Decision ID: 976488f9-9207-4e35-9f0f-eae29079cab5
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war als Ergotherapeutin im
Rehabilitationszentrum B._ bei der ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG
(nachfolgend: ÖKK) gegen die Folgen von Unfällen versichert. Gemäss Meldung der
Arbeitgeberin war die Versicherte am 5. März 2015 auf dem Weg zur Arbeit auf dem Eis
ausgerutscht und hatte sich eine Bruchverletzung im Brustbereich zugezogen. Eine
Erstbehandlung hatte am Unfalltag im Rehabilitationszentrum Valens stattgefunden,
von wo die Versicherte gleichentags ins Spital C._ eingewiesen wurde (UV-act. 6).
Die dortigen behandelnden Ärzte hatten einen traumatischen Pneumothorax links bei
Frakturen der Rippen 5-7 links sowie eine Schulterblattkontusion links diagnostiziert
und eine Thoraxdrainage links gelegt (vgl. UV-act. 4, 5). Die Versicherte war aufgrund
dieses Eingriffs vom 5. bis 8. März 2015 hospitalisiert (UV-act. 4, 5).
A.b Am 10. März 2015 reichte die Versicherte der ÖKK den die Schadenmeldung
ergänzenden Fragebogen zum Ereignis vom 5. März 2015 ein (UV-act. 3).
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A.c Gemäss Arztzeugnis UVG von Dr. med. D._, Stv. Oberarzt Neurologie, FMH
Physikalische Medizin und -Rehabilitation, Rehabilitationszentrum Valens, vom 24.
März 2015 hatte die Versicherte bei der Erstuntersuchung vom 5. März 2015
Einschränkungen beim tiefen Ein- und Ausatmen sowie Kompressionsschmerzen im
mittleren Thoraxbereich gezeigt. Prellmarken waren weder im Bereich des Brustkorbes
noch der Scapula zu verifizieren gewesen. Bei einer Röntgenuntersuchung des Thorax
und der Scapula hatten dislozierte Frakturen der Rippen 6 und 7 links dorsolateral
sowie ein Pneumothorax der linken Lunge, jedoch keine Fraktur des Schulterblattes
und kein Weichteilemphysem festgestellt werden können. Dr. D._ bejahte das
ausschliessliche Vorliegen von Unfallfolgen. Weiter attestierte er der Versicherten seit
dem 20. März 2015 eine Arbeitsfähigkeit von 25%, seit dem 23. März 2015 eine solche
von 50% halbtags bis zum 29. März 2015 und ab dem 30. März 2015 eine
versuchsweise Arbeitsfähigkeit von 100% (bei einem 95%igem Anstellungsverhältnis),
eventuell noch mit dazwischen eingestreuten notwendigen Pausen (vgl. UV-act. 6).
A.d Am 22. Mai 2015 führte Dr. med. E._, FMH Innere Medizin und Rheumatologie,
FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, Rehabilitationszentrum Valens, bei der
Versicherten einen Weichteilultraschall durch, wobei sich ein Serom im Bereich des
dorsalen Thorax links auf Höhe der Rippen 5-7 links sowie eine dislozierte
Rippenfraktur der Rippen 5 und 6 links dorsal nachweisen liessen (UV-act. 7, 13/1). Am
selben Tag wurde in der Rehabilitationsklinik Valens durch Dr. med. F._, Konsiliararzt
FMH Radiologie, eine Röntgenuntersuchung des Thorax durchgeführt (UV-act. 13/2).
A.e Am 19. Juli 2016 wurde die Versicherte durch Dr. med. G._, FMH Allgemeine
Innere Medizin, untersucht. Sie klagte über seit dem Unfall anhaltende Schmerzen
thorakodorsal bei repetitiven Armbewegungen links. Dr. G._ stellte bei Kompression
des Schulterblattes diskrete Schmerzen linksseitig sowie einen angedeutet erhöhten
Tonus der Schulterblattmuskulatur fest, worauf er einen Pneumothorax links mit Fraktur
der Rippen 5-7 links, eine Schulterblattkontusion links am 5. März 2015 sowie
persistierende posttraumatische Verklebungen und Blockierungen diagnostizierte. Er
verordnete der Versicherten Physiotherapie (UV-act. 8, vgl. auch UV-act. 9 f.).
A.f Am 2. November 2016 liess die ÖKK den Schadenfall durch ihren Vertrauensarzt
Dr. med. H._ überprüfen. Dieser kam gestützt auf die Akten zum Schluss, dass die
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aktuellen Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem natürlichen
Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 5. März 2015 stünden. Aufgrund der
aktuellen Behandlung könne jedoch noch mit einer Besserung der Beschwerden
gerechnet werden. Der Status quo sine/ante sei nicht erreicht (UV-act. 11).
A.g Am 18. Februar 2017 überwies Dr. G._ die Versicherte aufgrund von
Beschwerden im linken Brustkorb sowie im Bereich des Schulterblattes bei
Überkopfarbeiten mit dem linken Arm mit ausstrahlenden Beschwerden in diesen Arm
an Dr. I._, Chiropraktiker SCG/ECU (UV-act. 14).
A.h Am 2. Juni 2017 führte Dr. F._ auf Anordnung von Dr. G._ bei der Versicherten
eine MR-Arthrographie der linken Schulter durch. Der Radiologe erhob einen
subtotalen Riss der Supraspinatussehne, eine chronische Bursitis sowie eine
geringgradige degenerative Veränderung des AC-Gelenks. Die übrige
Rotatorenmanschette sei intakt, eine wesentliche Atrophie des Musculus supraspinatus
bestehe nicht (UV-act. 15).
A.i Am 8. Juni 2017 ordnete die ÖKK erneut eine Überprüfung des Schadenfalls an
(UV-act. 16). Der beratende Arzt, pract. med. J._, kam in einer wiederum
ausschliesslich auf die Akten gestützten medizinischen Beurteilung vom 11. Juli 2017
zum Schluss, dass der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis
vom 5. März 2015 (Rippenserienfraktur und Pneumothorax) und den jetzigen
Beschwerden (Rotatorenmanschettenruptur) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
entfallen sei. Die Ruptur der Supraspinatussehne sei auf einen degenerativen
Krankheitsprozess zurückzuführen und nicht als Folge des Unfallereignisses vom 5.
März 2015 zu werten. Des Weiteren zeige der MRI-Befund eine chronische Bursitis,
was einer degenerativen Erkrankung entspreche, eine degenerative Veränderung des
AC-Gelenks sowie eine angeborene Hypoplasie des Labrum glenoidale anterius. Diese
Pathologien seien krankhafter Natur und nicht ereignisbedingt. Da es sich bei der
Rotatorenmanschettenruptur beziehungsweise der Supraspinatussehnenruptur um
eine degenerative, fortschreitende Erkrankung handle, sei der Status quo sine
spätestens seit dem objektiven Nachweis dieser degenerativen Veränderung im MRI,
d.h. am 2. Juni 2017, erreicht (UV-act. 17).
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A.j Mit Schreiben vom 23. Juni 2017 informierte die ÖKK die Versicherte darüber,
dass es ihr in Berücksichtigung der Beurteilung ihres beratenden Arztes ab dem 3. Juni
2017 nicht mehr möglich sei, für das Unfallereignis vom 5. März 2015 Leistungen aus
der obligatorischen Unfallversicherung zu erbringen (UV-act. 18).
A.k Mit Telefonat vom 30. Juni 2017 verlangte die Versicherte eine formelle Verfügung
(UV-act. 19).
A.l Mit Verfügung vom 18. Juli 2017 verneinte die ÖKK einen Leistungsanspruch der
Versicherten ab dem 3. Juni 2017 (UV-act. 20).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 15. August 2017 Einsprache,
worin sie ausführte, dass sie sofort nach dem Unfall starke Schmerzen in der Schulter
verspürt habe und den linken Arm kaum habe bewegen können. Im Weichteilbereich
des Schultergelenks sei zu jenem Zeitpunkt jedoch nicht nach einer Ursache für die
Schmerzen gesucht worden, weil man davon ausgegangen sei, dass die Schmerzen
möglicherweise im Zusammenhang mit den Rippenbrüchen gestanden hätten (UV-act.
21).
B.b Mit Entscheid vom 2. Oktober 2017 wies die ÖKK die Einsprache ab (UV-act. 22).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 2. Oktober 2017 liess die Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführerin) vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland
Zahner, Kreuzlingen, mit Eingabe vom 2. November 2017 Beschwerde erheben mit
folgenden Anträgen: 1. Es seien der Einspracheentscheid der ÖKK (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) vom 2. Oktober 2017 aufzuheben und der Beschwerdeführerin
die ihr zustehenden Leistungen aus UVG über den 2. Juni 2017 hinaus auszurichten. 2.
Eventualiter seien ein unabhängiges gerichtliches Gutachten zur Frage der
Unfallkausalität einzuholen und, bis ein neuer Leistungsentscheid vorliege, die
gesetzlichen Leistungen nach UVG weiterhin zu erbringen. 3. Alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1).
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C.b Mit Schreiben vom 13. Dezember 2017 reichte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin eine Beschwerdeergänzung mit einer von Dr. G._ erstellten
Zusammenfassung ihrer Krankengeschichte ein (act. G 6, 6.1).
C.c Am 9. Januar 2018 reichte die Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt
Dr. iur. Peter Philipp, Chur, die Beschwerdeantwort mit folgenden Anträgen ein: 1. Die
Beschwerde sei abzuweisen. 2. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.
3. Der Eventualantrag auf Ausrichtung von Leistungen aus der Unfallversicherung bis
zum Vorliegen eines gerichtlichen Entscheids sei abzulehnen (act. G 8).
C.d Mit Replik vom 8. Februar 2018 änderte die Beschwerdeführerin ihr
Rechtsbegehren 2 der Beschwerde vom 2. November 2017 wie folgt ab: 2. Eventualiter
sei ein unabhängiges gerichtliches Gutachten zur Frage der Unfallkausalität einzuholen.
Im Übrigen wurde an den Anträgen der Beschwerde festgehalten (act. G 10).
C.e Am 26. Februar 2018 reichte die Beschwerdegegnerin die Duplik ein (act. G 12).

Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden,
nachdem ein Ereignis vom 5. März 2015 zu beurteilen ist, die bis 31. Dezember 2016
gültigen Bestimmungen Anwendung.
2.
2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz
nichts anderes bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der
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Unfallversicherung bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des
Unfallversicherers besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und
adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (ALEXANDRA
RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl., Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen
natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel
auf Angaben ärztlicher Experten oder Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181
E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30). Bei physischen Unfallfolgen hat indessen die Adäquanz
als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang sich
ergebenden Haftung des Unfallversicherers gegenüber dem natürlichen
Kausalzusammenhang praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E.
3a). Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit;
die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen; THOMAS LOCHER/
THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, §
70 N. 58 f.). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausal¬zusammenhang
muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen sein. Da es sich bei der Einstellung von Versicherungs¬leistungen um
eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast für den Wegfall der
vom Unfallversicherer zunächst anerkannten natürlichen Kausalität - anders als bei der
Frage, ob ein leistungsbegründender Kausalzusammenhang überhaupt je gegeben war
- nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U
363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen; BGE 117 V 263 f. E. 3b; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O.,
S. 54 f.). Dieser Grundsatz gilt aber nur für Verletzungen, welche damals thematisiert
worden waren und somit Gegenstand der Anerkennung bildeten (Urteil des
Bundesgerichts vom 20. August 2009, 8C_363/2009, E. 1; Urteil des EVG vom 27. April
2005, U 6/05, auszugsweise publiziert in: AJP 2006 S. 1290 ff.). Allerdings tragen die
Parteien im Sozialversicherungsrecht in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im
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Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift
indessen erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
entsprechen (BGE 138 V 222 E. 6 mit Hinweisen; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 4,
55).
2.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss, zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2015, N 120 zu
Art. 61 ATSG). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob
der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw.
der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit
Hinweis). Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kann
rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, solange nicht konkrete
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Auf das Ergebnis
versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen - zu denen die medizinische Beurteilung
des beratenden Arztes der Beschwerdegegnerin, pract. med. J._, vom 11. Juli 2017
(UV-act. 17) gehört - kann nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an
ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (BGE 135 V 470 E. 4.4 und 125 V 353
f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). In diesem Fall sind ergänzende Abklärungen
vorzunehmen (BGE 135 V 471 E. 4.6).
3.
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3.1 Im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (2. Juni 2017) litt die Beschwerdeführerin
unbestrittenermassen unter Schulterbeschwerden links (vgl. UV-act. 15). Ein natürlicher
Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlichen Beschwerden hat in der
Regel als gegeben zu gelten, wenn sich mittels apparativer Untersuchungsmethoden
(wie Röntgen, Sonographie, Computertomogramm, Kernspintomogramm,
Arthroskopie) ein unfallkausaler organischer Befund im Sinn eines strukturellen
Gesundheitsschadens erheben lässt (vgl. BGE 134 V 121 E. 9, 134 V 232 E. 5.1 mit
Hinweisen, 117 V 363 E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen; Urteil
des Bundesgerichts vom 7. August 2008, 8C_806/2007, E. 8.2 mit zahlreichen
Hinweisen).
3.2 Bei der Beschwerdeführerin wurde am Unfalltag (5. März 2015) im
Rehabilitationszentrum Valens eine röntgenologische Untersuchung des Brustkorbes
(insbesondere der Rippen) sowie des Schulterblattes durchgeführt. Während am
Schulterblatt keine Fraktur zur Darstellung gebracht werden konnte, zeigten sich im
Bereich des Brustkorbes dislozierte Frakturen der Rippen 6 und 7 links dorsolateral
sowie ein Pneumothorax der linken Lunge. Gestützt auf dieses Untersuchungsergebnis
diagnostizierte der behandelnde Arzt Dr. D._ eine Rippenfraktur der Rippen 6 und 7
links dorso-lateral disloziert sowie einen konsekutiven Pneumothorax der linken Lunge
(UV-act. 6). Der Pneumothorax wurde noch am Unfalltag im Spital C._ mit einer
Thoraxdrainage behandelt (UV-act. 4). Im Austrittsbericht des Spitals C._ vom 8.
März 2015 wurde ebenfalls die Diagnose Pneumothorax links mit/bei Fraktur 5-7 Rippe
links gestellt. Ergänzend wurde eine Schulterblattkontusion diagnostiziert. Dies,
nachdem die Beschwerdeführerin über Schmerzen im Bereich des linken Schulterblatts
geklagt hatte. Auf eine weitere Untersuchung der linken Schulter oder eine spezifische
Schulterbehandlung wurde jedoch im Austrittsbericht nicht hingewiesen (UV-act. 5).
Die Beschwerdegegnerin anerkannte darauf ihre Leistungspflicht und erbrachte
Versicherungsleistungen (Heilbehandlung und Taggeld; vgl. UV-act 18, 20). Ab April
2015 war die Beschwerdeführerin in ihrem 95%-Pensum als Ergotherapeutin wieder
voll arbeitsfähig (vgl. dazu UV-act. 6, act. G 6.1). Eine spätere Arbeitsunfähigkeit ist
nicht aktenkundig.
3.3 Am 22. Mai 2015 führte Dr. E._ bei der Beschwerdeführerin bei persistierenden
Beschwerden im Bereich des Schulterblattes links mit fluktuierender Schwellung (vgl.
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act. G 6.1) einen Weichteilultraschall durch und stellte ein Serom dorsolateral links im
Bereich der Rippen 5-7 links, etwas lateral des lateralen Scapularandes, fest (UV-act.
13). Ätiologisch ging Dr. E._ davon aus, dass es mittels vermehrter Bewegungen des
Rumpfes zu einer "Reibung" im Bereich der Weichteile und damit zu einer Ausbildung
eines Hämatoms bzw. Seroms gekommen sei (UV-act. 7). Das Serom war also keine
Folge einer beim Unfall vom 5. März 2015 erlittenen Schulterverletzung, hatte jedoch im
Bereich des Schulterblattes links zu Beschwerden geführt. Am selben Tag wurde bei
der Beschwerdeführerin durch Dr. F._ eine weitere röntgenologische Untersuchung
des Thorax durchgeführt (UV-act. 13-2).
3.4 Am 19. Juli 2016 suchte die Beschwerdeführerin aufgrund noch immer
vorhandener Schmerzen, andauernd seit dem Unfall thorakodorsal bei repetitiven
Armbewegungen, Dr. G._ auf. Dieser diagnostizierte eine Schulterblattkontusion links
am 5. März 2015 sowie persistierende posttraumatische Verklebungen und
Blockierungen, nachdem sich objektiv eine freie linke Schulter, ein normal bewegliches
Schulterblatt bei Kompression diskret schmerzhaft linksseitig, sowie ein angedeuteter
erhöhter Tonus der Schulterblattmuskulatur gezeigt hatten, und verordnete der
Beschwerdeführerin Physiotherapie (UV-act. 8). Am 28. September 2016 teilte die
Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin telefonisch mit, dass sie seit Abschluss
der Physiotherapie Heimübungen mache, wegen eines Kraftdefizits aber immer wieder
Beschwerden habe, welche sie hoffentlich in den Griff bekomme (UV-act. 9). Anlässlich
eines weiteren Telefongesprächs vom 27. Oktober 2016 erzählte die
Beschwerdeführerin, dass sie seit dem Unfall nie beschwerdefrei gewesen sei, jedoch
keinen Arzt aufgesucht habe. Sie sei Ergotherapeutin und habe sich selbst geholfen.
Nachdem die Beschwerden im Juli 2016, vor allem beim Heben des Arms über Kopf,
etwas zugenommen hätten, habe sie Dr. G._ aufgesucht, welcher Physiotherapie
verordnet habe (UV-act. 10).
3.5 Dr. H._ hielt am 2. November 2016 in einer Beurteilung fest, dass die aktuellen
Beschwerden noch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem natürlichen
Kausalzusammenhang zum Ereignis vom 5. März 2015 stünden, und verneinte die
Frage, ob gemäss den medizinischen Unterlagen unfallfremde Veränderungen im
Bereich des linken Brustkorbs vorhanden seien (UV-act. 11).
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3.6 Am 18. Februar 2017 überwies Dr. G._ die Beschwerdeführerin aufgrund von
Schmerzen im linken Schulterblattbereich bei Überkopfarbeit an Dr. I._ (UV-act. 14).
Am 2. Juni 2017 liess er bei ihr in der Radiologie K._ eine MR-Arthrographie der
linken Schulter durchführen, bei welcher ein subtotaler Riss der Supraspinatussehne in
den zentralen Abschnitten oberhalb des Tuberculum majus festgestellt wurde (UV-act.
15).
4.
4.1 Unstreitig war mit der Rotatorenmanschettenläsion eine strukturelle
Gesundheitsschädigung im Bereich des Schultergelenks objektiviert. Angesichts der
Ausführungen in den Erwägungen 3.2 ff. ist aber offensichtlich, dass sich die
Anerkennung der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin nur auf den durch den
Unfall vom 5. März 2015 verursachten Pneumothorax sowie eine traumatische
Schulterblattkontusion bezogen hat, nicht jedoch auch die
Rotatorenmanschettenläsion umfasste (vgl. UV-act 18, 20). Die Beweislast hinsichtlich
der Frage, ob es sich bei dieser um eine beim Unfall vom 5. März 2015 erlittene
Verletzung gehandelt hat, liegt somit bei der Beschwerdeführerin (Urteil des EVG vom
27. April 2005, U 6/05, E. 1; vgl. Erwägung 2.1).
4.2 In Bezug auf die Rotatorenmanschette, insbesondere deren Supraspinatussehne,
gilt es zu beachten, dass sie zur Degeneration neigt. Allerdings kann die
Rotatorenmanschette auch als Folge eines Traumas ein- oder abreissen (vgl. dazu
ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl., Bern 2005, S.
628, 724 f., 728 ff.; ROCHE LEXIKON, Medizin, 5. Aufl., München 2003, S. 1681;
PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl., Berlin 2017, S. 1576, 1646).
Grundsätzlich sind mithin beide Kausalitäten (Krankheits- und Unfallkausalität)
denkbar. Im Folgenden ist zu prüfen, ob es sich vorliegend bei der
Rotatorenmanschetten- bzw. Supraspinatussehnenläsion mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit um eine direkte Unfallverletzung oder eine
degenerative Gesundheitsschädigung handelt.
4.3
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4.3.1 Die Beschwerdeführerin beschrieb den Unfallhergang vom 5. März 2015 im
Fragebogen am 10. März 2015 folgendermassen: "Auf dem Weg zur Arbeit [...] bin ich
auf dem Eis ausgerutscht und auf den Rücken umgefallen." (UV-act. 3-1). Weiter gab
sie an, nach dem Sturz sofort Schmerzen im Bereich des linken Schulterblattes bzw.
der Schulter links gehabt zu haben (UV-act. 3-2, 5). Die Ärzte des Spitals C._
diagnostizierten am Unfalltag eine Schulterblattkontusion links (UV-act. 5), was
angesichts der vorgenannten Unfallschilderung der Beschwerdeführerin sowie des
Röntgenbefunds der Rehabilitationsklinik Valens vom 5. März 2015 (UV-act. 6, 13-2)
grundsätzlich als folgerichtig erscheint. Gemäss medizinischer Literatur entsteht eine
Kontusion durch direkte stumpfe Gewalteinwirkung, wie sie bei einem Schlag oder Fall
entsteht (PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 981). Es entspricht einer medizinischen
Erfahrungstatsache, dass eine solche Verletzung innert kurzer Zeit folgenlos ausheilt
und sich die damit verbundenen Beschwerden gänzlich zurückbilden (DEBRUNNER,
a.a.O., S. 412). Angesichts des aktenkundigen zeitlichen Ablaufs (vgl. Erwägungen 3.2
ff. und nachfolgende Erwägung 4.3.2) ist davon auszugehen, dass der Heilungsprozess
der am Unfalltag erlittenen Schulterblattkontusion optimal verlaufen ist bzw. spätestens
im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 2. Juni 2017 abgeschlossen war und die erst
rund zwei Jahre nach dem Unfall radiologisch objektivierte
Rotatorenmanschettenläsion mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit eine davon unabhängige, degenerativ bedingte
Gesundheitsschädigung darstellt.
4.3.2 Die Aussagen der Beschwerdeführerin anlässlich der telefonischen Gespräche
mit der Beschwerdegegnerin vom 28. September und 27. Oktober 2016 (vgl. Erwägung
3.4) würden zwar auf Brückensymptome über die Zeit bis zur rund zwei Jahre nach
dem Unfall radiologisch objektivierten Rotatorenmanschettenläsion schliessen lassen,
letztere sind jedoch anhand der vorliegenden Akten nicht nachzuweisen. Gemäss
Akten war die Beschwerdeführerin seit Anfang April 2015 als Ergotherapeutin - einem
Beruf, der insbesondere auch die Funktionsfähigkeit der oberen Extremitäten
voraussetzt - in einem Arbeitspensum von 95% wieder zu 100% arbeitsfähig (UV-act.
6, act. G 6.1). Zudem sind ärztliche Untersuchungen bzw. ein ärztliches
Untersuchungsergebnis, welche auf eine Brückensymptomatik zwischen der
unfallnahen Schulterproblematik und der erst spät objektivierten
Rotatorenmanschettenläsion hindeuten würden, aktenmässig nicht belegt. Die
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Schmerzen nach der Wiederaufnahme der Arbeit sowie das sonographische
Untersuchungsergebnis vom 22. Mai 2015 wurden auf die Thoraxverletzung
zurückgeführt (UV-act. 7; act. G 6.1; Erwägung 3.3) und auch die am selben Tag
durchgeführte Röntgenuntersuchung galt dem Thorax (UV-act. 13-2). Für den Zeitraum
zwischen 22. Mai 2015 (UV-act. 7, 13) und 19. Juli 2016 (UV-act 8) besteht sodann gar
keine Dokumentation. Im Untersuchungsbericht vom 21. September 2016 führte Dr.
G._ neben der Diagnose Pneumothorax nur diejenige einer Schulterblattkontusion
auf, vermochte damals aber gar keine auffälligen Befunde im Bereich der linken
Schulter mehr zu objektivieren (UV-act. 8). Die Bejahung überwiegend wahrscheinlich
unfallkausaler Beschwerden durch Dr. H._ in seiner vertrauensärztlichen Beurteilung
vom 2. November 2016 bezog sich schliesslich vor allem auch auf Beschwerden im
Bereich des Brustkorbs (UV-act. 11). Am 18. Februar 2017 überwies Dr. G._ die
Beschwerdeführerin an den Chiropraktor Dr. I._, beschrieb jedoch im
Überweisungsschreiben wieder nur Beschwerden lokalisiert im Bereich der Scapula
(UV-act. 14). Bis zur MRI-Untersuchung der linken Schulter vom 2. Juni 2017 vergingen
abermals rund dreieinhalb Monate. Laut Untersuchungsbericht vom 6. Juni 2017
erfolgte diese Untersuchung erstmals bei der Indikation von persistierenden
Schmerzen im Schultergelenk, also nicht mehr im Schulterblatt (UV-act. 15).
4.4 Wie von der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 9. Januar 2018
(vgl. act. G 8, Ziff. 14 ff.) zutreffend festgestellt, bildet insbesondere auch der
Unfallhergang ein massgebendes Beurteilungskriterium für die Ursächlichkeit einer
Gesundheitsschädigung. Als potenziell geeignete Verletzungsmechanismen für eine
Rotatorenmanschettenläsion werden in den medizinischen Fachartikeln genannt: das
Abscheren des Sehnenansatzes von innen, sobald der maximal zulässige
Rotationswinkel überschritten ist und der Sehnenansatz mit dem Pfannenrand in
Konflikt gerät (sogenanntes inneres Impingement), z.B. bei einer Schulter(sub)luxation;
die passive Traktion, z.B. nach unten (beim Versuch einen schweren fallenden
Gegenstand aufzufangen), ventral oder medial; die exzentrische Belastung
angespannter Anteile der Rotatorenmanschette, z.B. bei passiv forcierter Aussen- oder
Innenrotation bei anliegendem oder abgespreiztem Arm, z.B. bei einem Sturz vom
Gerüst nach vorn mit dem Versuch, den Fall durch Festhalten abzufangen. Die
traumatische Ruptur der Rotatorenmanschette erfolgt also dann, wenn durch indirekte
Gewalteinwirkung, selten durch ein direktes Anpralltrauma bzw. durch eine plötzliche
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körpereigene Kraftanstrengung, die mechanische Belastbarkeit des Sehnengewebes
überschritten wird (<https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/033-041l_
S2e_Rotatorenmanschette_2017-04_02.pdf>; <http://www.gaertner-servatius.de/
krankhei¬ten/rotatorenmanschettenruptur_leitlinien.pdf>; <https://de.wikipedia. org/
wiki/Rotatoren¬manschettenruptur>, alle abgerufen am 24. November 2018). Auch der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin führt in der Beschwerde vom 2. November
2017 (act. G 1) die vorgenannten Verletzungsmechanismen auf. Nicht beizupflichten ist
seiner Aussage, dass auch ein blosser Sturz auf die Schulter und damit ein axiales
Stauchungstrauma bereits ein geeigneter Verletzungsmechanismus sei. Die
Beschwerdegegnerin zeigt überzeugend auf, dass im konkreten Fall gerade von einem
solchen auszugehen ist, d.h. dass von der Beschwerdeführerin kein
Verletzungsmechanismus mit dem Potenzial für eine Schädigung der
Rotatorenmanschette beschrieben wurde (vgl. UV-act. 1, 3).
4.5
4.5.1 Angesichts der in den Erwägungen 4.3 f. dargelegten Sachlage kam pract.
med. J._ zum überzeugenden und nachvollziehbaren Schluss, dass es sich bei der
am 2. Juni 2017 bei der Beschwerdeführerin erhobenen Rotatorenmanschettenläsion
links um eine degenerative Gesundheitsschädigung handle und über den 2. Juni 2017
hinaus mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit keine
Unfallrestfolgen - konkret solche im Zusammenhang mit der am 5. März 2015
unbestrittenermassen erlittenen Schulterblattkontusion - mehr vorliegen würden. Je
grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der
gesundheitlichen Beschwerden ist, desto strengere Anforderungen sind an den
Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen (RKUV
1997 NR. 275 S. 191 E. 1c). Angesichts des zeitlichen Ablaufs im vorliegenden Fall
kann jedoch höchstens die Möglichkeit eines Zusammenhangs zwischen dem
Unfallereignis vom 5. März 2015 und der erst am 2. Juni 2017 objektivierten
Rotatorenmanschettenläsion angenommen werden. Die vorliegenden medizinischen
Akten lassen in Übereinstimmung mit medizinischen Erfahrungswerten auf eine
kurzzeitige Heilung der Schulterblattkontusion schliessen, worauf nur noch die
Beschwerden im Zusammenhang mit der Thoraxverletzung länger andauerten.
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4.5.2 Kein Beweiswert kommt der von Dr. G._ in seinem Schreiben vom 4.
Dezember 2017 als neu festgestellt und mit grosser Sicherheit als posttraumatisch
bezeichneten Rotatorenmanschettenverletzung zu (act. G 6.1). Seine Begründung, es
sei ihm kein weiterer Unfall mit einer Schulterverletzung bekannt, lässt gerade auch den
Schluss auf eine degenerative Gesundheitsstörung zu. Der Umstand, dass die
Beschwerdeführerin vor dem Unfall in Bezug auf die Schulter beschwerdefrei gewesen
ist, reicht für eine Unfallkausalität ebenfalls nicht aus (vgl. dazu die beweisrechtlich
untaugliche Formel "post hoc ergo propter hoc"; SVR 2008 UV Nr. 11 S. 34 [U 290/06]
E. 4.2 mit Hinweisen; ALFRED MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2.
Aufl., Bern 1989, S. 460 Fn 1205)
4.5.3 Von weiteren Abklärungen im heutigen Zeitpunkt sind in antizipierter
Beweiswürdigung keine entscheidwesentlichen neuen Erkenntnisse zu erwarten. Damit
liegt Beweislosigkeit vor, deren Folgen die Beschwerdeführerin zu tragen hat (vgl.
Erwägung 2.1; Urteil des EVG vom 21. August 2006, I 196/06, E. 3). Die
Beschwerdegegnerin hat damit zu Recht ihre Leistungen per 2. Juni 2017 eingestellt.
5.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 2. Oktober 2017 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen
Anspruch auf eine Parteientschädigung.