Decision ID: 5e1341e9-dd45-4339-b5ca-939a268fee9e
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1963 geborene X._ wurde am 25. August 2010 (Eingangsdatum) durch die (private) Krankentaggeldversicherung Vaudoise Versicherungen zur Früherfassung gemeldet (Urk. 7/4). Da die Versicherte - trotz entsprechender Auf
forderung (Urk. 7/8) - keine Anmeldung bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, einreichte, wurde die Früherfassung am 28. Oktober 2010 abgeschlossen (Urk. 7/9).
1.2
Am 30. Juni 2016 (Eingangsdatum) meldete sich X._ bei der
IV-Stelle zum Leistungsbezug (berufliche Massnahmen) an (Urk. 7/17). Die
IV-Stelle führte am 28. Juli 2016 mit der Versicherten ein Standortgespräch (Urk. 7/23) und verlangte bei den von der Versicherten angegebenen behan-delnden Ärzten (vgl. Urk. 7/17 S. 7 und Urk. 7/23 S. 4) Arztberichte ein. Das Z._ teilte der IV-Stelle mit, dass es keine medizinischen Unterlagen von X._ habe (Urk. 7/25), während die Wirbelsäulenchirurgie der A._ einen Bericht vom 14. Dezember 2010 einreichte (Urk. 7/26). Daraufhin forderte die IV-Stelle mit Schreiben vom 8. August 2016 die Versicherte auf, anzugeben, wo sie sich wegen ihres Rückens in ärztlicher Behandlung befinde respektive befunden habe (Urk. 7/27). Nachdem diese Anfrage unbeantwortet geblieben war, erfolgte am 16. September 2016 eine Erinnerung (Urk. 7/28). Am 18. Oktober 2016 forderte die IV-Stelle X._ nochmals auf, ihren Mitwirkungs
pflichten nachzukommen und ihr die aktuell behandelnden Ärzte anzugeben
, unter Fristan
setzung und Androhung, dass bei Säumnis das Leistungsgesuch
auf
grund fehlender Mitwirkung abgewiesen werde (Urk. 7/29-30). Mit Schreiben vom 8. November 2016 bat die IV-Stelle erneut um die Beantwortung der Anfrage vom 8. August 2016 (Urk. 7/31). Mit Vorbescheid vom 8. Dezember 2016 kün
digte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens aufgrund fehlender Mitwirkung an (Urk. 7/34), wogegen die Versicherte am 16. Dezember 2016 Ein
wand erhob und mitteilte, dass sie von
Dr. med. B._,
Fachärz
tin FMH für Allgemeinmedizin
,
hausärztlich betreut werde (Urk. 7/35). Daraufhin verlangte die IV-Stelle von der C._ (Urk. 7/37) sowie vom D._ (Urk. 7/38), wo Dr. B._ tätig ist, Arztberichte ein. Da die Versicherte in diesen beiden Arztpraxen nicht bekannt sei (vgl. entsprechende Telefonnotizen, Urk. 7/37-38), wies
die
IV-Stelle – mit der Begründung
der fehlenden
Mitwirkung
– mit Verfü
gung vom
2. Februar 2017
das Leistungsbegehren ab (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob X._ am 6. März 2017 Beschwerde und beantragte, es sei unter Aufhebung der Verfügung vom 2. Februar 2017 auf das Leistungsbe
gehren vom 30. Juni 2016 einzutreten und es seien die notwendigen Abklärungen vorzunehmen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1 S. 2, unter Beilage eines ärztlichen Zeug
nisses von Dr. B._ vom 15. März 2016, Urk. 3/7). Die Beschwerdegeg
nerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 25. April 2017 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 7/1-46). Inzwischen hatte die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 17. März 2017 mitgeteilt, dass sie sich bei E._,
Dipl. Psych. FH, Psychotherapeutin SBAP
,
in regelmässiger Behandlung befinde (Urk. 48). Mit Verfügung vom 10. Mai 2017 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (Urk. 8), woraufhin am 9. Juni 2017 die Replik einging (Urk. 10). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf Duplik (Urk. 12), was der Beschwerdeführerin am 23. August 2017 mitgeteilt wurde (Urk. 13).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Invalide o
der von einer Invalidität (Art.
8 ATSG) bedroht
e Versicherte haben gemäss Art.
8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
(Abs. 1)
:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen erfüllt sind
.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbs
lebens zu berücksichtigen (Abs.
1
bis
). Nach Massgabe der Art.
13 und 21
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufg
abenbereich (Abs.
2). Nach Massgabe von Art
.
16 Abs
.
2
lit.
c
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu er
halten oder zu verbessern (Abs.
2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen
gemäss Abs. 3 in
me
dizinischen Mass
nahmen (lit. a),
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die
berufliche Ein
gliederung (lit.
a
bis
),
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsverm
ittlung, Kapitalhilfe; lit. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (lit.
d).
1.3
Gemäss
Art.
17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (
Abs.
1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (
Abs.
2). Als Umschu
lung gelten gemäss
Art.
6
Abs.
1 IVV Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Inva
lidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Der erstinstanzliche Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 61 lit. c ATSG). Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sor
gen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2, 122 V 157 E. 1a, vgl. BGE 130 I 180 E. 3.2).
Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweisfüh
rungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen geblie
benen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrund
satzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
erwog im angefochtenen Entscheid
(Urk. 2)
, sie habe
die
Beschwerdeführer
in
mehrmals
aufgefordert,
anzugeben, wo sie sich in ärztlicher Behandlung befinde respektive befunden habe,
wobei
sie
es unter
Verletzung
der ihr
auferlegten
Mitwirkungspflicht
unterlassen habe, die
behandelnden Ärzte
zu benennen.
Auch der erst im Einwandverfahren angegebenen Hausärztin Dr. B._ sei die Beschwerdeführerin nicht bekannt, weshalb kein invali
disierender Gesundheitsschaden ausgewiesen sei. In der Beschwerdeantwort (Urk. 6) führte die Beschwerdegegnerin aus, dass sie ihre Abklärungspflicht zureichend wahrgenommen habe. Hingegen sei die Beschwerdeführerin ihren Mitwirkungspflichten nicht gehörig und rechtzeitig nachgekommen, weshalb der Anspruch auf IV-Leistungen abzuweisen sei.
2.2
Die Beschwerdeführerin ist demgegenüber der Ansicht (Urk. 1), dass die Beschwerdegegnerin im Rahmen der Abklärungen ihre Sorgfaltspflichten verletzt habe, indem sie die behandelnde Hausärztin Dr. B._ nur telefonisch angefragt habe. Es handle sich offensichtlich um eine irrtümliche Auskunft der angefragten Ärztin, dass sie ihr nicht bekannt sei, denn am 15. März 2016 habe Dr. B._ ihr ein auf ihren früheren Namen (F._) lautendes ärzt
liches Zeugnis ausgestellt, welches vom 7. bis 18. März 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinige. Replikweise (Urk. 10) brachte die Beschwerdefüh
rerin vor, dass sich die im Bericht der A._ vom 14. Dezember 2010 attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit zwischenzeitlich verändert habe und ihr von einer weiteren Tätigkeit in der Gastronomie abgeraten werde, da sich das viele Heben und Tragen kontraproduktiv auf ihre Wirbelsäule auswirkten.
3.
3.1
Im Bericht der Wirbelsäulenchirurgie der A._ vom 14. Dezember 2010 (Urk. 7/26 S. 7-8), welcher der Beschwerdegegnerin auf entsprechendes Ein
verlangen am 4. August 2016 eingereicht wurde, sind folgende Diagnosen genannt:
-
Status nach Dekompression C4/5, C5/6 und C6/7, ventraler intercorporeller
Spondylodese mit autologem tricorticalem Beckenspan vom rechten
vorderen Beckenkamm C4/5, C5/6 und C6/7, ventraler
Plattenoste
osynthese C4-C7 am 23. August 2010 bei
-
chronischer Zervikobrachialgie rechts
-
mehrsegmentalen degenerativen Veränderungen C4/5, C5/6 und
C6/7 mit Spinalkanalstenose mit zervikaler Spinalkanalstenose und
foraminaler Stenose linksbetont
-
Verdacht auf sensomotorisches Ausfallsyndrom und radikuläres
Reizsyndrom C6 links
-
Status nach multiplen Nervenwurzelinfiltrationen zervikal, 2010
Als Nebendiagnosen wurden ein Status nach Spondylodese L4-S1 (1998) und ein Nikotinabusus aufgeführt. Die Beschwerdeführerin sei ab dem 1. Januar 2011 sei
tens der Halswirbelsäule zu 100 % arbeitsfähig.
3.2
Im ärztlichen Zeugnis vom 15. März 2016, welches im Beschwerdeverfahren ein
gereicht wurde (Urk. 3/7), attestierte Dr. B._ zuhanden des Arbeitge
bers, dass die Beschwerdeführerin vom 7. bis 18. März 2016 zu 100 % arbeitsun
fähig gewesen sei.
4.
4.1
Versicherungsträger können - für den Fall, dass versicherte Personen, die Leis
tungen beanspruchen, den Auskunfts- beziehungsweise Mitwirkungspflichten in unentschuldbarer Weise nicht nachkommen - auf Grund der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen (Art. 43 Abs. 3 ATSG). Unter die erwähnten Mitwirkungspflichten fällt unter anderem die Erteilung von Auskünften (vgl. Art. 28 Abs. 2 ATSG), worunter auch die Angabe der behan
delnden Ärzte fällt, wobei diese Auskunft notwendig und der versicherten Person - sowohl in fachlicher als auch subjektiver Hinsicht - zumutbar sein muss (Art. 43 Abs. 2 und 3 ATSG). Die Verletzung der Auskunfts- beziehungsweise Mitwir
kungspflicht hat in unentschuldbarer Weise zu erfolgen. Deren Verletzung lässt zwei Sanktionen zu: Auf Grund der Akten zu verfügen oder die Erhebungen ein
zustellen und Nichteintreten zu beschliessen, wobei gemäss Praxis von der Mög
lichkeit des Nichteintretens zurückhaltend Gebrauch zu machen ist (vgl. ATSG-Kommentar, 3. Auflage, 2015, N 86 ff. zu Art. 43 ATSG).
4.2
Aufgrund der Akten ergibt sich, dass die von der Beschwerdeführerin im Anmel
deformular vom 30. Juni 2016 und anlässlich des Standortgespräches angegebe
nen behandelnden Ärzte respektive Spitäler - das Z._ und die A._ - (vgl. Ziff. 6.3 von Urk. 7/17 sowie Urk. 7/23 S. 4) diese seit 1998 respektive seit 2010 (vgl. Urk. 7/35) nicht mehr behandeln. Entsprechend wurde die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 8. August 2016 von der Beschwerdegegnerin aufgefordert, die seither respektive aktuell behandelnden Ärzte anzugeben (Urk. 7/27). Die Erteilung einer Auskunft über die Behandler ist für die Durchführung einer umfassenden Abklärung für die Prüfung des geltend gemachten Leistungsanspruches nötig und ohne Weiteres zumutbar.
Nachdem die Beschwerdeführerin weder auf diese Aufforderung noch auf die Erinnerung vom 16. September 2016 (Urk. 7/28) reagierte,
forderte
sie die Beschwerdegegnerin a
m 18. Oktober 2016 nochmals auf, ihren Mitwirkungs
pflichten nachzukommen und ihr die aktuell behandelnden Ärzte anzugeben
, unter Fristansetzung und Androhung, dass bei Säumnis das Leistungsgesuch auf
grund fehlender Mitwirkung abgewiesen werde (Urk. 7/29-30).
Damit wurde der Beschwerdeführerin unter substantiierter Bezugnahme auf das von ihr geforderte Verhalten schriftlich mitgeteilt, welche Folgen ihre Widersetzlichkeit nach sich ziehen kann und sie wurde aufgefordert, ihrer (zumutbaren) Mitwirkungspflicht nachzukommen.
4.3
Auch bei der erst im Einwandverfahren angegebenen behandelnden Hausärztin Dr. B._ (Urk. 7/35) konnten trotz Anfragen keine weiteren Informatio
nen oder ärztliche Berichte erhältlich gemacht werden. Den Ausführungen der Beschwerdeführerin, wonach die Beschwerdegegnerin lediglich telefonisch in der C._ sowie im D._ angefragt habe (Urk. 1 S. 4), kann vorliegend nicht gefolgt werden. So ergibt sich aus der Telefonnotiz vom 23. Dezember 2016 (Urk. 7/37), dass der Anruf von der C._ kam. Darin wurde festgehalten, „dass der zugestellte AZ nicht retourniert werden“ müsse. Daraus ergibt sich, dass die C._ auf einen schriftlich zugestellten (auszufüllenden) Arztbericht reagierte. Auch aus der Telefonnotiz vom 6. Januar 2017 des D._ (Urk. 7/38) ist ersichtlich, dass Frau G._ von diesem Ärztezentrum die Beschwerdegegnerin kontaktierte. Deshalb ist auch hierbei davon auszugehen, dass sie dies gefolgt auf eine schriftliche Anfrage tat. An der korrekten Wieder
gabe der Telefonate in den Aktennotizen bestehen keine Zweifel, solche wur
den von der Beschwerdeführerin denn auch nicht vorgebracht.
Die Beschwerdeführerin reichte nun im Beschwerdeverfahren das ärztliche Zeug
nis von Dr. B._ vom 15.
März 2016 (Urk. 3/7) ein. Daraus ergebe sich, dass sie sich durchaus bei der angegebenen Hausärztin in Behandlung befand und noch befinde. Sie macht damit geltend, dass die Beschwerdegegnerin ihre Sorgfaltspflicht im Rahmen der Abklärungen verletzt habe, da sie nicht (auch) nach dem früheren Ehenamen F._ gefragt habe. Aus den Akten ergibt sich diesbezüglich aber, dass die Beschwerdeführerin seit dem 23. Februar 2015 von ihrem Ehemann H._ geschieden ist (vgl. Scheidungs
urteil, Urk. 7/16). Ihren während der Ehe geführten Familiennamen F._ änderte sie per 27. Mai 2016 wieder auf X._ (vgl. Bestätigung einer Namenserklä
rung, Urk. 7/18). Die schriftliche Anfrage bei Dr. B._ erfolgte erst im Dezember 2016 respektive Januar 2017. Es liegt im Verantwortungsbereich einer versicherten Person, Änderungen ihrer persönlichen Verhältnisse - und entspre
chend auch Namensänderungen - den zuständigen Stellen, Behörden, Versiche
rungen, Ärzten etc. zu melden (so auch Art. 31 ATSG). Da sich die Beschwerde
führerin nicht darum kümmerte, die Namensänderung vom 27. Mai 2016 Dr. B._ mitzuteilen, kann es nicht der Beschwerdegegnerin als Sorg
faltspflichtverletzung angelastet werden, dass sie erfolglos bei Dr. B._ einen Arztbericht einzuholen versuchte.
4.4
Für das Vorliegen von entschuldbaren Gründen für die Verletzung ihrer Aus
kunfts- beziehungsweise Mitwirkungspflichten liefern die Akten keine Anhalts
punkte und wurden von der Beschwerdeführerin auch nicht geltend gemacht.
4.5
Damit steht fest, dass die Beschwerdeführerin in unentschuldbarer Weise ihrer Auskunfts- beziehungsweise Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen ist, wes
halb die Beschwerdegegnerin nach korrekt durchgeführtem Mahn- und Bedenk
zeitverfahren (Urk. 7/27-30) berechtigt war, auf Grund der Akten zu verfügen oder die Erhebungen einzustellen und Nichteintreten zu beschliessen (Art. 43 Abs. 3 ATSG). Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung vom 2. Februar 2017 (Urk. 2) und in der Beschwerdeantwort vom 25. April 2017 (Urk. 6) aus, aufgrund der Akten entschieden zu haben. Dabei würdigte die Beschwerdegegnerin den zeitlich älteren Bericht der A._ vom 14. Dezember 2010 (vgl. E. 3.1) sowie das nicht aussagekräftige ärztliche Zeugnis von Dr. B._ vom 15. März 2016 (vgl. E. 3.2), da aufgrund der fehlenden Mitwirkung der Beschwerdeführerin keine weiteren Arztberichte eingeholt wer
den konnten. Gestützt darauf wies die Beschwerdegegnerin das Leistungsbegeh
ren mangels ausgewiesenem Gesundheitsschaden zu Recht materiell ab. Denn von
der Möglichkeit des Nichteintretens
ist
nur mit grösster Zurückhaltung Gebrauch zu machen
.
Sie
kommt
erst in Betracht, wenn eine materielle Beurteilung des Leistungsbegehrens auf Grund der gesamten Aktenlage ohne Mitwirkung der Par
tei ausgeschlossen ist (vgl. Ur
teil des Bundesgerichts 8C_770/2008 vom 21.
Apri
l 2009, E. 5.2).
4.6
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
Da seit März 2017 aber feststeht, dass die Beschwerdeführerin bei Dr. B._ in hausärztlicher Behandlung steht und sie von der Psychotherapeutin E._ psychotherapeutisch behandelt wird (Urk. 7/47), ist die Sache nach Eintritt der Rechtskraft an die Beschwerdegegnerin zu überweisen, damit sie die nachträglich erfolge Mitwirkung als Neuanmeldung (Eingang März 2017) behandle und weiter bearbeite.
5.
5.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche Verbeistän
dung notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
5.2
Zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Gewährung der unent
geltlichen Prozessführung. Die Beschwerdeführerin wird gemäss Unterstützungs
bestätigung vom 3. März 2017 (Urk. 3/3) von ihrer Wohngemeinde Zürich finan
ziell unterstützt. Mit Blick darauf ist sie im vorliegenden Verfahren bezogen auf den massgebenden Zeitpunkt als prozessual bedürftig zu qualifizieren. Da auch die weiteren Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind, ist der Beschwerdeführerin in Bewilligung des Gesuchs vom 6. März 2017 (Urk. 1 S. 2) die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren.
5.3
Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen sind (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), sind auf Fr. 500.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwer
deführerin aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5.4
Die Beschwerdeführerin ist darauf hinzuweisen, dass sie zur Nachzahlung der Kosten für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist (§ 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsrecht, GSVGer).