Decision ID: 8988b55f-5016-407c-bd82-a65adcb47abd
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Oktober 1990 erstmals zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) an. Sie hielt fest, nach einem Auffahrunfall vom 3. Juni 1988
an einem Schleudertrauma zu leiden (IV-act. 1). Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen
sprach ihr ab 1. Oktober 1989 bei einem Invaliditätsgrad von 70% eine ganze
Invalidenrente zu (Verfügung vom 6. September 1991, IV-act. 34).
A.b Bereits im Juli 1991 wurde ein Rentenrevisionsverfahren eröffnet (IV-act. 28). In
einem von der involvierten Motorfahrzeug-Haftpflicht¬versicherung beim Institut für
Medizinische Begutachtung (IMB), Zürich, in Auftrag gegebenen neuropsychiatrisch-
unfallchirurgischen Gutachten vom 21. April 1992 wurden ein Zustand nach rein
funktionell sich auswirkender Beschleunigungsverletzung der Halswirbelsäule, ein
Status nach posttraumatischer Anpassungsstörung und eine unspezifische subjektive
Beschwerdesymptomatik diagnostiziert. Der Versicherten wurde eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit attestiert (IV-act. 41-20 bis 41-22). Auf die ins Aug gefasste
Renteneinstellung (Vorbescheid vom 11. Mai 1992 (IV-act. 44) kam die IV-Stelle nach
Protest des Rechtsvertreters der Versicherten (IV-act. 50) zurück und gab eine
medizinische Abklärung bei der Medas St. Gallen in Auftrag. Im Gutachten vom 20.
Oktober 1992 wurden ein Abknickmechanismus in der HWS infolge eines Kopfanpralls
mit Commotio cerebri und eine psychogene Fehlentwicklung im Sinn einer
Unfallneurose erwähnt. Eine Arbeitsunfähigkeit wurde der Versicherten nicht attestiert
(IV-act. 55-10 f., 55-14). Die IV-Stelle stellte daraufhin die Invalidenrente per Ende 1992
ein (Verfügung vom 20. November 1992; IV-act. 62). Diesen Entscheid bestätigten das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen am 9. Februar 1994 (IV-act. 70) und das
Eidg. Versicherungsgericht (heute: sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts)
am 7. September 1994 (IV-act. 72).
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A.c Im März 1999 meldete sich die Versicherte erneut zum IV-Leistungsbezug an (IV-
act. 79). Im daraufhin von der IV-Stelle veranlassten Gutachten der Medas
Zentralschweiz, Luzern, vom 30. November 2001 wurden Residuen nach
Auffahrunfällen am 3. Juni 1988 und am 15. November 1994 erwähnt
(psychoorganisches Residualsyndrom, rezidivierende reaktiv-depressive
Verstimmungszustände, chronifiziertes therapierefraktäres zerviko-zephales
Schmerzsyndrom und leichtes lumbo-spondylogenes Syndrom bei leichter Skoliose). In
der zuletzt (1988) ausgeübten Tätigkeit als Revisorin und Sekretärin sowie in jeder
anderen vergleichbaren Tätigkeit erachte man die Versicherte maximal zu 30%
arbeitsfähig, wobei vor allem die psychopathologischen und etwas weniger auch die
rheumatologischen Befunde limitierend seien (IV-act. 108-12 f.). Die IV-Stelle sprach
der Versicherten daraufhin bei einem Invaliditätsgrad von 70% rückwirkend ab 1.
Januar 2000 eine ganze Rente zu (Verfügung vom 27. Juni 2002, IV-act. 118).
A.d Eine im Januar 2006 eingeleitete amtliche Rentenrevision (IV-act. 125) ergab einen
unveränderten Rentenanspruch (Mitteilung vom 7. April 2006; IV-act. 132).
A.e Im Rahmen einer im Februar 2011 eingeleiteten weiteren amtlichen Revision (IV-
act. 133) beschloss die IV-Stelle, die Prüfung im Rahmen der IV-Revision 6a
fortzuführen (IV-act. 137). Sie gab bei der Swiss Medical Assessment- und Business-
Center (SMAB) AG, Bern, ein Gutachten in Auftrag. Darin wurden keine Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhoben. Die Arbeitsfähigkeit sei weder somatisch
noch psychiatrisch begründet beeinträchtigt (IV-act. 160-34 f.). Dies gelte seit
spätestens Juni 1989 (vgl. IV-act. 160-37). Gegen den auf Renteneinstellung lautenden
Vorbescheid vom 20. Juni 2013 erhob Rechtsanwalt lic. iur. Hans Frei in Vertretung der
Versicherten am 9. September 2013 Einwand (IV-act. 172). Nach Rückfrage bei der
SMAB AG (Schreiben der IV-Stelle vom 2. Oktober 2013, IV-act. 174; Stellungnahme
der SMAB AG vom 1. November 2013, IV-act. 175) und Durchführung einer zweiten
Anhörung (IV-act.176; 177) verfügte die IV-Stelle am 6. Dezember 2013 die
Renteneinstellung ex nunc (IV-act. 178).
B.
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B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde von Rechtsanwalt Frei vom
23. Januar 2014. Beantragt werden unter Kosten- und Entschädigungsfolge die
Aufhebung der Verfügung und die weitere Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente
sowie eventualiter die Einholung eines Obergutachtens über den Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin. Ferner wird um Wiederherstellung der aufschiebenden
Wirkung der Beschwerde ersucht. Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den
Standpunkt, dass die Rente nicht gestützt auf die Schlussbestimmung der IV-Revision
6a revidiert werden könne. Sie habe insgesamt während mehr als 15 Jahren eine Rente
bezogen. Die Unterbrechung der Rentenleistungen zwischen 1993 und 1999 sei
irrelevant, da die Beschwerdeführerin auch in dieser Zeit nicht erwerbsfähig gewesen
sei. Weiter wird das SMAB-Gutachten als beweisrechtlich unbrauchbar bezeichnet
(act. G 1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 13. März 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin habe erst ab 1. Januar 2000
als vom Arbeitsmarkt abwesend zu gelten, sodass die für die Renteneinstellung
gemäss der Schlussbestimmung zur IV-Revision 6a geltende Bezugsdauer von 15
Jahren nicht erreicht werde. Das SMAB-Gutachten bezeichnet sie als überzeugend
(act. G 4).
B.c Der zuständige Einzelrichter wies das Gesuch um Wiederherstellung der
aufschiebenden Wirkung der Beschwerde mit Zwischenentscheid vom 22. April 2014
ab (IV 2014/40 Z; act. G 5).
B.d Die Beschwerdeführerin lässt in der Replik vom 23. Juni 2014 an ihren Anträgen
festhalten. Sie sei seit Jahren in psychotherapeutischer Behandlung bei ihrem
Hausarzt, Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin. Sie nehme die
Schmerzmedikation seit dem Unfall ohne Unterbruch ein. Das SMAB-Gutachten sei
nicht umfassend (act. G 11). Mit der Replik wurden zwei Schreiben von Dr. B._ vom
12. Mai und 19. Juni 2014 eingereicht (act. G 11.1, 11.2).
B.e Die Beschwerdegegnerin hielt am 26. Juni 2014 an ihrem Antrag fest und
verzichtete auf weitere Ausführungen (act. G 13).

Erwägungen
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1.
1.1 Gegenstand der angefochtenen Verfügung bildet der Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin bzw. dessen Aufhebung gestützt auf lit. a der
Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 2011 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20; nachfolgend Schlussbestimmungen). Die
Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Rentenaufhebung einzig auf lit. a der
Schlussbestimmungen, wonach Renten, die bei pathogenetisch-ätiologisch unklaren
syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage
gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung neu
überprüft werden. Sind die Voraussetzungen nach Art. 7 Abs. 1 und 2 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1; Erwerbsunfähigkeit) nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder
aufgehoben, auch wenn der Tatbestand von Art. 17 Abs. 1 ATSG (Revision) nicht
verwirklicht ist.
1.2 Ausgangspunkt für die Bemessung der Invalidität bildet die Frage, ob und in
welchem Ausmass es einer versicherten Person zumutbar ist, trotz ihres
Gesundheitsschadens ein Erwerbseinkommen zu erzielen. In Art. 7 Abs. 2 ATSG, der
mit der 5. IVG-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft getreten ist, wird festgelegt, dass
eine Erwerbsunfähigkeit nur vorliegt, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist. Damit wurde gesetzlich verankert, dass die Zumutbarkeit nicht nach dem
subjektiven Empfinden der versicherten Person, sondern nach objektiven
Gesichtspunkten zu beurteilen ist. Art. 7 Abs. 2 ATSG schreibt somit auf Gesetzesstufe
das Erfordernis der Objektivierbarkeit fest.
1.3 Das Bundesgericht hat in BGE 141 V 281 seine die Bestimmung von Art. 7 Abs. 2
ATSG beschlagende Rechtsprechung zu den Voraussetzungen, unter denen
anhaltende somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische
Leiden eine rentenbegründende Invalidität zu begründen vermögen (sog.
Überwindbarkeitspraxis), aufgegeben. Diese Praxisänderung findet auch auf laufende
Verfahren Anwendung (Urteil des Bundesgerichts vom 23. September 2015,
8C_421/2015 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 137 V 266 E. 6), auch auf jene, die sich auf
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die Schlussbestimmungen stützen (vgl. die Urteile des Bundesgerichts 9C_354/2015
vom 29. Februar 2016 E. 5 und 9C_558/2015 vom 4. April 2016 E. 6.1).
2.
2.1 Zunächst ist zu prüfen, ob die mit Verfügung vom 27. Juni 2002 im Rahmen der
Neuanmeldung erfolgte Zusprache einer ganzen Rente (IV-act. 118) aufgrund eines
pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebilds ohne
nachweisbare organische Grundlage im Sinn der Schlussbestimmungen erfolgte.
2.2 Vom Anwendungsbereich von lit. a der Schlussbestimmungen sind laufende
Rentenansprüche auszunehmen, wenn und soweit sie auf erklärbaren Beschwerden
beruhen. Lassen sich unklare Beschwerden von erklärbaren Beschwerden trennen,
können die Schlussbestimmungen der 6. IV-Revision auf erstere Anwendung finden
(BGE 140 V 197).
2.3 Die Rentenzusprache vom 27. Juni 2002 stützte sich auf das Gutachten der Medas
Zentralschweiz vom 30. November 2001.
2.3.1 Darin wurden vor allem die psychopathologischen Befunde als limitierend
bezeichnet. Der psychiatrische Gutachter Dr. med. C._ erhob ein psychoorganisches
Residualsyndrom nach Schleudertrauma der HWS und verwies auf den Diagnose-Code
ICD 10 F07.2 (IV-act. 108-25). Diese Diagnose setzt grundsätzlich voraus, dass ein
Schädelhirntrauma stattgefunden hat (vgl. etwa die Definition unter https://
www.dimdi.de/static/de/klassi/icd-10-gm/kodesuche/onlinefassungen/htmlgm2016/
block-f00-f09.htm; besucht am 2. August 2016). Ein in dieser Hinsicht erhebliches
Schädelhirntrauma ist aktenmässig jedoch nicht ausgewiesen. Vor diesem Hintergrund
ist nachvollziehbar, dass der psychiatrische Gutachter der SMAB AG, Dr. med. D._,
mit dem Hinweis, dass eine substantielle Hirnschädigung fehle, längerfristige
persistierende Einbussen verneinte und die von Dr. C._ gestellte Diagnose als nicht
plausibel bezeichnete (IV-act. 160-65; Hinweise auf eine hirnorganisches Schädigung
wurden bereits im Gutachten der Medas St. Gallen vom 20. Oktober 1992 explizit
verneint; IV-act. 55-13). Betrachtet man die früher gestellten psychiatrischen
Diagnosen (u.a. sekundäre depressiv-neurotische Entwicklung mit histeriformen und
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hypochondrischen Zügen [Dr. med. E._, St. Gallen, Bericht vom 7. Juli 1990, IV-act.
13-1], psychische Fehlentwicklung neurotisch-depressiven Charakters im Rahmen
eines postcommotionellen Syndroms und eines chronischen zervikozephalen
Schmerzsyndroms [Klinik Valens, Bericht vom 13. Oktober 1989, IV-act. 8-1]) und die
rheumatologischen Diagnosen der Medas Zentralschweiz (Gutachten von Dr. med.
F._ vom 26. September 2001: chronifiziertes zervikozephales Schmerzsyndrom und
chronisches leichtgradiges lumbospondylogenes Syndrom, organ-neurologisch
feststellbare Abnormitäten wurden verneint, IV-act. 108-27, 108-31), so ist nicht zu
beanstanden, dass die Beschwerden der Beschwerdeführerin mehrheitlich einem sog.
pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebild ohne nachweisbare
organische Grundlage im Sinn der Schlussbestimmungen zugeordnet wurden (vgl. im
Übrigen die Rechtsprechung gemäss BGE 136 V 279 zur Anwendbarkeit der
Überwindbarkeitspraxis beim Schleudertrauma bzw. das Urteil 8C_286/2015 vom 26.
Oktober 2015 E. 5.1 zur Einordnung des Schleudertraumas unter die Beschwerdebilder
gemäss Schlussbestimmung).
2.3.2 Die von Dr. C._ erwähnten rezidivierenden depressiven Verstimmungszustände
mit dem Hinweis auf den Diagnose-Code F33.1 (rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig mittelgradige Episode) bzw. die ebenfalls erwähnte "latente
Depressivität" (IV-act. 108-25) fallen zwar nicht unter die von den
Schlussbestimmungen erfassten Beschwerdebilder. Insgesamt hatten diese jedoch
keine eigenständige Relevanz für die von Dr. C._ attestierte Arbeitsunfähigkeit. Dies
wird daraus ersichtlich, dass der Gutachter - mit einer gewissen Widersprüchlichkeit -
"trotz angeblicher Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen" explizit
Anhaltspunkte für eine depressive Erkrankung (und für eine Persönlichkeitsstörung)
verneinte (IV-act. 108-24 unten). Er ging davon aus, dass die Beschwerdeführerin auf
einem tiefen Aktivitätsniveau ihr psychisches Gleichgewicht in den letzten Jahren stabil
gehalten habe. Im Weiteren machte er weitgehend unauffällige Angaben zum
Psychostatus der Beschwerdeführerin. Er hielt fest, er habe keine Anhaltspunkte für
Auffassungs- oder Wahrnehmungsstörungen und keine Zwangssymptomatik bemerkt.
Affektiv sei die Beschwerdeführerin gut modulierbar gewesen bei indifferenter
Grundstimmung. Sie sei bewusstseinsklar und allseits orientiert. Die grobkursorische
Prüfung von Konzentrations- und Merkfähigkeit sei unauffällig, Gedankenkreisen sei
nicht explorierbar gewesen.
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2.4 Insgesamt ist festzuhalten, dass die Rentenzusprache im Juni 2002 zentral auf
Diagnosen beruhte, die unter die Schlussbestimmungen zur IV-Revision 6a fallen.
3.
Die Beschwerdeführerin lässt vorbringen, sie habe insgesamt während mehr als 15
Jahren eine Invalidenrente bezogen, sodass diese nicht gestützt auf die
Schlussbestimmungen eingestellt werden könne (vgl. lit. a Abs. 4 der
Schlussbestimmungen). Nach dem Rentenbezug zwischen Oktober 1989 und
Dezember 1992 wurde die Rente ab 1. Januar 2000 bis Januar 2014 wiederum
gewährt. Rechnet man diese beiden Bezugszeiträume zusammen, wird die 15-Jahres-
Grenze der Schlussbestimmungen überschritten. Indessen ist der Beschwerdegegnerin
darin zuzustimmen, dass für ein derartiges Zusammenrechnen keine Grundlage bzw.
keine Rechtfertigung besteht. Die erste Renteneinstellung wurde vom hiesigen Gericht
wie auch vom EVG bestätigt, wobei Verwaltung und Gerichte die Einschätzungen in
den Gutachten des IMB vom 21. April 1992 und der Medas St. Gallen vom 20. Oktober
1992 als überzeugend würdigten und eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin verneinten. Vor diesem Hintergrund kann entgegen der Auffassung
der Beschwerdeführerin keine Rede davon sein, dass sie in den sieben Jahren von
1993 bis 1999 erwiesenermassen nicht erwerbsfähig gewesen sei. Dass faktisch im
Zeitpunkt der zweiten Renteneinstellung zu Beginn des Jahres 2014 eine 15 Jahre
deutlich übersteigende Absenz vom Arbeitsmarkt bestand, lag daran, dass die
Beschwerdeführerin die ihr ab 1993 attestierte Arbeitsfähigkeit nicht verwertete. Dass
ihr dies objektiv nicht zumutbar gewesen wäre, wird durch die erneute
Rentenzusprache ab dem Jahr 2000 bzw. durch das dieser zugrunde liegende
Gutachten der Medas Zentralschweiz nicht hinlänglich bewiesen. Darauf kommt es
jedoch ohnehin nicht an, hat das Bundesgericht doch unlängst festgehalten, dass bei
der Frage der 15-jährigen Renten¬bezugsdauer gemäss den Schlussbestimmungen
Phasen von Arbeitsunfähigkeit (selbst mit Bezug von IV-Taggeldern) und allfälliger
Invalidität ohne effektiven Rentenbezug nicht relevant seien (Urteil 8C_286/2015 vom
26. Oktober 2015 E. 5). Bei diesem Sachverhalt mit mehrjähriger attestierter
Arbeitsfähigkeit zwischen den beiden Rentenbezugsperioden greifen vertrauensschutz-
bzw. besitzstandsrechtliche Überlegungen, die der 15-Jahres-Frist zugrunde liegen
(vgl. dazu BGE 139 V 442), jedenfalls nicht. Folglich spricht die Rentenbezugsdauer
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nicht gegen die Anwendbarkeit der Schlussbestimmungen. Dies hat
unbestrittenermassen auch für das zweite Kriterium, das Alter der Beschwerdeführerin
(Jahrgang 1966), zu gelten.
4.
4.1 Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht gestützt auf das Gutachten
der SMAB AG davon ausging, dass bei der Beschwerdeführerin keine
rentenbegründende Invalidität besteht.
4.2 Die Begutachtung erfolgte unter Beizug von Fachärzten der Orthopädie/Traumato-
logie, Neurologie, Inneren Medizin und Psychiatrie sowie einer Neuropsychologin. Die
Gutachter gelangten übereinstimmend zur versicherungsmedizinischen
Schlussfolgerung, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin weder aus
somatischer noch aus psychiatrischer Sicht beeinträchtigt sei (IV-act. 160-35).
4.3
4.3.1 Der begutachtende Psychiater Dr. D._ bezeichnete die Beschwerdeführerin als
wach, bewusstseinsklar und in allen Qualitäten orientiert. Aufmerksamkeit und
Konzentration erlebte er als intakt und beobachtete eine ausreichende
Umstellungsfähigkeit auf neue Sachverhalte. Die höheren kognitiven Leistungen wie
problemlösendes Denken und Handeln wirkten ausreichend differenziert. Der formale
Gedankengang wurde als geordnet und kohärent bezeichnet, gelegentlich etwas
viskös, aber Ideenflucht oder Denkzerfahrenheit wurden ebenso verneint wie eine
depressive Denkhemmung. Im inhaltlichen Denken beschrieb der Psychiater eine
vermehrte Beschäftigung mit negativen Kognitionen und Dysphorie, verneinte jedoch
eine gedankliche Gefangenheit im Schmerzerleben, in depressiven Gefühlen oder
Ängsten. Weiter negierte er psychotische Denkinhalte, Wahn, Halluzinationen,
illusionäre Veränderungen und Hinweise auf schuldwahnhaftes Geschehen. Die
Willenskräfte wurden als durchaus strukturiert und zielgerichtet beschrieben,
Ambivalenz oder Ambitenenz verneint. Das Verhalten der Beschwerdeführerin sei
unzweifelhaft willensgesteuert. Die Antriebslage sei ausreichend. Psychomotorisch
habe die Beschwerdeführerin etwas starr gewirkt, anfangs habe sie eine starre, wenig
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ausdrucksreiche Mimik gezeigt. Im Verlauf der Exploration hätten sich Mimik und
Gestik verändert und die Psychomotorik sei auch etwas lebhafter geworden. Eine
typische Schmerzschonhaltung zeige sich in Psychomotorik und Körpersprache nicht.
In der emotional-affektiven Schwingungsfähigkeit wirke die Versicherte eingeengt, im
Affekt sei sie dabei über weite Strecken dysphorisch, hintergründig latent gereizt-
aggressiv mit immer wieder durchscheinender Vorwurfshaltung. Durchgehende
Depressivität zeige sich hingegen nicht. Hemmende depressive Phänomene liessen
sich nicht ausmachen. Pathologische Angstaffekte hätten den psychopathologischen
Befund zu keinem Zeitpunkt geprägt. Zwar bezeichnete der Gutachter die
Beschwerdeführerin im Affekt als etwas starr, verneinte aber Affektlabilität,
Affektinkontinenz oder Parathymie, ferner auch Anhedonie und Suizidalität (IV-act.
160-63 f.).
4.3.2 Die Ausführungen zum Psychostatus sind eingehend und erscheinen als
umfassend. Die daraus gezogenen Schlussfolgerungen für die Diagnosestellung und
die Einschätzung der Auswirkungen sind gut nachvollziehbar. Insbesondere ist vor dem
Hintergrund der Ausführungen zum Psychostatus durchaus plausibel, dass der
Psychiater lediglich eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit affektiv-
dysphorischem Syndrom bei histrionischer Persönlichkeitsakzentuierung
diagnostizierte und dieser keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zubilligte. Entgegen
der Ansicht der Beschwerdeführerin ist nicht von einer unvollständigen Beantwortung
der Frage 3 zu somatoformen Störungen auszugehen (vgl. act. G 1 S. 8). Der
psychiatrische Gutachter bejahte das Vorliegen einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung, verneinte jedoch deren sozialmedizinische Relevanz (vgl. dazu IV-act.
160-66). Es könne nämlich weder eine gravierende psychiatrische noch eine
schwerwiegende somatische Komorbidität beschrieben werden. Andere Faktoren wie
ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Lebensbereichen und therapeutisch
unbeeinflussbares Krankheitsgeschehen mit primärem Krankheitsgewinn wurden
verneint (detailliert dazu IV-act. 160-66; vgl. auch 160-68 f.). Von relevanten Lücken in
der psychiatrischen SMAB-Begutachtung kann folglich nicht ausgegangen werden.
Auch geht der Vorwurf fehl, dass wesentliche Aspekte einer Persönlichkeitsänderung
von den Gutachtern in nicht nachvollziehbarer Weise beiseitegelassen worden seien
(act. G 1 S. 10). Dr. D._ erkannte bei der Beschwerdeführerin eine histrionische
Persönlichkeitsakzentuierung. Diese fällt unter den Diagnose-Code Z73, Probleme mit
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Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung, und hat als Z-codierte
Diagnose keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Begründend hielt der Psychiater fest,
diese Persönlichkeitsstruktur werde im Verhalten immer wieder deutlich, die
Beschwerdeführerin sei gezielt in der Lage, ihre Beschwerden in zum Teil histrionischer
Ausgestaltung darzustellen. Die Merkmale einer Persönlichkeitsänderung lägen
allerdings nicht vor. Sie sei durchaus in der Lage, sich mit ausreichender Flexibilität auf
das Gegenüber einzustellen, soweit die primär ablehnende Grundhaltung überwunden
sei (IV-act. 160-64). Dass der Gutachter neben diesen Feststellungen nicht Bezug
nahm auf aktenkundige, nicht in medizinischem Kontext stehende Hinweise zum
Verhalten der Beschwerdeführerin vor dem Unfall von 1988 (vgl. act. G 1 S. 10), vermag
der Schlüssigkeit seiner Einschätzung keinen Abbruch zu tun. Am Rand ist
anzumerken, dass sich Dr. D._ mit der Wiedergabe der Auskunft der
Beschwerdeführerin, sie stehe seit vielen Jahren nicht mehr in psychiatrisch-
psychotherapeutischer Behandlung (IV-act. 160-59), nicht aktenwidrig geäussert hat,
stellen doch die in der Replik erwähnten Gespräche mit dem Hausarzt Dr. B._ keine
entsprechende Behandlung dar (vgl. seinen Bericht vom 12. Mai 2014, act. G 11.1).
Ferner sind seine Hinweise auf von ihm abgegebene Medikamente (vgl. auch sein
Schreiben vom 19. Juni 2014, act. G 11.2) für sich nicht aussagekräftig. Deren
Einnahme ist weder durch Serumspiegelmessungen belegt noch ist ersichtlich,
inwiefern der Beweis der Einnahme die psychiatrische Beurteilung zu ändern
vermöchte.
4.4 Im Rahmen der neuropsychologischen Testung wurden zwar leichte bis
mittelschwere kognitive Minderleistungen in den Bereichen Gedächtnis,
Aufmerksamkeit und Exekutivfunktionen erhoben. Diese Resultate wurden jedoch als
nicht valide bezeichnet, da sowohl im klinischen Eindruck als auch in den
Beschwerdevalidierungsverfahren von einer schwankenden Kooperationsfähigkeit mit
teils unauffälliger, teils eingeschränkter Anstrengungsbereitschaft ausgegangen wurde
(vgl. neuropsychologisches Teilgutachten von Dr. phil. G._, Fachpsychologin für
Neuropsychologie, IV-act. 160-75). Die Beschwerdeführerin bemängelt, dass die
Neuropsychologin nicht begründet habe, warum die Ergebnisse nicht valide seien
(ähnlich auch die Kritik des behandelnden Neurologen Dr. med. H._ im Schreiben
vom 16. August 2013, wobei er das neuropsychologische Gutachten ansonsten nicht
kritisierte, vgl. IV-act. 172-11 oben). Die Neuropsychologin legte im Einzelnen offen,
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welche Untersuchungsverfahren sie angewendet hatte (IV-act. 160-73 unten f.). Sie
hielt ferner fest, dass sie drei Beschwerdevalidierungsverfahren eingesetzt habe (IV-act.
160-74 unten). Dass diese sowie deren exakte Ergebnisse nicht detailliert erklärt
wurden, hemmt zwar zugegebenermassen die Nachvollziehbarkeit der
Schlussfolgerung. Allerdings ist zu beachten, dass es ein sehr breites Spektrum an
Beschwerdevalidierungstests gibt, die wissenschaftlich unterschiedlich gut abgestützt
sind und deren Anwendung nie völlig schematisch ablaufen kann, sondern deren
Ergebnisse umsichtig interpretiert werden müssen (vgl. dazu etwa den vom Bundesamt
für Sozialversicherungen herausgegebenen Forschungsbericht Nr. 4/08 "Der Einsatz
von Beschwerdevalidierungstests in der IV-Abklärung", insbes. S. 49 ff.). Einen
detaillierten Nachvollzug von Beschwerdevalidierungstests können die
Rechtsanwendenden von Vornherein nicht gewährleisten; diesbezüglich ist die
Überprüfbarkeit von der Natur der Sache her beschränkt und es muss zu einem
gewissen Mass auf den Sachverstand der beigezogenen Experten vertraut werden. Im
vorliegenden Fall hat die Beschwerdevalidierung lediglich ergeben, dass die
Ergebnisse der neuropsychologischen Abklärung nicht mit hinreichender Sicherheit
verlässlich sind, sodass gestützt allein darauf keine relevanten Schlussfolgerungen auf
die Arbeitsfähigkeit gezogen werden können. Diese Aussage kann im Rahmen der
Beweiswürdigung auch ohne vollständige Nachvollziehbarkeit zur Kenntnis genommen
werden, dies vor allem auch deshalb, weil dieses Ergebnis mit dem klinischen Eindruck
der Neuropsychologin übereinstimmt.
4.5 Die Beschwerdeführerin betont unter Hinweis auf Röntgenbefunde der 90er-Jahre,
in denen eine kyphotische Haltung (Knick im Bereich der HWS) sowie
Segmentdegenerationen C3/4 beschrieben worden seien, dass somatische
Beeinträchtigungen vorhanden seien (act. G 1 S. 8). Den Gutachtern der SMAB AG lag
eine aktuelle zervikale Kernspintomographie vom 18. April 2013 vor, die eine normale
Darstellung der einzelnen Halswirbelkörper und oberen Thorakalwirbelkörper bis zum
Segment Th3/4 zeigte. Die intervertebrale Artikulation war normal, ebenso das
intervertebrale Alignement. Der Spinalkanal und sämtliche Neuroforamina wiesen eine
normale Weite auf. Die Darstellung des zervikalen und oberen thorakalen Rückenmarks
und der paravertebralen Weichteilstrukturen war ebenfalls unauffällig (IV-act. 160-26).
Zwar fällt auf, dass im Gegensatz dazu in früheren Bildern gewisse Befunde an der
HWS und oberen BWS erhoben worden waren (etwa eine Kyphose bzw. eine Skoliose
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im Bereich der HWS, vgl. die Übersicht im Gutachten von Dr. F._ vom 26. September
2001, IV-act. 108-30). Die SMAB-Gutachter hielten jedoch explizit fest, dass sie die von
Dr. F._ formulierten diversen pathologischen Befunde der HWS und LWS weder
klinisch noch im MRI der HWS bestätigen und diese insgesamt nicht nachvollziehen
könnten (IV-act. 160-37). Zu beachten ist ferner, dass Dr. F._ den von ihm
festgehaltenen Befunden bereits damals nicht ausdrücklich objektivierbaren Einfluss
auf die geklagten Beschwerden bzw. die Arbeitsfähigkeit zugebilligt hatte. So hatte er
den myofascialen Reizzustand ins Zentrum seiner Beurteilung gestellt und diesen nicht
mit einer Fehlform der oberen Wirbelsäule in Zusammenhang gebracht (IV-act. 108-32).
Seitens der Medas St. Gallen war den Befunden der Bildgebung von 1992 (vgl. IV-act.
55-8 unten) ebenfalls keine eigenständige Relevanz zugebilligt worden; neurologisch
waren ferner keine Auffälligkeiten festgestellt worden, die die Schmerzen zu erklären
vermocht hätten (IV-act. 55-10; vgl. auch die Angaben von Prof. Dr. med. I._,
neurologische Klinik am Universitätsspital Zürich, der im Bericht vom 5. April 1990 von
der radiologisch erkennbaren Fehlstellung der HWS Kenntnis genommen, darin aber
keine Erklärung für die Schmerzen gesehen hatte; IV-act. 11-7 ff.). Vor diesem
Hintergrund ist nicht zu befürchten, dass den Gutachtern der SMAB AG in der
Beurteilung der oberen Wirbelsäule der Beschwerdeführerin in Kenntnis von aktueller
Bildgebung gravierende Fehler unterlaufen sind bzw. dass sie die Auswirkungen der
diesbezüglichen Einschränkungen falsch eingeschätzt haben. Diesbezüglich fehlen
jedenfalls konkrete Anhaltspunkte, die die Zuverlässigkeit der Beurteilung in Frage
stellen würden.
4.6 Auch die allgemeine, nicht auf ein Teilgutachten bezogene Rüge der
Beschwerdeführerin, die Frage nach der Entwicklung der Arbeitsfähigkeit sei nicht
begründet beantwortet worden, vermag nicht zu überzeugen. Seitens des Fachgebiets
Orthopädie-Traumatologie wurde unter Hinweis auf die aktuelle
versicherungsmedizinische Sicht festgehalten, dass sich ein nachvollziehbarer
traumaverursachter Beschwerdeverlauf retrospektiv auf maximal zwölf Monate, somit
bis Juni 1989, darstelle (IV-act. 160-28). Seitens der Neurologie wurde nur für wenige
Wochen nach dem Unfall eine volle Arbeitsunfähigkeit als plausibel bezeichnet, danach
wegen des Schwindels zunächst eine Arbeitsunfähigkeit von 50%. Spätestens ein Jahr
nach dem Unfall liessen sich die Symptome des Nervensystems ausschliesslich auf
Syndrome mit funktioneller Genese zurückführen. Diese schränkten für sich allein
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genommen versicherungsmedizinisch die Arbeitsfähigkeit nicht ein (IV-act. 160-51).
Diese Begründung, der sich auch der psychiatrische Gutachter anschloss (IV-act.
160-68), ist durchaus plausibel und jedenfalls ausführlich genug, um nachvollzogen
werden zu können.
4.7 Dr. H._ gab am 16. August 2013 Kommentare zum SMAB-Gutachten ab und
kritisierte unter anderem die dortigen Ergebnisse als nicht nachvollziehbar (IV-act.
172-6 ff.; die SMAB-Gutachter hielten am 1. November 2013 ihrerseits fest, sie würden
die Schlussfolgerungen von Dr. H._ weder fachärztlich noch
versicherungsmedizinisch teilen; IV-act. 175-2). Vorab ist festzuhalten, dass er als die
Beschwerdeführerin langjährig behandelnder Neurologe in einer Nähe zu ihr stehen
dürfte, die eine distanzierte Beurteilung zumindest erschwert. Auch ist unklar, ob er
hinreichend vertraut ist mit der versicherungsmedizinisch relevanten Frage nach der
Zumutbarkeit, trotz subjektiv empfundenen Einschränkungen einer Erwerbstätigkeit
nachzugehen, und bei deren Beantwortung ein möglichst objektiver Massstab
anzusetzen ist (vgl. dazu auch BGE 141 V 281 E. 3.7). Im Übrigen könnte er als
Neurologe sich aus medizinischer Sicht wohl primär eine Einschätzung des
neurologischen und nicht sämtlicher Teilgutachten erlauben. Eine eigentliche
Beurteilung des neurologischen Teilgutachtens nahm Dr. H._ jedoch nicht vor.
Insbesondere widersprach er weder der gestellten Diagnose noch nannte er Hinweise
auf Aspekte in der Untersuchung, die nicht korrekt oder unvollständig durchgeführt
worden wären. Er hielt lediglich fest, dass seiner Ansicht nach die Kopfschmerzen,
Schlafstörungen, emotionale Labilität, Reizbarkeit und subjektiven
Konzentrationsstörungen durch den Neurologen untersucht werden sollten (IV-act.
172-13). Der neurologische Teilgutachter hielt diese Aspekte, die im Wesentlichen nur
über die subjektiven Schilderungen der Beschwerdeführerin erhebbar sind, durchaus
fest. Lediglich zur Diskussion der Auswirkungen der unter anderem deswegen
gestellten Diagnose des postcommotionellen Syndroms verwies er auf das
Hauptgutachten (IV-act. 160-49), womit er nicht gemeint haben dürfte, dass der
Orthopäde diese Beurteilung allein vornehmen sollte, sondern dass diese
interdisziplinär erfolgen würde.
4.8 Insgesamt ergeben sich keine hinreichend griffigen Anhaltspunkte, die die
Schlüssigkeit und damit letztlich auch den Beweiswert des SMAB-Gutachtens bzw. der
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dortigen Schlussfolgerungen in Frage stellen würden. Daran vermögen entgegen der
Ansicht der Beschwerdeführerin auch die Stellungnahmen des RAD nichts zu ändern.
RAD-Arzt Dr. med. J._ hatte am 5. April 2006 festgehalten, am medizinischen
Sachverhalt und dem bisher festgestellten Gesundheitsschaden der
Beschwerdeführerin dürfte sich kaum etwas geändert haben (IV-act. 129). Am 16.
November 2012 erachtete er es als möglich, dass die Schmerzproblematik unter den
Begriff des pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebilds ohne
nachweisbare (vollständige) organische Grundlage (PÄUSBONOG) fallen könnte, und
befürwortete eine Begutachtung (IV-act. 146-2). Im Jahr 2006, also lange vor
Inkrafttreten der IV-Revision 6a, war (ausserhalb der Wiedererwägung) lediglich von
Interesse, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verbessert haben
könnte; ob ein sog. PÄUSBONOG-Leiden vorliegt, war nicht von Relevanz. Insofern
war die Fragestellung, zu der sich Dr. J._ im Jahr 2012 zu äussern hatte, eine andere
als jene im Jahr 2006.
5.
5.1 Ausgehend davon, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit gemäss
dem SMAB-Gutachten nicht eingeschränkt ist, erreicht sie offenkundig keinen
rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 40%, sodass die Beschwerdegegnerin die
Rente zu Recht aufgehoben hat. Die angefochtene Verfügung ist nicht zu beanstanden
und die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Sie ist der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der von
ihr geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist anzurechnen. Bei diesem Ausgang
hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.