Decision ID: 71082198-1b04-5175-8db8-42412aeb8050
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
gegen
SWICA, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen (IV-Rente)
Sachverhalt:
A.
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A.a A._ war als Mitarbeiterin von B._ bei der Swica unfallversichert, als sie am 19.
September 2005 mit ihrem Personenwagen auf der Autobahn mit einem Reh kollidierte
und daraufhin an die Böschung des rechten Fahrbahnrandes prallte. Das Fahrzeug
blieb nach einem Überschlag auf dem Dach liegen (UV-act. 5, 1/1). Im Bericht des
Spitals Wetzikon vom 28. September 2005 wurden ein stumpfes Thorako-
Abdominaltrauma, eine Commotio cerebri (Glasgow Coma Scale 15), multiple
Kontusionen BWS, Hemithorax rechts und Schulter rechts sowie eine HWS-Distorsion
diagnostiziert (UV-act. 2/1, 2/2). Die Swica anerkannte ihre Leistungspflicht. Am 21.
November 2005 wurde die ärztliche Behandlung abgeschlossen und die Versicherte
nahm ihre Arbeitstätigkeit bei uneingeschränkter Arbeitsfähigkeit wieder vollumfänglich
auf (UV-act. 2/3, 4/1).
A.b Am 22. Januar 2009 liess die Versicherte durch ihren Arbeitgeber einen Rückfall
zum Unfall vom 19. September 2005 mit Arbeitsunfähigkeit melden (UV-act. 1/6). Die
Swica erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Nach Durchführung von ambulanten und
stationären ärztlichen Behandlungen gab sie ein polydisziplinäres Gutachten beim AEH
(Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG), Zürich, in Auftrag. Das
Gutachten wurde am 9. September 2010 erstattet (UV-act. 3/10). Mit Verfügung vom
16. Juni 2011 eröffnete die Swica der Versicherten, gemäss AEH-Gutachten sei ihr die
vollzeitliche Ausübung einer leidensangepassten Tätigkeit zumutbar. Die
Taggeldleistungen würden nach Gewährung einer Übergangsfrist auf den 31. August
2011 eingestellt. Es liege (bei einem zumutbaren Invalideneinkommen 2010 von Fr.
53'977.85 und einem Valideneinkommen von Fr. 54'461.70) keine rentenbegründende
Einschränkung der Erwerbsfähigkeit vor. Für die bleibende (unfallkausale)
Einschränkung an der Schulter werde eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer
Integritätseinbusse von 5% ausgerichtet (UV-act. 1/64). Die gegen diese Verfügung
erhobene Einsprache (UV-act. 1/65) wies die Swica mit Einspracheentscheid vom 12.
August 2011 ab
B.
B.a Gegen diesen Entscheid erhob die Versicherte am 18. August 2011 Beschwerde.
Sie legte dar, dass sich ihr Zustand seit der letzten AEH-Begutachtung verschlechtert
habe. Ihr Antrag auf ein neues Gutachten sei abgelehnt worden. Gemäss ihrer
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Psychiaterin, Dr. med. C._, leide sie unter starken Depressionen. Niemand verstehe
sie. Sie nehme täglich mehrere Tabletten ein und könne sich auf nichts mehr
konzentrieren.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 1. September 2011 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die
Darlegungen im angefochtenen Entscheid. Das AEH-Gutachten datiere vom 9.
September 2010 und sei somit aktuell. Daraus gehe hervor, dass nur die
Schulterproblematik rechts unfallbedingt sei. Weitere medizinische Abklärungen,
insbesondere betreffend den psychischen Gesundheitszustand, würden sich erübrigen
(act. G 3).
B.c Mit Replik vom 13. September 2011 bestätigte die Beschwerdeführerin ihren
Standpunkt und hielt zusätzlich fest, wenn sie trotz Schmerzen einer Arbeit nachgehen
solle, bitte sie um Hilfe bei der Suche einer zumutbaren Tätigkeit (act. G 5). Die
Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 7).

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig ist, ob die Leistungen, welche von der Beschwerdegegnerin aufgrund des
Unfallereignisses vom 19. September 2005 ausgerichtet wurden, auf den 31. August
2011 eingestellt werden durften oder nicht. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers
entfällt erst, wenn das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten
Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es sich dabei um eine anspruchsaufhebende
Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein
leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der
versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2
mit Hinweisen). Dabei muss der Unfallversicherer nicht den Beweis für unfallfremde
Ursachen erbringen. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist
unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der Unfallversicherer bei einmal bejahter
Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde Ursachen nicht mit überwiegender
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Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte
Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben (RKUV
1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b). Ebenso wenig hat der Unfallversicherer den negativen
Beweis zu erbringen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass die
versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteile des Bundesgerichts [bis 31.
Dezember 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] vom 18. Dezember
2003, U 258/02, vom 25. Oktober 2002, U 143/02, und vom 31. August 2001, U
285/00).
1.2 Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren
strukturellen Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit Bild gebenden
Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] nachgewiesen
werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE
127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/bb mit
Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist
eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu
differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma bzw.
keine schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten, gelangt die Rechtsprechung
gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen
das Vorliegen einer Schleudertraumaverletzung, muss geprüft werden, ob die zum
typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen
zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den
Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE
115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Folgen aufgestellten Grundsätze
massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a). Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz
gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten
Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang
bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus
dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die
ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild
ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 E. 3b).
2.
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2.1 In der Zeit nach der Rückfallmeldung im Januar 2009 bescheinigten Dr. med. D._,
Orthopädische Chirurgie FMH, und Dr. med. E._, Facharzt FMH für Allgemeine
Medizin, bei der Beschwerdeführerin teilweise oder volle Arbeitsunfähigkeiten (UV-act.
4/4, 4/6, 4/7-4/20). Dr. med. F._ berichtete am 14. März 2009 unter anderem,
nachdem die Behandlung durch Dr. E._ bei voller Arbeitsfähigkeit am 21. November
2005 abgeschlossen worden sei, hätten sich 2007 die Schmerzen im rechten Ellbogen
verstärkt. Dr. D._ habe im Mai 2007 die Metallentfernung am Humerus rechts
vorgenommen, wobei er zwei Schrauben im Humerusschaft habe belassen müssen.
Der Verlauf sei anfänglich gut gewesen, doch sei es unter Arbeitsbelastung ab 2008
wieder zu Ellbogenschmerzen gekommen. Im Oktober 2008 sei bei radial betonter
Arthrose eine arthroskopische Gelenkstoilette durchgeführt worden. Ab Januar 2009
habe die Beschwerdeführerin ihre Arbeit wieder zu 50% aufnehmen können und es
habe sich eine Schmerzexazerbation mit Hyperalgesie des Ellbogens und massiver
Verspannung des gesamten rechten Arms entwickelt. Diese Beschwerden seien durch
eine Ellbogenarthrose kaum zu erklären gewesen und die klinische Untersuchung habe
ein druckdolentes AC-Gelenk bei Status nach Schulterkontusion vom 19. September
2005 gezeigt. Eine Infiltration des rechten AC-Gelenks (im Januar 2009; UV-act. 2/4)
habe völlige Beschwerdefreiheit gebracht. Das MRI vom 2. Februar 2009 (UV-act. 2/7)
habe eine reaktivierte AC-Gelenksarthrose rechts mit Impingementsyndrom des
Supraspinatus ohne Nachweis einer Ruptur gezeigt. Ursache der AC-Arthrose sowie
der aktuellen Beschwerden und der allfälligen Operation sei mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit die Schulterkontusion rechts anlässlich des Unfalls vom 19.
September 2005 (UV-act. 3/2). Am 3. April 2009 führte Dr. D._ die
Schulterarthroskopie rechts mit Acromioplastik und AC-Gelenkresektion durch (UV-act.
2/11). Am 20. Mai 2009 berichtete er über protrahierte Schulter-Armschmerzen rechts
(UV-act. 2/15). Im Juni 2009 hielt sich die Beschwerdeführerin stationär in der
Rehaklinik H._ auf. Im entsprechenden Austrittsbericht vom 14. Juli 2009 wurde
unter anderem festgehalten, neben somatischen Befunden habe sich eine mindestens
leichtgradige depressive Symptomatik gefunden. Aufgrund der langen
Arbeitsunfähigkeit werde ein langsamer Wiedereinstieg mit zunächst 50% ab 9. Juli
2009 für eine Woche mit Steigerung auf 75% und 100% an einem geeigneten
Arbeitsplatz ohne Überanstrengung des rechten Armes empfohlen. Die Empfehlung der
endgültigen Arbeitsfähigkeit bestimme der Operateur (UV-act. 2/18). Dr. D._
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bestätigte am 21. Juli 2009 massive Schulter- bzw. Oberarmschmerzen, deren Ursache
ihm nicht klar sei. Die Infiltration am 17. Juli 2009 habe zu keiner Verbesserung geführt.
Er bitte um eine konsiliarische Beurteilung (UV-act. 2/19). Letztere erfolgte am 28.
September 2009 in der Uniklinik Balgrist und führte zur Feststellung des weiteren
Behandlungsbedarfs mit Arbeitsunfähigkeit bis 1. Dezember 2009 (UV-act. 2/22, 2/23,
2/24). Die Ärzte des Universitätsspitals Zürich empfahlen im Bericht vom 29. März 2010
aufgrund des therapierefraktären Verlaufs die Teilnahme an einem interdisziplinären
Schmerzprogramm (UV-act. 1/53).
2.2 Die AEH-Gutachter bestätigten am 9. September 2010 die Diagnosen eines
protrahierten Schulter-/Arm-Schmerzsyndroms rechtsseitig, eines Status nach
stumpfem
Thorako-Abdominaltrauma, Commotio cerebri, HWS-Distorsion und Schulterkontusion
bei Autounfall am 19. September 2005 sowie ein dysfunktionales Schmerz- und
Krankheitsverhalten ohne Hinweis auf eine psychiatrische Erkrankung mit
Krankheitswert. Die Leistungsbereitschaft der Versicherten anlässlich der Evaluation
der funktionellen Leistungsfähigkeit wurde als nicht zuverlässig beurteilt; die
Beobachtungen bei den Tests würden auf eine deutliche Selbstlimitierung hinweisen.
Die Konsistenz bei den Tests sei schlecht gewesen. Die Resultate der
Belastbarkeitstests seien daher nur teilweise verwertbar. Es sei davon auszugehen,
dass die Versicherte bei gutem Effort mehr leisten könnte. Da die
physiotherapeutischen Behandlungen zu keiner Verbesserung der Symptomatik geführt
hätten, werde eine wieder vermehrte Belastung im Alltag empfohlen. Geplant sei die
Aufnahme in ein interdisziplinäres Schmerzprogramm im Unispital Zürich. Eine
Beeinflussung der Arbeitsfähigkeit dadurch sei unwahrscheinlich. Allerdings könnten
mit dem Programm die Lebensqualität und die Voraussetzungen für die berufliche
Eingliederung positiv beeinflusst werden. Die Schulterproblematik werde in Bezug auf
die somatisch-strukturell-funktionellen Befunde im Zusammenhang mit dem
Unfallereignis vom 19. September 2005 gesehen (Begründung im Gutachten). Das
Unfallereignis habe hier zur Entwicklung einer vorzeitigen rechtsseitigen AC-
Gelenkarthrose geführt, weshalb am 3. April 2009 auch eine operative Intervention
durchgeführt worden sei. Therapeutische Massnahmen zur Verbesserung der Situation
im rechten Schultergelenk seien eine zukünftige Option, jedoch erst nach Besserung
des dysfunktionalen Krankheits- und Schmerzverhaltens. Die Ellbogenbeschwerden
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stünden nicht mit ausreichender Sicherheit im Zusammenhang mit dem Unfallereignis
vom 19. September 2005 (Begründung im Gutachten). Aufgrund der somatischen
Befunde sei die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin wahrscheinlich
auf Dauer nicht mehr zumutbar. Wegen den zu hantierenden Gewichten bestehe hier
aufgrund der unfallbedingten Schulterproblematik eine wesentliche Einschränkung. Ein
dysfunktionales Krankheitsverhalten begründe keine Arbeitsunfähigkeit. Für eine
körperlich leichte bis knapp mittelschwere Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin unter
Beachtung von Hebe- und Tragelimiten und Einschränkungen der Arbeit über
Schulterhöhe und bei Vorneigung (Stehen, Sitzen, Kriechen) arbeitsfähig. Keine
Einschränkungen bestünden beim Sitzen, Stehen an Ort, Stehen und Gehen und auch
beim Gehen und Treppensteigen. Die unfallbedingten Einschränkungen würden sich
vor allem auf die Arbeiten mit dem rechten Arm in Bezug auf die Gewichtsbelastung
(maximal 10-12.5 kg) und bei Arbeiten über Kopf beschränken. Der durch die Schulter
bedingte Integritätsschaden betrage 5%. Der heutige Zustand sei ca. sechs Monate
nach Durchführung der Acromioplastik, d.h. ab Oktober 2009 erreicht gewesen (UV-
act. 3/10). Im Nachgang zur Durchführung eines interdisziplinären Schmerzprogramms
bestätigten die Ärzte des Universitätsspitals Zürich im Bericht vom 7. Februar 2011
unter anderem die Diagnosen von chronischen Schulter- und Armschmerzen rechts,
einer mittelschweren Depression, eines Status nach lumboradikulärem Reizsyndrom
links sowie eines chronischen zervikothorakovertebralen und zervikozephalen
Schmerzsyndroms. Sie kamen unter anderem zum Schluss, dass sich bei der
Beschwerdeführerin eine Psychotherapie und die Betreuung in einem Tageszentrum für
psychisch kranke Menschen empfehle (UV-act. 3/7). Dr. med. G._, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, berichtete am 23. Februar 2011, Psychotherapie mache bei der
Beschwerdeführerin keinen Sinn, da sie ihre Schmerz- und Funktionsstörungen auf
körperliche Fehlfunktionen zurückführe und nicht bereit gewesen sei, die Hintergründe
ihrer Probleme zu reflektieren (UV-act. 3/8). Auf Anfrage der Beschwerdegegnerin
bestätigten die AEH-Gutachter am 18. April 2011 ihre früheren Feststellungen. In einer
angepassten Tätigkeit, wie sie im Gutachten beschrieben sei, bestehe keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (ganztägige Zumutbarkeit). Die Anpassungen im
Vergleich zur angestammten Tätigkeit seien hier zu 50% durch die unfallbedingten
Funktionseinschränkungen bedingt (UV-act. 3/15).
3.
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3.1 In Bezug auf den Schulterbereich ist ein durch den Unfall vom 19. September 2005
bedingter organisch-struktureller (somatischer) Gesundheitsschaden in Anbetracht der
geschilderten Aktenlage überwiegend wahrscheinlich zu bejahen (vgl. UV-act. 3/2,
3/10). Hinsichtlich der Beschwerden im Ellbogen ist aktenmässig dokumentiert und
auch unbestritten, dass diese nicht auf das Unfallereignis vom 19. September 2005
zurückzuführen sind (vgl. UV-act. 3/10). Anhaltspunkte für unzutreffende Feststellungen
im AEH-Gutachten in somatischer Hinsicht sind weder aus den Akten ersichtlich noch
werden solche von der Beschwerdeführerin geltend gemacht.
Die erstbehandelnden Spitalärzte vermerkten bei der Beschwerdeführerin nach dem
Unfall vom 19. September 2005 eine Commotio cerebri mit GCS (Glasgow-Coma
Skale) von 15 sowie eine HWS-Distorsion (UV-act. 2/1, 2/2). Sie bestätigten damit unter
anderem eine leichte traumatische Hirnverletzung (MTBI; vgl. dazu S. Johannes/
R. Schaumann-von Stosch, Grundlegende Aspekte der leichten traumatischen
Hirnverletzung, Medizinische Mitteilungen der SUVA Nr. 78 [2007], 74ff). Ist eine dem
Schleudertrauma äquivalente Verletzung der HWS diagnostiziert und liegt - wie
vorliegend - kein fassbarer organischer (unfallbedingter) Befund an der HWS vor, muss
für die Bejahung der natürlichen Kausalität ein typisches Beschwerdebild mit einer
Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations-
und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen,
Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. gegeben sein (BGE
117 V 359 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 E. 3e; Bestätigung in BGE 134 V 109 E. 9).
Dieses Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden muss jedoch nicht in
seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem
Unfall aufgetreten sein. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum
Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS manifestiert haben (Urteile des
Bundesgerichts vom 30. Januar 2007, U 215/05, und vom 15. März 2007, U 258/06;
RKUV 2000 Nr. 359 S. 29 E. 5e). Angesichts der geschilderten Aktenlage kann vom
Auftreten eines typischen Beschwerdebilds insofern nicht gesprochen werden, als sich
nach dem Unfall neben Schmerzen in der HWS soweit ersichtlich keine eigentliche
Beschwerdehäufung im erwähnten Sinn ergab (vgl. UV-act. 2/1, 2/2). Von daher
erscheint die natürliche Unfallkausalität der Beschwerden nicht ohne weiteres
ausgewiesen. Nach der Rechtsprechung sind die Anforderungen an den Beweis des
natürlichen Kausalzusammenhangs (mit dem Beweisgrad der überwiegenden
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Wahrscheinlichkeit) desto strenger, je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem
Unfall und dem (erneuten) Eintritt der Gesundheitsschädigung ist (RKUV 1997, 188 E.
1c). Damit wieder aufgetretene Beeinträchtigungen auch noch nach einer längeren Zeit,
während der sich die anfängliche Symptomatik zurückgebildet hat, mit hinreichender
Zuverlässigkeit dem Unfall als dem versicherten Ereignis zugerechnet werden können,
muss der Beschwerdeverlauf eine gewisse Kontinuität aufweisen. Dieser zeitliche
Zusammenhang ist gerade nach Distorsionsverletzungen der Halswirbelsäule von
grosser Bedeutung für die Beurteilung der Kausalität, weil ein Zervikalsyndrom - als
das nach einer Schleudertraumaverletzung meist zentrale Symptom - in dem Sinn
ätiologisch unspezifisch ist, als oft auch andere Faktoren (degenerative Veränderungen,
muskuläre Dysbalance etc.) als massgebende Ursachen für diese Beeinträchtigungen
in Betracht fallen (vgl. Urteil des EVG vom 6. Juni 2006, U12/06, E. 4.2). - Die AEH-
Gutachter kamen zum Schluss, bei der Beschwerdeführerin bestehe ein
dysfunktionales Schmerz- und Krankheitsverhalten ohne Hinweis auf eine
psychiatrische Erkrankung mit Krankheitswert. Die Leistungsbereitschaft beurteilten sie
als nicht zuverlässig; die Beobachtungen bei den Tests wiesen auf eine deutliche
Selbstlimitierung hin (act. G 3/10). Die Beschwerdeführerin macht jedoch geltend, dass
sich ihr Gesundheitszustand zwischenzeitlich verschlechtert habe und nimmt dabei
explizit Bezug auf die von ihrer Psychiaterin bescheinigte starke Depression (act. G 1)
und psychische Belastung bei unerträglichen Schmerzen (act. G 5). Von Seiten des
Universitätsspitals Zürich wurde auch noch im Februar 2011 ein chronisches
Schmerzsyndrom im Zervikalbereich bescheinigt (UV-act. 3/7). Die sich hieraus
ergebende Frage, ob tatsächlich eine Verschlechterung der psychischen Situation
vorliegt und ob die gesundheitlichen Beschwerden nichtorganischer Art (insbesondere
die psychischen Befunde) in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfall vom
19. September 2005 stehen, kann offen bleiben, weil - wie nachstehend zu zeigen sein
wird - die adäquate Unfallkausalität zu verneinen ist. Die Beschwerdegegnerin ging im
Resultat von einer - wenn auch zeitlich befristeten - Unfalleinwirkung aus, indem sie
ihre Leistungspflicht für den im Jahr 2009 gemeldeten Rückfall bis Ende August 2011
anerkannte.
3.2 Nachdem von Seiten der Uniklinik Balgrist im Herbst 2009 ein Behandlungsbedarf
bejaht worden war (UV-act. 2/23, 2/23), hielten die AEH-Gutachter im September 2010
fest, dass die physiotherapeutischen Behandlungen zu keiner Verbesserung der
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Symptomatik geführt hätten. Sie empfahlen die Durchführung eines interdisziplinären
Schmerzprogramms im Wesentlichen zur Verbesserung der Lebensqualität und
erachteten eine Beeinflussung der Arbeitsfähigkeit als unwahrscheinlich (UV-act. 3/10
S. 13). Die im Februar 2011 von den Ärzten des Universitätsspitals empfohlene
Psychotherapie (UV-act. 3/7) wurde von Dr. G._ mit Hinweis auf die fehlende
Bereitschaft der Beschwerdeführerin, die Hintergründe ihrer Probleme zu reflektieren,
als nicht sinnvoll erachtet (UV-act. 3/8). Gestützt auf diese Aktenlage ist überwiegend
wahrscheinlich davon auszugehen, dass jedenfalls per Ende August 2011 keine
unfallbedingte Behandlungsbedürftigkeit mit der Aussicht auf eine namhafte
Verbesserung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit mehr vorlag und die
durchgeführten Behandlungsmassnahmen (bei unsicherem Behandlungserfolg)
lediglich der Schmerzlinderung und Aufrechterhaltung des erreichten Zustands dienten.
Der Abschluss des Falls durch den Unfallversicherer im Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG
bedingt lediglich, dass von weiteren medizinischen Massnahmen keine namhafte
Besserung des Gesundheitszustands mehr erwartet werden kann, nicht aber, dass eine
ärztliche Behandlung nicht länger erforderlich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4.
November 2008, 8C_467/2008, E. 5.2.2.2.). Für eine weiter andauernde Übernahme der
Behandlungskosten genügt es nicht, dass eine Therapie lediglich eine unbedeutende
Besserung erhoffen lässt oder dass für eine namhafte Besserung nur eine weit
entfernte Möglichkeit besteht (A. Maurer, Unfallversicherungsrecht, 2. A., Bern 1989,
274). Von einer namhaften Besserung des Gesundheitszustands kann auch dann nicht
gesprochen werden, wenn eine therapeutische Massnahme mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nur die sich aus einem stationären Gesundheitsschaden
ergebenden Beschwerden für eine begrenzte Zeit zu lindern vermag (RKUV 2005, 388).
Die Beschwerdegegnerin nahm somit zu Recht den Fallabschluss im Sinn von Art. 19
Abs. 1 UVG - als Voraussetzung für die Adäquanzprüfung (BGE 134 V 109) - auf Ende
August 2011 an.
3.3 Das Vorliegen eines Schädel-Hirntraumas, worunter sämtliche
Hirnfunktionsstörungen mit oder ohne morphologisch fassbare Schädigung des
Gehirns und seiner Hüllen, einschliesslich Gehirnschädel und Kopfschwarte subsumiert
werden (Trentz/Bühren, Checkliste Traumatologie, Stuttgart/New York 2001, S. 122 ff.),
rechtfertigt die analoge Anwendung der Schleudertrauma-Praxis, wenn die erlittene
Hirnerschütterung mindestens im Grenzbereich zwischen Commotio und Contusio
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cerebri liegt (vgl. Urteile des EVG vom 6. Mai 2003, U 6/03, und vom 13. Juni 2005, U
276/04, E. 2.2.1). Vorliegend ist wie erwähnt von einer leichten traumatischen
Hirnverletzung auszugehen, was grundsätzlich die Anwendung der Schleudertrauma-
Praxis zur Folge hat. Obschon die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid
die Adäquanz der nicht-organischen bzw. psychischen Beschwerden (wohl ausgehend
von der Annahme einer hier nicht gegebenen natürlichen Kausalität) nicht prüfte und
sich auf medizinische und erwerbliche Feststellungen beschränkte, erscheint es
gerechtfertigt und erforderlich, dies im vorliegenden Verfahren im Sinn einer
zusätzlichen Begründung nachzuholen. Ob die Adäquanzprüfung nach der
Schleudertrauma- oder der Psycho-Praxis durchzuführen ist, kann dabei offen bleiben,
da die Adäquanz auch bei Anwendung der für die Beschwerdeführerin günstigeren
Schleudertrauma-Praxis (vgl. dazu SVR 2010 UV Nr. 3 S. 11; Urteil des Bundesgerichts
vom 18. September 2009, 8C_283/2009) zu verneinen ist, wie die nachfolgenden
Erwägungen zeigen werden.
4.
4.1 Der in Frage stehende Unfall vom 19. September 2005 ist aufgrund des
Geschehensablaufs - das von der Beschwerdeführerin gelenkte Fahrzeug überschlug
sich, nachdem es mit einem Reh zusammengestossen war - und der Verletzungen (UV-
act. 2/1, 2/2) nicht als ausserordentlich schweres, lebensbedrohliches Geschehen im
Sinn der Praxis (dargestellt in RKUV 1995, 91) einzustufen (vgl. auch Urteile des EVG
vom 20. Juli 2005, U 338/04, und vom 13. Juni 2005, U 276/04, E. 2.3). Die
Unterscheidung zwischen mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu den schweren
Unfällen und solchen im mittleren Bereich ist insofern von Bedeutung, als bei Unfällen
im mittelschweren Bereich nach der Praxis mehrere Zusatzkriterien erfüllt sein müssen,
um die Adäquanz bejahen zu können, wobei die Zahl um so geringer sein kann, je
näher das Ereignis bei den schweren Unfällen liegt (vgl. dazu BGE 115 V 133 E. 6c/bb).
Es scheint konkret gerechtfertigt, von einem mittelschweren Unfall auszugehen,
allerdings nicht im Grenzbereich zu den schweren Ereignissen (vgl. dazu etwa die
Sachverhalte in den Urteilen des EVG vom 14. April 2000, U 257/99, und des
Bundesgerichts vom 24. August 2007, U 497/06, E. 4.2, sowie vom 22. August 2008,
8C_609/2007, E. 4.1.3). Eine gewisse Eindrücklichkeit für die Beschwerdeführerin kann
dem Ereignis nicht abgesprochen werden. Eine besondere Eindrücklichkeit oder
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dramatische Begleitumstände sind allerdings nicht belegt, zumal das objektive
Unfallgeschehen massgebend ist (vgl. die Kasuistik zu diesem Kriterium in Rumo-
Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. A., S. 58-64, sowie Urteile des EVG vom
23. November 2004, U 109/04, E. 2.3 und vom 2. März 2005, U 309/03, E. 5.1). Beim
erlittenen cervikalen Trauma handelt es sich nicht um eine Gesundheitsschädigung, die
durch ihre Schwere oder besondere Art charakterisiert ist (vgl. Urteile des
Bundesgerichts vom 17. August 2007, 8C_101/2007, E. 5.2 und 5.3, und vom 21.
Dezember 2007, U 558/06, E. 4.2.2, sowie Urteil des EVG vom 9. August 2004, U
116/04).
Hinsichtlich des Kriteriums der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen
Behandlung (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.3) ist festzuhalten, dass die
Beschwerdeführerin nach dem Unfall vom 19. September 2005 mit initialer Behandlung
im Spital Wetzikon und anschliessender konservativer Therapie ihre Arbeitstätigkeit
nach Behandlungsabschluss im November 2005 wieder vollumfänglich aufnahm (UV-
act. 2/3, 4/1). Nach der Metallentfernung im Mai 2007 ergaben sich im Jahr 2008 im
rechten Ellbogen Schmerzen mit entsprechendem (unfallfremdem) Behandlungsbedarf
(vgl. UV-act. 3/2 S. 2) Danach erfolgten erneute Behandlungen, welche der
Beschwerdegegnerin im Januar 2009 als Rückfall gemeldet wurden (UV-act. 1/6). Die
Behandlungen umfassten unter anderem eine (unfallbedingte) Arthroskopie der rechten
Schulter mit Acromioplastik und AC-Gelenkresektion (UV-act. 2/11) sowie einen
stationären Aufenthalt in der Klinik H._ (UV-act. 2/18). Soweit
Abklärungsmassnahmen zur Durchführung kamen, fallen diese ausser Betracht (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 26. August 2008, 8C_687/2007, E. 5.3). Wie dargelegt
war jedenfalls Ende August 2011 von weiteren Behandlungsmassnahmen keine
namhafte Besserung mehr zu erwarten (vgl. vorstehende E. 3.3). Angesichts dieser
Aktenlage kann eine fortgesetzt spezifische, die Beschwerdeführerin belastende
ärztliche Behandlung im Sinn der Rechtsprechung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
13. Juni 2008, 8C_331/2007, E. 4.2.3) nicht als belegt gelten. Adäquanzrelevant können
im Weiteren in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1
UVG ohne wesentlichen Unterbruch bestehende erhebliche Beschwerden sein. Die
Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der
Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im
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Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4). Die Beschwerdeführerin leidet gemäss
den Darlegungen im Bericht des Universitätsspitals Zürich vom 7. Februar 2011
insbesondere an chronischen Schulter- und Armschmerzen, einer mittelschweren
Depression und an chronischen Schmerzen im Zervikalbereich (UV-act. 3/7). Das
Bestehen von unfallbedingten, ohne wesentlichen Unterbruch bestehenden erheblichen
Beschwerden lässt sich mithin nicht ohne Weiteres verneinen; aufgrund der
vielschichtigen Beschwerdeursachen lässt sich das Kriterium allerdings höchstens
geringgradig bejahen. Im Weiteren können ein schwieriger Heilungsverlauf und
erhebliche Komplikationen angesichts der medizinischen Aktenlage (E. 2) nicht
angenommen werden. Dieses Kriterium ist deshalb nicht erfüllt. Ebenso wenig steht
eine die Unfallfolgen erheblich verschlimmernde ärztliche Fehlbehandlung zur
Diskussion.
4.2 Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsfähigkeit anbelangt, ist gemäss BGE 134
V 109 E. 10.2.7 dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis
mittelschweren Schleudertraumen der HWS und leichten Schädelhirntraumen ein
längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen
Standpunkt aus eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist
daher massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu
überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Konkret
muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung so rasch wie möglich
wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten
Person können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger
persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. Sodann können Bemühungen um
alternative, der gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten
ins Gewicht fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG
in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen
vermag, kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7). - Nachdem in der Zeit
nach dem Unfall eine volle Arbeitsunfähigkeit und ab 20. Oktober 2005 eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit attestiert worden war, bestand ab 22. November 2005 wieder eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (UV-act. 4/1). Nach der Rückfallmeldung (Januar
2009) bestanden teilweise oder vollständige Arbeitsunfähigkeiten (UV-act. 4/4, 4/7). Im
Austrittsbericht der Klinik H._ vom 14. Juli 2009 wurde ein langsamer Wiedereinstieg
mit zunächst 50% ab 9. Juli 2009 für eine Woche mit Steigerung auf 75% und 100%
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an einem geeigneten Arbeitsplatz ohne Überanstrengung des rechten Armes
empfohlen (UV-act. 2/18). Die AEH-Gutachter bestätigten am 9. September 2010, dass
aufgrund der somatischen Befunde die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Produktionsmitarbeiterin aufgrund der unfallbedingten Schulterproblematik
wahrscheinlich auf Dauer nicht mehr zumutbar sei, dass jedoch ein dysfunktionales
Krankheitsverhalten keine Arbeitsunfähigkeit begründe und für eine körperlich leichte
bis knapp mittelschwere Tätigkeit die Beschwerdeführerin unter Beachtung von Hebe-
und Tragelimiten und Einschränkungen der Arbeit über Schulterhöhe und bei
Vorneigung (Stehen, Sitzen, Kriechen) arbeitsfähig sei. Die Gutachter verneinten
Einschränkungen beim Sitzen, Stehen an Ort, Stehen und Gehen und auch beim Gehen
und Treppensteigen. Die unfallbedingten Einschränkungen würden sich vor allem auf
die Arbeiten mit dem rechten Arm in Bezug auf die Gewichtsbelastung (maximal
10-12.5 kg) und bei Arbeiten über Kopf beschränken (UV-act. 3/10). Das Kriterium der
erheblichen (unfallbedingten) Arbeitsunfähigkeit trotz Anstrengungen kann bei diesem
Sachverhalt nicht als erfüllt betrachtet werden. Bei Erfüllung eines einzigen Adäquanz-
Kriteriums kann dem Unfall keine adäquanzrechtlich massgebende Bedeutung für die
andauernden gesundheitlichen Beschwerden, soweit sie somatisch nicht objektivierbar
oder psychischer Natur sind, beigemessen werden. Gegenstand der Prüfung des
Rentenanspruchs können dementsprechend ausschliesslich die unfallkausalen Folgen
im Schulterbereich bilden.
5.
5.1 Die Beschwerdegegnerin legte die rechtlichen Grundlagen der Rentenbemessung
im angefochtenen Entscheid (E. 2.2) zutreffend dar; darauf ist zu verweisen. Für die
Bemessung des Valideneinkommens 2010 ging sie vom Einkommen aus, welches die
Beschwerdeführerin ohne Eintritt des Gesundheitsschadens bei der früheren Arbeit
geberin verdient hätte. Sie rechnete hierzu das von Arbeitgeberin für das Unfalljahr mit
Fr. 50'407.-- (Fr. 3'800.-- x 13 zuzüglich andere Lohnzulagen von Fr. 1'007.--; UV-act.
1/1) bescheinigte Einkommen auf die Nominallohnverhältnisse des Jahres 2010, d.h.
auf einen Betrag von Fr. 54'462.-- (UV-act. 1/64 S. 3), auf. Von diesem unbestritten
gebliebenen Betrag ist nachstehend auszugehen.
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5.2 Das Invalideneinkommen ist anhand statistischer Löhne zu bemessen. Aus der
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) 2008 TA 1
Niveau 4 ist für Frauen ein durchschnittliches Monatssalär von Fr. 4'116.-- ersichtlich.
Das hieraus errechnete Jahressalär von Fr. 49'392.-- basiert auf 40 Wochenstunden
und ist auf die betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit 2010, d.h. auf 41.6
Stunden, aufzurechnen, woraus sich ein Betrag von Fr. 51'368.-- ergibt. Für 2010
ergibt sich ein nominallohnangepasster Betrag von Fr. 52'873.-- (Index 2008: 2'219;
Index 2010: 2'284).
5.3 Es ist angesichts des Zumutbarkeitsprofils gemäss AEH-Gutachten (vollzeitliche
Zumutbarkeit eine körperlich leichten bis knapp mittelschweren Tätigkeit unter
Beachtung von Hebe- und Tragelimiten und Einschränkungen der Arbeit über
Schulterhöhe und bei Vorneigung; ohne Einschränkungen beim Sitzen, Stehen an Ort
und auch beim Gehen und Treppensteigen) nicht ohne Weiteres davon auszugehen,
dass die Beschwerdeführerin ihre Erwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt wegen unfallbedingter Einschränkungen lediglich mit
unterdurchschnittlichem Erfolg verwerten kann. Ein Abzug lässt sich nicht schon damit
begründen, dass der in Betracht fallende Arbeitsmarkt gesundheitsbedingt
eingeschränkt ist. Vielmehr rechtfertigt sich ein Abzug nur, wenn die versicherte Person
auch im Rahmen einer von den Ärzten als geeignet erachteten Tätigkeit in der
Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist und deshalb mit einem reduzierten Lohn zu
rechnen hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22. Oktober 2010, 8C_536/2010, Erw.
2.5 mit Hinweisen). In einer adaptierten Tätigkeit (unter Berücksichtigung der
Unfallfolgen) ist die im Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Entscheids 44jährige
Beschwerdeführerin uneingeschränkt arbeitsfähig. Es fehlt an Anhaltspunkten dafür,
dass unfallbedingt (d.h. durch die Einschränkung in der rechten Schulter) lediglich ein
reduzierter Lohn erzielbar wäre. Selbst wenn ein Abzug zu berücksichtigen wäre,
könnte es sich dabei lediglich um einen geringen Prozentsatz (5%) handeln. Die
Gegenüberstellung des Invalideneinkommens von Fr. 52'873.-- mit dem
Valideneinkommen von Fr. 54'462.-- ergibt eine Erwerbsunfähigkeit von 3% (gerundet;
BGE 130 V 122 E. 3.2). Die Berücksichtigung eines Leidensabzuges von 5% würde zu
einer Erwerbsunfähigkeit von 8% führen. Die Beschwerdegegnerin verneinte damit zu
Recht einen Rentenanspruch. Soweit die Beschwerdeführerin um Hilfe bei der Suche
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einer zumutbaren Tätigkeit ersucht (act. G 5), hat sie sich hierfür an die Organe der
Arbeitslosenversicherung bzw. Invalidenversicherung zu wenden.
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 12. August 2011 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP entschieden:
1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
Publikationsplattform St.Galler Gerichte Entscheid Versicherungsgericht, 16.04.2012 Art. 6 und 18 UVG. Art. 16 ATSG. Unfallkausalität von gesundheitlichen Beschwerden. Prüfung des Anspruchs auf Unfallinvalidenrente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. April 2012, UV 2011/60).
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