Decision ID: 2e56cbf8-7230-46eb-8d10-c004e880ca8c
Year: 2011
Language: de
Court: ZH_VG
Chamber: ZH_VG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
hat sich ergeben:
I. Mit Verfügung des Stadtrichters vom 19. Juni 2008 wurde A wegen Verletzung von Verkehrsregeln mit einer Busse von Fr. 250.- bestraft und zur Bezahlung der Entscheidkosten von insgesamt Fr. 390.- verpflichtet. In der Folge verlangte er die gerichtliche Beurteilung des stadtrichterlichen Entscheids. Der Einzelrichter für Zivil- und Strafsachen kam aus prozessualen Gründen zum Schluss, das Verfahren sei nicht spruchreif, und wies die Akten an das Stadtrichteramt zurück. Am 21. September 2009 reichte A gegen die zuständige Stadtrichterin B ein Ausstandsgesuch ein. Mit Schreiben vom 11. November 2009 teilte ihm der Statthalter mit, das Ausstandsgesuch sei unbegründet.
II.
Gegen den abweisenden Ausstandsbescheid des Statthalters erhob A am 1. März 2010 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Dieses trat auf die Beschwerde mit Beschluss VB.2010.00101 vom 20. Mai 2010 nicht ein und leitete die Sache zuständigkeitshalber an die Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich weiter. Mit Verfügung vom 11. November 2010 wies die Sicherheitsdirektion die gegen den Ausstandsbescheid vom 11. November 2009 gerichtete Eingabe von A ab (Disp.-Ziff. II).
III.
Am 20. Dezember 2010 erhob A beim Verwaltungsgericht Beschwerde gegen die Verfügung der Sicherheitsdirektion vom 11. November 2010. Er beantragte, Disp.-Ziff. II der Verfügung sei aufzuheben und sein Ausstandsbegehren gegen die Stadtrichterin B sei gutzuheissen. Das Verwaltungsgericht zog die Vorakten bei und verzichtete auf die Durchführung eines Schriftenwechsels. Die vom Beschwerdegegner eingereichten Akten leitete das Verwaltungsgericht am 18. Januar 2011 aufgrund des laufenden Strafverfahrens an das Obergericht weiter.

Die Kammer erwägt:
Die Kammer erwägt:
1. 1.1 Das Verwaltungsgericht prüft seine Zuständigkeit nach § 70 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) von Amtes wegen. Gemäss § 1 Satz 1 VRG beurteilt das Verwaltungsgericht öffentlich-rechtliche Angelegenheiten. Im Bereich des Strafrechts ist das Verwaltungsgericht lediglich für Verfahren betreffend den Straf- und Massnahmenvollzug sowie für steuerstrafrechtliche Verfahren zuständig (vgl. RB 2006 Nr. 20 E. 2.2). Ist die Beschwerde in der Hauptsache unzulässig, so ist sie es gemäss § 44 Abs. 3 VRG auch gegen Teil-, Vor- und Zwischenentscheide sowie gegen Anordnungen über Verfahrenskosten und über Entschädigungen. § 5a Abs. 2 VRG sowie § 101 Abs. 1 des bis am 31. Dezember 2010 geltenden Gerichtsverfassungsgesetzes vom 13. Juni 1976 (GVG) sehen vor, dass der Entscheid über Ausstandsbegehren in den Zuständigkeitsbereich der Aufsichtsbehörde fällt.
1.2 Das vorliegende Verfahren betrifft ein Ausstandsbegehren im Rahmen eines übertretungsstrafrechtlichen Verfahrens und somit eine Angelegenheit ausserhalb des sachlichen Zuständigkeitsbereichs des Verwaltungsgerichts. Da das Verwaltungsgericht ferner auch nicht Aufsichtsbehörde über die Sicherheitsdirektion ist (vgl. Alfred Kölz/Jürg Bosshart/Martin Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, Zürich 1999, Vorbem. zu §§ 19–28 N. 34), ist auf die Beschwerde mangels Zuständigkeit nicht einzutreten.
1.2 Das vorliegende Verfahren betrifft ein Ausstandsbegehren im Rahmen eines übertretungsstrafrechtlichen Verfahrens und somit eine Angelegenheit ausserhalb des sachlichen Zuständigkeitsbereichs des Verwaltungsgerichts. Da das Verwaltungsgericht ferner auch nicht Aufsichtsbehörde über die Sicherheitsdirektion ist (vgl. Alfred Kölz/Jürg Bosshart/Martin Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, Zürich 1999, Vorbem. zu §§ 19–28 N. 34), ist auf die Beschwerde mangels Zuständigkeit nicht einzutreten.
2. 2.1 Damit stellt sich die Frage, welche Entscheidinstanz zur Beurteilung der Eingabe des Beschwerdeführers vom 20. Dezember 2010 zuständig ist.
2.2 Angefochten ist eine Verfügung der Sicherheitsdirektion vom 11. November 2010, die ein Ausstandsbegehren des Beschwerdeführers in Bezug auf die Stadtrichterin B betrifft. Diese Verfügung stellt einen Rekursentscheid gegen eine Anordnung des Statthalteramts im Sinn von § 402 Ziff. 10 der bis am 31. Dezember 2010 geltenden Strafprozessordnung des Kantons Zürich vom 4. Mai 1919 (StPO ZH) dar.
2.3 Am 1. Januar 2011 ist die am 5. Oktober 2007 verabschiedete Schweizerische Strafprozessordnung (StPO CH) in Kraft getreten. Gemäss Art. 59 Abs. 1 lit. b StPO CH fällt die Beurteilung von Ausstandsbegehren betreffend die Übertretungsstrafbehörden in die Zuständigkeit der Beschwerdeinstanz, im Kanton Zürich also des Obergerichts (vgl. § 49 des Gesetzes vom 10. Mai 2010 über die Gerichts- und Behördenorganisation im Zivil- und Strafprozess [GOG]). Rechtsmittel gegen Entscheide, die vor Inkrafttreten der eidgenössischen Strafprozessordnung – d.h. vor dem 1. Januar 2011 – gefällt worden sind, werden allerdings nach bisherigem Recht und von den bisher zuständigen Behörden beurteilt (Art. 453 Abs. 1 StPO CH). Da die vorliegend angefochtene Verfügung am 11. November 2010 und somit noch vor Inkrafttreten der neuen Strafprozessrechtsbestimmungen erging, ist sie nach den bis Ende 2010 geltenden Vorschriften bzw. durch die damals zuständigen Behörden zu überprüfen.
2.4 Der bis am 31. Dezember 2010 geltende und im vorliegenden Verfahren gestützt auf Art. 453 Abs. 1 StPO CH anwendbare § 409 Abs. 1 StPO ZH hält zwar fest, Rekursentscheide seien endgültig. Doch die Endgültigkeit bezieht sich nur auf den innerkantonalen Rechtsmittelweg. Bundesrechtlich sind solche Entscheide indessen gestützt auf Art. 80 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 130 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG) mit Beschwerde in Strafsachen nach Art. 78 ff. BGG beim Bundesgericht anfechtbar (BGr, 24. August 2009, 1B_108/2009, E. 1.2.3). Gegen die Verfügung der Sicherheitsdirektion vom 11. November 2010 kann demnach beim Bundesgericht Beschwerde erhoben werden, zumal es sich um einen selbständig eröffneten Zwischenentscheid über ein Ausstandsbegehren handelt (vgl. Art. 92 Abs. 1 BGG).
2.4 Der bis am 31. Dezember 2010 geltende und im vorliegenden Verfahren gestützt auf Art. 453 Abs. 1 StPO CH anwendbare § 409 Abs. 1 StPO ZH hält zwar fest, Rekursentscheide seien endgültig. Doch die Endgültigkeit bezieht sich nur auf den innerkantonalen Rechtsmittelweg. Bundesrechtlich sind solche Entscheide indessen gestützt auf Art. 80 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 130 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG) mit Beschwerde in Strafsachen nach Art. 78 ff. BGG beim Bundesgericht anfechtbar (BGr, 24. August 2009, 1B_108/2009, E. 1.2.3). Gegen die Verfügung der Sicherheitsdirektion vom 11. November 2010 kann demnach beim Bundesgericht Beschwerde erhoben werden, zumal es sich um einen selbständig eröffneten Zwischenentscheid über ein Ausstandsbegehren handelt (vgl. Art. 92 Abs. 1 BGG).
3. 3.1 Zu beantworten bleibt die Frage, ob das Verwaltungsgericht die vorliegende Sache an das zuständige Bundesgericht weiterzuleiten hat.