Decision ID: dafd5d2c-da97-422b-8872-f07f73bde928
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Februar 2011 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen
zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Sie gab an, dass sie acht Jahre lang die
Primarschule besucht habe. Einen Beruf habe sie nicht erlernt. Zuletzt habe sie zu 100
% als Hilfsarbeiterin in einem Restaurant gearbeitet. Sie leide seit zehn Jahren an einer
Depression und Kraftlosigkeit. Seit dem 25. Juli 2010 sei sie zu 100 % arbeitsunfähig.
A.b Dr. med. B._, Psychiatrie und Psychotherapie, Chefarzt Klinik C._, hatte in
seinem Bericht vom 3. Dezember 2010 zuhanden der Krankentaggeldversicherung die
Diagnosen einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischen Symptomen
einhergehend mit einer starken psychophysischen Erschöpfung (ICD-10: F32.11,
Z73.0) und eines Verdachts auf eine vorbestehende generalisierte Angststörung (F41.1)
mit intermittierender Akzentuierung der ängstlich-abhängigen Persönlichkeitszüge
(Z73.1) angegeben (IV-act. 23). Aufgrund einer reduzierten Konzentrationsfähigkeit,
einer reduzierten geistigen Flexibilität, einer reduzierten psychischen Belastbarkeit,
Antriebsstörungen und einer generalisierten Ängstlichkeit sei die Versicherte zurzeit in
jeglichen Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig. Ab Februar oder März 2011 sollte, je
nach Verlauf, mindestens eine Teilarbeitsfähigkeit (50 %) bestehen. Dr. B._ merkte
ausserdem an, dass die Versicherte in den letzten Jahren offenbar am Limit der
eigenen Fähigkeiten und unter einer generalisierten Angststörung Leistungen erbracht
habe. Dadurch habe sie eine Erschöpfungsdepression entwickelt.
A.c Am 16. Februar 2011 gab Dr. B._ anlässlich eines telefonischen Gesprächs
mit RAD-Arzt Dr. med. D._ an, dass die Versicherte seit Jahren an einer
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Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt (F43.22 und F41.1) bei
vorbestehender langjähriger Angststörung leide (IV-act. 25; unterzeichnet und
handschriftlich ergänzt am 24. Februar 2011). Er erklärte zudem, dass die wenig
differenzierte, aber nicht minderbegabte Versicherte just in dem Moment
dekompensiert habe, als ihr vormaliger Chef, der ihr als dominante Figur einen
gewissen Halt gegeben habe, den Betrieb verkauft habe. Als etwa gleichzeitig ihr Sohn
mit dem Ziel, Fussballer zu werden, nach E._ zurückgekehrt sei, sei sie vollends aus
dem Tritt geraten. Zurzeit sei sie noch voll arbeitsunfähig. Sie habe die Krise noch nicht
ganz überwunden, sollte aber angesichts des bisherigen Verlaufs im April 2011 für eine
Eingliederung zugänglich sein. Ca. Ende April/Anfang Mai 2011 sollte sie die volle
(usprüngliche) Arbeitsfähigkeit wieder erreichen. RAD-Arzt Dr. med. D._ notierte am
selben Tag (IV-act. 14), nach Ansicht des behandelnden Psychiaters könne davon
ausgegangen werden, dass die Versicherte ab April 2011 im bisherigen
Tätigkeitsbereich wieder zu 50 % arbeitsfähig sei. Innerhalb eines Monats könne sie
die volle Arbeitsfähigkeit wiedererlangen.
A.d Das Ristorante F._ berichtete am 21. Februar 2011 (IV-act. 19), dass es die
Versicherte vom 15. Januar 2010 bis 30. November 2010 als Küchenhilfe beschäftigt
habe. Die Kündigung sei wegen der langen krankheitsbedingten Abwesenheit der
Versicherten erfolgt. Der letzte effektive Arbeitstag sei der 30. August 2010 gewesen.
Ein Tag zuvor, am 29. August 2010, sei der Versicherten mitgeteilt worden, dass ihr
Arbeitspensum aus wirtschaftlichen Gründen für maximal zwei Monate auf 50 %
reduziert werden müsse. Zu ihren Arbeiten hätten das Waschen/Anrichten von Salaten
und kalten Vorspeisen, das Zubereiten von Nachspeisen sowie allgemeine
Reinigungsarbeiten und Abwaschen gezählt. Bei einem Pensum von 42 Stunden pro
Woche habe der Monatslohn Fr. 4‘229.-- betragen (inkl. 13. Monatslohn). Heute würde
sie einen Jahreslohn von Fr. 51‘348.-- verdienen. Gemäss dem IK-Auszug hatte die
Versicherte im Jahr 2009 ein Einkommen von Fr. 52‘000.-- erzielt.
A.e Am 22. März 2011 fand ein Gespräch zwischen dem
Eingliederungsverantwortlichen der IV-Stelle und der Versicherten statt (IV-act. 37).
Anlässlich des Gesprächs habe die Versicherte erklärt, dass es ihr nicht gut gehe. Sie
fühle sich momentan nicht in der Lage zu arbeiten. Sie sei psychisch dekompensiert.
Mit der Arbeit sei sie zufrieden gewesen, bis der Chef gewechselt habe. Ihr Ehemann
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beziehe eine IV-Rente. Er habe 20 Jahre lang hier gearbeitet, das sei genug. Der
Eingliederungsverantwortliche hielt fest, er habe das Gefühl, dass eine
Rentenbegehrlichkeit vorhanden sei. Am 6. Mai 2011 teilte das RAV dem
Eingliederungsverantwortlichen mit, dass sich die Versicherte nicht angemeldet habe.
Hierauf schloss der Eingliederungsveranwortliche die FI-Phase ab.
A.f Am 9. Mai 2011 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass die
Eingliederungsberatung abgeschlossen werde (IV-act. 41). Zur Begründung führte sie
an, dass der Versicherten nach einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit die bisherige
Tätigkeit wieder vollumfänglich zumutbar sei. Da sie sich jedoch nicht in der Lage fühle,
einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, sei eine Unterstützung bei der beruflichen
Wiedereingliederung nicht möglich.
A.g Gemäss einer internen Notiz (wahrscheinlich vom 1. Juni 2011) hatte die
Krankentaggeldversicherung der IV-Stelle telefonisch mitgeteilt, dass Dr. B._
telefonisch per 1. Juni 2011 eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit bestätigt habe (IV-act. 43).
In seinem Bericht vom 15. Juni 2011 zuhanden der IV-Stelle (IV-act. 45) gab Dr. B._
die Diagnosen einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischen Symptomen
(F32.11), wahrscheinlich im Rahmen einer jahrelangen Dysthymia (F34.1), und einer
generalisierten Angststörung an. Die Versicherte befinde sich seit dem 31. August 2010
in seiner ambulanten Behandlung. Dr. B._ erklärte zudem, dass die Versicherte an
leichten Konzentrationsstörungen leide, im formalen Denken leicht verlangsamt, im
Affekt deprimiert, stark verängstigt und verunsichert sowie im Antrieb vermindert und
motorisch wenig lebhaft sei. Seit dem 31. August 2010 sei sie in der zuletzt ausgeübten
Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig. Der Grund dafür sei eine Einschränkung der
Konzentrationsfähigkeit, ein verlangsamter Gedankengang, eine Gedankeneinengung
auf die Sorgen und Befürchtungen, Antriebsstörungen und eine reduzierte geistige
Flexibilität. Ab Juli 2011 könne mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit
gerechnet werden. In welchem Umfang, gab Dr. B._ nicht an.
A.h Mit Vorbescheid vom 6. Juli 2011 (IV-act. 50) kündigte die IV-Stelle der
Versicherten bei einem IV-Grad von 0 % die Abweisung des Rentengesuchs an (IV-act.
50). Zur Begründung führte sie an, dass seit Juni 2011 wieder eine vollständige
Arbeitsfähigkeit ausgewiesen sei.
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A.i Am 12. August 2011 (siehe Fremdakten, nicht nummeriert) liess die
Krankentaggeldversicherung die Versicherte durch die beratende Ärztin/
Vertrauensärztin Dr. med. G._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
untersuchen (Bericht vom 18. August 2011, IV-act. 125). Die Diagnosen lauteten:
Prolongiert verlaufende mittelgradige depressive Episode mit somatischem
Symptomenkomplex (F32.11), Verdacht auf eine generalisierte Angststörung (F41.1)
und Verdacht auf akzentuierte Persönlichkeitszüge, vorwiegend ängstlich-dependent
(Z73.1). Dr. G._ gab weiter an, dass seit 2010 eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit in der
zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Küchenhilfe bestehe. Aufgrund der sehr langsamen
Rückbildung der psychophysischen Beschwerden fühle sich die Versicherte nicht in
der Lage, ihre bisherige oder eine vergleichbare Arbeitstätigkeit wieder aufzunehmen.
Die subjektiv beklagten Beschwerden seien durch den psychischen Befund fassbar.
Allenfalls seien eine ängstlich begründete, sehr negative, von dysfunktionalen
Gedanken getragene Selbsteinschätzung sowie eine weniger deutlich nachvollziehbare
Störung der Konzentrationsfähigkeit und des Durchhaltevermögens aufgefallen. Es
könne mit einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes gerechnet werden.
In der Tätigkeit als Küchengehilfin wie auch in vergleichbaren Tätigkeiten bestehe zum
aktuellen Zeitpunkt noch eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit. Ein Teilarbeitspensum
könnte bei zumindest Erhalt der aktuell erreichten Besserung der Depression bei noch
relevanter Angststörung z.B. in 4-6 Wochen zumutbar sein, z.B. ab Oktober 2011.
A.j Mit Verfügung vom 22. September 2011 (IV-act. 53) wies die IV-Stelle das
Rentengesuch aus den im Vorbescheid angegebenen Gründen ab. Gegen diese
Verfügung liess die inzwischen rechtlich vertretene Versicherte Beschwerde erheben
(IV-act. 55).
A.k Am 14. Oktober 2011 attestierte Dr. B._ der Versicherten ab dem 31. Oktober
2011 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (Fremdakten). Am 3. Februar 2012 gab die
Rechtsvertreterin gegenüber der IV-Stelle an (IV-act. 63), die Versicherte habe ihr
mitgeteilt, dass Dr. B._ ihr weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert habe
und dass die Krankentaggeldversicherung diese Arbeitsfähigkeitsschätzung akzeptiere.
Die Rechtsvertreterin bat die IV-Stelle darum, die angefochtene Verfügung nochmals zu
überprüfen. Mit Verfügung vom 20. Februar 2012 widerrief die IV-Stelle die
Rentenabweisungsverfügung vom 22. September 2011 (IV-act. 67). Mit Verfügung vom
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15. März 2012 schrieb das Gericht das gegen die widerrufene Verfügung gerichtete
Beschwerdeverfahren ab (IV-act. 73).
A.l Dr. B._ berichtete der IV-Stelle am 26. März 2012 über einen stationären
Gesundheitszustand (IV-act. 74). Der Zustand sei geprägt durch anhaltende
Antriebsstörungen, Deprimiertheit, Ängste, Zurückgezogenheit und geistige
Erschöpfung. Die Versicherte fühle sich überhaupt nicht arbeitsfähig, wobei ihr
weiterhin eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit attestiert werden könne. Unter therapeutischen
Massnahmen könne die 50 %ige Arbeitsfähigkeit erhalten werden, eine weitere
Verbesserung sei aber in der näheren Zukunft nicht zu erwarten. Berufliche
Eingliederungsmassnahmen seien wegen der subjektiven Krankheitsüberzeugung
wenig erfolgsversprechend. Dr. B._ führte weiter aus, dass sich die gesundheitliche
Störung bei der bisherigen Tätigkeit durch eine reduzierte Konzentrationsfähigkeit, eine
reduzierte geistige Flexibilität, eine reduzierte psychische Belastbarkeit,
Antriebsstörungen, formale Denkstörungen aufgrund der depressiven Symptomatik
und Gedankeneinengung auf die Ängste und negativen Zukunftsperspektive sowie
durch eine verminderte Psychomotorik auswirke. Diese Einschränkungen führten zur
raschen Ermüdung bzw. zu vermehrtem Erholungsbedarf.
A.m RAD-Arzt Dr. med. H._ hielt in einer Stellungnahme vom 16. April 2012 fest (IV-
act. 77), dass von einer durchgehenden und ausreichenden Therapie des
Gesundheitsschadens auszugehen sei. Bei unverändert beurteiltem
Gesundheitszustand gegenüber dem Vorbericht vom 15. Juni 2011 halte Dr. B._ die
Versicherte für mindestens 50 % arbeitsfähig. Damit widerspreche er seiner
Stellungnahme gegenüber der Krankentaggeldversicherung vom 3. Dezember 2010;
damals sei er von einer vollständigen Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit
ausgegangen. Es gebe insoweit Hinweise auf ein suboptimales Leistungsverhalten
bzw. auf relevante Inkonsistenzen, als sich die Versicherte gemäss Dr. B._ nicht in
der Lage fühle, ihre Restarbeitsfähigkeit zu verwerten. Am 28. Juni 2012 erklärte Dr.
H._, dass es aufgrund der widersprüchlichen Argumentation von Dr. B._
gegenüber den verschiedenen Versicherungsträgern einer unabhängigen und
versicherungsmedizinisch fundierten Abklärung des Gesundheitsschadens sowie der
Beurteilung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit im Rahmen einer
fachärztlich-psychiatrischen Begutachtung bedürfe (IV-act. 82).
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A.n Am 20. Februar 2013 wurde die Versicherte von med. pract. I._, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, psychiatrisch begutachtet (Gutachten vom
11. März 2013, IV-act. 92). Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gab
sie eine allenfalls leichte depressive Episode (F32.0) im Sinne einer weitgehenden
Remission einer mittelgradigen depressiven Episode an. Als Diagnosen ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie akzentuierte Persönlichkeitszüge mit
ängstlichen (vermeidenden) und abhängigen Anteilen (Z73.1) sowie einen Status nach
ggf. generalisierter Angststörung (F41.1). In der Gesamtbeurteilung erklärte med. pract.
I._, dass auf der beobachtbaren Symptomebene bei der Versicherten aktuell
allenfalls leichte depressive Symptome mit einer zeitweisen geringgradig
herabgesetzten Stimmungslage, einer zeitweise leichten Verminderung der
emotionalen Resonanzfähigkeit sowie subjektiven Insuffizienzgefühlen hätten
festgestellt werden können. In der Untersuchungssituation sei der Eindruck von
Verdeutlichungstendenzen der Beschwerden und auch von gewissen
Aggravationstendenzen entstanden. Bei den wenigen und nur leicht ausgeprägten
psychischen Symptomen von Krankheitswert seien gewisse persönlichkeitsstrukturelle
Besonderheiten und insbesondere psychosoziale Belastungsfaktoren in den
Vordergrund gerückt. Zu den Arztberichten im IV-Dossier sei aus gutachterlich-
psychiatrischer Sicht festzuhalten, dass bei einer (weitestgehend) unveränderten
diagnostischen Einschätzung und bei einer anfänglich als gut beurteilten Prognose die
angenommene und zu erwartende Verbesserung der Arbeitsfähigkeit immer wieder um
wenige Monate in die Zukunft verschoben worden sei. Diese Vorgehensweise lasse
sich aus gutachterlich-psychiatrischer Sicht nicht nachvollziehen und könne am
ehesten mit dem wiederholt beschriebenen Vermeidungsverhalten der Versicherten bei
bestehenden psychosozialen Belastungsfaktoren in Zusammenhang gebracht werden.
Bei den von der Versicherten angegebenen Ängsten sei von den Vorbeurteilern zum
einen die Diagnose einer generalisierten Angststörung und zum anderen die Diagnose
akzentuierter Persönlichkeitszüge mit ängstlichen (und dependenten) Anteilen erwogen
worden. Eine klare diagnostische Zuordnung der Angstsymptome sei anhand der
Aktenlage nicht ersichtlich. Aus gutachterlich-psychiatrischer Sicht lasse sich die
Diagnose einer generalisierten Angststörung anhand der Aktenlage bei Anwendung der
ICD-10-Kriterien nicht nachvollziehen, zumal die Versicherte die geltend gemachten
Ängste nicht konkret eruiert und beschrieben habe. Die von Dr. G._ beschriebenen
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Ängste in sozialen Situationen und die Versagensängste bei jeglichen Aufforderungen
sowie die von Dr. B._ angenommene „generalisierte Ängstlichkeit“ entsprächen nicht
den geforderten Kriterien einer generalisierten Angststörung nach ICD-10. Unter
Berücksichtigung der Angaben der Versicherten zu ihrer sozialen, partnerschaftlichen
Berufs- und Störungsanamnese, unter Berücksichtigung der Aktenlage sowie der
aktuell festgestellten Auffälligkeiten sei von akzentuierten Persönlichkeitszügen mit
ängstlichen (vermeidenden) und abhängigen Anteilen auszugehen. Diese hätten für sich
alleine betrachtet keine quantitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit zur Folge.
Trotz der − definitionsgemäss seit der Jugend bzw. seit dem frühen Erwachsenenleben
vorliegenden Persönlichkeitszüge − sei es der Versicherten möglich gewesen, über
viele Jahre einer Erwerbstätigkeit in Vollzeit nachzugehen. Eine quantitative
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit habe sich bei der Versicherten während der
depressiven Episode ergeben, die − gemäss der Aktenlage − bei der beschriebenen
Komorbidität nur langsam remittiert sei. Zusammenfassend könne festgehalten
werden, dass bei der Versicherten aktuell sehr leichte qualitative Einschränkungen der
Arbeitsfähigkeit in Form einer leichtgradig verminderten sozialen Stress- und
Frustrationstoleranz sowie leichtgradig eingeschränkter sozialer Kompetenzen
vorlägen. Diese hätten eine verminderte Leistungsfähigkeit von höchstens 20 % in der
angestammten Tätigkeit als Küchenhilfe wie auch in einer adaptierten Tätigkeit zur
Folge. Unter adäquater psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung sei eine
weitere Reduktion der Arbeitsunfähigkeit auf unter 10 % anzunehmen bzw. zu
erwarten. Es sei etwas schwierig, den Verlauf der Arbeitsunfähigkeit retrospektiv zu
beurteilen. Bereits im August 2011 sei eine Besserung der depressiven Symptomatik
beschrieben worden. Daher sei vermutlich seit August 2011, spätestens aber seit der
aktuellen gutachterlichen Untersuchung im Februar 2013, höchstens eine 20 %ige
Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen.
A.o Dr. H._ notierte am 20. März 2013 (IV-act. 93), dass das Gutachten formal und
inhaltlich den Konventionen, welche man an ein psychiatrisches Gutachten stellen
dürfe, entspreche und insbesondere mit den Leitlinien der SGPP konform sei. Die
Gutachterin habe sich eingehend mit den Beurteilungen von Dr. B._
auseinandergesetzt. Als Hinweise auf ein suboptimales Leistungsverhalten bzw. auf
relevante Inkonsistenzen nannte Dr. H._ den Umstand, dass sich die Versicherte laut
dem letzten Arbeitgeber umgehend krank gemeldet habe, nachdem ihr eröffnet worden
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sei, dass sie das Arbeitspensum aus wirtschaftlichen Gründen reduzieren müsse.
Zudem habe der Eingliederungsverantwortliche einen Verdacht auf eine Renten- bzw.
Wiedergutmachungsbegehrlichkeit geäussert.
A.p Mit Vorbescheid vom 5. April 2013 (IV-act. 99) kündigte die IV-Stelle der
Versicherten bei einem IV-Grad von 20 % die Abweisung des Rentengesuchs an. Zur
Begründung führte sie an, dass ab dem 29. August 2010 höchstens eine 20 %igen
Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit als Küchenhilfe ausgewiesen sei. Am 9. Juli 2013 bat
die Rechtsvertreterin die IV-Stelle darum, von med. pract. I._ die Tonbandaufnahmen
des Untersuchungsgesprächs einzufordern und ihr zuzustellen (IV-act. 109). Am 31. Juli
2013 teilte med. pract. I._ der IV-Stelle telefonisch mit, dass sie ihre Gespräche nie
auf Tonband aufnehme (IV-act. 112). Am 13. August 2013 machte die Rechtsvertreterin
geltend (IV-act. 115), sie habe die Tonbandaufnahme einverlangt, weil med. pract. I._
während der Begutachtung keinen Blickkontakt mit der Versicherten gehabt habe.
Ausserdem habe sie abwesend und verlangsamt gewirkt. Dies habe auch Dr. B._
festgestellt, als er am 12. März 2013 mit ihr telefoniert habe. Er möchte daher keine
Stellungnahme zum Gutachten abgeben, bevor die psychische Verfassung von med.
pract. I._ abgeklärt worden sei. Es sei unglaubwürdig, dass das Gutachten ohne
Tonbandaufnahme erstellt worden sei. Die Rechtsvertreterin verlangte die Zustellung
der Anfrage an die Gutachterin und deren Antwort.
A.q Auf eine E-Mail-Anfrage der zuständigen IV-Sachbearbeiterin vom 16. August
2013 antwortete Dr. med. J._, Ärztliche Leiterin des RAD Ostschweiz, dass sie sich
das Gutachten von med. pract. I._ und dessen Würdigung durch Dr. H._
angesehen habe. Es gebe überhaupt keinen Anhalt, in irgendeiner Form an der
Verfassung und Kompetenz der Gutachterin zu zweifeln. Die Vorwürfe der
Rechtsvertreterin seien völlig haltlos und zielten offensichtlich darauf ab, die
Beurteilung von med. pract. I._ zu diskreditieren. Das Gutachten sei gut und es sei
ihres Erachtens weiterhin vollumfänglich darauf abzustellen. Das Begehren, die
Gutachterin müsse abgeklärt werden, sei ihres Erachtens völlig absurd.
A.r Mit Verfügung vom 23. August 2013 (IV-act. 117) wies die IV-Stelle das
Rentengesuch im Sinne des Vorbescheids ab. Zu den Einwendungen der
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Rechtsvertreterin hielt sie fest, dass in keiner Form an der Verfassung und Kompetenz
der Gutachterin zu zweifeln sei und es sich um völlig haltlose Vorwürfe handle.
B.
B.a Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin)
am 24. September 2013 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihre Rechtsvertreterin
beantragte die Aufhebung der Verfügung und die Zusprache der gesetzlichen
Leistungen. Zudem verlangte sie eine Nachfrist zur Beschwerdeergänzung, da sie nicht
über die vollständigen IV-Akten verfüge. Am 28. November 2013 (act. G 6) ergänzte die
Rechtsvertreterin die Rechtsbegehren insofern, als sie eventualiter die Rückweisung
der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Gewährung des rechtlichen Gehörs
beantragte. Sie stellte zudem den Antrag, die persönlichen Notizen von med. pract.
I._ über die Begutachtung zu edieren. In materieller Hinsicht brachte sie vor, dass auf
das Gutachten von med. pract. I._ nicht abgestellt werden könne. Erstens sei die
Angabe der Gutachterin, dass sie die Beschwerdeführerin mehrere Stunden
begutachtet habe, falsch; vielmehr seien es höchstens 90 Minuten gewesen. Zweitens
habe die Gutachterin anlässlich der Begutachtung keinen Blickkontakt mit der
Beschwerdeführerin gehabt und abwesend und verlangsamt gewirkt. Dies könne auch
Dr. B._ bestätigen. Drittens könne aus der Formulierung des Gutachtens (Fragen und
Antworten, diverse Mal „auf Nachfrage hin“ oder „spontane Ergänzung der
Explorandin“) geschlossen werden, dass die Gutachterin das Gespräch auf Tonband
aufgenommen habe. Die Rechtsvertreterin erklärte weiter, dass sie um die Zustellung
der begründeten Antwort von med. pract. I._ ersucht habe. Indem die IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) ihr daraufhin sogleich die Verfügung zugestellt
habe, habe sie das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin verletzt. Des Weiteren
habe Dr. J._ auf die Anfrage der IV-Sachbearbeiterin betreffend die Vorwürfe an die
Gutachterin nur gerade 33 Minuten später geantwortet. Hätte sie sich etwas mehr Zeit
dafür genommen, die Akten anzuschauen, hätte sie ersehen können, dass es sich bei
diesen Vorwürfen nicht um unbegründete Ausführungen der Beschwerdeführerin
handle, sondern dass auch Dr. B._ ausdrücklich bestätigt habe, dass er ernsthaft an
der Verfassung der Gutachterin zweifle. Zudem habe die Beschwerdeführerin Anspruch
auf Einsicht in die Notizen von med. pract. I._, zumal ernsthafte und begründete
Zweifel an der Verwertbarkeit des Gutachtens bestünden. Die besonderen
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Begleitumstände der Begutachtung schlügen direkt auf den Beweiswert der Expertise
durch. Der Gutachter müsse die emotionale Wechselwirkung zwischen dem
Versicherten und sich selbst, die Motivation des Versicherten sowie die Aspekte der
Abwehr, Übertragung und Gegenübertragung reflektieren. Eine Begutachtung, welche
interpersonellen Prozessen nicht Rechnung trage, könne nicht als lege artis anerkannt
werden. Im Übrigen widerspreche das Gutachten von med. pract. I._ der Auffassung
von Dr. B._ wie auch von Dr. G._. Zudem habe die Krankentaggeldversicherung ab
dem 31. Oktober 2011 ein Taggeld von 50 % ausgerichtet. Ausserdem habe die
Beschwerdegegnerin den Untersuchungsgrundsatz verletzt, indem sie nicht die
vollständigen Akten der Krankentaggeldversicherung inkl. Aufstellung der erfolgten
Taggeldzahlungen eingeholt habe. Auch die Kritik von med. pract. I._, dass Dr. B._
die zu erwartende Verbesserung der Arbeitsfähigkeit immer wieder um wenige Monate
hinausgeschoben habe, sei nicht nachvollziehbar. Jede Prognose über die Zukunft
beinhalte nämlich eine nicht auszuschliessende Ungewissheit. Zudem sei die
Begründung von med. pract. I._, dass keine generalisierte Angststörung vorliege,
nicht nachvollziehbar. Alleine aufgrund der Tatsache, dass es der Beschwerdeführerin
gelungen sei, trotz der bestehenden Ängste bis August 2010 voll berufstätig zu sein,
belege nicht, dass die Beschwerdeführerin nicht an einer solchen Angststörung leide.
Schliesslich könnten auch die zahlreichen und schwammigen Ausführungen und
Vermutungen von med. pract. I._ nicht akzeptiert werden. Die Rechtsvertreterin
verlangte zudem die Einholung eines Gerichtsgutachtens, falls das Gericht die Sache
nicht als spruchreif erachte.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 24. Februar 2014 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 10). Zur Begründung führte sie aus, dass es sich bei med. pract.
I._ um eine qualifizierte Gutachterin handle. Sie habe die Anamnese und Befunde
erhoben und die Beschwerdebeschreibung der Beschwerdeführerin sowie sämtliche
IV-Akten und eine Fremdanamnese von Dr. B._ hätten Eingang in ihr Gutachten
gefunden. Auch zu den Einschätzungen von Dr. B._ und Dr. G._ sowie der
Diagnose einer generalisierten Angststörung habe med. pract. I._ ausführlich Stellung
genommen. Es liessen sich keine Anhaltspunkte dafür finden, dass die Gutachterin bei
der Sachverhaltsfeststellung und der Beurteilung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit nicht
fachgerecht oder nicht ausreichend gründlich vorgegangen wäre, selbst wenn die
Untersuchung gemäss der Beschwerdeführerin lediglich 90 Minuten gedauert habe und
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nicht „mehrstündig“ gewesen sei. Die Beschwerdeführerin habe keine konkreten
Einwände eingebracht, inwiefern das Gutachten nicht getätigte Aussagen von ihr
wiedergebe. Die Edition allfälliger Tonbandaufnahmen oder Handnotizen sei daher
nicht zielführend. Weiter seien leichte bis höchstens mittelschwere psychische
Störungen depressiver Natur rechtsprechungsgemäss im Prinzip als therapeutisch
angehbar zu betrachten. Die Beschwerdeführerin sei bei der Diagnosestellung und der
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. B._ und Dr. G._ nicht in ausreichender
Behandlung gestanden. Dr. B._ habe am 13. Oktober 2011 erklärt, dass die
Beschwerdeführerin sowohl eine stationäre Behandlung wie auch eine ambulante
psychosomatische Rehabilitation abgelehnt habe. Eine unbehandelte Depression
könne nicht zu einem invalidisierenden Gesundheitsschaden führen.
Zusammenfassend sei deshalb aus rechtlicher Sicht das Vorliegen eines
invalidisierenden psychischen Gesundheitsschadens zu verneinen.
B.c In ihrer Replik vom 12. Mai 2014 (act. G 14) hielt die Rechtsvertreterin
ergänzend fest, dass die Beschwerdegegnerin die IV-Fremdakten nicht eingereicht
habe und diese noch zu edieren seien. Die Gutachterin habe nicht über die
vollständigen IV-Akten verfügt, sondern nur über die medizinischen Berichte des IV-
Dossiers. Dies widerspreche Rz 2074 der KSVI. Zudem seien der Gutachterin die IV-
Fremdakten nicht zugestellt worden. Auch aus diesem Grund sei das Gutachten nicht
verwertbar. Im Übrigen habe die Beschwerdeführerin nie behauptet, dass 90 Minuten
für eine psychiatrische Begutachtung nicht angemessen sein könnten. Sie wehre sich
aber dagegen, dass von einer mehrstündigen, ausführlichen und eingehenden
Begutachtung gesprochen werde. Es gehöre zu den grundlegenden Rechten der
Beschwerdeführerin, allfällig vorhandene Tonbandaufnahmen und die Handnotizen der
Gutachterin einzuverlangen. Hätte die Gutachterin nichts zu verbergen, hätte
zumindest die Edition dieser Handnotizen schon längst stattfinden können. Schliesslich
hätte die Beschwerdegegnerin, wenn sie ernsthaft bezweifelt hätte, dass die
Beschwerdeführerin bei der Diagnosestellung und Arbeitsfähigkeitsschätzung durch Dr.
B._ und Dr. G._ nicht in ausreichender Behandlung gestanden habe, dies sorgfältig
abklären müssen.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 16).
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B.e Die zwischenzeitlich eingegangenen Fremdakten der
Krankentaggeldversicherung (act. G 17) wurden der Rechtsvertreterin am 12. Juni 2014
zugestellt (act. G 18). Diese verzichtete auf eine Stellungnahme (act. G 19).

Erwägungen
1.
Die Beschwerdeführerin hat eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör nach
Art. 42 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG, SR 830.1) geltend gemacht. Begründet hat sie diese Rechtsverletzung damit,
dass ihr die Beschwerdegegnerin nach der Bitte um Zustellung der begründeten
Antwort von med. pract. I._ betreffend die Tonbandaufnahmen sogleich die
angefochtene Verfügung zugestellt habe. Die Beschwerdeführerin hat also sinngemäss
kritisiert, dass ihr die Anfrage an die Gutachterin und deren Antwort vor
Verfügungserlass nicht schriftlich zugestellt worden sind und sie sich deshalb vor
Verfügungserlass nicht zu diesen Dokumenten hat äussern können (Anspruch auf
Äusserung als Teilgehalt des Gehörsanspruchs, siehe z.B. Ueli Kieser, ATSG-
Kommentar, 3. Auflage, Zürich 2015, N 21 ff. zu Art. 42). Die Beschwerdegegnerin hat
die Beschwerdeführerin vor Ablauf der Fristerstreckung, nämlich am 12. August 2013,
darüber informiert, dass keine Tonbandaufnahmen existierten und ihr gleichzeitig
mitgeteilt, dass keine weitere Fristerstreckung zur Stellungnahme zum Vorbescheid
gewährt werde. Die Beschwerdeführerin hat somit die Möglichkeit gehabt, zur
telefonischen Antwort der Gutachterin, dass keine Tonbandaufnahmen existierten,
Stellung zu nehmen. Sie hat auch gewusst, dass sie nur noch bis zum 15. August 2013
Zeit hat, sich im Rahmen des Vorbescheidsverfahrens dazu zu äussern. Die
Beschwerdegegnerin hat daher den Anspruch auf rechtliches Gehör der
Beschwerdeführerin nicht verletzt.
2.
2.1 Die Beschwerdeführerin hat den Beweisantrag gestellt, dass die persönlichen
Notizen der Gutachterin med. pract. I._ zu edieren seien. Gemäss der ständigen
Rechtsprechung des Bundesgerichts ergibt sich aus dem Anspruch auf rechtliches
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Gehör kein Anspruch auf Einsicht in rein interne Akten, die für die interne
Meinungsbildung bestimmt sind und denen kein Beweischarakter zukommt.
Dementsprechend bestehe auch im Rahmen einer Begutachtung grundsätzlich kein
Anspruch auf Einsicht in die der internen Meinungsbildung dienenden Notizen des
Gutachtens oder generell das Gutachten vorbereitende Arbeitsunterlagen, wie
Hilfsmittel für die Erstellung eines Gutachtens, z.B. schriftliche Aufzeichnungen oder
andere Befunde. Das Gericht könne indessen zum Beizug verpflichtet sein, wenn dies
im Einzelfall zur Überprüfung des Sachverständigengutachtens in seinen Grundlagen
und Schlussfolgerungen angezeigt erscheine (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Mai
2015, 8C_899/2014 E. 3.3.2 mit Hinweisen).
2.2 Die Beschwerdeführerin hat die Edition der Notizen mit der Begründung
verlangt, dass die Gutachterin bei der Untersuchung keinen Augenkontakt habe halten
können und dass sie abwesend und verlangsamt gewirkt habe. Sie hat somit indirekt
geltend gemacht, dass die Gutachterin im Untersuchungszeitpunkt psychisch
beeinträchtigt und deshalb nicht in der Lage gewesen sei, die Beschwerdeführerin zu
begutachten. Als Erstes ist darauf hinzuweisen, dass grundsätzlich davon auszugehen
ist, dass eine psychiatrische Gutachterperson einen Gutachtensauftrag nicht ausführt,
wenn sie sich aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage fühlt, eine Begutachtung
durchzuführen; dies verlangt die ihr obliegende ärztliche Sorgfaltspflicht. Med. pract.
I._ hätte den Begutachtungsauftrag also zurückgegeben, wenn sie krankheitsbedingt
nicht fähig gewesen wäre, die Untersuchung durchzuführen. Zweitens ist zu
bezweifeln, dass die Beschwerdeführerin in der Lage gewesen ist, zu erkennen, ob die
Gutachterin im psychiatrischen Sinne abwesend und verlangsamt gewirkt hat. Drittens
hätte sich eine relevante psychische Beeinträchtigung seitens der Gutachterin im
Gutachten wohl niedergeschlagen bzw. bemerkbar gemacht. Jedoch sind weder RAD-
Ärztin Dr. J._ noch RAD-Arzt Dr. H._ bei der Durchsicht des Gutachtens
Unstimmigkeiten, Lücken oder sonstige Ungereimtheiten aufgefallen. Diese
Einschätzungen überzeugen. Das Gutachten macht einen sehr sorgfältigen und
detailgetreuen Eindruck. So hat die Gutachterin beispielsweise angegeben, dass es der
Beschwerdeführerin rasch gelungen sei, die anfängliche Unsicherheit abzubauen, dass
sie sich im Kontaktverhalten etwas wechselhaft gezeigt habe, dass sie bei der
Schilderung der Lebens- und Krankheitsgeschichte lebendig, recht energisch,
punktuell sogar witzig und humorvoll gewirkt habe, dass sie sich bei der Schilderung
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der aktuellen Beschwerden hingegen weniger lebendig und etwas leidend gezeigt habe
und dass sie bei der Beschreibung des Tagesablaufs auf einmal zurückhaltend und
kontrollierend gewirkt habe. Hierbei handelt es sich um Beobachtungen, deren
Wahrnehmung eine hohe Aufmerksamkeit erfordern. Ausserdem geht aus dem
Gutachten hervor, dass die Gutachterin diverse Nachfragen zur Krankheitsentwicklung,
den aktuellen Beschwerden und zum Tagesablauf gestellt hat. Um solche gezielten
Nachfragen überhaupt stellen zu können, bedarf es eines hohen Masses an
Konzentration und Aufmerksamkeit seitens der begutachtenden Person. Es liegen also
insgesamt keinerlei Hinweise darauf vor, dass die Gutachterin im
Begutachtungszeitpunkt geistig abwesend oder verlangsamt gewesen wäre bzw. unter
psychischen Problemen gelitten hätte, die es ihr verunmöglicht hätten, die
Beschwerdeführerin in adäquater Weise zu begutachten. Bei der Frage, wie lange die
Begutachtung gedauert hat, steht Aussage gegen Aussage; ohnehin ist die Antwort
darauf jedoch nicht entscheidrelevant, da auch eine Begutachtungsdauer von 90
Minuten nicht offensichtlich zu kurz ist. Die notwendige Untersuchungsdauer hängt von
der Fragestellung und der zu beurteilenden Psychopathologie ab, weshalb es keinen
verbindlichen generellen Zeitrahmen für eine Untersuchung gibt (vgl. Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 13. Juni 2006, I 58/06 E. 2.2). Weiter ist
nicht zu erwarten, dass Dr. B._ aufgrund eines Telefonats mit der Gutachterin
überzeugende Angaben zu deren psychischen Gesundheitszustand im
Begutachtungszeitpunkt machen kann. In antizipierender Beweiswürdigung ist daher
davon auszugehen, dass eine Aussage von Dr. B._ den Beweiswert des Gutachtens
nicht schmälern würde. Der Beweisantrag, dass die persönlichen Notizen von med.
pract. I._ zur Begutachtung einzuholen seien, ist daher abzuweisen.
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung einen
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin verneint. Strittig ist somit, ob die
Beschwerdeführerin einen Rentenanspruch hat.
3.2 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte,
die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
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verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf
dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG, SR 830.11). Invalidität ist gemäss
Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
3.3 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad
grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
4.
4.1 Die Höhe des Invalideneinkommens hängt u.a. von der Arbeitsfähigkeit der
versicherten Person ab. Die Beschwerdeführerin macht psychische
Gesundheitsbeeinträchtigungen geltend. Zu prüfen ist daher zunächst, ob und wenn ja,
in welchem Ausmass die Beschwerdeführerin aus psychischen Gründen in ihrer
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist.
4.2 Im Sozialversicherungsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung.
Danach haben Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht die Beweise
frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie
stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren
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Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten.
Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die
Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische
These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den
Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht
oder Gutachten. Dennoch hat es das Bundesgericht mit dem Grundsatz der freien
Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen
medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen. Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens durch die
Sozialversicherungsträger eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche
auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in
die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen
Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen,
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. In
Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache
Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE
125 V 351 E. 3a und 3b mit Hinweisen).
4.3 In formeller Hinsicht erfüllt das Gutachten von med. pract. I._ die von der
Rechtsprechung aufgestellten Kriterien an ein voll beweiskräftiges Gutachten.
Entgegen der Behauptung der Rechtsvertreterin ist davon auszugehen, dass die
Gutachterin über alle bis zu diesem Zeitpunkt aufgelaufenen IV-Akten und nicht nur
über die medizinischen Berichte des IV-Dossiers verfügt hat. Gemäss dem
Auftragsformular (IV-act. 90) hat die Gutachterin das Aktendossier elektronisch als pdf-
Datei erhalten. In Ziff. 1 des Gutachtens hat sie die bisherigen Verfahrensschritte
(Anmeldung, Abklärung von beruflichen Eingliederungsmassnahmen etc.)
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wiedergegeben. Hätte sie lediglich über die medizinischen Akten des IV-Dossiers
verfügt, hätte sie diese Angaben gar nicht machen können. Dass die Gutachterin nicht
über die Taggeldabrechnungen verfügt hat, schmälert den Beweiswert des Gutachtens
nicht, da Taggeldzahlungen keinen Einfluss auf das Ergebnis einer medizinischen
Begutachtung haben (dürfen). Entscheidend ist jedoch, dass ihr die medizinische
Grundlage für die Taggeldausrichtung zur Verfügung gestanden hat. Dies ist der Fall
gewesen, denn die Berichte von Dr. B._ vom 3. Dezember 2010 zuhanden der
Krankentaggeldversicherung und der Untersuchungsbericht von Dr. G._ vom
18. August 2011 haben ihr vorgelegen (siehe Ziff. 2.1 und 2.4 des Gutachtens). Im
Ergebnis ist festzuhalten, dass das Gutachten in Kenntnis aller relevanten Vorakten
abgegeben worden ist. Das Gutachten von med. pract. I._ enthält zudem eine
ausführliche Anamnese (Ziff. 3.1-3.5), berücksichtigt die subjektiven Angaben der
Beschwerdeführerin zu ihren Beschwerden (Ziff. 3.6) und gibt die erhobenen objektiven
Befunde (Ziff. 4) sowie eine abschliessende Gesamtbeurteilung wieder. In der
Gesamtbeurteilung hat sich die Gutachterin zudem mit den divergierenden
Beurteilungen von Dr. B._ und Dr. G._ auseinandergesetzt (S. 16 f. des
Gutachtens).
4.4 Als nächstes ist zu prüfen, ob das Gutachten auch in materieller Hinsicht
überzeugt, d.h. ob die Beurteilung der medizinischen Situation und die
Arbeitsfähigkeitsschätzung einleuchten bzw. ob die Berichte von Dr. B._ und Dr.
G._ ernsthafte Zweifel an der Beurteilung von med. pract. I._ zu wecken vermögen.
Gegenüber der Taggeldversicherung hat Dr. B._ am 3. Dezember 2010 angegeben,
dass ein Verdacht auf eine vorbestehende generalisierte Angststörung mit
intermittierender Akzentuierung der ängstlich-abhängigen Persönlichkeitszüge bestehe.
Später hat sich für ihn der Verdacht auf das Vorliegen einer generalisierten
Angststörung erhärtet, dafür hat er keine ängstlich-abhängigen Persönlichkeitszüge
mehr diagnostiziert. Dr. G._ hat am 12. August 2011 den Verdacht auf eine
generalisierte Angststörung sowie den Verdacht auf akzentuierte Persönlichkeitszüge,
vorwiegend ängstlich-dependent, angegeben. Im Gegensatz zu den vorgenannten
Ärzten hat med. pract. I._ das Vorliegen einer generalisierten Angststörung
zumindest im Untersuchungszeitpunkt verneint, jedoch akzentuierte
Persönlichkeitszüge mit ängstlichen (vermeidenden) und abhängigen Anteilen
diagnostiziert. Die Beschwerdeführerin hat gegenüber der Gutachterin verschiedene
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Ängste geschildert: Angst um die Eltern, Angst vor Überforderung, Angst vor der
Begutachtung, Angst vor dem Arbeiten und Angst davor, etwas falsch zu machen etc.
Als körperliche Symptome hat sie angegeben, dass sie manchmal einen Druck im
Brustkorb und im Kopf verspüre. Die Gutachterin hat lediglich zu Beginn eine gewisse
Unsicherheit beobachten können. Im weiteren Verlauf habe die Beschwerdeführerin
nicht mehr ängstlich oder verunsichert gewirkt. Auch vegetative Angstkorrelate und/
oder ein erhöhtes vegetatives Erregungsniveau habe sie nicht feststellen können. Die
Verneinung der Diagnose einer generalisierten Angststörung hat die Gutachterin
schliesslich damit begründet, dass die Beschwerdeführerin die beklagten Ängste nicht
konkret habe eruieren und beschreiben können. In Anbetracht der
Symptombeschreibung und der erhobenen Befunde überzeugt die Angabe von
med. pract. I._, dass akzentuierte Persönlichkeitszüge vorlägen, jedoch keine
generalisierte Angststörung diagnostiziert werden könne. Med. pract. I._ hat weiter
erklärt, dass die von Dr. G._ beschriebenen Ängste in sozialen Situationen und die
Versagensängste bei jeglichen Aufforderungen sowie die von Dr. B._ angenommene
„generalisierte Ängstlichkeit“ nicht den geforderten Kriterien einer generalisierten
Angststörung nach ICD-10 entsprächen. Dr. B._ hat als Befunde in seinen Berichten
lediglich eine „generalisierte Ängstlichkeit“ und „Ängste“ sowie eine
„Gedankeneinengung auf die Sorgen und Befürchtungen“ angegeben. Wie und in
welchen Situationen sich diese Ängste äussern, ist seinen Berichten nicht zu
entnehmen. Gegenüber Dr. G._ hat die Beschwerdeführerin angegeben, „Ängste
wegen allem“ zu haben. Sie habe Angst vor jeglicher Aufforderung etwas zu tun, Angst
davor, dass andere Leute über sie redeten, und sie fühle sich nirgendwo sicher. Die
Ängste äusserten sich durch Engegefühle, einen Kloss im Hals und schwitzende
Hände. Die geschilderten Ängste erscheinen also als sehr unspezifisch und die
angegebenen Symptome sind zu wenig ausgeprägt für die Diagnose einer
generalisierten Angststörung. Beispielsweise hat die Beschwerdegegnerin weder eine
Nervosität, Herzklopfen oder ein Zittern beschrieben, obwohl es sich bei diesen
Symptomen um Hauptmerkmale von Ängsten handelt (vgl. die Definition einer
generalisierten Angststörung gemäss ICD-10: F41.1). Zudem hat die
Beschwerdeführerin gegenüber Dr. G._ andere Symptome beschrieben als
gegenüber med. pract. I._. Im Übrigen ist sich Dr. G._ betreffend die Diagnose
einer generalisierten Angststörung auch nicht sicher gewesen, ansonsten hätte sie ja
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nicht nur einen Verdacht geäussert. Insgesamt vermögen die Berichte von Dr. B._
und Dr. G._ keine ernsthaften Zweifel an der Beurteilung von med. pract. I._ zu
wecken. Daher ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin nicht an einer generalisierten Angststörung, sondern lediglich an
akzentuierten Persönlichkeitszügen mit ängstlichen (vermeidenden) und abhängigen
Anteilen leidet.
4.5 Med. pract. I._ hat ausserdem die Diagnose einer allenfalls leichten
depressiven Episode im Sinne einer weitgehenden Remission einer mittelgradigen
depressiven Episode angegeben. Demgegenüber hat Dr. B._, nachdem er anfänglich
die Diagnose einer Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt gestellt
hat, durchgehend eine mittelgradige depressive Episode mit somatischen Symptomen
diagnostiziert. Dr. G._ hat diese Diagnose bestätigt. Med. pract. I._ hat als Befunde
lediglich eine geringgradig herabgesetzte Grundstimmung insbesondere bei der
Beschwerdeschilderung, eine allenfalls zeitweise geringgradig verminderte emotionale
Resonanzfähigkeit und ein etwas eigenwilliges Krankheitsverständnis mit subjektiven
Insuffizienzgefühlen erheben können. Angesichts dieser wenigen pathologischen
Befunde ist ihre Diagnose schlüssig. Med. pract. I._ hat die abweichenden Befunde
und Diagnosen von Dr. B._ und Dr. G._ damit begründet, dass diese wohl
überwiegend auf die subjektiven Beschwerden abgestellt und die psychosozialen
Belastungsfaktoren berücksichtigt hätten. Auch diese Begründung ist nachvollziehbar.
Mit Bezug auf die Berichte von Dr. B._ ist zudem der Erfahrungstatsache Rechnung
zu tragen, dass die behandelnden Ärzte − aufgrund ihres Behandlungsauftrags und
damit verbunden ihrer therapeutischen Sichtweise − regelmässig zu hohe
Arbeitsunfähigkeiten attestieren bzw. die Schwere der Diagnose zu hoch einschätzen
und daraus eine allenfalls zu hohe Arbeitsunfähigkeit ableiten (vgl. BGE 135 V 465
E. 4.5). Der Beweiswert des Berichts von Dr. G._ wird dadurch geschmälert, dass sie
offenbar keine Kenntnis der gesamten Vorakten, insbesondere der IV-Akten, gehabt
hat. Darauf weist zumindest der Inhalt des Berichts hin: So beruht die kurze Anamnese
nur auf den Angaben, die die Beschwerdeführerin anlässlich der Untersuchung
gemacht hat. Daher ist auf die Beurteilung von med. pract. I._ abzustellen, wonach
die Beschwerdeführerin zwar vorübergehend an einer mittelgradigen depressiven
Episode gelitten hat, diese jedoch zwischenzeitlich bis auf eine allenfalls leichte
depressive Episode remittiert ist.
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4.6 Somit bleibt noch zu klären, wie sich die Diagnosen auf die Arbeitsfähigkeit
auswirken. Zwischen den Fachärzten ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin
nach Ausbruch der mittelgradigen depressiven Episode, d.h. ab dem 31. August 2010,
in jeglicher Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig gewesen ist. Für die Zeit nach der
Besserung der depressiven Symptomatik, als die Beschwerdeführerin nur noch an
einer leichten depressiven Episode gelitten hat, hat ihr med. pract. I._ wegen einer
leichtgradig verminderten Stress- und Frustrationstoleranz sowie leichtgradig
eingeschränkten sozialen Kompetenzen in jeglicher Tätigkeit eine um 20 % verminderte
Leistungsfähigkeit bescheinigt. Angesichts der zu diesem Zeitpunkt nur noch leichten
psychischen Symptomatik überzeugt auch diese Einschätzung. Die Argumentation des
Rechtsdienstes der Beschwerdegegnerin, wonach kein invalidisierender
Gesundheitsschaden vorliege, weil sich die Beschwerdeführerin nicht ausreichend
habe behandeln lassen, ist nicht stichhaltig. Denn RAD-Arzt Dr. H._ hat am 16. April
2012 explizit festgehalten, dass von einer durchgehenden und ausreichenden Therapie
des Gesundheitsschadens ausgegangen werden könne. Med. pract. I._ hat erklärt,
dass vermutlich ab August 2011 wieder eine 80 %ige Arbeitsfähigkeit bestanden hat.
Darauf ist abzustellen, da Dr. G._ am 18. August 2011 eine Besserung der
depressiven Symptomatik beschrieben hat. Demzufolge ist mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
vom 31. August 2010 bis längstens 31. Juli 2011 in jeglicher Tätigkeit zu 100 %
arbeitsunfähig gewesen ist. Ab dem 1. August 2011 ist von einer 80 %igen
Arbeitsfähigkeit in der angestammten wie auch in einer adaptierten Tätigkeit
auszugehen.
5.
Somit bleibt noch der Einkommensvergleich zu überprüfen. Die Beschwerdeführerin ist
vom 31. August 2010 bis 31. Juli 2011 in jeglicher Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig
gewesen. Das Wartejahr nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG hat also am 1. August 2010 zu
laufen begonnen und ist am 31. Juli 2011 abgelaufen. Die Beschwerdeführerin hat sich
im Februar 2011 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug angemeldet. Unter
Berücksichtigung des Wartejahres und der sechsmonatigen Wartezeit nach Art. 29
Abs. 1 IVG hätte die Beschwerdeführerin daher ab dem 1. August 2011 Anspruch auf
eine IV-Rente gehabt. Allerdings haben gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG nur jene
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Versicherte Anspruch auf eine Rente, die auch nach Ablauf des Wartejahres zu
mindestens 40 % invalid sind. Der IV-Grad hat − gestützt auf einen Prozentvergleich −
ab dem 1. August 2011 jedoch nur 20 % betragen. Die Beschwerdeführerin hat somit
keinen Anspruch auf eine IV-Rente.
6.
6.1 Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Diese ist durch den von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- gedeckt. Die
Beschwerdeführerin hat bei diesem Verfahrensausgang keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung