Decision ID: f1d1ac08-ba6b-4d1f-a3d2-fb0098ae0af5
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1979
geborene
X._
,
portugiesischer
Staatsangehöri
ger, arbeitete seit
April 2004 bei der
Y._
, als
Gipser und war damit bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsan
stalt
(SUVA) obligatorisch gegen Unfälle versichert.
Am
6. Mai 2010 erlitt er einen Arbeitsunfall, als er mit der rechten Hand in die Gips-Spritzmaschine
griff
und diese
aus unbekannten Gründen plötzlich zu laufen begann (Urk.
12/8/
2 und Urk.
12/8/
23. Der Versicherte zog sich dabei Fingeramputationen
Dig
. II und III, Schnittverletzungen
Thenar
und
Hohlhand
sowie eine
Fraktur des Metakarpale I zu.
An der Klinik für Wiederherstellungschirurgie des
Z._
wurde
n
durch
Dres
.
med.
A._
und PD
B._
eine
Replantation
Dig
. III rechts
mit
Knochentransplantation vom P1
Dig
. II
und 2
Kirschnerdrähten
, die Amputation
Dig
. II rechts am MCP, die Versorgung der
Thenarmuskulatur
sowie eine offene Fixation mit
Kirschnerdraht
und
Cerclage
des Metakarpale I rechts durchge
führt (Austrittsbericht vom 22.
Juni 2010, Urk. 12/8/10).
Über den weitere
n Heilungsverlauf verfasste Dr
.
A._
verschie
dene
Berichte (vom 1.
Sep
tember 2010 [Urk. 12/8/26], 25.
Januar 2011 [Urk. 12/8/56]
und
3.
März 2011 [Urk. 12/8/62]
).
Die SUVA übernahm die
Hei
lungskosten
und richtete Taggeldleistungen aus.
Am 2.
September 2011 wurde das Osteosynthese-Material im Metakarpale I entfernt (
Bericht vom 19. September 2011,
Urk. 12/8/121). Danach
erfolgte
vom
3.
bis 28.
Oktober
2011 eine berufliche Abklärung
in der
C._
,
welche ergab, dass aufgrund der behinderungsbedingten, aber auch fachlichen und sprachlichen Defizite e
ine direkte berufliche Eingliederung
des Versicherten
in die freie Wirtschaft noch nicht möglich war (Bericht vom 8.
November 2011, Urk. 12/8/135).
Per 31.
Dezember 2011 wurde das Arbeitsverhältnis mit der
Y._
aufgelöst (Urk. 12/8/142).
Kreisarzt
Dr.
med.
D.
_
, Facharzt
für Chirurgie FMH, ging aufgrund seiner Untersuchung vom 2
6.
Januar 2012 von einem Endzustand aus (Urk. 12/8/146) und legte den Integritätsschaden auf 10
% fest (Urk. 12/
8/154
). Darüber verfügte die SUVA am 1
5.
März 2012 (Urk. 12/8/156) und
wies die dagegen gerichtete Einsprache nach Einholung einer ärztliche
n Beurteilung durch Dr. med
.
E._
,
Facharzt für Chirurgie FMH, Abteilung Versicherungsmedizin,
mit
Einspracheentscheid
vom 4.
Mai 2012 ab (Urk. 12/8/167
= Urk. 2
)
.
1.2
Hiergegen
liess
X._
mit Eingabe vom
1.
Juni 2012 Beschwerde erheben und eine Integritätsentschädigung von 30 %, eventual
i
ter die Rückweisung zu weiteren Abklärungen an die SUVA beantragen (Urk. 1). Mit Beschwerdean
twort vom 1
9.
Juli 2012 (Urk. 9;
dem Beschwerdeführer zugestellt am 3
1.
Juli 2012, Urk. 11) ersuchte die Beschwerdegegne
rin um Abweisung der Beschwerde
. Dieses Verfahren wurde unter der Prozess-Nr. UV.2012.00128 angelegt.
2.
2.1
In der Folge klärte die
Beschwerdegegnerin die erwerblichen Auswirkungen der verbliebenen Unfallfolgen an der rechten Hand ab und
sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 3
0.
November 2012 eine Invalidenrente
von 29
% zu (Urk. 12/8/216; vgl. auch
Entscheidgrundlagen
für die Rentenfestsetzung, Urk. 12/8/212).
Auf Einsprache hin berücksichtigte die Beschwerdegegnerin beim
Valideneinkommen
zusätzlich einen Teil der im Jahr 2012
mutmasslich
geleisteten Überstunden, woraus ein neuer, leicht erhöhter Invaliditätsgrad von 31 % resultierte. Im Übrigen wies sie die Einsprache ab (
Einspra
cheentscheid
vom
4.
Oktober 2013
, Urk.
12/8/241= Urk.
12/
2).
2.2
Auch hiergegen liess
X._
mit Eingabe vom 5. November 2013 (Urk.
12/
1) Beschwerde erheben und die Ausricht
ung einer Invalidenrente von 48
% beantragen. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu umfassender Auskunft über sämtliche
der
in Frage kommenden dokumen
tierten Arbeitsplätze (DAP) zu verpflichten bzw. die Arbeitgeber der fünf aus
gewählten Verweisungstätigkeiten seien anzufragen, ob der betreffende Arbeits
platz für den Beschwerdeführer in Frage käme und welcher Lohn bezahlt würde.
Mit Beschwerdeantwort vom 22.
Januar 2014 beantragte die
Beschwerdegegne
rin
die Abweisung der Beschwerde (Urk.
12/
7; dem Beschwerdeführer zug
e
stellt am 2
8.
Januar 2014, Urk.
12/
9).
Dieses Verfahren wurde unter der Prozess-Nr. UV.2013.00264 angelegt.
3.
Seitens der Invalidenversicherung wurden dem Beschwerdeführer verschiedene Integrationsmassnahmen gewä
h
rt. So übernahm
die
IV-Stelle Zürich
als
Früh
interventionsmassnahme
im ersten Halbjahr 2011 die Kosten von zwei
Deutsch
kursen
(Urk.
12/8/45 und 12/8/66), unterstützte den Beschwerdeführer beim Erhalt des bisherigen Arbeitsplatzes bis zur Auflösung des Arbeitsverhältnis
ses
per Ende 2011 (Urk. 12/8/89 und 12/8/139)
und leistete
anschliessend Kosten
gutsprache für ein Arbeitstraining in der
F._
vom
1.
Februar bis 3
0.
Juli 2012
(Urk. 12/8/149),
welches offenbar nur mässig erfolgreich war
(vgl. Urk. 12/8/183 und Urk. 12/8/188).
Ab September 2012 unterstützte die IV-Stelle den Beschwerdeführer wiederum bei der Stellensuche (Urk. 12/8/199). Die
se
Massnahme wurde am 10.
April 2013 abgeschlossen, nachdem es nicht gelun
gen war, den Beschwerdeführer in den Arbeitsmarkt zu integrieren (Urk. 12/8/228).
4.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Da den beiden Beschwerden im Wesentlichen derselbe Sachverhalt zu Grunde liegt
und das gleiche Rechtsgebiet betroffen ist, ist der Prozess UV.2013.00264 mit dem vorliegenden Prozess UV.2012.00128 zu vereinigen und unter dieser Prozessnummer weiterzuführen. Das Verfahren IV.2013.00264 ist als dadurch erledigt abzuschreiben; dessen Akten werden im vorliegenden Prozess als Urk. 12/0-
10
geführt.
2.
Strittig
und zu prüfen ist, ob
der Beschwerdeführer
Anspruch auf eine höhere als die zugesprochene Invalidenrente und auf eine höhere als die zugesprochene Integritätsentschädigung hat.
2.1
Gemäss
Art.
6
Abs. 1
des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG) werden
die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfälle
n und Berufskrankheiten gewährt, soweit
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang besteht
(BGE 129 V 177 E. 3)
.
2.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Tag
geld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 des Allgemeinen Teils des Sozialversicherungsrechts [ATSG]), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abges
chlossen sind. Mit dem
Rentenbe
ginn
fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
Als invalid gilt, wer voraussichtlich bleibend oder für längere Zeit in seiner Erwerbsfähigkeit beeinträchtigt ist (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbsein
kommen
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
Hat
die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare ne
ue Erwerbstätigkeit aufgenom
men,
so können nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) oder die Zahlen der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) der SUVA herangezogen werden (
BGE 139 V 592 E. 2.3;
BGE 129 V 472 E. 4.2.1
mit weiteren Hinweisen).
2.3
Mit der Festsetzung einer Invalidenrente oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung ist eine angemessene Integritätsentschädigung festzulegen, sofern die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erlitten hat (
Art.
24 UVG
in Verbindung mit Art. 36 der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV] und Anhang 3 zur UVV
).
Die
Medizinische Abteilung der
SUVA
hat weitere Bemessungsgrundlagen in tabel
larischer Form (sog. Feinraster) erarbeitet
(
http://www.suva.ch/startseite-suva/unfall-suva/versicherungsmedizin-suva/integritaetsentschaedigung-suva.htm
).
Soweit
diese
lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbe
handlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie
nach der Recht
sprechung mit dem Anhang
3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116
V
156 E. 3a)
.
3.
Der Beschwerdeführer rügt zunächst,
die
Überprüfung des Integritätsschadens durch
Dr
.
E._
habe
keinen Beweiswert, da dieser keine Expertenfunktion habe (Urk. 1 S. 6).
Die Beurteilung der einzelnen Integritätseinbussen obliegt den ärztlichen Sachverständigen. Dem Gericht ist es nicht möglich, die Beurteilung aufgrund der aktenkundigen Diagnosen selber vorzunehmen, da die Ausschöp
fung des in den Tabellen offen gelassenen Bemessungsspielraums entsprechende Fachkenntnisse voraussetzt
(Urteil des Bundesgerichts
8C_659/2011
vom 6.
März 2012
E. 3.3 mit weiteren Hinweisen).
Rechtsprechungsgemäss besteht
indessen nicht in jedem Fall Anspruch auf eine verwaltungsunabhängige Begutachtung. Auf die Berichte verwaltungsinterner medizinischer
Fachperso
nen
kann dann abgestellt werden, wenn auch keine geringen Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit ihrer Feststellungen bestehen (BGE 135 V 465 E. 4.6).
Kreisarzt
Dr.
D._
schätzte den Integritätsschaden
in seinem Bericht vom 14.
März 2012 auf 10 % (Urk. 12/8/154).
Dr.
E._
bestätigt diese Beurteilung vollumfänglich (vgl. Urk. 12/8/166), indem er
ergänzend ausführte, bei der Amputation des Zeigefingers im MP-Gelenk handle es sich um einen klaren Listenwert (SUVA-
Tabelle 3 Abbildung
7) von 6 %. Der replantierte Mittelfinger habe zwar eine verminderte Sensibilität und eine eingeschränkte Beweglichkeit, völlig funktionslos sei er aber nicht. Der Integritätsschaden sei deshalb geringer als beim Verlust
von zwei Gliedern gemäss
Abbildung
9 (Integritätsschaden 5 %), weshalb 4 % angemessen seien. Auch in Analogie zu
Abbildung
27 (Integritätsschaden von 10 % beim Verlust je zweier Glieder des Zeigefingers und Mittelfingers) trage die Schätzung von 10 % den Unfallfolgen an der rech
ten Hand angemessen Rechnung. Soweit ersichtlich, wurde diese Einschätzung von keiner medizinischen Fachperson angezweifelt. Somit bestehen keine Zweifel an der Zuverlässigkeit der Schätzung; soweit die
Integritätsentschädi
gung
betreffend, ist die Beschwerde ohne weiteres abzuweisen.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin hat der Festsetzung des Invalideneinkommens fünf DAP-Blätter zugrunde gelegt (Urk. 12/2 S. 6 und Urk. 12/
8/193
). Bei den ange
führten Arbeitsplätzen handelt es sich um Stelle
n
als Qualitätskontrolleur (DAP-Nr.
9980
), als Verpacker (DAP-Nr.
4459
), als Hilfsarbeiter (DAP-Nr.
1934
)
,
als
Prüfer
(DAP-Nr.
2601
)
und als Lagerist (DAP-Nr. 1916
)
.
Der Durchschnittslohn dieser fünf Arbeitsplätze für das Jahr 2012 beträgt Fr. 61'757.-- (Urk.
12/8/193 S.
1)
. Dabei
wählte
die Beschwerdegegnerin
fünf Arbeitsplätze
aus
,
welche dem von Kreisarzt Dr.
D._
erstellten Zumutbarkeitsprofil (leichte
Tätigkeit mit beidhändig zu han
tierenden Lasten von 5-10 kg, ohne feinmotorische Tätigkei
ten und ohne Halten von kantigen Gegenständen mit der rechten Hand, vgl. Urk. 12/8/146 S. 4) nicht widersprechen,
gab die Gesamtzahl der in Anbetracht der Einschränkung des Beschwerdeführers in Frage kommenden Arbeitsplätze, deren Höchst- und
Tiefstlohn
sowie den Durchschnittslohn der dem
Behinde
rungsprofil
entsprechenden Gruppe an. Damit sind vorliegend sämtliche Voraussetzungen, die das damalige Eidgenössische Versicherungsgericht an einen Einkommensvergleich gestützt auf die DAP-Löhne stellte (vgl. BGE 129 V
472 E. 4.2.2), erfüllt. Die Anwendung von Tabellenlöhnen entfällt damit ebenso wie die Anrechnung eines leidensbedingten Abzuges, wird doch bei der Ermitt
lung des Invalideneinkommens gestützt auf DAP-Profile den spezifischen unfallkausalen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers bereits angemessen Rechnung getragen (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.3).
4.2
Der Beschwerdeführer
erhebt zunä
chst
grundsätzliche
Einwände gegen die Bemessung des Invalideneinkommens gestützt auf die DAP
indem er im Wesentlichen gelten macht, bei den DAP handle es sich um eine geheime, feh
lerhafte nicht überprüfbare Datensammlung, die von der Beschwerdegegnerin erstellt, aufgearbeitet und bearbeitet we
rde
, womit
die Voraussetzungen für ein faires Verfahren schwerlich erfüllt
seien
(Urk.
12/
1 S.
14). Zumindest aber seien dem Beschwerdeführer zusätzliche Mitwirkungsrechte
einzuräumen wie etwa die Veröffentlichung der vollständigen Dokumentation aller
Verweisungstätig
keit
e
n
, die Bekanntgabe der Suchkriterien oder die Möglichkeit, die ausgewähl
ten Arbeitsplätze auf die konkreten Anforderungen hin zu überprüfen (Urk.
12/
1 S. 15 f.).
In BGE 139 V 592 hat das Bundesgericht unter Hinweis auf den - auch vom Beschwerdeführer erwähnten - Grundsatzentscheid BGE 129 V 472
ähnlichen Einwänden gegen die Verwendung von DAP
-Profilen
zur Festlegung des
Invali
deneinkommens
ein
e
klare Absage erteilt
.
E
s hat dabei u.a
. festgehalten,
dass das Recht auf Akteneinsicht und Aktenzugang auf jene Akten beschränkt ist, die Grundlage einer Entscheidung bilden. Es
könne daraus keine Pflicht der
Behörde zur umfassenden Veröffentlichung interner Dokumentationen abgelei
tet werden. Um die Repräsentativität im Ein
zelfall zu gewährleisten, genüge
nach der Rechtsprechung der Nachweis von fünf zumutbaren Arbeitsplätzen. Die entsprechenden DAP-Blätter müss
t
en aufgelegt werden, sodass in diesem Rahmen das rechtliche Gehör gewahrt
sei
. Bezüglich der Gesamtheit aller den Abfragekriterien entsprechen
den Arbeitsplatz-Profile
n
bestehe
kein
Einsichts
recht
(vgl. BGE 139 V 592 E.7.8).
Insoweit der Beschwerdeführer im vorliegen
den Verfahren weitergehende Einsichtsrechte verlangt, ist
darauf
unter Hinweis auf die vorstehend erwähnte klare Rechtsprechung nicht weiter einzugehen.
4.3
Der Beschwerdeführer äussert im Weiteren Zwei
fel daran, ob
er
die Anforderun
gen der von der Beschwerdegegnerin ausgewählten Arbeitsplätze erfüllen könne (Urk.
12/
1 S. 11). So werde bei den DAP 9980, 2601 und 1916 Feinmotorik verlangt, wozu er gerade nicht mehr in der Lage sei. Die Beschwerdegegnerin hat
indessen
darauf hingewiesen, dass die Kategorie leicht/feinmotorisch in allen DAP-Blättern erfasst werde. Aus den jeweiligen Arbeitsplatzbeschreibun
gen ergebe
sich
klar, dass
hier
das Hantieren mit leichten Gegenständen
gemeint sei, nicht aber wirklich feinmotorische Tätigkeiten wie Uhrenmontage oder der Bau von Computerteilen (Urk.
12/
7 S. 6).
Weiter
moniert
der Beschwerdefü
hrer
, bei weiteren Arbeitsplätzen werde bedingte Beidhändigkeit verlangt
, obwohl er s
eine
rechte Hand nur noch als Stützhand gebrauchen könne.
Gewichte über Brusthöhe heben wie in DAP 4459 beschrieben, könne er damit nicht.
Die vom Beschwerdeführer damit beha
uptete fehlende
Funktion
widerspricht der
medizinischen Aktenlage
. Danach
sind Beweglichkeit und Funktion des Daumens, des Ring- und Kleinfingers
(
Dig
IV und V)
nicht einge
schränkt.
Beim Mittelfinger (
Dig
III) besteht im Grundgelenk (MP) eine regel
rechte Flexion,
aufgehoben ist
die Beweglichkeit im Mittelgelenk (PIP) und im End
gelenk (DIP;
vgl. Urk. 12/8/146 S. 4).
Weshalb dadurch weitgehende
Ein
händigkeit
bestehen und die Einsatzmöglichkeit der rechten Hand auf eine reine Haltefunktion beschränkt sein soll, wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht, ist nicht einsichtig.
Ebensowenig
ist nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer im Arbeitstraining den rechten Arm überhaupt nicht mehr einsetzte (Aktennotiz vom 1
0.
Juli 2012, Urk. 12/8/177).
Zusammengefasst findet die Behauptung, die
rechte
Hand sei unfallbedingt lediglich noch als
Zudienhand
für leichte Arbei
ten einsetzbar,
und beidhändiges Arbeiten oder Greifen von Gegenständen sei nicht mehr möglich,
in den Akten keine Stütze, worauf bereits die
Beschwerde
gegnerin
zutreffend verwiesen hat
(vgl. Urk. 7)
.
5.
Wird der
Durchschnittsverdien
s
t der fünf DAP-Arbeitsplätze
von Fr.
61'757.--
dem
im
Einspracheentscheid
angepassten und nicht mehr
beanstandeten hypo
thetischen Einkommen ohne Invalid
ität (
Valideneinkommen
) von Fr. 90'082.60
gegenübergestellt, ergibt sich
der von der Beschwerdegegnerin ermittelte
Invali
ditätsgrad
von
31 % (Urk. 2)
. Die Beschwerde ist damit abzuweisen.
Das Gericht
beschliesst
:
Der Prozess Nr. UV.2013.00264 in Sachen der Parteien wird mit dem vorliegenden Prozess Nr. UV.2012.00128 vereinigt und als dadurch erledigt abgeschrieben,
und erkennt:
1.
Die
Beschwerden werden
abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwalt Daniel Bohren
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Bundesamt für Gesundheit
4.