Decision ID: 08bb3b25-7be3-417d-b480-319b429b79ab
Year: 2007
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1. Mit in Rechtskraft erwachsenem Urteil vom 31. August 2006 (Urk. 1) schied die Einzelrichterin im ordentlichen Verfahren des Bezirkes Winterthur die Ehe zwischen A._ und B._ und überwies die Akten zur Durchführung der Teilung der Austrittsleistungen an das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich. In Dispositiv Ziffer 5 des genannten Urteils wurde unter anderem Folgendes festgelegt:
Es wird die hälftige Teilung der im Zeitpunkt der Ehescheidung vorhandenen Austrittsleistungen zuzüglich allfälliger Freizügigkeitsleistungen der Gesuchsteller angeordnet.
2. Mit Verfügung vom 19. Oktober 2006 (Urk. 3) holte das hiesige Gericht bei den von der Einzelrichterin des Bezirkes Winterthur genannten Vorsorgeeinrichtung per Datum der Rechtskraft des Scheidungsurteils (25. September 2006) aktualisierte Abrechnungen über die zu teilenden Austrittsleistungen von A._ und B._ ein. Die von den Vorsorgeeinrichtungen angeforderten Unterlagen wurden als Urk. 5 und 6 zu den Akten genommen.
Mit Verfügung vom 22. November 2006 (Urk. 8) wurden A._ und B._ die eingeholten Meldungen der Vorsorgewerke zur Kenntnis gebracht, die sich daraus ergebende Transferleistung beziffert und ihnen Gelegenheit gegeben, Anträge zu stellen. Die Parteien wurden darauf hingewiesen, dass bei Stillschweigen von der Richtigkeit der eingereichten Abrechnungen und der ermittelten Austrittsleistungen ausgegangen und die Teilung entsprechend angeordnet werde.
B._ liess sich nicht mehr vernehmen; A._ liess mit Eingabe vom 4. Dezember 2006 (Urk. 10) erklären, dass er sich mit den Erwägungen in der Verfügung vom 22. November 2006 einverstanden erkläre.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Nach Art. 122 Abs. 1 des Zivilgesetzbuches (ZGB) hat jeder Ehegatte Anspruch auf die Hälfte der nach dem Freizügigkeitsgesetz (Bundesgesetz über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge, FZG) für die Ehedauer zu ermittelnden Austrittsleistung des anderen Ehegatten, wenn ein Ehegatte einer Einrichtung der beruflichen Vorsorge angehört oder beide Ehegatten einer solchen angehören und bei keinem Ehegatten ein Vorsorgefall eingetreten ist. Stehen den Ehegatten gegenseitig Ansprüche zu, so ist nur der Differenzbetrag zu teilen (Art. 122 Abs. 2 ZGB).
1.2 Laut Art. 142 Abs. 1 ZGB entscheidet das (Scheidungs-)Gericht über das Verhältnis, in welchem die Austrittsleistungen zu teilen sind, wenn keine Vereinbarung zustande kommt. Sobald der Entscheid über das Teilungsverhältnis rechtskräftig ist, überweist das Gericht die Streitsache von Amtes wegen dem nach dem Freizügigkeitsgesetz zuständigen Gericht (Art. 142 Abs. 2 ZBG). Gemäss Abs. 3 derselben Bestimmung ist diesem insbesondere der Entscheid über das Teilungsverhältnis (Ziffer 1), das Datum der Eheschliessung und das Datum der Ehescheidung (Ziffer 2), die Einrichtungen der beruflichen Vorsorge, bei denen den Ehegatten voraussichtlich Guthaben zustehen (Ziffer 3), und die Höhe der Guthaben der Ehegatten, die diese Einrichtungen gemeldet haben (Ziffer 4), mitzuteilen.
2. Die Einzelrichterin des Bezirkes Winterthur meldete dem hiesigen Gericht mit Urteil vom 31. August 2006 (Urk. 1) die notwendigen Eckdaten für die Teilung der Austrittsleistungen (Datum der Eheschliessung: 18. Dezember 1980; Rechtskraft der Scheidung: 25. September 2006 [vgl. Urk. 1 Dispositiv Ziffer 10 und Urk. 2/45], Namen der beteiligten Vorsorgeeinrichtungen: D._ und C._, ). Nach Eintreffen der Angaben der Vorsorgeeinrichtungen über die Höhe der Guthaben der Scheidungsparteien (vgl. Urk. 5 und 6) sind die Angaben vollständig.
3. B._ liess im vorliegenden Verfahren - wie bereits erwähnt - keine Anträge stellen. Angesichts des entsprechenden Hinweises in der Verfügung vom 22. November 2006 (Urk. 8) ist deshalb davon auszugehen, dass sie die Richtigkeit und Vollständigkeit der eingereichten Abrechnungen und der in den Erwägungen der genannten Verfügung getroffenen Annahmen (namentlich betreffend Höhe der zu teilenden Austrittsleistungen) anerkennt. A._ liess - wie erwähnt - mit Eingabe vom 4. Dezember 2006 (Urk. 10) sein Einverständnis mit den Erwägungen in der genannten Verfügung erklären.
Somit ist auf die in der Verfügung vom 22. November 2006 (Urk. 8) genannten Zahlen abzustellen. Das Freizügigkeitskapital von A._ beträgt Fr. 28'041.05 (Urk. 5), dasjenige von B._ Fr. 84'988.65 (Urk. 6). Daraus ergibt sich bei Anwendung des im Scheidungsurteil vom 31. August 2006 (Urk. 1) angeordneten Teilungsschlüssels (50 : 50) eine Transferleistung zu Gunsten von A._ und zu Lasten von B._ in der Höhe von Fr. 28'473.80 ( = 1/2 x [Fr. 84'988.65 ./. Fr. 28'041.05]; die Hälfte der Differenz zwischen den beiden Guthaben).
Da die Teilung gemäss den Meldungen der Vorsorgeeinrichtungen (zur Zeit) durchführbar ist, ist die D._ zu verpflichten, den Betrag von Fr. 28'473.80 zu Lasten von B._ (AHV-Nr. F._) auf das Konto von A._ bei der C._, (AHV-Nr. G._) zu überweisen.
4. Rechtsprechungsgemäss (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 6. Juni 2006, B 17/06) ist die einem ausgleichsberechtigten Ehegatten im Falle der Scheidung zustehende Austrittsleistung vom massgebenden Stichtag der Teilung (Datum der Rechtskraft des Scheidungsurteils) an bis zum Zeitpunkt der Überweisung oder des Beginns der Verzugszinspflicht zu verzinsen. Dabei hat die Vorsorgeeinrichtung für den Bereich des Obligatoriums auf der Austrittsleistung den Mindestzinssatz von Art. 12 der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVV 2; ab 1. Januar 2005 mindestens 2,5 % p.a. [Art. 12 lit. d BVV 2]) oder den allenfalls höheren reglementarischen Zins zu vergüten. Für den Fall des Eintritts der Verzugszinspflicht (nach Ablauf von dreissig Tagen seit Rechtskraft des vorliegenden Entscheids) beliefe sich der anzuwendende Zinssatz auf den BVG-Mindestzinssatz plus einem Prozent (Art. 2 Abs. 4 FZG und Art. 26 Abs. 2 FZG in Verbindung mit Art. 7 der Freizügigkeitsverordnung).
Demzufolge ist die A._ geschuldete Austrittsleistung im Sinne der Erwägungen zu verzinsen, und zwar zu mindestens 2,5 % ab 25. September 2006 (Datum der Rechtskraft des Scheidungsurteils) beziehungsweise nach Eintritt eines allfälligen Verzugsfalles nach dem genannten höheren Verzugszins.