Decision ID: 2f364847-3f89-4a15-b69a-04ec536aa893
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Im Herbst 2021 legte A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) die Be-
rufsprüfung für Immobilienvermarkterin/Immobilienvermarkter ab. Mit Ver-
fügung vom 29. November 2021 teilte ihm die Schweizerische Fachprü-
fungskommission der Immobilienwirtschaft SFPKIW (nachfolgend: Erstin-
stanz) mit, dass er die Prüfung bestanden und die folgenden Prüfungsteil-
noten erzielt habe:
- Recht 4.5
- Bauliche Kenntnisse
4.5
- Immobilienmarketing* 4.5*
- Liegenschaftsverkauf* 4.0*
- Immobilienmarketing und -verkauf mündlich* 4.5*
- Projektarbeit (schriftlich: 3.0/ mündlich: 3.0)* 3.0*
Schlussnote (Gewichtetes Mittel) 4.1
*Diese Noten zählen doppelt
B.
Den Prüfungsentscheid der Erstinstanz focht der Beschwerdeführer mit
Beschwerde vom 6. Januar 2022 beim Staatssekretariat für Bildung, For-
schung und Innovation SBFI (nachfolgend: Vorinstanz) an. Er beantragte,
der Entscheid sei insofern aufzuheben bzw. abzuändern, als dass die von
ihm verfasste Projektarbeit schriftlich (Note 3.0) und die Projektarbeit Prä-
sentation (Note 3.0) je mit der Note 5.0 zu bewerten seien, eventualiter sei
ein Fachgutachten einzuholen. Das gesamte Prüfungsergebnis sei statt mit
der Note 4.1 (rite) neu mit mindestens der Note 4.5 (cum laude) zu bewer-
ten. Im Weiteren sei ihm vollständige Akteneinsicht zu gewähren. Eventu-
aliter sei die Sache an die Erstinstanz zurückzuweisen. Zur Begründung
der Beschwerdelegitimation bzw. des Rechtsschutzinteresses führte er an,
dass aufgrund der falschen Benotung der zentralen Projektarbeit seine Be-
werbung von künftigen potentiellen Arbeitgebern oder Auftraggebern nicht
berücksichtigt werde. Die Teilnote stehe in einem krassen Missverhältnis
zu seinen übrigen Noten und sei nicht nachvollziehbar. Es sei von markan-
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ten formellen Mängeln wie etwa einer Verwechslung oder einem Verschrei-
ben auszugehen. Er habe zu Unrecht keine Akteneinsicht in die schriftlich
zu erstellenden Aufzeichnungen erhalten, welche zur Aufklärung des Irr-
tums hätten führen können.
C.
Mit Entscheid vom 8. Februar 2022 trat die Vorinstanz auf die Beschwerde
des Beschwerdeführers gegen die Verfügung vom 29. November 2021
nicht ein. Sie begründete ihren Entscheid mit dem Fehlen eines aktuellen
praktischen Interesses an der Beschwerde.
D.
Mit Eingabe vom 14. März 2022 hat der Beschwerdeführer den Nichtein-
tretensentscheid der Vorinstanz beim Bundesverwaltungsgericht ange-
fochten. Er beantragt, die Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz sei
anzuweisen, auf die Beschwerde vom 6. Januar 2022 einzutreten. Auch
wenn seinem Akteneinsichtsgesuch zwischenzeitlich teilweise entspro-
chen worden sei, sei das rechtliche Gehör mehrfach verletzt worden. Trotz
der knapp bestandenen Prüfung sei ein genügendes Rechtsschutzinte-
resse gegeben, da er bei Gutheissung seiner Anträge eine höhere Qualifi-
kationsstufe, nämlich statt der Note 4.1 (rite) neu die Note 4.5 (cum laude)
erreichen würde. Jeder zukünftige potentielle Arbeitgeber/Auftraggeber
werde in der massgeblichen Branche von einer Anstellung/Auftragsertei-
lung eher absehen als bei einer Bewertung der Projektarbeit (schriftlich und
mündliche Präsentation) mit mindestens der Note 5.0.
E.
In der Vernehmlassung vom 14. April 2022 beantragt die Vorinstanz die
Abweisung der Beschwerde vom 14. März 2022. Die vom Beschwerdefüh-
rer mit einer Notenerhöhung geltend gemachten Vorteile auf dem Arbeits-
markt seien nicht geeignet, ein schutzwürdiges tatsächliches Interesse an
der Beschwerde zu begründen.
Die Erstinstanz liess sich innert Frist nicht vernehmen.
F.
Mit Verfügung vom 3. Mai 2022 stellte die Instruktionsrichterin dem Be-
schwerdeführer die Vernehmlassung sowie das Aktenverzeichnis der
Vorakten zu und gab ihm Gelegenheit zur Einreichung von Bemerkungen.
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G.
Mit Schreiben vom 16. Mai 2022 hält der Beschwerdeführer an seinen Be-
schwerdebegehren fest und verzichtet auf weitere Ausführungen.
H.
Auf die weiteren Vorbringen und die eingereichten Unterlagen der Parteien
wird – soweit entscheidwesentlich – in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Der Entscheid der Vorinstanz vom 8. Februar 2022 über das Nichteintreten
auf die Beschwerde vom 6. Januar 2022 stellt eine Verfügung im Sinne von
Art. 5 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. De-
zember 1968 (VwVG, SR 172.021) dar. Das Bundesverwaltungsgericht ist
für die Beurteilung der Streitsache zuständig (Art. 31 und Art. 33 Bst. d des
Bundesgesetzes über das Bundesverwaltungsgericht vom 17. Juni 2005
[Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32]; Art. 61 Abs. 2 des Bundes-
gesetzes über die Berufsbildung vom 13. Dezember 2002 [Berufsbildungs-
gesetz, BBG, SR 412.10]).
Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen
und ist durch den angefochtenen Nichteintretensentscheid beschwert. Er
hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung
und ist zur Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG).
Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 50 Abs. 1 und
Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist nach rechtzeitiger Leistung des Kostenvorschus-
ses (Art. 63 Abs. 4 VwVG) einzutreten.
2.
In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer eine mehrfach verweigerte
Akteneinsicht und eine Verletzung der Begründungspflicht, weil die Vorin-
stanz in der angefochtenen Verfügung nicht auf die gerügte Verletzung des
rechtlichen Gehörs eingegangen sei.
2.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfas-
sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV;
SR 101]) umfasst als Mitwirkungsrecht all jene Befugnisse, die einer Partei
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einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam
zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1). Die von einer Ver-
fügung betroffene Person hat insbesondere das Recht, zu den wesentli-
chen Punkten Stellung nehmen zu können, bevor der Entscheid gefällt
wird; dazu muss sie vorweg Einsicht in die massgeblichen Akten nehmen
können (vgl. BGE 132 II 485 E. 3.2). Nach konstanter Rechtsprechung un-
terliegen Protokolle – jedenfalls dann, wenn deren Erstellung reglementa-
risch vorgeschrieben ist – der Akteneinsicht; Aufzeichnungen der Exami-
natoren bzw. internen Notizen kommt bloss die Bedeutung einer Gedan-
kenstütze zur Vorbereitung des Prüfungsentscheides zu. Solche Aufzeich-
nungen sind nicht beweiserheblich und gehören nicht zu den Verfahrens-
akten bzw. unterliegen nicht der Akteneinsicht (vgl. BGE 113 Ia 286 E. 2d,
Urteile des BGer 2D_13/2021 vom 11. März 2022 E. 3.1.1, 2C_505/2019
vom 13. September 2019 E. 4.1.1, 2D_2/2010 vom 25. Februar 2011 E. 6
m.w.H.; Urteile des BVGer B-2880/2018 vom 19. März 2020 E. 5 und
B-3872/2020 vom 29. März 2021 E. 5.2 m.w.H.; STEPHAN BRUNNER, in:
Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum VwVG, 2. Aufl. 2019,
Art. 26 N. 38). Die in verschiedenen Prüfungsordnungen verankerte Ver-
pflichtung der Experten, Notizen zum Prüfungsgespräch und zu dessen
Ablauf zu erstellen, entspricht nach ständiger Rechtsprechung des Bun-
desverwaltungsgerichts keiner Pflicht zur eigentlichen Protokollierung der
mündlichen Prüfung; die entsprechenden Notizen unterliegen nicht dem
Akteneinsichtsrecht (vgl. Urteile des BVGer B-2880/2018 vom 19. März
2020 E. 5.5.1, B-4383/2016 vom 18. September 2018 E. 8.2, B-3560/2013
vom 13. Januar 2014 E. 5.4.2 und B-6604/2010 vom 29. Juni 2011 E. 5.3.1
m.w.H.).
2.2 Aus den Vorakten gehen eine Mailanfrage hervor, in welcher der Be-
schwerdeführer die Erstinstanz um Akteneinsicht ersucht hat, sowie ein
Schreiben seines Vertreters mit dem Gesuch um Einsichtnahme «in Proto-
kollauszüge/Aufzeichnungen der Kommission/Prüfungsexperten». Die an
die Vorinstanz gerichtete Beschwerde enthält sodann einen Antrag auf
«Akteneinsicht in die Prüfungsbewertungen/entsprechende Aufzeichnun-
gen betr. Projektarbeit schriftlich und Projektarbeit Präsentation». Vor dem
Bundesverwaltungsgericht führt der Beschwerdeführer aus, er habe zwi-
schenzeitlich teilweise, aber nicht vollständige Akteneinsicht erhalten. Kon-
krete Angaben macht er aber nicht und nennt auch keine Dokumente, in
welche er keine Einsicht erhalten habe. Akteneinsicht ist, wie gesehen
(E. 2.1), in die entscheidrelevanten Prüfungsakten, wie etwa reglementa-
risch (formell) vorgesehenen Protokolle, zu gewähren. An der vor dem Bun-
desverwaltungsgericht abgeschwächten, pauschal vorgetragenen Rüge,
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-II-286%3Ade&number_of_ranks=0#page286 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F132-II-485%3Ade&number_of_ranks=0#page485 http://links.weblaw.ch/2D_2/2010
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es sei ihm zwischenzeitlich (nur) teilweise Akteneinsicht gewährt worden,
lässt sich nicht erkennen, ob die – von ihm nicht näher bezeichneten, an-
geblich fehlenden – Dokumente dem Akteneinsichtsrecht unterliegen.
Ohne konkretisierende Angaben ist auch nicht erkennbar, inwiefern die
Vorinstanz seinen Vorbringen in der Entscheidbegründung keine genü-
gende Beachtung geschenkt haben soll. Nachdem es der rechtlich vertre-
tene Beschwerdeführer auch nach Zustellung des Aktenverzeichnisses un-
terlässt, zu erklären, in welche Akten er keine Einsicht erhalten habe bzw.
welche Dokumente fehlten, erweist sich seine Rüge als unbegründet.
3.
Weiter zu prüfen ist, ob die Vorinstanz zu Recht nicht auf die Beschwerde
gegen die Verfügung der Erstinstanz vom 29. November 2021 eingetreten
ist.
3.1 In der Regel bildet in einem Beschwerdeverfahren nur das Prüfungser-
gebnis als solches das Anfechtungsobjekt. Den einzelnen Noten kommt im
Allgemeinen lediglich Begründungscharakter zu und sie haben prinzipiell
keinen Einfluss auf die Rechtsstellung der Betroffenen. Einzelnoten sind
daher im Normalfall grundsätzlich nicht selbständig anfechtbar, es sei
denn, es bestehe ein schutzwürdiges Interesse an der Anfechtung. Das
schutzwürdige Interesse besteht im praktischen Nutzen, der sich ergeben
würde, wenn der Beschwerdeführer mit seinem Anliegen obsiegen würde
und dadurch seine tatsächliche oder rechtliche Situation unmittelbar beein-
flusst werden könnte (BGE 141 II 14 E. 4.4). Ein solches Interesse an der
Anfechtung von Einzelnoten wird nach der Rechtsprechung bejaht, wenn
aufgrund einzelner Noten das Nichtbestehen, eine andere Rechtsfolge
(wie der Ausschluss von der Weiterbildung) oder ein Prädikat in Frage
steht, für das die Prüfungsordnung vorgibt, wie es zu bestimmen ist (vgl.
statt vieler: BGE 136 I 229 E. 2.2 und 2.6; BVGE 2016/4 E. 5.3.2.1 f. und
2015/6 E. 1.3.1; Urteile des BVGer B-4353/2021 vom 26. April 2022 E. 3.4,
B-5256/2019 vom 23. Juli 2020 E. 4, B-5185/2019 vom 6. März 2020 E. 4.1
und B-2390/2019 vom 26. August 2019 E. 3.2). Die selbständige Anfecht-
barkeit einer Einzelnote wird auch bejaht, wenn eine Erhöhung der betref-
fenden Note nach dem jeweils einschlägigen Prüfungsreglement dazu
führt, dass die Prüfung in Bezug auf dieses Fach nicht wiederholt werden
muss (vgl. BVGE 2016/4 E. 5.3.2.2, 2015/6 E. 1.3.1, 2009/10 E. 6.2.1 ff.;
Urteil des BVGer B-2390/2019 vom 26. August 2019 E. 3.2). Noch kein
aktuelles praktisches Interesse an der Überprüfung einer Einzelnote bildet
hingegen die Möglichkeit, dass eine Anstellung arbeitgeberseitig gegebe-
nenfalls von der Notenhöhe abhängig gemacht werden könnte. Denn darin
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liegt eine lediglich faktische Auswirkung der Note auf die Berufschancen
der Betroffenen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2P.208/2005 vom 8. Sep-
tember 2005 E. 2.1 und 2P.177/2002 vom 7. November 2002 E. 5.2.2; Ur-
teil des BVGer B-2390/2019 vom 26. August 2019 E. 3.2; HESELHAUS/SEI-
BERTH, Darf "Dummheit" bestraft werden? Zur juristischen Kontrolle von
Bewertungen, in Ackermann/Bommer [Hrsg.], Liber Amicorum für Dr. Mar-
tin Vonplon, 2009, S. 173 ff., 180 f.).
3.2 Die Prüfungsordnung über die Berufsprüfung für Immobilienvermarkte-
rin/Immobilienvermarkter vom 25. April 2012 (geändert am 27. März 2017)
legt die Modalitäten der Berufsprüfung fest. Nach Ziff. 6.41 ist die Prüfung
bestanden, wenn die Gesamtnote mindestens 4.0 beträgt (Bst. a), höchs-
tens in einem Prüfungsteil eine Note unter 4.0 erteilt wird (Bst. b), keine
Prüfungsteilnote unter 3.0 liegt (Bst. c) und das auf eine Dezimale gerun-
dete Mittel der Prüfungsteile 3, 4 und 5 den Wert 4.0 nicht unterschreitet
(Bst. d). Wer die Prüfung nicht bestanden hat, kann die Prüfung zweimal
wiederholen, wobei sich die erste Wiederholungsprüfung nur auf jene Prü-
fungsteile bezieht, in denen nicht mindestens die Note 5.0 erzielt wurde;
die zweite bezieht sich dagegen auf alle Prüfungsteile der ersten Wieder-
holungsprüfung (vgl. Ziff. 6.51 und 6.52 der Prüfungsordnung). Mindestens
zwei Expertinnen oder Experten beurteilen die schriftlichen Prüfungsarbei-
ten und legen gemeinsam die Note fest (Ziff. 4.42 der Prüfungsordnung).
Mindestens zwei Expertinnen oder Experten nehmen die mündlichen Prü-
fungen ab, erstellen Notizen zum Prüfungsgespräch sowie zum Prüfungs-
ablauf, beurteilen gemeinsam die Leistungen und legen die Note fest
(Ziff. 4.43 der Prüfungsordnung). Die Prüfungskommission beschliesst im
Anschluss an die Prüfung an einer Sitzung über das Bestehen der Prüfung
(Ziff. 4.51 der Prüfungsordnung) und stellt ein Zeugnis aus, das zumindest
die Noten in den einzelnen Teilprüfungen und die Gesamtnote der Prüfung
sowie das Bestehen oder Nichtbestehen der Prüfung enthält (Ziff. 6.44
Bst. a und b der Prüfungsordnung). Gegen die Nichtzulassung zur Ab-
schlussprüfung und die Verweigerung des Fachausweises kann Be-
schwerde eingereicht werden (Ziff. 7.31 der Prüfungsordnung).
3.3 Der Beschwerdeführer begründet sein Rechtsschutzinteresse an der
Anfechtung der Prüfungsteilnote Projektarbeit (3.0) damit, dass ihm mit der
höheren Note die höhere Qualifikationsstufe 4.5 (cum laude) zustehe. Aus-
serdem werde er mit der klar negativen Prüfungsteilnote bei seinem wirt-
schaftlichen Fortkommen, insbesondere bei Stellen- oder Auftragsbewer-
bungen, stark beeinträchtigt.
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3.4 Rechtlich wird mit dem Prüfungsentscheid der Erstinstanz vom 29. No-
vember 2021 einzig ausgedrückt, ob der Kandidat die Berufsprüfung be-
standen hat und den Fachausweis erhält. Anfechtungsobjekt ist das Prü-
fungsergebnis als solches (vgl. Ziff. 7.31 der Prüfungsordnung). Die Noten
der einzelnen Fächer sind Teil der in der Prüfungsordnung vorgesehenen
Bewertung, welche Grundlage, mithin Begründung für das Bestehen oder
Nichtbestehen der Höheren Fachprüfung und der Erteilung oder Verweige-
rung des Fachausweises ist.
Einzelnoten stellen ebenso wie der Notendurchschnitt bei positivem Exa-
mensergebnis grundsätzlich kein selbstständiges Anfechtungsobjekt dar,
wenn sie die Rechtslage des Prüfungskandidaten nicht weitergehend zu
beeinflussen vermögen (vgl. E. 3.1; BGE 136 I 229 E. 2.2). Das Vorbringen
des Beschwerdeführers, ihm entgehe bei einer fehlenden Überprüfung der
positiven Gesamtnote das Prädikat 4.5 (cum laude), findet keine Grundlage
in der Prüfungsordnung. Der Prüfungsordnung lässt sich nur entnehmen,
dass aus dem Zeugnis hervorgehen muss, ob er die Prüfung bestanden
oder nicht bestanden habe; weitere Qualifikationsstufen sind weder er-
wähnt, noch wird deren Zustandekommen beschrieben (vgl. Ziff. 6.41, 6.42
und 6.44 Bst. b der Prüfungsordnung). An die beanstandete Einzelnote
knüpft daher kein Prädikat «cum laude» an, für das die Prüfungsordnung
vorgibt, wie es zu bestimmen ist.
Auch das Vorbringen, dass jeder zukünftige potentielle Arbeitgeber in der
massgebenden Branche aufgrund der mit der Note 3.0 bewerteten Projekt-
arbeit bei einer Bewerbung von einer Anstellung eher absehen werde, be-
gründet praxisgemäss noch kein konkretes Rechtsschutzinteresse und da-
mit keine Anfechtbarkeit der Einzelnote. Dies gilt auch für die (unbelegte)
Behauptung, er müsse die Prüfungsergebnisse bei einer Stellen- oder Auf-
tragsbewerbung bekanntgeben, ohne Möglichkeit, zusätzliche Erklärungen
abzugeben. Daran vermag – ungeachtet ob dem tatsächlich so ist – auch
nichts zu ändern, wenn der Beschwerdeführer vorbringt, dass es sich bei
der Projektarbeit mit dem Titel [...] um den wichtigsten Prüfungsteil handle.
Soweit er mit Verweis auf das (nicht rechtskräftige) Urteil VB.2021.00409
vom 26. August 2021 des Verwaltungsgerichts Zürich auf ein Rechts-
schutzinteresse an der Anfechtung der Einzelnote schliesst, ist festzuhal-
ten, dass Entscheide des kantonalen Verwaltungsgerichts keine präjudizi-
elle Wirkung für das Bundesverwaltungsgericht entfalten. Wie dieses in sei-
ner Praxis vielmehr festgehalten hat, bleibt es ohne konkrete Nachweise
letztendlich spekulativ bzw. rein hypothetisch, ob sich eine bessere Einzel-
note bei zukünftigen Bewerbungen auszahlen könnte (vgl. Urteil des
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BVGer B-2390/2019 vom 26. August 2019 E. 3.5). Der Beschwerdeführer
vermag somit nicht darzulegen, dass eine Anhebung der Einzelnote tat-
sächlich einen Vorteil mit sich bringt. Die Einzelnote ist demnach nicht an-
fechtbar.
4.
Zusammenfassend ist die Beschwerde als unbegründet abzuweisen. Der
Beschwerdeführer hat die Prüfung bestanden. Weder die Einzelnote 3.0
noch der Notendurchschnitt 4.1 entfalten einen weitergehenden rechtli-
chen Nachteil, weshalb nicht vom Vorliegen eines Anfechtungsobjektes
auszugehen ist. Die Vorinstanz ist daher mit Verfügung vom 8. Februar
2022 zu Recht nicht auf die Beschwerde vom 6. Januar 2022 eingetreten.
Auf die Vorbringen betreffend die Bewertung der Projektarbeit ist daher
nicht mehr weiter einzugehen.
5.
Entsprechend dem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer die Ver-
fahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie Art. 1 ff. des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Verfahrens-
kosten werden mit Blick auf den Verfahrensaufwand und die Schwierigkeit
der Streitsache auf Fr. 1'000.– festgesetzt (Art. 63 Abs. 4bis VwVG, Art. 2
Abs. 1 VGKE). Der geleistete Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Ver-
fahrenskosten zu verwenden. Eine Parteientschädigung wird bei diesem
Verfahrensausgang nicht ausgerichtet (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1
und 3 VGKE).
6.
Nach Art. 83 Bst. t des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG,
SR 173.110) ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten
an das Bundesgericht unzulässig gegen Entscheide über das Ergebnis von
Prüfungen und anderen Fähigkeitsbewertungen, namentlich auf den Ge-
bieten der Schule, der Weiterbildung und der Berufsausübung. Unter die-
sen Ausschlussgrund fallen Prüfungsergebnisse im eigentlichen Sinn, aber
auch alle anderen Entscheide, die sich auf eine Bewertung der intellektu-
ellen oder physischen Fähigkeiten oder die Eignung eines Kandidaten be-
ziehen (vgl. BGE 147 I 73 E. 1.2.1 und 138 II 42 E. 1.1, je mit weiteren
Hinweisen). Wenn andere Entscheide im Zusammenhang mit einer Prü-
fung strittig sind, insbesondere solche organisatorischer oder verfahrens-
rechtlicher Natur, bleibt das Rechtsmittel zulässig (vgl. BGE 147 I 73
E. 1.2.1 mit weiteren Hinweisen).
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