Decision ID: 95488d2c-ea10-54c7-bfa2-45e1446a55ef
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Klägerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Bruno Eugster, Neugasse 44, Postfach 552,
9001 St. Gallen,
gegen
AXA Stiftung Berufliche Vorsorge, c/o AXA Leben AG, Postfach 300, 8401 Winterthur,
Beklagte,
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und
Vorsorgeeinrichtung B._,
Beigeladene,
betreffend
Invalidenrente / Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war vom 1. Januar 1999 bis zum 30. Juni 2009 im
Teilzeitpensum zu 50% in der Zahnarztpraxis von Dr. med. dent. C._ tätig. Am 7.
Oktober 2000 wurde sie bei der AXA Stiftung Berufliche Vorsorge (nachfolgend: AXA)
angemeldet. Der Versicherungsbeginn wurde auf den 1. August 2000 festgesetzt (act.
G 1.3/1). Aufgrund der Praxisaufgabe des Vaters erfolgte am 14. Juli 2009 die
Austrittsmeldung per 30. Juni 2009 sowie gleichentags eine
Arbeitsunfähigkeitsmeldung (act. G 1.3/2). Dr. D._, Vorsorgeexperte, führte im
Schreiben vom 24. Juli 2009 hinsichtlich des Beginns der Arbeitsunfähigkeit aus, die
Versicherte leide seit ca. 18 Jahren an einer Krankheit (act. G 1.3/3).
A.b Am 10. August 2009 meldete sich die Versicherte bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons St. Gallen (SVA) zum Bezug von Rentenleistungen der
Invalidenversicherung (IV) an (act. G 1.2/3). Dr. C._ gab am 25. August 2009 an, auf
eine frühere Anmeldung bei der IV sei verzichtet worden, solange die Versicherte bei
Anwesenheit einer Bezugsperson in der Praxis oder zum Teil zu Hause reduzierte und
unregelmässige Büroarbeit habe ausführen können. Mit der Übernahme der Praxis
durch einen Nachfolger sei dieser so genannte geschützte Arbeitsplatz nicht mehr
vorhanden und somit auch eine weitere Beschäftigung nicht mehr möglich (act. G
1.2/19).
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A.c Mit Verfügung vom 16. Januar 2012 sprach die IV-Stelle der Versicherten eine
ganze Rente ab 1. Februar 2010 zu. Der Beginn der langdauernden Krankheit sei auf
das Jahr 1991 festzulegen. In diesem Jahr habe die Versicherte den Verlust der letzten
Arbeitsstelle in der freien Wirtschaft erlitten. Ab dem Jahre 1991 sei sie nicht erwerbs
tätig gewesen und ab 1. August 1999 habe sie in der Zahnarztpraxis ihres Vaters unter
besonderen Bedingungen einer Erwerbstätigkeit nachgehen können (act. G 1.2/69).
A.d Mit Schreiben vom 13. Februar 2012 (act. G 1.3/4) sowie vom 7. Juni 2012 (act. G
1.3/7bis) lehnte die AXA eine Leistungspflicht ab bzw. hielt an ihrer Ablehnung fest. Die
Versicherte sei zu Beginn der Erkrankung/Arbeitsunfähigkeit im Jahr 1991, welche zur
Invalidität geführt habe, nicht bei ihr versichert gewesen.
A.e Der Rechtsvertreter der Versicherten, Dr. iur. Bruno Eugster, St. Gallen, brachte im
Schreiben vom 15. August 2012 vor, das Arbeitsverhältnis der Versicherten sei effektiv
gewesen und die Arbeitsfähigkeit habe bestanden (act. G 1.3/8). Die AXA führte in der
Stellungnahme vom 22. August 2012 aus, aufgrund der IV-Akten und der IV-Renten
verfügung vom 16. Januar 2012 sei belegt, dass der Beginn der langdauernden
Krankheit ab 1991 festzulegen sei. Im Weiteren sei aus den IV-Akten ersichtlich, dass
seit 1991 eine mindestens 20%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe (act. G 1.3/9).
B.
B.a Mit Klage vom 5. Dezember 2012 liess die Versicherte durch ihren Rechtsvertreter
beantragen, die Beklagte sei zu verpflichten, ihr die gesetzlichen und vertraglichen
Leistungen zu gewähren, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung
wurde insbesondere angeführt, die Beklagte stütze sich bei der Ablehnung auf eine 19
Jahre zurückreichende Schätzung einer medizinisch-theoretischen Arbeitsunfähigkeit.
