Decision ID: 4845226f-8514-4f42-afde-a00de5c3fd1f
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ liess sich im Mai 2014 durch seinen Beistand bei der Invalidenversicherung
(IV) zum Bezug von beruflichen Eingliederungsmassnahmen anmelden (IV-act. 1). Der
Beistand gab an, der Versicherte verweigere seit Anfang Jahr die Schule; er leide an
Lernblockaden und an einer fehlenden Motivation. Eine Fachärztin des Z._ berichtete
am 4. Juni 2014 (IV-act. 8), beim Versicherten seien die Diagnosen einer einfachen
Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0) und einer Bindungsstörung
(ICD-10 F94.2) erhoben worden. Der Versicherte habe eine für die schulische und
berufliche Entwicklung dringend erforderliche Behandlung mit Methylphenidat
abgelehnt. Ab April 2012 habe er die Einnahme von Ritalin verweigert. Unter viel
Motivationsarbeit der Schule habe er das Wiederansetzen von Ritalin Ende 2012
bejahen können. Während der relativ kurzen Phase des Wiederansetzens bis Ende
Februar 2013 habe er in der Schule und im Sozialverhalten deutliche Fortschritte
gemacht. Ende Februar 2013 habe er die weitere Einnahme von Ritalin verweigert.
Dadurch sei eine wenig konstruktive Entwicklung in Gang gekommen, die sich so
geäussert habe, dass sich der Versicherte immer mehr verweigert habe. Am
A.a.
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2. September 2011 hatten Fachpersonen der Klinik B._ angegeben, der Versicherte
habe sich von März 2011 bis August 2011 in stationärer Behandlung befunden. Sie
hatten eine reaktive Bindungsstörung des Kindesalters (ICD-10 F94.1) und eine
depressive Störung des Sozialverhaltens (ICD-10 F92.0) diagnostiziert. Dr. med. C._
vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) notierte am 31. Juli 2014 (IV-act. 20), die
ADHS beeinträchtige die Ausbildungsfähigkeit des Versicherten. Unter einer adäquaten
Behandlung habe aber ein deutlicher Rückgang der Symptome beobachtet werden
können. Der Versicherte könnte potentiell eine Ausbildung absolvieren, sofern er
ausreichend kooperativ wäre. Die eingeschränkte Kooperation könne aus
versicherungsmedizinischer Sicht nicht als eigentliche gesundheitliche
Beeinträchtigung anerkannt werden. Sofern der Versicherte ausreichend kooperieren
würde, wäre die Ausbildung im geschützten Rahmen durchzuführen. Mit einer
Mitteilung vom 5. August 2014 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten eine
Berufsberatung (IV-act. 13).
Im Juni/Juli 2015 unterzog sich der Versicherte in D._ einer beruflichen
Abklärung (IV-act. 32). Diese ergab, dass der Versicherte momentan nicht in der Lage
war, direkt eine "EBA" (gemeint wohl: Berufliche Grundbildung mit eidgenössischem
Berufsattest) zu beginnen (vgl. IV-act. 33). Am 31. Juli 2015 erteilte die IV-Stelle dem
Versicherten eine Kostengutsprache für das Vorlehrjahr im Hinblick auf eine erstmalige
berufliche Ausbildung zum Logistiker EBA bei E._ vom 10. August 2015 bis zum
9. August 2016 (IV-act. 35). Am 18. März 2016/7. April 2016 reichte der Versicherte eine
Anmeldung zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung für Erwachsene ein
(IV-act. 42). Die E._ brach das Vorlehrjahr per 31. Mai 2016 ab. Im Schlussbericht
vom 10. Juni 2016 gab sie an (IV-act. 52), der Versicherte habe von Beginn an
wiederholt unentschuldigte Abwesenheitstage aufgewiesen und er sei häufig
unpünktlich zur Arbeit erschienen. Er habe Mühe gehabt, sich an Regeln und
Abmachungen zu halten und sich gezielt auf die Arbeit zu konzentrieren. Wenn ein
Vorgesetzter ihn aufgefordert habe, sich mehr zu konzentrieren, habe er nicht sehr
einsichtig reagiert. Ein konstruktives Arbeiten sei mit ihm sehr anspruchsvoll und
intensiv gewesen. Mit den Lernenden und Mitarbeitern sei es regelmässig zu verbalen
Meinungsverschiedenheiten und Auseinandersetzungen gekommen. Ab Januar 2016
sei der Versicherte nicht mehr zur Arbeit erschienen. Im April 2016 habe er die
A.b.
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Möglichkeit für einen Neustart in einem anderen Bereich erhalten. Während zwei
Wochen sei er pünktlich und regelmässig zur Arbeit erschienen. Aber auch hier habe er
seine provozierende Haltung gezeigt. Kognitiv sei er in der Lage, eine verwertbare
Arbeitsleistung zu erbringen. Es sei aber nicht gelungen, sein Arbeitsverhalten zu
verändern. Aufgrund des Umstands, dass er im neuen Jahr keine spürbaren
Entwicklungsschritte mehr habe machen wollen und können, sei die berufliche
Massnahme per 31. Mai 2016 abgebrochen worden.
Dipl. psych. F._ berichtete am 26. April 2017 (IV-act. 65), der Versicherte komme
seit Juli 2016 in der Regel wöchentlich in die Psychotherapie. Der Versicherte leide an
einer hyperkinetischen Störung des Sozialverhaltens (ICD-10 F90.1) und an einer
leichten bis mittelgradigen depressiven Symptomatik (ICD-10 F32.0/32.1). Vor dem
Hintergrund einer ausgeprägten ADHS, die seit längerem medikamentös unbehandelt
sei, sei es ihm nicht möglich, eine Aufgabe adäquat zu erfassen, einzuordnen sowie
Strategien und angemessene Verhaltensweisen zu entwickeln. Er wirke zerstreut,
vergesslich und immer wieder abgelenkt. Er könne sich kaum selber strukturieren. Sein
Bedürfnis nach Autonomie stehe in einem krassen Gegensatz zu seinen Fähigkeiten.
Neben den fehlenden Fertigkeiten zeige er auch ein ausgeprägtes
Vermeidungsverhalten, wenn es um Herausforderungen oder Pflichten gehe. Durch
sein Auftreten wirke er kompetenter, als er in Wirklichkeit sei. Im November 2016 habe
er sich für eine Medikation mit Ritalin bereit erklärt. Das am 30. November 2016
ausgestellte Rezept habe er erst Mitte Februar 2017 eingelöst. Wegen seiner Tag-/
Nachtumkehr habe sich ein seriöser Medikationsversuch aber als illusorisch erwiesen.
Der Versicherte habe berichtet, keine Wirkung des Methylphenidates zu spüren, sodass
eine Fortführung der Medikation aktuell keinen Sinn mache. Seit dem Abbruch der
Ausbildung bei der E._ gehe er keiner Tätigkeit mehr nach und wohne ohne
Tagesstruktur bei seiner Mutter. Er bringe mittlerweile einen hohen Leidensdruck zum
Ausdruck, sei aber nicht fähig, etwas an seiner Situation zu verändern. Seine Antriebs-
und Motivationsarmut dürften auch einen depressiven Hintergrund haben. Der
Versicherte sei aktuell weder ausbildungs- noch arbeitsfähig. Der RAD-Arzt Dr. C._
notierte am 19. Mai 2017 (IV-act. 67), die Einschätzung von dipl. psych. F._ könne
nicht als ärztliche Einschätzung verwertet werden, da dieser kein Arzt sei. Dessen
Bericht bringe eine ausgeprägte therapeutische Haltung zum Ausdruck. Inhaltlich
A.c.
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werde nicht diskutiert, welche depressive Symptomatik tatsächlich vorliege. Zur
Beurteilung der Ausbildungsfähigkeit und der theoretischen Arbeitsfähigkeit in einer
Hilfstätigkeit sei eine psychiatrische Begutachtung notwendig.
Am 18. September 2017 wurde der Versicherte durch Prof. Dr. med. G._
psychiatrisch untersucht. Im Gutachten vom gleichen Tag gab Prof. G._ an (IV-
act. 80), er habe keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellen
können. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine im
Erwachsenenalter persistierende Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung, gegenwärtig
unbehandelt, unter einer Behandlung weitgehend kompensierbare Fähigkeitsstörung
(ICD-10 F90.0). Er führte aus, der Versicherte habe angegeben, dass er (der
Versicherte) Schwierigkeiten habe sich zu konzentrieren und dass er schnell abgelenkt
sei. Zurzeit nehme er keine Medikamente ein; vom Ritalin sei ihm schwindlig geworden.
Der Versicherte habe depressive Symptome ausdrücklich negiert. Zum Bericht von
dipl. psych. F._ bemerkte Prof. G._, die Ausführungen des Psychologen seien
aufgrund der gutachterlichen Untersuchung nicht nachvollziehbar. Korrekt sei, dass der
Versicherte eine Behandlung seiner psychischen Störung verweigere, wofür keine
krankheitsbedingten Gründe angeführt werden könnten. Dies sei bedauerlich, da per
Untersuch durch einen Kinder- und Jugendpsychiater belegt sei, dass sich unter der
Behandlung mit Ritalin die Störungen gut zurückgebildet hätten und eine deutliche
Verbesserung des Verhaltens und der Fähigkeiten des Versicherten zu verzeichnen
gewesen sei. Die vom Psychologen bescheinigte Unstrukturiertheit und
Unkonzentriertheit sei in der Untersuchung nicht zu belegen gewesen. Eine depressive
Störung habe nicht einmal ansatzweise bestanden. Der Bericht von dipl. psych. F._
lasse eine ausgesprochen therapeutische, wenig objektive Einstellung des
Psychologen vermuten. Diesem könne nicht gefolgt werden. In Bezug auf die
Persönlichkeit und den sozialen Kontext des Versicherten gab Prof. G._ an, Hinweise
auf eine Persönlichkeitsstörung lägen nicht vor. Im sozialen Kontext weise der
Versicherte keine gravierenden Abnormitäten auf. Trotz der unzureichenden
schulischen Qualifikation, der fehlenden Berufsausbildung und der fehlenden
Berufspraxis verfüge der Versicherte über einige Ressourcen. Er sei nachgereift und
seine Bindungsfähigkeit habe sich deutlich verbessert. Von verschiedenen
psychiatrischen Fachärzten sei die Diagnose einer einfachen Aktivitäts- und
A.d.
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Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0) gestellt worden. Die vom Versicherten
beschriebenen Symptome und die in den Akten dokumentierten Auffälligkeiten seien
konsistent mit dieser Diagnose. Das Störungsbild einer ADHS sei unbehandelt. Der
Versicherte verweigere eine Medikation mit Methylphenidat. Diese wäre
leitliniengerecht. Unter einer gezielten Behandlung könnten die Symptome weitgehend
gebessert werden. Krankheitsbedingte Gründe mit einer Unfähigkeit zur
Therapieadhärenz lägen nicht vor. Eine derartige medikamentöse Behandlung sei dem
Versicherten zumutbar. Es sei davon auszugehen, dass die Auswirkungen der
psychiatrischen Störung unter einer leitliniengerechten Behandlung weitgehend
kompensierbar wären, womit kein Gesundheitsschaden und damit keine
gesundheitsbegründete mittel- und langfristige Arbeitsunfähigkeit unter den
Anforderungen des ersten Arbeitsmarkts festgestellt werden könnten. Unter einer
leitliniengerechten Behandlung bestehe auch ein Ausbildungspotential. Im
unbehandelten Zustand sei der Versicherte bei repetitiven Tätigkeiten und bei solchen
Tätigkeiten, die anhaltend hohe Konzentrationserfordernisse mit sich brächten,
eingeschränkt. Leidensgerecht seien abwechslungsreiche Tätigkeiten ohne hohe
Anforderungen an die Konzentration und Aufmerksamkeit wie beispielsweise
Gartenarbeiten. Der RAD-Arzt Dr. C._ notierte am 27. September 2017 (IV-act. 81),
auf das umfassende und konsistente Gutachten könne abgestellt werden.
Eine Sachbearbeiterin der IV-Stelle hielt am 2. November 2017 anlässlich eines
Strategiegesprächs mit dem Berufsberater und dem RAD-Arzt fest (IV-act. 82), der
Versicherte sei zurzeit nicht in der Lage, eine Ausbildung zu machen. Es fehle ihm an
Konstanz und Verbindlichkeit. Gemäss RAD sei er aber fähig, einer ungelernten
Tätigkeit nachzugehen. Die beruflichen Massnahmen würden abgeschlossen. Eine
Wiederanmeldung sei möglich, wenn der Versicherte in einem Motivationssemester
gezeigt habe, dass ein "Dranbleiben und Durchhalten" für ihn möglich sei. Der
Berufsberater notierte am 31. Januar 2018 (IV-act. 89), der Versicherte "arbeite" seit
Oktober 2017 wieder in der E._ (Finanzierung durch das Sozialamt, vgl. IV-act. 90).
Bislang habe sich der Versicherte an die Betriebsregeln und Vereinbarungen gehalten.
Er (der Berufsberater) halte es deshalb für zweckdienlich, etwas früher in die berufliche
Massnahme einzusteigen. Er beantrage die Fortsetzung des Berufsvorbereitungsjahres.
Mit einer Mitteilung vom 7. Februar 2018 (IV-act. 92) erteilte die IV-Stelle dem
A.e.
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Versicherten eine Kostengutsprache für die Fortsetzung des Vorlehrjahres bei der E._
ab 1. Februar 2018 bis 31. Juli 2018. Am 30. Juli 2018 begann der Versicherte bei der
H._ eine Lehre zum Logistiker EBA (vgl. IV-act. 137). Die IV-Stelle erteilte dem
Versicherten am 22. August 2018 eine Kostengutsprache für die Mehrkosten der
erstmaligen beruflichen Ausbildung vom 30. Juli 2018 bis 29. Juli 2020 (IV-act. 142). Im
Oktober 2018 verlängerte die H._ die Probezeit des Versicherten (vgl. IV-act. 161).
Am 24. Januar 2019 löste die H._ den Lehrvertrag per 31. Januar 2019 auf (IV-act.
162). Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 5. Februar 2019 mit (IV-act. 166), dass
die beruflichen Massnahmen abgebrochen worden seien. Im Abschlussbericht vom
6. Februar 2019 gab die H._ an (IV-act. 168), der Versicherte sei unzuverlässig und
setze Prioritäten nach eigenem Ermessen. Er kämpfe gegen Anweisungen und Abläufe
an und habe Mühe, diese zu befolgen. Er hinterfrage alles und steigere sich damit in
eine Verweigerungshaltung, gegen die nur schwer anzukommen sei. Darunter würden
nebst Qualität und Leistung auch die Zusammenarbeit leiden. An guten Tagen werde
sein Potential sichtbar und die Leistung stimme. Leider seien diese Tage an einer Hand
abzuzählen. Er sei regelmässig verspätet und habe viele unentschuldigte Absenzen.
Bemerkenswert sei, dass er beim Auswertungsgespräch über die Häufigkeit seiner
Absenzen selber sehr erstaunt gewesen sei. Selbst- und Fremdwahrnehmung hätten
sich massiv unterschieden. Grundsätzlich wäre der Versicherte in der Lage, eine
Ausbildung zu machen. Um diese erfolgreich abzuschliessen, müsste er seine
Prioritäten überdenken und sich auf einen Lernprozess einlassen können.
Dipl. psych. F._ und Dr. med. I._ berichteten am 27. März 2019 (IV-act. 176),
der Versicherte habe im Mai 2018 ein Rezept für einen Medikationsversuch mit
Methylphenidat erhalten. Danach sei er viereinhalb Monate nicht mehr zur Therapie
gekommen. Im Oktober 2018 sei er dann wieder erschienen. Laut seinen
Schilderungen sei es in der Lehre gut gelaufen. Die Medikation habe er ausprobiert,
wegen den Nebenwirkungen aber bald abgesetzt. Im November 2018 habe er sich sehr
bedrückt gezeigt. Offensichtlich sei die Probezeit verlängert worden. Als er diese nicht
bestanden habe, sei dies für ihn wie ein Hammerschlag gewesen. Damit scheine er
nicht gerechnet zu haben. Bezüglich einer Medikation bestehe sicherlich ein Bedarf an
weiteren Versuchen, auch mit anderen Präparaten. Der Versicherte sei immer noch
nicht in der Lage, eine Ausbildung erfolgreich zu absolvieren. Dabei dürften sowohl
A.f.
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seine mangelnde Kooperations- und Schadenminderungsbereitschaft (Medikation) als
auch die ADHS mit einer Impulskontrollschwäche verantwortlich sein.
Der RAD-Arzt Dr. C._ notierte am 1. April 2019 im Wesentlichen (IV-act. 177),
der medizinische Sachverhalt und die Beurteilung der Arbeits- und
Ausbildungsfähigkeit seien grundsätzlich unverändert. Der Versicherte sei nach wie vor
voll arbeitsfähig und die Ausbildungsfähigkeit sei unter einer leitliniengerechten
Therapie inklusive einer individuell zugeschnittenen Pharmakotherapie unter einer
ärztlichen Aufsicht gegeben. Wie Prof. G._ festgehalten habe, bestehe keine
Diagnose mit einer Auswirkung auf die Arbeits- und die Ausbildungsfähigkeit. Unklar
sei, ob der Versicherte das Ergebnis der Begutachtung und die daraus resultierenden,
notwendigerweise während der Ausbildung durchzuführenden Massnahmen erfahren
habe. Eine Sachbearbeiterin der IV-Stelle hielt am 3. April 2019 fest (IV-act. 178), ob
dem Versicherten das Ergebnis der Begutachtung mitgeteilt worden sei, sei nicht
relevant, da keine Diagnose mit einer Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliege.
A.g.
Mit einem Vorbescheid vom 5. April 2019 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Begehrens um berufliche Massnahmen und Rentenleistungen in
Aussicht (IV-act. 180). Zur Begründung gab sie an, der Versicherte sei mittels einer
Berufsberatung unterstützt worden. Dabei sei ihm ein Vorlehrjahr in der E._
zugesprochen worden. Nach dem Abbruch des Vorlehrjahrs sei ein psychiatrisches
Gutachten erstellt worden. Dieses habe ergeben, dass er vollständig arbeitsfähig und
unter einer entsprechenden Behandlung der ADHS ausbildungsfähig sei.
Anschliessend sei er nochmals im Rahmen von beruflichen Massnahmen unterstützt
worden. Die Ausbildung zum Logistiker sei per 31. Januar 2019 abgebrochen worden.
Gemäss ihren Abklärungen sei dem Versicherten eine erstmalige berufliche Ausbildung
zumutbar, sofern er sich leitliniengerecht behandeln lasse. Zudem liege keine Diagnose
vor, welche sich auf die Arbeits- respektive Ausbildungsfähigkeit auswirke. Somit seien
keine weiteren beruflichen Massnahmen angezeigt. Ein Anspruch auf Rentenleistungen
bestehe nicht.
A.h.
Mit einer Verfügung vom 4. Juli 2019 wies die IV-Stelle das Begehren um berufliche
Massnahmen und Rentenleistungen ab (IV-act. 182).
A.i.
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B.
Der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) liess am 17. Juli 2019 eine
Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Beistand beantragte die Aufhebung der
Verfügung vom 4. Juli 2019 sowie die erneute Prüfung von beruflichen Massnahmen
und gegebenenfalls die Zusprache einer Rente. Zudem beantragte er die Befreiung von
den Gerichtskosten. Zur Begründung machte er im Wesentlichen geltend, Prof. G._
habe im Gutachten vom 18. September 2017 festgehalten, dass bei einer
"leitliniengerechten Behandlung mit Ritalin und verhaltenstherapeutischer Begleitung"
eine Chance auf eine Ausbildung bestehen würde. Nur habe dies dem
Beschwerdeführer bis anhin wohl niemand so mitgeteilt. Insbesondere habe der
Berufsberater nicht auf eine solche Behandlung hingewiesen, geschweige denn darauf
insistiert, dass eine solche Behandlung für eine Unterstützung durch die IV
unabdingbar wäre. Er (der Beistand) habe das Gutachten erst lesen können, als er
Akteneinsicht erhalten habe. Es sei davon auszugehen, dass eine Information über das
Gutachten beim Beschwerdeführer eine Einsicht bezüglich der Notwendigkeit einer
medikamentösen Begleitung bewirkt hätte. Der Beschwerdeführer legte ergänzend dar
(act. G 1.2), dass er Schwierigkeiten habe, sich zu konzentrieren und zuzuhören. Er
werde (mit Medikamenten) etwas gegen die ADHS tun und er werde nachweisen, dass
er jeden Tag arbeite, was ja schliesslich das Problem gewesen sei.
B.a.
Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 3. September
2019 die Abweisung der Beschwerde (act. G 6). Zur Begründung führte sie im
Wesentlichen an, auf das Gutachten von Prof. G._ sei abzustellen. Der
Beschwerdeführer bringe keine Einwände vor, welche Zweifel am Gutachten wecken
würden. Der Beschwerdeführer könne demnach selbst im unbehandelten Zustand einer
adaptierten Hilfsarbeitertätigkeit nachgehen. Unter einer leitliniengerechten Behandlung
stünde ihm sogar das ganze Spektrum an Hilfsarbeiterstellen offen; die Krankheit sei
ohne weiteres überwindbar. Eine Behandlung lehne er jedoch ab. Er habe die
Medikation wiederholt selbstständig abgebrochen, was auf seine mangelnde
Compliance und nicht auf eine Krankheit zurückzuführen sei. Dem Beschwerdeführer
seien mehrere Möglichkeiten einer Eingliederung dargeboten worden, die jedoch
mangels einer Mitwirkung gescheitert seien. Sie (die Beschwerdegegnerin) sei ihrer
Aufgabe nachgekommen. Zu erwähnen sei, dass bei einer adäquaten Behandlung
B.b.
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Erwägungen
1.
Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung vom 4. Juli 2019 das
Begehren um berufliche Eingliederungsmassnahmen und Rentenleistungen
abgewiesen. Strittig ist somit, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf berufliche
Eingliederungsmassnahmen und/oder auf eine Invalidenrente hat.
2.
Gemäss Art. 7 Abs. 2 lit. c des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG,
SR 831.20) muss die versicherte Person an allen zumutbaren Massnahmen, die zur
Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung in das
keine beruflichen Massnahmen notwendig wären, da der Beschwerdeführer den
regulären Ausbildungsweg behinderungsfrei beschreiten könnte.
Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen bewilligte am 6. September
2019 das Gesuch um die unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den
Gerichtskosten) für das Beschwerdeverfahren (act. G 7).
B.c.
Der Beschwerdeführer liess am 17. April 2020 in der Replik im Wesentlichen
ergänzend geltend machen (act. G 14, 14.1), zutreffend sei, dass er die Medikation
wiederholt selbstständig abgebrochen habe. Es stimme aber nicht, dass dies auf eine
mangelnde Compliance zurückzuführen sei, denn er habe mehrfach über die massiven
Nebenwirkungen geklagt (Schwindel, Verdauungsprobleme, Schlafstörungen und das
Gefühl einer Wesensveränderung). Die Beschwerdegegnerin habe festgehalten, die
Eingliederung sei mangels einer Mitwirkung gescheitert. Die Frage sei aber nicht allein,
ob er mitgewirkt habe, sondern ob er zur Mitwirkung fähig gewesen sei. Bestritten
werde, dass er unter einer adäquaten Behandlung behinderungsfrei den regulären
Ausbildungsweg beschreiten könnte. Auf seinem Lebensweg seien viele Personen
involviert gewesen. Dennoch sei er nicht fähig, seinen Lebensunterhalt
eigenverantwortlich zu meistern. Dies habe grossmehrheitlich mit seiner Behinderung
zu tun.
B.d.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 30. April 2020 auf eine Duplik (act. G 16).B.e.
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Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich
dienen, aktiv teilnehmen. Dies sind insbesondere die Massnahmen beruflicher Art
(Art. 15-18 und 18b IVG). Als zumutbar gilt jede Massnahme, die der Eingliederung der
versicherten Person dient; ausgenommen sind Massnahmen, die ihrem
Gesundheitszustand nicht angemessen sind (Art. 7a IVG). Die Leistungen können nach
Art. 21 Abs. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) gekürzt oder verweigert werden, wenn die
versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 IVG nicht nachgekommen ist (Art. 7b
Abs. 1 IVG). Art. 21 Abs. 4 ATSG sieht vor, dass einer versicherten Person die
Leistungen gekürzt oder verweigert werden können, wenn sie sich einer zumutbaren
Behandlung oder Eingliederung in das Erwerbsleben, die eine wesentliche
Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht,
entzieht oder widersetzt oder sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu
beiträgt; sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen
werden und es ist ihr eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Mahn- und
Bedenkzeitverfahren bei einer Verletzung der Schadenminderungspflicht).
3.
Prof. G._ hat beim Beschwerdeführer eine im Erwachsenenalter persistierende
Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung diagnostiziert. Er hat sich dabei auf die vom
Beschwerdeführer beschriebenen Symptome, die persönliche Untersuchung und die
Vorakten gestützt (IV-act. 80-47). Er hat festgehalten, die vom Beschwerdeführer
beschriebenen Symptome und die in den Akten dokumentierten Auffälligkeiten seien
konsistent mit dieser Diagnose. Damit steht fest, dass der Beschwerdeführer an einer
im Erwachsenenalter persistierenden ADHS leidet. Der Beschwerdeführer hat eine
medikamentöse Behandlung mit Methylphenidat mehrfach abgebrochen. Im Zeitpunkt
der Begutachtung durch Prof. G._ im September 2017 sowie des Lehrabbruchs bei
der H._ im Januar 2019 ist die ADHS unbehandelt gewesen (vgl. IV-act. 80-48, 176).
Prof. G._ hat erklärt, eine Behandlung mit Methylphenidat wäre leitliniengerecht.
Unter einer gezielten Behandlung könnten die Symptome weitgehend gebessert
werden. Er hat sich dabei insbesondere auf den Bericht des Z._ vom 4. Juni 2014
(vgl. IV-act. 8) gestützt, wonach der Beschwerdeführer während einer gut
zweimonatigen Phase von Ende Dezember 2012 bis Ende Februar 2013 unter der
Einnahme von Ritalin deutliche Fortschritte in der Schule und im Sozialverhalten
gemacht habe. Prof. G._ hat des Weiteren festgehalten, dass keine
krankheitsbedingten Gründe mit einer Unfähigkeit zur Therapieadhärenz vorgelegen
hätten. Namentlich hat er dargelegt, dass keine Hinweise auf eine
Persönlichkeitsstörung bestanden hätten. Eine leitliniengerechte medikamentöse
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Behandlung mit Methylphenidat sei dem Versicherten zumutbar. Dipl. psych. F._ und
Dr. I._ haben die Zumutbarkeit einer medikamentösen Behandlung der ADHS im
Bericht vom 27. März 2019 bestätigt, indem sie angegeben haben (IV-act. 176), es
bestehe sicherlich ein Bedarf an weiteren medikamentösen Versuchen, auch mit
anderen Präparaten. Diese Ausführungen sind schlüssig und nachvollziehbar. Nicht
überzeugend ist hingegen die Aussage von Prof. G._, dass kein Gesundheitsschaden
vorliege, da die Auswirkungen der psychiatrischen Störung bei einer leitliniengerechten
Therapie weitgehend kompensierbar wären. Ist nämlich lediglich prognostisch von
einer Verbesserung der funktionellen Leistungsfähigkeit auszugehen, hat im
Untersuchungszeitpunkt offensichtlich eine gesundheitliche Beeinträchtigung
bestanden. Der Beistand hat vorgebracht, der Beschwerdeführer habe die
medikamentösen Behandlungen wegen den Nebenwirkungen (und nicht wegen einer
Malcompliance) abgebrochen. Er hat damit implizit geltend gemacht, dass
gesundheitsbedingte Gründe einer medikamentösen Behandlung entgegenstünden.
Der Beschwerdeführer hat Prof. G._ gegenüber erwähnt, dass er bei der Einnahme
von Ritalin an Schwindel gelitten habe. Prof. G._ hat eine leitliniengerechte
medikamentöse Behandlung dennoch als zumutbar erachtet. Er ist also davon
ausgegangen, dass allfällig aufgetretene Nebenwirkungen nicht zur Unzumutbarkeit
einer leitliniengerechten Behandlung führen würden. Diese Einschätzung ist
überzeugend, zumal dipl. psych. F._ und Dr. I._ ebenfalls einen Bedarf für eine
weitere medikamentöse Behandlung festgestellt haben. Der Einwand des Beistands ist
damit nicht geeignet, Zweifel an der Zumutbarkeit einer medikamentösen Behandlung
zu wecken. Zu erwähnen bleibt, dass der Beschwerdeführer selber erklärt hat, dass er
(mit Medikamenten) etwas gegen die ADHS tun werde (act. G 1.2). Er scheint also für
eine erneute medikamentöse Behandlung der ADHS bereit zu sein. Damit steht mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass die Weigerung des
Beschwerdeführers, eine medikamentöse Behandlung der ADHS mit Methylphenidat
durchzuführen, nicht krankheitsbedingt ist. Eine leitliniengerechte medikamentöse
Behandlung der ADHS ist dem Beschwerdeführer möglich und zumutbar.
4.
Im Folgenden ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin vor der Abweisung des
Anspruchs auf berufliche Massnahmen und/oder auf eine Invalidenrente ein Mahn- und
Bedenkzeitverfahren (Aufforderung des Beschwerdeführers, sich einer
leitliniengerechten medikamentösen Behandlung der ADHS zu unterziehen) hätte
durchführen müssen.
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Die Beschwerdegegnerin hat den Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche
Eingliederungsmassnahmen und auf eine Invalidenrente in der angefochtenen
Verfügung vom 4. Juli 2019 mit der Begründung abgewiesen, dem Beschwerdeführer
sei eine erstmalige berufliche Ausbildung zumutbar, sofern er sich leitliniengerecht
behandeln lasse. Zudem liege keine Diagnose vor, welche sich auf die Arbeits-
respektive Ausbildungsfähigkeit auswirke. Sie hat damit die beruflichen
Eingliederungsmassnahmen ohne die Durchführung eines Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens abgeschlossen, obwohl sie selber davon ausgegangen ist, dass
der Beschwerdeführer unter einer leitliniengerechten Behandlung möglicherweise eine
erstmalige berufliche Ausbildung absolvieren könnte. Die Durchführung eines Mahn-
und Bedenkzeitverfahrens wäre gemäss Art. 7 Abs. 2 lit. c IVG in Verbindung mit
Art. 7b Abs. 1 IVG und Art. 21 Abs. 4 ATSG also zwingend erforderlich gewesen. Nach
dem oben Ausgeführten (vgl. E. 3) ist dem Beschwerdeführer eine leitliniengerechte
medikamentöse Behandlung der ADHS zumutbar. Im Rahmen der
Schadenminderungspflicht, die darin besteht, an den zumutbaren Massnahmen, die
der Eingliederung in das Erwerbsleben dienen, aktiv teilzunehmen, hat sich der
Beschwerdeführer also einer leitliniengerechten medikamentösen Behandlung der
ADHS zu unterziehen mit dem Ziel, die Fähigkeit zur Absolvierung einer erstmaligen
beruflichen Ausbildung zu erreichen. Da sich der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des
Lehrabbruchs bei der H._ keiner medikamentösen Behandlung unterzogen hat, hätte
die Beschwerdegegnerin ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchführen müssen. Ein
Anwendungsfall von Art. 7b Abs. 2 IVG, in denen Leistungen ohne die Durchführung
eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens gekürzt oder verweigert werden können, liegt
nicht vor. Die Beschwerdegegnerin hat damit Art. 7 Abs. 2 lit. c IVG in Verbindung mit
Art. 7b Abs. 1 IVG und Art. 21 Abs. 4 ATSG verletzt. Die Sache ist deshalb zur
Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Ziel des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens wird es vorliegend sein zu
erreichen, dass sich der Beschwerdeführer über einen längeren Zeitraum einer
leitliniengerechten medikamentösen Therapie der ADHS mit dem Zweck, die Fähigkeit
zur Absolvierung einer erstmaligen beruflichen Ausbildung zu erreichen, unterzieht. Die
Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer also aufzufordern, sich einer
leitliniengerechten medikamentösen Therapie der ADHS zu unterziehen. Dabei bleibt es
der Beschwerdegegnerin überlassen auszuformulieren, über welchen Zeitraum sich der
Beschwerdeführer einer entsprechenden Behandlung zu unterziehen hat und wie und
in welcher Regelmässigkeit die Einnahme des Medikamentes kontrolliert werden soll. In
Bezug auf den Rentenanspruch gilt was folgt: Solange eine berufliche Eingliederung als
möglich erscheint, kann ein Rentenanspruch noch nicht geprüft werden, da noch nicht
feststeht, welche berufliche Qualifikation der Beschwerdeführer erreichen kann. Die
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© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
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St.Galler Gerichte
5.
Die Sache ist demnach zur Weiterführung des Verwaltungsverfahrens im Sinne der
Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6. Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen.
Praxisgemäss ist die Rückweisung an die Verwaltung zur weiteren Abklärung als volles
Obsiegen des Beschwerdeführers zu werten (vgl. BGE 132 V 235, E. 6.1).
Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.