Decision ID: bf6f9928-5d49-522d-b28b-6d68f799a76c
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 22. März 2012 bei der Invalidenversicherung (IV) zum
Leistungsbezug an. Sie gab dabei an, seit Oktober 2011 an einer mittelgradigen
depressiven Episode zu leiden (IV-act. 1). Die Versicherte arbeitete vom 21. März 2011
bis 30. Juni 2012 als Aushilfsmitarbeiterin Kabelkonfektion bei der B._ AG; sie war
vom 21. September bis 31. Oktober 2011 zu 100 %, vom 1. November bis 31.
Dezember 2011 zu 50 % und vom 1. bis 31. Januar 2012 zu 30 % krankgeschrieben
(IV-act. 14-1 ff.; vgl. auch Fremdakten: Bericht des Psychiatrie-Zentrums C._ vom 16.
März 2012).
A.b Die Versicherte wurde ab dem 22. September 2011 im Psychiatrie-Zentrum C._
ambulant behandelt. Vom 6. bis 28. März 2012 und vom 4. bis 25. Juni 2012 wurde sie
in der Psychiatrischen Klinik D._ stationär und dazwischen wiederum ambulant
behandelt (Arztbericht des Psychiatrie-Zentrums vom 18. Juli 2012, IV-act. 18; Berichte
Psychiatrie-Zentrum an den Krankenversicherer vom 29. November 2011, vom 16.
März 2016 und vom 4. Juni 2012, Fremdakten). Der Austrittsbericht der Klinik D._
vom 2. Juli 2012 zählt als Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F 33.1) sowie psychische und
Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika: Abhängigkeitssyndrom (ICD-10: F
13.2) auf. Die Versicherte habe angegeben, zunehmend vergesslich und verwirrt zu sein
und sich im Alltag nicht mehr zurecht zu finden. Sie leide an einer bekannten
rezidivierenden depressiven Störung und einer bekannten chronischen
Schmerzsymptomatik. Sie sei aufgrund einer depressiven Symptomatik mit
ausgeprägten Ängsten und zunehmendem Konsum von Lorazepam freiwillig
eingetreten. Der Austritt sei aufgrund gesundheitlicher Probleme ihrer Tochter vorzeitig
erfolgt (IV-act. 48-8 ff.). Das Psychiatrie-Zentrum hielt am 18. Juli 2012 fest, die aktuelle
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ambulante Behandlung umfasse bisher eine Sitzung am 13. Juli 2012. Als
Produktionshelferin sei die Versicherte aufgrund einer mittelgradig depressiven Episode
mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.21), bestehend seit September 2011, zu 100
% arbeitsunfähig. Die Versicherte sei psychomotorisch sehr unruhig und agitiert. Es
seien eine ausgeprägte Tendenz zur Katastrophisierung sowie deutliche Störungen der
Auffassung, Konzentration, Anpassungsfähigkeit und des Durchhaltevermögens
vorhanden. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden seit mindestens
Dezember 2012 (richtig wohl: 2011) Störungen durch Sedativa / schädlicher Gebrauch
(ICD-10: F13.1). Eine (weitere) stationäre Behandlung sei dringend notwendig (IV-act.
18).
A.c Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 17. August 2012 mit, zurzeit seien aufgrund
des Gesundheitszustands keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich (IV-
act. 24).
A.d Anlässlich eines weiteren stationären Aufenthaltes vom 27. August bis 11. Oktober
2012 in der Klinik D._ wurden eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F33.2), eine Panikstörung
(ICD-10: F41.0) sowie eine Benzodiazepinabhängigkeit (ICD-10: F13.2) diagnostiziert.
Nach anfänglicher Stabilisierung im Anschluss an den vorhergehenden stationären
Aufenthalt im Juni 2012 sei es nach der Entlassung rasch wieder zu einer
Verschlechterung des psychischen Zustandes gekommen. Beim Austritt sei die
Grundstimmung zwar deutlich besser gewesen als beim Eintritt, aber immer noch leicht
gedrückt bei deutlich in beide Richtungen auslenkbarem Affekt (IV-act. 28, undatierter
Bericht).
A.e Dr. med. E._, orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, berichtete am 24. Januar 2013, der Bewegungsablauf der
Versicherten sei sehr eingeschränkt und schmerzverzogen. Ein eindeutiges Defizit lasse
sich vor allem mittels der Röntgenbilder quantifizieren. Es bestehe eine deutliche
kyphotische Knickbildung in Inklination auf Niveau C5/6 und C6/7 mit erheblicher
Chondrose und Bandscheiben-Höhenminderung mit punctum maximum C6/7. Im
LWS-Bereich bestehe eine angedeutete Instabilität L3/4, und es sei eine deutliche
spondylarthotische Entwicklung von L3/4 und L5/S1 beidseits erkennbar (IV-act. 53-8
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f.). MR-Aufnahmen der HWS und LWS vom 5. Februar 2013 zeigten in LWK 3/4 eine
ausgeprägte linksausladende Bandscheibenprotrusion mit gut möglicher radikulitischer
Reizung der Wurzel sowie eine chronische spondylochondrotische Reaktion, eine
leichte Facettenarthrose rechts LWK 4/5 sowie eine linksausladende
Bandscheibenprotrusion in LWK 4/5 ohne Einengung der Neuroforamina (IV-act. 53-2
f.; Spital F._, Bericht vom 5. Februar 2013).
A.f Vom 6. bis 21. Februar 2013 wurde die Versicherte in der Klinik G._,
psychiatrische Dienste H._, stationär behandelt. Es wurde eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), und als
Nebendiagnosen psychische Störung und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder
Hypnotika, Abhängigkeitssyndrom (ICD-10: F13.2) sowie eine Panikstörung (episodisch
paroxysmale Angst, ICD-10: F41.0) festgestellt. Die Versicherte brach die Therapie ab,
um sich um ihr Enkelkind zu kümmern (IV-act. 53-10 f.).
A.g Im Verlaufsbericht des Psychiatrie-Zentrums vom 26. April 2013 wurde
festgehalten, als Hauptdiagnose liege eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig schwere Episode ohne psychotischen Symptome (ICD-10: F33.2), vor. Als
Nebendiagnosen wurden eine Panikstörung (ICD-10: F41.0), psychische und
Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika: Abhängigkeitssyndrom,
gegenwärtig abstinent (ICD-10: F13.20) sowie sonstiger chronischer Schmerz (ICD-10:
R52.2) aufgeführt. Aufgrund der depressiven Symptome und der Angstsymptomatik sei
die Versicherte nicht in der Lage, einer Berufstätigkeit nachzugehen. Sie reagiere auf
alltägliche Anforderungen mit massiven Überforderungsgefühlen, Panikattacken sowie
Überflutungsgefühlen. Gedankenkreisen und übermässige Besorgnis verunmöglichten
ihr, sich längere Zeit auf etwas zu konzentrieren. Aufgrund der somatischen
Beschwerden (Rücken-, Nacken- und Kopfschmerzen) sei die Versicherte körperlich
kaum belastbar. Es bereite ihr Mühe, längere Zeit in derselben Position zu sitzen oder
zu stehen oder bestimmte Bewegungen auszuführen (IV-act. 39-1 f., 4 f.).
A.h Während der tagesklinischen Behandlung im Psychiatrie-Zentrum C._ wurden
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne
psychotischen Symptome (ICD-10: F33.2), eine Panikstörung (episodisch paroxysmale
Angst, ICD-10: F41), eine psychische und Verhaltensstörung durch Sedativa oder
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Hypnotika, Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent (ICD-10: F13.2) sowie ein
sonstiger chronischer Schmerz (ICD-10: R52.2) diagnostiziert. Die Versicherte habe
grosse Mühe bekundet, regelmässig am Programm teilzunehmen. Bei Einlassen auf
Problembereiche sei es zu Tremor, Hyperventilation und Zunahme der Schmerzen
gekommen. Die Versicherte sei vorzeitig ausgetreten, weil sie sich diskriminiert gefühlt
habe (IV-act. 48-5 ff.).
A.i Am 10. Juni 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten wiederum mit, aufgrund des
Gesundheitszustandes seien berufliche Massnahmen nicht möglich (IV-act. 44).
A.j Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am 25. November 2013 von Dr. med.
I._, Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie, psychiatrisch
begutachtet (Gutachten vom 29. April 2014). Der Gutachter diagnostizierte eine
Benzodiazepinabhängigkeit (ICD-10: F13.2) sowie eine Neurasthenie (ICD-10: F48.0).
Die neurotische Störung (Neurasthenie) und die Benzodiazepinabhängigkeit
beeinflussten sich gegenseitig ungünstig. Im angestammten Beruf als
Produktionsmitarbeiterin wäre gegenwärtig eine Arbeitstätigkeit von sechs Stunden pro
Tag zumutbar. Die Leistungsfähigkeit wäre dabei um 30 % reduziert. Die
Gesamtarbeitsfähigkeit in der als angepasst geltenden angestammten Tätigkeit betrage
50 % (IV-act. 63-15, 19 f.).
A.k Gestützt auf eine Stellungnahme des RAD vom 19. Mai 2014 (IV-act. 68) kündigte
die IV-Stelle im Vorbescheid vom 20. Mai 2014 eine Abweisung des
Leistungsbegehrens an (IV-act. 71). Dagegen erhob die Versicherte am 17. Juni 2014
Einwand und verlangte die Zusprache einer Rente (IV-act. 74).
A.l Mit Verfügung vom 4. Juli 2014 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab.
Gemäss Gutachten von Dr. I._ leide die Versicherte an einer Neurasthenie und einer
Benzodiazepinabhängigkeit. Die diagnostizierte Neurasthenie sei überwindbar. Die
Benzodiazepinabhängigkeit sei aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht als IV-
relevant zu werten. Gemäss Gutachten sei davon auszugehen, dass nach erfolgter
Behandlung der Suchtstörung (Entzug und Entwöhnung) keine dauerhaften
Funktionsdefizite zu erwarten seien (IV-act. 75).
B.
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B.a Mit Beschwerde vom 22. August 2014 beantragt A._ sinngemäss, die Verfügung
vom 4. Juli 2014 sei aufzuheben und ihr seien Rentenleistungen zuzusprechen. Zur
Begründung beruft sie sich auf einen Bericht der behandelnden Ärztin Dr. med. J._,
Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie, vom 17. August 2014 (act. G 1.2). Daraus
ergebe sich eine vom Gutachter abweichende Beurteilung ihrer Beschwerden, weshalb
die Sache neu zu beurteilen sei (act. G 1).
B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 7. Oktober 2014 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Der Bericht von Dr. J._
vermöge keine Zweifel am Gutachten zu wecken. Der Gutachter habe im Gegensatz zu
Dr. J._ IV-fremde Einflussfaktoren grossmehrheitlich ausgeschlossen. Der
Beschwerdeführerin sei es im Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht zumutbar, ihren
Benzodiazepinkonsum einzustellen. Die Diagnose betreffend die diesbezügliche
Abhängigkeit sei IV-rechtlich daher irrelevant. Die Diagnose der Neurasthenie vermöge
praxisgemäss keine Invalidität im Rechtssinne zu begründen. Die Kriterien für ein
ausnahmsweises Abweichen von diesem Grundsatz seien nicht erfüllt. Insofern sei aus
rechtlicher Sicht von einer vollen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen
(act. G 5).
B.c Mit Entscheid vom 16. Oktober 2014 bewilligte die Verfahrensleitung
antragsgemäss die unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten;
act. G 6).
B.d Die Beschwerdeführerin verzichtet auf eine Replik (act. G 8).

Erwägungen
1.
1.1 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
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(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%, auf eine
halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie
mindestens zu 40% invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen).
1.4 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Im Sinne einer Richtlinie ist den
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
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Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde
zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E.
1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
1.5 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). In beweisrechtlicher Hinsicht gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen
Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit
eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht
hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen
Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V
195 E. 2, je mit Hinweisen).
2.
2.1 Vorerst ist zu prüfen, ob auf das Gutachten von Dr. I._ abgestellt werden kann.
Umstritten ist in erster Linie seine diagnostische Beurteilung.
2.2 Der Gutachter führt zur Diagnose der Neurasthenie an, er habe nur wenige
Symptome objektivieren können, nämlich eine Affektlabilität, einen bedrückten Affekt,
eine leichte psychomotorische Unruhe und Schwierigkeiten in der
Umsetzungsfähigkeit. Viele der geltend gemachten Beschwerden wie Konzentrations-
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und Gedächtnisstörungen sowie Anhaltspunkte für eine Panikstörung bzw. phobische
oder typische generalisierte Ängste seien objektiv nicht feststellbar gewesen (IV-act.
63-13, 15, 16). Gegen die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung spreche
das Fehlen eines klar episodenhaften Verlaufs mit abgrenzbarer voller Remission der
Beschwerden; es lägen vielmehr anhaltende Beschwerden vor (IV-act. 63-15, 16). Bei
der Untersuchung sei kein deutlich oder typisch ausgeprägtes depressives Syndrom
vorhanden gewesen (IV-act. 63-16). Das Vorliegen einer typischen Panikstörung habe
sich nicht beweisen lassen (IV-act. 63-16). Gut vereinbar mit den bisherigen Expertisen
und den Ergebnissen seiner Untersuchung sei die Diagnose einer Neurasthenie mit
eher diffusen Beschwerden und mit histrionischen Erlebens- und Verhaltensmustern
(entsprechend einer Persönlichkeitsakzentuierung; IV-act. 63-15). Möglicherweise
liessen sich die früher einer Panikstörung zugeordneten Beschwerden der
Neurasthenie und den histrionischen Persönlichkeitsmerkmalen zuordnen (IV-act.
63-16). Der Gutachter führt weiter an, eine Benzodiazepinabhängigkeit liege vor. Dabei
handle es sich am ehesten um eine sekundär zur neurotischen Störung (Neurasthenie)
entstandene Abhängigkeit. Der Dauergebrauch von Benzodiazepinen könne affektive
Symptome, Angstsymptome und körperliche Beschwerden ohne organische Ursachen
verschlechtern. Die neurotische Störung und die Benzodiazepinabhängigkeit
beeinflussten sich gegenseitig ungünstig. Die sich daraus ergebenden Schwierigkeiten
in der Emotionsregulation und die Substanzwirkung der Benzodiazepine oder
Absetzphänomene bewirkten die geschätzte Einschränkung der Leistungsfähigkeit.
Suchtfolgekrankheiten im engeren Sinne lägen nicht vor (IV-act. 63-15, 22). Die
diagnostische Würdigung des Gutachters erscheint schlüssig und nachvollziehbar,
indem er seine Diagnosen letztlich damit begründet, dass die durch die behandelnden
Institutionen beschriebene deutliche Einbusse der Auffassung und Konzentration
(Arztberichte Psychiatriezentrum C._ vom 18. Juli 2012, IV-act. 18-3, und vom 26.
April 2013, IV-act. 39-3) sowie die vormals erhobenen unruhigen bzw. panischen
Zustände (Arztberichte Psychiatriezentrum C._ vom 18. Juli 2012, IV-act. 18-3, und
vom 26. April 2013, IV-act. 39-1 f.; Bericht der Klinik D._ über die stationäre
Behandlung vom 27. August bis 11. Oktober 2012, IV-act. 28-3) im Zeitpunkt der
Untersuchung nicht (mehr) vorhanden bzw. objektivierbar gewesen seien. Es ist daher
für den Zeitpunkt der Begutachtung von den Diagnosen einer
Benzodiazepinabhängigkeit (ICD-10: F13.2) und einer Neurasthenie (ICD-10: F48.0)
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auszugehen. Da der Gutachter die Benzodiazepinabhängigkeit als Folge der
Neurasthenie beurteilt und diese zu den der somatoformen Schmerzstörung
gleichgestellten organisch nicht objektivierbaren Beschwerdebildern gehört (vgl. BGE
139 V 550, E. 2.2), ist die entsprechende Rechtsprechung anzuwenden.
3.
3.1 Das Bundesgericht hat die Vermutung, diese Leiden seien überwindbar, in BGE
141 V 281 aufgegeben und durch einen strukturierten, normativen Prüfungsraster
ersetzt (BGE 141 V 294 f. E. 3.5 f.). Gemäss geänderter Rechtsprechung ist das
funktionelle Leistungsvermögen anhand von Indikatoren zu beurteilen (BGE 141 V 296
f. E. 4.1 und S. 298 ff., E. 4.3). Diese betreffen den Schweregrad einer
Gesundheitsschädigung (Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome,
diagnose-inhärenter Mindestschweregrad, Behandlungserfolg oder -resistenz,
Teilnahme an beruflichen Eingliederungs- und Integrationsmassnahmen, psychische
und körperliche Begleiterkrankungen, Anzahl der nicht ausreichend organisch erklärten
Körperbeschwerden (zit. Urteil E. 4.3.1), die Persönlichkeit (Persönlichkeitsdiagnostik,
persönliche Ressourcen, Persönlichkeitsentwicklung und -struktur; zit. Urteil E. 4.1.3,
4.3.2), den sozialen Kontext (zit. Urteil E. 4.3.3) sowie die Konsistenz (Gleichmässigkeit
der Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen,
sozialer Rückzug, soziale Aktivität vor Eintritt der Gesundheitsschädigung,
Inanspruchnahme therapeutischer Optionen als Hinweis auf den tatsächlichen
Leidendruck; zit. Urteil E. 4.4). Behandlungserfolg oder -resistenz, also Verlauf und
Ausgang von Therapien, sind wichtige Schweregradindikatoren. So dürften bei einem
erst relativ kurze Zeit andauernden, mithin kaum chronifizierten Krankheitsgeschehen in
der Regel noch therapeutische Optionen bestehen (zit. Urteil, E. 4.3.1.2). Die bisher
einzelnen Kriterien der „psychiatrischen Komorbidität“ und der „körperlichen
Begleiterkrankungen“ sind in einem Indikator zusammengefasst, wobei ersterer keine
Vorrangstellung mehr zukommt (zit. Urteil, E. 4.3.1.3). Der medizinische Gutachter hat
das Leistungsvermögen einzuschätzen und dabei den einschlägigen Indikatoren zu
folgen. Die Rechtsanwender überprüfen die betreffenden Angaben frei, insbesondere
dahin gehend, ob die Ärzte sich an die massgebenden normativen
Rahmenbedingungen gehalten haben, das heisst, ob sie ausschliesslich funktionelle
Ausfälle berücksichtigt haben, welche Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung
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sind (Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG), sowie, ob die versicherungsmedizinische
Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter Grundlage erfolgt ist (Art. 7 Abs. 2 zweiter
Satz ATSG). Recht und Medizin tragen in diesem Sinn, je nach ihren fachlichen und
funktionellen Zuständigkeiten, zur Feststellung ein und derselben Arbeitsunfähigkeit
bei. Es gibt keine unterschiedlichen Regeln gehorchende, getrennte Prüfung einer
medizinischen und einer rechtlichen Arbeitsfähigkeit (zit. Urteil, E. 5.2.2. und 5.2.3).
Wenn und soweit die medizinischen Experten die rechtlichen Vorgaben beachten,
scheidet daher eine rechtliche Parallelüberprüfung im Sinne einer "freihändigen
Anwendung" der zu beachtenden Standardindikatoren aus (Urteil des Bundesgerichts
vom 18. November 2015, 9C_125/2015, E. 5.5). Die rechtliche Überprüfung des
Gutachtens hat mithin gegebenenfalls auch die Würdigung der Indikatoren der
Überwindbarkeit zu umfassen.
3.2 Der Gutachter hält fest, die Beschwerdeführerin habe sich vage und ausweichend
geäussert und fast alle gestellten Fragen nach dem Vorhandensein von Symptomen
bejahend geantwortet, obwohl dafür keine medizinischen Gründe ersichtlich seien. Auf
näheres Nachfragen hätten sich aber zu den angegebenen Symptomen kaum Details
explorieren lassen. Die Befunderhebung sei daher erschwert gewesen. Es gebe
Hinweise auf eine Verdeutlichungstendenz von Beschwerden mit dramatisierender
Beschwerdedarstellung und einer Diskrepanz zwischen geltend gemachten schweren
Beschwerden und dem Fehlen von sachverhaltstypischen Details zu diesen
Beschwerden (IV-act. 63-5, 12, 15). Die Schilderungen über deutlich beeinträchtigende
Beschwerden seien nicht konsistent dazu, dass kaum konkrete Angaben zu den
Beschwerden zu erhalten gewesen seien. Medizinische Gründe für diese Inkonsistenz
hätten sich nicht ergeben (IV-act. 63-17). Von unzureichenden Deutschkenntnissen als
Ursache der vagen Aussagen ist nicht auszugehen, nachdem der Gutachter festhielt,
die Kommunikation in deutscher Sprache sei gut möglich gewesen (IV-act. 63-12), so
dass bei der Bemessung der Arbeitsfähigkeit die vom Gutachter aufgezeigten
Inkonsistenzen zu berücksichtigen sind. Die Beschwerdeführerin schilderte weiter, seit
Beginn ihrer Erkrankung habe sie sich immer mehr zurückgezogen. Sie habe überhaupt
keine Freizeitbeschäftigungen oder Hobbys, habe keine Lust zum Schwimmen,
Spazieren oder Radfahren. Früher habe sie getanzt, sei gelaufen, habe Handball
gespielt. Andererseits berichtet sie, sie treffe fast täglich ihre Nachbarin und habe eine
enge Beziehung zu ihrer Tochter und ihrer Enkelin. Etwa einmal im Monat treffe sie sich
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mit einer Freundin in Liechtenstein und gehe manchmal einen Kaffee trinken (IV-act.
63-9). Auch wenn der Gutachter vermerkt, zu Details des Erlebten und der Aktivitäten
sei kaum etwas zu erfahren gewesen, die Schilderung des Tagesablaufs bleibe wenig
anschaulich (IV-act. 63-9), ergibt sich aus den Angaben der Beschwerdeführerin zwar
eine Einschränkung ihrer sozialen Kontakte, aber dennoch auch ein gewisses Potential
an Ressourcen. Dem Gutachter waren die Belastungsfaktoren namentlich zweier
gescheiterter Ehen (IV-act. 63-6 f.), der engen finanziellen Verhältnisse (IV-act. 63-8),
der psychischen Krankheit und des Suizidversuchs ihrer Tochter (IV-act. 63-11 f.)
sowie der Freiheitsstrafe ihres Sohnes (IV-act. 63-9) bekannt (vgl. dazu auch Berichte
des Psychiatrie-Zentrums C._ vom 26. April 2013, IV-act. 39-3 und betreffend
Aufenthalt vom 27. August bis 11. Oktober 2012, IV-act. 28-2) und sie sind in die
Beurteilung eingeflossen (IV-act. 63-14). Zum therapeutischen Verlauf führt der
Gutachter aus, er sei auch von Besserungen geprägt, doch seien die
Behandlungsergebnisse nicht zufriedenstellend. Die Beschwerdeführerin habe jedoch
nicht ausreichend Motivation und Eigenanstrengung in die Behandlungen eingebracht,
so dass das Scheitern der Behandlungsbemühungen nicht einfach der Krankheit
zugeschrieben werden könne (IV-act. 63-22). Auch die Behandelbarkeit und die
erfolgte Behandlung wurden somit gewürdigt. Für eine von der medizinischen
abweichende rechtliche Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit besteht somit nach neuer
Rechtsprechung vorliegend kein Grund.
3.3 Der Gutachter schätzt die Arbeitsfähigkeit auf sechs Stunden bei um 30 %
reduzierter Leistungsfähigkeit, entsprechend einer Gesamtarbeitsfähigkeit von 50 %.
Dieses Leistungsbild könne auf Grund des bei der Untersuchung festgestellten
Zustandes mindestens ab Anfang November 2013 angenommen werden (IV-act.
63-19, 20). Zur Begründung führt der Gutachter aus, die sich aus der gegenseitigen
Beeinflussung ergebenden Schwierigkeiten in der Emotionsregulation und die
Substanzwirkung der Benzodiazepine oder Absetzphänomene bewirkten eine
Leistungsminderung bei der Arbeit (IV-act. 63-15). Die Auswirkungen der
Benzodiazepinabhängigkeit und der Neurasthenie liessen sich nicht gut trennen.
Folgen der psychischen Störungen seien vor allem Schwierigkeiten bei der
Emotionsregulation und bei der Umsetzung von Handlungen mit Schwierigkeiten, sich
für Vorhaben zu entschliessen, diese Entschlüsse aufrecht zu erhalten und ausdauernd
in die Tat umzusetzen (IV-act. 63-19). Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erscheint in
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Anbetracht der Befunde, der beschriebenen Auswirkungen der diagnostizierten
Beeinträchtigungen und der bezüglich der Neurasthenie zu berücksichtigenden
Indikatoren nachvollziehbar. Die Benzodiazepinabhängigkeit ist gemäss Gutachten
überwiegend wahrscheinlich Folge der Neurasthenie (IV-act. 63-15) und damit eines
Gesundheitsschadens, dem selber Krankheitswert zukommt und der somit
invalidenversicherungsrechtlich relevant ist (vgl. Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [heute: sozialversicherungsrechtliche Abteilung des
Bundesgerichts] vom 4. April 2002, I 401/01, E. 2b/bb ff.). Auch die Abweichung von
den Einschätzungen des Psychiatriezentrums C._ sowie der Klinik D._, die der
Beschwerdeführerin seit 13. Juli 2012 stets eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (IV-act.
18-3; IV-act. 28-2; IV-act. 39-3) attestiert hatten, erscheint plausibel, da anlässlich der
Begutachtung keine schweren depressiven oder panischen Symptome (mehr) erhoben
werden konnten. Wenn der Gutachter anderseits eine Verbesserung der
Leistungsfähigkeit "nach einer längeren Abstinenz von Benzodiazepinen" prognostiziert
(IV-act. 63-15, 21), so bedeutet das keine andere Beurteilung der Arbeitsfähigkeit für
die hier massgebenden Verhältnisse bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses. Nach
den gutachterlichen Feststellungen sind das Suchtleiden und die neurotische Störung
eng miteinander verknüpft. Die Behandelbarkeit eines psychischen Leidens sagt nichts
aus über dessen invalidisierenden Charakter (BGE 127 V 294) und steht einem
(allenfalls befristeten) Rentenanspruch nicht entgegen (Urteil 8C_148/2014 vom 29.
August 2014 E. 3.1).
3.4 Zusammenfassend berücksichtigt das Gutachten die angegebenen Beschwerden,
basiert auf einer umfassenden Untersuchung und ist in der Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit insgesamt schlüssig und nachvollziehbar. Zu den somatischen
Befunden (IV-act. 53-2) nahm Dr. med. K._, Arzt für Allgemeinmedizin, am 16.
September 2013 Stellung und führte aus, eine Physiotherapie habe mässigen Erfolg
gezeitigt. Im weiteren Verlauf sei das psychiatrische Problem wieder deutlich im
Vordergrund gestanden (IV-act. 53-1). Demnach kann ohne weitere medizinische
Abklärungen dem Gutachter gefolgt werden, dass eine wesentliche chronische
körperliche Begleiterkrankung nicht vorliege (IV-act. 63-22). Der im
Beschwerdeverfahren vorgelegte Bericht der behandelnden Dr. med. J._, Fachärztin
Psychiatrie und Psychotherapie FMH vom 17. August 2014 (act. G 1.2) enthält keine
Angaben zur Arbeitsfähigkeit, sondern beschränkt sich auf diagnostische
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Ausführungen. Er ist nicht geeignet, die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch den
Gutachter in Frage zu stellen, zumal sich mit Blick auf die neue Rechtsprechung (vgl. E.
3.2) aus der Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung nicht ohne weiteres
eine höhere Arbeitsunfähigkeit ergäbe, als sie der Gutachter attestiert. Auf das
Gutachten kann demnach abgestellt werden; es ist somit von einer Arbeitsunfähigkeit
von 50 % ab November 2013 auszugehen (IV-act. 63-19). Betreffend die Zeit vor
November 2013 führt der Gutachter aus, den früheren Berichten sei eine
Konsistenzprüfung der geschilderten Beschwerden nicht zu entnehmen, so dass eine
retrospektive Beurteilung schwierig sei (IV-act. 63-19 f.). Es kann somit gemäss
Gutachten nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darauf geschlossen werden,
dass die Arbeitsunfähigkeit schon vor November 2013 lediglich 50 % betragen habe.
Ohnehin bestand eine vollständige Arbeitsunfähigkeit während den stationären
Aufenthalten vom 6. bis 28. März 2012 und vom 4. bis 25. Juni 2012 (IV-act. 18-2),
vom 27. August bis 11. Oktober 2012 (IV-act. 28) und vom 6. bis 21. Februar 2013 (IV-
act. 53-10) sowie während der tagesklinischen Behandlung vom 12. März bis 21. Juni
2013 (IV-act. 48-4). Für den Zeitraum vor November 2013 ist daher auf die
Arbeitsunfähigkeitseinschätzung der behandelnden Ärzte abzustellen.
4.
4.1 Die von den behandelnden Ärzten der Beschwerdeführerin attestierte
Arbeitsunfähigkeit betrug vom 21. September bis 26. Oktober 2011 100 %, vom 27.
Oktober bis 31. Dezember 2011 50 %, vom 1. Januar 2012 bis 31. Januar 2012 30 %
und danach (bis zur Begutachtung) 100 % (IV-act. 42-1; IV-act. 48-2, Bericht
Psychiatrie-Dienste Süd vom 16. März 2012 an den Krankenversicherer [Fremdakten],
Abrechnung des Krankenversicherers vom 14. Juni 2013 [Fremdakten]).
Durchschnittlich lag somit während des Wartejahres vom 21. September 2011 bis 20.
September 2012 (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) eine Arbeitsunfähigkeit von rund 86 %
vor (rund 9 Monate à 100 %, 2 Monate à 50 %, 1 Monat à 30 %), weshalb offen
bleiben kann, ob die in Rz. 4002 des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in
der Invalidenversicherung [KSIH] angeführte Rechtsprechung anzuwenden ist (vgl.
dazu Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. August 2015, IV
2013/162, E. 6.1 ff.). Zufolge der Anmeldung am 22. März 2012 (IV-act. 1) besteht
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gemäss Art. 29 Abs. 1 und Abs. 3 IVG ab 1. September 2012 Anspruch auf eine ganze
Rente.
4.2 Für die Zeit ab 1. November 2013 ist von einer Teilarbeitsfähigkeit von 50%
auszugehen. Dabei stellt sich die Frage, welche Einkommensverhältnisse im
Zusammenhang mit der Ermittlung des Invaliditätsgrades miteinander zu vergleichen
sind. Nach eigenen Angaben verfügt die Beschwerdeführerin über keine berufliche
Ausbildung (IV-act. 1-4). Sie erzielte gemäss Auszug aus dem individuellen Konto in
den Jahren 1997 bis 2003 jährliche Erwerbseinkommen von bis zu rund Fr. 47'000.--
(IV-act. 10-4). Danach weist der IK-Auszug Stellen von unterjähriger Dauer sowie
zeitweisen Bezug von Arbeitslosenentschädigung auf (IV-act. 10-3; IV-act. 10-1). In
ihrer Anstellung als Hilfsarbeiterin Kabelkonfektion wurde der Beschwerdeführerin von
April bis August 2011 ein durchschnittlicher Bruttolohn von Fr. 4'226.-- ausgerichtet
(IV-act. 14-8). Es rechtfertigt sich daher, sowohl für das als gesunde Person
hypothetisch erzielbare Einkommen (Valideneinkommen) als auch für das
Invalideneinkommen von einem statistischen durchschnittlichen Lohn einer
Hilfsarbeiterin auszugehen. Bei Abstellen auf die gleiche Einkommensbasis ist ein
Prozentvergleich entsprechend der Arbeitsfähigkeitsschätzung zulässig und
angebracht (vgl. dazu BGE 104 V 136 f. E. 2b und Urteil des Bundesgerichts vom 4.
Februar 2015, 9C_888/2014, E. 2, mit weiteren Verweisen). Bei einer Arbeitsunfähigkeit
von 50% resultiert ein Invaliditätsgrad von 50% und somit ein Anspruch auf eine halbe
Rente, wobei hier die Frage offen gelassen werden kann, ob ein Tabellenlohnabzug
(BGE 126 V 75) zu berücksichtigen ist oder nicht, nachdem ein Abzug von mindestens
20%, welcher zu einem Invaliditätsgrad von 60% führen würde und somit
rentenrelevant wäre (1 - [0.8 x 50%] = 60%), offensichtlich nicht in Betracht fällt. Der
Anspruch auf eine halbe Rente besteht sodann in Anwendung der Dreimonatsfrist nach
Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) ab 1.
Februar 2014.
5.
5.1 In Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 4. Juli 2014 aufzuheben
und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. September 2012 eine ganze Rente und
mit Wirkung ab 1. Februar 2014 eine halbe Rente zuzusprechen. Zur Festsetzung und
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Ausrichtung der Rentenleistung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.