Decision ID: d5f63022-a270-5e48-a4a0-109efbce92c8
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
Die EL-Durchführungsstelle sprach A._ mit einer Verfügung vom 29. November
2013 rückwirkend ab dem 1. Oktober 2013 eine Ergänzungsleistung zu einer
Altersrente der AHV zu (act. G 5.1.75). Bei der Anspruchsberechnung hatte sie die
kantonale Durchschnittsprämie für die obligatorische Krankenpflegeversicherung,
Hypothekarzinsen von 12’009 Franken, eine Pauschale für den Gebäudeunterhalt (20
Prozent des amtlich geschätzten Eigenmietwertes von 22’690 Franken), die
Lebensbedarfspauschale sowie die Hälfte des Eigenmietwertes und der
Nebenkostenpauschale (weil sich die EL-Bezügerin die Liegenschaft mit einer nicht in
die Anspruchsberechnung miteinzubeziehenden Person teilte) als Ausgaben und ein
nach der Pensionierung weiterhin erzieltes Erwerbseinkommen, die AHV-Rente, eine
ausländische Altersrente, geringfügige Vermögenserträge sowie den Eigenmietwert der
selbst bewohnten Liegenschaft von 22’690 Franken als Einnahmen berücksichtigt; ein
hypothetischer Vermögensverzehr war nicht angerechnet worden, weil das Vermögen
trotz des Wertes der selbst bewohnten Liegenschaft (543’000 Franken; amtlicher
Schätzwert) den massgebenden Freibetrag nicht überschritten hatte, unter anderem
weil vom Gesamtvermögen eine Hypothekarschuld von 476’000 Franken abgezogen
worden war (act. G 5.1.73). Mit Verfügungen vom 27. Dezember 2013 (act. G 5.1.72),
vom 13. März 2014 (act. G 5.1.66) und vom 22. Dezember 2014 (act. G 5.1.64) wurde
die laufende Ergänzungsleistung jeweils per 1. Januar an Erhöhungen der kantonalen
Durchschnittsprämie für die obligatorische Krankenpflegeversicherung sowie an eine
geringfügige Lohnerhöhung angepasst. Die Anspruchsberechnung blieb abgesehen
von diesen Anpassungen unverändert (vgl. act. G 5.1.71, G 5.1.67, G 5.1.65 und G
5.1.62). Am 16. Juli 2015 erging eine Korrekturverfügung rückwirkend ab dem
Anspruchsbeginn (1. Oktober 2013), nachdem die EL-Durchführungsstelle bemerkt
hatte, dass sie das Erwerbseinkommen der EL-Bezügerin falsch berücksichtigt hatte
(act. G 5.1.56). Diese Korrektur hatte zur Folge, dass für die Zeit von Oktober 2013 bis
A.a.
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und mit Juni 2015 kein Anspruch mehr auf eine Ergänzungsleistung bestand; ab Juli
2015 erzielte die EL-Bezügerin ein deutlich tieferes Erwerbseinkommen als in der Zeit
davor (vgl. act. G 5.1.50 ff.). Die EL-Durchführungsstelle rechnete der EL-Bezügerin
aber aus nicht nachvollziehbaren Gründen gar kein Erwerbseinkommen mehr an (act. G
5.1.55).
Am 18. November 2015 reichte die EL-Bezügerin der EL-Durchführungsstelle
Belege ein, die zeigten, dass die Hypothekarschuld auf 484’000 Franken gestiegen
war, während die Hypothekarzinsen – schon im Jahr 2014 – auf 10’903.30 Franken
gesunken waren (act. G 5.1.45). Mit einer Verfügung vom 5. Dezember 2015 passte die
EL-Durchführungsstelle die laufende Ergänzungsleistung für die Zeit ab dem 1. Januar
2016 an die gemeldeten Veränderungen bezüglich der Hypotheken und an die
Erhöhung der kantonalen Durchschnittsprämie für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung per 1. Januar 2016 an (vgl. act. G 5.1.43 f.). Diese
Verfügung enthielt keine Erklärung dafür, dass eine rückwirkende Korrektur der EL-
Anspruchsberechnung unter Berücksichtigung der tieferen Hypothekarzinsen
unterblieb. Am 21. Dezember 2015 erging eine (offenbar automatisch erstellte)
Verfügung, die mit jener vom 5. Dezember 2015 identisch war (act. G 5.1.41).
A.b.
Auf der Grundlage der Lohnabrechnungen für die Monate September, Oktober
und November 2015 ermittelte die EL-Durchführungsstelle den EL-Anspruch im Januar
2016 rückwirkend ab September 2015 neu; die korrigierte Berechnung ergab einen
Einnahmenüberschuss, weshalb die EL-Durchführungsstelle die Ergänzungsleistung
mit einer Verfügung vom 6. Januar 2016 rückwirkend per 31. August 2015 einstellte
und die für September 2015 bis und mit Januar 2016 unrechtmässig bezogenen
Ergänzungsleistungen zurückforderte (act. G 5.1.36). Aus nicht nachvollziehbaren
Gründen berücksichtigte die EL-Durchführungsstelle bei dieser in Bezug auf das
Erwerbseinkommen korrigierten Anspruchsberechnung fälschlicherweise wieder die
früheren Beträge der Hypothekarzinsschuld und der Hypothekarzinsbelastung (vgl. act.
G 5.1.35 f.). Ende Februar 2016 teilte die EL-Bezügerin der EL-Durchführungsstelle mit,
dass sie seit Januar 2016 einen tieferen Lohn als noch im Jahr 2015 erziele und dass
ihr Arbeitsverhältnis per Ende Juni 2016 enden werde (act. G 5.1.33). Mit einer
Verfügung vom 26. Februar 2016 sprach die EL-Durchführungsstelle der EL-Bezügerin
deshalb rückwirkend per 1. Januar 2016 eine der sogenannten Minimalgarantie
A.c.
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entsprechende Ergänzungsleistung zu (act. G 5.1.32). Die Anspruchsberechnung
unterschied sich von jener gemäss dem Berechnungsblatt zur Verfügung vom 6.
Januar 2016 nur hinsichtlich der Höhe des Erwerbseinkommens; sie wies weiterhin
fälschlicherweise die früheren Beträge der Hypothekarschuld und der
Hypothekarzinsbelastung aus (act. G 31).
Am 30. Juni 2016 teilte die EL-Bezügerin der EL-Durchführungsstelle mit, dass sie
ab Juli 2016 definitiv kein Erwerbseinkommen mehr erzielen werde (act. G 5.1.28). Mit
einer Verfügung vom 27. Juli 2016 erhöhte die EL-Durchführungsstelle die
Ergänzungsleistung per 1. Juli 2016 entsprechend (act. G 5.1.25). Das
Berechnungsblatt wies fälschlicherweise weiterhin die früheren Beträge der
Hypothekarschuld und der Hypothekarzinsbelastung aus (act. G 5.1.24).
A.d.
In einer Eingabe vom 23. August 2016 erklärte die EL-Bezügerin (act. G 5.1.21), sie
sei mit der Anspruchsberechnung nicht einverstanden. Die EL-Durchführungsstelle
habe ihr immer ein Freizügigkeitsguthaben von 49’626 Franken angerechnet, obwohl
sie dieses Geld schon längst verbraucht habe. Die Hypothekarzinsschuld belaufe sich
nicht auf 12’007 Franken, sondern auf 16’644.60 Franken. Der Eigenmietwert sei nur
eine fiktive Einnahme; sie könne ihre Liegenschaft ja nicht vermieten, solange sie noch
selbst darin wohne. Zudem sei der Betrag von 22’960 Franken viel zu hoch gegriffen,
weil am Haus, das vor über 30 Jahren erbaut worden sei, noch nie Renovationen
vorgenommen worden seien. Sie verstehe auch nicht, weshalb auf der Einnahmenseite
ein Betrag von 22’960 Franken und auf der Ausgabenseite nur ein Betrag von 21’760
Franken berücksichtigt würden. Abschliessend weise sie noch auf zwei Veränderungen
hin: Ihre Liegenschaft sei neu geschätzt worden und sie habe eine kleine Erbschaft von
8’107.55 Franken erhalten. Dieser Eingabe der EL-Bezügerin lag eine Verfügung des
Steueramtes vom 17. Januar 2015 bei, mit der die amtlichen Schätzwerte der
Liegenschaft eröffnet worden waren: Mietwert 23’160 Franken und (amtlicher)
Verkehrswert 714’000 Franken (act. G 5.1.21–3). Die EL-Durchführungsstelle forderte
die EL-Bezügerin in der Folge auf, weitere Angaben zu machen und Unterlagen
einzureichen (act. G 5.1.20). Sie wies darauf hin, dass die EL-Bezügerin nie geltend
gemacht habe, sie habe das Freizügigkeitsguthaben bereits bezogen. Die neue Höhe
der Hypothek und die Neuschätzung der Liegenschaft seien ebenfalls nicht mitgeteilt
worden. Der Eigenmietwert müsse als Ausgaben- und als Einnahmenposition
A.e.
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angerechnet werden; die betragliche Differenz betreffe die Garage, die nicht als
Ausgabe berücksichtigt werden könne. Die Erbschaft müsse bereits ab dem auf den
Todesfall folgenden Monat berücksichtigt werden, weshalb die EL-Bezügerin das
Todesdatum des Erblassers mitteilen müsse. Die EL-Bezügerin kam dieser
Aufforderung am 13. Oktober 2016 nach (act. G 5.1.18). Sie teilte unter anderem mit,
dass der Todesfall im Juni 2013 eingetreten sei. Der Umstand, dass sie das
Freizügigkeitsguthaben schon längst bezogen habe, sei in den der EL-
Durchführungsstelle bereits vorliegenden Akten klar erkennbar. Auf eine weitere
Nachfrage der EL-Durchführungsstelle hin reichte die EL-Bezügerin im November 2016
unter anderem einen Beleg über den Bezug des Freizügigkeitsguthabens im Oktober
2013 ein (act. G 5.1.16–16).
Mit einer Verfügung vom 3. Februar 2017 hob die EL-Durchführungsstelle die
Ergänzungsleistung rückwirkend ab dem 1. Juli 2015 auf (act. G 5.1.11). Daraus resul
tierte eine – den direkt der obligatorischen Krankenpflegeversicherung ausbezahlten
Betrag der sogenannten Minimalgarantie nicht beinhaltende – Rückforderung der
laufenden Ergänzungsleistung im Betrag von 1’890 Franken. Zur Begründung führte die
EL-Durchführungsstelle an, die neuen Liegenschaftswerte müssten rückwirkend
berücksichtigt werden. Die Erbschaft sei ebenfalls rückwirkend anzurechnen. Den
Berechnungsblättern zur Verfügung liess sich entnehmen, dass die EL-
Durchführungsstelle tiefere Hypothekarzinsen, einen höheren Eigenmietwert, einen
tieferen Betrag für die ausländische Rente, tiefere Zinserträge, für einzelne Perioden ein
höheres Erwerbseinkommen und erstmals einen hypothetischen Vermögensverzehr
berücksichtigt hatte. Letzteres war darauf zurückzuführen, dass unter Berücksichtigung
des Sparguthabens (nach dem Bezug der Freizügigkeitsleistung im Oktober 2013), der
unverteilten Erbschaft und des deutlich höheren Wertes der Liegenschaft (714’000
Franken statt 543’000 Franken) nach Abzug der leicht höheren Hypothekarschuld ein
über dem massgebenden Freibetrag liegender Vermögensbetrag resultiert hatte (vgl.
act. G 5.1.10 mit act. G 5.1.55; act. G 5.1.7 mit act. G 5.1.34; act. G 5.1.6 und G 5.1.9
mit act. G 5.1.31; act. G 5.1.8 und G 5.1.5 mit act. G 5.1.24; act. G 5.1.4 mit act. G
5.1.13). Mit einer zweiten Verfügung vom selben Tag (3. Februar 2017) forderte die EL-
Durchführungsstelle sämtliche Vergütungen von Krankheits- und Behinderungskosten
im Gesamtbetrag von 1’789.75 Franken zurück, die sie im Zeitraum zwischen Juli 2015
A.f.
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St.Galler Gerichte
und Oktober 2016 erbracht hatte (act. G 5.1.1–5 ff.). Eine gegen die beiden
Rückforderungsverfügungen vom 3. Februar 2017 erhobene Einsprache (act. G 5.1.2
und G 5.2.31) wurde von der EL-Durchführungsstelle am 8. März 2018 abgewiesen
(act. G 5.2.23). Dieser Einspracheentscheid erwuchs unangefochten in formelle
Rechtskraft.
Am 15. Juni 2018 ersuchte die ehemalige EL-Bezügerin um einen Erlass der
beiden Rückforderungen von 1’890 Franken und von 1’789.75 Franken (act. G 5.2.19).
Sie machte geltend, sie habe diese Ergänzungsleistungen gutgläubig bezogen. Sie
habe die Schwankungen ihrer Einnahmen stets gemeldet. Den neuen Schätzwert der
Liegenschaft habe sie nicht gemeldet, weil die neue Schätzung keine Auswirkung auf
ihre monatlichen Einnahmen gehabt habe. Mit einer Verfügung vom 27. Juli 2018 wies
die EL-Durchführungsstelle das Erlassgesuch ab (act. G 5.2.9). Zur Begründung führte
sie an, die Hypothekarzinsen hätten sich ab dem Jahr 2013 kontinuierlich reduziert,
während bei der EL-Anspruchsberechnung durchgehend die Zinslast des Jahres 2012
berücksichtigt worden sei. Zudem sei die Liegenschaft neu geschätzt worden und die
EL-Bezügerin sei an einer Erbschaft beteiligt gewesen. Schliesslich habe sie das
Freizügigkeitsguthaben bezogen. All das habe sie nicht gemeldet, obwohl sie
mindestens einmal jährlich über die Höhe der Ergänzungsleistung informiert und auf
ihre Meldepflicht hingewiesen worden sei. Folglich habe sie die unrechtmässig
bezogenen Ergänzungsleistungen von 1’890 Franken (jährliche Ergänzungsleistung)
und von 1’789.75 Franken (Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten) nicht
gutgläubig bezogen.
A.g.
Die ehemalige EL-Bezügerin liess am 6. September 2018 eine Einsprache gegen
die Verfügung vom 27. Juli 2018 erheben (act. G 5.2.6; vgl. auch act. G 5.2.8 und G
5.3.14). Ihr Rechtsvertreter machte geltend, die Auszahlung des Freizügigkeitsgut
habens sei bereits bei der Anmeldung im Jahr 2013 mitgeteilt worden. Die Reduktionen
der Hypothekarzinsen seien jeweils umgehend gemeldet worden. Die Beteiligung an
einer Erbschaft habe keinen Einfluss auf die Höhe der Ergänzungsleistung gehabt. Die
ehemalige EL-Bezügerin habe die Verfügung der Steuerbehörde betreffend die neue
amtliche Schätzung der Liegenschaft nicht umgehend eingereicht, weil sie davon
ausgegangen sei, dass die Schätzwerte erst im Rahmen der ordentlichen
Steuerveranlagung rechtskräftig würden. Deshalb habe sie die EL-Durchführungsstelle
A.h.
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B.
erst nach dem Erhalt der Steuerveranlagungsverfügung über die neuen Schätzwerte
informiert. Nachdem sie ihre Meldepflicht erfüllt habe, habe sie die weiteren
Ergänzungsleistungen gutgläubig bezogen. Mit einem Entscheid vom 7. Mai 2019 wies
die EL-Durchführungsstelle die Einsprache ab (act. G 5.3.4). Zur Begründung führte sie
an, der EL-Bezügerin hätte mit dem Erhalt der Steuerschätzverfügung im Januar 2015
bewusst sein müssen, dass sich die neuen, deutlich höheren Schätzwerte auf ihren EL-
Anspruch auswirken würden. Indem sie die neuen Schätzwerte trotzdem erst im
August 2016 gemeldet habe, habe sie ihre zumutbare Meldepflicht verletzt. Nach der
Meldung habe sie nicht darauf vertrauen dürfen, dass sie weiterhin einen
unveränderten EL-Anspruch habe.
Am 7. Juni 2019 erhob die ehemalige EL-Bezügerin (nachfolgend: die
Beschwerdeführerin) eine Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 7. Mai
2019 (act. G 1). Sie stellte die folgenden Anträge: „Es sei dem Versicherungsgericht die
Rückerstattung der von der Beschwerdeführerin in Empfang genommenen
Ergänzungsleistung von 3’979.75 Franken zu erlassen oder es sei der
Einspracheentscheid vom 7. Mai 2019 aufzuheben und die EL-Durchführungsstelle zu
einem neuen Entscheid zu beantragen; es sei dem Versicherungsgericht die
Beschwerdegegnerin zu beauftragen, die der Beschwerdeführerin durch die
Krankenversicherung geforderten Schuldbeträge bestehend aus 6’680 Franken
zuzüglich Zinskosten und allfälligen Mehrkosten zu übernehmen, es seien die durch die
Beschwerdeführerin bereits bezahlten Kosten an der Krankenversicherung der
Beschwerdeführerin zurückzuerstatten und der Restbetrag der Krankenkasse zu
bezahlen oder der gesamte geschuldete Betrag der Beschwerdeführerin zu bezahlen,
damit sie den Schuldbetrag bezahlen kann, oder es sei der Einspracheentscheid vom
7. Mai 2019 aufzuheben und die EL-Durchführungsstelle zu einem neuen Entscheid zu
beantragen“. Zur Begründung führte sie unter anderem aus, sie sei jeweils sehr darauf
bedacht gewesen, Veränderungen ihrer Einnahmen und Ausgaben zeitnah zu melden.
Die Neuschätzung ihrer Liegenschaft habe keinerlei Einfluss auf ihre Einnahmen und
Ausgaben gehabt; sie habe deswegen nicht „mehr Geld für die Führung des
Lebensalltags“ erhalten. Dass die Neuschätzung trotzdem einen massgeblichen
Einfluss auf die Höhe der Ergänzungsleistung haben sollte, erscheine ihr als unlogisch.
B.a.
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Erwägungen
1.
Dieses Beschwerdeverfahren bezweckt die Überprüfung des angefochtenen
Einspracheentscheides auf seine Rechtmässigkeit, weshalb der Gegenstand des
Beschwerdeverfahrens jenem des Einspracheverfahrens entsprechen muss. Auch beim
Einspracheverfahren hat es sich um ein („echtes“) Rechtsmittelverfahren gehandelt,
was bedeutet, dass sich sein Zweck darin erschöpft hat, die Verfügung vom 27. Juli
2018 auf ihre Rechtmässigkeit zu prüfen. Mit jener Verfügung hat die
Beschwerdegegnerin ein Erlassgesuch der Beschwerdeführerin betreffend eine
Rückforderung von jährlichen Ergänzungsleistungen im Betrag von 1’890 Franken und
eine Rückforderung von Vergütungen für Krankheits- und Behinderungskosten im
Betrag von 1’789.75 Franken abgewiesen. Der Gegenstand des Verwaltungsverfahrens
hat sich folglich auf die Prüfung eines Erlassgesuchs betreffend die aus den beiden
formell rechtskräftigen Korrektur- und Rückforderungsverfügungen vom 3. Februar
2017 respektive des diese Verfügungen ersetzenden Einspracheentscheides vom 8.
März 2018 resultierenden Rückforderungen von 1’890 Franken und 1’789.75 Franken
beschränkt. Das bedeutet, dass auch in diesem Beschwerdeverfahren ausschliesslich
der Erlass dieser beiden Rückforderungen zu prüfen ist. Da eine gegenüber der
Beschwerdeführerin geltend gemachte Forderung der obligatorischen
Krankenpflegeversicherung über 6’680 Franken (dabei dürfte es sich um eine
Prämiennachforderung – als Folge der Rückzahlung der Prämie für die obligatorische
Krankenversicherung im Umfang des sog. Mindestgarantieteils der jährlichen
Ergänzungsleistung an die Beschwerdegegnerin – handeln) nicht zum Gegenstand des
Einspracheverfahrens und des vorangegangenen Verwaltungsverfahrens gehört hat,
kann auf den diese Rückforderung betreffenden Beschwerdeantrag nicht eingetreten
werden.
Die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte
am 21. Juni 2019 unter Hinweis auf die Erwägungen im angefochtenen
Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde (act. G 5).
B.b.
Die Beschwerdeführerin hielt am 30. August 2019 an ihren Anträgen fest (act. G 7).
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 8 f.).
B.c.
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2.
Unrechtmässig bezogene Leistungen, das heisst Leistungen, auf die nach der
massgebenden materiellen Rechtslage an sich kein Anspruch bestanden hat und die
sich – in aller Regel nach einer Korrektur einer früheren Verfügung – nicht auf eine
verfügungsmässige Grundlage stützen können, sind gemäss dem Art. 25 Abs. 1 Satz 1
ATSG zurückzuerstatten. Zielt die (vorgängige) Korrektur einer früheren formell
rechtskräftigen Verfügung mittels einer (rückwirkenden) Revision im Sinne des Art. 17
ATSG, einer sogenannt prozessualen Revision gemäss dem Art. 53 Abs. 1 ATSG oder
einer Wiedererwägung nach Art. 53 Abs. 2 ATSG auf eine Herstellung eines der
materiellen Sach- und Rechtslage entsprechenden verfügungsmässigen Zustandes ab,
bezweckt die Rückforderung von unrechtmässig bezogenen Leistungen die Herstellung
eines wirtschaftlich rechtmässigen Zustandes. Der betroffenen Person sollen nach der
Rückerstattung der unrechtmässig bezogenen Leistungen „nur“ jene Leistungen
verbleiben, auf die sie angesichts der massgebenden Sach- und Rechtslage einen
Anspruch gehabt hat. Dadurch wird dem Legalitätsprinzip und dem
Gleichbehandlungsgebot zum Durchbruch verholfen. Die im Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG
vorgesehene Möglichkeit des Erlasses einer Rückforderung hebelt den für das
Sozialversicherungsrecht elementar wichtigen Grundsatz der Verwirklichung des
Legalitätsprinzips und des Gleichbehandlungsgebotes im Einzelfall aus, denn der
Erlass hat zur Folge, dass die betroffene Person nicht „nur“ jene Leistungen, auf die
jede andere Person in derselben Lage von Gesetzes wegen einen Anspruch gehabt
hätte, sondern darüber hinaus auch noch die unrechtmässig bezogenen Leistungen
behalten kann. Diese Durchbrechung des Grundsatzes, wonach unrechtmässig
bezogene Leistungen zurückzuerstatten sind, lässt sich nur mit dem Schutz eines
berechtigten Vertrauens der leistungsbeziehenden Person in die (vermeintliche)
Rechtmässigkeit der bezogenen Leistungen rechtfertigen. Ein solches berechtigtes
Vertrauen liegt nach dem Wortlaut des Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG vor, wenn die
versicherte Person die unrechtmässig bezogenen Leistungen gutgläubig
entgegengenommen hat, das heisst wenn sie effektiv nicht um die Unrechtmässigkeit
der Leistungen gewusst hat und wenn sie bei Aufwendung der gebotenen Sorgfalt
auch nicht um die Unrechtmässigkeit der Leistungen hätte wissen müssen. Da
angesichts der grossen Bedeutung der grundsätzlichen Rückerstattungspflicht für das
Sozialversicherungsrecht bei der Prüfung der Erlassvoraussetzungen ein strenger
Massstab anzulegen ist, scheidet ein Erlass einer Rückforderung aber – über den allzu
engen Wortlaut des Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG hinausgehend – auch aus, wenn die
versicherte Person den unrechtmässigen Leistungsbezug durch eine grobe
Sorgfaltspflichtverletzung, namentlich durch eine Verletzung der Meldepflicht im Sinne
2.1.
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3.
des Art. 31 Abs. 1 ATSG und des Art. 24 ELV oder durch eine Verletzung der gesetzlich
nicht geregelten sogenannten Kontroll- und Hinweispflicht mitverursacht hat.
Vergleicht man die Berechnungsblätter zur Korrekturverfügung vom 3. Februar
2017 respektive zum Einspracheentscheid vom 8. März 2018 mit jenen zu den
ursprünglichen, korrigierten Verfügungen, fällt auf, dass die formell rechtskräftige und
verbindliche Rückforderung nicht aus einer Korrektur resultiert hat, die nur eine
Ausgaben- oder Einnahmenposition betroffen hätte, sondern dass mehrere Positionen
korrigiert worden sind. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen ist in der
Vergangenheit davon ausgegangen, dass die aus mehreren (Teil-) Korrekturen
resultierende Rückforderung bei genauer Betrachtung ein Konglomerat von mehreren
Teilrückforderungen sei (vgl. etwa den Entscheid EL 2016/10 des St. Galler
Versicherungsgerichtes vom 24. Juli 2017, E. 2.2). Diese Auffassung hält aber einer
kritischen Würdigung nicht stand, denn die Rückforderung von unrechtmässig
bezogenen Ergänzungsleistungen ist immer eine („unteilbare“) Vollzugsanordnung,
wobei es keine Rolle spielt, ob sie aus der Korrektur nur eines Berechnungselementes
oder aus der Korrektur mehrerer Berechnungselemente resultiert. Weil aber die Antwort
auf die Frage, ob eine Rückforderung erlassen werden kann, massgebend vom Grund
abhängt, der zur Rückforderung geführt hat, muss bei einer aus der Korrektur mehrerer
Berechnungselemente (z.B. einer nicht gemeldeten Reduktion des Mietzinses und einer
ebenfalls nicht gemeldeten Erhöhung des Erwerbseinkommens) resultierenden
Rückforderung nach dem jeweiligen Grund für die Korrektur jedes einzelnen
Berechnungselementes gefragt werden. Erst wenn der Grund für die Korrektur eines
Berechnungselementes bekannt ist, kann nämlich geprüft werden, ob die versicherte
Person diesbezüglich gutgläubig gewesen ist. Ist der gute Glaube für die Korrektur
eines Berechnungselementes (z.B. des Erwerbseinkommens) zu bejahen und für die
Korrektur des anderen Berechnungselementes (z.B. der Reduktion des Mietzinses) zu
verneinen, kann nur der Teil der Rückforderung erlassen werden, der auf die Korrektur
des einen Berechnungselementes (also z.B. der Erhöhung des Erwerbseinkommens)
zurückzuführen ist; für den Teil der Rückforderung, der aus der Korrektur des anderen
Berechnungselementes (also z.B. der Reduktion des Mietzinses) resultiert, ist der
Erlass hingegen ausgeschlossen. Bei der hier zur Diskussion stehenden Rückforderung
muss die Frage nach dem guten Glauben also für die Korrektur jedes einzelnen
beteiligten Berechnungselementes beantwortet werden.
2.2.
Der Wortlaut des Art. 3 ELG legt den Schluss nahe, dass es sich bei der jährlichen
Ergänzungsleistung und bei der Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten
3.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/20
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um zwei verschiedene Leistungsarten handle, nämlich einerseits um eine Geldleistung
(jährliche Ergänzungsleistung) und andererseits um eine Sachleistung (Vergütung von
Krankheits- und Behinderungskosten). Würde man den Wortlaut konsequent ernst
nehmen, dann müsste in jeder Hinsicht – auch bei der Prüfung eines Erlassgesuchs –
zwischen diesen beiden Leistungsarten unterschieden werden. Das hätte zur Folge,
dass man kaum je den Erlass einer Rückforderung betreffend die Vergütung von
Krankheits- und Behinderungskosten mit der Begründung verweigern könnte, jene
Ergänzungsleistungen seien nicht gutgläubig bezogen worden. Eine solche
Rückforderung findet ihren Grund nämlich in aller Regel nicht darin, dass sich die
spezifische Leistung (die Vergütung von bestimmten Krankheits- oder
Behinderungskosten) im Nachhinein als falsch erweisen würde, sondern allein darin,
dass infolge einer nachträglichen Korrektur der jährlichen Ergänzungsleistung kein
Ausgabenüberschuss mehr vorliegt, der – als Anspruchsvoraussetzung – die Vergütung
von Krankheits- und Behinderungskosten erlauben würde (vgl. Art. 14 Abs. 6 ELG).
Vorliegend müsste die Rückforderung der Vergütungen von Krankheits- und
Behinderungskosten im Gesamtbetrag von 1’789.75 Franken also ohne Weiteres
erlassen werden, weil die Beschwerdeführerin diese Vergütungen gutgläubig im Sinne
des Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG bezogen hat (und weil die Rückforderung eine grosse
Härte darstellen würde, vgl. dazu unten E. 4).
Bei einer systematischen und teleologischen Auslegung der Bestimmungen über
die Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten lässt sich die vom Wortlaut
des Art. 3 ELG vorgegaukelte strikte Trennung zwischen der jährlichen
Ergänzungsleistung und der Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten nicht
rechtfertigen. Die Aufteilung in zwei „Leistungsarten“ dürfte historisch (die Auszahlung
der jährlichen Ergänzungsleistung und der Vergütung von Krankheits- und
Behinderungskosten erfolgte aus verfahrensökonomischen Gründen bereits vor dem
Inkrafttreten der aktuellen Fassung des Art. 3 ELG getrennt) und finanzierungsbedingt
(die Vergütung des Krankheits- und Behinderungskosten wird gemäss dem Art. 16 ELG
ausschliesslich durch die Kantone finanziert) begründet sein. Der Wortlaut des Art. 3
ELG kann für die systematische Einordnung der beiden „Leistungsarten“ (Geldleistung
bzw. Sachleistung gemäss Art. 3 Abs. 2 ELG) nicht massgebend sein; die Einordnung
hängt vielmehr vom Zweck der beiden „Leistungsarten“ ab. Beide „Leistungsarten“ –
die jährliche Ergänzungsleistung und die Vergütung von Krankheits- und
Behinderungskosten – verfolgen offenkundig dasselbe Ziel, nämlich die Deckung eines
Ausgabenüberschusses. Das zeigt sich zwar bei der jährlichen Ergänzungsleistung
deutlicher, ist aber auch in den gesetzlichen Bestimmungen zur Vergütung von
Krankheits- und Behinderungskosten eindeutig zu erkennen: Gemäss dem Art. 14 Abs.
3.2.
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6 ELG kann auch bei einem im Rahmen der Prüfung eines Anspruchs auf eine jährliche
Ergänzungsleistung ermittelten Einnahmenüberschuss, der die Ausrichtung einer
jährlichen Ergänzungsleistung ausschliesst, eine Vergütung von Krankheits- und
Behinderungskosten erfolgen, allerdings nur in dem Betrag, um den die um die
Krankheits- und Behinderungskosten erhöhten Ausgaben die anrechenbaren
Einnahmen übersteigen. Das bedeutet, dass die Krankheits- und Behinderungskosten
anerkannte Ausgaben im Sinne des Art. 10 ELG sind, die – indirekt – in die
Anspruchsberechnung gemäss dem Art. 9 ELG einbezogen werden. Der Unterschied
zwischen den anerkannten Ausgaben gemäss dem Art. 10 ELG und den Krankheits-
und Behinderungskosten gemäss dem Art. 14 ELG besteht einzig darin, dass die
anerkannten Ausgaben gemäss dem Art. 10 ELG regelmässig anfallen, während die
Krankheits- und Behinderungskosten unregelmässig anfallen. Würde man die
Krankheits- und Behinderungskosten direkt in die Berechnung der jährlichen
Ergänzungsleistung (wie eine anerkannte Ausgabe gemäss dem Art. 10 ELG)
einbeziehen, müssten immer wieder Revisionsverfügungen (Art. 17 Abs. 2 ATSG)
ergehen, was mit einem übermässigen administrativen Aufwand verbunden wäre.
Deshalb lässt das ELG es zu, die Krankheits- und Behinderungskosten separat zu
vergüten, während die konkrete laufende jährliche Ergänzungsleistung von den
unregelmässig anfallenden Krankheits- und Behinderungskosten unberührt bleibt und
folglich nicht immer wieder revidiert werden muss. Der Sinn und Zweck der Vergütung
von Krankheits- und Behinderungskosten ist identisch mit dem Sinn und Zweck der
jährlichen Ergänzungsleistung. Die Krankheits- und Behinderungskosten sind nichts
anderes als eine weitere Kategorie anerkannter Ausgaben, die nicht im Art. 10 ELG,
sondern im Art. 14 ELG geregelt ist, weil diese anerkannten Ausgaben unregelmässig
anfallen und den Anspruch auf eine jährliche Ergänzungsleistung nur vorübergehend
erhöhen. Diese vorübergehende Erhöhung der jährlichen Ergänzung wird getrennt
berechnet, verfügt und ausgerichtet.
Hat eine nachträgliche Korrektur einer jährlichen Ergänzungsleistung zur Folge,
dass der Anspruch auf die ausgerichteten Vergütungen von Krankheits- und
Behinderungskosten nachträglich dahinfällt, so resultiert daraus keine eigenständige
Rückforderung. Vielmehr erhöht sich dadurch der Gesamtbetrag der Rückforderung
von unrechtmässig bezogenen Ergänzungsleistungen. Die Frage, ob der aus der
unrechtmässigen Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten resultierende
Teil der Gesamtrückforderung erlassen werden kann, ist folglich nicht getrennt zu
beantworten. Die Antwort ergibt sich vielmehr als notwendige Konsequenz aus der
Antwort auf die Frage nach dem Erlass des aus dem unrechtmässigen Bezug jährlicher
Ergänzungsleistungen resultierenden Teil der Gesamtrückforderung. Auf die Frage, ob
3.3.
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4.
Die Erlassvoraussetzung der grossen Härte ist erfüllt, weil ab November 2018 nur noch
ein minimaler Einnahmenüberschuss vorgelegen hat (vgl. act. G 5.3.9), der sich unter
Berücksichtigung der Modifikationen gemäss dem Art. 5 ATSV in einen
Ausgabenüberschuss verwandelt hätte, was als eine grosse Härte im Sinne des Art. 25
Abs. 1 Satz 2 ATSG zu qualifizieren ist. Zu prüfen bleibt, ob die – kumulativ zu
erfüllende – Erlass-voraussetzung des gutgläubigen unrechtmässigen Bezugs von
Leistungen gegeben ist.
5.
die Teilrückforderung von 1’789.75 Franken zu erlassen sei, wird unten (E. 5.8)
zurückgekommen.
Bei den beiden auf der Liegenschaft lastenden Hypotheken hat es sich um Fest
hypotheken gehandelt. Mangels einer entsprechenden Änderungsmeldung hat die
Beschwerdegegnerin den im Jahr 2012 angefallenen Zins auf diesen beiden
Hypotheken, nämlich insgesamt 12’008.70 Franken (vgl. act. G 5.1.84–1 f.), auch in den
folgenden Jahren auf der Ausgabenseite der Anspruchsberechnung berücksichtigt.
Allerdings hat sich der Betrag der Zinsschuld im Verlauf der Zeit verändert, weil die
Beschwerdeführerin die „erste“ Hypothek mit dem höheren Zinssatz zulasten einer
Erhöhung der „zweiten“ Hypothek mit dem tieferen Zinssatz reduziert hat. Im
November 2015 hat die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin gemeldet, dass
sie im Jahr 2014 trotz einer Erhöhung des Gesamtbetrages der Hypothekarschulden
einen insgesamt tieferen Hypothekarzins von total lediglich 10’903.30 Franken bezahlt
habe. Obwohl der Zinsaufwand also bereits (spätestens) im Jahr 2014 um über 1’000
Franken pro Jahr gesunken war und obwohl eine Meldepflichtverletzung vorgelegen
haben dürfte, weil die Beschwerdeführerin diese Sachverhaltsveränderung erst im
November 2015 gemeldet hatte, hat die Beschwerdegegnerin die Ergänzungsleistung
nicht rückwirkend per Anspruchsbeginn im Juli 2015, sondern per 1. Januar 2016 (also
mit Wirkung ex nunc et pro futuro) an diese Veränderung angepasst. Die
entsprechende Verfügung ist umgehend, nämlich am 5. Dezember 2015, ergangen. Die
Beschwerdeführerin hat in guten Treuen darauf vertrauen dürfen, dass das
Unterbleiben einer rückwirkenden Korrektur (ab dem 1. Juli 2015) die gesetzmässige
Reaktion auf ihre Meldung gewesen sei, denn das rechtswidrige Unterbleiben einer
rückwirkenden Korrektur ist nicht die Folge einer Verletzung der Meldepflicht, sondern
die Folge eines Rechtsanwendungsfehlers gewesen. Die falsche Rechtsanwendung hat
also die Meldepflichtverletzung „übersteuert“, das heisst die Meldepflichtverletzung hat
5.1.
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infolge der falschen Rechtsanwendung für das Unterbleiben einer Rückforderung keine
Rolle mehr gespielt. Für die Beschwerdeführerin ist die falsche Rechtsanwendung nicht
erkennbar gewesen; sie hätte nur einen Sachverhaltsirrtum erkennen müssen. Folglich
liegt keine Verletzung der sogenannten Kontroll- und Hinweispflicht vor, weshalb die
Beschwerdeführerin die unter Berücksichtigung eines zu hohen Hypothekarzinses
berechnete Ergänzungsleistung für die Zeit vom 1. Juli 2015 bis zum 31. Dezember
2015 gutgläubig bezogen hat. Der Betrag dieses Teils der Rückforderung ist wie folgt
zu berechnen: Die Beschwerdegegnerin hat Hypothekarzinsen von 12’009 Franken
statt Hypothekarzinsen von 10’904 Franken (vgl. act. G 5.1.43 mit G 5.1.55) und damit
insgesamt 1’105 Franken zu hohe Ausgaben berücksichtigt. Das hat zur Folge gehabt,
dass auch der Ausgabenüberschuss um 1’105 Franken zu hoch ausgefallen ist, woraus
ein um 92 Franken zu hoher Betrag der monatlichen Ergänzungsleistung resultiert hat.
Weil die Beschwerdeführerin für die Zeit vom 1. September 2015 bis zum 31.
Dezember 2015 letztlich keine Ergänzungsleistungen bezogen hat (vgl. die Verfügung
vom 6. Januar 2016), hat sie wegen der Berücksichtigung der falschen
Hypothekarzinsen nur in den Monaten Juli und August 2015 je 92 Franken zu viel
bezogen. Der entsprechende Teilbetrag der Rückforderung beläuft sich also auf 2 × 92
= 184 Franken. In diesem Betrag ist die Rückforderung zu erlassen.
Die Beschwerdegegnerin hat dann allerdings in ihrer Verfügung vom 26. Februar
2016 einen weiteren Fehler begangen, denn sie hat aus nicht nachvollziehbaren
Gründen für die Zeit ab Januar 2016 wieder die früheren, zu tiefen Zinsbeträge
berücksichtigt. Dieser (den Sachverhalt betreffende) Fehler hätte der
Beschwerdeführerin bei der ihr zumutbaren Kontrolle der Verfügung vom 26. Februar
2016 und des dazugehörenden Berechnungsblattes auffallen müssen, zumal sie ja erst
kurz davor die geänderten Zinsbeträge gemeldet hatte. Dass die Beschwerdeführerin
die Beschwerdegegnerin nicht auf deren Versehen hingewiesen hat, kann folglich nur
auf eine unterlassene oder unsorgfältige Kontrolle der Berechnungsblätter
zurückgeführt werden, was bedeutet, dass die Beschwerdeführerin in Bezug auf die ab
Februar 2016 erfolgte Berücksichtigung von zu hohen Hypothekarzinsen ihre
zumutbare Sorgfaltspflicht verletzt hat, was einen Erlass des aus diesem Fehler
resultierenden Teils der Rückforderung ausschliesst.
5.2.
Der Steuerwert der von der Beschwerdeführerin selbst bewohnten Liegenschaft ist
im Januar 2015 neu geschätzt worden. Diese Schätzung hat einen deutlich höheren
Liegenschaftswert (714’000 Franken statt 543’000 Franken) und einen minimal höheren
Eigenmietwert (23’160 Franken statt 22’960 Franken) ergeben. Entgegen der von der
Beschwerdeführerin vertretenen Ansicht geht aus der Schätzungsverfügung vom 17.
5.3.
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Januar 2015 unmissverständlich hervor, dass die Schätzwerte mit dem Ablauf der in
der Schätzungsverfügung erwähnten Rechtsmittelfrist verbindlich geworden sind. Dass
die Beschwerdeführerin angenommen hat, sie müsse die Rechtskraft der späteren
Steuerveranlagungsverfügung abwarten, bevor sie ihre Meldepflicht erfüllen könne oder
erfüllen müsse, ist folglich nicht nachvollziehbar; dadurch hat sie ihre EL-spezifische
Meldepflicht in grober Weise verletzt. Hätte die Beschwerdeführerin die ihr zugestellten
Berechnungsblätter zu den Verfügungen der Beschwerdegegnerin mit der ihr
gebührenden Sorgfalt kontrolliert, hätte sie ohne weiteres erkennen können, dass
sowohl der Eigenmietwert als auch der Liegenschaftswert bei der EL-
Anspruchsberechnung frankengenau berücksichtigt worden waren. Damit hätte ihr klar
sein müssen, dass sie die Beschwerdegegnerin unverzüglich über die Neuschätzung
des Liegenschafts- und des Eigenmietwerts hätte informieren müssen. In ihrer Eingabe
vom August 2016 hat die Beschwerdeführerin unter anderem erklärt, dass sie weder
die Berücksichtigung des Eigenmietwertes als Ausgaben- und als Einnahmenposition
noch die betragliche Differenz zwischen dem Eigenmietwert als Ausgabe und dem
Eigenmietwert als Annahme nachvollziehen könne. Ihr ist also jedenfalls im August
2016 klar gewesen, dass der Eigenmietwert für die Berechnung des EL-Anspruchs
relevant gewesen ist. Dies hätte ihr bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt bereits im
Januar 2015 respektive im Zeitpunkt der Zusprache einer Ergänzungsleistung schon ab
Juli 2015 bewusst sein müssen. Die Beschwerdeführerin hat also die infolge der
Berücksichtigung der veralteten, zu tiefen Werte zu hoch ausgefallenen
Ergänzungsleistungen in der Zeit bis und mit Juli 2016 nicht gutgläubig im Sinne des
Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG bezogen, was einen Erlass des entsprechenden Teils der
Rückforderung ausschliesst.
Für die Zeit ab August 2016 hat die Beschwerdeführerin selbstverständlich mit
einer rückwirkenden Reduktion der Ergänzungsleistung rechnen müssen. Da die
Beschwerdegegnerin in der Vergangenheit bereits wiederholt rückwirkende
Anpassungen der Ergänzungsleistung vorgenommen hatte, hat die Beschwerdeführerin
nicht darauf vertrauen dürfen, dass die Reduktion der Ergänzungsleistung als Folge der
Erhöhung des Wertes der Liegenschaft und des Eigenmietwertes erst mit Wirkung ab
dem Zeitpunkt der Eröffnung der entsprechenden Revisionsverfügung erfolgen würde.
Sie hat deshalb nicht darauf vertrauen können, dass sie ab August 2016 weiterhin
einen unveränderten Anspruch auf die bisherige Ergänzungsleistung habe, weshalb für
die Zeit ab August 2016 betreffend die aus der Berücksichtigung von veralteten
Schätzwerten resultierende Teilrückforderung kein gutgläubiger Leistungsbezug
vorgelegen hat. Auch für diesen Teil der Rückforderung besteht also kein Anspruch auf
einen Erlass.
5.4.
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Bei der EL-Anspruchsberechnung sind nicht nur tatsächlich ausbezahlte
Erbschaften, sondern auch Beteiligungen an unverteilten Erbschaften zu
berücksichtigen. Das ist für einen EL-Bezüger nicht ohne weiteres erkennbar, da sich
die tatsächliche finanzielle Situation erst mit der Auszahlung des Erbteils und nicht
schon im Zeitpunkt des Todesfalls verändert. Einem EL-Bezüger, der nicht explizit auf
seine Meldepflicht betreffend eine allfällige Beteiligung an einer zunächst noch
unverteilten Erbschaft hingewiesen worden ist, kann deshalb jedenfalls keine grobe
Verletzung der Meldepflicht vorgeworfen werden, wenn er den Erbanfall erst nach der
Erbteilung meldet. Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin zwar in jeder
Verfügung auf ihre Meldepflicht im Zusammenhang mit einer Erbschaft hingewiesen,
aber dieser Hinweis ist bezüglich des massgebenden Meldezeitpunktes nicht eindeutig
gewesen: „Diese Meldepflicht [...] gilt insbesondere für: [...] Erhöhung oder
Verminderung des Einkommens oder Vermögens (z.B. Pensionen, Taggelder,
Erbschaften, Schenkungen usw.)“. Für die Beschwerdeführerin ist deshalb nicht
erkennbar gewesen, dass sie die Beteiligung an der zunächst noch unverteilten
Erbschaft schon lange vor der Auszahlung ihres Erbteils hätte melden müssen. Ihr kann
deshalb keine grobe Sorgfaltspflichtverletzung bei der Erfüllung der Meldepflicht
vorgeworfen werden. Sie hat die mangels der Berücksichtigung der Beteiligung an
einer unverteilten Erbschaft zu hoch ausgefallene Ergänzungsleistung gutgläubig im
Sinne des Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG bezogen. Der Betrag dieses Teils der
Rückforderung ist wie folgt zu berechnen: Für die Zeit vom 1. Juli 2015
(Anspruchsbeginn) bis zum 31. August 2016 (Auszahlung des Erbteils) ist ursprünglich
ein um 8’107 Franken (Betrag der Erbschaft) zu tiefes Vermögen berücksichtigt
worden, was bedeutet, dass für die beiden Monate Juli und August 2015 bei einer
ansonsten korrekten Berechnung ein anrechenbares Vermögen von 94’091 Franken
und für die Monate Januar bis und mit August 2016 ein solches von 87’551 Franken
resultiert hätte; der hypothetische Vermögensverzehr hätte folglich für die Monate Juli
und August 2015 nur 9’409 Franken statt 10’219 Franken und für die Monate Januar
bis und mit August 2016 nur 8’755 Franken statt 9’565 Franken betragen. Dadurch
wäre die Ergänzungsleistung, wenn nur dieser Fehler begangen worden wäre, für die
Monate Juli und August 2015 und für die Monate Januar bis und mit August 2016
ebenfalls um je 68 Franken (= 810 Franken ÷ 12) zu hoch ausgefallen. Die
entsprechende Teilrückforderung beträgt folglich 10 × 68 Franken = 680 Franken. In
diesem Betrag ist die Rückforderung zu erlassen.
5.5.
Die rückwirkende Korrektur der Ergänzungsleistung unter Berücksichtigung des
effektiv erzielten (schwankenden) Erwerbseinkommens ist massgeblich durch einen
Rechtsanwendungsfehler der Beschwerdegegnerin verursacht worden. Das
5.6.
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Versicherungsgericht hat in seinem Leitentscheid EL 2014/51 vom 24. Mai 2016
festgehalten, dass die Ergänzungsleistung bei stark schwankenden
Erwerbseinkommen an das jeweils aktuelle Erwerbseinkommen angepasst werden
müsse, weil nur so der vom ELG verfolgte Zweck, den jeweils aktuellen, das heisst den
effektiven finanziellen Bedarf zu decken, erreicht werden könne. Im Einzelfall sei
deshalb unter Umständen eine monatliche Revision der Ergänzungsleistung notwendig.
Werde der Lohn – wie allgemein üblich – erst am Ende des Monats ausbezahlt, müsse
er als eine (erst) im Folgemonat effektiv zur Verfügung stehende Einnahme
berücksichtigt werden. Die Beschwerdegegnerin hat diese im Mai 2016 eingeführte
Praxis natürlich in der Zeit vor Mai 2016 noch nicht kennen können. Sie hat deshalb
ihre bisherige Praxis angewendet und jeweils ein auf ein Jahr umgerechneten
Erwerbseinkommen berücksichtigt, das einem Durchschnitt in der Vergangenheit
entsprochen hat und deshalb eigentlich teilweise fiktiv gewesen ist. Das hat zur Folge
gehabt, dass das bei der EL-Anspruchsberechnung berücksichtigte
Erwerbseinkommen praktisch nie dem jeweils gerade aktuellen Erwerbseinkommen
entsprochen hat. Zudem hat beispielsweise eine Lohnerhöhung im Laufe des Jahres
2015 nicht nur zu einer Herabsetzung der Ergänzungsleistung für die Zukunft (was aus
der Sicht eines juristischen Laien zu erwarten gewesen wäre), sondern auch zu einer
Korrektur für die Vergangenheit geführt, weil die Beschwerdegegnerin ja jeweils mit
einem (fiktiven) Durchschnittseinkommen gerechnet hat, das sie jeweils für ein ganzes
Jahr berücksichtigt hat (um sich so den Verwaltungsaufwand für in kurzen Abständen
notwendige Revisionen der jährlichen Ergänzungsleistung zu ersparen). So begründete
rückwirkende Korrekturen sind für einen EL-Bezüger, also für einen juristischen Laien,
weder vorhersehbar noch nachvollziehbar. Wenn ein EL-Bezüger beispielsweise in den
Monaten Januar, Februar und März 1’000 Franken pro Monat verdient und dann ab
April plötzlich 2’000 Franken pro Monat mehr, also 3'000 Franken erhält, muss er mit
einer entsprechenden Reduktion der Ergänzungsleistung ab April rechnen. Stellt die
EL-Durchführungsstelle auf das entsprechende durchschnittliche jährliche
Erwerbseinkommen ab, rechnet sie jedoch nicht ab April mit einem Lohn von 3’000
Franken, sondern für das ganze Kalenderjahr mit einem Lohn von 2’500 Franken (= [3 ×
1’000 + 9 × 3’000] ÷ 12) und fordert deshalb auch für die Monate Januar, Februar und
März den entsprechenden Teil der Ergänzungsleistung zurück, obwohl dem EL-
Bezüger von Januar bis März effektiv nur ein Lohn von 1’000 Franken zur Verfügung
gestanden hat. In einer solchen Situation kann nicht davon ausgegangen werden, dass
der EL-Bezüger die Ergänzungsleistung für die Monate Januar, Februar und März nicht
gutgläubig bezogen habe, denn er hat ja für jene drei Monate genau jene
Ergänzungsleistung erhalten, die seinem effektiven finanziellen Bedarf entsprochen hat.
Weil in dieser Zeit keine Veränderung des Erwerbseinkommens eingetreten ist, kann
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auch keine Meldepflichtverletzung erfolgt sein. Für die Beschwerdeführerin ist das
Vorgehen der Beschwerdegegnerin in Bezug auf die Berücksichtigung des
Erwerbseinkommens nicht durchschaubar gewesen, denn der Betrag der
Ergänzungsleistung hat – sowohl vor als auch nach der rückwirkenden Korrektur vom
3. Februar 2017 – in keinem einzigen Monat jenem monatlichen Ausgabenüberschuss
entsprochen, der unter Berücksichtigung des Erwerbseinkommens, das der
Beschwerdeführerin für jenen Monat tatsächlich zur Verfügung gestanden hat, effektiv
vorgelegen hat. Soweit die Rückforderung auf die rückwirkende Korrektur der
Ergänzungsleistung wegen Lohnschwankungen zurückzuführen ist, ist die
Erlassvoraussetzung des gutgläubigen Bezuges also erfüllt. Der entsprechende
Teilbetrag der Rückforderung berechnet sich wie folgt: Für die Monate Juli und August
2015 hat die Beschwerdegegnerin ursprünglich kein Erwerbseinkommen angerechnet,
was sich retrospektiv als (immer noch) den tatsächlichen Verhältnissen entsprechend
erwiesen hat, weshalb die rückwirkende Korrektur in diesem Punkt keine
Rückforderung zur Folge gehabt hat. Für die Monate Januar bis und mit Juni 2016 hat
die Beschwerdegegnerin ursprünglich (unter Berücksichtigung der sog. „Privilegierung“
gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. a ELG) ein Erwerbseinkommen von 3’826 Franken pro Jahr
angerechnet; bei der rückwirkenden Korrektur hat sie dann für diesen Zeitraum ein
Erwerbseinkommen von 9’270 Franken angerechnet. Dadurch hat neu kein Anspruch
mehr auf die sogenannte Minimalgarantie von 389 Franken pro Monat bestanden. Weil
die Minimalgarantie jedoch jeweils direkt der obligatorischen
Krankenpflegeversicherung ausbezahlt worden ist, hat aus dieser rückwirkenden
Korrektur keine Rückforderung der Beschwerdegegnerin gegenüber der
Beschwerdeführerin resultiert, weshalb diesbezüglich effektiv keine Teilrückforderung
resultiert hat, die zu erlassen wäre. Für die Monate Juli 2016 bis und mit Februar 2017
hat die Beschwerdegegnerin ursprünglich kein Erwerbseinkommen berücksichtigt. Sie
hat der Beschwerdeführerin für diesen Zeitraum – nebst dem direkt an die
obligatorische Krankenpflegeversicherung ausbezahlten, der kantonalen
Durchschnittsprämie für die obligatorische Krankenpflegeversicherung entsprechenden
Teil der Ergänzungsleistung – 189 Franken pro Monat ausgerichtet. Bei der
rückwirkenden Korrektur hat sie für die Zeit von September 2016 bis und mit Februar
2017 ein Erwerbseinkommen von 9’324 Franken pro Jahr angerechnet. Dadurch hat
neu ein Einnahmenüberschuss resultiert, der allerdings (deutlich) höher als der Betrag
des neu berücksichtigten Erwerbseinkommens gewesen ist. Auch ohne die
rückwirkende Korrektur der Ergänzungsleistung bezüglich des Erwerbseinkommens
hätte die Beschwerdegegnerin folglich den gesamten Betrag der für die Monate
September 2016 bis und mit Februar 2017 ausbezahlten Ergänzungsleistung von 189
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6.
Zusammenfassend ist die Beschwerde, soweit auf sie hat eingetreten werden können,
teilweise gutzuheissen und die Rückforderung ist im Teilbetrag von 864 Franken zu
erlassen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).