Decision ID: d40fc5a0-a3ef-5bd8-b6cd-649cdccda1d0
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer, ein ethnischer Kurde mit letztem Wohnsitz in der Provinz Dohuk (Nordirak), den Irak eigenen Angaben zufolge Anfang Dezember 2008 verliess und in der Schweiz am 6.  2009 um Asyl nachsuchte,
dass er anlässlich der Kurzbefragung im Empfangs- und  Kreuzlingen vom 17. Februar 2009 sowie der direkten  vom 23. Februar 2009 zur Begründung des Asylgesuchs im  geltend machte, sein Vater habe in der Nacht des 5. Juni 2007 seine Mutter mit einem Messer verletzt und darauf das Haus verlassen,
dass sie seinen Vater bei der Polizei angezeigt hätten, die versucht habe, diesen zu erwischen,
dass sein Vater nach Mossul geflüchtet sei, wo er vermutlich bei  untergekommen sei,
dass sein Vater von dort aus den Bruder des Beschwerdeführers  habe, das Haus zu verkaufen, was dieser verweigert habe,
dass sie am 21. Juli 2008 vom Tod seines Bruders erfahren hätten,
dass er im Spital, in welches die Leiche seines Bruders gebracht  sei, diese nur kurz gesehen habe und wisse, dass dieser mit  Messerstichen getötet worden sei,
dass sie seinen Vater erneut angezeigt hätten,
dass er (der Beschwerdeführer) danach von seinem Vater mehrmals angerufen und aufgefordert worden sei, das Haus zu verkaufen,
dass sein Vater ihm gedroht habe, es werde ihm das Gleiche wie  Bruder widerfahren, falls er sich weigere,
dass ihm sein Onkel zur Ausreise geraten habe,
dass das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 25. März 2009 – eröffnet am 27. März 2009 – ablehnte und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,
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dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, der  habe bei der Kurzbefragung angegeben, seiner  und ihm sei der Zugang zur Leiche seines Bruders verwehrt , als sie diese im Industriequartier hätten sehen wollen,
dass man ihnen aber gesagt habe, sein Bruder sei mit Messerstichen getötet worden,
dass er bei der Anhörung gesagt habe, seine Familie sei an jenem Tag nicht zu Hause gewesen, weshalb er sich ins Spital begeben habe, wo seine Familie bereits versammelt gewesen sei,
dass er die im Spital aufgebahrte Leiche seines Bruders nur kurz habe sehen können,
dass er geltend gemacht habe, er sei seit zwei Jahren von einer  Merkschwäche hinsichtlich Daten und Wochentagen ,
dass ihm der Tag der Misshandlung der Mutter und des Todes des  trotzdem in Erinnerung geblieben seien, während er sich an das für ihn ebenso bedeutsame Datum seiner Ausreise aus dem Irak nicht habe erinnern können,
dass ihn die Hintergründe des Todes seines Bruders offensichtlich nicht interessiert hätten, was erfahrungswidrig sei,
dass er gesagt habe, es habe keinen Polizeibericht gegeben, und  Mutter und sein Onkel hätten sich um die Ermittlungen gekümmert,
dass er die ihn betreffenden Anrufe seines Vaters und dessen  nicht der Polizei gemeldet habe,
dass im Nordirak eine funktionierende Schutzinfrastruktur bestehe, und Personen, die wegen familiärer Probleme von Dritten verfolgt oder bedroht würden, auf staatlichen Schutz zählen könnten,
dass keine begründeten Hinweise auf eine Absenz des Schutzwillens bei den Behörden vorlägen, zumal der Beschwerdeführer den Schutz nicht in Anspruch genommen habe,
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dass für den weiteren Inhalt der Verfügung auf die Akten zu verweisen ist,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 22. April 2009 () gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht  erhob und dabei beantragte, die Glaubhaftigkeit seiner  sei zu prüfen und es sei ihm Asyl zu gewähren,
dass für die Begründung der Beschwerde auf die Akten zu verweisen ist und – soweit entscheidwesentlich – nachfolgend darauf  wird,
dass der Beschwerdeführer mit Zwischenverfügung vom 28. April 2009 aufgefordert wurde, bis zum 13. Mai 2009 einen Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zu leisten, unter der Androhung, bei ungenutzter Frist werde auf die Beschwerde nicht eingetreten,
dass der erhobene Kostenvorschuss am 9. Mai 2009 geleistet wurde,

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden  Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) des BFM  (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des  vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde  ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde  ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 ff. VwVG), zumal der erhobene Kostenvorschuss fristgerecht geleistet wurde,
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts
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und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie  aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der  nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen  verzichtet wurde,
dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 AsylG), wobei als Flüchtling eine ausländische Person  wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG),
dass der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend macht, er sei von seinem – wohl geistig verwirrten – Vater angewiesen worden, das Haus der Familie zu verkaufen, ansonsten es ihm gleich ergehen , wie seinem getöteten Bruder,
dass der Beschwerdeführer – unbesehen der Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen – die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, weil er keine aus einem der in Art. 3 AsylG abschliessend aufgezählten Gründen  Verfolgung geltend macht,
dass es dem Beschwerdeführer somit nicht gelingt, die  nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen,  das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,
dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine  erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer  besteht (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der  Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb die ver-
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fügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,
dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den  Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern , wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]),
dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn  Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),
dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),
dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen,  das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet und keine stichhaltigen Gründe für eine menschenrechtswidrige  ersichtlich sind, die im Heimat- oder Herkunftsstaat droht,
dass einerseits aus den in der angefochtenen Verfügung erwähnten Gründen, denen der Beschwerdeführer in seiner Eingabe vom 22. April 2009 (Poststempel) nichts Konkretes und Stichhaltiges entgegenhält, erhebliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen bestehen,
dass andererseits die Sicherheits- und Justizbehörden der drei -kurdischen Nordprovinzen grundsätzlich in der Lage und willens sind, ihren Einwohnern Schutz vor Verfolgung zu gewähren (vgl. BVGE 2008/4 E. 6.1 – 6.7 S. 40 ff.),
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dass vorliegend keine Gründe auszumachen sind, aus denen die  Behörden dem Beschwerdeführer im Rahmen ihrer  keinen Schutz bieten würden, zumal er geltend machte, gegen seinen Vater sei Haftbefehl erlassen worden und die Polizei habe , diesen zu erwischen (vgl. act. A1/13 S. 6 und 9),
dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als  erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),
dass weder die allgemeine Lage im Nordirak (vgl. BVGE 2008/5 E. 7.5 S. 65 ff.) noch individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung des Beschwerdeführers im Falle einer Rückkehr schliessen lassen,  der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,
dass der Beschwerdeführer sich an die schutzwilligen heimatlichen Behörden wenden könnte, sollte er von seinem Vater tatsächlich  werden,
dass er im Nordirak über ein familiäres Beziehungsnetz und  Wohnmöglichkeiten (bei seiner Mutter oder seinem Onkel) ,
dass er nach einer Rückkehr wiederum bei seinem Onkel arbeiten  dürfte,
dass insgesamt keine Anhaltspunkte dafür bestehen, er gerate in  Heimatland in eine existenzbedrohende Situation,
dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den  schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse  (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihm obliegt, bei der Beschaffung  Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),
dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist,
dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt
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oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde  ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG),
dass die Verfahrenskosten durch den geleisteten Kostenvorschuss  und mit diesem zu verrechnen sind.
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