Decision ID: c2b546e7-f3ba-46ae-ae6b-2ad48fb03a44
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
S._, lebt seit dem 30. September 2005 in der politischen Gemeinde F._. Zusammen
mit ihrem Sohn K._, bewohnt sie eine 3,5-Zimmer-Wohnung. Nach einem Umbau
wurde der Mietzins per 1. April 2013 um CHF 170 auf CHF 1'710 erhöht und nochmals
per 1. Juli 2013 um CHF 110 auf CHF 1'820 (act. 7/5/24). Im Zeitraum vom 1. März bis
31. Dezember 2013 erhielten sie und ihr damals minderjähriger Sohn vom Sozialamt
F._ finanzielle Unterstützungsleistungen (act. 7/5/74). Mit Verfügung vom 4. Juli 2014
richtete das Sozialamt den beiden ab Juli 2014 wieder Sozialhilfeleistungen aus. Das
Sozialamt hielt in der Verfügung fest, dass sich S._ an Weisungen/Bedingungen halten
müsse. Dazu gehöre unter anderem, dass ihr im Budget vom aktuellen monatlichen
Mietzins von CHF 1'820 der Differenzbetrag von CHF 370 zum maximalen
Mietzinsansatz der politischen Gemeinde F._ als Verwandtenunterstützung abgezogen
werde. Das bedeute, es werde ein Mietzins von CHF 1'450 pro Monat angerechnet
A.a.
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(act. 7/5/59). Per 31. August 2017 stellte das Sozialamt die Unterstützungsleistungen
ein.
Am 12. Juni 2018 stellte S._ für sich und ihren Sohn erneut einen Antrag für
Sozialhilfeleistungen (act. 7/5/58). Da ihr Sohn im 2018 volljährig wurde, erstellte das
Sozialamt für die beiden je separat ein Sozialhilfebudget. Im Gesprächsprotokoll
zwischen der Sozialarbeiterin des Sozialamtes und S._ vom 28. September 2018
wurde letztere darüber informiert, dass das Sozialamt ab Unterstützungsbeginn ab
1. August 2018 die volle Miete in der Höhe von CHF 1'820 pro Monat übernehme. Per
1. November 2018 werde ihr lediglich noch der maximal anrechenbare monatliche
Mietzins gemäss den kommunalen Richtlinien von CHF 1'300 bzw. ihr Anteil von
CHF 650 pro Monat angerechnet, und sie müsse sich deshalb eine neue Wohnung
suchen. S._ zeigte sich mit dem Vorgehen nicht einverstanden. Sie gab an, dass es ihr
aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich sei, in eine andere Wohnung umzuziehen
(act. 7/5/72). Mit Verfügung vom 5. Oktober 2018 gewährte das Sozialamt S._ ab
1. August 2018 finanzielle Sozialhilfeleistungen. Das Sozialamt wies sie darauf hin, dass
sie in einer zu teuren Wohnung lebe. Gemäss den Richtlinien der politischen Gemeinde
F._ könne für einen Zwei-Personen-Haushalt höchstens ein Mietzins von CHF 1'300
pro Monat bzw. ein Mietanteil von CHF 650 angerechnet werden. Bereits in der
Vergangenheit sei nicht der effektive Mietzins berücksichtigt worden. Es sei ihr also
hinlänglich bekannt, dass sie keinen Anspruch auf Übernahme des tatsächlichen
Mietzinses habe. Daher werde ab sofort, gültig ab 1. November 2018, dieser
kommunale Höchstmietzinssatz im Sozialhilfebudget angerechnet. Die bereits
ausbezahlten zu hohen Wohnkosten für die Monate August, September und Oktober
2018 müsse sie nicht zurückerstatten. S._ wurde unter anderem die Auflage erteilt, bei
der Wohnungs-Verwaltung eine Mietzinsreduktion zu beantragen. Das entsprechende
Gesuch sei dem Sozialamt vorzulegen (act. 7/5/56).
A.b.
S._ reichte beim Stadtrat F._ Rekurs gegen die Verfügung vom 5. Oktober 2018 ein.
Sie machte im Wesentlichen geltend, dass es ihr aufgrund ihrer gesundheitlichen
Einschränkungen und des instabilen psychischen Gesundheitszustandes ihres Sohnes
nicht möglich sei, in eine günstigere Wohnung umzuziehen. Dazu verwies sie auf die
beigelegten Arztberichte (act. 7/5/66, 69 ff.). Mit Beschluss vom 18. Februar 2019 wies
der Stadtrat F._ den Rekurs ab. Er führte in seinem Beschluss im Wesentlichen aus,
dass S._ von Anfang an gewusst habe, dass ihr nicht der effektive Mietzins, sondern
nur der gemäss den kommunalen Richtlinien festgelegte Höchstansatz angerechnet
A.c.
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B.
werde. Sie habe daher nicht davon ausgehen können, dass ihr entgegen der früheren
Bemessung der Sozialhilfe künftig höhere Mietkosten angerechnet würden. Damit seien
die geltend gemachten gesundheitlichen Beschwerden für die Beurteilung nicht von
Belang. Eine Überprüfung der konkreten Umstände müsse nur dann erfolgen, wenn
das Sozialamt zunächst einen zu hohen Mietzins akzeptiert habe und dann einen
Umzug in eine billigere Wohnung verlange (act. Vorinstanz 7/5/1). Den dagegen
erhobenen Rekurs wies das Departement des Innern mit Entscheid vom 13. Februar
2020 ab (act. 7/5/18).
