Decision ID: bd002342-05e6-4667-aaff-ecdaa51a401e
Year: 2013
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

Hörgeräteanpassung verhindert hätten. Der genaue Sachverhalt sei dem
Bericht des zuständigen Arztes zu entnehmen, welcher nachgereicht
werde.
3. In ihrer Vernehmlassung vom 4. Februar 2013 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und führte aus,
dass Gegenstand der rechtlichen Auseinandersetzung vorliegend die
Frage sei, ob die IV-Stelle auf die Anmeldung vom 30. Juni 2011 für eine
Hörgeräteversorgung infolge Verletzung der Auskunfts- und
Mitwirkungspflichten zu Recht nicht eingetreten sei. Zur Begründung
führte sie aus, dass aus den Akten deutlich hervorgehe, dass der
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Beschwerdeführer seiner Auskunfts- und Mitwirkungspflicht in
unentschuldbarer Weise nicht nachgekommen sei und dass die IV-Stelle
das so genannte Mahn- und Bedenkzeitverfahren korrekt ausgeführt
habe. Da eine zuverlässige Beurteilung des Leistungsanspruches ohne
Mitwirkung der versicherten Person nicht möglich sei, habe die IV-Stelle
die Abklärungen zu Recht eingestellt und einen Nichteintretensentscheid
erlassen, weshalb die angefochtene Verfügung auch nicht zu
beanstanden sei. Dem Beschwerdeführer werde empfohlen seine
Beschwerde zurückzuziehen und sich mit einem neuen Leistungsgesuch
an die IV-Stelle zu wenden, sofern er nun willens sei, seinen Auskunfts-
resp. Mitwirkungspflichten nachzukommen.
4. Mit prozessleitender Verfügung vom 5. Februar 2013 wurde dem
Beschwerdeführer zur Einreichung seiner Replik Frist bis zum 18. Februar
2013 gesetzt. Innert Frist ging jedoch keine Replik ein.
Auf weitere Ausführungen in den Rechtsschriften sowie auf die
angefochtene Verfügung wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden
Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen
IV-Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle
anfechtbar. Die Verfügung der IV-Stelle Graubünden vom 13. Dezember
2012 betreffend die Abweisung des Leistungsbegehrens stellt demnach
ein taugliches Anfechtungsobjekt dar. Überdies ergibt sich die sachliche
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Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts aus Art. 49 Abs. 2 lit. a des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100).
2. Streitig und zu prüfen ist nachfolgend, ob die Beschwerdegegnerin dem
Leistungsbegehren des Beschwerdeführers vom 30. Juni 2011 zu Recht
nicht entsprochen hat.
3. a) Gemäss Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) hat ein Sozialversicherer
nach Erhalt einer Anmeldung zu prüfen, ob die jeweiligen
Voraussetzungen erfüllt sind. Er prüft deshalb das Begehren, nimmt die
notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die
erforderlichen Auskünfte ein. Es gilt somit im ganzen
Sozialversicherungsrecht i.d.R. der Untersuchungsgrundsatz, denn die
rechtsanwendenden Stellen müssen dafür besorgt sein, dass die wirkliche
Sach- und Rechtslage richtig eruiert wird, weshalb sie auch zu bestimmen
haben, was alles abzuklären ist (SCARTAZZINI/HÜRZELER, Bundes-
sozialversicherungsrecht, 4. Aufl., Basel 2012, § 22, N 5). Für den
Bereich der Invalidenversicherung spezialisiert denn auch Art. 57 Abs. 1
IVG die Aufgabe der IV-Stellen dahingehend und bestimmt in lit. c, dass
diese die versicherungsmässigen Voraussetzungen abzuklären haben.
b) Der Untersuchungsgrundsatz wird ergänzt durch die Mitwirkungspflicht
der Beteiligten. Sowohl die versicherten Personen als auch ihre
Arbeitgeber müssen deshalb beim Vollzug der Sozial-
versicherungsgesetze unentgeltlich mitwirken (Art. 28 Abs. 1 ATSG). Die
die Leistung beanspruchende Person hat somit in Erfüllung ihrer
Mitwirkungspflicht alle für die Anspruchsprüfung und Festsetzung der
Versicherungsleistungen zwingend erforderlichen Informationen und
Unterlagen einzureichen (Art. 28 Abs. 2 ATSG). Darüber hinaus hat sich
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die versicherte Person ärztlichen oder fachlichen Untersuchungen zu
unterziehen, soweit diese für die Beurteilung notwendig und zumutbar
sind (Art. 43 Abs. 2 ATSG). Welche Abklärungen massgebend und
notwendig sind, entscheiden bis zum Erlass der Verfügungen im Rahmen
des Untersuchungsgrundsatzes die zuständigen IV-Stellen (Art. 57 Abs. 3
IVG).
c) Kommen leistungsbeanspruchende Personen ihren Mitwirkungspflichten
in unentschuldbarer Weise, d.h. ohne nachvollziehbaren oder
erkennbaren Grund nicht nach, kann der Versicherungsträger aufgrund
der Akten verfügen oder auf das Begehren nicht eintreten und die
Erhebungen einstellen, wobei er vorgängig stets ein Mahn- und
Bedenkzeitverfahren anordnen muss, was bedeutet, dass die Personen
vorher schriftlich zu mahnen und auf die Rechtsfolgen hinzuweisen sind
(Art. 43 Abs. 3 ATSG, KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009,
Rz. 39 f. zu Art. 43, SCARTAZZINI/HÜRZELER, Bundessozial-
versicherungsrecht, a.a.O., § 22, N 6).
4. a) Wie vorstehend dargelegt wurde, besteht die Aufgabe der IV-Stelle somit
in der Abklärung der versicherungsmässigen Voraussetzungen. Hierfür ist
sie befugt zu entscheiden, welche Abklärungen massgebend und
notwendig sind (Art. 57 IVG). Vorliegend erachtete die
Beschwerdegegnerin eine vergleichende Hörgeräteanpassung gemäss
Hörgeräte-Tarifvertrag durch einen Akustiker freier Wahl zur
zuverlässigen Beurteilung des vom Beschwerdeführer geltend gemachten
Leistungsanspruches als massgebend und notwendig. Im Sinne der
Erstexpertise stellt die angeordnete Untersuchung eine geeignete
Beurteilungsgrundlage zur vorliegenden Anspruchsprüfung dar und ist
dem Beschwerdeführer überdies im Sinne des Art. 43 Abs. 2 ATSG
durchaus zuzumuten. Es kann somit festgehalten werden, dass den
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Beschwerdeführer eine Mitwirkungspflicht trifft, welche vorliegend darin
besteht sich der zumutbaren Hörgeräteanpassung beim Akustiker zu
unterziehen, so dass der Leistungsanspruch zuverlässig beurteilt werden
kann.
b) Wie den beschwerdegegnerischen Akten entnommen werden kann,
forderte die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer deshalb
erstmals mit Schreiben vom 16. August 2011 und wiederholt mit
Schreiben vom 14. Mai 2012 auf, sich bei einem Akustiker seiner Wahl zu
melden und eine Hörgeräteanpassung vornehmen zu lassen, wobei er am
18. Juni 2012 und am 23. Juli 2012 wiederholt gemahnt werden musste.
Jedoch selbst innert der mit eingeschriebenem Schreiben vom
28. September 2012 gesetzten Frist bis zum 31. Oktober 2012, mit
welchem er im Sinne des Art. 43 Abs. 3 ATSG ordnungsgemäss
schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen worden ist,
meldete sich der Beschwerdeführer nicht. Aufgrund fehlender
Rechtfertigungsgründe muss vorliegend auch davon ausgegangen
werden, dass der Beschwerdeführer seiner Mitwirkungspflicht ohne
nachvollziehbaren oder erkennbaren Grund nicht nachgekommen ist.
Denn obwohl er in seiner Eingabe zwar versucht sein Verhalten damit zu
entschuldigen, dass es ihm aufgrund diverser Operationen angeblich
nicht möglich gewesen sein soll die Hörgeräteanpassung vornehmen zu
lassen, reicht er in der Folge den in Aussicht gestellten und dies allenfalls
belegenden Arztbericht nicht ein.
c) Zusammenfassend ist deshalb festzuhalten, dass der Beschwerdeführer
seiner Mitwirkungspflicht in unentschuldbarer Weise nicht nachgekommen
ist und die Beschwerdegegnerin infolgedessen dem Leistungsbegehren
des Beschwerdeführers vom 30. Juni 2011 zu Recht nicht entsprochen
hat. Der Empfehlung der Beschwerdegegnerin folgend, wird dem
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Beschwerdeführer geraten, sich mit einem neuen Leistungsgesuch an die
IV-Stelle zu wenden, sofern er nun willens ist, seinen Auskunfts- resp.
Mitwirkungspflichten nachzukommen.
5. Im Sinne der oben stehenden Erwägungen wird die Beschwerde deshalb
abgewiesen. Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten
werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im
Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG).
Vorliegend setzt das Gericht die Kosten auf Fr. 300.-- fest. Entsprechend
dem Ausgang dieses Verfahrens werden die Gerichtskosten dem
Beschwerdeführer auferlegt. Eine aussergerichtliche Entschädigung steht
der Beschwerdegegnerin nicht zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).