Decision ID: 08f5dae6-4221-4e26-b957-a2d7d141e927
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend mehrfache versuchte vorsätzliche Tötung etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Uster, Strafgericht, vom 26. April 2013 (DG120028)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 2.
November 2012 (Urk. 45) sowie die ergänzte Anklageschrift vom 22. April 2013
(Urk. 66) sind diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
− der mehrfachen versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111
StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB;
− der mehrfachen Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB;
− der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB;
− der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB;
− der Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 lit. a
WG in Verbindung mit Art. 7 WG und Art. 12 der Verordnung zum
Waffengesetz.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 7 Jahren und 6 Monaten Freiheitsstrafe,
wovon bis und mit heute 874 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen
Strafantritt erstanden sind.
3. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 60
StGB (Suchtbehandlung Alkohol) angeordnet, wobei diese Massnahme der
Freiheitsstrafe vorausgeht.
4. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom
23. Februar 2011 (act. 20/5) beschlagnahmte Schrotgewehr (Winchester,
Mod. 1200 Defender, Nr. ..., Kal. SG 12/76 ... / ...) sowie die mit gleicher
Verfügung beschlagnahmten Patronen (7 Patronen aus Röhrenmagazin
[Patronen 1 - 4 = HULL Nr. 3 Kal. SG 12/70; Patrone 5 = RSW/Geco Nr. 3
Kal. SG 12/70; Patronen 6 und 7 = RWS/Geco Rottweil Brenneke, Kal. SG
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12/70 sowie 1 Patrone aus Patronenlager = HULL Nr. 3, Kal. SG 12/70)
werden eingezogen. Die dem Gericht davon eingereichten 6 Patronen
werden mit dem Schrotgewehr sowie Zugehör (Tragtasche und Putzzeug
etc.) der Kantonspolizei Zürich zur gutscheinenden Verwendung überlassen.
5. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte das Schadenersatzbegehren des
Privatklägers 1 (A._) im Umfang von Fr. 3'496.– nebst Zins zu 5 % seit
5. Dezember 2010 anerkannt hat. Im Mehrbetrag wird das
Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger 1
aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig
ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges eines weiteren
Schadenersatzanspruches wird der Privatkläger 1 auf den Weg des
Zivilprozesses verwiesen.
Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 1 Fr. 12'000.– zuzüglich
5 % Zins seit 5. Dezember 2010 als Genugtuung zu bezahlen. Im
Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
6. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte das Schadenersatzbegehren der
D._ (Unfallversicherer des Privatklägers 1) im Umfang von
Fr. 105'166.20 anerkannt hat.
7. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte das Schadenersatzbegehren des
Privatklägers 2 (E._) im Umfang von Fr. 16'546.95 nebst Zins zu 5 %
seit 5. Dezember 2010 anerkannt hat.
Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 2 weiteren
Schadenersatz von Fr. 2'081.90 zuzüglich 5 % Zins seit 5. Dezember 2010
zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Schadenersatzbegehren auf den Weg
des Zivilprozesses verwiesen.
Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger 2
aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig
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ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges eines weiteren
Schadenersatzanspruches wird der Privatkläger 2 auf den Weg des
Zivilprozesses verwiesen.
Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 2 Fr. 24'000.– zuzüglich
5 % Zins seit 5. Dezember 2010 als Genugtuung zu bezahlen. Im
Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
8. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger 3
(B._) aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach
schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges eines
Schadenersatzanspruches wird der Privatkläger 3 auf den Weg des
Zivilprozesses verwiesen.
Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 3 Fr. 12'000.– zuzüglich
5 % Zins seit 5. Dezember 2010 als Genugtuung zu bezahlen. Im
Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
9. Die Zivilansprüche der Privatklägerin 4 (F._) werden auf den Weg des
Zivilprozesses verwiesen.
10. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 5 (G._)
Schadenersatz von Fr. 3'540.80 zuzüglich 5 % Zins seit 1. Februar 2012 zu
bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Schadenersatzbegehren auf den Weg
des Zivilprozesses verwiesen.
Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger 5
aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig
ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges eines weiteren
Schadenersatzanspruches wird der Privatkläger 5 auf den Weg des
Zivilprozesses verwiesen.
Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 5 Fr. 18'000.– zuzüglich
5 % Zins seit 5. Dezember 2010 als Genugtuung zu bezahlen. Im
Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
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11. Es wird vorgemerkt, dass der Privatkläger 6 (H._) keine Zivilansprüche
geltend gemacht hat.
12. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf Fr. 6'000.–.
13. Die Gerichtsgebühr sowie folgende weitere Kosten werden dem
Beschuldigten auferlegt:
Fr. 15'261.25 Auslagen für das Vorverfahren
Fr. 7'000.– Gebühr gemäss § 4 Abs. 1 lit. b GebV StrV
Fr. Entschädigung unentgeltlicher Geschädigtenvertreter Privatkläger 3 (noch ausstehend)
Die Kosten der amtlichen Verteidigung (Rechtsanwalt lic.iur. Z._;
Fr. 5'391.30) werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt
eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
14. Auf das Begehren des Privatklägers 1 (A._) um Zusprechung einer
Prozessentschädigung für das gesamte Verfahren wird nicht eingetreten.
15. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 2 (E._) für das
gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 7'198.10
(Mehrwertsteuer eingeschlossen) zu bezahlen.
16. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 5 (G._) für das
gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 12'410.05
(Mehrwertsteuer eingeschlossen) zu bezahlen.
Berufungsanträge:
a) des Vertreters der Privatkläger:
(Urk. 108 S. 1 f.)
Für den Privatkläger A._
Das Urteil des Bezirksgerichtes Uster sei in folgenden Punkten zu ändern:
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Disp. Ziff. 5, Abänderung
Der Beschuldigte sei zu verpflichten, dem Privatkläger A._ eine
Genugtuung von Fr. 20'000.– zuzüglich Zins zu fünf Prozent seit dem 5.
Dezember 2010 zu zahlen.
Disp. Ziff. 14, Abänderung
Der Beschuldigte sei zu verpflichten, dem Privatkläger für die
Strafuntersuchung und das erstinstanzliche Gerichtsverfahren nebst dem
anerkannten Schaden von Fr. 3'496.– eine Prozessentschädigung von Fr.
3'546.60, Mehrwertsteuer inbegriffen, zuzüglich Zins zu fünf Prozent seit
dem 25. April 2012 zu zahlen und für das Berufungsverfahren eine solche
von Fr. 1'066.67 zuzüglich Fr. 65.00 Spesen und zuzüglich 8 Prozent
Mehrwertsteuer auf dem ganzen Betrag, mit Zins zu fünf Prozent ab
Urteilsdatum.
Für den Privatkläger B._
Das Urteil des Bezirksgerichtes Uster sei in folgenden Punkten zu ändern:
Disp. Ziff. 8 Abs. 2, Abänderung
Der Beschuldigte sei zu verpflichten, dem Privatkläger eine Genugtuung von
Fr. 20'000.– zuzüglich Zins zu fünf Prozent ab dem 5. Dezember 2010 zu
zahlen.
Ergänzung des Dispositivs
Der Beschuldigte sei zu verpflichten, dem Privatkläger in Gutheissung des
an der Verhandlung vom 25. April 2013 gestellten, auf den 25. April 2013
bezifferten Antrages für die Strafuntersuchung und das erstinstanzliche
Gerichtsverfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 3'686.20,
Mehrwertsteuer inbegriffen, zuzüglich Zins zu fünf Prozent seit dem 25. April
2012 zu zahlen und für das Berufungsverfahren eine solche von Fr. 800.00
zuzüglich Fr. 45.00 Spesen und zuzüglich 8 Prozent Mehrwertsteuer auf
dem ganzen Betrag, mit Zins zu fünf Prozent ab Urteilsdatum.
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Die Kosten des ganzen Berufungsverfahrens seien vollumfänglich dem
Beschuldigten aufzuerlegen.
Zusatzantrag betreffend unentgeltliche Rechtsvertretung des Privatklägers
B._:
Dem Rechtsvertreter von B._ seien aus bewilligter unentgeltlicher
Vertretung für das erstinstanzliche Verfahren Fr. 3'686.20, 8%
Mehrwertsteuer inbegriffen, zu zahlen, sodann Fr. 800.00 zuzüglich Fr.
45.00 Spesen zuzüglich 8 Prozent Mehrwertsteuer für das
Berufungsverfahren.
b) des Verteidigers des Beschuldigten:
(Urk. 116 S. 2)
1. Das Urteil des Bezirksgerichts Uster sei zu bestätigen.
2. Die Genugtuung, welche den Klägern zugesprochen wurde, ist
vergleichsweise hoch. Beide sind physisch gesund und die psychische
Beeinträchtigung bzw. die Beeinträchtigung des Lebensgenusses ist
mit Fr. 12'000.– ausreichend entschädigt. Zudem wurde mein Mandant
relativ hart bestraft, weshalb sich eine Privatstrafe in Form einer
Genugtuung in casu nicht aufdrängt.
3. Prozessentschädigungen sind nicht geschuldet und wenn überhaupt in
einem Zivilprozess und nicht im Wege der Berufung gegen das
Strafurteil geltend zu machen.
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Erwägungen:
I. Prozessgeschichte
Mit Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 26. April 2013 wurde der
Beschuldigte der mehrfachen versuchten vorsätzlichen Tötung sowie weiterer
Delikte schuldig gesprochen und zu 7 1⁄2 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.
Gleichzeitig wurde eine stationäre Massnahme angeordnet (Urk. 93 S. 52).
Gegen dieses Urteil meldete der Vertreter der Privatkläger A._ und B._
Berufung an, wobei beim Gericht einzig die Erklärung betreffend den Privatkläger
B._ einging (Urk. 82). Nachdem das begründete Urteil zugestellt worden war
(Urk. 92), reichte der Vertreter für beide Privatkläger je eine Berufungserklärung
ein (Urk. 94 und 95).
Mit Präsidialverfügung vom 2. September 2013 wurde der Privatkläger
A._ aufgefordert, zur Frage der Rechtzeitigkeit seiner Berufungsanmeldung
Stellung zu nehmen (Urk. 97). Die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
beantragte am 23. September 2013, dass auf die Berufung von A._ zufolge
Fristversäumnis nicht einzutreten sei und verzichtete auf Anschlussberufung
hinsichtlich der Berufung des Privatklägers B._ (Urk. 104). Nach Eingang der
Stellungnahme des Privatklägers A._ am 5. September 2013, mit welcher die
Berufungsanmeldung auch für ihn belegt werden konnte (Urk. 99), wurde mit
Beschluss vom 18. Oktober 2013 auf dessen Berufung eingetreten und die
schriftliche Durchführung des gesamten Berufungsverfahrens angeordnet (Urk.
105).
Mit Eingabe vom 2. Dezember 2013 reichte der Vertreter der Privatkläger
die Berufungsbegründung für beide Privatkläger ein (Urk. 108). Von dieser wurde
dem Beschuldigten, der Staatsanwaltschaft und der Vorinstanz mit
Präsidialverfügung vom 12. Dezember 2013 Kenntnis gegeben, wobei dem
Beschuldigten Frist zur Berufungsantwort und der Vorinstanz Frist zur
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freigestellten Vernehmlassung angesetzt wurden (Urk. 110). Es folgten je
fristgemäss der vorinstanzliche Verzicht auf Vernehmlassung mit Datum vom 16.
Dezember 2013 (Urk. 115) sowie die Berufungsantwort des Beschuldigten mit
Datum vom 6. Januar 2014 (Urk. 116), wovon den Privatklägern mit
Präsidialverfügung vom 14. Januar 2014 Kenntnis gegeben wurde (Urk. 117).
Damit ist das Berufungsverfahren spruchreif.
II. Prozessuales
1. Der Privatkläger A._ beantragte in seiner Berufungserklärung, die
Dispositivziffern 5 und 14 des vorinstanzlichen Urteils seien abzuändern und der
Beschuldigte sei zu verpflichten, ihm eine Genugtuung von Fr. 20'000.– zuzüglich
Zins zu 5 % ab dem 5. Dezember 2010 sowie für die erste Instanz eine
Prozessentschädigung von Fr. 3'546.60 zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 25. April
2012 und für das Berufungsverfahren eine solche von Fr. 1'299.35 zuzüglich Zins
zu 5 % ab Urteilsdatum zu zahlen (Urk. 108 S. 2, 109 und 121).
Der Privatkläger B._ beantragte in seiner Berufungserklärung,
Dispositivziffer 8 des vorinstanzlichen Urteils sei abzuändern und der
Beschuldigte sei zu verpflichten, ihm eine Genugtuung von Fr. 20'000.– zuzüglich
Zins zu 5 % ab dem 5. Dezember 2010 zu zahlen. Weiter sei das vorinstanzliche
Dispositiv zu ergänzen und der Beschuldigte sei zu verpflichten, dem Privatkläger
B._ eine Prozessentschädigung für die Strafuntersuchung und das
erstinstanzliche Gerichtsverfahren von Fr. 3'686.20 zuzüglich Zins zu 5 % seit
dem 25. April 2012 zu zahlen und für das Berufungsverfahren eine solche von Fr.
989.75 zuzüglich Zins zu 5 % ab Urteilsdatum; die Kosten des ganzen
Berufungsverfahrens seien vollständig dem Beschuldigten aufzuerlegen. Dem
unentgeltlichen Rechtsvertreter des Privatklägers B._ sei für das
erstinstanzliche Verfahren Fr. 3'686.20 zu zahlen und für das Berufungsverfahren
Fr. 989.75 (Urk. 108 S. 2, 109 und 121).
2. Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung
(Art. 402 StPO). E contrario erwachsen die nicht von der Berufung erfassten
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Punkte in Rechtskraft (SCHMID, StPO Praxiskommentar, 2. Auflage,
Zürich/St. Gallen 2013, Art. 402 N 1; vgl. auch Art. 437 StPO).
Entsprechend ist vorab mit Beschluss festzustellen, dass das Urteil der Vor-
instanz bezüglich der Dispositivziffern 1 (Schuldspruch), 2 (Strafzumessung), 3
(Anordnung Massnahme), 4 (Einziehungen), 5 teilweise (Absätze 1 und 2:
Schadenersatz Privatkläger A._), 6 (Schadenersatz D._), 7
(Zivilanspruch Privatkläger E._), 8 teilweise (Absatz 1: Schadenersatz
Privatkläger B._), 9–11 (Zivilansprüche Privatkläger F._, G._ und
H._), 12 (Kostenfestsetzung), 15 und 16 (Prozessentschädigung Privatkläger
E._ und G._) in Rechtskraft erwachsen ist.
3. Die Genugtuungsforderungen eines Privatklägers gegenüber dem
Beschuldigten sind gewöhnliche Zivilforderungen und fallen unter Art. 399 Abs. 4
lit. d StPO, weshalb die Voraussetzungen von Art. 398 Abs. 5 StPO zu beachten
sind. Eine Berufung, die sich nur auf den Zivilpunkt beschränkt, wird nur so weit
überprüft, als es die ZPO vorsehen würde. Gemäss Art. 308 Abs. 2 ZPO ist eine
Berufung in vermögensrechtlichen Angelegenheiten nur zulässig, wenn der
Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens Fr. 10'000.–
beträgt. Mit den Anträgen der Privatkläger auf je Fr. 20'000.– Genugtuung liegen
sie mit den Streitwerten darüber. Hinsichtlich von Prozessentschädigungen ist die
Berufung ohnehin stets zulässig (Art. 399 Abs. 4 lit. f StPO; SB110338 vom 3.
November 2011, S. 7 ff.).
III. Genugtuung
1. Allgemeines
Bei Tötung eines Menschen oder Körperverletzung kann der Richter unter
Würdigung der besonderen Umstände dem Verletzten eine angemessene
Geldsumme als Genugtuung zusprechen (Art. 47 Abs. 1 OR). Die Genugtuung
bezweckt den Ausgleich für erlittene Unbill, indem das Wohlbefinden anderweitig
gesteigert oder die Beeinträchtigung erträglicher gemacht wird.
Bemessungskriterien sind vor allem die Art und Schwere der Verletzung, die
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Intensität und Dauer der Auswirkungen auf die Persönlichkeit des Betroffenen,
der Grad des Verschuldens des Haftpflichtigen sowie ein allfälliges
Selbstverschulden des Geschädigten (BGE 132 II 117 E. 2.2.2; 127 IV 215 E. 2a;
je mit Hinweisen). Die Festsetzung der Höhe der Genugtuung ist eine
Entscheidung nach Billigkeit. Schematische Massstäbe sind insoweit abzulehnen.
Die Genugtuung darf nicht nach festen Tarifen bemessen, sondern muss dem
Einzelfall angepasst werden. Dies schliesst weder den Rückgriff auf Präjudizien
im Sinne eines Richtwerts aus, noch die Bewertung der immateriellen
Beeinträchtigung in zwei Phasen, nämlich einer objektiven Berechnungsphase mit
einem Basisbetrag als Orientierungspunkt und einer nachfolgenden Phase, in der
die Besonderheiten des Einzelfalles berücksichtigt werden (BGE 132 II 117 E.
2.2.3 mit Hinweisen; BGer 6B_628/2012 E. 2.3).
Aufgrund des Verschlechterungsverbots dürfen Entscheide im Zivilpunkt
nicht zum Nachteil der Privatkläger abgeändert werden, wenn wie vorliegend nur
von diesen ein Rechtsmittel ergriffen worden ist (Art. 391 Abs. 3 StPO).
2. Genugtuungsbegehren des Privatklägers A._
Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten, dem Privatkläger A._
Fr. 12'000.– zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 5. Dezember 2010 als Genugtuung
zu bezahlen und wies das Genugtuungsbegehren im Mehrbetrag ab.
Der Vertreter des Privaklägers A._ beantragt eine Erhöhung der
Genugtuung auf Fr. 20'000.– nebst Zins zu 5 % seit dem 5. Dezember 2010 mit
der Begründung, der Privatkläger A._ habe durch die völlig unerwartete
Schussabgabe des Beschuldigten in seinem ansonsten sicheren Stammlokal
schwere Verletzungen erlitten. Auch heute noch leide er unter körperlichen
Beschwerden. Nur unter grossen und nachhaltigen Schmerzen habe er sich
teilweise in seinen Beruf zurückkämpfen können. Er sei unheilbar traumatisiert,
habe seine Lebenslust verloren und eine Besserung sei in den letzten Jahren
nicht eingetreten. Zudem habe er eine enorme Zukunfts- und Verarmungsangst.
Weiter moniert der Vertreter, die Vorinstanz sei auf die individuellen, im Einzelnen
dargelegten Umstände nicht näher eingegangen; so beschränke sich die
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=Genugtuung+psychische+&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F132-II-117%3Ade&number_of_ranks=0#page117
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Vorinstanz auf die Ausführung, die körperlichen Verletzungen seien in einem
Bereich vierstelliger Genugtuungen anzusiedeln, wobei dem Privatkläger
zugestanden wird, dass er – fast drei Jahre nach der Tat – immer noch nur
eingeschränkt arbeitsfähig und immer noch traumatisiert sei (Urk. 108 S. 3 ff.).
Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten macht in seiner
Berufungsantwort geltend, die Genugtuung für beide Privatkläger sei
vergleichsweise hoch; beide seien physisch gesund und die psychische
Beeinträchtigung bzw. die Einschränkung des Lebensgenusses sei mit Fr.
12'000.– ausreichend entschädigt; zudem sei der Beschuldigte relativ hart bestraft
worden, weshalb sich eine Privatstrafe in Form einer Genugtuung in casu nicht
aufdränge (Urk. 116 S. 2).
Der Privatkläger A._ wurde durch die Schussabgabe des Beschuldigten
verletzt und musste mehrfach operiert werden; eine unmittelbare Lebensgefahr
bestand jedoch nicht (Urk. 13/2, 13/5 und 13/8). Er wurde knapp eine Woche im
Universitätsspital Zürich stationär behandelt und war in der Folge arbeitsunfähig
(Urk. 13/5). Seit Frühjahr 2012 arbeitet er zu 50 %, wobei seine Arbeitsfähigkeit
dauernd eingeschränkt ist. Wie sein Vertreter ausführt, leidet er weiterhin unter
Schmerzen und die Verletzungen am rechten Unterarm sind trotz Therapien nicht
ausgeheilt, so dass er diesen Arm und die rechte Hand nicht längere Zeit
schmerzfrei gebrauchen kann (Urk. 108 S. 3).
Aufgrund des Vorfalls steht der Privatkläger A._ in psychiatrischer
Behandlung. Sein Psychiater attestiert, der Privatkläger A._ leide an einer
chronischen ängstlich-depressiven Störung, er habe ausgeprägte
Schlafstörungen, welche andauernd medikamentös behandelt werden müssen
und es liege eine posttraumatische Belastungsstörung vor (Urk. 71/1). Die vom
Privatkläger A._ beschriebenen Symptome einer posttraumatischen
Belastungsstörung (Urk. 108 S. 3) sind ohne Weiteres auf das vom Beschuldigten
verursachte traumatische Geschehen zurückzuführen. Unter Berücksichtigung der
Schwere der vom Privatkläger A._ erlittenen und vom Beschuldigten
verursachten Verletzung seiner körperlichen und psychischen Integrität, des
vorliegend schweren Verschuldens des Beschuldigten, des fehlenden
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Selbstverschuldens des Privatklägers A._ sowie der gerichtsüblichen
Ansätze erscheint eine Genugtuungssumme von Fr. 12'000.– als angemessen
(vgl. HÜTTE/LANDOLT, Genugtuungsrecht, Band 2 Landolt, Zürich/St. Gallen 2013,
S. 415-425; insbesondere Fall Nr. 392, Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 11.
Oktober 2012 [DG120041]: Zwei Täter überfielen eine Pokerrunde, wobei der eine
Täter mehrmals um sich schoss. Das zweifach angeschossene Opfer erhielt
Fr. 10'000.– Genugtuung, wobei zu keinem Zeitpunkt eine unmittelbare
Lebensgefahr bestand, das Opfer jedoch eine posttraumatische
Belastungsstörung erlitt.). Der Beschuldigte anerkennt eine Genugtuung in dieser
Höhe (Urk. 116).
Der Beschuldigte ist somit zu verpflichten, dem Privatkläger A._ eine
Genugtuung in der Höhe von Fr. 12'000.–, zuzüglich 5 % Zins seit dem 5.
Dezember 2010 zu bezahlen. Im Mehrbetrag ist die Genugtuungsforderung
abzuweisen.
3. Genugtuungsbegehren des Privatklägers B._
Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten, dem Privatkläger B._
Fr. 12'000.– zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 5. Dezember 2010 als Genugtuung
zu bezahlen und wies das Genugtuungsbegehren im Mehrbetrag ab.
Der Vertreter des Privatklägers B._ beantragt auch für diesen eine
Erhöhung der Genugtuung auf Fr. 20'000.– nebst Zins zu 5 % seit dem 5.
Dezember 2010. Zur Begründung führt er aus, der Privatkläger B._ leide
zunehmend unter Beschwerden. Er schlafe schlecht und zum Teil nicht, träume
die Situation jener Nacht immer wieder und glaube, dass sein Gedächtnis immer
schlechter werde. Zudem habe er ständige Schmerzen, auch in der Umgebung
der Lunge und an den angeschossenen weiteren Körperteilen. Er habe sich in
seinem Wesen geändert, sei einsam, kontaktarm und in sich gekehrt. Immer noch
und immer wieder höre er die Schüsse und gerate in Panik. Auch er sei in seinem
Stammlokal von den Schüssen des Beschuldigten überrascht worden und habe
sich nur unter grossen und nachhaltigen Schmerzen vollständig in seinen Beruf
zurückkämpfen können, wobei die Spätfolgen der Tat immer noch jederzeit zur
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Berufsunfähigkeit führen könnten (Urk. 108 S. 3 ff.). Der Vertreter kritisiert, die
Vorinstanz gestehe dem Privatkläger zwar zu, weiterhin traumatisiert zu sein; sie
würdige dessen konkrete Vorbringen jedoch nicht (Urk. 108 S. 5).
Bezüglich der Ausführungen der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten
zur beantragten Genugtuung des Privatklägers B._ kann auf das beim
Privatkläger A._ Erwähnte verwiesen werden.
Der Privatkläger B._ wurde durch die Schussabgabe des Beschuldigten
verletzt, jedoch ebenfalls nicht lebensbedrohlich (Urk. 12/5). Nur wenige Tage
nach dem Vorfall nahm er seine Arbeit wieder auf. Es erscheint plausibel, dass
der Privatkläger B._ wie der Privatkläger A._ immer noch traumatisiert
ist, auch wenn er sich nicht in psychiatrischer Behandlung befindet. Auch ihn trifft
kein Selbstverschulden an der Tat und die von ihm dargelegten psychischen und
physischen Beeinträchtigungen (Urk. 108 S. 3 ff.) sind auf das Verhalten des
Beschuldigten zurückzuführen, wobei dessen Verschulden schwer wiegt.
Bezüglich der vergleichbaren Präjudizien kann auf das beim Privatkläger A._
Ausgeführte verwiesen werden. Unter Berücksichtigung aller wesentlichen
Umstände sowie des Verschlechterungsverbots erscheint auch beim Privatkläger
eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 12'000.– als angemessen; diese wird vom
Beschuldigten nicht angefochten (Urk. 116).
Der Beschuldigte ist somit zu verpflichten, dem Privatkläger B._ eine
Genugtuung in der Höhe von Fr. 12'000.– zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 5.
Dezember 2010 zu bezahlen. Im Mehrbetrag ist sein Genugtuungsbegehren
abzuweisen.
IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Prozessentschädigung des Privatklägers A._ für das erstinstanzliche
Verfahren
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Die Vorinstanz ist, nachdem der Privatkläger A._ seine
Entschädigungsforderung bis zum Ende der Hauptverhandlung nicht beziffern und
weder belegen noch abschätzen liess, auf dessen Antrag nicht eingetreten.
Der erbetene Vertreter des Privatklägers A._ führt dagegen an, er habe
zwar detaillierte Abrechnungen zu Beginn der Verhandlung des Bezirksgerichts
Uster nicht vorlegen können, er habe diese aber am gleichen Tag nachgereicht;
der Wortlaut von Art. 433 StPO verlange eine Bezifferung und Belegung der
Forderung für den Ersatz von Prozessaufwendungen, daraus ergebe sich jedoch
nicht zwingend, dass dies anlässlich der Verhandlung geschehen müsse (Urk.
108 S. 6).
Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten bringt vor, dass keine
Prozessentschädigung geschuldet sei und diese, wenn überhaupt, in einem
Zivilprozess und nicht auf dem Wege der Berufung gegen das Strafurteil geltend
zu machen sei (Urk. 116 S. 2).
Gemäss Art. 433 Abs. 2 StPO hat die Privatklägerschaft ihre
Entschädigungsforderung bei der Strafbehörde zu beantragen, zu beziffern und
zu belegen. Kommt sie dieser Pflicht nicht nach, so tritt die Strafbehörde auf den
Antrag nicht ein. Der Untersuchungsgrundsatz gilt hier nicht und der Privatkläger
muss selbst aktiv werden. Die Ansprüche sind verwirkt, wenn der Privatkläger
Gelegenheit hatte, seine Ansprüche anzumelden und diese Gelegenheit nicht
wahrnahm (SCHMID, Handbuch StPO, 2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2013, N 1831).
Im Rahmen der Hauptverhandlung hat der Privatkläger seine Anmeldung,
Bezifferung und Belegung der Entschädigungsansprüche bis zum Abschluss der
Parteiverhandlung vorzubringen. So kann der Beschuldigte, welcher den
Privatkläger gemäss Art. 433 Abs. 1 StPO direkt zu entschädigen hat, dazu
Stellung nehmen. Nachdem die Verfahrensleitung die Parteiverhandlung für
geschlossen erklärt hat, können die Parteien nichts mehr nachtragen (Art. 346
StPO; SCHMID, Praxiskommentar StPO, Art. 346).
Die Vorinstanz gab dem Privatkläger A._ anlässlich der
Hauptverhandlung zweimal Gelegenheit, seinen Anspruch auf
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Prozessentschädigung zu beziffern und zu belegen. Die Hauptverhandlung vom
25. April 2013 endete um 15.00 Uhr, ohne dass der Privatkläger diese
Gelegenheit wahrgenommen hätte. Erst mit Fax-Eingabe desselben Tags um
23.56 Uhr reichte sein Vertreter eine Honorarforderung in der Höhe von Fr.
3'686.20, inkl. Mehrwertsteuer ein. Ist das genaue Beziffern bzw. Belegen
anlässlich der Hauptverhandlung nicht möglich, so sind die zuzusprechenden
Beträge abzuschätzen (SCHMID, Praxiskommentar StPO, Art. 433 N 9). Der
Privatkläger hätte somit zumindest eine Schätzung seiner
Entschädigungsforderung bis zum Schluss der Parteiverhandlung vorbringen
können, was er nicht getan hat. Die Vorinstanz ist somit gemäss Art. 433 Abs. 2
StPO zu Recht auf den Antrag des Privatklägers A._ nicht eingetreten,
weshalb Dispositivziffer 14 des vorinstanzlichen Urteils zu bestätigen ist.
2. Prozessentschädigung des Privatklägers B._ für beide Instanzen
Dem Privatkläger B._ wurde die unentgeltliche Rechtspflege gewährt
(Urk. 49). Sein Vertreter verlangt für diesen eine Prozessentschädigung sowohl
für das erstinstanzliche Verfahren als auch für das Berufungsverfahren. Des
Weiteren beantragt er für beide Verfahren eine Entschädigung für seine
Aufwendungen als unentgeltlicher Beistand (Urk. 108 S. 2).
Der Anspruch des Privatklägers gegenüber dem Beschuldigten auf
angemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Verfahren ergibt
sich aus Art. 433 Abs. 1 StPO. Gemäss Art. 138 Abs. 2 StPO fallen diese
Entschädigungen im Umfang der staatlichen Aufwendungen für unentgeltliche
Rechtspflege an den Bund bzw. an den Kanton. Der Staat haftet allein für die
Entschädigung der unentgeltlichen Verbeiständung des Privatklägers, weshalb
insofern kein Anspruch auf Parteientschädigung besteht. Die Entschädigung der
unentgeltlichen Verbeiständung wird zunächst allein vom Staat geleistet; im
Endentscheid wird über die Höhe und die Auferlegung dieser Kosten befunden,
wobei die Entschädigung der unentgeltlichen Verbeiständung zu den
Verfahrenskosten zu schlagen ist (Art. 421 und 422 StPO).
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Die Vorinstanz auferlegte dem Beschuldigten die Entschädigung für die
unentgeltliche Verbeiständung des Privatklägers B._ (Dispositivziffer 13 des
vorinstanzlichen Urteils). In den Erwägungen vermerkte sie, dass der amtliche
Verteidiger (recte: der unentgeltliche Beistand des Privatklägers) beim
Bezirksgericht Uster die Entschädigung nachträglich beziffern und die
Honorarnote einreichen könne (Urk. 93 S. 50 f.). Die Vorinstanz bestimmte durch
die Kostenauferlegung an den Beschuldigten, wer die Kosten der unentgeltlichen
Verbeiständung zu tragen hat; an der alleinigen Haftung des Staats für die
Entschädigung der unentgeltlichen Verbeiständung änderte sich dadurch nichts.
Eine Prozessentschädigung an den Privatkläger selbst entfällt mangels
Umtriebe. Soweit diese Entschädigung die Vertretungskosten entgelten soll, hat
der Privatkläger aufgrund der Legalzession dieses Anspruchs an den Staat
ebenfalls kein Anrecht. Der Vertreter des Privatklägers B._ ist erneut darauf
hinzuweisen, dass er seine Aufwendungen im erstinstanzlichen Verfahren direkt
beim Bezirksgericht Uster geltend machen kann. Die Berufungsinstanz
entscheidet nur über die Kosten der unentgeltlichen Verbeiständung im
Berufungsverfahren (siehe nachfolgend).
3. Kosten des Berufungsverfahrens
Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe
ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Beide Privatkläger
unterliegen mit ihren Berufungen vollumfänglich. Ausgangsgemäss sind dem
Privatkläger A._ somit die Kosten des Berufungsverfahrens, inklusive
derjenigen der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten (in Anlehnung an Art.
436 Abs. 1 und 2 i.V.m. Art. 432 Abs. 1 StPO), exklusive jedoch derjenigen der
unentgeltlichen Verbeiständung des Privatklägers B._, zur Hälfte
aufzuerlegen.
Dem Privatkläger B._ sind die Kosten des Berufungsverfahrens im
gleichen Umfang, jedoch zuzüglich der Kosten seiner unentgeltlichen
Verbeiständung, aufzuerlegen. Zufolge der Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege (Urk. 49) ist er einstweilen von der Tragung seines Kostenanteils
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befreit (Art. 136 Abs. 2 lit. b StPO). Sein Kostenanteil ist deshalb auf die
Gerichtskasse zu nehmen, wobei die Rückzahlungspflicht vorbehalten bleibt.