Decision ID: b61922a6-69bc-4bd1-b087-25ff17a26bec
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ war bei der Holzofenbäckerei B._ AG tätig und dadurch bei der
Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Mobiliar) gegen
die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten obligatorisch versichert. Am 21.
Dezember 2015 (Posteingang) meldete die Arbeitgeberin der Mobiliar, die Versicherte
habe seit mehreren Monaten Schmerzen und einen Verlust der Hebekraft im rechten
Handgelenk nach gewissen Handbewegungen. Das Schadendatum sei unbekannt (UV-
act. U1). Die Versicherte gab am 19. Januar 2016 auf einem Fragebogen der Mobiliar
an, sie habe am 18. August 2015 eine Brotkiste in den Lieferwagen laden wollen. Dabei
sei ihr die Brotkiste aus der Hand geglitten und beim Nachfassen habe es ihr das
rechte Handgelenk “abgeknickt“. Sie sei vorerst nicht zum Arzt gegangen, weil sie
geglaubt habe, es handle sich um eine normale Verstauchung, die von selber heilen
werde (UV-act. U2).
A.b Dr. med. C._, Allgemeine Medizin FMH, hatte am 8. und 22. Dezember 2015
über seit langem bekannte Handgelenksschmerzen berichtet. Es bestünden teils
blitzartig einschiessende Schmerzen in das Handgelenk vor allem ulnarseits. Eine
Minusvariante der Ulna liege nicht vor. Er hatte ein Überlastungssyndrom des
ulnocarpalen Handgelenks rechts diagnostiziert und der Versicherten Analgesie, eine
Schiene sowie Schonung verordnet (UV-act. K19, M2).
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A.c Mit Schreiben vom 29. Januar 2016 teilte die Mobiliar der Versicherten mit, es
müsse davon ausgegangen werden, dass ihre Beschwerden ab 8. Dezember 2015
(Datum der Erstbehandlung) nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im
Zusammenhang mit dem Ereignis vom 18. August 2015 stünden. Sie lehne daher einen
Anspruch auf Versicherungsleistungen ab (UV-act. K8). Die Versicherte führte am 8.
Februar 2016 aus, sie habe sich beim Unfall vom 18. August 2015 beim Einladen der
Backwaren in den Lieferwagen verletzt. Da sie nicht wegen jeder Bagatelle zum Arzt
gehe, habe sie im August 2015 keine Unfallmeldung gemacht. Erst im Dezember 2015
habe ihre Arbeitgeberin den Unfall gemeldet, da sie immer noch
Handgelenksschmerzen verspürt habe. Das Ereignis sei entsprechend als Unfall
anzuerkennen (UV-act. K9).
A.d Mit Verfügung vom 19. Februar 2016 lehnte die Mobiliar einen Anspruch auf
Versicherungsleistungen ab. Sie begründete, es handle sich beim genannten Ereignis
nicht um einen Unfall im Sinne des Gesetzes, da es am Erfordernis eines
ungewöhnlichen äusseren Faktors fehle. Es liege auch keine unfallähnliche
Körperschädigung vor (UV-act. K11).
B.
B.a Dr. med. D._, Facharzt Plastische und Handchirurgie, Spital E._, berichtete am
26. Februar 2016 über einen Verdacht auf eine traumatische Läsion des triangulären
fibrocartilaginären Komplexes (TFCC) des Handgelenks rechts nach Distorsionstrauma
im August 2015. Er bitte die Mobiliar um Anerkennung des Unfallschadens, da keine
Vorerkrankungen an der Extremität vorhanden seien und seines Erachtens die
Kausalität zur Distorsion eindeutig gegeben sei (UV-act. M4). Die Mobiliar hielt am 10.
März 2016 an ihrer Leistungsablehnung fest (UV-act. K13).
B.b Die Versicherte hatte am 9. März 2016 Einsprache gegen die Verfügung vom 19.
Februar 2016 erhoben. Sie hatte vorgebracht, beim Ereignis vom 18. August 2015 habe
es sich um einen Unfall gehandelt. Allenfalls sei die Überlastung der TFCC als
Berufskrankheit anzuerkennen (UV-act. K16). Der Einsprache hatte sie ein
Informationsblatt von Dr. D._ bezüglich TFCC-Läsion, Ulnaverkürzung und möglicher
Behandlung beigelegt (vgl. UV-act. K15). Am 23. April 2016 brachte sie ergänzend vor,
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sie habe vor dem Unfall vom 18. August 2015 keine Schmerzen oder sonstige
Beschwerden am Handgelenk gehabt (UV-act. K20).
B.c Am 11. März 2016 hatte Dr. D._ festgehalten, kernspintomographisch (vgl. MRT-
Untersuch vom 1. März 2016; UV-act. M9) zeige sich eine degenerative TFCC-Läsion
mit diskretem Ulna-Impingement. Ein Kausalzusammenhang mit dem
Distorsionstrauma sei vorhanden, da die Versicherte vorher an der jetzt verunfallten
Extremität völlig beschwerdefrei gewesen sei und im zeitlichen Abstand gesehen die
initial traumatische Verletzung auch degenerative Spuren hinterlassen haben könne. Er
bitte daher nochmals um die Anerkennung des Unfallschadens. Vom therapeutischen
Aspekt her werde mittelfristig eine Ulnaverkürzungsosteotomie nochmals diskutiert
werden (UV-act. M6).
B.d Dr. med. F._, Facharzt für Chirurgie, beratender Arzt der Mobiliar, befand am 15.
Juni 2016, die Kriterien für die Übernahme des TFCC-Schadens als Berufskrankheit
seien nicht erfüllt. Eine äussere Einwirkung im Sinne eines Unfalls habe nicht
stattgefunden, es sei jedoch zu einem programmwidrigen Ablauf gekommen. Mangels
Listenverletzung liege keine unfallähnliche Körperschädigung vor (UV-act. M13).
B.e Gestützt darauf wies die Mobiliar die Einsprache mit Entscheid vom 22. Juni 2016
ab (UV-act. K34).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 22. Juni 2016 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 22. August 2016. Die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin)
beantragte darin dessen Aufhebung und die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen,
insbesondere Heilbehandlungen und Taggelder. Eventualiter sei die Angelegenheit zur
Durchführung weiterer Abklärungen an die Mobiliar (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Sie machte geltend, beim Ereignis vom 18. August 2015 sei es zweifellos zu einem
programmwidrigen Ablauf gekommen und aufgrund des Gewichts der Brotkiste von
rund 20 kg sowie deren Abrutschens sei ein äusserer Faktor gegeben, welcher
aufgrund der Programmwidrigkeit auch als aussergewöhnlich zu qualifizieren sei. Der
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Unfallbegriff sei deshalb erfüllt. Aufgrund der medizinischen Beurteilung von Dr. D._
sei nachgewiesen, dass die TFCC-Läsion unfallkausal sei. Die Beschwerdegegnerin
habe die gesetzlichen Leistungen daher zu übernehmen (act. G1).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 20. September
2016 die Abweisung der Beschwerde. Sie führte aus, auch unter Berücksichtigung des
erstmals geltend gemachten Gewichts der Kiste von 20 kg könne kein ungewöhnlicher
äusserer Faktor bejaht werden. Der natürliche Ablauf der Körperbewegung sei durch
nichts Programmwidriges beeinträchtigt worden. Da der Unfallbegriff nicht erfüllt sei,
erübrige sich die Prüfung des natürlichen Kausalzusammenhangs (act. G3).
C.c In ihrer Replik vom 31. Oktober 2016 hielt die Beschwerdeführerin an ihren
Anträgen fest. Sie brachte vor, die in der MRI-Untersuchung vom 1. März 2016
festgestellten degenerativen Schäden liessen sich dadurch erklären, dass der Unfall im
Untersuchungszeitpunkt bereits über ein halbes Jahr zurückgelegen habe. Das
Vorliegen einer Programmwidrigkeit sei gemäss Dr. F._ zu bejahen und der
Unfallbegriff damit erfüllt (act. G5).
C.d Mit Duplik vom 30. November 2016 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag
fest. Sie führte gestützt auf eine neu eingereichte Aktenbeurteilung von Dr. F._ vom
23. November 2016 (vgl. act. G7.1) aus, der nachgewiesene degenerative Schaden
habe sich nicht innerhalb des kurzen Zeitraums zwischen dem Ereignis vom 21.
Dezember 2015 und der MRI-Untersuchung vom 1. März 2016 bilden können. Das
Nachfassen einer angeblich 20 kg schweren Brotkiste stelle keinen Kraftaufwand dar,
der ungewöhnlich im Rechtssinne sein könnte. Der Unfallbegriff sei gemäss
einheitlicher Rechtsprechung nicht erfüllt (act. G7).
C.e Mit Eingabe vom 14. Dezember 2016 brachte die Beschwerdeführerin vor, der
Unfall habe sich nicht am 21. Dezember, sondern am 18. August 2015 ereignet. Die
Beurteilung von Dr. F._ basiere damit auf falschen Annahmen (act. G9). Die
Beschwerdegegnerin nahm am 21. Dezember 2016 dazu Stellung (act. G11).

Erwägungen
1.
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Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden
daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2015 zur Diskussion steht, die bis 31.
Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
2.
Streitig und vorliegend zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin als obligatorische
Unfallversicherung der Beschwerdeführerin für die Folgen des Ereignisses vom 18.
August 2015 leistungspflichtig ist. Unbestritten handelt es sich bei der TFCC-Läsion
der Beschwerdeführerin um keine unfallähnliche Körperschädigung (act. G5, Art. 9
UVV) und auch das Vorliegen einer Berufskrankheit (Art. 9 UVG) wurde im
Beschwerdeverfahren nicht mehr vorgebracht (vgl. act. G1, G5). Es ist damit nur zu
beurteilen, ob es sich beim genannten Ereignis um einen Unfall handelte.
2.1 Als Unfall gilt gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht beabsichtigte
schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den
menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen
Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Dabei bezieht sich das Begriffsmerkmal der
Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern auf den Faktor
selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere
Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog (BGE 112 V 202 f.
E. 1). Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen
Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich
im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht fallen (RKUV
2000 Nr. U 368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen; BGE 122 V 233 E. 1, 121 V 38 E. 1a, je mit
Hinweisen). Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen
äusseren Faktors auch in einer unkoordinierten Bewegung (RKUV 1999 Nr. U 333 S.
199 E. 3c/aa und Nr. U 345 S. 422 E. 2b; ALFRED MAURER, Schweizerisches
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Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 176 f.) oder in einer (im Hinblick auf die
Konstitution und berufliche oder ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden
Person) ausserordentlichen Überanstrengung (vgl. BGE 116 V 139 E. 3b; RKUV 1994
Nr. U 180 S. 38 E. 2) bestehen. Bei Körperbewegungen ist das Merkmal der
Ungewöhnlichkeit erfüllt, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den
natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat.
Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu
bejahen; denn der äussere Faktor - Veränderung zwischen Körper und Aussenwelt - ist
wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE
130 V 117 E. 2.1; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1.
Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundes¬gerichts] vom 7. Oktober 2003,
U 32/02, E. 2.2; RKUV 1996 Nr. U 253 S. 204 E. 4c und 1994 Nr. U 180 S. 38 E. 2 mit
Hinweisen).
2.2 Die leistungsansprechende Person muss die einzelnen Umstände des
Unfallgeschehens glaubhaft machen. Zur Glaubhaftmachung genügt es nicht, einen
Gesundheitsschaden nachzuweisen, der möglicherweise auf ein Unfallereignis
zurückgehen könnte, sondern es müssen über das konkrete Geschehen wahre, genaue
und wenn möglich ins Einzelne gehende Daten namhaft gemacht werden, aufgrund
derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich über die Umstände des Ereignisses
ein Bild zu machen und diese in objektiver Weise abzuklären. Im Streitfall obliegt es
dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt
sind. Zu diesem Zweck hat es den Sachverhalt von Amtes wegen zu untersuchen, kann
aber die Mitwirkung der Parteien beanspruchen (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG; THOMAS
LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern
2014, § 70 N. 2 ff., N. 20; ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 29; RKUV 1990 Nr. U
86 S. 50). Das Gericht stellt auf jene Sachverhaltsdarstellung ab, die es von allen
möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. dazu LOCHER/
GÄCHTER, a.a.O., § 70 N. 58 f.: Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im
Sozialversicherungsrecht, die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts
genügt den Beweisanforderungen nicht).
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2.3 In der ursprünglichen Schadenmeldung der Arbeitgeberin wird als Schadendatum
“unbekannt“ angegeben und das schädigende Ereignis nicht beschrieben. Es ist
lediglich erwähnt, die Beschwerdeführerin leide seit mehreren Monaten unter
Schmerzen und einem Verlust der Hebekraft im rechten Handgelenk nach gewissen
Handbewegungen (UV-act. U1). Wie die Beschwerdeführerin jedoch am 19. Januar
2016 nachvollziehbar ausführte, bezogen sich diese Angaben auf die zur Zeit der
Unfallmeldung vom Dezember 2015 bestehende Gesundheitssituation und nicht das
schädigende Ereignis (vgl. UV-act. U2). Den übrigen Akten ist als Schadendatum
wiederholt der 18. August 2015 zu entnehmen (vgl. UV-act. U2, M13, K9). Die
Beschwerdeführerin gab am 19. Januar 2016 an, sie habe eine Brotkiste in den
Lieferwagen laden wollen. Da sei ihr diese Brotkiste aus der Hand geglitten. Beim
Nachfassen habe es ihr das (rechte) Handgelenk “abgeknickt“. Daraufhin habe sie ihre
Arbeit fortsetzen können, obwohl das Handgelenk geschmerzt habe. Sie sei vorerst
nicht zum Arzt gegangen, da sie geglaubt habe, es handle sich um eine normale
Verstauchung, welche von selbst heilen werde (UV-act. U2). Mit Eingabe vom 8.
Februar 2016 und Einsprache vom 9. März 2016 brachte die Beschwerdeführerin
lediglich vor, sie habe sich beim Einladen der Backwaren in den Lieferwagen das
rechte Handgelenk verletzt. Beim Nachfassen der Brotkiste handle es sich um eine
plötzliche Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors (UV-act. K9, K16). Ein
“Abknicken“ der Hand erwähnte sie nicht. In ihrer Beschwerde brachte sie sodann vor,
sie habe die rund 20 kg schwere Kiste auf einen bereits vorhandenen Stapel stellen
wollen. Dabei sei ihr die Kiste aus der Hand gerutscht und beim Versuch diese
aufzufangen, sei ihr rechtes Handgelenk abgeknickt. Es seien umgehend Schmerzen
im Handgelenk aufgetreten und es sei zu einer leichten Schwellung gekommen (act.
G1). Dr. D._ erwähnte in seinen Berichten vom 26. Februar und 11. März 2016 ein
Distorsionstrauma im August 2015 ohne den Unfallhergang zu schildern. Die Annahme,
eine Distorsion habe stattgefunden, stützte sich offensichtlich auf die Angaben der
Beschwerdeführerin (UV-act. M4 ff.). Anhand der Akten erstellt sind damit ein
Entgleiten der Brotkiste und eine Nachfassbewegung mit der rechten Hand. Ob es
darüber hinaus zu einem eigenständigen Bewegungsvorgang im Sinne eines
“Abknickens“ der rechten Hand kam und wie dieser genau vonstattenging, ist jedoch
fraglich bzw. bleibt unbewiesen.
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2.4 Die Beschwerdeführerin liess die nach ihren Angaben am 18. August 2015
entstandene Verletzung erst Mitte Dezember (Posteingang 21. Dezember) 2015 der
Beschwerdegegnerin melden (vgl. UV-act. U1). Der Unfallbegriff ist nur gegeben, wenn
das Ereignis eine Schädigung der Gesundheit zur Folge hat. Fehlt eine solche, ist kein
Unfall gegeben. Eine Gesundheitsschädigung macht sich im Regelfall zeitnah
bemerkbar, woraus sich ebenfalls zeitnah die Notwendigkeit ärztlicher Konsultationen
bzw. Untersuchungen und Heilbehandlungen ergibt. Aus den darüber erstellten
ärztlichen Dokumenten lässt sich schliessen, ob eine versicherte Person tatsächlich
eine Verletzung erlitten hat und falls ja, welche Diagnosen von ärztlicher Seite gestellt
und welche Befunde erhoben wurden. Im konkreten Fall liegen keinerlei echtzeitliche
Dokumente vor, welche Aufschluss hinsichtlich des Unfallbegriffsmerkmals der
Schädigung der Gesundheit geben würden. Den Akten lassen sich einzig subjektive
Angaben der Beschwerdeführerin entnehmen. Diese hat sich erstmals am 19. Januar
2016, mithin fünf Monate nach dem angeschuldigten Ereignis, zum Geschehen
geäussert (vgl. UV-act. U2). Die wenigen späteren ärztlichen Ausführungen zum
Unfallereignis stützen sich einzig auf die anamnestischen Angaben der
Beschwerdeführerin. Die erste ärztliche Behandlung erfolgte aktenkundig am 8.
Dezember 2015 bei Dr. C._ (vgl. UV-act. K19). Das Abwarten von rund vier Monaten
ohne ärztliche Behandlung oder Kontrolle mit durchgehender Arbeitsfähigkeit spricht
grundsätzlich gegen das Erleiden eines Unfalls mit der Folge einer
Gesundheitsschädigung. Die Erklärung der Beschwerdeführerin, wonach sie vorerst
nicht zum Arzt gegangen sei, da sie geglaubt habe, dass es sich um eine normale
Verstauchung handle, welche selbst heile (UV-act. U2), ändert nichts an dieser
Sichtweise. Denn es ist unwahrscheinlich, dass eine versicherte Person, die beruflich
auf die Gebrauchsfähigkeit der Hände angewiesen ist, nach einem Unfallgeschehen
dauerhafte Schmerzen und einen Verlust der Hebekraft im rechten Handgelenk
während vier Monaten akzeptiert, sich nicht ärztlich untersuchen lässt und auf diese
Weise auch einen allfälligen Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung aufs Spiel
setzt. Es fehlen vorliegend echtzeitliche Hinweise auf unmittelbare gesundheitliche
Auswirkungen des angegebenen Ereignisses sowie anfängliche Unfallschilderungen,
weshalb über Art, Ausmass und Ursache der “Nachfassbewegung“ und des
“Abknickens“ des Handgelenks keine Details bekannt sind und damit grundsätzlich nur
noch Vermutungen angestellt werden können. Die Konsequenzen der Beweislosigkeit
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der echtzeitlichen Umstände des geltend gemachten Unfalls sind von der
Beschwerdeführerin zu tragen, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt eine
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin ableiten will.
2.5 Das Heben eines Gegenstandes, konkret einer Kiste voller Brot mit beiden Händen
vor dem Körper um sie in einen Lieferwagen zu laden, stellt eine – wenn auch
möglicherweise anstrengende – so doch normale körpereigene Bewegung dar, wobei
der Rahmen des Alltäglichen oder Üblichen nicht überschritten wird. Ein Unfallereignis
bzw. ein ungewöhnlicher äusserer Faktor ist in dieser Hinsicht zu verneinen (vgl.
RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 31). Auch der von der Beschwerdeführerin
geschilderte Vorgang eines mit der rechten Hand ausgeführten reflexartigen
Nachfassens nach der weggleitenden Brotkiste ist als solcher nicht ungewöhnlich. Er
ist auch nicht in besonderer, einem Ausgleiten oder einem Sturz der versicherten
Person vergleichbarer Weise geeignet, zu einer unphysiologischen Belastung einzelner
Muskeln, Muskelgruppen, Sehnen oder Bändern zu führen. Dies gilt selbst dann, wenn
es in der Folge zu einem (leichten) “Abknicken“ des Handgelenks kam, zumal dieses
Teil des Bewegungsvorgangs sein konnte und damit nicht unbedingt als
aussergewöhnlich zu gelten hat. Bei einer Distorsion, wie sie von Dr. D._ gestützt auf
die Angaben der Beschwerdeführerin erwähnt wurde (vgl. UV-act. M4 ff.), handelt es
sich zudem zwar im Regelfall um eine traumatisch bedingte Diagnose, die sich jedoch
durch verschiedenste Schweregrade auszeichnen kann. Sie kann durchaus auch nach
einem geringfügigen Vorfall auftreten und nur einem unfallähnlichen Ereignis ohne
Programmwidrigkeit im Sinne eines ungewöhnlichen äusseren Faktors entstammen
(vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. November
2016, UV 2015/9, E. 3.4, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch, Dienstleistungen,
Rechtsprechung, Versicherungsgericht). Das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren
Faktors ist auch nicht bereits deshalb zu bejahen, weil die Bewegung des Nachfassens
schnell bzw. reflexartig ausgeführt worden ist. In vergleichbaren Fällen hat das EVG
das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors verneint, so beim reflexartigen
Auffangen eines weggekippten Einkaufwagens (Urteil vom 21. März 2006, U 222/05, E.
3.2), beim reflexartigen Greifen nach einem 100 kg schweren Gusseisenradiator, der
beim zu zweit ausgeführten Transport wegzugleiten drohte (Urteil vom 12. April 2000, U
110/99, E. 3), beim Wiederherstellen des Gleichgewichts durch eine heftige
Handbewegung anlässlich des Transports einer 100 bis 150 kg schweren Türe, beim
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Heben eines ca. 60 kg wiegenden Papierstapels und reflexartigem Nachfassen, als
dieser in sich zusammenzufallen drohte, und beim ruckartigen An-sich-nehmen eines
von einem fahrbaren Wagenheber herunterzufallen drohenden Motors mit einem
Gewicht von ca. 80 kg (siehe zu diesen Beispielen das Urteil vom 23. Mai 2006, U
144/06, E. 2.2 mit Hinweisen auf SUVA-Jahresberichte). Auch im Fall einer versicherten
Person, die vorgeschnellt war und reflexartig mit einer Armbewegung versucht hatte,
einen auf einem unvermittelt wegzukippen drohenden Transportroller stehenden
Oleander in die Senkrechte zu reissen, hatte das EVG gleich entschieden (Urteil vom
23. Mai 2006, U 144, 06, E. 2.2). Ebenso verneinte das Bundesgericht die
Ungewöhnlichkeit einer reflexartigen Bewegung, mit welcher eine versicherte Person
einen sich ruckartig lösenden, ca. 25 kg schweren Harass aus einem Regal
herausgezogen hatte (Urteil vom 10. April 2014, 8C_783/2013, E. 6.2). Das Auftreten
von Schmerzen als solches ist kein äusserer (schädigender) Faktor im Sinne der
Rechtsprechung (vgl. BGE 129 V 470 E. 4.2.1). Der von der Beschwerdeführerin
erwähnte Entscheid des Versicherungsgerichts vom 26. Februar 2013, UV 2012/42
(act. G1), bei dem ein Unfallereignis bejaht wurde, unterscheidet sich insofern vom
vorliegenden Fall, als nachgewiesenermassen beim Umlagern ein schwerer Patient auf
die linke Hand der versicherten Person stürzte, welche sich eine Handgelenksdistorsion
zuzog. Vorliegend stürzte jedoch kein Gewicht auf die Hand bzw. das Handgelenk der
Beschwerdeführerin.
2.6 Den Sachverhalten in den erwähnten höchstrichterlichen Entscheiden und dem
von der Beschwerdeführerin geschilderten Ereignis ist zudem gemeinsam, dass der
natürliche Ablauf der reflexartigen Körperbewegung jeweils nicht durch etwas
Programmwidriges oder Sinnfälliges wie ein Ausgleiten oder Stolpern oder ein
reflexartiges Abwehren eines Sturzes beeinträchtigt worden ist. Vielmehr vermochte die
Beschwerdeführerin offenbar die Nachfassbewegung ungestört mit dem angestrebten
Ziel (Verhinderung des Herunterfallens der Brotkiste) zu vollenden. Dr. F._ führte am
15. Juni 2016 aus, es sei zweifellos zu einem programmwidrigen Ablauf gekommen
(UV-act. M12). Er begründete seine Aussage jedoch nicht, weshalb sie nicht überzeugt.
Mit der Beschwerdegegnerin (act. G3) ist zudem darauf hinzuweisen, dass es sich bei
der Beurteilung des Unfallbegriffs nicht um eine medizinische, sondern eine rechtliche
Frage handelt.
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2.7 Etwas Ungewöhnliches lässt sich auch nicht im Kraftaufwand erkennen, der für
das Nachfassen der Brotkiste erforderlich war. Die höchstrichterliche Rechtsprechung
orientiert sich hier insbesondere an Gewichten, welche von konkreten Personen unter
bestimmten Umständen getragen werden können. Ohne Störung des
Bewegungsablaufs durch etwas Programmwidriges wird bei Überanstrengungen nur
selten, d.h. bei sehr hohen Gewichten und allfälligem Hinzutreten weiterer Umstände -
wie eine unglückliche Bewegung, eine nicht optimale Körperstellung vor dem Heben
einer schweren Last oder ein Heben in hektischer unerwarteter Weise - ein Unfall
anerkannt (vgl. Urteil des EVG vom 6. Mai 2002, U 477/00, E. 3b, und vom 27. Juli
2001, U 7/00, E. 4b/dd; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 39 E. 3b und c; Suva-Jahresbericht
1988 Nr. 8 S. 15, vgl. auch MAURER, a.a.O., S. 178 Anm. 359). Eine den Unfallbegriff
erfüllende Überanstrengung im Sinne eines ungewöhnlichen äusseren Faktors wurde
von der Rechtsprechung nur bei Lasten von mehr als 100 kg bejaht (Urteil des
Bundesgerichts vom 23. Oktober 2009, 8C_319/2009, E. 3.3 mit Hinweis auf Urteil des
EVG vom 9. Oktober 2003, U 360/02). In Fällen, in welchen die zu hebenden Lasten
zwischen 50 und 100 kg schwer waren, wurde eine den Unfallbegriff erfüllende
Überanstrengung im Sinne eines ungewöhnlichen äusseren Faktors verneint (Urteil des
EVG vom 9. Oktober 2003, U 360/02, E. 3.4 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des
Bundesgerichts vom 11. Januar 2010, 8C_1029/2009, E. 2.1, und 25. August 2011,
8C_246/2011, E. 4.4). Angesichts dieser Kasuistik fällt beim Hantieren mit einer rund 20
kg schweren Brotkiste ein Unfall bzw. ein ungewöhnlicher äusserer Faktor ausser
Betracht. Weiter ist zu berücksichtigen, dass eine berufsübliche Anstrengung, wie sie in
einem Betrieb immer wieder vorkommt, nicht als Unfall gilt (MAURER, a.a.O., S. 178;
BGE 116 V 139 E. 3b, mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38). Das Tragen und
Aufeinanderstapeln von gefüllten Brotkisten gehört zu den üblichen Tätigkeiten der
Beschwerdeführerin an ihrem Arbeitsplatz (vgl. act. G1). Angesichts des Gesagten ist
festzuhalten, dass im Rahmen des Ereignisses vom 18. August 2015 kein Kraftaufwand
erfolgt ist, aufgrund dessen auf ein Unfallereignis im Sinne eines Verhebetraumas zu
erkennen wäre. Die fragliche Körperbewegung war mit einer normalen Belastung
verbunden.
2.8 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beweislage betreffend des Ablaufs
des Ereignisses mangelhaft ist und anhand der vorhandenen Angaben ein
Unfallereignis nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bejaht werden kann.
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3.
Selbst wenn man zugunsten der Beschwerdeführerin von einem Unfallereignis am 18.
August 2015 ausginge, wäre eine Leistungspflicht nur dann zu bejahen, wenn die
geltend gemachten Beschwerden zu diesem in einem natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhang stünden.
3.1 Die Unfallkausalität bildet Anspruchsvoraussetzung für sämtliche
Versicherungsleistungen der Unfallversicherung. Eine Leistungspflicht des
Unfallversicherers besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und
adäquat-kausal mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen. Ursachen im
Sinn des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren
Vorhandensein die gesundheitliche Beeinträchtigung nicht oder nicht in gleicher Weise
oder nicht zur gleichen Zeit eingetreten wäre. Für die Bejahung des natürlichen
Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder
unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende
Ereignis zusammen mit anderen Faktoren für die Schädigung verantwortlich ist, der
Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die
eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen).
Bei organischen Unfallfolgen ist die Adäquanz gemäss Rechtsprechung nicht
gesondert zu prüfen, sondern sie ist in der Regel ohne weiteres anzunehmen, wenn die
natürliche Kausalität feststeht (vgl. dazu BGE 129 V 181 f. E. 3.1 f.; BGE 118 V 291 f. E.
3a, 117 V 365 E. 5d/bb; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 53 ff.).
3.2 Bei der Beschwerdeführerin wurde im Februar 2016 eine TFCC-Läsion rechts
festgestellt (UV-act. M4). Eine solche kann unbestritten grundsätzlich traumatisch oder
degenerativ bedingt sein. Zu einer degenerativen Schädigung trägt insbesondere eine
Ulna-Plus-Variante bei (vgl. UV-act. M7, act. G1.12). Eine solche ist bei der
Beschwerdeführerin zwar nicht aktenkundig, Dr. D._ stellte am 11. März 2016 aber
mittelfristig immerhin eine Ulnaverkürzungsosteotomie zur Diskussion (UV-act. M5, vgl.
Bemerkung von Dr. F._ dazu; act. G7.1). Dr. D._ und die Beschwerdeführerin
bringen vor, es handle sich um einen Unfallschaden, da sie unter keinen
Vorerkrankungen der betreffenden Extremität gelitten habe. Dieses Argument erweist
sich als untauglich, da die Formel "post hoc ergo propter hoc", nach ständiger
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Rechtsprechung für sich allein nicht ergiebig ist (vgl. SVR 2009 UV Nr. 13
[8C_590/2007], S. 52 E. 7.2.4 mit weiteren Hinweisen; BGE 119 V 340 E. 2b/bb). Dr.
med. G._, Facharzt für Radiologie, führte am 1. März 2016 eine MRT Arthrographie
des rechten Handgelenks durch und beurteilte, es liege eine Degeneration des TFCC
sowie ein aktivierter Knorpelschaden des Triquetrum und des Lunatum,
Differentialdiagnose ulnokarpales Impingement, vor (UV-act. M9). Dr. D._ befand am
11. März 2016, die Kausalität zur Distorsion im August 2015 sei doch vorhanden, da
die initial traumatische Verletzung im zeitlichen Abstand auch degenerative Spuren
hätte hinterlassen können (UV-act. M4, M6). Dr. F._ ging am 15. Juni 2016 von einem
degenerativ bedingten Schaden aus und stellte fest, es sei keine Bandstruktur verletzt
worden (UV-act. M12). Am 23. November 2016 führte er bezugnehmend auf den MRI-
Bericht aus, es lägen eindeutig Kriterien vor, die für eine degenerative Schädigung des
Diskus triangularis sprächen. Gestützt auf medizinische Literatur bzw.
Beurteilungskriterien befand er überzeugend, es habe sich im MRI keine
verletzungsbedingte Morphologie dargestellt. Hingegen fänden sich zentrale
Signalveränderungen innerhalb des Diskus, welche degenerativ bedingt seien. Der
chronische Verschleiss habe sich über eine längere Zeit entwickelt und könne nicht
innerhalb des Zeitraums zwischen dem Ereignis vom 21. Dezember 2015 und der MRI-
Untersuchung vom 1. März 2016 entstanden sein (act. G7.1). Wie die
Beschwerdeführerin zu Recht vorbringt, fand das angeschuldigte Ereignis nicht am 21.
Dezember, sondern am 18. August 2015 statt, weshalb bis zum MRI rund sieben
Monate vergingen (vgl. act. G9). Ob es sich bei der Einschätzung von Dr. F._ – wie
die Beschwerdegegnerin geltend macht (act. G11) – lediglich um einen Verschrieb des
Datums handelt, lässt sich nicht eindeutig beurteilen. Die ohnehin lange Latenz
zwischen dem Ereignis vom 18. August 2015 und der Schadenmeldung sowie dem
ersten diesbezüglichen Arztbesuch im Dezember 2015 bzw. dem MRI vom 1. März
2016 sprechen aber, wie bereits ausgeführt, jedenfalls gegen eine traumatische
Genese des TFCC. Dem Eintrag in der Krankengeschichte von Dr. C._ vom 8.
Dezember 2015 und dessen Arztzeugnis vom 22. Dezember 2015 lassen sich sodann
keine Hinweise auf ein Unfallereignis entnehmen. Er berichtete über seit langem
bekannte Schmerzen im Handgelenk und diagnostizierte ein Überlastungssyndrom
ulnocarpales Handgelenk rechts. Diese Diagnose spricht für eine langsame Entstehung
der Beschwerden, nicht für eine traumatische Genese (UV-act. M2, K19). Die
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Beschwerdeführerin macht geltend, in den Entscheiden des Versicherungsgerichts St.
Gallen vom 26. Februar 2013, UV 2012/42, und des Kantonsgerichts Basel-Landschaft
vom 23. Mai 2013, 725 11 55 / 725 11 54, sei das TFCC bei einem ähnlichen Befund
als unfallkausal erachtet worden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass der Unfallhergang
in den erwähnten Entscheiden ein anderer war als vorliegend und zudem im Gegensatz
zum vorliegenden Fall unter anderem ein Riss im Bereich der radialen Verankerung des
TFCC (Entscheid Kantonsgericht Basel-Landschaft, a.a.O., E. 6, abrufbar unter https://
www. baselland.ch/politik-und-behorden/gerichte/rechtsprechung/kantonsgericht)
bzw. eine Ruptur der volaren extrinsischen Bänder mit ganglionartiger Erweiterung der
ventralen Gelenkkapsel festgestellt worden war (Entscheid des Versicherungsgerichts
des Kantons St. Gallen, a.a.O., E. 5.3).
3.3 Der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 18. August 2015
und der TFCC-Läsion ist damit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist der Einspracheentscheid vom 22. Juni 2016 nicht zu
beanstanden und die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
4.3 Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.