Decision ID: b7a8f854-ed7f-51e9-919b-b058125afa45
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. Im Amtsblatt des Kantons St. Gallen vom 31. August 2015 wurden die Jagdreviere
für die Pachtperiode 2016 bis 2024 zur Bewerbung ausgeschrieben, darunter das als
"auswärtig" bezeichnete Revier Nr. 01 Y. mit einer notwendigen Anzahl von acht
Pächterinnen und Pächtern (Amtsblatt [ABl] 2015, S. 2175 f.). Innert Frist bewarben
sich für das Revier Nr. 01 Y. die Bewerbergruppe A, bestehend aus A1. bis A12. sowie
die Bewerbergruppe B, bestehend aus B1. bis B14.
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b. Mit Verfügung vom 17. Dezember 2015 vergab das Amt für Natur, Jagd und
Fischerei (ANJF) das auswärtige Revier Nr. 01 Y. der Bewerbergruppe A im
Wesentlichen mit der Begründung, zwar würden beide Bewerbergruppen die
Vergabevoraussetzungen grundsätzlich erfüllen. Für die Bewerbergruppe A spreche
aber zusätzlich, dass sie grossmehrheitlich aus Personen der bisherigen
Jagdgesellschaft Y. zusammengesetzt sei, welche bereits während der abgelaufenen
Pachtperiode 2008 bis 2016 die an sie gestellten jagdlichen Aufgaben zur vollsten
Zufriedenheit erfüllt habe. Demgegenüber sei die Bewerbergruppe B neu
zusammengesetzt und es sei unbekannt, ob sie die Aufgaben im Revier Y. gleich gut
erfüllen würde wie die bevorzugte Bewerbergruppe.
c. Gegen den Vergabeentscheid erhoben die Mitglieder der Bewerbergruppe B mit
Eingabe vom 29. Dezember 2015 Rekurs beim Volkswirtschaftsdepartement des
Kantons St. Gallen. Das Departement hiess mit Entscheid vom 24. März 2016 den
Rekurs gut, hob die Pachtverfügung des ANJF vom 26. November 2015 auf und wies
die Angelegenheit zur Vergabe des Reviers Nr. 01 Y. an die Bewerbergruppe B ans
ANJF zurück. Zur Begründung führte es hauptsächlich aus, bei einem auswärtigen
Revier, bei dem mehrere Personengruppen die Voraussetzungen für die Pachtvergabe
erfüllen würden, richte sich die Auswahl einzig nach der Gesamtzahl der auswärtigen
Bewerberinnen und Bewerbern einer Personengruppe. Vorliegend sei unbestritten,
dass die Bewerbergruppe B zwölf auswärtige Bewerber aufweise, die Bewerbergruppe
A dagegen lediglich neun.
B.
a. Gegen diesen Entscheid erhoben die Mitglieder der Bewerbergruppe A mit Eingabe
ihres Rechtsvertreters vom 12. April 2016 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit
den Anträgen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei der Entscheid des
Volkswirtschaftsdepartement aufzuheben und das Revier Nr. 01 an die
Bewerbergruppe A zu vergeben. In der Beschwerdeergänzung vom 29. April 2016
(Eingang beim Gericht) bestätigten und begründeten die Beschwerdeführer die
gestellten Anträge.
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b. In der Vernehmlassung vom 12. Mai 2016 beantragte die Vorinstanz die Abweisung
der Beschwerde. Die Beschwerdebeteiligten nahmen mit Eingabe ihres
Rechtsvertreters vom 31. Mai 2016 Stellung und trugen auf Abweisung der
Beschwerde an. In der Stellungnahme vom 14. Juni 2016 hielten die Beschwerdeführer
an den in der Beschwerde gestellten Anträgen fest. Dazu nahmen die
Beschwerdebeteiligten mit Eingabe vom 27. Juni 2016 Stellung.
c. Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten sowie die Akten wird, soweit für den
Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die
Beschwerdeeingabe vom 12. April 2016 (act. G 1) erfolgte rechtzeitig und erfüllt
zusammen mit der Ergänzung vom 29. April 2016 (act. G 7) formal und inhaltlich die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1
und 2 VRP). Als Adressat des angefochtenen Entscheids kommt den
Beschwerdeführern die Beschwerdebefugnis nach Art. 64 in Verbindung mit Art. 45
Abs. 1 VRP zu. Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
2. Das Jagdwesen wird in der Schweiz von Bund und Kantonen gemeinsam geregelt.
Der Bund ist nach Art. 79 der Bundesverfassung (SR 101, BV) berechtigt, Grundsätze
über die Ausübung der Jagd festzulegen. Dementsprechend bilden das Bundesgesetz
über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (SR 922.0, JSG)
sowie die Verordnung über die Jagd und den Schutz wild lebender Säugetiere und
Vögel (SR 922.01, JSV) den rechtlichen Rahmen für die kantonale Jagdgesetzgebung.
Das Jagdregal hingegen liegt bei den Kantonen. Das heisst, jeder Kanton kann frei
bestimmen, wer auf seinem Hoheitsgebiet jagen darf und was die Jagdberechtigung
kostet. Der Kanton St. Gallen regelt das Jagdwesen im Gesetz über die Jagd, den
Schutz der wildlebenden Säugetiere und Vögel sowie deren Lebensräume (sGS 853.1,
Jagdgesetz, JG) und in der Jagdverordnung (sGS 853.11, JV). Aufgrund von
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veränderten Rahmenbedingungen seit Inkrafttreten im Juni 1996 wurde das kantonale
Jagdgesetz einer Teilrevision unterzogen und die mit dem II. Nachtrag zum Jagdgesetz
geänderten Bestimmungen von Art. 3 bis 23 JG ab 1. Juli 2015 und die übrigen
Bestimmungen ab 1. April 2016 in Kraft gesetzt (vgl. Regierungsratsbeschluss [RRB]
2015/289 vom 19. Mai 2015).
2.1. Die Voraussetzungen für die Vergabe eines Jagdreviers an eine Bewerbergruppe
sind in Art. 10 JG geregelt. Erfüllen mehrere Personengruppen die Voraussetzungen für
eine Vergabe, wird gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. b JG das auswärtige Revier an die
Personengruppe mit den meisten auswärtigen Bewerberinnen und Bewerbern
vergeben. Massgebend sind ausschliesslich Bewerberinnen und Bewerber, die an die
für das Revier notwendige Anzahl Pächterinnen und Pächter angerechnet werden und
im Kanton wohnen (Art. 11 Abs. 2 JG).
2.2. Vorliegend ist unbestritten, dass beide Bewerbergruppen die (qualitativen)
Voraussetzungen für die Reviervergabe nach Art. 8 ff JG im Allgemeinen und Art. 10 JG
im Speziellen erfüllen. Insbesondere weisen beide Gruppen die für das Revier Nr. 01 Y.
notwendige Anzahl von acht Pächterinnen und Pächtern auf (vgl. Art. 8 in Verbindung
mit Art. 10 Abs. 1 lit. c JG). Die Vergabevoraussetzungen von Art. 10 Abs. 1 JG müssen
spätestens bei Ablauf der Bewerbungsfrist erfüllt sein (Art. 10 Abs. 2 JG) und können
im weiteren Verlauf des Vergabeverfahrens nicht mehr nachgebessert werden. Zudem
müssen die Voraussetzungen von Art. 10 JG nicht nur bei Ablauf der Bewerbungsfrist,
sondern – anders verhält es sich bei Art. 11 JG (vgl. nachfolgend E. 3.3 und 3.4 am
Ende) – darüber hinaus während des ganzen Vergabeverfahrens (einschliesslich eines
allfälligen Rekurs- und Beschwerdeverfahrens) erfüllt sein (ABl 2014, S. 352). Bei den
Beschwerdeführern mit gesamthaft zwölf Personen zählen drei Jäger nicht, wobei eine
Person in der Standortgemeinde (A1.) und zwei Personen nicht im Kanton (A8., A9.)
wohnhaft sind. Die Beschwerdegegner zählen 14 Mitglieder, wovon zwei Jäger
aufgrund ihres Wohnsitzes in der Standortgemeinde des Reviers (B2., B4.) nicht an die
notwendige Anzahl Pächterinnen und Pächter angerechnet werden; eine weitere
Person hat im Verlauf des vorliegenden Beschwerdeverfahrens das 70. Altersjahr
vollendet (B13.; vgl. Art. 8 Abs. 1 JG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 2 JV, Art. 8
Abs. 2 und 11 Abs. 3 JG). Damit weisen die Beschwerdeführer im Zeitpunkt des
Beschwerdeentscheids neun und die Beschwerdegegner noch elf anrechenbare
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Pächterinnen und Pächter; beide erfüllen damit die Voraussetzungen für eine Vergabe
im Sinn von Art. 8 Abs. 1 und 2 JG i.V. mit Art. 10 Abs. 1 lit. c JG.
3. Streitig und zu prüfen ist, wie zu verfahren ist, wenn - wie vorliegend - zwei (oder
allenfalls mehrere) Pächtergruppen die (qualitativen) Voraussetzungen für die Vergabe
eines Jagdreviers im Sinn von Art. 8, 8 und 10 JG erfüllen. In diesen Fällen stellt sich
die Frage, ob beim einfach zu bewerkstelligenden zahlenmässigen Vergleich, welche
Bewerbergruppe im Sinne von Art. 11 Abs. 1 lit. b JG die „meisten auswärtigen
Bewerberinnen und Bewerber“ aufweist, nur bis zur "notwendigen Anzahl Pächterinnen
und Pächter" im Sinn von Art. 8 Abs. 1 JG zu machen, oder ob er (in quantitativer
Hinsicht) „absolut“ zu verstehen ist. Letzteres bedeutet, dass bei Konstellationen wie
der vorliegenden einzig auf das rein zahlenmässige Kriterium (i.c. die Gesamtzahl der
anrechenbaren auswärtigen Bewerberinnen und Bewerber [Art. 11 Abs. 2 JG])
abgestellt werden darf, mithin von Gesetzes wegen keine zusätzlichen (bspw.
qualitativen) Voraussetzungen (bessere Eignung, grössere Erfahrung, etc) Einfluss auf
die Vergabe haben dürfen.
3.1. Die Beschwerdeführer führen im Wesentlichen aus, die Bestimmungen über die
Pachtvergabe seien mit dem II. Nachtrag zum Jagdgesetz neu gegliedert worden, um
die Lesbarkeit zu verbessern. Inhaltlich sei die Regelung weitgehend unverändert
übernommen worden. Der Inhalt von Art. 11 JG habe keine Änderung in Bezug auf die
Vergabepraxis erfahren. Insbesondere laute Art. 11 Abs. 2 JG dahingehend, dass
ausschliesslich Bewerberinnen und Bewerber, die für das Revier an die notwendige
Anzahl Pächterinnen und Pächter angerechnet würden und im Kanton wohnhaft seien,
massgebend seien. Käme es nur auf die Gesamtzahl an, würden sich die
Bewerbergruppen an Grösse ständig überbieten und das Erfordernis der Qualität
würde der baren Quantität weichen. Dies würde aber verschiedenen anderen
Vorschriften und jagdlichen Zielsetzungen zuwiderlaufen. Zudem verstosse es gegen
Treu und Glauben, wenn einer Pächtergruppe, welche ihre Sache gut gemacht habe,
übergangen werde.
Die Vorinstanz verweist hauptsächlich auf die Ausführungen im angefochtenen
Entscheid vom 24. März 2016. Demnach richte sich bei einem auswärtigen Revier, bei
dem mehrere Personengruppen die Voraussetzungen für eine Pachtvergabe erfüllen
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würden, nach der Gesamtzahl der auswärtigen Bewerberinnen und Bewerbern einer
Personengruppe. Vorliegend sei unbestritten, dass die Bewerbergruppe B zwölf
auswärtige Bewerber aufweise, die Bewerbergruppe A dagegen lediglich neun.
Ergänzend bringt sie vor, für die Pachtvergabe werde vorausgesetzt, dass die
Bewerbergruppe Gewähr biete, die Aufgaben einer Jagdgesellschaft ordnungsgemäss
zu erfüllen. Wäre eine Bewerbergruppe so gross, dass sie hierfür keine Gewähr mehr
bieten würde, könne ihr die Pacht aufgrund von Art. 10 Abs. 1 lit. a JG verweigert
werden.
Die Beschwerdegegner stellen sich auf den Standpunkt, für die Gewährleistung
hinreichender Qualität der Jagdtätigkeit sorge Art. 10 JG. Art. 11 JG komme erst in
einem späteren Verfahrensstadium zur Anwendung, nämlich wenn die
Qualitätsgewährleistung von mehreren Bewerbergruppen erbracht sei. Mit dem
Abstützen auf ein objektiv messbares Kriterium werde dem Umstand Rechnung
getragen, dass die Vergabe einer Monopolkonzession nicht derart vom Ermessen einer
Behörde abhängen solle. Art. 11 i.V.m. Art. 8 JG stelle sicher, dass im Rahmen einer
Zuschlagserteilung im Falle mehrerer, die Voraussetzungen nach Art. 10 JG erfüllender
Bewerbergruppen, nur Gruppenmitglieder berücksichtigt würden, welche im Kanton
wohnen, nicht bereits in einem anderen Revier für eine Vergabe berücksichtigt worden
seien und das 70. Altersjahr noch nicht vollendet hätten. Jene Gruppe, die mehr
auswärtige, diese Voraussetzungen erfüllende Bewerberinnen und Bewerber habe,
erhalte den Zuschlag.
3.2. Ausgangspunkt jeder Auslegung bildet der Wortlaut der Bestimmung. Ist der Text
nicht ganz klar und sind verschiedene Auslegungen möglich, so muss nach seiner
wahren Tragweite gesucht werden unter Berücksichtigung aller Auslegungselemente,
namentlich von Sinn und Zweck sowie der dem Text zugrunde liegenden Wertung.
Wichtig ist ebenfalls der Sinn, der einer Norm im Kontext zukommt. Vom klaren, d.h.
eindeutigen und unmissverständlichen Wortlaut darf nur ausnahmsweise abgewichen
werden, wenn triftige Gründe dafür vorliegen, dass der Wortlaut nicht den wahren Sinn
der Bestimmung wiedergibt. Solche Gründe können sich aus der
Entstehungsgeschichte der Bestimmung, aus ihrem Sinn und Zweck oder aus dem
Zusammenhang mit andern Vorschriften ergeben (BGE 140 II 129 E. 3.2). Eine
historisch orientierte Auslegung ist für sich allein nicht entscheidend; anderseits
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vermag aber nur sie die Regelungsabsicht des Gesetzgebers (die sich insbesondere
aus den Materialien ergibt) aufzuzeigen, welche wiederum zusammen mit den zu ihrer
Verfolgung getroffenen Wertentscheidungen verbindliche Richtschnur des Gerichts
bleibt, auch wenn es das Gesetz mittels teleologischer Auslegung oder
Rechtsfortbildung veränderten, vom Gesetzgeber nicht vorausgesehenen Umständen
anpasst oder es ergänzt (BGer 4A_241/2016 vom 19. September 2017 E. 3).
3.3. Der Wortlaut von Art. 11 Abs. 1 lit. b JG ist klar und unmissverständlich: Das
auswärtige Revier wird an die Personengruppe mit den meisten auswärtigen
Bewerberinnen und Bewerbern vergeben. Art. 11 Abs. 2 JG präzisiert, dass
ausschliesslich Bewerberinnen und Bewerber massgebend sind, die für das Revier an
die notwendige Anzahl Pächterinnen und Pächter angerechnet werden und im Kanton
wohnen. Damit wird auf Art. 8 JG Bezug genommen, wonach ein Doppelpächter
lediglich in einem einzigen Revier (Abs. 1) und nach vollendetem 70. Altersjahr eine
Person nicht mehr angerechnet wird (Abs. 2).
Das Verwaltungsgericht berücksichtigt Tatsachen grundsätzlich nicht mehr, die nach
Abschluss des Rekursverfahrens eingetreten sind (vgl. Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl. 2003, Rz. 642). Bei der Prüfung der Voraussetzungen
nach Art. 11 JG ist deshalb – im Gegensatz zu Art. 10 JG (vgl. vorstehend E. 2.2) – auf
den Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheids vom 24. März 2016 abzustellen. Damals
wiesen die Beschwerdegegner zwölf anrechenbare auswärtige Pächterinnen und
Pächter auf, die Bewerbergruppe A dagegen lediglich deren neun. Nach dem klaren
Wortlaut von Art. 11 Abs. 1 lit. b JG, von dem abzuweichen - wie nachstehend noch
aufzuzeigen ist - kein Anlass besteht, erweist sich der Entscheid der Vorinstanz, das
Revier Nr. 01 Y. an die Bewerbergruppe B zu vergeben, als im genannten Zeitpunkt
korrekt und nicht zu beanstanden. Im Übrigen weisen die Beschwerdegegner nach wie
vor die meisten anrechenbaren auswärtigen Bewerberinnen und Bewerber auf, auch
wenn ein Pächter der Bewerbergruppe B während des Beschwerdeverfahrens
mittlerweile das 70. Altersjahr vollendet hat. Es bleibt zu prüfen, ob sich eine Auslegung
gegen den Wortlaut rechtfertigt.
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3.4. Art. 11 Abs. 1 lit. b JG ist im Zusammenhang mit Art. 8 bis 10 und Art. 11 Abs. 2
JG zu sehen. Demnach hat die Vergabebehörde in einem zweistufigen Verfahren
zunächst zu prüfen, ob die Bewerbergruppen die Voraussetzungen für eine
Reviervergabe erfüllen. Entsprechend erfüllt lediglich diejenige Personengruppe die
Voraussetzungen für den Zuschlag, welche Gewähr bietet, die Aufgaben einer
Jagdgesellschaft ordnungsgemäss zu erfüllen. Verlangt wird ferner, dass sie nur
Mitglieder aufweist, die als Pächterinnen oder Pächter zur Jagd berechtigt sind, sowie
wenigstens über die notwendige Anzahl Pächterinnen und Pächter verfügt. Die Eignung
der Personengruppe im Allgemeinen und der einzelnen Bewerberinnen und Bewerber
im Speziellen wird folglich im Rahmen der Prüfung der Voraussetzungen nach Art. 8 -
10 JG gebührend berücksichtigt. Nur jene Personengruppe, welche Gewähr bietet, die
Aufgaben der Jagdgesellschaft ordnungsgemäss zu erfüllen – gemäss Art. 15 Abs. 1
JG ist die Jagdgesellschaft mitverantwortlich für Lebensraum und Lebensgemeinschaft
im Revier und jagt im Rahmen der jagdlichen Planungsvorgaben und der
massgebenden Vorschriften –, wird bei der Reviervergabe berücksichtigt. Zur
Ausübung der Jagd als Pächterin und Pächter ist nur berechtigt, wer unter anderem
über einen Fähigkeitsausweis verfügt und den periodischen Nachweis der
Treffsicherheit erbringt (vgl. Art. 33 JG). Entsprechend mussten die Bewerberinnen und
Bewerber ihrer Bewerbung um das Revier Nr. 01 Y. den Fähigkeitsausweis (soweit
nicht schon Jagdpächter im Kanton St. Gallen) beilegen, den Nachweis der
Treffsicherheit und des Versicherungsschutzes sowie einen aktuellen Auszug aus dem
Strafregister einreichen. Soweit ersichtlich kamen sämtliche Bewerberinnen und
Bewerber dieser Aufforderung umfassend nach. Das ANJF erachtete dann die
Voraussetzungen gemäss Art. 10 JG in der Folge als gegeben. Diese Wertungen sind
im vorliegenden Verfahren nunmehr nicht mehr in Frage zu stellen. Aus den genannten
Gründen kann daher auf die Einvernahme von Zeugen verzichtet werden. Da die
Jagdgesellschaft gemäss Art. 12 Abs. 2 lit. a JV insbesondere den Wildbestand nach
den Abschussvorgaben und den Vorgaben der Jagdplanung zu regulieren hat, führt
eine objektive Betrachtungsweise des Zuteilungskriteriums zudem grundsätzlich nicht
zu Wildwuchs und Übernutzung. Die Beschwerdeführer übersehen in diesem
Zusammenhang, dass sämtliche Gruppenmitglieder die Jagd ausüben dürfen, und
nicht nur diejenigen, welche Einfluss auf die Reviervergabe hatten. Damit die
Jagdgesellschaft ihre Aufgaben erfüllen kann, legt die zuständige Stelle des Kantons
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für jedes Revier die notwendige Anzahl Pächterinnen und Pächter fest. Demnach weist
ein Revier mindestens drei Pächterinnen oder Pächter auf, wobei sich die Anzahl nach
der Bewertung des Reviers richtet (vgl. Art. 8 JG). Als Richtwert für die Festlegung der
notwendigen Anzahl Pächterinnen und Pächter sind in der Regel je 150 bis
250 Hektaren eine Pächterin oder ein Pächter zu fordern (ABl 2014, S. 351). Bei der
Bewertung sind die Fläche, die Lebensraumkapazität, die Lebensraumqualität, die
Vielfalt der jagdlichen Nutzungsmöglichkeiten sowie der Schwierigkeitsgrad und
Aufwand für die Bejagung zu berücksichtigen (vgl. Art. 7 JG). Die notwendige Anzahl
Pächterinnen und Pächter soll also in erster Linie sicherstellen, dass die Aufgaben der
Jagdgesellschaft ordnungsgemäss erfüllt werden. Dabei handelt es sich um eine
Mindest- und nicht Maximalpächterzahl. Die notwendige Anzahl Pächterinnen und
Pächter kann schliesslich während der Pachtdauer nicht mehr abgeändert werden
(Art. 8 Abs. 2 JG). Verfügt die Jagdgesellschaft nicht mehr über die
"Mindestpächterzahl", ist die Pacht gemäss Art. 14 Abs. 2 lit. a JG allenfalls
aufzulösen, sofern der ordnungsgemässe Zustand innert nützlicher Frist nicht wieder
hergestellt werden kann. Da sich Art. 14 Abs. 2 lit. a JG auf die Voraussetzungen nach
Art. 10 JG – und nicht auf die zusätzlichen Auswahlkriterien nach Art. 11 und 11 JG –
bezieht, muss die Anzahl zur Anrechnung gelangender auswärtiger Bewerberinnen und
Bewerber nur im Zeitpunkt der Vergabe gegeben sein. Die Jagdgesellschaft muss die
ursprüngliche Anzahl auswärtiger Pächterinnen und Pächter nicht wiederherstellen (ABl
2014, S. 353), sofern und soweit die notwendige Mindestanzahl gewährleistet bleibt
(Art. 8 Abs. 2 JG).
Aus der Entstehungsgeschichte der gesetzlichen Bestimmung ergeben sich keine
eindeutigen Hinweise, aufgrund derer Grund und Anlass bestünde, in Fällen wie dem
vorliegenden vom klaren Wortlaut des Gesetzes abzuweichen. Zutreffend ist, dass in
der Botschaft zu den Artikeln 10, 11 und 11 JG festgehalten wurde, inhaltlich werde
die bisherige Regelung weitgehend unverändert übernommen. Dennoch erfuhr der
Gesetzeswortlaut insofern eine deutliche Änderung, als dass neu auf die Umschreibung
verzichtet wurde, es habe jene Bewerbergruppe den Vorzug, die "in bezug auf die
Mindestpächterzahl" bei einem auswärtigen Revier mehr auswärtige Bewerber zähle
(vgl. aArt. 11 Abs. 1 JG). Hält man sich vor Augen, dass mit dem II. Nachtrag zum
Jagdgesetz die Reviervergabe vereinfacht werden sollte (vgl. ABl 2014, S. 342), erhellt,
dass der Wortlaut von Art. 11 Abs. 1 lit. b JG absichtlich so formuliert wurde, dass bei
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mehreren die Voraussetzungen nach Art. 10 JG erfüllenden Bewerbergruppen, welche
die Gewähr für eine ordnungsgemäss Erfüllung der an sie gestellten Aufgaben bieten,
neu das auswärtige Revier an die Personengruppe mit den (nummerisch) meisten
auswärtigen Bewerberinnen und Bewerbern vergeben wird. Bei Konstellationen, wie
der Skizzierten, muss bei einer Vergabe also lediglich noch darauf geachtet werden,
welche Personengruppe nummerisch die meisten auswärtigen Bewerberinnen und
Bewerber hat. Damit kann ohne weiteres der vom Gesetzgeber angestrebten
Vereinfachung bei den Reviervergaben nachgelebt werden. Dürfte die Vergabebehörde
bei Vorliegen mehrerer Bewerbergruppen, welche ihrerseits wenigstens die
"notwendige Anzahl Pächterinnen und Pächter" erreichen und die
Vergabevoraussetzungen erfüllen, noch zusätzlich prüfen, welche Bewerbergruppe
besser geeignet oder geeigneter sei, so wäre dies offenkundig nicht im Sinne der mit
der Vereinfachung angestrebten, sinnvollen und pragmatischen Aufgabenerfüllung (vgl.
Session des Kantonsrats vom 2. bis 4. Juni 2014, Geschäft Nr. 22.14.01, 04.06.2014,
11.08 Uhr, Wortmeldung RR Würth, www.ratsinfo.sg.ch). Einer zu grossen
Bewerbergruppe könnte im Übrigen, sofern sie aufgrund ihrer Grösse keine Gewähr
mehr für eine ordnungsgemässe Aufgabenerfüllung bieten würde, die Pacht aufgrund
von Art. 10 Abs. 1 lit. a JG verweigert werden. Zusammengefasst stellen Art. 8 - 10 JG
demnach hinreichend sicher, dass mit der Erfüllung der verlangten Voraussetzungen
die für das jeweilige Revier erforderliche fachliche und jagdliche Qualität einer
Bewerbergruppe gewährleistet wird, weshalb bei Konstellationen, wo zwei (oder
mehrere geeignete ) Bewerbergruppen die Voraussetzungen erfüllen, die in Art. 11 JG
enthaltene quantitative Vorgabe („am meisten Bewerberinnen und Bewerber“) den
Ausschlag für die Reviervergabe gibt.
3.5. Die Beschwerdeführer können schliesslich nichts zu ihren Gunsten ableiten, soweit
die Mehrheit von ihnen das Revier Nr. 01 Y. bereits während der Pachtperiode 2008 bis
2016 gepachtet und die Aufgaben zur vollen Zufriedenheit erfüllt hatte: Die Hoheit über
die Jagd, das heisst deren Regelung und Planung, liegt bei den Kantonen (Art. 3 Abs. 1
und 2 JSG; Art. 2 Abs. 1 JG). Im Kanton St. Gallen überträgt der Kanton für jagdbare
Tiere das Recht auf Jagd durch Jagdpacht (Art. 2 Abs. 3 JG). Eine solche Verleihung
erfolgt auf dem Vergabeweg (Art. 10 ff. JG) und stellt eine Monopolkonzession dar.
Eine solche berechtigt zur Ausübung einer monopolisierten wirtschaftlichen Tätigkeit
(Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 2016, Rz. 2733). Mit
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der Konzession wird das Recht des Staates zur Ausübung einer Tätigkeit oder zur
Nutzung einer öffentlichen Sache auf den Konzessionär übertragen. Da die durch
Konzession übertragbaren Rechte in der Regel beschränkt sind, muss eine Auswahl
unter den Gesuchstellern getroffen werden. Das Gesetz kann deshalb den
Gesuchstellern – anders als bei der Polizeierlaubnis – keinen Anspruch auf Erteilung
der Konzession einräumen. Ebenso wenig besteht ein Rechtsanspruch auf
Verlängerung einer einmal erteilten Konzession (Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O.,
Rz. 2722 und 2725; vgl. auch BGE 142 I 99 E. 2.2.1 und 2.4.3 betreffend
Wasserrechtskonzession).
3.6. Gemäss Art. 12 JG vergibt die zuständige Stelle des Kantons die Reviere nach
Anhörung der Standortgemeinden. Das ANJF teilt der Standortgemeinde des Reviers
vor der Vergabe mit, an welche Bewerberinnen und Bewerber das Revier vergeben
werden soll, und gibt ihr Gelegenheit zur Stellungnahme. Dadurch soll die
Standortgemeinde die Möglichkeit erhalten, die zuständige Stelle des Kantons auf
Mängel bei den Vergabevoraussetzungen – z.B. fehlender Wohnsitz einer Bewerberin
oder eines Bewerbers – hinzuweisen (ABl 2014, S. 352). Eine weitergehende
gemeindliche Einflussmöglichkeit auf die konkete Vergabe ist damit indes nicht
verbunden. Mit Schreiben vom 16. November 2015 teilte das ANJF der Politischen
Gemeinde Z. die Absicht mit, das Revier Nr. 01 Y. an die Bewerbergruppe A zu
vergeben. An der Sitzung vom 7. Dezember 2015 beschloss der Gemeinderat Z., keine
Einwände gegen die vom ANJF beabsichtigte Vergabe zu haben.
3.7. Triftige Gründe, dass der Wortlaut nicht den wahren Sinn der Bestimmung
wiedergibt, welche in Fällen wie dem vorliegenden ein Abweichen vom klaren Wortlaut
von Art. 11 Abs. 1 lit. b JG erlauben würden, liegen demnach nicht vor. Vielmehr ist es
Sache des Gesetzgebers, bspw. alternative Vergabemöglichkeiten im Fall von
Konkurrenzbewerbungen zu prüfen und auf Gesetzesstufe zu regeln. Entsprechend
erweist sich der angefochtene Entscheid auch unter diesem Aspekt als rechtens.
4.
4.1. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen
ist. Bei diesem Verfahrensausgang sind die amtlichen Kosten des
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Beschwerdeverfahrens unter solidarischer Haftung den Beschwerdeführern
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 und 96 VRP). Eine Entscheidgebühr in der Höhe von
CHF 2'500 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12). Sie ist mit dem von den Beschwerdeführern in der gleichen Höhe geleisteten
Kostenvorschuss zu verrechnen.
4.2. Die Beschwerdeführer haben die privaten Beschwerdegegner für das
Beschwerdeverfahren ausseramtlich angemessen zu entschädigen (Art. 98 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 98 VRP), und zwar unter solidarischer Haftung (Art. 98 VRP in
Verbindung mit Art. 106 Abs. 3 der Schweizerischen Zivilprozessordnung, SR 272). In
der Verwaltungsrechtspflege ist die Honorarpauschale innerhalb des von Art. 22 Abs. 1
Ingress und lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (sGS
963.75, HonO) festgelegten Rahmens zwischen CHF 1'000 und CHF 12'000
festzulegen. Innerhalb des für eine Pauschale gesetzten Rahmens wird das
Grundhonorar nach den besonderen Umständen, namentlich nach Art und Umfang der
Bemühungen, der Schwierigkeit des Falls und den wirtschaftlichen Verhältnissen der
Beteiligten bemessen (Art. 19 HonO sowie Art. 31 Abs. 1 und 2 des Anwaltsgesetzes,
sGS 963.70, AnwG; vgl. dazu BGE 141 I 124 E. 4 und BGer 1C_53/2015 vom
12. Mai 2015 E. 2.5). Bei der Festsetzung der Honorarpauschale ist der eingereichte
Tätigkeitsnachweis zu berücksichtigen. Die Gründe für Kürzungen der Kostennote
müssen aber nur summarisch dargelegt werden, und der Vertreter braucht nicht
vorgängig angehört zu werden (vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st.
gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 208; vgl. VerwGE
K 2015/1; K 2015/2 vom 27. September 2016 E. 7, mit weiteren Hinweisen,
www.gerichte.sg.ch).
Mit Blick auf den Pauschalrahmen von Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO und unter
Berücksichtigung der konkreten Verhältnisse erscheint der geltend gemachte Aufwand
von rund 14 Stunden noch angemessen. Bei einem Stundenansatz von CHF 250 je
Stunde (vgl. Art. 24 Abs. 1 HonO) ist die ausseramtliche Entschädigung für das
Beschwerdeverfahren daher auf CHF 3'500 festzusetzen. Hinzu kommen pauschale
Barauslagen von CHF 140 (vier Prozent von CHF 3'500, Art. 28 HonO) sowie die
Mehrwertsteuer (Art. 29 HonO), wobei angesichts des Umstandes, dass die
anwaltlichen Leistungen vor dem 31. Dezember 2017 erbracht wurden, noch der Satz
bis
bis ter
bis
http://www.gerichte.sg.ch
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von acht Prozent zur Anwendung gelangt (vgl. Ziff. 2.1 der MWST-Info 19 zur
Steuersatzänderung per 1. Januar 2018, www.estv.admin.ch). Die Beschwerdeführer
haben die ausseramtlichen Kosten unter solidarischer Haftung zu bezahlen (Art. 98
VRP in Verbindung mit Art. 106 Abs. 3 ZPO).