Decision ID: 44e60416-abf3-4a45-b347-8db5bfa4707a
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1982
geborene
X._
arbeitete seit dem
26
. Februar 20
07
als
Schärerin
in der
Y._
AG
und war dadurch bei der Suva obliga
torisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 2
7
.
Mai 2014
wurde ihre Strickjacke bei der Arbeit an einer laufender Schärmaschine vom Ketten
baum erfasst, woraufhin
die Versicherte nach vorne fiel und sie
mehrfach um den Kettenbaum gedreht und von den Fäden eingewickelt wurde
(Unfall
meldung vom
28
.
Mai 2014
, Urk.
10
/1
).
Seit dem
27
. Mai
war die
Versicherte zu 100 % krankgeschrieben (Urk.
10/19,
Urk.
10/50,
Urk.
10/57,
Urk.
10/74
). Die Suva trat auf den Schadenfall ein und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Urk.
10/
8 ff.
).
Die
ersthandelnden Ärzte des Spital
Z._
diagnostizierten eine nicht
dis
lozierte
Sternumfraktur
, eine nicht dislozierte
Fibulaköpfchen
-Fraktur links
sowie
eine Schulterkontusion links
und verordneten eine konservative Therapie
mittel Analgesie und Physiotherapie (
Urk.
10/28/1).
Die
ab Juli 2014
behandelnden
Fachä
rzte
der
A._
Klinik
stellten
zusätzlich eine links
seitige Kniedistorsion mit Zuzug einer VKB-Ruptur
und eine MCL-Läsion Grad 1
sowie eine nicht dislozierte Tuberculum majus-Fraktur in der linken Schulter fest
(
Urk.
10/36
,
Urk.
10/47
).
Die
konservative Therapie mittels
Physiotherapie
wurde weitergeführt. Zusätzlich verschrieben die Ärzte der
A._
Klinik
Medikamente zur Unterstützung der Knochenheilung
(
Urk.
10/39,
Urk.
10/45,
Urk.
10/47
).
Nach Angaben der Versicherten kam es
Ende
September
2014
erst
mals zu
Beschwerden im Bereich der LWS
(
vgl.
Urk.
10/51).
Mitte Oktober 2014
notierte
die behandelnde Haus
ärztin diesbezüglich „diffuse LW
K-Schmerzen“ (
Bericht vom 1
4.
Oktober 2014
Urk.
10/46).
Ab Dezember 2014 wurde der Ver
sicherten seitens der
A._
Klinik eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert
(
Urk.
10/55). In einer Stellungnahme vom 3
0.
Januar
2015 kam Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates sowie beratender Arzt der Suva,
zum Schluss, es sei
zumindest
ein Arbeitsversuch mit 75
%
Leistung und 100
%
Präsenz durchzu
führen (
Urk.
10/64). Der
im Februar 2015 veranlasste
Arbeitsversuch an ihrem angestammten Arbeitsplatz
(vgl.
Urk.
10/64 ff.) brach die Beschwerdeführerin
nach einem Tag
zufolge Schmerzzunahme u
nd psychischen Problemen ab
(
Urk.
10/71)
. Hernach
wurde
sie erneut zu 100
%
krankgeschrieben (
Urk.
10/71,
Urk.
10/80
,
Urk.
10/98
).
Am
12
.
März
2015 nahm Dr.
B._
eine
Kreis
ärzt
liche
Untersuchung
vor (Urk.
10/81
).
Mit
Bericht vom 1
2.
März 2015
diag
nos
tizierte
d
ie seit Januar 2015 behandelnde
Dr.
med.
C._
, Fach
ärz
tin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, ein ängstlich-depressives Zustands
bild im
Rahmen
einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10: F43.1,
Urk.
10/83).
Das
auf Veranlassung von
Dr.
B._
am
1
5.
April 2015 im
Medizinischen Diagnose-Zentrum
F._
durchgeführte
Kernspintomo
gramm
ergab im Wesentlichen einen regelrechten Befund ohne Anhalt einer Wirbel
kör
perfraktur oder anderweitige
r
posttraumatische
r
Veränderung
en
(
Urk.
10/92)
.
Zufolge persistierender Restbeschwerden in der linken Schulter erfolgte am 2
8.
Mai
2015 eine weitere Konsultation in der
A._
Klinik, anlässlich welcher sich
im Bereich des linken Schultergelenks
sowohl klinisch als auch bildmorphologisch ein blander Befund
zeigte
(
Urk.
10/104)
.
Im
Juli 2015
nahm
Dr.
B._
eine Aktenbeurteilung
vor
(
Bericht vom
2
9.
Juli
2015
Urk.
10/111).
Sodann führte er a
m
2
0.
Oktober
2015
eine weitere Untersuch
ung durch
(
Urk.
10/132
).
Am 2
2.
Oktober 2015
gab
Dr.
B._
ausserdem eine Schätzung des Integritätsschadens
ab
(
Urk.
10/135).
Mit Verfügung vom
2
9.
Oktober
2015
stellte die Suva ihre Versicherungs
leistungen
betreffend Tag
geld und Heilbehandlung
per 15
.
November 2015
ein (Urk.
10/138).
Für die verbliebene
Beeinträchtigung des linken Knies
sprach sie de
r
Versicherten mit separater Verfügung vom
3
0.
Oktober
2015 eine Integritätsentschädigung ent
spre
chend
einer Integritätseinbusse von 10
%
zu (
Urk.
10/13
7).
Die
von der Versicherten
gegen die Einstellung der bisher ausgerichteten Versicherungs
leis
tungen
erhobene Einsprache vom
2.
Dezember 2015
(Urk.
10
/
144
)
wies die Suva mit
Einspracheentscheid
vom 2
1
.
April
2016 (Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob
X._
am 20
.
Mai
2016 Beschwerde und beantragte, es sei der
Einspracheentscheid
vom
21. April 2016
aufzuheben und es seien ih
r
auch nach dem 1
5.
November 2015 ein Taggeld von 100
%
und im Anschluss daran eine Rente von 80
%
auszurichten
. Eventualiter sei eine stationäre Reha
bilitationsmassnahme durchzuführen und auch nach dem 1
5.
November 2015 bis auf weiteres ein 100%-Taggeld auszurichten.
Z
udem
seien eventualiter
die psychischen Beschwerden sowie die funktionelle Leistungsfähigkeit gutachter
lich abzuklären
(Urk.
1 S.
2)
. Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerde
antwort vom 2
7
.
September
2016 auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
9), was der
Beschwerdeführer
in
am
4
. Oktober 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
11
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die Akten ist, soweit für die
Ent
scheid
findung
erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar
2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am
9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
2
7.
Mai 2014
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in
dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu
mindestens 10 % invalid (Art. 8
ATSG
), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1
UVG
). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und
allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abge
schloss
en sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeld
leistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.3
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
gehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliede
rungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschl
ossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2
UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2.
Oktober 2013 E. 7.2 mit Hin
weis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähig
keit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist
. Die Verwendung des Be
griffes „
namhaft" in Art.
19 Abs.
1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art.
10 Abs.
1 UVG erhoff
te Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Mög
lich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen
–
wie etwa einer Badekur
–
zu erwartender gering
fügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicher
ten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE
134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_6
39/2014 vom 2. Dezember 2014 E.
3).
1.
4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
5
1.
5
.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.
5
.2
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergangenen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzu
stellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus ver
sicherungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S.
288 E.
3b; BGE 115 V 133 E.
7 mit Hin
weisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung
vorgenommen wurde:
banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere
Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.
5
.3
Bei der Einteilung der Unfälle mit psychischen Folgeschäden in leichte, mittel
schwere und schwere Unfälle ist nicht das Unfallerlebnis des Betroffenen mass
gebend, sondern das objektiv erfassbare Unfallereignis (vgl. BGE 120 V 352 E.
5b/
aa
, 115 V 133 E. 6; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2; RKUV 2005 Nr. U 549 S.
237, 1995 Nr. U 215 S. 91).
1.
5
.4
Bei banalen Unfällen wie zum Beispiel bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie zum Beispiel einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzu
sam
men
hang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu verursachen (BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6a).
1.
5
.5
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamt
würdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den
schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346
S.
428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58
). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auf
fallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwie
rigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungs
weise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Krite
rien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der
Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu for
schen
, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.
5
.6
Bei schweren Unfällen ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit in der Regel zu bejahen. Denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenser
fah
rung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische Gesundheits
schäden zu bewirken (BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6b; RKUV 1995 Nr. U 215 S. 90 E. 3b).
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.
7
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es
bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversi
che
rungs
recht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin wegen der Folgen des Unfalls vom 2
7
.
Mai
2014 über den
15
. November 2015 hinaus Leistungen zu erbringen hat, mithin, ob
von einer Weiterbehandlung eine namhafte Verbesse
rung zu erwarten war und ob
die nach dies
em Zeitpunkt geklagten Beschwer
den noch in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom
27. Mai
2014
stehen. Hierbei ist anzumerken, dass die Ver
fügung vom
3
0.
Oktober
2015 betreffend
Integritätsentschädigung (
Urk.
10/13
7) von der Einsprache nicht erfasst wurde, daher unangefochten in Rechtskraft erwuchs bzw. nicht Bestandteil des Anfechtungsgegenstandes (
Urk.
2) ist.
2.2
I
m angefochtenen
Einspracheentscheid
erwog die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen, gestützt auf die kreisärztliche Untersuchung
vom 2
0.
Oktober 2015
sei
betreffend die somatischen Beschwerden
der Endzustand erreicht.
So bestehe keine unfallbedingte Behandlungsbedürftigkeit und sei von weiteren Massnahmen keine Zustandsverbesserung zu erwarten. Insbesondere habe sich die Beschwerdeführerin explizit gegen eine
vordere Kreuzband
plastik
(
VKB-
Plastik
)
ausgesprochen.
Sodann sei n
ach der von der Rechtsprechung entwickel
ten Psycho-Praxis ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall
ereignis und den psychischen Beschwerden zu verneinen (BGE 115 V 133; Urk. 2 S.
9)
.
A
usgehend von den mechanischen und schmerzbedingten Beein
trächtigungen
könne in der bisherigen Tätigkeit
für das abgeleistete Pensum von 50
%
eine volle Arbeitsfähigkeit angenommen werden. Hinsichtlich einer – näher umschriebenen – adaptierten Verweistätigkeit sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsfähig
(
Urk.
2 S. 7).
Demzufolge könne die Beschwerdeführerin das vor dem Unfall ausgeübte Pensum wieder im selben Ausmass ausführen und bestehe keine Grundlage für weitere Taggeldzahlungen oder die Ausrichtung einer Rente (
Urk.
1 S. 8).
2.
3
Die Beschwerdeführerin wandte dagegen im Wesentlichen ein, die kreisärztliche Be
urteilung sei widersprüchlich. D
a für die bisherige
,
körperlich leichte Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert worden sei, sei nicht einzusehen, inwie
fern
auf
dem allgemeinen Arbeitsmarkt eine 100
%ige
Arbeitsfähigkeit
bestehen soll
. So handle es sich bereits bei der bisherigen Tätigkeit um
eine
körperlich leichte, weshalb
keine
andere, besser angepasste
Arbeit denkbar
sei
. Es sei
gestützt auf die
kreisärztli
che Beurteilung vielmehr davon auszugehen
, dass in einer körperlich leichtesten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von nicht mehr als 50
%
bestehe. Andernfalls sei der Sachverhalt wegen Widersprüchlichkeit und Unklarhei
t des Kreisarztberichtes mit
einer
Abklärung der funktionellen Leis
tungsfähigkeit durch
Dr.
G._
genauer zu untersuchen
(
Urk.
1 S.
3 f.)
.
Ausserdem habe der Kreisarzt die Leistungsminderung durch da
s linke Schul
ter
gelenk entgegen entsprechender
Beschwerdeschilderungen zu Unrecht als mini
m bezeichnet
. Darüber hinaus
habe
er
die MCL-Läsion Grad I
unberücksichtigt gelassen
(
Urk.
1 S.
7
f.
).
Gemäss Bericht von
Dr.
C._
sei der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den psychischen Beschwerden zu bejah
en. Sodann liege
entsprechend der
Zusprache
einer Integritätsent
schä
digung für die erheblichen, bleibenden Schäden
ein schwerer Unfall im Sinne der einschlägigen Bundesgerichtspraxis vor. Selbst bei der Annahme eines mitt
leren Unfalls wäre dieser als nahe an einem schweren Unfall zu qualifizieren und die Adäquanz zu bejahen. Nach telefonischer Rücksprache mit
Dr.
C._
betrage die Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht mindestens 30
%
. Ge
ge
benenfalls sei der Sachverhalt diesbezüglich weiter abzuklären (
Urk.
1 S. 5 f.).
Sie (die Beschwerdeführerin) sei
gestützt auf die Beurteilung von
Dr.
B._
aus somatischer
Sicht
zu
50
%
erwerbsunfähig und damit zu 50
%
invalide
.
Sei
sie
doch
vor dem Unfall
zu
50
%
erwerbstätig
und zusätzlich im Aufgab
enbereich als Mutter und Hausfrau
tätig
gewesen
.
Damit bestehe
zumin
dest
Anspruch
auf eine halbe Rente (
Urk.
1 S. 7)
.
Insgesamt liege ein Invalidi
täts
grad von 80
%
vor (50
%
gemäss Kreisarzt plus 30
%
gemäss
Dr.
C._
,
Urk.
1 S. 8).
3.
3.1
Die beurteilenden Fachärzte des Spitals
H._
stellte
n
im Bericht vom
1
2.
Juni 2014
(Urk.
10
/2
8
) über die Erstbehandlung
und
Hospitalisation
vom
2
7.
Mai bis 1
2.
Juni 2014
die Diagnose
n
einer nicht dislozierten
Sternumfraktur
, einer nicht dislozierter
Fibulaköpfchen
-Fraktur links sowie einer linksseitigen Schulterkon
tusion.
Die
bildgebenden Untersuchungen vom 2
7.
und 3
0.
Mai
2014
(Rönt
gen/CT)
ergaben im Wesentlichen
eine regelrechte Artikulation des linken Knies
und des o
ber
en Sprung
gelenks
(
OSG
)
,
ohne
suprapatelläre
n
Kniegelenkserguss
,
ohne
wesentliche Dislokation
und ohne
Nachweis einer Fraktur.
Im linken Fuss zeigte sich eine
diskret impaktierte Fraktur bei ansonsten
unauffällige
n
ossäre
n
Strukturen
.
Betreffend die Schulter
ergaben sich
unauffällige Stellungsver
hält
nisse und eine unspezifische Aufhellungslinie am Tuberculum majus
. Die
Abdo
mensono
graphie
ergab
kein
erlei Nachweis einer
Organläsion
.
Die Ärzte
schaft empfahl
eine
konservative Behandlung mittels Analgesie und Physiotherapie
(
Urk.
10/4
-7
,
Urk.
10/28/2
).
3.2
Die Ärzte
der
A._
Klinik hielt
en im
Bericht vom 1
0.
Juli 2014 zusätzlich multiple Kontusionen der linken Körperhälfte mit linksseitiger Flankenkon
tu
sion und linksseitiger Kniedistorsion mit Zuzug einer VKB-Ruptur, MCL-Läsion Grad I fest. Die Beschwerdeführerin
habe
über
rezidivierende
Kniegelenkser
güsse und Schmerzen aussenseit
lich am linken Knie geklagt
.
Klinisch zeige sich
ein linksseitiges Schonhinken, insgesamt unsicheres Gangbild, eine deutliche
Quadrizepsatrophie
links, ein mässiger
, palpable
r
Erguss sowie verschiedentlich
Druckschmerzen.
D
ie
Röntgenaufnahme
des linken Kniegelenks
vom
1
0.
Juli 2014
ergab nebst der bekannten
Fibulaköpfchenfraktur
ansonsten einen
unauf
fälligen ossären Status
. Die Ärzte ordneten erneut Physiotherapie
zur Kräftigung der muskulären Führung an
(
Urk.
10/36)
.
3.3
Die
am 2
5.
August 2014 im Spital
H._
durchgeführte
Schultergelenks
arthro
graphie
resp.
MRI der linken Schulter zeigte einen nicht dislozierten,
mittel
volumigen
,
ossären Bandausriss der Supraspinatussehne, ohne Nachweis einer
Rotatorenmanschettenruptur
bei sonst innerhalb der Norm liegendem
Arthro
-M
RI des linken Schultergelenks
(
Urk.
10/
37
f.
).
3.4
Die
in der
A._
Klinik
im September 2014
durchgeführte
Knietestung
er
gab
eine gute Stabilität bei deutlich
muskulärem Defizit
(
Urk.
10/40). Im weiteren Verlauf habe sich unter der
konservative
n
Therapie
sowohl subjektiv als auch klinisch
grundsätzlich
ein guter Verl
auf gezeigt
.
B
ezogen auf die Knieproble
matik
erachteten die Fachärzte
eine Wiederaufnahme der Arbeit im Sinne eines ersten Arbeitsversuchs ab ca. Ende September 2014
als
möglich (
Urk.
10/46).
Ab Ende
Januar 2015
wurden
seitens der
A._
Klinik
bezüglich untere Extremität
keine
ordentlichen
Kontrolltermine mehr vereinbart
(vgl.
Urk.
10/62
)
.
3.
5
Mit Bericht vom 1
5.
Oktober 2015
notierten
die Ärzte der
A._
Klinik
, Orthopädi
e
Obere Extremitäten,
eine nicht dislozierte Tuberculum majus- Frak
tur der linken Schulter, fraglicher Anriss des
Bizepsankers
.
Sie empfahlen die
Weiterführu
ng der konservativen Therapie sowie Medikation zur U
nter
stütz
ung der Knochenheilung
, worunter sich die Beschwerdesymptomatik
ab Dezem
ber
deutlich verbessert
zeigt
e
.
Entsprechend wurde d
er
Beschwerdeführerin
bezo
gen auf die Schultersymptomatik
a
b anfangs Dezember 2014
eine 100
%
ige A
rbeitsfähi
gkeit attestiert
und die Behandlung anfangs März 2015 abge
schloss
en
(
Urk.
10/47
,
Urk.
10/55
,
Urk.
10/84).
3.
6
Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 1
2.
März 2015
diagnostizierte
Dr.
B._
(1) einen nicht dislozierten,
mittelvolumigen
,
ossären Bandau
s
riss der Supraspinatussehne link
s
, (2) eine nicht dislozierte
Sternumfraktur
, (3) eine nicht dislozierte
Fibulaköpfchenfraktur
links, VKB-Ruptur sowie (4) eine OSG-Distorsion links ohne Nachweis
osteoartikulärer
trau
m
atischer Läsionen (CT;
Urk.
10/81/6).
Er kam zum Schluss
,
der
medizinische Endzustand
sei
noch
nicht erreicht.
Insbesondere
sei je nach Verlauf der konservativen Kniebe
hand
lung die Indikation einer
VKB-Plastik abzuklären. Sodann empfahl er eine Kern
spintomographie der LWS inkl
.
dorsolumbalen
Wirbelsäulenübergang
s
zum Ausschluss allfälliger
Traumafolgen
. Schliesslich sei angesichts der augenfälli
gen psychischen Alteration der Beschwerdeführerin eine psychiatrische Beurtei
lung einzuholen.
Aktuell sei die Beschwerdeführerin
zu 40
%
arbeitsfähig.
Das
Besteigen
von Leitern
sei
zu vermeiden. R
e
petitives Arbeiten über Kopf sei
ungee
ignet, sporadisch aber zumutbar (
Urk.
10/
81/1-7
).
3.
7
Mit Bericht vom 1
2.
März 2015 hielt
Dr.
C._
ein
ängstlich-depressive
s
Zu
standsbild im Rahmen
einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
, bei
einer primär einfachen, perfektionistischen und leistungsorientierten
Persönlichkeitsstruktur
fest (
Urk.
10/83/2).
Das
psychopathologische Bild sei
durch eine depressive Stimmungslage, Äng
stlichkeit, chronische Schlafstö
rung
en, aufdrängende Erinner
ungen, Träume und Al
b
träume betreffend
den Vorfall
geprägt. Darüber hinaus bestünden
ein Verlust
von
Selbs
tvertrauen und Selbst
wertgefühl sowie
ein Gefühl, ihrer
Familie, so wie sie
sei
, nicht mehr
zu
genügen oder gerecht werden
zu kö
nn
en. Im Affekt zeige sich die Beschwer
de
führerin
hilflos, hoffnungslos, resigniert und niedergeschlagen. Antrieb
und
Psychomotori
k
entsprä
chen der Grundstimmung. So wirke
die Beschwerdefüh
rerin
im Gespräch erschöpft, missmutig und verbittert. Sie habe das Gefüh
l, dass sie von allen (Arbeitgeber und
Är
z
te) im Stich gelassen wo
rde
n sei
. Für die jetzigen psychischen Bes
chwerden existiere
ein körperbezogenes Erklärungs
modell nach d
e
m Unfall 201
4.
Die Beschwerdeführerin habe das Bedürfnis
,
die Situation zu kontrollier
en und vor allem jetzt das Best
mögliche zu tun
.
Sie sei ausserdem spürbar
traurig und ängstlich, wenn sie über die Geschehnisse aus der Vergangenheit spreche. Gleichzeitig setze sie sich mit Ernsthaftigkeit und Ausdauer mit der Situation auseinander und komme dadurch oft an die Grenze ihrer Belastbarkeit
. Aktuell
bestehe eine
psycho
- und pharmakotherapeutische
Behandlung, worunter sich der Zustand noch nicht ausreichend stabilisiert habe
. Die Beschwerdeführerin fühle sich arbeitsunfähig und sei der Meinung, dass die ärztliche Behandlung noch nicht ausgeschöpft sei. Die Behandlung werde in wöchentlichen Abständen weitergeführt (
Urk.
10/83).
3.
8
Das von
Dr.
B._
angeregte
vertebrospinale
,
lumbosakrale
Kernspinto
mogramm
im Medizinischen Diagnose-Zentrum
F._
vom 1
5.
April 2015 ergab im Wesentlichen einen regelrechten Befund ohne Anhalt einer Wirbel
körperfraktur oder anderweitige
r
posttraumatische
r
Veränderung
en
(
Urk.
10/92)
.
3.
9
Zufolge persistierender
,
belastungs- und bewegungsabhängiger
Restbeschwer
de
n in der
linken Schulter erfolgte am 28.
Mai 2015 eine weitere Konsultation in der
A._
Klinik, anlässlich welcher sich im Bereich des linken Schultergelenks
sowohl klinisch als auch bildmorphol
ogisch ein blander Befund zeigte
(
Urk.
10/104)
.
3.
10
In einer Aktenbeurteilung vom 2
9.
Juli 2015 kam
Dr.
B._
zum Schluss,
es bestehe betreffend das linke Kniegelenk eine Indikation zur VKB-Plastik. Sollte
diese seitens der Beschwerdeführerin abgelehnt werden, sei diesbezüglich der medizinische Endzustand erreicht. Der medizinische Endzustand sei denn auch betreffend die LWS und die linke Schulter erreicht, wobei eine Unfallkausalität der beklagten Lumbal
gi
en anzuzweifeln sei angesichts dessen, dass
diese nach eigenen Aussagen der Beschwerdeführerin erst vier Monate nach dem Unfall
ereignis aufgetreten seien
(
Urk.
10/111).
3.
11
Auf entsprechende Rückfrage seitens der Beschwerdegegnerin gab die behan
delnde Hausärztin
Dr.
med.
G._
, Fachärztin FMH für Innere Medizin und
Rheumatologie, an, eine VKB-Plastik werde seitens
der Beschwerdeführerin
abgelehnt, da
die
A._
Klinik keine Erfolgsgarantie abgeben könne (
Urk.
10/119,
Urk.
10/122).
3.
12
Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom
2
0.
Oktober
2015
stellte
Dr.
B._
im Vergleich zur Voruntersuchung vom 1
2.
März 2015 keine
anderen
Diagnosen (
Urk.
10/132/7, E.
3.6
).
Es bestünden unfallkausale B
elas
tungs
minderung
en
unterschiedlichen Ausmasses
; linkes Schultergelenk: minim, Lumbalregion: minim und unfallfremd, linkes Kniegelenk: mittelgradig,
Rumpf
infolge der nic
ht dislozierten
Sternumfraktur
: minim.
Die
subjektive
Hauptsymptomatik betr
effe
das linke Kniegelenk, wobei ein
be-lastungsabhängi
ges
Brennen im Vordergrund stehe.
Klinisch habe sich eine
erhebliche Knieinstabilität links
gezeigt
bei kernspintomografisch dargestellter
VKB-Ruptur.
Demgegenüber sei die Instabilitätssymptomatik anamnestisch nich
t klar benannt
worden – möglicherweise aus
Angst vor
einer
VKB-Plastik
.
Betreffend das linke Knie
sei
d
er medizinische Endzustand
erreicht, weil für eine mögliche erh
ebliche Verbesserung der Kniesituation links
in der Anamnese der Aspekt der Instabilität trotz mehrmaligen direkten Nachfragens nicht sicher genug in Erscheinung
getreten sei
und
keine
Bereitschaft zur Durchführu
ng der VKB-Plastik bestehe
.
Sodann habe die
durchgeführte
Kernspintomografie der Lendenwirbelsäule mit zusätzlicher Darstellung des
dorsolum
b
al
en
Wirbelsäulenüberganges
trauma
tische Veränderungen ausschliessen
können
, sodass hier
von unfallfremden Be
schwer
den im Bereich des linken
Iliosakralgelenkes
ausgegangen werden
mü
ss
e
.
Damit könne eine
Unfallkausal
ität
der lumbalen Beschwerden
kernspintomo
grafisch ausgeschlossen werden.
Ausgehend von den mechanischen und schmerzbedingten Beeinträchtigungen
sowie unter der Bedingung
, dass die
Beschwerdeführerin
in der körperli
ch leich
testen aller Einsatzmög
lichkeit
en auch weiterhin beschäftigt we
rd
e
, k
ö
nn
e
für das abgeleistete Pensum von 50
%
aus orthopä
disch-
traumatologischer
Sicht
eine volle Ar
beitsfähigkeit angenommen werden.
Bezogen auf den Allgemeinen Arbeitsmarkt
sei die Beschwerdeführerin
vollschichtig einsatzfähig für leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten, repetitiv bis maximal 10 kg Belastung, sporadisch bis 15 kg. Ungeeignet
seien
Arbeiten in der Hocke und im Knien. Ungeeignet
sei
en
häufiges Treppengehen. Leitern und Gerüste dürf
t
en nicht bestiegen werden. Die hin und wieder auftretenden Schulter- und
Stern
um
beschwerden
würden für die Beurteilung der Belastbarkeit in den Hinter
grund treten
(
Urk.
10/132).
4.
4.1
Festzuhalten ist zunächst, dass
die vorliegenden Unterlagen
ausrei
chend Auf
schluss darüber liefern
, dass
betreffend die
(unfallkausalen)
somatischen Leiden
keine namhafte Besserung mehr
zu erwarten ist
. So entschied sich die Be
schwerdeführerin unter den gegebenen Umständen
gegen
die Durchführung
einer
VKB-Plastik (
Urk.
10/11
9,
Urk.
10/122, E.
3.11
)
.
Darüber hinaus
nannten die beurteilenden Fachärzte keine Heilbehandlungen, welche eine
weitere
gesund
heitliche
Verbesserung zu zeitigen vermöch
ten.
Insbesondere wurde eine stationäre Rehabilitation nach Lage der Akten zu keinem Zeitpunkt diskutiert, geschweige denn
wer eine solche
medizinisch indiziert. Den entsprechenden Antrag liess die Beschwerdeführerin
in ihrer Beschwerde
denn auch gänzlich
unbegründet (vgl.
Urk.
1).
Im Übrigen stellen
b
ehandlungsbedürftige
psychische Gesundheitsschäden nach Massgabe der „Psycho-Praxis“
– entgegen der irrigen Vorstellung der Beschwerdeführerin (vgl.
Urk.
1 S. 6)
-
kein Hindernis für den
Fallabschluss dar (vgl.
Rumo-Jungo
/Holzer, Rec
ht
sprechung des Bundesge
richtes
zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Auf
lage
2012, S.
144)
.
Zusammenfassend ist
nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vom erreichten End
zu
stand
der
(unfallkausalen) somatischen Leiden
ausging
und die Taggeld
leis
tungen sowie
Leistungen für Heilbehandlungen
per 1
5.
November 2015 ein
stellte.
4.2
Die Beschwerdegegnerin
stützte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
2
1
.
April
2016 (Urk. 2) in
somatischer
Hinsicht auf die
fachärztlich-orthopä
di
sche
Untersuchung
durch
Dr.
B._
vom
20. Oktober
2015, welche
dieser in Kenntnis und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgab.
4.
3
Konkrete Indizien, welche gegen die Zuverlässigkeit der Beurteilung von Dr.
B._
sprechen, sind nicht ersichtlich.
Sie
leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation und Zusammenhänge ein und ist hinsichtlich der im Einklang mit den erhobenen Befunden
und
subjektiven
Beschwerdeschil
de
rungen
beurteilten Arbeitsfähigkeit
schlüssig
.
Inwiefern
aufgrund der Angaben der Beschwerdeführerin, wonach das Tragen einer Handtasche geringgradige Schulterschmerzen verursache, ihr linker Arm häufiger einschlafe als früher und sie eine Müdigkeit spüre nach längeren Überkopfarbeiten, auf eine mehr als nur minime Belastungseinschränkung der Schulter zu schliessen sei
– so wie beschwerdeweise vorgebracht
(vgl.
Urk.
1 S. 7)
-,
ist nicht
einzusehen
.
Dass
Dr.
B._
die MCL-Läsion Grad I nicht als Diagnose auflistete
,
bleibt
selbstredend
oh
ne Relevanz. Hat er doch eine eigene fachärztliche Untersu
chung des Knie
s vorgenommen,
die erhobenen Befunde notiert und
im
Rahmen seiner Beurteilung berücksichtigt.
Sel
bst
bei der Annahme,
Dr.
B._
habe
der MCL-Läsion Grad I
keinerlei Rechnung getragen
(vgl.
Urk.
1 S. 7 f.)
,
wäre
nicht
einsichtig
, inwiefern diese das medizinische Belastungsprofil zusätz
lich einzuschränken vermöchte. Handelt es sich
bei einer MCL-Läsion Grad I doch um eine i
nkomplette
Läsion
des
Innenbandes
(
Teilriss
), bei
welcher
das
Band
noch
Kontinuität
hat
und
die
Symptome
minimal
sind
(
Drucksch
merzen
beim
Betasten
des
Bandes
)
.
Im Übrigen
erhellt
aus
d
er
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
von
Dr.
B._
klar und widerspruchsfrei, dass die Beschwerdeführerin sowohl in ihrer bisherigen
Tätigkeit
(
im Ausmass
des
effektiv geleisteten 50%-Pensums
und unter Bedingung, dass sie weiterhin in der leichtesten als Einsatzmöglichkeiten
eingesetzt werde
) als auch in einer – näher umschriebenen – angepassten Verweistätigkeit uneinge
schränkt
arbeits
fähig ist.
Dabei hat
Dr.
B._
– entgegen der Darstellung der Beschwer
deführerin
(vgl.
Urk.
1 S. 4)
–
nicht
etwa
festgehalten
,
es handle sich
bei der bishe
rigen Tätigkeit u
m eine körperlich
leichte
. Vielmehr
notierte er
,
es
handle
sich dabei um die leichteste aller Einsatzmöglichkeiten innerhalb der betreff
en
d
en Weberei
.
Entsprechend
geht
die
Darstellung der Beschwerdeführerin, wonach es sich bei der bisherigen Tätigkeit um eine optimal angepasste Tätig
keit handle
, weshalb
keine besser angepasste Arbeit denkbar
sei
(vgl.
Urk.
1 S. 4)
,
ins Leere
.
Im Übrigen ergeben sich
aufgrund der vorliegenden Aktenlage keiner
lei ärztliche Differenzen betreffend die
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
und
erweist
sich die
Einschätzung
von
Dr.
B._
als
zurückhaltend
. So
wurde der Beschwerdeführerin
seitens der
A._
Klinik
bereits
ab anfangs Dezember 2014 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert
(
Urk.
10/55
).
Bei dem insoweit beweiskräftigen Bericht von
Dr.
B._
besteht
– ent
gegen der Beschwerdeführerin – kein weiterer Abklärungsbedarf (antizipierte
Be
weiswürdigung; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_468/2007 vom 6. Dezember
2006 E.2.2 mit Hinweisen).
4.4
Was die
nach eigenen Angaben der Beschwerdeführerin erst im
September 2014
aufgetretene
lumbale
Schmerzproblematik betrifft,
konnte eine Unfallkausalität kernspintomographisch ausgeschlossen werden (vgl.
Urk.
10/92,
Urk.
10/132
/4
)
. Letzteres verbleib denn auch
seitens der Beschwer
deführerin unbestritten
.
4.5
Zusammenfassend
ist gestützt auf die
überzeu
g
e
nde Einschätzung von
Dr.
B._
vom 2
0.
Oktober 2015
davon auszugehen, dass
die
Beschwer
de
führerin
aus orthopädisch-
traumatologischer
Sicht
jedenfalls seit dem 2
0.
Okto
ber
2015 (Datum kreisärztliche Untersuchung)
in
ihrer bisherigen Tätig
keit für das
abgeleistete Pensum von 50
%
uneingeschränkt
und
in
eine
r
– näher umschriebene
n
- leidensangepasste
n
Verweistätigkeit
zu
100
%
arbeits
fähig ist
.
4.6
Die Beschwerdeführerin hat anlässlich des Unfallereignisses vom
27
.
Mai
2014
zweifellos
weder ein Schleudertrauma der HWS noch eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) erlitten (vgl. E. 1.5
.7
)
.
Die
Adäquanz der bestehenden PTBS
,
deren Vorliegen aufgrund der medizini
schen Aktenlage
unbestritten blieb
, ist demnach
nach Massgabe von
BGE 115 V 133 („Psycho-Praxis“)
zu prüfen.
4.
7
4.7.1
Den Hergang des Unfalls schilderte die Beschwerdeführerin gegenüber der Kantonspolizei
Zürich
wie folgt: Sie habe die Fäden
an der Spule
der M
H._
kettenschärmaschine
mit einem Kamm
richten
müssen
. Zu diesem Zweck habe sie die
Sicherhe
itsabschrankung
passiert
. Beim Glätten der Fäden habe sich ihre Jacke in der Maschine verfangen
, womit sie
an die Walze herangezogen
worden sei
.
Sie habe angefangen zu schreien. Die beiden anderen im Raum anwesenden Mitarbeiterinnen hätten auch angefangen, um Hilfe zu schreien.
Sie (d
ie Be
schwer
deführerin
)
habe sich nicht selbst befreien können, da sie schier zweifach um die Walze gewickelt worden
sei
. Schliesslich sei sie von ihrem Chef befreit worden. Anlässlich des Unfalls habe sie ihr Sicherheitskleidungsstück, eine Art Mantel, nicht getragen
(
Polizeirapport der Kantonspolizei Zürich vom 4. Juni 2014
,
Urk.
10/21
).
4.7.2
Dem
Unfallrapport der
Abteilung
Arbeitssicherheit
Luzern
, Bereich Gewerbe & Industrie
,
vom
2.
Juni 2014 ist
zu entnehmen
,
d
i
e Beschwerdeführerin habe die Fäden mit einem Kamm auf die richtige Breite richten wollen und sich zu diesem Zwecke
absichtlich in den nicht frei zugängli
chen Gefahrenbereich be
geben,
sich
mithin
bei laufender Maschine innerhalb des Schutzzaunes befun
den.
Die beiden anlässlich der Abklärungen vor Ort anwesenden
leitenden Mit
ar
beiter hätten sich nicht erklären können, wie die Beschwerdeführerin bei laufender Maschine
in den
Bereich
innerhalb de
s
Schutzzaunes habe gelangen können. Sie hätte
n noch nie jemanden über den Sch
utzzaun klettern s
ehen, den Schutzraum von innen
schliessen oder überhaupt innerhalb des Schutzzaunes be
i noch laufender Maschine geseh
en. Nach Angaben
der Beschwerdeführerin sei dies
allerdings
die übliche Vorgehensweise.
Der Kettenbaum drehe sich mit ca. 90 Umdrehungen pro Minute. Die Beschwerdeführerin
habe
sich beim Rich
ten der Fäden
über den Kettenbaum gebeugt. Dabei müsse ihre Strickjacke vom Kettenbaum erfasst
worden sein. Daraufhin sei die Beschwerdeführerin nach vorne gefallen und
mehrfach um den Kettenbaum gedreht und von den Fäden eingewickelt
worden
.
Ihr
Vorgesetzte
r
habe
sie
schreien gehört, die Maschine gestoppt und die Fäden, mit welchen die Beschwerdeführerin an den Ketten
baum „gefesselt“ worden sei
,
durchgeschnitten. Da er nicht habe einschätzen können, welche Verletzungen sich die Beschwerdeführerin zugetragen habe, habe er sie alsdann neben dem Kettenbaum auf den Boden gelegt und mit ihr gesprochen
,
bis die Sanität eingetroffen sei
(
Urk.
10/17).
4.7
.3
Die Beschwerdegegnerin hat den Unfall zutreffend dem Bereich der mittel
schweren Unfälle im engeren Sinne zugeordnet.
Damit die Adäquanz bejaht werden kann
, müssen die weiteren zu berücksichti
genden Kriterien
gemäss
BGE 115 V 140
Erw
. 6c/
aa
in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein.
4
.7.4
Das
Kriterium
der
Eindrüc
klichkeit des Unfalls kann vorliegend höchstens in einfacher Form bejaht werden
.
Erfordert
es
doch eine objektive Betrachtung des Vorfalles, die unab
hängig davon ist, wie die versi
cherte Person das Geschehen subjektiv erlebt hat (RKUV 1999 Nr. U 330 S. 124; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 18. September 2006 in Sachen K., U 66/06).
Kommt hinzu, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrück
lich
keit eigen ist, welche somit noch nicht für die Bejahung des Kriteriums aus
reichen kann (
vgl.
Rumo-Jungo
/Holzer, a.a.O., S.
69 mit weiteren Hinweisen
)
.
Die Beschwerdeführerin
zog sich anlässlich des Unfalls vom
2
7.
Mai
2014
multi
ple Kontusionen der linken Körperhälfte zu, welche
mittels Physiotherapie behandelt wurde
n und sowohl objektiv als auch su
bjektiv einen guten Verlauf zei
t
igt
en
(
Urk.
10/46)
. Von einer Schwere und besonderen Art der erlittenen somatischen Verletzungen kann damit nicht die Rede sein.
Daran ändert ent
gegen der Beschwerdeführerin (vgl.
Urk.
1 S. 5) selbstredend auch die
Zusprache
einer
Integritätseinbusse
zufolge der verbliebenen linksseitigen Kniebeschwer
den nichts (vgl.
Urk.
10/137).
Sodann liegen weder ärztliche Fehlbehandlungen noch erhebliche Komplika
tio
nen vor. Auch kann nicht von einem schwierigen Heilungsverlauf gespro
chen werden.
Im Gegenteil wurde
n
die
ambulanten
Behandlung
en
in d
er
A._
Klinik bereits
Ende Januar resp. Anfangs
März 2015 abgeschlossen (
Urk.
10/62,
Urk.
10/84)
Die Behandlung erschöpfte sich im Wesentlichen in medikamentöser und Phy
sio
therapie. Damit fehlt das Kriterium einer
fortgesetzten spezifischen bela
sten
den ärztlichen Behandlung
.
Unter diesen Umständen kann das Kriterium der ungew
öhnlich langen Dauer der ärztli
chen Behandlung nicht als erfüllt gelten. Die Behandlung der psychischen Unfallfolgen hat im Rahmen der Adäquanz
beur
teilung unberücksichtigt zu bleiben.
Nicht als erfüllt gelten kann sodann das Kriterium von Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff.).
Gilt
das Kriterium
doch
erst bei einer vollen
Arbeitsunfähigkeit während fas
t drei
Jahren
als erfüllt
(
vgl.
Rumo-Jungo
/Holzer, a.a.O., S. 73 mit weiteren Hinwei
sen
)
.
Vorliegend wurde d
er
Beschwerdeführerin bezogen auf die somatischen Be
schwer
den spätestens ab
Dezember 2014 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit atte
stiert (
Urk.
10/46/3,
Urk.
10/55)
.
So
dann
nahm
die Beschwerdeführerin jedenfalls seit September 2014
keine Schmerzmittel
mehr ein
und klagte sie im weiteren Behandlungsverlauf bei an sich
regredienter
Beschwerdesymptomatik
lediglich
über belastungsabhängige Restbeschwerden
(
Urk.
10/46/2
,
Urk.
10/62/1,
Urk.
10/84
).
Vor diesem Hinter
grund
ist
schliesslich
auch
das Kriterium
der körperlichen Dauerschmerzen nicht erfüllt.
4.7.5
Inwiefern von einer psychiatrischen Expertise neue,
entscheidrelevante
Erkennt
nisse zu erwarten wären, ist nicht ersichtlich. Damit besteht – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin
(vgl.
Urk.
1 S. 6)
– auch
diesbezüglich
kein weiterer Abklärungsbedarf (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. Urteil des Bun
des
gerichts 8C_468/2007 vom 6. Dezember 2006 E.2.2 mit Hinweisen).
4.8
Dieses Ergebnis hat zur Folge, dass der Unfall vom
2
7.
Mai
2014 zwar unter Umständen eine natürlich kausale Teilursache der noch heute bestehenden psy
chischen Beschwerden darstellt,
letztere
diesem aber rechtlich nicht zugeordnet werden können.
Zu keinem anderen Ergebnis führte die Annahme eines mittel
schweren Unfalls im Grenzbereich zu den schweren Ereignissen. Wäre doch spätestens hier das
Kriterium der Eindrücklichkeit des Unfalls
der Qualifikation
immanent
und daher nicht zusätzlich zu bejahen
(
vgl.
Rumo-Jungo
/Holzer, a.a.O., S. 69 mit weiteren Hinweisen).
5.
5.1
Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht anführte, entfällt bei fehlender Arbeits
un
fähigkeit eine Invaliditätsbemessung.
Da die Beschwerdeführerin jedoch ihre Stelle im Nachgang zum Unfall verloren hat und nicht abschliessend klar ist, ob der angestammte Arbeitsplatz den Anforderungen (s. E. 3.12) auch in einem vollen Pensum entsprechen würde, ist ein Einkommensvergleich durchzuführen.
Zu
prüfen bleibt ein
allfälliger
Rentenanspruch
gestützt auf die
somatischen
Unfallfolgen
.
5.
2
Dazu wird das Erwerbseinkommen, das
die versicherte Person nach Ein
tritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch
eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art 16 ATSG). Der Einkommensvergleich hat in der
Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüber
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt.
Arbeitete die versicherte Person vor dem Unfall nur teilzeitlich, so wird der Lohn auf ein 100%-Pensum umgerechnet
(vgl.
Rumo-Jungo
/Holzer, a.a.O., S. 127)
. Entsprechend bleibt ein allfälliger Aufgabenbereich
bei
Teilzeit
beschäftigten im Rahmen
der
Invaliditätsbe
messung
-
entgegen
der
Besc
hwer
de
führerin (vgl.
Urk.
1 S. 7
)
-
unbeachtlich.
5.
3
Als
Schärerin
bei der
Y._
AG
hätt
e die
Beschwerdeführerin im Jahr 2015
einen
Brutto
lohn von Fr.
2‘0
9
0.-- für ein 50%-Pensum
erzielt
(inkl.
Schichtzulage
,
Urk.
10/134/
2
ff.
). Damit hätte ihr Jahreseinkommen bei einem 100%-Pensum (vgl.
Rumo-Jungo
/Holzer, a.a.O., S. 127) im Jahr 20
15
Fr.
50
‘
160
0.--
(
Fr.
4‘
18
0.--
x 12
) betragen
.
5.
4
Da
das bisherige Arbeitsverhältnis bei der
Y._
AG aus gesund
heitlichen Gründen per Ende Februar 2015 aufgelöst worden ist (
Urk.
10/73) und die
Beschwerdeführer
in
nach Eintritt des Gesundheitsschadens bis zum Zeitpunkt des angefochtenen Entscheid
s
keine Erwerbstätigkeit mehr
aufgenommen hat, ist das Invalideneinkommen anhand von Lohntabellen
gemäss
den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturer
hebungen (LSE)
zu ermitteln
(BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl
. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
Ange
sichts des Umstands, dass die Beschwer
deführerin über keine Aus
bildung
verfügt
, ist auf den Lohn für
einfache
Hilfsarbeiten abzu
stellen und somit von einem standardisierten monatlichen Einkommen von Fr. 4‘
112.-- auszu
gehen (LSE 2012, S. 35
, Tabelle TA1, TOTAL,
Kompetenz
ni
veau 1, Frauen
)
, welches auf ein Jahres
einkommen für ein
e 100%ige Tätigkeit im Jahr 2015
hochzurechnen ist.
Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 201
2
von 41.7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen
[
NOGA 2008
]
, in Stunden pro Woche, 1990-2015, A-S) sowie der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2015
(Indexstand
2630
[2012] auf
2686
[2015], vgl. Bundesamt für Statistik, Arbeitsmarktindikatoren 2016, T 35 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreis
e und der Reallöhne, 1976–2015, Frauen
)
ergibt sich für ein 100%-Arbeitspensum somit ein Jahreseinkommen von rund Fr.
52‘536.-- (Fr. 4‘112
.-- : 40 x 41.7 x 12 :
2630
x
2686
).
5.
5
Aus der Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen resultiert
k
eine Erwerbseinbusse
, womit auch kein Rentenanspruch besteht.
6.
Nach dem Gesagten
erweist sich d
er
angefochtene
Entscheid
als rechtens und
ist die Beschwerde abzuweisen.