Decision ID: cd2e3b16-7ec8-51c5-8b64-deae94b55845
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1974, erlitt am
2.
September 2000 einen Unfall (
Urk.
7/13/143) und meldete sich am 1
2.
August 2002 bei der Invalidenversi
cherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte mit
Einspracheentscheid
vom
7.
November 2003 einen Leistungsanspruch (
Urk.
7/41), was vom hiesigen Gericht mit Urteil vom
6.
Mai 2004 im Verfahren Nr. IV.2003.00525 bestätigt wurde (
Urk.
7/52).
Nach erneuter Anmeldung vom 1
6.
März 2007 (
Urk.
7/65) sprach die IV-Stelle
dem Versicherten
mit Verfügung
6.
Februar 2008 bei einem Invaliditätsgrad von
5
5
%
eine halbe Rente ab November 2006 zu (
Urk.
7/93).
Am
5.
Mai 2010 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, sein Anspruch sei unverändert
(
Urk.
7/118)
.
1.
2
Nach erneuter Anmeldung vom 1
3.
Februar 2013 (
Urk.
7/125-126) holte die IV-Stelle unter anderem ein Gutachten ein, das am 1
2.
Juli 2014 erstattet wurde (
Urk.
7/144-145).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/148,
Urk.
7/153,
Urk.
7/157,
Urk.
7/163) stellte sie die Rente mit Verfügung vom
19.
Januar 2015 ein (
Urk.
7/165
=
Urk.
2).
2.
Am 1
9.
Februar 2015 erhob der Versicherte Besc
hwerde gegen die Verfügung vom 1
9.
Januar 2015
(
Urk.
2)
und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass er weiterhin Anspruch auf eine halbe Rente habe (
Urk.
1 S. 1 unten).
Die IV-Stelle beantragte mit
Beschwerdeantwort
vom
2
3.
März 2015 (
Urk.
6)
die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
8.
April 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
wind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG)
. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszu
stan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
1.3
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom
mens
vergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E.
3 und 133 V 108 E. 5.4 mit Hinweis).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durchgeführten Revision keine
leistungsbe
einflussende
Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (
Art.
74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV
) und die bisherige Invaliden
rente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin
keine Verfügung verlangt (
Art.
74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den
Ver
gleichszeitpunkt
einer (ordentlichen) rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
1.4
Nach dem Grundsatz der materiellen Beweislast bleibt es beim bisherigen Rechts
zustand, wenn sich eine anspruchserhebliche Änderung des Sachverhalts nicht mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit nachweisen lässt (
Urteile des Bundes
ge
richts 9C_32/2012 vom 2
3.
Januar 2013 E. 2,
9C_418/2010
vom 2
9.
Augst 2011 =
SVR 2012 IV Nr. 18 E.
3.1
,
9C_961/2008 v
om 3
0.
November
2009 =
SVR 2010 IV Nr. 30 E. 6.3).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, gemäss dem eingeholten Gutachten habe sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers so verbessert, dass für angepasste Tätigkeiten eine Arbeits
fähigkeit von 100
%
bestehe (S. 2 oben), womit ein rentenausschliessender
In
va
liditätsgrad
von 1
%
resultiere (S. 2 unten).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), auf das eingeholte Gutachten könne aus näher dargelegten Gründen nicht ab
gestellt werden (S. 3 f.), sein behandelnder Psychiater attestiere eine Arbeitsun
fähigkeit von 50
%
(S. 4)
,
und einzelne somatische Beschwerden seien zu wenig abgeklärt (S. 5). Er schlug vor, ein Obergutachten anzuordnen (S. 5 Mitte).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob
eine revisionsrelevante Verbesserung des Gesund
heitszustandes eingetreten ist,
mithin ob die vorhandenen ärztlichen Beurtei
lungen, insbesondere das von der Beschwerdegegnerin eingeholte Gutachten, eine solche mit überwiegender Wahrscheinlichkeit annehmen lassen.
3.
3.1
Im Bericht vom
8.
Juni 2006
über die am 2
4.
Mai 2006 in der Schulter-/
Ell
bogensprechstunde
der
Y._
erfolgte Untersuchung wurden
Schulterschmerzen links bei unklarem Schmerzsyndrom der linken oberen Extre
mität festgehalten (
Urk.
7/79/9-10 S. 2 Mitte).
3.2
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, der den Be
schwerdeführer seit Juli 2006 behandelte (vgl.
Urk.
7/116
Ziff.
1.2), führte in seinem Bericht vom 1
3.
März 2007 (
Urk.
7/79/11-14) unter anderem aus, es liege ein sehr komplexes Krankheitsbild vor (S.
1 Mitte). Er nannte folgende Diagnosen (S. 2
Ziff.
1):
depressive Erkrankung, gegenwärtig schwere depressive Episode ohne psy
chotische Syndrome (ICD-10 F32.2)
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
psychische Faktoren bei andernorts klassifizierten Krankheiten (ICD-10 F54)
Mit einer weiteren Stabilisierung des Zustandes und einer entsprechenden Ver
bes
serung der Arbeitsfähigkeit sei allenfalls gegen Ende des laufenden Jah
res (2007) zu rechnen (S. 3
Ziff.
8).
3.3
Im Bericht vom
2
5.
April 2007 über die
g
leichentags erfolgte Untersuchung in der Sprechstunde Obere Extremitäten der
A._
wurden als Diag
no
sen ein hochgradiger Verdacht auf eine instabile lange
Bicepssehne
links so
wie eine leichte
Tendinopathie
(MR-tomografisch) mit
bursaseitiger
Aufrauung
der distalen
Supraspinatussehne
links genannt
(
Urk.
7/79/7-8
S. 1 Mitte
)
.
3.4
Im Bericht der
Y._
vom
1
5.
Mai 2007 (
Urk.
7/81/7-10)
wurden
Schulterschmerzen links (
Ziff.
2.2.1)
und
persistierende Knieschmerzen links (
Ziff.
2.1) genannt
. Die Behandlung habe vom 2
9.
Februar bis 2
4.
Mai 2006 stattgefunden (
Ziff.
4.1). E
s wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vom
1
8.
Januar 20
05
bis
1
9.
April 20
06
(Hausarzt) und vom
1
9.
April bis 3
1.
Mai 20
06
(
Y._
) attestiert
(
Ziff.
3)
.
3.5
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, führte in
ihrem Bericht vom
1
6.
Mai 2007 (
Urk.
7/79/2-6)
unter anderem aus, dass sie den
Beschwerdeführer seit November 2005 behandle (
Ziff.
4.1). Als
Hauptdiag
nosen
nannte sie Schulterschmerzen links unklarer Zuordnung, Polyarthralgien der
klei
nen Fingergelenke, und ein
cervico
- und
lumbospondylogenes
Syndrom
links
betont
(
Ziff.
2.1). Sie attestierte für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Kellner
unter anderem eine vollständige Arbeitsunfähigkeit seit
4.
November 2005 (
Ziff.
3)
.
3.6
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.2)
nannte
in seinem Bericht vom 2
1.
Mai 2007 (
Urk.
7/80)
die gleichen Diagnosen wie im März 2007 (
lit
. A), attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
seit 1
8.
November 2005 (
lit
. B)
,
und führte
unter anderem aus,
eine Tätigkeit sei in der aktuellen Verfassung des Patienten nicht denkbar; dieser wünsche sich eine leichte Tätigkeit, bei der die Knie nicht zu stark belastet würden. Bei weiterer Stabilisierung sei maximal eine leichte Ar
beitstätigkeit von 50
%
erreichbar (S. 3 Mitte).
3.7
Dr.
med.
C._
, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte am 3
1.
Juli 2007 aus, es sei von einem psychischen Gesundheitsschaden analog der Ein
schätzung des behandelnden Psychiaters
Dr.
Z._
sowie von multiplen soma
tisch-therapeutischen Behandlungen aus
zugehen. Die
Arbeitsunfähigkeitse
in
schätzung
von
Dr.
Z._
könne nachvollzogen werden
. In angepasster Tätigkeit
(leicht, wechselbelastend, ohne Steigen auf Leitern und Gerüste, ohne kniende oder kniebeugende Körperhaltungen)
sollte von einer annähernd 50%igen Ar
beitsfähigkeit ausgegangen werden (
Urk.
7/83 S. 3
unten
)
.
4.
4.1
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.5) nannte in ihrem Bericht vom 1
2.
April 2010
(
Urk.
7/115)
die gleichen Diagnosen wie 2007 (
Ziff.
1.1), attestierte eine Ar
beits
unfähigkeit von 50
%
seit 2008 (
Ziff.
1.6)
,
und führte aus, eine allfällige Er
höh
ung der Arbeitsfähigkeit sei nach Besserung zu bestimmen (
Ziff.
1.8 und 1.9).
4.2
Dr.
Z._
nannte in seinem Bericht vom
2
7.
April 2010 (
Urk.
7/116)
als Diagno
sen nunmehr eine
gegenwärtig leichte depressive Episode
(
F33.1
) sowie die bereits 2007 genannten (
Ziff.
1.1).
Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
Gast
ronomiefachmann
von
40
%
in den letzten Jahren (
Ziff.
1.6)
und führte aus,
der Beschwerdeführer
arbeite
bereits wieder im
Zeitrahmen, der
möglich
sei, im ange
stammten Bereich
(
Ziff.
1.7)
.
4.3
Die Beschwerdegegnerin ging laut
Feststellungsblatt
vom
5.
Mai 2010
von ei
nem
unveränderten Gesundheitszustand aus (
Urk.
7/117 S.
1) und teilte dem Be
schwer
deführer gleichentags mit, es bestehe weiterhin Anspruch auf die bis
he
rige Rente (
Urk.
7/118).
4.4
Der Arzt des Medical Service der
D._
führte
am 1
3.
Februar 2013 gegenüber
der Beschwerdegegnerin aus, der Beschwerdeführer habe sich für ein Pensum von 50
%
als Briefzusteller bei der Post beworben. Da er insbesondere bezüglich
Knie weniger belastbar sei, habe von einer Anstellung abgeraten werden müs
se
n
(
Urk.
7/125)
.
4.5
Dr.
Z._
nannte in seinem Bericht vom
1
8.
Juli 2013 (
Urk.
7/130)
als Diagnosen nunmehr wieder eine
gegenwärtig mittelgradige depressive Episode ohne psy
chotische Symptome
(
F32.2
) sowie die
weiteren,
früher
genannten
(
Ziff.
1.1). Zur Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.6 und 1.7) machte er die gleichen Angaben wie im April 2010 (vorstehend E. 4.2).
4.6
Am 2
4.
August 2012 erlitt der Beschwerdeführer einen Auffahrunfall und wurde am Unfall- und am Folgetag im
E._
behandelt, worüber am
2
5.
August 2012 berichtet wurde (
Urk.
7/137 =
Urk.
7/145/25-26). Es wurde eine
Arbeitsunfähigkeit als Serviceangestellter von 100
%
vom 2
4.
bis 2
8.
August 2012 attestiert (S. 2 oben).
4.7
Am
3.
Mai 2013 wurde der Beschwerdeführer wegen eines
thorako-lumbo-spon
dylogenen
Schmerzsyndrom
s
auf der Notfallstation des
F._
ambulant behandelt (
Urk.
7/145/23-24).
5.
5.1
Am 1
2.
Juli 2014 erstattete
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ein Gutachten im Auftrag der
Beschwerdegegnerin
(
Urk.
7/144/1-14), die
s
gestützt auf die ihm überlassenen Akten und
die
im Rahmen der Untersuchung am 2
6.
Juni 2014 (S. 1) erhobenen Angaben des Be
schwerdeführers (S. 3 ff.) und Befunde (S. 6 f.).
Anamnestisch berichtete der Gutachter unter anderem, der Beschwerdeführer
habe in einem eher ruhigen Restaurant eine Stelle
im Umfang von 50
%
antre
ten
können. Dort arbeite er jetzt seit 16 Monaten, dies gehe relativ gut. Aller
dings müsse er aufpassen, nicht in Stress zu geraten (S. 5 oben).
Er nannte folgende Diagnosen mit anhaltender Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit (S. 7
Ziff.
4):
seit Frühjahr 2010
leichtgradige
depressive Episode (F33.1)
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (F45.4)
In Beantwortung der ihm unterbreiteten Fragen führte er unter anderem aus,
es
bestünden psychosomatische und psychische Beschwerden, welche insgesamt eine
milde Beeinträchtigung darstellten (S. 10
Ziff.
1). Der Versicherte hätte ver
mutlich Mühe, in einem Restaurant zu mehr als 75
%
tätig zu sein; es sei ins
be
sondere an die Überempfindlichkeit in Stresssituationen zu denken (S.
10
Ziff.
2)
. Die
bisherige Tätigkeit sei ihm
im
Rahmen von 75
%
zumutbar (S.
11
Ziff.
4). Bis März 2010 habe die Einschränkung zirka 50
%
betragen, seither be
trage sie noch 25
%
(S. 11
Ziff.
7).
Zum Bericht von
Dr.
Z._
vom März 2007 (vorstehend E. 3.
2
) führte der Gut
achter aus, eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung könne nachvollzogen
werden. Eine schwere depressive Episode sei dagegen etwas schwer nachvoll
zieh
bar, der Versicherte sei nämlich nicht manifest suizidal gewesen (S.
13
lit
. D). Zum Bericht vom April 2010 (vorstehend E. 4.
2
) führte er aus, damals habe eine leichte depressive Episode bestanden, was mit den heutigen Angaben des Ver
sicherten übereinstimme (S. 13 unten). Zum Bericht vom Juli 2013 (vorste
hend E.
4.
5) führte er aus, die heutigen Angaben des Versicherten liessen für diese Zeit auf eine
grossteils
leichtgradige
depressive Episode schliessen. Aller
dings könne es möglich sein, dass es gelegentlich bedeutendere depressive Epi
soden gegeben habe; diese hätten aber nur kurze Zeit gedauert (S. 14 oben).
5.2
Am 1
2.
Juli 2014 erstattete
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie, ein Gutachten im Auftrag der
Beschwerdegeg
nerin
(
Urk.
7/145/1-20 =
Urk.
7/145/29-42)
, dies gestützt auf die ihm überlasse
nen Akten
(S. 5 ff.) und die im Rahmen der Untersuchung am 2
6.
Juni 2014 (S. 1
unten) erhobenen Angaben des Beschwerdeführers (S. 2 ff.) und Befunde (S.
4 f.)
.
Als Diagnosen mit langdauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er ein
e
Gonarthrose links sowie eine seit Frühjahr 2010
leichtgradige
depressive Episode und eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (S. 10
Ziff.
1-2). Als Diagnosen ohne langdauernde Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er unter anderem ein chronisches generalisiertes Schmerzsyndrom und ein
Pan
ver
tebralsyndrom
mit
spondylogener
Ausstrahlung in den Kopf und in alle Extre
mi
täten (S. 10
Ziff.
3 ff.).
Zur Arbeitsfähigkeit führte der Gutachter aus, aus rein somatisch-rheumatologi
scher Sicht sei die Arbeitsfähigkeit für Arbeiten, die mehr als körperlich mittel
gradig belastend seien, seit dem Unfall vom
2.
September 2000 nicht mehr ge
geben. Für die vom Versicherten bisher in der Schweiz ausgeübten beruflichen Tätigkeiten, zumeist im Service und als Buffetmitarbeiter,
könne er seit Jahren beziehungsweise mindestens seit 2004 keine anhaltende Einschränkung der Ar
beitsfähigkeit mehr begründen
(S.
17 unten)
. F
ür
eine - näher umschriebene
(S.
18 unten) -
angepasste
Verweist
ätigkeit
könne er seit
spätestens 2002
keine an
haltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr begründen
(S. 18 oben)
.
5.3
Am 1
2.
Juli 2014 erstatteten
Dr.
G._
und
Dr.
H._
eine
interdisziplinär
e
Be
urteilung
(
Urk.
7/144/15-16 =
Urk.
7
/144/17-18 =
Urk.
7/145/27-28).
Darin führten sie aus, mehr als mittelgradig körperlich belastende Arbeiten seien
seit 2000 somatisch begründet und nicht mehr zumutbar (S. 2).
Für die in der Schweiz bis zuletzt wiederholt ausgeübten beruflichen Tätigkeiten im Service und als Buffethilfe sowie für eine angepasste Verweistätigkeit könne
sei
t
mindestens 2004 vollumfänglich auf die Einschätzung aus psychoso
ma
tisch-
psychiatrischer Sicht abgestützt werden (S. 2). Diese lautete auf eine Arbeitsun
fähigkeit von zirka 50
%
von 2006 bis März 2010; seit April 2010 liege die Ar
beitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit bei 15
%
, die frühere Arbeit könne zu 75
%
ausgeübt werden, die derzeit ausgeübte Tätigkeit sei angepasst (S. 1 unten).
6.
6.1
Der seit Juli 2006 behandelnde Psychiater
Dr.
Z._
diagnostizierte im März 2007 unter anderem eine gegenwärtig schwere depressive Episode (vorstehend E.
3.2), ebenso im Mai 2007, wobei er aktuell keine Arbeitsfähigkeit und pro
g
nos
tisch eine solche von maximal 50
%
als gegeben erachtete
(vorstehend E. 3.6).
Auf den letztgenannten Wert stellte sodann der RAD-Arzt im Juli 2007 ab (vor
stehend E. 3.7).
Im April 2010 diagnostizierte
Dr.
Z._
eine gegenwärtig leichte Episode und erachtete die Arbeitsfähigkeit als um 40
%
eingeschränkt (vorstehend E. 4.2).
Im Juli 2013 diagnostizierte er wieder eine gegenwärtig mittelgradige depressive
Episode, mit gleichen Angaben zur Arbeitsfähigkeit wie im April 2010 (vorste
hend
E. 4.5)
.
6.2
Im psychiatrischen Teilgutachten vom Juli 2014 (vorstehend E. 5.1)
diagnosti
zierte
Dr.
G._
eine
leichtgradige
depressive Episode, dies seit Frühjahr 201
0.
Dies ist vereinbar mit der von
Dr.
Z._
im Frühjahr gestellten, gleich
lautenden Diagnose, nicht aber damit, dass
Dr.
Z._
im Juli 2013 wieder eine mit
tel
gradige Episode diagnostizierte.
Die Diskrepanz ist
Dr.
G._
nicht entgangen. Er führte dazu aus, die „heuti
gen
Angaben des Versicherten“ liessen für die betreffende Zeit auf eine
gross
teils
leichtgradige
Episode schliessen. Es könne möglich sein, dass es gele
gent
lich bedeutendere depressive Episoden gegeben habe, die
se
hätten aber „nur kurze
Zeit gedauert“.
Eine nähere Begründung für diese Einschätzung gab
Dr.
G._
nicht; in seiner Beurteilung findet sich lediglich die sinngemäss gleichlautende Feststellung, gemäss Angaben des Versicherten „soll es ihm seit Frühjahr 2010 doch deutlich besser gehen“ (S. 8 f.).
Dr.
G._
erklärte auch die von
Dr.
Z._
im März 2007 gestellte Diagnose
einer schweren depressiven Episode als „etwas schwer nachvollziehbar“, dies mit
der Begründung, der Versicherte sei „nicht manifest suizidal“ gewesen. Dies vermag nicht zu überzeugen, denn gemäss den Angaben zur entsprechenden
Diag
nose gemäss ICD-10 (H.
Dilling
/ W.
Mombour
/ M. H. Schmidt, Hrsg., Inter
na
tio
nale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V, Klinisch-diag
nostische Leitlinien,
9.
Auflage, Bern 2014) ist massgebend, dass alle drei für die leichte und mittelgradige depressive Episode
typischen Symptome und min
destens vier andere, davon einige besonders ausgeprägt, vorhanden sind (S. 174 F32.2). Suizidalität wird nur insoweit erwähnt, als in besonders schweren Fällen ein hohes Suizidrisiko bestehe (S. 174 oben).
Insgesamt erweisen sich die Ausführungen von
Dr.
G._
zu den diagnosti
schen Aspekten als in verschiedener Hi
nsicht wenig schlüssig. A
ngesichts der
zentralen Bedeutung der Diagnosestellung für die Rechtsanwendung (BGE 141 V 281 E. 2.1.2) und der entsprechenden
qualitativen Anspr
üche an ihre Begrün
dung (BGE 141 V 281 E. 2.1.1) hat dies zur Folge, dass seiner Beurteilung der erforderliche Beweiswert abgeht.
Dies gilt in der Konsequenz auch für das von ihm postulierte Ausmass der Ar
beitsfähigkeit (von 50
%
bis März 2010 und von 75
%
seither), denn die sinn
gemässe Begründung dafür ist die diagnostische Hypothese,
dass
seit Frühjahr 2010 eine nur
leichtgradige
depressive Episode bestanden habe
, welcher - wie dargelegt - als zu wenig fundiert nicht gefolgt werden kann.
Zusammengefasst ergibt sich daraus, dass das psychiatrische Teilgutachten von
Dr.
G._
nicht geeignet ist, die von der Beschwerdegegnerin angenommene Verbesserung des Gesundheitszustandes als überwiegend wahrscheinlich nach
gewiesen anzunehmen.
6.3
Im r
heumatologischen Teilgutachten (vorstehend E. 5.2) führte
Dr.
H._
aus, für die bisher ausgeübten Tätigkeiten könne er mindestens seit 2004 keine anhal
ten
de Arbeitsunfähigkeit mehr begründen und für angepasste
Verweistätigkei
ten
seit 2002.
Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit sollen mithin gemäss ausdrücklicher Feststellung in somatischer Hinsicht seit 2004 oder 2002 unverändert geblieben sein.
Die von der Beschwerdegegnerin angenommene Verbesserung des Gesundheits
zu
standes lässt sich in somatischer Hinsicht nicht mit dem einge
holten, das Gegen
teil vertretenden Gutachten begründen.
6.4
Für die von der Beschwerdegegnerin postulierte Verbesserung
des
Gesundheits
zustand
s
liegt somit weder in psychiatrischer Hinsicht (vorstehend E. 6.2) noch in somatischer Hinsicht (vorstehend E. 6.3) eine den Anforderungen der Recht
sprechung (vorstehend E
.
1.5) genügende und inhaltlich
entsprechend lautende ärztliche Beurteilung vor.
Eine anspruchserhebliche Änderung des Sachverhalts ist mithin nicht mit über
wie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, weshalb es beim bisherigen Rechts
zustand bleibt (vorstehend E. 1.4).
Dementsprechend hat der Beschwerdeführer weiterhin
Anspruch
auf die bis
herige halbe Rente, was zur Gutheissung der Beschwerde führt.
7.
7.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Inva
li
denversicherung (IVG) sind ermessensweise auf
Fr.
700.-- festzusetzen und
aus
gangsgemäss
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2
Dem vertretenen und obsiegenden Beschwerdeführer steht eine
Prozessent
schä
digung
zu, die beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
145.--
(zuzüg
lich Mehrwertsteuer) ermessensweise auf
Fr.
1‘100.--
(inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer) festzusetzen und von der Beschwerdegegnerin zu bezahlen ist.