdegegnerin hat keinen solchen zugebilligt (IV-act. 100). Der
Beschwerdeführer lässt geltend machen, es sei vom errechneten Invalideneinkommen
ein Leidensabzug von mindestens 20% vorzunehmen (act. G 1 S. 5 im Verfahren IV
2017/35).
5.4 Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich
beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind,
im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden
Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit unterdurchschnittlichen
Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand Rechnung getragen, dass
weitere persönliche und berufliche Merkmale einer versicherten Person wie Alter, Dauer
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der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie
Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 129 V 481
E. 4.2.3).
5.5 Teilzeitbeschäftigte Männer werden im Vergleich zu Vollzeitangestellten
erfahrungsgemäss überproportional tiefer entlöhnt (Urteil des Bundesgerichts vom 26.
August 2011, 8C_379/2007, E. 4.2.2.1). Dasselbe gilt bei ganztägigem Pensum mit
reduzierter Leistungsfähigkeit (vgl. im Gegensatz zu anderen Urteilen das
überzeugende Urteil des Bundesgerichts vom 8. Januar 2008, 9C_603/2007, E. 4.2.3),
wie es für den Beschwerdeführer bewältigbar ist. Entsprechend ist bereits aus diesem
Grund ein Abzug vom Tabellenlohn gerechtfertigt. Die Rechtsprechung gewährt weiter
insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte
Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer
Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Die dem
Beschwerdeführer angepasste Tätigkeit sollte wechselbelastend, mit einer
regelmässigen Lastenhandhabung von fünf bis sieben Kilogramm, selten bis 15
Kilogramm, ohne Zwangshaltungen sowie Überkopfarbeiten sein. Somit liegen selbst
bei leichten Tätigkeiten wesentliche physische Einschränkungen vor, die einen weiteren
Abzug rechtfertigen. Weiter wird auch die ausgewiesene 60%-ige Leistungsfähigkeit
bei ganztägigem Pensum von erheblichen qualitativen Einschränkungen begleitet (vgl.
dazu die Ausführungen des RAD in IV-act. 296-2), welche auch von der ausgeprägten
Lese-, Schreib- und Rechenschwäche sowie der eingeschränkter
Konzentrationsfähigkeit herrühren (vgl. dazu die Ausführungen des RAD in IV-act.
254-2). Entgegen den Darlegungen in der Verfügung vom 19. Dezember 2016 wurden
diese Einschränkungen (noch) nicht in die Arbeitsfähigkeitsschätzung einbezogen. Die
aufgrund der Einschränkungen zu erwartende Arbeitsleistung des Beschwerdeführers
wird damit auch in qualitativer Hinsicht unter derjenigen eines gesunden Mitarbeiters
mit demselben Beschäftigungsgrad liegen. Diese zusätzlichen Limitierungen (physische
Einschränkungen, erhebliche qualitative Einschränkungen) werden bei einem
ökonomisch denkenden Arbeitgeber durch die Ausrichtung eines entsprechend
unterdurchschnittlichen Lohnes kompensiert werden. In Würdigung aller Umstände
rechtfertigt sich ein Abzug von 15%.
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5.6 Unter Berücksichtigung des Tabellenlohnabzugs von 15% resultiert bei 60%-iger
Arbeitsfähigkeit ein Invaliditätsgrad von 51% (Fr. 63‘700.-- [Valideneinkommen] - Fr.
31‘232.40 [Fr. 36‘744.-- x 0.85] / Fr. 63‘700.--) und damit ein Anspruch auf eine halbe
Rente.
6.
6.1 Das Beschwerdeverfahren betreffend berufliche Massnahmen (IV 2016/420) wird
abgewiesen.
6.2 Betreffend den Rentenanspruch (IV 2017/420) ist die angefochtene Verfügung
aufzuheben und dem Beschwerdeführer ab 1. Juni 2009 eine halbe Rente
zuzusprechen.
6.3 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend (Art. 95 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]) rechtfertigt es sich, diese zu einem Drittel
dem Beschwerdeführer und zu zwei Dritteln der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Von der Bedeutung her beschlägt das Obsiegen in der Rentenfrage einen
gewichtigeren, wiederkehrenden Teil der strittigen Leistungen. Entsprechend hat der
Beschwerdeführer Fr. 200.--, die Beschwerdegegnerin Fr. 400.-- der Gerichtsgebühr zu
tragen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer im
Umfang von Fr. 200.-- daran anzurechnen und im Umfang von Fr. 400.--
zurückzuerstatten.
6.4 Da der Beschwerdeführer teilweise obsiegt, hat er einen reduzierten Anspruch auf
eine Parteientschädigung. Dieser ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist. Bei vollständigem Obsiegen wäre eine Parteientschädigung von Fr. 3‘600.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen. Der Beschwerdeführer
obsiegt zu zwei Dritteln, weshalb eine Parteientschädigung von Fr. 2'400.-- resultiert.
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Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer somit eine Parteientschädigung
von Fr. 2'400.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.