Decision ID: c2c65a39-d570-4c59-88e5-0fed834f4ee5
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Ehescheidung (vorsorgliche Massnahmen)
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichtes (3. Abteilung) des  Zürich vom 12. August 2019; Proz. FE140545
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Rechtsbegehren:
des Klägers, Berufungsklägers und Zweitberufungsbeklagten zu den  Massnahmen betreffend den Unterhalt (act. 6/288 S. 2 f.; act. 6/394 S. 1 f.; act. 6/405A S. 3 f.):
"In Abänderung von Disp. Ziff. 2 des Urteils der I. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich LE140078-O/U vom 18. August 2015 seien die Unterhaltsbeiträge für die Beklagte/Gesuchsgegnerin und für die Tochter C._ (zusätzlich zur Gewährung des Wohnrechts in der Liegenschaft D._-strasse ... und der Uebernahme sämtlicher Zins- / Unterhaltskosten dieser Liegenschaft in der Höhe von rund CHF 25'000.00 pro Monat durch den Kläger/Gesuchsteller) für die Dauer des Hauptverfahrens betreffend Nebenfolgen der Scheidung wie folgt festzusetzen: 1.a. Der Kläger/Gesuchsteller sei zu verpflichten, während der Dauer des Hauptverfahrens betreffend Nebenfolgen der Scheidung der  C._, geb. tt.mm.2011, bis zum 31. Oktober 2021 (vollendetes 10. Altersjahr) einen Barunterhaltsbeitrag in der Höhe von CHF 3'000.00 pro Monat zu bezahlen, zahlbar jeweils monatlich zum Voraus an die Beklagte/Gesuchsgegnerin; b. der Kläger/Gesuchsteller sei zu verpflichten, während der Dauer des Hauptverfahrens betreffend Nebenfolgen der Scheidung der  C._ ab 1. November 2021 einen Barunterhaltsbeitrag in der Höhe von CHF 5'000.00 pro Monat zu bezahlen, zahlbar jeweils  zum Voraus an die Beklagte/Gesuchsgegnerin; 2. der Kläger/Gesuchsteller sei zu verpflichten, während der Dauer des Hauptverfahrens betreffend Nebenfolgen der Scheidung der  C._ bis zum 31. Oktober 2021 (vollendetes 10. Altersjahr)  zum Barunterhaltsbeitrag gemäss Ziff. 1 vorstehend einen  in angemessener Höhe, maximal aber CHF 2'000.00 pro Monat, zu bezahlen, zahlbar jeweils monatlich im Voraus an die Beklagte/Gesuchsgegnerin; 3. der Kläger/Gesuchsteller sei zu verpflichten, während der Dauer des Hauptverfahrens betreffend Nebenfolgen der Scheidung der /Gesuchsgegnerin jeweils monatlich zum Voraus einen  Unterhaltsbeitrag gemäss Art. 125 ZGB in angemessener Höhe zu leisten, maximal wie folgt: • ab Gesuchseinreichung (1. Juni 2018) bis 31. August 2018
CHF 13'000.00 • von da an bis zum 31. Dezember 2018 CHF 8'150.00, • von da an bis zum 30. Juni 2019 CHF 5'150.00, • von da an bis zum 31. Oktober 2021 (vollendetes 10. Altersjahr der
Tochter C._) CHF 2'150.00; • ab dem 1. November 2021 habe er keine persönlichen Unterhalts-
beiträge mehr an die Beklagte zu bezahlen;
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unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten/ ."
des Klägers, Berufungsklägers und Zweitberufungsbeklagten zu den  Massnahmen betreffend das Besuchsrecht (act. 6/365 S. 2 f.; act. 3/92 S. 1 f.; act. 4/05A S. 1 ff.):
1. Dispositivziffer 1 der Verfügung der 3. Abteilung des  Zürich FE140545-L vom 6. November 2017 sei durch folgende Fassung zu ersetzen: Der Kläger/Gesuchsteller wird für berechtigt erklärt, die Tochter C._ wie folgt auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf  zu nehmen: • jeweils am Dienstag ab mittäglichem Schulschluss bis
18.30 Uhr; • jeweils in jeder ungeraden Kalenderwoche am Donnerstag ab
Schulschluss am Mittag oder am Nachmittag bis  / Schulbeginn;
• am Wochenende jeder geraden Kalenderwoche jeweils am Freitag ab Schulschluss am Mittag oder am Nachmittag bis Sonntagabend, 18.30 Uhr;
sowie • während sechs Wochen Ferien pro Kalenderjahr (in Perioden
von jeweils einer bis zwei Wochen, nach Wahl des Klägers/ Gesuchstellers),
wobei die Ferien (von beiden Parteien) jeweils  (eine oder zwei Kalenderwochen), beginnend am Montag und endend am Sonntag, zu beziehen und jedes Jahr jeweils  Mitte Januar im Voraus anzukündigen sind und von  Parteien auf von der anderen Partei bereits angekündigte bzw. gebuchte Ferien Rücksicht zu nehmen ist. Können sich die Eltern nicht einigen, so kommt dem Vater in  mit gerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien zu; in Jahren mit ungerader Jahreszahl der Mutter. Verbringt die Beklagte ihre Ferien mit C._ nicht in Zürich, so ruht das Besuchsrecht und ist nicht zu kompensieren.
2. In Ergänzung von Dispositivziffer 5 des Urteils der 3. Abteilung des Bezirksgerichts Zürich EE130458-L/U vom 1. Dezember 2014 sei die Feiertags-/Festtags-Besuchsrechtsregelung wie folgt zu ergänzen:
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Der Kläger/Gesuchsteller wird zusätzlich für berechtigt zu erklärt, C._ jeweils an seinem Geburtstag, tt. April, von Schulschluss bis Abend 21.00 Uhr zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen.
3. Der Kläger/ Gesuchsteller sei zusätzlich berechtigt zu erklären, jeweils an jedem Mittwochabend und an den Sonntag-Abenden jeder ungeraden Kalenderwoche zwischen 18.00 Uhr und 19.00 Uhr mit der Tochter C._ telefonisch Kontakt aufzunehmen.
4. Besuchsrechtstage, die aus Gründen, welche nicht beim Kläger/ Gesuchsteller liegen, ausfallen (z.B. wegen Krankheit C._s), sind innerhalb der auf den ausgefallenen Besuchsrechtstag  Woche vollumfänglich zu kompensieren (ausser den  Ferien der Beklagten/ Gesuchsgegnerin mit C._  Besuchsrechtstagen gemäss vorstehender Ziff. 1 und ausser besonderen Anlässen, Einladungen, Kinderparties von C._, die auf die Besuchszeit des Klägers/Gesuchstellers ).
5. Die Beklagte/Gesuchsgegnerin sei zu verpflichten, C._ auch ausserhalb der gerichtlich festgelegten Besuchszeiten spontane Kontakte und Besuche zum/beim Vater (z.B. Telefonanrufe, Spontanbesuche auf dem Heimweg von der Schule etc.) zu .
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten/ Gesuchsgegnerin.
der Beklagten, Berufungsbeklagten und Zweitberufungsklägerin (act. 6/405C S. 1):
"(...) 2. Es sei dem Kläger unter Strafandrohung im Wiederholungsfall
(Art. 292 StGB) die Weisung zu erteilen, der Tochter C._ inskünftig keinerlei Geheimhaltungsverpflichtungen in irgendeiner Form gegenüber der Beklagten oder gegenüber E._ .
3. Es sei dem Kläger unter Strafandrohung im Widerhandlungsfall (Art. 292 StGB) zu verbieten, C._ bezüglich ihrer  an die Mutter, über Vorkommnisse für die der Kläger ihr eine Geheimhalteverpflichtung auferlegt hatte, anzusprechen und sie darüber zu informieren, dass die Mutter dies dem Gericht  hat.
4. Es sei dem Kläger unter Strafandrohung im Widerhandlungsfall (Art. 292 StGB) zu verbieten, die Tochter C._ über das  und die Aussagen der Parteien in irgendeiner Form zu informieren.
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5. Es sei der Kläger zu ersuchen, einer Umteilung der Tochter C._ zuzustimmen und zwar von der Schulklassengruppe, welche künftig am Freitagnachmittag schulfrei hat (Gruppe F._), zur Gruppe G._, welche nach wie vor am  schulfrei hat.
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zzgl. 7.7% MwSt., zulasten des Gesuchstellers und Klägers."
Urteil des Einzelgerichtes (3. Abteilung) des Bezirksgerichtes Zürich: (act. 3/1 = act. 6/426 = act. 19/3/1; nachfolgend zitiert als act. 3/1)
1. In teilweiser Gutheissung des klägerischen Abänderungsbegehrens
betreffend die Unterhaltsbeiträge wird der Kläger für die weitere Dauer des
Verfahrens verpflichtet, der Beklagten ab 1. November 2018 bis Ende Okto-
ber 2023 bzw. bis zum Eintritt von C._ in die I. Sekundarstufe einen
Barunterhalt für C._ von monatlich CHF 5'181.– zuzüglich allfälliger
Familienzulagen sowie einen persönlichen Unterhalt von monatlich
CHF 13'994.– jeweils im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats zu be-
zahlen. Ein Betreuungsunterhalt ist nicht geschuldet. Die Verpflichtung des
Klägers zur Bezahlung der Wohnkosten wird von dieser Regelung nicht tan-
giert.
2. Ab dem 1. November 2023 bzw. dem Eintritt von C._ in die I. Sekundar-
stufe und für die weitere Dauer des Verfahrens wird der Kläger sodann ver-
pflichtet, der Beklagten einen Barunterhalt für C._ von monatlich
CHF 5'909.– zuzüglich allfälliger Familienzulagen sowie einen persönlichen
Unterhalt von monatlich CHF 12'382.– jeweils im Voraus auf den Ersten ei-
nes jeden Monats zu bezahlen. Ein Betreuungsunterhalt ist weiterhin nicht
geschuldet. Die Verpflichtung des Klägers zur Bezahlung der Wohnkosten
wird von dieser Regelung nicht tangiert.
3. Die weiteren Begehren des Klägers werden abgewiesen.
4. Der Antrag der Beklagten in Ziffer 5 wird gutgeheissen und es wird von der
Einverständniserklärung des Klägers betreffend C._s Umteilung in der
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Schulklasse von der Gruppe F._ in die Gruppe der G._ Vormerk
genommen.
5. Die weiteren Anträge der Beklagten werden abgewiesen.
6. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf CHF 7'000.–.
7. Die Kosten werden zu einem Viertel dem Kläger und zu drei Vierteln der Be-
klagten auferlegt.
8. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine (reduzierte) Parteient-
schädigung in der Höhe von CHF 6'000.– (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezah-
len.
9./10.[Mitteilungen / Rechtsmittelbelehrung]
Berufungsanträge:
des Klägers, Berufungsklägers und Zweitberufungsbeklagten (act. 2 S. 2 ff.):
"1. Die angefochtene Verfügung FE140545-L/Z32_VSM der 3. (Einzelgericht) des Bezirksgerichts Zürich vom 12. August 2019 sei im Rahmen der nachstehenden Berufungsanträge 2 bis 8 aufzuheben;
2. in Abänderung von Disp. Ziff. 2 des Urteils der I. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich LE140078-O/U vom 18. August 2015 seien die Unterhaltsbeiträge für die /Gesuchsgegnerin und für die Tochter C._ (zusätzlich zur Gewährung des Wohnrechts in der Liegenschaft D. ... und der Uebernahme sämtlicher Zins- /  dieser Liegenschaft in der Höhe von rund CHF 25'000.00 pro Monat durch den Kläger/Gesuchsteller) für die Dauer des  betreffend Nebenfolgen der Scheidung wie folgt :
a. Der Kläger/Gesuchsteller sei zu verpflichten, während der Dauer des Hauptverfahrens betreffend Nebenfolgen der  der Tochter C._, geb. tt.mm.2011, ab 1. September 2018 bis zum 31. Oktober 2023 einen Barunterhaltsbeitrag in der Höhe von CHF 2'333.00 pro Monat zuzüglich allfälliger Fami-
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lienzulagen zu bezahlen, zahlbar jeweils monatlich zum Voraus an die Beklagte/Gesuchsgegnerin;
b. der Kläger/Gesuchsteller sei zu verpflichten, während der Dauer des Hauptverfahrens betreffend Nebenfolgen der  der Tochter C._ ab 1. November 2023 einen  in der Höhe von CHF 2'601.00 pro Monat  allfälliger Familienzulagen zu bezahlen, zahlbar jeweils  zum Voraus an die Beklagte/Gesuchsgegnerin;
c. der Kläger/Gesuchsteller sei zu verpflichten, während der Dauer des Hauptverfahrens betreffend Nebenfolgen der  der Beklagten/Gesuchsgegnerin jeweils monatlich zum  die folgenden persönlichen Unterhaltsbeiträge zu leisten:
• ab 1. September 2018 bis zum 31. Dezember 2018 CHF 10'831.30,
• von da an bis zum 30. Juni 2019 CHF 7'831.30, • von da an bis zum 31. Oktober 2023 CHF 4'831.30; • ab dem 1. November 2023 CHF 2'951.40; 3. eventualiter: a. Es sei der Kläger für die weitere Dauer des Hauptverfahrens
über die Scheidungsnebenfolgen zu verpflichten, der Beklagten ab 1. November 2018 bis Ende Oktober 2023 bzw. bis zum  von C._ in die I. Sekundarstufe einen Barunterhalt für C._ von monatlich CHF 2'601.00 zuzüglich allfälliger  sowie einen persönlichen Unterhalt von monatlich CHF 13'994.40 jeweils im Voraus auf den Ersten eines jeden  zu bezahlen;
b. ab dem 1. November 2018 und für die weitere Dauer des Hauptverfahrens sei der Kläger sodann zu verpflichten, der  einen Barunterhalt für C._ von monatlich CHF 2'569.00 zuzüglich allfälliger Familienzulagen sowie einen persönlichen Unterhalt von monatlich CHF 12'382.50 jeweils im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats zu bezahlen;
4. es sei für C._ eine Besuchsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB anzuordnen;
5. es sei durch das Obergericht mit C._ eine neue  zur Feststellung der aktuellen Situation und Wünsche C._s durchzuführen;
6.a. Dispositivziffer 1 der Verfügung der 3. Abteilung des  Zürich FE140545-L/Einzelgericht vom 6. November 2017 sei durch folgende Fassung zu ersetzen:
"Der Kläger/Gesuchsteller wird berechtigt erklärt, die Tochter C._ wie folgt auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf  zu nehmen:
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• jeweils am Dienstag ab mittäglichem Schulschluss bis 18.30 Uhr;
• jeweils in jeder ungeraden Kalenderwoche am Donnerstag ab Schulschluss am Mittag oder am Nachmittag bis /Schulbeginn;
• am Wochenende jeder geraden Kalenderwoche jeweils am Freitag ab Schulschluss am Mittag oder am Nachmittag bis Sonntagabend, 18.30 Uhr;
sowie • während sechs Wochen Ferien pro Kalenderjahr (in Perio-
den von jeweils einer bis zwei Wochen, nach Wahl des /Gesuchstellers),
wobei die Ferien (von beiden Parteien) jeweils  (eine oder zwei Kalenderwochen), beginnend am Montag und endend am Sonntag, zu beziehen und jedes Jahr jeweils  Mitte Januar im Voraus anzukündigen sind und von  Parteien auf von der anderen Partei bereits angekündigte bzw. gebuchte Ferien Rücksicht zu nehmen ist.
Können sich die Eltern nicht einigen, so kommt dem Vater in  mit gerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien zu; in Jahren mit ungerader Jahreszahl der Mutter.
Verbringt die Beklagte/Gesuchsgegnerin ihre Ferien mit C._ nicht in Zürich, so ruht das Besuchsrecht und ist nicht zu ."
b. In Ergänzung von Dispositivziffer 5 des Urteils der 3. Abteilung des Bezirksgerichts Zürich EE130458-L/U vom 1. Dezember 2014/Einzelgericht sei die Feiertags-/Festtags- wie folgt zu ergänzen:
"Der Kläger/Gesuchsteller wird zusätzlich für berechtigt erklärt, C._ jeweils an seinem Geburtstag, tt. April, von Schulschluss bis Abend 21.00 Uhr zu sich oder mit sich auf Besuch zu ."
c. Der Kläger/Gesuchsteller sei zusätzlich berechtigt zu erklären, jeweils an jedem Mittwochabend und an den Sonntag-Abenden jeder ungeraden Kalenderwoche zwischen 18.00 Uhr und 19.00 Uhr mit der Tochter C._ telefonisch Kontakt aufzunehmen.
d. Besuchsrechtstage, die aus Gründen, welche nicht beim Kläger/ Gesuchsteller liegen, ausfallen (z.B. wegen Krankheit C._s), sind innerhalb der auf den ausgefallenen Besuchsrechtstag  Woche vollumfänglich zu kompensieren (ausser den  Ferien der Beklagten/Gesuchsgegnerin mit C._  Besuchsrechtstagen gemäss vorstehender Ziff. 1 und
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ausser besonderen Anlässen, Einladungen, Kinderparties von C._, die auf die Besuchszeit des Klägers/Gesuchstellers ).
e. Die Beklagte/Gesuchsgegnerin sei zu verpflichten, C._ auch ausserhalb der gerichtlich festgelegten Besuchszeiten spontane Kontakte und Besuche zum/beim Vater (z.B. Telefonanrufe, Spontanbesuche auf dem Heimweg von der Schule etc.) zu .
7. eventualiter: a. Dispositivziffer 1 der Verfügung der 3. Abteilung des Bezirksge-
richts Zürich FE140545-L/Einzelgericht vom 6. November 2017 sei lediglich wie folgt zu ändern:
"Der Kläger/Gesuchsteller wird berechtigt erklärt, die Tochter C._ wie folgt auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf  zu nehmen:
... sowie während sechs Wochen Ferien pro Kalenderjahr (in Perio-
den von jeweils einer bis zwei Wochen, nach Wahl des /Gesuchstellers),
...; b. Die Beklagte/Gesuchsgegnerin sei zu verpflichten, C._ auch
ausserhalb der gerichtlich festgelegten Besuchszeiten spontane Kontakte und Besuche zum/beim Vater (z.B. Telefonanrufe, Spontanbesuche auf dem Heimweg von der Schule etc.) zu .
8.a. es sei in Nachachtung von Disp. Ziff. 4 des Urteils der II.  des Obergerichts des Kantons Zürich vom 26.  2018 die Regelung der Prozesskosten des  LY180029-O/U vorzunehmen;
b. es seien die Kosten jenes Berufungsverfahrens von CHF 10'000.00 vollumfänglich der Beklagten aufzuerlegen, und es sei dem Kläger für jenes Berufungsverfahren eine volle  von CHF 16'050.00 zuzusprechen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für das erst- und  Verfahren zu Lasten der Beklagten/Gesuchsgegnerin/."
der Beklagten, Berufungsbeklagten und Zweitberufungsklägerin (act. 19/2 S. 2):
"1. Es seien die Dispositiv-Ziff. 1 und 2 der Verfügung des  Zürich vom 12. August 2019 aufzuheben und das Begehren des Klägers auf Abänderung der in Dispositiv-Ziff. 2 des Urteils
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der I. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich (LE140078) festgelegten Unterhaltsbeiträge für die Beklagte und die Tochter C._ sei vollumfänglich abzuweisen.
2. In Aufhebung von Dispositiv-Ziff. 7 und 8 des vorinstanzlichen Entscheides seien die Kosten vollumfänglich dem Kläger  und er sei zu verpflichten, der Beklagten eine  von CHF 12'000 zu bezahlen.
Eventualiter 3. Es sei in Abänderung der Dispositiv-Ziff. 1 und 2 der Verfügung
des Bezirksgerichts vom 12. August 2019 der neu festzulegende Unterhaltsbeitrag für die Beklagte/Berufungsklägerin mit Wirkung ab Ablauf von 6 Monaten seit dem Berufungsentscheid neu .
4. In Abänderung der Dispositiv-Ziff. 7 und 8 der Verfügung des  vom 12. August 2019 seien die Kosten dem Kläger im Umfang von CHF 5'730 aufzuerlegen und er sei zu , der Beklagten eine Prozessentschädigung von CHF 9'820 zu bezahlen.
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. 7.7 % MwSt. zulasten des Berufungsbeklagten.

Erwägungen:
I. (Sachverhalt und Prozessgeschichte)
1. A._ (Kläger, Berufungskläger und Zweitberufungsbeklagter, nachfol-
gend "Kläger") und B._ (Beklagte, Berufungsbeklagte und Zweitberufungs-
klägerin, nachfolgend "Beklagte") heirateten am tt. März 2009. Sie haben eine
gemeinsame Tochter namens C._, geboren am tt.mm.2011.
2. Am 5. Oktober 2012 ersuchte der Kläger beim Einzelgericht des Bezirksge-
richts Zürich um den Erlass von Eheschutzmassnahmen. Nachdem die Obhut
über die gemeinsame Tochter C._ mit Urteil vom 21. März 2013 (Geschäfts-
Nr. EE120337) der Beklagten zugeteilt worden war, konnte das Besuchsrecht des
Klägers erstmals durch einen vom Obergericht Zürich mit Beschluss vom
26. November 2013 (Geschäfts-Nr. LE130028) genehmigten Vergleich verbindlich
festgelegt werden. Diese Regelung wurde in der Folge mehrfach ergänzt
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(bezüglich bestimmter Feiertage, Modalitäten von Ferien der Beklagten mit
C._ und diesbezüglichen Mitteilungen an den Kläger, Kompensation ausfal-
lender Besuchsrechtstage und Besuchsrechtsregelung an Feiertagen, vgl. Ge-
schäfts-Nr. EE130458 Urteil vom 14. April 2014, Geschäfts-Nr. LE140025
Urteil vom 25. August 2014, Geschäfts-Nr. EE130458 Urteil vom 1. Dezember
2014 [act. 32/151]; Geschäfts-Nr. LE140078 Urteil vom 18. August 2015
[act. 32/155A/2]). Mit Entscheid des Obergerichts Zürich vom 18. August 2015
wurden sodann die Unterhaltsbeiträge an die Beklagte und an C._ verbind-
lich geregelt (Geschäfts-Nr. LE140078 [act. 32/155A/2]).
3. Seit dem 4. Juli 2014 stehen sich die Parteien im Scheidungsverfahren vor
dem Einzelgericht (3. Abteilung) des Bezirksgerichtes Zürich (nachfolgend: Vor-
instanz) gegenüber. Mit Urteil vom 14. Mai 2018 schied das Bundesgericht die
Ehe (act. 6/285). Die Regelung der Folgen ist pendent. Im Rahmen vorsorglicher
Massnahmen während des Scheidungsverfahrens wurde das Besuchsrecht des
Klägers erneut mehrfach angepasst resp. ausgedehnt, letztmals mit Verfügung
der Vorinstanz vom 6. November 2017, welche sowohl von der Kammer als auch
vom Bundesgericht bestätigt wurde (act. 6/123; act. 6/262; act. 6/286;
act. 6/373a).
4.1. Mit Eingabe vom 1. Juni 2018 stellte der Kläger bei der Vorinstanz ein
Massnahmebegehren betreffend Abänderung der im Urteil des Obergerichts Zü-
rich vom 18. August 2015 festgelegten Unterhaltsbeiträge (act. 6/288). Die
Vorinstanz wies das Gesuch mit Verfügung vom 14. Juni 2018 ab (act. 6/291).
Daraufhin gelangte der Kläger mit Berufung an die Kammer, welche sein Rechts-
mittel mit Urteil vom 26. September 2018 guthiess, die angefochtene Verfügung
aufhob und die Sache zur Ergänzung des Verfahrens und zur neuen Entschei-
dung an die Vorinstanz zurückwies (act. 6/346).
4.2. Mit Eingabe vom 8. Februar 2019 stellte der Kläger bei der Vorinstanz ein
weiteres Massnahmebegehren um Abänderung der geltenden Besuchsrechtsre-
gelung (act. 6/365; vgl. auch act. 6/392; act. 6/394; act. 6/405A). Die Beklagte,
welche die Abweisung der klägerischen Begehren beantragte (vgl. act. 6/381;
act. 6/399; act. 6/405C; vgl. auch act. 6/405E), stellte in der Verhandlung vom
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12. Juni 2019 ihrerseits ein Begehren betreffend vorsorgliche Massnahmen, ins-
besondere betreffend Erteilung von Weisungen an den Kläger (act. 6/405C). Nach
Durchführung des Massnahmeverfahrens (vgl. insb. Prot. VI S. 267 ff.) fällte die
Vorinstanz mit Verfügung vom 12. August 2019 den eingangs wiedergegebenen
Entscheid (act. 3/1).
5.1. Gegen diesen Entscheid erhob der Kläger mit Eingabe vom 26. August
2019 fristgerecht (vgl. act. 6/427/1) Berufung bei der Kammer, wobei er die ein-
gangs wiedergegebenen Anträge stellte (act. 2). Dafür wurde das vorliegende
Verfahren LY190039 angelegt. Auch die Beklagte erhob mit Eingabe vom
2. September 2019 fristgerecht (vgl. act. 6/427/2) Berufung mit den oben aufge-
führten Anträgen (act. 19/2), wobei dafür das Verfahren LY190040 angelegt wur-
de (act. 19/1-11).
5.2. In beiden Verfahren wurden mit Verfügungen vom 2. resp. 4. September
2019 je Kostenvorschüsse eingeholt und die Prozessleitung delegiert (act. 4;
act. 19/4). Nach fristgerechtem Eingang der Kostenvorschüsse (act. 5; act. 9
sowie act. 19/5; act. 19/7) wurden die beiden Verfahren mit Verfügung vom
16. Oktober 2019 vereinigt und unter der Geschäfts-Nr. LY190039 weitergeführt.
Das Verfahren LY190040 wurde als erledigt abgeschrieben (act. 18 = act. 19/10;
vgl. auch act. 20). Mit Verfügung vom 21. Oktober 2019 wurde den Parteien da-
raufhin je eine Frist zur Beantwortung der Berufung des jeweils anderen ange-
setzt (act. 21).
5.3. In der Folge gingen sowohl die Berufungsantwort des Klägers vom
1. November 2019 (act. 23) als auch die Berufungsantwort der Beklagten vom
7. November 2019 (act. 25) fristgerecht (vgl. act. 22/1-2) ein. Beide Parteien be-
antragten die Abweisung der Berufung der jeweils anderen Partei unter Kosten-
und Entschädigungsfolgen zu Lasten der anderen Partei (act. 23 S. 2 und act. 25
S. 2). Die Rechtsschriften wurden der jeweiligen Gegenpartei zur Wahrung des
rechtlichen Gehörs zugestellt (act. 27 und act. 28). Der Kläger liess sich daraufhin
mit unaufgeforderter Eingabe vom 22. November 2019 erneut vernehmen
(act. 30), worauf auch die Beklagte mit Eingaben vom 20. und 21. Dezember
2019 erneut Stellung nahm (act. 35 und act. 36). Mit Schreiben vom 15. Januar
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2020 wurde der Kläger aufgefordert, mitzuteilen, ob er sich an einer Verhandlung
dazu äussern wolle (act. 37). Der Kläger verzichtete auf weitere Äusserungen
(act. 42).
5.4. Das Verfahren erweist sich als spruchreif. Die Akten der Vorinstanz wurden
beigezogen (act. 6/1-428), ebenso wie die Akten des Eheschutzverfahrens Ge-
schäfts-Nr. EE130458 (act. 32/1-176). Auf die Vorbringen der Parteien ist – soweit
für die Entscheidfindung erforderlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägun-
gen einzugehen.
II. (Prozessuale Vorbemerkungen)
1.1. Mit der Berufung kann die unrichtige Rechtsanwendung – einschliesslich
der unrichtigen Anwendung des pflichtgemässen Ermessens – sowie die unrichti-
ge Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). In
der Berufungsbegründung hat sich die Berufung führende Partei sachbezogen mit
der Begründung des angefochtenen Entscheides auseinanderzusetzen, es ist
konkret aufzuzeigen, inwiefern die Vorinstanz das Recht falsch angewendet ha-
ben soll bzw. welcher Sachverhalt unrichtig festgestellt worden sein soll. Dem ist
die aus der Sicht der Partei korrekte Rechtsanwendung resp. der korrekte Sach-
verhalt gegenüberzustellen und darzulegen, zu welchem abweichenden Ergebnis
dies führen soll. Nicht genügend sind demgegenüber bloss pauschale Kritik, blos-
se Verweise auf die Vorakten oder Wiederholungen des vor der Vorinstanz Vor-
gebrachten, wenn dies von der Vorinstanz bereits diskutiert wurde (vgl. zum Gan-
zen OGer ZH LB110049 vom 5. März 2012 E. II.1.1).
1.2. Der Kläger wirft der Beklagten im Zusammenhang mit deren Ausführungen
zu ihrem (hypothetischen) Einkommen vor, ihre Berufung sei nicht ausreichend
begründet (act. 23 S. 3 f., S. 6 ff.). Damit geht er fehl. Die Berufungsbegründung
der Beklagten ist in den gerügten Abschnitten ausreichend detailliert und genügt
den Anforderungen (vgl. act. 19/2 Rz 6 ff.). Verweise auf eigene Ausführungen
vor der Vorinstanz verbunden mit der Rüge, die Vorinstanz habe diese zu Unrecht
nicht in die Beurteilung miteinbezogen, stellen entgegen dem Kläger (vgl. act. 23
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S. 4 f.) keineswegs unzulässige Wiederholungen dar. Auch kein Begründungs-
mangel liegt darin, dass sich die Beklagte in ihrer Berufung nicht zu einer allfälli-
gen Erwerbstätigkeit im Anstellungsverhältnis äussert (vgl. act. 23 S. 7), setzte
sich doch die Vorinstanz mit dieser Thematik nicht auseinander (vgl. dazu
E. IV.2.1). Die Kritik des Klägers, die Beklagte zeige nicht auf, inwiefern die Vor-
instanz ihr Ermessen überschritten haben solle (vgl. act. 23 S. 8), geht schliess-
lich an der Sache vorbei, macht die Beklagte doch primär falsche Sachverhalts-
feststellungen und Rechtsverletzungen geltend (vgl. dazu E. IV.2.2).
2.1. Eine Klageänderung ist im Berufungsverfahren nur noch zulässig, wenn sie
auf neuen Tatsachen und Beweismitteln beruht und die Voraussetzungen nach
Art. 227 Abs. 1 ZPO gegeben sind (Art. 317 Abs. 2 ZPO). Der geänderte oder
neue Anspruch muss demnach nach der gleichen Verfahrensart zu beurteilen
sein und mit dem bisherigen Anspruch in einem sachlichen Zusammenhang ste-
hen, oder die Gegenpartei muss der Änderung zustimmen (Art. 227 Abs. 1 ZPO).
Jederzeit erlaubt ist eine Einschränkung des Begehrens, da dies keine Klageän-
derung im Sinne dieser Bestimmung darstellt (ZK ZPO-Reetz/Hilber, 3. Aufl.
2016, Art. 317 N 71 m.w.H.). Bei Geltung der Offizialmaxime sind Änderungen
von Begehren zudem jederzeit und uneingeschränkt möglich, freilich ohne dass
die Rechtsmittelinstanz an diese gebunden wäre (vgl. ZK ZPO-Reetz/Hilber,
3. Aufl. 2016, Art. 317 N 76 m.w.H.).
2.2. Der Kläger stellt im Berufungsverfahren diverse neue und im Vergleich zu
den vor der Vorinstanz gestellten Begehren geänderte Anträge. Soweit sich diese
auf Kinderbelange beziehen (vgl. insbesondere Anträge Ziffern 2a, 2b, 3-5 und 7),
ist dies – entgegen der Ansicht der Beklagten (vgl. act. 25 Rz 1.1, 4.1 und 21.1) –
ohne Weiteres zulässig, gilt hier doch die Offizialmaxime (Art. 296 Abs. 3 ZPO).
Die Anträge Ziffern 2c und 3a sowie 3b (letztere, soweit sie sich auf Unterhaltsbei-
träge für die Beklagte beziehen) sind Einschränkungen des vor der Vorinstanz
Beantragten und damit ebenfalls zulässig. Was den Antrag Ziffer 8 betreffend die
Verteilung der Prozesskosten des Verfahrens LY180029 angeht, so ist dieser nur
auf den ersten Blick neu: Der vom Kläger im erstinstanzlichen Verfahren gestellte
Antrag zu den Kosten- und Entschädigungsfolgen erfasst – mangels expliziter an-
- 15 -
derer Spezifikation – sämtliche von der Vorinstanz zu regelnden Prozesskosten
und damit auch die Kosten des Verfahrens LY180029, deren Verteilung im Rück-
weisungsentscheid der Kammer vom 26. September 2018 der Vorinstanz über-
lassen wurde (vgl. act. 6/346 Dispositiv-Ziffer 4). Folglich handelt es sich beim
entsprechenden Berufungsantrag des Klägers um einen von seinem vorinstanzli-
chen Begehren umfassten Teil, weshalb er im zweitinstanzlichen Verfahren zu-
lässig ist.
2.3. Die von der Beklagten gestellten Eventualanträge Ziffern 3 und 4 sind
ebenfalls Einschränkungen des von ihr vor der Vorinstanz gestellten Begehrens
auf Abweisung der Anträge des Klägers bzw. der Kostenverteilung zu Lasten des
Klägers (vgl. act. 6/405C S. 1). Damit sind auch diese Anträge zulässig.
3.1. Gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO werden neue Tatsachen und Beweismittel im
Berufungsverfahren nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht
werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht
werden konnten. Diese Regelung gilt auch, wenn der soziale Untersuchungs-
grundsatz zur Anwendung kommt (BGE 144 III 349 E. 4.2.1; BGE 138 III 625
E. 2.2), wie dies grundsätzlich in Massnahmeverfahren während des Scheidungs-
prozesses der Fall ist (Art. 272 ZPO sowie Pfänder/Baumann, DIKE-Komm-ZPO,
2. Aufl. 2016, Art. 272 N 5; Vetterli, FamKomm Scheidung, 3. Aufl. 2017, ZPO 272
N 2). Anders sieht es demgegenüber bei Geltung der uneingeschränkten Unter-
suchungsmaxime aus, welche insbesondere gestützt auf Art. 296 Abs. 1 ZPO bei
Kinderbelangen (unabhängig von der Verfahrensart) gilt. Hier kommt die Noven-
schranke von Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht zur Anwendung und das Gericht hat neue
Tatsachen und Beweismittel bis zur Urteilsberatung zu berücksichtigen (BGE 144
III 349 E. 4.2.1; vgl. auch OGer ZH LY170051 vom 17. Mai 2018 E. II.2.3 sowie
OGer ZH LY160019 vom 21. Juli 2016 E. 2.2.1.2).
3.2. Die Beklagte rügt verschiedentlich, der Kläger führe neue Tatsachen in das
Berufungsverfahren ein, was unzulässig sei (vgl. etwa act. 25 Rz 1.2, 20.1, 36).
Soweit sich die fraglichen Tatsachen auf Kinderbelange beziehen, trifft dies nicht
zu, sind hier neue Tatsachen doch uneingeschränkt zulässig. Neue Tatsachen,
- 16 -
welche nicht Kinderbelange betreffen, sind zuzulassen, wenn die Voraussetzun-
gen von Art. 317 Abs. 1 ZPO erfüllt sind.
4.1. Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 53 Abs. 1
ZPO) umfasst unter anderem das Recht der Parteien, von sämtlichen beim Ge-
richt eingereichten Eingaben Kenntnis zu erhalten und sich dazu äussern zu kön-
nen, unabhängig davon, ob die fragliche Eingabe neue oder erhebliche Vorbrin-
gen enthält (sog. Replikrecht; BGE 138 I 484 E. 2.1). Bei anwaltlich vertretenen
Parteien genügt es, eine Eingabe lediglich zur Kenntnisnahme zuzustellen. Von
einer solchen Partei kann erwartet werden, dass sie umgehend unaufgefordert
Stellung nimmt oder eine Stellungnahme beantragt, sofern sie dies für erforderlich
erachtet (BGE 138 I 484 E. 2.4-5; ZK ZPO-Sutter-Somm/Chevalier, 3. Aufl. 2016,
Art. 53 N 12a). Unverzüglich bedeutet in der Regel innert zehn Tagen (BK ZPO-
Hurni, Art. 53 N 41; ZK ZPO-Sutter-Somm/Chevalier, 3. Aufl. 2016, Art. 53 N 12c).
4.2. Die klägerische Eingabe vom 22. November 2019 (act. 30) ging innert zehn
Tagen seit Erhalt der Berufungsantwort der Beklagten vom 7. November 2019 ein
(vgl. act. 29/1) und ist folglich zu berücksichtigen. Dasselbe gilt für die Stellung-
nahmen der Beklagten dazu vom 20. resp. 21. Dezember 2019 (act. 35 und
act. 36; vgl. act. 34). Zu beachten ist indes, dass die Gewährung des allgemeinen
Replikrechts einzig der Wahrung des rechtlichen Gehörs dient und nicht weitere
Vorträge mit freiem Novenrecht nach sich ziehen kann (vgl. ZK ZPO-Klingler,
3. Aufl. 2016, Art. 252 ZPO N 6 f.).
III. (Besuchsrecht)
1. Überblick über die geltende Regelung, die Erwägungen der Vorinstanz und
die Parteistandpunkte
1.1. Mit Verfügung vom 6. November 2017 hatte die Vorinstanz folgendes Be-
suchsrecht als vorsorgliche Massnahme angeordnet (act. 6/262, Dispositiv-
Ziffer 1):
- 17 -
"Der Kläger wird für berechtigt erklärt, die Tochter C._ wie folgt auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen:
Ab sofort: − jeweils am Dienstag ab mittäglichem Kindergarten- oder Schulschluss bis 17.30 Uhr, − am Wochenende jeder geraden Kalenderwoche jeweils von Samstagmorgen, 09.00 Uhr bis
Sonntagabend, 17.30 Uhr;
ab Ende der Herbstferien 2018: − jeweils am Dienstag ab mittäglichem Kindergarten- oder Schulschluss bis 17.30 Uhr, − am Wochenende jeder geraden Kalenderwoche jeweils von Freitagabend, 18.00 Uhr (falls
C._ keine Schule hat am Freitagnachmittag) bzw. von Freitag Schulschluss (falls C._ Schule hat am Freitagnachmittag) bis Sonntagabend, 17.30 Uhr, erstmals in der  44;
sowie ab Ende der Frühjahrsferien 2018 und für den Rest des Kalenderjahres 2018: − während zwei Wochen Ferien, und
ab Anfang des Kalenderjahres 2019: − während zwei Wochen Ferien pro Kalenderjahr,
wobei die Ferien (von beiden Parteien) möglichst anfangs Jahr, wenigstens aber zwei Monate im Voraus anzukündigen sind und von beiden Parteien auf von der anderen Partei bereits  bzw. gebuchte Ferien Rücksicht zu nehmen ist.
Können sich die Eltern nicht einigen, so kommt dem Vater in Jahren mit gerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien zu; in Jahren mit ungerader Jahreszahl der Mutter.
Verbringt die Beklagte ihre Ferien mit C._ nicht in Zürich, so ruht das Besuchsrecht und ist nicht zu kompensieren."
Nebst im vorliegenden Kontext nicht interessierenden Modalitäten der Mit-
teilung des Ferienbezuges durch die Beklagte und die Kompensation ausfallender
Besuchsrechtstage des Klägers in gewissen Konstellationen (vgl. Geschäfts-
Nr. EE130458 Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 14. April 2014 Dispositiv-
Ziffern 5 und 6 sowie Verfügung der Vorinstanz vom 6. November 2017 Disposi-
tiv-Ziffer 3 [act. 6/262]) bestehen noch Regelungen betreffend die Betreuung von
C._ durch den Kläger am Karfreitag, am 6. Dezember sowie am 24. und am
25. Dezember (Geschäfts-Nr. EE130458 Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom
1. Dezember 2014 Dispositiv-Ziffer 5 [act. 32/151]) sowie am Sechseläuten-
Montag sowie zum Sonntag des Knabenschiessens (Geschäfts-Nr. LE140078
- 18 -
Urteil des Obergerichts Zürich vom 18. August 2015 Dispositiv-Ziffer 1
[act. 32/155A/2]).
1.2. Der Kläger verlangte eine Ausweitung des geltenden Besuchsrechts,
weil die Vorinstanz bei dessen Festsetzung in der Verfügung vom 6. November
2017 von unrichtigen Voraussetzungen ausgegangen sei und zudem veränderte
Verhältnisse vorlägen, die eine Änderung erforderlich machen würden (vgl.
act. 6/365, act. 6/392; act. 6/405A). Nach Ansicht der Vorinstanz liegen keine
Abänderungsgründe vor, sei es, weil die vom Kläger geltend gemachten Umstän-
de keine solchen darstellen würden, sei es, weil die von ihm vorgebrachten Tat-
sachen nicht glaubhaft gemacht worden seien. Sodann erwog die Vorinstanz,
selbst wenn Abänderungsgründe glaubhaft gemacht worden wären, wäre das ak-
tuelle Besuchsrecht im Hinblick auf das Kindeswohl nicht auszuweiten (act. 3/1
E. IV.3.1-3.7). Der Kläger beharrt im Rechtsmittelverfahren auf seinem im erstin-
stanzlichen Verfahren vertretenen Standpunkt und macht im Übrigen geltend, die
Vorinstanz hätte eine "Besuchsrechtsbeistandschaft" anordnen müssen und
C._ sei durch die Kammer anzuhören (act. 2 S. 12 ff., S. 41 ff.). Demgegen-
über hält die Beklagte den vorinstanzlichen Entscheid für korrekt und stellt sich
auch gegen die weiteren Forderungen des Klägers (act. 25 Rz 1.1 ff., 17.1 ff.).
2. Beistandschaft
2.1. Der Kläger begründet seinen Antrag auf Anordnung einer Beistandschaft
damit, die Vorinstanz sei zur Überzeugung gelangt, eine solche sei erforderlich.
Weil in Kinderbelangen die Offizialmaxime gelte, hätte die Vorinstanz deshalb un-
geachtet dessen, dass keine der Parteien eine Beistandschaft beantragt habe,
eine solche anordnen müssen (act. 2 S. 13 f., 44). Die Beklagte hält dem entge-
gen, die Vorinstanz habe nie erklärt, eine Besuchsrechtsbeistandschaft sei im
Hinblick auf das Kindeswohl erforderlich. Die Vorinstanz habe auch keine Veran-
lassung gehabt habe, eine Besuchsrechtsbeistandschaft anzuordnen (act. 25
Rz 4.4).
2.2. Wie bereits erwähnt, gilt in Kinderbelangen gestützt auf Art. 296 Abs. 3
ZPO die Offizialmaxime (vgl. E. II.2.2). Es ist richtig, dass die Gerichte bei deren
- 19 -
Geltung nicht an die Parteianträge gebunden sind und im Rahmen eines hängi-
gen Verfahrens erforderliche vorsorgliche Massnahmen auch von sich aus anord-
nen können, ohne dass die Parteien entsprechende Anträge gestellt haben (Glasl,
DIKE-Komm-ZPO, 2. Aufl. 2016, Art. 58 N 29 und 30 f.; vgl. ferner BGE 128 III
411 E. 3.1). Vorliegend bestehen allerdings keine Hinweise darauf, dass die Vor-
instanz die Anordnung einer Beistandschaft tatsächlich als erforderlich erachtete.
Sie erkundigte sich lediglich in der persönlichen Befragung der Parteien in der
Verhandlung vom 12. Juni 2019, ob die Parteien das Einsetzen eines Besuchs-
beistandes als sinnvoll erachten würden (Prot. VI S. 291, 303 f.). Weitere Erwäh-
nungen zur Besuchsbeistandschaft finden sich in den vorinstanzlichen Akten so-
weit ersichtlich nicht. Gemäss den übereinstimmenden Parteiausführungen
scheint die Vorinstanz während den Vergleichsgesprächen in der Verhandlung
vom 12. Juni 2019 einen entsprechenden Vorschlag gemacht zu haben (vgl.
act. 2 S. 11, 13 f.; act. 25 Rz 1.3, 4.1, 4.4), doch bestehen auch diesbezüglich
keine Indizien, dass es sich um mehr als einen blossen Vorschlag handelte. So-
weit sich der Vorwurf des Klägers darauf richtet, die Vorinstanz habe es entgegen
ihrer eigenen Überzeugungen unterlassen, eine Anordnung zu treffen, geht er
folglich fehl.
2.3. Eine andere Frage ist, ob die Vorinstanz hätte zum Schluss gelangen müs-
sen, eine Besuchsbeistandschaft sei nötig. Die Vorinstanz hat sich mit der Prob-
lematik zumindest im angefochtenen Entscheid nicht näher auseinandergesetzt
und es ist demnach davon auszugehen, dass sie der Auffassung war, die Voraus-
setzungen für die Anordnung einer Beistandschaft seien nicht erfüllt. Es ist in die-
ser Situation nicht an der Kammer als zweiter Instanz, erstmalig über die Einset-
zung eines Beistandes zu entscheiden. Vielmehr obliegt ein erster Entscheid
grundsätzlich der Vorinstanz. Ist eine der Parteien der Ansicht, dies unterbleibe zu
Unrecht, steht es ihr frei, mittels eines entsprechenden Antrages die Vorinstanz
zur Fällung eines Entscheides zu veranlassen, welcher dann von den Rechtsmit-
telinstanzen überprüft werden kann. Auf die von den Parteien vorgebrachten
Gründe, welche für resp. gegen die Einsetzung eines Beistandes sprechen (vgl.
act. 2 S. 44; act. 25 Rz 4.2 ff.), ist daher an dieser Stelle nicht einzugehen. Der
- 20 -
Antrag des Klägers auf Errichtung einer Beistandschaft im Sinne von Art. 308
Abs. 2 ZGB ist abzuweisen.
3. Kinderanhörung
3.1. Am 29. August 2018 führte die Vorinstanz eine Kinderanhörung mit
C._ durch (act. 6/340). Der Kläger ist der Ansicht, die Kammer habe eine
neue Kinderanhörung vorzunehmen. Auf die erfolgte Kinderanhörung könne nicht
abgestellt werden, weil C._ sowohl im Voraus als auch während der Anhö-
rung von der Beklagten beeinflusst worden sei. Zudem sei der vorinstanzliche
Richter bei der Kinderanhörung nicht anwesend gewesen und könne mangels
persönlichen Eindrucks von C._ deren Aussagen nicht richtig würdigen. Auch
sei das rechtliche Gehör der Parteien verletzt worden, hätten sie zum Protokoll
der Kinderanhörung doch nicht Stellung nehmen dürfen. Schliesslich liege die
Kinderanhörung schon mehr als ein Jahr zurück. Es sei davon auszugehen,
C._s Wünsche hätten sich verändert (act. 2 S. 45 ff.; act. 30 S. 6). Die Be-
klagte bringt demgegenüber vor, sie habe C._ nicht beeinflusst. Gestützt auf
das Protokoll der Kinderanhörung könne diese auch von Personen gewürdigt
werden, welche an der Anhörung nicht teilgenommen hätten. Eine Gehörsverlet-
zung liege nicht vor. Auch wenn die Kinderanhörung schon länger zurückliege, sei
C._ nicht mit einer erneuten Anhörung zu belasten (act. 25 Rz 19.2 ff.,
20.5 ff.).
3.2. Nach Durchführung der Kinderanhörung teilte die Vorinstanz den Parteien
mit Schreiben vom 6. September 2018 mit, es würde ihnen zu einem späteren
Zeitpunkt im Sinne von Art. 232 ZPO – also für die Schlussvorträge – Frist ange-
setzt werden, unaufgeforderte Stellungnahmen würden vorerst unbehandelt blei-
ben (act. 6/341). Entgegen dem Kläger ist dies als solches aber nicht zu bean-
standen. Die Kinderanhörung wurde im Hinblick auf das Hauptverfahren nach
Durchführung der Hauptverhandlung vorgenommen, sodass in diesem Zeitpunkt
noch das Beweisverfahren und hernach die Schlussvorträge bevorstanden. Die
ZPO sieht in diesem Verfahrensstadium keine spezifischen, vorgängigen Stel-
lungnahmen zu einer Kinderanhörung vor. Auch angesichts des fast schon aus-
ufernd anmutenden prozessualen Verhaltens der Parteien ist das Vorgehen
- 21 -
der Vorinstanz nicht zu beanstanden. Im Rahmen des vom Kläger eingeleiteten
Massnahmeverfahrens hatte der Kläger sodann nicht nur in seinem Gesuch vom
8. Februar 2019 (vgl. act. 6/365 S. 6), sondern auch an der Verhandlung vom
12. Juni 2019 Gelegenheit, sich ausführlich zur Kinderanhörung zu äussern (vgl.
act. 6/392 insb. S. 7, 11; act. 6/405A insb. S. 6 f.; vgl. ferner act. 25 Rz 20.5). Von
einer Verletzung des rechtlichen Gehörs kann demnach keine Rede sein.
3.3. Gemäss Art. 298 Abs. 1 ZPO wird das Kind durch das Gericht oder durch
eine beauftragte Drittperson in geeigneter Weise persönlich angehört, sofern sein
Alter oder andere wichtige Gründe nicht dagegen sprechen. Sinn und Zweck der
Kinderanhörung ist, dem urteilenden Gerichte zu ermöglichen, sich unmittelbar
über die Wünsche und Bedürfnisse eines Kindes ein eigenes Bild machen zu
können, und das rechtliche Gehör des Kindes zu wahren (FamKomm Schei-
dung/Schweighauser, 3. Aufl. 2017, Anh. ZPO Art. 298 N 11 f.). In der Regel soll-
te der entscheidende Richter die Anhörung daher selbst vornehmen. Bei Vorlie-
gen besonderer Verhältnisse ist aber auch eine Anhörung durch eine Drittperson
möglich (BGE 133 III 553 E. 4; FamKomm Scheidung/Schweighauser, 3. Aufl.
2017, Anh. ZPO Art. 298 N 15 ff.). In solchen Fällen muss das Kind zu den ent-
scheidrelevanten Punkten befragt werden und die Anhörung bzw. deren Ergebnis
muss aktuell sein (BGE 133 III 553 E. 4).
Die Pflicht zur Anhörung besteht grundsätzlich nur einmal im Verfahren,
einschliesslich des Instanzenzuges (BGer 5A_831/2018 vom 23. Juli 2019
E. 5.2.2). In gewissen Konstellationen kann es erforderlich sein, ein Kind mehr als
einmal anzuhören, doch ist eine Anhörung um der Anhörung willen zu vermeiden.
Insbesondere ist von wiederholten Anhörungen abzusehen, wo dies für das Kind
eine unzumutbare Belastung bedeuten würde, was namentlich bei akuten Loyali-
tätskonflikten der Fall sein kann, und wenn überdies keine neuen Erkenntnisse zu
erwarten wären oder der erhoffte Nutzen in keinem vernünftigen Verhältnis zu der
durch die erneute Befragung verursachten Belastung stünde (BGE 133 III 553
E. 4).
3.4. Angesichts des starken, langjährigen Konfliktes der Parteien betreffend
C._ ist nicht auszuschliessen, dass beide Parteien – durchaus auch unbe-
- 22 -
wusst – C._ beeinflussen. Die an der Kinderanhörung anwesenden Perso-
nen – die damals für das Verfahren zuständige Bezirksrichterin, die Psychologin,
welche das Gespräch führte, und die Gerichtsschreiberin (vgl. act. 6/340) – hatten
jedoch nicht den Eindruck, C._ habe von einem Elternteil beeinflusste Aus-
sagen gemacht, ist doch nichts Dahingehendes im Protokoll vermerkt (vgl.
act. 6/340, insb. S. 5 f.). Gerade angesichts des Umstandes, dass sich C._ in
einem Loyalitätskonflikt befindet, was auch die Parteien so ausführten (vgl. etwa
act. 6/365 S. 9; act. 6/405A S. 6; act. 6/405C Rz 50, 79; Prot. VI S. 270, 294 f.;
ferner E. III.4.5), bedeutet die Tatsache, dass sie anders aussagte, als sie sich
gegenüber dem Kläger ausgedrückt haben mag oder als der Kläger erhoffte, noch
nicht automatisch, dass sie von der Beklagten beeinflusst worden war. Kinder, die
sich in einem Loyalitätskonflikt befinden, neigen gerichtsnotorisch dazu, demjeni-
gen Elternteil, bei dem sie sich gerade aufhalten, diejenigen Dinge zu sagen, von
denen sie wissen oder spüren, dass sie diesem Elternteil wichtig sind (vgl. dazu
auch FamKomm Scheidung/Schreiner, 3. Aufl. 2017, Anh. Psych N 54 m.w.H.).
Es erscheint damit durchaus plausibel, dass C._ dem Kläger oder in dessen
Anwesenheit gesagt haben soll, sie wolle mehr Zeit mit ihm verbringen, während
sie der Beklagten gegenüber keine solchen Äusserungen gemacht haben soll
(vgl. etwa act. 2 S. 45; act. 30 S. 5 f.; act. 25 Rz 1.2, 19.1, 19.3). Dafür, dass sie
gegenüber dem unabhängigen Gericht ihre Meinung nicht klar ausdrücken konn-
te, bestehen aber keine konkreten Anhaltspunkte. Insbesondere ist nicht ersicht-
lich, dass sich C._ von der sie zur Anhörung begleitenden Beklagten unter
Druck gesetzt fühlte und deshalb nicht frei aussagen konnte, wie der Kläger meint
(vgl. act. 2 S. 45, 47). C._ machte durchaus auch kritische Äusserungen in
Bezug auf Verhältnisse bei der Beklagten, wie etwa, sie wolle lieber alleine mit ih-
ren Freundinnen und nicht von der Mutter begleitet zur Schule gehen (vgl.
act. 6/340 S. 2), und sie äusserte sich ansonsten in Bezug auf die Beziehung zu
beiden Elternteilen grundsätzlich sehr positiv (act. 6/340). Auf das Protokoll der
Kinderanhörung kann damit für den Entscheid über die vorsorglichen Massnah-
men abgestellt werden und es ist insbesondere entgegen der Ansicht des Klägers
(vgl. act. 2 S. 46) auch C._s verneinende Aussage zur Besuchserweiterung
(vgl. act. 6/340 S. 5) Ernst zu nehmen.
- 23 -
3.5. Was den fehlenden persönlichen Eindruck von C._ betrifft, so ist es
richtig, dass der den angefochtenen Entscheid fällende Einzelrichter an der Kin-
deranhörung nicht dabei war (vgl. E. III.3.4). Entgegen der Ansicht des Klägers ist
die mangelnde Teilnahme des Einzelrichters aber nicht ein "unüberbrückbares
Defizit", das zwingend zu einer Wiederholung der Kinderanhörung führen muss
(vgl. act. 2 S. 46). So erhält der entscheidende Richter auch in den – wie gezeigt
zulässigen – Fällen, in denen die Kinderanhörung von einer Drittperson oder von
einer unteren Instanz vorgenommen wurde, keinen persönlichen Eindruck vom
Kind, kann aber dennoch über Kinderbelange entscheiden. Die Beklagte weist zu
Recht darauf hin, im vorliegenden Fall sei in Übereinstimmung mit Art. 298 Abs. 2
ZPO ein Protokoll der Kinderanhörung erstellt worden (vgl. act. 25 Rz 20.1), in
welchem C._s Aussagen detailliert wiedergegeben wurden. Dabei ist auch
vermerkt, ob C._ Umstände auf Befragen oder von sich aus schilderte und
wie detailliert ihre Antworten jeweils ausfielen. Dass mit C._ nicht über alle
relevanten Umständen gesprochen wurde, wird sodann weder vorgebracht noch
ist solches ersichtlich. Ausserdem sind im Protokoll auch die Eindrücke dargelegt,
die die anwesenden Personen von C._, ihrem Verhalten und den von ihr ge-
zeigten Gefühlen erhalten haben (vgl. act. 6/340). Damit lässt sich die Kinderan-
hörung entgegen dem Kläger (vgl. act. 2 S. 46) durchaus auch von einer nicht
anwesenden Person würdigen, die keinen persönlichen Eindruck von C._ er-
hielt. Folglich konnte bzw. kann sowohl der erstinstanzliche Richter als auch nun
die Kammer das Protokoll der Kinderanhörung in die Entscheidfindung einbezie-
hen, ohne zwingend einen persönlichen Eindruck von C._ erhalten zu müs-
sen.
3.6. Die Kinderanhörung wurde rund ein Jahr vor der Fällung des angefochte-
nen Entscheides durchgeführt. Es ist dem Kläger zuzustimmen, dass eine solche
Zeitspanne für ein Kind in C._s Alter sehr lange ist (vgl. act. 2 S. 46; act. 30
S. 6). Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich C._s Wünsche seit
der Anhörung verändert haben. Allerdings kann auch in einer solchen Situation
nicht unbesehen eine erneute Anhörung angeordnet werden, vielmehr ist in die
Entscheidung darüber auch miteinzubeziehen, dass eine Kinderanhörung eine
erhebliche Belastung für ein Kind darstellen kann, wie die Beklagte zu Recht aus-
- 24 -
führt (vgl. act. 25 Rz 21.1). Davon ist hier auszugehen, befindet sich C._
doch gerade im Hinblick auf die Kontakte in einem starken Loyalitätskonflikt (vgl.
E. III.3.4, III.4.5). Zudem ist zu berücksichtigen, dass der Wunsch eines Kindes im
Alter von C._ bei der Beurteilung, ob ein Abänderungsgrund gegeben ist
bzw. ob ein festgelegtes Besuchsrecht abzuändern ist, anders als der Kläger
meint (vgl. act. 30 S. 6), nur einen von vielen Faktoren darstellt und zudem grund-
sätzlich nicht das ausschlaggebende Kriterium ist. Wie zu zeigen sein wird, wäre
vorliegend die aktuell geltende Besuchsregelung selbst dann nicht zu ändern,
wenn C._ eine Ausweitung wünschen würde (vgl. E. III.4.5.4). Eine erneute
Kinderanhörung ist damit nicht derart wesentlich, wie dies der Kläger meint, und
der erhoffte Nutzen einer Anhörung durch die Kammer steht in keinem vernünfti-
gen Verhältnis zu der durch die erneute Befragung verursachten Belastung
C._s im Zusammenhang mit einer ohnehin nur einstweiligen Regelung, die
einen gewissen Bestand haben soll (vgl. nachstehend E. III.4.1.2). Im Übrigen ist
anzumerken, dass der Kläger selbst ausführt, seit den Sommerferien 2018 habe
C._ auch ihm gegenüber gesagt, die aktuell geltende Regelung sei gut (vgl.
act. 2 S. 45). Es ist daher ohnehin fraglich, ob C._ heute überhaupt anders
aussagen würde als anlässlich der Kinderanhörung.
3.7. Eine Wiederholung der Kinderanhörung ist aus den dargelegten Gründen
nicht angezeigt. Der entsprechende Antrag des Klägers ist abzuweisen.
4. Gründe für eine Änderung des geltenden Besuchsrechtes
4.1. Rechtliches zur Abänderung
4.1.1. Die Abänderung vorsorglicher Massnahmen ist zulässig, wenn seit deren
Erlass eine wesentliche und dauerhafte Veränderung eingetreten ist (Art. 276
Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 179 Abs. 1 ZGB). Veränderungen, die im Zeitpunkt des
Entscheids bereits voraussehbar waren und auch schon mitberücksichtigt wur-
den, bilden keinen Abänderungsgrund (BGE 141 III 376 E. 3.3.1). Ebenfalls zu-
lässig sind Abänderungen vorsorglicher Massnahmen, wenn sich die tatsächli-
chen Umstände, die dem Massnahmenentscheid zugrunde lagen, nachträglich als
unrichtig erwiesen haben bzw. sich nicht wie prognostiziert verwirklicht haben,
- 25 -
oder aber wenn sich der Entscheid im Ergebnis als nicht gerechtfertigt heraus-
stellt, weil dem Massnahmegericht erhebliche Tatsachen nicht bekannt waren
(BGer 5A_842/2015 vom 26. Mai 2016 = BGE 142 III 518, nicht publ. E. 2.4).
4.1.2. Bei der Abänderung von Regelungen der Kinderbelange wie etwa der Ob-
hut und des Besuchsrechts beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung der tat-
sächlichen Verhältnisse eine Abänderung der geltenden Ordnung bewirken soll,
aus der Perspektive des Kindeswohls. Grundsätzlich sind die Regelungen von
Kinderbelangen auf Dauer angelegt, doch müssen sie auch relevanten neuen
Entwicklungen angepasst werden können (vgl. BSK ZGB I-Fountoulakis/Breit-
schmid, 6. Aufl. 2018, Art. 134 N 2 f.). Eine Neuregelung ist dann vorzunehmen,
wenn die Beibehaltung der geltenden Regelung das Wohl des Kindes ernsthaft zu
gefährden droht, ihm mithin mehr schadet als der Verlust an Kontinuität, der mit
der Abänderung einhergeht (BGer 5A_266/2017 vom 29. November 2017 E. 8.3;
BGer 5A_148/2014 vom 8. Juli 2014 E. 6.1). Massgeblich sind stets die konkreten
Verhältnisse im Einzelfall. Allgemein gehaltene Aussagen der Parteien wie etwa,
auch geringfügige Veränderungen könnten wesentlich sein, die Regelung der
Kinderbelange müssten den entwicklungsbedingten Verhältnissen nachgeführt
werden können (vgl. act. 2 S. 13), oder gewöhnliche Entwicklungsschritte eines
Kindes würden eine Anpassung der Kontaktregelung erfordern (vgl. act. 2 S. 12 f.)
bzw. seien in Entscheiden antizipiert und von vornherein angemessen geregelt
(act. 25 Rz 3.2), führen daher nicht weiter.
4.2. Zum Abänderungsgrund des Ausgehens von der unrichtigen Prämisse ei-
ner kurzen Geltungsdauer der vorsorglichen Regelung des Besuchsrechts
4.2.1. Dazu erwog die Vorinstanz, bei Erlass der Besuchsrechtsregelung vom
6. November 2017 sei nicht von einem raschen Ende des Scheidungsverfahrens
und damit auch der Geltungsdauer der vorsorglichen Massnahmen ausgegangen
worden. Vielmehr sei die Regelung für einen längeren Zeitraum getroffen worden.
So sei das Besuchsrecht in mehrere Phasen eingeteilt worden, wobei auch eine
Regelungsstufe ab 2019 enthalten sei, was beim Ausgehen von einer kürzeren
Verfahrensdauer nicht gemacht worden wäre. Auch würden die Erwägungen in
der Verfügung vom 6. November 2017 zeigen, dass das Gericht damals nicht von
- 26 -
einer kurzen Verfahrensdauer ausgegangen sei. Der Wunsch des Klägers nach
einer alternierenden Obhut stelle sodann für sich alleine keinen Abänderungs-
grund dar. Selbst ein länger als erwartet andauerndes Scheidungsverfahren wür-
de keinen Abänderungsgrund darstellen, sei doch nicht ersichtlich, inwiefern sich
dies auf das grundsätzlich gut funktionierende Besuchsrecht gemäss dem Ent-
scheid vom 6. November 2017 auswirken würde. Im Gegenteil würden die vom
Kläger monierten Kontakthindernisse gerade nicht das gemäss übereinstimmen-
den Parteiaussagen grundsätzlich funktionierende gerichtliche Besuchsrecht be-
treffen, sondern vielmehr spontane Verlängerungswünsche des Klägers. Der Klä-
ger habe auch ausgesagt, die Verständigung unter den Parteien würde einiger-
massen gut funktionieren, wenn es um das gerichtlich geregelte Besuchsrecht
gehe (act. 3/1 E. IV.3.1-3.2).
4.2.2. Der Kläger, der an seiner vor Vorinstanz vertretenen Meinung festhält,
macht geltend, die Vorinstanz sei im Verlaufe des Verfahrens verschiedentlich
davon ausgegangen, der Hauptprozess über die Scheidungsfolgen werde rasch
ein Ende finden. Zudem habe im November 2017 nicht damit gerechnet werden
müssen, die Vorinstanz werde das Hauptverfahren völlig verschleppen. Indem die
Vorinstanz diese Umstände in ihren Erwägungen einfach ausblende, verletze sie
das rechtliche Gehör des Klägers. Im Übrigen gehe das Argument der Vorinstanz,
weshalb ein länger als erwartet dauerndes Verfahren kein Abänderungsgrund wä-
re, an der Sache völlig vorbei. Massgebend seien nicht Auswirkungen auf das
bisherige Besuchsrecht, sondern vielmehr der Umstand, dass zufolge des Ausge-
hens von einer kürzeren Geltung der vorsorglichen Massnahmen das Besuchs-
recht nur auf das damalige Alter C._s und nicht auf ihr aktuelles und zukünf-
tiges Alter zugeschnitten sei. Wenn die Vorinstanz im Übrigen einen Abände-
rungsgrund verneine, weil das aktuelle Besuchsrecht gut funktioniere, unterliege
sie einem Zirkelschluss, lasse sich doch daraus nicht ableiten, ein erweitertes Be-
suchsrecht würde nicht ebenfalls funktionieren. Nicht zutreffend sei im Übrigen,
dass die Kontakthindernisse sich auf Wünsche des Klägers beziehen würden, es
handle sich um solche C._s (act. 2 S. 47 ff.).
- 27 -
Demgegenüber bringt die Beklagte vor, an der Beurteilung der Vorinstanz
sei nichts auszusetzen. Wesentlich sei nur, wovon die Vorinstanz in der Verfü-
gung vom 6. November 2017 ausgegangen sei. Die Schulphase C._s sei vo-
rausgesehen und geregelt worden, sodass das Besuchsrecht auch für ein Kind
von acht Jahren altersadäquat und angemessen sei. Sodann bestreitet die Be-
klagte, dass ein Abänderungsgrund vorliege, wenn ein erweitertes Besuchsrecht
ebenfalls funktionieren würde. Bei den fraglichen Verlängerungswünschen handle
es sich ferner nicht um solche C._s (act. 25 Rz 22.1 ff.).
4.2.3. Es ist der Beklagten zuzustimmen, dass einzig massgeblich ist, von wel-
cher Verfahrensdauer die Vorinstanz in der Verfügung vom 6. November 2017
ausging, in welcher das heute geltende Besuchsrecht geregelt wurde. Annahmen
in davor oder später getroffenen Entscheiden oder die Prozessleitung der Vor-
instanz haben demgegenüber keinen Einfluss auf die Frage, für welche Dauer
das aktuell geltende Besuchsrecht geregelt wurde. Die Ausführungen des Klägers
zur Verfügung vom 8. Februar 2017 und zu den in der Hauptverhandlung vom
5./6. Juli 2018 gemachten Vorschlägen der Vorinstanz betreffend Abspaltung des
Güterrechts (vgl. act. 2 S. 48 ff.) gehen daher an der Sache vorbei. Gehörsverlet-
zungen liegen in diesem Zusammenhang nicht vor.
4.2.4. Aus demselben Grund ist es für die Beurteilung des Abänderungsgrundes
auch nicht von Relevanz, ob die Vorinstanz im Verfahren über die noch hängigen
Scheidungsfolgen unangemessen lange untätig blieb oder nicht. Ohnehin ist die-
se Frage nicht im Massnahmeverfahren zu beurteilen. Auf die diesbezüglichen
Vorbringen des Klägers (vgl. act. 2 S. 50 f.) braucht daher an dieser Stelle nicht
weiter eingegangen zu werden. Anzumerken ist einzig Folgendes: Nebst neun
Verfahren über vorsorgliche Massnahmen, wobei sechs davon vom Kläger einge-
leitet worden waren (vgl. act. 6/19; act. 6/123; act. 6/168; act. 6/228; act. 6/262;
act. 6/265; act. 291 und act. 3/1; act. 6/315; act. 6/405F), hatte die Vorinstanz zu-
sätzlich zur Durchführung des eigentlichen Scheidungsverfahrens auch zu beur-
teilen, ob die Scheidungsfrage vorgängig entschieden werden könne. Nicht nur
wurde dieser Entscheid bis ans Bundesgericht weitergezogen (vgl. act. 6/122;
act. 6/145; act. 6/177; act. 6/187; act. 6/195; act. 6/232A; act. 6/285), es ist dies
- 28 -
auch bereits das sechste Mal, dass sich das Obergericht mit vorsorglichen Mass-
nahmen auseinanderzusetzen hat (vgl. Geschäfts-Nrn. LY160019 [act. 6/143],
LY170051 [act. 6/286], LY170057 [act. 6/284], LY180029 [act. 6/346], LY180039
[act. 6/386] sowie vorliegend LY190039), wobei teilweise auch Rechtsmittel ans
Bundesgericht erhoben wurden (vgl. act. 6/210; act. 6/373a). Entsprechend oft
waren auch die Akten nicht bei der Vorinstanz. Während es zweifellos das gute
Recht der Parteien ist, Rechtsmittel zu ergreifen, erscheinen die – vorliegend
nicht einmal relevanten – Vorwürfe des Klägers angesichts dieser Ausgangslage
doch befremdlich.
4.2.5. Die Erwägung der Vorinstanz, sie habe in der Verfügung vom 6. November
2017 das Besuchsrecht in mehreren Phasen geregelt, wobei auch eine Rege-
lungsstufe ab 2019 enthalten sei, beanstandet der Kläger zu Recht nicht. Die
Schlussfolgerung der Vorinstanz, solches wäre nicht vorgenommen worden, wenn
von einer nur kurzen Geltungsdauer der getroffenen Besuchsrechtsordnung aus-
gegangen worden wäre, ist zutreffend. Es finden sich in der Verfügung vom
6. November 2017 keine Anhaltspunkte dafür, dass die fragliche Regelung nur bis
zu einem bestimmten Zeitpunkt gelten soll. Vielmehr wurde explizit auch im Hin-
blick auf den Eintritt C._s in die Schule eine Regelung getroffen, welche für
die Primarschulzeit praktikabel und angemessen ist, worauf die Beklagte zu Recht
hinweist. Zudem wird in der fraglichen Verfügung ausdrücklich erwähnt, das Ende
des Scheidungsverfahrens sei zur Zeit noch nicht absehbar und das Besuchs-
recht müsse auch im Hinblick darauf geregelt werden (vgl. act. 6/262 E. III.5.5).
Zusammen mit dem Umstand, dass das Ferienrecht des Klägers auch für die Zeit
ab dem Jahr 2019 geregelt wurde, ist klar, dass die Regelung nicht nur für ein
oder zwei Jahre, sondern für eine längere Zeit gelten soll. Auch das Obergericht
hatte im Übrigen in seinem Entscheid vom 17. Mai 2018, mit welchem es die frag-
liche Besuchsrechtsordnung zu prüfen hatte, nichts Gegenteiliges festgehalten
(act. 6/286; vgl. auch act. 25 Rz 27).
4.2.6. Grundsätzlich ist dem Kläger zwar zuzustimmen, dass eine länger als er-
wartete Geltungsdauer der vorsorglichen Regelung des Besuchsrechts von Rele-
vanz sein könnte. Dies wäre dann der Fall, wenn später eintretende Entwicklun-
- 29 -
gen bei der Festlegung des Besuchsrechts nicht miteinbezogen worden wären,
sodass die geltende Besuchsrechtsordnung nicht mehr auf die aktuellen Verhält-
nisse passen würde. Dies ist aber wie gezeigt nicht der Fall. Der Entscheid vom
6. November 2017 basiert daher nicht auf unrichtigen Verhältnissen. Die Vor-
instanz verneinte den diesbezüglichen Abänderungsgrund zu Recht. Im Übrigen
würde es auch keinen Abänderungsgrund darstellen, wenn eine andere Besuchs-
rechtsregelung ebenfalls gut funktionieren würde. Ein Abänderungsgrund ist ledig-
lich gegeben, wenn das Kindeswohl eine Abänderung gebietet, was nicht der Fall
ist, wenn die aktuelle Regelung das Kindeswohl wie hier bereits wahrt. Wie es
sich mit den Wünschen C._s verhält, braucht daher in diesem Zusammen-
hang nicht geklärt zu werden; dazu ist auf die nachfolgenden Erwägungen zu
verweisen (vgl. E. III.4.5). Das Vorliegen des vom Kläger geltend gemachten Ab-
änderungsgrundes ist somit zu verneinen.
4.3. Zum Abänderungsgrund des Übertritts C._s in die Primarschule und
zum Gewinn an Selbständigkeit C._s
4.3.1. Die Vorinstanz erwog, auch angebliche aktuelle Bedürfnisse von C._,
ihre zunehmende Selbständigkeit und ihr Älterwerden als solches würden keinen
Abänderungsgrund darstellen. Anhand der pauschalen Behauptungen des Klä-
gers sei auch nicht ersichtlich, dass sich die Bedürfnisse von C._ oder die
äusseren Umstände tatsächlich geändert hätten. Bei der zunehmenden Selbstän-
digkeit handle es sich um absolut gewöhnliche Entwicklungsschritte jedes Kindes,
wovon sowohl die Parteien als auch der Entscheid vom 6. November 2017 aus-
gegangen seien. Der Zeitablauf und die entsprechende Entwicklung C._s
seien daher in der Verfügung vom 6. November 2017 antizipiert worden. Zu be-
achten sei auch, dass das aktuelle Besuchsrecht erst vor kurzem, im Jahr 2018,
vom Obergericht überprüft und bestätigt worden sei (act. 3/1 E. IV.3.3).
4.3.2. Der Kläger moniert, die Vorinstanz habe missachtet, dass der Übertritt in
die Primarschule für die Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes fundamental sei.
Das Besuchsrecht müsse dem Umstand Rechnung tragen, dass C._ nun
nicht mehr ein sechsjähriges kleines Kind sei wie im November 2017, sondern ein
altersadäquat entscheidend weiterentwickeltes, bald achtjähriges Schulkind in der
- 30 -
zweiten Primarklasse. Das aktuelle (Ferien)Besuchsrecht sei nicht mehr adäquat.
Mit dem Entscheid des Obergerichts sei im Übrigen lediglich eine von der Beklag-
ten erhobene Berufung als offensichtlich unbegründet abgewiesen worden, eine
umfassende Überprüfung des Besuchsrechts habe nicht stattgefunden (act. 2
S. 53 ff.).
Die Beklagte hält demgegenüber fest, im Entscheid vom 6. November 2017
seien der Übertritt in die Schule und die damit einhergehenden Entwicklungs-
schritte C._s vorhergesehen und das Besuchsrecht inklusive der Ferien ent-
sprechend angemessen erweitert worden. Diese Regelung habe auch Geltung
für die weitere Primarschulzeit. Das Obergericht habe die Verfügung vom
6. November 2017 entgegen dem Kläger vollumfänglich überprüft (act. 25
Rz 29 ff.).
4.3.3. Es ist richtig, dass der Übertritt in die Primarschule für Kinder von grosser
Bedeutung ist. Die Vorinstanz hat dies aber gar nicht verneint, sondern vielmehr
festgehalten, dieser Entwicklungsschritt von C._ sei in die Besuchsrechtsre-
gelung vom 6. November 2017 bereits miteinbezogen worden. Dass dies korrekt
ist und auch die Primarschulzeit bei den Überlegungen, die zur aktuell geltenden
Besuchsordnung führten, explizit mitberücksichtigt worden war, wurde bereits
aufgezeigt (vgl. E. III.4.2). Es ist der Vorinstanz folglich zuzustimmen, dass das
Älter- und Selbständigerwerden C._s bei der Festsetzung des heute gelten-
den Besuchsrechts antizipiert und diesen Umständen Rechnung getragen wurde.
Es liegen diesbezüglich also heute keine veränderten Verhältnisse vor.
