Decision ID: 66b6bebe-209a-594c-aaf1-e73c1b922047
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
Personalvorsorgestiftung der T._,
Klägerin,
gegen
WM._,
Beklagter,
und
1. B._,
2. EM._,
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vertreten durch B._,
Beigeladene,
betreffend
Rückforderung
Sachverhalt:
A.
A.a DM._ war im Rahmen des Versicherungsvertrages zwischen der
Personalvorsorgestiftung der T._ (nachfolgend: Personalvorsorgestiftung) und der
A._ berufsvorsorgeversichert (act. G 5.1/2). Nach dessen Tod gewährte die
Personalvorsorgestiftung seiner Witwe, MM._ (nachfolgend: Versicherte), eine
reglementarische Ehegattenrente (Witwenrente) im Betrag von jährlich Fr. 3'096.-- (4x
Fr. 774.--; vgl. act. G 5.1/6-9), wobei die Leistungen gestützt auf den
Versicherungsvertrag und die Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) von der
A._ ausgerichtet wurden.
A.b Mit Schreiben vom 5. Juli 2007 gab die A._ dem Sohn der Versicherten,
WM._, bekannt, durch eine Mitteilung der Bank habe sie erfahren, dass seine Mutter
bereits am 19. Oktober 2003 verstorben sei. Obwohl sie bereits Ende Dezember 2006
seine Schwester, B._, gebeten habe, die zu viel ausbezahlten Witwenrenten von Fr.
9'804.-- zurückzuerstatten, sei der zu Unrecht bezogene Betrag bis heute nicht bei ihr
eingegangen. Er habe die Rückerstattung daher noch vorzunehmen (act. G 5.1/3). Im
Nachgang zu einer weiteren Zahlungsaufforderung vom 21. September 2007 (act. G
5.1/4) leitete die A._ gegen WM._ die Betreibung ein. Gegen den am 30. November
2007 zugestellten Zahlungsbefehl des Betreibungsamtes C._ erhob WM._
Rechtsvorschlag (act. G 5.1/5).
B.
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B.a Mit Eingabe vom 8. September 2008 erhob die Personalvorsorgestiftung Klage
gegen WM._ mit dem Rechtsbegehren, der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin
Fr. 9'530.-- zuzüglich Verzugszins zu 5 % seit 21. September 2007 sowie die Kosten
des Betreibungsverfahrens zu bezahlen. Der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr.
75067 des Betreibungsamtes C._ sei aufzuheben und der Klägerin sei die
Rechtsöffnung zu erteilen. Zur Begründung führte sie unter anderem aus, sie sei von
Dritten nach dreijähriger Weiterausrichtung der Witwenrente über den Tod der
anspruchsberechtigten Versicherten orientiert worden. Es fehle an der Gutgläubigkeit
des Beklagten, weshalb das Kriterium der Härte nicht mehr zu prüfen sei. Die zu
Unrecht bezogenen Renten seien durch den Beklagten, welcher für die Schulden der
Erblasserin solidarisch hafte, zurückzuerstatten.
B.b In der Klageantwort vom 6. Oktober 2008 legte der Beklagte unter anderem dar,
er habe nach dem Tod der Mutter die A._ telefonisch benachrichtigt und sie
beauftragt, die Rentenzahlung per sofort einzustellen. Mit dem Verkauf der Wohnung
der verstorbenen Mutter habe lediglich die Hypothek abbezahlt werden können. Von
den erhaltenen Leistungen sei nichts mehr vorhanden. Als Vater zweier Kinder sei es
ihm unmöglich, den Betrag von Fr. 9'530.-- zurückzubezahlen.
B.c Mit Replik vom 15. Oktober 2008 bestritt die Klägerin das Vorbringen des
Beklagten, dass er die (für die Leistungsausrichtung zuständige) A._ telefonisch vom
Tod seiner Mutter informiert habe. Auch sei keine Todesfall-Mitteilung an die Klägerin
erfolgt (act. G 5). In der Duplik vom 29. Oktober 2008 bestätigte der Beklagte seinen
Standpunkt (act. G 7).
B.d Eine Anfrage des Versicherungsgerichts vom 12. März 2009 (act. G 9)
beantwortete der Beklagte mit Schreiben vom 23. März 2009 (act. G 10). Hierzu nahm
die Klägerin am 8. April 2009 Stellung und beantragte die Beiladung der Schwester des
Beklagten zum Verfahren (act. G 12). Von der ihm eingeräumten Gelegenheit, sich dazu
zu äussern (act. G 13), machte der Beklagte mit Eingabe vom 4. Mai 2009 Gebrauch
(act. G 15).
B.e Am 16. April 2009 lud das Versicherungsgericht B._ sowie den unter ihrer
Vormundschaft stehenden EM._ zum Verfahren bei (act. G 14).
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Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2005 trat die 1. BVG-Revision, welche auch eine Regelung betreffend
Rückerstattung von zu Unrecht bezogenen Leistungen mit sich brachte (Art. 35a BVG),
in Kraft. Nach Art. 35a Abs. 1 BVG sind unrechtmässig bezogene Leistungen
zurückzuerstatten. Von der Rückforderung kann abgesehen werden, wenn der
Leistungsempfänger gutgläubig war und die Rückforderung zu einer grossen Härte
führt. Diese Bestimmung gilt auch für den überobligatorischen Bereich der beruflichen
Vorsorge (Art. 49 Abs. 2 Ziffer 4 BVG). Das BVG enthält demgegenüber in der bis 31.
Dezember 2004 gültig gewesenen Fassung keine Regelung betreffend Rückerstattung
von Leistungen, die durch eine Vorsorgeeinrichtung zu Unrecht ausbezahlt worden
sind. Soweit keine diesbezügliche statutarische oder reglementarische Regelung
besteht, stützt sich die Forderung auf Rückerstattung von überobligatorischen
Leistungen der beruflichen Vorsorge auf Art. 62ff OR (BGE 128 V 50; Pra 2003, Nr. 96
Erw. 3a). In der obligatorischen beruflichen Vorsorge gelten ebenfalls die Regeln von
Art. 62ff OR (BVG-Mitteilungen Nr. 66, Rz 403 mit Hinweis auf ein Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 24. September 2002 [B 29/02]). - In
zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der
Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467). Ferner stellt das Versicherungsgericht bei der Fall-Beurteilung grundsätzlich auf
den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Entscheids eingetretenen
Sachverhalt ab (BGE 121 V 366; RKUV 2001 S. 101). Grundlage des vorliegenden
Klageverfahrens bildet nicht ein Rechtsmittelentscheid einer Vorinstanz. Hingegen steht
fest, dass die Klägerin ihren Rückforderungs-Anspruch mit Schreiben vom 5. Juli und
21. September 2007 (act. G 5.1/3f) geltend machte. Hierauf leitete sie am 11.
September 2008 das Klageverfahren vor Versicherungsgericht ein, welches die
Rückerstattung von Witwenrenten für die Jahre 2003 bis 2006 betrifft. Eine
Rechtsgrundlage (Übergangsregelung) für die Weitergeltung des bis 31. Dezember
2004 anwendbaren Rechts für die bis zu diesem Zeitpunkt ausbezahlten Leistungen
liegt nicht vor. Konkret kann jedoch die Frage, ob das ab 1. Januar 2005 gültige Recht
der obligatorischen beruflichen Vorsorge oder die Vorgängerregelung (Rückforderung
gestützt auf Art. 62ff OR) anzuwenden sei, offenbleiben, zumal insbesondere die Frage,
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ob beim Zugang der streitigen Leistungen der gute Glaube vorlag, sich bei beiden
Regelungen in gleicher Weise stellt.
2.
2.1 Nach Ziffer 3.10.1 des Vorsorgereglements 2005 der Klägerin fällt der Anspruch
auf eine Ehegattenrente weg, wenn die anspruchsberechtigte Person stirbt (act. G
5.1/11). Gemäss Ziffer 4.2 des Reglements sind zu Unrecht bezogene Leistungen vom
Leistungsempfänger zurückzuerstatten. Vorliegend ist aus den Akten ersichtlich und
auch unbestritten geblieben, dass die Klägerin nach dem Tod der
Anspruchsberechtigten am 19. Oktober 2003 (act. G 5.1/1) Witwenrenten von
vierteljährlich Fr. 774.-- weiterhin überwies. Zuviel ausgerichtet wurden für die Zeit von
November und Dezember 2003 ein Betrag von Fr. 516.-- (anteilmässig), für 2004 und
2005 ein solcher von je Fr. 3'096.-- sowie von Januar bis September 2006 von Fr.
2'322.--. Die Beträge, welche aufsummiert Fr. 9'030.-- ergeben, wurden auf das
weiterhin bestehende Bankkonto der Verstorbenen bei der Zürcher Kantonalbank in
Rüti (Nr. 1129-0023.701) einbezahlt (vgl. act. G 5.1/6-9).
2.2 Die Erben erwerben die Erbschaft als Ganzes mit dem Tod des Erblassers kraft
Gesetzes (Art. 560 Abs. 1 ZGB). Mit Vorbehalt der gesetzlichen Ausnahmen gehen die
Forderungen, das Eigentum, die beschränkten dinglichen Rechte und der Besitz des
Erblassers ohne weiteres auf sie über, und die Schulden des Erblassers werden zu
persönlichen Schulden der Erben (Art. 560 Abs. 2 ZGB). Beerben mehrere Erben den
Erblasser, so besteht unter ihnen, bis die Erbschaft geteilt wird, infolge des Erbganges
eine Gemeinschaft aller Rechte und Pflichten der Erbschaft (Art. 602 Abs. 1 ZGB). Sie
werden Gesamteigentümer der Erbschaftsgegenstände und verfügen unter Vorbehalt
der vertraglichen oder gesetzlichen Vertretungs- und Verwaltungsbefugnisse über die
Rechte der Erbschaft gemeinsam (Art. 602 Abs. 2 ZGB). Dem einzelnen Erben kommen
somit bis zur Teilung keine selbständigen Rechte an der Erbschaft zu. Insbesondere
kann er nicht allein über Nachlasswerte verfügen. Die Verfügung über
Erbschaftsgegenstände, deren Verwaltung sowie die Vertretung gegen aussen erfolgt
gemeinsam durch alle Erben (Peter C. Schaufelberger/Katrin Keller, Basler Kommentar,
Zivilgesetzbuch II, 3. A., Rz 9 und 16 zu Art. 602 ZGB).
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Die im Erbschein aufgeführten Erben (act. G 5.1/1), d.h. der Beklagte und seine
Schwester (der zweite Bruder steht unter Vormundschaft, welche von der Schwester
ausgeübt wird), konnten angesichts der geschilderten Rechtslage über das Bankkonto
der verstorbenen Mutter grundsätzlich nur gemeinsam verfügen. Sowohl der Beklagte
als auch die Beigeladene bestätigten jedoch, dass der Beigeladenen die alleinige
Vollmacht für das Konto der Verstorbenen bei der ZKB Rüti eingeräumt worden sei
(act. G 10; Beilage zu act. G 15). Damit ist von der Weitergeltung (über den Tod hinaus)
bzw. Erneuerung der von der Mutter bereits vor dem Tod eingeräumten
Kontovollmacht auszugehen.
2.3 Der Beklagte macht geltend, er habe nach dem Tod der Mutter die A._
telefonisch benachrichtigt und sie beauftragt, die Rentenzahlung per sofort
einzustellen. Dass in der Folge die Zahlungen nicht gestoppt worden seien, habe er
durch die ZKB Rüti erfahren. Sie (die Erben) hätten versucht, die Wohnung der
verstorbenen Mutter mit Gewinn zu verkaufen, um die Leistungen zurückzubezahlen.
Dies sei telefonisch mit der A._ vereinbart worden. Mit dem Verkauf habe jedoch
lediglich die Hypothek abbezahlt und das Konto ausgeglichen werden können (act. G
3). Die Klägerin bestreitet mit Hinweis auf eine Rücksprache mit der A._, dass eine
telefonische Meldung an die A._ erfolgt sei. Der Beklagte vermöge denn auch weder
den Namen der Person bei der A._, welcher er die Meldung gemacht habe, noch das
Datum der Meldung anzugeben (act. G 5). Nachdem der Beklagte auch auf diesen
Einwand hin keine genaueren Angaben über Datum und Ansprechperson der
telefonischen Meldung machen konnte (act. G 7, 15), hat seine Behauptung als
unbewiesen zu gelten. Dabei ist zu beachten, dass die streitigen Leistungen während
rund drei Jahren im Vierteljahresturnus ausgerichtet wurden, jedoch für den ganzen
Zeitraum keine Meldung ausgewiesen ist. Gemäss Telefonnotiz der A._ vom 25. Juli
2007 hatte die Beigeladene mitgeteilt, die Eigentumswohnung (der verstorbenen
Mutter) sei per Ende 2007 für Fr. 215'000.-- verkauft worden. Die Hypothek habe Fr.
210'000.-- betragen; den Rest von Fr. 5'000.-- habe die Familie erhalten (act. G 5.12).
2.4 Bei der geschilderten Sachlage kamen dem Beklagten insofern zu Unrecht
Rentenleistungen zu, als mit den Leistungen Verpflichtungen der Erbschaft - d.h.
Verzinsung bzw. Tilgung der auf dem Wohnungs-Anteil der verstorbenen Mutter
(Eigentum zur gesamten Hand zusammen mit der Beigeladenen; act. G 7.1) lastenden
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Hypothek - bis zur endgültigen Verteilung erfüllt wurden (vgl. act. G 16). Der Beklagte
bestätigte denn auch, dass die Renten "in die Eigentumswohnung der Mutter
geflossen" seien (act. G 7). Ohne Zufluss der streitigen Rentenleistungen hätte nach
Verteilung der Erbschaft soweit ersichtlich ein Minussaldo vorgelegen, für welchen der
Beklagte anteilmässig hätte aufkommen müssen. Mit der Annahme bzw.
Nichtausschlagung der Erbschaft übernahm der Beklagte wie dargelegt (vorstehende
Erw. 2.2) auch die hieraus resultierenden Verpflichtungen (Universalsukzession). An
dieser Tatsache vermag der Umstand nichts zu ändern, dass die Beigeladene die
alleinige Vollmacht für das Konto der Verstorbenen bei der Bank hatte bzw. das Konto
verwaltete und der Beklagte bei ihr nicht Einsicht in die Kontoauszüge nahm (act. G 7,
G 10). Die Vollmachterteilung an die Beigeladene bewirkte insbesondere nicht eine
Entbindung des Beklagten von seinen mit der Annahme der Erbschaft angetretenen
Verpflichtungen. Auch schloss die Vollmachterteilung eine Einsichtnahme in die
Kontoauszüge nicht aus. Ohne Bedeutung ist bei dieser Sachlage der Umstand, dass
offenbar kein Bargeldbezug vom Konto erfolgte (act. G 10, 15). Ein unrechtmässiger
Leistungsbezug auf Seiten des Beklagten ist somit zu bejahen.
Konkret handelt es sich offenbar nicht um Schulden der Erblasserin (im Sinn von Art.
560 Abs. 2 ZGB), sondern um eine Forderung, die erst nach deren Tod durch die
Weiterzahlung der Rente an die Erben bei diesen selber entstanden ist. Zwischen den
Erben besteht aber hinsichtlich der hier streitigen Rückforderung dennoch ein
Solidarschuldverhältnis im Sinn von Art. 603 Abs. 1 ZGB in Verbindung mit Art. 143
Abs. 2 OR (Anton K. Schnyder, Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 3. A., Rz 5 zu
Art. 143 OR). So haften nach der Rechtsprechung die Erben auch für die Schulden der
(fortgesetzten) Erbengemeinschaft solidarisch, die nicht in unmittelbarem
Zusammenhang mit dem Ableben des Erblassers und dem Liquidationszweck der
Erbengemeinschaft stehen. Ein Solidarschuldverhältnis wird in diesem Sinn auch für
Verpflichtungen bejaht, die nach dem Tode des Erblassers zulasten der
Erbengemeinschaft entstanden sind (Daniel Abt/Thomas Weibel Hrsg.,
Praxiskommentar Erbrecht, Basel 2007, Rz 10 und 17 zu Art. 603 ZGB mit Hinweisen;
vgl. auch BGE 129 V 70, insbesondere Erw. 3.3, betreffend zu Unrecht bezogene
Ergänzungsleistungen). Vom Beklagten als Solidarschuldner kann demgemäss der
ganze Rückforderungsbetrag von Fr. 9'030.-- verlangt werden.
3.
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3.1 Zu prüfen bleibt das Vorliegen der Erlassvoraussetzung des guten Glaubens
(Art. 35a BVG in Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 Ziffer 4 BVG bzw. Art. 64 OR). Gemäss
Art. 7.1 des Versicherungsvertrages zwischen der Klägerin und der A._ sowie Ziffer
6.1.3. der AVB 2005, welche Bestandteil dieses Versicherungsvertrages bilden (act. G
5.2/2), ist der Eintritt eines Todesfalls der A._ durch den Versicherungsnehmer, d.h.
die Klägerin, zu melden. Auf diese Regelung kann sich die Klägerin im vorliegenden
Zusammenhang nicht berufen, da der Beklagte nicht von der vertraglichen Regelung
umfasst wird bzw. nicht Versicherungsnehmer ist. Sodann betrifft Art. 1.8 des
Vorsorgereglements 2005, wonach die versicherte Person Änderungen des Zivilstandes
oder Entstehung bzw. Wegfall von Unterstützungspflichten dem Arbeitgeber zuhanden
der Stiftung mitzuteilen hat, weder sachlich - Zivilstand, Unterstützungspflichten - noch
hinsichtlich des persönlichen Anwendungsbereichs - der Beklagte ist nicht versicherte
Person im Sinn dieser Bestimmung - die streitige Frage. Eine Verletzung einer
(vertraglichen) Meldepflicht durch den Beklagten lässt sich demgemäss aus den
erwähnten Bestimmungen nicht ableiten.
3.2 Wer einen Rechtsmangel kennt, gilt grundsätzlich nicht als gutgläubig. Sodann
darf sich derjenige nicht auf den guten Glauben berufen, dem der Mangel bei
Anwendung der zumutbaren Aufmerksamkeit erkennbar gewesen wäre. Dabei ist
diejenige Aufmerksamkeit geboten, die nach den konkreten Umständen verlangt
werden kann, was sich aber im Einzelfall nur in Würdigung aller Gegebenheiten
beurteilen lässt, wobei von objektiven Kriterien auszugehen ist (vgl. Pra 85 [1996] Nr.
65 Erw. 10a mit Hinweisen). Das Eidgenössische Versicherungsgericht (seit 1. Januar
2007: sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) stellte in ständiger
Rechtsprechung bei der Beurteilung des Fehlens des guten Glaubens das Erfordernis
eines arglistigen oder zumindest grobfehlerhaften Verhaltens auf (vgl. BGE 110 V 180
Erw. 3c und seither ergangene Urteile). Daraus erhellt, dass der gute Glaube von
vorneherein entfällt, wenn eine unrechtmässige Leistungsausrichtung durch ein
arglistiges oder grobfahrlässiges Verhalten herbeigeführt wurde. Andrerseits kann sich
der Versicherte auf den guten Glauben berufen, wenn seine fehlerhafte Handlung oder
Unterlassung nur eine leichte Verletzung der Melde- oder Auskunftspflicht darstellt
(BGE 112 V 97 Erw. 2c mit Hinweisen).
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Wie dargelegt haftete der Beklagte mit der Annahme der Erbschaft auch für die daraus
resultierenden Verpflichtungen, d.h. konkret für die Verzinsung und die Rückzahlung
der auf dem vererbten Wohnungsanteil lastenden Hypothekarschuld. Für die Erfüllung
dieser Verpflichtungen wurden wie ausgeführt auch die streitigen Rentenleistungen
verwendet. Für den Nachweis des guten Glaubens kann der Beklagte sich nicht auf
den Umstand berufen, dass seine beigeladene Schwester über eine Vollmacht für das
Bankkonto bei der ZKB Rüti verfügt habe und für die Verwaltung des Kontos zuständig
gewesen sei. Dies umso weniger, als ihn die Bevollmächtigung der Schwester nicht
daran hinderte, in die Kontoauszüge Einsicht zu nehmen. Vielmehr sind die Handlungen
bzw. Unterlassungen der bevollmächtigten Beigeladenen, welche zweifellos Kenntnis
vom Rentenzugang hatte und daher nicht gutgläubig sein konnte, auch dem Beklagten
anzurechnen. Andernfalls könnte allein mit einer Bevollmächtigung der Anschein des
guten Glaubens des Vertretenen bewirkt werden. Wenn der Beklagte einen Saldo zu
seinen Gunsten nach Auflösung der Erbschaft von Fr. 60.-- geltend macht (act. G 10),
so waren neben dem Wohnungsanteil offenbar keine weiteren Vermögenswerte oder
Bargeld vererbt worden, welche für die Verzinsung bzw. Tilgung des
Hypothekardarlehens hätten herangezogen werden können. Das Hypothekardarlehen
hatte im Zeitpunkt des Verkaufs der Wohnung Fr. 210'000.-- betragen (act. G 7.2 S. 4).
Unter diesen Umständen hätte sich für den Beklagten zweifellos die Frage gestellt, aus
welchen Mitteln die Zinsverbindlichkeiten aus der von ihm zusammen mit den weiteren
Erben angetretenen Hypothekarschuld auf einer voll belehnten Wohnung während der
drei Jahre jeweils erfüllt wurden. Wenn er diese Überlegungen - aus welchen Gründen
auch immer - nicht anstellte und der erwähnten Frage nicht nachging, so hat er sich
dies als grobfahrlässige Unterlassung anrechnen zu lassen, welche den guten Glauben
beim Zugang der streitigen Rentenleistungen ausschliesst.
4.
4.1 Für das Inkassoverfahren erhebt die Klägerin mit Hinweis auf das diesbezügliche
Vorgehen der A._ Gebühren für die Mahnung von Fr. 100.-- und für die Stellung des
Betreibungsbegehrens von Fr. 400.-- (act. G 1 S. 3). Das Vorsorgereglement 2005
regelt das Verhältnis der versicherten Personen zur Klägerin (vgl. act. G 5.11). Das
Kostenreglement regelt die Kostenbeiträge, welche die Stiftung (Klägerin) für
besondere Aufwendungen zusätzlich zu den ordentlichen Kostenbeiträgen erhebt (act.
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G 5.10). Dabei handelt es sich unter anderem um die Mahnungskosten (Fr. 100.--) und
die Kosten für die Stellung des Betreibungsbegehrens (Fr. 400.--), welche auch im
vorliegenden Verfahren geltend gemacht werden. Wenn jedoch das Kostenreglement
eine ergänzende Regelung zum Vorsorgereglement darstellt, so kann es ebenfalls nur
das Rechtsverhältnis der Klägerin zu den versicherten Personen betreffen. Beim
Beklagten handelt es sich nicht um eine versicherte Person im Sinn des
Vorsorgereglements. Er steht ausserhalb des erwähnten Rechtsverhältnisses. Die
Erhebung von vertraglichen Mahnungs- und Betreibungskosten im Sinn des erwähnten
Kostenreglements fällt damit ausser Betracht. Die Betreibungskosten für das laufende
Betreibungsverfahren (worunter nur die durch das Betreibungsamt belasteten Kosten
zu verstehen sind, nicht jedoch die vertraglich abgemachten
Umtriebsentschädigungen, vgl. K. Amonn/D. Gasser, Grundriss des
Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 6. Aufl., Bern, 1997, §13 RZ 1 ff.; vorliegend
Fr. 70.--) können ebenfalls nicht in die Rechtsöffnung miteinbezogen werden, da diese
von der Gläubigerin vorzuschiessen sind (Art. 68 Abs. 1 zweiter Satz SchKG) und die
endgültige Belastung des Schuldners mit Betreibungskosten vom Ausgang des
Betreibungsverfahrens abhängt (vgl. Pr 73, Nr. 195). Ausserdem wirkt der
Rechtsvorschlag ohnehin nicht gegen die (amtlichen) Betreibungskosten, da diese von
Gesetzes wegen vom Schuldner zu tragen sind (Art. 68 Abs. 1 erster Satz SchKG; vgl.
auch Amonn/Gasser, a.a.O., §18 Ziff. 25).
4.2 Die Klägerin macht klageweise Zinsen zu 5% ab dem 21. September 2007 auf
dem Betrag von Fr. 9'530.-- geltend. Bei ungerechtfertigter Bereicherung können
Verzugszinsen ab Datum des Schuldnerverzugs (Art. 102 Abs. 1 OR) oder ab Datum
der Rückforderungserklärung des Gläubigers (Art. 62ff OR) berechnet werden (SZS
2005, 329 mit Hinweis auf Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom
14. Juni 2004 [B 77/03]). Es besteht kein Grund, die Zinspflicht im Anwendungsbereich
von Art. 35a BVG anders zu statuieren, wie dies bei Anwendung der vor dem 1. Januar
2005 herangezogenen Normen über die ungerechtfertigte Bereicherung der Fall war.
Enthalten die Statuten keine Bestimmung über die Höhe des Verzugszinses, beträgt
dieser 5% (Art. 104 Abs. 1 OR). Im vorliegenden Fall forderte die Klägerin vom
Beklagten mit Schreiben vom 21. September 2007 einen Betrag von Fr. 9'804.-- (act. G
5.1/4). Später reduzierte sich die Forderung auf den nunmehr eingeklagten Betrag. Im
Sinn der erwähnten Rechtsprechung befand sich der Beklagte somit ab 21. September
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2007 mit dem Betrag von Fr. 9'030.-- (vgl. vorangehende Erw. 2.4) in Verzug.
Angesichts dieser Umstände schuldet der Beklagte der Klägerin ab 21. September
2007 Zins zu 5% auf Fr. 9'030.--.
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Klage in dem Sinn teilweise
gutzuheissen, dass der Beklagte verpflichtet wird, der Klägerin den Betrag von Fr.
9'030.-- zuzüglich Zins zu 5% seit 21. September 2007 zurückzuerstatten.
Gerichtskosten sind gemäss Art. 73 Abs. 2 BVG keine zu erheben. Die Klägerin hat als
Vorsorgeeinrichtung praxisgemäss keinen Anspruch auf Parteientschädigung, soweit -
wie vorliegend - die Prozessführung der Gegenpartei nicht als mutwillig oder
leichtsinnig zu bezeichnen ist (BGE 112 V 356, SZS 1995, 114; BGE 128 V 323, 126 V
143). Der Antrag auf Ausrichtung einer Parteientschädigung ist deshalb abzuweisen
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG