Decision ID: a30127fa-0081-5170-b4d7-9ae3d088ad48
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964, war seit dem 10. April 2012 als
Lager
mitarbeiterin
bei der
Y._
AG angestellt und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch unfallver
sichert, als sie sich am 13. August 2012 bei einem Sturz auf einer Metalltreppe verletzte (Urk. 9/1). Die SUVA kam für die Heilbehandlung auf und richtete ein Taggeld nach Massgabe einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % aus. Mit Verfügung vom 2. Oktober 2013 (Urk. 9/103) stellte sie die Leistungen per 15. Oktober 2013 ein. Dagegen erhob die Versicherte am 24. Oktober 2013 (Urk. 9/112), ergänzt durch die Eingabe vom 31. Januar 2014 (Urk. 9/125), Einsprache, welche die SUVA mit Entscheid vom 11. Juli 2014 (Urk. 2) abwies. Zuvor hatte der Krankenversicherer am 21. Oktober 2013 seine vorsorglich erhobene Ein
sprache vom 10. Oktober 2013 (Urk. 9/108) zurückgezogen (Urk. 9/111).
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom 11. Juli 2014 erhob
X._
am 10. September 2014 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte dessen Aufhebung sowie die Rückweisung der Sache an die SUVA zur weiteren
Sachverhalts
abklärung
. Die SUVA schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 4. November 2014 (Urk. 8) auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 7. November 2014 (Urk. 11) zur Kenntnis gebracht wurde.
Von Amtes wegen wurden aus dem
invalidenv
ersicherungsrechtlichen Verfahren
Arztberichte beigezogen (Urk. 13/1-2
).
3.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte mit Verfügung vom
1. September 2015
einen
A
nspruch
der Versicherten
auf eine
Rente der
Invalid
enversicherung. Die dagegen am 2. Oktober 2015 erhobene
Beschwerde
wurde vom hiesigen Gericht
mit Urteil vom heutigen Datum ab
gewiesen
(Prozess-Nr. IV.201
5.01030
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art.
10 Abs
.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfall
folgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art.
6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialver
sicherungsrechts,
ATSG
), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs.
1 UVG ein Taggeld zu
.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die ent
sprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern
beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massgebend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist die Terminierung der Versicherungsleistungen per
Mitte Oktober 2013.
2.2
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen darüber hinausgehenden
Leistungs
anspruch
mit der Begründung, hinsichtlich organischer Unfallfolgen sei der Status quo sine (spätestens) am 15. Oktober 2013 erreicht gewesen.
Allfällige psychische Beschwerden stünden nicht in
einem
rechtsgenügliche
n
Kausal
zusamme
nhang mit dem am 13. August 2012 erlittenen Unfall (Urk. 2, Urk. 8).
2.3
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, der
Ein
stellungsentscheid
der Beschwerdegegnerin beruhe auf einer ungenügenden medizinischen Grundlage. Namentlich fehle es an einer umfassenden ortho
pädischen Untersuchung unter Einbezug und Würdigung der MRI-Bilder. Letztere seien lediglich von der Kreisärztin gewürdigt worden, welche als Chirurgin nicht geeignet sei, den vorliegenden Fall abschliessend einzuschätzen. Zudem seien nicht alle erforderlichen Untersuchungen durchgeführt respektive deren Ergebnisse nicht abgewartet worden. Insbesondere fehle es an der von den Ärzten der Uniklinik
Z._
empfohlenen radiologischen Untersuchung des rechten Knies
(Urk. 1 S. 5 f.)
.
3.
3.1
Der am Unfalltag behandelnde Dr. med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
führte
im Arztzeugnis
UVG
vom 19. Oktober 2012 (Urk. 9/14)
aus
, die Beschwerdeführerin sei beim Treppensturz vom 13. August 2012 mehrere Stufen einer Metalltreppe hinuntergerutscht. Klinisch bestünden ein Spontan-, Druck- und Bewegungsschmerz entlang der ganzen Wirbelsäule, ein Fingerbodenabstand (FBA) von 100 cm und Schmerzen in
beiden
Kniegelenken. In den Röntgenuntersuchungen der Wirbelsäule und der Kniegelenke seien
o
ssäre
Läsionen ausgeschlossen worden. Er
ging diagnostisch von
Kontusionen
aus
und empfahl als Therapie Ruhe und Analgetika. Die Arbeitsunfähigkeit
bezifferte Dr.
A._
mit
100 %.
3.2
Die nachbehandelnde
Hausärztin
Dr. med.
B._
, Allgemeine Medizin, diagnostizierte im Bericht vom 19. November 2012 (Urk. 9/22) eine Lumbago bei vorbestehender Skoliose, ein
Halswirbelsäulen (
HWS
)
-Syndrom und ein Gonarthrose-Zeichen sowie
eine unfallfremde
Depression, derentwegen
eine Überweisung
zu Dr. med. Dr.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
erfolgt sei
.
Sie
ersuchte
um eine kreisärztliche Untersuchung, da trotz intensiver Physiotherapie und Medikamenten keine Besserung der Symptomatik einge
treten sei und eine Rentenbegehrlichkeit bestehe (vgl. dazu auch Urk. 9/78).
3.3
Dr. med.
D._
, Facharzt für Radiologie FMH, führte im Bericht des
Röntgen
instituts
E._
vom 8. Januar 2013 (Urk. 9/43/9) an die zuweisende
Haus
ärztin
aus, die konventionelle Röntgenuntersuchung der beiden Knie vom selben Datum zeige bis auf winzige
Fibroostosen
suprapatellar beidseits einen unauffälligen Knochen- und Gelenkbefund. Namentlich
bestünden
weder eine Gonarthrose oder
Femoropatellararthrose
noch eine
osteochondrale
Läsion. Damit sei das von Seiten der verärgerten Beschwerdeführerin geäusserte Klicken beziehungsweise Knacken im rechten Knie nicht erklärt.
3.4
Im Bericht der Rehaklinik
F._
vom 17. Januar 2013 (Urk. 9/43) betreffend das von der Beschwerdegegnerin veranlasste ambulante Assessment vom Vortag wurden als aktuelle Probleme ein Verdacht auf eine depressive Episode, eine erhebliche Symptomausweitung,
Lendenwirbelsäulen (
LWS
)
-Schmerzen, Knieschmerzen und eine gedrückte Stimmungslage genannt (S. 1).
Die Ärzte berichteten von einer
schlechte
n
Leistungsbereitschaft
mit Nichterreichen der
minimale
n
Performance
und befanden, a
ufgrund des erheblichen maladaptiven Um
g
angs mit den Beschwerden und des ausgeprägten Schonverhaltens
bestehe
– auch vor dem Hintergrund
der
sehr geringen Ressourcen
der Beschwerde
führerin
– kein Rehabilitationspotential. Die Prognose sei vom psychischen Zustand abhängig (S. 3). Bei guter Kooperation und Leistungsbereitschaft sei mit einer optimalen Therapie
(Einzelphysiotherapie mit Betonung aktiver Bewe
gungstherapie, lokale Wärmeapplikation, Heimprogramm mit LWS-Übungen, S. 3) eine erhebliche Verbesserung der Beschwerden und der arbeitsbezogenen Belastbarkeit zu erreichen (S. 2 oben).
3.5
Im Zwischenbericht vom 31. Januar 2013 (Urk. 9/42) schilderte Dr.
B._
einen unveränderten Zustand und verwies auf ein noch ausstehendes Knie-MRI. Als Umstände, welche den Heilungsverlauf ungünstig beeinflussen könnten, nannte sie die IV-Berentung des Ehegatten der Beschwerdeführerin und den Umstand, dass
letztere
ausgelaugt sei.
3.6
Das am 1. Februar 2013 im Stadtspital
G._
erstellte MRI des rechten Knies ergab
folgenden Befund (Bericht vom selben Datum, Urk. 9/71): „Fortge
schrittene
myxoide
Menis
c
usdegeneration
hauptsächlich
medialseits
, jedoch kein
[e]
eindeutige
[n]
Anhaltspunkte für einen
Menis
c
usriss
.
Chondromalazie
Grad II im medialen Kompartiment betont ohne umschriebene Knorpelulcera, kein Knochenmarksödem.
Retropatelläres
Knorpelulcus bei
Chondromalazie
Grad II-III. Kein Gelenkerguss. Degenerativ bedingte
kleinvolumige
Zyste am
Femurcondylus
. Adipositas.
Nebenbefundlich
rekonvertiertes
Knochenmark in der distalen
Femurmetaphyse
bei adipöser Patientin.“
3.7
Auf Zuweisung
der Hausärztin
wurde die Beschwerdeführerin am 6. Juni 2013 in der Kniesprechstunde der Uniklinik
Z._
untersucht. Im entsprechenden Bericht vom 13. Juni 2013 (Urk. 9/73)
diagnostizierten
Dr. med.
H._
, Ober
arzt, und Dr. med.
I._
, Assistenzarzt,
ein
p
atellofemorales
Schmerz
syndrom
Knie rechts
sowie – als Nebendiagnosen – ein chronisches
lumbo
spondylogenes
Syndrom bei Hyperlordose der LWS, Facettengelenks-Arthrosen L5/S1 beidseits und
Iliosakralgelenk
(
ISG
)
-Arthrose rechts
, ein c
hronisches
Zervikovertebralsyndrom
bei S-förmiger Skoliose und
Fehlbelas
tung
der Wirbelsäule
sowie eine
Senk-/Spreizfussdeformität mit
Hallux
valgus
beidseits
. Sie
führten aus, die Beschwerdeführerin verzeichne zunehmende Rücken- und Knieschmerzen seit
einem
Treppensturz vom August 2012, nachdem sie bereits zuvor während mehreren Jahren an Schmerzen im Bereich des rechten Knies gelitten habe.
K
linisch zeige sich ein
patellofemorales
Schmerzsyndrom am rechten Knie, bezüglich welchem eine diagnostisch-therapeutische Infiltration mit Cortison und Lokalanästhetikum empfohlen werde. Von Seiten des Knies bestehe für wechselbelastende Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 100 %.
Im Falle einer Wiedervorstellung – angesprochen auf ein mögliches
Renten
begehren
habe die Beschwerdeführerin
die Sprechstunde aufgebracht verlassen
– seien ein
nativ radiologische
r
Kniestatus und die
Durchsicht der MRI-Bilder anzuraten, da ihnen aktuell nur der MRI-Befund vorliege.
3.8
Im Bericht vom 7. August 2013 betreffend die kreisärztliche Untersuchung vom selben Datum (Urk. 9/92)
diagnostizierte
Dr. med.
J._
, Fachärztin für Chirurgie FMH,
p
ersistierende Lumbalgien mit Ausstrahlung in das rechte Bein
, einen
Verdacht auf
eine
erhebliche Symptomausweitung und
eine
depressive Stimmungslage
sowie einen
Status nach Treppensturz
am
13. August 2012
(S. 5).
In ihrer Beurteilung
führte
sie
aus, die Beschwerdeführerin sei am 13. August 2012 eine Metalltreppe hinuntergestürzt. Die Erstbehandlung sei bei Dr.
A._
erfolgt, wo mittels Röntgendiagnostik der gesamten Wirbelsäule und beider Kniegelenke eine
ossäre
Verletzung habe ausgeschlossen werden können und die Diagnose multipler Kontusionen gestellt worden sei. Die Weiterbehandlung sei durch Dr.
B._
erfolgt. Da der Verlauf trotz eingeleiteter Therapie protrahiert gewesen sei,
habe
am 16. Januar 2013 ein ambulantes Assessment in der Rehaklinik
F._
stattgefunden
. Dort hätten sich eine erhebliche Symptomausweitung und eine schlechte Leistungsbereitschaft gezeigt, wobei die Minimalperformance nicht erreicht worden sei. Der weitere Verlauf habe sich protrahiert gestaltet. Da die Beschwerdeführerin weiterhin über Beschwerden im Bereich des rechten Kniegelenks geklagt habe, seien am 2. Februar 2013 eine MRI-Untersuchung und später eine
Konsiliaruntersuchung
in der Uniklinik
Z._
erfolgt. Aktuell gebe die Beschwerdeführerin an, dass sich in letzter Zeit, sicherlich seit sechs Monate
n
, trotz der Therapie keine Veränderung der Situation ergeben habe und sie in ihrem jetzigen Zustand nicht arbeiten könne.
Die Beschwerdeführerin habe
– so Dr.
J._
–
bei der aktuellen klinischen Untersuchung einen leicht in sich gekehrten, traurigen Eindruck gemacht. Die
Exploration
sei gekennzeichnet
gewesen
durch viele Schmerzäusserungen und nur zum Teil aus
ge
führ
te
Übungen. Während der gesamten
Untersuchungs
situation
habe der Eindruck bestanden, dass die Beschwerdeführerin sich selbst limitiere. Die Gebrauchsspuren,
Beschwielung
der Hände und Fusssohlen seien gut ausgeprägt, obwohl die Beschwerdeführerin eigenen Angaben zufolge mittlerweile seit einem Jahr nur noch leichte Haushaltstätigkeiten
verrichte
und sich kaum belaste. Die aktuell und die im Rahmen des ambulanten Assessments in der Rehaklinik
F._
erhobenen Befunde seien im Wesentlichen deckungs
gleich.
Für eine abschliessende Kausalitätsbeurteilung empfehle sie nebst einer Bestimmung des Medikamentenspiegels die Durchführung eines Verlaufs-MRI der LWS mit Dokumentation, ob seit der Voruntersuchung vom 8. November 2011 (vgl. Urk. 13/1) eine strukturelle traumatische Veränderung vorliege, welche auf das Unfallereignis vom 13. August 2012 zurückzuführen sei. Sie habe diesbezüglich mit Dr.
B._
Kontakt aufgenommen
(S. 5 f.).
3.9
Am 16. September 2013 wurde auf Zuweisung von Dr.
B._
im Stadtspital
G._
ein MRI der LWS, des
Sacrums
und der ISG durchgeführt (Bericht vom selben Datum
,
U
rk. 9/98/2-3
), wobei dem
befundenden
Radiologen
zum Ver
gleich
der schriftliche Vorbefund vom 8. November 2011 vorlag. Seine Beurtei
lung lautete folgendermassen: „Vorbeschriebene S-förmige Skoliose.
Vorbe
schriebene
Degeneration des
Discus
intervertebralis
Segment LWK 3/4 und LWK 4/5 im Sinne von
Chondrose
ohne wesentliche Verschmälerung und Bild einer beginnenden
Osteochondrose
Segment L 4/5. Diskrete
breitbasige
Discus
protrusion
Segment LWK 4/5 ohne Nervenwurzelkompression. Im Übrigen normales MRI LWS/
Sacrum
.
Nebenbefundlich
Wurzeltaschenzysten S 2 links.“
3.10
Nach Zugang des MRI-Befundes vom 16. September 2013 führte Dr.
J._
am 20. September 2013 (Urk. 9/101) aus, das Unfallereignis vom 13. August 2012 habe zu keinen zusätzlichen strukturellen Läsionen am rechten Kniegelenk und der Wirbelsäule geführt. In der durchgeführten MRI-Diagnostik des rechten Kniegelenks vom 1. Februar 2013 seien ausschliesslich degenerative Verän
derungen nachweisbar. Sodann seien im MRI
des Rückens
vom 16. September 2013 im Vergleich zum
Vorbefund vom 8. November 2011
bis auf die bereits beschriebenen degenerativen Veränderungen keine gravierenden strukturellen Veränderungen
dokumentiert
.
Mangels Nachweises einer strukturellen trau
matischen Verletzung handle es sich beim aktuell geklagten Beschwerdebild mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht um Unfallfolgen. Es könne aus medi
zinischer Sicht davon ausgegangen werden, dass die Beschwerde
führerin beim Unfall
lediglich
Prellungen beziehungsweise Kontusionen erlitten habe, welche in der Regel innerhalb von ein paar Wochen folgenlos ab
ge
heilt
sei
en. Entsprechend lägen mittlerweile – 13 Monate nach dem
E
reignis – mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit keine Unfallfolgen mehr vor. Eine richtung
gebende Verschlimmerung des Vorzustandes sei nicht gegeben.
3.11
Dr. med.
K._
, Facharzt FMH für Chirurgie, welchem die Beschwerde
führerin am 17. Juni 2013 wegen persistierender Lumbalgie und Knieschmerzen rechts durch Dr.
B._
zugewiesen worden war (Urk. 9/106), äusserte einen Verdacht auf eine Kniebinnenläsion, insbesondere eine Meniskusläsion medial. Er meldete die Beschwerdeführerin am 8. November 2013 (Urk. 9/117/3 = Urk. 3/2) für ein MRI des rechten Knies im Medizinisch-Radiologischen-Institut Bahnhofplatz an und veranlasste – ausgehend von einer
Chondropathia
patellae
rechts und einer
Chondromalazie
bei
genu
varum
rechts – eine Versorgung mittels orthopädischer Schuheinlagen (Urk. 9/127).
3.12
Dr. med.
L._
, Facharzt FMH für Neurologie,
erhob anlässlich der von Dr.
K._
veranlassten
Untersuchung vom 24. Februar 2014 unauffällige neurologische
Befunde (Bericht vom 25. Februar 2014
, Urk. 9/130)
. Ausgehend von einer beim Treppensturz vom 13. August 2012 aufgetretenen kurzen Bewusstlosigkeit und seither bestehenden Kopfschmerzen diagnostizierte
er
posttraumatische Spannungskopfschmerzen bei Status nach Commotio cerebri
a
m 13. August 2012 und rezidivierende
Schwankschwindel
wohl
orthostatischer
Genese (tiefer Blutdruck), bezüglich welchen er bei Bedarf eine Behandlung mit
Effortil
-Tropfen empfahl.
3.13
Im Bericht an di
e IV-Stelle vom 30. April 2014
(Urk.
13
/2
) diagnostizierte
Dr.
K._
ein
c
ervicocephales
Syndrom mit Begleitschwindel und Verdacht auf neuropsychologische Defizite bei Status nach Kniedistorsion rechts
, p
osttraumatische Spannungskopfschmerzen bei Status nach Treppensturz mit Commotio cerebri am 13. August 2012
, rezidivierende
Schwankschwindel
bei
Verdacht auf
orthostatische
Genese
, eine
Chondropathia
patellae
rechts
und eine
Chondromalacie
bei
genu
varum
rechts
(
S. 1)
.
Er bescheinigte für die angestammte Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % ab 13. August 2012 bis auf weiteres (S. 3 Ziff. 1.6) und erklärte, aufgrund der verminderten Belastbarkeit des Achsenorgans seien für die Beschwerdeführerin Tätigkeiten mit schwerem Heben und Tragen von Lasten, wirbelsäulenbelastende Tätig
keiten und solche in Zwangshaltung, Tätigkeiten mit längerdauerndem reinem Stehen insbesondere in vorübergeneigter Körperhaltung, Tätigkeiten mit repeti
tiven Rumpf- oder HWS-rotierenden Stereotypien sowie Arbeiten im
Über
kopfbereich
ungeeignet. Zumutbar seien körperlich leichte Tätigkeiten in
wirbelsäulenadaptierten Wechselpositionen mit der Möglichkeit zum Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen, insbesondere ohne Heben von schweren Lasten (bis fünf Kilogramm kurzfristig und
bis
zwei Kilogramm längerfristig). In einer solchen der Behinderung angepassten Tätigkeit bestehe aus somatischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 100 % (
S. 4
Ziff. 1.7).
Mit konservativen Mass
nahmen (Physiotherapie, physikalische Massnahmen, Osteopathie,
Rücken
schule
,
„
kontropretektiven
”
Substanzen) liessen sich die Beschwerden mindern und die Arbeitsfähigkeit entsprechend steigern (S. 4 Ziff. 1.8).
4.
4.1
Vorweg ist festzuhalten, dass (unfallbedingte) Kopfschmerzen und Schwindel
beschwerden erstmals im Bericht von Dr.
L._
vom 25. Februar 2014 (E. 3.12) beschrieben wurden. In den vorangegangenen Arztberichten finden sich keine Hinweise auf eine solche Symptomatik und auch bei den zahlreichen telefonischen Kontakten mit der Beschwerdegegnerin klagte die Beschwerde
führerin nicht über derartige Beeinträchtigungen, sondern einzig über Rücken- und rechtsseitige
Kniebeschwerden (Urk. 9/30, Urk. 9/38, Urk. 9/44, Urk. 9/48-49, Urk. 9/54, Urk. 9/60, Urk. 9/68-69, Urk. 9/76). Am 8. November 2012 erklärte sie zudem auf Anfrage der Beschwerdegegnerin, nach dem Unfall seien weder Kopfschmerzen noch Übelkeit aufgetreten (Urk. 9/18 S. 1 oben). Hin
weise, welche auf eine Mitbeteiligung des Kopfes am Ereignis vom 13. August 2012 respektive auf eine damals aufgetretene Bewusstlosigkeit schliessen liessen, sind
entgegen den Ausführungen der
Dres
.
L._
und
K._
nicht aktenkundig. Insofern besteht diesbezüglich mangels
Unfall
kausalität
keine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin. Etwas anderes wurde in der Be
schwerdeschrift nicht mehr behauptet (vgl. dazu Urk. 9/125 S. 4 Ziff. 9 und S. 5 Ziff. 11). Im Weiteren hat die Beschwerdeführerin zu Recht davon Abstand genommen, in psychischer Hinsicht unter Hinweis auf einen Verdacht auf eine Depression (vgl. Urk. 9/125 S. 4 Ziff. 8 und S. 5 Ziff. 11) weitere Abklärungen zu fordern. Denn wie im angefochtenen Entscheid (Urk. 2 S. 6 f. Ziff. 6a+b) zutreffend dargelegt wurde, ist der
in Frage stehende Treppensturz
als leicht
es Unfallereignis im Sinne der Rechtsprechung
e
inzustufen
, weshalb der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und
allfälligen
psychischen Beschwerden zu verneinen
wäre (
BGE 115 V 133
E. 6a)
.
4.2
4.2.1
Was die strittigen Beschwerden im Bereich des Rückens und des rechten Knies betrifft, steht aufgrund der Akten fest, dass die Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt des Unfalles vom 13. August 2012 an (krankhaften) Vorzuständen litt. Zum einen zeigte das am
8. November 2011
im Anschluss an ein nicht bei der Beschwerdegegnerin versichertes Sturzereignis vom 31. Oktober 2011 im Röntgeninstitut
E._
angefertigte MRI des
thorakolumbalen
Übergangs, der LWS und des
Sakrums
(
Urk. 13/1
) eine S-förmige LWS-Skoliose und
leicht
gradige
Bandscheibendegenerationen L 3/4 und L 4/5. Zum anderen litt die Beschwerdeführerin eigenen Angaben zufolge bereits
vor dem
Ereignis
vom 13. August 2012
an rechtsseitigen Knies
chmerzen (E. 3.
7, Urk. 9/125 S. 4 Ziff. 7). Anlässlich der im Nachgang zu dem hier in Frage stehenden Unfall durchgeführten bildgebenden Untersuchungen – namentlich der Röntgen
unter
suchungen vom 13. August 2012 und
8. Januar 2013
(E. 3.1 und E. 3.3) sowie der MR-Untersuchungen
vom 1. Februar
(E. 3.6)
und
16. September
2013 (E. 3.9) – wurden sodann im Bereich des rechten Knies und des Rückens keine unfallbedingten strukturellen Verletzungen, aber zahlreiche degenerative Verän
derungen zur Darstellung gebracht. Damit steht die Feststellung der Kreisärztin, es fehle am Nachweis
eine
r
durch
das Ereignis
vom
13. August 2012
verur
sachte
n
relevante
n
(Zusatz-)Verletzung des rechten Knies
bezieh
ungs
weise des Rückens, im Einklang mit den Ergebnissen der durchgeführten bildgebenden Diagnostik. Vor diesem
Hintergrund ist mit Dr.
J._
davon auszugehen
, dass
der fragliche Unfall
lediglich zu einer vorübergehenden Verschlimmerung der vorbestehenden Beschwerden geführt hat.
Eine richtunggebende Verschlimme
rung ist durch die Akten nicht belegt.
Anhalts
punkte dafür, dass
der
Treppen
sturz
vom
13. August 2012
eine über
Mitte Oktober 2013
hinaus andauernde Schädigung verursacht hätte,
sind anhand der Akten nicht greifbar und wurden auch vo
n der
Beschwerdeführer
in
nicht benannt.
Es entspricht denn auch einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass
eine traumatische Verschlimmerung eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens jedoch nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten ist (vgl.
Urteil des Bundesgerichts
8C_571/2015
vom 14.
Oktober 2015
E. 2.2.3).
Von diesen allgemeinen Erkenntnissen abzu
gehen besteht umso weniger Anlass, als die Kontusion vom
13. August 2012
nach Lage der Akten
nicht besonders schwer war
.
Demnach durfte die
Be
schwerdegegnerin
mit der Kreisärztin davon ausgehen, dass der
Status quo sine
– mithin der Zustand,
wie er sich
aufgrund der krankhaften Vorzustände
auch ohne Unfall eingestellt hätte
–
(spätestens)
14 Monate nach dem Treppensturz erreicht war
und die über
Mitte Oktober 2013
hinaus persistierenden Be
schwerden nicht mit
dem massgebenden Beweisgrad der überwiegenden
Wahr
scheinlichkeit
(E. 1.3)
in einem ursäch
lichen Zusammenhang mit dem
Sturz
ereignis
vom
13. August 2012
stehen
.
4.2.2
Hieran vermögen die Vorbringen der Beschwerdeführerin nichts zu ändern. Soweit sie Dr.
J._
die fachliche Qualifikation zur Beantwortung der stritti
gen Frage der Unfallkausalität abspricht (Urk. 1 S. 6 Ziff. 10), verkennt sie, dass hier den Feststellungen der beteiligten Radiologen entscheidendes Gewicht zukommt und die Kreisärztin in ihren Ausführunge
n keine diesen entgegen
stehende
Schlussfolgerungen zog. Aufgrund der Akten ergeben sich auch nicht geringe Zweifel (BGE
135 V 465 E.
4.7
) an der Richtigkeit ihrer
Kausalitäts
einschätzung
. Im Übrigen verfügt der von der Beschwerdeführerin angerufene Dr.
K._
über den nämlichen Facharzttitel, womit Zweifel an der Ernst
haftigkeit des Vorbringens aufkommen. Inwiefern von der Einholung eines (weiteren) radiologischen Kniestatus (E. 3.7) zusätzlicher Aufschluss hinsichtlich der Kausalitätsfrage zu erwarten war, ist nicht ersichtlich und wurde auch von der Beschwerdeführerin nicht dargetan.
Aus dem Umstand, dass Dr.
K._
am 8. November 2013 eine
Knie
binnen
läsion
, insbesondere eine
Meniskusläsion
medial, in Erwägung zog (E. 3.11), vermag die Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 6 Ziff. 8) ebenfalls nichts zu ihren Gunsten abzuleiten, zumal eine solche Verletzung bereits
a
m
1. Februar 2013
(E. 3.6) nicht
rechtsgenüglich
erstellt war. Es handelt sich lediglich um eine Verdachtsdiagnose, wobei nicht ersichtlich ist, dass diese im weiteren Verlauf anlässlich einer
Bildgebung erhärtet wurde. So bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass auf Veranlassung des Dr.
K._
tatsächlich eine weitere MR-Untersuchung des rechten Knies durchgeführt worden wäre, welche eine (am 13. August 2012 erlittene) Kniebinnenläsion gezeigt hätte. Insbesondere enthält auch sein Bericht an die IV-Stelle vom
30. April 2014
(E. 3.13)
keine
n
entsprechenden Hinweis. Insofern geht die Rüge der Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin habe in Verletzung ihrer Untersuchungspflicht gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG den Bericht von Dr.
K._
betreffend die Untersuchung vom 24. Januar 2014 nicht abgewartet, ins Leere. Schliesslich verblieb ihr im Rahmen des Einsprache- und Beschwerdeverfahrens genügend Zeit, um all
fällige ergänzende Beweismittel beizubringen.
Es ist denn auch bezeichnend, dass
die
Beschwerdeführer
in
keinen Arztbericht anzuführen vermag,
in welchem
die Unfallkausalität der
anhaltenden Knie- und Rückenbeschwerden bejaht würde.
Von m
edizinische
n
Weiterungen
, insbesondere der beantragten „umfassenden orthopädischen Untersuchung“ durch einen
versicherungs
externen Gutachter (Urk. 1 S. 5 Ziff. 8 und S. 6 Ziff. 9 f.), sind
keine entscheidrelevanten neuen Erkenntnisse
zu erwarten
, weshalb in ant
izipierter Beweiswürdigung (BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E.
1d) davon abzusehen ist.
4.3
Fehlt es nach dem Ausgeführten an der Unfallkausalität der über Mitte Oktober 2013 hinaus
geklagten Beschwerden, ist die Leistungseinstellung nicht zu beanstanden. Demzufolge erweist sich
der angefochtene Einspracheentscheid vom
11. Juli 2014 (Urk.
2)
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt
.