Decision ID: 8d5ad21f-61d7-5283-b02c-37272df883b2
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Werner Bodenmann, Waisenhausstrasse 17,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
A._ meldete sich am 9. November 2006 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1).
Dr. med. B._, Innere Medizin FMH, berichtete der IV-Stelle am 27. November 2006,
der Versicherte leide an einer autosomal dominanten polyzystischen Nierenerkrankung
und an einer Arteriosklerose. Seit dem 28. August 2005 bestehe eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit. Es sei eine Nephrektomie durchgeführt worden. Seither werde der
Versicherte dreimal wöchentlich hämodialysiert (IV-act. 9). Die C._ & Co. teilte der IV-
Stelle am 10. Dezember 2006 mit, sie habe den Versicherten bis 28. Februar 2006 als
Gartenarbeiter beschäftigt. Aktuell würde sich der Stundenlohn auf Fr. 28.- belaufen
(IV-act. 10). Die D._ AG, Winterthur, gab am 12. Dezember 2006 an, der Versicherte
sei vom 22. Oktober 2004 bis 8. April 2005 als Fahrer für den Winterdienst beschäftigt
gewesen. Es habe sich um einen befristeten Arbeitsvertrag gehandelt (IV-act. 11). Dr.
med. E._ vom Nephrologischen Ambulatorium des Kantonsspitals St. Gallen
berichtete am 19. Januar 2007, der Versicherte leide an einer autosomal dominanten
polyzystischen Nierenerkrankung mit terminaler Niereninsuffizienz (Dialyse seit 14.
September 2005, Nierentransplantation am 17. Dezember 2006) und an einer
hypertensiven Herzkrankheit. Seit ca. Dezember 2005 bestehe eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit. Der Gesundheitszustand sei besserungsfähig. Als Gartenarbeiter
werde der Versicherte keine Arbeitsfähigkeit mehr erreichen, da die hohen Lasten mit
der Dialyse nicht vereinbar seien. In ca. drei Monaten werde der Versicherte wieder zu
50% arbeitsfähig sein (IV-act. 16). Am 20. Februar 2007 berichtete Dr. E._, sie
empfehle dringend eine Umschulung, da aufgrund der erhöhten starken
Immunsuppression nach der Transplantation die Gefahr einer Infektion mit Pilzsporen
bestehe. Ausserdem klage der Versicherte über Rückenschmerzen. Aufgrund des
insgesamt erfreulichen Verlaufs sei aus nephrologischer Sicht eine Wiederaufnahme
der Arbeit zu 50% nach drei Monaten und zu 100% nach sechs Monaten möglich (IV-
act. 19). Die Fachmitarbeiterin Nephrologie Dr. med. F._ berichtete am 27. April 2007,
es bestehe nach wie vor eine dreifach kombinierte Immunsuppression. Als Gärtner sei
der Versicherte wegen der Infektgefahr immer noch zu 100% arbeitsunfähig. In einer
anderen Tätigkeit bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (halbtags mit voller Leistung).
Der Versicherte könne sich normal bewegen. Auch sein Pausenbedarf sei normal. Er
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könne Auto fahren, intellektuelle Arbeiten mit normaler Konzentrationsanforderung
ausführen und Gewichte bis 10 kg heben. Das Nierentransplantat funktioniere gut. Bei
weiterhin normalem Verlauf sei ab dem neunten bis zwölften Monat nach der
Transplantation eine 100%ige Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Therapeutisch benötige der
Versicherte noch eine Eigennierennephrektomie rechts. Deshalb sei entsprechend dem
Verlauf nochmals eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit zu erwarten (IV-act. 27). Der
zuständige Arzt des RAD notierte am 10. Mai 2007, mit dem Rentenentscheid sollte
nicht zugewartet werden, da bereits eine solide Arbeitsfähigkeit von 50% erreicht sei.
Es sei nicht absehbar, wann die Nephrektomie ausgeführt werde. Es wäre gegenüber
dem Versicherten nicht zu verantworten, darauf zu warten (IV-act. 28). Der Versicherte
gab gegenüber dem Eingliederungsberater der IV-Stelle an, er sei mit der attestierten
Arbeitsfähigkeit von 50% nicht einverstanden, denn er sei aufgrund seines
gesundheitlichen Zustands nicht in der Lage, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Der
Eingliederungsberater schloss die berufliche Eingliederung sofort wieder ab, da
subjektiv keine Eingliederungsfähigkeit vorhanden sei (IV-act. 34). Gemäss einer Notiz
vom 24. Juli 2007 ging die IV-Stelle ab 28. August 2005 von einer Arbeitsunfähigkeit
von 100% und ab 28. April 2007 von einer Arbeitsunfähigkeit von 50% aus (IV-act. 35).
Sie stellte ein Valideneinkommen von Fr. 61'436.- einem zumutbaren
Invalideneinkommen (Durchschnittseinkommen aller Hilfsarbeiter) bei einem
Arbeitsfähigkeitsgrad von 50% von Fr. 29'510.- gegenüber. Es resultierte ein
Invaliditätsgrad von 52% (IV-act. 38). Mit einer Verfügung vom 21. November 2007
sprach die IV-Stelle dem Versicherten ab Juni 2006 eine ganze und ab August 2007
eine halbe Invalidenrente zu (IV-act. 45,46). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in
Rechtskraft.
B.
Dr. med. G._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, teilte der IV-Stelle am 30.
Januar 2008 mit, dass er den Versicherten seit dem Frühling 2007 behandle. Der
Versicherte habe mit seiner Krankheit schwer zu kämpfen. Er sei seit gut einem Jahr
schwer depressiv und aus psychiatrischer Sicht zu 100% arbeitsunfähig. Dr. G._
ersuchte um eine Überprüfung der Situation des Versicherten (IV-act. 48). Der
Versicherte füllte am 15. Februar 2008 den Fragebogen für die Rentenrevision aus. Er
gab darin an, sein Zustand habe sich seit anfangs 2007 verschlimmert. Er leide an
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schweren depressiven Phasen (IV-act. 49). Am 28. Februar 2008 berichtete Dr. G._
der IV-Stelle, er behandle den Versicherten seit Januar 2007. Dieser leide neben dem
St. n. einer Nierentransplantation bei beidseitiger Niereninsuffizienz 2005 an einer
mittelgradigen depressiven Episode bei chronischen depressiven Episoden seit der
Nierentransplantation am 17. Dezember 2006. Seit Januar 2007 sei der Versicherte bis
auf weiteres zu 100% arbeitsunfähig. Der Gesundheitszustand sei stationär. Die
Arbeitsfähigkeit könne durch medizinische Massnahmen nicht verbessert werden. Die
Nierenerkrankung sei für den Versicherten ein traumatisches Ereignis gewesen. Es
habe massive Existenzängste ausgelöst, denn auch die Ehefrau des Versicherten sei
wegen chronischer Depressionen arbeitsunfähig geworden. Der Versicherte klage über
massive Erschöpfungszustände, sei immer müde, könne sich für nichts begeistern,
lebe nur noch, um zu überleben, habe Mühe, sich auf etwas zu konzentrieren (IV-act.
52). Dr. B._ berichtete am 5. August 2008, der Gesundheitszustand habe sich
verschlechtert und die Diagnose habe sich verändert. Zusätzlich liege nun eine
Depression bei psychosozialer Dekompensation. Von nephrologischer Seite her habe
sich die Situation stabilisiert. Der sprachlich, psychisch, sozial und kulturell massiv
überforderte Versicherte komme mit der dauernden Immunsupression nicht klar. Aus
nephrologischer Sicht wäre eine körperlich leichte, adaptierte Tätigkeit zu 50%
zumutbar. Im Vordergrund stehe aber die totale Überforderungssituation. Der
Versicherte sei aus psychiatrischer Sicht zu 100% arbeitsunfähig. Da die Situation aus
psychosozialen Gründen dekompensiere, sollten baldmöglichst ein Rentenanspruch
geprüft und eine Umschulung evaluiert werden. An eine Umschulung könne aber erst
nach der Stabilisierung der psychiatrischen Situation gedacht werden (IV-act. 57). Dr.
med. H._ vom RAD hielt am 26. August 2008 fest, die Arbeitsunfähigkeit von 100%
sei nicht nachvollziehbar. Das Thema Depression sei erst 2008 eingeführt worden. Der
Versicherte habe anlässlich seiner Vorsprache wegen der Arbeitsvermittlung nichts von
einer Depression und einer Behandlung durch Dr. G._ erwähnt. Dr. H._ empfahl
eine psychiatrische Begutachtung (IV-act. 59).
C.
Dr. med. I._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Akupunktur, berichtete
in seinem Gutachten vom 2. Mai 2009, die Untersuchung sei am 30. und 31. März 2009
in seiner Praxis durchgeführt worden. Der Versicherte habe die Untersuchung mit der
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Aussage eröffnet, er werde den Namen I._ nicht vergessen, da er Monate auf dieses
Gutachten habe warten müssen, von dem Vieles in seinem Leben abhänge. Dr. I._
führte weiter aus, der Versicherte habe ihn provoziert, sei unfreundlich und nicht
kooperativ gewesen. Auf viele Fragen habe er angegeben, er könne sich nicht erinnern,
oder er habe stereotyp mit "keine Ahnung" geantwortet. Hin und wieder habe er dem
Gutachter vorgeworfen, unnötige Fragen zu stellen, einmal auch, dass er sich wie beim
KGB fühle. Doch sei der Versicherte aufmerksam gewesen und habe keine Frage und
keine Bemerkung des Gutachters verpasst. Der Versicherte habe auch keine
Gelegenheit verpasst, den Gutachter anzugreifen und ihm z.T. zu drohen. Die
Untersuchung sei durch die Wut und den Groll des Versicherten geprägt gewesen. Das
Verhalten des Versicherten sei unpassend, seine Gereiztheit gegenüber dem Gutachter
nicht nachvollziehbar gewesen. Es habe sich kein affektiver Rapport herstellen lassen.
Insgesamt habe das Verhalten des Versicherten auf eine starke Aggravation
hingewiesen. Der Gutachter stellte folgende Diagnose: psychogene Überlagerung bei
St. n. Hämodialyse, Nephrektomie bds. und Nierentransplantation (DD: chronische
unspezifische Anpassungsstörung), akzentuierte Persönlichkeitszüge (DD: Entwicklung
körperlicher Symptome aus psychischen Gründen) und - ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit - psychosoziale Belastung. In seiner Beurteilung gab der Gutachter an,
aus psychiatrischer Sicht handle es sich um eine psychogene Überlagerung der
Nierenkrankheit bzw. des St. n. Nierentransplantation bestehend vorwiegend aus
Launenhaftigkeit und heftig auftretenden Verstimmungen, Angst bezüglich der
Entwicklung der Krankheit und damit verbunden emotionalen Konflikten und Sorgen,
nicht zuletzt Existenzängsten. Differentialdiagnostisch komme eine chronische
unspezifische Anpassungsstörung in Frage, nämlich durch unpassendes Verhalten
gegenüber betreuenden Personen. Ob kulturelle Gründe eine Rolle spielten, bleibe
offen. Aus psychiatrischer Sicht sei davon auszugehen, dass akzentuierte Züge in der
Persönlichkeitsstruktur zutage getreten seien, nämlich narzisstische und
querulatorische Züge. Das narzisstisch-aggressive Verhalten mit Drohgebärden und
latenter Gereiztheit sei während der gesamten, über zwei Stunden dauernden
Untersuchung deutlich gewesen. Es habe nicht zur Untersuchungssituation gepasst. Es
habe eine deutliche Aggravationstendenz bestanden. Weder anamnestisch noch durch
objektivierte Befunde sei die Diagnose einer depressiven Störung zu rechtfertigen. Die
im Zusammenhang mit den Kränkungen stehenden heftigen Ausbrüche gehörten eher
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zu den akzentuierten Persönlichkeitszügen oder zu der chronischen unspezifischen
Anpassungsstörung. Insgesamt müsse differentialdiagnostisch die Entwicklung
körperlicher Symptome aus psychischen Gründen angenommen werden, was einer
Rentenneurose gleichkomme. Der Versicherte habe ein aufmerksamkeitsheischendes
(histrionisches) Verhalten entwickelt. Aufgrund der psychogenen Überlagerung der
Nierenkrankheit bestehe aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 20%.
Die Willensanstrengung, die psychische Entwicklung zu seinen Gunsten umzuwandeln,
sei dem Versicherten voll zumutbar (IV-act. 68).
D.
Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 7. Juli 2009 mit, dass weiterhin ein Anspruch
auf die bisherige Invalidenrente bestehe (IV-act. 72). Der Versicherte liess am 10. Juli
2009 durch Dr. G._ einwenden, er sei nicht mehr arbeitsfähig. Dr. G._ ersuchte
darum, ihm das Gutachten von Dr. I._ zukommen zu lassen. Er habe den
Versicherten zu einem anderen Arzt geschickt, um eine neutrale Stellungnahme zu
erhalten (IV-act. 75). Die IV-Stelle übermittelte Dr. G._ eine Kopie des Gutachtens (IV-
act. 77). Der Versicherte ersuchte am 17. August 2009 um eine erneute psychiatrische
Beurteilung (IV-act. 78). Die IV-Stelle erliess am 21. August 2009 eine Verfügung mit
folgendem Inhalt: "Bei der Überprüfung des Invaliditätsgrades haben wir keine
Änderung festgestellt, die sich auf die Rente auswirkt. Es besteht deshalb weiterhin
Anspruch auf die bisherige Invalidenrente (Invaliditätsgrad: 52%)" (IV-act. 79).
E.
Der Versicherte liess am 21. Mai 2009 Beschwerde erheben und sinngemäss die
Zusprache einer ganzen Invalidenrente, eventualiter die Vornahme zusätzlicher
medizinischer Abklärungen beantragen (act. G1). Der Beschwerde lag ein Bericht von
Dr. G._ vom 14. September 2009 bei. Dr. G._ hatte angegeben, es sei merkwürdig,
dass der Hausarzt, die behandelnde Nephrologin und er selbst den Beschwerdeführer
für vollständig arbeitsunfähig hielten, der psychiatrische Gutachter aber zu einer ganz
anderen Einschätzung (Arbeitsunfähigkeit 20%) komme. Bereits bei früheren Gutachten
von Dr. I._ habe er die Beurteilungen nicht nachvollziehen können. Für Dr. I._
existierten psychiatrische Befunde oft nicht einmal oder sie hätten kaum Einfluss auf
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die Arbeitsfähigkeit. Diese Einschätzungen von Dr. I._ schätze er als völlig
realitätsfremd und arrogant ein. Beim Beschwerdeführer seien sämtliche
Voraussetzungen einer Depression erfüllt. Es sei nicht nachzuvollziehen, weshalb Dr.
I._ das anders gesehen habe. Die ungerichtete Aggression sei ebenfalls ein Symptom
der Depression, auch wenn sie nicht in die ICD-10-Diagnostik einbezogen worden sei.
Da eine Anpassungsstörung zeitlich begrenzt sei, könne man im Fall des
Beschwerdeführers nicht mehr von einer solchen Störung sprechen. Die Störung sei in
eine chronische Depression übergegangen. Die dem Beschwerdeführer zugemutete
Willensanstrengung gebe die Verantwortung für die Situation an den Beschwerdeführer
zurück und das Krankheitsbild werde von der Willensanstrengung abhängig gemacht.
Das sei ein Hohn gegenüber dem Beschwerdeführer. Der Wechsel in die aktive Rolle
sei für den Beschwerdeführer nämlich völlig unrealistisch (act. G1.1.4).
F.
In der Beschwerdeergänzung vom 29. Oktober 2009 (act. G3) wurde geltend gemacht,
Dr. B._ habe bereits am 5. August 2008 darauf hingewiesen, dass aus
psychiatrischen und psychosozialen Gründen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
bestanden habe. Dem Gutachten von Dr. I._ könne nicht gefolgt werden, denn
zwischen ihm und dem Beschwerdeführer habe nicht einmal ansatzweise ein
Vertrauensverhältnis bestanden, so dass nicht von einer objektiven Beurteilung durch
Dr. I._ ausgegangen werden könne. Dr. G._ habe nachvollziehbar ausgeführt,
weshalb die Voraussetzungen einer depressiven Episode erfüllt seien: Verminderte
Konzentration und Aufmerksamkeit, vermindertes Selbstvertrauen, Schuldgefühle,
Opferrolle, negative und pessimistische Zukunftsperspektive, Schlafstörungen. Dr.
G._ sei davon ausgegangen, dass es dem Beschwerdeführer auch bei einer
zumutbaren Willensanstrengung nicht möglich sei, sich in seinem Arbeitsfähigkeitsgrad
zu steigern. Dr. I._ habe sich nicht mit den abweichenden Einschätzungen von Dr.
G._ und Dr. B._ auseinandergesetzt. Seine Beurteilung sei offensichtlich nicht
objektiv gewesen. Deshalb dürfe seiner Einschätzung nicht gefolgt werden.
Stattdessen sei auf die Berichte von Dr. B._ und Dr. G._ abzustellen. Sollten
zusätzliche medizinische Abklärungen als notwendig erachtet werden, müsste auch
eine aktuelle nephrologische Beurteilung dazugehören. Eine psychiatrische
Oberbegutachtung könnte durch Dr. med. J._ erfolgen.
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G.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 19. Februar 2010 die Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung machte sie sinngemäss geltend, es gebe keine
Anhaltspunkte dafür, dass Dr. I._ befangen gewesen wäre. Dessen Schilderung des
Verhaltens des Beschwerdeführers während der Untersuchung sei neutral gewesen. Es
sei nicht notwendig, dass zwischen einem Gutachter und einem Exploranden ein
Vertrauensverhältnis bestehen müsse. Im Gegenteil würde ein Vertrauensverhältnis die
Gefahr schaffen, dass der Gutachter befangen wäre. Der Bericht von Dr. G._ sei zu
unqualifiziert gewesen, als dass Dr. I._ sich damit hätte auseinandersetzen müssen.
Dr. I._ habe sich am 27. Januar 2010 zu den Ausführungen von Dr. G._ geäussert.
Er habe darauf hingewiesen, dass Dr. G._ nicht-invalidisierende Faktoren wie
psychosoziale und psychokulturelle Umstände in die Arbeitsfähigkeitsschätzung
einbezogen habe und dass er vom bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell
ausgegangen sei, obwohl die Arbeitsfähigkeit rein medizinisch-theoretisch festzustellen
sei. Die Beschwerdegegnerin machte weiter geltend, aus dem Schreiben von Dr. G._
ergebe sich deutlich, dass dieser Arzt sich als engagierter Vertreter des
Beschwerdeführers für diesen eingesetzt habe. Die Einschätzung von Dr. B._ sei
nicht relevant, da eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung und die daraus
allenfalls resultierende Arbeitsunfähigkeit von einem Psychiater festgestellt werden
müssten. Es gebe keinen Hinweis auf eine Verschlechterung der nephrologischen
Situation, so dass diesbezüglich keine weiteren Abklärungen erforderlich seien (act.
G8). In seiner Stellungnahme vom 27. Januar 2010 hatte Dr. I._ u.a. auch noch
ausgeführt, eine Arbeitsunfähigkeit von 100% als Folge einer reaktiven mittelgradigen
Depression sei weder verständlich noch medizinisch haltbar. Im übrigen seien die
Voraussetzungen für diese Diagnose gar nicht erfüllt gewesen. Leichte bis
mittelgradige Depressionen liessen sich gut behandeln, es sei denn, es stecke
irgendein sekundärer Krankheitsgewinn dahinter (IV-act. 92).
H.
In der Replik vom 15. März 2010 wurde geltend gemacht, es bestehe ein Anspruch auf
eine psychiatrische Oberbegutachtung, weil aufgrund der Schilderungen von Dr. I._
davon auszugehen sei, dass dieser aufgrund des Verhaltens des Beschwerdeführers
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nicht objektiv habe über den Gesundheitszustand befinden können. Dr. I._ habe
offensichtlich nicht als neutraler Gutachter gehandelt. Ob der Bericht von Dr. G._
unqualifiziert gewesen sei, könne von einem medizinischen Laien gar nicht beurteilt
werden. Da sich die vorliegenden psychiatrischen Einschätzungen diametral
gegenüberstünden, sei eine Oberbegutachtung angezeigt. Es sei nicht
ausgeschlossen, dass sich die nephrologische Situation verschlechtert habe. Aufgrund
der Möglichkeit einer Wechselwirkung zwischen der somatisch und der psychiatrisch
begründeten Arbeitsunfähigkeit sei ein interdisziplinäres Gutachten erforderlich (act.
G10).
I.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 22. März 2010 auf eine Duplik (act. G12).

Erwägungen:
1.
Gemäss Art. 87 Abs. 3 IVV ist in einem Revisionsgesuch (Art. 17 Abs. 1 ATSG)
glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den
Rentenanspruch erheblichen Weise geändert habe. Der Wortlaut dieser Bestimmung
enthält keine Rechtsfolgeanordnung. Praxisgemäss ist er durch die Anordnung zu
ergänzen, dass auf ein Revisionsgesuch einzutreten sei, wenn die behauptete
erhebliche Veränderung glaubhaft gemacht worden sei, und dass eine
(verfahrensabschliessende) Nichteintretensverfügung ergehen müsse, wenn die
Glaubhaftmachung nicht gelungen sei (vgl. Miriam Lendfers, Die IVV-Revisionsnormen
[Art. 86 - 88 ] und die anderen Sozialversicherungen, in: Schaffhauser/Schlauri
[Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2009, S. 51 ff.). Der Zweck der Regelung des
Art. 87 Abs. 3 IVV ist ein verfahrensökonomischer: Es soll vermieden werden, dass sich
eine IV-Stelle nach einer rechtskräftigen Leistungsverweigerung oder nach einer
rechtskräftigen Abweisung eines Revisionsbegehrens immer wieder mit gleich
lautenden und unbegründeten Gesuchen befassen muss (vgl. Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Invalidenversicherung, bearbeitet von Ulrich Meyer, 2.A. S. 318). Gemäss der
ter bis
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höchstrichterlichen Rechtsprechung haben die IV-Stellen bei der Beantwortung der
Frage, ob eine leistungserhebliche Sachverhaltsveränderung glaubhaft gemacht sei,
einen erheblichen Beurteilungsspielraum, den die Gerichte zu respektieren haben.
"Daher ist im Prozess die Behandlung der Eintretensfrage durch die Verwaltung nur zu
prüfen, wenn das Eintreten streitig ist, d.h. wenn die Verwaltung Nichteintreten verfügt
hat und der Versicherte hiegegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine
richterliche Beurteilung der Eintretensfrage, wenn die Verwaltung auf die
Neuanmeldung eingetreten ist" (vgl. U. Meyer, a.a.O., S. 399 unter Verweis auf BGE
109 V 108 ff. Erw. 2). Dasselbe muss natürlich gelten, wenn auf ein Revisionsgesuch
eingetreten worden ist. Die Beschwerdegegnerin ist - konkludent - auf das
Revisionsgesuch vom 15. Februar 2008 eingetreten. Dies schliesst es nach der soeben
angeführten höchstrichterlichen Rechtsprechung aus zu prüfen, ob dieses Vorgehen
rechtmässig gewesen ist. Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet
deshalb ausschliesslich die materielle Richtigkeit der Abweisung des
Revisionsbegehrens vom 15. Februar 2008.
2.
Der Beschwerdeführer hat sein Revisionsgesuch vom 15. Februar 2008 nur mit einer
Beeinträchtigung des psychischen Gesundheitszustandes begründet.
Dementsprechend hat sich die Sachverhaltsabklärung im Rahmen des
Revisionsverfahrens auf diesen Aspekt konzentriert. Dr. G._ hat die in seinem Bericht
vom 28. Februar 2008 angegebene vollständige Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers für sämtliche Arten von Erwerbstätigkeiten mit einer mittelgradigen
depressiven Episode bei chronischen depressiven Episoden seit der
Nierentransplantation am 17. Dezember 2006 bzw. der daraus resultierenden
Beeinträchtigung der Konzentrationsfähigkeit und der Belastbarkeit begründet. Dr.
B._ hat in seinem Bericht vom 5. August 2008 die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr.
G._ übernommen. Er hat weiter angegeben, dass aus rein nephrologischer Sicht
unter Immunsuppression nur eine Arbeitsfähigkeit von 50% für eine körperlich leichte
adaptierte Tätigkeit bestehe. Im Ergebnis ist er also davon ausgegangen, dass die
somatische Gesundheitssituation sich nicht verändert habe, während in psychiatrischer
Hinsicht neu eine erhebliche Beeinträchtigung eingetreten sei. Trotzdem ist Dr. H._
vom RAD am 21. August 2008 von einem weiteren Abklärungsbedarf auch in
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nephrologischer Hinsicht ausgegangen. Er hat aber keine bidisziplinäre Begutachtung,
sondern eine psychiatrische Begutachtung und die Einholung eines Berichts der
nephrologischen Abteilung des Kantonsspitals vorgeschlagen. Die nephrologische
Abteilung des Kantonsspitals ist der Aufforderung, einen solchen Bericht zu erstellen,
nicht nachgekommen. Sie hat auf die Berichte des Hausarztes verwiesen. Die
Beschwerdegegnerin hat in der Folge keine weiteren Erhebungen zum nephrologischen
Zustand des Beschwerdeführers vorgenommen. Dr. I._ hat in seinem psychiatrischen
Gutachten vom 2. Mai 2009 ausgeführt, der Beschwerdeführer habe während der
ganzen Untersuchung (über zwei Stunden) ein narzisstisch-aggressives Verhalten mit
Drohgebärden und latenter Gereiztheit gezeigt, das nicht zur Untersuchungssituation
gepasst habe. Es habe sich kein affektiver Rapport herstellen lassen. Das Verhalten
während der Untersuchung habe auf eine starke Aggravationstendenz hingewiesen.
Der Beschwerdeführer habe keine Gelegenheit verpasst, den Gutachter anzugreifen
und ihm zum Teil zu drohen. Er habe wenig glaubhaft angegeben, sich an Vieles (wie
z.B. an den vom älteren Sohn erlernten Beruf oder die Krankheit der Ehefrau) nicht
erinnern zu können. Oft habe er auf eine Frage stereotyp mit "keine Ahnung"
geantwortet. Dr. I._ hat dieses Verhalten als psychogene Überlagerung gewertet. Er
ist davon ausgegangen, dass bei dem früher psychosozial gut angepassten
Beschwerdeführer als Folge der Nierenerkrankung narzisstische und querulatorische
Züge zum Vorschein gekommen seien. Die Willensanstrengung, die psychische
Fehlentwicklung zu seinen Gunsten umzuwandeln, sei dem Beschwerdeführer aber
zumutbar, so dass die unspezifischen Symptome wie Müdigkeit und Energielosigkeit
nur eine Arbeitsunfähigkeit von 20% bewirken könnten. Einem psychiatrischen
Sachverständigen stehen naturgemäss weder bildgebende Verfahren noch klinische
Untersuchungsmethoden zur Verfügung, die keine oder nur eine weitgehend passive
Mitwirkung der untersuchten Person voraussetzen. Er ist auf eine funktionierende -
weitgehend sprachliche - Interaktion mit der untersuchten Person angewiesen. Der
Beschwerdeführer hat zwar diese Interaktion nicht verweigert, aber er hat sie durch
sein Verhalten erheblich erschwert. Dr. I._ hat in seinem Gutachten nicht begründet,
wie es ihm trotz des Verhaltens des Beschwerdeführers (Aggressivität und dadurch
fehlender Rapport) gelungen ist, zu einer überzeugenden Diagnose zu gelangen, die
Zumutbarkeit einer Willensanstrengung zur Überwindung der subjektiven
Krankheitsüberzeugung zu beurteilen und gestützt darauf eine präzise
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Arbeitsfähigkeitsschätzung abzugeben. Deshalb muss davon ausgegangen werden,
dass die im Gutachten von Dr. I._ angeführte Diagnose und die daraus abgeleitete
Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als richtig nachgewiesen sind. Diese Einschätzung
des Beweiswertes des psychiatrischen Gutachtens beruht also nicht auf dem
Umstand, dass die abweichenden Angaben von Dr. B._ und/oder von Dr. G._ zur
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers als überwiegend wahrscheinlich richtig zu
werten wären. Dr. B._ als Facharzt für Innere Medizin ist gar nicht in der Lage
gewesen, die Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit und die daraus
resultierende Arbeitsunfähigkeit zu beurteilen. Es ist davon auszugehen, dass er nur die
ihm bekannte Auffassung von Dr. G._ wiedergegeben hat. Dr. G._ hat am 14.
September 2009 dezidiert eine vom psychiatrischen Gutachten abweichende Meinung
geäussert. Diese Auffassung ist offensichtlich in einem erheblichen Ausmass durch die
therapeutische Beziehung zwischen Dr. G._ und dem Beschwerdeführer beeinflusst
gewesen. In den Ausführungen von Dr. G._ fehlt nämlich eine objektive
Auseinandersetzung mit der Frage, ob die Beschwerdeschilderungen des
Beschwerdeführers (im therapeutischen oder im gutachterlichen Rahmen) nicht durch
einen sekundären Krankheitsgewinn oder sogar durch eine Rentenbegehrlichkeit
beeinflusst sein könnten. Dr. G._ hat sich auch nicht objektiv mit der Fähigkeit des
Beschwerdeführers befasst, mittels einer zumutbaren Willensanstrengung die subjektiv
empfundene Arbeitsunfähigkeit zu überwinden. Er ist im Gegenteil davon
ausgegangen, dass bereits der Gedanke an eine solche Willensanstrengung ein "Hohn"
sei, weil es für den Beschwerdeführer völlig unrealistisch sei, aktiv zu werden. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. G._ kann deshalb ebensowenig wie diejenigen
von Dr. B._ und Dr. I._ als überwiegend wahrscheinlich richtig qualifiziert werden.
Da die vorliegenden Akten die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers also nicht mit
dem erforderlichen Beweisgrad zu belegen vermögen, beruht die angefochtene
Abweisung des Revisionsgesuchs auf einem unzureichend abgeklärten Sachverhalts.
Deshalb ist sie als rechtswidrig aufzuheben. Die Beschwerdegegnerin wird die
Abklärungen weiterzuführen haben, wobei sie dem von Dr. H._ vom RAD
festgestellten Abklärungsbedarf in Bezug auf die nephrologische Situation wohl am
besten durch die Anordnung einer bidisziplinären Begutachtung Rechnung tragen wird.
3.
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Dementsprechend ist die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache ist zur
weiteren Abklärung und zur anschliessenden neuen Verfügung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In Bezug auf die Auflage der Verfahrenskosten
ist dieser Verfahrensausgang als vollumfängliches Obsiegen des Beschwerdeführers zu
betrachten. Der Beschwerdeführer hat deshalb einen Anspruch auf den Ersatz seiner
Vertretungskosten. Die Parteientschädigung bemisst sich nach der Bedeutung der
Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 61 lit. g ATSG). Das
vorliegende Beschwerdeverfahren ist unter Berücksichtigung dieser Kriterien als
durchschnittlich zu werten, was praxisgemäss eine Parteientschädigung von Fr. 3500.-
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) rechtfertigt. Das Beschwerdeverfahren in
IV-Sachen ist kostenpflichtig. Die Gerichtsgebühr bemisst sich nach dem
Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1 IVG). Der konkrete Aufwand ist ebenfalls als
durchschnittlich zu betrachten, weshalb die Gerichtsgebühr praxisgemäss auf Fr. 600.-
festzusetzen ist. Diese Gerichtsgebühr ist durch die vollumfänglich unterliegende
Beschwerdegegnerin zu bezahlen. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss ist
dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht