Decision ID: 6ba24bd9-204f-4b8b-b84b-52b4d7278582
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Veronica Hälg-Büchi, Marktgasse 14,
9004 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 20. November 2004 erstmals zum Bezug von IV-
Leistungen (Arbeitsvermittlung) an (IV-act. 1). Er gab dabei u. a. an, er habe in
Mazedonien sechs Jahre die Schule besucht; einen Beruf habe er nicht erlernt. Seit
1987 sei er als Bauarbeiter tätig. Die Bauunternehmung B._ GmbH teilte am 6.
Dezember 2004 mit (IV-act. 13), der Versicherte sei als Bauarbeiter Lohnklasse B
beschäftigt worden. Der Stundenlohn habe Fr. 30.53 betragen. Dr. med. C._,
Allgemeine Medizin FMH, Gossau, berichtete am 6. Dezember 2004 (IV-act. 14), der
Versicherte leide an einer Gonarthrose links, an einer koronaren Herzkrankheit (St. n.
akutem infero-posterioren Myokardinfarkt 11/97) und an einem St. n. gastrointestinaler
Blutung bei HP-positiver Gastritis 12/02. Seit dem 22. März 2004 bestehe eine
Arbeitsunfähigkeit als Bauarbeiter. Gemäss einem Austrittsbericht der Rehaklinik D._
vom 7. Dezember 2004 (IV-act. 16) hatte der Versicherte am 15. Oktober 2003 bei
einem Sturz eine Distorsion und eine Kontusion des linken Knies erlitten. Anschliessend
hatte ein Reizknie bei Varusgonarthrose und Femoropatellärer Arthrose links
bestanden. Rechts hatte eine beginnende Gonarthrose vorgelegen. Gemäss einem
zum Austrittsbericht gehörenden orthopädischen Konsilium war der Versicherte als
Bauarbeiter zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Eine leichte, wechselbelastende,
vorwiegend sitzende Tätigkeit war aber als ganztags zumutbar betrachtet worden. Die
IV-Stelle wies das Begehren um berufliche Eingliederungsmassnahmen am 7. Februar
2005 ab (IV-act. 28). Sie begründete diesen Entscheid damit, dass für eine
behinderungsadaptierte Tätigkeit von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit
auszugehen sei. In seiner Einsprache gegen die Abweisungsverfügung liess der
Versicherte geltend machen, er sei zu mehr als 20% invalid. Kniebedingt müsse er eine
leichte, wechselbelastende Arbeit ohne Knien oder Hocken, ohne Heben oder Tragen
von Lasten und ohne Besteigen von Leitern oder Treppen ausführen können. Nicht
berücksichtigt seien dabei die Auswirkungen der koronaren Herzkrankheit mit
präkordialen Engegefühlen, das Übergewicht und die Gastritis. Zudem werde sich der
Gesundheitszustand aller Voraussicht nach weiter verschlechtern. Am 9. Mai 2005
erfuhr die IV-Stelle, dass wegen Herzproblemen eine Operation erforderlich sei (IV-act.
39). Dr. C._ gab am 24. Mai 2005 an (IV-act. 42-1 f.), es sei zu einem ungünstigen
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Remodeling und zu einer Hypertrophie des linken Ventrikels gekommen. Eine
eigentliche Angina pectoris habe aber nicht nachgewiesen werden können. Eine
adaptierte Tätigkeit sei zu 50% zumutbar. Gemäss einer vertebrospinalen
Kernspintomographie Th12-S1 vom 20. Dezember 2004 (IV-act. 42-17) bestand eine
kleinvolumige mediane/mediolinkslaterale Diskushernie L5/S1 mit diskretem Kontakt
zur Nervenwurzel von S1 links prärezessal mit möglicher Irritation, aber ohne Zeichen
einer Verlagerung oder Kompression bei leichter Chondrose. Dr. med. E._ vom RAD
hielt am 1. Juni 2005 u.a. fest (IV-act. 43), die Herzfunktion sei praktisch normal; die
Gastritis sei medikamentös behandelt und dann nicht mehr erwähnt worden; die
Adipositas bewirke nicht per se eine Arbeitsunfähigkeit. Die Einsprache wurde am 28.
Juni 2005 formell rechtskräftig abgewiesen (IV-act. 47).
A.b Der Versicherte meldete sich am 13. Juni 2009 erneut zum Bezug von IV-
Leistungen an (IV-act. 59). Er wies darauf hin, dass er neben den Kniebeschwerden
links und rechts und neben der Herzkrankheit nun auch noch Beschwerden an der
linken Schulter habe. Dr. C._ gab am 24. Juni 2009 telephonisch an (IV-act. 66), der
Versicherte leide an einer Gonarthrose links, an einer Periarthropathia
humeroscapularis links, an rezidivierenden Lumbalgien und Lumboischialgien, an
Doppelbildern unklarer Aetiologie und an einer koronaren Herzkrankheit. Bezüglich des
linken Knies sei eine TEP diskutiert worden. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe eine
Arbeitsfähigkeit von mindestens 50%. Dr. med. F._, Innere Medizin/Rheumatologie
FMH, hatte am 4. Dezember 2008 (IV-act. 71-12 ff.) folgende Diagnosen angegeben:
Fortgeschrittene 2-Kompartimentsarthrose Knie links (femoropatellär und femorotibial,
Gelenkschondromatose, Beckerzyste mit zwei kleinen Verkalkungen, St. n. Leitersturz
10/03, diverse Abklärungen und Rehabilitationsaufenthalte), chronisches Zerviko- und
Lumbovertebralsyndrom (muskuläre Dysbalance, vorbestehende MRI-Bildgebung nicht
verfügbar), diskrete Fingerarthrose sowie Spreizfuss Hallux valgus und Varusstellung
der Kleinzehen, koronare Herzkrankheit mit St. n. Myokardinfarkt, St. n.
Nierensteinzertrümmerung 2005. Der Versicherte sollte sich einer Knie-TP links
unterziehen. Der Kardiologe Dr. med. G._, hatte am 28. Januar 2009 ausgeführt, (IV-
act. 71-6 f.), der Versicherte leide an einer hypertensiven und koronaren Herzkrankheit
(mit St. n. kleinem infero-/posteriorem Myokardinfarkt 18.11.97, knapp konzentrischer
linksventrikulärer Hypertrophie und leicht eingeschränkter Auswurffraktion ca. 50%), an
kardiovaskulären Risikofaktoren (Dyslipidämie behandelt, Übergewicht mit viszeraler
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Fettverteilung) sowie an weiteren Krankheiten. Die Funktion des bereits vor elf Jahren
als hypertroph bezeichneten linken Ventrikels sei im Vergleich zur Voruntersuchung
vom Mai 2005 unverändert geblieben. Es sei also nicht zu einem ungünstigen
Remodeling des linken Ventrikels gekommen. Eine neue Bewegungsstörung im Sinn
einer neu dazugekommenen Infarktnarbe lasse sich nicht ausmachen. Komplexere
supraventrikuläre oder ventrikuläre Arrhythmien, namentlich ein Vorhofflimmern,
könnten ausgeschlossen werden. Dr. med. H._, Ophthalmologe FMH & F.E.B.O.,
hatte am 8. Mai 2009 mitgeteilt (IV-act. 71-3 f.), die Doppelbilder könnten durch eine
Brille behoben werden. Dr. C._ gab am 8. Oktober 2009 an (IV-act. 88-1 ff.), es stehe
noch nicht fest, wann der Versicherte eine TP des Kniegelenks bekommen werde.
Gegenüber der Eingliederungsberaterin der IV-Stelle gab der Versicherte am 18.
November 2009 an (IV-act. 95), er habe sich gegen eine Knieoperation entschieden.
Ausserdem verzichte er auf eine Arbeitsvermittlung. Die IV-Stelle erliess am 4.
Dezember 2009 die Mitteilung, dass keine beruflichen Massnahmen angezeigt seien
(IV-act. 97).
A.c Dr. med. I._, Spezialarzt Orthopädische Chirurgie FMH, Sportmedizin (SGSM),
Rorschach, berichtete in seinem von der IV-Stelle in Auftrag gegebenen
orthopädischen Gutachten vom 14. Januar 2010 (IV-act. 108), er habe sich bei seinen
Diagnosen insbesondere auf die von ihm selbst veranlassten Röntgenaufnahmen und
MRI sowie auf die orthopädische Untersuchung gestützt. Er wies darauf hin, dass er als
Orthopäde nicht beurteilen könne, ob die koronare Herzkrankheit einen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit habe. In seiner orthopädischen Beurteilung führte er aus, die
Schulterschmerzen links und die abnormen Untersuchungsbefunde der linken Schulter
könnten auf das im MRI dargestellte Impingement bei AC-Gelenksarthrose und
Acromionsporn sowie auf die inkomplette Supraspinatussehnenruptur und die
glenohumerale Chondropathie zurückgeführt werden. Die lumbalen Schmerzen und die
pathologischen objektiven Befunde der LWS seien mit der im MRI nachgewiesenen
medianen, rezessal bds. betonten Diskushernie L5/S1 bei geringer Dorsalverlagerung
der Nervenwurzeln S1 bei gleichzeitiger hypertropher Spondylarthrose und Ligamenta-
flava-Hypertrophie L3-5 mit kleinvolumigen Facettengelenkergüssen vereinbar. Das
Übergewicht sei prognostisch ungünstig. Die bei der Untersuchung angegebene
Hypersensibilität des gesamten linken Beins sei nicht nachvollziehbar gewesen, da im
MRI proximal des Segments L5/S1 keine Tangierung der Nervenwurzeln beschrieben
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sei. Die Kniegelenkschmerzen links und die pathologischen objektiven Befunde des
linken Kniegelenks seien durch die im MRI sichtbare Pangonarthrose und die mediale
und laterale Meniskusläsion bedingt. Durch die Nullachse komme es zu einer
vermehrten Belastung des arthrotisch veränderten medialen Kompartiments. Die
Kniegelenkschmerzen rechts seien die Folge der radiologisch sichtbaren
bicompartimentalen Gonarthrose, wobei bereits anlässlich der Arthroskopie 2000
fortgeschrittene Knorpelschäden im medialen und femoropatellären Kompartiment
beschrieben worden seien. Durch das verminderte femoro-tibiale Alignement komme
es zu einer vermehrten Belastung des abgenützten medialen Kompartiments. Auch hier
sei das Übergewicht prognostisch ungünstig. Auf die Frage nach der Arbeitsfähigkeit
gab Dr. I._ an, körperlich leichte Arbeiten in temperierten Räumen, die
abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt werden könnten, ohne dass dabei
häufig inklinierte und reklinierte sowie rotierte Körperhaltungen oder kniende Positionen
eingenommen und Gegenstände über 5 kg gehoben oder getragen werden müssten,
die nicht mit häufigen Arbeiten über der Horizontalen verbunden seien und bei denen
nicht regelmässig auf unebenem Boden gegangen sowie auf Treppen oder Leitern
gestiegen werden müsse, könnten bei voller Stundenpräsenz zu 80% zugemutet
werden. Zur Behandlung der Schulterschmerzen links könne nur eine arthroskopische
subacromiale Dekompression empfohlen werden. Die Behandlung der lumbalen
Beschwerden würde in einer massiven Gewichtsreduktion und in einer Tonisierung der
paravertebralen Muskulatur bestehen. Die Kniegelenkschmerzen könnten nur noch mit
der Implantation von Knietotalprothesen gelindert werden. Der Gesundheitszustand
des Versicherten habe sich gegenüber 2005 verschlechtert, denn die pathologischen
Befunde der linken Schulter und der LWS seien neu. Die intraartikulären Schäden der
beiden Kniegelenke hätten seit 2005 zugenommen. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung
gelte ab der Begutachtung. Dr. med. J._ vom RAD hielt am 17. Februar 2010 fest (IV-
act. 109), die kardiologische Situation habe sich seit 2005 nachweislich nicht verändert,
weshalb keine weiteren internistischen Abklärungen notwendig seien.
A.d Die IV-Stelle verglich ein Valideneinkommen 2009 von Fr. 53'575.--, das sie
anhand des für 2003 im individuellen Beitragskonto verbuchten Einkommens sowie der
seitherigen Nominallohnentwicklung ermittelt hatte, mit einem zumutbaren
Invalideneinkommen von Fr. 40'503.--. Dieses resultierte aus dem statistischen
Durchschnittseinkommen der Hilfsarbeiter abzüglich 6,95% wegen des um 11,95%
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unter dem Durchschnitt liegenden Valideneinkommens und abzüglich weiteren 10%
wegen der indirekt behinderungsbedingten Nachteile des Versicherten an einem
behinderungsadaptierten Arbeitsplatz. Es resultierte ein Invaliditätsgrad von 24,40%
(IV-act. 112). Mit einem Vorbescheid vom 19. März 2010 teilte die IV-Stelle dem
Versicherten mit (IV-act. 113), dass sie beabsichtige, sein Rentengesuch abzuweisen.
Der Versicherte liess am 3. Mai 2010 beantragen, es sei ihm eine Invalidenrente
zuzusprechen, das Gutachten von Dr. I._ sei aus den Akten zu entfernen und es sei
eine umfassende Untersuchung durch einen unabhängigen medizinischen Experten
anzuordnen. Zur Begründung führte die Rechtsvertreterin des Versicherten sinngemäss
aus, es müsse davon ausgegangen werden, dass Dr. I._ von der IV-Stelle den klaren
Auftrag erhalten habe, eine möglichst rentenausschliessende Arbeitsfähigkeit
festzustellen. Diesen Auftrag habe er möglichst gut erfüllen wollen, weshalb er
befangen gewesen sei. Ein unabhängiger Sachverständiger würde sich mit der
gesamten Persönlichkeit des Versicherten auseinandersetzen und die gesamten
gesundheitlichen Beeinträchtigungen in Betracht ziehen. Er würde konkret aufzeigen,
welche Tätigkeiten in welchem konkreten beruflichen Umfeld der Versicherte noch
leisten könnte. Der Versicherte sei doppelt beeinträchtigt, einerseits durch die
Arbeitsunfähigkeit im Ausmass von 20% und andererseits dadurch, dass er in der Art
der noch möglichen Erwerbstätigkeiten sehr eingeschränkt sei. Diese
Beeinträchtigungen kumulierten sich, so dass von einer Arbeitsfähigkeit von höchstens
40% - 50% ausgegangen werden könne, was auch der Einschätzung des Hausarztes
entspreche. Zudem gebe es gar keine adaptierten Arbeitsplätze, wie der zuständige
Mitarbeiter des RAV bestätigt habe. Das Valideneinkommen (richtig:
Invalideneinkommen) dürfe deshalb höchstens Fr. 20'000.-- betragen. Dr. J._ vom
RAD hielt am 19. Mai 2010 fest (IV-act. 121), aus dem Gutachten ergebe sich, dass Dr.
I._ eine umfassende Untersuchung des Bewegungsapparates vorgenommen habe.
Die Herzproblematik sei entsprechend den Berichten des Kardiologen Dr. G._
berücksichtigt worden. Die Berichte des Hausarztes seien Dr. I._ bekannt gewesen.
Zu den früheren Arbeitsfähigkeitsschätzungen sei im Gutachten Stellung genommen
worden. Die adaptierte Tätigkeit sei umfassend beschrieben worden. Ob es
entsprechende Arbeitsplätze gebe, beurteile der Eingliederungsberater/Berufsberater.
Mit einer Verfügung vom 17. Juni 2010 wies die IV-Stelle das Rentengesuch ab (IV-act.
122). In der Verfügungsbegründung bezeichnete sie das Gutachten von Dr. I._ als
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ausführlich, schlüssig und nachvollziehbar. Sie wies den Vorwurf, ihr Auftrag an Dr.
I._ habe darin bestanden, eine rentenausschliessende Arbeitsfähigkeit festzustellen,
entschieden zurück. Die in der Stellungnahme zum Vorbescheid angegebene
Arbeitsfähigkeit von 40-50% sei nicht begründet, sondern basiere auf subjektiven
Annahmen.
B.
B.a Der Versicherte liess am 5. Juli 2010 Beschwerde erheben und beantragen, es sei
ihm eine Invalidenrente zuzusprechen, das Gutachten von Dr. I._ sei aus den Akten
zu weisen und es sei eine umfassende und interdisziplinäre Untersuchung durch einen
unabhängigen medizinischen Experten bzw. durch ein unabhängiges medizinisches
Expertenteam vorzunehmen (act. G 1). Zur Begründung führte die Rechtsvertreterin
des Beschwerdeführers aus, es sei nur ein orthopädisches Gutachten erstellt worden,
obwohl der Beschwerdeführer auch an einer koronaren Herzkrankheit und an einer
Gastritis leide. Deshalb seien die medizinischen Unterlagen zum vornherein
unvollständig, so dass kein Rentenentscheid hätte gefällt werden dürfen. Dr. I._ hätte
sich im übrigen auch zu den möglichen beruflichen Massnahmen und/oder
Integrationsmassnahmen äussern müssen. Deshalb sei sein Gutachten unzureichend
und lückenhaft. Das gelte auch in bezug auf die Umschreibung der adaptierten
Tätigkeit, die ganz konkret hätte ausfallen müssen. Dr. I._ sei befangen gewesen,
denn er habe weder den Beschwerdeführer noch dessen Sohn angehört. Damit habe
er den objektiven Anschein der Befangenheit erweckt. Ausserdem habe er sich bei der
Untersuchung auf das rechte Knie und die Schulter konzentriert. Schliesslich habe er
sich nicht mit der jahrelang von der SUVA akzeptierten Arbeitsunfähigkeit von 50%
auseinandergesetzt. Die Einschränkungen seien so stark, dass es gar keine adaptierten
Arbeitsplätze gebe. Der Abzug bestehend aus dem Arbeitsunfähigkeitsgrad und dem
"Leidensabzug" belaufe sich auf 30%. Effektiv hätten 50-60% abgezogen werden
müssen. Das Valideneinkommen (richtig: Invalideneinkommen) betrage höchstens
Fr. 20'000.--.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 9. September 2010 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Sie machte geltend, die Schilderung des Beschwerdeführers
über den Ablauf der Untersuchung bei Dr. I._ finde keinerlei Bestätigung im
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Gutachten. Dieses enthalte keinerlei Anhaltspunkte für eine Voreingenommenheit. Es
sei im Ton neutral und sachlich gehalten und die beklagten Beschwerden seien
detailliert aufgeführt und würden ausführlich gewürdigt. Die Rüge der Befangenheit sei
unbegründet. Der Kardiologe Dr. G._ habe am 28. Januar 2009 einen im Vergleich
zur Voruntersuchung von 2005 unveränderten Zustand angegeben. Von einer
kardiologischen Begutachtung seien deshalb keine neuen Erkenntnisse zu erwarten
gewesen. Es habe davon ausgegangen werden können, dass die koronare
Herzkrankheit in einer angepassten Tätigkeit keine quantitative Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit bewirke. Dr. I._ habe die geklagten Beschwerden weitestgehend
einem organischen Korrelat zuordnen können. Er habe die Funktionseinschränkungen
detailliert beschrieben. Es sei plausibel, dass diese Einschränkungen die
Arbeitsfähigkeit hauptsächlich in qualitativer Hinsicht einschränkten und nur im Umfang
von 20% eine quantitative Arbeitsunfähigkeit zur Folge hätten. Es sei nicht die Aufgabe
eines medizinischen Sachverständigen, die möglichen beruflichen Massnahmen/
Integrationsmassnahmen aufzuzeigen. Dr. C._ habe nichts angegeben, das im
orthopädischen Gutachten unerkannt geblieben wäre. Aufgrund eines vergleichsweise
weiten Spektrums weiterhin zumutbarer Hilfsarbeiten schade die unterbliebene
Konkretisierung der möglichen Arbeitsstellen nicht. Das Valideneinkommen betrage
ausgehend von demjenigen für das Jahr 2005 von Fr. 57'018.-- nominallohnangepasst
Fr. 60'393.--. Das anhand des statistischen Durchschnittseinkommens unter
Berücksichtigung einer Arbeitsunfähigkeit von 20% und eines zusätzlichen Abzugs
vom statistischen Durchschnittseinkommen von 10% ermittelte Invalideneinkommen
belaufe sich auf Fr. 43'185.--. Daraus resultiere ein Invaliditätsgrad von 28%.
B.c Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers verzichtete am 21. September 2010
auf eine materielle Replik (act. G 6).

Erwägungen:
1.
Anspruch auf eine Invalidenrente hat, wer zu mindestens 40% invalid ist (Art. 28 Abs. 2
IVG). Gemäss Art. 16 ATSG ist zur Bemessung des Invaliditätsgrades das Einkommen,
das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung
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der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum Erwerbseinkommen, das sie
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
1.1 Das ausschlaggebende Element der Bemessung des zumutbaren
Invalideneinkommens - und damit indirekt des Invaliditätsgrads - ist in aller Regel der
Grad der verbliebenen Arbeitsfähigkeit, so dass dessen Ermittlung normalerweise den
ersten Schritt bei der Ermittlung des massgebenden Sachverhalts bildet. Der
Beschwerdeführer ist in mehrfacher Hinsicht in seiner Gesundheit beeinträchtigt. Die
einzelnen Beeinträchtigungen beschlagen verschiedene medizinische Fachgebiete. Das
bedeutet aber entgegen der Auffassung der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers
nicht, dass die verbliebene Arbeitsfähigkeit nur durch eine polydisziplinäre
medizinische Begutachtung ermittelt werden könnte. Es ist durchaus möglich, die
unabhängig voneinander ermittelten Abklärungsergebnisse aus den verschiedenen
Fachgebieten so zusammenzuführen, dass ein Gesamtbild entsteht, auf welches sich
die massgebende Arbeitsfähigkeitsschätzung dann abstützen kann.
1.1.1 Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat sinngemäss geltend
gemacht, die Folgen der Gastritis für die Arbeitsfähigkeit seien nicht abgeklärt worden.
Die Gastritis ist im ersten Bericht von Dr. C._ vom 6. Dezember 2004 mit folgender
Diagnose genannt worden: St. n. gastrointestinaler Blutung bei HP-positiver Gastritis
12/02 (vgl. IV-act. 14-1). Im Verlaufsbericht vom 24. Mai 2005 (vgl. IV-act. 42-1) hat
Dr. C._ die Gastritis gar nicht mehr aufgeführt. Dr. E._ vom RAD hat am 1. Juni
2005 festgehalten (vgl. IV-act. 43-2), die Gastritis sei medikamentös behandelt worden;
seither seien keine diesbezüglichen Probleme mehr erwähnt worden. In der Anmeldung
vom 13. Juni 2009 (vgl. IV-act. 59-7) hat der Beschwerdeführer die Gastritis ebenfalls
nicht erwähnt. Sie hat auch in der Diagnosenliste der späteren Berichte von Dr. C._
gefehlt (vgl. IV-act. 71-1, 88-1). In dem mit der angefochtenen Verfügung
abgeschlossenen Verwaltungsverfahren hat auch kein anderer Arzt die Gastritis
erwähnt. Daraus kann nur der Schluss gezogen werden, dass die Gastritis lange vor
der erneuten Anmeldung vollständig abgeheilt ist. Die Beschwerdegegnerin hat
deshalb zu Recht auf eine entsprechende Abklärung verzichtet. Mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit ist die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im massgebenden
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Zeitraum also nicht durch eine Gastritis oder durch irgendwelche Folgen einer früher
durchgemachten Gastritis eingeschränkt gewesen.
1.1.2 Im ersten Bericht von Dr. C._ ist auch eine koronare Herzkrankheit (KHK)
erwähnt worden. Sie war das Resultat eines 1997 erlittenen, akuten infero-posterioren
Myokardinfarkts. Zwar hat der damalige Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am
9. Mai 2005 angegeben, es sei eine Operation erforderlich (vgl. IV-act. 39-1),
tatsächlich hat aber wohl nie eine solche stattgefunden. In den späteren medizinischen
Berichten fehlte nämlich jeder Hinweis auf einen entsprechenden Eingriff. Bereits kurz
nach dem Infarkt, nämlich am 14. Januar 1998, hatten die Ärzte der Medizinischen
Klinik B des Kantonsspitals St. Gallen angegeben, es sei eine leichte, diffuse
Koronarsklerose, aber keine signifikante Stenose nachweisbar (vgl. IV-act. 42-16). Dr.
G._ hat am 4. Mai 2005 gestützt auf ein Echokardiogramm den Verdacht geäussert,
dass es zu einem ungünstigen Remodeling und zu einer Hypertrophie des linken
Ventrikels gekommen sein könnte (vgl. IV-act. 42-5). Er ist davon ausgegangen, dass
die Brustbeschwerden nicht bzw. mehrheitlich nicht myokardischämischen Ursprungs
seien. Die Verschlechterung der Funktion des linken Ventrikels könne zu einer
verstärkten Atemnot und zu einer verminderten körperlichen Belastbarkeit führen. Dr.
C._ hat am 24. Mai 2005 (vgl. IV act. 42-1) darauf hingewiesen, dass keine Angina
pectoris habe nachgewiesen werden können. Dr. E._ vom RAD hat am 1. Juni 2005
notiert (vgl. IV-act. 43-2), die kardiologische Problematik habe sich seit 1998 nicht
verändert. Bei der erneuten Anmeldung zum Leistungsbezug hat der Beschwerdeführer
die koronare Herzkrankheit zwar angegeben (vgl. IV-act. 59-7) und auch im Bericht von
Dr. C._ vom 24. Juni 2009 ist sie als Diagnose aufgeführt worden (vgl. IV-act. 66-1),
aber als arbeitsfähigkeitsrelevante Krankheiten hat Dr. C._ nur die Schulter-, Rücken-
und Kniebeschwerden bezeichnet. Der Kardiologe Dr. G._ hatte am 28. Januar 2009
festgehalten (vgl. IV-act. 71), die Funktion des linken Ventrikels sei seit 2005
unverändert. Es sei also nicht zu einem ungünstigen Remodeling gekommen und es
lasse sich auch keine neue Bewegungsstörung ausmachen. Die Natur einer im
Dezember 2008 durchgemachten linksseitigen Sensibilitätsstörung bleibe deshalb im
Dunkeln. Zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus kardiologischer Sicht hatte
sich Dr. G._ in diesem Bericht nicht geäussert. Dr. C._ hat der
Beschwerdegegnerin am 8. Oktober 2009 angegeben (vgl. IV-act. 88-3), der
Beschwerdeführer sei u.a. am Herz "angeschlagen". Das sei auch ein Grund dafür,
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dass er als Bauarbeiter nicht mehr arbeitsfähig sei. Dr. C._ hat aber nicht geltend
gemacht, dass die koronare Herzkrankheit auch in einer adaptierten Erwerbstätigkeit
eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge habe. In den vorliegenden medizinischen Akten fehlt
somit jeder Hinweis darauf, dass sich die koronare Herzkrankheit seit 2005
verschlimmert hätte und die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Erwerbstätigkeit
beeinträchtigen würde. Demnach hat die Beschwerdegegnerin keine Veranlassung
gehabt, in Bezug auf die koronare Herzkrankheit eine Begutachtung anzuordnen. Sie
ist zu Recht davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit für eine angepasste Erwerbstätigkeit durch die koronare
Herzkrankheit nicht in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei.
1.1.3 Die Kniebeschwerden sind im Jahr 2004 offenbar Anlass für eine IV-
Anmeldung gewesen, denn der Beschwerdeführer hat im entsprechenden Formular
keine andere Gesundheitsbeeinträchtigung angegeben (vgl. IV-act. 1-6). Der
Beschwerdeführer hatte sich am linken Knie einer Arthroskopie und einer lateralen
Teilmeniskektomie unterzogen (vgl. IV-act. 14-10). Die Klinik D._ hatte am 30.
November 2004 für eine leichte, wechselbelastende, vorwiegend sitzende Arbeit eine
volle Arbeitsfähigkeit angegeben (vgl. IV-act. 14-8). Die von Dr. C._ am 6. Dezember
2004 auf 100% geschätzte Arbeitsunfähigkeit hatte sich demgegenüber auf die (nicht
adaptierte) Tätigkeit als Bauarbeiter bezogen. Dr. K._ hat am 24. Januar 2005 zwar
auch für eine adaptierte Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit angegeben (vgl.
IV-act. 23-7). Das dürfte auf einen Verschrieb zurückzuführen sein. Dementsprechend
ist Dr. E._ vom RAD am 3. Februar 2005 davon ausgegangen, dass alle involvierten
Ärzte für eine adaptierte Tätigkeit eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit angenommen
hätten (vgl. IV-act. 24-2). Bis zur Ablehnung des Gesuchs um berufliche
Eingliederungsmassnahmen ist der Zustand der Kniegelenke also nicht so schlecht
gewesen, dass der Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit (teilweise)
arbeitsunfähig gewesen wäre. Am 24. Juni 2009 hat Dr. C._ dann aber auch für eine
adaptierte Tätigkeit eine reduzierte Arbeitsfähigkeit (50%) angegeben (vgl. IV-act. 66-1).
Dr. K._ hatte bereits am 30. Januar 2007 eine kniebedingt eingeschränkte
Arbeitsfähigkeit genannt, wobei er allerdings widersprüchliche Angaben gemacht und
ausserdem auch die (vermeintlichen) Folgen internistischer
Gesundheitsbeeinträchtigungen einbezogen hatte (vgl. IV-act. 71-15 f.). Dr. F._ hatte
am 4. Dezember 2008 die Diagnose einer fortgeschrittenen Gonarthrose links gestellt
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und eine Kniegelenksprothese empfohlen, ohne sich allerdings zur Arbeitsfähigkeit zu
äussern (vgl. IV-act. 88-19 ff.). Dr. C._ ist am 8. Oktober 2009 davon ausgegangen,
dass auf jeden Fall eine TP des linken Kniegelenks erfolgen werde (vgl. IV-act. 88-3). Er
hat für den damals aktuellen Zustand eine Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit von 100% und für den fiktiven Zustand nach einer prothetischen Versorgung
links eine Arbeitsfähigkeit von "vielleicht" 25% (halbe Zeit und halbe Leistung) genannt,
ohne aber zu erklären, warum die seit 2005 eingetretene Verschlechterung des
Zustands des linken Knies eine derart massive Abnahme der Arbeitsfähigkeit in einer
"knieadaptierten" Erwerbstätigkeit (von 100% auf 0%) bewirkt haben sollte. Diese
Arbeitsfähigkeitsschätzung vermag deshalb nicht zu überzeugen. Immerhin steht fest,
dass seit 2005 eine erhebliche Verschlimmerung des linken und neu auch eine
Beeinträchtigung des rechten Knies eingetreten sind. Da sich der Beschwerdeführer
inzwischen entschlossen hat, keine Knieprothese einsetzen zu lassen, hat Dr. I._ den
Zustand begutachtet, den Dr. C._ seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung zugrunde gelegt
hat. Dazu hat er Röntgenaufnahmen beider Kniegelenke und ein MRI des linken Knies
anfertigen lassen, bevor er den Beschwerdeführer klinisch untersucht hat. Für die von
der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers geltend gemachte Befangenheit von Dr.
I._ ergeben sich aus den Akten keinerlei Anhaltspunkte. Wenn beim
Beschwerdeführer der subjektive Eindruck entstanden sein sollte, dass ihm Dr. I._
nicht gewogen sei, so ist das für die Annahme einer objektiven Befangenheit nicht
relevant. Ebenso erweist sich der in der Stellungnahme zum Vorbescheid (vgl. IV-act.
120) geäusserte Verdacht, die Beschwerdegegnerin habe bei Dr. I._ eine
Arbeitsfähigkeitsschätzung "in Auftrag gegeben", die einen Rentenanspruch
ausschliesse, als haltlos, so dass sich jede weitere Auseinandersetzung damit erübrigt.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr.
I._ auf eine umfassende und überzeugende Abklärung des Zustands der Kniegelenke
abstützt.
1.1.4 Bei der erstmaligen Anmeldung zum Leistungsbezug (vgl. IV-act. 1-6) hat
der Beschwerdeführer als Gesundheitsbeeinträchtigung nur die Kniebeschwerden
angegeben. Im Bericht von Dr. C._ vom 6. Dezember 2004 (vgl. IV-act. 14) und den
beigelegten Berichten anderer behandelnder Ärzte tauchen neben den
Kniebeschwerden nur die internistischen Probleme auf. Erst in einem Bericht von Dr.
K._ vom 24. Januar 2005 (vgl. IV-act. 23) werden die Rückenbeschwerden angeführt,
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allerdings noch als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Im Bericht vom
23. Mai 2005 (vgl. IV-act. 42-1) hat dann auch Dr. C._ als zusätzliche Diagnose ein
chronisches lumbospondylogenes Syndrom angegeben. Dr. E._ vom RAD hat diese
Gesundheitsbeeinträchtigung als rein qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
taxiert (vgl. IV-act. 43), d.h. er ist davon ausgegangen, dass in einer adaptierten
Erwerbstätigkeit keine Verminderung des Arbeitsfähigkeitsgrads bestehe. Nach der
erneuten Anmeldung zum Leistungsbezug hat Dr. C._ am 24. Juni 2009
rezidivierende Lumbalgien und Lumboischialgien angegeben (vgl. IV-act. 66). Ob er
diese Beschwerden als Teilursache der angegebenen Arbeitsunfähigkeit von 50%
angesehen hat, lässt sich seinen Ausführungen nicht entnehmen. Dr. K._ hatte diese
Frage allerdings bereits am 30. Januar 2007 bejaht (vgl. IV-act. 71-16), während Dr.
F._ am 4. Dezember 2008 zwar die Diagnose eines chronischen Zerviko- und
Lumbovertebralsyndroms gestellt, in seiner medizinischen Beurteilung dann aber nicht
mehr erwähnt hatte (vgl. IV-act. 71-12, 71-14). Die Rückenbeschwerden haben nie
Gegenstand einer entsprechend ausgerichteten fachärztlichen Abklärung gebildet, bis
Dr. I._ den Beschwerdeführer untersucht hat (vgl. IV-act. 168). Dieser Arzt hat als
erster eine umfassende Abklärung vorgenommen, wobei er sich auf von ihm selbst
veranlassten Röntgenaufnahmen der LWS und auf ein MRI BWK11 bis SWK2
abgestützt hat. Er hat die lumbalen Schmerzen und die pathologischen Befunde der
LWS als nachgewiesen betrachtet. Einzig die vom Beschwerdeführer bei der klinischen
Untersuchung angegebene Hyposensibilität des gesamten linken Beins ist nicht
erklärbar gewesen. Dr. I._ hat den objektiv festgestellten Rückenbeschwerden
dadurch Rechnung getragen, dass er die adaptierte Erwerbstätigkeit entsprechend
definiert hat: Abwechslungsweise stehend und sitzend auszuüben, keine häufige
inklinierte, reklinierte oder rotierte Körperhaltung, kein Heben und Tragen von Lasten
über 5 kg. Ob die Rückenschmerzen bei einer konsequenten Einhaltung dieser
Vorgaben eine (Teil-) Ursache der Arbeitsunfähigkeit von 20% wären, lässt sich dem
Gutachten nicht entnehmen. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers die
Abklärung in Bezug auf die Rückenprobleme nicht konkret kritisiert, weshalb davon
ausgegangen werden darf, dass die umfassende Untersuchung lege artis erfolgt und
ihr Ergebnis als überwiegend wahrscheinlich richtig zu qualifizieren ist. Daran vermag
auch die abweichende Auffassung insbesondere von Dr. K._ nichts zu ändern, denn
behandelnde Ärzte neigen erfahrungsgemäss aufgrund ihrer vertraglichen und
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persönlichen Beziehung zum Patienten dazu, dessen oftmals übertriebene
Schmerzangaben als objektiv zu betrachten und deshalb zu übernehmen. Die
abweichende und teilweise widersprüchliche Einschätzung insbesondere von Dr. K._
vermag deshalb die Überzeugungskraft der Angaben von Dr. I._ nicht zu erschüttern.
1.1.5 Die Beschwerden an der linken Schulter sind vom Beschwerdeführer
erstmals bei der erneuten Anmeldung zum Leistungsbezug geltend gemacht worden
(IV-act. 59-7). Dr. F._ hatte am 5. März 2008 ausgeführt (vgl. IV-act. 71-17 f.), der
Beschwerdeführer verspüre seit Januar 2008 linksseitige Schulterschmerzen. Weder
die Sonographie noch die Röntgenuntersuchung hätten Schädigungen aufgezeigt. Die
Präsentation habe eher auf eine Schmerzgeneralisierung hingewiesen. Auch hier hat
Dr. I._ sowohl Röntgenaufnahmen als auch ein MRI anfertigen lassen (vgl. IV-act.
108-6), womit er die gesicherte Diagnose eines Impingements bei AC-Gelenksarthrose
und Acromionsporn, einer inkompletten Supraspinatussehnenruptur und einer
glenohumeralen Chondropathie hat erheben können (vgl. IV-act. 108-7). Er hat dieser
Beeinträchtigung ebenfalls durch eine qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
Rechnung getragen, nämlich insbesondere durch die Beschränkung auf Arbeiten bis
zur Horizontalen. Offen gelassen hat Dr. I._, inwieweit die Schulterbeschwerden an
der quantitativen Arbeitsunfähigkeit beteiligt sind. Angesichts der umfassenden und
lege artis vorgenommenen Abklärung und angesichts des Umstands, dass kein
Widerspruch zu den früheren medizinischen Erhebungen besteht, ist auch in bezug auf
die Schulterbeschwerden davon auszugehen, dass das Abklärungsergebnis mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit richtig ist.
1.1.6 Die von Dr. I._ unter Einbezug aller in sein Fachgebiet fallenden
Gesundheitsbeeinträchtigungen ermittelte Arbeitsunfähigkeit von 20% würde es dem
Beschwerdeführer erlauben, sich auch in einer behinderungsadaptierten
Erwerbstätigkeit noch zusätzlich zu schonen. Diese Schonung besteht
erfahrungsgemäss in der Möglichkeit, bei Bedarf zusätzliche Pausen einzuschalten
oder das Arbeitstempo zu verlangsamen. Damit kann im übrigen auch allfälligen
Beschwerden seitens der koronaren Herzkrankheit begegnet werden. In einer
adaptierten Erwerbstätigkeit sind kaum Arbeitsvorgänge notwendig, die Schmerzen
provozieren könnten. Berücksichtigt man zudem, dass der Beschwerdeführer
entsprechend einer IV-spezifischen Schadenminderungspflicht gehalten wäre, ein
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zumutbares Mass an Schmerzen bei der Arbeit in Kauf zu nehmen, so erscheint die
zusätzlich zur qualitativen Arbeitsunfähigkeit angegebene quantitative
Arbeitsunfähigkeit von 20% als angemessen. Da damit auch der von Dr. I._ nicht
abgeklärten koronaren Herzkrankheit Rechnung getragen ist, hat die
Beschwerdegegnerin der Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens zu Recht
einen Arbeitsfähigkeitsgrad von 80% zugrunde gelegt. Wäre dieser
Arbeitsfähigkeitsgrad, der Behauptung der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers
gemäss, so viel tiefer, dass eine Invalidität von 40% oder mehr drohen würde, so
könnte keine Prüfung des Rentenanspruchs erfolgen. Den medizinischen Akten lässt
sich nämlich entnehmen, dass jedenfalls in Bezug auf das linke Kniegelenk, den
Angaben von Dr. I._ zufolge auch in bezug auf die linke Schulter, medizinische
Eingliederungsmassnahmen möglich und zumutbar wären und dass damit die
Arbeitsfähigkeit deutlich verbessert werden könnte (sog. Eingliederung vor Rente, vgl.
etwa U. Kieser, ATSG-Kommentar, 2. a:, N. 47). Der Einkommensvergleich zur Prüfung
eines allfälligen definitiven Rentenanspruchs könnte also erst nach der Durchführung
dieser medizinischen Massnahmen, allenfalls aber auch gestützt auf eine
Sanktionsandrohung gemäss Art. 21 Ab. 4 ATSG erfolgen.
2.
Der Beschwerdeführer hat sich am 13. Juni 2009 zum Bezug einer Invalidenrente
angemeldet (vgl. IV-act. 59-9). Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG (in der hier anwendbaren
Fassung der 5. IV-Revision, gültig ab 1. Januar 2008) kann deshalb frühestens ab
Januar 2010 ein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehen. Der Einkommensvergleich
gemäss Art. 16 ATSG hat deshalb anhand des Einkommensniveaus des Jahres 2010
zu erfolgen. Wäre der Beschwerdeführer nicht erkrankt, so wäre er wahrscheinlich
immer noch als Bauarbeiter der Lohnklasse B tätig, denn es fehlt jeder Hinweis darauf,
dass er die Branche gewechselt oder sich in der Baubranche beruflich weiter
qualifiziert hätte. Gemäss dem Art. 41 Abs. 2 lit. b des am 14. April 2008
abgeschlossenen Landesmantelvertrages 2008-2010 für das Schweizerische
Bauhauptgewerbe (LMV) betrug der Mindestlohn eines Bauarbeiters der Lohnklasse B
im Jahr 2009 Fr. 4884.-- bzw. Fr. 58'608.--. Dieser Lohn ist gemäss einer
entsprechenden Zusatzvereinbarung zum LMV für das Jahr 2010 um 1% erhöht
worden. Das ergibt ein Jahreseinkommen von Fr. 59'194.--. Dieser Betrag ist als
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Valideneinkommen in den Einkommensvergleich einzusetzen, zumal er mit den von der
B._ GmbH angegebenen effektiven Löhnen 2002 und 2003 (vgl. IV-act. 13-2) -
teuerungsbereinigt - übereinstimmt. Zur Ermittlung des zumutbaren
Invalideneinkommens ist bei Personen, die keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen,
praxisgemäss auf die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene schweizerische
Lohnstrukturerhebung abzustellen. Die von Dr. I._ definierte behinderungsadaptierte
Erwerbstätigkeit kann als Hilfsarbeit in sehr vielen Branchen ausgeübt werden.
Entgegen der Auffassung der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ist irrelevant,
ob eine entsprechende offene Stelle gefunden werden könnte. Massgegend ist einzig,
dass solche Arbeitsplätze existieren. Auszugehen ist deshalb vom Durchschnittslohn
(Zentralwert) der Hilfsarbeiter aller Branchen. Dieser Durchschnittslohn hat sich gemäss
der Lohnstrukturerhebung 2008 (Anhang Tabelle T1, auf Fr. 4'935.-- belaufen.
Umgerechnet von 40 auf den schweizerischen Durchschnitt im Jahr 2008 von 41,6
Wochenarbeitsstunden resultiert ein Monatslohn von Fr. 5'132.40 bzw. Fr. 61'584.--,
der Nominallohnentwicklung bis 2010 (Anh. 2 der von der Informationsstelle AHV/IV
herausgegebenen Textausgabe des IVG) angepasst von Fr. 63'297.--. Dieser
Jahreslohn liegt Fr. 4'103.-- bzw. 7% über dem Valideneinkommen. Davon sind nach
dem Abzug der Erheblichkeitsgrenze von 5% (vgl. Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Invalidenversicherung, herausgegeben von Ulrich Meyer, 2. A., S. 322 f.) die
verbliebenen 2% bzw. Fr. 1'172.-- abzuziehen. Das Ausgangseinkommen zur
Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens beträgt somit Fr. 62'700.--. Die
Beschwerdegegnerin hat einen weiteren Abzug von 10% vorgenommen, da der
Beschwerdeführer gegenüber gesunden Konkurrenten für eine adaptierte Hilfsarbeit
gewisse Nachteile in Kauf nehmen müsse, die er nur durch einen
unterdurchschnittlichen Lohn ausgleichen könne. Zu diesen Nachteilen gehören
insbesondere der sogenannte Teilzeitnachteil (d.h. der Umstand, dass bei einer
Teilzeitbeschäftigung eine überproportionale Lohnreduktion eintritt), die - zumindest
aus der Sicht eines potentiellen Arbeitgebers - bestehende Gefahr
überdurchschnittlicher Krankheitsabsenzen, die betriebswirtschaftlich als zusätzliche
Lohnkosten zu qualifizieren wären, und die Unfähigkeit des Beschwerdeführers, bei
Bedarf vorübergehend zu mehr als 80% tätig zu sein (d.h. Überstunden zu leisten),
oder bei Bedarf vorübergehend an einem nicht adaptierten Arbeitsplatz eingesetzt zu
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werden. Diese Nachteile rechtfertigen praxisgemäss einen zusätzlichen Abzug von
10%. Damit beläuft sich das zumutbare Invalideneinkommen auf Fr. 44'730.--. Es
resultiert somit eine behinderungsbedingte Erwerbseinbusse von Fr. 14'464.--, die
einem Invaliditätsgrad von 24% entspricht. Die Beschwerdegegnerin hat demnach zu
Recht einen Rentenanspruch verneint.
3.
Demnach ist die Beschwerde abzuweisen. Da der Beschwerdeführer unterliegt, hat er
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Auch das
entsprechende Begehren des Beschwerdeführers ist deshalb abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren in IV-Sachen ist kostenpflichtig. Die Gerichtsgebühr bemisst sich
nach dem Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1 IVG). Der als durchschnittliche zu
qualifizierende Aufwand rechtfertigt praxisgemäss eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--.
Diese ist durch den unterliegenden Beschwerdeführer zu bezahlen. Sie ist durch den
vom Beschwerdeführer in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP