Decision ID: 7a245c5e-ff33-431c-9dcc-cb4c4f103aa7
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1988, stellte sich am
5.
November 2018
beim Regionalen Arbeits
vermittlungszentrum
Y._
(RAV)
für die Zeit
ab
1.
Februar 2019
der Arbeitsvermittlung
im Umfang eines Arbeitspensums von
8
0 % zur Verfügung (
Urk.
7/123)
und meldete sich am
8.
November 2018
bei der Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich zum Bezug von Leistungen der Arbeitslosenversicherung an (
Urk.
7/122
).
Dabei erwähnte sie
,
dass sie seit 1
2.
Juli 2018 in ihrer bisherigen Tätigkeit im Verkauf beziehungsweise als Kassierin arbeitsunfähig gewesen sei, und dass ihr die Ausübung einer Tätigkeit im Verkauf auf Grund eines medizini
schen Gutachtens seit Juli 2018 nicht mehr zuzumuten sei (
Urk.
7/122
Ziff.
20 ff.).
Am 2
7.
November 2018 (
Urk.
7/102) teilte die Versicherte dem RAV mit, dass es ihr auf Grund mehrmals täglich auftretender Migräneattacken nicht möglich sei, Arbeitsbemühungen zu tätigen.
Mit Verfügung
vom
7.
März 2019
(
Urk.
7
/2) stellte das AWA die
Versiche
rte
wegen ungenügender Nachweise
persönlicher Arbeitsbemühungen
für die
Zeit vom
1.
November 2018 bis 3
1.
Januar 2019 beziehungsweise während der Kün
digungsfrist für 11
Tage
ab
1.
Februar 2019
in der An
spruchsberechtigung ein. Die von der
Versicherten am
4.
April 2019
dagegen erhobene Einsprache (
Urk.
7/6
) wies das AWA mit Entscheid vom
2
8.
Mai 2019
(
Urk.
7/10
=
Urk.
2) ab.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
2
8.
Mai 2019 (
Urk.
2) erhob die
Versicherte am
2
8.
Juni 2019 (
Urk.
1) Beschwerde und beantragte dessen Aufhebung sowie eine ungekürzte Ausrichtung der Arbeitslosenentschädigung ab
1.
Februar 201
9.
Mit Beschwerdeantwort vom
6.
August 2019
(
Urk.
6
) beantragte das AWA die Abw
eisung der Beschwerde, wovon der
Beschwerdeführer
in
am
1
2.
August 2019
Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
8
).
Die Einzelrichterin

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Nach Art. 17 Abs.
1
des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenver
sicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG)
muss die versicherte Person, die Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständi
gen Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermei
den oder zu verkürzen. Insbesondere ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen, nöti
genfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufes. Sie muss ihre Bemühungen nachweisen können.
Die Arbeitssuche hat gezielt zu erfolgen, in der Regel in Form ein
er ordentlichen Bewerbung (Art. 26 Abs.
1
der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosen
versicherung und d
ie Insolvenzentschädigung, AVIV
). Die versicherte Person hat ihre Arbeitsbemühungen ohne besondere Aufforderung durch eine Amtsstelle oder durch vorgängige Abgabe eines Merkblattes vorzunehmen (Urteil des B
un
desgerichts 8C_21/2015 vom 3. März 2015 E.
3.5 mit Hinweisen).
1.3
Gemäss Art. 30 Abs. 1
lit
. c AVIG ist die versicherte Person in der Anspruchsbe
rechtigung einzustellen, wenn sie sich persönlich nicht genügend um zumutbare Arbeit bemüht. Dieser Einstellungsgrund ist schon dann gegeben, wenn die versicherte Person vor Eintritt der Arbeitslosig
keit ihren Obliegenheiten nicht nachgekommen ist. Sie hat sich daher bereits während der Kündigungsfrist oder bei einem im vornherein befristeten Arbeitsverhältnis vor dessen Beendigung von sich aus, das heisst ohne besondere Aufforderung durch eine Amtsstelle oder Abgabe eines Merkblattes um einen neuen Arbe
itsplatz zu bewerben (BGE 139 V
524 E. 4.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_21/2015 vom
3.
März 2015, E. 3.5, und 8C_917/2013 vom
4.
März 2014, E. 2.1, je mit Hinweisen, sowie Urteil des Bun
desgerichts 8C_271/2011 vom 1
4.
Juni 2011 E. 2.2). Die Pflicht zur Stellensuche dauert auch bei einer vorübergehenden Ort- oder Landes
abwesenheit fort (Urteil des Bundesgerichts 8C_21/2015 vom
3.
März 2015 E. 3.4 mit Hinweis).
1.4
Bei der Beurteilung der Frage, ob sich eine versicherte Person genügend um zumutbare Arbeit bemüht hat, ist nicht nur die Quantität, sondern auch die Qua
lität ihrer Bewerbungen von Bedeutung (BGE 139
V 524 E.
2.1.4, und 124 V 225 E. 4a je mit Hinweisen).
Dabei kommt es nicht auf den Erfolg der Arbeitsbemühungen an, sondern viel
mehr auf die Tatsache und Intensität derselben (BGE 124 V 225 E. 6; Urteil des
Bundesgerichts C 16/07 vom 22. Februar 2007 E. 3.1). Die Arbeitsbemühungen müssen zudem umso intensiver sein, je weniger Aussicht eine versicherte Person hat, eine Stelle zu finden (vgl. Barbara Kupfer Bucher, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigu
ng, 5
. Auf
l
age, Zürich/Basel/Genf 2019
, S.
132
).
Betreffend Quantität der persönlichen Arbeitsbemühungen können zwar keine eindeutigen Zahlenwerte angegeben werden, in der Regel müssen aber mindes
tens zehn bis zwölf geeignete Arbeitsbemühungen je Kontrollperiode nachgewie
sen werden (BGE 139 V 524 E. 2.1.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_917/2013 vom 4. März 2014 E. 2.2).
Eine in qualitativer Hinsicht genügende Suchbemühung setzt voraus, dass mit dem möglichen Arbeitgeber tatsächlich ein Kontakt zustande kommt. Ist eine telefonische Kontaktnahme nicht möglich, hat zwingend eine schriftliche Bewer
bung zu erfolgen oder die versicherte Person hat selber im Betrieb vorzusprechen (Urteil des Bundesgerichts C 275/05 vom 6. November 2006 E. 3.2). Qualitativ nicht genügend ist die blosse Anmeldung bei einem Stellenvermittlungsbüro (vgl. Barbara Kupfer Bucher, a.a.O., S.
222
mit Hinweis). Qualifizierte Berufsleute dür
fen zudem ihre Suchbemühungen nur zu Beginn der Arbeitslosigkeit auf den bisherigen Berufszweig beschränken (BGE 139 V 524 E. 2.1.3).
1.5
Grundsätzlich sanktioniert
Art.
30
Abs.
1
lit
. c AVIG eine Verletzung der in
Art.
17
Abs.
1 AVIG statuierten Schadenminderungspflicht, insbesondere der Pflicht, sich genügend um Arbeit zu bemühen. Diese Verknüpfung soll Arbeitslose zur Stellensuche anspornen und eine missbräuchliche Beanspruchung der Arbeitslosenversicherung verhindern. Die Einstellung in der Anspruchsberechti
gung bezweckt eine angemessene Mitbeteiligung der versicherten Person an jenem Schaden, den sie durch ihr pflichtwidriges Verhalten der Arbeitslosenver
sicherung natürlich und adäquat kausal verursacht hat (BGE 124 V 225 E. 2b mit weiteren Hinweisen). Kern der Pflicht, alles Zumutbare zu unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen, sind die persönlichen Arbeits
bemühungen der versicherten Person selbst, die in der Regel streng beurteilt wer
den. Dabei stehen sowohl die Tatsache als auch die Intensität, nicht aber der Erfolg dieser Bemühungen im Vorde
rgrund (BGE 133 V 89 E. 6.1.1).
1.6
Nach der Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichts C 50/06 vom 2
3.
Mai 2006 E. 2.2) stellt die Pflicht zur Vornahme persönlicher Arbeitsbemühungen eine ele
mentare
Verhaltensregel dar, die auch ohne vorgängige Aufklärung oder - im Falle ungenügender Arbeitsbemühungen - Verwarnung seitens der Verwaltung befolgt werden muss, was sich schon daraus ergibt, dass die versicherte Person bereits vor Eintritt der Arbeitslosigkeit ihren diesbezüglichen Obliegenheiten nachkommen und sich schon während der Kündigungsfrist um einen neuen Arbeitsplatz bewerben muss (Urteil des Bundesgerichts C 144/05 vom
1.
Dezem
ber 2005 E. 5.2.1 mit Hinweisen). Aus diesem Grunde vermag eine versicherte Person nichts zu ihren Gunsten abzuleiten, wenn ihr der Berater oder die Berate
rin des RAV nicht bereits bei der Anmeldung zur Arbeitsvermittlung bekanntgibt, wie viele Bewerbungen von ihr monatlich erwartet werden (Urteile des Bundes
gerichts C 50/06 vom 2
3.
Mai 2006 E. 2.1 und C 14/06 vom
6.
September 2006 E. 2.2).
1.7
Gemäss Art. 26 Abs. 2 Satz 1 AVIV muss die versicherte Person den Nachweis der Arbeitsbemühungen für jede Kontrollperiode spätestens am fünften Tag des folgenden Monats oder am ersten auf diesen Tag folgenden Werktag einreichen. Als Kontrollperiode gilt jeder Kalendermonat (Art. 27a AVIV). Die Arbeitsbemü
hungen werden nach Art. 26 Abs. 2 Satz 2 AVIV nicht mehr berücksichtigt, wenn die versicherte Person die Frist verstreichen lässt und keinen entschuldbaren Grund geltend macht. Die Einstellung erfolgt, ohne dass eine zusätzliche Frist gewährt werden müsste. Unerheblich ist, dass die Nachweise später erbracht wer
den, zum Beispiel in einem
Einspracheverfahren
(vgl. BGE 139 V 164 E. 3.2).
Die zuständige Amtsstelle hat die Arbeitsbemühungen der versicherten Person monatlich zu überprüfen (
Art.
26
Abs.
3 AVIV).
1.8
Mit der Bestimmung von
Art.
26
Abs.
2 AVIV wird die Säumnisfolge auf die Nichtberücksichtigung der unverschuldet verspätet eingereichten Nachweise der unternommenen Arbeitsbemühungen beschränkt. Dies rechtfertigt sich mit Blick darauf, dass der Taggeldanspruch der versicherten Person, welche ihre Arbeits
bemühungen nachzuweisen hat, in diesen Fällen in aller Regel besteht und der fehlende Nachweis genügender Arbeitsbemühungen innert der von der Verwal
tung anzusetzenden Nachfrist lediglich eine Einstellung in der Anspruchsberech
tigung nach sich zieht (ausgenommen sind namentlich die Konstellationen, in welchen die versicherte Person durch wiederholtes Nichterbringen des Nachwei
ses genügender Arbeitsbemühungen ihre Vermittlungsfähigkeit in Frage stellt). Ist die in der Verordnung vorgesehene Frist ohne entschuldbaren Grund verpasst, führt dies direkt zur Nichtbeachtung nachgereichter Beweismittel (BGE 133 V 89 E. 6.2.3).
2.
2.1
Der Beschwerdegegner ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
2
8.
Mai 2019 (
Urk.
2) davon aus, dass die
Beschwerdeführer
in
für die Kündigungsfrist vom
1.
November 2018 bis 3
1.
Januar 2019 am
3.
Januar 2017 vorerst sieben Arbeitsbemühungen und am 2
2.
Februar 2019 weitere 14 Arbei
tsbemühungen nachgereicht habe, dass von den nachgewiesenen Stellenbemühungen in quali
tativer Hinsicht indes lediglich insgesamt elf Stellenbemühungen zu berücksich
tigen seien (S. 4). Obwohl auf Grund der eingereichten ärztlichen Beurteilungen von gewissen Einschränkungen bei der Stellensuche aus gesundheitlichen Grün
den auszugehen sei, werde die Beschwerdeführerin dadurch nicht von ihrer Pflicht zum Nachweis von
Stellenbemühungen entbunden (S.
5).
2
.2
Die Beschwerdeführerin brachte
hiegegen
vor, dass
sie seit Jahren unter gesund
heitlichen Problemen
leide
. So habe sie auf Grund von Handgelenkbeschwerden ihren erlernten Beruf als Dentalassistentin nicht mehr ausüben können. In der Folge habe sie mit Hilfe der Invalidenversicherung eine Umschulung zur Arztsek
retärin begonnen, diese aber abbrechen müssen. Danach habe sie während einer begrenzten Zeit eine Tätigkeit als Kassierin ausgeübt (S. 4). Gegenwärtig leide sie acht- bis dreizehnmal im Monat unter einer Migräne und sei phasenweise bis im Umfang von 50
%
in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Zusätzlich werde sie durch Beschwerden im Bereich ihres linken Armes eingeschränkt (S. 5).
Auf Grund der gesundheitlichen Einschränkungen sei die Stellensuche für die Beschwerdeführerin nur erschwert möglich, da viele potentielle Arbeitgeber nicht bereit seien, eine gesundheitlich angeschlagene Person einzustellen. Zudem stehe (aus medizinischer Sicht) noch nicht fest, welche Tätigkeiten sie überhaupt noch ausüben könne. Unter diesen Umständen erweise sich eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung als nicht gerechtfertigt (S. 6).
3.
3.1
Gemäss dem von der Beschwerdeführerin am
3.
Dezember 2018 ausgefüllten
Nachweisformular für den Monat
November 2018
(
Urk.
7/
45) hat sie in diese
m
Monat keine Arbeitsbemühungen getätigt. Gemäss dem von der Beschwerdefüh
rerin am
2.
Januar 2019
ausgefüllten Nachweisformular für den Monat
Dezember
2018 (
Urk.
7/4
4
) hat
die Beschwerdeführerin
für diesen Monat insgesamt sieben Arbeitsbemühungen nachgewiesen.
Gemäss einem am 3
1.
Januar 2019 von der
Beschwerdeführerin ausgefüllten, aber erst am 2
2.
Februar 2019 beim RAV ein
gegangenen (Eingangsstempel) Nachweisformular für den Monat Januar 2019 (
Urk.
7/47) hat sie für diesen Monat insgesamt
14 Stellenbemühungen nachge
wiesen.
3.2
Auf den von der
Beschwerdeführer
in
verwendeten offiziellen Formular
en
«Nach
weis der persönlichen Arbeitsbemühungen» ist der Hinweis enthalten, dass die versicherte Person der zuständigen Amtsstelle für jede Kontrollperiode bis spätestens am
5.
Tag des Folgemonats schriftliche Angaben über ihre Bemühun
gen um Arbeit einzureichen hat
. Dem
p
rozessorientierten Beratungsprotokoll (
Urk.
7/121
S.
4
) ist zu entnehmen, dass d
ie
Beschwerdeführer
in
anlässlich des Beratungsgesprächs vom
2
2.
Februar 2019 das
Nachweisformular für den Monat Januar 2019 (
Urk.
7/47)
beim RAV einreichte, und dass sie vom RAV darauf hin
gewiesen wurde, die Nachweise der persönlichen Arbeitsbemühungen in Zukunft p
ünktlich beim RAV einzureichen
. Offensichtlich
ging das RAV davon aus
, dass die verspätet eingereichten Arbeitsbemühungen wegen eines entschuldbaren Grundes
ausnahmsweise
zu berücksichtigen
seien
.
3.3
Dem
Nachweisformular für de
n Monat Januar 2019 (
Urk.
7/47) ist indes zu ent
nehmen, dass
die Beschwerdeführerin
unter anderem
das Lesen von Stellenanzei
gen in Zeitungen, das Durchsuchen des «Job
Rooms
» im Internet und die Suche nach Stellen im Internetbrowser aufführte. Dabei handelt es sich zwar um
eine Evaluation beziehungswei
se Prüfung von Stelleninseraten
, nicht hingegen um
nachgewiesene
Stellenbewerbungen auf konkrete, offenstehende Stellen, w
eshalb
es sich dabei um
in qualitativer Hinsicht ungenügende Arbeitsbemühungen
han
delte
, welche nicht zu berücksichtigen sind. Insgesamt hat die Beschwerdeführe
rin für den Monat Januar 2019 in quantitativer Hinsicht daher lediglich
11 in qualitativer Hinsicht genügende Arbeitsbemühungen nachgewiesen.
3.4
Für die Zeit nach E
rhalt der Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch die
Z._
vom 1
9.
Oktober 2018 (
Urk.
7/95)
beziehungsweise während der dreimonatigen Kündigungsfrist vom
1.
November 2018 bis 3
1.
Januar 2019 hat die Beschwerdeführerin lediglich insgesamt 18 in qualitativer Hinsicht genügende Arbeitsbemühungen nachgewiesen.
Da, wie bereits erwähnt (vorstehende E.
1.4
)
,
das
Quantitativ der Bewerbungen nach den konkreten Umständen
beurteilt wird
, wobei in der Praxis durchschnittlich zehn bis zwölf Stellenbewerbungen pro Monat in der Regel als genügend erachtet werden
,
erweisen sich die für die Zeit vom
1.
November 2018 bis 3
1.
J
anuar 2019 nachgewiesenen 18 qualitativ genü
genden
Arbeitsbemühungen in quantitativer Hinsicht als ungenügend.
4.
4.1
Zu prüfen bleibt im Folgenden, ob
konkrete Umstände vorliegen, welche im massgebenden Zeitraum ausnahmsweise geringere Anforderungen an die Arbeitsbemühungen rechtfertigen.
4.2
Die Beschwerdeführerin machte in ihrem Mail vom 2
7.
November 2018 an das RAV (
Urk.
7/46) geltend, dass
sie
mehrmals täglich unter Migräne-Attacken leide, und dass sie deswegen ihrer Pflicht zum Nachweis von Arbeitsbemühungen nicht nachkommen könne.
4.3
Dr.
me
d. A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheuma
tologie,
attestierte der Beschwerdeführerin mit Zeugnis vom
5.
November 2018 (
Urk.
7/96) eine Arbeitsunfähigkeit
in Bezug auf die Ausübung der bisherigen Tätigkeit (als Kassierin) von 100
%
und stellte eine uneingeschränkte Arbeitsfä
higkeit in
der Ausübung
angepass
te
r Tätigkeiten fest. Der
Beschwerdeführerin
werde indes
bis auf Weiteres
empfohlen,
keine Tätigkeiten mit der linken Hand aus
zuüben
.
Mit Zeugnis vom
5.
Dezember 2018 (
Urk.
7/101) attestierte
Dr.
A._
der Beschwerdeführerin eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
, wobei die Beschwerdefüh
rerin keine körperlich schweren oder mittelschweren Arbeiten, keine repetitiven Arbeiten und keine Arbeiten mit dem linken Arm ausüben könne.
4.4
Dr.
med. B._
, Fachärztin für
Allgemeine Innere Medi
zin
,
erwähnte in ihrem Bericht vom
6.
Dezember 2018 (
Urk.
7/100), dass die Beschwerdeführerin auf Grund einer Krankheit nicht während einer länger
en Zeit Bildschirmarbeiten ausführ
en könne. Aus diesem Grunde sei es ihr nicht möglich Jobportale zu durchsuchen, ausgeschriebene Stellen im Internet zu suchen oder Bewerbungen mit dem Computer zu schreiben. In Bezug auf den
erlernten Beruf als Dentalassistentin und
auf die angestammte
Tätigkeit
(als Kassierin)
bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit
.
Der Beschwerdeführerin
werde
die Ausübung von Tätigkeiten
ohne repetitive Bewegungen, ohne Heben von Gewichten und ohne Bildschirmarbeit
,
welche
ausschliesslich mit der
rechten Hand
ausgeführt werden könnten
,
empfohlen
.
4.5
Dr.
med.
C._
, Facharzt für
Neurologie
,
stellte in seinem Bericht vom 1
8.
Februar 2019 (
Urk.
7/7) fest, dass die Beschwerdeführerin unter
einer schwer einstellbaren, therapierefraktären Form der Migräne
,
mit und ohne Aura
,
mit
durchschnittlich acht bis dreizehn
funktionell relevanten
Migräne-Attacken
im
Monat
,
leide. Die Migräne-Situation
sei
trotz der Bemühungen
um eine thera
peutische Einstel
lung der Situation
bisher
grundsätzlich unverändert
geblieben, wobei die Migräne-
Attacken
medikamentös behandelt würden
.
Phasenweise sei von einer durch die Migräne verursachten Arbeitsunfähigkeit von
höchstens 50
%
auszugehen. Auf G
rund des biologischen Verhaltens der Störung
bestünden
allerdings bezogen auf die punktuelle berufliche Einschränkung starke Schwan
kungen, weswegen die Festlegung einer fi
xen, durchschnittlichen migräne
be
dingten Arbeitsunfähigkeit nicht
möglich sei
.
Darüber hinaus werde die Beschwerdeführerin durch
Beschwerden
im Bereich ihres
linken Arms
beeinträch
tigt
.
4.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
5.
5.1
Den erwähnten
Akten ist zu
entn
ehmen, dass die
Beschwerdeführerin in erster Linie durch
Mitgräneattacken
in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt wird. Die Beurteilung durch
Dr.
C._
v
om 1
8.
Februar 2019 (vorstehend E.
4.5
)
e
rfüllt die praxisgemässen Anforderungen für eine beweiskräftige medizinische Entschei
dungsgrundlage (vgl. vorstehend E.
4.6
). Denn
Dr.
C._
verfügt über
eine
für die Beurteilung der
Migränebeschwerden
der Beschwerdeführerin angezeigten Ausbildung als Facharzt für Neurologie
und begründete die Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit in nachvollziehbarer Weise. Insbesondere vermag zu über
zeugen, dass er davon ausging
, dass die Beschwerdeführerin vor allem durch acht bis dreizehnmal im Monat auftretende Migräneattacken in ihrer Ar
beitsfähigkeit beeinträchtigt werde, und dass sie bei einem Auftreten dieser Attacken
höchstens im Umfang von 50
%
in ihrer Arbeitsfähigkeit
beeinträchtigt w
erde.
5.2
Nicht zu überzeugen vermag indes die Beurteilung durch
Dr.
B._
, vom
6.
Dezember 2018 (
vorstehend E.
4.4
). Denn einerseits lässt sich dieser Beurtei
lung nicht entnehmen, auf Grund welchen Leidens beziehungsweise welcher Krankheit die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit beziehungsweise bei der Bildschirmarbeit und der Stellensuche beeinträchtigt werde. Andererseits lässt sich ihrer Beurteilung keine nachvollziehbare Begründung der attestierten
Arbeitsunfähigkeit
und der attestierten
Beeinträchtigung bei der Stellensuche entnehmen, weshalb mangels einer nachvollziehbaren Begründung darauf nicht abgestellt werden kann. Des Weiteren gilt es in Bezug auf
Dr.
B._
zu beachten, dass sie als Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin nicht über die für das Migräneleiden der Beschwerdeführerin angezeigte Ausbildung im Fach
gebiet der Neurologie verfügt.
Ergänzend gilt es
zudem
in Bezug auf die
Beurtei
lung durch
Dr.
B._
die Erfahrungstatsache zu berücksichtigen, dass Hausärzte und behandelnde Fachärzte
mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Auf den Bericht vom
Dr.
B._
vom
6.
Dezember 2018 (vorstehend E.
4.4
) kann vorliegend daher nicht abgestellt werden.
5.3
Gestützt auf die Beurteilung durch
Dr.
C._
vom 1
8.
Februar 2019 (vorstehend E.
4.5
)
ist vorliegend daher davon auszugehen, dass
die Beschwerdeführerin
durch ungefähr
acht bis dreizehnmal im Monat
auftretende
Migräne-Attacken
im Umfang von
höchstens 50
%
in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt
wurde. Daraus lässt sich indes nicht schliessen, dass der Beschwerdeführerin eine Stel
lensuche im geforderten Umfang nicht mehr möglich gewesen w
äre. Insbesondere lässt sich daraus nicht schliessen, dass der Beschwerdeführer
in
eine Stellensuche am Bildschirm nicht mehr möglich gewesen wäre. Denn auf Grund der Beurtei
lung durch
Dr.
C._
ist
vielmehr
davon auszugehen, dass die Beschwerdefüh
rerin lediglich
phasenweise
beziehungsweise
während den Migräneattacken in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt war, und dass selbst während der Migräne
attacken noch eine Arbeitsfähigk
eit von mindestens 50
%
bestand. Demzufolge ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
davon auszuge
hen, dass die Beschwerdeführerin lediglich während
den
acht bis d
reizehnmal im Monat auftretenden
Migräneattacken im Umfang von
höchstens
50
%
in der Stel
lensuche beeinträchtigt war, und dass sie die Beeinträchtigung bei der Stellensu
che während
dieser Zeiten
in den
nachfolgenden
migränefreien Zeiten durch verstärkte Stellenbemühungen
vollumfänglich kompensieren konnte
. Eine Einschränkung in der Stellensuche ist sodann auch durch die gesundheitlichen Beeinträchtigungen im Bereich des
linken Arms
der Beschwerdeführerin
nicht erstellt. Denn eine Stellensuche am Bildschirm beziehungsweise ein
e solche beim
Lesen von Stelleninseraten in Zeitungen ist auch einhändig beziehungsweise lediglich mit dem rechten Arm noch möglich.
5.4
In Anbetracht der gesamten Umstände ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im massge
benden Zeitraum vom
November 2018 bis Januar 2019
in gesundheitlicher Hinsicht nicht in einem Ausmass beeinträchtigt war, als dass ihr eine Stellensuche in dem von der Praxis geforderten Umfang nicht mehr zuzumuten gewesen wäre.
6.
Demnach hat es dabei zu bleiben, dass die Beschwerdeführerin im Zeitraum vo
n
November 2018 bis Januar 2019
in quantitativer
H
insicht nicht in genügendem Masse
Arbeitsbemühungen nachgewiesen hat. Damit hat die Beschwerdeführerin den
Tatbestand der ungenügenden Arbeitsbemühungen nach
Art.
30
Abs.
1
lit
. c AVIG
in Verbindung mit
Art.
26
Abs.
1 und
Abs.
2 AVIV erfüllt, weshalb eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung grundsätzlich zu Recht erfolgte.
7
.
7
.1
Zu prüfen bleibt die Dauer der Einstellung, insbesondere der Grad des dafür massgebenden Verschuldens.
7.2
Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (
Art.
30
Abs.
3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30
Tage bei mittel
schwerem und 31
bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (
Art.
45
Abs.
3 AVIV).
Für die Festsetzung der Einstellungsdauer kommt es rechtsprechungsgemäss auf die nach dem Gesamtverhalten der versicherten Person zu beurteilende Schwere ihres Verschuldens an
(Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2019 vom 3
0.
Juli 2019 E. 5.6
).
7.3
Gemäss dem Einstellraster für KAST/RAV des Staatssekretariats für Wirtschaft (
SECO
; AVIG-Praxis ALE,
Ziff.
D7
2
; www.treffpunkt-arbeit.ch) ist bei jeder Ein
stellung das Gesamtverhalten der versicherten Person zu berücksichtigen.
Gemäss der
Ziff.
D79 der AVIG-Praxis ALE ist zu unterscheiden zwischen Verstössen während der Kündigungsfrist einerseits und während der Kontrollperiode ander
seits. In diesen beiden Kategorien ist jeweils zunächst massgeblich, ob die Arbeitsbemühungen ungenügend waren oder gänzlich fehlten. Die Dauer der Einstellung hängt bei den Verstössen während der Kündigungsfrist (ungenügende und fehlende Bemühungen) ab von der Dauer der Kündigungsfrist
.
Bei ungenü
genden Arbeitsbemühungen während
einer dreimonatigen Kündigungsfrist ist gemäss
Ziff.
D79
AVIG-Praxis ALE
ein leichtes Verschulden anzunehmen und eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung im Umfang von
9 bis 12
Tagen anzuordnen.
7.4
Verwaltungsweisungen richten sich an die Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei seiner Entschei
dung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstel
len. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 133 V 587 E. 6.1; 133 V 257 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. BGE 133 II 305 E. 8.1).
7.5
Nach
der Rechtsprechung (BGE
141 V 365
E. 4.1) ist
grundsätzlich nicht zu beanstanden, dass
gemäss dem
Einstellraster des SECO
beziehungsweise gemäss
Ziff.
D79 AVIG-Praxis ALE bei fehlenden Arbeitsbemühungen während der Kün
digungsfrist die Einstelldauer proportional zur Dauer der Kündigungszeit erhöht
wird
. Denn
mit Blick auf die Praxis, wonach in der Regel zehn bis zwölf Stellen
bewerbungen pro Monat verlangt werden (BGE 139 V 524 E. 2.1.4),
erscheint es als gerechtfertigt, dass
sich die Länge der Zeitspanne, während der sich die versicherte Person in Nachachtung der in
Art.
17
Abs.
1 AVIG statuierten Scha
denminderungspflicht (BGE 139 V 524 E. 2.1.1) um zumutbare Arbeit bemühen muss, auf die Höhe der Sanktion auswirkt, wenn sie ihrer Obliegenheit in keiner Weise nachkommt
.
Der Einstellraster entbindet die Verwaltung und die Gerichte indes
nicht von der Pflicht, das Verhalten der versicherten Person unter Berück
sichtigung aller wesentlichen Umstände des Einzelfalles,
das heisst
der objektiven und subjektiven Gegebenheiten (BGE 130 V 125 E. 3.5), zu würdigen und eine dem Verschulden angemessene Sanktion festzusetzen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_285/2011 vom 2
2.
August 2011 E. 3.2.1)
.
7.6
Vorliegend vermag das
Gesamtverhalten der
Beschwerdeführerin, welche es im Monat November 2018 gänzlich unterliess, Arbeitsbemühungen nachzuweisen,
ein Abweichen vom Einstellraster beziehungsweise von
Ziff.
D79 AVIG-Praxis ALE
nicht zu rechtfertigen. In
Würdigung der gesamten Umstände ist daher nicht zu beanstanden, dass der Be
schwerdegegner das Verhalten der Beschwerdeführe
rin
im
Bereich des leichte
n Verschuldens einstufte und die
Beschwerdeführer
in
in Übereinstimmung mit der obenerwähnten Verwaltungspraxis (vorstehend E.
7.3
) für
elf T
age in der Anspruchsberechtigung einstellte.
Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen.