Decision ID: 1f5b557c-e622-529d-8109-076e6fb78784
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die
X._
AG bezweckt die Erbringung von Dienstleistungen für das Taxi
gewerbe, insbesondere durch den Betrieb einer Funkzentrale
(Internet-Aus
zug Handelsregister des Kantons Zürich).
Sie ist der Ausgleichskasse Zürcher Arbeit
geber als beitragspflichtige Arbeitgeberin angeschlossen
(
Urk.
8/15 S. 12)
.
Mit Verfügungen vom 20. Novem
ber beziehungsweise 10. Dezember 2014 stellte
die Suva jeweils fest, dass
Y._
sowie eine weitere
Taxi
fahrerin
und ein
weiterer
Taxifahrer, welche mit der
X._
AG je einen An
schlussvertrag ab
geschl
ossen hatten,
für ihre Tätigkeiten als
Taxi
fahrerinnen und
Taxi
fah
rer als
Unselbständigerwerbende
gelten
würden
.
Dagegen erho
ben sowohl die Taxifahrerinnen und der Taxifahrer als auch die
X._
AG jeweils Ein
sprache, welche die Suva mit
Einspracheentscheiden
vom 5. Januar 2016 abwies
(
Urk.
8/15 S. 1-4,
Urk.
8/15 S. 8-11,
Urk.
8/15 S. 14-17,
Urk.
8/15 S. 6
0-63
)
. Die gegen die
Einspracheentscheide
geführten Beschwer
den wies das Sozial
versiche
rungs
gericht, nachdem es die Beschwerde
verfahren vereinigt hatte
, mit Urteil UV.2016.00038 vom
9.
Juni 2017 ab (
Urk.
3/2
). Die gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde wurde vom Bundesgericht mit Urteil 8C_571/2017 vom
9.
November 2017 abgewiesen
(Urk. 3/3)
.
1.2
D
ie Ausgleichskasse Zürcher Arbeitgeber
befasste sich
mit
der
Beitragsfestsetzung für die
28
Taxifahrerinnen und Taxifahrer, welche die Suva als unselbs
tändig qualifiziert hatte und demzufolge von der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich nicht als
Selbs
tändigerwerbstätige
registriert, sondern als Arbeit
neh
me
rinnen und Arbeitnehmer der
X._
AG angesehen
wurden
(vgl. Urk. 8/14 S.
60
f.
, S. 68
f.
, S. 75
,
Urk.
8/15
)
.
Am 1
1.
Dezember 2018 erliess
sie
sieben
Nach
trags
ver
fügungen mit welchen sie von der
X._
AG für die
nicht
als
Selb
ständig
erwerbende
anerkannten
Taxifahrerinnen und Taxifahrer für die Beitrags
jahre 2011 bis 2017 Lohnbeiträge sowie Nebenkosten in der Höhe von total
Fr.
373'088.90
forderte
.
Dazu führte sie aus, dass
sie
den AHV-pflichtigen Lohn pauschal geschätzt habe, weil die
X._
AG dazu keine Aufzeichnungen ge
führt habe. Sie sei von monatlich 200 Fahrten, einem Umsatz von
Fr.
23.-- pro Fahrt und Unkosten von 40 Prozent des Umsatzes ausgegangen. Dies habe einen monatlichen AHV-pflich
ten Lohn von
Fr.
2'760.--
(pro Fahrer bzw. Fahrerin)
ergeben (
Urk.
8/5).
Dagegen erhob die
X._
AG am 2
8.
Januar 2019 Einsprache (
Urk.
8/4
, mit
Einspracheergänzung
vom 3.
Februar 2020,
Urk.
8/2
).
Mit Einspracheentscheid
vom
8.
Juni 2020 schrieb die
Ausgleichskasse Zürcher Arbeitgeber das Ein
spra
che
verfahren betreffend Lohnbeiträge und Nebenkosten für
Y._
für die Beitragsjahre 2015, 2016 und 2017, für
Z._
für die Beitragsjahre 2014, 2015 und 2016, für
A._
für die Jahre 2014, 2015 und 2016 sowie für
B._
für das Beitragsjahr
2015
infolge Gegenstandslosigkeit ab
, weil diesbezüglich die angefochtenen Nach
trags
ver
fü
gungen vom 1
1.
Dezember 2018 (
Urk.
8/5) bereits durch neue Ver
fü
gungen ersetz
t worden seien (
Urk.
2 S. 3-4, vgl.
Urk.
8/6-9
)
. Im Übrigen wies sie die Einsprache der
X._
AG ab (
Urk.
2
S. 4
).
1.3
Die g
egen die neuen,
Y._
,
Z._
,
A._
und
B._
betreffenden Beitragsverfügungen vom
6.
Dezem
ber 2019
beziehungsweise
1
5.
Mai 2020 (
Urk.
8/6-9)
von der
X._
AG erhobenen Einsprache
n
(Urk. 14/5,
Urk.
14/12,
Urk.
14/19,
Urk.
14/25
), wies
die
Ausgleichskasse Zürcher Arbeitgeber mit
den
Einspracheentscheiden
vom 20. Juli 2020 ab (Urk.
10/
2/1-4).
2.
2.1
Gegen den Einspracheentscheid vom 8. Juni 2020 erhob die
X._
AG am 9. Juli 2020 Beschwerde und beantragte dessen ersatzlose Aufhebung (Urk. 1 S. 2). Im Sinne eines Eventual
begehrens beantragte sie, dass die Streitsache an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen sei, damit sie die Schätzungen der Er
werbs
einkommen für die Taxifahrer auf einer realistischen Basis ansetze und die Bemessungsgrundlage um 50 % re
duziere (Urk. 1 S. 2).
Diese Beschwerde wurde unter der Prozessnummer AB.20
20
.00066 angelegt.
Mit Beschwerdeantwort vom 18. August 2020 beantragte die Beschwerde
geg
nerin Abweisung der Beschwerde (Urk. 7, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 8/1-15), was der Beschwerdeführerin am 24. August 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
2.2
Gegen die
Einspracheentscheide
vom 20. Juli 2020 erhob die
Beschwerdeführerin
am 14. September 2020 Beschwerde und beantragte deren ersatzlose Aufhebung
(Urk.
10/
1 S. 2
,
angelegt unter der Prozessnummer
AB.2020.00077). In verfah
ren
s
rechtlicher Hinsicht beantragte sie, die
Vereinigung beider Beschwerdever
fahren
.
2.3
Mit Verfügung vom 1
7.
September 2020 wurde der Prozess Nr. AB.2020.00077 in Sachen der Beschwerdeführerin gegen die Beschwerdegegnerin mit dem Pro
zess Nr. AB.2020.00066 vereinigt und
d
essen Akten wurden als
Urk.
10/0-4
ange
legt
(
Urk.
11 S. 3).
Mit derselben Verfügung wurde der Beschwerdegegnerin
Frist angesetzt
,
um zu
r
Beschwerde der Beschwerdeführerin vom 1
4.
September 2020 (
Urk.
10/1) Stellung
zu nehmen
und die voll
ständigen Akten einzureichen
(Urk. 11 S. 3)
.
2.4
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
7.
Oktober 2020 Abweisung der Beschwerde vom 1
4.
September 2020 (
Urk.
13
,
unter
Beilage ihrer Akten,
Urk.
14/1-27), was der Beschwerde
führerin am
2.
November 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
15).
2.5
Mit Eingabe vom
4.
Dezember 2020 (
Urk.
16) reichte die Beschwerdeführerin die Urteile des Bundesgerichts 8C_38/2019 vom 1
2.
August 2020 (
Urk.
17/1) sowie 8C_554/2018
vom
5.
Mai 2020
(
Urk.
17/2)
ein.
Sie
führte dazu insbesondere aus, dass die
Taxifahrerinnen und
Taxifahrer, welche die Vermittlungsdienste der Taxizentrale
der X._
in Anspruch n
ä
hmen, im Lichte der neuen Rechtsprechung des Bundesgerichts keine
Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer der Taxizentrale seien.
Die angefochtenen
Einspracheentscheide
seien allein aus diesem Grunde ersatzlos aufzuheben (
Urk.
16 S. 7). Der Beschwerdegegnerin wurde am
8.
Dezem
ber 2020
eine Kopie
dieser Eingabe samt Beilagen
zur Kenntnisnahme zugestellt
(Urk. 18)
.
2.6
Mit Eingabe vom 1
4.
April 2021 (Eingangsdatum) reichte die Beschwerde
geg
nerin
ihre an die Beschwerdeführerin adressierte Zwischenverfügung vom 1
3.
April 2021
ein. Gegenstand dieser Verfügung ist die Sis
ti
erung eines
Einsprache
verfahrens
, welches gemäss der Beschwerdegegnerin einen Bezug zum vor
liegenden Ver
fahren hat (
Urk.
20).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber
(
Art.
11 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, anwendbar im Bereich der Alters- und
Hinterlassenenversicherung
gestützt auf
Art.
1
Abs.
1 des Bundes
ge
setzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
,
AHVG
, und
Art.
2 ATSG)
sowie die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
(
Art.
10 ATSG)
sind gestützt auf
Art.
3
Abs.
1,
Art.
5
Abs.
1 und
Art.
12
Abs.
1
AHVG
beitragspflichtig.
Die Beiträge vom Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit sind bei jeder Lohnzahlung in Abzug zu bringen und
von der Arbeitgeberin und
vom Arbeitge
ber zusammen mit dem Ar
beit
geberbeitrag periodisch zu entrichten
(
Art.
14
Abs.
1 AHVG)
.
Zur Entrichtung der paritätischen Beiträge ist von Gesetzes wegen einzig die Arbeitgeberin verpflichtet (Ueli
Kieser
, Rechtsprechung des Bundesge
richts zum AHVG,
3.
Aufl., Zürich 2012,
Art.
14 Rz. 1, mit Hinweisen).
1.2
Erhält eine Ausgleichskasse Kenntnis davon, dass eine beitragspflichtige Person keine Beiträge oder zu niedrige Beiträge bezahlt hat, so hat sie die Nachzahlung der ge
schuldeten Beiträge zu verlangen und nötigenfalls durch Verfügung fest
zusetzen. Vorbehalten bleibt die Verjährung nach Artikel 16 Absatz 1 AHVG (
Art.
39
Abs.
1 der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
,
AHVV
).
1.3
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann für eine Nachzahlungs
ver
fü
gung
in Ausnahmefällen unter gewissen Voraussetzungen eine schätzungs
weise Erm
ittlung des beitragspflichtigen
Lohnes
und die blosse Angabe einer
Pauschal
summe
genügen
(BGE 110 V 234 E. 4a; ZAK 1992 S. 316 E
. 5a; EVGE 1961 S.
148)
. Ein solches Vorgehen ist indessen nur dann zulässig, wenn es für die Aus
gleichs
kasse prak
tisch unmögli
ch ist, die beitragspflichtigen
Lohnsummen
mit der vom Gesetz ver
langten Genauigkeit in Erfahrung zu bringen, weil es der
Arbeitgeber trotz Mahnung
unterlässt, innert nützlicher Frist die für die Festsetzung der pari
tä
tischen Beiträge erforderlichen Angaben zu machen. Mit anderen Worten muss die Ausgleichskasse wegen der Pflichtvergessenheit des Arbeitgebers gezwungen sein, Massnahmen zu ergreifen, um die Verwirkung der geschuldeten Beiträge auszuschliessen. Die Ausgleichskasse ist
dann verpflichtet, im Sinne von
Art.
14
Abs.
3 AHVG
u
nd
Art.
38 AHVV
zu veranlagen. Die auf dieser Grundlage erlassene
Verfügung ist eine Veranlagungsverfügung. Sie eignet sich dazu, die Verwi
rkung der Beiträge im Sinne von
Art.
16
Abs.
1 AHVG
zu verhindern
(BGE 118 V 71
E
.
3b mit Hinweisen
;
Urteil des Bundes
gerichts H 383/98 vom 2
7.
September 2001 E. 2b
).
2.
2.1
Gegen die
sie
zur Nachzahlung von Lohnbeiträgen
für Taxifahrerinnen und Taxi
fahrer
verpflichtenden
Einspracheentscheide
wendet
e
die
Beschwerdeführer
in
hauptsächlich ein
, dass sie von der Beschwerdegegnerin zu Unrecht als beitrags
pflichtige Arbeitgeberin ins Recht gefasst worden sei. Die Taxifahrerinnen und Taxifahrer würden ihre Arbeitsleistung nicht für sie erbringen (Urk. 1 S. 6-7, Urk.
10/
1 S.
6-7
) und sie richte ihnen keinen Lohn aus (Urk. 1 S. 5, S. 7, Urk.
10/
1
S. 5, S
. 7).
Es müsse ferner berücksichtigt werden, dass
Y._
,
Z._
,
A._
und
B._
ihre Einkünfte als Taxifahrerinnen und Taxifahrer im Steuerverfahren als Einkommen aus selb
ständiger Tätigkeit deklariert hätten (
Urk.
10/1 S. 8).
Und schliesslich ersuchte die Beschwerde
führerin
darum, dass das Sozialversicherungsgericht unter Berück
sich
ti
gung der Urteile des Bundesgerichts 8C_38/2019 vom 12. August 2020 (Urk. 17/1) sowie 8C_554/2018 vom 5. Mai 2020 (Urk. 17/2) noch einmal prüfe, ob die Taxifahrerinnen und Taxifahrer Arbeitnehmerinnen und Arbeit
neh
mer der Taxizentrale seien (
Urk.
16 S. 7).
2.2
Soweit ersichtlich beziehen sich die
mit Einspracheentscheid vom
8.
Juni 2020 bestätigten
Nachtragsverfügungen vom 11. Dezember 2018 (Urk. 8/5)
einzig auf die 28
Taxifahrerinnen und Taxifahrer, welche die Suva als unselbs
tändig quali
fiziert hatte und demzufolge von der Sozialver
siche
rungsanstalt des Kantons Zürich
nicht als
Selbständigerwerbstätige
registriert, sondern
AHV-rechtlich
als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der
X._
AG angesehen wurden (vgl. Urk. 8/14 S. 60, S. 68, S. 75
,
Urk.
8/15)
.
Der Entscheid der Suva über die Abgren
zung zwischen selbständiger und unselbständiger Erwerbstätigkeit ist für die
AHV-Ausgleichskasse grundsätzlich verbindlich (Ueli
Kieser
, a.a.O.,
Art.
5 Rz. 18)
.
Die Verfügungen der Suva blieben entweder unangefochten (
Urk.
8/15) oder sie wurden - im Fall von
Y._
und einer weiteren Taxi
fahrerin und eines weiteren Taxifahrers -
letztinstanzlich
vom Bundesgericht mit Urteil 8C_571/2017 vom 9. November 2017 (Urk. 3/3) bestätigt.
Demnach
wurde
das Beitrags
s
tatut
in unfallversicherungsrechtlicher Hinsicht
bereits rechtskräftig beur
teilt, mit dem Ergebnis, dass die Taxifahrerinnen und Taxifahrer
im AHV-rechtlichen Sinne
Arbeit
nehmerin
nen und Arbeitnehmer der Beschwerdeführerin
sind und diese
beitrags
pflichtig ist
.
Der AHV-rechtliche Begriff der unselb
stän
digen Erwerbstätigkeit ist auch auf dem Gebiet des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung massgebend (
Art.
1a
Abs.
1 UVG und
Art.
1 der Verordnung über die Unfallversicherung; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts H 191/05 bzw. U 499/05 vom 3
0.
Juni 2006 E. 1). Die Rechtsprechung hat bei der Handhabung
der verschiedenen Anknüpfungsbegriffe mittels einer harmonisierenden Ausle
gung
auf eine Koordination zwischen den verschiedenen Sozialversicherungs
zwei
gen hinzuwirken
.
Dieser Gesichtspunkt gebietet, dass eine und dieselbe Erwerbs
tätig
keit in einzelnen Zweigen des Sozialversicherungsrechts gleich gewer
tet wird, soweit dem nicht eine gesetzliche Regelung entgegensteht (BGE 119 V 164). Es besteht daher kein
Anlass,
von der unfallversicherungsrechtlichen Quali
fi
zierung
der Taxi-Fahrer und -Fahrerinnen abzuweichen,
zumal
die
vor
gelegten Ent
scheide
des Bundesgerichts
andere Anschlussverträge
beurteilten
.
Im vorliegenden Ver
fahren betreffend Beitragsfestsetzung ist daher
von einer erneuten
Überprü
fung
des Beitragsstatuts
abzusehen
und auf die Erwägungen im Urteil UV.2016.00038 vom
9.
Juni 2017 hinzuweisen
.
3.
3.1
Zu prüfen
sind demgegenüber
die
der
Beitragsfestsetzung
zugrundeliegenden Lohnschätzungen im Einspracheentscheid vom
8.
Juni 2020 (
Urk.
2)
. Ebenfalls zu prüfen ist,
ob
d
ie
Beschwerdegegnerin
mit den ange
fochtenen
Einsprache
ent
scheiden
vom 20. Juli 2020 betreffen
d
Lohnbeiträge
für
Y._
(Beitragsjahre 2015, 2016 und 2017)
,
Z._
(Beit
ragsjahre 2014, 2015 und 2016)
,
A._
(Beitrags
jahre 2014, 2015 und 2016)
und
B._
(Beitragsjahr 201
5
) zu Recht auf die Buch
haltungsunterlagen dieser Taxifahrerinnen und Taxifahrer abgestellt hat.
3.2
3.2.1
Zum
Einsprachentscheid
vom
8.
Juni 2020 betreffend Nachforderung von Lohn
beiträgen und Nebenkosten für Taxifahrerinnen und Taxifahrer aufgrund einer Schätzung der Lohnsumme (
Urk.
2)
bring
t die Beschwerdeführerin mit ihrer Be
schwerde vom
9.
Juli 2020
vor
, dass
Taxifahrerinnen und Taxifahrer er
fah
rungs
gemäss in der Einkommenspyramide weit unten seien. Die von der Beschwerde
gegnerin getroffenen Einschätzungen würden indessen über dem realistischer
weise
erzielbaren Einkommen liegen (
Urk.
1 S. 8).
A
ufgrund des harten Kon
kurrenz
kampfes
sei
von durch
schnittlich 150 Fahrten (pro Jahr) auszugehen. Die Be
schwer
degegnerin rech
n
e indessen mit 200 Fahrten (pro Jahr). Sie begründe dies damit, dass auch die Fahrten, welche von den Taxifahrern ohne Vermittlung der Zentrale, mithin Ein
steiger, individuelle Vertragskunden, Fahrten ab Standplatz,
mitzuberücksich
tigen
seien. Es sei aber nicht logisch, dass Fahrten, die nicht ein
mal unter Beanspruchung der Vermittlungszentrale gefahren würden, gleichwohl bei den Taxifahrerinnen und Taxifahrer als Lohn angerechnet würden.
Ferner seien
die Unkosten für Amortisation, Betrieb und Unterhalt des Fahrzeuges, für Versicherung, Bewilligung usw.
, welche von der Beschwerde
geg
nerin mit 40
%
des Brutto-Umsatzes beziffert würden, zu niedrig angesetzt. Es sei nicht ein
zu
sehen, warum die Taxihalterinnen und Taxihalter vorliegend einen höheren Lohn erzielen sollten, als die in einem Gruppenbetrieb angestellten Fahrer
innen und Fahrer
(
Urk.
1 S. 9).
3.2
.2
Weil
die
Beschwerdeführerin dazu unbestrittenermassen keine Aufzeichnun
gen
führte
(Urk. 8/5),
musste
die Beschwerdegegnerin die Lohnsumme
n der Taxifah
rerinnen und Taxifahrer
für die Beitragsjahre 2011 bis 2017
schätzen
.
Dieses Vor
gehen ist rechtmässig (vgl. E. 1.3), soweit
sich der AHV-pflichtige Lohn
im Einzel
fall
- mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der über
wie
genden Wahr
scheinlichkeit -
nicht
nachweisen
lässt
(
Urk.
2 S.
4
).
Individu
ellere Einschätzungen nahm die Beschwerdegegnerin
bezüglich der Lohnbei
träge
für
Y._
(Beitragsjahre 2015, 2016 und 2017)
,
Z._
(Beit
ragsjahre 2014, 2015 und 2016)
,
A._
(Beitrags
jahre 2014, 2015 und 2016)
und für
B._
(Beitragsjahr 2015)
vor
(Urk. 8/6-9
, Urk.
10/2/1-4;
vgl.
E. 3.3
nach
stehend
)
.
Strittig und zu prüfen ist die Angemessenheit der Schätzung.
Hinsichtlich der diesbezüglich
en
Einwände beruft sich die
Beschwerde
führerin
sinngemäss
auf die
im Einsprache
verfahren aufgelegte Übersicht
über die Anzahl Fahrten
im
Januar, August und November 2018,
das
Arbeitsvertragsmuster mit Umsatzlohn für einen angestellten Taxifahrer und
die
Jahresabrechnung 2012 von
Y._
(Beilagen 2 bis 4 zur Einsprache
vom 28. Januar 2019
, Urk.
8/4)
.
Was die
umstrittene
Anzahl Fahrten
betrifft,
ist vorab festzuhalten
, dass
für die
Jahre 2011 bis 2017 keine Auf
zeichnungen der Be
schwerde
füh
rerin vor
liegen
. Im Ein
spracheverfahren machte die Beschwerdefüh
rerin geltend, dass sie die Fahrten seit dem Jahr 2018 regist
rieren könne
(S.
3 der Einsprache vom 2
8.
Januar 2019, Urk.
8/4). Sie reichte eine A
ufstellung zu den Fahrten während drei
er
Monate des Jahres 2018 ein (Beilage
2 zur der Einsprache vom 28.
Januar 2019, Urk.
8/4)
und
lieferte der Beschwerde
gegnerin
damit
auch
nicht die
vollständigen Daten für das Jahr 201
8.
Mit Urteil UV.2016.00038 vom 9. Juni 2017 erwog das Sozialversiche
rungsgericht, dass sich Laufkunden für die Taxi
s mit dem Logo «
X._
» entscheiden würden
, weshalb die Möglichkeit, selber Kunden zu a
k
quirieren (und nicht ausschliesslich über die Zentrale ver
mittelte Kunden zu bedienen), nicht gegen die AHV-rechtliche Arbeitnehmer
eigen
schaft spreche
(
E.
4.2 jenes Urteils,
Urk. 3/2)
. Es ist daher nicht zu bean
stan
den, wenn die Beschwerdegegnerin
ihrer Schätzung
nicht
nur
die
un
vollständigen Aufzeichnungen der Beschwerdeführerin
zu den vermittelten Fahrten
für das Jahr 2018
zugrunde legte
,
sondern
auch die Fahrten ab Standplatz und auf Zuwinken
miteinbezog
(
Urk.
2 S. 3).
Gemäss der eigenen Berechnung der Beschwerde
führerin vermittelte die Taxizentrale den Taxifahrerinnen und
Taxi
fahrern in den Monaten Januar, August und November 2018 durchschnittlich je 150 Fahrten
(S. 3 der Einsprache vom 2
8.
Januar 2019, Urk. 8/4)
.
Die
Laufkundschaft
berück
sichtigte die Beschwerdegegnerin, indem sie
die Zahl der Fahrten
um einen Drittel erhöhte, was plausibel erscheint
, womit 200 Fahrten pro Jahr als
angemessen zu beurteilen sind
.
Hinsichtlich der geschätzten Unkosten
berief
sich die Beschwerdeführerin auf das Arbeitsvertragsmuster, wonach vom
U
msatz lediglich ein Bruttolohn von 40 bis 43
%
verbleibe (
Urk.
1 S. 9).
Hierzu ist
zu vermerken, dass aus der
ebenfalls von
der Beschwerdeführerin aufgelegten Abrechnung von
Y._
für 2012 hervorgeht, dass die Unkosten ohne die Sozialversiche
rungs
bei
träge und Abgaben rund 49,58
%
des Umsatzes ausmachten; darunter fielen ins
besondere auch 16,86
%
Abgabe an die Beschwerdegegnerin (
Urk.
8/4 Beilage 4). Ferner scheint der Musterarbeitsvertrag variable Lohnbestandteile wie Trink
gelder
(vgl. hierzu
Art.
7 lit. e und
Art.
15 AHVV)
nicht zu berücksichtigen
, sondern bemisst den Lohn anhand des Nettoumsatzes (=
Bruttoumsatz abzüglich Mehrwertsteuer) pro gefahrenen Kilometer (
Airportmitarbeiter
) bzw. gefahrener Schicht (Stadt Zürich), wobei noch Ferienentschädigung und allenfalls eine Gratifikation hinzukommen
. Dass die Beschwerdegegnerin den Lohnbestandteil auf 60
%
des Umsatzes einschätzte, ist ferner angesichts des
Umstandes, dass der
Lohn
ansonsten
unrealistischerweise
lediglich
Fr.
1'380.-- monatlich betragen würde (vgl. die Ausführungen in
Urk.
2 S. 3), nicht zu beanstanden. Damit
bemass die Beschwerdegegnerin den Lohnbestandteil unter Berücksichtigung aller zugän
glicher Unterlagen und im Rahmen ihres Ermessens.
Bezüglich der Lohnsummenschätzung gibt der angefochtene Einspracheentscheid vom 8. Juni 2020 (
Urk.
2) somit ebenfalls zu keinen Beanstandungen Anlass.
3.
3
Bei der
Beitragserhebung für
Y._
,
Z._
,
A._
und für
B._
(vgl.
Verfügungen vom
6. Dezem
ber 2019 beziehungsweise 1
5.
Mai 2020
,
Urk. 8/6-9)
stützt
e
sich die
Be
schwerdegegnerin auf die Buchhaltungsunterlagen
bzw. Aufstellungen
dieser Taxifahrerinnen und Taxifahrer
(Urk.
14
/
7
, Urk. 14/14, Urk. 14/21, Urk. 14/27
).
Bei
Y._
lassen sich die
Umsä
tz
e
aus Taxifahrten
eindeutig
der
Tätigkeit für die Beschwerde
füh
rerin
zuordnen
, denn
Y._
hat diese Einkünfte unter dem Titel
«Abrechnung Taxi - Unter
nehmung
Y._
/
X._
» erfasst
und ihr
e
übrige Tätig
keit als Schulbusfahrern separiert
(
Urk.
14/7)
.
In den Buchhaltungen von
A._
(Urk. 14/14)
,
Z._
(Urk.
14/
21
)
und
B._
(Urk.
14/27) wird
demgegenüber
kein Bezug zur Beschwerdeführerin genommen. Die Beschwerdegegnerin hat angenommen, dass es sich bei den
in den jeweiligen
Erfolgsrechnungen
aufgeführten
Umsätzen aus
Taxidienst
leistun
gen (Urk. 14/14,
Urk.
14/
21
,
Urk.
14/27)
ausschliesslich um Einkünfte
handle
, welche diese Personen
aus ihrer unselbständigen Tätigkeit
für die Beschwerde
führerin erzielt haben
(
Urk.
8/6,
Urk.
8/8-9)
.
Es
wäre zwar theoretisch möglich
,
dass
im erzielten Umsatz auch Einkünfte aus Taxidienstleistungen enthalten sind, welche nicht auf Fahrten als «
X._
»-Fahrerin beziehungsweise -Fahrer zu
rückzuführen sind.
Von
weitere
n
Abklärungen
bezüglich der
Einkünfte
von
A._
,
Z._
und
B._
sind jedoch keine Erkenntnisse zu e
r
warten
. Selbst wenn diese Taxifahrerin und di
ese Taxifahrer über
Belege zu den von
ihnen durchgeführten Fahrten verfügen würden, liessen sich diese nicht mit Aufzeichnungen der Beschwerdeführerin
vergleichen, weil es solche vor dem Jahr
2018
unbestrittenermassen
noch nicht gab (vgl.
E. 3.2.2
vorstehend
). Die Beschwerdeführerin brachte
im Verfahren UV.2016.00038
sodann
vor, dass die Taxifahrerinnen und Taxifahrer ihr gegenüber
bezüglich der ausge
führten Fahrten
nicht rechenschaftspflichtig gewesen seien (vgl. E.
3.3
des Urteils des Sozialversicherungsgerichts UV.2016.00038
vom 9. Juni 2017,
Urk. 3/2
).
Für
A._
,
Z._
und
B._
bestand
in den Jahren 2014 bis 2016
somit keine Veranlassung,
die
von
der Beschwer
deführerin
ver
mittelten Kunden
separat
zu
erfassen
.
S
chliesslich ist zu berücksichtigen, dass
A._
,
Z._
und
B._
die
sie betreffenden
Beitragsv
erfügung
en
selber nicht mit Einsprache angefochten haben
(vgl. Urk.
14
/12, Urk.
14/19, Urk.
14/25)
.
Damit bestehen
keine belegten Vorbringen
, dass die erfassten Lohnsummen nicht in Zusammenhang mit der
für die Be
schwerdeführer
in ausgeführte
n
Tätigkeit stehen
.
Demnach sind auch
die
Einspracheentscheide
vom 20. Juli 2020
(Urk. 10/2/1-4)
,
mit welchen die Beschwerdegegnerin
d
ie
Verfügungen vom 6. Dezember 2019 be
ziehungsweise 1
5.
Mai 2020 (Urk. 8/6-9) bestätigt hat,
in
masslicher
Hinsicht nich
t zu beanstanden.
Etwas
anderes
ist von der Beschwerdeführerin
im vorlie
genden Verfahren
auch nicht
substantiiert
geltend gemacht worden
(vgl.
Urk.
10/1)
.
4.
Dieser Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde
n
.