Decision ID: 2b6a7770-ab32-437b-842f-84910b4ca6f9
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1956,
arbeitete
bis Januar 2008 in eine
m
Pensum von
70
%
, danach
von
60
%
als
Pflegeassistentin in einer Seniorenresidenz
(
Urk.
13/2/1, 13/2/5
, 13/9/16-17
, 13/21/4
).
Nach
einer
von mehreren
Knieope
ration
en
(
Urk.
13/80/3) meldete sie sich im
Mai 2009 wegen Kniebeschwerden bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle)
, zum Leistungsbezug an (
Urk.
13/2/7, 13/2/9
). Diese holte
einige
A
rztbe
richte
(
Urk.
13/7/6-9
, 13/11
,
13/12)
,
Auskünf
te bei der Arbeitgeberin (
Urk.
13/9/16 ff., 13/10
)
und
einen Auszug aus dem Individuellen Konto (
Urk.
13/8) ein
.
Sodann verneinte sie m
it Verfügung vom 21. September 2009
einen Rentenanspruch
aufgrund der
geplante
n
Wiederaufnahme der
Arbeitstä
tigkeit
vor Ablauf des Wartejahres (
Urk.
13/16).
Ab Februar 2010 war
die Versicherte
wieder
z
u 100 % krank
geschrieben
,
bezog Krankentaggelder (
Urk.
13/30/2, 13/44/3) und
erhielt seitens der Arbeitgeberin die Kündigung
(
Urk.
13/21/3).
Ab diesem Zeitpunkt erstattete
die
Klinik Y._
der IV-Stelle regelmässig Bericht
(
Urk.
13/18-19, 13/29, 13/32, 13/35, 13/
43, 13/48, 13/51,
13/110,
13/126).
I
m Juni 2010
wurde
die Versicherte
nochmals
am
Knie operier
t
(
Urk.
13/32/3)
und meldete sich erneut
zur beruf
lichen Integration
bei der IV-Stelle
an
(
Urk.
13/
2
3)
.
Diese holte nun
Aus
züge
aus dem Individuellen Konto (
Urk.
13/27
, 13/47
), Auskünfte bei der ehemaligen Arbeitgeberin (
Urk.
13/28)
sowie
diverse Arztberichte (
Urk.
13/1, 13/
32, 13/33/7 ff.
, 13/46
) ein
.
Ferner
zog sie
die Akten
de
r
Krankentaggeldversicher
ung
bei (
Urk.
13/44)
und gab einen Bericht zur Abklärung der beeinträchtigten Arbeits
fähigkeit in Beruf und Haushalt in Auftrag, der vom 13. Januar 2012 datiert
(
Urk.
13/53).
Nachdem sie
bereits
am 16.
November 20
10
den Anspruch
a
uf berufliche Massnahmen
–
unter Hinweis auf die
geplanten medizinischen Mass
nahmen und
die in Aussicht
genommene
Arbeitsstelle
– verneint hatte
(
Urk.
13/39), kündigte die IV-Stelle im
März 2012
die
Zusprechung
einer
befristete
n
ganze
n
Rente
für den Zeitraum von
Dezember 2010
bis Juni 2011
an
(
Urk.
13/58)
. Aufgrund
des dagegen erhobenen Einwands
der Versicherten
(
Urk.
13/63, 13/70
, 13/73
; Beilagen
Urk.
13/67-69, 13/72)
führte der
Regionale Ärztliche Dienst
(RAD)
im
Oktober 2012 eine eigene orthopädische Unter
su
chung d
urch (
Urk.
13/80)
. Hierauf stellte
die IV-Stelle der Versicherten
einen neuen Vorbescheid zu
(
Urk.
13/84)
und verfügt
e
am 20. März 2013
diesem entsprechend
– nach
erneutem
Einwand
der Versicherten
(
Urk.
13/88, 13/94; Beilagen
Urk.
13/89-91)
–
eine befristete
ganze
Rente
von November 2009 bis Juni 2011
(
Urk.
13/98)
.
Im
April 2013
ersuchte
die Versicherte
ein weiteres Mal
um Eingliederungs
-
mass
nahmen
(
Urk.
13/105).
Der Abschluss der
daraufhin verfüg
te
n
Arbeitsver
-
mittlung
wurde
ihr
am
28. Oktober 2013
mitgeteilt
(
Urk.
13/11
1, 13/11
8).
Es folgte eine dreiwöchige
Hospitalisation
in der
Z._
(
Urk.
13/122)
,
in deren Anschluss die Versicherte E
nde Januar
2014
wieder
um Eingliederungsmassnahmen
bat
(
Urk.
13/123)
.
Einen entsprechenden
Anspruch verneinte die IV-Stelle am
24. September 2014
unter Hinweis auf den
Ges
und
-
heitszustand
(
Urk.
13/127). Nach Vorliegen neuer Arztberichte (
Urk.
13/133, 13/137), eines neuen Auszugs aus dem Individuellen Konto (
Urk.
13/136)
und
d
es
Haushaltsabklärungsberichts
vom 17. April 2015 (
Urk.
13/140)
kündigte
die IV-Stelle der Versicherten
zudem
die Verneinung
eines
erneuten
Renten
-
anspruchs
an
(
Urk.
13/142). Dagegen erhob
diese
Einwand (
Urk.
13/144; Beilage
Urk.
13/143).
Schliesslich verneinte die IV-Stelle
einen
erneuten
Rentenan
-
spruch
mit Verfügung vom 17. September 2015 (Urk. 13/165) nach Kennt
-
nisnahme
w
eitere
r
Arztberichte (
Urk.
13/150, 13/152, 13/157, 13/161)
.
2.
Gegen diese Verfügung
erhob die Versicherte am 16. Oktober 2015
Beschwerde
und beantragte die Zusprechung von
Integrationsmassnahmen sowie die Aus
richtung
mindestens
einer halben Rente ab 1. August 2013 (
Urk.
1 S. 2).
Mit Eingabe vom 20. November 2015 reichte sie
überdies
Unterlagen
zu ihrem
zweiten
Aufenthalt in der
Z._
im
Oktober/November
2015
nach (
Urk.
7 und 8/1-3). Die
IV-Stelle s
chloss in der Beschwerdeantwort vom 29. Dezember 2015 auf Abwe
isung der Beschwerde (
Urk.
12).
Mit Verfügung vom 15. Januar 2016 gewährte das Sozialversicherungsgericht der
Versicherten
die unentgeltli
che Prozessführung und bestellte ihr in der Person von Rechtanwältin
lic
.
iur
.
Ammann eine unentgeltliche Rechtsvertreterin (
Urk.
14).
Schliesslich lud es mit Verfügung vom 25. Juli 2016 (
Urk.
18) die Pensionskasse SHP zum Prozess bei. Diese verzichtete mit Eingabe vom 19. August 2016 explizit auf eine Stellung
nahme (
Urk.
19).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
Die Beschwerde
führerin
beantragte
einerseits
die Durchführung von
Integrations
massnahmen
und andererseits
die Zusprechung einer Invaliden
rente. Es ist vorweg festzuhalten,
dass i
m
verwaltungsgerichtlichen
Beschwer
deverfahren
grundsätzlich nur Rechts
verhältnisse zu beurteilen
sind
, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich - in Form einer Verfügung - Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es
an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und inso
weit keine Verfügung ergangen ist
(
BGE 125 V 413 E. 1.a).
Dabei
sind der Rentenanspruch einerseits und die einzelnen Eingliederungsmassnah
men andererseits als je unterscheidbare, streitgegenstandsfähige
Rechtsverhält
nisse zu begreifen
(vgl. Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 28 N 18
; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-4503/2009 vom 16. November 2011 E. 1.3.2
).
1.2
Das Dispositiv der angefochtenen Verfügung lautet auf Abweisung des
Leistungs
begehrens
. In den Erwägungen zog d
ie Beschwerdegegnerin unter dem Titel „Kein Anspruch auf Leistungen“ in
Betracht
,
dass
der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 20. März 2013 eine befristete Rente zugesprochen worden
sei
.
Ihr
Rentenanspruch sei
nun
neu geprüft worden, wobei die Abklärungen ergeben hätten, dass
sie
weiterhin zu 40 % in angepassten Tätigkeiten arbeits
fähig sei und ihre Einschränkung im Haushalt unverändert 2,75 % betrage. Es resultiere
also
weiterhin ein Invaliditätsgrad von 35 %. Die neuen Arztberichte würden hinsichtlich
der
Diagnose
n
und
des
Belastungsprofil
s
lediglich
in der Formulierung abweichen und
nur
eine volle Arbeitsunfähigkeit als
Pflegeassis
tentin
attestieren
(
Urk.
2).
1.3
Obwohl
Titel und Dispositiv der Verfügung offen formul
iert sind, lässt die Begrün
dung
keine
n
Zweifel daran, dass die Beschwerdegegnerin
einzig den Rentenanspruch prüfte und nur darüber verfügte. Allein dieser bildet dahe
r vor
liegend P
rozessgegenstand.
Ergäbe sich allerdings, dass ohne Eingliederungs
massnahmen ein solcher in Frage stünde, so gehörte zum Streitgegenstand not
wendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet
hat
.
2.
2.1
In
der Beschwerdeantwort
führte die
Beschwerdegegnerin
ergänzend zu den
Erwägungen der
angefochtenen Verfügung (vgl.
dazu
E. 1.2)
aus,
die erst
im Gerichtsverfahren
ein
gereichten Arztberichte
würden
weder etwas an der medi
zinischen Einschätzung ändern, noch den relevanten Zeitraum betreffen
(
Urk.
12).
2.2
Die Beschwerdeführerin
machte demgegenüber geltend
, ihr Gesundheitszustand habe sich seit der befristeten Berentung er
heblich verschlechtert
.
Demgemäss seien
die Integrationsmassnahmen aufgrund
ihres
Gesundheitszustandes sowie der anstehenden Behandlungen
im Herbst 2014
abgeschlossen worden
. Das von der Beschwerdegegnerin postulierte Arbeitsprofil finde in den Akten keinerlei Stütze und sei inzwischen drei Jahre alt
(
Urk.
1 S. 3 ff.). In der nun erfolgten
stationären Rehabilitation habe man zwar
eine Schmerzreduktion
, aber keine Verbesserung der invalidisierenden Befunde
erreicht
. So sei sie noch maximal 30 Minuten am Rollator
gehfähig
. Schon deshalb sei eine Arbeitsfähigkeit unre
alistisch
(
Urk.
7).
2.3.
Streitig und zu prüfen ist
somit
, ob nach dem Auslaufen der ausgerichteten befristeten Invalidenrente
Ende Juni 2011
erneut ein Rentenanspruch entstan
den ist. Das beurteilt sich in analoger Anwendung der für die Rentenrevision geltenden Regeln. Massgeblich ist demnach, ob eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die geeignet ist, den
Invalidi
tätsgrad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen.
Dabei
ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beur
teilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund dar
(
BGE 133 V 108
)
.
In
zeitlicher Hinsicht
bildet
die letzte, auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs beruhende, rechtskräftige Ver
fügung den Ausgangspunkt - hier der
20. März 2013
- und die streitige Verfü
gung den Endpunkt
–
hier der
17. September 2015
- für die Beurteilung, ob eine solche Änderung eingetreten
ist (vgl. Art. 17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
; Urteil des Bundes
gerichts 8C_37/2013 vom 25. April 2013 E. 3.
m
it Hinweis auf
BGE 133 V 263 und 108
,
130 V 71).
3.
3.1
Der vormals zugesprochenen befristeten Rente lagen
primär
die
Stellungnahmen des
RAD-Arztes
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie
, zugrunde
.
Er
führte am 1. Oktober 2012 eine eigene orthopädische Untersuchung durch
und
stellte
f
olgende, für die Arbeitsfähigkeit relevanten Diagnosen (
Urk.
13/80/8)
:
chronische, belastungsabhängig verstärkte Lumbalgien mit
pseudo
-
radiku
lärer
Ausstrahlung links bei radiologisch nachgewiesener
Facet
tenarthrose
im Abschnitt L3 bis S1 und geringer
Bandscheiben
protrusion
L3/4 und L4/5
akute
Coxalgie
links mit ausgeprägter
Tr
ochantertendopathie
bei radiolo
gisch beginnender
Coxarthrose
chronisch persistierende
Gonalgie
links bei Z
us
tand nach Implantation einer
patellofemoralen
Teil-
Endoprothese
(Juni 2010) bei Zustand nach Rekonstruktion des medialen
patellofemoralen
Li
ga
ments (März 2009
)
, Zustand nach
medialisierender
Tuberositas
tibiae
-Osteotomie (1997) und
Genu
valgum
rezidivierende
Gonalgie
rechts bei retropatellar und
alteral
betonter Gon
arthrose, Zustand nach
medialisierender
Tuberositas
tibiae
-Osteoto
mie (1984) und
Genu
valgum
.
Als ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte
er
eine muskuläre Ver
spannung im Schultergürtelbereich, eine rezidivierende Arthralgie beider obere
r
Sprunggelenke sowie eine Adipositas (
Urk.
13/80/9).
Er kam zum Schluss, bei der 56
jährigen Pflegehelferin seien somatische Gesundheitsschäden ausgewiesen, welche die Arbeitsfähigkeit in erheblichem Ausmass beeinträch
ti
gen würden. In ihrer bisherigen Tätigkeit bestehe nachvollziehbar
seit Frühjahr 2009 und mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf Dauer
keine Arbeitsfähig
keit mehr. In optimal angepassten Tätigkeiten
sei von einer Arbeitsunfähigkeit von anfänglich 100 %
auszugehen.
Von
April 2011 bis Dezember 2011
habe diese 50 % und hernach auf
grund der akuten Exazerbation der Rückenschmer
zen bis Februar 2012 wieder 100 % betragen. Seither
betrage die
Arbeitsfähig
keit
40 %, zusammengesetzt aus einer 50%igen, auf fünf Wochentage verteilten Anwesenheit und einer 10%igen Leistungsminderung
aufgrund der Notwendig
keit häufigerer Pausen, um aufzustehen und sich etwas
zu bewegen
.
Zusätzlich
sei folgendes Belastungsprofil zu berücksichtigen: körperlich nur sehr leichte, wechselbelastende und dabei überwiegend sitze
nde Tätigkeit, ohne Bücken, Hock
en, Knien oder
Kauern, ohne Steigen auf Leitern und Gerüste, ohne Heben und Tragen von
Lasten von mehr als etwa 5-6 kg sowie
ohne Notwendigkeit des häufigen Treppensteigens oder Gehens auf unebenem Boden
(
Urk.
13/80/9
)
.
3.2
Gegen den
darauf
basierenden Vorbescheid wendete
die Beschwerdeführerin
insbesondere
die im September 2012 durchgeführte
Facettengelenksinfiltra
tion
, den im Oktober 2012 erneut diagnostizierten Verdacht auf eine Bursitis
trochan
terica
links
sowie die
Einnahme starker Schmerzmittel ein
(
Urk.
13/88)
.
Dazu führte
Dr.
A._
in seiner Stellungnahme vom 28. Januar 2013
aus
, dass keine neuen, bisher nicht berücksichtigten Diagnosen genannt würden
.
Ferner
habe die Beschwerdeführerin das Medikament
Palexia
gemäss eigenen Angaben wegen der Nebenwirkungen abgesetzt. Seine Einschätzung der – nur noch geringen
–
Restarbeitsfähigkeit
sei daher keineswegs unrealistisch
(
Urk.
13/95/2)
.
3.3
Gestützt auf diese
Arbeitsfähigkeitseinschätzung
und
den
Haushaltsabklärungs
bericht
vom 13. Januar 2012 berechnete die Beschwerdegegnerin
– bei einem
Erwerbsanteil von 70 % und
einem
Anteil im Aufgabenbereich von 30 %
–
einen
Gesamtinvaliditätsgrad von
100 % ab 30. März 2009, von
26,
25
% ab 11.
April 2011, von 70,83 % ab Januar 2012 und 35
,
13 % seit März 2012.
Für das
eingeschränkte
Belastungsprofil gewährte sie dabei jeweils
einen
behi
n
de
rungsbedingten
Abzug von 10 % auf das Invalideneinkommen
(vgl.
Urk.
13/98/
7).
Infolgedessen
befristete sie die am 20.
März 2013 rückwirkend verfügte Rente bis Ende Juni
2011 (
Urk.
13/98),
4.
4.1
Aus dem ersten Jahr nach der Verfügung
vom 20. März 2013
liegen keine medizi
nischen Berichte vor.
Indessen
bejahte d
ie
Beschwerdegegnerin
am
1.
Juli 2013
erstmals d
en
Anspruch
der Beschwerde
führerin
auf Arbeitsvermittlung
(
Urk.
13/111)
.
Zwischen dem 27. Juni und 25. Oktober 2013 berichtete
diese
der Beraterin der IV-Stelle über ihre Suchbemühungen und – damit zusammenhän
gend – ihren
Gesundheitszustand.
Sie
gab an
,
unter täglichen
Bei
n
- und Rückenschmerzen
sowie
wiederkehrendem Hexenschuss
zu leiden. Dagegen nehme sie täglich 20 mg MST (Morphium),
4
Tabletten
Novalgin
und
1
Tablette
C
e
lebrex
. Als Nebenwirkung
en
würden
sich Müdigkeit und
Konzentrations
probleme
zeigen
. Reduziere
sie
die Medikamente, leide sie
öfter
unter Hexen
schuss. Auf die letzte Infiltration bei
Dr.
B._
im September 2012 habe si
e
nicht so gut angesprochen. Sie warte nun
aber
auf einen neuen Termin. Da ihr die Schmerzen und Medikamente
zusetzen würden
,
werde sie
auf Empfehlung des Rheumatologen
einen stationären Aufenthalt in der
Z._
machen.
Ferner
bereite ihr das Fortbewegen unglaublich
e
Mühe. Sie vermeide
daher
öffentliche Verkehrsmittel und Unterführungen
. Nach einer Viertelstunde Gehen müsse sie sich setzen
(
Urk.
13/113/2-3).
Die Arbeitsvermittlung wurde
schliesslich
mit Mitteilung vom 28. Oktober 2013 abgeschlossen unter Hinweis darauf, dass eine solche gemäss Telefonat mit der Beschwerdeführerin zurzeit nicht möglich sei (
Urk.
13/118).
Das Fazit der
Bera
terin der IV-Stelle
lautete
,
dass
sich die Beschwerdeführerin betreffend die
Stel
lensuche
sehr offen und motiviert gezeigt habe. Sie habe auch einiges unter
nommen, um eine Stelle zu finden. Doch durch die g
rosse
Einschränkung beim Gehen sowie durch die Einnahme der starken Medikamente sei sie immer wieder gebremst worden. Es habe sich herausgestellt, dass
sich
eine Arbeitsaufnahme durch die grossen Einschränkungen
als eher schwierig erweise
. Bei der Beschwerdeführerin fehle es nicht am Willen und der Motivation, sondern
sie
sei
durch den gesundheitlichen Zustand eingeschränkt. Es käme nur eine
sitzende Tätigkeit
, wie Wäsche zusammenlegen,
in der Nähe des Wohnortes in Frage
(
Urk.
13/113/5).
Zur nach Abschluss der Arbeitsvermittlung erfolgten
Hospitalisation
der Beschwerdeführerin
in der
Z._
vom 25. November bis 13. Dezember 2013
sind
keine Details
aktenkundig (
Urk.
13/122).
4.
2
Der
erste medizinische Bericht
nach der Rentenzuspr
echung
datiert vom
27. Mai 2014
. Darin
diagnostizierte
Dr.
med.
C._
, Facharzt
für Orthopädische Chirur
gie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
e
ine aktivierte
Retropatellar
arthrose
und beginnende
tibiafemorale
Arthrose
im rechten Knie
.
Es
bestünden Schmerzen im Bereich der Patella,
die
mit dem
aktuellen
MRI-Befund sowie klinisch
korrelierbar
seien. Weiter bestünden medial
und
lateral im Bereich des Gelenkspalts lokalisierte Schmerzen, wobei sich in der MRI-Untersuchung leichte
arthrotische
Veränderungen zeig
en würden
.
Ein
Teil der
retropatellär
vorhandenen
,
n
icht
aber
alle Knies
chmerzen könnten behoben werden
. Die Beschwerdeführerin wünsche dringend ein aktives Vorgehen
. M
an entscheide sich
für die
Patellafacettektomie
im Wissen, dass eine Prognose schwierig sei. Die Operation sei
für September 2014 terminiert.
Die
Invalidenversicherung
bitte man um eine Eingliederungsmassnahme in einen wechselseitig belasten
den, mehrheitlich sitzenden Beruf.
Die Massnahme
könne bereits begonnen werden
. Die Operation werde nicht
zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit führe
n
(
Urk.
13/126/2).
Zum geplanten Eingriff holte die
Beschwerdeführerin
Zweitm
einungen bei ent
sprechend qualifizierten Fachärzten ein.
Dr.
med.
D._
erklärte am 18.
August 2014, auf eine Arthroskopie oder (Teil-)
Patellektonomie
würde er eher verzichten und allenfalls einen vollständigen Gelenkersatz an beiden Knie
gelenken empfehlen
(
Urk.
13/132/2).
Dr.
med.
E._
b
at
Dr.
C._
mit Bericht vom 27. August 2014
,
die geplante Intervention
nochmals
mit der Beschwerdeführerin zu besprechen,
da aktuell die Beschwerden links dominant seien. Gegebenenfalls sei
e
ine Knietotalprothesen-Versorgung zu diskut
ieren, wobei eine MR-tomographische
Abklärung zur Beurteilung der
tibiofemoralen
Verhältnisse hilfreich wäre (
Urk.
13/133/4).
4.3
Parallel zu den medizinischen Abklärungen
nahm
die Beschwerdegegnerin
– wie von
Dr.
C._
angeregt – erneut
eine
Arbeitsvermittlung an die Hand. In den Gesprächen
zwischen dem 3. Juni und 6. Oktober 2014
berichtete die Beschwerde
führer
in
der Beraterin der IV-Stelle
über die
eingeholten
Zweitmei
nungen
, das
geplante MRI und die bevorstehende Punktierung des Knies. Ferner wies sie darauf hin, dass ein
Rheumatologe den Rücken anschauen
werde
, da es sein könne, dass die Problematik
von diesem ausgehe
. Eine Operation am rech
ten Knie finde derzeit nicht statt, da das Problem am linken
Knie zu gross sei (
Urk.
13/128,
Urk.
13/130).
Infolgedessen teilte die Beschwerdegegnerin
der Beschwerdeführerin
am 24.
September 2014
schriftlich
mit,
aufgrund
des
Gesundheitszustandes
seien
zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich
(
Urk.
13/127).
Dazu hielt sie im Verlaufsprotokoll fest, es habe sich herausgestellt, dass sich die gesundheitlichen Beschwerden nach der auf dem
Z._
durchgeführ
ten Rehabilitation nicht wirklich verbessert hätten und die Beschwerdeführerin nach wie vor nicht mobil sei (
Urk.
13/128).
4.4
Zur
Rückenproblematik
berichtet
e
Dr.
med.
F._
am 12.
November 2014
, b
isher
seien zweimal eine
Facettengelenksinfiltration lumbal, ein statio
närer Aufenthalt in der Rehaklinik sowie intensive ambulante physiotherapeu
tische Massnahmen inklusive MTT durchgeführt worden. Seit Mai 2014 sei es
erneut zu einer
Schmerzexazerbation
gekommen. Man beurteile das
Beschwer
debild
als degenerativ bedingtes
spondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits linksbetont. Begünstigend seien anzuführen eine Fehlstatik des Achsenskeletts, eine muskuläre
Dysbalance
sowie eine Adipositas. Daneben bestehe klinisch der Verdacht auf eine Bursitis
t
rochanterica
links
. Weitere Abklärungen seien ein
geleitet worden
(
Urk.
13/133/6-7).
Die
entsprechenden
MRI-Untersuchungen der Lendenwirbelsäule sowie des
Iliosakralgelenks
ergaben
k
eine
(
post
)entzündlichen
Veränderungen. Festgestellt wurden leichtere degenerative Veränderungen an der Lendenwirbelsäule ohne Reizzustand und ohne Wurzelkompression (
Urk.
13/133/10)
. Die Befunde des Ultraschalls sowie der Doppler-/Duplex-Sonographie passten zu einer Bursitis
trochanterica
. Eine zusätzliche Myositis im Bereich des Oberschenkels als zusätzliche Schmerzquelle
konnte nicht sicher ausgeschlossen werden. Es wurde aber
angemerkt
, es handle sich
in erster Linie um ausstrahlende Schmerzen (
Urk.
13/133/13).
4
.5
Die Ergebnisse zusammenfassend
diagnostizierte
Dr.
C._
am 1. Dezember 2014 (1)
rezidivierende Bursitiden Knie und Trochanter links,
(2)
eine
Retropa
tellararthrose
und beginnende
Tibiafemoralarthrose
Knie rechts sowie
(3)
ein rezidivierendes
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits linksbetont.
Es würden sich diverse Bursitiden im Sinne von Weichteilschmerzen zeigen. Diese könnten operativ nicht gut angegangen werden, weshalb er erneut eine
Physi
otherapieverordnung
ausgestellt habe. Zudem verordne er eine Infiltration mit
Kenacort
und
Lidoca
in die Bursa
trocha
nterica
links (
Urk.
13/133/8-9
).
Zur Umsetzung
dieser
Massnahmen
führte
Dr.
F._
am 12.
Januar 2015 aus, die Steroidinfiltration habe zu einer Schmerzreduktion auf der visu
ellen
Schmerzskala von 9/10 auf 7/10 geführt. Hingegen hätten die physiothe
rapeutischen Massnahmen aufgrund der Schmerzen noch nicht umgesetzt wer
den können (
Urk.
13/137/2).
4.6
In Würdigung der klinischen und radiologischen Befunde in den vorstehenden Berichten gelangte der RAD-Arzt
Dr.
A._
am 22. Januar 2015 zum Schluss, dass – trotz der aktenanamnestisch seit Mai 2014 verstärkten subjektiven Schmerzsymptomatik – aus versicherungsmedizinischer Sicht keine wesentliche Änderung der bereits im Zeitpunkt seiner Untersuchung vom 1. Oktober 2012 bekannten und darin aufgeführten objektiven Befunde und Diagnosen erkenn
bar sei. Konsequenterweise bleibe es bei der bisherigen Beurteilung der insge
samt ja bloss noch sehr geringen Restarbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten von 40 %, resultierend aus einer 50%igen Präsenz, verteilt auf fünf Wochen
tage, und einer zusätzlichen Leistungsminderung von 10 % (
Urk.
13/141/4-5).
Hierauf
erliess die Beschwerdegegnerin den negativen Vorbescheid vom
17. April 2015 (
Urk.
13/142).
4.7
Zum weiteren Behandlungsverlauf hielt
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Orthopä
dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, im Bericht vom 17. April 2015 fest, die Beschwerdeführerin habe von der Physio
therapie profitiert. Sie verspüre inzwischen eine Verbesserung der Schmerzen im Bereich des linken Trochanters und das linke Bein sei insgesamt besser. Ziel sei es, die linke Seite soweit zu kräftigen und bezüglich der Bursitiden zu stabili
sieren, dass eine Versorgung rechts Sinn mache. Ferner führte er aus, der Befund des linken Knies sei im Vergleich zum November 2014 unverändert. Auffallend sei die ausgeweitete Schmerzsymptomatik und
Druckdolenz
bei Pal
pation der Weichteile im gesamten Ober- und Unterschenkel. Ähnliches gelte auf der rechten Seite, auch wenn der anamnestische und klinische Fokus hier
patellabetont
sei. Der
Benefit
einer operativen Versorgung sei schwer vorher
sehbar, da die Schmerzsymptomatik doch arg ausgeweitet sei (
Urk.
13/143/2-3).
4.
8
Am 13. Mai 2015 informierte die Beschwerdeführerin die Beschwerdegegnerin telefonisch über die nächsten Arz
tbesuche und erwähnte dabei
, vom Hausarzt ein neues Medikament für das Gemüt (
Valdoxan
) erhalten zu haben. Es gehe ihr psychisch aber gut. Sie schlafe einfach schlecht wegen der Schmerzen, maximal drei bis vier Stunden am Stück (
Urk.
13/147).
4.
9
Am 29. Mai 2
015 berichtete
Dr.
F._
, seit zwei Wochen
sei es
ohne initiales Trauma zu einer erneuten
Schmerzexazerbation
von
glutealen
Schmer
zen mit Ausstrahlung in den gesamten linken Oberschenkel lateralbetont bis ins linke Knie gekommen. Die Beschwerdeführerin gebe eine Schwellung im
Ober
schenkelbereich
an. Klinisch zeige sich eine Umfang
s
differenz von 1 cm
(
Urk.
13/150/2-3).
A
m 8. Juni 2015
ergänzte sie
, laborchemisch bestünden keine Entzündungszeichen. Konventionell-radiologisch
zeigten
sich eine beginnende
Coxarthrose
sowie
Enthesiophyten
am Trochanter
major
und der Spina
iliaca
anterior
superior
. Man habe mit der Beschwerdeführerin den langfris
tigen Mus
kelaufbau diskutiert. G
egebenenfalls könne eine stationäre multimodale Behandlung in einer Rehabilitationsklinik evaluiert werden
(
Urk.
13/150/4).
Ferner erklärte
sie
am
3. August 2015
auf Anfrage der Beschwerdegegnerin
und in Absprache mit der Oberärztin
, g
rundsätzlich
bestehe eine verminderte Belast
barkeit der Wirbelsäule sowie des rechten Knies. Medizinisch theoretisch bestehe für eine leichte wechselbelastende Tätigkeit zumindest eine
Teilarbeits
fähigkeit
„
mit Steigerung gemäss Klinik
“
. Man empfehle eine arbeitsmedizini
sche Abklärung im Sinne einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit
(EFL)
oder ein
Arbeits
a
ssessment
zur Ermittlung des genauen Belastungsprofils
(
Urk.
13/161)
.
Diese Auffassung teilte auch
Dr.
med.
H._
, ein
weitere
r
Facharzt für Orthopä
dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
.
Er hielt
am
6. Juli 2015
zunächst
fest, d
ie Beschwerdesymptomatik
sei weiterhin diffus.
Er teile die Meinung der Kollegen der Rheumatologie, dass versucht werden sollte, sämtliche konservativen Therapiemöglichkeiten auszuschöpfen. Aktuell glaube er nicht, dass mit einem operativen Eingriff eine deutliche Verbesserung der Situation erzielt
werden könne
. Er bitte daher um Abklärung einer mög
lichen stationären multimodalen rheumatologischen Behandlung und habe heute eine Arbeitsunfähigkeit bis Ende Juli 2015 attestiert
(
Urk.
13/152/2).
Dem fügte er mit Schreiben
vom
9. Juli 2015
hinzu, d
ass im angestammten Beruf
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bestehe
. In optimal
lei
stungsangepasster Tätigkeit mit alternierend sitzender und kurz stehender Tätigkeit
wäre mittel
fristig
eine Arbeitsfähigkeit gegebe
n
, die
aber
aktuell nicht genau beziffert wer
den könne. Eine Beurteilung sei
sicher
im Zuge der stationären Behandlung
und
in Abhängigkeit vom Therapieerfolg möglich (
Urk.
13/157/1).
Auf Nachhaken der Beschwerdegegnerin erklärte er a
m 29. Juli 2015 nochmals, dass
akten
anamnestisch
keine adäquaten Angaben
zur Arbeitsfähigkeit
möglich seien.
Aufgrund der weiteren Nebendiagnosen betreffend den Bewegungsapparat
sei
sicherlich eine arbeitsmedizinische
Abklärung in die Wege zu leiten
(
Urk.
13/159).
4.10
Zu den
neuen
Berichten nahm der RAD-Arzt
Dr.
A._
am 16. September 2015 Stellung. Er erläuterte, dass sich die Diagnosen lediglich in der Formulierung marginal von den schon seit Oktober 2012 genannten unterscheiden würden. Die weiter
hin
bescheinigte 100%-Arbeitsunfähigkeit beziehe sich wie üblich auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Pflegeassistentin. Die von ihm im Oktober
2012 attestierte Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit sei wirklich minimal und das dazu angegebene Belastungsprofil entspreche jenem der
Klinik Y._
, das nur ausführlicher formuliert sei. Angesichts des Alters von 59 Jahren und unter Berücksichtigung der Restarbeitsfähigkeit von 40 % sowie des angegebenen Belastungsprofils seien von einer EFL keine wesentlichen neuen Erkenntnis
se
zu erwarten (
Urk.
13/164/4-5).
Infolgedessen
verneinte die Beschwerdegegnerin
mit der angefochtenen Verfügung einen erneuten Renten
anspruch
.
4.
11
Der im Gerichtsverfahren eingereichte
Austrittsbericht zum stationären Aufent
halt der Beschwerdeführerin in der
Z._
vom 16.
Oktober bis 3. November 2015
(
Urk.
8/1)
betrifft die Zeit nach Erlass der angefochtenen Verfügung
. Diesem sind folgende Diagnosen zu entnehmen:
rezidivierendes
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits,
linksbe
tont
:
MRI LWS und ISG beidseits 11/2014: Beginnende
Spondylarthrose
LWK2/3 beidseits bis LWK5/SWK1 beidseits mit
Punctum
maximum
LWK5/SWK1 rechts, keine akuten oder postentzündlichen Verände
rungen der LWS und ISG, keine Nervenwurzelkompression
Status nach anamnestisch zweimaliger Facettengelenksinfiltration lum
bal, einmalig mit gutem Ansprechen, einmal kein Ansprechen
Fehlstatik des Achsenskeletts, muskuläre
Dysbalance
rezidivierende Bursitis Trochanter
major
links
Status nach Steroidinfiltration Bursa
trochanterica
links 12/2014:
Thera
pieansprechen
für einen Monat
Röntgen Becken
ap
, Oberschenkel
ap
/seitlich mit Hüftgelenk links 07/2015:
Coxae
profundae
beidseits, beginnende degenerative Verän
derungen im Hüftgelenk bei
osteophytärem
Anbau am intermedialen
Femurkopf
links
Status nach Knie-TEP (Totale
Endoprothese
) links 2010 mit persistieren
den Restbeschwerden
Vitamin D-Mangel
Retropatellararthrose und beginnende
Tibiofemoralarthrose
Knie rechts bei Status nach
Patellastabilisationsoperation
vor 20 Jahren.
Dazu erläuterte
Dr.
med.
I._
, Fachärztin für Innere Medizin, es sei
im Laufe des Aufenthalts
eine Schmerzreduktion erreicht worden. Die Beschwerdeführerin sei bei Austritt für ca. 30 Minuten ohne Pause
gehfähig
und könne ca. 24 Trep
penstufen selbständig und sicher bewältigen. Der Rollator sei auf deren Wunsch in der Therapie eingesetzt worden, da sie sich damit stabiler fühle. In den
All
tagskompetenzen
benötige
die Beschwerdeführerin
keine Unterstützung. Sie werde sicher auf der Ebene und Treppe nach Hause entlassen. Die bei Eintritt bestehende Schmerzmedikation mit
Novalgin
, MST
sowie
Celebrex
sei im Ver
lauf auf ein retardiertes Opioid (
Targin
) in tiefer Dosierung umgestellt worden.
Valdoxan
habe man stoppen können. Ferner habe der Verdacht auf eine erneute Bursitis
sonographisch
nicht bestätigt werden können. Unter einer einmaligen Infiltration mit
Lidocain
sowie einer lokalen Behandlung mit
Olfensalben
und physiotherapeutischen Massnahmen seien die Beschwerden
regredient
gewesen.
5.
5.1
V
ergleicht man
nun
die vom RAD-Arzt
Dr.
A._
nach seiner Untersuchung im Oktober 2012 gestellten Diagnosen (vgl. E. 3.1) mit denjenigen im aktuellen Bericht der
Z._
vom 3. November 2015 (vgl. E. 4.11),
so w
u
rde
im Wesentlichen
derselbe Gesundheitszustand
umschrieben
. Erwähnt w
u
rden
erstens
Lendenbeschwerden im Zusammenhang mit
beginnende
n
dege
nerative
n
Veränderungen
im Abschnitt L3 bis S1
,
zweitens
Hüftschmerzen
zufolge
einer
beginnende
n
Coxarthrose
sowie einer
E
ntzündung
und
drittens
Kn
iebeschwerden
im Sinne von Restbeschwerden nach Einsetzen einer Prothese links und einer
beginnende
n Arthrose rechts
.
Zu bedenken ist, dass sich
bei einem
vorbestehenden Invaliditätsgrad von 35 %
gegebenenfalls schon
geringfügige Veränderung
en der gesundheitlichen Beschwerden
rentenrelevant auf die Erwerbsfähigkeit
und Betätigung im Auf
gabenbereich
auswirken
können
(vgl. dazu BGE
133 V 545
E. 6).
Indessen
sind die
ursprünglichen
Diagnosen des RAD-Arztes (Lumbalgie,
Coxalgie
und
Gonalgie
) allgemein formuliert, was sich mithin damit erklären dürfte, dass ihm am
Untersuchungstag k
eine Bilddokumente vor
lagen
(
Urk.
13/80/8)
. Nähere
Angaben dazu, auf welche
Vorakten
er sich
bei der
Befunderhebung
ergänzend
stützte, machte er keine.
Ebenso
verzichtete
er
darauf zu erläutern, weshalb er
die Arbeitsfähigkeit bis November 2011
noch auf 50 % und drei Monate später –
nach Abklingen der Rückenschmerzen
– auf
40 %
bei zeitlichem Mehrbedarf und verteilt auf fünf Tag
e
schätzte.
D
ie
Rentenv
erfügung vom 20. März 2013
ist deshalb z
war nicht
o
ffensichtlich unrichtig
,
doch ist zugunsten der Beschwer
deführerin zu berücksichtigen, dass
dadurch
der Nachweis eines
Revisionsgrun
des
e
rhe
blich erschwert wird (vgl. Extremfall eines vollständigen Verzichts auf den Nachweis eines Revisionsgrundes:
Urteil des Bundesgerichts 9C_602/2007 vom 11. April 2008 E. 4 und 5).
Fest steht, dass es sich bei
den
meisten
Ursache
n
der Beschwerden
um
degenera
tive
und damit
grundsätzlich
fortschreitende
Erkrankungen
handelt
.
In den Akten finden sich
daher nicht unerwartet
einige Anhaltspunkte für eine
zwischenzeitlich eingetretene
V
erschlechterung.
So wurden beispielsweise
ab Mai 2014
w
eitere Operationen an
bei
den Knien
thematisiert
, wobei sich die
Ärzte hinsichtlich der besten Lösung uneinig waren und man sich
endlich
für ein konservatives Vorgehen entschied (vgl. E. 4.2-3).
Ferner förderte d
ie einge
hendere Untersuchung de
r Hüfte
neben der
Coxarthrose
eine
Enthesiopathie
zu Tage und bestäti
gte
eine
Schleimbeutelentzündung (vgl. E.
4.4 und
4.9). Darüber hinaus
zeigte
sich
, dass die
Schmerzexazerbation
Ende 2011 kein
singuläres
Ereignis
war
.
Die Beschwerden nahmen auch
später zeitweise stark zu, waren
unter adäquater Behandlung
aber
stets
regredient
(vgl. E. 4.1-4.11).
In diesem Kontext ist anzumerken, dass der RAD-Arzt der Beschwerdeführerin f
ür die erste akute Phase Ende 2011
selbst
eine
volle
Arbeitsunfähigkeit
attestiert
e
(vgl. E. 3.1)
und bei Erlass der angefochtenen Verfügung
bereits der zweite Rehabili
tationsaufenthalt
seit der Rentenzusprechung
geplant
war
(vgl.
E. 4.1 und 4.9,
Urk.
13/160)
.
Des Weiteren
erklärten
die im Sommer 2015 behandelnden Fach
ärzte übereinstimmend
, dass für
die Quantifizierung der Arbeitsfähigkeit e
ine arbeitsmedizinische Abklärung erforderlich sei
.
Dr.
F._
ging dabei grundsätzlich
von einer Teilarbeitsfähigkeit mit Steigerung gemäss Klinik
,
Dr.
H._
von
einer mittelfristigen Arbeitsfähigkeit aus.
Folglich
verneinten beide
eine
dannzumal
voll verwertbare Restarbeitsfähigkeit
(vgl. E.
4.9).
Der singulären
und nicht weiter substantiierten
Feststellung von
Dr.
G._
, es liege eine „doch arge Symptomausweitung“ vor (vgl. E. 4.7), ist
demnach
keine Relevanz beizumessen. Dies muss umso mehr gelten,
berücksichtigt man zusätzlich d
ie
effektiv
geringe Restarbeitsfähigkeit gemäss Einschätzung des RAD,
das gute Ansprechen der Beschwerdeführerin auf medizinische Massnah
men sowie ihre
motivierte A
rbeitssuche
(vgl. E. 5.2)
und
ihre
Bemühungen zur
selbständigen Haushaltserledigung
(vgl.
Urk.
13/53/6-8 und
13/
140/5-7).
Ausdrücklich k
eine Rechnung trug der RAD-Arzt
bei seiner ursprünglichen Ein
schätzung
überdies medikamentösen
Nebenwirkungen, da die Beschwerdefüh
rerin
damals
aufgrund eben dieser
das stärkste
Medikament
nach eigenen Angaben
abgesetzt hatte (vgl. E. 3.2). In der Folge musste sie
allerdings erneut auf (
andere
)
starke Medikamente zurückgreifen und klagte in diesem Zusam
menhang über Müdigkeit und Konzentrationsstörungen (vgl. E. 4.1). Zusätzlich verschrieb ihr der Hausarzt
wegen der Schlafstörungen
ein Antidepressivum, wie die Beschwerdeführerin der Beraterin der IV-Stelle im Mai 2015 mitteilte (vgl. E. 4.8).
Eine Reduktion
und Umstellung
der Medikation wurde erst nach Erlass der angefochtenen Verfügung im Rahmen des
zweiten Klinikaufenthalts erreic
ht (vgl. E. 4.11).
5.
2
Der vorstehend beschriebene
Krankheitsverlauf
zeitigte
alsdann
Auswirkungen auf die Stellensuche der Beschwerdeführerin. Diesbezüglich ist
vorab
auf den Entscheid
EVGE 1968 S. 18
7 ff.
hinzuweisen. Diesem ist auf S.
188 f. zu ent
nehmen,
das Eidgenössische Versicherungsgericht habe
i
n den Bereichen der
Militär- und Invalidenversicherung entschieden, dass die Invalidenrente nicht nur bei wesentlicher Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar sei, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebene
n
Gesundheitsschaden
s
erheblich verändert hätten, sei es bei
spielsweise, dass die bei der Rentenfestsetzung prognostizierte Angewöhnung oder Anpassung nicht eingetreten sei oder dass die angenommene Verwertbar
keit der verbl
ei
benden Leistungsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt nicht oder nicht im erwarteten Umfang möglich geworden sei
.
Heute dürfte diese Rechtspre
chung kaum mehr eine Rolle spielen.
E
inerseits ist bei einer Erst- oder Neuan
meldung
nach dem Grundsatz „Eingliederung vor Rente“ in der Regel erst nach Durchführung von Eingliederungsmassnahmen über den Rentenanspruch
zu entscheiden (z.B. Urteil des Bundesgerichts 9C_108/2012
vom 5. Juni 2012
E. 2.2.1 mit Hinweis unter anderem auf BGE 121 V 190 E. 4a). Andererseits ist
bei
Rentenr
evision
en
nach Feststellung eines
Zugewinns an funktionellem Leis
tungsvermögen
zunächst dessen erwerbliche Verwertbarkeit
zu prüfen.
Sind hierfür ausnahmsweise Eingliederungsmassnahmen notwendig, müssen diese durchgeführt werden, bevor
die Rente reduziert oder aufgehoben
wird
(vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 9C_768/2009 vom 10. September 2010).
Vorliegend hatte die Beschwerdegegnerin vor Erlass der Verfügung vom 20.
März 2013 l
etztmals
am 16. November 2010
Eingliederungsmassnahmen geprüft und einen entsprechenden Anspruch
verneint
.
Sie hatte damals
erwo
gen,
dass
die Beschwerdeführerin
noch mindestens bis Ende Dezember 2
010 voll
arbeitsunfähig sei, weitere medizinische Abklärungen geplant seien und sie ab März 2011 bereits eine Stelle in Aussicht habe (
Urk.
13/39).
I
m
Feststel
lungsblatt
zum
Vorbescheid vom 29. März 2012
verwies die
Beschwerdegegne
rin
explizit auf diese Mitteilung
(
Urk.
13/56
/9
)
.
Im
zweiten Vorbescheid
(
Urk.
13/84/2)
und
in
der Rentenverfügung (
Urk.
13/98/5)
fand sich
ferner
der folgende,
auf laufende Renten zugeschnittene
Absatz
: „Ihre medizinische, per
sönliche und erwerbliche Situation wird laufend geprüft. Nach der
Rentenzu
sprache
können jederzeit Massnahmen der Wiedereingliederung mit dem Ziel der Verbesserung Ihrer Erwerbsfähigkeit durchgeführt werden, soweit diese an
gezeigt sind.“
Letztlich nahm die Beschwerdegegnerin n
ach
der
Rentenzuspra
che
ohne zu zögern
die
von der Beschwerdeführerin
mit Schreiben
vom
25. April 2013
beantragte (
Urk.
13/105) Arbeitsvermittlung an die Hand (
Urk.
13/109, 13/111-113)
.
Aus den erwähnten Umständen ist zu schliessen, dass
die Beschwerdegegnerin
vor der
Zusprechung der befristeten Rente
weder Überlegungen zur
Zumutbarkeit der Selbsteingliederung
noch
zur
Verwertbar
keit der Re
s
tarbeitsfähigkeit
(
ausgenommen
die
möglichen
Verweistätigkeiten
vgl.
Urk.
13/98/5: Kontroll-, Verpackungs- und Überwachungsaufgaben)
anstellte.
In
de
n
nachfolgenden Arbeitsvermittlungen
(vgl. E. 4.1 und 4.3)
kam
die
Berufs
beraterin
der IV-Stelle
zum Schluss
, dass die gesundheitlichen Einschrän
kungen und die Nebenwirkungen der Medikamente die Stellensuche
doch
„eher schwierig“ gestalten
würden
, obwohl sich
die Beschwerdeführerin motiviert und für neue Tätigkeiten
(konkret besprochen
:
Heimarbeit, Produktionsmitarbeiterin, Arbeit in einer Wäscherei
,
vgl.
Urk.
13/113/2)
offen zeig
e.
In Anbetracht der
seit Mai 2009
aktenkundigen
Bestrebungen
der Beschwerdeführerin
wieder zu arbeiten
, ist diese Feststellung nicht zu beanstanden (vgl.
Urk.
13/16: Rückkehr zum Arbeitsplatz vor Ablauf der sechsmonatigen Karenzfrist;
Urk.
13/53/4 und 13/133/2: zwei Arbeitsversuche im Pflegebereich;
Urk.
13/113 und 13/128/2: breitgefächerte eigene Suchbemühungen; Sachverhalt E. 1: bei Besserung der Beschwerden stets sofort um Eingliederungsmassnahmen ersucht).
Überdies stellte die Beraterin der IV-Stelle fest
, d
ass aufgrund
der Schwierigkeiten
beim Gehen nur ein Arbeitsort in der Nähe des Wohnsitzes in Frage käme.
Diesbe
züglich ist anzumerken
, dass ein
Umzug
zwar nicht grundsätzlich unzumutbar
ist. Zu bedenken
ist
aber
, dass ein solcher a
ufgrund der derzeit bestehenden Hausgemeinschaft mit dem Sohn und der aktuellen Mithilfe der Tochter im Haushalt
mit erheblichen negativen Auswirkungen im Aufgabenbereich ver
bunden
sein kann
.
Letztlich
schloss
die Beraterin der IV-Stelle
die Arbeitsver
mittlung
sowohl im Herbst 2013 als auch im Herbst 2014
jeweils im Hinblick auf bevorstehende weitere medizinische Abklärungen und Behandlungen a
b
.
I
m Sommer 2014
hatte sie
zudem Vorbereitungen getroffen, um die Beschwerde
führerin mit einem Arbeitsversuch in irgendeiner
Tätigkeit bei der
J._
AG
zu unterstützen
(
Urk.
13/128/3).
5.3
Zusammenfassend
gelang es der
Beschwerdeführerin
somit primär aus
invalidi
tätsbedingten
Gründen nicht, sich
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung auf dem Arbeitsmarkt zu
re
integrieren
.
Einerseits
limitierten
die gesundheit
lichen Beschwerden
i
hre Einsatzmöglichkeiten
erheblich
(deutlich einge
schränktes Belastungsprofil, höchstens halbtags mit reduzierter Leistungsfähig
keit
, k
urzer Arbeitsweg
oder
vorgängige
Wohnungssuche
)
.
Andererseits verhin
derten die
Schmerzexazerbationen
und
Klinikaufenthalte
zeitweise, dass sie sich effektiv bewarb.
Dementsprechend beschränkte sich d
ie Beschwerdegegnerin
in der Vergangenheit
in der Regel
darauf
sinngemäss
festzustellen,
(1)
dass eine Eingliederung wegen bevorstehender Abklärungen bzw. aufgrund des Gesund
heitszustandes gerade nicht möglich sei oder
(2)
die Beschwerdeführerin bereits eine Stelle in Aussicht habe bzw. sich mit etwas Beratung motiviert
selbst
bewerbe
(vgl. E. 4.1 und 4.3, vor
März 2013:
Urk.
13/6 und 13/39)
.
5.
4
Es kommt hinzu,
dass das Ergebnis der beiden Berichte zur Abklärung der beein
trächtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt vom 13. Januar 2012 (
Urk.
13/53) und 17. April 2015 (
Urk.
13/140) nur vermeintlich dasselbe ist. Die Beschwerdeführerin gab beim zweiten Besuch der Abklärungsperson zwar an, sich bei den anfallenden Haushaltsarbeiten seit Eintritt des Gesundheitsschadens gleichermassen limitiert zu fühlen (
Urk.
13/140/4). Indessen schätzte die Abklärungsperson die Einschränkung bei der Wohnungspflege, welche Tätigkeit sie in beiden Berichten mit 15 % der gesamten Haushaltstätigkeit gewichtete, im Jahr 2012 auf 5 % und im Jahr 2015 auf 15 %. Aus ihrer diesbezüglichen Anmerkung/Begründung ergibt sich, dass sie dabei die Erhöhung des
Arbeits
pensums
des Sohnes von 50 auf 100 % berücksichtigte. Demgemäss betonte sie auch, dass es der Beschwerdeführerin zumutbar sei, die Wohnungspflege in Etappen mit Pausen zu erledigen (vgl.
Urk.
13/53/7,
Urk.
13/140/3 und 5).
Bei ansonsten unveränderter Einschätzung resultiert bei korrekter Berechnung somit neu eine Einschränkung von 4,25 % und damit ein Teilinvaliditätsgrad im Auf
gabenbereich von gerundet 1,3 % (vgl. falsch
Urk.
13/140/7).
6.
6.1
In ihrer Gesamtheit rechtfertigen es die vorstehenden Erwägungen, den Renten
anspruch i
n analoger Anwendung der für die Revision geltenden Regeln
in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 4b; SVR
2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).
6.2
I
n diesem Sinn
e
ist nunmehr
auch zu prüfen, ob
die bisher festgestellte oder eine gar geringere R
estarbeitsfähigkeit
der bei
Erlass der
angefochtenen
Verfü
gung
59järigen Beschwerdeführerin
rea
listischerweise
noch verwertbar ist
.
Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermö
gen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Ein
zelfalls ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des
Gesundheits
schadens
und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und
Einarbeitungs
aufwand
und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhan
dene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein. Somit hängt die Verwertbarkeit nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht (vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_847/2015 vom 30. Dezember 2014 E. 4.1.1).
Die Beschwerdeführerin war
im Zeitpunkt der Untersuchung durch den RAD im Oktober 2012
bereits
5
6jährig. Inzwischen sind einige Jahre vergangen, in denen die Eingliederung
nach den vorstehenden Feststellungen
aus gesundheit
lichen Gründen nicht geglückt ist.
Die
verbliebene Leistungsfähigkeit
von 40
% bei zeit
lichem Mehraufwand
ist
relativ
gering
, höchstens
halbtags umsetzbar
und
die Verwertung zudem durch das erheblich eingeschränkte
Belastungsprofil und
den kleinen Radius bei der Stellensuche massgeblich beeinträchtigt.
Hinzu
komm
en
bei wiederkehrenden
Schmerzexazerbationen
absehbar gesundheitlich bedingte A
usfälle
an einem künftigen
Arbeitsplatz
.
Ferner
war die Beschwer
deführerin seit jeher in der Pflege tätig. Sie verfügt somit über keine Ausbildung oder Erfahrung
in einer angepassten Tätigkeit
(vgl.
Urk.
13/23/5)
.
Schliesslich
beanstandete die Beschwerdegegnerin die Suchbemühungen der Beschwerde
führerin zu keiner Zeit, sondern sah sich
zuletzt
vielmehr veranlasst, über die blosse Arbeitsvermittlung hinaus einen Arbeitsversuch zu organisieren.
S
elbst
der
RAD
führte
in seiner letzten Stellungnahme
vorab unter Bezugnahme auf das Alter, aber auch die geringe Restarbeitsfähigkeit und das angegebenen Belastungsprofil aus
,
von einer EFL
seien
keine wesentlichen neuen Erkennt
nisse zu erwarten (vgl. E. 4.10). Dies kann letztlich nur bedeuten, dass
die Beschwerdeführerin
seines Erachtens bereits unter
den bekannten Vorausset
zungen keine Stelle finden
wird
, so dass sich eingehendere Abklärungen erübri
gen.
Das Bundesgericht hat zwar auch
schon
bei versicherten Personen, die älter waren als die Beschwerdeführerin, die Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit in einer vorwiegend sitzenden und wechselbelastenden Tätigkeiten bejaht. Dabei stand
jedoch in der Regel
eine
weitaus höhere bis volle
Arbeitsfähigkeit
zur Dis
kussion und kein derart geringes Pensum mit zeitlichen Vorgaben wie bei der Beschwerdeführerin
(vgl.
Kasuistik in den
Urteile
n
des Bundesgerichts 9C_847/2015 vom 30. Dezember 2014 E. 4.
1-3
,
8C_345/2013 vom 10. Septem
ber 2013 E. 4.3
und 9C_124/2010 vom 21. September 2010 E. 5.2
).
Muss die
wirtschaftliche Verwertba
rkeit der (Rest-)
Arbeitsfähigkeit de
r
Beschwerdeführe
r
in
somit
verneint werden,
liegt
eine vollständige Erwerbsunfähigkeit und damit
bereits aufgrund des Erwerbsanteils von 70 % ein
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente vor (
vgl. dazu
Urteil des
Bundesgerichts
I 831/05 vom
21. August 2006 E. 4.1.1 mit Hinweisen).
6.
3
Hinsichtlich des Rentenbeginns ist festzuhalten, dass die versicherte Person
mit ihrer Anmeldung
praxisgemäss
nicht nur jene Ansprüche
wahrt
, die sie aus
drücklich auf dem Anmeldeformular aufzählt. Vielmehr umfasst eine Anmel
dung alle Ansprüche, die nach Treu und Glauben mit dem angemeldeten
Risiko
e
intritt
in Zusammenhang stehen
(Urteil
8C_274/2011 vom 22. Juni 2011
E.
2.3
mit diversen Hinweisen).
Die Beschwerdeführerin beantragte nach
der
Zu
spre
chung der befristeten Rente
bereits
mit Eingabe vom 25. April 2013
beru
f
liche Massnahmen (
Urk.
13/105). Da zuvor der Eingliederungsbedarf bzw. die Ver
wertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit nicht abgeklärt wurde, umfasste diese An
meldung nach Treu und Glauben auch den Rentenanspruch.
Bei
Wiederaufleben des Rentenanspruchs aufgrund einer vollständigen oder teilweisen Erwerbsunfähigkeit
ist
sodann Art. 29
bis
IVV zu beachten, wonach bei der Berechnung der Wartezeit nach Art. 28
Abs.
1 IVG früher zurückgelegte Zeiten anzurechnen
sind
. Ebenso
ist
die sechsmonatige Karenzfrist nach Art. 29
Abs.
1 IVG nicht
erneut
zu bestehen, wenn die Invalidität aus denselben Grün
den, welche früher zur Invalidität geführt hatte
n
, wiederauflebt (vgl.
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-5049/2013 vom 13. Februar 2013 E. 8; Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2014.01084 vom 8. Januar 2016 E. 6.2-3).
Während die Neuanmeldung den frühestmöglich
en Rentenbeginn
festlegt, ist für den effektiven Rentenbeginn massgebend
, in welchem
Zeitpunkt
mi
t
dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweismass der
überwiegende
n
Wahrschein
lichkeit feststand, dass die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit nicht mehr verwerten kann.
D
ie Part
eien
unterzeichneten
Anfang Juli 2013
noch
eine
erste
Zielvereinbarung betreffend Arbeitsvermittlung
(
Urk.
13/112),
doch bereits am 28. Oktober 2013
teilte die Beschwerde
gegnerin der Beschwerdeführerin
unter Bezugnahme auf das Telefongespräch vom 25. Oktober 2013
den Abschluss der Arbeitsvermittlung mit
(
Urk.
13/118).
Indessen wurde bereits im August 2013 ein erster Rehabilitationsaufenthalt diskutiert
,
im September 2013 definitiv geplant
und schliesslich vom 25. November bis 13. Dezember 2013 durchgeführt
(vgl.
Urk.
13/133/3).
Danach war die Beschwerdeführerin nie mehr während längerer Zeit vermittlungsfähig und die effektive Unterstützung der Beschwerdegegnerin beschränkte sich auf einige Wochen (
Urk.
13/128/2-3).
Es stand folglich bereits im September 2013 fest, dass die Beurteilung des Gesund
heitszustandes und seiner erwerblichen Auswirkungen in der Verfügung vom 20. März 2013
letztlich
zu optimistisch war.
6.
4
Zusammenfassend hat d
ie
Beschwerdeführerin
mindestens eine halbe
Rente
rück
wirkend ab 1. Augus
t 2013 beantragt (
Urk.
1 S. 2)
und ist ihr eine
ganze Rente ab 1. September 2013
zuzusprechen
(vgl. Art. 29
Abs.
3
IVG). Die Beschwerde ist somit teilweise gutzuheissen. Der Vollständigkeit halber ist anzumerken, dass
Integrationsmassnahmen bei fehlender Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit
von vornherein ausser Betracht fallen.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten
sind nach dem
Verfahrens
aufwand
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200
.–
bis
Fr.
1‘000.– festzulegen (
A
rt. 69
Abs.
1
bis
IVG). Sie sind vorliegend auf Fr. 800
.–
anzusetzen und vollumfänglich der
praktisch vollständig
unterliegenden
Beschwerdegeg
nerin
aufzuerlegen.
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
2
GSVGer
).
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin wies in der einge
reich
ten Kostennote vom
8.
April 2016 (Urk. 17) einen Aufwand von 11.
4
2 Stunden sowie Barauslagen von Fr. 65.– aus
, nachdem sie im Mai 2013 bereits einmal im verwaltungsrechtlichen Ver
fahren für ihre Bemühungen bis zur Zusprechung der befristeten Rente entschä
digt worden war und daher weitestgehend mit den Akten vertraut war
(vgl.
Urk.
13/108)
. Die
geltend gemachten
Aufwendungen
– insbesondere
für die Ausarbeitung der
Beschwerde
–
erscheinen
in Anbetracht
der vorge
nannten Grundsätze noch
als knapp
angemessen
.
Die Beschwerdegegnerin ist daher zu verpflichten, de
r
unentgelt
lichen Rechtsvertreter
in
de
r
Beschwerdeführer
in
unter Berücksichtigung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr. 2
2
0
.
–
eine
Pro
zessent
schädigung
von Fr.
2
‘
783.60
(inkl. Barauslagen u
nd Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
Das Gericht
erk
ennt
:
1.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der
Sozialver
-
sicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 1
7.
September 2015 aufge
h
oben, und es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin ab
1.
September 2013 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.–
werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zuge
stellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der unentgeltlichen Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, Rechtsanwältin Christina Ammann, Uster,
eine
Prozessentschädi
gung
von
Fr.
2
‘
7
83.60
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwältin Christina Ammann
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Bundesamt für Sozialversicherungen
Pensionskasse SHP
sowie an:
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.