Decision ID: 884cef6c-1873-5cca-ac4f-dd3ecde76428
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Martin Rechsteiner, Hauptstrasse 17, 9422 Staad,
gegen
AXA Versicherungen AG, General Guisan Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Krepper, Sophienstrasse 2, Postfach 1517,
8032 Zürich,
betreffend
Versicherungsleistungen
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
A.a A._ war als Geschäftsleiter in der B._, tätig und dadurch bei den Winterthur
Versicherungen (heute: AXA Versicherungen AG; nachstehend AXA) unfallversichert, als
er am 12. September 1998 im häuslichen Badezimmer auf nassem Boden ausrutschte,
zu Fall kam und mit dem Rücken auf einer Schwellenkante aufschlug (UV-act. A1). Dr.
med. C._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, diagnostizierte im Bericht vom 29.
September 1998 eine Wirbelsäulenkontusion und eine Thoraxkontusion. Der
Röntgenbefund (BWS und LWS) habe keine Hinweise für eine Fraktur ergeben (UV-act.
M2). Am 30. Oktober 1998 bestätigte der Arzt zudem eine HWS-Distorsion (UV-act.
M5). Die AXA anerkannte ihre Leistungspflicht und übernahm Heilbehandlungskosten
und Taggelder. Am 7. September 2001 erstattete die Medas Ostschweiz ein
interdisziplinäres Gutachten (UV-act. M23). Vom vorerst geplanten Stellen von
Ergänzungsfragen bei den Medas-Gutachtern wurde abgesehen, nachdem sich die
AXA bereit erklärt hatte, die Leistungen ab 1. April 2002 auf der Basis einer
Arbeitsunfähigkeit von 50% abzurechnen (vgl. UV-act. A24-A27, A33).
A.b Am 17. August 2005 meldete die B._, der Versicherte habe sich am 15. Juli
2005 den Kopf an einer Informationstafel angestossen, wodurch die seit dem Unfall
von 1998 bestehenden Beschwerden verstärkt worden seien (UV-act. A38). Am 3. März
2008 orientierte die AXA den Versicherten, dass nochmals eine medizinische
Begutachtung notwendig sei, welche die Kausalitätsfrage klären solle (UV-act. A41,
A43). Mit Schreiben vom 16. Mai 2008 beantragte Rechtsanwalt lic. iur. Martin
Rechsteiner, Staad, für den Versicherten, vorab das Ergebnis der (noch
vorzunehmenden) Rückfrage bei der Medas abzuwarten und dann allenfalls eine
erneute interdisziplinäre Begutachtung zu prüfen. Eine solche erweise sich nämlich
gemessen am heutigen Kenntnisstand als völlig unnötig. Es sei nicht statthaft, eine
weitere interdisziplinäre Begutachtung vorzunehmen, wenn zusätzliche Informationen
durch Ergänzungsfragen an die (früher bereits tätig gewordenen) Gutachter erhältlich
gemacht werden könnten (UV-act. A50). Im Schreiben vom 20. Mai 2008 teilte die AXA
dem Rechtsvertreter des Versicherten mit, selbst wenn nachträglich noch die
Stellungnahme zu ihrem Schreiben vom 19. Februar 2002 eingeholt würde, wäre diese
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nicht ausreichend, um abschliessend über die Leistungspflicht befinden zu können.
Somit werde an der Begutachtung beim ZMB festgehalten. Es werde eine
angemessene Bedenkzeit im Sinn von Art. 43 Abs. 3 ATSG (SR 830.1) eingeräumt.
Sollte die Begutachtung weiterhin verweigert werden, werde sie zu gegebener Zeit
Sanktionen veranlassen. Ohne Gegenbericht innert der Bedenkzeit werde davon
ausgegangen, dass die vorgeschlagene Begutachtung akzeptiert werde (UV-act. A51).
Am 5. Juni 2008 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers der AXA
Zusatzfragen für eine allfällige Begutachtung ein (UV-act. A53). Am 26. Juni 2008 gab
er der AXA bekannt, dass sich der Versicherte der interdisziplinären Untersuchung
nicht unterziehen werde. Er sei der Ansicht, dass sich die angeblich offenen Fragen
über eine entsprechende (früher von der AXA bereits in die Wege geleitete) Rückfrage
bei der Medas klären liessen, weil sich der Gesundheitszustand seit der letzten
interdisziplinären Begutachtung nicht verändert habe. Eine erneute interdisziplinäre
Begutachtung werde deshalb als nicht notwendig erachtet (UV-act. A55). Mit Schreiben
vom 15. Juli 2008 machte die AXA den Rechtsvertreter des Versicherten darauf
aufmerksam, dass sie nach Ablauf der Bedenkzeit die Erhebungen einstellen und
Nichteintreten verfügen werde. Nach Ablauf der Bedenkzeit würden die Leistungen per
31. Juli 2008 (verfügungsweise) eingestellt (UV-act. A57). Hierauf bestritt der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 6. August 2008 die Angemessenheit der
angesetzten Bedenkfrist (bevorstehende Sommerferien). Von der Möglichkeit der
Einstellung sei zudem zurückhaltend Gebrauch zu machen, wenn alternative
Möglichkeiten für die Erhebung des Sachverhalts bestünden (UV-act. A60).
A.c Am 11. August 2008 verfügte die AXA, dass infolge Verletzung der
Mitwirkungspflicht "Nichteintreten beschlossen" werde. Die Versicherungsleistungen
würden per 1. August 2008 eingestellt (UV-act. A61). Gegen diese Verfügung liess der
Versicherte am 12. September 2008 Einsprache erheben (UV-act. A63). Mit Verfügung
vom 13. November 2009 erwog die AXA, die Einwände des Einsprechers seien
begründet und er habe die Mitwirkungspflicht durch seine Weigerung, an der
Begutachtung teilzunehmen, nicht verletzt. Das Medas-Gutachten vom 7. September
2001 entspreche, trotz der erhobenen Bedenken bezüglich der Kausalitätsbeurteilung,
den von der Rechtsprechung aufgestellten beweismässigen Anforderungen, weshalb
keine Notwendigkeit nach einem weiteren Gutachten bestehe. Die angefochtene
Verfügung halte daher in diesem Punkt der Überprüfung nicht stand. Da jedoch in
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Würdigung der medizinischen und weiteren Aktenlage ausgeschlossen werden könne,
dass sich die Beschwerden in Anbetracht des seit Jahren beklagten, nicht gebesserten
Gesundheitszustandes durch weitere ärztliche und therapeutische Behandlungen
namhaft verbessern lassen würden, seien die Leistungspflicht korrekterweise einer
Überprüfung unterzogen und die temporären Leistungen (Taggeld, Heilbehandlung)
eingestellt worden. Es bleibe daher anhand der Adäquanzkriterien zu prüfen, ob die
Beschwerden dem versicherten Ereignis rechtlich noch zugeordnet werden könnten
und der Versicherte über den 1. August 2008 hinaus Anspruch auf
Versicherungsleistungen, namentlich eine Invalidenrente, habe. Dem Versicherten
wurde Gelegenheit eingeräumt, sich zur Frage der Adäquanz zu äussern (UV-act. A73).
Nachdem der Rechtsvertreter des Versicherten am 28. Januar 2010 Stellung
genommen hatte (UV-act. A76), wies die AXA die Einsprache mit Einspracheentscheid
vom 1. Juni 2010 ab, soweit sie darauf eintrat (UV-act. A79).
B.
B.a Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Rechsteiner für den Versicherten mit
Eingabe vom 30. Juni 2010 Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid sowie die
Verfügung vom 11. August 2008 seien aufzuheben und es sei dem Beschwerdeführer
eine Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung auszurichten. Eventuell sei die
Verfügung vom 11. August 2008 aufzuheben und die Sache zur Prüfung der Ansprüche
an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventuell sei dem Beschwerdeführer mindestens bis
zum rechtskräftigen Abschluss des Beschwerdeverfahrens weiterhin ein Unfalltaggeld
auszurichten. Zur Begründung legte der Rechtsvertreter dar, wie bereits das
Abklärungsverfahren könne auch die zeitliche Dauer des Einspracheverfahrens nicht
mehr als speditiv bezeichnet werden. Die medizinischen Abklärungen hätten aus nicht
nachvollziehbaren Gründen im Oktober 2001 ein jähes Ende genommen, wobei der
Beschwerdeführer in der Folge stets im Glauben gelassen worden sei, dass alles in
bester Ordnung sei. Urplötzlich habe die Beschwerdegegnerin 2008 eine neue
Begutachtung vornehmen wollen. Letztere sei zu Recht verweigert worden. Die
Beschwerdegegnerin habe die Adäquanzprüfung ohne weitere Abklärungen
vorgenommen. Es gehe nicht an, dass die Beurteilung aufgrund "alter Akten" nach der
"neuen Rechtsprechung" erfolge. Es stehe dem Versicherer nicht zu, mit einem
Abklärungsverfahren so lange zuzuwarten, bis sich die Rechtsprechung für ihn
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(potentiell positiv) verändere. Bereits aus diesem Grund seien die Leistungen
auszurichten. Vor der Adäquanzprüfung nach der modifizierten Schleudertrauma-
Rechtsprechung sei die entsprechende Nachfrage bei der Medas St. Gallen zu
machen, und die Sache sei zur Vornahme dieser Handlung und erneuten Abklärung an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Werde wider Erwarten davon ausgegangen,
dass direkt und aufgrund der vorliegenden Akten eine Adäquanzprüfung vorzunehmen
sei, sei die Diagnose einer HWS-Distorsion als unmittelbare Folge des Ereignisses und
als gesichert anzusehen. Es liege ein mittelschwerer Unfall vor, welcher an der Grenze
zum schweren Unfall anzusiedeln sei. Die objektiverfassbaren Kriterien gemäss
Rechtsprechung seien mehrfach gegeben. Dass die erlittene HWS-Distorsion damit
eine adäquat-kausale Folge des versicherten Ereignisses darstelle, sei offensichtlich.
Der nun von der Beschwerdegegnerin für nicht haltbar erklärte Vorwurf der
Verweigerung der Mitwirkungspflicht durch den Beschwerdeführer sei für sie Grund
gewesen, die Leistung von Taggeldern einzustellen. Dieser Grund sei indessen
ersatzlos weggefallen. Der Beschwerdeführer habe deshalb weiterhin Anspruch auf
Ausrichtung von Unfalltaggeldern.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 5. November 2010 beantragte Rechtsanwalt
Dr. Peter Krepper, Zürich, für die Beschwerdegegnerin, die Beschwerde sei
abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Zur Begründung verwies er auf die
Darlegungen im angefochtenen Einspracheentscheid und führte unter anderem aus, es
sei unbestritten, dass im Zeitpunkt der Leistungseinstellung von der Fortsetzung der
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Zustandes mehr habe erwartet
werden können. Die Beschwerdegegnerin habe ihre Leistungspflicht korrekterweise
einer Überprüfung unterzogen und die temporären Leistungen (Taggeld,
Heilungskosten) zu Recht eingestellt. Es sei nicht einzusehen, weshalb sich die
Verfahrensdauer auf den Beschwerdeführer hätte belastend auswirken sollen. Er habe
sich in all den Jahren, in denen Taggeldleistungen erbracht worden seien, jedenfalls nie
bei der Beschwerdegegnerin über die Verfahrensdauer beschwert. Die
Beschwerdegegnerin habe sich weder durch eine bewusste Verzögerung des
Verfahrens einen Vorteil verschaffen wollen, noch hätte sie solches tun können. Nicht
nachvollziehbar sei die Behauptung, die Beschwerdegegnerin habe eine für sie
günstige Änderung der Rechtsprechung abgewartet, um ohne die erforderlichen
Abklärungen ihre Leistungen einstellen zu können. Das Medas-Gutachten erfülle die
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Anforderung der Rechtsprechung an eine ärztliche Expertise, weshalb auf eine erneute
Begutachtung sowie auf Erläuterungen und Zusatzfragen zu verzichten sei. Der
Beschwerdeführer gebe keine Begründung dafür an, weshalb entgegen der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung konkret von einem mittelschweren Ereignis
(anstelle eines leichten Unfalls) auszugehen sei. Selbst wenn die Adäquanzkriterien zu
prüfen wären, wären diese zu verneinen.
B.c Mit Replik vom 7. Januar 2011 (act. G 11) und Duplik vom 1. April 2011 (act. G 17)
bestätigten die Parteien ihre Standpunkte.

Erwägungen:
1.
Streitig ist, ob die Leistungen, welche von der Beschwerdegegnerin im Zusammenhang
mit dem Unfallereignis vom 12. September 1998 ausgerichtet wurden, auf den 1.
August 2008 eingestellt werden durften oder nicht. Was den ersten Eventualantrag
(Antrag Ziff. 2; act. G 1 S. 2) betrifft, ist festzuhalten, dass dieser sich wohl irrtümlich
nur auf die Verfügung vom 11. August 2008 und nicht auch auf den
Einspracheentscheid bezieht; einzig letzterer bildet Prüfungsgegenstand dieses
Verfahrens. Abzuklären ist das Bestehen der adäquaten Unfallkausalität.
Gemäss ständiger Praxis des Bundesgerichts (bis 31. Dezember 2006:
Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG) kann ein nach einem versicherten Unfall
aufgetretenes Leiden nur dann als dessen Folge betrachtet werden, wenn und soweit
es sicher oder doch zumindest überwiegend wahrscheinlich von jenem Unfall herrührt
(natürliche Kausalität; BGE 115 V 133 sowie 117 V 359 und 134 V 109). Die blosse
Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung des
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1; BGE 119 V 338 E. 1 und 118 V 289 E.
1b je mit Hinweisen). Der Unfallversicherer haftet sodann nur für jene Folgen, die mit
dem Unfall adäquat-kausal zusammenhängen (SVR 2000 UV Nr. 14, 45). Während es
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen Kausalzusammenhang zu
beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Fragen nach dem adäquaten
Kausalzusammenhang zu beurteilen (BGE 123 III 110 E. 3a). Im Bereich klar
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ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen
Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit Bild gebenden
Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] nachgewiesen
werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE
127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/bb mit
Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist
eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu
differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma bzw.
keine schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten, gelangt die Rechtsprechung
gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen
das Vorliegen einer Schleudertraumaverletzung, muss geprüft werden, ob die zum
typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen
zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den
Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE
115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze
massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a). Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz
gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten
Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang
bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus
dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die
ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild
ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 E. 3b).
2.
2.1 Gemäss Unfallmeldung rutschte der Beschwerdeführer am 12. September 1998
auf dem nassen Badezimmer-Boden aus, stürzte und schlug mit dem Rücken auf einer
Schwellenkante auf (UV-act. A1). Der erstbehandelnde Arzt Dr. C._ vermerkte am 29.
September 1998 ausschliesslich eine Wirbelsäulenkontusion und eine Thoraxkontusion
ohne Hinweise auf Frakturen im BWS- und LWS-Bereich. Eine HWS- oder
Kopfbeteiligung ist aus dem Bericht nicht ersichtlich (UV-act. M2). Eine wegen
zunehmender Cranio-Cervicalgien mit Schwindel und reduzierter HWS-Beweglichkeit
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vorgenommene cervicale vertebro-spinale Kernspintomographie vom 14. Oktober 1998
ergab eine diskrete degenerative Dehydratation der cervicalen Disci bei ansonsten
normalen Befunden ohne morphologisch fassbare Unfallfolge (UV-act. M3). Hierauf
bestätigte Dr. C._ am 20. Oktober 1998 das Vorliegen der Symptomatik einer HWS-
Distorsion mit ausgeprägten Beschwerden verbunden mit ausstrahlenden Schmerzen
vor allem in den Kopfbereich (UV-act. M4). Im entsprechenden Fragebogen
bescheinigte Dr. C._ am 30. Oktober 1998 einen Unfallmechanismus mit Kopfanprall
bei gerader Kopfstellung sowie Schwindel und Bewegungseinschränkung der HWS.
Eine Benommenheit oder Bewusstlosigkeit verneinte er und führte als Diagnose eine
HWS-Distorsion auf (UV-act. M5). Auch spätere Schilderungen des erstbehandelnden
Arztes enthalten keine Hinweise auf unfallbedingte eigentliche
Bewusstseinsbeeinträchtigungen, sondern lediglich die Feststellung, dass es dem
Beschwerdeführer "vorerst sehr heftig den Atem verschlagen" habe (vgl. UV-act. A76
Beilage 12). Dr. med. D._, Innere Medizin FMH, spez. Rheumaerkrankungen, stellte
am 15. Dezember 1998 unter anderem die Diagnose eines massiven
Thorakovertebralsyndroms und eines zervikozephalen Syndroms nach Sturz am 12.
September 1998 auf BWS und HWS. Nach dem Sturz habe eine kurzfristige
Bewusstlosigkeit vorgelegen (UV-act. M9 Beilage). In Berichten der Klinik E._, vom 9.
Januar und 24. April 1999 wurden ausgeprägte Kopfschmerzen,
Konzentrationsstörungen und Leistungsschwäche festgehalten und unter anderem ein
cerviko-thorakales Schmerz-Syndrom bei Status nach Wirbelsäulenkontusion und
HWS-Distorsionstrauma diagnostiziert (UV-act. M8, M11). Anlässlich einer
Besprechung vom 12. März 1999 gab der Beschwerdeführer unter anderem an, er leide
an Schwindelattacken und Konzentrationsstörungen. Er sei beim Unfall mit dem Kopf
auch auf dem Plattenboden aufgeschlagen und dadurch ohnmächtig geworden (UV-
act. A6 S. 1 und 3). Am 25. Oktober 1999 und 19. Februar 2001 bescheinigte Dr. C._
eine Arbeitsunfähigkeit von 70% seit 25. April 1999 bis auf weiteres (UV-act. M18). Eine
Abklärung im Universitätsspital Zürich hatte gemäss Bericht vom 9. Dezember 1999
ausgeprägte Defizite der geteilten Aufmerksamkeit ergeben, welche die
Gedächtnisschwierigkeiten erklären würden (UV-act. M19).
2.2 In einer biomechanischen Beurteilung vom 28. April 2000 wurde unter anderem
festgehalten, in den medizinischen Akten würden sich mehrere Widersprüche ergeben,
indem zahlreiche frühe medizinische Berichte nicht von einem Kopfanprall bzw.
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Bewusstlosigkeit sprechen würden, während später in medizinischen Berichten davon
die Rede sei. Unbekannt sei, ob es sich hier um Interpretationen der Ärzte oder um
eine andere Unklarheit handle. Aus biomechanischer Sicht könne versucht werden,
einige mögliche Szenarien eines Sturzes aufzuzeigen. Es sei unbekannt, ob ein
Kopfanprall tatsächlich stattgefunden habe. Bei Annahme eines Kopfanpralls hätte sich
ein Abknickmechanismus der HWS mit "Nachstossen" des Oberkörpers ergeben. Dies
sei jedoch lediglich ein Szenario, dessen Wahrscheinlichkeit aufgrund fehlender
medizinischer Befunde bzw. Widersprüchlichkeiten nicht bekannt sein könne.
Ausgehend von diesem Szenario wären sowohl die Beschwerdesituation im
Brustwirbelbereich wie auch im Kopf- und HWS-Bereich aus biomechanischer Sicht
erklärbar. Zu berücksichtigen sei allerdings, dass der Beschwerdeführer seit der
Jugend im Wirbelsäulenbereich eine Schwäche aufgewiesen habe, die sich damals in
einem Bandscheibenvorfall geäussert habe, und sich in mehreren
Wirbelverschiebungen habe dokumentieren lassen. Auch in der HWS seien diskrete
degenerative Veränderungen gesehen worden. Es wäre nicht erstaunlich, wenn das
lange Tragen des Halskragens (während 11 Wochen) die Heilung negativ beeinflusst
hätte (act. G 7.1 Beilage). Eine polydisziplinäre Begutachtung bei der MEDAS
Ostschweiz mit orthopädischen, pneumologischen, psychiatrischen,
neuropsychologischen und neurologischen Teilgutachten ergab gemäss der
zusammenfassenden Beurteilung vom 7. September 2001 folgende Diagnosen:
Zervikozephalgie; Zustand nach BWS-/HWS-Distorsion am 12. September 1998;
leichte neuropsychologische Funktionsstörung, teils schmerzbedingt mit
Belastbarkeitsminderung; psychische Faktoren bei einem primär somatisch bedingten
chronischen Nacken-/Kopfschmerzsyndrom, entstanden nach Sturz am 12. September
1998, bei einer leistungsorientierten Persönlichkeit mit erschwerter Lebensführung
infolge vorbestehender Analsphinkterinsuffizienz; ferner unfallunabhängig:
Spondylolisthesis L5/S1 Grad I nach Meyerding; Hypertonie; lymphozytäre Colitis. Die
Gutachter schätzten die Gesamtarbeitsunfähigkeit (unter Berücksichtigung der
unfallfremden medizinischen Befunde und der Unfallfolgen) auf 50 % sowohl in der
bisherigen Tätigkeit als Geschäftsführer als auch in einer angepassten Verweistätigkeit.
Sie hielten unter anderem fest, den Akten (Austrittsbericht des Kantonsspitals F._
von 1995) könne entnommen werden, dass der Beschwerdeführer bereits 1995, vor
dem Unfallereignis, über Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit, zeitweilige
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Schwindelgefühle, vermehrte Müdigkeit und Leistungsminderung geklagt habe. Bei
einer weiteren Kontrolle im Kantonsspital F._ habe er zudem therapiebedürftige
Nackenschmerzen angegeben. Es sei davon auszugehen, dass der Sturz vom 12.
September 1998 mit Kontusion der Wirbelsäule und möglicher HWS-Distorsion zu
Schmerzen geführt habe. Eine Unfallkausalität der jetzt noch vorgebrachten Nacken/
Kopfschmerzen lasse sich jedoch knapp drei Jahre nach dem Ereignis nicht mehr
bestätigen. Orthopädischerseits sei der Status quo sine erreicht. Gemäss
orthopädischer Beurteilung sei eine Arbeitsunfähigkeit von 100% für ein Jahr nach dem
Unfall, d.h. bis September 1999, zu bescheinigen, eine solche von 50% bis Ende 2000
und eine Arbeitsunfähigkeit von 20% bis März 2001. Zweieinhalb Jahre nach dem
Unfall seien somatischerseits unfallunabhängige Veränderungen für die Beschwerden
verantwortlich zu machen. Es sei anzunehmen, dass es im Lauf der Zeit zu einer
psychischen Überlagerung der Beschwerden und zu einer Chronifizierung der
Schmerzsymptomatik gekommen sei. Die psychischen Befunde stünden zumindest
teilweise in natürlichem Kausalzusammenhang zum Unfall von 1998. Die kognitiven
Einschränkungen seien durch Schmerz, aber auch durch psychische Faktoren
beeinflusst. Die neuropsychologischen Befunde stünden überwiegend wahrscheinlich
im Zusammenhang mit dem Unfall von 1998. Die Ätiologie der schon 1995
angegebenen Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen bleibe unklar. Die leichte
neuropsychologische Funktionsstörung führe in der angestammten wie auch in jeder
anderen zumutbaren Tätigkeit zu einer Arbeitsfähigkeitseinschränkung von 30%. Da
die neuropsychologische Funktionsstörung durch Schmerzen und psychische Faktoren
mit beeinflusst werde, sei die Gesamtarbeitsunfähigkeit anhand der
neuropsychologischen und psychiatrischen Befunde auf maximal 40% zu beziffern.
Weder aus somatischer noch aus neuropsychologischer Sicht seien therapeutische
Massnahmen erforderlich. Zur Erhaltung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit sei eine
weitere hausärztliche Behandlung bzw. Führung erforderlich. Eine
psychotherapeutische Behandlung wäre zwar günstig, aber nicht zwingend
erforderlich. Deren Bedeutung sollte nicht überschätzt werden. Da sich der
Beschwerdeführer als rein körperlich krank ansehe, liege dafür aktuell keine
ausreichende Motivation vor. Aufgrund der leichten neuropsychologischen
Funktionsstörung sei ein Integritätsschaden von 20% zu attestieren (UV-act. M23 S.
14-21). Der Beschwerdeführer hatte den Gutachtern angegeben, er sei nach dem Unfall
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vom 12. September 1998 von seiner Frau bewusstlos aufgefunden worden (UV-act.
M23 S. 14).
2.3 Am 15. Januar 2003 bestätigte der Chiropraktor Dr. G._, die Weiterführung der
Therapie (UV-act. M24). Dr. C._ berichtete am 10. Februar 2003, beim
gesundheitlichen Zustand habe sich keine wesentliche Änderung ergeben. Der
Beschwerdeführer benötige chiropraktische, physiotherapeutische und medikamentöse
Behandlung. Der Patient sei zu 50% arbeitsfähig (UV-act. M25). Der beratende Arzt der
Beschwerdegegnerin, Dr. med. H._, kritisierte im Bericht vom 7. Juli 2003 das
Medas-Gutachten und hielt unter anderem fest, es sei (in Abweichung zur Beurteilung
im Medas-Gutachten) eine weitere Behandlung erforderlich (UV-act. M26b). Dr. C._
nahm am 27. Oktober 2003 seinerseits zum Bericht von Dr. H._ Stellung (UV-act.
M26a). Am 2. Juni 2004 berichteten die Ärzte des Kantonsspitals F._ über eine
notfallmässige Hospitalisierung des Beschwerdeführers bei Verdacht auf eine
Lungenarterienembolie (UV-act. M26). Dr. C._ führte im Bericht vom 19. September
2005 aus, der Patient habe sich während der Sommerferien sehr heftig den Kopf
angeschlagen. Dadurch habe sich das vorbestehende cerviko-cephale
Schmerzsyndrom verschlechtert. Anlässlich der Kontrolle vom 20. August 2005 habe
sich bereits wieder eine Besserung der Beschwerden gezeigt. Spezielle Massnahmen
seien nicht erforderlich. Die Arbeitsfähigkeit habe sich nicht verändert (UV-act. M27).
Im Bericht vom 13. März 2006 bestätigte Dr. C._ die 50%ige Arbeitsfähigkeit (UV-act.
M28). Im Mai 2006 unterzog sich der Beschwerdeführer einer Schulter-Arthroskopie
rechts (UV-act. M29). Im Bericht vom 27. April 2009 bestätigte Dr. C._ zuhanden der
Krankenversicherung, dass der Beschwerdeführer weiterhin Behandlung
(medikamentös und physiotherapeutisch) benötige. Ein Behandlungsende sei nach
über 11 Jahren nicht abzusehen (UV-act. M33). Am 14. Dezember 2009 legte der Arzt
unter anderem dar, der Beschwerdeführer leide unter körperlichen Dauerbeschwerden.
Im Weiteren dauere die Behandlung (Schmerzmittel, Physiotherapie, chiropraktische
Dauertherapie) seit dem Unfall an. Die Arbeitsfähigkeit sei aufgrund der chronischen
Schmerzen (im Kopf- und Nackenbereich) reduziert. Das Unfallereignis vom
12. September 1998 stelle Ursache der reduzierten Arbeitsfähigkeit (50%) dar. Alle
anderen Begleiterkrankungen hätten nie zu einer Arbeitsunfähigkeit geführt (UV-act.
A76 Beilage 12).
3.
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3.1 Es gibt Fälle, in denen bei sonst unauffälligen Untersuchungsbefunden neuro
psychologische Abklärungen Hirnleistungsstörungen aufzeigen können und der
neuropsychologische Befund der einzig verlässliche Parameter ist (BGE 117 V 378
E. 3d). Jedenfalls bei eindeutigem, nicht diffusem Befund kann der
neuropsychologischen Diagnostik - im Rahmen einer neurologischen
Gesamtwürdigung - nach der Rechtsprechung auch bei der Kausalitätsbeurteilung ein
Aussagewert zukommen (BGE 119 V 343 E. 3c). Hingegen vermag es die
Neuropsychologie nach derzeitigem Wissensstand nicht, selbständig die Beurteilung
der Genese abschliessend vorzunehmen (RKUV 2000, 316 E. 3). Nach B.P. Radanov
(Über den Stellenwert der neuropsychologischen Diagnostik bei Patienten nach HWS-
Distorsion, SZS 1996, S. 471 ff) sind psychologische Probleme (und die
eingenommenen Medikamente) geeignet, die kognitiven Leistungen negativ zu
beeinflussen (S. 477). Psychologische Probleme bzw. die Interrelation psychologischer
und kognitiver Funktionen könnten die reduzierte Leistungsfähigkeit mit erklären (S.
475). - Die Medas-Gutachter gingen im Jahr 2001 beim Beschwerdeführer bei
Vorliegen von natürlich unfallkausalen neuropsychologischen Einschränkungen von
einer Beeinflussung/Überlagerung der kognitiven Funktionen durch den psychischen
Befund und die Schmerzen aus, womit die neuropsychologischen Einschränkungen,
welche teilweise schon vor dem Unfall bestanden hatten, eine vielschichtige Ursache
aufwiesen (vgl. dazu UV-act. M23 S. 17-19). Damit können neuropsychologische
Unfall-Restfolgen im Sinn eines selbständigen, klar abgrenzbaren Befunds nicht als
nachgewiesen gelten. Neuropsychologische Einschränkungen - wie auch diejenigen
psychischer Art - können hingegen Teil des typischen Beschwerdebilds nach HWS-
Distorsionstrauma bilden.
3.2 Mit Blick auf die in E. 2 dargelegten medizinischen Akten ist mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit als erstellt zu erachten, dass die beim Beschwerdeführer nach dem
Unfall vom 12. September 1998 aufgetretenen Beschwerden sich nicht auf eine
objektivierbare organische Schädigung bzw. strukturelle Veränderung an der HWS
zurückführen lassen, die mit dem Unfall vom 12. September 1998 in Zusammenhang
gebracht werden kann (vgl. unter anderem UV-act. M1, M3, M7, M16, M20, M23 S. 16
Mitte). Auch wenn eine HWS- und Kopfbeteiligung unmittelbar nach dem Unfall nicht
erwähnt und von Dr. C._ eine HWS-Distorsion erst rund einen Monat im Nachhinein
bescheinigt (vgl. vorstehende E. 2.1) bzw. die HWS-Distorsion in der biomechanischen
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Beurteilung vom 28. April 2000 lediglich als mögliche Hypothese (act. G 7.1 Beilage)
und im Medas-Gutachten von 2001 als Folge eines lediglich vermuteten
Kopfanschlagens (UV-act. M23 S. 3 Mitte) erwähnt wurde, gingen die beteiligten Ärzte
(einschliesslich der Medas-Gutachter) übereinstimmend davon aus, dass der
Beschwerdeführer bei diesem Unfall eine HWS-Distorsion erlitten hatte. Im Nachhinein
lässt sich keine abschliessende Klarheit bezüglich HWS- und Kopfbeteiligung am Unfall
vom 12. September 1998 herstellen. Wie sich nachstehend jedoch zeigen wird, ist die
streitige Leistungseinstellung auch bei Annahme einer HWS-Distorsion zu bestätigen.
Ist ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung der HWS diagnostiziert und
liegt kein fassbarer organischer (unfallbedingter) Befund an der HWS im erwähnten
Sinn vor, muss für die Bejahung der natürlichen Kausalität ein typisches
Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen,
Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit
und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw.
vorliegen (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 E. 3e; Bestätigung in BGE
134 V 109 E. 9). Dieses Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden muss
jedoch nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72
Stunden nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum
Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS manifestieren (Urteile des
Bundesgerichts vom 30. Januar 2007, U 215/05, und vom 15. März 2007, U 258/06;
RKUV 2000 Nr. 359 S. 29 E. 5e). Im Weiteren muss nach der Rechtsprechung (vgl. z.B.
Urteil des Bundesgerichts vom 4. November 2005, U 312/05) nicht der gesamte
Beschwerdekatalog vorliegen, um von einer Unfallkausalität ausgehen zu können.
3.3 Nach Lage der in E. 2 geschilderten Akten kann im Nachgang zum Unfall und
auch später von einem HWS-typischen Beschwerdebild insofern gesprochen werden,
als beim Beschwerdeführer neben Kopfschmerzen vorerst Schwindel und HWS-
Bewegungseinschränkungen und - wenn auch zeitlich verzögert –
Konzentrationsstörungen bescheinigt wurden (UV-act. M8). Von einer gewissen
Häufung von typischen Beschwerden (vgl. dazu Liste in Schmidt H., Senn J. hrsg.,
Schleudertrauma - neuster Stand: Medizin, Biomechanik, Recht und Case
Management, 1. A., Zürich 2004, S. 14f) kann ebenfalls ausgegangen werden, wobei
allerdings neuropsychologische Einschränkungen zum Teil bereits vor dem Unfall
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bestanden hatten (vgl. UV-act. M23 S. 16). Aus den echtzeitlichen Akten nicht
ersichtlich sind unfallbedingte Bewusstseinsbeeinträchtigungen wie Benommenheit
oder Bewusstlosigkeit (vgl. UV-act. A1, M2, M4). Solche wurden vorerst sogar
ausdrücklich verneint (UV-act. M5) und erst mehrere Monate im Nachhinein zur
Diskussion gestellt (Bericht Dr. D._; UV-act. M9 Beilage) bzw. vom Beschwerdeführer
behauptet (UV-act. A6 S. 1 und 3), weshalb sie nicht als überwiegend wahrscheinlich
belegt gelten können. Trotz Vorliegens von gewissen Widersprüchen und
Unsicherheiten hinsichtlich des Unfallablaufs (vgl. vorstehende E. 2.2, 3.2) sowie von
Zweifeln bezüglich der natürlichen (medizinischen) Unfallkausalität des erwähnten
Beschwerdebildes, welche teilweise (d.h. bezogen auf die psychischen und kognitiven
Einschränkungen) auch von den Medas-Gutachtern im Jahr 2001 bestätigt wurde (UV-
act. M23), blieb die natürliche Unfallkausalität von Seiten der Beschwerdegegnerin
unbestritten. Sie anerkannte ihre Leistungspflicht während Jahren und erachtet
nunmehr die adäquate Unfallkausalität der weiterhin bestehenden Beschwerden mit
Wirkung ab 1. August 2008 als nicht mehr gegeben.
4.
4.1 Die Adäquanz beurteilt sich, ausgehend vom Eintritt einer HWS-Distorsion am
12. September 1998, grundsätzlich nach Massgabe der in BGE 117 V 359 E. 6
entwickelten und in BGE 134 V 109 E. 10 präzisierten Kriterien. Dabei ist auf eine
Differenzierung zwischen psychischen und physischen Komponenten zu verzichten,
fehlt es doch nach Lage der Akten an einer eindeutigen Dominanz psychischer
Probleme (vgl. BGE 123 V 98 E. 2a). Würde demgegenüber eine HWS-Distorsion
lediglich als mögliche Hypothese (vgl. biomechanische Beurteilung vom 28. April 2000;
act. G 7.1 Beilage) bzw. als Folge eines lediglich vermuteten Kopfanschlagens (UV-act.
M23 S. 3 Mitte) und damit als nicht überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen
erachtet, wäre die Adäquanz an sich analog nach der Rechtsprechung zu den
psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) zu beurteilen. Wie nachstehend zu zeigen
sein wird, ist die Adäquanz indessen, auch wenn zwischen den verschiedenen
Beschwerdeursachen nicht unterschieden und dementsprechend die für den
Beschwerdeführer günstigere Schleudertrauma-Praxis (vgl. dazu SVR 2010 UV Nr. 3 S.
11; Urteil des Bundesgerichts vom 18. September 2009, 8C_283/2009) angewendet
wird, zu verneinen.
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4.2 Was den für die Adäquanzprüfung vorausgesetzten Behandlungsabschluss (im
Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG [SR 832.20; BGE 134 V 109 E. 4) betrifft, ergibt sich aus
dem Medas-Gutachten vom 7. September 2001, dass bereits ab dem Zeitpunkt dieser
Begutachtung von einer weiteren (somatischen, neuropsychologischen und
psychiatrischen) Behandlung eine tatsächliche Verbesserung des
Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit nicht zu erwarten und die hausärztliche
Behandlung schon damals lediglich zur Erhaltung der erreichten Zustandes empfohlen
worden war. Die ohne Untersuch des Beschwerdeführers erfolgten und zudem
teilweise nicht nachvollziehbaren Darlegungen des beratenden Arztes Dr. H._ vom 7.
Juli 2003 (UV-act. M26b), zu welchen Dr. C._ zu Recht erhebliche Bedenken
anmeldete (UV-act. M26a), vermögen an der Begründetheit des Medas-Gutachtens
von 2001 nichts zu ändern. Über die Tatsache, dass weitere Therapien keine namhafte
Verbesserung zu bewirken vermochten, bestand aufgrund der gesundheitlichen
Entwicklung in der Folgezeit spätestens am 1. August 2008 definitive Klarheit,
nachdem auch die weitere jahrelange chiropraktische, physiotherapeutische und
medikamentöse Behandlung keine entscheidende Änderung der gesundheitlichen
Situation herbeiführen konnte (vgl. unter anderem UV-act. M24, M25, M33; UV-act.
A76 Beilage 12). Der Beschwerdeführer anerkennt denn auch ausdrücklich, dass sich
sein Gesundheitszustand seit der letzten interdisziplinären Begutachtung (Medas 2001)
nicht verändert hat (vgl. act. G 1 S. 5 Mitte). Wenn er nunmehr festhalten lässt, dass
eine Verbesserung des Gesundheitszustands "nicht von vornherein ausgeschlossen
werden kann" (act. G 11 S. 5), so kann damit das Potential für eine namhafte
Verbesserung nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als
erstellt gelten. Ausser Betracht zu bleiben haben in diesem Zusammenhang die
unfallfremden medizinischen Behandlungen in den Jahren 2004 und 2006 (UV-act.
M26, M29). Es lässt sich somit nicht beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die
Adäquanzprüfung auf den 1. August 2008 vornahm, ohne die vorerst im Jahr 2001
vorgesehenen ergänzenden medizinischen Abklärungen bei der Medas noch zu
veranlassen. Hieraus kann der Beschwerdegegnerin somit kein Vorwurf gemacht
werden (vgl. act. G 1 S. 7). Dies umso weniger, als eine Relevanz der damals
vorgesehenen Fragen (UV-act. A24a) jedenfalls für die nunmehr zur Diskussion
stehende Adäquanzprüfung nicht ersichtlich ist und zudem daraus nicht erkennbar ist,
worin damals Unklarheiten bestanden haben sollten. Zum Einwand des
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Beschwerdeführers, es gehe nicht an, dass die Beurteilung aufgrund "alter Akten" nach
der "neuen Rechtsprechung" (BGE 134 V 109) erfolge (act. G 1 S. 7), ist festzuhalten,
dass eine geänderte bzw. präzisierte Rechtspraxis auf alle laufenden Streitigkeiten
ohne weiteres zur Anwendung kommt (vgl. RKUV 1992, 132). Weitere Abklärungen
oder eine erneute Begutachtung vermöchten im Übrigen - bei Vorliegen eines
Behandlungsabschlusses im vorerwähnten Sinn - nichts an der Anwendbarkeit der
Adäquanz-Rechtsprechung zu ändern. Zudem ist festzuhalten, dass die
abschliessende Prüfung der natürlichen Kausalität offen bleiben kann, wenn die
Adäquanz zu verneinen ist (SVR 1995 UV Nr. 23, 65; Urteile des Bundesgerichts vom
31. Juli 2009, 8C_172/2009, E. 5.3.5, und vom 29. März 2010, 8C_799/2009, E. 5.3).
5.
5.1 Der in Frage stehende Unfall vom 12. September 1998 kann aufgrund des
Geschehensablaufs und der Verletzungen - der Beschwerdeführer rutschte im Bad auf
nassem Boden aus und schlug mit dem Rücken auf einer Stufe auf (vgl. UV-act. 76
Beilage 12) - unbestrittenermassen nicht als schweres, lebensbedrohliches Geschehen
im Sinn der Praxis (dargestellt in RKUV 1995, Nr. U 215, 91) eingestuft werden. Bei
Unfällen im mittelschweren Bereich müssen nach der Praxis mehrere Zusatzkriterien
erfüllt sein, um die Adäquanz bejahen zu können, wobei die Zahl um so höher sein
muss, je näher das Ereignis bei den leichten Unfällen liegt (vgl. dazu BGE 115 V 133 E.
6c/bb). Es erscheint gerechtfertigt, beim Ereignis vom 12. September 1998 von einem
mittelschweren Ereignis - eher im Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegend (vgl.
Urteil des EVG vom 1. Juni 2006, U 83/05, E. 3.1 m.H.) - auszugehen. Die Adäquanz
des Kausalzusammenhangs ist somit zu bejahen, wenn ein einzelnes der in die
Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise vorliegt oder
die zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind
(BGE 117 V 359 E. 6b). Von besonders dramatischen Begleitumständen oder einer
besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls kann offensichtlich nicht gesprochen werden.
Sodann vermag die Diagnose eines HWS-Distorsionstraumas die Schwere oder
besondere Art der Verletzung für sich allein nicht zu begründen. Es bedarf hierzu einer
besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder
besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können. Diese
können beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen Körperhaltung und den
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dadurch bewirkten Komplikationen bestehen. Solche Umstände sind hier nicht
gegeben, und es liegt auch keine besondere Schwere der für das Schleudertrauma
typischen Beschwerden vor (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.2 mit Hinweisen). Einzig die
Feststellung der Medas-Gutachter, dass der Beschwerdeführer anlässlich einer
Kontrolle im Kantonsspital F._ im November 1995 therapiebedürftige
Nackenschmerzen angegeben habe (UV-act. M23 S. 16 unten) sowie das Bestehen
von geringgradigen HWS-Degenerationen (vgl. UV-act. M3) lassen noch nicht den
Schluss auf eine vorgeschädigte Wirbelsäule (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom
11. Juni 2008, 8C_785/2007, E. 4.4) zu. Eine Verletzung besonderer Art kann damit
nicht als erstellt gelten.
5.2 Was das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen
Behandlung (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.3) betrifft, ist festzuhalten, dass der
Beschwerdeführer seit dem Unfall in Behandlung stand, ohne dass damit eine
vollständige Besserung seiner Beschwerden eingetreten wäre. Dabei handelte es sich
vorab um medikamentöse, physiotherapeutische und chiropraktische Massnahmen. In
Anbetracht dieser Gegebenheiten erscheint das Vorliegen einer fortgesetzt
spezifischen, den Beschwerdeführer belastenden ärztlichen Behandlung bis zum
Zeitpunkt der Adäquanzprüfung nicht überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen, zumal
Physio- sowie eine medikamentöse Schmerztherapie das Kriterium für sich allein nicht
zu erfüllen vermögen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 17. April 2008,
8C_181/2007, E. 3.2, vom 5. September 2008, 8C_52/2008, E. 8.2, und vom 18.
Dezember 2008, 8C_724/2008, E. 4.4.2). Zudem sind Abklärungsmassnahmen bzw.
Begutachtungen sowie ärztliche Kontrollen bei der Prüfung dieses Kriteriums nicht zu
berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Mai 2008, 8C_57/2008, E. 9.3.3).
Ausser Betracht fallen sodann die unfallfremden Behandlungen (vgl. UV-act. M26,
M29).
5.3 Adäquanzrelevant können im Weiteren in der Zeit zwischen dem Unfall und dem
Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unterbruch bestehende
erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften
Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die
Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4). Gegenüber den
Medas-Gutachtern gab der Beschwerdeführer im Jahr 2001 unter anderem an, dass er
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an kognitiven Einschränkungen leide sowie Lärmempfindlichkeit und Schwindel. Im
Vordergrund stünden nach wie vor Schmerzen im Nacken mit Ausstrahlung in den
Kopf, besonders nachts (UV-act. M23 S. 4). Dr. C._ führte in einem Bericht vom
27. Oktober 2003 aus, es gebe beim Beschwerdeführer Tage mit grossen Schmerzen
und solche, wo es etwas besser gehe (UV-act. A35a Beilage). Im Dezember 2009 be
stätigte der Arzt das Vorliegen von körperlichen Dauerbeschwerden (UV-act. A76
Beilage 12). Bei dieser Aktenlage können im Zeitraum bis 1. August 2008 dauerhafte
und erhebliche (unfallbedingte) Beschwerden nicht ohne weiteres in Abrede gestellt
werden werden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass der Beschwerdeführer bereits im
Jahr 1995 - drei Jahre vor dem Unfall - gegenüber den Ärzten des Kantonsspitals F._
über Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit, zeitweilige Schwindelgefühle,
vermehrte Müdigkeit und Leistungsminderung klagte (UV-act. M23 S. 16) und er trotz
der Beschwerden während Jahren in einem Teilzeitpensum arbeiten konnte (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 2. Dezember 2008 i/S S. [8C_209/2008]). Damit lässt sich
dieses Kriterium höchstens in geringem Ausmass bejahen. Für das Vorliegen eines
schwierigen Heilverlaufs und von erheblichen Komplikationen lassen sich den Akten
keine Anhaltspunkte entnehmen. Ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche
Komplikationen können nicht schon dann angenommen werden, wenn eine Vielzahl
von verschiedenen Therapien zu keinem Heilungserfolg führt. Auch von einer die
Unfallfolgen erheblich verschlimmernden ärztlichen Fehlbehandlung kann nicht
ausgegangen werden. Auch wenn der Beschwerdeführer den Halskragen während
einer relativ langen Zeitdauer trug und in der biomechanischen Beurteilung festgehalten
wurde, dass ein negativer Einfluss auf die Heilung nicht erstaunlich wäre (act. G 7.1
Beilage), so wies doch keiner der behandelnden oder begutachtenden Ärzte (vgl. unter
anderem UV-act. M23 S. 3) explizit darauf hin, dass die geklagten Schmerzen in
Zusammenhang mit dem Tragen des Kragens stünden (vgl. Urteil des EVG vom 8.
Februar 2005, U 314/04, E. 2.3).
5.4 Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsfähigkeit anbelangt, ist gemäss BGE
134 V 109 E. 10.2.7 dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis
mittelschweren Schleudertraumen der HWS und ähnlichen Verletzungen ein längerer
oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt
aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher
massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden
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die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Konkret muss ihr Wille
erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder in den
Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person können
sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher
Unannehmlichkeiten manifestieren. Sodann können Bemühungen um alternative, der
gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht
fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in
erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag,
kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7). - Nach Einschätzung der
Medas-Gutachter vom September 2001 bestand gemäss orthopädischer Beurteilung
eine Arbeitsunfähigkeit von 100% für ein Jahr nach dem Unfall, d.h. bis September
1999, eine solche von 50% bis Ende 2000 und eine Arbeitsunfähigkeit von 20% bis
März 2001. Zweieinhalb Jahre nach dem Unfall seien somatischerseits
unfallunabhängige Veränderungen für die Beschwerden verantwortlich zu machen. Da
die neuropsychologische Funktionsstörung durch Schmerzen und psychische Faktoren
mit beeinflusst werde, sei die Gesamtarbeitsunfähigkeit anhand der
neuropsychologischen und psychiatrischen Befunde auf maximal 40% zu beziffern
(UV-act. M23 S. 19). Dr. C._ bescheinigte am 14. Dezember 2009 nach wie vor eine
unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit von 50% (UV-act. A76 Beilage 12). Angesichts dieser
Aktenlage wäre für die Zeit bis 1. August 2008 das Adäquanzkriterium der erheblichen
Arbeitsunfähigkeit zu bejahen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 30. Oktober
2009, 8C_488/2009, E. 5.2.2), wenn überdies Anstrengungen im erwähnten Sinn
aufgrund der vom Beschwerdeführer relativ rasch nach dem Unfall wieder teilweise
aufgenommenen bisherigen Tätigkeit bejaht würden.
5.5 Damit sind insgesamt höchstens zwei der in BGE 134 V 109 angeführten
Adäquanzkriterien (eher geringgradig) gegeben, was bedeutet, dass die Adäquanz der
nach wie vor geklagten Beschwerden mit dem versicherten Unfall zu verneinen ist, da
nach der Rechtsprechung bei mittelschweren Unfällen im engeren Sinn die Erfüllung
von mindestens drei Adäquanzkriterien und bei solchen im Grenzbereich zu den
leichten Unfällen mindestens vier Kriterien verlangt sind (SVR-UV 2010 Nr. 25, 100 mit
Hinweis auf Urteil des Bundesgerichts vom 2. Oktober 2009, 8C_421/2009; Urteile des
Bundesgerichts vom 31. Juli 2009, 8C_172/2009, und vom 29. Januar 2010,
8C_897/2009, E. 4.5). Damit kann dem Unfall vom 12. September 1998 keine
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adäquanzrechtlich massgebende Bedeutung für die über den 1. August 2008 hinaus
andauernden Beschwerden zukommen. Die Einstellung der Leistungen auf dieses
Datum erscheint demgemäss als rechtens. Im Umstand, dass die Leistungseinstellung
am 11. August 2008 auf 1. August 2008 verfügt wurde, ist keine unzulässige
Rückwirkung zu erblicken, zumal der Wegfall der Leistungspflicht wie ausgeführt als
nachgewiesen zu gelten hat. Aus der Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin während
Jahren Leistungen erbrachte, ohne entsprechende Abklärungshandlungen zu
unternehmen (vgl. act. G 1 S. 4) bzw. zu Ende zu führen, lässt sich nicht ableiten, dass
ein Anspruch auch für die Zukunft ausgewiesen sei, zumal die Taggeldausrichtung
jedenfalls nicht zum Nachteil des Beschwerdeführers war. Der Umstand, dass die
Beschwerdegegnerin die Frage der adäquaten Unfallkausalität nicht bereits in einem
früheren Zeitpunkt abschliessend prüfte, kann nicht die Unmöglichkeit einer
Leistungseinstellung zur Folge haben. Soweit der Beschwerdeführer mit seinem
zweiten Eventualantrag, die Taggeldleistungen seien mindestens bis zum
rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens auszurichten, die einstweilige
Leistungsausrichtung (sei es vor dem Hintergrund der aufschiebenden Wirkung der
Beschwerde oder im Sinn einer vorsorglichen Massnahme) beantragt (act. G 1 S. 2), ist
festzuhalten, dass dieses Begehren durch den erwähnten Verfahrensausgang
gegenstandslos wurde.
6.
Bei fehlendem bzw. mit dem Erreichen des medizinischen Endzustandes wegge
fallenem adäquatem Unfallkausalzusammenhang ist auch ein Anspruch auf Rente und
Integritätsentschädigung nicht weiter zu prüfen. Hieran vermag der Umstand nichts zu
ändern, dass im Medas-Gutachten mit Hinweis auf leichte neuropsychologische
Funktionsstörungen die Integritätseinbusse mit 20% angegeben wurde (UV-act. M23 S.
20).
7.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 1. Juni 2010 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP