Decision ID: 33a15c5b-7baa-4e2e-806b-606300d5c51c
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1989 und Staatsangehörige der Bundesrepublik Deutsch
land, ist bei der Continentale Krankenversicherung
a.G.
(Deutschland; nachfol
gend: Continentale) krankenversichert.
Am 15. September 2012 zog sie in die Schweiz und
immatrikulierte sich
an der Universität
Z._
. Sie ist im Besitz der Aufenthaltsbewilligung B (
Urk.
16/1,
Urk.
16/6a).
A
m 1
2.
Oktober 2012
leiteten
die Städtischen Gesundheitsdienste der Stadt
Z._
die ihnen von
X._
eingereichten Unterlagen als Gesuch um Prüfung der Befreiung von der Krankenversicherungspflicht an
die Gesund
heitsdirektion des Kantons Zürich (nachfolgend: Gesundheitsdirektion)
weiter
(
Urk.
16/1
). Mit Schreiben vom 26. November 2012 forderte die Gesundheits
-
direktion
X._
auf,
das Bestätigungsformular A vom ausländischen Kran
kenversicherer ausfüllen zu lassen und
einzureichen
(
Urk.
16/2)
. Nachdem die Frist zur Einreichung ungenutzt verstrichen war, lehnte die Gesundheitsdirek
tion das Gesuch um Befreiung von der Versicherungspflicht
mit Verfügung vom
31. Mai 2013
ab und verp
f
lichtete sie, bis spätestens 31. August 2013 bei einer anerkannten Schweizer Krankenversicherung eine Kranke
npflegeversicherung abzuschlies
sen und der Wohngemeinde einen Versicherungsnachweis zukom
men zu lassen
(
Urk.
16/3
).
Am
2.
August 2013 (Eingangsdatum) erhob
X._
sinngemäss Einsprache gegen die Verfügung der Gesundheitsdirektion (
Urk.
16/4-5).
Die Gesundheits
direktion ersuchte
X._
nochmals um Zustellung des ausgefüllten Bestä
tigungsformulars A (
Urk.
16/5)
.
N
ach dessen Eingang am 23. September 2013 (
Urk.
16/6a; vgl. auch
Urk.
2 S. 1)
gelangte die Gesundheitsdirektion zur Beur
teilung, dass
X._
über keinen der Grundversicherung nach dem Bun
desgesetz über die Krankenversicherung (KVG) gleichwertigen Versicherungs
schutz im Sinne von Art. 2
Abs.
4 der Verordnung über die Krankenversiche
rung (KVV) verfüge, und wies
die Einsprache mit
dieser Begründung mit
Ent
scheid vom 3. Dezember 2013 ab
(
Urk.
2).
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom 3. Dezember 2013 erhob die Versicherte, vertreten durch ihren Vater
Y._
, mit Eingabe vom 17. Dezember 2013 Beschwerde und beantragte sinngemäss dessen Aufhebung und die Befreiung von
der Krankenversicherungspflicht (
Urk.
1). In der Beschwerdeantwort vom 31. Januar 2014 schloss die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich auf Ab
weisung der Beschwerde (
Urk.
11).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdeführerin ist deutsche Staatsangehö
rige und lebt
seit
September 2012
als Studentin in der Schweiz.
Der Streit betrifft eine sozialversicherungs
rechtliche Frage.
Zu prüfen ist deshalb zunächst, ob ein Sachverhalt vorliegt, der
vom Personenfreizügigkeitsabkommen (Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäi
schen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügig
keit [FZA
; SR 0.142.112.681
]) erfasst ist.
1.2
Nach Art. 1
Abs.
1 des auf der Grundlage des Art. 8 des FZA ausgearbeiteten und Bestandteil des Abkommens bildenden (Art. 15 FZA) Anhangs II („Koordi
nierung der Systeme der sozialen Sicherheit") des FZA in Verbindung mit Ab
schnitt A dieses Anhangs wenden die Vertragsparteien untereinander insbeson
dere die Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicher
heit (kurz: VO 883/2004
; SR
0.831.109.268.1
) und die Verordnung (EG) Nr. 987/2009 (kurz: VO 987/2009
;
SR 0.831.109.268.11
) des Europäischen Parla
ments und des Rates vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchführung der VO 883/2004 oder gleichwertige Vorschriften an.
1.3
1.3.1
Die beiden genannten gemeinschaftsrechtlichen Verordnungen sind für die Schweiz durch den Beschluss Nr. 1/2012 des Gemischten Ausschusses vom
31. März 2012 zur Ersetzung des Anhangs II des Abkommens über die Koordinie
rung der Systeme der sozialen Sicherheit per 1. April 2012 in Kraft getreten (AS 2012 2345; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_45
5/2011 vom
4. Mai 2012 E. 2.1) und
in zeitlicher Hinsicht
auf den vorliegenden Fall anwendbar, da sich der zu beurteilende Sachverhalt nach dem 1. April 2012 abgespielt hat.
1.3
.2
In persönlicher Hinsicht sind das FZA
beziehungsweise die darin als anwendbar erklärte
VO
883/2004 anwendbar, da die Beschwerdeführerin Staatsangehörige der Bundesrepublik Deutschland
(
Urk.
16/1
)
und damit Staatsangehö
rige
eines Mitgliedstaates ist, für welche die Rechtsvorschriften eines oder mehrerer Mit
gliedstaaten
gelten (Art. 1 FZA,
Art. 2
Abs.
1 VO 883/2004
)
.
1.3.3
In sachlicher Hinsicht sind das FZA
und die
VO 883/2004
ebenfalls anwendbar, da Leistungen bei Krankheit
im Sinne von Art. 3
Abs.
1 lit. a der Verordnung
VO 883/2004
zur Diskussion stehen.
2.
2.1
Gestützt auf das FZA beziehungsweise die VO 883/2004 ist das anwendbare Landesrecht festzulegen.
2.2
Der Titel II der VO 883/2004 umfasst unter der Überschrift „Bestimmung der anzuwendenden Rechtsvorschriften“ die Art. 11-16.
Gemäss Art. 11
Abs.
1 VO 883/2004 unterliegen Personen, für die diese Verordnung gilt, den Rechtsvor
schriften nur eines Mitgliedstaats.
Vorbehaltlich der in den Art. 12-16 VO 883/2004 geregelten Konstellationen, welche auf die Beschwerdeführerin nicht zutreffen
, bestimmt sich das anwendbare Recht nach Art. 11
Abs.
3 lit. a-e VO 883/2004. Da auf die Beschwerdeführerin keine der in den Art. 11
Abs.
3 lit. a-d VO 883/2004
geregelten
Konstellationen zutrifft, gelangt die Auffangregelung in Art.
11
Abs.
3 lit. e zur Anwendung. Diese Norm bestimmt, dass jede Person, die nicht unter die Buchstaben a bis d fällt, den Rechtsvorschriften des Wohn
mitgliedstaates unterliegt.
In Art. 1 lit. j der VO 883/2004 wird der Begriff des Wohnortes als Ort des gewöhnlichen Aufenthaltes einer Person definiert, wogegen nach Art. 1 lit. k VO 883/2004
unter dem Begriff des Aufenthaltes der vorübergehende Aufent
halt zu verstehen ist.
2.3
D
er Wohnsitz der Beschwerdeführerin
im Sinne von Art. 23
Abs.
1 des Zivilge
setzbuches (ZGB; in der bis 31. Dezember 2012 in Kraft gestandenen Fassung
; vgl. auch Art. 1-4 des Schlusstitels des ZGB
) befindet sich
unbestrittenermassen in der Schweiz (
Urk.
1,
Urk.
2 S. 2 f.)
.
Die
Beschwerdeführer
in
ist
nämlich
als ausländische Studentin mit der Absicht in die Schweiz gekommen, hier bis zum Abschluss ihres Studiums zu verweilen
(
Urk.
1), wobei
von vornherein klar war, dass ihr
Aufenthalt
die
Mindestdauer von
einem Jahr übersteigen w
e
rde
(vgl. Bucher
, Berner Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Schweizerisches Zivilgesetzbuch, 3. Auflage, Bern 1976, Art. 23 N 22 f.; Staehelin, Basler Kom
mentar, Zivilgesetzbuch I, 4. Auflage, Basel 2010, Art. 23 N 8). Damit
steht auch fest, dass sich ihr Wohnort im Sinne von Art. 1 lit. j VO 883/2004 in der Schweiz
befindet, und aufgrund der Regelung in Art. 11
Abs.
3 lit. e VO 883/2004 die Rechtsvorschriften der Schweiz
auf die strittige Frage anzuwenden sind.
3.
3.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die
Beschwerdeführer
in der Krankenversicherungs
pflicht untersteht.
3.2
3.2.1
Art. 3
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) schreibt vor, dass sich jede Person mit Wohnsitz in der Schweiz innert drei Monaten nach der Wohnsitznahme oder der Geburt in der Schweiz für Krankenpflege versichern oder von ihrem gesetzlichen Vertreter beziehungsweise ihrer gesetz
lichen Vertreterin versichern lassen muss, wobei sie gemäss Art. 4
Abs.
1 KVG unter den Versicherern nach Art. 11 KVG (Krankenkassen nach lit. a oder pri
vate Versicherungseinrichtungen mit entsprechender Bewilligung nach lit. b) frei wä
hlen kann.
3.2.2
Art. 3
Abs.
2 KVG ermächtigt den Bundesrat, Ausnahmen von der Versicherungs
pflicht vorzusehen. In Art. 2
Abs.
1 KVV und in Art. 6
Abs.
1 KVV hat er gestützt darauf die Personenkategorien aufgezählt, die von vornhe
rein vom Versicherungsobligatorium ausgenommen sind. Es handelt sich um die aktiven und pensionierten Bundesbediensteten, die der Militärversicherung unterstellt sind (Art. 2
Abs.
1 lit. a KVV), um Personen, die sich ausschliesslich zur ärztlichen Behandlung oder zur Kur in der Schweiz aufhalten (Art. 2
Abs.
1 lit. b KVV), und um gewisse Personen mit Vorrechten nach internationalem Recht (Art. 6
Abs.
1 KVV). Ausserdem sind in Art. 2
Abs.
1 lit. c-g KVV insbe
sondere diejenigen Personenkategorien aufgezählt, die aufgrund der oben zitierten Kollisionsnormen
des Freizügigkeitsabkommens
gar nicht den schwei
zerischen Rechtsvorschriften unterstehen. Sodann ist in Art. 2
Abs.
2-8 KVV die Möglichkeit für verschiedene Personenkategorien geregelt, auf Gesuch hin vom Versicherungsobligatorium befreit zu werden.
So können nach Art. 2
Abs.
4 KVV diejenigen Personen ein Gesuch um Befreiung von der Versicherungs
pflicht stellen, die sich im Rahmen einer Aus- oder Weiterbildung in der Schweiz aufhalten, wie namentlich Studierende, Schüler und Schülerinnen, Praktikanten und Praktikantinnen sowie Stagiaires, sofern sie während der gesamten Geltungsdauer der Befreiung für Behandlungen in der Schweiz über einen gleichwertigen Versicherungsschutz verfügen.
3
.
3
3
.
3.
1
Die Beschwerdeführerin hat
als Studentin
unbestrittenermassen Wohnsitz in der Schweiz (vorstehend E. 2.3) und untersteht deshalb grundsätzlich der Versiche
rungspflicht. Umstritten ist, ob sie vom Versicherungsobligatorium
auszuneh
men ist
(
Urk.
1,
Urk.
2
).
3.3.2
Die Gesundheitsdirektion begründete ihren Entscheid, die Beschwerdeführerin nicht vom Krankenversicherungsobligatorium auszunehmen, damit, dass
s
ie
als Studierende zwar
gemäss Art. 2
Abs.
4 KVV von der Versicherungspflicht
befreit werden könnte, wenn sie für Behandlungen in der Schweiz über einen
der Grundversicherung nach KVG gleichwertigen
Versicherungsschutz verfüge. Der bestehende Versicherungsschutz bei der Continentale enthalte
indes
Ein
schränkungen, welche in den Art. 25 bis 31 KVG nicht vorgesehen seien. So erbringe die Continentale gemäss ihren Angaben auf dem Bestätigungsformular A keine Leistungen für Untersuchungen und Behandlungen von Chiropraktoren oder von Personen, die im Auftrag eines Chirop
raktors Leistungen erbringen;
deren Kosten
würden
gemäss Art. 25
Abs.
2 lit. a
Ziff.
2 und
Ziff.
3
KVG von der obligatorischen Krank
enpflegeversicherung übernommen
. Ebenfalls von der Versicherungsdeckung bei der Continentale ausgeschlossen seien die gemäss Art. 25
Abs.
2 lit. a KVG obligatorisch versicherten, von Ärzten durchgeführten Untersuchungen und Behandlungen in einem Pflegeheim sowie Pflegeleistun
gen in einem Spital. Auch die durch Art. 25
Abs.
2 lit. d KVG gedeckten Kosten für ärztlich durchgeführte und angeordnete Massnahmen der medizinischen Rehabilitation würden von der bestehenden Versicherung bei der Continentale nicht übernommen.
Da die Beschwerdeführerin für Behandlungen in der Schweiz über keinen der Grundversicherung nach dem KVG gleichwertigen Versicherungsschutz verfüge, sei eine Befreiung vom Versicherungsobligato
rium gestützt auf Art. 2
Abs.
4 KVV nicht möglich. Zudem bestünden keine Anhaltspunkte dafür, dass bei ihr ein anderer der in den Art. 2 und 6 KVV genannten Befreiungstatbestände erfüllt sei (
Urk.
2).
3
.
3.
3
Die Beschwerdeführerin lässt in der Beschwerdeschrift vorbringen,
sie verstehe die Begründung der Gesundheitsdirektion für die Abweisung ihres Gesuchs um Ausnahme vom Versicherungsobligatorium vollkommen und wolle darauf im Einzelnen nicht mehr eingehen. Sie führe die Beschwerde, weil sie seit rund 15 Monaten in Z
._
studiere, ihr Masterstudium im Sommer 2014 beenden werde und danach einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgehen werde, bei der sie sich in jedem Fall neu versichern müsse.
Es sei unsinnig, für die letzten 4-5 Monate noch die Versicherung zu wechseln. Während der bisherigen Studienzeit in der Schweiz und davor d
rei Jahre in Österreich habe ihr die aktu
elle Krankenversicherung hinsichtlich der Versicherungsleistungen nie Probleme bereitet, und sie habe auch keine Schwierigkeiten mit den jeweiligen Behörden gehabt. Zudem habe ihre Schwester von 2006 bis 2010 auch in Z
._
und mit der gleichen Versicherungsdeckung studiert, und habe ebenfalls keine Probleme gehabt (
Urk.
1).
3.4
3.4.1
Mit Blick auf
das von der Continentale ausgefüllte Bes
t
ätigungsformular A (
Urk.
16/6a) ist
erstellt,
dass die Beschwerdeführerin nicht über einen der obli
gatorischen Krankenpflegeversicherung nach KVG gleichwertigen Versiche
rungsschutz
im Sinne von Art. 2
Abs.
4 KVV
verfügt.
Diesbezüglich kann
auf die von der Beschwerdeführerin nicht beanstandete
(
Urk.
1)
,
in der vorstehen
den E. 3.3.2 zusammengefasst wiedergegebene,
überzeugende Begründung der Gesundheitsdirektion im
angefochtenen
Einspracheentscheid vom
3.
Dezember 2013
verwiesen werden
(
Urk.
2 S. 3)
.
3.4.2
Die Beschwerdeführerin bringt nicht vor, einer der übrigen Personengruppen anzugehören, die nach Art. 2
Abs.
2-8 KVV auf Gesuch hin vom Versiche
rungsobligatorium befreit werden können (
Urk.
1,
Urk.
2 S. 4).
Soweit
s
ie
geltend macht, es lohne sich für sie nicht mehr, wegen e
iniger Monate
die Versicherung zu wechseln, ist ihr
zunächst
entgegenzuhalten, dass sie diese Situation
zum Teil
selbst herbeiführte
,
weil
sie
gegen
die Abweisung ihres Gesuchs um Befreiung von der
Versicherungspflicht opponierte
und das Einspracheverfahren
in die Länge
zog
, indem sie
wiederh
olt
Korrespondenz der Gesundheitsdirektion
nicht
a
b
holt
e
(
Urk.
16/3-7).
Hätte sich die Beschwerde
führerin wie in Art. 3
Abs.
1 KVG vorgesehen innert drei Monaten nach der Wohnsitznahme in der Schweiz für Krankenpflege versichert, wäre diese Situa
tion nicht eingetreten.
Sodann
besteht keine
(ausdrückliche)
gesetzliche Rege
lung, welche
bei absehbar kurzer Dauer des Versicherungsverhältnisses
eine Ausnahme von der Versicherungspflicht vorsieht
.
Zu beachten ist
, dass
das Krankenversicherungsobligatorium eingeführt wurde, um die Solidarität zwischen Gesunden und Kranken zu gewährleisten
.
Nach der höchstrichterli
chen Rechtsprechung sind
d
ie Ausnahmen von der Versicherungspflicht
in Anbetracht dieser gesetzgeberischen Absicht in den Bundesvorschriften
eng
zu
umschr
ei
ben
(BGE
132 V 313 E. 8.3 mit Hinweisen).
Aufgrund dieser restrikti
ven Praxis
besteht keine
rechtliche
Grundlage,
um
die Beschwerdeführerin auf
grund
einer
absehbar kurzen Dauer des Versicherungsverhältnisses vom Versi
cherungsobligatorium auszunehmen.
Zu guter Letzt ist in tatsächlicher Hinsicht nicht ausgewiesen, dass
die Beschwerdeführerin nur für 4-5 Monate in der Schweiz obligatorisch krankenpflegeversichert sein werde. Die effektive Dauer
des Versicherungsverhältnisses hängt von aktuell nicht mit Bestimmtheit vorauszusehenden Umständen ab, etwa dem Bestehen der Abschlussprüfungen oder dem Finden einer Arbeits- oder Praktikumsstelle in der Schweiz nach abgeschlossenem Studium, in welchem Fall die Krankenversicherung nicht gewechselt werden müsste.
Dass
die aktuelle Krankenversicherung
bei der
Continentale
der Beschwerde
-
führe
rin
hinsichtlich der Versicherungsleistungen nie Probleme bereitet
e
, ist ebenfalls irrelevant, zumal es - wie die Gesundheitsdirektion zu Recht darlegt
und vorstehend bereits ausgeführt
wird
- bei der Schaffung des Versicherungs
-
obligatoriums nicht allein um einen umfassenden Versicherungs
schutz für die Bevölkerung, sondern insbesondere auch um die Solidarität zwischen Gesunden und Kranken ging (
Urk.
2 S. 2).
Der Hinweis der Beschwerdeführerin auf die Rechtslage in Österreich ist unbehelf
lich, da nach dem Gesagten
die Rechtsvorschriften der Schweiz anzu
wenden sind.
Selbst wenn schliesslich die Schwester der Beschwerdeführerin während deren Studium in Z
._
von 2006 bis 2010 bei gleicher Sach- und Rechtslage, ins
besondere mit der gleichen Versicherungsdeckung, vom Krankenversiche
rungs
-
obligatorium ausgenomm
en worden wäre -
was in keiner Weise belegt
ist
-
,
könnte die Beschwerdeführerin
daraus
nichts zu ihren Gunsten ableiten.
Es wird nämlich weder geltend gemacht, noch bestehen Anhaltspunkte dafür, dass die Gesundheitsdirektion
in ständiger Praxis vom Gesetz abweicht und zu erkennen gibt, dass sie auch in Zukunft nicht gesetzeskonform entscheiden werde
. Nur unter diesen Voraussetzungen wären ausnahmsweise die Vorausset
zungen für eine
sogenannte
Gleichbehandlung im Unrecht gegeben
(
Urteil des Bundes
-
gerichts K 25/05 vom 2
9.
März 2006, E. 11 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch
BGE 134 V
34 E. 9
3.4.3
).
3.4.3
Aufgrund des Gesagten hat die Gesundheitsdirektion eine Befreiung der Beschwer
deführerin vom Versicherungsobligatorium zu Recht abgelehnt. Die Beschwerde ist abzuweisen.
Gleichzeitig mit der Urteilsfällung in diesem Verfahren erfolgt auch der Ent
scheid im Verfahren der Beschwerdeführerin gegen die Stadt
Z._
(KV.2014
.00055).