Decision ID: 206bac9c-70e0-4487-beac-a790ee1f0366
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1971
,
verheiratet, besuchte 6 Jahre die Grundschule in Thailand, verfügt
aber
über keinen erlernten Beruf
(Urk.
9/6, Urk. 9/27). Sie arbeitet seit 29. Juli 2011 in der Qualitätskontrolle der
Y._
AG (Urk. 9/6; Urk. 9/22;
Urk. 9/9/103-105 S. 1; Urk. 9/13)
.
1.2
Die Versicherte erlitt am 8.
Mai 2012
einen
Verkehrsunfall
(Urk. 9/9/312), wobei sie sich ein leichtes Schädel-Hirntrauma, ein kraniozervikales Beschleu
ni
gungstrauma sowie multiple Kontusionen zuzog (Urk. 9/9/284).
Sie meldete sich a
m 18. Februar 2014 (Urk. 9/6) bei der Invalidenversicherung
wegen Leiden an der Halswirbelsäule und Rücken zum Leistungsbezug an.
Am 28. Mai 2014 (Urk. 9/25) teilte die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
der Versicherten mit, dass die am 20. Mai 2014 eingeleitete (Urk. 9/23) Arbeitsplatz
erhaltung erfolgreich abgeschlossen sei und über die Invalidenrente eine separate Verfügung zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen werde.
Die
IV-Stelle
tätigte Abklä
rungen in erwerblicher sowie medizinischer Hinsicht
und
holte die Akten der S
uva
ein (Urk. 9/9)
.
Mit Vorbescheid vom
11. Mai
201
5
(Urk.
9
/
42
)
stellte sie der Versi
cherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht
. Am 7. Juni 2015 liess sich die Versicherte an der Halswirbelsäule operieren (Dekompression, Spondylodese C 5/6, Urk. 9/60/15-16). Die
IV-Stelle
veranlasste
in der Folge
ein polydisziplinäres Gutachten
durch das
Z._
, welches am 25. April 2016 (Urk. 9/86
) erstattet wurde. Nach Stellungnahme der Versicherten (Urk. 9/97-98)
hielt die IV-Stelle
mit
Verfü
gung vom 9. November 2016 (Urk.
2)
an der Abweisung des Rentenbegehrens fest.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 12. Dezember 2016 Beschwerde (Urk. 1) mit den Anträgen, es sei ihr ab 1.
Mai 2013 eine Invalidenrente basierend auf einem IV-Grad von mindestens 50 % zuzusprechen, ein zweiter Schriftenwechsel anzu
ord
nen sowie die unentgeltliche Prozessführung und ein unentgeltlicher Rechts
bei
stand zu bewilligen (S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Vernehmlassung vom 31. Januar 2017 (Urk. 8) Ab
weisung der Beschwerde
.
Mit Verfügung vom 6. Februar 2017 (Urk. 10) wurde der Versicherten die unent
gelt
liche Prozessführung bewilligt und ihr Rechtsanwältin Christina Ammann,
Uster, als
unentgeltliche Rechtsvertreterin bestellt sowie mitgeteilt, dass das Ge
richt die Anordnung eines weiteren Schriftenwechsels als nicht erforderlich erachtet.
Mit Eingabe vom 21. März 2017 (Urk. 12) reichte die Versicherte diverse medi
zinische Berichte ein (vgl. Urk. 13/1-3), wozu sich die IV-Stelle am 27. April 2017 (Urk. 15) äusserte. Dies wurde der Versicherten am 2. Mai 2017 (Urk. 16) zur Kenntnis gebracht.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegli
che
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
träch
tigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Der Rent
enanspruch entsteht gemäss Art.
29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29
Abs.
1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters
jahres folgt (
Abs.
1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Abs. 2). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem de
r Rentenanspruch entsteht (Abs.
3).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157
E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre leistungsabweisende Verfügung vom 9. November 2016 (Urk. 2) damit, dass eine nachvollziehbare invalidisierende ge
sundheitliche Beeinträchtigung nicht gegeben sei und ein Anspruch auf Leis
tungen nicht bestehe. Es
sei von einer deutlichen psychogenen Verlagerung der Beschwerden auszugehen. In der seit
2011 durchgeführten Tätigkeit als Produk
tionsmitarbeiterin gelte
die Beschwerdeführerin
als voll arbeitsfähig.
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte in ihrer Beschwerde vom 12. Dezember 2016 (Urk. 1)
demgegenüber vor, dass sie seit Mai 2012 ununterbrochen im Ausmass von 50 % und mehr arbeitsunfähig sei. Ein Rentenanspruch sei somit ab Mai 2013 ausgewiesen.
Das Rückenleiden mit strukturellen Läsionen sei objektiviert. Über
dies sei auch ein psychiatrisches Leiden ausgewiesen (S. 4 f.). Sie habe sich wegen
persistierender Kniebeschwerden erneut einer Kniearthroskopie unterziehen müssen
. Allein schon unter diesem Aspekt sei sie seit Juli 2016 nicht mehr arbeitsfähig. Das Vorliegen einer Zyste und deren Auswirkungen auf die zuneh
mende Einschränkung der Konzentrationsfähigkeit samt bisher eingetretener Seh
störungen seien belegt (S. 6 f.). Zudem kritisierte sie das Gutachten in ver
schie
dener Hinsicht (vgl. auch Urk. 12).
2.3
S
tritt
ig
ist vorliegend, ob ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesund
heitsschaden vorliegt und die Beschwerdeführerin deswegen Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
3.
Vorwegzuschicken ist, dass ein
Rentenanspruch frühestens sechs Monate nach Anmeldung bei der
Invalidenversicherung
entstehen
kann
(
E. 1.3). Angesichts der Anmeldung bei der Beschwerdegegnerin am 18. Februar 2014 (Urk. 9/6) kommt ein Rentenanspruch frühestens ab 1. August 2014 in Frage.
4.
4
.1
Dr. med.
A._
, Facharzt für Anästhesiologie und interventionelle Schmerz
therapie, Spital
B._
, bei welchem sich die Beschwerdeführerin
seit
19. Septem
ber 2013 in ambulanter Behandlung befindet, nannte in seinem Bericht
vom 19. September 2013 (Urk. 9/3/4-6
)
unter anderem
folgende Diagnose
n (S. 1)
:
-
Zustand nach Schädel-Hirn-Trauma Grad 1 bei Hochgeschwindigkeits-Verkehrsunfall
-
Zustand nach kraniozervikalem Beschleunigungstrauma
-
persistierende sensible Läsionen C3-6 rechts mit Verdacht auf sympathical maintained pain Anteil des rechten Armes
-
Bandscheibendegeneration C3/4, C4/5, C5/6
-
Bandscheibenvorfall C5/6
-
pathologische Kyphose
-
Impingement-Syndrom
-
Deckplattenhöhenminderung C6 (unfallbedingt?)
-
Halswirbelsäulen-Syndrom
-
Brustwirbelsäulen/Lendenwirbelsäulen-Syndrom ohne bisherige radiolo
gische Diagnostik im thorakolumbalen Übergang
Er stellte fest, bei der Beschwerdeführerin bestehe ein ausgeprägter Schmerz mit Verdacht auf Radikulopathie C6/7 rechts, und thematisierte die Abklärung zur Operationsindikation bei Bandscheibenvorfall C5/6 mit Radikulopathie C6/7 (S 2 f.).
4
.2
Dr. med.
C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Oberärztin,
D._
- Psychiatrie
Zentrum B._
,
in
welche
m
sich die Beschwerdeführerin seit August 2012 in ambulanter Behandlung befand
,
nannte in ihrem Bericht vom 15. April 2014 (Urk. 9/17) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (S. 1):
-
Posttraumatische Belastungsstörung seit Mai 2012 (ICD-10 F43.1) bei:
-
Status nach Autounfall am 8. Mai 2012 mit:
-
Halswirbelsäule-Distorsionstrauma und vermutlich MTBI mit
c
ervi
c
o
cephalem-
und thorakalem Symptomenkomplex sowie Konzentra
tions
störungen, Schwindel, Schlafstörungen
-
Mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
Probleme mit Bezug auf negative Kindheitserlebnisse (ICD-10 Z61)
Laut Dr. C._ bestand eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Sie führte aus, es sei von einer deutlichen Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit aus
zu
gehen. Limitierende Faktoren hierbei seien die verminderte Konzentrations
fähigkeit und Ausdauer, die verminderte psychische Belastbarkeit, die erhöhte Ermüdbarkeit und Stressempfindlichkeit sowie die bestehenden Schmerzen. Die
verminderte physische und psychische Belastbarkeit zeige sich nicht nur in Stress
situationen am Arbeitsplatz, sondern auch bei kontinuierlichen Arbeitsan
for
de
rungen in Form von affektiver Unruhe, zunehmender Ermüdbarkeit, Zunahme der Schmerzintensität und verminderter Konzentration und nicht zuletzt auch im Auftreten suizidaler Gedanken (S. 4). Mit der Wiederaufnahme der beruflichen
Tätigkeit beziehungsweise Erhöhung der Einsatzfähigkeit könne gerechnet werden
(S. 5).
4
.
3
Im
Bericht
vom 19. Januar 2015 (Urk. 9/37) führte Dr.
C._ aus
, mit dem 50%igen Arbeitspensum sei die Beschwerdeführerin an der Grenze der Belastbar
keit. Sie sei weiterhin in regelmässiger ambulanter psychiatrisch-psychothera
peutischer
Behandlung. Es zeige sich weiterhin ein stark schwankendes Zu
stands
bild mit rezidivierenden depressiven Stimmungseinbrüchen und eine insgesamt stark verminderte physische und psychische Belastbarkeit. Prognostisch sei von einem langfristigen Behandlungsverlauf auszugehen. Vordergründige Ziele seien im Moment weniger die Verbesserung der psychischen Beschwerden, wie beispiels
weise durch Trauma fokussiertes Vorgehen, sondern es gelte eher, den gegen
wärtigen Status zu erhalten, respektive einer Verschlechterung entgegen
zuwirken (S. 2).
4.4
Im Bericht vom 10. Juni 2015 (Urk. 9/52/5-7) bestätigte Dr.
C._
ihre Diag
n
o
sen
vom 15. April
2014 (
vgl
. E. 4.2)
und führte aus, aufgrund der Vorge
schichte, des therapeutischen Verlaufes und des unterdessen chronifizierten Verlaufes sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin mittel- und langfristig nicht in der Lage sein werde, eine Arbeit mit 100%igem Pensum erfolgversprechend zu meistern.
Aufgrund der Diagnosen sei von einer deutlichen Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit auszugehen. Sie ging weiterhin von einer maximalen Arbeitsfähigkeit
von 50
% aus (S. 2).
4.
5
Gestützt auf die Ergebnisse ihrer internistischen, orthopädischen, neurologischen und psychiatrischen Untersuchung stellten die
Z._
-Gutachter Dr. med.
E._
, Facharzt
Allgemeine Innere Medizin, Dr. med.
F._
, Facharzt Neurologie, Dr. med.
G._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, und Dr. med.
H._
, Facharzt Psychiatrie und Psychothe
rapie, in ihrer Expertise vom 25. April 2016 (Urk. 9/86) folgende
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 60):
-
Chronisches cervico-bra
chiales Schmerzsyndrom rechts mit/bei:
-
assoziierter funktioneller sensibler Hemisymptomatik rechts
-
Status nach Autounfall am 8. Mai 2012 mit Halswirbelsäulen-Distor
sionstrauma QTF Grad III und milder traumatischer Hirnschädigung
-
Status nach mikrochirurgischer Diskus- und Nervenwurzel-Dekom
pression C5/6 beidseits mit intercorporeller Spondylodese am 7. Juli
2015
Zudem nannten
sie
folgende Diagnose
n
ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit (S. 60):
-
Anamnestisch Migräne ohne Aura
-
seit Menopause beschwerdefrei
-
Status nach dreimaliger Kniearthroskopie rechts, zuletzt 13. Juni 2013 (Plica-Resektion)
-
Status nach Schilddrüsenoperation in Thailand vor über 20 Jahren
-
Schilddrüsensubstitutionstherapie, aktuell leicht hyperthyreot
-
Status nach Hysterektomie 2014
-
Status nach posttraumatischer Belastungsstörung nach Autounfall am 8. Mai 2012, gegenwärtig weitgehend remittiert, nur noch subsyndromal vorhanden bei
-
Status nach emotionalen und physischen Gewalterlebnissen in der
Kind
heit (anamnestisch)
-
Status nach mittelgradiger depressiver Episode, g
egenwärtig remittiert (ICD-10 F
32.4)
Die Fachärzte führten aus,
dass
sich aus internistischer Sicht keine Begründung für eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit anführen lasse. Von orthopädischer Seite hätten sie ein chronisches cervicobrachiales Schmerzsyndrom rechts fest
gestellt. Bei anhaltenden Beschwerden trotz unauffälligen neurologischen Befun
den 2015 sei dennoch eine operative Revision an der Halswirbelsäule auf Höhe C5/6 mit Spondylodese C5/6 durchgeführt worden. Nach diesem Eingriff hätten aber die Nackenschmerzen mehr oder weniger unverändert persistiert. Die Be
schwerdeführerin habe zudem persistierende rechtsseitige Armbeschwerden mit Dysästhesien beklagt. Auffällig bei der Anamnese und der klinischen Unter
suchung sei gewesen, dass die Beschwerden sehr diffus geschildert worden seien. Ein Leidensdruck sei nicht ersichtlich gewesen. Ebenso wie auch die massivst eingeschränkte Halswirbelsäulen-Beweglichkeit in der expliziten Bewegungs
prüfung, welche diskrepant zur freien und deutlich besseren Beweglichkeit in der nicht-beobachteten Situation gewesen sei. Aus orthopädischer Sicht sei davon auszugehen, dass spätestens sechs Monate nach dem Halswirbelsäulen-Eingriff vom 7. Juli 2015 der Endzustand als erreicht angesehen werden müsse. Entspre
chende Tätigkeiten mit Belastung des Achsenskeletts seien nicht mehr zumutbar, körperlich leichte, die Halswirbelsäule nicht belastende Tätigkeiten seien aber vollschichtig möglich (S. 61).
Im Weiteren berichteten sie, von neurologischer Seite könne deskriptiv das chro
nische cervicobrochiale Schmerzsyndrom bestätigt werden. Aufgrund der Anam
nese, der Klinik und der Aktenlage müsse davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin beim Autounfall eine milde traumatische Hirnschädigung im Sinne einer Commotio cerebri erlitten habe. Die Bildgebung des Neurokraniums zeige keine strukturellen Läsionen. Während der neurologischen Untersuchung habe sich eine ähnliche Situation
präsentiert
,
wie bei der orthopädischen Unter
suchung, indem die aktive Prüfung der Halswirbelsäulen-Beweglichkeit in allen Richtungen massivst eingeschränkt bis quasi aufgehoben gewesen sei. Bei der passiven Bewegungsprüfung im Liegen habe die Beschwerdeführerin aktiv dage
gen
gestemmt, beim Aus- und Anziehen der Kleider sei aber keine Behinderung ersichtlich gewesen. Die von ihr angegebene Hyposensibilität auf der gesamten rechten Körperseite könne nicht nachvollzogen werden. Die sensible Hemisymp
tomatik der rechten Körperhälfte müsse als funktionell, das heisst organisch nicht erklärbar, beurteilt werden. Zusammenfassend lasse sich aus neurologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen (S. 61 f.).
Des Weiteren führten die Fachärzte aus, dass die Beschwerdeführerin
aus psychiatrischer Sicht nach dem Autounfall vom 8. Mai 2012 ein protrahiertes Schmerz
syndrom mit Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Schulterschmerzen und zunehmend Ängsten entwickelt habe. Von den behandelnden Ärzten der Psychia
trischen Klinik D._ sei eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert worden. Der Verlauf sei protrahiert. Eine mittelgradige depressive Episode sei im Verlauf berichtet worden. Die zahlreichen Beschwerden könnten von somatischer Seite nicht vollumfänglich erklärt werden. Die Beschwerdeführerin sei aber wegen der zahlreichen Symptome aus psychiatrischer Seite zu 50 % arbeitsunfähig geschrieben worden. Es könne aufgrund der Psychopathologie keine wesentliche posttraumatische Belastungsstörung mehr ausgemacht werden, wenn sie auch subsyndromal noch gewisse psychotraumatische Symptome aufweise, die aller
dings längstens bezüglich Intensität und Häufigkeit nicht mehr gravierend seien. Die Beschwerdeführerin habe auch selbst subjektiv berichtet, dass es ihr bezüglich Ängste wesentlich besser gehe. Das frühere Vermeidungsverhalten habe sie auf
ge
geben und könne unterdessen auch wieder selber Auto fahren. Eigentliche immer wiederkehrende Flashbacks und Alpträume könnten überhaupt nicht mehr angenommen werden. Klinisch zeige sie auch keine depressive Symptomatik, nicht einmal eine larvierte. Es müsse von einem remittierten depressiven Zustand ausgegangen werden. Aus psychiatrischer Sicht könne keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgemacht werden. Die in den Akten erwähnte Symptomaus
weitung und die Schmerzfehlverarbeitung sei im Sinne einer funktionellen Überlagerung der Beschwerden zu sehen. Eine somatoforme Schmerzstörung liege aber nicht vor, ein invalidisierendes Ausmass könne dieser Symptomatik auch nicht beigemessen werden (S. 62 f.).
Die Z._-Gutachter konstatierten, der Beschwerdeführerin sei in der seit 2011 durch
geführten Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin aus somatischer Sicht eine vollständige Arbeitsfähigkeit zu attestieren. Für die retrospektive Beurteilung stützten sie sich auf die Akten und stellten fest, dass die Beschwerdeführerin bis zum Unfall am 5. Mai 2012 zu 100 % gearbeitet habe. Nach dem Unfall habe bis zum 5. Augst 2012 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und vom 6. August 2012 bis Ende 2012 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Im Januar 2013 während des Arbeitsversuchs sei sie zu 100 % arbeitsfähig gewesen. Dieser Versuch sei nach drei Wochen gescheitert. Danach sei eine Aufnahme der Arbeitsfähigkeit von 50 % bis zum Gutachtenszeitpunkt andauernd. Vom Zeitpunkt der Operation am 7. Juli 2015 bis Anfang Januar 2016 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
bestanden; danach eine volle
Arbeitsfähigkeit
für die angestammte Tätigkeit sowie auch fü
r alle anderen ada
ptierten Tätigkeiten (S. 64).
4.
6
Dr.
A._
führte in seinem Bericht vom 11. August 2016 (Urk. 9/97) aus,
nach
der Operation mit Spondylodese C5/6 2015 habe sich die Belastbarkeit schon deutlich
gebessert. Er halte eine Belastbarkeit von 4 Stunden in diesem Arbeits
bereich bei einseitiger Haltung und Konzentration für realistisch. Darüber hinaus sei zum jetzigen Zeitpunkt noch eine Steigerung der Belastung zu früh. Wenn er den Verlauf der Belastbarkeit seit einem Jahr betrachte, glaube er, dass sich hier in einem halben Jahr eine weitere Steigerung der Belastbarkeit ergebe (S. 2).
5.
5.1
Das
polydisziplinäre
Gutachten
des Z._
vom
25.
April 201
6 (E. 4
.
5
) beruht auf
den erforderlichen allseitigen Untersuchungen, wurde in Kenntnis der und in Au
s
einandersetzung mit den Vorakten erstattet, berücksichtigt die geklagten Be
schwer
den und setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander. Die Gutachter haben die medizinischen Zustände und Zusammen
hänge einleuchtend dargel
egt und ihre Schlussfolgerung
nachvollziehbar begrün
det. Damit entspricht es den bundesgerichtlichen Vorgaben an ein beweiskräftiges Gutachten (
vorstehend E. 1.
4
).
5.2
Dass Dr. A._ in seiner Beurteilung vom 11. August 2016 (E. 4.6) eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 50 % attestierte, erklärt sich wohl damit, dass er sich zur angestammten Tätigkeit äusserte und hiebei davon ausging, dass diese eine einseitige Haltung und Konzentration beinhalte. Die Gutachter gingen indes davon aus, dass die bisherige Tätigkeit vereinbar sei mit der ausgewiesenen Pathologie. Das Achsenskelett belastende Tätigkeiten befanden sie für nicht mehr zumutbar.
Der Stellenbeschreibung der Arbeitgeberin ist zu entnehmen, dass häufig manu
elle optische Inspektionen (Mikroskop) anfallen, die Tätigkeit meist im Sitzen zu verrichten ist und ein hohes Mass an Konzentration, Durchhaltevermögen und Sorgfalt erfordert (Urk. 9/13/6). Damit werden jedenfalls keine Anforderungen an das Achsenskelett gestellt, bei Mikroskoparbeit wird jedoch der Nacken gefordert. Wie es sich damit genau verhält, kann bei voller Arbeitsfähigkeit in optimal ange
passter Tätigkeit indes offenbleiben. Zu bemerken bleibt, dass auch Dr. A._ eine Steigerung der Belastbarkeit prognostizierte, allerdings erst in einem halben Jahr. Eine Begründung hierfür gab er nicht.
Im Übrigen ist zu bemerken, dass er – abgesehen von einem nicht näher spezi
fizierten Schulter-Armsyndrom - keine
Aspekte
vorbrachte
, die bei der Begut
achtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind und folglich eine vom
Z._
-Gutachten abweichende Beurteilung aufdrängen würde
n
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 29. Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a.
auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E.
2.2.1 [I 514/06]).
Schliesslich fehlt jede Auseinander
setzung
mit dem Z._-Gutachten, weshalb dieses nicht in Frage zu stellen ist.
5.3
5.3.1
Die Beschwerdeführerin
äusserte
in ihrer Beschwerde (Urk. 1) in verschiedene
r Hinsicht Kritik
.
5.3.2
So brachte sie vor, dass
sich nach dem Unfall im MRI vom 14. Mai 2012 diverse Verletzungen der Wirbelsäule gezeigt hätten und somit primär das Rückenleiden mit strukturellen Läsionen objektiviert sei
. Sie habe sich, nachdem von Prof. Dr. I._ eine zervikale Diskushernie C5/6 mit Wurzelreizung C6 rechts mit Instabilität bei Status nach Deckenplatteneinbruch 2012 diagnostiziert worden sei, einer Rückenoperation unterzogen (vgl. Urk. 1 S. 4). Sowohl das MRI (14. Mai 2012), als auch die Diagnose von Prof. Dr. I._ und die Rückenoperation wurden durch die Z._-Gutachter berücksichtigt und eingehend gewürdigt (vgl. Urk. 9/86 S. 4, S. 14, S. 28, S. 31-33, S. 38-40, S. 58-61) und für diese Periode auch eine Arbeitsunfähigkeit attestiert.
5.3.3
Weiter führte die Beschwerdeführerin aus
, es sei auch ein psychiatrisches Leiden ausgewiesen. So habe Dr.
C._
eine chronifizierte posttraumatische Belas
tungs
störung sowie
einen
Status nach wiederholte
n
emotionale
n
und physische
n
Gewalterlebnisse
n
in der Kindheit und eine mittelgradige depressive Episode diag
nostiziert
. Dr. C._ sei aufgrund der Vorgeschichte, des therapeutischen Verlaufes und des unterdessen chronifizierten Verlaufes der Auffassung, dass sie mittel- und langfristig nicht in der Lage sein werde, das Arbeitspensum
von 50 % auf 100 % zu steigern. Dementsprechend habe ihr Dr.
C._
aufgrund der deut
lichen Beeinträchtigung der Leistungs- und Belastungsfähigkeit, der vermin
derten Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer, der verminderten psychischen Belastbarkeit, der erhöhten Ermüdbarkeit und Stressempfindlichkeit sowie der bestehen Schmerzen eine maximale Arbeitsfähigkeit von 50 % attestiert
(vgl. Urk. 1
S. 4 f.).
Z._-Gutachter Dr. H._ setzte sich in seinem psychiatrischen Teilgutachten eingehend mit den von Dr. C._ gestellten Diagnosen
der
posttraumatische
n
Be
lastungsstörung
sowie
der
depressiven Episode
auseinander und kam zum Schluss, dass von einem remittierten depressiven Zustand ausgegangen werden müsse und die posttraumatische Belastungsstörung nur noch subsyndromal vor
handen sei
(vgl. Urk. 9/86 S. 48-50). Dies überzeugt angesichts des Umstandes, dass die psychotraumatischen Symptome als nicht mehr gravierend geschildert wurden, immer wiederkehrende Flashbacks und Alpträume nicht mehr vorliegen und keine depressive Symptomatik mehr ausgemacht werde konnte.
5.3.4
Die Beschwerdeführerin monierte sodann, dass der Z._-Gutachter Dr. G._ in seinem orthopädischen Teilgutachten nicht ausgeführt habe, weshalb die Diagnosen bezüglich des Knies die Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtigten. So habe sie sich wegen persistierender Kniebeschwerden erneut einer Kniearthros
kopie unterziehen
müssen. Allein schon wegen der Knieproblematik sei sie ge
mäss Zeugnis von Dr.
A._
vom 12. August 2016 seit Juli 2016 nicht mehr arbeitsfähig. Die
Kniebeschwerden seien im Z._-Gutachten nicht gewür
digt, sondern lediglich beiläufig erwähnt worden. Das Z._-Gutachten sei diesbezüg
lich aus orthopädischer Sicht nicht nachvollziehbar (Urk. 1 S. 6 f.).
Dem ist zu entgegnen, dass Dr. G._ laut seinem orthopädischen Teilgut
achten die Kniebeschwerden eingehend untersuchte und würdigte (vgl. Urk. 9/86 S. 26 ff. und S. 29). Er brachte auf Nachfrage in Erfahrung, dass bezüglich der
2012 und 2013 durchgeführten Kniearthroskopien keine relevanten Restbe
schwer
den mehr bestehen (S. 29). Die klinische Untersuchung des Knies zeigte ein reiz
loses, druckindolentes, frei bewegliches, stabiles Kniegelenk (vgl. S. 29 und 33). Damit ist von Dr. G._ nachvollziehbar dargelegt worden, dass im Zeit
punkt der Begutachtung keine arbeitsfähigkeitsrelevanten Kniebeschwerden vor
lagen. Was die von der Beschwerdeführerin angesprochene -
im Nachg
ang zur Z._-Begutachtung durchgeführte - Kniearthroskopie und eine damit zusammen
hängende allfällige Arbeitsunfähigkeit anbelangt, ist festzuhalten, dass im Rahmen
der am rechten Knie am 27. Oktober 2016 durchgeführten Arthroskopie Dr. med. J._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, in seinem Bericht vom 31. Oktober 2016 (Urk. 3/3) lediglich eine Arbeitsunfähigkeit bis zum 30. November 2016 und damit für gut einen Monat attestierte. Für das rechte Knie diagnostizierte Dr. A._ lediglich in seinem Bericht vom 12. Oktober 2016 (Urk. 3/5) Knieschmerzen rechts mit Erguss; Verdacht auf Retropatellar Arthrose/Verdacht auf Bakerzyste. Eine andauernde Arbeitsunfähigkeit ergibt sich daraus nicht.
5.3.5
Daneben brachte die Beschwerdeführerin vor, dass sie sich
bei Ärzten konstant
über Kopfschmerzen, Seh-
und Konzentrationsstörungen beklagt
habe
. Obwohl diese Beschwerden gemäss MRI vom
2.
Juli 2013 objektiv erklärbar seien, habe der
Z._
-Gutachter ein Schmerzsyndrom
als
nicht nachvollziehbar
erachtet
. In
-
dem
er
ihr vorgeworfen habe
,
die Beschwerden seien funktionell, habe er die medizinische Situation verkannt. Das Vorliegen einer Zyste und deren Auswir
kungen auf die zunehmende Einschränkung der Konzentrationsfähigkeit samt bisher eingetretener Sehstörungen
belege
, dass ihre Be
schwerden gerade nicht funktionell seien
. Da sich die Zyste vergrössert habe, sei sie mikroneu
ro
chi
rur
gisch zu entfernen
(Urk. 1 S. 7 f.). Dazu reichte sie einen Bericht des K._ vom 5. November 2016 (Urk. 3/7) sowie drei Berichte des L._ vom 8. Februar (Urk. 13/3), 16. Februar (Urk. 13/2) und 2. März 2017 (Urk. 13/1) ein.
Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversicherungsgericht die Ge
setz
mässigkeit des angefochtenen Entscheids in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b).
Insbesondere aus den Berichten des L._ ergibt sich, dass bezüglich der progredienten zystischen Läsion ein Verdacht auf eine beginnende kompressive Optikusneuropathie ophthalmologisch erst am 23. November 2016 geäussert wurde und diese endokrinologisch unauffällig war (vgl. Urk. 13/1-3). Dem Bericht vom 8. Februar 2017 (Urk. 13/3) lässt sich entnehmen, dass der ope
rative Eingriff zur Entfernung der Zyste auf Drängen der Beschwerdeführerin durchgeführt wurde (S. 3).
Damit betreffen die im vorliegenden Beschwerdever
fahren eingereichten Berichte bezüglich der Zyste und den Kopfschmerzen einen Sachverhalt, welcher zeitlich nach dem Verfügungszeitpunkt liegt, und sind
– mangels Rückschlüssen auf den davor liegenden Zeitpunkt -
zur Beurteilung des mit Anmeldung vom
18. Februar 2014 (Urk. 9/6) geltend gemachten Leistungs
anspruches
,
über welchen die Beschwerdegegnerin am 9. November 2016 (Urk. 2) verfügte,
unbeachtlich.
5.4
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Leistungsanspruch der Beschwerdefüh
rerin unter anderem gestützt auf das Z._-Gutachten gänzlich. Sie führte in ihrer Verfügung vom 9. November 2016 (Urk. 2) dazu aus,
dass eine nachvollziehbare invalidisierende gesundheitliche Beeinträchtigung nicht gegeben sei und
k
ein Anspruch auf Leistungen bestehe. Es hätten sich deutliche Diskrepanzen in der Untersuchungssituation ergeben. Es müsse von einer eindeutigen Symptomaus
weitung gesprochen werden. Der bisherige Verlauf sei aufgrund der Aktenlage als auffällig zu bezeichnen. Zusammen
fassend sei von einer deutlich
psychogenen Verlagerung der Beschwerden auszugehen. In der seit 2011 durchgeführten Tätig
keit als Produktionsmitarbeiterin gelte sie als voll arbeitsfähig (S. 3 f.).
Dazu führte die Beschwerdegegnerin unter anderem auch eine eigene Ressourcen
prü
fung durch (vgl. Urk. 9/100 S. 7).
Das Feststellungsblatt vom 9. Oktober 2016 (Urk. 9/100) lässt erkennen, dass die
Beschwerdegegnerin nur eine Beurteilung der Gesundheitssituation der Beschwer
de
füh
rerin im Nachgang respektive gestützt auf die Erkenntnisse des Z._-Gut
achtens vornahm (vgl. S. 7-9). Eine Beurteilung der sozialversicherungsrechtlich relevanten Arbeitsfähigkeit respektive eine Auseinandersetzung mit der auch im Z._-Gutachten attestierten Arbeitsunfähigkeiten für die Zeit vor Januar 2016 (vgl. Urk. 9/86 S. 64) fand nicht statt. Dies zeigt sich beispielsweise in der An
mer
kung zur posttraumatischen Belastungsstörung und der mittelgradigen depres
siven Episode, welche als remittiert angegeben und mit dem Vermerk «somit nicht relevant» notiert sind (Urk. 9/100 S. 8). Ebenso stützt sich die Ressourcenprüfung lediglich auf Angaben, welche durch die Z._-Gutachter erhoben wurden und damit zu diesem Zeitpunkt Gültigkeit hatten (vgl. S. 7). Neben psychiatrischen Aspekten ebenfalls nicht berücksichtigt wurde beispielsweise, dass aus orthopä
di
scher Sicht der Endzustand erst im Januar 2016 erreicht worden ist (vgl. Urk. 9/86 S. 61). Zudem sprach sich auch der RAD-Arzt Dr. M._ in seinen Stellungnahmen vom 4. Mai 2016 (Urk. 9/100 S. 5) und vom 9. September 2016 (Urk. 9/100 S. 6) dafür aus, dem Z._-Gutachten Beweiswert beizumessen.
5.5
Nach dem Gesagten kann auf das
Z._
-Gutachten abgestellt werden.
Zur zeit
lichen Entwicklung der Arbeitsunfähigkeit ist somit Folgendes festzustellen:
Ab
Januar 2016
ist
gestützt auf die somatischen Leiden (Chronisch
es
z
erviko-brachiales Schmerzsyndrom rechts; anamnestische Migräne ohne Aura; Status nach dreimaliger Kniearthroskopie rechts, Status nach Schilddrüsenoperation; Status nach Hysterektomie 2014) und d
i
e psychischen Leiden (Status nach post
traumatischer Belastungsstörung, gegenwärtig remittiert; Status nach mittel
gra
diger
depressiver Episode, gegenwärtig remittiert) von einer 100%igen Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin in ihrer angestammten
sowie jeglicher
Tätigkeit auszugehen
, mit der Einschränkung, dass ihr Tätigkeiten mit Sprüngen, in ab
sturz
gefährdeten Positionen wie Besteigen von Gerüsten und Leitern nicht zumut
bar sind (vgl. E. 4.5)
.
Damit resultiert per 2016 ein Invaliditätsgrad von 0 % respektive – ginge man von der Unzumutbarkeit der bisherigen Tätigkeit aus – ein solcher von 17.8 %. Dabei wären das Valideneinkommen auf Fr. 59'696.-- (Fr. 58'900.-- [Urk. 9/13/2] : 103.6 [Index 2014] x 105.0 [Index 2015; Nominal
lohnindex Frauen, Bundesamt für Statistik, BFS, Tabelle T 1.2.10]) und das Inva
lideneinkommen auf Fr. 49'068.-- (Fr. 4'300.-- [Lohnstrukturerhebung 2014 [TA1] : 40 x 41.7 [Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftszweigen, BFS, Tabelle T 03.02.03.01.04.01] : 103.6 x 105.0 x 12 x 0.9 [allfälliger Abzug vom Tabellenlohn]) festzusetzen.
Für die vorliegend relevante Zeit
ab August 2014
ist
gestützt auf psychische
Leiden (posttraumatische Belastungsstörung und mittelgradige depressive Epi
sode
[vgl. E. 4.6, E. 4.2-4.4]) und somatische Beschwerden (Halswirbelsäulenleiden [vgl. E. 4.6; Urk. 9/86 S. 64, Urk. 9/60/15-16])
bis zum 6. Juli 2015 von einer 50%igen sowie vom 7. Juli 2015 bis zum 7. Januar 2016 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin
in jeglicher Tätigkeit auszugehen. Angesichts des Umstandes, dass die organische Pathologie massgebend für die Arbeitsunfähigkeiten war und die Gutachter keinen psychischen Anteil ausschie
den, kann auf eine Indikatorenprüfung verzichtet werden.
6.
Da vorliegend
rückwirkend
über eine befristete und
abgestufte Invalidenrente
zu entscheiden ist, was
einerseits die Zusprechung der Leistung und a
ndererseits deren Aufhebung umfasst, ist der Zeitp
unkt
für die Erhöhung respektive die
Auf
hebung
der Rente
analog
zu
Art. 88a IVV festzusetzen. Die Beschwerdeführerin hat demnach bei einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % bis zum 6. Juli 2015 An
spruch auf eine halbe Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 50 % respek
tive 58.9 % (Valideneinkommen Fr. 59'696.-- Invalideneinkommen Fr. 24'534.--,
Basis 2016, E. 5.5) und für die Zeit vom 1. August 2014 bis zum 30. September 2015 (Operation im Juli 2015) und bei einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 7. Juli 2015 bis zum 7. Januar 2016 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente für die Zeit vom 1. Oktober 2015 bis zum 30. April 2016 (Verbesserung per Januar 2016).
7.
7.1
Da es vorliegend um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleis
tungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Sie sind auf Fr.
800
.-- festzusetzen und entsprechend dem Verfahrensausgang den Parteien je zur Hälfte aufzuer
legen.
I
nfolge der bewilligten unentgeltlichen Prozessführung
sind die der Be
schwerdeführerin auferlegten Gerichtskosten
einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Sie
ist auf die Nachzahlungspflicht gemäss
§
16
Abs.
4 GSVGer hinzu
weisen.
7
.2
Nach § 34 Abs. 3 GSVGer bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss § 8 in Verbindung mit § 7 Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (GebV SVGer) wird namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
Der von
Rechtsanwältin
Christina Ammann mit Eingabe vom 30. Juli 2018 (Urk. 17) geltend gemachte Aufwand von 16.92 Stunden und Fr. 126.20 Baraus
lagen (Urk. 18) ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemessen, insbesondere aufgrund der Tatsache, dass sie die Beschwerdeführerin teilweise schon im Vorbescheidverfahren vertrat und ihr die Akten somit bekannt waren. Da nur die Aufwendungen für das vorliegende Ver
fahren zu berücksichtigen sind, fällt die Entschädigung der Kontakte mit Dritten (Ärzten, Sozialamt) von vornherein ausser Acht. Im Rahmen der unentgeltlichen Rechts
ver
tretung werden sodann nur die notwendigen Kontakte mit der Beschwer
deführerin entschädigt, weshalb sich eine Kürzung der geltend gemachten Bemühungen rechtfertigt.
Angesichts der zu studierenden 107 Aktenstücke der Beschwerdegegnerin, der
etwa 10-seitigen Beschwerdeschriftschrift (Urk.
1) und der Ergänzung vom 21.
März
2017 (Urk. 12), den Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung sowie der in ähnlichen Fällen zuge
sprochenen Beträgen ist die Entschädigung von
Rechtsanwältin
Christina Ammann bei Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr. 220.-- auf Fr. 2'800.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
Aufgrund des bloss teilweise Obsiegens in Bezug auf
die befristete Rente
ist die Pro
zessentschädigung
zur
Hälfte
mithin
im Umfang
von Fr.
1
'
400.-- der Be
schwer
de
gegnerin
aufzuerlegen sowie zur Hälfte i
nfolge der bewilligten unent
geltlichen
Rechtsvertret
ung aus der Gerichtskasse
zu entschädigen.
Die Beschwerdeführerin
ist auf
§
16
Abs.
4 GSVGer hinzuweisen, wonach
sie
zur Nachzahlung der
Gerichtskosten und der
Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern
sie
dazu in der Lage ist.