Decision ID: d3b9e185-17c2-47db-a3fd-f59e7bd85c86
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960
und Mutter eines im Jahr 2000 gebore
nen Sohnes
, hat ein Architekturstudium
(
Urk.
6/1/6) und eine Ausbildung zur Baubiologin respektive Bauökologin absolviert (
Urk.
6/1/5).
Sei
t April 2006 ist sie als
technische Sachbearbeiterin
bei der
Y._
angestellt, zu Beginn mit, seit September 2014 ohne Stellvertreterfunktion
als Bau
-
sekretärin
(
Urk.
6/2/5;
Urk.
6/62/3).
Unter Hinweis auf eine tiefgreifende Verun
sicherung meldete sie sich am 6. März 2013 bei der Invaliden
-
versicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/2). Die Sozialversicherungs
-
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte daraufhin einen Auszug aus dem individu
ellen Konto der Versicherten (IK-Auszug;
Urk.
6/9) sowie Arzt
-
berichte ein (
Urk.
6/10;
Urk.
6/26). Zudem gewährte sie
Unterstützung in Form von Arbeitsplatzerhaltungsmassnahmen sowie eines
Job Coach
s
(
Urk.
6/14 ff.).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/31+35) sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom
1
2.
Juni 2014 bei einem in Anwendung der gemischten Methode ermittelten Invaliditätsgrad von 40
%
mit Wirkung ab 1. September 2013 eine
Viertel
s
rente
der
Inva
-
lidenversiche
rung
sowie eine Kinderrente zu (
Urk.
6/45).
1.2
Nach Abschluss der
Arbeitsplatzerhaltungsmassnahmen
(
Urk.
6/56) klärte die IV-Stelle i
m Rahmen eines Revisionsverfahrens ab Oktober 2014 die medizi
nischen sowie beruflich-erwerblichen Verhältnisse
erneut
ab
(
Urk.
6/61
;
Urk.
6/62+
68
)
. Zudem liess sie einen Bericht über die Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt erstellen (
Urk.
6/64).
Mit Vorbescheid vom 24. Juni 2015 stellte sie
der Versicherten
die Aufhebung der Invaliden
rente auf Ende des folgenden Monats in Aussicht (
Urk.
6/70), was sie in der Folge am 4. September 2015 wie angekündigt verfügte (
Urk.
6/71
=
Urk.
2
).
2.
Hiergegen erhob
X._
mit und
atiertem Schreiben (Poststem
pel vom
16. September 2015)
Beschwerde und stellte folgende
Rechtsbegeh
ren
(
Urk.
1/1 S. 2)
:
„1.
Die Verfügung „Einstellung der Invalidenrente“ vom 04.09.2015 der SVA des Kantons Zürich, 8037 Zürich, sei ersatzlos aufzuheben.
2.
An der Verfügung „Rentenleistungen der IV“ vom 12.06.2014 der SVA des Kantons Zürich, 8037 Zürich, sei festzuhalten.
3.
Krankheitstage die den bereits festgestellten IV-Grad von 40% überstei
gen seien zusätzlich in der Höhe des Lohnausfalls zu vergüten.
4.
Eine allfällige Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin sei der Beschwerdeführerin umgehend zur Stellungna
hme
zuzustellen.
5.
Der Beschwerdeführerin sei eine angemessene
Umtriebsentschädigung
zuzusprechen;
alles unter Kostenfolge zulasten der Beschwerdegegnerin.“
Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 19. Oktober 2015 (
Urk.
5) auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 20. Oktober 2015 (
Urk.
7) zur Kenntnis gebracht wurde.
Jene reichte mit Schrei
ben vom 27. Oktober 2015 (
Urk.
8/1) einen weiteren Arztbericht
ein
(
Urk.
8/2)
und hielt
gleichzeitig
an ihren Anträgen gemäss Beschwerdeschrift fest
. H
ierzu liess
sich die Beschwerdegegnerin nicht mehr vernehmen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsge
mäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Lei
den
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Auf
bietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer
Restarbeits
fähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgeho
ben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invalidi
tätsgrad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die
Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesund
heitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
bemessung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.5
Gemäss Art. 88a
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen oder bei einer Verminderung der Hilflosigkeit, des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder des Hilfebedarfs die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die hierzu notwendige Prognose unterliegt dabei dem im
Sozialversiche
rungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu Art. 88a
Abs.
1 IVV ist eine Rente bei Wegfall der Invalidität im Normalfall erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der anspruchserheblichen Veränderung aufzuheben (BGE 119 V 98 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts I 569/06 vom 20. November 2006 E. 3.3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt, dass die Versicherte zu 80
%
im Erwerbsbereich und zu 20
%
im Haushaltbereich zu qualifizieren sei
. Die Einschränkungen in der
Haushalttä
tigkeit
würden sich auf 8
%
belaufen. Auf entsprechende Nachfrage habe der Arbeitgeber mitgeteilt, dass das Jahreseinkommen der Beschwerdeführerin
Fr. 57‘434.-- betrage. In der früheren Tätigkeit als stellvertretende Bausekretärin würde sie bei einem Beschäftigungsgrad von 80
%
heute
ohne
Gesundheits
schaden
ein jährliches Einkommen von Fr. 92‘537.66 erzielen können. Der Vergleich dieser beiden Einkommen
ergebe eine
Erwerbsein
-
busse
von Fr. 35‘103.66 beziehungsweise eine Einschränkung von 37.93
%
. In Anwendung der gemischten Methode liege der Invaliditätsgrad damit bei 31.95
%
, wes
halb kein Anspruch mehr auf eine Invalidenrente bestehe (
Urk.
2 S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin wandte dagegen im Wesentlichen ein, dass die Herab
setzung des Invaliditätsgrades ohne Stellungnahme ihrer Ärztin verfügt worden sei und auch nicht ihrem Gesundheitszustand entspreche. Sie sei seit dem 10. September 2014
zu 50
%
angestellt. Im Zeitraum vom genannten Datum bis zum 4. Juni 2015 sei sie allerdings an 35 Arbeitstagen krank gewesen. Der Monat Juni 2015 sei der Erste gewesen, in dem sie durchge
hend 50
%
habe arbeiten können. Leider gehe es ihr seit Erhalt des Vorbe
scheides vom 24. Juni 2015 wieder schlechter, wobei sie die Krankheitstage seither mit Ferientagen „decke“. Obwohl sie die leitenden Aufgaben abgege
ben habe, habe sich an ihren fachlichen Aufgaben und auch an ihrem Ein
kommen nichts geändert. Somit gebe es keinen Anlass zur Re
duktion des Invaliditätsgrades (
Urk.
1/1 S. 2 f.).
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnos
tizierte bei der Versicherten am 10. April 2013 eine wahnhafte Stö
rung mit rezidivierenden akuten Episoden, gegenwärtig teilremittiert und mit Systematisierungstendenz (ICD-10 F22.0;
Urk.
6/10/5).
Die agitierte, teilweise depressive und psychotische Symptomatik habe erstmals im Oktober 2006 zu einem freiwilligen stationären Aufenthalt im Kriseninterventionszentrum der
A._
geführt
und her
nach
habe
sich die Versicherte in regelmässige psychiatrische Behandlung begeben (
Urk.
6/10/7). Die wahnhafte Episode ab
Oktober 2006 habe in einem hart
näckigen, systematisierten Wahnerleben bestanden, wobei die Versicherte den körperlichen und sexuellen Missbrauch ihres Sohnes durch den Ex-Ehe
mann vermutet habe. Trotz
zusätzlichen
interaktionellen
Problemen
mit Arbeitskollegen sei sie aber bis auf einige Wochen
vorwiegend arbeitsfähig gewesen (
Urk.
6/10/8). Nach einer Therapiepause von März 2010 bis Septem
ber 2012 sei die Beschwerdeführerin dann wieder in Behandlung gewesen, da sie sich als Versuchskaninchen in einem wissenschaftlichen Experiment gewähnt habe.
Im
weiteren
Verlauf sei es ausserdem zu Ich-Störungen, for
malen Denkstörungen sowie schwerer Depression und Verzweiflung gekom
men, weshalb auf eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit erkannt worden sei (
Urk.
6/10/9). Nachdem sich die Situation
ab
Januar 2013 wieder gebessert habe,
sei
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
(bezogen auf ein 100
%
-Pensum)
attestiert worden, wobei sich die Versicherte
allerdings
an der G
renze ihrer Belastbarkeit bewegt habe
(
Urk.
6/10/11+14
f.
).
3.2
In einem weiteren Bericht vom 14. Februar 2014 stellte
Dr.
Z._
als Diag
nose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische paranoide Schizophrenie mit systematisiertem Wahn (ICD-10 F20.0) fest (
Urk.
6/26/5).
Zwischen April und Dezember 2013 hätten
sich
Ich-Störungen mit
Gedan
kenausbreitung
, Gedankeneingebung sowie akustischen Halluzinationen
manifestiert, was zusammen mit weiteren Symptomen auf eine paranoide Schizophrenie
habe
schliessen lasse
n
(
Urk.
6/26/6).
In der bisherigen Tätig
keit als stellvertretende Bausekretärin und bezogen auf ein Pensum von 80 % bestehe aktuell eine Arbeitsfähigkeit von maximal 30 %. Auf längere Sicht sei der Beschwerdeführerin im neu kreierten angepassten Aufgabenprofil voraussichtlich definitiv keine über 40 % hinausgehende Arbeitsfähigkeit (bezogen auf ein Pensum von 100 %) zu attestieren. Es sei der Versicherten jedoch eine Präsenz von 50 % zumutbar (Urk. 6/26/12).
3.3
Nachdem der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 1
2.
Juni 2014 eine
Viertel
s
rente
der Invalidenversicherung zugesprochen worden war (
Urk.
6/45) äusserte sich
Dr.
Z._
in ihrem Bericht vom 20. Dezember 2014 dahin
gehend, dass der psychopathologische Befund unverändert sei. Die Ver
sicherte sei seit Januar 2014 optimal behinderungsangepasst am ange
stammten Arbeitsplatz eingegliedert und es bestehe eine 60%ige Arbeitsun
fähigkeit (
Urk.
6/61/1). Falls die Situation so erhalten werden könne, sei die Prognose gut. Der Beschäftigungsgrad der Beschwerdeführerin belaufe sich derzeit auf 50
%
und die Arbeitsmotivation sei sehr hoch (
Urk.
6/61/3 f.).
3.4
Mit Schreiben vom 28. September 2015 machte
Dr.
Z._
darauf aufmerk
sam, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten seit dem
20. Dezember 2014 als recht instabil erwiesen habe. An der Diagnose habe sich nichts geändert. Im Berufsalltag habe sich die Beschwerdeführerin stets an den Grenzen ihrer Belastbarkeit bewegt. Zwischen September 2014 und Anfang Juni 2015 sei es zu einem Muster von sich wiederholenden kurzen Krankheitsabsenzen
im Gesamtumfang von 35 Tagen
gekommen, was einer zusätzlichen Arbeitsunfähigkeit von 20
%
bezogen auf ein Vollzeitpensum entspreche. Die Annahme einer andauernden 40%igen Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit als Sachbearbeiterin habe sich in der Realität nicht umsetzen lassen und zumindest ab September 2014 habe eine maximale 30%ige Arbeitsfähigkeit besta
nden. Schliesslich seien bei der Berechnung
des Invaliditätsgrades die Lohnkürzungen ab dem 10. September 2014 vergessen gegangen (
Urk.
8/2).
4.
4.1
Strittig ist, ob die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 4. September 2015
(
Urk.
2)
berechtigterweise
gestützt auf einen neuen
Einkommensver
gleich
die Invalidenrente der Beschwerdeführerin
eingestellt
hat
.
4.2
Der rechtskräftigen
Rentenzusprache
vom 1
2.
Juni 2014
(
Urk.
6/45) lagen im Wesentlichen die Berichte von
Dr.
Z._
vom 10. April 2013 und
14. Februar 2014 zu Grunde (
Urk.
6/10+26), wobei di
ese zuletzt eine chronische paranoide Schizophrenie mit systematisiertem Wah
n (ICD-10 F20.0) diag
nostiziert hatte
(vgl. E. 3.1 f.). Im Weiteren fanden die Angaben des Arbeit
gebers bei der Festlegung des Validen- und Invalideneinkommens Berück
sichtigung (
Urk.
6/27 f.).
B
eim Erlass der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2)
stützte sich die IV-Stelle
primär auf einen Arbeitgeberfragebogen vom 26. Januar 2015 (
Urk.
6/62) sowie einen Haushaltabklärungsbericht vom 1. Juni 2015 (
Urk.
6/64).
Entge
gen der Behauptung der Beschwerdeführerin (
Urk.
1/1 S. 2) holte sie ferner
auch
einen Arztbericht
bei
Dr.
Z._
ein (
Urk.
6/61).
4.3
Ein verbesserter Gesundheitszustand
der Versicherten st
and
im konkreten Fall als Grundlage für eine Rentenrevision nicht zur Diskussion
(vgl.
Urk.
2;
Urk.
6/61)
.
Die IV-Stelle erachtete vielmehr eine wesentliche Veränderung des Invalideneinkommens mit dementsprechenden Auswirkungen auf den Invaliditätsgrad als gegeben.
Die Beschwerdeführerin ist seit April 2006 bei der
Y._
ange
stellt (
Urk.
6/2/5).
Mit
Verfügung vom 1
2.
Juni 2014 hat die IV-Stelle das Invalideneinkommen gestützt auf die Auskünfte der Arbeitgeberin (
Urk.
6/27) auf Fr. 45‘947.20 festgesetzt
(
Urk.
6/28)
. Hierbei ging sie einerseits davon aus, dass die Versicherte ohne Gesundheitsschaden als stellvertretende Bausekretärin bei einem 80
%
-Pensum ein Jahreseinkommen von
Fr. 91‘894.40 hätte erzielen können. Andererseits fand die Einschätzung von
Dr.
Z._
(
Urk.
6/10+26) Berücksichtigung, wonach
X._
die Ausübung einer angepassten Tätigkeit
auf dem Niveau einer Sachbear
beiterin
mit
einem 40%-Pensum zumutbar sei
. Demzufolge errechnete die IV-Stelle in Anwendung der gemischten Methode
(Anteil Erwerbstätigkeit 80
%
und Anteil Haushaltbereich 20
%
)
einen Invaliditätsgrad von 40
%
(
Urk.
6/29 und
Urk.
6/40
).
Nach Abschluss der
Arbeitsplatzerhaltungsmassnahmen
durch die IV-Stelle teilte die Arbeitgeberin auf entsprechende Anfrage hin mit, dass die Ver
sicherte seit dem 10. September 2014 jährlich Fr. 57‘434.-- verdiene
und der
Beschäftigungsgrad 50
%
betrage
(
Urk.
6/62/3;
Urk.
6/68).
Unter zusätzlicher Beachtung eines leicht gestiegenen
Valideneinkommens
von jährlich
Fr. 92‘537.66 und der Ergebnisse des Haushaltabklärungsberichts (
Urk.
6/64) errechnete die IV-Stelle sodann einen rentenausschliessenden
Invaliditäts
grad
von gerundet 32
%
(
Urk.
2 S. 2).
4.4
An dieser Stelle ist somit festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin die Verän
derung des Invalideneinkommens berechtigterweise als Anlass für eine Revision in Betracht zog, da sie geeignet ist, den Invaliditätsgrad zu beein
flussen und die jährliche Einkommensverbesserung jährlich mehr als
Fr. 1‘500.-- beträgt (Art. 31
Abs.
1 IVG; vgl. E. 1.4).
Zu Recht unstrittig ist, dass die Beschwerdeführerin das Invalideneinkommen weiterhin basierend auf dem tatsächlich erzielten Einkommen ermittelt hat.
Für die Festsetzung des trotz Gesun
dheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Recht
sprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invali
dität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr ver
bliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als
Invali
denlohn
(BGE 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b/
aa
mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts I 850/05 vom 21. August 2006 E. 4.2).
Die Beschwerde
-
füh
rerin
arbeitet bereits seit April 2006 für die
Y._
und konnte ihre Anstellung trotz Erkrankung - wenn auch mit tie
ferem Beschäftigungsgrad - behalten. Es handelt sich daher um ein sehr stabiles Arbeitsverhältnis. Das erzielte Einkommen erscheint ferner der Arbeits
-
leistung angemessen.
Zu klären bleibt, welches jährliche Einkommen die Versicherte bei zumutba
rer Ausschöpfung ihrer verbliebenen Arbeitsfähigkeit konkret zu erzielen vermag. Die Beschwerdeführerin macht geltend, es müssten Lohnausfälle aufgrund von Krankheitstagen einbezogen werden.
In
ihrem Bericht vom
10. April 2013
schätzte
Dr.
Z._
die zukünftige Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf maximal 50
%
ein (E. 3.1).
Im weiteren Verlauf ging sie von einer 40%igen (E. 3.2 f.) und in ihrer letzten Stellungnahme vom
28. September 2015 von einer 30%igen Arbeitsfähigkeit aus (E. 3.4). Faktisch ist die Beschwerdeführerin
allerdings
seit dem 10. September 2014 unstreitig in einem 50%-Pensum
als Sachbearbeiterin ohne stellvertretende Funktion
angestellt
(
Urk.
1/1 S. 2;
Urk.
6/62/3;
Urk.
6/68).
Sie hielt in ihrer Beschwer
deschrift
in diesem Zusammenhang
selbst fest, dass
dieser Beschäftigungs
grad für sie zu bewältigen respektive „machbar“ sei (
Urk.
1/1 S.
2 f.
).
Die Arbeitgeberin bestätigte zudem, die Arbeitszeit betrage 4,2 Stunden täglich respektive 21 Stunden pro Woche und der angegebene Lohn entspreche der Arbeitsleistung (Urk. 6/62/3).
Für die Zumutbarkeit des aktuellen
Arbeits
pensums
spricht im Weiteren, dass
sich die krankheitsbedingten Absenzen der Beschwerdeführerin seit dem 10. September 2014 im Vergleich zu den Vorjahren stark reduziert haben (
Urk.
3/2;
Urk.
3/4).
Hinzu kommt, dass die Versicherte über eine sehr hohe Arbeitsm
otivation verfügt (
Urk.
6/61/4) und ihr verbliebenes Arbeitspotenzial
voll ausschöpfen will, was invalidenver
sicherungsrechtlich auch verlangt wird.
Aus
diesen
Gründen ging die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung korrekterweise von einem
Invaliden
einkommen
in Höhe
von
Fr.
57‘
434.-- aus, da dieses dem
zumutbarerweise
durch die Beschwerdeführerin
realisierbaren
Erwerbseinkommen entspricht.
Hinsichtlich des
Einwand
es
der Versicherten
, dass
bei der Berechnung des Invalideneinkommens ihre Lohnausfälle infolge von Krankheitstagen zu berücksichtigen seien (
Urk.
1/1 S. 2) ist
darauf hinzuweisen, dass kurze, vorübergehende Arbeitsunfähigkeiten aus Sicht der Invalidenversicherung nicht relevant sind
(Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Auflage, Zürich
2014,
Art.
4
Rz
5).
Diese
hat demnach nicht für kurzfristige Lohnausfälle Ersatz zu leisten
und jene sind wiederum nicht im
Rahmen der Berechnung des Invalideneinkommens einzubeziehen.
Das Vor
gehen der IV-Stelle ist daher auch in dieser Hinsicht nicht zu beanstanden
.
Die Einschränkungen im Aufgabenbereich (Haushalt)
wie auch die Höhe des
Valideneinkommens
stellte die Beschwerdeführerin
im Übrigen
nicht in Frage
.
5.
Die
Versicherte stellte in ihrer Beschwerdeschrift zusätzlich das folgende Rechtsbegehren:
„3.
Krankheitstage die den bereits festgestellten IV-Grad von 40% überstei
gen seien zusätzlich in der Höhe des Lohnausfalls zu vergüten.“
Eine Entschädigung für Erwerbsausfälle über den Anspruch auf eine Teilrente hinaus ist dem IVG fremd. Namentlich Taggelder werden ausschliesslich im Zusammenhang mit der Durchführung von Eingliederungsmassnahmen aus
gerichtet (vgl.
Art.
22 IVG). In diesem Punkt ist demgemäss auf die Beschwerde nicht einzutreten
.
6.
Zusammengefasst erweist sich d
ie angefochtene Verfügung
als rechtens
,
wes
halb
die Beschwerde
- soweit auf sie eingetreten werden kann - abzuweisen ist.
7
.
Da
die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen
zu prü
fen war
, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Entsprechend dem
Verfahrens
ausgang
sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.