Decision ID: 11831f0a-5083-5650-a7f7-d1164ede6a19
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X, geb. 1949, bezieht eine IV-Rente und Ergänzungsleistungen. Für die
Steuerperiode 2009 wurde X für die Staats- und Gemeindesteuern mit einem
steuerbaren Einkommen von Fr. 18'900.-- und ohne steuerbares Vermögen und für die
direkte Bundessteuer mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 19'200.-- veranlagt.
Dies führte zu Steuerbeträgen von Fr. 1'294.15 für die Staats- und Gemeindesteuern
und von Fr. 43.-- für die direkte Bundessteuer.
B.- Mit Einreichung des Fragebogens betreffend Erlassgesuch am 29. Juni 2010
ersuchte X um Erlass der Staats- und Gemeindesteuern sowie der direkten
Bundessteuer des Jahres 2009. Das Kantonale Steueramt, vertreten durch das
Steueramt A, lehnte den Erlass der Staats- und Gemeindesteuern 2009 in der Höhe
von Fr. 1'294.15 sowie der direkten Bundessteuer 2009 von Fr. 43.-- mit Entscheiden
vom 20. Juli 2010 ab.
C.- Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 20. August 2010 und Ergänzung vom
7. Oktober 2010 erhob X gegen diese Erlassentscheide Rekurs und Beschwerde bei
der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, die angefochtenen
Erlassentscheide seien aufzuheben und die Staats- und Gemeindesteuern sowie die
direkte Bundessteuer 2009 seien ihr unter Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege und -verbeiständung zu erlassen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge.
Mit Vernehmlassung vom 23. November 2010 beantragte die Vorinstanz die
kostenfällige Abweisung von Rekurs und Beschwerde.
Mit Verfügung vom 28. Dezember 2010 wies der Abteilungspräsident das Gesuch um
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung) zufolge Aussichtslosigkeit ab. Die von der Rekurrentin und
Beschwerdeführerin dagegen erhobene Beschwerde wurde vom Präsidenten des
Verwaltungsgerichts mit Entscheid vom 7. März 2011 in Bezug auf das Verfahren
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betreffend Erlass der Staats- und Gemeindesteuern 2009 gutgeheissen, in Bezug auf
jenes betreffend direkte Bundessteuer 2009 abgewiesen.
Auf die Einholung einer Vernehmlassung der Beschwerdebeteiligten wurde verzichtet,
da gemäss rechtskräftigem Entscheid des Präsidenten des Verwaltungsgerichts vom 7.
März 2011 nicht auf die Beschwerde einzutreten ist.
D.- Auf die von Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge gemachten
Ausführungen und die Akten wird, soweit notwendig, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1. Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurs- und Beschwerdeerhebung ist gegeben. Der Rekurs und die Beschwerde vom
20. August 2010 sind rechtzeitig eingereicht worden.
Der Rekurs erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 7. Oktober 2010 die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 und Art. 224 Abs. 4 des Steuergesetzes, sGS 811.1,
abgekürzt: StG). Auf den Rekurs ist einzutreten.
Auf die Beschwerde ist hingegen gestützt auf die Erwägungen des Präsidenten des
Verwaltungsgerichts in seinem Entscheid vom 7. März 2011 betreffend unentgeltliche
Prozessführung wegen Fehlens der Begründung im Zeitpunkt der Einreichung am
20. August 2010 nicht einzutreten (vgl. Art. 140 Abs. 2 DBG; VerwGE B 2011/11, S. 6 f.
m.w.H.).
2.- Die Rekurrentin macht vorab formelle Mängel geltend.
a) Sie bringt im Wesentlichen vor, die Vorinstanz habe das Vorliegen einer Notlage in
den Jahren 2002 bis 2008 stets bejaht und Steuererlasse gewährt. Ihre wirtschaftliche
Situation habe sich jedoch in der Steuerperiode 2009 im Vergleich zu den Vorjahren
nicht verändert. Ihre finanzielle Situation als IV-Bezügerin sei nach wie vor sehr
angespannt. Sie leide an Fibromyalgie, weswegen sie Rückenschmerzen habe, an
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behandlungsbedürftigen Hautproblemen, an Arthrose sowie psychischen Leiden.
Deshalb sei sie auf die Einnahme verschiedener Beruhigungs- und Schmerzmittel
sowie Schlafmittel angewiesen. Die starre und isolierte Anwendung der Richtlinien
betreffend betreibungsrechtliches Existenzminimum erscheine im Zusammenhang mit
der Auslegung des unbestimmten Rechtsbegriffs der Notlage unzulässig und
widerspreche sowohl dem Grundsatz der Gesetzmässigkeit der Verwaltung als auch
dem Gebot der rechtsgleichen Behandlung. Es sei eine relative Gleichbehandlung
erforderlich. Die Vorinstanz hätte weitere Abklärungen tätigen müssen. Sie sei gehalten,
ihr Ermessen pflichtgemäss auszuüben. Es liege eine Praxisänderung vor, welche von
der Vorinstanz weder angezeigt noch begründet worden sei. Daraus ergebe sich eine
Verletzung der Begründungspflicht und des rechtlichen Gehörs. Weiter handle die
Vorinstanz widersprüchlich und verletze Treu und Glauben, wenn sie ohne Nennung
sachlicher Gründe, ohne Feststellung der Verbesserung der wirtschaftlichen
Verhältnisse und ohne Abklärung der weiteren Umstände den Anspruch auf
Steuererlass plötzlich verneine.
Die Vorinstanz macht geltend, es bestehe kein Rechtsanspruch auf Erlass; auch dann
nicht, wenn in der Vergangenheit die Beurteilung einer Notlage aufgrund fehlender
Gerichtsentscheide mehrmals sehr grosszügig ausgelegt worden sei. Die
Steuerbehörde sei berechtigt, jedes Jahr die tatsächliche und rechtliche Situation neu
und unabhängig zu prüfen.
b) Der in Art. 5 Abs. 1 der Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt: BV) verankerte
Grundsatz der Gesetzmässigkeit der Verwaltung, auch Legalitätsprinzip genannt,
bedeutet, dass alle Verwaltungstätigkeit an das Gesetz gebunden sein muss. Das
Gesetz ist Massstab und Schranke der Verwaltungstätigkeit. Verwaltungstätigkeiten
dürfen nicht gegen das Gesetz verstossen (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 6. Aufl. 2010, N 368 ff.).
Der Anspruch auf Gleichbehandlung verlangt, dass Rechte und Pflichten der
Betroffenen nach dem gleichen Massstab festzusetzen sind. Gleiches ist nach
Massgabe seiner Gleichheit gleich, Ungleiches nach Massgabe seiner Ungleichheit
ungleich zu behandeln. Das in Art. 8 Abs. 1 BV verankerte Gebot der rechtsgleichen
Behandlung ist sowohl bei der Rechtssetzung als auch bei der Rechtsanwendung zu
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beachten. Eine rechtsanwendende Behörde verletzt den Gleichheitssatz, wenn sie zwei
gleiche tatsächliche Situationen ohne sachlichen Grund unterschiedlich beurteilt. Das
Gleichheitsprinzip und der Grundsatz der Rechtsgleichheit verlangen, dass an einer
Praxis festgehalten wird. Sie stehen einer Praxisänderung jedoch nicht entgegen,
sofern diese auf ernsthaften und sachlichen Gründen beruht, damit eine grundsätzliche
Änderung erfolgt und das Interesse an der richtigen Rechtsanwendung gegenüber
demjenigen an der Rechtssicherheit überwiegt. Die Praxisänderung darf sodann keinen
Verstoss gegen Treu und Glauben darstellen (vgl. zum Ganzen Häfelin/Müller/Uhlmann,
a.a.O., N 495 ff.).
Der Grundsatz von Treu und Glauben gebietet ein loyales und vertrauenswürdiges
Verhalten im Rechtsverkehr. Die Bundesverfassung statuiert den Grundsatz von Treu
und Glauben einerseits als Regel für das Verhalten von Staat und Privaten in Art. 5
Abs. 3 BV und andererseits in Art. 9 BV als grundrechtlichen Anspruch der Privaten
gegenüber dem Staat auf Schutz des berechtigten Vertrauens. Der Grundsatz des
Vertrauensschutzes bedeutet, dass Private Anspruch darauf haben, in ihrem
berechtigten Vertrauen in behördliche Zusicherungen oder in anderes, bestimmte
Erwartungen begründendes Verhalten der Behörden geschützt zu werden. Der
Vertrauensschutz bedarf eines Anknüpfungspunktes. Es muss eine
Vertrauensgrundlage vorhanden sein. Darunter ist das Verhalten eines staatlichen
Organs zu verstehen, das bei den betroffenen Privaten bestimmte Erwartungen auslöst.
Eine weitere Voraussetzung ist die Kenntnis der Vertrauensgrundlage und das Fehlen
der Kenntnis der Fehlerhaftigkeit der Vertrauensgrundlage (vgl. Häfelin/Müller/Uhlmann,
a.a.O., N 624 ff.). Vertrauensschutz kann in der Regel nur geltend machen, wer gestützt
auf sein Vertrauen eine Disposition getätigt hat, die ohne Nachteil nicht wieder
rückgängig gemacht werden kann. Dem Vertrauensschutz darf dabei kein
überwiegendes öffentliches Interesse entgegenstehen (Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O.,
N 660 ff.).
c) Gemäss kantonalem Steuergesetz kann Steuerpflichtigen, die in Not geraten sind
oder für welche die Bezahlung der Steuern, der Zinsen, der Bussen oder der Kosten
eine grosse Härte bedeutet, der geschuldete Betrag gestundet oder ganz oder
teilweise erlassen werden (Art. 224 Abs. 1 StG). Dem Wesen nach handelt es sich beim
Steuererlass um den nachträglichen Verzicht des Gemeinwesens auf einen ihm
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zustehenden steuerrechtlichen Anspruch. Anlass dazu geben vor allem Rücksichten
auf die Person des Schuldners. Dieser soll aus humanitären, sozialpolitischen oder
volkswirtschaftlichen Gründen nicht in seiner wirtschaftlichen Existenz gefährdet
werden. Die Grundsätze einer gesetzmässigen Verwaltung und der Rechtsgleichheit
legen es allerdings nahe, dass der Gesetzgeber klare Vorgaben schafft. Die Tendenz,
den Steuererlass nicht mehr bloss dem freien Ermessen der zuständigen Behörde
anheim zu stellen, sondern von näher umschriebenen Voraussetzungen abhängig zu
machen und dann auch einen eigentlichen, durchsetzbaren Rechtsanspruch zu
begründen, setzt sich immer mehr durch. Aus Gründen der rechtsgleichen Behandlung
der Steuerpflichtigen muss der Steuererlass jedoch eine seltene Ausnahme bleiben,
welche nur unter bestimmten Voraussetzungen gewährt wird (Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts vom 11. Juni 2009, A-3663/2007, E. 2.2, publiziert in StR
2009 S. 672 ff.).
Während im Kanton St. Gallen keine näheren Vollzugsvorschriften auf Gesetzes- oder
Verordnungsstufe existieren, wird die Behandlung der Erlassgesuche auf Bundesebene
in der Verordnung des EFD über die Behandlung von Erlassgesuchen für die direkte
Bundessteuer (SR 642.121, abgekürzt: Steuererlassverordnung) geregelt. Im Kanton St.
Gallen sind weitere Erläuterungen dem St. Galler Steuerbuch zu entnehmen (StB 224
Nr. 1).
Ziel und Zweck des Erlassverfahrens ist gemäss Art. 1 Steuererlassverordnung eine
langfristige und dauernde Sanierung der wirtschaftlichen Lage der steuerpflichtigen
Person. Der Erlass hat der steuerpflichtigen Person und nicht ihren Gläubigern zugute
zu kommen. Der Steuererlass ist ausschliesslich im Zusammenhang mit der
Steuervollstreckung zu verstehen. Es kann nicht darum gehen, die Begründetheit einer
Steuerforderung zu prüfen und allenfalls die Veranlagung zu korrigieren. Das
Erlassverfahren ersetzt weder das Rechtsmittel-, noch das Revisionsverfahren (Art. 1
Abs. 2 Steuererlassverordnung). Falls die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind,
besteht ein Anspruch auf Erlass der Steuerforderung (Art. 2 Abs. 1
Steuererlassverordnung). Dabei ist unerheblich, aus welchem Grund die
steuerpflichtige Person in die geltend gemachte Notlage geraten ist (Art. 2 Abs. 2
Steuererlassverordnung, vorbehältlich Art. 10 Abs. 2 Steuererlassverordnung). Die
Erlassbehörde berücksichtigt bei ihrem Entscheid die gesamten wirtschaftlichen
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Verhältnisse der steuerpflichtigen Person. Massgebend ist dabei in erster Linie die
Situation im Zeitpunkt des Entscheides, daneben auch die Entwicklung seit der
Veranlagung, auf die sich das Erlassbegehren bezieht, sowie die Aussichten für die
Zukunft (Art. 3 Abs. 1 Steuererlassverordnung). Übliche Schwankungen in den
Einkommensverhältnissen der steuerpflichtigen Person werden in der Veranlagung
periodisch erfasst und bilden keinen Erlassgrund. Hat sich die steuerpflichtige Person
freiwillig ihrer Einkommensquellen oder Vermögenswerte entäussert, so wird ein
solcher Einkommens- oder Vermögensrückgang bei der Beurteilung des Erlassgesuchs
nicht berücksichtigt (Art. 12 Steuererlassverordnung). Die Behörde überprüft, ob für die
steuerpflichtige Person Einschränkungen in der Lebenshaltung geboten und zumutbar
sind oder gewesen wären. Solche gelten grundsätzlich als zumutbar, wenn die
Auslagen die nach den Ansätzen für die Berechnung des betreibungsrechtlichen
Existenzminimums (Art. 93 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs,
SR 281.1, abgekürzt: SchKG) sich ergebenden Lebenshaltungskosten übersteigen.
Wäre eine fristgerechte Zahlung im Zeitpunkt der Fälligkeit möglich gewesen, so ist
dies im Erlassentscheid zu berücksichtigen (Art. 3 Abs. 2 und 3
Steuererlassverordnung).
d) Die Rekurrentin macht geltend, ihr sei in den Jahren 2002 bis 2008 der Erlass der
Steuern jeweils ohne nähere Abklärungen gewährt worden. Entsprechende
Beweisunterlagen dazu hat sie jedoch nicht eingereicht. Selbst wenn dem so wäre,
kann daraus kein Anspruch auf Erlass der Steuern des Jahres 2009 abgeleitet werden.
Unabhängig von früheren Steuerperioden ist im Folgenden zu prüfen, ob die
Rekurrentin derzeit die Voraussetzungen für einen Erlass der Staats- und
Gemeindesteuern 2009 erfüllt. Dass ihr in früheren Jahren ohne nähere Abklärungen
allenfalls zu Unrecht und damit zu ihren Gunsten ein Erlass gewährt worden ist, zeitigt
keine Wirkungen auf das aktuelle Erlassverfahren, auch wenn sich die finanziellen
Verhältnisse der Rekurrentin seither nicht verändert haben sollten. Die Vorinstanz ist
offenbar dazu über gegangen, die Erlassfälle anhand der Richtlinien des
betreibungsrechtlichen Existenzminimums einzeln auf das Vorliegen einer Notlage hin
zu überprüfen. Eine Verletzung des Legalitätsprinzips liegt deswegen jedoch nicht vor.
Inwiefern die Rekurrentin aufgrund der Anwendung der Richtlinien des
betreibungsrechtlichen Existenzminimums zwecks Feststellung einer Notlage ungleich
behandelt worden sein soll, ist nicht ersichtlich. Das Gegenteil ist gerade der Fall,
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indem bei sämtlichen Steuerpflichtigen nach dem gleichen Vorgaben geprüft wird, ob
bei ihnen eine Notlage gegeben sei. Sämtliche notwendigen Auslagen können dabei
berücksichtigt werden, je nach Situation, in welcher sich der Steuerpflichtige befindet.
Die Vorinstanz war daher nicht verpflichtet zu prüfen, ob sich die wirtschaftlichen
Verhältnisse der Rekurrentin gegenüber den Vorjahren verbessert haben. Sie musste
unabhängig davon prüfen, ob für den Zeitpunkt des Erlassentscheids eine Notlage
gegeben war, was sie anhand des Fragebogens betreffend Erlassgesuch und den
eingereichten Unterlagen hinreichend getan hat.
Von einer unzulässigen Praxisänderung, die vorgängig hätte angekündigt werden
müssen, kann ebenfalls nicht gesprochen werden. Es wird nicht behauptet und ist nicht
ersichtlich, dass die Rekurrentin im Hinblick auf einen allfälligen Erlass der Steuern für
sie nachteilige materielle Dispositionen getroffen hätte. Ein Verstoss gegen Treu und
Glauben liegt daher mangels Vertrauensbetätigung nicht vor. Das Interesse an der
richtigen Rechtsanwendung überwiegt gegenüber demjenigen an der Rechtssicherheit.
Im Erlassentscheid hat die Vorinstanz die Abweisung begründet, weshalb auch keine
Verletzung der Begründungspflicht gegeben ist.
e) Aus der Gewährung von Steuererlassen in vergangenen Jahren lässt sich somit kein
Anspruch der Rekurrentin auf den Erlass der Staats- und Gemeindesteuern 2009
ableiten.
3.- Folglich ist in materieller Hinsicht zu prüfen, ob die Voraussetzungen für einen
Erlass der Staats- und Gemeindesteuern 2009 gegeben sind.
a) Die Rekurrentin macht zur Hauptsache geltend, die Berechnung ihres
Existenzminimums durch die Vorinstanz sei falsch. Sie verfüge über Einkünfte von Fr.
3'274.-- pro Monat. Wegen den erwähnten Erkrankungen sei bei ihr ein erhöhter
Grundbedarf von Fr. 1'560.-- analog der Berechnung für die Ergänzungsleistungen zu
veranschlagen. Der monatliche Wohnungsmietzins inklusive Nebenkosten betrage Fr.
1'340.--. Da dieser Mietzins vollumfänglich von den Ergänzungsleistungen getragen
werde, würden sich die Ergänzungsleistungen bei einem Umzug in eine günstigere
Wohnung entsprechend reduzieren. Die Krankenkassenprämien würden Fr. 382.80
betragen. Hinzu kämen der obligatorische Beitrag für AHV/IV/EO von Fr. 39.50, nicht
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versicherte Medikamenten- und Behandlungskosten von Fr. 93.35 und Fr. 40.15,
Arztkosten von Fr. 142.25 sowie eine Pauschale für Sachversicherungen von Fr. 25.--.
Bei Berücksichtigung des normalen Grundbedarfs von Fr. 1'230.-- beliefen sich ihre
monatlichen Ausgaben auf Fr. 3'293.05, was ein Manko von Fr. 19.05 ergebe. Gehe
man vom krankheitsbedingten Grundbedarf von Fr. 1'560.-- aus, betrage das
monatliche Manko sogar Fr. 349.05. Die Begleichung der ausstehenden Steuern sei ihr
somit offensichtlich weder zumutbar noch möglich. Aufgrund ihrer gesundheitlichen
Situation bedeute die Entrichtung der Steuern für sie auch eine grosse Härte im Sinn
des Gesetzes.
Die Vorinstanz hält dem im Wesentlichen entgegen, auch Bezüger von steuerfreien
staatlichen Leistungen wie finanzielle Sozialhilfe, Hilflosenentschädigung und
Ergänzungsleistungen seien grundsätzlich steuerpflichtig. Ergänzungsleistungen zur
AHV und IV stellten nicht zwangsläufig den bundesverfassungsrechtlichen
Minimalanspruch auf Existenzsicherung dar, sondern gingen darüber hinaus. Die
Einkünfte der Rekurrentin würden Fr. 3'274.-- betragen. Mangels Nachweis, dass die
Rekurrentin aus gesundheitlichen oder anderen Gründen einen höheren Lebensbedarf
als eine Durchschnittsperson habe, sei der normale Grundbetrag von Fr. 1'230.--
anwendbar. Die obligatorische Krankenversicherung übernehme die Kosten für
notwendige Leistungen. Im Grundbetrag sei zudem eine Komponente explizit für
Körper- und Gesundheitspflege bestimmt. Ferner werde praxisgemäss eine Reserve
von Fr. 250.-- gewährt. Für eine 21⁄2-Zimmerwohnung in A betrage der
durchschnittliche teuerungsbereinigte Netto-Mietpreis Fr. 873.--. Zuzüglich
Nebenkosten ergebe sich ein angemessener Mietzins von Fr. 1'100.--. Die Differenz
zum von der Rekurrentin bezahlten Mietzins betrage Fr. 240.-- pro Monat, was nicht als
gering bezeichnet werden könne, weshalb sich ein Umzug rechtfertigen würde. Die
Prämie für die Zusatzversicherungen bleibe gemäss Kreisschreiben zum
Existenzminimum unberücksichtigt. Die von der Rekurrentin zu tragende
Kostenbeteiligung nach KVG betrage pro Jahr maximal Fr. 1'000.--. Diese
Kostenbeteiligung von Fr. 84.-- pro Monat könne aus der Pauschale von Fr. 250.--
gedeckt werden, ebenso die Beiträge für AHV/IV/EO von Fr. 39.50. Mangels Nachweis
könne keine Pauschale von Fr. 25.-- für Sachversicherungen gewährt werden. Somit
ergebe sich ein monatlicher Notbedarf von Fr. 2'826.-- (Fr. 1'230.-- + Fr. 1'100.-- +
Fr. 246.-- + Fr. 250.--) und damit ein Überschuss von Fr. 448.--. Damit könne die
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Rekurrentin die Steuerforderungen für 2009 in drei Monatsraten tilgen. Selbst bei
Anerkennung des vollen Mietzinses von Fr. 1'340.-- verbleibe eine freie Quote von Fr.
208.-- pro Monat, die für die Bezahlung der Steuer ausreichen würde.
b) Eine Notlage im Sinn von Art. 224 Abs. 1 StG liegt vor, wenn der ganze geschuldete
Betrag in einem Missverhältnis zur finanziellen Leistungsfähigkeit der steuerpflichtigen
Person steht. Bei natürlichen Personen ist ein Missverhältnis insbesondere dann
gegeben, wenn die Steuerschuld trotz Einschränkung der Lebenshaltungskosten auf
das Existenzminimum in absehbarer Zeit nicht vollumfänglich beglichen werden kann.
Massgebend ist dabei das betreibungsrechtliche Existenzminimum (Art. 3 Abs. 2
Steuererlassverordnung). In jedem Fall liegt eine Notlage vor bei Einkommens- und
Vermögenslosigkeit oder wenn die öffentliche Hand für die Lebenshaltungskosten der
steuerpflichtigen Person und deren Familie aufkommen muss (Art. 9
Steuererlassverordnung).
Der Begriff der grossen Härte wird in der Verordnung nicht näher definiert. Er lässt sich
indessen von der Notlage nicht scharf abgrenzen. Art. 9 Steuererlassverordnung
erwähnt unter dem Titel der Notlage auch Punkte, welche gleichzeitig als Element der
grossen Härte bezeichnet werden könnten, etwa das Missverhältnis zwischen dem
geschuldeten Betrag und der finanziellen Leistungsfähigkeit der steuerpflichtigen
Person (Zweifel/Athanas, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/2b, 2.
Aufl. 2008, N 18 zu Art. 167 DBG). Im Unterschied zum DBG nennt Art. 224 Abs. 1 StG
die grosse Härte als selbständige Erlassvoraussetzung. Während das Kriterium der
Notlage einzig die wirtschaftliche Lage der steuerpflichtigen Person berücksichtigt,
können unter dem Aspekt der grossen Härte auch andere Umstände massgebend sein,
namentlich die Unbilligkeit (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG,
2. Aufl. 2009, N 30 zu Art. 167 DBG).
c) Entscheidend für das Vorliegen einer Notlage ist, ob die Rekurrentin trotz
Einschränkung der Lebenshaltungskosten auf das Existenzminimum die Steuerschuld
von Fr. 1'294.15 mit ihren Einkünften in absehbarer Zeit nicht vollumfänglich tilgen
kann. Abzustellen ist dabei praxisgemäss auf das betreibungsrechtliche
Existenzminimum nach Art. 93 SchKG (Art. 3 Abs. 2 EV DBG; StR 2009 S. 677). Das
Existenzminimum errechnet sich nach den Richtlinien für die Berechnung des
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betreibungsrechtlichen Existenzminimums nach Art. 93 SchKG der Konferenz der
Betreibungs- und Konkursbeamten der Schweiz vom 1. Juli 2009 (nachfolgend:
KS BKB CH) bzw. dem Kreisschreiben der kantonalen Aufsichtsbehörde für
Schuldbetreibung und Konkurs über die Berechnung des betreibungsrechtlichen
Existenzminimums (Notbedarf) vom Dezember 2008 (nachfolgend: KS AB SG).
Demnach setzt sich das Existenzminimum zur Hauptsache aus einem monatlichen
Grundbetrag, aus den konkreten Wohn- und Heizungskosten, den Kosten für
Krankenkasse, Berufsauslagen, Ausbildungskosten sowie für Unterhaltsleistungen
zusammen.
Der Grundbetrag enthält Aufwendungen für Nahrung, Kleidung, Wäsche, Körper- und
Gesundheitspflege, Unterhalt der Wohnungseinrichtung, Auslagen für Beleuchtung,
Kochenergie, Radio-, TV- und Telefongebühren sowie für kulturelle Bedürfnisse und
Freizeitgestaltung (Ziff. 3 KS AB SG). Für alleinstehende Personen beträgt er im Kanton
St. Gallen Fr. 1'230.--. Er ist damit höher als jener der Richtlinien für die Ausgestaltung
und Bemessung der Sozialhilfe von Fr. 983.-- (indexiert auf Stand 2008, vgl. unter
www.skos.ch). Die Rekurrentin möchte für den Grundbetrag den im Rahmen der
Ergänzungsleistungen gewährten Betrag von Fr. 1'560.-- einsetzen. Als Grund dafür
nennt sie diverse Erkrankungen, ohne jedoch nähere Ausführungen zu machen.
Insoweit der Rekurrentin krankheitsbedingt zwingend notwendige Auslagen anfallen,
sind diese separat zu berücksichtigen. Der Grundbetrag wird davon jedoch nicht
tangiert.
Unter den Wohnkosten ist der effektive Mietzins für eine Wohnung oder ein Zimmer zu
verstehen. Ein den wirtschaftlichen Verhältnissen und persönlichen Bedürfnissen nicht
angemessener Mietzins ist nach Ablauf des nächsten Kündigungstermins auf ein
ortsübliches Normalmass herabzusetzen (Ziff. 4.1 KS AB SG). Dabei ist jedoch auch zu
beachten, dass bei einem Wohnungsumzug weitere Kosten entstehen. Bei einer
geringen Differenz zwischen dem effektiven Mietzins und dem ortsüblichen Normalzins
kann sich eine Herabsetzung daher unter Umständen nicht als verhältnismässig
erweisen. Die Rekurrentin bezahlt einen Mietzins von Fr. 1'090.-- sowie Nebenkosten
von Fr. 250.--. Der Bruttomietzins beträgt somit Fr. 1'340.--, was Fr. 240.-- über dem
von der Vorinstanz ermittelten angemessenen Mietzins für eine 21⁄2-Zimmerwohnung
liegt. Da diese Miete bei der Berechnung der Ergänzungsleistungen voll angerechnet
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wird (vgl. act. 8/I.d), hätte ein Umzug in eine günstigere Wohnung entsprechend tiefere
Ergänzungsleistungen zur Folge. Für die Bezahlung von Steuern würde daher nicht
mehr Geld zur Verfügung stehen. Der effektiv bezahlte Bruttomietzins von Fr. 1'340.--
ist deshalb in die Notbedarfsberechnung miteinzubeziehen.
Die vom Steuerpflichtigen bezahlten Prämien für die obligatorische
Krankenversicherung, abzüglich Prämienverbilligung, gehören zum Existenzminimum,
nicht jedoch die Versicherungen für Krankenpflege im überobligatorischen Bereich. Die
unter die Jahresfranchise fallenden und vom Schuldner tatsächlich zu bezahlenden
Gesundheitskosten sind in voller Höhe zu berücksichtigen. Ein nachgewiesener
angemessener Betrag für Haftpflicht- und Hausratversicherung kann berücksichtigt
werden (Ziff. 4.3 KS AB SG). Die Prämie für die obligatorische Krankenversicherung
beträgt bei der Rekurrentin Fr. 245.60. Krankenkassenabrechnungen, wonach die
Rekurrentin einen Selbstbehalt an die Arztkosten aus dem KVG zu bezahlen hätte,
wurden nicht eingereicht. Solche Rechnungen können zudem zwecks Vergütung aus
den Ergänzungsleistungen bei der Sozialversicherungsanstalt eingereicht werden. Zu
der von der Rekurrentin abgeschlossenen Zusatzversicherung für Fr. 137.20 pro Monat
gibt es keine näheren Angaben. Im Jahr 2009 wurden daraus lediglich Leistungen von
rund Fr. 500.-- erbracht (vgl. act. 10/3), weshalb sich eine Berücksichtigung nicht
rechtfertigt. Die Rekurrentin macht hohe Gesundheitskosten von nahezu Fr. 3'000.-- im
Jahr 2009 aus einer Behandlung bei einem Dermatologen geltend. Unabhängig davon,
dass diese Ausgaben des Jahres 2009 nicht die aktuellen wirtschaftlichen Verhältnisse
der Rekurrentin widergeben, können sie nicht zum Notbedarf hinzugerechnet werden.
Da dafür aus der obligatorischen Krankenversicherung keine Leistungen erbracht
wurden, kann es sich nicht um wirksame, zweckmässige und wirtschaftliche
Leistungen handeln, welche der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit und ihrer
Folgen dienen (vgl. Art. 25 und 32 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung,
SR 832.10, abgekürzt: KVG). Was die nicht kassenpflichtigen Heilmittel und
Körperpflegeprodukte betrifft (vgl. diverse Belege von Apotheken), so sind diese
Ausgaben im Grundbetrag von Fr. 1'230.-- enthalten. Die Rekurrentin hat nicht
nachgewiesen, dass sie eine Haftpflicht- und Hausratversicherung abgeschlossen hat,
weshalb die Prämie dafür ebenfalls nicht berücksichtigt werden kann. Im Übrigen
können die Kosten für eine solche Versicherung und die nicht kassenpflichtigen
Medikamente und Arztkosten zumindest teilweise aus der von der Vorinstanz
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zugestandenen Pauschale für besondere Aufwendungen von Fr. 250.-- gedeckt
werden.
Gemäss Ziff. 10.1 KS AB SG werden die laufenden Steuern bei der Berechnung des
Existenzminimums berücksichtigt, wenn diese bisher bezahlt wurden und auf einer
Veranlagung beruhen (vgl. auch GVP 2002 Nr. 108). Nachdem kein Nachweis für
bezahlte laufende Steuern vorliegt, sind solche nicht in den Notbedarf einzubeziehen.
Zu berücksichtigen sind jedoch die obligatorischen Beiträge für Nichterwerbstätige an
AHV/IV/EO von Fr. 39.50 pro Monat.
Somit resultiert für die Rekurrentin folgender Notbedarf:
Grundbedarf 1'230.--
Mietzins 1'340.--
Krankenkasse 246.--
Beiträge AHV/IV/EO 40.--
Pauschale für besondere Aufwendungen 250.--
Total 3'106.--
Auf der Einnahmenseite erhält die Rekurrentin eine monatliche IV-Rente von
Fr. 1'860.-- sowie monatliche Ergänzungsleistungen und ausserordentliche
Ergänzungsleistungen in der Höhe von Fr. 1'414.--. Die Einkünfte belaufen sich
demnach auf Fr. 3'274.-- pro Monat. Es trifft zwar zu, dass Ergänzungsleistungen
sowie ausserordentliche Ergänzungsleistungen von Gesetzes wegen von der
Besteuerung ausgenommen sind (vgl. Art. 37 lit. i StG). Unabhängig davon stehen sie
dem Empfänger jedoch zur Bestreitung seines Lebensunterhalts zur Verfügung. Im
Betreibungsrecht kann der zusammen mit den unpfändbaren Einkünften den Notbedarf
übersteigende Teil des beschränkt pfändbaren Einkommens gepfändet werden. Der
Schuldner ist verpflichtet, den Notbedarf in erster Linie aus dem der Pfändung nicht
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unterliegenden Einkommen zu bestreiten (Ziff. 2.3 KS AB SG). Gleich verhält es sich
beim anrechenbaren Einkommen für die Feststellung einer Notlage.
d) Folglich ergibt sich zwischen dem Notbedarf und den Einkünften ein monatlicher
Überschuss von Fr. 168.--. Damit ist es der Rekurrentin möglich, die Steuerschuld von
Fr. 1'294.15 innerhalb von acht Monaten zu bezahlen, was zumutbar ist. Der Rekurs ist
folglich abzuweisen.
4.- a) Die amtlichen Kosten werden den Beteiligten nach Massgabe des Obsiegens und
Unterliegens auferlegt (Art. 95 Abs. 1 VRP bzw. Art. 144 Abs. 1 DBG). Auf die
Beschwerde wird nicht eingetreten und der Rekurs wird abgewiesen. Folglich sind die
amtlichen Kosten der Rekurrentin und Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Angemessen
ist eine Entscheidgebühr von Fr. 700.-- (vgl. Art. 17 Ziff. 122 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Mit Entscheid des Präsidenten des
Verwaltungsgerichts vom 7. März 2011 wurde für das Rekursverfahren betreffend den
Erlass der Staats- und Gemeindesteuern 2009 die unentgeltliche Rechtspflege
bewilligt. Für das Verfahren betreffend Erlass der direkten Bundessteuer 2009 wurde
das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege vom Abteilungspräsidenten der
Verwaltungsrekurskommission jedoch abgelehnt und die Beschwerde dagegen vom
Verwaltungsgerichtspräsidenten abgewiesen. Demzufolge ist auf die Erhebung der
amtlichen Kosten für das Rekursverfahren in der Höhe von Fr. 500.-- zufolge
unentgeltlicher Rechtspflege zu verzichten. Die amtlichen Kosten für das
Beschwerdeverfahren in der Höhe von Fr. 200.-- sind jedoch zu bezahlen.
b) Wegen der vom Verwaltungsgerichtspräsidenten gewährten unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung für das Rekursverfahren ist dem Vertreter der Rekurrentin,
lic.iur. Pascal Baumgardt, eine Entschädigung zulasten des Staates zuzusprechen,
wobei das Honorar um einen Fünftel zu kürzen ist (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes,
sGS 963.70). Der Vertreter der Rekurrentin reichte keine Kostennote ein. In der
Verwaltungsrechtspflege wird das Honorar pauschal bemessen. Es beträgt vor
Verwaltungsrekurskommission Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.-- (Art. 22 Abs. 1 lit. b der
Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten; sGS 963.75, abgekürzt:
HonO). Innerhalb des Rahmens wird das Grundhonorar nach den besonderen
Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/15
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Falles und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten, bemessen (Art. 19 HonO).
Angesichts des Umfangs der Akten sowie des Aufwands für die Begründung des
Rekurses erscheint eine Entschädigung von Fr. 1'500.-- (ohne Beschwerdeverfahren,
inklusive Barauslagen, Art. 28 HonO, und Mehrwertsteuer, Art. 29 HonO) als
angemessen. Folglich ist der Vertreter der Rekurrentin vom Staat mit Fr. 1'200.--, was
80% entspricht, zu entschädigen.