Decision ID: c07ba1c2-2afe-511e-8ba3-5bf81bdfd738
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
G._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Jürg Jakob, Rosenbergstrasse 42b, 9000 St.
Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Die 1957 geborene G._ war als Selbstständigerwerbende im eigenen
Unternehmen tätig und über die freiwillige Unternehmerversicherung gegen die Folgen
von Unfällen versichert. Am 29. Januar 2004 stürzte sie auf vereister Strasse auf ihren
Rücken und litt in der Folge an Sakralschmerzen (act. G 5.2.4). Bis zum
Behandlungsabschluss vom 8. März 2004 erbrachte die Suva die gesetzlichen
Versicherungsleistungen (Heilbehandlung und Taggeld; vgl. act. G 5.2.4 ff.). Die
Versicherte ging weiter ihrer freiwillig unfallversicherten selbstständigen
Erwerbstätigkeit nach.
A.b Am 24. Januar 2006 stürzte die Versicherte 15 Stufen einer Treppe hinunter und
zog sich dabei Verletzungen am Rücken, Kopf und an den Beinen zu (act. G 5.1.1). Die
Erstbehandlung der Unfallfolgen erfolgte am 1. Februar 2006 durch Dr. med. A._,
Facharzt FMH für Chirurgie. Dieser diagnostizierte multiple Kontusionen und attestierte
der Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab 24. Januar 2006 (act. G 5.1.2). In
der Folge wurde ihr ab dem 1. Mai 2006 eine 60%ige (act. G 5.1.12) und ab 11. Juli
2006 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 5.1.16) bescheinigt. Ab dem 17. August
2008 war sie 100% arbeitsunfähig (act. G 5.1/20). Vom 20. September bis 26. Oktober
2006 befand sich die Versicherte zur stationären Rehabilitation in der Rehaklinik
Bellikon. Die behandelnden Ärzte der Rehaklinik diagnostizierten im Austrittsbericht
vom 7. November 2006 einen Treppensturz mit multiplen Kontusionen bei gemäss
Angaben der Versicherten kurzem Bewusstseinsverlust (ca. 10 Minuten), ein
rechtsbetontes zerviko-brachiales und zerviko-okzipitales Schmerzsyndrom bei im MRI
(3. Juli 2006) nachgewiesener medio-rechtslateraler Diskushernie C5/6 und C6/7 sowie
Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10: F41.2). Sie bescheinigten ab
30. Oktober 2006 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
(wiederholtes Hantieren bis schwerer Lasten) und empfahlen, ab 30. Oktober 2006 eine
Arbeitsaufnahme zur Angewöhnung/Anpassung an die Arbeit sowie die Weiterführung
der psychotherapeutischen Betreuung (act. G 5.1.30). Im psychosomatischen
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Konsilium wird erwähnt, dass 2005 ein Brandanschlag auf das Unternehmen der
Versicherten verübt worden sei und sie seither an Erstickungsgefühlen und Ängsten
leide (act. G 5.1.28/3). Nach dem Austritt arbeitete die Versicherte ein bis zwei Stunden
täglich. Die Suva ging ab 1. November 2006 von einer 20%igen, ab 1. Dezember 2006
von einer 40%igen Arbeitsfähigkeit aus (act. G 5.1.32/2).
A.c Am 31. Januar 2007 rutschte die Versicherte in einem Sprudelbad aus und
verletzte sich am Gesäss (Prellung am Becken links; act. G 5.3.1). Der behandelnde
Dr. med. H._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, beschrieb im Arztbericht vom
17. Februar 2007 eine handtellergrosse Quetschung am Gesäss mit starken Schmerzen
und Bewegungseinschränkung. Er bescheinigte der Versicherten ab 31. Januar 2007
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 5.3.3).
A.d 2007 wurde auf das Unternehmen der Versicherten ein weiterer Brandanschlag
verübt und das Geschäft geschlossen (act. G 5.1.45 und 5.1.50).
A.e Die seit 13. Dezember 2006 behandelnde Dr. med. B._, Fachärztin FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 10. April 2007, dass bei der
Versicherten im Rahmen des Unfalls "2/2006" zunächst eine depressiv/ängstlich
getönte Belastungsreaktion vorgelegen habe, die sich zwischenzeitlich zu einer
Anpassungsstörung entwickelt habe. Die geschilderten Ängste, ins Bodenlose zu
stürzen oder entsprechende Albträume, seien zwar inhaltlich sicherlich direkte
Unfallfolge, zum Teil aber auch passend zu ihren realen existenziellen Befürchtungen
bezüglich des finanziellen Überlebens der Familie (act. G 5.1.47/4 f.).
A.f Per September 2007 übernahm die Versicherte in I._ ein Geschäft (act.
G 5.1.59). Gegenüber der Suva gab sie an, wegen Schmerzen nach wie vor nur zu 20%
arbeiten zu können. Sie beschäftige zwei Angestellte, die zusammen ein 100%iges
Pensum erfüllten (act. G 5.1.61).
A.g Der Kreisarzt berichtete am 4. März 2008 über eine verbliebene funktionelle
Belastungseinschränkung des Arms bei Schmerzhaftigkeit, überlagert wahrscheinlich
durch somatoforme Schmerzstörung bei funktionell auch Hyposensibilität der
gesamten rechten Körperhälfte bei belastetem biopsychosozialem Kontext. Es zeigten
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sich keine unfallbedingten organischen Befunde. Radiologisch seien pathologische
Veränderungen degenerativer Art im HWS-Bereich vorhanden. Die Versicherte gebe
wiederholt an, vor dem Unfallereignis, dort wo sie im Bereich des Kinns aufgeschlagen
sei, keine Beschwerden gehabt zu haben. Es sei nicht auszuschliessen, dass das
Manifestwerden der Degenerationen durch den Unfall im Verlauf des gesamten
biopsychosozialen Kontextes erklärbar sei. Beim nachträglichen nochmaligen Studium
des Röntgendossiers habe sich ergeben, dass die Versicherte entgegen ihren Angaben
doch einen Vorzustand aufweise (act. G 5.1.84). Diesbezüglich nahm die Suva weitere
Abklärungen vor, die ergaben, dass die Versicherte bereits seit 15. März 1999 wegen
Kopf- und Schulterschmerzen, seit 27. August 2004 auch wegen Armbeschwerden
rechts mehr als links mit ausstrahlenden Schmerzen von der Schulter bis in die Hand
und seit 10. September 2004 auch wegen HWS-Beschwerden behandelt wurde (vgl.
Auszug aus der Krankengeschichte vom 24. März 2008, act. G 5.1.93; zu den seit
26. März 2003 vorgenommenen radiologischen Untersuchungen am Kopf und der
Wirbelsäule vgl. act. G 5.1.86 ff.). Im ergänzenden Bericht vom 30. April 2008 führte der
Kreisarzt in Würdigung der Röntgenbilder vom 10. September 2004, vom 11. Mai 2006
und vom 15. April 2008 aus, es handle sich beim Beschwerdebild um einen
bisegmental radiologisch nachweisbaren progredienten Verlauf eines HWS-Leidens,
wobei die Progredienz seit dem Jahr 2004 in etwa linear verlaufe. Somit erscheine eine
richtungsgebende Verschlimmerung durch das Unfallereignis vom 24. Januar 2006
nicht wahrscheinlich. Es handle sich am ehesten um den natürlichen Verlauf eines der
Versicherten nicht mehr in Erinnerung gebliebenen HWS-Problems (act. G 5.1.106).
A.h Mit Verfügung vom 6. Mai 2008 stellte die Suva die seit 24. Januar 2006
erbrachten Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) per 18. Mai 2008 ein und schloss
den Fall ab (act. G 5.1.108).
B.
B.a Dagegen erhob die Versicherte am 22. Mai 2008 Einsprache und beantragte, es
seien ihr über den 18. Mai 2008 hinaus die gesetzlichen Versicherungsleistungen zu
erbringen (act. G 5.1.109). Mit Eingaben vom 13. Juni 2008 (act. G 5.1.112) und vom
5. September 2008 (act. G 5.1.130) ergänzte sie ihre Einsprache.
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B.b Mit Einspracheentscheid vom 26. September 2008 wies die Suva die Einsprache
ab (act. G 5.1.132).
C.
C.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die von der Beschwerdeführerin durch
Rechtsanwalt Jürg Jakob am 31. Oktober 2008 erhobene Beschwerde. Sie lässt darin
unter Kosten- und Entschädigungsfolge dessen Aufhebung sowie die Erbringung der
gesetzlichen Leistungen (Heilungskosten, Taggelder, ev. Rente) über den 18. Mai 2008
hinaus beantragen. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen aus, dass zwischen dem
mittelschweren Unfallereignis vom 24. Januar 2006 und den weiterhin bestehenden
physischen und psychischen Beschwerden nach wie vor ein natürlicher und adäquater
Kausalzusammenhang bestehe. Die Beschwerdegegnerin bleibe daher für die
fortbestehende Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit leistungspflichtig (act. G 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 6. Januar 2009 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Beschwerdeabweisung. Im Zeitpunkt der
Leistungseinstellung vom 18. Mai 2008 sei neben der natürlichen auch die adäquate
Unfallkausalität zu verneinen (act. G 5).
C.c Mit Replik vom 20. Februar 2009 hält die Beschwerdeführerin unverändert an den
bisherigen Anträgen fest (act. G 11).
C.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet.

Erwägungen:
1.
Streitig ist vorliegend die Frage, ob die nach dem 18. Mai 2008 von der
Beschwerdeführerin geltend gemachten psychischen und physischen Leiden eine
natürliche und adäquate Folge des Unfallereignisses vom 24. Januar 2006 sind.
2.
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2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) werden bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten
Versicherungsleistungen gewährt. Der Unfallversicherer hat jedoch für einen
Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser nicht nur in
einem natürlichen, sondern auch in einem adäquaten Kausalzusammenhang zu einem
versicherten Ereignis steht (BGE 119 V 338 E. 1).
2.2 Ist die natürliche und adäquate Unfallkausalität für die ursprünglichen
Beschwerden einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt
die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall
nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt,
wenn also letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht.
Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst
manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn entweder der
(krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat
(Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem
schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher
oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss
mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit
nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es
sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende
Beweislast nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV
2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen). Dabei muss nicht etwa der Beweis für
unfallfremde Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes
Leiden hat, beispielsweise Krankheit oder degenerative Veränderungen, ist
unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der Unfallversicherer bei einmal bejahter
Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde Ursachen nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte
Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also
dahin gefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b).
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2.3 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts
eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder
die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a
mit Hinweisen). Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte kann
rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig
erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine
Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee).
3.
Zunächst ist zu prüfen, ob über den 18. Mai 2008 hinaus noch leistungsbegründende
somatische Unfallfolgen bestehen. Beim Ereignis vom 24. Januar 2006 erlitt die
Beschwerdeführerin multiple Kontusionen ohne sichtbare Fraktur (act. G 5.1.2). Am
schlimmsten waren das rechte Handgelenk und der Rücken betroffen (act. G 5.1.10).
4.
4.1 Die von Dr. med. C._, Facharzt FMH für Radiologie, vorgenommenen
radiologischen Untersuchungen der Wirbelsäule vom 3. Juli 2006 (HWS und cervicale
Kernspintomographie) ergaben eine klein- bis mittelvolumige medio-rechtslaterale
Diskushernie C7/Th1 mit leichter Dekonfiguration des cervicalen Myelons auf diesem
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Niveau mit möglicher Irritation der Nervenwurzel von Th1 rechts; spondylophytär discal
bedingte medio-links und medio-rechtslaterale Vorwölbungen im Segment C5/C6 bei
leichter Osteochondrose in diesem Segment mit begleitenden
Spondylophytenbildungen mit zusätzlicher kleinvolumiger Diskushernie medio-
rechtslateral mit leichter Spinalkanaleinengung auf diesem Niveau, jedoch ohne
Myelonverlagerung bzw. Zeichen einer Myelopathie; eine cervicale Streckfehlhaltung
bei liegender Patientin; segmentale Bewegungseinschränkung im unteren HWS-
Abschnitt. Im Übrigen bestünden normale ossäre Strukturen der HWS und ein
normales vertebrospinales cervicales Kernspintomogramm (act. G 5.1.13; vgl. auch
den konsiliarischen Untersuchungsbericht von Dr. med. D._, Facharzt FMH für
Neurochirurgie, Klinik Stephanshorn, vom 4. Juli 2006, act. G 5.1.15). Bei den
genannten Gesundheitsschäden handelt es sich um klare organische Substrate, die
grundsätzlich als Ursache der geklagten Schmerzen im Bereich der HWS in Erwägung
zu ziehen sind (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie,
4. Auflage, Bern 2002, S. 848 ff., 879 ff.). Zu prüfen ist demnach im Folgenden,
inwieweit sie durch das Unfallereignis bzw. die Kontusionen vom 24. Januar 2006
verursacht wurden oder inwieweit dieses Unfallereignis bzw. diese Kontusionen auf sie
eingewirkt haben. In Frage kommen eine durch den Unfall verursachte organische
Gesundheitsschädigung, eine richtunggebende Verschlimmerung eines degenerativen
Vorzustandes oder ein durch den Unfall lediglich ausgelöster (nicht verursachter) oder
vorübergehend verschlimmerter degenerativer Vorzustand. Beim Unfall als
Auslösefaktor interessiert weiter die Frage, ob der Beschwerdeschub noch andauert
bzw. bis zu welchem Zeitpunkt er angedauert hat (vgl. dazu RKUV 2000 Nr. U 378
S. 190 und Nr. U 379 S. 192).
4.2
4.2.1 Aktenmässig erstellt ist, dass die Beschwerdeführerin bereits vor dem
Unfallereignis u.a. wegen persistierender Schulterschmerzen, Armbeschwerden (rechts
mehr als links) mit ausstrahlenden Schmerzen und HWS-Beschwerden in medizinischer
Behandlung stand (act. G 5.1.93). In der röntgenologischen Beurteilung vom 6. Mai
2003 wurde eine Streckhaltung der LWS im Sinn eines lumbalen vertebralen Syndroms,
eine Osteochondrose L5/S1 und beginnend L4/L5 und eine mässige Spondylarthrose
distal doch erheblich zunehmend festgestellt (act. G 5.1.87). Die Röntgenaufnahme der
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HWS vom 10. September 2004 ergab eine initiale Osteochondrosis C5/C6 mit diskreter
linksseitiger Unkarthrosis sowie spondylotische Marginalosteophyten C5 bis C7 (act.
G 5.1.88). Im Bereich des Unfallversicherungsrechts entspricht es einer medizinischen
Erfahrungstatsache, dass Diskushernien in aller Regel degenerative Erkrankungen
darstellen. Ein Bandscheibenvorfall kann indessen dann als weitgehend durch eine
äussere Einwirkung entstanden betrachtet werden, wenn die dabei wirkende Kraft
ausserordentlich hoch, der Unfall mithin geeignet war, eine prätraumatisch vollständig
unauffällige Bandscheibe zu zerreissen (RKUV 2000 Nr. U 378 S.192 f. E. 2a mit
Hinweisen). Diese Voraussetzung ist vorliegend weder hinsichtlich des
Unfallereignisses noch bezüglich des prätraumatischen Gesundheitszustandes erfüllt,
betrafen die erheblichen Vorzustände doch dieselben Segmente (C5/C6, C7), bei
denen nach dem Unfallereignis Hernierungen der Bandscheibe erhoben wurden. Im
Vordergrund stehen damit nicht traumatisch bedingte Veränderungen, sondern solche
degenerativer Art. Diese Beurteilung deckt sich mit jener des Kreisarztes, der am 7. Juli
2006 berichtete, der Treppensturz könne wohl zu einem Manifestwerden der
vorbestehenden degenerativen Veränderungen geführt haben. Die multisegmentale
Lokalisierung deute aber auf eine degenerative Veränderung der Wirbelsäule hin und im
Übrigen lasse sich das Ausmass der Beschwerden schlecht mit den klinischen
Befunden erklären. Es fänden sich keine entsprechenden Pathologien, die direkt mit
den radiologischen Befunden zu korrelieren seien (act. G 5.1.16/4). Vor diesem
Hintergrund ist damit eine durch das Unfallereignis vom 24. Januar 2006 verursachte
anhaltende organische Gesundheitsschädigung auszuschliessen (vgl. zum Ausschluss
struktureller Unfallfolgen den kreisärztlichen Bericht vom 30. April 2008, act.
G 5.1.106).
4.2.2 Ebenfalls auszuschliessen ist im Fall der Beschwerdeführerin eine
richtunggebende, dauernde unfallbedingte Verschlimmerung ihrer degenerativen
Gesundheitsschäden im Bereich der Wirbelsäule. Es entspricht einer medizinische
Erfahrungstatsache, dass eine solche Verschlimmerung nur dann als erwiesen gelten
kann, wenn ein plötzliches Zusammensinken der Wirbel sowie das Auftreten und
Verschlimmern von Verletzungen nach einem Trauma radioskopisch erstellt sind (RKUV
2000 Nr. U 363 S. 46 f. E. 3a mit Hinweisen). Diese Voraussetzungen sind hier nicht
erfüllt. Dr. med. E._, Facharzt FMH für Radiologie, Röntgeninstitut und MR-Zentrum
St. Gallen, verglich die am 15. April 2008 neu erstellte Röntgenaufnahme der HWS mit
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den Voraufnahmen vom 10. September 2004 und 11. Mai 2006. Er berichtete lediglich
über eine diskrete Zunahme der Bandscheibenschmälerungen C5/C6 und C6/C7 sowie
der spondylotischen Marginalosteophyten auf diesen Niveaus. Geringgradig
progredient seien auch die leichten unkarthrotischen Degenerationen C5/C6 und C6/
C7 (Bericht vom 15. April 2008, act. G 5.1.104). Eine richtunggebende
Verschlimmerung wird vom Kreisarzt im Bericht vom 30. April 2008 nachvollziehbar
verneint: Es handle sich um einen bisegmental radiologisch nachweisbaren
progredienten Verlauf eines HWS-Leidens, wobei die Progredienz in etwa seit dem
Jahr 2004 linear verlaufe. Somit erscheine eine richtungsgebende Verschlimmerung
durch das Unfallereignis vom 24. Januar 2006 nicht wahrscheinlich. Es handle sich
doch am ehesten um den natürlichen Verlauf eines der Beschwerdeführerin bis anhin
nicht mehr in Erinnerung gebliebenen HWS-Problems (act. G 5.1.106). Eine Kontusion
der Wirbelsäule kann zwar ohne weiteres eine bisher stumme, vorbestehende
Wirbelsäulenerkrankung symptomatisch machen, wobei es sich aber meist nur um eine
vorübergehende Verschlimmerung (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Oktober 2007,
U 530/06, E. 4.2 mit Hinweis auf Debrunner/Ramseier, Die Begutachtung von
Rückenschäden, Bern 1990, S. 5) und damit meist nicht um eine richtunggebende
Verschlechterung handelt. Angesichts dessen, dass der Unfallversicherer nicht den
Beweis für das Vorliegen unfallfremder Ursachen erbringen muss und es für die
Verneinung der Unfallkausalität genügt, wenn eine Verschlimmerung nur als möglich
bzw. nicht wahrscheinlich erachtet wird (vgl. vorstehende E. 2.2), ist vorliegend gestützt
auf die genannte medizinische Aktenlage eine richtunggebende Verschlimmerung des
degenerativen Vorzustandes vorliegend nicht dargetan.
4.2.3 Nach dem Gesagten steht fest, dass die Beschwerdeführerin mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit durch den fraglichen Unfall weder
eine klar ausgewiesene neue, bleibende Gesundheitsschädigung noch eine
richtunggebende Verschlimmerung des degenerativen Vorzustandes erlitten hat.
4.3 Wie erwähnt (vgl. E. 4.1), kann ein Vorzustand durch einen Unfall ausgelöst oder
vorübergehend verschlimmert werden. Diesfalls übernimmt die Unfallversicherung
lediglich den durch das Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub (RKUV 2000
Nr. U 379 S. 193 E. 2a mit Hinweisen). Der Kreisarzt sprach in seiner Beurteilung vom
7. Juli 2006 (act. G 5.1.16) und vom 4. März 2008 (act. G 5.1.84/6) denn auch
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nachvollziehbar von "Manifestwerden" der vorbestehenden degenerativen
Veränderungen durch den fraglichen Unfall. Damit korrespondiert, dass Dr. D._ im
Bericht vom 4. Juli 2006 den Treppensturz als Auslöser für die Beschwerden beschrieb
- nicht jedoch als Ursache für den erhobenen Befund (act. G 5.1.15/2). Der Kreisarzt
kam in Würdigung der Vorakten und den Ergebnissen der eigenen Untersuchungen am
30. April 2008 zum Schluss, dass keine Unfallfolgen mehr vorhanden seien (act.
G 5.1.106). Mit Blick darauf, dass dem geschilderten Unfallmechanismus - die
Beschwerdeführerin stolperte und fiel die Treppe hinunter - keine besondere Schwere
zu entnehmen ist (act. G 5.1.1), die Beschwerdeführerin weder strukturelle Läsionen
noch Hämatombildungen aufwies, im Bereich ihrer Wirbelsäule erhebliche Vorzustände
nachgewiesen sind und die Erstbehandlung ausserdem erst acht Tage nach dem
fraglichen Unfallereignis stattfand (act. G 5.1.2), durfte die Beschwerdegegnerin
gestützt auf die kreisärztliche Einschätzung, der am 30. April 2008 zu beurteilende
Zustand entspreche am ehesten dem natürlichen Verlauf des vorbestehenden HWS-
Problems (act. G 5.1.106), zu Recht davon ausgehen, der Status quo sine sei
spätestens am 18. Mai 2008 erreicht und somatische Unfallfolgen seien keine mehr
vorhanden (act. G 5.1.108; vgl. auch die Einschätzung von Dr. med. F._, Facharzt
FMH für Chirurgie, SUVA Versicherungsmedizin, vom 2. Dezember 2008, act. 5.1.133).
4.4 Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt vermag zu keiner anderen
Betrachtungsweise zu führen. Soweit sie geltend macht, sie habe vor dem Unfall vom
24. Januar 2006 noch nicht an Wirbelsäulenbeschwerden gelitten, beruft sie sich auf
die Beweisregel "Post hoc ergo propter hoc" im Sinn der natürlichen Vermutung,
Beschwerden müssten unfallbedingt sein, wenn eine vorbestehende Erkrankung der
Wirbelsäule bis zum Unfall schmerzfrei war. Diese Beweisregel ist unfallmedizinisch
jedoch nicht haltbar und beweisrechtlich untauglich, sofern der Unfall keine
strukturellen Läsionen an der Wirbelsäule und namentlich keine Wirbelkörperfrakturen
verursacht hat (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juni 2007, U 290/06, E. 4.2.3 mit
Hinweisen). Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin bereits vor
dem Treppensturz u.a. an einer Cervicobrachialgie (Nackenschmerzen mit
Ausstrahlung in die Arme; vgl. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 260. Auflage,
Berlin 2004, S. 255 und S. 298) und degenerativen Gesundheitsschäden an der
Wirbelsäule litt (act. G 5.1.93). Auch der Bericht von Dr. D._ vom 4. Juli 2006 (act.
G 5.1.15) lässt an der kreisärztlichen Beurteilung vom 30. April 2008 keine Zweifel
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aufkommen. Zum einen erklärt er darin nicht, dass die erhobenen Befunde
(persistierende Cervikobrachialgie) durch den Treppensturz verursacht seien. Vielmehr
spricht er davon, dass die Beschwerden durch den Treppensturz vom 24. Januar 2006
"ausgelöst" worden seien. Selbst wenn im Übrigen aus dem Bericht von Dr. D._
geschlossen werden könnte, er betrachte den Gesundheitsschaden als unfallkausal,
vermöchte diese Einschätzung nicht zu überzeugen. Denn Dr. D._ ging von der
unzutreffenden Anamnese aus, dass die Beschwerdeführerin vor dem Treppensturz
keine Beschwerden hatte. Er hatte somit offenbar keine Kenntnis von der
vorbestehenden Cervikobrachialgie. Ferner ist die zeitlich weit zurückliegende
Beurteilung vom 4. Juli 2006 nicht geeignet, die über den Zeitpunkt der
Leistungseinstellung vom 18. Mai 2008 hinaus geklagten Beschwerden weiterhin als
unfallkausal darzulegen, bzw. den Status quo sine noch nicht als erreicht zu erklären.
5.
Was die Handgelenkschmerzen anbelangt, so konnte anlässlich der handchirurgischen
Untersuchung vom 1. Juni 2006 weder radiologisch noch klinisch eine Ursache für die
Schmerzhaftigkeit festgestellt werden. Eine Band- oder Knochenverletzung wurde
ausgeschlossen (act. G 5.1.12). Für diese von der Beschwerdeführerin geltend
gemachten Beschwerden fehlt es mithin an einem organischen Substrat (vgl. act.
G 5.1.16.4). Eine durch das Unfallereignis vom 24. Januar 2006 verursachte organische
Gesundheitsschädigung ist somit auszuschliessen. Ergänzend ist darauf hinzuweisen,
dass die Beschwerdeführerin bereits seit anfangs März 2004 wegen
Kribbelparästhesien in beiden Händen, Schmerzen in den Händen und subjektiver
Sensibilitätsstörung der rechten Hand in medizinischer Behandlung stand (act.
G 5.1.93). Eine durch das Unfallereignis vom 24. Januar 2006 verursachte organische
Knieschädigung ist ebenfalls nicht ausgewiesen. Vorab ist darauf hinzuweisen, dass
die Beschwerdeführerin anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 6. Juli 2006
nicht mehr über Kniebeschwerden klagte ("Die Knie seien in Ordnung.", act. G 5.1.16).
Am 22. August 2007 berichtete die Beschwerdeführerin, dass seit vier bis fünf Monaten
auch Schmerzen im Bereich der Kniegelenke bestünden (act. G 5.1.58). Diese neu
hinzugetretenen Knieschmerzen führte der Kreisarzt auf eine femoropatelläre
Schmerzproblematik im Sinn einer Arthrose, die wahrscheinlich im Rahmen des Valgus
und im Sinn degenerativer Veränderungen und nur möglicherweise im Rahmen des
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Unfalls zu interpretieren seien (act. G 5.1.84). Die leichte Arthrose wurde vom Suva
Versicherungsmediziner Dr. F._ als altersentsprechend beschrieben. Eine
Unfallkausalität der Kniebeschwerden über den 18. Mai 2008 hinaus verneinte er (act.
G 5.1.133). Vor diesem Hintergrund ist das Erreichen des Status quo sine spätestens
zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung auch hinsichtlich der Kniebeschwerden mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit zu bejahen.
6.
Da somit keine leistungsbegründenden somatischen Unfallfolgen mehr vorliegen, bleibt
die Unfallkausalität der geklagten psychischen Beeinträchtigungen (vgl. hierzu act.
G 5.1.62) zu beurteilen. Bei der Prüfung, ob die bei der Beschwerdeführerin
bestehenden psychischen Beschwerden als unfallkausal einzustufen sind, kann die
Frage des natürlichen Kausalzusammenhangs offen bleiben, wenn ein adäquater
Kausalzusammenhang zwischen den psychischen Beeinträchtigungen und dem Unfall
verneint werden muss (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67).
6.1 Bei der Beurteilung der Adäquanz von organisch nicht (hinreichend)
nachweisbaren Unfallfolgeschäden ist wie folgt zu differenzieren: Es ist zunächst
abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der
Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung (SVR 1995 UV
Nr. 23 S. 67 E. 2) oder ein Schädel-Hirntrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall,
gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung.
6.2 Den medizinischen Akten kann nicht entnommen werden, dass die
Beschwerdeführerin anlässlich des Treppensturzes vom 24. Januar 2006 eine HWS-
Distorsion erlitten hat. Aus den medizinischen Akten ergeben sich weder ein
Schleudertrauma der HWS, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung noch ein
Schädel-Hirntrauma. Wie die Beschwerdegegnerin richtig bemerkt hat, ist in den Akten
auch kein zu einem Schleudertrauma gehöriges typisches Beschwerdebild (vgl. hierzu
BGE 117 V 360 E. 4b) ausgewiesen. Die Adäquanzbeurteilung hat deshalb gemäss
BGE 115 V 140 E. 6c/aa zu erfolgen. Nach der dazu einschlägigen Rechtsprechung
gelten psychische Beeinträchtigungen in der Regel nur bei schweren Unfällen als
adäquate Folge. Banale Unfälle (z.B. geringfügiges Anschlagen des Kopfes oder
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Übertreten des Fusses) oder leichte Unfälle (z.B. gewöhnlicher Sturz oder Ausrutschen)
sind hingegen in der Regel nicht geeignet, einen invalidisierenden psychischen
Gesundheitsschaden zu verursachen. Ist ein Unfall als mittelschwer einzustufen, lässt
sich die Frage der Adäquanz nicht aufgrund des Unfalls allein schlüssig beantworten.
Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, die unmittelbar mit dem Unfall im
Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in
eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien nennt die
Rechtsprechung besonders dramatische Begleitumstände oder besondere
Eindrücklichkeit des Unfalls, die Schwere oder besondere Art der erlittenen
Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen, ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung,
körperliche Dauerschmerzen, ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen
erheblich verschlimmert, schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen,
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 115 V 140 E. 6c/aa).
6.3 Gemäss eigenen Angaben stolperte die Beschwerdeführerin und fiel 15 Stufen
einer mit Teppich überzogenen Treppe hinunter. Dabei habe sie sich mehrmals
überschlagen und den Kopf, die Beine und den Rücken angeschlagen (act. G 5.1.1 und
G 5.1.5/1). Anlässlich der Erstbehandlung vom 1. Februar 2006 wurden keine
sichtbaren Körperschädigungen festgestellt (insbesondere kein Hämatom und keine
Fraktur; act. G 5.1.2). Dass sie beim Unfallereignis das Bewusstsein während
10 Minuten verloren habe - wie die Beschwerdeführerin erstmals während ihres
Aufenthaltes in der Rehaklinik Bellikon vom 20. September bis 26. Oktober 2006 auf
Befragung hin angegeben hat (act. G 5.1.30/6) - ist nicht erstellt. Angesichts dessen,
dass sie in den bis dahin ergangenen Unfallschilderungen nicht von einem
Bewusstseinsverlust berichtete (vgl. etwa die ausführliche Unfallschilderung vom 1. Mai
2006, act. G 5.1.5/1) und sie diesbezüglich während ihres Rehabilitationsaufenthaltes
widersprüchliche Angaben machte (gemäss psychosomatischem Konsilium vom
4. Oktober 2006 sei sie apathisch am Ende der Treppe gesessen, act. G 5.1.28/2;
gemäss neurologischem Konsilium sei sie "wie bewusstlos" gewesen, habe sich dann
aufgesetzt, sei aufgestanden und zu ihrem Mann gegangen, act. G 5.1.29/1) erscheint
ein unfallbedingter 10-minütiger Bewusstseinsverlust nicht überwiegend
wahrscheinlich.
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6.4 Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, das Unfallereignis vom
24. Januar 2006 sei als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen
zu qualifizieren (act. G 5), was mit Blick auf den augenfälligen Geschehensablauf und
mit den sich dabei entwickelnden Kräften (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, E. 5.3.1) nicht zu
beanstanden ist und sich im Rahmen der Rechtsprechung zur Adäquanzbeurteilung bei
Sturzereignissen hält. Danach ist ein gewöhnlicher Sturz oder ein Ausrutschen im
Allgemeinen dem Bereich der leichten Unfälle zuzuordnen, so etwa der Sturz einer im
vierten Monat schwangeren Versicherten mit Supinationstrauma im linken oberen
Sprunggelenk (OSG) und Kontusion der linken Schulter und Hüfte (Urteil des EVG vom
18. Januar 2000, U 51/1999, E. 4b). Als mittelschwerer bis schwer im mittleren Bereich
wurden Unfälle qualifiziert, bei denen die versicherte Person aus einer Höhe von
mehreren Metern von Leitern, Gerüsten oder von einem Dach auf den Boden stürzte
und erhebliche Verletzungen und Frakturen erlitt (vgl. die Übersicht über die
Rechtsprechung zu Sturzunfällen in RKUV 1998 Nr. U 307 S. 449 E. 3a; ferner RKUV
1999 Nr. U 330 S. 122 ff.). Als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen
wurde etwa ein Unfall qualifiziert, bei dem eine versicherte Person das Gleichgewicht
verlor, von einem 1,2 m hohen Gerüst fiel und sich eine Calcaneusfraktur zuzog (nicht
veröffentlichtes Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar
2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 20. November 1991,
zitiert in RKUV 1998 Nr. U 307 S. 449). Gleich beurteilt wurden der Sturz eines
Bauarbeiters in einen Lichtschacht mit Kontusion der rechten Hüfte und Distorsion des
rechten Knies sowie der Sturz auf einer schneeglatten Unterlage mit Läsion der
Supraspinatussehne an der linken Schulter (Urteil des EVG vom 5. August 2003,
U 232/02), ferner der Sturz über eine Treppe mit leicht dislozierter Nasenbeinfraktur
und schwerer Commotio cerebri (nicht veröffentlichtes Urteil des EVG vom
19. September 1994, U 141/92, zitiert in Urteil des EVG vom 15. November 2004,
U 173/03, E. 4.2.2), der Sturz an einem steinigen Flussufer hangabwärts auf den
Rücken ohne schwere Verletzungen (Urteil des EVG vom 15. November 2004,
U 173/03, E. 4.2.2) und der Sturz auf einer Treppe mit Aufschlagen des Kopfes (Urteil
des Bundesgerichts vom 23. April 2008, 8C_402/07, E. 5.2; vgl. auch Urteil des
Bundesgerichts vom 3. Juli 2008, 8C_798/07, E. 4.1, wo ein Treppensturz kopfüber mit
HWS-Kontusion/Distorsion und ein Distorsionstrauma der rechten Schulter zu
beurteilen war).
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6.5 Da von einem mittelschweren Unfallereignis im Grenzbereich zu den leichten
Unfällen auszugehen ist, ist die Adäquanz der Unfallkausalität praxisgemäss nur zu
bejahen, wenn ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in
besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder die zu berücksichtigenden Kriterien in
gehäufter und auffallender Weise gegeben sind (BGE 115 V 141 E. 6c/bb).
6.5.1 Das Ereignis vom 24. Januar 2006 hat sich nicht unter besonders
dramatischen Begleitumständen ereignet noch war es - objektiv betrachtet - von
besonderer Eindrücklichkeit. Dass die Beschwerdeführerin, wie in der Beschwerde
geltend gemacht wird, 10 Minuten lang bewusstlos gewesen sei, ist wie bereits
erwähnt zu verneinen (vgl. vorstehend E. 6.3) und vermöchte am Kriterium der
Eindrücklichkeit ohnehin nichts zu ändern. Die Beschwerdeführerin hat auch keine
schweren Verletzungen oder Verletzungen erlitten, die erfahrungsgemäss geeignet
sind, psychische Fehlentwicklungen herbeizuführen. Der Sturz war nach dem
gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung nicht geeignet, zu
einer psychischen Fehlentwicklung zu führen, zumal er verhältnismässig glimpflich
abgelaufen ist.
6.5.2 Nicht erfüllt ist sodann das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der
ärztlichen Behandlung. Zwar wurde die Beschwerdeführerin nach dem Unfall
wiederholt von medizinischen Fachpersonen gesehen und behandelt. Es handelte sich
dabei jedoch nicht um eine anhaltende und intensive Behandlung. Die ärztlichen
Besuche dienten denn auch grösstenteils der Abklärung oder der Behandlung
psychischer Leiden. Ebenso kann nicht von einer ärztlichen Fehlbehandlung oder
einem schwierigen Heilungsverlauf gesprochen werden, zumal bei der Behandlung
keine erheblichen Komplikationen auftraten, die den weiteren Verlauf massgeblich
beeinträchtigt hätten und im Übrigen erhebliche unfallfremde Faktoren im
Heilungsverlauf mitspielten (act. G 5.1.62).
6.5.3 Demgegenüber kann das Kriterium der Dauerbeschwerden wohl bejaht
werden. Allerdings waren diese Beschwerden zunehmend auf psychische Faktoren
zurückzuführen (vgl. bereits die kreisärztliche Stellungnahme vom 7. Juli 2006, act.
G 5.1.16/4, eingehend zu den im Vordergrund stehenden psychischen Faktoren vgl. die
Berichte von Dr. B._ vom 10. April 2007, act. G 5.1.47, und vom 6. September 2007,
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act. G 5.1.62), weshalb dieses Kriterium höchstens in einem geringen Mass als erfüllt
gelten kann. Ebenso verhält es sich mit dem Kriterium von Grad und Dauer der
physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (vgl. hierzu RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff.).
6.6 Zusammengefasst sind lediglich zwei Kriterien gegeben, davon keines in
besonders ausgeprägter Weise. Damit ist der adäquate Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfall vom 24. Januar 2006 und der psychischen Fehlentwicklung zu
verneinen, was zur Folge hat, dass der Unfall zwar unter Umständen eine natürlich
kausale Teilursache der psychischen Beschwerden darstellt, diese ihm aber rechtlich
nicht zugerechnet werden können. Da keine somatischen Unfallfolgen mehr vorliegen
und kein adäquater Kausalzusammenhang der psychischen Beschwerden zum Unfall
vom 24. Januar 2006 besteht, sind die Versicherungsleistungen zu Recht per 18. Mai
2008 eingestellt worden.
7.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 26. September 2008 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine
zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Ausgangsgemäss hat die
Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG