Decision ID: 41a8c9cf-f61d-4ca2-ad3a-db90f4a1ab2e
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X überschritt am Montag, 1. November 2010, um 15.54 Uhr, als Lenker eines
Personenwagens in Buchs auf der Heldaustrasse die zulässige Höchstgeschwindigkeit
von 60 km/h innerorts um 34 km/h. Bei der polizeilichen Befragung gab er an, er sei der
Ansicht gewesen, dass diese Strecke mit 80 km/h signalisiert sei. Mit Bussenverfügung
des Untersuchungsamts Altstätten vom 8. Dezember 2010 wurde er der groben
Verkehrsregelverletzung schuldig gesprochen und zu einer bedingten Geldstrafe von
15 Tagessätzen zu je Fr. 120.-- sowie einer Busse von Fr. 900.-- verurteilt.
Am 17. Dezember 2010 erhob X durch seinen Rechtsvertreter Einsprache gegen die
Bussenverfügung. Nach der Einvernahme vom 14. Februar 2011 wurde er mit
Strafbefehl des Untersuchungsamts Altstätten vom 2. März 2011 der
Verkehrsregelverletzung schuldig gesprochen und zu einer Busse von Fr. 500.--
verurteilt. Dieser Strafentscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
B.- Am 10. Juli 2009 hatte X die Geschwindigkeit auf der Autobahn um 29 km/h
überschritten. Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen
(nachfolgend: Strassenverkehrsamt) hatte ihn deswegen am 27. November 2009
verwarnt.
C.- Mit Verfügung vom 21. April 2011 entzog das Strassenverkehrsamt X wegen der
Geschwindigkeitsüberschreitung vom 1. November 2010 den Führerausweis für die
Dauer von drei Monaten. Gegen diese Verfügung erhob er durch seinen Rechtsvertreter
am 9. Mai 2011 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission. Er beantragte, die
angefochtene Verfügung sei aufzuheben und dem Rekurrenten sei der Führerausweis
für maximal einen Monat zu entziehen, bzw. sei auf einen weiteren Entzug ganz zu
verzichten, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staats.
Die Vorinstanz stellte mit Vernehmlassung vom 25. Mai 2011 den Antrag auf
vollumfängliche Abweisung des Rekurses. Dazu nahm der Rekurrent am 8. Juni 2011
Stellung. Die Verwaltungsrekurskommission zog aus dem Strafverfahren Akten, d.h.
das Einvernahmeprotokoll vom 14. Februar 2011, bei und stellte es den
Verfahrensbeteiligten zur Kenntnisnahme zu.
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge

und die Akten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
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Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 9. Mai 2011 ist rechtzeitig eingereicht
worden und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen
(Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege,
sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Gemäss Art. 16 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: SVG)
wird nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das
Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 (SR 741.03)
ausgeschlossen ist, der Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung
ausgesprochen. Das Gesetz unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG),
mittelschweren (Art. 16b SVG) und schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine
leichte Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe
Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden
trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG). Ist die Verletzung der Verkehrsregeln grob und wird
dadurch eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf
genommen, ist die Widerhandlung schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). Eine
mittelschwere Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine
Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit. a
SVG). Von einer mittelschweren Widerhandlung ist immer dann auszugehen, wenn
nicht alle privilegierenden Elemente einer leichten und nicht alle qualifizierenden einer
schweren Widerhandlung erfüllt sind (vgl. Botschaft, in: BBl 1999 S. 4487).
a) Im Rekurs wird in tatsächlicher Hinsicht zu Recht nicht bestritten, dass der Rekurrent
am 1. November 2010 auf der Heldaustrasse in Buchs mit einem Personenwagen die
signalisierte Höchstgeschwindigkeit innerorts von 60 km/h um 34 km/h überschritten
hat. Damit hat er Art. 27 Abs. 1 und Art. 32 Abs. 2 SVG schuldhaft verletzt. Im
Strafverfahren wurde er deswegen der einfachen Verletzung von Verkehrsregeln nach
Art. 90 Ziff. 1 SVG schuldig gesprochen.
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b) Im Strafbefehl vom 2. März 2011 wurde festgehalten, dass es zum Zeitpunkt der
Messung (Allerheiligen) weder Fahrzeuge noch Personen auf dem gut ausgebauten und
übersichtlichen Streckenabschnitt gehabt habe. Zudem seien die Sicht- und
Lichtverhältnisse gut sowie die Fahrbahn trocken gewesen. Die Vorinstanz schloss sich
diesen Ausführungen an und wandte gestützt auf die konkreten Begebenheiten an der
Heldaustrasse zum Zeitpunkt der Geschwindigkeitsüberschreitung den für den
Rekurrenten günstigeren "Ausserortstarif" an. Danach stelle eine
Geschwindigkeitsüberschreitung von 30 km/h und mehr im Ausserortsbereich
unabhängig der konkreten Umstände immer einen schwere Widerhandlung dar, welche
auch bei einem ungetrübten automobilistischem Leumund einen Führerausweisentzug
nach sich ziehe.
Der Rekurrent bestreitet nicht, "in einem 60er-Bereich mit (netto) 94 km/h 'geblitzt'
worden" zu sein. Im Strafverfahren sei indessen erkannt worden, dass er sich aus
nachvollziehbaren Gründen im Ausserortsbereich gewähnt habe. Die
Administrativbehörde sei an die tatsächlichen Feststellungen im Strafurteil ebenso
gebunden wie an die rechtliche Würdigung. Denn der Strafrichter habe den
Rekurrenten einvernommen und die Vorinstanz habe keine eigenen Abklärungen
getroffen. Er habe eine einfache Verkehrsregelverletzung begangen, weshalb die
Annahme einer schweren Widerhandlung gegen Strassenverkehrsvorschriften im
Administrativmassnahmeverfahren ausscheide. Er sei wegen einer
Geschwindigkeitsüberschreitung von 14 km/h zu sanktionieren. Dies stelle eine leichte
Widerhandlung dar und habe - nachdem er am 27. November 2009 wegen einer
anderen Geschwindigkeitsüberschreitung verwarnt worden sei - einen
Führerausweisentzug von maximal einem Monat zur Folge. Zu berücksichtigen sei
insbesondere, dass er beruflich auf den Führerausweis angewiesen sei. Da ihm der
Führerausweis bereits während eines Monats und acht Tagen entzogen gewesen sei,
sei auf einen erneuten Entzug zu verzichten.
In der Vernehmlassung vom 25. Mai 2011 führte die Vorinstanz aus, die Ansicht des
Rekurrenten, er habe gemeint, die Strecke sei mit 80 km/h signalisiert, vermöge aus
verschiedenen Gründen nicht zu überzeugen. Selbst bei dieser Annahme hätte er die
vermeintlich geltende "80er-Marke" deutlich überschritten. Die Beweiswürdigung des
Strafrichters widerspreche klar den feststehenden Tatsachen. Bereits deshalb bestehe
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für die Massnahmebehörde keine Bindungswirkung. Der Rekurrent wohne nur einige
Hundert Meter vom "Tatort" entfernt. Es sei davon auszugehen, dass ihm die
Örtlichkeiten und auch die Signalisation bestens bekannt gewesen seien.
In einer weiteren schriftlichen Eingabe vom 8. Juni 2011 hielt der Rekurrent an seinen
früheren Ausführungen fest. Namentlich wies er darauf hin, dass sein Wohnsitz auch
dem ortskundigen Strafrichter nicht entgangen sei. Dieser sei indessen trotzdem davon
ausgegangen, dass er die geltende Signalisation nicht gekannt habe.
c) Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG entspricht in Wortlaut und Sinn der Strafbestimmung von
Art. 90 Ziff. 2 SVG (vgl. BGE 132 II 234 E. 3.2). Nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung begeht ungeachtet der konkreten Umstände objektiv eine schwere
Verkehrsregelverletzung, wer die zulässige Höchstgeschwindigkeit innerorts um 25 km/
h bzw. ausserorts um 30 km/h oder mehr überschreitet (vgl. BGE 132 II 234 E. 3 mit
Hinweisen). In subjektiver Hinsicht verlangen die Bestimmungen ein rücksichtsloses
oder sonst schwerwiegend verkehrswidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden,
bei fahrlässigem Handeln mindestens grobe Fahrlässigkeit. Dies ist immer dann zu
bejahen, wenn der Täter sich der allgemeinen Gefährlichkeit seiner verkehrswidrigen
Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kann aber auch vorliegen, wenn der Täter
die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht,
also unbewusst fahrlässig handelt. In solchen Fällen bedarf jedoch die Annahme grober
Fahrlässigkeit einer sorgfältigen Prüfung. Sie wird nur zu bejahen sein, wenn das
Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ebenfalls auf
Rücksichtslosigkeit beruht und daher besonders vorwerfbar ist (vgl. BGE 118 IV 285
E. 4). Bei einer Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, die in objektiver
Hinsicht den Tatbestand von Art. 90 Ziff. 2 bzw. Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG erfüllt, ist
davon auszugehen, dass dem Lenker eine solche Überschreitung nicht verborgen
bleiben kann und sie zumindest auf grober Fahrlässigkeit beruht (vgl. R. Schaffhauser,
Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Band III: Die
Administrativmassnahmen, Bern 1995, Rz. 2305 sowie Urteil der
Verwaltungsrekurskommission VRKE IV-2003/63 vom 3. März 2004, E. 4c/aa, publiziert
in: www.gerichte.sg.ch/Rechtsprechung).
http://www.gerichte.sg.ch/Rechtsprechung
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aa) Eine Überschreitung der signalisierten Höchstgeschwindigkeit um 34 km/h
entspricht nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts sowohl im Inner- wie
auch im Ausserortsbereich einer schweren Gefährdung (vgl. BGE 124 II 259 E. 2b/bb;
Ph. Weissenberger, Kommentar Strassenverkehrsgesetz, Zürich/St. Gallen 2011, N 7
zu Vor Art. 16a-c). Dies gilt unabhängig von den konkreten Umständen wie
beispielsweise günstigen Verkehrsverhältnissen (vgl. BGE 1C_222/2008 vom 18.
November 2008 E. 2.2.5). Der objektive Tatbestand der schweren Widerhandlung ist
damit ungeachtet der im Strafbefehl festgestellten Tatsachen des gut ausgebauten und
übersichtlichen Streckenabschnitts, der guten Sicht- und Lichtverhältnisse und des
Fehlens anderer Fahrzeuge und Personen (act. 9/15f.) erfüllt.
bb) Die vom Rekurrenten begangene Überschreitung der zulässigen Innerorts-
Höchstgeschwindigkeit um 34 km/h ist daher grundsätzlich ungeachtet der konkreten
Umstände eine schwere Widerhandlung. Nach der Rechtsprechung des
Bundesgerichts ist bei dieser Beurteilung indes nicht jede Prüfung der Umstände des
Einzelfalls ausgeschlossen. Vielmehr ist zu ermitteln, ob nicht besondere Umstände
vorliegen, die es rechtfertigen, die Widerhandlung trotzdem als mittelschwer oder gar
als leicht zu betrachten. Diese Voraussetzung kann etwa dann gegeben sein, wenn ein
Lenker aus nachvollziehbaren Gründen gemeint hat, er befinde sich nicht oder nicht
mehr im Innerortsbereich (vgl. BGE 1C_522/2008 vom 29. September 2009 E. 3.3.1 mit
Hinweisen; BGE 1C_222/2008 vom 18. November 2008 mit Hinweisen), wenn also der
subjektive Tatbestand einer schweren Widerhandlung nicht gegeben ist.
cc) Gemäss den Ausführungen im Strafbefehl vom 2. März 2011 konnte der Rekurrent
im Strafverfahren aufgrund der landschaftlichen Begebenheiten glaubwürdig darlegen,
dass er der Überzeugung gewesen sei, sich bereits im Ausserortsbereich auf einer
Strecke mit allgemeiner Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h zu befinden.
Nach ständiger Rechtsprechung darf die Verwaltungsbehörde von den tatsächlichen
Feststellungen im Strafurteil nur abweichen, wenn sie Tatsachen feststellt und ihrem
Entscheid zu Grunde legt, die dem Strafrichter unbekannt waren oder die er nicht
beachtet hat, wenn sie zusätzliche Beweise erhebt, deren Würdigung zu einem anderen
Entscheid führt, oder wenn die Beweiswürdigung durch den Strafrichter den
feststehenden Tatsachen klar widerspricht (hat sie hingegen keine zusätzlichen
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Beweise erhoben, hat sie sich grundsätzlich an die Würdigung des Strafrichters zu
halten) oder schliesslich wenn der Strafrichter bei der Rechtsanwendung auf den
Sachverhalt nicht sämtliche Rechtsfragen abgeklärt hat, insbesondere die Verletzung
bestimmter Verkehrsregeln übersehen hat (BGE 124 II 103).
Die Strafbehörde kennt die örtlichen Gegebenheiten besser als die Vorinstanz oder das
Gericht. Dem Strafrichter war auch bekannt, dass der Rekurrent in der Nähe der
fraglichen Stelle wohnt. Die Vorinstanz hat keinen zusätzlichen Abklärungen (wie
beispielsweise einen Augenschein, den Beizug von Plänen oder Akten zur
Signalisation) getroffen und es auch unterlassen, die Strafakten beizuziehen. Damit war
sie nicht nur an die tatsächlichen Feststellungen, sondern auch an die rechtliche
Würdigung des Strafrichters gebunden, welcher eine persönliche Einvernahme
durchgeführt und deshalb bessere Kenntnis des subjektiven Tatbestands hatte. Die
Vorinstanz verhielt sich widersprüchlich, indem sie der rechtlichen Würdigung im
Strafurteil nicht folgte, aber trotzdem den Ausserortstarif anwenden wollte. Aus dem im
Rekursverfahren beigezogenen Einvernahmeprotokoll ergeben sich keine Hinweise,
dass die Beweiswürdigung durch den Strafrichter offensichtlich falsch wäre. Dieser hat
die kritischen Punkte wie die Ortskenntnis des Rekurrenten, die Nähe des
Begehungsorts zum Wohnort sowie die Tatsache, dass der Rekurrent die Strecke
mehrmals pro Woche befährt und auch die seit 1981 bestehende, klar und deutliche
angebrachte Signalisation "60" angesprochen. Aufgrund der Antworten des
Rekurrenten kam er zum Ergebnis, dieser habe sich aus nachvollziehbaren Gründen im
Ausserortsbereich mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h gewähnt.
Dem Strafurteil muss unter diesen Umständen gefolgt werden. Massgebend ist damit
die Vorstellung des Rekurrenten. Die Geschwindigkeitsüberschreitung betrug deshalb
lediglich 14 km/h, weshalb aus subjektiven Gründen die Annahme einer schweren
Widerhandlung wegfällt. Vielmehr beging er aufgrund seiner Vorstellung nur eine
besonders leichte Widerhandlung gemäss Art. 16a Abs. 4 SVG, weshalb von einer
Administrativmassnahme abzusehen ist.
d) Dementsprechend ist der Rekurs gutzuheissen und die angefochtene Verfügung der
Vorinstanz vom 21. April 2011 aufzuheben.
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3.- a) Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu
tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. Es gilt der
Grundsatz der Kostentragung nach Massgabe des Obsiegens und Unterliegens
(Hagmann, Die st. gallische Verwaltungsrechtspflege und das Rechtsmittelverfahren
vor dem Regierungsrat, Diss. Zürich 1979, S. 267 f.). Der Rekurrent ist mit seinem
Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung durchgedrungen. Die amtlichen
Kosten sind daher vom Staat zu tragen. Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.--
erscheint angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12).
Die Finanzverwaltung ist anzuweisen, dem Rekurrenten den Kostenvorschuss von
Fr. 1'200.-- zurückzuerstatten.
b) Gemäss Art. 98 Abs. 2 VRP werden im Rekursverfahren ausseramtliche Kosten
entschädigt, soweit sie aufgrund der Rechts- und Sachlage als notwendig und
angemessen erscheinen. Im Rekursverfahren war der Beizug eines Rechtsbeistandes
geboten. Eine Kostennote ist nicht eingereicht worden, entsprechend werden die
Parteikosten nach Ermessen zugesprochen (Art. 6 Honorarordnung für Rechtsanwälte
und Rechtsagenten; sGS 963.75, abgekürzt: HonO). Angesichts des Aktenumfangs
und des Aufwands für die Rekurseingabe erscheint eine Entschädigung von
Fr. 1'900.-- (Barauslagen und Mehrwertsteuer inbegriffen) als angemessen (Art. 19, 22
Abs. 1 lit. b, 28 und 29 HonO). Entsprechend dem Verfahrensausgang sind dem
Rekurrenten die ausseramtlichen Kosten vollumfänglich, d.h. im Betrag von Fr. 1'900.--
zu entschädigen (Art. 98 VRP). Kostenpflichtig ist der Staat (Strassenverkehrsamt).