Decision ID: 3a077196-5623-47ff-9464-2ab22e7e6942
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich am 24. Januar 2012 wegen
Beeinträchtigung der Wirbelsäule, Meniskus, cervikosponylogenes Schmerzsyndrom
sowie degenerativer Spinalstenose bei der Invalidenversicherung (IV) zum
Leistungsbezug an (IV-act. 1). Er war damals seit 1. Februar 1995 und bis zum 31. Mai
2012 als Betriebsmitarbeiter der B._ AG tätig (Angaben Arbeitgeberin vom 27. März
2012, IV-act. 42; Auszug aus dem individuellen Konto [IK], IV-act. 154). Nach Einholung
diverser medizinischer Berichte (sowie Fremdakten) veranlasste der RAD
(Stellungnahme vom 4. April 2013, IV-act. 95) ein neurologisches Konsil durch Dr. med.
C._, Fachärztin für Neurologie. Diese diagnostizierte ein chronisches Cervical-
Syndrom mit/bei degenerativen HWS-Veränderungen ohne Anhaltspunkte für
radikuläre oder myelopathische Symptome sowie unspezifische
Schwindelbeschwerden ohne Anhaltspunkte für eine relevante organische Pathologie.
Die Fachärztin hielt fest, in der Gesamtschau der Befunde lasse sich aus rein
neurologischer Perspektive keine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
feststellen. Dies gelte für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Kontrolleur von
Heizkörpern ebenso wie für Verweistätigkeiten (Bericht vom 22. April 2013, IV-act. 104).
Mit Verfügung vom 6. Januar 2014 wies die IV-Stelle das Rentengesuch gestützt auf
die im neurologischen Konsil attestierte volle Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
A.a.
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Tätigkeit bei einem errechneten Invaliditätsgrad von 12 % ab (IV-act. 127). Das
Versicherungsgericht hiess die Beschwerde des Versicherten mit Entscheid vom 3. Mai
2016 gut und wies die Sache zur weiteren medizinischen Abklärung und Anordnung
einer interdisziplinären Begutachtung an die IV-Stelle zurück (Verfahren IV 2014/105,
IV-act. 145, für den detaillierten Sachverhalt bis zum Zeitpunkt des Entscheids wird auf
diesen verwiesen).
Der anschliessende Gutachtensauftrag entfiel auf die Polydisziplinäre
Medizinische Abklärungen (PMEDA) AG (Dr. med. D._, Facharzt für Allgemeine Innere
Medizin; Dr. med. E._, Facharzt für Neurologie; Dr. med. F._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates; med. pract.
G._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie; Untersuchungen vom 13., 21. und
28. März 2017; IV-act. 167). Interdisziplinär führend befand der internistische
Gutachter, es bestehe eine trotz medikamentöser Dreifachtherapie entgleiste arterielle
Hypertonie sowie eine Adipositas Grad 2. Zudem sei eine koronare Herzkrankheit als
zumindest möglich anzusehen (IV-act. 167-13). Bis zum Abschluss der kardiologischen
Diagnostik, der Blutdruckeinstellung und einer deutlichen Gewichtsreduktion (BMI von
unter 30 kg/m ) sei der Versicherte aus internistischer Sicht für jedwede Tätigkeit als zu
100 % arbeitsunfähig anzusehen. Die Arbeitsfähigkeit solle drei Monate nach erfolgter
Blutdruckeinstellung und kardiologischer Diagnostik nochmals evaluiert werden.
Zumindest in körperlich leichten, wechselbelastend oder überwiegend sitzend
ausgeübten Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sei die Erlangung einer
Arbeitsfähigkeit denkbar (IV-act. 167-24, 46 ff.). Aus Sicht der übrigen Fachgebiete
wurde in adaptierten Tätigkeiten keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert (IV-
act. 167-32, 39 f., 46).
A.b.
2
Dr. med. H._, Facharzt für Kardiologie, erhob bei seiner Untersuchung des
Versicherten am 30. Oktober 2017 unter anderem ebenfalls den Verdacht auf eine
koronare Herzkrankheit bei u.a. reproduzierbarer Angina pectoris ab 50 W (bei
allerdings ungenügender Belastbarkeit von 71 W). Die Blutdruckwerte seien gut
eingestellt, zu einer linksventrikulären Hypertrophie sei es nicht gekommen (IV-
act. 176).
A.c.
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Mit Koronarangiographien und insgesamt vier partikularen Koronarinterventionen
(PCI) ad hoc am 23. Februar und am 3. März 2018 wurden ein Verschluss der mittleren
RIVA und eine hochgradige RIVA/Hauptstammstenose behandelt (IV-act. 193;
Austrittsbericht Klinik für Kardiologie des KSSG vom 15. März 2018, IV-act. 197-9 ff.;
Bericht Koronarangiographie und ad hoc PCI, IV-act. 197-15 f.; Arztbericht der Klinik
für Kardiologie KSSG vom 2. März 2018, IV-act. 191). Im Arztbericht vom 16. April 2018
führte Dr. H._ aus, der Versicherte leide seit zwei Jahren an Angina pectoris. Er sei
für körperlich schwere Arbeiten nicht arbeitsfähig. In körperlich leichten bis
mittelschweren Arbeiten bestehe ab 16. März 2018 eine 50%ige, langsam steigerbare
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 197-1 ff.).
A.d.
Gemäss Verlaufsgutachten der PMEDA vom 27. Februar 2019 (Dr. med. I._,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin; Dr. med. J._, Fachärztin für Kardiologie;
Dres. E._ und F._; Dr. med. K._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie;
Untersuchungen vom 3., 19. 24. und 26. September 2018 sowie 29. Oktober 2018; IV-
act. 218) diagnostizierten die Gutachter als Erkrankungen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit eine koronare Zweigefässerkrankung, eine(n) (Zustand nach)
zervikale(r) Spondylodese sowie bildgebend degenerative Alterationen der
Lendenwirbelsäule ohne Radikulopathie sowie eine leichtgradige mediale Gonarthrose
links. Als die Arbeitsfähigkeit nicht einschränkende Gesundheitsbeeinträchtigungen
erhoben sie unter anderem eine leichtgradige ulnare Epicondylopathie beider
Ellbogengelenke, einen Opioid-Fehlgebrauch, eine Adipositas Grad I und einen
Drehschwindel ohne Hinweis auf eine kardiale Aetiologie (IV-act. 218-9 f.). Die
Gutachter befanden, aufgrund der koronaren Herzerkrankung sollten körperlich
schwere Arbeiten vermieden werden. In der bisherigen Tätigkeit bestehe aus
somatischer Sicht keine Arbeitsfähigkeit mehr. In einer angepassten körperlich leichten
bis mittelschweren Tätigkeit unter Vermeidung zervikaler Zwangshaltungen sei der
Versicherte zu 100 % arbeitsfähig (IV-act. 218-10 f., 50 f., 54 f., 89, 130). Eine
anhaltende Arbeitsunfähigkeit in angepassten Tätigkeiten lasse sich rückblickend aus
kardiologischer Sicht nicht attestieren. Im Rahmen der koronaren Herzerkrankung und
der entgleisten Hypertonie werde eine passagere generelle Arbeitsunfähigkeit
bestanden haben, die jedoch nicht als in körperlich leichten bis mittelschweren
A.e.
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B.
Tätigkeiten invalidisierend anzusehen sei und sich rückblickend nicht genauer zeitlich
eingrenzen lasse (IV-act. 218-56).
Mit Vorbescheid vom 5. Juni 2019 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten das
rechtliche Gehör zur vorgesehenen Abweisung des Leistungsbegehrens (IV-act. 234).
Mit Einwand vom 30. August 2019 liess der Versicherte im Wesentlichen geltend
machen, ein unabhängiger Facharzt sei zur Auffassung gelangt, dass eine
Untersuchung beim HNO-Arzt (Schwindel), beim Ophthalmologen (Sehstörungen) und
beim Chirurgen (Nabelhernie) der Vollständigkeit halber hätte erfolgen sollen. Es sei
nicht mehr möglich, die Erwerbsfähigkeit zu verwerten. Die gutachterliche Aussage,
wonach die Erlangung einer Arbeitsfähigkeit denkbar sei, sei unprofessionell und
wertlos (IV-act. 238). Der RAD-Arzt Dr. L._ nahm am 30. Januar 2020 zu den
einzelnen Diagnosen bzw. Fachgebieten Stellung und kam zum Schluss, aus
versicherungsmedizinischer Sicht sei der medizinische Sachverhalt ausreichend
abgeklärt. Es könne an der bisherigen Beurteilung festgehalten werden (IV-act. 239).
Gestützt darauf verfügte die IV-Stelle am 31. Januar 2020 gemäss Vorbescheid (IV-
act. 240).
A.f.
Mit Beschwerde vom 2. März 2020 beantragt der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. J. Jacober, die Verfügung
vom 31. Januar 2020 sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben. Es sei
vom Versicherungsgericht ein Obergutachten einzuholen. Eventualiter sei die Sache
zwecks Einholung eines Obergutachtens an die Vorinstanz zurückzuweisen. Nach
Vorliegen des Obergutachtens sei der lnvaliditätsgrad neu festzulegen und es sei ihm
eine entsprechende Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die angefochtene
Verfügung aufzuheben und ihm eine volle Invalidenrente zuzusprechen. Zur
Begründung bringt er vor, gewisse Beschwerden hätten weiter abgeklärt werden
müssen. Aus dem Gutachten vom 14. Juni 2017 folge, dass eine Arbeitsfähigkeit in
einer angepassten Tätigkeit frühestens ab Ende 2017 möglich gewesen wäre. Damals
sei er 6_ Jahre alt gewesen. Die gutachterliche Aussage, wonach die Erlangung einer
Arbeitsfähigkeit denkbar sei, sei unprofessionell und wertlos. Aufgrund der bereits seit
dem Jahr 2011 bis zur Operation im Jahr 2014 vorgelegenen Arbeitsunfähigkeit habe er
B.a.
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einen befristeten Rentenanspruch. Die Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit sei aufgrund
seines fortgeschrittenen Alters, der fehlenden Ausbildung und der multiplen
gesundheitlichen Probleme nicht mehr gegeben. Selbst wenn diese angenommen
würde, wären die Voraussetzungen für einen Leidensabzug von 25 % erfüllt (act. G 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 15. Mai 2020 beantragt die Beschwerdegegnerin, die
Beschwerde sei abzuweisen. Soweit der Beschwerdeführer den Standpunkt einnehme,
die im Verlaufsgutachten auch rückwirkend angenommene 100%ige Arbeitsfähigkeit
für adaptierte Tätigkeiten überzeuge nicht, sei darauf hinzuweisen, dass die im ersten
PMEDA-Gutachten vom 14. Juni 2017 attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit für
jegliche Tätigkeiten einzig mit der internistisch festgestellten Situation begründet
worden sei. Die Schlussfolgerungen des internistischen Verlaufsgutachtens seien
plausibel. Insbesondere leuchte es ein, dass der internistische Experte rückblickend
keine anhaltende internistisch begründete Arbeitsunfähigkeit in angepassten
Tätigkeiten attestiert habe. Aufgrund der Ausführungen der kardiologischen
Gutachterin sei nachvollziehbar, dass keine längerdauernde bzw. dauerhafte
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte bis mittelschwere Arbeiten
vorgelegen habe. Der Beschwerdeführer lege nicht dar, welche Beschwerden die
Gutachter lediglich notiert hätten und inwiefern sie die Arbeitsfähigkeit einschränken
sollten. Der orthopädische Gutachter habe den im linken Kniegelenk erkennbaren
Schädigungen im Rahmen des Anforderungsprofils Rechnung getragen. Die in der
Beschwerde vorgebrachte Kritik sei nicht geeignet, das PMEDA-Verlaufsgutachten in
Frage zu stellen. Zwar verbleibe nur noch eine Aktivitätsdauer von rund zwei Jahren.
Indes sei der Beschwerdeführer nach der massgeblichen gutachterlichen Einschätzung
in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. Mit Blick auf die geklagten
Beschwerden und die nicht als ausserordentlich zu bezeichnenden Einschränkungen
sowie trotz mangelnder Erfahrung im feinmotorischen Bereich sei die Verwertung der
Restarbeitsfähigkeit nicht auszuschliessen. In Industrie und Gewerbe gebe es
verschiedene einfache Hilfstätigkeiten, die dem Anforderungsprofil des
Verlaufsgutachtens Rechnung trügen. Sodann erforderten die in Frage kommenden
Hilfsarbeiten keine Berufsausbildung, weshalb auch nicht von einem relevanten
Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand auszugehen sei. Bei korrektem
B.b.
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Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die
Akten wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen
1.
Einkommensvergleich ergebe sich auch bei Gewährung eines 25%igen
Tabellenlohnabzugs kein rentenbegründender Invaliditätsgrad (act. G 4).
Mit Replik vom 24. August 2020 lässt der Beschwerdeführer vorbringen, er habe
das Gutachten Dr. med. M._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vorgelegt,
und reicht dessen Stellungnahme vom 7. August 2020 (act. G 6.1) ein. Dieser hält fest,
der Beschwerdeführer sei ihm am 16. März 2020 von Dr. N._ überwiesen worden. Er
habe eine mittelgradige depressive Episode im Sinne einer atypischen Depression
(ICD-10: F32.6) und eine vorbestehende reaktive generalisierte Angststörung (ICD-10:
F41.1) diagnostiziert. Die vom Gutachter erhobenen objektiven psychopathologischen
Befunde würden auch aus seiner Sicht sämtliche Störungen aus organischem,
schizophrenem oder affektivem Formenkreis ausschliessen. Mangels dokumentierter
schwerwiegender bewusster/unbewusster emotionaler Konflikte oder einer
schwerwiegend belastenden psychosozialen Situation könne beim Beschwerdeführer
trotz geklagter Schmerzen keine Störung aus dem neurotischen bzw. somatoformen
Formenkreis diagnostiziert werden (act. G 6.1).
B.c.
Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 28. August 2020 auf eine Duplik (act. G 8).B.d.
Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversi
cherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich bleibende
oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
1.1.
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Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Für somatisch unklare Beschwerdebilder (somatoforme Schmerzstörung und
gleichgestellte Diagnosen), psychische Erkrankungen, wie namentlich Depressionen
und Abhängigkeitserkrankungen, ist der Beweis einer lang andauernden und
erheblichen gesundheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit nach dem strukturierten
Verfahren mittels Indikatoren zu führen (vgl. dazu BGE 145 V 226 E. 6; BGE 143 V 429
E. 7.2; BGE 141 V 294 f. E. 3.5 f. und E. 4.2). Er kann nur dann als geleistet betrachtet
werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer
umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen
Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt (BGE 143
V 427 E. 6 a. E.).
1.2.
Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) haben Versicherte Anspruch auf eine Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens
40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens
40 % invalid sind (lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht
Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf
eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente und ab einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze
Invalidenrente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
1.3.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Die urteilenden Instanzen
haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie
1.4.
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2.
Die vorliegend angefochtene Verfügung vom 31. Januar 2020 stützt sich in
medizinischer Hinsicht auf das Verlaufsgutachten der PMEDA vom 6. März 2019,
weshalb zunächst dessen Beweistauglichkeit zu prüfen ist.
umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob
die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund
eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten
Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; Urteil des
Bundesgerichts vom 13. Februar 2019, 8C_801/2018, E. 4.3).
Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Rechtserheblich sind alle
Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder
anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden und das
Versicherungsgericht zusätzliche Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu
veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den
Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (Ueli Kieser, ATSG-
Kommentar, 4. Aufl. 2020, Art. 61 N 107).
1.5.
Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz
nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit
Hinweisen).
1.6.
In Bezug auf die koronare Herzkrankheit wurde im internistischen Teilgutachten
ausgeführt, eine koronare Zweigefässerkrankung sei seit Februar 2018 aktenkundig.
Die nachgewiesenen Stenosen seien mittels Stenting im März 2018 behoben worden.
2.1.
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Ein klarer kardialer Zusammenhang zwischen den weiterhin berichteten unspezifischen
thorakalen Schmerzen, die häufig durch bestimmte Bewegungen provoziert würden
und nicht mit einer Dyspnoe-Symptomatik verbunden seien, sei aktuell nicht
wahrscheinlich. Es bestehe zwar ein deutlich erhöhtes kardiovaskuläres Risiko,
welches sich aber auf die Arbeitsfähigkeit nur in körperlich schweren Arbeiten auswirke
(IV-act. 218-50 f., 54). Die kardiologische Gutachterin hielt fest, nach Diagnosestellung
sei eine komplette Revaskularisation mittels PCI/Stenting erfolgt. Damit sei eine
Progredienz der koronaren Herzkrankheit sehr unwahrscheinlich. Die linksventrikuläre
Funktion sei stets erhalten gewesen ohne regionale Kontraktilitätsstörungen. Die
kardiovaskulären Risikofaktoren seien kontrolliert. Die vom Beschwerdeführer
angegebenen linksthorakalen Beschwerden seien vom Charakter nicht ischämie-
typisch trotz Angabe einer gewissen Wirksamkeit des Medikamentes lsoket. Der vom
Beschwerdeführer angegebene Drehschwindel lasse sich kardial nicht erklären (IV-
act. 218-88 f.). Zusammenfassend erachteten sowohl der internistische Gutachter als
auch die kardiologische Gutachterin die kardiale Situation als insoweit kompensiert, als
kardial verursachte Beschwerden oder kardiovaskuläre Risikofaktoren einer vollen
Arbeitsfähigkeit in leichten bis mittelschweren Tätigkeiten nicht mehr entgegenstünden.
Abweichende Einschätzungen behandelnder Kardiologen sind nicht vorhanden. Somit
ist davon auszugehen, dass spätestens ab der kardiologischen Verlaufsbegutachtung
vom 29. Oktober 2018 (IV-act. 218-58) aus kardiologischer Sicht für adaptierte
Tätigkeiten eine volle Arbeitsfähigkeit vorlag.
2.2.
Der im neurologischen Gutachten erhobene MRI-Befund vom 26. September
2018 zeigte bei Status nach dem Eingriff vom 21. Mai 2014 an HWK 4 bis 7 (vgl. hierzu
den Operationsbericht der Klinik S._, IV-act. 144) multisegmentale
Bandscheibenprotrusionen und eine degenerative, mässige bis schwere
Foramenstenose HWK 3/4 links mit möglicher Reizung der Nervenwurzel C4 links,
degenerative Veränderungen der LWS mit stationärer, mässiger Spinalkanalstenose
LWK 3/4 und möglicher foraminaler Reizung der Nervenwurzel LWK 5 links sowie eine
aktive Osteochondrose LWK 5/SWK 1 (IV-act. 218-128 f.). Der neurologische Gutachter
führte aus, die Angaben in den Sensibilitätsprüfungen und bei der Prüfung der Motorik
und Koordination seien im Vergleich zur Voruntersuchung vom März 2017 inkonsistent.
Sichere Zeichen einer plausibel zuzuordnenden Störung des zentralen oder peripheren
Nervensystems seien nicht zu erheben (IV-act. 218-129 f.). In der spinalen Bildgebung
zeige sich kein Korrelat für die angegebenen Sensibilitätsstörungen, insbesondere
zeigten sich keine bildmorphologischen Zeichen einer Myelopathie. Die anamnestisch
2.2.1.
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berichteten Beschwerden seien somit weiterhin (wie auch bereits bei der
Voruntersuchung vom März 2017, vgl. IV-act. 167-62) nicht neurologisch-topisch
zuzuordnen bzw. zu objektivieren. Unverändert bestehe eine Arbeitsunfähigkeit für
berufliche Tätigkeiten, welche mit häufigem Heben und Tragen sowie Überkopfarbeiten
verbunden seien. Für leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten unter
Vermeidung zervikaler Zwangshaltungen sei aus neurologischer Sicht die
Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt (IV-act. 218-130, 133, 135). Im orthopädischen
Verlaufsgutachten wurde ausgeführt, radikuläre Beschwerden in Armen oder Beinen
würden weder geschildert noch könnten solche ausgelöst werden. Eine bildgebend
mögliche neuroforaminale Kompression der Wurzel C4 sowie eine (bildgebend)
dargestellte neuroforaminale Wurzelkompression LWK 5 links (IV-act. 218-173 f.) seien
ohne klinisches Korrelat. Insbesondere aufgrund der erfolgten zervikalen Spondylodese
der HWK 4 bis HWK 7 seien nur noch wechselbelastende oder überwiegend sitzend
ausgeübte körperlich leichte (Lasten bis 10 kg) Tätigkeiten ohne Zwangshaltung im
Armvorhalt oder mit Nackenreklination, ohne Bück- oder Rotationsbelastungen des
Rumpfes geeignet (IV-act. 218-174). Das linke Kniegelenk zeige kernspindiagnostisch
eine komplexe mediale Meniskusläsion sowie eine beginnende mediale Gonarthrose
(IV-act. 218-173). Aufgrund der degenerativen Kniegelenksalteration links seien nur
noch Tätigkeiten in überwiegend sitzender Position ohne Begehen von unebenem
Gelände, Benutzung von Leitern und/oder Gerüsten sowie ohne häufige Benutzung von
Treppen geeignet. Nach arthroskopischer Sanierung dürfe eine verbesserte
Belastbarkeit für zumindest zeitweilige stehende/gehende Arbeitspositionen erwartet
werden (IV-act. 218-174). Die diagnostizierte ulnare Epicondylopathie beider
Ellbogengelenke sei regelhaft konservativ gut behandelbar und führe lediglich zu einer
begrenzten qualitativen Minderung der Arbeitsfähigkeit während sechs bis zwölf
Wochen (IV-act. 218-174). Der Gutachter erwähnte auch Inkonsistenzen: Der
Beschwerdeführer habe keinen schmerzgeplagten klinischen Eindruck vermittelt,
weshalb die angegebenen starken Schmerzen (Intensität 8 von 10 auf der visuellen
analogen Schmerzskala) nicht vollumfänglich plausibel seien (IV-act. 218-176). Die
Entkleidung sei verzögert erfolgt. Die spontane Beweglichkeit der Halswirbelsäule habe
nicht namhaft beeinträchtigt gewirkt, jedoch sei in der formalen Funktionsprobe bzw.
bei der Untersuchung des Achsenskeletts eine frühzeitige aktive Gegenspannung
erfolgt (IV-act. 218-166, 173). Aggravationseinflüsse seien wahrscheinlich (IV-
act. 218-176).
Der neurologische und der orthopädische Gutachter berücksichtigten sämtliche
geklagten Beschwerden aus ihrem Fachgebiet und kamen plausibel zum Schluss, dass
2.2.2.
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diese die Arbeitsfähigkeit ausschliesslich qualitativ beeinträchtigen würden. Weitere
Beschwerden, die nicht berücksichtigt worden seien, konkretisiert der
Beschwerdeführer – wie in der Beschwerdeantwort zu Recht festgehalten (act. G 4,
Ziff. 4.4) – nicht. Die Einschätzungen des orthopädischen und neurologischen
Gutachters stützen sich auf umfassende bildgebende und klinische Befunde.
Vorhandene Inkonsistenzen werden nachvollziehbar aufgezeigt. Behandlerseits sind
keine objektiven Befunde aktenkundig, welche das orthopädische oder neurologische
Teilgutachten in Frage zu stellen vermögen. Nachvollziehbar ist auch, dass rückwirkend
aus orthopädischer und neurologischer Sicht keine wesentliche Beeinträchtigung der
Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten vorgelegen hat. Mit den Akten
übereinstimmend ist die Feststellung, dass die geklagten Beschwerden bereits in den
Vorgutachten (Konsiliarbericht Dr. C._ vom 22. April 2013, IV-act. 104 sowie
Vorgutachten vom März 2017, vgl. IV-act. 167-32 f., 37, 40) nicht
konsistent objektiviert werden konnten.
2.3.
Der Befund der psychiatrischen Verlaufsbegutachtung ergab keinen Anhalt für
eine psychiatrische Erkrankung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-
act. 218-210 f.). Auch der psychiatrische Gutachter hielt fest, der Beschwerdeführer
hätte diskrepant zum Beschwerdevortrag nicht wesentlich schmerzgeplagt gewirkt (IV-
act. 218-212). Konzentration und Aufmerksamkeit seien unauffällig (IV-act. 218-211),
Stimmung, Antrieb und affektive Schwingungsfähigkeit seien weitgehend ungestört.
Die Achsenkriterien einer affektiven Störung lägen nicht vor. Eine somatoforme
Schmerzstörung bestehe nicht, da ein den berichteten Schmerzen zugrundeliegender
erheblicher und unbewältigter seelischer oder psychosozialer Konflikt anamnestisch
nicht herauszuarbeiten sei. Aus psychiatrischer Sicht bestehe sowohl in der
angestammten als auch in adaptierten Tätigkeiten eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit
(IV-act. 218-213).
2.3.1.
Der Beschwerdeführer stand erstmalig ab 17. März 2020 bei Dr. M._ in psy
chiatrischer Behandlung. Dieser stimmte dem Gutachter hinsichtlich des Ausschlusses
einer Störung aus dem organischen, schizophrenen, affektiven, neurotischen oder
somatoformen Formenkreis zu. Weiter diagnostizierte er eine mittelgradige, atypische,
schmerzbedingte depressive Episode (ICD-10: F32.6) und eine vorbestehende reaktive
generalisierte Angststörung (ICD-10: F41.1). Eine einschränkende Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit beschrieb Dr. M._ nicht (act. G 6.1). Eine solche lag erst recht nicht
vor dem massgeblichen Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung (vgl. dazu BGE 131 V
2.3.2.
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243 E. 2.1) vor. Aus psychiatrischer Sicht ist damit nicht von einer Arbeitsunfähigkeit
auszugehen.
Im Verlaufsgutachten wurden entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers
nicht einfach die Beurteilungen des Vorgutachtens übernommen; so wurde die Begut
achtung teilweise durch andere Fachärzte durchgeführt und es erfolgte zusätzlich eine
kardiologische Untersuchung. Vorbehältlich der erörterten Herz- und Knieprobleme
wurden im Zeitraum zwischen den Gutachten keine neuen gesundheitlichen Probleme
beklagt, befundlich erhoben oder diagnostiziert. Somit erfüllt das Verlaufsgutachten
vom 27. Februar 2019 die rechtsprechungsmässigen Voraussetzungen der
Beweistauglichkeit. Es ist darauf abzustellen und für eine adaptierte Tätigkeit von einer
100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Zu diskutieren bleibt der retrospektive Verlauf
der Arbeitsfähigkeit.
2.4.
2.5.
In der angestammten Tätigkeit ist aus gutachterlich-orthopädischer Sicht
spätestens seit der Halswirbeloperation vom 5. Mai 2014 von einer (100%igen)
Arbeitsunfähigkeit auszugehen (IV-act. 167-40; IV-act. 218-177). Indes attestierte
bereits Dr. O._ nachvollziehbar aus orthopädischer Sicht in seiner second opnion
vom 9. August 2012 ein um 50 % gemindertes Rendement in der bisherigen Tätigkeit
(Fremdakten, act. 76-15). Damit ist gesamtbetrachtend für die angestammte Tätigkeit
eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % bereits seit der Notfallkonsultation vom 25. August
2011 (Fremdakten, act. 67-18) mit anschliessender Krankschreibung (Fremdakten,
act. 70-3 bis 70-10) anzunehmen.
