Decision ID: 8578d86a-068d-5da8-bc90-5dda30977e59
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Mit Eingaben vom 14., 15., 20. und 22. Juni 2007 an die  Botschaft in Colombo ersuchte der Beschwerdeführer  um Bewilligung der Einreise in die Schweiz und um Gewährung von Asyl. Am 14. Juli 2007 kam er einer schriftlichen Aufforderung der Schweizerischen Botschaft in Colombo vom 2. Juli 2007 nach und  seine Asylbegründung unter gleichzeitiger Einreichung  Dokumente. Zur Stützung seiner Vorbringen reichte er  Kopien von Polizeirapporten, Fotos, Zivilstandsakten und  Dokumenten seine erlittenen Verletzungen betreffend ein.
Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er sei singhalesischer Abstammung und lebe zusammen mit seiner tamilischen, als _ tätigen Ehefrau in A._, wo er als _ tätig sei. In letzter Zeit sei er wiederholt von Aktivisten tamilischer Gruppierungen, worunter auch der LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam), angegangen und aufgefordert , _, was er abgelehnt habe. Am 12. Juni 2007 sei er von unbekannten Personen bedroht und angehalten worden, die Region umgehend zu verlassen. In der Folge sei er mehrmals telefonisch  worden; seine diesbezüglichen Anzeigen bei der Polizei und beim IKRK hätten zu keinen Erkenntnissen geführt. Am 18. Juni 2007 sei er auf dem Heimweg von zwei unbekannten Personen tätlich , verletzt und bedroht worden. Am 23. Juni 2007 sei die Mauer seines Gartens durch ein Fahrzeug beschädigt worden; zudem seien in seiner Abwesenheit Unbekannte in sein Grundstück eingedrungen und hätten nach ihm gesucht. Hinzu komme, dass die Lage in seiner Heimatregion äusserst angespannt sei. In seiner unmittelbaren  komme es immer wieder zu Kontrollen, Anschlägen und . Eine innerstaatliche Aufenthaltsalternative falle nicht in , weil weder seine Ehefrau noch er selber der singhalesischen Sprache mächtig seien.
Mit Schreiben vom 24. Juli 2007 übermittelte die Schweizerische  in Colombo dem BFM die vom Beschwerdeführer eingereichten Unterlagen. Sie merkte an, der Beschwerdeführer sei nicht befragt worden, weil seiner Eingabe vom 14. Juli 2007 entgegen der  Aufforderung vom 2. Juli 2007 keine detaillierteren Angaben entnommen werden könnten.
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B. Mit Verfügung vom 14. September 2007 erteilte das BFM die  zur Einreise in die Schweiz nicht und lehnte das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 14. Juni 2007 ab. Zur Begründung führte es im Wesentlichen aus, die geltend gemachten Ereignisse seien lokal beschränkt, weshalb es für den Beschwerdeführer und seine Frau möglich und zumutbar sei, sich den Nachstellungen durch Flucht in  anderen Landesteil zu entziehen.
Am 25. September 2007 teilte die Schweizerische Botschaft in  dem BFM mit, die Verfügung vom 14. September 2007 sei  an den Beschwerdeführer übermittelt worden (Einschreiben mit Empfangsbestätigung).
Am 8. Oktober 2007 ging beim BFM die vom Beschwerdeführer am 28. September 2007 unterschriebene Empfangsbestätigung ein.
C. Mit in englischer Sprache abgefasster Rechtsmitteleingabe vom 5.  2007 (Eingang Bundesverwaltungsgericht: 15. Oktober 2007)  der Beschwerdeführer sinngemäss die Aufhebung der vorin- stanzlichen Verfügung, die Bewilligung der Einreise in die Schweiz und die Gewährung von Asyl. Zur Stützung seiner Vorbringen reichte er verschiedene Dokumente zu den Akten.
D. Am 17. Oktober 2007 übermittelte die Schweizerische Botschaft in  dem Bundesverwaltungsgericht eine Kopie der  vom 5. Oktober 2007 mit weiteren Schriftstücken.
E. In seiner Vernehmlassung vom 1. November 2007 beantragt das BFM die Abweisung der Beschwerde.
F. Mit E-Mails vom 7. Dezember 2007, 20., 29. und 31. Januar 2008  der Beschwerdeführer im Wesentlichen die gestellten  und ersuchte um einen baldigen Entscheid.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17.  2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das Bundesamt für Migration (BFM) gehört zu den  nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des . Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des  vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht. Der  hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise . Der Beschwerdeführer ist daher zur Einreichung der  legitimiert (Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
1.3 Amtssprachen des Bundes sind das Deutsche, Französische und Italienische (vgl. Art. 70 Abs. 1 der Bundesverfassung der  Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]). Die in englischer Sprache abgefasste Beschwerde ist aufgrund ihrer  und im Interesse aller am Verfahren Beteiligten trotzdem - ohne präjudizielle Wirkung - entgegen zu nehmen.
2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3. Die Vernehmlassung des BFM vom 1. November 2007 wurde dem  bis anhin nicht zur Kenntnis gebracht oder zur  unterbreitet. Da der Beschwerde im Sinne der  Erwägungen entsprochen wird, sieht das Bundesverwaltungsge-
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richt aus Gründen der Prozessökonomie von einer diesbezüglichen vorgängigen Gewährung des rechtlichen Gehörs ab (vgl. Art. 30 Abs. 2 Bst. c VwVG) und bringt die Vernehmlassung dem Beschwerdeführer zusammen mit dem vorliegenden Urteil zur Kenntnis.
4. Gemäss Art. 19 Abs. 1 AsylG kann ein Asylgesuch im Ausland bei  Schweizerischen Vertretung gestellt werden, welche es mit einem Bericht an das Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG). Die Schweizerische Vertretung führt mit der asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung durch (Art. 10 Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]). Ist dies nicht möglich, so wird die asylsuchende Person von der  aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). Die Schweizerische Vertretung überweist dem  das Befragungsprotokoll oder das schriftliche Asylgesuch  weitere zweckdienliche Unterlagen und einen ergänzenden , der ihre Beurteilung des Asylgesuchs enthält (Art. 10 Abs. 3 AsylV 1).
Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet  kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das Bundesamt Asylsuchenden die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein  Land auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann das  Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) Schweizerische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib und  oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe.
5.
5.1 Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts ist die  Person im Auslandverfahren in der Regel zu befragen. Davon kann nur abgewichen werden, wenn eine Befragung faktisch oder aus organisatorischen oder kapazitätsmässigen Gründen nicht möglich ist. Falls die Befragung nicht durchgeführt werden kann, muss die ein  stellende Person - soweit möglich und notwendig - mittels eines
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individualisierten und konkretisierten Schreibens aufgefordert werden, ihre Gründe für das Asylgesuch schriftlich einzureichen. Dabei ist sie auf die allfällige Konsequenz eines negativen Entscheids infolge  ihrer Mitwirkungspflicht aufmerksam zu machen. Ist der  schon aufgrund des eingereichten Asylgesuchs entscheidreif erstellt, kann sich eine persönliche Befragung ebenfalls erübrigen; zeichnet sich ein negativer Entscheid ab, ist der asylsuchenden  diesbezüglich das rechtliche Gehör zu gewähren. Das Bundesamt ist gehalten, den Verzicht auf eine Befragung im Ausland in der  zu begründen (vgl. Entscheide des Schweizerischen  BVGE E-6148/2006 vom 27. November 2007 E. 5 S. 7 ff.).
5.2 Das BFM hält in der angefochtenen Verfügung fest, die  des Beschwerdeführers könne aufgrund der Aktenlage abschliessend beurteilt werden. In seiner Vernehmlassung vom 1.  2007 begründet es den Verzicht auf eine Anhörung im  damit, vorliegend sei der Beschwerdeführer mit Schreiben der Schweizerischen Vertretung in Colombo vom 2. Juli 2007 aufgefordert worden, sein Asylgesuch zu substanziieren. Er habe in seiner , welche am 20. Juli 2007 bei der Schweizerischen Vertretung in  eingegangen sei, den Sachverhalt ausführlich ergänzt. Aus den Akten ergäben sich keine konkreten Anhaltspunkte für eine gezielte und aktuelle Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG, weswegen auf eine Anhörung des Beschwerdeführers verzichtet worden sei.
Mit dieser Vorgehensweise hat die Vorinstanz die oben erwähnte Rechtsprechung nicht beachtet, die verlangt, dass gestützt auf Art. 30 Abs. 1 sowie Abs. 2 Bst. c VwVG e contrario dem Beschwerdeführer vorgängig zu einem negativen Entscheid zumindest schriftlich das rechtliche Gehör zu gewähren ist. Aufgrund der formellen Natur des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist die Möglichkeit zur vorgängigen Stellungnahme auch bei Entscheidreife zwingend einzuräumen. Eine Unterlassung führt daher ohne weiteres zur Kassation der  Verfügung.
Das Bundesamt wird sich in seiner Neubeurteilung zudem mit dem Hinweis der Botschaft, wonach der Beschwerdeführer trotz  Aufforderung seine Vorbringen nicht genügend begründet , auseinandersetzen und prüfen müssen, ob die Sachlage genügend geklärt wurde; dieser Prüfung ist gemäss erwähnter Rechtsprechung
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ein herabgesetzter Prüfmassstab zu Grunde zu legen (a.a.O. E. 5.7). Im verneinenden Fall wird das BFM die Botschaft anweisen müssen, vorgängig zu einem neuen Entscheid eine Anhörung zu den  durchzuführen. Stellt sich die Vorinstanz im Übrigen auf den Standpunkt, der Beschwerdeführer habe seine Mitwirkungspflicht  (vgl. die Ausführungen im Begleitschreiben der Schweizerischen Vertretung in Colombo: „they have not responded positively“ [Akte BFM A7]), ist diese Beurteilung im Entscheid explizit zu begründen.
5.3 Aufgrund des vorstehend Gesagten ergibt sich, dass die  dem Beschwerdeführer zu Unrecht das gemäss Rechtsprechung zwingend zu gewährende rechtliche Gehör nicht gewährte und die  nach einer Anhörung nicht angemessen prüfte. Dieser Mangel ist auf Beschwerdeebene nicht zu heilen, zumal es nicht Sinn und Zweck des Beschwerdeverfahrens vor dem Bundesverwaltungsgericht ist, von der Vorinstanz unterlassene Verfahrenshandlungen nachzuholen.
6. Die Feststellung, dass das BFM dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör nicht gewährte, führt indessen nicht dazu, dass ihm die  in die Schweiz bereits aus diesem Grund zu bewilligen wäre. Aus dem Umstand, dass er bisher nicht befragt respektive ihm das  Gehör nicht gewährt wurde, kann nicht geschlossen werden, ihm müsste zur persönlichen Anhörung oder der Gewährung des  Gehörs die Einreise in die Schweiz bewilligt werden. Aus den  ergeben sich nicht genügend konkrete Anhaltspunkte für die , ihm wäre ein Verbleib in Sri Lanka für die Dauer der weiteren, noch erforderlichen Verfahrenshandlungen nicht zumutbar im Sinne von Art. 20 Abs. 2 AsylG.
7.
7.1 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz den  des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt hat. Da eine Heilung dieses Verfahrensmangels im Rahmen des  nicht angebracht wäre, ist der angefochtene Entscheid  und zur Gewährung des rechtlichen Gehörs sowie zur  im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz . Nach der Gewährung des rechtlichen Gehörs wird das BFM  zu beurteilen haben, ob sich gestützt auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts eine Befragung des Beschwerdeführers als notwendig erweist oder nicht.
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7.2 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen. Die vorin- stanzliche Verfügung vom 14. September 2007 ist aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör zu gewähren, den rechtserheblichen Sachverhalt gegebenenfalls  vollständig festzustellen und in der Sache neu zu .
8.
8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten  (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG).
8.2 Da der Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren nicht  vertreten wurde, ist nicht davon auszugehen, ihm seien durch die Beschwerdeführung verhältnismässig hohe Kosten erwachsen. Daher ist ihm keine Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG sowie Art. 7 ff. des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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