Decision ID: 0800e2df-c966-4c42-ac3f-c3e73abbd3d2
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Christa Rempfler, Falkensteinstrasse 1,
Postfach 112, 9006 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Integritätsentschädigung
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ war als Montagearbeiter bei der B._ angestellt und dadurch bei der Suva
unfallversichert, als er am 16. Juni 2006 von einer Holzleiste, die ein anderer Mitarbeiter
gegen ihn geworfen hatte, im rechten Auge getroffen wurde. Er erlitt dabei eine
Perforatio bulbi mit vollständiger Erblindung des rechten Auges (UV-act. 44). Die Suva
kam für die gesetzlichen Leistungen auf. Nach Durchführung von ärztlichen
Behandlungen und Abklärungen eröffnete sie der Rechtsvertreterin des Versicherten,
Rechtsanwältin lic. iur. Ch. Rempfler, St. Gallen, am 31. Januar 2008 verfügungsweise,
dass zur Zeit kein Bedarf an medizinischen Eingriffen am geschädigten Auge bestehe.
Es liege kein adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den beim
Versicherten vorliegenden psychischen Beschwerden vor, weshalb für die
psychiatrische Behandlung und die daraus resultierende Arbeitsunfähigkeit von 50%
ab 21. März 2007 keine Versicherungsleistungen erbracht werden könnten (UV-act. 89).
Diese Verfügung wurde mit Einspracheentscheid vom 27. Januar 2009 (UV-act. 135)
und letzterer mit Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
14. Mai 2010 (UV 2009/24) bestätigt (UV-act. 146).
A.b Nachdem die Suva die unfallbedingte Integritätsentschädigung mit Verfügung vom
20. Februar 2008 vorerst auf 5% festgelegt hatte (UV-act. 94) und diese Verfügung
einspracheweise angefochten worden war (UV-act. 106), verfügte sie die
Integritätsentschädigung nach Durchführung von weiteren Abklärungen (UV-act. 157)
am 30. November 2010 auf der Basis einer Integritätseinbusse von 10%. Die
Beurteilung habe ergeben, dass eine ärztliche Behandlung, mit Ausnahme der
jährlichen Kontrolle, nicht mehr notwendig sei. Die Behandlung werde daher als
abgeschlossen betrachtet (UV-act. 158). Die gegen diese Verfügung erhobene
Einsprache (UV-act. 159f) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 31. März 2011
ab.
B.
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B.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Rechtsanwältin Rempfler für den
Versicherten am 2. Mai 2011 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, die Verfügung
vom 30. November 2010 sei aufzuheben und es sei dem Beschwerdeführer eine
Integritätsentschädigung von 35% zuzusprechen. Eventuell sei eine mündliche
Verhandlung durchzuführen und der Beschwerdeführer sei zum Vorzustand seines
verlorenen rechten Auges zu befragen. Die Rechtsvertreterin erklärte ihre im
Einspracheverfahren gemachten Ausführungen sowie die dort eingereichten Beilagen
zum integrierenden Bestandteil der Beschwerde und führte unter anderem aus, der
Gesamt-Integritätsschaden von 35% bei vollständiger Erblindung und Phthisis bulbi
rechts gemäss Beurteilung von Dr. med. C._, Augenärztin FMH, vom 18. November
2010 werde nicht bestritten. Bestritten werde, dass ein Restvisus von 0.1 bzw. ein
Integritätsschaden von 25% vorbestanden habe. Die Beurteilung von Dr. C._ fusse
auf der (falschen) Diagnose einer "angeborenen Amblyopie" und könne daher nicht
Urteilsgrundlage bilden. Dies gelte auch für den Bericht von Dr. med. D._, vom 27.
Februar 2007. Der Beschwerdeführer habe den von Dr. D._ festgestellten massiven
Vorschaden am rechten Auge nie bemerkt. Er habe auch nie eine Brille bzw.
Kontaktlinsen benötigt, den militärischen Gesundheitstest im Jahr 1973 bestanden und
danach Militärdienst mit Schiessübungen geleistet. Eine Kürzung der
Integritätsentschädigung sei somit nicht gerechtfertigt. Eine sehr starke
Visusverschlechterung von ehemals gesunden Augen zu einem Restvisus von 0.1 trete
nicht plötzlich ein, sondern langsam und spürbar. Die Beschwerdeführer habe diese
angebliche Visusverschlechterung an seinem rechten Auge aber nie bemerkt. Die
Integritätsentschädigung könne auch nicht wegen angeblichen Aussagen von
Mitarbeitern des Beschwerdeführers gekürzt werden, zumal diese Aussagen von Laien
ohnehin nur vom Hörensagen gemacht worden seien. Während seiner 21jährigen
Tätigkeit bei der B._ sei nie die Rede davon gewesen, dass er auf dem rechten Auge
schlechter sehe. Erst nach dem Unfall habe das Gerücht, er sei auf dem rechten Auge
praktisch blind gewesen, die Runde gemacht. Schliesslich sei auch die Behauptung
falsch, dass der Beschwerdeführer selbst ausgesagt habe, dass ihm die
vorbestehende Einschränkung des Visus bekannt gewesen sei. Der Vorschaden am
rechten Auge sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bewiesen, so dass dem
Beschwerdeführer eine ungekürzte Integritätsentschädigung zuzusprechen sei.
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B.b In der Beschwerdeantwort vom 25. Mai 2011 beantragte die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Darlegungen im
angefochtenen Entscheid und hielt unter anderem fest, massgebend sei allein, dass mit
den vorhandenen Akten eine vorbestandene, unfallfremde Einschränkung der
Sehschärfe auf 0.1 erstellt sei. Auf welcher unfallfremden Ursache dieser Vorschaden
beruhe (Amblyopie oder andere Krankheit), sei letztlich irrelevant. Die Angaben im
Militärdienstbüchlein aus dem Jahr 1974 würden nicht den massgebenden Zustand
des rechten Auges unmittelbar vor dem Unfall vom 16. Juni 2006 betreffen. Dass der
Beschwerdeführer vorbestandene Visusprobleme am rechten Auge bestreiten lasse,
sei umso erstaunlicher, als die entsprechenden Behauptungen seinen eigenen
Angaben gegenüber der Beschwerdegegnerin und Dr. D._ widersprechen würden
(UV-act. 18.2, 56). Aufgrund der klaren Aktenlage seien beweismässige Weiterungen
hinfällig. Sollte das Gericht wider Erwarten diese Auffassung nicht teilen, werde die
Edition der Krankengeschichte durch Dr. med. E._ (Praxisnachfolger von Dr. D._)
sowie die Einvernahme dieser beiden Ärzte beantragt.
B.c Mit Replik vom 6. Juli 2011 bestätigte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers
ihren Standpunkt (act. G 7). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G
8). Am 12. September 2011 liess der Beschwerdeführer mitteilen, dass er am Antrag
auf Durchführung einer mündlichen Verhandlung nicht weiter festhalte (act. G 10).

Erwägungen:
1.
Streitig ist vorliegend die Bemessung des unfallbedingten Integritätsschadens am
rechten Auge. Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Entscheid (E. 1) die
rechtlichen Grundlagen der Integritätsschaden-Bemessung zutreffend dar; darauf ist zu
verweisen. Nach Art. 36 Abs. 2 UVG werden die Invalidenrenten,
Integritätsentschädigungen und die Hinterlassenenrenten angemessen gekürzt, wenn
die Gesundheitsschädigung nur teilweise die Folge eines Unfalls ist.
Gesundheitsschädigungen vor dem Unfall, die zu keiner Verminderung der
Erwerbsfähigkeit geführt haben, werden dabei nicht berücksichtigt. Wie das
Eidgenössische Versicherungsgericht (seit 1. Januar 2007: sozialrechtliche Abteilung
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des Bundesgerichts) in BGE 113 V 54 E. 2 in fine ausgeführt hat, ist Satz 2 dieser
Bestimmung auf Integritätsentschädigungen nicht anwendbar, weil er dem Wortlaut
nach nur die Renten beschlägt, kann sich doch das dort verwendete Kriterium der
"Erwerbsfähigkeit" lediglich auf die Invalidenrenten beziehen (Bestätigung in BGE 131
V 107 E. 3.1). Damit übereinstimmend hat das Gericht in BGE 116 V 156 E. 3c
festgestellt, dass beim Zusammentreffen mehrerer, teils versicherter, teils nicht ver
sicherter Ereignisse (Vorzustand, nicht versicherter Unfall), welche einen einzigen
Integritätsschaden verursachen, der Integritätsschaden gesamthaft zu bemessen ist
und in einem zweiten Schritt die Entschädigung nach Massgabe von Art. 36 Abs. 2
UVG entsprechend dem Kausalanteil der nicht versicherten Ereignisse am gesamten
Integritätsschaden zu kürzen ist. Zu einer Kürzung geben nicht nur Vorzustände,
sondern sämtliche unfallfremden Einwirkungen, insbesondere auch interkurrente
Erkrankungen Anlass (BGE 121 V 326 E. 3a; Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts vom 11. September 2002, U 344/01; vgl. auch Thomas Frei, Die
Integritätsentschädigung nach Art. 24 und 25 des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung, Diss. 1997, Freiburg 1998, S. 125 ff.).
2.
In einem am Unfalltag vom 16. Juni 2006 erstellten Bericht des Kantonsspitals
St. Gallen wurde neben der Diagnose einer schwersten Bulbusperforation rechts
anamnestisch eine Amblyopie festgehalten (UV-act. 8). Im Austrittsbericht des
Kantonsspitals St. Gallen, HNO-Klinik, vom 19. September 2006 wurde als Befund
festgehalten, es zeige sich ein Endophthalmus bei Restmotilität des rechten Auges. Im
Bereich des Nervus supraorbitalis und infraorbitalis zeige sich rechtsseitig im Vergleich
zu linksseitig ein Hypästhesie. Die weiteren HNO-ärztlichen Befunde seien unauffällig
gewesen (UV-act. 28). Die Ärzte der Augenklinik des Kantonsspitals St. Gallen
bestätigten am 21. Dezember 2006 einen Status nach schwerer Bulbusperforation bei
Blow-out Fraktur im Juni 2006 (UV-act. 32). Der langjährige Augenarzt des
Beschwerdeführers, Dr. med. D._, berichtete am 27. Februar 2007 gestützt auf die
von ihm handschriftlich geführte Krankengeschichte, der Beschwerdeführer habe
anlässlich einer Behandlung des linken Auges 1996 angegeben, seit Geburt auf dem
rechten Auge schlechter zu sehen. Ohne Korrektur sei ein Visus von FiZ
(Fingerzählmethode, wenn Lesetafeln nicht mehr erkennbar sind) zu erreichen
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gewesen. Anlässlich von zwei Behandlungen des rechten Auges 1998 sei der gleiche
schlechte Visus festzustellen gewesen. Am 20. April 2005, anlässlich einer Kontrolle
wegen Schwindels, sei eine genaue Visusprüfung durchgeführt worden, wobei ein
Visus von 0.1 resultiert habe. Die Überprüfung habe auch einen leichten Strabismus
und eine grössere Anisometropie im Sinn einer Myopia media rechts, welche die
Diagnose einer Amblyopie nochmals verstärkt habe, ergeben (UV-act. 56). Dr. E._
hielt im Bericht vom 25. Oktober 2008 fest, da bereits vor dem Unfall kein
Binocularsehen bestanden habe (Refraktionsamblyopie rechts, Visus 0.1 bzw.
Fingerzählen), sei der Beschwerdeführer die Einäugigkeit gewöhnt (UV-act. 127).
Dr. C._ kam im Bericht zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 18. November 2010
zum Schluss, der Beschwerdeführer leide unfallfremd rechts an einer vorbestehenden
(angeborenen) Amblyopie mit funktioneller Visusreduktion auf Fingerzählen. Beim
rechten Auge sei es zu einer Phtisis bulbi gekommen. Eine Entfernung des Auges
werde momentan nicht gewünscht. Der Beschwerdeführer könne eine Schalenprothese
tragen. Gemäss Suva-Publikation 2870/11.d-Revision 1998 betrage der nicht
unfallbedingte Vorschaden (Integrität) mit bestkorrigiertem Visus von 0.1 25%. Aktuell
betrage der Schaden bei völliger Erblindung und Phtisis bulbi 35%. Der unfallbedingte
Integritätsschaden ergebe sich aus der Differenz und betrage 10% (UV-act. 157).
3.
3.1 Zu prüfen ist vorliegend, ob bzw. inwiefern am rechten Auge des
Beschwerdeführers von einer bereits vor dem Unfall vom 16. Juni 2006 bestehenden
Gesundheitsschädigung auszugehen ist, welche den von der Beschwerdegegnerin
auszugleichenden Integritätsschaden vermindert. Die Verwaltung als verfügende
Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht dürfe eine Tatsache nur dann als
bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Das Gericht hat
seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit
eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht
hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen
Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 125 V 193 E. 2, 121 V 47
E. 2a, 208 E. 6b mit Hinweis). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist nach
der höchstrichterlichen Rechtsprechung entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
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Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a
mit Hinweis; RKUV 2000, 214). Auch den Berichten versicherungsinterner Ärztinnen
und Ärzte kann rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie
als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei
sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 353f E. 3b/ee
mit Hinweis). Erachtet das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen
tatsächlichen Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als
schlüssig, darf es den Prozess ohne Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung
eines Gerichtsgutachtens - abschliessen. In solchen Fällen sind an die
Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (RKUV 1997, 281 E. 1a).
3.2 Vorweg ist festzuhalten, dass sich aus der vom Beschwerdeführer angeführten
Bescheinigung einer uneingeschränkten Sehschärfe aufgrund einer militärdienstlichen
Abklärung aus dem Jahr 1973 (UV-act. 160 Beilage 3) für die Klärung der streitigen
Frage keine zum Beweis geeigneten Feststellungen ableiten lassen. Zum einen ist nicht
bekannt, welche berufliche/medizinische Qualifikation dem damals untersuchenden
Arzt, dessen Untersuchungen den ganzen Körper betrafen (die Augen bildeten nur
einen Aspekt), zukam. Zum anderen wurde die militärdienstliche Abklärung rund 33
Jahre vor dem Unfall durchgeführt. In einem derart langen Zeitraum kann sich der
Augenbefund durch eine Vielzahl möglicher Ursachen auch ohne jede Unfalleinwirkung
vollständig ändern. Was das Vorbringen des Beschwerdeführers betrifft, wonach er die
Diagnose einer (angeborenen) Amblyopie auf dem rechten Auge (Schwachsichtigkeit)
vor dem Unfall nie bemerkt und er nie eine Sehhilfe verwendet habe (act. G 1 S. 6), ist
festzuhalten, dass bei ihm bereits vor dem Unfall kein Binocularsehen - Sehen mit
beiden Augen - bestand und er die Einäugigkeit (Sehen mit dem linken Auge) gewöhnt
war (UV-act. 127). Unter diesen Voraussetzungen lässt sich nicht ausschliessen, dass
er die Sehschwäche am rechten Auge nicht in ihrem vollen Umfang wahrnahm. Die
militärischen Schiessübungen im Jahr 1973 setzten sodann keine Beidäugigkeit
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voraus. Bei Verwendung von optischen Zielgeräten kommt zum Vornherein nur ein
Auge zum Einsatz. Auch der vom Beschwerdeführer angeführte Umstand, dass der im
Jahr 1988 durchgeführte Sehtest für die Erlangung des Führerausweises
(Personenwagen) normal gewesen sei, vermag für die Beantwortung der streitigen
Frage keine beweisbildenden Argumente zu liefern. Dies umso weniger, als auch
Personen, welche nur auf einem Auge sehen, Personenwagen führen dürfen (vgl. UV-
act. 56.1). Die Bestreitung der Diagnose einer (angeborenen) Amblyopie einzig mit
Hinweis auf die vorstehend dargelegten Umstände erscheint daher nicht fundiert. In
den Jahren vor dem Unfall fanden vertiefte spezialärztliche Abklärungen durch Dr.
D._ statt, welche dieser Arzt in der Stellungnahme vom 27. Februar 2007 ausführlich
und überzeugend kommentierte (UV-act. 56; vgl. auch Entscheid des st. gallischen
Versicherungsgerichts vom 14. Mai 2010, UV 2009/24, E. 3.2.2). Begründete Zweifel an
seinen Darlegungen sind nicht ersichtlich, weshalb es auch an einem Anlass für
diesbezügliche weitere Abklärungen fehlt. Die Feststellung von Dr. D._, wonach der
Beschwerdeführer ihm im Jahr 1996 anlässlich der Behandlung des linken Auges
(Verätzung) berichtet habe, dass er seit Geburt auf dem rechten Auge schlechter sehe
(UV-act. 56), bildet entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (act. G 1 S. 9)
offensichtlich keinen Grund, den Bericht dieses Arztes anzuzweifeln.
Bereits im Bericht vom 5. Juli 2006 hatte Dr. E._ (Praxisnachfolger von Dr. D._)
neben der Unfalldiagnose eine vorbestehende Amblyopie am Unfallauge mit
Visusreduktion auf FiZ (Fingerzählen) vermerkt (UV-act. 5). Anlässlich eines
Telefongesprächs vom 16. August 2006 wurde auch von Seiten der Arbeitgeberin des
Beschwerdeführers festgehalten, bekanntlich habe dieser schon vor dem Unfall auf
dem rechten Auge bei Weitem nicht mehr voll gesehen und dennoch in der Produktion
zu 100% gearbeitet (UV-act. 12; vgl. auch UV-act. 2). Anlässlich der Vorsprache des
Suva-Aussendienstmitarbeiters im Betrieb vom 24. August 2006 gab
derBeschwerdeführerselbst an, dass er seit Geburt eine Visusstörung auf dem rechten
Auge habe (UV-act. 18.2). Dr. E._ gab am 27. September 2006 als prätraumatische
Diagnose eine hochgradige Refraktionsamblyopie sowie einen Visus (vor dem Unfall)
von 0.1 bekannt (UV-act. 27; vgl. auch UV-act. 127). Dabei stützte er sich explizit auf
die Aufzeichnungen von Dr. D._, welche dieser Arzt später - und dies ist hier von
Bedeutung - in seiner eigenen Stellungnahme (UV-act. 56) inhaltlich übereinstimmend
wiedergab. Die Arbeitgeberin gab sodann in einem schriftlichen Bericht vom 27.
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Februar 2007 die Aussage des Vorarbeiters wieder, wonach dieser längere Zeit vor
dem Unfallereignis vom Beschwerdeführer darauf aufmerksam gemacht worden sei,
dass ein Auge eine starke Beeinträchtigung aufweise. Dieser Vorzustand habe sich
jedoch in der Tätigkeit nicht speziell ausgewirkt (UV-act. 55). Nach Abschluss der
Behandlung des Unfallschadens am rechten Auge war im Übrigen die Arbeitsfähigkeit
augenbedingt ebenfalls nicht mehr eingeschränkt (vgl. UV-act. 63, 130).
3.3 Formlos eingeholte und in einer Aktennotiz festgehaltene mündliche oder
telefonische Auskünfte sind nur (aber immerhin) insoweit zulässig, als damit blosse
Nebenpunkte, namentlich Indizien oder Hilfstatsachen, festgestellt werden (BGE 117 V
285 E. 4c mit Hinweis). Die vorstehend geschilderte Aktenlage bestätigt - in der Form
von weiteren Indizien - die beweisbildenden Feststellungen von Dr. D._ und Dr.
E._. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer die Aussagen von Mitarbeitern und
der Arbeitgeberin bezüglich des Vorzustands bestreiten lässt (act. G 1 S. 11), wirkt
angesichts der in E. 3.2 dargelegten Aktenlage nicht sehr überzeugend. Aber selbst
wenn die erwähnten Aussagen allesamt nicht zuträfen, wäre auf die beweistauglichen
Darlegungen von Dr. D._ und Dr. E._ abzustellen. Diese bildeten auch Basis für die
Integritätsschadenschätzung durch Dr. C._ (UV-act. 157). Die Ärztin begründete den
gesamten Integritätsschaden am rechten Auge von 35% mit Hinweis auf Suva-Tabelle
11 Ziff. 1 und schätzte den unfallunabhängigen Schadenanteil auf 25%. Anhaltspunkte
für inhaltlich unzutreffende Annahmen werden vom Beschwerdeführer - abgesehen
davon, dass er den Vorunfallschaden in Abrede stellt - nicht genannt. Auch lassen sich
den Akten keine Anhaltspunkte entnehmen, aufgrund welcher sich eine andere
Ermessensausübung hinsichtlich des unfallunabhängigen Schadenanteils aufdrängen
würde.
4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 31. März 2011 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP
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