Decision ID: c53e3e4b-f6f6-5c2a-afb6-6f9921927189
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich Anfang Mai 2013 unter Hinweis auf einen Bandscheibenvorfall
und Schmerzen zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 1).
A.a.
Nach diversen Abklärungen (vgl. dazu den Sachverhalt in IV 2014/405) lehnte die
IV-Stelle mit Verfügung vom 7. August 2014 einen Anspruch der Versicherten auf
Rentenleistungen ab. Gemäss Unterlagen bestehe seit dem 19. März 2013 eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Aus medizinischer Sicht betrage die
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Packerin 100%. In einer dem
Leiden angepassten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von anfänglich 50%,
welche auf ein Vollpensum gesteigert werden könne. Aufgrund des Invaliditätsgrads
von 5% bestehe kein Anspruch auf eine IV-Rente (IV-act. 78).
A.b.
Die gegen die Verfügung vom 7. August 2014 erhobene Beschwerde vom 12.
September 2014 (IV-act. 81) wurde mit Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen vom 28. Oktober 2016 (IV 2014/405) gutgeheissen, die Verfügung vom 7.
August 2014 aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung und zur
anschliessenden neuen Verfügung im Sinne der Erwägungen an die IV-Stelle
zurückgewiesen (IV-act. 98-10). Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen kam
zum Schluss, dass die für die Beurteilung des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD)
zugrunde gelegten Arztberichte kein einheitliches und vollständiges Bild in Bezug auf
den Verlauf und den Status des Gesundheitszustandes der Versicherten zulassen
würden (IV-act. 98-8).
A.c.
In der Folge wurden weitere Abklärungen getätigt (IV-act. 112 ff.) und das
Medizinische Gutachtenzentrum Region St. Gallen GmbH (nachfolgend: MGSG) am 29.
A.d.
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B.
Mai 2017 mit der polydisziplinären (Innere Medizin/Orthopädie/Neurologie/Psychiatrie)
Begutachtung der Versicherten betraut (IV-act. 146, 149). In ihrem Gutachten vom 28.
August 2017 (IV-act. 156) diagnostizierten die Gutachter im polydisziplinären Konsens
ein Lumbovertebralsyndrom bei Diskushernie L4/5 mit rezessalem Kontakt zur
Nervenwurzel L5 beidseits sowie eine Osteochondrose und Diskushernie L5/S1 mit
leichter Spondylarthrose und eine Kompression der Nervenwurzel S1 links mit ebenso
chronischem sensibel radikulärem Schmerzsyndrom L5 vor allem S1 links, ein
assoziiert symptomatisches Restless-Legs-Syndrom (Erstmanifestation 2014) und eine
Adipositas Klasse II. Diesen Befunden massen sie Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu.
Weiter diagnostizierten die Ärzte eine Migräne mit visuellen Auraphänomenen
(schwindelassoziiert), eine rezidivierende depressive Störung (gegenwärtig leichte
Episode), akzentuierte ängstliche, selbstunsichere Persönlichkeitszüge und eine
arterielle Hypertonie. Diesen Befunden massen sie keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit zu. Körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen,
abwechslungsweise sitzend und stehend, ohne häufige inklinierte, reklinierte und
rotierte Köperhaltungen, ohne Arbeiten in vorwiegend kniender und hockender Haltung
und ohne wiederholtes Aufrichten und ohne Oberkörperfixierung könnten seit April
2012 gesamthaft bei voller Stundenpräsenz zu 100% zugemutet werden (IV-act.
156-58 f.).
Nach Einholung einer Stellungnahme des RAD (IV-act. 157) stellte die IV-Stelle der
Versicherten mit Vorbescheid vom 24. Oktober 2017 bei einem Invaliditätsgrad von 5%
die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (IV-act. 160). Dagegen liess die
Versicherte durch ihren Vertreter, Rechtsanwalt Dr. R. Pedergnana, St. Gallen, am 21.
November 2017 Einwand erheben. Es seien berufliche Massnahmen zu veranlassen,
insbesondere ein Eingliederungstraining. Es sei eine halbe, eventualiter eine
Dreiviertelsrente zu sprechen. Eventualiter sei ein neues polydisziplinäres Gutachten in
die Wege zu leiten (IV-act. 161). Nach nochmaliger Stellungnahme durch den RAD (IV-
act. 163) verfügte die IV-Stelle am 5. Januar 2018 gemäss Vorbescheid (IV-act. 165).
A.e.
Gegen die Verfügung vom 5. Januar 2018 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 8. Februar 2018. Der Rechtsvertreter der Versicherten (nachfolgend:
B.a.
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Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist ein Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin.
Beschwerdeführerin) beantragte darin die Aufhebung der Verfügung. Es sei eine halbe,
eventualiter eine Dreiviertelsrente zu sprechen. Eventualiter sei ein neues
polydisziplinäres Gutachten in die Wege zu leiten. Unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Des Weiteren wurde die
Durchführung einer mündlichen Verhandlung beantragt (act. G 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 14. März 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde (act. G 4).
B.b.
In der Replik vom 22. Mai 2018 liess die Beschwerdeführerin unverändert an der
Beschwerde festhalten (act. G 8). Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung
einer ausführlichen Duplik verzichtet (act. G 10).
B.c.
Mit Schreiben vom 22. November 2019 verzichtete die Beschwerdeführerin auf die
Durchführung einer mündlichen Verhandlung (act. G 12).
B.d.
Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.1.
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
1.2.
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Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Für das
gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und
das Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
1.3.
Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens formgerecht eingeholten Gutachten
von externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; vgl. ferner
Thomas Flückiger, Medizinische, insbesondere hausärztliche Berichte und ihre
Beweiskraft – mit einem Seitenblick auf die medizinischen Gutachten, in: Kieser/
Lendfers [Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2013, St. Gallen 2014, S. 138 ff.). In
Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache
Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE
125 V 351 E. 3b/bb und cc). Dies gilt auch für Stellungnahmen behandelnder
Spezialärzte (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 6. April
1.4.
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2.
Um den Invaliditätsgrad festlegen zu können, muss die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
feststehen.
2006, I 803/05, E. 5.5). Widersprechen Berichte behandelnder Ärzte dem von der
Verwaltung bei externen Spezialärzten eingeholten Gutachten, ist die unterschiedliche
Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Ärzte einerseits und
Begutachtungsauftrag der amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits zu
beachten (Urteil des EVG vom 18. April 2006, I 783/05, E. 2.2). Es ist deshalb nicht
zulässig, ein medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu
stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden
Ärzte später zu anderslautenden Einschätzungen gelangen oder an vorgängig
geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Vorbehalten bleiben aber Fälle, in
denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte
wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte
benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben
sind (Urteil des Bundegerichts vom 27. Mai 2008, 9C_24/2008, E. 2.3.2).
Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 f. E. 4a). In beweisrechtlicher Hinsicht gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Die Verwaltung resp. das Gericht dürfen eine Tatsache nur
dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im
Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht
etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts
genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener
Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als
die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b mit Hinweisen).
1.5.
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2.1 Die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegnerin stützt sich in medizinischer
Hinsicht auf das polydisziplinäre Administrativgutachten des MGSG vom 28. August
2017 (IV-act. 156). Dieser formgerecht eingeholten Expertise von externen Fachärzten
(IV-act. 141 ff.) ist bei der Beweiswürdigung voller Beweiswert zuzuerkennen, sofern
nicht konkrete Indizien gegen deren Zuverlässigkeit sprechen (vgl. vorstehende E. 1.4).
2.2 Die Beschwerdeführerin kritisiert das Gutachten in verschiedener Hinsicht. Es sei
nicht umfassend, weil bestehende Krankheiten (Adipositas per magna,
Schilddrüsenunterfunktion, Migräne, Fibromyalgie) nicht genauer abgeklärt bzw.
miteinbezogen worden seien. Das Gutachten weise zudem mehrere Widersprüche auf
und den Schlussfolgerungen könne nicht zugestimmt werden.
2.3 Vorab ist festzuhalten, dass in Bezug auf die orthopädische Beurteilung (durch Dr.
med. B._, Spezialarzt Orthopädie FMH, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM)
keine substantiierten Einwände erhoben wurden und ernsthafte Zweifel an der
Beurteilung im Kontext der übrigen Akten auch nicht aufkommen. Die lumbalen
Rückenschmerzen rühren einleuchtend von den bildgebend ausgewiesenen
Diskushernien her (IV-act. 156-7). Diese objektivierbaren Schmerzen bewegten die
Beschwerdeführerin denn auch ursprünglich zur Anmeldung bei der IV (IV-act. 1) und
wurden in dem Sinne berücksichtigt, dass rückenbelastende körperlich mittelschwere
und schwere Tätigkeiten in kalter und feuchter Umgebung, vorwiegend sitzend und
stehend, mit häufig inklinierten, reklinierten und rotierten Körperhaltungen der
Beschwerdeführerin nicht mehr vollumfänglich zugemutet werden können (IV-act.
156-7), angepasste Tätigkeiten indes schon. Zu demselben Ergebnis kam die
neurologische Gutachterin (Dr. med. C._, Spezialärztin Neurologie FMH, zertifizierte
medizinische Gutachterin SIM). Auch sie berücksichtigte in ihrer Beurteilung die in
ihrem Fachgebiet relevanten geklagten Beschwerden (lumbale Schmerzproblematik,
Restless-Legs-Syndrom, Kopfschmerzen/Schwindel; IV-act. 156-69 ff.) ausführlich und
kam – wie der orthopädische Gutachter – nach eingehender Untersuchung und in
Berücksichtigung der Funktionseinschränkungen und Ressourcen zum Schluss, dass
die Beschwerdeführerin seit jeher in adaptierten Tätigkeiten, trotz lumbaler Schmerzen,
Restless-Legs-Syndroms und Migräne, zu 100% arbeitsfähig sei (IV-act. 156-81 ff.).
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2.4 Auch das psychiatrische Teilgutachten von Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie, entspricht den Anforderungen der Rechtsprechung. Die
Beurteilung erfolgte unter Einbezug und in Diskussion der Vorgeschichte bzw. der
vorhandenen (medizinischen) Aktenlage (IV-act. 156-89 ff.). Anlässlich der Exploration
konnte sich die Beschwerdeführerin ausführlich zu ihren Beschwerden und deren
Entwicklung äussern (IV-act. 156-94 f.). Der psychopathologische Befund erging in
Abhandlung der gängigen Parameter (IV-act. 156-100 f.). Gestützt darauf erfolgten
nachvollziehbar und schlüssig die Diagnosen (rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig leichte Episode; akzentuierte ängstliche, selbstunsichere
Persönlichkeitszüge; IV-act. 156-101). Schlüssig erscheint auch, dass eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung verneint wird, zumal sich die Rückenschmerzen – wie
erwähnt – genügend organisch erklären lassen (IV-act. 156-104). Letztlich handelte Dr.
D._ auch die Indikatoren nach BGE 141 V 281 ab (IV-act. 156-105 ff.) und kam
aufgrund der – trotz Beeinträchtigungen durch die psychische Störung – noch
vorhandenen Ressourcen (IV-act. 156-107) nachvollziehbar zum Schluss, dass auch
aus psychiatrischer Sicht (zumindest) in einer leidensadaptierten Tätigkeit eine 100%-
ige Arbeitsfähigkeit bei vollem Stundenpensum seit jeher angenommen werden könne
(IV-act. 156-109).
2.5 Zu den von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Kritikpunkten ist folgendes
festzuhalten: Die Adipositas per magna wurde von den Gutachtern erkannt und in die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit miteinbezogen (IV-act. 156-58 f.). Dass das Gewicht
sehr schnell erheblich angestiegen ist, mag zwar zutreffen. Dass das Gewicht aus
verschiedenen Gründen wieder gesenkt werden sollte, ist zudem nachvollziehbar. Für
die vorliegende Beurteilung ist dies aber insofern nicht relevant, als die Gutachter
plausibel in der Lage waren, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin trotz
bestehender Adipositas zu schätzen und nachvollziehbar zum Schluss gelangten, dass
diese in entsprechend adaptierten Tätigkeiten zu keinen quantitativen Einschränkungen
führt. Dasselbe gilt für die Migräne. Dass diese an Exazerbationstagen zu einer
vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit führen kann, wurde im Gutachten diskutiert und
anerkannt (IV-act. 156-81). Es leuchtet ein, dass die Häufigkeit des Auftretens (gemäss
eigenen Angaben der Beschwerdeführerin etwa einmal monatlich; IV-act. 156-70) nicht
dazu führt, dass deshalb von einer quantitativen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
auszugehen bzw. eine solche ausreichend nachgewiesen wäre. Eine allfällige
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Schilddrüsenunterfunktion wurde im Gutachten zwar nicht diskutiert; diese konnte aber
mit den Laborwerten nicht bestätigt werden. So zeigten sich im Labor vom 14. Juli
2016 Werte im Normbereich (TSH 2.77 bei Normbereich 0.25 - 4.0 mU/l; vgl. dazu die
Stellungnahme der RAD-Ärztin Dr. med. E._ vom 27. Dezember 2017 in IV-act. 163).
Aktuellere Werte konnte die Beschwerdegegnerin bis Dezember 2017 nicht erhältlich
machen (IV-act. 162-1). Solche reichte auch die Beschwerdeführerin mit ihrem Einwand
nicht ein. Damit ist im Verfügungszeitpunkt weder eine Schilddrüsenunterfunktion noch
eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund dieses Problems rechtsgenüglich ausgewiesen.
Beschwerden, welche auf die früher diagnostizierte Fibromyalgie (IV-act. 131 f.)
hinweisen, wurden seitens der Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung nicht
geltend gemacht (IV-act. 156-3, 39), weshalb es nachvollziehbar erscheint, dass diese
Diagnose nicht aufgeführt wurde. Trotzdem wäre eine Auseinandersetzung
wünschenswert gewesen. Von Relevanz ist aber, dass es
invalidenversicherungsrechtlich nicht auf die (genaue) Diagnose ankommt, sondern
darauf, welche Auswirkungen eine Krankheit auf die Arbeitsfähigkeit hat (Urteil des
Bundesgerichts vom 15. März 2016, 9C_634/2015, E. 6.1). Selbst wenn von einer
Fibromyalgie auszugehen wäre, resultierte daraus, wie auch aus der rezidivierenden
depressiven Störung und allfälligen organisch nicht erklärbaren Beschwerden gestützt
auf die schlüssige Auseinandersetzung mit den Standardindikatoren nach BGE 141 V
281 (Belastungen und Ressourcen) im MGSG-Gutachten (IV-act. 156-105 ff.) keine
Arbeitsunfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten. In diesem Sinne ist das MGSG-Gutachten
dennoch als umfassend zu qualifizieren. Widersprüche sind nicht zu erkennen, auch
nicht in Bezug auf die Prognosestellung. Die in orthopädischer und neurologischer
Hinsicht erwähnte ungünstige Prognose (IV-act. 156-8 f., 51) erfolgte nachvollziehbar
aufgrund der keiner relevanten Behandlung mehr zugänglichen
Rückenschmerzproblematik. Insbesondere ist diesbezüglich auch keine Operation
indiziert (IV-act. 156-59 f.). Warum deshalb eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit in einer den
Beeinträchtigungen Rechnung tragenden Tätigkeit (vgl. zum Belastungsprofil
vorstehende lit. A.d) nicht möglich sein sollte, ist nicht ersichtlich.
2.6 Zusammengefasst ist festzuhalten, dass das Gutachten auf einer detaillierten
Anamneseerhebung und den erforderlichen Untersuchungen in den unterschiedlichen
Bereichen beruht. Es ist für die streitigen Belange (genügend) umfassend und wurde in
Kenntnis der sowie in Auseinandersetzung mit den relevanten Vorakten erstellt. Die
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Gutachter legten die medizinischen Zusammenhänge einleuchtend dar, setzten sich
mit den geklagten Beschwerden sowie mit dem Verhalten der Beschwerdeführerin
auseinander und nahmen auch Bezug auf die in BGE 141 V 281 statuierten Indikatoren.
Es bestehen insgesamt keine Anhaltspunkte, dass die klinische Untersuchung mit
Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung als wichtigste
Grundlage gutachterlicher Feststellungen und Schlussfolgerungen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 28. Mai 2019, 9C_867/2018, E. 5.2.1) nicht lege artis erfolgt wäre.
Entsprechend ist darauf abzustellen und in angepassten Tätigkeiten von einer 100%-
igen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass eine allfällige (Rest-)Arbeitsfähigkeit
nicht mehr verwertbar sei.
3.2 Rechtsprechungsgemäss ist in der Regel die Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit umso eingehender abzuklären und nachzuweisen, je restriktiver
das medizinische Anforderungsprofil umschrieben ist. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt
(vgl. Art. 7 Abs. 1 und 16 ATSG) umfasst aber auch sogenannte Nischenarbeitsplätze,
also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen gesundheitlich beeinträchtigte Personen
mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können.
Von einer Arbeitsgelegenheit kann jedoch dann nicht mehr gesprochen werden, wenn
die zumutbare Tätigkeit nur noch in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der
ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem
Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden
einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil
des Bundesgerichts vom 6. Juli 2017, 9C_253/2017, E. 2.2.1, mit Hinweisen).
3.3 Die Beschwerdeführerin ist in einer angepassten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig
und damit in quantitativer Hinsicht nicht eingeschränkt. In qualitativer Hinsicht kann sie
körperlich leichte, abwechslungsweise sitzende und stehende Tätigkeiten ausführen.
Bei der Arbeit sollten nicht häufig inklinierte, reklinierte und rotierte Köperhaltungen
vonnöten sein. Auch sollte sie nicht vorwiegend kniend oder hockend, mit
wiederholtem Aufrichten und Oberkörperfixierung verrichtet werden müssen (IV-act.
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156-59). Selbst wenn es für die Beschwerdeführerin bei diesem Anforderungsprofil
schwierig sein dürfte, eine geeignete Stelle zu finden, so sind die Einschränkungen
nicht als derart gravierend zu qualifizieren, dass dies – jedenfalls auf dem
massgebenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt – nicht mehr denkbar bzw. von
vornherein ausgeschlossen wäre. Konkret zumutbar wären unter anderem die Kontrolle
von Waren in der maschinellen Herstellung, die Überwachung von voll- oder
halbautomatischen Maschinen sowie telefonische Auskunfts-, Bestellungs- oder
Umfragedienste. Dafür benötigt die Beschwerdeführerin weder besondere
Berufskenntnisse noch Berufserfahrung. Von einer Unverwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit ist demnach nicht auszugehen. Bei verwertbarer 100%-iger
Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten besteht offenkundig kein
rentenbegründender Invaliditätsgrad von mindestens 40%, sodass die konkrete
Bemessung des Invaliditätsgrads unterbleiben kann. Es besteht damit kein
Rentenanspruch und die Beschwerde ist abzuweisen.
4.
Mangels rentenrelevanten Invaliditätsgrads bildeten Ansprüche auf
Integrationsmassnahmen oder berufliche Massnahmen (nach dem Grundsatz
"Eingliederung vor Rente") nicht zwangsläufig Gegenstand der ablehnenden
Rentenverfügung vom 5. Januar 2018. Zudem wurden berufliche Massnahmen
mangels subjektiver Eingliederungsfähigkeit mit Mitteilung vom 15. Januar 2014 bereits
einmal abgeschlossen (IV-act. 54). Die anschliessenden Rechtsmittel sowie Verfahren
bezogen sich ausschliesslich auf Rentenleistungen. Auf diesbezügliche – implizit
gestellte – Anträge (vgl. act. G 1 S. 5 und act. G 8 S. 9) ist daher nicht einzutreten. Es
bleibt der Beschwerdeführerin indes unbenommen, sich bei der Beschwerdegegnerin
zwecks Durchführung solcher Massnahmen anzumelden.
5.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- bis
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erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr daran anzurechnen.
Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.