Decision ID: ba4964a6-497f-5f0e-bcea-3bee0dd2696b
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer suchte am 27. November 2007 in der Schweiz
um Asyl nach. Dabei gab er im Wesentlichen an, er habe mit seiner Part-
nerin D._ eine Tochter namens B._, geboren am (...). Beide
hielten sich derzeit in Eritrea auf. Er habe nie mit ihnen zusammengelebt,
da er im Jahr 1997 in den Militärdienst eingezogen worden sei. Am (...)
2004 habe er die Erlaubnis erhalten, für einen Tag seine Partnerin und die
gemeinsame Tochter zu besuchen. Am folgenden Tag sei er nicht mehr zur
Einheit zurückgekehrt, sondern in den E._ gereist. Seit seiner Aus-
reise habe er keinen Kontakt mit seiner Partnerin und der Tochter. Er habe
einerseits nie daran gedacht, mit den beiden auszureisen. Andererseits
wäre dies aus finanziellen Gründen ohnehin nicht möglich gewesen.
A.b Das Bundesamt für Migration (BFM) anerkannte den Beschwerdefüh-
rer mit Verfügung vom 26. Januar 2009 als Flüchtling und gewährte ihm
Asyl.
B.
B.a Am 14. Juli 2011 ersuchte der Beschwerdeführer das BFM um Bewilli-
gung der Einreise und Familienzusammenführung zugunsten seiner Part-
nerin D._ und den gemeinsamen Töchtern B._ und
C._.
B.b Mit Schreiben vom 22. August 2011 forderte das BFM den Beschwer-
deführer auf, verschiedene Fragen zu beantworten. In seinem Antwort-
schreiben vom 2. September 2011 führte der Beschwerdeführer aus, er
habe seine Partnerin im Dezember 2001 kennengelernt. Er habe nie mit
ihr und der gemeinsamen Tochter B._ zusammengelebt, da er im
Militär gewesen sei. Von der Existenz der Tochter C._ habe er erst
im Jahr 2008 erfahren. Im August 2011 habe er zuletzt telefonischen Kon-
takt mit seiner Partnerin gehabt.
Als Beweismittel gab der Beschwerdeführer die Geburtsurkunden der bei-
den Töchter und die Identitätskarte seiner Partnerin – alles jeweils in Kopie
– zu den Akten.
B.c Mit Verfügung vom 13. September 2011 bewilligte das BFM die Einrei-
sen in die Schweiz nicht und lehnte das Gesuch um Familienzusammen-
führung ab.
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Zur Begründung führte es aus, den Akten seien keine Hinweise zu entneh-
men, dass der Beschwerdeführer vor seiner Flucht mit seiner Partnerin und
der Tochter B._ in einem gemeinsamen Haushalt gelebt habe. Die
zweite Tochter habe er in seinem Asylverfahren gar nicht erwähnt. Beides
habe er in der Stellungnahme vom 2. September 2011 bestätigt. Da er vor
seiner Ausreise aus Eritrea weder mit D._ verheiratet gewesen sei,
noch mit ihr zusammengelebt habe, könne nicht von einer vorbestandenen
Familiengemeinschaft im Sinne von Art. 51 Abs. 1 AsylG
(SR 142.31) ausgegangen werden.
Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
C.
C.a Mit Eingabe vom 30. April 2012 ersuchte der Beschwerdeführer das
BFM um Bewilligung der Einreise zwecks Durchführung des Asylverfah-
rens für seine Ehefrau F._. Er habe sie am (...) 2012 in G._
geheiratet. Seine Ehefrau halte sich derzeit in H._ auf.
C.b Mit Verfügung vom 20. Mai 2014 bewilligte das BFM die Einreise von
F._ in die Schweiz nicht und lehnte das Asylgesuch ab. Eine dage-
gen erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil
E-3203/2014 vom 25. März 2015 ab.
D.
Mit Eingabe vom 11. Februar 2020 reichte der Beschwerdeführer beim
SEM ein erneutes Gesuch um Familienzusammenführung zugunsten sei-
ner Töchter B._ und C._ ein. Zur Begründung machte er im
Wesentlichen geltend, seit August 2017 habe er einen unbefristeten Ar-
beitsvertrag und sei finanziell unabhängig. Er wolle seine beiden Töchter,
welche sich derzeit in H._ als Flüchtlinge aufhielten, in die Schweiz
holen. Deren Mutter D._ sei damit einverstanden. Zudem gab er an,
seine Ehefrau F._ und die gemeinsame Tochter I._ seien am
(...) 2016 im Meer ums Leben gekommen. Er habe ihre Leichen in
J._ identifiziert.
Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer mehrere Arbeitszeugnisse,
einen Arbeitsvertrag vom 3. Februar 2016, Lohnabrechnungen von No-
vember 2019 bis Januar 2020, diverse Integrationsbestätigungen, ein
Schreiben der Stadt L._ vom 20. September 2017 sowie die UN-
HCR-Karten seiner beiden Töchter ein.
E.
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E.a Die Vorinstanz nahm mit Schreiben vom 20. Mai 2020 die Eingabe vom
11. Februar 2020 als Wiedererwägungsgesuch entgegen und führte aus,
mit Verfügung vom 13. September 2011 sei festgestellt worden, im Zeit-
punkt der Flucht des Beschwerdeführers habe keine Familiengemeinschaft
mit den beiden Töchtern bestanden. In seinem Gesuch vom 11. Februar
2020 bestreite er dies nicht, weshalb dieses zum Vornherein aussichtlos
sei. Es stehe ihm jedoch frei, bei den kantonalen Behörden ein Gesuch um
Familiennachzug gestützt auf das Ausländer- und Integrationsgesetz ein-
zureichen. Falls er sein Gesuch der Familienzusammenführung gemäss
Asylgesetz aufrechterhalten wolle, werde das SEM einen Gebührenvor-
schuss in der Höhe von Fr. 600.– verlangen.
E.b Der Beschwerdeführer hielt mit Schreiben vom 18. August 2020 an sei-
nem Gesuch vom 11. Februar 2020 fest und gab zwei Fotos von sich mit
seinen beiden Töchtern zu den Akten.
E.c Mit Verfügung vom 1. Oktober 2020 forderte die Vorinstanz den Be-
schwerdeführer – unter Androhung des Nichteintretens im Unterlassungs-
fall – auf, einen Gebührenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.– zu bezahlen.
Dieser Aufforderung kam der Beschwerdeführer am 28. Oktober 2020 frist-
gerecht nach.
E.d Am 23. Dezember 2020 ersuchte die Vorinstanz den Beschwerdefüh-
rer, zum Zusammenleben mit der Tochter B._ während seiner Mili-
tärzeit und zur Aufrechterhaltung der Beziehung zu den beiden Töchtern
nach seiner Flucht Stellung zu nehmen, sowie weitere Beweismittel einzu-
reichen.
E.e Mit Schreiben vom 29. Januar 2021 gab der Beschwerdeführer eine
Erklärung von D._ vom 11. Juni 2020, ihre eritreische Identitäts-
karte inklusive Übersetzung und ihre UNHCR-Karte, die UNHCR-Karten
der beiden Töchter und sieben Fotos – alles jeweils in Kopie – zu den Ak-
ten. Gleichzeitig bat er um Ansetzung einer Frist zur Einreichung der Origi-
nale.
E.f Mit Eingabe vom 2. Februar 2021 gab der Beschwerdeführer Bestäti-
gungen von Geldüberweisungen der Monate April, Mai, Juni, August, Ok-
tober und Dezember 2020 zu den Akten.
E.g Am 6. Februar 2021 reichte der Beschwerdeführer das Original der Er-
klärung von D._ vom 11. Juni 2020 ein.
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F.
Mit Verfügung vom 11. Februar 2021 wies die Vorinstanz das Wiedererwä-
gungsgesuch ab, erklärte die Verfügung des BFM vom 13. September 2011
für rechtskräftig und vollstreckbar, wies den Antrag um Gewährung einer
zusätzlichen Frist zur Einreichung weiterer Beweismittel ab und stellte fest,
einer allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu.
G.
Mit Eingabe vom 1. März 2021 (Poststempel vom 9. März 2021) erhob der
Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Er bean-
tragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei seinen bei-
den Kindern die Familienzusammenführung zu bewilligen. Zusätzlich sei
der leiblichen Mutter der Kinder die Familienzusammenführung zu bewilli-
gen und ihr eine Einreisebewilligung zu erteilen. In prozessualer Hinsicht
sei ihm die unentgeltliche Prozessführung und amtliche Verbeiständung zu
gewähren. Eventualiter sei ihm das Formular «unentgeltliche Rechts-
pflege» zuzustellen.
Als Beweismittel gab der Beschwerdeführer neben bereits beim SEM ein-
gereichten Beweismitteln die Geburtsurkunden seiner beiden Töchter im
Original, einen Mietvertrag, Lohnabrechnungen von Dezember 2020 bis
Februar 2021 und ein Schreiben der Krankenkasse betreffend Prämien zu
den Akten.
H.
Am 10. März 2021 bestätigte das Gericht dem Beschwerdeführer den Ein-
gang der Beschwerde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend
– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwerde-
führer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert
(Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde
(Art. 108 Abs. 6 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist – unter Vorbehalt von
E. 4 – einzutreten.
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2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG.
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin beziehungsweise ei-
nes zweiten Richters entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend
aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur summa-
risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
4.
Soweit der Beschwerdeführer beantragt, der Mutter seiner Kinder sei eine
Einreisebewilligung zu erteilen und die Familienzusammenführung zu be-
willigen, ist festzuhalten, dass er in seinem Gesuch vom 11. Februar 2020
nur um Bewilligung der Familienzusammenführung für seine beiden Töch-
ter ersuchte. Der erst im Beschwerdeverfahren gestellte Antrag stellt dem-
nach eine unzulässige Erweiterung des Streitgegenstands dar, weshalb
darauf nicht einzutreten ist.
5.
Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich geregelt
(vgl. Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist dem SEM innert
30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schriftlich und
begründet einzureichen (Art. 111b Abs. 1 AsylG).
In seiner praktisch relevantesten Form bezweckt das Wiedererwägungs-
gesuch die Änderung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung an eine
nachträglich eingetretene erhebliche Veränderung der Sachlage (vgl.
BVGE 2014/39 E. 4.5 m.w.H.). Falls die abzuändernde Verfügung – wie
vorliegend – unangefochten blieb – oder ein eingeleitetes Beschwerdever-
fahren mit einem blossen Prozessentscheid abgeschlossen wurde – kön-
nen auch Revisionsgründe einen Anspruch auf Wiedererwägung begrün-
den (zum sogenannten "qualifizierten Wiedererwägungsgesuch" vgl.
BVGE 2013/22 E. 5.4 m.w.H.).
6.
6.1 Gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG werden Ehegatten von Flüchtlingen und
ihre minderjährigen Kinder als Flüchtlinge anerkannt und erhalten Asyl,
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wenn keine besonderen Umstände dagegensprechen (Familienasyl). Wur-
den die anspruchsberechtigten Personen durch die Flucht getrennt und be-
finden sie sich im Ausland, ist ihre Einreise auf Gesuch hin zu bewilligen
(Art. 51 Abs. 4 AsylG).
6.2 Die Erteilung einer Einreisebewilligung nach Art. 51 Abs. 4 AsylG setzt
gemäss konstanter Rechtsprechung eine zum Zeitpunkt der Flucht vorbe-
standene Familiengemeinschaft, die Trennung der Familie durch die Flucht
sowie die fest beabsichtigte Familienvereinigung in der Schweiz voraus
(BVGE 2012/32 E. 5).
7.
7.1 Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss,
es würden keine Wiedererwägungsgründe vorliegen.
Es seien den Akten nach wie vor keine Hinweise zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer vor seiner Flucht aus Eritrea mit seiner Tochter
B._ in einer Familiengemeinschaft gelebt habe. Auch nach entspre-
chender Aufforderung habe er kaum Informationen über das Zusammenle-
ben mit B._ ausserhalb der Militärzeit preisgegeben. Als Beweis-
mittel habe er nur zwei Fotos eingereicht, welche aus der Zeit vor seiner
Flucht aus Eritrea zu stammen scheinen. Die schlechte Qualität der Fotos
erschwere jedoch die Identifizierung der Personen. Auch der Kontext, in-
dem die Fotos aufgenommen worden seien, sei unklar. Der Beschwerde-
führer bestreite sodann nicht, von der Existenz seiner Tochter C._
erst im Jahr 2008 erfahren zu haben.
Ferner sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer seit 16 Jahren von
seinen Töchtern getrennt lebe und gemäss eigenen Angaben während vier
Jahren nach seiner Flucht aus Eritrea keinen Kontakt mit ihnen gehabt
habe. Trotz entsprechender Aufforderung habe er sich dazu nicht weiter
geäussert. Im Anhang des Schreibens vom 18. August 2018 (recte:
18. August 2020) habe er zwei Fotos eingereicht, auf welchen er zusam-
men mit B._ und C._ abgebildet sei, was nahelege, dass er
seine Töchter einmal nach seiner Flucht aus Eritrea besucht habe. Die Fo-
tos sowie die Bestätigungen von Geldüberweisungen, welche alle aus dem
Jahr 2020 stammen würden, seien jedoch nicht ausreichend, um die Auf-
rechterhaltung von Kontakten über einen so langen Zeitraum zu belegen.
Der Beschwerdeführer habe demnach weder das Bestehen einer tatsäch-
lich gelebten und dauerhaften Familiengemeinschaft in Eritrea, noch deren
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Aufrechterhaltung nach der Flucht glaubhaft machen können, selbst wenn
die Zeit, in der er sich im Militärdienst befunden habe und die Unmöglich-
keit der direkten Kontaktaufnahme nach der Flucht berücksichtigt werde.
Die Voraussetzungen von Art. 51 Abs. 1 und Abs. 4 AsylG seien demnach
nach wie vor nicht erfüllt. Die Frage, ob eine Familienzusammenführung im
Interesse der Kinder sei – auch wenn deren Mutter damit einverstanden
wäre – könne damit offenbleiben.
7.2 In der Rechtmitteleingabe macht der Beschwerdeführer geltend, von
1997 bis 2004 habe er Militärdienst geleistet. Im Jahr 2000 habe er die
Mutter seine Töchter kennengelernt. Nach der Geburt seiner älteren Toch-
ter B._ habe er diese und seine Partnerin einmal pro Woche besu-
chen können. Eine Familiengemeinschaft habe demnach trotz seiner mili-
tärdienstbedingten Abwesenheit bestanden. Von der Existenz seiner zwei-
ten Tochter C._ habe erst im Jahr 2008 erfahren, da er nach seiner
Ausreise während vier Jahren keinen Kontakt mit seiner Partnerin gehabt
habe. Seither habe er die Beziehung zu seinen Töchtern intensiviert und
überweise ihnen regelmässig Geld.
8.
8.1 Der Beschwerdeführer begründet sein Gesuch um erneute Familienzu-
sammenführung im Wesentlichen mit der Veränderung seiner finanziellen
Situation und bringt vor, er habe seit August 2017 eine unbefristete Anstel-
lung und überweise seinen Töchtern regelmässig Geld. Als Beleg dafür
reichte er seinen Arbeitsvertrag, mehrere Lohnabrechnungen, Bestätigun-
gen von Geldüberweisung aus dem Jahr 2020 und diverse Fotos ein. Die
Vorinstanz führte in der angefochtenen Verfügung zutreffend aus, die Be-
lege von Geldüberweisungen aus dem Jahr 2020 und die Fotos seien nicht
ausreichend, um eine seit der Flucht des Beschwerdeführers im Jahr 2004
aufrechterhaltene Beziehung zu seinen beiden Töchtern glaubhaft zu ma-
chen. Der Beschwerdeführer substantiiert denn auch weder in den zahlrei-
chen Eingaben – trotz entsprechender Aufforderung der Vorinstanz – noch
in der Beschwerde, wie er den Kontakt mit seinen Töchtern nach seiner
Ausreise aus Eritrea im Jahr 2004 aufrechterhalten hat. Ebenso wenig legt
er dar, wann und unter welchen Umständen die Fotos, die ihn zusammen
mit seinen Töchtern zeigen, aufgenommen wurden. Der Beschwerdeführer
kann demnach nicht glaubhaft machen, dass er die familiären Bindungen
zu seinen Töchtern nach der Flucht ununterbrochen aufrechterhalten hat
(vgl. BVGE 2018 VI/6), womit bereits eine der kumulativ zu erfüllenden Vo-
raussetzungen von Art. 51 Abs. 1 und Abs. 4 nicht erfüllt ist.
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8.2 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, er habe vor seiner Flucht
trotz Abwesenheiten aufgrund seiner Militärdienstpflicht in einer Familien-
gemeinschaft mit seiner älteren Tochter B._ gelebt und von der
Existenz seiner jüngeren Tochter C._ erst im Jahr 2008 erfahren,
ist darauf hinzuweisen, dass er im Wesentlichen dasselbe wie im ordentli-
chen Verfahren vorbringt. Der Sinn der Wiedererwägung ist jedoch nicht
die erneute rechtliche Würdigung eines bereits hinlänglich erstellten und
endgültig beurteilten Sachverhalts (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen
der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1999 Nr. 4 E. 5a S.
24 f.) und dient insbesondere nicht dazu, eine verpasste Beschwerdefrist
zu ersetzen (vgl. EMARK 2000 Nr. 24 E. 3b S. 217 f.). Es ist unzulässig,
ein rechtskräftig abgeschlossenes Verfahren unter dem Titel eines Wieder-
erwägungsgesuchs faktisch zu wiederholen, indem die rechtliche Beurtei-
lung der verfügenden Behörde (erneut) in Frage gestellt wird (vgl. Urteile
des BVGer D-6630/2016 vom 2. November 2016 E. 7.1 und D-5989/2013
vom 30. Oktober 2013 E. 7.1). Dem Beschwerdeführer steht es – wie be-
reits die Vorinstanz im Schreiben vom 20. Mai 2020 ausgeführt hat – frei,
bei der kantonalen Behörde ein Gesuch um Familiennachzug nach den
Bestimmungen des Ausländer- und Integrationsgesetzes (AIG; SR 142.20)
einzureichen.
8.3 Zusammenfassend liegen keine Wiedererwägungsgründe vor, wes-
halb die Vorinstanz das Gesuch um Wiedererwägung der Verfügung vom
13. September 2011 zu Recht abgewiesen hat. Die Beschwerde ist abzu-
weisen, soweit darauf einzutreten ist.
9.
9.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung und amtlichen Verbeiständung. Aufgrund der vorstehen-
den Erwägungen ergibt sich, dass seine Begehren als aussichtlos zu gel-
ten haben, womit eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen ge-
mäss Art. 65 Abs. 1 und Abs. 2 VwVG nicht gegeben ist. Die Gesuche sind
demnach abzuweisen.
9.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 1'500.–
festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]).
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