Decision ID: eb808b5f-7642-5498-997b-128f8a9d7b0e
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1955, absolvierte
eine
Lehre
als
Verkäuferin und war danach in diesem Beruf tätig
. Zuletzt arbeitete sie bis zum 31.
August 2012
als Kioskverkäuferin
(Urk. 11/12)
. Am
17. Januar 2013 meldete sich
X._
unter Hinweis auf seit September 2012 bestehende Schmerzen im linken oberen Sprunggelenk und Fuss
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-S
telle,
zum Leistungsbezug an (Urk. 11/2).
Die IV-Stelle tätigte Abklärungen in erwerblicher Hinsicht und holte bei den behandelnden Ärzten Berichte ein (Urk.
11/16 und
Urk.
11/18).
Alsdann veranlasste
sie
einen
bi
disziplinären
Un
tersuch durch den Regionalen Ärztlich
en Dienst (RAD), welcher am 24.
Septem
ber 2013 stattfand (Urk. 11/24-25). Gestützt auf die so getätigten Abklärungen stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 28. Januar 2014 die Ablehnung des Leistungsbegehrens
in Aussicht (Urk.
11/30). Dagegen erhob die
se
mit Schreiben vom 2
4.
Februar 2014 unter Einreichung eines ärztlichen Berichts sinngemäss Einwand (Urk.
11/31-32), wel
chen sie
–
anwaltlich ver
tre
ten -
am 22.
Mai 2014 ergänzen liess (Urk.
11/34).
Mit Verfügung vom 28.
Juli
2014 hielt die Verwaltung
daran fest, dass
kein Rentenanspruch bestehe
(Urk.
2)
.
2.
Dagegen
lässt
X._
hierorts mit Eingabe vom 15. September 2014 (Urk. 1) Beschwerde erheben mit den Anträgen, es sei die Verfügung der
Be
schwerdegegnerin
vom 28. Juli 2014 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin
sei
zu verpflichten, der Beschwerdeführerin ab Oktober 2013 eine ganze Rente auszurichten (1.), eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin ab Oktober 2013 eine Viertels-Invalidenrente zu gewähren (2.);
subeventualiter
sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, weitere Ab
klärungen in medizinischer Hinsicht vorzunehmen (3.); alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten der
Beschwerdegegne
rin
(Urk.
1 S.
2).
Mit Vernehmlassung vom 17. Oktober 2014 stellte die IV-Stelle Antrag auf
Rück
weisung
der Sache zu weiteren Abklärungen (Urk. 10). Mit Verfügung vom 10.
November 2014 ordnete das hiesige Gericht einen zweiten Schriftenwechsel an (Urk.
13). Die Versicherte
liess mit Eingabe vom
5.
Januar 2015 an der Be
schwerde und namentlich an ihrem Antrag auf
Zusprache
eine
r ganzen Rente festhalten (Urk.
15). Die IV-Stelle verzichtete am 3
0. Januar 2015 auf Duplik (Urk.
18), w
as der Beschwerdeführerin am 5.
Februar
2015 zu
r Kenntnis ge
bracht wurde (Urk.
19). Mit Eingabe vom
6.
November 2015 liess die
Beschw
e
r
deführerin
ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und
unentgeltliche
n
Rechtsverbeiständung
stellen (Urk. 20) bezüglich
dessen
das hiesige Gericht auf einen späteren Zeitpunkt verwies (Urk. 22).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Verwaltung begründete die angefochtene Verfügung zur Hauptsache damit, dass die Versicherte gemäss den getätigten Abklärungen in der angestammten
Tätigkeit
als Kioskv
erkäuferin
zwar nicht mehr arbeitsfähig, in einer angepass
ten
Tätigkeit jedoch noch im Umfang von 70 % arbeitsfähig sei. Der
Einkom
mens
vergleich
ergebe einen Invaliditätsgrad von 37 % und somit keinen A
n
spruch auf eine Invalidenrente
(Urk.
2).
2.2
Dagegen lässt die Versicherte im Wesentlichen anführen, dass sie aufgrund ih
res Alters
ihre Restarbeits
fähigkeit nicht mehr verwerten könne. Alsdann
er
scheine aufgrund der neuest
en ärztlichen Berichte
auch die An
nahme einer Arbeitsfähigkeit von 70 % in einer angepassten Tätigkeit als nicht mehr
realis
tisch
, sondern
es
müsse von einer vollen Arbeitsunfähigkeit für alle Tä
tigkeiten ausgegangen werden.
Im Ü
brigen
wäre selbst bei Annahme einer Ar
beits
fähig
keit von 70 %
ein Rentenanspruch ausgewiesen, da beim
Einkom
mensvergleich
ein Leidensabzug im Umfang von 25 % vorzunehmen sei (
Urk.
1
)
.
2.3
In ihrer Vernehmlassung beantragt die Verwaltung Rückweisung der Sache unte
r Hinweis darauf, dass aufgrund der im Beschwerdeverfahren eingereichten
Arzt
berichte
weitere Ab
klärungen angezeigt seien (Urk.
10), wohingegen die Be
schwer
deführerin geltend machen lässt
,
dass bereits aufgrund der bisherigen Akten
d
e
r
Anspruch auf eine ganze Rente ausgewiesen sei (Urk. 15).
3.
3.1
Dr.
med.
Y._
, behandelnder Spezialarzt
FMH
für Orthopädische Chirur
gie
, diagnostizierte
in seinem Bericht vom 19.
März 2013 invalidisierende Be
schwerden an der linken unteren Extremität
. Er gab
an, aufgrund der invalidi
sierenden Beschwerden am linken oberen Sprunggelenk (OSG) sei die Patientin, seit er sie kenne, also seit dem 20. November 2011,
zu
100 % arbeitsunfähig. Eine Wiedereingliederung ins Berufsleben sehe er aufgrund der Gesamtsituation
nicht
(Urk. 11/16). Er
verwies
im Übrigen
auf den beigelegten MRI-
Befund der
Z._
vom 3.
Januar 2013
, wo in der Beurteilung
mässige
Knorpel
defekte
an der distalen
Tibiagelenksfläche
sowie im dorsalen Abschnitt des
unte
ren Sprunggelenkes
(
USG
)
diagnostiziert w
o
rden
waren
, ebenso wie ein
aus
ge
dehnte
s
flaues Knochenmarksödem dorsal in der distalen
Tibiametaphyse
und –
epiphyse
m
it
C
orticalisirregularitäten
, a
m ehesten bei
S
t
at
us nach älterer
I
n
suffizienz
fraktur
.
E
in
durchgeführter
Ultraschall und Dopp
l
er Bein links ergab alsdann keine tiefen Venenthrombose, jedoch multiple intramuskuläre
Varizen im Un
terschenkel (Urk.
11/17).
3.2
Hausärztin
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Innere Medizin FMH,
verwi
e
s in ihrem undatierten, am 8.
April 201
3
bei der IV-Stelle eingegangen
en
Beric
ht auf die Angaben
des orthopädischen Chirurgen
Dr.
Y._
sowie
auf den von ihr beigelegten MRI-
Bericht des
B._
vom
1
2.
November 2012,
worin
eine
ausgedehnte
subchondrale
Stressreaktion in Form
von Mikrozysten und perifo
kalem Knochenmarksödem
im
P
ilon
tibiale
an der zentralen Gelenkfläche
dorsal
sowie in der
A
rticulatio
subtalaris
im Bereich der
talaren
Gelenkfläche
dorso
medi
al
erhoben worden waren (Urk. 11/18 S. 5).
Die Hausärztin
gab im Wesentlichen an, die Patientin sei
aktuell zu 100 % arbeits
unfähig;
die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sei noch offen (
Urk.
11/18 S. 2 f.).
3.3
Die R
AD
–Ärzte
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Innere Medizin, und
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH, stellten
in ihrer
konsen
suellen
Stellungnahme vom 30. Oktober 2013
gestützt auf ihre
jeweili
gen
Untersuchungen vom
24.
September 2013
(Urk. 11/24-25)
folgende Diag
nosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit (vgl.
Urk.
11/28 S. 5
):
Schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung des linken Beines mit/bei
Restbeschwerden nach
Crossektomie
,
S
tripping der
Vena
safena
magna und
Exhärese
der Seitenäste links am 26.05.2011
Stamm- und
Seitenastvarikosis
links mit chronisch venöser Insuffi
zienz
Femuropatellares
Schmerzsyndrom links mit MRI retropatellare
Chon
d
ropathie
Grad III-IV (MRI 12.11.2011)
Persistierende Sprunggelenksbeschw
e
rden links bei MRI mässigen
Knor
peldefekten
an der distalen
Tibiagelenksfläche
sowie im USG (03.01.2013)
.
Als
nicht dauerhaft die Arbeitsfä
higkeit beeinflussend diagnostizierten sie
ein
en
S
tatus nach Va
r
i
z
enstripping linkes Bein mit reizlosen Narbenverhältnissen, zwei Venenkonvolute mit guter Kompression sowie
eine ausgeprägte
corona
paraplantares.
S
ie
führten im W
esentlichen
aus, bei der 58jährigen Verkäuferin sei ein somati
scher Gesundheitsschaden ausgewiesen, der die Arbeitsfähigkeit dauerhaft be
einträchtige. In
der
bisherigen Tätigkeit als Kioskv
erkäuferin bestehe eine voll
st
ändige Arbeitsunfähigkeit
. In angepasster Tätigkeit (mit körperlich leichter wechselbelastender Tätigkeit und regelmässiger Sitzgelegenheit, ohne längeres Stehen und Gehen, ohne mittelschwere und schwere Hebe- und
Tragebelas
tungen
, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häu
f
iges Treppensteigen, ohne häufige körperliche Zwangshaltungen und Tätigkeiten im Bücken, Hocken und Knien, ohne häufiges Gehen auf u
n
ebenem Ge
l
ände
)
sei
eine
100%
ige
Arbeit
s
fähigkeit abzüglich eines
vermehrten Pausenbedarfes von 30
% für Ruhe und Körperstellungswechsel
gegeben. Davon ausgenommen seien weitere kurz
zeitige Absenzen
,
bedingt durch allfä
llige medizinische Behandlungen (
Urk.
11/2
8
S. 5).
3.
4
In dem – im Beschwerdeverfahren eingereichten
-
Bericht
vom 1
2.
September 2014
stellte
der orthopädische Chirurg
Dr.
Y._
unter Hinweis auf ein am 1
7.
Januar
2014 in der
Z._
durchgeführtes MRI
folgende Diagnosen:
invalidisierende Unterschenkel-/OSG Schmerzen links
mit
/
bei
Unklarem, im MRI erneut progredientem Knochenmarksödem in der dista
len Tibia assoziiert mit Beziehung zur distalen Gelenksfläche,
Dif
ferentialdiagnostisch
:
Intraossäre
Ganglionbildung
mit wechselnder Reaktion im Knochenmark
Atypische Stressfraktur
Er führte im Wesentlichen aus, eine Arbeitsfähigkeit als Verkäuferin, d
.
h
.
in einem stehenden Beruf, sei aufgrund der obigen Diagnose nicht mehr gegeben. Zum jetzigen Zeitpunkt sei mit einer Sitzfähigkeit von nur einer halben Stunde keine Arbeitsfähigkeit in einer den Beschwerden angemessenen Tätigkeit mehr zu erreichen. Es sei ebenfalls nicht anzunehmen, dass sich die Situation am linken OSG/Unterschenkel in absehbarer Zeit verbessere. Eine einfache opera
tive Massnahme g
e
be es nicht. Der Verlauf sei ungewöhnlich. Das immer wieder
auftretende Knochenmarksödem erk
l
äre die Beschwerden der Exploran
din zwanglos
(Urk.
8
=
Urk.
3
).
3.5
In
d
er
im Rahmen der Vernehmlassung eingeholten Stellungnahme vom 16.
Okto
ber 2014 hielt
Dr.
med.
D._
fest, verglichen mit der RAD
-
Stellungnahme vom 30.
Oktober 2013 bzw
.
dem Untersuch vom 2
4.
September 2013 erscheine mit dem Aktenzuwachs ein neu zu überprüfender Sachverhalt
als
gegeben
. D
ie jetzt beschriebenen Veränderungen am Sprung
g
elenk
-
wie im
Ra
diologiebericht
de
r
Z._
v
o
m 17.
Januar 2014
festgehalten
-
seien
weiter abklärungs
-
und neubeurteilungsbedürftig (
Urk.
12).
4.
4.1
M
it Bl
ick auf die diesbezüglich
konsistente
Akten
lage
gehen die Parteien
zu Recht darin einig, dass die Beschwerdeführerin aufgrund des
Gesundheitsscha
dens
am linken
Unterschenkel
in ihrer angestammten (stehenden) Tätigkeit im Verkauf nicht mehr arbeitsfähig i
st.
Im welchem Umfang
noch eine Arbeitsfä
higkeit in einer angepassten Tätigkeit besteht, lässt sich den Akten
entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin
hingegen
nicht
zuverlässig
entnehmen
.
So machte
Hausärztin
Dr.
A._
dazu keine Angaben
,
sondern
bezeichnete
die Arbeitsfähigkeit
insoweit
vielmehr
als offen
(E.
3.2
hievor
)
. Alsdann
stellte
Dr.
D._
mit Blick auf die
im Beschwerdeverfahren
einger
e
ichten
-
im Ver
gleich zur
RAD
-
Stellungnahme
vom 3
0.
Oktober 2013
neue Diagnosen aus
weisenden
-
medizinischen
Unterlagen
eine
n
weiteren
Abklärungs
bedarf
fest (vgl. Urk. 12)
.
Da
mit
aber kann
die
bisherige
Beurteilung
durch den
RAD
(E. 3.2
hievor
)
nicht mehr
als
abschliessend
betrachtet
und darauf
n
icht abgestützt wer
den
.
A
nd
er
erseits erlauben
auch
die
Angaben
des orthopädischen Chirurgen Dr.
Y._
,
wonach er
eine Wie
dereingliederung ins Berufsleben
„
auf
grund der Gesamtsituation
“
nicht sehe
(
E.
3.1
hievor
)
beziehungsweise
bei einer
Sitzfähigkeit von nur einer halben Stunde keine Arbeitsfähigkeit in einer den
Beschwerden angemessenen Tätigkeit mehr zu erreichen
sei (
E.
3.3
)
,
keine
zuver
lässige
Festlegung der Arbeitsfähigkeit
. So
begründet
Dr.
Y._
erstere
Einschätzung nicht
nachvollziehbar
mit
objektiven
medizinischen Aspekten
;
letztere
Beurteilung
stützt sich
soweit ersichtlich
massgeblich auf die subjek
ti
v
en
An
gaben der
Beschwerdeführerin
.
Darüber
hinaus
ist der Erfahrungstat
sache Rechnung zu tragen, wonach behandelnde Arztpersonen
beziehungsweise
The
rapiekräfte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens
stel
lung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen
(
BGE 135 V 465
E. 4.5).
Fehlt jedoch eine beweis
kräftige
medizinische Grundlage, sind
–
wie
die
Beschwerdegegnerin zu Recht geltend macht -
weitere Abklärungen unum
gänglich
,
zu welchem Zweck die Sache zurückzuweisen ist.
4.2
Dies gilt um
so mehr
,
als
der Auffassung der
Beschwerdeführerin nicht
gefolgt werden kann,
wonach
angesichts ihres Alters
(
von 59 Jahren
im
Verfügungs
z
eitpunkt
)
selbst eine allfällig noch vorhandene Restarbeitsfähigkeit nicht mehr verwertbar
wäre
(vgl. Urk.
15).
Davon abgesehen
, dass
für die Beurteilung der
(
Un
-)V
erwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit
älterer Personen
rechtsprechungs
gemäss
derjenige
Zeitpunkt
massgebend
ist
,
in welchem
die medizinische Zu
mut
barkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit feststeht
(BGE 138 V 457)
,
womit sich vor
liegend
-
da
diesbezüglich weitere
Abklärungen erforderlich sind -
diese Frage noch nicht
abschliessend
beantworten
lässt
, ergäbe
selbst
ein Abstellen auf
die
Gegebenheiten
im Verfügungszeitpunkt
nichts zu
Gunsten der Beschwerde
füh
rerin.
Denn z
war
lässt
sie
grundsätzlich
zu Recht
geltend machen
, dass
das fort
geschrit
tene Alter, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Recht
sprechung als Kriterium anerkannt wird, welches zusammen mit weiteren per
sön
lichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerwei
se
nicht mehr nachgefragt wird
(zum Ganzen
statt vieler
etwa
Urteil
des Bundesgerichts
8C_415/2014 vom 2
9.
August 2014, E.
2 mit
Hinweisen)
; dabei kommt
namentlich auch der verbliebenen
Restarbeitsfä
higk
eit
erhebliches Gewicht zu
(vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_124/2010
vom 21.
September
2010
E.
5.2)
.
Doch ist i
n
Bezug auf die persönlichen Ver
hält
nisse
der
Beschwerdeführerin
zu berücksichtigen,
dass
sie
g
emäss
vorliegen
den
ärztlichen Berichten
allein eine
Bewegungs
-
und Belastungseinschränkung am linken
B
ein
aufweist
,
wesh
a
lb sie
(
zwar
)
in ihrer angestammten stehenden Tä
tigkeit
als
Verkäuferin
gänzlich
arbeitsunfähig ist.
J
edoch
ist sie
– so
zu
min
dest
die bisherige Einschätzung des RAD, auf welche auch die Beschwerde
füh
rerin in diesem Zusammenhang verweist (
Urk.
1 S. 8) –
in einer angepassten Tätigkeit
grundsätzlich
arbeitsfähig
beziehungsweise
(
ausschliesslich
)
insoweit einge
schränkt
,
als sie
aufgrund der genannten Beschwerden
am linken Bein
auf eine
körperlich leichte wechselbelastende
Tätigkeit
(
insbesondere mit regel
mässi
ger Sitzgelegenheit, ohne längeres Stehen und Gehen,
entsprechend dem in
E. 3.2
hievor
genannten Profil
)
ang
e
wiesen ist
.
Im
Ü
brigen
werden
jedoch
–
zumindest
nach bisheriger Aktenlage
–
keine
weitere
n
körperliche
n
Einschrän
kungen
(na
mentlich
auch nicht
im B
ereich der oberen Extremitäten)
g
enannt
(vgl.
Urk.
11/24 S. 6 und Urk. 11/25 S. 5)
.
Es ist deshalb nicht ersichtlich
, dass
die
der Beschwerdeführe
rin
noch
offen stehenden zumutbaren Tätigkeiten
derart
vi
elen
Ein
schränkungen
unterliegen
würde
n
,
als
dass eine
Anstellung
auf dem
als ausgeglichen unter
stellten Arbeitsmarkt
nicht mehr realistisch
ersch
ie
n
e
.
Dies gilt
auch
deshalb
,
weil
die
der Beschwerdeführerin zugemuteten
Erwerbs
möglichkeiten
namentlich
im
B
er
e
ich
von Hilfstätigkeiten
regelmässig keine
be
sondere Bildung oder
spe
zifische
Fachkenntnisse
erfordern
und
alter
sunab
hän
gig
nachgefragt
werden
(vgl. statt vieler Urteil des Bundesgerichts 9C_808/2015
vom 2
9.
Februar
2016 E.
3.4.2)
, weshalb e
ntgegen
der
Auffassung
der Beschwer
de
führerin
(
vgl.
Urk.
1 S. 8
)
weder
eine
diesbezüglich fehlende Schulung oder
konkrete Berufserfah
rung noch
ihr
Alter
von 59 Jahren (im
Verfügungs
zeit
punkt
)
einer Verwertbar
keit der Arbeitsfähigkeit
im Wege
stehen
, zumal
in diesem Alter
eine erwerbli
che Aktivitätsdauer von
noch
immerhin
mehreren Jahren
verbleibt.
M
it
B
lick auf die relativ hohen
H
ürden
,
welche
das Bundesgericht
betreffend
Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen
aufge
stellt
hat (vgl. etwa
Urteil
des Bundesgerichts
9C_847/2015 vom 30.
Dezember 2015 E.
4.1 und 4.3 mit Hinweisen
auf die Kasuistik
)
,
wäre
daher
aufgrund der ge
gen
wärtigen Akten selbst bei feststehen
der (Teil-)Arbeitsfähigkeit
insgesamt
nicht
von
einer
Unver
wert
barkeit der ver
bl
ie
benen Restarbeitsfähigkeit auszu
gehen.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG
) und auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Das Gesuch um Gewäh
rung der unentgeltlichen Prozessführung wird damit gegenstandslos.
5
.2
Ausgangsgemäss
(vgl. E.
4.1)
steht de
r
Beschwerdeführer
in
eine
Prozessent
schädigung
zu, die gemäss
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeu
tung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen zu bemessen und unter Berücksichtigung dieser Grunds
ätze auf Fr.
2‘200.
-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) fest
zu
setzen ist.
D
as Gesuch um Beigabe eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes wird da
mit gegenstandlos.