Decision ID: 9d5dc253-be89-57e7-82e9-17e0e956cb32
Year: 2007
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Die 1982 geborene dominikanische Staatsangehörige D._ (nachfolgend: Gesuchstellerin) beantragte beim Schweizerischen  in Santo Domingo am 23. April 2007 ein Visum für einen dreimonatigen Besuchsaufenthalt bei ihrer Schwester und deren  (nachfolgend: Gastgeber bzw. Beschwerdeführer) in Zürich. Nach formloser Verweigerung leitete die Schweizerische Vertretung das Gesuch an das BFM (nachfolgend: Vorinstanz) zur Prüfung und zum formellen Entscheid weiter.
B. Nachdem das Migrationsamt des Kantons Zürich bei den Gastgebern weitere Abklärungen getroffen hatte, wies die Vorinstanz das Gesuch um Bewilligung der Einreise mit Verfügung vom 12. Juni 2007 ab. Dies mit der Begründung, es bestehe nicht genügend Gewähr für eine  und fristgerechte Wiederausreise nach einem .
C. Mit Eingabe vom 16. Juni 2007 reichten die Gastgeber Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein. Sie beantragen darin, die  Verfügung sei aufzuheben und das Visum für einen  sei zu erteilen. Zur Begründung rügen sie, die  gehe zu Unrecht davon aus, die Wiederausreise nach dem  wäre nicht gewährleistet. Die Gesuchstellerin sei nicht darauf angewiesen, hier ein � besseres Leben� zu suchen. Sie habe im Heimatland eine Arbeitsstelle, an der sie nach dem Besuchsaufenthalt wieder erwartet werde. Zudem würde sie nicht ihren Sohn und den Rest der Familie alleine lassen. Der Beschwerde beigelegt wurde eine Arbeitsbestätigung, die Gesuchstellerin betreffend.
D. Die Vorinstanz schliesst in einer Vernehmlassung vom 3. August 2007 auf Abweisung der Beschwerde.
E. Die Beschwerdeführer verzichteten auf eine Replik.
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F. Auf den weiteren Akteninhalt und die Vorbringen der Parteien wird,  rechtserheblich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Verfügungen der Vorinstanz betreffend Verweigerung der  unterliegen der Beschwerde an das  (Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über  und Niederlassung der Ausländer [ANAG, SR 142.20] i.V.m. Art. 31 und Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).
1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem  nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das  nichts anderes bestimmt.
1.3 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der Sache endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des  vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
2. Die Beschwerdeführer sind zur Beschwerde legitimiert; auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 20 Abs. 2 ANAG, Art. 48 ff. VwVG).
3.
3.1 Die Schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen Anspruch auf Bewilligung der Einreise. Der Entscheid darüber ist -  nachfolgend zu erörternder Hinderungsgründe - von der  in pflichtgemässer Ausübung ihres Ermessens zu fällen (Art. 4 und Art. 16 Abs. 1 ANAG, Art. 9 Abs. 1 der Verordnung vom 14. Januar 1998 über Einreise und Anmeldung von  und Ausländern [VEA, SR 142.211]; PETER UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: Peter Uebersax / Peter Münch / Thomas Geiser / Martin Arnold (Hrsg.), Ausländerrecht, Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Steuerrecht und Sozialrecht der Schweiz, Basel/Genf/München 2002, S. 143; URS BOLZ, Rechtsschutz
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im Ausländer- und Asylrecht, Basel und Frankfurt a.M. 1990, S. 29 mit weiteren Hinweisen; PHILIP GRANT, La protection de la vie familiale et de la vie privée en droit des étrangers, Basel/Genf/München 2000, S. 24).
3.2 Ausländerinnen und Ausländer benötigen zur Einreise in die Schweiz einen Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund  Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (vgl. Art. 1 bis 5 VEA). Die Gesuchstellerin kann sich auf keine  berufen; sie ist aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit .
3.3 Um ein Visum zu erhalten, müssen Ausländerinnen und Ausländer die in Art. 1 Abs. 2 VEA aufgeführten Voraussetzungen erfüllen.  Art. 1 Abs. 2 Bst. c VEA haben sie unter anderem Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise zu bieten. Die Vorinstanz  der Gesuchstellerin die Erteilung eines solchen Visums mit der , ihre fristgerechte Wiederausreise erscheine nicht als  gesichert.
3.4
3.4.1 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten Wiederausreise erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Regel keine Feststellungen, sondern lediglich Prognosen treffen. Dabei rechtfertigt es sich durchaus,  von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten oder Regionen mit politisch respektive wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen  zum vornherein mit Zurückhaltung zu begegnen, da die  Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht.
3.4.2 Nach mehr als zehn Jahren starken Wachstums befindet sich die Dominikanische Republik seit Anfang 2003 in einer wirtschaftlich schwierigen Situation. Zur Wirtschaftskrise hat unter anderem die  einer der grössten Geschäftsbanken beigetragen, deren  von der dominikanischen Zentralbank übernommen . Die Wirtschaftsdaten weisen für das Jahr 2003 eine Verdoppelung der Staatsverschuldung auf etwa 56% des Bruttoinlandproduktes aus und die Inflationsrate betrug allein in diesem Jahr 42.7%. Die  hat vor allem auch die Bevölkerung empfindlich getroffen. In diesem Zeitraum stieg der Anteil der unter der Armutsgrenze leben-
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den dominikanischen Bevölkerung um etwa 582'000 auf 5.71 Mio. (bei einer Gesamtbevölkerung von ca. 9.03 Mio. Einwohnern im Jahr 2005). Der gesetzliche Mindestlohn pro Monat betrug Ende 2003 zwischen 73 USD (kleine Unternehmen) und 119 USD (grosse Unternehmen) und ist damit im Vergleich zu den Vorjahren deutlich zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und betrug im Jahre 2004 18.4%. Die wichtigste Einnahmequelle  dem Tourismus sind die Transferzahlungen der im Ausland  Dominikaner. Gerade in der jungen Bevölkerung ist denn auch aufgrund der ungünstigen Lebensverhältnisse ein starker  festzustellen (Quelle: http://www.auswaertiges-amt.de, Stand März 2006 [besucht: 1. Oktober 2007]). Dabei gilt auch die Schweiz als Zielland vieler Auswanderer im erwerbsfähigen Alter, welche sich hier unter besseren Lebensbedingungen eine Existenz aufbauen möchten. Der Trend zeigt sich erfahrungsgemäss dort besonders stark, wo durch die Anwesenheit von Verwandten oder Freunden bereits ein minimales soziales Beziehungsnetz im Ausland besteht. Im Falle der Schweiz führt dies angesichts der restriktiven Zulassungsregelung nicht selten zur Umgehung ausländerrechtlicher Bestimmungen.
3.5
3.5.1 Bei der Risikoanalyse sind aber nicht nur solche allgemeinen Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einem  bzw. einer Gesuchstellerin im Heimatstaat beispielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. Umgekehrt muss bei Gesuchstellern und Gesuchstellerinnen, die in ihrer Heimat keine der erwähnten  haben, die sie von einer möglichen Emigration abhalten , aufgrund entsprechender Erfahrungen das Risiko eines  nicht vorschriftsgemässen Verhaltens (nach bewilligter  zu einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden.
3.5.2 Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um eine knapp 25-, unverheiratete Frau. Über ihre persönliche und familiäre Situation (Verwandtschaft, Wohnverhältnisse usw.) ist wenig bekannt. Gemäss den Feststellungen der Schweizerischen Vertretung soll sie Mutter  achtjährigen Sohnes sein und mit ihrer Mutter zusammenleben. Aus diesen Umständen sind auf den ersten Blick durchaus gewisse
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Verbindlichkeiten zu erkennen. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass  Angehörige gerade in Situationen angespannter  Verhältnisse nicht verlässlich davon abhalten können, den Entscheid für eine Emigration zu fällen. Im Gegenteil, der Entscheid kann dort von der Hoffnung getragen sein, die Angehörigen aus dem Ausland effizienter unterstützen und allenfalls später nachziehen zu können. Was die Gesuchstellerin betrifft, so ist ihr Sohn offensichtlich nicht auf eine engmaschige Betreuung durch seine Mutter . Immerhin wird eine Abwesenheit nicht nur von wenigen Wochen, sondern von mehreren Monaten geplant, ohne dass für eine solch  Dauer eine Notwendigkeit bestünde. Alles in allem ist aufgrund der vorhandenen Akten nicht davon auszugehen, dass der Eingeladenen im Heimatland besondere persönliche oder familiäre Verpflichtungen obliegen, die sie ernsthaft von einer Emigration abzuhalten .
3.5.3 Grosse Bedeutung kommt deshalb den wirtschaftlichen  zu, in denen sich die Gesuchstellerin befindet. Gemäss  Angaben und der Bestätigung der Ladeninhaberin ist die  seit dem Jahr 2002 in einem Geschäft namens "Creaciones Lucy" in Bonao als Schneiderin angestellt. Im Gegensatz zu vielen  Landsleute hat sie damit zwar eine feste Anstellung. Von  günstigen Verhältnissen kann aber in ihrem Falle dennoch nicht ausgegangen werden. Gemäss einer dem Visumsantrag beigelegten Bestätigung erwirtschaftet sie mit ihrer Anstellung als Schneiderin  monatlichen Verdienst von 3'200.-- Pesos. Das entspricht ca. 95 USD und liegt nach dem bereits Gesagten im Bereiche eines  Mindestlohnes. Auch die Schweizer Vertretung in Santo Domingo bemerkte dazu, dass es sich um ein sehr niedriges Gehalt handle. Kommt hinzu, dass eine mehrmonatige Abwesenheit vom Arbeitsplatz angestrebt wird. Dies ist gemäss einer Feststellung der Schweizer  unüblich. Einer zweiten, der Beschwerde beigefügten  lässt sich zwar entnehmen, dass die Arbeitgeberin mit einer dreimonatigen Abwesenheit einverstanden ist. Ohne weitere Erklärung dazu, weshalb sie in ein so langes Fernbleiben ihrer Arbeitnehmerin einwilligt bzw. wie diese Abwesenheit abgegolten wird, hat die  aber blossen Gefälligkeitscharakter und lässt insbes. offen, ob eine Verpflichtung zur Wiederaufnahme der Arbeit nach dem  in der Schweiz besteht.
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3.5.4 Nach dem bisher Gesagten sind weder in den persönlichen und familiären, noch in den beruflichen und wirtschaftlichen Verhältnissen der Gesuchstellerin Umstände zu erkennen, die auf eine besondere Verwurzelung schliessen liessen und die solchermassen geeignet , von einer Emigration abzuhalten.
3.5.5 Die Beschwerdeführer haben sich dazu bereit erklärt, für die  der Gesuchstellerin während ihres geplanten Besuchsaufenthaltes aufzukommen. Weiter wollen sie für ihre  und fristgerechte Rückkehr ins Heimatland garantieren. Die Integrität der Beschwerdeführer in ihrer Eigenschaft als Gastgeber wird in keiner Art und Weise in Zweifel gezogen. Indessen sind bei der Abwägung des Risikos einer nicht fristgerechten Wiederausreise nicht so sehr die Einstellung oder Absichten der Gastgeber, sondern in  Linie das mögliche Verhalten des Gastes selbst von Bedeutung. Nur Letzterer ist in der Lage, hinreichend Gewähr für eine fristgerechte und anstandslose Wiederausreise zu bieten. Der Gastgeber kann zwar für gewisse finanzielle Risiken Garantie leisten, nicht aber - mangels rechtlicher und faktischer Durchsetzbarkeit - für ein bestimmtes  des Gastes.
3.6 Gestützt auf vorstehende Erwägungen durfte die Vorinstanz davon ausgehen, die fristgerechte Wiederausreise sei nicht gewährleistet (vgl. Art. 14 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 2 Bst. c VEA). Zwar lässt sich  Prognose nicht zu einer gesicherten Feststellung verdichten, sie reicht aber aus, um die Erteilung einer Einreisebewilligung - auf  wie bereits erwähnt ohnehin kein Rechtsanspruch besteht - . Daraus folgt, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt. Der rechtserhebliche Sachverhalt wurde richtig und  festgestellt und die Vorinstanz hat das ihr zustehende  pflichtgemäss und zutreffend ausgeübt (Art. 49 VwVG). Die  ist daher abzuweisen.
4. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind den  die Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die  sind auf Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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