Decision ID: 02886209-5df4-5987-a9bc-313fa66ad0ae
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 13. Oktober 2016 bei der Invalidenversicherung (IV) zum
Leistungsbezug (berufliche Massnahmen / Rente) an (IV-act. 52; Aktenverweise hier
und im Folgenden gemäss Nummerierung der von der SVA im Verfahren IV 2018/57
eingereichten Akten). Gestützt auf ein Schreiben seiner Arbeitgeberin vom 26.
September 2016, wonach er mit seinem aktuellen 70%-Pensum psychisch an die
Grenzen stosse und dieses aus gesundheitlichen Gründen keinesfalls erhöht werden
könne (IV-act. 55), machte er eine Arbeitsunfähigkeit von 30% geltend (IV-act. 52-4).
Zuvor waren ihm verschiedentlich Leistungen im Zusammenhang mit einer
Hörgeräteversorgung zugesprochen worden (Verfügungen vom 10. Juli 1997, IV-act. 6,
vom 14. Juli 2003, IV-act. 20, und vom 21. Juli 2014, IV-act. 49).
A.b Med.pract. B._, Praktischer Arzt, führte als Diagnose mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit "Beziehungsproblem mit Partner/Partnerin (ICD 10: Z12), Problem
durch Verhalten des Partners (ICD-10: Z13)" an. Als Magaziner sei der Versicherte vom
12. bis 15. Februar 2016 zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Belastbarkeit,
Konzentrationsfähigkeit und Antriebsschwäche schränkten die Arbeitsfähigkeit
zeitweilig ein (Arztberichte vom 14. Oktober 2016, IV-act. 57, und vom 7. November
2016, IV-act. 68). RAD-Ärztin Dr.med. C._, Fachärztin für Allgemeine Medizin, nahm
am 14. November 2016 Stellung, aus versicherungsmedizinischer Sicht liege kein
Gesundheitsschaden vor, welcher sich langdauernd auf die Arbeitsfähigkeit auswirke
(IV-act. 67).
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A.c Mit Vorbescheid vom 28. Dezember 2016 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten
das rechtliche Gehör zur vorgesehenen Abweisung des Leistungsbegehrens (bezüglich
beruflicher Massnahmen und Rente, IV-act. 75). Mit Einwand vom 31. Januar 2017 liess
er vortragen, die vom Arzt festgestellte Beziehungsproblematik könnte durchaus
rentenbegründend sein. Das Abstellen (alleine) auf die Einschätzung des Hausarztes sei
nicht zulässig, vielmehr seien die rechtserheblichen fraglichen Tatsachen durch
Sachverständige abzuklären (IV-act. 76).
A.d Med.prakt. D._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in ihrem
Arztbericht vom 22. Februar 2017 aus, sie habe den Versicherten vom 20. März bis 12.
Juni 2015 ambulant behandelt. Zuvor sei er vom 3. bis 19. März 2015 im Zentrum E._
behandelt worden. Sie habe eine Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2) diagnostiziert.
Der Versicherte habe die Symptome bewältigt. Er habe die Therapie nach sechs
Sitzungen am 12. Juni 2015 erfolgreich beendet. Vom 20. März bis 13. April 2015 sei er
zu 100% arbeitsunfähig gewesen (IV-act. 79, vgl. auch Aktennotiz vom 21. Februar
2018, IV-act. 114, wonach die Therapie aufgrund eines stark gebesserten
Gesundheitszustandes habe beendet werden können).
A.e Mit Mitteilung vom 27. März 2017 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren um
berufliche Massnahmen ab, da aus versicherungsmedizinischer Sicht kein
Gesundheitsschaden vorliege, welcher sich langdauernd auf die Arbeitsfähigkeit
auswirke (IV-act. 81). Der Versicherte verlangte am 28. März 2017 die vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts und eine beschwerdefähige Verfügung
(IV-act. 82). Nachdem RAD-Ärztin Dr. C._ am 19. April 2017 Stellung genommen
hatte, aus Sicht des RAD seien keine weiteren Abklärungen angezeigt (IV-act. 84),
stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 28. April 2017 erneut die
Abweisung des Leistungsbegehrens um berufliche Massnahmen in Aussicht (IV-act.
87). Mit Einwand vom 29. Mai 2017 ersuchte der Beschwerdeführer die IV-Stelle, in
Nachachtung ihrer gesetzlichen Abklärungspflicht ein psychologisches Gutachten in
Auftrag zu geben (IV-act. 88). Der RAD nahm am 15. Juni 2017 Stellung, da weder neue
Unterlagen, welche ein erneutes psychiatrisches Leiden glaubhaft darlegen würden,
noch ärztliche Bescheinigungen einer langdauernden Arbeitsfähigkeit vorliegen
würden, seien keine weiteren Abklärungen angezeigt (IV-act. 90).
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A.f Mit Verfügung vom 16. Juni 2017 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren um
berufliche Massnahmen ab (IV-act. 92).
A.g Mit Vorbescheid vom 29. August 2017 stellte sie dem Versicherten die Abweisung
des Leistungsbegehrens um Rente in Aussicht (IV-act. 95).
A.h Die IV-Stelle wies das Leistungsbegehren um Rente mit Verfügung vom 5. Januar
2018 ab. Die von med.prakt. D._ ausschliesslich diagnostizierte Anpassungsstörung
sei lediglich vorübergehend und könne somit alleine nicht invalidisierend sein. Es
bestehe kein Anlass, ein monodisziplinäres Gutachten erstellen zu lassen, da der
Sachverhalt hinreichend überwiegend erstellt sei (IV-act. 107).
B.
B.a Gegen die Verfügung betreffend berufliche Massnahmen vom 16. Juni 2017 lässt
A._, vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. M. Imfeld, am 21. August 2017 Beschwerde
erheben. Er beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und
Entschädigungsfolge aufzuheben und es seien ihm berufliche Massnahmen zu
gewähren. Eventualiter sei ein psychiatrisches Obergutachten anzuordnen. Weiter sei
ihm die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen (IV 2017/288, act. G 1). Die
Beschwerdegegnerin stütze sich lediglich auf einen veralteten hausärztlichen Bericht
sowie auf einen Bericht der Psychiaterin, welche ihn zuletzt am 12. Juni 2015, also vor
mehr als zwei Jahren, wegen einer Anpassungsstörung behandelt habe. Ein Abstellen
auf die Einschätzung eines Hausarztes sei nicht zulässig. Einem Schreiben seines
Arbeitgebers vom 26. September 2016 (IV-act. 55) könne entnommen werden, dass er
bereits in seinem aktuellen Pensum von 70% an seine Grenzen stosse. Es seien
kognitive Einschränkungen sowie Störungen der Konzentration und Auffassung
vorhanden. Es sei davon auszugehen, dass die Erhebung weiterer Beweise das
Sachverhaltselement der zumutbaren Arbeitsfähigkeit weiter erhellen würde. Indem die
Beschwerdegegnerin festhalte, er habe keine neuen medizinischen Berichte
eingereicht, drehe sie in unzulässiger Weise die Beweis- und Abklärungslast um. Sie
übernehme ungefiltert und ungeprüft die nicht fachärztliche Einschätzung des
Hausarztes, wonach die psychischen Beschwerden keine Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit hätten. Die Beschwerdegegnerin begründe nicht, weshalb er sein
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Arbeitspensum auf 100% erhöhen könnte, was eine Verletzung des rechtlichen Gehörs
darstelle (Beschwerdeergänzung vom 15. September 2017, IV 2017/288, act. G 3).
B.b Mit Eingabe vom 20. November 2017 legt der Beschwerdeführer einen Bericht von
med.pract. B._ vom 17. August 2016 ins Recht, wonach er über erhebliche
Konzentrationsprobleme seit 2015 berichte. Aufgrund der chronischen Erkrankungen -
einer Anpassungsstörung und einer endogenen Depression - sei es ihm auf absehbare
Zeit nicht möglich, mehr als 70% zu arbeiten (IV 2017/288, act. G 10.9). Der
Gesundheitszustand habe sich seither nicht verbessert(IV 2017/288, act. G 10).
B.c Mit Beschwerdeantwort vom 5. Dezember 2017 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Med.prakt. D._ habe sich zur
psychischen Verfassung des Beschwerdeführers ausführlich geäussert. Sie habe
lediglich eine Anpassungsstörung aufgrund der durchlebten Scheidung diagnostiziert.
Die Behandlung sei erfolgreich beendet worden. Der Beschwerdeführer habe die
Symptome bewältigt und sei zu 100% arbeitsfähig. Die vom Arbeitgeber als
Nichtmediziner bzw. vom Beschwerdeführer vorgebrachten subjektiven
Konzentrationsstörungen und behaupteten kognitiven Einschränkungen habe die
Spezialärztin beachtet. Seit Abschluss der Behandlung sei der Beschwerdeführer
weder in psychiatrischer Behandlung (Leidendruck) noch psychisch auffällig gewesen.
Dies sei für den Verlauf einer Anpassungsstörung typisch. Diese sei lediglich
vorübergehend und könne alleine somit nicht invalidisierend sein. Unter Verweis auf die
Stellungnahme von RAD-Arzt Dr.med. F._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, vom 13. Oktober 2017 und darin erwähnte frühere RAD-
Stellungnahmen führt die Beschwerdegegnerin aus, es bestünde keine psychische
Erkrankung mehr und somit keine Veranlassung für eine monodisziplinäre
psychiatrische Begutachtung. Ein Anspruch darauf bestehe nicht, da der Sachverhalt
hinreichend überwiegend erstellt sei. Der Beschwerdeführer habe damit den Nachteil
der Beweislosigkeit zu tragen. Es bestehe weder ein körperliches noch ein psychisches
Leiden, weshalb der Beschwerdeführer vollumfänglich seiner bisherigen Tätigkeit
nachgehen könne. Eine invaliditätsbedingte Einschränkung, die einen Anspruch auf
berufliche Massnahmen begründen würde, liege nicht vor (IV 2017/288, act. G 11).
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B.d Mit Replik vom 2. Februar 2018 lässt der Beschwerdeführer vorbringen, der
Bericht von med.prakt. D._ betreffe die Behandlung vom 1. April bis 12. Juni 2015.
Sie könne über die momentane psychische Verfassung keine Auskunft geben. Es sei
daher ein aktuelles psychiatrisches Gutachten zu erstellen. Die Schilderungen der
Arbeitgeberin vom 26. September 2017 (richtig: 2016, IV-act. 55) stünden in offenem
Widerspruch zu den Ausführungen der Beschwerdegegnerin. Ihm die Folgen der
Beweislosigkeit aufzuerlegen, sei unzulässig (IV 2017/288, act. G 13).
B.e Mit Duplik vom 26. Februar 2018 bringt die Beschwerdegegnerin vor, ein den
Untersuchungsgrundsatz auslösendes medizinisches Indiz für eine annähernde
Einschränkung im Gesundheitszustand liege nicht vor. Der Beschwerdeführer lege
keinen Behandlerbericht oder ein Zeugnis des Hausarztes vor. Eine blosse
Arbeitgeberauskunft könne nicht ausreichen, medizinisch begründete Zweifel am
Gesundheitszustand zu erwecken. Mangels medizinischer Indizien sei davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer nicht invalid sei (IV 2017/288, act. G 16).
B.f Nachdem die Rechtsschutzversicherung des Beschwerdeführers mit Schreiben
vom 9. März 2018 mitteilt, sie habe ohne Anerkennung einer Rechtspflicht die bis zum
24. Oktober 2017 aufgelaufenen Aufwendungen im Umfang von Fr. 3'013.90
übernommen, womit sie ihre Leistungspflicht als vollumfänglich erfüllt betrachte (IV
2017/288, act. G 17.1), bewilligt die vorsitzende Versicherungsrichterin am 15. März
2018 die unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten,
unentgeltliche Rechtsverbeiständung) unter Anrechnung der von der
Rechtsschutzversicherung anerkannten Fr. 3'013.90 (IV 2017/288, act. G 18).
C.
C.a Gegen die Verfügung betreffend Rente vom 5. Januar 2018 lässt A._, vertreten
durch Rechtsanwalt lic.iur. M. Imfeld, am 5. Februar 2018 Beschwerde erheben (IV
2018/57, act. G 1). Er beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und
Entschädigungsfolge aufzuheben und es sei ihm eine Invalidenrente zu gewähren.
Eventualiter sei ein psychiatrisches Gutachten anzuordnen. Weiter sei ihm die
unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung zu bewilligen. Er reicht einen
Untersuchungsbericht der Augenklinik des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vom 6.
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Januar 2018 (IV 2018/57, act. G 1.3) ein und macht geltend, die Beschwerdegegnerin
stütze sich auf einen völlig veralteten Bericht von med.prakt. D._, obwohl nur schon
im Vormonat ein neuer belastender Vorfall hinzugekommen sei. Die Schilderungen der
Arbeitgeberin vom 26. September 2016 stünden im Widerspruch zum Bericht von
med.prakt. D._ und zur von ihr attestierten Arbeitsfähigkeit von 100%. Die
Beschwerdegegnerin hätte vor Erlass der angefochtenen Verfügung zumindest einen
unparteiischen Arztbericht einholen müssen. Die der Verfügung zugrunde liegende
Annahme, der Verlauf der Anpassungsstörung sei lehrbuchmässig, sei willkürlich (IV
2018/57, act. G 1).
C.b Am 26. März 2018 beantragt die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde (IV 2018/57, act. G 3). Sie verweist zur Begründung auf ihre
Beschwerdeantwort vom 5. Dezember 2017 (IV 2017/288, act. G 11) und eine
Stellungnahme des Fachbereichs vom 21. Februar 2018, wonach auf ein Gutachten
verzichtet werden könne, nachdem der Beschwerdeführer seit zweieinhalb Jahren nicht
mehr in fachpsychiatrischer Behandlung sei (IV-act. 115).
C.c Mit Schreiben vom 11. Mai 2018 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche
Rechtspflege auch für das Verfahren IV 2018/57 bewilligt (IV 2018/57, act. G 4).
C.d Mit Stellungnahme vom 25. Mai 2018 macht der Beschwerdeführer geltend, die
Notwendigkeit oder Durchführung einer Therapie sei nicht Voraussetzung für einen
Rentenanspruch. Gestützt auf einen Untersuchungsbericht des Zentrums für
Schlafmedizin KSSG, Psychosomatik, vom 22. Mai 2018 (Abklärung vom 15. Mai 2018;
act. G 7.1), trägt er vor, er befinde sich aktuell aufgrund seiner Schlafprobleme, der
Tagesmüdigkeit und von Konzentrationsstörungen in Behandlung. Die alleinige
Tatsache, dass er seit zweieinhalb Jahren nicht mehr in fachpsychiatrischer
Behandlung sei, belege nicht, dass seine Beschwerden ausgeheilt seien. Er habe seine
Mitwirkungspflicht erfüllt, womit der Untersuchungsgrundsatz zu gelten habe. Der
Fachbereich könne nicht begründen, weshalb die Beweislast abschliessend ihm
auferlegt werde (IV 2018/57, act. G 7).
C.e Mit Schreiben vom 30. Mai 2018 teilt das Versicherungsgericht den Parteien mit, es
werde die Beschwerden zusammen beurteilen (IV 2018/57, act. G. 8).
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Erwägungen
1.
Sowohl der Gegenstand des Verfahrens IV 2017/288 bildende Anspruch auf berufliche
Massnahmen als auch der Gegenstand des Verfahrens IV 2018/57 bildende
Rentenanspruch setzen eine Invalidität voraus (Art. 8 Abs. 1 und Art. 28 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Umstritten ist in
beiden Verfahren das Vorliegen eines invalidenversicherungsrechtlich relevanten
Gesundheitsschadens und der Umfang der diesbezüglichen Abklärungspflicht der
Beschwerdegegnerin.
2.
2.1 Der Anspruch auf berufliche Massnahmen wie auch derjenige auf eine
Invalidenrente setzen eine eingetretene oder drohende Invalidität im Sinne von Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1) voraus (Art. 8 Abs. 1 IVG; Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG). Art. 8 Abs. 1 ATSG
umschreibt Invalidität als voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche
Beeinträchtigung verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie
aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Bevor eine versicherte
Person Leistungen der Sozialversicherung verlangt, hat sie aufgrund ihrer
Schadenminderungspflicht alles ihr Zumutbare selber vorzukehren, um die Folgen der
Invalidität bestmöglich zu mindern. Ein Rentenanspruch ist zu verneinen, wenn die
versicherte Person selbst ohne Eingliederungsmassnahmen - nötigenfalls mit einem
Berufswechsel - zumutbarerweise in der Lage ist, ein rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [seit
1. Januar 2007 Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 27. Dezember
2006, I 820/05, E. 2.1.2).
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2.2 Die Beurteilung des Gesundheitszustandes und die Stellungnahme, in welchem
Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist, ist
ärztliche Aufgabe (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des Beweiswertes
eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V
352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Soll ein Versicherungsfall ohne
Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die
Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel
an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen
Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen mittels unabhängiger Begutachtung
vorzunehmen (BGE 135 V 469 E. 4.4; vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom
27. Mai 2010, 8C_21/2010, E. 3.3 mit weiteren Hinweisen).
2.3 Gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG nimmt der Versicherungsträger die notwendigen
Abklärungen von Amtes wegen vor. Sind die versicherungsmässigen Voraussetzungen
(nach Art. 6 IVG) erfüllt, so beschafft die IV-Stelle die erforderlichen Unterlagen,
insbesondere über den Gesundheitszustand, die Tätigkeit, die Arbeits- und
Eingliederungsfähigkeit des Versicherten sowie die Zweckmässigkeit bestimmter
Eingliederungsmassnahmen (Art. 69 Abs. 2 Satz 1 der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Der im Sozialversicherungsrecht geltende
Untersuchungsgrundsatz verpflichtet Verwaltung und Sozialversicherungsgericht, von
sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen
Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a). Rechtserheblich sind alle Tatsachen,
von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder anders zu
entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden und das
Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu
veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den
Akten ergebenden Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a).
Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass
über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit (zu diesem im Sozialversicherungsrecht grundsätzlich geltenden
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Beweisgrad vgl. BGE 126 V 360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen)
entschieden werden kann (Urteil des Bundesgerichts vom 21. Oktober 2013,
8C_815/2012, E. 3.2.1). Mit welchen Mitteln die Sachverhaltsabklärung zu erfolgen hat,
liegt im Ermessen des Versicherungsträgers (Urteil des Bundesgerichts vom 10.
Oktober 2011, 9C_1037/2010, E. 5.1). Der Untersuchungsgrundsatz vermittelt nicht
von vornherein einen Anspruch auf Anordnung eines Gutachtens (Urteil des
Bundesgerichts vom 31. Juli 2014, 9C_414/2014, E. 3.3). Ergibt sich bei
pflichtgemässer Beweiswürdigung die Überzeugung, die Akten erlaubten die richtige
und vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts oder eine behauptete
Tatsache sei für die Entscheidung der Streitsache nicht von Bedeutung, kann auf die
Erhebung weiterer Beweise verzichtet werden. In dieser antizipierten Beweiswürdigung
kann keine Gehörsverletzung und auch kein Verstoss gegen den
Untersuchungsgrundsatz erblickt werden (BGE 136 I 236 E. 5.3; BGE 134 I 148 E. 5.3;
BGE 124 V 94 E. 4b; BGE 122 V 162 E. 1d; Urteile des Bundesgerichts vom 17. Januar
2008 9C_552/2007, E. 5.1, und vom 11. März 2008, 9C_561/2007, E. 5.2.1; Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [ab 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilung
des Bundesgerichts] vom 24. Juli 2006, I 281/06, E. 3.2.1). Bleiben jedoch erhebliche
Zweifel an Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen
Tatsachenfeststellung bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen
Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteile
des Bundesgerichts vom 18. September 2014, 9C_393/2014, E. 3.1.3 mit weiteren
Hinweisen, und vom 7. April 2016, 9C_360/2015, E. 3.1). Der Untersuchungsgrundsatz
schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im
Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur
insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei
ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte.
Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen
Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der
Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen).
3.
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Es ist zu prüfen, ob die medizinischen Akten eine schlüssige Beurteilung des
Gesundheitszustandes sowie der Arbeitsfähigkeit erlauben oder ob weitere
Abklärungen nötig sind.
3.1 Med.prakt D._ attestierte dem Beschwerdeführer eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit vom 20. März bis 13. April 2015 (Arztbericht vom 22. Februar 2017,
IV-act. 79). Vom 3. bis 19. März 2015 wurde der Beschwerdeführer im Zentrum E._
behandelt. Die von med.prakt. D._ geschätzte volle Arbeitsunfähigkeit ist daher
bereits ab dem 3. März 2015 anzunehmen. Med.pract. B._ führte in einem Bericht
vom 17. August 2016 aus, aufgrund einer Anpassungsstörung und einer endogenen
Depression sei es dem Beschwerdeführer "auf absehbare Zeit" nicht möglich, mehr als
70 % zu arbeiten (IV 2017/288, act. G 10.9). In den Arztberichten vom 14. Oktober
2016 und vom 7. November 2016 hielt er fest, als Magaziner sei der Beschwerdeführer
vom 12. bis 15. Februar 2016 zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Reduzierte
Belastbarkeit und Konzentrationsfähigkeit sowie Antriebsschwäche schränkten die
Arbeitsfähigkeit zeitweilig ein (IV-act. 57, 68). Weitere Arbeitsunfähigkeiten sind nur an
einzelnen Tagen aktenkundig (vgl. insbesondere Angaben der Arbeitgeberin vom 19.
Dezember 2016, IV-act. 73-5, und RAD-Stellungnahme vom 15. Juni 2017, IV-act. 90).
Gemäss Untersuchungsbericht der Augenklinik des KSSG vom 6. Januar 2018 wurde
die dortige Behandlung aufgrund der deutlichen Regredienz der diagnostizierten
Chorioretinopathia centralis serosa abgeschlossen (IV 2018/57, act. G 1.3). Anlässlich
der Abklärung im Zentrum für Schlafmedizin wurden zwar sonstige depressive
Episoden, teilremittiert (ICD-10: F32.8) mit verkürzter Schlafdauer, frühmorgendlichem
Erwachen, diagnostiziert, jedoch keine weitere Behandlung vorgesehen oder eine
Arbeitsunfähigkeit attestiert (IV 2018/57, act. G 7.1).
3.2 Die Behandlung im Zentrum E._ dauerte lediglich vom 3. bis 19. März 2015 und
fand vor derjenigen bei med.prakt. D._ statt (Arztbericht med.prakt. D._ vom 22.
Februar 2017, IV-act. 79-6), so dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
ausgegangen werden kann, dass ein Bericht dieser Institution keine nicht bereits
bekannten medizinischen Gesichtspunkte enthalten würde. Der Arztbericht von
med.prakt. D._ vom 22. Februar 2017 (IV-act. 79) bezieht sich zwar auf die beinahe
zwei Jahre zurückliegende Behandlung vom 20. März bis 13. April 2015. Gegenüber
der Beschwerdegegnerin hat die behandelnde Psychiaterin jedoch am 21. Februar
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2018 bestätigt, dass die letzte Behandlung am 12. Juni 2015 stattgefunden hat.
Damals habe die Therapie dank des stark gebesserten Gesundheitszustandes beendet
werden können (IV-act. 114). Daraus geht hervor, dass der Beschwerdeführer seit Juni
2015 bis Februar 2018 nicht mehr bei ihr in Behandlung war. Zudem hatte auch
med.pract. B._ in den Berichten vom 17. August 2016 (IV 2017/288, act. G 10.9) und
vom 14. Oktober 2016 (IV-act. 57) keine aktuell durchgeführte oder geplante
psychiatrische Behandlung und im Arztbericht vom 7. November 2016 lediglich
"bedarfsweise" Psychotherapie erwähnt und ausgeführt, bis auf subjektive
Konzentrations- und Aufmerksamkeitsdefizite bestünden keine feststellbaren
Störungen der mnestischen Funktionen (IV-act. 68-3 f.).
3.3 In den Stellungnahmen des RAD vom 15. Juni 2017 (IV-act. 90) und vom 13.
Oktober 2017 (IV-act. 101) wird schlüssig begründet, dass bzw. weshalb kein die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers längerfristig beeinträchtigender
Gesundheitsschaden vorliegt. Aufgrund der vorhandenen Berichte von med.prakt.
D._ und med.pract. B._ ergeben sich keine Anhaltspunkte, welche hieran Zweifel
zu begründen vermögen.
3.4 Zusammenfassend ergibt sich weder aus den von der Beschwerdegegnerin
eingeholten noch aus den vom Beschwerdeführer eingereichten Berichten, dass der
Beschwerdeführer während längerer Zeit gesundheitlich beeinträchtigt bzw. krank
geschrieben war. Die Beschwerdegegnerin hatte Arztberichte von med.pract. B._
und med.prakt. D._ eingeholt und durfte gestützt auf diese ohne weitere Abklärungen
davon ausgehen, dass der Beschwerdeführer seit April 2015 nicht mehr in
psychiatrischer Behandlung war, was im Übrigen weiterhin nicht bestritten wird. Die
Beschwerdegegnerin durfte somit auf weitere Abklärungen verzichten und davon
ausgehen, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kein längerdauernder
invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden vorliegt.
4.
Der Beschwerdeführer macht geltend, aus der Tatsache, dass er sich nicht
psychiatrisch behandeln lasse, könne nicht geschlossen werden, dass er keinen
Rentenanspruch habe. Er übersieht dabei, dass er gemäss Art. 7 Abs. 2 lit. d IVG
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insbesondere auch gehalten ist, sich medizinischen Behandlungen zu unterziehen, um
damit das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit zu verringern und den Eintritt der Invalidität
zu verhindern. Sofern er geltend machen will, er sei nur zu 70% arbeitsfähig, da er an
psychischen Problemen leide, die seine Arbeitsfähigkeit einschränkten, dringt er damit
nicht durch. Allein die Tatsache, dass er effektiv in einem 70%-Pensum arbeitet,
bedeutet keinesfalls, dass er im Umfang von 30% arbeitsunfähig oder gar
erwerbsunfähig ist. Der Beschwerdeführer ist vielmehr objektiv in einer adaptierten
Tätigkeit 100% arbeitsfähig und hat diese Arbeitsfähigkeit als Ausfluss der
Schadenminderungspflicht auszuschöpfen (vgl. U. MEYER/M. REICHMUTH,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl., Zürich 2014, Art. 28a N 27;
Urteil des Bundesgerichts vom 5. Dezember 2017, 8C_475/2017, E. 6.1). Auch die
Hörschwäche führt mit optimaler Hilfsmittelversorgung nicht zu einer Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit, sondern stellt höchstens ein Adaptionskriterium dar. Dasselbe gilt
für die Augenkrankheit. Auch die geltend gemachten Schlafstörungen sind nicht derart,
dass sie nicht behandelbar wären und eine Arbeitsunfähigkeit von längerer Dauer
bewirken.
5.
Der Beschwerdeführer verlor seine ursprüngliche Stelle bei der G._ gemäss
Anamnese von med.prakt. D._ im Mai 2013, weil er einer Straftat beschuldigt worden
war. Von September bis November 2013 habe er eine weitere Stelle bei der H._ inne
gehabt, die ihm während der Probezeit gekündigt worden sei (IV-act. 79-7). Er war erst
ab März 2015 behandlungsbedürftig psychisch beeinträchtigt (Arztbericht med.pract.
D._ vom 22. Februar 2017, IV-act. 79-6 f.). Er verlor mithin die Stellen bei der G._
und bei der H._ im Jahr 2013 nicht aus gesundheitlichen Gründen. Überdies waren
die Probleme des Beschwerdeführers, soweit er diese bereits ab Dezember 2013
beginnend berichtete, durch die eheliche Beziehung ausgelöst und somit als
Auswirkung psychosozialer Belastungsfaktoren invalidenversicherungsrechtlich nicht
relevant (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 7. Januar 2015, 9C_140/2014, E. 3.3 und
vom 28. Juni 2012, 9C_537/2011, E. 3.2, mit weiteren Verweisen). Das frühere
Einkommen des Beschwerdeführers war zwar höher als der Lohn, den er als Magaziner
seit 1. Oktober 2015 erzielt (Auszug aus dem Individuellen Konto [IK], IV-act. 60;
Angaben Arbeitgeberin vom 19. Dezember 2016, IV-act. 73). Dass er im Jahr 2013 eine
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beträchtliche Einkommenseinbusse hinnehmen musste, beruht jedoch auf den
Gegebenheiten des invalidenversicherungsrechtlich nicht beachtlichen Arbeitsmarktes.
Es liegt keine IV-relevante Erwerbseinbusse vor und die Abweisung des
Rentenanspruchs erweist sich auch in dieser Hinsicht als korrekt.
6.
6.1 Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG)
bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese
notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit.
a), und die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt
sind (lit. b). Geeignet kann eine Eingliederungsmassnahme nur sein, wenn die
betroffene Person - bezogen auf die jeweilige Massnahme - selber wenigstens teilweise
objektiv eingliederungsfähig und subjektiv eingliederungsbereit ist (objektive und
subjektive Eingliederungsfähigkeit [S. BUCHER, Eingliederungsrecht der
Invalidenversicherung, Bern 2011, N 124, mit Verweisen auf die Rechtsprechung]).
6.2 Da gemäss Aktenlage keine die Arbeitsfähigkeit einschränkenden
Gesundheitsschädigungen vorliegen, sind auch keine beruflichen Massnahmen
angezeigt.
7.
7.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Beschwerdeführer wurde die unentgeltliche Rechtspflege zugesprochen (act. G 18). Er
hat somit Anspruch auf Befreiung von den Verfahrenskosten.
7.3 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers, soweit sie nicht durch die Leistung der
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Rechtsschutzversicherung gedeckt ist. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Kostennote
eingereicht. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick auf
vergleichbare Fälle sowie die zwei Verfahren eine pauschale Parteientschädigung von
Fr. 3‘500.-- angemessen. Nach Abzug des von der Rechtschutzversicherung
zugesprochenen Betrages von Fr. 3'013.90 verbleibt ein durch diesen nicht gedeckter
Honoraranteil von Fr. 486.10. Dieser ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung
vom Staat zu tragen und um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des
Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Die unentgeltliche Rechtsverbeiständung erfolgt somit
im Umfang von Fr. 388.90 (0,8 x Fr. 486.10).
7.4 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).