Decision ID: 75a43d3b-4efc-5246-b580-1d704f6f65da
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1955 und schweizerischer Staatsangehöriger, meldete sich am 1
3.
Oktober 2010 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hin
weis auf einen im April 2010 im Ausland erlittenen doppelten rezidivierenden Insult sowie auf ein offenes
Foramen
ovale
zum Leistungs
bezug an (Urk. 8/1). Als gesetzlicher Wohnsitz gab er eine Adresse in
Y._
an und vermerkte gleichzeitig, dass er von Januar 2000 bis September 2010 diverse Wohnsitze ausserhalb der Schweiz gehabt habe bzw. auf
h
oher See gewesen sei
. Als Erwerbstätigkeit gab er diejenige als Verwaltungsrat der
Z._
AG,
in Y._
, an
(
Urk.
8/1 S. 3).
Die IV-Stelle tätigte medizinische sowie berufliche Abklärungen.
Mit Verfügung vom 29. April
2013 verneinte
sie einen Rentenanspruch
(Urk. 8/89). Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
mit Urteil IV.2013.00515 vom 25. November 2014 in dem Sinne gut, dass die ange
fochtene Verfügung aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zu ergän
zenden Abklärungen zurückgewiesen wurde
.
Gegenüber dem Gericht
hatte der damalige Beschwerdeführer
neben seiner Wohnadresse in
Y._
eine Zustellad
resse in
A._
angegeben
(Urk. 8/98/13).
1.2
In Nachachtung dieses Urteils versuchte die IV-Stelle zusätzliche medizinische Untersuchungen anhand zu nehmen
(
Urk.
8/110)
, die aufgrund
von Schwierig
keiten bei der Zustellung von
amtlichen
Schreiben und
längerer Auslandab
we
senheiten
von
X._
nicht stattfinden konnten
(Urk.
8/106,
8/
107 ff.). Es folgten Abklärungen bezüglich des Wohnsitzes und dabei erfuhr die IV-Stelle von der Abmeldung
von
X._
von
Y._
per 3
1.
Dezember 1999 ins Ausland
und davon, dass er
in
A._
nicht angemeldet war
(Urk. 8/132-133, Urk. 8/138).
1.3
Mit einem Anmeldeformular orientierte
X._
die IV-Stelle am 6. Dezember 2018 über eine seit dem 14. Mai 2018 bestehende vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit, dies unter Hinweis auf einen im Ausland im Mai 2018 erlitte
nen Stolpersturz und
auf laufende
Behandlungen durch die Ärzte des Zentrums für Paraplegie der Universitätsklinik
B._
und des
Onkozentrums
der Klinik
C._
(Urk. 8/139). Die IV-Stelle holte erneut einen Auszug aus dem indivi
duellen Konto des Versicherten (IK-Auszug, Urk. 8/151) und weitere ärztliche Berichte ein (Urk. 8/148). Sie nahm ferner Abklärungen zum Erwerbsstatus vor (Urk. 8/155 f.).
1.4
Mit Vorbescheid vom 7. Mai 2019 stellte sie
X._
die Abwei
sung seines Rentenbegehrens in Aussicht (Urk. 8/162). Im Einwandverfahren wurden
Abklärungen bei der zuständigen Ausgleichskasse in Bezug auf die Statusfrage gemacht (Urk. 8/171). Am 21. August 2019 verfügte die IV-Stelle wie ange
kün
digt, dass kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe (Urk. 8/174). Die dage
gen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
mit Urteil im Verfahren IV.2019.00654 vom
2
8.
Februar 2020
ab soweit es darauf eintrat. Dabei ging das Gericht davon aus, dass
X._
im Gesundheits
fa
ll mit überwiegender Wahrscheinlich
keit weder eine Erwerbtätigkeit noch eine Tätigkeit i
m gesetzlichen Aufgabenbereich ausüben würde, weshalb keine ren
tenbegründende
Invalidität besteh
e
(
Urk.
31
)
. Das Urteil wurde nicht angefochten.
1.5
Am 2
9.
Oktober 2018 hatte die
D._
AG einen Antrag zur Abgabe eines Rollstuhls für
X._
gestellt (Urk. 8/136)
,
und a
m
6.
Dezember 2018 meldete sich
dieser
selber auch zum Bezug von Hilfsmitteln (Handrollstuhl, An
pas
sungen im Wohnbereich und weitere Hilfsmittel) an, dies unter Hinweis auf die seit seinem Stolpersturz vom 8. Mai 2018 bestehende gesundheitliche Beein
trächtigung (Urk. 8/140). Mit Schreiben vom
7.
Dezember 2018
wurde er au
f
ge
f
ordert
,
eine Wohnsitzbestätigung einzureichen (Urk. 8/143-144). Am 1
1.
Dezem
ber 2018 gab
er
an, eine solche nicht einreichen zu können, da er nicht in der Schweiz angemeldet sei. Er befinde sich nach einer Krebsdiagnose in der Schweiz im Spital und gedenke die Schweiz wieder zu verlassen, sobald es ihm bessergehe (Urk. 8/147; vgl. auch Urk. 8/150 und ferner
Urk.
8/154). Die IV-Stelle liess
X._
zu einigen Fragen im Zusammenhang mit seinen Aufenthalten Stellung nehmen
und wies auf seine Mitwirkungspflichten bei der
Leistungs
a
b
klärung hin
(Schreiben vom
6.
März 2019,
Urk.
8/156, 8/157). Danach stellte sie
ihm
mit Vorbescheid vom 9. Mai 2019 in Aussicht, dass sie weder für einen Roll
stuhl noch für eine Anpassung im Wohnbereich Kostengutsprache erteilen werde (Urk. 8/164). Dagegen erhob
er
am
1.
Juni 2019 Einwand (Urk. 8/167). Am 11. September 2019 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (Urk. 8/177 =
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung vom 1
1.
September 2019 erhob
X._
am 26. September 2019 Beschwerde und beantragte die Finanzierung des bezogenen Rollstuhls, der Modifikation der bestehenden Treppengeländer, der bezogenen Duschhaltegriffe, eines Bad-/Duschhockers, eines Badewannenbretts
in seinem Haus in
A._
sowie die Übernahme der administrativen Unkosten und Prozess
kosten des gerichtlichen Verfahrens (Urk. 1 S. 1). Die Beschwerdegegnerin ver
zich
tete am 7. November 2019 auf das Einreichen einer Beschwerdeantwort (Urk. 7), was dem Beschwerdeführer mit Gerichtsverfügung vom 1
1.
November 2019 mitgeteilt
wurde (
Urk.
9). Am 2. Dezember 2019 meldete sich der Beschwer
deführer telefonisch beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, wo
rauf
hin weitere Dokumente zu den Akten genommen wurden (
Urk.
10-13). Mit
Verfügung vom 1
6.
Februar 2021 wurden die Akten der Ausgleichskasse in Sachen
des Beschwerdeführers und der ehemaligen Arbeitgeberin beigezogen (
Urk.
15, 19, 20). Sodann wurde der Beschwerdeführer zur Herausgabe von Steuerunter
lagen und zu Angaben zu seiner Krankenversicherungssituation
verpflichtet (
Urk.
15,
Urk.
17).
Nachdem
der Beschwerdeführer dem Gericht mit
get
eilt
hatte
, keinen Zugang zu den verlangten Steuerunterlagen zu haben (
Urk.
24), zog das Gericht mit Verfügung vom 1
8.
Mai 2021 die Akten vom Kantonalen S
teueramt bei (
Urk.
21, 22/1-18).
Auszüge aus den
Unterlagen
(Urk.
25/1, 25/2)
und
eine schriftlich festgehaltene Auskunft des Steueramtes (
Urk.
24) stellte es den Par
teien zur Stellungnahme zu. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 1
9.
August 2021 auf weitere Äusserungen (
Urk.
29), während die Stellungnahme des Be
schwerdeführers am 1
5.
Juli 2021 einging (
Urk.
28).
Das Gericht nahm sodann von Amtes wegen eine Kopie des Urteils
IV.2019.00654 vom 2
8.
Februar 2020
als
Urk.
31 zu den Akten.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
Schweizerische und ausländische Staatsangehörige sowie Staatenlose haben ge
mäss
Art.
6
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung
(IVG
)
Anspruch auf Leistungen gemäss den nachstehenden Bestimmungen.
Art.
39 bleibt vorbe
halten (
Abs.
1).
1
.2
1
.2.1
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts;
ATSG)
bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (lit. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (lit.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige be
rufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe; lit. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (lit. d).
1
.2.2
Gemäss
Art.
21 IVG hat die versicherte Person im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste Anspruch auf jene Hilfsmittel, deren sie für die Ausübung der Erwerbstätigkeit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich, zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit, für die Schulung, die Aus- und Weiterbildung oder zum Zwecke der funktionellen Angewöhnung bedarf (Abs. 1). Versicherte, die infolge ihrer Invalidität für die Fortbewegung, für die Herstellung des Kon
taktes mit der Umwelt oder für die Selbstsorge kostspieliger Geräte bedürfen, haben im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste ohne Rücksicht auf die Erwerbsfähigkeit Anspruch auf solche Hilfsmittel (Abs. 2).
1
.2.3
Die Befugnis zur Aufstellung der Hilfsmittelliste und zum Erlass ergänzender Vorschriften im Sinne von
Art.
21
Abs.
4 IVG hat der Bundesrat in
Art.
14 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) an das Eidgenössische Departe
ment des Innern übertragen, welches die Verordnung über die Abgabe von Hilfs
mitteln durch die Invalidenversicherung (HVI) mit anhangsweise aufgeführter Hilfsmittelliste erlassen hat
, worin auch die Beiträge an die Kosten von inva
lidi
tätsbedingten Anpassungen von Immobilien geregelt wird (
Art.
14
Abs.
1 lit. b IVV).
Laut
Art.
2 HVI besteht im Rahmen der im Anhang aufgeführten Liste Anspruch auf Hilfsmittel, soweit diese für die Fortbewegung, die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die Selbstsorge notwendig sind (
Abs.
1). Anspruch auf
die in dieser Liste mit * bezeichneten Hilfsmittel besteht nur, soweit diese für die Ausübung einer Erwerbstätigkeit oder die Tätigkeit im Aufgabenbereich, für die Schulung, die Ausbildung, die funktionelle Angewöhnung oder für die in der zutreffenden Ziffer des Anhangs ausdrücklich genannte Tätigkeit notwendig sind (
Abs.
2; BGE 122 V 212 E. 2a).
Mögliche zu vergütende Hilfsmittel sind Rollstühle (
Ziff.
9 HVI) und im Rahmen von Hilfsmitteln für die Selbstsorge bestimmte invaliditätsbedingte bauliche Änderungen in der Wohnung (
Ziff.
14.04) und Treppensteighilfen und Rampen (
Ziff.
14.05).
1
.3
Gemäss
Art.
4
Abs.
2 IVG
wird der Begriff der Invalidität in der Invaliden
ver
sicherung
leistungsspezifisch
beurteilt:
Die Invalidität gilt als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat
.
Die leistungsspezifische Invalidität besteht bei Hilfsmitteln darin, dass eine Per
son, die wegen eines Gesundheitsschadens durch einen länger dauernden voll
stän
digen oder teilweisen Ausfall eines Körperteils oder einer Körperfunktion bei einer der in
Art.
21
Abs.
1 oder
Abs.
2 IVG aufgezählten Tätigkeiten behindert ist und daher des Einsatzes des Hilfsmittels bedarf, um den Mangel (möglichst) aus
zugleichen. Die Erforderlichkeit des Hilfsmittels muss aus dem Gesundheits
scha
den resultieren. Weiter muss dieses für die Erfüllung des gesetzlich geschützten Bereichs notwendig sein. Dies ist gemäss
Art.
21
Abs.
2 IVG dann der Fall, wenn der versicherten Person nicht zugemutet werden kann, ohne den beanspruchten Gegenstand sich fortzubewegen, mit der Umwelt in Kontakt zu bleiben oder für sich zu sorgen. Gegenstand des Anspruchs ist die Sozialrehabilitation
(
Urteil
des Bundesgerichts 8C_818/2016 vom
3.
August
2017 E. 3.3
mit Hinweisen). Die Invalidität gilt bei den Hilfsmitteln somit dann als eingetreten, wenn der Ge
sundheitsschaden objektiv erstmals die fragliche Versorgung mit einem solchen Gerät notwendig macht (Meyer/Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
3.
Auflage, S. 231, Rz 11 zu
Art.
21 –
21
quater
IVG
).
1
.4
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen entsteht gemäss
Art.
9
Abs.
1
bis
IVG frühestens mit der Unterstellung unter die obligatorische oder die freiwillige Versicherung und endet spätestens mit dem Ende der Versicherung.
Damit wird klargestellt, dass eine Person grundsätzlich der Versicherung unterstellt, also versichert sein muss, sobald und solange sie Eingliederungsmassnahmen bean
sprucht
(Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
A. Rz 8 zu
Art.
9).
1.5
Der erstinstanzliche Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (
Art.
61 lit. c ATSG). Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die
richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen
. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2, 122 V 157 E. 1a, vgl. BGE 130 I 180 E. 3.2).
Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweisfüh
rungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen geblie
benen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. So trägt beispielsweise für das Vor
liegen der versicherungsmässigen Voraussetzungen und den Eintritt einer rele
vanten Invalidität die
anspruchstellende
Person die Beweislast (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_547/2012 vom 1
6.
Oktober 2012 E.
4.2.3).
Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b).
2
.
2
.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung vom 11. Septem
ber 2019 damit, dass sich der Beschwerdeführer 1999 von der Schweiz für einen «
sabattical
leave
» abgemeldet habe. Bis 2004 habe er Beiträge als Nichter
werbs
tätiger bezahlt und sei daher versichert gewesen. Ab dem Jahr 2005 habe er hingegen keine Sozialversicherungsbeiträge mehr einbezahlt. Einzig 2010 sei von der
Z._
AG noch ein Beitrag von
Fr.
21'120.— für ihn eingezahlt worden, welcher Betrag mangels Lohnabrechnungen nicht nachvollzogen werden könne. Inwie
weit der Beschwerdeführer auf
h
oher See als Verwaltungsrat der
Z._
AG effektiv tätig gewesen sei, sei unklar. Sodann fehlten weiterhin Bestätigungen über Bei
tragszahlungen ab dem Jahr 2010 sowie eine Wohnsitzbestätigung der Gemeinde
Y._
(
Urk.
2 S. 2).
Sinngemäss verneinte die IV-Stelle somit einen Anspruch auf Hilfsmittel wegen mangelnder versicherungsmässiger Voraussetzungen.
2
.2
Der Beschwerdeführer wandte dagegen in seiner Beschwerde vom 2
6.
September 2019 zusammengefasst ein, die Beschwerdegegnerin habe ohne fundierte Grund
lagen
entschieden.
Zum einen habe er sich ab Ende 1999 gar nicht auf einem sogenannten «
sabbatical
leave
» befunden. Er habe bis Ende 2004 Invaliden
ver
sicherungsbeiträge an die SVA bezahlt, die in Rechnung gestellt worden seien.
Im
Jahr 2010
sei wegen
seines krankheitsbedingten Ausfalls eine
weitere Bei
trags
zahlung erfolgt.
Zum andern sei er
irreversibel querschnittgelähmt,
deshalb
seien ein Rollstuhl sowie diverse bauliche Massnahmen an seinen Liegenschaften absolut notwendig. Er habe einen Rollstuhl bezogen, welchen er beim Eintritt ins Pensionsalter Ende Juli 2020 retournieren müsse. Seine Liegenschaft in
Y._
sei für ihn nicht mehr bewohnbar. Dank Inanspruchnahme von Therapien zweimal pro Woche könne er sich teilweise bereits wieder mit Rollator und/oder am Gehstock fortbewegen. Mit den beantragten Modifikationen und Hilfsmitteln werde er auch das Ober- sowie das Untergeschoss seines Hauses in
A._
wieder bewohnen können (
Urk.
1).
2
.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Einglie
de
rungsmassnahmen und dabei vor allem die Frage nach der Erfüllung seiner Versi
cherteneigenschaft im Zeitpunkt der Beanspruchung der Eingliederungsmass
nahmen, was vorliegend das Jahr 2018 ist
.
Zur Klärung
des Sachverhalts
hat das Gericht Akten der Ausgleich
s
kasse und der Steuerbehörden betreffend den Beschwerdeführer beigezogen und hat diese aus
zugsweise der Beschwerdegegnerin zur Stellungnahme
unterbreitet
, was vom Beschwerdeführer
hinsichtlich der Steuerunterlagen
gerügt wurde
(
Urk.
28)
.
Der gerichtliche Untersuchungsgrundsatz gebietet die Sachverhaltsabklärung von Amtes wegen (
Art.
61 lit. c ATSG
i.V.m
.
§
23
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
, GSVGer
).
Das Gericht
zieht dafür die Mithilfe der Parteien bei, was es auch hier getan hat, indem es den Beschwerdeführer, der näher am Beweis gewesen wäre, zur Einreichung der Steuerunterlagen aufge
for
dert hat (
Urk.
15
; Kieser, Kommentar zum ATSG, 4.A., Rz 122 zu
Art.
61 ATSG)
.
Diese waren für ihn
nach eigenen Angaben
nicht erhältlich, so dass
ein direkter Beizug bei den Behörden notwendig war
, die zur Herausgabe der sachbezogenen Akten verpflichtet sind
(vgl.
Art.
32 ATSG analog).
Beigezogene Beweismittel sind den Parteien zur Stellungnahme zu unterbreiten (
§
23
Abs.
4 GSVGer)
, was auch hier geschehen ist.
3
.
3
.1
3
.1.1
Gemäss
Art.
1b IVG sind nach Massgabe dieses Gesetzes Personen versichert, die gemäss den Artikeln 1a und 2 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinter
lassenenversicherung (AHVG) obligatorisch oder freiwillig versichert sind.
Gemäss
Art.
1a
Abs.
1 lit. a AHVG sind natürliche Personen nach AHVG obli
gatorisch versichert, wenn sie in der Schweiz ihren Wohnsitz haben. Der Wohn
sitz einer Person bestimmt sich nach den Artikeln 23-26 des Zivilgesetzbuches (
Art.
13
Abs.
1 ATSG; BGE 130 V 404).
3
.1.2
Gemäss
Art.
23
Abs.
1 ZGB befindet sich der massgebende zivilrechtliche Wohn
sitz einer Person an dem Ort, wo sie sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält. Entscheidend ist der Ort, den sie zum Mittelpunkt ihrer Lebensführung gemacht hat. Abzustellen ist daher auf ein objektives, äusseres Merkmal (den Aufenthalt) und zudem auf ein subjektives, inneres Moment (die Absicht dauern
den Verbleibens). Der Mittelpunkt ist regelmässig dort zu suchen, wo die familiä
ren Interessen und Bindungen am stärksten lokalisiert sind. Massgebend ist nicht der innere Wille der betreffenden Person, sondern worauf die erkennbaren Um
stände schliessen lassen, ist doch nicht nur für die Person selbst, sondern vor allem auch für Drittpersonen und Behörden von Bedeutung, wo sich deren Wohn
sitz befindet (BGE 138 V 23 E. 3.1.1 S. 24; 136 II 405 E. 4.3 S. 409 f.; 133 V 309 E. 3.1 S. 312). Es ist daher auf Kriterien abzustellen,
die für Dritte erkennbar sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_522/2015 vom 2
1.
April 2016 E.2.2.1).
Art.
24
Abs.
1 ZGB legt fest, dass der einmal begründete Wohnsitz einer Person bis zum Erwerbe eines neuen Wohnsitzes bestehen bleibt.
Art.
24
Abs.
1 ZGB
erschwert natürlichen Personen damit die Aufgabe des einmal begründeten Wohn
sitzes. Dies aufgrund des Prinzips der Notwendigkeit eines Wohnsitzes. Der begründete Wohnsitz bleibt so lange bestehen, bis die Person an einem anderen Ort Wohnsitz begründet hat. In dieser Zeit wird von einem fiktiven Wohnsitz aus
gegangen, welcher zeitlich nicht limitiert ist und nur zugunsten des bisherigen Wohnsitzes in der Schweiz gilt.
Art.
24 ZGB soll verhindern, dass eine Person wohnsitzlos ist
(Bre
itschmid, in: Breitschmid
/
Jungo
,
Handkommentar zum Schweizer Privatrecht,
Personen- und Familienrec
ht - Partnerschaftsgesetz, Art.
1-456
ZGB - PartG,
3.
Auflage
2016,
N 1 f. zu
Art.
24
mit Hinweisen; vgl. auch
N 1
zu Art.
23
)
.
3
.1.3
Der steuerrechtliche Wohnsitz einer Person befindet sich dort, wo faktisch der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen liegt. Auch der steuerliche Wohnsitzbegriff lehnt sich weitgehend an den Wohnsitzbegriff des Zivilrechts an (Urteil des Bun
desgerichts 8C_522/2015 vom 2
1.
April 2016 E.2.2.2).
Das Bundesgericht hat in konstanter Praxis ausgeführt, dass
es
für eine Wohnsitzverlegung ins Ausland nicht genügt, die Verbindungen zum bisherigen Wohnsitz zu lösen; entscheidend ist vielmehr, dass nach den gesamten Umständen ein neuer Wohnsitz begründet worden ist
. Der Zeitpunkt der Abmeldung am bisherigen
Wohnort
ist hingegen nicht massgebend
(
BGE 138 II 300
E. 3.3)
.
Solange ein «Weltenbummler»
nicht nachweisbar massgebliche Beziehungen - im Sinne der Ansässigkeit - zu einem konkreten anderen Ort im Ausland begründet, wird vom Weiterbestehen des schweizerischen Steuerdomizils
respektive Wohnsitzes
ausgegangen (
BGE 138 II 300
E. 3.6.3).
Dies ist auch für den zivilrechtlichen Wohnsitzbegriff relevant, zumal sich der steuerrechtliche und der zivilrechtliche Wohnsitz in der Regel decken (Urteil des Bundesgerichts 8C_522/2015 vom 2
1.
April 2016 E. 4.3).
3
.1.4
Hinsichtlich der Versicherungspflicht in
d
er Invalidenversicherung geht aus der
Wegleitung über die Versicherungspflicht in der AHV/IV (WVP,
Stand:
1.
Januar 2019)
hervor, dass
der einmal begründete Wohnsitz einer Person bis zum Erwerb eines neuen bestehen bleibt (
R
z
1030
)
. Dies gilt ebenfalls, wenn sich die Person bei ihrer Gemeinde abgemeldet hat. In dieser Weise führt selbst eine länger dauernde Landesabwesenheit nicht ohne weiteres zu einem Wohnsitzwechsel, lässt aber die Aufgabe des schweizerischen Wohnsitzes vermuten. Dies gilt ins
besondere dann, wenn aus den gesamten Umständen auf eine Verlegung des Schwerpunktes der Lebensbeziehungen ins Ausland zu schliessen ist. Welten
bummlerinnen und -bummler beispielsweise haben nicht die Absicht des dauern
den Verbleibens am Aufenthaltsort. Sie begründen somit keinen neuen Wohnsitz
(WVP
Rz 1031
).
3
.2
3
.2.1
Als gesetzlichen Wohnsitz gab der Beschwerdeführer bei seiner Erstanmeldung bei der Invalidenversicherung vom
6.
Oktober 2010 sowie auch im weiteren Ver
lauf durchgehend seine Adresse in
Y._
an (Urk. 8/1/1 und beispielsweise
Urk.
8/9/1-2,
Urk.
8/32/6,
Urk.
8/134/1 und Urk. 8/139/1). Indes hielt er fest, von Januar 2000 bis September 2010 ausserhalb der Schweiz Wohnsitz gehabt zu haben, nämlich «diverse; Hohe See» (Urk. 8/1/3). Sodann merkte er an, er sei nicht in der Schweiz angemeldet und er wolle die Schweiz wieder verlassen, sobald es ihm bessergehe (Urk. 8/147; vgl. auch Urk. 8/150 und ferner Urk. 8/154). Am 3.
April 2019 führte er aus, es sei im Vorfeld
der Abmeldung
besprochen worden, dass er trotz Landesabwesenheit bei der SVA angemeldet und versichert bleibe, zumal er Liegenschaften in der Schweiz besitze, als Geschäftsführer/Verwaltungs
rat einer in der Schweiz registrierten operativen Firma tätig sei sowie Bankkonten bei Schweizer Banken halte. Er sei auch in der Schweiz besteuert worden (Urk. 8/157/2-3). In seiner Eingabe vom
4.
Dezember 2019 machte der Beschwer
deführer
sodann
geltend, sich per Ende 1999 sowohl aus der Schweiz als auch von der SVA Zürich abgemeldet zu haben. Er habe keinen Wohnsitz mehr in der Schweiz (
Urk.
13 S. 1).
3.2.2
Fest steht, dass sich der Beschwerdeführer bei der Gemeinde
Y._
per Ende 1999 ins Ausland ab
ge
meldet
hat
. Dass dies ohne genauere Angaben geschah, deute, laut der Auskunft der Einwohnerkontrolle
Y._
, darauf hin, dass er auf Reisen gegangen sei (Urk. 8/132).
Eine neue behördliche Anmeldung in der Schweiz fand seither nirgend
s
statt, weder in
Y._
noch in
A._
, wo der Beschwerdeführer ein Ferienhaus hat.
Auch i
m Ausland war der Beschwerdeführer unbestrittener
massen nirgends ange
meldet (Urk. 8/155/2), namentlich nicht in
E._
, wo er sich gemäss seinen Angaben
jeweils während maximal 89 Tagen
aufgehalten
hat, e
r
sei
dabei auf seiner Yacht oder auf Yachten von dort ebenfalls nicht ansässigen Freunden
ge
wesen
(
Urk.
8/157/3).
3.2.3
Der Beschwerdeführer ist geschieden und hat zwei erwachsene Kinder.
Er besitzt in
Y._
eine
6,5-Zimmerw
ohnung
im Stockwerkeigentum
und in
A._
ein H
aus. Sodann ist er
im Handelsregister
seit 1988
als einziger Verwaltungsrat der
Z._
AG
eingetragen, die ihren Sitz an der
Adresse
des Beschwerdeführers
in
Y._
hat
(vgl.
Urk.
30)
, indem er einen Teil dieser Wohnung an die AG vermietet hat (Urk.
25/2/2)
.
Im Jahr 2013
und auch 2018
gab der Beschwerdeführer an, dass er eine feste Partnerin habe, die in
F._
wohne, sie hätten keinen gemeinsamen Haushalt, seien aber häufig am einen oder anderen Ort beisammen (
Urk.
8/84/9
, 8/148
).
Gefragt nach seinem Lebensmittelpunkt seit seiner Abmeldung von der Schweiz, gab der Beschwerdeführer
jedoch
in einem Schreiben vom
4.
Dezember 2019
an, dieser befinde sich definitiv nicht mehr in der Schweiz. Er habe keinen Kontakt zu den beiden Kindern oder zu Drittpersonen, zu Vereinen oder zu sonstigen Organisationen. Er bewege sich in einem Freundeskreis,
der
sich
eben
falls mehrheitlich auf
h
oher See oder im Ausland
aufhalte
(
Urk.
13
, 25/2/3
).
Im gerichtlichen Verfahren betreffend die Invalidenrente hatte
er
zu seiner Tätig
keit angegeben,
als
«Commander» auf
seiner
Segelyacht
unterwegs zu sein.
Auf
dieser
Yacht habe er mit seiner Crew auch an interna
tionalen Regatten teilge
nommen. Zudem habe er sämtliche Wartungs- und Reparaturarbeiten sowie Modi
fikationen an seiner Yacht - wo nötig unter Beizug von Dritten - selbst vor
ge
nommen, beispielsweise an Motor, Generator, Klima
anlagen, Elektrik, Elektro
nik etc. (Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2019.00654 vom 28.
Februar 2020
;
Urk.
31
).
Im vorliegenden Verfahren zeigte er auf, dass er
daneben
von seiner Yacht aus durch Aufträge auf ander
en Yachten Einkommen generierte,
er mithin
im Ausland
selbständig erwerbstätig war (
Urk.
13, Anhang).
3.2.4
Mit der Abmeldung von
Y._
ohne Angabe einer Destination, dem
gegenüber
verschiedene
r
Stellen
angegebenen «
sabbatical
leave
» und der seitherigen kon
stanten Weigerung einer behördlichen Neuanmeldung an einem Ort in der Schweiz,
hat der Beschwerdeführer
zumindest in subjektiver Hinsicht
ein
gewichtiges
Indiz für die Aufgabe des Wohnsitzes in der Schweiz gegeben
, da er
sich
hier nicht mehr dauernd aufhalten wollte
. Dennoch genügt nach der bundesgerichtlichen Praxis für eine Wohnsitzverlegung ins Ausland eine solche Abmeldung alleine nicht (BGE 138 II 300 E. 3.3). Seinen Aufenthalt im Ausland gestaltete er mit Absicht so, dass er nirgends im Ausland für längere Zeit an Land ging. Er war auf seiner Yacht zu Hause, mit der er lange Zeit des Jahres unterwegs war, aber auch Zeitabschnitte von unter 90 Tagen in einem Hafen von
E._
lag.
Aufenthalte in der Schweiz fanden nachgewiesenermassen
nicht zur Pflege von
persönlichen oder beruflichen
Lebensbeziehung
en
, die einen Mittelpunkt in der Schweiz begründen könnten, sondern
im Zusammenhang mit den Erkran
kungs
fällen und zur Behandlung statt.
D
ie Hirninfarkte im Jahr 2010
fanden
in
E._
statt. In der Folge kam der Beschwerdeführer nach der Erstbehandlung in
G._
(
Urk.
8/9/4-7) zur medizinischen Behandlung in die Schweiz, hier war er bei der Concordia
Krankenversicherung auch
während der ganzen Zeit
im Ausland
grund- und zusatzversichert (
Urk.
8/53,
Urk.
17).
Er begab
sich in Zürich in die Behandlung der Klinik
C._
(
Urk.
8/6) und ins Universi
tätsspital
H._
(
Urk.
8/9). Von den Insulten erholte er sich wieder gut (vgl.
Urk.
8/30/7), so dass er sich erneut ins Ausland begab (
Urk.
8/36, 8/37).
Für medizinische
Kontrollen kehrte er in die Schweiz zurück (
Urk.
8/41, 8/49) und verbrachte dabei gemäss seiner Darlegung gegenüber der Beschwerdegegnerin die meiste Zeit in seinem Ferienhaus in
A._
, dies vor allem während der Winterzeit (E-Mail vom
8.
Februar 2013,
Urk.
8/80). In
A._
war er auch in hausärztlicher Behandlung (
Urk.
8/104).
N
ach sei
nem
Sturz im Jahr 2018 hatte sich der Be
schwerdeführer nach der Erstbehandlung in
G._
zunächst in
den
Spitälern in
I._
,
J._
und
K._
und hernach erneut zur Behandlung in der
Klinik
C._
und in der Universitätsklinik
B._
in Zürich
aufgehalten,
und
zwar
während langer Zeit (
Urk.
8/139, 8/148).
Dies alles weist daraufhin, dass im Fall, dass es ihm schlecht ging, er
die Absicht hatte,
in die Schweiz
zurück
zu
kehren, auch wenn gemäss
Art.
23
Abs.
1 ZGB ein Aufenthalt in
einer Pflege
station für sich allein keinen Wohnsitz begründet.
3.2.5
Hinsichtlich der Steuerpflicht seit der Abmeldung aus der Schweiz geht
a
us den beigezogenen Steuerunterlagen
hervor
, dass der Beschwerdeführer
ab 2011
und damit auch im massgebenden Zeitraum
- anders als in den Vorjahren, während denen nur der
Liegenschaftenbesitz
versteuert wurde (
Urk.
25/2/2 S
. 1
2)
–
auf
grund
seiner
persönlichen
Zugehörigkeit
und zwar wegen eines Wohnsitzes
im
Kanton Zürich
-
in
Y._
-
steuerpflichtig
im Sinne von
Art.
3
Abs.
1 und 2 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer
war
.
Er wurde
jeweils
für sein V
ermögen -
nicht jedoch für das im Ausland erzielte Einkommen als Selbstä
n
digerwerbender
-
eingeschätzt
(
Urk.
24,
Urk.
25/1 und 25/2
)
, da die Steuerbe
hör
den
mit Verweis auf die erwähnte Rechtsprechu
n
g (vgl. oben E. 3.1
.3)
mangels
eines Nachweises
der Begründung
eines
neuen Wohnsitzes im Ausland
einen anhaltenden Wohnsitz in
Y._
annahme
n.
3.2.6
Was die Anmeldung des Beschwerdeführers bei der Ausgleichskasse anbelangt, war er gemäss IK-Auszug während vieler Jahre und bis 1999 als Angestellter der
Z._
AG angemeldet. Am 2
2.
Dezember 2000 meldet
e
er sich für die Zeit ab 2000 mit der Angabe eines «
sabbatical
leave
» als Nichterwerbstätiger an (
Urk.
20/12). Da kein ausländischer Wohnsitz angegeben worden war, ging die Ausgleich
s
kasse gemäss ihrer Darstellung vom 1
0.
Juli 2019 von einer fortwährenden obliga
to
rischen Versicherungspflicht in der Schweiz
im Sinne von
Art.
1a Abs.1 lit. a
AHVG
aus und erfasste den Beschwerdeführer als Nichterwerbstätigen (Urk.
8/171
). Während der Jahre 2000 bis 2004 wurde der Mindestbeitrag festgelegt und auch einbezahlt, dies mangels Angaben über die Vermögensverhältnisse
zur Haupt
sach
e
bloss provisorisch oder per
Akonto
(
Urk.
20/13
-14, 20/16, 20/18, 20/23
, 8/151). Zur Klärung des Vermögens und der Frage, ob der Beschwerdeführer noch immer auf Auslandreisen sei oder ob er mittlerweile im Ausland Wohnsitz bezogen habe, tätigte die Ausgleichkasse Ende 2005 und 2006 Abklärungen und forderte den Beschwerdeführer mehrfach auf, sich dazu zu äussern (
Urk.
20/29, 20/36, 20/37). Auf die entsprechenden Aufforderungen reagierte der Beschwerde
führer nicht, weshalb die Ausgleichskasse am 3
0.
Oktober 2006 dem Beschwerde
führer mitteilte, sie gehe davon aus, dass er nun im Ausland Wohnsitz habe, weshalb er die Versichertenvoraussetzungen von
Art.
1a AHVG nicht mehr erfülle und er aus der Kassenmitgliedschaft entlassen werde (
Urk.
20/40). Dieses Schrei
ben blieb ohne Reaktion.
Die
Z._
AG deklarierte für das Jahr 2010
noch einmalig
ein
en
an den Be
schwerdeführer als Angestellten ausbezahlten Lohn, was zu einer einmaligen Beitragszahlung und einem IK-Eintrag für das betreffende Jahr von
Fr.
21'120.—führte
. Das hiesige Gericht erachtete
im Urteil vom 2
8.
Februar 2020
allerdings diese Beitragsleistung als nicht nachvollziehbar und gewährte ihr keine
Aussage
kraft
für die Beha
uptung einer tatsächlichen Erwerbstätigkeit
des Beschwerde
führers
im Betrieb, zumal diese Deklaration nach den H
irninfarkten
und eine Lohnanpassung gar erst E
nde 2010 erfolgt war
en
(
Urk.
31)
.
3.3
3.3.1
Für die Frage der Versicherteneigenschaft
im Sinne von
Art.
1a
Abs.
1 lit. a AHVG
in Verbindung mit
Art.
1b IVG
ist einzig der zivilrechtliche Wohnsitzbegriff
und nicht eine sozialversicherungsrechtliche Begriffsbildung
relevant (ZAK 1990 S.
247).
Nach dem massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lich
keit
folgt
aus dem Dargelegten
, dass der Beschwerdeführer nach seiner Ab
meldung
von
Y._
seinen geschäftlichen
und auch seinen privaten
Aufenthalt
ins Ausland verlegt hat
, wo er als Gesunder die meiste Zeit des Jahres auf dem Meer
oder
auf seiner
voll ausgebauten
Yacht
im Hafen
L._
,
in
G._
(
Urk.
25/2/6),
verbracht hat, ohne jedoch an einem konkreten Ort
an Land
Wohn
sitz genommen zu haben. Vielmehr hat er alles
daran gesetzt
, dass er eben gerade nicht als «
residential
» galt
, indem er
sich
vor Ablauf der jeweiligen Meldefrist
en
im
In- und
Ausland wegbegab
(
Urk.
25/2/6)
, was zur Folge hatte, dass seine Steuerpflicht in der Schweiz aufrecht erhalten blieb
. S
einen immer wieder auch gegenüber den Behörden gemachten Hinweis auf den «
sabbatical
leave
» deutet denn auch auf den Willen zu einer Auszeit mit Rückkehrabsicht und nicht auf denjenigen einer dauerhaften Auswanderung hin.
Auch wenn er eigentliche Rück
kehrabsichten in die Schweiz
gegenüber den Behörden
bestritten hat
(
Urk.
25/2/6)
, zeigte sein Verhalten doch auf, dass er
immer
wieder
in die Schweiz zurückkehrte,
vor allem in sein Haus in
A._
und
zwar
sicher
wenn es ihm schlecht ging
,
und er
auch für diesen Fall
hier
die obligatorische Krankenver
sicherung weiterführte (vgl. BGE 138 II 300 E. 3
.
6
.
3)
.
3.3.2
Der Beschwerdeführer ist mithin als «Weltenbummler» anzusehen. Als solcher kommt für ihn
zivilrechtlich grundsät
zlich die Regelung von
Art.
24
Abs.
1 ZGB zur Anwendung, wonach der bisherige Wohnsitz bis zum
Erwerb
eines neuen Wohnsitz
es
bestehen
bleibt.
Für die analoge Anwendung dieser Bestimmung im internationalen Verhältnis
und grundsätzlich auch auf den Bereich des öffentlich-rechtlichen Steuerrechts hat
das Bundesgericht festgehalten, dass der Grundsatz der Einheit der Rechts
ord
nung
sowie
die Rechtsicherheit
dafür
sprechen
würden
, weil solange kein neuer Wohnsitz wirksam
begründet werde, berechtigte Zweifel fortbestehen könnten, ob der alte Wohnsitz wirklich definitiv aufgegeben worden sei. Durch das Ab
stellen auf diese Regelung könne wirksam Rechtsmissbräuchen entgegengewirkt werden (
B
GE 138 II 300 E. 3.6.2).
Was für d
ie
damit erreichte
wirksame Verhin
derung
des
rechtsmissbräuchliche
n
Umgehen
s
von
S
teuer
pflichten gilt, kann nicht
unbesehen auf das Sozialversicherungsrecht mit seinen Folgen der Beitrags
pflicht
,
aber eben auch der Leistungsberechtigung angewendet werden.
Denn
die Anwendung von
Art.
24
Abs.
1 ZGB steht
selber
unter dem Vorbehalt der rechts
missbräuchlichen Berufung
darauf
im Sinne von
Art.
2
Abs.
2
ZGB
.
3.3.3
Auch private Personen sind im Verkehr mit den Behörden an Treu und Glauben gebunden. Ein Ausfluss davon ist das Verbot widersprüchlichen Verhaltens. Die Widersprüchlichkeit kann auf der Unvereinbarkeit zweier Verhaltensweisen und andererseits auf dem Verbot, begründete Erwartungen eines anderen zu ent
täuschen, beruhen (BGE 137 V 394 E.
7.1).
Vorliegend fällt ins Gewicht, dass
der Beschwerdeführer
nach der Abmeldung aus der Schweiz
im Zusammenhang mit der AHV- und der IV-Beitragspflicht
einiges
unternommen hat, um dieser nicht
in
korrekter Weise
nachkommen zu müssen
.
So hatte er seit Jahren, nämlich ab 2005 trotz anfänglicher Anmeldung als Nicht
erwerbstätiger keine B
eiträge mehr entrichtet
. Als die Ausgleichskasse
ab
Septem
ber 2005
aufgrund von Meldungen der Steuerbehörden
Abklärungen zur Frage der
Höhe aber auch der
generellen Beitragspflicht
auf
nahm
(
Urk.
20/37), reichte der Beschwerdeführer trotz Mahnungen
und Androhung von Folgen
keine Anga
ben dazu ein, was zum Schreiben der Ausgleichskasse vom 3
0.
Oktober 2006 führte, worin man ihm beschied, dass man von der zwischenzeitlichen Wohnsitz
verlegung ins Ausland ausgehe
und
ihn daher per 3
1.
Dezember 2004 aus der Kassenmitgliedschaft entlasse (
Urk.
20/40).
Darauf reagierte der Beschwerde
füh
rer nicht
und
kümmerte sich
auch
nicht
(mehr) um die regelmässige Bezahlung der
persönlichen Beiträ
ge
. Diese Mitwirkungspflichten waren
gemäss
Art.
28 Abs.
1 ATSG
jedoch
gegeben und
dem Beschwerdeführer zumutbar
,
und
die entspre
chenden Angaben über seinen Aufenthalt und sein Vermögen und Einkommen konnten mit einem vernünftigen Aufwand nur von ihm bezogen werden.
Es ist daher als höchst widersprüchlich zu bezeichnen, wenn
sich
der Beschwerdeführer einerseits de
r
Verpflich
t
ung zur B
ezahlung
der korrekten B
eiträ
ge und der Abklä
rungen der
Leistungsp
flicht erfolgreich widersetzt
e, bei Einritt des Leistungsrisi
kos für Eingliederungsmassnahmen Jahre später jedoch sich auf die V
ersi
ch
er
ten
eigenschaft und
sein
en
Leistungs
anspruch
berufen will. Dieses widersprüch
liche Verhalten verdient keinen Rechtsschutz im Sinne von
Art.
2
Abs.
2 ZGB (vgl. dazu
Gächter
, Rechtsmissbrauch im öffentlichen Recht, Schulthess 2005, S. 553 mit Hinweisen).
Damit ist die angefochtene Verfügung vom 1
1.
September 2019 im Resultat zu schützen und die Beschwerde abzuweisen.
4
.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung
von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig
. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
8
00.
—
anzusetzen
und sind dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen
.
Das Gericht
erkennt
:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X._
, unter Beilage des Doppels von
Urk.
29
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Beilage des Doppels von
Urk.
28
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.