Decision ID: 05248047-d874-4603-852e-8f90ab1c8a90
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1975,
war nach
ihrer Einreise in die Schweiz im Jahr 2005 zunächst für verschiedene Unternehmen als Reinigungsfachfrau und zuletzt auf
Temporärbasis
von November
bis Dezember 2013 als Betriebs
mit
arbeiterin für die
Z._
, Zürich, tätig (
Urk.
7/1,
Urk.
7/24
, Urk.
7/29)
.
Am
1.
Februar 2010
hatte
sie sich
unter Hinweis auf
ein gebrochenes linkes Fussgelenk und einen gebrochenen linken
Ellenbogen bei der Invalidenversicherung an
gemeldet
und Massnahmen für die berufliche Eingliederung
beantragt
(
Urk.
7/1). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, führte medizinische und erwe
rbliche Abklärungen durch (Urk.
7/2 ff.) und
verneinte
mit Verfügung vom 1
4.
März 2011
einen Anspruch auf berufliche Massnahmen und wies das Leistungsbegehren
mit der Begründung ab, dass der Versicherten die bisherige Tätigkeit ab dem 1
8.
September 2010 wieder voll zumutbar sei und sie damit
auch
ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen könne (
Urk.
7/15).
1.2
Am 2
5.
November 2014 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf
Tumore und psychische Beeinträchtigungen erneut bei der Invalidenversicherung zum Leis
tungsbezug an (
Urk.
7/18). In der Folge tätigte die IV-Stelle medizinische und erwerbliche Abklärungen (
Urk.
7/22 ff.) und holte unter anderem ein polyd
iszipli
näres Gutachten bei der
A._
ein, das am
2.
April 2017 erstattet wurde (
Urk.
7/81). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/95 ff.) wies die IV-Stelle das Leistungsgesuch der Versicherten mit Verfügung vom 18. April 2019 ab (
Urk.
7/125
=
Urk.
2
).
2.
Hiegegen
erhob die Versicherte am
2
8.
Mai 2019
Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom 1
8.
April 2019
sei aufzuheben und es sei ihr rückwirkend eine Rente der Invalidenversicherung auszurichten. Eventualiter sei der medizinische Sachverhalt erneut abzuklären, insbesondere durch Anordnung einer neuen Be
gut
achtung. In prozessualer Hinsicht stellte die Beschwerdeführerin ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung (
Urk.
1 S.
2). Mit Beschwerdeantwort vom 2. Juli 2019 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Mit
Verfügung vom
9.
Juli 2019 wurde das Gesuch
der Beschwerdeführerin
um unen
t
geltliche Prozessführung bewilligt und
ihr
Kenntnis von der Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin gegeben (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE
130
V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psy
chischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind,
dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte
oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
1.5
1.5
.1
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E.
5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamt
haft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E.
4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig
und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrschein
lich
keit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweis
belastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Janu
ar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.5
.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete
die
Abweisung des Leistungsbegehrens
mit Blick auf das Gutachten der
A._
damit
, dass
die ausgewiesene Diagnose
aus rechtlicher Sicht
keine länger andauernde
n
oder bleibende
n
Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin habe
.
D
er Beweis für eine lang
andauernde und erhebliche Arbeitsunfähigkeit
könne
nur dann als geleistet be
trachtet werden, wenn die
Indikatorenprüfung
ein stimmiges Gesamtbild (Ein
schrän
kungen in allen Lebensbereich
en) zeige. Diese Voraussetzung sei
vorlie
gend
nicht erfüllt
. Unter diesen Umständen seien weitere Abklärungen bezüglich Quali
fi
kation nicht angezeigt
(
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin lässt dagegen
zusammengefasst
vorbringen,
gemäss dem Gutachten der
A._
vom
2.
April 2017
sei
mit überwiegender Wahrschein
lichkeit
eine medizinisch-gesundheitliche Anspruchsgrundlage
ausgewiesen
, welche
zur Anerkennung einer Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen
sowie
einer angepassten Tätigkeit führe. Es bestehe vorliegend kein Anlass
beziehungsweise für den Rechtsanwender kein Spielraum
, von den Einschätzungen der Gutachter abzuweichen (
Urk.
1 S. 9).
Im Übrigen
sei
sie
nicht als teil-, sondern als voller
werbstätig zu qualifizieren, da sie ohne die gesundheitliche Beeinträchtigung einer vollzeitlichen Erwerbstätig
keit
nachgehen müsste
(
Urk.
1 S.
10 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen
ist
, ob die Beschwerdegeg
ner
in
den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu Recht verneint hat.
Dazu ist festzuhalten, dass die Be
schwer
de
führerin bereits am
1.
Februar 2010 ein Leistungsgesuch eingereicht hatte
(
Urk.
7/1)
. Nachdem sie in ihrer angestammten Tätigkeit wieder die volle Arbeits
fähigkeit erlangt hatte, verneinte die Beschwerdegegnerin am 1
4.
März 2011 einen Anspruch auf berufliche Massnahmen (Arbeitsvermittlung) mit der Begrün
dung, die Beschwerdeführerin sei
rentenausschliessend eingegliedert
(Urk.
7/15). Wegen neuerlicher Arbeitsunfähigkeit meldete
sie
sich am 2
5.
November 2014 abermals zum
Leistungsbezug an (
Urk.
7/18).
Aufgrund dieser Ausgangslage ist das erneute Leistungsgesuch
nicht als Neuanmeldung
, sondern gleich wie eine erstmalige Anmeldung zu behandeln (Urteil
des Bundesgerichts 8C_876/2017 vom 1
5.
Mai 2018 E. 4.1
mit Hinweisen).
3.
3.1
Aus dem
Austrittsbericht der
B._
vom
16.
Juli
2014
(
Urk.
7
/37), wo die Beschwerdefüh
rerin vom 1
3.
März
2014 bis 11.
Juli
2014 stationär behandelt wurde, ergeben sich
im Wesentlichen
die f
olgen
den Diagnosen (
Urk.
7/37/
1):
-
r
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psycho
tische Symptome
(ICD-10 F33.2)
-
Verdacht auf
Neurofibromatose
(Typ I, Status nach mehrfachen Tumorresek
tionen bei rezidivierenden Neurofibromen [
submammär
links, hinter linkem Ohr]
); a
ktuell multiple Neurofibrome, mögliches
Freckling
der Haut
-
Verdacht auf Schmerzmittelabusus
-
Verdacht auf
Schwannom
am
Nervus
facialis
rechts
Die Berichterstatter führten aus
, d
ie Beschwerdeführerin sei anfangs ängstlich und gehemmt erschienen, wenn auch immer wieder beobachtet worden sei, dass sie Ressourcen habe,
sie
sich
diese aber nicht
habe
z
ugänglich machen können
. Insbes
ondere die soziokulturellen Aspekte seien von Bedeutung. Die Beschwerde
führerin sei zwei arrangierte Ehen eingegangen, habe den Sohn aus erster Ehe nicht in die Schweiz mitnehmen dürfen und sei
nach ihren eigenen Angaben
als zweimal geschiedene Frau in ihrer ländlichen Heimat in der Türke
i zudem eine geächtete Frau (
Urk.
7/37/
8).
Der Austritt sei auf Wunsch der Beschwerdeführerin
erfolgt
, dies
in insgesamt deutlich
ge
bessertem Zustand (Urk.
7/37/
9).
In sozialer Hinsicht
w
e
rde
der Beschwerdeführerin
unter anderem
empfohlen
, wieder ein
e Beschäftigung aufzunehmen (Urk.7/37/
10).
3.2
Aus dem Bericht des
C._
vom 1
9.
Januar 2015 (
Urk.
7/33
/6-9
)
, wo die Beschwerdeführerin seit
9.
März 2014 in Behandlung steht (
Urk.
7/33/1),
ergeben sich als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeits
fähig
keit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit
psychotischen Symptomen (ICD-10 F33.3), ein Verdacht auf
Ne
urofibromatose
un
d ein
Schwannom
am
Nervus
Fa
cialis sowie eine Störung durch Tabak (ICD-10 F17.2) und eine
Adipositas (ICD-10 E66.0;
Urk.
7/33/7
). Die Beschwerdeführerin sei
zur Zeit
100
%
arbeitsunfähig
.
Es bestehe die Gefahr einer
Chronifizierung
des Erschöpfungszustandes und der d
amit verbundenen Depression (
Urk.
7/33/
8).
3.3
Aus dem Bericht der dermatologischen Klinik des
D._
vom
6.
März 2015
(
Urk.
7/41)
ergeben sich die bereits bekannten Diagnosen eines Ver
dachts auf
Neurofibromatose
Typ
I
und eines
Schwannoms
;
klinisch sei
en
ein
Naevus
Spilus
gluteal
, Lentigines mit segmentaler Anordnung thorakal links,
multiple Neurofibrome
,
aber keine Café
-
au
-
l
ait
-
Flecke
n festgestellt worden (Urk.
7/41/
1).
3.4
D
en Berichten von
Dr.
med.
E._
, Oberarzt an der Klinik für Neurochirurgie des
D._
, vom 2
3.
März 2015 und 1
7.
Juni 2015 (
Urk.
7/38)
sind
eine hochgradige Verdachtsdiagnose eines Häman
gioms (
Urk.
7/38/
5)
, ein Status nach mehrfacher
Exzision
von Neurofibromen und MR-dia
gnostisch ein Empty
Sella
mit
liquor
-betonten
Optikusscheiden
mit möglicher benigner intra
kranieller Hypertension bei chronischen Kopfschmerzen
zu entnehmen
.
Die Patien
tin berichte, aktuell keine Medikamente einzunehmen
,
ausser für die Kopf
schmerzen (
Urk.
7/38/
1).
Weiter wurde
ein Tinnitus auf der rechten Seite in Form eines Rauschens e
rwähnt (
Urk.
7/38/
1).
Dieser
stehe
für die Pati
entin im Vor
der
grund
(
Urk.
7/38/
5).
3.5.
Der
Hausarzt der Beschwerdeführerin
,
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Allge
meine Innere Medizin,
stellte mit Bericht vom 1
5.
Dezember 2015
(
Urk.
7/50
vgl. auch
Urk.
7/64) die bereits bekannten
Diagnosen (
Urk.
7/50/
1). Die
Beschwe
r
de
führerin sei seit 27.
Mai 2013 bis auf weiteres in der angestammten Tätigk
eit zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
7/50/
2). Bezüglich zumutbarer
angepasster Tätig
keiten verwies
er auf
die Beurteilung
d
e
s
C._
(
Urk.
7/50/
3).
3.6
Aus dem Bericht der Chirurgischen Klinik des
G._
vom 19.
Juli 2016 (
Urk.
7/66) ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin am 2
1.
März 2016 bei einem Unfall eine
bimalleoläre
Luxationsfraktur mit Abriss des Volk
mann-Fragments links erlitt, die
mit einer
Plattenosteosynthese lateraler
Malleo
lus
, Plattenosteosynthese Volkmann-Fragment und
Zuggurtung
medialer
Malleo
lus
links versorgt wurde (
Urk.
7/66/
1).
Die berichtende Oberärztin erachtete d
ie bisherige Tätigkeit als Reinigungskraft
zur Zeit
als
nicht
ausübbar
, es sei jedoch damit
zu rechnen
, dass diese ab
1.
Okto
ber 2016 wieder zu 100
%
aufgenommen werden könne (Urk. 7/66/
3).
3.7
3.7.1
Dem polymedizinischen Gutachten der
A._
vom 2
6.
April 2017 (Urk.
7/81
) ist als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
d
epressive Störung (ICD-10 F32)
zu entnehmen
, unvollständig remittiert, manifestiert spätestens 2014 in
schwergradiger
Form, aktuell aufgrund von Inkonsistenzen nicht ganz klar einzuordnen, am ehesten als mittelgradig zu bezeichnen. Als Diagnosen ohne
Auswirku
ng auf die Arbeitsfähigkeit wu
rden im Wesentlichen
eine dysfunk
tionale K
rankheitsverarbeitung (ICD-10 F
54), ein Verdacht auf
Neurofibromatose
Typ I und e
ine Adipositas genannt (
Urk.
7/81/18 f.
).
3.7.2
Im Rahmen der Begutachtung durch
Dr.
med. H._
, Facharzt für Neurologie
,
berichtete
die Beschwerdeführerin
, sie habe täglich Schwindel und
starke Kopfschmerzen, die wegen der starken Schmerzmittel, die sie nehme
,
nicht so schlimm seien. Aktuell habe sie sich den Fuss gebrochen, da sie wegen Schwindels auf der Treppe zwei Stufen hinuntergestürzt sei. Die Schmerzen im linken Fuss seien so stark, dass alles andere in den Hintergrund trete. Da sie nun wegen dieser Fussverletzung immer in der gleichen Position liegen müsse, habe sie auch Rückenschmerzen, die sie vorher nie gehabt habe (
Urk.
7/81/10).
D
r.
H._
führte aus, es
hätten sich keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit feststellen lassen.
(
Urk.
7/81/14
).
Bei
der Bestimmu
n
g der Medi
kamentenspiegel seien die Befunde für
Trittico
und
Lyrica
zwar geringfügig unter dem Normalwert gewe
sen, doch lasse sich daraus seiner Ansicht nach
keine signi
fikante Aussage hinsichtlich der
Therapieadhärenz treffen
.
Aus rein somatisch-neurologischer Sicht bestehe in der angestammten und auch in einer Verweis
tätigkeit
k
eine Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
7/81/15)
.
3.7.3
Dr.
med.
I._
,
Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin, hielt in seiner Teilexpertise fest,
dass sich auf
allgemein-internistischem Fachgebiet keine IV-rele
vanten Diagnosen oder entsp
rechende Funktionseinbussen ergä
ben. Die be
steh
ende Ad
ipositas habe keine IV-Relevanz.
Im Rahmen des allgemein-internis
tischen Teilgutachtens hätten sich
sodann
keine Hinweise auf Aggravation oder Simulation ergeben
(
Urk.
7/81/40).
3.7.4
Anlässlich der psychiatrischen Exploration durch
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Ps
ychotherapie
,
gab
die Beschwerdeführerin
an
, sie sei unglücklich, unzufrieden
und
habe keine Freude am Leben. Es sei ihr egal
,
ob sie lebe oder sterbe, oft habe sie an Selbsttötung gedacht, bei ihnen sei dies jedoch eine grosse Sünde. Sie habe keine Lust
und
leide unter Schwindel. Befragt nach Zukunftsvorstellungen habe
sie ausgeführt
, dass sie gar keine habe. Befragt nach Schmerzen habe sie
erklärt
, sie habe jeden Tag Kopfschmerzen, im Moment allerstärkste
; die
Kopfs
chmerzen würden sie töten (Urk.
7/81/50 f.).
Die
Interaktion mit der Beschwerdeführerin
war laut
Dr.
J._
von
Logorrhoe
geprägt.
Insgesamt sei
die Beschwerdeführerin
gepflegt
erschienen
, wenn
auch adipös
,
mit körperbetonter Kleidung. Ihre
Mimik sei expressiv und leb
haft
gewesen, es habe
kein
durchgängiger depressiver Habitus
bestanden
(Urk
.
7/81/55).
Sie
habe sich zum Begutachtungszeitpunkt in einem wachen, be
wusstseinsklaren, in allen Qualitäten sicher orientierten Geisteszustand befunden. Die Auffassung sei ohne Befund, die Konzentration im Gespräch ebenso, im Test unglaubwürdig gestört. Das Denken sei geordnet, eher beschleunigt, eingeengt auf das erlebte Leid und das ungerechte Schicksal
(Urk.7/81/56)
. In der Unter
suchung habe sich kein
Hinweis auf Sinnestäuschungen er
geben,
auf
explizit
e
Nachfrage
habe die Beschwerdeführerin jedoch
von Erscheinungen berichtet
(
Urk.
7/81/56 f.)
. Weiter
habe
eine ausgeprägte Störung der Vitalgefühle
bestan
den
. Die Beschwerdeführerin sei teilweise
deprimiert, nicht hoffnungslos
,
aber
über weite Abschnitte
dysphorisch
gewesen
. In der Untersuchung sei sie
klagsam
,
teilweise leicht
jammrig
gewesen
, es habe eine leichte Affektlabilität bestanden. Der Antrieb sei gehemmt, das Sprach- und Mitteilungsbedürfnis gesteigert, motorisch sei sie nicht unruhig
gewesen
. Teilweise sei die Beschwerdeführerin theatralisch
gewesen
. In der Anamnese bestünden Hinweise auf Ein- und Durch
schlafstörungen, in der Untersuchung habe jedoch keine Müdigkeit in krankh
eits
relevantem Ausmass beobachtet werden können
. Auch der in der Anamnese aufgeführte soziale Rückzug sei in der Untersuchung nicht zu erkennen gewesen
(Urk.
7/81/57)
.
Der
Gutachter wies darauf hin
, dass sich Diskrepanzen zwischen den berichteten und den präsentierten Symptomen
der Beschwerdeführerin
erg
ä
ben. Sie berichte, keinen Menschen mehr sehen zu wollen,
habe
jedoch auf die Dolmetscherin ein
geredet
und sei
während der Untersuchung
kaum zu bremsen
gewesen
. In der Beschwerdeschilderung würden immer wieder Widersprüche auftauchen. Die Com
pliance bezüglich der Medikamente scheine schwierig zu sein. Eine Bereit
schaft zur Veränderung sei
nicht erkennbar. Auch seien die
Konsistenzparameter nach Widder teilweise positiv. Letztlich würden auch angemessene Therapiemass
nahmen fehlen. Simulation könne nicht nachgewiesen werden, auch nicht Dissi
mulation, es würden sich jedoch H
inweise auf Aggravation ergeben. Z
udem
seien die
Antworttendenzen hinsichtlich der Beschwerden
auffällig
, es würden umso mehr Beschwerden genannt, je mehr erfragt würden. Spezifische Fragen
beant
worte die Beschwerdeführerin undifferenziert
, teilweise
bejahe sie
auch wider
sprüchlich formulierte Auss
agen
, ein Plausibilisieren sei dann meist nicht möglich
(
Urk.
7/81/59 f.)
.
Es
bestünden
Zeichen der Symptomausweitung (übermässig schwieriges Aufstehen)
,
aber auch übermässig starke Symptombeschreibung (K
opf
schmerz tötet mich). Auch l
ie
ge eine
reduzierte Leistungsbereitschaft
vor
. S
ehe man den Tagesablauf
,
müsse von Selbstlimitierung
gesprochen werden. Eine Malkooperation und eine final ausgerichtete Entschädigungshaltung seien nicht auszuschliessen.
Dekonditionierung
sei klar gegeben, verbunden mit übertriebe
nem Schonverhalten und einem Verharren in der Krankenrolle. Ein Krankheits
gewinn sei nicht auszuschliessen (
Urk.
7/81/62 f.).
Dem p
sychopathologischen Befund seien Hinweise auf ein aktuelles De
pre
s
sions
geschehen zu ent
n
ehmen. Im Bericht der
B._
vom 1
6.
Juli 2014 werde
zwar
die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung genannt, es
fänden sich
jedoch keine Hinweise, wieso die Störung rezidivierend sein solle. Verwiesen werde auch auf zahlreiche psychosoziale Faktoren. Es werde von einer deutlichen Besserung währen
d
de
s
stationären Aufenthalt
s
berichtet, von Therapieresistenz könne also nicht ausgegangen werden
(
Urk.
7/81/61)
.
Angesichts der depressiven Störung könnten nur Arbeiten ohne besonders hohe Konzentrationsanforderungen, ohne besondere Lärmbelastung, ohne störende Licht
verhältnisse, ohne ständigen Kontakt
zu Menschen, ohne Kundenkontakt, und mit vermehrter Pausenmöglichkeit
ausgeübt werden. Es sei aufgrund des Be
richts der
B._
vom Juli 2014 von einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
seit An
tragstellung, spätestens aber seit Anfang 2014 auszugehen. Danach sei eine deut
liche Besserung eingetreten, so dass ab August 2015 von einer etwa 50%igen Arbei
t
sfähigkeit für eine angepasste
Tä
tigkeit
sowie für die bisherige Tätigkeit, sollte diese den genannten Anforderungen entsprechen,
auszugehen sei
.
Zwei Monate später scheine eine Verschlechterung eingetreten zu sein
,
daher
sei
ab 2015
bis
zum Untersuchungszeitpunkt
von einer Einschränkung der Arbeit
sfähig
keit
von zwei Dritteln
für eine den genannten Anforderungen angepasste Tätig
keit
auszugehen
. Unter Ausnutzung des therapeutischen Systems hätte jedoch eine deutliche Verbesserung und damit eine Arbeitsunfähigkeit von nicht mehr als einem Drittel erreicht werden können, dies sei auch jetzt noch möglich (
Urk.
7/81/
68).
3.7.5
Im interdisziplinären Konsens gelangten die Gutachter zur Auffassung, dass a
us neurologischer und allgemein-internistischer Sicht
eine Arbeitsunfähigkeit von
0
% und
aus psychiatrischer
Sicht von
August
bis Dezember 2014
eine Arbeits
unfähigkeit
von
50
%,
sowie von 2015 bis
zum Untersuchungszeitpunkt eine solche
von
66
%
bestehe
, dies in der angestammten
sowie
einer Verweistätigkeit
. Bei Ausnutzung des therapeutischen Systems unter Beibehaltung eines konse
quenten Therapieregimes ab 2015 wäre die Arbeitsfähigke
it ab 2015 um nicht mehr als 33 % eingeschränkt
gewesen (Urk.
7/81/27
).
3.8
Dr.
med.
K._
, Fachärztin
für
Ps
ychiatrie und Psychotherapie
,
und
Dr.
phil.
L._
, Klinischer Psychologe und Supervisor, beide vom
C._
,
führ
t
en
am 2
2.
Oktober 2018
in ihrer Stel
lung
nahm
e zum psychiatrischen Teil des
A._
-
Gutachten
s
(
Urk.
3/
4)
aus,
sie
seien
diagnostisch mit dem Gutachter betreffend di
e Depression einer Meinung
, dieser übersehe jedoch die deutlichen Panikattacken
(ICD-10 F41.0)
, welche ebenfalls einen grossen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Insgesamt
gingen die Fach
leute des
C._
nach bisher 145 Sitzungen weder von einer Aggravation noch von Unklarheiten aus, im Gegenteil handle es sich um eine nachvollziehbar hilfsbedürftige Patientin mit einer 100%
igen
Arbeits
u
nfähigkeit bis heute (
Urk.
3/
4 S.
2).
4.
4.1
D
ie Beschwerdegegnerin stützte sich zur Begründung der angefochtenen Ver
fügung
in erster Linie
auf
das polydisziplinäre
A._
-Gutachten,
weshalb
vorab
dar
auf einzugehen
ist
.
Die Expertise basiert auf umfassenden neurologischen, allgemein-internistischen,
sowie psychiatrischen Abklärungen
und wurde in Kenntnis der
Vorakten
erstellt (Urk. 7/81/5 ff.). Die Beschwerdeführerin konnte gegenüber den einzelnen Sach
ver
ständigen ihre aktuellen Beschwerden
ausführlich
schildern und wurde von diesen jeweils - soweit fachspezifisch erforderlich - eingehend befragt. Sie konnte sich insbesondere auch zu verschiedenen Themenkomplexen wie dem beruflichen
Werdegang, der familiären Situation sowie dem gewöhnlichen Tagesablauf äussern
(Urk.
7/81/10, 7/81/12
,
7/81/34 ff.
, 7/81/50 ff.
). Die geklagten Leiden fanden sodann im Zuge der Feststellung der Diagnosen Berücksichtigung, wobei sowohl diese als auch die aus medizinischer Sicht resultierend
en Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit dargelegt und
nachvollziehbar
erl
äutert wurden (Urk. 7/81/15
,
7/81/40
,
7/81/65
). A
usserdem erfolgte eine Auseinander
setzung mit vorangegan
ge
nen ärztlichen Beurteilungen (Urk.
7/81/65
)
. Insgesamt erfüllt das
A._
-Gut
a
chten somit die formellen Krite
rien für eine beweiswerte medizinische Expertise
(vgl. E.
1.
4
).
4.2
4.2.1
Während die im Gutachten dokumentierten Diagnosen
-
auch in Überein
stim
mung mit den behandelnden Ärzten
(
Urk.
3/
4
,
Urk.
7/37,
Urk.
7/38
)
-
zu Recht
zwischen den Parteien grundsätzlich unbestritten sind
(
Urk.
1 S. 3, Urk.
2 S.
1)
, besteht Uneinigkeit bezüglich der Frage, ob die Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin in ihrer bisherigen sowie einer angepassten Tätigkeit eingeschränkt ist. Während die
Beschwerdegegnerin die von
Dr.
J._
attestierte Beein
trächtigung der Leistungsfähigkeit auf der Grundlage einer von ihr durchgeführ
ten
Indikatorenprüfung
nicht anerkennt
und davon ausgeht, dass es sich aus rechtlicher Sicht um einen nicht invalidisierenden Gesundheitsschaden handelt
(
Urk.
2 S. 2)
, vertritt die Beschwerdeführerin den Standpunkt, auf die Beurteilung des psychiatrischen Gutachters könne abgestellt werden
(
Urk.
1 S. 9)
.
Z
u prüfen ist demnach, ob die Beschwerdegegnerin bezüglich der
Einschätzung der
Arbeits
fähigkeit
zu Recht
vom psychiatrischen Gutachten von
Dr.
J._
abweicht.
Dabei obliegt es den Rechtsanwendern, mithin dem Gericht, im Rahmen der Beweiswürdigung zu überprüfen, ob ausschliesslich funktionelle Ausfälle bei der medizinischen Einschätzung berücksichtigt wurden und ob die Zumutbarkeits
beurteilung auf einer objektivierten Grundlage erfolgte (BGE 141 V 281 E. 5.2.2; Art. 7 Abs. 2 ATSG). Eine rentenbegründende Invalidität ist nur dann anzuneh
men, wenn funktionelle Auswirkungen medizinisch anhand der
massgebenden
Indikatoren
(vorstehend E. 1.5.2)
schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt sind und somit den versicherungsmedizinischen Vorgaben Rechnung getragen wurde (BGE 141 V 281 E. 6; Urteil des Bundesgerichts 9C_194/2017 vom 29. Januar 2018 E. 6.2).
4.2.2
In der
Kategorie «funktioneller Schweregrad
»
ist zum Komplex «Gesundheits
schädigung
»
vorab darauf hinzuweisen, dass
der psychiatrische Teilgutachter Hinweise
auf Aggravation feststellte, jedoch keine weiteren Ausführungen be
züglich deren Anteil an
den Einschränkungen
der Beschwerdeführerin
machte. Da er jedoch trotzdem auf einen insgesamt durchaus schweren Befund schloss (Urk. 7/81/62), im interdisziplinären Konsens keine wesentlichen Anzeichen von
Aggravation festgestellt werden konnten
(Urk.
7/81/22)
und
die
behandelnden Ä
rzte
eine
Aggravation
klar verneinten
(
Urk.
3/
4)
,
ist nicht davon auszugehen,
dass
die Leistungseinschränkung
eindeutig
überwiegend
auf Aggravation beruht.
Da
mit ist
die Annahme einer gesundheitlichen Beeinträchtigung
nicht
im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
(BGE 141 V 281 E. 2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_549/2
015 vom 2
9.
Januar 2016 E. 4.1)
von
vornherein ausge
schlossen.
Die Gutachten d
iagnostizier
en
eine unvollständig remittierte depressive Störung (ICD10-F32),
manifestiert spätestens 2014 in
schwergradiger
Form, aktuell auf
grund von Inkonsistenzen nicht klar einzuordnen, am ehesten als mittelgradig zu bezeichnen (
Urk.
7/81/67
).
Die erwähnten Inkonsistenzen zeigten sich dabei insbesondere darin, dass die
Interaktion mit der
Beschwerdeführerin in und vor der
Untersuchung von
Logorrhoe
geprägt gewesen sei, sodann habe
sie sich
leb
haft, mit expressiver Mimik
und Gestik und ohne durchgängigen depressiven Habitus
präsentiert
(
Urk.
7/81/55).
Darüber hinaus stellte der
begutachtende Psy
chia
ter
Hinweise auf Aggravation, Symptomausweitung und übermässig starke Symptombeschreibung, reduzierte Leistungsbereitschaft und Selbstlimitierung fest (
Urk.
7/81/62)
.
Ferner
schilderte er
auffällige Antworttendenzen hins
ichtlich der Beschwerden
, es würden umso mehr Beschwerden genannt, je mehr erfragt würden. Spezifische Fragen
beantworte
te
die Beschwerdeführerin
undifferenziert, teilweise
bejah
t
e sie
auch widersprüchlich formulierte
Aussagen
, ein Plausibili
sieren
war
dann meist nicht möglich (
Urk.
7/81/60). D
er Gutachter erhob teilweise
positive
Konsistenzparameter
nach Widder , etwa eine wechselhafte und unpräzis ausweichende Schilderung von Beschwerden
,
aber auch des Krankheitsverlaufs und Diskrepanzen zwischen eigenen Angaben und fremdanamnestischen Infor
ma
tionen (
etwa
im Vergleich mit dem Bericht der
B._
von 2014
,
in dem eine
Bes
serung während des stationären Aufenthalts festgehalten wurde;
Urk.
7
/81/59)
.
Eine final ausgerichtete Entschädigungshaltung konnte der Gutachter nicht aus
schliessen, zumal die Beschwerdeführerin an anderen Orten angegeben habe, ihre Familie in der Türkei finanzieren zu müssen (
Urk.
7/81/62).
Andererseits führte
Dr.
J._
jedoch auch aus, dass die Beschwer
de
führerin teilweise deprimiert und über weite Abschnitte
dysphorisch
gewesen sei. Sie habe ausgeprägte Insuffizienzgefühle gezeigt und ihr Antrieb sei gehemmt gewesen (
Urk.
7/81/57). Leidensdruck sei in der Untersuchung durchaus sichtbar gewesen (
Urk.
7/81/59).
Es handle sich um eine echte psychische Störung, diese werde jedoch auch durch psychosoziale Faktoren (Familie in Türkei versorgen müssen, schwierige Ausgangssituation mit zweifacher Scheidung und fehlender Integration), aufrechterhalten
(
Urk.
7/81/66).
Auch in
Auseinandersetzung mit den weiteren medizinischen Unterlagen müsse von einer depressiven Störung ausgegangen werden, wenngleich keine Hinweise auf rezidivierende depressive Episoden bestünden (
Urk.
7/81/61).
Der psychiatrische Teilgutachter erachtete die Befunde
insgesamt
zwar als durch
aus schwer (Urk. 7/81/66),
wies jedoch darauf hin, dass der «
Punctum
maximum
» der depressiven Störung im Jahre 2014 mit einer schweren depressiven Störung erreicht worden sei. A
ngesichts
der seither eingetretenen - wenn auch nicht voll
ständigen - Remission des Störungsbildes
, der nicht
besonders stark ausgeprägte
n
ausgewiesenen
objektive
n
Befunde
und
der zahlreichen aufgeführten Inkonsi
stenzen ist jedoch
höchstens
von einem
mittelgradigen, wenn nicht sogar ledig
lich von einem leichten
Schweregrad auszugehen.
Daran ändern auch die somati
schen Befunde nicht
s
, denn die Gutachter schrieben sowohl der Adipositas als auch der - im Rahmen einer blossen Verdachtsdiagnose genannten
–
Neuro
fibromatose
keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu.
4.2.3
Zum Indikator
«
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
»
ist fest
zu
halten, dass
sich
die Beschwerdeführerin
seit
der
Hospitalisation
in der
B._
wöchentlich in psycholog
ische
Behandlung
im
C._
begibt
(
Urk.
7/81/55
; vgl. dazu auch
Urk.
7/50/8
)
sowie Medikamente ein
nimmt (
Urk.
7/81/51)
.
Die Beschwerdeführerin hätte jedoch gemäss
Dr.
J._
schon längst wieder stationär
therapiert
werden müssen, mit einem soziotherapeutischen Nachsorgesystem,
also
unter anderem Tagesklinik und Auf
rechterhaltung von Tagesstrukturen (
Urk.
7/81/66).
Entlastende Psychothera
peu
ten
gespräche würden nicht ausreichen, um die Beschwerdeführerin wieder einzu
gliedern, die Behandlung sei daher angesichts des Verlaufs als nicht suffizient zu bezeichnen (
Urk.
7/81/67).
Im Rahmen des stationären Aufenthalts
im Jahr 2014
sei sodann eine deutliche Verbesserung eingetreten, diese habe jedoch mit der ambulanten Behandlung nicht gehalten oder fortgeführt werden können
(
Urk.
7/81/62).
Letztlich würden angemessene Therapiemassnahmen fehlen (
Urk.
7/
81/59).
Die Compliance bezüglich Medikamenten sei kritisch einzuschät
zen, überhaupt der Zugang zur Therapie. Die Psychotherapie werde verstand
en als Ort zur Dokumentation d
es Leidens, nicht aber als Instrument zur Verän
de
rung der Situation (
Urk.
7/81/63).
Eine massgebliche Behandlungsresistenz im Sinne des Scheiterns einer indizierten und lege
artis
durchgeführten Therapie ist daher nicht
ausge
wiesen.
Bezüglich der Möglichkeit einer
Wiedereingliederung
führte der Gutachter aus, dass
eine Bereitschaft zur Veränderung überhaupt nicht erkennbar sei, von neuen Berufen
und Tätigkeitsfeldern wolle die Beschwerdeführerin
nichts wissen. Ihr subjektives Leistungskonzept heisse, dass sie ein unglückliches Leben gehabt habe und nichts mehr machen könne, wie sie
es
auch mehrfach
explizit formuliert habe
. Dementsprechend sei keine intrinsische
Leistungsmotivation
(
Urk.
7/81/59)
beziehungsweise k
ein typischer Wille zur Wiedereingliederung auf Seiten der Beschwerdeführerin erkennbar (
Urk.
7/81/67).
4.2.4
In Bezug auf den Indikator «Komorbiditäten» ist zu bemerken, dass keine rechtlich bedeutsamen Komorbiditäten vorliegen
.
D
ie ebenfalls diagnostizierte dysfunktio
nale Krankheitsverarbeitung (ICD-10 F54)
wie auch die somatischen Beschwerden
bleib
en
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/81/67)
.
4.2.5
Was die im Komplex «Persönlichkeit»
zu prüfenden Merkmale (Persönlichkeits
entwicklung und -struktur, grundlegende psychische Funktion) anbelangt,
gilt es zu beachten, dass k
eine Persönlichkeitsstörung im engeren Sinne
v
orliegt
. D
iff
e
rentialdiagnostisch
erwog der Gutachter
auffällige Persönlichkeitszüge, in der Untersuchung dominierend in leicht
histrionischer
Form (Urk. 7/81/68)
. Dem
Gut
achten von
Dr.
J._
ist
ferner
zu entnehmen, dass die Beschwer
deführerin sich in einem wachen, bewusstseinsklaren, in allen Qualitäten sicher orientierten Geisteszustand befunden habe. Ihr Denken sei geordnet, nicht ge
hemmt, sondern eher beschleunigt gewesen, eingeengt auf das erlebte Leid und das ungerechte Schicksal. Die Auffassung und Konzentration seien im Gespräch unauffällig, im Test unglaubwürdig gestört gewesen
(Urk. 7/81/56)
.
Insgesamt sind aufgrund der Persönlichkeit der Beschwerdeführerin keine ressourcen
hem
men
den Faktoren ersichtlich.
4.2.6
Zum sozialen Lebenskontext ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin zwei
fach geschieden ist und einen erwachsenen Sohn aus erster Ehe hat, der in der Türkei lebt (
Urk.
7/81/47 f.).
Zur Zeit
lebt
sie mit einer Mitbewohnerin zusammen,
die
ihr
vom Sozialdienst zugewiesen worden sei, diese möge sie nicht (
Urk.
7/81
/52).
Die Beschwerdeführerin
schilder
t
e laut Gutachten zwar einerseits ein psychosozial von Restriktion geprägtes Leben und sich selbst als sehr desinte
griert,
andererseits scheine ein gewisses Netz vorhanden zu sein
. So sei sie von einem sehr freundlichen und sehr umgänglichen Landsmann zum Untersu
chungs
termin gebracht worden, der sich sehr um sie kümmere
(Urk. 7/81/60)
und über dessen Sorgen und Nöte im Scheidungsverfahren sie berichten könne (
Urk.
7/81/59)
.
Sie
habe eine enge Beziehung zum Sohn, wöchentliche Kontakte zur Schwester
und
eine Freundin, mit der sie über alles sprechen könne. Ferner gehe sie regelmässig zu einer Psychologin, deren Handynummer sie
auch habe und
die gemäss der Beschwerdeführerin alles für sie tun würde (
Urk.
7/81/64
). Ins
gesamt
ist e
in erheblicher krankheit
sbedingter sozialer Rückzug
vor diesem Hintergrund nicht ausgewiesen, die Beschwerdeführerin verfügt zumindest über ein
gewisses
soziales Netz, welches als eine begünstigende Ressource angesehen werden kann.
4.2.7
In Bezug auf die beweisrechtlich entscheidende
Kategorie «Konsistenz»
ist
vorab
auf die schon mehrfach erwähnten Inkonsistenzen, Diskrepanzen sowie
aggrava
torischen
Tendenzen zu verweisen.
G
emäss
psychiatrischem
Gutachter
kann
nic
ht sicher beurteilt werden
, ob
eine gleichmäss
ige Einschränkung des Aktivitäts
nive
aus in allen vergleich
baren Lebensberei
chen vorliegt
,
da die Aussagen der Beschwerdeführerin
auch diesbezüglich
zahlreiche Inkonsistenzen
enthielten
(
Urk.
7/81/64).
Die Beschwerdeführerin
war
wenig bereit, ihren Tagesablauf zu schildern, verl
o
r sich im Allgemeinen, die Antworten auf Rückfragen
waren
meist unbefriedigend und vage.
Inkonsistent waren auch die Ausführungen der Be
schwer
deführerin zu ihrem Sozialleben.
Sie gebe an, das Haus nie zu verlassen
, lasse sich aber von einem überaus freundlichen und zuvorkommenden Mann zur Begutachtung bringen (
Urk.
7/81/59)
.
Bezüglich Freizeitaktivitäten
gab
die Be
schwer
deführerin zwar an, keine Lust auf Hobbies zu haben,
nannte
jedoch auf die Frage,
ob sie vormals Hobbies gehabt habe
,
keine
und ergänzt
e
, sie könne sowieso nichts machen
(Urk.
7/81/54).
Bei den Haushaltarbeite
n
hilft
ihr
offenbar
die Nachbarin (Urk.
7/81/37)
, inzwischen lässt sie sich
nach eigener Darstellung
auch durch die Spitex unterstützen (
Urk.
1 S. 8)
.
Ein
variables Funktionsniveau zeigt
sich auch darin, dass es der
Beschwerdeführerin gelungen ist
, anlässlich der Hochzeit ihres Sohnes die finanziellen Ressourcen für eine Türkeireise zu orga
nisieren und diese auch durchzuführen (
Urk.
7/81/67).
Was den behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leidens
druck angeht, ist nicht von der Hand zu weisen, dass die
Beschwerdeführerin wöchentlich eine Psychologin aufsucht
und
zudem Medikamente einnimmt
, wenn auch
im Vergleich zum stationären Aufenthalt
in
deutlich reduzierter Dosis (
Urk.
7/81/65)
. Gemäss Gutachter scheint die Compliance bezüglich der Medika
mente jedoch schwierig (
Urk.
7/81/59)
beziehungsweise explizit mässig zu sein (
Urk.
7/81/62)
, dies bestätigt
e sich auch anhand der
anlässlich des Gutachtens erhobenen Medikamentenspiegel, die sich geringfügig unter dem Normwert be
fa
n
den (Urk.
7/81/15).
Eine Malkooperation sei nicht auszuschliessen. Die psy
cho
therapeutischen Sitzungen würden nur als Entlastung verstanden (
Urk.
7/81/6
2).
Auch werden wie bereits erwähnt
relevante therapeutische Optio
nen nicht in Anspruch genommen, insbesondere eine Behandlung in einer Tages
klinik, wie sie der Beschwerdeführerin mehr
fach empfohlen worden sei (Urk.
7/81/63)
.
Aus diesem
Missverhältnis zwischen dem Ausmass der geschil
der
ten Beschwerden und der Intensität der beanspruchten therapeutischen Hilfe
kann auf einen nicht
allzu hohen Leidensdruck
geschlossen werden
.
4.2.8
Zusammenfassend handelt es sich bei der
diagnostizierten
depressiven Störung weder um ein
schweres,
therapieresistentes Leiden, noch liegen namhafte Komor
biditäten oder Persönlichkeitsmerkmale vor, die sich ressourcenhemmend auswir
ken. Des Weiteren ist ein sozial
es Netz vorhanden, welches für
die
Beschwer
de
führer
in
stützende Ressourcen bereithält
. Gegen einen erheblichen Leidensdruck sprechen
auch
die Inkonsistenzen im
Aktivitätsniveau
und die Selbstlimitierung sowie der Umstand, dass die medikamentöse Therapie nach dem stationären Auf
enthalt stark reduziert und andere zumutbare Therapieoptionen nicht genutzt wur
den
, obwohl
(auch)
gemäss psychiatrischem Gutachter unter der Voraus
setz
ung von Motivation und Änderungs- und Leistungsbereitschaft der Beschwerde
führerin mit einer relevanten Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen wäre (
Urk.
7/81/66)
.
Auch die
zahlreichen
Inkonsistenzen in der Schilderung der Be
schwerden und des Krankheitsverlaufs sowie
d
a
s
Verhalten der Beschwerde
füh
rerin in der Untersuchung lassen nicht auf ein invalidenversicherungsrechtlich massgebendes Leiden schliessen.
4.3
Nach dem Gesagten ist in Würdigung der massgebenden Standardindikatoren mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kein invalidisierender Gesundheitsschaden aus
gewiesen.
Da
der
psychiatrische Gutachter der
A._
den
genannten Aspekten beziehungsweise
Indikatoren bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung
nicht nachvollziehbar
genügend Rechnung getragen ha
t, erscheint d
ie vo
n ihm
atte
stierte Arbeitsunfähigkeit
nicht als begründet. Es besteht folglich
Anlass, von der gutachterlichen Einschätzung abzuweichen
und
von
k
einer relevanten Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen.
Eine Erwerbsun
fähig
keit liegt damit nicht vor. Folglich hat die Beschwerdegegnerin den Renten
anspruch der Beschwerdeführerin
mit
der angefochtenen Verfügung vom 1
8.
Apri
l 2019 (
Urk.
2) zu Recht verneint. Da es anhand der Aktenlage möglich war, die erforderliche Prüfung der Standardindikatoren vorzunehmen, ist im Übrigen ent
gegen dem Eventualantrag der Beschwerdeführerin von weiteren medizinischen Abklärungen abzusehen, da von diesen keine anderen
entscheidrelevanten
Er
kennt
nisse zu erwarten sind
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3).
Da die angefochtene Verfügung somit nicht zu beanstanden ist, ist die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.
5.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rens
aufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Be
schwerdeführerin aufzuerlegen
,
infolge der ihr gewährten unentgeltlichen Prozessführung (Urk.
8
) jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Die Beschwerdeführerin ist auf
§
16
Abs.
4
des Gesetzes über das Sozialver
siche
rungsgericht (
GSVGer
)
hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Gerichts
kosten verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.