Decision ID: e4e7d5c7-639d-4687-8deb-c5221888ba09
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X erlangte den Führerausweis für die Fahrzeugkategorie B im Jahr 1989. In der Zeit
von 1993 bis 2006 wurde ihm der Führerausweis mehrmals, vor allem wegen Fahrens
in angetrunkenem Zustand, für insgesamt 38 Monate entzogen.
B.- Am 21. August 2007 lenkte X erneut in angetrunkenem Zustand ein Fahrzeug,
weshalb ihm das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen mit
Verfügung vom 5. November 2007 den Führerausweis vorsorglich ab sofort entzog. Es
kündigte die Anordnung einer verkehrsmedizinischen Untersuchung an, welche am
1. April 2008 an der verkehrsmedizinischen Abteilung des Instituts für Rechtsmedizin
am Kantonsspital St. Gallen (IRM) durchgeführt wurde. Im Gutachten vom 21. Mai 2008
wurde ein verkehrsrelevanter Alkoholmissbrauch mit erheblicher Suchtgefährdung
festgestellt, weshalb die Fahreignung nicht befürwortet wurde. In der Folge entzog das
Strassenverkehrsamt X den Führerausweis mit Verfügung vom 16. Juli 2008 wegen
einer Alkoholabhängigkeit auf unbestimmte Zeit.
C.- Am 12. März 2009 wurde X der Führerausweis für die Fahrzeugkategorie G
wiedererteilt. Mit Verfügung vom 9. September 2009 hob das Strassenverkehrsamt den
Führerausweisentzug vom 16. Juli 2008 auf unbestimmte Zeit für sämtliche
Fahrzeugkategorien auf und versah den Führerausweis mit den Auflagen, dass X unter
fachlicher Betreuung (Arzt und Suchtfachstelle) eine vollständige, kontrollierte
Alkoholabstinenz mittels Haaranalyse alle sechs Monate einzuhalten habe mit
halbjährlichen Berichterstattungen erstmals Ende Januar 2010.
D.- Am 8. März 2011 entzog das Strassenverkehrsamt X den Führerausweis vorsorglich
ab sofort für sämtliche Fahrzeugkategorien, nachdem in der Haarprobe vom
16. Februar 2011 das Alkoholabbauprodukt Ethylglucuronid (EtG) im Ausmass von
86 pg/mg nachgewiesen worden war. Am 23. März 2011 erteilte es ihm den
Führerausweis für die Fahrzeugkategorie G wieder unter den am 9. September 2009
verfügten Auflagen. Da in der am 13. Februar 2012 abgenommenen Haarprobe 15 pg/
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mg EtG nachgewiesen wurde, entzog das Strassenverkehrsamt den Führerausweis mit
Verfügung vom 22. Mai 2012 erneut für einen Monat.
E.- Am 4. Februar 2014 teilte das Strassenverkehrsamt X mit, in der Haaranalyse vom
17. Dezember 2013 sei in beiden Haarsegmenten EtG in einer Konzentration von
< 7 pg/mg nachgewiesen worden und die hausärztlichen Blutkontrollen bezüglich der
biologischen Alkohol(missbrauchs)marker MCV (mittleres-korpuskuläres Volumen der
Erythrozyten), GGT (Gamma-Glutamyl-Transpeptidase) und GPT (Glutamat-Pyruvat-
Transaminase) seien erhöht ausgefallen. Es sei deshalb ein Entzug des
Führerausweises auf unbestimmte Zeit vorgesehen. Gleichzeitig verbot es ihm das
Führen von Motorfahrzeugen aller Kategorien vorsorglich ab sofort. Mit Verfügung vom
13. März 2014 entzog das Strassenverkehrsamt X den Führerausweis wegen
Missachtung der Auflagen auf unbestimmte Zeit. Als Bedingungen für die Aufhebung
des Entzugs wurden eine kontrollierte und fachlich betreute Alkoholabstinenz von
mindestens sechs Monaten und eine verkehrsmedizinische Kontrolluntersuchung
festgelegt.
