Decision ID: 13c2331b-a8b3-4d33-a2d1-afb000884481
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
lic. phil. S._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Jean-Pierre Menge, Quaderstrasse 5, Postfach
26, 7002 Chur,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Die 1947 geborene S._ meldete sich am 12. Dezember 2006 bei der
Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an und beantragte eine Rente. Dabei
machte sie geltend, seit 8. Februar 2006 an diversen gesundheitlichen Beschwerden zu
leiden, wobei die einzelnen Symptome bereits seit ca. Mai 2005 bestehen würden. Die
Behinderung sei durch die Situation am Arbeitsplatz ausgelöst worden. Trotz der nur
60%-igen Anstellung habe der Erschöpfungszustand vor der Erkrankung am 8. Februar
2006 deutlich zugenommen. Inzwischen sei die Arbeitsstelle zufolge ihrer anhaltenden
Erkrankung gekündigt worden (IV-act. 1). Die Versicherte war seit 1985 als Psychologin
bei der Stiftung A._ tätig. Dieses Arbeitsverhältnis wurde zunächst durch die
Arbeitgeberin mit Verfügung vom 7. November 2006 fristlos aufgelöst, wobei bereits
mit vorsorglichem Entscheid vom 6. Oktober 2006 eine Freistellung erfolgte (IV-act. 16).
Der letzte effektive Arbeitstag war der 8. Februar 2006. In einem späteren
Aufhebungsvertrag vom 14. Juni 2007 wurde das Arbeitsverhältnis im gegenseitigen
Einvernehmen infolge fortdauernder Erkrankung der Arbeitnehmerin per 15. Februar
2007 als aufgehoben erklärt (IV-act. 52). Im Arztbericht vom 6. Februar 2007
diagnostizierte Dr. med. B._, Fachärztin für Innere Medizin, ein Burnout-Syndrom, ein
chronisches thorakales Schmerzsyndrom, eine chronische Niereninsuffizienz Grad II,
ein leichtes Schlafapnoe-Syndrom, posttraumatische Kopfschmerzen nach Sturz am
28. Juli 2006 sowie ein Karpaltunnelsyndrom links mehr als rechts mit Einschränkung
für Tastaturschreiben. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurden eine
arterielle Hypertonie sowie ein Fibromyalgiesyndrom diagnostiziert. Die Versicherte sei
ab 8. Februar 2006 bis 31. Januar 2007 voll arbeitsunfähig (IV-act. 23-1/26). Im Weitern
führte Dr. B._ aus, dass sich die Patientin jetzt in einer Genesungs- und
Erholungsphase befinde. Die Müdigkeit sei geringer geworden und die Patientin habe
vor, als Psychotherapeutin in ihrer eigenen Praxis zu arbeiten. Derzeit sei nicht
abschätzbar, in welchem Umfang sie arbeiten könne. Sie gehe von ca. 20-30% mit
steigender Tendenz aus. Die Patientin benötige noch eine Erholungsphase von ein paar
Monaten. Danach könne sie mit einem geringen Pensum arbeiten (IV-act. 23-2/26, Ziff.
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7). An anderer Stelle gab Dr. B._ an, der Patientin sei eine Tätigkeit von 1 – 2
Stunden täglich während drei Tage in der Woche zumutbar (IV-act. 23-4/26).
Zusammen mit ihrem Arztbericht reichte Dr. B._ verschiedene Berichte von Ärzten
und Spitälern ein (IV-act. 23-5ff./26). Die Rheumatologin Dr. C._ führte in ihrem
Arztbericht vom 22. Januar 2007 bei gleichen Diagnosen aus, dass sich die aktuelle
gesundheitliche Störung vor allem durch eine allgemeine Erschöpfung auswirke.
Dadurch sei die Konzentrationsfähigkeit eingeschränkt, was dazu führe, dass die
Aufnahmefähigkeit als Psychotherapeutin in Bezug auf die Patientenarbeit erheblich
beeinträchtigt sei. Die Patientin sei in ihrer Arbeit ein bis maximal zwei Stunden pro Tag
an drei Tagen in der Woche arbeitsfähig (IV-act. 25-4/41).
A.b Am 16. Oktober 2007 erstatte die von der IV-Stelle beauftragte MEDAS des
Inselspitals Bern ihr polydisziplinäres Gutachten. Die Gutachter diagnostizierten mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einzig anamnestisch eine Niereninsuffizienz mit
aktuell normalen Nierenparameter (IV-act. 34-14/21). Als Diagnosen ohne
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurden festgehalten: zerviko- und
thorakospondylogenes und vertebrales Schmerzsyndrom, undifferenzierte
Somatisierungsstörung, Verdacht auf Asthma bronchiale, Karpaltunnelsyndrom
beidseits, intermittierend Tinnitus (rechts mehr als links), Mastopathia proliferativa
(Diagnose 1991), Varizenleiden (IV-act. 34-14/21). Sowohl in der angestammten als
auch in einer anderen Tätigkeit sei eine Arbeit während täglich 7 bis 8 Stunden
zumutbar, wobei dabei die Leistungsfähigkeit aufgrund der objektiven Befunde um
10% reduziert sei (IV-act. 34-18/21).
A.c Mit Vorbescheid vom 13. November 2007 teilte die IV-Stelle der
Beschwerdeführerin mit, dass kein Rentenanspruch bestehe, da es ihr zumutbar wäre,
rentenausschliessend zu arbeiten (IV-act. 43). Nachdem die Versicherte mit Eingabe
vom 28. Dezember 2007 Einwände erheben liess, verfügte die IV-Stelle am 18. Januar
2008 entsprechend dem Vorbescheid (IV-act. 54).
B.
B.a Dagegen richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 19. Februar 2009 mit dem
Antrag, die Verfügung vom 18. Januar 2008 sei aufzuheben und es sei der
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Beschwerdeführerin aufgrund eines Invaliditätsgrades von 75% eine ganze unbefristete
Rente zuzusprechen (act. G 1). Zur Begründung wird insbesondere vorgebracht, das
Gutachten der MEDAS sei widersprüchlich und daher untauglich. Es setze sich auch
nicht mit den Einwänden und Diagnosen der behandelnden Ärzte auseinander. Diese
würden übereinstimmend zum Ergebnis kommen, dass die Beschwerdeführerin nur
sehr eingeschränkt, nämlich 20-25% arbeitsfähig sei. Zudem habe sich die Vorinstanz
auch nicht mit den Einwänden gegen den Vorbescheid auseinandergesetzt, was als
Verletzung des rechtlichen Gehörs gerügt werden müsse. Die Verfügung sei deshalb
wegen Rechtswidrigkeit und Unangemessenheit aufzuheben.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in ihrer Beschwerdeantwort vom 18. März 2008
die Abweisung der Beschwerde. Sie macht insbesondere geltend, es liege keine
Verletzung des rechtlichen Gehörs vor. Eine allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs
wäre vorliegend ohnehin als geheilt zu betrachten. Im Übrigen werde das MEDAS-
Gutachten durch die andere Beurteilung der behandelnden Ärzte nicht erschüttert.
Somit sei bei der Beschwerdeführerin gemäss dem MEDAS-Gutachten von einer
Arbeitsfähigkeit von 90% sowohl in der angestammten als auch in einer anderen
Tätigkeit auszugehen (act. G 4).
B.c In der Replik vom 21. Mai 2008 hält die Beschwerdeführerin an ihrem Antrag fest.
Zusammenfassend wird geltend gemacht, dass die erhobenen Symptome und
Diagnosen der behandelnden Ärzte und im MEDAS-Gutachten im Wesentlichen
übereinstimmen würden. Hingegen bestünden hinsichtlich der Wertung der dadurch
beeinträchtigten Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin erhebliche Widersprüche
sowohl innerhalb des MEDAS-Gutachtens als auch gegenüber den die
Beschwerdeführerin behandelnden Fachärzten. Im Weiteren berücksichtige das
MEDAS-Gutachten insbesondere nicht, dass die Beschwerdeführerin nicht nur durch
die einzelnen Symptome beeinträchtigt werde, sondern überdies durch deren
Zusammenwirken in einem erheblich stärkeren Mass – nämlich zu 70 bis 80% –
arbeitsunfähig sei (act. G 8).
B.d Auf die Einreichung einer Duplik wurde verzichtet.

Erwägungen:
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1.
1.1 Die Beschwerdeführerin macht eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend, da
sich die Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung nicht einlässlich mit ihren Einwänden
auseinandergesetzt habe.
1.2 Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll
entsprechen (Art. 49 Abs. 3 ATSG). Die grundsätzliche Pflicht einer Behörde, ihren
Entscheid zu begründen, folgt aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör. Dabei sind die
Anforderungen an die Begründungsdichte unter Berücksichtigung aller Umstände des
Einzelfalls sowie der Interessen der Betroffenen festzulegen. Die Begründung muss so
abgefasst sein, dass der Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht
anfechten kann. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt
werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid
stützt. Je grösser der Spielraum der Behörde (unter anderem infolge Ermessen) und je
stärker der Entscheid in die individuellen Rechte eingreift, desto höhere Anforderungen
sind an dessen Begründung zu stellen (BGE 112 Ia 107 Erw. 2b mit Hinweisen; BGE
118 V 58). Die Verwaltung darf sich nicht damit begnügen, die von der betroffenen
Person vorgebrachten Einwendungen zur Kenntnis zu nehmen und zu prüfen; sie hat
ihre Überlegungen der betroffenen Person gegenüber auch namhaft zu machen und
sich dabei ausdrücklich mit den Einwendungen auseinander zu setzen oder zumindest
die Gründe anzugeben, weshalb sie gewisse Gesichtspunkte nicht berücksichtigen
kann (BGE 124 V 180 Erw. 2b). Ein Mangel in der Verfügungsbegründung kann unter
bestimmten Voraussetzungen im Beschwerdeverfahren geheilt werden (LVGE 1994,
219 Erw. 2b; ZAK 1990, 396 Erw. 2). Eine - nicht besonders schwerwiegende -
Verletzung des rechtlichen Gehörs kann dann als geheilt gelten, wenn der Betroffene
die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den
Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann. Diese Voraussetzung ist im Fall
des Versicherungsgerichts erfüllt (vgl. Art. 46 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, VRP [sGS 951.1] sowie Art. 61 ATSG). Auch wenn die
Begründungsdichte der Verfügung zu beanstanden wäre, muss im Gesamtablauf des
Verwaltungs- und Gerichtsverfahrens von einer ausreichend begründeten IV-
Entscheidung ausgegangen werden:
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1.3 Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung (IV-act. 54) im
Wesentlichen mit dem Hinweis auf die rechtlichen Grundlagen der Zusprechung einer
Rente und das Gutachten der MEDAS. Letzteres sowie die übrigen bis dahin erstellten
Akten wurden dem Rechtsvertreter im Vorbescheidverfahren zur Einsichtnahme
zugestellt (IV-act. 49). In der rentenabweisenden Verfügung nahm die
Beschwerdegegnerin Bezug auf das Ergebnis der polydisziplinären medizinischen
Abklärung und führte im Hinblick auf die Einwände aus, dass darin entgegen der
Behauptung des Rechtsvertreters auch keine falschen medizinischen Schlüsse
gezogen würden und sich auch keine Hinweise auf eine Voreingenommenheit finden
liessen. Im Übrigen sei auch nicht von Bedeutung, welche Gründe schliesslich zur
Auflösung der letzten Arbeitsstelle führten. Der Beschwerdeführerin sei weiterhin ein
Arbeitseinsatz als Psychologin während 7 bis 8 Stunden pro Tag mit geringfügiger
Leistungsverminderung von ca. 10% zuzumuten. Dabei habe sie im Vergleich zur
früheren 60%-igen Tätigkeit keine Erwerbseinbusse zu erleiden, sodass auch kein
Rentenanspruch bestehe. Die Beschwerdegegnerin zeigte damit die Überlegungen,
von denen sie sich leiten liess, in zureichender Weise auf und setzte sich mit den
wesentlichen Gesichtspunkten auseinander. Eine Verpflichtung, sich mit jeder
tatbeständlichen Behauptung oder jedem rechtlichen Einwand zu befassen, besteht
nicht (vgl. BGE 124 V 180 Erw. 1a). Ein Begründungsmangel ist somit nicht ersichtlich.
2.
2.1 Unter Invalidität wird bei als Gesunden voll erwerbstätigen Personen die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der
durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch
massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
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das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG (bzw. Art. 28 Abs. 1 IVG in der bis Ende
2007 gültigen Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn der
Versicherte mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn er
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40%
auf eine Viertelsrente.
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
2.3 Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu
prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen
Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a).
In Bezug auf Atteste von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der
Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf
ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer
Patienten aussagen (BGE 125 V 351 Erw. 3b.cc; SVR 2001 IV Nr. 8 Erw. 3b.cc).
3.
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3.1 Die Beschwerdegegnerin stellte in der Beurteilung des Leistungsanspruchs auf die
Einschätzungen im MEDAS-Gutachten vom 16. Oktober 2007 ab. Die
Beschwerdeführerin ist hingegen der Ansicht, dieses Gutachten sei nicht
beweistauglich. Vielmehr sei auf die Berichte der Hausärztin Dr. B._ sowie Dr. D._
und Dr. C._ abzustellen. Nachfolgend ist daher zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin
zu Recht der Einschätzung der MEDAS gefolgt ist.
3.2 Im Rahmen der polydisziplinären Begutachtung durch die MEDAS Bern wurden
nebst der klinischen Untersuchung auch fachärztliche orthopädische, neurologische,
psychiatrische sowie pneumologische Untersuchungen durchgeführt. Gemäss dem
orthopädischen Fachgutachten leidet die Beschwerdeführerin an einem zerviko- und
thorakospondylogenen und vertebralen Schmerzsyndrom bei statisch ungünstig
hochthorakalem Rundrücken, spondyloosteophytär teilfixiert, bei fortgeschrittener
zervikaler Osteochondrose der Bewegungssegmente C4 – Th1, teilankylosierender
Spondylose und zervikaler Steilfehlhaltung C4 – Th1 sowie bei mehrsegmentaler
costosternaler Dysfunktion (IV-act. 35-4/5). Die thorakalen Beschwerden würden sich
im Wesentlichen aus mehrsegmentalen sternocostalen Dysfunktionen erklären, wobei
es sich hierbei um einen blanden Befund handle. Nach lokalen
Infiltrationsbehandlungen komme es jeweils zu einer suffizienten
Beschwerdeminderung. Eine Therapiealternative sei eine osteopathische und/oder
physiotherapeutisch-krankengymnastische Behandlung, flankierend gegebenenfalls
Antirheumatika, Antiflogistika und Analgetika. Die Wirbelsäulenfunktion sei nicht
wesentlich eingeschränkt und trotz degenerativen HWS-Befunden finde sich eine noch
erstaunlich günstige HWS-Beweglichkeit. Hinweise für ein vertebragenes
Nervenwurzelkompressionssyndrom würden fehlen. Die Hüftgelenkbeweglichkeit sei
nicht messbar eingeschränkt und das Steh- und Gehvermögen sei unbehindert.
Zusammenfassend ergebe sich aus den beschriebenen orthopädischen Befunden und
Diagnosen keine wesentliche Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Alle
Beschwerden seien in einer physiotherapeutisch/osteopathischen Behandlung günstig
zugänglich. Die Versicherte sei aus orthopädischer Sicht nicht begründet
eingeschränkt. Die neurologische Untersuchung fiel in allen Teilen normal aus und es
konnten keine neurologischen Diagnosen mit Relevanz für die Arbeits- und
Leistungsfähigkeit gestellt werden (IV-act. 36-2ff./4). Aufgrund des völlig normalen
neurologischen Befundes könne keine Arbeitsunfähigkeit bzw. Leistungsminderung
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abgeleitet werden. Auch im psychiatrischen Zusatzgutachten konnte keine Diagnose
mit Relevanz für die Arbeits- und Leistungsfähigkeit gestellt werden. Als Diagnose ohne
Einfluss auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit wurde eine undifferenzierte
Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.1, psychosomatische Störung) aufgeführt. Eine
nachhaltige psychische Gesundheitsstörung mit daraus resultierender sozial-
medizinischer Relevanz liege nicht vor. Die Versicherte sei durchaus in der Lage,
Willenskräfte aufzubringen, um etwaige Hemmungen gegenüber einer Arbeitsleistung
zu überwinden. Die früher von Dr. E._ diagnostizierte Anpassungsstörung (vgl. IV-act.
25-24/41) sei nach der Darstellung des Arbeitsplatzkonflikts und der psychosozialen
Belastungsfaktoren durchaus zu diskutieren. Mit Blick auf die geringen
psychopathologischen Auffälligkeiten und die psychogen überlagert wirkenden
körperlichen Beschwerden sei differentialdiagnostisch allerdings eher eine
undifferenzierte Somatisierungsstörung vor dem Hintergrund der beschriebenen
psychosozialen Belastungsfaktoren anzunehmen. Ungeachtet dieser
differentialdiagnostischen Erwägungen sei die sozial-medizinische Relevanz der
beklagten Symptome allerdings gering. Aus rein psychiatrischer Sicht könne keine
Gesundheitsstörung diagnostiziert werden, welche eine Einschränkung der Arbeits-
und Leistungsfähigkeit nach sich zöge. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Psychotherapeutin sei die Versicherte aus psychiatrischer Sicht zu 100% arbeits- und
leistungsfähig (IV-act. 37-6/6). Im pneumologischen Zusatzgutachten wurde
ausgeführt, dass aufgrund der Anamnese ein leichtes Asthma bronchiale möglich sei.
Diese Beschwerden stünden für die Patientin jedoch nicht im Vordergrund und würden
sie im Alltag auch nicht einschränken. Bei aktuell normaler Lungenfunktionsprüfung wie
auch normaler NO-Messung in der Ausatmungsluft ohne lungenspezifische Therapie
bestehe aus pneumologischer Sicht demnach zur Zeit keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit. Auch bestünden – wie bereits bei den Voruntersuchungen beim
Pneumologen Dr. F._ (vgl. IV-act. 25-10ff./41) – zum jetzigen Zeitpunkt keine
Hinweise auf ein relevantes Schlafapnoe-Syndrom. Zusammenfassend bestehe aus
pneumologischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 100% mit normaler Leistungsfähigkeit
(IV-act. 38-2/11). In der Gesamtbeurteilung wird im MEDAS-Gutachten ausgeführt,
dass die von der Versicherten beschriebene ausgeprägte Ermüdbarkeit und
Leistungsminderung alleine mit der anamnestisch vorliegenden chronischen
Niereninsuffizienz Stadium II – mit aktuell laborchemisch normalen Nierenparameter –
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nicht erklärt werden könne. Durch die chronische Niereninsuffizienz könne der
Versicherten lediglich eine geringfügige Leistungsminderung attestiert werden.
Aufgrund der objektiven Befunde werde die Reduktion der Leistungsfähigkeit sowohl
im bisherigen Beruf als auch in einer anderen Tätigkeit auf 10% beziffert bei einem
Arbeitstag von 7 bis 8 Stunden (IV-act. 34-18/21).
3.3 Im Hinblick auf die Würdigung der medizinischen Situation fällt ins Gewicht, dass
das MEDAS-Gutachten auf eigenständigen polydisziplinären Abklärungen, mithin auf
allseitigen Untersuchungen beruht und damit für die streitigen Belange umfassend ist.
Die Vorakten wurden verwertet und die von der Beschwerdeführerin geklagten
Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt. Das MEDAS-Gutachten leuchtet in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation ein. Vor diesem Hintergrund vermögen auch die darin
enthaltenen Schlussfolgerungen, namentlich die Beurteilung des
Gesundheitszustandes sowie die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit – entgegen der
Auffassung der Beschwerdeführerin – zu überzeugen. Insbesondere wurde im
Gutachten auch ausdrücklich zu anderen Arztberichten Stellung genommen und deren
abweichende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der anlässlich der
Begutachtung objektivierbaren Beschwerden als nicht nachvollziehbar beurteilt. Dabei
wurden auch die in den Vorakten teilweise abweichenden Diagnosen
(Anpassungsstörung, Burnout-Symptomatik) thematisiert (vgl. IV-act. 34-17/21, 36-4/4,
37-6/6, 38-2/11). Insgesamt sind keine Gründe ersichtlich, weshalb nicht auf dieses
Gutachten abgestellt werden sollte.
Daran vermögen auch die von der Beschwerdeführerin eingereichten Berichte der
Hausärztin Dr. B._, Fachärztin für Innere Medizin, sowie der behandelnden
Rheumatologin Dr. C._ und des Allgemeinmediziners Dr. D._ nichts zu ändern (act.
G 1.2, 1.3 und 1.4). In diesen Berichten werden keine grundlegend anderen Diagnosen
gestellt. Die Rheumatologin Dr. C._ begründet ihre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
insbesondere mit der Müdigkeit/Erschöpfung der Patientin (vgl. act. G 1.2 S. 3). Diese
sei ganz einfach nicht mehr belastbar, nicht nur körperlich, sondern auch mental. Eine
überzeugende Begründung für die von ihr attestierte Arbeitsunfähigkeit von 75-80%
aus ihrem Fachbereich der Rheumatologie ist dem Bericht nicht zu entnehmen. Soweit
sie sich zum psychiatrischen Teilgutachten äussert ist darauf hinzuweisen, dass im
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Zusammenhang mit der Bestimmung einer allfälligen Beeinträchtigung der
Arbeitsfähigkeit durch psychische Faktoren ohnehin auf die Beurteilung durch den
Facharzt abzustellen ist, wie sie im MEDAS-Gutachten erfolgt ist. Diesbezüglich trifft es
übrigens nicht zu, dass gemäss MEDAS-Gutachten keine Somatisierungsstörung
vorliege, wie dies die Beschwerdeführerin in ihrer Replik ausführt (act. G 8 S. 4 Ziff. 11).
Vielmehr wurde vom Psychiater eine undifferenzierte Somatisierungsstörung
diagnostiziert (IV-act. 37-6/6 und 34-14/21), welche jedoch als ohne Relevanz auf die
Arbeits- und Leistungsfähigkeit erachtet wurde, was im Hinblick auf die Feststellungen
im psychiatrischen Gutachten, wonach die Beschwerdeführerin objektiv an sich die
Möglichkeit hat, trotz ihrer subjektiv erlebten Schmerzen einer Arbeit nachzugehen,
sowie unter Berücksichtigung der Rechtsprechung zur allenfalls invalidisierenden
Wirkung einer somatoformen Schmerstörung bzw. einer Somatisierungsstörung (vgl.
dazu BGE 130 V 352; 131 V 49) nicht zu beanstanden ist. – Dr. B._ und Dr. D._
setzen sich in ihren Kurzberichten nicht mit dem MEDAS-Gutachten auseinander und
begründen ihre abweichende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht. Diese
abweichenden Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit waren der MEDAS bekannt und sie
hat dazu auch Stellung genommen (IV-act. 34-4ff/21). In den Berichten werden auch
keine objektiv feststellbaren Gesichtspunkte genannt, welche im MEDAS-Gutachten
unberücksichtigt geblieben wären, sondern es wird auf die (subjektiven)
Schmerzangaben der Patienten und auf den von ihr beschriebenen Müdigkeits- und
Erschöpfungszustand abgestellt. Im Übrigen ist zu beachten, dass Berichte der
behandelnden Ärzte aufgrund deren auftragsrechtlichen Vertrauensstellung zu
Patienten mit Vorbehalt zu würdigen sind (BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc). Und schliesslich
drängt es sich beim Vorliegen von somatischen und psychischen Beschwerden auf, die
Arbeitsfähigkeit im Rahmen einer polydisziplinären Gesamtbeurteilung zu bestimmen,
wie dies vorliegend geschehen ist. Mit der Beschwerdegegnerin ist somit festzustellen,
dass diese Arztberichte bei der gegebenen Aktenlage nicht geeignet sind, das
polydisziplinäre Untersuchungsergebnis der MEDAS Bern in Frage zu stellen.
Unerheblich ist im Übrigen auch, aus welchen Gründen das Arbeitsverhältnis aufgelöst
worden ist. Entscheid ist einzig die medizinisch-theoretische Erwerbsfähigkeit der
Beschwerdeführerin aufgrund der objektiven Befunde im polydisziplinären MEDAS-
Gutachten.
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3.4 Zusammenfassend ist in Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin und
aufgrund des umfassenden und überzeugenden MEDAS-Gutachtens vom 16. Oktober
2007 von einer Arbeitsfähigkeit im Umfang von rund 90% sowohl in der angestammten
als auch in einer anderen Tätigkeit auszugehen. Damit steht auch fest, dass die in
einem 60%-igen Arbeitspensum tätig gewesene Beschwerdeführerin (vgl. IV-act. 1-5/8,
7-1/6 und 16-2/8) in der Lage wäre, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu
erzielen.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 18. Januar 2008 nicht zu beanstanden
und die Beschwerde ist abzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- kommt zur
Anrechnung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG