Decision ID: b287c5be-5d8e-4d46-871a-c8d2d91e1238
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1959
, war
letztmals vom 1.
Mai
2002 bis 31. Mai 2003 beim
Y._
, als
Wein
kellnerin
tätig (Urk.
6/37
), als
sie
sich am
5. Juni 2003
bei der Invali
den
ver
sicherung zum Bezug
von Versicherungsleistungen
(
Berufsberatung, Um
schulung,
Rente;
Urk.
6/25
Ziff. 7.8) anmeldete. Die
IV-Stelle
des Kan
tons
Waadt
zog einen
Auszug
aus dem individuellen Konto der
Versicherten (Urk.
6/43
)
bei
und holte
bei der Arbeitslosenkasse des Kantons Waadt die Ver
sicherte betreffende Unter
la
gen (
Urk.
6/40/1-40,
Urk.
6/42), beim
Y._
einen
Arbeit
geberbericht
(Urk.
6/37
) sowie bei
behandelnden Ärzten der
Versi
cherten ver
schie
dene
Be
richte (Urk.
6/50-51, Urk.
6/54-55
,
Urk.
6/61
) ein.
Mit
Verfügung
en
vom
10. Januar 2005
(Urk.
6/71,
Urk.
6/66
)
und vom 30. März 2005 (
Urk.
6/73) sprach die IV-Stelle der Versicherten
bei einem Invaliditätsgrad von 100 % mit
Wir
kung ab 1. August
2003
eine ganze Invali
denrente zu.
Diese
Verfügungen sind
unangefochten in Rechts
kraft er
wachsen.
1.2
Im
September 2006 (
vgl. Urk.
6/76
) leitete die IV-Stelle
des Kantons Waadt
von Amtes
wegen
ein
Renten
revisionsverfahren
ein,
zog einen aktuellen Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
6/78) bei,
holte
bei einem behandelnden Arzt der Versicherten einen Bericht
(
Urk
6/87-88
) ein und
teilte der Versicherten mit Mit
teilung vom 27. März 2007 (
Urk.
6/94) mit, dass sie
einen
unverändert
en
An
spruch
auf eine ganze Rente habe.
1.3
Nach
Wohnsitznahme
der Versicherten im Kanton Zürich (vgl.
Urk.
6/102)
lei
tete
die
nun
zuständige Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, im März 2011 ein Rentenrevi
sionsverfahren ein (
Urk.
6/114). Dabei
zog
sie
einen aktu
ellen Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
6/115) bei und
holte
bei behan
delnden Ärzten der Versicherten
verschiedene
Berichte
(
Urk
.
6/119,
Urk.
6/122/4-8) ein. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/124-126)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
2.
Mai 2012 (
Urk.
6/128 = Urk.
2) einen Rentenanspruch der Versicherten
,
stellte die
der Versicherten
bis
her aus
gerichtete ganze Rente auf Ende des nach Zustellung der
Verfügung fol
genden Monats ein
und entzog einer dagegen erhobenen Beschwerde die auf
schiebende Wirkung.
2.
Gegen die Verfügung vom
2.
Mai
2012 (Urk. 2) erhob
die
Versicherte am
4. Juni
2012 Beschwerde und beantragte, die
se sei aufzuheben und es sei ihr nach dem
30. Juni 2012 weiterhin
eine ga
nze Invalidenrente zuzusprechen; eventuell sei ein
e polydiszi
plinäre Begutachtung anzuordnen
(Urk.
1 S.
2).
Mit Beschwerdeantwort vom
3. Juli 2012 (Urk. 5
) beantragte die IV
Stelle die
Ab
wei
sung der Beschwerde.
Mit Verfügung vom
6. De
zember
2012 (Urk.
7
) wurde
das Gesuch um Wiederherstellung der aufschieben
den Wirkung der Be
schwerde
(Urk.
1 S.
2 unten)
abgewiesen und es wurde der
Beschwerdeführer
in
e
ine Kopie der Beschwerdeantwort zugestellt.
Mit Eingabe vom 25. September 2013 (
Urk.
9) reichte die Beschwerdeführerin einen Arztbericht (
Urk.
10/1) ein, wo
von der Beschwerdegegnerin am 17. Oktober 2013 eine Kopie zugestellt wurde
(
Urk.
12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
des
ge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
e
inträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zu
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein
tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
)
, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invali
di
täts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG)
sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem
In
validitätsgrad
von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent An-spruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Ren
tenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349 mit Hinweisen). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheent
scheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
bemessung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3 S. 75 ff; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a,
122 V 157 E. 1c).
2.
Vor Erlass der angefochtenen Verfügung vom
2.
Mai
2012 (Urk.
2) wurde der Ren
tenanspruch der Beschwerdeführerin
in materieller Hinsicht letztmals im
Re
visionsverfahren
vor Erlass der im formlosen Verfahren ergangenen Mitteilung vom
27. März 2007 (
Urk.
6/94)
geprüft. Im Revisionsverfahren hat die
IV-Stelle des Kantons Waadt einen Bericht des
behandelnden
Arztes der
Beschwerdefüh
rerin
(Urk.
6/87-88
) eingeholt
und gestützt darauf
den Rentenanspruch materiell neu ge
prüft mit dem Ergebnis eines unveränderten Anspruchs auf eine ganze Rente (vgl.
Urk.
6/93)
.
In zeitlicher Hinsicht ist daher die Frage nach der Ent
wicklung des
anspruchs
relevanten
Sachverhalts im Vergleichszeitraum seit Er
lass der Mitteilung vom
27. März 2007
(Urk.
6/94
)
bis zum Zeitpunkt des Er
lasses der angefochtenen Verfügung
vom
2.
Mai
2012 (Urk. 2) strit
tig.
3.
3.1
Bei Erlass der Mitteilung vom 27. März 2007 (
Urk.
6/94) stützte sich die IV-Stelle
des Kantons Waadt auf den Bericht von
Dr.
med.
Z._
vom
1
2.
März 2007 (
Urk.
6/87-88).
3.2
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, stellte in seinem Bericht vom 1
2.
März 2007
einen stationären beziehungsweise einen sich verschlechternden Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin fest und stellte
die folgenden Diagnosen
(Urk. 6/87)
:
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
seit
der Kindheit
Persönlichkeit vom psychotischen Typ (
personnalité
de type
psycho
tique
)
Probleme bei sexuellem Missbrauch in der Kindheit durch eine Person innerhalb der engeren Familie
Die Beschwerdeführerin leide weiterhin an einem mittleren bis schweren de
pressiven Zustand. Sie leide unter psychotischen Dekompensationen beim Auf
treten von nur kleinsten Konflikten. Die andauernde psychische Verletzlichkeit der Beschwerdeführerin führe bei ihr zu tiefen Ängsten
, welche sie bei der
Erle
digung
sämtlicher täglich anfallenden Aufgaben in ihrem Haushalt behinderten
(
Urk.
6/88). Seit dem Januar 2003 habe ununterbrochen eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden (
Urk.
6/87).
4.
4.1
Des Weitern gilt es den Gesundheitszustand bei Erlass der angefochtenen Verfü
gung
vom
2.
Mai
2012 (Urk. 2) zu prüfen.
4.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, stellte in seinem
Be
richt vom 28. September 2011 (
Urk.
6/119/1-5) die folgenden Diagnosen (S. 2):
lumboradikuläres
Syndrom bei medianer Diskushernie L4/5 mit mögli
cher
Wurzelreizung L5 im Jahre 2001
rezidivierende Depressionen seit der Kindheit
Panikattacken
Essstörung
Epilepsie
Status nach Mamma-Plastik in
D._
im Jahre 2006
Status nach
Stapedius
-Implantation im linken Ohr
Migräne
Status nach Abtragung eines
tubuären
Adenoms des
Colon
ascendens
mit leichter Epitheldysplasie im Jahre 2010
Dylipidämie
Osteopenie
minimale Stamminsuffizienz der
Vena
saphena
magna 2 links, retikuläre Varizen beidseits im Jahre 2010
Vorfussüberlastung beidseits bei deutlich verkürzter Waden- und
Ischio
crualmuskulatur
beidseits im Jahre 2010
Die Beschwerdeführerin leide unter Müdigkeit, rezidivierenden Synkopen, Schweiss
ausbrüchen, Migräne
(monatlich), Schlafstörungen und
Gewichts
schwan
kungen
. Anamnestisch bestünden hochgradige psychische Störungen im Sinne einer Depression
.
Gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin
habe
seit zehn Jahren eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden
(S. 3).
4.3
Der Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes der Beschwerdegegnerin,
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie un
d Psychotherapie FMH, erwähnte
in seinem Untersuchungsbericht vom 29. November 2011 (Urk. 121/1-6), dass er die Beschwerdeführerin gleichentags ambulant untersucht habe und stellte fest, dass aus psychiatrischer Sicht bei der Beschwerdeführerin gegenwärtig keine psychiatrische
n
Diagnose
n
gestellt werden könn
t
e
n
. Allerdings könne die funk
tionelle Belastbarkeit ihrer Persönlichkeits
struktur auch ohne das Vorliegen ei
ner Persönlichkeitsstörung eingeschränkt sein. Die Beschwerdeführerin leide ge
genwärtig unter einer remittierten rezidivierenden depressiven Störung. Da eine berufliche Belastung ein erneutes depressives Rezidiv hervorrufen könne, sei eine schrittweise
berufliche Belastung angezeigt. Vor der Beurteilung der Ar
beitsfähigkeit sei ein Bericht des behandelnden Neurologen einzuholen (S. 6).
4.4
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie FMH, welcher in seinem Bericht vom 13. Februar 2012 (
Urk.
6/122) keine die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin beeinträchtigten Diagnosen feststellte, stellte folgende Di
agnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 5):
rezidivierende Beschwerden unbestimmter Ursache seit mehreren Jahren
Spannungskopfschmerzen gemischt mit vasomotorischen Kopfschmerzen
diskrete Schädigung des linken
Nervus
medianus
auf Höhe des
Karpal
kanals
multiple Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule und der vier Extremitä
ten (eventuell
Fibromialgie
)
Die Beschwerdeführerin habe während einer sehr langen Zeit unter atypischen Beschwerden gelitten, welche sich unter einer antiepileptischen Medikation in subjektiver Hinsicht in gewisser Weise gebessert hätten. Aus diesem Grunde sei die antiepileptische Therapie fortgesetzt worden, obwohl die Diagnose einer Epi
lepsie (
comitialité
) nicht gestellt werden konnte. Seit langer Zeit leide die Be
schwer
deführerin sodann an zervikalen, dorsalen und lumbalen
Wirbelsäu
len
be
schwerden
und über Beschwerden in den vier Extremitäten ohne neurolo
gi
sche Erklärung. Des Weiteren leide die Beschwerdeführerin seit Langem unter ge
mischten Spannungskopfschmerzen und vasomotorischen Kopfschmerzen. Im Bereich ihrer beiden Hände sei eine diskrete Schädigung des
Nervus
medianus
im Bereich des Karpaltunnels festgestellt worden. Im Vordergrund stünden
anxio
-
depressive Probleme. Die Arbeitsfähigkeit werde vor allem dadurch be
einträch
tigt. Demgegenüber seien in neurologischer Hinsicht normale Befunde erhoben
worden (S. 9).
Eine allenfalls bestehende Arbeits
unfähigkeit sei psy
chischer
Natur
und müsse durch einen Psychiater beurteilt werden (S. 8).
4.5
Mit Bericht vom 25. Mai 2012 (Eingangsdatum;
Urk.
6/133 =
Urk.
10/1, vgl.
Urk.
13)
erwähnte
Dr.
Z._
, dass die Beschwerdeführerin mit ihrem Ehe
gatten eine platonische Beziehung unterhalte, da sie unter einer Phobie und unter
einer Furcht vor sexuellen Beziehungen und
vor
affektiven Handlungen leide
. Jegli
cher Kontakt mit einem Mann, sogar lediglich ein verbaler Kontakt, werde von
der Beschwerdeführerin als Aggression aufgefasst. Auf
Grund ihrer Persön
lich
keit mit abhängigen Zügen
bestehe sodann
die Gefahr einer psychotischen
De
kompensation
.
Seit ihrer Heirat habe sich der psychische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin gebessert
und die Beschwerde
führerin habe hinsichtlich
ihrer psychischen Pathologie einen Riesenschritt gemacht (S. 1).
Trotzdem sei sie
weiterhin vollständig und wahrscheinlich bleibend arbeitsunfähig. Sie emp
finde nur im geschützten Kreise ihrer Familie Lebensfreude. Neben der Psycho
therapie werde sie mittels Antidepressiva,
Anxiolytika
und Neuroleptika medi
kamentös behandelt (S. 2).
5.
5.1
Bei Beurteilung der Akten zum Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin
zum Zeitpunkt bei Erlass der Mitteilung
vom 27. März 2007 (
Urk.
6/94) gilt es zu berücksichtigen, dass
Dr.
Z._
in seinem Bericht vom 1
2.
März 2007 (Urk. 6/87
-88
)
eine
rezidivierende depressive Stö
rung, gegenwärtig mittel
gradi
ger Ausprägung, eine
Persönlichkeit vom psychotischen Typ
und Probleme
bei sexuellem Missbrauch in der Kindheit durch eine Person innerhalb der engeren Familie
feststellte und erwähnte, dass bei der Beschwerdeführerin
psychotische
Dekompensationen beim Auftreten von nur kleinsten Konflikten
auftreten wür
den
, weshalb seit
dem Januar 2003
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestan
den
habe.
5.2
Demgegenüber
stellte
Dr.
Z._
in seinem
Bericht vom 25. Mai 2012 (Urk. 6/133) fest, dass sich der psychische Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin
seit ihrer Heirat gebessert, und dass
sie in Bezug auf ihre
psychis
che
Pa
thologie
einen
grossen Fortschritt (
Riesenschritt
)
gemacht habe. Im Vergleich zu seinem Bericht vom
1
2.
März 2007 diagnostizierte
Dr.
Z._
am 25. Mai 2012 denn auch weder eine r
ezidivierende
depressive Störung mittel
gradi
ger Ausprä
gung, noch eine
Persönlichkeit von psychotischem
Typ
, noch
er
wähnte
er
die vor
gängig
diagnostizierten
Probleme bei sexuellem Missbrauch in der Kindheit
durch eine Person innerhalb der engeren Familie.
Als Diagnose stellte
Dr.
Z._
am 25. Mai 2012
vielmehr ausschliesslich eine Persönlichkeit mit abhängigen Zügen fest und erwähnte, im Gegensatz zum vorgängigen Be
richt vom 1
2.
März 2007, worin er noch das Auftreten psychotischer
Dekom
pensationen beim Auf
tre
t
en von nur kleinsten Konflikten festgestellt hatte, le
diglich noch d
ie Gefahr des
Auftretens einer psychotischen Dekompensation. Trotz
diesem von ihm
fest
gestellten stark gebesserten psychischen
Gesundheits
zustand
, postulierte
Dr.
Z._
indes
ohne nachvollziehbare Begründung eine unveränderte vollstän
dige Arbeits
unfähigkeit der Beschwerdeführerin. Mangels einer nachvollzieh
ba
ren Begründung kann auf Arbeitsfähigkeitsbeurteilung durch
Dr.
Z._
vom 25. Mai 2012
indes
nicht abgestellt werden.
5.3
Demgegenüber
erfüllt der Untersuchungsbericht des RAD-Arztes
Dr.
B._
vom 29. November 2011 (
Urk.
6/121)
die erwähnten (vor
steh
ende E.
1.5
), nach der Rechtspre
chung für eine beweiskräftige medizi
nische
Entscheidungs
grund
lage
vor
aus
gesetzten formellen und materiellen Kriterien
. Denn einerseits ver
fügt
Dr.
B._
über
eine für die Beurteilung der geklagten
psychischen
Be
schwer
den ange
zeigte
fachme
di
zinische
Spezialisierung
als Facharzt für Psychi
atrie und
Psychotherapie
. Anderer
seits
erhob er eine Anamnese,
berücksichtigte die
me
di
zini
schen
Vorakten
und
die von der Beschwerdeführer
in
geklagten Be
schwerden
in
angemessen
er Weise
und begründete
sein
e
Schluss
folge
rung,
wo
nach
psy
chiatrische
n
Diagnose mit Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit ge
genwärtig nicht gestellt werden könn
t
e
n
,
in nachvollziehbarer Weise. Auf die auch in inhalt
licher Hinsicht über
zeugende Beurteilung durch
Dr.
B._
kann
in
Be
zug auf die psychische Komponente des Beschwerdebildes
daher ab
gestellt werden.
5.4
In somatischer Hinsicht erwähnte
Dr.
A._
in seinem Bericht vom 28. Sep
tember 2011 (
Urk.
6/119/1-5 S. 3)
,
dass bei der Beschwerdeführerin gemäss ih
ren Angaben seit zehn Jahren eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
im Um
fang
von 100
%
bestehe.
Eine aktuelle Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus so
matischen Gründen lässt sich seiner Beurteilung indes nicht entnehmen.
5.5
Dr.
C._
erhob in seiner Beurteilung vom 13. Februar 2012
(Urk. 6/122)
normale
neurologische
Befunde und erwähnte, dass eine allenfalls bestehende Ar
beitsunfähigkeit psychischer Natur sei und
dass die Arbeitsfähig
keit
durch einen Psychiater beurteilt werden müsse (S. 8). Auf diese nachvoll
ziehbar be
gründete Arbeitsfähigkeitsbeurteilung durch
Dr.
C._
kann in Bezug auf
die somatische Komponente des Beschwerdebildes
vorliegend
ab
gestellt werden
.
5.6
Gestützt auf die nachvollziehbaren Beurteilungen durch
Dr.
B._
und durch
Dr.
C._
ist demnach davon auszugehen, dass
die Beschwerde
führerin
zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom
2.
Mai 2012 (
Urk.
12) weder aus psychischen noch aus somatischen Gründen in ihrer Ar
beits
fähigkeit beeinträchtigt war, und dass ihr
vielmehr
die Ausübung einer Erwerbs
tätigkeit im Umfang eines
vollzeitlichen
Arbeitspen
sums
zuzumuten war.
6.
Die Einwendungen der Beschwerdeführerin vermögen an diesem Beweisergebnis
nichts zu ä
ndern, weshalb es - entgegen des
diesbezüglichen Eventual
antrags
der
Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 2) - angesichts der schlüssigen medizi
nischen Ak
ten
lage keiner zusätzlichen Abklärung bedarf. Von ergänzenden
Beweis
mass
nah
men
oder einer Rückweisung der Sache an die
Beschwerdegeg
nerin
zur Ein
holung eines ärztlichen Gutachtens ist daher abzusehen (antizi
pierte
Be
weis
würdigung
; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d mit Hin
weis; RKUV 2006 Nr.
U 578 S. 176 E. 3.6; SVR 2001 IV Nr. 10 E. 4b S. 28).
7.
7.1
Nach der Rechtsprechung richtet sich die Beurteilung einer Erwerbsunfähigkeit nach Art. 7
Abs.
2 ATSG
ausschliesslich nach den gesund
heitlichen Beeinträch
tigungen, was auch im Revisionsfall (Art. 17
Abs.
1 ATSG) gilt; nicht gesund
heitlich bedingte Eingliederungshindernisse haben daher bei der
Invaliditätsbe
messung
auch im Revisionszusammenhang ausser Acht zu bleiben. Daher geht
die ständige Rechtsprechung vom Regelfall aus, der darin besteht, dass eine me
di
zinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg
der Selbsteingliederung verwertbar ist (Meyer, Rechtsprechung zum IVG,
2.
Aufl.,
S.
383). Dennoch hat die Rechtsprechung in ganz besonderen Ausnah
mefällen nach langjährigem Rentenbezug trotz medizinisch (wieder) ausgewie
sener Leis
tungsfähigkeit vorderhand weiterhin eine Rente zugesprochen, bis mit Hilfe me
di
zinisch-rehabilitativer und/oder beruflich-erwerblicher Massnahmen das theo
retische Leistungspotential ausgeschöpft werden kann. Das Bundesge
richt hat mit
Urteil 9C_367/2011 vom 1
0.
August 2011 entschieden, dass
Ren
tenbezügern
, die
das 5
5.
Altersjahr zurückgelegt oder die Rente mehr als 15 Jahre bezogen haben,
eine Selbsteingliederung grundsätzlich nicht zumutbar ist und
dass
daher
Mass
nahmen zur Eingliederung
vor einer allfälligen Änderung des Rentenanspruchs durchzuführen sind (E. 3).
7.2
Daraus lässt sich
vorliegend indes nichts
zu Gunsten der
Beschwerdeführerin
ab
leiten
. Denn einerseits hat die Beschwerdeführerin, welche
im Jahre
1959 ge
boren wurde, zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochten Verfügung vom
2.
Mai
2012 (
Urk.
2) das 5
5.
Altersjahr noch nicht erreicht. Anderseits
hat die Be
schwerdeführerin, welcher erstmals mit den
Verfügungen
vom
1
0.
Januar 2005
(Urk.
6/71,
Urk.
6/66
)
und vom 3
0.
März 2005 (
Urk.
6/73)
mit Wir
kung ab 1. Au
gust 2003 eine ganze Invalidenrente zu
gesprochen wurde, zum Zeitpunkt des Er
lasses der
angefochtenen
Verfügung vom
2.
Mai 2012 noch nicht wäh
rend
mehr als 15 Jahren eine Rente bezogen. Die Voraussetzungen für ein Ab
wei
chen
vom Grundsatz der erwerblichen Verwertbarkeit einer verbesserten oder wieder
gewonnenen Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der Selbsteingliederung
sind daher
nicht gegeben. Der Beschwerdeführerin, welcher ein breites
Tätig
keitsspektrum
offen
steht,
ist
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vgl.
Urteil
des Bundes
ge
richts
9C_442/2008 vom 2
8.
November 2008 E. 4.2)
eine
Selbst
eingliederung
zu
zumuten.
8.
Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom
2.
Mai (Urk. 2) auf die Vor
nahme eines Einkommensvergleichs verzichtet hat (vgl. BGE 115 V 133 E. 2; Urteil des
Bundesgerichts 9C_155/2007 vom 10. Juli 2007 E. 3.4). Der
Invalidi
tätsgrad
be
trägt
jedenfalls 0 %.
Ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invali
den
rente ist daher nicht
mehr
ausgewiesen.
9.
9.1
In Bezug auf den Zeitpunkt der Rentenherabsetzung gilt es Art. 88a Abs. 1 IVV zu beachten, wonach bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit die
an
spruchs
beeinflussende
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von
dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen ist, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird und wonach sie in jedem Fall
zu berücksichtigen ist, nachdem sie ohne wesentliche Unterbre
chung drei Monate
angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Gemäss dem Wort
laut dieser Bestimmung ist die revisionsrechtliche An
passung nicht zwingend erst nach Ablauf von drei Monaten vorzunehmen. Letzteres stellt jedoch den Nor
malfall dar, da in der Regel erst nach mehreren Wochen oder Monaten eine voraussichtlich länger dauernde Verbesserung der Erwerbsfähigkeit als erstellt erachtet werden kann. Mit sofortiger Wirkung ist eine Rente nur dann auf
zu
he
ben, wenn die Änderung als dauerhaft und damit stabilisiert erscheint, das heisst
sich der Charakter eines labil gewesenen Leidens deutlich in der Weise geändert hat, dass vorausgesehen werden kann, in abseh
barer Zeit werde keine praktisch erhebliche Wandlung mehr erfolgen (Urteil des Bundesgerichts I 583/05 vom 15. März 2006 E. 2.3.2).
9.2
Gestützt auf die Beurteilung von
Dr.
B._
vom 2
9.
November 2011
(Urk. 6/121) ist davon auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand der Be
schwerdeführerin spätestens zum
Zeitpunkt der Untersuchung durch
Dr.
B._
vom 2
9.
November 2011 in einer im revisionsrechtlichen Sinne erheblichen, die Aufhebung der bisherigen ganzen Rente rechtfertigenden Weise ge
ändert hat. Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass die
Be
schwerdegegnerin
mit der angefochtenen Verfügung vom
2.
Mai 2012 (Urk. 2) die der Beschwerdeführerin bisher ausgerichtete ganze Rente auf Ende des nach
Zustellung der Verfügung folgenden Monats,
mithin
per 3
0.
Juni 2012 ein
stellte,
weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
10
.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
rung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind
nach dem
Verfah
rens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert
innerhalb des gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 700.-- fest
zusetzen und der unterlie
genden Beschwerde
führerin aufzuerlegen.