Decision ID: 21e809b0-a59f-5174-92e2-01840079821f
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Regula Schmid, Engelgasse 2, 9004 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
IV-Leistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a N._ (Jahrgang 1956) meldete sich am 6. Februar 2006 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an. Er gab an, über keine Berufsausbildung zu
verfügen. Zuletzt habe er von 1997 bis 2004 als Hilfsgärtner beim Gartenbau
B._gearbeitet (IV-act. 1). Gemäss Polizeiprotokoll vom 18. März 2005 hat der
Versicherte am 13. März 2005 einen Auffahrunfall erlitten (Suva-act. 9a). Er war deshalb
vom 13. März 2005 bis 14. August 2005 100% arbeitsunfähig, vom 15. August 2005 bis
26. Dezember 2005 50%, und ab 27. Dezember 2005 100% arbeitsunfähig erklärt
worden (Suva act. 30 und 50). Dr. med. C._, FMH Allgemeine Medizin, berichtete der
IV-Stelle des Kantons St. Gallen am 18. Juli 2006, der Versicherte leide an einem
posttraumatischen Cervikalsyndrom seit dem 13. März 2005. Dr. C._ führte aus, vom
27. Dezember 2005 bis 30. April 2006 habe eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit
bestanden. Seit 1. Mai 2006 sei der Versicherte bis auf weiteres zu 75% als
Gartenbauarbeiter arbeitsunfähig (IV-act. 22). Die D._ GmbH teilte der IV-Stelle am
3. August 2006 mit, der Versicherte habe vom 13 Dezember 2004 bis am 10. Februar
2005 bei ihr gearbeitet. Mangels Arbeit sei das Arbeitsverhältnis aufgelöst worden (IV-
act. 23). Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz empfahl der IV-Stelle am
18. Dezember 2006 die Durchführung einer MEDAS-Begutachtung (IV-act. 28).
A.b Am 1. Oktober 2006 erlitt der Versicherte einen Herzinfarkt. Er hielt sich deshalb
vom 16. Oktober bis 10. November 2006 zur kardiologischen Rehabilitation in der Klinik
Gais auf. Die Ärzte führten aus, der Versicherte leide an einer koronaren
Eingefässerkrankung, kardiovaskulären Risikofaktoren, einem deliranten Zustandsbild
nach Reanimation (DD schwere depressive Episode mit psychotischen Syndromen,
generalisierte Angststörung) sowie einem Arzneimittelexanthem. Aus kardiologischer
Sicht bestehe auf Grund anhaltender thorakaler Schmerzen nach Reanimation eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% bis voraussichtlich am 26. November 2006. Aus
psychischer Sicht sei der Versicherte voraussichtlich über längere Zeit mindestens
50% arbeitsunfähig (IV-act. 31).
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A.c Die IV-Stelle beauftragte die MEDAS am 8. März 2007 mit der Begutachtung (IV-
act. 42). Am 23. August 2007 erstellte die MEDAS das polydisziplinäre Gutachten. Die
Ärzte gaben an, der Versicherte leide an folgenden Hauptdiagnosen (mit Einschränkung
der zumutbaren Arbeitsfähigkeit):
- 1. Chronisches rechtsbetontes cervikocephales Schmerzsyndrom bei dorsaler
Spondylose C3-6
- 2. Schultersteife rechts bei subacrominalem Impingement und beginnender
Omarthrose rechts
- 3. Koronare Herzkrankheit
- St. n. akut PCI und Stentimplantation Lateralast RCX am 1. Oktober 2006
- St. n. Reanimation mit Thoraxkontusion
- St. n. delirantem Zustand nach Reanimation (Durchgangssyndrom)
- cv. RF: Nikotinabusus, Hypercholesterinämie, familiäre Belastung
- Arzneimittelunverträglichkeit (Clopidogrel/Atorvastatin).
Als Nebendiagnosen (ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit) wurden
Übergewicht, ein Verdacht auf Lipomatose, eine Pollakisurie sowie ein St. n.
anamnestisch depressiver Episode aufgeführt. Zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen
Tätigkeit gaben die Ärzte an, der Versicherte sei bisher saisonal von Frühling bis Herbst
als Hilfsgärtner tätig gewesen. In den Wintermonaten habe er in verschiedenen
Branchen gearbeitet, zuletzt als Hilfsgipser. Wegen einer HWS-Distorsion nach
Auffahrunfall vom 13. März 2005 und schmerzhaft eingeschränkter Schulter rechts
habe gemäss Hausarzt eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden, die durch ein
Herzinfarktereignis am 1. Oktober 2006 mit Reanimation, Durchgangssyndrom und PCI
angedauert habe. Andererseits habe der Versicherte die Tätigkeit im Gartenbau ab Mai
2007 zu 25% wieder aufgenommen. Psychiatrischerseits gehe man nach einer
anamnestisch depressiven Episode von einer vollen Arbeitsfähigkeit aus.
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Orthopädischerseits werde von einer 50%-igen Arbeitsfähigkeit in der aktuell
ausgeübten Tätigkeit ausgegangen, wobei die volle Arbeitsfähigkeit als
Landschaftsgärtner wegen der rechten Schulter als nicht gegeben beurteilt werde.
Qualitative Einschränkungen bestünden bezüglich dem früher praktizierten Heben von
schweren Lasten in Form von Betontritten, das nicht mehr möglich ist, ebenso
Überkopfarbeiten, wie sie beim Schneiden von Bäumen oder Arbeiten mit der
Heckenschere vorkämen und ebenfalls nicht mehr möglich seien. Aus kardinaler Sicht
seien schwere körperliche Arbeiten ebenfalls zu vermeiden, zusätzlich Tätigkeiten im
24-Stunden-Schichtbetrieb oder Fliessbandarbeiten. Polydisziplinär werde von einer
50%-igen Arbeitsfähigkeit in der aktuell ausgeübten Tätigkeit unter Berücksichtigung
der qualitativen Einschränkungen seit dem Untersuchungszeitpunkt (2. bis 4. Juli 2007)
ausgegangen. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe keine Arbeitsunfähigkeit ab
Untersuchungszeitpunkt. Dabei seien folgende qualitative Einschränkungen zu
beachten: Kein wiederholtes Lastenheben (über 20kg), keine rechtshändige Tätigkeit
über der Horizontalen, keine körperlich schweren Tätigkeiten, keine Tätigkeiten im 24-
Stunden-Schichtbetrieb oder unter Dauerstress (Fliessband, Akkord). Die Ärzte
bemerkten, es wäre günstig, wenn die vorhandene Arbeitsfähigkeit am langjährig (im
Sommer) innegehabten Arbeitsplatz verwertet werden könnte, was aber fraglich sei
(körperlich anspruchsvoller Arbeitsplatz). Wie sich eine vollständige Stellenlosigkeit
auswirken würde, könne nicht sicher vorhergesagt werden. Eine psychische
Verschlechterung, inklusive psychosomatischer Reaktion, wäre aber nicht
unwahrscheinlich (IV-act. 48). Der RAD erachtete das Gutachten am 6. September
2007 als umfassend, nachvollziehbar und in sich widerspruchsfrei (IV-act. 51).
A.d Die IV-Stelle teilte dem Versicherten beziehungsweise seiner Rechtsvertreterin am
27. September 2007 formlos mit, dass der Versicherte keinen Anspruch auf
Arbeitsvermittlung habe, weil bei ihm keine gesundheitsbedingte Einschränkung bei der
Stellensuche bestehe. Deshalb sei das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV)
zuständig. Die IV-Stelle fügte an, der Versicherte könne eine beschwerdefähige
Verfügung verlangen. Er habe sein Gesuch kurz zu begründen (IV-act. 62).
A.e Mit Vorbescheid vom 27. September 2007 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, sie werde sein Gesuch um Ausrichtung einer Invalidenrente abweisen. Sie
führte dazu aus, gemäss ihren Unterlagen bestehe seit März 2005 auf Grund des
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Unfalles und seit Oktober 2006 auf Grund der Herzproblematik eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit. In leidensangepassten Tätigkeiten bestehe hingegen eine volle
Arbeitsfähigkeit. Es handle sich dabei um Tätigkeiten ohne wiederholtes Lastenheben
von über 20kg, keine rechtshändigen Tätigkeiten über der Horizontalen, keine
körperlich schweren Tätigkeiten oder Tätigkeiten im 24-Stunden-Schichtbetrieb oder
unter Dauerstress. Für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten könne hingegen ein
vollschichtiger Einsatz zugemutet werden. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Es liege somit keine rentenbegründende
Erwerbseinbusse vor. Die IV-Stelle gab an, das Einkommen mit und ohne Behinderung
sei anhand der Tabellen der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2007 zu
bemessen. Beim Einkommen mit Behinderung sei ein zusätzlicher Abzug von 10%
begründet. In Gegenüberstellung zum Einkommen ohne Behinderung resultiere ein
Invaliditätsgrad von 10%. Dieser liege unter 40%, weshalb kein Anspruch auf eine
Invalidenrente bestehe (IV-act. 64). Die Rechtsvertreterin des Versicherten teilte der IV-
Stelle am 29. Oktober 2007 mit, die IV-Stelle habe die Abweisung des
Rentenbegehrens sowie die Abweisung des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung in
Aussicht gestellt. Der Invaliditätsgrad werde mit 10% angegeben. Diese Beurteilung
stehe in krassem Widerspruch zum MEDAS-Gutachten. Gemäss diesen sei der
Versicherte seit dem Unfall vom 13. März 2005 durchgehend zwischen 50% und 100%
arbeitsunfähig erklärt worden sei. Ab dem 14. März 2006 bestehe deshalb Anspruch
auf eine ganze Rente. Aus den qualitativen Einschränkungen ergebe sich, dass der
grobmotorisch im Schwerarbeitsbereich tätige Versicherte nur schwer in einer
adaptierten Tätigkeit eingegliedert werden könne. Vor diesem Hintergrund sei es
unverständlich, dass die IV-Stelle auch Eingliederungsmassnahmen abgelehnt habe.
Zufolge Umstellung von einer grobmotorischen auf eine leichte Tätigkeit sowie unter
Berücksichtigung eines Leidensabzuges sei von einer verminderten Arbeitsfähigkeit
von 25% auszugehen. Der Versicherte habe deshalb Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen. Bis dahin sei ihm gemäss seiner Arbeitsunfähigkeit in der
bisherigen Tätigkeit als Hilfsgärtner von 50% eine halbe Rente auszurichten (IV-act.
66).
A.f Mit Verfügung vom 9. November 2007 wies die IV-Stelle gemäss Vorbescheid den
Anspruch auf eine Invalidenrente ab. Sie führte zu den Einwänden des Versicherten
aus, ein zusätzlicher Abzug von den Tabellenlöhnen sei dann gerechtfertigt, wenn eine
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versicherte Person nur noch leichte Tätigkeiten ausführen könne. Dem Versicherten
seien noch leichte bis mittelschwere Tätigkeiten zumutbar, weshalb ein gesamthafter
Abzug von 10% gerechtfertigt sei. Betreffend berufliche Massnahmen werde auf die
Mitteilung vom 27. September 2007 verwiesen. Der Versicherte sei gesundheitlich bei
der Stellensuche nicht eingeschränkt. Für die Berechnung des Rentenanspruchs werde
die zumutbare Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten und nicht in der
bisherigen Tätigkeit berücksichtigt (IV-act. 67).
B.
B.a Gegen diese Verfügung reicht der Versicherte am 11. Dezember 2007 Beschwerde
ein und beantragt die Aufhebung der Verfügung vom 9. November 2007 sowie die
Gewährung einer ganzen Invalidenrente vom März 2007 (richtig März 2006) bis August
2007 und einer halben Invalidenrente ab September 2007. Sodann sei festzustellen,
dass er Anspruch auf berufliche Massnahmen habe. Der Beschwerdeführer gibt an,
dass er seit zweieinhalb Jahren arbeitsunfähig sei und wegen seinem im Oktober 2006
erlitten Herzinfarkt ohnehin nicht eingliederungsfähig gewesen sei. Dennoch stelle die
Beschwerdegegnerin für die Rentenberechnung einzig auf die Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit ab. Die Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit werde von
der MEDAS bestätigt. Der Beschwerdeführer habe deshalb ab März 2006 Anspruch auf
eine ganze Invalidenrente. In einer adaptierten Tätigkeit seien zahlreiche
Einschränkungen zu beachten, was eine Eingliederung erschwere, da ihm unter
anderem auch keine Fliessbandarbeit zumutbar sei. Ohne Eingliederungshilfe sei es
dem unter den Unfallfolgen und den Folgen des Herzinfarkts leidenden
Beschwerdeführer nicht möglich, eine adaptierte Tätigkeit zu finden. Er habe bislang in
unterdurchschnittlich entlohnten Tätigkeiten gearbeitet. Sodann habe er auf leichte
Tätigkeiten umzustellen. Unter Berücksichtigung eines Leidensabzuges sei von einer
verminderten Arbeitsfähigkeit von 25% auszugehen, weshalb er Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen habe. Bis dahin habe er Anspruch auf eine halbe Rente
gemäss seiner Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf von 50% (G act. 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 18. Februar
2008 die Feststellung eines Rentenanspruchs des Beschwerdeführers von März 2006
bis September 2007. Im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen. Die
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Beschwerdegegnerin führt aus, mit der Beschränkung der Verfügung auf das
Rentenbegehren habe sie den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" nicht verletzt, denn
es habe ein "Schaden" in Form einer drohenden rentenbegründenden Invalidität
gefehlt, dessen Eintritt in Erfüllung der allgemeinen Schadenminderungspflicht mittels
beruflicher Eingliederungsmassnahmen hätte verhindert werden müssen. Die
Arbeitsvermittlung bilde nicht Teil des Grundsatzes "Eingliederung vor Rente". Weil der
Beschwerdeführer es unterlassen habe, gegen ihre Mitteilung vom 27. September 2007
eine anfechtbare Verfügung zu verlangen, sei vorliegend einzig die Rentenfrage zu
beurteilen. Bei der Invaliditätsbemessung könne vollumfänglich auf die
Schlussfolgerungen im MEDAS-Gutachten abgestellt werden, wonach der
Beschwerdeführer ab Juli 2007 unter Berücksichtigung gewisser qualitativer
Einschränkungen zu 100% arbeitsfähig sei. Auf dem im invalidenversicherungsrechtlich
massgebenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt seien körperlich leichte,
wechselbelastende Tätigkeiten durchaus in ausreichender Anzahl vorhanden. Zu
denken seien etwa an leichte Fabrikarbeiten in der Produktion mit
Überwachungsfunktionen. Deshalb stehe fest, dass die dem Beschwerdeführer ab Juli
2004 (richtig Juli 2007) attestierte 100%-ige Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten
mangels einer relevanten Erwerbseinbusse keinen Rentenanspruch zu begründen
vermöge. Hingegen habe der Beschwerdeführer Anspruch auf eine befristete Rente
von März 2006 bis September 2007. Er sei während eines Jahrs ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40% arbeitsunfähig gewesen und habe das
Wartejahr somit Ende Februar 2006 erfüllt. Bis auf das MEDAS-Gutachten fehlten
Arbeitsfähigkeitsschätzungen für zumutbare Tätigkeiten in einem anderen Beruf,
weshalb die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit massgebend sei. Diese habe
von März bis September 2006 75% und danach 100% betragen, weshalb ohne genaue
Ermittlung der Vergleichseinkommen feststehe, dass eine Arbeitsunfähigkeit von 75%
einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründe. Bei einer Verbesserung der
Erwerbsfähigkeit sei die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder
Aufhebung der Leistung erst zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche
Unterbrechung drei Monate angedauert habe, weshalb ein Rentenanspruch von März
2006 bis September 2007 gegeben sei (G act. 8).
B.c Der Beschwerdeführer verzichtete innert Frist auf eine Replik (G act. 10).

Erwägungen:
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1.
Da ein Sachverhalt zu beurteilen ist, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der
angefochtenen Verfügung vom 9. November 2007 entwickelt hat, sind die auf den
1. Januar 2008 in Kraft getretenen Rechtsänderungen (5. IV-Revision) nicht anwendbar.
2.
2.1 Nach aArt. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch
auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% Anspruch auf
eine Viertelsrente. Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen
Vorbedingungen für eine Tätigkeit der versicherten Person von Bedeutung. Aufgabe
des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beschreiben und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeit die
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in der Folge eine
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistung ihr noch
zugemutet werden können (BGE 125 V 256. E. 4; ZAK 1982 S. 34).
2.2 Ist eine versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch zu
durchschnittlich 40% arbeitsunfähig gewesen, so entsteht ein Rentenanspruch (aArt.
29 Abs. 1 lit. b IVG). Unter Arbeitsunfähigkeit im Sinne von aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG ist
die durch den Gesundheitsschaden bedingte qualitative und/oder quantitative
Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder
Aufgabenbereich zu verstehen (BGE 130 V 99 E. 3.2). Die einjährige Wartezeit gilt als
eröffnet, sobald eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20% vorliegt (AHI 1998 S. 124
E. 3c). Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn die
versicherte Person an mindestens dreissig aufeinanderfolgenden Tagen voll
arbeitsfähig war (aArt. 29 IVV). Auch vor der Anmeldung liegende Zeiten von
Arbeitsunfähigkeit sind zu berücksichtigen (ZAK 1966 S. 58; BGE 117 V 26 E. 3b; BGE
121 V 264; Urteil des Bundesgerichts i/S C. vom 2. März 2000 [I 307/99]).
ter
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2.3 Nach den Akten war der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als
Hilfsgärtner nach dem Auffahrunfall vom 13. März 2005 bis 22. Mai 2005 zu 100%, vom
23. Mai 2005 bis 14. August 2005 zu 75% und vom 15. August 2005 bis 26. Dezember
2005 zu 50% arbeitsunfähig. Vom 27. Dezember 2005 bis 30. April 2006 wurde er zu
100% und vom 1. Mai 2006 bis 30. September 2006 zu 75% arbeitsunfähig erklärt.
Nach dem Herzinfarkt am 1. Oktober 2006 bestand eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
bis am 1. Mai 2007, die bis zur Begutachtung auf 75% herabgesetzt wurde. Anlässlich
der Untersuchung an der MEDAS stellten die Ärzte fest, dass der Beschwerdeführer in
seiner Tätigkeit als Hilfsgärtner noch zu 50% arbeitsfähig sei, weil die Tätigkeit für sein
Herz körperlich zu schwer sei, um sie ganztags auszuführen. In einer
leidensangepassten Tätigkeit bestehe jedoch eine volle Arbeitsfähigkeit, wobei kein
wiederholtes Lastenheben (über 20kg), keine rechtshändige Tätigkeit über der
Horizontalen, keine körperlich schweren Tätigkeiten, keine Tätigkeiten im 24-Stunden-
Schichtbetrieb oder unter Dauerstress (Fliessband, Akkord) zumutbar seien. Nach
Ablauf der Wartezeit anfangs März 2006 konnte vom Beschwerdeführer, obwohl
Hilfsarbeiter, noch nicht im Sinn einer Selbsteingliederung ein Wechsel auf eine andere,
adaptierte Hilfstätigkeit erwartet werden, welche eine Erwerbseinbusse vermieden
hätte. Der Herzinfarkt am 1. Oktober 2006 führte zu einer Verschlechterung des
Gesundheitszustandes. Seither war der Beschwerdeführer mindestens 75%
arbeitsunfähig erklärt worden. Eine Einschätzung der adaptierten Tätigkeit erfolgte erst
mit der Begutachtung durch die MEDAS im Juli 2007. Zu diesem Zeitpunkt war der
Beschwerdeführer zu 25% weiterhin als Hilfsgärtner angestellt. Ab der Begutachtung
war dem Beschwerdeführer klar, dass ihm eine leichte Tätigkeit zu 100% zumutbar sei
und die Tätigkeit als Hilfsgärtner nicht ideal für seine Beschwerden wäre, weil sie
körperlich zu anstrengend sei. Er wäre somit im Rahmen seiner
Schadenminderungspflicht gehalten gewesen, eine vollzeitige leidensadaptierte
Tätigkeit zu suchen und anzunehmen. Die Ärzte der MEDAS haben empfohlen, dem
Beschwerdeführer sowie dem Arbeitgeber nach dem IV-Bescheid noch eine Zeit für die
Umstellung zu geben. Der IV-Bescheid ist am 9. November 2007 erfolgt. Die
Verbesserung der Erwerbsfähigkeit bestand jedoch schon seit Juli 2007. Deshalb
rechtfertigt es sich, die dreimonatige Anpassungsfrist im Sinn von Art. 88 IVV von Juli
2007 bis Ende September 2007 anzusetzen. Davor ist auf die
Arbeitsfähigkeitszeugnisse der behandelnden Ärzte abzustellen. Das Wartejahr ist
bis
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anfangs März 2006 abgelaufen. Der Beschwerdeführer hat deshalb ab März 2006 auf
Grund der mindestens 75%igen Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als
Hilfsgärtner gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG Anspruch auf eine ganze Rente. Diese läuft bis
Ende Juni 2007, beziehungsweise wegen Art. 88 IVV bis Ende September 2007. Im
Hinblick auf einen allfälligen Eingliederungsanspruch verlängert sich dieser
Rentenanspruch entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers in den konkreten
Hilfsarbeiter-Verhältnissen nicht automatisch, bis Eingliederungsmassnahmen
abgeschlossen wären.
2.4 Zu prüfen bliebt aber, ob auf Grund der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit Anspruch auf eine Invalidenrente ab 1. Oktober 2007 besteht, weshalb ein
Einkommensvergleich gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) durchzuführen ist. Der
Beschwerdeführer war vor Eintritt des Gesundheitsschadens in der Sommerhälfte des
Jahres jeweils als Hilfsgärtner und in den Wintermonaten als Hilfsarbeiter in
verschiedenen Bereichen tätig. Über das durchschnittliche Einkommen früherer Jahre
sind keine Angaben vorhanden. Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich, das
Valideneinkommen an Hand der Tabellen im Anhang der LSE zu ermitteln. Im Jahr
2006 verdienten Männer im tiefsten Anforderungsniveau bei einer wöchentlichen
Arbeitszeit von 40 Stunden Fr. 4'732.-- monatlich (Tabelle TA1 der LSE 2006). Bei der
im Jahr 2006 durchschnittlichen betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7
Stunden entspricht dies Fr. 4'933.-- bzw. Fr. 59'197.-- im Jahr. Seit Eintritt des
Gesundheitsschadens hat der Beschwerdeführer wieder 25% als Hilfsgärtner
gearbeitet. Diese Tätigkeit ist ihm gemäss den Ärzten der MEDAS noch zu 50%
zumutbar. Eine leidensadaptierte Tätigkeit wäre ihm jedoch zu 100% zumutbar. Die
Tätigkeit als Hilfsgärtner ist somit nicht als ideal zu betrachten, weil sie körperlich zu
schwer ist. Das bedeutet auch, dass der Beschwerdeführer seine Arbeitsfähigkeit nicht
vollumfänglich ausschöpft. Deshalb ist für die Ermittlung des Invalideneinkommens
ebenfalls auf die Tabellen der Lohnstrukturerhebung abzustellen. Damit wird auch ein
allfällig unterdurchschnittliches Einkommen vor oder nach Eintritt des
Gesundheitsschades parallelisiert (vgl. BGE 134 V 322). Bei der Verwendung der
statistischen Werte sowohl für das Validen- wie das Invalideneinkommen kann eine
Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2007 unterbleiben. Das
Valideneinkommen beträgt somit Fr. 59'197.--.
bis
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2.5 Die Beschwerdegegnerin hat beim Invalideneinkommen einen zusätzlichen Abzug
von 10% angenommen. Der Beschwerdeführer machte geltend, bei der
Invaliditätsbemessung sei der Leidensabzug auf 25% festzusetzen. Der oftmals als
"Leidensabzug" bezeichnete Abzug hat nichts mit dem Leiden zu tun. Die statistischen
Tabellenlöhne werden auf der Grundlage von Daten gesunder Arbeitnehmer erhoben.
Deshalb erleiden die versicherten Personen mit einer Gesundheitsbeeinträchtigung bei
der Bemessung des Invalideneinkommens an Hand der statistischen Daten einen
Nachteil. Dieser bewirkt - neben der Arbeitsunfähigkeit - auf den realen Arbeitsmarkt
bezogen eine zusätzliche Lohneinbusse (vgl. BGE 126 V 75 neues Fenster zum
Leidensabzug). Vorliegend fällt ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer in einer
adaptierten Tätigkeit gegenüber einem gesunden Konkurrenten behinderungsbedingt
nicht oder nur sehr eingeschränkt in der Lage ist, bei Bedarf Überstunden zu leisten,
und ein grösseres Krankheitsausfallsrisiko hat. Aus der Sicht eines ökonomisch
denkenden Arbeitgebers senkt dieses Risiko, dessen Verwirklichung die
Gesamtlohnkosten des Betriebes erhöhen würde, den "Wert" des Beschwerdeführers
als Arbeitnehmer. Um dies zu kompensieren und konkurrenzfähig zu bleiben, müsste er
mit einem entsprechend tieferen Lohn rechnen. Der Beschwerdeführer ist körperlich
gegenüber einem gesunden Konkurrenten benachteiligt, sodass er eine Lohneinbusse
wird in Kauf nehmen müssen. Jedoch hätte er bei der Entlohnung als vollzeitig Tätiger
keinen Teilzeitnachteil in Kauf zu nehmen. Die gesundheitlich bedingten
Einschränkungen sind bereits von der MEDAS beurteilt worden. Die Ärzte sind der
Ansicht, dass eine vollzeitige Arbeitsfähigkeit zumutbar sei. Die qualitativen
Einschränkungen sind deshalb nicht nochmals beim zusätzlichen Abzug zu
berücksichtigen. Unter diesen Umständen erscheint der von der Beschwerdegegnerin
ermessensweise festgesetzte Abzug von 10% als angemessen. Besonders
ausgeprägte Nachteile, die einen maximalen Abzug von 25% begründen würden, sind
vorliegend nicht gegeben. Das Invalideneinkommen beläuft sich demnach auf Fr.
53'277.--.
2.6 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 59'197.-- und einem Invalideneinkommen
von Fr. 53'277.-- ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 10%. Der Beschwerdeführer hat
somit keinen Anspruch auf eine Invalidenrente.
https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75
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3.
3.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Ausrichtung von Eingliederungsmassnahmen,
wenn auf die Leistungsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit abgestellt werde. Die
Beschwerdegegnerin ist der Ansicht, der Beschwerdeführer habe keine Verfügung
verlangt, nachdem ihm die Abweisung von Arbeitsvermittlungsmassnahmen mitgeteilt
worden sei, weshalb die Arbeitsvermittlung nicht Streitgegenstand sei. Im
verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur
Rechtsverhältnisse zu überprüfen bzw. zu beurteilen, zu denen die zuständige
Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich - in Form einer Verfügung - Stellung
genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise
weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem
Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und
insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 125 V 413 E. 1a mit weiteren Hinweisen).
Aus der Mitteilung vom 27. September 2007 betreffend Arbeitsvermittlung geht
unmissverständlich hervor, dass eine Verfügung verlangt werden kann. Ein
ausdrückliches Gesuch um Erlass einer Verfügung befindet sich nicht in den Akten. Aus
dem Einwand der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers vom 29. Oktober 2007
geht hervor, dass sie wohl irrtümlich davon ausgegangen ist, die Mitteilung vom
27. September 2007 stelle auch einen Vorbescheid dar. Sie hat nämlich ausgeführt, die
Beschwerdegegnerin habe die Abweisung des Rentengesuchs sowie die Abweisung
des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung in Aussicht gestellt. Danach folgten materielle
Ausführungen zum Rentenanspruch sowie zum Anspruch auf berufliche Massnahmen.
Damit hat die Rechtsvertreterin zwar kein förmliches Gesuch um Erlass einer Verfügung
gestellt. Indessen ist die Beschwerdegegnerin in der Verfügungsbegründung vom
9. November 2007 auf die beruflichen Massnahmen eingegangen, indem sie auf die
Mitteilung vom 27. September 2007 verwiesen und deren Inhalt bestätigt hat. Damit ist
die Arbeitsvermittlung beziehungsweise der Anspruch auf berufliche Massnahmen bei
richtiger Interpretation der Verfügung vom 9. November 2007 Verfügungsgegenstand
geworden. Demzufolge ist Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens auch
der Anspruch auf berufliche Massnahmen.
3.2 Die Beschwerdegegnerin hat Arbeitsvermittlungsmassnahmen abgelehnt mit der
Begründung, beim Beschwerdeführer bestehe keine gesundheitsbedingte
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Einschränkung bei der Stellensuche, sondern er sei in einer adaptierten
Hilfsarbeitertätigkeit zu 100% arbeitsfähig. Dagegen hat der Beschwerdeführer
eingewendet, er könne nur schwer eingegliedert werden, weil er von einer
grobmotorischen zu einer feinmotorischen Tätigkeit wechseln müsse und keine
Fliessbandarbeit zumutbar sei. Gemäss aArt. 18 Abs. 1 Satz 1 IVG haben
eingliederungsfähige invalide Versicherte Anspruch auf Unterstützung bei der Suche
eines geeigneten Arbeitsplatzes sowie auf begleitende Beratung im Hinblick auf die
Aufrechterhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes. Invalid bezieht sich dabei gemäss
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu aArt. 4 und 8 IVG auf den
Gesundheitsschaden, der sich über die Arbeitsfähigkeit auf die Erwerbsfähigkeit
auswirkt. Arbeitsunfähig ist demnach eine versicherte Person, die infolge eines
Gesundheitsschadens ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr, nur noch beschränkt oder
nur unter der Gefahr, ihren Gesundheitszustand zu verschlimmern, ausüben kann. Bei
langandauernder Arbeitsunfähigkeit im angestammten Befug hat die versicherte Person
andere ihr offenstehende Erwerbsmöglichkeiten auszuschöpfen (vgl. Meyer-Blaser,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, S. 8). Gemäss der bundesgerichtlichen
Auslegung von aArt. 18 IVG liegt eine für die Arbeitsvermittlung massgebende
Invalidität vor, wenn die versicherte Person bei der Suche nach einer geeigneten
Arbeitsstelle aus gesundheitlichen Gründen Schwierigkeiten hat (BGE 116 V 81 E. 6a
mit Hinweis), d.h. es muss für die Bejahung einer Invalidität zwischen dem
Gesundheitsschaden und der Notwendigkeit der Arbeitsvermittlung ein
Kausalzusammenhang bestehen. Anspruch hat etwa, wer aus invaliditätsbedingten
Gründen spezielle Anforderungen an den Arbeitsplatz (z.B. Sehhilfen) oder den
Arbeitgeber (z.B. Toleranz gegenüber invaliditätsbedingt notwendigen Ruhepausen)
stellen muss und demzufolge aus invaliditätsbedingten Gründen für das Finden einer
Stelle auf das Fachwissen und entsprechende Hilfe der Vermittlungsbehörden
angewiesen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Januar 2003 i/S H. [I 240/02]; siehe
auch Urteil vom 15. Juli 2002 i/S. F [I 421/01] E. 2c; Urteil vom 12. August 2002 i/S. Q.
[I 403/01]; Urteil vom 3. März 2005 i/S. K. [I 554/04]; AHI 2003 S. 270 E. 2c). Unter
Beachtung dieser Voraussetzungen betrachtet das Bundesgericht bei voller
Arbeitsfähigkeit für eine leichte Tätigkeiten den Invaliditätsbegriff im Sinn von Art. 18
abs. 1 Satz 1 IVG als nicht erfüllt an. Denn die invalidenversicherungsrechtliche
Arbeitsvermittlung bezwecke konkret eingetretene oder unmittelbar drohende
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invaliditätsbedingte Einschränkungen bei der Stellensuche durch die Inanspruchnahme
spezieller Fachkenntnisse der Versicherungsorgane auszugleichen (vgl. Urteil vom
24. März 2006 i/S. M. [I 458/05] E. 4.1). Diese Rechtsprechung gilt auch nach
Inkrafttreten der 4. IV-Revision (Urteil des Bundesgerichts vom 29. März 2005 i/S L. [I
776/04]). Damit hat das Bundesgericht die Arbeitsvermittlung für versicherte Personen,
denen eine adaptierte Arbeitsfähigkeit vollumfänglich zugemutet wird, ausgeschlossen.
3.3 Abweichend davon hat das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen eine Zeit
lang konsequent die Auffassung vertreten, eine derart enge Auslegung lasse sich mit
dem Wortlaut von Art. 18 IVG nicht in Übereinstimmung bringen. Denn eine spezielle
Invalidität kumulativ zur Arbeitslosigkeit verlange das Gesetz gemäss seinem Wortlaut
nicht. Auch Hilfsarbeiter, die aufgrund der Behinderung nur noch für einen ganz engen
Ausschnitt aus dem Arbeitsmarkt überhaupt vermittelbar seien, in jenen seltenen
Arbeitsplätzen aber voll arbeitsfähig wären, seien genauso in ihrer Arbeitsvermittlung
eingeschränkt wie Hilfsarbeiter, die nur noch teilweise arbeitsfähig erklärt worden
seien(vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
12. Februar 2004 i/S. R. [IV 2003/15]). Sodann schränke der Verweis auf
gesundheitliche Einschränkungen bei der Stellensuche selbst, welche das
Bewerbungsgespräch an sich erschweren, die Arbeitsvermittlung auf wenige ganz
spezielle Fälle ein, was nicht Sinn und Zweck der Arbeitsvermittlung gemäss Art. 18
IVG sein könne. Vielmehr soll die Hilfe bei der Stellensuche allen versicherten Personen
(zum Beispiel nach einer Umschulung) als letzte Phase der Eingliederung offen stehen.
Ebenso wenig könne der allgemeine Grundsatz der Schadenminderungspflicht diese
Einengung rechtfertigen, denn die Schadenminderungspflicht könne nicht soweit
gehen, dass sie einen bestimmten Leistungstyp des Gesetzes praktisch illusorisch
werden lasse. Die Anspruchsvoraussetzungen von Art. 18 Abs. 1 Satz 1 IVG seien also
immer dann erfüllt, wenn die gesundheitliche Beeinträchtigung eine versicherte Person
zur Aufgabe der Arbeitsstelle zwinge und sich gleichzeitig die Zahl der noch in Frage
kommenden Stellen gegenüber früher deutlich vermindert habe. Ausserdem sei das
Ziel der Arbeitsvermittlung grundsätzlich eine geeignete Arbeitsstelle zu vermitteln und
die Arbeitslosigkeit zu beseitigen. Eine Zusammenarbeit mit dem RAV erlaube die
Kombination der jeweiligen Stärken der beteiligten Verwaltungsstellen, so dass auch
allen Besonderheiten der aufgrund einer Gesundheitsbeeinträchtigung Stellenlosen
Rechnung getragen werden könne. Der einzige Unterschied der Arbeitsvermittlung der
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Invalidenversicherung zur Arbeitslosenversicherung sei nämlich, dass die
Arbeitslosigkeit krankheitsbedingt sei (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 31. Mai 2001 [IV 2000/47]).
3.4 Was das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen in langjähriger Praxis
vertreten hat, wird nun anlässlich der 5. IV-Revision wiederaufgenommen. Gemäss
dem neuen Art. 18 Abs. 1 IVG haben arbeitsunfähige (Art. 6 ATSG) Versicherte, welche
eingliederungsfähig sind, Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines
geeigneten Arbeitsplatzes (lit. a) sowie auf begleitende Beratung im Hinblick auf die
Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (lit. b). Gleich wie bei aArt. 18 Abs. 1 Satz 1 IVG
bezieht sich der neu eingesetzte Begriff arbeitsunfähig (statt invalid) auf den
unterdessen in Kraft getretenen Art. 6 ATSG, der die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen
Tätigkeit und in einer adaptierten Tätigkeit umfasst. Demzufolge ist von einer sachlich
identischen, formal aber neuen Lösung mit einem modifizierten Wortlaut auszugehen.
Wie der Botschaft des Bundesrates zur 5. IV-Revision vom 22. Juni 2005 zur Änderung
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (5. Revision) zu entnehmen ist,
sieht Art. 18 IVG vor, dass alle stellenlosen Personen, die ihre bisherige Tätigkeit aus
gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können, Anspruch auf
Arbeitsvermittlung durch die IV haben, somit auch Hilfsarbeiterinnen und Hilfsarbeiter,
die in einer angepassten Hilfstätigkeit noch voll arbeitsfähig sind. Durch die Ausweitung
des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung der IV, welche auf die Vermittlung von
gesundheitlich eingeschränkten Personen spezialisiert ist, können die
Eingliederungsinstrumente für unqualifizierte Versicherte verbessert werden. Dabei ist
eine enge Zusammenarbeit mit dem regionalen Arbeitsvermittlungszentren der ALV
(RAV) vorgesehen (BBL 2005 4459, S. 4524). Art. 18 Abs. 1 IVG wurde vom Parlament
unverändert angenommen und somit auch die vom Bundesrat vorgeschlagene
Interpretation (vgl. Protokoll der Nationalratssitzung vom 21. März 2006 S. 28 sowie
Protokoll der Ständeratssitzung vom 25. September 2006 S. 3, Amtliches Bulletin
05.052). Indem der Gesetzgeber im Ergebnis eine "materielle" authentische
Interpretation des Gesetzes vorgenommen hat, ist die bisherige Praxis des
Bundesgerichts als unzureichend beurteilt worden. Es ist auf die erwähnte Praxis des
Versicherungsgerichts abzustellen. Diese Lösung rechtfertigt sich umso mehr, als
jedenfalls ein formell neues Gesuch zum genau gleichen Ergebnis führt: Die IV-Stelle
hat ein - neurechtliches - Arbeitsvermittlungsverfahren durchzuführen.
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3.5 Nach dem Gesagten haben auch Hilfsarbeiter Anspruch auf Arbeitsvermittlung, die
in einer adaptierten Tätigkeit vollumfänglich arbeitsfähig sind. In der bisherigen
Tätigkeit sind sie sowieso gesundheitsbedingt eingeschränkt. Der Beschwerdeführer
war zwölf Jahre lang als Hilfsgärtner von Frühjahr bis Herbst bei der gleichen
Arbeitgeberin angestellt und hat diese Tätigkeit im Umfang von 25 % im Mai 2007
wiederaufgenommen (IV-act. 48 S. 2). Gemäss der gutachterlichen Einschätzung ist
ihm seine bisherige Tätigkeit als Hilfsgärtner noch zu 50% zumutbar, weil er keine
schweren Lasten (über 20 kg) mehr heben und keine Überkopfarbeiten mehr ausführen
könne. Dagegen ist eine adaptierte Tätigkeit unter folgenden qualitativen
Einschränkungen zu 100% zumutbar: Kein wiederholtes Lastenheben, keine
rechtshändige Tätigkeit über der Horizontale sowie keine körperlich schwere Tätigkeit
im 24-Stunden-Schichtbetrieb oder unter Dauerstress (Fliessband, Akkord). Dennoch
haben sich die MEDAS-Ärzte für einen Verbleib am bisherigen Arbeitsplatz
ausgesprochen, auch wenn die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit höher ist.
Sie haben angegeben, es wäre sicherlich günstig, wenn die vorhandene
Arbeitsfähigkeit voll am langjährig (im Sommer) innegehabten Arbeitsplatz verwertet
werden könnte, was aber fraglich sei (körperlich anspruchsvoller Arbeitsplatz). Wie sich
eine vollständige Stellenlosigkeit psychisch auswirken würde, könne nicht sicher
vorhergesagt werden. Eine psychische Verschlechterung inklusive psychosomatische
Reaktion wäre aber nicht unwahrscheinlich (IV-act. 48 S. 21). Der Beschwerdeführer
hat die Arbeit bei seinem langjährigen Arbeitgeber als Hilfsgärtner im Mai 2007 wieder
aufgenommen und zeigt damit auch seinen Willen zur Arbeit. Damit sind die objektiven
Voraussetzungen für Eingliederungsmassnahmen erfüllt.
3.6 Zusammenfassend sind dem Beschwerdeführer deshalb
Arbeitsvermittlungsmassnahmen zuzusprechen.
4.
4.1 Im Sinn der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen
und die angefochtene Verfügung vom 9. November 2007 dahingehend abzuändern,
dass der Beschwerdeführer vom 1. März 2006 bis 30. September 2007 Anspruch auf
eine ganze Rente sowie Anspruch auf Arbeitsvermittlungsmassnahmen hat. Die Sache
wird zur Festsetzung und zur Ausrichtung der geschuldeten Leistung sowie zur
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Durchführung von Arbeitsvermittlungsmassnahmen an die Beschwerdegegnerin
zurückgewiesen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt. Da sie gemäss Art. 3
Abs. 1 lit. b des st. gallischen Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über die
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (sGS 350.1) Teil der
Sozialversicherungsanstalt und damit Teil einer selbständigen öffentlich-rechtlichen
Anstalt ist, kommt Art. 95 Abs. 3 VRP (Befreiung von der Pflicht zur Übernahme
amtlicher Kosten) nicht zur Anwendung (vgl. Urs Peter Cavelti/Thomas Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., 2003, Rz 792). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb
die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete
Kostenvorschuss ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
4.3 Bei diesem Verfahrensausgang ist praxisgemäss von einem vollen Obsiegen
auszugehen, weshalb die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine
Parteientschädigung hat. Die Parteientschädigung bemisst sich gemäss Art. 61 lit. g
ATSG nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses. Unter
Berücksichtigung dieser Kriterien erweist sich eine Parteientschädigung von Fr.
3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG