Decision ID: eee08ad9-4b24-5c0d-822e-bf72b51ae3f2
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
T._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Werner Bodenmann, Waisenhausstrasse 17,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
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Sachverhalt:
A.
A.a Die 1956 geborene T._ meldete sich am 24. September 1994 (recte: 1996;
Eingang: 27. September 1996) zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an
und beantragte namentlich eine Rente und eventuell Arbeitsvermittlung. Sie sei seit
1979/83 in der Schweiz und sei als Hilfsarbeiterin tätig. Seit dem 27. Oktober 1995
leide sie an Rückenbeschwerden. Dr. med. A._, Spezialarzt für Chirurgie FMH, gab in
seinem Arztbericht vom 17. Oktober 1996 bekannt, es lägen vor eine chronische
Lumbago, eine Osteochondrose L5/S1 - im CT massivste knöcherne Einengung des
Foramens auf der linken Seite, eine minimale mediale Protrusion L4/5 und ein
depressiver Zustand. Die Versicherte sei seit dem 27. Oktober 1995 zu 100 %
arbeitsunfähig. Nach der Arbeitgeberbescheinigung vom 20. November 1996 hatte die
Versicherte vom 2. Januar 1995 bis 26. Oktober 1995 als Küchenhilfe gearbeitet. Die
Klinik für Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen hatte in einem
Gutachten vom 11. April 1997 eine chronische Lumbalgie mit ischialgieformer,
pseudoradikulärer Ausstrahlung rechtsseitig und eine Osteochondrose L5/S1 mit
ossärer Einengung des Foramens linksseitig diagnostiziert. Unter der Voraussetzung,
dass das Heben und Bewegen schwerer Lasten vermieden und die Körperposition
nach Bedarf gewechselt werden könne, bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 %.
Arbeiten in vorgebeugter stehender Haltung seien zu vermeiden. In einer angepassten
Tätigkeit könne eine Arbeitsfähigkeit von 75 bis eventuell 100 %, dies vor allem, wenn
Gewicht reduziert und die Muskulatur gestärkt würde, erreicht werden. Die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen veranlasste eine berufliche
Abklärung in der BEFAS Valens, die aber abgebrochen wurde, weil die Versicherte zu
sehr auf ihre Schmerzen fixiert war. Die Klinik für Orthopädische Chirurgie gab am
15. August 1997 bekannt, die Situation sei unverändert; die Versicherte falle nach wie
vor als sehr algische und demonstrative Patientin auf. Mit Vorbescheid vom
25. Oktober 1997 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Ausrichtung einer Rente bei
einem Invaliditätsgrad von 42 % (Valideneinkommen Fr. 37'700.--, Invalideneinkommen
Fr. 21'772.-- bei einem 75 %-Pensum) in Aussicht. Ihr Rechtsvertreter beantragte eine
psychiatrische Abklärung zur Prüfung, ob möglicherweise eine Überlagerung vorliege.
Dr. med. B._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, gab am 20. Mai
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1998 an, es lägen eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und eine depressive
Entwicklung, gegenwärtig leichten Grades, vor. Die Störung erreiche Krankheitswert
und beeinträchtige die Arbeitsfähigkeit in nicht unerheblichem Mass. Wie weit die
demonstrativ-resignative Haltung - die als rentenneurotisch angesehen werden könne -
auch für eine zusätzliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit verantwortlich sei,
könne er zurzeit nicht genau angeben. Die Versicherte sei für jede körperlich in Frage
kommende Tätigkeit zu 50 % arbeitsunfähig. Eine psychotherapeutische Betreuung
und eventuell eine antidepressive Therapie sollten dringend eingeleitet werden; danach
sollte die Arbeitsfähigkeit erneut beurteilt werden. Mit Verfügung vom 9. September
1998 sprach die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen der
Versicherten ab 1. Oktober 1996 eine halbe Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad
von 50 % zu. Das Valideneinkommen betrage Fr. 37'700.--, das Invalideneinkommen
Fr. 18'850.--.
A.b Am 19. Februar 1999 stellte Dr. med. C._, Arzt für Allgemeinmedizin FMH, für die
Versicherte ein Revisionsgesuch, da sie für immer zu 100% arbeitsunfähig bleiben
werde. Im Bericht vom 12. März 1999 gab der Arzt an, der Zustand der Versicherten
habe sich verschlimmert. Sie sei seit dem 27. Oktober 1995 zu 100 % arbeitsunfähig.
Als Diagnosen lägen vor eine chronische Lumbago, Osteochondrose L5/S1, massive
knöcherne Einengung des Foramens auf der linken Seite, mediale Protrusion L4/5,
Depression, Adipositas. Der IV-Arzt hielt am 19. März 1999 dafür, Dr. C._ bringe
keine neuen Fakten vor, sondern beurteile die Lage anders. Die IV-Stelle eröffnete kein
Revisionsverfahren (vgl. Schreiben vom 23. März 1999).
A.c Im Revisionsfragebogen vom 4. April 2001 gab die Versicherte wiederum an, ihr
Gesundheitszustand habe sich verschlimmert. Dr. C._ erklärte am 2. Mai 2001, ihr
Gesundheitszustand sei stationär. Die Versicherte sei seit dem 27. Oktober 1995 und
bis auf weiteres zu 100 % arbeitsunfähig. Als Diagnosen gab er an: Diskusprotrusion
L3/4, Diskushernie L4/5, L5/S1 mit Nervenkompression rechts S1, chronische
Lumbago, Osteochondrose L5/S1, Depression, Polymenorrhoe, Myoma uteri,
Adipositas, Hypercholesterinämie, und Art. Hypertonie. Daraufhin teilte die IV-Stelle der
Versicherten am 27. Juni 2001 mit, es bleibe beim bisherigen Rentenanspruch.
B.
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B.a Am 25. September 2003 stellte der Rechtsvertreter der Versicherten für sie ein
Revisionsgesuch. Dr. C._ habe am 12. Februar 2003 bescheinigt, dass eine
Verschlechterung insofern eingetreten sei, als die Arbeitsfähigkeit aus psychischen
Gründen nicht mehr vorhanden sei. Schon mit Schreiben vom 18. November 2002 (und
in Nachfragen) habe er (der Rechtsvertreter) - bis anhin vergeblich - versucht, von
Dr. med. D._, bei welchem die Versicherte ebenfalls anhaltend in Behandlung stehe,
ein Zeugnis erhältlich zu machen. Dr. C._ hatte in dem Bericht vom 12. Februar 2003
als Diagnosen erwähnt: Diskushernie L2/3 und L4/5 mit Nervenwurzelkompression,
Cysto-recto-cele, Myoma uteri mit Polymenorrhoe, Migräne, Status nach
Cholezystektomie im Dezember 2002, Depression, Hyperlipidämie. Die Versicherte sei
seit dem 1. September 2002 von Dr. D._ zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben. Sie
werde vor allem aus psychiatrischen Gründen zu 100 % arbeitsunfähig bleiben. Im
Fragebogen für die Rentenrevision gab die Versicherte am 13. Oktober 2003 an, ihr
Gesundheitszustand habe sich seit 1999 verschlechtert. Sie habe grössere Schmerzen
in den Beinen und in der Wirbelsäule und öfters Blockaden im Rücken. Im Dezember
des letzten Jahres habe sie eine Gallenstein- und im Juli dieses Jahres eine
Blinddarmoperation gehabt. Ausserdem habe sie noch Probleme mit der Gebärmutter.
B.b Dr. C._ gab am 24. Oktober 2003 bekannt, der Gesundheitszustand der
Versicherten sei stationär. Es habe sich eine Änderung der Diagnose ergeben.
B.c Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle veranlasste daraufhin eine bidisziplinäre
Begutachtung. Dr. med. E._, Spezialarzt FMH Innere Medizin sowie Physikalische
Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumaerkrankungen, der die Versicherte am
14. September 2005 untersucht hatte, gab in seinem Gutachten vom 15. März 2006 als
Diagnosen an, es lägen unspezifische Rücken- und rechtsseitige Beinbeschwerden
und radiologisch degenerative Segmentveränderungen L3/4 - L5/S1 vor. Auch wenn
die beobachtbaren degenerativen Veränderungen als über das Altersphysiologische
hinausgehend zu bezeichnen seien, bleibe zweifelhaft, ob und inwieweit ihnen in
klinischer Hinsicht ein krankmachender Stellenwert zukomme. Bisheriger
Krankheitsverlauf, Beschwerdedynamik und -präsentation sprächen dagegen. In der
interdisziplinären Stellungnahme hielt er fest, die vorliegenden körperlichen und
psychischen Leiden hätten keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer leichten
bis mittelschweren Tätigkeit (maximal gelegentliche Hebebelastung 10 - 15 kg) zur
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Folge. Dr. med. F._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, hatte in seinem Gutachten
vom 10. März 2006 - bezugnehmend auf ein Gutachten von Dr. E._ vom
21. September 2005, bei dem es sich wohl um dessen Gutachtensteil nach der
Begutachtung vom 14. September 2005, aber vor dem interdisziplinären Austausch
handelt - erklärt, als wahrscheinlichste Diagnose sei Z76.5 anzusehen (bewusste
Simulation). Die Versicherte sei nicht psychisch krank, sondern bei unübersehbarer
Begehrungshaltung unmotiviert zu Arbeit.
B.d Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung (Dr. med. G._)
hielt am 5. April 2006 dafür, die Diagnosen, die zur Berentung geführt hätten, könnten
aus psychiatrischer Sicht nicht mehr festgestellt werden. Es sei von einem erheblich
gebesserten Zustand auszugehen.
B.e Mit Verfügung vom 19. April 2006 hob die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle den
Rentenanspruch der Versicherten auf das Ende des auf die Zustellung der Verfügung
folgenden Monats auf. Validen- und Invalideneinkommen machten beide Fr. 40'880.--
aus.
B.f Die Versicherte liess am 24. Mai 2006 gegen diese Verfügung Einsprache erheben
und Zusprechung einer Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 %
beantragen, eventualiter die Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen. In der
Ergänzung vom 7. Juli 2006 wurde beantragt, das Gutachten von Dr. E._ vom
21. September 2005 beizuziehen. Nach Darstellung von Dr. E._ habe eine
grundlegende Änderung im Gesundheitszustand des Rückens nicht festgestellt werden
können. Es sei nicht ohne weiteres anzunehmen, dass sich der Zustand verbessert
habe. Einem Zeugnis von Dr. C._ vom 1. Juni 2006 sei zu entnehmen, dass der
Zustand sich in den letzten Monaten und Jahren weiter verschlechtert habe und dass
Dr. D._ nach wie vor von einer Arbeitsunfähigkeit der Versicherten von 100 %
ausgehe. Die Schlussfolgerungen von Dr. E._ seien deshalb nicht nachvollziehbar. In
dem Zeugnis vom 1. Juni 2006 hatte Dr. C._ als Diagnosen bezeichnet: eine
Diskusprotrusion L3/4, Diskushernie L4/5, L5/S1 mit Nervenkompression S1 rechts,
chronische Lumbago, Osteochondrose L5/S1, Depression, Polymenorrhoe, Myoma
uteri, polyzystische Ovarien, Hyperlipidämie, arterielle Hypertonie, Asthma bronchiale
und Herzinsuffizienz mit Beinödemen. Der Zustand habe sich in den letzten Monaten
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und Jahren verschlechtert, vor allem seit der letzten Revision (Rente zu 50 % ab dem
9. September 1996). Der psychische Zustand habe sich ebenfalls intensiviert. Der
behandelnde Psychiater Dr. D._ beurteile die Versicherte aus rein psychiatrischer
Sicht als zu 100 % arbeitsunfähig, er selber halte sie auch aus somatischer Sicht für
nicht mehr arbeitsfähig. Im Vordergrund stehe allerdings ganz klar die Depression.
B.g Mit Entscheid vom 3. November 2006 wies der Rechtsdienst der
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle die Einsprache ab und entzog einer allfälligen
Beschwerde die aufschiebende Wirkung. Die Einstellung der Rente sei zu Recht erfolgt.
C.
Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Werner
Bodenmann für die Betroffene am 6. Dezember 2006 erhobene Beschwerde. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beantragt, der angefochtene
Einspracheentscheid sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin sei ab Juni 2006
weiterhin eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens
70 % zuzusprechen, eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen
vorzunehmen. Dr. D._ habe gemäss einem Bericht vom 30. November 2006 eine
mittelgradige depressive Störung mit somatischen Symptomen auf dem Boden einer
selbstunsicheren Persönlichkeit, ein chronifiziertes Schmerzsyndrom bei bekannter
Diskusprotrusion [L3/4] und Diskushernie [L4/5 und L5/S1] mit
Nervenwurzelkompression [S1 rechts], eine arterielle Hypertonie und Asthma
bronchiale diagnostiziert. Dem Zeugnis sei zu entnehmen, dass sich der Zustand der
Beschwerdeführerin durch die Medikamente und die stützende psychotherapeutische
Behandlung nicht gebessert habe. Nach einem Behandlungsunterbruch von einigen
Monaten habe die Beschwerdeführerin Dr. D._ wieder aufgesucht und dieser habe
eine Verschlechterung festgestellt. Die depressiven und Angst-Symptome hätten sich
intensiviert und die Schmerzen sich weiter verstärkt, weshalb die antidepressive und
anxiolytische medikamentöse Behandlung habe intensiviert werden müssen und
häufige psychotherapeutische Gespräche vorgesehen seien. Der angefochtene
Entscheid sei schon deswegen aufzuheben, weil das Gutachten von Dr. E._ vom
21. September 2005 nicht vorgelegt worden sei. Das Gutachten von Dr. E._ und
Dr. F._ sei nicht geeignet, nachvollziehbar darzulegen, dass sich der gesundheitliche
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Zustand der Beschwerdeführerin wesentlich verbessert habe. Dr. E._ räume ein, dass
die degenerativen Veränderungen über das Altersphysiologische hinausgehen würden,
und er halte für zweifelhaft, ob und inwieweit ihnen krankmachender Stellenwert
zukomme. Von einer Verbesserung könne daher nicht ohne weiteres ausgegangen
werden. Die Beschwerdegegnerin begründe nicht, weshalb das Gutachten
überzeugender sein sollte als die Zeugnisse von Dr. C._ und Dr. D._. Sie
berücksichtige diese vielmehr überhaupt nicht. Die Beschwerdegegnerin habe in
Verletzung der Begründungspflicht auch nicht dargelegt, weshalb selbst bei Vorliegen
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung kein Rentenanspruch bestünde.
D.
Die Beschwerdegegnerin beantragt am 13. Dezember 2006 Abweisung der
Beschwerde.

Erwägungen:
1.
1.1 Da ein Sachverhalt zu beurteilen ist, wie er sich bis zum Erlass des angefochtenen
Einspracheentscheids vom 3. November 2006 entwickelt hat, sind die auf den
1. Januar 2008 in Kraft getretenen Rechtsänderungen nicht anwendbar.
1.2 Im Streit liegt der Entscheid, mit welchem die Beschwerdegegnerin die Einsprache
gegen ihre Renteneinstellungsverfügung abwies.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
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2.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur
Rentenrevision gibt nach der Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 349 E. 3.5). Eine bloss unterschiedliche
Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes stellt dagegen
praxisgemäss keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2b; SVR
1996 IV Nr. 70 S. 203). Ob eine revisionsbegründende Änderung eingetreten ist,
beurteilt sich nach einer neuen Rechtsprechung durch Vergleich des Sachverhalts, wie
er im Zeitpunkt der letzten (der versicherten Person eröffneten) rechtskräftigen
Verfügung bestand, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen
Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108), mit demjenigen zur
Zeit der streitigen Neubeurteilung (BGE 130 V 351 E. 3.5.2; BGE 125 V 369 E. 2).
3.
3.1 Bei der Zusprechung der halben Rente bei einem Invaliditätsgrad von 50 % am
9. September 1998 war die Beschwerdegegnerin von einer (psychiatrisch bedingten)
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in jeglicher Tätigkeit von 50 % ausgegangen,
wie sie Dr. B._ am 20. Mai 1998 wegen einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung und einer depressiven Entwicklung (damals leichten Grades) attestiert
hatte. In somatischer Hinsicht hatten nach Angaben von Dr. A._ vom 17. Oktober
1996 eine chronische Lumbago, eine Osteochondrose L5/S1 bei im CT massivster
knöcherner Einengung des Foramens auf der linken Seite und eine minimale mediale
Protrusion L4/5 bestanden, gemäss dem Bericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie
am Kantonsspital St. Gallen vom 11. April 1997 eine chronische Lumbalgie mit
ischialgieformer, pseudoradikulärer Ausstrahlung rechtsseitig und eine
Osteochondrose L5/S1 mit ossärer Einengung des Foramens linksseitig. In einer
angepassten Tätigkeit (bei Vermeiden von Heben und Bewegen schwerer Lasten, von
Arbeiten in vorgebeugter stehender Haltung und der Notwendigkeit einer Rotation des
Körpers im Rumpfbereich, und mit der Möglichkeit, die Körperposition nach Bedarf zu
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wechseln) könne eine Arbeitsfähigkeit von 75 bis eventuell 100 %, dies vor allem, wenn
Gewicht reduziert und die Muskulatur gestärkt würde, erreicht werden. Die
Beschwerdegegnerin hatte in somatischer Hinsicht offensichtlich hierauf und nicht auf
die Arbeitsunfähigkeitsschätzung von Dr. A._ abgestellt.
3.2 Im zweiten Vergleichszeitpunkt vom 3. November 2006 stützt sich die
Beschwerdegegnerin auf ein bidisziplinäres Gutachten von Dr. E._ und Dr. F._ vom
15. März 2006. Dr. E._ hatte anhand eines Röntgenbildes vom 14. September 2005
eine leichtergradige Intervertebralraumerniedrigung L3/4 und L4/5 und eine
fortgeschrittene Bandscheibendegeneration und Osteochondrose L5/S1 festgestellt
und unspezifische Rücken- und rechtsseitige Beinbeschwerden und radiologisch
degenerative Segmentveränderungen L3/4 - L5/S1 diagnostiziert. Gemäss der
Begutachtung liess sich eine grundlegende Änderung im Gesundheitszustand des
Rückens in den letzten Jahren nicht feststellen. Aus somatischer Sicht ist die
Beschwerdeführerin nach dem Gutachten für jede leichte bis mittelschwere Tätigkeit
(mit maximal gelegentlicher Hebebelastung 10 bis 15 kg) uneingeschränkt arbeitsfähig.
Die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. E._ kennt demnach für eine angepasste
Arbeit keine Beschränkung mehr, wie sie in der Beurteilung der Klinik für
Orthopädische Chirurgie (mit 25 %) noch für möglich gehalten worden war. Indessen
ist vom (somatischen) Zustand her keine Verbesserung auszumachen. Allerdings
besteht auch nicht Anlass, aufgrund des Zeugnisses von Dr. C._ vom 1. Juni 2006
von einer Verschlechterung des somatischen Gesundheitszustands auszugehen. Denn
der behandelnde Arzt benennt eine Verschlechterung seit 1996, welche er in keiner Art
konkretisiert und die bei der gegebenen Aktenlage auch nicht anderweitig
nachvollzogen werden kann. Während die Beschwerdeführerin selber eine Zunahme
der Schmerzen in den Beinen und im Rücken geltend gemacht hat, legt er das Gewicht
ausserdem in erster Linie auf die Depression der Beschwerdeführerin. Dr. E._ hat im
Übrigen begründet, weshalb er den Befunden keinen krankmachenden Stellenwert
beimass (bisheriger Krankheitsverlauf, Beschwerdedynamik und -präsentation).
3.3 Unter psychiatrischem Aspekt hat Dr. F._ im März 2006 eine Einschränkung der
Beschwerdeführerin in einer einfachen, sie mental nicht überfordernden Tätigkeit
verneint. Die Beschwerdeführerin hatte geltend gemacht, sie sei aus psychischen
Gründen nicht mehr arbeitsfähig. Dr. C._ hatte am 12. Februar 2003 unter Hinweis
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auf ein Arbeitsunfähigkeitsattest von Dr. D._ dafürgehalten, die Beschwerdeführerin
werde vor allem aus psychiatrischen Gründen gänzlich arbeitsunfähig bleiben. Am
24. Oktober 2003 gab er indessen an, ihr Gesundheitszustand sei stationär. Am 1. Juni
2006 berichtete er - wiederum auf die Behandlung bei Dr. D._ hinweisend - von einer
Intensivierung des psychischen [Krankheits-] Zustands. Dr. D._ seinerseits gab am
30. November 2006 bekannt, die Beschwerdeführerin habe sich bis 2002 regelmässig
in seiner Kontrolle befunden. Ihr Zustand habe sich durch die Behandlung nicht
gebessert. Nachdem er sie eine Zeit lang weniger gesehen habe, sei sie vor einigen
Monaten erneut zu ihm gekommen und er habe die Verschlechterung des Zustands
feststellen können. Zurzeit seien die depressiven und Angst-Symptome intensiver und
die Schmerzen hätten sich ebenfalls verstärkt. Diese Darlegungen des behandelnden
Arztes sind nicht geeignet, Zweifel am Ergebnis der psychiatrischen Beurteilung im
bidisziplinären Gutachten zu rechtfertigen oder von einer die Arbeitsfähigkeit
beeinflussenden Verschlechterung innerhalb des vorliegend massgeblichen Zeitraums
auszugehen. Zum einen fand die Beurteilung von Dr. F._ gerade einige Monate vor
dem Zeitpunkt des Berichts von Dr. D._ statt, so dass die allfällige Verschlechterung
wohl bereits erkennbar gewesen wäre. Dr. F._ hielt ausserdem fest, dass die
Beschwerdeführerin selbst leichte Beschwerden als massivste Schmerzzustände
schildere, was sich mit der Feststellung bereits der Klinik für Orthopädische Chirurgie
deckt, dass die Beschwerdeführerin als sehr algisch und demonstrativ auffalle. Die
Beurteilung des psychiatrisch behandelnden Arztes ist unter solchen Umständen, da
möglicherweise die pessimistische subjektive Einschätzung der Beschwerdeführerin
von massgeblichem Einfluss auf seine Beurteilung war, mit Zurückhaltung zu würdigen.
Auf das Gutachten, das in Kenntnis der Vorakten und der angegebenen Beschwerden
und nach eigener Befunderhebung und verschiedenen Testuntersuchungen abgegeben
wurde, kann dagegen als objektiviertere Beurteilung abgestellt werden.
3.4 Dr. F._ hielt dafür, das psychiatrische Gutachten von Dr. B._ von 1998 lasse
sich heute nicht mehr nachvollziehen. Offenbar habe die Beschwerdeführerin schon
damals eine massive Selbstlimitierung und eine passiv-delegierende Heilserwartung
erkennen lassen. Die gestellten Diagnosen einer depressiven Entwicklung leichten
Grades und einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung würden sich nicht
bestätigen lassen. Von einer Depression könne nicht die Rede sein und für die
Diagnose der somatoformen Schmerzstörung fehlten einige wesentlich notwendige
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wissenschaftliche Forschungskriterien. Dr. F._ erläuterte ausserdem, weshalb ein
hypochondrischer Konfliktverarbeitungsmodus und eine dissoziative
Konversionsstörung auszuschliessen seien. Eine depressive Stimmungslage oder
Angst hat er bei der Beschwerdeführerin nicht festgestellt. Dr. B._ hingegen hatte
zwar ebenfalls berichtet, die Beschwerdeführerin mache einen appellativ-
demonstrativen Eindruck. Der begutachtende Spezialarzt hielt aber auch fest, ihr
Gedankengang sei eher verlangsamt und auf die momentane Lebenssituation und die
unobjektivierbaren Schmerzen eingeengt, er sei inhaltlich depressiv gefärbt mit
Grübelzwang, Insuffizienzgefühlen, Zukunfts- und Existenzangst. Die Grundstimmung
sei eher resigniert. Waren solche Befunde bei der Begutachtung durch Dr. E._ und
Dr. F._ nicht mehr festzustellen, so lässt sich annehmen, es habe sich zumindest
eine gewisse Besserung in den objektivierbaren Befunden eingestellt.
4.
Es lässt sich daher nicht beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin angesichts der
nach ärztlicher Einschätzung nunmehr vorliegenden uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit
die Rente anpassungsweise einstellte. Bei einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer
angepassten Tätigkeit lässt sich ein rentenausschliessendes Einkommen erwarten.
5.
5.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG, vgl. Rechtslage vor der
Änderung des IVG vom 16. Dezember 2005, lit. b der betreffenden
Übergangsbestimmungen). Die Beschwerdeführerin liess ein Gesuch um unentgeltliche
Prozessführung (Verbeiständung) stellen. Sie verfügt indessen, wie ihr Rechtsvertreter
mit Schreiben vom 18. September 2006 an die Beschwerdegegnerin erklärt und mit
Schreiben an das Gericht vom 16. April 2008 bestätigt hat, über eine
Rechtsschutzversicherung. Das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung ist daher
abzuweisen. Hieran vermag nichts zu ändern, dass die Rechtsschutzversicherung es
mit Schreiben vom 17. August 2006 abgelehnt hat, für das Verfahren Kostendeckung
zu leisten. Denn die Ablehnung erfolgte nicht etwa, weil eine vertragliche Deckung gar
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nicht vorgesehen gewesen wäre, sondern einzig deshalb, weil die Beschwerdeführerin
ohne vorherige Zustimmung der Versicherung selber einen Rechtsanwalt mit der Sache
betraut hatte. Ein auf diese Weise selbst verursachter allfälliger Ausfall der
Versicherungsdeckung hat nicht das Institut der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung
aufzufangen. Ohnehin ist zweifelhaft, ob die fragliche Obliegenheitsverletzung jeden
Deckungsanspruch zerstören kann.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG