Decision ID: 4609221d-6b92-5c9a-a499-a09b52ef7651
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Haus zur alten Dorfbank,
9313 Muolen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
IV-Leistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 22. Juni 2007 wegen einer Polyarthritis unklarer Ätiologie,
einer hypertensiven Kardiopathie, einer rheumatischen Systemerkrankung,
Thrombosen und einer chronischen Diarrhoe unklarer Ätiologie zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-
act. 1).
A.b Am 5. Juli 2007 erstattete Dr. med. B._ einen Arztbericht zuhanden der IV-
Stelle. Darin diagnostizierte er im Wesentlichen eine Polyarthritis unklarer Ätiologie,
eine „unklare Diarrhoe“, ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom, eine
chronische Niereninsuffizienz, eine hypertensive Herzkrankheit sowie ein metabolisches
Syndrom. Der Versicherte sei seit 22. Januar 2007 zu 100 % arbeitsunfähig, auch in
leidensadaptierten Tätigkeiten (IV-act. 11–1 ff.). Dem Bericht lagen unter anderem der
Austrittsbericht des Spitals Grabs vom 9. März 2007 betreffend Hospitalisation vom
1. Februar 2007 bis 8. März 2007 infolge Exacerbation einer chronischen Diarrhoe (IV-
act. 11–19 ff.), der Austrittsbericht der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie des
Kantonsspitals St.Gallen vom 23. März 2007 betreffend Hospitalisation vom 8. März
2007 bis 23. März 2007 zur weiteren Abklärung und Therapie der chronischen Diarrhoe
(IV-act. 11–5 ff.) sowie der Austrittsbericht des Spitals Grabs vom 25. April 2007
betreffend Hospitalisation vom 13. April 2007 bis 21. April 2007 infolge einer Vier-
Etagen-Venenthrombose rechts mit klinischem Verdacht auf eine Lungenembolie (IV-
act. 11–8 ff.) bei.
A.c Im Auftrag der Krankentaggeldversicherung führte Dr. med. C._, Facharzt FMH
für Allgemeine Innere Medizin, Mitte August 2007 eine Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit (EFL) durch. Im entsprechenden Bericht vom 16. August 2007 hielt
er fest, infolge erheblicher Symptomausweitung, Selbstlimitierung und Inkonsistenz
seien die Resultate der ergonomischen Leistungstests für die Beurteilung der
zumutbaren Belastbarkeit nur teilweise verwertbar, weshalb die Arbeitsfähigkeit
medizinisch-theoretisch geschätzt worden sei. In der angestammten Tätigkeit als
Chauffeur eines Lastkraftwagens sei der Versicherte angesichts der multiplen
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Medikation nicht arbeitsfähig; bei Reduktion der Medikation bestehe eine Arbeitsfähig
keit von mindestens 50 %, welche unter adäquater Therapie auf 100 % gesteigert
werden könne. Eine leichte bis mittelschwere Arbeit sei dem Versicherten ohne
Einschränkungen zumutbar. Je nach Ergebnis der geplanten Abklärungen bezüglich
der chronischen Diarrhoe könne die Zumutbarkeitsbeurteilung beeinflusst werden
(act. G 4.2).
A.d Am 1. September 2007 erstattete Dr. med. D._einen Arztbericht zuhanden der
IV-Stelle. Darin diagnostizierte er im Wesentlichen eine chronische Urat-Kristall-
Polyarthritis, ein lumbospondylogenes Schmerzsyndrom links bei massiven
degenerativen Veränderungen der unteren Lendenwirbelsäule sowie einen Status nach
Phlebothrombose rechts. Der Versicherte sei seit 22. Januar 2007 zu 100 % arbeits
unfähig; in einer angepassten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von zwei Stunden
pro Tag mit verminderter Leistungsfähigkeit (IV-act. 25–1 ff.). Dem Bericht lag ein
Bericht von Dr. med. E._, Fachärztin FMH für Physikalische Medizin und Reha
bilitation, vom 27. Juli 2007 bei, in welchem eine chronische Urat-Kristall-Polyarthritis
sowie ein lumbospondylogenes Syndrom links diagnostiziert worden waren (IV-act. 25–
5 ff.).
A.e Am 2. November 2007 erstattete Dr. med. F._, Facharzt FMH für Allgemeine
Innere Medizin, einen Arztbericht zuhanden der IV-Stelle. Er diagnostizierte im
Wesentlichen ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom, eine Polyarthro
pathie, eine intermittierende, teils ausgeprägte intestinale Symptomatik mit dominieren
der Diarrhoe sowie eine mittelschwere depressive Episode und attestierte eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit ab 22. Januar 2007; medizinisch-theoretisch könnte von
einer zumindest 50%igen Arbeitsfähigkeit für eine körperlich sehr leichte Arbeit mit
rückenschonender Position und mit Möglichkeit eines häufigen Positionswechsels aus
gegangen werden (IV-act. 39–3 ff.). Dem Bericht lag der Austrittsbericht der Klinik für
Gastroenterologie und Hepatologie des Kantonsspitals St.Gallen vom 11. Oktober
2007 betreffend Hospitalisation vom 17. September 2007 bis 9. Oktober 2007 bei, in
welchem im Wesentlichen ein Neurinom L2 links, ein chronisches lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom, eine mittelschwere depressive Episode, eine chronische Nieren
insuffizienz, eine hypertensive Herzkrankheit sowie Lipome am Unterarm links diagnos
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tiziert und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 9. Oktober 2007 bis 18. Oktober 2007
zwecks Erholung bzw. Rekonvaleszenz attestiert worden waren (IV-act. 39–9 ff.).
A.f Am 23. Januar 2008 erstattete Dr. E._ einen Arztbericht zuhanden der IV-Stelle.
Sie diagnostizierte im Wesentlichen eine chronische Urat-Kristall-Polyarthritis, ein
lumbospondylogenes Syndrom rechts sowie eine rezidivierende depressive Störung
und attestierte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit Januar 2007 (IV-act. 44–3 ff.). Dem
Bericht lagen ein Bericht der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie des
Kantonsspitals St.Gallen vom 10. Dezember 2007 betreffend Untersuchung vom
22. November 2007 (IV-act. 44–10 ff.) sowie der Austrittsbericht der Klinik Gais vom
23. Januar 2008 betreffend Hospitalisation vom 5. November 2007 bis 27. November
2007 (IV-act. 44–18 ff.) bei.
A.g In der Folge nahm die IV-Stelle weitere Berichte zu den Akten, unter anderem den
Austrittsbericht der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie des Kantonsspitals
St.Gallen vom 7. November 2007 betreffend Hospitalisation vom 22. Oktober 2007 bis
5. November 2007 infolge Exacerbation der Beschwerden im Zusammenhang mit der
Diarrhoe (IV-act. 55).
A.h Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Medizinische Abklärungsstelle (MEDAS)
Zentralschweiz am 8. Juli 2008 ein polydisziplinäres Gutachten. Die Gutachter diagnos
tizierten im Wesentlichen ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom sowie – ohne
wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit – ein Ganzkörperschmerzsyndrom
ohne entsprechendes organisches Korrelat, bei hohem Verdacht auf Selbstlimitierung,
Aggravation und Malcompliance und iatrogener Opiatabhängigkeit, eine chronische
Niereninsuffizienz, eine Adipositas, Gicht, einen postthrombotischen Symptomen
komplex der rechten unteren Extremität und eine chronische Diarrhoe ungeklärter
Ätiologie. In der angestammten Tätigkeit sei der Versicherte aufgrund der Opiat
abhängigkeit nicht arbeitsfähig, in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätig
keit mit repetitivem Heben von maximal zehn Kilogramm, gelegentlichem von maximal
15 Kilogramm und seltenem von maximal 20 Kilogramm, ohne Überkopfarbeiten, ohne
häufig vorgeneigten oder abgedrehten Oberkörper, ohne Zwangshaltung und ohne
Arbeit auf vibrierenden Maschinen sei der Versicherte hingegen vollumfänglich arbeits
fähig (IV-act. 61).
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A.i Am 21. August 2008 ging der IV-Stelle ein Bericht des Psychiatrie-Zentrums
Rheintal vom 12. Juni 2008 betreffend tagesklinische Behandlung vom 15. April 2008
bis 6. Juni 2008 zu, in welchem insbesondere eine mittelgradige depressive Episode
mit somatischem Syndrom diagnostiziert und vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert
worden waren (IV-act. 68). Am 12. Januar 2009 ging der IV-Stelle ein Bericht des
Psychiatrie-Zentrums Werdenberg-Sargans vom 19. November 2008 betreffend tages
klinische Behandlung vom 2. Juli 2008 bis 23. Oktober 2008 zu, in welchem ins
besondere eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom diagnos
tiziert und vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden waren (IV-act. 81).
A.j Am 14. Januar 2009 liess der Rechtsvertreter des Versicherten der IV-Stelle eine
Stellungnahme der Klinik Gais vom 12. Januar 2009 zum Gutachten der MEDAS
Zentralschweiz zugehen, in welcher auf die Medikation des Versicherten und die
Diagnostik eingegangen worden war (IV-act. 83).
A.k Am 3. Februar 2009 erstattete Dr. E._ einen weiteren Arztbericht, in welchem sie
im Wesentlichen eine chronische Urat-Kristall-Polyarthritis, ein chronisches
lumbospondylogenes Syndrom rechts und eine rezidivierende depressive Störung
diagnostizierte und festhielt, ihrer Ansicht nach bestehe keine Arbeitsfähigkeit (IV-
act. 87).
A.l Am 13. Februar 2009 wurde die am 3. Oktober 2008 initiierte berufliche Ein
gliederung abgeschlossen (IV-act. 86 und 88), was dem Versicherten am 25. Februar
2009 mitgeteilt wurde (IV-act. 90).
A.m Am 4. Mai 2009 nahm der psychiatrische Consiliargutachter der MEDAS Zentral
schweiz Stellung zum Schreiben der Klinik Gais vom 12. Januar 2009 sowie zu den
Berichten der Psychiatrie-Zentren Rheintal und Werdenberg-Sargans vom 12. Juni
2008 und vom 19. November 2008. Er führte im Wesentlichen aus, die Berichte der
Psychiatrie-Zentren Rheintal und Werdenberg-Sargans enthielten lediglich eine andere
Beurteilung des an sich selben Sachverhalts; auch die Stellungnahme der Klinik Gais
führe zu keiner grundlegend anderen Einschätzung (IV-act. 94).
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A.n Mit Vorbescheid vom 27. Mai 2009 teilte die IV-Stelle mit, dass bei einem
Invaliditätsgrad von 26 % die Abweisung des Rentengesuchs vorgesehen sei (IV-
act. 97). Dagegen liess der Versicherte am 29. Mai 2009 Einwand erheben und ins
besondere ausführen, auf das Gutachten der MEDAS Zentralschweiz könne nicht ab
gestellt werden, da es widersprüchlich und nicht nachvollziehbar sei (IV-act. 103).
A.o Am 9. Oktober 2009 verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid vom 27. Mai 2009
(IV-act. 106).
B.
B.a Dagegen richtet sich die am 6. November 2009 (Postaufgabe) erhobene
Beschwerde, mit der die Einholung eines Obergutachtens, eventualiter die Zusprache
einer ganzen Invalidenrente, sowie die Durchführung beruflicher Massnahmen, soweit
eine Teilerwerbsfähigkeit bestehe, beantragt und zur Begründung im Wesentlichen
ausgeführt wird, auf das Gutachten der MEDAS Zentralschweiz könne nicht abgestellt
werden, da es widersprüchlich und nicht nachvollziehbar sei (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Zur Be
gründung führte sie in ihrer Beschwerdeantwort vom 18. Januar 2010 aus, es bestehe
kein Anlass, nicht auf das Gutachten der MEDAS Zentralschweiz abzustellen (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 26. Januar 2010 liess der Beschwerdeführer an den mit
Beschwerde vom 6. November 2009 (Postaufgabe) gestellten Anträgen vollumfänglich
festhalten (act. G 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete sinngemäss auf eine Duplik (act. G 8).

Erwägungen:
1.
Gemäss Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist das Versicherungsgericht in der
Beweiswürdigung frei. Es hat mithin bei der Würdigung der erhobenen Beweise nicht
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bestimmten förmlichen Regeln zu folgen, sondern sämtliche Beweismittel objektiv zu
prüfen, namentlich ungeachtet ihrer Herkunft (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl.,
Zürich 2009, Art. 61 N 72). Die erheblichen Tatsachen müssen dabei in der Regel nicht
zum vollen Beweis erstellt werden, da im Sozialversicherungsrecht in der Regel
lediglich der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gefordert wird (BGE
119 V 7). Das bedeutet, dass jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen ist, die von allen
möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste gewürdigt wird.
2.
Vorliegend fällt auf, dass anlässlich der polydisziplinären Begutachtung durch die
MEDAS Zentralschweiz kein gastroenterologisches Consiliargutachten erstellt wurde,
obwohl in den Akten offensichtlich erhebliche gastroenterologische Beschwerden aus
gewiesen sind: Vom 1. Februar bis 8. März 2007 wurde der Beschwerdeführer im Spital
Grabs hauptsächlich wegen Exacerbation einer chronischen Diarrhoe stationär be
handelt, ohne dass die Beschwerden massgeblich gelindert oder eine Ursache der
selben gefunden werden konnte, weshalb der Beschwerdeführer ins Kantonsspital
St. Gallen überwiesen wurde (IV-act. 11–19 ff.), wo zwar eine Normalisierung des
Stuhlgangs bewirkt, aber keine Ursache für die chronische Diarrhoe gefunden werden
konnte (IV-act. 11–5 ff.); Dr. C._ hielt in seinem EFL-Bericht vom 16. August 2007
fest, dass die Ergebnisse der damals geplanten Abklärungen bezüglich der Diarrhoe
die Zumutbarkeitsbeurteilung beeinflussen könnten (act. G 4.2); eine stationäre
Behandlung in der Klinik Gais musste im Oktober/November 2007 gar aufgrund der
Diarrhoe unterbrochen und der Beschwerdeführer für zwei Wochen in die Gastroente
rologie des Kantonsspitals St. Gallen überwiesen werden (IV-act. 44–18 ff. und 55).
Wiewohl vielfältige Abklärungen bezüglich der chronischen Diarrhoe durchgeführt
wurden, äusserte sich gemäss Aktenlage bislang kein Gastroenterologe zu deren all
fälligen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Daraus kann freilich nicht gefolgert
werden, die Diarrhoe wirke sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus, ist doch durchaus
denkbar, dass der Beschwerdeführer etwa auf zusätzliche Pausen angewiesen ist, weil
er häufiger und eventuell – klare Aussagen dazu fehlen in den Akten – jeweils eilig die
Toilette aufsuchen muss, oder dass er durch die Diarrhoe geschwächt ist und keine
volle Leistung erbringen kann. Auch Dr. C._ ging, wie erwähnt, davon aus, dass sich
die Diarrhoe allenfalls auf die Arbeitsfähigkeit auswirken könnte. Da im Rahmen der
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Begutachtung durch die MEDAS Zentralschweiz keine gastroenterologische Unter
suchung erfolgte und es der begutachtende Internist sich nicht zu allfälligen
qualitativen oder quantitativen Auswirkungen der Diarrhoe auf die Arbeitsfähigkeit
äusserte, erweist sich der Sachverhalt diesbezüglich als nicht genügend abgeklärt.
Eine zuverlässige Bemessung des Invaliditätsgrades ist angesichts der Unsicherheit
bezüglich allfälliger Auswirkungen der chronischen Diarrhoe auf die Arbeitsfähigkeit
nicht möglich.
3.
Abgesehen davon vermag das Gutachten der MEDAS Zentralschweiz zu überzeugen.
Die Gutachter berücksichtigten in somatischer Hinsicht sämtliche der in den Akten aus
gewiesenen und geklagten Beschwerden und begründeten in nachvollziehbarer Weise,
inwiefern sich diese auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würden. Zwar wies Dr. E._ in
ihrem späteren Bericht vom 3. Februar 2009 darauf hin, dass insbesondere aufgrund
der Niereninsuffizienz eine ausreichende medikamentöse Behandlung der Polyarthritis
nicht möglich sei, doch ist nicht nachvollziehbar, dass aufgrund der in diesem Bericht
beschriebenen Schwellungen in den Metacarpophalangealgelenken II und III beidseits
vollständige Arbeitsunfähigkeit bestehen soll. Überdies stellten die Gutachter der
MEDAS Zentralschweiz weder eine wesentliche Schwellung in den genannten
Gelenken noch eine relevante Aktivität der Polyarthritis fest. Gesamthaft vermag der
Bericht von Dr. E._ vom 3. Februar 2009 daher keine Zweifel an der Zuverlässigkeit
der Beurteilung der MEDAS-Gutachter zu wecken. Was die übrigen fachärztlichen
Berichte betreffend somatische Beschwerden betrifft, so sind keine Widersprüche
ersichtlich. In psychiatrischer Hinsicht besteht grundsätzlich Übereinstimmung
zwischen der Beurteilung des Consiliargutachters der MEDAS Zentralschweiz und dem
behandelnden Facharzt der Klinik Gais, namentlich, nachdem der MEDAS-Gutachter
die vom behandelnden Facharzt gestellte (aktuellere) Diagnose bestätigt hat (vgl. IV-
act. 83 und 94). Aus der Diagnose der iatrogenen Opiatabhängigkeit vermag der
Beschwerdeführer sodann nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, wollte der MEDAS-
Gutachter damit doch einzig zum Ausdruck bringen, dass die Opiate verordnet und
kontrolliert abgegeben worden sind (vgl. IV-act. 94). Selbstverständlich rechtfertigt es
diese Aussage für sich allein nicht, den Beweiswert des MEDAS-Gutachtens
anzuzweifeln. Was die unterschiedliche Arbeitsfähigkeitsschätzung aus psychiatrischer
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Sicht betrifft, so hat der MEDAS-Gutachter überzeugend und nachvollziehbar
dargelegt, weshalb aus seiner Sicht keine quantitative Beeinträchtigung zu attestieren
ist. Auch aus den übrigen Akten geht mehrheitlich hervor, dass es sich bei den
depressiven Verstimmungszuständen offensichtlich vorwiegend um eine
(nachvollziehbare) psychische Reaktion auf die vielfältigen somatischen Beschwerden
und Schmerzen handelt. Gesamthaft besteht deshalb kein Grund, von den
Einschätzungen der MEDAS-Gutachter abzuweichen.
4.
Gesamthaft rechtfertigt sich daher die Einholung eines neuen Gutachtens bzw. eines
Obergutachtens, wie der Beschwerdeführer beantragen liess, nicht. Vielmehr ist grund
sätzlich auf das Gutachten der MEDAS Zentralschweiz abzustellen und ergänzend ab
zuklären, ob und allenfalls inwiefern (qualitativ und quantitativ) sich die chronische
Diarrhoe auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirkt. Da es sich dabei um
eine spezifische, bislang nicht geklärte Frage handelt, rechtfertigt sich die Rückweisung
hierfür an die Beschwerdegegnerin (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264 f.). Demnach
ist die angefochtene Verfügung vom 9. Oktober 2009 in teilweiser Gutheissung der
Beschwerde aufzuheben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen im Sinne
der Erwägungen und anschliessender Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Die Rückweisung gilt praxisgemäss hinsichtlich Kosten- und Ent
schädigungsfolgen als volles Obsiegen der Beschwerde führenden Partei. Aus diesem
Grund sind die gemäss Art. 69 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung (IVG; SR 831.20) zu erhebenden und angesichts des durchschnittlichen
Aufwands auf Fr. 600.-- festzusetzenden Gerichtskosten der Beschwerdegegnerin auf
zuerlegen. Dem Beschwerdeführer wird der von ihm geleistete Kostenvorschuss in
gleicher Höhe zurückerstattet. Sodann ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten,
dem Beschwerdeführer gemäss Art. 61 lit. g ATSG eine pauschale Parteientschädigung
von Fr. 3’500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) auszurichten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht