Decision ID: 94fadc9b-972b-4300-a7d6-ee1daf374458
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1954, war seit Dezember 2017 als Chauffeur bei der
Y._
AG angestellt (Urk. 7/2 Ziff. 3), als er am 27. Februar 2018 neben einem Bus ausrutschte und sich dabei Verletzungen an der rechten Schulter, am Kopf rechts, am Becken sowie der Hüfte rechts zuzog (
vgl. Scha
denmeldung vom 12. September 2018, Urk. 7/2 Ziff. 4 und 9).
Mit Schreiben vom 22. November 2018 teilte die Suva mit, der Arbeitgeber des Versicherten weise aufgrund der vorliegenden Akten keine Suva-pflichtigen Merkmale auf und die Anstellung sei nicht nachgewiesen, weshalb für den Schadenfall vom 2
7.
Februar 2018 keine Versicherungsdeckung bestehe (Urk. 7/61). Auf Wunsch des Versi
cherten erliess die Suva am 3. Januar 2019 eine
einsprachefähige
Verfügung (Urk. 7/77, Urk. 7/84). Nachdem der Versicherte am 28. Januar 2019 Einsprache erhoben hatte (Urk. 7/98), nahm die Suva die Verfügung vom 3. Januar 2019 am 18. März 2019 vollumfänglich zurück (Urk. 7/109). Nach erfolgten medizinischen Abklärungen verneinte die Suva mit Verfügung vom 27. November 2019 eine Leistungspflicht (Urk. 7/133). Dagegen erhob der Versicherte am 8. Januar 2020 Einsprache (Urk. 7/135). In der Folge anerkannte die Suva mit Verfügung vom 30. Juli 2020 eine Leistungspflicht bis
und mit
1
3
. März 2018 (Urk. 7/155). Die dagegen am 8. September 2020 erhobene Einsprache (Urk. 7/158) wies die Suva mit
Einspracheentscheid
vom 25. September 2020 ab (Urk. 7/161 = Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 25. September 2020 (Urk. 2) erhob der Ver
sicherte am 28. Oktober 2020 Beschwerde und beantragte die weitere Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen, eventuell die Durchführung einer umfassenden medizinischen Abklärung (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1-2). Mit Beschwerdeantwort vom 11. November 2020 schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer am 19. November 2020 mitgeteilt wurde (Urk. 9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
UV170040
Gegenstand der Unfallversicherung, Leistungsübersicht
05.2021
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei den im Einzelnen in Abs. 2 aufgeführten Körperschädigungen, sofern
sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie An
spruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordent
lichen Rentenalters ereignet hat (
Art.
18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch ent
steht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dau
ernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Inte
grität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24
Abs. 1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natür
lichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse
Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesund
heits
schadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfall
fremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später ein
gestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozial
ver
sicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine
anspruchsaufhebende Tatsache handelt, liegt die entsprechende Beweislast
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spät
folgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesge
richts 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch dieser Zustand noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG Leistungen zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
1.4
UV170510
Beweiswert eines Arztberichts
01.2021
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das An
stel
lungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsin
ter
nen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte im angefochtenen
Einspracheentscheid
(Urk. 2) aus, der Beschwerdeführer habe weder anlässlich der Erstbehandlung noch in der Schadenmeldung Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) erwähnt,
so dass ein Kausalzusammenhang von vornherein nicht mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit als erstellt erscheine (S. 3 Ziff. 2). Gemäss den Ausführungen der Kreisärzte sei gestützt auf die bildgebenden Untersuchungen davon auszugehen, dass im Bereich der rechten Hüfte und der rechten Schulter keine nachweisbaren strukturellen Unfallfolgen vorgelegen hätten. Somit könne es sich bei den Kon
tusionsfolgen vom 27. Februar 2018 nur um ganz minime Unfallfolgen handeln, bei welchen davon auszugehen sei, dass sie spätestens innerhalb von zwei Wochen vollständig und ohne jegliche Residuen abgeheilt gewesen seien (S. 3 f. Ziff. 3.a). Diese Beurteilungen seien schlüssig, nachvollziehbar und überzeugend. Mit einer Begründung versehene abweichende ärztliche Beurteilungen seien nicht vorhanden. Eine gesundheitliche Schädigung gelte nicht schon dann als durch den Unfall verursacht, weil sie nach diesem aufgetreten sei (S. 4 Ziff. 3.b). Eine persönliche Untersuchung des Beschwerdeführers erscheine vorliegend nicht not
wendig, nachdem der Untersuchungsbefund in den Akten lückenlos vorhanden sei und sich die relevanten Fragen aufgrund der Akten vollumfänglich beant
worten liessen (S. 5 oben).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend (Urk. 1), bereits in der Schadenmeldung vom 12. September 2018 sei auf eine Verletzung an der rechten Schulter, am Becken rechts, der Hüfte rechts und dem rechten Kopf hingewiesen worden. Der unverzüglich nach dem Unfall aufgesuchte Hausarzt habe denn auch ein MRI der rechten Schulter, des Beckens sowie der rechten Hüfte in die Wege geleitet und ihn vollständig arbeitsunfähig geschrieben (S. 4 f.
Rz
7 und 9). Obwohl die Arbeitsunfähigkeit aus ärztlicher Sicht ausgewiesen gewesen sei, habe die Beschwerdegegnerin zeitnah keine medizinischen Abklärungen in die Wege geleitet. Erst am 18. November 2019 sei eine rückwirkende Aktenbeurteilung durch den Kreisarzt erfolgt (S. 5
Rz
11). Am 5. März 2013 sei er bereits einmal verunfallt und habe sich eine
Supraspinatusläsion
und eine aktivierte AC-Ge
lenksarthrose rechts zugezogen. Anlässlich der damaligen Untersuchung habe der Kreisarzt eine stark eingeschränkte Beweglichkeit des Schultergelenks festgestellt (S. 5
Rz
12). Durch das Unfallereignis vom 27. Februar 2018 sei es nicht lediglich zu einer leichten Kontusion an der rechten Schulter gekommen, sondern zu anhaltenden Beschwerden als Folge der heftigen Re-Traumatisierung der rechten Schulter (S. 6
Rz
13). Bei einer Re-Traumatisierung dauere der Heilungsverlauf in der Regel länger, da das Gewebe bereits geschädigt sei (S. 6
Rz
14). Durch das Trauma sei es
zudem
zu einer Verstärkung der Rückenbeschwerden gekommen, auch wenn die degenerativen Veränderungen an der LWS vorbestehend seien (S. 7 oben).
Gemäss den
bildgebenden Abklärungen
liege eine
Unfallkausalität
vor
. Die Befunde würden gegen einen degenerativ bedingten Labrumriss sprechen (S. 7
Rz
20). Dass es beim Unfall zu einem heftigen Schlag auf die Hüfte gekom
men sei, ergebe sich aus der Tatsache der diagnostizierten
Hüftabdukto
renirri
tation
(S. 8
Rz
21). Bei der Behauptung des Kreisarztes, das Ganglion sei ver
ant
wortlich für den Labrumriss, handle es sich um eine unbewiesene Hypothese (S. 8
Rz
22). Da auf
seinen
Bericht nicht abgestellt werden könne, dränge sich eine umfassende medizinische Abklärung mit persönlicher Befragung auf (S. 9
Rz
28).
2.3
Strittig und zu prüfen ist damit, ob für die vom Beschwerdeführer geklagten
anhaltenden
Beschwerden eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin besteht.
3.
3.
1
Nach der Erstbehandlung am Unfalltag vermerkte der Hausarzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
am 27. Februar 2018,
der Beschwer
de
führer sei während der Arbeit gestolpert und habe sich beim Sturz Kontusionen der rechten Hüfte sowie der rechten Schulter zugezogen. Die Beweglichkeit beider Gelenke sei schmerzbedingt deutlich eingeschränkt. Die Röntgenuntersuchung
habe eine regelrechte Darstellung sowohl des Beckens als auch der Hüfte ergeben. Bei der rechten Schulter sei eine Verkalkung der
Deltoidsehne
festgestellt worden (Urk. 7/79 S. 2).
Am 9. März 2018 hielt Dr.
Z._
fest, der Status sei unverändert, unter NSAR sei es zu keiner Besserung gekommen. Bezüglich der Hüftkontusion diagnostizierte er zudem einen feinen Labrumriss vorne-oben mit kleinem Ganglion (Urk. 7/79 S. 4).
Am 11. April 2018 vermerkte Dr.
Z._
sodann einen Status nach
Supraspinatus
sehnenläsion
und aktivierter AC-Gelenksarthrose rechts und verwies auf Unter
suchungen im Jahre 2014 (Urk. 7/79 S. 5).
3.
2
In ihrem Bericht vom 14. Mai 2018 nannten die Ärzte der Universitätsklinik
A._
, Orthopädie Schulter/Ellbogen, nach einer radiologischen Verlaufskon
trolle folgende Diagnosen (Urk. 7/5 S. 1):
-
Rotatorenmanschettenläsion
(Partialruptur
Supraspinatussehne
) und
Bizepssehnentendinose
rechts mit/bei
-
Trauma am 27. Februar 2018
-
Frozen
Shoulder
2014
-
traumatisierte Hüfte rechts mit
anterosuperiorer
Labrumläsion und
Hüft
ab
duktorenirritation
bei
-
Trauma am 27. Februar 2018
Durch den Sturz sei es zu einer Zunahme der vorbestehenden Schmerzen in der rechten Schulter und konsekutiv einer Einschränkung der Beweglichkeit gekom
men. Infiltrationen in die Schulter und die Hüfte hätten keine Wirkung gezeigt. Aufgrund der fraglichen Prognose bei ausgeprägter
Chronifizierung
werde eine langfristige Physiotherapie zum Erhalt der Selbstständigkeit verordnet (S. 2).
3.
3
Am 25. Oktober 2018 diagnostizierten die Ärzte der Universitätsklinik
A._
, Orthopädie Hüfte/Becken, tiefe LWS
-
/Flanken-/Hüftschmerzen rechts sowie die bekannte
Rotatorenmanschattenläsion
und
Bizepssehnentendinose
rechts (Urk. 7/41 S. 1). Nach dem Trauma vom 27. Februar 2018 sei im Bereich der Hüfte weder durch Physiotherapie noch durch die Infiltration ins Gelenk und
petro
chan
tär
eine Besserung zu verzeichnen. Es würden sich Aspekte der
Chroni
fizierung
und der Schmerzausweitung zeigen. Relevante strukturelle Verände
rungen seien im MRI vom März 2018 nicht zu sehen (S. 2).
3.
4
In ihrem Bericht vom 12. November 2018 nannten die Ärzte der Universi
täts
klinik
A._
, Orthopädie Hüfte/Becken, folgende Diagnosen (Urk. 7/80 S. 1):
-
unklare
Lumboglutealgien
und schmerzhaft-sensomotorische
Pseudoradi
kulopathie
der unteren Extremität beidseits
-
am ehesten schmerzbedingtes, unspezifisches, fluktuierendes moto
risches Defizit L4 bis S1 beidseits und sensorisches Defizit L5 rechts
-
anteriore
Labrumläsion mit kleinem
paralabralem
Ganglion, fraglich kleine Knorpelfissur
acetabulär
-
kleine
heterotope
Ossifikation
trochantär
-
Status nach physiotherapeutischer Behandlung und NSAR-Einnahme ohne wesentliche Beschwerdelinderung
-
Status nach diagnostisch-therapeutischer Infiltration Bursa
trochan
terica
rechts vom 16. Juli 2018
:
weder unmittelbare noch verzögerte Schmerzreduktion
-
Status nach diagnostisch-therapeutischer Infiltration Hüfte rechts vom 12. April 2018: weder unmittelbar noch verzögerte Schmerzreduktion
-
MRI Becken, rechte Hüfte vom 5. März 2018: feiner Labrumriss
ante
rolateral
mit kleinem Ganglion
-
Status nach Treppensturz aus Bus Februar 2018 (zuvor anamnestisch Beschwerdefreiheit)
-
Rotatorenmanschettenläsion
(Partialruptur
Supraspinatussehne
) und
Bizepssehnentendinopathie
rechts
-
Trauma am 27. Februar 2018
-
Frozen
Shoulder
2014
Es bestünden unklare
Lumboglutealgien
mit unspezifischer, schmerzhafter, senso
motorischer
Pseudoradikulopathie
beider unteren Extremitäten mit Kraftdefizit L4 bis S1 beidseits und sensorischem Defizit L5 rechts seit einem Treppensturz aus einem Bus heraus im Februar 201
8.
In der aktuellen MRI-Untersuchung hätten sich keine erklärenden
patho
-anatomischen Korrelate bei einzig sichtbarer
anteriorer
Labrumläsion mit kleinem
paralabralem
Ganglion und einer fraglichen, kleinen Knorpelfissur ergeben. Zudem hätten diagnostisch-therapeutische Infil
trationen intraartikulär und in die Bursa
trochanterica
rechts zu keinem Zeitpunkt eine Besserung erzielen können.
An
der Hüfte seien keine weiteren Kontrollen geplant. Es würden eine weitere MRI-Untersuchung sowie neurophysiologische Untersuchungen zum Ausschluss einer Stenose oder Nervenwurzelaffektion empfohlen (S. 2; vgl. auch Bericht der Universitätsklinik
A._
, Radiologie, vom 12. November 2018, Urk. 7/50 S. 2).
3.
5
Am 23. November 2018 berichteten die Ärzte der Universitätsklinik
A._
, Orthopädie Schulter/Ellbogen, bei unveränderten Diagnosen (Urk. 7/63 S. 1), der Beschwerdeführer leide weiterhin unter beidseitigen Schulterbeschwerden. Die Beschwerden seien sehr diffus und nicht ganz klar auf die vorhandene Pathologie abzustimmen. Es werde nun primär die Infiltration wiederholt und in zwei bis drei Monaten über eine Operation nachgedacht (S. 2).
3.
6
In ihrem Bericht vom 9. Januar 2019 nannten die Ärzte des Universitären Wirbel
säulenzentrums Zürich, Universitätsklinik
A._
, folgende Diagnosen (Urk. 7/95
S. 1):
-
Lumboglutealgien
und schmerzhaft-sensorische
Radikulopathie
L5 rechts
-
schmerzbedingtes, unspezifisches, fluktuierendes motorisches Defizit L4 bis S1 beidseits
-
spinale Leitungsstörung L5 rechts
-
Diskusprotrusion
und Facettengelenksarthrose L4 bis S1 mit allenfalls leichtem Nervenwurzelkontakt L5 und S1 beidseits
-
Status nach Treppensturz aus Bus Februar 2018 (zuvor anamnestisch Beschwerdefreiheit)
Im Vergleich zur letztmaligen Untersuchung vor eineinhalb
Monaten
sei der Be
fund unverändert (S. 1). Mittels MRI werde eine Stenose zervikal und thorakal ausgeschlossen und anschliessend
sei
eine lumbale Infiltration geplant (S. 2).
3.
7
Am 29. März 2019 nannten die Ärzte
des Universitären Wirbelsäulenzentrums Zürich, Universitätsklinik
A._
, sodann folgende Diagnosen (Urk. 7/128
/3-4
S. 1):
-
t
raumatisierte Hüfte recht
s
mit
anter
o
superiorer
Labrumläsion und
Hüft
abduktorenirritation
-
Lumboglutealgien
und schmerzhaft-sensorische
Radikulopathie
L5 rechts
-
Rotatorenmanschetten
-Läsion (Partialruptur
Supraspinatussehne
) und
Bizep
s
sehnentendinopathie
rechts
Die Situ
a
tion bleibe schwierig, der Beschwerdeführer habe sehr starke Hüft
schmerzen rechts. Eine therapeutische Infiltration habe zu keinem Zeitpunkt eine Linderung gebracht. Aufgrund der starken Schmerzen werde nun eine erneute therapeutische intraartikuläre Infiltration des rechten Hüftgelenkes vorgenom
men. Wenn die Infiltration erneut keine Linderung bringe, könne sich der Be
schwerdeführer für einen Nervenwurzelblock L5 rechts melden (S. 2).
3.
8
Der Kreisarzt der Beschwerdegegnerin,
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Radiologie, führte am 9. April 2019 aus, unter Berücksichtigung der Diagnosen einer schmerzhaft-sensorischen
Radikulopathie
L5 rechts,
Lumboglutealgien
so
wie eines Nervenwurzelkontaktes
rezessal
L5 und S1 beidseits sei davon auszu
gehen, dass die Gesundheit des Beschwerdeführers mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit schon vor dem Unfall in stummer oder manifester Weise beein
trächtigt gewesen sei (Urk. 7/112 Ziff. 1.1). Mit
Diskopathien
bei L4/5
u
nd L5/S1
sowie einer deutlich
kaudalbetonten
Spondylarthrose
würden degenerative Verände
run
gen der Lendenwirbelsäule (LSW) vorliegen (Ziff. 1.2). Am Os
sacrum
seien durch den Unfall keine strukturellen Läsionen verursacht worden. Bezüglich der LWS könne dies nicht beurteilt werden, da nach dem Unfall - soweit aus den Akten ersichtlich - keine MRT der LWS durchgeführt worden sei (Ziff. 3)
.
3.
9
Am 4. Juni 2019
wurde im Institut für Radiologie und Nuklearmedizin,
Spital
C._
, ein natives MRI der LWS durchgeführt.
Dabei hielten die Ärzte fest, der Befund sei im Vergleich zur Voruntersuchung nicht wesentlich verändert. Es
bestünden diskrete mul
t
isegmentale degenerative LWS-Veränderungen mit
Anulu
s
fibrosus
Riss L4/5 und L5/S
1.
Im gesamten Volumen gebe es nach wie vor keine Kompression der neuralen Strukturen (Urk. 7/120).
3.
10
Kreisarzt
Dr.
B._
führte
am 13. Juni 2019 aus, ein Vergleich zwischen den MRT vom 27. September 2016 beziehungsweise 4. Juni 2019 lasse keine Befund
änderungen erkennen (Urk. 7/115
S. 3
Ziff. 1). Nur die Kontusion am lateralen Ende der Clavicula sei auf den Unfall zurückzuführen. Die restlichen Verän
de
rungen seien bereits im Jahre 2013 vorhanden gewesen. Der Arzt der Universi
tätsklinik
A._
beschreibe nur eine
Rotatorenmanschettenruptur
und führe diese auf den aktuellen Unfall zurück. Die Läsion sei aber bereits 2013 vorhanden gewesen und auch in der Universitätsklinik
A._
abgeklärt worden (Ziff. 3).
3.
11
In seiner Stellungnahme vom 18. November 2019 legte Dr.
B._
dar,
die
MRT der rechten Hüfte vom 5. März 2018 habe einen kleinen Abriss des Labrum
acetabuli
mit bereits begleitendem Ganglion gezeigt.
Ödemartige
Knochen
mark
veränderungen oder sonstige Befunde, die auf eine stattgehabte relevante Trau
matisierung deuten könnten, hätten nicht vorgelegen. Da das Ganglion den Riss des Labrums voraussetze und sich ein Ganglion nicht innerhalb einer Woche nach Auftreten eines Risses ausbilden könne, könne der Riss des Labrums
acetabuli
nicht auf den Unfall vom 27. Februar 2018 zurückgeführt werden. Die beim MR-
Arthogramm
der rechten Schulter festgestellten Veränderungen seien bereits im Jahre 2013 in derselben Ausdehnung und Ausprägung vorhanden gewesen und könnten damit nicht auf das Ereignis vom 27. Februar 2018 zurückgeführt wer
den. Bildgebend lasse sich kein einziger Befund nachweisen, der für eine frische Traumatisierung sprechen könnte (Urk. 7/132 S. 1). Fast ein Jahr nach dem Unfall seien dann auch noch von der LWS ausgehende Beschwerden erwähnt worden. Die im Juni 2019 festgestellten
degenerativen Veränderungen der LWS seien bereits in eine
r
MRT vom September 2016 in gleicher Weise vorhanden gewesen und könnten somit nicht auf den Unfall zurückgeführt werden. Zusammenfassend könne festgehalten werden, dass sämtliche Befunde, auch wenn teilweise mit dem Adjektiv «traumatisiert» geschmückt, unmöglich auf das Ereignis vom 27. Februar 2018 zurückgeführt werden könnten (S. 2).
3.
12
Dr.
med. D._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabili
tation, Versicherungsmedizin der Beschwerdegegnerin, hielt am 16. Juni 2020 daran fest, dass gemäss den Ausführungen von Dr.
B._
keine nachweisbaren strukturellen Unfallfolgen vorgelegen hätten. Solche habe auch der Hausarzt in seinen Befunden am Unfalltag nicht gefunden, er habe in den untersuchten Regionen nicht einmal Abschürfungen, Prellmarken oder Hämatome beschrieben. Auch in den am Unfalltag durchgeführten Röntgenuntersuchungen fänden sich keine Hinweise für prellungsbedingte Weichteilschwellungen oder sonstige indi
rekte Zeichen einer Prellung. Somit könne es sich bei den Kontusionsfolgen vom 27. Februar 2018 nur um ganz minime Unfallfolgen handeln, von welche
n
auszugehen sei, dass sie spätesten
s
innerhalb von zwei Wochen vollständig (ohne jegliche Residuen) abgeheilt
gewesen
seien (
Urk. 7/142 S. 2; vgl. auch Stellung
nahme vom 23. Juli 2020, Urk. 7/154).
4.
4.1
Der Umfang der Leistungspflicht beziehungsweise die Frage, bis zu welchem Zeitpunkt die Beschwerdegegnerin leistungspflichtig ist, beurteilt sich insbeson
dere danach, ob die anhaltenden Beschwerden in der rechten Schulter, der rechten Hüfte sowie an der LWS nach wie vor in einem Kausalzusammenhang zum Unfallereignis
vom
27. Februar 2018 stehen beziehungsweise in welchem Zeit
punkt der Status quo sine eingetreten ist.
Ausgewiesen ist, dass
der Beschwerdeführer a
nlässlich des Unfalls vom 27. Febru
ar 2018
Kontusionen der rechten Hüfte sowie der rechten Schulter
erlitt
, welche konservativ mit Medikamenten sowie Physiotherapie behandelt wurden (vgl. E. 3.1-2).
Bezüglich der
mit Schadenmeldung vom
12. September 2018 gemel
deten Beschwerden
an der rechten Schulter, am Kopf, am Becken sowie der Hüfte rechts
verneinte der Kreisarzt Dr.
B._
in seiner Beurteilung vom 18. Novem
ber 2019 nachvollziehbar und überzeugend einen Zusammenhang mit dem Un
fall
ereignis vom 27. Februar 201
8.
Da das im MRT der rechten Hüfte vom 5. März 2018 nachgewiesene Ganglion einen Riss des Labrums voraussetze und sich nicht innerhalb einer Woche ausbilden könne, könne der Labrumriss nicht auf den Unfall vom 27. Februar 2018 zurückgeführt werden. Die an der rechten Schulter nachgewiesenen Veränderungen seien
sodann
bereits im Jahre 2013 vorhanden gewesen und dementsprechend auch nicht auf den Unfall zurückzuführen. Die Beschwerden an der LWS seien zudem erstmals fast ein Jahr nach dem Unfall erwähnt worden. Bildgebend lasse sich kein einziger Befund nachweisen, der für eine frische Traumatisierung durch den Unfall vom 27. Februar 2018 spreche
(E. 3.11). Diese plausible und nachvollziehbare Argumentation, welche Dr.
B._
mehrfach und unter Hinweis auf die vorliegenden früheren wie auch aktuellen Bildgebungen ausführlich begründet hat (E.
3.8, E. 3.10-11), vermag in jeder Hin
sicht zu überzeugen.
4.2
Demgegenüber
kann der
Argumentation des Beschwerdeführers, wonach es
durch den Unfall nicht lediglich zu leichten Kontusionen, sondern zu anhaltenden Be
schwerden als Folge der heftigen Re-Traumatisierung
gekommen sei
(E. 2.2)
, nicht
gefolgt werden
. Die Ärzte der Universitätsklinik
A._
verwiesen in ihren Be
richten zwar wiederholt auf das am
27. Februar 2018
erlittene
Trauma (E. 3.2-3, E. 3.7
).
Sie
hielten jedoch auch fest, es seien keine relevanten strukturellen Ver
änderungen nachweisbar (E. 3.3-4) und die Beschwerden seien unklar und diffus (E. 3.4-5). Ebenso hatte bereits der Hausarzt Dr.
Z._
am Unfalltag in der rönt
gen
ologischen Untersuchung keine strukturellen Veränderungen festgestellt,
sondern
eine regelrechte Darstellung sowohl des Beckens als auch der Hüfte beschrieben und bei der Schulter lediglich eine Verkalkung festgestellt. Auch Hämatome oder Schürfungen beschrieb Dr.
Z._
nicht (E. 3.1).
Damit steht fest, dass nach dem Unfall am 27. Februar 2018 keine frischen Läsionen festgestellt werden konnten
,
und
die Heftigkeit der vom Beschwerdeführer geltend gemachten Re-Trauma
ti
sierung
kann
ohne Weiteres verneint werden.
Soweit die Ärzte der Universitätsklinik die Beschwerdefreiheit vor dem Unfall erwähnten (E. 3.4, E. 3.6), ist auf die
Rechtsprechung des Bundesgerichts zu ver
weisen, wonach
d
ie Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, beweisrechtlich nicht zulässig
ist
und zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen
vermag
(BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Ärztliche Auskünfte, die allein auf dieser Argumentation beruhen, sind beweisrechtlich nicht zu verwerten (Urteil des Bundesgerichts 8C_241/2020 vom 29. Mai 2020 E. 3).
Was sodann die vom Beschwerdeführer beantragten weiteren medizinischen Ab
klä
rungen betrifft, ist nicht ersichtlich, inwieweit solche für die Beurteilung des vorliegenden Falles relevant sein könnten,
weshalb im Sinne einer antizi
pierten Beweiswürdigung darauf verzichtet werden kann (BGE 124 V 90 E. 4b; BGE 122 V 157 E. 1d).
4.3
Zusammenfassend konnten nach dem Unfall am 27. Februar 2018 bildgebend weder an der rechten Schulter noch an der rechten Hüfte oder am rechten Becken strukturelle Läsionen festgestellt werden. Beschwerden im Bereich der LWS erwähnte der Beschwerdeführer sodann erstmals Ende Oktober 201
8.
Gestützt auf die überzeugende Beurteilung durch den Kreisarzt Dr.
B._
ist damit e
in Zu
sammenhang zwischen dem Ereignis vom 27. Februar 2018 und den aktuell ge
klag
ten Beschwerden in der rechten Schulter, der LWS sowie im Bereich der rechten Hüfte und des rechten Beckens nicht mit dem im Sozialversiche
rungs
recht
erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen.
Es ist vielmehr davon auszugehen, dass die Unfallfolgen spätestens inner
halb von zwei Wochen vollständig abgeheilt sind. D
ie Voraussetzungen für eine
weitere
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin
sind damit
nicht erfüllt und der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 25. September 2020 erweist sich als rechtens.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.