Decision ID: 672a31e1-c1a9-5b81-b0cb-74a0d1bb2626
Year: 2016
Language: de
Court: AR_OG
Chamber: AR_OG_002
Canton: AR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A. D_ gründete am 2. Dezember 2009 die A_ AG (nachfolgend auch:
Beschwerdeführerin), welche verschiedene Dienstleistungen im Bereich der visuellen
Kommunikation bezweckt. Im Juni 2012 änderten die Eigentumsverhältnisse bei der
Beschwerdeführerin, D_ trat aus dem Verwaltungsrat zurück und wurde neu als
Geschäftsführerin mit Einzelunterschrift im Handelsregister eingetragen. Per 1. September
2013 wurde eine neue Geschäftsführerin eingesetzt und im Dezember 2013 die Funktion
von D_ als Geschäftsführerin im Handelsregister gelöscht.
B. Am 12. März 2014 erhob die Beschwerdeführerin bei der Staatsanwaltschaft Appenzell
Ausserrhoden (nachfolgend auch: Beschwerdegegnerin) eine Strafklage gegen D_
wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung und Veruntreuung (act. B 9/1). Die
Beschwerdeführerin warf D_ insbesondere vor, sie habe als Geschäftsführerin mehrere
Zahlungen zu Lasten der Beschwerdeführerin ohne Rechtsgrund bzw. aufgrund fiktiver
Rechnungen ausgelöst. Zudem wurden Vorwürfe im Zusammenhang mit der Kündigung
eines von der Beschwerdeführerin gemieteten Lagerraums in E_ erhoben; D_ habe
die Interessen der Beschwerdeführerin nicht genügend gewahrt, indem sie weder eine
Begründung der Kündigung noch eine Mieterstreckung verlangt und zudem den
Verwaltungsrat der Beschwerdeführerin falsch über den mit der Kündigung
zusammenhängenden Sachverhalt informiert habe.
Seite 3
C. Am 3. April 2014 überwies die Beschwerdegegnerin die Strafanzeige zu weiteren
Ermittlungen an die Kantonspolizei (act. B 9/4). Diese führte am 9. Mai 2014 eine
Hausdurchsuchung bei D_ durch (act. B 9/5 und 14). Am 15. Mai 2014 nahm D_ zu
den gegen sie erhobenen Vorwürfen Stellung und beantragte, das Verfahren gegen sie sei
unverzüglich einzustellen (act. B 9/7). Am 14. Juli 2014 ersuchte die Beschwerdeführerin
darum, diesem Begehren von D_ nicht stattzugeben. Die beantragten
Beweiserhebungen seien unumgänglich aufgrund des dringenden Verdachts auf
Veruntreuung und ungetreue Geschäftsbesorgung (act. B 9/13). D_ hielt hierauf am 12.
September 2014 erneut am Antrag auf Einstellung des Verfahrens fest (act. B 9/22). Am
19. Mai 2015 ergänzte die Beschwerdeführerin ihre Strafklage, warf D_ zusätzlich
Urkundenfälschung vor und erhob im Zusammenhang mit dem Vorwurf der ungetreuen
Geschäftsbesorgung weitere Vorwürfe betreffend die Verbuchung des Warenaufwandes im
Jahr 2011 und Reisekosten sowie anderen Ausgaben, welche nicht geschäftsbedingt
gewesen sein sollen (act. B 9/33). Am 10. August 2015 nahm D_ zur ergänzten
Strafklage Stellung und ersuchte mit der Begründung, auch die neuen Anschuldigungen
würden sich als haltlos erweisen, unverändert darum, das Verfahren baldmöglichst zu
einem Abschluss zu bringen (act. B 9/36). Am 8. Oktober 2014 teilte die
Beschwerdegegnerin hierauf den Parteien mit, das Untersuchungsverfahren sei
abgeschlossen und aufgrund der tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse sei
vorgesehen, das strafrechtliche Verfahren gegen D_ wegen ungetreuer
Geschäftsbesorgung und Veruntreuung mittels einer Einstellungsverfügung abzuschliessen
(act. B 9/40).
D. Tags darauf, am 9. Oktober 2014, erhob D_ gegen die Beschwerdeführerin beim
Kantonsgericht eine Klage betreffend Forderung aus Arbeitsvertrag (act. B 9/31.1). Mit
Klageantwort vom 19. Januar 2015 beantragte die Beschwerdeführerin Abweisung der
gegen sie erhobenen Klage und stellte für den Fall der Gutheissung der Klage der von
D_ geltend gemachten Forderung verschiedene eigene Forderungen verrechnungsweise
entgegen (act. B 9/31.3). Nach einem weiteren Schriftenwechsel (act. B 9/54.2 und B
9/54.3) fand am 30. Oktober 2015 eine mündliche Verhandlung vor Kantonsgericht statt
(act. B 9/54.5). Mit Verfügung vom 13. November 2015 wurde das zivilrechtliche Verfahren
bis auf weiteres sistiert; eine Begründung für die Sistierung ist aus der Verfügung nicht
ersichtlich (act. B 9/54.7).
Seite 4
E. Mit Eingabe vom 18. Dezember 2015 erhob die Beschwerdeführerin Einwand gegen die
von der Beschwerdegegnerin unmittelbar vor Anhebung des unter lit. D erwähnten
Zivilprozesses in Aussicht gestellte Einstellungsverfügung und teilte mit, die
Beschwerdeführerin sei mit einer Einstellung des Verfahrens keinesfalls einverstanden (act.
B 9/50). Mit Schreiben vom 9. Februar 2016 ersuchte die Beschwerdeführerin erneut
darum, das Verfahren fortzuführen (act. B 9/51). Am 23. Februar 2016 verfügte die
Beschwerdegegnerin hierauf die Sistierung der Strafuntersuchung (act. B 9/56). Gegen
diese Verfügung richtet sich die von der Beschwerdeführerin am 4. März 2016 erhobene
Beschwerde ans Obergericht (act. B 1).
F. Während die Beschwerdegegnerin unter Verzicht auf eine Stellungnahme beantragte, die
Beschwerde sei abzuweisen (act. B 8), nahm D_ nicht am Beschwerdeverfahren teil (act.
B 10). Den Parteien wurde am 25. April 2016 mitgeteilt, dass vorgesehen sei, den Fall ohne
mündliche Verhandlung zu beraten (act. B 11). Die Beratung fand am 13. September 2016
statt. Die zuständige zweite Abteilung des Obergerichts hiess die Beschwerde mit
gleichentags erfolgtem Beschluss gut, hob die Sistierungsverfügung der
Beschwerdegegnerin auf und wies die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück mit der
Aufforderung, das Verfahren ohne Verzug wieder aufzunehmen und fortzuführen (act. B
17). Der begründete Beschluss wird hiermit eröffnet.

Erwägungen
1. Formelles
1.1
Angefochten ist im vorliegenden Fall eine Sistierungsverfügung der Staatsanwaltschaft
Appenzell Ausserrhoden. Art. 314 der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO, SR
312.0), welcher die Sistierung regelt, enthält keine ausdrückliche Bestimmung dazu,
welches Rechtsmittel gegen eine Sistierungsverfügung zu ergreifen ist und verweist in
Absatz 5 lediglich darauf, dass sich das Verfahren im Übrigen nach den Bestimmungen
über die Verfahrenseinstellung richte. Art. 322 Abs. 2 StPO sieht vor, dass
Einstellungsverfügungen mit Beschwerde anfechtbar sind. Rechtsprechung und Lehre
wenden diese Bestimmung analog auch für die Anfechtung von Sistierungsverfügungen an.
Seite 5
1.2
Nach Art. 26 Justizgesetz (JG, bGS 145.31) ist das Obergericht Berufungs- und
Beschwerdeinstanz in der allgemeinen Strafrechtspflege und in Jugendstrafsachen, unter
Vorbehalt der (im vorliegenden Fall nicht betroffenen) Befugnisse des Einzelrichters. Eine
Beschwerde gegen eine Sistierungsverfügung fällt damit in den Zuständigkeitsbereich des
Obergerichts. Strafrechtliche Beschwerden werden in der zweiten Abteilung des
Obergerichts behandelt. Die Zusammensetzung des Spruchkörpers wurde den Parteien
vorgängig mitgeteilt (act. B 11 und 16) und dagegen keine Einwendungen erhoben.
1.3
Zur Anfechtung einer Sistierungsverfügung berechtigt sind die Parteien (Art. 314 Abs. 5
i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO). Jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der
Aufhebung oder Änderung eines Entscheides hat, kann ein Rechtsmittel ergreifen (Art. 382
Abs. 1 StPO). Die Beschwerdeführerin ist Privatklägerin und damit Partei (Art. 104 Abs. 1
lit. b StPO). Bei ihr handelt es sich um die geschädigte Person, die ausdrücklich erklärt hat,
sich als Straf- oder Zivilklägerin am Strafverfahren beteiligen zu wollen (Art. 118 Abs. 1
StPO); der Strafantrag ist dieser Erklärung gleichgestellt (Art. 118 Abs. 2 StPO). Art. 382
Abs. 1 StPO verlangt für die Ergreifung eines Rechtsmittels zudem ein rechtlich
geschütztes Interesse. Wird ein Verfahren sistiert, liegt dieses Interesse in einem ohne
unbegründete Verzögerung zum Abschluss gebrachten Strafverfahren. Dieser Ausfluss des
Beschleunigungsgebots ergibt sich aus Art. 5 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 29 Abs. 1 der
Schweizerischen Bundesverfassung (BV; SR 101). Ebenso wie die beschuldigte Person
selbst ist auch die Privatklägerschaft zur Anfechtung einer Sistierungsverfügung berechtigt,
da auch für die geschädigte Partei ein Anspruch darauf besteht, dass der Fall definitiv
erledigt wird, wenn dies möglich ist (vgl. dazu LANDSHUT/BOSSHARD, in:
Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung,
2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014, N 23 zu Art. 314, m.w.H.). Die Legitimation der
Beschwerdeführerin zur Anfechtung der Sistierungsverfügung ist somit gegeben. Ihre am 4.
März 2016 der Post übergebene Beschwerde gegen die Sistierungsverfügung vom
23. Februar 2016 erfolgte innert der in Art. 396 Abs. 1 StPO vorgesehenen Frist von 10
Tagen rechtzeitig.
1.4
Zusammengefasst ergibt die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der
Prozessvoraussetzungen somit, dass diese erfüllt sind. Auf die Beschwerde ist einzutreten.
Seite 6
2. Materielles
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Sistierungsverfügung damit, dass
die angeblich schädigende Unterlassung des Kündigungsprotestes sowie auch die in der
Strafklage vorgeworfenen ungerechtfertigten eigenen Dividendenzahlungen und
Spesenentschädigungen Gegenstand des hängigen Zivilprozesses seien. Bei der
strafrechtlichen Beurteilung der ungetreuen Geschäftsbesorgung und Veruntreuung seien
gerade diese beim Kantonsgericht offenen Fragen von grosser Bedeutung. Daher bestehe
im Strafverfahren ein erhebliches Interesse an der Klärung dieser zivilrechtlichen Vorfragen
und es erscheine daher angebracht, das Untersuchungsverfahren zumindest bis zum
Vorliegen des vollständigen Urteils des Kantonsgerichts zu sistieren. Die Beweise, deren
Verlust zu befürchten sei, seien erhoben worden (act. B 9/56)
2.2
Die Beschwerdeführerin wendete in ihrer Beschwerde (act. B 1) hiergegen ein, sie sei
durch die Sistierungsverfügung in ihrem Anspruch auf beförderliche Durchführung des
Strafverfahrens gegen die beschuldigte Person, D_, beschwert. Die
Beschwerdegegnerin habe die Untersuchung zu Unrecht sistiert und damit eine
Rechtsverletzung im Sinn von Art. 393 Abs. 2 lit. a StPO begangen.
a. Mit Strafklage vom 12. März 2014 an die Beschwerdegegnerin habe die
Beschwerdeführerin das Rechtsbegehren gestellt, gegen D_ sei ein Strafverfahren
wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung und Veruntreuung zum Nachteil der
Beschwerdeführerin durchzuführen. Den später zusätzlich gestellten Strafantrag wegen
Zuwiderhandlung gegen das UWG und das Urheberrechtsgesetz habe die
Beschwerdeführerin zwar wieder zurückgezogen, aber gleichzeitig weitere
Straftatbestände, nämlich ungetreue Geschäftsbesorgung und Urkundenfälschung geltend
gemacht.
b. Die Beschwerdegegnerin sei auf die Strafklage eingetreten, indem sie diese am 3. April
2014 zu weiteren Ermittlungen an die Kantonspolizei überwiesen habe, mit dem Vermerk,
sie habe noch keine Untersuchung eröffnet. Am 2. Mai 2014 habe sie einen
Durchsuchungsbefehl gegen D_ erlassen; die Kantonspolizei habe hierauf am 9. Mai
2014 bei D_ eine Hausdurchsuchung durchgeführt und diverse Gegenstände
beschlagnahmt. Mit dem Erlass des Durchsuchungsbefehls habe die Beschwerdegegnerin
somit die Untersuchung gemäss Art. 309 Abs. 1 lit. b StPO eröffnet, es aber in
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rechtswidriger Weise unterlassen, ihr die ihr zustehenden Parteirechte, insbesondere
Teilnahmerechte an den polizeilichen Einvernahmen von D_, zu gewähren. Schliesslich
habe die Vorinstanz ihr zunächst angekündigtes Vorhaben, das Verfahren einzustellen,
aufgegeben und ohne vorherige Ankündigung und Gewährung des rechtlichen Gehörs die
angefochtene Sistierungsverfügung erlassen.
c. Die Voraussetzungen für eine Sistierung seien aber nicht erfüllt, und zwar schon allein
deshalb nicht, weil der beim Kantonsgericht hängige Zivilprozess zwischen der
Beschwerdeführerin und D_ mit Verfügung vom 13. November 2015 ebenfalls bis auf
weiteres sistiert worden sei. Aufgrund dieser Sistierung des Zivilprozesses sei ungewiss,
wann und ob überhaupt ein materielles Urteil des Kantonsgerichts ergehen werde, welches
zur Klärung zivilrechtlicher Vorfragen im Strafverfahren beitragen könnte. Die
Sistierungsverfügung im Strafverfahren sei nicht haltbar und verstosse gegen das
Beschleunigungsgebot.
d. Unabhängig davon sei die Sistierung aber auch deshalb ungerechtfertigt, weil gemäss
Rechtsprechung zur Sistierung nur dann gegriffen werden dürfe, wenn das Urteil im
anderen Verfahren gleichsam konstitutiv für das zu sistierende sei. Ein allfälliges Urteil des
Kantonsgerichts im Zivilprozess zwischen der Beschwerdeführerin und D_ sei auf keinen
Fall konstitutiv für sich im Strafverfahren vorfrageweise stellende zivilrechtliche Fragen. Mit
der Sistierung habe sich die Beschwerdegegnerin eigenmächtig von der ihr obliegenden
Untersuchungspflicht dispensiert.
e. Ausserdem machte die Beschwerdeführerin geltend, es treffe nicht zu, dass die
Beweise, deren Verlust zu befürchten sei, bereits erhoben worden seien. Sie habe mit der
Strafklage die Einvernahme von mehreren Zeugen beantragt, ohne dass diesen Anträgen
bis jetzt entsprochen worden wäre. Da die Erinnerung von Zeugen und Auskunftspersonen
mit der Zeit erfahrungsgemäss abnehme, vermindere sich zunehmend der Beweiswert der
Aussagen, was schliesslich zu einem Beweismittelverlust führen könne. Daher sei geboten,
dass die Vorinstanz baldmöglichst die beantragten Einvernahmen durchführe.
2.3
Die Beschwerdegegnerin stützte ihre Sistierungsverfügung auf Art. 314 Abs. 1 lit. b i.V.m.
Art. 319 ff. StPO. Die weiteren, in Art. 314 Abs. 1 lit. a, c und d StPO ebenfalls ausdrücklich
angeführten Sistierungsgründe spielen im vorliegenden Fall unbestrittenermassen keine
Rolle. Gemäss Art. 314 Abs. 1 lit. b StPO kann die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung
Seite 8
sistieren, namentlich wenn der Ausgang des Strafverfahrens von einem anderen Verfahren
abhängt und es angebracht erscheint, dessen Ausgang abzuwarten.
a. Gemäss Art. 29 Abs. 1 BV hat jede Person in Verfahren vor Gerichts- und
Verwaltungsinstanzen Anspruch auf Beurteilung innert angemessener Frist. Dem
allgemeinen Beschleunigungsgebot kommt im Strafrecht eine besondere Bedeutung zu,
welche in Art. 5 Abs. 1 StPO konkretisiert wird. Demnach sind Strafverfahren unverzüglich
an die Hand zu nehmen und ohne begründete Verzögerung abzuschliessen. Eine
Sistierung steht immer in einem Spannungsverhältnis zum Beschleunigungsgebot. Besteht
offensichtlich keine Aussicht, ein Strafverfahren innert vernünftiger Zeit weiterführen zu
können, sollte keine Sistierung ergehen, sondern das Verfahren ist in einem solchen Fall
entweder mit Anklageerhebung, Strafbefehl oder Einstellung zum Abschluss zu bringen
(LANDSHUT/BOSSHARD, a.a.O., N 4 f. zu Art. 314). Die Strafverfolgungsbehörden sind denn
auch grundsätzlich verpflichtet, vorfrageweise Rechtsfragen aus anderen Rechtsgebieten
abzuklären. Das Strafverfahren ist besonders geeignet, die materielle Wahrheit zu
erforschen: Der Staatsanwalt ist dazu von Amtes wegen verpflichtet, er verfügt über
Zwangsmittel und weitgehende Befugnisse. Anders als beispielsweise der Zivilrichter darf
er sich nicht damit begnügen, bestrittene Behauptungen abzuklären und den Parteien die
Erstellung des Sachverhalts zu überlassen (Urteil des Bundesgerichts 1B_163/2014 vom
18. Juli 2014, E. 2.2, m.w.H.).
b. Eine Sistierung gemäss Art. 314 Abs. 1 lit. b StPO ist insbesondere möglich, um den
Ausgang anderer, präjudizieller Verfahren, insbesondere Zivilverfahren, abzuwarten. Art.
314 Abs. 1 lit. b StPO stellt eine Kann-Bestimmung dar. Wie sich aus dem darin
enthaltenen Passus „angebracht erscheint“ ergibt, räumt sie der Staatsanwaltschaft einen
Ermessensspielraum ein. Die Sistierung des Strafverfahrens mit Blick auf ein anderes
Verfahren rechtfertigt sich jedoch nur, wenn sich das Ergebnis jenes Verfahrens tatsächlich
auf das Ergebnis des Strafverfahrens auswirken kann und wenn jenes Verfahren die
Beweiswürdigung im Strafverfahren erheblich erleichtert. Das Beschleunigungsgebot setzt
der Sistierung des Strafverfahrens Grenzen. Das Gebot wird verletzt, wenn die
Staatsanwaltschaft das Verfahren ohne objektiven Grund sistiert. Die Sistierung hängt von
einer Abwägung der Interessen ab. Sie ist immer mit Zurückhaltung anzuordnen (Urteil des
Bundesgerichts 1B_21/2015 vom 1. Juli 2015, E. 2.1 und 2.3, m.w.H.).
c. Im Strafverfahren wird die materielle Wahrheit von Amtes wegen erforscht, weshalb
regelmässig das Zivilverfahren aufgeschoben wird, um der Strafbehörde die Ermittlung des
Sachverhalts zu ermöglichen. Der umgekehrte Fall, nämlich die Sistierung des
Strafverfahrens bis zum Abschluss des Zivilverfahrens, fällt gemäss Lehre und
Seite 9
Rechtsprechung des Bundesgerichts dagegen nur ausnahmsweise in Betracht, wenn das
Urteil im Zivilverfahren für den weiteren Gang des Strafverfahrens unentbehrlich ist. Im
Zweifel hat das Beschleunigungsgebot Vorrang (vgl. Urteil des Bundesgerichts
1B_163/2014 vom 18. Juli 2014, E. 2.2; LANDSHUT/BOSSHARD, a.a.O., N 12 und 13a zu Art.
314; je m.w.H.).
2.4
Im vorliegenden Fall ist zunächst zu prüfen, ob und falls ja, inwieweit das Zivilverfahren
überhaupt gleichsam konstitutiv ist für das von der Beschwerdegegnerin sistierte
Strafverfahren. Hierfür ist zum einen entscheidend, was Thema des arbeitsrechtlichen
Zivilprozesses ist:
a. D_ verlangte mit Klage vom 9. Oktober 2014 von der Beschwerdeführerin, ihr
ausstehenden Lohn im Betrag von Fr. 30‘000 zuzüglich Zinsen zu bezahlen (act. B 9/31.1).
b. In der Klageantwort vom 19. Januar 2015 stellte die Beschwerdeführerin für den Fall der
Gutheissung der eingeklagten Lohnforderung von D_ dieser Lohnforderung drei
Verrechnungsforderungen gegenüber, so im Zusammenhang mit Verzugszinsen bezüglich
AHV Nachdeklaration 2010 (Fr. 1‘527.75 zuzüglich Zinsen), im Zusammenhang mit
Schadenersatz aufgrund unentschuldigtem Fernbleiben von der Arbeit (Fr. 54‘270
zuzüglich Zinsen) und im Zusammenhang mit der Übertragung eines Mini Cooper vom
Geschäftsvermögen der Beschwerdeführerin in das Privatvermögen von D_ und einer
damit nach Auffassung der Beschwerdeführerin vorgenommenen verdeckten
Gewinnausschüttung (Fr. 11‘420.50 zuzüglich Zinsen; vgl. zum Ganzen act. B 9/31.3).
c. Mit Duplik vom 1. Juni 2015 (act. B 9/54.3) erklärte die Beschwerdeführerin zudem mit
Bezug auf eine geltend gemachte Schadenersatzforderung im Betrag von Fr. 2‘115 im
Zusammenhang mit den Planungskosten Stand Appenzeller Alpenbitter ebenfalls
Verrechnung, sollte die Klage von D_ gutgeheissen werden.
d. An Schranken im Zivilprozess vor dem Kantonsgericht gab die Beschwerdeführerin
schliesslich mit Bezug auf eine weitere Forderung im Betrag von insgesamt Fr. 310‘000
eine zusätzliche Verrechnungserklärung ab; diese Forderung wurde geltend gemacht im
Zusammenhang mit angeblich ungerechtfertigten Dividendenzahlungen (act. B 9/54.4).
Seite 10
e. Sowohl an Schranken als auch in ihren Rechtsschriften behielt sich die
Beschwerdeführerin jeweils ausdrücklich vor, weitere Forderungen gegen D_ zur
Verrechnung zu bringen.
2.5
Zum anderen interessiert im vorliegenden Zusammenhang, was genau das Thema der
gegen D_ eingeleiteten Strafuntersuchung ist. Nur, wenn sich im Strafprozess und im
Zivilprozess gewisse Überschneidungen ergeben, besteht überhaupt ein Zusammenhang
zwischen Zivil- und Strafprozess, der allenfalls - insbesondere unter Abwägung der
Interessen mit Bezug auf das Beschleunigungsgebot - dazu führen kann, dass eine
Sistierung des Strafverfahrens bis zum Abschluss des Zivilverfahrens in Betracht zu ziehen
ist.
a. Mit Strafklage vom 12. März 2014 machte die Beschwerdeführerin gegenüber D_ im
Zusammenhang mit der Kündigung der Miete eines Lagerraumes einen Schaden von Fr.
63‘551 geltend (act. B 9/1.1, S. 5, Ziff. 3.5). Die von der Beschwerdeführerin im Zivilprozess
ausdrücklich bezifferten Verrechnungsforderungen haben allesamt keinen Zusammenhang
zu den Vorwürfen, die sie gegenüber D_ in der Strafklage mit Bezug auf die Auflösung
des Mietverhältnisses des Lagerraums erhoben hat. Weder der pauschale Hinweis der
Beschwerdeführerin im Zivilprozess, sie behalte sich vor, weitere Forderungen gegen die
Klägerin zur Verrechnung zu bringen, noch die ausdrückliche Erwähnung, im
Zusammenhang mit der Kündigung des Lagerraums sei ihr ein Schaden von Fr. 67‘551
entstanden (recte wohl Fr. 63‘551, zumindest, wenn man auf die Angaben in der Strafklage
abstellt; act. B 9/31.3, S. 21 oben bzw. act. B9/1.1, S. 5, Ziff. 3.5), wird dazu führen, dass
im Zivilprozess irgendwelche näheren Abklärungen mit Bezug auf den damit
zusammenhängenden Sachverhalt getätigt werden, da die Beschwerdeführerin den in der
Strafklage mit Fr. 63‘551 bezifferten Schaden im Zivilverfahren jedenfalls nicht formell zur
Verrechnung gebracht hat. Somit ist der Zivilprozess bezüglich dieses Sachverhalts, der in
der Strafklage geltend gemacht wurde, nicht konstitutiv.
b. In der Strafklage vom 12. März 2014 bezog sich die Beschwerdeführerin ausserdem auf
eine Zahlung von Fr. 50‘000 an F_, welche ohne Rechtsgrund erfolgt sein soll (act. B
9/1.1, S. 7 f., Ziff. 3.10). Auch diese Zahlung wird im Zivilprozess kein Thema sein. Die
Zahlung wird im Zivilprozess lediglich erwähnt (siehe act. B 9/31.3, S. 8 oben und S. 14
Mitte; act. B 9/54.3, S. 23 unten), aber nicht formell zur Verrechnung gebracht.
Entsprechend sind aus dem Zivilprozess, wo die Dispositionsmaxime gilt und demgemäss
dieser Sachverhalt nicht weiter abgeklärt zu werden braucht, keine Ergebnisse zu erwarten,
Seite 11
die im Strafprozess mit Bezug auf den Vorwurf der ungerechtfertigten Zahlung an F_
Bedeutung haben könnten.
c. Weiter erhob die Beschwerdeführerin in der Strafklage vom 12. März 2014 gegenüber
D_ den Vorwurf, sie habe unrechtmässig Fr. 5‘000 an G_ überwiesen im
Zusammenhang mit einer nach Ansicht der Beschwerdeführerin fiktiven Rechnung für
diverse Übersetzungsarbeiten (act. B 9/1.1, S. 8, Ziff. 3.11). Dieser Vorwurf gegenüber
D_ ist im Zivilprozess kein Thema. Somit ist auch hier nicht ersichtlich, inwiefern das
Urteil im Zivilverfahren mit Bezug auf den Sachverhalt im Zusammenhang mit der
Überweisung von Fr. 5‘000 an G_ für den weiteren Gang des Strafverfahrens
unentbehrlich sein soll.
d. Ein weiterer Vorwurf in der ergänzten Strafklage vom 19. Mai 2015 erfolgt mit Bezug auf
die Verbuchung des Warenaufwandes 2011, welche irreführend bzw. eine Falschbuchung
sein und zu einer wesentlich höheren Dividende an D_ geführt sowie Mehrsteuern von
rund Fr. 32‘000 verursacht haben soll (act. B 9/33.1, S. 2, Ziff. 3). Im Zivilprozess vor
Kantonsgericht wurde eine Dividendenproblematik von der Beschwerdeführerin zwar
ebenfalls erwähnt und vor Schranken eine ausdrückliche Verrechnungserklärung
abgegeben (vgl. act. B 9/54.4, S. 2 oben). Inwieweit der damit zusammenhängende
Sachverhalt auch im Strafprozess eine Rolle spielt und zudem im Zivilprozess überhaupt
tatsächlich untersucht werden wird, ist allerdings offen, insbesondere, da die
Beschwerdeführerin im Zivilprozess auch diverse andere Forderungen zur Verrechnung
bringen will und es daher gut möglich ist, dass der Bestand und die Verrechenbarkeit der
unter dem Titel der zu hohen Dividende und daraus resultierenden Mehrsteuern geltend
gemachten Forderung gar nicht bzw. nicht im Einzelnen untersucht zu werden braucht,
sollten bereits andere Verrechnungsforderungen dazu führen, die von D_ eingeklagte
Lohnforderung von Fr. 30‘000 abzuweisen. Zudem wurde der Zivilprozess sistiert und es ist
nicht bekannt, wann das dortige Verfahren weitergeführt wird. Das im Strafverfahren zu
beachtende Beschleunigungsgebot spricht unter diesen Umständen klar dafür, so bald als
möglich im Strafverfahren denjenigen Sachverhalt zu klären, der im Zusammenhang mit
den gegen D_ erhobenen Vorwürfen von Bedeutung ist.
e. Mit der ergänzten Strafklage vom 19. Mai 2015 beschuldigte die Beschwerdeführerin
D_ unter dem Titel der ungetreuen Geschäftsführung ausserdem, über die Konten der
Beschwerdeführerin Flüge nach Dubai zu ihren Gunsten zu Unrecht doppelt belastet zu
haben (act. B 9/33.1, S. 3, Ziff. 4). Zudem habe D_ im Jahr 2011 wiederholt zu Lasten
der Beschwerdeführerin Ausgaben getätigt, welche nicht geschäftsbedingt gewesen seien,
sondern privaten Zwecken dienten. Erwähnt werden in diesem Zusammenhang neun
Seite 12
Positionen im Gesamtbetrag von Fr. 9‘196.40 (act. B 9/33.1, S. 3, Ziff. 5). Diese
angeblichen Privatentnahmen von D_ sind im Zivilprozess kein Thema, die
Beschwerdeführerin hat diesbezüglich insbesondere keine formelle Verrechnungserklärung
abgegeben, weshalb im Zivilprozess weder die von ihr im Strafprozess geltend gemachten
Forderungen gegenüber D_ noch der damit zusammenhängende Sachverhalt näher zu
prüfen sein werden. Es ist somit auch hier kein Grund ersichtlich, der es rechtfertigen
würde, den Strafprozess zu sistieren, um allfällige Ergebnisse mit Bezug auf den diese
Themen betreffenden Sachverhalt aus dem Zivilprozess abzuwarten.
2.6
Art. 314 Abs. 3 StPO schreibt der Staatsanwaltschaft ausdrücklich vor, vor der Sistierung
diejenigen Beweise zu erheben, deren Verlust zu befürchten ist. Hierzu ist anzumerken,
dass grundsätzlich unabhängig davon, ob Beweisverlust droht oder nicht, vor einer
Sistierung ohnehin alle Beweise erhoben werden sollten, die zweckmässigerweise bereits
abgenommen werden können (vgl. dazu LANDSHUT/BOSSHARD, a.a.O., N 19 zu Art. 314).
Die Beschwerdegegnerin ist verpflichtet, die Argumente und Verfahrensanträge der
Parteien entgegenzunehmen und zu prüfen sowie die ihr rechtzeitig und formrichtig
angebotenen Beweismittel abzunehmen (vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts
6B_383/2012 vom 29. November 2012, E. 4.2). Die Beschwerdeführerin rügt zu Recht,
dass die Beschwerdegegnerin diesen Pflichten bisher nicht ausreichend nachgekommen
ist.
2.7
Zusammengefasst ergibt sich somit, dass kein ausreichender Grund besteht, das
Strafverfahren gegen D_ bis zum Abschluss des Zivilverfahrens zwischen D_ und der
Beschwerdeführerin zu sistieren. Die Beschwerde ist somit gutzuheissen und die
angefochtene Sistierungsverfügung der Beschwerdegegnerin ist aufzuheben. Die Sache
wird an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen mit der Anweisung, das Verfahren wieder
aufzunehmen und ohne Verzug fortzuführen.
Seite 13
3. Kosten und Entschädigung
3.1.
Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Im vorliegenden Fall hat die
Beschwerdeführerin mit ihrem Antrag obsiegt. Demnach ist ihr der von ihr geleistete
Kostenvorschuss im vollen Betrag zurückzuerstatten. Über vorinstanzliche Kosten ist nicht
zu befinden, da gemäss Ziff. 2 der Sistierungsverfügung die Kosten bei der Hauptsache
belassen wurden und demgemäss noch kein materieller Entscheid über diese Kosten
ergangen ist. Die Verfahrenskosten des vorliegenden Verfahrens von Fr. 1‘000 sind dem
Verfahrensausgang entsprechend auf die Staatskasse zu nehmen (GRIESSER, in:
Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], a.a.O., N 4 zu Art. 428).
3.2
Art. 436 StPO regelt die Entschädigung und Genugtuung im Rechtsmittelverfahren.
a. Art. 436 Abs. 3 StPO bestimmt, dass die Parteien für den Fall der Aufhebung eines
Entscheids nach Art. 409 StPO Anspruch auf eine angemessene Entschädigung für ihre
Aufwendungen im Rechtsmittelverfahren und im aufgehobenen Teil des erstinstanzlichen
Verfahrens haben. Obschon Art. 436 Abs. 3 StPO dem Wortlaut nach nur auf die
Aufhebung im Berufungsverfahren (Art. 409 StPO) verweist, wird dafürgehalten, die
Bestimmung auch auf Beschwerdeentscheide gemäss Art. 397 Abs. 2 StPO anzuwenden
(GRIESSER, a.a.O., N 4 zu Art. 436; SCHMID, Schweizerische Strafprozessordnung,
Praxiskommentar, 2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2013, N 4 zu Art. 436; je m.w.H.). Die
Regelung in Art. 436 Abs. 3 StPO ist kongruent zu jener in Art. 428 Abs. 4 StPO betreffend
die Kosten. Der Grund für die staatliche Entschädigungspflicht besteht in der Überlegung,
dass der aufgehobene, vorinstanzliche Entscheid fehlerhaft war und der Staat deshalb für
die finanziellen Folgen einzustehen hat (GUIDON, Die Beschwerde gemäss Schweizerischer
Strafprozessordnung, Zürich/St. Gallen 2011, S. 283, Rz. 580, m.w.H.). Unter zusätzlicher
Berücksichtigung der Tatsache, dass sich die beschuldigte Person, D_, am vorliegenden
Beschwerdeverfahren gar nicht beteiligt hat (act. B 10), richtete die Beschwerdeführerin
ihren Entschädigungsanspruch somit zu Recht gegen den Staat.
b. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat eine Kostennote über insgesamt
Fr. 1‘268.45 eingereicht (act. B 13). Dieser Betrag erscheint der vorliegenden Streitsache
angemessen. Die obsiegende Beschwerdeführerin ist mit Fr. 1‘268.45 zu Lasten der
Staatskasse zu entschädigen.
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4. Rechtsmittel
4.1
Gemäss Art. 78 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG, SR 173.110)
beurteilt das Bundesgericht Beschwerden gegen Entscheide in Strafsachen. Die
Beschwerde ist ohne weitere Voraussetzungen zulässig gegen Entscheide, die das
Verfahren abschliessen (Art. 90 BGG). Bei Vor- und Zwischenentscheiden ist dagegen eine
Beschwerde grundsätzlich nur möglich, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden
Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen
Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für
ein weitläufigeres Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. a und b BGG). Diese
Ausnahme ist restriktiv zu handhaben, zumal die Parteien in der Regel keine Rechte
verlieren, wenn sie einen Zwischenentscheid im Sinn von Art. 93 BGG nicht selbständig
anfechten, da sie ihn mit dem Endentscheid anfechten können, soweit er sich auf dessen
Inhalt auswirkt.
4.2
Der vom Obergericht im vorliegenden Verfahren gefällte Rückweisungsentscheid ist kein
verfahrensabschliessender Entscheid (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 6B_343/2014
vom 7. Juli 2014, E. 1.1, m.w.H.). Somit ist bei einer allfälligen Anfechtung mit Beschwerde
beim Bundesgericht von der anfechtenden Partei darzutun, dass die Voraussetzungen von
Art. 93 Abs. 1 BGG erfüllt sind, soweit deren Vorliegen nicht offensichtlich ist.
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