Decision ID: f444a950-834c-5033-a088-52608695cfe7
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Werner Rechsteiner, Unterer Graben 1,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente und berufliche Massnahmen
Sachverhalt:
A.
A.a B._ meldete sich am 29. Juni 2006 zum Bezug von Leistungen der IV an
(Umschulung, Rente; act. G 3.1/1.6). Der Hausarzt, Dr. med. A._ diagnostizierte in
seinem Bericht vom 16. August 2006 - mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit - eine
Diskushernie L4/L5 mit Lumboischialgie L5 links, eine hypertensive Herzkrankheit, ein
schweres Schlafapnoesyndrom sowie eine depressive Reaktion. Zudem hielt er ab dem
27. Juli 2005 bis 10. März 2006 eine Arbeitsunfähigkeit von intermittierend 100 % und
75 % fest. Ab dem 11. März 2006 bescheinigte er eine andauernde Arbeitsunfähigkeit
von 75 % (act. G 3.1/17.1).
Auf Veranlassung des RAD Ostschweiz liess die IV-Stelle St. Gallen den Versicherten
bei der Ärztlichen Begutachtungsinstitut GmbH, Basel (ABI), medizinisch abklären. Im
entsprechenden Gutachten vom 2. Juli 2007 diagnostizierte das ABI mit Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit ein chronisches sensibles lumboradikuläres Ausfallsyndrom L5
links (ICD-10: M54.4) sowie ein intermittierendes zervikales Schmerzsyndrom (M53.0).
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4), einen Verdacht auf ein leichtes
beginnendes femoropatelläres Schmerzsyndrom (M17.1), eine arterielle Hypertonie
(I10), anamnestisch ein Schlafapnoesyndrom (G47.3) sowie unklar erhöhte
Entzündungsparameter fest. Die Gutachter kamen zum Schluss, dass der Versicherte
in einer primär administrativen logistischen Tätigkeit ohne körperliche Belastung, wie
die angestammte Tätigkeit (als Geschäftsleitungsmitglied/Logistik bei der C._ AG
AG) eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert werden könne. Dies unter der Voraussetzung,
dass die Arbeitsposition regelmässig gewechselt und längeres Sitzen oder Stehen
unterlassen werden könne. Ausserdem sei die Arbeitsplatzergonomie optimal
einzurichten und das repetitive Heben, Tragen, Ziehen und Stossen von Lasten über 10
kg zu unterlassen. Unter diesen Voraussetzungen sei auch in einer anderen leichten bis
intermittierend mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit von einer vollen
Arbeitsfähigkeit auszugehen (act. G 3.1/27).
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A.b Mit Vorbescheiden vom 6. August 2007 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, er
habe weder Anspruch auf eine Invalidenrente noch auf berufliche Massnahmen (act. G
3.1/34 und 36).
Mit Einwand vom 14. September 2007 beantragte der Rechtsvertreter des
Versicherten, dem Versicherten sei mindestens eine halbe IV-Rente ab Ablauf der
gesetzlichen Wartefrist von einem Jahr zuzusprechen. Tatsache sei, dass der
Versicherte wegen seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung in seiner angestammten
Tätigkeit im Verkaufsbereich nicht mehr gefragt sei. Mindestens sei er diesbezüglich
eingeschränkt, seien ihm doch längere Autofahrten, längere Sitzungen etc. nicht mehr
möglich. Sollte am Anspruch auf eine mindestens halbe Rente gezweifelt werden, sei
eine neutrale Expertise einzuholen (act. G 3.1/40).
Mit Verfügungen vom 18. September 2007 wies die IV-Stelle den Antrag auf IV-Rente
und Umschulungsmassnahmen ab, da der Ansprecher in der bisherigen Tätigkeit zu
100 % arbeitsfähig sei (act. G 3.1/41 und 42).
B.
B.a Gegen diese Verfügungen richtet sich die Beschwerde vom 22. Oktober 2007 mit
den Anträgen, die angefochtenen Verfügungen seien aufzuheben und es sei dem
Beschwerdeführer ein IV-Rente nach Massgabe des Beweisergebnisses zuzusprechen,
mindestens jedoch eine halbe Rente. Dem Beschwerdeführer sei sodann
Kostengutsprache für Umschulungsmassnahmen zu erteilen. Eventualiter sei die
Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Schliesslich beantragt der Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege. Der
Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. A._, habe ab 11. März 2006 bis heute eine
Arbeitsunfähigkeit von 75 % festgestellt. In seinem Bericht vom 16. August 2006 habe
er festgehalten, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
verschlechtere, und eine ungünstige Entwicklung prognostiziert. Der Beschwerdeführer
sei am 30. Juli 2005 notfallmässig ins Kantonsspital St. Gallen eingeliefert worden.
Dabei sei ein sensomotorisches Ausfallsymptom (richtig: Ausfallsyndrom) sowie eine
Lumboischialgie diagnostiziert worden. Bereits zu einem früheren Zeitpunkt sei zudem
ein schwerstgradiges obstruktives Schlafapnoesyndrom festgestellt worden. Auf Grund
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dieser Beschwerden sei es dem Beschwerdeführer nicht mehr möglich, Arbeiten über
einen längeren Zeitraum als anderthalb Stunden auszuführen, weshalb auch die
ursprüngliche Tätigkeit als Verkaufsleiter nicht mehr möglich sei. Nachdem der
Beschwerdeführer in seiner früheren Tätigkeit ein Jahreseinkommen von Fr. 158'302.--
erzielt habe, erreiche er nunmehr ein Einkommen von lediglich Fr. 1'500.-- im Monat,
was einem nahezu 100 %-igen Invaliditätsgrad entspreche. Auf das ABI-Gutachten
könne nicht abgestellt werden, da dieses im Widerspruch zu den übrigen Arzt- und
Spitalberichten stehe und sich zudem auf veraltete Tomographie-Unterlagen abstütze.
Ausserdem sei das ABI nicht neutral (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 27. November 2007 beantragt die Verwaltung
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung wird ausgeführt, dass nach den
ärztlichen Unterlagen wohl vor allem die Rückenproblematik geeignet sei, die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu beeinträchtigen, während die Schlafapnoe
mit einer CPAP-Beatmung erfolgreich habe angegangen werden können. Dem
Beschwerdeführer werde einzig vom Hausarzt eine Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die
augenscheinliche Diskrepanz zur eigenen Einschätzung werde im Gutachten mit der
schwierigen Rolle des behandelnden Arztes erklärt. Im Weiteren seien keine
Anhaltspunkte dafür erkennbar, dass sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers seit August 2005 signifikant verschlechtert hätte. Es habe deshalb
kein Anlass bestanden, neue Röntgenbilder anzufertigen. Schliesslich sei auch der
Verweis auf Presseberichte, wonach das ABI das Ergebnis von Teilgutachten zu
Ungunsten der Versicherten abgeändert habe, unbehelflich. Diese Vorwürfe seien vor
dem Hintergrund einer arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung zu sehen und seien nicht
bewiesen. Das vorliegende Gutachten sei jedenfalls von allen beteiligten Experten
unterzeichnet worden (act. G 3).
B.c Mit Replik vom 28. Februar 2007 führt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
unter anderem aus, dass sich die vom Gutachten definierten Einschränkungen an einer
möglichen Arbeitsstelle massiv auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
auswirkten. Auf Grund der mannigfaltigen Einschränkungen könnte die angeblich
zumutbare Tätigkeit als Verkaufsleiter, wenn überhaupt, nur in derart eingeschränkter
Form ausgeübt werden, wie sie auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt praktisch nicht
bekannt sei. Eine Stelle als Verkaufsleiter sei dem Beschwerdeführer ausserdem per se
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nicht zumutbar, da sie gerade langes Arbeiten vor dem PC und ausgedehnte Sitzungen
mit Kunden sowie lange Autofahrten beinhalte. Demgegenüber entspreche der vom
Beschwerdeführer angestrebte und ausgeübte Beruf als Baubiologe seiner
gesundheitlichen Situation weit besser, da er seine Arbeitszeit und Arbeitsweise frei
einteilen könne. Es werde sodann bestritten, dass das nach wie vor bestehende
Schlafapnoesyndrom keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit mehr haben soll.
Dass die CPAP-Beatmung derart erfolgreich verlaufe, dass keine Beeinträchtigung der
Arbeitsfähigkeit mehr vorliege, lasse sich weder dem ABI-Gutachten noch den anderen
Arztberichten entnehmen. Im Übrigen habe sich das ABI nicht mit der gebotenen Tiefe
mit dem Schlafapnoesyndrom und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
befasst. Nachdem das Gutachten Mängel aufweise und nicht vollständig sei, sei
zwingend ein neutrales Gutachten einzuholen.
Für die Bemessung des Valideneinkommens sei auf das Einkommen abzustellen, das
der Beschwerdeführer als angestellter und beschwerdefreier Verkaufsleiter erzielen
könne, und für die Bemessung des Invalideneinkommens auf jenes, das der
Beschwerdeführer zur Zeit auf Grund der ihm verbleibenden Restarbeitskraft im
Rahmen seiner Tätigkeit für die D._ GMBH erzielen könne (act. G 8).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine materielle Duplik und hält an ihren
Anträgen fest (act. G 10).
B.e Mit Präsidialverfügung vom 14. Dezember 2007 wurde das Gesuch um
unentgeltliche Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten, Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) bewilligt (act. G 4).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
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der streitigen Verfügungen vom 18. September 2007 eingetretenen Sachverhalt
abzustellen ist (BGE 121 V 366 E. 1b), sind vorliegenddie bis zum 31. Dezember 2007
geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 aIVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente,
wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Um den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch
zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
2.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei
einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
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ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder
die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen).
2.3 Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien
Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen
medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen. So weicht das Gericht beispielsweise bei Gerichtsgutachten nach der
Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen
Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur
Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein
Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist
oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu
anderen Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung kann ferner
gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten
dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in
Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch einen Oberexperten für
angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des
Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V E. 3b/aa mit
Hinweisen).
3.
3.1 Der Beschwerdeführer war unbestrittenermassen bis 31. Mai 2004 als
Geschäftsleitungsmitglied/Logistik bei der C._ AG tätig. Nach übereinstimmenden
Parteiangaben verlor er diese Stelle infolge Konkurses der Arbeitgeberin. Danach war
er bis 31. Dezember 2005 arbeitslos gemeldet und ab 1. Januar 2006 bei der D._
GMBH stundenweise für baubiologische Messungen beschäftigt (vgl. act. G 3.1/1.5
und 12.1). Unbestrittenermassen absolvierte der Beschwerdeführer ab 2005 auf eigene
Initiative eine Ausbildung zum Baubiologen (Elektrobiologie, Geopathie). Ab 2006
plante der Beschwerdeführer eine weitere Ausbildung in Radiästhesie und Global
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Scaling in der Architektur (vgl. act. G 3.1/11.2 und 12.4). Weiter ist unbestritten, dass
die gesundheitlichen Probleme erst während der Arbeitslosigkeit aufgetreten sind und
der Beschwerdeführer seine Stelle als Geschäftsleitungsmitglied nicht deswegen
verloren oder aufgegeben hat. Der Beschwerdeführer lässt in der Beschwerde
ausführen, für die Bemessung des Valideneinkommens (bzw. als angestammte
Tätigkeit) sei seine frühere Tätigkeit als Geschäftsleitungsmitglied heranzuziehen
(Beschwerdeschrift, Ziff. III.B.4). Dem widerspricht die Beschwerdegegnerin nicht.
Vielmehr scheint auch sie die Tätigkeit bei der C._ AG als angestammte Tätigkeit
anzusehen (vgl. Beschwerdeantwort, Ziff. III.2-3).
Zwar gehörte der Beschwerdeführer am 2. Juli 2003 zu den Gründungsmitgliedern der
D._ GMBH, schied jedoch bereits am 10. November 2003 als Gesellschafter und
Geschäftsführer wieder aus der Firma aus (act. G 3.1/46). Trotz dieser kurzen
Beteiligung an der Gesellschaft erscheint der erneute Eintritt in die D._ GMBH -
diesmal als Arbeitnehmer - eher als (möglicherweise durch das RAV forcierte) Reaktion
auf die Arbeitslosigkeit denn als blosser Wunsch nach beruflicher Veränderung.
Unbestrittenermassen suchte denn der Beschwerdeführer zunächst während rund
einem Jahr Stellen im Kaderbereich und begann erst im Sommer 2005 mit der
Umschulung zum Baubiologen.
Zusammenfassend ist somit mit den Parteien davon auszugehen, dass als
angestammte Tätigkeit jene als Geschäftsleitungsmitglied bei der C._ AG anzusehen
ist. Die medizinische Abklärung hat demzufolge, wie auch die Beschwerdegegnerin zu
Recht bemerkte (Beschwerdeantwort, Ziff. III.2), die Frage zu beantworten, ob und in
welchem Umfang dem Beschwerdeführer noch eine solche bzw. ähnliche Tätigkeit im
Kaderbereich möglich ist.
3.2 Die Beschwerdegegnerin stützte die angefochtenen Verfügungen vom 6. August
2007 auf das interdisziplinäre Gutachten der Dres. E._, F._ und G._ vom 2. Juli
2007. Der Beschwerdeführer beanstandet im Wesentlichen, das Gutachten sei nicht
vollständig, da bei der Beurteilung des Rückenleidens auf aktuelle bildgebende
Unterlagen sowie auf eine vertiefte Beurteilung der Frage der Auswirkungen des
Schlafapnoesyndroms verzichtet worden sei. Im Weiteren beanstandet er die
Arbeitsunfähigkeitsschätzung des ABI.
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Gemäss Bericht der Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen vom 4. August 2005
habe der Beschwerdeführer "vor einigen Jahren" etwa vier Wochen lang unter einer
Lumbago gelitten, die sich mit konservativen Massnahmen vollständig zurückgebildet
habe. Am 30. Juli 2005 wurde der Beschwerdeführer sodann notfallmässig wegen
Rückenschmerzen behandelt, die entlang des lateralen Oberschenkels, über den
lateralen Unterschenkel bis ins ventralseitige Sprunggelenk ausstrahlten. Das
gleichentags erstellte Computertomogramm zeigte eine nach kaudal luxierte medio-
links-laterale Diskushernie L4/5 sowie ein knöchern enges Foramen L5/S1 mit Verdacht
auf foraminale Hernie L5/S1 links bei erheblich degenerativ veränderter Bandscheibe
mit ausgeprägter Höhenminderung L5/S1 und eine mediane Protrusion in Höhe L3/4.
Die Diagnose lautete auf sensomotorisches Ausfallsyndrom und regrediente
Lumboischialgie L5 links (act. G 3.1/18.16 - 17). Am 12. August 2005 wurde zusätzlich
ein MRI durchgeführt. Dieses ergab nebst einer Signalminderung der letzten
Bandscheiben in den letzten drei Segmenten zwischen L3 bis S1 eine grosse medio-
links-laterale nach kaudal sequestrierte Diskushernie in Höhe L4/5 links sowie eine eher
mediane leicht linksbetonte Protrusion L5/S1 mit deutlicher Verschmälerung des
Bandscheibenraumes in dieser Höhe. Die behandelnden Ärzte führten dazu aus, es
handle sich um ein gut regredientes lumboradikuläres Syndrom. Am 30. August 2005
fand sodann eine ambulante Nachkontrolle statt. Dabei gab der Beschwerdeführer an,
kaum noch Schmerzen zu verspüren. Subjektiv bestand eine deutliche Besserung der
Taubheit, welche noch im Zehenbereich verspürt werde. Es wurde vereinbart, die
konservativen Massnahmen fortzuführen (act. G 3.1/18.9 - 10).
Anlässlich der rheumatologischen Untersuchung vom 30. Mai 2007 konnte jedenfalls
keine Verschlechterung des Krankheitsgeschehens an der Wirbelsäule festgestellt
werden. Zwar stellte der Untersucher - passend zu den früheren radiomorphologischen
sowie den vorliegenden MRT- und CT-Bilder - eine segmentale Dysfunktion in Bezug
auf die maximal mögliche Lateralflexion wie auch Inklination insbesondere in den
Segmenten L4/5 und L5/S1 fest. Im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule (HWS?)
bestehe nur eine diskrete Bewegungseinschränkung. Die vom Hausarzt am 9. Mai 2006
festgestellte deutlich verminderte Kraft (im linken Bein) konnte der Gutachter in dieser
Art und Weise nicht mehr feststellen (act. G 3.1/27.12). Das Kantonsspital St. Gallen
ging bereits im Juli 2005 von einer regredienten Lumboischialgie aus. Im Weiteren
stellte auch Dr. A._ anlässlich der Untersuchung vom 9. Mai 2006 eine deutliche
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Besserung unter Physiotherapie der initialen massivsten Beschwerden fest (act. G
3.1/17.2). Schliesslich erscheinen die anlässlich der Untersuchung vom 30. Mai 2007
noch bestehenden rezidivierenden lumboglutealen Schmerzen links (bei
verschwundener Ausstrahlung in die unteren Extremitäten und verschwundenen stark
störenden Dysästhesien; vgl. act. G 3.1/27.11) durch die bestehenden bildgebenden
Unterlagen hinreichend erklärt. Zudem geht der Gutachter davon aus, dass sich mit der
konsequenten Fortsetzung des begonnenen Krafttrainings eine weitere deutliche
Verbesserung der maximalen Innervation der abdominellen und rückenstabilisierenden
Muskelgruppen mit dementsprechend besserer Belastungsfähigkeit ergebe. Mit der
Beschwerdegegnerin ist somit nicht von einer Verschlechterung des Zustandes der
Diskopathie in der Zeit von August 2005 bis Juli 2007 auszugehen. Infolge dessen ist
nicht zu beanstanden, dass anlässlich der rheumatologischen Begutachtung keine
neuen bildgebenden Unterlagen erstellt wurden.
Schliesslich überzeugt das rheumatologische Teilgutachten auch in Bezug auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzung. Da der Beschwerdeführer als Kadermitglied keine
körperlich schwere Tätigkeit verrichten musste, und auch die vom Gutachter
formulierten Einschränkungen (Wechseln der Arbeitsposition nach Gutdünken, kein
längeres Sitzen oder Stehen, optimal eingerichtete Arbeitsplatzergonomie, kein Heben
und Tragen von Lasten über 10 kg) nicht unüberwindbar sind bzw. ohnehin nicht
anfallen, erscheint die Schlussfolgerung der vollen Arbeitsfähigkeit aus
rheumatologischer Sicht begründet.
3.3 Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, gemäss Bericht des Hausarztes vom
16. August 2006 liege eine depressive Reaktion vor, welche im Gutachten nicht
diagnostiziert worden sei (Beschwerde, Ziff. III.B.1). Dr. A._ begründete seine
Diagnose in seinem Bericht vom 16. August 2006 damit, dass der Beschwerdeführer
seit längerer Zeit Probleme mit der Ex-Frau habe (act. G 3.1/17.2). In der
psychiatrischen Untersuchung vom 30. Mai 2007 konnte der Gutachter jedoch kein
eigentlich depressives Geschehen feststellen. Er kategorisierte die von ihm festgestellte
psychische Überlagerung der somatisch nicht vollständig objektivierbaren
Beschwerden als somatoforme Schmerzstörung. Diese Diagnose floss denn auch in
den Konsens der beteiligten Ärzte ein (act. G 3.1/27.8 und 27.13). Es ist mithin davon
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auszugehen, dass zum Untersuchungszeitpunkt bzw. danach keine diagnostizierbare
Depression (mehr) vorlag.
3.4 Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, er sei auch auf Grund eines
schweren Schlafapnoesyndroms vermindert arbeitsfähig. Das Gutachten setze sich
nicht mit der gebotenen Tiefe mit diesem Beschwerdebild auseinander.
Tatsächlich fällt auf, dass das ABI ein Schlafapnoesyndrom lediglich anamnestisch
diagnostiziert, selber dazu jedoch keinerlei Abklärungen vornahm. Die Auswirkung des
Schlafapnoesyndroms auf die Arbeitsfähigkeit verneinte das Gutachten mit dem
Hinweis, die Arbeitsfähigkeit könne nicht eingeschränkt sein, nachdem der
Beschwerdeführer eine Behandlung desselben (sowie der Hypertonie) ablehne (act. G
3.1/27.13 - 14). Demgegenüber diagnostizierte das Interdisziplinäre Zentrum für
Schlafmedizin des Kantonsspitals St. Gallen am 18. April 2005 ein schwerstgradiges
obstruktives Schlafapnoesyndrom sowie eine arterielle Hypertonie. Anlässlich der
Polysomnographie vom 16. Dezember 2004 stellte das Schlafzentrum eine kurze
Schlaflatenz von sechs Minuten als Korrelat eines erhöhten Schlafdrucks fest.
Kontinuierlich manifestierten sich obstruktive Apnoen und Hypopnoen, welche durch
Arousals terminiert würden und dadurch den Schlaf fragmentierten. Leicht versetzt
sinke jeweils die Sauerstoffsättigung ab. Die Durchschnittssättigung betrage lediglich
86 %, maximal sinke sie bis 58 %. Ein Apopnoe-Hypopnoe-Index von 78/h entspreche
einer schwerstgradigen obstruktiven Schlafapnoe mit klarer Therapieindikation. Im
Weiteren wurde eine pathologische Tagesmüdigkeit mit Einschlafneigung beschrieben.
Als Massnahme wurde eine CPAP-Maskentherapie eingeleitet (act. G 3.1/27.20 - 21).
Dass diese Therapie erste Erfolge zeitigte, ergibt sich bereits aus dem Austrittsbericht
des Interdisziplinären Zentrum für Schlafmedizin vom 18. April 2005. Danach habe der
Beschwerdeführer nach Abschluss der Betreuung am 11. März 2005 einen ersten
Benefit mit Abnahme der Tagesmüdigkeit und nun unproblematisch mehrstündigen
Autofahrten erfahren. Der Beschwerdeführer wurde sodann noch routinemässig für
eine pulsoxymetrische und klinische Kontrolle nach sechs Monaten vorgesehen (act. G
3.1/27.21). Über die Durchführung dieser Kontrolle oder einer allfälligen weiteren
Behandlung ist in den vorliegenden Akten nichts dokumentiert. Der Beschwerdeführer
selber gab dann anlässlich der IV-Anmeldung im Juni 2006 zur Art der Behinderung
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lediglich an, er habe zwei Bandscheibenvorfälle gehabt und habe deshalb Probleme,
länger in gleicher Stellung zu bleiben. Als letzte Arztbesuche gab er jene bei Dr. A._
an, bei welchem er wegen Rückenschmerzen und Bluthochdruck in Behandlung sei. An
weitere Arztbesuche in den letzten 20 Jahren könne er sich nicht erinnern. Als Eintritt
der Behinderung nannte er den 31. Juli 2005 (act. G 3.1/1.6). Auch im vorliegenden
Verfahren wird nirgends geltend gemacht, das im Jahr 2005 beschriebene
Schlafapnoesyndrom habe ihn nach Abschluss der Betreuung durch das
Schlafzentrum im März 2005 weiter behindert, oder er sei deswegen weiterhin in
Behandlung. Der Beschwerdeführer beschränkt sich weitgehend auf die Bestreitung
eines Heilungserfolgs, da ein solcher im Gutachten nicht genannt werde (vgl. Replik, S.
9). Einzige Erwähnung findet das Schlafapnoesyndrom dann wieder im Arztbericht Dr.
A._ vom 16. August 2006, wobei Dr. A._ ebenfalls eine zu diesem Zeitpunkt
deutlich geringere Einschlaftendenz tagsüber beschrieb (act. G 3.1/17.2). Im Beiblatt
zum Arztbericht - betreffend die Auswirkungen der Behinderung auf die Arbeitsfähigkeit
- wurden ebenfalls nur Einschränkungen erwähnt, die auf die Rückenbeschwerden
zurückzuführen sind (act. G 3.1/17.3f.).
Mithin ist davon auszugehen, dass das Schlafapnoesyndrom nach der Behandlung
durch das Schlafzentrum keinen wesentlichen Einfluss auf das Wohlbefinden des
Beschwerdeführers mehr hatte. Nach eigenen Angaben fiel auch seine Umschulung
zum Baubiologen (Elektrobiologie, Geopathie) in die Zeit nach der Behandlung der
Schlafapnoe im Schlafzentrum (vgl. act. G 3.1/1.6 und 11.2). Vor diesem Hintergrund
erscheint plausibel, dass sich das ABI-Gutachten nicht näher mit dieser Thematik
auseinander gesetzt hat, zumal der Beschwerdeführer anlässlich der Untersuchung
vom 30. Mai 2007 offenbar keine entsprechenden Beschwerden geäussert hat und
sogar von einem relativ guten Schlaf berichten konnte (act. G 3.1/27.6). Vielmehr klagte
er auch hier im Wesentlichen die chronischen lumbalen Rückenschmerzen (act. G
3.1/27.4 und 27.6). Weitere Abklärungen dazu sind demnach nicht vorzunehmen.
3.5 Nachdem der Beschwerdeführer mit seinen Einwänden gegen das ABI-Gutachten
vom 2. Juli 2007 nicht durchzudringen vermag, hat die Beschwerdegegnerin das
Rentengesuch zu Recht abgewiesen.
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3.6 In der Anmeldung vom 29. Juni 2006 beantragte der Beschwerdeführer nebst einer
Rente auch die Umschulung auf eine neue Tätigkeit bzw. implizit die Kostenübernahme
für seine bereits begonnene Umschulung zum Baubiologen (act. G 3.1/1.6). Nachdem
die Beschwerdegegnerin das Rentengesuch gestützt auf das ABI-Gutachten
abgewiesen hatte, wies sie konsequenterweise auch das Gesuch um berufliche
Massnahmen mit der Begründung ab, es liege kein mindestens 20 %-iger,
invaliditätsbedingter Minderverdienst bei zumutbarer Tätigkeit vor. Beim vorliegenden
Verfahrensausgang ist dies nicht zu beanstanden, so dass auch die Beschwerde gegen
die Umschulungsverfügung abzuweisen ist.
4.
4.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen, die entsprechend dem Verfahrensausgang vom
Beschwerdeführer zu tragen ist. Der Beschwerdeführer wurde jedoch mit Verfügung
vom 14. Dezember 2007 von der Bezahlung von Gerichtskosten befreit (act. G 4).
4.2 Gleichzeitig wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung durch RA lic. iur. Werner Rechsteiner bewilligt. Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75)
pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
reichte am 27. März 2008 eine Kostennote über Fr. 4'895.80 ein. Dabei macht er einen
Arbeitsaufwand von 17,5 Stunden à Fr. 250.--, zuzüglich Barauslagen von Fr. 175.--
und Mehrwertsteuer von Fr. 345.80 geltend (act. G 12). Auf entsprechende Nachfrage
des Gerichts reichte er zusätzlich eine detaillierte(re) Kostennote in gleicher Höhe ein
(act. G 13). Die geltend gemachten Aufwendungen sowie die Bedeutung der
Streitsache und die Schwierigkeit des Prozesses übersteigen jedoch nicht das Übliche,
so dass vorliegend die Entschädigung - wie in gleichartigen Fällen üblich und unter
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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Beachtung der vorgenannten gesetzlichen Bemessungsgrundlagen (gerichtlich
festgelegtes Pauschalhonorar) - auf Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festzusetzen ist. Das Honorar ist jedoch in Anwendung von Art. 31 Abs. 3 des st.
gallischen Anwaltsgesetzes um 20 % zu kürzen, so dass der Staat den Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers mit Fr. 2'800.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu
entschädigen hat.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht