Decision ID: aaaed15c-f5e8-56ed-beb1-723d6595740f
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- Am 16. Januar 2009 errichtete die Vormundschaftsbehörde für X eine
Beistandschaft auf eigenes Begehren und ernannte Z zum Beistand. Infolge seiner
psychischen Krankheit sei er nicht mehr in der Lage, alle seine persönlichen,
finanziellen und rechtlichen Angelegenheiten selber zu besorgen. Bereits am 7. Mai
2009 beantragte X die Aufhebung der Beistandschaft; er zog diesen Antrag jedoch am
28. Mai 2009 wieder zurück und erklärte sich mit einem Beistandswechsel auf eine
Amtsperson einverstanden. Zum neuen Beistand wurde Y ernannt.
B.- Mit Eingabe vom 9. Mai 2012 beantragte X beim Vormundschaftsamt erneut die
Aufhebung der Beistandschaft. Die seit 1. Januar 2013 anstelle der
Vormundschaftsbehörde zuständige Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde
(nachfolgend: KESB) A lehnte mit Verfügung vom 19. November 2013 den Antrag von X
um Aufhebung der Beistandschaft ab und überführte die nach altem
Vormundschaftsrecht errichtete Beistandschaft nach aArt. 394 ZGB in eine
Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensverwaltung nach neuem Recht (Art. 394 in
Verbindung mit Art. 395 ZGB).
C.- X erhob mit Eingabe seines Vertreters am 23. Dezember 2013 gegen die Verfügung
der KESB A vom 19. November 2013 Beschwerde bei der
Verwaltungsrekurskommission. Er beantragte, die Ziffern 1 und 4-8 der angefochtenen
Verfügung und die Beistandschaft seien aufzuheben. Die KESB A trug am 31. Januar
2014 auf Abweisung der Beschwerde an. Der Beistand von X liess sich am 12. Februar
2014 vernehmen.
D.- Am 16. Oktober 2014 fand die mündliche Verhandlung statt, an welcher X teilnahm.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge wird,
soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rechtsmittelerhebung ist gegeben. Die Beschwerde vom 23. Dezember 2013 ist
rechtzeitig eingereicht worden und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die
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gesetzlichen Anforderungen (Art. 450 und 450b ZGB, Art. 27 des Einführungsgesetzes
zum Kindes- und Erwachsenenschutzrecht [sGS 912.5; abgekürzt: EG-KES] sowie
Art. 41 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [sGS 951.1; abgekürzt: VRP]).
Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
2.- Die angefochtene Verfügung und das vorinstanzliche Verfahren sind von Amtes
wegen auf die formelle Rechtmässigkeit hin zu überprüfen. Der Beschwerdeführer hat
seinen Wohnsitz in B, weshalb die KESB A zum Zeitpunkt des Erlasses der
angefochtenen Verfügung vom 19. November 2013 sowohl örtlich als auch sachlich
zuständig war (Art. 442 Abs. 1 und Art. 390 Abs. 1 ZGB, Art. 21 EG-KES). Die KESB A
verfügte in der Besetzung von drei Mitgliedern (Art. 440 Abs. 2 ZGB in Verbindung mit
Art. 16 EG-KES). Das rechtliche Gehör wurde dem Beschwerdeführer gewährt. In
formeller Hinsicht erweist sich die angefochtene Verfügung somit ohne Weiteres als
rechtmässig.
3.- Angefochten ist die Verfügung der KESB A betreffend die Abweisung des
Aufhebungsantrages des Beschwerdeführers sowie die Umwandlung der nach altem
Recht errichteten Beistandschaft in eine Vertretungsbeistandschaft mit
Vermögensverwaltung gemäss Art. 394 in Verbindung mit Art. 395 ZGB.
4.- a) Am 1. Januar 2013 ist das neue Kindes- und Erwachsenenschutzrecht in Kraft
getreten. Die bisherigen Beistandschaften (aArt. 392-394 ZGB) bestehen indessen für
maximal drei Jahre weiter (vgl. Art. 14 Abs. 3 SchlT/ZGB). Die altrechtlichen
Massnahmen sollen erst durch eine neurechtliche Beistandschaft abgelöst werden,
wenn im Einzelfall sorgfältig abgeklärt ist, welche Massnahme nach Sinn und Geist des
neuen Rechts angemessen ist (BSK Erw.Schutz-Reusser, Art. 14 SchlT N 19). Falls die
Massnahme des bisherigen Rechts nicht mehr angemessen ist, ist sie aufzuheben oder
abzuändern (FamKomm Erwachsenenschutz/Geiser, Art. 14 und 14a SchlT N 12).
Bei einer Massnahmenüberführung muss nicht die gesamte Beweisführung, welche
seinerzeit zur laufenden Massnahme geführt hat, wiederholt werden (z.B. Gutachten,
Sozialberichte, Polizeiberichte, Betreibungsregisterauszüge, Befragungen Dritter etc.).
Die Beweisgrundlagen, welche zum ursprünglichen Massnahmenbeschluss geführt
haben, dürfen als fortbestehend angenommen werden, sofern keine Hinweise auf
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veränderte Verhältnisse vorliegen. Die KESB hat anlässlich ihres
Überführungsbeschlusses darüber Rechenschaft abzulegen, was sich gegenüber den
Umständen, die zum ursprünglichen Massnahmenbeschluss geführt haben, verändert
hat (Art. 414 ZGB). Insbesondere ob ein Grund fortbesteht, welcher eine
Beistandschaft zu rechtfertigen vermag, oder ob ein solcher aus Sicht des neuen
Rechts gar nie bestand oder nicht mehr gegeben ist (KOKES-Praxisanleitung
Erwachsenenschutzrecht, Rz. 13.30 f.).
b) Gemäss Art. 399 Abs. 2 ZGB hebt die Erwachsenenschutzbehörde eine
Beistandschaft auf Antrag der betroffenen Person auf, sobald für die Fortdauer kein
Grund mehr besteht. Die Beistandschaft ist somit aufzuheben, wenn die
Voraussetzungen und Gründe, die zur Anordnung führten, nicht mehr erfüllt sind und
keine neuen Gründe für eine Fortdauer der Massnahme hinzugekommen sind.
Veränderungen, die eine Aufhebung ermöglichen, können sich bei persönlichen
Eigenschaften der betroffenen Person (z.B. Verbesserung des Gesundheitszustandes,
konstante Therapiewirkung, Zuwachs an Erfahrung im Umgang mit eigenen
Schwächen) oder bei äusseren Umständen (z.B. Veränderung der Einkommens- und/
oder Vermögenssituation) eingestellt haben. Eine Änderung der tatsächlichen
Verhältnisse ist jedoch nicht stets erforderlich; unter Umständen genügt auch eine neue
veränderte Sichtweise der KESB, z.B. bezüglich Erforderlichkeit oder Zwecktauglichkeit
der Massnahme (KOKES, Rz. 9.4).
5.- a) Am 9. Juli 2012 nahm der Beistand des Beschwerdeführers zum Gesuch um
Aufhebung der Beistandschaft Stellung. Er führte aus, dass die Beistandschaft des
Beschwerdeführers Teil eines ganzheitlichen Betreuungskonzeptes sei. Mit der
Verwaltung seines Einkommens solle dem Beschwerdeführer einerseits eine gewisse
Struktur gegeben, andererseits auch die missbräuchliche Verwendung des Geldes
verhindert werden. Den Antrag auf Aufhebung der Beistandschaft habe der
Beschwerdeführer gestellt, nachdem ihm die Auszahlung zusätzlicher finanzieller Mittel
verweigert worden sei. Das Sozialamt habe eine Rückforderung von Fr. 41'611.25 in
Rechnung gestellt, wovon bis heute rund Fr. 17'000.– hätten zurückbezahlt werden
können. Der Beschwerdeführer leide unter psychischen Problemen, hinzu kämen die
Folgen eines vor ein paar Jahren erlittenen Hirnschlages. Er verbringe seine Zeit
unstrukturiert und lebe in den Tag hinein. Die Gründe, die im Januar 2009 zur
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Errichtung der Beistandschaft geführt hätten, seien noch klar gegeben. Es bestehe das
Risiko, dass sich der Beschwerdeführer verschulde.
b) Der den Beschwerdeführer seinerzeit behandelnde Psychiater hielt am 26. Oktober
2012 fest, dass er die Weiterführung der Beistandschaft unterstütze, weil er davon
ausgehen müsse, dass der Beschwerdeführer nicht mit Geld umgehen könne, innert
kürzester Zeit grössere Beträge ausgeben und so in finanzielle Schwierigkeiten geraten
würde. Der Beschwerdeführer habe sich nie wirklich auf eine Therapie eingelassen.
c) Die Mutter des Beschwerdeführers führte am 5. Februar 2013 aus, dass ihr Sohn die
Rechnungen nicht ordentlich ablege und keine Übersicht darüber habe. Vor der
Errichtung der Beistandschaft habe sie alles für ihn erledigt. Der Wendepunkt sei
gekommen, als er seinen Job verloren habe. Seit diesem Zeitpunkt könne er nicht mehr
mit seinem Geld umgehen. Er sei immer wieder nach Zürich gegangen und habe sein
Geld ausgegeben. Drogen seien ebenfalls ein Problem gewesen. Ihr sei das zu viel
geworden. Sie befürworte die Weiterführung der Beistandschaft. Die Situation ihres
Sohnes habe sich zwar gebessert, sie traue ihm jedoch nicht zu, dass er seine
Angelegenheiten ohne Unterstützung meistere. Sie habe vor allem Bedenken, dass er
seine Wohnung verlieren könnte. Sie könne ihm nicht immer Geld geben, da sie selber
nicht viel Geld habe.
d) Am 28. August 2013 nahm der Beistand des Beschwerdeführers erneut zur Sache
Stellung. Er führte aus, er habe dem Beschwerdeführer das Unterhaltsgeld anfangs
wöchentlich zukommen lassen. Seit dieser Antrag auf Aufhebung der Beistandschaft
gestellt habe, überweise er ihm den gesamten monatlichen Unterhalt auf einmal.
Aufgrund der ihm vorliegenden Kontoauszüge sei aber festzustellen, dass der
Beschwerdeführer den gesamten ihm zur Verfügung stehenden Betrag jeweils innert
weniger Tage abziehe. Er habe ihm bewusst keine Grenzen gesetzt, selbst wenn er
zusätzliche Mittel gefordert habe. Meistens habe es sich dabei um Auslagen für den
Besuch von Konzerten oder Ferien gehandelt. Dies habe indes dazu geführt, dass
keine Rückstellungen mehr gemacht werden konnten, so dass das Vorhandene
aufgebraucht worden sei. Die verbliebene Reserve bestehe nur noch aus einem
Pensionskassenkonto. Der Beschwerdeführer verbrauche sein gesamtes
Monatseinkommen (Fr. 4'500.– bis Fr. 4'800.–) vollständig. Er habe gegenüber dem
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Sozialamt eine Schuld von Fr. 24'000.–. Eine Rückzahlung in monatlichen Raten wäre
eigentlich möglich. Der Beschwerdeführer lebe alleine in einer 2-Zimmer-Wohung in B,
was lediglich aufgrund der Unterstützung der Mutter im Haushalt möglich sei. Ein
gewisses Chaos lasse sich aber dennoch nicht verhindern. Briefe und Rechnungen
würden einfach herumliegen. Den Kontakt zu seinem Psychiater habe der
Beschwerdeführer vor einem Jahr abgebrochen. Seither nehme er auch keine
Medikamente mehr ein. Glücklicherweise habe dieses Vorgehen noch keine negativen
Konsequenzen gezeitigt. Der Beschwerdeführer sei gar eher aktiver und
unternehmungslustiger geworden. Die Konsequenzen der von ihm beantragten
Aufhebung der Beistandschaft seien schwierig abzuschätzen. Es sei davon
auszugehen, dass er Mühe haben dürfte, den Überblick über seine finanziellen
Angelegenheiten zu behalten. Das Geld rinne ihm aus den Fingern. Problematisch
werde es, wenn er unregelmässige Zahlungen, wie zum Beispiel die Steuern, nicht
mehr leiste. Es bestehe die Gefahr, dass er sich innert kürzester Zeit stark verschulde.
Als Beistand sei er überzeugt, dass eine Beistandschaft zur Einkommens- und
Vermögensverwaltung für den Beschwerdeführer hilfreich sei.
e) Die Vorinstanz stützte sich in der angefochtenen Verfügung im Wesentlichen auf
diese Stellungnahmen und führte aus, dass im Jahr 2009 die Beistandschaft infolge
psychischer Probleme sowie der Folgen eines Hirnschlags errichtet worden sei. Seither
habe sich die Situation des Beschwerdeführers erwiesenermassen stabilisiert. Im Sinne
einer Probephase sei ihm die selbständige Verwaltung seiner Einkünfte übertragen
worden. Dabei habe sich gezeigt, dass er – ohne Kontrolle des Beistandes – jeweils
seine ganzen Einkünfte ausgegeben habe. Seine Reserven hätten sich seit anfangs
2013 denn auch um Fr. 10'000.– verringert. Da noch Rückzahlungen an das Sozialamt
bevorstünden, könne es nicht sein, dass er sein Geld unbesonnen ausgebe. Vielmehr
sei im Rahmen einer Rentenverwaltung durch den Beistand darauf zu achten, dass die
finanziellen Verpflichtungen wahrgenommen würden. Es sei damit zu rechnen, dass bei
einer Aufhebung der Beistandschaft die Eltern des Beschwerdeführers wieder zu stark
belastet würden. Alles in allem scheine es nicht angebracht, die Beistandschaft
aufzuheben und der Aufhebungsantrag des Beschwerdeführers sei abzuweisen. Es sei
angezeigt, die Verwaltung der Rente dem Beistand zu übergeben. Eine
Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensverwaltung gemäss Art. 394 in Verbindung
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mit Art. 395 ZGB sei erforderlich und ausreichend, dem Schwächezustand und der
Schutzbedürftigkeit des Beschwerdeführers angemessen zu begegnen.
f) Der Beschwerdeführer macht demgegenüber in seiner Beschwerde vom 23.
Dezember 2013 im Wesentlichen geltend, dass sich seine Situation erheblich
stabilisiert habe. Er sei mittlerweile selber in der Lage, sein Leben zu meistern,
insbesondere könne er auch sein Geld selbst verwalten. Die Wohnbegleitung
"Förderraum" sei auf einmal pro Monat reduziert worden, was bestätige, dass er den
Alltag weitestgehend selbständig und ohne Hilfe Anderer bewältigen könne. Es treffe
zu, dass ihn seine Mutter zwar weiterhin im Haushalt unterstütze. Allerdings sei die
Unterstützung einer Mutter im Haushalt ihres Single-Sohns nichts Ungewöhnliches. Ein
Chaos herrsche bei ihm zu Hause nicht. Dafür gebe es keine Beweise. Es möge sein,
dass nicht immer alles aufgeräumt sei und dies in den Augen der Mutter unordentlich
erscheine. Aber dies könne nicht als Indiz dienen, dass er der alleinigen
Haushaltsführung und Vermögensverwaltung nicht gewachsen sei.
Behandlungsbedürftige psychische Probleme habe er nicht mehr. Vor über einem Jahr
habe er die Behandlung bei seinem Psychiater eingestellt. Auch nehme er seit
längerem keine Medikamente mehr. Sein Psychiater könne keine verlässliche
Einschätzung bezüglich der Vermögensverwaltungsfähigkeiten abgeben, da er ihn seit
über einem Jahr nicht mehr gesehen habe. Zudem sei der wesentliche Hauptgrund,
weshalb überhaupt eine Beistandschaft errichtet worden sei, nämlich die psychischen
Probleme, weitgehend nicht mehr vorhanden. Fehle aber der Grund für die
Verbeiständung, sei sie zu beenden. Er verfüge erst seit März 2013 selbständig über
sein Konto. Vom 1. März 2013 bis 16. September 2013 habe sich sein Vermögen um
Fr. 6'711.10 verringert, monatlich also um rund Fr. 1'032.-. Im Zeitraum vom 1. Januar
bis 28. Februar 2013, als noch der Beistand die Verwaltung inne gehabt habe, habe
sich sein Vermögen jedoch um Fr. 3'742.55, monatlich also um rund Fr. 1'871.–
verringert. Er habe demnach nicht übermässig viel Geld ausgegeben, sondern sogar
deutlich weniger als der Beistand. Zudem gebe er sein Geld nicht für völlig unnötige
Dinge aus. Jedenfalls seien auf der gesamten Aufstellung keine auffälligen
Ausgabenpositionen ersichtlich. Ein weiteres starkes Indiz für die Annahme, dass er
selber sein Geld verwalten könne, sei die Tatsache, dass er noch nie eine Betreibung
gehabt habe. Es spreche nichts dagegen, wenn er sein Einkommen verbrauche. Dies
sei völlig legitim, zumal sein Einkommen mit netto rund Fr. 4'500.– eher bescheiden sei
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und von ihm eine Sparquote nicht ohne Weiteres erwartet werden dürfe. Eine
Weiterführung der Verbeiständung nur um allfällige Sozialschulden zu sichern, wäre
offensichtlich unangemessen.
6.- Für den Beschwerdeführer wurde am 16. Januar 2009 eine Beistandschaft auf
eigenes Begehren gemäss aArt. 394 ZGB errichtet. Bei einer altrechtlichen
Beistandschaft blieb dem Betroffenen die Fähigkeit, durch eigene Handlungen
Rechtswirkungen zu erzeugen, vollkommen erhalten, auch wenn daneben noch eine
andere Person für ihn handeln und durch ihre Handlungen Rechtswirkungen erzeugen
konnte (aArt. 417 Abs. 1 ZGB; Riemer, Grundriss des Vormundschaftsrechts, 2. Aufl.
1997, S. 128). Da also sowohl der Beistand als auch der Verbeiständete in den gleichen
Angelegenheiten handlungsfähig waren, hing die Wirksamkeit einer Verbeiständung
vom guten Willen des urteilsfähigen Verbeiständeten ab. Denn soweit er imstande und
gewillt war, selber zu handeln, konnte er die Handlungen des Beistandes durchkreuzen
oder ihnen zuvorkommen. Nicht geeignet war die Beistandschaft deshalb zum Schutze
von Personen, die nicht nur die tatsächliche Möglichkeit, sondern auch den Willen
hatten, ihre eigenen Angelegenheiten selber wahrzunehmen und ihr Vermögen selber
zu verwalten oder durch einen selbst gewählten Vertreter verwalten zu lassen, dies
aber nicht in vernünftiger Weise tun konnten (E. Langenegger, in : Honsell/Vogt/Geiser
[Hrsg.], Basler Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, Zivilgesetzbuch I, 4. Aufl.
2010, aArt. 392 N 4). Bei fehlender Kooperationsbereitschaft mit dem Beistand war die
Beistandschaft eine ungeeignete Massnahme. Für die Beendigung der
Beistandschaften nach altem Recht galt deshalb, dass sie auf Begehren des
urteilsfähigen Verbeiständeten ohne Weiteres und jederzeit aufzuheben waren (vgl.
BGE 71 II 20 und 85 II 235; Schnyder/Murer, in: Berner Kommentar zum
Schweizerischen Privatrecht, Band II, 3. Abteilung, 1. Teilband, aArt. 392 N 19 und 73
und aArt. 393 N 26). Sie konnten nicht gegen dessen Willen aufrecht erhalten werden,
unabhängig davon, ob der Betroffene weiterhin des Beistandes bedurfte (Deschenaux/
Steinauer, Personnes physiques et tutelle, 3. Aufl. 1995, Rz. 1129). Im Bereich der
Beendigung der Beistandschaft galt somit bei urteilsfähigen Verbeiständeten die
Dispositionsmaxime. Bei ernsthaftem Widerstand der betroffenen Person gegen die
Beistandschaft war eine solche nicht anzuordnen oder eine bereits angeordnete
aufzuheben und nötigenfalls durch eine andere Massnahme zu ersetzen (Langenegger,
a.a.O., aArt. 392 N 8).
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Der Beschwerdeführer verlangt bereits zum zweiten Mal die Aufhebung der auf eigenes
Begehren errichteten Beistandschaft. Er bringt damit deutlich zum Ausdruck, dass er
den Willen hat, u. a. seine finanziellen Angelegenheiten selber zu regeln. Die Vorinstanz
hob indessen die Beistandschaft nach aArt. 394 ZGB nicht auf, sondern wandelte sie
nach Inkrafttreten des neuen Rechts in eine Vertretungsbeistandschaft mit
Vermögensverwaltung gemäss Art. 394 in Verbindung mit Art. 395 ZGB um.
7.- Für die bisherigen Beistandschaften (aArt. 392-394) finden sich im neuen Recht
sowohl voraussetzungsmässig wie wirkungsmässig durchaus parallele Massnahmen.
Anstelle der Beistandschaft auf eigenes Begehren (aArt. 394 ZGB) kann im Einzelfall je
nach Hilfsbedürftigkeit der betroffenen Person irgendeine Beistandschaft des neuen
Rechts in Frage kommen. In erster Linie ist aber die Begleitbeistandschaft nach Art.
393 ZGB in Erwägung zu ziehen (Reusser, a.a.O., Art. 14 SchlT N 18). Diese bezweckt,
eine hilfsbedürftige Person bei der Erledigung bestimmter Angelegenheiten begleitend
zu unterstützen. Sie bildet die mildestes Form der Beistandschaften (BSK Erw.Schutz-
Henkel, Art. 393 N 1 f.). Mit ihr ist weder eine Vertretungskompetenz durch den
Mandatsträger noch eine Beschränkung der Handlungsfähigkeit der betroffenen
Person verbunden. Bei der von der Vorinstanz angeordnete Vertretungsbeistandschaft
mit Vermögensverwaltung gemäss Art. 394 ZGB in Verbindung mit Art. 395 ZGB
hingegen hat der Beistand im Umfang der übertragenen Aufgaben eine
rechtsgeschäftliche Vertretungskompetenz und die verbeiständete Person muss sich
die Handlungen des Beistandes gefallen lassen (KOKES, Rz. 5.34 und 5.37). Die
streitige erwachsenenschutzrechtliche Massnahme greift somit viel mehr in die
Rechtsstellung des Beschwerdeführers ein als die bisherige Beistandschaft nach aArt.
394 ZGB oder eine Begleitbeistandschaft nach Art. 393 ZGB. Je mehr eine Massnahme
in die Rechtsstellung der betroffenen Person eingreift, umso höhere Anforderungen
sind an die Voraussetzungen für diese Massnahme zu stellen. Vorliegend handelt es
sich im Lichte des Dargelegten auch nicht mehr um eine reine
Massnahmenüberführung (vorstehend Ziff. 4.a), sondern faktisch um die Anordnung
einer neuen, weil es sich um eine weitergehende Massnahme handelt. Im Folgenden ist
deshalb zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die Anordnung einer
Vertretungsbeistandschaft mit Einkommens- und Vermögensverwaltung gemäss
Art. 394 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 395 Abs. 1 ZGB erfüllt sind.
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8.- Nach Art. 390 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB errichtet die Erwachsenenschutzbehörde eine
Beistandschaft, wenn eine volljährige Person wegen einer geistigen Behinderung, einer
psychischen Störung oder eines ähnlichen in der Person liegenden
Schwächezustandes ihre Angelegenheiten nur teilweise oder gar nicht besorgen kann.
Gemäss Art. 390 ZGB wird hinsichtlich der Vertretungsbeistandschaft im Gesetz
ausgeführt, dass die hilfsbedürftige Person bestimmte Angelegenheiten nicht erledigen
kann und deshalb vertreten werden muss (Art. 394 Abs. 1 ZGB). Die
Vermögensverwaltung gemäss Art. 395 Abs. 1 ZGB erfolgt im Rahmen der
Vertretungsbeistandschaft und ist nur dann möglich, wenn die Voraussetzungen für
eine Vertretungsbeistandschaft erfüllt sind, und zwar in der Weise, dass die
hilfsbedürftige Person die Verwaltung ihres Vermögens teilweise oder ganz nicht
besorgen kann, ihr Wohl dadurch in relevanter Weise gefährdet ist und sie deshalb
vertreten werden muss (Henkel, a.a.O., Art. 395 N 5). Zudem muss jede behördliche
Massnahme erforderlich und geeignet sein (Art. 389 Abs. 2 ZGB). Die
Selbstbestimmung der betroffenen Person soll so weit wie möglich erhalten und
gefördert werden (Art. 388 Abs. 2 ZGB).
9.- a) Es ist zunächst immer von der Selbstbestimmung der betroffenen Person
auszugehen. Behördliche Massnahmen kommen unter Berücksichtigung der
Subsidiarität und des Verhältnismässigkeitsprinzips nur zum Tragen, wenn ein
Schwächezustand gegeben ist, der dazu führt, dass eine Person sich in einer oder
mehreren wesentlichen und wichtigen Angelegenheiten gefährdet (KOKES, Rz. 1.9). Ob
ein Schwächezustand i.S.v. Art. 390 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB vorliegt, muss in der Regel von
Fachpersonen beurteilt werden. Unter "geistiger Behinderung" sind angeborene oder
erworbene Intelligenzdefekte verschiedener Schweregrade zu verstehen. Der Begriff
der "psychischen Störung" umfasst die anerkannten Krankheitsbilder der Psychiatrie,
d.h. Psychosen und Psychopathien, seien sie körperlich begründbar oder nicht, sowie
Demenz. Der weite Ausdruck eines "ähnlichen in der Person liegenden
Schwächezustands" ermöglicht als Auffangtatbestand insbesondere den Schutz
Betagter, bei denen gleichartige Defizite wie bei Menschen mit einer geistigen
Behinderung oder einer psychischen Störung auftreten. Erfasst werden auch extreme
Fälle von Unerfahrenheit, Unwilligkeit, Verschwendung oder Misswirtschaft sowie
schwerste Erscheinungsformen körperlicher Beeinträchtigungen oder multiple
Behinderungen (Henkel, a.a.O., Art. 390 N 10 ff.).
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b) Der Beschwerdeführer erlitt im Jahr 2006 einen Hirnschlag, welcher eine halbseitige
Lähmung verursachte. Schon vor dem Hirnschlag litt er unter Depressionen und war
deswegen in ambulanter psychiatrischer Behandlung. Die Beistandschaft wurde am 16.
Januar 2009 errichtet, da er infolge des Hirnschlags und seiner psychischen Krankheit
nicht mehr in der Lage war, seine persönlichen, finanziellen und rechtlichen
Angelegenheiten selber zu besorgen. Er war auf Beratung und Unterstützung
angewiesen und hat selbst eine Beistandschaft beantragt.
c) Anlässlich der mündlichen Verhandlung führte der Beschwerdeführer aus, dass er
die psychiatrische Behandlung schon vor längerer Zeit selber abgebrochen habe. Es
gehe ihm nach wie vor sehr gut und er sei zufrieden. Er brauche weder Schlaftabletten
und nehme auch keine Antidepressiva mehr ein. Zudem habe er eine gute
Tagesstruktur. Er arbeite zu 40% beim Verlag C und für einige Stunden pro Monat bei
der Stiftung P. Von den Folgen des damaligen Hirnschlages habe er sich gut erholt. Er
habe zwar noch Beschwerden im Fuss, doch könne er sogar wieder Velo fahren. Der
Beistand führte in der Stellungnahme vom 28. August 2013 ebenfalls aus, dass der
Beschwerdeführer bereits im Jahr 2012 die psychiatrische Behandlung abgebrochen
habe und auch keine Medikamente mehr nehme. Negative Konsequenzen daraus seien
indes nicht zu beobachten. Vielmehr sei der Beschwerdeführer aktiver und
unternehmungslustiger geworden. Trotzdem unterbreitete er der Vorinstanz in der
Folge die Prüfung der Errichtung einer Vertretungsbeistandschaft mit
Vermögensverwaltung oder die Aufhebung der bestehenden Beistandschaft. Er trug
sich folglich damals mit dem Gedanken einer Aufhebung der Beistandschaft. Auch die
Vorinstanz hielt in der angefochtenen Verfügung fest, dass sich die persönliche
Situation des Beschwerdeführers zwar erwiesenermassen stabilisiert habe. Dennoch
ordnete sie eine Beistandschaft mit einer höheren Eingriffsintensität wie der bisherigen
Beistandschaft an. Solches verdient indes keinen Rechtsschutz.
d) Die bereits in den Akten enthaltene, positive Entwicklung des
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers bestätigte sich anlässlich der
mündlichen Verhandlung. Dieser scheint sich in erstaunlicher Weise vom Hirnschlag
erholt zu haben. Ausser einem leicht hinkenden Gang waren motorisch keine Ausfälle
erkennbar. Auch Anzeichen einer psychischen Erkrankung waren, zumindest für Laien,
nicht feststellbar, und sie scheinen sich, wie der Beschwerdeführer nachvollziehbar
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aufgezeigt hat, denn auch in depressiven Episoden erschöpft zu haben. Diese
wiederum scheint der Beschwerdeführer zwischenzeitlich im Griff zu haben und er
scheint auch wieder in der Lage zu sein, sich diesbezüglich Hilfe zu verschaffen, wenn
er sie benötigt. Auf jeden Fall ist aber zu konstatieren, dass sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der Errichtung der Beistandschaft im
Jahr 2009 unbestrittenermassen zum Guten hin verbessert hat. Damit liegen veränderte
Verhältnisse vor. Die Beweisgrundlagen, welche zum ursprünglichen
Massnahmenbeschluss geführt haben, durften unter diesen Umständen ohne weitere,
vertieftere Abklärungen nicht mehr ohne Weiteres als fortbestehend angenommen
werden. Der damalige Schwächezustand, aufgrund dessen die Massnahme
angeordnet wurde, ist heute, wenn überhaupt, nicht mehr im gleichen Umfang
vorhanden wie dazumal. Aufgrund der Aktenlage und der Erkenntnisse des Gerichts
anlässlich der mündlichen Verhandlung besteht auch kein Schwächezustand i.S.v. Art.
390 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB mehr, welcher die Errichtung einer
erwachsenenschutzrechtlichen Massnahme wie der nunmehr angefochtenen
rechtfertigen würde.
e) Auch im Hinblick darauf, dass sich die damaligen Verhältnisse wesentlich zugunsten
des Beschwerdeführers verändert haben, scheint die Anordnung einer Massnahme,
welche stärker in seine Rechtsstellung eingreift als die bisherig geltende Massnahme,
nicht gerechtfertigt. Denn behördliche Massnahmen sollen stets die Selbständigkeit der
betroffenen Person fördern und sich im Rahmen des Möglichen mit der Zeit selbst
überflüssig machen oder durch mildere Vorkehren ersetzt werden (Henkel, a.a.O.,
Art. 399 N 9). Allein die von der Vorinstanz und vom Beistand ins Feld geführte
Befürchtung, dass sich der Beschwerdeführer verschulden könnte, ist für die
Anordnung einer Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensverwaltung nicht
ausreichend (vgl. zum Ganzen: Bundesgerichtsurteil 5A_702/2013 vom 10. Dezember
2013). Auch ist es nicht Aufgabe einer solchen Massnahme, die Rückzahlung von
aufgelaufenen Sozialschulden sicherzustellen.
10.- Zusammenfassend ist deshalb festzuhalten, dass die Voraussetzungen für eine
Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensverwaltung nicht erfüllt sind. Es fehlt
insbesondere am Nachweis des Schwächezustandes des Beschwerdeführers. Die
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Beschwerde ist daher gutzuheissen und die Ziffern 1 und 4-8 der angefochtenen
Verfügung der Vorinstanz sind aufzuheben.
11.- a) Nach Art. 11 lit. a EG-KES in Verbindung mit Art. 95 Abs. 1 VRP hat in
Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder
teilweise abgewiesen werden. Es gilt der Grundsatz nach Massgabe des Obsiegens
und Unterliegens (W. Hagmann, Die St. Gallische Verwaltungsrechtspflege und das
Rechtsmittelverfahren vor dem Regierungsrat, Diss. Zürich 1979, S. 267 f.). Da der
Beschwerdeführer vollumfänglich obsiegt, können ihm keine Kosten auferlegt werden.
Die amtlichen Kosten sind deshalb von der Vorinstanz zu tragen. Angemessen
erscheint eine Entscheidgebühr von Fr. 800.– (vgl. Art. 7 Ziff. 122 oder
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Gestützt auf Art. 95 Abs. 3 VRP ist auf die
Erhebung der Kosten zu verzichten. Dem Beschwerdeführer ist der Kostenvorschuss
von Fr. 800.– zurückzuerstatten.
b) Der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine volle
ausseramtliche Entschädigung durch die Vorinstanz (Art. 11 lit. a EG-KES in
Verbindung mit Art. 98 Abs. 1 und Art. 98 VRP). Der Rechtsvertreter hat keine
Honorarnote eingereicht, weshalb die Festsetzung des Honorars nach Ermessen
erfolgt. In Verfahren vor der Verwaltungsrekurskommission wird das Honorar nicht
nach Zeitaufwand, sondern pauschal festgelegt. Es beträgt zwischen Fr. 1'000.– und
Fr. 12'000.– (Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und
Rechtsagenten, sGS 963.75, abgekürzt: HonO). Das vorliegende Verfahren war weder
in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht schwierig. Der Aktenumfang ist gering. Der
Rechtsvertreter nahm an der mündlichen Verhandlung nicht teil. Insgesamt erscheint
daher ein Honorar von Fr. 1'100.– (Barauslagen und Mehrwertsteuer inbegriffen) als
angemessen (vgl. Art. 6, Art. 19, Art. 22 Abs. 1 lit. b, Art. 28 und Art. 29 HonO).