Decision ID: e0820ac8-20bc-4a4e-af73-8853ef49c09f
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
R._ ist Eigentümer des Grundstücks Nr. 0000_, Grundbuch B._, und K._
Eigentümer der Parzelle Nr. 0001_ im Weiler X._. Nach dem Zonenplan der
Politischen Gemeinde B._ liegt das Grundstück Nr. 0000_ in der
Landwirtschaftszone, teils im Wald, und die Parzelle Nr. 0001_ im überbauten Bereich
in der Weiler- und ansonsten in der Landwirtschaftszone, teils im Wald. Nach der
Gewässerschutzkarte, der Grundwasserkarte, dem Inventar über die
Wasserversorgungsanlagen und Grundwasservorkommen sowie dem Wasserrechts-
und Grundwasserverzeichnis des Kantons St. Gallen entspringen der Parzelle
Nr. 0000_ die öffentlichen Quellen Nrn. 0002_, 0003_, 0004_-0006_, 0024_,
0025_ und 0007_ und auf dem Grundstück Nr. 0001_ die öffentliche Quelle
Nr. 0020_. Gemäss den Grundbuchbelegen Nrn. ...-... vom 23. Mai 1997 wird das
Wasser der Quelle Nr. 0020_ bzw. 0024_ (mitsamt dem im südöstlichen Teil der
Parzelle Nr. 0001_ vorkommenden Quellwasser bei Punkt 30) über die
Quellfassungsanlage(n) Nrn. 1 (Assek.-Nr. 0016_), 10 f. resp. Nr. 21 abgeleitet. Das
Wasser der übrigen Quellen wird über die Quellschächte Nrn. 0010 f._ sowie
0012_-0015_ gefasst und (via den Sammelschacht Nr. 0011_) zum Sammelschacht
Nr. 0009_ geleitet. Von dort wird es via die Sammelbrunnenstube Nr. 0008_ (resp.
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Quellfassungsanlage Nr. 1, Assek.-Nr. 0016_) zum Stufenpumpwerk mit Reservoir
Y._ (Parzelle Nr. 0017_, Grundbuch A._) in die öffentliche Wasserversorgung von
A._ abgeleitet (act. 12/7/21-23, www.geoportal.ch, www.map.geo.tg.ch).
B.
Mit Beschluss vom 31. März 1987 bewilligte der Regierungsrat des Kantons St. Gallen
(heute: die Regierung) den Technischen Gemeindebetrieben A._ (nachfolgend: N._),
einer selbständig öffentlich-rechtlichen Anstalt nach § 37 des thurgauischen
Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch (RB 210.1, EG ZGB TG),
die überleitung von 1'100 Minutenlitern, jedoch höchstens 600'000 Kubikmeter
Quellwasser je Jahr aus dem Gebiet X._ bis 31. Dezember 2037. Überdies räumte sie
ihr das Recht ein, in Notsituationen drei ausser Betrieb gesetzte öffentliche Quellen (via
die Quellfassungsanlagen Nrn. 10 f. und 21 gemäss Grundbucheintrag) im Gebiet X._
vorübergehend zu nutzen. Am 28. Oktober 1988 genehmigte das Baudepartement die
offenbar aufgrund einer Einsprache des Vaters von K._ angepassten (Aufhebung der
Schutzzonenausscheidung bei Punkt 30 auf Parzelle Nr. 0001_ bzw. bei der Quelle
Nr. 0024_ auf Parzelle Nr. 0000_) Grundwasserschutzzonen X._. Ausserhalb der
Schutzzonen im Gewässerschutzbereich A verblieben die öffentlichen Quellen
Nrn. 0020_, 0024_ sowie 0025_, welche im Inventar der
Wasserversorgungsanlagen, Grundwasservorkommen und Quellen, die sich für die
Trinkwasserversorgung in Notlagen eignen, aufgeführt sind (act. 8, S. 7 Ziff. III/4,
act. 12/11/4, www.geoportal.ch). Mit Entscheid vom 17. September 2015 (act. 8, S. 7 f.
Ziff. III/6 f., act. 9/3) bestätigte das Kantonsgericht ein Urteil des zuständigen
Einzelrichters des Kreisgerichts Wil vom 8. Oktober 2014 insoweit, als K._ wegen
fahrlässiger Verunreinigung des Trinkwassers (Art. 234 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 12
Abs. 3 des Schweizerischen Strafgesetzbuches; SR 311.0, StGB) von R._
(Quellwasserfassung bei Punkt 30 auf Parzelle Nr. 0001_) verurteilt worden war.
C.
Am 28. April 2016 erliess der Gemeinderat B._ das angepasste Schutzzonenreglement
mit zugehörigem Umgrenzungsplan für die Quellfassungen X._. Danach soll die
Parzelle Nr. 0001_, soweit sie bisher in der Schutzzone S2 lag und landwirtschaftlich
(Himbeeranbau) genutzt wurde, aufgrund der hydrogeologischen Verhältnisse neu der
Schutzzone S3 zugewiesen werden. Ansonsten soll die bisherige Ausscheidung der
Grundwasserschutzzonen auf Parzelle Nr. 0001_ unverändert bleiben. Während der
öffentlichen Auflage vom 3. Juni 2016 bis 4. Juli 2016 erhob unter anderem K._ durch
seinen Rechtsvertreter Einsprache. Nach Durchführung eines Augenscheins mit
Einspracheverhandlung am 29. September 2016 wies der Gemeinderat B._ die
Einsprache mit Entscheid vom 20. Oktober 2016 kostenfällig ab (act. 12/7/3, 7, 15, 17,
u
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20-22). Dagegen rekurrierte K._ durch seinen Rechtsvertreter am 7. November 2016
an das Baudepartment. Am 7. Juli 2017 reichte das Amt für Umwelt (AFU) einen
Amtsbericht ein. Am 10. Januar 2018 führte das Baudepartement eine
Einigungsverhandlung durch, welche erfolglos verlief (act. 12/1, 11, 26). Mit Entscheid
vom 11. Juli 2019 hiess das Baudepartement den Rekurs teilweise gut, soweit es
darauf eintrat, und hob den Einspracheentscheid des Gemeinderates B._ vom
20. Oktober 2016 insoweit auf, als K._ unter Dispositiv-Ziffer 2 amtliche Kosten
auferlegt worden waren (act. 2).
D.
Gegen den Entscheid des Baudepartements (Vorinstanz) vom 11. Juli 2019 erhob K._
(Beschwerdeführer) durch seinen Rechtsvertreter am 24. Juli 2019 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht (act. 1). Am 24. September 2019 (act. 8) ergänzte er die
Beschwerde mit einer Begründung und dem Rechtsbegehren, es seien der
angefochtene Entscheid und die – noch ausstehende – Genehmigung der
Grundwasserschutzzonen inklusive Reglement durch das Baudepartement aufzuheben
(Ziff. I/1 f.), unter Kosten- und Entschädigungsfolgen unabhängig vom Ausgang des
Verfahrens in der Hauptsache insbesondere auch für das erstinstanzliche
Einspracheverfahren (Ziff. I/4). Der Rat der Politischen Gemeinde B._
(Beschwerdegegnerin) sei anzuweisen, entweder die erforderlichen Schutzzonen S1,
S2 und S3 für das Quellwasser beim Punkt 30 auf Parzelle Nr. 0001_ auszuscheiden
(Ziff. I/3a) oder die Nutzung dieses Quellwassers als Trinkwasser, mit Einschluss der
Festlegung als Notwasserfassung, aufzuheben (Ziff. I/3b). Mit Vernehmlassung vom
9. Oktober 2019 schloss die Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde (act. 11). Am
4. November 2019 nahm die Beschwerdegegnerin durch ihren Rechtsvertreter Stellung
und beantragte, die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden
könne (act. 14). Mit Replik vom 17. Dezember 2019 bestätigte der Beschwerdeführer
seine Anträge und Ausführungen (act. 21). Mit Verfügung vom 2. Juni 2020 genehmigte
das Baudepartement das angepasste Schutzzonenreglement mit zugehörigem
Umgrenzungsplan für die Quellfassungen X._ (act. 28). Dazu liess sich der
Beschwerdeführer am 15. Juni 2020 vernehmen (act. 31).

Auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids und die Ausführungen der
Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
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1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeeingabe
vom 24. Juli 2019 (act. 1) erfolgte rechtzeitig und erfüllt zusammen mit der Ergänzung
vom 24. September 2019 (act. 8) formell und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen
(Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Erhebung des Rechtsmittels befugt (Art. 64 in Verbindung mit
Art. 45 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist somit grundsätzlich einzutreten.
Verfahrensgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet das vom Rat der
Beschwerdegegnerin vom 3. Juni 2016 bis 4. Juli 2016 öffentlich aufgelegte
Schutzzonenreglement mit zugehörigem Umgrenzungsplan für die Quellfassungen
X._. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin (act. 14, S. 2 Ziff. 1.1 f.) ist
deshalb nachfolgend zu prüfen, ob die Vorinstanz den Erlass dieser
Grundwasserschutzzone (Art. 20 des Bundesgesetzes über den Schutz der Gewässer,
Gewässerschutzgesetz; SR 814.20, GSchG, vgl. zu deren Rechtsnatur [Verfügung in
Anwendung des GSchG] A. Brunner, in: Hettich/Jansen/Norer [Hrsg.], Kommentar zum
Gewässerschutzgesetz und zum Wasserbaugesetz, Zürich 2016, N 21 zu
Art. 20 GSchG) durch die Beschwerdegegnerin, insbesondere den Verzicht auf die
Ausscheidung einer Schutzzone bei Punkt 30 auf Parzelle Nr. 0001_, auf welchen sich
die vorliegende Beschwerde beschränkt (vgl. act. 8, S. 3, 6 Ziff. II/4, III/1), zu Recht
bestätigt hat (vgl. dazu E. 7 des angefochtenen Entscheids, act. 2, S. 12 f.). Hingegen
ist auf die Beschwerde insoweit nicht einzutreten, als der Beschwerdeführer unter
Ziffer I/3b seines Rechtsbegehrens über den Verfahrensgegenstand hinausgehend
beantragt, der Rat der Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, die Nutzung des
Quellwassers bei Punkt 30 auf der Parzelle Nr. 0001_ als Trinkwasser (vgl. zu diesem
Begriff Art. 2 lit. a der Verordnung des EDI über Trinkwasser sowie Wasser in öffentlich
zugänglichen Bädern und Duschanlagen; SR 817.022.11, TBDV, und J. Ackermann, in:
Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar Strafrecht II, 4. Aufl. 2018, N 9 zu
Art. 234 StGB), mit Einschluss der Festlegung als Notwasserfassung, aufzuheben
(act. 8, S. 2). Damit braucht im vorliegenden Verfahren nicht untersucht zu werden, ob
die Fassung des unterirdischen Gewässers resp. des Quellwassers (vgl. dazu Art. 4
lit. b GSchG) bei Punkt 30 auf Parzelle Nr. 0001_ resp. die öffentliche Quelle
Nr. 0024_ auf Parzelle Nr. 0000_ gemäss dem Beschwerdeführer (act. 8, S. 12 f.,
Ziff. IV/B/3 f.) nicht als Notwasserfassung bzw. Notbrunnen erforderlich sei, um die
Ziele und Vorgaben der Verordnung über die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung
in Notlagen (SR 531.32, VTN) zu erreichen. Wie die Beschwerdegegnerin in ihrer
Stellungnahme vom 4. November 2019 (act. 14, S. 2 Ziff. 1.3) des Weiteren zutreffend
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ausgeführt hat, hätte über die Aufhebung des am 23. Mai 1997 im Grundbuch
eingetragenen Quellenrechts (Personaldienstbarkeit, Beleg Nr. ...) zugunsten der Stadt
A._ (act. 12/7/23) der Zivilrichter zu entscheiden (vgl. dazu Art. 736 des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches; SR 210, ZGB, BGer 5A_698/2017 vom
7. März 2018 in BGE 144 III 88 nicht publizierte E. 4 mit Hinweisen). Überdies hätte die
Regierung resp. das Baudepartement (vgl. dazu Art. 10, Art. 13 Abs. 1 Ingress und
Ziff. 2 sowie Art. 50 des Gesetzes über die Gewässernutzung; sGS 751.1, GNG) die
Konzession vom 31. März 1987 für den Wasserbezug aus öffentlichem Grundwasser
(act. 12/11/4), namentlich das Recht der N._, in Notsituationen die öffentliche Quelle
Nr. 0024_ vorübergehend zu nutzen (Dispositiv-Ziffer I/4), als verwirkt zu erklären (vgl.
dazu Art. 65 lit. c des Bundesgesetzes über die Nutzbarmachung der Wasserkräfte,
Wasserrechtsgesetz; SR 721.80, WRG, R. Jagmetti, Schweizerisches
Bundesverwaltungsrecht, Band VII, Energierecht, Basel 2005, N 4624).
2.
Der Beschwerdeführer stellt die Beweisanträge (act. 8, S. 4-7, 12 Ziff. II/6-8, III/3, IV/B/
3, act. 21 Ziff. II, III/4), es seien eine mündliche öffentliche Verhandlung sowie ein
Augen-schein mit Instruktionsverhandlung durchzuführen; er sei zu befragen und
persönlich anzuhören; es seien die Akten zur Ausscheidung der
Grundwasserschutzzonen X._ in den Jahren 1982 und 1988 sowie die Akten zum
Strafverfahren gegen ihn wegen Trinkwasserverschmutzung aus den Jahren 2012 und
2015 beizuziehen; es seien Amtsberichte des AFU (Übersicht über sämtliche
Notwasserfassungen im Kanton St. Gallen sowie über Aufwand und Möglichkeiten zur
Ausscheidung von Schutzzonen bei sämtlichen Notwasserfassungen im Kanton
St. Gallen), des Landwirtschaftsamtes (über die Auswirkungen der
Notwasserfassungen gemäss der Aufstellung des AFU auf die landwirtschaftliche
Bewirtschaftung sowie zum Verhältnis Notwasserfassung/gleiche
Schutzanforderungen/keine Entschädigung für den Grundeigentümer) sowie der
Vorinstanz oder der Gebäudeversicherung (zu Plan und Unterlagen zur
kantonsübergreifenden Sicherstellung der Trinkwasserversorgung in Notlagen und zum
Nachweis der Notwendigkeit des Einbezugs des Quellwassers bei Punkt 30 auf
Parzelle Nr. 0001_ in diese Planung) einzuholen; die Beschwerdegegnerin, die Stadt
A._ oder die Vorinstanz habe hinsichtlich der Notwasserfassung beim Punkt 30 die
periodische Überprüfung und Ergänzung der Dokumentation (Art. 12 Abs. 2 VTN), das
Vorhandensein des im Versorgungsgebiet erforderlichen Reserve- und
Reparaturmaterials (Art. 15 VTN), den Schutz der Anlagen vor schädlichen
Einwirkungen (Art. 16 Abs. 2 lit. b VTN), die möglichst dezentrale Gewinnung des
Wassers (Art. 16 Abs. 3 lit. a VTN) sowie Pflege, Unterhalt, Kontrollen und
Wasseranalysen, die für diese Notwasserfassung in den letzten fünf Jahren
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durchgeführt worden seien (Art. 16 Abs. 1 und 4 VTN), nachzuweisen. Ferner beantragt
er, es sei eine Beweisverfügung zu erlassen und ihm dazu Gelegenheit zur
Stellungnahme zu geben.
2.1.
Gestützt auf Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (SR 101, BV) und Art. 64 in Verbindung mit Art. 55 Abs. 1 VRP
ordnet das Verwaltungsgericht eine mündliche Verhandlung an, wenn sie zur Wahrung
der Parteirechte notwendig ist oder zweckmässig erscheint. Nach Art. 6 Ziff. 1 der
Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR
0.101, EMRK) besteht ein Anspruch des Einzelnen, seine Argumente dem Gericht
mündlich in einer öffentlichen Sitzung vorzutragen, insbesondere in Streitigkeiten in
Bezug auf zivilrechtliche Ansprüche und Verpflichtungen (vgl. dazu BGer 1C_581/2018
vom 23. Juli 2019 E. 2, BGer 2C_608/2017 vom 24. August 2018 E. 4.2, VerwGE
B 2019/41 vom 16. Dezember 2019 E. 3.1, VerwGE B 2019/6 vom 1. Juli 2019 E. 2.1,
VerwGE B 2014/182 vom 27. April 2016/25. Mai 2016 E. 3.1 je mit Hinweisen), soweit
der Verwaltungsakt der hoheitlich handelnden Behörde massgeblich in Rechte und
Pflichten privatrechtlicher Natur eingreift (vgl. VerwGE B 2018/73 vom 26. Februar 2019
E. 2.4, VerwGE B 2018/99 vom 13. Januar 2019 E. 2 und VerwGE B 2012/91;
B 2013/132 vom 8. November 2013 E. 3.2 je mit Hinweisen). Insoweit die EMRK zur
Anwendung gelangt, gilt die Verpflichtung zur Durchführung einer öffentlichen und
mündlichen Verhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK indes nicht absolut. Die
Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte und des
Bundesgerichts lässt ein Absehen von einer öffentlichen und mündlichen Verhandlung
dann zu, wenn die Beurteilung eines umstrittenen Sachverhalts nicht vom persönlichen
Eindruck der Partei, sondern in erster Linie von den Akten abhängt. Auf die
Durchführung einer öffentlichen und mündlichen Verhandlung kann unter Umständen
verzichtet werden, wenn eine Verhandlung nichts zur Klärung der Angelegenheit
beiträgt – namentlich wenn keine Tatfragen, sondern reine Rechts- oder
Zulässigkeitsfragen umstritten sind – und die Angelegenheit adäquat aufgrund der
Akten sowie der schriftlichen Parteivorbringen gelöst werden kann (vgl.
BGer 2C_89/2019 und 2C_90/2019 je vom 22. August 2019 je E. 4.2 mit Hinweisen).
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Weil sich Grundwasserschutzzonen mitsamt Reglementen (Art. 20 GSchG)
enteignungsähnlich auswirken können, betrifft deren Ausscheidung einen
zivilrechtlichen Anspruch im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK (vgl.
Bundesgerichtsentscheid vom 4. November 1994 E. 2, in: ES VLP-ASPAN Nr. 967). Ob
die bestimmungsgemässe Nutzung des Eigentums des Beschwerdeführers an Parzelle
Nr. 0001_ durch den Erlass der strittigen Grundwasserschutzzone zudem übermässig
erschwert oder gar verunmöglicht wird, kann vorliegend aus folgenden Gründen
dahingestellt bleiben: Es ist nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer auch
nicht weiter dargetan, inwiefern die Beantwortung der hier zu beurteilenden Frage, ob
die Vorinstanz den Verzicht auf die Ausscheidung einer Schutzzone bei Punkt 30 auf
Parzelle Nr. 0001_ durch die Beschwerdegegnerin zu Recht bestätigt hat, eines
persönlichen Eindrucks des Beschwerdeführers bedürfte. Vielmehr ist der Sachverhalt
umfassend der schriftlichen Darstellung zugänglich. Ebenso wenig ist mit Blick auf die
nachstehend zu schildernden Gegebenheiten erkennbar und wird vom
Beschwerdeführer auch nicht weiter substantiiert, welche neuen entscheidrelevanten
Erkenntnisse, die sich nicht bereits aus den Akten und dem Geoportal
(www.geoportal.ch) ergeben, durch die beantragte mündliche Parteibefragung und
durch Beweisaussagen des Beschwerdeführers gewonnen werden könnten. Die
Durchführung einer öffentlichen, mündlichen Verhandlung ist deshalb weder notwendig
noch erscheint sie als zweckmässig. Der entsprechende Antrag des
Beschwerdeführers ist demzufolge ebenso abzuweisen wie seine Begehren um
persönliche Anhörung resp. Befragung. Überdies kann auf die weiteren beantragten
prozessualen Vorkehren, insbesondere auf die Durchführung eines Augenscheins im
Sinne von Art. 12 Abs. 1 VRP, verzichtet werden, da davon ebenfalls keine
entscheidrelevanten neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (vgl. dazu BGer 1C_13/2018
vom 13. März 2019 E. 3 mit Hinweisen). Zum Verzicht auf eine Instruktionsverhandlung
(Art. 226 der Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zivilprozessordnung; SR 272, ZPO,
analog, im VRP nicht ausdrücklich vorgesehen) ist zusätzlich zu bemerken, dass kein
geeigneter Fall für eine gütliche Verständigung vorliegt (vgl. dazu Art. 64 in Verbindung
mit Art. 54 VRP und VerwGE B 2016/217 vom 13. Februar 2018 E. 3 mit Hinweisen,
siehe auch act. 12/22 und 26). Zudem kann der Vorinstanz nach dem Gesagten –
entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (act. 8, S. 3, 10 f. Ziff. II/3, IV/B/2,
act. 21 Ziff. III/A/4) – keine Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV)
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vorgeworfen werden, soweit sie die vom Beschwerdeführer beantragten Beweise im
Rekursverfahren nicht abgenommen hat (vgl. dazu BGer 1C_582/2018 vom
23. Dezember 2019 E. 2.2 mit Hinweisen und act. 12/5, S. 3-6 Ziff. II/3-5, III/1-5,
act. 12/32). Ebenso wenig kann ihr vorgehalten werden (vgl. act. 8, S. 3 Ziff. II/3), sie
habe deswegen den Sachverhalt unvollständig abgeklärt (vgl. dazu Art. 12 VRP,
VerwGE B 2017/68 vom 21. Mai 2019 E. 3.2.1, VerwGE B 2014/197; B 2015/307 vom
24. August 2017 E. 7.1.1 je mit Hinweisen und B. Märkli, in: Rizvi/Schindler/
Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, Zürich/
St. Gallen 2020, N 4 ff. zu Art. 12-13).
2.2.
Im Weiteren konnte sich der Beschwerdeführer direkt in seinen Eingaben, in welchen er
die angeführten Beweisofferten vorgebracht hat (vgl. act. 8, S. 4-7, 12 Ziff. II/6-8, III/3,
IV/B/3, act. 21 Ziff. II), zur Relevanz dieser Beweismittel äussern. Bereits aus diesem
Grund drängte sich der Erlass einer Beweisverfügung (Art. 154 ZPO analog), für
welchen das VRP im Übrigen ebenfalls keine Regeln bereithält, vorgängig zur
antizipierten Beweiswürdigung in diesem Endentscheid nicht auf (vgl. dazu P. Sutter,
in: Auer/Müller/Schindler [Hsrg.], Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren,
2. Aufl. 2019, N 3 zu Art. 33, Kiener/Rütsche/Kuhn, öffentliches Verfahrensrecht,
2. Aufl. 2015, N 689, und BGer 2C_733/2012 vom 24. Januar 2013 E. 3.2.3 mit
Hinweisen). Darüber hinaus ist das Verwaltungsgericht befugt, den Entscheid über die
gestellten Beweisanträge mit dem Endentscheid zu eröffnen (vgl. Waldmann/Bickel, in:
Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz,
2. Aufl. 2016, N 38 zu Art. 33), da Anordnungen betreffend die Beweisführung in aller
Regel keinen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken und mit Beschwerde
gegen den Endentscheid für gewöhnlich erreicht werden kann, dass ein zu Unrecht
verweigerter Beweis abgenommen oder ein zu Unrecht erhobener Beweis aus den
Akten gewiesen wird (vgl. BGer 4A_697/2016 vom 14. März 2017 E. 1.4 mit Hinweisen
sowie B. Märkli, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 25 zu Art. 12-13).
3.
Der Beschwerdeführer rügt in verfahrensrechtlicher Hinsicht weiter (act. 8, S. 8-11
Ziff. IV/A/1 und 3, IV/B/1 f., act. 21 Ziff. III/A/2 f.), der angefochtene Entscheid stütze
sich, soweit darin die Notwendigkeit beurteilt worden sei, die Quellwasserfassung bei
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Punkt 30 auf Parzelle Nr. 0001_ als Notwasserfassung zu erhalten, auf Dokumente ab,
die er nicht erhalten habe. Namentlich seien ihm die Unterlagen zur Sicherstellung der
Trinkwasserversorgung in Notlagen nicht zur Kenntnis gebracht worden.
Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 16 Abs. 1 VRP) umfasst
als Mitwirkungsrecht all jene Befugnisse, die einem Betroffenen einzuräumen sind,
damit er seinen Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann. Daraus folgt namentlich
das Recht auf Einsicht in die massgeblichen Akten (vgl. BGE 144 II 427 E. 3.1 mit
Hinweisen). Vorab lässt sich dem Geoportal (www.geoportal.ch, insbesondere der
Gewässerschutzkarte im Sinne von Art. 30 der Gewässerschutzverordnung;
SR 814.201, GSchV), welchem ein offizieller Anstrich anhaftet und welches im Internet
leicht zugänglich ist, ohne Weiteres entnehmen, dass die öffentliche Quelle Nr. 0024_
auf Parzelle Nr. 0000_ (Brunnenstube Nr. 21), welche unter anderem bei Punkt 30 auf
Parzelle Nr. 0001_ gefasst wird (vgl. Grundbuchbeleg Nr. ... vom 23. Mai 1997,
act. 12/7/23), der Versorgung mit Trinkwasser in Notlagen im Sinne von Art. 8
Abs. 1 VTN dient. Damit kann diese Tatsache als notorisch betrachtet werden (vgl. zu
nicht beweisbedürftigen notorischen Tatsachen BGer 1C_582/2018 vom
23. Dezember 2019 E. 2.3 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 143 IV 380 E. 1.2, in:
Pra 107 [2018] Nr. 61). Die Vorinstanz war deshalb nicht verpflichtet, den
Beschwerdeführer im Vorfeld des angefochtenen Entscheids darüber in Kenntnis zu
setzen. Unbesehen davon wies das AFU im Amtsbericht vom 7. Juli 2017 auf diese
Tatsache hin (vgl. act. 12/11, S. 4 Ziff. III/h). Im Übrigen begnügte sich die Vorinstanz in
lit. B/c und D/a des Sachverhalts des angefochtenen Entscheids (act. 2, S. 5-7) damit,
die Darstellung der Beschwerdegegnerin im Entscheid vom 20. Oktober 2016 (Beilage
zu act. 12/1, E. 4) und in der Vernehmlassung vom 12. Januar 2017 (act. 12/7 lit. a)
wiederzugeben, wonach sich die von der Stadt A._ derzeit als Trinkwasser genutzte
Quelle bei Punkt 30 auf Parzelle Nr. 0001_ für die Trinkwasserversorgung in Notlagen
eigne. Sodann führte sie in Erwägung 7.1 des angefochtenen Entscheids (act. 2, S. 13)
aus, gemäss Angaben des Vertreters der N._ an der Einigungsverhandlung vom
10. Januar 2018 (act. 12/26 lit. A/1 f.) könne die Stadt A._ nicht auf diese
Notwasserfassung verzichten, welche vor allem den umliegenden Gemeinden im
Kanton St. Gallen diene (siehe dazu auch act. 21 lit. B/3). Zudem werde diese
demgemäss nach der Erneuerung der Quellenanlagen X._ nicht mehr zu
Trinkzwecken, sondern als Brauchwasser genutzt werden, welches in Notzeiten zu
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Trinkwasser aufbereitet werden könne. Die Vorinstanz setzte sich mit diesen, ohnehin
nicht entscheidwesentlichen (vgl. E. 1 hiervor) Angaben des Vertreters der N._ im
angefochtenen Entscheid indessen nicht weiter auseinander. Vielmehr liess sie es in
Erwägung 7.2 des angefochtenen Entscheids dabei bewenden, Art. 11 Abs. 1 f. VTN
(Pflicht zur Erstellung eines Massnahmenplans für die Sicherstellung der
Trinkwasserversorgung in Notlagen durch die Inhaber der Wasserversorgungsanlagen)
zu zitieren und, unabhängig davon, darauf zu schliessen, dass für Quellen, die im Sinne
der VTN genutzt würden, keine Schutzzonen erforderlich seien. Entgegen
anderslautender Darstellung des Beschwerdeführers äusserte sich die Vorinstanz im
angefochtenen Entscheid demnach selbst nicht zur Frage, ob der Erhalt der
Notwasserfassung bei Punkt 30 auf Parzelle Nr. 0001_ notwendig sei (ebenso: act. 14,
S. 3 Ziff. 4). Folglich ist nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht
weiter dargetan, dass sie Dokumente und Berechnungen zur Prüfung der
Notwendigkeit der Notwasserfassung bei Punkt 30 auf Parzelle Nr. 0001_ beigezogen
hätte, in welche sie dem Beschwerdeführer hätte ebenfalls Einsicht gewähren müssen
(vgl. dazu verfahrensleitende Verfügung vom 26. Januar 2018, act. 12/28). Auch in
dieser Hinsicht liegt daher keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor. Ob die
Argumentation der Vorinstanz inhaltlich zutrifft, bleibt im Folgenden zu prüfen.
4.
Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht die Frage, ob zum Schutz des
Quellwassers bei Punkt 30 auf Parzelle Nr. 0001_ Grundwasserschutzzonen
auszuscheiden sind. Der Beschwerdeführer macht geltend (act. 8, S. 8 f., Ziff. IV/A/1-6,
act. 31, S. 2 f.), das Quellwasser bei Punkt 30 auf Parzelle Nr. 0001_ werde von der
Stadt A._ als Trinkwasser genutzt. Auch gelte es als Notwasserfassung. Aufgrund
dieser Nutzung bzw. Nutzungsoption gälten die gleichen Vorschriften bezüglich Schutz
des Trinkwassers wie bei den anderen Quellen, deren Wasser in die
Hauptsammelstube Nr. 0008_ resp. Quellfassungsanlage Nr. 1 geleitet würden. Ohne
Ausscheidung von Schutzzonen hätten Dritte keine Kenntnis von den
Schutzmassnahmen, die im Einzugsbereich des Quellwassers bei Punkt 30 gälten.
4.1.
Laut Art. 20 Abs. 1 GSchG in Verbindung mit Art. 29 Abs. 1 des Vollzugsgesetzes zur
eidgenössischen Gewässerschutzgesetzgebung (sGS 752.2, GschVG) haben im
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Kanton St. Gallen die Gemeinden für die im öffentlichen Interesse liegenden
Grundwasserfassungen und -anreicherungsanlagen Grundwasserschutzzonen
auszuscheiden, um Trinkwassergewinnungsanlagen und das Grundwasser unmittelbar
vor seiner Nutzung als Trinkwasser vor Beeinträchtigungen zu schützen (vgl. dazu
VerwGE B 2019/141 vom 19. April 2020 E. 2.1, VerwGE B 2017/184 vom
13. Dezember 2018 E. 2.1 und VerwGE B 2017/185 vom 13. Dezember 2018 E. 2.1 je
mit Hinweisen und Wegleitung Grundwasserschutz des Bundesamtes für Umwelt
[BAFU], ehemals: Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft [BUWAL], Bern 2004,
Fassung vom 14. August 2012 [nachfolgend: Wegleitung], S. 39, www.bafu.admin.ch).
Die Grundwasserschutzzonen bilden zusammen mit den Gewässerschutzbereichen
(Art. 19 GSchG) und den Grundwasserschutzarealen (Art. 21 GSchG) das im
Bundesrecht vorgesehene planerische Instrumentarium für den qualitativen
Gewässerschutz (Art. 6 bis Art. 28 GSchG). Der planerische Schutz der Gewässer wird
in Art. 29 GSchV in Verbindung mit Anhang 4 GSchV näher umschrieben. Die
Grundwasserschutzzonen bestehen aus dem Fassungsbereich (Zone S1), der engeren
Schutzzone (Zone S2) und der weiteren Schutzzone (Zone S3; vgl. Ziff. 12
Anhang 4 GSchV, BGer 1C_74/2019 vom 18. November 2019 E. 2.1 f.,
BGer 1C_456/2016 vom 30. Mai 2017 E. 2.3, in: URP 2018, S. 264 ff., und
BGer 1C_522/2014 vom 18. März 2015 E. 3 mit Hinweisen, in: URP 2015, S. 254 ff.).
Der Gesetz- und Verordnungsgeber äussert sich nicht zur Frage, unter welchen
Voraussetzungen Grundwasserfassungen im öffentlichen Interesse liegen (siehe dazu
auch Botschaft des Bundesrates vom 26. August 1970, BBl 1970 II 425 ff., 461 f.).
Gemäss der Wegleitung (S. 39) liegen neben den Grundwasseranreicherungsanlagen
alle Grundwasserfassungen im öffentlichen Interesse, deren Wasser den
Anforderungen der Lebensmittelgesetzgebung entspricht bzw. entsprechen muss.
Dieser Auslegung folgend wäre alles Trinkwasser umfasst, das nicht ausschliesslich
dem Eigengebrauch dient (vgl. Art. 2 Abs. 4 lit. a des Bundesgesetzes über
Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände, Lebensmittelgesetz; SR 817.0, LMG).
Unbestrittenermassen unterstehen der öffentlichen Wasserversorgung dienende
Fassungen grundsätzlich der Lebensmittelgesetzgebung, und bei diesen Fassungen ist
das öffentliche Interesse auch offensichtlich gegeben. Hinsichtlich privater Fassungen
wiederum gibt die sehr weitgehende Definition des öffentlichen Interesses gemäss
Wegleitung immer wieder Anlass zu Diskussionen. Dagegen wird argumentiert, dass
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nicht um jede Fassung eines Milchbauern Schutzzonen ausgeschieden werden
könnten. Neben dem Verwendungszweck des Trinkwassers müssten vielmehr auch Art
und Grösse des Benutzerkreises berücksichtigt werden. Private Fassungen sollten nur
dann geschützt werden, wenn sie die gleichen Aufgaben wie öffentliche
Wasserversorgungen erfüllten, namentlich bspw. die Versorgung eines
Gastwirtschaftsbetriebs, eines Heims oder eines Sanatoriums. Sie müssten also
mehrere Haushaltungen oder einen grösseren Benutzerkreis bedienen (vgl. dazu
Brunner, a.a.O., N 15 zu Art. 20 GSchG, und derselbe, Grundwasserschutzzonen nach
eidgenössischen und zugerischem Recht unter Einschluss der Entschädigungsfrage,
Zürich 1997, S. 47 ff.). Dieser Argumentation ist namentlich das Verwaltungsgericht
Zürich in konstanter Rechtsprechung gefolgt (vgl. Entscheide des Verwaltungsgerichts
Zürich VB.2015.00631 bis VB.2015.00633 je vom 9. Juni 2016 je E. 4.2.1 mit
Hinweisen, VB.2009.00406 vom 19. November 2009 E. 4.2.1 mit Hinweisen, in:
URP 2010, S. 521 ff., und VB.2001.00194 vom 7. Februar 2002 E. 3b und 3c mit
Hinweisen, in: URP 2002, S. 458 ff., und ZBl 104/2003, S. 106 ff., siehe dazu auch die
Auswertung der Rechtsprechung in URP 2013, S. 228 f.). Gemäss AFU liegen im
Kanton St. Gallen alle Fassungen im öffentlichen Interesse, die für die Speisung einer
kommunalen Wasserversorgungsanlage genutzt werden, die Lebensmittelbetriebe
versorgen (z.B. Käsereien, Brauereien, Hotels, Restaurationsbetriebe), deren Wasser an
Dritte (z.B. an Mieter oder Pächter) abgegeben wird oder die nicht nur von den
(Mit-)Eigentümern der Quelle genutzt werden (vgl. Merkblatt AFU 207, Abklärung der
Schutzzonenpflicht, Stand: 3. April 2019 [nachstehend: Merkblatt], www.sg.ch). Das
Verwaltungsgericht seinerseits ist bei seiner Rechtsprechung weder an die Vorgaben
des Merkblatts noch an diejenigen der Wegleitung als vollzugslenkende
Verwaltungsverordnungen gebunden. Gleichwohl weicht es in der Regel nicht von
solchen Verwaltungsverordnungen ab, sofern deren generell-abstrakter Gehalt eine
dem individuell-konkreten Fall angepasste und gerecht werdende Auslegung der
massgebenden Rechtssätze zulässt, welche diese überzeugend konkretisiert (vgl.
VerwGE B 2015/19 vom 26. April 2018 E. 11.1, S. 16 f., mit Hinweisen).
4.2.
Die Quelle Nr. 0024_ auf Parzelle Nr. 0000_, welche bei Punkt 30 auf Parzelle
Nr. 0001_ gefasst wird (vgl. Planbeilage zum Grundbuchbeleg Nr. ... vom
23. Mai 1997, act. 12/7/23) und im Gewässerschutzbereich A (vgl. dazu Art. 19 GSchG u
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in Verbindung mit Art. 29 Abs. 1 lit. a und Anhang 4 Ziff. 111 und 211 GSchV) liegt, ist
im kantonalen Inventar über Wasserversorgungsanlagen, Grundwasservorkommen und
Quellen, die sich für die Trinkwasserversorgung in Notlagen eignen (Art. 8 Abs. 1
Satz 1 VTN), eingetragen (vgl. dazu Wasserrechts- und Grundwasserverzeichnis des
Kantons St. Gallen, www.geoportal.ch). Damit wurde die planerische Grundlage
geschaffen, um diese Quellfassung in Notlagen vorübergehend als Notbrunnen für die
öffentliche Wasserversorgung nutzen zu können (vgl. dazu Art. 29 und Art. 57
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die wirtschaftliche Landesversorgung,
Landesversorgungsgesetz; SR 531, LVG, in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 und
Art. 8 VTN, und B. Iten, in: Hettich/Jansen/Norer [Hrsg.], a.a.O., N 12 f. zu
Art. 58 GSchG, siehe auch BUWAL, Mitteilungen zum Gewässerschutz Nr. 17,
Erläuterungen zur Verordnung über die Trinkwasserversorgung, Bern 1995, S. 5 f.,
Koordinationsblatt VII des kantonalen Richtplans, Wasserversorgungsanlagen, Stand
Oktober 2005, S. 1 f., und Erläuternder Bericht des Eidgenössischen Departements für
Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF zur Verordnung über die Sicherstellung der
Trinkwasserversorgung in schweren Mangellagen [VTM] vom 15. Mai 2019, S. 5 f.,
www.admin.ch, siehe dazu auch Art. 6 Abs. 1 Ingress und lit. d der Verordnung über
den Schutz von Informationen des Bundes, Informationsschutzverordnung;
SR 510.411, ISchV). Allein aufgrund dieser planerischen Festlegung muss das Wasser
der fraglichen Quelle allerdings die Anforderungen an die Trinkwasserqualität (Art. 3
Abs. 1 f. in Verbindung mit Anhängen 1 bis 3 TBDV) nicht erfüllen, was nach dem
Gesagten aber gerade die Voraussetzung für die Annahme eines öffentlichen
Interesses wäre. Folglich kann aus diesem Grund noch nicht auf ein öffentliches
Interesse im Sinne von Art. 20 Abs. 1 GSchG geschlossen werden. Daran ändert auch
nichts, dass die Regierung den N._ mit Beschluss vom 31. März 1987 (act. 12/11/4)
das Recht eingeräumt hat, das Wasser dieser Quelle in Notsituationen via die
Quellfassungsanlage Nr. 21 auf Parzelle Nr. 0000_ gemäss Grundbucheintrag
vorübergehend – für die öffentliche Wasserversorgung – zu nutzen (vgl. dazu Art. 9
Abs. 1 Ziff. 2 und Art. 13 Abs. 1 Ziff. 2 und Abs. 3 GNG, siehe auch Art. 664 ZGB und
Rey/Strebel, in: Geiser/Wolf [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch II,
6. Aufl. 2019, N 28 und 32 ff. zu Art. 664 und N 17 ff. zu Art. 704).
Ausser Frage steht weiter, dass die N._ gestützt auf das ihnen am 23. Mai 1997
eingeräumte Quellenrecht (act. 12/7/23) zulasten des Beschwerdeführers als
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Eigentümer der Parzelle Nr. 0001_ in beschränktem Umfang dinglich berechtigt sind,
sich das Quellwasser bei Punkt 30 auf Parzelle Nr. 0001_ anzueignen und über die
Quellfassungsanlage Nr. 21 (Quelle Nr. 0024_) auf Parzelle Nr. 0000_ abzuleiten.
Nicht ersichtlich ist und wird vom Beschwerdeführer auch nicht behauptet, dass die
N._ dieses Quellwasser gemäss ihrem Leistungsauftrag (vgl. dazu Art. 2 Abs. 1 und
Art. 3 Abs. 1 der Statuten der N._, www. ... .ch) – etwa via das Stufenpumpwerk mit
Reservoir Y._ – in die öffentliche Wasserversorgung einspeisen würden. Auch trifft die
N._ im Verhältnis zu den Grundeigentümern im Weiler X._ diesbezüglich keine
Erschliessungspflicht (vgl. dazu Art. 4 des Reglements für die Abgabe von Trinkwasser
der Stadtrat A._, www. ...). Der Weiler X._ liegt im Korporationsgebiet der
Wasserkorporation B._ (vgl. Art. 5 Abs. 1 Ingress und lit. a sowie Art. 6 in Verbindung
mit Anhang 1 der Korporationsordnung der Wasserkorporation B._, www. ... .ch). Aus
dem vom Beschwerdeführer auszugsweise eingereichten Entscheid des
Kantonsgerichts vom 17. September 2015 (act. 9/3) lässt sich indessen schliessen,
dass die N._ das fragliche Quellwasser – im Rahmen eines privatrechtlich
beherrschten Rechtsverhältnisses – an R._ dauerhaft als Trinkwasser abgeben,
obgleich dies dem Beschluss der Regierung vom 31. März 1987 (act. 12/11/4) insofern
zuwiderläuft, als damit den N._ lediglich das Recht eingeräumt wurde, das
Quellwasser in Notsituationen vorübergehend zu nutzen. Gemäss den im Merkblatt
genannten Kriterien ist deshalb grundsätzlich von einer Trinkwasserabgabe an Dritte
auszugehen. Dies umso mehr, als das Grundwasservorkommen im Gebiet X._, wie
zuvor ausgeführt, als öffentlich erklärt wurde (vgl. Beschluss der Regierung vom
31. März 1987, act. 12/11/4) und R._ als Grundeigentümer der Parzelle Nr. 0000_ die
Quellfassungsanlage Nr. 21 resp. die Quelle Nr. 0024_ auf seinem Grundstück
deshalb nicht als Privateigentümer nutzen kann (siehe dazu aber auch Art. 7 GNG).
Hinzu kommt, dass das fragliche Quellwasser einen (Lauf-) Brunnen gegenüber dem
Gebäude Assek.-Nr. 0023_ auf Parzelle Nr. 0000_ alimentiert (vgl. Planbeilage zum
Grundbuchbeleg Nr. ... vom 23. Mai 1997, act. 12/7/23), welcher an einem
Gemeindeweg erster Klasse (F._-G._) resp. an einem Wanderweg von kantonaler
Bedeutung (www.geoportal.ch) liegt. Unter diesen Umständen wäre vorliegend ein
öffentliches Interesse im Sinne von Art. 20 Abs. 1 GSchG zu bejahen. Die N._ haben
aber in Aussicht gestellt (vgl. act. 12/26 lit. A/2), diese Trinkwasserabgabe an Dritte
aufzuheben und das Quellwasser künftig nurmehr als Brauchwasser zu nutzen (vgl.
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dazu Art. 16 Abs. 6 der Verordnung des EDI über die Hygiene beim Umgang mit
Lebensmitteln, Hygieneverordnung; SR 817.024.1, HyV, und zum Tränkewasser Art. 2
Abs. 8 der Verordnung des WBF über die Hygiene bei der Primärproduktion;
SR 916.020.1, VHyPrP). Auf dieser Zusicherung sind die N._ zu behaften.
Dementsprechend ist die N._ auch gehalten, Wanderer und Spaziergänger in
geeigneter Weise (etwa mit einem Hinweisschild) darauf aufmerksam zu machen, dass
der Brunnen gegenüber dem Gebäude Assek.-Nr. 0023_ auf Parzelle Nr. 0000_ nicht
als Trinkwasserspender dient. Es ist deshalb künftig nicht mehr von einer
Trinkwasserabgabe an Dritte auszugehen. Damit kann im vorliegend zur Diskussion
stehenden Zusammenhang nicht mehr von einer Kleinstwasserversorgung im
öffentlichen Interesse gesprochen werden, selbst wenn die Liegenschaft R._
(Gebäude Assek.-Nrn. 0019 f._ und 0021_ auf Parzelle Nr. 0000_) derzeit noch nicht
an die öffentliche Wasserversorgung der Wasserkorporation B._ angeschlossen sein
und teilweise auch von der R._ GmbH, B._, mitbenutzt werden sollte (www.zefix.ch).
Im Ergebnis ist damit der Schluss der Vorinstanz (vgl. act. 2, S. 13 E. 7.2), die
Quellfassung bei Punkt 30 auf Parzelle Nr. 0001_ liege nicht im öffentlichen Interesse
im Sinne von Art. 20 Abs. 1 GSchG, nicht zu beanstanden. Folgerichtig durfte die
Beschwerdegegnerin auf die Ausscheidung von Grundwasserschutzzonen in diesem
Bereich verzichten (vgl. dazu auch Amtsbericht des AFU vom 7. Juli 2017, act. 12/11,
S. 2 Ziff. II/1c f.). Inwiefern die überarbeitete bestehende Grundwasserschutzzone auf
dem Grundstück Nr. 0001_ des Beschwerdeführers rechtsfehlerhaft sein sollte, wird
vom Beschwerdeführer nicht weiter substantiiert und ist auch nicht erkennbar. Aus den
dargelegten Gründen ist der Beschwerde daher in der Sache kein Erfolg beschieden.
5.
Der Beschwerdeführer hält neu weiter dafür (act. 8, S. 13 f. Ziff. IV/C), das vorliegende
Verfahren stelle im Ergebnis ein Enteignungsverfahren dar, weshalb der im
Enteignungsrecht geltende Grundsatz der vollen ausseramtlichen Entschädigung zur
Anwendung gelange. Die Vorinstanz habe seinen Antrag auf ausseramtliche
Entschädigung für das Einsprache- und Rekursverfahren zu Unrecht abgewiesen.
Nach Art. 48 des Enteignungsgesetzes (sGS 735.1, EntG SG) hat der Enteigner dem
Enteigneten notwendige ausseramtlichen Kosten zu entschädigen, sofern die Begehren
des Enteigneten nicht überwiegend abgewiesen werden (Art. 48 EntG SG). Für die
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Kosten im Beschwerdeverfahren gegen Verfügungen und Entscheide der
Schätzungskommission gilt das VRP (Art. 49 EntG SG). Soweit es für die vorliegend
strittige Grundwasserschutzzone überhaupt eines Enteignungsverfahrens bedarf (vgl.
dazu Art. 20 Abs. 2 lit. c und Art. 68 Abs. 3 GSchG, Art. 33 GSchVG,
Art. 50 ff. EntG SG, sowie Brunner, in: Hettich/Jansen/Norer [Hrsg.], a.a.O., N 29 zu
Art. 20 GSchG und VerwGE B 2008/81 vom 25. November 2008 E. 2.4, in: URP 2009,
S. 198 ff., und Entscheid der Verwaltungsrekurskommission II/2-2004/6 vom
10. Mai 2005 E. 4c mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 106 Ib 330 E. 5), kann über
allfällige Entschädigungsforderungen erst entschieden werden, wenn feststeht, ob eine
Grundwasserschutzzone ausgeschieden wird. Je nach Ausgang des vorliegenden
Verfahrens könnte sich eine Entschädigung als überflüssig oder eine andere als
notwendig erweisen. Wie die Vorinstanz in Erwägung 3 des angefochtenen Entscheids
(act. 2, S. 9) demnach zutreffend ausgeführt hat, ist über die Frage, ob der Eingriff
enteignungsähnlich wirkt, nicht in diesem Verfahren zu befinden. Folglich war
Art. 48 EntG SG weder im erstinstanzlichen Verfahren (Art. 29 ff. GSchVG) noch im vor
instanzlichen Rekursverfahren (Art. 43 ff. VRP) unmittelbar oder analog anwendbar.
Massgebend war allein Art. 98 Abs. 3 Ingress und lit. b VRP, wonach in
erstinstanzlichen und in Einspracheverfahren in der Regel keine ausseramtlichen
Kosten zugesprochen werden und im Rekursverfahren Art. 98 Abs. 2 VRP in
Verbindung mit Art. 98 VRP (Erfolgsprinzip) zur Anwendung gelangen. Inwiefern die
diesbezüglichen Erwägungen 11.3-11.5 und 14 des angefochtenen Entscheids (act. 2,
S. 18-20) rechtsfehlerhaft sein sollten, ist nicht erkennbar und wird vom
Beschwerdeführer auch nicht weiter substantiiert.
6.
Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf
einzutreten ist. Bei diesem Verfahrensausgang gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zulasten des Beschwerdeführers (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr für das Beschwerdeverfahren von CHF 4'500 ist angemessen (Art. 7
Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung; sGS 941.12, GKV). Diese ist mit dem
geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen. Ausseramtliche Kosten
sind nicht zu entschädigen. Der Beschwerdeführer ist unterlegen (Art. 98 Abs. 1 und
Art. 98 VRP).
bis
bis
bis
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