Eine solche treffe in Lehre und Rechtsprechung auf Ablehnung und sprenge den dem
Gutachter zugestandenen Beurteilungs- und Ermessensspielraum. Die Klägerin sei von
Januar 1999 bis Juni 2009 einer Erwerbstätigkeit nachgegangen. Deshalb sei auf den
Beginn der Arbeitsunfähigkeit bzw. langandauernden Krankheit gemäss IV-Entscheid
vom 16. Januar 2012 abzustellen; mithin noch während der Versicherungszeit bei der
Beklagten (act. G 1).
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B.b In der Klageantwort vom 7. Januar 2013 beantragte die Beklagte die Abweisung
der Klage unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Klägerin. Zur
Begründung führte sie im Wesentlichen an, da sich die Klägerin verspätet bei der
Invalidenversicherung angemeldet habe, sei die Frage des Rentenanspruchs ohne
Bindung an die Verfügung der IV zu prüfen. Die Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur
Invalidität geführt habe, sei während der Tätigkeit der Klägerin bei der B._
eingetreten, weshalb die Vorsorgeeinrichtung B._ für die Erbringung von
Invalidenleistungen der beruflichen Vorsorge zuständig sei. Die Klägerin wäre bei
korrekter Anmeldung nicht in die Vorsorgeversicherung der Beklagten aufgenommen
worden, da der Gesundheitsschaden bereits eingetreten gewesen sei (act. G 5).
B.c Mit Replik vom 24. Januar 2013 (act. G 7) und Duplik vom 11. Februar 2013 (act. G
9) bestätigten die Parteien ihre Standpunkte.
B.d Die am 5. April 2013 zum Verfahren beigeladene Vorsorgeeinrichtung B._ (act. G
11) äusserte sich mit Schreiben vom 10. April 2013 dahingehend, dass die IV den
Beginn der langandauernden Krankheit auf das Jahr 1991 festgelegt habe. Es sei kein
Rentenanspruch geltend gemacht worden, womit das Rentenstammrecht im Jahr 2001
und somit vor Inkrafttreten des Unverjährbarkeitsartikels per 1. Januar 2005 verjährt sei
(act. G 12).

Erwägungen:
1.
Streitig ist, ob die Beklagte der Klägerin Invalidenleistungen auszurichten hat.
1.1 Nach Art. 23 lit. a des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen-
und Invalidenvorsorge (BVG; SR 831.40) in der seit dem 1. Januar 2005 gültigen
Fassung haben im Obligatoriumsbereich diejenigen Personen Anspruch auf
Invalidenleistungen, welche im Sinne der IV zu mindestens 40 Prozent invalid sind und
bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert
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waren. Anspruch auf eine volle Invalidenrente hat die versicherte Person, wenn sie im
Sinne der IV zu mindestens 70 Prozent invalid ist (Art. 24 Abs. 1 lit. a BVG).
1.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dabei sind alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und es ist
danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung
des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf bei einander
widersprechenden Arztberichten das Verfahren nicht erledigt werden, ohne das
gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum auf die eine
und nicht die andere medizinische These abgestellt wird. Hinsichtlich des Beweiswerts
eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist
grundsätzlich weder seine Herkunft noch die Bezeichnung als Bericht oder Gutachten
(BGE 125 V 353 E. 3a; BGE 122 V 160f E. 1c, mit Hinweisen).
2.
2.1 Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der
Invalidenversicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich,
dass die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (Art. 6
BVG) grundsätzlich an die Feststellungen der IV-Organe gebunden sind. Dies gilt
insoweit, als dass die invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise aufgrund
der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint. In BGE 129 V 73 wurde eine
Bindungswirkung der invalidenversicherungsrechtlichen Feststellungen für die
Vorsorgeeinrichtung verneint, wenn diese nicht spätestens im Vorbescheidsverfahren
(Art. 73 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]), bzw. nach
dessen (vorübergehender) Ersetzung durch das Einspracheverfahren in der Zeit von 1.
bis
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Januar 2003 bis 30. Juni 2006, angelegentlich der Verfügungseröffnung in das
invalidenversicherungsrechtliche Verfahren einbezogen wird. Eine Bindungswirkung an
die Feststellungen der IV entfällt schliesslich ebenfalls, wenn die IV-Rente aufgrund
einer verspäteten Anmeldung ausgerichtet wird, da diesfalls kein Anlass für die IV-
Stelle bestand, den Beginn der Arbeitsunfähigkeit genau zu ermitteln (vgl. zum Ganzen
die Urteile des Bundesgerichtes vom 10. September 2010, 9C_693/2009, E. 5.1, mit
Hinweisen, sowie vom 13. Januar 2009, 8C_539/2008, E. 2.3; vgl. auch I. Vetter-
Schreiber, BVG Kommentar, Zürich 2009, N3 zu Art. 24 BVG, mit Hinweisen).
2.2 Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung
geschuldet, welcher die ansprechende Person bei Eintritt des versicherten Ereignisses
angeschlossen war. Dieser Zeitpunkt fällt mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit
zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat. Die Versicherteneigenschaft muss
nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise
auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der Invalidität. Für eine
einmal – aus während der Versicherungsdauer aufgetretenen Arbeitsunfähigkeit –
geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrichtung leistungspflichtig, selbst
wenn sich nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert.
Entsprechend bildet der Wegfall der Versicherteneigenschaft keinen Erlöschungsgrund
(BGE 118 V 35 E. 5; BGE 123 V 262 E. 1a).
2.3 Gemäss dem Vorsorgereglement für die BVG-Basisvorsorge der Beklagten (act. G
1.3/10; nachfolgend: Reglement) ist eine versicherte Person invalid, wenn sie
voraussichtlich bleibend oder für längere Zeit ganz oder teilweise erwerbsunfähig ist.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist. Eine versicherte
Person ist arbeitsunfähig, wenn sie durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit voll oder teilweise unfähig ist, im bisherigen
Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Ziff. 20 Abs. 1 des
Reglements). Der Anspruch auf Invaliditätsleistungen setzt voraus, dass die versicherte
Person im Sinne der Eidgenössischen Invalidenversicherung zu mindestens 40%
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invalid ist und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt
hat, aufgrund des Vorsorgereglements versichert war (Ziff. 20 Abs. 2 des Reglements).
Der Grad der Invalidität wird aufgrund eines Einkommensvergleichs ermittelt, wie er
auch in Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) vorgesehen ist (Ziff. 20 Abs. 4 des
Reglements). Gemäss Ziff. 6 Abs. 1 des Reglements werden in die Personalvorsorge
alle Arbeitnehmer aufgenommen, die dem im Vorsorgeplan genannten
Versichertenkreis angehören. Die Aufnahme in die Personalvorsorge erfolgt im
Zeitpunkt, in dem die Voraussetzungen gemäss Ziff. 6 Abs. 1 erfüllt sind, frühestens
nach Vollendung des 17. Altersjahrs (Ziff. 6 Abs. 2 des Reglements). Personen, die bei
der Aufnahme in die Personalvorsorge teilweise invalid sind, werden nur für den Teil
versichert, der dem Grad der Erwerbsfähigkeit entspricht (Ziff. 6 Abs. 3 des
Reglements).
2.4 Vorliegend hat sich die Klägerin verspätet bei der IV angemeldet (act. G 1.2/3; vgl.
auch act. G 1.2/68). Damit vermochte die IV-Verfügung vom 16. Januar 2012 (act. G
1.2/69) gegenüber der Beklagten keine Bindungswirkung zu entfalten (vgl. E. 2.1).
Entsprechend sind der Eintritt der massgeblichen Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit
sowie ein allfälliger Anspruch auf Invalidenleistungen gegenüber der Beklagten von
dieser bzw. vom angerufenen Versicherungsgericht selbständig abzuklären und
festzulegen. Dabei sind auch die Akten des IV-Verfahrens zu berücksichtigen.
Hinsichtlich des von der IV vorgenommenen Einkommensvergleichs und des IV-Grades
besteht dagegen kein Anlass für eine selbständige Festlegung in diesem Verfahren,
zumal vorliegend keine Anhaltspunkte für eine offensichtliche Unrichtigkeit ersichtlich
sind und eine solche darüber hinaus auch nicht geltend gemacht wird.
3.
3.1 Konkret ist zu prüfen, in welchem Zeitpunkt erstmals eine Arbeitsunfähigkeit
aufgetreten ist und ob die Klägerin in diesem Zeitpunkt bei der Beklagten
vorsorgeversichert war.
