Decision ID: 22838cec-0a6b-5e6e-a932-a02a2f83c9aa
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Am 2. März 2011 (Datum der Unterzeichnung der Pläne; Datum auf dem
Baugesuchsformular: 03.01.2011; vgl. act. 9-5/4 und 5 ff.) ersuchte die Y. AG um
Bewilligung des Abbruchs der Gewächshausanlage mit Gartencenter Vers.-Nr. 0000
auf dem östlichen Teil des Grundstücks Nr. 001 (GI A, Grundbuch Zuzwil) und des
Baus einer Tankstelle mit Shop und Selbstbedienungswaschanlage auf dessen
westlichem Teil. Das Grundstück grenzt im Norden an die A.-strasse und im Osten an
die B.-strasse, die ihrerseits die westliche Grenze des Grundstücks Nr. 002 (GI A)
bildet. Die neu zu überbauende Fläche liegt rund achtzig Meter westlich des von der
A.-strasse und der B.-strasse (Kantonsstrassen zweiter Klasse) und der C.-strasse
(Gemeindestrasse erster Klasse) gebildeten Kreisels. Die Genossenschaft X. ist
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Eigentümerin des Grundstücks Nr. 002 und betreibt auf dem Grundstück Nr. 0003,
welches rund 150 Meter westlich des Grundstücks Nr. 001 ebenfalls südlich der A.-
strasse liegt, ihrerseits eine Tankstelle. Am 7. November 2011 wies der Gemeinderat
der Politischen Gemeinde Zuzwil die von der Genossenschaft X. innerhalb der
Auflagefrist, die vom 1. bis 14. April 2011 dauerte, erhobene Einsprache ab und erteilte
der Y. AG die Baubewilligung.
B./ Das Baudepartement des Kantons St. Gallen wies nach Durchführung eines
Augenscheins und Einholen eines Amtsberichts des kantonalen Tiefbauamtes zur
strassenmässigen Erschliessung den von der Genossenschaft X. gegen die Abweisung
der Einsprache erhobenen Rekurs am 17. September 2012 ab und verpflichtete sie, die
Entscheidgebühr von 3'500 Franken zu bezahlen und die Y. AG mit 3'250 Franken
ausseramtlich zu entschädigen.
Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, selbst wenn das Bauprojekt nicht
von Beginn weg korrekt visiert gewesen wäre, wäre der Genossenschaft X. dadurch
kein Nachteil entstanden. Sie habe Kenntnis vom öffentlichen Auflageverfahren
erhalten und durch ihren Rechtsvertreter rechtzeitig Einsprache erheben können. Da
die Entfernung zwischen der westlichen Grenze des Grundstücks Nr. 002 und der
östlichen Fassade des geplanten Tankstellenshops rund 55 Meter betrage, erweise
sich die Rüge der fehlenden Bauanzeige als unbegründet. Da es sich bei der A.-strasse
um eine Kantonsstrasse handle, sei die Ein- und Ausfahrt durch das kantonale
Tiefbauamt zu prüfen. Die Baubewilligungsbehörde prüfe demgegenüber die Baureife
bzw. die Erschliessungssituation insgesamt. Das Tiefbauamt sei zur sachgerechten und
vollständigen Beantwortung der hauptsächlich rechnerischen Fragen im
Zusammenhang mit der Erschliessung ausreichend qualifiziert, so dass auf die
Einholung eines zusätzlichen externen Gutachtens verzichtet werden könne. Weshalb
an den schlüssigen und nachvollziehbaren Beurteilungen der geplanten Ein- und
Ausfahrt durch das Tiefbauamt gezweifelt werden müsste, sei nicht ersichtlich. Die A.-
strasse verlaufe gerade und die geplante Ein- und Ausfahrt sei sehr übersichtlich. Dass
ein in die Tankstelle einfahrender Lastwagen von einem ausfahrenden Personenwagen
blockiert werde, könne aufgrund des sehr langen und mit zweieinhalb Metern sehr
breiten, faktisch als Linksabbiegespur dienenden Mehrzweckstreifens, der als
Aufstaustrecke für rund zehn Fahrzeuge dienen könne, ausgeschlossen werden. Zur
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Beurteilung der Eignung des Mehrzweckstreifens sei auch auf die Gesamtbreite mit der
angrenzenden Fahrbahn, die sechseinhalb Meter betrage, abzustellen. Bei der Ausfahrt
dürfe der Mehrzweckstreifen mitbenutzt werden. Die von der Genossenschaft X.
eingereichte Schleppkurvenberechnung zeige gewisse Unterschiede, die für die
Beurteilung aber nicht von Bedeutung seien. Entscheidend seien die problemlose
Mitbenützung der beiden Ein- und Ausfahrtsstreifen und die Funktion des
Mehrzweckstreifens als faktische Linksabbiegespur, die eine unzulässige Behinderung
des in gleicher Richtung fahrenden Geradeausverkehrs ausschliesse. Für die
Beurteilung der Erschliessungssituation sei einzig die Situation auf der A.-strasse
massgebend.
C./ Die Genossenschaft X. (nachfolgend Beschwerdeführerin) erhob durch ihren
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 2. Oktober 2012 und Ergänzung vom 29. Oktober
2012 gegen den Rekursentscheid des Baudepartements (nachfolgend Vorinstanz) vom
17. September 2012 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge seien der angefochtene Entscheid und die vom
Gemeinderat Zuzwil erteilte Baubewilligung vom 7. November 2011 aufzuheben und
die Baubewilligung nicht zu erteilen, eventualiter die Angelegenheit zur Neubeurteilung
an die Vorinstanz zurückzuweisen. Zum Beweis werden die Durchführung eines
Augenscheins und die Einholung eines umfassenden Gutachtens beantragt. Das
Gutachten soll sich zur Frage, ob eine rechtsgenügliche Erschliessung insbesondere
für Fahrzeuge, welche die Dimension eines Personenwagens überschreiten, von
Norden her über die A.-strasse möglich und zulässig sei, äussern und die
Erschliessungsvariante "Süd", allenfalls eine Kombinationsvariante, prüfen.
Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 20. November 2012 die
Abweisung der Beschwerde. Die Politische Gemeinde Zuzwil (nachfolgend
Beschwerdebeteiligte) verzichtete am 28. November 2012 auf eine Vernehmlassung.
Die Y. AG (nachfolgend Beschwerdegegnerin) nahm am 12. Dezember 2012
(Postaufgabe) Stellung zur Beschwerde und beantragte deren Abweisung unter
Kosten- und Entschädigungsfolge. Die Beschwerdeführerin äusserte sich am 11.
Januar 2013 zu den Vernehmlassungen der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge wird,
soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
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Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Sachentscheid zuständig (vgl. Art. 59bis Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, abgekürzt VRP). Da mit der
Beschwerde gegen den Rekursentscheid die Abweisung der Einsprache und die
Erteilung der Baubewilligung notwendigerweise inhaltlich mit angefochten ist, ist auf
die Beschwerde, soweit damit die Aufhebung der Baubewilligung vom 7. November
2011 beantragt wird, nicht einzutreten (Devolutiveffekt; vgl. BGer 1C_150/2012 vom 6.
März 2013 E. 1; BGE 134 II 142 E. 1.4). Die Beschwerdeführerin, die Adressatin des
angefochtenen Entscheids und unbestrittenermassen Eigentümerin des vom
Baugrundstück Nr. 001 lediglich durch die B.-strasse getrennten Grundstücks Nr. 002
ist, ist zur Beschwerde befugt. Ob sich daran etwas ändern würde, wenn die überbaute
Fläche – wie vorgesehen – vom westlichen Teil des Grundstücks Nr. 001 abgetrennt
wäre, kann offen bleiben. Die Distanz zur zu überbauenden Fläche beträgt
unbestrittenermassen weniger als hundert Meter, so dass von einem schützenswerten
Interesse der Beschwerdeführerin entsprechend der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung aufgrund der räumlichen Nähe (BGE 121 II 171 E. 2b, BGer
1C_249/2010 vom 7. Februar 2011 E. 3.3, 1C_346/2011 vom 1. Februar 2012 E. 2.5;
vgl. aber auch BGer 1C_203/2012 vom 18. Januar 2013 E. 1.2) und der geltend
gemachten Gefahr eines Verkehrsstaus auf dem Kreisel, an welchen ihr Grundstück
angrenzt, ausgegangen werden darf (vgl. Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP).
Die Beschwerdeführerin ist insbesondere befugt, die ungenügende Erschliessung der
geplanten Bauten und Anlagen geltend zu machen, zumal damit die Realisation des
Projekts in Frage gestellt wird (vgl. BGE 133 II 249 E. 1.3.2; BGer 1_236/2010 vom 16.
Juli 2010 E. 1.4 und 1.5 mit Hinweisen). Die Eingabe vom 2. Oktober 2012 ist
rechtzeitig eingereicht worden und erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 29.
Oktober 2012 in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art.
64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde
ist - unter dem erwähnten Vorbehalt – einzutreten.
2. Nach Auffassung der Beschwerdeführerin hat die Vorinstanz, indem sie kein
Verkehrsgutachten
einholte, in willkürlicher Weise ihren Anspruch auf rechtliches Gehör und den
Untersuchungsgrundsatz verletzt.
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2.1. Die Behörde ermittelt den Sachverhalt und erhebt die Beweise von Amtes wegen,
wobei vorbehältlich der Wahrung des öffentlichen Interesses nur die von den
Beteiligten angebotenen und die leicht zugänglichen Beweise über erhebliche
Tatsachen aufzunehmen sind (vgl. Art. 12 Abs. 1 und 2 VRP). Verfassungsrechtlich
ergibt sich der Anspruch auf Gewährung des rechtlichen Gehörs aus Art. 29 Abs. 2 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, abgekürzt BV).
Der Anspruch umfasst unter anderem das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines
in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheides zur Sache zu äussern, sowie das
Recht auf Abnahme der rechtzeitig und formrichtig angebotenen rechtserheblichen
Beweismittel (vgl. BGE 134 I 140 E. 5.3). Über nicht rechtserhebliche
Tatsachenbehauptungen ist kein Beweis zu führen und entsprechenden
Beweisanträgen ist keine Folge zu geben (vgl. BGer 2C_733/2012 vom 24. Januar 2013
E. 3.2.1 mit Hinweis unter anderem auf BGE 125 I 127 E. 6c/cc). Die
Verfassungsgarantie steht zudem einer vorweggenommenen Beweiswürdigung nicht
entgegen. Auf die Abnahme von Beweisen kann verzichtet werden, wenn die Behörde
aufgrund der bereits abgenommenen Beweise ihre Überzeugung gebildet hat und ohne
Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung annehmen kann, ihre Überzeugung
werde durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert (vgl. BGE 134 I 140 E. 5.3; 131
I 153 E. 3 mit Hinweisen).
2.2. Nachdem in der Angelegenheit am 23. Februar 2012 ein Augenschein durchgeführt
worden war und die Beschwerdeführerin am 10. April 2012 von einem – nicht
namentlich bezeichneten - Ingenieurbüro erstellte Schleppkurvenberechnungen (act.
9-24, Beilagen 1 und 2) eingereicht und ein umfassendes Verkehrsgutachten beantragt
hatte, holte die Vorinstanz beim kantonalen Tiefbauamt einen Amtsbericht zur
strassenmässigen Erschliessung des Grundstücks Nr. 001 ein (act. 9-27). Die
Beschwerdeführerin rügte die Schleppkurvenberechnungen des Tiefbauamtes im
Bericht vom 30. April 2012 und hielt an der Einholung einer externen Beurteilung fest.
Die Vorinstanz ist im angefochtenen Entscheid auf die Auffassung, Lastwagen würden
bei der Zu- und Wegfahrt die Ein- und Ausfahrt in einem wesentlich grösseren
Ausmass als nach der Darstellung des kantonalen Tiefbauamtes beanspruchen und die
Schleppkurven würden durch die Tanksäulen hindurchführen, eingegangen (vgl.
angefochtener Entscheid E. 5.5.3, 5.5.4 und 5.5.5). Sie hat die Auffassung vertreten,
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massgebend seien einzig die Verhältnisse auf der A.-strasse, nicht jedoch auf dem
Baugrundstück selbst, und ausgeführt, weshalb der Umstand, dass auf den
Schleppkurvenberechnungen des kantonalen Tiefbauamtes noch die Grundrisse der –
abzubrechenden – Gärtnerei und nicht jene der neu zu erstellenden Gebäude
eingetragen sind, nicht von Belang ist (vgl. angefochtener Entscheid E. 5.5.6). Die
Vorinstanz ist – unter Zugrundelegung der Berechnungen des kantonalen Tiefbauamtes
- davon ausgegangen, auch Lastwagen seien in der Lage, vom Grundstück nach rechts
abzubiegen, ohne die Gegenfahrbahn auf der A.-strasse zu beanspruchen (vgl.
angefochtener Entscheid E. 5.3.2.1). Auch in der von der Beschwerdeführerin
eingereichten Darstellung tangieren die Schleppkurven eines nach rechts abbiegenden
Lastwagens mit Anhänger die Gegenfahrbahn nicht (vgl. act. 9-24). Davon, dass bei
einer solchen Wegfahrt der Mehrzweckstreifen beansprucht wird, ging auch die
Vorinstanz, die auf die Darstellungen des kantonalen Tiefbauamtes abstellte, aus. Sie
hat im Übrigen den Amtsbericht des kantonalen Tiefbauamtes vom 30. April 2012 unter
Berücksichtigung der Einwände der Beschwerdeführerin und des Ergebnisses des
Augenscheines eingehend gewürdigt (vgl. angefochtener Entscheid E. 5.3 und 5.4).
2.3. Unter den dargelegten Umständen hat die Vorinstanz den Anspruch der
Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör nicht verletzt. Insbesondere durfte sie unter
Würdigung der von der Beschwerdeführerin eingereichten
Schleppkurvenberechnungen davon ausgehen, dass die Beurteilung der
strassenmässigen Erschliessung des Grundstücks Nr. 001 durch ein Ingenieurbüro
nicht entscheidend von jener des kantonalen Tiefbauamtes abweichen würde, und
deshalb auf die Einholung des beantragten Gutachtens verzichten.
2.4. An diesem Ergebnis vermag der Einwand der Beschwerdeführerin nichts zu
ändern, beim kantonalen Tiefbauamt handle es sich nicht um eine "neutrale Instanz",
da es bereits am 18. März 2009 im Verfahren vor den Gemeindebehörden zur
Erschliessung des Bauprojektes Stellung genommen habe.
Gemäss Art. 63 des Strassengesetzes (sGS 732.1, abgekürzt StrG) bedürfen Bau oder
Änderung von Zufahrten der Bewilligung (Abs. 1 Ingress und lit. a); sie wird erteilt, wenn
weder die Strasse beeinträchtigt noch der Verkehr gefährdet wird (Abs. 2). Über die
Kantonsstrassen hat gemäss Art. 6 Abs. 1 StrG der Kanton die Hoheit. Das kantonale
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Tiefbauamt, für welches der Strasseninspektor handelt, ist gemäss Art. 1 der
Strassenverordnung (sGS 732.11, abgekürzt StrV) in Verbindung mit Nr. BD.B.02.04
des Anhangs zur Ermächtigungsverordnung (sGS 141.41) zum Erlass von Verfügungen
nach dem Strassengesetz zuständig, soweit sie Kantonsstrassen betreffen. Das
kantonale Tiefbauamt war mithin gesetzlich verpflichtet, bei der Erteilung der
strassenpolizeilichen Bewilligung am 12. September 2011 die Zu- und Wegfahrt
objektiv insbesondere unter dem Aspekt der Verkehrssicherheit zu überprüfen. Mit dem
Amtsbericht vom 30. April 2012 hat das Tiefbauamt deshalb lediglich die Grundlagen
ihrer objektiven Beurteilung konkretisiert. Auch die vorgängige Stellungnahme des
Strasseninspektors vom 18. März 2009 steht im Zusammenhang mit seiner Pflicht, die
Gestaltung der Zu- und Wegfahrt nur zu bewilligen, wenn dadurch weder die Strasse
beeinträchtigt noch der Verkehr gefährdet wird. Sie ist nicht geeignet, einen Anschein
der Befangenheit im Sinn von Art. 7 Abs. 1 Ingress und lit. c VRP zu erwecken (vgl.
dazu B. Schindler, Die Befangenheit der Verwaltung, Zürich 2002, S. 131); BGer
1C_225/2011 vom 8. September 2011 E. 2.4).
3. In materieller Hinsicht macht die Beschwerdeführerin eine ungenügende
Erschliessung des Grundstücks Nr. 001 geltend.
3.1. Nach Art. 22 Abs. 2 lit. b des Bundesgesetzes über die Raumplanung
(Raumplanungsgesetz; SR 700, abgekürzt RPG) setzt die Erteilung einer
Baubewilligung voraus, dass das Land erschlossen ist. Insbesondere muss nach Art.
19 Abs. 1 RPG die für die betreffende Nutzung hinreichende Zufahrt bestehen. Da das
Bundesrecht nur allgemeine Grundsätze enthält, ergeben sich die Anforderungen an
die Erschliessung im Detail aus dem kantonalen Recht (vgl. B. Heer, St. Gallisches
Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 508). Nach Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes
über die Raumplanung und das öffentliche Baurecht (Baugesetz; sGS 731.1, abgekürzt
BauG) ist Land erschlossen, wenn es über hinreichende Zu- und Wegfahrten verfügt.
Eine Zufahrt ist dann als hinreichend zu betrachten, wenn sie tatsächlich so beschaffen
ist, dass sie bau- und verkehrstechnisch der bestehenden und der geplanten
Überbauung genügt, den zu erwartenden Fahrzeugen und Fussgängern sicheren Weg
bietet und von den öffentlichen Diensten (namentlich Feuerwehr, Sanität,
Kehrichtabfuhr und Schneeräumung) ungehindert benützt werden kann, und – wenn sie
über fremdes Grundeigentum führt – rechtlich gesichert ist (vgl. Heer, a.a.O., Rz. 513
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mit Hinweisen auf die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts). Nach Art. 63 Abs. 2
StrG werden Zufahrten bewilligt, wenn weder die Strasse beeinträchtigt noch der
Verkehr gefährdet wird. Weitergehende Konkretisierungen insbesondere hinsichtlich
der Dimensionierung von Zu- und Wegfahrten hat das st. gallische Recht nicht
getroffen. Soweit dem kantonalen Recht keine besonderen Regeln zu entnehmen sind,
darf für die Auslegung und Anwendung von Art. 49 Abs. 2 lit. a BauG auf den Gehalt
von Art. 19 Abs. 1 RPG abgestellt werden.
Art. 19 Abs. 1 RPG will mit dem Erfordernis der ausreichenden Erschliessung vor allem
polizeiwidrige Zustände verhindern (EJPD/BRP, Erläuterungen RPG, Bern 1981, N. 6 zu
Art. 19). Es soll sichergestellt sein, dass keine Bauten entstehen, die wegen fehlender
Zufahrten sowie Versorgungs- und Entsorgungseinrichtungen feuer- und
gesundheitspolizeiliche Gefahren bieten oder sonstige öffentliche Interessen gefährden
(Waldmann/Hänni, Stämpflis Handkommentar, Bern 2006, N 12 zu Art. 19 RPG). Die
Zufahrt muss die Verkehrssicherheit der übrigen Benützer (Fussgänger, Radfahrer,
Motorfahrzeugfahrer, öffentliche Dienste) gewährleisten sowie den Anforderungen des
Natur- und Heimatschutzes, des Umweltschutzes sowie weiteren wichtigen
Anforderungen der Raumplanung (wie haushälterische Bodennutzung) genügen
(Entscheid 1P.115/1992 vom 6. Mai 1993 E. 4, publ. in ZBl 95/1994 S. 89 und URP
1993 S. 449; A. Jomini, in: Kommentar zum RPG, Loseblattsammlung, Stand 2010, N
19 zu Art. 19 ff. RPG).
Was als hinreichende Zufahrt gilt, hängt von der beanspruchten Nutzung des
Grundstücks sowie von den massgeblichen (namentlich örtlichen) Umständen des
Einzelfalls ab (BGE 116 Ib 159 E. 6b; Waldmann/Hänni, a.a.O., N 21 zu Art. 19 RPG).
Dies ist grundstücksbezogen und differenziert zu bestimmen (V. Marantelli-Sonanini,
Erschliessung von Bauland, Bern 1997, S. 45). Dabei steht den kantonalen und
kommunalen Behörden ein erhebliches Ermessen zu (BGE 121 I 65 E. 3a; BGer 1P.
115/1992 vom 6. Mai 1993 E. 4, publ. in ZBl 95/1994 S. 89 und URP 1993 S. 449).
3.2. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Verwendung des Mehrzweckstreifens
als Linksabbiegespur und die Möglichkeit, dass vom Grundstück nach links
Abbiegenden der Kreisel zum Wenden dienen könne, seien gemäss Bauplan nicht
signalisiert. Der durchschnittliche Autofahrer werde aufgrund der Ungewissheit über die
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Funktion des rechtlich nicht definierten Mehrzweckstreifens, bei dem es sich eindeutig
nicht um eine Abbiegespur handle, diesen wohl zum Linksabbiegen meiden. Das
Fassungsvermögen des Mehrzweckstreifens, der aufgrund des Fussgängerstreifens
vor dem Kreisel weit weniger als 65 Meter messe, reiche nicht aus, um die
Anforderungen der Verkehrssicherheit zu erfüllen. Ein Rückstau bis zum Kreisel und ein
Verkehrskollaps könnten die Folge sein. Die Erwartungen an einen mit dem örtlichen
Strassennetz nicht vertrauten Durchschnittslenker seien zu hoch, wenn davon
ausgegangen werde, ein Linksabbieger werde bei der Ausfahrt zunächst nach rechts
fahren und mit Hilfe des Kreisels wenden. Auch die Zufahrt für Lastwagen der
öffentlichen Dienste, wie namentlich der Feuerwehr, Sanität und Kehrichtabfuhr, sei
nicht sichergestellt. Dass Lastwagen zum Abbiegen die Gegenfahrbahn benützen
müssten, sei nicht ausgeschlossen. Müsse ein Lastwagen bis zum Einbiegen auf das
Grundstück warten, bis sowohl Ein- als auch Ausfahrt frei seien, führe dies zu einer
erheblichen Aufstauung. Es liege keine rechtsgenügliche Lösung zur Verhinderung
schwerwiegender Verkehrsbehinderungen auf der A.-strasse vor.
Die Vorinstanz hält dazu fest, die geplante Erschliessung beeinflusse das
Verkehrsgeschehen auf der A.-strasse nicht negativ und werde den Anforderungen
bezüglich Sicherheit und Leistungsfähigkeit gerecht. Damit sei eine genügende
Erschliessung mit hoher Verkehrssicherheit sowohl in Bezug auf die zu erwartenden
Personen- und Lastwagen als auch in Bezug auf Fahrzeuge der Feuerwehr und der
öffentlichen Dienste gegeben.
Die Beschwerdegegnerin führt aus, sie habe unter Beizug eines – namentlich
genannten - Verkehrsingenieurs dem Strasseninspektorat mittels fachgerechter
Computersimulation nachgewiesen, dass die genügende Manövriersituation auf dem
Areal nicht zu Rückstau auf der Hauptstrasse führe.
Die Beschwerdeführerin hält in der Stellungnahme zu den Vernehmlassungen an ihrer
Darstellung fest. Eine erhebliche Rückstaugefahr auf der A.-strasse werde unweigerlich
die Folge haben, dass der Verkehr zwischen Wil und Zuckenriet/Lenggenwil auf die D.-
strasse bzw. zwischen Henau/Niederuzwil und Wil auf die E.-strasse ausweichen
werde. Die Beschwerdeführerin bestreitet, dass der Computersimulation der
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Beschwerdegegnerin die korrekten Daten in Bezug auf das Baugrundstück zugrunde
gelegt worden seien.
3.3. Die Beschwerdeführerin moniert eine ungenügende Zu- und Wegfahrtsmöglichkeit
im Allgemeinen (vgl. dazu nachfolgend E. 3.3.1.) und im Besonderen für Lastwagen
(vgl. dazu nachfolgend E. 3.3.2.) sowie für Feuerwehr und Sanität (vgl. dazu
nachfolgend E. 3.3.3.).
3.3.1. Auf der Höhe der Zufahrt zum Grundstück Nr. 001 ist die A.-strasse – ohne
Trottoirs – 10,5 Meter breit. Die Fahrbahn in jeder Fahrtrichtung ist vier Meter breit.
Dazu kommt ein 2,5 Meter breiter, in der Strassenmitte verlaufender Mehrzweckstreifen
(vgl. dazu Amtsbericht des kantonalen Tiefbauamtes, act. 9-27). Der Mehrzweckstreifen
ist strassenverkehrsrechtlich nicht ausdrücklich geregelt. Er ist indessen ein
gebräuchliches Mittel der Gestaltung von Strassenräumen vorab in Ortskernen und
dient insbesondere als Warteraum für Linksabbiegende (vgl. dazu Projekt VSS
1998/195 der Forschungsstelle ASTRA SBT, www.aramis.admin.ch). Es darf deshalb
davon ausgegangen werden, dass die Funktion eines solchen Mehrzweckstreifens den
Verkehrsteilnehmern zunehmend geläufig ist. Als örtliche Verkehrsanordnung wird er
mittels Markierung dargestellt, die weder verfügt noch veröffentlicht wird (vgl. BGer
1C_285/2010 vom 13. Januar 2011 E. 3.1 mit Hinweis auf Art. 3 Abs. 4 des
Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, und Art. 107 Abs. 3 der
Signalisationsverordnung, SR 741.21).
Die Vorinstanz ist von einer Aufstaustrecke zwischen Kreisel und Zufahrt zum
Grundstück Nr. 001 von 65 Metern ausgegangen (vgl. angefochtener Entscheid E.
5.4.3). Die Länge des Mehrzweckstreifens beträgt bis zur Einfahrt zum Grundstück Nr.
001 unter Berücksichtigung des Fussgängerstreifens nach dem Kreisel rund fünfzig
Meter (vgl. Strassenplan, auf http://betrachter.rgdi.ch) und bietet damit Raum für rund
acht nach links abbiegende Personenwagen. Dieser Warteraum erscheint unter
Berücksichtigung des Zwecks, dem die Bauten und Anlagen auf dem Grundstück Nr.
001 dienen, und des Umstandes, dass in unmittelbarer Nähe in Fahrtrichtung eine
weitere Tankstelle betrieben wird, als ausreichend. Dass die Länge des
Mehrzweckstreifens als genügend beurteilt werden kann, wird auch durch einen
Vergleich mit der Linksabbiegespur zur Tankstelle der Beschwerdeführerin auf dem
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Grundstück Nr. 0003 bestätigt, deren Länge, soweit die Spur ungeschmälert ist, rund
dreissig Meter beträgt (vgl. Orthofoto 2009, auf http://betrachter.rgdi.ch).
Das Einbiegen vom Grundstück Nr. 001 nach links in eine Kantonsstrasse stellt einen
üblichen Verkehrsvorgang dar, der bei jeder Strasse, die eine erhebliche
Verkehrsdichte aufweist, mit Wartezeiten verbunden sein kann. Insoweit stellt sich die
Erschliessungssituation beim Grundstück Nr. 001 nicht als aussergewöhnlich dar. Bei
längeren Wartezeiten darf zudem durchaus davon ausgegangen werden, dass selbst
nicht ortskundige Lenker und Lenkerinnen zunächst nach rechts abbiegen, umso mehr
als sich der Kreisel, welcher einen problemlosen Richtungswechsel erlaubt, in
Sichtdistanz befindet.
3.3.2. Dem Amtsbericht des kantonalen Tiefbauamtes vom 30. April 2012 liegen sechs
Schleppkurvenberechnungen für Lastwagen mit Anhänger bei, welche mit dem zur
Projektierung im ganzen Kanton verwendeten Simulationsmodell erstellt wurden. Da
das kantonale Tiefbauamt – wie dargestellt – für die Bewilligung von Zu- und
Wegfahrten bei Kantonsstrassen zuständig ist und dabei insbesondere den Aspekt der
Verkehrssicherheit zu überprüfen hat, darf darauf abgestellt werden. Nach den von der
Beschwerdeführerin eingereichten Schleppkurvenberechnungen beansprucht ein zu-
oder wegfahrender Lastwagen mit Anhänger die Ein- und Ausfahrt in einem weiter
gehenden Ausmass als dies nach dem Berechnungsmodell des kantonalen
Tiefbauamtes der Fall ist. Selbst wenn auf diese Darstellung abgestellt würde, änderte
dies am Ausmass der dadurch verursachten Verkehrsbehinderung insoweit nichts, als
es während der Zu- und Wegfahrt grösserer Motorfahrzeuge Personenwagen nicht
möglich ist, gleichzeitig die Ein- und Ausfahrt zu benützen.
Den Darstellungen der Schleppkurvenberechnungen ist zu entnehmen, dass Zu- und
Wegfahrten von Lastwagen mit Anhängern nur unter Beanspruchung des
Mehrzweckstreifens und – ausser bei der Wegfahrt nach links in der Darstellung des
kantonalen Tiefbauamtes - mehr als der Hälfte der zehn Meter breiten Ein- und
Ausfahrt des Grundstücks Nr. 001 möglich ist. Beides ist zulässig. Allerdings können
diese Manöver dazu führen, dass andere Fahrzeuge in der Zu- und Wegfahrt kurzzeitig
behindert werden. Eine solche Behinderung ist indessen vergleichbar mit der
Unterbrechung des Verkehrsflusses, wie sie mit der Gewährung des Vortritts
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verbunden ist. Selbst wenn die Erschliessung nicht einer Idealvorstellung entsprechen,
sondern in Einzelfällen gewisse – über den Regelfall hinausgehende - Probleme
aufweisen sollte, wäre sie nicht ohne Weiteres ungenügend im Sinn von Art. 19 Abs. 1
RPG. Die Grenze bilden Gefahren für die Sicherheit von Anwohnern oder von
schwächeren Verkehrsteilnehmern wie Fussgängern, Radfahrern, namentlich Kindern
oder gebrechlichen Personen (vgl. dazu BGer 1C_237/2007 vom 13. Februar 2008 E. 4,
wo selbst bei einem für grössere Fahrzeuge erforderlichen Rückfahrmanöver nicht von
einer ungenügenden Erschliessung ausgegangen wurde). Inwieweit die Zu- und
Wegfahrt beim Grundstück Nr. 001 in verkehrsgefährdender Weise von der üblichen
Erschliessung eines Grundstücks unmittelbar durch eine Kantonsstrasse abweicht, ist
nicht ersichtlich. Jedenfalls aber stellt der Umstand, dass das Grundstück rund achtzig
Meter von einem Kreisel entfernt liegt, keinen Grund dar, um eine im Vergleich zum
Regelfall erhöhte Verkehrsgefährdung anzunehmen. Diese Beurteilung deckt sich im
Übrigen mit jener des – für diesen Bereich als Fachbehörde zuständigen – kantonalen
Tiefbauamtes und der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid.
Es trifft zu, dass die Schleppkurvenberechnungen des kantonalen Tiefbauamtes auf
Plänen dargestellt sind, auf welchen nicht die Grundrisse der künftigen Bauten und
Anlagen wiedergegeben sind. Die Vorinstanz weist indessen zutreffend darauf hin, dass
für die Beurteilung der Erschliessung die Situation auf der A.-strasse, nicht aber jene
auf dem Grundstück Nr. 001 – die im Übrigen ebenfalls durch Simulationen getestet
wurde – massgebend ist. Die Gesamtbreite der Fahrspur und des in der Strassenmitte
verlaufenden Mehrzweckstreifens von 6,5 Metern erlaubt – wie aus den
Schleppkurvendarstellungen des kantonalen Tiefbauamtes ersichtlich wird – die Zu-
und Wegfahrt vom Grundstück Nr. 001 in unterschiedlichen Winkeln. Abgesehen davon
ist die Beachtung der konkreten Lage von Bauten und Anlagen auf dem Grundstück
nach der Zufahrt zum und vor der Wegfahrt vom Grundstück in erster Linie eine Frage
des Manövrierens auf dem Grundstücksgelände. Die Ausrichtung der Wegfahrt eines
Lastwagens mit Anhänger nach der Lage der Tanksäulen führt zudem dazu, dass die
Ausfahrt in einem für den Verkehrsablauf günstigeren Winkel angefahren werden kann.
Der Einwand, wenn Lastwagen auf dem Grundstück nicht richtig wenden könnten, sei
auch die vom Tiefbauamt behauptete Spurführung ausserhalb des Grundstücks nicht
möglich, erscheint unbehelflich, da Manöver auf dem Grundstück der
Beschwerdegegnerin unabhängig von der Zu- und Wegfahrt soweit erforderlich
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möglich sind. Darin aber haben weder das kantonale Tiefbauamt noch die Vorinstanz
eine unzulässige Verkehrsgefährdung erblickt. Hinsichtlich eines allfälligen Rückstaus
bei der Ein- und Ausfahrt grösserer Fahrzeuge ergibt sich beim Grundstück Nr. 001
keine andere Situation als bei jeder anderen Zufahrt auch. Dass die Zufahrt durch die
Anordnung der Bauten und Anlagen auf dem Grundstück Nr. 001 in einem Ausmass
erschwert würde, welche ungewöhnliche Auswirkungen auf die Verkehrssituation auf
der A.-strasse hätte, ist nicht ersichtlich. Davon darf nicht zuletzt auch deshalb
ausgegangen werden, weil die Beschwerdegegnerin in der Tankstellenbranche tätig
und das Architekturbüro, welches die Pläne ausgearbeitet hat, im Tankstellenbau nicht
unerfahren ist (vgl. homepage).
3.3.3. Die Zu- und Wegfahrt von Sanität und Feuerwehr, deren Fahrzeuge regelmässig
nicht die Dimension eines Lastwagens mit Anhänger erreichen, erscheint ohne
Weiteres gewährleistet. Jedenfalls ist nicht ersichtlich, dass allfällige Schwierigkeiten
über jene hinausgehen, die auf besondere durch aussergewöhnlich zahlreiche oder
sich ungeschickt verhaltende Benutzer verursachte Verkehrsverhältnisse
zurückzuführen sind.
3.4. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Schlussfolgerungen der Vorinstanz
anhand der vorliegenden Akten nachvollziehbar und nicht zu beanstanden sind. Die
Beschwerdeführerin moniert, anhand der zusammen mit dem Baugesuch eingereichten
Baupläne könnten die effektiven Platzverhältnisse nicht festgestellt werden. Inwieweit
diese Pläne nicht die üblichen, zur Beurteilung eines Baugesuchs erforderlichen
Voraussetzungen erfüllen, ist nicht ersichtlich. Abgesehen davon müsste auch das von
der Beschwerdeführerin beantragte Verkehrsgutachten auf diese "groben Angaben"
abstellen, so dass konsequenterweise auch diesem Ergebnis entgegen gehalten
werden müsste, es beruhe auf Annahmen. Unter diesen Umständen erübrigt sich die
Durchführung eines zusätzlichen Augenscheines ebenso wie die Einholung eines
Verkehrsgutachtens, welches – entgegen dem Antrag der Beschwerdeführerin - die
Frage, ob die Zu- und Wegfahrt rechtsgenüglich ist, ohnehin nicht beantworten würde.
4. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet. Sie ist deshalb abzuweisen, soweit
auf sie einzutreten ist. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen
Kosten des Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs.
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1 VRP). Eine Entscheidgebühr von 3'500 Franken ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von 3'500 Franken ist
zu verrechnen.
Die Beschwerdeführerin hat die Beschwerdegegnerin ausseramtlich zu entschädigen
(Art. 98 Abs. 1 und Art. 98bis VRP). Der Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin hat
keine Honorarnote eingereicht. Für das Beschwerdeverfahren ist eine Entschädigung
von 2'000 Franken angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. b in Verbindung mit Art. 19 und 6 der
Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75). Die
Beschwerdegegnerin ist selbst mehrwertsteuerpflichtig, weshalb sie die in der
Honorarrechnung ihres Anwalts belastete Mehrwertsteuer als Vorsteuer von ihrer
eigenen Steuerschuld wieder abziehen kann. Die Mehrwertsteuer kann deshalb bei der
Bemessung der ausseramtlichen Entschädigung unberücksichtigt bleiben (vgl. VerwGE
B 2012/54 vom 3. Juli 2012, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch; R. Hirt, Die Regelung
der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, St. Gallen 2004,
S. 194).
Demnach hat das Verwaltungsgericht