Decision ID: 4acd0149-a161-45c1-8937-ebc67e9ee96b
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
G._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch S._,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1985 geborene G._ war als Automonteur bei der A._ tätig und dadurch
bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 29. Januar 2005 als
Personenwagenlenker eine seitliche Kollision mit einem entgegenkommenden
Personenwagen erlitt (Suva-act. 1, 1.2). Dr. med. B._ bestätigte im Arztzeugnis vom
3. Mai 2007 eine Erstbehandlung am 7. Februar 2005 und erhob als Befund eine leichte
Druckdolenz über dem rechten Handgelenk. Die Röntgenuntersuchung hatte keine
auffälligen Befunde gezeigt. Dr. B._ diagnostizierte eine Handgelenkskontusion
rechts und verneinte eine Arbeitsunfähigkeit. Am 14. Februar 2005 wurde die
Behandlung abgeschlossen (Suva-act. 2). Die Suva erbrachte für den Unfall vom 29.
Januar 2005 die gesetzlichen Leistungen (Heilkostenleistungen).
A.b Aufgrund persistierender Belastungsschmerzen im rechten Handgelenk unterzog
sich der Versicherte ab dem 18. September 2006 wiederholt ambulanten
Untersuchungen im Kantonalen Spital Rorschach. Die untersuchenden Ärzte
diagnostizierten bei ihm eine Tendovaginitis De Quervain rechts (Suva-act. 5, 6, 7). Laut
Bericht des Kantonalen Spitals Rorschach vom 19. September 2006 hatte eine vom
neuen Hausarzt des Versicherten, Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeine Medizin
FMH, am 29. August 2006 durchgeführte Röntgenuntersuchung des rechten
Handgelenks keine pathologischen Befunde ergeben (Suva-act. 5). Da konservative
Behandlungsmassnahmen keine deutliche Beschwerdelinderung erbrachten, wurde am
2. Oktober 2006 operativ eine Spaltung des 1. Strecksehnenfachs rechts durchgeführt
(Suva-act. 8). Am 26. März 2007 erfolgte offenbar eine weitere Revision desselben
Strecksehnenfachs (Suva-act. 27). Am 17. April 2007 meldete die neue Arbeitgeberin
des Versicherten unter Hinweis auf den Unfall vom 22. Januar 2005 (recte: 29. Januar
2005) eine Sehnenscheidenentzündung am rechten Handgelenk des Versicherten
sowie Arbeitsunfähigkeiten vom 18. September bis 29. Oktober 2006 sowie vom 6.
März bis 23. April 2007. Mit ärztlichem Zwischenbericht vom 26. April 2007 teilte
Dr. C._ der Suva mit, dass die Tendovaginitis De Quervain einen unfallfremden
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Faktor darstelle. Der Versicherte habe seine Arbeit am 23. April 2007 wieder
aufgenommen (Suva-act. 10). In einer Stellungnahme vom 24. Mai 2007 verneinte der
Kreisarzt der Suva, Dr. med. D._, die Unfallkausalität der Handgelenksbeschwerden
(Suva-act. 13).
A.c Mit Verfügung vom 30. Mai 2007 eröffnete die Suva dem Versicherten, dass
zwischen den am 17. April 2007 gemeldeten Handgelenksbeschwerden rechts und
dem Unfall vom 29. Januar 2005 aufgrund der medizinischen Abklärungsergebnisse
kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang bestehe. Die Beschwerden
seien auf krankheitsbedingte Faktoren zurückzuführen, weshalb die Suva nicht
leistungspflichtig sei (Suva-act. 15).
B.
B.a Am 31. Mai 2007 erhob die Sanitas als Krankenversicherer des Versicherten
gegen die Verfügung vom 30. Mai 2007 vorsorglich Einsprache (Suva-act. 16), zog
diese jedoch nach Einsicht in die Akten am 11. Juni 2007 wieder zurück (Suva-act. 17).
Am 27. Juni 2007 reichte der Versicherte gegen obgenannte Verfügung Einsprache ein
(Suva-act. 18).
B.b Am 24. September 2007 erstellte Dr. D._ auf Ersuchen der Suva nochmals eine
ärztliche Beurteilung betreffend die Unfallkausalität der am 17. April 2007 gemeldeten
Handgelenksbeschwerden rechts (Suva-act. 24).
B.c Mit Entscheid vom 1. Oktober 2007 wies die Suva die Einsprache des
Versicherten gegen die Verfügung vom 30. Mai 2007 ab (Suva-act. 26).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von S._ für den Versicherten
am 29. Oktober 2007 eingereichte Beschwerde mit den sinngemässen Anträgen, der
Einspracheentscheid vom 1. Oktober 2007 sei aufzuheben und die Suva habe die
Heilbehandlungskosten betreffend das rechte Handgelenk des Versicherten
vollumfänglich zu übernehmen. Der Beschwerdeführer habe am 8. Oktober 2007 in der
Radiologie im Silberturm, St. Gallen, eine Magnetresonanztomographie (MRT) des
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rechten Handgelenks durchführen lassen. Diese Untersuchung habe am 12. Oktober
2007 zu einer persönlichen Untersuchung des Beschwerdeführers durch Prof. Dr.
E._, Chefarzt der Klinik für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des
Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) geführt. Im beigelegten Untersuchungsbericht vom
15. Oktober 2007 - es werden darin die Diagnosen einer radioskaphoidalen Die-Punch-
Verletzung rechtes Handgelenk sowie einer chronischen Tendovaginitis 1.
Strecksehnenfach rechts gestellt - bejahte Prof. E._ die Kausalität zwischen den
Handgelenksbeschwerden rechts und dem Unfallereignis vom 29. Januar 2005.
C.b Am 6. Dezember 2007 verfasste Dr. med. F._, Facharzt für Chirurgie FMH,
Abteilung Versicherungsmedizin der Suva, eine ärztliche Beurteilung zur Frage, welche
der von Prof. Dr. E._ gestellten Diagnosen mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom
29. Januar 2005 bzw. dem damals erlittenen Gesundheitsschaden stehe.
C.c In der Beschwerdeantwort vom 21. Dezember 2007 beantragte dann die Suva
Abweisung der Beschwerde.
C.d Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers verzichtete auf die Einreichung einer
Replik.
C.e Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in
den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden

Erwägungen eingegangen.
C.f Mit Schreiben vom 9. April 2008 reichten der Beschwerdeführer bzw. sein
Rechtsvertreter eine Vertretungsvollmacht für das vorliegende Beschwerdeverfahren
sowie eine Bestätigung, dass die Vertretung unentgeltlich erfolge, ein (act. G 9).
Erwägungen:
1.
1.1 Im Einspracheentscheid vom 1. Oktober 2007 hat die Beschwerdegegnerin die
Bestimmungen über die Leistungspflicht des Unfallversicherers nach Art. 6 Abs. 1 des
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Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und den Anspruch auf
Versicherungsleistungen bei Rückfällen und Spätfolgen (Art. 11 der Verordnung über
die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]) zutreffend dargelegt. Gleiches gilt in Bezug
auf die Ausführungen über die gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG geltenden Voraussetzungen
des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis
und dem Gesundheitsschaden (BGE 129 V 181 f. E. 3 mit Hinweisen). Darauf ist zu
verweisen. Während es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen
Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 110 und 112 V 30).
Hinsichtlich Rückfällen und Spätfolgen ist anzufügen, dass es sich bei der hier zu
erfüllenden Anspruchsvoraussetzung eines erneuten natürlichen
Kausalzusammenhangs um eine anspruchsbegründende Tatfrage handelt. Die
diesbezügliche Beweislast liegt insofern bei der versicherten Person, als im Fall der
Beweislosigkeit der Entscheid zu ihren Lasten ausfällt (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E.
3b).
1.2 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a und 121 V 210 E. 6c, je mit
Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn der
Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen
mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der
Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen
Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Selbstverständlich greift diese Beweisregel erst
dann Platz, wenn die Verwaltung und - im Beschwerdefall - das Gericht dem
Untersuchungsgrundsatz rechtsgenüglich nachgekommen sind bzw. es sich als
unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer
Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit
für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen).
1.3 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben
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Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, das heisst ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen.
Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei
einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 21. Juli 2003 [U 327/02] i/S K., E. 2.1, und vom
25. Januar 2002 [U 277/00] i/S F., E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des
Experten oder der Expertin begründet sind. Insofern darf das Gericht in seiner
Beweiswürdigung auch Gutachten folgen, welche der Unfallversicherer im
Administrativverfahren einholt, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc; RKUV 2000 Nr. U 377
S. 186 E. 4a). Auch eine ärztliche Beurteilung aufgrund der Akten, wie sie vorliegend
von Dr. F._ am 6. Dezember 2007 (Suva-act. 31) erstellt wurde, ist nicht an sich
unzuverlässig, wenn genügend Unterlagen von persönlichen Untersuchungen vorliegen
(RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371, 1993 Nr. U 167 S. 95).
2.
2.1 Der Versicherte liess am 17. April 2007 durch seine neue Arbeitgeberin unter
Hinweis auf den Verkehrsunfall vom 29. Januar 2005 eine Sehnenscheidenentzündung
am rechten Handgelenk sowie verschiedene Arbeitsunfähigkeiten melden. Die
Beschwerdegegnerin behandelte diese Meldung als Rückfall zum Unfall vom 29.
Januar 2005. Hinsichtlich des Grundfalls ist den Akten zu entnehmen, dass sich der
Versicherte am 29. Januar 2005 eine Handgelenkskontusion rechts zugezogen hat. Am
14. Februar 2005 konnte die ärztliche Behandlung bei Dr. B._ abgeschlossen
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werden. Es kam zu keiner Arbeitsunfähigkeit. Die Beschwerdegegnerin hat damals ihre
Leistungspflicht anerkannt und für die ärztliche Behandlung die gesetzlichen
Leistungen erbracht. Aus den Akten der Beschwerdegegnerin ist nicht ersichtlich, dass
zur Frage der Leistungseinstellung jemals eine schriftliche Mitteilung im Sinn von Art.
51 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) oder gar eine schriftliche Verfügung
ergangen ist (Art. 49 Abs. 1 ATSG). Grundsätzlich liegt damit im vorliegenden Fall kein
rechtskräftiger Abschluss des Grundfalls vor. Andererseits vergingen seit dem
Behandlungsabschluss bei Dr. B._ vom 14. Februar 2005 bis zur erneuten ärztlichen
Behandlung von Handgelenksschmerzen sowie den damit begründeten
Arbeitsunfähigkeiten bzw. der entsprechenden Meldung an die Beschwerdegegnerin
rund eineinhalb bis zwei Jahre (vgl. zum formlosen Verfahrensabschluss Franz Schlauri,
Verfahrensfragen in der Sozialversicherung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri
[Hrsg.], Veröffentlichungen des Schweizerischen Instituts für Verwaltungskurse, Band
40, S. 57). Wie es sich mit der Beweislastverteilung bzw. der Frage verhält, ob im
vorliegenden Fall von einem Rückfall oder einem fortdauernden Grundfall auszugehen
ist, kann indessen im Hinblick auf die nachfolgenden Erwägungen offen bleiben. Denn
die Frage, wer die Folgen einer allfälligen Beweislosigkeit zu tragen hat, stellt sich erst,
wenn es sich tatsächlich als unmöglich erweisen sollte, im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
entsprechen (vgl. Erwägung Ziff. 1.2), was vorliegend - wie zu zeigen sein wird - nicht
zutrifft.
2.2 Das Sozialversicherungsgericht beurteilt die Rechtmässigkeit des angefochtenen
Einspracheentscheids in der Regel nach demjenigen Sachverhalt, der zu jenem
Zeitpunkt gegeben war. Massgebend sind allein die rechtserheblichen Tatsachen, wie
sie sich bis zum Erlass des Einspracheentscheids vom 1. Oktober 2007 entwickelt
haben (BGE 131 V 243 E. 2.1, 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen; RKUV 2001 Nr. U 419 S.
101 E. 2a). Die weitere Gesundheitsentwicklung des Beschwerdeführers ist damit nicht
relevant. Spätere Arztberichte sind insofern in die Beurteilung mit einzubeziehen, als sie
Rückschlüsse auf die im Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens
bestehende Situation erlauben (BGE 121 V 366 E. 1b in fine). - Am 8. Oktober 2007
wurde das rechte Handgelenk des Beschwerdeführers erstmals einer MRT-
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Untersuchung unterzogen. Dieser schloss sich am 12. Oktober 2007 eine
Untersuchung durch Prof. E._ an. Im Untersuchungsbericht vom 15. Oktober 2007
wird erstmals eine Die-Punch-Verletzung diagnostiziert (Suva-act. 27), der im Rahmen
der Frage nach kausalen Unfallfolgen eine zentrale Bedeutung zukommt. Die
genannten Untersuchungen sowie die ärztliche Beurteilung von Prof. E._ erfolgten
zwar nach Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids. Dennoch ist davon
auszugehen, dass sie noch den Gesundheitszustand, wie er sich auch bis zum Erlass
des Einspracheentscheids verwirklicht hat, aufzeigen. Insofern sind für das vorliegende
Verfahren auch die Einschätzung von Prof. Dr. E._ sowie die von ihm gestellten
Diagnosen erheblich.
3.
3.1 Im Folgenden sind die ab 18. September 2006 insbesondere auch operativ
behandelten Handgelenksbeschwerden rechts im Kantonalen Spital Rorschach, die
damit verbundenen Arbeitsunfähigkeiten sowie die weiterhin bestehenden Schmerzen
im rechten Handgelenk bzw. Daumenbereich auf ihre Kausalität zum Unfallereignis vom
29. Januar 2005 zu prüfen.
3.2 Die ärztliche Beurteilung der Abteilung Versicherungsmedizin der Suva, verfasst
von Dr. F._ am 6. Dezember 2007 (Suva-act. 31), wurde von der
Beschwerdegegnerin während des laufenden Beschwerdeverfahrens, das heisst
pendente lite, veranlasst. Grundsätzlich kommt der Beschwerde an das kantonale
Versicherungsgericht als ordentlichem Rechtsmittel Devolutiveffekt zu; die Behandlung
der Sache geht also mit Einreichung der Beschwerde auf die Beschwerdeinstanz über.
Insoweit ist es dem Versicherungsträger grundsätzlich verwehrt, nach Einreichung der
Beschwerde weitere oder zusätzliche Abklärungen vorzunehmen; nach der
Rechtsprechung sind lediglich punktuelle Abklärungen (wie z.B. Einholen von
Bestätigungen oder Rückfragen) zugelassen (vgl. BGE 127 V 232 f.; U. Kieser, ATSG-
Kommentar, Zürich 2003, Art. 61 Rz. 65). Die Abteilung Versicherungsmedizin ist ein
eigener ärztlicher Dienst der Suva, den diese häufig zur Überprüfung kreisärztlicher
Beurteilungen heranzieht. Nachdem sich aufgrund der nach Erlass des angefochtenen
Einspracheentscheids durchgeführten MRT-Untersuchung des rechten Handgelenks
sowie der daraufhin erfolgten Untersuchung durch Prof. E._ medizinisch eine
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wesentlich ergänzte bzw. neue Aktenlage präsentierte, wollte die Beschwerdegegnerin
diese von der Abteilung Versicherungsmedizin prüfen lassen. Eine solche Rückfrage
bei Dr. F._ ist als ergänzende punktuelle Abklärung zu werten und daher
praxisgemäss als zulässig zu betrachten. Sie kommt keiner Missachtung des
Devolutiveffekts gleich. Der Beschwerdeführer hätte sich sodann nachträglich zur
ärztlichen Beurteilung von Dr. F._ im Rahmen des vom Versicherungsgericht
angeordneten zweiten Schriftenwechsels äussern können, womit auch dem Anspruch
auf rechtliches Gehör Genüge getan ist (vgl. dazu Urteil des EVG vom 29. April 2003 [I
679/02] i/S B., E. 1.3). Die ärztliche Beurteilung von Dr. F._ kann demzufolge
formellrechtlich berücksichtigt werden.
3.3 In den medizinischen Akten finden sich hinsichtlich des rechten Handgelenks
bzw. des Daumenbereichs des Beschwerdeführers die Diagnosen einer chronischen
Tendovaginitis De Quervain rechts (Suva-act. 5, 6, 7) sowie einer Die-Punch-
Verletzung. Diese Beeinträchtigungen vermöchten grundsätzlich beide die
Handgelenksbeschwerden des Beschwerdeführers zu verursachen. Im Folgenden gilt
es zu beurteilen, welches der diagnostizierten Leiden mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit
dem Unfall vom 29. Januar 2005 bzw. einem damals erlittenen Gesundheitsschaden
steht. Während das Vorliegen einer chronischen Tendovaginitis De Quervain rechts
sowie die damalige Indikation für eine operative Revision derselben in Form einer
Spaltung des 1. Strecksehnenfachs grundsätzlich als unbestritten gilt, wird von Dr.
F._ (Suva-act. 31) die von Prof. E._ (Suva-act. 27) diagnostizierte Die-Punch-
Verletzung schon als solche in Frage gestellt.
3.4 In Bezug auf die Tendovaginitis De Quervain rechts hält Dr. D._ in seiner
ärztlichen Beurteilung vom 24. September 2007 (Suva-act. 24) fest, die durchgeführten
Röntgenuntersuchungen (Suva-act. 2, 5) hätten keine pathologischen Befunde
ergeben. Bei der Tendovaginitis De Quervain handle es sich um einen "schnellenden
Daumen". Diese Krankheit werde durch eine metabolische Läsion der fibrösen
Sehnenscheide, überwiegend reaktiv-degenerativer Natur, verursacht. Es bestünden
keine aktenkundigen Angaben darüber, dass der Beschwerdeführer seinerzeit bei der
Handgelenkskontusion in diesem Bereich Beschwerden gehabt habe. Dr. B._ habe
damals eine Druckdolenz im Handgelenk beschrieben. Die Behandlung sei am 14.
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Februar 2005 abgeschlossen worden. Brückensymptome seien nicht dokumentiert.
Gesamthaft beurteilt sei es somit nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die aktuellen
Beschwerden im Daumen rechts in natürlichem Kausalzusammenhang zum
Unfallereignis vom 29. Januar 2005 stehen würden, sondern sie seien eben durch einen
krankhaften degenerativen Prozess unter der Diagnose einer Tendovaginitis De
Quervain bedingt. Dr. F._ hält in seiner ärztlichen Beurteilung vom 6. Dezember 2007
(Suva-act. 31) fest, dass sich klinisch keine Hinweise für das Vorliegen einer
stenosierenden Tendovaginose (= Tendovaginitis stenosans) des 1. Strecksehnenfachs
gefunden hätten, als der Beschwerdeführer am 7. Februar 2005 erstmals nach dem
Unfall Dr. B._ aufgesucht habe. Diese sei erst eineinhalb Jahre nach dem Unfall
diagnostiziert worden. Eine Brückensymptomatik bzw. dass der Beschwerdeführer
nach dem Unfall bei Dr. B._ wegen Beschwerden ununterbrochen in Behandlung
gewesen sei, sei nicht aktenkundig. Der Beschwerdeführer sei zum Zeitpunkt der
Diagnosestellung 26-jährig und damit nicht im typischen Alter gewesen, in dem die
Tendovaginitis De Quervain am häufigsten manifest werde. In seinem Fall dürfte
allerdings eine Anomalie im Bereich des ersten Strecksehnenfachs eine entscheidende
Rolle bei der Krankheitsentstehung gespielt haben. Normalerweise verliefen die beiden
Sehnen des Abductor pollicis longus und des Extensor pollicis brevis gemeinsam im
ersten Strecksehnenfach. Beim Beschwerdeführer sei die Operateurin des Kantonalen
Spitals Rorschach (Suva-act. 8) jedoch auf drei Sehnen im 1. Strecksehnenfach sowie
auf ein zusätzliches Fach dorsal davon, das die Extensor pollicis brevis-Sehne enthalte,
gestossen. Aus der medizinischen Literatur wisse man, dass die Tendovaginitis De
Quervain gehäuft mit solchen anatomischen Varianten im Bereich des 1.
Strecksehnenfachs assoziiere. Diese beim Beschwerdeführer angetroffene Anomalie im
Bereich des 1. Strecksehnenfachs sei mit der am 29. Januar 2005 erlittenen
Handgelenkskontusion nicht erklärbar. Zudem fehlten echtzeitliche Hinweise, dass die
Kontusion die Beschwerden im Sinn einer Tendovaginitis De Quervain in Gang
gebracht hätte. Der kausale Zusammenhang dieser Erkrankung mit dem Unfall vom
29. Januar 2005 sei deshalb zu Recht verneint worden. - Mit den ärztlichen
Beurteilungen von Dr. D._ und Dr. F._ liegen übereinstimmende medizinische
Einschätzungen hinsichtlich Kausalität der beim Beschwerdeführer
unbestrittenermassen vorhandenen chronischen Tendovaginitis De Quervain vor. Beide
Ärzte gehen von einem degenerativ bedingten Gesundheitsschaden aus. Die ärztlichen
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Beurteilungen basieren zwar nicht auf persönlichen Untersuchungen des
Beschwerdeführers, werden jedoch ausgehend von Befunden und in
Auseinandersetzung mit den Vorakten ausführlich erläutert und nachvollziehbar
begründet. Die Tendovaginitis De Quervain, eine schmerzhafte Entzündung der Sehnen
und ihres Gleitgewebes im 1. Strecksehnenfach, kann zwar durch traumatisch bedingte
Formveränderungen des 1. Strecksehnenfachs, z.B. nach handgelenksnahen
Speichenbrüchen, oder durch wiederholte Verletzungen ausgelöst werden, wird jedoch
im Regelfall durch Überbeanspruchung bzw. ungewohnt intensive Belastung des
Daumens hervorgerufen. In den meisten Fällen kann die Ursache überhaupt nicht
gefunden werden. Menschen, die bei ihrer Arbeit wiederholt Seitbewegungen des
Handgelenks unter gleichzeitiger Stabilisierung ausüben (Hammerschlag,
Skistockeinsatz ...) können prädisponiert sein für eine Tendovaginitis De Quervain
(http://www.lowka-haende.de/krankheitsbilder_tendo.html: Stand: 1. April 2008;
Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 259. Aufl., S. 1641). Wie von Dr. F._
festgehalten, enthalten die medizinischen Akten keinerlei Hinweise auf entsprechende
traumatische Verletzungen, welche die Tendovaginitis De Quervain in Gang gebracht
hätten. Die von Dr. D._ und Dr. F._ ausserdem genannten Umstände der fehlenden
Brückensymptome, die fehlende Schmerzsymptomatik im Bereich des ersten
Strecksehnenfachs nach dem Unfall, aber vorallem auch während der folgenden
eineinhalb Jahre, und schliesslich die von Dr. F._ festgehaltene Anomalie im Bereich
des ersten Strecksehnenfachs sind als massgebende, gegen eine Unfallkausalität
sprechende Tatsachen zu werten. Hinzuweisen ist im weiteren auch auf den ärztlichen
Zwischenbericht von Dr. C._ vom 26. April 2007 (Suva-act. 10), worin dieser die
Mitwirkung unfallfremder Faktoren im Heilungsverlauf bejahte und als solchen ein
Rezidiv einer Tendovaginitis De Quervain vermerkte. Auch Prof. E._ stellte in seinem
Bericht vom 15. Oktober 2007 (Suva-act. 27) die Diagnose einer chronischen
Tendovaginitis De Quervain und bringt diese offensichtlich nicht mit dem Unfallereignis
vom 29. Januar 2005 in Zusammenhang. - Zusammenfassend ist festzuhalten, dass
nach dem Gesagten keine konkreten Hinweise für eine unfallbedingte chronische
Tendovaginitis De Quervain vorliegen. Die Wahrscheinlichkeit einer durch den Unfall
bedingten Tendovaginitis De Quervain ist insgesamt betrachtet bedeutend geringer, als
eine krankheitsbedingte Tendovaginitis De Quervain. Die fragliche Krankheit stellt damit
http://www.lowka-haende.de/krankheitsbilder_tendo.html
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nur eine mögliche, jedoch keine überwiegend wahrscheinliche Folge des
Unfallereignisses vom 29. Januar 2005 dar.
3.5 Streitig und zu prüfen ist schliesslich eine durch den Unfall vom 29. Januar 2005
erlittene Die-Punch-Verletzung bzw. die Verantwortlichkeit einer solchen für die
geklagten Beschwerden. In den Akten liegen hinsichtlich dieser Frage die einander
widersprechenden ärztlichen Meinungen von Prof. E._ (Suva-act. 27) und Dr. F._
(Suva-act. 31). - Ersterer stellte in seinem Bericht vom 15. Oktober 2007 die fragliche
Diagnose und hielt dazu insbesondere fest, die Sichtung der Röntgenaufnahmen und
insbesondere der Kernspintomographie ergebe eine radioskaphoidale Knorpelläsion
bei Zustand nach axialem Trauma und Die-Punch-Verletzung. Hier sei eine minimale
Stufenbildung sichtbar, das skapholunäre Band sei intakt. Es fände sich sowohl an der
Radiusgelenkfläche als auch am Skaphoid die entsprechende posttraumatische
Veränderung. Für ihn handle es sich demnach um eine posttraumatische Läsion der
radioskaphoidalen Gelenkfläche als Folge eines axialen Traumas, welches gut mit dem
Unfallereignis vom Januar 2005 vereinbar sei. Hier sei es zu einer Frontalkollision mit
dem Personenwagen gekommen. Dr. F._ hält insbesondere dagegen, die Die-Punch-
Verletzung – von welchen in den früheren Berichten von Prof. E._ (Suva-act. 7 – 9),
im Gegensatz zur Tendovaginitis stenosans De Quervain, nie die Rede war - entstehe
typischerweise in der Fossa lunate des distalen Radius. Sie entspreche einer
lokalisierten Knorpel-Impressionsfraktur der Gelenkfläche des distalen Radius, bedingt
durch eine axiale Gewalteinwirkung, die über das Os lunatum vermittelt werde. Eine
solche Impressionsfraktur werde besonders dann begünstigt, wenn das Mondbein
infolge der axialen Stauchung aus seinem ligamentären Verbund mit der proximalen
Handwurzelreihe gelöst werde. Es würden jedoch auch Impressionsfrakturen der Fossa
scaphoidea des distalen Radius als Die-Punch-Verletzungen bezeichnet. Wie eine
Literaturrecherche in der MEDLINE zeige, würden solche Die-Punch-Verletzungen nur
in Verbindung mit radiologisch gut erkennbaren distalen Radiusfrakturen genannt. So
hätten solche Impaktionen entweder der Fossa lunata oder der Fossa scaphoidea bei
18 jungen Patienten mit einer distalen Radiusfraktur nach einem heftigen Trauma
(Verkehrsunfälle) beobachtet werden können. - Diese von Dr. F._ der medizinischen
Literatur entnommenen Ausführungen zur Die-Punch-Verletzung erscheinen sorgfältig
eruiert und sind nachvollziehbar. Von Seiten des Rechtsvertreters des
Beschwerdeführers sind sie ebenfalls unbestritten geblieben. Wie bereits erwähnt,
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sichtete Prof. E._ beim Beschwerdeführer im Bereich des rechten Handgelenks eine
radioscaphoidale Knorpelläsion bzw. eine Läsion der radioscaphoidalen Gelenkfläche
und bezeichnete diese als traumatische Läsion. Seine weitere Schlussfolgerung, die
fragliche Läsion sei mit dem Unfallereignis vom 29. Januar 2005 bzw. einer damals
erlittenen Die-Punch-Verletzung vereinbar, ist jedoch wenig überzeugend. Der von Prof.
E._ erhobene Befund wird zwar von Dr. F._ grundsätzlich nicht in Abrede gestellt.
Gleichermassen spricht Dr. F._ von Signalstörungen in denjenigen Segmenten -
Radiusgelenkfläche und Scaphoid -, in denen Prof. E._ Veränderungen feststellte,
womit das von beiden Ärzten gesehene Bild offenbar nicht voneinander abweicht. Dr.
F._ weist jedoch darauf hin, dass die beim Beschwerdeführer nachgewiesenen
Signalstörungen nicht denjenigen entsprechen würden, wie sie üblicherweise in der
Literatur als Die-Punch-Verletzung bezeichnet würden. Dies vor allem, weil der Unfall
vom 29. Januar 2005 nachweislich weder eine distale Radiusfraktur noch eine
ligamentäre Verletzung (insbesondere keine scapholunäre Bandruptur) zur Folge
gehabt habe. Seine Feststellung ist dahingehend auszulegen, dass die durch den
Unfall auf das Handgelenk wirkende Kraft eine bestimmte Stärke aufweisen muss, um
eine Die-Punch-Verletzung zu bewirken. Bei Vorliegen einer distalen Radiusfraktur oder
einer ligamentären Verletzung ist eine solche offensichtlich anzunehmen. In Bezug auf
das Unfallereignis vom 29. Januar 2005 - nur dieses steht im vorliegenden Verfahren
zur Diskussion - erscheint indessen eine entsprechende Unfalleinwirkung nicht
plausibel. Dies umso mehr, als es dabei nicht zu einer Frontalkollision, sondern zu einer
seitlichen Kollision links kam. Prof. E._ stuft jedoch die Signalstörungen insoweit als
Die-Punch-Verletzung ein, als er offensichtlich vom Geschehen einer Frontalkollision
ausgeht und die von ihm gesichtete Läsion mit einer solchen als vereinbar erachtet.
Nachdem seine Diagnose damit auf einer unrichtigen Anamnese basiert, ist sie
geeignet, Zweifel zu begründen. Weder in den echtzeitlichen Akten noch in der
Beschwerdeschrift finden sich sodann konkrete Angaben des Beschwerdeführers
betreffend die weiteren genauen Unfallumstände bzw. darüber, inwiefern Kräfte durch
den Unfall auf das rechte Handgelenk gewirkt haben. Bekannt ist einzig, dass der
Beschwerdeführer unmittelbar nach dem Unfall verneinte, verletzt zu sein. Der
Beschwerdeführer war angegurtet und es ist davon auszugehen, dass die Gurten
funktioniert haben. Erst neun Tage nach dem Unfall suchte er seinen damaligen
Hausarzt Dr. B._ auf, dessen Untersuchung wiederum nur eine leichte Druckdolenz
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über dem rechten Handgelenk ergab. Dr. B._ diagnostizierte eine
Handgelenkskontusion rechts, die offensichtlich nicht als von einer strukturellen
Verletzung begleitet beurteilt wurde. Bereits eine Woche nach der Erstbehandlung
wurde die Behandlung abgeschlossen und während der nächsten eineinhalb Jahre sind
in den Akten keine ärztlichen Konsultationen erwähnt. Eine Arbeitsunfähigkeit ist in den
Akten erstmals am 18. September 2006 vermerkt (Suva-act. 2, 12). Zwar kann es
vorkommen, dass auch eine strukturelle Verletzung zunächst wenig schmerzt und nicht
mit einem erheblichen Funktionsausfall einhergeht, sodass sich kein sofortiger
Arztbesuch aufdrängt. Im Fall einer von Dr. F._ diagnostizierten Die-Punch-
Verletzung muss ein solcher Verlauf schon wegen des betroffenen Gelenks als sehr
unwahrscheinlich betrachtet werden. Das Ausbleiben von erheblichen Schmerzen und
Funktionsausfällen nach dem Unfall muss deshalb als Indiz dafür betrachtet werden,
dass es nicht zur erforderlichen axialen Gewalteinwirkung im massgeblichen
Handgelenksbereich gekommen ist und demnach keine Die-Punch-Verletzung
stattgefunden hat. Je grösser im Übrigen der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall
und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere
Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen
Kausalzusammenhangs zu stellen. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs
genügt, wie bereits erwähnt, für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE
119 V 338 E. 1, 118 V 289 E. 1b). Allein aufgrund ursprünglich nicht diagnostizierter
Kontusion im rechten Handgelenk drängt sich keine andere Sichtweise auf. Der
Vollständigkeit halber ist schliesslich allgemein anzufügen, dass eine Argumentation im
Sinne der Formel "post hoc ergo propter hoc", nach deren Bedeutung eine
gesundheitliche Schädigung schon deshalb als durch den Unfall verursacht gilt, weil
sie nach diesem aufgetreten ist, nicht als Beweis betrachtet werden kann und nicht
erlaubt, einen natürlichen Kausalzusammenhang mit der im Unfallversicherungsrecht
geforderten überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen (BGE 119 V 340 E. 2b/
bb). - Nach dem Gesagten lassen demnach sowohl die Umstände des
Unfallereignisses an sich als auch die gesamte Anamnese die von Prof. E._ gestellte
Diagnose einer Die-Punch-Verletzung im Bereich des rechten Handgelenks nicht als
schlüssig erscheinen. Das Vorliegen oder zumindest die Umstände für das Geschehen
einer solchen im Rahmen des Unfallereignisses vom 29. Januar 2005 sind nicht mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen. Der ursächliche
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Zusammenhang der kernspintomografisch nachgewiesenen Signalstörungen im
Bereich der radioscaphoidalen Gelenkfläche mit dem Unfall vom 29. Januar 2005 kann
in Übereinstimmung mit Dr. F._ höchstens als möglich bezeichnet werden. Als
plausiblere Erklärung für die Signalstörungen bezeichnet dieser eine frühere distale
Radiusfraktur mit einer begleitenden Knorpelverletzung. Der Beschwerdeführer habe
bei seiner Erstkonsultation in der handchirurgischen Sprechstunde des Kantonalen
Spitals Rorschach vom 18. September 2006 (Suva-act. 5) erwähnt, er habe sich vor
einigen Jahren (d.h. vor dem 29. Januar 2005) das Handgelenk gebrochen. Besagte
Annahme muss indessen im vorliegenden Verfahren, in dem einzig die Restfolgen des
Unfalls vom 29. Januar 2005 streitig und zu prüfen sind, nicht näher beurteilt zu
werden. Ebenfalls offen gelassen werden kann die von Dr. F._ aufgeworfene Frage,
ob den kernspintomografisch nachgewiesenen Signalstörungen Krankheitswert
zukommt, d.h. ob diese tatsächlich für die persistierenden Beschwerden verantwortlich
gemacht werden können.
4.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass weder die Tendovaginitis De Quervain mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als unfallabhängig
ausgewiesen noch überwiegend wahrscheinlich von einer im Rahmen des Unfalls vom
29. Januar 2005 erlittenen Die-Punch-Verletzung ausgegangen werden kann. Andere,
anlässlich des fraglichen Unfalls erlittene Gesundheitsschäden bzw. Schmerzursachen
werden in den medizinischen Akten nicht erwogen. Eine Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin ist damit zu verneinen.
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 1. Oktober 2007 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG