Decision ID: 3fbd1c3f-7b31-47b1-8e46-5631f5f6d198
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1958,
Mittelschulleh
rerin (Englisch und Geschichte) und
Theologin,
arbeitet seit
1.
Januar 2008
als
Spitalseelsorgerin
beim
Y._
zunächst
in einem
8
0
%
-Pensum
, welches sie aus gesundheitlichen
Gründen per
1.
Januar 2012
auf ein 60%-Pensum herabsetzte
(
Urk.
3/3,
Urk.
3/13,
Ur
k. 8/
10, Urk. 8/5
).
1.2
Am 3
1.
Januar 2012 (Urk. 8/10)
meldete sich die Versicherte – nach erfolgter Früherfassung
(
Urk.
8/3,
Urk.
8/6)
- unter Hinweis auf eine bipolare affektive Störung mit depres
siven
Verstimmungen und
Klimakterium
be
schwer
den
seit April 2010
bei der In
validen
versiche
rung zum
Leistungs
bezug
an. Die
Sozial
ver
siche
rungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zog die Akten des
Krankentag
g
eldversicherers
bei (Urk. 8/15) und
holte Aus
kü
nf
te des Arbeitgebers (Urk. 8/14
, Urk. 8/27-28
),
medizinische
Berichte (Urk. 8/16
-17
, Urk. 8/24
)
sowie einen Auszug aus dem indi
viduellen Konto (Urk. 7/22)
ein
. Am 2
8
.
August
2012
(Urk. 8/20
) teilte sie der Versicherten mit,
dass die
Arbeits
platzerhaltung
erfolgreich abgeschlossen
worden sei.
Sodann
veranlasste
sie am
8.
März 2013 (Urk. 8/31) eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und
Haushalt
.
Nach durch
ge
führtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/
35
-
36, Urk. 8/39
)
ver
neinte sie mit Ver
fügung vom
1
4.
Mai 2013
(Urk. 2) bei einem
In
validi
täts
grad
von
21
% einen Anspruch
der Versicherten auf eine Rente
.
2.
Dagegen erhob die
Versicherte
am 1
2.
Juni 2013
(Urk
. 1)
unter Beilage ver
schiede
ner
Unterlagen (Urk. 3
/3-13
) Beschwerde
und
be
an
tragte, es sei ihr ab
dem 1.
Juli 2012 eine
Viertelsrente
auszurichten; eventuell sei über die Arbeitsfähigkeit
von
1980 bis 2011 ein Gutachten in Auftrag zu geben.
Mit Beschwerdeantwort
vom
9
.
August 2013
(Urk. 7) schloss
die IV-Stelle auf Ab
wei
sung der Beschwerde, was der Beschwerde
führ
erin am
1
4.
August 2013
zur Kenntnis
gebracht wurde (Urk.
9
).
Mit
V
erfügung vom 2
1
.
Mai
201
4
(Urk.
10
) wurde die
Pensionskasse für Angestellte der römisch-katholischen Kirchge
meinde des Kantons Zürich
zum Pro
zess bei
ge
laden.
Innert
an
gesetzter
Frist
ging
von ihr
keine Stellungnahme ein.
3.
Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien und die Akten wird, sofern für die
Ent
scheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversi
cherung [
IVG
]).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein
tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invaliden
ein
kom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mens
vergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der
Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 ff. E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125
V
351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung vom
1
4.
Mai 2013
(Urk. 2) dafür, dass die Beschwerdeführerin ohne
Gesund
heits
schaden
ihrer Tätigkeit als
Seelsorgerin
in einem Pen
sum von
8
0 % nachginge und die rest
lichen
2
0 % im
Aufgabenbereich
tä
tig wäre. Mittels ge
mischter Methode er
rechnete sie
- basierend auf einer
6
0%igen Arbeitsfähigkeit in einer
von ihrem Arbeit
geber leicht angepassten Tätigkeit
-
einen
renten
aus
schliessen
den
Gesamt
in
vali
ditätsgrad
von
21
%
.
Zur Qualifikation als Teilerwerbstätige mit Aufgabenbereich führte die
Beschwer
degegnerin
in der Vernehmlassung aus, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Abklärung vor Ort erläutert habe, dass sie bei guter Gesundheit im bisherigen Rahmen von 80 % erwerbstätig wäre, die restliche Zeit benötige sie für die Erfüllung der Hausarbeiten und für ihre Freizeitbeschäftigungen (
Z._
, Chor). Es sei nicht in Frage zu stellen, dass schon vor der psy
chischen Dekompensation im Jahr 2011 ein Gesundheitsschaden bestanden habe.
Trotzdem sei es ihr möglich gewesen, mehrere Studiengänge erfolgreich zu absolvieren. Die Beschwerdeführerin habe das restliche Pensum von 20
%
engagiert für nebenberufliche Tätigkeiten benutzt, was gegen eine
krankheits
bedingte
Teilerwerbstätigkeit spreche. Es sei mit überwiegender Wahrscheinlich
keit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bewusst wegen Haushalt und weiteren Freizeitbeschäftigungen kein Vollzeitpensum ausgeübt habe (
Urk.
7).
2.2
Dagegen
stellte sich
die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom
12
.
Juni
2013
(Urk. 1)
im Wesentlichen auf den Standpunkt
,
dass die Anwendung der gemischten Methode falsch sei und sie ohne Gesundheitsschaden zu 100
%
arbeiten würde (S. 3
Ziff.
2). Aus gesundheitlichen Gründen sei ihr eine 100%ige Arbeitstätigkeit nie möglich gewesen, was durch die be
han
delnden Ärzte mehrfach bestätigt worden und aktenkundig sei (S. 4
Ziff.
5).
Dass sie aus gesundheitlichen Gründen und aus mangelnder Belastbarkeit nie in der Lage gewesen wäre, eine 100%ige Arbeitstätigkeit aufzunehmen werde denn auch durch ihren beruflichen Werdegang belegt (S. 4
Ziff.
5
f.
).
Überdies
sei die Berechnung des
Validen
einkommens
aufgrund des IK-Auszuges über die Jahre 2008 bis 2010 nicht nachvollziehbar (S. 3
Ziff.
2).
3.
3.
1
Im Bericht vom 1
2.
August 1983 (Urk.
3/6
)
über die stationäre Behandlung
stell
ten d
ie Fachpersonen der P
sychiatrischen Klinik
A._
,
B._
,
die Diagnose einer schizophrenen Reaktion.
Als Befund notierten sie Folgendes: „Differenzierte, psychomotorisch unruhige, all
seitig orientierte Pat. in psycho
tischem Zustand:
p
a
rathym
lächelnd, teilweise zer
fahren, ahnt Schlimmes und fürchtet sich vor einem Fliegerangriff, glaubt, in die Zukunft sehen zu können, weil sie Geschichte und Anglistik anstatt Mathe
matik studiert habe, meint, eine ältere Mitpatientin bewege sich genauso wie sie selber, berichtet von Farben-Bedeutungserlebnissen und glaubt, ihr Vater habe die behandelnde Ärztin für sie ausgesucht. Unter
Haldol
60 mg weitgehendes Abklingen der Symptomatik.“ Als Prozedere schlugen sie
Haldol
in sinkender Dosierung, Gruppenaktivitäten, stützende Einzel- sowie
Familien
ge
spräche
vor
(S. 2 f.)
.
3.
2
Dr.
med.
C._
, Allgem
eine Medizin FMH, nannte im undatierten Bericht (Urk. 8/16
/1-3
, Dokumenten-
Eingang
s-Datum
:
1
4.
März 2012
) als
Diagnosen mit Aus
wirkung auf die
Arbeitsfähigkeit eine manisch-depressive Psy
chose be
stehend seit circa 1983 und
attestierte der Beschwerdeführerin als Seel
sorgerin eine vor
aus
sichtlich dauernde 40
%ige Arbeitsunfähigkeit seit 1.
Januar
2012.
Dr.
C._
führte aus, es bestünden Einschränkungen in Form einer rasche
ren psychischen und körperlichen Erschöpfbarkeit, die sich in einer zeit
lichen Limitation auswirkten.
3.
3
Im Bericht vom 1
3.
März 2012 (Urk.
8/
17
, vgl. dazu auch
Urk. 8/14/10, Urk. 8/15/3-12, Urk. 8/15/14-17,
Urk. 8/16
/5-6
, Urk. 8/24
)
diagnostizierte
der seit Februar 2
0
08 be
handelnde
Dr.
med.
D._
, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psycho
therapie, eine bipolare Störung (II
, ICD-10 F31.7, Be
schwerde
führe
rin zurzeit
normothym
) mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit seit
sicher 2009 und attestierte ihr folgende Arbeits
un
fähig
keiten in Prozenten be
zogen auf ein volles Arbeits
pensum (Anstellungsgrad 80
%
):
100
%
vom
9.
b
is
1
9.
April 2010,
75
%
vom
2
0.
April bis 1
6.
Mai 2010
,
6
5
%
vom 1
7.
Mai bis 6.
Juli 2010
, 50
%
vom
7.
Juli bis
2.
August 2
010, 40
%
vom
3.
August bis 17.
Oktober 2010, 30
%
vom 1
8.
Oktober bis
3
1.
Dezember 2010, 20
%
vom 1.
Januar bis 2
8.
Februar 2011, 10
%
vom
1.
März bis 3
0.
April 2011, 0
%
vom
1.
Mai bis
4.
Juni 2011, 100
%
vom
5.
Juni b
is 3
1.
August 2011, 75
%
vom 1.
bis 2
5.
September 2011, 62.5
%
vom 2
6.
Sep
tember bis 1
6.
Oktober 2011, 50
% vom 1
7.
Oktober bis
6.
November 2011 und 25
%
vom
7.
November bis 3
1.
Dezember
2011
.
Dr.
D._
hielt weiter fest, infolge der psychischen Fragilität der Be
schwerde
führerin komme es bei beruflichen oder emotionalen Belastungen rasch zu
Über
forderungsreaktionen
, die dann Mitursache einer depressiven oder mani
schen Dekompensation seien und sich in einer verminderten Belastbarkeit äus
serten. Zwar sei die bisherige Tätigkeit noch zumut
bar, mit einem vollen Arbeitspensum sei die Beschwerdeführerin aber in ihrer an
spruchsvollen Tätig
keit überfordert, weshalb
sie
zurzeit und vermutlich auf längere Sicht im ursprünglichen Arbeitsumfeld nur zu 60
%
arbeits
fähig sei. Durch die psychiat
rische Behandlung sollten erneute De
kom
pensationen verhindert werden kön
nen. Die Arbeitsleistung könne da
durch aber vor
aus
sichtlich nicht erhöht wer
den. Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin sei in den letzten zwei Jahren in wechselndem Ausmass deut
lich ein
ge
schränkt gewesen
. Um eine dauerhafte Stabilisierung des psy
chischen Gesund
heits
zustandes zu erreichen, solle die Arbeitsleistung auf längere Sicht nicht über 60
%
gesteigert werden. Falls die Beschwerdeführerin beruf
lich weiterhin reduziert arbeiten könne und keine besonderen Belastungen an
fallen
würden
, scheine die Prognose gut.
Berücksichtigt werden sollte, dass die Beschwerdeführerin aus gesundheitlichen Grün
den seit Jahren nur zu 80
%
gearbeitet habe, sodass sich die effektive Arbeits
unfähigkeit entsprechend erhöhe.
4.
Aus den
medizinischen
Akten geht hervor, dass bei der Beschwerdeführerin psy
chische Einschränkungen bestehen. Für die Frage, ob beziehungsweise inwie
weit
sie
deswegen in ihrem Leistungsvermögen einge
schränkt ist, kann unbestrittener- und
ausgewiesenermassen
auf den Bericht
von
Dr.
D._
vom 1
3.
März 2012 (E. 3.3) abgestellt wer
den. Er
entspricht den praxisgemässen An
forderungen an
eine beweiskräftige medizinische
Ent
scheidungsgrundlage
(E.
1.5).
Demnach ist die Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen (leicht an
ge
passten) Tätigkeit
noch
zu 60
%
arbeitsfähig.
Eine vor
aus
sichtlich dauernde 40%ige Arbeitsunfähigkeit
(
seit
1.
Januar
2012
)
wird denn auch vom be
han
delnden Allgemeinmediziner
Dr.
C._
bestätigt (E. 3.2).
5.
5.1
Zu prüfen bleibt die Festlegung des Invaliditätsgrades, wobei sich vorab die Frage stellt,
in welchem Ausmass die Beschwerdeführerin ohne gesund
heitliche Bee
inträchtigung erwerbstätig wäre.
Die Beschwerdegegnerin qualifizierte
s
ie als zu 80
%
erwerbstätig und zu 20
%
im Haushalt tätig und wandte bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades die gemischte Methode an. Die Beschwerde
führerin machte demgegenüber geltend, sie sei als Vollzeiterwerbstätige zu betrachten und die Bemessung der Invalidität habe daher nach der allgemeinen Methode des Einkommensver
gleiches zu erfolgen (E. 2.1-2
)
.
5.2
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungs
ver
gleich
, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Er
werbs
tä
tigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch,
das heisst
ohne
Gesund
heits
scha
den
, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]
). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst
wirklich
keits
gerechte
Bemessung des
Invalidi
tätsgrades
(BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbs
tätigkeit ist der im
Sozial
ver
sicherungsrecht
übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundes
gerichts
9C_915/2012
vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Das
Validen
ein
kommen
ist nach
Massgabe
der ohne Gesundheitsschaden ausge
übten
Teil
erwerbs
tätigkeit
festzulegen. Entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganzta
gestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/
bb
mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 92 E. 4a). Das Invalideneinkommen bestimmt sich ent
sprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Ein
tritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger
Eingliederungs
mass
nahmen
durch eine
ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeits
markt
lage
erzielen könnte. Dabei kann das - vom Arzt festzulegende
–
Arbeits
pen
sum
unter Umständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beein
trächtigung geleis
tete (vgl. BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren
Invaliditäts
bemessungs
methode
und damit der Beantwortung der entscheidenden
Status
frage
handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypo
thetische Willensentscheidungen der versicherten Person berücksichtigen muss.
Dies gilt auch für die Frage,
in welchem
Ausmass
die versicherte Person ohne ge
sund
heit
liche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre
.
Diese
inneren Tat
sachen
sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müs
sen in aller Regel aus
äusseren
Indizien erschlossen werden.
5.
3
Nachdem die
allein stehende
Beschwerdeführerin
(
Urk.
8/31
Ziff.
1)
neben ihrer Erwerbstätigkeit in keinem Aufgabenbereich tätig war, fin
det die allgemeine Methode
des Einkommensvergleichs Anwendung für die
Invaliditätsbemessung (E. 1
.3
; BGE 131 V 51 E. 5.2
).
Auf die Frage der
gesund
heitsbedingten
Ein
schränkung im Haushaltsbereich braucht daher nicht näher eingegangen zu werden.
Auch wenn die berufliche Ausbildung grundsätzlich dem Aufgabenbereich im Sinne des Gesetzes gleich gestellt wird (
Art.
26
bis
IVV), ändert dies vorliegend an der Wahl der Invaliditätsbemessungsmethode nichts. Denn die Beschwerde
führerin hat das Masterdiplom in Theologie im Jahr 2006 erworben und war mithin im massgebenden Zeitpunkt der Anspruchsprüfung nicht mehr in Aus
bildung begriffen.
5.4
Zu prüfen bleibt
,
in welchem Umfang die Beschwerdeführerin nach überwiegen
der Wahrscheinlichkeit ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre.
Aus dem Bericht der Psychiatrischen Klinik
A._
vom 1
2.
August 19
8
3 (E. 3.1), der persönlichen Aufstellung der Beschwer
deführerin
(Urk. 8/7)
, den
Be
richt
en
vom 2
9.
April 2009 (Urk. 8/16/5-6) und
1
3.
März 2012 von
Dr.
D._
(E. 3.2)
sowie den beschwerdeweisen Vorbringen
(Urk. 1 S. 4 ff.
Ziff.
5-7)
geht hervor, dass
d
ie
Beschwerdeführerin
schon seit
Eintritt ins Erwerbsleben
an
p
sy
chische
n
Störungen
leidet, wurde sie doch bereits im Jahr 1983
und damit
im Alter von 25
Jahren
und auch später wiederholt
stationär behandelt
(Urk. 3/6)
.
Ferner steht sie schon seit jungen Jahren und erneut seit Februar 2008 in ambulanter psychiatrischer Behandlung (
Urk.
8/15/7
,
Urk.
8/17,
Urk.
3/7).
Vor diesem
Hinter
grund und angesichts des Um
standes, dass keine
konkreten
Anhaltspunkte dafür
vorliegen
, dass
d
ie
bestens ausgebildete Beschwerdeführe
rin
au
s anderen als
aus
ge
sund
heitlichen Gründen
ihr Arbeitspensum reduziert hat
, ist davon
aus
zu
gehen, dass sie als Gesunde –
entgegen
ihrer
unbegründeten Erklärung
gegenüber der
Ab
klärungs
person
(
Urk.
8/31 S. 2)
-
mit über
wiegender Wahr
scheinlichkeit eine 100%ige
Erwerbs
tätig
keit als
Seelsorgerin
aus
ge
übt hätte
.
Daraufhin
deutet, dass sie
ihr Arbeitspensum nicht für
mehr
Freizeit
reduziert hat, sondern um ihre Studien fortzuführen (Urk. 3/9, Urk. 7/8/14-15).
Dabei kann auch nicht ausgeschlossen werden
, dass die Beschwerdeführerin
die Wichtigkeit der Frage betreffend die hypothetische Erwerbsfähigkeit trotz der Erläuterungen der Abklärungsperson nicht gänzlich
verstanden hat, andernfalls sie
sich wohl auch gegen die unnötige Haushaltabklärung gewandt hätte.
Dass
ihr
die Ausübung einer
100%ige
n
Erwerbstätigkeit
aus gesund
heitlichen Grün
den ni
e
möglich
ge
wesen sei, bestätigt
e
denn auch der be
handelnden Psychia
ter, indem er im Be
richt vom
1
3.
März 2012 (
3.2
) ausführte, dass
sie
aus gesundheitlichen Gründen seit
Jahren nur zu 80
%
arbeiten könne
und sie
bei beruflichen oder e
motionalen Be
lastungen rasch überfordert sei
und
sie dann
manisch-depressiv
dekompensiere
.
Demnach ist aufgrund der konkreten Situation und der Vorbringen der Be
schwer
de
führerin nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahren mit dem im Sozial
versicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lich
keit davon auszugehen, dass sie im Gesundheitsfall ihrer Tätigkeit als Seel
sorgerin zu 100
%
n
achgeh
en würde
.
Dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Erkrankung an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit stiess und nie ein 100%-Pensum
zu
verrichten
ver
mochte, vermag insbesondere mit Blick auf die Beurteilung der medizinischen Situation durch
Dr.
D._
ohne Weiteres zu überzeugen.
Anzumerken bleibt, dass d
aran
nichts
zu
ändern vermag
, dass
die Beschwerde
führerin
mehrere Freizeit
beschäftigungen (
Z._
und Mitgliedschaft in
einem Chor) ausübte, ist aufgrund der Akten
lage jedenfalls nicht erstellt, dass sie ihr
Arbeits
pen
sum
aus freien Stücke
n
für die Ausübung dieser Freiz
eit
be
schäftigungen reduzierte
hat und diese auch nicht das Ausmass dessen überstei
gen, was selbst neben einer 100%igen Erwerbstätigkeit als üblich zu betrachten ist.
5.
5
Seit dem
1.
Januar
2012 arbeitet
die Beschwerdeführerin in einem 60%-Pensum als Seelsorgerin
beim
Y._
. Damit übt sie ihre angestammte leicht angepasste Tätigkeit in dem von den be
han
delnden Ärzten zumutbar erachteten Pensum aus. Für die Ermittlung des
In
validitäts
grades
genügt daher die Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen (BGE 114 V 310 E. 3a mit Hinweisen). Mithin resultiert ein
eine
Viertelsrente
be
grün
dender Invaliditätsgrad von 40
%
.
6.
Nach dem
Gesagten ist die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 14. Mai
201
3
(Urk. 2) aufzuheben, mit der Feststellung, dass die Beschwerdeführerin
antragsgemäss
ab 1.
Juli
2012
(Ablauf von
zwölf Monaten nach Eintritt der Arbeitsunfähigk
eit [Urk. 7/17/1]
beziehungsweise
sechs Monaten nach Gel
tendmachung des
Leistungs
anspruches
,
Art.
29
Abs.
1 IVG)
Anspruch auf eine
Viertelsr
ente
der
In
validen
versicherung hat.
Dies führt zur
Gutheissung
der Be
schwerde.
7.
7
.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
800.-- festzulegen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).
7
.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die
obsiegende
Be
schwerde
führerin Anspruch auf eine Prozessentschädigung, welche unabhängig vom Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird (
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das
Sozial
ver
sicherungsge
richt
) und vorliegend auf
Fr.
1‘
6
00.--
(inklusive
Bar
ausla
gen
und
MWSt
) fest
zusetzen ist.