Decision ID: 04e7b859-72f4-413f-9c32-7e4ef6666e9b
Year: 2021
Language: de
Court: ZG_VG
Chamber: ZG_VG_004
Canton: ZG
Region: Central_Switzerland
Law Area: public_law

A. B._, geboren am _ 1990, Staatsangehöriger der Republik , wurde am 2. März 2021 von der Kantonspolizei Tessin verhaftet, nach Zug überführt und hier in Untersuchungshaft genommen. Gegen ihn und weitere Komplizen wurde von der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug ein Strafverfahren wegen des Verdachts auf gewerbs- und bandenmässigen Diebstahl, mehrfache Sachbeschädigung, mehrfachen Hausfriedensbruch und Urkundenfälschung eröffnet. Nach diversen Einvernahmen und der Schlusseinvernahme wurde B._ am 25. August 2021 aus der  entlassen und umgehend vom Amt für Migration (AFM) in Ausschaffungshaft genommen. Am 25. August 2021 wurde ihm vom AFM die Anordnung der auf Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG gestützten Ausschaffungshaft eröffnet und mit Verfügung vom 26. August 2021 wurde er vom AFM aus der Schweiz weggewiesen.
B. Mit Eingabe vom 26. August 2021 ersuchte das Amt für Migration (AFM) das  um Prüfung der angeordneten Ausschaffungshaft nach Art. 76 AIG und um Bestätigung der Haft für die Dauer von zwei Wochen.

Die Haftrichterin erwägt:
1. Gemäss Art. 80 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und  und über die Integration vom 16. Dezember 2005 (Ausländer- und , AIG, SR 142.20; vormals AuG) in der seit 1. Januar 2019 geltenden Fassung sind die Rechtmässigkeit und die Angemessenheit der Haft spätestens nach 96 Stunden durch eine richterliche Behörde aufgrund einer mündlichen Verhandlung zu überprüfen, wobei die Frist nicht erst ab Haftanordnung läuft, sondern sich nach dem Zeitpunkt , in dem der Betroffene aus ausländerrechtlichen Gründen tatsächlich festgehalten wurde (Andreas Zünd, Kommentar Migrationsrecht, 4. Aufl., Zürich 2015, AuG 80 N 2 und die dort zitierten Bundesgerichtsentscheide). Kantonale richterliche Behörde im  des AIG ist das Verwaltungsgericht, welches aus seiner Mitte den Haftrichter  (§ 5 des am 1. Mai 2013 in Kraft getretenen Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und zum Asylgesetz vom 31. Januar 2013, EG AuG, BGS 122.5, i.V.m. § 56 Abs. 3 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 1. April 1976, VRG, BGS 162.1, und § 3 Abs. 1 Ziff. 2 der Geschäftsordnung des  vom 14. Januar 1977, GO, BGS 162.11).
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1.1 Der Antragsgegner wurde am 25. August 2021, 19.00 Uhr, aus der  entlassen und unmittelbar danach in Ausschaffungshaft genommen, sodass die Frist von 96 Stunden für die Haftüberprüfung in diesem Zeitpunkt beginnt. Mit der schriftlichen Eröffnung des vorliegenden Entscheids am 27. August 2021 ist die Frist von 96 Stunden gemäss Art. 80 Abs. 2 AIG in jedem Fall eingehalten.
1.2 Die richterliche Behörde kann gemäss Art. 80 Abs. 3 AIG auf eine mündliche  verzichten, wenn die Ausschaffung voraussichtlich innerhalb von acht Tagen nach der Haftanordnung erfolgen wird und die betroffene Person sich damit schriftlich  erklärt hat; kann die Ausschaffung nicht innerhalb dieser Frist durchgeführt werden, so ist eine mündliche Verhandlung spätestens zwölf Tage nach der  nachzuholen. Nach den Akten sollte die Wegweisung am 1. September 2021 und damit innert acht Tagen vollzogen werden können, nachdem bereits ein Flug nach Belgrad gebucht worden ist. Zudem hat der Antragsgegner bei der Eröffnung der  unterschriftlich bestätigt, dass er auf eine mündliche Verhandlung verzichte. Aus  Grund wird die Haftüberprüfung im schriftlichen Verfahren durchgeführt.
2. Die zuständige Behörde kann einen Ausländer zur Sicherstellung des Vollzugs eines Weg- oder Ausweisungsentscheides in Ausschaffungshaft nehmen, soweit die  von Art. 76 AIG erfüllt sind. Danach ist erforderlich, dass ein , nicht notwendigerweise auch ein rechtskräftiger Weg- oder Ausweisungsentscheid vorliegt (vgl. BGE 122 II 148 ff.), dessen Vollzug (z.B. wegen fehlender Reisepapiere,  bezüglich Identität usw.) noch nicht möglich, jedoch absehbar ist. Zudem muss einer der in Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1-5 AIG genannten Haftgründe gegeben sein (BGE 124 II 1 Erw. 1). Sodann muss die Haft verhältnismässig (vgl. BGE 122 II 148 Erw. 3) und die Ausschaffung rechtlich und tatsächlich möglich sein (Art. 80 Abs. 6 lit. a AIG; vgl. BGE 122 II 148 Erw. 3). Auf Seiten der Behörden sind die für den Vollzug der Wegweisung  Vorkehrungen (wie Identitäts- und Herkunftsabklärungen, Papierbeschaffung) umgehend zu treffen (Art. 76 Abs. 4 AIG, Beschleunigungsgebot; vgl. BGE 124 II 49 ff.). Schliesslich sind die gesetzlichen Anforderungen an die Haftbedingungen zu beachten (z.B. geeignete Räume, geeignete Beschäftigung; vgl. Art. 81 Abs. 2 AIG). Der Betroffene muss überdies hafterstehungsfähig sein.
3. Gemäss Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG ist ein Haftgrund gegeben, wenn ein  Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet wurde und das bisherige Verhalten
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des Betroffenen darauf schliessen lässt, dass er sich behördlichen Anordnungen .
3.1 Das AFM hat den Antragsgegner mit Verfügung vom 26. August 2021 aus der Schweiz weggewiesen und gestützt auf Art. 64d Abs. 2 AIG die sofortige Vollstreckung der Wegweisung angeordnet. Den Erhalt dieser Wegweisung hat der Antragsgegner  bestätigt. Damit liegt ein Wegweisungsentscheid im Sinne von Art. 76 Abs. 1 AIG vor.
3.2 Der Antragsgegner ist in den letzten Monaten nach eigenen Angaben im Rahmen mehrerer Einvernahmen im Strafverfahren mehrmals in die Schweiz eingereist und hat hier mit zumindest einem Komplizen zugegebenermassen diverse teure Fahrräder , nach Serbien transportiert und dort verkauft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm deshalb gewerbs- und bandenmässigen Diebstahl, mehrfache Sachbeschädigung, mehrfachen Hausfriedensbruch und Urkundenfälschung vor. Ein Strafurteil liegt zwar noch nicht vor, doch ist aller Voraussicht nach mit einer Verurteilung zu rechnen, nachdem der  die Delikte mehrheitlich eingeräumt hat. Mit seinem bisherigen Verhalten und  Trips in die Schweiz zwecks Verübung von Delikten hat der Antragsgegner klar , dass er nicht gewillt ist, sich an die hiesige Rechtsordnung zu halten oder  Anordnungen zu befolgen. Damit sind die Voraussetzungen für den Haftgrund nach Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG offenkundig erfüllt.
3.3 Die Ausschaffungshaft stellt einen schweren Eingriff in die persönliche Freiheit des Betroffenen dar. Anordnung und Aufrechterhaltung sind daher nur zulässig, wenn sie dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit und Angemessenheit zu genügen vermögen. Der  verzichtete ausdrücklich auf eine mündliche Verhandlung. Im Rahmen der Hafteröffnung vom 25. August 2021 gab er gegenüber dem AFM an, dass er gesund sei und keine ärztliche Konsultation benötige. Zweifel an der Hafterstehungsfähigkeit des  bestehen jedenfalls nicht; zudem ist die ärztliche Betreuung in der  jederzeit sichergestellt. Die Haftbedingungen in der Abteilung Ausschaffungshaft der Strafanstalt Zug, wo die Haft vollzogen werden soll, entsprechen zudem bekanntermassen den Vorgaben gemäss Art. 81 AIG. Das AFM hat in Nachachtung des  umgehend die notwendigen Vorkehrungen getroffen und über swissREPAT einen Flug für den 1. September 2021 nach Belgrad buchen lassen. Auch ein gültiger , mit dem der Antragsgegner ohne Weiteres nach Serbien ausreisen kann, liegt vor. Innert weniger Tage wird er mithin in seine Heimat ausfliegen können. Wenn er pflichtge-
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mäss kooperiert, wird die Ausschaffung, der im Übrigen keine erkennbaren rechtlichen oder faktischen Hindernisse entgegenstehen, sehr rasch vollzogen werden können, da auch die Corona-Situation einer Heimreise nach Serbien offensichtlich nicht . Entsprechend dürfte die Haft nur wenige Tage dauern. Eine mildere Massnahme als die Haft steht angesichts des bisherigen Verhaltens des Antragsgegners zur  des Vollzugs der Wegweisung nicht zur Verfügung. In Berücksichtigung aller Aspekte und des Interesses der Schweiz an einer geordneten Ausschaffung erweist sich die  Haft als verhältnismässig. Da somit alle gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind, kann die Ausschaffungshaft für die beantragte Dauer von zwei Wochen bzw. 14 Tagen, d.h. bis 7. September 2021, bestätigt werden. Sollte der Antragsgegner wider Erwarten nicht innert acht Tagen seit der Haftanordnung, d.h. bis 1. September 2021, die Schweiz verlassen haben, so wäre die Haft innert zwölf Tagen seit der Haftanordnung, mithin  am 5. September 2021, aufgrund einer mündlichen Verhandlung zu überprüfen (Art. 80 Abs. 3 AIG).
4. Im Bereich der Zwangsmassnahmen werden gemäss § 14 Abs. 3 EG AuG in der Regel keine Verfahrenskosten erhoben.
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