Decision ID: 5c58fa50-74fb-4e79-8e30-cdcbe094805a
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1970, absolvierte von 1987 bis 1991 eine Lehre zum Elektromonteur, welche er mit Fähigkeitsausweis abschloss (Urk. 11/1/4). Von 1991 bis 2005 arbeitete er vorwiegend im
Temporärbereich
sowie als selbstän
di
ger Elektromonteur (Urk. 11/1/4, Urk. 11/23/3). Am 9. Dezember 2005 meldete er sich bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hin
weis auf physische und psychische Erkrankungen zum Leistungsbezug an (Urk. 11/1, Aktenverzeichnis zu Urk. 11/1-235). Zu den Leistungen, welche ihm die IV-Stelle in der Folge aufgrund ihrer Abklärungen gewährte, gehörten im Wesentlichen berufliche Massnahmen (vgl. Urk. 11/18, Urk. 11/22, Urk. 11/48). Am 27. August 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten unter Hinweis auf den Abschluss der Umschulung zum Verkaufsfachmann mit eidgenössischem Fach
ausweis mit, dass er rentenausschliessend ein
gegliedert sei (Urk. 11/101).
1.2
X._
meldete sich am 31. Januar 2017 (Eingangsdatum) erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 11/113, Urk. 11/116).
Die IV-Stelle tätigte Abklärungen in medizinischer und beruflicher Hinsicht.
Sie zog
insbesondere
die Akten der Unfallversicherung bei (Urk. 11/123).
Zudem
holte
s
ie das rheu
ma
to
lo
gisc
he Gutachten von Dr. med.
Y._
, Facharzt FMH für Rheumatologie und Innere Medizin, vom 25. September 2018 (Urk. 11/171) sowie das psychia
tri
sche Gutachten von Dr. med. Z._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 26. September 2018 (Urk. 11/172) ein.
Gestützt auf diese Ab
klärun
gen
kündigte die IV-Stelle dem Ver
sicherten mit Vorbescheid vom 12. Novem
ber 2018 die Abweisung seines Leis
tungsbegehrens an. Zur Begrün
dung führte sie aus, dass sowohl aus rheumatologischer als auch aus psychiat
rischer Sicht keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde, welche eine länger dauernde Arbeits
unfähigkeit hervorrufen würde (Urk. 11/177/2).
Dagegen erhob
X._
am 1
0.
Dezember 2018 Einwand (Urk.
11/180). In der Folge
liess
sein
behandelnde
r
Psychiater,
Dr.
sc.
nat.
A._
,
FMH Psychiat
rie und Psycho
the
rapie,
Oberarzt
B._
,
der IV-Stelle
seine Stellungnahme vom
2
6.
Januar 2019
zukommen
(Urk.
11/184).
Der Versicherte
reichte
sodann
weitere Beweismittel
(Urk. 11/186 ff.) und
die ergänzende
Einwand
begrün
dung
vom 31.
Januar 2019
ein
(
Urk.
11/
216
)
.
Darauf
hin zog die IV-Stelle die
aktuellen
Akten der Unfallversicherung bei (Urk.
11/219
).
Zudem
holte
sie
die Stellungnahme von
Dr.
Y._
vom 2
7.
Mai 2019 (
Urk.
11/224)
und die Stellungnahme von
Dr.
Z._
vom
7.
Juni 2019 (
Urk.
11/225) ein.
Am
5.
Juli 2019 setzte die IV-Stelle dem Versicherte eine Frist von 20 Tagen an, um sich
zu den Stellungnahmen der Gutachter vernehmen zu lassen (
Urk.
11/227). Der Versicherte reichte innert
angesetzter Frist keine Stellungnahme ein.
Mit Ver
fügung vom 4. September 2019
wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren von
X._
vom 31. Januar 2017
wie vorbeschieden ab (Urk. 2).
2.
2.1
Dagegen erhob
X._
am 4. Oktober 2019 (persönliche Übergabe) Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen, damit diese ein Gutachten unter Beteiligung von Ärztinnen oder Ärzten der Fachrichtungen Neurologie, Psychiatrie und Rheuma
tologie einhole und danach über seinen Anspruch auf eine Invalidenrente neu entscheide (Urk. 1 S. 1). In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewäh
rung der unentgeltlichen Prozessführung und der unent
geltlichen Rechtsver
tre
tung (Urk. 1 S. 2). Zudem beantragte er, dass ihm eine Frist von 30 Tagen zu gewähren sei, damit sein noch zu mandatierender Rechtsanwalt - falls nötig - eine weitere Stellungnahme einreichen könne (Urk. 1 S. 1). Und schliesslich lehnte er die Sozialversicherungs
richter Hurst und Vogel sowie Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna wegen Befangenheit ab (Urk. 1 S. 3).
2.2
Mit Verfügung vom 9. Oktober 2019 wurde das Gesuch des Beschwerdeführers vom 3. Oktober 2019 um Gewährung einer Nachfrist zur Ergänzung der Beschwerdeschrift abgewiesen. Gleichzeitig wurde dem Beschwerdeführer eine Frist zur Substantiierung seines Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und der Beschwerdegegnerin eine Frist zur Beschwerdeantwort und Einreichung ihrer vollständigen Akten angesetzt (Urk. 4).
2.3
In der Folge reichte der Beschwerdeführer - nunmehr vertreten durch Rechtsan
wältin Regula
Aeschlimann
Wirz - mit Eingabe vom 17. Oktober 2019 unter anderem die Bestätigung der Gemeinde
C._
über den Bezug von Sozialhilfe vom 7. Oktober 2019 (Urk. 9/3) ein. Mit dieser Eingabe beantragte er er
neut Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und stellte überdies ein Gesuch um Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertreterin in der Person von Rechts
anwältin Regula
Aeschlimann
Wirz (Urk. 6 S. 2). Zudem beantragte der Beschwerdeführer, dass ein formeller zweiter Schriftenwech
sel durchzuführen sei und die Verfahrensakten seiner Rechtsvertreterin zur Einsicht zuzustellen seien (Urk. 6 S. 1).
2.4
D
ie Beschwerdegeg
nerin beantragte m
it Beschwerdeantwort vom 11. November 2019 Abweisung der Beschwerde (Urk. 10, unter Beilage der IV-Akten
, Urk. 11/1-235
).
2.5
Mit
B
eschluss
vom 16. November 2019
wurde
auf das Ausstand
begehren des Beschwerdeführers gegen die Sozialversicherungs
richter Hurst und Vogel sowie Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna nicht eingetreten (
Urk.
12 S. 7). Dieser Beschluss blieb unangefochten.
2.6
Mit demselben Beschluss
wurde das Gesuch des Beschwerdeführers um An
setzung eines for
mellen zweiten Schriftenwechsels zur Beschwerdeergänzung
ab
gewiesen und der Rechts
vertreterin des Beschwerdeführers
antragsgemäss
die Verfahrensakten zur Einsicht zugestellt (
Urk.
12 S. 7)
.
2.7
Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers reichte mit der
Aktenretournierung
die Stellungnahme vom 12. Dezember 2019 sowie die Stel
lungnahme von Dr.
A._
vom selben Tag (Urk. 16/1-2, Urk. 17) ein.
2.8
Mit Verfügung vom 1
8.
Dezember 2019 wurde die Stellungnahme des Beschwerde
führers vom 1
2.
Dezember 2019 als unzulässige Beschwer
de
ergänzung aus dem Recht gewiesen. Zudem wurde der Beschwerdegegnerin ein Doppel der
vom Beschwerdeführer am
12. Dezember 2019
eingereichten Beweis
mittel
(Urk. 16/1-2, Urk. 17) zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
18 S.
3).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invaliden
rente hat.
1.2
In der angefochtenen Verfügung vom
4.
September 2019 führte die Beschwerde
gegnerin im Wesentlichen aus, dass Einschränkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers lediglich durch seine Rückenschmerzen ausgewiesen seien. Aufgrund der Rückenschmerzen seien dem Beschwerdeführer nur noch leichte angepasste Tätigkeiten in Wechselbelastung zumutbar.
Damit
sei
er aber in der bisherigen Tätigkeit als Call-Center Agent und auch in anderen Tätigkeiten seit 2011 vollumfänglich arbeitsfähig (
Urk.
2 S. 2). Folglich bestehe kein Anspruch auf IV-Leistungen, weshalb sein Leistungsbegehren vom 3
1.
Januar 2017 abzu
weisen sei (
Urk.
2 S. 1).
1.3
Der Beschwerdeführer bringt demgegenüber im Wesentlichen vor,
gegen den Beweiswert des Gutachtens vom 25./26. September 2018 spreche vor allem, dass zu Unrecht keine neurologische Untersuchung durchgeführt worden sei. Somit seien die durchgeführten Abklärungen nicht umfassend gewesen
(Urk. 1 S. 1)
.
Dr.
A._
habe sodann
im Rahmen seines Einwandes gegen den Vorbescheid ein Schreiben mit Einwänden gegen das rheumatologisch-psychiatrische Gutach
ten der
Dres
.
Y._
und
Z._
vom 25./26. September 2018 eingereicht (Urk. 1 S. 1).
Er
habe insbesondere auf Widersprüche im Gutachten selbst sowie zur
i
nternationale
n
statistische
n
Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme
(ICD-10)
hin
gewie
sen
(Urk. 1 S.
2)
.
In
der angefochtenen Verfügung vom
4.
September 2019 sei die Beschwerde
gegnerin jedoch nicht auf Einwände von
Dr.
A._
eingegangen (
Urk.
1 S. 1-2).
Es müsse sodann berücksichtigt werden, dass er - entgegen der Einschätzung des psychiatrischen Gutachters
Dr.
Z._
- gemäss dem Bezirksarzt des Bezirkes
D._
in psychi
scher Hinsicht auf dem ersten Arbeits
markt zu 100 % arbeitsunfähig sei.
Zudem hätten d
ie Gutachter seine
bei den Untersuchungen gemachten
Aussagen
im Gut
achten falsch wiedergegeben
(
Urk.
1 S.
2).
Das Gutachten vom 25./26. September 2018 sei
daher
nicht beweiskräftig,
weshalb nicht darauf abgestellt
werden könne.
Es
müsse ein neues G
utachten unter Beteiligung eines
Neurologen, eines Rheumatologen und eines Psyc
hiaters erstellt werden (
Urk.
1 S.
1).
2.
2.
1
2.1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundes
gesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglich
keiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2
.
1.
2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
sowie Art. 3 Abs. 1 und
Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend ob
jektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumut
bar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2
.1.3
Gemäss BGE 143 V 418 E. 7.2
sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (vgl.
auch
BGE 143 V 409 E. 4.5.1).
Aus Gründen der Verhältnis
mässigkeit kann dort von einem strukturierten
Beweisverfahren nach BGE 141 V
281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fach
ärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvoll
ziehbar begründeter Weise verneint wird und allfälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemesse
n werden kann (B
GE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE
143 V 418 E.
7.1).
2
.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2
.
3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art.
87 Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung
(
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn
die Voraussetzungen gemäss Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat.
Art. 87 Abs. 2 und Abs. 3 IVV finden
jedoch
nur auf gleichlautende Leistungsgesuche Anwendung
. Wurde in einem früheren Verfahren festgestellt, dass die versicherte Person rentenausschliessend eingegliedert sei, ist ein erneutes Leistungsgesuch
nicht als Neuanmeldung im
Sinne von Art. 87 Abs. 3 IVV, sondern
als erstmalige Anmeldung zu behandeln (Urteil des Bundesgerichts 8C_876/2017 vom 15. Mai 2018 E. 4.1 mit Hinweisen).
2
.
4
2
.
4
.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam
nese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation ein
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der einge
reichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutach
ten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2
.
4
.2
Den von Versicherung
strägern im Verfahren nach Art.
44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper
tise sprechen (BGE 135 V 465 E.
4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom
11. Juni 2019 E.
2 mit Hinweisen).
2
.
4
.3
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ander
seits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Ein
schätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine ab
weichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige
-
und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende
-
Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 29. Oktober 2014 E. 7.2 mit Hin
weisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
3.
3.
1
In seinem Bericht vom 5. Oktober 2016 hielt Dr. med.
E._
, Chirurgie FMH, spez. Handchirurgie FMH, fest, dass eine
Exostose
am linken Metacarpale V bei Status nach Fraktur mit Dislokation und ausgeprägter CMC-V Arthrose bestehe. Seitens der Pseudoarthrose sowie der CMC-V Arthrose sei operativ eher Zurückhaltung angebracht (Urk.
11/
1
2
3
/
59
).
3.
2
Dem Bericht des
F._
, Klinik für Neurologie, vom 24. November 2016 sind die folgenden Diagnosen zu entnehmen (Urk. 11/129/2):
-
Cervikale
Dystonie mit
dystonem
Kopf-Tremor vom «Nein-Nein-Typ», Erstmanifestation Frühjahr 2010
-
Status nach
Polytoxikomanie
(Kokain, Marihuana, Alkohol, Heroin)
Dazu wurde festgehalten, dass die vom Beschwerdeführer berichtete geringe Zu
nahme der Beschwerden derzeit nicht mit einer relevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit einhergehe (Urk. 11/129/3).
3.3
Dem Bericht von Dr.
G._
vom 8. März 2017 ist zu entnehmen, dass sich im Bereich der linken Hand eine deutliche Vorwölbung im Bereich der Metakarpale-IV und V-Basis finde. Dies sei nur ganz minim
druckdolent
. Der Faustschluss sei vollständig möglich. Im Bereich der linken Hand finde sich eine deutliche Defor
mierung der Basis Metakarpale-IV und V mit deutlicher Verkürzung insbesondere des 5. Strahles. Das Handgelenk, wie auch
midkarpal
, sei ansonsten unauffällig. Die Langfingergelenke seien unauffällig. Im Bereich des Endgelenks D IV rechts bestehe eine deutliche Gelenkspaltverschmälerung (Streckdefizit bei Sehnen
ab
riss). Es finde sich ein Status nach verheilter Basisfraktur Metakarpale-IV und V. Hier seien die Beschwerden eher nur
geringgradig
ausgeprägt, weshalb von ope
rativen Massnahmen eher Abstand zu nehmen sei
. Radiologisch wie auch anam
nestisch finde sich im Bereich der rechten Hand ein Status nach alter
Scaphoid
fraktur
mit Diagnose einer proximalen
Polnekrose (Diagnose aus dem Jahr 2005). Daneben bestehe auch ein Status nach Strecksehnenläsion am Endgelenk D IV, ansonst
e
n
eigentlich
ein
unauffälliger Befund
. Die anamnestisch angegebenen Beschwerden mit
Sehnenverkürzungen seien eher funktioneller Natur
(Urk. 11
/
132/
2).
Dr.
G._
stellte die Diagnose funktionelle Beschwerde
proble
matik im Bereich beider Hände mit/bei Status nach einer in Fehlstellung verheil
ten Basisfraktur Metakarpale-IV und V links vor rund 20 Jahren (Urk. 11/132/1).
3.4
Dr. med. H._
, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, Bezirksarzt des Bezirkes
D._
, führte in seinem Bericht zuhanden de
r
Gemeinde
C._
vom 12. Mai 2017 aus, dass gemäss den vorliegenden fachärztlichen Unter
suchungen und den praktischen Arbeitstests vom Dezember 2016 aus körperlicher Sicht bei
angepasster Arbeit (körperlich leichte, nicht repetitive Tätigkeiten in Wechselposition sitzend stehend) eine 100%ige Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers bestehe. Nach dem persönlichen Gespräch mit dem Beschwerdeführer und «unter Berücksichtigung der psychiatrischen Vorgeschichte» sei aber von einer mindestens 50%ige
n
Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen auszugehen (Urk. 3/7 S. 1).
Zurzeit
bestehe auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Arbeits
fähigkeit. Auf dem zweiten Arbeitsmarkt bestehe eine volle Arbeits- bzw. Einsatz
fähigkeit. Inwiefern die geringe Motivation des Beschwerdeführers und Tendenz zum Querulieren ein Hindernis darstell
t
e
n
, sei schwer abzuschätzen. Die Art der Medikamente (Beruhigungsmittel mit Abhängigkeitspotential) scheine ihm nicht geeignet, die Tagesform und Aufmerksamkeitsdauer des Beschwerde
führers positiv zu beeinflussen. Eine fachärztliche Begutachtung der psychiatrischen Situation könnte hier allenfalls andere Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen (Urk. 3/7 S. 2).
3.5
Im Bericht vom 2
8.
Juni 2017 stellten med. pract.
I._
, leitender Arzt, und
Dr.
med.
J._
, Ärztin,
K._
,
B._
, die folgenden Diagnosen (
Urk.
11/141/2):
-
Dysthymie (ICD-10: F34.1, aktenanamnestisch)
-
Akzentuierte Persönlichkeitszüge mit ängstlich-vermeidenden, schizoiden und dissoziativen Anteilen (ICD-10: Z73.1)
-
Psychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika: Niedrigdosisabhängigkeit (ICD-10: F13.8)
Sie attestierten dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsfähigkeit als Elektriker. Sie führten weiter aus, dass aus psychiatrischer Sicht keine körper
lichen, geistigen oder psychischen Einschränkungen hinsichtlich der Arbeits
fähig
keit in der vom Beschwerdeführer zuletzt ausgeübten Tätigkeit bestünden (
Urk.
11/141/4).
3.
6
Dr.
med. L._
, Neurologie FMH, führte im Bericht vom 1
2.
März 2018 als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit einen
dystonen
Kopf-Tremor, manifest ab ca. Frühjahr 2010
,
mit/bei überwiegendem NEIN-Tremor und leichtem rechts-
latero
-
torti-antero-collis
an
. Die letzte Kontrolle bei ihm sei am 22. November 2017 erfolgt; aktuell seien keine weiteren Termine geplant
(
Urk.
11/157/7).
Dr.
L._
hielt fest, dass er dem Beschwerdeführer bisher keine Arbeitsunfähigkeit attestiert habe (
Urk.
11/157/7). Der
dystone
Kopftremor führe zu einer leichten Kopfschiefhaltung und einem leichten Zittern des Kopfes. Dies könne der Beschwerdeführer oft lindern, indem er sein Kinn und seinen Kopf leicht mit seiner linken Hand stützte. Dies könne zu einer Beeinträchtigung
bei
einer Tätigkeit führen, die eine andauernde
bimanuelle
Tätigkeit beinhalten
würde. Deshalb sei auch
eine
eventuelle
Verlangsamung, das heisse
eine geschätzte
10- bis 20%igen Leistungseinbusse betreff
end
Zeitbedarf möglich, vor allem für rasch getaktete Tätigkeiten (
Urk.
11/157/8).
3.
7
Dr. med. M._
, Rheumatologie,
stellte im Bericht vom
8.
April 2018 die folgenden Diagnosen (
Urk.
11/160/1):
-
Chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit/bei
-
Haltungsdysfunktion, Beckentiefstand von 1 cm
-
Leichtgradige Degeneration der LWS
-
Funktionelle Beschwerdeproblematik im Bereich beider Hände mit/bei
-
Fehlstellung einer verheilten Basisfraktur Metacarpale IV/V links (vor rund 20 Jahren)
-
Anamnestisch Status nach Fraktur eines Handwurzelknochen
s
rechts (vor ca. 20 Jahren), Durchblutungsstörung und Nekrose des proximalen
Scaphoid
-Pols
Gemäss
Dr.
M._
gilt
folgendes Belastungsprofil
(
Urk.
11/160/1-2)
:
«
Körperliche leichte Tätigkeit, mit Einschränkung bei vorgeneigter
Rumpfhaltung und vorgeneigter Kopfhaltung, Empfehlung zur Anschaffung eines höhen
ver
stellbare
n
Stehpultes, Einschränkung
en
bei manueller Arbeit
mit Krafteinsatz wie auch bei repetitiven manuelle Arbeiten (unter anderem 10-Fingersystem nicht
möglich)
»
.
Für eine solche angepasste Tätigkeit besteht laut
Dr.
M._
eine volle Arbeitsfähigkeit
(
Urk. 11/160/1-2
).
3.
8
Dr.
A._
, welcher den Beschwerdeführer seit 1. November 2017 psychi
at
risch behandelt,
führte
im Bericht vom 2
7.
Juni 2018 die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit des Beschwerdeführers
auf
(
Urk.
11/164/11):
-
Einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10: F90.0; Erst
diagnose Ende 2017, anamnestisch seit Kindheit vorhanden)
-
Andauernde Persönlichkeitsänderung nach psychischer (und somatischer) Krankheit (ICD-10: F62.1; Erstdiagnose Ende 2017).
Er hielt fest, dass aufgrund der langwierigen Vorgeschichte, der komplexen Prob
lematik und der damit verbundenen deutlichen Auswirkungen auf die Persönlichkeit eine erfolgreiche Wiedereingliederung des Beschwerdeführers auf dem ersten Arbeitsmarkt unrealistisch sei (
Urk.
11/164/11-12).
3.9
3.9
.
1
Dr.
Y._
und Dr.
Z._
hielten in der interdisziplinären Gesamtbeurteilung zu ihrem rheumatologisch-psychiatrischen Gutachten vom 25./26. September 2018 zu den «Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit» folgendes fest (Urk. 11/171/70
-71
):
-
Nichtbeherrschen des Schreibens mit 10-Finger-System, wahrscheinlich aufgrund der Tatsache, dass dieses nie erlernt wurde
-
Angabe von funktioneller Beschwerdeproblematik mit subjektiver Ein
schrän
kung im Bereich beider Hände mit/bei
-
Rechts:
-
Status nach
ossärem
Strecksehnenausriss
Endglied
D IV (=Mallet-Läsion; diagnostiziert am 5. Oktober 2016, erlitten gemäss Beschwerde
führer 1982)
-
Status nach proximaler
Scaphoid-Pseudarthrose
(
Dg
-Stellung, resp. Erstbehandlung 8. November 2005 ca. 1998/1999)
, bei
Scaphoid
-Fraktur ca. 1998/1999
-
Links:
-
Status nach distal radialer Abrissfraktur am Os
naviculare
links, infolge Sturz am 28. Februar 1988, konservativ behandelt, nach
folgend beschwerdefrei
-
Status nach in leichter Fehlstellung verheilter Fraktur des Meta
c
arpale V proximal und distal mit leichter Verkürzung des
MCP
V sowie
Metacarpaleköpfchen
-Fissur IV links, erlitten am 24. Juni 1990
-
Chronisches
Lumbovertebralsyndrom
mit/bei
-
Fehlform
(links konvexe Krümmung von Brustwirbelsäule und Lenden
wirbelsäule, Rundrücken), Beckentiefstand 1 cm infolge Beinlängen
differenz
-
Hämangiom Lendenwirbelkörper 1, beginnende Osteochondrose L1/2, deutliche Osteochondrose L5/S, linksseitige
Protrusion
bis Diskushernie L5/S1 (Röntgen LWS 14. November 2016, MRI LWS 31. Januar 2017)
-
Keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
3.9.2
Unter «Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit» führten die Gutachter folgendes auf (Urk. 11/171/
71
):
-
Dysfunktionaler Umgang mit
seit
Unfällen bestehenden Hand
beschwer
den (ICD-10: F54)
-
Ängstlich-unsichere und abhängige Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1)
-
Dysthymie (ICD-10: F34.1)
-
Status nach Opiatabhängigkeit (ICD-10: F10.20)
-
Low-dose-
Benzodiazepinabhängigkeit
(ICD-10: F13.25)
-
Zervikale Dystonie mit
dystonem
Kopf-Tremor vom Nein-Nein Typ, Erst
manifestation Frühjahr 2010
-
Seit Ritalin® Herbst 2017 deutliche Verbesserung sowohl des Kopf
tremors als auch des Handtremors
-
Diskrete Kopffehlhaltung mit teilweise leichter Seitneigung nach rechts, inkonstant
-
Untergewicht (BMI 17,6 kg/m
2
), differentialdiagnostisch im Rahmen eines Gewichtsverlustes von 14 kg seit dem Tod der Freundin am 29.
Janua
r 2018, anamnestisch vorgängig Normalgewicht
-
Status nach
Einzinkerreposition
links bei gering dislozierter Jochbein
fraktur links am 14. November 2006 mit
residueller
geringer Hypästhesie N. V2 links
-
Status nach Schienung einer
Mandibula
-Fraktur beidseits am 27. Juni 1990, erlitten durch Autounfall am 24. Juni 1990, beschwerdefrei
3.9
.
3
Der medizinischen Beurteilung von Dr.
Y._
ist insbesondere zu entnehmen, dass die Lendenwirbelsäule bei der klinischen Untersuchung
ohne Schmerzangabe
frei beweglich gewesen sei. Der Beschwerdeführer habe
aber
angegeben, oftmals eben nach der Untersuchung Schmerzen zu erleiden. Die
Waddell
-Zeichen seien alle negativ
gewesen
(Urk. 11/171/58). Es liege ein lumbovertebrales Syndrom bei nach
ge
wiesenen degenerativen Veränderungen, aber ohne neurologische Aus
fälle vor. Diesbezüglich habe der Beschwerdeführer angegeben, dass nur zeit
weilig Beschwerden bestünden (Urk. 11/171/60). Ferner bestehe ein
dystoner
Kopf
tremor, welcher im Zeitpunkt der Untersuchung nur angedeutet vorhanden sei. Klinisch finde sich zudem ein diskreter Handtremor. Der Beschwerdeführer habe auch angegeben, dass
sich
dies durch die Einnahme von Ritalin® «um Wel
ten gebessert» habe (Urk. 11/171/60). Im Bereich der rechten Hand
liege
eine leichte Flexion des Fingerendgelenks
(
Articulationes
interphalangeales
distales, DIP)
4 in einer 30°-Flexionsstellung, entsprechend einem Zustand nach Mallet-Finger als 12-jähriger
vor
. Die übrigen Finger seien unauffällig
. E
s fänden sich keine Hinweise für eine relevante Arthrose oder arthritische Veränderungen. An der linken Hand
bestehe eine Verkürzung des
Fingergrundgelenks
(
Articulationes
meta
carpo
phalan
geae
,
MCP
) 5 um ca. 5 mm. Beim Faustschluss komme es zu einer leichten Achsendeviation, so werde gewissermassen der Finger 5 tendenziell unter den Finger 4 und der Finger 4 tendenziell unter den Finger 3 geführt. Dies könne Probleme bereiten beim Faustschluss, habe allerdings im Bereich des Tastatur
schreibens an einem PC keinen Einfluss (Urk. 11/171/58). Der Beschwer
de
führer gebe vor allem an, das 10-Finger-System aufgrund seine
r
Hand
probleme nicht anwenden zu können. Dies sei bei der Untersuchung getestet worden (Urk. 11/171/60).
Dass
der
Beschwerdeführer
nicht in einem
10-Finger-System
, sondern in einem «Adlersystem» schreibe,
sei nicht auf die Fingerproblematik zurückzuführen, sondern
vermutlich
auf die Tatsache, dass er es nicht beherrsch
e
(Urk. 11/171/59).
Dr.
Z._
führte in seiner Beurteilung aus, dass sich der Beschwerdeführer auf
grund seiner Beschwerden in den Händen kaum arbeitsfähig fühle. Das Ausmass der geklagten Beschwerden und die subjektive Krankheitsüberzeugung, kaum
mehr arbeiten zu können, könnten durch die somatischen Befunde
nicht
hin
reichend objektiviert werden, so dass eine psychische Überlagerung angenom
men werden müsse. Der Beschwerdeführer klage zwar über Beschwerden und Schmer
zen, er nehme aber keine Schmerzmittel ein und es würden keine Thera
pien durchgeführt. Er gestalte den Alltag auch aktiv. Der Beschwerdeführer sei mithin im Alltag nicht durch schwere quälende Schmerzen beeinträchtigt. Diagnostisch handle es sich um eine dysfunktionale Verarbeitung von Rest
beschwerden nach mehreren Unfällen. Er sei auch etwas unsicher, ängstlich und traue sich wenig zu. Er habe aber früher während Jahren in der freien Wirtschaft gearbeitet und dabei keine nennenswerten Probleme
gehabt
. Eine Angststörung oder eine Per
sönlichkeitsstörung könnten somit nicht diagnostiziert werden, es handle sich um ängstlich-selbstunsichere Persönlichkeitszüge (Urk. 11/171/70, Urk. 11/172/26-27).
3.9
.
4
Zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der bisherigen Tätigkeit hielt Dr.
Y._
sodann
fest, dass im ursprünglich erlernten Beruf als Elektromonteur seit 2006 keine Arbeitsfähigkeit mehr bestehe (Urk. 11/171/48). In einer Bürotätigkeit wäre der Beschwerdeführer in der Regel auf die Anwendung und das Beherrschen eines 10-Finger-Systems angewiesen. Diese Unmöglichkeit mit dem 10-Finger-System zu schreiben bestehe seit jeher. Falls dies
für eine Arbeitss
telle gefordert werde, sei der Beschwerdeführer nicht in der Lage das Stellenprofil zu erfüllen. Bei der Tätigkeit für seinen Online-Shop bestehe keine Einschränkung, weil er hierbei nicht unter Zeitdruck steh
e
und seine Arbeit auch ohne 10-Finger-System erledigen könne (Urk. 11/171/49).
Dr.
Y._
führte zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit
aus, dass nur noch eine rücken
schonende Tätigkeit in Frage komme. Dies sei eine leichte Tätigkeit, bei welcher der Beschwerdeführer nicht dauernd sitzen, nicht dauernd stehen, nicht in Zwangsstellungen wie zum Beispiel der Vorhalte arbeiten, nicht dauernd repetitiv sich vornüberbeugen oder bücken und nicht dauernd über Kopf arbeiten müsse. Bezüglich der Hände würden nur noch körperlich leichte, manuell die Hände nicht schwer belastende Arbeiten in Frage kommen. Tätigkeiten, bei welchen ein dauernd manueller feinmotorischer Einsatz der Hände gefordert sei, seien ungünstig. Tätigkeiten, bei welchen gelegentlich ein manueller feinmotorischer Einsatz der Hände gefordert sei, seien
aber
zu
lässig. Der Beschwerdeführer könne keinen PC mit einem 10-Finger-System be
dienen. Für eine Verweisungstätigkeit, welche diese Restriktionen berück
sich
tige, bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100 % bezogen auf ein Ganz
tage
spen
sum (Urk. 11/171/50). Dieses Tätigkeitsprofil habe seit Beginn der Um
schulung, das heisse seit dem IV-Entscheid vom 14. Juli 2006
,
Gültigkeit (Urk. 11/171/51).
Dr.
Z._
hielt fest, dass der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht in der bisherigen Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei. Er könne jeder seinen Fähigkeiten und Neigungen entsprechenden Tätigkeit nachgehen (Urk. 11/172/30).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin
vertritt den Standpunkt
,
dass der Beschwerdeführer
seit 2011
in einer leidensangepassten Tätigkeit vollumfänglich arbeitsfähig sei
(Urk.
2 S.
2)
.
Sie stützt sich dabei im Wesentlichen auf das das rheumatologisch-psychiatrische Gutachten der
Dres
.
Y._
und
Z._
vom 25./26. September 2018
(
Urk.
11/171-172;
Urk.
11/176/7-9
).
Der Beschwerdeführer hat sich am 31. Januar 2017 erneut zum Leistungsbezug angemeldet
(Urk. 11/113
).
Der frühestmögliche Rentenbeginn ist daher im
Juli
2017 (vgl.
Art.
29
Abs.
1 IVG), weshalb für die Beu
rteilung des Rentenanspruchs des Beschwerdeführers
seine
Leistungsfähigkeit ab
Juli
2016 zu prüfen ist (vgl.
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG).
4.2
Das bidisziplinäre Gutachten beruht auf den erforderlichen allseitigen fach
ärztlichen Untersuchungen der Fachrichtungen Rheumatologie und Psychiatrie und wurde in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit den Vorakten ab
gegeben. Die Gutachter haben detaillierte Befunde erhoben, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwerdeführers auseinandergesetzt. Auftragsgemäss erfolgte auch eine Konsensbeurteilung der beiden Gutachter (vgl. Urk. 11/171/65-75). Das Gutachten erfüllt demnach grundsätzlich die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl. E. 2.
4
.1).
4.3
D
er Beschwerdeführer
rügt
insbesondere
,
dass
zu Unrecht keine neurologische
Untersuchung
durchgeführt worden sei
(Urk. 1 S. 1).
Dr.
Y._
führte in seinem Gutach
ten aus, dass ein
dystoner
Kopf
tremor
bestehe, welcher im Zeitpunkt der Untersuchung nur angedeutet vorhanden ge
wesen sei. Klinisch habe er zudem einen diskreten Handtremor festgestellt. Der Beschwerdeführer
habe
angegeben, dass sich dies durch die Einnahme von Ritalin® «um Welten gebessert» habe (Urk. 11/171/60).
Wegen des seit 2010 bestehenden
dystonen
Kopftremor
s
wurde
d
er
Beschwerdeführer
von Ärztinnen und Ärzten des Fachgebiets Neurologie untersucht und
zunächst
namentlich mit Botox
-Injektionen
behandelt
(vgl. den Bericht von
Dr. med.
N._
, FMH Neurologie,
vom 28. Mai 2013,
Urk. 11/157/11
,
den Bericht
der
Klinik für Neurologie des
F._
, vom 24. November 2016, Urk. 11/129/
2-
3,
sowie
die Berichte von Dr.
L._
vom 20. Oktober und
30
. Dezember 2017
sowie 1
2.
März 2018
,
Urk. 11/15
7
/
7
-10, Urk. 11/15
7
/12-13
).
Dr.
L._
ging erst in seinem letzten Bericht vom 12. März 2018
von einer Einschränkung bei
Tätigkeit
en, die beidhändig ausgeführt werden
,
aus, weil der Beschwerdeführer aufgrund des
Kopft
remors die linke Hand zum gelegen
t
lichen Stützen seines Kopfes einsetz
e
. Dadurch
komm
e
es
zu
einer
10- bis 20%igen Leistungseinbusse betref
f
end
Zeitbedarf
(Urk. 11/157/8).
Darüber hinaus
wurde dem Beschwerdeführer nach Lage der Akten
wegen des Kopf
tremors
aus neurologischer Sicht
keine Arbeitsunfähigkeit attestiert
und eine weiter
gehende neurologische Behandlung ist nicht dokumentiert
.
Dem rheumato
logischen Gutachter
Dr.
Y._
standen die Akten der Beschwerdegegnerin (vgl.
Urk.
11/171/7 ff.
) - und damit auch
der
Bericht von
Dr.
L._
(
vgl.
Urk.
11/171/25
)
- zu
r
Verfügung.
Da Dr.
L._
die Leistungseinbusse von 10 bis 20 % mit dem sich
tbaren Kopftremor respektive dem dadurch bedingten Ab
stützen des Kopfs begründete, war der rheumatologische Gutachter zweifellos kompetent festzustellen, dass der Kopftremor zeitweilig gar nicht oder nur kaum sichtbar sei und man
diesen
kaum bemerken würde, wenn man es nicht wüsste (Urk. 11/171/55, Urk. 11/171/63).
Zudem ist zu berücksichtigen, dass die
letzte
Kontrolle bei Dr.
L._
am 22. November 2017 erfolgte, mithin etwa zehn Monate vor der Untersuchung durch Dr.
Y._
, und keine weitere Behandlung durch den Neurologen geplant war
(vgl. Urk. 11/157/7)
.
Es ist daher weder zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin keine weiteren neurolo
gischen
Untersuchungen in Auftrag gab
, noch besteht für das Gericht Anlass zu zusätzlichen neurologischen Abklärungen.
4.4
4.4
.1
Weiter macht der Beschwerdeführer unter Hinweis auf die Stellungnahme seines behandelnden Psychiaters Dr.
A._
vom 29. Januar 2019 (
Urk.
11/184) geltend, auf das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Z._
könne nicht abgestellt werden.
4
.4
.2
Dr.
A._
führte
in seinem
Bericht vom 27. Juni 2018
,
der
auch dem psychiatrischen Gutachter vorlag (vgl. Urk. 11/172/17),
die
Diagnose
n
e
infache Aktivitäts- und Aufmer
ksamkeitsstörung (
ADHS,
ICD-10: F90.0
)
sowie a
n
dauernde Persönlichkeitsänderung nach psychischer (und somati
scher) Krankheit (ICD-10: F62.1
)
an (
vgl. E. 3.8;
Urk.
11/164/11)
.
Beide Diagnosen wurden offen
bar erstmals von Dr.
A._
Ende 2017, mithin kurz nach Aufnahme der psychiatrischen Behandlung, gestellt.
Die zweite Diagnose entspricht nicht
der
ICD-10-Klassifikation, wie
Dr.
A._
in seiner Stellungnahme vom 2
9.
Januar 2019 selber festhielt (
Urk.
11/184/6). Die Diagnose
gemäss ICD-10
lautet «andauernde Persönlichkeitsveränderungen nach psychischer Krankheit» (ICD-10: F62.1)
und erfasst eine auf der traumatischen Erfahrung einer schweren psych
iatrischen Erkrankung beruhende
Persönlich
keitsänderung (H.
Dilling
,
W.
Mombour
, M.
H.
Schmidt,
Internationale
Klassifi
kation psy
chi
scher Störungen, ICD-10 Kapitel V [F] Klinisch-diagnostische Leitlinien, 1
0.
Auflage, Bern 2015, S. 287). Im Bericht vom 27. Juni 2018 führt
e
Dr.
A._
jedoch
keine schwere psychiatrische Erkrankung an,
die
beim Beschwerdeführer
zu einer
Persönlichkeitsänderung hätte führen können;
stattdessen hielt er fest, der Beschwerdeführer
sei
subjektiv durch diverse somatische Probleme
, namentlich durch den Kopftremor, welcher für ihn in der Öffentlichkeit mit starker Scham behaftet sei,
stark beeinträchtigt
(Urk. 11/164/9
-10
).
Bei
der von
Dr.
A._
diagnostizierten
Persönlichkeitsänderung
handelt
es sich mithin nicht um eine
lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose
, weshalb
auch kein
psychische
r
Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG
vor
liegt
(vgl. E. 2.1.2).
4.
4
.3
In seine
n
Stellungnahme
n
vom 2
9.
Januar
und 1
2.
Dezember
2019
(Urk. 11/184, Urk. 16)
zum Gutachten von
Dr.
Z._
vom
26. September 2018,
führte
Dr.
A._
sodann
aus
,
der Gutachter habe
selbst einen mehrjährigen
Drogen
abusus
festgestellt. Es liege mithin klar eine mehrjährige psychiatrische Erkrankung vor
, welche
von
Dr.
Z._
nicht
im Zusammenhang mit einer Per
sönlichkeitsänderung
diskutiert
worden sei
(
Urk.
11/184/6, Urk.
16/1 S.
2)
. Zu
dem habe
Dr.
Z._
eine mögliche Traumat
i
sierung, welche ebenfalls Ursprung einer
Persönlichkeitsänderung sein könne, gar nicht berücksichtigt. Der Beschwerdeführer habe im Alter von 20 Jahren einen schweren Auto
unfall erlitten, bei dem
ein Freund gestorben und der
Beschwerdeführer
selber
schwer verletzt
worden
sei
(Urk.
16/1 S. 2)
.
Anschliessend habe die Opiatab
hängigkeit des Beschwerdeführers begonnen (
Urk.
16/1 S. 3)
.
Zu den von Dr.
A._
erhobenen Einwänden hielt
Dr.
Z._
in seiner Stellungnahme vom 7. Juni 2019 fest, gemäss ICD-10 könne eine Persönlichkeitsstörung eigentlich nur nach einer schizophrenen Erkrankung, nach einer erlittenen Traumatisierung, Folter oder Ähnliches, oder bei Vorliegen schwerster, somatisch begründbarer Schmer
zen diagnostiziert werden. Beim Beschwerdeführer würden keine somatisch begründbaren, schweren Schmerz
zustände vorliegen. Es seien weder aus psychiatrischer noch aus somatischer Sicht Gründe gegeben, die zu einer Persönlichkeitsänderung hätten führen können. Weder eine Drogenabhängigkeit noch ein dysfunktionaler Umgang mit Hand
beschwerden seien Gründe für die Entstehung einer Persönlichkeitsänderung. Ebenso wenig leide der Beschwerde
führer an einer Traumafolgestörung. Er habe den Unfall (vom 24. Juni 1990) gut verarbeiten können und leide weder an angstbesetzten Träumen noch an Nach
hallerinnerungen. Der Beschwerdeführer habe auch während Jahren gearbeitet, obwohl er gleichzeitig Heroin konsumiert habe, sodass der Opiat
konsum die
Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtigt habe (Urk. 11/225/3). Die Beurteilung von Dr.
Z._
überzeugt auch vor dem Hintergrund, dass der
Beschwerdeführer g
e
mäss Bericht von Dr.
A._
vom 27. Juni 2018 seit dem Jahr 2000
(bezüglich Kokain und Heroin) abstinent ist
, vorerst noch unter Methadonsubstitution, welche seit August 200
5 komplett ab
gebaut sei (Urk. 11/164/9).
Der
erwähnte Unfall
hatte
sich am
24. Juni 1990
ereignet
(
Urk.
11/219/128
). Es soll nicht in Abrede gestellt, werden, dass dieses Ereignis für
den Beschwerdeführer
belastend gewesen
ist.
Er war in der Folge aber in der Lage, an den von der Beschwerde
gegnerin gewährten beruflichen Massnahmen teilzunehmen
und im Juli 2012 die Umschulung zum Verkaufsfachmann
(Vertiefungsrichtung Innendienst)
mit eid
genössischem Fachausweis erfolgreich abzuschliessen (Urk. 11/101
,
Urk. 11/124/10
).
Sodann
war er vom 1. August 2009 bis 31. Juli 2012
bei der
O._
als technischer Sachbearbeiter tätig und konnte
ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen (vgl. den IK-Auszug vom 27. Februar 2017, Urk. 11/117/2).
Das
Arbeitsverhältnis kündigte d
er Beschwerdeführer
nicht aus gesundheitlichen Gründen, sondern primär,
weil
ihm
der
Arbeitsweg
von zwei Stunden nach dem Umzug der Firma
zu lang gewesen
sei
(
Urk. 11/124/6;
Urk. 11/172/22)
.
4.
4
.4
Was die
erstmals von Dr.
A._
gestellte Diagnose ADHS
betrifft,
führte Dr.
Z._
in seiner Stellungnahme vom 7. Juni 2019 sodann aus, dass kein ADHS diagnostiziert werden könne, da der Beschwerdeführer (gemäss seinen An
gaben) in der Schule keinerlei S
chwierigkeiten gehabt habe, ein
guter Schüler gewesen sei, der sich gut habe konzentrieren können und eine Lehre als Elektro
monteur, die hohe Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeit stellen würde, mit der Note 5.5 habe abschliessen können
(Urk. 11/225/3).
4.
4
.5
Die Ausführungen von Dr.
Z._
sind nachvollziehbar und schlüssig. Die von Dr.
A._
erhobene Kritik vermag keine Zweifel an der Zuverlässigkeit des psychiatrischen Gutachtens zu erwecken.
Sodann kann der Beschwerdeführer aus der
Einschätzung des
Bezirksarztes
Dr.
H._
, wonach «unter Berücksichtigung der psychiatrischen Vorgeschichte» von einer mindestens 50%ige
n
Arbeits
unfähigkeit aus psychischen Gründen auszugehen sei (Urk. 3/7 S. 1),
nichts zu seinen Gunsten ableiten.
Erstens lag
dessen Bericht vom 12. Mai 2017 dem Gut
achter ebenfalls vor (vgl. Urk. 11/172/12)
und zweitens
handelt es sich dabei nicht
um
eine fachärztliche
(psychiatrische)
Beurteilung.
4.
4
.6
Aufgrund des
Gutachten
s
von Dr.
Z._
vom 26. September 2018 (Urk. 11/172) ist somit erstellt, dass
der Beschwerdeführer
(jedenfalls seit Juli
2016
, vgl. E. 4.1)
aus psychiatrischer Sicht
uneingeschränkt arbeitsfähig ist
(
Urk.
11/172/30).
4.
5
Auch hinsichtlich des rheumatologischen Gutachtens liegen keine Indizien vor, die Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Expertise erwecken könnten. Demnach ist der Beschwerdeführer in einer
leidensangepassten Tätigkeit gemäss dem von Dr.
Y._
formulierten Leistungsprofil (E. 3.9.
4
) zu 100 % arbeits
fähig. Als
leidensangepasst
gilt
grundsätzlich auch
die Tätigkeit
als Verkaufs
fachmann, die vom Beschwerdeführer nicht aus medizinischen Gründen nicht ausgeübt wurde
, sowie die von der Beschwerdegegnerin angeführte, zuletzt aus
geübte Tätigkeit als
Call-
Center Agent
.
4.
6
Von weiteren Abklärungen sind keine zusätzlichen Aufschlüsse zu erwarten.
5.
Bei uneingeschränkter Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit besteht kein Rentenanspruch. Die
Beschwerde
ist daher abzuweisen
.
6.
6.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche Verbeistän
dung not
wendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
6.2
6.2.1
Weil die prozessuale Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ausgewiesen ist (
vgl.
Urk.
9/3
) und seine Beschwerde nicht
von vor
n
herein
aussichtlos war, ist seinem Gesuch vom 4. Oktober 2019 (
Urk.
1 S. 2) um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung zu entsprechen
(§ 16 Abs. 1 des Gesetzes über das
Sozial
ver
sicherungs
gericht
, GSVGer)
.
6.2.2
Am
4.
Oktober 2019 ersuchte der
Beschwerdeführer
zudem um Bewilligung
der
unentgeltlichen Rechtsvertre
tung (Urk. 1 S. 2).
Mit Eingabe vom 1
7.
Oktober 2019 beantragte er
sodann
, dass Rechts
anwältin
Aeschlimann
Wirz zu seiner unent
geltlichen Rechtsvertreterin zu bestellen sei (Urk. 6 S. 2).
Auch diesem Gesuch kann entsprochen werden, da die Voraussetzungen gemäss § 16 Abs. 1 und Abs. 2 GSVGer
erfüllt sind. Dem Beschwerdeführer wird
mit Wirkung ab 17. Oktober 2019
die
unentgeltliche Prozessführung gewährt und Rechtsanwältin
Aeschlimann
Wirz als unentgeltliche Rechtsvertreterin bestellt.
6.3
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das vorliegende Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
b
is
IVG) und ermessensweise auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, jedoch zufolge Gewährung der
unentgeltlichen Prozessführung
einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehme
n.
6.4
Rechtsanwältin
Aeschlimann
Wirz hat keine Honorarnote eingereicht, weshalb die Entschädigung nach Ermessen festzusetzen ist.
Nicht zu entschädigen sind die Aufwendungen für die als unzulässige Beschwerdeergänzung aus dem Recht gewiesene Stellungnahme vom 12. Dezember 2019 (
vgl.
Urk. 18).
Unter Berück
sichtigung der vorliegenden Umstände
, namentlich der Tatsache, dass die vom Beschwerdeführer verfasste Beschwerdeschrift vom 4. Oktober 2019 (Urk. 1) in formeller Hinsicht genügend und kein zweiter Schriftenwechsel erforderlich war (vgl. Urk. 12 S. 7),
erscheint eine Entschädigung
von Fr. 900.-- angemessen.
6.5
Der Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4 GSVGer hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.
Das Gericht
beschliesst:
In Bewilligung des Gesuchs vom
4.
Oktober 2019 wird dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung gewährt.
Mit Wirkung ab 17. Oktober 2019 wird das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung bewilligt und
Rechtsanwältin
Aeschlimann
Wirz
, Küsnacht, als
unentgeltliche Rechtsvertreterin
für das vorliegende Verfahren
bestellt
.
Das Gericht
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4 GSVGer hingewiesen.
3.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers,
Rechtsanwältin
Aeschlimann
Wirz
, Küsnacht, wird mit Fr. 900.-- entschädigt.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4 GSVGer hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Regula
Aeschlimann
Wirz
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
5
.