Decision ID: 36a1c9a3-33f9-5f55-b5ea-e7c42c0bf5a9
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer ersuchte am (...) um Asyl in der Schweiz. Am
8. August 2017 fand die Personalienaufnahme (PA) und am 14. August
2017 das persönliche Dublin-Gespräch statt.
A.b Mit Verfügung vom 25. Oktober 2017 trat das SEM in Anwendung von
Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht ein und
verfügte die Wegweisung des Beschwerdeführers nach B._.
A.c Mit Verfügung vom 22. Mai 2019 hob das SEM seine Verfügung vom
25. Oktober 2017 infolge Ablaufs der Frist zur Überstellung nach
B._ auf und stellte fest, dass das nationale Asylverfahren wieder
aufgenommen werde.
A.d Am 21. Februar 2020 wurde der Beschwerdeführer vom SEM zu sei-
nen Asylgründen angehört. Im Wesentlichen machte der aus C._
(Distrikt D._) stammende Beschwerdeführer tamilischer Ethnie gel-
tend, er habe (Nennung Zeitpunkt) seine (Nennung Verwandte) in
E._ besucht. Dort sei er mit zwei (Nennung Verwandte) und einem
Mann aus dem Dorf namens F._ unterwegs gewesen. Die (Nen-
nung Verwandte) und F._ hätten in der Nähe eines buddhistischen
Tempels begonnen, Alkohol zu trinken. Da zwischen den Dorfbewohnern
und den buddhistischen Mönchen wegen des Baus einer buddhistischen
Pagode ein Disput bestehe, hätten sich seine drei Begleiter zu den Mön-
chen begeben. In dieser Zeit habe er einen Anruf vom Ehemann seiner
(Nennung Verwandte) bekommen, der ihn zu sich nach G._ gebe-
ten habe, um dort eine defekte Maschine zu reparieren. Unterdessen seien
seine (Nennung Verwandte) und F._ wieder erschienen und hätten
in ihrer Trunkenheit einen jungen, für Buddhisten heiligen Bodhi-Baum, der
zum Tempel gehört habe, aus dem Boden gerissen. Obwohl er nicht be-
trunken gewesen sei, habe er aus Spass mitgeholfen, den Baum aus der
Erde zu ziehen. Anschliessend sei er mit dem Motorrad nach Hause gefah-
ren, wo er Kleider zum Wechseln eingepackt und sich auf den Weg nach
G._ gemacht habe. Unterwegs habe ihm sein (Nennung Verwand-
ter) telefonisch mitgeteilt, dass er nirgendwo anhalten und direkt zu den
Verwandten durchfahren solle. Dort angekommen habe ihn die (Nennung
Person) der (Nennung Verwandte) darüber informiert, dass Unbekannte –
möglicherweise aufgebrachte Buddhisten – ihn in C._ gesucht, das
Elternhaus beschädigt und seinen (Nennung Verwandter) geschlagen hät-
ten. Auch hätten diese gedroht, ihn mit einem Schwert zu schlagen. Am
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nächsten Tag seien Polizisten, Angehörige des Criminal Investigation De-
partment (CID) und des Militärs in Begleitung von buddhistischen Mönchen
bei seinen Eltern erschienen. Die Polizei habe diesen mitgeteilt, dass er
vorbeikommen solle. Eine Anzeige seiner Eltern wegen des Übergriffs hät-
ten die Polizisten nicht entgegennehmen wollen. Er wisse nicht, warum die
Polizei am nächsten Tag erschienen sei; vielleicht sei dies wegen des Vor-
falls in E._ geschehen. Er habe sich in der Folge jedoch nicht auf
den Posten begeben. Aus Angst habe ihn seine Familie zur (Nennung Ver-
wandte) nach H._/G._ geschickt, wo er sich bis zu seiner
Ausreise (...) unbehelligt aufgehalten habe. Während dieser Zeit seien die
Polizei und Angehörige des CID sowie des Militärs ab und zu bei seinen
Eltern erschienen, hätten nach ihm gefragt und seien danach wieder ge-
gangen. Dabei habe man seinem (Nennung Verwandter) auch Fragen zu
dessen Vergangenheit bei den I._ gestellt. Ferner seien auch seine
beiden (Nennung Verwandte) und F._ gesucht worden. F._
sei sogar durch unbekannte Personen mitgenommen worden, habe jedoch
kurz darauf flüchten können. Sowohl seine (Nennung Verwandte) als auch
F._ würden sich jetzt in J._ aufhalten, Letzterer habe dort
Asyl erhalten. Schliesslich sei er mit seinem eigenen Pass legal über den
Flughafen K._ ausgereist.
Der Beschwerdeführer reichte (Nennung Beweismittel) zu den Akten.
B.
Mit Verfügung vom 6. Juli 2020 stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer
erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab, verfügte
die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an.
C.
Der Beschwerdeführer erhob gegen diesen Entscheid mit Eingabe vom
6. August 2020 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er bean-
tragte, es sei der Entscheid des SEM aufzuheben und ihm in der Schweiz
Asyl zu gewähren. Eventualiter sei er infolge Unzulässigkeit, Unmöglichkeit
oder allenfalls Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in der Schweiz
vorläufig aufzunehmen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung samt Verzicht auf die Er-
hebung eines Kostenvorschusses und um Beiordnung seiner Rechtsver-
treterin als unentgeltliche Rechtsbeiständin. Ferner sei festzustellen, dass
die Beschwerde aufschiebende Wirkung habe.
Der Beschwerde beigelegt waren (Aufzählung Beweismittel).
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D.
Mit Zwischenverfügung vom 14. August 2020 wies die Instruktionsrichterin
die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um
Beiordnung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands ab und forderte den
Beschwerdeführer zur Bezahlung eines Kostenvorschusses von Fr. 750.–
bis zum 31. August 2020 auf. Der Kostenvorschuss wurde fristgerecht ge-
leistet.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG (SR 142.31) in Kraft
getreten (AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige
Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG
vom 25. September 2015).
1.2 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend –
endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Die Beschwerde ist
frist- und formgerecht eingereicht worden.
1.3 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und
aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die
Beschwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur
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summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf
Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwech-
sels verzichtet.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungs-
gericht hat. Die Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in
verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Da-
rauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 mit Verwei-
sen).
5.
5.1 Das SEM kam in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, die Vor-
bringen des Beschwerdeführers seien nicht asylrelevant. Bei der Attacke
unbekannter Personen auf das Elternhaus und den (Nennung Verwandter)
und der Drohung, ihn mit einem Schwert zu schlagen beziehungsweise zu
töten, handle es sich um Übergriffe Dritter. Mit der Einbestellung seiner
Person auf den Polizeiposten sei die Polizei offensichtlich daran interes-
siert gewesen, diesen Vorfall abzuklären. Es wäre ihm trotz seiner Ängste
und seines Misstrauens gegenüber den sri-lankischen Sicherheitsbehör-
den zumutbar gewesen, in dieser Sache die Polizei um Hilfe und Unterstüt-
zung zu ersuchen. Sein Einwand, dass die Sicherheitsbehörden ja selber
nach ihm suchen würden, sei unbehelflich. So habe er durch seine Beihilfe
bei der Beschädigung eines "heiligen" Bodhi-Baumes eine Straftat began-
gen. Die in diesem Zusammenhang angeführten Besuche der Sicherheits-
behörden und deren Aufforderung, sich bei ihnen zu melden, stelle keine
asylrelevante Verfolgung dar, sondern sei eine rechtsstaatlich legitime Su-
che zur Klärung von Straftaten.
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Im Weiteren stelle sich die Sachbeschädigung eines Baumes als zu wenig
schwerwiegend dar, um eine asylrelevante Verfolgung bei einer Rückkehr
befürchten zu müssen. Auch sei nicht davon auszugehen, dass ihn die Si-
cherheitskräfte im Zusammenhang mit den früheren Aktivitäten seines
(Nennung Verwandter) für die I._ in asylbeachtlicher Weise verfol-
gen würden, zumal sein (Nennung Verwandter) das Rehabilitationspro-
gramm durchlaufen und im Anschluss daran – ausser sporadischen Befra-
gungen – keine Probleme gehabt habe. Der Beschwerdeführer habe selber
nie etwas mit den I._ zu tun gehabt und sei während des Krieges
noch klein gewesen. Ausserdem sei nicht nachvollziehbar, weshalb sich
die Behörden wegen den früheren Aktivitäten seines (Nennung Verwand-
ter) für ihn interessieren sollten, da sein (Nennung Verwandter) vor Ort sei
und den Behörden zur Verfügung stehe. Falls der Beschwerdeführer über
(...) Jahre nach dem Vorfall noch immer Übergriffe von Dritten befürchten
sollte, habe er die Möglichkeit, bei der Polizei um Schutz zu ersuchen. Zu-
dem stehe es ihm offen, sich bei seinen Verwandten im abgelegenen
H._ niederzulassen, wo er sich vor seiner Ausreise während (Nen-
nung Dauer) unbehelligt aufgehalten habe. Er habe sodann nach Kriegs-
ende noch (Nennung Dauer) in Sri Lanka gelebt. Allfällige im Zeitpunkt sei-
ner Ausreise bestehende Risikofaktoren würden folglich kein Verfolgungs-
interesse seitens der sri-lankischen Behörden auslösen. Es sei aufgrund
der Aktenlage nicht ersichtlich, weshalb er bei einer Rückkehr nach Sri
Lanka nunmehr in den Fokus der Behörden geraten und in asylrelevanter
Weise verfolgt werden sollte. Die Präsidentschaftswahl vom 16. November
2019 vermöge diese Einschätzung – in Ermangelung eines persönlichen
Bezugs des Beschwerdeführers zu diesem Ereignis respektive dessen Fol-
gen – nicht umzustossen. Ausserdem sei er legal mit seinem eigenen Pass
ausgereist.
5.2 Der Beschwerdeführer entgegnete in der Rechtsmittelschrift – nebst
einlässlichen Ausführungen zur aktuellen Situation der Menschenrechte in
Sri Lanka und der damit verbundenen erhöhten Gefährdung für tamilische
Rückkehrer und Wiederholungen seiner vorinstanzlichen Vorbringen – die
Verfolgung durch die buddhistischen Mönche und die sri-lankischen Behör-
den sei religiös und ethnisch motiviert. Die unerlässliche Suche nach sei-
ner Person – vor (Nennung Zeitpunkt) sei er von Angehörigen des Militärs
und vor (Nennung Zeitpunkt) von Mitgliedern des CID bei seinen Eltern
erneut gesucht worden – zeige die Ernsthaftigkeit der Verfolgung. Bei einer
Rückkehr hätte er Inhaftierung und Folter zu befürchten, weil er immer
noch gesucht werde, und F._ nach der Beschädigung des Bodhi-
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Baumes festgenommen und gefoltert worden sei. Seine Angst vor irregu-
lärer Haft werde dadurch bestärkt, dass kein offizielles Verfahren gegen ihn
eingeleitet worden sei, was für eine religiös motivierte Verfolgung spreche.
Sowohl die Übergriffe der buddhistischen Mönche und die Verfolgung der
sri-lankischen Behörden als auch die drohende Haft verbunden mit Folter
erfüllten das erforderliche Mass an Intensität, um von einem ernsthaften
Nachteil auszugehen. Allenfalls sei das Vorliegen eines unerträglichen psy-
chischen Drucks zu prüfen. Jedenfalls habe er aktuell begründete Furcht
vor künftiger asylrelevanter Verfolgung. Bei einer Rückkehr würde er wei-
terhin von den buddhistischen Mönchen und den sri-lankischen Behörden
verfolgt. Diese würden nicht separat sondern gemeinsam mit den staatli-
chen Sicherheitskräften handeln, weshalb er letztere nicht um Schutz er-
suchen könne. Bei den Angehörigen der Sicherheitskräfte handle es sich
um Singhalesen, welche überwiegend Buddhisten seien. Die Polizei habe
wohl aus diesen Gründen die Anzeige seiner Eltern – Tamilen hinduisti-
schen Glaubens – nicht entgegengenommen. F._ sei im Anschluss
an den Vorfall beim Tempel inhaftiert und gefoltert worden. Den Angehöri-
gen von F._ sei auf Nachfrage nicht gesagt worden, dass man die-
sen verhaftet habe, was auf eine irreguläre Festnahme hindeute. Das glei-
che Schicksal habe auch er zu befürchten. Die Verfolgung sei zudem ge-
zielt gegen ihn gerichtet und kausal für seine Flucht gewesen. Die Verfol-
gung sei im Zeitpunkt seiner Flucht noch aktuell gewesen, zumal das Inte-
resse der heimatlichen Behörden an seiner Person bis heute andauere.
Nachdem F._ aus der Haft geflüchtet sei, habe sich dieser – wie
seine beiden (Nennung Verwandte) – nach J._ begeben und Asyl
erhalten. Sodann liege es für die Behörden nahe, dass er wegen seines
(Nennung Verwandter) – einem ehemaligen I._-Mitglied – Verbin-
dungen zu dieser Bewegung habe, was als wichtiger Risikofaktor zu wer-
ten sei und angesichts der verschlechterten Menschenrechtslage infolge
des Regierungswechsels eine verstärkte Gefährdung seiner Person be-
deute. Im Übrigen bestehe keine innerstaatliche Wohnsitzalternative, zu-
mal er sich im Haus in H._ die ganze Zeit versteckt gehalten habe.
Er kehre zudem aus der Schweiz, einem politisch aktiven Hort der tamili-
schen Diaspora, in seine Heimat zurück. Als Tamile aus dem Norden mit
I._-Verbindungen müsse er angesichts der rigiden Kontrollen bei
der Einreise bereits dort mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einer menschen-
rechtswidrigen Behandlung oder gar mit dem Tod rechnen.
6.
6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten zum
Schluss, dass die Vorinstanz das Asylgesuch des Beschwerdeführers zu
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Recht abgelehnt hat. Im Wesentlichen kann auf die Erwägungen in der an-
gefochtenen Verfügung verwiesen werden. Die Ausführungen auf Be-
schwerdeebene sind nicht geeignet, zu einer anderen Beurteilung zu ge-
langen.
6.2 Das SEM hat mit zutreffender Begründung dargelegt, dass die vom
Beschwerdeführer geltend gemachten Vorkommnisse (Mithilfe beim
Ausreissen eines für Buddhisten heiligen Bodhi-Baums) nicht geeignet
sind, eine flüchtlingsrelevante Verfolgungssituation darzutun. Der in der
ausführlichen Beschwerdeschrift verschiedentlich geäusserten Auffas-
sung, die Vorsprache der Behördenvertreter und der buddhistischen
Mönche stelle eine religiös und ethnisch motivierte Verfolgung dar, ist als
nicht stichhaltig zu erachten. Die geltend gemachten Handlungen der
staatlichen Sicherheitsbehörden sind asylrechtlich nicht relevant, denn sie
dienen der Aufklärung eines gemeinrechtlichen Deliktes. Damit verbun-
dene Fahndungs- und Ermittlungsmassnahmen beruhen auf rechtsstaat-
lich legitimen Gründen, insbesondere der Aufrechterhaltung von Ruhe und
Ordnung. Derartige Massnahmen können daher nicht als staatliche
Verfolgung im Sinne des Asylgesetzes qualifiziert werden. Auch lassen die
Äusserungen der Polizisten gegenüber den Eltern des Beschwerdeführers
keine konkreten Anhaltspunkte erkennen, welche das Vorbringen einer
religiös und ethnisch motivierten Verfolgung in irgendeiner Weise stützen
würden (vgl. act. A35/17, F70, F72 und F73). Laut Beschwerdeführer sollen
in seinem Herkunftsgebiet keine grundsätzlichen Probleme zwischen
Buddhisten und Hindus bestehen (vgl. act. A35/17, F83). Er vermag des-
halb aus den allgemeinen Ausführungen in der Beschwerdeschrift (S. 14 f.)
zur religiösen Zusammensetzung der Bevölkerung und den sich daraus
ergebenden Spannungen im Land nichts zur Stützung seiner eigenen
Asylgründe abzuleiten.
6.3 Im Weiteren ist festzuhalten, dass gemäss Rechtsprechung des Bun-
desverwaltungsgerichts der sri-lankische Staat sowohl als schutzfähig als
auch schutzwillig gilt (vgl. dazu bspw. Urteile des BVGer E-6427/2017 vom
29. Juli 2019 E. 5.1.2 und E-557/2017 vom 17. Juli 2019 E. 6.2), weshalb
es dem Beschwerdeführer und seiner Familie bereits vor seiner Ausreise
offen gestanden wäre und es ihm im Bedarfsfall auch künftig offensteht,
sich bei allfälligen Übergriffen seitens unbekannter Dritter beziehungs-
weise seitens allenfalls aufgebrachter Buddhisten (vgl. act. A35/17, F71)
an die Behörden zu wenden, um Schutz respektive Hilfe zu erhalten. In
diesem Zusammenhang stellt das Gericht fest, dass sich der Beschwerde-
führer bezüglich des angeblichen Übergriffs auf das Elternhaus und seinen
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Seite 9
(Nennung Verwandter) einerseits noch gar nie selber an die Polizei gewen-
det haben will, weshalb er diese Untätigkeit selber zu verantworten hat.
Andererseits steht sowohl seinen Eltern als auch ihm selber im Fall einer
allenfalls von der Polizei nicht entgegengenommenen Anzeige, wie dies
vorliegend geschehen sei, die Möglichkeit offen – nötigenfalls mit Hilfe ei-
nes Anwalts – sich an eine andere oder übergeordnete Stelle zu wenden,
um sich Gehör zu verschaffen. Der Beschwerdeführer vermag mit seinen
Darlegungen zur Haft und Folter von F._, dessen Freilassung und
Flucht nach J._, wo dieser – wie auch seine beiden, sich ebenfalls
dort aufhaltenden (Nennung Verwandte) – Asyl erhalten hätten, aber von
den sri-lankischen Behörden noch immer gesucht würden (Beschwerde-
schrift S. 19, Ziff. 40), kein weiterhin bestehendes Interesse der sri-lanki-
schen Sicherheitskräfte an seiner Person herzuleiten. So stellen sich diese
Aussagen als pauschale und unbelegte Parteibehauptungen dar und es ist
auch nicht ersichtlich, aus welchen Gründen seine (Nennung Verwandte)
oder F._ Asyl in J._ erhalten haben sollen. Daran vermag
auch die auf Beschwerde eingereichte Kopie des (Nennung Beweismittel)
von F._ nichts zu ändern. Zwar geht daraus hervor, dass F._
in J._ eine Aufenthaltsgenehmigung erhielt, nicht jedoch die
Gründe, die zur Erteilung derselben geführt haben. Sodann stellt dieses
Dokument auch kein Beweis dafür dar, dass es sich bei F._ tatsäch-
lich um den vom Beschwerdeführer in der Anhörung genannten, beim Vor-
fall mitbeteiligten Dorfbewohner handelt. Der Beschwerdeführer nannte im
Verlauf der Anhörung zu keinem Zeitpunkt einen Namen dieses Dorfbe-
wohners, bezeichnete ihn lediglich als "diesen Mann" oder "diese Person"
und gab auf explizite Nachfrage an, er wisse nur, dass diese Person aus
E._ sei (vgl. act. A35/17, F45, F46, F48, F51, F79). Dem erwähnten
(Nennung Beweismittel) kann deshalb keinerlei Beweiswert beigemessen
werden.
6.4 Im Weiteren ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer seine Heimat
eigenen Angaben zufolge legal mit seinem eigenen Reisepass – den er
sich den Angaben nach bereits im Jahr (...) für seine Reise nach L._
hatte ausstellen lassen (vgl. act. A35/17, S. 13, F43 f. und F111) – via den
streng kontrollierten Flughafen K._ verlassen hat. Er konnte mit sei-
nem eigenen Pass von K._ aus normal ausreisen, wobei er alleine
durch die Kontrolle gekommen ist und nirgendwo Probleme gehabt hat (vgl.
act. A35/17, S. 13, F109 f, S. 14, F113.). Diese problemlose legale Aus-
reise des Beschwerdeführers spricht gegen ein staatliches Verfolgungsin-
teresse an seiner Person und bestätigt das vorstehend Ausgeführte.
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6.5 Schliesslich hat die Vorinstanz zu Recht erwogen, es bestehe aufgrund
der Angaben des Beschwerdeführers kein begründeter Anlass zur An-
nahme, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahr-
scheinlichkeit oder in absehbarer Zukunft asylrelevanten Verfolgungs-
massnahmen ausgesetzt sein werde. Der – weder in Sri Lanka noch in der
Schweiz politisch aktive – Beschwerdeführer weist keine Risikofaktoren im
Sinne des Referenzurteils E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 auf, aufgrund
derer davon auszugehen wäre, dass er bei einer Rückkehr mit beachtlicher
Wahrscheinlichkeit asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt
wäre. Nach Ansicht des Gerichts hat der Beschwerdeführer vorliegend
keine Massnahmen zu befürchten, die über einen sogenannten Back-
ground Check (Befragungen, Überprüfung von Auslandsaufenthalten und
Tätigkeiten in Sri Lanka und im Ausland) hinausgehen. Es bestehen keine
Anhaltspunkte, dass er wegen vermuteter Verbindungen zu den I._
ins Visier der heimatlichen Behörden geraten ist. Zwar sei sein (Nennung
Verwandter) bei den I._ gewesen, welche dieser vor Kriegsende
verlassen habe, und der nach dem Krieg ein Rehabilitationsprogramm
durchlaufen habe. Diesbezüglich habe sein (Nennung Verwandter), der
nach seiner Ausreise – und auch schon vorher – ab und zu befragt worden
sei, keine Probleme wegen der I._-Vergangenheit erfahren (vgl.
act. A35/17, S. 12, F95). Dieser Umstand für sich lässt noch nicht den
Schluss zu, dass der Beschwerdeführer zu jener Gruppe zu zählen ist, die
bei einer Rückkehr mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer
Zukunft ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hat.
Daran ändert auch nichts, dass seine (Nennung Verwandte) im (Nennung
Zeitpunkt) behördlich kontrolliert und nach ihm gefragt worden sei (vgl. act.
A35/17, S. 14, F120). Wie vorstehend dargelegt, hat der Beschwerdeführer
nicht darzulegen vermocht, im Zeitpunkt der Ausreise flüchtlingsrechtlich
relevant gefährdet gewesen zu sein. Es ergeben sich aus den Akten keine
konkreten Hinweise, dass die Behörden den Beschwerdeführer ernsthaft
verdächtigen würden, in massgeblicher Weise in Verbindung mit der
I._ gestanden zu sein oder Kontakt zu Kaderleuten der Organisa-
tion gehabt zu haben, zumal die Äusserungen der Polizei im Rahmen der
Vorsprachen bei seinen Eltern weder in diese Richtung hindeuten noch
konkrete Vorhaltungen diesbezüglich gemacht wurden. Auch sind die poli-
zeiliche Aufforderung, der Beschwerdeführer habe sich bei ihnen zu mel-
den, oder die allfällige Eröffnung eines Strafverfahrens nicht geeignet, eine
entsprechende asylrelevante Gefährdung des Beschwerdeführers zu be-
gründen, zumal solche Ermittlungshandlungen rechtsstaatlich legitim er-
scheinen und keine Anzeichen für eine damit verbundene asylrelevante
Verfolgungsabsicht durch die sri-lankischen Behörden erkennbar ist. Es
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Seite 11
besteht vor diesem Hintergrund kein Grund zur Annahme, dass der Be-
schwerdeführer auf der „Watch“- oder der „Stop“-Liste eingetragen ist –
dies umso mehr, als er wie dargelegt sein Heimatland legal und kontrolliert
verlassen hat. Aus temporären Reisepapieren vermag er ebenfalls keine
Gefährdung abzuleiten (vgl. statt vieler Urteil des BVGer E-1109/2016 vom
29. März 2018 E. 7.5). Diese Einschätzung gilt auch unter Berücksichti-
gung der aktuellen politischen Lage in Sri Lanka. Die Präsidentschaftswah-
len von November 2019 und daran anknüpfende Ereignisse vermögen
diese Einschätzung nicht in Frage zu stellen (vgl. dazu im Einzelnen: Urteil
des BVGer E-1156/2020 vom 20. März 2020 E. 6.2). Diesbezüglich ist im
Einzelfall zu prüfen, ob ein persönlicher Bezug der asylsuchenden Perso-
nen zur Präsidentschaftswahl vom 16. November 2019 respektive deren
Folgen besteht. Für den Beschwerdeführer ist das nicht der Fall.
6.6 Die Vorinstanz hat demnach zu Recht festgestellt, dass der Beschwer-
deführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt und sein Asylgesuch ent-
sprechend abgewiesen.
7.
Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt
es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug
an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44
AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine aus-
länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Er-
teilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht
angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
8.
8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungs-
vollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts
der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigen-
schaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich
ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24
E. 10.2 m.w.H.).
8.2
8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz (insb. Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 FK, Art. 25 Abs. 3 BV,
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Seite 12
Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an-
dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder
Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der Ausländerin
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-
gegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der
Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im
Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürger-
krieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet
sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von
Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Der Vollzug ist
schliesslich nicht möglich, wenn die Ausländerin oder der Ausländer weder
in den Heimat- oder in den Herkunftsstaat noch in einen Drittstaat ausrei-
sen oder dorthin gebracht werden kann (Art. 83 Abs. 2 AIG).
8.2.2 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung mit zutreffender
Begründung erkannt, dass der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der
Nichtrückschiebung mangels Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft keine
Anwendung findet und keine anderweitigen völkerrechtlichen Vollzugshin-
dernisse erkennbar sind. Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwal-
tungsgerichts lassen weder die Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie noch
die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka den Wegweisungs-
vollzug als unzulässig erscheinen (vgl. E-1866/2015 E. 12.2 f.). An der La-
geeinschätzung in E-1866/2015 ist weiterhin festzuhalten. Auch der Euro-
päische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat wiederholt festge-
stellt, dass nicht generell davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen
drohe in Sri Lanka eine unmenschliche Behandlung. Eine Risikoeinschät-
zung müsse im Einzelfall vorgenommen werden (vgl. Urteil des EGMR R.J.
gegen Frankreich vom 19. September 2013, 10466/11, Ziff. 37). Weder aus
den Vorbringen des Beschwerdeführers noch in anderweitiger Hinsicht er-
geben sich konkrete Anhaltspunkte dafür, dass er im Falle einer Ausschaf-
fung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer gemäss
der EMRK oder der FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt
wäre. Dies gilt auch unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Präsident-
schaftswahlen von November 2019 und des diplomatischen Konflikts zwi-
schen der Schweizer Botschaft und den sri-lankischen Behörden.
Der Vollzug der Wegweisung ist somit sowohl im Sinne der flüchtlings- als
auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.
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Seite 13
8.3
8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
8.3.2 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und
den I._ ist im Mai 2009 zu Ende gegangen, und es herrscht weder
Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt (vgl. BVGE 2011/24
E. 13.2.1). Gemäss Rechtsprechung ist der Wegweisungsvollzug in die
Nord- und Ostprovinz zumutbar, wenn das Vorliegen der individuellen Zu-
mutbarkeitskriterien bejaht werden kann (vgl. Referenzurteile des BVGer
E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 13.2; D-3619/2016 vom 16. Oktober
2017 E. 9.5). An dieser Einschätzung vermögen die Gewaltvorfälle in Sri
Lanka vom 21. April 2019, der gleichentags von der sri-lankischen Regie-
rung verhängte und am 28. August 2019 aufgehobene Ausnahmezustand
sowie die mit den Wahlen im November 2019 zusammenhängenden ge-
walttätigen Ausschreitungen nichts zu ändern (vgl. dazu statt vieler Urteil
des BVGer E-895/2020 vom 15. April 2020 E. 9.3).
8.3.3 Vorliegend sprechen auch keine individuellen Gründe gegen die Zu-
mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs Das SEM hat sich eingehend mit der
Frage der Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung des aus C._,
Distrikt D._, stammenden Beschwerdeführers befasst und die Zu-
mutbarkeit bejaht. Diese Erwägungen sind zu bestätigen. Der Beschwer-
deführer setzt diesen Feststellungen nichts Substanzielles entgegen. Je-
denfalls vermag die blosse Behauptung, er verfüge bei einer Rückkehr
über keine finanzielle Absicherung, es könne nicht von einem familiären
Netz oder von weiteren Verwandten ausgegangen werden, die ihn finanzi-
ell unterstützen könnten, es sei nicht davon auszugehen, dass er einer Ar-
beit nachgehen könne, ohne diesbezüglich konkrete Anhaltspunkte aufzu-
zeigen, nicht zu überzeugen. Laut seinen Angaben gehe es seinen Eltern,
mit denen er in Kontakt stehe, gut; der (Nennung Verwandter) besitze
(Nennung Geschäft) und arbeite zudem (Nennung Tätigkeit). Zudem hal-
ten sich diverse weitere Verwandte und Familienangehörige in diversen
Orten seines Herkunftsdistrikts auf. Der Beschwerdeführer hat in der
Schule das A-Level abgeschlossen und arbeitete vor seiner Ausreise meh-
rere Jahre in (Nennung Tätigkeit) (vgl. act. A35/17, S. 4 f.). Somit verfügt
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er an seinem Herkunftsort über ein familiäres Beziehungsnetz, eine gesi-
cherte Wohnsituation und Erwerbsmöglichkeiten. Es ist demnach davon
auszugehen, dass sich der grundsätzlich gesunde Beschwerdeführer in
seiner Heimat beruflich wieder integrieren und auf ein tragfähiges Bezie-
hungsnetz zurückgreifen kann, welches ihn nach einer Rückkehr im Be-
darfsfall unterstützen kann.
Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als
zumutbar.
8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-
gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-
sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE
2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu
bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-
rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und praxisgemäss auf insgesamt
Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]). Der am 27. August 2020 der gleichen Höhe ge-
leistete Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu ver-
wenden.
(Dispositiv nächste Seite)
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