Decision ID: cbb24521-de13-48ad-b88c-c31a07c0651c
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Unterhalt
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Zürich, 3. Abteilung, vom 4. April 2013 (FP120052-L)
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Rechtsbegehren (Urk. 1 S. 2):
"1. Der Beklagte sei zu verpflichten, folgende monatliche, an den  gebundene Unterhaltsbeiträge zu bezahlen (zuzüglich  oder gesetzliche Kinder- und/oder Familienzulagen, die dem Beklagten zustehen): CHF 3'200.00 vom tt.mm.2011 (Geburt) bis 31. März 2017. CHF 3'300.00 vom 1. April 2017 bis 31. März 2023. CHF 3'500.00 vom 1. April 2023 bis zum Abschluss der , mindestens jedoch bis zur Mündigkeit. Die Unterhaltsbeiträge sind monatlich im Voraus je auf den Ersten eines Monats an die gesetzliche Vertreterin und nach Erreichen der Mündigkeit an das Kind selber zu bezahlen.
2. Die in Ziff. 1 beantragten Unterhaltsbeiträge basieren auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für  (BfS) vom Februar 2012 von 99,1 Punkten (Basis Dezember 2010 = 100). Sie seien jährlich auf den 1. Januar an den  per Ende November des Vorjahres anzupassen, erstmals per Januar 2014.
Unterhaltsbeitrag X neuer Indexstand alter Indexstand
3. Es sei auf die Auferlegung eines Prozesskostenvorschusses zu verzichten.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des , wobei die Prozessentschädigung den Sozialen Diensten E._ zuzusprechen sei."
Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, Einzelgericht, vom 4. April 2013 (Urk. 53):
1. Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger monatlich im Voraus folgende
Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
a) Fr. 1'130.– vom tt.mm.2011 (rückwirkend) bis 31. März 2017,
Fr. 1'190.– ab 1. April 2017 bis 31. März 2023,
Fr. 1'380.– ab 1. April 2023 bis zum Abschluss einer angemessenen
Ausbildung, mindestens jedoch bis zur Mündigkeit des Klägers.
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b) Die vorstehenden Beträge gemäss Ziff. 1.a) erhöhen sich um den An-
teil des Beklagten von 65% an den effektiven Fremdbetreuungskosten
(für Kinderkrippe, Hort, Mittagstisch o.Ä.) welche für den Kläger anfal-
len. Der Beklagte ist demnach ab 1. September 2011 und bis auf Wei-
teres verpflichtet, an die Fremdbetreuungskosten des Klägers
Fr. 1'880.– pro Monat zu bezahlen.
c) Die vorstehenden Beträge gemäss Ziff. 1.a) und 1.b) erhöhen sich um
den Anteil des Beklagten an allfälligen Privatschulkosten für den Klä-
ger. Der Beklagte wird verpflichtet auf erstes Verlangen 65% der effek-
tiven Kosten für eine Privatschule für den Kläger (bis zu Gesamtkosten
von maximal Fr. 2'500.– pro Monat für eine Privatschule) zu bezahlen.
Der vom Beklagten zu tragende Schulkostenanteil (65%) beträgt ma-
ximal Fr. 1'625.– pro Monat.
Die vorstehenden Beträge gemäss Ziff. 1.a)-c) sind zahlbar an den jeweili-
gen gesetzlichen Vertreter des Klägers, nach Erreichen der Mündigkeit an
den Kläger selbst. Gesetzliche oder vertragliche Kinderzulagen sind zusätz-
lich zu bezahlen.
2. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziff. 1.a) basieren auf dem Landesindex der
Konsumentenpreise des BFS per Ende Februar 2013 mit 98.9 Punkten (Ba-
sis per Ende Dezember 2010 bei 100 Punkten). Sie werden jährlich auf den
1. Januar dem Indexstand per Ende November des Vorjahres angepasst,
erstmals auf den 1. Januar 2013, und zwar nach folgender Formel:
Neuer Unterhaltsbeitrag = alter Unterhaltsbeitrag x neuer Index alter Index
3. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 7'000.– ; die Barauslagen betragen:
Fr.
4. Die Gerichtskosten werden dem Beklagten auferlegt.
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5. Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine Prozessentschädigung von
Fr. 3'500.– zu bezahlen.
6. [Mitteilungssatz]
7. [Rechtsmittelbelehrung]
Berufungsanträge:
des Beklagten, Berufungsklägers und Anschlussberufungsbeklagten:
in der Berufungsbegründung (Urk. 52 S. 2):
"1. In Gutheissung der Berufung sei Ziffer 1 lit. b) des  Urteils wie folgt abzuändern:
Der Beklagte wird verpflichtet, zusätzlich zu den  gemäss Ziff. 1 a ab 1. September 2012 bis längstens 1.  2023 dem Kläger 65 % der durch die Erwerbstätigkeit der Kindsmutter bedingten Fremdbetreuungskosten gemäss  Rechnungen zu bezahlen, maximal jedoch Fr. 1'880.– pro Monat.
2. In Gutheissung der Berufung sei Ziffer 1 lit. c ersatzlos , eventuell sei eine Kostenbeteiligung des Beklagten an  Kosten für den Besuch einer Privatschule vorzubehalten.
3. Ziff. 4 und Ziff. 5 des vorinstanzlichen Urteils seien aufzuheben und es seien die Kosten dem Kläger aufzuerlegen und es sei von der Zusprechung einer Prozessentschädigung abzusehen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Klägers."
in der Anschlussberufungsantwort (Urk. 61 S. 2):
"Die Anschlussberufung des Klägers und des Berufungsbeklagten sei vollumfänglich abzuweisen, alles unter Kosten- und  zu seinen Lasten."
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des Klägers, Berufungsbeklagten und Anschlussberufungsklägers:
in der Berufungsantwort (Urk. 57 S. 2):
"1. Die Berufung sei abzuweisen unter Kosten- und  zulasten des Berufungsklägers.
2. Für den Fall der Auferlegung von Kosten und Entschädigungen an den Berufungsbeklagten seien dessen Eltern zur Übernahme dieser Kosten zu verpflichten. Die Aufteilung erfolge zu einem Drittel zulasten der Mutter des Berufungsbeklagten und zu zwei Dritteln zulasten des Berufungsklägers."
in der Anschlussberufungsbegründung (Urk. 57 S. 2f.):
"1. In Gutheissung der Anschlussberufung sei Ziffer 1 lit. c des vorinstanzlichen Urteils wie folgt abzuändern:
Die vorstehenden Beträge gemäss Ziff. 1.a) und 1.b) erhöhen sich um den Anteil des Beklagten an allfälligen Privatschulkosten für den Kläger. Der Beklagte wird verpflichtet auf erstes  65% der effektiven Kosten für eine Privatschule für den  zu bezahlen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des .
3. Für den Fall der Auferlegung von Kosten und Entschädigungen an den Anschlussberufungskläger seien dessen Eltern zur  dieser Kosten zu verpflichten. Die Aufteilung erfolge zu  Drittel zulasten der Mutter des Anschlussberufungsklägers und zu zwei Dritteln zulasten des Anschlussberufungsbeklagten."

Erwägungen:
I.
1. Der Kläger, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungskläger (fortan
Kläger) wurde am tt.mm.2011 als Sohn der F._ geboren (Urk. 2/1). Am
14. November 2011 wurde er vom Beklagten, Berufungskläger und Anschlussbe-
rufungsbeklagten (fortan Beklagter) anerkannt (Urk. 2/2). Auf entsprechende vom
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Kläger erhobene Unterhaltsklage hin wurde der Beklagte von der Vorinstanz mit
Urteil vom 4. April 2013 zur Bezahlung der eingangs angeführten Unterhaltsbei-
träge verpflichtet. Die Unterhaltsbeiträge wurden indexiert (Urk. 53 S. 13f. Dispo-
sitivziffern 1 und 2). Für den Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens kann auf
das angefochtene Urteil verwiesen werden (Urk. 53 S. 3f.).
2. Der Beklagte hat gegen das vorinstanzliche Urteil fristgerecht Berufung
erhoben (Urk. 50; Urk. 52). Nach Eingang des vom Beklagten einverlangten Kos-
tenvorschusses von Fr. 7'000.– (Urk. 54; Urk. 55) erstattete der Kläger die Beru-
fungsantwort (Urk. 57). Er hat eine Anschlussberufung erhoben. Die Anschlussbe-
rufungsantwort und Stellungnahme zu den Noven in der Berufungsantwort datiert
vom 16. September 2013 (Urk. 61). Am 25. September 2013 richtete die Mutter
des Klägers ein persönliches Schreiben an das Gericht (Urk. 63). Beide Eingaben
wurden der Gegenpartei bzw. den Parteien zur Kenntnis gebracht (Prot. S. 5f.).
3. Die Berufung hemmt die Rechtskraft des angefochtenen Entscheides im
Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Dispositivziffer 1a wurde von keiner
Partei angefochten, weshalb das angefochtene Urteil in diesem Umfang mit Ein-
gang der Berufungsantwort am 11. Juli 2013 in Rechtskraft erwachsen ist. Dies ist
vorzumerken.
II.
1. Vorliegend kommt Schweizer Recht zur Anwendung (Art. 83 Abs. 1 IPRG
i.V.m. Art. 1 und 4 des Haager Übereinkommens über das auf Unterhaltspflichten
anzuwendende Recht vom 2. Oktober 1973). Der Anspruch auf Kindesunterhalt
basiert auf Art. 276 ZGB. Für seine Bemessung ist nach Art. 285 Abs. 1 ZGB den
Bedürfnissen des Kindes sowie der Lebensstellung und Leistungsfähigkeit der
Eltern zu entsprechen. Sodann sind das Vermögen und die Einkünfte des Kindes
sowie der Beitrag des nicht obhutsberechtigten Elternteils an der Betreuung des
Kindes zu berücksichtigen. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, ist vorab
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auf die zutreffenden allgemeinen Erwägungen der Vorinstanz zu den für die Be-
rechnung des Kinderunterhalts relevanten Kriterien und rechtlichen Grundsätze
zu verweisen (Urk. 53 S. 4ff.).
2. Die Eltern des heute rund zweieinhalbjährigen Klägers haben nie zusam-
mengelebt. Die Mutter des Klägers arbeitet in einem 80 % Pensum als Kundenbe-
raterin bei der G._ AG. Ihr Arbeitspensum absolviert sie verteilt auf fünf Ta-
ge. Der Kläger wird während dieser Zeit in einer Krippe betreut. Die Vorinstanz
ging von einem durchschnittlichen Einkommen der Mutter des Klägers von brutto
zirka Fr. 12'000.– pro Monat aus (Urk. 53 S. 6). Der Beklagte ist in einem 100 %
Pensum als Direktor in der Privat Banking Division der H._ AG (seit Dezem-
ber 2011 einstweilen bis voraussichtlich November 2013) in I._ [Staat in
Südostasien] tätig. Die Vorinstanz rechnete ihm ein durchschnittliches Monatsein-
kommen von brutto mindestens Fr. 21'750.– an (Urk. 53 S. 6). Die von der Vo-
rinstanz festgesetzten Einkommen sind in der Berufung anerkannt. Mit der Vo-
rinstanz, was von den Parteien in der Berufung ebenfalls nicht beanstandet wird,
ist demnach davon auszugehen, dass entsprechend dem Verhältnis ihrer Einkünf-
te der Beklagte zu rund 65 % und die Mutter des Klägers zu rund 35 % für den (fi-
nanziellen) Unterhalt des Klägers aufzukommen haben. Eine Erhebung des ge-
nauen Bedarfs der Eltern des Klägers erübrigt sich in Anbetracht der beidseits
sehr guten finanziellen Verhältnisse (Urk. 53 S. 7).
3. Die Vorinstanz berechnete den Bedarf des Klägers ausgehend von den
Empfehlungen zur Bemessung von Unterhaltsbeiträgen für Kinder, herausgege-
ben vom Amt für Jugend und Berufsbildung des Kantons Zürich, Stand 1. Januar
2013 (fortan Zürcher Tabellen). Aufgrund der sehr guten finanziellen Verhältnisse
der Eltern des Klägers erhöhte die Vorinstanz die von ihr in die Berechnung ein-
bezogenen pauschalisierten Positionen der Zürcher Tabellen um 20 %. Sie bejah-
te, dass auch diejenigen Fremdbetreuungskosten für eine Krippe, einen Hort etc.,
welche während der Arbeitstätigkeit der Mutter des Klägers anfallen und sich seit
dem 1. September 2011 auf Fr. 2'890.– pro Monat belaufen, entsprechend des
Verhältnisses ihrer Einkommen von den Eltern zu tragen seien. Im Gegenzug re-
duzierte sie den in den Zürcher Tabellen angeführten Betrag für (Eigen-)Pflege
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auf einen Drittel. Zudem sprach die Vorinstanz dem Kläger die Möglichkeit zu, in
der Zukunft eine Privatschule besuchen zu dürfen, und verpflichtete den Beklag-
ten, sich an allfälligen hierfür anfallenden Kosten anteilsmässig zu 65 % zu betei-
ligen, wobei sie für die Kosten der Schule eine Höchstgrenze von Fr. 2'500.– fest-
setzte, so dass der Beklagte maximal Fr. 1'625.– pro Monat zu bezahlen habe
(Urk. 53 S. 9f.). Die Rechnung der Vorinstanz sieht wie folgt aus (Urk. 53 S. 10):
ab 1. April 2017 ab 1. April 2023
Ernährung (120%) Fr. 372.– Fr. 396.– Fr. 504.–
Bekleidung (120%) Fr. 108.– Fr. 138.– Fr. 168.–
Unterkunft (1⁄3 von Fr. 1'577.–) Fr. 525.– Fr. 525.– Fr. 525.–
weitere Kosten (120%) Fr. 642.– Fr. 786.– Fr. 1'044.–
Eigenpflege (1⁄3 von 120%) Fr. 290.– Fr. 184.– Fr. 132.–
Zwischentotal Fr. 1'937.– Fr. 2'029.– Fr. 2'373.–
Abzügl. Familienzulagen Fr. 200.– Fr. 200.– Fr. 250.–
Total Bedarf (fix) Fr. 1'737.– Fr. 1'829.– Fr. 2'123.– zuzügl. Fremdpflege Fr. 2'890.– (derzeit)
zuzügl. allfällige Ausbildungs-/Schulkosten
Ausgehend von den ermittelten Brutto-Einkommen der Eltern des Klägers und
von dessen Bedarfskosten ergaben sich gemäss Vorinstanz folgende monatlichen
Unterhaltsbeiträge (Urk. 53 S. 11):
ab 1. April 2017 ab 1. April 2023
Total Bedarf Kläger (fix) Fr. 1'737.– Fr. 1'829.– Fr. 2'123.–
Anteil Beklagter (rund 65 %) Fr. 1'130.– Fr. 1'190.– Fr. 1'380.–
zuzügl. Fremdbetreuungskosten von Fr. 1'880.– (rund 65 % von derzeit Fr. 2'890.–)
zuzügl. allfällige Kosten für den Besuch einer Privatschule bis max. Fr. 1'625.– pro
Monat
Gestützt auf diese Ausführungen fällte die Vorinstanz das eingangs angeführte
Urteil.
4.1. Die Vorinstanz hat den zugesprochenen Kinderunterhalt aufgeteilt in ei-
nen festen (Urteilsdispositivziffer 1 lit. a) und zwei variable Bestandteile (Disposi-
tivziffer 1 lit. b und c). Letztere werden gestützt auf die inskünftig effektiv anfallen-
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den Kosten für die Fremdbetreuung bzw. den Besuch einer Privatschule berech-
net. Die von der Vorinstanz gewählte Aufteilung wird von keiner Partei angefoch-
ten (Urk. 52 S. 3; Urk. 57 S. 3). So anerkennt der Beklagte in der Berufung die
Dispositivziffern 1 lit. a und 2 ausdrücklich (Urk. 52 S. 3), beantragt jedoch eine
Abänderung respektive Präzisierung von Dispositivziffer 1 lit. b und die Streichung
von Dispositivziffer 1 lit. c. Der Kläger verlangt mit seiner Anschlussberufung eine
Abänderung von Dispositivziffer 1 lit. c (Urk. 57 S. 3 und S. 7).
4.2. Der Kinderunterhalt unterliegt der Offizialmaxime, weshalb, entgegen
der Ansicht des Beklagten (Urk. 53 S. 3), eine Verletzung der Dispositionsmaxime
durch die Vorinstanz ausser Betracht fällt. Im Geltungsbereich der Offizialmaxime
ist das Gericht, mithin auch die Rechtsmittelinstanz, nicht an die Parteianträge
gebunden. (Art. 296 Abs. 3 ZPO).
4.3. Die von der Vorinstanz vorgenommene Aufteilung des Unterhaltsan-
spruches des Klägers in einen festen und zwei variable Bestandteile ist nicht
sachgerecht. Sie widerspricht den Interessen des Klägers und damit dem Kin-
deswohl. So haben die Eltern des Klägers, wie bereits erwähnt, nie zusammen
gelebt. Der Beklagte zeigt, soweit ersichtlich, bis zum heutigen Zeitpunkt kaum
ein Interesse an seinem Sohn. Abgesehen davon, dass er vor Vorinstanz (ohne
Begründung) ein Besuchsrecht beantragte (Urk. 28 S. 2), auf welches mangels
"sachlicher Zuständigkeit" nicht eingetreten wurde (Urk. 53 S. 11f.), scheint er
keinen Kontakt zu seinem Sohn gesucht zu haben. Offen bleiben kann an dieser
Stelle, wieso dies der Fall ist. Der Beklagte führte in seiner persönlichen Befra-
gung vor Vorinstanz an, dies sei auf "emotionalen Stress", verursacht durch den
Tod seines Vaters sowie auf die Behörden, welche auf ihn "eingedrescht" hätten,
zurückzuführen (Prot. Vi S. 18). Seit der Kläger vom Beklagten anerkannt wurde,
liegen die Parteien, der Kläger vertreten durch seine Mutter, im Streit über die
Höhe der vom Beklagten zu leistenden Unterhaltszahlungen. Umstritten war (und
ist teilweise noch in der Berufung) insbesondere die Notwendigkeit der Fremdbe-
treuung des Klägers, wo und wie lange er fremdbetreut werden soll, wer welchen
Anteil an den Kosten zu tragen habe, ob der Kläger privat oder durch die vorhan-
denen öffentlichen Institutionen betreut werden soll, welche Dokumente (Rech-
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nungen, Bestätigungen der Schule) zwecks Abrechnung der Kosten wann vorge-
legt werden müssen etc. Würde man die von der Vorinstanz getroffene Regelung
mittels Aufteilung des Unterhaltsanspruches des Klägers in einen festen Anteil für
den Unterhalt und die Erziehung sowie variable Anteile für die Fremdbetreuungs-
und die privaten Schulkosten aufrechterhalten, bestünde die Gefahr, dass zumin-
dest Teile dieser Diskussionen bis zum Abschluss einer angemessenen Erstaus-
bildung durch den Kläger fortdauern würden. Die Kommunikation zwischen den
Parteien bzw. dem Beklagten und der Mutter des Klägers ist gestört. Sie erfolgt
über die Behörden und (Rechts-)Vertreter. Eine Verbesserung der Kommunikati-
onsbasis der Eltern des Klägers ist nicht in Sicht. Kommt hinzu, dass die Eltern
des Klägers beide ... Staatsangehörige [des europäischen Staates J._] sind.
Sie leben derzeit beide fern ihrer Heimat, die Mutter in der Schweiz und der Be-
klagte in I._. Beide Elternteile sind bei global agierenden Schweizer Gross-
banken tätig. Die räumliche Distanz fördert die Kommunikation und die Zusam-
menarbeit nicht. Gestützt auf diese Erwägungen erscheint die von der Vorinstanz
getroffene Regelung als nicht praktikabel. Es sei sodann erwähnt, dass es äussert
fraglich erscheint, ob der Kläger für allfällige Fremdbetreuungs- und Schulkosten
mit der von der Vorinstanz gewählten Formulierung der Dispositivziffern 1 lit. b
und c überhaupt über einen rechtsgenügenden Rechtsöffnungstitel verfügen wür-
de. Dies alles ist nicht zum Wohle des Kindes. Der Kläger und auch seine Mutter
sind darauf angewiesen, mittels der Festsetzung eines fixen Unterhaltsbeitrages
klar zu wissen, wie viel Geld ihnen in den kommenden Jahren zur Bestreitung der
für die Erziehung und den Unterhalt des Klägers anfallenden Kosten zur Verfü-
gung steht; dies inklusive allfälliger für die Betreuung des Klägers während der
Arbeitstätigkeit der Mutter anfallender Fremdbetreuungs- und Schulkosten, wel-
che, wie die Vorinstanz festgelegt hat und was wie bereits erwähnt in der Beru-
fung anerkannt ist, vom Beklagten zu 65 % und von der Mutter des Klägers zu
35 % zu tragen sind. Derzeit weiss niemand mit Sicherheit, wie sich das Leben
des Klägers abspielen wird, aber es soll für ihn und seine Mutter zumindest in fi-
nanzieller Hinsicht kalkulierbar werden. In diesem Zusammenhang lässt sich nicht
vermeiden, dass das Gericht bei der Festsetzung der für ein Kleinkind anfallenden
Betreuungskosten gewisse Annahmen treffen und Pauschalisierungen vorneh-
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men muss. Grundlage hierfür bilden die voraussehbaren Bedürfnisse des Kindes.
Die voraussehbaren Bedürfnisse sind für eine gewisse, auch in die Zukunft rei-
chende, Zeitspanne gestützt auf die konkret vorliegenden Verhältnisse zu be-
stimmen. Insoweit können, entgegen der Ansicht des Beklagten (vgl. Urk. 52
S. 6), schon heute voraussehbare zukünftige Schul- und Betreuungskosten bei
der Festsetzung der Höhe der Kinderunterhaltsbeiträge miteinbezogen werden.
Dabei sind nicht nur die notwendigen, sondern auch die nützlichen Auslagen, so-
fern sie den Bedürfnissen des Klägers und der Lebensstellung und Leistungsfä-
higkeit der Eltern entsprechen, zu beachten. Bereits an dieser Stelle sei erwähnt,
dass bei den vorliegend sehr guten finanziellen Verhältnissen der Eltern des Klä-
gers bei der Festlegung der Fremdbetreuungs- und Schulkosten nicht die kosten-
günstigste Variante berücksichtigt werden muss. Vielmehr ist der das Sorgerecht
innehabenden, beruflich stark engagierten Mutter des Klägers ein gewisses Wahl-
recht zuzugestehen. Nicht Gegenstand dieses Verfahrens ist es, wie bereits die
Vorinstanz zu Recht festhielt, über die Qualität der staatlich- bzw. privatfinanzier-
ten Schuldbildung in der Schweiz zu "mutmassen" (Urk. 53 S. 9; Urk. 61 S. 3).
5.1. Der Bedarf des Klägers beläuft sich (nach Abzug der Familienzulagen,
ohne einem Anteil an Fremdbetreuungs- bzw. Schulkosten) vom tt.mm.2011 bis
zum 31. März 2017 auf Fr. 1'737.–, vom 1. April 2017 bis zum 31. März 2023 auf
Fr. 1'829.– und ab dem 1. April 2023 auf Fr. 2'123.–. Hiervon hat der Beklagte
anerkanntermassen 65 %, damit vom tt.mm.2011 bis zum 31. März 2017
Fr. 1'130.–, vom 1. April 2017 bis zum 31. März 2023 Fr. 1'190.– und ab dem
1. April 2023 Fr. 1'380.– zu bezahlen. Im Weiteren gilt es, die Höhe der voraus-
sehbar anfallenden Fremdbetreuungs- und/oder Schulkosten zu bestimmen und
zu diesen Beträgen hinzuzurechnen.
5.2. Der Kläger ist derzeit fünf Tage die Woche in der Krippe. Die Krippe
kostet anerkanntermassen Fr. 2'890.– pro Monat (vgl. Urk. 2/8). Die Betreuungs-
kosten sind erstmals im September 2011 angefallen (Urk. 2/7). Die Mutter des
Klägers arbeitet in einem 80 % Pensum. Das Pensum ist verteilt auf fünf Tage die
Woche. Sowohl der Kläger als auch seine Mutter sind auf eine Ganztagesbetreu-
ung angewiesen. Die Mutter des Klägers ist soweit bekannt alleinstehend und hat
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ihren und den Lebensunterhalt des Klägers, insoweit dieser nicht vom Beklagten
zu decken ist, selbständig zu bestreiten. Keine Partei behauptet, dass sie ihre Ar-
beitstätigkeit in naher Zukunft reduzieren wird. Vielmehr geht aus den Ausführun-
gen der Mutter des Klägers vor Vorinstanz hervor, dass eine weitere Reduktion ih-
res Arbeitspensums von ihrem derzeitigen Arbeitgeber nicht akzeptiert würde und
sie, da sie als Kundenberaterin tätig ist, an fünf Tagen pro Woche im Büro anwe-
send sein muss (Prot. Vi S. 15). Es erscheint somit sehr wahrscheinlich, dass die
heute 40 Jahre alte Mutter des Klägers ihre Arbeitstätigkeit im nunmehrigen Pen-
sum weiterführen wird, um ihre Stelle und ihr weiteres berufliches Fortkommen
(oder zumindest die Beibehaltung ihrer derzeitigen Position) nicht zu gefährden.
Damit werden der Kläger selbst und seine Mutter auch nach seinem Übertritt in
den Kindergarten auf eine Ganztagesbetreuung angewiesen sein. Die Mutter des
Klägers ist und wird als Alleinerziehende mit einer hohen beruflichen Belastung
auf einen weitgehend reibungslosen und bestmöglich organisierten Tagesablauf
angewiesen sein. Die gleichen Bedürfnisse bestehen beim Kläger. Seine sorge-
berechtigte Mutter hat sich in diesem Zusammenhang, was unbestritten blieb, be-
reits dafür entschieden, den Kläger ab Ende August 2015 in die K._ [Schule]
in L._ eintreten zu lassen (Prot. Vi S. 15; Urk. 57 S. 3; Urk. 61 S. 3). Die In-
anspruchnahme eines privaten Kindergartens ist damit höchstwahrscheinlich und
somit voraussehbar. Mit der Wahl eines privaten Ganztageskindergartens haben
der Kläger und seine Mutter grosse Gewähr für einen reibungslosen Tagesablauf,
da der Kläger nur von einer und in einer Institution betreut wird. Mit der Vorinstanz
ist davon auszugehen, dass dem Kläger aufgrund der sehr guten finanziellen
Verhältnisse und der Lebensstellung seiner Eltern im Rahmen von Art. 285 Abs. 1
ZGB der Besuch eines privaten Kindergartens zuzugestehen ist (Urk. 53 S. 9f.).
Besucht der Kläger einen privaten Kindergarten, erscheint es aufgrund der voran-
gehend geschilderten Tatsachen bereits heute als sehr wahrscheinlich, dass der
Kläger in derselben Institution auch die Grundschule, erste bis sechste Klasse,
absolvieren wird. Mit dieser Lösung wird zudem dafür gesorgt sein, dass der Klä-
ger weiterhin mit seinen vormaligen "Kindergartengspändli" in einem ihm bekann-
ten Umfeld die Schule wird absolvieren können. Er wird aufgrund der vorab ange-
führten Tatsachen sodann auch in diesem Alter noch auf eine Ganztagesbetreu-
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ung angewiesen sein. Diese kann durch den Besuch der privaten Schule mit Mit-
tagstisch, Hausaufgabenhilfe und Nachmittagsbetreuung an einem Ort abgedeckt
werden. Der Kläger darf sich auch zu diesem Zeitpunkt den Besuch der privaten
Schule leisten.
5.3. Der Kläger tritt per August 2015 in den Kindergarten ein. Ab dem
1. September 2011 bis zu diesem Zeitpunkt ist von Krippenkosten von Fr. 2'890.–
pro Monat auszugehen. Betreffend den Beginn der Unterhaltspflicht des Beklag-
ten per tt.mm.2011 (Geburtsdatum des Klägers), womit ab diesem Zeitpunkt auch
ein Beitrag an die Fremdbetreuungs- und Schulkosten geschuldet ist, kann auf die
zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 53 S. 11). Der
Beklagte setzt sich mit diesen Erwägungen in der Berufung nicht auseinander
(Urk. 52), obwohl gemäss seinem Rechtsbegehren Fremdbetreuungskosten erst
ab dem 1. September 2012 zuzusprechen wären (Urk. 52 S. 2). Die ab seinem
Übertritt in den Kindergarten der K._ bis zum Abschluss der Primarschulzeit
Ende August 2023 in dieser Privatschule anfallenden Kosten beziffert der Kläger
mit gesamthaft Fr. 2'834.– (Fr. 924.– ausserschulische Betreuung plus Schulgeld
Fr. 1'910.–). Diese Beträge werden vom Beklagten nicht bestritten (Urk. 57 S. 3;
Urk. 61), weshalb davon auszugehen ist. Zusammenfassend ist für die Zeitspan-
ne September 2011 bis und mit August 2023 von durchschnittlichen Fremdbe-
treuungs- und Schulkosten von Fr. 2'850.– auszugehen. Hiervon hat der Beklagte
65 %, mithin Fr. 1'850.– zu decken. Zur Vereinfachung der Unterhaltsregelung
rechtfertigt es sich, die Zeitspannen für die Fremdbetreuungskosten den vorab
aufgrund der Zürcher Tabellen errechneten Perioden für den "festen" Unterhalt
des Klägers anzupassen. Entsprechend ist der Beklagte ab Geburt des Klägers
zur Bezahlung von Betreuungskosten (Vorverschiebung um rund fünf Monate) zu
verpflichten. Die Verpflichtung hört hingegen bereits mit dem vollendeten 12. Al-
tersjahr des Klägers, damit Ende März 2023, auf (ebenfalls Vorverschiebung um
rund fünf Monate).
5.4. Weiter gilt es nun die voraussehbaren Fremdbetreuungs- bzw. Schul-
kosten ab dem Übertritt des Klägers in die Oberstufe festzusetzen. Der Kläger ist
heute zweieinhalb Jahre alt. Ob er in rund einem Jahrzehnt einen Hochschulab-
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schluss, mit vorangehendem Besuch des Gymnasiums, oder eine Berufslehre an-
strebt, steht noch in den Sternen. Derzeit können weder die schulischen noch
praktischen Fähigkeiten des Klägers vorausgesehen werden. Er wird beim Über-
tritt in die Oberstufe zwölf Jahre alt sein. Die sorgeberechtigte Mutter wird dann-
zumal bei der Wahl der geeigneten schulischen und beruflichen Ausbildung ver-
mehrt auf die Ambitionen und die Motivation des Klägers Rücksicht nehmen müs-
sen. Das Umfeld des Klägers, seine Freunde und das weitere familiäre Umfeld,
werden an Einfluss gewinnen. Heute kann daher nicht abgeschätzt werden, ob
der Kläger dannzumal weiterhin eine private Schule besuchen wird. Entgegen der
Ansicht des Klägers ist es somit nicht sachgerecht, auch nach seinem Übertritt in
die Oberstufe respektive der Vollendung des zwölften Altersjahres weiterhin die
Kosten für eine private Schule in seinem Bedarf zu berücksichtigen bzw. grund-
sätzlich festzuhalten, dass der Beklagte 65 % der aus dem Besuch einer Privat-
schule anfallenden Kosten zu tragen hat (Urk. 57 S. 7f.). Vielmehr wird es am
Kläger liegen, dannzumal diese Kosten einzufordern, sollten sie effektiv anfallen.
Dies hat allenfalls durch eine neue Klage zu geschehen, sollten sich die Parteien
nicht einigen können. Nicht gefolgt werden kann in diesem Zusammenhang nun
aber dem Antrag des Beklagten, seine Beteiligung an den Fremdbetreuungskos-
ten sei bis zum vollendeten 12. Altersjahr des Klägers zu befristen (Urk. 52 S. 2
und 5). Zwar ist dem Beklagten insoweit zuzustimmen, wovon auch die Vo-
rinstanz und der Kläger ausgehen, dass sich die Fremdbetreuungskosten aus
Krippe etc. mit zunehmendem Alter des Klägers verringern. Hingegen ist nicht da-
von auszugehen, dass mit dem Übertritt des Klägers in die Oberstufe überhaupt
keine Fremdbetreuungskosten mehr anfallen (Urk. 52 S. 5). Besucht der Kläger
dannzumal keine Privatschule, kann ihm nicht zugemutet werden, dass er die Mit-
tagessen allein zu Hause einnimmt. Auch eine gewisse Nachmittagsbetreuung ist
in diesem Alter durchaus noch angezeigt. Sodann hat die arbeitstätige Mutter des
Klägers nicht so viele Wochen Ferien wie es Schulferienwochen gibt. Zu Recht
führt der Kläger an, dass seine Betreuung in dieser Zeit noch immer sichergestellt
werden muss (Urk. 57 S. 5); dies verursacht Kosten. Es ist somit davon auszuge-
hen, dass auch fortan noch Fremdbetreuungskosten anfallen werden. Werden
diese noch auf die gesamte folgende Unterhaltszeit verteilt, welche bis zum Ab-
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schluss einer angemessenen Erstausbildung durch den Kläger andauert, so er-
scheinen aufgrund der vorliegenden sehr guten finanziellen Verhältnissen, welche
es dem Kläger auch diesbezüglich erlauben, nicht die kostengünstigste Variante
zu wählen, durchschnittlich Fr. 300.– pro Monat als angemessen. Hiervon hat der
Beklagte 65 %, damit Fr. 195.– zu bezahlen.
6. Damit hat der Beklagte dem Kläger die nachfolgenden Unterhaltsbeiträge
zu bezahlen:
tt.mm.2011 bis 31. März 2017 (gerundet): Fr. 3'000.– (Fr. 1'130.– plus Fr. 1'850.–)
1. April 2017 bis 31. März 2023 (gerundet): Fr. 3'000.– (Fr. 1'190.– plus Fr. 1'850.–)
ab dem 1. April 2023 (gerundet): Fr. 1'600.– (Fr. 1'380.– plus Fr. 195.–)
Zusätzlich hat der Beklagte dem Kläger die Kinder- resp. Familienzulagen zu be-
zahlen, welche von dessen Bedarf in Abzug gebracht wurden (vgl. vorangehend
S. 8).
7. Die Indexierung der Unterhaltsbeiträge ist zu bestätigen, wobei die Index-
klausel dem aktuellen Stand anzupassen ist.
8. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien muss nicht mehr eingegan-
gen werden.
III.
1.1. Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie
auch über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3
ZPO).
1.2. Ausgehend von einem Streitwert vor Vorinstanz von rund Fr. 540'000.–
(vgl. Urk. 53 S. 12) unterliegt der Beklagte nunmehr mit rund drei Vierteln. Die
Vorinstanz hat die Gerichtskosten auf Fr. 7'000.– festgesetzt (Urk. 53 S. 14 Dis-
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positivziffer 3), was zu bestätigen ist. Hiervon hätte der Beklagte gestützt auf
Art. 106 Abs. 2 ZPO drei Viertel und der Kläger einen Viertel zu tragen. In fami-
lienrechtlichen Prozessen kann nun aber von den Verteilungsgrundsätzen abge-
wichen und können die Prozesskosten nach Ermessen verteilt werden (Art. 107
Abs. 1 lit. c ZPO). Der Kläger ist ein einkommens- und soweit ersichtlich vermö-
gensloses Kleinkind. Der Beklagte andererseits lebt in sehr guten finanziellen
Verhältnissen. Sodann gehört, wie dies der Kläger zu Recht ausführt (Urk. 57
S. 6), ein allenfalls auf ihn fallender Anteil an den Gerichtskosten zu seinem Un-
terhalt, weshalb der Beklagte, wenn auch nötigenfalls als Ergebnis eines weiteren
Prozesses, voraussichtlich ohnehin einen Grossteil der auf den Kläger fallenden
Kosten zu tragen hätte. Es erscheint daher angemessen, dem Beklagten gestützt
auf Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO zumindest die Gerichtskosten des vorliegenden Un-
terhaltsprozesses vollumfänglich aufzuerlegen.
1.3. Gestützt auf den Ausgang des Verfahrens hat der Beklagte dem Kläger
eine auf die Hälfte reduzierte Parteientschädigung zu bezahlen. Ausgehend von
den Erwägungen der Vorinstanz, auf welche verwiesen werden kann (Urk. 53
S. 12), und mit welchen sich die Parteien in der Berufung nicht auseinanderge-
setzt haben (Urk. 52 S. 7), ist der Beklagte zu verpflichten, dem Kläger für das
erstinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 1'750.– zu bezahlen.
2.1. Für das Berufungsverfahren ist von einem Streitwert von rund
Fr. 330'000.– auszugehen (vgl. Barwert nach Stauffer/Schätzle, Barwerttafeln,
5. Aufl. 2001, Tafel 48, bei 2,5 % Zins, ausgehend von monatlich zirka Fr. 1'880.–
Fremdbetreuungs- und allenfalls Schulkosten während 18 Jahren). Die Gerichts-
kosten für das Berufungsverfahren sind gestützt auf die §§ 4 Abs. 1 und 3 sowie
12 Abs. 1 und 2 der Gebührenverordnung des Obergerichtes vom 8. September
2010 auf Fr. 6'000.– festzusetzen.
2.2. Aufgrund der nunmehr zugesprochenen Unterhaltsbeiträge ist von ei-
nem je hälftigen Unterliegen der Parteien auszugehen, wobei aufgrund der voran-
gehenden Ausführungen die Gerichtskosten gestützt auf Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO
vollumfänglich dem Beklagten aufzuerlegen sind. Die Parteientschädigungen für
das zweitinstanzliche Verfahren sind wettzuschlagen.
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