Decision ID: 76a39803-52bc-487c-9bdf-0f7c9b875f34
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Die Rahmenfrist von A._ zum Leistungsbezug bei der Arbeitslosenversicherung endete
am 31. Mai 2013. Mit E-Mail vom 30. Dezember 2019 wandte sich A._ an das
Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) in X._ und ersuchte um Unterstützung bei
der Stellensuche. In der Folge fanden verschiedene Beratungsgespräche mit dem
Leiter des RAV X._ statt. Dem Arbeitssuchenden wurden mehrere Stellenangebote
unterbreitet. A._ war mit den Bemühungen des RAV X._ indes nicht zufrieden und
verlangte, dass eine andere Person die Beratung übernehme. Daraufhin wurde er der
Leiterin des RAV Y._ zugeteilt. Wie schon zuvor, reichte er auch dort einen
umfassenden Forderungskatalog ein. Der Leiter der Hauptabteilung
Arbeitslosenversicherung teilte A._ am 12. Oktober 2020 in der Folge mit, falls er seine
Verpflichtungen als Stellensuchender nicht einhalte, werde er von der öffentlichen
Arbeitsvermittlung ausgeschlossen. Dazu nahm A._ mit Schreiben vom 16. Oktober
2020 Stellung. Mit Verfügung vom 28. Oktober 2020 wies das Amt für Wirtschaft und
Arbeit den Antrag auf öffentliche Arbeitsvermittlung durch das RAV X._ bzw. das RAV
Y._ mit Wirkung ab dem 21. Oktober 2020 ab.
B.
Mit Eingabe vom 11. November 2020 erhob A._ gegen die Verfügung des Amtes für
Wirtschaft und Arbeit vom 28. Oktober 2020 Rekurs beim
Volkswirtschaftsdepartement. Gleichzeitig ersuchte er um unentgeltliche Rechtspflege
und Rechtsverbeiständung. Das Gesuch wurde zuständigkeitshalber an das
Sicherheits- und Justizdepartement weitergeleitet und von diesem mit Verfügung vom
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6. Januar 2021 zufolge Aussichtslosigkeit abgewiesen.
Gegen die abschlägige Verfügung des Sicherheits- und Justizdepartements
(Vorinstanz) vom 6. Januar 2021 erhob A._ (Beschwerdeführer) mit Eingaben vom 13.
und 21. Januar 2021 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem sinngemässen
Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihm sei die unentgeltliche
Rechtspflege und Rechtsverbeiständung zu gewähren. Mit Vernehmlassung vom
25. Januar 2021 schloss die Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde und verwies

zur Begründung auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die
Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Verwaltungsgericht erwägt:
1.
Zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen des zuständigen Departements
über die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung ist gemäss Art. 59
Abs. 3 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 941.1, VRP) ein
hauptamtliches oder ein teilamtliches Mitglied des Verwaltungsgerichts zuständig. Der
Beschwerdeführer, dessen Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
im Verfahren vor dem Volkswirtschaftsdepartement mit der angefochtenen Verfügung
vom 6. Januar 2021 abgewiesen wurde, ist zur Beschwerde befugt (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde wurde mit Eingaben vom 13. und
21. Januar 2021 rechtzeitig erhoben und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1
VRP). Auf die Beschwerde ist deshalb einzutreten.
Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist die Verfügung vom 6. Januar
2021, mit welcher dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung im Rekursverfahren vor dem Volkswirtschaftsdepartement
betreffend den Ausschluss von der öffentlichen Arbeitsvermittlung (Verfügung vom
28. Oktober 2020) verweigert wurde. Soweit der Beschwerdeführer Anträge und
Ausführungen zum materiellen Rekursverfahren macht und allgemeine Vorwürfe in
Bezug auf die öffentliche Arbeitsvermittlung erhebt, ist darauf in diesem Verfahren nicht
einzutreten. Nicht zu hören ist sodann die nicht fundierte, teilweise wohl gar an der
Grenze des Zulässigen formulierte Kritik an der Tätigkeit der RAV-Mitarbeiter.
bis
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2.
In der vorinstanzlichen Verfügung wurde die Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege wegen Aussichtslosigkeit des angestrebten Verfahrens verweigert.
Die unentgeltliche Rechtspflege wird gewährt, wenn der Gesuchsteller bedürftig und
das von ihm angestrebte Verfahren nicht aussichtslos ist. Soweit es zur Wahrung
seiner Rechte notwendig ist, hat er ausserdem Anspruch auf unentgeltlichen
Rechtsbeistand (Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 117 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung, SR 272, ZPO). Als aussichtslos sind Begehren anzusehen, bei
denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die
deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren
nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die
Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine
Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem
Prozess entschliessen würde. Eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene
Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie
nichts kostet. Diese vom Bundesgericht zum Begriff der Aussichtslosigkeit gemäss
Art. 29 Abs. 3 BV entwickelte Praxis ist auch für die Auslegung von Art. 117 Ingress
und lit. b ZPO zu berücksichtigen. Die Erfolgsaussichten im Hauptverfahren sind in
vorläufiger und summarischer Prüfung des Prozessstoffes, namentlich aufgrund der bis
dahin vorliegenden Akten für den Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs
abzuschätzen (vgl. BGE 140 V 521 E. 9.1 mit Hinweisen; BGer 5A_946/2016 vom
10. April 2017 E. 2 mit Hinweisen auf BGE 139 III 475 E. 2.2 und BGE 138 III 217
E. 2.2.4; BGer 1C_665/2012 und 1C_119/2013 vom 19. April 2013 E. 3.2 mit Hinweis
auf BGE 133 III 614 E. 5, 130 I 180 E. 2.1 und 129 I 129 E. 2.3.1, BGE 128 I 225
E. 2.5.3; D. Wuffli, Die unentgeltliche Rechtspflege in der Schweizerischen
Zivilprozessordnung, Zürich/St. Gallen 2015, Rz. 333 ff.). Vom Erfordernis eines
aktuellen Rechtsschutzinteresses ist ausnahmsweise dann abzusehen, wenn sich die
mit der Beschwerde aufgeworfene Frage jederzeit unter gleichen oder ähnlichen
Umständen wieder stellen könnte, an ihrer Beantwortung wegen ihrer grundsätzlichen
Bedeutung ein hinreichendes öffentliches Interesse besteht und eine rechtzeitige
richterliche Überprüfung im Einzelfall ansonsten kaum je möglich wäre (Geisser/Zogg,
in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege,
Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2020, N 15 zu Art. 45 VRP).
2.1.
In der angefochtenen Verfügung vom 6. Januar 2021 legte die Vorinstanz eingangs den
2.2.
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Sachverhalt, die Begründung des Beschwerdeführers im Rekurs und die Rechtslage in
Bezug auf die öffentliche Arbeitsvermittlung dar. Daraus schloss sie, dass die
Gewinnaussichten der im Rekursverfahren vor dem Volkswirtschaftsdepartement
gestellten Anträge beträchtlich geringer seien als die Verlustgefahren. Die Anträge
erschienen im Sinn der bundesgerichtlichen Rechtsprechung als aussichtslos, weshalb
das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen sei.
Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, er habe ein Recht auf Arbeit
und Integration in den ersten Arbeitsmarkt. Dieses Recht werde ihm vom Kanton
St. Gallen vorenthalten. Das RAV und das Amt für Wirtschaft und Arbeit hätten ihm bis
heute kein brauchbares Integrationskonzept unterbreitet. Die Strategie, dass er sich auf
offene Stellen bewerben solle, bei denen er als Langzeitarbeitsloser absolut keine
Chance habe, sei unbrauchbar. Die Angelegenheit könne einfach aussergerichtlich
gelöst werden, indem man ihm einen seine Fähigkeiten, Fertigkeiten, Kenntnisse und
Talente berücksichtigenden, zufriedenstellenden Job gebe. Auf die Abweisung seines
Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung zufolge
Aussichtslosigkeit geht der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde mit keinem Wort
ein. Er legt nicht dar, inwiefern sein Rekurs nicht aussichtslos und die angefochtene
Verfügung demzufolge falsch sein sollte.
2.3.
Das Bundesgesetz über die Arbeitsvermittlung und den Personalverleih (SR 823.11,
AVG) bezweckt die Einrichtung einer öffentlichen Arbeitsvermittlung, die zur Schaffung
und Erhaltung eines ausgeglichenen Arbeitsmarktes beiträgt. Die Arbeitsämter in den
Kantonen erfassen die sich meldenden Stellensuchenden und die gemeldeten offenen
Stellen. Sie beraten Stellensuchende und Arbeitgeber bei der Wahl oder der Besetzung
eines Arbeitsplatzes und bemühen sich, die geeigneten Stellen und Arbeitskräfte zu
vermitteln. Sie berücksichtigen bei der Vermittlung die persönlichen Wünsche,
Eigenschaften und beruflichen Fähigkeiten der Stellensuchenden sowie die Bedürfnisse
und betrieblichen Verhältnisse der Arbeitgeber sowie die allgemeine Arbeitsmarktlage
(Art. 24 Abs. 1 und 2 AVG). Die Arbeitsämter stellen ihre Dienste allen schweizerischen
Stellensuchenden und den in der Schweiz domizilierten Arbeitgebern unparteiisch zur
Verfügung (Art. 26 Abs. 1 AVG). Die Arbeitsmarktbehörden erfassen die sich
meldenden Stellensuchenden und die gemeldeten offenen Stellen nach einheitlichen
Kriterien (Art. 51 Abs. 1 der Verordnung über die Arbeitsvermittlung und den
Personalverleih, SR 823.111, AVV). Nach Art. 52 AVV stellen die zuständigen
2.3.1.
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Amtsstellen sicher, dass bei Bedarf Eignungen und Neigungen eines Stellensuchenden
abgeklärt werden (lit. a) und Stellensuchende bezüglich Weiterbildungs- und
Umschulungsmöglichkeiten beraten werden (lit. b). Die individuelle Vermittlung nach
Art. 24 Abs. 2 AVG kommt nur in Frage, wenn der Stellensuchende oder der
Arbeitgeber dies wünschen (A. Pfeiffer, in: M. Kull [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar,
Bern 2014, N 9 zu Art. 24 AVG). Die Vermittlungspflicht nach Art. 26 AVG ist als Pflicht
zum Tätigwerden zu verstehen. Ein Anspruch auf Vermittlungserfolg lässt sich daraus
jedoch nicht ableiten (Pfeiffer, a.a.O., N 5 zu Art. 26 AVG).
Die regionalen Arbeitsvermittlungszentren vollziehen die öffentliche Arbeitsvermittlung
und -beratung (Art. 5 des Gesetzes über Arbeitslosenversicherung und
Arbeitsvermittlung, sGS 361.0, ALVG). Das Amt für Wirtschaft und Arbeit vollzieht die
Gesetzgebung über Arbeitslosenversicherung und Arbeitsvermittlung, soweit kein
anderes Vollzugsorgan zuständig ist. Es handelt in ausserordentlichen Situationen für
das regionale Arbeitsvermittlungszentrum, insbesondere, wenn dieses überlastet ist
oder dessen Verfügungen angefochten werden (Art. 1 Abs. 1 und 2 der Verordnung
über Arbeitslosenversicherung und Arbeitsvermittlung, sGS 361.11).
Das Legalitätsprinzip nach Art. 5 Abs. 1 BV ist ein allgemeiner rechtsstaatlicher
Grundsatz, der für die gesamte Staatstätigkeit verbindlich ist. Danach muss sich ein
staatlicher Akt auf eine materiellgesetzliche Grundlage stützen, die hinreichend
bestimmt und vom staatsrechtlich hierfür zuständigen Organ erlassen worden ist. Es
dient damit einerseits dem demokratischen Anliegen der Sicherung der
staatsrechtlichen Zuständigkeitsordnung, andererseits dem rechtsstaatlichen Anliegen
der Rechtsgleichheit, Berechenbarkeit und Voraussehbarkeit des staatlichen Handelns.
Das Legalitätsprinzip gilt für das ganze Verwaltungshandeln mit Einschluss der
Leistungsverwaltung (zum Ganzen BGer 2C_441/2017 vom 23. August 2017 E. 3.1 mit
Hinweisen). Das Prinzip der Gesetzesmässigkeit beherrscht demnach auch die
Leistungsverwaltung. Da diese jedoch im Grundsatz begünstigt und nicht belastet,
gehen die Anforderungen an die Normstufe und Normdichte weniger weit als in der
Eingriffsverwaltung. Die Voraussetzungen staatlicher Leistungen müssen nicht immer
bis ins Letzte normativ umschrieben sein; unter Umständen genügen auch allgemeine
Ziel- und Aufgabennormen als gesetzliche Grundlage (Tschannen/Zimmerli/Müller,
Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 2014, S. 145 f.).
Das Verbot des Rechtsmissbrauchs, verankert in Art. 2 Abs. 2 des Zivilgesetzbuches
2.3.2.
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(SR 210, ZGB), gilt auch im öffentlichen Recht. Es bindet sowohl Behörden als auch
Private. Rechtsmissbrauch liegt vor, wenn ein Rechtsinstitut zweckwidrig zur
Verwirklichung von Interessen verwendet wird, die dieses Rechtsinstitut nicht schützen
will. Rechtsmissbräuchliches Verhalten zeichnet sich dadurch aus, dass es den
anspruchsbegründenden Tatbestand nur nach dem Wortlaut, nicht auch nach dem
Sinn des Gesetzes erfüllt. Verhält es sich so, kann die erhoffte Rechtsfolge gar nicht
eintreten (Tschannen/Zimmerli/Müller, a.a.O., S. 182).
2.4.
Der Beschwerdeführer meldete sich am 29. Januar 2020 als Stellensuchender beim
RAV X._ an. Gleichentags fand ein Gespräch mit dem RAV-Leiter statt. Bereits zu
Beginn der Beratungstätigkeit wurde er darauf hingewiesen, dass die öffentliche
Arbeitsvermittlung nicht einer Personalberatung entspreche, sondern auf die
Unterstützung bei der Arbeitssuche ausgerichtet sei. In der Folge fanden monatliche
Beratungsgespräche statt. Dem Beschwerdeführer wurden offene
Stellenausschreibungen unterbreitet, im März 2020 wurde eine
Wiedereingliederungsstrategie erarbeitet. Eine arbeitsmarktliche Massnahme lehnte der
Beschwerdeführer ab. Da er mit der Tätigkeit des Beraters nicht zufrieden war, stellte
er wiederholt Forderungskataloge auf, die vom RAV-Leiter fristgerecht zu erfüllen seien.
Als dies nicht geschah, "feuerte" er seinen Berater am 30. Juli 2020. Als Nachfolge
wurde ihm anschliessend eine neue Beraterin, die Leiterin des RAV Y._, zugeteilt.
Nach dem ersten Gespräch am 31. August 2020 entliess er auch diese "fristlos". Trotz
Aufforderung des Leiters der Hauptabteilung Arbeitslosenversicherung und Androhung
der Abmeldung von der öffentlichen Arbeitsvermittlung lehnte der Beschwerdeführer
die weitere Zusammenarbeit mit der Leiterin des RAV Y._ kategorisch ab. Den auf den
20. Oktober 2020 anberaumten telefonischen Beratungstermin nahm er nicht wahr.
Seinerseits forderte er drei konkrete Stellenangebote von drei verschiedenen
Arbeitgebern innerhalb weniger Tage, ansonsten er Klage erheben und Strafanzeige
einreichen werde.
2.4.1.
Der Anspruch auf öffentliche Arbeitsvermittlung ist im Bereich der Leistungsverwaltung
anzusiedeln. Anspruchsberechtigt sind die sich meldenden Stellensuchenden. Inhalt
des Anspruchs ist die Beratung durch die Arbeitsämter bzw. das RAV und deren
Bemühung, unter Berücksichtigung der persönlichen Wünsche, Eigenschaften und
beruflichen Fähigkeiten des Suchenden eine geeignete Stelle zu vermitteln. Art. 24 und
2.4.2.
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26 AVG begründen lediglich eine Pflicht der Behörden, tätig zu werden; ein Anspruch
auf Vermittlungserfolg lässt sich daraus indessen nicht ableiten. Insofern, als der
Beschwerdeführer in seinem Rekurs gegen den Ausschluss von der öffentlichen
Arbeitsvermittlung vom 11. November 2020 beantragt, der Kanton St. Gallen habe ihm
eine Stelle zu verschaffen, erweist sich das Rechtsmittel aus aussichtslos. Auch die
Beauftragung einer ausserkantonalen Stelle oder Privatperson ist im Gesetz nirgends
vorgesehen.
Auch wenn in den fraglichen Bestimmungen von Art. 24 und 26 AVG zum Verhalten der
Stellensuchenden und daraus allenfalls resultierender Rechtsfolgen nichts gesagt wird,
ergibt sich aus dem mit der öffentlichen Arbeitsvermittlung angestrebten Ziel
(Vermittlung einer Arbeitsstelle) zwingend, dass die stellensuchende Person
mitzuwirken hat. Ohne deren Mitarbeit (Einreichen von Unterlagen, Erstellen des
Lebenslaufs, Wahrnehmen von Terminen, Bewerben auf mögliche offene Stellen, etc.)
wird jede erfolgversprechende Unterstützung bei der Stellensuche von Vornherein im
Keim erstickt. Die öffentliche Arbeitsvermittlung als Teil der Leistungsverwaltung ist
somit nicht voraussetzungslos geschuldet. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO)
hat gestützt auf Art. 31 AVG Weisungen zur öffentlichen Arbeitsvermittlung in Form der
sogenannten AVG-Praxis erlassen (unter www.arbeit.swiss). Darin sind die
Anforderungen an die Beratung von Stellensuchenden festgehalten. Es haben
regelmässig persönliche Beratungsgespräche mit der stellensuchenden Person
stattzufinden, deren Inhalt protokolliert wird. Basierend auf den abgeklärten
Widereingliederungsmöglichkeiten ist mit der stellensuchenden Person gemeinsam
eine Wiedereingliederungsstrategie zu erarbeiten, worin die gegenseitig vereinbarten
Verpflichtungen und Ansprüche festgehalten werden. Diese sollen nach dem Prinzip
von Leistung und Gegenleistung zwischen dem Stellensuchenden und der öffentlichen
Arbeitsvermittlung im Gleichgewicht sein. Sie werden in der
Wiedereingliederungsstrategie schriftlich festgehalten. Verletzen Stellensuchende das
in der Wiedereingliederungsstrategie Festgehaltene, werden sie schriftlich abgemahnt
und darauf hingewiesen, dass sie bei anhaltender Widerhandlung den Anspruch auf die
öffentliche Arbeitsvermittlung verlieren (vgl. AVG-Praxis C6 und C12).
In der Wiedereingliederungsstrategie vom 9. März 2020 wurden als Pflichten des
Beschwerdeführers vereinbart, dass dieser sich intensiv um Arbeit bemüht und auf
Stellenzuweisungen bewirbt, dass er bereit ist, eine zumutbare Stelle anzunehmen und
dass er die vereinbarten Beratungstermine wahrnimmt (act. 2/20 in den Rekursakten
VD/AWA-20.16). Indem der Beschwerdeführer den Beratungstermin mit der Leiterin
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des RAV Y._ vom 20. November 2020 nicht wahrnahm und sich teils nicht auf
Stellenzuweisungen bewarb, verletzte er seine Mitwirkungspflichten. Sowohl in der
Wiedereingliederungsstrategie als auch im Schreiben des Leiters der Hauptabteilung
Arbeitslosenversicherung vom 12. Oktober 2020 war er auf die Folgen der Verletzung,
die Abmeldung von der öffentlichen Arbeitsvermittlung, hingewiesen worden. Er teilte
daraufhin vielmehr mit, dass er auch künftig keine Beratungstermine mit der ihm
zugewiesenen Beraterin wahrnehmen werde. Es ist daher nicht davon auszugehen,
dass der Beschwerdeführer seinen Pflichten im Rahmen der Arbeitsvermittlung in
Zukunft nachkommen wird. Aufgrund seiner Forderungen, ihm sei ein
Integrationsexperte oder eine externe Person zur Seite zu stellen, worauf kein
Anspruch besteht, und sein Dossier sei dem Kanton St. Gallen zu entziehen, ist er
offensichtlich nicht bereit, die Hilfestellung der öffentlichen Arbeitsvermittlung im
gesetzlichen Rahmen weiterhin in Anspruch zu nehmen. Er erachtet deren bisherige
Tätigkeit als nutzlos, das RAV bringe nichts auf die Reihe. Die zwei bisherigen Berater
hat er "fristlos entlassen". Aus den Akten geht jedoch hervor, dass die Beratertätigkeit
über mehrere Monate hinweg vorschriftsgemäss ausgeführt wurde. Dass es bisher –
aus welchen Gründen auch immer – nicht zu einer Anstellung des Beschwerdeführers
gekommen ist, vermag daran nichts zu ändern.
Wie das Amt für Wirtschaft und Arbeit zutreffend ausführt, hat der Beschwerdeführer
falsche Erwartungen an die öffentliche Arbeitsvermittlung. Die Fortführung der
öffentlichen Arbeitsvermittlung, so wie sie im AVG vorgesehen ist, vom
Beschwerdeführer jedoch abgelehnt wird, erscheint damit nicht mehr sinnvoll, sondern
wohl von Vornherein als aussichtslos. Der Beschwerdeführer verhindert mit seinem
Verhalten, dass die Mitarbeiter des RAV ihn zielführend beraten oder gar erfolgreich
vermitteln können. Der mit der öffentlichen Arbeitsvermittlung verbundene Zweck kann
so nicht eintreten. Der Beschwerdeführer rechnet ja selbst nicht mit einem Erfolg.
Damit hat er jedoch seinen Anspruch auf öffentliche Arbeitsvermittlung verwirkt. Sein
Festhalten an der Anmeldung beim RAV ist rechtsmissbräuchlich, womit der
Ausschluss von der öffentlichen Arbeitsvermittlung durch das Amt für Wirtschaft und
Arbeit mit Wirkung ab 21. Oktober 2020 im Rahmen einer summarischen Prüfung als
rechtmässig erscheint.
2.4.3.
Bei dieser Ausgangslage erscheint die Überprüfung der von der Vorinstanz im Rahmen
einer vorläufigen und summarischen Prüfung erfolgten Verneinung der
Erfolgsaussichten im Rekursverfahren vor dem Volkswirtschaftsdepartement als korrekt
2.5.
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3.
Bei diesem Verfahrensausgang sind die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von
CHF 800 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung,
sGS 941.12). Auf die Erhebung der Kosten ist ausnahmsweise und zufolge
voraussichtlicher Uneinbringlichkeit zu verzichten (Art. 97 VRP).