F.- Das Strassenverkehrsamt wies am 4. September 2014 ein Gesuch von X um
Wiedererteilung des Führerausweises ab, nachdem im verkehrsmedizinischen
Gutachten vom 2. September 2014 die Fahreignung wegen einer nicht stabil
überwundenen Alkoholabhängigkeit nicht befürwortet worden war. Am 22. Februar
2015 stellte er erneut ein entsprechendes Gesuch. Im Gutachten vom 15. Juli 2015
wurde die Fahreignung aus verkehrsmedizinischer Sicht für sämtliche
Fahrzeugkategorien bejaht unter der Auflage des Nachweises einer Alkoholabstinenz
von mindestens drei Jahren mit halbjährlichen Haaranalysen, Weiterführen der
Fachtherapie und Einreichen von Verlaufsberichten alle sechs Monate. In der Folge hob
das Strassenverkehrsamt den Führerausweisentzug mit Verfügung vom 12. August
2015 auf (Ziffer 1 des Rechtsspruchs) und versah den Führerausweis mit den Auflagen
(Ziffer 4), dass X unter fachlicher Betreuung (Suchtfachstelle) eine vollständige,
kontrollierte Alkoholabstinenz (lit. a) mittels Haaranalyse alle sechs Monate einzuhalten
habe mit halbjährlichen Berichterstattungen im November und Mai (lit. b). Weiter wurde
festgehalten, dass die Auflagen auf unbestimmte Zeit Gültigkeit haben, eine Aufhebung
der Auflagen frühestens in drei Jahren geprüft werden könne (lit. c) und bei
Missachtung der Auflagen mit dem Entzug des Führerausweises – allenfalls auf
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unbestimmte Zeit – zu rechnen sei (lit. d). Aufgrund der langen Fahrabstinenz wurde X
verpflichtet, eine neue komplette Führerprüfung der entsprechenden Hauptkategorie zu
bestehen, bevor ein neuer Führerausweis ausgestellt werde (Ziffern 2 und 5). Der
Führerausweis der Spezialkategorien G und M wurde ihm ohne neue Führerprüfung
wiedererteilt (Ziffer 3). Die Verfahrenskosten wurden auf Fr. 375.– festgesetzt und X
auferlegt (Ziffer 6).
G.- Gegen diese Verfügung erhob X mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom
26. August 2015 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge sei Dispositivziffer 2 der angefochtenen Verfügung
aufzuheben und der Führerausweis der Fahrzeugkategorien B sowie C1-118 ohne neue
Führerprüfung wiederzuerteilen; eventuell sei der Führerausweis nach Bestehen einer
Kontrollfahrt oder dem Besuch von zehn Fahrstunden wiederzuerteilen. Weiter sei Ziffer
4b Abs. 2 Satz 1 aufzuheben, die Kontrollen für Januar und Juli festzulegen und dem
Rekurs diesbezüglich die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Die Vorinstanz verzichtete
am 18. September 2015 auf eine Vernehmlassung. Nachdem der Rekurrent beim IRM
für November 2015 keinen Termin für die Auflagenkontrolle vereinbart hatte, entzog die
Vor-instanz ihm den Führerausweis mit Verfügung vom 4. Dezember 2015 vorsorglich
ab sofort. Am 21. Dezember 2015 unterzog sich der Rekurrent der
verkehrsmedizinischen Verlaufskontrolle; in der entsprechenden Haarprobe wurde kein
EtG gemessen. In der Folge widerrief die Vorinstanz am 20. Januar 2016 den
vorsorglichen Führerausweisentzug vom 4. Dezember 2015. Auf die Ausführungen der

Verfahrensbeteiligten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 26. August 2015 ist rechtzeitig
eingereicht worden und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
bis
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2.- Im Rekursverfahren ist zunächst umstritten, ob die Vorinstanz für die
Wiedererteilung der Hauptfahrzeugkategorien zu Recht das Bestehen einer kompletten
Führerprüfung voraussetzt.
a) Bestehen Zweifel an der Fahrkompetenz einer Person, so kann diese gemäss
Art. 15d Abs. 5 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: SVG) einer
Kontrollfahrt, einer Theorieprüfung, einer praktischen Führerprüfung oder einer anderen
geeigneten Massnahme wie einer Aus- oder Weiterbildung oder einer Nachschulung
unterzogen werden. Den Entscheid, ob eine neue theoretische oder praktische
Führerprüfung anzuordnen ist, hat die Behörde in Ausübung ihres pflichtgemässen
Ermessens zu fällen. In Frage kommt die Anordnung einer neuen Führerprüfung unter
anderem wegen einer langjährigen Fahrabstinenz. Mangels gesetzlicher Regelung darf
nicht schematisiert werden und auf eine bestimmte Dauer der Fahrabstinenz – z.B. fünf
Jahre – abgestellt werden. Vielmehr sind sämtliche Umstände des Einzelfalls zu
würdigen, namentlich die Dauer und Intensität der früheren Fahrpraxis (BSK SVG-
Bickel, Basel 2014, Art. 15d N 55).
Das Bundesgericht erachtete die Anordnung einer neuen Führerprüfung bei einem
Inhaber eines Führerausweises als gerechtfertigt, der während rund fünf Jahren wegen
eines Sicherungsentzugs kein Motorfahrzeug geführt hatte und vorher nur drei Jahre im
Besitz des Führerausweises gewesen war. Es erwog, der Betroffene könnte die
herangebildeten Automatismen beim Lenken eines Fahrzeugs während der langen
Entzugsdauer verloren haben. Zudem hätten sich die Verkehrsvorschriften inzwischen
teilweise geändert und die Verkehrsdichte habe zugenommen. Unter den gegeben
Umständen bestünden ernsthafte Bedenken bezüglich der Verkehrsregelkenntnisse
des Betroffenen und seiner Fähigkeit, ein Motorfahrzeug sicher zu führen. Gleich
entschied das Bundesgericht in einem Entscheid vom 31. August 1994 bei einem
Lenker mit einem Alkoholproblem, der den Führerausweis im Jahre 1965 erworben und
während rund fünf Jahren vor dem Entscheid kein Motorfahrzeug mehr geführt hatte. In
einem weiteren Urteil liess es offen, ob bereits nach mehr als zwei Jahren
Fahrabstinenz schematisch, das heisst ohne Untersuchung der Umstände des
Einzelfalls, eine neue Prüfung angeordnet werden dürfe, erachtete es aber als fraglich.
Schliesslich bestätigte es in einem anderen Entscheid die Anordnung einer neuen
Führerprüfung bei einer Fahrabstinenz über elf Jahre (vgl. Zusammenfassung der
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Rechtsprechung in: Urteil des Bundesgerichts [BGer] 1C_464/2007 vom 22. Mai 2008
E. 3; BGE 108 Ib 62 E. 3b).
Weissenberger (Kommentar SVG und OBG, 2. Aufl. 2015, Art. 15d SVG, Rz. 111)
spricht sich dafür aus, dass die Behörde allein gestützt auf die Fahrabstinenz nur dann
darauf verzichten darf, zuerst eine Kontrollfahrt anzuordnen, wenn der Betroffene seit
mehr als sechs Jahren kein Motorfahrzeug geführt hat. Davon könne – sowohl nach
unten als auch nach oben – abgewichen werden, wenn konkrete weitere Umstände die
Zweifel erhärten oder entkräften. Dabei sei zu beachten, dass je nach
Fahrzeugkategorie unterschiedlich hohe Anforderungen an die Zweifel an der
Fahrkompetenz zu stellen seien.
b) Mit Verfügung der Vorinstanz vom 16. Juli 2008 wurde dem Rekurrenten der Führer-
ausweis auf unbestimmte Zeit entzogen (act. 9/63). Am 12. März 2009 wurde er für die
Fahrzeugkategorie G (act. 9/84) und am 9. September 2009 für sämtliche anderen
Fahrzeugkategorien unter der Auflage einer Alkoholtotalabstinenz wiedererteilt;
ebenfalls am 9. September 2009 wurde der Sicherungsentzug vom 16. Juli 2008
aufgehoben (act. 9/102 f.). Es trifft demnach nicht zu, wenn in der angefochtenen
Verfügung auf die Entzugsverfügung vom 16. Juli 2008 abgestützt und von einer mehr
als fünfjährigen Fahrabstinenz ausgegangen wird (vgl. nachfolgend lit. c). Die
angefochtene Verfügung ist insoweit zu berichtigen.
c) Mit Verfügung vom 8. März 2011 entzog die Vorinstanz dem Rekurrenten den
Führer-ausweis ab sofort vorsorglich für sämtliche Fahrzeugkategorien (act. 9/140). Für
die Fahrzeugkategorie G erhielt er am 23. März 2011 unter der Auflage einer
Alkoholabstinenz die Fahrerlaubnis wieder (act. 9/149). Am 4. Februar 2014 wurde der
Führerausweis für sämtliche Fahrzeugkategorien erneut vorsorglich entzogen
(act. 9/283 f.). Mit Verfügung vom 13. März 2014 wurde schliesslich der Führerausweis
auf unbestimmte Dauer für alle Fahrzeugkategorien entzogen (act. 9/280).
Fest steht, dass dem Rekurrenten seit dem 8. März 2011 untersagt war, Fahrzeuge
sämtlicher Fahrzeugkategorien zu lenken. Das Führen von Motorfahrzeugen der
Spezialkategorie G (und M) war ihm dagegen vom 23. März 2011 bis 4. Februar 2014
erlaubt. Während dieser Zeit war ihm der Führerausweis vom 13. November bis
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12. Dezember 2012 für einen Monat entzogen (vgl. act. 9/193; act. 2/3). Zum Zeitpunkt
der Wiedererteilung am 12. August 2015 bestand damit entgegen den Ausführungen
der Vorinstanz eine Fahrabstinenz für Motorfahrzeuge der Hauptkategorien von ca. vier
– und nicht über fünf – Jahren. Zudem erwarb der Rekurrent den Führerausweis bereits
im Jahr 1989 und verfügte damit über eine lange Erfahrung im Strassenverkehr,
wenngleich ihm der Führerausweis in der Zeit von 1993 bis 2009 mehrmals entzogen
wurde. Zu berücksichtigen ist weiter, dass der Rekurrent ab März 2011 bis Februar
2014 und damit während knapp drei Jahren berechtigt war, Fahrzeuge der
Spezialkategorie G mit Anhänger zu lenken (vgl. auch Art. 4 Abs. 5 lit. e der
Verkehrszulassungsverordnung, SR 741.51, abgekürzt: VZV). Es ist daher davon
auszugehen, dass er die Verkehrsregeln kennt und ein Motorfahrzeug sicher zu führen
versteht. Indem er für längere Zeit trotz Führerausweisentzugs berechtigt war, einen
Traktor zu lenken, und zwar auch in Dörfern und auf Hauptstrassen, gingen ihm die
Automatismen, welche sich beim Lenken eines Fahrzeugs nach einer langen Fahrpraxis
einstellen, nicht verloren.
d) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Anordnung einer vollständigen neuen
Führerprüfung nicht verhältnismässig wäre. Aufgrund der bestehenden Fahrpraxis mit
einem Traktor erübrigt sich zudem die Anordnung einer Kontrollfahrt. Entsprechend ist
Ziffer 2 der angefochtenen Verfügung vom 12. August 2015 ersatzlos aufzuheben.
3.- Der Rekurrent bestreitet zu Recht nicht, dass er eine vollständige, kontrollierte
Alkoholabstinenz mittels Haaranalyse alle sechs Monate einzuhalten hat mit
halbjährlichen Berichterstattungen sowie eine Aufhebung der Auflagen frühestens in
drei Jahren geprüft werden kann. Er beantragt jedoch, dass für die Berichterstattungen
im Zusammenhang mit der Auflagenkontrolle anstelle November und Mai wie bisher
Januar und Juli vorzusehen seien.
a) Ob eine Alkoholsucht bzw. ein verkehrsrelevanter Alkoholmissbrauch dauerhaft
erfolgreich überwunden wurden, bedarf nach der Wiedererteilung des Führerausweises
in der Regel einer weiteren vier bis fünf Jahre dauernden Kontrolle der Einhaltung einer
vollständigen Alkoholabstinenz und der therapeutischen Begleitung. Die
Alkoholabstinenz wird mittels Haaranalyse grundsätzlich alle sechs Monate kontrolliert
(BGer 6A.61/2005 vom 12. Januar 2006 E. 2.1 mit Hinweis auf R. Seeger, Alkohol und
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Fahreignung, in: Handbuch der verkehrsmedizinischen Begutachtung, Bern 2005,
S. 29; Info-Blatt Abstinenznachweis vom 17. August 2015, in: www.stva.sg.ch).
b) Mit Verfügung vom 9. September 2009 erteilte die Vorinstanz dem Rekurrenten den
Führerausweis unter der Auflage, dass er eine vollständige, kontrollierte
Alkoholabstinenz mittels Haaranalyse alle sechs Monate einzuhalten habe mit
halbjährlichen Berichterstattungen erstmals Ende Januar 2010 (act. 9/102 f.). Die
Kontrollen fanden – soweit aus den Akten ersichtlich – im Januar und Juli 2010,
Februar und August 2011, März und Oktober 2012, April und Dezember 2013, Juli 2014
und Januar 2015 statt. Nachdem der Rekurrent um Wiedererteilung des
Führerausweises ersucht hatte (act. 9/331), wurde er am 7. Mai 2015 erneut
verkehrsmedizinisch untersucht (act. 9/341 ff.). Mit Verfügung vom 12. August 2015
erteilte die Vorinstanz dem Rekurrenten den Führerausweis unter der Auflage, dass er
eine vollständige, kontrollierte Alkoholabstinenz mittels Haaranalyse alle sechs Monate
einzuhalten habe mit halbjährlichen Berichterstattungen im November und Mai
(act. 2/1). Soweit sich der Rekurrent darauf beruft, die Abstinenzkontrollen seien in der
Vergangenheit im Januar und Juli durchgeführt worden, entspricht dies nicht den
Tatsachen. Vielmehr kam es zu Verschiebungen, weil er von der Vorinstanz
regelmässig an die Termine erinnert werden musste. Richtig ist zwar, dass im Jahr
2015 drei Verlaufskontrollen durchgeführt wurden. Wie der Rekurrent jedoch selbst
festhält, wurde die im Juli fällige Kontrolle aufgrund des Gesuchs um Wiedererteilung
des Führerausweises auf den Mai 2015 vorgezogen. Die nächste Verlaufskontrolle wäre
bei einem halbjährlichen Rhythmus demnach im November 2015 fällig gewesen, und
zwar unabhängig vom hängigen Rechtsmittelverfahren. Die Vorinstanz entzog einem
allfälligen Rekurs die aufschiebende Wirkung, sodass der Rekurrent gehalten gewesen
wäre, im November 2015 die verfügte Alkoholabstinenz kontrollieren zu lassen. Die
Abstinenzkontrolle fand schliesslich am 21. Dezember 2015 statt (act. 13/1 und 2).
c) Zusammenfassend ergibt sich, dass aus den genannten Umständen das Festlegen
der Kontrolltermine auf Mai und November nicht zu beanstanden ist. Entsprechend ist
der Rekurs in diesem Punkt abzuweisen. Mit dem Entscheid in der Sache ist das
Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung hinfällig geworden.
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4.- Mit den Auflagen soll sichergestellt werden, dass der Rekurrent zum Schutz der
Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer nur in fahrfähigem Zustand ein
Motorfahrzeug lenkt. Dieser Zweck wäre gefährdet, müsste er diese Auflagen während
eines Beschwerdeverfahrens nicht einhalten. Einer allfälligen Beschwerde ist deshalb
die vom Gesetz vorgesehene aufschiebende Wirkung zu entziehen (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 51 VRP).
5.- a) Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten von Fr. 1'200.–
zu einem Viertel dem Rekurrenten und zu drei Vierteln dem Staat aufzuerlegen (Art. 95
Abs. 1 VRP; Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist bis zum Betrag von Fr. 300.– zu verrechnen und
dem Rekurrenten im Restbetrag von Fr. 900.– zurückzuerstatten.
b) Gemäss Art. 98 Abs. 2 VRP werden im Rekursverfahren ausseramtliche Kosten
entschädigt, soweit sie aufgrund der Rechts- und Sachlage als notwendig und
angemessen erscheinen. Im Rekursverfahren war der Beizug eines Rechtsbeistandes
geboten. Der Rechtsvertreter reichte keine Kostennote ein, weshalb die Entschädigung
für die Anwaltskosten ermessensweise festzulegen ist. Im Verfahren vor der
Verwaltungsrekurskommission wird das Honorar als Pauschale ausgerichtet; der
Rahmen liegt zwischen Fr. 1'000.– und Fr. 12'000.– (Art. 22 Abs. 1 lit. b der
Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75; abgekürzt:
HonO). Innerhalb dieses Rahmens wird das Grundhonorar nach den besonderen
Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des
Falles und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten, bemessen (Art. 19 HonO).
Umstritten waren die Rechtmässigkeit der Anordnung einer neuen Führerprüfung sowie
die Zeitpunkte der Auflagenkontrolle der Alkoholabstinenz. Angesichts des
durchschnittlichen Aktenumfangs und des nicht allzu hohen Schwierigkeitsgrads des
Falles in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht erscheint ein Honorar von Fr. 2‘400.– als
angemessen. Entsprechend dem Verfahrensausgang sind dem Rekurrenten die
ausseramtlichen Kosten zur Hälfte zu entschädigen, das heisst im Betrag von
Fr. 1‘200.– (Art. 98 VRP; R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, Lachen/St. Gallen 2004, S. 183). Hinzuzuzählen sind
die Barauslagen von Fr. 48.– und die Mehrwertsteuer von Fr. 99.85 (Art. 28 Abs. 1
ter
bis
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und Art. 29 HonO), sodass die ausseramtliche Entschädigung insgesamt Fr. 1‘347.85
beträgt; kostenpflichtig ist der Staat (Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt).