Decision ID: 2d8886cd-553f-5edb-b0ea-d093ecd068eb
Year: 2019
Language: de
Court: AR_OG
Chamber: AR_OG_004
Canton: AR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Sachverhalt
A. Die A_ ist seit 5. März 1983 Grundeigentümerin der Parzelle Nr. E_
im Gebiet D._ in der Gemeinde Speicher. Das rund 23‘000 m2 grosse
Grundstück war im Zonenplan von 1978 der Ein- und Zweifamilienhauszone zugewiesen.
Am 6. April 1984 stellte die A_ ein Baugesuch für den Bau mehrerer
Appenzellerhäuser (act. 12.I/11). Nach der Annahme der Auszonungsinitiative
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„D._ “, welche das Ziel hatte, u.a. die Parzelle Nr. E_ in die Zone
„Übriges Gemeindegebiet“ zu überführen (act. 12.I/20), erliess der Gemeinderat Speicher
am 4. Oktober 1985 auf der genannten Parzelle eine Bausperre (act. 12.I/87) und legte am
17. Oktober 1985 die Planänderung öffentlich auf. Nach der Annahme durch die
Stimmbürger wurde die Planänderung am 19. März 1991 vom Regierungsrat des Kantons
Appenzell Ausserrhoden genehmigt (act. 12.I/1). Dieser Beschluss wurde vom
Bundesgericht mit Urteil vom 13. Mai 1992 aufgehoben (act. 12.I/98).
B. Am 10. Februar 1993 wurde der zweite Teilzonenplan „D._ “ öffentlich aufgelegt,
der den südlichen Teil der Parzelle Nr. E_ der Wohnzone zuwies (act. 12.I/41).
Der Regierungsrat hiess einen dagegen gerichteten Rekurs gut und wies die Gemeinde an,
einen Teilzonenplan zu erlassen, der das gesamte Gebiet „D._ “ umfasse und
die Parzelle Nr. E_ der Landwirtschaftszone zuteile (act. 12.I/42).
C. Mit dem dritten Teilzonenplan „D._ “ kam der Gemeinderat dieser Weisung
nach, welcher jedoch am 25. September 1994 von den Stimmbürgern abgelehnt wurde
(act. 12.I/38).
D. Mit Beschluss vom 24. April 1996 erliess der Gemeinderat Speicher den vierten Teilzonen-
plan „D._ “ (act. 12.I/36), welcher am 26. November 1996 vom Regierungsrat
genehmigt wurde. Das Verwaltungsgericht (heute: Obergericht) des Kantons Appenzell
Ausserrhoden hiess die dagegen gerichtete Beschwerde der A_ mit Urteil vom
28. Januar 1998 (Act. 19/3) gut und hob den betreffenden Beschluss auf. Gleichzeitig wies
es die Sache zur Durchführung des ordentlichen Planauflageverfahrens an den Ge-
meinderat Speicher zurück, damit dieser in Erfüllung seiner Planungspflicht die im Gebiet
„D._ “ bestehende Planungslücke schliesse.
E. Am 7. Oktober 1998 legte der Gemeinderat Speicher den fünften Teilzonenplan öffentlich
auf, welcher wiederum die Zuweisung der Parzelle Nr. E_ zur
Landwirtschaftszone vorsah (act. 12.II/100). Mit Entscheid vom 17. März 1999 (act.
12.II/101) wies der Gemeinderat die dagegen gerichtete Einsprache der A_ ab.
Dagegen erhob die A_ mit Eingabe vom 19. April 1999 (act. 12.II/138) Rekurs
beim Regierungsrat.
F. Am 1. Januar 2004 trat das neue kantonale Baugesetz (BauG, bGS 721.19) in Kraft, wel-
ches in Art. 49 vorsieht, dass über Rekurse gegen Nutzungspläne erst nach der Volksab-
stimmung, zusammen mit dem Beschluss über die Genehmigung, zu entscheiden ist.
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G. Mit Schreiben vom 1. März 2007 (act. 23/190) beantragte der Gemeinderat Speicher beim
Regierungsrat, das faktisch sistierte Verfahren wieder aufzunehmen. Mit Verfügung vom 2.
August 2007 (act. 23/193) wies der Regierungsrat dieses Gesuch aufgrund der fehlenden
Volksabstimmung ab, womit das Rekursverfahren weiterhin sistiert blieb.
H. Am 28. April 2009 genehmigte der Regierungsrat den kommunalen Richtplan (12.II/102).
Die Stimmbürger der Gemeinde Speicher stimmten der Teilzonenplanänderung
„D._ “ am 29. November 2009 zu (12.II/103).
I. Mit Eingabe vom 10. Dezember 2012 (act. 12.II/135) erhob die A_ beim Oberge-
richt Rechtsverweigerungsbeschwerde u.a. mit dem Antrag, festzustellen, dass der
Regierungsrat den Entscheid im Planänderungsverfahren für die Parzelle Nr. E_
unrechtmässig verzögere und verweigere.
J. Mit Entscheid vom 26. März 2013 (act. 12.II/132) wies der Regierungsrat den Rekurs der
A_ vom 19. April 1999 ab, worauf das Obergericht die Rechtsverweigerungs-
beschwerde am 24. April 2013 als gegenstandslos abschrieb (act. 12.II/133).
K. Mit Eingabe vom 26. April 2013 (act. 12.II/170) erhob die A_ gegen den Rekurs-
entscheid des Regierungsrates vom 26. März 2013 Beschwerde beim Obergericht
(Verfahren O4V 13 15). Diese Beschwerde ist nach wie vor beim Obergericht hängig.
L. Mit Urteil vom 18. März 2014 (act. 12.II/160) hiess das Bundesgericht eine gegen den Ab-
schreibungsbeschluss vom 24. April 2013 gerichtete Beschwerde der A_ gut,
hob den Beschluss auf und wies die Sache zur Beurteilung der Rechtsverzögerungsrüge
an das Obergericht zurück.
M. Mit Urteil vom 7. Juli 2016 (act. 12.II/174) hiess das Obergericht die
Rechtsverweigerungsbeschwerde teilweise gut und stellte fest, dass der Regierungsrat sei-
nen Rekursentscheid betreffend Parzelle Nr. E_ insofern unrechtmässig
verzögert habe, als er ab Abschluss des Schriftenwechsels (am 8. November 2010) mit der
Entscheideröffnung länger als anderthalb Jahre, nämlich bis am 26. März 2013 zugewartet
habe. Für die Zeit ab Rechtshängigkeit des Rekurses bis am 8. November 2010 könne
keine unrechtmässige Verzögerung des Verfahrens festgestellt werden.
N. Am 9. Januar 2018 hiess das Bundesgericht eine gegen dieses Urteil gerichtete Be-
schwerde der A_ teilweise gut und stellte fest, dass die Gesamtdauer des
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Planungsverfahrens in Bezug auf die Parzelle Nr. E_ das
Beschleunigungsgebot verletze (act. 12.II/179).
O. Mit Eingabe vom 16. Februar 2018 (act. 1) liess die A_ (im Folgenden: Kläge-
rin), vertreten durch AA_, verwaltungsgerichtliche Klage beim Obergericht mit
den eingangs erwähnten Rechtsbegehren erheben.
P. Mit Schreiben vom 22. März 2018 (act. 9) präzisierte die Klägerin ihr Rechtsbegehren.
Gleichzeitig hielt sie fest, dass sie eine Sistierung des Klageverfahrens bis zur Rechtskraft
des hängigen Beschwerdeverfahrens O4V 13 15 ablehne.
Q. Mit Schreiben vom 18. Mai 2018 (act. 15) und 11. Juli 2018 (act. 18) liessen sich der Regie-
rungsrat (im Folgenden: Beklagter 2), vertreten durch den CC_, sowie die
B._ (im Folgenden: Beklagte 1), vertreten durch BB_, mit den
eingangs erwähnten Rechtsbegehren zur Klage vernehmen.
R. Mit Eingabe vom 3. September 2018 (act. 22) reichte die Klägerin eine Replik ein, worin sie
an ihren Rechtsbegehren festhielt.
S. Mit Schreiben vom 27. September 2018 (act. 26) und 12. November 2018 (act. 30) reichten
der Beklagte 2 und die Beklagte 1 eine Duplik ein, worin sie ebenfalls an ihren Anträgen
festhielten. Darauf folgten weitere Eingaben durch die Klägerin vom 12. April 2019 (act. 36)
und 7. Juni 2019 (act. 40) sowie die Beklagte 1 vom 26. April 2019 (act. 39).
T. Nach Abschluss des Schriftenwechsels wurde die Streitsache traktandiert, an der Sitzung
der vierten Abteilung des Obergerichts vom 25. Juni 2019 beraten und darüber entschie-
den. Das Urteil wurde den Parteien im Dispositiv eröffnet. Dem Begründungsbegehren der
Klägerin gemäss Schreiben vom 28. Juni 2019 (act. 44) entsprechend, wird das Urteil
hiermit schriftlich begründet. Damit sind die Voraussetzungen für die nach Ziff. 3 des Dis-
positivs in Aussicht gestellte Reduktion der Entscheidgebühr nicht gegeben.
U. Auf die Begründung der gestellten Anträge wird - soweit erforderlich - in den Erwägungen
näher eingegangen.

Erwägungen
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1. Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der prozessualen Voraussetzungen ergibt,
dass das Obergericht nach Art. 57 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechts-
pflege (VRPG, bGS 143.1, zuständig ist, im Klageverfahren vermögensrechtliche Streitig-
keiten öffentlich-rechtlicher Natur zu beurteilen. Die Erhebung einer verwaltungsgerichtli-
chen Klage ist nicht an eine Frist gebunden. Da die Klage schriftlich, aber ohne vorgängige
Vermittlung erhoben wurde, genügt sie den Anforderungen von Art. 58 Abs. 1 VRPG. Dass
der behauptete Schadenersatzanspruch auf dem Beschwerdeweg geltend gemacht werden
könnte, ist zu verneinen, nachdem seitens der Beklagten 1 und 2 keine anfechtbare Verfü-
gung ergangen ist und sich auch aus der kantonalen Gesetzgebung keine Pflicht zum Er-
lass einer Schadenersatzverfügung ergibt (Art. 57 Abs. 2 VRPG e contrario). Die formge-
recht eingereichte Klage erweist sich als zulässig, weshalb darauf - unter folgendem Vor-
behalt - einzutreten ist. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist nur die Frage, ob
der Klägerin aufgrund der Verfahrensverzögerung ein Anspruch auf Schadenersatz zusteht.
Soweit die Rügen der Klägerin die Rechtmässigkeit des fünften Teilzonenplans
„D._ “ und den Beschluss des Regierungsrates zum kantonalen Richtplan
(Fruchtfolgefläche auf Parzelle Nr. E_) vom 18. November 2008 betreffen, sind
diese Gegenstand des noch vor der vierten Abteilung des Obergerichts hängigen
Beschwerdeverfahrens O4V 13 15 und in diesem Klageverfahren unbeachtlich, womit auch
den diesbezüglichen Editionsbegehren nicht stattzugeben ist. Dieses Urteil erfolgt im
Übrigen antragsgemäss im Ausstand der im Beschwerdeverfahren O4V 13 15
mitwirkenden Richter und Gerichtschreiber der vierten Abteilung.
2. Das Bundeszivilrecht kennt im Bereich der Haftung des Staates und des Staatspersonals
deklaratorische Vorbehalte zugunsten des kantonalen öffentlichen Rechts. Es handelt sich
dabei einerseits um die Haftung des Gemeinwesens („Staatshaftung“ nach Art. 59 Abs. 1
ZGB), andererseits um jene des öffentlich-rechtlichen Personals („Beamtenhaftung“) ge-
mäss Art. 61 Abs. 1 OR. Soweit das kantonale Recht an das Bundeszivilrecht anknüpft,
wird dieses zu subsidiärem kantonalen Verwaltungsrecht (Urteil des Bundesgerichts
2C_960/2013 vom 28. Oktober 2014 E. 3.1). Nach Art. 70 Abs. 1 der Verfassung des Kan-
tons Appenzell Ausserrhoden (KV, bGS 111.1) haften der Kanton und die anderen Körper-
schaften, die öffentliche Aufgaben wahrnehmen, für den Schaden, den ihre Organe bei der
Ausübung ihrer hoheitlichen Tätigkeit widerrechtlich verursachen. Gemäss Art. 262 Abs. 1
des Gesetzes über die Einführung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (EG zum ZGB,
bGS 211.) haftet das Gemeinwesen für Schaden, der Dritten durch Beamte, Angestellte
oder Behördenmitglieder des Kantons, der Gemeinden und anderer juristischer Personen
des öffentlichen Rechts in Ausübung ihrer amtlichen Tätigkeit widerrechtlich verursacht
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wurde. Die amtliche Tätigkeit umfasst sowohl hoheitliche wie auch nicht-hoheitliche Tätig-
keiten. Bei der Staatshaftung des Kantons Appenzell Ausserrhoden handelt es sich einer-
seits um eine ausschliessliche Haftung des Staats; dem geschädigten Dritten steht gegen-
über dem fehlbaren Personal kein Anspruch zu. Andererseits handelt es sich um eine Kau-
salhaftung, da es für die Begründung der Haftung nicht auf das Verschulden des Personals
ankommt. Die Schadenersatzpflicht des Staats setzt voraus, dass der Dritte den Schaden,
die Widerrechtlichkeit des Verhaltens des Personals und den natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhang zwischen dem Verhalten des Personals und dem Schaden beweist
(FELIX UHLMANN, Schweizerisches Staatshaftungsrecht, 2017, Rz. 180). Hat der Geschä-
digte in die schädigende Handlung oder Unterlassung eingewilligt, oder hat er für Um-
stände einzustehen, die zur Entstehung oder Vergrösserung des Schadens beigetragen
haben (hat er es insbesondere unterlassen, von Rechtsmitteln oder sonstigen Rechtsbe-
helfen zu Abwendung des Schadens Gebrauch zu machen), so kann der Richter den Er-
satzanspruch herabsetzen oder gänzlich ablehnen (Art. 265 Abs. 1 EG zum ZGB). Für die
Festsetzung des Schadens, die Bestimmung des Ersatzes und die Herabsetzungsgründe
sind nach Art. 265 Abs. 3 EG zum ZGB im Wesentlichen die Grundsätze massgebend, die
im zivilrechtlichen Schadenersatzrecht (in Art. 42, 43 und 44 OR) gelten.
3.
3.1 Die Klägerin macht geltend, dass ihr Baugesuch sei dem 19. April 1984 beim Gemeinderat
Speicher anhängig sei. Seit der Bausperre vom 4. Oktober 1985 und der kommunalen Aus-
zonungsverfügung vom 17. Oktober 1985 würden die ausserrhodischen Planungsbehörden
die Überbauung der Parzelle Nr. E_ blockieren. Das seit über 32 Jahren
andauernde Auszonungsverfahren sei im Zeitpunkt der Einreichung der vorliegenden Klage
vor dem Obergericht pendent. Die von den Beklagten und ihren Behörden und Amtsstellen
zu verantwortende mehr als zweiundreissigjährige Dauer des Auszonungsverfahrens
verletze Art. 6 Ziff. 1 EMRK, Art. 29 BV und Art. 3 VRPG. Das widerrechtlich lange
Auszonungsverfahren sei begleitet von zahlreichen von den Beklagten und ihren Behörden
und Amtsstellen zu verantwortenden rechtswidrigen Verwaltungsakten, wobei die
Beklagten ihre Sorgfaltspflichten verletzt hätten. Die in diesem Verfahren ergangenen
Entscheide des Beklagten 2 seien zwei Mal wegen Widerrechtlichkeit aufgehoben worden.
Beide Male hätten die Entscheide zur Rückweisung des Auszonungsverfahrens an die
Beklagte 1 geführt. Seit 4. Oktober 1985 behandle die Beklagte 1 - wegen des pendenten
Auszonungsverfahrens - das anhängige Baugesuch der Klägerin nicht. Durch die
widerrechtliche Dauer des Auszonungsverfahrens sei das von der Klägerin in das Bauland
investierte Kapital von CHF 1‘225‘000 seit dem Erlass der Bausperre am 4. Oktober 1985
blockiert. Durch ihr widerrechtliches überlanges Verfahren verunmöglichten die Beklagten 1
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und 2 der Klägerin seit weit über zwanzig Jahren eine Ertrag bringende Nutzung oder
Verwertung des in der Bauparzelle Nr. E_ investierten Kapitals. Der Preis für
Bauland im Gebiet der Parzelle Nr. E_ überschreite pro Quadratmeter CHF 900.
Der von der Klägerin 1985 investierte Betrag von CHF 1‘225‘000 habe seit 1985 nie über
dem Marktwert für Bauland im Gebiet Speicherschwendi gelegen. Die ordentliche Dauer
eines Planänderungsverfahrens betrage nicht mehr als fünf Jahre. Die Gemeinde Speicher
habe seit 1985 parallel zum Auszonungsverfahren betreffend die Parzelle Nr.
E_ zahlreiche Planänderungsverfahren durchgeführt. Der Durchschnitt aller
analogen Planänderungsverfahren in der Gemeinde Speicher betrage weit unter fünf
Jahren. Die ausserrhodischen Planungsbehörden hätten den Rechtsanspruch der Klägerin
auf verfahrensrechtliche Gleichbehandlung mit einer Verfahrensdauer von nunmehr 32
Jahren grob verletzt, was widerrechtlich sei. Die Widerrechtlichkeit der
Verfahrensverschleppung hänge nicht davon ab, ob und wann sie gerügt worden sei. Die
Klägerin treffe zudem kein Selbstverschulden an der Verfahrensverzögerung. Die Klägerin
habe nie eine Sistierung des Auszonungsverfahrens beantragt und die Beklagten nie daran
gehindert, das Auszonungsverfahren „beförderlich“ zu behandeln und „ohne Verzug“ zu
erledigen. Die Verfahrensleitung habe ausschliesslich in der Macht beider Beklagten
gelegen.
3.2 Die Beklagte 1 wendet dagegen ein, dass die Klage schon mangels Substantiiertheit
abzuweisen sei. Zudem bestreit sie die angeblich angemessene Dauer des Planände-
rungsverfahrens von 5 Jahren. Zum einen gelte es zu berücksichtigen, dass es zu mehre-
ren Rückweisungen durch den Regierungsrat und das Obergericht gekommen sei. Zum
anderen habe in der fraglichen Zeitspanne ein RPG-konformer Zonenplan erstellt werden
müssen. Zudem sei im Jahr 2004 das neue Baugesetz in Kraft getreten. Der Umstand,
dass die Entscheide und Beschlüsse der Beklagten mehrfach kassiert worden seien, ver-
möge keine Widerrechtlichkeit zu begründen. Allfällige unzutreffende Beschlüsse und Ent-
scheide von Verwaltungs- und Gerichtsbehörden seien mit den dafür vorgesehenen
Rechtsbehelfen anzufechten. Betrachte man die zeitliche Abfolge der fraglichen Ereignisse,
falle auf, dass die Beklagte 1 die Angelegenheit stets beförderlich und innert angemessener
Frist behandelt habe. So habe das Verfahren für die Erarbeitung des fünften Teilzonen-
plans „D._ “ nur gerade 6 Monate gedauert. Die Beklagte 1 habe für die Ausar-
beitung von 5 Teilzonenplänen, die Behandlung diverser Einsprachen und mehrere Volks-
abstimmungen insgesamt lediglich 7.5 Jahre benötigt. Die Klägerin habe zudem durch die
Ergreifung zahlreicher Rechtsmittel zur langen Verfahrensdauer beigetragen. Diese habe
erst im Jahr 2012 Rechtsverweigerungsbeschwerde erhoben. Damit seien seit dem Beginn
des Auszonungsverfahrens (bestritten) im Jahre 1985 bereits 27 Jahre vergangen, in wel-
chem sich die Klägerin nie über den Verfahrensgang resp. die Verfahrensdauer beklagt
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habe. Die Klägerin habe somit faktisch (konkludent) in die Verzögerung eingewilligt oder
diese zumindest geduldet. Aus dem Schreiben der Gemeinde Speicher vom 1. März 2007
gehe zudem hervor, dass sich die Beklagte 1 bemüht habe, dass das Auszonungsverfah-
ren vom Beklagten 2 entschieden werde.
3.3 Der Beklagte 2 macht geltend, dass es unzutreffend sei, dass seit 1985 ein Auszonungs-
verfahren hängig sei. Seit 1998 gehe es um die Schliessung der vom Verwaltungsgericht
konstatierten Planungslücke. Die Feststellung des Bundesgerichts betreffend Verletzung
des Beschleunigungsgebots gelte nur für das seit 1998 geführte Planungsverfahren. Auf
die vorliegende Klage sei nicht einzutreten, soweit die Klägerin Schadenersatz wegen einer
angeblichen Rechtsverweigerung oder -verzögerung fordere, welche vor 1998 begangen
worden sein soll. Die Klägerin habe zudem gegen ihre Schadenminderungspflicht
verstossen. Die Klägerin habe bis zur Erhebung der Rechtsverweigerungsbeschwerde vom
10. Dezember 2012 zu keinem Zeitpunkt eine Beschleunigung des Verfahrens eingefordert.
Es sei das gute Recht der Klägerin, den Teilzonenplan anzufechten. Es verdiene jedoch
keinen Schutz, wenn die Klägerin zugleich wegen der überlangen Gesamtdauer des
Planungsverfahrens einen Anspruch auf Schadenersatz erhebe. Die Tatsache, dass
frühere Planungsakte aufgehoben worden seien, reiche nicht aus, um einen Staatshaf-
tungsanspruch zu begründen.
3.4 Im Bereich der Staatshaftung gilt eine Schadenszufügung als widerrechtlich, wenn die
amtliche Tätigkeit des Staatsangestellten gegen Gebote oder Verbote verstösst, die dem
Schutz des verletzten Rechtsguts dienen (BGE 132 II 449 E. 3.2). Der Staat kann auch für
einen durch Unterlassung entstandenen Schaden haften. Die Haftung für eine Unterlas-
sung setzt voraus, dass eine Pflicht zum Handeln bestanden hat. Auch die Handlungspflicht
ist nur dann haftpflichtrechtlich von Bedeutung, wenn sie das Interesse der geschädigten
Person verfolgt und sich aus einer Schutzvorschrift zu deren Gunsten ergibt. Die Wider-
rechtlichkeit einer Unterlassung setzt damit eine Garantenpflicht für den Geschädigten vo-
raus (vgl. BGE 132 II 305 E. 4.1 S. 317; Urteil des Bundesgerichts 2C_1059/2014 vom 25.
Mai 2016 E. 5.3; je mit Hinweisen). Besondere Formen entschädigungsrechtlicher staatli-
cher Unterlassung bilden Rechtsverzögerung und Rechtsverweigerung von Seiten eines
Gerichts oder einer Behörde (UHLMANN, a.a.O., Rz. 97).
3.5 Das Bundesgericht hat im Urteil 1C_307/2017 vom 9. Januar 2018 betreffend
Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung im Planverfahren betr. Parzelle Nr.
E_ festgehalten, dass Akte des Regierungsrates als Rekurs-, Aufsichts- oder
Genehmigungsbehörde in früheren Planungsverfahren (betreffend den ersten bis vierten
Teilzonenplan) schon früher wegen Rechtsverweigerung - oder Verzögerung vor Verwal-
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tungsgericht und anschliessend mit staatsrechtlicher Beschwerde ans Bundesgericht hätten
angefochten werden können. Dies gelte insbesondere auch für den Rückweisungs-
entscheid des Verwaltungsgerichts vom 28. Januar 1998. Deshalb habe das Obergericht
davon ausgehen dürfen, dass Gegenstand der Rechtsverzögerungsbeschwerde nur das
Verfahren betreffend den fünften Teilzonenplan „D._ “ gewesen sei,
insbesondere das seit 19. April 1999 vor dem Regierungsrat hängige Rekursverfahren.
Deshalb dürfe es auf Rügen und Beweisanträge der Beschwerdeführerin zu früheren
Planungsverfahren nicht eintreten. Das Bundesgericht prüfte nur, ob der Regierungsrat das
seit dem 19. April 1999 hängige Rekursverfahren unzulässig verzögert und ob dies eine
unzulässige Gesamtdauer des Planänderungsverfahrens zur Folge hatte, das mit der
öffentlichen Auflage des fünften Teilzoneplans am 7. Oktober 1998 eingeleitet wurde. Bei
der Würdigung der Angemessenheit der Gesamtdauer berücksichtigte das Bundesgericht
auch, dass die Zonierung der Parzelle Nr. E_ seit 1985 unklar sei (E. 3.6 und
3.7).
Diese Erwägungen des Bundesgerichts lassen den Schluss zu, dass Gegenstand einer
allfälligen Staatshaftung durch Rechtsverzögerung nur das Planänderungsverfahren sein
kann, welches seit der öffentlichen Auflage des fünften Teilzonenplans am 7. Oktober 1998
hängig ist. Mit der Rechtskraft des Urteils des Verwaltungsgerichts vom 28. Januar 1998
waren die Verfahren betreffend 1. - 4. Teilzonenplan „D._ “ abgeschlossen. In
Bezug auf diese Verfahren hat es die Klägerin offensichtlich verpasst, rechtzeitig eine
Rechtsverzögerungsbeschwerde einzureichen, womit nicht geprüft zu werden braucht, ob
eine entsprechende Schadenersatzforderung für den Zeitraum vor 1998 nicht ohnehin ver-
jährt wäre. Die Tatsache, dass sich ein Entscheid als unzutreffend, willkürlich oder nicht
rechtskonform herausstellt, reicht zudem noch nicht aus, einen Staatshaftungsanspruch zu
begründen (GROSS/PRIBNOW, Schweizerisches Staatshaftungsrecht, Ergänzungsband zur
2. Auflage, 2013, Rz. 58). Damit ist die Klage insoweit abzuweisen, als Ansprüche für die
Zeit vor dem 19. April 1999 eingeklagt sind. Im Folgenden beschränkt sich die Prüfung ei-
nes allfälligen Schadenersatzanspruchs infolge Rechtsverzögerung deshalb einzig auf die
Verfahrensdauer in Bezug auf den fünften Teilzonenplan „D._ “.
3.6 Rechtsverzögerung der Beklagten 1 (B._ ):
Vorab gilt es festzuhalten, dass sich die am 10. Dezember 2012 eingereichte
Rechtsverzögerungsbeschwerde der Klägerin einzig gegen den Regierungsrat und dessen
Untätigkeit im Rekursverfahren richtete und das Bundesgericht demzufolge nur prüfte, ob
der Regierungsrat das seit dem 19. April 1999 hängige Rekursverfahren unrechtmässig
verzögert hatte (Urteil des Bundesgerichts 1C_30//2017 vom 9. Januar 2018 E. 3.7 und
4.4). Mit anderen Worten wurde bisher nicht gerichtlich festgestellt, ob überhaupt eine
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Rechtverzögerung seitens der Beklagten 1 vorliegt. Eine solche Feststellung wäre jedoch
auf dem Beschwerdeweg zu erwirken (Art. 59 i.V.m. Art. 42 VRPG), weshalb es fraglich ist,
ob sich die verwaltungsrechtliche Klage im vorliegenden Fall in Bezug auf die Beklagte 1
überhaupt als zulässig erweist (Art. 57 Abs. 2 VRPG). Selbst wenn diese zulässig wäre, gilt
es hervorzuheben, dass die Beklagte 1 am 7. Oktober 1998 den fünften Teilzonenplan
„D._ “ öffentlich auflegen liess und bereits am 17. März 1999 die dagegen ge-
richtete Einsprache der Klägerin abgewiesen hatte. Eine Verfahrensdauer von vier Monaten
kann angesichts der langen Vorgeschichte nicht als (widerrechtliche) Verletzung des Be-
schleunigungsgebots qualifiziert werden. Soweit die Klägerin der Beklagten 1 die Verzöge-
rung der am 29. November 2009 durchgeführten Volksabstimmung anlastet, ist festzuhal-
ten, dass die Verfahrensführung zu diesem Zeitpunkt bereits seit langem beim Beklagten 2
lag, womit sich höchstens die Frage stellt, ob dieser die Beklagte 1 allenfalls hätte anwei-
sen müssen, einen früheren Abstimmungstermin festzulegen (Urteil des Bundesgerichts
1C_307/2017 vom 9. Januar 2018 E. 4.4). Daran ändert auch der Umstand nichts, dass vor
der Abstimmung noch die Überarbeitung des kommunalen Richtplans erfolgte (act. 12.II
102), zumal der Richtplantext auf S. 25 explizit auf die Zonierung „D._ “ Bezug
nimmt. Gegen einen Verzögerungswillen der Beklagten 1 spricht im Übrigen der Umstand,
dass sie bei der Beklagten 2 mit Schreiben vom 1. März 2007 (act. 23/190) beantragte, das
sistierte Verfahren wieder aufzunehmen und umgehend die nötigen Entscheide zu fällen.
Die Klage gegen die Beklagte 1 ist damit abzuweisen.
3.7 Rechtsverzögerung des Beklagten 2 (C._ ):
Der C._ handelte bzw. handelt im Verfahren auf Erlass des fünften
Teilzonenplans „D._ “ durch zwei Behörden, nämlich durch den Regierungsrat
und das (kantonale) Obergericht. Gemäss Rechtsbegehren richtet die Klägerin ihre Klage
nicht nur gegen den Regierungsrat, sondern gegen den Kanton als Ganzes. Da das
Beschwerdeverfahren O4V 13 15 noch bei der vierten Abteilung des Obergerichts hängig
ist, kann eine allfällige durch das Obergericht zu verantwortende Verzögerung im Moment
noch nicht beurteilt werden, womit über die gesamthafte Verantwortlichkeit des Kantons
insgesamt noch kein Urteil gefällt werden kann. Die Klägerin, an deren Anträge das
Obergericht im Klageverfahren nach Art. 58 Abs. 2 VRPG gebunden ist, behauptet nicht
gesondert für jede Behörde eine Verzögerung, sondern sie geht von einer gesamten Ver-
fahrensdauer seit den 80er-Jahren aus. Die Klage gegen den Kanton beinhaltet damit keine
objektive Klagenhäufung, welche zum Gegenstand eines Teilentscheids im Sinne von Art.
91 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG, SR 173.110) gemacht
werden könnte. Es geht hier auch nicht um den in Art. 266 EG zum ZGB angesprochenen
Fall einer Solidarität, weil für den Regierungsrat und das Obergericht der Kanton und damit
ein Gemeinweisen haftet.
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Dazu kommt Folgendes: Die Klägerin begründet ihren Schaden mit der Verhinderung einer
Ertrag bringenden Nutzung oder Verwertung des in die Bauparzelle Nr. E_
investierten Kapitals von CHF 1‘225‘000. Sinngemäss scheint sie damit davon auszugehen,
dass sie die Parzelle Nr. E_ künftig zu Baulandpreisen verkaufen oder diese als
Bauland (in einer Bauzone) überbauen lassen kann. Ob dies der Fall sein wird, kann zu
diesem Zeitpunkt jedoch nicht beurteilt werden, da die Zonenzugehörigkeit der Parzelle Nr.
E_ unbestrittenermassen Gegenstand des bei der vierten Abteilung hängigen
Beschwerdeverfahrens O4V 13 15 bildet und dieses Ergebnis nicht in diesem
Klageverfahren vorweggenommen werden kann. Damit fehlt es im vorliegenden Fall an
konkreten Anhaltspunkten, inwieweit sich die Vermögenslage der Klägerin günstiger
gestalten würde, wenn das Planänderungsverfahren von den kantonalen Behörden
beförderlich behandelt worden wäre. Zum jetzigen Zeitpunkt kann nicht beurteilt werden, ob
die Klägerin durch die Verfahrensdauer in Bezug auf das investierte Kapital überhaupt
einen Vermögensschaden erlitten hat, wofür diese jedoch beweispflichtig ist (Art. 265 Abs.
3 EG zum ZGB i.V.m. Art. 42 OR).
Unter Berücksichtigung des Umstands, dass die Klägerin mit Eingabe vom 22. März 2018
(act. 9) ausdrücklich beantragen liess, von einer Sistierung dieses Klageverfahrens bis zur
Rechtskraft des Verfahrens O4V 13 15 abzusehen, muss die Klage gegen den Beklagten 2
infolgedessen zur Zeit abgewiesen werden.
4. Zusammenfassend ergibt sich damit, dass die Klage gegen die Beklagte 1 vollumfänglich
abzuweisen ist. In Bezug auf den Beklagten 2 ist die Klage insoweit abzuweisen, als An-
sprüche für die Zeit vor dem 19. April 1999 eingeklagt sind. Mit Bezug auf allfällige Ansprü-
che ab 19. April 1999 ist die Klage zur Zeit abzuweisen. Bei diesem Ergebnis kann derzeit
offen bleiben, ob Herabsetzungs- bzw. Ablehnungsgründe im Sinne von Art. 265 Abs. 1 EG
zum ZGB vorliegen, welche einer Staatshaftung des Beklagten 2 entgegenstehen.
5. Nach Art. 19 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 53 Abs. 1 VRPG ist im Klageverfahren vor
Obergericht gebühren- und kostenpflichtig, wer ganz oder teilweise unterliegt oder auf des-
sen Begehren nicht eingetreten wird. Vorliegend sind die Gerichtskosten ausgangsgemäss
der Klägerin aufzuerlegen.
Nach Art. 4a des Gesetzes über die Gebühren in Verwaltungssachen (GGV, bGS 233.2)
erhebt das Obergericht für seine Urteile und Beschlüsse Gebühren bis Fr. 5‘000.--. Dieser
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Gebührenrahmen erhöht sich bei besonders aufwändigen Fällen oder bei Streitwerten von
mehr als Fr. 500‘000.-- um das Doppelte, bei einem Streitwert von mehr als Fr. 1‘000‘000.--
um das Dreifache. Der Streitwert richtet sich gemäss Art. 58a VRPG i.V.m. Art. 91 Abs. 1
Satz 1 ZPO nach den Rechtsbegehren; der davon abweichenden Berechnung des Ge-
samtschadens durch die Klägerin in der Replik, act. 22 S. 13, kann nicht gefolgt werden,
weil die Fremdkapitalkosten im Rechtsbegehren nicht enthalten sind. Nach der Formel
(wobei Kn = Endkapital; K0 = Anfangskapital; P= Zinsfuss und n = Anzahl
der geltenden Jahre bedeuten. Als Laufzeit wird der Zeitraum von Oktober 1990 [Datum
Bausperre im Auszonungsverfahren plus 5 Jahre] bis Januar 2018 [Monat vor Klageeinlei-
tung], also 27 1/3 Jahre, angenommen) berechnet sich vorliegend ein Streitwert von
(1‘225‘000 x (1+0.03)27.3333 =) Fr. 2‘748‘019.45. Diesem Streitwert angemessen ist eine Ge-
bühr von Fr. 8000.--. Der Kostenvorschuss von Fr. 6000.-- wird angerechnet.
6. Nach Art. 53 Abs. 3 VRPG hat die obsiegende Partei in der Regel Anspruch auf eine
Entschädigung für ihre notwendigen Kosten und Auslagen. In Klageverfahren nach Art. 57
VRPG kann den beklagten Behörden gestützt auf Art. 24 Abs. 3 lit. a VRPG (in Verbindung
mit Art. 59 VRPG) eine Parteientschädigung zugesprochen werden. Die anwaltlich vertre-
tene Beklagte 1 liess zu ihrem Entschädigungsbegehren keine Kostennote einreichen. Die
Entschädigung wird deshalb nach Ermessen festgelegt (Art. 4 Abs. 2 der Verordnung über
den Anwaltstarif, AT, bGS 145.53). Das Honorar bemisst sich für diese verwaltungsrechtli-
che Klage nach dem Streitwert (Art. 8 AT). Ausgehend von der oben genannten Streit-
summe ist das mittlere Honorar gestützt auf Art. 9 Abs.1 lit. h AT auf Fr. 70‘576.25 festzu-
setzen, wobei dieses in analoger Anwendung von Art. 21 Abs. 1 lit. b AT (nur Schriften-
wechsel, keine mündliche Verhandlung) auf die Hälfte und damit auf Fr. 35‘288.15 gekürzt
wird. Dazu kommen eine Pauschale für die Barauslagen von Fr. 500.-- sowie die Mehrwert-
steuer. Dies führt zu einem Betrag von Fr. 38‘543.85. In dieser Höhe wird der Beklagten 1
in Anwendung von Art. 24 Abs. 2 VRPG zulasten der unterliegenden Klägerin eine Ent-
schädigung zugesprochen.
Da sich der Beklagte 2 sich durch den internen Rechtsdienst vertreten liess, ist ihm nur ein
Auslagenersatz von Fr. 500.-- zuzusprechen (vgl. das Urteil des Obergerichts O4V 12 16
vom 29. Mai 2013 E. 5), welcher ebenfalls zulasten der Klägerin geht. Das Entschädi-
gungsbegehren der Klägerin ist ausgangsgemäss abzuweisen.
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