Decision ID: 4e175923-ca8b-41bc-b305-37a1fb885c7d
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

I. Sachverhalt:
1. A._ wohnt seit dem 1. Oktober 2019 alleine in einer 3.5-
Zimmerwohnung in B._ und war vom 1. Juni 2020 bis 31. Juli 2021
auf öffentliche Unterstützung angewiesen. Am 30. September 2020 erging
die Verfügung der Gemeinde betreffend diesbezüglicher
Unterstützungsleistungen.
2. Gegen diese Verfügung erhob A._ (Beschwerdeführer) mit Eingabe
vom 13. Oktober 2020 Beschwerde ans Verwaltungsgericht, mit welcher
er beantragte, in Abänderung der angefochtenen Verfügung sei die
Gemeinde B._ zu verpflichten, den Beschwerdeführer mit CHF
2'397.00 zu unterstützen. Das Verfahren endete mit dem
verwaltungsrechtlichen Vergleich VGU U 20 105 vom 20. November 2020
(nachfolgend: Vergleich). Ziff. 1 und 2 des Vergleichs hielten fest, dass der
Mietzins bis zum 31. März 2021 in der Höhe von CHF 1'400.00
angerechnet wird, ab dem 1. April 2021 noch in der Höhe von CHF 870.00.
Zudem wurde seitens des Beschwerdeführers vorbehaltslos auf ein
Rechtsmittel gegen diese Festlegung verzichtet:
"1. Die Gemeinde anerkennt für die Berechnung der Unterstützungsleistung an A._
einen monatlichen Mietzins von CHF 1'400.- ab 1. Oktober 2020 und zwar bis zum 31.
März 2021. Ab dem 1. April 2021 wird vom durchschnittlichen Mietzins von Fr. 870.- pro
Monat ausgegangen, da solche Wohnungen in der Gemeinde B._ zur Verfügung
stehen.
2. Mit der Unterzeichnung dieser Vereinbarung erklärt der Gesuchsteller gleichzeitig den
Rückzug seiner Beschwerde vom 13. Oktober 2020 an das Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden (U 20 105). Zudem verzichtet er auf ein Rechtsmittel gegen die
Neufestlegung des anrechenbaren Mietzinses von Fr. 870.- ab dem 1.4.2021. Das
Verwaltungsgericht wird ersucht, das obige Verfahren abzuschreiben. Allfällige
Gerichtskosten werden hälftig geteilt.
3. - 5.: [...]"
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3. Mit Verfügung der Gemeinde B._ vom 25. März 2021 betreffend
Verlängerung der öffentlichen Unterstützung nahm diese Bezug auf den
oben genannten verwaltungsrechtlichen Entscheid vom 18. [recte: 20.]
November 2020 und hielt den anrechenbaren Mietzins von CHF 870.00
ab dem 1. April 2021 fest.
4. Mit Eingabe vom 28. April 2021 erhob A._ (nachfolgend:
Beschwerdeführer) Beschwerde und beantragte, es sei bei der
Berechnung der öffentlichen Unterstützung bei den Wohnkosten ein
Betrag von CHF 1'400.00, und nicht CHF 870.00 einzusetzen.
Gleichentags beantragte der Beschwerdeführer die unentgeltliche
Rechtspflege für das vorliegende Verfahren. Er begründete seine
Begehren im Wesentlichen damit, dass er bis dato keine andere Wohnung
in B._ gefunden habe. Er habe bei Abschluss des Vergleiches fest
damit gerechnet, auf April 2021 eine Festanstellung mit einem Pensum
von 100 % zu erlangen und so überhaupt nicht mehr auf die öffentliche
Unterstützung angewiesen zu sein. Dies habe trotz intensiver Suche nicht
umgesetzt werden können. Ein ärztliches Zeugnis vom 26. März 2021
halte fest, dem Beschwerdeführer sei es aus gesundheitlichen Gründen
nicht möglich, die aktuelle Wohnung aufzugeben. Ein Wohnungswechsel
könne zu schwererem Krankheitsverlauf führen und aus ärztlicher Sicht
dringend davon abzuraten.
5. In ihrer Vernehmlassung vom 1. Juni 2021 (Datum Poststempel)
beantragte die Gemeinde B._ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin),
die Beschwerde sei abzuweisen. Sie verweist im Wesentlichen auf die Ziff.
1 und 2 des verwaltungsrechtlichen Vergleichs vom 20. November 2020,
welcher zu schützen sei. Mit der erhobenen Beschwerde verstosse der
Beschwerdeführer gegen den Verzicht eines Rechtsmittels in Ziff. 2.
Schon damals habe das selbe gegolten wie heute, nämlich, dass 1.5- bis
3-Zimmerwohnungen in B._ und Umgebung zwischen CHF 850.00
und CHF 900.00 zur Verfügung stehen würden. Weder habe der
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Beschwerdeführer dargetan, an welcher Krankheit er leide, noch wie ein
Wohnungsumzug zu einem schwereren Krankheitsverlauf führen könne,
noch warum dies einen Wohnungsumzug verhindern solle. Der Arztbericht
sei ein reines Gefälligkeitsschreiben ohne Beweiswirkung. Der
Beschwerdeführer sei Natur- und Tierfotograf, der zu allen Jahreszeiten
umherreise, er sei also sehr agil, flexibel und mobil. Auch die neue 100 %
Anstellung ab dem 1. Juli 2021 weise darauf hin, dass die
gesundheitlichen Beschwerden, welche einen Umzug verhindern würden,
nicht belegt und hochgradig unglaubwürdig seien. Auf dem
Wohnungsmarkt sei es möglich, ein günstigeres Mietobjekt zu finden und
der Vergleich sei zu schützen.
6. Als Replik reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 15. Juni
2021 eine vom Beschwerdeführer an ihn verfasste Email ein. Dieser macht
Ausführungen zur Wiedergutmachungs-Initiative und vertieft, der
Wohnungswechsel sei aufgrund seiner Vergangenheit nicht möglich.
7. In ihrer Duplik vom 25. Juni 2021 machte die Beschwerdegegnerin keine
weiteren Ausführungen, ausser der Anmerkung, dass die Stellungnahme
des Beschwerdeführers überwiegend polemisch, emotional, unsachlich
und zusammenhangslos sei. Es habe nichts mit der vorliegend nüchternen
Rechtsfrage des umstrittenen Anspruchs auf Wohnkostenanteil von
CHF 870.00 bzw. CHF 1400.00 zu tun. Sie bestritt zudem die Aussage-
und Beweiskraft des ärztlichen Zeugnisses vom 26. März 2021.
8. Nachdem der Instruktionsrichter keinen weiteren Schriftenwechsel
anordnete, gelangte der Beschwerdeführer mit einer weiteren Eingabe
vom 5. Juli 2021 an das Gericht, in dem er der Duplik weitgehend
widerspricht und das bereits vorgebrachte wiederholte. Er habe
anschaulich ausgeführt, dass er als Knabe sein Zuhause auf grausame
Art und Weise verloren habe. Er beantragte zudem, dass sämtliche Akten
des Beschwerdeführers aus der psychiatrischen Anstalt herbeizuziehen
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und die behandelnden Ärzte von ihrer beruflichen Schweigepflicht zu
entbinden seien.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie
auf den angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet die
Verfügung der Gemeinde B._ vom 25. März 2021. Nach Art. 49 Abs.
1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100)
beurteilt das Verwaltungsgericht von Graubünden Beschwerden gegen
Entscheide von Gemeinden, soweit diese nicht bei einer anderen Instanz
angefochten werden können oder nach kantonalem oder
eidgenössischem Recht endgültig sind. Die Verfügung vom 25. März 2021
ist weder endgültig, noch kann sie bei einer anderen Instanz angefochten
werden, weshalb sie ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren
vor dem Verwaltungsgericht darstellt. Als Adressat der Verfügung ist der
Beschwerdeführer berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an
deren Aufhebung auf (Art. 50 Abs. 1 VRG). Das Verwaltungsgericht
entscheidet über solche Beschwerden grundsätzlich in Dreierbesetzung.
Weist eine vermögensrechtliche Angelegenheit indessen einen Streitwert
von weniger als CHF 5'000.-- auf und ist keine Fünferbesetzung
vorgeschrieben, entscheidet das Verwaltungsgericht in einzelrichterlicher
Kompetenz (Art. 43 Abs. 3 lit. a VRG). Die Differenz der bestrittenen
Anpassung des anrechenbaren Mietzinses von CHF 870.00 bzw.
CHF 1'400.00 beläuft sich auf CHF 530.00. Bei vorliegend vier Monaten,
nämlich vom 1. April 2021 bis 31. Juli 2021, ist folglich von einem Streitwert
von CHF 2'120.-- auszugehen, womit der Einzelrichter für die vorliegende
Angelegenheit zuständig ist. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht
eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
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2. Auf den von dem Beschwerdeführer gestellten Beweisantrag, sämtliche
Akten des Beschwerdeführers aus der psychiatrischen Anstalt
herbeizuziehen und die behandelnden Ärzte von der beruflichen
Schweigepflicht zu entbinden (vgl. Bf-act. A5, S. 3), kann im vorliegenden
verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren verzichtet werden.
Einerseits ergibt sich der Sachverhalt hinreichend aus den Akten und
andererseits gilt es vorliegend ausschliesslich Rechtsfragen zu
beantworten, welche sich anhand der bei den Akten liegenden Unterlagen
hinreichend beurteilen lassen (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE
134 I 140 E.5.3, 131 I 153 E.3, 127 V 491 E.1b).
3.1. Nach Art. 12 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (BV; SR 101) hat jedermann, der in Not gerät und nicht
in der Lage ist, für sich zu sorgen, Anspruch auf Hilfe und Betreuung und
auf die Mittel, die für ein menschenwürdiges Dasein unerlässlich sind.
Nach der Rechtsprechung gewährleistet das Grundrecht auf Sicherung
minimaler Lebensbedingungen kein Mindesteinkommen, sondern nur die
Befriedigung elementarer Bedürfnisse, um auf menschenwürdige Weise
überleben zu können. Dazu gehört Nahrung, Kleidung und Obdach sowie
die medizinische Grundversorgung. Art. 12 BV beschränkt sich mit
anderen Worten auf das für ein bescheidenes Dasein Notwendige, um
nicht auf der Strasse der Bettelei ausgesetzt zu sein (BGE 135 I 123 E.5.3
= Pra 2009 Nr. 107; BGE 131 I 171 E.3.1; 130 I 74 E.4.1).
3.2. Nach Art. 1 Abs. 1 des Gesetzes über die Unterstützung Bedürftiger
(Kantonales Unterstützungsgesetz; UG; BR 546.250) ist bedürftig, wer für
seinen Lebensunterhalt und den seiner Familienangehörigen mit gleichem
Wohnsitz nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln
aufkommen kann. Diese Bestimmung bekennt sich zum Grundsatz der
Subsidiarität der Sozialhilfeleistung, d.h. diese muss nur dann gewährt
werden, wenn sich die bedürftige Person nicht selbst helfen kann oder
wenn Hilfe von dritter Seite nicht oder nicht rechtzeitig erhältlich ist (PVG
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2009 Nr. 18 E.3c; vgl. auch Art. 1 Abs. 2 des Gesetzes über die öffentliche
Sozialhilfe im Kanton Graubünden [Sozialhilfegesetz; BR 546.100]; HÄNZI,
Die Richtlinien der schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe,
Entwicklung, Bedeutung und Umsetzung der Richtlinien in den
deutschsprachigen Kantonen der Schweiz, Diss., Basel 2011, S. 114).
Das Subsidiaritätsprinzip betont den ergänzenden Charakter der
Sozialhilfe und verlangt vom Ansprecher, alles Zumutbare zur Behebung
der eigenen Notlage zu unternehmen, insbesondere die eigene
Arbeitskraft einzusetzen und eine zumutbare Erwerbstätigkeit
anzunehmen, bevor staatliche Fürsorgeleistungen in Anspruch
genommen werden können (vgl. BGE 139 I 218 E.3.3, 130 I 71 E.5.3; PVG
2009 Nr. 18 E.3c; Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für
Sozialhilfe). Zum Prinzip der Subsidiarität führen die Richtlinien der
Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien) in Kapitel
A.4.3 wegleitend aus, dass Sozialhilfe nur dann gewährt wird, wenn die
bedürftige Person sich nicht selbst helfen kann, und wenn Hilfe von dritter
Seite nicht oder nicht rechtzeitig erhältlich ist. Es besteht kein Wahlrecht
zwischen vorrangigen Hilfsquellen und der Sozialhilfe. Die Sozialhilfe ist
subsidiär gegenüber der Möglichkeit der Selbsthilfe,
Leistungsverpflichtungen Dritter sowie freiwilliger Leistungen Dritter
(SKOS-Richtlinien Kapitel A.3). Nach Art. 2 UG bestimmt die zuständige
Sozialbehörde Art und Mass der Unterstützung nach dem ausgewiesenen
Bedarf unter Würdigung der örtlichen und persönlichen Verhältnisse. Als
Grundlage für die Bestimmung des Bedarfs dienen nach Art. 1 der
Ausführungsbestimmungen zum kantonalen Unterstützungsgesetz
(ABzUG; BR 546.270) ebenfalls die SKOS-Richtlinien.
4.1. Gemäss Art. 19 VRG können die Parteien einen Vergleich abschliessen,
um das Verfahren vollständig oder zum Teil zu erledigen, soweit ihnen die
Verfügung über den Streitgegenstand oder ein Ermessensspielraum
zusteht. Dieser verwaltungsrechtliche Vergleich wird in die
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Abschreibungsverfügung aufgenommen und erlangt damit die Wirkung
eines rechtskräftigen Entscheids (Art. 20 Abs. 3 VRG). Die an einem
prozessualen Vergleich beteiligten Personen könnten den Vergleich bzw.
die Verfahrensabschreibung nur wegen Verfahrensmängeln,
Willensmängeln oder Rechtsverletzungen anfechten - allerdings nur dann,
wenn die Anfechtung nicht gegen das Vertrauensprinzip verstösst (vgl.
BGE 141 IV 269 E.2.2.3; WIEDERKEHR/PLÜSS, Praxis des öffentlichen
Verfahrensrechts, Zürich 2020, Rz. 3397).
Letzteres macht der Beschwerdeführer vorliegend allerdings nicht geltend.
Zwischen dem verwaltungsrechtlichen Vergleich vom 20. November 2020
zwischen dem Beschwerdeführer und der Beschwerdegegnerin, der
Verfügung betreffend Verlängerung der öffentlichen Unterstützung vom
25. März 2021 der Beschwerdegegnerin und dem vorliegenden
Beschwerdeverfahren besteht ein enger zeitlicher und sachlicher
Zusammenhang. Der Vergleich vom 20. November 2020 erwuchs
unbestritten in Rechtskraft und auch eine Revision dessen wurde nicht
beantragt. Es erscheint dem Einzelrichter einerseits offensichtlich
widersprüchlich, dass nur fünf Monate nach dem Vergleich ein Rechtmittel
gegen die neue Verfügung ergriffen wurde – worin sich die Parteien zum
einen bedingungslos auf eine Reduktion des anrechenbaren Mietzinses
von CHF 1'400.-- auf CHF 870.-- ab dem 1. April 2021 geeinigt haben und
der Beschwerdeführer zudem explizit und vorbehaltslos auf die Ergreifung
eines Rechtsmittels dagegen verzichtete.
5.1. Der Beschwerdeführer macht die Unzumutbarkeit des Umzugs aufgrund
der Gesundheit und der Wohnungsmarktlage geltend und ist der Ansicht,
die Situation habe sich seit dem Vergleich geändert. Er habe seine
schwierige Vergangenheit anschaulich ausgeführt, was – so tragisch diese
sein mag – jedoch nicht zutrifft und zudem für das vorliegende
Beschwerdeverfahren nicht rechtserheblich ist. Sowohl der Standpunkt, er
habe sich intensiv um eine Festanstellung ab dem 1. April 2021 bemüht
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als auch die Unzumutbarkeit aus gesundheitlichen Gründen ist in keiner
Weise ausreichend belegt. Die Ausführungen zur Wiedergutmachungs-
Initiative und zur ausgesprochenen Entschuldigung von Bundesrätin
Sommaruga (vgl. Bf-act. A3, Stellungnahme Mail vom 3. bzw. 15. Juni
2021) sind undifferenziert und vermögen die vorliegende Festlegung des
anrechenbaren Mietzinses auf die mit Vergleich festgelegten CHF 870.--
ebenfalls nicht zu rechtfertigen. Der Hinweis des Beschwerdeführers, für
die Gemeinde sei es sodann ein kleiner Betrag, für welchen sie
aufzukommen habe (act. A5, Rz. 5), tut dabei nichts zur Sache. Zudem
widerspricht sich der Beschwerdeführer, wenn er vorbringt, er habe kein
Verständnis für das Verfahren, da es sich einerseits um einen tiefen
Streitwert handle und die kantonalen Gerichte wohl Besseres zu tun
hätten, als sich mit solchen Differenzen auseinanderzusetzen, er aber
gleichzeitig weitere Beweisanträge stellt (act. A5 Rz. 5, act. 1 Rz. 5).
5.2. Wie die Gemeinde zu Recht ausführt, wurde bereits im Vergleich vom 20.
November 2020 in Ziff. 1 (letzter Teilsatz) festgehalten, dass "solche
Wohnungen [deren monatlichen Miete sich im Bereich CHF 870.-- bis
900.-- bewegen] in der Gemeinde B._ zur Verfügung stehen." Ein
kurzer Blick auf den aktuellen und damaligen (Bg-act. 1) Wohnungsmarkt
zeigt, dass es genügend passende Wohnungen im entsprechenden
Preissegment gab bzw. gibt. Damit wäre auch die Verfügbarkeit von
Wohnungen innerhalb der Mietzinslimite der Gemeinde B._ und
Umgebung belegt. Dem Beschwerdeführer gelingt es zudem nicht
darzulegen, weshalb es ihm nicht möglich gewesen sein soll, eine solche
Wohnung zu mieten. Es wäre dem Beschwerdeführer folglich auch
aufgrund der Verfügbarkeit freier Wohnungen zuzutrauen gewesen, in
eine günstigere Wohnung umzuziehen. Ebenso wenig ist erwiesen, dass
es ihm aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich gewesen sein sollte.
Bei dem aus zwei Sätzen bestehenden Schreiben von Dr. med.
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C._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie (Bf-act. 2), kann von
einem klar ausgeführten und beweiskräftigen Zeugnis nicht die Rede sein.
6. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der unangefochten in
Rechtskraft erwachsene Vergleich vom 20. November 2021 zu schützen
ist. Der angefochtene Entscheid der Beschwerdegegnerin vom 25. März
2021 ist nach dem Gesagten somit rechtens, was zu seiner Bestätigung
und zur Abweisung der Beschwerde vom 13. Oktober 2020 führt.
7.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf
Art. 73 Abs. 1 VRG dem inhaltlich unterliegenden Beschwerdeführer
aufzuerlegen. Das Gericht erachtet dabei eine Staatsgebühr von CHF
500.-- für angemessen und gerechtfertigt. Aussergerichtlich steht der
Beschwerdegegnerin nach Art. 78 Abs. 2 VRG keine Entschädigung zu,
da sie lediglich in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegte. Dem
Beschwerdeführer ist bei diesem Ausgang des Verfahrens ebenfalls keine
Parteientschädigung zuzusprechen.
7.2. Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege wird
– insbesondere mit Blick die treuwidrige Ergreifung eines Rechtsmittels
gegen den rechtskräftigen und expliziten Vergleich vom 20. November
2020 – infolge Aussichtslosigkeit der Beschwerde abgewiesen.