Decision ID: 249d1ca7-af21-4031-8676-38d600de943c
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1971,
Mutter zweier erwachsener Kinder (geboren
1988 und 1990,
Urk.
8/3/2
),
ist
seit
August 2001
als
Büro-
Mitarbeiterin bei der
Z._
GmbH
angestellt
(
Urk.
8/20
/1-2
).
Am
5.
September 2011 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte wegen Rückenbeschwerden bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum
Leistungsbe
zug
an (
Urk.
8/3). Die IV-Stelle holte die Akten der zuständigen
Krankentag
geldversicherung
Helsana (
Urk.
8/5), einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug vom 1
5.
September 2011,
Urk.
8/9), den Bericht
von
Dr.
med.
A._
, FMH Orthopädie,
vom 2
2.
Dezember 2011
(
Urk.
8/15) und den Bericht der Uniklinik
B._
vom 1
2.
Januar 2012 (
Urk.
8/17) ein. Daraufhin nahm sie den Bericht von
Dr.
med.
C._
, FMH Allge
meine Medizin, vom 1
1.
Februar 2012 (
Urk.
8/18), den Arbeitgeberfragebogen der
Z._
GmbH vom 1
3.
März 2012 (
Urk.
8/20)
und
den Bericht der Uniklinik
B._
v
om
6.
Juni 2012 (
Urk.
8/22) zu den Akten
. Mit Vorbeschei
den vom 2
9.
J
uni
und
2.
Juli 2012
stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres Begehrens um berufliche Massnahmen
und die
Zusprach
e
einer vom
1.
März bis zum 30.
Juni 2012 befristeten ganzen Rente in Aussicht
(
Urk.
8/25 und
Urk.
8/26)
.
Gegen den Vorbes
cheid vom 2.
Juli 2012 betreffend Rente
erhob die Ver
sicherte am 2
6.
Juli
bzw. 12.
September 2012
Einwand
(
Urk.
8/29 und
Urk.
8/36)
. In der Folge holte die IV-Stelle den Bericht der
Uni
klinik
B._
vom 2
8.
September 2012 (Urk.
8/37), den Bericht der Höhenklinik
D._
vom
8.
Oktober 2012
(
Urk.
8/
38), den Bericht des M
edizini
sche
n Zentrums
E._
vom 18.
/19.
Dezember 2012 (
Urk.
8/43) und den Be
richt von
Dr.
C._
vom 24.
Januar
2013 (
Urk.
8/45) ein. Im Weiteren
gab
sie
beim F._
ein
polydiszipli
näres
Gutachten in Auftrag, das am
9.
Juli 2013 erstattet wurde (
Urk.
8/59; vgl. auch
Stellungnahme des
F._
vom 1
9.
August 2013,
Urk.
8/63). Hierzu li
ess sich die Versicherte am 15.
November 2013 vernehmen (
Urk.
8/70). Mit Verfügung vom 2
5.
November 2013 wies die IV-Stelle das Gesuch um berufliche Mass
nahmen ab (
Urk.
8/72). Mit Vorbescheid vom 2
6.
November 2013, der den Vor
bescheid vom
2.
Juli 2012 ersetzte, stellte die IV-Stelle der Versicherten
die
Zusprache
einer vom 1.
März 2012 bis zum 3
1.
Januar 2013 befristeten ganzen
Rente in Aussicht (
Urk.
8/74), wogegen diese
am
9.
Januar 2014 Einwand
erhob
(
Urk.
8/76). Wie angekündigt, sprach die IV-Stelle der Versicherten schliesslich mit Verfügung vom 2
5.
Februar 2014 eine vom
1.
März 2012 bis zum 3
1.
Januar 2013 befristete ganze Rente zu (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
die Versicherte am 2
5.
März 2014
Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom 2
5.
Februar 2014 sei aufzuheben und es sei ihr
über Januar 2013 hinaus
eine ganze Rente auszurichten; eventualiter seien weitere Abklä
rungen vorzunehmen (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom
5.
Mai 2014 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung
der Beschwerde (
Urk.
7), was der
Beschwerdeführer
in
am
7.
Mai 2014 angezeigt wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der Invalidenversicherung.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchti
gung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen
Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Dr.
A._
hielt in seinem Bericht vom
2
2.
Dezember 2011
als Diagno
sen mit Auswirkung au
f die Arbeitsfähigkeit (1)
Status
nach
Diskushernien
operation
L4/
5 links vom 1
7.
Dezember 2004 mit im Verlauf zunehmender
Osteoch
o
ndrose
L4/
5 (gemäss MRI der Lendenwirbelsäule vom 2
3.
März 2011) und (
2) eine mediale Diskushernie C5/6 und C6/
7 mit rezidivierenden
Zervik
o
brachialgien
links, zurzeit konservativ therapiert, fest. Diagnosen ohne Auswir
kung auf die Arbeits
fähigkeit nannte er nicht. Er erklärte, dass er der Beschwerdeführerin, die zuletzt am 2
0.
Juli 2011 bei ihm in Behandlung gewe
sen sei,
letztmals
vom 2
0.
Juli bis zum 3
0.
August 2011 eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit attestiert habe (
Urk.
8/15
/1-2
).
2.2
Die Ärztinnen der
Abteilung Rheumatologie der
Uniklinik
B._
gaben im Bericht vom 1
2.
Januar 2012 an, dass die Beschwerdeführerin vom
3.
bis zum 2
1.
Mai 2011 und vom 2
1.
Nove
mber bis zum
2.
Dezember 2011 bei ihnen
in stationärer Behandlung gewesen sei.
Die Beschwerdeführerin leide an chroni
schen Rückenschmerzen mit Ausstrahlung ins linke Bein mit immer wieder
kehrenden
Schmerzexazerbationen
.
Aufgrund
der deutlichen
Segmentdegene
ration
auf Höhe L4/5 bei bekannter grosser
Rezidivhernie
median und
parame
dian
links und
rezessaler
Stenosierung
mit Kompression der linken
Nervenwur
zel
L5 sei eine Operation indiziert. Vom 2
1.
November 2011 bis zum
Zeitpunkt der Operation,
de
r
en Datum noch nicht feststehe,
sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsunfähig. Die
weitere Arbeitsfähigkeit werde
durch die Kollegen
der
Abteilung
Wirbelsäulenchirurgie
der Uniklinik
B._
festgelegt (
Urk.
8/17
/1-2
).
2.3
Dr.
C._
erklärte in seinem Bericht vom 1
1.
Februar 2012, dass die Beschwerdeführerin am 2
6.
Januar 2012 in der Uniklinik
B._
am Rücken operiert worden sei. Seit dem 2
3.
März 2011 sei
sie
zu 100
%
arbeitsunfähig
.
Er schlage eine befristete ganze Rente bis ca. 2 Jahre postoperativ und anschlies
send eine neue Beurteilung vor
(
Urk.
8/18/9).
2.4
Dr.
med
.
G._
, Oberarzt in der Abteilung
Wirbelsäulenchirurgie der
Uniklinik
B._
, gab im Bericht vom
6.
Juni 2
012 an, dass der postopera
tive Verlauf komplikationslos gewesen sei und
dass
sich die
Lumboischialgien
deu
tlich zurückgebildet hätten. Die
Beschwerdeführerin habe zuletzt deutlich weniger Rücken- und Beinschmerzen gehabt. Andererseits hätten aber die Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in den linken Oberarm
exazerbiert
. Ab Mitte Juni 2012 sollte jedoch eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit wieder in einem 100%-Pensum möglich sein (
Urk.
8/22/8).
2.5
Die Ärzte der Hö
henklinik
D._
führten im (überarbeiteten)
Austrittsbe
richt
vom 1
2.
Oktober 2012
aus
, dass die Beschwerdeführerin vom 3
0.
August bis zum 1
9.
September 2012 zur
muskuloskelettalen
Reh
abi
litation bei ihnen hospitalisiert gewesen sei. Am 1
9.
September 2012 habe sie
in gutem
Allgemeinzustand bei leicht gebesserter körperlicher Belastbarkeit sowie leicht stimmungsaufgehellt in die gewohnte häusliche Umgebung entlassen werden können. Vom 3
0.
August bis und mit dem
3.
Oktober 2012 sei die Beschwer
deführerin zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen.
Zu empfehlen sei ein
stufenweiser
Reintegrationsversuch beispielsweise beginnend mit
einem 20%-Pensum
(
Urk.
8/40
/2-4
).
2
.6
Die medizinischen Fachpersonen des Medizinischen Zentrums
E._
nannten in ihrem Bericht vom 1
8.
Dezember 2012 als Diagnose mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1). Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielten sie keine fest. Sie erklärten, dass die Beschwerde
führerin in sämtlichen Tätigkeiten
zu 100
%
arbeitsunfähig sei (
Urk.
8/43/5-7).
2
.7
Die Ärzte des
F._
stellten in ihrem Gutachten vom
9.
Juli 2013 f
olgende Diagno
sen mit Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
8/59/22-23)
:
(1)
e
in chronisches
zervikovertebrales
Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.2)
-
radiologisch
breitbasige
mediane Diskushernie HWK6/7 (MRI vom 2
5.
Juni
2012)
-
unter Ablenkung freie Kopfrotation
bei
unverspannter
Nackenmuskulatur
(2)
ein chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5/Z98.8)
-
Status nach
Hemilaminektomie
,
Ne
urolyse
und Diskek
tomie LWK4/5 links am
1
7.
Dezember 2004
(
Dr.
A._, Klinik H._
)
-
Status nach
Spondylodese
LWK4/5 mit subtotaler
Lam
inektomie
und
Dis
kekt
omie, Cage-
Einlage und
aut
o
logem
Knochen am 2
6.
Januar 2012
(Uniklinik
B._
)
-
radiologisch regelrechter Befund (Röntgen vom
8.
Mai 2012)
-
praktisch freie Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arb
eitsfähigkeit nannten sie (Urk.
8/59/23):
(1)
eine le
ichte depressive Episode (ICD-10
F32.0)
(2)
eine Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F54)
-
unspezifisches
multilokuläres
Schmerzsyndrom (ICD-10 R52.9)
(3)
ein
en chronischen
Knieschmerz beidseits (ICD-10 M79.66)
-
radiologisch rechts kleiner Meniskusriss am medialen
Hinterhorn
sowie
einzelne Knor
peldefekte medial und
retropate
llär
(MRI
vom
2
3.
Mai 2013)
-
klinisch reizlose, symmetrisch frei bewegliche Gelenke ohn
e
Hinweis für
relevante Läsion
Die Ärzte des
F._
erklärten, dass aktuell aus polydisziplinärer Sicht eine unein
geschränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Mitarbeiterin im Reisebüro ihrer Familie und in jeder anderen körperlich leich
ten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit festgestellt werden
könne. Für körperlich andauernd
schwer belastende Tätigkeiten bestehe
hingegen
eine Arbeitsunfähigkeit.
Retrospektiv könne nach
dem ersten Wirbelsäuleneingriff vom 1
7.
Dezember 2004 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit für körper
lich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten für längstens drei Monate ausgegan
gen werden. Nach
der am 2
6.
Januar 2012 durchgeführten
Spondylodese
sei
von
eine
r
vollständige
n
Arbeitsunfähigkeit höchstens bis zum
3.
Oktober 2012
auszugehen
(
Urk.
8/59/24).
2
.8
Die medizinischen Fachpersonen des Medizinischen Zentrums
E._
führten in der Stellungnahme vom 1
3.
November 2013 aus, dass im psychiat
rischen Teil des
F._
-Gutac
htens eine Befundaufnahme vollständig
fehle. Zudem sei auch keine Fremdanamnese erhoben worden. Das
F._
-Gutachten sei aus psychiatrischer Sicht nicht nachvollziehbar. Die Beschwerdeführerin sei mit Sicherheit auch fü
r angepasste Tätigkeiten zu 100
% arbeitsunfähig (
Urk.
8/69).
2.9
Im Bericht zur i
nterdisziplinären Schmerzbehandlung vom 1
2.
März 2014
erklär
ten
die Ärzte des Medi
zinischen Zentrums
E._
, dass
sich die Symptomatik seit der Begutachtung im
F._
deutlich verschlechtert habe. Im
Rahmen der interdisziplinären Konsensbeurteilung seien sie zum Schluss gekommen, dass aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 70
%
und aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestehen würden
(
Urk.
3).
3.
3.1
Der angefochtenen Verfügung vom 2
5.
Februar
2014
liegen in medizinsche
r H
insicht die
Stellungnahmen von
Dr.
med.
I._
, FMH Allgemeine Innere Medizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
v
om 1
9.
Juni 2012 (
Urk.
8/23/5),
2
3.
Juli 2013
(
Urk.
8/71
/4-5) und
2
3.
August 2013 (
Urk.
8/71/5)
zugrunde.
3.2
3.2.1
RAD-Ärztin
Dr.
I._
ging
zuletzt
davon aus
, dass die Beschwerdeführerin in
ihrer bisherigen
Tätigkeit als Mitarbeiterin im Reisebüro
und in
anderen kör
perlich leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit
en
ab dem 4. Oktober
201
2
wieder
voll arbeitsfähig war
(Urk. 8/71/5)
. Dabei stützte sie sich auf das
F._
-Gutachten vom
9.
Juli 2013
, das auf am 2
1.
und 2
2.
Mai sowie
4.
Juni 2013
– in Anwesenheit einer Türkisch-Dolmetscherin -
durchge
führten Untersuchungen beruht
(
Urk.
8/
59).
3.2.2
Die Ärzte des
F._
le
gten im orthopädischen Teil de
s
Gutachten
s
dar, dass
aktu
ell folgende Befunde objektivierbar seien: Der ebene Gang
der Beschwerdefüh
rerin
sei mitsamt den geprüften Varianten unauffällig,
während
dem
sie
beim Hinuntergehen der Treppe die rechte untere Extremität voranstelle. Bei der Untersuchung der Wirbelsäule bestehe unter Gegenspan
nung eine deutlich ein
geschr
änkte Beweglichkeit sämtlicher Abschnitte. Der initial
grosse
Finger-Boden-Abstand habe später durch eine praktisch freie Auslenkung im
Langsitz
jedoch
relativiert werden können. Auch die bei der expliziten Prüfung vermin
derte Kop
frotation sei unter Ablenkung nicht mehr fest
zustellen gewesen
.
Sämtliche Extremitäten seien
sodann
frei beweglich.
A
n Stamm und Extremi
täten
habe die Beschwerdeführerin eine völlig diffuse
Druckdolenz
ohne
punc
tum
maximum
beklagt. Die bei der expliziten Prüfung eingeschränkte Beweg
lichkeit i
m
Schulter- und Hüftbereich sei
nicht
reprodu
zierbar
gewesen
,
wobei eine augenfällige Diskrepanz insbesondere zwischen der bei der Untersuchung der Hüftgelenke in Rückenlage angegebenen Beschwerden einerseits und der völlig freien Auslenkung in sitzender Position mit hängenden Beinen andere
r
seits vorgelegen habe. Fünf von f
ünf
Wadde
ll
-Zeichen seien positiv
. Auf radi
ologischer Ebene würden eine
breitbasige
mediane Diskushernie HWK6/7 und mässige degenerative Veränderungen sowie unauffällige Verhältnisse an der Lendenwirbelsäule bestehen. Auch der Befund an den Händen sei bis auf ein dorsales recht
sseitiges Ganglion unauffällig. Am
rechten Kniegelenk
würden
ein kleiner medialer Meniskusriss sowie einzelne Knorpeldefekte medial und
retro
patellär
bestehen
, wofür entsprechende klin
ische Korrelate fehlen würden.
Im Übrigen habe
selbst
ein
vor zwei Wochen durchgeführtes
Ganzkörper-MRI
keine relevanten Veränderungen gezeigt. In A
nbetracht des klinisch
ansonsten w
eitgehend
blanden
Befundes sei
auf die Anfertigung neuer Bilddokumente verzichtet
worden
. Zusammenfassend könne gesagt werden, dass sich die von der Beschwerdeführerin beklag
ten, völlig diffus unter anderem
den ganzen Bewegungsapparat umfassenden Beschwerden durch die klinischen und radio
logischen Befunde keineswegs nachvollziehen lassen würden. Die
Beschwielun
gen
im Hand- und Kniebereich
,
die genannten Inkonsistenzen, das anamnes
t
isch fehlende Ansprechen auf wie
derholte
lokale Infiltration,
die
noch vor kur
zem durchgeführte
n
konservative
n
Therapiemassnahmen
und
der zweimalige
Wirbelsäuleneingriff könnten als klarer Hinweis für eine massive
,
nicht-orga
nische Beschwerdekomponente angesehen werden (
Urk.
8/59/17-18).
3.2.3
Im neurologischen Teil d
es Gutachtens
führten die Ärzte des
F._
aus, dass die Beschwerdeführerin ihren eigenen Angaben zufolge seit ca. 10 Jahren unter Rückenschmerzen leide. Ein erster Eingriff sei im Jahr 2004
durchgeführt wor
den
und ein zweiter
bei
Rezidivhernie
im Januar 201
2.
Bei letzterem sei auch eine
Spondylodese
LWK4/5 erfolgt. Präoperative Ausfälle seien den Unterlagen nicht zu entne
hmen.
Betreffend die Halswirbelsäule sei eine eingehende Diag
nostik erfolgt
,
und es seien lediglich kleine mediane Hernien beschrieben wor
den.
Eine neurale Kompression sei ausgeschlossen worden. In objektiver Hin
sicht sei die aktuelle Untersuchung völlig unauffällig ausgefallen, wobei die angegebene leichte Hypästhesie am rechten Arm und rechten Bein nicht seg
mental
zuzuordnen sei
. Bei seitengleichen Reflexen,
Trophik
und Motorik ergebe sich auch kein Anhalt für eine z
entrale Störung. Insgesamt würden
ein eher
leichtgradiges
Halswirbelsäulen-Syndrom ohne Beteiligun
g neuraler Strukturen sowie ein
Lendenwirbelsäulen-Syndrom bei Zustand nach zweimali
ger
Diskushernienoperation
und
Spondylodese
vor
liegen
. Die diesbezüglichen Auswirkungen würden ins orthopädische Fachgebiet fallen. Hinweise für eine
radikuläre
Symptomatik hätten sich hier ebenfalls nicht ergeben. Das
Ausmass
der geschilderten Beschwerden sei organisch nicht hinreichend erklärbar und spreche für eine Schmerzfehlverarbeitung.
Das
diskrepante Ve
rhalten beim Prüfen des
Lasègue
spreche indes
mehr für eine bewusstseinsnah
e Ausgestal
tung (
Urk.
8/59/21-22
).
3
.
2.4
Im psychiatrischen Teil d
es Gutach
tens erklärten die Ärzte des F._
, dass sich bei der Beschwerdeführerin
gemäss
den ICD-10 Kriterien
einerseits
eine leichte depressive Episode mit
verminderter
Freu
de,
erhöhter E
rmüdbarkeit, Schlafstö
rungen,
Antriebsstörung und
anamnestis
ch auch
Konzentrationsstörungen
finde.
Andererseits
liege
eine Schmerzverarbeitungsstörung mit ausgeweiteten Schmerzen im Bewegungsapparat vor, deren
Ausmass
sich durch die somati
schen Befunde nicht hinreichend objektiveren lasse.
Weiter
würden gewisse psychosoziale Belastungen
bestehen. Die finanzielle Situation der Beschwerde
führerin sei angespannt, da
die Taggeldversicherung ihre Leistungen eingestellt habe.
Zudem würden
ein Migrationshintergrund und eher geringe Ressourcen für eine Erwerbstätigkeit
vorliegen
, nachdem die Beschwerdeführer
in
in der Türkei ursprünglich einen
Gymnasiumsabschluss
gemacht
und nachher
in der Schweiz als Angelernte im Reisebüro des Ehemannes gearbeitet habe.
Lebens
ge
schichtlich
schwere Belastungen, die sich n
egativ auf die
Ge
sundheitsent
wicklung
auswirken
könnten -
wie
frühe Belastungen
aufgrund von
zerrütteten Familienverhältnissen in der Kindheit oder Gewalterfahrung
- würden
n
icht
vorliegen
. Der Verlauf sei chronisch,
und die Prognose
sei
vor allem aber auch aufgrund der ausgeprägten Krankheits- und Behinderungsüberzeugung der Beschwerdeführerin ungünstig (
Urk.
8/59/
12).
3.2.5
Im Rahmen der polydisziplinären Beurteilung kamen
die Ärzte des
F._
zum Schluss, dass aktuell eine uneingeschränkte Arbeits-
und Leistungsfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit als Mitarbeiterin im Reisebüro ihrer Familie und in jeder anderen körperlich leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätig
keit festgestellt werden
könne
(vgl. E. 2.7
).
Diese Beurteilung, welche die Ärzte des
F._
in Kenntnis und Auseinanderset
zung mit den
Vorakten
abgaben
, ist angesichts der genannten Befunde und der Erläuterungen dazu
nachvollziehbar.
3.3
3.3.1
Was die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
retrospektiv betrifft,
wich RAD-
Ärztin
Dr.
I._
von
der
Beurteilung
der Ärzte des
F._
,
wonac
h
vom
Zeitpunkt der
zweiten
Operation vom
2
6.
Januar
2012
bis zum
3.
Oktober 2012 eine
vollständige
Arbeitsunfähigkeit
vorgelegen habe, zuvor jedoch
keine län
ger
andauernde vollständige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen sei
(vgl. E. 2.7 und
Urk.
8/63
)
,
ab.
Sie ging
nämlich
davon aus, dass aufgrund der echtzeitlichen Arztberichte von
Dr.
A._
, der Uniklinik
B._
,
Dr.
C._
und der
Höhenklinik
D._
(vgl. E. 2.1-5)
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(in sämtlichen Tätigkeiten)
vom 2
3.
März 2011 bis zum 3.
Oktober 2012 na
ch
vollzogen werden könne (
Urk.
8/
23/5 und Urk.
8/71/5
).
Gestützt darauf kam die
Beschwerdegegner
in zum Schluss, dass das am 23.
März 2011 zu eröffnende Wartejahr am 2
3.
März 2012
abgelaufen sei und dass
die Beschwerdeführerin vom
1.
März 2012 bis z
um 3
1.
Januar 2013 (
gemäss
Art.
88
a
Abs.
1 der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung ist eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbre
chung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird)
Anspruch auf eine ganze Rente habe (
Urk.
2).
3.3.2
Ob diese
Rentenzusprache
zu Recht erfolgt ist, kann vorliegend offen bleiben. Auf der einen Seite ist von der Möglichkeit einer
reformatio
in
peius
zurück
haltend Gebrauch zu ma
chen (Urteil des damaligen Eidgenössischen
Versiche
rungsgerichts
H 161/06 vom 6. August 2007 E. 5.6). Auf der anderen Seite muss, wenn eine auf den Begutachtungszeitpunkt abgestützte Beurteilung keine Verbesserung nachweist und die Verwaltung gleichwohl zugunsten der versi
cherten Person eine befristete Rente zuspricht, eine Verbesserung (bis zum Begutachtungszeitpunkt) auch nicht nachgewiesen werden (Urteil des Bundes
gerichts 9C_17/2010
vom 27. Oktober 2009 E. 3.1.2).
3.4
3.4.1
Zu ergänzen bleibt, dass die Beschwerdeführerin einzig aus dem Umstand, dass die Ärzte der Höhenklinik
D._
im Austrittsbericht vom
1
2.
Oktober 2012
zunächst
einen
Reintegrationsversuch
in einem Pensum von 20
%
emp
fahlen (vgl. E.
2.5
), nichts zu ihren Gunsten
ableiten kann
(vgl.
Urk.
1 S. 6)
. Eine Arbeitsunfähigkeit
in einer körperlich leichten bis mittelschweren,
wech
selbelastenden
Tätigkeit
ist ab dem
4.
Oktober 2012 nicht mehr ausgewiesen.
3.4.2
Was die
Stellungnahme
des Medizinischen Zentrums
E._
vom
13.
November 2013
betrifft (vgl.
E.
2.8
), wies RAD-Ärztin
Dr.
I._
am
19.
November 2013
darauf h
in, dass darin
grunds
ätzlich keine neuen psychiat
rischen Aspekte vorgebracht würden, die
nicht schon im Rahmen
der Abklä
rung im
F._
beurteilt worden wären.
Es werde – wie schon früher – eine mit
telgradige depres
sive Episode diagnostiziert, und die
bescheinigte dauerhafte 100%ige Arbeitsunfähigkeit
sei nicht plausibel (
Urk.
8/71/6).
Auch diese Darle
gungen von
RAD-Ärztin
Dr.
I._
sind
einleuchtend
und finden in den vor
liegenden m
edizinischen Akten ihre Stütze.
3.4.3
Im Bericht zur interdisziplinären Schmerzbehandlung
vom 1
2.
März 2014 (Urk.
3), der im vorliegenden Beschwerdeverfahren eingereicht wurde, gaben die Ärzte
des Medizinischen Zentrums
E._
zwar an, dass es seit der Begutachtung im
F._
zu einer deutliche
n
Verschlechterung der Symptomatik gekommen sei. Inwiefern seither eine erhebliche Verschlechterung des Gesund
heitszustands der Beschwerdeführerin und dessen Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit eingetreten sein soll, haben sie allerdings nicht
nachvollziehbar begründet (vgl.
Urk.
3)
.
Im Übrigen ist zu berücksichtigen, dass
das Gericht
in Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten auch der Erfahrungstatsache Rechnung tragen darf und soll, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre
auf
tragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pati
enten aussagen (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/cc).
3.5
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass
auf die Beurteilung von RAD-Ärztin
Dr.
I._
betreffend Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin abgestellt werden kann.
4.
Die angefochtene Verfügung vom
2
5.
Februar 2014
, mit welcher der Beschwerde
führerin mit Wirkung ab dem 1.
März 2012
bis zum 31.
Januar 2013 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100
%
eine befristete
ganze
Rente zugesprochen wurde,
ist nach dem Gesagten nicht zu beanstanden.
Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert
festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen
.