Decision ID: 3f3f5eac-f69a-5a99-8fa1-7d8f98dd7217
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1975 geborene
X._
war seit dem
1. Januar 2009 als
Assis
tenzärztin
beim
Y._
angestellt und damit bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend: AXA) im Rahmen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) obligatorisch versichert (U
rk. 9/1). Mit Unfallmeldung UVG vom 5. Januar 2011 (Urk. 9/1) liess sie der AXA mitteilen, dass sie sich bei einem am 31. Dezember 2010 erlittenen Treppensturz
eine Verletzung
im Bereich des Rückens beziehungsweise der Lendenwirbelsäule (LWS) zugezogen habe.
Die erstbehandelnden Ärzte des
Z._
, Interdisziplinäres Notfallzentrum, diagnostizierten eine LWK
2-Fraktur mit
Frakturierung
der Deckplatte sowie Frakturen de
r
Pr
ocessus
transvers
i
der LWK
2 und 3 bei Status nach
Spondylodese
LWK
1-3 und Metallentfernung im Januar 1995 bei instabiler LWK
2
-Fraktur im Oktober 1993 (Urk. 9/2, Urk. 10/2).
Die AXA
anerkannte ihre
Leistungspflicht im Zusammenhang mit dem fraglichen Ereignis
in der Folge und erbrachte
Taggeld-
sowie
Heilbe
handlungsleistungen
;
Mitte
2012
zog sie
die Akten der
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle (Urk.
12/1-30
, Urk. 9/13
)
, de
s
Krankenversi
cherers
(Urk.
9/19
,
Urk. 9/14) und der Militärversicherung (Urk. 11/
2
1-
163
, Urk. 9/15) bei.
Nachdem die Versicherte ihre Arbeit am 26. September 2011 wieder zu 100 % aufgenommen hatte (Urk. 10/26), holte die AXA am 19. September 2012 eine Stellungnahme ihres beratenden Arztes Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats
,
ein (Urk. 10/31).
In der Folge stellte sie ihre Leistungen – unter Hinweis darauf,
dass d
er Unfall vom 31. Dezember 2010
nicht mehr ur
sächlich für die
noch geklagten Beschwerden und der
Status
quo sine wieder erreicht sei
–
mit Verfügung vom 15. November 2012 (Urk. 9/40)
per 1. März 2012 ein. Die
hiegegen
von der Versicherten erhobene Einsprache (Urk. 9/42, Urk. 9/46)
wies sie
– nach Einholung einer Stellungnahme ihres beratenden Arztes Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für Chirurgie, vom 15. April 2014 (Urk. 10/32) – a
m 18. August 2014 ab (Urk. 2).
1.2
Bereit
s am 17. Oktober 1993 war
die Versicherte
während eines
„
C._
“-
Lagers
beim Orientierungslauf
auf den Rücken gestürzt
(Urk. 11/21)
;
damals hatte sie sich eine
Kompressions-Distrak
t
ionsverletzung
(ebenfalls) LWK
2
zugezogen (Urk. 11/25 ff.). Die Militärversicherung erbrachte in der Folge Leistungen im Zusammenhang mit diesem Unfall und sprach der Versi
cherten mit Verfügung vom
12. Februar 2001 (Urk. 11/124) „wegen des Zusta
n
des nach LWK
2-Fraktur mit ventraler und dorsaler
Spondylodese
und persis
tierenden Beschwerden“ mit
Wirkung ab 1. April 1999 eine
Integritätsschaden
rente
von 7,5 % zu
und kaufte diese gleichzeitig von Amtes wegen
per 1. März 2001 aus.
Im Zusammenhang mit einem am 27. Februar 2002 durchgeführten operativen Eingriff (Entfernung einer bei der Fixation der Fraktur der Spina
iliaca
anterior
-superior links im Oktober
1993 angebrachten
Schraube
; vgl. Urk. 11/128a) gewährte die Militärversicherung erneut vorübergehende Leistun
gen.
Am 29. Oktober 2012 meldete die Versicherte der Militärversicherung einen Rückfall zum Unfall vom 17. Oktober 1993 (Urk. 11/139). Die
Militärversiche
rung
zog daraufhin die
Akten der AXA (Urk. 11/140) bei und holte am 4. Dezember 2012 eine Stellungnahme ihres Kreisarztes Dr. med.
D._
, Facharzt FMH für Chirurgie, speziell Allgemeinchirurgie und Unfallchirurg
ie, ein (Urk. 11/144). Nach weiteren Abklärungen teilte sie der Versicherten am 11. Dezember 2012 mit, dass sie ab 1. März 2012 die gesetzlichen Leistungen
für den Rückfall
erbringen werde (Urk. 11/147).
Auf entsprechendes Gesuch der Versicherten vom 28. Januar 2013 (Urk. 11/149) hin verneinte sie in der Folge mit Verfügung vom 8. Mai 2013 (Urk. 11/160)
– unter Hinweis auf das Fehlen einer
rechtsgenüglichen
Erwerbseinbusse –
deren Anspruch auf eine Rente. Ge
gen diesen Entscheid erhob die Versicherte am 30. Mai 2013 Einsprache (Urk. 11/161).
1.3
Die IV-Stelle, bei der sich die Versicherte am
23. Juni 2011
zum Leistungsb
ezug
(berufliche Integration, Rente)
angemeldet hatte (Urk. 12/1
), verfügte am 19. Januar 2012 die Abweisung des Rentengesuchs, da die Versicherte noch vor Ablauf des Wartejahrs wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit erlangt habe (Urk. 9/12).
Dieser Entscheid erwuchs in der Folge unangefochten in Rechts
kraft.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
der AXA vom 18. August 2014 (Urk. 2
; E. 1.1
hievor
) liess die Versicherte am 17. September 2014 mit folgenden Anträgen Beschwerde erheben (Urk. 1 S. 2):
„1.
Es sei der
Einspracheentscheid
vom 18. August 2014 und die dem Ent
scheid zugrunde liegende Verfügung vom 15. November 2012 aufzu
heben, und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Be
schwerdeführerin die gesetzlich geschuldeten Leistungen zu erbringen; insbesondere seien Taggelder auszurichten, die Kosten der medizini
schen Heilbehandlungen zu übernehmen, eine Rente und eine
Integri
tätsentschädigung
auszurichten.
2.
Eventualiter sei die Militärversicherung beizuladen.
3.
Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin.“
Die AXA schloss am 20. Januar 2015 auf Abweisung der Beschwerde (vgl.
Be
schwerdeantwort
, Urk. 8 S. 2). Die Beschwerdeführerin hielt mit Replik vom 7. Mai 2015 an den bereits gestellten Anträgen fest und ersuchte überdies
– eventualiter – um Sistierung des Verfahrens
bis zur rechtskräftigen Erledigung des Verfahrens der Militärversicherung (Urk. 17 S. 2 und S. 12 f.
; vgl. E. 1.2
hievor
). Die AXA hielt
duplicando
an ihrem Antrag fest (Urk. 22), was der Be
schwerdeführerin am 24. September 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 23).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
–
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Ge
sundheitsschadens
muss mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich
keit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119
V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine
anspruchs
aufhebende
Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammen
hang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim
Unfallversi
cherer
(RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese
Be
weisgrundsätze
gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spät
folgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massgebend
(
Urteil des Bundesge
richts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.3
Für den Fall des Zusammentreffens verschiedener Schadensursachen sieht Art. 36 UVG vor, dass Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die Tag
gelder und
Hilflosenentschädigungen
nicht gekürzt werden, wenn die
Gesund
heitsschädigung
nur teilweise Folge eines Unfalls ist (Abs. 1). Die Invalidenren
ten, Integritätsentschädigungen und die
Hinterlassenenrenten
werden ange
messen gekürzt, wenn die Gesundheitsschädigung oder der Tod nur teilweise die Folge eines Unfalles ist. Gesundheitsschädigungen vor dem Unfall, die zu keiner
Verminderung der Erwerbsfähigkeit geführt haben, werden dabei nicht berück
sichtigt (Abs. 2).
2.
2.1
Die AXA begründete die Leistungseinstellung
– unter Hinweis insbesondere auf die Beurteilunge
n ihrer b
e
ratenden Ärzte Dr.
A._
vom 19. September 2012
(Urk. 10/31)
und Dr.
B._
vom 15. April 20
1
4
(Urk. 10/32)
sowie die Einschätzung des Kreisarztes der Militärversicherung Dr.
D._
vom 4. Dezember 2012
(Urk.
11/144)
–
damit,
dass
die beim Unfall vom 31. Dezember 2010
erlittene Deckplattenfraktur zwischenzeitlich wieder fol
genlos abgeheilt sei
. Zu einer dauerhaften richtunggebenden Verschlimmerung der – bei Status nach
Spondylodese
im Jahr 1993 – bereits vor dem fraglichen Ereignis bestandenen chronischen Beschwerden sei es nicht gekommen.
Per 1. März 2012 sei
der
Status
quo sine
wieder erreicht gewesen (Urk. 2 S. 4 ff., Urk. 8 S.
10 ff., Urk. 22
S. 2 ff.).
Dies habe denn
– mit der Bejahung
ihre
r
(er
neute
n
) Leistungspflicht
für die Rückenbeschwerden
ab diesem Datum
– auch die Militärversicherung
anerkannt
(Urk. 8 S. 19, Urk. 22 S. 9). Anlass zu weite
ren medizinischen Abklärungen bestehe nicht (Urk. 22 S. 6).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
es treffe zwar zu, dass sie
im Zeitpunkt der zweiten LWK 2-Fraktur
noch unter lumbalen Beschwerden
infolge des 1993 erlittenen Sturzes
gelitten habe.
Diese Schmerzen seien
auch
der
Grund dafür gewesen, dass sie sich nach dem Abschluss des Me
dizinstudiums
– im Hinblick auf eine rückenschonende Tätigkeit – auf den
B
e
reich Psychiatrie spezialisiert habe (Urk. 1 S. 6
und S. 8
). Als Fachärztin für Psychiatrie sei sie dann indes bis
zum
Ereignis
vom 31. Dezember 2010 voll ar
beitsfähig gewesen
. Die se
i
ther
bestehende
10%
ige
A
rbeitsunfähig
keit
sei
durch die beiden Unfälle bedingt und nicht nur mit dem Ereignis vom 17. Oktober 1993 zu erklären. Inwieweit die beiden Geschehnisse je ursächlich seien für die noch vorhandene Gesundheitsstörung, sei allerdings nie abgeklärt worden (Urk. 1 S. 8 f.
, Urk. 17 S. 3 ff.
und S. 8 f.
). Da es der AXA nicht gelungen sei, das Dahinfallen des natürlichen Kausalzusammenhang
s
zwischen dem Unfall vom 31. Dezember 2010 und der noch über den 1. März 2012 hinaus anhalten
den Symptomatik zu belegen, sei die Leistungseinstellung zu Unrecht erfolgt (Urk. 1 S. 9
, Urk. 17 S. 5 ff.
).
3.
3.1
Die Ärzte der Klinik
E._
, Wirbelsäulenzentrum, stellten
gestützt auf den Befund der von ihnen veranlassten CT-Untersuchung
im Austrittsbericht vom 3. Januar 2011 folgende Diagnosen (Urk. 10/11 S. 1):
LWK
2-Fraktur, Fraktur der
Processus
transversi
LWK
2/3 bei Status nach Treppensturz am 31. Dezember 2010
Status nach
Spondylodese
LWK
1-3 und Metallentfernung im Januar 1995 bei
instabiler LWK
2-Fraktur im Oktober 1993, fehlendem linken
Pedikel
des LWK
2, unveränderter postoperativer Hyposensibilität
ingulmal
sowie medialer und lateraler Oberschenkel links
Allergien:
Penicillin
und
Chondrosulf
Es sei eine konservative Therapie unter intensiver Analgesie initiiert worden.
3.
2
Gestützt auf die Ergebnisse der
MRI-Untersuchung der LWS vom 3. Januar 2011
und
unter Berücksichtigung des CT vom 31. Dezember 2010
gelangten die Ärzte der
F._
, Radiologie, am 3. Januar 2011 zum Schluss, dass ein
Status nach
Spondylodese
L1 bis L3 vor Jahren mit
Pseudarthrose
L2/3
(ohne Reizzustand) vorliege.
Ein Teil des
Pedikels
L2
links sei reseziert; es seien
Bone
bruise
, ein K
nochenmarksödem
und eine
Fraktur des
Processus
transver
sus
L2 links mit Frakturausl
äufer in den
Restpedikel
sowie
B
one
bruise
in der
Wirbelkörperhinterkante
L2 links und eine Fraktur des
Processus
transversus
L3 links
ersichtlich
. E
in
spinales Hämatom
liege nicht
vor (Urk. 10/27).
3.3
Die
Ärzte des
Z._
, Departement Chirurgie, stellten im
Austritts
bericht
vom 5. Januar 2011 folgende Diagnosen (Urk. 10/3
S. 1
):
Status nach Treppensturz mit/bei
LWK
2-Fraktur
mit
Frakturierung
der Deckplatte
Fraktur
en
der
Processus
transversus
LWK
2
und
3
Status nach
Spondylodese
LWK
1-3
und Metallentfernung im Januar 1995 bei
i
nstabiler LWK
2-Fraktur
im Oktober 1993
fehlendem linken
Pedikel
des LWK
2
p
ostoperativer Hyposensibilität
medialer
Oberschenkel links
Status nach nicht dislozierter
Tuberculum
majus
-Fraktur links mit
post
traumatischem
Impingement
-Syndrom im Februar 2010
Status nach Luxation
Chopardgelenk
links 2006
Allergien:
Penicillin
,
Chondrosulf
Unter konservativer Therapie mit Analgesie und Physiotherapie seien die Schmer
zen
regredient
gewesen (S. 1 f.). Die
bildgebende Untersuchung
habe
keine Zeichen für eine Instabilität gezeigt. Am 8. Januar 2011 habe die Be
schwerdeführerin nach Hause entlassen werden können (S. 2).
3.4
Dr. med.
G._
,
Facharzt FMH für Rheumatologie und für Allgemeine Innere Medizin,
beratender Arzt der AXA,
hielt in seiner Stellungnahme vom 29. April 2011 (Urk. 10/13) fest,
eine stabile LWK
2-Fraktur könne zwar Beschwerden bereiten,
das Ausmass der
von der Beschwerdeführerin
geklagten Schmerzen sei
indes
nicht nachvollziehbar.
In einer sitzenden Tätigkeit bestehe eine 30%ige Arbeitsfähigkeit
[richtig wohl: Arbeits
un
fähigkeit (vgl.
Urk. 12/2 S. 1,
Urk. 10/14)]
.
3.5
Die Ärzte des
Z._
, Klinik für Orthopädie und Traumatologie, gaben am 6. Mai 2011 an, die Beschwerdeführerin habe anlässlich der glei
chentags durchgeführten Verlaufskontrolle über Restbeschwerden lumbal und auch über der linken Flanke beziehungsweise
iliaca
anterior
superior
berichtet, wo manchmal bis zum Knie ausstrahlende Schmerzen bestünden
. Diese kenne sie allerdings bereits von der ersten Operation, bei der eine ausgedehnte
Kno
chenentnahme
und nachfolgend eine Fraktur der Spina
iliaca
erfolgt seien. Es sei – insbesondere angesichts der Tatsache, dass es sich um ein zweites Ereignis handle – noch mit einer zwei bis drei Monate dauernden Rehabilitation zu rechnen. Der Beschwerdeführerin sei weiterhin eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden, welche sie in den nächsten Wochen schrittweise reduzieren werde (Urk. 10/14).
3.6
Nachdem er die Beschwerdeführerin am 22. Juni 2011 im Auftrag der AXA konsi
liarisch untersucht hatte,
stellte
Dr.
G._
in seinem Bericht vom 23. Juni 2011
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 10/15 S. 4 f.):
Rest-Bewegungs- und Belastungsbeschwerden bei Status nach
Deckplattenimpression und Fraktur des
Processus
transversus
LWK
2 und 3 am 31. Dezember 2010 mit
-
Status nach
Spondylodese
LWK
1-3 1993 und Metallentfernung im
Januar 1995 bei
instabiler LWK
2-Fraktur im Oktober 1993
persistierende
Hyp
- und Dysästhesie im Bereich der linken Körper
hälfte
aktuell leichte fixierte Kyphose obere und mittlere LWS mit
paralum
bal
myofaszialer
Dysbalance
und diskreter
Druckdolenz
LWK
2-Re
gion
-
posttraumatisch und im Verlauf drei Monate nach dem Ereignis
(gemäss Angabe der behandelnden Ärzte des
Z._
, Departement Chirurgie, Klinik für Orthopädie und
Traumatologie) kaum Zunahme der Wirbelkörper-Deformität
LWK2
N
ach der Operation der ersten (instabilen) LWK
2-Fraktur mit
Spondylodese
LWK
1-3 und Metallentfernung im Januar 1995 sei die Beschwerdeführerin als Assistenzärztin auf der Traumatologie tätig gewesen. Da die B
elastungen, vor allem das
lange Steh
en und die Hebelwirkungen während der Operationen, dort zu gross gewesen seien, habe sie – im Hinblick auf einen Tätigkeitsbereich mit
geringerer Rückenbelastung – auf die
Abteilung für Innere Medizin gewechselt. Nachdem die dort häufigen lang
en
Visiten am Krankenbett sich als zu belastend erwiesen hätten, habe sie sich schliesslich 2007 für eine Ausbildung zur
Fach
ärztin
für Psychiatrie entschieden
, bei der man die Position häufig zwischen stehend und sitzend wechseln könne, was sich als recht günstig erwiesen habe. Sie habe sich mit ihren Schmerzen und Einschränkungen den Belastungen an
gepasst, nicht nur beruflich, sondern auch privat. So habe sie früher intensiv Sport getrieben (Bergsteigen und andere Sportarten), wozu sie nach dem ersten Unfall –
abgesehen von
gelegentliche
m
Skifahren und
von
leichteren
wirbel
säulenschonenden
Sportarten
–
n
icht mehr in der L
age gewesen sei
.
In all den Jahren habe sie so durch Anpassung der Belastung an das Rückenleiden eine einigermassen stabile Situation aufrechterhalten, ohne sich einer regelmässigen Therapie mit Schmerzmitteln und immer wiederkehrenden Physiotherapien un
terziehen zu müssen (Urk. 10/15 S. 2 f.).
Nach
dem Ereignis vo
m 31. Dezember 2010 sei
das Problem bei der Arbeit
in der
Poliklinik
nun
, dass
die
jeweils 50 Minuten
dauernde
Betreuung eines Pat
i
enten im Sitzen mit anschliessender zehnminütiger schriftlicher
Befundzusam
menfassung
wegen der langen Sitzdauer zu anstrengend sei und schmerzver
stärkend wirk
e
.
Das
Gesuch
der Beschwerdeführerin
um
Zurverfügungstellung
ein
es
verstellbare
n
Stehpult
s
sei
vom Arbeitgeber
abgelehnt worden
. Sie unter
ziehe sich noch einer Physiotherapie und nehme bei grösseren Belastungen Schmerzmittel
ein
. Im La
ufe des Arbeitstages, der von 8
bis 16 Uhr dauere, trä
ten ab 14 Uhr erhebliche Schmerzen auf, die sich, wenn sie dann noch weiter arbeite, derart massiv verstärkten, dass sie abends nur noch liegen könne
(S. 3).
Günstig für den Verlauf sei das Fehlen einer fassbaren zusätzlichen
Wirbelkör
per-Deformation
, so dass
die
aktuellen Beschwerden
vor dem Hintergrund einer
vorübergehende
n
Verschlimmerung
zu sehen seien
, die wahrscheinlich nicht
richtunggebender
Natur sei. Es sei zu erwarten, dass sich wieder eine ähnliche Beschwerdesituation wie vor dem Ereignis vo
m 31. Dezember
2010 einstellen werde.
Durch diesen zweiten Unfall habe sich die Schmerzsymptomatik deutlich verstärkt mit allen dazu gehörenden Belastungen. Dass die Beschwerdeführerin schon wieder zu 80 % arbeitstätig sei, spreche für einen guten Verlauf sowie eine gute Motivation und Kooperation. Mit Blick auf den – relevanten –
Vorzu
stand
erscheine es empfehlenswert, die Steigerung der Arbeitsfähigkeit nicht zu forcieren (S. 5). Die derzeit 80%ige Arbeitsfähigkeit sei – über drei bis vier Mo
nate hinweg – langsam zu erhöhen (S. 6). Aktuell sei noch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von unfallkausalen Beschwerden auszugehen. Die
unfallbe
dingte
Therapie sei noch nicht ausgeschöpft und der
Status
quo sine noch nicht erreicht. Dies werde frühestens ein Jahr nach dem Unfall der Fall sein (S. 5). Die Prognose s
ei günstig; es sei das Wiedererlangen des Vorzustandes zu erwarten. Es würden jedoch Einschränkungen persistieren; die definitiven Einschränkun
gen beziehungsweise der Endzustand seien noch nicht beurteilbar; diesbezüglich sei eine erneute Beurteilung in drei Monaten angezeigt (S. 6).
3.7
Am 21. September 2011 hielt
Dr.
G._
fest
,
die Beschwerdeführer
in
habe anläss
lich der Kontrolluntersuchung
vom gleichen Tag
über eine deutliche
Be
schwerdebesserung
nach etwa 14 Sitzungen
Triggerpunkttherapie
berichtet. Sie nehme nun noch etwa zweimal pro Woche abends wegen Schmerzen eine Tablet
te Voltaren ein.
Zum Trainieren
der Rückenmuskulatur sei sie zu
Hantel
übungen
instruiert worden.
Nachdem ihr ab dem 9. Mai 2011 eine 20%ige und ab dem 6. August 2011 noch eine 10%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei, versuche sie nun seit einer Woche wieder zu 100 % (zehn Stunden pro Tag) zu arbeiten, was ihr aber noch nicht wirklich möglich sei
(Urk. 10/20 S. 1)
. Die Prognose sei zwar günstig, ob allenfalls eine gewisse
Belastbarkeitseinschrän
kung
persistieren werde, lasse sich aber erst nach Erreichen des Endzustandes beurteilen (S. 2).
3.8
Am 20. Oktober 2011 attestierten die Ärzte des
Z._
, Departe
ment Chirurgie, Klinik für Orthopädie u
nd
Traumatologie, der Beschwerdefüh
rerin ab 26. September 2011 wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 12/23).
3.9
Nachdem sie die Beschwerdeführerin am 2. Dezember 2011 im Rahmen einer Abschlusskontrolle nochmals untersucht hatten, hielten die Ärzte des
Z._
, Departement Chirurgie, Klinik für Orthopädie und Trauma
tologie, in ihrem Bericht vom nämlichen Datum fest, die Beschwerdeführerin könne nun seit 26. September 2011 wieder zu 100 % arbeiten
. Gegen Ende des Tages träten zwar noch Schmerzen im Bereich der Brust- und der
Lendenwir
belsäule
auf, diese seien aber einigermassen erträglich. Ein Jahr nach dem Un
fall zeige sich ein guter Heilverlauf
.
Zur Erlangung des
– schon beinahe er
reichten –
Status
quo ante sei die
Behandlung der muskulären Schmerzen mit
tels
Triggerpunkttherapie
noch fortzusetzen. Die Behandlung im
Z._
werde nun abgeschlossen (Urk. 10/26).
3.
10
In seinem Verlauf
sbericht vom 14. Dezember 2011 gab Dr.
G._
an, es sei zu einer zusätzlichen Verbesserung der Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit, nicht aber der Missempfindungen lokal an der LWS und paralumbal, gekommen. Die Beschwerdeführerin erfülle seit 26. September 2011 wieder ihr volles
Arbeits
pensum
von 50 Stunden pro Woche und sei zu 100 % arbeitsfähig. Die
Trigger
punkttherapie
einmal pro Woche bringe
lediglich noch für
jeweils drei Tage eine Beschwerdereduktion
. Betreffend die Schmerzen sei nun allmählich vom Erreichen des Endzustandes auszugehen. Ab Anfang 2012 betrage die wöchent
liche Arbeitszeit bei ihrem Arbeitgeber neu 55 Stunden; allenfalls sei die Be
schwerdeführerin, die schon
jetzt
am Limit sei, dann nicht mehr in der Lage, ein Vollzeitpensum zu bewältigen (Urk. 10/23 S. 1). Die Beurteilung des Endzustan
des
werde
Ende März 2012
erfolgen
(S. 2).
3.
11
Am 28. März 2012 berichtete Dr.
G._
über eine nochmalige Verbesserung, die nach Angaben der Beschwerdeführerin vor allem seit Beginn eines
Nah
kampftrainings
im Januar 2012 eingetreten sei. Die Beendigung der
Trigger
punkttherapie
Ende Januar 2012 habe seither
keine Verschlechterung des Ge
sundheitszustandes
zur Folge gehabt
.
Hinsichtlich der Schmerzentwicklung sei festzuhalten, dass in grösseren Intervallen
, etwa auch nach längeren Belastun
gen, Verspannungen zervikal und lumbal aufträten, so dass die Beschwerde
führer
in
etwa alle zwei Wochen eine Tablette Voltaren einnehmen müsse; diese Beschwerden seien allerdings – ohne dass weitere Massnahmen erforderlich wären – reversibel. Sie sei
– bei gewissen Anpassungen am Arbeitsplatz –
zu 100 % arbeitsfähig geschrieben
(Urk. 10/25 S. 1
f.
).
Nach Abschluss der Ausbil
dung zur Fachärztin FMH für Psychiatrie im Juli 2012 würden diese Anpassun
gen (Einsatz vor allem in Tätigkeitsbereiche
n
,
in
denen
die Möglichkeit besteht, sich immer wieder
zu bewegen) kaum mehr möglich sein.
Deshalb werde die Beschwerdeführerin ihr Pensum per Juli 2012 auf 90 % reduzieren. Da der End
zustand nun erreicht sei, sei von einer bleibenden 10%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen (S. 2).
3.1
2
In seiner auf den Akten beruhenden Stellungnahme vom 19. September 2012
gelangte
der
Orthopädische Chirurg und
Traumatologe
Dr.
A._
, bera
tender Arzt der AXA,
zum Schluss,
dass die noch vorhandenen Beschwerden in keinem wahrscheinlichen Kausalzusammenhang zum Ereignis vom 31. Dezember 2010 mehr stünden; ursächlich für die anhaltende Symptomatik sei der Unfall vom 17. Oktober 199
3.
Der
Status
quo sine
sei per 1. März 2012
erreicht
worden
(Urk. 10/31 S. 2).
3.13
Der Chirurg Dr.
D._
, Kreisarzt der Militärversicherung
,
hielt am 4. Dezember 2012 gestützt auf die Akten fest, nach der am 31. Januar 1995 durchgeführten Osteosynthese-Materialentfernung und der Resektion eines Knochensporns am linken Beckenkamm habe ein Schmerzsyndrom im Bereich der linken Hüfte und des linken Beckenkamms persistiert.
So seien i
m Bericht über die Untersuchung im Zusammenhang mit der Beurteilung des
Integritäts
schadens
vom 5. Dezember 2000 (Urk. 11/117
) ein persistierendes
thorakolum
bales
Schmerzsyndrom, eine leicht eingeschränkte Hüftfunktion links, eine Sensibilitätsstörung im Bereich des linken Beckens und eine verminderte Be
lastbarkeit der Wirbelsäule bei
sportlicher Beanspruchung dokumentiert
. In den Röntgenbildern
vom 6. Januar 2011
, im CT der LWS vom 31. Dezember 2010 und im MRI vom 1. Januar 2011
zeige sich im Vergleich zu den
letzten
Vorauf
nahmen
vom 29. April 1999
– in der
sagitalen
wie auch in der Frontalebene –
keine Veränderung der Ausrichtung der oberen LWS
(Urk. 11/144 S. 1)
.
Zwar hätten die Querfortsatzfrakturen links L2/3 nach dem Unfall vom 31. Dezember 2010 – lediglich diskrete – Abweichungen gezeigt, diese Frakturen seien in der Zwischenzeit wohl aber abgeheilt. Betreffend das vorbestehende Beschwerdebild seien sie ohne grössere Bedeutung beziehungsweise hätten sie zu keiner blei
benden zusätzlichen Verschlimmerung geführt (S. 2 f.). In Übereinstimmung mit der Beurteilung des beratendem Arztes der AXA Dr.
A._
vom 19. September 2012 (Urk. 10/31) sei davon auszugehen, dass das
Beschwerde
bild
seit 1. März 2012 wieder weitgehend dem vor dem Unfall Ende 2010 be
standenen entspreche und keine klinisch fassbaren Anteile mehr aufweise, wel
che den Folgen des Unfalls vom 31. Dezember 2010 zuzuordnen seien (Urk. 11/144 S. 3).
3.1
4
Der Chirurg
Dr.
B._
, beratender Arzt der AXA, hielt in seiner auf den Akten basierenden Beurteilung vom 15. April 2014 fest, er könne Dr.
A._
Einschätzung
vom 19. September 2012
betreffend Kausalität und
Status
quo sine (Urk. 10/31) vollumfänglich bestätigen. Das Ereignis vom 31. Dezember 2010 habe zu keiner dauernden richtunggebenden Verschlimmerung des
Vor
zustandes
geführt.
Sofern es bei der Beschwerdeführerin in Zukunft noch zu vermehrten oder veränderten Schmerzsituationen komme, sei dies im
Rahmen
einer Überlastung der der
Spondylodese
benachbarten
Wirbelsäulensegmente zu interpretieren und auf den Erstunfall im Jahr 1993 zurückzuführen (Urk. 10/32 S. 1). Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit sei darauf hinzuweisen,
dass die Be
schwerdeführerin schon vor dem Geschehnis vom 31. Dezember 2010 in ge
wissen Arbeitsbereichen (Chirurgie, innere Medizin) leicht eingeschränkt gewe
sen sei und sich deshalb zur Fachärztin für Psychiatrie habe ausbilden lassen.
Diesbezüglich habe sie nach dem Unfall wieder eine volle Arbeitsfähigkeit er
langt (S. 2).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die AXA ihre Leistungen im Zusammenhang mit dem Unfall vom 31. Dezember 2010 zur Recht per 1. März 2012 eingestellt hat (Urk. 2). Da die Militärversicherung ihre Leistungsplicht ab diesem Zeitpunkt für die – als Rückfall zum
(bei ihr versicherten)
Unfall vom 17. Oktober 1993 gemeldeten – persistierenden lumbalen Beschwerden am 11. Dezember 2012 anerkannt hat (Urk. 11/147), besteht weder Anlass, die
Militärversicherung
zum Verfahren beizuladen
noch das Verfahren bis zur rechtskräftigen Erledigung deren Verfahrens betreffend Rentenanspruch zu sistieren (Urk. 1 S. 2, Urk. 17 S. 2 und S. 12 f.).
4.2
Nach Lage der Akten steht fest und ist unbestritten, dass die Beschwerdeführe
rin sich beim Unfall vom 31. Dezember 2010 eine Fra
ktur LWK 2 zuzog, den sie schon im Oktober 1993 frakturiert hatte und der
auch noch
nach
der
Versor
gung mittels
Spondylodese
LWK 1-3
und der im Januar 1995 erfolgten
Me
tallentfernung Beschwerden verursachte
(Urk. 10/11 S. 1, Urk. 10/3 S. 1, Urk. 10/14, Urk. 10/15 S. 2 f.)
.
Anders als bei der beim ersten Unfall erlitten – instabilen – Fraktur gab es bei der durch den Treppensturz Ende 201
0
verur
sachten (erneuten) Fraktur LWK 2 keine Anzeichen für eine Instabilität; die Therapie beschränkte sich daher auf konservative Massnahmen in Form einer
seits einer Analgesie und andererseits von Physiotherapie
(Urk. 10/11 S. 1, Urk. 10/27, Urk. 10/3, Urk. 10/13 f., Urk. 10/15 S. 2 ff.)
. Unter dieser Behand
lung waren die Beschwerden schon bald
regredient
, und die Beschwerdeführerin konnte ihre Arbeit
bereits
am 1. März 2011 wieder aufnehmen und das – an
fänglich 30%ige – Pensum (den Erwartungen der Ärzte entsprechend)
in der Folge
stetig steigern, bis ihr ab 26. September 2011 wieder eine volle Arbeitsfä
higkeit attestiert wurde (Urk. 12/2 S. 1,
Urk. 10/3 S. 1 f.,
Urk. 10/14, Urk. 10/15 S. 5 f., Urk. 10/20 S. 1, Urk. 10/23 S. 1,
Urk
12/23, Urk. 10/25 S. 1, Urk. 10/26)
.
4.3
Dass die noch über den 1. März 2012 geklagten Beschwerden und die von Dr.
G._
ab Juli 2012 erneut (und dauerhaft) attestierte 10%ige Arbeitsunfä
higkeit
(Urk. 10/25 S. 2)
noch mit dem Unfall vom 31. Dezember 2010 zu er
klären wären, erscheint aufgrund der zitierten medizinischen Berichte nicht als überwiegend wahrscheinlich. So gelangten die Ärzte einhellig zum Schluss, dass die damals erlittenen Frakturen wieder abgeheilt seien und die
radiologischen
Befunde
– abgesehen von der als bedeutungslos gewerteten minimen
Abwinke
lung
der frakturierten Querfortsätze links der Wirbel L2 und L3 –
k
eine zusätzli
che Wirbelkörper-Deformation
beziehungsweise keine durch das zweite Trauma bewirkte Stellungsänderung im Bereich der Wirbelsäule zeigten
(
Bericht Dr.
G._
vom 23. Juni 2011 [
Urk. 11/144
S. 5]
,
Stellungnahme Dr.
A._
vom 19. September 2012 [
Urk.
10/31 S. 1], Beurteilungen Dr.
D._
vom 4. Dezember 2012 [Urk. 11/144 S. 1] und Dr.
B._
vom 15. April 2014 [Urk. 10/32 S. 1]
; vgl. auch Bericht
Z._
vom 2. Dezember 2011 [Urk. 10/26]
)
.
Auf eine richtunggebende Verschlimmerung lässt
auch
der
Heilverlauf nicht schliessen. So konnte, n
achdem die Ärzte des
Z._
ihre Be
handlung – unter Hinweis darauf, dass zur gänzlichen Erlangung des schon fast wieder erreichten Status quo ante noch
weitere physikalische Massnahmen in Form der Weiterführung der
Triggerpunkttherapie
erforderlich sei
en
– bereits am 2. Dezember 2011 abgeschlossen hatten (Urk. 10/26), Ende Januar 2012 auch die
(einzig noch durchgeführte)
Physiotherapie
erfolgreich beendet werden (Urk. 10/25 S. 1).
In der Folge
stellte
Dr.
G._
am 28. März 2012
explizit
das
Erlangen des Endzustandes
fest
(Urk. 10/25 S. 2).
Dass die von ihm
– prospektiv – ab Juli 2012 wieder
attestierte
10%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk.
10/25 S. 2)
zumindest teilweise
auf den Sturz vom 31. Dezember 2010 zurückzuführen sei
, wie dies die Beschwerdeführerin geltend machte
(Urk. 1 S.
8 f., Urk. 17 S. 3 ff. und S. 8 f.)
,
ist aufgrund der Beurteilung der weiteren Ärzte auszuschliessen und
geht
auch
aus
den
Ausführungen
von
Dr.
G._
nicht hervor
.
Dieser brachte
, indem er gleichzeitig das Wiedererlangen des Vorzustandes und die Persistenz von Einschränkungen prognostizierte (Urk. 10/15 S. 6)
, im Gegenteil
klar zum Ausdruck, dass der Unfall vom 31. Dezember 2010 für
die mutmasslich fortbe
stehende Leistungseinbusse nicht
kausal sei.
Hinzuweisen ist in diesem Zusam
menhang insbesondere darauf
, dass weder die bildgebenden noch die klinischen Untersuchungen Anhaltspunkte für eine durch den zweiten Unfall verursachte dauerhafte Verschlechterung des Gesundheitszustandes gaben, und die Be
schwerdeführerin bereits vor dem fraglichen Treppensturz ein der noch über den 1. März 2012 hinaus persistierenden Symptomatik entsprechendes
Beschwerde
bild
und eine daraus res
ultierende Leistungsminderung
aufwies
, weshalb sie – nach gescheiterten Arbeitsversuchen auf der Abteilung
für Traumatologie
be
ziehungsweise
für
innere Medizin – in den besser behinderungsangepassten Fachbereich Psychiatrie wechselte
(vgl. Urk. 10/15 S. 2 f.)
.
I
n der
im Zeitpunkt des Treppensturzes vom 31. Dezember 2010 ausgeübten
Tätigkeit
war sie
unter den
damaligen
Bedingungen
indes
ab
26. September 2011 wieder zu 100 % ar
beitsfähig
,
wobei es nach
Ende September 2011 gar noch
zu
eine
r
Verbesserung des Gesu
ndheitszustandes
kam
(vgl. Urk. 10/25 S. 1)
.
Dass ihr, nachdem die wö
chentliche Arbeitszeit
für ein Vollzeit
pensum
seitens des Arbeitsgebers per Ja
nuar 2012 (generell)
von 50 auf
55
S
tunden
erhöht w
orden war
und feststand, dass ihr Tätigkeitsbereich a
b Juli 2012
weniger häufige Positionswechsel bezie
hungsweise Bewegungsmöglichkeiten zulassen würde
,
von Dr.
G._
(ger
ade deswegen)
prospektiv per 1. Juli 2012 erneut eine 10%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt wurde
(Urk. 10/23 S. 1, Urk. 10/25 S. 2)
, lässt sich
angesichts der Untersuchungsergebnisse und des (von den Ärzten von Anfang an erwarteten und auch – mit einer gewissen Verzögerung – auch tatsächlich eingetretenen) günstigen Verlaufs
nicht mit einer
durch den Unfall vom 31. Dezember 2010 bedingten
nachhaltigen
Beschwerdeverschlimmerung erklären. Anzumerken ist, dass die Beschwerdeführerin selbst im neuen Tätigkeitsbereich mit ungünstige
rem Anforderungsprofil bei
der ihr bescheinigten
10%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit noch immer in der Lage ist, 49,5 Stunden pro Woche zu arbei
ten (90 % von 55 Stunden)
, was nur unwesentlich
weniger ist als die zuvor
im besser behinderungsangepassten Tätigkeitsbereich bei 100%iger Arbeitsfähigkeit
schon vor dem zweiten Sturz (vgl. Urk. 12/17 S. 2) und ab Ende September 2011 auch danach
während Monaten
wieder
im
(damaligen)
Vollzeitpensum
geleistete wöchentliche Arbeitszeit von 50 Stunden
.
4.4
Nach dem
G
esagten ist gestützt auf die
– auf fundierten (insbesondere auch bildgebenden) Untersuchungen beruhenden,
überzeugend begründeten und
im Wesentlichen
übereinstimmenden
– a
ktenkundigen ärztlichen Einschätzungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Unfall vom 31. Dezember 2010 lediglich vorübergehen
d
und höchstens bis Ende Februar 2012 zu einer Verschlimmerung der
vorbestehende
n
– und von der
Militärversi
cherung
mit Verfügung vom 12. Februar 2001 (Urk. 11/124) mit einer
Integri
tätsschadenrente
abgegoltenen –
lumbalen Symptomatik führte
beziehungs
weise dass der Status quo sine
in Bezug auf den bei der Beschwerdegegnerin versicherten Treppensturz
spätestens zu diesem Zeitpunkt wieder erreicht war
.
Anlass zu weiteren medizinischen Abklärungen
(Urk. 1 S. 8 f., Urk. 17 S. 3 ff. und S. 8 f.)
besteht nicht
(
antizipierte Beweiswürdigung, BGE 122 V 157 E.
1d mit Hinweisen).
Die
per 1. März 2012 verfügte Leistungseinstellung der AXA erweist sich – wie im Übrigen trotz gegenteiliger Interessen auch die Militär
versicherung (zumindest implizit) anerkannt hat (vgl. Urk. 11/147) – demnach als rechtens.