Decision ID: 3fa8ed24-6a82-5b20-8d5a-06dfbaa6b8d9
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
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A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war als Geschäftsführer der B._ GmbH bei der
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch unfallversichert, als er
am 11. April 2017 einen Verkehrsunfall erlitt. Laut polizeilichen Akten fuhr der
Versicherte ohne Schutzhelm auf einem Motorrad von C._ in Richtung D._, als vor
ihm ein Lernfahrer in Begleitung seines Fahrlehrers zu Ausbildungszwecken eine
Vollbremsung ausführte. Der Versicherte kollidierte mit dem Personenwagen und kam
zu Fall (Suva-act. 1, 47-7). Er wurde stationär ins Spital E._ eingewiesen, wo ein SHT
(Schädelhirntrauma) Grad I mit RQW (Rissquetschwunde) ca. 5 cm lang parietal rechts,
ein Pneumothorax rechts bei Rippenserienfraktur der 3. bis 5. Rippe rechts anterior
und posterior paravertebral, eine Lungenkontusion rechts, eine AC-Gelenksluxation
Tossy III rechts, eine Kontusion des rechten Knies sowie eine erstgradig offene, nicht
dislozierte Endgliedfraktur Dig. V Hand rechts diagnostiziert wurden (Suva-act. 13).
Noch am Unfalltag wurde der Pneumothorax mit einer Thoraxdrainage versorgt, die
arteriell blutende RQW am Kopf genäht und auch die Wunde am Dig. V verschlossen.
Ausserdem erfolgte eine 24-stündige GCS-Überwachung. Am 15. April 2017 wurde der
Versicherte bei Bescheinigung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus dem Spital
entlassen (Suva-act. 10, 13, 25). Ab dem 24. April 2017 wurde ihm von seinem
Hausarzt, Dr. med. F._, Allgemeine Innere Medizin FMH, eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert (Suva-act. 29). Am 8. Juni 2017 wurde beim Versicherten
im Spital E._ eine Schulterarthroskopie rechts mit tight rope Rekonstruktion,
Bizepssehnentenotomie und Weichteiltenodese, Débridement Subscapularis- und
Supraspinatussehne, subakromialer Dekompression und knöcherner Akromioplastik
durchgeführt (Suva-act. 52, vgl. auch Suva-act. 53). Es bestand weiterhin eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 55).
A.b Mit Verfügung vom 14. Juni 2017 kürzte die Suva die Taggeldleistungen um 10%,
während sie die ungekürzte Kostenübernahme für die Heilbehandlungen zusprach. Die
Taggeldkürzung begründete sie damit, dass der Versicherte keinen Schutzhelm
getragen habe. Zwischen dieser Unterlassung und den erlittenen Verletzungen bestehe
ein ursächlicher Zusammenhang (Suva-act. 36).
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B.
B.a Die gegen diese Verfügung vom Versicherten, vertreten durch Rechtsanwalt lic.
iur. Patrick Lerch, Zürich, mit Schreiben vom 19. Juni 2017 erhobene Einsprache
(Suva-act. 43) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 17. Oktober 2017 ab (Suva-
act. 81).
B.b Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft G._ vom _ 2017 wurde der Versicherte
wegen verschiedener Verkehrsregelverletzungen schuldig gesprochen und mit einer
Busse bestraft (act. G 1.5).
C.
C.a Am 2. November 2017 liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer)
durch seinen Rechtsvertreter gegen den Einspracheentscheid der Suva (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) Beschwerde erheben. Er beantragte die Aufhebung des
angefochtenen Einspracheentscheids und der Verfügung vom 14. Juni 2017 sowie die
Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen, namentlich ungekürzter Taggeldleistungen,
unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).
C.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 7. Dezember 2017 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde vom 2. November 2017, die
Aufhebung des Einspracheentscheids vom 17. Oktober 2017 sowie die Vornahme einer
Kürzung der Taggeldleistungen um mindestens 20% (reformatio in peius) (act. G 3).
C.c In der Replik vom 18. Januar 2018 liess der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
und deren Begründungen festhalten (act. G 5).
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C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 7).

Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden
daher, nachdem ein Unfallereignis aus dem Jahr 2017 zur Diskussion steht, die seit 1.
Januar 2017 gültigen Bestimmungen Anwendung. Hinsichtlich der für das vorliegende
Verfahren anwendbaren Bestimmung (Art. 37 UVG) haben sich indessen mit
Inkrafttreten der neuen Rechtssätze keine Änderungen ergeben. Auch bezüglich des
unfallversicherungsrechtlichen Begriffs des natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhangs und dessen Bedeutung als Voraussetzung für eine
Leistungskürzung (vgl. dazu nachfolgende Erwägung 4) hat die UVG-Revision zu
keinen Änderungen geführt. Vor diesem Hintergrund steht auch der Anwendung der in
diesem Zusammenhang ergangenen Rechtsprechung sowie dem Beizug dazu
verfasster Literatur nichts entgegen.
2.
Streitig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die dem
Beschwerdeführer zustehenden Taggeldleistungen zu Recht wegen grob fahrlässiger
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Herbeiführung des Unfalls vom 11. April 2017 bzw. der Unfallfolgen um 10% gekürzt
hat.
3.
3.1 In der Versicherung der Nichtberufsunfälle werden die Taggelder, die während der
ersten zwei Jahre nach dem Unfall ausgerichtet werden, gekürzt, wenn der Versicherte
den Unfall grob fahrlässig herbeigeführt hat (Art. 37 Abs. 2 Satz 1 UVG). Nach ständiger
Rechtsprechung handelt grob fahrlässig, wer jene elementaren Vorsichtsgebote
unbeachtet lässt, die jeder verständige Mensch in der gleichen Lage und unter den
gleichen Umständen befolgt hätte, um eine nach dem natürlichen Lauf der Dinge
voraussehbare Schädigung zu vermeiden (BGE 118 V 306 E. 2a mit Hinweisen, 114 V
190 E. 2a, 111 V 189 E. 2c; RKUV 1990 Nr. U 87 S. 56 E. 2a; ALEXANDRA RUMO-
JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 202). Um zu beurteilen, ob das Verhalten einer versicherten Person
grob fahrlässig im Sinn von Art. 37 Abs. 2 UVG sowie der darauf gründenden
Rechtsprechung und Literatur einzustufen ist, sind die verschiedenen Argumente, die
für oder gegen eine grobe Fahrlässigkeit sprechen, gewissenhaft gegeneinander
abzuwägen. Zu beachten ist hierbei, dass sich die im Einzelfall gebotene Sorgfalt nach
objektiven Kriterien bemisst, die sich entweder geschriebenen Normen und Satzungen,
d.h. einer durch objektives Recht existierenden Verhaltenspflicht, oder einem von der
Praxis entwickelten objektivierten Massstab des Handelns entnehmen lassen (RKUV
2002 Nr. U 459 S. 227 f., 1994 Nr. U 198 S. 220).
3.2 Nach ständiger Rechtsprechung ist der Begriff der groben Fahrlässigkeit im
Zusammenhang mit Verkehrsunfällen nach Art. 37 Abs. 2 UVG weiter zu fassen, als
derjenige der groben Verletzung von Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 2 des
Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01), welcher ein rücksichtsloses oder sonst
schwerwiegend regelwidriges Verhalten voraussetzt. Das Sozialversicherungsgericht ist
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deshalb weder hinsichtlich der Angaben der verletzten Verkehrsvorschriften noch
hinsichtlich der Beurteilung des Verschuldens an die Feststellung und Würdigung der
Strafjustiz gebunden. Es weicht jedoch von den einschlägigen tatbeständlichen
Feststellungen im Strafverfahren nur dann ab, wenn der im Strafverfahren ermittelte
Tatbestand und dessen rechtliche Subsumtion nicht zu überzeugen vermögen oder auf
Grundsätzen beruhen, die zwar im Strafrecht gelten, im Sozialversicherungsrecht aber
unerheblich sind. Bei Fehlverhalten im Strassenverkehr ist grobe Fahrlässigkeit im
Sinne von Art. 37 Abs. 2 UVG in der Regel anzunehmen, wenn in ursächlichem
Zusammenhang mit dem Unfall eine elementare Verkehrsvorschrift - was darunterfällt,
hängt nicht von der Akzeptanz einer Verkehrsvorschrift ab, sondern von deren
Begründetheit (BGE 118 V 307 f. E. 3a) - oder mehrere wichtige Verkehrsregeln
schwerwiegend verletzt wurden. Nicht jede pflichtwidrige und unfallkausale
Missachtung einer Verkehrsvorschrift bedeutet demgemäss eine grobe Fahrlässigkeit,
ansonsten die Abgrenzung gegenüber der leichten Fahrlässigkeit entfiele. Auch die
Verletzung einer elementaren Verkehrsvorschrift führt nicht notwendigerweise zur
Annahme einer groben Fahrlässigkeit, da nicht allein auf den Tatbestand der verletzten
Vorschrift abzustellen ist. Vielmehr sind die gesamten Umstände des konkreten Falls zu
würdigen und es ist zu prüfen, ob subjektiv oder objektiv bedeutsame
Entlastungsgründe vorliegen, die das Verschulden in einem milderen Licht, somit die
Verkehrsregelverletzung nicht als schwerwiegend erscheinen lassen (BGE 118 V 307 E.
2b; RKUV 1990 Nr. U 87 S. 57 E. 2b, 1987 Nr. U 20 S. 324 E. 1 mit Hinweisen; RUMO-
JUNGO/HOLZER, a.a.O, S. 203).
3.3 Gemäss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft G._ vom _ 2017 wurde der
Beschwerdeführer unter anderem wegen des vorsätzlichen Nichttragens eines
Schutzhelms als Motorradfahrer im Sinne von Art. 96 Abs. 1 Bst. c SVG und der
vorsätzlichen einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG
mit einer Busse von Fr. 1'380.-- bestraft. Die Erfüllung des Straftatbestandes von Art.
90 Abs. 1 SVG wurde damit begründet, der Beschwerdeführer habe beim
Hintereinanderfahren keinen ausreichenden Abstand eingehalten (act. G 1.5).
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3.4 Gemäss Art. 3b Abs. 1 der Verkehrsregelverordnung (VRV; SR 741.11) müssen die
Führer von Motorrädern während der Fahrt Schutzhelme tragen. Dabei handelt es sich
um eine elementare Verkehrsvorschrift, deren objektive Begründetheit offenkundig ist
und deren Verletzung gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine grobe
Fahrlässigkeit darstellt (vgl. dazu BGE 121 V 48 E. 2c). Vorliegend ist polizeilich erstellt
(Suva-act. 47-13) und wird auch vom Beschwerdeführer nicht bestritten, dass er im
Zeitpunkt des Unfalls vom 11. April 2017 keinen Schutzhelm getragen hat. In Bezug auf
die obgenannte Verkehrsregelverletzung stellt der Beschwerdeführer offenbar auch
deren strafrechtliche Beurteilung bzw. Sanktionierung nicht in Frage (vgl. act. G 1, S. 3
Ziff. 6). Zusammenfassend ist mithin festzustellen, dass dem Beschwerdeführer in
Bezug auf den hier zur Diskussion stehenden Sachverhalt - das Nichttragen des
Schutzhelms auf dem Motorrad im Zeitpunkt des Unfalls - grundsätzlich ein grob
fahrlässiges Fehlverhalten im Strassenverkehr vorzuwerfen ist.
3.5
3.5.1 Gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG ist gegenüber allen Strassenbenützern
ausreichender Abstand zu wahren, namentlich beim Kreuzen und Überholen sowie
beim Neben- und Hintereinanderfahren. Der Fahrzeugführer hat beim
Hintereinanderfahren einen ausreichenden Abstand zu wahren, so dass er auch bei
überraschendem Bremsen des voranfahrenden Fahrzeugs rechtzeitig halten kann (Art.
12 Abs. 1 VRV). Was unter einem "ausreichenden Abstand" im Sinne von Art. 34 Abs. 4
SVG zu verstehen ist, hängt von den gesamten Umständen ab. Dazu gehören unter
anderem die Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnisse sowie die Beschaffenheit der
beteiligten Fahrzeuge. Die Rechtsprechung hat keine allgemeinen Grundsätze zur
Frage entwickelt, bei welchem Abstand in jedem Fall, d.h. auch bei günstigen
Verhältnissen, eine einfache Verkehrsregelverletzung anzunehmen ist. Im Sinne von
Faustregeln wird für Personenwagen auf die Regel "halber Tacho" (entsprechend 1,8
Sekunden) und die "Zwei-Sekunden"-Regel abgestellt (zum Ganzen BGE 131 IV 135 E.
3.1 mit Hinweisen). Diese Distanz entspricht ungefähr der Anhaltestrecke bei
plötzlichem ordnungsgemässem Bremsen und Anhalten des vorausfahrenden
Personenwagens (BGE 104 IV 192 E. 2b).
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3.5.2 Laut Strafbefehl der Staatsanwaltschaft G._ vom _ 2017 hielt der
Beschwerdeführer zum vorausfahrenden Personenwagen einen Abstand von ca. 10
Metern (act. G 1.5). Gegenüber der Polizei räumte er indirekt ein, dass dieser Abstand
bei seiner damaligen Fahrgeschwindigkeit zwischen 40 bis 50 km/h und einem von ihm
geschätzten Anhalteweg von 15 bis 20 Meter ungenügend gewesen sei (Suva-act.
47-11). Die Frage, ob sein Verhalten hinsichtlich Abstandseinhaltung als grob fahrlässig
qualifiziert werden kann, ist damit jedoch noch nicht abschliessend beantwortet. Wie
bereits erwähnt, sind die gesamten Umstände des konkreten Falles zu würdigen und
zu prüfen, ob subjektiv oder objektiv bedeutsame Entlastungsgründe vorliegen, die das
Verschulden in einem milderen Licht, somit die Verkehrsregelverletzung nicht als
schwerwiegend erscheinen lassen (vgl. Erwägung 3.2; BGE 118 V 307 E. 2b; RKUV
1990 Nr. U 87 S. 57 E. 2b, 1987 Nr. U 20 S. 324 E. 1 mit Hinweisen; RUMO-JUNGO/
HOLZER, a.a.O, S. 203). Der Lenker des vorausfahrenden Personenwagens - ein
Lernfahrer - vollzog bei einer innerorts überhöhten Geschwindigkeit von 60 km/h
anstelle von 50 km/h eine Vollbremsung bis zum Stillstand (act. G 1.3). Zwar können
gerade bei Lernfahrern mangels ihrer Befähigung zum sicheren Lenken eines
Personenwagens immer wieder unerwartete Situationen auftreten, weshalb von Seiten
der anderen Verkehrsteilnehmer erhöhte Vorsicht geboten ist. Ausserdem war dem
Beschwerdeführer laut eigenen Angaben bekannt, dass Fahrlehrer in dem Gebiet, wo
der Unfall geschah, mit ihren Schülern häufig Fahrübungen absolvieren (Suva-act.
47-13). Dennoch ist zu Gunsten des Beschwerdeführers zu bedenken, dass der
Lernfahrer die Vollbremsung auf einer in einer leichten Linkskurve verlaufenden, ebenen
und übersichtlichen, 6 Meter breiten Strasse vollzog (Suva-act. 47-6), dies absolut
ohne objektiv voraussehbaren Grund, den auch der Beschwerdeführer in Erwägung
hätte ziehen bzw. mit dem er hätte rechnen müssen. Dies zumal er davon ausgehen
durfte, dass der Lernfahrer und sein Fahrlehrer ihn bemerkt hatten, weshalb er ein
Manöver in der getätigten Form erst recht nicht erwarten musste. Die dargelegten
Umstände der Unfallsituation rechtfertigen eine mildere Verschuldensbeurteilung und
reichen für eine Befreiung vom Vorwurf der groben Fahrlässigkeit aus. Immerhin
wurden der Lernfahrer und sein Fahrlehrer von der Staatsanwaltschaft G._ gestützt
auf Art. 90 Abs. 2 SVG verurteilt (act. G 1.3 f.), welche von einer groben Fahrlässigkeit
ausgeht, während sie beim Beschwerdeführer nur von einer einfachen
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Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG ausging (act. G 1.5). Auch wenn
die Qualifizierung als einfache Verkehrsregelverletzung ein grob fahrlässiges Verhalten
nach Art. 37 Abs. 2 UVG, wie bereits gesagt, nicht ausschliesst (vgl. Erwägung 3.2), ist
darin dennoch ein, die obige Beurteilung unterstützender Hinweis zu sehen.
3.5.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass in Bezug auf das Nichteinhalten
eines ausreichenden Abstandes beim Hintereinanderfahren eine grobe Fahrlässigkeit
des Beschwerdeführers zu verneinen ist und damit die Voraussetzungen für eine
Kürzung der Taggeldleistungen gemäss Art. 37 Abs. 2 UVG nicht erfüllt sind. Eine
Kürzung der Taggeldleistungen des Beschwerdeführers kann also nur wegen des
Nichttragens des Schutzhelms in Betracht kommen (vgl. dazu nachfolgende Erwägung
4.2).
4.
4.1 Eine Kürzung von Versicherungsleistungen ist sodann nur gerechtfertigt, wenn
zwischen dem Verschulden und dem Ereignis oder seinen Folgen ein natürlicher und
adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis
dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen
Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen
Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also
durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 121 V 48 2c und 49 E. 3a,
118 V 307 E. 2c, 109 V 152, E. 1; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 57, 210).
4.2
4.2.1 Angesichts der Schlussfolgerung in Erwägung 3.5.3 ist die nachfolgend zu
prüfende Kausalitätsfrage nur zwischen dem Nichttragen des Schutzhelms und dem
Unfallereignis oder seinen Folgen zu stellen.
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4.2.2 Ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Nichttragen des
Schutzhelms und dem Schädelhirntrauma mit RQW darf ohne weiteres angenommen
werden, aber auch der adäquate Kausalzusammenhang ist zu bejahen. So entnahm
das Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG) in BGE 121 V 49 E. 3.b verschiedenen
Untersuchungen bzw. Studien, dass der Kopf eine stark verletzungsgefährdete
Körperregion sei, die Schwere der Verletzungen deutlich eine Minderung zeige, wenn
der Helm getragen werde, und dieser ein wirkungsvolles Mittel zur Verminderung der
Unfallfolgen sei. Ein Schutzhelm würde zweifellos die Unfallfolgen günstig beeinflussen
und es könne sich dadurch ein Grossteil der kurzen Hospitalisationen infolge
Commotio cerebri erübrigen. Dabei sei unerheblich, dass das Nichttragen des
Schutzhelms zwar nicht für das Unfallereignis, sondern nur für dessen Folgen kausal
gewesen sei. Vor diesem Hintergrund kam das EVG zum Schluss, dass ein Schutzhelm
im Falle eines Sturzes eines Zweiradfahrers Kopfverletzungen zu verhindern oder
erheblich zu verringern vermöge. Es könne daher auch ohne aufwendige
unfalltechnische und unfallmedizinische Untersuchungen davon ausgegangen werden,
dass die Verletzungen nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge beim Tragen des
Schutzhelms nicht oder nicht im selben Ausmass entstanden wären. In diesem Sinne
sei der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Nichttragen des Schutzhelms
und der Schwere der erlittenen Unfallverletzung zu vermuten. Diese Vermutung gelte
jedenfalls so lange, als es dem Versicherten nicht gelinge, aufgrund des konkreten
Unfallgeschehens darzutun, dass die Verletzung auch mit Schutzhelm gleich schwer
gewesen wäre (BGE 121 V 50 E. 3.c, vgl. auch BGE 109 V 154 E. 3b in fine und RKUV
1986 Nr. U 9 S. 354 E. 4a; vgl. auch RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 210). Im
vorliegenden Fall bestehen keine konkreten Hinweise für eine Nichtexistenz oder
Unterbrechung des adäquaten Kausalzusammenhangs und auch von Seiten des
Beschwerdeführers wird ein solcher nicht in Frage gestellt.
4.2.3 Dass das Nichttragen des Schutzhelms auch für die weiteren vom
Beschwerdeführer beim Unfall vom 11. April 2017 erlittenen Verletzungen - den
Pneumothorax rechts bei Rippenserienfraktur der 3. bis 5. Rippe rechts anterior und
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posterior paravertebral, die Lungenkontusion rechts, die AC-Gelenksluxation Tossy III
rechts, die Kontusion des rechten Knies bzw. die Decollement Verletzung Kniegelenk
rechts medial sowie die erstgradig offene, nicht dislozierte Endgliedfraktur Dig. V Hand
rechts (Suva-act. 13) - ursächlich gewesen sein könnte, wird von der
Beschwerdegegnerin zu Recht nicht geltend gemacht.
5.
5.1 Laut Argumentation des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers in der
Beschwerde vom 2. November 2017 (act. G 1 Ziff. 14) ist sodann eine Kürzung der
Taggeldleistungen nur möglich, wenn auch zwischen dem Nichttragen des
Schutzhelms bzw. den Kopfverletzungen und der Arbeitsunfähigkeit ein natürlicher und
adäquater Kausalzusammenhang besteht. Dieser Auffassung ist grundsätzlich zu
folgen. Für jede Art von Versicherungsleistung aus UVG werden die
Grundvoraussetzungen - Eintritt eines Unfalls (vgl. Art. 6 UVG und Art. 4 ATSG) sowie
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den geklagten
Gesundheitsschädigungen (= Unfallfolgen) - verlangt. Bei den einzelnen Leistungsarten
müssen jedoch zusätzliche leistungsspezifische Voraussetzungen erfüllt sein. So
besteht ein Anspruch auf Taggeld, wenn die versicherte Person infolge des Unfalls voll
oder teilweise arbeitsunfähig ist (vgl. Art. 6 ATSG). Folgerichtig muss damit die grob
fahrlässige Verkehrsregelverletzung - im Sinne der Argumentation des Rechtsvertreters
des Beschwerdeführers - auch kausal für die Arbeitsunfähigkeit gewesen sein.
5.2 Ein Taggeldanspruch kann sodann selbstredend erst nach dessen Entstehen und
nur bis zu seinem Erlöschen gekürzt werden. Ein Taggeldanspruch entsteht am dritten
Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen
Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod des Versicherten (Art.
16 Abs. 2 UVG). Anhand der vorliegenden Akten lässt sich nicht mit dem im
Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
(vgl. THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des
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Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58 f.) beurteilen, ob die wegen
des Nichttragens des Schutzhelms erlittenen Unfallverletzungen für sich allein eine
Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen begründeten. Beim Beschwerdeführer
wurde am Unfalltag ein Schädelhirntrauma Grad I mit RQW ca. 5 cm lang parietal
rechts diagnostiziert (Suva-act. 13). Letztere wurde am Unfalltag von den Ärzten des
Spitals E._ genäht. Im Rahmen der Erstversorgung wurden dem Beschwerdeführer
ausserdem wegen des traumatischen Pneumothorax rechts bei Rippenserienfraktur der
3. und 5. Rippe rechts anterior und posterior paravertebral eine Thoraxdrainage
eingelegt und die RQW am Dig. V verschlossen (Suva-act. 10). Wegen des
Schädelhirntraumas erfolgte eine 24-stündige GCG-Überwachung (Suva-ct. 13-2 f.).
Nachdem die Thoraxdrainage hatte entfernt werden können, die Röntgenkontrolle des
Thorax eine vollständig entfaltete Lunge gezeigt hatte und das Austrittslabor
weitestgehend stabil gewesen war, wurde der Beschwerdeführer am 15. April 2017,
d.h. am vierten Tag nach dem Unfall, bei Bescheinigung einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit vom 11. April bis 30. April 2017 aus dem Spital entlassen (Suva-act.
13). Am 21. April 2017 fand im Spital E._ eine Verlaufskontrolle statt (Suva-act. 11),
wobei der untersuchende Arzt laut Untersuchungsbericht vom 25. April 2017 im
Bereich des Kopfs als Befunde eine reizfreie Narbe mit einliegendem Nahtmaterial und
keine Infektzeichen erhob und erklärte, dass das Nahtmaterial im Bereich des Kopfs
nächste Woche entfernt werden könne. Ausserdem finden die Kopfverletzungen in den
nachfolgenden Untersuchungsberichten des Spitals E._ - ausser in der Diagnose -
keine Erwähnung mehr (Suva-act. 31, 49, 67). Andererseits hielt sich der
Beschwerdeführer - wie erwähnt - vier Tage stationär im Spital E._ auf. Zudem gelten
bei einem Schädelhirntrauma Grad I bzw. einer Gehirnerschütterung einige Tage
Bettruhe und körperliche Schonung als ratsam. Eine über die Dauer des
Spitalaufenthalts hinausgehende Arbeitsunfähigkeit kann demzufolge nicht sicher
ausgeschlossen werden. Dies ist insbesondere angesichts der vom Beschwerdeführer
erlittenen bis auf die Schädelkalotte reichenden RQW, die genäht werden musste
(Suva-act. 10 f.), nicht möglich.
5.3
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5.3.1 Von weiteren Abklärungen in Beachtung des im Sozialversicherungsrecht
geltenden Untersuchungsgrundsatzes (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG; UELI KIESER, ATSG-
Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 43 N 13) hinsichtlich der Dauer der
Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit den Kopfverletzungen kann jedoch
abgesehen werden. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin in der
Beschwerdeantwort vom 7. Dezember 2017 (act. G 3 Ziff. 4.2) ist es nämlich für eine
Kürzung der Taggeldleistungen von Bedeutung, in welchem Ausmass die
Kopfverletzungen zur Arbeitsunfähigkeit beigetragen haben.
5.3.2 Wie bereits erwähnt, finden die Kopfverletzungen in den
Untersuchungsberichten des Spitals E._ nach der Verlaufskontrolle vom 21. April
2017 - ausser in der Diagnose und bei Erwähnung normaler Befunde (reizfreie Narbe,
keine Infektzeichen) - keine Erwähnung mehr. Im Bericht zur Verlaufskontrolle vom 21.
April 2017 wurde nur noch festgehalten, dass das Nahtmaterial im Bereich des Kopfs
nächste Woche entfernt werde (Suva-act. 11). Die anamnestische Angabe - der
Beschwerdeführer habe weiterhin Schmerzen von Kopf bis Fuss - lässt nicht auf
spezielle Folgen einer Gehirnerschütterung schliessen. Aktenkundig ist jedoch eine
ärztlich attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis 31. Oktober 2017 (Suva-act. 25, 29,
31, 49, 55, 57, 60, 67, 77, 97). Vor diesem Hintergrund darf im Bereich des Kopfes von
leichten Verletzungen mit einer entsprechend raschen Heilung ausgegangen werden,
welchen gesamthaft betrachtet sowohl bezüglich des Anteils ihrer Mitursächlichkeit für
die 100%ige Arbeitsunfähigkeit, aber auch für die Dauer einer spezifisch
kopfverletzungsbedingten Arbeitsunfähigkeit lediglich eine unbedeutende Rolle zukam.
Gemäss den vorliegenden Untersuchungsberichten der behandelnden Ärzte des
Spitals E._ waren kurze Zeit nach dem Unfall nur noch die vom Beschwerdeführer
beim Unfall (ebenfalls) erlittene Schulter- und/oder Knieverletzung für die
Arbeitsunfähigkeit verantwortlich. Anlässlich der Untersuchung vom 21. April 2017
erhob der behandelnde Arzt im Bereich der Schulter als Befunde eine Schürfwunde
über der Schulterkappe, eine schmerzbedingte Bewegungseinschränkung sowie ein
Klaviertastenphänomen bei Tossy III Verletzung positiv. Zudem zeigte die Testung des
Pectoralis ein Kraftdefizit zur Gegenseite. Weil ein Abriss der Rotatorenmanschette
oder der Pectoralis klinisch schwierig einzuschätzen war, wurde die Notwendigkeit
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einer MRT-Untersuchung festgestellt. Bezüglich des rechten Kniegelenks erhob der
behandelnde Arzt eine grossflächige Fluktuation sowie eine eingeschränkte
Beweglichkeit und bezeichnete eine Kompressionsbehandlung als dringend nötig
(Suva-act. 11). Beurteilend sprach er sodann von einer in der Kombination schweren
Verletzung. Vom 9. bis 15. Mai 2017 hielt sich der Beschwerdeführer zu einer
operativen Serombehandlung erneut im Spital E._ auf. In diesem Zusammenhang
wurde ihm vom 9. bis 19. Mai 2017 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (Suva-
act. 23). Nachdem sich beim Beschwerdeführer ausserdem am 26. April 2017
kernspintomographisch eine AC-Gelenkssprengung (Rockwood Typ III) sowie ein
Haarriss der Supraspinatussehne und eine kleine SLAP-Läsion Typ II gezeigt hatte
(Suva-act. 17), wurde am 8. Juni 2017 im Spital E._ eine Schulterarthroskopie rechts
mit AC-Rekonstruktion, eine Bizepssehnentenotomie und Weichteiltenodese, ein
Débridement Subscapularis- und Supraspinatussehne, eine subakromiale
Dekompression und eine knöchernde Akromioplastik durchgeführt (Suva-act. 52). Der
Beschwerdeführer hielt sich bis 10. Juni 2017 im Spital E._ auf (Suva-act. 53). Der
Operateur attestierte ihm anlässlich der Verlaufskontrolle vom 24. Juli 2017 eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 57). Laut Bericht vom 28. August 2017 über eine
Sprechstunde vom 18. August 2017 zeigten sich in Bezug auf das rechte Kniegelenk
noch Restbeschwerden, doch wurden die Beschwerden im Bereich des rechten
Schultergelenks als im Vordergrund stehend bezeichnet. Der behandelnde Arzt
bescheinigte weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und hielt fest, dass mit einem
ISS (Injury Severity Score; anatomische Verletzungsgradtabelle) von 18
definitionsgemäss von einem Schwerverletzten auszugehen sei. Hier müsse mit einer
verlängerten Arbeitsunfähigkeit gerechnet werden (Suva-act. 67). Anlässlich von
Kontrolluntersuchungen vom 20. und 29. September 2017 wurde die 100%ige
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nochmals verlängert (Suva-act. 76 f., 97).
5.3.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass den Kopfverletzungen gegenüber der
Schulter- und Knieproblematik bei der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit ab dem
dritten Tag nach dem Unfall keine selbständige Bedeutung zukommt. Letztere hat
sowohl beschwerde- und behandlungsmässig, vor allem aber auch in Bezug auf die
attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit, fortwährend massgeblich im Vordergrund
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 16/17
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St.Galler Gerichte
gestanden. Die Bedeutung der Gesundheitsschäden an der rechten Schulter und am
rechten Knie überwiegt im Gesamtbild jene der Kopfverletzungen derart, dass letztere
nicht zu berücksichtigen sind und insofern keine Folgen, d.h. keine Kürzung der
Taggeldleistungen infolge einer Verkehrsregelverletzung, nach sich ziehen.
6.
6.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 17. Oktober 2017 gutzuheissen.
6.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Gemäss Art. 61 lit. g
ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei hingegen Anspruch auf Ersatz
der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt
und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach
der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b Honorarordnung (HonO; sGS 963.75; in der vorliegend anwendbaren, seit
1. Januar 2019 gültigen Fassung, siehe Art. 30bis HonO) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr.
15'000.--. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick auf das
unterdurchschnittliche Aktendossier und unter Berücksichtigung des sehr
eingeschränkten Prozessthemas eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'000.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.