Decision ID: 869e8737-7c9e-4e14-8f95-2616fa1a2037
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war durch ihre Tätigkeit als Versandmitarbeiterin
bei der B._ AG bei der Generali Allgemeine Versicherungen AG (nachfolgend:
Generali) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten
versichert, als dieser durch die Arbeitgeberin mit Unfallmeldung UVG vom 10. März
2014 gemeldet wurde, die Versicherte sei am 10. Januar 2014 zu Hause auf der Treppe
gestürzt und habe dabei einen Knöchelbruch rechts erlitten (act. 1).
A.b Die Versicherte hatte sich am Unfalltag in der Zentralen Notfallabteilung des
Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vorgestellt, deren Ärzte nach Durchführung einer
Röntgenuntersuchung eine laterale Malleolarfraktur Typ Weber B rechts sowie eine
Ellbogenkontusion rechts diagnostiziert, ihr einen Vacoped-Stiefel angelegt und eine
100%-ige Arbeitsunfähigkeit vom 11. bis 15. Januar 2014 attestiert hatten (act. 3). Die
Malleolarfraktur war am 17. Januar 2014 im Spital C._ offen mittels
Plattenosteosynthese versorgt worden (vgl. act. 14, 16, 31/1). Die Nachbehandlung war
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durch den Hausarzt der Versicherten, Dr. med. D._, Innere Medizin FMH, erfolgt, der
weiterhin eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bestätigt hatte (act. 6).
A.c Mit ärztlichem Zeugnis vom 23. April 2014 teilte Dr. D._ der Generali mit, dass
die Versicherte seit einer Konsultation vom 23. März 2014 über Knieschmerzen rechts
diffuser Art klage. Klinisch hätten sich blande Befunde gezeigt; eine von ihm
veranlasste MRI-Untersuchung habe hingegen eine ausgedehnte Osteodystrophie des
Tibiaplateaus postero-medial und ventral akzentuiert zur Darstellung gebracht (vgl.
MRT-Unter-suchungsbericht von Dr. med. E._, Fachärztin für Radiologie FMH,
Radiologie F._, vom 29. März 2014; act. 8/2). In Anbetracht dieses Beschwerdebildes
bestehe weiterhin eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (act. 8/1, vgl. auch act. 10).
A.d Am 2. Mai 2014 liess die Generali die Unfallkausalität der
Kniegelenksbeschwerden durch ihren beratenden Arzt, Dr. med. G._, FMH
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, zertifizierter
medizinischer Gutachter SIM, beurteilen (act. 9). Gestützt auf dessen Beurteilung teilte
die Generali der Versicherten mit Schreiben vom 8. Mai 2014 mit, dass die Kausalität
zwischen den Kniegelenksbeschwerden und dem Unfall vom 10. Januar 2014 nicht mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gegeben sei. Sie könne dafür
demzufolge keine Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung erbringen
(act. 11).
A.e Dr. D._ bestätigte der Versicherten weiterhin eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit
und wies sie mit Schreiben vom 30. Juni 2014 mit der Diagnose "persistierende
Beinschmerzen rechts bei Status nach Plattenosteosynthese des lateralen malleolus
rechts bei wenig dislozierter lateraler Malleolarfraktur Typ Weber B 17. Januar 2014,
radiologisch nachgewiesene epimetaphysäre Osteodystrophie des Tibiaplateaus
postero-medial und ventral akzentuiert" zur ambulanten Untersuchung und
Stellungnahme der Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG zu (act. 12 ff.). Mit
Schreiben vom 17. Juli 2014 ersuchte Dr. med. H._, Oberarzt Orthopädie der Klinik
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG,
die Generali um Übernahme der Kosten der Kniebehandlung (act. 15). Am selben Tag
berichteten die Ärzte der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates des KSSG Dr. D._ über die ambulante Untersuchung inklusive
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Röntgenuntersuchung vom 16. Juli 2014. Als Diagnose vermerkten sie persistierende
Knieschmerzen rechts mit Bone bruise Tibia Epi-/Metaphyse und Status nach
Plattenosteosynthese des lateralen Malleolus rechts bei wenig dislozierter lateraler
Malleolarfraktur Typ Weber B am 17. Januar 2014. Sie hielten ausserdem fest, dass die
von der Versicherten geäusserten Kniegelenksbeschwerden auf der rechten Seite und
das in der MRI-Bildgebung sichtbare Knochenmarksödem der proximalen Tibia mit der
Traumaanamnese und dem Unfallhergang wohl in Zusammenhang zu bringen seien.
Am 18. Juli 2014 werde nochmals eine MRI-Untersuchung des rechten Kniegelenks
durchgeführt (act. 16/2 f.; vgl. MRI-Untersuchungsbericht Knie rechts von Dr. med.
I._, Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin des KSSG vom 18. Juli 2014, act. 29/1).
Am 21. Juli 2014 folgte eine weitere Untersuchung durch die Ärzte der Klinik für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG mit
Besprechung des MRI-Untersuchungsergebnisses vom 18. Juli 2014. Die Ärzte
bestätigten im Bericht vom 23. Juli 2014 die Diagnose vom 16. Juli 2014 und erklärten,
dass sowohl klinisch als auch im MRI der Befund des Bone Bruise tibial im Vergleich zu
den Voraufnahmen regredient sei. Die Versicherte berichte, dass das Knie insgesamt
eher besser sei; sie sei jedoch vor wenigen Tagen erneut mit dem Knie eingeknickt und
auf die Kniescheibe gefallen (act. 17/2 f.).
A.f Am 14. August 2014 legte die Generali den Schadenfall erneut Dr. G._ vor zur
Beantwortung der Frage, ob neue Erkenntnisse vorliegen würden, welche ihre
Leistungsablehnung betreffend das rechte Knie beeinflussen würden. Laut
telefonischer Mitteilung des Ehemanns der Versicherten sei deren Fuss grün und blau
und würde sehr schmerzen. Die Osteosyntheseplatten würden unangenehm stören und
Beschwerden verursachen. Dr. G._ stellte sich auf den Standpunkt, dass eine
andauernde Arbeitsunfähigkeit aus medizinischer Sicht nicht mehr als unfallkausal
anzusehen sei. Auch die weiteren medizinischen Behandlungen seien nicht mehr
unfallkausal. Unter versicherungstechnischen Gesichtspunkten sei der Fall Ende April
2014 als abgeschlossen zu betrachten (act. 19). Am 12. September 2014 liess die
Generali Dr. G._ zudem zur Frage Stellung nehmen, ob seit dem erneuten Sturz auf
die Kniescheibe ca. Anfang Juli 2014 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
Unfallfolgen vorliegen würden (act. 20).
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A.g Gestützt auf die Beurteilungen von Dr. G._ eröffnete die Generali der
Versicherten mit Verfügung vom 15. September 2014, dass mangels natürlicher
Kausalität ab 1. August 2014 keine weiteren Leistungen aus der obligatorischen
Unfallversicherung erbracht würden (act. 21).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 15. September 2014 erhob die Avanex Versicherungen
AG als Krankenversicherer der Versicherten mit Schreiben vom 24. September 2014
vorsorglich Einsprache (act. 22), zog diese jedoch nach Prüfung der Akten am 1.
Oktober 2014 wieder zurück (act. 23).
B.b Die Versicherte erhob, vertreten durch Rechtsanwalt MLaw F. Weishaupt, Gossau,
mit Eingabe vom 16. Oktober 2014 gegen die Verfügung vom 15. September 2014
Einsprache mit folgenden Anträgen: Die Verfügung vom 15. September 2014 sei
aufzuheben; der Versicherten seien die gesetzlichen Versicherungsleistungen aufgrund
ihrer Gesundheitsschäden am Sprunggelenk und im Knie zu erbringen; eventualiter
seien weitere Abklärungen vorzunehmen, insbesondere ein Obergutachen einzuholen
(act. 24). Am 26. November 2014 reichte Rechtsanwalt Weishaupt eine ergänzende
Einsprachebegründung nach, worin der (geänderte) Hauptantrag gestellt wurde, der
Versicherten seien in Bezug auf die Gelenksbeschwerden am rechten Knie bzw. den
Unfall vom 10. Januar 2014 über den 1. August 2014 hinaus Leistungen aus der
Unfallversicherung zu erbringen (act. 26).
B.c Vom 22. bis 23. Januar 2015 hielt sich die Versicherte zur
Osteosynthesematerialentfernung in der Klinik für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG auf (act. 31).
B.d Am 11. Mai 2015 führte Dr. E._ bei der Versicherten auf Zuweisung von Dr.
D._ - zum Vergleich mit dem MRI-Untersuchungsergebnis des rechten Kniegelenks
vom 29. März 2014 - erneut eine MRI-Untersuchung des rechten Kniegelenks durch
(act. 34). Am 18. Mai 2015 stellte sich die Versicherte wegen der therapieresistenten
(vgl. dazu act. 33) persistierenden Schmerzen im Knie sowie im OSG-Bereich rechts in
der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
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des KSSG vor. Gestützt auf das neue MRI-Untersuchungsergebnis sowie nach einer
Röntgenuntersuchung des OSG diagnostizierten deren Ärzte im Untersuchungsbericht
vom 20. Mai 2015 persistierende Schmerzen im Kniebereich rechts sowie im OSG
rechts nach Trauma vom 10. Januar 2014 mit/bei Status nach Bone bruise tibial
metaphysär rechts, aktuell vollständig regredient (MRI vom 11. Mai 2015) sowie Status
nach Ostesynthese lateraler Malleolus rechts vom 17. Januar 2014 bei Malleolarfraktur
Typ Weber B rechts, Osteosynthesematerialentfernung am 22. Januar 2015 (act. 32/2).
Am 21. Mai 2015 wurde in der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin des KSSG eine
weitere MRI-Untersuchung des OSG rechts durchgeführt, wobei sich insgesamt ein
normales postoperatives Kernspintomogramm zeigte (act. 39). Anlässlich einer
weiteren Untersuchung vom 13. Juli 2015 bestätigten die Ärzte der Klinik für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG ihre
letzte Diagnose. Sie fügten an, dass am 2. Juni 2015 eine therapeutische Infiltration
Knie rechts stattgefunden habe und dass unklare Hüftschmerzen rechts bestanden
hätten. Hinsichtlich des rechten Knies sowie des rechten OSG erhoben sie gänzlich
unauffällige Befunde (act. 40).
B.e Die Generali holte im Rahmen des Einspracheverfahrens zwei Aktenbeurteilungen
bei Dr. G._, datiert vom 14. August und 27. September 2015 (act. 41 f.), ein. Diese
stellte sie dem Rechtsvertreter der Versicherten mit Schreiben vom 26. Oktober 2015
zwecks Einreichung einer Vernehmlassung zu (act. 43). Davon machte dieser am 27.
November 2015 Gebrauch (act. 44).
B.f Mit Einspracheentscheid vom 13. Januar 2016 erkannte die Generali wie folgt: "Die
UVG-Leistungen bezüglich der Sprunggelenksfraktur rechts werden per 13.07.2015
eingestellt. Soweit darüber hinausgehend wird die Einsprache abgewiesen" (act. 45);
wobei es sich beim Einstellungszeitpunkt um das Datum der Kontrolluntersuchung im
KSSG handelt.
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess die Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) durch ihren Rechtsvertreter mit Eingabe vom 12. Februar 2016
Beschwerde erheben mit folgenden Anträgen: "1. Die Verfügung der
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Beschwerdegegnerin vom 15. September 2014 sei aufzuheben; 2. Der
Beschwerdeführerin seien in Bezug auf die Gelenksbeschwerden am rechten Knie bzw.
auf den Unfall vom 10. Januar 2014 über den 1. August 2014 hinaus Leistungen aus
der Unfallversicherung zu erbringen; 3. Eventualiter sei die Angelegenheit zur
Vornahme weiterer Abklärungen, insbesondere zur Einholung eines Obergutachtens bei
einer neutralen Stelle und zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen" (act. G 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 23. März 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
C.c Mit Replik vom 3. Mai 2016 bekräftigte der Rechtsvertreter der Versicherten seine
Beschwerdeanträge (act. G 5).
C.d Mit Duplik vom 25. Mai 2016 bestätigte die Beschwerdegegnerin ihren Antrag auf
Beschwerdeabweisung (act. G 7).
C.e Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der

übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen
1.
Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der Einspracheentscheid
vom 13. Januar 2016 (act. 45). Dem Einspracheentscheid liegt die Verfügung vom 15.
September 2014 zu Grunde (act. 21) und dieser ging wiederum das formlose
Leistungsablehnungsschreiben vom 8. Mai 2014 (act. 11) voraus. In der Verfügung
wurde zwar einzig eine Leistungseinstellung per 1. August 2014 - ohne exakte
Trennung von Malleolarfraktur und Kniegelenksbeschwerden - bestimmt, welche
grundsätzlich die anfängliche Anerkennung von Unfallfolgen und im weiteren Verlauf
deren Dahinfallen infolge Heilung bedingt (vgl. ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ
PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrechts, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
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Basel/Genf 2012, S. 54). Und auch im Verfügungssachverhalt wurde in Bezug auf die
Behandlungen am Knie missverständlich von einer Ablehnung "weiterer Leistungen"
gesprochen. Damit übereinstimmend stellte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin in der ergänzenden Einsprachebegründung (act. 26) und
nachfolgend auch in der Beschwerde (act. G 1) den Hauptantrag, der
Beschwerdeführerin seien in Bezug auf die Gelenksbeschwerden am rechten Knie bzw.
den Unfall vom 10. Januar 2014 über den 1. August 2014 hinaus Leistungen aus der
Unfallversicherung zu erbringen. Im Einspracheentscheid erkannte die
Beschwerdegegnerin hingegen eindeutig nur bezüglich der Sprunggelenkfraktur rechts
auf eine Leistungseinstellung (hier mit Datum per 13. Juli 2015 gemäss letzter
dokumentierter Kontrolluntersuchung in der Klinik für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG, act. 40) und wies die Einsprache,
"soweit darüber hinausgehend" und damit offensichtlich soweit Leistungen bezüglich
der Gelenksbeschwerden am rechten Knie beantragt wurden, von Beginn weg ab. Dies
lässt auch die Begründung des Einspracheentscheids erkennen. Gleichermassen hatte
die Beschwerdegegnerin bereits im formlosen Schreiben vom 8. Mai 2014 festgestellt,
dass sie für die beklagten Kniegelenksbeschwerden mangels überwiegend
wahrscheinlicher Unfallkausalität keine Leistungen aus der obligatorischen
Unfallversicherung erbringen werde. Trotz des obgenannten Hauptantrags des
Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin in der ergänzenden Einsprachebegründung
und der Beschwerde ist denn auch angesichts seiner jeweiligen Argumentation ohne
Zweifel anzunehmen, dass im vorliegenden Beschwerdeverfahren unter den
Verfahrensparteien nur streitig sein kann und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin
in Bezug auf die Kniegelenksbeschwerden rechts im Zusammenhang mit dem
Sturzereignis vom 10. Januar 2014 leistungspflichtig ist bzw. ob ein
Kausalzusammenhang überhaupt jemals gegeben war.
2.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
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Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden
daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2014 zur Debatte steht, die bis 31.
Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
3.
Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt voraus, dass die geltend gemachten
Kniegelenksbeschwerden rechts zum Unfallereignis vom 10. Januar 2014 in einem
natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang stehen (vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE
129 V 181 E. 3.1 f.; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 53 ff.). Für die Beantwortung
der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der
Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten oder Expertinnen
angewiesen. Die Frage nach adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine
Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu
beurteilen ist (BGE 129 V 181 E. 3.1, 123 III 110, 112 V 3; PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei
physischen Unfallfolgen spielt indessen die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der
aus dem natürlichen Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des
Unfallversicherers praktisch keine Rolle (BGE 118 V 291 f. E. 3a, 117 V 365 mit
Hinweisen; SVR 2000 Nr. 14 S. 45). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet
und nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit
weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder
in Auftrage gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen
Inhalt (BGE 134 V 232 E. 5.a, 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Ob ein natürlicher
Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit;
die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen, 117 V 360 E. 4a mit
Hinweisen; THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des
Sozialversicherungsrechts,
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4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58 f.; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 29). Während der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin einen natürlichen Kausalzusammenhang
zwischen den Kniegelenksbeschwerden rechts und dem Unfall vom 10. Januar 2014
bejaht, verneint die Beschwerdegegnerin einen solchen und stützt sich dabei
insbesondere auf die Kurzbeurteilungen und Gutachten ihres beratenden Arztes Dr.
G._ (act. 9, 19 f., 41 f.).
4.
4.1 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht in Bezug auf die Gutachten von
Dr. G._ vom 14. August und 27. September 2015 (act. 41 f.) zunächst eine Verletzung
des Gehörsanspruchs geltend. Gemäss Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) prüft der
Versicherungsträger die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes
wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein. Bei der Prüfung der Begehren darf
er auch den Sachverstand versicherungsinterner bzw. beratender medizinischer
Fachpersonen einbeziehen. Bei diesen von beratenden Fachpersonen erstellten
Stellungnahmen handelt es sich indessen nicht um Gutachten im Sinne von Art. 44
ATSG; diese Bestimmung ist auf die Berichte beratender Fachpersonen nicht
anwendbar (vgl. BGE 136 V 117, 135 V 258 f. E. 3.4.1). Die Beschwerdegegnerin hält
mithin in der Beschwerdeantwort vom 23. März 2016 zutreffend fest, dass im
vorliegenden Fall keine Mitwirkungsrechte der Beschwerdeführerin verletzt worden
sind. Die Beschwerdeführerin erhielt im Übrigen vor Erlass des Einspracheentscheids
vom 13. Januar 2016 (act. 45) das rechtliche Gehör, indem ihr die Gutachten von Dr.
G._ vom 14. August und 27. September 2015 (act. 41 f.) mit der Möglichkeit zur
Vernehm¬lassung zugestellt wurden (act. 43).
4.2
4.2.1 Weiter spricht der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin den Gutachten von
Dr. G._ den Beweiswert mit der Begründung ab, dieser sei befangen und
voreingenommen gewesen, indem er in seinen Gutachten von seinen bisherigen
Kurzbeurteilungen vom 2. Mai 2014 (act. 9), 14. August 2014 (act. 19) und 12.
September 2014 (act. 20) nicht habe abweichen können, ohne dass er sich zu diesen
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zwingend in Widerspruch gesetzt hätte. Es sei offensichtlich und wohl auch der
Beschwerdegegnerin völlig klar gewesen, dass Dr. G._ wenn irgend möglich an
seiner vorgefassten Meinung festhalten werde.
4.2.2 Hinsichtlich Berichten und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen
bzw. beratender Ärzte und Ärztinnen von Versicherungen gilt der Grundsatz, dass ein
Anstellungs- bzw. Vertragsverhältnis dieser Personen zum Versicherungsträger alleine
nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen lässt (BGE 125 V
353 E. 3b/ee). Auch aus Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte
und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) folgt nicht, dass solche Stellungnahmen in
jedem Fall unbeachtlich wären. Diese Bestimmung gibt keinen formellen Anspruch auf
eine versicherungsexterne Begutachtung, wenn Leistungsansprüche streitig sind.
Erachtet das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen
Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den
Prozess ohne Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung eines externen
Gerichtsgutachtens - abschliessen. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung
jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen beratender Ärzte und
Ärztinnen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4, 122 V
162 f. E. 1d).
4.2.3 Für eine Voreingenommenheit oder Befangenheit müssten sich aus den
Gutachten von Dr. G._ objektive Anhaltspunkte ergeben. Im Umstand allein, dass Dr.
G._ vor der Erstellung seiner Gutachten vom 14. August und 27. September 2015
bereits die drei Kurzbeurteilungen vom 2. Mai 2014 (act. 9), 14. August (act. 19) und 12.
September 2014 (act. 20) abgegeben hat, kann kein objektiver Anhaltspunkt gesehen
werden. Es ist nichts Aussergewöhnliches, wenn ein Versicherungsträger während des
Verwaltungsverfahrens mit zusätzlichem Einspracheverfahren mehrmals mit Fragen an
den beratenden Arzt oder die beratende Ärztin gelangt; insbesondere dann, wenn neue
Akten eingereicht werden und der beratende Arzt oder die beratende Ärztin - wie im
konkreten Fall - gefragt wird, ob sich daraus neue Erkenntnisse ergeben würden (act.
19), wenn ein neuer Unfall passiert ist und nach den darauf zurückführenden
Unfallfolgen gefragt wird (act. 20), oder wenn der beratende Arzt zunächst nur
Kurzbeurteilungen abgegeben hat und in einem nachfolgenden Einspracheverfahren
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um eine umfassende, ausführliche Beurteilung des Schadenfalls ersucht wird (act. 41).
Vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin wird in keiner Weise dargetan, inwiefern
die Beurteilungen von Dr. G._ nicht neutral und sachlich gewesen sein sollten. Die
Berechtigung eines solchen Vorwurfs ist denn auch bezüglich des Gutachtens nicht
ersichtlich. Aus der Tatsache, dass ein beratender Arzt oder eine beratende Ärztin nach
vorherigen Kurzbeurteilungen ein ausführliches Gutachten erstellt, in welchem er oder
sie sich mit den massgebenden medizinischen Fragen eingehender auseinandersetzt
und zum selben Ergebnis wie zuvor gelangt, kann jedenfalls nicht der Vorwurf
abgeleitet werden, es habe nicht von der früheren Beurteilung abgewichen werden
wollen. Genauso gut kann darin ein Hinweis auf die Zuverlässigkeit der ärztlichen
Beurteilung gesehen werden.
4.3 Widersprechen Berichte behandelnder Ärzte und Ärztinnen dem von der
Verwaltung eingeholten Gutachten, ist die unterschiedliche Natur von
Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und
Begutachtungsauftrag des amtlichen bestellten fachmedizinischen Experten anderseits
zu beachten (BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2001, I
506/00). Ein medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgutachten kann nicht stets
dann in Frage gestellt und zum Anlass weiterer Abklärungen genommen werden, wenn
die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten
bleiben aber Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die
behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation
entspringende - Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder
ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 27. Mai 2008,
9C_24/2008, E. 2.3.2, 27. November 2006, I 663/05, E. 2.2.2, 2. August 2006, U 58/06,
E. 2.2 in fine, und 13. März 2006, I 676, E. 2.4). Es sind mithin in jeder ärztlichen
Konstellation Anhaltspunkte zu beachten, die die Feststellungen der
versicherungsinternen Fachpersonen als nicht schlüssig erscheinen lassen (vgl. BGE
135 V 470 E. 4.5 f.; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts vom 1. Oktober 2013,
4A_172/2013, E. 3.3 mit weiteren Hinweisen, 12. Februar 2010, 8C_907/2009, E. 1.1.,
und 27. Mai 2008, 9C_24/2008, E. 2.3.2).
4.4 Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass auch reine Beurteilungen bzw. Gutachten
aufgrund der Akten, wie sie vorliegend von Dr. G._ erstellt wurden, beweiskräftig sein
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können, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die
fachärztliche Beurteilung eines an sich fest stehenden medizinischen Sachverhalts
geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den
Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom 18. Juni 2014, 9C_196/2014, E.
5.1.1).
4.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass kein Anlass besteht, den Beurteilungen
von Dr. G._, insbesondere dessen Gutachten vom 14. August und 27. September
2015 (act. 41 f.), von vornherein jegliche Aussagekraft abzusprechen. Massgebend ist,
dass die Überprüfung der Beweiskraft sämtlicher Akten bzw. die gesamte
Beweiswürdigung auf die überwiegend wahrscheinliche Beantwortung der materiell-
rechtlichen Frage ausgerichtet ist, ob zwischen dem Unfall vom 10. Januar 2014 und
den von der Beschwerdeführerin geklagten Kniegelenksbeschwerden rechts ein
natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Unter diesem Aspekt gilt es nachfolgend
sowohl den Beweiswert der Beurteilungen bzw. Gutachten von Dr. G._ als auch die
Berichte der behandelnden Ärzte der Beschwerdeführerin zu überprüfen.
5.
5.1 Dr. G._ hat in seinen Beurteilungen vom 2. Mai 2014 (act. 9) und 14. August
2014 (act. 19) sowie im Gutachten vom 14. August 2015 (act. 41/24 ff.) insbesondere
auf die lange Latenzzeit von rund zehn Wochen bis zur erstmaligen Dokumentation von
Kniegelenksbeschwerden rechts nach dem Unfallereignis hingewiesen und diesen
zeitlichen Ablauf als Anhaltspunkt gegen eine Unfallkausalität gewertet.
5.2 Dr. G._ hält sachverhaltsmässig zutreffend fest, dass die Beschwerdeführerin
laut ärztlichem Zeugnis von Dr. D._ vom 23. April 2014 (act. 8) erstmalig bei einer
Konsultation vom 23. März 2014 zusätzlich zur - hier unstreitigen - OSG- und
Ellbogenproblematik auch über Kniegelenksbeschwerden rechts geklagt habe. Weder
in der Unfallmeldung UVG vom 10. März 2014 (act. 1) noch im Erstbericht der Zentralen
Notfallabteilung des KSSG vom 13. Januar 2014 (act. 3) wurden das Knie oder das
Kniegelenk erwähnt. Es fanden weder diesbezügliche Untersuchungen noch Therapien
statt. Die Behandlung richtete sich ausschliesslich auf das rechte OSG. Ausserdem ist
festzuhalten, dass in der Zentralen Notfallabteilung des KSSG - neben der
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diagnostizierten Malleolarfraktur - auch die Befunde einer diffusen Dysästhesie am
rechten Unterschenkel medialseits sowie am Oberschenkel medialseits (vorbestehend)
erhoben wurden. Die Untersuchungen fokussierten sich offenbar nicht nur auf das OSG
rechts, sondern auf das ganze rechte Bein. Daraus ist abzuleiten, dass
Kniegelenkschmerzen oder zumindest äussere Gesundheitsschäden im Bereich des
rechten Knies, sofern sie vorhanden gewesen wären, wohl aufgefallen und thematisiert
worden wären. Zwar hielt Dr. D._ im obgenannten ärztlichen Zeugnis fest, die
Beschwerdeführerin habe erklärt, dass die Knieschmerzen schon unmittelbar nach der
Malleolarfraktur rechts aufgetreten seien; sie habe diese jedoch immer als Folge der
Malleolarfraktur betrachtet (act. 8). Es erscheint nicht abwegig, dass eine verunfallte
Person zunächst einer schwerwiegenderen strukturellen Verletzung mehr Beachtung
schenkt als Schmerzen, welche nicht unmittelbar den strukturell verletzten Körperteil
betreffen; dies vor allem dann, wenn letztere mit der Verletzung in einem
Zusammenhang stehen könnten. Letztlich bleibt jedoch die Erklärung der
Beschwerdeführerin lediglich eine Behauptung, welche sich zumindest anhand der
vorliegenden Akten nicht bestätigen lässt. Deren Glaubhaftigkeit ist - wie von Dr. G._
festgehalten - insofern fraglich, als die Beschwerdeführerin vor dem 23. März 2014
mehrmals und regelmässig ihren Hausarzt Dr. D._ konsultiert (vgl. act. 10), diesem
aber offensichtlich nie über Kniebeschwerden berichtet hatte. Auch wenn die
Beschwerdeführerin angeblich die Knieschmerzen nicht einer eigentlichen
Knieverletzung, sondern zunächst der Malleolarfraktur zuordnet hat, wäre zu erwarten
gewesen, dass sie Dr. D._ die verschiedenen, sich ihr bemerkbar gemachten
Beschwerden beschreibt.
5.3 Es liegt mithin einzig die subjektive Angabe der Beschwerdeführerin vor, welche
dem Wahrscheinlichkeitsbeweis nicht zu genügen vermag. Der zeitliche
Zusammenhang stellt einen bedeutsamen Umstand im Rahmen der
Kausalitätsbeurteilung dar. So erscheint es offensichtlich, dass eine beim Unfall
erlittene Verletzung im Regelfall zu Schmerzen führt und unmittelbar im Anschluss an
den Unfall oder zumindest unfallnah auch wahrgenommen und im Rahmen einer
ärztlichen Untersuchung beschrieben wird. Die Anforderungen an den Beweis des
natürlichen Kausalzusammenhangs im Grad der Wahrscheinlichkeit sind strenger, je
grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Eintritt bzw. der
Objektivierung einer Schädigung ist (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E. 1c; Urteil des
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Bundesgerichts vom 26. September 2008, 8C_102/2008, E. 2.2). Dieser Grundsatz ist
insbesondere in denjenigen Fällen zu beachten, in welchen nach einer längeren
Latenzzeit radiologisch nur Befunde erhoben werden konnten, welche - wie im
vorliegenden Fall - keiner eindeutigen frischen Verletzung wie einer Fraktur oder
ligamentären Ruptur entsprechen (vgl. act. 8, 16, 29), sondern verschiedene Ursachen
- traumatische, degenerative oder krankhafte - haben können (vgl. dazu nachfolgende
Erwägung 6).
5.4 Der Einwand des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin in der Einsprache vom
16. Oktober 2014 (act. 24/4) - es komme nicht selten vor, dass ein Unfall mehr oder
weniger lang nach Abschluss der Heilbehandlung neue gesundheitliche Störungen
verursache; für solche Spätfolgen sei der Unfallversicherer gemäss Art. 11 UVV
leistungspflichtig - ist zwar im Grundsatz nicht in Abrede zu stellen. Spätfolgen
schliessen jedoch begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis bzw. an eine erlittene
Unfallverletzung an (vgl. dazu RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 78), wofür der
zeitliche Ablauf im konkreten Fall gerade nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit spricht.
5.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass Dr. G._ in seinen Beurteilungen vom 2.
Mai 2014 (act. 9) und 14. August 2014 (act. 19) sowie im Gutachten vom 14. August
2015 (act. 41/24 ff.) aufgrund der obigen Sachlage - der rund zehnwöchigen Latenzzeit
bis zur erstmaligen Erwähnung von Kniegelenksbeschwerden rechts - zum
überzeugenden Ergebnis gelangte, der zeitliche Ablauf spreche nicht für eine
überwiegend wahrscheinliche Kausalität zwischen den Kniegelenksbeschwerden
rechts und dem Unfallereignis vom 10. Januar 2014.
6.
6.1 Einen massgebenden Anhaltspunkt für die Beurteilung des Vorliegens
traumatischer Kniegelenksbeschwerden bilden sodann die Befunde und Diagnosen
bzw. radiologischen Untersuchungsergebnisse, welche bei der Beschwerdeführerin im
Zusammenhang mit dem rechten Kniegelenk erhoben worden sind und welche
grundsätzlich als Ursache der Kniegelenksbeschwerden in Frage kommen. Nach einer
Auflistung der vollständigen, d.h. lückenlosen Anamnese, befasste sich Dr. G._ mit
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diesen im orthopädisch-chirurgischen Gutachten vom 14. August 2015 (act. 41)
ausführlich und umfassend, indem er deren grundsätzliches Bestehen und bei
Bejahung deren Ursächlichkeit - insbesondere deren Kausalität zum Unfallereignis vom
10. Januar 2014 - beurteilte. Diese Vorgehensweise erscheint logisch und überzeugend
und ergibt einen Gesamtüberblick über die Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten
allenfalls vorliegender unfallkausaler Kniegelenksverletzungen.
6.2 Im Zentrum der Frage nach einer beim Unfall vom 10. Januar 2014 im Bereich des
rechten Kniegelenks erlittenen Verletzung steht der am 29. März 2014 durch Dr. E._
erhobene Befund einer ausgedehnten epimetaphysären flächigen Osteodystrophie des
Tibiaplateaus posteromedial und ventral akzentuiert (act. 8).
6.2.1 Dr. G._ stellt nicht das Vorliegen eines auffälligen Befundes als
Schmerzverursacher an sich in Frage, sondern konkret das Vorliegen einer
Osteodystrophie, indem er darlegt, dass der Begriff "Osteodystrophie des Tibia-
Plateaus" im vorliegenden Fall unzutreffend gewählt sei. Die Bezeichnung
Osteodystrophie wird laut Dr. G._ - und wie auch der medizinischen Literatur zu
entnehmen ist (vgl. dazu PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 266. Aufl. Berlin
2014, S. 1558; ROCHE LEXIKON, Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 1379; ALFRED
M. DEBRUNNER, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 476,
478) - unter orthopädischen Gesichtspunkten bei klar zu beschreibenden Erkrankungen
benutzt: renale Osteodystrophie, Osteodystrophia fibrosa generalisata,
Osteodystrophia deformans. Weitere Formen seien bekannt. Keine dieser
Veränderungen habe bei der Beschwerdeführerin nachgewiesen werden können; der
Hausarzt habe auf telefonische Rückfrage hin ausdrücklich bestätigt, dass keine
sonstigen Erkrankungen bekannt seien. Vor diesem Hintergrund hält Dr. G._ weiter
fest, dass in Anlehnung an die Definition von Dr. I._ vom 18. Juli 2014 (act. 29) nur
von einer Signalalteration des Knochenmarks im Sinne eines Ödems gesprochen
werden sollte (act. G 41/23). Die Ausführungen von Dr. G._ erscheinen ohne Weiteres
schlüssig und nachvollziehbar, zumal auch Dr. H._ im Kostenübernahmegesuch vom
17. Juli 2014 (act. 15) sowie die Ärzte des KSSG im Untersuchungsbericht vom 17. Juli
2014 (act. 16/3) von einem Knochenmarksödem im ventralen Tibiakopfbereich als
wahrscheinlichster Ursache der anhaltenden Kniegelenksbeschwerden bzw. einem
Knochenmarksödem der proximalen Tibia sprechen.
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6.2.2 Dr. G._ interpretiert sodann auf den MRI-Bildern vom 29. März 2014 die
Ödemlokalisation anders als Dr. E._ (act. 8) und die Ärzte des KSSG (act. 16/3).
Diese seien von einer Signalveränderung im epimetaphysären Bereich ausgegangen,
was bedeute, dass von einer Veränderung nur der Bereich des die Gelenkflächen
tragenden Anteils des Schienbeins (Epiphyse) und die Zone der ehemaligen
Wachstumsfuge (Metaphyse) betroffen gewesen wären. Tatsächlich zeigten aber die
MRI-Aufnahmen vom 29. März 2014 (act. 8) und die MRI-Kontrolluntersuchung durch
Dr. I._ vom 18. Juli 2014 (act. 29) auch eine eindeutige Beteiligung des oberen
Bereichs des Schienbeinschafts. Die korrekte Lokalisationsangabe müsse also lauten:
epi-meta-dia-physäre Signalveränderung (act. 41/22).
6.2.3 Nach der grundsätzlichen Würdigung bzw. Einordnung des am 29. März 2014
mittels MRI erhobenen Befundes einer ausgedehnten epimetaphysären flächigen
Osteodystrophie als epi-meta-dia-physäre Signalveränderung bzw. Signalalteration des
Knochenmarks im Sinne eines Ödems (vgl. Erwägung 6.2.1 f.) stellte Dr. G._ die
Frage nach einer allfälligen Verursachung desselben und mangels Vorliegens einer
strukturellen Verletzung sowie angesichts des beschriebenen Unfallmechanismus
(Sturz auf Treppe [act. 1]) nachvollziehbar die Frage nach einer von der
Beschwerdeführerin anlässlich des Unfalls vom 10. Januar 2014 erlittenen Kontusions-
oder Distorsionsverletzung. Ödeme können gemäss medizinischer Literatur krankheits-
oder traumatisch bedingt sein (vgl. PSCHYREMBEL, a.a.O, S. 1525; ROCHE LEXIKON,
a.a.O., S. 1352 f.). Laut Auffassung von Dr. G._ spricht die am 29. März 2014
vorgefundene Verteilung der Signalveränderungen im Schienbeinkopfbereich nicht für
eine Kontusion oder Distorsion. In einem solchen Fall wäre eine sofortige/primäre
Beteiligung vorwiegend in der oberen Hälfte der Epiphyse in irgendeinem der Bereiche
in ausgeprägter Form flächig zu erwarten gewesen. Die ausgewählten MRI-Schnitte
aus der Untersuchung vom 29. März 2014 würden aber eine Beteiligung "fernab" von
der Epiphyse zeigen. Die primären Signalveränderungen fänden sich im Bereich der
ehemaligen Wachstumsfuge sowie des darunter liegenden Anteils der Diaphyse. Aus
diesem Grunde komme eine Distorsion als Ursache für die vorgefundenen
Signaländerungen nicht in Frage, zumal eine knöcherne Verletzung oder unfallbedingte
Schädigung der Binnenstrukturen des rechten Kniegelenks nicht beklagt oder
nachgewiesen worden seien. Im Falle einer Kontusion oder Prellung wäre eine äussere
Verletzung unter Beteiligung der Hautschichten zu erwarten gewesen; dies sei aber
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eindeutig nicht der Fall gewesen, wie sich aus dem Befundbericht des KSSG vom 13.
Januar 2014 (act. 3) ergebe (vgl. dazu nachfolgende Erwägungen 6.2.4 f.). Auch der
nachbehandelnde Hausarzt Dr. D._ habe offensichtlich weder äusserlich erkennbare
Folgen einer Verletzung am Kniegelenk rechts gesehen noch von der
Beschwerdeführerin berichtet bekommen (act. 5, 8, 14). Dr. G._ zeigt unter
Berücksichtigung der vorliegenden Anamnese schlüssig auf, weshalb im Falle der
Beschwerdeführerin ein traumatisches Ödem nicht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann (act. 41/23 f.). Dr. G._
hat Befunde genannt, welche für ein traumatisches Ödem sprechen würden und
dargelegt, dass solche im vorliegenden Fall nicht erhoben werden können. Dies sowie
der Umstand, dass das Auftreten von Schmerzen erst mehrere Wochen nach dem
Unfall dokumentiert wurden (vgl. Erwägung 5) lassen seine Schlussfolgerung ohne
weiteres überzeugend erscheinen. Im Übrigen hat auch Dr. I._ im MRI-
Untersuchungsbericht vom 18. Juli 2014 als Befund ein Ödem "unklarer Ätiologie"
erhoben (act. 29). Wie Dr. G._ in seiner Beurteilung vom 12. September 2014 dazu
richtig feststellt (act. 20), war somit auch der Radiologe nicht in der Lage, die Ursache
des Ödems anzugeben.
6.2.4 Zur Verwendung des von den Ärzten des KSSG in den
Untersuchungsberichten vom 17. Juli 2014 (act. 16) und 20. Mai 2015 (act. 32) konkret
benutzten Begriffs "Bone bruise" (bone = Knochen; bruise = Prellung) führte Dr. G._
ergänzend in Übereinstimmung mit der medizinischen Literatur aus, dass diese in
irgendeiner Weise eine von aussen auf den Schienbeinkopf einwirkende Gewalt
bedinge. Beim Bone bruise gehe man davon aus, dass nicht nur eine
Wassereinlagerung in einem bestimmten Knochenabschnitt vorliege, sondern es auch
durch Stoss oder Druck von aussen (Kontusion/Distorsion) zu Brüchen der
Mikrostruktur im Schwammknochenbereich in der Nachbarschaft des Knochenmantels
gekommen sei (vgl. dazu PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 308). Folgerichtig kam Dr. G._
auch hinsichtlich eines Bone bruise - übereinstimmend mit der Schlussfolgerung
betreffend Knochenmarksödem bzw. Kontusion oder Distorsion - zum überzeugenden
Ergebnis, dass äussere Einwirkungen auf das rechte Kniegelenk im vorliegenden Fall
durch nichts bewiesen worden seien, sondern allenfalls spekulativ vermutet werden
könnten (act. 41/31 f.).
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6.2.5 Im Ergänzungsbericht vom 27. September 2015 zum orthopädisch-
chirurgischen Gutachten vom 14. August 2015 (act. 42/4) wies Dr. G._ schliesslich
auf die aktenmässig dokumentierte Tatsache hin, dass im Mai 2015 selbst das
Erscheinungsbild eines Bone bruise unklarer Ursache (vgl. act. 29: Ödem unklarer
Ätiologie) verschwunden gewesen sei und die Ärzte des KSSG deshalb im
Untersuchungsbericht vom 20. Mai 2015 (act. 32/2) kein klinisches Korrelat für die
angegebenen Beschwerden festgestellt hätten. Laut MRI-Untersuchungsbericht vom
11. Mai 2015 (act. 34) zeigte sich Dr. E._ am selben Tag eine weitestgehende
restitutio ad integrum mit annähernd vollständiger Rückbildung der ehemals
ausgedehnten epimetaphysären flächigen Osteodystrophie des Tibiaplateaus
posteromedial und ventral akzentuiert. Ausserdem hielten die Ärzte des KSSG im
Untersuchungsbericht vom 20. Mai 2015 (act. 32/2) fest, dass die Schmerzen bei der
Beschwerdeführerin im rechten Kniebereich persistieren würden, der klinische Befund
allerdings bis auf eine diffuse Druckdolenz unauffällig sei. Bereits in den MRI-Bildern
vom 18. Juli 2014 (act. 29) und der klinischen Untersuchung der Ärzte des KSSG vom
21. Juli 2014 (act. 17/2) hatte sich der Befund des Bone Bruise tibial im Vergleich zu
den Voraufnahmen vom 29. März 2014 (act. 8) regredient gezeigt. Mit dem Umstand,
dass sich das ursprünglich für die Schmerzen verantwortlich gemachte
Knochenmarksödem zurückgebildet hatte, von der Beschwerdeführerin hingegen
weiterhin Kniebeschwerden beklagt worden und die Kniebeschwerden damit zeitlich
nicht mehr deckungsgleich mit dem Knochenmarksödem waren, wird ein
Zusammenhang der Schmerzen mit dem Ödem überhaupt in Frage gestellt.
6.2.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aufgrund der verlässlichen und
überzeugenden Erwägungen von Dr. G._ in der am 29. März 2014 radiologisch
erhobenen Osteodystrophie bzw. in dem von ihm als Knochenmarksödem definierten
Befund mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit keine im
Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 10. Januar 2014 stehende traumatische
Verletzung zu sehen ist. Die weiteren ärztlichen Beurteilungen vermögen weder seine
Schlussfolgerung zu widerlegen bzw. mit dem Beweiswert der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit eine Unfallverletzung nachzuweisen noch deren Beweiswert zu
schmälern und einen weiteren Abklärungs¬bedarf zu rechtfertigen. Die Formulierung
von Dr. D._ im Überweisungsschreiben an das KSSG vom 30. Juni 2014 - seines
Erachtens "könne" die Ostedystrophie sehr wohl in Zusammenhang mit dem Unfall
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stehen (act. 14/2) - kommt lediglich einer Vermutung gleich. Eine solche vermag jedoch
nicht den im Sozialversicherungsrecht geltenden Anforderungen an den Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu genügen (vgl. LOCHER/GÄCHTER, a.a.O., §
70 N. 58 f.). Hinzu kommt, dass Dr. D._ keine medizinisch fundierte Begründung
liefert, worauf er seine Vermutung abstützt. Dr. H._ erachtete es sodann im
Kostengutsprachegesuch vom 17. Juli 2014 als naheliegend, dass das
Knochenmarksödem im Rahmen einer traumatischen Knochenkontusion zu
interpretieren sei, die sich die Beschwerdeführerin anlässlich ihres Treppensturzes
zugezogen habe. Eine andere Ursache sei für ihn nicht plausibel, zumal seit dem Unfall
vom 10. Januar 2014 kein weiteres Trauma stattgefunden habe (act. 15). Abgesehen
davon, dass die Formulierung "naheliegend" ebenfalls nur im Sinne einer denkbaren,
nicht aber überwiegend wahrscheinlichen, Variante verstanden werden kann, vermag
auch die Begründung von Dr. H._ dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nicht zu genügen. Der alleinige Ausschluss eines anderen Unfalls
vermag insbesondere in denjenigen Fällen nicht zu genügen, in denen - wie im
vorliegenden Fall - Gesundheitsschäden zur Diskussion stehen, welche regelmässig
auch krankheits- oder degenerativ bedingt sein können. Andernfalls würde man sich
mit dem blossen Anschein des Beweises bzw. mit der blossen Möglichkeit begnügen.
In derselben Weise kann auch der blossen Erklärung der Ärzte des KSSG im Bericht
vom 17. Juli 2014 - die von der Patientin geäusserten Kniegelenksbeschwerden auf der
rechten Seite und das in der MRI-Bildgebung sichtbare Knochenmarksödem der
proximalen Tibia seien mit der Traumaanamnese und dem Unfallhergang wohl in
Zusammenhang zu bringen (act. 16/3) - kein Beweiswert beigemessen werden, der für
die Annahme eines überwiegend wahrscheinlichen Sachverhalts ausreicht. Im Übrigen
stellen gerade die Traumaanamnese (insbesondere der zeitliche Ablauf) sowie der
Unfallhergang im konkreten Fall keine überzeugenden Begründungen dar.
6.3 Laut Untersuchungsbericht der Ärzte des KSSG vom 17. Juli 2014 hatte die
Beschwerdeführerin anlässlich der Untersuchung vom 16. Juli 2014 von
intermittierenden Schwellungszuständen und einer belastungsabhängigen
Schmerzsymptomatik berichtet, was mit einem posttraumatischen komplexen
regionalen Schmerzsyndrom (= CRPS; synonym verwendete Bezeichnungen:
Reflexdystrophie, Sudeck-Syndrom, Algodystrophie; PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 1914)
in Zusammenhang gebracht werden könnte (act. 16/3).
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6.3.1 Beim CRPS handelt es sich um ein Schmerzsyndrom, welches - wie auch von
Dr. G._ mit Hinweis auf die medizinische Literatur beschrieben (act. 41/26 f.) -
anerkanntermassen als sekundäre Folge ("Zweitschlag") eines Traumas (unter anderem
nach Knochentraumen, Kontusionen mit oder ohne trabekuläre Mikrofrakturen und
Distorsionen) auftreten kann. Genannt werden aber auch zahlreiche weitere nicht
traumatische Ursachen (vgl. dazu auch DEBRUNNER, a.a.O., S. 695 ff.). Der von den
Ärzten des KSSG aufgezeigte Zusammenhang basierte lediglich auf den subjektiven
Angaben der Beschwerdeführerin und wurde entsprechend als Möglichkeit formuliert.
Abgesehen von einem diskreten Kniegelenkserguss wurden weder auffällige, CRPS-
typische Befunde erhoben noch wurde ein CRPS als Verdachtsdiagnose in den Bericht
aufgenommen (vgl. DEBRUNNER, a.a.O., S. 695 f.; Diagnose anhand Budapest-
Kriterien gemäss Konsensuskonferenz aus dem Jahr 2006, abrufbar unter https://
www.crps-netzwerk.org/cms/wp-content/uploads/2014/12/
diagnose_crps_kriterien.pdf). In der von den Ärzten des KSSG in die Wege geleiteten
MRI-Untersuchung durch Dr. I._ vom 18. Juli 2014 wurde sodann offenbar keine
CRPS-Symptomatik festgestellt; ein CRPS bzw. dafür typische radiologische Befunde
(vgl. dazu act. 41/10: im Stadium II überwiegend feinfleckige, teils zusammenfliessende
Signalreduktionen des Knochenmarks auf den T1-gewichteten Aufnahmen sowie eine
Signalerhöhung auf den T2-gewichteten Bildern; vgl. auch DEBRUNNER, a.a.O., S.
696; PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 1914) wurden im entsprechenden
Untersuchungsbericht nicht festgehalten (vgl. act. 29). Dr. G._ wies in seinem
Gutachten bezüglich der CRPS-typischen Symptome ausserdem darauf hin, dass es
bei der Beschwerdeführerin offensichtlich nicht zu einer massgeblichen
Muskelmassenverminderung am rechten Bein gekommen sei. Im Bericht vom 23. Juli
2014 (act. 17) werde von den Ärzten des KSSG angegeben, dass die Muskelkraft am
rechten und linken Oberschenkel seitengleich entsprechend M5 sei. Das gelte auch für
die Kraft im Unterschenkelbereich für Heben und Senken des Fusses. Auch im letzten
Untersuchungsbericht des KSSG vom 20. Mai 2015 (act. 32) sei von einer
Muskelmassenverminderung am rechten Bein keine Rede gewesen (act. 41/28).
Angesichts der dargelegten Sachlage zog Dr. G._ den überzeugenden Schluss, dass
zu keinem Zeitpunkt die klinischen Symptome eines CRPS mit blasser, marmorierter
bis zyanotischer und mangeltemperierter Haut sowie auch bildtechnisch erkennbaren
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Strukturveränderungen der Gewebe beschrieben bzw. nachgewiesen worden seien
(act. 41/29).
6.3.2 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass mangels Vorliegens ein CRPS als
Ursache für die Kniegelenksbeschwerden und damit auch als sekundäre Folge einer
Unfallverletzung ausser Betracht fällt. Von Dr. G._ wurde im Falle der
Beschwerdeführerin ein CRPS als Folge des Unfalls vom 10. Januar 2014 gar nicht
erörtert, was angesichts einer überwiegend wahrscheinlich fehlenden initial erlittenen
Verletzung (vgl. dazu Erwägungen 5 f.) folgerichtig ist.
6.4 Obwohl der Unfallversicherer bei Verneinung eines überwiegend wahrscheinlich
unfallbedingten Gesundheitsschadens grundsätzlich nicht darüber hinaus den Beweis
für unfallfremde Ursachen erbringen muss (vgl. dazu RKUV 1994 Nr. U 2006 S. 329 E.
3b), ist in der Bestimmung eines konkreten unfallfremden Gesundheitsschadens
selbstverständlich ein aufschlussreicher, gegen einen unfallbedingten
Gesundheitsschaden sprechender Umstand zu sehen. So erläuterte Dr. G._ in
seinem Gutachten ausführlich unter Hinweis auf die medizinische Literatur, dass er das
zeitweilige Vorliegen einer sogenannten transitorischen Osteoporose - dokumentiert
durch die MRI-Bilder vom 29. März 2014 und die späteren Kontrollen im KSSG - als
überwiegend wahrscheinlich ansehe (act. 41/31). Radiologisch erheben liessen sich bei
der Beschwerdeführerin ausserdem am 29. März 2014 (act. 8) und am 11. Mai 2015
(act. 34) eine unbestrittenermassen degenerative und damit unfallunabhängige
Meniskopathie Grad I sowie eine minimalste Reiz-Synovialitis und ein diskreter
Reizzustand der Popliteussehne, am 11. Mai 2015 neu auch des Insertionsbereichs des
kontinuitätserhaltenden vorderen Kreuzbandes. Dr. G._ bezeichnete auch diese als
unfallfremd, was angesichts der überwiegend wahrscheinlichen Verneinung einer am
10. Januar 2014 erlittenen Knieprellung sowie des Umstands, dass sich offenbar über
ein Jahr nach dem Unfall neue Reizzustände entwickelt haben, schlüssig erscheint.
Das Gesagte - fehlende primäre Verletzung, zeitlicher Ablauf - gilt auch in Bezug auf
die mehr als sechs Monate nach dem Unfall vom 10. Januar 2014 im MRI vom 18. Juli
2014 zur Darstellung gekommene vermehrte Flüssigkeit in der Bursa infrapatellaris
profunda, vereinbar mit einer Bursitis (= Schleimbeutelentzündung), und den
unmittelbar dorsal angrenzenden flüssigkeitshaltigen Hoffa-Fettkörper (act. 29/1). Eine
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diesbezügliche sekundäre Unfallkausalität wird denn auch weder von Dr. G._ noch in
den weiteren medizinischen Akten diskutiert.
7.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich - wie von Dr. G._ angenommen sowie
schlüssig und sorgfältig begründet - aus den Akten keine Anhaltspunkte für eine
überwiegend wahrscheinlich natürliche Unfallkausalität der erstmals von der
Beschwerdeführerin am 23. März 2014 gegenüber ihrem Hausarzt Dr. D._ beklagten
Kniegelenksbeschwerden rechts ergeben. Auch der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin legt weder in der Beschwerde vom 12. Februar 2016 (act. G 1)
noch in der Replik vom 3. Mai 2016 (act. G 5) materiell-rechtlich dar, worin er eine
Unzulänglichkeit der Ausführungen von Dr. G._ bzw. dessen Verneinung einer
Kausalität zwischen den geklagten Kniegelenksbeschwerden rechts und dem
Unfallereignis vom 10. Januar 2014 begründet sieht. Der Beschwerdeführerin steht
damit kein Leistungsanspruch gegenüber der Beschwerdegegnerin wegen
unfallkausaler Kniegelenksbeschwerden rechts zu.
8.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 13. Januar
2016 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Die Beschwerdeführerin hat
bei diesem Verfahrensausgang keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.