Decision ID: d25d3827-2c8c-586f-801a-207d327eaa35
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Irja Zuber Hofer, c/o Procap Schweiz,
Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 15. Dezember 2008 wegen schwerer depressiver Episoden,
Impulskontrollproblemen und ADHS zum Bezug von IV-Leistun-gen an (IV-act. 3).
Anlässlich des FI-Gesprächs vom 31. Dezember 2008 äusserte Dr. med. B._,
Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Suchtbehandlung C._,
gegenüber RAD-Arzt D._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, der
Versicherte werde über vier Monate stationär behandelt. Er leide an einer chronifizierten
rezidivierenden depressiven Störung, einer Alkoholabhängigkeit (gegenwärtig
abstinent) und einer Persönlichkeitsänderung. Der Versicherte sei nicht mehr
arbeitsfähig (Protokoll vom 8. Januar 2009, IV-act. 16; siehe auch die Aktennotiz von
RAD-Arzt D._ vom 31. Dezember 2008, IV-act. 12, den Bericht von Dr. B._ vom
13. März 2009 betreffend die stationäre Behandlung vom 25. Juli 2008 bis 10. Februar
2009, IV-act. 28-6 ff., und vom 22. Juni 2009, IV-act. 27). Im Bericht vom 6. Juli 2009
führte die behandelnde E._, Allgemeinmedizin FMH, aus, der Versicherte sei seit
24. Juli 2008 zu 100% arbeitsunfähig für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als angelernter
Produktionsarbeiter (IV-act. 28-1 ff.).
A.b Die in der Tagesklinik des Psychiatrie-Zentrums F._ seit 20. März 2009
behandelnde Dr. med. G._, Oberärztin, berichtete, der Versicherte leide mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an: einer Anpassungsstörung mit längerer
depressiver Reaktion (ICD-10: F43.21), chronifizierten Kopfschmerzen, COPD bei
intensivem Nikotinabusus und chronifizierten Rückenschmerzen (Bericht vom 22. Juli
2009 [Datum Posteingang IV-Stelle], IV-act. 30; vgl. auch Schreiben von Dr. G._ vom
6. Oktober 2009, IV-act. 33). Am 3. Februar 2010 orientierte Dr. G._ die IV-Stelle, es
zeichne sich ab, dass bezüglich Arbeitsfähigkeit nicht mehr eine psychiatrische
Erkrankung im Vordergrund stehe, sondern somatische Einschränkungen wie eine
massive Dyspnoe bei COPD. Erst ab ca. Mitte bis Ende März 2010 werde dem
Versicherten aus psychiatrischer Sicht eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt (IV-
act. 34). Die im Psychiatrie-Zentrum F._ vom 20. bis 25. März 2010 durchgeführte
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arbeits- und ergotherapeutische Abklärung ergab, dass eine Tätigkeit im
1. Arbeitsmarkt aufgrund physischer Beeinträchtigungen nur bedingt möglich sei. Auch
für leichte Tätigkeiten bestehe eine reduzierte Leistungsfähigkeit (undatierter Bericht,
IV-act. 41).
A.c Vom 10. August 2010 bis 25. Februar 2011 nahm der Versicherte an einer beruf
lichen Abklärung in der Stiftung H._ teil (Mitteilungen vom 27. Juli 2010, IV-act. 57,
vom 4. November 2010, IV-act. 70, und vom 23. Dezember 2010, IV-act. 80; zu den
Taggeldverfügungen siehe IV-act. 58, 63, 73 und 83). Die Abklärungsperson hielt im
Schlussbericht berufliche Abklärung vom 28. Februar 2011 fest, bei der persönlichen
Stabilisierung habe der Versicherte keine grosse Entwicklung gemacht. Eine Steigerung
der Arbeitszeit (halbtags) sei nicht möglich gewesen (IV-act. 89; zur medizinischen
Einschätzung während der beruflichen Abklärung und zur von den behandelnden
medizinischen Fachpersonen des Psychiatrie-Zentrums F._ bescheinigten 50%igen
Arbeitsfähigkeit siehe Bericht vom 2. Februar 2011, IV-act. 86). Die
Eingliederungsverantwortliche gelangte zur Auffassung, eine Anstellung zu 50% in
einer leichten Arbeit erscheine nach wie vor zumutbar. Trotz intensiver Begleitung und
Unterstützung scheine eine Eingliederung schwierig zu sein. Daher schliesse sie den
Fall ab (Schlussbericht vom 1. April 2011, IV-act. 91). Die IV-Stelle teilte dem
Versicherten am 19. April 2011 den Abschluss der Arbeitsvermittlung mit (IV-act. 95).
A.d RAD-Arzt Dr. med. I._, Facharzt für Chirurgie, vertrat in der Stellungnahme vom
8. Juli 2011 ausgehend von einem leichtgradigen depressiven Leiden den Standpunkt,
aus medizinischer Sicht sei von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten auszugehen (IV-act. 96). Dr. E._ berichtete am 8. August 2011, der
Gesundheitszustand des Versicherten sei stationär. Eine leidensangepasste Tätigkeit
sei ihm maximal vier Stunden am Tag zumutbar (IV-act. 99-1 ff.). Sie legte ihrer
Beurteilung einen Bericht der im Psychiatrie-Zentrum F._ behandelnden
medizinischen Fachpersonen vom 22. Juli 2011 bei, worin die Diagnose einer
mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10: F32.10), seit einigen Jahren anhaltend,
erwähnt wurde (IV-act. 99-7 ff.). Die Ergebnisse der im Psychiatrie-Zentrum F._
durchgeführten Untersuchung der kognitiven Leistungsfähigkeit und
Exekutivfunktionen des Versicherten ergaben, dass dieser unter Anstrengung eine
durchschnittliche Konzentrationsfähigkeit und insbesondere eine gute Sorgfaltsleistung
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aufbringen könne, wenn er genügend Zeit habe. Unter Zeitdruck und über eine längere
Dauer würden ihm jedoch mehr Fehler unterlaufen und es hätten sich
Ermüdungseffekte gezeigt, wodurch sein kognitives Leistungsvermögen beeinträchtigt
sei. In den exekutiven Funktionen wie Strukturieren und Problemösen erbringe der
Versicherte durchschnittliche Leistungen. Es hätten sich keine Hinweise auf eine
erworbene Störung der Intelligenzfunktionen oder der Aufmerksamkeit sowie auf eine
eingeschränkte geistige Flexibilität ergeben (Bericht vom 11. Januar 2012, IV-act. 108).
Dr. E._ bestätigte am 9. Februar 2012 einen stationären Gesundheitszustand (IV-
act. 109).
A.e RAD-Arzt Dr. I._ bescheinigte aufgrund der in aktuellen Unterlagen
diagnostizierten mittelgradigen depressiven Episode aus medizinisch-theoretischer
Sicht eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten (Stellungnahme
vom 28. Februar 2012, IV-act. 110; siehe zum Schweregrad des depressiven Leidens
auch das Schreiben der behandelnden medizinischen Fachpersonen des Psychiatrie-
Zentrums F._ vom 28. März 2012, IV-act. 113).
A.f Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte am 13. und 15. August 2012
polydisziplinär (internistisch-rheumatologisch und psychiatrisch) in der MEDAS
Ostschweiz begutachtet. Die Experten diagnostizierten mit Einschränkung der
zumutbaren Arbeitsfähigkeit: eine mittelgradige depressive Störung, beginnend
chronifiziert (ICD-10: F33.8); eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10:
F45.4); ein chronisches, thorakal betontes panvertebrales Schmerzsyndrom, eine
Hypakusis beidseits sowie eine COPD vom Emphysemtyp. Eine Reintegration in die
vom Versicherten zuletzt ausgeführte, zwischenzeitlich gekündigte Arbeitsstelle in der
J._ sei aus somatischer Sicht und insbesondere aufgrund der Pneumopathie nicht
sinnvoll. Die in dieser Tätigkeit attestierte volle Arbeitsunfähigkeit ab Juli 2008 hielten
die Experten für nachvollziehbar. Bezogen auf eine leidensangepasste Tätigkeit
bestehe aus somatischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Aufgrund der
mittelgradigen depressiven Symptome bestehe aus psychiatrischer Sicht für jegliche
Tätigkeiten eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Für den Zeitraum von Juli 2008 bis Ende
2009 sei aus psychiatrischer Sicht für jegliche Tätigkeit von einer vollen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen (Gutachten vom 28. November 2012, IV-act. 122). RAD-
Arzt Dr. I._ bezeichnete die gutachterliche Einschätzung als umfassend, in sich
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schlüssig und widerspruchsfrei. Es könne vollumfänglich darauf abgestellt werden (IV-
act. 123). Der Rechtsdienst der IV-Stelle vertrat in der Stellungnahme vom 17.
Dezember 2012 den Standpunkt, es liege keine rechtlich bedeutsame Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen vor. Für die Invaliditätsbemessung sei
daher von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit des Versicherten für leidensangepasste
Tätigkeiten auszugehen (IV-act. 124).
A.g Mit Vorbescheid vom 8. Februar 2013 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 127). Dagegen erhob der
Versicherte am 27. Februar 2013 Einwand (IV-act. 128). Der Rechtsdienst der IV-Stelle
hielt in der Stellungnahme vom 22. März 2013 an der bisherigen Auffassung fest (IV-
act. 129). Am 26. März 2013 verfügte die IV-Stelle die Rentenabweisung (IV-act. 130).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 26. März 2013 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 7. Mai 2013. Der Beschwerdeführer beantragt unter Kosten- und
Entschädigungsfolge deren Aufhebung und es sei ihm ab Juli 2009 eine Invalidenrente
zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im Wesentlichen bringt er vor, die durch
das depressive Leiden verursachten Beeinträchtigungen seien
invalidenversicherungsrechtlich relevant. Des Weiteren kritisiert er die Bestimmung des
Invalideneinkommens (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 2. Juli 2013
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie aus, es bestehe keine
invalidenversicherungsrechtlich relevante Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit. Denn
die depressive Störung finde ihre hinreichende Erklärung in psychosozialen Umständen
und subjektiven Auffassungen (act. G 3).
B.c Mit Präsidialentscheid vom 8. Juli 2013 wird dem Gesuch des Beschwerdeführers
um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten
und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) entsprochen (act. G 4).
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B.d In der Replik vom 5. September 2013 hält der Beschwerdeführer unverändert an
der Beschwerde fest (act. G 6). Mit der Replik legt er einen Bericht von Dr. med. K_,
Facharzt FMH für Innere Medizin, spez. Pneumologie, vom 3. April 2013 ins Recht.
Darin führt dieser gestützt auf eine Untersuchung vom 26. März 2013 aus, für eine
schwere körperliche Arbeit sei der Beschwerdeführer sicher arbeitsunfähig. Für
mittelschwere körperliche Arbeiten erachte er ihn je nach Situation zwischen 30 bis
50% arbeitsfähig. Für leichte körperliche Arbeiten, falls er z.B. das Arbeitstempo selbst
vorgeben und die Tätigkeit überwiegend im Sitzen oder Stehen ausüben könne,
bestehe aus pulmonaler Sicht max. eine 50 bis 70%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 6.1).
B.e Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 8).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
des Beschwerdeführers.
1.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbsun
fähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). In
Art. 7 Abs. 2 ATSG, der mit der 5. IVG-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft getreten ist,
wird festgelegt, dass eine Erwerbsunfähigkeit nur vorliegt, wenn sie aus objektiver
Sicht nicht überwindbar ist. Damit wurde gesetzlich verankert, dass die Zumutbarkeit
nicht nach dem subjektiven Empfinden der versicherten Person, sondern nach
objektiven Gesichtspunkten zu beurteilen ist. Art. 7 Abs. 2 ATSG schreibt somit auf
Gesetzesstufe das Erfordernis der Objektivierbarkeit fest, was seit jeher galt (BGE 135
V 215 E. 7.3; Thomas Gächter/Eva Siki, Sparen um jeden Preis?, Kritische Würdigung
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der geplanten Schlussbestimmung zur 6. IV-Revision, in: Jusletter vom 29. November
2010, S. 3).
1.2 Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird
gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das
Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der
Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht Anspruch auf
eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad
von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
1.3 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet
sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
2.
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Zwischen den Parteien ist unbestritten (vgl. act. G 1, Rz 3, und act. G 3, Rz 5), dass
aus medizinisch-theoretischer Sicht die von RAD-Arzt Dr. I._ bestätigte (IV-act. 123)
gutachterliche Arbeitsfähigkeitseinschätzung beweiskräftig ist. Bei der Würdigung des
Gutachtens fällt ins Gewicht, dass es auf eigenständigen Abklärungen beruht und für
die streitigen Belange umfassend ist. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet
und die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden gewürdigt. Die Bescheinigung
einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit für den Zeitraum von Juli 2008 bis Ende 2009 bzw.
einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ab anfangs 2010 für leidensangepasste Tätigkeiten
leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung
der medizinischen Situation ein. Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass
objektiv wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt worden wären. Mit den Parteien ist
daher aus medizinisch-theoretischer Sicht auf die gutachterliche Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit abzustellen. Daran ändert der Bericht von Dr. K_ vom 3. April 2013
nichts, worin für leidensangepasste Tätigkeiten (leichte körperliche Arbeiten, bei denen
der Beschwerdeführer das Arbeitstempo selbst vorgeben und die Tätigkeit
überwiegend im Sitzen oder Stehen ausüben könne) aus pneumologischer Sicht eine
30 bis 50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt wird (act. G 6.1). Denn den von Dr. K_
genannten Anforderungen an eine leidensangepasste Tätigkeit wird mit der
Formulierung einer Verweistätigkeit durch die Gutachter vollumfänglich Rechnung
getragen (Arbeitspensum von sechs bis sieben Stunden täglich mit reduziertem
Rendement um ca. einen Drittel; keine erhöhte Anforderungen an die Stress- und
Frustrationstoleranz, die emotionale Belastbarkeit, Konzentrationsfähigkeit und/oder
sozialen Kompetenzen; körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere berufliche
Tätigkeiten ohne längere statisch oder in ergonomisch ungünstiger
Wirbelsäulenhaltung ausgeführte Arbeiten, ohne repetitives Heben von Lasten über
10 kg, vereinzelt über 15 kg, des Weiteren ohne Staubbelastung und mit der
Möglichkeit einer Wechselposition; IV-act. 122-31). Deshalb kann mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die pneumologisch bescheinigte
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der gutachterlich attestierten Beeinträchtigung
aufgeht bzw. kein additiver Effekt besteht. Angesichts dessen, dass entgegen der
Auffassung der Beschwerdegegnerin von einer invalidenversicherungsrechtlichen
Erheblichkeit des depressiven Leidens auszugehen ist (siehe nachstehende E. 3),
erübrigen sich Weiterungen zur von Dr. K_ aus pneumologischer Sicht bestätigten,
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über die depressionsbedingten Einschränkungen nicht hinausgehenden
Arbeitsunfähigkeit.
3.
Des Weiteren ist die umstrittene invalidenversicherungsrechtliche Erheblichkeit des
psychischen Leidens bzw. sind dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu
prüfen.
3.1 Grundsätzlich bedarf es nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für die
Annahme eines invalidisierenden Gesundheitsschadens einer fachärztlichen, lege artis
auf die Vorgaben eines Klassifikationssystems abgestützten Diagnose. Im Rahmen der
freien Beweiswürdigung dürfe sich dabei die Verwaltung - und im Streitfall das Gericht
- weder über die den beweisrechtlichen Anforderungen genügenden medizinischen
Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen, noch sich die ärztlichen Einschätzungen und
Schlussfolgerungen zur (Rest-)Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer konkreten
sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite zu eigen machen. Die
rechtsanwendenden Behörden hätten mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, ob die
ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte
(insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren)
mitberücksichtige, die vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus
unbeachtlich seien. Wo psychosoziale Einflüsse das Bild prägen würden, sei bei der
Annahme einer rentenbegründenden Invalidität Zurückhaltung geboten (Urteil des
Bundesgerichts vom 30. März 2011, 9C_1041/2010, E. 5.1 mit Hinweisen).
3.2 Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass der psychiatrische Gutachter die
bescheinigte 50%ige Arbeitsunfähigkeit allein mit den mittelgradigen depressiven
Symptomen begründet hat (IV-act. 122-30). Die depressive Symptomatik wurde als
eigenständige psychische Störung und primäre psychische Erkrankung eingestuft,
deren Ursache nicht in der somatoformen Schmerzstörung, sondern u.a. in einer seit
der Kindheit bestehenden Selbstwertproblematik bei von Beginn an schwierigen
Beziehungen mit unsicherer Bindung zu den primären Bezugspersonen liegt (IV-
act. 122-23). Die (daneben) diagnostizierte somatoforme Schmerzstörung, deren
Folgen der psychiatrische Gutachter für (teilweise) überwindbar hielt (IV-act. 122-23f.),
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wurde bei dieser Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit nicht berücksichtigt. Angesichts
dieser Verhältnisse kommt die Rechtsprechung zu den syndromalen
Gesundheitsschädigungen (BGE 130 V 352) hier nicht zum Tragen, weil sich die
somatoforme Schmerzstörung höchstens auf die Rahmenbedingungen einer
zumutbaren Tätigkeit auswirkt. Die zentrale Frage, wie weit das anrechenbare
Leistungsvermögen quantitativ eingeschränkt ist, stellt sich nur mit Blick auf die
Depression. Hierfür ist die erwähnte Rechtsprechung nicht einschlägig (Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Januar 2015, 9C_140/2014, E. 2), was die Beschwerdegegnerin
bei ihrer Argumentation übersieht, worin sie weitere Förster-Kriterien wie u.a. eine
psychische Komorbidität zum depressiven Leiden prüft (siehe hierzu act. G 3, Rz 9).
3.3 Die Beschwerdegegnerin begründet die fehlende invalidenversicherungsrechtliche
Relevanz des depressiven Leidens sodann damit, dass es seine hinreichende Erklärung
in psychosozialen Umständen und "subjektiven Auffassungen" finde (act. G 3, Rz 8).
3.3.1 Bei der Prüfung des Einflusses psychosozialer Umstände gilt es, dem finalen
Charakter der Invalidenversicherung Rechnung zu tragen. Dies bedeutet, es wird bei
der Leistungsprüfung nicht nach der Art und Genese eines Gesundheitsschadens
gefragt, der die Erwerbsunfähigkeit verursacht. Der Gesundheitszustand ist folglich
immer gesamtheitlich zu betrachten. Selbst eine Erwerbsunfähigkeit, deren
psychogene krankhafte Grundlage (auch) durch eine psychosoziale oder soziokulturelle
Überforderung verursacht worden ist, fällt in den Geltungsbereich der
Invalidenversicherung, vorausgesetzt es handelt sich um ein verselbstständigtes
psychisches Leiden. Eine rentenbegründende Invalidität kann damit nicht allein mit
dem Hinweis auf das Vorhandensein soziokultureller oder psychosozialer
Belastungsfaktoren verneint werden (Urteil des Bundesgerichts vom 29. April 2014,
8C_830/2013, E. 5.2.3 mit Hinweisen auf Rechtsprechung und Literatur).
3.3.2 Der Beschwerdeführer leidet seit Jahren an einer depressiven Erkrankung.
Der psychiatrische Gutachter sprach diagnostisch von einer "beginnend chronifizierten
depressiven Störung in mittelgradiger Ausprägung" und bezeichnete sie "als
eigenständige psychische Störung" (IV-act. 122-23). Er setzte sich einlässlich mit den
weit zurückliegenden Ursachen auseinander ("neben anderen Faktoren eine seit der
Kindheit bestehende Selbstwertproblematik [...]", IV-act. 122-23). Bei der Beurteilung
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der Arbeitsfähigkeit beschrieb er "eine ganze Reihe" psychosozialer Faktoren, die er als
"IV-fremd" einstufte und ausdrücklich nicht in die Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit
miteinbezog (IV-act. 122-26). In tatsächlicher Hinsicht ist somit vom Bestehen eines
selbstständigen depressiven Leidens auszugehen, dessen Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit der psychiatrische Gutachter unter ausdrücklicher Ausklammerung
psychosozialer Aspekte eingeschätzt hat. Schliesslich legt die Beschwerdegegnerin
weder dar noch ist aus den Akten ersichtlich, dass ein Wegfall der psychosozialen und/
oder soziokulturellen Faktoren die langjährige, "beginnend chronifizierte" depressive
Störung (unmittelbar) verschwinden lassen würde (vgl. zum Ganzen Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Januar 2015, 9C_140/2014, E. 3.4.2). Demnach kann der
depressiven Störung bzw. dessen Beeinträchtigungen die
invalidenversicherungsrechtliche Relevanz nicht abgesprochen werden. Der
Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass der psychiatrische Gutachter keine
Hinweise auf ein suboptimales Leistungsverhalten oder relevante Inkonsistenzen
festgestellt (IV-act. 122-26) und von therapeutischen Massnahmen keine wesentliche
weitere Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erwartet hat, sondern die Fortführung der
(laufenden) ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung empfahl
unter (lediglich) einer weiteren Optimierung der Psychopharmakotherapie (IV-
act. 122-25).
3.3.3 Der psychiatrische Gutachter nahm eine umfassende Untersuchung des
Beschwerdeführers vor und setzte sich kritisch mit den geklagten Einschränkungen
und den verbliebenen Ressourcen auseinander (siehe insbesondere IV-act. 122-26),
weshalb entgegen der nicht näher begründeten Auffassung der Beschwerdegegnerin
keine Rede davon sein kann, die depressive Störung bzw. die bescheinigte
Arbeitsunfähigkeit finde ihre Erklärung in den "subjektiven Auffassungen" (act. G 3,
Rz 8). Die Beschwerdegegnerin übersieht denn auch, dass das zu beurteilende
Störungsbild auf Grund klinischer psychiatrischer Untersuchungen klar diagnostiziert
wurde und damit überprüf- bzw. objektivierbar ist (vgl. betreffend eine Angststörung
Urteil des Bundesgerichts vom 29. September 2014, 8C_371/2014, E. 5.2.1 mit
Hinweisen). Der Standpunkt der Beschwerdegegnerin erweist sich darüber hinaus
insoweit als aktenwidrig, als der psychiatrische Gutachter bei der
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung gerade nicht auf die (tiefere) Selbsteinschätzung des
Beschwerdeführers abgestellt hat (IV-act. 122-26).
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4.
Ausgehend von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit für den Zeitraum von Juli 2008
bis Ende 2009 und einer 50%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten ab
1. Januar 2010 verbleibt die Ermittlung des Invaliditätsgrads. Angesichts dessen, dass
der Beschwerdeführer in der Vergangenheit erheblich schwankende Einkommen erzielt
hat (siehe den Auszug aus dem individuellen Konto in IV-act. 10), erscheint die
Vornahme eines Prozentvergleichs als sachgerecht. Dabei ist ein Tabellenlohnabzug
wegen der erheblich einschränkenden qualitativen Anforderungen (IV-act. 122-31), der
bloss noch möglichen Teilzeitarbeit (IV-act. 122-31) und des fortgeschrittenen Alters
von (höchstens) 15% angemessen. Der Faktor Alter dürfte sich aufgrund der im
Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung immerhin noch rund 9-jährigen Aktivitätsdauer
wohl nur im geringen Ausmass lohnsenkend auswirken. Bei einer 50%igen
Restarbeitsfähigkeit resultiert ein aufgerundeter 58%iger Invaliditätsgrad (50% + [50%
x 15%]). Der Beschwerdeführer hat demnach unter Berücksichtigung der
Dreimonatsfrist von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung
(IVV; SR 831.201) ab 1. Juli 2009 bis 31. März 2010 Anspruch auf eine ganze und ab
1. April 2010 Anspruch auf eine halbe Rente.
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde vom 7. Mai 2013 in Aufhebung der Ver
fügung vom 26. März 2013 gutzuheissen und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab
1. Juli 2009 bis 31. März 2010 eine ganze und ab 1. April 2010 eine halbe Rente
zuzusprechen. Zur Festsetzung der Rentenleistungen ist die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Bei der Rentenausrichtung wird die
Beschwerdegegnerin mit Blick auf die bereits ausbezahlten Taggeldleistungen die
Koordinationsnorm von Art. 43 Abs. 2 IVG zu beachten haben (s. Sachverhalt lit. A.c).
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
bis
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Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Die
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat auf die Einreichung einer Honorarnote
verzichtet. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint eine pauschale Parteientschädigung
von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Die
Festsetzung einer Entschädigung aus der gewährten unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung (act. G 4) erübrigt sich.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP