Decision ID: fd308261-51f2-4e69-96f2-d0e101583b64
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
J._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Hannelore Fuchs, Oberer Graben 44,
9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rentenbeginn
Sachverhalt:
A.
A.a J._, Jahrgang 1968, meldete sich zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) an und beantragte Berufsberatung und Arbeitsvermittlung.
Die mit 30. Januar 2004 datierte Anmeldung ging bei der Sozialversicherungsanstalt
des Kantons St. Gallen (SVA) gemäss Eingangsstempel am 18. Februar 2004 ein (IV-
act. 1). Dr. med. A._, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, diagnostizierte im
Arztbericht vom 11. März 2004 ein chronifiziertes lumbospondylogenes Syndrom links
und chronische Bronchitis bei Nikotinabusus. Der Versicherte sei seit dem
4. November 2002 zu 100% arbeitsunfähig. Die Arbeit als Heizungsmonteur mit
schwerem Lastenheben komme nicht mehr in Frage. Eine Arbeit, die den Rücken
wenig belaste, sei dem Versicherten vier Stunden täglich zumutbar (IV-act. 9-1 bis 9-4).
Die letzte Arbeitgeberin des Versicherten, die B._ AG, gab im Arbeitgeberfragebogen
vom 25. März 2004 an, der Versicherte sei bis 31. März 2003 bei ihr angestellt
gewesen. Wegen seiner Schmerzäusserungen und der daraus resultierenden bedingten
Einsetzbarkeit habe man im Zusammenhang mit einem grösseren Personalabbau auch
sein Arbeitsverhältnis auflösen müssen (IV-act. 12-3).
A.b Die IV-Stelle liess den Versicherten am 31. Mai 2005 im Medizinischen Zentrum
Römerhof (MZR) polydisziplinär begutachten. Im Gutachten vom 10. Juni 2005 werden
folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit genannt: chronifiziertes
lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei Chondrose L5/S1 mit Symptomausweitung,
anhaltende somatoforme Schmerzstörung und leichte depressive Episode ohne
somatisches Syndrom. Leichtere Arbeiten in wechselnden Positionen seien dem
Versicherten zu 70% möglich. Die Verminderung der Arbeitsfähigkeit beruhe auf den
psychiatrischen Befunden und der daraus resultierenden verminderten Belastbarkeit
(IV-act. 27-18). Gestützt auf dieses Gutachten berechnete die IV-Stelle einen
Invaliditätsgrad von 37%, wobei sie beim Invalideneinkommen einen Abzug von 10%
anerkannte (IV-act. 35-2). Mit Verfügung vom 11. August 2005 wies sie den Anspruch
auf eine Invalidenrente ab (IV-act. 38). Gleichentags verfügte sie den Abschluss der
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Arbeitsvermittlung (IV-act. 39). Gegen die rentenablehnende Verfügung liess der
Versicherte am 2. September 2005 Einsprache erheben (IV-act. 42), die Rechtsanwältin
Helena Falk in Vertretung des Versicherten am 16. Dezember 2005 begründete. Sie
beantragte nicht nur die Aufhebung der Rentenverfügung, sondern auch der Verfügung
betreffend Arbeitsvermittlung. Dem Versicherten seien angemessene IV-Leistungen
zuzusprechen. Eventualiter seien weitere Abklärungen vorzunehmen. Der Versicherte
habe Anspruch auf eine Umschulung. Neben Kritik am MZR-Gutachten machte die
Rechtsvertreterin geltend, vom Invalideneinkommen sei wegen Teilzeitarbeit und
Ausländereigenschaft ein Abzug von 15% anzuerkennen (IV-act. 54). Die IV-Stelle
unterbreitete den MZR-Gutachtern nach Rücksprache mit ihrem Regionalen Ärztlichen
Dienst (RAD) einige Ergänzungsfragen, die der Internist PD Dr. C._ am 3. Mai 2006
beantwortete (IV-act. 64).
A.c Mit einer Mitteilung vom 27. Juni 2006 informierte die IV-Stelle den Versicherten,
ihm stehe ab 1. Juli 2004 bei eine Invaliditätsgrad von 41% eine Viertelsrente zu (IV-
act. 74 f.). Gemäss Mitteilung der Ausgleichskasse vom 11. August 2006 betreffend
"Provisorische Rentenleistungen" wurde dem Versicherten ab August 2006 eine
Viertelsrente in der Höhe von Fr. 291.- monatlich ausbezahlt (IV-act. 77a). Am
27. September 2006 teilte sie dem Versicherten mit, ihm stünden ab 1. Oktober 2006
erhöhte Rentenbeträge (Fr. 1'245.- ordentliche Invalidenrente plus Fr. 498.-
Kinderrente) zu, dies weil seine von ihm geschiedene Ehefrau gestorben war (IV-
act. 77b).
A.d Der Rechtsdienst der SVA hiess die Einsprache am 2. November 2006 in
Vertretung der IV-Stelle teilweise gut. Ab dem 1. Juli 2004 habe der Versicherte
Anspruch auf eine Viertelsrente und ab dem 1. August 2006 auf eine ganze Rente
gemäss Art. 43 Abs. 1 IVG. In der Berechnung wurde weiterhin von einer
Arbeitsunfähigkeit von 30% ausgegangen, beim Invalideneinkommen wurde aber neu
ein Abzug von 15% anstelle der ursprünglichen 10% gewährt, wodurch sich ein
Invaliditätsgrad von 41% ergab. Nach Berücksichtigung von Verrechnungsanträgen
belaufe sich der Nachzahlungsanspruch des Versicherten auf Fr. 5'063.-. Dieser Betrag
werde ihm per 31. Oktober 2006 ausbezahlt. Der Anspruch auf Arbeitsvermittlung sei
korrekt verneint worden, da es an der subjektiven Eingliederungsfähigkeit fehle
(act. G 1.1).
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A.e Am 21. November 2006 stellte Rechtsanwältin Hannelore Fuchs in Vertretung des
Versicherten ein Wiedererwägungsgesuch. Der Beginn des Rentenanspruchs sei auf
den 29. Oktober 2003 festzulegen. Bereits ab 29. Oktober 2002 sei die
Arbeitsunfähigkeit gegeben gewesen. Im Rahmen der IV sei die Festlegung des
Anfangstermins von beschränkter Auswirkung. Hingegen hänge davon ab, ob der
Versicherte Leistungen der Pensionskasse erlangen könne (IV-act. 80). Der
Rechtsdienst der SVA teilte der Rechtsvertreterin mit Schreiben vom 4. Dezember 2006
mit, man komme auf den Einspracheentscheid nicht zurück. Der Beginn der
Arbeitsunfähigkeit sei korrekt festgelegt worden (IV-act. 82).
B.
B.a Der Versicherte liess am 4. Dezember 2006 Beschwerde erheben mit dem Antrag,
es sei festzustellen, dass die rentenbegründende Arbeitsunfähigkeit spätestens am
29. Oktober 2002 aufgetreten und der Rentenanspruch demzufolge am 1. November
2003 entstanden sei, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Weiter stellt die
Rechtsvertreterin ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung. Der Beschwerdeführer
sei bis 31. März bzw. 30. April 2003 aufgrund des bis dahin bestehenden
Arbeitsverhältnisses vorsorgeversichert gewesen. Bis zum 31. Oktober 2004, also bis
zur Ausschöpfung des Anspruchs, habe er volle Krankentaggeldleistungen bezogen.
Daraus sei zu schliessen, dass er ärztlicherseits zumindest bis zu jenem Datum als
vollumfänglich arbeitsunfähig befunden worden sei. Die Symptomatik eines
chronischen lumbovertebralen Schmerzsyndroms sei von Dr. med. D._, Facharzt
FMH für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, am
12. Mai 2003 diagnostiziert worden. Die MZR-Gutachterin Dr. med. E._ habe
festgestellt, die somatoforme Schmerzstörung sei auf verschiedene Kränkungen
zurückzuführen, die der Beschwerdeführer ohne Möglichkeit einer adäquaten
Bearbeitung erlitten habe. Als Folge der Verletzungen seien bereits im Sommer 2001
zunehmend Schmerzen im Rücken aufgetreten. Auch diese Symptomatik und die
damit zusammenhängende Arbeitsunfähigkeit seien also auf einen Zeitpunkt zu
datieren, in dem der Beschwerdeführer noch im Arbeitsverhältnis mit der letzten
Arbeitgeberin gestanden sei. Sofern der Beginn der Arbeitsunfähigkeit nicht bereits
aufgrund der bestehenden Akten feststehe, beantrage man, die Taggeldabrechnungen
der Krankenversicherung und die vom Beschwerdeführer eingereichten Arztzeugnisse
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einzureichen. Weiter sei die ehemalige Arbeitgeberin zu verpflichten, die ihr vorgelegten
Arztzeugnisse einzureichen. Der praktische Arzt F._ sei zu verpflichten, sich zur
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers vor dem 31. März 2003 zu äussern. Dr. E._
sei zu verpflichten, den Anteil der von ihr festgestellten psychischen Krankheiten an der
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers festzustellen (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 17. Januar 2007
die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Der IV-interne Regionale
Ärztliche Dienst (RAD) sei am 29. November 2006 in Kenntnis sämtlicher Akten sowie
der Argumente im Wiedererwägungsgesuch zum Schluss gekommen, dass der Beginn
der Arbeitsunfähigkeit im Juli 2003 gewesen sei. Um von der IV als
Gesundheitsschaden anerkannt zu werden, müsse ein Leiden nicht bloss
symptomatisch gewesen sein. Es müsse vor allem auch ein genügendes Ausmass an
Schwere und Dauer erreicht haben. Der blosse Beginn von Symptomen und
Schmerzen reiche nicht aus. Die Überweisung an Dr. G._ im Juli 2003 deute gemäss
RAD darauf hin, dass zu diesem Zeitpunkt ein genügender Schweregrad erreicht
worden sei (act. G 4).
B.c Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ersuchte am 18. Januar 2007 um
Fristerstreckung für die Einreichung der Unterlagen für die unentgeltliche
Prozessführung, da der Beschwerdeführer derzeit in einer psychiatrischen Klinik weile
und wahrscheinlich nicht in der Lage sei, seine Angelegenheiten zu erledigen (act. G 6).
Am 7. und 9. Februar 2007 reichte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers das
Gesuchsformular für die unentgeltliche Prozessführung und einige Unterlagen ein (act.
G 10, 14). Mit Schreiben vom 13. Februar 2007 zog sie das Gesuch zurück mit dem
Hinweis, der Beschwerdeführer könne bei der Gewerkschaft H._ in Anspruch
nehmen (act. G 16).
B.d In der Replik vom 15. Februar 2007 hält die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers an ihrem Antrag fest. Das MZR-Gutachten enthalte keine Hinweise
zum Verlauf der Krankheit und zum Beginn der Arbeitsunfähigkeit. Die Einschätzung
des RAD-Arztes beruhe auf reiner Akteninterpretation. Er habe nie Kontakt zum
Beschwerdeführer gehabt. Das Aufsuchen eines Facharztes sei ausserdem kein
sicheres Kriterium für den Eintritt der Arbeitsunfähigkeit. Vielmehr handle es sich um
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einen Entscheid, der von subjektiven Erwägungen abhängig sei und damit den auf
Objektivität angelegten Anforderungen des Sozialversicherungsrechts nicht genüge. Dr.
E._ habe festgestellt, dass sich das psychische Leiden ab Sommer 2001 entwickelt
habe. Gehe man davon aus, dass die Chronifizierung drei bis sechs Monate nach den
ersten Anzeichen der Symptomatik eintrete, sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen, dass die Arbeitsunfähigkeit im konkreten Fall noch innerhalb des
Arbeitsverhältnisses aufgetreten sei (act. G 17).
B.e Die Beschwerdegegnerin hält mit Schreiben vom 21. Februar 2007 an ihrem Antrag
fest (act. G 19).
Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 Erw. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
des angefochtenen Einspracheentscheids eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist
(BGE 121 V 366 Erw. 1b), sind vorliegend die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden
materiellen Bestimmungen anzuwenden.
2.
Streitig und im vorliegenden Verfahren zu beurteilen ist der Rentenbeginn. Über die
Rentenberechtigung und die (abgestufte) Rentenhöhe sind sich die Parteien einig;
diese Punkte sind nach Lage der Akten denn auch nicht zu beanstanden.
3.
3.1 Gemäss aArt. 29 Abs. 1 IVG (Fassung bis 31. Dezember 2007) entsteht der
Rentenanspruch frühestens in dem Zeitpunkt, in dem der Versicherte mindestens zu
40 Prozent bleibend erwerbsunfähig geworden ist (lit. a) oder während eines Jahres
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ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40% arbeitsunfähig
gewesen war (lit. b). Die höchstrichterliche Rechtsprechung hat die Arbeitsunfähigkeit
im Sinne von aArt. 29 Abs. 1 IVG definiert als "Einbusse an funktionellem
Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich" (BGE 105 V 159 neues
Fenster Erw. 2a; vgl. Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Bei erwerbstätigen Versicherten wird
diese Einbusse ohne Rücksicht darauf bestimmt, wie sich die gesundheitliche
Beeinträchtigung auf das erzielbare Einkommen auswirkt. Darin besteht ein
wesentlicher Unterschied zur für die Bemessung des Invaliditätsgrades massgebenden
Erwerbsunfähigkeit, die umschrieben wurde als "die Unfähigkeit, auf dem gesamten in
Frage kommenden Arbeitsmarkt und nach Durchführung allfälliger
Eingliederungsmassnahmen die verbliebene Arbeitsfähigkeit wirtschaftlich zu
verwerten" (BGE 97 V 231 neues Fenster Erw. 2). Während bei der Beurteilung der
Erwerbsunfähigkeit ausserdem die Schadenminderungspflicht u.a. in dem Sinne eine
erhebliche Rolle spielt, als von der versicherten Person im Rahmen des Zumutbaren
verlangt wird, eine andere als die angestammte Tätigkeit auszuüben, sofern sich
dadurch die verbleibende Arbeitsfähigkeit finanziell besser verwerten lässt, bildet einzig
der bisherige Beruf den Bezugspunkt der für den Rentenbeginn relevanten
Arbeitsunfähigkeit. Diese ist auf der Grundlage der medizinischen Stellungnahmen zu
beurteilen. Die Arbeitsunfähigkeit gemäss aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG entspricht somit bei
Erwerbstätigen der medizinisch festgestellten Einschränkung im bisherigen Beruf (zum
Ganzen m.w.H. BGE 130 V 97 Erw. 3.2). Für die Eröffnung der einjährigen Wartezeit
muss die Arbeitsunfähigkeit ein gewisses Mass erreichen, sie muss erheblich sein.
Nach der Gerichtspraxis ist eine Verminderung des funktionellen Leistungsvermögens
im bisherigen Beruf von mindestens 20% vorausgesetzt (I 892/05 vom 12. September
2006, Erw. 1.4).
3.2 Die MZR-Gutachter attestierten dem Beschwerdeführer eine Einschränkung von
30% für körperlich leichtere Arbeiten in wechselnden Positionen. Die Verminderung der
Arbeitsfähigkeit in diesem Bereich beruhe auf den psychiatrischen Befunden und der
daraus resultierenden verminderten Belastbarkeit (IV-act. 27-18). Zum Beginn der
Arbeitsunfähigkeit äusserten sich die Gutachter nicht. Der RAD-Arzt hielt dazu am
23. Juni 2006 fest, die depressive Symptomatik mit Schlafstörungen, Rückzug,
Perspektivelosigkeit usw. habe Dr. G._ veranlasst, den Beschwerdeführer
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arbeitsunfähig zu schreiben, und zwar ab 17. Juli 2003. Auf diese Symptomatik würden
die MZR-Gutachter nochmals Bezug nehmen und eine Arbeitsunfähigkeit attestieren,
ohne einen Zeitpunkt des Beginns zu nennen. Der RAD-Arzt datierte den Beginn der
Arbeitsunfähigkeit auf Juli 2003 (IV-act. 71). Auf erneute Anfrage hin führte er am
29. November 2006 aus, die Tatsache, dass Dr. A._ ab November 2002 eine
Arbeitsunfähigkeit attestiert habe, reiche nicht aus, insbesondere da der Arzt die
Arbeitsunfähigkeit rückwirkend festgestellt habe. Aufgrund der Überweisung des
Beschwerdeführers an Dr. A._ im Juli 2003 könne angenommen werden, dass zu
diesem Zeitpunkt ein genügender Schweregrad des Gesundheitsschadens erreicht
worden sei. Dieser Umstand sei auch an der Tatsache ersichtlich, dass im Oktober
2003 eine stationäre Rehabilitation in Walzenhausen durchgeführt worden sei (IV-
act. 81).
3.3 Bei dieser Argumentation des RAD, die von der Beschwerdegegnerin übernommen
wurde, wird übersehen, dass nach der oben zitierten Rechtsprechung betreffend
Wartejahr (im Gegensatz zur Bemessung des Invaliditätsgrads) auf die
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit abzustellen ist. Der RAD-Arzt
äusserte sich nur zum Beginn der Arbeitsunfähigkeit in einer optimal adaptierten
Tätigkeit, die gemäss MZR-Gutachten nur leichtere Arbeiten umfasst und körperlich
schwere gänzlich ausschliesst. Zu prüfen ist daher, ob aufgrund der vorhandenen
Akten der Beginn der Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bei der
B._ AG bestimmt werden kann. Die Erstvorstellung bei Dr. G._ am 17. Juli 2003
reicht für eine zuverlässige Beurteilung des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit nicht aus. Dr. G._ bescheinigte eine volle Arbeitsunfähigkeit
für jegliche Tätigkeiten zumindest seit der Erstvorstellung, schloss also explizit nicht
aus, dass bereits vor Juli 2003 eine Arbeitsunfähigkeit – so insbesondere für körperlich
schwere Arbeit – bestanden haben könnte (vgl. IV-act. 27-3).
3.4 Die ehemalige Arbeitgeberin des Beschwerdeführers hatte das Arbeitsverhältnis
am 29. September 2002 auf Ende 2002 gekündigt. Infolge Krankheit trat eine
Verlängerung bis 31. März 2003 ein (IV-act. 12-4 f.). Im Fragebogen vom 25. März 2004
führte die Arbeitgeberin aus, der Beschwerdeführer habe erst temporär bei ihr
gearbeitet und sei aufgrund seiner guten Leistungen auf den 1. Januar 2001 fest
angestellt worden. Wegen seiner gesundheitlichen Probleme sei es ab Mitte Juni 2002
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immer schwieriger geworden, ihn sinnvoll einzusetzen, um seiner Gesundheit gerecht
zu werden. Er habe verschiedene Beschwerden gehabt, u.a. mit der Schulter und dem
Fuss. Wegen seiner Aussagen betreffs Schmerz und der daraus resultierenden
bedingten Einsetzbarkeit habe man im Zusammenhang mit einem grösseren
Personalabbau aus wirtschaftlichen Gründen auch sein Arbeitsverhältnis auflösen
müssen (IV-act. 12-3). Dr. A._ hatte den Beginn der Arbeitsunfähigkeit im Arztbericht
vom 11. März 2004 mit 4. November 2002 angegeben (IV-act. 9-1 f.). Es ist davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer seit 4. November 2002 durchgehend
arbeitsunfähig geschrieben war, zumal er (bzw. bis Ende März 2003 seine
Arbeitgeberin) seit jenem Zeitpunkt bis 23. Oktober 2004 volle Krankentaggelder bezog
(act. G 17.1). In der detaillierten Krankengeschichte der Rheinburg-Klinik
Walzenhausen, die offenbar dem Austrittsbericht vom 14. November 2003 beilag,
wurde erwähnt, der Beschwerdeführer sei sogar bereits seit August 2002 zu 100%
arbeitsunfähig (IV-act. 9-7). Die Ärzte am Departement für Innere Medizin,
Rheumatologie und Rehabilitation des Kantonsspitals St. Gallen gaben in ihrem
Schreiben vom 31. Juli 2003 zwar keine Arbeitsfähigkeitsschätzung ab. Sie wiesen
aber darauf hin, die von der ehemaligen Hausärztin Dr. I._ empfohlene Weiterführung
der analgetischen Therapie verbunden mit einem stationären Rehabilitationsaufenthalt
mit intensiver Physiotherapie und einer EFL-Testung (Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit) voll zu unterstützen. Eine Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit
scheine nur auf diesem Weg möglich bei dem bereits chronifizierten Schmerzsyndrom,
das zu einer Schmerzausweitung und Dekonditionierung geführt habe (IV-act. 9-11).
Wenn auch nicht quantifiziert, gingen sie also klar von einer Arbeitsunfähigkeit aus.
3.5 Gemäss MZR-Gutachten ist der Beschwerdeführer aus rheumatologischer Sicht
nur für leichte bis maximal mittelschwere berufliche Tätigkeit, die in wechselnden
Positionen ausgeübt werden kann, arbeitsfähig (IV-act. 27-18 oben). Bei seiner letzten
Arbeitgeberin musste er offenbar schwere Arbeit ausführen (vgl. IV-act. 12-3; 9-3
Ziff. 1). Solche Arbeit ist ihm unbestrittenermassen nicht mehr zumutbar. Auch wenn
keine ausführlich begründeten direkten ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzungen aus der
Zeit vor Juli 2003 vorliegen, belegen die zitierten Unterlagen doch mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit, dass der Beschwerdeführer spätestens seit dem 4. November
2002 in seiner Arbeitsfähigkeit in der angestammten schweren Tätigkeit anhaltend
eingeschränkt war. Ausserdem ist davon auszugehen, dass die Einschränkung
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erheblich war (jedenfalls mehr als 20%), zumal ihm bzw. seiner Arbeitgeberin ab
diesem Datum Krankentaggeld zu 100% ausgerichtet wurde. Das Wartejahr begann
also spätestens an diesem Datum zu laufen (vgl. die oben zitierte Rechtsprechung zu
Art. 29 Abs. 1 IVG). Ebenfalls überwiegend wahrscheinlich ist, dass die Einschränkung
in der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit während des Wartejahres
durchschnittlich mindestens 40% betragen hat. Die Ärzte des Kantonsspitals St. Gallen
bezeichneten die Rückenproblematik bereits am 31. Juli 2003 als chronifiziert (IV-
act. 9-9). Dr. A._ verneinte eine Arbeitsfähigkeit bei der ehemaligen Arbeitgeberin seit
4. November 2002 mit dem Hinweis, das Herumheben schwerer Lasten komme nicht
mehr in Frage (IV-act.9-1, 9-3). Auch das MZR-Gutachten lässt den Schluss nicht zu,
dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten körperlich schweren Tätigkeit
nach dem 4. November 2002 relevant arbeitsfähig gewesen wäre. Es ist also davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer spätestens ab 4. November 2002 in seiner
vorliegend relevanten Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit während des
Wartejahres durchgehend zu mindestens 40% eingeschränkt war.
4.
4.1 Die Rente wird gemäss aArt. 29 Abs. 2 IVG vom Beginn des Monats an
ausgerichtet, in dem der Anspruch entsteht, frühestens jedoch von dem Monat an, der
auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt. Der Rentenanspruch des
Beschwerdeführers entstand damit nach Ablauf des Wartejahres per 1. November
2003.
4.2 Art. 48 Abs. 2 IVG bestimmt in Abweichung von Art. 24 Abs. 1 ATSG, dass
Leistungen lediglich für die zwölf der Anmeldung vorangehenden Monate ausgerichtet
werden, wenn ein Versicherter sich mehr als zwölf Monate nach Entstehen des
Anspruchs anmeldet. Die Anmeldung des Beschwerdeführers ging bei der
Beschwerdegegnerin am 18. Februar 2004, also gute dreieinhalb Monate nach
Entstehen des Anspruchs, ein. Der Beschwerdeführer hat demzufolge rückwirkend ab
1. November 2003 Anspruch auf eine Viertelsrente.
5.
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5.1 Im Sinne der Erwägungen ist die Beschwerde gutzuheissen. Der
Einspracheentscheid vom 2. November 2006 ist aufzuheben, soweit er den Beginn des
Anspruchs auf eine Viertelsrente auf den 1. Juli 2004 legt. Der Beschwerdeführer hat
bereits ab 1. November 2003 Anspruch auf eine Viertelsrente.
5.2 Gemäss den Schlussbestimmungen des IVG zur Änderung vom 16. Dezember
2005, in Kraft seit 1. Juli 2006, gilt für die am 1. Juli 2006 bei der IV hängigen
Einsprachen das bisherige Recht (lit. b der Schlussbestimmungen). Somit gelangt
Art. 69 Abs. 1 IVG zur Kostenpflicht von Streitigkeiten um die Bewilligung oder die
Verweigerung von IV-Leistungen im kantonalen Gerichtsverfahren nicht zur
Anwendung. Gerichtskosten sind demnach keine zu erheben.
5.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird
(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Angemessen erscheint
eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG