Decision ID: 67fb1639-02d0-55dd-85ff-2cc04170f167
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X, geb. 2004, ist das gemeinsame Kind von Y und Z. Bereits während der
Schwangerschaft wurde für ihn am 30. April 2004 eine Erziehungsbeistandschaft
errichtet.
B.- Am 30. September 2012 wurde X von der Polizei ins Schlupfhuus St. Gallen
gebracht, nachdem in der mütterlichen Wohnung ein Kollege von Y tot aufgefunden
worden war. In der Folge wurde X am 4. Oktober 2012 im Einvernehmen der Eltern bei
einer Pflegefamilie in O platziert. Vom 18. März bis 18. Juli 2013 hielt sich Y zwecks
Entzugs im Mühlhof, Zentrum für Suchttherapie und Rehabilitation, auf. Am 31. Juli
2013 erteilte die KESB Q der Pflegefamilie von X die Bewilligung zu dessen Aufnahme
in Familienpflege. Mit Verfügung vom 19. Dezember 2013 bestätigte die Kindes- und
Erwachsenenschutzbehörde (KESB) M die umfassende Erziehungsbeistandschaft für X
und ernannte neu A als Beistand.
C.- Am 4. Februar 2014 liess Y durch ihren Rechtsvertreter die sofortige Aufhebung der
Fremdplatzierung bzw. zumindest die Ausdehnung des Besuchsrechts auf zwei Tage
alle zwei Wochen beantragen. Die KESB M hörte am 14. Februar 2014 Y und am
18. Februar 2014 X und seine Pflegefamilie zur geplanten Rückplatzierung persönlich
an. Am 20. März 2014 bestätigte die KESB M die Fremdplatzierung von X bis zum
rechtsgenüglichen Abschluss des Abklärungsverfahrens betreffend
Platzierungssituation in der Pflegefamilie. Mit Verfügung vom 8. Mai 2014 regelte die
KESB M den persönlichen Verkehr der Mutter mit X detailliert (Ziffer 1 des Dispositivs),
hob die Fremdplatzierung per 3. Oktober 2014 auf und sah vor, dass X ab diesem
Datum wieder in die Eigenpflege der Mutter zu geben sei (Ziffer 2 des Dispositivs),
versah die Aufhebung der Fremdplatzierung mit der erfolgreichen Absolvierung
verschiedener von der Kindsmutter zu erfüllenden Auflagen (Ziffer 3 des Dispositivs),
wies die Sozialen Dienste M an, fristgerecht die notwendige Finanzierung zu regeln und
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die hierfür notwendigen Kostengutsprachen zu sprechen (Ziffer 4 des Dispositivs) und
entzog einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung (Ziffer 5 des
Dispositivs).
D.- Gegen diese Verfügung erhob X mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 16. Juni
2014 Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission und beantragte unter
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung die Aufhebung der Ziffern 1 bis 5 der
angefochtenen Verfügung. Die Beschwerdeergänzung datiert vom 3. Juli 2014. Am
20. August 2014 beantragte Y durch ihren Rechtsvertreter, der Beschwerde keine
aufschiebende Wirkung zu gewähren. Mit Verfügung vom 25. August 2014 hiess der
Abteilungspräsident der Verwaltungsrekurskommission das Gesuch um
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung gut und entzog einer allfälligen
Beschwerde die aufschiebende Wirkung. Am 2. September 2014 verzichtete die KESB
M auf eine Stellungnahme zur Sache.
E.- Am 3. Dezember 2014 wurde X vom Abteilungspräsident der
Verwaltungsrekurskommission im Beisein einer Gerichtschreiberin persönlich angehört.
Wegen Stellenwechsels des bisherigen Beistands setzte die KESB M mit Verfügung
vom 5. Dezember 2014 neu B als Beiständin ein. Das Gericht ersuchte die Pflegeeltern
von X, verschiedene Fragen im Zusammenhang mit der Aufhebung der
Fremdplatzierung zu beantworten. Der Bericht datiert vom 4. Januar 2015. Am
26. Januar bzw. 19. Februar 2015 nahmen die verfahrensbeteiligten Rechtsvertreter
dazu Stellung. Weitere Stellungnahmen datieren vom 25. Februar und 2. März 2015.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die
Akten wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rechtsmittelerhebung ist gegeben. Die Beschwerde vom 16. Juni 2014 ist rechtzeitig
eingereicht worden und erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 3. Juli 2014 in
formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 450 und 450b
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ZGB, Art. 27 des Einführungsgesetzes zum Kindes- und Erwachsenenschutzrecht
[sGS 912.5; abgekürzt: EG-KES] sowie Art. 41 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [sGS 951.1; abgekürzt: VRP]). Auf die Beschwerde ist somit
einzutreten.
2.- In formeller Hinsicht ist die angefochtene Verfügung vom 8. Mai 2014 nicht zu
beanstanden.
a) Die Zuständigkeit bestimmt sich nach Bundesrecht. Für die Anordnung von
Kindesschutzmassnahmen ist nach Art. 315 Abs. 1 ZGB die Kindesschutzbehörde am
Wohnsitz des Kindes zuständig. Die Bestimmungen über das Verfahren vor der
Erwachsenenschutzbehörde sind sinngemäss anwendbar (Art. 314 Abs. 2 ZGB). Der
Beschwerdeführer hat seinen Wohnsitz in M, womit die KESB M für die Verfügung der
Regelung des persönlichen Verkehrs und der Fremdplatzierung örtlich und sachlich
zuständig war.
b) Nach Art. 314a Abs. 1 ZGB ist das Kind vor dem Erlass von
Kindesschutzmassnahmen in geeigneter Weise durch die Kindesschutzbehörde oder
durch eine beauftragte Drittperson persönlich anzuhören, soweit nicht sein Alter oder
andere wichtige Gründe dagegen sprechen. Das Bundesgericht geht im Sinn einer
Richtlinie davon aus, dass die Kinderanhörung grundsätzlich ab dem vollendeten
sechsten Altersjahr möglich ist (BGE 131 III 553 E. 1.2.3). Der Beschwerdeführer wurde
am 18. Februar 2014 von der Vorinstanz angehört (act. 27/87).
3.- In materieller Hinsicht ist die Rückplatzierung des Beschwerdeführers bei seiner
Mutter umstritten.
a) Die Vorinstanz führt in der Verfügung vom 8. Mai 2014 aus, der Beschwerdeführer
befinde sich zurzeit bei einer Pflegefamilie, wo er sich wohl fühle. Er besuche dort die
örtliche Schule mit guten Ergebnissen und die damals gegebene Gefährdungssituation
habe abgewendet werden können. Der Aufenthaltsort bei der Pflegefamilie könne aber
nur befristeter Natur sein. Es sei wichtig, die Mutter-Kind-Beziehung mittels geeigneten
Massnahmen wieder herzustellen und aufzubauen. Der Beschwerdeführer wolle noch
bei der Pflegefamilie bleiben und den Kontakt zur Mutter mit einem ausgedehnten
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Besuchsrecht aufbauen und vertiefen, mit dem Ziel zu gegebener Zeit wieder ganz zu
seiner Mutter zurückzukehren. Sowohl die Mutter als auch die Sozialen Dienste der
Stadt M beantragten eine Rück- bzw. Umplatzierung. Der Beistand erachte eine
Ausdehnung des Besuchsrechts verbunden mit einer späteren Rückkehr des
Beschwerdeführers zu seiner Mutter als gangbaren Weg. Zurzeit sei eine
Rückplatzierung noch verfrüht, das Besuchsrecht solle aber ausgedehnt werden. Damit
solle eine tragfähige Bindung zwischen Mutter und Kind aufgebaut und gefestigt
werden, sodass der Beschwerdeführer zu Beginn der Ferien gut vorbereitet zu seiner
Mutter zurückkehren könne. Es erscheine wichtig, dass er in einer suchtmittelfreien
Umgebung aufwachsen könne. Entsprechend seien der Mutter gewisse Auflagen zu
erteilen.
Dem hält die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers zur Hauptsache entgegen, der
Beschwerdeführer lebe bereits seit beinahe zwei Jahren in der Pflegefamilie, wo er sich
gut entwickelt habe. Er sei in seiner Schulklasse gut integriert und es sei ihm in der
Zwischenzeit gelungen, Freunde zu finden. Als er in der Pflegefamilie platziert worden
sei, habe er unter Angstzuständen, Gleichgewichtsstörungen und
Konzentrationsschwierigkeiten gelitten. Mittlerweile hätten sich die Probleme stark
verbessert. Er habe mit Hilfe der Pflegefamilie das ihm fehlende Selbstvertrauen
entwickeln und an Selbständigkeit gewinnen können. Ob die Mutter ihre
Suchtproblematik tatsächlich überwunden habe, scheine derzeit ungewiss. An den
Wochenenden halte sie sich mit dem Beschwerdeführer häufig beim Grillplatz in M auf,
wo sich die Alkoholiker der Gegend treffen würden. Problematisch sei überdies, wenn
sich der Vater in der mütterlichen Wohnung aufhalte, da er regelmässig Suchtmittel
konsumiere. Die Mutter könne daher dem Beschwerdeführer keine kindgerechte,
suchtmittelfreie Umgebung bieten. An den Wochenenden finde im Übrigen keine
regelmässige Verpflegung statt. Er leide bei der Mutter zudem an gravierenden
Schlafproblemen und werde von Alpträumen geplagt. Üblicherweise laufe die ganze
Nacht der Fernseher und er könne kaum zur Ruhe kommen. Hinzu komme, dass er
aufgrund des starken Rauchens manchmal Atembeschwerde bekomme.
b) Ist das Wohl des Kindes gefährdet und sorgen die Eltern nicht von sich aus für
Abhilfe oder sind sie dazu ausserstande, so trifft die Kindesschutzbehörde die
geeigneten Massnahmen zum Schutz des Kindes (Art. 307 Abs. 1 ZGB). Kann der
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Gefährdung des Kindes nicht anders begegnet werden, hat die Kindesschutzbehörde
es den Eltern gestützt auf Art. 310 ZGB wegzunehmen und in angemessener Weise
unterzubringen. Eine Rückkehr des Kindes zu den leiblichen Eltern ist zumindest als
wünschenswert im Auge zu behalten. Dieser Gesichtspunkt ist indes gegenüber der
Wahrung des Kindeswohls von untergeordneter Bedeutung. So ist der
Fremdplatzierung des Kindes vorrangig seinen aktuellen Interessen Rechnung zu
tragen, und es ist die bestmögliche Art der Fremdbetreuung zu wählen. Der
Gesetzgeber nimmt dabei in Kauf, dass zwischen dem Kind und der betreuenden
Drittperson naturgemäss eine emotionale Bindung entsteht und wächst. Diese Bindung
kann so intensiv werden, dass sie einer späteren Rückkehr zu den leiblichen Eltern
entgegensteht. Art. 310 Abs. 3 ZGB bestimmt für diesen Fall, dass eine Rücknahme
des Kindes durch die Eltern dann zu untersagen ist, wenn seine Entwicklung ernstlich
zu gefährden droht (Entscheid des Obergerichts Luzern vom 8. März 2005 E. 2.4,
FamPra.ch 2005 Nr. 128). Eine Neu-, Um- oder Rückplatzierung des Kindes hat sich an
dessen Wohl auszurichten und bedingt eine Abwägung zwischen den auf dem Spiel
stehenden Interessen. Für die Rückplatzierung gelten nicht die gleichen Kriterien wie
für den Obhutsentzug. Im Zusammenhang mit der Rückplatzierung ist zwar zu
berücksichtigen, dass beim Obhutsentzug dem Verhältnismässigkeitsprinzip eine
zentrale Rolle zukommt und dieses verletzt ist, wenn Massnahmen länger als
notwendig aufrechterhalten bleiben. Indes ist zu bedenken, dass es bei langdauerndem
Pflegeverhältnis zu einer Verwurzelung mit sozialpsychischer Elternstellung der
Pflegeeltern kommen kann; jedenfalls stete Umplatzierungen sind diesfalls zu
vermeiden und vielmehr kontinuierliche Verhältnisse anzustreben. Entscheidend für die
Frage der Zurücknahme durch die Mutter ist, ob die seelische Verbindung zwischen ihr
und dem Kind intakt ist und ob ihre Erziehungsfähigkeit und ihr
Verantwortungsbewusstsein eine Rückübertragung der Obhut unter Beachtung des
Kindeswohls rechtfertigen. Bei der Gewichtung der vorstehenden Interessen sind der
Anspruch des Elternteils auf persönliche Betreuung und das Interesse des Kindes an
stabilen Beziehungen gegeneinander abzuwägen (Urteile des Bundesgerichts [BGer]
5A_736/2014 vom 8. Januar 2015 E. 3.3 und 5A_473/2013 vom 6. August 2013 E. 6).
c) Am 30. April 2004 wurde für den noch nicht geborenen Beschwerdeführer wegen
einer Drogenproblematik der Kindseltern eine Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1
ZGB errichtet (act. 27/1). In der Folge gelang es der Kindsmutter trotz der
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Drogenproblematik zunächst, ihre Verantwortung wahrzunehmen und die Entwicklung
des Beschwerdeführers zu fördern (vgl. act. 27/24). Am 8. September 2012 musste sie
jedoch wegen Drogenmissbrauchs ins Kantonale Spital M eingeliefert werden. Der
Beschwerdeführer wurde damals in die Obhut seines Vaters übergeben (act. 27/33).
Am 30. September 2012 musste er im Rahmen einer polizeilichen Intervention ins
Schlupfhuus gebracht werden, nachdem ein Kollege der Kindsmutter in der Wohnung
an illegalen Drogen verstorben war und die Kindseltern zunächst in Untersuchungshaft
genommen werden mussten. Mit Einverständnis der Eltern wurde der
Beschwerdeführer sodann bei einer Pflegefamilie in O platziert (act. 27/35, 38 und 41).
Es ist allgemein bekannt, dass die Familie eines Suchtabhängigen unter den
Auswirkungen der Abhängigkeit leidet. Sie bringt für die Angehörigen im gleichen
Haushalt gewaltige Belastungen mit sich, welche von Menschen getragen werden
müssen, welche oft selber besonders wenig belastbar sind; Kinder sind solchen
Belastungen besonders wehrlos ausgesetzt. Von einer suchtabhängigen Person kann
auch kaum eine kontinuierliche erzieherische Führung eines Kindes erwartet werden
(vgl. BGer 5C.112/2001 vom 30. August 2001 E. 2e/aa mit weiteren Hinweisen). Es ist
damit nicht zu beanstanden, dass der Beschwerdeführer zum damaligen Zeitpunkt
fremdplatziert wurde.
d) Mit Verfügung vom 8. Mai 2014 befristete die die Vorinstanz die Fremdplatzierung
des Beschwerdeführers bei der Pflegefamilie auf fünf Monate und ordnete die
anschliessende Rückplatzierung bei seiner Mutter an (Dispositiv-Ziffer 2 der
angefochtenen Verfügung).
Der zehnjährige Beschwerdeführer schrieb der Vorinstanz aufgrund der drohenden
Rückplatzierung einen Brief (Eingang bei der Vorinstanz: 14. Mai 2014) und erklärte, es
sei noch zu früh, um zu seiner Mutter zurückzukehren. Er wolle noch drei Jahre bei der
Pflegefamilie bleiben, weil er sich dort wohl fühle (act. 27/107). Anlässlich der
persönlichen Anhörung vom 18. Februar 2014 gab er an, ihm gehe es gut und zwar
besser als bei seiner Mutter. Bei der Pflegefamilie gefalle es ihm sehr gut. Es habe
nette Kinder in der Schule und er habe einige Freunde gefunden. Er wolle lieber nicht
zurück zu seiner Mutter, weil sie noch nicht ganz gesund sei. Sie sitze viel vor dem
Fernseher, trinke fast nur Coca Cola und esse fast nichts (act. 27/87). Gegenüber der
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Verwaltungsrekurskommission gab er am 3. Dezember 2014 an, als es geheissen habe,
er müsse zurück zur Mutter, habe er das nicht gewollt. Man habe ihm den Vorschlag
gemacht, einen Anwalt einzuschalten; diesem Vorgehen habe er zugestimmt. Es habe
ihn gefreut, dass er daraufhin bei der Pflegefamilie habe bleiben dürfen. Es gefalle ihm
vieles bei der Pflegefamilie, insbesondere dass sie viel Zeit für ihn hätten und er dort
gute Kollegen habe. Die Pflegefamilie sei mega lieb zu ihm, sie würden nicht rauchen
und fast keinen Alkohol trinken. Jedes zweite Wochenende verbringe er bei seiner
Mutter bzw. zusammen mit ihr bei ihrem neuen Lebenspartner. Mit dessen
neunjährigem Sohn "game" er häufig, obwohl er lieber draussen spielen würde. Ein
Wochenende verbringe er bei seiner Omi in R; mit ihr gehe er viel spazieren. Er wolle
seine Mutter nicht öfter sehen; so wie es sei, genüge ihm. Er könne sich auch nicht
vorstellen, mehr Ferien mit seiner Mutter zu verbringen. Er wolle nicht zurück zu seiner
Mutter, da sie früher Drogen genommen habe. Im Gegensatz zu seinem Vater habe
seine Mutter zudem nicht aufgehört, Alkohol zu trinken. Bei seiner Mutter sei es nicht
richtig aufgeräumt, sie rauche im Wohnzimmer und überall stinke es nach Rauch. Er
wolle lieber bei der Pflegefamilie bleiben. Wenn er drei Wünsche offen hätte, würde er
sich als erstes wünschen, dass er bis 18 Jahre bei der Pflegefamilie bleiben könne.
Zweitens wünsche er sich schöne Weihnachten und drittens – was natürlich nicht in
Erfüllung gehen könne –, dass alle seine Plüschtiere lebendig werden würden (act. 39).
Die Pflegeeltern führten aus, es klappe sehr gut mit dem Beschwerdeführer und es sei
sehr schön zu sehen, wie er Fortschritte in der Schule und bei ihnen zuhause mache.
Zu Beginn habe er viel geweint, was nachgelassen habe. Er stehe aber weiterhin unter
dem Druck der Situation, weil er nicht wisse, wie es weitergehe. Seit dem Aufenthalt sei
der Beschwerdeführer mental stärker geworden und habe ein gesteigertes
Selbstbewusstsein entwickelt. Er habe in der Schule einige neue Freunde gefunden
und die Leistungen seien gestiegen. Den Zustand der Kindsmutter erachteten sie für
eine Rückplatzierung als noch zu wenig stabil. Sie habe immer wieder kleine
gesundheitliche Einschränkungen. Auch das soziale Umfeld variiere etwas zu viel. Der
Beschwerdeführer benötige Stabilität, was die Kindsmutter nur bedingt erfüllen könne.
Das Risiko eines Rückfalls sei recht gross. Wenn die Kindsmutter fit sei, zeige sie
sicherlich einen Mutterinstinkt und sie sei dann auch anwesend und präsent. Sie liebe
ihren Sohn und dieser seine Mutter (act. 27/88). Die Schwester der Kindsmutter glaubt,
dass eine Rückplatzierung nicht gut gehen werde. Ihr fehle es an Kraft und Geduld, um
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für den Beschwerdeführer die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Sie schätze
ihre Schwester als eher labil ein. Im Moment funktioniere es aber gut. Sobald aber eine
grosse Schwierigkeit auf sie zukomme, bestehe die Gefahr eines Rückfalls (act. 27/86).
Im Bericht vom 4. Januar 2015 beschreiben die Pflegeeltern den Beschwerdeführer als
anfänglich ängstliches Kind, welches nun selbstbewusst, offen und zugewandt sei. Seit
einem Jahr erbringe er wesentlich bessere schulische Leistungen. Seine
Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer habe er verbessern können. Als der
Beschwerdeführer im Mai 2014 erfahren habe, dass die Vorinstanz für Herbst die
Rückkehr zur Mutter vorgesehen habe, habe er eine Stunde heftig geweint, da er nicht
zurück zu ihr wolle, sondern bei der Pflegefamilie bleiben. Seit Herbst 2014 komme er
aggressiv und unzufrieden von den Besuchswochenenden zurück. Er verbringe die
Wochenenden gemeinsam mit der Mutter bei ihrem neuen Lebenspartner und dessen
Stiefsohn. Der Beschwerdeführer wünsche sich explizit mehr Zeit alleine mit seiner
Mutter verbringen zu können. Dies sei dann am Standortgespräch vom 20. November
2014 so vereinbart worden, dennoch verbringe die Mutter die meiste Zeit des
Besuchskontakts bei ihrem neuen Lebenspartner und dessen Stiefsohn. Die beiden
Buben würden sich gemeinsam mit Computerspielen beschäftigen und manchmal mit
der Mutter und ihrem Partner am See spazieren gehen. Der Beschwerdeführer habe
seine Mutter gerne, er kümmere sich um sie und übernehme Verantwortung und
kontrolliere ihren Alkoholkonsum. Er reagiere enttäuscht, wenn seine Mutter
Abmachungen nicht einhalte. Er wolle sie nicht verletzen. Zu ihnen bestehe eine gute
Beziehung mit gegenseitiger Verbundenheit. Sie hätten den Beschwerdeführer gerne;
er fühle sich wohl bei ihnen. Sie würden seine Bedürfnisse ernst nehmen und ihn
unterstützen. Er brauche Orientierung, Sicherheit und Klarheit. Seit 2012 habe er seinen
Lebensmittelpunkt in O und gehe dort zur Schule. Er habe sich positiv entwickelt. Er sei
ein feinfühliger und aufgeweckter Junge (act. 42).
e) Die Mutter-Kind-Beziehung war seit dem Start des Beschwerdeführers ins Leben
aufgrund der Suchtproblematik der Kindsmutter stark belastet. Die Situation spitzte
sich im Herbst 2012 zu und fand ihren Höhepunkt, als in der Wohnung der Mutter ein
Kollege tot aufgefunden worden war. In der Folge musste der Beschwerdeführer
notfallmässig fremdplatziert werden. Wegen der Suchtproblematik unterzog sich die
Kindsmutter in der Zeit vom 18. März bis 18. Juli 2013 einer Entziehungskur im
Mühlhof. Dem Austrittsbericht vom 16. Juli 2013 ist zu entnehmen, dass der
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Behandlungsverlauf sehr positiv zu werten sei, da das bisherige Suchtverhaltensmuster
deutlich unterbrochen worden sei. Während der Aufenthaltsdauer sei sie hinsichtlich
alkoholischer Getränke vollständig rückfallfrei geblieben; zu Beginn habe sie jedoch
einmalig Cannabis konsumiert. Sie habe sich reflektiert und bereit gezeigt, ihr
bisheriges Suchtverhalten zu überdenken und hinsichtlich wichtiger Erklärungs- und
Risikofaktoren zu analysieren (act. 27/69). Am 20. September 2013 bestätigte die
Regionale Beratungsstelle für Suchtfragen, dass es der Kindsmutter erfolgreich
gelungen sei, eine Verhaltensänderung einzuleiten. Die bestehende komplexe
Lebenssituation und Alltagsbewältigung bedinge jedoch weiterhin medizinische,
suchttherapeutische, soziale und anwaltliche Hilfeleistungen. Sie sei motiviert, die
Alkoholabstinenz und die Stabilität auf Methadon weiterhin einzuhalten. Eine langsame
Reduktion der Methadonsubstitution sei sekundäres Ziel (act. 27/70). Anlässlich der
persönlichen Anhörung vom 14. Februar 2014 erklärte die Kindsmutter, sie nehme
regelmässig ein- bis zweimal im Monat an einer Suchtberatung teil. Zweimal im Monat
gehe sie zudem zum Hausarzt für die Methadonabgabe und eine Sprechstunde. Sie
lebe von der Sozialhilfe und einer kleinen Suva-Rente. Gesundheitlich gehe es ihr
besser, jedoch seien die Nerven im Handgelenk weiterhin angeschlagen. Seit ihrem
Entzug sei sie trocken und drogenfrei; sie konsumiere täglich Methadon und sei
Raucherin. Bei einer Rückplatzierung benötige sie in der Mutter-Kind-Beziehung oder
bei schwierigen Hausaufgaben Unterstützung. Zudem sei sie weiterhin auf finanzielle
Hilfe angewiesen. Auch müsse sie weiterhin unterstützt werden, um die Abstinenz
weiterzuführen (act. 27/89).
Die Kindsmutter benötigt demnach gemäss eigenen Angaben nach wie vor
Unterstützung, um ihr Leben in geregelte Bahnen lenken zu können. Die Gefahr, dass
sie bei einer Rückplatzierung überfordert wäre, ist daher als sehr hoch einzuschätzen,
und es bestünde dadurch das erhebliche Risiko eines Rückfalls. So erachtete auch der
damalige Beistand des Beschwerdeführers eine Rückplatzierung noch zu früh, da es
wegen der Suchtproblematik bei einer grossen Belastung zu einem hohen
Rückfallrisiko kommen könne. Sinnvoller sei eine stufenweise Kontaktöffnung, um so
Belastungssituationen zu trainieren und Krisen zu verhindern. Hinzu komme, dass es
dem Beschwerdeführer im Moment sehr gut gehe und er im Moment nicht nach Hause
wolle. Er entwickle sich bei der Pflegefamilie sehr gut und eine Rückplatzierung zum
jetzigen Zeitpunkt könnte die Entwicklungsfortschritte gefährden. Aus diesem Grund
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erachte er die Fortsetzung des Pflegeverhältnisses als sinnvoll (act. 27/90). Weiter
reichte die Kindsmutter keine Belege für ihre Abstinenz ein. Sie erklärte lediglich,
verschiedene Blut- und Urinproben durchgeführt zu haben, wobei die Anzahl der
Proben aus Kostengründen bescheiden seien. Auch die Durchführung einer
Haaranalyse sei ihr aus finanziellen Gründen nicht möglich gewesen (act. 50 Ziff. 1).
Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer gegenüber seiner Rechtsvertreterin
ausführte, seine Mutter konsumiere nach wie vor Alkohol (act. 52). Eine erneute
Alkohol- oder Drogenabhängigkeit stellt jedoch eine ernsthafte Gefährdung des
Kindeswohls dar. Seit Januar 2015 lebt die Kindsmutter nun bei ihrem neuen
Lebenspartner, mit welchem sie seit Herbst 2014 zusammen ist (act. 50 Ziff. 2). Von
einer stabilen Beziehung kann daher noch nicht die Rede sein. Der Beschwerdeführer
ist jedoch für eine gesunde Entwicklung auf Kontinuität und Stabilität angewiesen. Die
Kindsmutter scheint dabei die Bedürfnisse des Beschwerdeführers nicht genügend
ernst zu nehmen. Die Besuchswochenenden mit seiner Mutter verbringt der
Beschwerdeführer stets bei ihrem Lebenspartner und dessen Stiefsohn, obwohl er
ausdrücklich Zeit alleine mit seiner Mutter wünscht. Die Zeit verbringt er dann meistens
mit Computerspielen, obwohl er viel lieber draussen etwas machen würde. Der
Einwand der Kindsmutter, lediglich Fr. 30.– vom Sozialamt für die Gestaltung des
Besuchswochenendes zu erhalten, ist dabei nicht zu hören. Ausflüge in die Natur sind
bekanntlich auch mit geringen finanziellen Mitteln möglich. So machen dem
Beschwerdeführer beispielsweise die Spaziergänge bei seiner Grossmutter und dem
Hund der Nachbarn "mega Spass" (vgl. act. 39). Auch ein Ausflug in den Wildpark
Peter und Paul in St. Gallen wäre abgesehen von der Anreise kostenlos.
f) Zusammenfassend ergibt sich, dass eine Rückkehr von X zu seiner Mutter im jetzigen
Zeitpunkt verfrüht wäre. Die Beschwerde ist folglich in diesem Punkt gutzuheissen. Die
Kindsmutter hat sich zunächst im Rahmen der Besuchsrechtsausübung über eine
gewisse Zeit zu beweisen, dass sie über genügend Stabilität für eine Rückkehr des
Sohnes verfügt.Zeigt sich die Situation der Kindsmutter weiter stabil, respektive ist ihre
Abstinenz hinreichend erstellt, ist die Angelegenheit neu zu beurteilen (vgl. zum Ganzen
BGer 5A_736/2014 vom 8. Januar 2015). Die wirtschaftlichen Interessen der
Wohnsitzgemeinde als Kostenträgerin der Massnahme sind dabei nicht zu
berücksichtigen. Ob das Kind in eine Pflegefamilie, eine betreute Wohngruppe oder in
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ein Pflegeheim zu geben ist, beurteilt sich allein unter dem Blickwinkel der spezifischen
Gefährdungslage (vgl. BGer 5A_979/2013 vom 28. März 2014 E. 4.3).
5.- a) Im Idealfall ist die Massnahme auf die Rückkehr des Kindes zu den leiblichen
Eltern gerichtet. Der laufende Kontakt mit den Eltern ist durch Besuche, Briefe und
Telefonate nach Möglichkeit aufrecht zu erhalten. Parallel zur Fremdunterbringung
sollen die Eltern in geeigneter Weise auf die Wiederaufnahme des Kindes vorbereitet
werden, was die Aufrechterhaltung des Kontakts mit dem Kind erfordert,
gegebenenfalls mit Beratung oder Veranlassung von geeigneten therapeutischen
Massnahmen mit dem Zweck, die objektiven Fähigkeiten der Eltern und ihre
Überzeugung, die Betreuung persönlich erbringen zu können, nach Möglichkeit zu
stärken (BSK ZGB I-Breitschmid, 5. Aufl. 2014, Art. 310 N 10 f.).
b) Wie dargelegt ist eine Rückkehr zur Mutter erst möglich, wenn ihre Lebenssituation
für eine solche genügend stabil ist. Dies sah auch die Vorinstanz und knüpfte die
vollständige Aufhebung der Fremdplatzierung des Beschwerdeführers an gewisse
Auflagen, welche die Mutter zu erfüllen habe. So wurde Letztere dazu verpflichtet
- sich in Zusammenarbeit mit dem Beistand bei der Schulischen Sozialarbeit der
betroffenen Schulen zu melden und das weitere Vorgehen betreffend Schulübertritt
abzusprechen und zu koordinieren
- in Zusammenarbeit mit dem Beistand die Familienberatungsstelle Q regelmässig zu
besuchen und sich fachlich beraten zu lassen
- weiterhin zweimal pro Monat die Suchtberatungsstelle M aufzusuchen und deren
Empfehlungen umzusetzen
- halbjährlich dem Beistand unaufgefordert einen Verlaufsbericht der
Suchtberatungsstelle
M zukommen zu lassen
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- halbjährlich nach Massgabe des Beistandes und in Absprache mit der
Suchtberatungsstelle M Suchtmittelscreenings (Alkohol und Drogen) mittels
Haaranalyse
beim Institut für Rechtsmedizin in St. Gallen erstellen zu lassen und diese der
Kindes-
und Erwachsenenschutzbehörde der M unaufgefordert abzugeben
- beim Hausarzt monatlich Cannabiskontrollen und Blutkontrollen zur
Alkoholabstinenz
durchzuführen und die Resultate bei einem positiven Befund umgehend dem
Beistand
zu übermitteln bzw. bei negativem Befund dem Beistand halbjährlich einen
hausärztlichen
Verlaufsbericht zuzustellen.
Von einer suchtabhängigen Person kann kaum eine kontinuierliche erzieherische
Führung eines Kindes erwartet werden (vgl. BGer 5C.112/2001 vom 30. August 2001
E. 2e/aa mit weiteren Hinweisen). Der Beschwerdeführer brachte mehrmals vor, seine
Mutter trinke nach wie vor Alkohol. Solange diese Ungewissheit besteht, darf zum
Wohle des Kindes nicht davon ausgegangen werden, dass die Kindsmutter ihre
Suchtproblematik überwunden hat. Gegen die Anordnung von Auflagen an die Mutter
ist deshalb nichts einzuwenden. Sie sieht dabei selbst ein, weiterhin Unterstützung zu
benötigen, um die Abstinenz einhalten zu können (vgl. act. 27/89), und sie erklärte sich
bereit, die Abstinenz kontrollieren zu lassen (act. 50 Ziff. 7). Da eine Rückplatzierung
zurzeit nicht zur Diskussion steht, ist auf die Auflage, die Mutter habe sich in
Zusammenarbeit mit dem Beistand bei der Schulischen Sozialarbeit der betroffenen
Schulen zu melden und das weitere Vorgehen betreffend Schulübertritt abzusprechen
und zu koordinieren, zu verzichten.
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c) Schliesslich ist der Umfang des persönlichen Verkehrs der Kindsmutter zu ihrem
Sohn während der Dauer der Fremdplatzierung umstritten.
aa) Die Vorinstanz räumte der Kindsmutter in der angefochtenen Verfügung vom 8. Mai
2014 das Recht ein, den Beschwerdeführer während zwei Monaten jedes zweite
Wochenende und danach während weiteren zwei Monaten jedes Wochenende zu sich
auf Besuch zu nehmen. Zudem sollte der Beschwerdeführer drei Wochen Ferien pro
Jahr und die gesetzlichen Feiertage bei seiner Mutter verbringen. Zur Begründung
führte die Vorinstanz aus, angesichts des Alters des Beschwerdeführers und des
Ausmasses der bisherigen Beziehung zu seiner Mutter sowie aufgrund der positiven
Veränderungen bei den Lebensumständen bei der Mutter erscheine eine Ausdehnung
des Besuchsrechts als angemessen. Es sei wichtig, dass die Mutter-Kind-Beziehung
wieder hergestellt und aufgebaut werde. Der Beschwerdeführer wolle aktuell noch bei
der Pflegefamilie bleiben und den Kontakt zu seiner Mutter mit einem ausgedehnten
Besuchsrecht aufbauen und vertiefen, mit dem Ziel zu gegebener Zeit wieder ganz zu
ihr zurückzukehren.
Der Beschwerdeführer lässt dagegen beantragen, von einem Besuchsrecht an jedem
Wochenende sei abzusehen und auf die Zusprechung von Ferien- und
Feiertagsbesuchen sei bis auf weiteres zu verzichten. Auf eine Ausdehnung des
Besuchsrechts über das übliche Mass von jedem zweiten Wochenende sei zu
verzichten. Er habe an den Wochenenden bei der Mutter gravierende Schlafprobleme
und werde von Alpträumen geplagt. Üblicherweise liefe die ganze Nacht der Fernseher
und er könne kaum zur Ruhe kommen. Hinzu komme, dass er aufgrund des starken
Rauchens manchmal Atembeschwerden bekomme.
bb) Bei der persönlichen Anhörung durch die Vorinstanz gab der Beschwerdeführer an,
sich zu wünschen, jedes Wochenende bei seiner Mutter zu verbringen, jedes zweite
Wochenende mit Übernachtung von Samstag auf Sonntag (act. 27/87). Am
3. Dezember 2014 erklärte er gegenüber der Verwaltungsrekurskommission dagegen,
die bestehende Regelung – jedes zweite Wochenende bei der Mutter, einen Samstag
pro Monat bei seiner Grossmutter – genüge ihm; er wolle seine Mutter nicht häufiger
sehen. Es sei in Ordnung, einige Ferientage mit seiner Mutter zu verbringen (act. 39).
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cc) Ziel ist zwar, dass der Beschwerdeführer irgendwann wieder bei seiner Mutter
wohnt. Hierfür müsste das Besuchsrecht schrittweise ausgedehnt werden. Ohne den
Nachweis, dass die Kindsmutter ihrem Sohn eine suchtmittelfreie Umgebung bieten zu
können, ist die Ausdehnung des Besuchsrechts über das übliche Mass hinaus nicht im
Interesse des Beschwerdeführers. Die Praxis tendiert dabei dazu, dass im Streitfall das
Besuchsrecht bei schulpflichtigen Kindern auf ein Wochenende pro Monat und zwei bis
drei Ferienwochen im Jahr festgesetzt wird (BSK ZGB I-Schwenzer/Cottier, a.a.O.,
Art. 273 N 15). Da der Beschwerdeführer ein Besuchsrecht an jedem zweiten
Wochenende beantragt und sich diese Regelung während der Hängigkeit des
vorliegenden Verfahrens bewährt hat, ist der Kindsmutter das Recht einzuräumen, alle
zwei Wochen jeweils von Freitag ab 18 Uhr bis Sonntag 18 Uhr mit dem
Beschwerdeführer zu verbringen. Daneben sind ihr drei Wochen Ferien mit ihrem Sohn
zuzugestehen. Einerseits erklärte der Beschwerdeführer anlässlich der persönlichen
Anhörung vom 3. Dezember 2014, dass einige Ferientage mit seiner Mutter in Ordnung
seien. Andererseits muss die Kindsmutter die Möglichkeit haben, auch während einer
längeren Zeit als ein Wochenende beweisen zu können, für ihren Sohn sorgen zu
können.
6.- Da der Beschwerde von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zukommt
(Art. 450c ZGB) und die Rückkehr des Beschwerdeführers in die mütterliche Obhut
während eines allfälligen Rechtsmittelverfahrens das Kindswohl gefährden würde, ist
einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu entziehen.
7.- a) Nach Art. 11 lit. a EG-KES in Verbindung mit Art. 95 Abs. 1 VRP hat in
Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder
teilweise abgewiesen werden. Es gilt der Grundsatz der Kostentragung nach Massgabe
des Obsiegens und Unterliegens. Da die Beschwerde praktisch vollumfänglich
gutgeheissen wird, können dem Beschwerdeführer keine Kosten auferlegt werden. Die
amtlichen Kosten von Fr. 1'500.– (Entscheidgebühr) sind daher der Vorinstanz zu zwei
Dritteln und der Kindsmutter zu einem Drittel aufzuerlegen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Die Kosten der Kindesvertretung gehören zu
den Gerichtskosten, wobei das von der Kindesvertreterin geltend gemachte Honorar
von Fr. 4'942.10 (Barauslagen und Mehrwertsteuer inklusive, act. 53) als tarifgemäss
und angemessen erscheint. Auf die Erhebung des Kostenanteils der Vorinstanz ist zu
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verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Die Kindsmutter ist von der Bezahlung ihres
Kostenanteils zufolge unentgeltlicher Rechtspflege vorläufig zu befreien. Sie wird
darauf hingewiesen, dass sie zur Nachzahlung verpflichtet wird, sobald sie dazu in der
Lage ist (Art. 123 Abs. 1 ZPO).
b) Die Kindsmutter hat ein Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung gestellt,
welches mit Schreiben vom 7. August 2014 bewilligt wurde (act. 22). Ihr
Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht. Das Honorar des Rechtsvertreters ist
in Verfahren vor der Verwaltungsrekurskommission grundsätzlich als Pauschale zu
bemessen; der Rahmen liegt zwischen Fr. 1'000.– und Fr. 12'000.– (Art. 22 Abs. 1 lit. b
der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, abgekürzt:
HonO). Das Honorar wird nach den besonderen Umständen, namentlich nach Art und
Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des Falles und den wirtschaftlichen
Verhältnissen der Beteiligten, festgesetzt (Art. 19 HonO; vgl. auch Entscheid des
Kantonsgerichts St. Gallen FE.2012.34-EZE2 vom 26. Oktober 2012 S. 4 letzter
Abschnitt). Ein zufolge unentgeltlicher Rechtspflege um einen Fünftel gekürztes
Honorar von Fr. 3'500.– erscheint als angemessen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes,
sGS 963.70). Hinzuzählen sind die Barauslagen von Fr. 140.– und die Mehrwertsteuer
von Fr. 291.20 (Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 HonO). Die Entschädigung für den
unentgeltlichen Rechtsvertreter der Kindsmutter beträgt demnach insgesamt
Fr. 3'931.20.