Decision ID: bcafb957-e4c5-4713-9e37-f9f07fbff7da
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 15.11.2013 Art. 1, 4 und 13 OHG. Die Straftat muss adäquat kausal für den Schaden sein. Dies lässt sich vorliegend nicht beurteilen, weshalb der Sachverhalt weiter abzuklären ist (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. November 2013, OH 2013/1.)
Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider
und Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer
Entscheid vom 15. November 2013
in Sachen
A._,
Rekurrentin,
vertreten durch Reto Gnägi, pat. Rechtsagent, RG Consulting, Hauptstrasse 59,
9113 Degersheim,
gegen
Stiftung Opferhilfe der Kantone SG/AI/AR, Teufenerstrasse 11, Postfach, 9001 St.
Gallen,
Vorinstanz,
betreffend
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Kostenübernahme (sozialpädagogische Familienbegleitung und Unterbringung in
Pflegefamilie)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (Versicherte), war seit dem 4. September 2009 bei lic. phil. B._,
Psychotherapeutin, Praxis für psychische Gesundheit, St. Gallen, in Einzeltherapie,
nachdem sie gegen ihren Grossvater Strafanzeige wegen Verdachts auf sexuellen
Missbrauch eingereicht und dieser in der Folge Suizid begangen hatte (act. G 7.1.2).
A.b Am 19. November 2009 erteilte die Stiftung Opferhilfe der Kantone SG/AI/AR der
Versicherten gestützt auf das Gesuch der In Via, Fachstelle für Kindesschutz, Opferhilfe
für Kinder und Jugendliche, St. Gallen, vom 5. Oktober 2009 Kostengutsprache für
20 Psychotherapiestunden bei lic. phil. B._ bis maximal Fr. 2'900.-- (act. G 7.1.4b).
Mit Gefährdungsmeldung vom 9. Mai 2011 ersuchte die Psychotherapeutin die
Gemeindeverwaltung C._ um Prüfung vormundschaftlicher Massnahmen, da sich bei
der Versicherten nach wie vor eine grosse Instabilität sowie grosse Schwierigkeiten in
zwischenmenschlichen Beziehungen zeigten. Die Eltern der Versicherten seien an ihre
erzieherischen Grenzen gestossen und wirkten hilflos und ohnmächtig. Entsprechend
stehe die Familienarbeit im Zentrum der Therapie. Zudem werde aktuell auf Initiative
der Versicherten ein Time Out auf einem Pferdestall in D._ durch die Mutter
unterstützt und vorläufig finanziert. Aus psychologischer Sicht wirke ein solches Time
Out aber nur kurzfristig. Die Versicherte sei auf Grund der traumatischen Erfahrungen
sowie ihrer Persönlichkeitsentwicklung stark gefährdet, kurz- oder längerfristig wieder
Opfer zu werden (act. G 7.1.2).
A.c Die Vormundschaftsbehörde der Gemeinde C._ ordnete ab 25. Mai 2011 eine
Sozialpädagogische Familienbegleitung (SPF) durch die Kooperative Soziale Arbeit
(KOOSA) an. Diese sah vorerst einmal pro Woche Einzel-, Paar- und Familiengespräche
vor (vgl. act. G 7.1.23d, 7.1.25). Am 27. Juni 2011 trat die Versicherte für einen
stationären Aufenthalt bis 1. September 2011 in die Klinik E._, Kinder- und
Jugendpsychiatrisches Zentrum, ein (act. G 7.1.23d S. 8 und 17 sowie 7.1.25 S. 3).
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A.d Mit Schreiben vom 12. Juli 2011 stellten die Sozialen Dienste C._ bei der
Beratungsstelle Opferhilfe St. Gallen Antrag auf Übernahme der Kosten für die durch
sie bzw. das Vormundschaftssekretariat angeordnete SPF durch die KOOSA. Da es
sich dabei um Massnahmen handle, welche im Zusammenhang mit dem angezeigten
Verdacht auf sexuellen Missbrauch der Versicherten stünden, seien es Kosten im Sinne
der Opferhilfe (act. G 7.1.1).
A.e Am 29. August 2011 teilte die Stiftung Opferhilfe den Sozialen Diensten C._ mit,
aus den vorliegenden Unterlagen seien keine durch das Opfer oder dessen Angehörige
zu tragenden Kosten ersichtlich. Die SPF gehöre zur betreuenden Sozialhilfe und sei
nicht rückerstattungspflichtig. Es könne daher keine Kostengutsprache erteilt werden
(act. G 7.1.7). Dagegen machten die Sozialen Dienste mit Schreiben vom 31. August
2011 geltend, bei der SPF handle es sich klar und eindeutig um die praktische
Umsetzung der von der Versicherten in der von der Opferhilfe finanzierten
Psychotherapie angeeigneten theoretischen Bewältigungsstrategie der Folgen des
sexuellen Übergriffs (act. G 7.1.8). Die Stiftung Opferhilfe erklärte im Schreiben vom
20. September 2011, dass sie nur diejenigen Kosten übernehme, die dem Opfer bzw.
seinen Angehörigen tatsächlich entstünden. Sie gehe davon aus, dass es sich bei der
SPF um betreuende Sozialhilfe handle, die nicht rückerstattungspflichtig sei. Weil somit
nicht ersichtlich sei, dass die Versicherte bzw. ihre Eltern einen Teil dieser Kosten
tragen müssten, sei das Gesuch abzulehnen. Auch bezüglich des Time Outs im
Sportstall D._ werde nicht dargelegt, welche Kosten durch die Eltern zu tragen seien
und welche anderen Kostenträger in Frage kämen. Nach der Klärung der Kostenfrage
wäre zu prüfen, ob und wieweit die Massnahmen auf die Straftaten zurückzuführen
seien (act. G 7.1.9).
A.f Die Vormundschaftsbehörde C._ beschloss an der Sitzung vom 27. September
2011 die Erteilung einer subsidiären Kostengutsprache für die Finanzierung der SPF
durch die KOOSA gemäss Offerte vom 20. September 2011 in Höhe von Fr. 5'630.80
(act. G 7.1.11a).
A.g Mit Schreiben vom 10. Oktober 2011 ersuchten die Sozialen Dienste die Stiftung
Opferhilfe erneut um Kostengutsprache für die SPF, das Time Out sowie die
Psychotherapie für die Versicherte (act. G 7.1.11).
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A.h Am 22. November 2011 sistierte die Stiftung Opferhilfe das Gesuch um Übernahme
der Therapiekosten für die Versicherte bis zur Klärung der Kostenfrage. Zu deren
Feststellung sei so vorzugehen, wie wenn es keine Opferhilfe gäbe. Da vorliegend
weder die genaue Höhe der von den Eltern zu tragenden Kosten noch die Kausalität
der Massnahme in genügender Weise dargelegt worden und auch die Frage nach einer
Kostenbeteiligung der IV unbeantwortet geblieben sei, könne zur Zeit keine
Kostengutsprache erteilt werden (act. G 7.1.12).
A.i Mit Schreiben vom 6. Dezember 2011 teilten die Sozialen Dienste der Opferhilfe die
Höhe der effektiven SPF-Kosten mit und liessen ihr verschiedene Berichte sowie eine
provisorische Eltern-Beitragsberechnung zukommen. Zudem informierten sie darüber,
dass der IV-Entscheid noch ausstehend sei. Die Kausalität sei jedoch auf Grund der
Einvernahmeprotokolle der Polizei genügend erwiesen. Im beigelegten Bericht über die
SPF der KOOSA wurden der Verlauf nach dem Time Out, die Unterbringung der
Versicherten in der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik E._ sowie die nach
Austritt erfolgte intensivere Begleitung durch die SPF beschrieben (act. G 7.1.13 und
act. 7.1.13d).
A.j Mit zwei Mitteilungen vom 1. Dezember 2011 erteilte die IV-Stelle einerseits
Kostengutsprache für ambulante Psychotherapie nach ärztlicher Verordnung ab 4.
September 2010 bis 31. Juli 2012 und andererseits für stationäre Psychotherapie nach
ärztlicher Verordnung ab 27. Juni 2011 bis 3. September 2011 (act. G 7.1.15). Im
Schreiben vom 13. Januar 2012 teilte die IV-Stelle den Sozialen Diensten mit, dass die
SPF nicht von der IV übernommen werden könne (act. G 7.1.18). Hingegen wurden der
Versicherten von der IV mit Mitteilung vom 21. März 2012 Berufsberatung und
Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten gewährt (act. G 7.1.21).
A.k Am 16. April 2012 teilte die Stiftung Opferhilfe dem Leiter der Sozialen Dienste mit,
es gehe offenbar nur noch um die Kosten der SPF, da diese von der IV nicht finanziert
werde. Nach wie vor sei der von den Eltern zu übernehmende Anteil offen. Auch sei die
Kausalität noch nicht definitiv geklärt. Nachdem nun die IV die Psychotherapie
rückwirkend ab 4. September 2010 übernommen habe, werde sie die von ihr bezahlten
Beiträge direkt bei der IV zurückfordern (act. G 7.1.22). Die Sozialen Dienste
antworteten am 23. April 2012, das emotional belastende Trauma stehe immer noch im
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Vordergrund, weshalb eine Fremdplatzierung absehbar sei. Zur definitiven Klärung der
Kausalität werde ein Bericht über die SPF eingefordert. Die Sozialen Dienste legten
ihrer Antwort u.a. ein von der Mutter am 19. April 2012 unterzeichnetes Formular
betreffend Entschädigung und/oder Genugtuung nach Opferhilfegesetz bei. Darin
machte die Mutter als gesetzliche Vertreterin als Schaden einerseits Kosten für die SPF
von Fr. 20'753.50 per 19. April 2012 und andererseits Pflegefamilien-
Platzierungskosten ab April 2012 von täglich Fr. 175.-- geltend (act. G 7.1.23, 23a und
23b).
A.l Ab 27. April 2012 wurde die Versicherte bei einer Pflegefamilie in F._ unter
gebracht (act. G 7.1.32b und 27). Gemäss dem Bericht über die SPF vom 1. Mai 2012
hatte sie aktuell zwar wieder mehr Boden unter den Füssen, dennoch war ihre
Gemütslage nach wie vor instabil und die Massnahme einer SPF für die Stabilisierung
nicht mehr ausreichend. Mit der Platzierung in der Pflegefamilie wurde die SPF
beendet, lediglich die Therapie durch die bisherige Psychotherapeutin sollte
weitergeführt werden (act. G 7.1.25). Am 8. Mai 2012 wurde für die Versicherte durch
die Vormundschaftsbehörde C._ SG ein Beistand mit dem besonderen Auftrag
ernannt, die Eltern in ihrer Sorge um das Kind mit Rat und Tat zu unterstützen. Als
Beistand wurde der Leiter der Sozialen Dienste bzw. der Amtsvormund eingesetzt (act.
G 7.1.24).
A.m Mit Vorbescheid vom 1. Juni 2012 stellte die IV-Stelle in Aussicht, das Gesuch um
Kostengutsprache für erstmalige berufliche Ausbildung abzuweisen (act. G 7.1.28a).
A.n Am 5. Juni 2012 ersuchten die Sozialen Dienste die Stiftung Opferhilfe um einen
raschen Entscheid. Sie wiesen darauf hin, gegen die vorgesehene Abweisung der
Kostengutsprache für die erstmalige Ausbildung durch die IV rechtlich vorzugehen (act.
G 7.1.28). Die Stiftung Opferhilfe antwortete am 14. Juni 2012, da die IV offenbar für
die Kosten der Pflegefamilie aufkomme, betrachte sie diesen Antrag um
Kostenübernahme als hinfällig. Unverändert könne sie aber nur den tatsächlich
entstandenen Schaden übernehmen. Offen sei immer noch eine von der Gemeinde
C._ mit den Eltern zu treffende Vereinbarung über deren Kostenbeiträge an die SPF
(act. G 7.1.29).
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A.o Am 19. Juli 2012 reichten die Sozialen Dienste der Stiftung Opferhilfe eine Kopie
der Elternbeitragsvereinbarung vom 18. Juli 2012 ein, wonach die Eltern an die Kosten
der SPF bzw. der Fremdplatzierung monatlich Fr. 486.20 bezahlen. Sie anerkannten
u.a. im Weiteren für die Zeit von Mai 2011 bis Juni 2012 "der Opferhilfe und somit
subsidiär der Stadt C._" Fr. 6'320.60 zu schulden (act. G 7.1.32 und 7.1.32c).
A.p Im Schreiben vom 17. September 2012 ersuchte die RGB Rechts- und
Gemeindeberatung in Vertretung der Mutter der Versicherten, die Opferhilfe um
Übernahme der bis zum 30. Juni 2012 erbrachten Sozialhilfeleistungen von
Fr. 35'133.70 für die SPF und die Fremdplatzierungskosten der Versicherten, der ab
dem 1. Juli 2012 weiter anfallenden Fremdplatzierungskosten für die Versicherte von
Fr. 175.-- pro Tag für die Dauer der sozialen Notwendigkeit im Zusammenhang mit der
erfolgten Straftat sowie die Nebenkosten von Fr. 450.-- pro Monat in der Pflegefamilie.
Die entstandenen Kosten seien als Sofort- und weitere Hilfe von der Opferhilfe zu
übernehmen (act. G 7.1.35).
A.q Mit Schreiben vom 10. Januar 2013 führte die Stiftung Opferhilfe aus, dass
Leistungen gestützt auf das Opferhilfegesetz im Bereich Kindesschutz nur
lückenfüllende Funktion hätten. Die Kosten einer Fremdplatzierung seien grundsätzlich
im Rahmen der Unterhaltspflicht von den Eltern zu tragen. Soweit das Gemeinwesen
dafür aufkomme, gehe der Unterhaltsanspruch an das Gemeinwesen über. Mit der
Leistung des vereinbarten oder gerichtlich festgesetzten Unterhaltsbeitrages erfüllten
die Eltern ihre Unterhaltspflicht und es könne von ihnen nicht mehr verlangt werden.
Gemäss vorgelegter Vereinbarung betrage dieser Anteil Fr. 486.20 pro Monat. Zu mehr
könnten die Eltern nicht verpflichtet werden. Die verbleibenden Kosten für die SPF
könnten auch von der Tochter nicht verlangt werden, da es um betreuende und damit
nicht rückerstattungspflichtige Sozialhilfe gehe. Unklar sei, ob die Restkosten der
Fremdplatzierung von der Tochter zurück verlangt werden könnten. Die
Wahrscheinlichkeit dafür sei ohnehin verschwindend klein und namentlich nicht aktuell;
es könne im Zeitpunkt einer Rückforderung ein neues Gesuch gestellt werden. Bei den
Nebenkosten handle es sich um gewöhnliche Lebenshaltungskosten, die unabhängig
von der Straftat anfallen würden. Damit könne es nur um die Frage gehen, ob und in
welcher Höhe die Opferhilfe sich am Elternbeitrag von monatlich Fr. 486.20 beteilige.
Für die SPF und vor allem die Fremdplatzierung ständen auch nicht mehr die Straftaten
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im Vordergrund. Man sei im Sinne eines Entgegenkommens aber bereit, die auf die
Dauer der SPF fallenden Elternbeiträge von Mai 2011 bis und mit Mai 2012 von total
Fr. 6'320.60 zu übernehmen. Eine darüber hinaus gehende Kostenübernahme werde
abgelehnt (act. G 7.1.36).
A.r Mit Verfügung vom 21. Februar 2013 bestätigte die Stiftung Opferhilfe ihren
Entscheid (act. G 7.1.37).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richten sich der vorliegende Rekurs vom 1. März 2013
sowie die Rekursergänzung vom 28. März 2013 durch Reto Gnägi, pat. Rechtsagent,
Degersheim, im Namen der Mutter der Versicherten als gesetzliche Vertreterin der
Tochter mit dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Ausrichtung
von Kostenbeiträgen für längerfristige Hilfe Dritter. Zur Begründung machte der
Rechtsvertreter im Wesentlichen geltend, dass die Leistungspflicht der Opferhilfe nicht
automatisch nach dem Tätigwerden der Vormundschaftsbehörde ende, ansonsten
Minderjährige praktisch nie Opferhilfe in Anspruch nehmen könnten. Liege nicht nur
eine persönliche, sondern auch eine wirtschaftliche Notlage vor, so könnten die
Betreuungs- und Beratungsdienste Dritter auch zum Gegenstand wirtschaftlicher Hilfe
(finanzieller Sozialhilfe) werden. Die finanzielle Sozialhilfe unterliege im Kanton
St. Gallen der Rückerstattungspflicht. Fremdplatzierungskosten und SPF-Kosten
stellten Kosten dar, welche auf Grund der primären elterlichen Unterhaltspflicht von
den Eltern übernommen werden müssten. Weil in den meisten Fällen die Sozialhilfe
eine subsidiäre Kostengutsprache leisten müsse und die Gemeinde damit die
Unterhaltskosten für das Kind übernehme, gehe der Unterhaltsanspruch des Kindes
auf die Gemeinde über. Als nunmehr Gläubiger der Unterhaltsansprüche des Kindes
wende sich die Sozialhilfe nun mit einer Elternbeitragsberechnung an die Eltern. Für die
Dauer der Fremdplatzierung oder der SPF-Dienstleistungen könne die Gemeinde
gestützt auf eine Zahlungsverpflichtung von den Eltern die monatlichen Elternbeiträge
sowie die gesprochenen Alimente gemäss Urteil oder Unterhaltsvertrag einfordern.
Nach Abschluss der Platzierung/SPF sei der verbleibende Betrag der Sozialhilfekosten
auf jeden Fall ein Betrag, für welchen die Eltern - entgegen eines materiell unrichtigen
Entscheids der Verwaltungsrekurskommission - rückerstattungspflichtig seien. SPF
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stelle finanzielle Sozialhilfe dar und nicht bloss betreuende Sozialhilfe. Somit sei sie
rückerstattungspflichtig und unterstehe bei Erfüllung der Voraussetzungen auch der
heimatlichen Kostenersatzpflicht. Schliesslich sei auch der adäquate
Kausalzusammenhang zwischen der Straftat und der notwendigen SPF und der
anschliessenden Fremdplatzierung ursächlich gegeben, auch wenn dazwischen ein
zeitlicher Abstand liege. Da somit nicht nur der erhobene Elternbeitrag von Fr. 486.20
pro Monat, sondern sämtliche angefallenen und noch anfallenden Kosten
rückerstattungspflichtige Sozialhilfeleistungen darstellten, sei der Gesamtbetrag von
Fr. 35'133.70 bis 30. Juni 2012 bzw. die ab 1. Juli 2012 entstehenden
Fremdbetreuungskosten von Fr. 175.-- pro Tag als Schaden anzuerkennen und von der
Stiftung Opferhilfe zu tragen (act. G 3).
B.b In der Rekursantwort vom 23. Mai 2013 beantragte die Vorinstanz die Abweisung
des Rekurses. Zur Begründung verwies sie grundsätzlich auf die Ausführungen in der
angefochtenen Verfügung vom 21. Februar 2013 und nahm zur Beschwerde ergänzend
Stellung. Sie hielt fest, dass in der Rekursschrift nur noch die Versicherte als
Rekurrentin, nicht mehr aber deren Eltern aufgeführt würden. Demgegenüber sei das
Verfahren vor der Stiftung Opferhilfe noch im Namen der Tochter und der Eltern geführt
worden. Auch werde in der Begründung nur davon gesprochen, dass die Eltern
unterhalts- bzw. rückerstattungspflichtig seien, nirgends jedoch, dass die Tochter
irgendwelche Kosten zu tragen habe oder rückerstattungspflichtig sei. Nach dieser
Argumentation wäre der Rekurs abzuweisen, da selbst die Rekurrentin nicht behaupte,
einen aktuellen oder zukünftigen Schaden erlitten zu haben. Selbst wenn der Rekurs
auch im Namen der Eltern weitergeführt würde und die Rekurrentin wie auch ihre Eltern
für sämtliche Kosten rückerstattungspflichtig wären, bestehe im heutigen Zeitpunkt
kein aktueller finanzieller Schaden, der über das OHG abzugelten wäre. Daher bestehe
auch kein schützenswertes Interesse an der Übernahme allfälliger
Rückerstattungsansprüche durch die Opferhilfe. Der Schaden liege momentan bei der
Gemeinde. Zudem sei offensichtlich, dass jene die eigentliche Rekurrentin sei, sei sie
doch von Anfang an selbst als Vertreterin tätig gewesen und danach durch die RGB
Rechts- und Gemeindeberatung, zu dessen Beraterteam auch der gegenwärtige
Rechtsvertreter gehöre, ersetzt worden. Es sei daher abzuwarten, ob die Gemeinde
innert 15 Jahren eine Rückforderung stelle. Da dies in der Praxis sehr selten und nur
bei guten finanziellen Verhältnissen geschehe, sei die Wahrscheinlichkeit dafür so
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gering, dass sich eine jetzige Übernahme durch die Opferhilfe nicht rechtfertige.
Hinsichtlich der adäquaten Kausalität führte sie aus, es könnten nicht sämtliche noch
vorstellbaren Reaktionen und die daraus resultierenden Folgen als adäquat kausal im
rechtlichen Sinne angesehen werden. Vorliegend würde das Verhalten der Rekurrentin
und das Mass der eingetretenen Schwächung der Erziehungsfähigkeit nicht mehr dem
normalen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung in solchen Situationen
entsprechen. Daher sei die erteilte Kostengutsprache im Umfang von Fr. 6'320.50
(Elternbeitrag während SPF von Mai 2011 bis und mit Mai 2012) lediglich
entgegenkommenderweise auf Grund der Umstände erfolgt (act. G 7).
B.c Mit Replik vom 20. Juni 2013 hielt die Rekurrentin an ihren Anträgen fest. Im
Weiteren machte ihr Rechtsvertreter geltend, als direkt Geschädigte begründe sie den
vorrangigen Anspruch auf Opferhilfeleistungen, weshalb der Rekurs zu Recht in ihrem
Namen eingereicht worden sei. Der Schaden resultiere aus den Kosten für die
Therapie, Heimplatzierung usw. und nicht aus den Elternbeiträgen oder späteren
Rückerstattungsforderungen. Schliesslich werde die Zuständigkeit der Opferhilfe für
sämtliche angefallenen und noch anfallenden Kosten im Zusammenhang mit den
Folgen der Straftat an der Rekurrentin als gegeben erachtet, was auch die
Nebenkosten der Heimplatzierung von Fr. 450.-- beinhalte und hiermit explizit geltend
gemacht werde (act. G 9).
B.d In der Duplik vom 7. August 2013 hielt die Vorinstanz an ihrem
Abweisungsbegehren fest. Nachdem der Rekurs explizit einzig im Namen der Tochter
geführt werde, erübrigten sich Ausführungen zu den Elternbeiträgen. Diese seien
korrekterweise von den Gesamtkosten abzuziehen. Bezüglich der SPF habe der st.
gallische Gesetzgeber im soeben publizierten Nachtrag zum Finanzausgleichsgesetz
festgehalten, dass es sich bei der SPF um betreuende Sozialhilfe handle, wie der
neuen Bestimmung von Art. 17b Bst. c zu entnehmen sei. Solange das Kind solche
Ausgaben nicht übernehmen müsse, bestehe kein Rechtsschutzinteresse. Interessiert
seien in erster Linie die Gemeinden, wie der vorliegende Fall zeige (act. G 11).

Erwägungen:
1.
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Am 1. Januar 2009 ist das totalrevidierte Bundesgesetz über die Hilfe an Opfer von
Straftaten (OHG; SR 312.5) in Kraft getreten. Nach der Übergangsbestimmung von Art.
48 lit. b des ab 1. Januar 2009 gültigen OHG gilt das bisherige Recht für hängige Ge
suche um Kostenbeiträge, die vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes eingereicht
worden sind. Das vorliegend zu beurteilende Gesuch wurde am 12. Juli 2011/19. April
2012 und somit nach Inkrafttreten des revidierten OHG eingereicht (act. G 7.1.23b). Es
finden damit die seit 1. Januar 2009 gültigen OHG-Bestimmungen Anwendung.
2.
2.1 Unbestritten ist, dass es im vorliegenden Verfahren einzig um allfällige Ansprüche
der Rekurrentin in ihrer Eigenschaft als Opfer geht, während ihre Angehörigen in
diesem Verfahren keine Ansprüche geltend machen. Umstritten ist, ob und wieweit die
Vorinstanz Kosten für erbrachte Leistungen Dritter im Rahmen der SPF und der
Fremdplatzierung zu übernehmen hat, und zwar nicht als Entschädigung bzw.
Schadenersatz, sondern im Sinne der Soforthilfe bzw. der längerfristigen Hilfe.
2.2 Insoweit die Vorinstanz geltend macht, dass bei der Rekurrentin selber kein
aktueller Schaden vorliege bzw. sie finanziell nicht belastet sei, weshalb ihr (implizit)
auch keine Rekurslegitimation zukomme (Rekursantwort, S. 2 Ziff. 2), kann ihr nicht
gefolgt werden. Der Anspruch auf Opferhilfe, namentlich in der Form der Soforthilfe
bzw. längerfristigen Hilfe, steht selbstredend dem Opfer zu. Grundsätzlich hat sodann
die betroffene Person selbst für einen allfälligen Anteil/Kostgeld bei einer
Fremdplatzierung oder bei der Installation einer SPF aufzukommen. Daran vermag
nichts zu ändern, dass bei minderjährigen Opfern die Eltern an deren Statt die
entsprechenden Kosten übernehmen müssen. Es kann somit nicht gesagt werden, die
Rekurrentin werde durch die Auferlegung solcher Kosten (wie Elternbeitrag gemäss
Vereinbarung) finanziell nicht belastet. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz hat das
Bundesgericht in BGE 125 II 232 E. 1b und 1A.249/2000 E. 2 sodann nicht gesagt, die
blosse Möglichkeit, empfangene Sozialhilfe später zurückerstatten zu müssen, stelle
keinen aktuellen Schaden dar. Vielmehr hat das Bundesgericht in diesen Urteilen
entschieden, es genüge für ein aktuelles schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung
der Verfügung, wenn eine spätere Rückzahlungspflicht nicht ausgeschlossen werden
könne. Damit wird auch sichergestellt, dass ein auf Grund einer erst viel später
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ergangenen Rückforderungsverfügung eingereichtes Gesuch nicht an unweigerlich
auftretenden Beweisschwierigkeiten scheitern würde. Beim Bezug unmündige oder in
Ausbildung befindliche Personen haben im Kanton St. Gallen empfangene finanzielle
Sozialhilfe zurückzuerstatten, soweit sie aus Erbschaft bereichert sind (Art. 18 Abs. 3
des Sozialhilfegesetzes [sGS 381.1]). Mithin kann nicht ausgeschlossen werden, dass
die Rekurrentin Sozialhilfe zurückerstatten müsste, weshalb sie zum vorliegenden
Rekurs legitimiert ist.
2.3 Nachdem der Rekurs rechtzeitig beim Versicherungsgericht eingereicht wurde und
die Rekurrentin ein aktuelles schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung der
angefochtenen Verfügung hat, ist darauf einzutreten.
3.
3.1 Die Beratungsstellen leisten dem Opfer und seinen Angehörigen sofort Hilfe für die
dringendsten Bedürfnisse, die als Folge der Straftat entstehen (Soforthilfe; Art. 13
Abs. 1 OHG). Sie leisten dem Opfer und dessen Angehörigen soweit nötig zusätzliche
Hilfe, bis sich der gesundheitliche Zustand der betroffenen Person stabilisiert hat und
bis die übrigen Folgen der Straftat möglichst beseitigt oder ausgeglichen sind
(längerfristige Hilfe; Art. 13 Abs. 2 OHG). Die Beratungsstellen können die Soforthilfe
und die längerfristige Hilfe durch Dritte erbringen lassen (Art. 13 Abs. 3 OHG). Die
Leistungen der Beratungsstellen umfassen die angemessene medizinische,
psychologische, soziale, materielle und juristische Hilfe in der Schweiz, die als Folge
der Straftat notwendig geworden ist. Die Beratungsstellen besorgen dem Opfer oder
seinen Angehörigen bei Bedarf eine Notunterkunft (Art. 14 Abs. 1 OHG).
3.2 Der Anspruch auf Opferhilfe besteht unabhängig davon, ob der Täter oder die
Täterin ermittelt worden ist, sich schuldhaft verhalten oder vorsätzlich oder fahrlässig
gehandelt hat (Art. 1 Abs. 3 OHG). Die Beratung, die Soforthilfe und die von den
Beratungsstellen erbrachte längerfristige Hilfe sind sodann für das Opfer und seine
Angehörigen unentgeltlich (Art. 5 OHG). Demgegenüber erbringt die Opferhilfe an die
Kosten für längerfristige Hilfe Dritter Beiträge, die die Kosten ganz (Art. 16 lit. a OHG)
oder teilweise (Art. 16 lit. b OHG) decken.
4.
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4.1 Vorliegend geht die Rekurrentin bzw. ihr Vertreter davon aus, dass sowohl die
Installierung einer SPF als auch die Platzierung bei einer Pflegefamilie als Soforthilfe
bzw. längerfristige Hilfe kausal im Zusammenhang mit dem Verdacht auf sexuellen
Missbrauch sind, weshalb die Opferhilfe die Kosten dafür zu übernehmen habe. Die
Vorinstanz ist hingegen der Ansicht, dass das Verhalten der Rekurrentin, welches die
SPF sowie die (andauernde) Fremdplatzierung notwendig machte, nicht adäquat kausal
auf den sexuellen Missbrauch zurückzuführen sei und damit nicht mehr dem
allgemeinen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung in solchen
Situationen (in welchem nicht ein Elternteil Täter sei) entspreche.
4.2 Die Leistungen nach dem OHG haben grundsätzlich subsidiären Charakter. Unter
Berufung auf BGE 125 II 230 macht die Vorinstanz dazu geltend, angeordnete
Kindesschutzmassnahmen seien nicht durch die Opferhilfe, sondern - soweit die
unterhaltspflichtigen Eltern nicht leistungsfähig seien - durch die Sozialhilfe zu decken.
Im angeführten Bundesgerichtsentscheid ging es freilich nur darum, ob die Opferhilfe
nachträglich (nämlich rund zwei Jahre nach einem Heimeintritt) Kosten für
Massnahmen übernehmen müsse, die eine andere in der Sache zuständige Behörde
ohne Einbezug der Beratungsstelle angeordnet habe (BGE 125 II 235). Ähnlich stellte
sich auch im von der Vorinstanz zitierten Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts (EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts) vom 26. Januar 2001, 1A.249/2000, die Frage, ob die Opferhilfe die
Kosten für Massnahmen übernehmen müsse, die von einer anderen Stelle ohne
Einbezug der Opferhilfe angeordnet und finanziert worden waren (vgl. E. 4a). Eine
solche Konstellation ist im vorliegenden Fall nicht gegeben, da die Beratungsstelle "In
Via" bereits zu Beginn der psychotherapeutischen Behandlung involviert (vgl. act.
G 7.1.4b) und die Stiftung Opferhilfe auch bei Anordnung der fraglichen SPF sowie der
Fremdplatzierung einbezogen bzw. informiert worden war, wie deren
Kostengutsprache vom 19. November 2009 und die Gesuche vom 12. und 25. Juli
2011 zeigen (act. G 7.1.1, G 7.1.4b). Im Übrigen hat das Versicherungsgericht bereits
früher entschieden, dass eine Leistungspflicht der Opferhilfe (weiter) bestehen kann,
auch wenn eine Fremdplatzierung nicht nur aus opferhilferechtlichen, sondern auch
kindesschutzrechtlichen Gründen erfolgt (Urteil des Versicherungsgerichts vom 26.
März 2004, OH 2002/2, E. 4 und 5). Ferner hat das Versicherungsgericht im Urteil vom
22. September 2005 (OH 2005/1) ausdrücklich festgehalten, dass die Leistungspflicht
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nicht automatisch nach Tätigwerden der Vormundschaftsbehörde endet (Urteil S. 9
E. 3c). Die Meinung der Vorinstanz, wonach Kindesschutzmassnahmen grundsätzlich
nicht durch die Opferhilfe, sondern durch die Eltern bzw. die Sozialhilfe zu finanzieren
seien, würde darauf hinaus laufen, dass Minderjährige praktisch keine Hilfe nach
Art. 13 OHG für sich in Anspruch nehmen könnten. Ein derartiger Ausschluss ist
indessen im OHG nicht vorgesehen. Vielmehr ist im Einzelfall zu prüfen, ob und wie
lange eine Hilfe im Sinne von Art. 13 OHG auch bei Minderjährigen angezeigt ist.
5.
5.1 Auch im Opferhilfegesetz gilt der Grundsatz, wonach eine Entschädigung (bzw.
Hilfe) nur dann geschuldet ist, wenn ein natürlicher und adäquater
Kausalzusammenhang zwischen dem vom Opfer erlittenen Schaden (bzw. der
Notsituation) und der Straftat besteht. Wie im Haftpflichtrecht handelt es sich dabei um
eine unabdingbare Voraussetzung für die Leistungspflicht (vgl. AJP 2003 Nr. 12
S. 1487). Das Erfordernis des adäquaten Kausalzusammenhangs besteht darin, zu
erfahren, ob das eine Haftung auslösende Element - die Straftat - nach dem
gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich
geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt des
Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (vgl. BGE 123 lll
112). Die Frage der natürlichen bzw. adäquaten Kausalität ist nachfolgend zu prüfen.
5.2 Auf Grund der vorliegenden Akten ist bekannt, dass der Grossvater der
Rekurrentin unter dringendem Verdacht steht, ab 2001 seine damals sechsjährige
Enkelin über einen Zeitraum von ca. drei Jahren regelmässig sexuell missbraucht zu
haben. Dies geschah zum grössten Teil in seinem Wohnhaus in G._. Da er mehrfach
damit gedroht habe, sich selbst oder die Rekurrentin zu erschiessen bzw. dass die
Grossmutter einen Herzinfarkt erleiden würde, wenn die Vorfälle bekannt würden, hatte
sich die Rekurrentin erst im August 2009 einer Freundin anvertraut. Am 18. August
2009 erstattete sie bei der Polizeiinspektion G._ Anzeige gegen den Grossvater,
worauf sich dieser am 1. September 2009 im Rahmen der Konfrontation mit den
Vorwürfen durch die Polizei im Garten seines Wohnhauses mit einer Pistole das Leben
nahm (act. G 7.1.6a Abschlussbericht der Polizei vom 19. Oktober 2009, S. 2f.). Ab
dem 4. September 2009 wurde die Rekurrentin nach einer Anmeldung bei der Stiftung
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Opferhilfe durch die "In Via" psychotherapeutisch durch lic. phil. B._ behandelt (act.
G 7.1.2). Für die ersten 20 Psychotherapiestunden erteilte die Stiftung Opferhilfe am
19. November 2009 Kostengutsprache, da die Kausalität zwischen der Notwendigkeit
einer Behandlung und der Straftat mit anschliessendem Suizid des Täters offensichtlich
gegeben schien (act. G 7.1.4b). Gemäss der Gefährdungsmeldung durch die
Psychotherapeutin vom 9. Mai 2011 habe zu Beginn der Therapie v.a. der Suizid des
Grossvaters im Fokus gestanden. Nach wie vor zeige sich jedoch bei der Rekurrentin
eine grosse Instabilität. Es zeige sich ein diffuses Selbstbild mit verschiedenen
Anteilen, die noch unintegriert nebeneinander stünden. Das Grundgefühl der
Einsamkeit äussere sich aktuell in grossen Wutgefühlen gegenüber Mitmenschen,
insbesondere gegenüber den Eltern. Es falle der Rekurrentin noch immer schwer, die
eigenen Gefühle zu ordnen und zu verstehen. Ausserdem zeigten sich grosse
Schwierigkeiten in zwischenmenschlichen Beziehungen. Zudem seien nach wie vor
psychosomatische Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Kreislaufprobleme und
unspezifische Schmerzen ein Thema. Aktuell stehe die Familienarbeit im Zentrum der
Therapie, da die familiäre Situation über die letzten Monate zunehmend eskaliert sei.
Die Eltern seien an ihre erzieherischen Grenzen gestossen und würden hilflos und
ohnmächtig wirken. Die Rekurrentin sei auf Grund ihrer traumatischen Erfahrungen
sowie auf Grund ihrer Persönlichkeitsentwicklung stark gefährdet, kurz- oder
längerfristig wieder Opfer zu werden. Die elterlichen Ressourcen, die Tochter weiterhin
zu unterstützen und sie davor zu schützen, schätzte die Psychotherapeutin als gering
ein. Daher seien dringend vormundschaftliche Massnahmen zu prüfen (act. G 7.1.2).
Sodann hatte sich gemäss dem Bericht "Sozialpädagogische Begleitung" der KOOSA
vom 30. November 2011 die Situation zu Hause durch das "Time-Out" und die
räumliche Distanz in D._ ein wenig entspannt. Kurze Zeit nach ihrer Rückkehr habe
die Rekurrentin die Eltern sowie die SPF jedoch informiert, dass sie dringend Hilfe
benötige, da sie drogenabhängig und mit ihren Kräften am Ende sei. Auf Grund der
zusätzlichen Erschöpfung der Eltern habe der Kindesschutz nicht mehr vollumfänglich
durch die Eltern gewährleistet werden können. Daher hätte die Familie entschieden,
dass die Rekurrentin in eine jugendpsychiatrische Einrichtung eintreten solle. Das
Zusammenleben an den Besuchswochenenden sei von den Eltern als fragil erlebt
worden. Der stetige Wechsel der Gefühlslage der Rekurrentin habe die Eltern belastet
und einen grossen Unsicherheitsfaktor im Umgang mit der Tochter bedeutet. Dies habe
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bis zum aktuellen Tag Auswirkungen auf das Einfordern von Regeln und das Umsetzen
von Aufgaben. Um die Rolle der Eltern zusätzlich zu stärken, würden die Eltern und die
Tochter separat durch zwei sozialpädagogische Familienbegleiterinnen begleitet und
unterstützt. Erfahrungsgemäss werde dadurch die Rolle der Eltern noch klarer. Der
jahrelange Versuch der Familie, die Situation in den Griff zu bekommen, habe die Eltern
jedoch zusehends ermüdet. Der Vater sei am Rande der Erschöpfung und beide Eltern
seien in ärztlicher Behandlung. Da die Gemütslage der Rekurrentin weiterhin instabil
sei, wurde die Weiterführung der SPF empfohlen (act. G 7.1.13d). Im Schlussbericht
der KOOSA vom 1. Mai 2012 wird nochmals betont, dass die stetigen Wechsel der
Gefühlslagen der Rekurrentin die Eltern belasteten und einen grossen
Unsicherheitsfaktor darstellten. Wichtig sei, dass die Rekurrentin die Schule
abschliesse und der Berufseinstieg ab Sommer 2012 mit dem Beginn einer Lehre als
Z._ gelinge. Die Massnahme einer SPF genüge für eine ausreichende Stabilisierung
der Rekurrentin nicht mehr, weshalb ab Mai 2012 statt der SPF eine durch tipiti
begleitete Fremdplatzierung in einer Pflegefamilie installiert worden sei (act. G 7.1.25).
5.3 Aus den Akten geht nicht klar hervor, inwieweit die Massnahmen (SPF, begleitete
Fremdplatzierung) natürlich und adäquat kausal mit den erlittenen Straftaten
zusammenhängen oder ob diese Massnahmen ab einem gewissen Zeitpunkt auch
ohne die Straftaten als allgemeine Kindesschutzmassnahmen notwendig geworden
wären. Die in den Akten liegenden Berichte konzentrieren sich darauf, aufzuzeigen,
dass Massnahmen notwendig waren und wie sich der Verlauf gestaltete. Hingegen
äussern sie sich nicht dazu, welche Ursachen dazu führten, ob beispielsweise die
generelle Persönlichkeitsentwicklung der Rekurrentin und eine damit verknüpfte
Erziehungsunfähigkeit der Eltern Hauptursache der Massnahmen waren. Auch aus dem
umfangreichen Bericht der KOOSA über die Beratungsgespräche, Zielsetzungen und
den allgemeinen Verlauf vom 19. April 2012 (act. G 7.1.23d) geht dazu nichts hervor.
Damit bleibt auf Grund der vorliegenden Akten unklar, inwiefern oder ab wann die
angeordneten Massnahmen zur Hauptsache mit der Persönlichkeit der Rekurrentin zu
tun hatten, welche von ihrer Mutter im Polizeiprotokoll als "immer schon ein
schwieriges Kind" beschrieben worden war (act. G 7.1.6b, S. 3 Abs. 2).
5.4 Zusammenfassend ist offenkundig und unbestritten, dass der dringende Verdacht
auf sexuellen Missbrauch unmittelbarer Anlass für die im Anschluss an den Suizid des
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Grossvaters erfolgte Psychotherapie ab 4. September 2009 war. Für diese hat die
Vorinstanz sodann zunächst auch Soforthilfe und längerfristige Hilfe im Rahmen von
Fr. 2'900.-- (act. G 7.1.4b, nachträglich durch IV finanziert, vgl. act. G 7.1.22) geleistet.
Ob die im Rahmen der angefochtenen Verfügung geleistete SPF in Höhe von
Fr. 6'320.60 (act. G 7.1.37), die weitere SPF sowie die Fremdplatzierung danach
hauptsächlich als Kindesschutzmassnahme aufzufassen sind oder ihre Notwendigkeit
immer noch vorwiegend auf den erlittenen Straftaten basierte bzw. basiert, lässt sich
anhand der Akten nicht beurteilen. Da sich die Vorinstanz aus grundsätzlichen
Überlegungen gegen eine weitere Finanzierung der SPF und der Fremdplatzierung
stellte und sie den Elternbeitrag in Höhe von Fr. 6'320.60 lediglich aus Kulanzgründen
und ohne Bejahung eines adäquaten Kausalzusammenhangs übernahm, hat sie dazu
auch keine weiteren Abklärungen getroffen. Solche sind aber unabdingbar um zu
beurteilen, bis zu welchem Zeitpunkt eine Hilfe im Sinne von Art. 13 OHG angezeigt
war bzw. ist. Die Sache ist daher an die Vorinstanz zurück zu weisen, damit sie weitere
Sachverhaltsabklärungen vornehmen kann. Dabei wird sie insbesondere einen Bericht
der behandelnden Psychotherapeutin lic. phil. B._ sowie einen Bericht über die
Hospitalisation in der Klinik E._ einzuholen und allenfalls weitere
Vormundschaftsakten beizuziehen haben, um zu klären, ob und allenfalls wie lange der
dringend vermutete sexuelle Missbrauch durch den Grossvater adäquat kausal für die
getroffenen Massnahmen (SPF und begleitete Fremdplatzierung in einer Pflegefamilie)
war bzw. immer noch ist.
5.5 Mit der Vorinstanz ist in Bezug auf die geltend gemachten Nebenauslagen von
Fr. 450.-- pro Monat davon auszugehen, dass diese nicht mit den Straftaten in einem
ursächlichen Zusammenhang stehen. So gehören etwa das Taschengeld, die Kleider,
Kosmetika, Sport (vgl. act. G 7.1.23a), die Telefonkosten, aber auch die Kosten für den
Nothelferkurs und das Z._-Starterset (vgl. act. G 7.1.27 Ziff. 5) zu den üblichen
Lebenshaltungskosten, die ohnehin anfallen. Auch in Bezug auf die Kosten des öffent
lichen Verkehrs (Generalabonnement zum Pendeln zwischen Schule/Lehrstelle und
Wohnort sowie in der Freizeit, vgl. act. G 7.1.27 Ziff. 6) ist nicht zwingend von einer
durch die Straftaten verursachten Notwendigkeit der Auslagen auszugehen. So ist die
Rekurrentin in einem Alter, in dem sie ohnehin öfters mit dem öffentlichen Verkehr
unterwegs ist (Schnupperlehre, Lehre, Berufsschule, Ausgang). Diesbezüglich könnten
die Kosten dank dem Familien-GA über die Pflegefamilie in Höhe von Fr. 850.-- wohl
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sogar tiefer gehalten worden sein. Wie das Versicherungsgericht in seinem Urteil vom
16. November 2007 entschieden hat, ist zudem davon auszugehen, dass sich allfällige
Mehr- und Minderkosten bei einem Aufenthalt im Schlupfhuus (was vorliegend auch
auf die Platzierung in der Pflegefamilie Anwendung findet) gegenüber dem Aufenthalt
zu Hause in etwa aufwiegen und eine in jedem Einzelfall vorzunehmende detaillierte
Rechnung weder praktikabel noch sinnvoll ist (OH 2007/3 E. 3c). Die geltend
gemachten Nebenauslagen sind demzufolge nicht von der Vorinstanz zu übernehmen.
6.
6.1 Gemäss Art. 4 OHG werden Leistungen der Opferhilfe nur endgültig gewährt, wenn
der Täter oder die Täterin oder eine andere verpflichtete Person oder Institution keine
oder keine genügende Leistung erbringt (Abs. 1). Wer Kostenbeiträge für die
längerfristige Hilfe Dritter, eine Entschädigung oder eine Genugtuung beansprucht,
muss glaubhaft machen, dass die Voraussetzungen nach Abs. 1 erfüllt sind, es sei
denn, es sei ihm oder ihr angesichts der besonderen Umstände nicht zumutbar, sich
um Leistungen Dritter zu bemühen (Abs. 2).
6.2 Vorliegend führte die Mutter der Rekurrentin im Gesuch um Entschädigung nach
Opferhilfegesetz aus, dass infolge der Suizidalität des Täters keine zivilrechtlichen
Ansprüche hätten geltend gemacht werden können (vgl. act. G 7.1.23b). Warum es der
Rekurrentin jedoch nicht zumutbar gewesen wäre, gegen die Erbengemeinschaft
vorzugehen, wird nicht näher ausgeführt und ist auch den Akten nicht zu entnehmen.
Die Prüfung dieser Frage würde sich jedoch umso mehr aufdrängen, als der Täter
offenbar Eigentümer eines Einfamilienhauses war (vgl. Personalblatt der
Polizeiinspektion G._, act. G 7.1.6a, S. 3). Sollten die Abklärungen daher eine
Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen der Straftat und der
benötigten SPF sowie der anschliessenden Fremdplatzierung ergeben, hätte die
Vorinstanz die Frage der Zumutbarkeit der Rekurrentin zur Geltendmachung einer
Zivilforderung gegenüber der Erbengemeinschaft gestützt auf die subsidiäre
Leistungspflicht der Opferhilfe ebenfalls noch zu prüfen.
7.
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7.1 Nach dem Gesagten ist der Rekurs insofern teilweise gutzuheissen, als die
angefochtene Verfügung vom 21. Februar 2013 aufzuheben und die Sache zu weiteren
Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu neuer Verfügung an die Vorinstanz
zurückzuweisen ist. Gerichtskosten sind weder von der Rekurrentin noch von der
Vorinstanz zu erheben (Art. 30 Abs. 1 OHG).
7.2 Da die Beschwerdeführerin teilweise obsiegt, hat sie grundsätzlich einen
reduzierten Anspruch auf eine Parteientschädigung. Anspruch auf Entschädigung
besteht nur beim Beizug eines berufsmässigen Vertreters (Rechtsanwalt oder
Rechtsagent) gemäss Art. 10 f. des Anwaltsgesetzes (sGS 963.70). Die
Parteientschädigung ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist. Der Vertreter der Rekurrentin hat auf die Einreichung einer Honorarnote verzichtet.
Bei vollständigem Obsiegen wäre angesichts des mehrfachen Schriftenwechsels im
Rekursverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 2'000.-- angemessen (Art. 1 i.V.m.
Art. 22 lit. b HonO, sGS 963.75). Nachdem lediglich die Zusprache der Nebenkosten
abgewiesen und die übrigen Streitpunkte zur weiteren Abklärung zurückgewiesen
wurden, erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 1'800.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) als gerechtfertigt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39