Decision ID: dea612c6-d00e-49de-8496-3780f28c73e5
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1984, erlernte den Beruf des
Netzelektri
kers
.
Im
Februar 2008 erlitt er bei einem
Arbeitsunfa
ll
Starkstromverletzungen an den
Händen und Unterarmen
,
welche
unter anderem
die
Amputation des linken Unterarms
erforderlich machten
(vgl.
Urk.
6/100
,
Urk.
6/194
/7
Ziff.
1.1
). Vom 1
9.
August 2011 bis 1
8.
August 2014 absolvierte
der Versicherte
eine von der Invalidenversicherung (IV)
finanzierte
berufsbegleitende
Umschulung
zum
diplomierten Gestalter FH, Fachrichtung Kommunikationsdesign, Vertiefung Fotografie (
Urk.
6/97
,
Urk.
6/228,
Urk.
6/262
)
.
Am 1
9.
August 2014 meldete
er
sich
beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV)
zur Arbeitsvermittlung an
(
Urk.
6/118)
und stellte am
2
5.
August 201
4
einen Antrag auf Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung
(
Urk.
6/111)
.
In der Folge richtete
d
ie Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich
(ALK)
dem Versicherten in einer per 1
9.
August 2014 eröffneten Rahmenfrist für den Leistungsbezug Ta
ggelder aus (vgl.
Urk.
6/76
)
.
Am 1
2.
Mai 2015 begann der Versicherte einen von der IV
zugesprochenen
sechs
monatigen Arbeitsversuch (vgl.
Urk.
6/6,
Urk.
6/8). Per diesen Datums wurde er von der Arbeitsvermittlung abgemeldet (
Urk.
6/102
, vgl. auch Ur. 6/37 S. 1
).
1.2
Am
9.
April 2015
hatte das
RAV
das Amt für Wirtschaft und Arbeit
(AWA)
, Abt
eilung Arbeitslosenversicherung, um Überprüfung der Vermittlungsfähigkeit des Versicherten
ersucht
(vgl.
Urk.
6/35 S. 1 oben,
Urk.
6/43 S. 2 oben
).
Mit
Verfügung vom 2
3.
Juni 2015 (
Urk.
6/43)
verneinte das AWA
die
Vermitt
lungsfähigkeit
und damit den Anspruch des Versicherten auf
Arbeitslosenent
schädigung
ab 1
9.
August 201
4.
Die vom Versicherten dagegen am 1
1.
August 2015 erhobene Einsprache (
Urk.
6/44)
hiess das AWA mit
Einspracheentscheid vom 2
5.
November 2015 (
Urk.
6/50 =
Urk.
2) teilweise gut
, indem es
die
Ver
mittlungsfähigkeit
für die Zeit vom
1.
März bis 1
1
.
Mai 2015
bejahte
. Gleich
zeitig wies
das AWA
das Gesuch des Versicherten
vom 2
0.
Oktober 2015
um Sistierung des Verfahrens bis zum Vorliegen des Rentenentscheids der IV-Stelle (vgl.
Urk.
6/47) ab.
1.3
Gestützt auf die V
erfügung des
AWA vom 2
3.
Juni 2015 (
Urk.
6/43)
forderte
die
ALK
mit Verfügung vom
1.
Juli 2015 (
Urk.
6/103)
vom Versicherten in der Zeit
vom 1
9.
August bis 3
1.
Oktober 2014 ausbezahlt
e Arbeitslosenentschädigung
in der Höhe von
Fr.
6‘
298.30 zurück.
Dagegen erhob der Versicherte am
4.
August 2015 Einsprache, woraufhin er von der
ALK
mit Schreiben vom
7.
August 2015 dahingehend informiert wurde, dass das Einspracheverfahren betreffend Rück
forderung bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens beim AWA (Verfü
gung vom 2
3.
Juni 2015) sistiert werde (
Urk.
3/3).
1.
4
Am 1
3.
November 2015 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von Leistungen der Arbeitslosenversicherung an (vgl.
Urk.
6/65,
Urk.
6/69)
. Ab D
ezember 2015
wurde er als anspruchsberechtigt erachtet
(vgl.
Urk.
3/2,
Urk.
9).
Für die Monate Dezember 2015 und Januar 2016
wurden ihm jedoch keine Taggelder ausbezahlt, da die
ALK
eine Rückforderung im Umfang von
Fr.
5‘022.65 zur Verrechnung brachte (vgl.
Urk.
3/2,
Urk.
9 S. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 1
5.
Januar 2016 Beschwerde gegen den Ein
sprache
ent
scheid des AWA vom 2
5.
November 2015 (
Urk.
2) und beantragte, im Sinne einer vorsorglichen Massnahme sei die
ALK
anzuweisen, auf die Ver
rechnung von Taggeldern mit ihrer Rückforderung zu verzichten und die bereits erfolgten Verrechnungen rückgängig zu machen. Weiter sei der Einspracheent
scheid vom 2
5.
November 2015 aufzuheben (
Urk.
1 S. 2 oben). Das AWA bean
tragte mit Beschwerdeantwort vom 1
5.
Februar 2016 (
Urk.
5) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Versicherten am 2
2.
Februar 2016 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7).
Mit Eingabe vom 2
4.
Februar 2016
(
Urk.
8)
erneuerte der Versicherte seinen Antrag
bet
reffend vorsorgliche Massnahmen. Mit
V
erfügung vom 1
0.
März 2016
(
Urk.
10)
trat das Gericht
auf das entsprechende Begehren nicht ein.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Eine der gesetzlichen Voraussetzungen für den Anspruch auf
Arbeitslosenent
schädigung
ist die Vermittlungsfäh
i
gkeit (
Art.
8
Abs.
1 lit. f
des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
Insolvenzentschädi
gung
,
AVIG). Gemäss
Art.
15
Abs.
1 AVIG ist die arbeitslose Person
vermitt
lungsfähig
, wenn sie bereit, in der Lage und berechtigt ist, eine zumutbare Arbeit anzuneh
men und an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen. Zur Vermittlungsfäh
i
gkeit gehört demnach nicht nur die Arbeits
fähigkeit im objektiven Sinn, sondern subjektiv auch die Bereitschaft, die Arbeitskraft entspre
chend den persön
liche
n Verhält
nissen währ
end der üblichen Arbeitszeit ein
zu
setzen (BGE 125 V
51 E. 6a).
Wesentliches Merkmal der
Vermittlungs
bereit
schaft
ist dabei die Bereitschaft zur Annahme einer Dauerstelle als
Arbeit
nehmer
.
Hiezu
genügt die Willenshaltung oder die bloss verbal erklärte
Vermitt
lungsbereitschaft
nicht; die versicherte Person ist vielmehr gehalten, sich der öffentlichen Arbeitsvermittlung zur Verfügung zu stellen, angebotene zumut
bare Arbeit anzunehmen und sich selbst intensiv nach einer zumutbaren Stelle
umzusehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_99/2012 vom
2.
April 2012 E. 2 mit Hinweis
;
Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches
Bundes
ver
wal
tungs
recht
[SBVR],
3.
Auflage, Basel 2016, S.
2348
Rz
270
mit Hinweisen auf die Praxis
).
1.2
Nach
Art.
15
Abs.
2 Satz 1 AVIG gilt der körperlich oder geistig Behinderte als vermittlungsfähig, wenn ihm bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage, unter Berück
sichtigung seiner Behinderung, auf dem Arbeitsmarkt eine zumutbare Arbeit vermittelt werden könnte.
Art.
15
Abs.
3
der Verordnung über die obli
gatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (
AVIV
)
legt fest, dass ein Behinderter, der unter der Annahme einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage nicht offensichtlich vermittlungsunfähig ist, und der sich bei der Invalidenversicherung oder einer anderen Versicherung nach
Art.
15
Abs.
2 AVIV angemeldet hat, bis zum Entscheid der anderen Versicherung als
ver
mittlungsfähig
gilt.
In diesem Sinn sieht
Art.
70
Abs.
2 lit. b
des Bundesgesetzes über den Allgemei
nen Teil des Sozialversicherungsre
chts (ATSG)
vor, dass die Arbeitslosenversi
cherung für Leistungen, deren Übernahme durch die Arbeitslosenversicherung, die Krankenversicherung, die Unfallversicherung oder die Invalidenversicherung umstritten ist, vorleistungspflichtig ist. Aufgrund dieser Bestimmungen hat die Arbeitslosenversicherung
die
arbeitslose, bei einer anderen Versicherung ange
meldete Person zu entschädigen, falls ihre Vermittlungsunfähigkeit nicht offen
sichtlich ist. Dieser Anspruch auf eine ungekürzte Arbeitslosenentschädigung besteht namentlich, wenn die voll arbeitslose Person aus gesundheitlichen Gründen lediglich noch teilzeitlich arbeiten könnte, solange sie im Umfang der ihr ärztlicherseits attestierten Arbeitsfähigkeit eine Beschäftigung sucht und bereit ist, eine neue Anstellung mit entsprechendem Pensum anzutreten (BGE
136 V 95 E. 7.1). Will eine versicherte Person aufgrund ihrer gesund
heitlichen Einschränkung allerdings gar nicht mehr arbeiten oder schätzt sie sich selber als ganz arbeitsunfähig ein, so ist sie vermittlungsunfähig. Unter diesen Umständen hat die versicherte Person keinen Anspruch auf (Vor-) Leistungen der Arbeits
losenversicherung (BGE 136 V 95 E. 7.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_401/2014 vom 2
5.
November 2014 E. 2.2).
2.
2.1
Der Beschwerdegegner
verneinte
im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2)
die
Ver
mittlungsfähigkeit
des Beschwerdeführers
mit der Begründung, dass dieser gemäss den aktenkundigen ärztlichen Berichten seit seiner Anmeldung
bei der Arbeitslosenversicherung
bis mindestens 3
0.
November 2014 aus psychischen
Gründen nicht in der Lage gewesen sei, einer Arbeitstätigkeit nachzugehen und damit in dieser Zeit auch nicht vermittlungsfähig gewesen
sei
(S. 6 Mitte)
. Sodann sei bis zumindest Ende Februar 2015 auch seine
Vermittlungsbereit
schaft
nicht gegeben gewesen. Bereits vor Abschluss seiner Umschulung sei dem Beschwerdeführer von der IV-Stelle empfohlen worden, sich intensiv mit der Stellensuche zu befassen. Bei Abschluss der Umschulung sei er von der IV
Stelle
auf die Möglichkeit der Anmeldung beim RAV sowie
darauf hinge
wiesen worden, dass die Suche einer Stelle nun im Vordergrund stehe und er seine Stellensuche auch auf mit der Fotografie verwandte Bereiche aus
dehnen müsse.
V
or seiner Anmeldung zur Arbeitsvermittlung
habe sich der Beschwer
deführer jedoch
nicht mit der Stellensuche befasst. Auch nach seiner Anmeldung habe er
sich nicht ernsthaft um Stellen bemüht. In der
nachträglich
eingeholten Stel
lungnahme
habe sich der Beschwerdeführer dahingehend geäussert, dass er psy
chisch nicht in der Lage gewesen sei, eine
Arbeit
nehmerstelle
anzutreten, was übereinstimme mit den bis Ende November 2014 vorliegenden Arztzeugnissen sowie seinem Verhalten bezüglich Stellensuche. Gegenüber der IV-Stelle habe er am 2
7.
Februar 2015
erklärt, dass er erst heute
bere
i
t s
ei, sich mit dem
Fot
o
grafenberuf
auseinanderzusetzen und eine Stelle zu suchen. Gegenüber der RAV-Beraterin habe er am
3.
März 2015 erklärt, dass er nun für die aktive Stellensuche bereit sei.
Die Vermittlungsfähigkeit
des Beschwerdeführers
sei daher vom 1
9.
August 2014 bis 2
8.
Februar 2015 zu verneinen.
(S. 7,
vgl. auch S. 5
Ziff.
4
).
Zwar habe der Beschwerdeführer
- wie sich aus den
nachträglich eingereichten
Arbe
i
t
s
bemühungen
für die Monate Dezember 2014 bis April 2015 ergebe -
auch ab März 2015
keine
Arbeits
bemühungen
für eine Anstellung im ersten Arbeitsmarkt getätigt, sondern alle seine Bemühungen auf das Finden eines Arbeitgebers für einen Arbeitsversuch ausgerichtet. Dadurch habe er aber gezeigt, dass er grundsätzlich ab diesem Zeitpunkt gewillt gewesen sei, einer Arbeitstätigkeit nachzugehen. Daher sei die Vermittlungsbereitschaft und damit auch die Vermittlungsfähigkei
t vom
1.
März bis 1
1.
Mai 2015 z
u bejahen (S. 8).
2.2
Der Beschwerdeführer machte in seiner
B
eschwerde (
Urk.
1) demgegenüber
im Wesentlichen geltend, er sei nie psychisch krank und nie in psychiatrischer Behandlung gewesen, sondern nach dem Ende der Umschulung zum Fotografen in ein temporäres Stimmungstief gefallen, als ihm niemand den Weg in den Arbe
itsmarkt habe aufzeigen könn
en. Ohne Hilfe habe er insbesondere nicht gewusst
,
wie er sich
mit seiner schweren Verletzung
Arbeitgebe
rn günstig prä
sentieren sollte, nachdem erste mögliche Arbeitgeber kein Interesse an einer Anstellung gezeigt hätten, da sie erkannt hätten, dass er für die Tätigkeit im Fotostudio wegen seiner Behinderung ohne Beistellung eines Assistenten keine
vollwertige Arbeitskraft sein konnte. Seine Aussage, er sei am 1
8.
August 2014 nicht arbeitsfähig gewesen, sei eine Folge seines temporären Stimmungstiefs gewesen, als er erkannt habe, dass ihm der Beruf des Fotografen viel zu opti
mistisch geschildert worden und für ihn in Realität viel schwieriger auszuüben
sei
.
Daraus lasse sich aber keine Vermittlungsunfähigkeit ableiten, denn dieses Stimmungstief habe er mit Hilfe eines von seinem
Hau
sarzt
empfohlenen Psy
ch
otherapeuten
überwinden können
(S. 4 f.
Ziff.
7, S. 6
Ziff.
10, S. 7 f.
Ziff.
13).
Die vom Hausarzt attestierte Arbeitsunfähigkeit habe auf der Empfehlung der RAV-Beraterin beruht, das temporäre Stimmungstief mit einer
krankheit
sbe
dingten
Pause zu überbrücken (S. 9
Ziff.
19).
Klar unbegründet sei auch der Vorhalt, ihm habe die Vermittlungsbereitschaft gefehlt. Dass er nach seiner Umschulung nach Alternativen gesucht habe, sogar im Bereich seiner früheren Tätigkeit in der Starkstrombran
che in einer
Ausbildnerfunktion
,
spreche im Gegenteil für eine aktive Vermittlungsbereitschaft (S. 8
Ziff.
15).
Sodann habe der Beschwerdegegner unberücksichtigt gelassen, dass er
sich
bis am 1
8.
August 2014 noch auf den Abschluss seiner Umschulung habe konzentrieren müssen (S.
11 f.
Ziff.
24).
Insgesamt habe der Beschwerdegegner zu wenig Rücksicht auf die Umstände genommen, unter denen der Übergang von der Umschulung zur W
iedereingliederung erfolgt sei.
Der angefochtene Entscheid verletzte aufgrund der ihm abgegebenen Erklärungen das Vertrauensprinzip und durch die Negierung der massgebenden Einschätzung der IV-Stelle und der weiteren Umstände auch den Grundsatz der Billigkeit (S. 13
Ziff.
27).
2.3
Str
ittig und zu prüfen ist die Ansp
ruchsberechtigung des Beschwerdeführers
in der Zeit vom 1
9.
August 2014 bis 2
8.
Februar 2015 unter dem Gesichtspunkt der Vermittlungsfähigkeit.
3.
3.1
Seit dem Unfall vom
Februar 2008
ist der Beschwerdeführer
am
linke
n Unter
arm mit einer
Myop
rothese
versorgt.
Die Funktion
seiner
rechten Hand
ist nach
mehr
eren
operativ
en Eingriffen eingeschränkt (vgl.
Urk.
6/
194
Ziff.
1.1,
Ziff.
1.4,
Ziff.
1.7).
Im Hinblick auf die bevorstehende Beendigung
der
Umschulung
zum diplomier
ten Gestalter FH
informierte der Berufsberater der IV-Stelle den Beschwerde
führer mit Schreiben vom 2
2.
April 2014 (
Urk.
6/251), dass die Taggeld
zahlungen mit dem letzten Schultag eingestellt würden und er
ihm
empfehle, sich schon jetzt intensiv der Stellensuche zuzuwenden.
Anlässlich des Abschlussgesprächs vom
2
1.
Juli 2014
gab der IV-Berufsberater
dem Beschwer
deführer die Kontaktdaten des zuständ
ig
en
RAV bekannt
und
teilte ihm mit
,
dass
das Dossier nun
eine
r
Eingliederungsberaterin
übergeben werde (
Urk.
6/265 S. 2 f.).
Mit Mitteilung vom 2
3.
Juli 2014 (
Urk.
6/262)
stellte die IV den vorläufigen Abschluss der beruflichen Massnahme fest
mit dem Hinweis,
dass
der Beschwerdeführer aufgrund der gesundheitsbedingten Erschwernisse
bei der Suche nach einer geeigneten Arbeitsstelle
auc
h von der IV unterstützt werde.
3.2
Am
3.
September 2014 fand ein erstes Gespräch mit der Eingliederung
sberaterin der IV-Stelle statt. Diese stellte fest
, dass das Dossier des Beschwerdeführers
überarbeitet werden m
ü
ss
e
, und es wurde
beschlossen
, den Beschwerdeführer über das RAV
für einen Strategiekurs anzumelden (
Urk.
6/13 S. 2 unten).
Mit Mitteilung vom 2
2.
September 2014 (
Urk.
6/107) gewährte die IV-Stelle dem Beschwerdeführer für die Zeit vom
3.
September 2014 bis 2
8.
Februar 2015 Arbeitsvermittlung in Form von Beratung und Unterstützung bei der
Stellensu
che
durc
h eine Eingliederungsberaterin (vgl. auch die
Zielvereinbarung
vom 2
2.
beziehungsweise 2
4.
September 2014
,
Urk.
6/12)
.
3.3
Nach am 2
8.
August 2014 erfolgtem Erstgespräch (
Urk.
6/52 S. 8) im RAV mel
dete die RAV-Beraterin den Beschwerdeführer für einen
vom 2
6.
September bis 1
5.
Oktober
2014
dauernden
IV-Bewerbungstechnik-Kurs
an
(vgl.
Urk.
6/95).
Anlässlich des RAV-Beratungsgesprächs vom 1
8.
September 2014 (
Urk.
6/52 S.
7)
erklärte der Beschwerdeführer,
er
könne
noch nicht richtig auf
Stellen
inserate
reagieren
, da sein Portfolio und sein restliches Bewerbungsdossier noch nicht vollständig seien.
Die Stellensuche von August
2014
bis heute habe sich auf persönliche Kontakte beschränkt. Er fühle sich in der Lage, Stellen zu suchen und diese auch anzunehmen. Im August und September 2014 habe er bei einem Fotografen zwei Zwischenverdienste als Assistent erzielen können. Die RAV-Beraterin merkte an, dem Beschwerdeführer die
Möglichkeit einer Interinstitutionellen Zusammenar
beit (IIZ) aufgezeigt
zu haben.
3.4
Mit Email vom
2.
Oktober 2014 (
Urk.
6/41 S. 2)
g
elangte der Beschwerdeführer an seine
IV-
Eingliederungsberaterin und teilte mit, dass er bis auf weiteres den Stopp/Unterbruch der zurzeit laufenden Massnahmen wünsche
.
B
eim
IV
Bewerbungs
kurs
habe sich endgültig gezeigt
, dass er nicht soweit sei,
mehr Zeit für
sich brauche und s
ich selber finden müsse
. Mit der ständigen Konfron
tation wachse der Druck und die Existenzangst werde stärker.
Anlässlich
eines
am
6.
Oktober 2014 mit der IV-Eingliederungsberaterin geführ
ten Telefongespräch
s erklärte der Beschwerdeführer,
dass er - trotz der Schwierig
keiten
aufgrund der Konfrontation mit Themen rund um die
Berufs
findung
- weiterhin am IV-Bewerbungstechnik-Kurs teilnehmen
werde
(
Urk.
6/13 S. 3 Mitte).
3.5
Anlässlich eines mit der RAV-Beraterin geführten Telefongesprächs vom
9.
Oktober 2014 wurde vereinbart, dass der Beschwerdeführer bezüglich einer IIZ mit
seinem Anwalt Rücksprache
nehme
und
der RAV-Beraterin ein
Arbeits
unfähigkeitszeugnis
für die Zeit seit der Anmeldung beim RA
V bis 2
3.
Oktober 2014 zustell
e
(
Urk.
6/52 S. 7).
Am 1
0.
Oktober 2014 bescheinigte der Hausarzt,
Dr.
med.
Y._
, Facharzt
für Allgemeine Innere Medizin, dem Beschwerdeführer eine volle Arbeitsunfä
higkeit vom
1.
bis 3
1.
Oktober 2014 (
Urk.
6/16).
3.6
In der Rückmeldung vom 1
5.
Oktober 2014 betreffend den
IV
Bewerbungs
technik-Kurs
(
Urk.
6/95)
wurde
unter anderem ausgeführt, der Beschwerdeführer habe am Unterricht sehr rege teilgenommen und versucht, Erlerntes umgehend umzusetzen (S. 2 oben). Seitens der Kursleitung und der IV
Fachperson sei ihm empfohlen
worden, sein bestehendes Elekt
r
o
-Fachwissen neu durch Kopfarbeit zu nutzen (Beratung, Telefon-Verkauf, Prävention und so weiter), da im gestalterischen Bereich ein wirtschaftliches Auskommen sehr unwahrscheinlich scheine (S. 2 Mitte).
3.7
Am 2
3.
Oktober 2014 fand ein weiteres RAV-Beratungsgespräch statt (
Urk.
6/52 S. 6). Die RAV-Beraterin protokollierte unter anderem, der
Beschwerdeführer
sei v
on seinem Hausarzt vom 1
9.
August bis 3
1.
Oktober 2014 arbeitsunfähig geschrieben worden. Gemäss seinen Aussagen sei er offen für neue
Suchberei
che
(Beratung, Elektronikmarkt etc.), zurzeit aber noch nicht bereit, sich einge
hender damit auseinanderzusetzen. Die RAV-Beraterin hielt fest, der Beschwer
deführer
sei
bis 3
1.
Oktober 2014 von der Stellensuche befreit. Falls
er
für die Zeit danach keine
weiteren A
rztzeugnisse
einreiche
, müsse er sich der
Stellensu
che
widmen.
Sie
habe dem Beschwerdeführer nochmals dringend geraten, sich für eine IIZ zu entscheiden.
Es sei vereinbart worden,
dass
er sich diesbezüglich
bis 3
1.
Oktober 2014 melde und dass
er
weitere Arztzeugnisse einreiche
od
er sich der Stellensuche widme.
Im Protokoll betreffend das Beratungsgespräch vom 1
8.
November 2014 (
Urk.
6/52 S. 6) führte die RAV-Beraterin
unter anderem
aus, der Beschwerde
führer
habe die Zustimmung für eine IIZ
unterzeichnet. Er habe angegeben, sich nicht in der Lage zu fühlen, zum jetzi
gen Zeitpunkt Stellen zu suchen und d
urch den Facharzt wahrscheinlich vom
1.
bis
9.
November und vom 1
7.
bis 3
0.
November 2014 arbeitsunfähig geschrieben
zu werden
. Während einer Woche habe er einen Zwischenverdienst als Assistent einer Fotografin für ein Bettwäsche-Shooting auf Korsika erzielen können
(vgl. dazu
Urk.
6/117).
Die RAV-Beraterin
hielt fest
,
aufgrund
der angegebenen Arbeitsunfähigkeit
sei
der
Beschwerdeführer
v
on den persönli
chen Arbeitsbemühungen befreit.
3.8
Am 2
2.
November 2014 berichtete
lic
. phil.
Z._
, den Beschwerdeführer seit einiger Zeit zu psychologischen Einzelgesprächen zu treffen mit dem Ziel, Auswege aus der momentan bestehenden, stark belaste
nden Lebenssituation zu finden
(
Urk.
6/18)
.
3.9
Am 2
5.
November 2014 vermerkte die RAV-Beraterin auf dem
internen
Infor
mationsformular
der
IIZ
,
es sei
vereinbart worden, dass
der Beschwerdeführer,
s
ola
nge er
arbeitsunfähig und dies durch ein Arztzeugnis bescheinigt sei, keine persönlichen Arbeitsbemühungen tätigen müsse, ansonsten deren ze
hn bis zwölf
(
Urk.
6/28)
.
Am 2
8.
November 2014 bescheinigte
Dr.
Y._
dem Beschwerdeführer eine volle Arbeitsunfähigkeit vom
1.
bis
9.
November 2014 und vom 1
7.
bis 3
0.
November 2014 (
Urk.
6/17).
3.10
Am 1
1.
Dezember 2014
fand ein Gespräch zwischen dem Beschwerdeführer,
seiner
(neuen) RAV
-Beraterin und einer Person der IIZ
statt (
vgl.
Urk.
6/29 S. 2 oben).
Am
1
6.
Dezember 2014
protokollierte
d
ie
RAV-Beraterin
unter anderem
, der Beschwerdeführer habe sich im Gespräch sehr zurückhaltend gezeigt. Der Umgang mit dem RAV und der ALK bereite ihm Mühe. Über die Lage bei der IV s
ei er sich nicht ganz im Klaren;
er möchte erst Unterstützung, wenn er wisse, wie es beruflich weiterg
ehe. Er möchte sei
n
e
IV-Umschulung mit seiner Grund
ausbildung kombinieren, wisse aber noch nicht genau wie.
Betreffend
die per
sönlichen Arbeitsbemühungen
hielt die RAV-Beraterin fest,
der Beschwerde
führer
müsse
Ste
llen suchen und nachweisen
, falls er kein Arztzeugnis habe und sich nicht abmelde.
De
r Beschwerdeführer
werde sich
bis Mitte Januar 2015 entscheiden, ob er beim RAV angemeldet bleiben möchte. Wenn ja
,
sei ein Arztzeugnis
einzuverlangen
für eine B
efreiung oder Meldung zu machen
(
Urk.
6/52 S. 5)
.
3.11
In einem Email an die IV-Eingliederungsberaterin vom
1
9.
Dezember 2014
(
Urk.
6/13 S. 6 oben) führte der Beschwerdeführer aus, es gehe ihm wieder besser als noch vor zwei Monaten. Betreffend Arbeitssituation habe er ein Gespräch mit einem ehemaligen Arbeitskollegen geführt, welcher nach wie vor in der Netzelektrikerbranche arbeite. Prim
är habe er herausfinden wollen,
wie seine Chancen stünden, in dieser Branche nochmals Fuss zu fa
ssen. Er habe ihm sein Dossier
abgegeben. Sein Fotografen-Port
folio sei langsam am entstehen.
3.12
Am
1
0.
Februar 2015
fand ein weiteres Gespräch zwischen dem
Beschwerde
führer,
seiner RAV-Beraterin und der Person der
IIZ
statt
. Gemäss
Gesprächs
zusammenfassung
der Person der
IIZ
habe der Beschwerdeführer angegeben,
sich i
nzwischen entschieden
zu haben
, dass er sich berufli
ch der Fotografie widmen
wolle
(
Urk.
6/29 S. 3 oben)
. Die
RAV-Beraterin
protokollierte
unter ande
rem,
der Beschwerdeführer habe
anlässlich des Gesprächs mitgeteilt, d
as auf den
2
7.
Februar 2015 anberaumte Gespräch mit der
IV-Eingliederungsbe
ratung
abwarten zu w
ollen, was sie akzeptiert h
ätten
(
Urk.
6
/52 S. 4).
3.13
Am
2
7.
Februar 2015
fand ein Standortgespräch zw
ischen dem Beschwerde
führer, seinem Rechtsvertreter,
der
IV-Eingli
ederungsberaterin
und
einem
von dieser vermittelte
n
Arbeitgeberkontakt
(vgl.
Urk.
6/13 S. 5 Mitte)
statt
(
Urk.
6/13 S. 7 oben). D
ie IV-Eingliederungsberaterin
protokollierte
unter anderem
,
der Beschwerdeführer habe ausgesag
t,
dass er erst heute soweit sei, sich mit dem Fotografenberuf auseinanderzusetzen und bereit sei, eine Stelle zu suchen. Bis
her habe er keine einzige Bewerbung gemacht. Nicht, weil er nicht gewusst habe, wie es gehe, sondern weil er persönlich „nicht in der Mitte“ gewesen sei.
Die IV-Eingliederungsberaterin hielt fest,
d
er Arbeitgeberkontakt habe es geschafft, dem Beschwerdeführer Perspektiven aufzuzeigen. Man habe ihm sodann angeboten, die Arbeitsvermittlung mit der Eingliederungsberatung um weitere drei bis sechs Monate zu verlängern um aktiv einen Arbeitgeber zu s
uchen, jetzt, da er soweit sei.
3.14
Mit Email vom
3.
März 2015 (
Urk.
6/39 S. 2) teilte der Beschwerdeführer der RAV-Beraterin mit, sich nach dem Gespräch mit der IV für einen Arbeitsversuch entschieden zu haben. Er erkläre sich bereit für die aktive Stellensuche mit fünf Bemühungen pro Monat. Bei der IIZ habe er sich abgemeldet (vgl.
Urk.
6/29 S.
3).
Mit Email vom 2
6.
März 2015 meldete sich der Beschwerdeführer vo
m RAV ab (
Urk.
6/37 S. 1 oben).
3.15
Am 2
3.
April 2015
(
Urk.
6/19)
liess der Beschwerdeführer dem
Beschwerde
gegner
die Formulare „Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen“ für die Monate Dezember 2014 bis April 2015 (
Urk.
6/20-24) zukomm
en.
3.16
In seiner zu H
ä
nden des Beschwerdegegners verfassten Stellungnahme vom 1
0.
Juni 2015 (
Urk.
6/4) führte der Beschwerdeführer
im Wesentlichen
aus,
s
eine Vermittlungsfähigkeit sei nie ein Thema gewesen. Die RAV-Beraterin sei von einem 100%-Pensum ausgegangen. Als er aber die festgesetzten zwölf Bemühungen zum
Ende des Monats nicht habe vorbringe
n können, habe die RAV-Beraterin ihm geraten,
sich
ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis von seinem Hausarzt ausstellen zu lassen, damit die Gelder nicht gekürzt würden, er etwas Raum bekomme und die zwölf fehlenden Bemühungen gedeckt seien.
Ihm sei gesagt worden
, dass beim RAV nur Personen angemeldet seien, die vermittelbar seien. Wenn er nicht wisse, wohin e
r wolle, sei er am falschen Ort.
Dies habe
ihn zunehmend
unter Druck gesetzt. Er habe mehrmals betont, dass er Zeit brauche um seinen Platz zu finden. Er sei sich hilflos u
nd nicht verstanden vor
gekommen
(
Ziff.
1).
Danach gefragt, weshalb er die
Arbeitsbemühungen ab Dezember 2014 erst am 2
3.
April 2015 eingereicht habe
(vgl.
Urk.
6/3
Ziff.
5)
, gab der Beschwerdeführer an, Ende November 201
4 habe eine neue RAV-Bera
terin
seinen Fall übernommen. Am 1
0.
Dezember 2014 habe das erste Gespräch in der
IIZ-
Geschäftsstelle stattgefunden. Dabei habe die neue RAV-Beraterin erstmals den Vorschlag gemacht, dass er zum Beispiel fünf statt zwölf
Arbeits
bemühungen
pro Monat tätigen solle. Das Thema sei offen geblieben und man habe einen Termin für den 1
0.
Februar 2015 vereinbart.
Es sei vereinbart wor
den, dass er sich b
is zu diesem Termin
überlege
, wie er weiter vorgehen wolle
,
insbesondere,
ob er weiterhin beim RAV angemeldet bleiben
wolle
.
Bis dahin sollte er die Bemühungsformulare bei sich behalten. Per 1
0.
Februar 2015 habe er
die wichtige Entscheidung treffen können, dass das ehemalige Berufsfeld für ihn nicht m
ehr
in Frage komme und
d
ie Fotografie
die Richtung sei,
die er fortan weiterverfolgen möchte.
Das RAV und die IIZ hätten seinen Bescheid nach dem auf den 2
7.
Februar 2015 angesetzten Gesprächstermin mit der IV abgewartet. Die Frage um die Bemühungen sei weiterhin offen gewesen, wes
halb er die Formulare weiterhin bei
sich aufbewahrt habe
(
Ziff.
5).
Ab dem
Ende der Umschulung im August 2014, als er in ein tiefes Loch gefallen sei, bis Anfang Februar 2015 habe er in einer persönlichen Findungsphase gestanden. Psychisch sei er nicht in der Lage gewesen, eine
Arbeitnehmerstelle anzutreten
(
Ziff.
10). Die Zusammenarbeit mit der IIZ habe er beendet, nachdem er sich im Anschluss an die
IV-
Sitzung vom 2
7.
Februar 2015 entschieden habe, einen Arbeitsversuch anzutreten. Ihm sei aber immer unklar gewesen, wie das RAV, die IIZ und die SVA zusammenarbeiteten (
Ziff.
13).
3.17
In seiner zu H
ä
nden des Beschwerdegegners verfassten Stellungnahme
vom 1
9.
Juni 2015
(
Urk.
6/15) erklärte
Dr.
Y._
,
d
er
Beschwerdeführer habe
nach Abschluss seines Fotografie-Studiums schwerste psychiatrische Pro
bleme und Existenzängste gehabt
und
sei
aus psychiatrischen Gründen seit 1
8.
August 2014 nicht arbeitsfähig gewesen.
Initial habe er (
Dr.
Y._
) dies
nicht erfasst, deshalb habe er
dem Beschwerdeführer erst von
Oktober bis Ende November 2014 ein Zeugnis ausgestellt; tatsächlich wäre der Beschwerdeführer schon frü
her zumindest teilweise arbeitsunfähig gewesen
.
4.
4.1
Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer
in der in Frage stehenden Zeit vom 1
9.
August 2014 bis 2
8.
Februar 2015
aufgrund seiner
körperlichen
Behinde
rung unter der Annahme einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage nicht offen
s
ichtlich vermittlungsunfähig war
,
beziehungsweise dass
er
gestützt auf
Art.
15
Abs.
2 AVIG
in Verbindung mit
Art.
15
Abs.
3 AVIV
(grundsätzlich)
als
ver
mittlungsfähig
zu gelten hat
te. D
e
r Beschwerdegegner
verneinte die
Vermitt
lungsfähigkeit
des Beschwerdeführers
indes
mit der Begründung, dass
die Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers aufgrund eines psychischen Leidens vorübergehend eingeschränkt gewesen sei und
dem Beschwerdeführer
zudem die Vermittlungsbereitschaft gefehlt habe (vgl.
Urk.
2 S. 5
Ziff.
2 sowie vorste
hend E. 2.1).
4.2
Ausweislich der Akten absolvierte
der Beschwerdeführer
während
seiner drei
jähri
gen Umschulung zum diplomierten Gestalter FH ein Praktikum bei einem Fotografen
(vgl.
Urk.
6/227 S. 1 Mitte,
Urk.
6/228
Ziff.
1,
Urk.
6/265
Ziff.
1, vgl. auch
Urk.
6/13 S. 6 unten) und
war
zudem mehrfach als Assistent bei
weiteren
Fotografen tätig (vgl.
Urk.
6/239-240,
Urk.
6/259).
Auch im August und im September 2014 (vgl. vorstehend E. 3.3) sowie im November 2014 (vgl. vor
stehend E. 3.7) und damit in einer Zeit, als er beim RAV
an
gemeldet war,
war
der Beschwerdeführer
zeitweise als
Fotografenassistent
im Einsatz
.
Vom 2
6.
September bis 1
5.
Oktober 2014 nahm
er
des Weiteren
an einem
IV
Bewerbungs
technik-Kurs
teil (vgl. vorstehend E. 3.3, E. 3.6), wobei er nur einen krankheitsbedingt
en Fehltag zu verzeichnen hatte (
Urk.
6/95 S. 2 unten);
an allen anderen Tagen
war
d
er
Beschwerdeführer
anwesend
und
nahm
gemäss Rückmeldung der Kursleitung
rege am Unterricht teil
(vgl. vorstehend E.
3.6)
.
Diese
Umstände sprechen dagegen, dass
der
Beschwerdeführer
- wie vom Beschwerdegegner
angenommen - ab dem Zeitpunkt seiner Anmeldung
beim RAV
per 1
9.
August 2014
aus psychischen Gründen
nicht arbeits- und damit nicht vermittlungsfähig war.
Ein fachärztlic
her Bericht, welcher ein die Arbeitsfähigkeit
einschränkendes psychisches Leiden bestätigen würde, ist
denn auch
nicht a
ktenkundig und zumindest für die Zeit vom 1
9.
August bis 3
0.
Sep
tember 2014
liegen
auch
keine echtzeitlichen
Arbeitsunfähigkeitszeug
nisse
vor
.
Die rückblickende Einschätzung durch
Dr.
Y._
vom Juni 2015, wonach der Beschwerdeführer
seit dem 1
8.
August 2014 aus psychi
schen
Gründen arbeits
unfähig gewesen sei
(vorstehend E. 3.17), ist mit de
r
dargelegten echtzeitlichen Aktenlage
nicht
in Einklang zu bringen und steht nicht zuletzt auch
im Wider
spruch zur
Aussage des Beschwerdeführers anlässlich des
RAV
Beratungs
gesprächs
vom 1
8.
September 2
014
, wonach er sich in der Lage fühle, Stellen zu suchen und diese auch anzunehmen (vorstehend E. 3.3).
Was sodann die von
Dr.
Y._
für
die
Zeit vom
1.
bis 3
1.
Oktober 2014 (Zeug
nis vom 1
0.
Oktober 2014) sowie für die Zeit vom
1.
bis
9.
und vom 1
7.
bis 3
0.
November 2014 (Zeugnis vom 2
8.
November 2014)
attestierte
vollständige Arbeitsunfähigkeit (vorstehend E. 3.5 und E. 3.9)
anbelangt,
darf der Kontext, in welchem diese Arbeitsunfähigkeitszeugnisse ausgestellt wurden, nicht ausser Acht gelassen
werden.
I
m Rahmen des vom 2
6.
September bis 1
5.
Oktober 2014 dauernden IV-Bewerbungstechnik-Kurses
war der Beschwerdeführer
erstmals damit konfrontiert, was es bedeutet, sich mit seiner
körperlichen
Behinderung und den ihm zur Verfügung stehenden Ressourcen auf Stellensuche zu begeben und wurde ihm bewusst, dass er im Vergleich zu
den
anderen Kursteilnehmern an einem anderen Punkt stand (vgl. vorstehend E. 3.4 sowie auch
Urk.
6/135 S.
3 Mitte). Dass dies beim Beschwerdeführer zu einer gewissen Verunsicherung und Überforderung führte, ist nachvollziehbar, umso mehr, als ihm im IV
Bewerbungstechnik-Kurs mitgeteilt wurde, dass ein wirtschaftliches Aus
kom
men im gestalterischen Bereich
-
in welche
n
er mit Unterstützung der IV soeben erfol
greich umgeschult worden war -
sehr unwahrscheinlich scheine und er sich auf sein Elektrofachwi
ssen zurückbesinnen solle (
vorstehend E. 3.6).
Nachdem die RAV-Beraterin den Beschwerdeführer in der Folge dahingehend informierte, dass
er bei
Vorlage von
ärztlichen
Arbeitsunfähigkeitszeugnissen von der Stellensuche befrei
t sei
(vgl. vorstehend E. 3.5, E. 3.7
,
E. 3.9
und E.
3.16
)
, ist ohne weiteres
auch
nachvollziehbar, dass sich der Beschwerdeführer angesichts der ihn überfordernden Situation an seinen Hausarzt wandte und sich von diesem eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigen liess.
Dem Beschwerde
führer gestützt auf
die
Arbeitsunfähigkeitsz
eugnisse
von
Dr.
Y._
die objektive
Ver
mittlungsfähigkeit
abzusprechen
,
erscheint vor dem dargelegten Hintergrund indes nicht
als
sachgerecht, zumal der Beschwerdeführer durch die Teilnahme am IV
Bewerbungstechnik-Kurs und de
n
Einsatz als Fotografenassistent auf Korsika vom 1
0.
bis 1
6.
November 2014 bewiesen hat, dass er
- wenn sich kon
krete Einsatzmöglichkeiten ergaben -
in der Lage war, seine physischen und psychischen Ressourcen zu nutzen.
4.3
Was die
Vermittlungsbereitschaft des Beschwerdeführe
rs anbelangt,
so
ergibt sich aus den Akten
,
dass
der Beschwerdeführer - wie er anlässlich des
IV
Stand
ort
gesprächs
v
om 2
7.
Februar 2015 selber bestätigte
(vorstehend E.
3.13)
-
vor seiner Anmeldung beim RAV sowie
in der vorliegend in Frage stehenden Zeit
keine Bewerbungen tätigte und er sich erst nach dem IV
Standortgespräch vom 2
7.
Februar 2015 für die aktive Stellensuche
bereit erklärte (vgl. vorstehend E.
3.13-14
,
vgl.
auch
Urk.
6/20-24)
.
Anlässlich der
im Oktober und November 2014
durchgeführten RAV-Beratungsgespräche
hatte
der Beschwerdeführer
dementsprechend
an
gegeben
,
nicht
bereit zu sein, sich mit der Stellensuche auseinanderzusetzen beziehungsweise sich nicht
in der Lage zu
fühlen, Stellen zu suchen (
vorstehend E. 3.7
). In
seiner Stellungnahme vom Juni 2015
best
ätigte
d
er
Beschwerdeführer, von August 2014 bis Ende Februar 2015
psychisch nicht in der Lage gewesen zu sein, eine
Arbeitnehmer
stelle
anzutreten
(vorstehend E. 3.16)
.
Dem Beschwerdegegner ist
insoweit
beizupflichten,
als
dass diese Umstände
geeignet sein könnten,
die subjektive Vermittlungsfähigkeit des Beschwerde
führers in der Zeit vom 1
9.
August 2014 bis 2
8.
Februar 2015
zu verneinen
.
Allerdings
sind
auch bei
der
Beurteilung der
Vermittlungsbereitschaft
die kon
kreten
Umstände des vorliegenden Einzelfalls zu berücksichtigen.
In diese
m Zusammenhang ist zunächst fest
zuhalten, dass
die
körperliche Behinderung
des Beschwerdeführers ein
erhebliches
Erschwernis bei der Stellensuche darstellt,
weshalb
ihm
nach Beendigung der Umschulung
nebst der Unterstützung durch das RAV
auch die Unterstützung durch die IV
Stelle
zugesicher
t wurde (vorste
hend E. 3.1
-2
).
Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer anlässlich des RAV
Beratungsgesprächs vom 1
8.
September 2014 erklärte, sich in der Lage zu fühlen, Stellen zu suchen und auch anzunehmen
(vorstehend E. 3.3)
, sowie der Umstand, dass er vom 2
6.
September bis 1
5.
O
ktober
2014 engagiert an einem IV-Bewerbungstechnik-Kurs teilnahm
(vorstehend E. 3.6)
,
sprechen dafür
, dass der Beschwerdeführer trotz seiner Behinderung grundsätzlich vermittlungsbereit war
. Auslöser dafür, dass sich
der Beschwerdeführer
ab Oktober 2014 plötzlich nicht mehr in der Lage fühlte, sich mit der Stellensuche auseinanderzusetzen, war offensichtlich der IV
Bewerbungstechnik-Kurs, anlässlich welchem
ihm
mitgeteilt
wurde, dass im gestalterischen Bereich wenig Chancen auf ein wirt
schaftliches Auskommen best
ünde
und ihm empfohlen wurde, sich bei der Suche nach einer geeigneten Stelle auf sein Elektrof
ach
wissen zurückzube
sinnen. Dass dies beim Beschwerdeführer
, welcher mit Hilfe der IV soeben erfol
g
reich zum diplomierten Gestalter
FH
umgeschult worden war
,
zu einer ge
wissen
Verunsicherung
und Überforderung
führte,
ist
- wie
bereits
dargelegt (vorstehend E. 4.2) -
nachvollziehbar
.
U
m den Beschwerdeführer bei der Wiedereingliederung optimal zu unters
tütz
en
,
wurde mit der IIZ alsdann eine weitere Stelle tätig.
Anhand der vorliegenden Gesprächsprotokolle
(vorstehend E. 3.10 und E. 3.12)
ist a
llerdings nicht ersichtlich, welche Strategie
die involvierten Stellen letztlich verfol
gt
en
, was sich auch in der Aussage des Beschwerdeführers wiederspiegelt, wonach ihm immer unkla
r gewesen sei, wie das RAV, die
IIZ und die SVA zusammenar
beiteten (vorstehend E. 3.14).
Seitens der
RAV-Beraterin
nen wurde der Beschwerdeführer
mehrfach
dahingehend informiert
,
dass ihn die Vorla
ge von Arzt
zeugnissen von der Vornahme persönlicher Arbeitsbemühungen befreie
. Sodann wurde ihm mehrfach
Bedenkzeit eingeräumt
,
um sich darüber im Klaren zu werden, ob er weiterhin beim RAV angemeldet bleiben wolle (vgl. vorste
hend E. 3.5, E. 3
.7-8, E. 3.9-10). Demgegenüber ist
aus den
Gesprächspro
tokollen
nicht ersic
htlich
, dass der Beschwerdeführer
je
darauf hingewiesen worden wäre, d
ass sein Verhalten allenfalls zur Verneinung seiner
Vermi
tt
lungsfähigkeit
führen könnte
. Vor diesem Hintergrund d
u
r
fte der
Beschwerde
führer darauf vertrauen, dass ih
m
für
seine
n Entscheid, welche Ausrichtung seine berufliche Laufbahn einnehmen sollte, und für die entsprechende
Stellensuche
die nötige Zeit zugestanden w
e
rd
e
und können ihm
insbesondere
die unterbliebenen Stellenbemühungen unter dem Titel der
Vermittlungsfähig
keit
nicht zum Vorwurf gemacht werden
.
Insgesamt kann unter
Berücksichtigung
de
r
gesamten
Umstände nicht gesagt werden, dass es dem Beschwerdeführer klarerweise an einer erkennbaren sub
jektiven Bereitschaft fehlte, Arbeit zu suchen, weil er sich als vollständig arbeitsunfähig erachtete. Die
unterbliebene
Stellensuche und die
zeitwe
i
se vor
herrschende
subjektive Überzeugung, nicht in der Lage zu sein,
eine
Arbeit
nehmerstelle
anzutreten
, war
en
vielmehr Folge
einer
nachv
ollziehbaren
tempo
rären
Überforderung
s
s
ituation, welche
durch das
komplexe Zusammenwirken
verschiedener
mit d
er Wiedereingliederung befasster
Stellen zusätzlich un
günstig beeinflusst wurde.
4.4
Zusammenfassend ergibt sich, dass
die Vermittlungsfähigkeit des Beschwerde
führers im Sinne von
Art.
8
Abs.
1 lit. f. in Verbindung mit
Art.
15
Abs.
1
und
Abs.
2
AVIG
sowie
Art.
15
Abs.
3 AVIV
in der Zeit vom 1
9.
August 2014 bis 2
8.
Februar 2015
zu bejahen
i
st
und der Beschwerdeführer Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hat, sofern die übrigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde.
5
.
Bei diesem Verfahrensausgang hat der
anwaltlich vertretene
Beschwerdeführer gestützt auf
Art.
61 lit. g
ATSG
in Verbindung mit
§
34
Abs.
1 und 3
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) Anspruch auf
eine
Pro
zessentschädigung
, welche
sich nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des
O
bsiegens, jedoch ohne Rück
sicht auf den Streitwert bemisst.
Vorliegend ist eine Prozessentschädigung von
Fr.
3‘500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer
) angemessen; diese ist dem Beschwerdegegner aufzuerlegen.