Decision ID: 2ab8bad3-3a96-584d-9cf9-9d79855feae1
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 14. Februar 2006 unter Hinweis auf eine psychische
Krankheit, Schmerzen und einen Unfall zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 1).
A.b Im Bericht vom 14. Juni 2005 des Psychiatriezentrums B._, wo der Versicherte
seit 11. April 2005 in tagesklinischer Behandlung war, kamen die Ärzte zum Schluss,
dass er unter einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung mit mittelgradigen
depressiven Symptomen leide, und attestierten ihm eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(IV-act. 9-8). Diese Einschätzung wurde auch im Bericht vom 10. März 2006 bestätigt
(IV-act. 18). Im Arztbericht vom 25. Februar 2006 führte der Hausarzt Dr. med. C._,
Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, die Diagnosen chronisches zervikal betontes
Panvertebralsyndrom nach HWS-Distorsion am 25. Mai 2004, Schmerz- und
Symptomausweitung mit Konzentrations- und Orientierungsschwäche sowie
Schmerzchronifizierung und somatoforme Schmerzstörung mit mittelgradigen
depressiven Symptomen auf und attestierte dem Versicherten eine volle
Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 9-5 ff.).
A.c Im von der IV-Stelle in Auftrag gegebenen polydisziplinären Gutachten vom 14.
September 2007 diagnostizierten die Experten der MEDAS Bern eine Dysthymia sowie
Spannungsschmerzen. Sie attestierten dem Versicherten in der angestammten
Tätigkeit eine Verminderung der Leistungsfähigkeit um 10% und somit eine
Restleistungsfähigkeit von 90% (IV-act. 41).
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A.d Mit Vorbescheid vom 17. März 2008 stellte die IV-Stelle dem Versicherten bei
einem ermittelten Invaliditätsgrad von 10% die Abweisung des Leistungsbegehrens in
Aussicht (IV-act. 59). Dagegen erhob der Versicherte am 16. April 2008 Einwand (IV-
act. 62) und begründete diesen mit Schreiben vom 13. Mai 2008 (IV-act. 65). Mit
Stellungnahme vom 31. Juli 2008 richtete der RAD einige Zusatzfragen an die
Gutachter (IV-act. 66), welche diese mit Schreiben vom 18. September 2008
beantworteten (IV-act. 68). Der RAD kam daraufhin in der Stellungnahme vom 3.
Oktober 2008 zum Schluss, dass auf das Gutachten der MEDAS Bern nicht länger
abgestellt werden könne (IV-act. 70).
A.e Vom 12. Mai bis 24. Juli 2009 war der Versicherte in stationärer Behandlung in der
Klinik D._. Es wurden eine schwere depressive Episode ohne psychotische
Symptome, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und eine essentielle
Hypertonie, nicht näher bezeichnet, ohne Angabe einer hypertensiven Krise,
diagnostiziert und eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert (IV-act. 87).
A.f Im Auftrag der IV-Stelle wurde daraufhin der Versicherte am 18. November 2009 in
der ABI, Aerztliches Begutachtungsinstitut GmbH, Basel, polydisziplinär untersucht. Im
ABI-Gutachten vom 13. Januar 2010 stellten die Ärzte folgende Diagnosen: leichte
depressive Episode; anhaltende somatoforme Schmerzstörung; chronisches
zervikospondylogenes Schmerzsyndrom, Dysbalancen der Schultergürtelmuskulatur,
klinisch keine Hinweise für radikuläre Symptomatik, radiologisch Osteochondrose
C6/7; chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom rechtsbetont, myostatische
Insuffizienz mit entsprechenden muskuloligamentären Überlastungsreaktionen, klinisch
keine Hinweise für radikuläre Symptomatik, radiologisch bis auf leichte Fehlstatik
altersentsprechender Befund. Der Versicherte sei für eine körperlich leichte bis
mittelschwere, adaptierte Tätigkeit, wie auch die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Maschinenbediener zu 80% arbeits- und leistungsfähig, vollschichtig realisierbar (IV-
act. 86). Der RAD hielt in der Stellungnahme vom 28. April 2010 fest, dass auf dieses
Gutachten abgestellt werden könne (IV-act. 92).
A.g Mit Vorbescheid vom 27. Mai 2010 stellte die IV-Stelle dem Versicherten bei einem
ermittelten Invaliditätsgrad von 20% die Ablehnung des Leistungsbegehrens in
Aussicht (IV-act. 94). Auf den vorsorglichen Einwand vom 28. Juni 2010 (IV-act. 96)
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wurden innerhalb der Frist keine Unterlagen oder Begründung eingereicht, weshalb die
IV-Stelle mit Verfügung vom 12. Juli 2010 das Leistungsbegehren abwies (IV-act. 98).
Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
A.h Im Bericht der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich vom 14. Oktober 2011
hielten die Ärzte fest, dass sie im Gegensatz zu den Vorgutachtern von einer schweren
Depression mit psychotischen Symptomen ausgehen würden (IV-act. 104).
A.i Am 2. November 2011 (Eingang: 7. November 2011) meldete sich der Versicherte
wegen chronischen Schmerzen, Gleichgewichtsstörungen und einer rezidivierenden
schweren Depression mit suizidalen Gedanken erneut zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 105 f.). Der
RAD hielt diesbezüglich in der Stellungnahme vom 19. Dezember 2011 fest, dass sich
im Vergleich zur Referenzlage vom Juli 2010 keine richtungsweisenden, neuen
medizinischen Aspekte ergäben. Die angeblich vorliegende schwere Depression werde
nicht durch entsprechende Befunde belegt und könne nicht nachvollzogen werden (IV-
act. 113).
A.j Mit Vorbescheid vom 14. Februar 2012 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, dass auf das Leistungsbegehren nicht eingetreten werde, da er nicht
glaubhaft dargelegt habe, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten
Verfügung wesentlich verändert hätten (IV-act. 123).
A.k Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben vom 12. März 2012 vorsorglich
Einwand (IV-act. 124). In der Begründung vom 12. April 2012 machte er eine massive
Verschlechterung des Gesundheitszustandes geltend und reichte diverse ärztliche
Berichte ein (IV-act. 126). Daraufhin forderte die IV-Stelle noch weitere medizinische
Berichte ein (IV-act. 128 f., 133 und 136 ff.). In der Stellungnahme vom 19. November
2012 kam der RAD zum Schluss, dass eine polydisziplinäre Begutachtung in Auftrag zu
geben sei (IV-act. 153).
A.l Vom 26. bis 28. Februar 2013 wurde der Versicherte im Auftrag der IV-Stelle in der
medas Ostschweiz polydisziplinär untersucht. Im Gutachten vom 7. April 2013 stellten
die Ärzte folgende Hauptdiagnosen: schwere depressive Episode mit fraglicher
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psychotischer Symptomatik; chronisches cervicospondylogenes Schmerzsyndrom bei
radiologischer Osteochondrose C6/7 ohne Hinweis für eine radikuläre Symptomatik;
chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom rechtsbetont ohne Hinweis auf
radikuläre Symptomaitk, Spondylarthrose L4 bis S1, radiologisch leichte Fehlstatik;
Impingementsyndrom Schulter rechts bei Supraspinatussehnentendinitis und Verdacht
auf Rotatorenmanschettenläsion, radiologisch unauffällige Darstellung der Schulter.
Aus orthopädischer Sicht sei der Versicherte für eine leichte bis mittelschwere
wechselbelastende Tätigkeit ohne häufige Überkopfarbeiten, ohne ständige
Zwangshaltungen von Seiten der Wirbelsäule mit Pausen und einem eingeschränkten
Rendement zu 80% arbeitsfähig. Dies gelte für die zuletzt ausgeübte und die adaptierte
Tätigkeit. Aus psychiatrischer Sicht sei der Versicherte in der bisherigen und in einer
adaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig, da die depressive Symptomatik stark
zugenommen habe. Aus internistischer Sicht könne keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit festgestellt werden. Der Beginn der 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus
psychiatrischer Sicht liege mindestens zwei Jahre zurück (IV-act. 158).
A.m In der Stellungnahme vom 22. Mai 2013 hielt der RAD fest, dass auf das
Gutachten der medas Ostschweiz abgestellt werden könne und mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit seit Februar 2011 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der
bisherigen und in angepasster Tätigkeit auszugehen sei (IV-act. 159).
A.n Mit Vorbescheid vom 7. bzw. 18. Mai 2015 stellte die IV-Stelle dem Versicherten
die Zusprache einer ganzen Rente ab 1. Februar 2012 bzw. wegen verspäteter
Anmeldung ab 1. Mai 2012 in Aussicht (IV-act. 202 und 204).
A.o Mit Einwand vom 9. Juni 2015 stellt der Versicherte folgende Anträge: „1. Der
Beginn der ganzen Rente des Versicherten sei auf den 01.01.2015 festzulegen sowie
die Rentenauszahlung ab 01.08.2006. 2. Eventuell sei: 2.1. Der Beginn der ganzen
Rente des Versicherten auf den 01.02.2012 festzulegen sowie die Auszahlung ab
01.05.2012; 2.2. Die Verfügung vom 12.07.2010 in Wiedererwägung zu ziehen, den
Beginn der ganzen Rente auf 01.06.2010 festzulegen sowie den Beginn der
Auszahlung auf den 01.08.2006. 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen nach den
gesetzlichen Vorschriften.“ Betreffend den Rentenbeginn sei auf das erste Gesuch vom
17. Februar 2006 abzustellen, da es sich vorliegend um den gleichlautenden,
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identischen Sachverhalt handle. Das Psychiatriezentrum B._ habe bereits im Bericht
vom 14. Juni 2005 eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert. Deshalb sei die Verfügung
vom 12. Juli 2010 in Wiedererwägung zu ziehen (IV-act. 209).
A.p Mit Verfügung vom 18. Dezember 2015 bestätigte die IV-Stelle den Anspruch auf
eine ganze Rente ab 1. Februar 2012. Aufgrund der verspäteten Anmeldung werde die
Rente ab 1. Mai 2012 ausgerichtet. Es weise nichts darauf hin, dass die Verfügung vom
12. Juli 2010 falsch oder zweifellos unrichtig gewesen sei. Dem Antrag auf
Wiedererwägung könne deshalb nicht stattgegeben werden (IV-act. 211 und 214).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegend zu beurteilende Beschwerde
vom 1. Februar 2016. Der Beschwerdeführer beantragt, die Verfügung vom 18.
Dezember 2015 sei im Punkte Wiedererwägung aufzuheben, die Verfügung vom 12.
Juli 2010 sei in Wiedererwägung zu ziehen und ihm sei infolge langandauernder
Krankheit ab 1. April 2005 eine ganze IV-Rente mit Beginn ab 1. April 2006
zuzusprechen sowie der Beginn der Auszahlung auf den 1. September 2006
festzulegen. Die Verfügung vom 12. Juli 2010 sei als zweifellos unrichtig und deren
Korrektur als von erheblicher Bedeutung zu qualifizieren sowie die Sache zur weiteren
Behandlung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Die Beschwerdegegnerin sei auf das Wiedererwägungsgesuch
eingetreten und habe es nicht mit einem sogenannten Nichteintretensentscheid
erledigt. Aufgrund des Gutachtens der medas Ostschweiz ergebe sich klar, dass die
früheren Gutachten falsch und rechtswidrig gewesen seien, da sie die schwere
psychische Erkrankung beim Beschwerdeführer nicht erkannt und die Erkenntnisse des
Hausarztes sowie des Psychiatriezentrums B._ ausser Acht gelassen hätten (act. G
1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 10. März 2016 beantragt die Beschwerdegegnerin,
auf die Beschwerde sei nicht einzutreten bzw. die Beschwerde sei abzuweisen. Sie sei
nicht auf das Wiedererwägungsgesuch eingetreten und habe dies dem
Beschwerdeführer fälschlicherweise nicht in einfacher Briefform, sondern in Form einer
anfechtbaren Ver¬fügung im Zusammenhang mit der Rentenzusprache mitgeteilt. Da
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kein gerichtlich durchsetzbarer Anspruch auf Wiedererwägung bestehe, könne das
Gericht auf die Beschwerde nicht eintreten. Die Rentenabweisung vom 12. Juli 2010
sei insbesondere auf Grundlage des ABI-Gutachtens erfolgt, welches der RAD für
nachvollziehbar gehalten habe. Die Angaben im damaligen Gutachten seien durch die
medas Ostschweiz gestützt worden, welche insbesondere auch eine Verschlechterung
des psychischen Zustands in den letzten zwei Jahren festgehalten habe. Aus den
Akten lasse sich somit keine offensichtliche Unrichtigkeit der Verfügung vom 12. Juli
2010 erkennen (act. G 4).
B.c Der Beschwerdeführer verzichtete in der Folge auf die Einreichung einer Replik
(vgl. act. G 6).

Erwägungen
1.
Vorliegend strittig und zu prüfen ist zunächst, ob die Beschwerdegegnerin in der
Verfügung vom 18. Dezember 2015 auf das Wiedererwägungsgesuch des
Beschwerdeführers bezüglich der Verfügung vom 12. Juli 2010 eingetreten ist.
2.
2.1 Gemäss Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann der Versicherungsträger auf formell
rechtskräftige Verfügungen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese
zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist.
Gemäss der konstanten bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann die Verwaltung
nicht verpflichtet werden, ein Wiedererwägungsverfahren zu eröffnen. Es besteht kein
gerichtlich durchsetzbarer Anspruch auf Wiedererwägung (BGE 133 V 52 E. 4.1). Tritt
die Verwaltung auf ein Wiedererwägungsgesuch nicht ein, was im Bestreitungsfall
durch Auslegung ihres diesbezüglichen Schreibens zu ermitteln ist (Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Mai 2008, 9C_505/2007, E. 1.3.3), kann dagegen nicht
Beschwerde erhoben werden (BGE 133 V 55 E. 4.2.2). Auf eine Beschwerde gegen ein
Nichteintreten auf ein Wiedererwägungsgesuch der Verwaltung kann das kantonale
Versicherungsgericht gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung nicht eintreten (BGE
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133 V 54 f. 4.2.1 sowie Urteil des Bundesgerichts vom 2. Mai 2011, 9C_908/2011, E.
2.1.).
2.2 Wenn die Verwaltung hingegen auf ein Wiederwägungsgesuch eintritt, die
Wiedererwägungsvoraussetzungen prüft und anschliessend einen erneut ablehnenden
Sachentscheid trifft, ist dieser nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
beschwerdeweise anfechtbar. Die entsprechende Überprüfung hat sich in einem
solchen Fall indessen auf die Frage zu beschränken, ob die Voraussetzungen für eine
Wiedererwägung der bestätigten Verfügung gegeben sind. Thema des
Beschwerdeverfahrens bildet also einzig die Prüfung, ob der Versicherungsträger zu
Recht die ursprüngliche, formell rechtskräftige Verfügung nicht als zweifellos unrichtig
und/oder deren Korrektur als von unerheblicher Bedeutung qualifiziert hat (Urteil des
Bundesgerichts vom 2. März 2012, 9C_908/2011, E. 2.2 mit Hinweisen u.a. auf BGE
119 V 479 E. 1b/cc).
2.3 Hinsichtlich des Entscheids der Verwaltung sind nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung drei Fälle auseinanderzuhalten, nämlich a) ob die Verwaltung auf das
Wiedererwägungsgesuch nicht eintritt, b) ob sie die Wiedererwägungsvoraussetzungen
zwar prüft, diese aber verneint und das Wiedererwägungsgesuch mit einem erneut
ablehnenden Sachentscheid beantwortet oder c) ob sie die
Wiedererwägungsvoraussetzungen prüft und bejaht sowie einen neuen, von der
ursprünglichen Verfügung abweichenden Sachentscheid trifft. Im Falle c) stellen sich
keine Abgrenzungsprobleme. In den beiden anderen Fällen kann jedoch auch ein an
sich klares Verfügungsdispositiv nicht ausschlaggebend, sondern höchstens ein Indiz
dafür sein, in welchem Sinn die Verwaltung ein Wiedererwägungsgesuch behandelt
hat. Das Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG; seit 1. Januar 2007
Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) hat verschiedentlich auf das auf
Nichteintreten erkennende Verfügungsdispositiv abgestellt. In andern Fällen ist es trotz
dispositivmässigen Nichteintretens näher der Frage nachgegangen, wie die
Begründung der neuen Verfügung zu verstehen ist. Dabei hat das EVG festgehalten,
dass keine materielle Neubeurteilung im Sinne von Fall b) vorliegt, wenn die Verwaltung
bloss die für die seinerzeitige Verfügung ausschlaggebend gewesenen Gründe
wiederholt und unter Hinweis darauf darlegt, weshalb auf das Wiedererwägungsgesuch
nicht eingetreten werden könne. Mit andern Worten führt auch eine summarische
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Prüfung nicht ohne weiteres dazu, eine Gesuchserledigung im Sinn von Fall b)
anzunehmen (Urteil des EVG vom 31. Mai 2002, C 276/01 E. 2a, mit Hinweisen).
3.
3.1 Einen Antrag auf Wiedererwägung der Verfügung vom 12. Juli 2010 stellte der
Beschwerdeführer mit Einwand vom 9. Juni 2015 (IV-act. 209-1). Mit Vorbescheid vom
18. Mai 2015 habe die Beschwerdegegnerin ihre Bereitschaft gezeigt, die Verfügung
vom 12. Juli 2010 in Wiedererwägung zu ziehen. Alles andere würde dem vorliegenden
Sachverhalt nicht gerecht werden. Letztlich decke sich nun der Vorbescheid vom 18.
Mai 2015 mit der Auffassung der Beschwerdegegnerin laut Feststellung vom 23.
Februar 2009, welche sich mit der damaligen, sehr fundiert vorgetragenen
Überzeugung des RAD vom 3. Oktober 2008 gedeckt habe. Der Vorbescheid zeige,
dass die Verfügung vom 12. Juli 2010 zweifellos unrichtig gewesen sei. Ihre
Berichtigung sei notwendig und von erheblicher Bedeutung, weil der Beginn des
Anspruchs des Beschwerdeführers auf eine ganze Rente ins Jahr 2005 und die
Auszahlung der Rente ins Jahr 2006 zurückzuverlegen sei. Es könne schlechterdings
nicht stimmen, dass der Beschwerdeführer laut Verfügung vom 12. Juli 2010 sowohl in
seiner angestammten als auch in einer adaptierten Tätigkeit 80% arbeitsfähig gewesen
sei und sieben Monate später eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorliege, obwohl sich
die medizinischen Grundlagen seit dem Jahr 2005 nicht geändert hätten (IV-act.
209-10 f.).
3.2 In der Verfügung vom 18. Dezember 2015 führte die Beschwerdegegnerin
diesbezüglich aus, das erste Rentengesuch vom 17. Februar 2006 sei mit
rechtsgültiger Verfügung vom 12. Juli 2010 gestützt auf das ABI-Gutachten vom 13.
Januar 2010 mit einem Invaliditätsgrad von 20% abgewiesen worden. Mit
Wiederanmeldung vom 7. November 2011 habe der Beschwerdeführer aufgrund der
gesundheitlichen Verschlechterung neuerlich Rentenleistungen beantragt. Der
medizinische Sachverhalt sei in der Folge erneut gutachterlich abgeklärt worden. Im
Gutachten der medas Ostschweiz sei eine gesundheitsbedingte Verschlechterung der
depressiven Symptomatik ausgewiesen. Es bestehe keine medizinische Grundlage,
warum der Beginn der langdauernden Arbeitsunfähigkeit nicht auf den 1. Februar 2011
gemäss RAD-Stellungnahme vom 22. Mai 2013 gelegt werden könne. Nach den
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vorliegenden Unterlagen und den Abklärungsergebnissen weise nichts darauf hin, dass
die Verfügung vom 12. Juli 2010 falsch oder zweifellos unrichtig sei. Dem Antrag auf
Wiedererwägung könne deshalb nicht stattgegeben werden (IV-act. 211). Die
Beschwerdegegnerin macht geltend, dass sie damit auf das Wiedererwägungsgesuch
nicht eingetreten sei. Fälschlicherweise habe sie das Nichteintreten auf das