2.5.1.
Sowohl der internistische Gutachter als auch die kardiologische Gutachterin
führten retrospektiv aus, aufgrund der entgleisten Hypertonie und im Rahmen der
(Behandlung der) koronaren Herzerkrankung habe in angepassten (körperlich leichten
bis mittelschweren) Tätigkeiten keine andauernde, wohl aber eine zeitlich nicht genau
eingrenzbare passagere generelle Arbeitsunfähigkeit bestanden (IV-act. 218-93 f.; IV-
act. 218-56).
2.5.2.
Anlässlich der internistischen Erstbegutachtung im März 2017 wurde eine
mögliche koronare Herzkrankheit und eine entgleiste arterielle Hypertonie erhoben (IV-
act. 167-23). Der internistische Gutachter befand, bis zum Abschluss der
kardiologischen Diagnostik, der Blutdruckeinstellung und einer deutlichen
Gewichtsreduktion sei der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit zu
100 % arbeitsunfähig. Eine Reevaluation könne in etwa drei Monaten erfolgen,
2.5.3.
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gegebenenfalls sei zumindest eine Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten zu
erreichen (IV-act. 167-24). Im interdisziplinären Konsens wurde festgehalten, aktuell sei
die Arbeitsfähigkeit aufgrund der internistischen Befunde in jedweder Tätigkeit zu
100 % aufgehoben (IV-act. 147-48). Zumindest in körperlich leichten,
wechselbelastend oder überwiegend sitzend ausgeübten Tätigkeiten sei die Erlangung
einer Arbeitsfähigkeit als denkbar anzusehen (IV-act. 167-53). Aus diesen
Formulierungen (eine Arbeitsfähigkeit sei "zu erreichen", "Erlangung", sei in "jedweder
Tätigkeit" vollständig aufgehoben) geht klar hervor, dass aus damaliger gutachterlich-
internistischer Sicht auch in angepassten Tätigkeiten keine Arbeitsfähigkeit vorlag, eine
künftige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit jedoch in Erwägung gezogen
wurde.
Die kardiologische Untersuchung vom 30. Oktober 2017 ergab ebenfalls den
Verdacht auf eine koronare Herzkrankheit. Der untersuchende Kardiologe hielt fest, der
Beschwerdeführer beklage seit der HWS-Operation vor zwei Jahren zunehmende
Beschwerden (retrosternaler Druck und Schmerz) bei schnellem Gehen und
Bergangehen. Die Blutdruckwerte seien sehr gut eingestellt. Die multiplen
kardiovaskulären Risikofaktoren seien eingestellt (vgl. IV-act. 176). Da die Beschwerden
jeweils belastungsabhängig auftraten und aufgrund der kompensierten Blutdruckwerte
sowie kardiovaskulären Risikofaktoren erscheint es nachvollziehbar, dass bis zum
Zeitpunkt der kardiologischen Untersuchung wieder eine volle bzw. zumindest nicht
rentenrelevant beeinträchtigte Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten bestand.
2.5.4.
Im Rahmen der Koronarangiographie vom 23. Februar 2018 wurden ein
funktioneller Verschluss des mittleren RIVA und Beeinträchtigungen weiterer Gefässe
als Ursache der Angina pectoris festgestellt (IV-act. 193). Diese wurden im
Wesentlichen anlässlich einer weiteren Koronarangiographie mit insgesamt vier Stents
am 14. März 2018 behandelt (IV-act. 197-15 ff.; Austrittsbericht Klinik für Kardiologie
des KSSG vom 15. März 2018, IV-act. 197-9 ff.). Ab dem 16. März 2018 attestierte der
behandelnde Kardiologe dem Beschwerdeführer eine langsam steigerbare
Arbeitsfähigkeit von 50 % für körperlich leichte bis mittelschwere Arbeiten (Arztbericht
vom 16. April 2018, IV-act. 197-1 ff.). Zur Arbeitsfähigkeit vor dem Eingriff bzw. dem
16. März 2018 äusserte sich Dr. H._ nicht.
2.5.5.
Zusammengefasst ist davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit in
angepassten Tätigkeiten aus kardiologischer Sicht vom Zeitpunkt der Begutachtung
(März 2017) bis zur Untersuchung vom 30. Oktober 2017 zwischen 100 % und 0 %
und dann nochmals nach dem Eingriff vom 14. März 2018 bis zur
2.5.6.
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3.
Verlaufsbegutachtung (kardiologische Begutachtung am 29. Oktober 2018) zwischen
50 % und 0 % eingeschränkt war. Unter Berücksichtigung des jeweiligen Anstiegs der
Arbeitsfähigkeit in den genannten Phasen ist anzunehmen, dass jeweils nicht für eine
längere Zeit (bzw. während über drei Monaten) eine rentenbegründende
Arbeitsunfähigkeit vorlag. Es kann daher auch insoweit auf das internistische und
kardiologische Verlaufsgutachten abgestellt werden, als eine Arbeitsunfähigkeit in
angepassten Tätigkeiten aufgrund der koronaren Herzkrankheit nur passager
bestanden habe.
Aufgrund der gutachterlich attestierten Arbeitsfähigkeit von 100 % in adaptierten
Tätigkeiten resultiert gemäss dem nach summarischer Prüfung nicht zu
beanstandenden Einkommensvergleich der Beschwerdegegnerin ohne
Tabellenlohnabzug ein Invaliditätsgrad von 8,08 % (IV-act. 232). Wie die
Beschwerdegegnerin zu Recht anführt, ergibt sich selbst bei Gewährung des
maximalen Tabellenlohnabzugs von 25 % ein nicht rentenbegründender
Invaliditätsgrad von 31,06 %. Ist jedoch gemäss Rechtsprechung davon auszugehen,
dass die Arbeitsfähigkeit wirtschaftlich nicht mehr verwertbar ist, liegt eine vollständige
Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet
(BGE 138 V 460 E. 3.1). Im Folgenden ist daher zu prüfen, ob der Beschwerdeführer
aufgrund der nicht mehr gegebenen Verwertbarkeit seiner Arbeitsfähigkeit Anspruch
auf eine ganze Rente hat.
3.1.
Die Möglichkeit einer versicherten Person, das verbliebene Leistungsvermögen auf
dem allgemeinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt von den konkreten
Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend sind rechtsprechungsgemäss die Art und
Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare
Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch die
Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung,
beruflicher Werdegang oder die Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem
angestammten Bereich. Beim ausgeglichenen Arbeitsmarkt handelt es sich um eine
theoretische Grösse, so dass nicht leichthin angenommen werden kann, die
verbliebene Leistungsfähigkeit sei unverwertbar. Er umfasst auch sogenannte
Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen Behinderte mit
einem sozialen Entgegenkommen des Arbeitgebers rechnen können. Unverwertbarkeit
der Restarbeitsfähigkeit ist insbesondere dann anzunehmen, wenn die zumutbare
Tätigkeit in nur so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene
Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem
3.2.
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Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden
einer entsprechenden Stelle daher zum Vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil
des Bundesgerichts vom 2. Dezember 2020, 8C_416/2020, E. 4 mit Hinweisen). An die
Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten betreffend Verweistätigkeiten sind
rechtsprechungsgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (Urteil des
Bundesgerichts vom 22. Dezember 2016, 9C_469/2016, E. 3.2). Massgebend für die
Beurteilung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist der Zeitpunkt des
Feststehens der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit. Dieser ist
gegeben, sobald die medizinischen Unterlagen eine zuverlässige
Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 138 V 461 f. E. 3.3 f.).
Als massgeblicher Zeitpunkt für die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit ist mit der
Beschwerdegegnerin die Erstattung des Verlaufsgutachtens vom 6. März 2019
anzunehmen. Der Beschwerdeführer war damals beinahe 63 Jahre alt. Er kann keine
körperlich schweren Arbeiten mehr ausführen. Weiter zu vermeiden sind
Überkopfarbeiten und zervikale Zwangshaltungen (IV-act. 218-130, 133, 135).
Wechselbelastende oder überwiegend sitzend ausgeübte leichte körperliche
Tätigkeiten mit Handhabung von Lasten bis 10 kg ohne Zwangshaltungen im
Armvorhalt oder mit Nackenreklination, ohne Bück- oder Rotationsbelastungen des
Rumpfes sowie ohne Wegstrecken in unebenem Gelände und ohne Benützung von
Leitern und/oder Gerüsten und ohne häufiges Begehen von Treppen sind zumutbar (IV-
act. 218-174). Die Verlaufsbegutachtung erfolgte unter Beizug eines Dolmetschers,
wobei der Beschwerdeführer teilweise in deutscher Sprache antwortete (IV-
act. 218-125). Nach eigenen Angaben habe er in der Schule kaum Lesen und
Schreiben gelernt und nach vierjährigem Schulbesuch in der Landwirtschaft und als
Bäcker gearbeitet (IV-act. 218-207 f.). Gemäss IK-Auszug und seinen Angaben
arbeitete der Beschwerdeführer, nachdem er im Alter von ca. 2_ bis 2_ Jahren in die
Schweiz gekommen war, in einer Mosterei (wohl P._ AG) sowie bei den Unternehmen
Q._, R._ AG, und stand in weiteren kurzzeitigen Arbeitsverhältnissen bei zeitweiser
Arbeitslosigkeit. Ab Februar 1995 war er während über 17 Jahren bei der B._ AG, als
Schweisser und Prüfer in der Produktion von Heizkörpern tätig (IV-act. 154-2 f.; IV-
act. 218-208).
3.3.
Das Bundesgericht verneinte unter anderem die Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit einer 62 1/2-jährigen Beschwerdeführerin ohne erlernten Beruf, die
zuletzt während 7 Jahren als Montagemitarbeiterin tätig war und diese Arbeit nicht
mehr ausüben konnte. Jedoch waren ihr körperlich leichte bis teilweise mittelschwere
wechselbelastende Tätigkeiten ohne Zeitdruck und Hektik vollumfänglich zumutbar
3.4.
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(Urteil vom 14. Oktober 2016, 9C_416/2016, E. 3 und 5.1). Gleich entschied es in
Bezug auf eine ebenfalls 62 1/2-jährige Beschwerdeführerin, die während rund 20
Jahren ein eigenes Reinigungsinstitut geführt hatte und der sämtliche bisher
ausgeübten Tätigkeiten nicht mehr zumutbar waren (Urteil vom 7. Oktober 2019,
9C_642/2018, E. 3.6 f.). Ebenfalls verneinte es die Verwertbarkeit einer 50%igen
Restarbeitsfähigkeit eines ehemaligen Kunststoffbeschichters, der aufgrund einer
chronisch obstruktiven Lungenkrankheit nur noch vor allem feinmotorische Tätigkeiten
hätte ausführen können, in denen er nie Vorkenntnisse erwerben konnte (Urteil vom
23. Oktober 2003, I 392/02, E. 3.2). Hingegen bejahte es die Verwertbarkeit bei einem
im massgeblichen Zeitpunkt 63 1/2-jährigen Beschwerdeführer, der in angepassten
Tätigkeiten – Gewichtslimite 10 kg und eher sitzend – zu 100% arbeitsfähig war. Im
Unterschied zum vorliegenden Fall verfügte der Beschwerdeführer über
Deutschkenntnisse und war ausgebildeter Servicetechniker mit Berufserfahrung auch
als Hauswart. Das Bundesgericht erwog, dass ihm angesichts des erworbenen
Handelsdiploms nebst Sortier- und Überwachungsaufgaben auch einfache
Bürotätigkeiten offen stünden (Urteil vom 30. Dezember 2015, 9C_847/2015, E. 4.2 f.).
Zur selben Erkenntnis kam es im Fall eines 61 1/2-jährigen Beschwerdeführers, der
nach erlittenem Myokardinfarkt in adaptierten Tätigkeiten nie eingeschränkt war und 30
Jahre als Schreiner sowie 5 Jahre als Hauswart und Allrounder tätig gewesen war,
woraus auf eine gewisse Umstellungsfähigkeit geschlossen wurde (Urteil vom 6. Januar
2020, 9C_797/2019, E. 4), sowie hinsichtlich eines 62 3/4-jährigen Beschwerdeführers
ohne besonders einschränkendes Anforderungsprofil, der über eine Berufslehre und
eine jahrzehntelange Berufserfahrung sowie handwerkliche Fertigkeiten verfügte,
welche ihm auch in einer anderweitigen Erwerbstätigkeit zugutekommen könnten
(Urteil vom 22. Juli 2019, 9C_864/2018, E. 4.2).
Dem Beschwerdeführer bleiben mit seinen beinahe 63 Jahren lediglich noch gut
zwei Jahre bis zur ordentlichen Pensionierung. Zudem verfügt er über keine
Berufsausbildung und überhaupt über eine sehr geringe Schulbildung. Er war 17 Jahre
an derselben Arbeitsstelle tätig, welche ihm nun nicht mehr zumutbar ist. Dort arbeitete
er als Heizkörperkontrolleur und in der Heizkörperproduktion (Schweissen, Färben) in
einer überwiegend körperlich schweren Tätigkeit. Sein gutachterliches
Zumutbarkeitsprofil umfasst Einschränkungen betreffend Rücken, Ellbogen und Knie.
In einer entsprechenden Tätigkeit kann der Beschwerdeführer seine bisher gewonnene
Berufserfahrung nicht nutzen. Trotz der hohen Arbeitsfähigkeit wäre der zu erbringende
Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand auch in einer Hilfsarbeitertätigkeit
beträchtlich. Unter Berücksichtigung aller Umstände ist im vorliegenden Fall keine
Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit mehr anzunehmen.
3.5.
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4.
5.
Vorliegend besteht frühestens ab Ablauf des vom 25. August 2011 bis 25. August
2012 dauernden Wartejahres gemäss Art. 21 lit. b IVG (BGE 138 V 457, E. 3.4) ein
allfälliger Rentenanspruch. Zu diesem Zeitpunkt war bei Anmeldung vom 24. Januar
2012 (IV-act. 1) auch die Frist gemäss Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG erfüllt. Das für die
Prüfung der Verwertbarkeit massgebliche Alter beurteilt sich indes zum Zeitpunkt der
Erstattung des Verlaufsgutachtens vom 6. März 2019 (E. 3.3). Das Bundesgericht
erwog zu einem entsprechend gelegenen Fall, in dem der mögliche Anspruchsbeginn
und der für die Beurteilung der Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit massgebliche
Zeitpunkt ebenfalls voneinander abwichen, dass die Arbeitsfähigkeit (in adaptierten
Tätigkeiten) ab deren Feststehen nicht mehr verwertbar war und bejahte einen
Rentenanspruch erst ab diesem Zeitpunkt (vgl. Urteil vom 10. Mai 2013, 9C_954/2012,
E. 4.2).
4.1.
Bei einem zuletzt erzielten Einkommen im Jahr 2011 von Fr. 64'441.-- (Angaben
Arbeitgeberin vom 27. März 2012, IV-act. 42) und einem Tabellenlohn gemäss
Lohnstrukturerhebung (LSE) 2011 des Bundesamtes für Statistik (BFS) von
Fr. 61'910.-- (Anforderungsniveau 4, Männer, Informationsstelle AHV/IV, IV 2019, Bern
2019, Anhang 2) hat der Beschwerdeführer solange die gutachterlich attestierte
100%ige Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten verwertbar war, keinen
Rentenanspruch (vgl. auch E. 3.1). Ab feststehender Unverwertbarkeit der
Arbeitsfähigkeit am 1. März 2019 besteht ein Anspruch auf eine ganze Rente.
4.2.
Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung in teilweiser Gutheissung der
Beschwerde aufzuheben und dem Beschwerdeführer ab 1. März 2019 eine ganze
Rente zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung ist die
Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.1.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Gemessen
an den gestellten Anträgen hat der Beschwerdeführer nur in untergeordnetem Ausmass
obsiegt. Ihm sind daher ermessensweise zwei Drittel der Kosten, d.h. Fr. 400.--,
aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm im Umfang von
Fr. 400.-- daran anzurechnen und im Umfang von Fr. 200.-- zurückzuerstatten. Den
Restbetrag von Fr. 200.-- hat die Beschwerdegegnerin zu bezahlen.
5.2.
bis
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