Decision ID: 52eb515f-795d-40d9-9c11-557c56e68202
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
L._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Andres Büsser, Marktgasse 20, 9000 St. Gallen,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Ergänzungsleistung zur IV
Sachverhalt:
A.
A.a L._, Jahrgang 1950, meldete sich im Dezember 2006 zum Bezug von
Ergänzungsleistungen (EL) zur ganzen Invalidenrente an (EL-act. 31). Mit Schreiben
vom 13. März 2007 sistierte die EL-Durchführungsstelle das Gesuch bis zum Abschluss
des IV-Verfahrens betreffend Rentenleistungen für die Ehefrau des Versicherten (EL-
act. 28). Das zuständige Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) St. Gallen sandte
der EL-Durchführungsstelle mit Schreiben vom 5. März 2008 Nachweise der
persönlichen Arbeitsbemühungen der Ehefrau des Versicherten und wies auf eine
Arbeitsunfähigkeit der Ehefrau im Dezember 2007 und Januar 2008 hin (EL-act. 24-1).
A.b Die IV-Stelle lehnte mit Verfügung vom 25. März 2008 einen Anspruch der Ehefrau
des Versicherten auf eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 30% ab (EL-
act. 20-3). Mit Verfügung vom 3. Juli 2008 sprach die EL-Durchführungsstelle dem
Versicherten ab 1. Juli 2008 monatliche EL in der Höhe von Fr. 590.- zu. Sie
berücksichtigte auf der Einnahmenseite ein hypothetisches Erwerbseinkommen für die
Ehefrau von Fr. 30'385.- brutto (EL-act. 21-1). Gegen diese Verfügung erhob der
Versicherte am 10. Juli 2008 mündlich Einsprache. Für seine Ehefrau sei kein
hypothetisches Einkommen anzurechnen (EL-act. 17).
A.c Mit Verfügung vom 17. Juli 2008 sprach die EL-Durchführungsstelle dem
Versicherten eine EL ab 1. Juli 2008 in der Höhe von Fr. 1'004.- zu. In der Berechnung
berücksichtigte sie das von der Ehefrau des Versicherten ab Juli 2008 effektiv erzielte
Einkommen von Fr. 22'450.- (EL-act. 9). Mit drei weiteren Verfügungen vom 24. Juli
2008 gewährte sie für Dezember 2006 EL von Fr. 538.-, für Januar bis Dezember 2007
von Fr. 562.- und für Januar bis Juni 2008 von Fr. 590.- (EL-act. 6). Auf Aufforderung
der EL-Durchführungsstelle vom 17. Juli 2008 (EL-act. 7) begründete der Versicherte
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seine mündlich erhobene Einsprache gegen die Verfügung vom 3. Juli 2008 mit
Schreiben vom 9. September 2008. Seine Frau habe sich ausreichend um Arbeit
bemüht (EL-act. 4).
A.d Im Einspracheentscheid vom 3. November 2008 bezog sich der Rechtsdienst der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) auf die Verfügungen vom
24. Juli 2008 und beurteilte den EL-Anspruch für die Zeit vom 1. Dezember 2006 bis
30. Juni 2008. Er hiess die Einsprache teilweise gut, indem er für die Zeit vom 1. März
2008 bis zum 30. Juni 2008 auf die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens für
die Ehefrau verzichtete. Erst ab März 2008 seien Arbeitsbemühungen in genügender
Intensität erfolgt. Zuvor habe sich die Ehefrau des Versicherten hauptsächlich
telefonisch und persönlich blind beworben, und dies nicht allzu häufig. Im Juli 2007
habe sie sich in den Ferien befunden und bis und mit November 2007 fehlten
Arbeitsbemühungen gänzlich. Ab Dezember 2007 bis Ende Januar 2008 sei sie
offenbar teilweise krank geschrieben gewesen. Für den Zeitraum März bis Juni 2008
könne auf die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens verzichtet werden. In
diesem Zeitraum habe der Versicherte Anspruch auf EL in der Höhe von Fr. 2'092.-
monatlich (act. G 1.2).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde, die die Ehefrau
des Versicherten am 25. November 2008 an die SVA sandte und diese
zuständigkeitshalber ans Gericht weiterleitete (act. G 1; 1.1). Auf Anfrage des Gerichts
vom 2. Dezember 2008, ob die Ehefrau persönlich oder in Vertretung des Versicherten
eine Rechtsvorkehr einleiten wolle oder ob die Eingabe vom 25. November 2008 ein
Wiedererwägungsgesuch zuhanden der SVA darstelle (act. G 3), liess sich
Rechtsanwalt Dr. Andres Büsser in Vertretung des Versicherten am 10. Dezember 2008
und am 8. Januar 2009 vernehmen. Er beantragt die Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 3. November 2008 und die Gewährung einer EL ohne
Anrechnung des hypothetischen Einkommens der Ehefrau. Eventualiter sei die Sache
zur neuen Entscheidung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, unter Kosten-
und Entschädigungsfolge. Die Feststellung der Beschwerdegegnerin, wonach von
August bis November 2007 Arbeitsbemühungen fehlten, sei aktenwidrig. Von
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Dezember 2007 bis Januar 2008 sei die Ehefrau arbeitsunfähig gewesen. Die
Beschwerdegegnerin begründe nicht, weshalb dies für einen Dispens von der
Verpflichtung, Arbeitsbemühungen zu leisten, nicht ausreichen sollte. Darin liege auch
eine Verletzung der Begründungspflicht. Dies gelte auch für den Monat Februar 2008;
für diesen Monat liege ein ausgefülltes Nachweisformular des RAV vor. Ferner habe
das RAV schriftlich bestätigt, dass die Ehefrau sich in der Zeit von Januar 2007 bis Juni
2008 aus seiner Sicht genügend um Arbeit bemüht habe. Die Beschwerdegegnerin
begründe nicht, wie sich die Ehefrau des Beschwerdeführers anders hätte verhalten
sollen. Für sie käme nur eine leichte, teilzeitliche Hilfsarbeit in Frage. Solche Tätigkeiten
würden nicht in der Zeitung ausgeschrieben. Die Ehefrau habe sich regelmässig
persönlich und telefonisch um Arbeit bemüht. Offenkundig sei ihr das auch beim RAV
angeraten und dort als korrekt und ausreichend beurteilt worden. Vernünftigerweise sei
nicht anzunehmen, dass innerhalb des Sozialversicherungsrechts unterschiedliche
Begriffe für "ausreichende Arbeitsbemühungen" verwendet würden. Eventualiter sei
das eingesetzte hypothetische Einkommen nicht korrekt. Auszugehen sei von Fr.
20'000.- und nicht von Fr. 30'000.-. Offensichtlich gehe es nicht an, für jemanden, der
56 Jahre alt sei, keine Ausbildung habe, nie etwas anderes als Küchenhilfstätigkeit
ausgeübt habe und gesundheitlich klar beeinträchtigt sei, einfach auf den
Durchschnittslohn für sämtliche Hilfstätigkeiten abzustellen, und dort erst noch auf das
erhöhte Niveau 3 (act. G 5).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 19. Januar
2009 die Abweisung der Beschwerde. Sie sei irrtümlich davon ausgegangen, dass in
den Monaten August bis November 2007 gar keine Arbeitsbemühungen vorhanden
gewesen seien. Die entsprechenden Unterlagen habe sie erhalten. Jedoch habe die
Ehefrau des Beschwerdeführers im August gerade mal vier Bewerbungen gemacht, im
September fünf, im Oktober acht und im November wiederum fünf. Keine einzige
Bewerbung sei schriftlich, sondern alle seien lediglich telefonisch oder persönlich und
auch "blind" erfolgt. Damit seien die Arbeitsbemühungen weder qualitativ noch
quantitativ ausreichend gewesen. Ausserdem habe man höhere Anforderungen an die
Arbeitsbemühungen stellen dürfen als die Arbeitslosenversicherung, da die Ehefrau des
Beschwerdeführers bereits seit Ende 2006 gar keine ALV-Taggelder mehr bezogen
habe (act. G 7).

Erwägungen:
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1.
1.1 Streitig und im vorliegenden Verfahren zu überprüfen ist die Frage, ob für die
Ehefrau des Beschwerdeführers in der EL-Berechnung ein hypothetisches
Erwerbseinkommen angerechnet werden darf. Die übrigen Einnahmen- und
Ausgabenpositionen der Berechnung beanstandet der Beschwerdeführer zu Recht
nicht.
1.2 Die Beschwerdegegnerin hat sich im Einspracheentscheid mit dem EL-Anspruch
für den ganzen Zeitraum Dezember 2006 bis Juni 2008 befasst. Der Beschwerdeführer
hatte am 10. Juli 2008 gegen die (von der Beschwerdegegnerin am 17. Juli 2008
widerrufene) Verfügung vom 3. Juli 2008 Einsprache erhoben und gleichzeitig erklärt,
vorsorglich gegen die noch folgenden Verfügungen für die rückwirkende Zeit vom
1. Dezember 2006 bis 30. Juni 2008 Einsprache zu erheben (EL-act. 17). Ob dies
zulässig war, kann offen bleiben. Analog zu einer Rentenzusprache für die Zukunft und
einer (möglicherweise getrennt verfügten) Rentenzusprache für die Vergangenheit hat
nämlich auch hier zu gelten, dass die Verfügungen juristisch als eins zu betrachten sind
und insgesamt als angefochten zu gelten haben (vgl. zu nicht beanstandeten, allein
aber nicht rechtskraftsfähigen Teilaspekten eines Rechtsverhältnisses BGE 125 V 413;
Entscheid IV 2007/451 des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
25. März 2008, Erw. 2.2). Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen
Einspracheentscheid zu Recht den gesamten Zeitraum überprüft, wobei der EL-
Anspruch für die Zeit ab 1. Juli 2008 unbestritten war.
2.
Auf den 1. Januar 2008 ist das neue Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen zur
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG; SR 831.30) in Kraft getreten.
Es ersetzt das ELG vom 19. März 1965 in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen
Fassung. In Bezug auf die vorliegend einzig umstrittene Frage der Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens für die Ehefrau des Beschwerdeführers hat sich
die Rechtslage materiell jedoch nicht geändert.
3.
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3.1 Die jährliche EL entspricht dem Betrag, um den die anerkannten Ausgaben die
anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG; Art. 3a Abs. 1 aELG). Die
anerkannten Ausgaben und die anrechenbaren Einnahmen, worin in bestimmtem
Umfang auch das Vermögen einbezogen ist, werden nach den in Art. 10 und 11 ELG
(Art. 3b und 3c aELG) sowie Art. 11 bis 18 ELV festgelegten Bestimmungen ermittelt.
Als Einnahmen anzurechnen sind nach Art. 11 Abs. 1 ELG (Art. 3c Abs. 1 aELG) unter
anderem Einkünfte, auf die verzichtet worden ist (lit. g). Eine Verzichtshandlung liegt
vor, wenn die versicherte Person ohne rechtliche Verpflichtung auf Vermögen
verzichtet hat, wenn sie einen Rechtsanspruch auf bestimmte Einkünfte und
Vermögenswerte hat, davon aber faktisch nicht Gebrauch macht bzw. ihre Rechte nicht
durchsetzt oder wenn sie aus von ihr zu verantwortenden Gründen von der Ausübung
einer möglichen und zumutbaren Erwerbstätigkeit absieht (EVGE P 18/02 vom 9. Juli
2002; BGE 121 V 205 Erw. 4a; AHI 2001 S. 133 Erw. 1b).
3.2 Auch Personen, die in die Anspruchsberechnung der versicherten Person
einbezogen sind, partizipieren an der EL, da diese den Existenzbedarf der ganzen
Familie sicherstellt. So ist auch der Ehegatte der EL-anspruchsberechtigten Person
Leistungsempfänger. Verzichtet er auf die mögliche und zumutbare Erzielung eines
Erwerbseinkommens, so ist die Geltendmachung eines EL-Anspruchs zur Deckung
jenes Teils der anerkannten Ausgaben, der durch das Erwerbseinkommen des
Ehegatten gedeckt werden könnte, missbräuchlich (Ralph Jöhl, Ergänzungsleistungen
zur AHV/IV, in: SBVR XIV-Meyer, Soziale Sicherheit, Basel 2007, J, S. 1759, Rz. 179).
Deswegen ist bei der EL-Berechnung der versicherten Person ein hypothetisches
Erwerbseinkommen für deren Ehegatten anzurechnen, sofern dieser auf die mögliche
und zumutbare Erzielung eines Einkommens verzichtet. Um bei der Ermittlung des
anrechenbaren Einkommens ein hypothetisches Erwerbseinkommen im Sinn von
Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG berücksichtigen zu können, muss in jedem Einzelfall geprüft
werden, ob vom Ehepartner des EL-Ansprechers unter den gegebenen Umständen
verlangt werden kann, von nun an einem Arbeitserwerb nachzugehen, und wie hoch
der Lohn wäre, den dieser bei gutem Willen erzielen könnte. Anhaltspunkte dafür sind
familiäre Verpflichtungen, Alter, Gesundheitszustand, Ausbildung und gegebenenfalls
die Zeitdauer, während der er nicht (mehr) im Berufsleben gestanden ist (BGE
117 V 290 Erw. 3a mit Hinweisen; Urteil I 920/06 vom 16. Januar 2007, Erw. 3.3).
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3.3 Gemäss Art. 43 Abs. 1 Satz 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) nimmt die EL-Durchführungsstelle im
Rahmen der Prüfung eines EL-Gesuches die notwendigen Sachverhaltsabklärungen
vor. Diese Untersuchungspflicht bezieht sich auch auf die Frage, ob eine bestimmte
Person auf die Erzielung von Erwerbseinkünften verzichtet. Die EL-Durchführungsstelle
hat also zu untersuchen, ob es einer Person, die keiner Erwerbstätigkeit nachgeht,
möglich und zumutbar ist, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen, und welches
Einkommen sie dabei erzielen könnte. Dieser Pflicht könnte die EL-Durchführungsstelle
nur dadurch nachkommen, dass sie der betreffenden Person die Ablehnung einer
konkreten Arbeitsplatzofferte nachweisen würde. Dies würde letztlich darauf
hinauslaufen, dass die EL-Durchführungsstelle der betreffenden Person eine konkrete
Arbeitsstelle vermitteln müsste, um – bei einer Nichtannahme dieser Stelle – den
Nachweis des Verzichts auf die Verwertung der Erwerbsfähigkeit mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit führen zu können. Die dabei entstehenden
Durchführungsprobleme würden dazu führen, dass Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG in Bezug
auf die Verwertung der Erwerbsfähigkeit praktisch toter Buchstabe bliebe. Die EL-
Durchführungsstelle darf sich daher auf die aus der Lebenserfahrung resultierende,
natürliche Vermutung stützen, dass eine arbeitswillige und einsatzfreudige, nötigenfalls
auch einen unterdurchschnittlichen Lohn akzeptierende Person im Allgemeinen eine
Arbeitsstelle finden kann. Dies ändert zwar nichts an der grundsätzlichen
Abklärungspflicht. Die EL-Durchführungsstelle darf sich aber bei der Erfüllung dieser
Pflicht darauf beschränken, den EL-Ansprecher oder die in die EL-
Anspruchsberechnung einbezogene Person unter Hinweis auf die zu vermutende
Möglichkeit der Verwertung der Erwerbsfähigkeit aufzufordern, sich intensiv um in
Frage kommende Arbeitsstellen zu bewerben (Jöhl, a.a.O, S. 1763 f., Rz. 185).
Ernsthafte, aber erfolglose Bewerbungen sind nicht nur Indizien, die die natürliche
Vermutung für die Verwertbarkeit der Erwerbsfähigkeit widerlegen, sondern sie sind
auch Ausdruck der (insbesondere in Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG zum Ausdruck
kommenden) Pflicht, soweit als möglich aus eigener Kraft den Existenzbedarf zu
bestreiten. Die nicht widerlegte Vermutung für die Verwertbarkeit der Erwerbsfähigkeit
bewirkt also eine Vermutung für die Verletzung der Pflicht zur selbstverantwortlichen
Finanzierung des Existenzbedarfs und damit für den gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG
relevanten Verzicht auf die Erzielung eines Erwerbseinkommens (vgl. die Entscheide
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des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen EL 2007/14 vom 14. Juni 2007,
Erw. 3 f., und EL 2007/21 vom 8. November 2007, Erw. 2).
4.
4.1 Die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einleitung eines Verfahrens zur
Überprüfung der Möglichkeit und Zumutbarkeit der Ehefrau, ein Erwerbseinkommen zu
erzielen, war grundsätzlich korrekt. Stellt sie nach anfänglichen Abklärungen fest, dass
die Ehefrau im Rahmen der Schadenminderungspflicht zur Aufnahme einer
Erwerbstätigkeit verpflichtet ist bzw. sich zumindest ernsthaft um Arbeit zu bemühen
hat, so hat sie diese Schadenminderungspflicht unter Hinweis auf die Konsequenzen
eines Untätig-Bleibens und unter Ansetzung einer angemessenen Frist abzumahnen.
Ein solches Mahn- und Bedenkzeitverfahren im Sinn von Art. 21 Abs. 4 Satz 2 ATSG
hat den Zweck, die betroffene versicherte Person freiwillig zu einem bestimmten
regelkonformen Verhalten zu veranlassen (vgl. die Entscheide des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen EL 2008/35 vom 31. März 2009;
Erw. 3.2, und EL 2007/21 vom 8. November 2007, Erw. 3f).
4.2 Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit Schreiben
vom 13. März 2007 mitgeteilt, dass für seine Ehefrau bei der EL-Berechnung aufgrund
der vorliegenden Unterlagen ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet
werden müsste, was zu einem Einnahmenüberschuss bzw. zu einer Abweisung des
EL-Gesuchs führen würde. Sie sistierte das Verfahren wegen des hängigen IV-
Verfahrens der Ehefrau (EL-act. 28). Am 6. März 2008 teilte die Beschwerdegegnerin
dem Beschwerdeführer mit, dass seine Ehefrau bis heute keine IV-Rente erhalte,
weshalb sie in der Lage wäre, eine Arbeit auszuführen. Da zwar Arbeitsbemühungen
eingereicht worden seien, diese aber nicht ausreichend seien, müsste ein
hypothetisches Erwerbseinkommen für die Ehefrau angerechnet werden. Das
Verfahren wurde weiter sistiert gehalten (EL-act. 25).
4.3 Am 4. Juli 2008 wandte sich der Beschwerdeführer schriftlich an die
Beschwerdegegnerin. Als er am 3. März 2008 persönlich bei A._ von der SVA
gewesen sei, habe sie ihm gesagt, dass von seiner Frau Arbeitsbemühungen benötigt
würden. Die Beschwerdegegnerin habe die Dokumente vom RAV erhalten. Etwa eine
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Woche später habe er telefonisch Kontakt mit der Beschwerdegegnerin aufgenommen
um abzuklären, ob die Papiere, die das RAV geschickt habe, genügend seien. Die
Sachbearbeiterin habe mit Ja geantwortet. Seither seien fast vier Monate vergangen
und er habe noch immer keinen Bescheid (EL-act. 20-1). Das zuständige RAV hatte am
5. März 2008 persönliche Arbeitsbemühungen der Ehefrau des Beschwerdeführers an
die Beschwerdegegnerin gesandt und mitgeteilt, dass die Ehefrau im Dezember 2007
und Januar 2008 arbeitsunfähig gewesen sei (EL-act. 24-1). Am 16. Juli 2008 bestätigte
das RAV, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers sich von Januar 2007 bis Juni 2008
aus seiner Sicht genügend um Arbeit bemüht habe. Auch sei sie regelmässig an die
Termine/Beratungsgespräche erschienen (EL-act. 4-2).
4.4 Die Beschwerdegegnerin hatte dem Beschwerdeführer zwar am 13. März 2007
erklärt, dass für die Ehefrau aufgrund der vorliegenden Unterlagen ein hypothetisches
Einkommen angerechnet werden müsste. Sie erachtete die Sache jedoch als noch
nicht spruchreif und sistierte daher das Verfahren, bis die Arbeitsfähigkeit der Ehefrau
im Rahmen des damals pendenten IV-Verfahrens feststünde. Sie klärte den
Beschwerdeführer nicht darüber auf, dass von der Ehefrau erwartet würde, dass sie
sich um Arbeit bemühe. Ein solcher Hinweis erfolgte nach Lage der Akten erst
anlässlich des Gesprächs vom 3. März 2008 bzw. mit Schreiben vom 6. März 2008 (EL-
act. 25; 20-1). Darauf reagierte der Beschwerdeführer umgehend und veranlasste, dass
das RAV am 5. März 2008 die Nachweise der Arbeitsbemühungen an die
Beschwerdegegnerin sandte (EL-act. 24-1). Seine telefonische Nachfrage, ob dies
ausreiche, wurde von der Beschwerdegegnerin offenbar bejaht (EL-act. 20-1). Bei
dieser Aktenlage ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer keinerlei
Veranlassung hatte anzunehmen, dass er und seine Ehefrau der Schadenminderungs-
und Mitwirkungspflicht nicht vollumfänglich nachgekommen seien. Vor Erhalt des
Einspracheentscheids wusste er nicht, dass die Beschwerdegegnerin die von der
Ehefrau seit Januar 2007 getätigten und nachgewiesenen telefonischen und
persönlichen Bewerbungen als quantitativ und qualitativ unzureichend beurteilte. Dies
war für ihn auch nicht erkennbar, beurteilte doch das RAV – von dem die Ehefrau
durchgehend betreut wurde und bei dem sie monatlich ihre Nachweisformulare der
Arbeitsbemühungen abgab – die Bemühungen als genügend. Folglich kann dem
Beschwerdeführer bzw. seiner Ehefrau keine Verletzung der Schadenminderungs- und
Mitwirkungspflicht vorgeworfen werden. Es wäre Sache der Beschwerdegegnerin
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gewesen, ihres Erachtens mangelhafte Arbeitsbemühungen der Ehefrau gemäss Art. 21
Abs. 4 ATSG abzumahnen und dem Beschwerdeführer genau mitzuteilen, was sie von
ihm bzw. seiner Ehefrau erwartete, so etwa Bewerbungen in grösserer Anzahl oder
auch schriftliche Bewerbungen etc. Dass die Ehefrau für den Monat Dezember 2006
noch keine Bewerbungen nachwies, kann ihr nicht zum Vorwurf gereichen, zumal die
EL-Anmeldung erst am 27. Dezember 2006 erfolgte, damals bereits ein IV-Verfahren
der Ehefrau eingeleitet war und sie nicht darüber informiert war, sich um Arbeit
bemühen zu müssen. Die rückwirkende Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens für die Ehefrau für den ganzen Zeitraum Dezember 2006 bis
Februar 2008 ist somit nicht zulässig.
4.5 Am Rand ist zu bemerken, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers sich ab
Januar 2007 bereits recht häufig bewarb; etwa im selben Ausmass wie später in den
Monaten März bis Juni 2008. Dass sie im Juli 2007 aufgrund von Ferien keine
Bewerbungen machte, könnte noch kaum als Verletzung der
Schadenminderungspflicht betrachtet werden, könnten doch auch einem EL-
Ansprecher bzw. dessen Ehepartner Ferien nicht gänzlich verwehrt werden.
Unangemessen ist im Weiteren, dass die Beschwerdegegnerin sogar für die Monate
voller Arbeitsunfähigkeit der Ehefrau (EL-act. 2-6, 2-8) Arbeitsbemühungen verlangte.
5.
5.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist der angefochtene
Einspracheentscheid vom 3. November 2008 aufzuheben und die Beschwerde
gutzuheissen. Die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die
EL des Beschwerdeführers für den Zeitraum 1. Dezember 2006 bis 30. Juni 2008 ohne
Berücksichtigung eines hypothetischen Erwerbseinkommens für die Ehefrau des
Beschwerdeführers berechne und darüber neu verfüge.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
5.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird
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(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Dem mutmasslichen
Aufwand als angemessen erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 2'500.-
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG