Decision ID: e4fa66fa-a381-5ed3-993d-22332b9e0956
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1975,
arbeitete vom 2
2.
April bis zum 30. Okto
ber 2000 bei der
Y._
SA als Bahn-Steward (
Urk.
13/1/2).
An
schliessend bezog er Arbeitslosenentschädigung (
Urk.
13/13).
Ab
dem 12.
Septem
ber 2001
war
er
in einem befristeten Anstellungsverhältnis auf Abruf
für die
Z._
AG als Lagerist tätig
(
Urk.
13/8/3
)
. Am
2.
Oktober 2001 wurde
er von einem Unbekannt
en mit einem Messer angegriffen,
wobei er sich eine
tiefe
Schnittverletzung am linken Handgelenk
mit ganzer beziehungsweise
teilweiser
Durchtrennung diverser
Beuges
ehnen (FDP II-V
, FDS
II-V
und
SCU
), d
er
Arteria
ulnaris
und
des
Nervus
uln
aris
zu
zog
(
Urk.
13/2/27, 13/2/29
, 13/2/33
,
13/8/30
und 13/73
)
.
Die Unfallversicherung übernahm darauf
die
Be
handlungskosten und richtete Taggelder aus
(vgl.
Urk.
13/2
).
A
m
6
.
November 2002
meldete sich der Versicherte
bei der Sozialver
siche
rungs
an
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk.
13/4
)
.
Diese
nahm die Unterlagen des Unfallversicherers zu den Akten (vgl.
Urk.
13/2) und
klärte die erwerblichen (Urk.
1
3/6 und
13/8
) und
medizinischen
(Urk. 13/9 und 13/16)
Verhältnisse
weiter ab
.
Sie
gewährte
Beratung und Un
terstützung bei der Stellensuche (Urk.
13/24)
,
worauf der Versicherte ab
dem
8.
Oktober 2003 mit einem Pensum von 50
%
als Verkaufsmitarbeiter bei der
A._
GmbH angestellt
wurde
(
Urk.
13/28
). Für die Dauer der bis zum 7.
Februar 2004
ver
an
schlagten
Anlernzeit richtet
e
die IV-Stelle ein Taggeld aus (
vgl.
Urk.
13/31
und 13/36
).
W
egen ungenügender Leistung
en sprach die Ar
beitgeberin
auf den 2
9.
Febru
ar 2004
die Kündigung des Arbeitsverhältnisses aus
(vgl.
Urk.
13/37/2 und 13/37/4 ff.
)
.
Die
IV-Stelle
schloss
die Arbeitsver
mittlung
am 2
3.
März 2014 ab
(Urk. 13/41). Sie tätigte
weitere
medizinische (vgl.
Urk.
13/64, 13/66, 13/67 u
nd 13/76) und erwerbliche (Urk.
13/68) Abklä
rungen.
Unter anderem holte sie ein psychiatrisches Gutachten von
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 1. Oktober 2005 ein (
Urk.
13/76).
Mit Schreiben vom 6.
Oktober 2005 ordnete
sie
im Rahmen der Schaden
min
derungspflicht eine
psychiatrisch-psychothera
peuti
sche Behandlung an, deren Inanspruchnahme durch den Versicherten sie im Rahmen einer amtlichen Revi
sion per Oktober 2007 prüfen werde (
Urk.
13/78). Mit Verfügung vom 1
6.
März
2006 sprach
die IV-Stelle
dem Versi
cherten, ausgehend
von einem Invaliditäts
grad von 100 %
(vgl. Urk.
13/79)
, ab dem 1.
Oktober
200
2
eine ganze Invali
den
rente zu (Urk.
13/84
).
Im
Dezember 2007
wurde von Amtes wegen eine Rentenüberprüfung einge
leitet,
worauf der Versicherte
erklärte
,
sein
Gesundheitszustand
sei unverändert
(Urk.
13
/
93
). Die IV-Stelle zog
einen aktuellen IK-Auszug bei (Urk.
13
/
95
) und holte einen
ärztlichen
Verlaufsbericht von Dr. med.
C._
, Facharzt
FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie
, vom
24
.
April
2008 ein (Urk.
13/98
).
Überdies gab sie ein
weiteres
psychiatris
ches Gutachten
bei
Dr.
B._
in Auftrag (Urk.
13/99), das am 1
6.
August 2008
erstatt
et wurde (
Urk.
13/100).
Mit
Schreiben vom
1
.
September
200
8
teilte die IV-Stelle
dem
Versi
cherten mit, dass
sich keine rentenrelevanten Änderungen ergeben hätten und
er
weiterhin An
spruch auf die bisherige ganze Invalidenrente habe (Urk.
13
/
103
).
Im Jahr 201
1
leitete die IV-Stelle erneut ein Revisionsverfahren ein
,
worauf
der Ver
sicherte
einen
verschlechterten Gesundheitszustand
geltend machte
(Urk.
13
/
11
7).
Die IV-Stelle
zog einen aktuellen IK-Auszug bei
(Urk. 7/
120
) und
holte ärztliche Auskünfte ein
(Urk.
13/121
). Hernach gab sie ein
inter
disziplinä
res
Gutachten betreffend die Fachbereiche
Innere Medizin und
Psy
chiatrie in Auftrag
(Urk.
13
/
123
), das am
28
.
Novem
ber
2012
erstattet wurde (Urk.
13
/
133
).
Dazu nahm
der
Versicherte am
4.
Februar 2013 schriftlich Stellung (
Urk.
13/137). Mit
Schreiben vom
5.
August 2013 ordnete die IV-Stelle im Rah
men der Scha
denmin
derungspflicht eine fachärztliche Psycho- und Pharmako
therapie an (
Urk.
13/148).
Mit Vorbe
scheid vom
selben Tag
stellte sie die Aufhe
bung der In
validenrente in Aussicht (
vgl.
Urk.
13
/
149 und 13/150
). Dagegen liess de
r
Ver
sicherte Einwand erheben (Urk.
13
/1
59
)
. Mit Verfügung vom 2
6
.
August
2014 hob die IV-Stelle wie angekündigt die ganze Invalidenrente auf Ende des nach der Zustellung der Verfügung folgen
den Monats auf (Urk. 2 =
13
/1
6
7). Ei
ner Beschwerde gegen die Verfügung entzog sie die aufschiebende Wirkung (Urk. 2 S. 3).
2.
Gegen die Verfügung vom 2
6
.
August
2014 liess d
e
r
Versicherte mit Eingabe vom 2
9
.
Septem
ber 2014 (Urk. 1) Beschwerde erheben.
Sein
Rechtsvertreter be
an
tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und
es sei dem Beschwer
de
führer weiterhin eine ganze Rente zusprechen. Das interdisziplinäre Gutach
ten
vom 2
8.
November 2012 sei vollständig aus dem Recht zu weisen. Eventua
liter sei der Beschwerdeführer umfassend psychiatrisch und neurologisch durch das
Gericht beg
utachten zu lassen.
Subeventualiter
sei die Sache an die Be
schwer
de
gegnerin zurückzuweisen zwecks Durchführung einer neuen psychiat
rischen und
neurologischen Begutachtung.
Überdies
beantragte er einen zweiten
Schriften
wechsel
,
die Durchführung
eine
r
öffentliche
n
Verhandlung und die Erteilung der
aufschiebenden Wirkung der Beschwerde. Ferner ersuchte er um Gewährung der
unent
geltlichen Prozessführung und um Bestellung als unent
geltlicher Rechts
vertre
ter
(Urk. 1 S. 2
f.
; vgl. auch
Urk.
5
). Die IV-Stelle schloss am
1
.
Dezem
ber 2014 auf
Abweisung der Beschwerde (Urk. 12
).
Mit Verfügung vom 1
1.
Dezem
ber 2014 (
Urk.
14) wurde das Gesuch um Wiederherstellung der au
fschiebenden
Wirkung abgewiesen
. Überdies wurde das
Gesuch um Gewäh
rung der unent
gelt
lichen Prozessführung und um Bestellung eines unentgeltli
chen Rechtsvertreters
gutgeheissen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zog das Begehren um Durchführung einer öffentlichen Verhandlung am 3
1.
August 2015 zurück (
Urk.
18).
Er verzichtete am
29.
September 2015 auf eine Replik (
Urk.
20). Da
von wurde der Gegenpartei mit Verfügung vom 3
0.
September 2015 Kenntnis gegeben.
Der Rechts
vertreter de
s Beschwerdefüh
rers
reichte darauf seine
Hono
rarnote
ein (vgl.
Urk.
22 und 23).
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit erforder
lich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
ei
nträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für
die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hin
weisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleic
h gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in
seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
des
gerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003
E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beur
tei
lung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte
rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheent
scheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
b
e
messung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durchgeführten Revision keine
leistungsbe
ein
flussende
Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (Art. 74
ter
lit
. f der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung, IVV) und die bisherige Invaliden
rente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (Art. 74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den
Ver
gleichs
zeit
punkt
einer (ordentlichen) rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
1.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das
heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
ge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stam
men,
objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
ba
ren
Unter
lagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berich
ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wür
digen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die
andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arzt
berichtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange um
fassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
I
n der angefochtenen Verfügung zog die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen in Betracht, mit dem
interdisziplinären
Gutachten vom 28.
Novem
ber 201
2
sei eine
Verbesserung des
somatischen und des psychischen
Gesundheitszustande
s
ausgewiesen.
Die aus psychiatrischer Sicht gestellten Diagnosen begründeten kei
nen
invalidenversicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschaden mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit. Die somatisch-rheumatologische Untersuchung habe ergeben, dass weiterhin motorische und sensible Ausfälle der linken Hand als Folge der
im Jahr 2001 erlittenen
Schnittverletzung vorhanden seien.
In der angestammten Tätigkeit als Teppichhändler sei seit Januar 2012
nur noch eine Arbeitsunfähigkeit von 40
%
ausgewiesen. In e
iner optimal leidensangepassten
ruhigen und geordneten Tätigkeit ohne vorwiegenden Kundenkontakt und ohne grosse Anforderungen an Kraft und Geschicklichkeit der linken Hand bestehe lediglich noch eine Arbeitsunfähigkeit von 30
%
. Dementsprechend führte die Beschwerdegegnerin einen Einkommensvergleich durch, bei dem sie einen In
validitätsgrad von 32
%
ermittelte, der keinen Rentenanspruch
mehr
zu begrün
den vermöge
(Urk. 2).
Demgegenüber lässt d
e
r
Beschwerdeführer den Standpunkt vertreten,
es treffe nicht zu, dass sich sein Gesundheitszustand verbessert habe und ihm nunmehr
eine behinderungsangepasste Tätigkeit zu 70
%
zumutbar sei. Insbesondere dürfe
nicht auf das interdisziplinäre Gutachten vom 2
8.
November 2012 abge
stellt werden, da dieses mit formellen und materiellen Mängeln behaftet sei
(
Urk. 1
).
3.
3.1
Die Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, welche zur
Rentenzu
sprache
ab dem
1. Oktober 2002
geführt hatten
,
sind dem
psychiatrischen
Gut
achten
von
Dr.
B._
vom
1.
Oktober 2005
(Urk.
13
/
76
) zu entnehmen (vgl. das
Feststellungsbl
a
tt für den Beschluss vom
6
.
Oktober 2005
; Urk.
13/77
). Sie lauten wie folgt (Urk.
13
/
76
/4):
Mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F31.11)
Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1)
Generalisierte Angststörung (ICD-10: F41.1).
Dr.
B._
beurteilte den Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht als
seit dem
2.
Oktober 2001 bis auf
Weiteres
zu 100
%
arbeitsunfähig. Mit psychi
atrischer und psychotherapeutischer Unterstützung
seien
Verbesserungen der depressiven Symptomatik, der Ängste und der posttraumatischen
Belastungs
störung
(PTSD)
erreichbar
. Nach einer entsprechenden Behandlung
sollte
daher die Arbeitsfähigkeit neu beurteil
t
werden
(
Urk.
13/76/5).
Die
aus den Verletzungen an der linken Hand resultierenden physischen Ein
schränkungen
waren für die
Rentenzusprache
nic
ht ausschlaggebend,
da
aus somatischer Sicht
zumindest
eine behinderungsangepasste Tätigkeit zu 100
%
als
zumutbar
erachtet
worden war
(vgl.
Urk.
13/77/4).
3.2
Die letzte Rentenüberprüfung wurde mit der schriftlichen Mitteilung vom
1. September 2008 abgeschlossen, mit welcher keine rentenrelevanten Ände
rung
en
und dementsprechend weiterhin ein Anspruch auf eine ganze Invaliden
rente fest
gestellt wurden (Urk. 13/13). Sie stützte sich in medizinischer Hinsicht auf d
as Verlaufsg
utachten von
Dr.
B._
vom 1
6.
August 2008 (vgl. das
Fest
stellungsblatt
für
den Beschluss vom 2. September 2008; Urk. 13/102). Darin w
a
r nebst den bereits gestellten psychiatrischen Diagnosen
neu
eine
paranoid-psy
chotische Entwicklung (ICD-10: F28) fest
gehalten
worden
(Urk.
13/100/4)
.
Trotz in
tensiver psychiatrischer und psychotherapeutischer Unterstützung habe keine wesentliche Verbesserung erreicht werden können. Vielmehr sei es zu einer Ag
gravation des Gesundheitszustandes mit dem Auftreten einer additiven para
noid
-psychotischen Symptomatik gekommen. Bis auf Weiteres bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten (
Urk.
13/100/5).
Dies
e Ausführungen
und
die damals getätigten
erwerblichen
Abklä
rungen
genü
g
en
, um die Mitteilung vom 1. September 2008 als zeitliche
Ver
gleichs
basis
heran
zuziehen für die Prüfung der Frage, ob bis zum Erlass der an
gefochtenen Ver
fügung vom
26. August
2014 eine anspruchsrelevante Ände
rung eingetreten ist.
3.
3
Zur
weiteren
Entwicklung der medizinischen Verhältnisse ist dem
Verlaufsbe
richt
des behandelnden Psychiaters
Dr.
C._
vom
4.
Mai 2012 (Urk.
13/121) zu
entnehmen, dass der Beschwerdeführer in psychischer Hinsicht unverändert an eine
r posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) und an rezidivieren
den depressiven Episoden (ICD-10: F33.1) leidet. Überdies diagnostizierte
Dr.
C._
neu eine vorübergehende akute psychotische Störung (ICD-10: F23).
Während Jahren sei keine eigentliche Remission zu verzeichnen gewesen. Auf kürzere stabilere Perioden seien bald heftige Exazerbationen mit schweren de
pressiven Zuständen
und
akuter Suizidalität, mit paranoiden Vorstellungen und
anankastischer
Symptomatik gefolgt. Eine Besserung sei angesichts des bisheri
gen Verlaufs nicht zu erwarten. Günstig könnte am ehesten eine Konsolidierung im sozialen Bereich wirken, aber vorläufig sei keine entsprechende Entlastun
g beziehungsweise Stabilisierung in Sicht (Urk. 13/121/2).
3.4
Das von der Beschwerdegegnerin zur Beurteilung der aktuellen medizinischen
Situation eingeholte
inter
disziplinäre Gutachten vom 28.
Novem
ber 201
2
wurde
von
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH
für Innere Medizin und
Rheumaerkran
kungen
, und
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Psychiatrie
,
erstellt
(Urk.
13
/
133
).
Es nennt folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
hig
keit (Urk.
13
/
133
/
8):
1.
Rezidivierende depressive Störung, seit Anfang 2012
leichtgradige
Episode
(ICD-10: F33.0)
, mässige kulturelle Integration, lange Phase von
Arbeits
untätigkeit
(ICD-10: Z60.3/Z56)
, familiäre Schwierigkeiten
(ICD-10: Z63)
, und anhaltende somatoforme Schmerzstörung
(ICD-10: F45.4)
2.
02.10.01 tiefe
S
chn
ittverletzung
am linken
Handgelenk
palmar
mit
Flexi
onsausfall
der Langfinger und
Asensiblität
im Versorgungsgebiet des lin
ken
Nervus
ulnaris
:
-
Seh
nennähte DP II (partiell), FDP III bis V, FDPS II bis V, jeweils II bis V, sowie FCU Co-Adaptionsnaht des linken
Nervus
ulnaris
, Anastomose der
Arteria
ulnaris
des linken
palmaren
Handgelenks und Spaltung des linken
Retinaculum
flexorum
-
11/03 passageres CRPS II der linken Hand
-
01.12.03
Stellatum
-Blockade auf der linken Seite
-
vollständige Rückbildung
.
Ohne langdauernde Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien ein chronisches Schmerzsyndrom im Bereich des linken oberen Körperquadranten (nicht ausrei
chend somatisch abstützbar, diffuse Druckschmerzangabe, Polyarthralgien,
cer
vi
cospondylogenes
Syndrom, Schlafstörungen, Müdigkeit, Ängste, traurige Ver
stimmungen), Übergewicht, anamnestisch ein Reizmagen-Syndrom, Asthma bron
chiale und der Verdacht auf eine subklinische Hypothyreose (
Urk.
13/133/8).
Bis Ende 2011 könne von einer aufgehobenen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Als Teppichverkäufer sei der Versicherte seit Anfang 2012 zu 40
%
ein
geschränkt. Für eine angepasste Verweistätigkeit bestehe seit Anfang 2012 eine 30%ige Einschränkung (
Urk.
13/133/21).
A
us somatisch-rheumatologischer Sicht
habe sich
anlässlich der aktuellen Be
gut
achtung
kein relevanter Folgeschaden der am
2.
Oktober 20
0
1 erlittenen komp
lexen Läsion im Bereich der linken Hand obje
ktivieren
lassen
. Eine einge
hendere klinische Untersuchung werde erst möglich, wenn die Selbstlimitation des Versicherten abnehme (
Urk.
13/133/12).
Für die zuletzt ausgeübte berufliche Tätigkeit als Lagerist und Teppichverkäufer lasse sich seit Januar 2004 eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit von maximal 20
%
begründen.
Für eine an
ge
passte Verweistätigkeit könne aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht seit Januar 2004 keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr formuliert werden
(
Urk.
13/133/17)
. Eine angepasste Verweistätigkeit liege in einem tem
perierten (Raum
luft) Raum, beschränke sich auf leic
ht- bis mittelgradig körper
lich
belas
tende Arbeiten und lass
e
die Möglichkeit
zu
, zwischen sitzender, ste
hender und gehender Körperhaltung zu wechseln. Das Einhalten der
Rückener
gonomie
sei wünschenswert. Die mit der linken Hand repetitiv zu bewegenden Gewichte sollten, sofern die rechte Hand nicht gleichzeitig eingesetzt werden könne, 5 kg nicht überschreiten (Ur
k
.
13/133/17).
Aus psychiatrischer Sicht könne bis Ende 2011 von einer vollständigen Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Seither bestehe eine Ein
schränkung in der zuletzt ausgeübten beruflichen Tätigkeit von 30
%
(Urk. 13/133/21).
Die Resultate einer am
9.
November 2012
entnommenen
Blut
probe zeigten, dass das Antidepressivum und das Neuroleptikum klar unter dem therapeutischen Wert lägen. Eine geeignete medi
kamentöse Behandlung könne die d
epressive wie auch die nächtliche Angstsymptomatik relevant senken. Die Arbeitsfähigkeit werde auf 80 bis 90
%
ansteigen (
Urk.
13/133
/32
).
4.
4.1
Das
interdisziplinäre
Gutachten vom 28.
November 201
2
(Urk.
13
/
133
) basiert auf den
zur Verfügung gestellten Unterlagen
und
der fach
ärztlichen
internistisch-
rheumatologischen
und psychiatrischen Untersu
chung de
s
Beschwerdeführers
am
2.
und
9.
November 2012
(Urk.
13
/
133/1
und 13/133/22
). Es
wurde in Kenntnis der medizinischen Vorakten erstellt und berücksichtigt die
vom
Beschwerdeführer
geklagten Beschwerden ange
messen. Die gestellten Fra
ge
n beantwortet es um
fassend. Überdies setzt es sich detailliert mit anders
lau
tenden Beurteilungen, namentlich
mit der in den Vorberichten gestellten Diagnose einer
Algodystrophie
respektive eines CRPS vom Typ II
, auseinander
(vgl.
Urk.
13
/
1
3
3
/10)
.
Dabei wird einleuchtend und nachvollziehbar geschildert, weshalb sich eine solche mit den anlässlich der aktuellen Untersuchung erhobenen Befunden nicht objektivieren lasse und der genaue Zeitpunkt
der eingetretenen Verbesserung
nicht genau de
finiert werden könne. Namentlich wird insoweit plausibel bemerkt, dass mit der vorliegenden Dokumentation unklar bleibe, ob sich das CRPS unmittelbar nach
der am
1.
Dezember 2003 durchgeführten
Stell
atum
-Blockade zurückgebildet habe
. D
ie Angaben des Versicherten diesbezüglich
seien
nicht hilfreich und die
nach dem handchirurgischen
Konsiliumsbericht
vom 6. November 2013 ver
fass
ten
Berichte
enthielten
keine Angaben mehr zu den Befunden (Urk.
13/133/5
, 13/133/9 und
13/133/15
).
In der Beschwerdeschrift wird
gegen das Teilgutachten von
Dr.
D._
geltend ge
macht,
er
widerspreche den Vorakten, wenn
er
behaupte, dass aufgrund der me
dizinischen Dokumentation zunächst von einem erfreulichen
Rehabilitations
verlauf
ausgegangen werden könne (Urk. 1 S. 9
f.
).
Dem ist entgegen zu halten
, dass
die Klinik für Wiederherstellungschirurgie des
Spital
s
F._
, wo der Beschwerdeführer nach dem Unfall operativ behandelt worden war
(Urk.
13/2/33)
, am 15. März 2002 den bisherigen Heilungsverlauf als problemlos
bezeichnete
(vgl.
Urk.
13/2/29 und 13/2/30
). A
uch
Dr.
med.
G._
, Fach
arzt FMH für Handchirurgie,
sprach
am 4.
November 2002 von einem ei
gent
lich
erfreulichen Verlauf bezüglich der motorischen Erholung. Es gebe keine
Krallen
stellung
der Finger mehr, die
Intrinsic
-Plus-Stellung könne ebenfalls gut einge
nommen werden. Die Narben seien reizlos, wenn auch etwas verbreitert abge
heilt. Funktionell stark störend sei eine
Hyperpathie
im gesamten
Versor
gungs
gebiet
des
Nervus
ulnaris
, eine 2-PD lasse sich nicht nachweisen (
Urk.
13/8
/
16).
Die Feststellung von
Dr.
D._
,
dass
unter Berücksichtigung der Komplexität der Verletzung von einem erfreulichen Rehabilitationsverlauf aus
gegangen werden
könne
(
Urk.
13/133/9), lässt sich somit ohne
Weiteres
mit den vorhandenen medi
zinischen Unterlagen in Einklang bringen.
Der
gegenüber
Dr.
D._
erhobene
Vorwurf
erweist
sich
somit als haltlos.
Die
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht überzeugt, unge
ach
tet dessen, dass keine umfassende mehrstündige Testbatterie durchgeführt wurde
(
Urk.
1 S. 11).
Es
wurde eine schmerzvermittelnde Mimik und Gestik mit Nach
weis von fünf der fünf
Waddell
-Zeichen
vermerkt
(Urk.
13/133/4
und 13/133/10
).
Bei der
Untersuchung
blocke der Beschwerdeführer
Bewegungen, insbesondere des linken Armes, mit einem abrupt einsetzenden Widerstand ab. Phasenweise
übe
r
er die Bewegungen des linken Armes verlangsamt aus. Auf der
Untersu
chungs
liege
in Bauchlage liegend
lege
er beide Arme vollständig
eleviert
und flektiert neben dem Kopf ab und
könne
die Arme und die Hände funktio
nell unbehindert einsetze
n
, wenn er sich von der Bauch- in die Rückenlage oder u
mgekehrt mobilisier
e (Urk.
13/133/4). Die Narben an der link
en Hand und am linken Unterarm
präsentierten
sich
reizlos
. Beidseits sei ein vollständiger
Faust
schluss
möglich und es
bestehe
eine vollständige Extensionsfähigkeit all
er Lang
finger in allen Gelenken
. Die rohe Kraft der linken Han
d sei rasch wech
selnd
und nicht-
myotombezogen
abgeschwächt, entspreche
nd M3 bis M5 mi
nus. Diese
nicht-
myotombezogene
Kraftabschwächung
beziehe sich
auf
alle Finger der linken
Hand. Wenn sie tatsächlich permanent bestehen würde, müsste sich zwing
end eine Muskelhypotrophie entwickeln, die
sich
jedoch ebenfal
ls nicht objektivieren lasse
. Die Selbstlimitation des Beschwerdeführers lasse
keine
ein
gehendere Kraftprüfung des linken Armes zu (
Urk.
13/133/5 und 13/133/11).
Auch das psychiatrische Teilgutachten ist schlüssig begründet.
Es bestehen kei
ner
lei Anhaltspunkte dafür, dass die anamnestischen Angaben zum Teil unrich
tig wiedergegeben worden sein könnten, wie es vom Beschwerdeführer be
haup
tet wird (
Urk.
13/137
; vgl. insbesondere auch
Urk.
13/67
). Selbst wenn dies
aber
zutreffen sollte, so wäre zu beachten, dass es sich lediglich um einzelne unter
geordnete Details handeln würde, welche die gutachterlichen Ausführun
gen nicht
erheblich zu relativieren vermöchten.
Insbesondere würde
sich
nichts an den im
Rahmen der Begutachtung erhobenen objektiven Befunden (vgl.
Urk.
13/133/26-28)
und dem Resultat der Laboruntersuchung einer am
9.
November 2012 ent
nommenen Blutprobe mit Medikamentenspiegeln von
Risperdal
und
Aurorix
weit unter dem Referenzbereich (
Urk.
13/133/28)
ändern, welche – zu Recht – nicht
bestritten
werden (vgl.
Urk.
1).
Die von
Dr.
B._
gestellte Diagnose
einer posttraumatischen Belastungsstörung wird disku
tiert
und in der Folge
nicht
als unzutreffend bezeichnet
, wie es in der Be
schwerdeschrift insinuiert wird (vgl. Urk.
1 S.
12)
.
Dr.
E._
hat
lediglich festgehalten, es sei atypisch, dass
eine posttraumatische Belastungsstörung während so langer Zeit bestehen bleibe,
da sie sich in der Regel zurückbilde. Allerdings sei zu bemerken, dass der Be
schwerdeführer im 2006 eine
Retrauma
tisierung
erlebt habe. Die von ihm (aktu
ell) noch immer sporadisch wahrge
nommenen nächtlichen Sensationen sprächen
dafür, dass er zumindest tags
über, also bei der Arbeit, nicht mehr durch all
fälli
ge
Restsymptome behindert werde. Er erfahre nachts zudem eigenartige Illusio
nen, indem er glaube, fremde Personen brächen in seine Wohnung ein und ver
ur
sach
ten Geräusche. Die vom behandelnden Psychiater verordneten Medika
mente,
unter anderem
Risperdal
, seien geeignet, solche Störungen zu unterdrücken. Die Laboruntersuchung habe aber gezeigt, dass kein therapeutisch wirksamer
Medi
kamentenspiegel
vorliege
(
Urk.
13/133/29)
.
Dr.
E._
hat somit
lediglich keine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
mehr
festgestellt und eine Behandelbarkeit
bejaht. Auch die de
pressiven Episoden werden nicht
wie
in der Beschwerde
schrift
moniert (
Urk.
1 S.
12)
verneint,
sondern es wird aufgrund der aktuellen Symp
to
matik
- insoweit plausibel – lediglich eine
leichtgradige
depressive Episode diagnostiziert
(vgl.
Urk.
1 S. 12 und 13/133/29).
4.2
In formeller Hinsicht
hat der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
richtig be
merkt
,
dass
das
Bundesgericht in seinem Leitentscheid
BGE 137 V 210
die
poly
disziplinäre
Begutachtung thematisiert und
der versicherten Person
–
unter Auf
gabe seiner bisherigen Rechtsprechung
–
einen Anspruch eingeräumt hat, sich vorgängig zu den Gutachterfragen zu äussern. Überdies
hat es
im erwähnten Entscheid festgehalten, dass die IV-Stellen der versicherten Person
z
u
sammen mit der verfügungsmässigen Anordnung der Begutachtung den vorgese
henen Katalog der Expertenfragen zu
unterbreiten haben
(
BGE
137 V 210 E. 3.4.2.9
; vgl.
Urk.
1 S. 5
). Hierzu ist vorab zu bemerken, dass die in BGE 137 V 210 statuierten rechts
staatlichen Anforderungen er
st
mit dem Urteil des Bundes
gerichts 9C_207/2012 vom
3.
Juli 2013 (publiziert als BGE 139 V 349) für mono- und
bidisziplinäre
med
i
zinische Begutachtungen sinngemäss anwendbar erklärt wurden (vgl. BGE 139 V 349 E.
3-5).
Das
zur Diskussion stehende
interdiszipli
näre
Gutachten datiert vom
28. November 2012,
das heisst es wurde bereits vor der erwähnten
Rechtsprechungsänderung
in Auftrag gegeben und erstattet.
Die nach altem
Ver
fahrensstandard
eingeholten Gutachten verlieren d
urch die neu statuierte An
wendbarkeit justiziabler Korrektive auf laufende Verfahren
ihren Beweiswert nicht
per se. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob das abschliessende Abstellen auf die vorhandenen
Beweis
grundlagen
vor Bundesrecht standhält (BGE 137 V 210 E. 6).
Daran vermag auch der von Seiten des Beschwerdeführers angeführte Umstand nichts zu än
dern, dass das
Kreis
schreiben
über das Verfahren in der Invalidenversicherung (KSVI) bereits am
2
1.
August 2012 aufgrund der geänderten Rechtsprechung angepasst worden war
(
Urk.
1 S. 5).
Hierbei
handelt
es
sich lediglich um
Ver
waltungsweisungen
an die Durchführungsstellen, welche für das Gericht nicht verbindlich, sondern ledig
lich bei der Auslegung der anwendbaren Gesetzes- und
Verordnungsbe
stim
mungen
zu berücksichtigen sind (BGE 132 V 121 E. 4.4 mit Hinweisen).
4.3
Gegen das Gutachten wird in der Beschwerdeschrift
weiter
vorgebracht
,
dass es
die Beschwerdegegnerin versäumt
habe
,
dem Beschwerdeführer
vorgängig
die Namen beider
Gutachter bekannt zu geben
. Mit der s
chriftlichen Mitteilung vom 30.
August 2012 habe sie lediglich angezeigt, dass
Dr.
D._
mit der Begutachtung beauftragt werde
und dieser
den
zweiten Gutachter bekannt geben
werde. Am 17.
September 2012 habe
Dr.
E._
dem Beschwerdeführer direkt mitgeteilt, dass er ihn untersuchen werde. Die Beschwerdegegnerin habe dem Beschwerde
führer somit keine Möglichkeit
eingeräumt
, geg
en den psychiatrischen Gutachter
Einwände zu erheben (
Urk.
1 S. 6).
In der fraglichen Mitteilung vom 3
0.
August 2012
, welche auch dem Beschwerde
führer persönlich zugestellt worden war,
hat die Beschwerdegegnerin eine
Begut
achtung betreffend die Fachbereiche Innere Medizin und Psychiatrie
angeordnet
. Überdies hat sie bereits
Dr.
D._
als Gutachter bekannt gegeben und darauf hin
gewiesen, dass der Name des zweiten Gutachters noch mitgeteilt werde. Triftige Einwendungen gegen die Art der Begutachtung, die vorgesehenen
Fach
diszipli
nen
sowie allfällig den
/die Namen der begutachtenden Personen seien innert zehn Tagen schriftlich ab der Zustellung der Mitteilung bei der Beschwerdegeg
nerin einzureichen (
Urk.
13/123).
Es trifft zu, dass
Dr.
E._
dem Beschwer
d
eführer
mit Schreiben vom 17. September 2012 direkt erklärte, dass er von der Invalidenversicherung mit der spezialärztlichen Untersuchung beauftragt worden sei (
Urk.
13/126). Diese fand erst am 9.
November 2012, das heisst knapp zwei Monate später statt (Urk. 13/133/22).
Ab
Erhalt der schriftlichen Mitteilung von
Dr.
E._
hätte der Beschwerdeführer
hinreichend Gelegenheit gehabt,
Ein
wände gegen
dessen Person
als Gutachter
zu erheben
. Diese
Möglichkeit
liess er
jedoch
ungenutzt verstreichen
, während er zum
Inhalt des
Gutachten
s
relativ ausführlich Stellung genommen hat (
Urk.
13/137)
.
Auch
nachdem
d
er
Beschwer
deführer
eine Rechtsvertretung beauftragt und diese
im Mai 2013 die Akten
mit dem Gutachten zugestellt erhalten hatte (Urk. 13/142), wurden keine entspre
chen
den
Einwendungen
vorgebracht
.
Ebenso
wenig wurden
im Einwand (
Urk.
13/159)
und
in der Beschwerdeschrift (
Urk.
1)
gesetzliche
Ausstands- oder
Ab
lehnungs
gründe
geltend gemacht
. Solche
müssten
jedoch
so früh wie möglich vorgetragen werden.
Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
verstösst
es
gegen Treu und Glauben, Einwendungen dieser
Art erst im Rechtsmittelverfahren vorzu
bringen, wenn dies schon vorher möglich und zumutbar gewesen wäre. Wird die sachverständige Person nicht unverzüglich als befangen abgelehnt, wenn die betroffene Person vom Ablehnungsgrund Kenntnis erhält, verwirkt sie den An
spruch auf spätere Anrufung der Verfa
hrensgarantie (BGE 137 V 210 E.
6.1.1).
Der
Anspruch
gilt somit nicht absolut.
Die Rüge einer fehlenden Mög
lichkeit, sich zur Person des Gutachters zu äussern, ohne gleichzeitig konkrete Ausstands- oder Ablehnungsgründe zu nennen,
erscheint überspitzt formalistisch und
ist
nicht
zu schützen.
Insbesondere vermag sie die gutachterlichen Ausfüh
rungen nicht in Zweifel zu ziehen.
4.
4
Des Weiteren wird beanstandet, die Beschwerdegegnerin habe den Beschwerde
führer nicht auf die Möglichkeit hingewiesen, Zusatzfragen zu stellen. Ebenso
wenig habe sie ihm den Fragekatalog zugestellt, sondern lediglich das Merkblatt mit dem Titel „Das medizinische Gutachten in der Invalidenversicherung“ mit den Zusatzfragen der Invalidenversicherung
(
Urk.
1 S. 6
f.
)
.
Mit der schriftlichen Mitteilung vom 3
0.
August 2012 wurde der Beschwerdefüh
rer ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass er Zusatzfragen, die er beant
wortet haben möchte, innert zehn Tagen einreichen könne. In der Beilage finde er die Fragen der IV-Stelle an die Ärzte (Urk. 13/123/1). Die Beschwerdegegnerin hat
sich
überdies
keineswegs
darauf beschränkt, dem Beschwerdeführer das er
wähnte Merkblatt
zuzusenden
.
Vielmehr hat sie selbst
konkrete Fragestellungen formuliert, die sich im Zusammenhang mit dem Revisionsverfahren aufdrängten. Namentlich hat sie die Frage aufgeworfen, ob sich die Arbeits
un
fähigkeit sei
t der letzten Revision verändert
ha
be
(vgl. Urk.
13/122/3). Der fragliche Zeitraum, zu welchem sich das Gutachten über den Gesundheitszustand äussern sollte, war damit klar definiert. Für den Fall einer
festgestellten Veränderung der Arbeitsun
fähigkeit sollte überdies angegeben werden, ob es sich um eine Verbesserung oder um eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
handele
oder
um einen im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszustand, dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit nur anders beurteilt würden
(
Urk.
13/122/3). Darüber hinaus hat
die
Beschwerdegegnerin
eine Zusatzfrage bezüglich der Überwindbarkeit der psychiatrischen Diagnosen gestellt (Urk. 13/122/3).
Ein Versäumnis ist der Be
schwerdegegnerin in diesem Punkt folglich nicht vorzuwerfen. Ebenso wenig ist das Gutachten – wie in der Beschwerdeschrift behauptet (
Urk.
1 S. 7) – allein des
halb als massiv und unheilbar formell mangelhaft zu qualifizieren, weil darin 18 offenbar nicht von der Beschwerdegegnerin formulierte Fragen beantwortet wur
den (
Urk.
1 S. 7; vgl.
Urk.
13/133/31-33). Vielmehr spricht es für die Qualität eines Gutachtens, wenn die Gutachter weitere sich aufdrängende Fragestellungen ansprechen und abhandeln.
Ob sie ihre Ausführungen in Frage-Antwortform oder in einen gewöhnlichen Text kleiden wollen,
ist ihnen zu überlassen
.
4.5
Schliesslich
bleibt
zu bemerken, dass im Gutachten vom
28. November 2012
neu eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert und aus psy
chiatrischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für sämtliche Tätig
keiten
von 30 %
attestiert
wurde.
Gemäss der damals geltenden bundesgericht
li
chen Rechtsprechung bestand eine Vermutung, dass
eine somatoforme Schmerz
störung und ihre
Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar
ist
und sie in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu bewirken ver
m
a
g. Nur im Ausnahmefall, wenn die sogenannten Foerster-Krite
rien in einem hinrei
chenden Ausmass erfüllt waren, wurden die Voraussetzun
gen für eine zu
mut
bare Willensanstrengung verneint und ein Wiedereinstieg in den Arbeits
pro
zess al
s unzumutbar erachtet (vgl. BGE
139 V 547 E. 3, 131 V 49 E. 1.2 und 130 V 352). Das Bundesgericht hat seine bisherige Rechtsprechung mit Urteil 9C
_492/2014 vom
3.
Juni 2015 (BGE
141 V 281) geändert
und das bisherige Rege
l
-/
Ausnahmemodell durch ein
strukuriertes
Beweisverfahren er
setzt
.
An die Stelle des bishe
rigen Kriterienkatalogs trete
n im Regelfall beachtli
che
Stan
dard
indikatoren
.
U
nter Berücksichtigung leistungshindernder äu
sserer
Belastungs
fak
toren
einerseits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) an
derseits
soll das
tatsächlich erreich
bare Leistungsvermögen
ergebnisoffen
beur
teilt werden
(
BGE
141
V 281
E. 3.6). Betont wird, dass die Aufgabe der
Über
windbarkeitsver
mutung
an den Regeln betreffend die Zumutbarkeit nichts än
dert, namentlich nicht am Erfordernis einer objektivierten
Beurteilungsgrund
lage
. Nach Art. 7 Abs. 2
zweiter Satz ATSG liegt eine Erwerbsunfähigkeit nur vor, wenn sie aus
objektiver Sicht nicht überwindbar ist. Medizinisch-psychiat
risch nicht begründ
bare Selbsteinschätzungen und -limitierungen, wie sie ge
richtsnotorisch ärzt
li
cher
seits sehr oft unterstützt werden – wobei erst noch häufig gar keine konse
quente Behandlung stattfindet –, sind auch künftig nicht als invalidisierende Gesundheitsbeeinträchtigung anzuerkennen (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1).
In intertemporalrechtlicher Hinsicht ist sinngemäss wie in BGE 137 V 210 (be
treffend die rechtsstaatlichen Anforderungen an die medizinische Begutach
tung) vorzugehen. Nach diesem Entscheid verlieren gemäss altem
Verfahrens
standard
eingeholte Gutachten
nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen eine
r gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Ge
gebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Ab
stellen auf die vor
handenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE a.a.O. E. 6 in
initio
). In sinngemässer Anwendung der nunmehr
materiell-be
weisrechtlich
geänderten
Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prü
fen, ob die beigezogenen admi
ni
strativen und/oder gerichtlichen Sachverständi
gengut
achten – gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berich
ten – eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren er
lauben oder nicht. Je nach
Abklärungs
tiefe
und -
d
ichte kann zudem unter Um
ständen eine punktuelle Ergänzung genügen (
BGE 141 V 281
E. 8).
Im hier z
u beurteilenden Fall sind keinerlei Anhaltspunkte dafür
vorhanden, dass
unter Berücksichtigung der nunmehr massgebenden Standardindikatoren
an Stelle
der sogenannten Foerster-Kriterien
eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als
30
%
beziehungsweise in einem rentenbegründenden Ausmass
resultieren könnte
. Dies muss umso mehr gelten, als aufgrund der Laboruntersuchung der beim
Beschwerdeführer entnommenen Blutprobe von einer unzureichenden me
dika
men
tösen Behandlung
auszugehen ist, was gegen die Unüberwindbarkeit des
psy
chischen Leidens spricht. Es besteht
daher auch kein Anlass, das
Gut
achten im Hinblick auf die geänderte Rechtsprechung ergänzen zu lassen.
4.6
Aus dem Gesagten folgt, dass
nichts
vorgetragen wurde, was das Gutachten
vom
28. November 2012
formell oder materiell mangelhaft
er
schei
nen liesse oder sonst in Zweifel zu ziehen vermöchte. Ebenso wenig ist etwa
s Derartiges aus den Akten ersichtlich. Vielmehr erfüllt das Gutachten sämtli
che von der Rechtspre
chung statuierten Anforderungen an ein medizi
ni
sches Gutachten (vgl. BGE 134 V 231 E. 5a und 125 V 351 E. 3a). Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin darauf abgestellt hat.
4.
7
Mit dem Gutachten ist ausgewiesen, dass sich der physische Ge
sundheitszustand des Beschwerdeführers
insofern verbessert hat, als
inzwischen keine
Algodystro
phie
respektive kein CRPS vom Typ II
mehr diagnostiziert werden kann
.
Der Beschwerdeführer ist in der Lage, seine linke Hand funktionell unbehindert ein
zu
setzen, zur Faust zu schliessen und seine Langfinger auszustrecken.
Selbst die repetitive Bewegung von Gewichten bis zu 5 kg ist mit der linken Hand nun
mehr
wieder
möglich.
Auch
die
psychische Verfassung
des Beschwerdeführers
hat sich verbessert,
weil
die depressive Symptomatik
aktuell
weniger ausgeprägt und le
diglich noch eine leichte depressive Episode feststellbar ist.
Darüber hin
aus wird die
Arbeitsfähigkeit nicht mehr durch die posttraumatische
Belas
tungs
störung
eingeschränkt und es liegt keine generalisierte Angststörung mehr vor.
Die Ar
beitsfähigkeit beträgt in der angestammten Tätigkeit
60
%
und in einer
behin
derungsangepassten
Tätigkeit
70
%
.
5.
5.1
Es bleibt zu prüfen, wie sich die Verbesserung d
es Gesundheitszustand
s und der Arbeitsfähigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirken.
5.2
Bei der
Rentenzusprache
ermittelte die Beschwerdegegnerin das
Valideneinkom
men
–
in Übereinstimmung
mit dem Unfallversicherer
(vgl.
Urk.
13/69/3) –
an
hand des als Lagerist bei der
Z._
AG
im Jahr 200
5
mit einem Pensum von 100 %
erzielbaren
Einkommen
s
von Fr.
52‘800
.-- (vgl.
das
Feststellungs
bl
att
für den Beschluss vom
6
.
Oktober 2005
, Urk.
13
/
77
). Unter Berü
cksichti
gung der Nominallohnent
wicklung (Bundesamt für Statistik [BFS], Schweizeri
scher Lohnindex [Basis 1939 = 100; im Internet abrufbar unter
http://www.bfs.admin.ch
],
Nominal
lohn
index
Männer
, Total; 200
5
:
1992
, 2014:
2220
)
wäre
demnach
von einem massgeblichen
Vali
deneinkommen
von Fr.
58‘843
.--
im
Jahr 2014 auszugehen.
5.3
Der
Beschwerdeführer
übt keine
erwerbliche Tätigkeit mehr
aus
.
Es ist daher
korrekt,
zur Bestimmung des hypothetischen Invalideneinkommens
Tabellen
werte
der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstruk
tur
erhebung
(LSE)
heranzuziehen
.
In Anbe
tracht des im Gutachten
vom
28. Novem
ber 2012
umschriebenen
Zumutbarkeitsprofils,
der
fehlenden
Ausbildung und
der geringen
beruflichen Erfahrung
des Beschwerdeführers
ist es nicht zu bean
standen, dass die Beschwerdegegnerin
das
hypo
thetische
Invali
deneinkommen
ausgehend vom Lohn für Hilfsarbeiten (
Zen
tral
wert
) für
Männer
von Fr.
4‘901
.-- pro Monat
ermittelt hat
(vgl. LSE 2010, Tabelle TA1, Total, Ni
veau 4,
Männer
; vgl. auch das IV-Rundschreiben Nr. 328 vom 22. Oktober 2014 des Bundes
am
tes für Sozialversicherungen
). Unter Berücksichtigung einer
be
triebs
übli
chen
Wochenarbeitszeit von 41,7 Stunden und der
Nominallohnent
wicklung
(Basis 1939 = 100; Nominallohnindex
Männer
, 2010:
2151
, 2014:
2220
; im Internet abrufbar unter
http://www.bfs.admin.ch
) resultiert bei einem Pensum von
70
% ein
Einkommen
von Fr.
44
‘2
9
5
.--
im
Jahr 2014
(Fr.
4‘901
.-- : 40 x 41,7 x 12 :
2151
x
2220
: 100 x 70
).
Der von der Beschwerdegegnerin ge
währte
Leidens
abzug
von 10
%
ist nicht zu beanstanden, so dass von einem hy
pothetischen Invalideneinkommen von
Fr.
39‘865.-- im Jahr 2014 auszugehen ist.
5.4
Aus der
Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen
resultiert ein Inva
liditätsgrad von
32
,
25
%
([
Fr.
58‘843.-- -
Fr.
39
‘
865
.--
] :
Fr.
58‘843.--
x 100)
,
welcher
kein
en
Rentenanspruch mehr
zu begründen vermag
. Lediglich der Voll
ständigkeit halber bleibt festzuhalten, dass
der Beschwerdeführer im Rah
men eines befristete
n
Anstellungsverhältnisses für die
Z._
AG tätig war
(
Urk.
13/8/8)
, welche
s
am
3.
Februar 2002
geendet hätte
.
Bereits per Ende Ja
nuar
2002 hat d
ie
Z._
AG ihre Geschäftstätigkeit
eingestellt (Urk.
13/2/70).
Unter
den gegebenen
Umständen ist es nicht überwiegend wahrscheinlich, dass
d
er
Besch
w
erdeführer
als Gesunder nach wie vor bei seiner letzten Arbeitgeb
e
rin ein Einkommen erzielen würde.
Angesichts seiner Ausbil
dung und
Erwerbs
biographie
wäre
es deshalb angezeigt,
das
hypothetische
Va
lideneinkommen
für
das Jahr 2014
ebenfalls anhand des
Tabellenlohnes für Hilfsarbeiten für Männer
, Total,
der LSE 2010
zu ermitteln.
Bei
einem Pensum von 100
%
würde dieses
Fr.
63‘327.-- betragen (Fr. 4‘901.-- : 40 x 41,7 x 12 : 2151 x 2220).
Der Inva
li
ditätsgrad betrüge folglich 37
%
([Fr.
63‘327.-- -
Fr.
39‘865.--] :
Fr.
63‘327.-- x 100)
und vermöchte
ebenfalls keinen Rentenan
spruch mehr zu begründen.
Die Rentenaufhebung erweist sich somit als korrekt. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- festzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem unterliegenden Beschwerde
führer aufzuerlegen, zufolge gewährter unentgeltlicher Prozessführung (Urk.
14
) jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.2
Rechtsanwalt
lic
.
iur
.
Massimo
Aliotta
hat für seine Bemühungen und
Ausla
gen als unentgeltlicher Rechtsvertreter im vorliegenden Ve
rfahren eine Hono
rarnote
vom
13
.
Oktober
2015 eingereicht (Urk.
22
). Der geltend gemachte Aufwand
von
14
,17
Stunden erscheint gerade noch
angemessen.
Es trifft sodann zu, dass der
im Jahr 2014 betriebene Aufwand (von 11,42 Stunden) mit
Fr.
200.-- pro Stunde
zu entschädigen ist, während die ab dem 1.
Januar 2015 getätigten Be
müh
ung
en
(von 2,75 Stunden)
mit einem Stundenansatz von Fr. 220.-- zu ver
güten sind.
Hinsichtlich der am 29. September und 1
2.
Oktober 2015 erbrach
ten Leistungen wurde
offenbar versehentlich nicht
der korrekte Stundenansatz angewandt (vgl.
Urk.
23 S.
2). Es ist daher
nicht wie beantragt eine Entschädi
gung von
Fr.
3‘258.20.--
(inkl.
3
%
Kleinspesenpauschale
und 8
%
Mehrwert
steuer)
, son
dern eine solche
von Fr. 3‘
2
13
.
70
(inkl. Auslagen und 8 % Mehr
wertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten.