Decision ID: 91eb1b1d-db4f-4cc8-a428-e8dfe2f22038
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1958 geborene
X._
war von März 1990 bis September 2008
b
ei der
Y._
AG als Schlosser angestellt (
Urk.
7/11 und
Urk.
7/27/9). Am
6. März 2008
meldete er sich
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbe
zug
(Berufsberatung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit, Arbeitsvermitt
lung, Rente) an (Urk. 7/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zü
rich, IV-Stelle, führte daraufhin erwerbliche
bzw.
berufliche sowie medizini
sche Abklärungen durch, zog die Akten (Urk. 7/9 S. 1-141) der Suva bei und liess den Versicherten am 29. April und am 7. Mai 2009
durch die
Ärzte der
Z._
bidisziplinär begutachten (Ex
pertise vom 16. November 2009
;
Urk. 7/27). Mit Verfügungen vom 4. Juni 2010 (Urk. 7/47 und Urk. 7/48) und vom 14. Juli 2010 (Urk. 7/53) sprach sie ihm mit Wirkung
ab 1. Juni 2008 eine auf einem Invaliditätsgrad von 64 % basierende Dreiviertelsrente zu.
1.2
Die Suva, die im Zusammenhang mit einem vom Versicherten am
10. Juni 2007 erlittenen Autounfall Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen erbracht hatte,
stellte
ihre Leistungen – unter Hinweis darauf, dass die (von einer psy
chischen Störung dominierten) geklagten Beschwerden organisch nicht hin
reichend nachweisbar seien und in keinem adäquaten Kausalzusammenhang zum fraglichen Unfall stünden - mit Verfügung vom 21. Februar 2008
(Urk. 7/9/16 f.)
beziehungsweise Einspracheentscheid vom 16. April 2008 per 29. Februar 2008 ein. Die am 16. Mai 2008 vom Krankenversicherer des Versicherten gegen letztgenannten Entscheid im Prozess Nr. UV.2008.00172 erhobene
Beschwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 7. Dezember 2009 ab.
1.3
Im Rahmen des im Frühjahr 2011 von Amtes wegen initiierten Revisionsver
fahrens (Urk. 7/56) tätigte die IV-Stelle erneut erwerbliche und medizinische Abklärungen und verfügte am 9. August 2012 – unter Hinweis darauf, dass sie den Rentenanspruch gestützt auf die am 1. Januar 2012 in Kraft getretene Schlussbestimmung der Änderung des Bu
ndesgesetzes über die Invaliden
versicherung (IVG) vom 18. März 2011 überprüft habe – die Einstellung der Invalidenrente per 1. Oktober 2012 (
Urk.
7/79). Dagegen erhob der
Versi
cherte mit Eingabe vom 13.
September 2012 (Urk. 7/82/3-9) beim hiesigen Gericht Beschwerde.
1.4
Mit Urteil vom 2
1.
Januar 2013 (Prozess Nr. IV.2012.00930; Urk. 7/92/1-11)
hob das hiesige Gericht die Verfügung der IV-Stelle auf und wies die Sache an diese zurück, damit sie, nach ergänzenden Abklärungen unter anderem zur Frage, ob die
ursprüngliche Rentenzusprache gestützt auf in den
Anwen
dungsbereich der
SchlB IVG 6. IV-Revision
fallende Diagnosen erfolgt
sei
, über den Anspruch des Versicherten neu verfüge. Die IV-Stelle liess den Versicherten erneut
durch die
Z._
allgemeininternistisch, neurologisch, psy
chiatrisch, rheumatologisch und
neuropsychologisch
begutachten
(
Expertise vom 3
1.
Dezember 2014
; Urk.
7/126).
Nach
durchgeführtem Vorbescheid
verfahren
(Urk. 7/134) hob sie die Rente mit
Verfügung vom 3.
Februar 2016 mit dem ersten Tag des zweiten Monats nach Zustellung der Verfügung auf (Urk. 2
).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 2
6.
Februar 2016
Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, die angefochtene Verfügung vom
3.
Februar 2016 sei aufzuheben und es sei die bisherige Rente weiterhin auszurichten. Eventualiter sei die Vor
instanz zu verpflichten, eine psychiatrische Oberexpertise in Auftrag zu geben, worauf neu zu entscheiden sei. Am 2
5.
April 2016 (
Urk.
6)
beantragte die IV-Stelle Abweisung der Beschwerde. Mit Replik vom 2
9.
April 2016 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest (
Urk.
9).
Am
1
9.
Mai 2016 (
Urk.
11) verzichtete die Beschwerdegegnerin auf
Duplik, was dem Beschwer
deführer mit V
erfügung vom 23. Mai 2016 (Urk.
12) zur Kenntnis gebracht wurde.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbs
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglich
keiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreivier
telsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensver
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Validen
einkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu er
folgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Ge
such hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Än
derung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditäts
grad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert ha
ben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesund
heitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Ar
beitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im We
sentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfä
higkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditäts
bemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.5
Der Revisionsordnung nach Art. 17 ATSG geht der Grundsatz vor, dass die Verwaltung befugt ist, jederzeit von Amtes wegen auf eine formell rechts
kräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beur
teilung gebildet hatte, zurückzukommen, wenn sich diese als zweifellos un
richtig erweist und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist.
1.6
Nach lit. a
Abs.
1 der
Schlussbestimmungen der Änderung des IVG vom 18. März 2011 (6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket, in Kraft getreten am 1. Januar 2012; im Folgenden: SchlB zur 6. IV-Revision)
werden Renten, die bei pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraus
setzungen nach Artikel 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen von Artikel 17 Absatz 1 ATSG nicht erfüllt sind. Diese Bestimmung ist verfassungs- und EMRK-kon
form (BGE 139 V 547 E. 3).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die rentenaufhebende Verfügung vom 3. Februar 2016 (Urk. 2) damit, dass die Rentenaufhebung gestützt auf die
SchlB IVG
zur
6.
IV
-
Revision
zu Recht erfolgt sei. B
ei der Begutachtung habe zudem eine klare Aggravationstendenz beobachtet werden können. Der Be
schwerdeführer sei aufgrund der somatischen Befunde in einer angepassten leichten Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig. Es bestehe ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 24 %. Im Laufe des Verfahrens ergänzte sie (Urk. 6), dass die Rente mit der substituierten Begründung der Wiedererwägung auf
zuheben wäre, sollten die Voraussetzungen für eine Rentenrevision gestützt auf die
SchlB IVG
zur
6.
IV
-
Revision
nicht erfüllt sein.
2.2
Der Beschwerdeführer
stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt
(Urk. 1), die psychiatrische Begutachtung müsse wiederholt werden. Die angefochtene Verfügung sei zudem aus verschiedenen Gründen widersprüchlich. In soma
tischer Hinsicht bestehe Klarheit; so sei er aufgrund mehrerer Diagnosen - vorwiegend betreffend die Wirbelsäule - nicht mehr in der Lage, mittel
schwere und schwere Tätigkeiten auszuüben. Was die Ermittlung des Invali
ditätsgrades angehe, sei ein leidensbedingter Abzug zu berücksichtigen. Im Laufe des Verfahrens ergänzte er (Urk. 9), eine zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenzusprache liege keineswegs vor, sei doch unbestritten, dass er seine angestammte Tätigkeit gänzlich nicht mehr ausüben könne. Die Berechnung des Valideneinkommens werde zudem bestritten. Bleibe die Be
schwerdegegnerin bei ihrer Position, müsse sie dem Beschwerdeführer jetzt eine Umschulung gewähren. Auf die psychiatrische Exploration bzw. insbe
sondere auf die Annahme einer angeblichen Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes könne nicht abgestellt werden. Vielmehr habe sich die medizinische Situation eher verschlimmert. Schliesslich sei dem Beschwer
deführer die Rente ursprünglich aufgrund seiner körperlichen Beschwerden und nicht aufgrund einer somatoformen
Schmerzstörung zugesprochen wor
den, zumal
letztere
gemäss Gutachter ohnehin
keinen
Einfluss auf die
Ar
beitsfähigkeit gehabt habe
.
3.
3.1
Dazu kann vorab (E. 3.1-E. 7 hernach) und vorläufig (vgl. E. 8 hernach) Folgen
des festgehalten werden: Die Rentenverfügungen vom 4. Juni und vom 14. Juli 2010 (Urk. 7/48 und Urk. 7/53) basierten in medizinischer Hin
sicht im Wesentlichen auf der rheumatologischen und psychiatrischen Ex
pertise der Z._ vom 16. November 2009 (Urk. 7/27). Darin stellten die Gut
achter folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/27 S. 21):
-
Mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11)
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
Chronisches Panvertebralsyndrom (ICD-10 M54.8)
-
Fehlhaltung und muskuläre Dysbalance
-
Osteochondrosen auf Höhe HWK 4-7 mit diskreter Diskusprotrusion me
dian auf Höhe HWK 5/6 (MRI vom Oktober 2007)
-
Spondylosen der unteren Brustwirbelsäule (radiologische Untersuchung vom Januar 2003)
-
Retropatelläre Arthrose Knie links (ICD-10 M17.1)
-
anamnestisch Status nach Kniearthroplastik linkes Knie vor zirka zwölf Jahren
Die Experten der Z._ gingen davon aus, dass dem Beschwerdeführer – nach einer wohl 100%igen Arbeitsunfähigkeit unmittelbar nach dem Unfall vom 10. Juni 2007 – eine leidensangepasste Tätigkeit seit dem 23. Juni 2008 wie
der im Umfang von 60 % zumutbar sei, wobei die Leistungsfähigkeit sowohl aus rheumatologischer (20%ige Arbeitsunfähigkeit in einer Verweistätigkeit) als auch aus psychiatrischer Sicht (40%ige Arbeitsunfähigkeit [vgl. Urk. 7/27 S. 19]) eingeschränkt sei (Urk. 7/27 S. 22).
3.2
In ihrem
im Rahmen des Revisionsverfahrens eingeholten Z._-Gutachten vom 31.
Dezember 2014 (
Urk.
7/126) hielten
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemein- und Arbeitsmedizin,
Dr.
med.
B._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. med. C._, Facharzt für Rheumatologie FMH, Dr. med. et phil. D._, Neurologie FMH, lic. phil. E._, Fach
psychologe für Neuropsychologie FSP, und Dr. phil. F._, Psychologin FSP, folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (Urk. 7/126/37):
-
Multiregionäre Beschwerden des Bewegungsapparates bei teils deutlichen degenerativen Veränderu
ngen an mehreren Lokalisationen
-
Chronisches lumbovertebra
les Schmerzsyndrom (ICD-10 M54)
-
a
ktuell anamnestisch und klinisch ohne Anhaltspunkt für radikulä
res sensibles oder motori
sches Reiz- oder Ausfallssyndrom
-
Klinisch deutliche schmerzhafte Bewegl
ichkeitseinschränkung der LWS
-
Radiologisch leichte Veränderungen mit Osteochondrose L4/5 und Wurzeltangieru
ng L5 links (MRI vom 12. März 2014), Status nach
CT-gesteuerter periradikulärer Infiltration L5 links
im März 2014
-
Chronisches zerviko
-
thor
akovertebrales Schmerzsyndrom
-
St
atus nach
HWS-D
istorsion 2007 (ICD-10 S13.4)
-
Klinisch allseitig eingeschränkte HWS-Beweglichk
eit
-
Radiologisch m
ehrsegmentale Osteochondrosen mä
ssiger Ausprä
gung C4 - C6
(Röntgen vom 9. April 2014)
-
Tomographisch flachbogige Bandscheibenprotrusionen C5/6 und C6/7, mediane Diskushernie C7/T
h1
ohne
Stenosierungen (MRI 23. Oktober 2007)
-
Gon
a
rthrose beidse
its
-
Klinisch beginnende Flexionskontraktur beidseits linksbetont, Menis
kusschmerzen links möglich
-
Radiologisch ausgeprägte Femoropatellararthrose links, m
ä
ssige medi
ale Gonarthrose
(Röntgen 9. April 2014)
-
St
atus nach
Knieeingriffen links 1997 und
arthroskopisch am 8. November 2002
-
Chronische Kopfschmerzen
(ICD-10 R51)
-
Differentialdiagnose Migräne mit Aura (ICD-10 G43.1)
-
Chronisch intermittierende Schw
indelbeschwerden (ICD-10 R42)
-
Differentialdiagnose
bei Diagnose 2 im Sinne Migr
aine accompagnée (ICD-10 G43.1)
-
Differentialdiagnose
benigner paroxysmaler La
gerungsschwindel (ICD-10 H81.1)
Zudem stellten sie folgende Diagnosen
ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
(Urk. 7/126/38):
-
Depressive Episode,
gegenwärtig remittiert (ICD-10 F32.5)
-
V
erdacht auf
anhaltende somatoform
e Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
n
icht quantifizierbare neuropsychologische Störung bei wahrscheinlicher Symptomverdeutlichung
B
ei der rheumatologischen Untersuchung
sei
der Befund des MRI der Lenden
wirbelsäule vom 1
2.
März 2014 mitberücksichtigt worden sei. Es hät
ten sich
bezogen auf die Vorberichte
weitgehend vergleichbare klinische und bildgebende Befunde gezeigt. Dies
kontrastiere damit,
dass der Beschwerde
führer laufend schlimmere Schmerzen seit dem Unfallereignis 2007 rappor
tiere. So best
ü
nden
i
n mehreren Regionen des Bewegungsapparates Schmer
zen; allerdings
sei
das Ausmass
der
geltend gemachte
n
Leidensintensität ins
besondere im Bereich des oberen Achsenskelettes
d
iskrepan
t
zu den klini
schen und radiomorphologischen Befunden. Aus rheumatologischer Sicht habe sich der muskuloskelettäre
Z
ustand bezüglich der zumutbaren Leis
tungsfähigkeit seit der Rentenzusprache nicht signifikant geändert. Es habe sich nur eine etwas andere diagnostische Etikettierung mit differenzierter Betrachtungsweise der Beschwerden ohne eine Änderung der Auswirkung auf die Funktionszumutung aus muskuloskelettärer Sicht ergeben. Eine Ver
schlechterung oder Verbesserung sei muskuloskelettär somit nicht attestier
bar. Allerdings trenne die rheumatologische Endbeurteilung von 2009 die nicht-muskulären Faktoren ungenügend ab (
Urk.
7/126/40).
Auch bei der neurologischen Untersuchung habe kein Anhaltspunkt für ein radikuläres sensibles oder motorisches Reiz- oder Ausfallssyndrom gefunden werden können. Die beschriebenen Schwindelepisoden
seien
am ehesten der Migraine accompagnée zu
zuordnen
; für einen paroxysmalen Lagerungs
schwindel sei die Anamnese diesbezüglich wenig typisch. Aus muskuloske
lettärer Sicht sei
auf
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 20 % zu er
kennen
;
mitbeinhaltet seien die migräniformen Kopfschmerzen, die die Ar
beitsfähigkeit aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs leicht einschränken würden. Die Schwindelbeschwerden würden den Beschwerdeführer quantita
tiv nicht relevant in seiner Arbeitsfähigkeit einschränken, wohl aber qualita
tiv, weswegen er für Tätigkeiten mit Absturzgefahr nicht eingesetzt werden könne (
Urk.
7/126/40).
Aus psychiatrischer Sicht hätten keine Diagnosen erhoben werden können, die Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit begründen würden. Hier seien eher die Kriterien für eine Aggravation erfüllt. Zwischen den massiven sub
jektiven Beschwerdeschilderungen und dem Verhalten des Beschwerdeführers in den Untersuchungssituationen habe eine auffällige Diskrepanz bestanden. Die subjektiv geschilderte Intensität der Beschwerden habe in einem Missver
hältnis zur Vagheit der Schilderung der einzelnen Symptome gestanden. An
gaben zum Krankheitsverlauf seien nicht präzisierbar gewesen. Das Ausmass der geschilderten Beschwerden habe nicht in Übereinstimmung mit einer entsprechenden Inanspruchnahme therapeutischer Hilfe gestanden. Das Vor
bringen der Klagen wirke appellativ, demonstrativ, theatralisch. Aus psychi
atrischer Sicht habe in der Gegenübertragungssituation das Empfinden des Unechten, des Falschen und gelegentlich auch das Gefühl des Zornes oder des Gekränkt-Seins gestanden. Die früher beschriebene depressive Episode sei wahrscheinlich unter der Behandlung remittiert, der Trazodon-Spiegel sei im therapeutischen Bereich gemessen worden. Die beiden verordneten Neuro
leptika (Chlorprothixen und Flupentixol) seien unterhalb der Nachweisgrenze gemessen worden
(Urk.
7/126/40 f.).
Auch bei der neuropsychologischen Untersuchung müsse von einer wahr
scheinlichen Symptomverdeutlichung ausgegangen werden, da die neuropsy
chologische Störung nicht quantifizierbar gewesen sei
, dies
aufgrund der auffälligen Validierungstests. Hier seien die neuropsychologischen Testbe
funde in dieser Deutlichkeit nicht konsistent mit der eigenanamnestisch be
schriebenen Alltagsfunktionalität und der teilweise erhaltenen Selbständig
keit gewesen. Aus neuropsychologischer Sicht müsse zumindest von einer Symptomverdeutlichung, möglicherweise auch von einer Aggravation ausge
gangen werden (
Urk.
7/126/41).
In ihrer Gesamtbeurteilung hielten die Gutachter fest, dass
der Beschwerdefüh
rer
f
ür die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Schlosser und Schweisser, die als schwere körperliche Arbeit betrachtet werde, bleibend nicht mehr arbeitsfähig
sei.
Dies
stehe
in Übereinstimmung mit der Beurtei
lung von 200
9.
Für eine leichte körperliche Verweistätigkeit ohne wieder
holtes Heben, Stossen oder Ziehen von Lasten
von
mehr als 5 - 8 kg, ohne gehäuft über Kopf oder gebückt zu verrichtende Tätigkeitsanteile, ohne kniende oder kauernde Tätigkeiten, ohne Notwendigkeit zum wiederholten Besteigen von Stufen oder Treppen, ohne Tätigkeiten auf Leitern oder
Ge
rüsten
(
d
as heisst
mit Absturzgefahr
)
sei der Beschwerdeführer wahrschein
lich zu 80
%
arbeitsfähig. Dies begründe sich durch die Befunde aus musku
loskelettärer Sicht, welche eine reduzierte Leistungsgeschwindigkeit bei etwas verlangsamterer Motilität bewirken und vermehrte Pausen notwendig ma
chen würden. Aufgrund der psychiatrischen und neuropsychologischen Be
urteilung hätten sich keine Anhaltspunkte für relevante oder auch sonstige Defizite, die die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen könnten, ergeben. Bei früher beschriebener mittelgradiger Depression habe sich unter der fachgerechten Behandlung eine
Verbesserung ergeben;
die Depression
sei zum Zeitpunkt der Gutachtensbeurteilung remittiert. Hinweise für ein syndromales Be
schwerdebild hätten sich nicht ergeben. Bei der psychiatrischen und neu
ropsychologischen Untersuchung hätten sich deutliche Hinweise auf eine Aggravation
gezeigt
(
Urk.
7/126/31 und Urk.
7/126/41 f.).
4.
4.1
Das polydisziplinäre Gutachten der
Z._
vom 3
1.
Dezember 2014 beruht auf den erforderlichen allgemeininternistischen, rheumatologischen, psychi
atri
schen, neurologischen und neuropsychologischen Untersuchungen, ist für die streitigen Belange umfassend und wurde in Kenntnis der und in Auseinan
dersetzung mit den fallrelevanten Vorakten erstellt. Die Gutachter legten die medizinischen Zusammenhänge einleuchtend dar, beurteilten die medizini
sche Situation überzeugend und setzten sich mit den geklagten Beschwerden und dem Verhalten des Beschwerdeführers auseinander. Sie zeigten auf, dass die rheumatologische Untersuchung
bezogen auf die Vorberichte
weitgehend vergleichbare klinische und bildgebende Befunde gezeigt hat. Eine Verän
derung der somatischen Beschwerden vermochten sie nicht zu attestieren.
4.2
Der Z._-Teilgutachter Dr. B._
(Psychiatrisches Fachgutachten, Urk. 7/126/53-60) legte ausführlich dar, dass sich die früher beschriebene mittelgradige Depression unter der fachgerechten Behandlung und unter an
derem dank
des Antideppressivums
Trazodon verbessert hat; diese zeigte sich zum Zeitpunkt der
gutachterlichen Beurteilung
als remittiert. Bei der psy
chiatrischen Untersuchung ergaben sich deutliche Hinweise auf eine Aggra
vation. So bestand eine auffällige Diskrepanz zwischen den massiven sub
jektiven Beschwerdeschilderungen und dem Verhalten des Beschwerdeführers in den Untersuchungssituationen. Auch stand die subjektiv geschilderte In
tensität der Beschwerden in einem Missverhältnis zur Vagheit der Schilde
rung der einzelnen Symptome. Angaben zum Krankheitsverlauf waren nicht präzisierbar. Das Ausmass der geschilderten Beschwerden stand zudem nicht in Übereinstimmung mit einer entsprechenden Inanspruchnahme therapeuti
scher Hilfe.
Dr. B._
schilderte das Vorbringen der Klagen als appella
tiv, demonstrativ und theatralisch. Wenn
Dr. B._
in Anbetracht dieser Umstände keine definitive Aussage über die Arbeitsfähigkeit aus psychiatri
scher Sicht machen konnte, so ist dies nachvollziehbar
;
i
nsbesondere ist es nicht einer mangelhaft durchgeführten Begutachtung zuzuschreiben, wie dies der Beschwerdeführer geltend macht
.
4.3
Auch lic. phil.
E._
und
Dr.
phil.
F._
(Neuropsychologisches Fach
gutachten,
Urk.
7/126/77-98) hielten fest, dass aus neuropsychologischer Sicht zumindest von einer Symptomverdeutlichung, möglicherweise auch von einer Aggravation ausgegangen werden m
üsse
. Aufgrund der nicht ge
gebenen Validität der durchgeführten Testungen vermochten sie die Arbeits
fähigkeit aus neuropsychologischer Sicht nicht zu beurteilen. Dies ist jedoch nicht den Gutachtern anzulasten und vermag insbesondere nicht mit einer 2010 erhobenen Fremdanamnese der Ehefrau des Beschwerdeführers (
Urk.
7/131 S. 3) in Frage gestellt zu werden. Auch auf
wiederholtes Fragen
hin vermochte der Beschwerdeführer keine konkreten Beispiele
für
Konzen
trationsprobleme im Alltag sowie zu einer gemäss seinen Angaben bestehen
den Vergesslichkeit zu nennen (
Urk.
7/126/89). Im Laufe eines normalen Ta
ges geht er unter anderem mehrfach spazieren,
geht
Brot und das Mittages
sen in der Migros einkaufen und trifft sich oft für kurze Zeit mit Kollegen (Urk. 7/126/21). Dass die Gutachter in Anbetracht dieser Aussagen von einer Alltagsfunktionalität und einer teilweise erhaltenen Selbständigkeit ausgin
gen, ist nachvollziehbar und vermag das neuropsychologische Teilgutachten jedenfalls nicht in Frage zu stellen.
4.4
Die Gutachter gelangten sodann
aus interdisziplinärer Sicht
zum ausführlich begründeten und für das Gericht nachvollziehbaren Schluss, dass sich der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der letzten Begut
achtung verbessert hat und dass er in seiner angestammten Tätigkeit als Schlosser
zwar
nicht mehr, in einer seinen Beschwerden angepassten körper
lich leichten Tätigkeit ohne wiederholtes Heben, Stossen oder Ziehen von Lasten von mehr als 5 - 8 kg, ohne gehäuft über Kopf oder gebückt zu ver
richtende Tätigkeitsanteile, ohne kniende oder kauernde Tätigkeiten, ohne Notwendigkeit zum wiederholten Besteigen von Stufen oder Treppen und ohne Tätigkeiten auf Leitern oder Gerüsten
aber
zu 80 % arbeitsfähig ist.
5.
5.1
Es ist unbestritten und ausgewiesen, dass der Beschwerdeführer aufgrund
der
somatischen Beschwerden in seiner angestammten Tätigkeit nicht mehr ar
beitsfähig und in einer den Beschwerden angepassten leichten Tätigkeit zu 20
%
eingeschränkt ist
;
d
er diesbezügliche Gesundheitszustand hat sich nicht verändert. Der Beschwerdeführer bestreitet jedoch, dass sich sein psychischer Gesundheitszustand seit der letzten Begutachtung verbessert hat.
5.2
5.2.1
Der Beschwerdeführer befindet sich seit Dezember 2007 in psychiatrischer Behandlung im Medizinischen Zentrum
G._
. Bis im Februar 2015 hat
ten 73 Sitzungen stattgefunden (
Urk.
7/131 S. 3). Dies entspricht einem Ge
spräch alle fünf Wochen, was entgegen der
dort gestellten
Diagnose einer schweren depressiven Störung nicht auf einen grossen Leidensdruck hindeu
tet. Gemäss den Berichten der behandelnden Fachpersonen vom
7.
Oktober 2011 (Urk. 7/61) und vom 1
1.
Juni 2013 (
Urk.
7/107/14-16) sowie der Stel
lungnahme zum
Z._-
Gutachten
(
vom
9.
Februar 2015
,
Urk.
7/131)
besteht
seit seinem Unfall
vom
1
0.
Juni 2007
eine
100%
ige
A
rbeitsunfähig
keit
. Dies ist in Anbetracht der im
Z._
-Gutachten vom 16. November 2009 (E. 3.1 hievor) festgelegten Arbeitsfähigkeit von 60
%
seit Juni 2008
bzw. der feh
lenden Auseinandersetzung
mit der abweichenden Einschätzung der Gut
achter nicht
nachvollziehbar
. In ihrem Bericht vom 3. April 2013 (
Urk.
7/96) stellten die Fachpersonen
des Medizinischen Zentrums H._
die Di
agnose einer schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptome. Der von ihnen aufgeführte Befund ist jedoch exakt gleichlautend wie
j
en
er
in ihrem Bericht vom 2
3.
Januar 2008 (
Urk.
7/59/6), gemäss welchem eine mit
telgradige depressive Episode vorgelegen hat
;
a
uch dies ist nicht nachvoll
ziehbar.
5.
2.2
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und Dr. phil.
J._
, Klinischer Psychologe, vom Medizinischen Zentrum
G._,
kritisierten in ihrer Stellungnahme vom 9. Februar 2015 (Urk. 7/131/1-5) das psychiatrische Teilgutachten von Dr.
B._
. So sei unter anderem die Aufnahme der Beschwerden oberflächlich gewesen (S. 2 f.). Die kritisierte Anamnese be
schlägt
jedoch das allgemeininternisti
sche Teilgutachten, welches in Bezug auf die psychischen Beschwerden
na
turgemäss weniger einlässlich
ist. Dem
Z._-
Teilgutachten von
Dr. B._
hingegen
ist eine ausführliche Anamnese zu entnehmen (
Urk.
7/126/54-57
). Entsprechendes
gilt für die psychopathologischen Befunde (
Urk.
7/126/57 f.). Dass keine psychiatrischen Diagnosen gestellt wurden, liegt nicht daran, dass die Symptomatik nicht erfasst worden
wäre
, sondern wie bereits dargelegt unter anderem am Verhalten des Beschwerdeführers anlässlich der Begut
achtung. Die von
Dr. I._
und
Dr.
phil.
J._
vom Medizinischen Zent
rum G._
aufgeführten Beschwerden sind im Übrigen praktisch gleich
lautend wie diejenigen, die bereits im Bericht vom 1
1.
Juni 2013 (
Urk.
7/107/15) wiedergegeben
worden waren;
d
er genannte Bericht lag
dem psychiatrischen Z._-Teilgutachter Dr. B._
vor. Die vom Beschwerde
führer beklagten Schlafstörungen (S. 3) wurden von
Dr. B._
erfasst (Urk. 7/126/54). Die geltend gemachten Fehler im Gutachten (S. 2) stehen im Zusammenhang mit der Biografie des Beschwerdeführers und sind
f
ür die medizinische Beurteilung
nicht entscheidend
. Entgegen den Vorbringen von
Dr. I._
und
Dr.
phil.
J._
wurde die Verbesserung
bezüglich
der affek
tiven Störung nachvollziehbar begründet. Der Spiegel des verordneten Anti
depressivums Trazodon befand sich in der laborchemischen Untersuchung vom 1
4.
April 2014 im therapeutischen Bereich (
Urk.
7/126/52). Gemäss Dr.
B._
erschien
es damit nachvollziehbar, dass hinsichtlich der affek
tiven Störung
unter geeigneter Behandlung
eine relevante Verbesserung er
reicht werden konnte (
Urk.
7/126/58).
5.
2.3
Der Beschwerdeführer wandte in Bezug auf das
Z._-
Teilgutachten von Dr.
B._
zudem ein, dass
s
eine Lebensumstände ohne weiteres
geeignet
gewesen seien
,
die
psychiatrische Problematik zu verursachen (
Urk.
1 S. 3). Diese Aussage ist jedoch dem Teilgutachten nicht zu entnehmen. Ebenso we
nig
ist
aus den Akten ersichtlich, dass der
“
Unfallgegner
“
(Autounfall vom 10. Juni 2007)
verstorben ist
;
dieser
hat sich beim Unfall schwere Verletzun
gen zugezogen und ist seither querschnittgelähmt.
5.
3
Zusammenfassend ergibt sich
eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer den Be
schwerden angepassten leichten Tätigkeit.
Wie der Beschwerdeführer
inso
weit
zutreffend ausführte (
Urk.
9 S. 4), eröffnen
psychiatrische Einschätzun
gen von Art, Schweregrad und Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit von der Natur der Sache her dem ärztlichen Sachverständigen einen weiten Be
urteilungs- und Ermessensspielraum, so dass abweichende Auffassungen seitens der behandelnden Fachärzte als solche keinen genügenden Grund zu weiteren Beweiserhebungen bilden (vgl. das vom Beschwerdeführer ange
führte Urteil des Bundesgerichts 9C_623/2011 vom 31. Oktober 2011). Zu
sätzliche Gründe, welche eine vom Beschwerdeführer beantragte
Rückwei
sung der Sache zur weiteren medizinischen Abklärung erforderlich machen würden, sind vorliegend nicht auszumachen, weshalb auf eine solche in anti
zipierter Beweiswürdigung (
vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen)
zu
ver
zichte
n
ist
.
6.
Im massgeblichen Vergleichszeitraum (vgl. E. 1.4 hievor) hat sich g
emäss den Ausführungen der
Z._
-Gutachter d
er psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verbessert
, was sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt und folglich eine erhebliche Tatsachenänderung (Revisionsgrund) im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG darstellt; damit kann offen bleiben, ob die Vorausset
zungen der Wiedererwägung nach Art. 53 Abs. 2 ATSG (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_169/2016 vom 27. Mai 2016 E. 3.3 mit Hinweis) oder jene nach lit. a Abs. 1 der SchlB zur
6. IV-Revision (auch) gegeben wären.
Bereits aus diesem Grund
ist der
vom Beschwerdeführer in seiner Replik zitierte Entscheid
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
IV 2013/446 vom
3.
Februar 2016
(Urk. 9 S. 5) nicht einschlägig
.
7.
7.1
Steht das Vorliegen eines Revisionsgrundes für ein Sachverhaltselement fest, so können im Revisionsverfahren auch die anderen Elemente der Anspruchs
berechtigung
– vorliegend das Erwerbliche -
frei überprüft werden. Es ist nicht erforderlich, dass gerade die geänderte Tatsache zu einer Neufestset
zung der Invalidenrente führt; vielmehr kann sich bei der allseitigen Prüfung des Rentenanspruchs ergeben, dass ein anderes Anspruchselement zu einer Herauf-, Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente führt (
vgl.
Urteile des Bundesgerichts 8C_646/2011 vom 17. November 2011 E.
4.3 mit Hinweis auf
Urteil
I 652/00
vom 12. März 2002 und
9C_378/2014 vom 2
1.
Okto
ber 2014 E. 4.2 mit Hinweisen).
7.
2
7.2.1
Der für die Invaliditätsbemessung und damit den Rentenanspruch massge
bende Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Ein
kommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 130 V 343 E. 3.4.2).
7.2
.2
Entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin wurde der letzte Ein
kommensvergleich vor weniger als 10 Jahren
vorgenommen
(vgl.
Urk.
7/39 und
Urk.
7/132). Für die Ermittlung des Valideneinkommens
rechtfertigt es sich,
am zuletzt erzielten Verdienst anzuknüpfen. Nach Angaben seiner
da
maligen Arbeitgeberin hätte der Beschwerdeführer 2008 ein Einkommen von Fr. 77‘428.-- erzielt (Urk. 7/11)
,
was aufgerechnet
per 2012 einen Wert von Fr. 80‘981.
-- (Indexstand 2092 [2008] auf Indexstand 2188 [2012], Bundesamt für Statistik, T 39 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-2015) ergibt
.
7.
2.
3
Zur
Ermittlung
des Invalideneinkommens ist auf die Tabellenlöhne
gemäss der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2012 abzustellen. Der monatliche Bruttolohn (Zentralwert) für Männer in einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art (Kompetenzni
veau 1) beläuft sich auf Fr. 5‘210.-- monatlich. Dies ergibt unter Berücksich
tigung einer betriebsüblichen durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden (Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, T. 03.02.03.01.04.01)
bei eine
m
Pensum
von 80
%
ein Jahres
einkommen
von Fr. 52‘14
2
.
--
.
7.
2.
4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behin
derung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können. Auf
grund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfä
higkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzel
fall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen. Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Ab
zug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beur
teilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Ab
zugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dürfen (
vgl. etwa
Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 2
2.
März 2017 E. 3.1 mit Hinweisen).
Laut der gestützt auf die LSE 2012 erstellten Tabelle zu den nach Beschäfti
gungsgrad, Geschlecht und beruflicher Stellung differenzierten monatlichen Durchschnittsbruttolöhnen rechtfertigt ein Beschäftigungsgrad von 80
%
bei Männern auf der untersten Stufe der beruflichen Stellung (ohne Kaderfunk
tion) keinen Tabellenlohnabzug. Denn auf dieser Ebene werden Männer bei einem Teilzeitpensum von 75-89
%
proportional bezogen auf ein 100
%
-Pensum (
Fr.
6'663.
-
-) sogar deutlich besser entlöhnt als
bei
einem Vollzeit
pensum (Fr. 6'085.-
-
; vgl.
zum Ganzen
auch
erwähntes Urteil
8C_805/2016
E. 3.2 mit Hinweisen).
Die Beschwerdegegnerin gewährte keinen Leidensabzug mit der Begründung,
mit
der 20%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei
en
bereits eine redu
zierte Leistungsgeschwindigkeit und ein vermehrter Pausenbedarf berück
sichtigt (
Urk.
7/132; vgl. auch Urk. 7/126/75). Der Beschwerdeführer machte geltend, ein leidensbedingter Abzug sei zu berücksichtigen, da er aufgrund zahlreicher
benötigter
Behandlungen kein ganzes Pensum absolvieren könne. Zudem werde er in jeder Tätigkeit weniger verdienen, da er auch für diese nicht valide sei (
Urk.
1 S. 5). Den Akten ist zu entnehmen, dass der Be
schwerdeführer jede
dritte
Woche eine Sitzung bei seinem behandelnden Psychiater hat
. W
eitere Behandlungen sind nicht ersichtlich. Dass er auf
grund seiner Beschwerden
selbst
in einer angepassten Tätigkeit eingeschränkt ist, wurde bereits
mit
der Festlegung der
Arbeitsfähigkeit auf 80 % berück
sichtigt. Es ist
- auch mit Blick auf die Ausführungen in E. 7.2.4 hievor -
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin vorliegend keinen
Lei
densabzug
gewährte
.
7.
2.5
Der Vergleich des Valideneinkommens von Fr. 80‘981.
--
mit dem Invaliden
-
ein
kommen von Fr. 52‘14
2
.
--
ergibt einen
rentenausschliessenden
Inva
-
liditätsgrad
(
von 36 %
).
Auch aus einem vom
Beschwerdeführer geltend
gemachten
Valideneinkommen per 2012
von
Fr. 83‘420.10 (79‘759.97 / 2092 x 2188
;
vgl.
Urk.
9 S. 3)
resultierte kein Anspruch auf eine Rente. Nichts an
deres ergäbe eine Hochrechnung auf das Jahr 2016 (Verfügungserlass).
8.
8.1
Zu beachten ist allerdings Folgendes:
Das Bundesgericht geht in ständiger Rechtsprechung vom Regelfall aus, dass eine medizinisch attestierte Verbes
serung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliede
rung verwertbar ist. Praktisch bedeutet dies, dass aus einer medizinisch at
testierten Verbesserung der Arbeitsfähigkeit unmittelbar auf eine Verbesse
rung der Erwerbsfähigkeit geschlossen und damit ein entsprechender Ein
kommensvergleich (mit dem Ergebnis eines tieferen Invaliditätsgrades) vor
genommen werden kann. In ganz besonderen Ausnahmefällen hat die Rechtsprechung dennoch nach langjährigem Rentenbezug trotz medizinisch (wieder) ausgewiesener Leistungsfähigkeit vorderhand weiterhin eine Rente zugesprochen, bis mit Hilfe von medi
zinisch-rehabilitativen und/oder beruf
lich-erwerblichen Massnahmen das theoretische Leistungspotential ausge
schöpft werden kann. Es können im Einzelfall Erfordernisse des Arbeits
marktes der Anrechnung einer medizi
nisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und medizinisch möglichen Leistungsentfaltung entgegen stehen, wenn aus den Akten einwandfrei hervorgeht, dass
die Verwertung eines bestimmten Leistungspotentials ohne vorgängige Durchführung befähigender Massnah
men allein vermittels Eigenanstrengung der versicherten Person nicht mög
lich ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_163/2009 vom 10. September 2010 E.
4.2.2).
Diese Rechtsprechung hat das Bundesgericht im Urteil 9C_228/2010 vom 26. April 2011 dahingehend präzisiert, dass die revisions- oder wiedererwä
gungsweise Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente bei versicher
ten Personen, die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen haben
(zur Frage des massgebenden Zeitpunkts BGE 141 V 5 E. 4.2.1; zur Eingliederung in Grenzfällen E. 4.2.2)
, nur zulässig ist, wenn die Verwaltung zuvor die Notwendigkeit von Eingliederungsmassnahmen geprüft hat (E. 3.3). Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass diese Personen aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters oder der langen Renten
dauer und der daraus folgenden langjährigen Arbeitsabstinenz in der Regel nicht selber in der Lage sind, sich dem Arbeitsmarkt zu stellen und sich dort selbständig wieder einzugliedern. Die Übernahme der beiden Abgrenzungs
kriterien bedeutet jedoch nicht, dass die Betroffenen einen Besitzstandsan
spruch geltend machen können. Es wird ihnen lediglich, aber immerhin zu
gestanden, dass die Selbsteingliederung nicht mehr zumutbar ist (vgl.
vor
er
wähntes Urteil 9C_228/2010 E. 3.5).
8.2
8.2.1
Mit Blick auf das fortgeschrittene Alter des Beschwerdeführers kann dieser nicht ohne weiteres auf den Weg der Selbsteingliederung verwiesen werden und es rechtfertigt sich, vor einer Rentenaufhebung die Eingliederungsfrage zu prüfen. Dass Eingliederungsmassnahmen nicht möglich oder zumutbar wären, ist den Akten nicht zu entnehmen. Vielmehr hielt der Hausarzt des Beschwerdeführers schon in seinem Bericht vom 16. April 2013 fest, dass al
lenfalls - nach Rücksprache mit dem Psychiater - eine Eingliederung ins Auge zu fassen sei (Urk. 7/99/3). Der Beschwerdeführer bot diesbezüglich bereits im September 2012 seine volle Mitwirkung an (Urk. 7/82/9). Auch im Vorbescheidverfahren erwähnte er berufliche Massnahmen (Urk. 7/138) und führte schliesslich im Rahmen des Beschwerdeverfahrens aus, dass er an ei
ner „Umschulung“ interessiert sei und in Bezug auf Eingliederungsmassnah
men seine volle Mitwirkung anbiete (Urk. 9 S. 5). In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass der Beschwerdeführer vor Auftreten der gesundheitli
chen Probleme während rund zwanzig Jahren einer Erwerbstätigkeit nachge
gangen war.
8.2.2
E
ine Rentenaufhebung ohne Durchführung von beruflichen Massnahmen
dürfte
nur dann nicht zu beanstanden
sein
, wenn laut Verfügung die Ein
gliederung mangels Interesse
s
nicht erfolgsversprechend
wäre.
Davon
ist
vorlie
gend aber nicht
auszugehen
. Zum einen äusserte sich die Beschwerdegegne
rin verfügungsweise nicht zum subjektiven
Eingliederungswillen des Be
schwerdeführers, zum anderen hat dieser wie bereits dargelegt diesbezüglich mehrfach seine volle Mitwirkung angeboten.
Allein die Tatsache, dass er sich gemäss den ärztlichen Berichten subjektiv nicht arbeitsfähig fühlt, lässt den Schluss nicht zu, dass eine Eingliederung mangels Interesses nicht erfolgs
versprechend wäre.
Weiter ist
in
F
ä
ll
en
,
wo
eine Rentenaufhebung absehbar ist,
praxisgemäss i
n jedem Fall
ein persönliches Gespräch mit der versicher
ten Person zu führen. Allfällige Wiedereingliederungsmassnahmen sind ihr aufzuzeigen und im Weiteren mit ihr zu planen. Auf ein solches Gespräch hat die Beschwerdegegnerin bislang ver
zichtet
. Zwar führte sie am 22. Mai 2012 mit dem Beschwerdeführer ein Informationsgespräch, doch wurden ihm darin weder Wiedereingliederungs-massnahmen aufgezeigt, noch solche anschliessend mit ihm geplant (Urk. 7/70/4 f.). Entsprechend hielt die Beschwerdegegnerin in ihrem Feststellungsblatt denn auch fest: „Eingliederung geprüft: noch offen“ (Urk. 7/70/5).
8.2.3
Vor diesem Hintergrund
ist
die Beschwerdegegnerin dem ihr obliegenden Eingliederungsauftrag bislang nicht nachgekommen. Dar
aus ergibt sich, dass die Renteneinstellung so lange nicht gerechtfertigt ist, als die Beschwerde
gegnerin die Wiedereingliederung nicht aktiv gefördert oder der Beschwer
deführer
sich
nach durchgeführtem Mahn- und Bedenkzeitverfahren entspre
chend geweigert hat, an den angedachten Eingliederungsmassnahmen teilzu
nehmen. Angesichts der mangelnden Fähigkeit zur Selbsteingliederung ist dabei weiterhin von der bisherigen Erwerbsunfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt auszugehen.
8.3
Dies führt im Ergebnis zur Gutheissung der Beschwerde mit der Feststellung, dass der Beschwerdeführer einstweilen weiterhin Anspruch auf die bisherige Dreiviertelsrente hat.
9
.
9
.1
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr.
1‘0
00.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
9.2
Dem Beschwerdeführer steht eine Prozessentschädigung zu, welche vom Ge
richt ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Bar
auslagen festgesetzt wird (§ 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht,
GSVGer). Entsprechend ist ihm eine Prozessentschädi
gung von Fr. 2‘400.-- (inkl
. Barauslagen und MWSt) auszurichten.