Decision ID: ab912ada-cddb-59cf-8840-7db231fe6cdc
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision (Einstellung)
Sachverhalt:
A.
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A.a A._ meldete sich am 29. November 2004 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-
act. 1). Die B._ teilte am 8. Dezember 2004 mit (IV-act. 7), sie beschäftige den
Versicherten als Dreher. Der Lohn betrage Fr. 5'300.-- (x13) zuzüglich eine
Schichtzulage von Fr. 445.-- (x12). Dr. med. C._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin,
berichtete am 16. Februar 2005 (IV-act. 16), der Versicherte sei seit dem 5. Januar
2004 zu 50% arbeitsunfähig. Er leide an einer Diskushernie L4/5 mit Einengung und
Irritation bds., an einem Fibromyalgiesyndrom, an einer depressiven Entwicklung bei
neurotischer Persönlichkeit und an Varices cruris. Dr. med. D._, Psychiatrie/
Psychotherapie, führte in seinem Bericht vom 22. August 2005 aus (IV-act. 21), es
bestehe zusätzlich zum chronifizierten Schmerzsyndrom bei bekannten
Wirbelsäulenveränderungen eine mittelgradige depressive Störung mit somatischen
Symptomen. Der Versicherte sei seit dem 28. August 2004 zu 50% arbeitsunfähig. Er
werde mit Antidepressiva und Anxiolytika behandelt. Ausserdem würden regelmässig
psychotherapeutische Gespräche geführt. Diese Therapie habe bisher keine Besserung
gebracht. Es sei nicht zu erwarten, dass sich die Arbeitsfähigkeit bessern werde. Die
B._ teilte am 20. Oktober 2005 mit (IV-act. 25), der Lohn betrage jetzt Fr. 5'321.--.
Die Schichtzulage wurde nicht mehr erwähnt. Die IV-Stelle verglich ein
Valideneinkommen von Fr. 69'173.-- mit einem Invalideneinkommen von Fr. 34'593.--
und ermittelte so einen Invaliditätsgrad von 50% (IV-act. 28). Mit einer Verfügung vom
6. März 2006 sprach sie dem Versicherten mit Wirkung ab 1. November 2004 eine
halbe Invalidenrente zu (IV-act. 36).
A.b Im Anschluss an ein Revisionsverfahren, das bereits am 9. April 2008 mit der
Mitteilung abgeschlossen worden war, es bleibe bei der halben Invalidenrente,
berichtete Dr. D._ am 12. August 2008 (IV-act. 49), der Versicherte habe die
vorgeschriebenen Medikamente eingenommen und er sei regelmässig zu den
psychotherapeutischen Gesprächen gekommen. Trotzdem sei der Gesundheitszustand
unverändert geblieben. Die Prognose sei ungünstig, so dass auch in Zukunft mit einer
Arbeitsunfähigkeit von 50% zu rechnen sei.
A.c Die B._ reichte der IV-Stelle am 5. März 2009 das "Meldeformular für
Erwachsene: Früherfassung" ein (IV-act. 51). Darin gab sie an, der Versicherte sei seit
dem 29. Januar 2009 zu 100% arbeitsunfähig. Das Arbeitsverhältnis werde
voraussichtlich Ende April 2009 enden. Der Versicherte selbst gab am 23. März 2009
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an (IV-act. 58), er sei im Januar 2008 gestürzt und direkt auf den Hinterkopf gefallen.
Von da an habe sich sein Gesundheitszustand verschlechtert. Er habe Kopfschmerzen
begleitet von Schwindel und einem ständigen Summen (Tinnitus), was noch mehr
Kopfschmerzen bereite. Er habe sein Gleichgewichtsgefühl verloren und er habe Mühe,
ein- und durchzuschlafen. Von seiner Frau und seinen Kindern isoliere er sich; er könne
auch keinen Besuch mehr ertragen. Dr. D._ teilte am 30. März 2009 mit (IV-act. 59),
die psychiatrische Therapie habe keine Besserung bewirkt. Im Gegenteil seien die
Symptome noch intensiver geworden. Der Versicherte sei dadurch noch mehr in seiner
Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Die B._ bezifferte das mögliche Einkommen des
Versicherten mit Fr. 5'540.-- (IV-act. 72). Dr. med. E._, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, und med. pract. F._ von der Klinik G._ berichteten Dr. D._
am 24. Juli 2009 über einen vom 8. Juni bis 17. Juli 2009 dauernden
Rehabilitationsaufenthalt des Versicherten (IV-act. 84). Sie gaben an, sie hätten
folgende Diagnosen erhoben: Mittelgradige depressive Störung mit somatischem
Syndrom und mit starker Angstkomponente, St. n. Unfall mit Hinterkopfverletzung
sowie Abknicktrauma der HWS und chronifiziertes Schmerzsyndrom bei seit Jahren
bekannten Wirbelsäulenveränderungen. Der Versicherte habe über eine starke innere
Unruhe mit einem Gefühl des Brennens im Bereich des Abdomens geklagt. Er habe
weiter angegeben, seine Stimmungslage sei äusserst bedrückt, die Antriebslage stark
vermindert. Kleinste unerwartete Ereignisse brächten ihn sofort aus dem Konzept und
er sei ausgesprochen schreckhaft. Der Schlaf sei sehr schlecht und er leide häufig an
Kopfschmerzen, die mit Übelkeit und Erbrechen einhergingen. Die ausgeprägte
Angstsymptomatik habe zur Folge, dass schon das Hupen eines Autos einen Druck
und Schmerzen im Bereich der Brust, Palpitationen, Atemnot und Schweissausbrüche
bewirke. Die beiden Ärzte führten weiter aus, der Versicherte habe motiviert am
integrativen Behandlungsprogramm teilgenommen. Er habe sich komplikationslos in
das Behandlungsprogramm integrieren können. Nach einem zusammenfassend
positiven Behandlungsverlauf sei er am 17. Juli 2009 entlassen worden. Medikamentös
sei gegen die Angstsymptomatik ein wirksames Antidepressivum eingeführt worden.
Dadurch seien die körperlichen Angstsymptome deutlich reduziert worden. Sie hätten
allerdings vorläufig noch nicht vollständig zum Verschwinden gebracht werden können.
Der Versicherte sei aber bewusster und kompetenter mit der Angstsymptomatik
umgegangen. Die Angst, dass er an Herzbeschwerden oder an einer anderen
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körperlichen Erkrankung leiden könnte, sei weitgehend minimiert worden. Der
Versicherte leide nach wie vor an einer posttraumatischen Migräne und an einem
posttraumatischen Tinnitus sowie an chronischen Rückenbeschwerden. All diese
Beeinträchtigungen hätten nur geringfügig beeinflusst werden können. Sie dürften sich
weiterhin in einem relevanten Ausmass auf die Arbeitsfähigkeit auswirken. Aus rein
psychiatrischer Sicht sei von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Die
körperliche Problematik dürfte die Arbeitsunfähigkeit aber noch weiter steigern, so
dass realistischerweise nur eine Arbeitsfähigkeit von 30% zu attestieren sei. Diese
könne aber eventuell ausgebaut werden.
A.d Bereits am 29. April 2009 hatte die IV-Stelle die ABI Ärztliches
Begutachtungsinstitut GmbH in Basel mit einer polydisziplinären Abklärung (IV-act. 78)
beauftragt. Die Sachverständigen der ABI GmbH berichteten in ihrem Gutachten vom
13. Oktober 2009 betreffend die Untersuchung vom 25. August 2009 (IV-act. 83),
folgende Diagnosen seien erhoben worden: Rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig leichte Episode, Somatisierungsstörung, chronisches
Lumbovertebralsyndrom bei degenerativen LWS-Veränderungen, St. n. Treppensturz
mit Contusio capitis und HWS-Distorsionstrauma am 06.01.08 (chron. zervikales
Schmerzsyndrom bei deg. HWS-Veränderungen, Tinnitus) sowie - ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit - Medikamentenübergebrauchskopfweh, arterielle Hypertonie,
medikamentös behandelt. Die Sachverständigen gaben weiter an, aus neurologischer
Sicht bestehe eine reduzierte Belastbarkeit des Achsenskeletts. Körperlich schwere
und anhaltend mittelschwere Arbeiten seien nicht mehr zumutbar. Eine leichte,
wechselbelastende Tätigkeit sei zu 80% zumutbar. Die Kopfschmerzsituation sei
behandelbar, da sie primär analgetikainduziert sei. Aus psychiatrischer Sicht bestehe
ebenfalls eine Arbeitsfähigkeit von 80%. Diese könne aus polydisziplinärer Sicht
vollschichtig umgesetzt werden, wobei ein leicht erhöhter Pausenbedarf bestehe. Die
frühere Annahme einer Arbeitsunfähigkeit von 50% sei zu bestätigen. Seit dem
Aufenthalt in der Klinik G._ im Juli 2009 bestehe die aktuell feststellbare
Arbeitsfähigkeit. Der Klinikaufenthalt sei sinnvoll gewesen, denn es sei eine adäquate
antidepressive medikamentöse Therapie etabliert worden, die gemäss dem
Serumspiegel jetzt auch eingenommen werde. Der Versicherte halte sich allerdings für
nur zu 20-30% arbeitsfähig. Im Rahmen der Somatisierungsstörung bestehe eine
erhöhte Selbstlimitierung, die diese Diskrepanz erkläre. Dem Versicherten sei
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insbesondere aus psychiatrischer Sicht die Willensanstrengung zumutbar, um eine
80%ige Arbeitsfähigkeit in adaptierter Form umzusetzen. Dr. med. H._ vom RAD hielt
am 26. November 2009 fest (IV-act. 86), der Gesundheitszustand des Versicherten
habe sich erheblich verbessert, so dass aus medizinischer Sicht ein Revisionsgrund
vorliege. Die Verbesserung sei im August 2009 eingetreten. Die Arbeitsunfähigkeit von
20% sei auf eine leichte Reduktion der Arbeitsgeschwindigkeit, wahlweise auf einen
leicht erhöhten Pausenbedarf zurückzuführen. Die bisherige Tätigkeit wäre adaptiert
gewesen. Mit einem Vorbescheid vom 1. Februar 2010 kündigte die IV-Stelle dem
Versicherten die Einstellung der laufenden Invalidenrente an (IV-act. 90). Der
Versicherte liess am 1. März 2010 einwenden (IV-act. 94), die ABI GmbH sei nur eine
Scheinabklärungsmaschinerie, deren Resultate im Voraus bekannt seien. Seit 2004
habe sich sein Gesundheitszustand massiv verschlechtert und nicht verbessert. Dr.
E._ habe am 24. Juli 2009 eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50% bestätigt. Dr.
D._ habe mitgeteilt, dass dringend eine stationäre psychiatrische Behandlung nötig
sei. Er habe eine RAD-Untersuchung und einen anschliessenden neuen Entscheid
vorgeschlagen. Mit einer Verfügung vom 22. März 2010 hob die IV-Stelle die laufende
Rente auf (IV-act. 96).
B.
B.a Der Versicherte erhob am 21. April 2010 Beschwerde (act. G 1). Er beantragte die
Zusprache einer Dreiviertelsrente. Zur Begründung führte er an, er habe im Jahr 2007 in
Kroatien einen Verkehrsunfall erlitten, der den Gesundheitszustand wesentlich
verschlechtert habe. Im Januar 2008 habe er sich bei einem Treppensturz am Kopf und
an der rechten Schulter verletzt. Bis heute könne er seinen rechten Arm nur unter
Schmerzen bewegen. Ausserdem habe er ständig Kopfschmerzen und einen
posttraumatischen Tinnitus. Die Depression habe massiv zugenommen. Weiter verwies
der Beschwerdeführer auf Berichte der Klinik G._, von Dr. D._, Dr. I._ und Dr.
J._. Er machte geltend, diese Berichte seien von den Sachverständigen der ABI
GmbH bagatellisiert worden. Er müsse in einer psychiatrischen Anstalt stationär
behandelt werden. Zudem habe er sich völlig aus dem sozialen Leben zurückgezogen
und unterhalte mit niemandem mehr, nicht einmal mit der engen Familie, soziale
Kontakte.
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B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 8. Juni 2010 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Sie wies darauf hin, dass alle mit der Beschwerde eingereichten
medizinischen Berichte den Sachverständigen der ABI GmbH bereits vorgelegen
hätten. Diese Berichte seien von den Sachverständigen gewürdigt und in die
Beurteilung einbezogen worden. ABI-Gutachten seien grundsätzlich verwertbar. Im
vorliegenden Gutachten sei sehr schön wiedergegeben worden, wie der
Beschwerdeführer seinen Tagesablauf geschildert habe. Tatsächlich lebe er in einer
recht guten Tagesstruktur. Das belege, dass er sich nicht in einer mittelgradigen
Episode befinde.
B.c Der Beschwerdeführer ersuchte am 16. August 2010 um eine Fristerstreckung, da
ärztliche Berichte, die er für die Replik benötige, noch nicht eingetroffen seien (act. G
6). Die bis 17. September 2010 erstreckte Frist zur Einreichung der Replik verstrich
unbenutzt, worauf der Schriftenwechsel am 1. Oktober 2010 abgeschlossen wurde
(act. G 8).

Erwägungen:
1.
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente für
die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).
Grundlage jeder Revision bildet also eine nachträgliche, d.h. nach der
Rentenzusprache eingetretene Veränderung des massgebenden, den Invaliditätsgrad
tangierenden Sachverhalts.
1.1 In aller Regel besteht die revisionsrechtlich relevante Sachverhaltsveränderung -
wie im vorliegenden Fall - in einer Veränderung des Arbeitsfähigkeitsgrades. Die
ursprüngliche Zusprache einer halben Invalidenrente am 6. März 2006 beruhte auf einer
von Dr. D._ angegebenen Arbeitsunfähigkeit von 50%, die auf eine mittelgradige
depressive Störung mit somatischen Symptomen zurückzuführen war. Der
Beschwerdeführer litt zwar auch an somatischen Beeinträchtigungen. Diese waren aber
nicht geeignet, den Arbeitsunfähigkeitsgrad auf mehr als die bereits von der
psychischen Beeinträchtigung vorgegebenen 50% anzuheben. Dr. D._ bestätigte am
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12. August 2008 eine Arbeitsunfähigkeit von 50%. Am 30. März 2009 gab er dann aber
an, der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich
verschlechtert, der Arbeitsunfähigkeitsgrad sei angestiegen. Der entsprechende Bericht
hat keine präzise Arbeitsfähigkeitsschätzung enthalten. Dr. D._ dürfte aber von einer
vollständigen Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers nach dem Eintritt der
Verschlechterung ausgegangen sein, denn die Arbeitgeberin hat im
Früherfassungsformular am 5. März 2009 eine seit dem 29. Januar 2009 bestehende
Arbeitsunfähigkeit von 100% angegeben. Offenbar auf Veranlassung von Dr. D._ hat
sich der Beschwerdeführer vom 8. Juni bis 17. Juli 2009 einer stationären
psychiatrischen Behandlung unterzogen. Die Ärzte der Klinik G._ haben im
Austrittsbericht sowohl die von Dr. D._ gestellte Diagnose einer mittelgradigen
depressiven Episode mit somatischem Syndrom als auch die entsprechende
Arbeitsfähigkeitsschätzung (50%) übernommen. Gleichzeitig haben sie aber dargelegt,
dass die stationäre Behandlung erfolgreich gewesen sei. Der Beschwerdeführer habe
sowohl vom integrativen Behandlungsprogramm als auch von der Einführung eines
auch gegen die Angstsymptomatik wirksamen Antidepressivums profitiert. Auf den
ersten Blick scheint die stationäre Behandlung also nur die von Dr. D._ angegebene
Verschlimmerung des Gesundheitszustandes so weit behoben zu haben, dass wieder
der frühere Zustand (und damit wieder eine Arbeitsfähigkeit von 50%) erreicht gewesen
ist. Tatsächlich beruht die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Ärzte der Klinik G._ aber
wenigstens zum Teil auf den - offenbar nicht überprüften - Selbstangaben des
Beschwerdeführers. Anlässlich der psychiatrischen Abklärung durch den
Sachverständigen der ABI GmbH sind verschiedene Widersprüche festgestellt worden.
Gegenüber den Ärzten der Klinik G._ hatte der Beschwerdeführer u.a. angegeben,
aufgrund der Angststörung fahre er nicht mehr Auto, meide er Gesellschaften, erleide
er Angstattacken und verliere er die Orientierung, wenn er in einer ihm unbekannten
Gegend unterwegs sei. Anlässlich der Exploration durch den Sachverständigen der ABI
GmbH hat er dann aber angegeben, er fahre regelmässig Auto, allerdings nur noch
kürzere Strecken, er suche mehrmals wöchentlich ein Café auf und er sei täglich zwei
bis drei Stunden allein im Wald unterwegs. Er habe eine gute Beziehung zu seinem
Bruder und das Verhältnis zur Ehefrau sei ebenfalls gut. Suizidgedanken habe er
explizit verneint. Daraus hat der psychiatrische Sachverständige der ABI GmbH zu
Recht den Schluss gezogen, dass es sich bei den gegenüber den Ärzten der Klinik
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G._ gemachten Angaben um Verdeutlichungstendenzen gehandelt habe, mit denen
der Beschwerdeführer seine Umgebung von der Schwere seiner Erkrankung habe
überzeugen wollen. Treffen diese Angaben des psychiatrischen Sachverständigen zu
den Ausführungen des Beschwerdeführers während der Exploration zu, woran
entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht zu zweifeln ist, so erweist sich
die Diagnose einer gegenwärtig leichten Episode der rezidivierenden depressiven
Störung als überzeugend. Dasselbe gilt für die Arbeitsfähigkeitsschätzung der
Sachverständigen der ABI GmbH. In bezug auf die somatischen Beeinträchtigungen
und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers besteht auf den
ersten Blick ebenfalls eine erhebliche Differenz zwischen der Einschätzung der Ärzte
der Klinik G._ und derjenigen der Sachverständigen der ABI GmbH. Tatsächlich
weicht das an beiden Orten festgestellte Ausmass der somatisch bedingten
Einschränkung praktisch nicht voneinander ab, was insbesondere auch darauf
zurückzuführen ist, dass die Angaben der im somatischen Bereich behandelnden Ärzte
weitgehend mit dem Abklärungsergebnis des entsprechenden Sachverständigen der
ABI GmbH übereinstimmen. Die Ärzte der Klinik G._ haben bei ihrer Einschätzung
des Arbeitsfähigkeitsgrades unter Einbezug der somatischen Beeinträchtigungen
lediglich übersehen, dass die Kombination einer somatisch bedingten mit einer
psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit nicht notwendigerweise zu einer Addition der
jeweiligen Einschränkung zwingt. In einer behinderungsadaptierten Erwerbstätigkeit
wirkt sich eine unter 50% liegende somatisch bedingte Arbeitsunfähigkeit meist in
einem vermehrten Pausenbedarf oder in einer reduzierten Arbeitsgeschwindigkeit aus.
Dasselbe gilt gemäss den Angaben des psychiatrischen Sachverständigen der ABI
GmbH für die leichtgradige Depression. Die Pause oder die reduzierte
Arbeitsgeschwindigkeit kann also ohne weiteres der Erholung sowohl in körperlicher
als auch in psychischer Hinsicht dienen. Es besteht deshalb keine Notwendigkeit, die
beiden Arbeitsunfähigkeiten zu addieren. Demnach ist mit Wirkung ab dem Austritt aus
der Klinik G._ (17. Juli 2009) von einem Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers
von 80% auszugehen. Die Beschwerdegegnerin hat das zumutbare
Invalideneinkommen also zu Recht gestützt auf diesen Arbeitsfähigkeitsgrad ermittelt.
1.2 Gemäss den Angaben der B._ vom 8. Dezember 2004 erhielt der
Beschwerdeführer vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens einen Lohn von Fr.
5'300.-- monatlich und eine Schichtzulage von Fr. 445.-- monatlich. Es ist davon
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auszugehen, dass er durchgehend im Schichtbetrieb eingesetzt war. Am 20. Oktober
2005 gab die B._ nur noch den eigentlichen Monatslohn an. Zu diesem Zeitpunkt
arbeitete der Beschwerdeführer bereits mit einem krankheitsbedingt reduzierten
Beschäftigungsgrad von 50%, erhielt aber immer noch den vollen Lohn. Offenbar
konnte er aber keine Schichtarbeit mehr leisten. Auch in den Berichten der B._ vom
7. Januar 2008 und vom 16. April 2009 fehlte die Schichtzulage. Für 2009 gab die
B._ einen (fiktiven) Lohn des Beschwerdeführers ohne den Gesundheitsschaden von
Fr. 5'440.-- (x13) an, aber das Arbeitsverhältnis war inzwischen aufgelöst worden.
Bereits beim ursprünglichen Einkommensvergleich hat die Schichtzulage als
Einkommensbestandteil nicht Teil des Valideneinkommens gebildet, ohne dass dafür
eine Begründung geliefert worden wäre. Hätte der Beschwerdeführer (z.B. aus
betrieblichen Gründen) auch als Gesunder keine Schichtarbeit mehr leisten können, so
wäre die Vorgehensweise der Beschwerdegegnerin korrekt gewesen, da die
Schichtzulage nicht behinderungsbedingt weggefallen wäre. Hätte aber weiterhin die
betriebliche Möglichkeit bestanden, Schichtarbeit zu leisten, so hätte das
Valideneinkommen die entsprechende Zulage enthalten müssen, da sie dann ja nur
behinderungsbedingt nicht mehr ausgerichtet worden wäre. Im Rahmen des vorliegend
zu beurteilenden Rentenrevisionsverfahrens hat die Klärung dieser Frage zu
unterbleiben, denn wenn nun erstmals ein um die Schichtzulage erhöhtes
Valideneinkommen angerechnet würde, stünde hinter dem entsprechenden Anstieg
des Invaliditätsgrades keine revisionsrechtlich relevante nachträgliche
Sachverhaltsveränderung, sondern eine Korrektur einer ursprünglichen Fehlerhaftigkeit
der Invaliditätsbemessung, die in den Anwendungsbereich der Wiedererwägung (Art.
53 Abs. 2 ATSG) oder allenfalls der sogenannten prozessualen Revision (Art. 53 Abs. 1
ATSG) fiele. Als Valideneinkommen anzurechnen ist also nur der eigentliche Lohn ohne
Schichtzulage, den der Beschwerdeführer als gesunder Dreher bei der B._ erzielen
könnte. Dieser Lohn beläuft sich gemäss den Angaben der B._ vom 16. April 2009
auf Fr. 5'540.-- bzw. Fr. 72'020.--. Da die bisherige Tätigkeit als Dreher gemäss den
Angaben der Sachverständigen der ABI GmbH nach wie vor als adaptiert zu
qualifizieren ist, bemisst sich auch das zumutbare Invalideneinkommen nach dem
Einkommen eines Drehers. Allerdings ist dem Beschwerdeführer gekündigt worden.
Seine Invalidenkarriere ist also nicht mehr die Beschäftigung als Dreher bei der B._,
sondern eine Beschäftigung als Dreher an einem Arbeitsplatz auf dem allgemeinen und
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ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Dabei kann davon ausgegangen werden, dass das
durchschnittliche Einkommen eines Drehers dem Lohn entspricht, den der
Beschwerdeführer als Gesunder bei der B._ erzielen würde. Das Valideneinkommen
ist deshalb nach wie vor gleichzeitig das Ausgangseinkommen zur Ermittlung des
zumutbaren Invalideneinkommens. Bei einem Beschäftigungsgrad von 80% resultiert
ein Einkommen von Fr. 57'616.--. Die B._ hat dem Beschwerdeführer immer 50%
des Dreherlohns ausbezahlt. Davon kann nach der Kündigung bzw. dem fiktiven
Wechsel zu einem anderen Arbeitgeber nicht mehr ausgegangen werden, denn es fehlt
die lange Betriebszugehörigkeit, welche die Ausrichtung eines 50%igen Lohns
gerechtfertigt hat. Es liegt also eine revisionsrechtlich relevante Veränderung vor. Der
Beschwerdeführer hätte einen (auch für Arbeitnehmer der Qualifikationsstufe 3
ausgewiesenen) überproportionalen Minderlohn von etwas mehr als 5% (vgl. die vom
Bundesamt für Statistik herausgegebene Lohnstrukturerhebung 2006, S. 16, Tabelle
T2*) in Kauf zu nehmen. Hinzu kämen die Konkurrenznachteile gegenüber gesunden
Drehern, nämlich die (aus der Sicht eines potentiellen Arbeitgebers durchaus reale)
Gefahr überproportionaler Krankheitsabsenzen, die fehlende Flexibilität in bezug auf
den Beschäftigungsgrad (keine Überstunden) und in bezug auf den Arbeitsplatz (keinen
vorübergehenden Einsatz an einem nicht adaptierten Arbeitsplatz), die Gefahr einer von
Tag zu Tag schwankenden Leistung usw. Diesen Nachteilen ist mit einem zusätzlichen
Abzug von 10% ausreichend Rechnung getragen. Das zumutbare Invalideneinkommen
beträgt somit Fr. 51'854.--. Die behinderungsbedingte Erwerbseinbusse von Fr.
20'166.-- entspricht einem Invaliditätsgrad von 28%. Die Beschwerdegegnerin hat also
zu Recht das weitere Bestehen eines Rentenanspruchs verneint.
2.
Dementsprechend ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren in IV-
Sachen ist kostenpflichtig. Die Gerichtsgebühr richtet sich nach dem
Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1 IVG). Der unterliegende Beschwerdeführer hat die
Gerichtsgebühr zu bezahlen. Der Verfahrensaufwand ist als durchschnittlich zu
qualifizieren, so dass die Gerichtsgebühr praxisgemäss auf Fr. 600.- festzusetzen ist.
Sie ist durch den vom Beschwerdeführer geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.--
vollumfänglich gedeckt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
bis
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP