Decision ID: b716136a-9b53-45fa-b318-4f1c8ed930c8
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1972 geborene X._ arbeitete seit dem 9. Dezember 2002 als Fachmitarbeiter Maschinen und Anlagen bei der Y._ und war dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 30. Januar 2016 erlitt der Versicherte als angegurteter Fahrzeuglenker auf der Autobahn A53 eine seitliche Frontalkollision, als er auf dem Überholstreifen in Richtung Autobahnausfahrt fuhr und ein auf der Normalfahrbahn fahrender Fahrzeuglenker unverhofft auf die linke Fahrspur wechselte (vgl. Schadenmel
dung vom 3. Februar 2016, Urk. 7/1; Polizeirapport vom 14. Februar 2016, Urk. 7/26/2-12). Wegen Schmerzen
im Nacken sowie in der Lendenwirbelsäule (LWS), welche einige Stunden nach dem Unfall einsetzten resp. stärker wurden (Urk. 7/81/1, vgl. Urk. 40/6), konsultierte der Versicherte am 1. Februar 2016 seine Hausärztin Dr. med. Z._, Fachärztin FMH für Allgemeine Medizin, welche ihn
selbentags
notfallmässig ins A._ überwies. Die dort erstbehandelnden Ärzte diagnostizierten eine Halswirbelsäulen (HWS) - Distor
sion
und verordneten eine Analgesie sowie intensive Physiotherapie (Austritts
bericht des A._ vom 2. Februar 2016, Urk. 7/22). Klinisch radio
logisch ergab sich am 1. Februar 2016 kein Anhalt für eine Läsion oder Fraktur im Bereich der Thorax, HWS oder LWS (Urk. 7/14, 7/22). Seit dem 30. Januar 2016 wurde dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Urk. 7/11, Urk. 7/62/3, Urk. 7/83). Die Suva anerkannte den Schaden und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Urk. 7/4 ff.). Die zufolge der beklagten Verlangsamung sowie Schlafstörungen am 17. Februar 2016 in der B._ durchgeführten MRI–Untersuchungen des Gehirns sowie der HWS ergaben einen altersentsprechenden intrakraniellen Befund, ohne
Traumafolgen
oder
Diskopathien
im Bereich des 5. und 6. Halswirbelkörpers (HWK 5/6, vgl. Bericht vom 18. Februar 2016, Urk. 7/23). Dem Verlaufsbericht von Dr. Z._ vom 21. März 2016 ist zu entnehmen, die
Hals-, Nacken- und Rückenschmerzen hätten sich unter Analgesie, Entlastung und Physiotherapie inzwischen zwar deutlich gebessert. Demgegenüber sei der Versicherte durch die psychische Belas
tung mit Schlaf- und Konzentrationsstörungen sowie Flashbacks subjektiv sehr beeinträchtigt (Urk. 7/24). Die seit dem 9. März 2016 behandelnde Psychiaterin Dr. med. C._, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnos
tizierte am 24. April 2016 eine
Traumafolgestörung
(ICD-10: F43.1, Urk. 7/34). Am 21. Juli 2017 nahm Prof. Dr. D._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, eine kreisärztliche Untersuchung vor (vgl. Untersuchungsbe
richt vom 21. Juli 2017, Urk. 7/72/1-6). Zufolge anhaltenden lumbalen Schmer
zen sowie Immobilität wurde am 3. August 2016 ein MRI der LWS in der B._ durchgeführt. Diese brachte eine
mediolaterale
Diskusher
nie L5/S1 mit Tangierung der Nervenwurzel S1 links zur Darstellung (Urk. 7/82). Am 19. August 2016 wurde der Versicherte neurologisch abgeklärt (vgl. Bericht von Dr. med. E._, Facharzt FMH für Neurologie, vom 29. August 2016, Urk. 7/81).
Selbentags
nahm Dr. med. F._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, eine
konsiliarpsychiatrische
Untersuchung vor (vgl. Untersu
chungsbericht vom 5. September, Urk. 7/85/1-21). Per 5. September 2016 nahm der Versicherte seine bisherige Tätigkeit stufenweise im Sinne einer Frühinter
ventionsmassnahme (in Form von Support am Arbeitsplatz) im parallel geführten IV-Verfahren wieder auf (vgl. Urk. 7/87/1, Urk. 7/92/2 f., vgl. auch Verlaufspro
tokoll der IV-Stelle, Urk. 11/3). Am 6. September 2016 kam Kreisärztin Dr. med. G._, Fachärztin für Chirurgie, gestützt auf die medizinische Aktenlage zum Schluss, aus somatischer Sicht bestünden keine strukturellen objektivierbaren Unfallfolgen (Urk. 17). Mit Verfügung vom 10. Oktober 2016
verneinte die
Suva
einen adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem versicherten Unfallereig
nis und den gegenwärtig noch geklagten
Beschwerden und stellt
e die Versiche
rungsleistungen per 31. Oktober 2016
ein
(Urk. 7/95/4 f.)
.
Die dagegen am
14. Dezember 2016
erhobene
Einsprache (
Urk. 7/105
),
wies die Suva im
Ein
spracheentscheid
vom 17. März 2017 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
24. April 2017
Beschwerde und
beantragte, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die
Beschwerde
gegnerin
zu verpflichten,
auch nach dem 31. Oktober 2016 die gesetzlichen
Leis
tungen auszurichten, insbesondere Taggeld und Heilbehandlung. Nach
Erreichen eines stabilen Zustandes seien die Rente und eine Integritätsentschädigung zu prü
fen. Eventualiter seien weitere medizinische
Abklärungen durchzuführen. In pro
zessualer Hinsicht ersuchte der
Beschwerdeführer um Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels (Urk. 1
S. 2).
Mit
Be
schwerdeantwort vom
24. Mai 2017
schloss die Beschwerdegegner
in auf
Abweisung der Beschwerde
(Urk. 6). Mit Verfügung vom 31. Mai 2017 wurde
ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (Urk. 8). Mit Replik vom 1. September
2017 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen in der Beschwerde fest (Urk.
10). Zudem legte er Beilagen auf (Urk. 11/1-3).
Duplicando
hielt die
Beschwerdegegnerin am 9. Oktober 2017 daran fest, es sei die Beschwerde
abzuweisen (Urk. 14), was dem Beschwerdeführer am 10. Oktober 2017 zur
Kenntnis gebracht wurde (Urk. 15).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversi
cherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu be
urteilende Unfall hat sich am 30. Januar 2016
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts, ATSG), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1
UVG
). Der Rentenan
spruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine nam
hafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.3
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit,
soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist
. Die Verwendung des Begrif
fes „
namhaft" in Art.
19 Abs.
1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art.
10 Abs.
1 UVG erhoffte Bes
serung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen
–
wie etwa einer Badekur
–
zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In die
sem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prog
nostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE
134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_6
39/2014 vom 2. Dezember 2014 E.
3).
Für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen braucht der Entscheid der Invalidenversicherung
(IV)
über Eingliederungsmassnahmen nicht abgewartet zu werden, wenn von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte gesundheitli
che Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 Urteil vom 16.
Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das de
r Invaliditäts
bemessung der Suva
gestützt auf die medizinischen Abklärungen zugrunde gelegte Invalideneinkommen verbessert und so der die Invalidenrente der Unfall
versicherung bestimmende Invaliditätsgrad beeinflusst werden kann (vgl. Urteil des Bundesgericht 8C_588/2013 vom 16.
Januar 2014 E. 3.5).
1.4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.5
1.5.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.5.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.5.3
Die Beurteilung der Adäquanz in denjenigen Fällen, in denen die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule gehörenden Beein
trächtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zu einer ausgeprägten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten, ist nach der Praxis des Bundesgerichts nicht nach den für das Schleudertrauma in BGE 117 V 359 entwickelten Kriterien, sondern nach den in BGE 115 V 133 für psychische Fehl
entwicklungen nach einem Unfall aufgestellten Kriterien vorzunehmen (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
, 123 V 98 E. 2a, RKUV 1995 Nr. U 221 S. 113 ff., SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 1; ferner BGE 134 V 109 E. 10.2 f.).
1.5.4
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergange
nen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraf
ten als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versiche
rungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – aus
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenom
men wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.5.5
Bei der Einteilung der Unfälle mit psychischen Folgeschäden in leichte, mittel
schwere und schwere Unfälle ist nicht das Unfallerlebnis des Betroffenen mass
gebend, sondern das objektiv erfassbare Unfallereignis (vgl. BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 237, 1995 Nr. U 215 S. 91).
1.5.6
Bei banalen Unfällen wie zum Beispiel bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie zum Beispiel einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne wei
teres verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheits
schaden zu verursachen (BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6a).
1.5.7
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwür
digung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auf
fallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwieri
gen Heilungsverlaufes. Kommt keinem
Einzelkriterium besonderes beziehungs
weise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Krite
rien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenz
bereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berück
sichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicher
weise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.5.8
Bei schweren Unfällen ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit in der Regel zu bejahen. Denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische Gesundheitsschäden zu bewirken (BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6b; RKUV 1995 Nr. U 215 S. 90 E. 3b).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.7
Die Rechtsprechung geht in Bezug auf die Würdigung von ärztlichen Berichten, welche die Suva im Administrativverfahren einholt, seit je davon aus, dass die Anstalt, solange sie in einem konkreten Fall noch nicht Prozesspartei ist, als Ver
waltungsorgan dem Gesetzesvollzug dient. Wenn die von der Suva beauftragten Ärzte und Ärztinnen zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, darf das Gericht in seiner Beweiswürdigung auch solchen Gutachten folgen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 104 V 209 E. c; RKUV 1991 Nr. U 133 S. 312).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen
Einspracheentscheid
im Wesentlichen, es bestünden
aus somatischer Sicht keine objektivierbaren Beschwerden. Nach der Rechtsprechung seien traumatische Verschlimmerungen eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens jedoch nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten. Schliesslich
verneinte die Beschwerdegegnerin nach der von der Rechtsprechung gebildeten sog. «Psycho-Praxis» (BGE 115 V 133;
E.
1.4.7) einen adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den psychischen Beschwerden (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend, die persistierenden Beschwerden seien Folgen des Unfalls (Urk. 2 S. 3). In seiner Replik führte er ergänzend aus, im Zeitpunkt des Fallabschlusses seien die beruflichen Eingliede
rungsmassnahmen der IV noch nicht abgeschlossen gewesen. Zudem habe sich frühestens im April 2017 eine namhafte und wesentliche Besserung des Gesund
heitszustandes eingestellt. Die Adäquanzprüfung sei daher zu früh erfolgt und die zu früh eingestellten Taggelder und Heilungskosten seien noch geschuldet.
Sodann bestünden gestützt auf das von Dr. med. H._, Facharzt FMH für Rheumatologie, mit Bericht vom 21. November 2016 festgehaltene persistie
rende
lumbospondylogene
Syndrom links mit
lumboradikulärer
Reizkomponente L5/S1 links objektivierbare Unfallfolgen. Die traumatische Verschlimmerung sei daher auch nicht nach neun Monaten abgeheilt gewesen (Urk. 10 S. 5 ff.). Sodann sei die Adäquanzprüfung nach Massgabe der Schleudertrauma-Praxis vorzuneh
men und gestützt darauf die Adäquanz zu bejahen (Urk. 10 S. 7 ff.). Angesichts der ab April 2017 bestehenden 20%igen Arbeitsunfähigkeit sei dem Beschwerde
führer eine Rente zuzusprechen, bei deren Berechnung die ihm ab März 2016 in Aussicht gestellte Beförderung zu berücksichtigen sei (Urk. 10 S. 12). Schliesslich sei dem Beschwerdeführer vor dem Hintergrund seiner erheblichen Rücken
schmerzen eine Integritätsentschädigung zuzusprechen (Urk. 10 S. 13).
2.3
Duplicando
brachte die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen vor, die nach Fall
abschluss persistierenden Rückenschmerzen, welche den IV-rechtlichen Einglie
derungsmassnahmen zugrunde gelegen hätten, seien nicht unfallbedingt. Damit seien die Leistungen nicht verfrüht eingestellt worden (Urk. 14 S. 3). Weiter hielt sie daran fest, dass mangels apparativen/bildgebenden Nachweisen keine orga
nisch objektivierbaren Unfallfolgen bestünden und dass eine allfällige unfallbe
dingte Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes rechtsprechungsge
mäss im Zeitpunkt des Fallabschlusses abgeheilt sei (Urk. 14 S. 4). Im Kontext der Adäquanzprüfung sei – entgegen dem Beschwerdeführer – objektiv weder von einem schweren Unfall noch von dramatischen Begleitumständen auszugehen (Urk. 14 S. 5).
3.
3.1
Im Austrittsbericht vom 2. Februar 2016 betreffend die notfallmässige
Hospitali
sation
vom 1. bis 2. Februar 2016 diagnostizierten die beurteilenden Ärzte des A._
eine HWS-Distorsion nach Verkehrsunfall am 30. Januar 2016 (Urk. 7/22).
Die radiologische Untersuchung der Thorax, HWS und LWS ergab keine
n Hinweis auf
Frakturen
oder ossäre Läsionen
(
Urk.
7/14). Auch die
Abdomensonographie
brachte weder Organläsionen noch freie Flüssigkeiten zur Darstellung (
Urk.
7/13).
Am
2.
Februar 2016
konnte
der
Beschwerdeführer
im gebesserten Allgemeinzustand entlassen
werden
und es wurde ein intensives phy
siotherapeutisches Training
sowie Einstellung der Analgesie
verordnet
Urk.
7/22)
.
3.2
Mit Verlaufsbericht vom 21. März 2016 hielt Dr. Z._ (1) eine HWS-Distorsion, (2) eine BWS- und LWS-Kontusion sowie (3) eine posttraumatische Belastungsstörung fest. Die initial stärksten Hals- und Nackenschmerzen sowie lumbalen Rückenschmerzen hätten sich unter Analgesie, Entlastung und Physio
therapie deutlich gebessert. Subjektiv sei der Beschwerdeführer psychisch jedoch sehr belastet zufolge Schlaf- und Konzentrationsstörungen sowie Flash-backs. Vorläufig bestehe keine Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/24).
3.3
Zur weiteren Abklärung wurde a
m 1
7.
Februar 2016 in der
B._
eine MRI – Untersuchung des Gehirns sowie der HWS durchgeführt.
Der beurteilende Neuroradiologe hielt fest, der
intrakanielle
Befund sei altersentspre
chend, insbesondere ohne
Traumafolgen
. Im Bereich der HWS zeigten sich rechts
mediolaterale
flache Bandscheibenabsackungen, dadurch komme es bei den Hals
wirbelkörpern
(HWK) 5/6
zu einer
leicht
en bis mittelgradigen C6-Wurzelko
m
pression
rechts. Links zeige sich eine nur leichte C6-Wurzelkompression durch ein etwas engeres
Neuroforamen
der HWK 5/6 (Urk. 7/23).
3.4
M
it Bericht vom 2
4.
April 2016 diagnostizierte
Dr. C._
eine
Traumafolges
törung
(ICD-10: F43.1
).
Der Beschwerdeführer sei körperlich und im Denken erheblich verlangsamt und nehme kaum Augenkontakt auf. Es bestehe kein Redefluss und er gebe einsilbige Antworten. Ferner beklage der Beschwerdeführer Schlafstörun
gen (insgesamt
zwei Stunden Schlaf pro Nacht), Albträume, Nervosität, Reizbar
keit, Schreckhaftigkeit, Grübeln, Müdigkeit sowie einen verminderten Antrieb. Ausserdem habe er Angst, aus dem Haus zu gehen, sowie panische Angst als Fussgänger und Beifahrer. Er habe sich sozial zurückgezogen. Der Beschwerde
führer werde psychotherapeutisch (im zweiwöchigen Rhythmus) sowie
psycho
pharmakotherapeutisch
(
Cipralex
/
Trittico
/
Temesta
) behandelt. Erste Erfolge seien sichtbar (Urk. 7/34).
3.5
Am 1
0.
Mai 2016 wurde in der
I._
ein ambulantes Asses
sment durchgeführt.
Dr. med. J._, Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
hielt mit Bericht vom 13. Mai 2016 folgende
Haupt
diagnosen fest (Urk. 7/40/1):
-
HWS-Distorsion
-
BWS- und LWS-Kontusion
-
Posttraumatische Belastungsstörung
-
Hypercholesterinämie
Aktuell bestünden im Wesentlichen spontane bewegungs- und belastungsver
stärkte Rückenschmerzen, Durchschlafstörungen wegen Albträumen und Flash
backs, kognitive Probleme, eine subjektiv empfundene «extreme» Müdigkeit sowie psychische Probleme. Die Nackenbeschwerden seien
regredient
(Urk. 7/40/2, Urk. 7/40/6). Der Beschwerdeführer bezeichne sich seit dem Unfall als depressiv, innerlich angespannt, nervös und ungeduldig. Auch habe er sich nach eigenen Angaben sozial zurückgezogen und leide er seit dem Unfall an Flashbacks sowie an Albträumen (Urk. 7/40/3). Im Rahmen der klinischen Untersuchung stellte Dr. J._ im Bereich der HWS, BWS und LWS Bewegungseinschränkun
gen sowie muskuläre Druckschmerzen sowie Druck- und
Klopfdolenzen
im
zer
vikothorakalen
Bereich fest. Der Beinhebetest
Làsegue
sei beidseits unauffällig mit Angabe von
ischiocruralen
Schmerzen ab 70° beidseits. Der erweiterte Neu
rostatus habe sich als unauffällig erwiesen. Bei der Prüfung des Beckens notierte Dr. J._
Druckdolenzen
beim
Il
iosakralgelenk
(Urk. 7/40/8 f.). Anläss
lich der physischen Leistungstests habe sich der Beschwerdeführer bei den Hebe
tests und beim
Gangtest
unter Angabe von Schmerzen in der LWS und in der Beckenregion selbst limitiert, bevor eine beobachtbare funktionelle Leistungs
grenze erreicht worden sei. Während der gesamten Testung sei ein verlangsamtes Verhalten zu beobachten gewesen. Gleichzeitig wurde das Schmerzverhalten des Beschwerdeführers als adäquat bewertet und eine Symptomausweitung verneint (Urk. 7/40/9 ff.). Nebst physiotherapeutischer Massnahmen zur Verbesserung der Muskelfunktion sowie Wirbel- und Beckenstabilisierung sowie medizinischer Trainingstherapie zur allgemeinen
Rekonditionierung
empfahl Dr. J._
eine Intensivierung der ambulanten psychologisch-psychosomatischen Behand
lung mit Fokus auf Schmerzverhalten, Motivationstraining und Erarbeiten einer Tagesstruktur
. So stehe
die depressive Ve
rstimmung im Vordergrund
(
Urk.
7/40/1-11).
3.6
Im kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 21. Juli 2016 diagnostizierte Dr. D._ einen
Zustan
d nach HWS-Distorsion vom 30. Januar
201
6. Der Beschwerdeführer habe berichtet, vorwiegend Schmerzen in der LWS und weni
ger der HWS zu haben. Die Schmerzen der LWS strahlten in den Bauch ein, die HWS-Beschwerden seien derzeit nur gering ausgeprägt. Er führe dreimal pro Woche eine physiotherapeutische Behandlung durch und nehme täglich 3x1 Dafalgan ein sowie Ibuprofen bedarfsweise. Ausserdem leide der Beschwerdefüh
rer an erheblichen Schlafstörungen (Urk. 7/72/4 f.).
Im Rahmen seiner Befundung stellte Dr. D._ im Wesentlichen eine flache Lor
dose der LWS, eine leicht vermehrte Kyphose der BWS sowie Druckschmerzen im Bereich der Spina dorsalis
superior
/
posterior
beiderseits fest. Entlang der thora
kalen und lumbalen Segmente sei kein
Fazettendruckschmerz
auslösbar. Das Lasègue-Zeichen sei beidseits negativ bei gleichzeitiger
Pseudolasègue
beidseits. In neurologischer Hinsicht
bestehe keine Sensibilitätsstörung der oberen und unteren Extremitäten. Klinisch seien weder an der HWS, BWS noch LWS Bewe
gungseinschränkungen nachweisbar. Auch zeigten sich keine radikulären oder neurologischen Defizite. Demgegenüber habe sich der Beschwerdeführer psy
chisch auffällig gezeigt im allgemeinen Umgang und auch hinsichtlich seiner Bewegungsfähigkeit. Aufgrund der auffälligen psychischen Situation sowie zur weiteren somatischen Abklärung sei eine neurologische Untersuchung zu veran
lassen (Urk. 7/72/4 f.).
3.7
Mit neurologischem Untersuchungsbericht vom 29. August 2016 hielt Dr. E._ einen Status nach HWS-Distorsion und möglicher LWS-Kontusion am 30. Januar 2016, ohne Hinweise auf posttraumatische Schädigung des zentralen oder peri
pheren Nervensystems, fest. Die HWS-Beweglichkeit sei leicht vermindert und die LWS-Beweglichkeit deutlich reduziert. Sodann bestünden diffuse Klopf- und
Druckdolenzen
über der gesamten LWS. Das Lasègue-Zeichen sei beidseits nega
tiv. Die
Glutealmuskulatur
sei beidseits deutlich druckdolent und es bestehe ein mässiger paralumbaler Hartspann.
Die in den MRI (vom 17. Februar 2016 und 3. August 2016, Urk. 7/23, Urk. 7/82) sichtbaren
Diskopathien
C5/6 rechts und L5/S1 links seien geringgradiger Natur und zeigten kein klinisches Korrelat in Form einer Wurzelirritation C6 rechts oder S1 links. Klinisch imponiere ein
myofasziales
Syndrom der Nackenmuskulatur sowie der paralumbalen und der
Glutealmuskulatur
beidseits. Ursache für die Persistenz dieser Schmerzen sei wohl die im Gefolge des Verkehrsunfalls entstandene psychiatrische Symptomatik (Urk. 7/81).
3.8
Im
konsiliarpsychiatrischen
Untersuchungsbericht vom 5. September 2016 diag
nostizierte Dr. K._ (1) eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10: F32.3), (2) eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS, ICD-10: F43.1) und (3) eine somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.1, Urk. 7/85/17).
Die Frage nach früheren, psychisch belastenden Ereignissen
habe der Beschwerdeführer (Sri
Lankischer
Herkunft) verneint
. In einem Nebensatz
habe er später erwähnt
,
er sei
„für
einen Monat abgeholt" worden
.
Auf gezieltes Nachfragen habe der Beschwerdeführer schliesslich mitgeteilt, er sei
mit rund 18 Jahren von der Polizei abgeholt und einen Monat inhaftiert
worden
. Die Polizei
habe
ihn
verdächtigt
, Mitglied der Rebellenorganisation „Tamil Tigers" zu sein (wobei er nie Kontakt mit
dieser und deren Anhängern gehabt habe
). Um ihm I
nformationen zu entlocken,
sei
er
zwei Tage lang verhört
worden
. Wegen seines
jungen
Alters (möglicherweise auch, weil er - zu Recht - als sensibler, mitfühlen
der Mensch eingestuft
worden sei
)
seien
ältere Mitgefangene in seiner Gegenwart mit Gewehren und Holzstöcken verprügelt
worden
, um ihn zur Preisg
a
be von Informationen zu zwingen. Dies
sei
ihm nicht möglich
gewesen
, weil er kein
e derartigen Informationen gehabt habe
. Nach zwei Tagen
sei
er bewusstlos und deshalb in ein Spital verlegt
worden
. Von dort
habe
er mit Unterstützung seiner Familie entweichen
können
. W
egen dieser Bedrohung sei
er illegal via Colombo in die Schweiz
geflüchtet, wo er sich gut sozialisiert habe (Urk. 7/85/13). Es
sei davon auszugeben, dass der Beschwerdeführer dieses stark belastende Erlebnis
nie in sein Leben integriert habe
.
Der Vorfall
sei
aus objektiver Sicht als schwer
wiegend zu bezeichnen. Im Widerspruch dazu habe der Beschwerdeführer indes betont,
wegen seines jungen Alters keine Angst gehabt zu haben
und dass dieses Ereignis auf einer Skala von l bis 100 den
Stellenwert l habe. Aus psychiatrischer Sicht bedeute dies
,
d
er
Beschwerdeführer habe
diese traumatisierende Erfahrung in seinem Erleben ab
ge
spalte
t
und nic
ht in sein Leben integriert (Urk. 7/85/18).
Gefragt nach seinen Beschwerden habe der Beschwerdeführer berichtet, nervös zu sein und unter Schlafstörungen sowie Albträumen zu leiden. Er sei sehr oft traurig, seine Frau sei traurig und die Kinder seien traurig. Die Beschwerden im Nacken seien um rund 80 % zurückgegangen und nur noch ganz leicht (Urk. 7/85/11).
Im Rahmen seiner Befundung notierte Dr. K._, i
n inhaltlicher Hinsicht domi
nier
t
en typisch depressive Inhalte.
Der Beschwerdeführer leide
unter der Über
zeugung, dass er sein Leben wegen des Unfalls „verloren" habe, was er in ver
schiedenen Zusammenhängen mehrmals
ge
sagt
habe. Er leide
unter dem Ein
druck, dass er auch seine Frau „verloren" haben könnte. Diese Vorstellungen beruh
t
en direkt auf dem
depressiven Erleben. Sie
entsprä
chen zumindest teilw
eise nicht der Realität und seien
nicht korrigierbar. Deshalb seien diese Vorstellungen des Beschwerdeführers als zumindest grenzwerti
g wahnhaft zu beurteilen.
Die Grundstimmung sei
stark bedrückt, geprägt von Niedergeschlagenheit, Resigna
tion, Hoffnungs-, Hilf- und Ratlosigkeit. Die affektive Modulationsfähigkeit
sei
stark vermindert
und die
affektive Zugänglichkeit
sei trotz entsprechender Bemü
hungen des Beschwerdeführers
deutlich eingeschränkt durch die depressive Symptomatik.
Auch seien die
Vitalgefühle stark gestört („ich habe mein Leben verloren, dieses ist kaputt"), bei stark verminderter Fähigkeit zum Empfinden von Freude, Lust und persönlichen Interessen.
Weiter
b
estünden
deutliche Gefühle
der
Minderwertigkeit
sowie s
tar
ke Ein- und Durchschlafstörungen zufolge
Nervosität, Albträumen und Grübelns. Die Albträume seien jede Nacht anders, würden
aber vor allem von Unfällen handeln
, meistens anlässlich von Besuchen von Verwand
ten. Der Antrieb
sei
bei ausgeprägten Schlafstörungen und innerlicher Unruhe
deutlich vermindert
. Psychomotorisch
sei der Beschwerdeführer
leicht bis teil
weise mittelgradig verlangsamt.
Er habe mit l
eise
r, kaum modulierte Stimme gesprochen und
wenig
Mimik und Gestik
gezeigt
. Die gepflegten, privaten sozia
len Kontakte
gingen
zurzeit praktisch ausschliesslich von den Bezugspersonen aus und dien
t
en vor allem der Unterstützung des
Beschwerdeführers. Es bestün
den
a
nhaltende innerliche Unruhe, Schreckhaftigkeit und
Hyperarousal
, intrusive Erinnerungen (
d
er
Beschwerdeführer
versuche, möglichst nicht mehr an den Unfall zu denken, was ihm mehrmals pro Tag nicht gelinge), Flashbacks (sowohl spontan als auch ausgelöst durch Fragen von Kontaktpersonen nach dem Unfall; er sehe jeweils Bilder des Unfalls vor sich).
Sodann habe der Beschwerdeführer
Angst vor dem Autofahren, mit entsprechendem Vermeidungsverhalten.
Auch habe er
Angst unter vielen Menschen und bei Lärm (beispielsweise im Schwimm
bad, weshalb ihn seine Familie
dorthin begleiten müsse).
Schliesslich leide er glaubhaft weiterhin unter stark einschränkenden, tief lumbal lokalisierten Schmerzen. Im Gegensatz zu den im Bereich der HWS lokalisierten Beschwerden seien diese durch den Verkehrsunfall nicht erklärbar und hätten sie sich im bis
herigen Verlauf nicht verringert. Diese seien vor allem stichartig, oft blockierend, und stark abhängig von somatischen Belastungen. Diese Aspekte seien eher ungewöhnlich bei einer somatoformen Schmerzstörung. Allerdings leidet der Versicherte glaubhaft unter diesen starken Schmerzen, welche ihn erheblich ein
schränkten und aus somatischer Sicht nicht erklärbar seien. Deshalb sei die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung zu stellen (Urk. 7/85/12 f., 17).
Dr. K._ kam zum Schluss, d
ie Traumatisie
rung mit 18 oder 19 Jahren zeige
gewisse Ähnlichkeiten mit d
em Verkehrsunfall
. In beiden Fällen
sei
dem
Beschwerdeführer
Unrecht getan
worden und seien a
ndere körperlicher Gefahr ausgesetzt respektive körperlich bedroht und geschädigt
worden
, wobei
letzteres
jeweils in einem direkten Zusammenhang mit
dem
Beschwerdeführer
selbst
ge
stand
en habe (im ersten Fall seien
Mithäftlinge geschlagen, um ihn zum Reden zu b
ringen; im zweiten Fall hätten
sich seine Frau und seine drei Kinder im Auto
befunden
, wobei er im weitesten Sinn als Fahrer die Verantwortung für diese
getragen habe
). In beiden Fällen
sei der Beschwerdeführer
in zentraler Weise in das Ereignis involviert
gewesen,
jeweils in einer sehr hilflosen, ohnmächtigen Weise. Sequentielle Traumatisierungen wirk
t
en umso stärker, je mehr Ähnlich
keiten diese untereinander aufweisen
würden
. Anders ausgedrückt: B
ezogen auf die Auswirkungen ergebe
dann l plus l nicht 2, sondern 7 oder 1
2.
Aus diesen Gründen
sei
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugeben, dass der an und für sich nicht
schwere Verkehrsunfall am 30. Januar
2016 wegen der schweren
Traumatisierung mit 18 oder 19 Jahren ei
n sequentielles Trauma dar
stell
e, was zu einer schweren psychischen Dekompensation
geführt habe
.
Die vor
liegende, dissoziative Psychodynamik k
omme
auch in Charakter und Verlauf der Schmerzen zum Ausdruck. Die Beschwerden im Bereich von HWS und Nacken, welche sich grundsätzlich wesentlich besser in einen direkten Zusammenhang mit der beim Unfall erli
ttenen HWS-Distorsion stellen lie
ssen als die lumbal lokali
sierten Schmerzen,
seien
im Verlauf deutlich zurückgegangen und belaste
te
n
den Beschwerdeführer kaum mehr. Hingegen hätten
sich
die lumb
al lokalisierten Schmerzen, welc
he sehr wahrscheinlich eine wesentlich stärkere dissoziative Komponente aufweisen
würden
als die im Bereich der HWS,
im Verlauf gar nicht gebessert (Urk. 7/85/18 f.).
Eine
natürliche Teilkausalität
der festgestellten psychiatrischen Leiden zum Unfall vom 30. Januar 2016 sei
aus psychiatrischer Sicht mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit zu bejahen.
Der Beschwerdeführer sei seit dem Unfallereignis aus psychiatrischer Sicht
bis auf weiteres
vollständig arbeitsunfähig
(Urk. 7/18/20).
3.9
In dem mit Einsprache eingereichten Bericht vom 21. November 2016 kam Dr. H._ zum Schluss, es bestehe ein kohärentes Bild eines
lumboradikulä
ren
Reizsyndroms mit klarer
Extensionsabhänigkeit
gepaart mit ausgeprägten
myofaszialen
Befunden im Sinne von
Triggerprunkten
in der Hüftbeugemusku
latur, im
Musculus
quatratus
lumborum
sowie in der
Glutealmuskulatur
. Anam
nestisch bestehe ein zentraler Dauerschmerz und ein ebenfalls konstant vorhan
dener Schmerz im Gesäss rechts mit Ausstrahlung entlang dem lateralen Ober
schenkel bis auf Kniehöhe. Beide Schmerzanteile bestünden schon frühmorgens beim Aufstehen und verstärkten sich nach stehender Arbeit über aktuell drei Stunden. Zudem seien die Schmerzen deutlich stärker bei Husten. Als Befunde notierte Dr. H._ im Wesentlichen eine steif imponierende Halteposition in Vorneigestellung. Bei der
Dorsalflexion bestehe eine ausgeprägte Schmerzver
stärkung lumbal sowie im Bein. In der Hüftbeugemuskulatur bestünden ausge
prägte muskuläre Verspannungen und
Triggerpunkte
. Das
Lasèque
-Zeichen sei negativ und es bestehe kein sicherer
Slump
-Test. Die klinischen Befunde und Provokationsmöglichkeiten sprächen weit überwiegend für einen mechanischen Zusammenhang mit extensionsabhängiger Verschlechterung und extensionsab
hängiger Unterhaltung der Symptomatik und gegen die in den Akten formulierte Hypothese der psychosomatischen Schmerzursache und Entwicklung. Die ange
fangene
myofasziale
Behandlung habe nach Angaben des Beschwerdeführers bereits eine Schmerzreduktion um 30 % erwirkt und es bestehe weiterhin ein relevantes Behandlungspotenzial, welches bis dato nicht gezielt ausgeschöpft worden sei (Urk. 7/105/6 ff.).
3.10
Mit dem im
Einspracheverfahren
eingereichten Verlaufsbericht vom 13. Dezem
ber 2016 diagnostizierte Dr. C._ eine
Traumafolgestörung
: Posttraumatische Belastungsstörung, mittel- bis
schwergradige
depressive Episode in Teilremission und somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F 43.1, F 32.2, F 45.1, Urk. 7/105/12). Dem Unfall vom 30. Januar 2016 seien eine verzögerte somatische Rehabilitation und psychische Dekompensation gefolgt. Diese sei sehr ausgeprägt gewesen und hätten zu einem protrahierten, aktuell jedoch deutlich günstigeren Verlauf geführt. Die Ausprägung des protrahierten Verlaufs könne ein Hinweis auf eine sequenzielle Traumatisierung sein, sehr wahrscheinlich mitbedingt durch das Ausmass des drohenden Verlustes (Verlust Arbeitsfähigkeit und damit des in der Schweiz aufgebauten Lebens, Urk. 7/105/13).
4.
4.1
Zu prüfen ist zunächst, ob organisch objektiv ausgewiesene somatische Unfall
folgen vorliegen. Nach der Rechtsprechung kann von organisch objektiv ausge
wiesenen Unfallfolgen erst dann gesprochen werden, wenn die
erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind (BGE 138 V 248 E. 5.1 mit Hinweisen).
4.2
Der Beschwerdeführer stellte sich unter Hinweis auf den mit Einsprache einge
reichten Bericht von Dr. med. H._, Facharzt FMH für Rheumatologie, vom 21. November 2016 auf den Standpunkt, er leide an einem ausgeprägten Schmerzbestehen lumbal und im Bein bei Dorsalflexion sowie an ausgeprägten muskulären Verspannungen und
Triggerpunkten
in der Hüftbeugemuskulatur, vor allem im
Musculus
iliacus
links, im
Musculus
quadratus
lumborum
links sowie in den
Glutaei
linksbetont (Urk. 10 S. 5 ff.)
4.3
4.3.1
Aufgrund der vorliegenden Akten erstellt und unbestritten ist, dass betreffend die initialen HWS-Beschwerden im Beurteilungszeitpunkt keine relevanten Residuen mehr bestanden (vgl
. Urk.
7/24,
Urk. 7/40/2,
Urk.
7/72/4,
Urk.
7/81
/1
;
Urk.
7/85/11).
4.3.2
Betreffend die beklagt
e persistierende
lumbosakrale
Beschwerdesymptomatik
wurde der Beschwerdeführer wiederholt klinisch untersucht (
Urk.
7/40,
Urk.
7/72 und
Urk.
7/81). Ausserdem wurden unmittelbar nach dem Unfall Röntgenaufnah
men der HWS un
d LWS erstellt (Urk. 7/14) und
am 1
7.
Februar 2016 resp.
3.
Augu
st 2016 MRI-
Untersuchungen der HWS und LWS durchgeführt
(Urk. 7/23, Urk. 7/82)
. Die beurteilenden somatischen Fachärzte konnten die Beschwerde
symptomatik weder aufgrund der klinischen noch apparativen/bildgebenden Abklärungen auf eine beim genannten Unfall erlittene organische Gesundheits
schädigung zurückführen.
Dr. E._ explizit hielt fest, die bildgebend festgestell
ten
Diskopathien
bei C5/6 und L5/S1 seien geringgradiger Natur und es bestehe aus neurologischer Sicht kein klinisches Korrelat in Form einer Wurzelirritation C6 rechts oder
S1 links (vgl. Bericht vom 29. August 2016, Urk. 7/81/2). Entgegen der
Argumentation des
Besch
werdeführers (Urk. 10 S. 5 ff.) sind auch
mit dem Bericht von
Dr. H._
vom 21. November 2016
keine organisch objektivier
bare
n
Unfallfolgen im Sinne der unter E. 4.2 erläuterten Gerichtspraxis ausge
wi
esen. So diagnostizierte Dr. H._
zwar eine extensionsabhängige Wur
zelirritation L
5. Gleichzeitig räumte er in Übereinstimmung mit den entsprechen
den Feststellungen von
Dres
. E._, J._ und D._ (vgl. Urk. 7/40/9, Urk. 7/72/5, Urk. 7/81/2) ein, die klassischen Zeichen einer Wurzelreizung, namentlich Lasègue, seien negativ. Auch würden apparative Messungen diesbe
züglich nie positive Befunde zeigen (Urk. 7/105/7). Mithin stützte Dr. H._ seine Diagnose vornehmlich auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers, namentlich Schmerzen und
Druckdolenzen
sowie klinisch feststellbare Bewe
gungseinschränkungen,
Muskulaturverhärtungen
und Verspannungen, welche für sich allein allerdings kein klar fassbares organisches Korrelat eines Beschwer
debildes zu begründen vermögen (vgl. etwa Urteil U 9/05 des damaligen Eidge
nössischen Versicherungsgerichts vom 3. August¬ 2005 E. 4; Urteile des Bundes
gerichts U 354/06 vom 4. Juli 2007 E. 7.2, U 328/06 vom 25. Juli 2007 E. 5.2 sowie 8C_369/2007 vom 6. Mai 2008 E. 3).
Kommt hinzu, dass das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen hat, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc)
. Vielmehr ist
im Zusammenhang mit der organisch nicht objektivierbaren
lum
bosakralen
Beschwerdesymptomatik
gestützt auf den
konsiliarpsychiatrischen
Untersuchungsbericht von
Dr. K._
vom
5.
September 2016, welcher den in der Rechtsprechung des Bundesgerichts entwickelten Anforderungen in allen Tei
len genügend als beweiskräftig anzusehen ist
,
von einer somatoformen Schmerz
störung
(ICD-10: F 45.1)
auszugehen. Konkrete Indizien, welche gegen die Zuverläs
sigkeit der Beurteilung von Dr. K._
sprechen, sind nicht ersichtlich und wurden vom Beschwerdeführer
auch
nicht geltend gemacht. Insbesondere ergeben sich keine fachärztlichen Differenzen. So schloss sich auch die behan
delnde
Dr. C._
der
Beurteilung von
Dr. K._
an (
Urk.
7/105/
12)
.
4.3.3
Der Vollständigkeit halber ist schliesslich darauf hinzuweisen, dass die am 17. Februar 2016 durchgeführte MRI – Untersuchung des Gehirns einen alters
entsprechend unauffälligen intrakraniellen Befund, ohne
Traumafolgen
ergab (Urk. 7/23) und die (Albtraum bedingten) Schlafprobleme unbestrittenermassen Bestandteil der diagnostizierten PTBS bilden (vgl. Urk. 7/85/17).
4.4
In Würdigung der (hinreichend aufschlussreichen) medizinischen Aktenlage ist das Vorliegen organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen zum Zeitpunkt des Fallabschlusses per 31. Oktober 2016 zu verneinen und es liegen keine Anhalts
punkte dafür vor, dass weitere Abklärungen andere Erkenntnisse erbrächten (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_468/2007 vom 6. Dezember 2006 E.2.2 mit Hinweisen).
5.
5.1
Weiter ist zu klären, ob die Adäquanz der Beschwerden mit der Beschwerdegeg
nerin nach der sogenannten Psycho-Praxis (Urk. 2 S. 10 ff.) oder, wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht, nach der Schleudertrauma-Praxis (Urk. 10 S. 7) zu prüfen ist. Dies ist auch für die Beurtei
lung des F
allabschlusses von Bedeu
tung (vgl.
Rumo-Jungo
/Holzer, Recht
sprechung des Bundesgerichtes zum Sozial
versicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung,
4.
Auflage 2012, S. 144).
5.2
Die sogenannte Psycho-Praxis kommt bei Schleudertraumen zur Anwendung, wenn die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas der HWS gehö
renden Beeinträchtigungen zwar teilweise gegeben, im Vergleich zu einer ausge
prägten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund getreten sind (vgl. E. 1.5.3). Das damalige Eidgenössische Versicherungsgericht hat sodann wieder
holt darauf hingewiesen, dass die besondere Adäquanzprüfung nach Schleuder
trauma den Fällen vorbehalten sei, in denen sich die psychische Problematik als Teil des typischen organisch-psychischen Beschwerdebildes des Schleudertrau
mas der HWS darstelle oder wo eine psychische Fehlentwicklung mit dem orga
nisch-psychischen Beschwerdebild eng verflochten sei. Von diesen Fällen seien diejenigen zu unterscheiden, in denen sich nach einem Unfall - losgelöst vom organisch-psychischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas oder vergleich
barer Verletzungen - eine selbständige, sekundäre psychische Gesundheitsstörung manifestiere. Die
Unfalladäquanz
solcher Gesundheitsschädigungen sei nach den allgemeinen, für psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall aufgestellten Kriterien zu beurteilen (RKUV 2001 Nr. U 412 S. 79 ff., 2000 Nr. U 397 S. 327 ff., Urteil des Bundesgerichts U 457/04 vom 23. März 2005 E. 3 mit Hinweisen). Wür
den nämlich psychische Beschwerden, die im Anschluss an einen Unfall mit Dis
torsionsverletzung der HWS auftreten, ungeachtet ihrer
Pathogenese stets nach den Kriterien gemäss BGE 117 V 359 E. 6a auf ihre Adäquanz hin überprüft, bestünde die Gefahr, identische natürlich kausale psychische Unfallfolgen adä
quanzrechtlich allein deshalb unterschiedlich zu beurteilen, je nachdem, ob beim Unfall zusätzlich eine Distorsionsverletzung der HWS (oder ein äquivalenter Ver
letzungsmechanismus) aufgetreten sei oder nicht, was nicht angehe (Urteil des Bundesgerichts U 277/04 vom 30. September 2005 E. 2.2 und E. 4.2.2 mit Hin
weisen).
5.3
Aus den zitierten medizinischen Berichten geht einhellig hervor, dass unmittelbar nach dem Unfall eine in der Folge anhaltende massive psychische Symptomatik auftrat, die - jedenfalls soweit sie von
Dres
.
C._
und
K._
übereinstimmend auf eine posttraumatische Belastungsstörung
(ICD-10: F 43.1)
sowie somatoforme Schmerzstörung
(ICD-10: F 45.1) zurückgeführt wurde (Urk. 7/
85/17,
Urk.
7/105/12) - als selbständige, unabhängig von den im Zusammenhang mit der HWS-Distorsion aufgetretenen Symptomen bestehende Störung zu betrachten ist. Sofern und soweit die psychische Beeinträchtigung als Teil des typischen Beschwerdebildes nach einem Schleudertrauma der HWS beziehungsweise einer diesem äquivalenten Verletzung zu interpretieren ist, prägte sie nach Lage der Akten von Anfang an und im gesamten Verlauf das Beschwerdebild und
dessen Bewältigung, und
stand gegenüber den geklagten
(rein)
somatischen Beschwer
den eindeutig im Vordergrund. So ist bereits dem Austrittsbericht des Stadtspitals
A._
vom
2.
Februar 2016 zu entnehmen, die initial beklagten Schmerzen im Nacken hätten sich am zweiten und letzten stationären Tag deutlich
regredient
gezeigt (
Urk.
7/22/1). Damit korrelierend hielt
Dr. Z._ mit Verlaufsbericht vom 21.
März 2016 fest, die initial stärksten Hals- und Nackenschmerzen hätten sich unter Analgesie, Entlastung und Physiotherapie deutlich gebessert. Demge
genüber fühle sich der Beschwerdeführer
psychisch sehr beeinträchtigt zufolge Schlaf
störungen (Albträume) und Flash
backs (
Urk.
7/24).
Dem
Assessmentb
ericht der I._ vom 13. Mai 2016 ist weiter zu entnehmen, die strukturierte Befragung über den Umgang mit Schmerzen und Rehabilitationshindernissen habe Hinweise auf eine Auffälligkeit im psychischen Bereich ergeben
(Urk. 7/40/3),
was
auch Dr. D._
, nachdem er den Beschwerdeführer eingehend untersucht hatte, mit
kreisärztlichem Untersuchungsbericht vom 21. Juli 2016 bestätigte (Urk. 7/72/1
).
Dr. J._ vom I._ hielt ausserdem explizit fest, die depressive Verstim
mung stehe im Vordergrund (Urk. 7/40/5). Schliesslich kam auch Dr. C._ zum Schluss, die psychische Dekompensation habe die somatische Rehabilitation ver
zögert (Urk. 7/105/13).
Damit ist im Beurteilungszeitpunkt gesamthaft von einer untergeordneten Rolle der rein physischen Anteile auszugehen. Dazu passt, dass die bisherigen Behandlungen von Anfang an nebst Physiotherapie und Analgesie (
Urk.
7/22/1,
Urk.
7/72/4) hauptsächlich psychiatrisch ausgerichtet waren; seit dem
9.
März 2016 unterzog sich der Beschwerdeführer einer psychotherapeuti
schen
(nach Lage der vorliegenden Akten
zuletzt
im Rhythmus von sieben bis zehn Tagen
) sowie
psychopharmakotherapeutischen
Behandlung mit
E
s
ci
talopram
,
Trazodo
n
und Lorazepam (vgl. Urk. 7/85/10
).
5.4
Bei dieser Ausgangslage fällt die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis ausser Betracht. Die Adäquanz ist somit nach der Psycho-Praxis zu prüfen, bei der einzig die physischen Komponenten zu berücksichtigen sind (BGE 134 V 109 E. 2.1 und 6.1 mit Hinweisen).
6.
6.1
Die Adäquanzprüfung in Bezug auf die noch vorliegenden psychischen Beschwerden ist grundsätzlich zu dem Zeitpunkt vorzunehmen, in dem keine
behandlungsbedürftigen
organischen Unfallfolgen mehr vorliegen.
Bei den psy
chischen Fehlentwicklungen nach Unfall (BGE 115 V 133) haben die psychischen Unfallfolgen auf den Zeitpunkt der Adäquanzbeurteilung keine Auswirkung, wes
halb die Adäquanzprüfung zu dem Zeitpunkt vorzunehmen ist, in welchem von einer Fortsetzung der auf die somatischen Leiden gerichteten ärztlichen Behand
lung keine namhafte Besserung mehr erwartet werden kann (BGE 134 V 116
E.
6.1; SVR 2007 UV Nr. 29 S. 99, E. 3.1, U 98/06).
6.2
Wie vorstehend (E. 4.3 f.) erwähnt ist aufgrund der medizinischen Aktenlage das Vorliegen organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen zu verneinen. Die HWS-Beschwerden waren unter Physiotherapie und Analgesie unbestrittener
massen bereits kurze Zeit nach dem Vorfall
regredient
(vgl.
Urk.
7/22,
Urk.
7/24,
Urk.
7/40/2,
Urk.
7/72/4,
Urk.
7/81/1;
Urk.
7/85/11)
. Soweit durch weitere Behandlungen überhaupt noch eine gesundheitliche Besserung erwartet werden kann, wäre diese jedenfalls nicht namhaft im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Entsprechend wurden ärztlicherseits diesbezüglich auch keine weiteren Behandlungsmassnahmen genannt.
Die persistierende
lumbosakrale
Rückensymptomatik qualifiziert bei der diagnostizierten somatoformen Schmerz
störung nicht als organisches Leiden. Die Therapieempfehlungen von Dr. H._ sind für den Fallabschluss nach Massgabe der Psycho-Praxis daher unbe
achtlich (vgl. E. 6.1). Zudem ist darauf hinzuweisen, dass der seitens Dr. C._ und Dr. K._ attestierten anhaltenden 100%igen Arbeitsunfähigkeit einzig die psy
chische Problematik zugrunde lag (Urk. 7/86, Urk. 7/85/21). Schliesslich
waren
auch
keine Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung,
deren Abschluss abzuwarten gewesen wäre, zu berücksichtigen. So beschränkten sich die beruflichen Massnahmen der Invalidenversicherung vorlieg
end auf Frühin
terventionsmassnahmen resp. Arbeitsversuche
mit dem Ziel
einer
Pensumssteige
rung
auf 100 %
in
der angestammten Tätigkeit
des Beschwerdeführers bei der bisherigen Arbeitgeberin. Ganz abgesehen davon, lag der schrittweisen Steige
rung die als somatoforme Schmerzstörung zu qualifizierende
lumbosakrale
Beschwerdesymptomatik zugrunde (vgl.
Urk. 7/92/2 f., Urk. 11/3
). Rechtspre
chu
ngsgemäss kann sich der in Art.
19
Abs.
1 erster Satz UVG vorbehaltene Abschluss allfälliger Eingliederungsmassnahmen der IV, soweit es um berufliche Massnahmen geht, nur auf Vorkehren beziehen, welche geeignet sind, den der Invalidenrente der Unfallversicherung zu Grunde zu legenden Invaliditätsgrad zu beeinflussen (RKUV 2004 Nr. U 50
8 S. 265, U 105/03, E. 5.2.2; vgl. auch E. 1.3). Nach dem Gesagten war letzteres vorliegend offensichtlich nicht der Fall. Ent
sprechende Einwände des Beschwerdeführers (Urk. 2 S. 4 f.) gehen damit ins Leere und es ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Prüfung der Adäquanz zum genannten Zeitpunkt vornahm.
7.
7.1
Aufgrund der medizinischen Akten ist der natürliche Kausalzusamm
enhang zwi
schen dem Unfall vom 30. Januar 2016
und den bestehenden psychischen Stö
rungen des Beschwerdeführers zumindest im Sinne einer wesentlichen Teilkau
salität zu bejahen (vgl.
7/85/21
). Ob auch die vorausgesetzte Adäquanz des Kau
salzusammenhangs gegeben ist, beurteilt sic
h nach der - oben (vgl. E. 1.5.4
ff.) zitierten - für psychische Störungen nach Unfällen geltenden Praxis.
7.2
Die Unfallschwere ist objektiv aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei
entwickelnden Kräften zu beurteilen. Irrelevant für die Einschät
zung der Unfallschwere sind die Kriterien, die anschliessend bei der Adäquanz
prüfung der Unfallfolgen bei mittelschweren Unfällen Beachtung finden (vgl.
E.
7
.3
hienach
; SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26 E. 5.3.1 [U 2/07]).
Am 30.
Januar 2016
lenkte
der
angegurtete Beschwerdeführer
seinen
BMW
auf der Autobahn A53
in Richtung Ausfahrt
auf dem Überholstreifen
,
als ein auf der Normalfahrbahn fahrender
Volvo-L
enker
verkehrsbedingt eine Vollbremsung einleitete und dabei – um eine Auffahrkollision zu vermeiden – auf die linke Fahrbahn
wechselte
. Dabei kollidierte er seitlich frontal mit der rechten Front des BMWs, ohne dass es dadurch zu einer relevanten Drehung des BMWs kam (die BWM-Insassen bewegten sich infolge der Kollision in einem Winkel von ca. 35° etwas nach vorne, bevor sie von den Sicherheitsgurten zurückgehalten wurden). Bei der anschliessenden oder vorangehenden Streifkollision mit der Mitteilleit
planke wirkten nur geringe Kräfte auf den BMW. Demgegenüber entstanden durch die seitliche Frontalkollision mit dem Volvo
starke Besch
ädigungen an der vorderen rechten Seite des BMWs; der Kotflügel vorne rechts, die Stossstange, die Frontscheibe, die Motorhaube sowie der Seitenschweller wurden eingedrückt und das Rad sowie die Radachse wurden verzogen. Beim Volvo kam es fahrerseitig zu eingedrückten Türen vorne und hinten sowie Beschädigung der Schwellen.
Im Unfallzeitpunkt
lagen Kollisio
nsgeschwindigkeiten von 15 km/h für den Volvo
und
60
km/h für den
BMW des Beschwerdeführers
,
vor; die Geschwindigkeits
veränderung (Delta-v) lag zwischen 11 und 16
km/h
(vgl. Polizeirapport vom 14. Februar 2016 [inkl. Fahrzeugaufnahmen], Urk. 7/26; Fahrzeugexpertise
des L._ vom 10. Februar 2016
[inkl. Fahrzeugaufnahmen],
Urk. 7/50/1-20; Unfallanalytisches Gutachten der AXA Winterthur vom 6. Juni 2016
[inkl.
Fahrzeugaufnahmen],
Urk. 7/50/41-59). Rechtsprechungsgemäss gilt bei Frontal
kollisionen eine Geschwindigkeitsänderung von 20-30 km/h als sog. Harmlosig
keitsgrenze für HWS-Beschwerden (Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2011 vom 9. Dezember 2011 E. 6.1). Einfache Auffahrunfälle werden in der Regel als mit
telschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen qualifiziert (RKUV 2005 Nr. 4 549 S.237 E. 5.1.2 mit Hinweisen). Die von der Beschwerdegegnerin vorgenom
mene Qualifikation als (höchstens)
mitte
lschweren Unfall im engeren Sinne lässt sich rechtfertigen. Jedenfalls gibt letzteres mangels
Entscheidrelevanz
keinerlei Anlass zur gerichtlichen Korrektur (vgl. E. 7.3
hienach
).
Zur allgemeinen Veran
schaulichung
der rechtsprechungsgemäss als mittelschwer
im engeren Sinne
gel
tenden Unfälle bleibt an dieser Stelle
auf die im Urteil des Bundesgerichts 8C_398/2012 vom
6.
November 2012 (E. 5.2.1 f.) wiedergegebene Kasuistik
zu verweisen
.
7.3
Bei Annahme eines mittelschweren Unfalls im engeren Sinne kann die Adäquanz
nur bejaht werden, wenn zumindest drei der sieben Kriterien erfüllt sind oder eines besonders ausgeprägt vorl
iegt (vgl. etwa Urteil des Bun
desgerichts 8C_617/2010 vom 1
5.
Februar 20
11 E. 3.2.2 und E. 3 .3 mit Hinweisen)
.
7.4
Der zu beurteilende Unfall hat sich nicht unter besonders dramatischen Begleit
umständen ereignet, noch war er von besonderer Eindrücklichkeit
. Daran ändert – entgegen dem Beschwerdeführer (Urk. 2 S. 9) – auch der Umstand nichts, dass seine Kinder und die Ehefrau im Auto mitfuhren. Blieben diese (bis auf eine leichte Prellung am Ellbogen der Ehefrau, vgl. Urk. 7/26/5) doch unverletzt und e
rforder
t dieses Kriterium
eine objektive Betrachtung des Vorfalles, die unabhän
gig davon ist, wie die versicherte Person das Geschehen subjektiv erlebt hat (RKUV 1999 Nr. U 330 S. 124; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 1
8.
September 2006 in Sachen K., U 66/06).
Damit erweist sich auch das
Vorbringen des Beschwerdeführers als nicht stichhaltig, wonach ihm im Unfall
zeitpunkt klargeworden sei, dass er als einziger Ernährer der Familie darauf angewiesen sei, arbeitsfähig zu sein und damit Geld zu verdienen (Urk. 2 S. 9). Zu beachten ist auch, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung des Krite
riums ausreichen kann (8C_39/2008 vom 20. November 2008 E. 5.2). Sodann erlitt der Beschwerdeführer keine schweren Verletzungen; Läsionen und Fraktio
nen konnten bildgebend ausgeschlossen werden. Die objektivierbaren Befunde beschränkten sich auf geringgradige degenerative Veränderungen (Urk. 7/23, Urk. 82, Urk. 7/81/2). Mithin
ist
das
Adäquanzkriterium der Schwere oder beson
deren Art der erlittenen Verletzung bereits in der einfachen Form zu verneinen.
Ebenso wenig kann vorliegend von (auf ein somatisch objektivierbares Substrat zurückführbare) Dauerschmerzen die Rede sein. Weiter liegen weder eine unge
wöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung, eine Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, noch ein schwieriger Heilungs
verlauf oder Komplikationen vor. Im Gegenteil erschöpfte sich die Therapie der HWS-Beschwerden in einer (erfolgreichen) Physiotherapie und Analgesie. Damit waren die Beschwerden im Bereich der HWS nach kurzer Zeit
regredient
und konnte der Beschwerdeführer das Spital bereits nach zwei Tagen im verbesserten Allgemeinzustand wieder verlassen (Urk. 7/22, Urk. 2/24, Urk. 7/72/5, Urk. 7/81/1, Urk. 7/105/7). Mit seinen übrigen Vorbringen im Zusammenhang mit der Adäquanzprüfung dringt der Beschwerdeführer nicht durch (Urk. 2 S. 9 f.). Gehen diese doch bereits unter Hinweis auf die höchstrichterliche Gerichts
praxis, wonach bei
der Prüfung der einzelnen Kriterien
einzig
die organisch
objektivierbaren
Beschwerden zu berücksichtigen
sind
(Urteil des Bundesgerichts vom 1
7.
September 2007 in Sachen P.
, U 442/06, E. 4.1 mit Hinweis), ins Leere. Weiterungen hierzu erübrigen sich damit.
7.5
Zusammenfassend ist festzustellen, dass es an der Adäquanz eines Kausalzusam
menhangs zwischen dem Unfallereignis vom 30. Januar 2014 und den über das Datum der Leistungseinstellung vom 31. Oktober 2016 hinaus bestehenden psy
chischen Beschwerden, welche nach wie vor eine Arbeitsunfähigkeit bewirken (Urk. 7/85/21), fehlt. Für eine psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit oder Integ
ritätseinbusse, welche zu dem Unfallereignis in einem krassen Missverhältnis steht, hat die obligatorische Unfallversicherung nicht einzustehen.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 17. März 2017 (Urk. 2) erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.