Decision ID: 0c125d49-f064-434e-979b-a0df607526be
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ war vom 1. September 1988 bis 1. Januar 1994 und erneut vom 1. Februar
1996 bis 31. März 1999 bei der B._ AG (nachfolgend: Arbeitgeberin) als Hilfsarbeiter
tätig und dadurch bei der ASGA Pensionskasse des Gewerbes (nachfolgend: ASGA)
berufsvorsorgerechtlich versichert (act. G1, act. G6.2).
A.b Nachdem der Versicherte 1992 bereits wegen einer reaktiven Depression nach
Suizidversuch stationär behandelt worden war (vgl. Bericht vom 7. Mai 1992; IV-
Rentenakten 53, 54), befand er sich aufgrund einer endomorphen Depression mit
latenter Suizidalität vom 29. April bis 10. August 1999 stationär im Landeskrankenhaus
C._ (Bericht vom 17. August 1999; act. G1.3).
A.c Dr. E._ und Dr. F._, Gutachter der österreichischen
Pensionsversicherungsanstalt der Arbeiter, berichteten im November 2001, es bestehe
derzeit kein wesentliches depressives Zustandsbild, und es sei keine Invalidität
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vorliegend. Wegen der herabgesetzten psychischen Belastbarkeit seien dem
Versicherten keine Akkord-, Schicht- oder Nachtarbeit sowie ausschliessliche
Fliessband- oder Bildschirmarbeit möglich (IV-Rentenakten 2-40 ff.). Dr. med. G._
diagnostizierte Ende 2001 eine depressive Entwicklung vom Typus einer chronischen
Dysthymie, derzeit Subdepressivität mit Verdeutlichungstendenz und rezidivierender
Suizidalität bei Zustand nach Medikamentenintoxikation im Jahr 1992. Aus der Sicht
seines Fachgebietes wäre dem Versicherten die Wiederaufnahme einer leichten bis
mittelschweren Tätigkeit grundsätzlich zumutbar, dies bei normaler Arbeitszeit
tagsüber ohne Schicht-, Akkord- und Nachtarbeit (Bericht wohl vom 21. Dezember
2001; act. G6.6, vgl. auch Bericht vom 8. November 2001; IV-Rentenakten 2-44 f.).
A.d Bei einem erneuten stationären Aufenthalt im Landeskrankenhaus C._ vom 26.
März bis 31. Mai 2002 wurden aus psychiatrischer Sicht eine zunächst mittelgradig
depressive bipolare affektive Störung mit anschliessendem Kippen in eine
hypomanische Episode (ICD-10: F31.0) sowie eine Persönlichkeitsstörung mit
narzisstischen Zügen (ICD-10: F60.8) diagnostiziert (Bericht vom 14. Juni 2002; IV-
Rentenakten 24). Dr. med. H._, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie
diagnostizierte in seinem Gutachten vom 10. Juli 2002 einen Zustand nach einer
abgelaufenen depressiven Krise. Eine ausgeprägte depressive Störung sei gegenwärtig
nicht manifest. Arbeiten, welche in psychischer Hinsicht keine ausgeprägten
Belastungen mit sich brächten, seien grundsätzlich (seit 1. August 2001) weiterhin mit
einem Pensum von 8 Stunden täglich möglich. In körperlicher Hinsicht ergäben sich
keine Einschränkungen (IV-Rentenakten 2-1 ff.). Bei stationären Aufenthalten im
Landeskrankenhaus C._ vom 12. August bis 16. Oktober 2002 und vom 24.
November 2002 bis 8. Januar 2003 diagnostizierten die dort behandelnden Ärzte
sodann eine bipolare affektive Störung mit gegenwärtig mittelgradiger depressiver
Episode (ICD-10: F31.3) (Berichte vom 21. Oktober 2002 und 11. März 2003, IV-
Rentenakten 24-1 ff.).
A.e Die Sozialversicherung Österreich hatte den Anspruch auf eine Invaliditätspension
am 18. Dezember 2001 verneint, da dem Versicherten sinngemäss eine adaptierte
Tätigkeit noch zumutbar sei (IV-Rentenakten 11-6 f., vgl. act. G6.12). Mit Verfügung
vom 2. Mai 2003 wies auch die IV-Stelle des Kantons St. Gallen den Antrag auf eine
Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 10% ab. Sie führte aus, der Versicherte
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sei seit 12. März 1999 arbeitslos, eine leichtere Hilfsarbeit sei ihm jedoch noch
zumutbar (act. G6.5)
A.f Dr. med. I._, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, untersuchte den
Versicherten im Auftrag der österreichischen Sozialversicherung am 14. Juni 2004 und
befand, der Versicherte sei derzeit psychisch nur gering belastbar, es seien ihm
Arbeiten unter einem geringen Zeitdruck unter Vermeidung von Nacht-, Schicht- oder
Akkordarbeit mit mehr als den üblichen Arbeitspausen zumutbar (act. G1.5). Vom 16.
Juni bis 28. Juli 2004 und 18. März bis 18. April 2005 befand sich der Versicherte in
stationärer Behandlung (IV-Rentenakten 7-1 ff., IV-Rentenakten 34-2 ff.). Dr. G._
diagnostizierte mit Gutachten vom 11. Juli 2005 eine die Erwerbsfähigkeit mindernde
bipolare affektive Störung mit derzeit subdepressiver Stimmungslage und klinisch
instabilem Verlauf (ICD-10: F31.9, F31.3). Der Versicherte sei weiterhin zentral nicht
ausreichend belastbar, es empfehle sich eine weitere Zuerkennung einer IV-Pension.
Eine Besserung des Gesundheitszustandes sei rein in psychiatrischer Hinsicht in
absehbarer Zeit nicht zu erwarten (act. G1.5).
A.g Mit Bescheid vom 28. Juli 2004 hatte die Sozialversicherung Österreich dem
Versicherten vom 1. April 2004 bis 30. Juni 2005 eine befristete Invaliditätspension
zugesprochen, welche darauf zunächst jeweils befristet, dann unbefristet
weitergewährt wurde (vgl. act. G6.12, IV-Rentenakten 72 und 98). Mit Verfügung vom
30. August 2007 sprach die Invalidenversicherungs-Stelle für Versicherte im Ausland
(IVSTA) dem Versicherten ab 1. September 2006 eine ganze IV-Rente zu, da eine
langdauernde Krankheit seit diesem Zeitpunkt eine Arbeitsunfähigkeit von 100%
verursache (IV-Rentenakten 77). Nachdem der Versicherte dagegen Beschwerde ans
Bundesverwaltungsgericht erhoben hatte, zog die IVSTA die angefochtene Verfügung
in Wiedererwägung und sprach dem Versicherten ab dem 1. Juni 2003 bei einem IV-
Grad von 100% eine ganze IV-Rente zu (vgl. Schreiben vom 24. Januar 2008, das die
Begründung enthält, der Versicherte weise seit dem 21. Juni 2003 [Beginn
langanhaltender Krankengeldbezug] eine Invalidität von 100% auf; act. G1.6, act.
G6.8). Daraufhin schrieb das Bundesverwaltungsgericht das Beschwerdeverfahren am
31. März 2008 als gegenstandslos ab (act. G1.6, act. G6.11). Ab 1. Juni 2003 bzw. 1.
Oktober 2011 richtete die IVSTA dem Versicherten zudem IV-Kinderrenten für seine
1990 und 2006 geborenen Kinder aus (IV-Kassenakten 158, 241 f., IV-Renten-akten
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81). Nach Prüfung einer Rentenrevision bestätigte die IVSTA den bisherigen
Rentenanspruch am 19. Februar 2013 (act. G1.6).
A.h Mit Schreiben vom 2. Dezember 2013 bat der Versicherte die ASGA sinngemäss
um Prüfung allfälliger Leistungsansprüche (act. G6.13). Diese verneinte am 11. Februar
2014 einen Leistungsanspruch, da der Beginn der massgebenden Erwerbsunfähigkeit
nicht in den versicherten Zeitraum gefallen sei (act. G6.14). Der Versicherte wandte
dagegen ein, Beginn der erstmaligen Krankheit sei 1992 bzw. 1999 gewesen, also zu
einem Zeitpunkt, als er bei der ASGA versichert gewesen sei (Schreiben vom 9. April
2014; act. G6.15). Mit Schreiben vom 6. Mai 2014 hielt die ASGA an ihren
Ausführungen vom 11. Februar 2014 fest und lehnte einen Leistungsanspruch ab. Sie
führte aus, die massgebende Erwerbsunfähigkeit habe im Juni 2003 und damit nicht im
versicherten Zeitraum begonnen (act. G1.7). Der Versicherte, vertreten durch
Rechtsanwalt Mag.iur. A. Falkner, machte mit Schreiben vom 1. Juli 2014 und 1.
September 2014 geltend, seine Erkrankung, welche zur Invalidisierung geführt habe,
habe bereits Anfang des Jahres 1999 während des Versicherungsverhältnisses mit der
ASGA zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von mindestens 20% geführt. Die
ASGA sei daher leistungspflichtig (act. G6.16, act. G6.18). Mit Schreiben vom 26.
August 2014 und 15. September 2014 hielt die ASGA an ihren Ausführungen fest und
brachte vor, die seit Juni 2003 bestehende Gesundheitsverschlechterung mit
Begründung einer Invalidität stehe nicht in einem engen zeitlichen Zusammenhang zur
während der Versicherungszeit eingetretenen Arbeitsunfähigkeit (act. G6.17, act.
G6.19).
B.
B.a Mit Klage vom 16. Februar 2015 beantragt der Versicherte (nachfolgend: Kläger),
es sei die ASGA (nachfolgend: Beklagte) zu verpflichten, ihm ab dem 1. Juni 2003 eine
obligatorische Invalidenrente und Invalidenkinderrente basierend auf einem IV-Grad
von 100% auszurichten; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zudem ersucht er um
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Er führt aus, seine invalidisierenden
Gesundheitsbeeinträchtigungen hätten im März 1999, während des
Versicherungsverhältnisses mit der Beklagten, ihren Ausgang (gemeint wohl: Anfang)
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genommen. Seither sei er durchgehend zumindest im Ausmass von 20% in seiner
Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt gewesen (act. G1).
B.b Am 2. März 2015 entsprach das Versicherungsgericht dem Gesuch um
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (act. G2).
B.c In ihrer Klageantwort vom 29. April 2015 beantragt die Beklagte die
vollumfängliche Abweisung der Klage; unter Entschädigungsfolge. Sie bringt vor, im
April 1999 sei zwar eine Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit eingetreten, der
Kläger habe jedoch sehr bald, jedenfalls noch vor Ablauf der einjährigen Wartefrist,
wieder eine volle Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten erlangt. Diese vollständige
Arbeitsfähigkeit habe mindestens bis Juni 2003, also während über drei Jahren,
bestanden. Der enge zeitliche Zusammenhang der während der Versicherungszeit
eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität sei unterbrochen, weshalb
kein Leistungsanspruch bestehe. Der Kläger habe sich die Verfügung der IV-Stelle vom
2. Mai 2003 entgegenhalten zu lassen (act. G6).
B.d Mit Replik vom 1. Juni 2015 hält der Kläger an seinen Anträgen fest. Er bringt vor,
der IV-Stelle seien zum Entscheidzeitpunkt nicht alle relevanten Unterlagen zur
Verfügung gestanden; eine Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit entspreche
nicht den tatsächlichen Verhältnissen (act. G8).
B.e In ihrer Duplik vom 17. Juni 2015 hält die Beklagte an ihrem Rechtsbegehren fest
und führt aus, der Kläger müsse sich auf der rechtskräftigen Erledigung der IV-
Verfahren in der Schweiz und Österreich behaften lassen, zumal er damals selbst
geltend gemacht habe, er sei erst seit 21. Juni 2003 arbeitsunfähig (act. G10).
B.f Mit Schreiben vom 10. März 2017 informierte das Versicherungsgericht die
Parteien über den Beizug der Akten der Zentralen Ausgleichsstelle (act. G14). Nach
Akteneinsicht (vgl. act. G15 f.) reichte der Kläger am 25. April 2017 eine Stellungnahme
ein und brachte vor, die Akten bestätigten, dass er während des
Versicherungsverhältnisses mit der Beklagten in massgeblicher Weise psychisch
erkrankt gewesen sei. Er sei seit 1999 durchgehend zu mindestens 20% in seiner
Arbeits- und Leistungsfähigkeit eingeschränkt gewesen (act. G17).
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Erwägungen
1.
1.1 Vorliegend ist eine Rente ab Anspruchsbeginn am 1. Juni 2003 eingeklagt.
Gemäss Art. 41 Abs. 2 in der bis 31. Dezember 2004 gültig gewesenen Fassung des
Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge
(BVG; SR 831.40) verjähren Forderungen auf periodische Beiträge und Leistungen nach
fünf, andere nach zehn Jahren. Die Artikel 129 - 142 des Obligationenrechts (OR; SR
220) sind anwendbar. Für das Rentenstammrecht gilt demnach eine zehnjährige Frist.
Ist das Rentenstammrecht verjährt, so sind es auch die einzelnen Leistungen (Art. 131
Abs. 2 OR i.V.m. aArt. 41 Abs. 1 BVG).
1.2 Auf das Rentenstammrecht der beruflichen Vorsorge ist gemäss aArt. 41 Abs. 1
BVG die Regelung von Art. 131 Abs. 1 OR anwendbar. Demgemäss beginnt die
Verjährung für das Forderungsrecht im Ganzen mit dem Zeitpunkt, in dem die erste
rückständige Leistung fällig war (vgl. BGE 132 V 162 E. 3). Eine Leistung aus
beruflicher Vorsorge ist dann fällig, wenn gemäss den anwendbaren gesetzlichen und
reglementarischen Bestimmungen das Recht entsteht (BGE 132 V 162 E. 3, BGE 126 V
263 E. 3a), was in Bezug auf die Invalidenrente grundsätzlich mit dem Ablauf der
Wartefrist der Fall ist (Art. 29 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20; in der bis 31. Dezember 2007 gültigen Fassung]
i.V.m. Art. 26 Abs. 1 BVG; vgl. BGE 132 V 164). Laut Art. 25 Ziff. 4 des für das Jahr
2003 gültigen Reglements der Beklagten (act. G6.4) beginnt der Anspruch auf eine
Invalidenrente nach der vertraglich vereinbarten Wartefrist. Diese dauert gemäss
Angaben der Beklagten ein Jahr (vgl. act. G6). Forderungen auf periodische Beiträge
und Rentenzahlungen verjähren nach fünf Jahren, wobei jedoch der zukünftige
Anspruch bestehen bleibt. Nach Ablauf von zehn Jahren erlöschen sämtliche
Ansprüche (Art. 29 des Reglements).
1.3 Ein allfälliger Anspruch des Klägers auf eine Invalidenrente der beruflichen
Vorsorge wäre bei der Beklagten parallel zum Anspruch auf die Rente der
Invalidenversicherung am 1. Juni 2003 entstanden. In Anwendung der gesetzlichen
Verjährungsfrist von zehn Jahren (aArt. 41 Abs. 1 BVG) sind allfällige Rentenansprüche
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demzufolge nach wortgetreuer Auslegung seit dem 1. Juni 2013 verjährt. Da die
(altrechtliche) Verjährung damit erst nach Inkrafttreten des neuen Art. 41 Abs. 1 BVG
am 1. Januar 2005 eingetreten ist, ist jedoch vorliegend die neue Regelung, wonach
das Rentenstammrecht unverjährbar ist, anwendbar (vgl. zum Ganzen auch BGE 140 V
213). Die einzelnen Rentenzahlungen unterliegen hingegen der Verjährung (SYLVIE
PÉTREMAND in: Jacques-André Schneider/Thomas Geiser/Thomas Gächter (Hrsg.),
Handkommentar zum BVG und FZG, Bern 2010, N 10 zu Art. 41). Mit der
Klageeinleitung am 16. Februar 2015 wurde die fünfjährige Verjährungsfrist für die
laufenden Rentenleistungen unterbrochen. Alle gegebenenfalls vor dem 1. Februar
2010 fällig gewordenen Rentenbeträge, welche die Beklagte zu erbringen hätte, wären
somit verjährt. Ein durchsetzbarer Anspruch auf eine Invalidenrente gegenüber der
Beklagten kommt damit erst ab 1. Februar 2010 in Frage.
2.
2.1 Zeitlich ist hier teilweise ein Sachverhalt zu beurteilen, der sich vor dem
Inkrafttreten der Neufassung von Art. 23 BVG verwirklicht hat (vgl. dazu Erwägung 1).
Da der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche berufsvorsorgerechtlich
noch nicht rechtskräftig entschieden wurde, wäre entsprechend den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis Ende 2004 auf den damals gültig
gewesenen Art. 23 BVG und ab diesem Zeitpunkt auf Art. 23 lit. a BVG abzustellen,
soweit ihm neben den reglementarischen Regelungen der Beklagten eine
eigenständige Bedeutung zukommt (vgl. BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 24. August 2006, B 14/06 E. 3.1.1 f. und vom 30. November
2005, B 41/05 E. 2). Weil jedoch aufgrund der Verjährung (vgl. vorstehende E. 1)
lediglich noch die Ansprüche ab dem 1. Februar 2010 klagbar sind, erlangt vorliegend
nur die ab 1. Januar 2005 gültige Fassung Relevanz. Gemäss Art. 23 Abs. 1 lit. a BVG
haben Personen, die im Sinn der Invalidenversicherung zu mindestens 40% invalid sind
und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat,
versichert waren, Anspruch auf Invalidenleistungen. Nach Art. 24 Abs. 1 BVG setzt der
Anspruch auf eine volle Invalidenrente eine mindestens 70%-ige Invalidität im Sinn der
IV voraus (lit. a). Eine Dreiviertelsrente kommt zur Ausrichtung bei mindestens 60%-iger
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Invalidität (lit. b). Eine halbe Rente wird bei mindestens hälftiger Invalidität (lit. c) und
eine Viertelsrente bei mindestens 40%-iger Invalidität ausgerichtet (lit. d).
2.2 Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung
geschuldet, welcher der Ansprecher bei Eintritt des versicherten Ereignisses
angeschlossen war. Dieser Zeitpunkt fällt mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit
zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat. Die Versicherteneigenschaft muss
nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise
auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der Invalidität. Für eine
einmal - aus während der Versicherungsdauer aufgetretenen Arbeitsunfähigkeit -
geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrichtung leistungspflichtig, selbst
wenn sich nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert (Art.
26 Abs. 3 BVG e contrario; BGE 123 V 263 f. E. 1a, 118 V 45 E. 5). Damit die frühere
Vorsorgeeinrichtung leistungspflichtig bleibt, ist allerdings nicht nur erforderlich, dass
die Arbeitsunfähigkeit zu einer Zeit einsetzte, als die versicherte Person ihr
angeschlossen war, sondern auch, dass zwischen dieser Arbeitsunfähigkeit und der
Invalidität sowohl ein sachlicher als auch ein zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE
123 V 264 f. E. 1c, 120 V 117 ff. E. 2c/aa f. mit Hinweisen).
3.
Vorliegend bestehen für die Zeit der Arbeitstätigkeit bei der Arbeitgeberin von 1996 bis
1999 keine medizinischen Akten und die Auflösung des Arbeitsverhältnisses erfolgte
gemäss Angaben der Arbeitgeberin wegen “Nichteinhaltung der Arbeitspflicht“ per 31.
März 1999 (G6.2). Die behandelnden Ärzte des Landeskrankenhauses C._, wo der
Versicherte unter anderem vom 29. April bis 10. August 1999 stationär behandelt
wurde, erwähnten jedoch, die damalige depressiven Entwicklung habe ca. fünf Wochen
vor der Aufnahme begonnen (IV-Rentenakten 24-9 f.). Der Kläger war somit
überwiegend wahrscheinlich während des Vorsorgeverhältnisses bzw. spätestens in
der 30-tägigen Nachdeckungsfrist gemäss Art. 10 Abs. 3 BVG für seine angestammte
Tätigkeit zu mindestens 20% (Erheblichkeitsgrenze; vgl. Bundesamt für
Sozialversicherung, Mitteilungen über die berufliche Vorsorge, Nr. 44 Rz 258 mit
Hinweis auf das Urteil des EVG vom 7. Oktober 1998, B 48/97, abrufbar unter https://
www.bsvlive.admin.ch/vollzug/documents/index/ category:67/lang:deu) arbeitsunfähig.
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4.
4.1 Der sachliche Zusammenhang ist gegeben, wenn der invalidisierende
Gesundheitsschaden der gleiche ist, wie er sich bereits während der Zugehörigkeit zur
Vorsorgeeinrichtung manifestierte (BGE 123 V 264 f. E. 1c, 120 V 117 ff. E. 2c/aa f. mit
Hinweisen). Vorliegend ist dieser zu Recht nicht mehr umstritten. Eine bipolare affektive
Störung charakterisiert sich durch wenigstens zwei Episoden, in denen Stimmung und
Aktivitätsniveau des Betroffenen deutlich gestört sind. Diese Störung besteht einmal in
gehobener Stimmung, vermehrtem Antrieb und Aktivität (Hypomanie oder Manie), dann
wieder in einer Stimmungssenkung und vermindertem Antrieb und Aktivität
(Depression) (vgl. ICD-10-GM Version 2017, Einleitung zu F31.-, abrufbar unter
www.dimdi.de/static/de/klassi/icd-10-gm/kodesuche/onlinefassungen/htmlgm2017/
block-f30-f39.htm, besucht am 26. Juni 2017). Wesensgemäss kann eine bipolare
affektive Störung somit erst verlässlich diagnostiziert werden, wenn wenigstens zwei
Episoden ausgewiesen sind. Lässt aber erst eine retrospektive Gesamtbetrachtung
eine zuverlässige Beurteilung der Entwicklung und der Tragweite eines
Gesundheitsschadens zu, kann aus dem Fehlen einer gesicherten echtzeitlichen
Diagnose jedenfalls nicht unbesehen auf die fehlende sachliche Konnexität
geschlossen werden (Urteil des Bundesgerichts vom 9. November 2016, 9C_142/2016,
E. 6.1).
4.2 Die bipolare affektive Störung, welche beim Kläger schliesslich zur Invalidität
geführt hat, wurde erstmals anlässlich des stationären Aufenthalts im
Landeskrankenhaus C._ vom 26. März bis 31. Mai 2002 diagnostiziert (IV-
Rentenakten 24-6 ff.). Der Kläger wurde allerdings schon 1999 am gleichen Ort
mehrmonatig stationär behandelt. Damals wurde eine endomorphe Depression mit
latenter Suizidalität diagnostiziert, jedoch auch erwähnt, es seien bipolare affektive
Schwankungen zu verzeichnen gewesen (Bericht vom 17. August 1999, IV-
Rentenakten 24-9 f.). 1992 war der Kläger schon einmal wegen einer reaktiven
Depression behandelt worden (IV-Rentenakten 53). Die zur Zusprache einer
Invalidenrente der IV führende Erkrankung war somit bereits spätestens im April 1999
manifest geworden (vgl. E. 3). Dass die initial im Vordergrund gestandenen
Depressionen sich retrospektiv als Teil der bipolaren Störung erwiesen haben, vermag
den sachlichen Konnex umso weniger in Frage zu stellen, als zwischen den beiden
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Krankheitsbildern eine mindestens teilweise Identität besteht (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 9. November 2016, 9C_142/2016, E. 6.2).
5.
5.1 Die zeitliche Konnexität setzt voraus, dass zwischen der früheren
Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität bzw. deren Verschlimmerung keine
längere Periode der Arbeitsfähigkeit liegt. Dabei sind die gesamten Umstände des
Einzelfalls zu würdigen, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen
prognostische ärztliche Beurteilung und die Beweggründe, welche die versicherte
Person zur Wiederaufnahme der Arbeit veranlassten (BGE 123 V 264 f. E. 1c, 120 V 117
ff. E. 2c/aa f. mit Hinweisen). Zu den für die Beurteilung des zeitlichen Konnexes
relevanten Umständen zählen auch die in der Arbeitswelt nach aussen in Erscheinung
tretenden Verhältnisse, wie etwa die Tatsache, dass ein Versicherter über längere Zeit
hinweg als voll vermittlungsfähiger Stellensuchender Taggelder der
Arbeitslosenversicherung bezieht (Urteile des EVG vom 26. Mai 2003 B 100/02, E. 4.1,
und vom 18. Oktober 2006 B 18/06, E. 4.2.1 in fine mit Hinweisen). Für Zeiträume ohne
formal ausgewiesene Arbeitsunfähigkeit darf eine solche nur angenommen werden,
wenn besondere Umstände vorliegen. Hierbei ist auch die Eigenart des
gesundheitlichen Geschehens massgebend. Bei Schubkrankheiten, zu denen bipolare
affektive Störungen eine gewisse Ähnlichkeit aufweisen können, ist zu prüfen, ob eine
länger als drei Monate dauernde, isoliert betrachtet unauffällige Phase von
Erwerbstätigkeit tatsächlich mit der Perspektive einer dauerhaften Berufsausübung
verbunden war. Selbst eine längerdauernde Phase der Erwerbstätigkeit zeigt keine
gesundheitliche Erholung mit weitgehender Wiederherstellung des
Leistungsvermögens an, wenn jegliche berufliche Belastung nach einer gewissen Zeit
regelhaft zu schweren Krankheitssymptomen mit erheblicher Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit führt (Urteil des Bundesgerichts vom 9. November 2016, 9C_142/2016,
E. 7.1). Der zeitliche Zusammenhang kann auch bei einer länger als drei Monate
dauernden Tätigkeit gewahrt sein, wenn eine dauerhafte berufliche
Wiedereingliederung unwahrscheinlich war, etwa weil die Tätigkeit (allenfalls auch erst
im Rückblick) als Eingliederungsversuch zu werten ist (BGE 134 V 20 E. 3.2.1; Urteil
des Bundesgerichts vom 9. November 2016, 9C_142/2016 E. 3.2). Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei Schubkrankheiten kein allzu strenger
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Massstab anzuwenden und den gesamten Umständen des Einzelfalls kommt
besondere Bedeutung zu (Urteile des EVG vom 12. November 2003, B 12/03 E. 3.2.1,
und vom 4. Februar 2008, B 95/06 E. 3.4; Urteile des Bundesgerichts vom 13. August
2013, 9C_126/2013 E. 4.1, und vom 23. Juli 2014, 9C_61/2014 E. 5.3.1). Der zeitliche
Zusammenhang zwischen der Arbeitsunfähigkeit und der später eingetretenen
Invalidität beurteilt sich nach der Arbeitsunfähigkeit bzw. Arbeitsfähigkeit in einer der
gesundheitlichen Beeinträchtigung angepassten zumutbaren Tätigkeit. Diese muss
bezogen auf die angestammte Tätigkeit die Erzielung eines rentenausschliessenden
Einkommens erlauben (BGE 134 V 20).
5.2 Nach der 1992 behandelten reaktiven Depression (IV-Rentenakten 53) ist in den
darauffolgenden Jahren bis zur stationären Behandlung 1999 (act. G1.3) keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nachgewiesen, im Gegenteil war der Kläger wieder
voll arbeitstätig und fühlte sich gemäss eigenen Angaben gesund (vgl. act. G6.7).
Zwischen dem stationären Aufenthalt im Landeskrankenhaus C._ vom 29. April bis
10. August 1999 (act. G1.3) und der Behandlung durch Dr. med. J._, Fachärztin für
Psychiatrie und Neurologie, von Mai bis Juli 2001 sind keine ärztlichen Berichte
aktenkundig und eine medizinische Behandlung nicht ausgewiesen. Dr. J._
berichtete, während der genannten Behandlungszeit sei der Kläger nicht
krankgeschrieben, sondern als arbeitssuchend gemeldet gewesen (Bericht vom 21.
Januar 2002; IV-Rentenakten 4-2). Dr. E._ hielt nach einer Untersuchung vom 14.
September 2001 zwar fest, der Kläger befinde sich wegen wiederkehrender
Depressionen seit 1999 im Krankenstand (IV-Rentenakten 2-46 f.), verneinte jedoch mit
Bericht vom 21. November 2001 eine Invalidität und erachtete eine adaptierte Tätigkeit
als zumutbar (IV-Rentenakten 2-40). Dr. G._ hielt im November bzw. Dezember 2001
sowohl eine adaptierte Tätigkeit “bei normaler Arbeitszeit tagsüber“, als auch die
vollschichtige Wiederaufnahme der angestammten Tätigkeit als Marmorist für zumutbar
(act. G6.6, IV-Rentenakten 2-44 f.). Nachdem sich der Kläger von März bis Mai 2002
erneut stationär im Landeskrankenhaus C._ befunden hatte (act. G1.3), schätzte Dr.
H._ ihn am 10. Juli 2002 weiterhin mit einem Pensum von 8 Stunden täglich für eine
adaptierte Tätigkeit als arbeitsfähig ein (IV-Rentenakten 2-1 ff.). Selbst nach der
erstmaligen Diagnose der bipolaren affektiven Störung mit Bericht vom 21. Oktober
2002 und zwei weiteren mehrmonatigen stationären Aufenthalten im
Landeskrankenhaus C._ (IV-Rentenakten 24-3 f.) erachtete ihn Dr. I._ im Juni 2004
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noch als adaptiert arbeitsfähig (act. G1.5). Den aktenkundigen neueren Arztberichten
ist sodann keine Arbeitsfähigkeit mehr zu entnehmen (act. G1.5, IV-Rentenakten 32 f.,
100, 106). Die Sozialversicherung Österreich sprach dem Kläger ab 1. April 2004, die
IVSTA im Januar 2008 rückwirkend mit Wirkung ab 1. Juni 2003 eine ganze
Invalidenrente zu (act. G6.12, act. G1.6). Demnach ist zwischen dem August 1999 bis
mindestens Anfang 2002 keine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ärztlich
ausgewiesen. Entgegen der Ansicht des Klägers (act. G1) ist nicht die Arbeitsfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit ausschlaggebend, sondern diejenige in einer der
gesundheitlichen Beeinträchtigung angepassten Tätigkeit. Die Einschätzung von Dr.
med. K._, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, wonach der Kläger seit zumindest
1999 an einer schweren psychiatrischen Erkrankung leide und aufgrund der sehr
häufigen Krankenstände eine berufliche Wiedereingliederung unmöglich gewesen sei,
ändert daran nichts, zumal auch er für den vorliegend relevanten Zeitraum keine
konkreten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit oder damals stattgefundene
Behandlungen vorbringt (Bericht vom 8. Dezember 2007; IV-Rentenakten 87). Die
vorliegenden echtzeitlichen ärztlichen Berichte erlauben die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit des Klägers. Sein Antrag auf ein psychiatrisches Gutachten (act. G1,
G8) ist abzuweisen, zumal ein solches sich nur rückwirkend zur Arbeitsfähigkeit in den
Jahren 1999 bis 2003 äussern könnte und damit wohl kaum beweiskräftig wäre. Die
echtzeitlichen Atteste der behandelnden und den Kläger im Auftrag der
österreichischen Versicherung begutachtenden Ärzte vermöchte ein solches Gutachten
jedenfalls mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht zu erschüttern.
5.3 Der Kläger bezog gemäss dem österreichischen Versicherungsdatenauszug von
April bis Oktober 1999 Krankengeld. Von November 1999 bis Juni 2000 erhielt er
Arbeitslosengeld, von Juni 2000 bis März 2002 Notstands- bzw. Überbrückungshilfe
des Arbeitsmarktservices (unterbrochen durch einen Tag Krankengeldbezug). Daneben
war er von März bis Dezember 2000 als geringfügig beschäftigter Arbeiter in einem
Restaurant gemeldet (act. G1.6) und gemäss eigenen Angaben dort mit einem Pensum
von 20-30% tätig (act. G1). Dr. J._ berichtete, sie habe während der Behandlung von
Mai bis Juli 2001 vorgesehen, dass ein Arbeitsversuch gemacht oder er allenfalls in ein
Arbeitsprojekt aufgenommen werde, was der Kläger jedoch abgelehnt habe (Bericht
vom 21. Januar 2002; IV-Rentenakten 4-2). Ab März 2002 bezog der Kläger
abwechselnd Krankengeld und Notstandshilfe, seit 21. Juni 2003 sodann durchgehend
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Gelder der Kranken- bzw. Pensionsversicherung (act. G1.6). Im Juli 2002 hatte der
Kläger gegenüber Dr. H._ geäussert, er sei derzeit als frei schaffender Künstler tätig
und wolle sich in diesem Bereich selbständig machen. Dies sei allerdings noch im
Aufbau begriffen. Er vertrat primär die Ansicht, einer teilzeitlichen Tätigkeit in seinem
angestammten Beruf stehe nichts entgegen, äusserte dann allerdings doch
diesbezügliche Bedenken (act. G6.7). Auch während der stationären Behandlung im
Landeskrankenhaus C._ von August bis Oktober 2002 war der Kläger bezüglich
Arbeitssuche optimistisch und konnte das Arbeitstraining gut bewältigen (act. G1.4).
Aus diesen Umständen lässt sich ebenfalls keine relevante Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit von Oktober 1999 bis mindestens März 2002 erkennen bzw. beweisen.
5.4 Nach dem Gesagten wurde der zeitliche Zusammenhang zwischen der
ursprünglichen, im Frühjahr 1999 eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der späteren
Invalidität unterbrochen, weil für die Zeit von mindestens Oktober 1999 bis Anfang
2002, mithin mehr als zwei Jahre, eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit für eine
adaptierte Tätigkeit weder formal ausgewiesen ist, noch die Umstände auf eine solche
schliessen lassen. Hinweise darauf, dass der Kläger mit einer ihm zumutbaren Tätigkeit
kein rentenausschliessendes Einkommen hätte erzielen können (vgl. BGE 134 V 20),
liegen nicht vor. Zudem war der Kläger im Jahr 2000 während rund 9 Monaten
arbeitstätig. Obwohl er nur geringfügig beschäftigt war, bestehen keine Anhaltspunkte,
dass die berufliche Wiedereingliederung unwahrscheinlich gewesen wäre. Bei diesem
Ergebnis und vor dem Hintergrund der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 130
V 274 f. E. 3.1, Urteile des EVG vom 14. August 2000, B 50/99 E. 1b, und vom 9.
Februar 2004, B 39/03 E. 3.1) ist nicht zu beanstanden, dass die Beklagte sich an die
Feststellungen der IV-Stelle gebunden fühlte und einen Rentenanspruch verneinte.
6.
6.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Klage abzuweisen.
6.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG).
6.3 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung des Klägers. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen
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spricht in BVG-Prozessen gestützt auf Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75) regelmässig eine (ungekürzte)
pauschale Entschädigung zwischen Fr. 2'500.-- und Fr. 4'500.-- zu. Dem
durchschnittlichen Aufwand entsprechend erscheint vorliegend eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen
(Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit entschädigt der Staat den Rechtsvertreter des Klägers
pauschal (vgl. BGE 125 V 201) mit Fr. 2'800.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer). Die obsiegende Beklagte beantragt ebenfalls die Ausrichtung einer
Parteientschädigung (act. G6). Als Vorsorgeeinrichtung hat sie praxisgemäss keinen
diesbezüglichen Anspruch, soweit - wie vorliegend - die Prozessführung der
Gegenpartei nicht als mutwillig oder leichtsinnig zu bezeichnen ist (BGE 112 V 356, 126
V 143 und 128 V 323). Ihr Antrag auf Ausrichtung einer Parteientschädigung ist deshalb
abzuweisen.
6.4 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).