Decision ID: 73b20f9b-de73-40bb-905b-e3611f1f37f5
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1962,
war
seit April 2006
mit einem Teilzeitpensum als
Assistentin Betreuung und Pflege
bei einem Altersheim der Stadt
Y._
angestellt (
Urk.
10/14/1-3
Ziff.
2.1 und
2.7
,
Urk.
10/12 S. 2
Ziff.
2 oben
)
.
Bei einem Motorradunfall vom 1
0.
Juni 2016
zog sie sich
mehrere Verletzungen zu (
Urk.
10/6/17
Ziff.
2,
4-6 und 9).
Die Versicherte meldete sich am 2
2.
August 2016 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/3).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte
erwerbliche (
Urk.
10/10,
Urk.
10/14) und
medizinische (
Urk.
10/15
,
Urk.
10/25,
Urk.
10/30
) Abklärungen und zog Akten des Unfall
versicherers (
Urk.
10/6,
Urk.
10/11
,
Urk.
10/23
,
Urk.
10/31,
Urk.
10/34-35
,
Urk.
10/37-40
)
zum Verfahren bei. Die IV-Stelle erteilte in der Folge Kostengut
sprac
he für ein Aufbautraining
(
Urk.
10/45,
Urk.
10/52). Die Massnahme wurde am 2
1.
Juni 2019
beendet
(
Urk.
10/57).
Die IV-Stelle zog sodann ein vom Unfallversicherer in Auftrag gegebenes Gutachten (
Urk.
10/7
0
) zum Verfahren bei.
Mit Verfügung vom
3.
März 2020 (
Urk.
10/74 S. 3 f.) sprach der Unfallversicherer der Versicherten eine Invaliden
rente bei einem Invaliditätsgrad von 47
%
und eine Integritätsentschädigung zu.
Die IV-Stelle erliess am
2
3.
März 2020 (
Urk.
10/78)
den Vorbescheid, wogegen die Versicherte
Einwände (
Urk.
10/81) vorbrachte.
Mit Verfügung vom 2
0.
Mai 2020 (
Urk.
10/88 =
Urk.
2) verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch.
2.
Die Versicherte erhob am 1
5.
(Poststempel vom 16.) Juni 2020 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
0.
Mai 2020 (
Urk.
2). Sinngemäss beantragte sie die Aufhe
bung der Verfügung und die
Zusprach
e
einer Rente (
Urk.
1). Am
7.
Juli 2020 (
Urk.
5) reichte sie ein Schreiben des Amtes für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich vom 2
6.
Juni 2020 (
Urk.
6) ein.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
4.
August 2020 (
Urk.
9) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 2
0.
August 2020 z
ur Kenntnis gebracht (
Urk.
11).
In der Folge reichte sie dem Gericht eine
Kopie der Verfügung des Amtes für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich vom 1
6.
September 2020 (
Urk.
12) betreffend Vermittlungsfähig
keit ein.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Rentenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode d
er Invalidi
tätsbemessung (Art. 28a
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG) zu bestimmen (BGE
144
I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betätigungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränder
ten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicher
ten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen
(vgl. Art. 27
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV)
sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbs
tätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125
V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4
; Urteil des Bundesgerichts 8C_42/2021 vom 5. März 2021 E. 3.3 mit Hinweisen
).
1.3
Bei einer hypothetisch im Gesundheitsfall lediglich teilerwerbstätigen versicher
ten Person
ohne
Aufgabenbereich im Sinne von
Art.
27 IVV
bemisst sich die Invalidität rechtsprechungsgemäss nach der allgemeinen Methode des Einkom
mensvergleichs oder einer Untervariante (Schätzungs- oder Prozentvergleich, ausserordentliches Bemessungsverfahren) davon. Dabei ist das
Valideneinkom
men
nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätig
keit festzulegen, wobei entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum, um mehr Freizeit zu haben, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen. Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das
–
ärztlich festzulegende
–
Arbeitspensum unter Umstän
den grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtig
ung geleistete (BGE 131 V 51 E.
5.1.2; wi
edergegeben in BGE 142 V 290 E.
5).
In Präzisierung dieser Rechtsprechu
ng hat das Bundesgericht in BGE
142 V 290 entschieden, dass bei teilerwerbstätigen Versicherten ohne Aufgabenbereich die anhand der Einkommensvergleichsmethode zu ermittelnde Einschränkung im (allein versicherten) erwerblichen Bereich proportional – im Umfang der hypo
thetischen Teilerwerbstätigkeit – zu berücksichtigen ist
(E. 7.3)
.
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
1.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.6
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
hielt im angefochtenen Entscheid
(
Urk.
2)
fest, die Beschwerdeführerin habe zum
Zeitpunkt des Unfalles
im Juni 2016
ein
Erwerbspensum von 80 %
ausgeübt
.
Die Beschwerdegegnerin stellte in der Statusfrage deshalb darauf ab
, dass die Beschwerdeführerin
weiterhin
zu 80
%
erwer
bstätig wäre. Die restlichen 20
% würden den Freizeitbereich betreffen.
Sie
ermittelte sodann
nach der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung
für den Erwerbsbereich eine
n
Teilinvali
ditätsgrad von 38
%.
Für den
Freizeitbereich
ging sie von e
iner Einschränkung von 0
%
aus und verneinte bei einem
Invalidi
tätsgrad von gesamthaft
38 %
einen
Rentenanspruch
(S. 2 oben).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte vor,
die Begutachtung
im Dezember 2019 sei
in einem
«
Labor-Umfeld
»
erfolgt und die
Untersuchungen
seien
für sich alleine gesehen nicht zu 100
%
schlüssig. Zum Zeitpunkt der Integr
ationsmassnahme
sei sie zu 100
% arbeitsfähig gewesen. Im Abschlussbericht zu den beruflichen Massnahmen sei
jedoch
eindeutig festgestellt worden, dass eine Anstellung im ersten Arbeitsmarkt nicht mehr möglich sei. Die Beschwerdegegnerin habe den Abschlussbericht schon im Vorbescheid völlig ignoriert
. Es sei erklärungsbedürf
tig, dass die Beschwerdegegnerin im Wissen um den
B
ericht von einem wie auch immer gearteten regulären Lohneinkommen ausgehe. Weiter sei nicht nachvoll
ziehbar, dass die Beschwerdeg
egnerin von einem Pensum von 80
% ausgehe,
welches
zum Zeitpunkt des Unfalles bestanden habe (
Urk.
1 S. 1).
2.3
Streitig ist
zunächst
die Qualifikation
der
Beschwerdeführerin als Teilzeiterwerbs
tätige
. Weiter ist zu prüfen, ob
die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch zu Recht verneint hat.
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin zog sich bei einem Motorradunfall vom 1
0.
Juni 2016
mehrere
Verletzungen zu (
Urk.
10/6/17
Ziff.
2,
4-6 und 9).
Die Ärzte des Luzerner Kantonsspitals stellten im Bericht vom
4.
August 2016 (
Urk.
10/6/1
-2
) folgende Diagnosen
(S. 1):
-
Humerus
rechts: offene Reposition,
Philos
-Plattenosteosynthese
,
Fadencerclage
am 1
1.
Juni 2016
mit/bei
-
mehrfragmentärer Fraktur des rechten proximalen
Humerus
nach Motorradsturz vom 1
0.
Juni 2016
-
gering dislozierte Jochbeinfraktur mit
O
r
bitabodenfraktur
-
gering imprimierte
Hinterkantenfraktur
des lateralen und medialen
Tibiaplateaus
-
wenig dislozierte Fraktur der dritten Rippe rechts
-
Radialisparese
rechts bei
Humerusfrakur
, am ehesten traumatischer Genese
-
traumatische
Okulomotoriusparese
-
Purtscher Retinopathie
3.2
Lic
. phil.
Z._
, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP, nannte im Gutachten vom 2
8.
März 2018 (
Urk.
3/5 =
Urk.
10/40) als neuropsychologische Diagnose eine leichte bis mittelschwere neuropsychologische Störung nach traumatischer Hirnverletzung vom
1
0.
Juni 2016 (S. 6
Ziff.
4.1).
Der Gutachter führte aus,
die Beschwerdeführerin habe seit 2013 eine Stelle als Pflegeassistentin mit einem Pensum von 80
%
inne
(S. 6
Ziff.
5.1). Es bestehe eine insgesamt leichte bis mittelschwere neuropsychologische Störung bei einem Status nach traumatischer Hirnverletzung im Rahmen des erlittenen Motorrad
unfalles vom 1
0.
Juni 201
6.
Kognitive Beeinträchtigungen zeigten sich in
den Bereichen Gedächtnis, visuelle Wahrnehmung, Exekut
ivfunktionen und Aufmerksamkeit. Im mnestischen Bericht liessen sich eine mittelschwere modulationsunspezifische Lernstörung und eine leichte bis mittelschwere Speicherstörung objektivieren. Schwierigkeiten zeigten sich zudem im Umgang mit
selbständig zu strukturierenden
Information
en
.
Zudem ergebe sich ein Hinweis für eine leicht erhöhte Ermüdbarkeit
. Im Untersuchungsverlauf sei
sodann
eine leichte Abnahme des Aufmerksamkeitsniveaus objektivierbar
(S. 7
Ziff.
5.2 oben).
Die objektivierten kognitiven Beeinträchtigungen seien mit den geschilderten Beschwerden und einem MRI des Schädels vom 1
7.
Juni 2016 zu vereinbaren (S. 7
Ziff.
5.2 unten).
Aus neuropsychologischer Sicht bestehe für die Tätigkeit als Pflegeassistentin eine Leistungsfähigk
eit von zirka 60
%
. Einschränkungen
ergäben sich
aufgrund der insgesamt leichten bis mittelschweren neuropsychologischen Störung und den damit einhergehenden funktionellen Einschränkungen. Insgesamt ergebe sich eine Arbeitsfähigkeit von zirka 50
%
bezogen auf das vertragliche Pensum von 80
%
. Dies entspreche zirka 40
%
eines Arbeitspensums von 100
%
(S
. 8
Ziff.
7.C). Aus neuropsychologischer Sicht sei der Endzustand der Remission noch n
icht erreicht (S. 8
Ziff.
7.F).
3.3
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, gab in einem ärztlichen Zeugnis vom 1
8.
Juni 2019 (
Urk.
3/7/2) an, die Beschwerdefüh
rerin sei seit dem Unfall von 2016 bei ihm in Behandlung. Seit dem
1.
Juli 2019 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
, die auf Dauer gelte. Es sei nur noch ein Nischenarbeitsplatz möglich. Ein Arbeitsplatz im ersten Arbeitsmarkt sei der Beschwerdeführerin nicht mehr möglich.
3.4
Med.
pract
.
B._
und Prof.
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, berichteten am 1
1.
Juli 2019 (
Urk.
10/67) über eine ambulante
psychotherapeutische
Behandlung der Beschwerdeführerin seit Juni 2018 (S. 2
Ziff.
2.1).
Sie
nannten als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0, S. 3
Ziff.
2.5). Zur Arbeitsfähigkeit gaben sie an, im zweiten Arbeitsmarkt bestehe eine Arbeits
fähigkeit von maximal 20-30
%
. Eine Arbeitsfähigkeit von 40
%
sei nicht mehr möglich (S. 3
Ziff.
2.7).
3.5
3.
5
.1
Die Gutachter des
D._
ersta
tteten am
6.
Dezember 2019 (
Urk.
3/3 =
Urk.
10/70) im Auftrag des Unfallversicherers ein polydisziplinäres Gutachten. Es beruht auf den fachärzt
lichen Untersuchungen vom 3
0.
August bis 2
0.
September 2019
(S. 1)
und ist von
Dr.
med. E._
, Fachärztin für Neurologie,
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Chirurgie,
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Ps
ychiatrie und Psychotherapie,
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Dr.
med.
I._
und
J._
unterzeichnet (S. 17).
3.
5
.2
Zur neurologischen Untersuchung wurde ausgeführt,
die Beschwerdeführerin habe angegeben, dass sie vor dem Unfall gesund gewesen sei und keine gesund
heitlichen Beeinträchtigungen bestanden
hätten (S. 28
Ziff.
2.1 oben).
Aktuell sei sie
nach
wie vor
sehr
schnell müde und es bestünden Konzentrationsstörungen und eine vermehrte Vergesslichkeit. Sie brauche regelmä
ssig Pausen. Anfang
Jahr
sei
während
ein
es halben
Jahr
es
ein Aufbautraining
der Invalidenversicherung
d
urchgeführt worden
. Es sei
ihr zu anstrengend gewesen,
die
Müdigkeit habe sich extrem verstärkt
und es seien
wieder Doppelbilder aufgetreten.
Den Haushalt
könne sie ganz gut bewältigen. Sie benötige aber regelmässig Pausen
. Am Morgen verrichte sie für zirka eine Stunde Tätigkeiten im Haushalt
(S. 29
Ziff.
2.1 oben).
Die Beschwerdeführerin habe seit 2013
mit einem Pensum von 80
%
in einem Altersheim in
Y._
gearbeitet
. Nach dem Unfall habe sie 2017 wieder angefangen zu arbeiten
, zunä
chst mit einem
Pensum von 10
%
und dann von 50
%. Das Pensum sei
ihr
aufgrund ihrer Einschränkungen
aber
zu viel gewesen, so dass
sie
auf 40
%
habe reduzieren müssen.
Sie habe dann per Dezember 2018 die Kündigung erhalten
(S. 30
Ziff.
2.5 oben). Ihre Kinder seien 1989, 1991 und 1993 geboren und bereits
von zu Hause
ausgezogen (S. 30
Ziff.
2.5 Mitte).
Die Beschwerdeführerin sei der Tätigkeit im Altersheim aufgrund ihrer Müdigkeit und der unter Belastung auftretenden Doppelbilder und Sehstörungen nicht mehr gewachsen gewesen. Sie könne sich vorstellen, als Betreuerin zu arbeiten, wobei sie sich für maximal 30-40
%
belastbar halte. Die Tätigkeit dürfe zudem nicht sehr stressig sein und sie benötige regelmässige Pausen (S. 30
Ziff.
2.6 unten).
Gemäss der neuropsychologischen Untersuchung vom 2
0.
September 2019 sei unter Berücksichtigung des gesamten kognitiven Leistungsprofils
insgesamt
von einer leichten bis mittelschwere
n neuropsychologischen Störung auszugehen mit Minderleistung
en
im Bereich der Aufmerksamkeit, des verbalen Gedächtnisses, der Exekutivfunktionen und der visuellen Wahrnehmung. Im Vordergrund
stünden Hirnfunktionsstörungen in der Konzentrationsfähigkeit, im verbalen Gedächtnis für
Einzelinformationen
, in den Exekutivfunktionen und in der Gestaltwahrnehmung. Im Vergleich zu vor dem Unfall sei zudem von einer Persönlichkeits- beziehungsweise Verhaltensänderung im Sinne exekutiver Dysfunktionen auszugehen (Selbst- und Fremdbeurteilung
)
. Die Beschwerdefüh
rerin selber habe zudem eine Veränderung im Sinne einer Antriebsminderung und einer verminderten Impulskontrolle angegeben
. Im Vergleich zur neuropsy
chologischen Untersuchung vom
4.
Dezember 2017 handle es sich um tendenzielle Veränderungen
(S. 32 oben).
Dr.
E._
nannte als
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S.
36
Ziff.
4.2
:
Contusio
cerebri vom 1
0.
Juni 2016 mit inkompletter
Okulomotoriusparese
rechts und leichtem bis mittelschwerem organischem Psychosyndrom mit Aufmerksamkeits-, Gedächtnisstörungen und einer Antriebsminderung
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie eine trauma
tische
Radialisparese
rechts, komplett zurückgebildet (S. 36
Ziff.
4.1).
Unter Belastung komme es zu einer Zunahme der funktionellen Ausfälle, da das rechte Auge sehr schnell ermüde. Dann zeigten sich Doppelbilder und eine zunehmende
Ptosis
rechts. Die damit verbunde
ne
schnelle Ermüdung des rechten Auges führe in Kombination mit den neuropsychologischen Ausfällen auch
zu
einer schnelleren geistigen Erschöpfung (S. 33
Ziff.
5 oben). Ansonsten zeige sich ein unauffälliger neurologischer Befund. Die anamnestisch und laut Aktenlage beschriebene traumatische
Radialisparese
rechts habe sich komplett zurückgebil
det
und es fänden sich keine neurologischen Residuen
(S. 33
Ziff.
5 Mitte).
Aufgrund der neuropsychologischen und körperlichen Einschränkungen, welche sich gegenseitig verstärkten
und
die in Kombination zu einer vermehrten Ermü
dung führten, liege die Arbeitsfähigkeit für die Tätigkeit als Praxisassistentin bei 35
%
. In einer angepassten Tätigkeit liege
diese
bei 60
%
(S. 33
Ziff.
5 unten).
Als Belastungsprofil seien der Beschwerdeführerin einfache Routinetätigkeiten in einem strukturierten Arbeitsumfeld
möglich
ohne Ablenkung, Zeitdruck und ohne erhöhten Pausenbedarf. Zu vermeiden seien sodann hohe v
isuell-räumliche Anforderungen
(S. 34 oben).
Im Vergleich zum Gutachten
vom März 2018
zeige das aktuelle Gutachten in der Schwere unverändert leichte bis mittelschwere neuropsychologische Auffälligkeiten (S. 35 oben).
3.
5
.3
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde ausgeführt,
die Beschwerdeführerin leide seit dem Unfall unter Vergesslichkeit und Konzentrationsstörungen. Sie ha
be Mühe, sich Sachen zu merken und sei schneller ermüdet. Weiterhin sei sie nicht so belastbar und brauche längere
Pausen (S. 47 oben).
Seit
Juni 2018
sei sie
bei med.
pract
.
B._
im ambulanter psychiatrischer Behandlung, ein- bis zweimal pro Monat (S. 48 Mitte). Die Beschwerdeführerin habe etwas Mühe gehabt, den genauen Verlauf nach dem Unfall zu schildern. Ansonsten wirkten die Merk
fähigkeit, das Kurzzeit-
und
das Langzeitgedächtnis im klinisch-psychopatholo
gischen Befund aber weitgehend unbeeinträchtigt (S. 52 oben). Der Antrieb sei nicht reduziert (S. 52 Mitte).
Dr.
G._
nannte als unfallrelevante psychiatrische Diagnose mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit, S. 54
Ziff.
4 oben):
sonstige organische Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen aufgrund einer Schädigung des Gehirns (ICD-10 F07.8)
•
mit leichten bis mittelgradigen neuropsychologischen Störungen sowie einen Verdacht auf eine Persönlichkeits- beziehungsweise Verhaltensänderung bei Status nach traumatischer Hirnverletzung vom 1
0.
Juni 2016
Als nicht unfallrelevante psychiatrische Diagnose ohne Relevanz für die Arbeits
fähigkeit nannte
Dr.
G._
einen Verdacht auf eine depressive Episode, gegen
wärtig remittiert (ICD-10 F32.4, S. 54
Ziff.
4 oben).
Die Schmerzsymptomatik habe sich seit dem Unfall weitgehend zurückgebildet.
Die von der Beschwerdeführerin
initial
nach dem Unfall geschilderte depressiv anmutende Symptomatik habe sich im Verlauf gebessert. Eine berufliche Wieder
eingliederung sei aufgrund der gesundheitlichen Beschwerden nicht gelungen. Seit Juni 2018 erfolge eine regelmässige ambulante psychiatrische Behandlung ohne begleitende psychopharmakologische Therapie (S. 54
Ziff.
5 Mitte).
Die
Diagnosekriterien
für eine depressive Episode
gemäss ICD-10
seien zum Zeitpunkt der gutachterlichen Untersuchung nicht erfüllt
gewesen
. Gemäss den Unterlagen habe in der Vergangenheit fraglich eine depressive Episode vorgelegen, so dass
die Verdachtsdiagnose
einer depressiven Episode, gegenwärtig remittiert, zu attestieren sei (S. 54
Ziff.
5 unten).
Die Gutachterin gab
zu den
Kriterien
Behandlungserfolg oder -resistenz
und Eingliederungserfolg oder -resistenz
an,
von einer Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit
sei nicht mehr
auszugehen.
Die Beschwerdeführerin habe an
ihrem letzten Arbeitsplatz ein Arbeitspensum von 40
%
aus gesundheitlichen Gründen nicht weiter erhöhen können. Bezüglich eines Aufbautrainings
der
Invalidenversicherung
, das von Januar bis Juni 2019 erfolgt sei,
habe sie ein Pensum von 50
%
im Verlauf nicht wie geplant erhöhen können. Im Anschluss
daran
seien daher keine weiteren Eingliederungsmassnahmen erfolgt (S. 55
lit
. A unten). Die soziale Situation sei stabil. Ressourcen seien regelmässige soziale Kontakte. Weiter gehe die Beschwerdeführerin vielen Aktivitäten und Hobbies nach und sei für eine berufliche Wiedereingliederung motiviert (S. 56
lit
. A oben).
Die angegebenen Beschwerden und das Verhalten während der psychiatrischen Untersuchung seien konsi
stent und nachvollziehbar (S. 56
lit
. B Mitte).
Für die bisherige Tätigkeit als Pflegeassistentin sei aus neuropsychologischer und psychiatrischer Sicht von einer leistungsmässigen Einbusse von zirka 50
%
auszugehen. In einer angepassten Tätigkeit sei von einer zeitlichen Einschrän
kung von zirka 10
%
auszugehen (S. 61
Ziff.
7.2 und 7.3).
Dr.
H._
attestierte
im orthopädisch-
traumatologischen
Teilgutachten (S. 68-86)
für die bisherige körperlich leichte bis gelegentlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit als Pflegeassistentin eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
.
Für eine
Verweistätigkeit
attestierte sie ebenfalls eine
Arbeitsfähigkeit von 100
%
(S. 76 oben).
3
.
5
.4
Die Gutachter nannten in der Gesamtbeurteilung
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 8
Ziff.
4.2):
Contusio
cerebri vom 1
0.
Juni 2016 mit inkompletter
Okulomotoriusparese
rechts und leichtem bis mittelschwerem organischem Psychosyndrom mit Aufmerksamkeits-, Gedächtnisstörungen und einer Antriebsminderung (leicht
e
bis mittelgradige neuropsychologische Störung)
Als
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit nannte
sie
(S. 8
Ziff.
4.1):
-
traumatische
Radialisparese
rechts, komplett zurückgebildet
-
Verdacht auf depressive Episode, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F32.4)
-
geringe Bewegungseinschränkung des rechten Schultergelenkes bei Status nach Selbstunfall mit dem Motorrad vom 1
0.
Juni 2016
-
knöchern konsolidierte
Hinterkantenfraktur
des late
ralen und medialen
Tibiaplateaus
des rechten Kniegelenkes vom 1
0.
Juni 2016
-
knöchern konsolidierte
Fraktur der dritten Rippe rechts vom 1
0.
Juni 2016
-
Verdacht auf Blockierung des linken
Costotransver
s
algelenkes
8
-
Senk-Spreizfuss beidseits
Infolge des Motorradunfalles vom 1
0.
Juni 2016 mit einer
Contusio
cerebri bestünden auf neurologischem Gebiet noch eine inkomplette
Okulomotoriuspa
rese
rechts und ein leichtes bis mittelschweres organisches Psychosyndrom mit Aufmerksamkeits-, Gedächtnisstörungen und einer Antriebsminderung (S. 5 oben).
Von orthopädisch-
traumatologischer
Seite bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die erlittenen Frakturen des rechten proximalen
Humerus
, des rechten
Tibiakopfes
sowie der dritten Rippe rechts seien knöchern konsolidiert (S. 5 Mitte).
Aufgrund der neuropsychologischen und körperlichen Einschränkungen, welche sich gegenseitig verstärkten und die in Kombination zu einer vermehrten Ermüdung führten, liege die Arbeitsfähigkeit für die Tätigkeit als Praxisassisten
tin bei 35
%
. In einer angepassten Tätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit 60
%
(S. 6 oben).
Als Belastungsprofil kämen einfache Routinetätigkeiten in Frage in einem strukturierten Arbeitsumfeld ohne Ablenkung, Zeitdruck, erhöhten Pausenbedarf und ohne hohe visuelle-räumliche Anforderungen (S. 10
Ziff.
7.1 oben).
Im zeitlichen Verlauf sei es nach dem Unfall bis zirka Dezember 2017 zu einer
B
esserung der
Okulomotoriusparese
rechts
und einer kompletten Rückbildung der
Radialisparese
rechts gekommen. Seit Dezember 2017 bestehe unverändert ein leichtes bis mittelschweres organisches Psychosyndrom. Der Endzustand sei erreicht.
Eine weitere Verbesserung sei
unwahrscheinlich. Seit Januar seien die im Gutachten festg
estellten Einschränkungen durch
ein
organische
s
Psychosyn
drom in Kombination mit einer Einschränkung des
N.
occulomotorius
am rechten Auge unverändert vorhanden (S. 15
Ziff.
5).
3.6
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Chirurgie und für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin
,
nahm am 1
7.
Januar 2020 (
Urk.
10/77 S. 7 ff.) Stellung
zum
Gutachten des
D._
vom
6.
Dezember 201
9.
Er führte aus, gemäss dem Gutachten bestünden als Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit ein leichtes bis mittelschweres organisches Psychosyndrom und eine inkomplette
Okulomotoriusparese
links (richtig: rechts,
S. 9 oben). Für die bishe
rige Tätigkeit als Pflegeassistentin habe vom 1
0.
Juni 2016 bis 3
1.
Dezember 2017 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden. Seit dem
1.
Januar 2018 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 65
%
. Für eine angepasste Tätigkeit
gemäss Belastungsprofil habe vom 1
0.
Juni 2016 bis 3
1.
Dezember 2017
ebenfalls
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden. Seit dem
1.
Januar 2018 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 40
%
. Im Hinblick auf die bisherige Tätigkeit bestünden neuropsychologische Einschränkungen im Form eines reduzierten Arbeitstempos, einer verminderten Ausdauer und
dem Auftreten von
Doppelbilder unter Belastung. Zudem bestehe eine
geringgradige
Bewegungseinschränkung des rechten Schultergelenkes (S. 9 unten).
Auf das Gutachten des
D._
könne abgestellt werden. Die von psychiatrischer Seite attestierte Arbeitsfähigkeit von 20-30
%
im geschützten Rahmen sei angesichts der Diagnose einer leichten depressiven Episode nicht nachvollziehbar (S. 10 Mitte).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin erteilte am 1
8.
Dezember 2018 (
Urk.
10/45) Kostengut
sprache für ein Aufbautraining der Beschwerdeführerin
vom
7.
Januar bis
5.
April 2019
bei der
L._
,
Arbeitsintegration.
Die Beschwerdegegnerin verlängerte die Massnahme am 1
4.
Mai 2019
(
Urk.
10/52)
für die Zeit vom
6.
April bis
5.
Juli 201
9.
Am 2
1.
Juni 2019 erklärte sie die Eingliederungsmass
nahmen für beendet (
Urk.
10/57).
4.2
Der Case Manager der
L._
berichtete am 2
9.
März 2019 (
Schlussbericht Aufbautraining,
Urk.
3/2 =
Urk.
10/55) über den Verlauf der Massnahme vom
7.
Januar bis 2
9.
März 2019 (S. 1). Er führte aus, die Beschwerdeführerin habe über eine verminderte Merkfähig
keit (Kurzzeitgedächtnis), eine
Stö
rung des Gleichgewichts und eine leichte
Einschrän
kung des rechten Arms berichtet. Doppelbilder würden kaum mehr auftreten.
Bildschirmarbeiten seien ihr ohne Pause bis zu 30 Minuten möglich (S. 2
Ziff.
3.2 Mitte).
In den
medizinischen Akten werde von einer Arbeitsfähigkeit von 40-60
%
ausgegangen. Die Erkennt
nisse des Aufbautrainings in den verschiedenen Arbeitsbereichen b
estätigten
diese
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Bei einem Pensum von 50
%
bestehe eine Arbeitsleistung von zirka 85
%
(S. 4
Ziff.
5.5).
Bei der Testung sei das Arbeitstempo verlangsamt gewesen. Bei den praktischen Tätigkeiten in den verschiedenen Arbeitsbereichen sei dies nach zwei bis drei Stunden zu beobach
ten gewesen. Die Müdigkeit habe zu
-
und die Belastbarkeit und die Konzent
rationsfähigkeit
hätten
abgenommen (S. 6
Ziff.
7).
4.3
Der Verantwortliche der
L._
erstattete a
m 2
0.
Juni 2019
(
Urk.
3/1 =
Urk.
10/60)
den
Abschlussbericht
übe
r
die Massnahme.
Er führte aus, im geschützten Rahmen sei eine halbtä
g
ige Belastbarkeit knapp erreicht worden. Die Beschwerdeführer
in sei täglich nachmittags für vier Stunden im Werkatelier präsent gewesen. Einen Schnuppereinsatz als Hilfsgärtnerin habe sie abbrechen müssen (S. 2
Ziff.
6).
Es bestünden eine reduzierte Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit. Als Faktoren, die eine Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt aktuell verunmöglichten, bestünden
Einschränkungen der Merkfähigkeit und der räumlichen Orientierung sowie ein reduziertes Arbeitstempo. Notwendig seien wiederkehrende halbtä
g
ige Tätigkeiten mit geringen Anforderungen. Zu empfehlen sei die Betreuung oder Begleitung von älteren Personen oder Menschen mit besonderen Bedürfnissen
(S. 2
Ziff.
8 oben). Im geschützten Rahmen sei eine Präsenzzeit von drei bis vier Stunden täglich die obere Grenze gewesen. Bei höheren Anforderung
en
, wie bei einem Schnuppereinsatz in der Floristik, habe eine Leistungsfähigkeit von zwei bis drei Stunden bestanden. Auf dem freien Arbeitsmarkt bestehe bei einem Pensum von 50
%
eine Leistungsfähigkeit von zirka 30
%
. Eine verwertbare Leistung werde daher als unrealistisch
an
gesehen (S. 2
Ziff.
8 unten).
Die Einschränkungen bezüglich der Merkfähigkeit
,
in der Verarbeitung von Informa
tionen
sowie eine reduzierte Fähigkeit
in Falle eines
Leistungsdruck
s
seien offensichtlich gewesen. Weiter bestehe eine reduzierte Belastbarkeit aufgrund der neurologischen Defizite. Diese Einschränkungen reduzierten die Leistungsfähig
keit für den freien Arbeitsmarkt deutlich. Eine verwertbare Leistung beziehungs
weise Arbeitsfähigkeit werde daher als unrealistisch angesehen (S. 3
Ziff.
10).
5.
5.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
5.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit
ist jedoch nicht ohne W
eiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
5.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15
.
Februar 2018 E.
5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs
grundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen sind. Fehlt es an diesem Nach
weis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweis
losigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_
580/2017 vom 16. Januar 2018 E.
3.1 mit Hinweisen).
6.
6.1
Die Beschwerdeführerin war
zum Zeitpunkt des Unfalles vom 1
0.
Juni 2016 mit einem
Erwerbspensum
von 80
%
als Pflegeassistentin in einem Altersheim der Stadt
Y._
anges
tellt (
Urk.
10/14/2
Ziff.
2.7).
Die Gutachter des
D._
nannten im Gutachten vom
6.
Dezember 2019 als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine
Contusio
cerebri vom 1
0.
Juni 2016 mit inkompletter
Okulomotoriusparese
rechts und einem leichten bis mittelschweren organische
n
Psychosyndrom. Als Diagnosen ohne Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit nannten
die Gutachter
unter anderem eine trauma
tische
Radialisparese
rechts, komplett zurückgebildet, einen Verdacht auf eine depressive Episode, gegenwärtig remittiert, und eine geringe Bewegungsein
schränkung des rechten Schultergelenkes (E.
3
.
5
.4 hiervor).
Die Gutachter und der RAD der Beschwerdegegnerin kamen zur Einschätzung, dass in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Pflegeassistentin seit Januar 2018 noch eine Arbeits
fähigkeit von 35
%
bestehe. In einer angepassten Tätigkeit bestehe seit Januar 2018
eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 60
%
. Zuvor habe
seit dem Unfall bis Ende Dezember 2017
für sämtliche Tätigkeiten eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden
(E.
3
.
5
.4 und
3
.
6
).
6.2
Die Beschwerdeführerin
machte geltend, es sei nicht
zwingend
davon auszuge
hen, dass sie
das zuletzt ausgeübte Arbeitspensum von 80
%
bis zur Pensionie
rung beibehalten hätte (
Urk.
1 S. 1 f.).
Nachdem
ihre
Kinder
im Unfallzeitpunkt
bereits
längst
erwachsen
waren
(vorstehend E. 3.5.2)
,
bestehen
indes
keine Anhaltspunkte dafür
, dass
sie
ihr
Erwerbspensum in der Zukunft
erhöht hätte
.
Stattdessen ist davon
auszugehen, dass
sie
das genannte Erwerbspensum im Gesundheitsfall beibehalten hätte.
Die Beschwerdegegnerin qualifizierte
die Beschwerdeführerin
demzufolge
zu Recht als Teilzeiterwerbstätige mit einem Anteil im Erwerbsbereich von 80
%
. Die restlichen 20
%
betreffen den
Freizeit
bereich
. An der getroffenen Qualifikation ist festzuhalten.
6.3
Das Gutachten des
D._
beruht auf den erforderlichen
polydisziplinären Unter
suchungen
. Es
erweist sich für die streitigen
Belange als umfassend u
nd
wurde in Kenntnis
und in Auseinandersetzung mit
den
Vorakten
erstellt. Die Gutachter trugen
sodann
den nach
dem Unfall vom 1
0.
Juni 2016
verbliebenen
kognitiven
Einschränkungen
der Beschwerdeführerin
bei
einer
Comotio
cerebri mit kompletter
Okulotoriusparese
rechts
und
einem leichten bis mittelschweren orga
nischem Psychosyndrom
ausreichend Rechnung.
Dass
sie
anders als die behan
delnden Ärzte
zur Einschätzung einer Restarbeitsfähigkeit in der angestammten und in einer angepassten Tätigkeit gelangten
, spricht nicht gegen den Beweiswert des Gutachtens.
Weiter lässt sich nicht sagen, dass die
Begutachtung in einem «Labor-Umf
eld» erfolgt wäre (
Urk.
1 S. 1)
.
Der Bericht des Verant
wortlichen der
L._
vom 2
0.
Juni 2019 lag den Gutachtern vor (
Urk.
10/70 S. 25 f.
Ziff.
38) und sie setzten sich mit
dem Ergebnis
der
Eingl
iederungsmassnahme auseinander (vgl. E. 3.5.3).
Das Gutachten
vermag
schliesslich
in der Darlegung der medizinischen Situation und
bezüglich der Schlussfolgerungen der Gutachter
zu überzeugen. Es erfüllt somit die Anforderungen an den Beweiswert eines medizinischen Gutachten
s
(E. 5.1 hiervor),
so dass
darauf
abgestellt werden kann.
6.4
Die Gutachter des
D._
legten
eingehend
dar
,
dass
trotz der festgestellten funktionellen Einschränkungen
der Beschwerdeführerin
in der angestammten und in einer angepassten Tätigkeit
eine verwertbare Restarbeitsfähigkeit besteht.
Die
abweichende
Beurteilung durch med.
pract
.
B._
und Prof.
C._
verm
ag dagegen nicht zu überzeugen.
Sie
verneinte
n
bei einer
lediglich leichten depres
siven Episode
gänzlich
eine verwertbare Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt
und attestierten lediglich eine
reduzierte
Arbeitsfähigkeit in einem geschützten Rahmen
(E. 3.3).
Der Beurteilung der
behandelnden Ärzte kann
bereits aus diesem Grund nicht gefolgt
werden.
D
ie behandelnden Ärztinnen und Ärzte stehen
sodann
in einem auftragsrecht
lichen Ver
hältnis zur versicherten Person und haben sich zudem in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren. Ihre Berichte verfolgen daher nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlauben
den objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen Anforderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E. 3a. Aus diesen Gründen und aufgrund der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte – beziehungsweise regelmässig behandelnde Spezialärzte (vgl. Urteil des Bundes
gerichts I 551/06 vom
2.
April 2007 E. 4.2) – mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patien
ten aussagen, kommt im Streitfall ein direktes Abstellen einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte nur selten in Frage (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_1055/2010 vom 1
7.
Februar 2011 E. 4.1).
Bei den Berichten der
L._
fällt auf, dass sich der Case Manager der
L._
im Bericht vom 2
9.
März 2019 zunächst der in den medizinischen Akten attestierten Arbeitsfähigkeit von 40-60 % anschloss (E. 4.2 hiervor).
Weshalb
er im Bericht vom 2
0.
Juni 2019 wieder davon abwich, ist nicht
nachvollziehbar
.
Berichte über den Verlauf von Eingliederungsmassnahmen
sind bei
Prüfung eines Rentenanspruches zwar zu berücksichtigen.
Die Angaben
des Verantwortlichen der
L._
vermögen
die
Einschätzung durch die Gutachter des
D._
jedoch nicht
in Zweifel zu ziehen
.
Es ist daher auf das Gutachten des
D._
abzustellen.
Das Gutachten erlaubt
die
Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens
. Die von psychi
atrischer und neuropsychologischer Seite
gestell
ten Diagnosen erweisen sich
als mittelschwer ausgeprägt
.
Gutachter
in
Dr.
G._
wies
im Weite
ren
darauf hin, dass die Beschwerdeführerin
a
uf
gute
Ressourcen zurück
greifen könne
(E. 3.5.3 hiervor)
.
Übereinstimmend mit der medizinischen Beurteilung
kann
der Beschwerdeführerin in
einer angepassten
Tätigkeit
daher
gesamthaft
eine Arbeitsfähigkeit von 60
%
ab Januar 2018
zugemutet werden.
Der medizinische Sachverhalt ist
somit
als dahingehend erstellt zu erachten, dass
ab dem Unfallzeitpunkt, ab dem 1
0.
Juni 2016, bis 3
1.
Dezember 2017
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für sämtliche Tätigkeiten bestand. S
eit Januar 2018
besteht
eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit von 35
%
für die angestammte Tätigkeit als Pflegehelferin
. Für eine angepasste Tätigkeit ist dagegen
ab diesem Zeitpunkt
von einer Arbeitsfähigkeit von 60
%
auszugehen.
6.5
6.5
.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte in der angefochtenen Verfügung
für den Erwerbs
bereich auf ein
Valideneinkommen
von
Fr.
61'032.50 und ein Invalideneinkom
men von
Fr.
32'009.30 ab (
Urk.
2 S. 2).
Gemäss Arbeitgeberbericht vom
4.
Okto
ber 2016 erzielte die Beschwerdeführerin im Jahr 2016 mit einem Arbeitspensum von 80 % ein Einkommen von
Fr.
48'152.
-- (
Urk.
10/14/3
Ziff.
2.10).
Das Einkommen
ist gemäss neuer Berechnung
smethode
auf ein Pensum von 100
%
umzurechnen (vgl. E. 1.3 hiervor)
.
Bei einer Nominallohnentwicklung für Frauen
von 0.4
%
im Jahr 2017
resultiert für 201
7
als dem Zeitpunkt des frühestmög
lichen Rentenbeginns
ein Einkommen von
Fr.
60’431
.--
(
Fr.
48'152.
-- :
8 x 10 x 1.004)
. Als
Valideneinkommen
sind daher
Fr.
60’431
.-- zu veranschlagen.
Nach Ablauf des W
artejahres am 1
0.
Juni 2017
bestand eine Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit von 100
%
, womit
kein Invalideneinkommen anzurechnen ist
.
Der Invaliditätsgrad entspricht
folglich
100
%
. Ab
1.
Juni 2017 (
Art.
29
Abs.
3 IVG)
bestand damit ein Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversiche
rung
.
6.5.2
Gemäss der medizinischen Beurteilung ist der Beschwerdeführerin
ab
1.
Januar 2018
eine behinderungsangepasste Tätigkeit zu 60
%
zumutbar.
Das der Teuerung angepasste
Valideneinkommen
betrug zu diesem Zeitpunkt
Fr.
60'73
3.--
(
Fr.
48'152.
-- :
8 x 10 x 1.004 x 1.005).
Nach
LSE
2018
TA1_tirage_skill_level
ist ausgehend
vom
Kompetenzniveau
1
für Frauen
ein durchschnittlicher
Lohn von
Fr.
4'371
.--
pro Monat heranzuziehen
.
Angepasst an ein
Arbeitspensum
von 60 % und
bei
einer wöchen
tlichen Arbeitszeit im Jahr
201
8
von 41.7 Stunden
resultiert ein Einkommen von
Fr.
33'137.-
-
(
Fr.
4'371.
--
x
12 :
40 x 41.7 x
0.6
)
und damit
ein
Invalideneinkommen
von
Fr.
32’
809
.--.
Vergleicht man das
Valideneinkommen
von
Fr.
60'733.--
mit dem Invalidenein
kommen von
Fr.
32’
809
.--, resultiert eine
Erwerbseinbusse von
Fr.
27’924
.--, was einem Teilinvaliditätsgrad
für den Erwerbsbereich
von rund 4
6
%
entspricht. Da vo
n einem Anteil im Erwerbsbereich
von 80
%
auszugehen ist,
resultiert
gewichtet
nach der gemischten Methode ein
Invaliditätsgrad von gesamthaft rund 3
7
%
(4
6
%
x 0.8).
Der Freizeitbereich von 20
%
ist nicht versichert
(E. 1.3)
.
Bei einem Invaliditätsgrad von 3
7
%
besteht kein Rentenanspruch mehr (E. 1.5).
Die gemäss E. 6.5.1 ab
1.
Juni 2017 geschuldete ganze Rente ist damit bis 3
1.
März 2018
(Zeitpunkt Verbesserung plus drei Monate,
Art.
88a
Abs.
1 IVV)
zu befristen
(E. 1.6)
.
6.6
Zusammenfassend
ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die angefochtene Verfügung vom 2
0.
Mai 2020 (
Urk.
2) dahingehend abzuändern, als festzustellen ist, dass die Beschwerdeführerin von
1.
Juni
2017
bis 3
1.
März 2018 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung hat. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf
Fr.
700.-- festzusetzen und
ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen
.