3.2 Unter Arbeitsunfähigkeit ist die gesundheitlich bedingte Einbusse an funktionellem
Leistungsvermögen im bisherigen Beruf zu verstehen. Die Arbeitsunfähigkeit muss
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erheblich, offensichtlich und dauerhaft sein. Die Erheblichkeit wird in der Regel dann
bejaht, wenn die Einschränkung mindestens 20% beträgt (Urteil des Bundesgerichts
vom 11. August 2008, 9C_127/2008, E. 2.3, mit Hinweisen). Die Ermittlung der
Arbeitsunfähigkeit geht von ärztlichen Bewertungen aus. Wenngleich diese für das
Gericht nicht verbindlich sind, so sollen sie dennoch nicht ohne hinreichenden Grund
umgestossen oder abgeändert werden. Der Beurteilungsspielraum, der dem Arzt oder
der Ärztin zukommt, ist auch vom Gericht zu respektieren. Für die Festlegung des
Beginns und des Grads der Arbeitsunfähigkeit ist somit grundsätzlich die nach
ärztlicher Beurteilung medizinisch zumutbare Arbeitsfähigkeit massgebend. Der von
einer versicherten Person effektiv erbrachten Arbeitsleistung kann jedoch soweit
Bedeutung zukommen, als durch sie eine widersprechende ärztliche Beurteilung der
zumutbaren Arbeitsfähigkeit an Beweiskraft verlieren kann (Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Februar 2003, BV 2002/2, E.
3b). Während für den Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 23 BVG die
Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf massgeblich ist,
beurteilt sich der zeitliche Zusammenhang zwischen der Arbeitsunfähigkeit im Sinne
von Art. 23 BVG und der später eingetretenen Invalidität nach der Arbeitsfähigkeit in
einer der gesundheitlichen Beeinträchtigung angepassten zumutbaren Tätigkeit.
Darunter fallen auch leistungsmässig und vom Anforderungsprofil her vergleichbare
Tätigkeiten. Diese Tätigkeiten müssen jedoch bezogen auf die angestammte Tätigkeit
die Erzielung eines rentenausschliessenden Einkommens erlauben (BGE 134 V 20 E.
5.3).
3.3 Dr. med. E._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte
im psychiatrischen Gutachten vom 7. Dezember 2009 eine generalisierte Angststörung
(ICD 10: F41.1), einen Zustand nach Binge Eating Disorder sowie einen
Benzodiazepinabusus. Eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit von 20% oder
mehr bestehe sicherlich seit 1990, der Grad der Arbeitsunfähigkeit sei seitdem
konstant 100% (act. G 1.2/27). In einer internen Stellungnahme vom 20. Mai 2010
führte der regionale ärztliche Dienst (RAD) der IV aus, als Beginn der lang dauernden
Erkrankung könne der Dezember 1991 angesehen werden, nachdem die Klägerin ihre
letzte Tätigkeit bei der B._ wegen Panikattacken aufgegeben habe. Seitdem sei
offensichtlich nur noch eine Arbeitsfähigkeit im geschützten Rahmen möglich (act. G
1.2/28). Im Arztbericht vom 20. Oktober 2010 stellte Dr. med. F._, Facharzt FMH für
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Psychiatrie und Psychotherapie, die Diagnosen generalisierte Angststörung (ICD 10:
F41.1), ängstliche vermeidende Persönlichkeitsstörung (ICD 10:F60.6) sowie abhängige
asthenische Persönlichkeitsstörung (ICD 10:F60.7). Die Klägerin sei bei ihm seit 1991
sporadisch und seit Januar 2010 intensiv in Behandlung. (act. G 1.2/40). Im Schreiben
vom 6. Dezember 2010 gab Dr. F._ ergänzend an, in einer anderen Arztpraxis hätte
die Klägerin unmöglich arbeiten können. Es sei ihr auch nicht möglich gewesen, in der
Praxis ihres Vaters zu arbeiten, wenn dieser nicht anwesend gewesen sei (act- G
1.2/46). Im ärztlichen Bericht vom 1. Juli 2011 führte RAD-Ärztin Dr. med. G._,
Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, aus, es bestehe eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit angestammt und adaptiert seit dem Verlust der letzten Arbeitsstelle
in freier Wirtschaft, mindestens seit 1991 (act. G 1.2/49).
3.4 Mit Blick auf die übereinstimmenden medizinischen Berichte und insbesondere
das psychiatrische Gutachten von Dr. E._ vom 7. Dezember 2009 (act. G 1.2/27) ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit belegt, dass bei der Klägerin aufgrund ihrer
psychischen Beschwerden, wie insbesondere der generalisierten Angststörung, bereits
seit längerer Zeit eine relevante und dauernde Arbeitsunfähigkeit bestand. Aus den
Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte, die Zweifel an der gutachterlichen
Einschätzung von Dr. E._ vom 7. Dezember 2009 entstehen liessen. Das Gutachten
erscheint medizinisch fundiert, ist in sich schlüssig und weist darüber hinaus keine
formellen Mängel auf. Den gutachterlichen Ausführungen ist damit entgegen dem
Vorbringen der Klägerin (act. G 1) zu folgen. Dass eine relevante Arbeitsunfähigkeit
bereits seit ca. 1991 besteht, wird darüber hinaus von Dr. F._, bei welchem die
Klägerin seit 1991 in Behandlung ist, bestätigt (act. G 1.2/40). Dass die Klägerin bereits
seit 1991 arbeitsunfähig ist, ist schliesslich auch aufgrund der übrigen Aktenlage als
überwiegend wahrscheinlich zu erachten. Nach ihrer Tätigkeit bei der B._ (von 1.
Februar bis 31. Mai 1990 sowie vom 1. September 1990 bis 30. November 1991; vgl.
IV-act. 7), war die Klägerin gemäss IK-Auszug bis 1999 nicht erwerbstätig (act. G
1.2/12). Gemäss der vorliegenden Aktenlage steht ausser Frage, dass die
nachfolgende Tätigkeit in der Zahnarztpraxis des Vaters von 1999 bis zu deren
Auflösung im Jahr 2009 nur aufgrund der ständigen Anwesenheit einer Bezugsperson
möglich war; es sich mithin um eine Tätigkeit im geschützten Rahmen und nicht, wie
von der Klägerin geltend gemacht, um eine solche in der freien Wirtschaft handelte.
Dies gilt umso mehr, als eine anderweitige Erwerbstätigkeit aufgrund des psychischen
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Beschwerdebilds der Klägerin von den medizinischen Fachpersonen übereinstimmend
als nicht möglich erachtet wird.
3.5 Zusammenfassend ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die
rentenbegründende Arbeitsunfähigkeit im Jahre 1991 eintrat. Zu diesem Zeitpunkt war
die Klägerin nicht bei der Beklagten vorsorgeversichert, weshalb ein Anspruch der
Klägerin auf reglementarische Leistungen der Beklagten zu verneinen ist. Die Prüfung
einer allfälligen Anzeigepflichtverletzung der Klägerin bzw. der Verzicht der Beklagten
auf Geltendmachung einer solchen kann bei diesem Ergebnis unterbleiben.
4.
Damit stellt sich die Frage einer möglichen Leistungspflicht der Beigeladenen, bei
welcher die Klägerin in den Jahren 1990/1991 vorsorgeversichert war. Die Beigeladene
berief sich in ihrer Stellungnahme vom 10. April 2013 (act. G 12) auf die Verjährung des
Rentenstammrechts, welche 2001 eingetreten sei. Bis zum Inkrafttreten der 1. BVG-
Revision am 1. Januar 2005 sah Art. 41 Abs. 1 alt BVG die Verjährung des
Rentenstammrechtes nach zehn Jahren vor. Mangels einer Übergangsbestimmung ist
der heute geltende Art. 41 Abs. 1 BVG auch auf alle diejenigen Ansprüche anwendbar,
die zwar unter dem bis zum 31. Dezember 2004 geltenden Recht entstanden und
einklagbar geworden, aber per 1. Januar 2005 noch nicht verjährt oder verwirkt waren
(Urteil des Bundesgerichtes vom 11. Mai 2007, B 114/06, E. 3.2.2, mit Hinweisen; I.
Vetter-Schreiber, a.a.O., N 3 zu Art. 41 BVG). Mit Blick auf diese Regelung und die
Feststellungen im IV-Verfahren betreffend Verlauf der gesundheitlichen Entwicklung
und der Arbeitsfähigkeit der Klägerin ist fraglich, ob ein allfälliger Leistungsanspruch
gegenüber der Beigeladenen nicht bereits vor Inkrafttreten des heute geltenden Art. 41
Abs. 1 BVG verjährte. Diese Frage ist jedoch im vorliegenden Verfahren, in welchem
einzig die Leistungspflicht der Beklagten Klagegegenstand bildet, nicht abschliessend
zu beurteilen.
5.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Klage abzuweisen. Gerichtskosten sind
keine zu erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG).
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP