Decision ID: 7c84faaf-fcd2-4703-adca-0f2b5ec9d809
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
X._,
Rekurrentin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Veronica Hälg-Büchi, Marktgasse 14,
9004 St. Gallen,
gegen
Politische Gemeinde Lichtensteig, Hauptstrasse 12, 9620 Lichtensteig,
Vorinstanz,
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betreffend
Mutterschaftsbeiträge
Sachverhalt:
A.
X._ meldete sich am 22. Februar 2010 bei der Gemeinde zum Bezug von
Mutterschaftsbeiträgen an. Sie hatte am 13. September 2009 ihre Tochter i geboren
(act. G 3.3). Mit Verfügung vom 28. Mai 2010 wies der Gemeinderat das Gesuch ab.
Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, die Gesuchstellerin lebe mit dem
Kindsvater A._ zusammen. Aus diesem Grund sei sein Einkommen anzurechnen.
Nachdem er als selbstständig erwerbender Flötenbauer freiwillig auf ein geregeltes
Einkommen verzichte, sei ein hypothetisches Einkommen von Fr. 15'000.-- (für sechs
Monate) anzurechnen. Damit überstiegen die anrechenbaren Einnahmen die
anrechenbaren Ausgaben (act. G 3.2).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich der vorliegende Rekurs vom 8. Juni 2010 mit
dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Im Weiteren sei
festzustellen, dass die Rekurrentin Anspruch auf Mutterschaftsbeiträge habe.
Ausserdem sei der Rekurrentin die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu gewähren.
Der Rekurs wird im Wesentlichen damit begründet, dass der Kindsvater nicht mehr mit
der Rekurrentin zusammen wohne. Dieser sei kurz nach der Geburt aus der
gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Die Gemeinde selbst habe A._ rückwirkend
per 1. Januar 2010 als abgemeldet erklärt. Somit könne weder ein eventuelles
Einkommen des Kindsvaters noch - da die Rekurrentin nicht mit Dritten zusammen
wohne - ein Globaleinkommen unter dem Titel Wohngemeinschaft (Art. 3 GMB)
angerechnet werden. Im Übrigen verzichte A._ keineswegs freiwillig auf ein
Einkommen. Vielmehr sei er als erwerbstätig zu betrachten. Schliesslich sei auch die in
der Berechnung vorgenommene Aufrechnung von Kinderzulagen nicht zulässig, da die
Rekurrentin keine solchen erhalten habe. Dasselbe gelte für die vertraglich vereinbarten
Unterhaltsbeiträge (act. G 1).
bis
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B.b Mit Vernehmlassung vom 8. Juli 2010 beantragt die Vorinstanz Abweisung des
Rekurses. Der Kindsvater habe mindestens im Februar 2010 noch bei der Rekurrentin
gewohnt. So sei am 18. Februar 2010 der Unterhaltsvertrag vereinbart worden. Dabei
sei nicht die Rede gewesen von einer neuen Adresse des Kindsvaters. Vielmehr sei
man von einer familienähnlichen Konstellation ausgegangen. Sogar noch im April 2010
sei der Kindsvater bei der Liegenschaft ein- und ausgegangen. Das Gesuch um
Auszahlung der Mutterschaftsbeiträge sei erst einige Tage nach Unterzeichnung des
Unterhaltsvertrages gestellt worden. Die Rekurrentin sei sich wohl bewusst gewesen,
dass sich ein gemeinsamer Wohnsitz zu ihren Ungunsten auswirken würde. Ausserdem
hätte die finanzielle Lage von A._ die Finanzierung einer zweiten Wohnung gar nicht
zugelassen.
Obwohl der Kindsvater als selbstständiger Flötenbauer arbeite und der Betrieb seit
Jahren defizitär sei, strebe er keine Anstellung an, weil dies nicht seinem Lebensstil
entspreche. Der Unterhaltsvertrag beruhe denn auch auf der Basis eines
hypothetischen Monatseinkommens von Fr. 3'000.--. Dieses sei in Anlehnung an die
Vorgaben bei der Berechnung von Ergänzungsleistungen zu AHV und IV ermittelt und
der Vertrag von den Vertragsparteien unterzeichnet worden. Die Gegenseite verhalte
sich widersprüchlich, wenn sie nun behaupte, dass dieses Einkommen gar nicht
realisiert werden könne.
Die Rekurrentin habe es offenbar versäumt, die Kinderzulagen geltend zu machen. Seit
dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes über die Familienzulagen hätten jedoch auch
Nichterwerbstätige Anspruch auf Kinderzulagen. Dementsprechend seien diese
anzurechnen (act. G 3).
B.c Mit Replik vom 16. August 2010 und Ergänzung vom 18. August 2010 lässt die
Rekurrentin ausführen, es sei widersprüchlich, wenn die Vorinstanz, die den Kindsvater
selber per 1. Januar 2010 umgemeldet habe, nun behaupte, dieser habe bis vor
kurzem mit der Rekurrentin zusammen gewohnt. Anlässlich der Unterzeichnung des
Unterhaltsvertrages im Februar 2010 habe die Rekurrentin zusammen mit dem
Ratsschreiber den Kindsvater in dessen Atelier aufgesucht. Dieser habe noch
geschlafen. Der Vorinstanz sei somit sehr wohl bekannt, wo der Kindsvater im Februar
2010 gewohnt und geschlafen habe. Da die Vorinstanz gewusst habe, dass die
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Kindseltern weder Konkubinatspartner gewesen seien, noch in einer
Wohngemeinschaft gelebt hätten, seien beide Berechnungsweisen von vornherein
falsch gewesen. Im Weiteren sei der Vorinstanz ebenfalls bekannt, dass der Kindsvater
weder gewillt noch in der Lage sei, das hypothetische Einkommen zu erzielen.
Nachdem er jedoch als Flötenbauer tätig sei, sei er als voll erwerbstätig anzusehen.
Gemäss Art. 3 Abs. 1 des Sozialhilfegesetzes habe die politische Gemeinde die
Betroffenen unter anderem zu beraten. Dieser Pflicht sei die Vorinstanz nicht
nachgekommen. Die Rekurrentin habe sich bereits im Herbst 2009 an die Vorinstanz
gewandt und ihre finanzielle Situation offen gelegt. Die Vorinstanz habe die Rekurrentin
jedoch nicht darüber aufgeklärt, dass sie Anspruch auf Kinderzulagen habe. Im Übrigen
habe das Verfahren um die Mutterschaftsbeiträge zu lange gedauert, indem die
angefochtene Verfügung erst im Mai 2010 erlassen worden sei (act. G 7).
B.d Mit Duplik vom 14. September 2010 führt die Vorinstanz aus, dass A._ ein Atelier
betrieben habe. Zwar sei dort die Vertragsunterzeichnung erfolgt, es habe jedoch nicht
festgestellt werden können, dass er dort geschlafen habe. Ausserdem seien auch keine
entsprechenden Möbel vorhanden gewesen. Vielmehr habe der Kindsvater mindestens
bis 1. März 2010 bei der Rekurrentin gewohnt (act. G 11).
B.e Mit Präsidialverfügung vom 12. Juli 2010 wird das Gesuch um Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung gutgeheissen (act. G 4).

Erwägungen:
1.
Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Gesetzes über Mutterschaftsbeiträge (GMB; sGS 372.1) hat
die Mutter bei der Geburt eines Kindes Anspruch auf Mutterschaftsbeiträge ihrer
Wohnsitzgemeinde, wenn sie sich persönlich der Pflege und der Erziehung des Kindes
widmet (lit. a) und der Lebensbedarf das anrechenbare Einkommen übersteigt (lit. b).
Die gesamten Beiträge entsprechen dem Unterschied zwischen dem Lebensbedarf
gemäss Art. 2 GMB und dem anrechenbaren Einkommen gemäss Art. 3 GMB (Art. 6
Abs. 1 GMB). Massgebend sind Lebensbedarf und anrechenbares Einkommen
während der gesamten Bemessungsperiode (Abs. 2). Die Beiträge werden monatlich
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ausbezahlt (Abs. 3), in der Regel für die Dauer von sechs Monaten nach der Geburt
(Art. 7 Abs. 1 GMB). Der erste Tag der Beitragsdauer ist der Tag der Niederkunft
(Entscheid des Versicherungsgerichts vom 18. Januar 2008 [MB 2007/1] E. 4.2). In
Härtefällen können die Beiträge für den Monat vor und für höchstens ein Jahr nach der
Geburt ausgerichtet werden (Abs. 2). Nach Art. 4 GMB entspricht die
Bemessungsperiode für die Ermittlung von Lebensbedarf und anrechenbarem
Einkommen der Beitragsdauer.
Nach Art. 3 Abs. 1 GMB ist das Einkommen der Mutter und des mit ihr verheirateten
oder zusammenlebenden Vaters oder ihres Ehegatten oder ihrer eingetragenen
Partnerin anrechenbar. Als Einkommen werden das Nettoerwerbseinkommen
angerechnet sowie das Nettoerwerbseinkommen, auf das der freiwillig nicht oder
teilweise erwerbstätige Vater oder Ehemann oder die eingetragene Partnerin aus einer
zumutbaren Erwerbstätigkeit erzielen würde (Abs. 2 lit. a und b GMB).
2.
2.1 Vorliegend ist im Wesentlichen umstritten, ob ein (hypothetisches) Einkommen
des Kindsvaters an das Einkommen anzurechnen ist. Das setzt voraus, dass die
Rekurrentin mit dem Kindsvater in derselben Wohnung lebt bzw. gelebt hat. Während
die Rekurrentin geltend macht, A._ sei kurz nach der Geburt der Tochter ("Herbst
2009") aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen, macht die Vorinstanz geltend,
jener habe sich erst am 1. März 2010 umgemeldet. In ihrer Stellungnahme zum Rekurs
machte die Vorinstanz aber auch geltend, der Kindsvater habe selbst am 7. April 2010
noch bei der Rekurrentin gewohnt. An diesem Tag habe eine Immobilienschätzung
stattgefunden, wobei A._ in der Liegenschaft ein- und ausgegangen sei (Ziff. 5).
2.2 Der Kindsvater wird von beiden Parteien übereinstimmend als administrativen
Belangen gegenüber gleichgültig geschildert. So sei er erst auf dem Einwohneramt
erschienen, nachdem die Rekurrentin dort vorstellig geworden sei und dessen
Ummeldung verlangt habe. Dies sei aber mangels Vollmacht nicht möglich gewesen.
Wie die Rekurrentin selber ausführt, teilte sie am 1. März 2010 dem Einwohneramt
schriftlich mit, A._ sei per 1. Januar 2010 umgezogen (vgl. Ausführungen im Rekurs
vom 6. Juli 2010 [ABV 2010/1], Ziff. III./3; act. G 1.2 [ABV 2010/1]). Die Vorinstanz
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ihrerseits räumt ein, dass das Einwohneramt - offenbar erst nach persönlicher
Vorsprache von A._ - die Ummeldung tatsächlich per 1. Januar 2010 vorgenommen
hat. Nachdem somit das Einwohneramt als zuständige Behörde festgestellt hat, dass
der Kindsvater ab 1. Januar 2010 nicht mehr an der Adresse der Rekurrentin wohnte,
muss sich diese Feststellung auch die Vorinstanz entgegenhalten lassen. Nach diesen
Angaben gehen grundsätzlich sowohl die Gemeinde als auch die Rekurrentin
übereinstimmend davon aus, dass der Kindsvater ab 1. Januar 2010 nicht mehr mit
letzterer zusammen gewohnt hat.
Im Rekursverfahren ABV 2010/1 stellt sich die Rekurrentin sodann auf den Standpunkt,
der Umzug sei noch früher erfolgt. Sie reicht dazu eine Liste mit Zeugen ein, die
bestätigen könnten, dass der Kindsvater ab Herbst 2009 nicht mehr an ihrer Adresse,
sondern in seinem Atelier an der Hauptgasse in gewohnt habe. Dabei handelt es sich
im Wesentlichen um Nachbarn des Ateliers (act. G 9.1). Die Rekurrentin vermag sich
offenbar selber nicht mehr genau an das Datum des Auszugs zu erinnern. Gut möglich
ist auch, dass der Übergang der Wohnsituation allmählich erfolgte. Jedenfalls ist nicht
anzunehmen, dass aussenstehende Dritte genauere Angaben machen könnten als die
Rekurrentin selbst. Mithin könnten die genannten Personen höchstens bestätigen, dass
der Kindsvater irgendwann ab Herbst 2009 regelmässig dort übernachtet habe. Da für
die Feststellung des Anspruchs auf Mutterschaftsbeiträge ein konkretes Datum des
Auszugs festzulegen ist, erscheinen die Aussagen der vorgeschlagenen Zeugen nicht
beweistauglich. Auf deren Einvernahme kann demnach verzichtet werden. Vielmehr ist
das massgebende Datum auf den 1. Januar 2010 festzulegen, nachdem die
Rekurrentin dieses Datum selber gegenüber der Einwohnerbehörde deklariert und es
diese wiederum akzeptiert hat.
2.3 Vorliegend dauert die massgebende Beitragszeit vom 13. September 2009
(Geburt) bis zum 12. März 2010. Nachdem wie soeben dargestellt davon auszugehen
ist, dass die Rekurrentin bis 31. Dezember 2009 mit dem Kindsvater zusammen gelebt
hat, ist grundsätzlich in Anwendung von Art. 3 Abs. 2 lit. a GMB das
Nettoerwerbseinkommen des Kindsvaters in die Anspruchsbemessung einzubeziehen.
Da dieser unbestrittenermassen kein Einkommen erzielt, stellt sich die Frage, ob in
Anwendung von lit. b der zitierten Bestimmung ein hypothetisches Einkommen
anzurechnen ist. Die Vorinstanz stellt sich dazu auf den Standpunkt, der Kindsvater
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verzichte freiwillig auf ein zumutbares Einkommen. Dieser arbeite als selbstständiger
Flötenbauer. Der Betrieb sei seit langem defizitär und die Einnahmen seien sehr minim.
Eine Anstellung strebe er jedoch trotzdem nicht an, weil dies nicht seinem Lebensstil
entspräche. Diese Lebensart pflege er seit Jahren. Bereits bei der Berechnung der
Unterhaltsbeiträge sei ein hypothetisches Einkommen von Fr. 3'000.-- angerechnet
worden. Sowohl die Rekurrentin als auch der Kindsvater hätten diesen Vertrag
unterzeichnet. Es könne nun nicht von der Gegenseite behauptet werden, dieses
Einkommen sei nicht erzielbar. Auf Grund der Tätigkeit von A._ als handwerklicher
Flötenbauer sei er durchaus in der Lage, eine Hilfsarbeitertätigkeit auszuüben.
Demgegenüber geht die Rekurrentin zwar auch davon aus, dass der Kindsvater kein
Einkommen erziele, dies jedoch nicht freiwillig. Vielmehr sei er ja als selbstständiger
Flötenbauer tätig. Dem ist jedoch entgegen zu halten, dass aus der übereinstimmenden
Schilderung der Parteien nicht ersichtlich ist, dass A._ ernsthaft ein (wirtschaftlich
tragfähiges) Geschäft auf selbstständiger Basis aufzubauen gedenkt oder gar schon
betreibt. Die Rekurrentin selber führt denn in ihrer Replik vom 16. August 2010 aus,
dass A._ - wie auch der Vorinstanz bekannt sei - weder gewillt noch in der Lage sei,
ein monatliches Einkommen von Fr. 2'500.-- zu erzielen. Das Nichtkönnen begründet
sie damit, dass er weder über eine Ausbildung, noch über genügende Berufserfahrung
verfüge. Dem ist jedoch entgegen zu halten, dass gemäss Tabellenlöhnen der
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) selbst für einfache, repetitive
Hilfstätigkeiten, die keine Ausbildung voraussetzen, ein Einkommen von
durchschnittlich Fr. 4'806.-- (brutto) pro Monat erzielbar ist (LSE 2008, Tabelle TA1,
Männer, Niveau 4). Indem die Vorinstanz von einem erzielbaren Nettoeinkommen von
Fr. 2'500.-- ausging, stellte sie keine übertriebenen Anforderungen an die Zumutbarkeit
der Arbeitsaufnahme. Im Übrigen ist es widersprüchlich anzunehmen, A._ könne
zwar auf Grund seiner Persönlichkeit kein Einkommen erzielen, gleichzeitig sei er aber
als selbstständig Erwerbender (mit eigenem Betrieb) anzusehen. Indem der Kindsvater
nach unbestrittener Darstellung der Parteien offenbar seit Jahren einen Lebensstil
pflegt, der ohne eigentliche Erwerbstätigkeit auskommt, ist mit der Vorinstanz von
einem freiwilligen Verzicht auszugehen.
2.4 Mithin ist für den Zeitraum vom 13. September bis 31. Dezember 2009 ein
hypothetisches Nettoerwerbseinkommen von Fr. 9'000.-- anzurechnen ([3 X Fr.
2'500.--] + [Fr. 2'500.-- : 30 X 18]). Gemäss den Lohnabrechnungen der Blumen
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Tschopp AG für die Monate Oktober bis Dezember 2009 hat die Rekurrentin in dieser
Zeit ein Nettoeinkommen von Fr. 4'696.25 erzielt (act. G 3.5). Auf Grund dieser
Abrechnungen kann davon ausgegangen werden, dass die Rekurrentin auch im
September 2009 einen Nettolohn von Fr. 1'581.36 erzielt hat. Damit ist für die Zeit ab
13. September 2009 ein Anteil von Fr. 948.80 (Fr. 1'581.36 : 30 X 18) hinzuzurechnen.
Mithin ergibt sich für die Zeit vom 13. September bis 31. Dezember 2009 ein Nettolohn
von Fr. 5'645.05. Als weitere Einnahmen sind Kinderzulagen von monatlich Fr. 200.--
anzurechnen. Offenbar hat die Rekurrentin bislang noch keine Kinderzulagen bezogen
(act. G 1, S. 3). Nachdem der entsprechende Anspruch fünf Jahre nach dem Ende des
Monats, für welchen die Leistung geschuldet war, erlischt (Art. 24 Abs. 1 ATSG; Ueli
Kieser/Marco Reichmuth, Bundesgesetz über die Familienzulagen, Praxiskommentar,
Art. 1 N 70), steht einer Anrechnung des Kinderzulagenanspruchs nichts entgegen. Bei
den Ausgaben sind für die Krankenkassenbeiträge die in den Akten belegten
Grundversicherungsbeiträge für die Rekurrentin und das Kind von Fr. 150.-- (Mutter Fr.
104.90, Tochter Fr. 44.90, act. G 1.7 und 1.8) sowie für den Vater geschätzte Auslagen
von Fr. 125.-- zu berücksichtigen. Nicht gedeckte Selbstbehalte (vgl. Art. 2 Abs. 2 lit. d
GMB) fielen in der Beitragsdauer im Jahr 2009 nicht an. Ausgehend von der
vorinstanzlichen Aufstellung der anrechenbaren Ausgaben und Einnahmen ergibt sich
demnach folgende Rechnung (wobei der September als 0,6 Monate zählt [18 : 30]):
An die Ausgaben sind anzurechnen:
Grundbetrag Eltern (3,6 Mte. à Fr. 2'340.--): Fr. 8'424.--
Grundbetrag Kind (3,6 Mte. à Fr. 410.--): Fr. 1'476.--
Miete (3,6 Mte. à Fr. 550.--): Fr. 1'980.--
Krankenkasse (3,6 Mte. à [Fr. 125.-- + Fr. 150.--]): Fr. 990.--
Total: Fr. 12'870.--
An die Einnahmen sind anzurechnen:
Nettolohn 13. September bis Dezember 2009: Fr. 5'645.--
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Kinderzulagen (3,6 Mte. à Fr. 200.--): Fr. 720.--
Hypothetisches Einkommen Kindsvater: Fr. 9'000.--
Total: Fr. 15'365.--
Nachdem somit die anrechenbaren Einnahmen die anrechenbaren Ausgaben
übersteigen, besteht für den Zeitraum ab Geburt bis 31. Dezember 2009 kein Anspruch
auf Mutterschaftsbeiträge.
2.5 Im Jahr 2010 sind die Krankenkassenprämien für die Rekurrentin auf monatlich
Fr. 111.20 gestiegen, während sie für die Tochter offenbar unverändert blieben (act. G
3.4; total demnach Fr. 156.10). In der Beitragsperiode 2010 (bis 12. März) fielen
ungedeckte Selbstbehalte von Fr. 205.20 an (act. G 1.4 und 1.5). Wie sich aus dem
Parallelverfahren betreffend Alimentenbevorschussung (ABV 2010/1) ergibt, steht der
Rekurrentin bereits ab 1. Januar 2010 ein Anspruch auf Bevorschussung der Alimente
von monatlich Fr. 470.-- zu. Entsprechend ist dieser Anspruch bei der Berechnung der
Mutterschaftsbeiträge zu berücksichtigen. Für den Zeitraum vom 1. Januar bis 12.
März 2010 sieht die Berechnung damit wie folgt aus, wobei der März als 0,4 Monate
zählt [12/30]):
An die Ausgaben sind anzurechnen:
Grundbetrag Mutter (2,4 Mte. à Fr. 1'560.--): Fr. 3'744.--
Grundbetrag Kind (2,4 Mte. à Fr. 410.--): Fr. 984.--
Miete (2,4 Mte. à Fr. 550.--): Fr. 1'320.--
Krankenkasse (2,4 Mte. à Fr. 156.--): Fr. 375.--
Selbstbehalte Krankenkasse: Fr. 205.--
Total: Fr. 6'628.--
An die Einnahmen sind anzurechnen:
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Nettolohn (soweit ersichtlich): Fr. 0.--
Kinderzulagen (2,4 Mte. à Fr. 200.--): Fr. 480.--
Alimente (2,4 Mte. à Fr. 470.--): Fr. 1'128.--
Total: Fr. 1'608.--
Somit ergibt sich für den genannten Zeitraum ein Anspruch von Fr. 5'020.--
(Fr. 6'628.-- - Fr. 1'608.--).
2.6 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und der
Rekurrentin für den Zeitraum vom 1. Januar bis 12. März 2010 Mutterschaftsbeiträge in
Höhe von Fr. 5'020.-- zuzusprechen.
3.
3.1 Das Rekursverfahren ist grundsätzlich kostenpflichtig (Art. 95 Abs. 1 VRP). In
Anwendung von Art. 95 Abs. 3 resp. Art. 97 VRP ist jedoch auf die Erhebung von
Gerichtsgebühren bei der Vorinstanz resp. der Rekurrentin zu verzichten.
3.2 Die Rekurrentin obsiegt zu rund 50 %. Die Rechtsvertreterin hat keine Kostennote
eingereicht, so dass die Parteientschädigung ermessensweise festzusetzen ist.
Entsprechend vergleichbaren Fällen erscheint eine Parteientschädigung von
Fr. 3'000.-- angemessen. Der Rekurrentin ist daher ausgangsgemäss eine reduzierte
Parteientschädigung von Fr. 1'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu Lasten
der Vorinstanz zuzusprechen. Auf Grund der Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung ist überdies der Entschädigungsanspruch der unentgeltlichen
Rechtsvertreterin gegenüber dem Staat festzulegen. Die vom Staat geschuldete
Entschädigung beläuft sich auf Fr. 2'400.-- (um 20 % reduziertes Honorar nach Art. 31
Abs. 3 des Anwaltsgesetzes [sGS 963.70]). Soweit die Gegenpartei kostenpflichtig ist,
kann der Staat auf sie Rückgriff nehmen (Art. 99 Abs. 2 VRP i.V.m. Art. 282 lit. c ZPG/
SG in der in diesem Verfahren anwendbaren Fassung, vgl. Art. 404 ZPO/CH).
Entsprechend ist dem Staat im Betrag von Fr. 1'500.-- das Rückgriffsrecht auf die
Vorinstanz einzuräumen.
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Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse es gestatten, kann die Rekurrentin zur
Rückzahlung der vom Staat entschädigten Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288
Abs. 1 ZPG/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP