Decision ID: 353c515c-cf62-4eec-9961-756a17ba2df3
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1953, meldete sich am 16. März 2009 (Eingangsda
tum) wegen Fuss
gelenks
beschwerden und eines
Plattenepithelkar
zinoms
der Nase bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, zum
Leistungsbe
zug
an (Urk. 8/5
).
Die IV-Stelle nahm beruflich-erwerb
liche und medizinische Abklärungen vor und sprach dem Versicherten mit Ver
fügung vom 8.
Juni 2012 gestützt auf einen
Invaliditätsgrad von 66 % mit Wirkung ab dem 1. September 2009 eine
Dreiviertelsrente
zu (Urk.
8/77 und
Urk.
8/
88)
. Dagegen erhob der Versicherte
am 1
0.
Juli 2012
beim
Sozialversi
cherungsgericht
Beschwerde
(
Urk.
8/95).
Am
6.
März 2013
meldete
er
d
er IV-Stelle, dass sich sein Gesundheitszustand verschlechtert habe (
Urk.
8/101).
Sodann m
eldete sich
der Versicherte
a
m 18.
Oktober 2013 (Eingangsdatum)
zum Bezug eine
r
Hilflosenentschädigung
(
Urk.
8/103) und
zum Hilfsmittelbezug (Roll
stuhl und Reinigungshilfe, Urk.
8/104) an. Mit Verfügung vom
6.
Januar 2014 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch des Versicherten
auf
eine
Reini
gungshilfe
(
Urk.
8/118).
Am
5.
Februar 2014 klärte der Abklärungsdienst der
IV-Stelle ab,
ob bzw.
in welchem
Ausmass
der Versicherte im Sinne des Geset
zes als hilflos zu be
trachten ist (
vgl.
Bericht vom 1
2.
Februar 2014,
Urk.
8/121
)
.
Mit Verfügung
vom
1.
April 2014
sprach die
IV-Stelle dem Versicherten
mit Wirkung ab dem
1.
Februar 2014
eine
Hilflosenentschädigung
mittleren Grades
zu
(„mittel zu IV
zu Hause ohne Begleitung“
,
Urk. 8/131).
Im Weiteren erteilte sie ihm m
it
Mitteilungen vom
7.
und
8.
April 2014
je Kostengutsprachen für
einen Rollstuhl
für inn
en und aussen (
Urk.
8/135
-136).
Mit Urteil vom 2
4.
März 2014
(versandt am 1
0.
April 2014)
wies das Sozialversicherungsgericht die vom Versicherten am 1
0.
Juli 2012 erhobene Beschwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle vom
8.
Juni 201
2 ab (Prozess Nr. IV.2012.00737,
Urk.
8/137).
1.2
Daraufhin
holte
die IV-Stelle
im Rahmen des auf Ersuchen des Versicherten vom
6.
März 2013 (vgl.
Urk.
8/101) eingeleiteten Rentenrevisionsverfahrens
den Bericht von
Dr.
med.
Y._
, FMH Innere Medizin, vom 1
3.
August 2014 (
Urk.
8/141) ein. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbe
scheid vom 1
1.
September 2014,
Urk.
8/143, und Einwand vom 6.
Oktober 2014,
Urk.
8/144
;
vgl. auch
ergänzende
Einwandbegründung
vom 1
2.
Novem
-
ber
2014,
Urk.
8/148
) wies die IV-Stelle das Rentenerhöhungsgesuch des
Ve
rsi
-
cherten
mit Verfügung vom 1
3.
Februar 2015
ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
1
6.
März 2015
Beschwerde und beantragte,
e
s sei die Verfügung vom 1
3.
Februar
2015 aufzuheben und es sei ihm mit Wir
kung ab drei Monate nach der ersten Versteifungsoperation vom Februar 2013 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen. In prozessualer Hin
sicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung (
Urk.
1).
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit
Beschwerde
antwort
vom
1
0.
April 2015
die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7
).
In der Folge
reichte der Beschwerdeführer
die Eingabe vom 2
4.
April 2015
ein (
Urk.
10), woraufhin die Beschwerdegegnerin am 1
8.
Mai 2015 erklärte, dass sie auf eine Stellungnahme dazu verzichte (
Urk.
14). Am
3.
Juli 2015 legte der Beschwerdeführer eine weitere
Eingabe
ins Recht (
Urk.
16), welche der Beschwerdegegnerin am
6.
Juli 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
18).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die bisherige
Dreiviertels
rente
des Beschwerdeführers zu Recht nicht auf eine ganze Rente erhöht hat.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad
gemäss
Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
Die seit dem 1. Januar 2004
massgeblichen
Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und
Verdienstaussich
ten
keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (Urteil des Bundesge
richts 9C_734/2013 vom 1
3.
März 2014 E. 2.1 mit Hinweis auf SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203, 9C_830/2007 E. 5.1).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt ab von den Umständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätigkeiten massgebend sind (Urteil
des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 107 V 17 E. 2c).
Die
Möglichkeit
, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt auch davon ab, welcher Zeit
raum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Die im gesamten Bereich des Sozialversicherungsrechts geltende Schadenminderungspflicht und die daraus abgeleitete Selbsteingliederungslast gebieten grundsätzlich, die Frage
nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit möglichst früh zu beantworten. Gemäss BGE 138 V 457 E. 3.4 steht die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).
1.5
1.5
.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.5.2
Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, ist darin glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erhebli
chen Weise ge
än
dert hat (Art. 87 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenver
sicherung [IVV]).
Zur Frage des Bedeutungsgehalts des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV hat das Bund
esge
richt in BGE 130 V 64 E.
5.2.5
festgehalt
en, dass die versicherte Per
son mit dem Revisionsgesuch die massgebliche
Tatsa
chenänderung
glaubhaft machen muss, ihr mithin ausnahmsweise eine Beweisführungslast zukommt. Tritt die Verwaltung auf das erneute
Leistungsbe
gehren
ein, hat sie demgegen
über gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz von Amtes wegen für die rich
tige und vollständige Abklärung des rechtserhebliche
n Sachverhaltes zu sorgen (Art. 43 ATSG, Art.
57 IVG in Verbindung mit Art.
69 ff. IVV; SVR
2006 IV Nr. 10 S. 39 E. 4.1 [I
457/04
]; vgl. auch BGE 117 V 198 E. 3a
).
1.5.3
Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit ist die anspruchsbeeinflussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat (
Art.
88a
Abs.
2 Satz 1 IVV). Die Erhöhung der Rente erfolgt, sofern der Versicherte die Revision verlangt, frühestens von dem Monat an, in dem das Revisionsbegehren gestellt wurde (
Art.
88bis
Abs.
1
lit
. a IVV).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
ak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134
V
231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.7
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach
Art.
6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätig
keit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizini
schen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (
Art.
59
Abs.
2
bis
IVG). Sie kön
nen bei Bedarf selber ärztliche Untersuchungen von Versicherten durchführen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (
Art.
49
Abs.
2 IVV). RAD-Berichten nach
Art.
49
Abs.
2 IVV kommt ebenfalls Beweiswert zu, sofern sie den von der Rechtsprechung umschriebenen Anforderungen an ein ärztli
ches Gutachten genügen (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Selbst eine Aktenbeurteilung ohne eigene Untersuchung kann beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte und Stellungnahmen der RAD (Urteile des Bundesgerichts
9C_335/2015 vom
1.
September
2015 E. 3
.1 und
9C_196/2014 vom 1
8.
Juni 2014 E. 5.1.1 mit Hinweisen
).
Nach der Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf die (versicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 135 V 465 E. 4.4; 122 V 157 E. 1d; Urteile des Bundesgerichts
9C_335/2015 vom
1.
September
2015 E. 3
.2
und 9C_28/2015 vom
8.
Juni 2015 E. 3.3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ist auf das Revisionsgesuch des Beschwerdeführers vom
6.
März 2013 (
Urk.
8/101) eingetreten. Zu prüfen ist demnach,
ob seit der
mit Verfügung vom
8.
Juni 2012 erfolgten
Rentenzusprache
(
Urk.
8/88) bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 1
3.
Februar 2015 (
Urk.
2) eine
ren
tenrelevante
Verschlechterung des Gesundheitszustands
des Beschwerdeführers
eingetreten ist (vgl. E. 1.5
).
2.2
2.2.1
Der mit Verfügung vom
8.
Juni 2012
erfolgten
Zu
sprache
einer
Dreiviertels
rente
mit Wirkun
g ab dem
1.
September 2009 (
Urk.
8/88), die mit Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom 2
4.
März 2014 bestätigt wurde (Urk.
8/137), lag in medizinisch
er Hin
sicht im Wesentlichen der Untersuchungsbericht von
RAD-Arzt
Dr.
med.
Z._
,
FMH Praktischer Arzt
, vom 1
3.
Juli 2011 zugrunde (
Urk.
8/38).
2.2.2
RAD-Arzt
Dr.
Z._
stellte
im Untersuchungsbericht vom 1
3.
Juli 2011
folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/38/4
):
(1)
ein Plattene
pithelkarzinom der Nase pT4 erb0
mit/
bei
-
Status nach Teil-
Ablatio
Nase und Nasenrekonstruktion mittels paramedialem
Stirnlappen sowie Radio-Chemotherapie (April 2008)
-
multiple Beschwerden als Folge der Operationen und der veränderten Gesichts-
konfiguration
wie Kopfschmerzen, Verkrustung der Schleimhäute
(2)
Status nach multiplen Distorsionstraumata, insbesondere des rechten
Fusses
in der
Jugend mit
-
Status nach Bandrekonstruktion vor etwa 15 Jahren an der rechten Seite
mit/bei
chronischer Instabilität mit beginnender posttra
umatischer oberer Sprungge
lenks (OSG)- und
Subtalar
-
s
owie
Talonavicular
-Arthrose
rechts
betont
Mobilitätseinschränkungen
Als Diagnosen ohne
wesentlichen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte RAD-Arzt
Dr.
Z._
(1) eine arterielle Hypertonie
und (2)
Rhythmusstörungen. Er
erklärte,
dass inzwischen die
Tumorer
krankung
der Nase, die aufwändig operi
ert und rekonstruiert
worden sei
, im Vordergrund stehe. Auch wenn ein befriedigendes kosmetisches Ergebnis vor
liege, sei es durch die Veränderung der Gesichtsanatomie zu den unter den Diagnosen erwähnten Symptomen und Defiziten gekommen
(Kopfschmerzen, Verkrustung der Schleimhäute, gestörte Gesichts- und Augensymmetrie sowie häufiges Trä
nen der Augen; vgl. dazu auch
Urk.
8/39/1)
. Vor allem die Not
wendigkeit der regelmässigen Nasenspülungen lasse die bisherige Tätigkeit als Unternehmens
berater (mit ständigem Kundenkontakt) nicht mehr zumutbar erscheinen. Für diese Tätigkeit liege seit Dezember 2007 eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit vor.
Von
untergeord
netem Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei
en die Einschränkun
gen der Mobilität auf die bisherige Tätigkeit. Dies habe jedoch Einfluss auf das Leistungsprofil für angepasste Tätigkeiten, da diese überwiegend im Sitzen erfolgen sollten. Behinderungsangepasste Tätigkeiten seien zu 60
%
zumutbar.
Die 40%ige Einschränkung resultiere aus der tumorassoziierten
eingeschränkten
Belastbarkeit.
Eine qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für
behinde
rungsangepasste
Tätigkeiten ergebe sich aus der Tumorerkrankung, so dass eine Tätigkeit im
Backoffice
empfehlenswert sei
(Urk. 8
/38/4-5).
2.3
2.3.1
Im Rahmen des vorliegenden Revisionsverfahrens
sind folgende ärztlichen Beur
teilungen aktenkundig:
2.3.2
Dr.
Y._
stellte im Bericht vom 2
1.
Oktober 2013
zuhanden der
Rechtsvertre
terin
des Beschwerdeführers
folgende Diagnosen
(
Urk.
8/109/1):
(1)
ein Plattenepithelkarzinom der Nase PT4R
0
-
Status nach Teil-
A
blatio
Nase und Nasenrekonstruktion mittels paramedialen
Stirnlappen sowie Radio-
Chemotherapie
(April 2008)
-
Abszess (Plattenepithelzyste) des Kiefers mit
Actim
omyc
es
(Oktober 2013)
(2
)
eine posttraumatische OSG-Arthrose rechts
-
Status
nach diversen Unfällen mit Status nach Bandplastik
-
Februar 2013: OSG-
Arthrodese
rechts
(3)
eine Hypertonie
(4)
eine depressive reaktive Entwicklung
(5)
eine
OSG-Arthrose links
Dr.
Y._
erklärte, dass insgesamt durch die OSG-Arthrose die Mobilität noch stärker behindert sei.
Der Abszess im Kieferbereich bedürfe einer sorgfältigen Überwachung und bereite Schmerzen. Folglich sei der Beschwerdeführer auch in einer theoretisch sitzenden Arbeitstätigkeit eingeschränkt respektive zurzeit zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
8/109).
2.3.3
RAD-Ärztin med.
pract
.
A._
, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, hie
lt in der Stellungnahme vom 25.
November 2013 fest, dass sich die neu mitgeteilten Diagnosen auf die bereits bekannte Arthrose des Sprunggelenks, die durch eine
Arthrodese
behan
delt worden sei, beziehe. Eine
Arthrodese
werde in der Regel durchgeführt, um die Bewegungsschmerzen bei Arthrose des Gelenks zu beheben.
Anschliessend
werde zur Verbesserung der Gehfähigkeit in der Regel eine Abrollhilfe am Schuh erforderlich. Eine Verschlechterung gegenüber dem Zustand vor der Operation sei daraus aus medizinischer Hinsicht nicht abzuleiten. Die Ein
schränkung der Gehfähigkeit durch die Schädigung beider Sprunggelenke sei bereits berücksichtigt worden. Bei der Behandlung des Kieferabszesses handle es sich um eine Akuterkrankung, die nach adäquater Therapie in der Regel aus
heile und damit keinen dauerhaften Gesundheitsschaden begründe. Es könne weiter auf die bisherigen RAD-Stellungnahmen vom 1
3.
Juli 2011 und vom 2
1.
Februar 2012 abgestellt werden (
Urk.
8/146/1-2).
2.3
.4
Dr.
med.
B._
, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, gab i
m
an
Dr.
Y._
gerichteten
Sprechstundenbericht
vom 2
9.
Juni 2014
an
, dass
der Beschwerdeführer auch seitens des rechten OSG erst wieder bessere Fortschritte gemacht habe nach Weglassen des
Vacopeds
. Sie würden dies nun auch auf der linken Seite versuchen. Rechts könne er soweit belasten, dass er auch mechanisch wieder ein Fahrzeug (Automat) fahren könnte. Er gebe an, keine
regelmässigen
Medikamente mehr einzunehmen, was Schmerzmittel betreffe. Diesbezüglich könne ihm eine Fahrtüchtigkeit attestiert werden. Gerne überlasse er dies
Dr.
Y._
. Eine radiologische und klinische Verlaufskontrolle sei im August geplant. Der Beschwerdeführer gebe an, dass er mittlerweile die Thromboseprophylaxe sistiert habe. An den Gehstöcken könne er die Belastung weiter steigern (
Urk.
8/141/21).
2.3
.5
Dr.
Y._
erklärte
im Bericht vom 1
3.
August 2014
, dass
gegenüber dem Vor
bericht vom 3
0.
Mai 2011 seinerseits am 2
3.
Januar 2013 die chirurgische Versorgung einer
Umbilical
- sowie Inguinal-H
ernie rechts erfolgt sei. Am 6.
Februar 2013 sei eine OSG-
Arthrodese
rechts bei posttraumatischer
OSG-Arthrose rechts mit
Varusfehlstellung
durchgeführt worden. Am 1
7.
Januar 2014 sei eine OSG- und
untere Sprunggelenks (
USG
)
-
Arthrodese
links bei gege
bener symptomatischer Arthrose links
vorgenommen
worden. Zum heutigen Zeitpunkt könne der Beschwerdeführer nur in der Wohnung einzelne Schritte ohne Stöcke gehen. Zumeist sei er auf Stöcke angewiesen.
A
nsonsten
könne er sich
nicht selbständig fortbewegen und sei auf den Rollstuhl angewiesen.
Nebst der persistierenden depressiven Entwicklung aufgrund der Grunderkrank
ung eines ausgedehnten Karzinom
s an der Nase habe der Beschwerdeführer nun eine zusätzliche Invalidität an beiden
Fussgelenken
. Nebenbei sei zu erwähnen, dass
er
am 2
6.
November 2012 eine Gastroskopie sowie Koloskopie erhalten habe. Dabei sei eine kleine axiale Hiatus-Hernie mit
Refluxösophagitis
gefun
den worden, fünf kleine Polypen abgetragen und eine Kontroll-Koloskopie in fünf Jahren empfohlen worden.
Im Oktober 2013 habe
der Beschwerdeführer
einen Abszess (Plattenepithelzyste) des Kiefers mit
Actinomyces
erlitten. Im Februar 2014 habe ein Knochensequester des Oberkiefers entfernt werden müssen. Heute sei
er
diesbezüglich beschwerdefrei. Im
Verlaufe des Jahres 2012 habe der Beschwerdeführer
eine arterielle Hypertonie entwickelt, welche den Einsa
tz von diversen
Antihypertensiva
notwendig gemacht habe. In den letzten Kontrollen seien
norm
o
tensive
Blutdruckwerte zu verzeichnen gewesen.
Er erachte den Beschwerdeführer
aufgrund der seit Jahren andauernden Arbeits
unfähigkeit, der bestehenden Erkrankung, der Depression, des
Nasenkrebses sowie der inzwischen
gegebenen
Arthrodesen
beider Sprunggelenke nicht als arbeitsfähig
. Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit werde beim 61-jährigen Beschwerdeführer seines Erachtens nicht zu realisieren sein
(
Urk.
8/141/7).
2.3.6
Dr.
B._
hielt i
m Sprechstundenbericht vom 2
1.
August 2014 zuhanden von
Dr.
Y._
fest, dass
sich der Beschwerdeführer im rechten OSG sicher fühle und auch
ausser
Haus mit einem
Stabilschuh
recht mobil sei.
Mühe bereite ihm auf der rechten Seite die
Varusgonarthrose
. Hier trage er eine stabilisierende Knieschiene.
Am linken OSG fühle er sich noch etwas unsicherer. Zu Hause könne er in Zimmergehdistanz ohne einen Stock stehen und belasten. Auf wei
teren Gehstrecken
ausser
Haus fühle er sich wohler mit einem Gehstock zur Sicherung.
Die Schwellungstendenz habe wenig abgenommen. Na
chts trage er den
Vacoped
nicht, jedoch wenn er
ausser
Haus gehe. Er nehme täglich eine
Zalidar
-Tablette.
D
ie Konsolidation der OSG- und USG-
Arthrodese
links
brau
che eine lange Zeit.
Seinerseits sei eine klinische und radiologische
Verlaufs
kontrolle
Ende Oktober geplant (
Urk.
8/142).
2.3.
7
RAD-Ärztin
A._
führte i
n der Stellungnahme vom 2
8.
August 2014
aus
, es sei dem Bericht des Operateurs zu entnehmen, dass rechts (Operation
vom
Februar 2
013) Beschwerdefreiheit bestehe
, weswegen die Operation links durch
geführt worden sei (
im
Januar 2014). Die ebenfalls ausgewiesene Hypertonie habe keine dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Bereits seit 2013
berichte
Dr.
Y._
auch über eine reaktive depressive Entwicklung, psycho
pathologische Bef
unde würden jedoch
nicht mitgeteilt. Eine fachärztliche Behandlung oder Beurteilung des psychischen Gesundheitszustands werde ebenfalls nicht nachgewiesen. Dem Medikamentenplan seien keine
psychoakti
ven
Substanzen zu entnehmen
. Ein psychischer Gesundheit
sschaden sei nicht nachgewiesen
(
Urk.
8/146/4).
In der Stellun
gnahme vom 2
2.
Januar 2015 ergänzte
RAD-Ärztin
A._
, dass die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers anführe, es sei durch die Übernahme von zwei Rollstühlen seitens der IV eine Verschlechterung aner
kannt worden. Zum Rollstuhl sei seitens der
C._
festgestellt wor
den, dass der Beschwerdeführer i
hnen gesagt habe, er sei zu 100
% auf den Rollstuhl angewiesen. Weiter habe die
C._
festgestellt, dass es sich um
aus
serordentlich
günstige Modelle handle und habe daher die Kostenübernahme empfohlen. Eine Überprüfung der medizinischen Notwendigkeit sei bei der
C._
somit nicht durchgeführt worden.
Weiter habe d
er Entscheidung ein
Bericht
des Abklärun
gsdienstes zugrunde gelegen. In diesem
Bericht werde auf die Angabe des Beschwerdeführers, er sei seit der Operation 2013 nicht mehr dauerhaft steh- und
gehfähig
, abgestützt. Die Indika
tion zur Operation des rechten Sprunggelenks sei aufgrund einer Einschränku
ng der Gehfähigkeit bei Arthro
se gestellt worden. Dabei habe der Operateur festgelegt, dass bei gutem Verlauf später auch die linke Seite operiert werden sollte. Es sollte eine
Teilbe
lastung
über zehn bis zwölf Wochen erfolgen (Bericht von
Dr.
B._
vom
6.
Februa
r 2013). Am 1
7.
Januar 2014 schreibe Dr.
B._
, dass die
Arthrodese
am rechten
OSG
mittlerweile vollständig konsolidiert und der Beschwerdeführer bei Belastung beschwerdefrei geworden sei. Über die Funktion und Belastbar
keit des
rechten Sprunggelenks teile Dr.
B._
am 2
5.
Juni 2014 mit, dass – soweit belastbar – wieder
ein Fahrzeug mit Automatikg
etriebe gefahren werden könne. Am 2
0.
August 2014
teile
er mit, dass
sich
de
r Beschwerdeführer rechts sicher
fühle und auch
ausser
Haus mit einem
Stabilschuh
recht mobil sei. Links fühle er sich noch etwas unsicher. Auf weiteren Gehstrecken fühle er sich mit einem Gehstock wohler
. Der
Einbeinstand
sei unsicher.
Aus medizinischer Sicht sei anhand der ärztlichen Berichte nicht von Hilflosigkeit auszugehen. Die Ein
schätzung des Abklärungsdienstes sollte noch einmal überprüft werden (
Urk.
8/151/2-3).
2.3.8
Dr.
B._
erklärte im
an den Beschwerdeführer gerichteten
ärztlichen Zeugnis vom
1.
April 2015, dass
dieser
eingeschränkt sei in den Positionswechseln bei
spielsweise beim Aufstehen vom Stuhl und beim Absitzen, bei rascher Rich
tungsänderung und in der Gehfähigkeit.
Es bestehe ein Zustand nach beidseiti
ger Versteifung der Sprunggelenke. Im Weiteren leide
er
unter einer fortge
schrittenen
Varusgonarthrose
rechts. Hier sei bereits vor einem Jahr die Indika
tion zur
Alloarthroplastik
gestellt worden. Die Operation sollte dieses Jahr geplant werden. Neben den Belastungsbeschwerden im Knie bestehe eine Insta
bilität, so dass der Beschwerdeführer zusätzlich eingeschränkt sei bei den oben beschriebenen Positionswechseln (
Urk.
11).
2.3.9
Im Operationsbericht vom 1
4.
Juni 2015 hielt
Dr.
B._
fest, dass am 1
1.
Juni 2015 eine Implantation einer zementierten Kniegelenkstotalprothese
rechts durchgeführt worden
sei. Die Indikation dazu habe bestanden aufgrund der zunehmenden Beschwerdesymptomatik im rechten Knie bei ausgeprägter
Varusgonarthrose
und vorderer Kreuzbandinsuffizienz. Das laterale Komparti
ment wäre noch
einigermassen
erhalten. Bei der deutlichen Instabilität sei eine
Hemiendoprothese
jedoch nicht in Frage gekommen (
Urk.
17).
3.
3.1
3.1.1
In der ursprünglichen Rentenverfügung vom
8.
Juni 2012 (
Urk.
8/88) ging die Beschwerdegegnerin gestützt auf den Untersuchungsbericht von RAD-Arzt
Dr.
Z._
vom 1
3.
Juli 2011 (
Urk.
8/38) davon aus, dass dem Beschwerde
führer die bisherige Tätigkeit nicht mehr, eine angepasste Tätigkeit jedoch zu 60
%
zumutbar sei.
3.1.2
Das hiesige Gericht hat im Urteil IV.2012.00737 vom 2
4.
März 2014 (
Urk.
8/37), mit welchem es die Beschwerde gegen die genannte Verfügung abgewiesen hat, unter anderem erwogen, dass die Beurteilung von RAD-Arzt
Z._
vom 13. Juli 2011 nachvollziehbar und plausibel sei (
Urk.
8/137/8 [E. 3.1 des genannten Urteils]). Was die eingeschränkte Mobilität betreffe, hätten die behandelnden Ärzte der Uniklinik
D._
in ihrem Bericht vom 1. April 2009 erklärt, dass bis zur nächsten klinischen Befundbesprechung mit MRI für ste
hende und gehende Berufe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe. In ihrem Bericht vom 13. Juli 2009 hätten die Ärzte der Uniklinik
D._
angegeben, es sei dem Beschwerdeführer aufgrund der Fussschmerzen nicht möglich, längere Strecken zu gehen. In die Untersuchung vom 5. Juli 2011, in der RAD-Arzt Dr.
Z._
ein rechtshinkendes Gangbild festgestellt habe, sei der
Be
-
schwerdeführer
mit Orthesen an beiden Sprunggelenken gekommen. Einen Stock oder Krücken habe er damals anscheinend nicht benötigt. Sodann gehe aus dem Bericht von Dr.
Y._
vom 17. Januar 2012 nicht hervor, dass daraufhin hinsichtlich der Fussbeschwerden eine Verschlechterung eingetreten wäre. Eine solche sei dann offenbar im Frühjahr 2013 im Zusammenhang mit der operativen
Fussversteifung eingetreten (vgl. Schreiben des Beschwerdefüh
rers vom 5. März 2013,
Urk.
8/102, und Vorbescheid der Beschwerdegegnerin betreffend
Hilflosenentschädigung
vom 12. Februar 2014, Urk. 8/123).
Im Rah
men des vorliegenden Verfahrens sei diese Verschlechterung unbeachtlich, und es könne aufgrund der genannten ärztlichen Beurteilungen
davon ausgegangen werden, dass dem Beschwerdeführer bis im Juni 2012 sowohl eine überwiegend im Sitzen auszuübende Tätigkeit im Büro als auch die Bewältigung eines Arbeitswegs möglich gewesen wären (
Urk.
8/137/8-9 [E. 3.2 des genannten Urteils]).
3.1.3
Im Rahmen des vorliegenden Revisionsverfahrens kam die
Beschwerdegegne
-
rin
– gestützt auf die Stel
lungnahmen
von RAD-Ärztin
A._
vom 2
5.
November 2013, 28.
August 201
4 und 2
2.
Januar 2015 (vgl. E.
2.3.2 und
E.
2.3
.7
)
-
zum Schluss,
dass es
gemäss
ihren Abklärungen aus medizinischer Sicht
zu keiner
Verschlechterung d
es Gesundheitszustands gekommen sei. Dem
Beschwerdeführer
sei
die Ausübung einer geeigneten Tätigkeit nach wie vor
in einem 60%-Pensum zumutbar (
Urk.
2 S. 2
).
3.2
Die genannten
Stellungnahme
n
von
RAD-Ärztin
A._
, die
keine eigenen Untersu
chungen durchgeführt hat, vermögen
jedoch nicht zu überzeugen.
RAD-Ärztin
A._
ist zwar insofern zuzustimmen
,
als mit den Berichten des Internisten und Hausarztes Dr.
Y._
, in denen
sich
unter anderem
keine
detaillierten
Angaben zum Heilungsverlauf nach den beiden operativen Ein
griffen an den Sprunggelenken im Februar 2013 und im Januar 2014 finden, keine seit Februar 2013
andauernde 100%ige Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten ausgewiesen ist
(vgl.
Urk.
1 S. 2)
.
Zudem
trifft es auch zu,
dass sich
die von
Dr.
Y._
neu
mitgeteilten Diagnosen im Wesentlichen auf die bereits bekannte
n
Arthrose
n der
Spru
nggelenke
(beidseits) beziehen
(vgl. E.
2.3.2 und
auch
E. 2.3.5
), welche nach dem Gesagten im Zeitpunkt der Rentenverfügung vom
8.
Juni 2012 weder der Ausübung einer vorwiegend im Sitzen zu verrich
tenden Tätigkeit noch der Bewältigung des Arbeitsweges entgegenstanden (vgl. E. 3.1.2). Im Weiteren wies RAD-Ärztin
A._
grundsätzlich zu Recht dar
-
auf hin, dass die im Februar 2013 und Januar 2014 durchgeführten
Operatio
-
nen
der Behebung der durch die Arthrosen bedingten Schmerzen dienten und sich – allein - daraus keine Verschlechterung gegenüber dem Zustand vor den Opera
tionen ableiten lasse (vgl. E. 2.3.3).
Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer bei Eintritt ins Spi
tal
E._
, in welchem er vom
5.
bis 1
6.
Februar 2013 hospitalisiert war, offen
bar starke Schmerzen im rechten Fuss hatte und kaum mehr darauf stehen konnte (vgl. Austrittsbericht des Spitals
E._
vom 2
0.
Februar 2013,
Urk.
8/141/16). Im Bericht vom
8.
Februar 2013 betreffend die Operation vom
6.
Februar 2013 hielt
Dr.
B._
zum Procedere fest: „Mobilisation im
Vacoped
mit Teilbelastung von 10 bis 15 Kilogramm während 10 bis 12 Wochen. Rela
tive Bettruhe in den ersten Tagen mit Rollstuhl-Transfer, um ein starkes Anschwellen zu vermeiden. Bei gutem Verlauf Planung des linken OSG.“ (
Urk.
8/126/2). Die OSG- und USG-
Arthrodese
links wurde in der Folge aller
dings erst am 1
7.
Januar 2014 durchgeführt (provisorischer Austrittsbericht des Spitals
E._
vom 2
7.
Januar 2014,
Urk.
8/141/19-20). Dem Operationsbericht von
Dr.
B._
vom 1
7.
Januar 2014 ist nur zu entnehmen, dass die
Arthrodese
am rechten OSG in diesem Zeitpunkt vollständig konsolidiert und der Beschwerdeführer bei Belastung beschwerdefrei war. Jedoch bestanden offenbar zunehmende Beschwerden des linken OSG (
Urk.
8/126/3). Zum postoperativen Procedere hielt
Dr.
B._
im Operationsbericht vom 1
7.
Januar 2014 fest: „Nach dem ersten Verbandswechsel Anpassen eines
Vacopeds
zur Mobilisation unter Teilbelastung von 15 Kilogramm in den ersten 6 Wochen. Anschliessend Steigerung der Belastung über 20 Kilogramm, 25 Kilogramm bis zur
Vollbelas
tung
nach spätestens 12 Wochen.“. Ausserdem vermerkte er
im provisorischen Austrittsbericht vom 2
7.
Januar 2014
„AUF: kein ausgestellt“ (Urk. 8/
141/20
). Im Bericht an
Dr.
Y._
vom 2
1.
August 2014 brachte er hingegen den Ver
merk „AUF 100
%
“ an (
Urk.
8/142/2).
Nachvollziehbare fachärztliche Angaben zum tatsächlichen Verlauf sowie zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers (zumutbarer Beschäftigungsumfang und Belastungsprofil) nach der Operation vom 6. März 2013 liegen nicht vor.
Es kann daher nicht ohne Weiteres angenommen werden, dass es dem
Be
-
schwer
deführer
– entgegen seinen Angaben sowie denjenigen von Dr.
Y._
(vgl.
E.
2.3.2 und E. 2.3.5) – drei Monate nach der Operation vom 6. Februar 2013 wie
der zuzumuten war, zu 60
%
einer dem Belastungsprofil gemäss
RAD-Untersu
chungsbericht vom 1
3.
Juli 2011 (
Urk.
8/38; vgl. E. 2.2.2)
ent
-
sprechenden Tätigkeit nachzugehen. Dies gilt umso mehr, als der Beschwer
-
deführer
im Zeit
punkt der Untersuchung durch den RAD (Juli 2011) offenbar keine Krücke und keinen Stock benötigte, sich in den Akten aber objektive Anhaltspunkte dafür finden, dass der Beschwerdeführer nach den besagten Operationen
längere Zeit
auch
auf einen Ro
llstu
hl angewiesen war (vgl.
E.
2.3.
4-6
;
Bericht des
Abklä
rungsdienstes
der Beschwerdegegnerin
vom 1
2.
Februar 2014,
Urk.
8/121
;
Aktennotiz der Beschwerdegegnerin vom
2.
April 2014, Urk. 8/134). Ob dies tatsächlich der Fall war, lässt sich aufgrund der vorliegenden Akten nicht abschliessend beurteilen. Jedenfalls konnte
RAD-Ärztin
A._
die dahinge
hende Sachverhaltsdarstellung des Beschwer
-
deführers
mit der blossen
Bezug
nahme
auf
einzelne
Passagen
in den Berichten
von
Dr.
B._
vom 6.
Februar 2013, 1
7.
Januar, 2
5.
Juni und 2
0.
August 2014
,
in denen von Fortschritten betreffend Mobilität die Rede war
(vgl. E.
2.3.7
)
, nicht einfach von der Hand
weisen bzw. widerlegen.
3.3
Im Weiteren diagnostizierte
Dr.
B._
im
Sprechstundenb
ericht vom 2
9.
Juni 2014 zuhanden von
Dr.
Y._
(
Urk.
8/141/21)
neu
eine
Varus
gonarthrose
rechts,
auf welche er
sodann
auch in seinem Sprechstundenbericht vom
21.
August 2014 hinwies (vgl. E.
2.3.6
).
In diesem Bericht brachte er, wie bereits erwähnt, ausserdem den Vermerk „AUF 100
%
“ an (Urk. 8/142/2).
Gemäss
dem
im vorliege
nden Beschwerdeverfahren nach
gereichten
ä
rztlichen
Zeugnis von
Dr.
B._
vom 1.
April 2015
bestanden
Belastungsbeschwerden im Knie
und
auch eine Instabilität, welche den Beschwerdeführer
zusätzlich in seiner
Mobi
lität einschränkte
(
Urk.
11)
, wobei am
1
1.
Juni 2015
nun
eine Implantation einer
K
nie
gelenkstotal
prothese rechts
erfolgte
(vgl. E.
2.3.9
).
Auf die
Knieprob
lematik
rechts ist RAD-Ärztin
A._
in ihren Stellungnahmen indes nicht eingegangen
(vgl.
E. 2.3.3 und E. 2.3.7
)
.
3.4
Zusammenfassen
d ist somit festzuhalten, dass
a
uf die Stellungnahmen
von
RAD-Ärztin
A._
nicht abgestellt werden kann.
Die Voraussetzungen für eine blosse Aktenbeurteilung durch den RAD
(vgl. E. 1.6)
können
nicht als gegeben erachtet werden. Ein lückenloser Befund bzw. ein feststehender medi
zinischer Sachverhalt
liegt
nicht vor.
Da auch sonst keine beweiskräftigen ärzt
lichen Entscheidungsgrundlagen vorliegen, kann die Frage, ob im massgebli
chen Zeitraum eine rentenrelevante – ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate andauernde - Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit vorlag (vgl.
E.
1.5.3), weder abschliessend bejaht noch verneint werden.
3.5
Der medizinische Sachverhalt erweist sich demnach als ungenügend abgeklärt. Namentlich fehlt es an detaillierten, auch die zusätzlich aufgetretene
Knieprob
lematik
berücksichtigenden, fachärztlichen Angaben zum Verlauf der Arbeitsfä
higkeit des Beschwerdeführers (zumutbarer Beschäftigungsumfang sowie zumutbares Belastungsprofil) seit den Sprunggelenksoperationen vom 6. Februar 2013 und vom 1
7.
Januar 201
4.
Weitere Abklärungen erscheinen daher unabdingbar, weshalb die Sache zu die
sem Zwecke an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.
3.6
Dass der Beschwerdeführer im Verfügungszeitpunkt im 6
2.
Altersjahr stand, steht dem angesichts der eingangs dargelegten Grundsätze (vgl. E. 1.4) sowie der
generell relativ hohen Hürden, welche das Bundesgericht für die Unverwert
barkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen entwickelt hat (
vgl. statt vie
ler:
Urteil
e
des Bundesgerichtes
9C_918/2008 vom 2
8.
Mai 2009 E. 4.3
und 9C_118/2015 vom
9.
Juli 2015 E. 4.4
),
nicht entgegen. Sollten die weiteren
Abklärungen ergeben, dass sich seine gesundheitliche Situation nicht massge
blich verschlechtert hat, wäre jedenfalls weiterhin von einer wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit (von 60
%
in angepasster Tätigkeit) auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt auszugehen (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_488/2012 vom 30. Oktober 2012 E. 4).
4.
Demnach ist die angefochtene Verfügung vom 1
3.
Februar 2015 aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen (vgl. E. 3.5) über das
Rentener
höhungsgesuch
des Beschwerdeführers vom
6.
März 2013 neu verfüge.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5
.
5
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwer
t festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen.
Nach
ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Gerichtskosten entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
Das Gesuch des Beschwerdeführers
um Gewährung der unentgeltlichen
Prozess
führung
(
Urk.
1)
erweist sich damit als gegenstandslos.
5
.2
Ausgangsgemäss
hat
der vertretene Beschwerdeführer
Anspruc
h auf eine
Prozess
entschädigung
.
Diese ist gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Pro
zesses – und nach Einsicht in di
e
Aufwandzusammenstellung
von Rechtsan
wältin Stephanie Schwarz vom 2
9.
Juli 2016 (
Urk.
19)
- auf Fr.
2‘000.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.
Das Gesuch des Beschwerdeführers um Bestellung einer unentgeltlichen
Rechts
vertretung
(
Urk.
1)
ist deshalb ebenfalls gegenstandslos.