4.3.4. Es hätte dem Kläger freigestanden, gegen den Entscheid vom 6. Novem-
ber 2017 ein Rechtsmittel zu ergreifen, wenn er das darin festgelegte Besuchs-
recht für ein achtjähriges Kind als nicht angemessen befunden hätte. Dass er dies
unterliess, mag zwar bedeuten, dass im Rechtsmittelverfahren betreffend die Ver-
fügung vom 6. November 2017 nicht alle seine jetzt erhobenen Einwände von der
Kammer geprüft wurden. Es bedeutet jedoch keineswegs, dass die Kammer da-
mals nicht eine umfassende Prüfung des angefochtenen Entscheides vornahm
und nicht zum Schluss kam, das darin festgelegte Besuchsrecht sei angemessen.
Ohnehin ist der Entscheid vom 6. November 2017 zufolge der Abweisung der da-
- 31 -
gegen erhobenen Berufung der Beklagten rechtskräftig. Eine Überprüfung wie in
einem Rechtsmittelverfahren ist heute folglich nicht mehr zulässig und allfällige
Fehler könnten nicht mehr wie in einem solchen korrigiert werden. Indem der Klä-
ger vorbringt, das fragliche Besuchsrecht sei nicht mehr altersadäquat, macht er
aber gerade die Fehlerhaftigkeit des Entscheides vom 6. November 2017 geltend
und verkennt damit, dass das Abänderungsverfahren kein Rechtsmittelverfahren
ist.
4.4. Zu den Abänderungsgründen der vermehrten Instrumentalisierung
C._s durch die Beklagte sowie der Verschärfung der Gatekeeping-
Problematik der Beklagten
4.4.1. Die Vorinstanz hielt diese Abänderungsgründe für nicht glaubhaft gemacht
und entsprechend als nicht gegeben. Sie wies zunächst darauf hin, die langjähri-
ge Scheidung zwischen den Parteien sei als hochstrittig anzusehen; die Beklagte
habe dem Kläger sexuelle Übergriffe auf C._ vorgeworfen, während dieser
die Beklagte nun beschuldige, sie instrumentalisiere die Tochter, weise eine aus-
geprägte Gatekeeping-Problematik auf und verhalte sich prozessquerulatorisch.
Aus dem Protokoll der Kinderanhörung sei aber entgegen dem Kläger keine mit
dem Kindeswohl im Widerspruch stehende Instrumentalisierung C._s durch
die Beklagte ersichtlich. Weitere Ereignisse, anhand derer eine kindeswohlge-
fährdende Instrumentalisierung C._s durch die Beklagte ersichtlich sei, habe
der Kläger nicht glaubhaft dargelegt. Gestützt auf die glaubhaften Ausführungen
der Beklagten zur Einhaltung des Besuchsrechts und die Tatsache, dass der Klä-
ger selbst einräume, die Beklagte gestehe ihm vereinzelt verlängerte Besuchszei-
ten zu, sei keine kindeswohlgefährdende Instrumentalisierung ersichtlich. Dassel-
be gelte für die vorgebrachte Gatekeeping-Problematik, die sich ebenso wenig auf
konkrete und glaubhaft dargelegte Ereignisse im Rahmen des angeordneten Be-
suchsrechts abstützen könne und daher als haltlos erscheine. Die vereinzelt sei-
tens der Beklagten freiwillig eingeräumten Verlängerungen der Besuchszeiten
und ihre grundsätzliche Bereitschaft, gewisse Zugeständnisse zu machen, wür-
den im Gegenteil gerade gegen eine Gatekeeping-Problematik sprechen (act. 3/1
E. IV.3.4).
- 32 -
4.4.2. Nach Ansicht des Klägers zeigt sich die Instrumentalisierung C._s an
ihrem Verhalten in der Kinderanhörung. C._ sei völlig blockiert gewesen und
habe sich nicht freimütig und detailliert äussern können, weil sie von der Beklag-
ten psychisch unter Druck gesetzt worden sei. Weil dies im angefochtenen Ent-
scheid nicht erwähnt werde, sei dieser mangelhaft begründet und das rechtliche
Gehör des Klägers werde verletzt. Zur Gatekeeping-Problematik, welche sich
nach Ansicht des Klägers seit dem 6. November 2017 erheblich verschärft habe,
verweist der Kläger zunächst auf die von der Beklagten erhobenen, unbegründe-
ten Vorwürfe sexueller Übergriffe, welche die Beklagte auch im vorliegenden
Massnahmeverfahren wiederholt habe. Die Vorinstanz sei auf die diesbezüglichen
Ausführungen des Klägers mit keinem Wort eingegangen, was einen Begrün-
dungsmangel und eine Verweigerung des rechtlichen Gehörs des Klägers darstel-
le. Dass die Beklagte das gerichtlich festgelegte Besuchsrecht grundsätzlich ein-
halte, ändere sodann nichts daran, dass sie versuche, C._ möglichst vom
Vater fernzuhalten. Zwar treffe es zu, dass die Beklagte bei einzelnen wenigen
Gelegenheiten einer geringfügigen Verlängerung der Besuchszeiten und Spon-
tanbesuchen zugestimmt habe, doch bestehe keine grundsätzliche Bereitschaft
zu einer flexiblen Handhabung des Besuchsrechts und auch nicht dazu, C._s
Wünschen Rechnung zu tragen. Um im Interesse des Kindeswohls dem sich wei-
terentwickelnden Gatekeeping-Syndrom der Beklagten und damit der Gefahr der
Entstehung eines Parental Alienation Syndroms entgegen zu wirken, sind nach
Ansicht des Klägers deshalb altersgemässe Ausweitungen des Besuchsrechts
nötig. Schliesslich fügt der Kläger an, die aktuelle Besuchsrechtsregelung beruhe
auf der Annahme, die Beklagte sei zur Gewährleistung eines normal funktionie-
renden Beziehungs- und Kontaktverhältnisses zwischen Vater und Tochter willens
und fähig. Dies sei aber nicht der Fall, weshalb die Besuchsrechtsordnung auf ei-
ner unrichtigen Prämisse beruhe (act. 2 S. 53, 56 ff.; act. 30 S. 3 f., 6 f.).
4.4.3. Die Beklagte findet die Vorwürfe des Klägers zur Kinderanhörung haltlos
und das von ihm gezeichnete Bild C._s unzutreffend. Sie habe C._ nicht
psychisch unter Druck gesetzt. Weiter führt die Beklagte aus, es gebe kein Ga-
tekeeping-Syndrom bei ihr, sie beweise dies mehrmals pro Monat, indem sie die
gerichtlichen Besuchszeiten einhalte und C._ auch ausserhalb der Besuchs-
- 33 -
ordnung spontan zum Kläger gehen lasse oder Verlängerungen von Besuchszei-
ten erlaube. Was sie zu Recht nicht zulasse, seien absprachewidrige grössere
Zeitüberschreitungen, welche der Kläger immer wieder eigenmächtig und mit
Verweis auf angebliche Wünsche C._s durchsetze. Der Vorwurf sexueller
Übergriffe sei sodann nicht unbegründet gewesen. Ohnehin könne mit dieser Be-
gründung heute kein Gatekeeping-Syndrom mehr begründet werden. Ein Abände-
rungsgrund zufolge einer Instrumentalisierung oder eines Gatekeeping-Syndroms
sei nicht gegeben. Die Behauptung des Klägers betreffend die unrichtige Prämis-
se sei zudem haltlos (act. 25 Rz 2.1, 28, 33 ff.).
4.4.4. Was die angebliche Instrumentalisierung C._s betrifft, so wurde be-
reits ausgeführt, dass keine Anhaltspunkte dafür bestehen, C._ hätte sich an
der Kinderanhörung vom 29. August 2018 nicht frei äussern können. Auch der
vom Kläger vorgebrachte Umstand, C._ sei von der Beklagten ans Gericht
begleitet worden und die Beklagte habe während der Anhörung auf C._ ge-
wartet (vgl. act. 2 S. 53), ändert nichts an dieser Beurteilung (vgl. E. III.3.4). Im
Übrigen ist es normal und lässt nicht automatisch auf eine Beeinflussung des Kin-
des schliessen, wenn ein Kind von einem Elternteil ans Gericht begleitet wird und
dieser Elternteil, da er nicht an der Anhörung teilnehmen kann, draussen warten
muss, worauf die Beklagte korrekt hinweist (vgl. act. 25 Rz 28). Die Vorinstanz
ging zu Recht davon aus, aus dem Protokoll der Kinderanhörung sei keine In-
strumentalisierung C._s ersichtlich. Es liegt weder ein Begründungsmangel
noch eine Gehörsverletzung vor. Die weiteren Feststellungen der Vorinstanz zur
Instrumentalisierung beanstandet der Kläger sodann nicht. An der Schlussfolge-
rung der Vorinstanz, es sei keine Instrumentalisierung ersichtlich, weshalb der
entsprechende Abänderungsgrund nicht gegeben sei, ist folglich nichts auszuset-
zen.
4.4.5. Gemäss den Vorbringen des Klägers vor der Vorinstanz sprechen ver-
schiedene Umstände für das Vorliegen bzw. eine Verschärfung eines Gatekee-
ping-Syndroms bei der Beklagten (vgl. act. 6/392 S. 20 ff.). Dass die Vorinstanz
nicht auf jede einzelne Behauptung des Klägers im Detail einging, bedeutet nicht,
dass eine Gehörsverletzung vorliegt. In der Urteilsbegründung muss das Gericht
- 34 -
kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen es sich hat leiten lassen
und auf die sich der Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist hingegen, dass sich der
Entscheid mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinander setzt und jedes
einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 133 III 439 E. 3.3). Diesen
Anforderungen genügt der angefochtene Entscheid, wurde darin doch wenn auch
kurz so doch klar, festgehalten, die vom Kläger vorgebrachten Argumente für die
Begründung eines Gatekeeping-Syndroms würden als nicht relevant erachtet.
4.4.6. Die von der Beklagten erstmals im Berufungsverfahren betreffend die Ver-
fügung vom 6. November 2017 erhobenen Vorwürfe sexueller Übergriffe des Klä-
gers auf C._ mögen ein Versuch gewesen sein, das Besuchsrecht des Klä-
gers einzuschränken (vgl. act. 6/392 S. 21 f., ferner act. 6/405A S. 10). Wie der
Kläger aber selbst auch ausführt (vgl. act. 2 S. 56), wurden diese Beschuldigun-
gen sowohl von der Kammer als auch vom Bundesgericht zurückgewiesen (vgl.
etwa act. 6/286; act. 6/296; act. 6/373a). Damit gehören diese Beschuldigungen
grundsätzlich der Vergangenheit an und vermögen heute kein Gatekeeping zu
begründen. Die Frage, ob das Erheben der fraglichen Vorwürfe damals ein Hin-
weis auf eine Gatekeeping-Problematik der Beklagten gewesen sein könnte, ist
vorliegend nicht relevant.
Zwar hält die Beklagte auch heute noch daran fest, ihre Vorwürfe seien
nicht unbegründet gewesen (vgl. auch act. 35 S. 1 f.). Dabei scheint es ihr mehr
darum zu gehen, nicht eingestehen zu müssen, dass sie diesbezüglich vor den
Gerichtsinstanzen unterlag, als dass sie tatsächlich davon überzeugt wäre,
C._ wäre beim Kläger gefährdet. Richtigerweise stellt die Beklagte denn
auch weder entsprechende Anträge betreffend Einschränkung des Besuchsrechts
noch verhält sie sich entsprechend.
Auch weitere vom Kläger im erstinstanzlichen Verfahren erhobene Vorwür-
fe beziehen sich auf die Vergangenheit und vermögen heute kein Gatekeeping-
Syndrom zu begründen. Insbesondere handelt es sich dabei um Vorbringen der
Beklagten in ihren Berufungsschriften vom 14. und vom 23. November 2017, wel-
che gemäss dem Kläger auf ein Gatekeeping-Syndrom schliessen liessen
(act. 6/392 S. 21; act. 6/405A S. 10). Was schliesslich den Vorwurf betrifft, die
- 35 -
Beklagte lege ihre Ferien so, dass das Besuchsrecht des Klägers möglichst lange
unterbrochen werde (vgl. act. 2 S. 57; zudem act. 6/392 S. 21; act. 6/405A S. 10),
so ist auch aus den vom Kläger aufgeführten Beispielen (vgl. act. 6/392 S. 15 f.)
nicht ersichtlich, dass die Beklagte systematisch versucht, C._ vom Kläger
fernzuhalten. Die Beklagte ist nicht verpflichtet, ihre Ferien immer so zu legen,
dass möglichst keine Besuchstage ausfallen; es wäre unverhältnismässig, sol-
ches zu verlangen.
4.4.7. Es ist unbestritten, dass das mit Verfügung vom 6. November 2017 ange-
ordnete Besuchsrecht von der Beklagten eingehalten wird und die Beklagte ver-
einzelt auch Verlängerungen von Besuchszeiten und Spontanbesuchen C._s
beim Kläger zustimmt. Wenn der Kläger in seiner Stellungnahme vom 22. Novem-
ber 2019 ausführen lässt, die Beklagte verhindere Spontanbesuche C._s bei
ihm, wenn immer dies möglich sei (vgl. act. 30 S. 6 f.), ist dies nicht glaubhaft.
Das vom Kläger aufgeführte Beispiel (vgl. act. 30 S. 7) betrifft einen Einzelfall
und ist damit nicht geeignet, auf ein generelles Verhalten zu schliessen. Es ist
der Vorinstanz zuzustimmen, dass die Einhaltung des gerichtlich festgelegten
Besuchsrechts und dessen vereinzelte Ausweitung gegen eine Gatekeeping-
Problematik der Beklagten sprechen. Daran ändert auch nichts, dass die Beklagte
Änderungen des Besuchsrechts unbestritten nicht immer zustimmt. Entgegen der
Ansicht des Klägers kann ihr dies nicht vorgeworfen werden, ist sie doch grund-
sätzlich lediglich verpflichtet, das gerichtlich festgelegte Besuchsrecht einzuhal-
ten. Natürlich wäre es wünschenswert, dass die Parteien stets auf gegenseitige
Bedürfnisse eingehen könnten und die Besuchszeiten so flexibel gehandhabt
werden könnten, dass spontane Anpassungen an kurzfristige Begebenheiten,
insbesondere an Wünsche des Kindes selbst, möglich sind. Solches ist hier ledig-
lich teilweise der Fall. Es ist in diesen Zusammenhang aber zu bedenken, dass
auch objektive Gründe, Einstellungen zur Erziehung der Eltern und nicht zuletzt
auch die für Kinder grundsätzlich wichtige Kontinuität dagegen sprechen können,
die Besuchszeiten ständig zu verändern und allzu flexibel anzupassen. Nicht je-
des "Nein" der Beklagten zu einer entsprechenden Anfrage bedeutet damit auto-
matisch, dass sie eine Gatekeeping-Problematik hat und möglichst versucht,
C._ vom Kläger fernzuhalten. Die Parteien scheinen anderer Meinung zu
- 36 -
sein, was eine Bereitschaft zum Entgegenkommen bedeutet, doch ist dies ange-
sichts der stark konfliktbelastete Scheidung der Parteien gerade auch hinsichtlich
der Kinderbelange in gewisser Weise nachvollziehbar und bedeutet nicht zwin-
gend, dass eine Gatekeeping-Problematik vorliegt, ebenso wenig, wie sich dies
aus dem Umstand ergibt, dass die Parteien nicht immer positiv auf Forderungen
des jeweils anderen reagieren.
Das von den Parteien oft zitierte Beispiel der Verlängerung des Besuchs-
rechts, damit C._ einer Musikprobe des Klägers mit seiner Band zuhören
konnte, führt nicht weiter. Hier ist gerade strittig, ob der Verlängerungswunsch von
C._ oder vom Kläger kam (vgl. etwa act. 6/392 S. 17; act. 6/405C Rz 21;
Prot. VI S. 287 f., 296; act. 2 S. 44, 48, 58; act. 25 Rz 20.4). Was der Wahrheit
entspricht, lässt sich im Nachhinein nicht mehr feststellen, weshalb dieses Bei-
spiel kaum dem Nachweis einer Gatekeeping-Problematik der Beklagten dienen
kann.
Schliesslich ist anzufügen, dass Aussagen der Beklagten, auch vor Gericht
– entgegen dem Kläger (vgl. act. 2 S. 58) – nur beschränkt geeignet sind, Hinwei-
se auf das Vorliegen eines Gatekeeping-Syndroms zu liefern. Viel aussagekräfti-
ger ist ihr Verhalten, welches für sich spricht: Die Beklagte hält wie dargelegt ins-
besondere das angeordnete Besuchsrecht ein und stimmt vereinzelt auch Verlän-
gerungen von Besuchszeiten und Spontanbesuchen C._s beim Kläger zu.
4.4.8. Was das vom Kläger befürchtete Parental Alienation Syndrom betrifft, so ist
ausschlaggebend, dass C._ das gerichtlich festgelegte Besuchsrecht wahr-
nehmen kann und sie – trotz des Scheidungskrieges zwischen ihren Eltern, der so
lange dauert, wie sie sich erinnern kann – zu beiden Parteien ein gutes Verhältnis
hat (vgl. auch act. 6/340). Dies spricht gegen das Vorliegen oder auch nur schon
die Gefährdung für die Entwicklung eines Parental Alienation Syndroms. Auch der
Kläger geht im Übrigen davon aus, C._ sei den seiner Ansicht nach beste-
henden Versuchen der Beklagten, C._ im Bezug auf das Besuchsrecht beim
Kläger negativ zu beeinflussen, nicht unterlegen (vgl. act. 2 S. 59).
- 37 -
4.4.9. Die Vorinstanz kam somit zu Recht zum Schluss, das Vorliegen einer Ga-
tekeeping-Problematik der Beklagten und die Gefahr der Entwicklung eines Pa-
rental Alienation Syndroms C._s sei nicht glaubhaft und der entsprechende
Abänderungsgrund daher nicht gegeben. Auch das Beruhen des geltenden Be-
suchsrechts auf unrichtigen Voraussetzungen – nämlich der falschen Annahme,
die Beklagte sei zur Gewährleistung eines normal funktionierenden Beziehungs-
und Kontaktverhältnisses zwischen Vater und Tochter willens und fähig – ist
schliesslich zu verneinen. Bei den vom Kläger zum Nachweis vorgebrachten Um-
ständen (vgl. act. 2 S. 59) handelt es sich um lediglich pauschale und nicht glaub-
haft gemachte Vorbringen. Die Ausführungen der Beklagten dazu (vgl. act. 25
Rz 1.2 und 36) lassen zudem vermuten, dass sich die fraglichen Vorkommnisse
auf die Zeit beziehen, in welcher die Beklagte erstmals die Vorwürfe sexueller
Übergriffe erhob – also auf die Vergangenheit, welche nicht geeignet ist, heutiges
Verhalten der Beklagten glaubhaft zu machen.
4.5. Zum Abänderungsgrund des Wunsches C._s auf mehr Zeit mit dem
Kläger
4.5.1. Die Vorinstanz hielt es für nicht glaubhaft, dass C._ tatsächlich den
Wunsch habe, mehr Zeit beim Kläger zu verbringen. So sei es gerichtsnotorisch
und auch aufgrund der Parteiaussagen erstellt, dass Kinder wie C._ in einem
längeren Scheidungskonflikt in einen Loyalitätskonflikt geraten und sich jeweils ih-
rer Verbindung zum jeweiligen Elternteil versichern würden, bei dem sie gerade
seien. Selbst wenn also C._ dem Kläger gesagt haben sollte, sie wolle mehr
Zeit mit ihm verbringen, erscheine es als nicht glaubhaft, dass sie dadurch wirk-
lich eine Erweiterung des Besuchsrechts habe erzielen wollen. Dies umso mehr,
als C._ noch an der Kinderanhörung gesagt habe, mit der aktuellen Be-
suchsrechtsregelung zufrieden zu sein und keine Erweiterung des Besuchsrechts
zu wünschen. Die vom Kläger eingereichten Unterlagen zum Nachweis des Ab-
änderungsgrundes seien ferner nicht dienlich, dessen Vorliegen glaubhaft zu ma-
chen. Ohnehin würde selbst bei einem tatsächlich bestehenden Wunsch
C._s auf eine Ausweitung des Besuchsrechts noch kein Abänderungsgrund
vorliegen. Die aktuell geltende Betreuungsregelung gehe bereits jetzt über ein
- 38 -
gewöhnliches Besuchsrecht deutlich hinaus und die fehlende Kommunikations-
und Koordinationsfähigkeit der Parteien spreche mit Blick auf das Kindeswohl ge-
gen eine noch weitere Ausdehnung (act. 3/1 E. IV.3.6).
4.5.2. Der Kläger verweist bei seiner Kritik an diesen Erwägungen zunächst auf
seine Ausführungen zur Kinderanhörung. Sodann macht er geltend, die Qualifika-
tion des aktuellen Besuchsrechts als weit treffe nicht zu und dem Kinderwunsch
sei, nebst anderen Kriterien, bei der Regelung des Besuchsrechts Beachtung zu
schenken (act. 2 S. 41 ff., 55 f.). Die Beklagte verweist ihrerseits auf ihre Ausfüh-
rungen zur Kinderanhörung und stimmt im Übrigen der Vorinstanz zu (act. 25
Rz 32, vgl. auch Rz 19.1, 19.3).
4.5.3. Hinsichtlich der Kinderanhörung wurde bereits ausgeführt, weshalb auf die
bereits durchgeführte Anhörung abgestellt werden kann und von der Kammer kei-
ne erneute Anhörung durchzuführen ist (vgl. E. III.3). Den weiteren Ausführungen
der Vorinstanz zu den Wünschen C._s ist beizupflichten; sie werden vom
Kläger auch gar nicht bemängelt.
4.5.4. Die Vorinstanz hält weiter richtig fest, selbst ein Wunsch C._s auf
Ausdehnung ihrer Zeit mit dem Kläger würde in der vorliegenden Situation keinen
Abänderungsgrund darstellen. Zwar trifft es selbstverständlich zu, dass dem Kin-
derwunsch bei der Regelung des Besuchsrecht Beachtung zu schenken ist und
ein solcher Wunsch sogar dazu führen kann, dass eine bestehende Regel abge-
ändert werden muss. Dies ist dann der Fall, wenn die Beibehaltung der geltenden
Regelung das Wohl des Kindes ernsthaft zu gefährden droht. Vorliegend ist dies
jedoch nicht der Fall. Im Gegenteil ist, wie die Vorinstanz richtig erwog, im jetzi-
gen Zeitpunkt angesichts der eingeschränkten Kommunikations- und Koordinati-
onsfähigkeit der Parteien sowie im Hinblick auf die Kontinuität des im persönli-
chen Umgangs von C._ mit dem Vater eine Ausweitung des Besuchsrechts
selbst dann nicht angezeigt, wenn C._ eine solche tatsächlich unbeeinflusst
von ihrer Beziehung zu den Parteien wünschen würde (vgl. auch act. 3/1
E. IV.3.5). Ob das Besuchsrecht im Vergleich zu anderen Fällen weit ist oder
nicht, ist in diesem Kontext nicht relevant.
- 39 -
4.6. Zum Abänderungsgrund der fortgesetzten Missachtung des gemeinsamen
Sorgerechts durch die Beklagte
4.6.1. Abgesehen vom zusammenfassenden Schlusssatz, es würden keine Ab-
änderungsgründe vorliegen, äusserte sich die Vorinstanz nicht zu diesem Abän-
derungsgrund (vgl. act. 3/1 E. IV.3.7). Der Kläger wirft der Vorinstanz daher eine
Verletzung des rechtlichen Gehörs vor und wiederholt seine im erstinstanzlichen
Verfahren vorgebrachten Standpunkte: Zwar sei die Beklagte in "rein techni-
schen" Fragen der Besuchsrechtsabwicklung und in sonstigen untergeordneten
Fragen des Alltags von C._ zur Kommunikation mit dem Kläger bereit, doch
entscheide sie alle für C._ wirklich wichtigen Fragen wie etwa die Veranlas-
sung einer kinderpsychiatrischen Therapie, den Impfschutz oder die religiöse Er-
ziehung alleine und unter Ausschluss des Klägers. Der Kläger müsse durch Aus-
weitung des Besuchsrechts in die Lage versetzt werden, sich in sämtlichen wich-
tigen Fragen vermehrt um C._ kümmern zu können (act. 2 S. 60 und ferner
S. 43 f., vgl. auch act. 6/392 S. 23 f.).
Die Beklagte legt demgegenüber dar, sie hätte den Kläger einzig in Bezug
auf die Besuche C._s bei der Kinderpsychiaterin Dr. J._ zu Unrecht
nicht miteinbezogen. Weitere berechtigte Vorwürfe bezüglich Verletzung der ge-
meinsamen Sorge gebe es nicht. Der Kläger könnte sich jetzt schon in allen
"wichtigen" Fragen um C._ kümmern, eine Ausweitung des Besuchsrechts
würde daran nichts ändern (act. 25 Rz 4.3, 18.1, 37).
4.6.3. Wie bereits vermerkt, hat sich ein Gericht nicht mit allen Vorbringen der
Parteien ausdrücklich zu befassen. Es genügt, wenn es die wesentlichen Elemen-
te darlegt, die es zu seinem Entscheid führten. Die Vorinstanz kam dem nach. Ob
das rechtliche Gehör des Klägers verletzt wurde, weil sich die Vorinstanz zum
fraglichen Abänderungsgrund nicht ausdrücklich äusserte, kann im Übrigen offen
bleiben, weil dieser Mangel geheilt werden kann (vgl. BGE 137 I 195 E. 2.3.2;
BGE 133 I 201 E. 2.2). So wäre die Verletzung nicht als besonders gravierend zu
qualifizieren und der Kammer kommt die gleiche Kognition in Tat- und Rechtsfra-
gen zu wie der Vorinstanz. Eine Rückweisung an die Vorinstanz zur Begründung
ihres Standpunktes käme daher, wenn sie das rechtliche Gehör verletzt hätte, ei-
- 40 -
nem formalistischen Leerlauf gleich. Im Übrigen würde dies zu einer weiteren zeit-
lichen Verzögerung im ohnehin schon lange dauernden Scheidungsverfahren füh-
ren, welche mit dem Interesse des Klägers an einer beförderlichen Beurteilung
der Sache nicht zu vereinbaren ist.
4.6.4. Ob die Beklagte tatsächlich das gemeinsame Sorgerecht verletzt, braucht
hier nicht geklärt zu werden. Selbst wenn dies der Fall wäre, ist nicht ersichtlich,
inwiefern das Kindeswohl C._s in diesem Zusammenhang durch das gelten-
de Besuchsrecht gefährdet wäre. Das Besuchsrecht hat keinen erkennbaren Ein-
fluss auf die Ausübung der gemeinsamen elterlichen Sorge. Auch bei einer Aus-
weitung des Besuchsrechts wären gemeinsame Entscheide der Parteien über
Fragen der elterlichen Sorge nicht gewährleistet. Die Vorinstanz verneinte den
Abänderungsgrund zu Recht.
4.7. Fazit
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz korrekterweise
zum Ergebnis kam, es seien keine Abänderungsgründe gegeben. Entsprechend
besteht kein Anlass, auf die geltende Regelung des persönlichen Umgangs von
Tochter und Vater zurückzukommen. Auf die Ausführungen der Parteien betref-
fend die Neugestaltung des Besuchsrechts (vgl. insb. act. 2 S. 61 ff., ferner
S. 41 ff.; act. 30 S. 4 f.; act. 25 Rz 39 ff., ferner Rz 17.1 ff.) braucht daher nicht
eingegangen zu werden. Die Berufung des Klägers ist in Bezug auf die beantrag-
te Änderung des Besuchsrechts abzuweisen.
IV. (Unterhalt)
1. Überblick über die geltende Regelung, die Erwägungen der Vorinstanz und
die Parteistandpunkte
1.1. In Dispositiv-Ziffer 2 des Urteils des Obergerichts Zürich vom 18. August
2015 (Geschäfts-Nr. LE140078 [act. 32/155A/2]) wurde der Kläger – nach einer
Übergangsregelung für die Zeit von 1. Oktober 2012 bis 31. Dezember 2012 –
verpflichtet, der Beklagten ab dem 1. Januar 2013 für die weitere Dauer des Ge-
- 41 -
trenntlebens einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 21'650.– zuzüglich allfälliger Kinder-
zulagen zu bezahlen, davon Fr. 3'000.– zuzüglich allfälliger Kinderzulagen für
C._ und Fr. 18'650.– für die Beklagte persönlich. Sodann wurde davon Vor-
merk genommen, Dispositiv-Ziffer 9 des Eheschutzentscheides vom
1. Dezember 2014 sei in Rechtskraft erwachsen. Darin wurde von der Verpflich-
tung des Klägers zur Übernahme sämtlicher Zins-/Unterhaltskosten der der Be-
klagten für die Dauer des Getrenntlebens zur alleinigen Benutzung zugewiesenen
Liegenschaft während der Dauer des Getrenntlebens Vormerk genommen (vgl.
act. 32/151).
1.2. Der Kläger verlangte eine Herabsetzung dieser Unterhaltsbeiträge, weil die
Ehe der Parteien geschieden worden sei und C._ nun bald achtjährig und in
die Primarschule übergetreten sei, ferner, weil sich die Rechtslage mit Inkrafttre-
ten des neuen Kinderunterhaltsrechts erheblich verändert habe. Die Vorinstanz
erwog, beim Alter von C._ bzw. deren Kindergarten-/Schuleintritt handle es
sich aufgrund der neuen Rechtsprechung zum Schulstufenmodell um einen mög-
lichen Abänderungsgrund. Der Beklagten sei ab dem 1. November 2018 für die
weitere Dauer des Verfahrens ein hypothetisches Einkommen anzurechnen. So-
dann berechnete die Vorinstanz den an die aktuellen Verhältnisse und das neue
Kindesunterhaltsrecht angepassten Bedarf der Beklagten und C._s und er-
mittelte daraus die Unterhaltsbeiträge. Verglichen mit den geltenden Unterhalts-
beiträgen würden die neu berechneten eine erhebliche Änderung darstellen, so-
dass der Abänderungsgrund zu bejahen und eine entsprechende Anpassung vor-
zunehmen sei (act. 3/1 E. III).
1.3. Der Kläger ist mit der Anrechnung des hypothetischen Einkommens erst ab
1. November 2018 nicht einverstanden und bemängelt sowohl die Grundlagen als
auch verschiedene Positionen der Bedarfsberechnung (act. 2 S. 14 ff.). Die Be-
klagte bestreitet demgegenüber die von der Vorinstanz festgestellten Erwerbs-
möglichkeiten, die Höhe des ihr angerechneten hypothetischen Einkommens so-
wie die Übergangsfrist und die Erheblichkeit der Veränderung (act. 19/2 Rz 5 ff.).
- 42 -
2. Einkommen der Beklagten
2.1. Ausgehend davon, der Kindergarten- bzw. Schuleintritt C._s stelle ei-
ne dauerhafte Veränderung der Verhältnisse dar und gestützt auf die Rechtspre-
chung des Bundesgerichts zur Aufnahme der Erwerbstätigkeit kinderbetreuender
Eltern sowie unter Verweis auf den Eheschutzentscheid vom 1. Dezember 2014
hielt die Vorinstanz fest, der Beklagten sei eine Teilzeiterwerbstätigkeit von 60 %
seit dem Kindergarteneintritt von C._ grundsätzlich zumutbar. Auch sei der
Beklagten eine solche Erwerbstätigkeit tatsächlich möglich. So habe die Beklagte
die geltend gemachte 100 %-ige Erwerbsunfähigkeit aufgrund ihres Gesundheits-
zustandes nicht glaubhaft gemacht. Auch die weiteren nach Ansicht der Beklag-
ten gegen einen Wiedereinstieg ins Erwerbsleben sprechenden Gründe – der sie-
benjährige Erwerbsunterbruch, die erforderliche Einstellung ihres Geschäfts, die
Sabotierung ihres Unternehmens und die Rufschädigung durch den Kläger sowie
die damit einhergehende notwendige berufliche Umorientierung, das fehlende
technische Know-How und ihr fortgeschrittenes Alter – seien nicht glaubhaft dar-
gelegt worden. Es könne weiterhin auf die Erwägungen im Eheschutzentscheid
vom 1. Dezember 2014 zum anrechenbaren hypothetischen Einkommen abge-
stellt werden, zumal die Beklagte keine wesentlich veränderten Verhältnisse im
Vergleich dazu habe glaubhaft darlegen können. Insbesondere habe die Beklagte
damals vorgebracht, ihr Unternehmen gerne weiterführen zu wollen. Besagtes
Unternehmen, H._ AG, sei weiterhin im Handelsregister als aktiv registriert,
weshalb von der Fortführung der selbständigen Erwerbstätigkeit auszugehen bzw.
ein Wiederaufbau naheliegend sei. Sodann sei die Beklagte bereits im Ehe-
schutzverfahren im Jahr 2014 auf die Pflicht zur Aufnahme bzw. Ausdehnung ei-
ner Teilzeiterwerbstätigkeit mit dem Eintritt C._s in den Kindergarten hinge-
wiesen worden. Sie habe auch während der Ehe und sogar nach der Geburt von
C._ teilzeitlich gearbeitet. Damit sei eine Erwerbstätigkeit auch im Alter der
Beklagten – 51 Jahre – zumutbar und möglich. Unter Berücksichtigung einer
Übergangsfrist sei der Beklagten ab 1. November 2018 für die weitere Dauer des
Verfahrens ein hypothetisches Einkommen für eine Erwerbstätigkeit von 50 % bis
60 % sowie – für den Fall, dass das Verfahren dann noch andauere – ab Eintritt
von C._ in die I. Sekundarstufe von 80% anzurechnen. Weitere Regelungen
- 43 -
seien einstweilen nicht zu treffen, da nicht zu erwarten sei, das Scheidungsverfah-
ren werde bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres von C._ andauern. Was
die Höhe des hypothetischen Einkommens betreffe, so erscheine es sachgerecht,
an die Erwägungen des Eheschutzurteils vom 1. Dezember 2014 anzuknüpfen.
Ausgehend vom erzielten Jahresgewinn des Unternehmens der Beklagten von
Fr. 96'714.50 (netto) im Jahr 2007 – zu einem Zeitpunkt, als der Umsatz der Fir-
ma beinahe ohne Mandate des Klägers generiert worden sei –, resultiere für ein
Arbeitspensum von 50% bis 60% ein Nettolohn von Fr. 4'835.70 im Monat und bei
einer Erwerbstätigkeit von 80% ein monatlicher Nettolohn von rund Fr. 6'447.60
(act. 3/1 E. III.4.1-4.4).
2.2. Die Beklagte bestreitet die tatsächliche Erwerbsmöglichkeit. Auf die vor-
instanzlichen Erwägungen zu ihrem Gesundheitszustand geht sie nicht ein, mo-
niert jedoch, die Vorinstanz habe sich mit allen ihren anderen Argumenten für die
fehlende Erwerbsmöglichkeit nicht auseinandergesetzt und damit das rechtliche
Gehör der Beklagten verletzt. Auch habe die Vorinstanz die bereits im Entscheid
des Obergerichts vom 18. August 2015 festgehaltenen Umstände ausser Acht ge-
lassen und verkannt, dass die Beklagte ihr Geschäft vor sieben Jahren habe auf-
geben müssen und es seitdem nicht mehr betrieben und nicht gearbeitet habe.
Der Handelsregistereintrag sei nicht aussagekräftig und der Eheschutzentscheid
veraltet und zudem bezüglich der fraglichen Thematik vom Obergericht aufgeho-
ben worden. Eine Fortführung der früheren selbständigen Tätigkeit der Beklagten
sei folglich nicht möglich, und wenn, so müsste die Beklagte ihre frühere Agentur
komplett neu aufbauen, was aber ebenfalls nicht möglich sei. Im Übrigen verken-
ne die Vorinstanz die Bedeutung des Alters der Beklagten in diesem Zusammen-
hang (act. 19/2 Rz 6 ff.).
Hinsichtlich der Höhe des ihr anzurechnenden hypothetischen Einkom-
mens führt die Beklagte sodann aus, es könne nicht von den Erwägungen des
aufgehobenen Eheschutzentscheides ausgegangen werden. Ohnehin könnte
nicht an die wirtschaftlichen Verhältnisse des Jahres 2007 angeknüpft werden. Im
Übrigen sei von einem Pensum von höchstens 50 % auszugehen. Was die Über-
gangsfrist betreffe, so sei nicht ersichtlich, wie diese bemessen worden sei, er-
- 44 -
wähne die Vorinstanz doch weder Dauer noch Beginn. Die Frist und deren Ende
erschienen willkürlich. Rückwirkend könne eine Übergangsfrist nicht zu laufen be-
ginnen, frühestens hätte dies mit der Eröffnung des angefochtenen Entscheides
der Fall sein können, zumal die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit für die Beklagte
nicht voraussehbar gewesen sei. Falls ein hypothetisches Einkommen angerech-
net werde, müsse eine Übergangsfrist von mindestens sechs Monaten ab Eröff-
nung des Rechtsmittelentscheides gewährt werden (act. 19/2 Rz 9 ff.; vgl. auch
act. 25 Rz 8).
2.3. Der Kläger hält der Beklagten entgegen, die Vorinstanz habe ihr rechtliches
Gehör nicht verletzt. Es treffe nicht zu, dass der Beklagten ein Wiederaufbau ihrer
Agentur nicht möglich sei, sie verfüge über eine sehr gute Ausbildung und habe
keine vergeblichen Bemühungen nachgewiesen. Zudem habe die auch nach der
Geburt C._s erwerbstätige Beklagte noch während des Eheschutzverfahrens
ihre Agentur weiterführen wollen. Bereits im Eheschutzentscheid sei die Beklagte
sodann darauf hingewiesen worden, sie müsse ihre Arbeitstätigkeit wieder auf-
nehmen, wenn C._ das Kindergartenalter erreicht habe. Dass sie untätig ge-
blieben sei, befreie sie nicht von der Anrechnung eines hypothetischen Einkom-
mens. Heute präsentiere sich die Situation zudem anders als noch im Eheschutz-
verfahren, die Beklagte müsse C._ nun nicht mehr im selben Umfang be-
treuen wie noch während des Eheschutzverfahrens. Weiter bringt der Kläger vor,
die Beklagte könne auch im Anstellungsverhältnis arbeiten. Auch diesbezüglich
habe die Beklagte keine vergeblichen Suchbemühungen nachgewiesen. Es wer-
de bestritten, dass sie keine Stelle finden könne. Ein Pensum von 60 % sei so-
dann nicht zu beanstanden, liege hier doch kein Normalfall vor. Dass der Beklag-
ten ein Wiedereinstieg aufgrund ihres Alters nicht zumutbar und nicht möglich sei,
treffe nicht zu. Zur Übergangsfrist rügt der Kläger eine Gehörsverletzung mangels
Begründung. Es sei für die Beklagte voraussehbar gewesen, dass sie wieder ar-
beiten müsse, weshalb ihr nach einer sechsmonatigen Übergangsfrist ab Sep-
tember 2018 ein hypothetisches Einkommen anzurechnen sei (act. 2 S. 5 f., 9;
act. 23 S. 11 ff.).
- 45 -
2.4. Wie die Vorinstanz zutreffend erwog (vgl. act. 3/1 E. III.4.2), gewinnt das
Ziel der wirtschaftlichen Selbständigkeit an Bedeutung, wenn eine Wiederauf-
nahme des gemeinsamen Haushalts nicht mehr zu erwarten ist. Bei der Beurtei-
lung des Unterhalts und dabei insbesondere bei der Frage der Wiederaufnahme
oder Ausdehnung einer Erwerbstätigkeit sind dann bereits die für den nacheheli-
chen Unterhalt geltenden Kriterien nach Art. 125 ZGB miteinzubeziehen (BGE
128 III 65 E. 4a; BGE 130 III 537 E. 3.2). Ist also zu beurteilen, ob ein Ehegatte
eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen oder auszudehnen hat, und stellt sich dabei
die Frage, ob ihm ein hypothetisches Einkommen anzurechnen ist – was grund-
sätzlich nur erfolgen darf, wenn dies sowohl möglich als auch zumutbar ist (BGE
128 III 4 E. 4a) –, so sind die Aufgabenteilung und Lebensstellung während der
Ehe und die Ehedauer, das Alter und die Gesundheit des Ehegatten, sein Ein-
kommen und Vermögen, der Umfang und die Dauer der noch zu leistenden Kin-
derbetreuung, die berufliche Ausbildung und die Erwerbsaussichten sowie der
mutmassliche Aufwand für die berufliche Eingliederung massgeblich (vgl. Art. 125
Abs. 2 ZGB sowie BGE 137 III 102 E. 4.2.2.2).
Das Alter ist dabei nur eines von vielen Kriterien. Im Sinne einer Faustregel
gilt, dass bei langer Ehedauer dem haushaltführenden Ehegatten die Wiederauf-
nahme einer beruflichen Tätigkeit nicht zumutbar ist, wenn er bei der definitiven
Trennung das 45. Altersjahr erreicht hatte. Dieser Grundsatz kann allerdings
durch die übrigen zu berücksichtigenden Kriterien umgestossen werden (vgl. zum
Ganzen BGE 137 III 102 E. 4.2.2.2 m.w.H.; vgl. auch Büchler/Clausen, Die Ei-
genversorgungskapazität im Recht des nachehelichen Unterhalts: Theorie und
Rechtsprechung, in: FAmPra.ch 2015/1 S. 1 ff, S. 22 ff.).
Hypothetische Einkünfte dürfen grundsätzlich nicht rückwirkend, sondern
erst für die Zukunft angerechnet werden. Hat ein Ehegatte eine Erwerbstätigkeit
aufzunehmen oder auszuweiten, wird also mit anderen Worten eine Umstellung
der Lebensverhältnisse verlangt, ist ihm hinreichend Zeit zu lassen, die rechtli-
chen Vorgaben in die Tat umzusetzen. Dafür ist eine den Umständen angemes-
sene Übergangsfrist zu gewähren (BGer 5A_692/2012 vom 21. Januar 2013
E. 4.3 mit Hinweis auf BGE 129 III 417 E. 2.2 und BGE 114 II 13 E. 5). In der Re-
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=5A_692%2F2012&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F114-II-13%3Ade&number_of_ranks=0#page13
- 46 -
gel beträgt die Übergangsfrist drei bis sechs Monate und beginnt frühestens mit
der erstmaligen richterlichen Eröffnung der Umstellungsfrist zu laufen (OGer ZH
LE150008 vom 26.10.2015 E. III.4.2; OGer ZH LE180018 vom 16. Oktober 2018
E. III.2.2). Ausnahmen von diesem Grundsatz können dann vorliegen, wenn die
betreffende Partei bereits eine Erwerbstätigkeit im erforderlichen Pensum ausübt,
sich aber wissentlich mit einer nur ungenügend erträglichen Tätigkeit begnügt,
oder eine bestehende Tätigkeit im Wissen um die Pflicht zur Erzielung des fragli-
chen Einkommens aufgab. In solchen Fällen kann ein hypothetisches Einkommen
auch "rückwirkend", also ohne Übergangsfrist von einem in der Vergangenheit
liegenden Zeitpunkt an, angerechnet werden (vgl. etwa BGer 5A_692/2012 vom
21. Januar 2013 E. 4.3; BGer 5A_341/2011 vom 20. September 2011 E. 2.5.1;
BGer 5A_848/2010 vom 4. April 2011 E. 2.5; BGer 5A_720/2011 vom 8. März
2012 E. 6.1). Ebenfalls kann von der Übergangsfrist abgewichen werden, wenn
die geforderte Umstellung für die betroffene Partei voraussehbar war, was grund-
sätzlich erst mit der Zustellung des erstinstanzlichen Urteils der Fall sein kann,
nicht hingegen bei blossen Ankündigungen anlässlich von Verhandlungen (OGer
ZH LY170039 vom 16. Mai 2018 E. III.B.3.1.7 m.w.H.).
2.5. Die Frage der Zumutbarkeit wurde von der Vorinstanz nur summarisch mit
Verweis auf den Eheschutzentscheid vom 1. Dezember 2014 abgehandelt, ohne
dass dies von den Parteien spezifisch kritisiert wird. Weil aber die Beklagte –
wenn auch in Bezug auf die tatsächliche Erwerbsmöglichkeit – die Bezugnahme
auf den Eheschutzentscheid beanstandet, den Einwand des Alters vorbringt und
auch der Beklagte Ausführungen zur Zumutbarkeit macht, ist zunächst zu prüfen,
ob die von der Vorinstanz angenommenen Erwerbstätigkeit tatsächlich zumutbar
ist.
2.5.1. Auf die Erwägungen des Eheschutzentscheides vom 1. Dezember 2014
zu dieser Frage kann entgegen der Vorinstanz und dem Kläger nicht abgestellt
werden. Weil das Eheschutzgericht die Verhältnisse ab Rechtshängigkeit des
Scheidungsverfahrens am 4. Juli 2014 zufolge der Zuständigkeit des Schei-
dungsgerichts dafür nicht mehr beurteilen durfte, wurde der Entscheid, mit dem
der Beklagten ab August 2017 ein hypothetisches Einkommen angerechnet wor-
- 47 -
den war, vom Obergericht Zürich mit Urteil vom 18. August 2015 aufgehoben
(act. 32/155A/2 E. II.B.4). Dass dies aus formellen Gründen geschah, ist entge-
gen dem Kläger (vgl. act. 2 S. 14) nicht relevant. Zentral ist, dass die fraglichen
Erwägungen der Vorinstanz und allfällige Kritik der Parteien daran nicht überprüft
wurden, weil die Vorinstanz sich gar nicht erst dazu hätte äussern dürfen. Im Üb-
rigen sind die damaligen Äusserungen der Parteien und die Zahlen heute nicht
mehr aktuell. Entgegen der Vorinstanz müssen sodann nicht von der Beklagten
im Vergleich zur damaligen Situation veränderte Verhältnisse glaubhaft gemacht
werden, vielmehr sind die aktuellen Verhältnisse zu beurteilen und es ist so zu
ermitteln, ob die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit der Beklagten zumutbar ist, was
dann als Ergebnis dem Entscheid vom 18. August 2015 gegenüberzustellen ist.
2.5.2. Die Parteien führten keine langjährige Ehe mit klassischer Rollenverteilung.
Vielmehr dauerte die Ehe rund neun Jahre, wobei die Trennung nach dreieinhalb
Jahren Ehedauer erfolgt war. Die im Mai 1968 geborene Beklagte war damals 44
Jahre alt. Beide Parteien waren bis zur Trennung erwerbstätig, auch nach der
Geburt der Tochter: Der Kläger in der Führung der von ihm beherrschten I._-
Unternehmen, die Beklagte als Leiterin und Inhaberin der PR-Firma "H._
AG" sowie in einem 50 %-Pensum in der Geschäftsleitung der I'._ SA sowie
in mehreren Verwaltungsräten von Unternehmungen des Klägers. Geändert hat
sich dies nach der Trennung, wobei der diesbezügliche Einkommensverlust der
Beklagten bzw. die erzwungene Aufgabe der beruflichen Tätigkeit vom Kläger
verursacht wurde: Im August 2012 wurde die Beklagte aus allen Verwaltungsräten
abgewählt und die Anstellung als Mitglied der Geschäftsleitung wurde per Ende
September 2012 gekündigt. Die Agentur der Beklagten, welche ihren Umsatz in
den Jahren 2009 bis 2012 praktisch ausschliesslich aus "I._-Mandaten" er-
zielt hatte, erhielt zu Weihnachten 2012 die Kündigung sämtlicher Mandate, was
dazu führte, dass die Agentur plötzlich ohne Kunden dastand und die Beklagte
den Kundenkreis von Grund auf hätte neu aufbauen müssen (act. 32/155A/2
E. II.B.4). Auf diese verbindlichen Feststellungen im Urteil des Obergerichts Zü-
rich vom 18. August 2015 ist abzustellen. Die davon abweichende heutige Dar-
stellung des Klägers (vgl. act. 23 S. 12, 15) vermag daran nichts zu ändern. Weil
die im mm.2011 geborene, von der Beklagten zu betreuende C._ damals
- 48 -
erst gut einjährig war, kam das Obergericht Zürich zum Schluss, der Beklagten
sei der Neuanfang zu diesem Zeitpunkt nicht zuzumuten, sodass ihr ab Januar
2013 kein Einkommen anzurechnen sei (act. 32/155A/2 E. II.B.4). Die Beklagte
war hernach nicht mehr erwerbstätig, wobei beide Parteien davon ausgehen, sie
sei dies bis heute nicht (vgl. act. 6/288 S. 18; act. 6/394 S. 9, 23; act. 399 S. 6 ff.;
act. 6/405A S. 26 f.; act. 6/405E S. 6; Prot. VI S. 282, 316; act. 19/2 Rz 8.5).
2.5.3. C._ ist heute acht Jahre alt, schulpflichtig und muss nicht mehr im sel-
ben Umfang betreut werden wie ein Kleinkind. Zudem wurde die Betreuung durch
den Kläger im Vergleich zur Situation nach der Trennung ausgeweitet, C._
verbringt nun jedes zweite Wochenende und einen Nachmittag pro Woche mit
ihm (vgl. E. III.1.1). Aus den von der Vorinstanz korrekt dargelegten Grundsätzen
des Schulstufenmodells (vgl. act. 3/1 E. III.4.3.1) folgt angesichts des Alters und
der Betreuung von C._ grundsätzlich die Zumutbarkeit einer Tätigkeit im
50 % Pensum – nicht 60 %, wie die Vorinstanz annimmt – respektive 80 % ab
dem Eintritt C._s in die I. Sekundarstufe. Inwiefern ausserordentliche Um-
stände vorliegen sollten, welche es rechtfertigen würden, von den vom Bundesge-
richt vorgeschlagenen Prozentsätzen abzuweichen, ist nicht ersichtlich. Zwar ist
es richtig, dass bei einer Berufstätigkeit der Beklagten eine Fremdbetreuung
C._s nötig würde (act. 19/2 Rz 18; vgl. auch E. IV.3.6.1-3). Es liegen jedoch
keine Umstände vor, welche grundsätzlich gegen eine solche sprechen würden
(vgl. auch act. 23 S. 31). Die von der Beklagten angesprochene wichtige Kontinui-
tät ist, wie sie selbst auch ausführt (act. 19/2 Rz 18), vor allem vor dem Hinter-
grund der hochstrittigen Scheidung der Parteien und damit für das Betreuungs-
verhältnis unter den Parteien relevant. Andererseits beträgt die Schulzeit
C._s – und damit die betreuungsfreie Zeit der Beklagten – entgegen der
Darstellung des Klägers (vgl. act. 23 S. 21) nicht "drei ganze und zwei halbe Ta-
ge" im Sinne von Arbeitstagen. Schultage sind in der Primarschulzeit notorisch
deutlich kürzer als Arbeitstage und zudem durch eine Mittagspause unterbrochen.
Auch vom Nachmittag, den C._ beim Kläger verbringt, kehrt sie bereits um
17.30 Uhr zurück. Die Beklagte hat während C._s Anwesenheit präsent zu
sein, daran ändert auch eine Haushaltshilfe (vgl. act. 23 S. 21) nichts, sodass ihr
- 49 -
keine über das vom Bundesgericht vorgesehene Pensum hinausgehende Berufs-
tätigkeit zumutbar ist.
2.5.4. Weiter zu berücksichtigen ist, dass die Beklagte heute 51-jährig ist. Ange-
sichts ihres Alters bei der Trennung und der von den Parteien geführten Ehe ist
die 45 Jahre-Regel des Bundesgerichts grundsätzlich nicht anwendbar. Ohnehin
würde sie vorliegend angesichts der übrigen zu beurteilenden Kriterien umgestos-
sen. Dies bedeutet jedoch nicht, das jetzige Alter der Beklagten wäre nicht zu be-
rücksichtigen. Insbesondere bei der Beurteilung der tatsächlichen Möglichkeit ei-
ner Erwerbstätigkeit ist es von Relevanz. Allerdings spricht es nicht automatisch
gegen die Zumutbarkeit der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit. Weiter ist zu beach-
ten, dass die Beklagte gemäss der nicht angefochtenen Feststellung der Vor-
instanz gesund ist. Sodann hat sie eine gute Ausbildung – sie verfügt über ein
abgeschlossenes Universitätsstudium in Ökonomie und Nebenfach Psychologie –
und langjährige Berufserfahrung als Mitglied einer Geschäftsleitung, Partnerin und
Managing Director in PR-Agenturen sowie Inhaberin einer eigenen PR-Agentur
(vgl. act. 6/288 S. 21; act. 6/394 S. 36; act. 289/10). Werden alle aufgeführten
Umstände gewürdigt, so sprechen grundsätzlich lediglich das jetzige Alter sowie
der siebenjährige Erwerbsunterbruch gegen eine Wiederaufnahme einer Erwerbs-
tätigkeit, wobei diese Kriterien eher die tatsächliche Möglichkeit als die Zumutbar-
keit betreffen. Es ist damit von der Zumutbarkeit der Aufnahme einer Erwerbstä-
tigkeit von 50 % bzw. später von 80 % auszugehen.
2.6. Was die Erwerbsmöglichkeit betrifft, so ist der Vorinstanz nicht zu folgen,
dass die Beklagte ihre PR-Agentur fortführen kann. Gemäss der verbindlichen
Feststellung des Obergerichts Zürich im Entscheid vom 18. August 2015 (vgl.
E. IV.2.5.2) wurden der Agentur der Beklagten per Ende 2012 praktisch sämtliche
Mandate entzogen, sodass sie ohne Kunden dastand und ein Kundenstamm fak-
tisch hätte neu aufgebaut werden müssen. Dies hat sie unbestritten nicht getan,
weshalb die Situation der H._ AG grundsätzlich dieselbe ist wie Ende 2012.
Alleine der Umstand, dass die Gesellschaft im Handelsregister eingetragen ist,
lässt nicht automatisch darauf schliessen, der Betrieb sei noch aktiv. Dies würde
denn auch im Widerspruch zu den übereinstimmenden Parteiaussagen stehen,
- 50 -
wonach die Beklagte aktuell nicht arbeitet (vgl. E. IV.2.5.2). Auch die lange Auf-
rechterhaltung des Internetauftrittes (vgl. act. 19/2 Rz 8.2) – heute ist die Website
im Übrigen nicht mehr auffindbar – ist kein zwingend für die Betreibung der PR-
Agentur sprechendes Indiz. Aufgrund dieser Umstände erscheint es durchaus als
glaubhaft, dass die Agentur der Beklagten heute weder über Kunden noch Mitar-
beiter verfügt und wegen des langen Unterbruchs des Betriebs auch keine aktiven
Kontakte in der Branche mehr bestehen (vgl. Prot. VI S. 320; act. 19/2 Rz 8.1).
Dass die Büroräumlichkeiten geräumt wurden (act. 6/399 Rz 6.4; act. 19/2
Rz 8.2), erscheint aufgrund des im Handelsregister eingetragenen Domizils – ein
Treuhandbüro – als glaubhaft. Die Vorinstanz hat die Argumente der Beklagten
zur Möglichkeit eines Wiedereinstieges daher zu Unrecht summarisch als unwe-
sentlich bzw. nicht glaubhaft abgetan. Eine Gehörsverletzung in diesem Zusam-
menhang ist allerdings zu verneinen, hat sich die Vorinstanz doch – wenn auch
nur kurz – zu den fraglichen Vorbringen geäussert (vgl. auch E. III.4.4.5).
Da H._ AG heute inaktiv ist, müsste die Beklagte also ihre selbständi-
ge Tätigkeit von Grund auf wieder aufbauen. Dass dies eine längere Zeit in An-
spruch nehmen wird – die Beklagte selbst spricht von mehreren Jahren für den
Aufbau des Geschäfts bzw. einem bis zwei Jahren, bis wieder Kunden aquiriert
worden seien (Prot. VI S. 320 f.) –, ist einleuchtend. Zudem erscheint die Annah-
me, ein solcher Aufbau einer selbständigen Tätigkeit, noch dazu in der PR-
Branche, könne in einem 50 %-Pensum erfolgen, als realitätsfremd, worauf die
Beklagte zu Recht hinweist (act. 6/399 Rz 6.6; act. 19/2 Rz 8.6). Es ist gerichtsno-
torisch, dass gerade in der Anfangsphase eines neu aufzubauenden Unterneh-
mens ein erheblicher Mehraufwand anfällt. Unter den gegebenen Umständen ist
es der Beklagten aber nicht möglich, einen solchen Aufwand zu erbringen. Ob der
in der Schweizer Privatwirtschaft sehr gut vernetzte Kläger den Ruf der Beklagten
schädigte (vgl. act. 19/2 Rz 8.2; act. 23 S. 115 f.), kann bei diesem Ergebnis offen
gelassen werden.
2.7. Damit stellt sich die Frage, ob es der Beklagten möglich wäre, eine Anstel-
lung im Teilzeitpensum zu finden. Sie wandte dagegen im erstinstanzlichen Ver-
fahren vor allem ein, es habe während ihres siebenjährigen Erwerbsunterbruchs
- 51 -
in der PR-Branche einen enormen digitalen Entwicklungsschub gegeben, den sie
verpasst habe, und Social Media, mit dem sie nicht vertraut sei, sei jetzt zentral
(Prot. VI S. 320; act. 6/399 Rz 6.5; act. 19/2 Rz 8.6). Dies mag sein, doch ist es in
dieser Situation an der Beklagten, sich in diesem Bereich weiterzubilden und ein-
zuarbeiten. Dass ihr dies nicht möglich sein soll (vgl. act. 6/399 Rz 6.5), ist eine
blosse, nicht glaubhaft gemachte Behauptung, für die keine plausiblen Gründe er-
sichtlich sind. Die Notwendigkeit der Weiterbildung bzw. der Wiedereinarbeitung –
bei einer siebenjährigen Berufspause ist dies notorisch –, ist bei der zu gewäh-
renden Übergangsfrist zu berücksichtigen. Wenn die Beklagte sodann anführt, in
ihrem Alter werde sie in der "jungen" Kommunikationsbranche keine Stelle mehr
finden (vgl. act. 6/399 Rz 6.5, 7.2; act. 19/2 Rz 8.6, 9.3), so sind dies blosse Be-
hauptungen, weist die Beklagte doch keine erfolglosen Suchbemühungen nach.
Aufgrund ihrer guten Ausbildung und Berufserfahrung ist davon auszugehen, sie
werde eine Stelle finden können, wenn auch nicht direkt in leitender Position wie
dies früher der Fall war (vgl. auch act. 2 S. 20). Die Erwerbsmöglichkeit ist folglich
zu bejahen und ein hypothetisches Einkommen anzurechnen.
2.8. Die vorinstanzlichen Erwägungen zur Höhe des erzielbaren Einkommens
führen nicht weiter, beruhen sie doch auf falschen Voraussetzungen: Auf die im
aufgehobenen Eheschutzentscheid festgestellten Umsätze der Agentur der Be-
klagten aus dem Jahr 2007 kann nicht abgestellt werden, wenn der Beklagten de-
ren Aufbau gar nicht möglich ist. Relevant ist vielmehr, was die Beklagte bei einer
Arbeit im Anstellungsverhältnis im Teilzeitpensum zu erzielen in der Lage wäre.
Gemäss Salarium kann für die Region Zürich in den Branchen Nr. 73
"Werbung und Marktforschung" sowie Nr. 74 "Sonstige freiberufliche, wissen-
schaftliche und technische Tätigkeiten", Berufsgruppe Nr. 24 "Betriebswirtschaf-
ter/innen und vergleichbare akademische Berufe" für Stellen ohne Kaderfunktion
(vgl. auch act. 6/399 Rz 7.2; act. 19/2 Rz 9.3; act. 6/400/5-6) bei einer 100 % Tä-
tigkeit mit 40 Wochenstunden mit einem Bruttomonatslohn von Fr. 7'600.–
bis Fr. 8'200.– gerechnet werden. Dies unter Berücksichtigung der für die Beklag-
ten zutreffenden Parameter "Ausbildung an einer Universität", 51 Altersjahre,
0 Dienstjahre (im betreffenden Unternehmen), ferner 13. Monatslohn und keine
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Sonderzahlungen. Die Einkommensspanne gründet auf der Unternehmensgrös-
se. Der statistische Durchschnittswert in den beiden relevanten Branchen Nr. 73
und 74 für Unternehmen mittlerer Grösse beläuft sich auf Fr. 8'035.– (Durch-
schnitt von Fr. 8'045.– resp. Fr. 8'024.–; https://www.gate.bfs.admin.ch/salarium/
public/index.html#/calculation, besucht am 24. Januar 2020). Dies ergibt einen
Nettomonatslohn von Fr. 7'174.– bei 100 %. Bei einem der Beklagten zumutbaren
Pensum von 50 % respektive nach Eintritt C._s in die I. Sekundarstufe von
80 % ergibt dies ein Nettoeinkommen von monatlich Fr. 3'587.– respektive
Fr. 5'739.–.
2.9. Den Parteien ist zuzustimmen, dass aus den vorinstanzlichen Erwägungen
nicht ersichtlich ist, nach welchen Kriterien sich die Übergangsfrist bemisst und
wann diese begonnen bzw. wie lange diese gedauert haben soll. Die Gehörsver-
letzung kann allerdings geheilt werden (vgl. E. III.4.6.3). Für eine rückwirkende
Anrechnung von hypothetischem Einkommen besteht kein Raum, wird doch von
der Beklagten eine Umstellung ihrer Lebensverhältnisse verlangt, wofür ihr hinrei-
chend Zeit zu lassen ist, und liegt keiner der vom Bundesgericht genannten Aus-
nahmefälle vor. Voraussehbar war die Umstellung für die Beklagte zudem nicht
mit der erforderlichen Sicherheit und es kann ihr entsprechend auch kein treuwid-
riges Verhalten vorgeworfen werden (vgl. act. 23 S. 28). So kann in diesem Punkt,
wie dargelegt, nicht auf den Eheschutzentscheid vom 1. Dezember 2014 abge-
stellt werden (vgl. E. IV.2.5.1; vgl. auch act. 19/2 Rz 10.3; act. 25 Rz 5). Die Auf-
forderung durch die Gegenpartei im Februar resp. März 2018 (vgl. act. 2 S. 20;
act. 23 S. 27 f.; act. 6/289/11-12) begründet keine Vorhersehbarkeit, handelt es
sich dabei doch nicht um eine verbindliche Äusserung der mit der Sache befass-
ten gerichtlichen Instanzen. Die Verfügung der Vorinstanz vom 14. Juni 2018 (vgl.
act. 23 S. 28) wurde schliesslich mit Entscheid der Kammer vom 26. September
2018 aufgehoben (act. 6/346), sodass auch darauf nicht abgestellt werden kann.
Verbindlich angekündigt, sie habe sich um eine Erwerbstätigkeit zu bemühen,
wurde der Beklagten erstmals mit dem angefochtenen Entscheid. Zufolge der An-
fechtung des vorinstanzlichen Entscheides in diesem Punkt und der Neufestset-
zung der Umstellungsfrist im vorliegenden Entscheid rechtfertigt es sich, die
Übergangsfrist erst ab Zustellung des vorliegenden Entscheides festzusetzen.
- 53 -
Weil die Beklagte wie aufgeführt eine gewisse Zeit benötigen wird, um sich wieder
in ihren Beruf einzuarbeiten bzw. weiterzubilden, und weil es nicht einfach sein
dürfte, in ihrem Alter eine Anstellung zu finden, erscheint es als angemessen, der
Beklagten eine sechsmonatige Übergangsfrist zu gewähren. Die Beklagte ist mit
Blick auf die Auswirkungen hinsichtlich des Kinderunterhaltes ausdrücklich darauf
hinzuweisen.
3. Mit einer Berufstätigkeit der Beklagten einhergehende Kosten
3.1. Die Vorinstanz hielt fest, der Kindergarten- bzw. Schuleintritt C._s stel-
le eine dauerhafte Veränderung der Verhältnisse dar (vgl. E. IV.2.1). Genau ge-
nommen sind für die Frage, ob die geltenden Unterhaltsbeiträge abzuändern sind,
allerdings die finanziellen Verhältnisse bzw. deren Änderung relevant (vgl. BGer
5A_660/20104 vom 17. Juni 2015 E. 3.1), hier also die wirtschaftlichen Auswir-
kungen des Kindergarten- resp. Schuleintrittes von C._. Wie gezeigt beste-
hen diese zunächst darin, dass die Beklagte wieder eine Arbeitstätigkeit aufneh-
men muss und ihr entsprechend ein Einkommen anzurechnen ist. Damit zusam-
men hängen als weitere Folge die Mehrkosten, welche der Beklagten durch ihre
Berufstätigkeit entstehen und sich in einer Verminderung ihrer neuen Leistungs-
fähigkeit auswirken (vgl. auch act. 19/2 Rz 17 f.).
3.2. Die Vorinstanz berücksichtigte die mit der Arbeitsaufnahme entstehenden
Mehrkosten, allerdings in anderem Zusammenhang (vgl. act. 3/1 E. III.4.5.5). Auf
die Systematik wird nachfolgend zurückzukommen zu sein (vgl. E. IV.4.3). Nach-
folgend ist zunächst auf die mit der Berufstätigkeit der Beklagten einhergehenden
Kosten einzugehen.
3.3. Gemäss der Vorinstanz sind bei den durch eine Arbeitstätigkeit verursach-
ten Mehrkosten gerichtsnotorisch die auswärtige Verpflegung, die Mobilität und
die Kinderbetreuung zu berücksichtigen. Vorliegend würden nicht zusätzliche,
über die bereits im Eheschutzentscheid angerechneten Kosten für die Verpfle-
gung von Fr. 1'000.– pro Monat und die Mobilität von Fr. 629.– monatlich hinaus-
gehende Auslagen anfallen, Mehrkosten für die Kinderbetreuung hingegen schon.
Der im Rahmen des Eheschutzentscheides zugesprochene Beitrag für die Be-
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treuung von C._ in Höhe von monatlich Fr. 740.– sowie die Abgeltung der
dazugehörenden Reisekosten der Grossmutter mütterlicherseits von Fr. 260.–
seien nicht unter dem Titel Fremdbetreuung während der Arbeitszeit zugespro-
chen worden. Die Betreuung von C._ während der Arbeitszeit der Beklagten
könne nicht vom Kläger übernommen werden und die Beklagte könne ihre berufli-
che Tätigkeit auch nicht ausschliesslich während der Schulzeit von C._ oder
mittels Homeoffice absolvieren. Es sei daher angezeigt, der Beklagten respektive
C._ die Kosten für eine Kinderfrau/Nanny im Bedarf anzurechnen, zumal die
Anrechnung von Krippen- bzw. Hortkosten vorliegend ausser Betracht falle. Aus-
gehend von einem monatlichen Bruttolohn einer Kinderfrau von Fr. 4'300.– bei
100 % erscheint es als angemessen, zusätzliche Kosten von monatlich
Fr. 2'580.– bei einem Pensum der Beklagten von 50 % bis 60 % sowie von mo-
natlich Fr. 3'440.– bei einem Pensum von 80 % hinzuzurechnen (act. 3/1
E. III.4.5.5-6).
3.4. Der Kläger stellt sich gegen die Anrechnung zusätzlicher Kinderbetreu-
ungskosten. Die im Eheschutzentscheid vom 1. Dezember 2014 angerechneten
Fr. 740.– würden auch die bei Aufnahme einer Erwerbstätigkeit anfallenden Kin-
derbetreuungskosten abdecken, zumal die Beklagte von zu Hause aus und wäh-
rend der Abwesenheiten C._s arbeiten könne. Ansonsten könne der Kläger
die Betreuung von C._ übernehmen. Selbst wenn die Notwendigkeit einer
Kinderfrau bejaht würde, müsste diese nicht das gesamte berufliche Pensum der
Beklagten abdecken. Zusätzliche berufsbedingte Kosten seien im Übrigen nicht
anzurechnen (act. 2 S. 15 ff.; act. 23 S. 29 f.).
3.5. Die Beklagte hält demgegenüber die Anrechnung der Kinderbetreuungs-
kosten, wie sie die Vorinstanz vornahm, für richtig und bestreitet die Argumente
des Klägers. Sie rügt jedoch, die Vorinstanz habe ohne Begründung und ohne
Berücksichtigung der Ausführungen der Beklagten keine Mehrkosten für die Ver-
pflegung von Fr. 110.– bei einem 50 %-Pensum und von Fr. 225.– für die erfor-
derliche Weiterbildung angerechnet (act. 19/2 Rz 15 ff.; act. 25 Rz 6.1 ff.).
3.6.1. Im Eheschutzurteil vom 1. Dezember 2014 wurden der Beklagten für die
Zeit, in der sie nicht erwerbstätig war, Kosten von Fr. 740.– für den Babysitter und
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Fr. 260.– für die Reiseauslagen der Grossmutter C._s angerechnet
(act. 32/151 E. VI.4.1.4). Auf die Überlegungen des Eheschutzgerichts zur Frage,
ob der Beklagten ab dem Zeitpunkt, ab dem ihr ein hypothetisches Einkommen
angerechnet werden sollte, zusätzliche Kosten für die Fremdbetreuung angerech-
net werden sollten, kann nicht abgestellt werden. Wie gezeigt wurde der Ehe-
schutzentscheid diesbezüglich aufgehoben (vgl. E. IV.2.5.1). Bei dieser Aus-
gangslage ist dem Kläger nicht zuzustimmen, dass die Fremdbetreuungskosten
von total Fr. 1'000.– auch diejenigen Kosten abdecken, welche durch die Arbeits-
tätigkeit der Beklagten verursacht werden. Vielmehr ist gestützt auf den Ehe-
schutzentscheid davon auszugehen, eine gewisse Fremdbetreuung gehöre auch
dann zum ehelichen Standard, wenn die Beklagte nicht arbeitet und damit grund-
sätzlich vollumfänglich Zeit für die Betreuung von C._ hätte. Dies hat auch
weiterhin zu gelten. Entsprechend sind die Auslagen für die Betreuung C._s,
die der Beklagten entstehen, während sie ihrer Arbeit nachgeht, zusätzlich zu be-
rücksichtigen.
3.6.2. Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass die Beklagte C._ nicht betreuen
kann, während sie arbeitet, hat sie sich dann doch vollumfänglich der beruflichen
Tätigkeit zu widmen. Dies wäre selbst dann der Fall, wenn sie im Homeoffice ar-
beiten könnte. Schon gar nicht wird sie die Arbeitstätigkeit ausschliesslich wäh-
rend der Zeit, die C._ in der Schule verbringt, ausführen können. So wird die
Beklagte für ihre Klienten erreichbar sein und Termine wahrnehmen müssen, wel-
che sich nicht immer nach den Schulzeiten eines Kindes richten können (vgl.
act. 25 Rz 7.2).
3.6.3. Der Kläger wird die Betreuung von C._ sodann nicht übernehmen
können. So ist der Beklagten zuzustimmen, dass selbst eine Betreuung durch den
Kläger an einem zusätzlichen Nachmittag und Abend, wie der Kläger dies bean-
tragt, nicht ausreichen würde, um den ganzen Betreuungsbedarf während der Be-
rufstätigkeit der Beklagten abzudecken (vgl. act. 25 Rz 7.4). Auf diese Weise
würde sich die erforderliche Fremdbetreuungszeit bloss reduzieren. Allerdings ist
zweifelhaft, ob der Beklagte tatsächlich die zeitliche Kapazität für eine ausge-
dehntere Betreuung C._s hat, ist er doch nach wie vor beruflich stark enga-
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giert (vgl. act. 25 Rz 7.4; act. 26/1). Wenn der Kläger ausführt, beruflich und zeit-
lich dazu in der Lage zu sein, C._ mehr betreuen zu können (vgl. act. 2
S. 19), so ist dies nicht mehr als eine blosse Behauptung, zeigt er doch nicht kon-
kret auf, wie dies möglich sein soll. Schliesslich ist unbestritten, dass C._
nicht in einem Hort oder einer Krippe betreut werden soll. Es folgt daraus, dass
die Betreuung durch eine Nanny erfolgen muss, wie die Vorinstanz feststellte.
3.6.4. Der Kläger hat grundsätzlich Recht, dass eine Kinderbetreuerin nicht an-
wesend sein muss, während C._ in der Schule oder bei ihm ist. C._
muss aber angesichts ihres Alters noch morgens, mittags und abends betreut
werden, wenn sie noch nicht oder nicht mehr in der Schule ist. Dabei dürfte es
sehr schwierig sein, eine Kinderbetreuerin zu finden, welche nur punktuell die Be-
treuung übernimmt und sich damit abfindet, dass sie in den einzelnen Stunden
während der Abwesenheit C._s keine bezahlte Arbeit wird ausüben können.
Der Kläger macht weder geltend noch glaubhaft, dass es der Beklagten möglich
sein wird, eine Kinderfrau einzustellen, welche zu diesen Konditionen arbeitet. Es
ist daher davon auszugehen, dass auch die Zeiten bezahlt werden müssen, wäh-
rend denen C._ in der Schule ist, wobei dies nichts damit zu tun hätte, dass
die Kinderfrau auch allgemeine Haushaltsarbeiten ausführen muss (vgl. act. 2
S. 19; act. 25 Rz 7.3). Ohnehin müsste die Nanny, wie die Beklagte richtig aus-
führt, teilweise auch während der Schulzeit C._s tätig sein, etwa, indem sie
Mahlzeiten zubereitet (vgl. act. 25 Rz 7.4). Auch an Tagen, in denen C._
nicht zur Schule gehen kann, sei es, dass sie krank ist (vgl. act. 25 Rz 7.4), sei
es, dass Schulferien sind, müsste die Kinderbetreuerin während der gesamten
Abwesenheit der Beklagten anwesend sein. Zudem müsste die Nanny auch die
Zeit, welche die Beklagte auf dem Arbeitsweg verbringt, abdecken, was für die
Kinderfrau eine längere Arbeitszeit als für die Beklagte bedeutet und so mindes-
tens teilweise die Zeiten während C._s Abwesenheit in der Schule aus-
gleicht. Für die Zeit ab Eintritt C._s in die I. Sekundarstufe ist sodann davon
auszugehen, sie werde nicht mehr zu Hause zu Mittag essen und morgens das
Haus früher verlassen. Die entsprechende Betreuung wird dann entfallen, an den
Nachmittagen nach der Schule und gegebenenfalls den frühen Abenden wird sie
in Grenzen noch nötig sein.
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3.6.5. Zusammenfassend ist davon auszugehen, die Kinderbetreuerin werde
grundsätzlich das gesamte Pensum der Beklagten von 50 % abdecken müssen.
Sollte die Beklagte ihre Arbeitstage so legen können, dass sie am Dienstag arbei-
tet, während C._ zumindest bis 17.30 Uhr vom Kläger betreut wird, und lies-
se es sich einrichten, dass die Kinderfrau an diesem Tag lediglich morgens und
gegebenenfalls abends für eine kürzere Zeit anwesend ist, müsste die Betreuerin
immer noch mit einem Pensum von mindestens 35% arbeiten – nämlich an einem
ganzen und einem halben Tag, sowie zusätzlich am Dienstagmorgen für eine kür-
zere Zeit, allenfalls auch am Dienstagabend für eine kürzere Zeit. Nach dem Ein-
tritt C._s in die I. Sekundarstufe wird die Kinderfrau angesichts des 80 %
Pensums der Beklagten und wiederum davon ausgehend, die Beklagte werde
dienstags arbeiten, an drei Nachmittagen/Abenden anwesend sein müssen. Das
Pensum der Nanny dürfte sich dann auf rund 30 % belaufen. Ausgehend von der
Berechnungsmethode der Vorinstanz – diese wird von den Parteien nicht kritisiert
– ist von einer Entschädigung für die Nanny von Fr. 1'290.– bei 30 % und
Fr. 1'505.– bei 35 % auszugehen.
3.7. Was die Mehrkosten für Verpflegung und die Weiterbildungskosten betrifft,
so wurden die im Eheschutzentscheid vom 1. Dezember 2014 berücksichtigten
Verpflegungskosten von Fr. 1'000.– für nicht geschäftliche Mahlzeiten ausser
Haus angerechnet, Weiterbildungskosten wurden keine berücksichtigt
(act. 32/151 E. VI.4.1.14). Bei einer Arbeitstätigkeit von 50 % können der Beklag-
ten für die durch die Berufstätigkeit versursachten Mehrkosten der Verpflegung
somit ohne Weiteres Fr. 110.– (entsprechend der Hälfte des praxisgemäss bei ei-
nem Vollzeitpensum eingesetzten Betrages) angerechnet werden. Einem Pensum
von 80 % entsprechen sodann Fr. 176.–. Die Weiterbildungskosten begründete
die Beklagte damit, dies entspreche den durchschnittlichen Kosten für jährliches
Studiengeld von Fr. 1'400.– und Studienmaterial von Fr. 1'300.– (act. 6/399
Rz 8.4). Wie bereits ausgeführt, wird sich die Beklagte mit grosser Wahrschein-
lichkeit weiterbilden müssen, um eine Stelle erhalten zu können (vgl. E. IV.2.7).
Ein Studium wird dies allerdings nicht sein, wie der Kläger zu Recht einwendet
(vgl. act. 23 S. 30), zumal der Beklagten maximal sechs Monate für die Weiterbil-
dung und die Stellensuche zur Verfügung stehen (vgl. E. IV.2.9). Der Beklagen
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könnte somit höchstens für diese Zeit ein Betrag für Weiterbildung angerechnet
werden. Angesichts dieser kurzen Zeit und weil die Beklagte auch nicht näher
plausible Kosten darlegt, ist auf das Anrechnen eines solchen Betrages aber zu
verzichten.
4. Erheblichkeit der Veränderungen
4.1. Wie bereits dargelegt, ist die Voraussetzung für eine Abänderung eines
Eheschutzentscheides eine wesentliche und dauerhafte Veränderung der tatsäch-
lichen Verhältnisse, die bei Erlass des abzuändernden Entscheides nicht bereits
als vorhersehbar mitberücksichtigt wurden (Art. 179 Abs. 1 ZGB, FamKomm
Scheidung/Vetterli, 3. Aufl. 2017, Art. 179 N 2). Während die Kriterien der Dauer-
haftigkeit und der mangelnden Vorhersehbarkeit bzw. Berücksichtigung vorlie-
gend keine Probleme bereiten – beide sind ohne Weiteres erfüllt und werden von
den Parteien nicht in Frage gestellt – ist strittig, ob das Kriterium der Erheblichkeit
erfüllt ist.
4.2. Wann eine Veränderung erheblich ist, ist jeweils im Einzelfall zu prüfen und
lässt sich grundsätzlich nicht in Zahlen ausdrücken (BSK ZGB I-Gloor/Spycher,
6. Aufl. 2018, Art. 129 N 7; FamKomm Scheidung/Vetterli, 3. Aufl. 2017, Art. 179
N 3; vgl. auch act. 6/346 E. II.10). In der Literatur wird darauf hingewiesen, die
Schwelle in Mankofällen liege tiefer als in komfortablen Verhältnissen. Bloss un-
bedeutende Schwankungen im Einkommen oder Bedarf von wenigen Prozent
sind nicht ausreichend (FamKomm Scheidung/Vetterli, 3. Aufl. 2017, Art. 179
N 3). Veränderungen von 10 % oder mehr gelten demgegenüber in der Praxis
insbesondere bei knappen finanziellen Verhältnissen als erheblich. Bei guten
finanziellen Verhältnissen mit einer Sparquote braucht es im Allgemeinen noch
mehr, um die Erheblichkeit bejahen zu können. In der Literatur werden Werte von
15 % bis 30 % genannt (BSK ZGB I-Gloor/Spycher, 6. Aufl. 2018, Art. 129 N 7a;
Hausheer/Spycher, Handbuch des Unterhaltsrechts, 2. Aufl. 2010, N 09.128). Das
Bundesgericht erachtete bei sehr guten finanziellen Verhältnissen etwa die Ver-
minderung der Leistungsfähigkeit eines Unterhaltsschuldners um Fr. 2'000.– resp.
18 % als erheblich (BGer 5C.197/2003 vom 30. April 2004 E. 3.3). Wie bereits im
Rückweisungsentscheid der Kammer vom 26. September 2018 festgehalten wur-
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de, sind die von der Praxis verwendeten Schwellenwerte aber stets im Einzelfall
konkret zu überprüfen und können, vergleichbar einer natürlichen Vermutung, wi-
derlegt werden. So kann allenfalls auch bei einer Änderung von weniger als 10 %
die Erheblichkeit gegeben sein. Auch bei aussergewöhnlich guten finanziellen
Verhältnissen nimmt die Aussagekraft der Erfahrungswerte ab (vgl. act. 6/346
E. II.10). Die jeweiligen Veränderungen müssen in Relation zur Einkommenshöhe
und zur bisherigen Unterhaltsverpflichtung gesetzt werden. Je nach dem hat die-
selbe Veränderung grössere oder kleinere Auswirkungen auf die Lebenshaltung
der Parteien (BGer 5C.197/2003 vom 30. April 2004 E. 3.3).
4.3. Zur Frage, welche Parameter miteinander verglichen werden, um die Er-
heblichkeit einer Veränderung festzustellen, bestehen ebenfalls keine konkreten
Vorgaben. Möglich sind Einkommensvergleiche, aber auch – insbesondere dann,
wenn sich nicht nur das Einkommen, sondern auch der Bedarf veränderte – das
Gegenüberstellen von Überschüssen (zum Ganzen BSK ZGB I-Gloor/Spycher,
6. Aufl. 2018, Art. 129 N 7). Bereits im Entscheid der Kammer vom 26. September
2018 wurde erwogen, vorliegend, wo der Unterhaltsbeitrag an die Beklagte und
C._ nach der einstufigen Methode festgelegt werde und Bedarf und Ein-
kommen des Klägers gar nicht bekannt seien, weil er unbestritten als leistungsfä-
hig gelte, seien einzig die finanziellen Verhältnisse der Beklagten massgeblich. Es
sei die Verbesserung ihrer Leistungsfähigkeit ihrem Bedarf und Unterhaltsan-
spruch gegenüberzustellen (vgl. act. 6/346 E. II.10). Daran ist festzuhalten. Nicht
richtig ist demgegenüber das Vorgehen der Vorinstanz, zunächst auch den ge-
samten Bedarf der Beklagten und von C._ zu aktualisieren, anhand dessen
und dem hypothetischen Einkommen der Beklagten neue Unterhaltsbeiträge zu
berechnen und diese den alten Unterhaltsbeiträgen zum Vergleich gegenüberzu-
stellen (vgl. act. 3/1 E. III.4.5-6).
4.4. Die Vorinstanz erachtete eine Veränderung von 10.6 % als erheblich, ohne
dies näher zu begründen (vgl. act. 3/1 E. III. 4.6). Der Kläger findet dies richtig
(act. 23 S. 29), während die Beklagte der Ansicht ist, vorliegend sei auf einen
Schwellenwert über 10 % abzustellen (act. 19/2 Rz 16). Zu berücksichtigen ist
in diesem Zusammenhang auch, dass die Vorinstanz gestützt auf den Entscheid
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der Kammer vom 26. September 2018 beim Vergleich der Veränderung die
Wohnkosten der Beklagten, welche vom Kläger direkt bezahlt werden und sich
auf Fr. 25'000.– monatlich belaufen (act. 6/288 S. 4; act. 19/2 Rz 12.1), ausklam-
merte (act. 3/1 E. III.4.5.1 und E. III.4.6). Gemäss dem Kläger ist dies richtig
(act. 23 S. 10 f., 29), die Beklagte findet es hingegen falsch (act. 19/2 Rz 12 ff.).
4.5. Die Leistungsfähigkeit der Beklagten beträgt in der ersten Phase im Ver-
gleich zu aktuell Fr. 0.– monatlich Fr. 1'972.– (Fr. 3'587.– - Fr. 1'505.– [Pensum
der Kinderbetreuerin von 35 %] - Fr. 110.–). In der zweiten Phase beträgt die
Leistungsfähigkeit Fr. 4'273.– (Fr. 5'739.– - Fr. 1'290.– [Pensum der Kinderbe-
treuerin von 30 %] - Fr. 176.–). Dies ist einem Bedarf für die Beklagte und
C._ von insgesamt Fr. 21'650.– gegenüberzustellen, was auch den bisher
vom Kläger geschuldeten Unterhaltsbeiträgen entspricht (vgl. act. 32/155A/2
E. II.6). Sowohl für die Vorinstanz als auch für die sich erneut mit der Sache be-
fassende Kammer sind die Erwägungen der Kammer im Entscheid vom
26. September 2018, wonach die vom Kläger separat bezahlten Wohnkosten
auszuklammern sind (vgl. act. 6/346 E. II.10), verbindlich (siehe dazu ZK ZPO-
Reetz/Hilber, 3. Aufl. 2016, Art. 318 N 41, 46 m.w.H.; vgl. auch act. 2 S. 11). Ent-
sprechend sind der Beklagten auch keine fiktiven Wohnkosten von Fr. 13'000.–
anzurechnen, wie sie verlangt (vgl. act. 19/2 Rz 14), würde damit doch der festge-
legte Grundsatz, wonach die Wohnkosten hier nicht anzurechnen sind, unterlau-
fen. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang allerdings die Feststellung der
Kammer, wonach zufolge der Nichtberücksichtigung der Wohnkosten die Grenze
für die Erheblichkeit der Veränderung höher anzusetzen ist (vgl. act. 6/346
E. II.10).
4.6. In der ersten Phase erhöht sich die Leistungsfähigkeit der Beklagten ge-
messen an ihrem Bedarf somit um 9 %. Unter Berücksichtigung der ausseror-
dentlichen finanziellen Verhältnisse der Parteien erscheint dies als nicht erhebli-
che Veränderung. Zwar handelt es sich bei Fr. 1'972.– um einen Betrag, welcher
für die meisten Familien klar erheblich wäre. Für den praktisch unbeschränkt leis-
tungsfähigen Kläger hat dies aber keine Auswirkungen auf seine Lebenshaltung
und selbst für die Beklagte sind es weniger als einen Zehntel der von ihr monat-
- 61 -
lich ausgegebenen Beträge. Hinzu kommt, dass wie dargelegt zufolge der Nicht-
berücksichtigung der Wohnkosten die Grenze der Erheblichkeit höher anzusetzen
ist.
4.7. In der zweiten Phase beträgt die Änderung knapp 20 %. Zwar hat auch ein
Betrag von Fr. 4'273.– für den Kläger keine finanziellen Einschränkungen zur Fol-
ge, doch kann ein solcher Betrag auch bei ausserordentlich guten finanziellen
Verhältnissen nicht mehr als vernachlässigbar qualifiziert werden. Es erscheint
nicht als sachgerecht, die Schwelle für die Erheblichkeit einer Veränderung umso
höher anzusetzen, je besser die Verhältnisse sind, würde dies doch dazu führen,
dass selbst Änderungen hoher Beträge (vorliegend würden etwa 30 % rund
Fr. 7'200.– monatlich entsprechen) als unerheblich erachtet würden. Dies spricht
dafür, bei ausserordentlich günstigen finanziellen Verhältnissen die Schwelle wie-
derum tiefer anzusetzen. Demgegenüber ist aber auch hier die Ausklammerung
der Wohnkosten zu beachten. Unter Würdigung dieser Umstände erscheint die
fragliche Veränderung als erheblich.
5. Berechnung des Bedarfs der Beklagten und von C._
5.1. Ist ein Abänderungsgrund gegeben, ist der Unterhaltsbeitrag an die neuen
Verhältnisse anzupassen. Dabei sind alle im abzuändernden Entscheid berück-
sichtigten Elemente der Berechnung zu aktualisieren (BGE 137 III 604 E. 4.1.2),
unabhängig davon, ob sie für sich einen Abänderungsgrund darstellen würden
oder nicht (BGE 138 III 289 E. 11.1.1). Nicht vorzunehmen ist demgegenüber eine
vollständige Neufestsetzung des Unterhaltes, es ist nicht zu prüfen, welcher Un-
terhaltsbeitrag auf Grund der aktuellen wirtschaftlichen Verhältnisse als ange-
messen erschiene. Vielmehr ist der abzuändernde Entscheid der Ausgangspunkt
und massgebend dafür, welche Lebenshaltung der Bemessung des Unterhalts-
beitrages zugrunde gelegt wird, und zwar selbst dann, wenn sich eine Annahme
darin im Nachhinein als falsch erweist (BGer 5C.197/2003 vom 30. April 2004
E. 2.1).
5.2. Die Vorinstanz hielt fest, es sei zufolge der unbestrittenen Leistungsfähig-
keit des Klägers bei der Bedarfsermittlung wie bereits im Eheschutzentscheid vom
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1. Dezember 2014 von der einstufigen Methode auszugehen und es seien die Be-
rechnungselemente zu aktualisieren. Trotz des rechtskräftigen Teilentscheides im
Scheidungspunkt sei nach wie vor vom ehelichen Lebensstandard gemäss
Art. 163 ZGB auszugehen (act. 3/1 E. III.4.5.1-3). Der Kläger ist mit der Aktualisie-
rung des Bedarfs der Beklagten und C._s einverstanden und bestreitet auch
die Anwendbarkeit der einstufigen Methode nicht. Seiner Ansicht nach ist aller-
dings zu berücksichtigen, dass die Parteien geschieden wurden. Dies führe dazu,
dass der Unterhalt gestützt auf die Grundsätze von Art. 125 ZGB zu berechnen
sei. Dabei müsse von den vorehelichen Verhältnissen ausgegangen werden, zu-
mal die Ehe der Parteien nicht lebensprägend gewesen sei. Selbst wenn von der
Massgeblichkeit des ehelichen Lebensstandards ausgegangen würde, müsste
sich der Bedarf der Beklagten auf vernünftigem Niveau bewegen (act. 2 S. 21 ff.;
ferner act. 30 S. 7 ff.). Die Beklagte verneint demgegenüber eine Auswirkung der
Scheidung, sie habe Anspruch auf Fortführung des ehelichen Standards. Ohnehin
habe bereits das Eheschutzgericht die Grundsätze von Art. 125 ZGB angewandt.
Die Ehe sei im Übrigen lebensprägend gewesen. Sie müsse ihren Bedarf auch
nicht auf ein "vernünftiges Mass" reduzieren (act. 25 Rz 9 ff.).
5.3. Die Ausführungen des Klägers zur Berücksichtigung der Scheidung und
deren Auswirkungen gehen schon deshalb an der Sache vorbei, weil es sich vor-
liegend um eine Abänderung und nicht eine erstmalige Festlegung von Unter-
haltsbeiträgen handelt. Es ist also von der im abzuändernden Entscheid als mas-
sgeblich erachteten Lebenshaltung – dem ehelichen Lebensstandard – auszuge-
hen. Der Unterhaltsbeitrag wurde vom Eheschutzgericht gestützt auf Art. 163
ZGB festgesetzt, wobei, wie die Beklagte richtig ausführt, auch bereits die Krite-
rien von Art. 125 ZGB miteinbezogen wurden (vgl. act. 32/151 E. VI.1.1, VI.3.3.2).
Im erstinstanzlichen Verfahren hatte der Kläger die am 14. Mai 2018 erfolg-
te Scheidung der Parteien auch als Abänderungsgrund angeführt. Die Vorinstanz
verneinte dies (act. 3/1 E. III. 3), was der Kläger zu Recht nicht anficht (vgl. Fam-
Pra.ch 2007, 944 ff. = OGer ZH LC060114 vom 27. April 2007; BK ZPO-Spycher,
Art. 276 N 22; FamKomm Scheidung/Leuenberger, Band II, 3. Aufl. 2017, Art. 276
N 13; a.M. lediglich ZK ZPO-Sutter-Somm/Stanischewski, 3. Aufl. 2016, Art. 276
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/c8ca2379-1610-4180-8156-83444369a39d/citeddoc/c206c323-2b81-456e-8081-fa472321c414/source/document-link https://www.swisslex.ch/doc/unknown/c8ca2379-1610-4180-8156-83444369a39d/citeddoc/c206c323-2b81-456e-8081-fa472321c414/source/document-link
- 63 -
N 40, allerdings ohne Begründung und auf eine veraltete Kommentarstelle ge-
stützt). Das Bundesgericht sprach die Scheidung aufgrund des Rechts des Klä-
gers auf Ehe (Wiederheirat seiner früheren Ehefrau) aus. Es lässt sich dem fragli-
chen Entscheid nicht entnehmen, dass für vorsorgliche Massnahmen oder deren
Abänderung während des noch andauernden Verfahrens über die Scheidungsfol-
gen andere Grundsätze als vor der Scheidung gelten sollten (vgl. act. 6/285; vgl.
auch act. 2 S. 23 f.). Angesichts der Umstände – insbesondere, dass der Kläger
die Scheidung mit der gewünschten Wiederheirat seiner ersten Ehefrau begrün-
dete, welche bis jetzt aber nicht erfolgt ist (vgl. act. 3/1 E. IIII.3.3; act. 2 S. 8) – er-
schiene ein anderes Ergebnis auch als stossend. Auch in der Botschaft zum neu-
en Scheidungsrecht wird klargestellt, die Bemessung von Unterhaltsbeiträgen im
Rahmen vorsorglicher Massnahmen nach einem Teilurteil zum Scheidungspunkt
richte sich weiterhin nach Art. 163 ZGB und nicht nach Art. 125 ZGB (BBl 1996 I
1, S. 137). Es ist folglich irrelevant, ob die Ehe der Parteien lebensprägend war,
und die vorehelichen Verhältnisse sind nicht von Bedeutung. Dass die Vorinstanz
die vom Kläger hierzu offerierten Beweismittel nicht abnahm, wie er rügt (vgl.
act. 2 S. 26 f.), ist unter diesen Voraussetzungen nicht zu beanstanden.
5.4. Wenn der Kläger ferner meint, die Beklagte müsse ihre Ausgaben auf ein
vernünftiges Mass reduzieren, so übersieht er erneut, dass bei einer Abänderung
der Unterhalt nicht vollständig neu festgesetzt wird. Vielmehr muss sich der zu ak-
tualisierende Unterhalt an den im abzuändernden Entscheid getroffenen Wertun-
gen orientieren. Dabei ist nicht relevant, ob diese im aktuellen Zeitpunkt als an-
gemessen erscheinen.
5.5. Die Vorinstanz ermittelte den aktualisierten Bedarf der Beklagten und
C._s ausgehend von den im in diesem Punkt weiterhin massgeblichen Ehe-
schutzentscheid vom 1. Dezember 2014 festgehaltenen Positionen, wobei sie das
neue Kindesunterhaltsrecht berücksichtigte und die Bedarfspositionen für die Be-
klagte und C._ neu separat auswies. Bei Beträgen, welche beide betreffen,
nahm die Vorinstanz in der Regel eine Aufteilung von 1/3 zu 2/3 vor. Ferner er-
gänzte sie den Bedarf von C._ der Lebensstellung der Parteien und den ak-
tuellen Bedürfnissen von C._ entsprechend. Zu den vom Kläger beanstande-
- 64 -
ten Bedarfspositionen erwog sie zusammengefasst, der Kläger unterlasse es, die
von ihm geltend gemachte Reduktion einzelner Positionen glaubhaft zu machen,
während dem die Beklagte glaubhaft erkläre, ihre Bedarfspositionen würden sich
nach wie vor in der gleichen Grössenordnung wie früher bewegen. Ein Betreu-
ungsunterhalt sei ferner nicht geschuldet, da die Beklagte die entsprechenden
Lebenshaltungskosten decken könne. Der von der Vorinstanz festgestellte Bedarf
präsentiert sich – für die hier alleine interessierende Phase ab dem Eintritt
C._s in die I. Sekundarstufe – wie folgt (act. 3/1 E. III.4.5.3-4 und E. III.4.5.6):
Beklagte C._
Grundbetrag Fr. 1'606.– Fr. 714.–
Neue Anschaffungen Fr. 270.– Fr. 130.–
Wohnkosten inkl. Nebenkosten Fr. 0.– Fr. 0.–
Gesundheitskosten Fr. 1'740.60 Fr. 280.–
Versicherungskosten Fr. 638.– Fr. 0.–
Kommunikationskosten Fr. 284.– Fr. 0.–
Radio-/TV-Gebühren (Serafe) Fr. 30.– Fr. 0.–
Fremdbetreuungskosten Fr. 0.– Fr. 3'340.–
Mobilitätskosten Fr. 629.– Fr. 0.–
Verpflegung Fr. 800.– Fr. 200.–
Wäscherei/Chemische Reinigung Fr. 60.– Fr. 0.–
Kosten für Haushälterin Fr. 3'200.– Fr. 0.–
Kosten für "Babysitter" ausserhalb der Erwerbszeit
Fr. 0.– Fr. 200.–
Kultur Fr. 304.50 Fr. 0.–
Freizeit/diverse Interessen/Soziales Fr. 785.– Fr. 261.–
- 65 -
Bekleidung Fr. 2'084.– Fr. 400.–
Ferien/Ferienwohnung Fr. 1'266.– Fr. 634.–
Steuern Fr. 4'800.– Fr. 0.–
Steuerberatungskosten Fr. 333.– Fr. 0.–
Total Bedarf Fr. 18'830.10 Fr. 6'159.–
5.6. Die Anwendbarkeit des neuen Kindesunterhaltsrechts, das separate Aus-
weisen des Bedarfs der Beklagen und von C._ sowie die Aufteilung von bei-
den betreffende Beträge, ferner die vorinstanzliche Feststellung, es sei vorliegend
kein Betreuungsunterhalt geschuldet, wird von den Parteien nicht bestritten. Auch
bleiben diverse Bedarfspositionen unbestritten (vgl. act. 2 S. 32 ff.). Der Kläger ist
aber der Ansicht, es habe nicht an ihm gelegen, die Reduktion des Unterhaltsbei-
trages glaubhaft zu machen, vielmehr hätte die Beklagte die einzelnen Positionen
im Detail substantiieren, beziffern und auch belegen müssen. Sofern sie dem
nicht hinreichend nachgekommen sei, hätte die Vorinstanz von den vom Kläger
anerkannten Beträgen ausgehen müssen (act. 2 S. 27 ff.). Die Beklagte hält das
Vorgehen der Vorinstanz für richtig. Es dürfe keine Neubewertung der einzelnen
Positionen, sondern bloss eine sich an den Wertungen des abzuändernden Ent-
scheides orientierende Anpassung an die aktuellen Verhältnisse vorgenommen
werden (act. 25 Rz 14.1 f., 14.4).
5.7. Ausgangspunkt für die Aktualisierung des Bedarfs sind die Zahlen und
Wertungen des abzuändernden Entscheides. Wie es sich bei der Aktualisierung
der einzelnen Positionen mit der Behauptungs- und Beweislast genau verhält,
kann hier offen bleiben: Wie sogleich aufzuzeigen ist, bringt der Kläger bei den
von ihm beanstandeten Positionen entweder gar nicht vor, die aktuellen Kosten
seien tiefer, oder eine entsprechende Behauptung ist aus anderen Gründen un-
beachtlich oder nicht ausschlaggebend. Im Einzelnen verhält es sich wie folgt:
- 66 -
5.7.1. Gesundheitskosten
Der Kläger hält die Gesundheitskosten der Beklagten für übertrieben und
verlangt von der Beklagten, diese auf ein nachvollziehbares Niveau von Fr. 550.–
pro Monat zu senken (act. 2 S. 34 f.). Damit strebt der Kläger nicht ein Anpassung
der Gesundheitskosten an das effektive aktuelle Niveau an, sondern eine Neube-
urteilung, was im Rahmen des Abänderungsverfahrens unzulässig ist (vgl. auch
act. 3/1 E. III.4.5.3; act. 25 Rz 14.5.2). Es geht weder darum, was der Kläger heu-
te als angemessen empfindet, noch darum, ob das Eheschutzgericht damals den
Betrag korrekt ermittelte. Wenn der Kläger der Beklagten sodann vorwirft, sie ha-
be in der persönlichen Befragung durch die Vorinstanz keine Detailangaben zu
den Gesundheitskosten gemacht (act. 2 S. 35), bestreitet er damit zwar sinnge-
mäss, die Gesundheitskosten der Beklagten beliefen sich aktuell noch auf
Fr. 1'740.60. Dies tut der Kläger in der Berufung jedoch erstmals – im erstinstanz-
lichen Verfahren hatte er lediglich vorgebracht, die fraglichen Kosten seien nicht
angemessen und daher zu senken (vgl. act. 6/288 S. 25; act. 6/394 S. 47 f.). Da
der Kläger weder darlegt noch ersichtlich ist, weshalb er die fraglichen Tatsa-
chenvorbringen nicht bereits vor Vorinstanz vorbringen konnte, und es keine Kin-
derbelange betrifft, handelt es sich dabei um ein im Sinne von Art. 317 Abs. 1
ZPO unzulässiges und damit unbeachtliches Novum. Es bleibt daher beim von
der Vorinstanz aus dem Eheschutzentscheid vom 1. Dezember 2014 übernom-
menen (vgl. act. 3/1 E. III.4.5.6) und gestützt auf die Ausführung der Beklagten,
sie gebe diesen Betrag immer noch aus (vgl. Prot. VI S. 326), immer noch als ak-
tuell geltenden Betrag. C._s Gesundheitskosten anerkennt der Kläger im Üb-
rigen (act. 2 S. 35).
5.7.2. Fremdbetreuungskosten
Mit Verweis auf seine Ausführungen im Zusammenhang mit der Erwerbstä-
tigkeit der Beklagten bestreitet der Kläger das Anfallen dieser Kosten (act. 2
S. 35). Es kann diesbezüglich auf die obigen Ausführungen verwiesen werden;
es ist von Kosten von Fr. 1'290.– auszugehen (vgl. E. IV.3).
- 67 -
5.7.3. Mobilitätskosten und Verpflegung
Gemäss dem Kläger sind die von der Vorinstanz gestützt auf das Ehe-
schutzurteil angerechneten Kosten von Fr. 629.– für die Mobilität und gesamthaft
Fr. 1'000.– für auswärtige Verpflegung (act. 3/1 E. III.4.5.6) auf die seiner Ansicht
nach angemessenen Beträge von jeweils Fr. 300.– monatlich zu senken (act. 2
S. 35). Dabei würde es sich jedoch nicht um eine Aktualisierung bzw. Anpassun-
gen an die aktuellen Kosten, sondern um eine unzulässige Neubeurteilung han-
deln (vgl. auch act. 25 Rz 14.5.4-5), sodass es bei den von der Vorinstanz festge-
stellten Beträgen zu bleiben hat.
5.7.4. Haushälterin
Ausgehend vom nach Ansicht des Klägers heute massgeblichen nachehe-
lichen Bedarf findet der Kläger, eine Haushälterin mit einem Pensum von 80 % sei
nicht mehr angemessen. Wenn die Beklagte 60 % arbeitstätig sei, habe sie im
Umfang von 40 % Zeit, um den Haushalt zu führen und C._ zu betreuen, so-
dass Fr. 1'500.– ausreichen würden (act. 2 S. 36). Auch damit verlangt er eine
unzulässige Neubeurteilung. Wenn im Eheschutzentscheid davon ausgegangen
wurde, eine Haushälterin mit einem Pensum von 80 % entspreche dem ehelichen
Lebensstandard (vgl. act. 32/151 E. VI.4.1.4; act. 3/1 E. III.4.5.6), hat die Beklagte
auch heute Anspruch darauf, und zwar unabhängig davon, ob sie berufstätig ist
oder nicht (vgl. auch act. 3/1 E. III.4.5.3; act. 25 Rz 14.5.6).
5.7.5. Kinderbetreuungskosten
Die Vorinstanz reduzierte die im Eheschutzurteil gesamthaft festgelegten
Fr. 1'000.– für Kinderbetreuungskosten ausserhalb der Erwerbzeit auf Fr. 200.–
mit der Begründung, die Beklagte sei zu 80 % erwerbstätig und es seien dafür be-
reits Fremdbetreuungskosten angerechnet worden, sodass die zusätzlichen Kin-
derbetreuungskosten auf 20 % zu reduzieren seien (act. 3/1 E. III.4.5.6). Demge-
genüber will der Kläger die ursprünglichen Fr. 1'000.– anrechnen lassen, aller-
dings unter der Voraussetzung, dass damit auch allfällige aufgrund der Arbeitstä-
tigkeit der Beklagten anfallende Fremdbetreuungskosten C._s abgedeckt
- 68 -
werden (act. 2 S. 36). Die Beklagte ist der Ansicht, Fr. 1'000.– seien zusätzlich zu
den durch ihre Erwerbstätigkeit verursachten Betreuungskosten anzurechnen
(vgl. act. 25 Rz 6.1). Wie bereits ausgeführt, fallen die Kinderbetreuungskosten
unter diesem Titel zusätzlich zu den wegen der Berufstätigkeit der Beklagten an-
fallenden Fremdbetreuungskosten an (vgl. E. IV.3.6.1). Weshalb die Beklagte nun
nicht mehr den ihr im Eheschutzentscheid gewährten Anspruch auf Zeit für sich
selbst, in der sie C._ nicht betreuen muss, haben können soll, ist nicht er-
sichtlich. Es ist nach wie vor von Fr. 1'000.– auszugehen.
5.7.6. Kultur
Der Kläger rügt, die Vorinstanz habe auf den im Eheschutzentscheid auf-
geführten Betrag abgestellt, obwohl dieser grösstenteils aus einem Opernabon-
nement bestehe, dessen Weiterexistenz die Beklagte in ihrer persönlichen Befra-
gung gerade nicht bestätigt habe. Weil die Beklagte das Abonnement nicht er-
neuert habe, seien ihr lediglich noch Fr. 62.50 als angemessenen Betrag anzu-
rechnen (act. 2 S. 32, 36 f.). Die Beklagte entgegnet, nach wie vor über das
Opernhausabonnement zu verfügen, die entsprechenden Kosten könnten nicht
aus ihrem Bedarf gestrichen werden (act. 25 Rz 14.2).
Im erstinstanzlichen Verfahren hatte der Kläger vorgebracht, Fr. 62.50 sei-
en unter der Position Kultur angemessen (act. 6/394 S. 46), die Beklagte habe
das Opernabonnement lediglich aus Prestigegründen, weshalb dieses aus dem
aktuellen Bedarf zu streichen sei (act. 6/394 S. 49). Der Kläger bestreitet die Exis-
tenz des Opernhausabonnements folglich erstmals in der Berufung, was im Sinne
von Art. 317 Abs. 1 ZPO unbeachtlich zu bleiben hat. Da die Beklagte vor Vor-
instanz nicht erklärte, das Abonnement nicht erneuert zu haben (vgl. Prot. VI
S. 327), ist davon auszugehen, die entsprechenden Kosten würden nach wie vor
anfallen. Was der Kläger heute als angemessen empfindet, ist sodann wie bereits
mehrfach gesagt unerheblich, zumal es nicht um eine Neubeurteilung geht. Aus-
zugehen ist mithin vom im Eheschutzentscheid als relevant erachteten Betrag
(vgl. act. 32/151 E. VI.4.1.11; act. 3/1 E. III.4.5.6).
- 69 -
5.7.7. Freizeit/diverse Interessen/Soziales
Der Kläger findet, es seien Beträge von Fr. 533.– für die Beklagte und
Fr. 267.– für C._ angemessen. So seien die Kosten für auswärtiges Essen
bereits separat berücksichtigt worden, für Geschenke seien Fr. 100.– ausreichend
und auch die Kosten für Bücher und Zeitschriften seien zu reduzieren, zumal die
Beklagte neben ihrer Arbeit gar keine Zeit mehr habe, so viel zu lesen (act. 2
S. 37). Die Beklagte erklärt, sie benötige die von der Vorinstanz berücksichtigten
Beträge weiterhin (act. 25 Rz 14.5.8). Korrekt ist, dass der Betrag für auswärtiges
Essen bereits separat aufgelistet wurde (vgl. E. IV.3.7, IV.5.7.3). Entsprechend
berücksichtigte die Vorinstanz diesen Betrag denn auch nicht unter diesem Titel.
Vielmehr ging sie von den im Eheschutzentscheid berücksichtigten Beträgen aus
und rechnete C._ 1/3 dieser Kosten an (vgl. act. 32/151 E. VI.4.1.14; act. 3/1
E. 4.5.6). Entgegen dem Kläger sind diese Zahlen nicht dahingehend zu beurtei-
len, ob sie angemessen sind. Da der Kläger die neu vorgenommene Anrechnung
eines Betrages für C._ nicht bestreitet, bleibt es bei den von der Vorinstanz
ermittelten Zahlen.
5.7.8. Bekleidung
Nach Ansicht des Klägers seien die luxuriösen Ausgaben auf ein vernünfti-
ges Mass von Fr. 700.– zurückzuführen (act. 2 S. 37), was die Beklagte bestreitet,
weil die angerechneten Kosten immer noch anfielen (act. 25 Rz 14.5.9). Dem
Kläger ist aus den bereits wiederholt dargelegten Gründen auch in diesem Punkt
nicht zuzustimmen, und es ist daher von der im Eheschutzentscheid als massge-
blich erachteten Lebenshaltung auszugehen. Die Vorinstanz hat folglich korrekt
die entsprechenden Kosten von Fr. 2'084.– angerechnet (vgl. act. 32/151
E. VI.4.1.13 und act. 3/1 E. 4.5.6).
5.7.9. Ferien
Der Kläger hält Fr. 600.– monatlich für angemessen, weil die im Ehe-
schutzentscheid angerechneten Kosten der aktuellen Situation der Beklagten und
C._s und dem Gebot der Vernunft nicht entsprächen. Mit kleinen Kindern
- 70 -
würden keine Luxusfernreisen gemacht, die Beklagte habe auch bestätigt, sie
mache in Europa Ferien. Im Übrigen habe sich die Beklagte geweigert, Detailan-
gaben zu den Ferien zu machen (act. 2 S. 38). Gemäss der Beklagten bewegen
sich die Reisekosten immer noch in derselben Grössenordnung, auch wenn sie
mit C._ keine Langstreckenflüge mache. Der Kläger rüge die im Ehe-
schutzentscheid getroffene Wertentscheidung, was nicht stichhaltig sei. Die fragli-
chen Kosten würden zum ehelichen Lebensstandard gehören (act. 25
Rz 14.5.10).
Die Vorinstanz teilte die im Entscheid des Obergerichts Zürich vom
18. August 2015 angerechneten Kosten von Fr. 1'900.– (act. 32/155A/2
E. II.B.5.1) zu 2/3 auf die Beklagte und zu 1/3 auf C._ auf (act. 3/1
E. III.4.5.6). Der Betrag von Fr. 1'900.– basiert auf den während des Zusammen-
lebens in den Jahren 2009 bis 2012 verbrachten Ferien und schliesst auch Fern-
reisen mit ein. Es handelt sich um die Ferienkosten für die Beklagte alleine, Feri-
enkosten für C._ konnten aus prozessualen Gründen nicht angerechnet wer-
den (act. 32/155A/2 E. II.B.5.1.4.4-5). Folglich war das Eheschutzgericht davon
ausgegangen, auch Fernreisen umfassende Auslagen würden zum ehelichen
Standard gehören (vgl. auch act. 3/1 E. III.4.5.3), und zwar auch nach der Geburt
C._s im Jahr 2011. Sollte die Behauptung des Klägers zutreffen, die Beklag-
te habe aufgrund von C._ tiefere Reisekosten als vor der Geburt, wären die
im Eheschutzentscheid veranschlagten Kosten folglich zu hoch. Ein solcher Feh-
ler im abzuändernden Entscheid könnte hier aber nicht mehr korrigiert werden, es
ist von den damaligen Wertentscheiden auszugehen. Ohnehin ist aber davon
auszugehen, angesichts des Alters von C._ im vorliegend interessierenden
Zeitraum ab ihrem Eintritt in die I. Sekundarstufe würden Kosten für Fernreisen
anfallen. Selbst wenn dem nicht so sein sollte, ist glaubhaft, dass bei Reisen in
Europa ebenso viel ausgegeben werden kann wie in entfernten Ländern (vgl.
Prot. VI S. 328 f.) mit einem im Vergleich zu Europa tieferen Preisniveau.
Schliesslich ist der der Beklagten angerechnete Betrag ohnehin tiefer als im Ehe-
schutzentscheid, wurde ein Teil davon nun C._ angerechnet. Da die Beklag-
te dagegen aber keine Einwände erhebt, kann es dabei bleiben.
- 71 -
5.7.10.Steuerberatung
Der Kläger hält es für überflüssig, der Beklagten einen entsprechenden Be-
trag anzurechnen, weil die Steuererklärung der Beklagten sehr einfach auszufül-
len sei (act. 2 S. 38 f.). Darum geht es aber nicht; im Eheschutzentscheid wurden
entsprechende Auslagen unabhängig von der Schwierigkeit der Steuerverhältnis-
se der Beklagten als zum ehelichen Standard gehörend beurteilt und entspre-
chend von der Vorinstanz korrekt angerechnet (vgl. act. 32/151 E. VI.4.1.9;
act. 3/1 E. III.4.5.6; vgl. auch act. 25 Rz 14.5.11).
5.7.11.Steuern
Zu dieser Position bringt der Kläger vor, aus einem reduzierten Bedarf
würden tiefere Steuern resultieren (act. 2 S. 38). Dies ist zwar insofern unzutref-
fend, als die Steuern nicht direkt vom Bedarf, sondern vom zu versteuernden Ein-
kommen beeinflusst werden. Da ein veränderter Bedarf der Beklagten sowie ein
Einkommen sich aber in einem veränderten Unterhaltsbeitrag niederschlägt, sind
die mutmasslich bei der Beklagten anfallenden Steuern tatsächlich neu zu be-
rechnen.
Auszugehen ist dabei vom hypothetischen Einkommen der Beklagten von
Fr. 5'739.– sowie ihrem Bedarf ohne Steuern von Fr. 14'030.10. Daraus würde ein
Unterhaltsbeitrag von Fr. 8'291.– resultieren. Für C._ resultiert ein Bedarf
von Fr. 4'909.– und nach Abzug der Kinderzulagen von Fr. 250.– (vgl. act. 3/1
E. III.4.5.6) ein Unterhaltsbeitrag von Fr. 4'659.–. Folglich würde sich das zu ver-
steuernde Einkommen der Beklagten auf Fr. 18'689.– belaufen (Fr. 5'739.– +
Fr. 8'291.– + Fr. 4'659.–), entsprechend Fr. 224'268.– jährlich. Für die Steuerbe-
rechnung mit dem kantonalen Steuerrechner des Steueramtes des Kantons Zü-
rich ist gestützt auf das Urteil des Obergerichts Zürich vom 18. August 2015 da-
von auszugehen, die Beklagte bezahle keine Kirchensteuer, versteuere ein Ver-
mögen von Fr. 0.– und die Abzüge für Beiträge an die Säule 3a, die Krankenkas-
senprämien und den Kinderabzug würden sich auf Fr. 20'000.– belaufen (vgl.
act. 32/155A/2 E. II.B.5.2.2). Das steuerbare Einkommen würde damit
Fr. 204'268.– betragen. Daraus ergibt sich ein Steuerbetrag von Fr. 31'523.– für
- 72 -
die Staats- und Gemeindesteuern und Fr. 2'622.– für die direkte Bundessteuer.
Werden diese Beträge zum Unterhaltsbeitrag hinzugeschlagen, beläuft sich das
steuerbare Einkommen folglich auf Fr. 238'413.–. Gestützt darauf ist die Steuer-
berechnung erneut vorzunehmen. Bei äusserst günstigen finanziellen Verhältnis-
sen wie hier wirkt sich das durch das Hinzurechnen des monatlichen Steuerbetra-
ges zum Bedarf erhöhte Einkommen aus den Unterhaltsbeiträgen in nicht ver-
nachlässigbarer Weise auf den zu bezahlenden Steuerbetrag aus. Wird diese Be-
rechnung mehrfach durchgeführt, pendelt sich der Steuerbetrag für die Staats-
und Gemeindesteuern ein bei Fr. 3'512.– monatlich sowie bei Fr. 318.– monatlich
für die direkte Bundessteuer. Gesamthaft belaufen sich die Steuern damit auf
Fr. 3'830.– monatlich.
5.8. Der Bedarf der Beklagten beläuft sich folglich auf Fr. 17'860.– (Fr. 14'030.–
+ Fr. 3'830.–), derjenige C._s auf Fr. 4'909.–.
6. Fazit
Unter Berücksichtigung des hypothetischen Einkommens der Beklagten
von Fr. 5'739.– und ihres Bedarfs von Fr. 17'860.– sowie von Kinderzulagen von
Fr. 250.– und des Bedarfs von C._ von Fr. 4'909.– ergeben sich Unterhalts-
beiträge von Fr. 12'121.– für die Beklagte persönlich und von Fr. 4'659.– für
C._. Der Beginn der Änderung ist auf den Übertritt C._s in die
I. Sekundarstufe zu terminieren, nicht auf ihr 12. Altersjahr. Dispositiv-Ziffer 2 des
angefochtenen Entscheides ist insofern aufzuheben und zu korrigieren. Disposi-
tiv-Ziffer 1 des angefochtenen Entscheides ist aufzuheben und das Gesuch des
Klägers abzuweisen. Die Berufungen beider Parteien sind insofern teilweise gut-
zuheissen.
V. (Kosten- und Entschädigungsfolgen)
1. Kosten- und Entschädigungsfolgen des erstinstanzlichen Verfahrens
1.1. Gemäss Art. 318 Abs. 3 ZPO entscheidet die Rechtsmittelinstanz auch
über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens, wenn sie einen neuen
- 73 -
Entscheid trifft. Die Vorinstanz hatte die Gerichtskosten für das erstinstanzlichen
Verfahren auf Fr. 7'000.– festgesetzt und sie in Anwendung von Art. 106 Abs. 2
ZPO und Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO zu einem Viertel dem Kläger und zu drei Vier-
teln der Beklagten auferlegt. Begründet wurde dies damit, den Begehren des Klä-
gers sei teilweise stattgegeben worden, während die Anträge der Beklagten
grösstenteils abgewiesen worden seien. Weiter wurde die Beklagte dazu ver-
pflichtet, dem Kläger eine reduzierte Prozessentschädigung von Fr. 6'000.– (in-
klusive Mehrwertsteuer) zu bezahlen (act. 3/1 E. VI).
1.2. Der Kläger rügt die Höhe dieser Prozesskosten nicht und findet auch die
Verteilung richtig. Die Vorinstanz habe dabei Ermessen ausgeübt, in welches die
Rechtsmittelinstanz nicht eingreifen dürfe (act. 23 S. 31 f.). Demgegenüber ist die
Beklagte der Ansicht, die Verteilung der Prozesskosten sei angesichts des Ver-
fahrensausgangs nicht korrekt, wobei sie zum Nachweis ihres Standpunktes eine
komplexe Berechnung aufstellt (act. 19/2 Rz 22 ff.). Auf letztere braucht nicht im
Detail eingegangen zu werden, wird der vorinstanzliche Entscheid und damit auch
das gemäss Art. 106 Abs. 2 ZPO relevante Verhältnis von Obsiegen und Unter-
liegen mit dem vorliegenden Entscheid doch verändert. Recht zu geben ist der
Beklagten dahingehend, dass das von der Vorinstanz ermittelte Verhältnis von
Obsiegen und Unterliegen nicht korrekt ist. So liess die Vorinstanz ausser Acht,
dass der Kläger mit seinen Anträgen zur Abänderung der geltenden Betreuungs-
regelung vollständig unterlag, was bedeutet, dass die Beklagte diesbezüglich ob-
siegte. Auch hätte die Vorinstanz berücksichtigen müssen, dass die Unterhalts-
beiträge zwar abzuändern waren, allerdings nicht so stark, wie der Kläger dies
beantragt hatte, was zu einem überwiegenden Unterliegen des Klägers führte.
Schliesslich erscheinen die von der Beklagten gestellten Anträge, hinsichtlich
welcher sie grösstenteils unterlagen, im Vergleich zu den vom Kläger gestellten
Anträgen lediglich als untergeordnet, weshalb das diesbezügliche Verhältnis von
Obsiegen und Unterliegen weniger stark zu gewichten ist als dasjenige betreffend
die Anträge zum Besuchsrecht und zum Unterhalt (vgl. auch act. 19/2 Rz 29).
1.3. Zu berücksichtigen ist weiter, dass im Rechtsmittelverfahren zwar das vor-
instanzliche Ergebnis betreffend die Begehren zur Betreuungsregelung bestätigt
- 74 -
wurde, jedoch andere Unterhaltsbeiträge festgesetzt werden. Der Kläger unter-
liegt dabei in der Phase bis zum Eintritt C._s in die I. Sekundarstufe, welcher
mutmasslich im Sommer 2024 stattfinden wird, vollständig. In der nächsten Phase
– von der anzunehmen ist, sie werde nicht länger als bis zum 16. Altersjahr
C._s und damit rund dreieinhalb Jahre dauern – obsiegt er hinsichtlich des
Unterhaltsbeitrages von C._ mehrheitlich, hinsichtlich des Unterhaltsbeitra-
ges der Beklagten unterliegt er jedoch angesichts dessen Betrages zu rund 2/3.
Die von der Beklagten bei der Vorinstanz gestellten Anträge waren im Berufungs-
verfahren nicht Thema, sodass es beim vorinstanzlichen Ergebnis bleibt. Ge-
samthaft betrachtet ist von einem Unterliegen des Klägers im Umfang von 3/4
auszugehen, während dem die Beklagte zu 1/4 unterliegt. Die Prozesskosten sind
entsprechend zu verteilen.
1.4. Zu beachten ist dabei, dass die Kammer in ihrem Rückweisungsentscheid
vom 26. September 2018 die zweitinstanzliche Entscheidgebühr auf Fr. 10'000.–
und die zweitinstanzliche Parteientschädigung auf Fr. 16'050.– inklusive Mehr-
wertsteuer festsetzte. Die Regelung dieser Prozesskosten wurde dem neuen Ent-
scheid der Vorinstanz vorbehalten (act. 6/346 Dispositiv-Ziffern 2-4). Die Vor-
instanz unterliess dies jedoch, worauf beide Parteien hinweisen (act. 2 S. 69;
act. 25 Rz 45.1). Die fraglichen Kosten sind daher noch zu verteilen. Was das
Verhältnis der Verteilung betrifft, so ist der Kläger der Ansicht, die Beklagte habe
diese Kosten vollumfänglich zu tragen bzw. müsse dem Kläger eine vollumfängli-
che Parteientschädigung ausrichten (act. 2 S. 69), während die Beklagte findet,
die Kosten seien nach dem Ausgang des erstinstanzlichen Verfahrens zu verle-
gen (act. 25 Rz 45.2 ff.). Wie die Beklagte richtig ausführt, hätte die Kammer die
Kostenfolge im Entscheid vom 26. September 2018 direkt geregelt, wenn sie auf
das Unterliegen oder Obsiegen im Verfahren LY180029 hätte abstellen wollen
(vgl. act. 25 Rz 45.2). Die Begründung des Klägers, die Beklagte sei in jenem
Entscheid unterlegen (vgl. act. 2 S. 69), verfängt damit nicht. Dem Entscheid, die
Kosten im Urteil vom 26. September 2018 nicht zu verteilen, lag die Überlegung
zugrunde, die fraglichen Kosten sollten nach dem definitiven Ausgang des erstin-
stanzlichen Verfahrens verlegt werden. Massgeblich ist somit das selbe Verhältnis
wie für die Verteilung der von der Vorinstanz festgelegten Kosten.
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1.5. Die zu verteilende Gerichtsgebühr für das erstinstanzliche Verfahren be-
läuft sich auf Fr. 17'000.– (Fr. 7'000.– + Fr. 10'000.–). Der Beklagten sind davon
1/4 und dem Kläger 3/4 aufzuerlegen. Die volle Parteientschädigung der Vor-
instanz inklusive Mehrwertsteuer hätte sich auf Fr. 12'000.– belaufen (bei einem
Verhältnis des Unterliegens von 1/4 zu 3/4 entspricht die zugesprochene Partei-
entschädigung von Fr. 6'000.– 1/2 der vollen Parteientschädigung). Insgesamt be-
läuft sich die zu verlegende Parteientschädigung inklusive Mehrwertsteuer folglich
auf Fr. 28'050.– (Fr. 12'000.– + Fr. 16'050.–). Die Beklagte hätte damit Anspruch
auf eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 14'025.–. Weil sie aber nur
Fr. 12'000.– verlangt und die Parteientschädigung dem Dispositionsgrundsatz un-
tersteht, ist der Kläger zu verpflichten, ihr eine Parteientschädigung von
Fr. 12'000.– auszurichten.
2. Kosten- und Entschädigungsfolgen des zweitinstanzlichen Verfahrens
2.1. Für das zweitinstanzliche Verfahren rechtfertigt sich in Anwendung von § 5
Abs. 1 i.V.m. § 6 Abs. 1 und 2 lit. b sowie § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG eine Ent-
scheidgebühr von Fr. 12'000.–. Wie schon vor Vorinstanz unterliegt der Kläger mit
seinen Anträgen zum Besuchsrecht vollständig. Beim Unterhalt sind grundsätzlich
dieselben Überlegungen wie beim vorinstanzlichen Ergebnis anzustellen. Im Ge-
gensatz dazu unterliegt der Kläger allerdings auch bezüglich C._s Unterhalt.
Hinsichtlich der Anträge zur vorinstanzlichen Kostenverteilung, welche allerdings
im Vergleich zu den beiden hauptsächlichen Themenbereichen Unterhalt und Be-
suchsrecht als bloss nebensächlich erscheinen, unterliegt der Kläger mehrheitlich.
Insgesamt unterliegt der Klägers somit grösstenteils, weshalb es sich rechtfertigt,
ihm die Kosten in Anwendung von Art. 106 Abs. 2 ZPO zu 9/10 aufzuerlegen und
der Beklagten zu 1/10.
2.2. Der Beklagten ist sodann eine im Verhältnis des Unterliegens auf 4/5 redu-
zierte Parteientschädigung zuzusprechen. Eine volle Parteientschädigung würde
gestützt auf § 5 Abs. 1, § 6 Abs. 1 bis 3, § 11 Abs. 1 und 2 sowie § 13 Abs. 1 Anw
GebV Fr. 16'000.– zuzüglich Fr. 1'232.– (7.7 % Mehrwertsteuer), gesamthaft so-
mit Fr. 17'232.– betragen. Entsprechend ist der Kläger zu verpflichten, der Be-
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klagten eine reduzierte Parteientschädigung von gesamthaft Fr. 13'786.–
(Fr. 17'232.– / 5 x 4) zu bezahlen.