Am 26. Februar 2020 erhob S._ (Beschwerdeführerin) beim Verwaltungsgericht
Beschwerde gegen den Entscheid des Departements des Innern (Vorinstanz) vom
13. Februar 2020. Sie stellte den Antrag auf Aufhebung des Entscheids der Vorinstanz
und Übernahme der gesamten Wohnkosten in der Höhe von CHF 1'820 pro Monat.
Zudem beantragte sie die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, da sie nicht für
die Gerichtskosten aufkommen könne.
B.a.
Mit Schreiben vom 28. Februar 2020 hiess der Abteilungspräsident des
Verwaltungsgerichts die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne der Befreiung von
Gerichtskosten gut.
B.b.
Die Vorinstanz schloss in ihrer Vernehmlassung vom 19. März 2020 auf Abweisung der
Beschwerde und verwies im Wesentlichen auf die Ausführungen im angefochtenen
Entscheid. Mit den zusätzlich beigebrachten Unterlagen und den vorgebrachten
Argumenten vermöge die Beschwerdeführerin die Zumutbarkeit, in einer den
Mietzinsrichtlinien für einen Zweipersonen-Haushalt entsprechenden Wohnung leben
zu können, nicht zu entkräften. Die politische Gemeinde F._ (Beschwerdegegnerin),
vertreten durch den Stadtrat, stellte in ihrer Eingabe vom 2. April 2020 ebenfalls den
Antrag auf Abweisung der Beschwerde.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die

Akten wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.
B.c.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeführerin
ist als Adressatin des angefochtenen Entscheides zur Ergreifung des Rechtsmittels
legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde gegen den
Entscheid der Vorinstanz wurde mit Eingabe vom 26. Februar 2020 rechtzeitig erhoben
und erfüllt formal und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung
mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
Es wird ein separates Beschwerdeverfahren B 2020/32 für den Sohn der
Beschwerdeführerin geführt. Streitgegenstand bildet wie im vorliegenden Verfahren die
Höhe der anrechenbaren Mietkosten im Sozialhilfebudget. Im Verfahren des Sohnes ist
allerdings nur der Zeitraum von September bis November 2018 strittig. Ab dem
Zeitpunkt der Volljährigkeit des Sohnes gelten seine Mutter und er jedoch je als eine
eigene Unterstützungseinheit, weshalb sowohl das Rekurs- als auch das
Beschwerdeverfahren separat geführt wurden bzw. werden.
2.
bis
Nach Art. 2 Abs. 1 des Sozialhilfegesetzes (sGS 381.1, SHG) bezweckt persönliche
Sozialhilfe, der Hilfebedürftigkeit vorzubeugen, deren Folgen nach Möglichkeit zu
beseitigen oder zu mildern und die Selbsthilfe der Hilfebedürftigen zu fördern. Wer für
seinen Lebensunterhalt nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln
aufkommen kann, hat Anspruch auf finanzielle Sozialhilfe (Art. 9 SHG). Diese umfasst
Geld- und Naturalleistungen sowie Kostengutsprachen (Art. 10 Abs. 2 SHG). Die
finanzielle Sozialhilfe deckt das soziale Existenzminimum unter Berücksichtigung der
Lebenssituation der hilfebedürftigen Person. Sie wird so bemessen, dass die
hilfebedürftige Person die laufenden Bedürfnisse für den Lebensunterhalt aus eigenen
Mitteln decken kann (Art. 11 Abs. 1 SHG). Zur materiellen Grundsicherung gehören der
Grundbedarf für den Lebensunterhalt, die Wohnkosten und die medizinische
Grundversorgung. Es sind die effektiven Mietkosten samt den mietrechtlich
anerkannten Nebenkosten zu übernehmen (G. Wizent, Sozialhilferecht, Zürich/
St. Gallen 2020, Rz. 497). Allerdings besteht kein Anspruch auf eine beliebige
Wohnung/Unterkunft. Anzurechnen ist der Wohnungsmietzins, soweit dieser im
ortsüblichen Rahmen ist. Angesichts des regional und kommunal unterschiedlichen
2.1.
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Mietzinsniveaus wird empfohlen, nach Haushaltgrösse abgestufte Obergrenzen für die
Wohnkosten festzulegen, die periodisch überprüft werden (vgl. G. Wizent, a.a.O., Rz.
499 ff., BGer 8D_1/2015 vom 31. August 2015 E. 5.3.2, SKOS-Richtlinien, Kapitel B.
3-1). Die erlassenen Mietzinsrichtlinien dürfen jedoch nicht dazu dienen, den Zu- oder
Wegzug von wirtschaftlich schwachen Personen zu steuern. Entsprechend ist auf eine
fachlich begründete Berechnungsmethode abzustellen, die gestützt auf Daten des
lokalen und aktuellen Wohnungsangebotes angewendet wird. Bis zur definierten
Obergrenze sind die Kosten zu übernehmen (SKOS-Richtlinien, Kapitel B.3-1). In der
für den Kanton St. Gallen massgebenden KOS-Praxishilfe wurde die Empfehlung
abgegeben, Richtlinien über die ortsüblichen Wohnungskosten abgestuft auf Ein- und
Mehrpersonenhaushalte zu erlassen und die Höchstansätze für die verschiedenen
Haushaltsgrössen gestützt auf den Wohnungsmarkt bzw. das Mietzinsniveau in der
Gemeinde festzulegen. Die Mietzins-Höchstansätze (inkl. Nebenkosten) sollen sich in
folgendem Rahmen bewegen: Einpersonenhaushalt CHF 700 bis 900,
Zweipersonenhaushalt CHF 900 bis CHF 1'100 und Dreipersonenhaushalt CHF 1'100
bis CHF 1'300 (KOS-Praxishilfe, Kapitel B.3.1). Die politische Gemeinde F._ setzte für
einen Zweipersonenhaushalt als Mietzinsrichtwert einen maximalen monatlichen Betrag
von CHF 1'300, also CHF 650 pro Person, fest (www. ... unter: Politik und Verwaltung/
Publikationen/Merkblatt Sozialhilfe Wohnkosten und Grundbedarf). Die Einhaltung der
kommunalen Mietzinsmaxima dient primär der Gleichstellung aller Personen, die
Sozialhilfe empfangen (Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich VB.
2019.00531 vom 31. Oktober 2019 E. 2.3).
Richtlinien wenden sich an die Durchführungsstellen und sind für das Gericht nicht
verbindlich. Diese soll es bei seiner Entscheidung aber berücksichtigen, sofern sie eine
dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren
gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Ein Gericht soll daher nicht ohne triftigen Grund
von Richtlinien abweichen, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der
rechtlichen Vorgaben darstellen (BGE 133 V 587 E. 6.1, BGer 8D_1/2015 vom
31. August 2015 E. 5.3.3).
Nach Art. 12b Abs. 1 SHG kann die Ausrichtung der finanziellen Sozialhilfe mit
Bedingungen und Auflagen verbunden werden, die sich auf die zweckmässige
Verwendung der Leistungen beziehen (lit. a) oder geeignet sind, die Hilfebedürftigkeit
zu beseitigen oder zu mildern (lit. b). Unzulässig sind allerdings unverhältnismässige
oder sachfremde Auflagen oder Bedingungen, welche sich nicht auf die
Sozialhilfegesetzgebung abstützen und nicht fürsorgerischen Zwecken dienen bzw.
2.2.
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nicht geeignet sind, die konkrete Situation im Hinblick auf eine Ablösung von der
Sozialhilfe zu verbessern. Mit den Nebenbestimmungen soll ein aus der Sicht der
Sozialhilfebehörde erwünschtes Verhalten der unterstützten Person erreicht werden
(vgl. VerwGE B 2019/117 vom 18. Dezember 2019 E. 3.4, B 2015/110 und B 2015/120
vom 7. Februar 2018 E. 2.4 und E. 2.5.1, B 2015/134 vom 27. September 2016
E. 2.3.1; F. Wolffers, Grundriss des Sozialhilferechts, 2. Aufl. 1999, S. 111 f., U. Vogel,
Rechtsbeziehungen: Rechte und Pflichten der unterstützten Person und der Organe
der Sozialhilfe, in: C. Häfeli [Hrsg.], a.a.O., S. 183 f.; vgl. auch BGE 131 I 166 E. 4.4 f.).
Das heisst, die Weisung muss geeignet sein, das im öffentlichen Interesse angestrebte
Ziel zu erreichen (Zwecktauglichkeit der Massnahme), sie muss im Hinblick auf das im
öffentlichen Interesse angestrebte Ziel erforderlich (Notwendigkeit des
geringstmöglichen Eingriffes) und schliesslich zumutbar sein, das heisst, in einem
vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen stehen, die den Privaten auferlegt werden,
und durch ein das private Interesse überwiegendes öffentliches Interesse gerechtfertigt
sein. In Bezug auf die Wohnkosten bedeutet dies, dass bei stark überhöhten
Mietzinsen höhere Anforderungen an die Gründe, die gegen den Wohnungswechsel
sprechen, zu stellen sind (vgl. Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht,
7. Aufl. 2016, Rz. 514 ff., 522, 527 ff., 555 ff.; Urteile des Verwaltungsgerichts des
Kantons Zürich VB.2019.00531 vom 31. Oktober 2019 E. 2.4 und VB.2018.00305 vom
13. September 2018 E. 2.2).
Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist eine Auflage, sich eine den kommunalen
Mietzinsrichtlinien entsprechende Wohnung zu suchen, zulässig. Überhöhte
Wohnkosten sind nur so lange zu übernehmen, bis eine zumutbare günstigere Lösung
zur Verfügung steht, wobei die Sozialhilfeorgane die Aufgabe haben, die
Sozialhilfebezüger bei der Suche nach günstigem Wohnraum aktiv zu unterstützen
(BGer 8D_1/2015 vom 31. August 2015 E. 5.3.4, 8C_805/2014 vom 27. Februar 2015
E. 4.1). Bevor der Umzug in eine günstigere Wohnung verlangt wird, ist die Situation im
Einzelnen genau zu prüfen. Insbesondere sind die folgenden Punkte bei einem
Entscheid zu berücksichtigen: Die Grösse und Zusammensetzung der Familie, die
allfällige Verwurzelung an einem bestimmten Ort, das Alter und die Gesundheit der
betroffenen Person sowie der Grad der sozialen Integration (BGer 8C_302/2018 vom
15. März 2019 E. 3.1.1, C. Hänzi, Leistungen der Sozialhilfe in den Kantonen, in:
C. Häfeli [Hrsg.], Das Schweizerische Sozialhilferecht, Luzern 2008, S. 122, Wizent,
a.a.O., Rz. 503, SKOS-Richtlinien, Kapitel B.3-2). Weigert sich die Person, trotz
Vorliegens zumutbarer Umstände eine günstigere Wohnung zu suchen oder in eine
effektiv verfügbare und zumutbare günstigere Wohnung umzuziehen, dann dürfen die
2.3.
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anrechenbaren Wohnkosten auf jenen Betrag reduziert werden, der für die günstigere
Wohnung aufzuwenden wäre (vgl. C. Hänzi, a.a.O., S. 122, SKOS-Richtlinien, Kapitel B.
3-3: Missachten der Auflage).
Von dieser Situation zu unterscheiden ist jener Fall, in dem eine hilfsbedürftige Person
bereits wirtschaftliche Hilfe bezieht und eigenmächtig und freiwillig eine für sie
zumutbare Wohnung verlässt, um in eine andere teurere Unterkunft einzuziehen. Unter
diesen Umständen ist somit grundsätzlich nicht zu beanstanden, wenn das Sozialamt
den Unterstützungsbetrag um die Differenz zwischen der aktuell bewohnten teureren
Wohnung und der zuletzt bewohnten günstigeren und zumutbaren Unterkunft nicht
erhöht. Die Einhaltung des für eine Kürzung vorgesehenen Verfahrens ist deshalb für
die Ablehnung eines Gesuchs um Übernahme der teureren Mietkosten nicht
gesetzliche Voraussetzung. Denn ein solches Handeln der hilfsbedürftigen Person ist
als rechtsmissbräuchlich einzustufen (vgl. VerwGE B 2007/154 vom 5. November 2007
E. 3.3, Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich VB.2018.00547 vom
27. November 2018 E. 2.3.4 und VB.2005.00020 vom 6. April 2005 E. 3.2, bestätigt
durch BGer 2P.143/2005 vom 3. Juni 2005 E. 2.2.1). Demgegenüber kann nach einem
längeren Unterbruch der Sozialhilfe bei erneuter Unterstützung nicht ohne Weiteres an
eine alte Weisung angeknüpft und eine sofortige Kürzung der Wohnkosten
vorgenommen werden. Vielmehr ist zu berücksichtigen, welche Anordnungen das
Sozialamt bezüglich der Wohnkosten während der Dauer der früheren Unterstützung
getroffen hat (C. Hänzi, a.a.O., S. 124, Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons
Zürich VB.2002.00127 vom 4. Juni 2002 E. 3a).
2.4.
Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, dass das Sozialamt der Beschwerdeführerin
nicht mittels formeller Verfügung die Auflage erteilt habe, eine den Mietzinsrichtlinien
entsprechende Wohnung zu suchen, sondern lediglich bei der Vermieterin um
Herabsetzung des deutlich zu hohen Mietzinses zu ersuchen. Der Beschwerdeführerin
sei jedoch bereits aus früherer Unterstützung bekannt gewesen, dass das Sozialamt
die Mietkosten nur bis zur Maximalhöhe der kommunalen Richtlinien übernehme. Bei
einer durchgehenden Unterstützung wären bei der Unterstützungsberechnung denn
auch nicht vorübergehend die tatsächlichen Mietkosten berücksichtigt worden. Bereits
vor Verfügungserlass habe die Beschwerdeführerin im Sinn eines neuen Sachverhalts
die Unzumutbarkeit des Umzugs aus gesundheitlichen Gründen sowohl für sich selbst
als auch für ihren Sohn geltend gemacht. Die Beschwerdegegnerin habe ihr die
Möglichkeit gewährt, dies mittels fachärztlicher Atteste zu belegen. Daher sei die
2.5.
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Zumutbarkeit eines Wohnungswechsels zu prüfen. Auf dem Wohnungsmarkt in der
politischen Gemeinde der Beschwerdegegnerin seien einzelne Dreizimmer-
Wohnungen, welche dem geltenden Höchstmietzinssatz der Beschwerdegegnerin
entsprächen, vorhanden. Die Beschwerdeführerin vermöge mit den eingereichten
medizinischen Dokumenten die Unzumutbarkeit eines Umzugs nicht zu belegen. Dem
vom Hausarzt erstellten ärztlichen Zeugnis, gemäss welchem der Sohn aufgrund seiner
gesundheitlichen Situation auf die Beibehaltung der Wohnsituation bei seiner Mutter in
der Wohnung in Jona angewiesen sei, komme kein Beweiswert zu, da eine
nachvollziehbare Begründung fehle. Es sei vielmehr als Parteivorbringen zu werten. Aus
dem Umstand, dass die Eltern im gleichen Mehrfamilienhaus lebten und sie bei der
Betreuung des Sohnes unterstützen könnten, könne die Beschwerdeführerin ebenso
wenig ableiten, wie aus dem Argument, dass die Hausarztpraxis in fünf Gehminuten zu
erreichen sei. Die Beschwerdegegnerin habe bei den Wohnkosten den gemäss
kommunalen Mietzinsrichtlinien maximal anrechenbaren hälftigen Anteil eines
Zweipersonen-Haushalts im Sozialhilfebudget berücksichtigen dürfen.
Dagegen wendet die Beschwerdeführerin ein, dass bevor ein Umzug verlangt werden
könne, die Situation im Einzelfall zu prüfen sei. Dabei sei auch die Gesundheit der
betroffenen Person zu berücksichtigen. Für ihren Sohn sei ein stabiles Umfeld – und
damit sei auch die Wohnsituation gemeint – sehr wichtig. Bei Bedarf stelle sie gerne
ihre Akte der Invalidenversicherung (IV) und diejenige ihres Sohnes zu. Ihrem Sohn
gehe es auch dank der stabilen Wohn- und Lebenssituation so gut, dass er seit
Februar 2020 an einer beruflichen IV-Massnahme teilnehme. Im April und Juni 2019
habe sie sich wegen Unfallfolgen am Daumen rechts sowie der Schulter links operieren
lassen müssen. Sie sei immer noch zu 100% krankgeschrieben und es würden weitere
medizinische Untersuchungen folgen, auch im psychiatrischen Bereich. Sie erhalte seit
2011 eine halbe IV-Rente. Da sich ihre gesundheitliche Situation allerdings stark
verschlechtert habe, werde sie bei der IV-Stelle um Revision bitten. Ihr Knie sei unter
Belastung sehr schmerzhaft, ihr Daumen sei seit der Operation eingeschränkt und auch
ihre im Juni 2019 operierte Schulter sei noch nicht ausgeheilt. Sie könne nur unter
Schmerzen Lasten heben. Es sei sehr wichtig, dass sie weiterhin in der stabilen
Wohnsituation bleiben könnten, da sie nach ihrer Operation, aber auch wegen ihres
Sohnes auf die Hilfe ihrer Eltern angewiesen sei. Den Antrag auf Mietzinsreduktion
habe sie der Vermieterin vorgelegt, diese habe allerdings abgelehnt. Dieses Schreiben
habe sie der Beschwerdegegnerin weitergeleitet.
Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin seit ihrem Zuzug in die Gemeinde F._ in
2.6.
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derselben 3,5-Zimmerwohnung – in einer gemäss Kenntnis des Gerichts gehobenen
Wohngegend – zusammen mit ihrem Sohn in einem Zweipersonen-Haushalt lebt. Ab
Volljährigkeit des Sohnes der Beschwerdeführerin bilden sie und ihr Sohn je eine
eigene Unterstützungseinheit (vgl. Verfahren B 2020/32). Der monatliche Mietzins für
die Wohnung beträgt CHF 1'820 (Erhöhung nach Umbau per 1. April 2013 um CHF 170
auf CHF 1'710 und per 1. Juli 2013 auf CHF 1'820, act. 7/5/24 ff.). Gemäss den
aktuellen Richtlinien der politischen Gemeinde F._ wurde der Mietzinsrichtwert für
einen Zweipersonen-Haushalt auf einen maximalen Betrag von CHF 1'300 pro Monat,
also CHF 650 pro Person, festgesetzt. Die Beschwerdeführerin lebt damit in einer
Wohnung mit einem monatlichen Mietzins, welcher über dem für das Sozialhilfebudget
massgebenden kommunalen Höchstmietzins liegt. Streitgegenstand bildet vorliegend
die Höhe der anzurechnenden Mietkosten im Sozialhilfebudget.
Die Beschwerdeführerin bezog bereits vom 1. März bis 31. Dezember 2013 für sich und
ihren Sohn finanzielle Sozialhilfeleistungen. Den Akten ist weder eine Verfügung noch
die Berechnung des Sozialhilfebudgets für diesen Zeitraum zu entnehmen. In einer
internen Notiz vom 15. November 2012 anlässlich des Erstgesprächs sowie weiteren
Notizen vom 6. März und 4. April 2013 wurde festgehalten, dass die Wohnung zu teuer
und der tatsächliche Mietzins lediglich bis zum nächsten Kündigungstermin zu
übernehmen sei. Ab August 2013 werde der Höchstansatz für den Mietzins gemäss
den Richtlinien der Gemeinde von CHF 1'450 pro Monat im Budget angerechnet (act.
7/5/74). Nach der Wiederanmeldung im Mai 2014 wurden am 27. Mai sowie 26. Juni
2014 wiederum interne Notizen über die überhöhte Wohnungsmiete erstellt: Die
Wohnung sei (immer noch) zu teuer. Die Beschwerdeführerin könne in der Wohnung
bleiben. Das Sozialamt zahle weiterhin den Betrag von CHF 1'450 pro Monat; die Eltern
würden die Differenz bezahlen (act. 7/5/74). Mit Schreiben vom 27. Juni 2014 bat die
Beschwerdeführerin das Sozialamt, von einem Wohnungswechsel abzusehen. Ein
solcher wäre für ihren Sohn aus gesundheitlichen Gründen sehr belastend und er solle
nicht aus seinem bestehenden Beziehungsfeld herausgerissen werden (act. 7/5/62).
Das Sozialamt erliess am 4. Juli 2014 eine Verfügung betreffend Ausrichtung
finanzieller Sozialhilfe. Im Sachverhalt führte es aus, dass der Mietzins nach Umbau der
Wohnung angepasst worden sei und neu CHF 1'820 pro Monat betrage, das heisse
CHF 370 mehr als der maximale Mietzinsansatz gemäss den Richtlinien. Die
Beschwerdeführerin wurde im Rahmen von Weisungen/Bedingungen unter anderem
darauf hingewiesen, dass ihr im Budget vom aktuellen monatlichen Mietzins von
CHF 1'820 der Differenzbetrag von CHF 370 zum maximalen Mietzinsansatz der
politischen Gemeinde F._ als Verwandtenunterstützung abgezogen werde. Das
2.7.
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bedeute, es werde ein Mietzins von CHF 1'450 pro Monat angerechnet. Eine
schriftliche Bestätigung der Eltern betreffend Übernahme des monatlichen
Differenzbetrags von CHF 370 liege vor (act. 7/5/60). Nach Leistungseinstellung per
31. August 2017 meldete sich die Beschwerdeführerin im Juni 2018 erneut zum Bezug
von Sozialhilfeleistungen an (act. 7/5/58). Am 9. August 2018 fand ein Gespräch
zwischen der Beschwerdeführerin und der zuständigen Sozialarbeiterin statt. Dabei
informierte diese die Beschwerdeführerin unter anderem darüber, dass die monatliche
Miete von CHF 1'820 für sechs Monate übernommen werde, sie aber eine andere
Wohnung suchen müssen (act. 7/5/74 S. 14). Die Beschwerdegegnerin bat mit
Schreiben vom 10. August 2018 sinngemäss um Erlass einer anfechtbaren Verfügung.
Sie sei nicht damit einverstanden, dass sie eine günstigere Wohnung suchen müsse.
Es sei sowohl ihr als auch ihrem Sohn aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich
umzuziehen. Des Weiteren sei sie auf die Hilfe ihrer Eltern, welche in der Nähe wohnen
würden, angewiesen (act. 7/5/71). Am 28. September 2018 fand im Rahmen der
Gewährung des rechtlichen Gehörs vor Verfügungserlass ein Gespräch zwischen der
zuständigen Sozialarbeiterin und der Beschwerdeführerin statt. Dabei hielt die
Sozialarbeiterin unter anderem fest, dass das Sozialhilfebudget aufgrund der
veränderten Situation (neue Mietzinsrichtlinien und Gesundheitssituation) nochmals
abgeklärt worden sei. Man sei zum Schluss gekommen, dass es nicht gerechtfertigt
sei, zunächst den höheren Mietzins anzurechnen. Der Beschwerdeführerin sei bekannt
gewesen, dass lediglich der Mietzins im Rahmen der kommunalen Richtlinien
übernommen werden könne, wie dies bereits in der Vergangenheit der Fall gewesen
sei. Zwar seien die Ansätze in der Zwischenzeit angepasst worden, da sie aber bereits
in der Vergangenheit auf den zu hohen Mietzins hingewiesen worden sei, könne nicht
die volle Miete von CHF 1'820 pro Monat angerechnet werden (act. 7/5/72). Mit
Verfügung vom 5. Oktober 2018 sprach das Sozialamt der Beschwerdeführerin ab
1. August 2018 finanzielle Sozialhilfe zu. Es hielt unter anderem fest, dass die
Beschwerdeführerin in einer zu teuren Wohnung lebe. Gemäss den kommunalen
Richtlinien könne für einen Zwei-Personen-Haushalt höchstens ein Mietzins von
CHF 1'300 pro Monat bzw. ein Mietanteil von CHF 650 angerechnet werden. Bereits in
der Vergangenheit sei nicht der effektive Mietzins berücksichtigt worden. Es sei ihr also
hinlänglich bekannt, dass im Falle einer überteuerten Wohnung nicht der tatsächliche
Mietzins angerechnet werden könne. Per 1. November 2018 werde ihr lediglich noch
der maximal anrechenbare monatliche Mietzins gemäss den kommunalen Richtlinien
von CHF 1'300 bzw. ihr Anteil von CHF 650 pro Monat angerechnet und sie müsse sich
deshalb eine neue Wohnung suchen. Die bereits ausbezahlten zu hohen Wohnkosten
für die Monate August, September und Oktober 2018 müsse sie nicht zurückerstatten.
Gestützt auf Art. 12b SHG erteilte das Sozialamt der Beschwerdeführerin unter
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anderem die Auflage, bei der Wohnungs-Verwaltung eine Mietzinsreduktion zu
beantragen. Das entsprechende Gesuch sei dem Sozialamt vorzulegen (act. 7/5/56).
Bei der Zusprache der finanziellen Sozialhilfe im Juli 2014 ist der Verfügung weder im
Sachverhalt ein Hinweis noch im Beschluss in Form einer Auflage die Aufforderung zu
entnehmen, dass die Beschwerdeführerin in eine den Mietzinsrichtlinien entsprechende
Wohnung ziehen muss. Auch wurde trotz des Schreibens der Beschwerdeführerin vom
27. Juni 2014, in welchem sie auf die Unmöglichkeit eines Umzugs aus
gesundheitlichen Gründen aufmerksam machte, keine Prüfung dieser Situation im
Einzelfall vorgenommen. Allerdings wurde der Beschwerdeführerin im Sozialhilfebudget
lediglich der Mietzinshöchstansatz gemäss den kommunalen Richtlinien und nicht der
tatsächliche Mietzins angerechnet. Daraus kann sinngemäss die Aufforderung, in eine
dem Mietzinshöchstansatz entsprechende Wohnung umzuziehen, abgeleitet werden.
Selbst wenn dies jedoch der Fall wäre, könnte bei der Wiederaufnahme der finanziellen
Unterstützungsleistungen im Juni 2018 nicht ohne Weiteres an alte Begebenheiten
angeknüpft werden. Insbesondere im vorliegenden Fall, da sich in der Zwischenzeit die
Verhältnisse geändert hatten. Einerseits wurden die kommunalen Richtlinien bezüglich
des Mietzinsansatzes auf CHF 1'300 anstatt vorher CHF 1'450 (letztes in den Akten
enthaltenes Sozialhilfebudget vom 19. Dezember 2016, gültig ab 1. Januar 2017, act.
7/5/60) angepasst (Gesprächsnotiz vom 28. September 2018, act. 7/5/72). Selbst wenn
die Beschwerdeführerin also während des erstmaligen Sozialhilfebezugs bis zur
Wiederanmeldung in eine dem damaligen Mietzinshöchstansatz entsprechende
Wohnung gezogen wäre, hätte die Möglichkeit bestanden, dass sie zum Zeitpunkt der
Wiederanmeldung aufgrund des angepassten tieferen Mietzinshöchstansatzes aber
nach wie vor in einer zu teuren Wohnung gelebt hätte. Andererseits wies die
Beschwerdeführerin in ihrem Schreiben vom 10. August 2018 erneut auf aktuelle
gesundheitliche Probleme hin, welche einen Umzug unmöglich machen würden.
Grundsätzlich bemerkte die Beschwerdegegnerin diese veränderten Verhältnisse, wie
der Gesprächsnotiz vom 28. September 2018 entnommen werden kann (act. 7/5/72). In
der Verfügung vom 5. Oktober 2018 sah das Sozialamt allerdings erneut davon ab,
sowohl die Zumutbarkeit eines Wohnungswechsels zu prüfen als auch die
Beschwerdeführerin in Form einer Auflage aufzufordern, in eine günstigere Wohnung
umzuziehen und ihr eine Kürzung der Anrechnung des Mietzinses anzudrohen. Die
Auflage hinsichtlich der Wohnkosten lautete einzig, bei der Wohnungs-Verwaltung eine
Mietzinsreduktion zu beantragen und das entsprechende Gesuch vorzulegen (act.
7/5/56: C. Entscheid Ziff. 2d). Dieser Auflage kam die Beschwerdeführerin nach.
Gemäss dem Schreiben vom 5. April 2019 ist die Vermieterin aus diversen Gründen
2.8.
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nicht bereit, der Beschwerdeführerin eine Mietzinsreduktion zu gewähren (act. 3.9).
Dieses Schreiben bzw. damit die Erfüllung dieser Auflage hat in Bezug auf einen
zumutbaren Wohnungswechsel jedoch keine Bedeutung.
Wenn das Sozialamt – wie im vorliegenden Fall – zum Schluss gelangt, dass die
Mietkosten in der individuellen Situation überhöht sind, hat es – wie bereits unter E 2.2
ausgeführt – zu prüfen, ob im Einzelfall ein Umzug in eine günstigere Wohnung
zumutbar ist (massgebende Punkte: Grösse und Zusammensetzung der Familie, die
allfällige Verwurzelung an einem bestimmten Ort, das Alter und die Gesundheit der
betroffenen Person sowie der Grad der sozialen Integration, vgl. SKOS-Richtlinien,
Kapitel B.3-2, KOS-Praxishilfe, Kapitel B.3, S. 64) und überhaupt freie, dem
Mietzinshöchstansatz entsprechende Wohnungen auf dem Wohnungsmarkt vorhanden
sind. Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich in den einschlägigen Suchportalen zumindest
ein Wohnobjekt finden, welches die vorliegenden Kriterien (Miete bis CHF 1'300 und
mindestens drei Zimmer) erfüllen würde. Wenn es einen Wohnungswechsel für
zumutbar hält, hat es die betroffene Person gestützt auf Art. 12b Abs. 1 SHG mittels
Auflage aufzufordern, sich innert angemessener Frist eine günstigere Wohnung zu
suchen mit der Androhung der Kürzung des Mietzinses. Wie in der vorgängigen
Erwägung ausgeführt, erteilte das Sozialamt der Beschwerdeführerin im vorliegenden
Fall weder im Rahmen der erstmaligen Zusprache noch bei der Wiederanmeldung eine
solche Auflage.
2.9.
Von diesem Verfahren bzw. auf eine Übergangsfrist zur Anrechnung des Mietzinses
gemäss den kommunalen Richtlinien anstelle des überhöhten Mietzinses kann
indessen verzichtet werden, wenn sich die betroffene Person rechtsmissbräuchlich
verhalten hat (vgl. Wizent, a.a.O., Rz. 502, Beispiel siehe E. 2.4). In diesem Sinne vertritt
die Beschwerdegegnerin die Ansicht, es habe von Anfang an keine Anrechnung des
überhöhten Mietzinses zu erfolgen, wenn die betroffene Person bereits in der
Vergangenheit durch die Sozialhilfe unterstützt worden sei. Die Beschwerdeführerin
habe Kenntnis davon gehabt, dass die Wohnkosten lediglich im Rahmen der jeweiligen
Mietzinsrichtlinien übernommen werden können. Zwar ist unbestritten, dass die
Beschwerdeführerin bereits früher Sozialhilfe bezog und das Sozialamt ihr damals den
Mietzins gemäss dem Höchstansatz der dazumal geltenden kommunalen Richtlinien im
Sozialhilfebudget anrechnete. Jedoch kann die Beschwerdegegnerin daraus nichts zu
ihren Gunsten ableiten. Denn sie übersieht, dass vor einer Reduktion der Wohnkosten
eine Auflage zur Wohnungssuche in schriftlicher Form zu ergehen hat. Interne Notizen,
2.10.
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3.
Bei diesem Ergebnis kann auch offenbleiben, ob der Beschwerdeführerin ein
Wohnungswechsel trotz gesundheitlicher Beschwerden oder anderer Gründe zumutbar
ist. Eine solche Prüfung hat das Sozialamt vor Erlass der Auflage vorzunehmen. Es
bleibt darauf hinzuweisen, dass die Arbeits(un)fähigkeit einer Person nur bedingt
Einfluss auf die Frage hat, ob ihr ein Wohnungswechsel zugemutet werden kann.
Massgebend ist, weshalb ein Verbleiben in der bisherigen Wohnung aus medizinischen
Gründen notwendig oder sie aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht in der Lage
wäre, eine neue Wohnung zu suchen (vgl. BGer 8C_805/2014 vom 27. Februar 2015
E. 4.4, Urteil des Verwaltungsgerichts Zürich VB.2015.00204 vom 11. Juni 2015 E. 4.2).
Denn bedürftige Personen müssen unter Umständen gewisse Härten – beispielsweise
ein Herausreissen aus der gewohnten Umgebung – und auch Einschränkungen in der
Lebensqualität in Kauf nehmen (vgl. Wizent, a.a.O., Rz. 503).
4.
Zusammengefasst steht fest, dass die Beschwerdeführerin gemessen am
massgebenden kommunalen Höchstmietzins in einer zu teuren Wohnung lebt. Dem
Sozialamt steht es demzufolge nach Prüfung der Zumutbarkeit eines
Wohnungswechsels frei, die Beschwerdeführerin mittels einer Auflage nach Art. 12b
Abs. 1 SHG schriftlich aufzufordern, sich innert einer angemessenen Frist eine
welchen zu entnehmen ist, dass die zuständige Sachbearbeiterin die
Beschwerdeführerin in Gesprächen auf den Umstand der zu teuren Wohnung und die
damit verbundene notwendige Wohnungssuche hinwies, genügen dafür nicht. Dabei
steht nicht nur das formell korrekte Verfahren im Vordergrund, sondern es geht schlicht
darum, der Beschwerdeführerin die Möglichkeit zur Einhaltung der Kündigungsfrist und
zur Suche einer neuen Wohnung einzuräumen. Offenbleiben kann vorliegend aufgrund
der fehlenden Auflage, ob der Unterbruch der Sozialhilfe lange genug gewesen wäre,
um überhaupt an eine alte Auflage anknüpfen zu können (vgl. C. Hänzi, a.a.O., S. 124).
Jedenfalls kann der Beschwerdeführerin kein offensichtlich treuwidriges Verhalten
vorgeworfen werden, wenn sie weder während ihres früheren Sozialhilfebezugs noch
nach deren Einstellung in der bisherigen Wohnung blieb und sich keine günstigere
Wohnung suchte. Auch zeigte das Sozialamt keine gangbaren Alternativen für
Wohnungen auf. Denn bei Ablehnung dieser Alternativen durch die Beschwerdeführerin
könnte dieses Verhalten ebenfalls als rechtsmissbräuchlich eingestuft werden. Folglich
durfte das Sozialamt ohne Gewähren einer angemessenen Frist zur Suche einer
günstigeren Wohnung nicht bereits mit Verfügungserlass lediglich den Mietzins gemäss
den kommunalen Richtlinien und damit nicht den tatsächlichen Mietzins der
Beschwerdeführerin im Sozialhilfebudget anrechnen.
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günstigere Wohnung zu suchen und eine entsprechende Kürzung des Mietzinses
anzudrohen. Nach Ablauf der Frist können die Wohnkosten für die günstigere
Wohnung, allerhöchstens jedoch die Kosten gemäss den kommunalen Richtlinien,
angerechnet werden. Findet die unterstützte Person während der gesetzten Frist
jedoch keine günstigere Wohnung, kann aber mittels Belegen nachweisen, dass sie
sich erfolglos bemüht hat, so ist die Reduktion der Wohnkosten nicht zulässig. Wenn
die Person keine entsprechenden Suchbemühungen vorweisen kann, können nach
Ablauf der Frist die übernommenen Wohnkosten angemessen gekürzt werden (VerwGE
B 2019/117 vom 18. Dezember 2019 E. 3.4, Urteil des Verwaltungsgerichts des
Kantons Zürich VB.2019.00531 vom 31. Oktober 2019 E. 2.5, VB.2018.00547 vom
27. November 2018 E. 2.3.3). Mangels begründeter Rüge der Beschwerdeführerin kann
offenbleiben, ob die Höhe der festgesetzten kommunalen Höchstmietzinsansätze als
angemessen bezeichnet werden kann. Grundsätzlich müssen die Obergrenzen
nachvollziehbar und derart angesetzt sein, dass eine realistische Chance besteht,
entsprechenden Wohnraum in der betreffenden Gemeinde zu finden (Wizent, a.a.O.,
Rz. 500). Bei den Mietzinsrichtlinien ist auf eine fachlich begründete
Berechnungsmethode abzustellen, die gestützt auf die Daten des lokalen und aktuellen
Wohnungsangebots angewendet wird (SKOS-Richtlinien, Kapitel B.3, Wizent, a.a.O.,
Rz. 361 und 500). In Bezug auf die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten
gesundheitlichen Einschränkungen beim Lastentragen beim Umzug ist zu ergänzen,
dass das Sozialamt im Rahmen von situationsbedingten Leistungen, welche ihre
Ursache in der besonderen gesundheitlichen, wirtschaftlichen oder familiären Lage der
unterstützten Person haben, allfällige Umzugskosten übernehmen könnte (vgl. SKOS-
Richtlinien, Kapitel C.1.5). Die Beschwerde ist folglich gutzuheissen und der
angefochtene Entscheid vom 13. Februar 2020 aufzuheben.
5.
Aufgrund des Obsiegens der Beschwerdeführerin sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens von der Beschwerdegegnerin zu tragen (vgl. Art. 95 Abs. 1
VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 1'000 erscheint angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 222
der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Auf die Erhebung ist aufgrund der
überwiegend finanziellen Interessen nicht zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
5.1.
Bei Gutheissung eines Rechtsmittels ist zugleich von Amtes wegen über die amtlichen
Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens zu entscheiden. In der Regel erfolgt die
entsprechende Kostenverlegung in Bezug auf die Beteiligten und deren Anteile analog
5.2.
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