Decision ID: 8e8439d3-af13-4337-b4d3-05adaddec76a
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1958 geborene
X._
arbeitete als selbständiger Autolackierer und meldete sich am 1
3.
Mai 2014 (Eingangsdatum) bei der
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/7).
Zunächst
zog diese einen Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
7/12) sowie einen Arztbericht bei (
Urk.
7/10).
Im J
uli 2014 teilte sie dem Ver
sicherten mit, sie gewähre ihm Frühinterventionsmassnahmen in Form eines Arbeitsplatzerhalts und erteilte Kostengutsprache
n
für eine psychosoziale Begleitung (Job Coaching) sowie einen Ausbildungskurs
(Urk. 7/17-19).
Mit Mitteilung vom
3.
Dezember 2014 wurden die
Frühi
nte
rventionsmassnahmen beendet (
Urk.
7/30). In der Folge zog die IV-Stelle die Akten des
Krankentag
geldversicherers
(
Urk.
7/39) sowie Berichte der behandelnden Ärzte (
Urk.
7/40,
7/44, 7/46) bei und veranlasste die Erstellung eines polydisziplinären Gut
achtens
bei der Begutachtungsstelle
Z._
, welches am 2
2.
Oktober
2015 erstattet wurde (
Urk.
7/63).
Mit Schreiben vom 27. November 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, es würden keine Eingliederungsmassnahmen durchgeführt (
Urk.
7/69).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vor
bescheid vom 7. Dezember 2015 [Urk. 7/74],
Einwand vom 2
7.
Januar 2016 [
Urk. 7/8
4],
Begründung vom 23. März 2016 [
Urk.
7/94]) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 1
2.
Mai 2016 für den Zeitraum vom
1.
November 2014 bis 30. April 2015 eine ganze sowie ab dem
1.
Mai 2015 eine halbe Rente der Invalidenversicherung zu (
Urk. 2/1 [=
7/9
9 und 7/114] Urk. 2/2
[
7/1
2
1
]
).
2.
Dagegen führte der Versicherte mit Eingabe vom
6.
Juni 2016 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei fest
zustellen, dass der Beschwerdeführer auch ab dem
1.
Mai 2015 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung habe. Eventualiter sei festzu
stellen, dass er ab dem
1.
Mai 2015 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
habe und
subeventualiter
sei die Sache an die Verwaltung zu weiteren medizini
schen Abklär
ungen zurückzuweisen (Urk. 1 S.
2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
Juli 2016 beantragte die IV-Stelle, es sei dem Beschwerdeführer eine
reformatio
in
peius
anzudrohen
(
Urk.
6).
Mit Verfügung vom 1
3.
Juli 2016 ordnete das hiesige Gericht einen zweiten Schriftenwechsel an (
Urk.
8). In
seiner Replik vom 1
8.
August 2016 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest und reichte einen zusätzlichen
Arztbericht ein (
Urk.
10-11), was der Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom
2
2.
August 2016 mitgeteilt wurde (
Urk.
12). Mit Schreiben vom 9. September 2016 verzichtete diese auf eine Duplik und hielt an ihren An
trägen fest
(
Urk.
13), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 12. September 2016
angezeigt wurde (
Urk.
14).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsge
mäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Auf
bietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_614/2015 vom 15. Dezember
2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. Novem
ber 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer
Restarbeits
fähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und ge
gebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
zustellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim
Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess
nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründ
e anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person ausein
ander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände
und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizini
schen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende
Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht
auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beant
wor
tung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich
Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; der
selbe
in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
1.5
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E.
6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Mass
gabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen) Art. 88a
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E.
6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenan
spruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der
Rentenzu
sprechung
oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen
angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des
Rechts
mittelverfahrens
in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E.
2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Renten
anspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
2
.
2.1
I
m
angefochtenen Entscheid wurde erwogen,
die medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass der Beschwerdeführer bis im Januar 2015 zu 100
%
ar
beitsunfähig gewesen sei. Das Wartejahr sei am 2
3.
Oktober 2014 abgelaufen.
Da sich der Beschwerdeführer jedoch erst am 1
3.
Mai 2014 bei der IV-Stelle angemeldet habe, habe er
erst ab
November 2014 Anspruch auf
eine
Invali
denrente.
Im Januar 2015 habe sich sein Gesundheitszustand verbessert, weshalb ihm seit Februar 2015 eine angepasste Tätigkeit mit einem Beschäf
tigungsgrad von 70
%
zumutbar sei. Die Verbesserung des Gesundheitszu
standes sei mit Wirkung ab
1.
Mai 2015 zu berücksichtigen, weshalb ihm ab dann eine halbe Invalidenrente zustehe.
Zu den im
Vorbescheidverfahren
vorgebrachten Einwänden führte die IV-Stelle aus, dem Beschwerdeführer seien aufgrund des möglichen
Tätigkeits
profils
diverse Hilfstätigkeiten möglich. Es seien ihm zudem Eingliederungs
massnahmen angeboten worden, die er jedoch abgelehnt habe (
Urk.
2/1).
In der Beschwerdeantwort brachte die IV-Stelle vor, im Gutachten sei fest
gehalten worden, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sei aus psy
chiatrischen Gründen zu 30
%
eingeschränkt. Da es sich jedoch nur um eine Anpassungsstörung handle, sei diese aus versicherungsrechtlicher Sicht nicht zu berücksichtigen.
Der Beschwerdeführer habe
zudem
im Jahr 2009 das Ge
schäft seines Vaters übernommen und sich selbständig gemacht. Seither habe er nur ein sehr geringes Einkommen erwirtschaftet. Da er das Geschäft
auch bei guter Gesundheit
trotzdem nicht aufgegeben hätte, sei beim
Validenein
kommen
auf dieses abzustellen, womit ein rentenausschliessender
Invalidi
tätsgrad
resultiere (Urk. 6).
2.2
Dagegen brachte der Beschwerdeführer vor,
sein
Gesundheitszustand habe sich im Januar 2015 nicht verbessert. Deshalb stehe ihm ab dem
1.
Mai 2015 weiterhin eine ganze Invalidenrente zu. Hinzu komme, dass die
Beschwer
degegnerin
nicht geprüft habe, welche konkreten beruflichen Tätigkeiten in Frage kommen würden. Auch wenn auf den ausgeglichenen Arbeitsmarkt abgestellt werde, sei im Einzelfall zu überprüfen, ob die Restarbeitsfähigkeit verwertet werden könne. Der Beschwerdeführer sei bereits 58 Jahre alt. Seine Chancen, auf dem Arbeitsmarkt noch eine Anstellung zu finden, seien prak
tisch nicht vorhanden. Auch im Gutachten werde erwähnt, dass die Vermit
telbarkeit im ersten Arbeitsmarkt aufgrund des Alters, der Biographie und der spezifischen qualitativen Einschränkungen vermindert sei. Dies habe die Beschwerdegegnerin ausser Acht ge
lassen. Auch aus diesem Grund sei dem Beschwerdeführer mindestens eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen. Zudem sei ihm ein Leidensabzug von 25
%
zu gewähren (
Urk.
1).
In der
Re
plik machte der Beschwerdeführer geltend, er nehme seit über einem Jahr Antidepressiva ein. Trotzdem habe er keine psychische Stabilität errei
chen können. Es sei zudem schwer nachvollziehbar, dass seine somatischen Beschwerden keine invalidisierende Arbeitsunfähigkeit auslösen würden. Es sei unhaltbar, auf das zuletzt erwirtschaftete Erwerbseinkommen abzustellen, weil davon auszugehen sei, dass er inzwischen deutlich mehr verdienen würde. Entweder müsste diesbezüglich eine Expertise in Auftrag gegeben werden oder es sei auf die Tabellenwerte des Bundesamtes für Statistik abzustellen (
Urk.
10).
3.
3.1
Im
Z._
-Gutachten vom 2
2.
Oktober 2015 wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (
Urk.
7/63 S.
19):
Residualzustand bei abgeheilter Narbe sowie Haut- und Muskeldefekt im Bereich des Unterarms links bei Status nach Entnahme eines
Radi
alis-Lappens
i.R.
Dg
2
mit
residuell
Hypästhesie im Bereich des
N.
cutaneus
anebrachii
late
ralis
sowie des
Ramus
superficialis
Nn
.
radialis
links (ICD-10: G56.9)
St. n. mitteldifferenziertem verhorntem Plattenepithel-Karzinom im Be
reich des Mundbodens links TNM pT2 pN0 (0/26) G2 Pn1 R0 (ICD-10: C06)
St. n. Tumorresektion Mundboden links, Neck
dissection
Level I-III links,
Sentinellymphonodektomie
rechts, Rekonstruktion
Mundbo
den
mittels
Radialislappen
von links
Defektdeckung radial links mittels Vollhauttransplantat vom linken Oberarm, Zahnextraktionen, Setzen von 4 Implantaten im Bereich der Unterkieferfront, Tracheotomie am 11.11.2013
Risikofaktoren: seither sistierter
Nikotinabusus
(30
py
); St. n. Alko
holabusus mit Entzug im 2010, seither abstinent
aktuell ohne Hinweis auf Tumorrezidiv
Verdacht auf
Hypoguesie
beidseits, links mehr als rechts
Dysarthrophonie
(ICD-10: R 49.8)
m
it/bei Diagnose 2
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion, reaktiv im Rahmen einer schweren körperlichen Erkrankung (Krebsleiden) (ICD-10: F43.21)
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende ge
nannt (
Urk.
7/63 S. 19):
Valleculacyste
Im
neurootologischen
Teilgutachten wurde ausgeführt, die lokalen Verhält
nisse seien absolut reizlos und es lägen keine Anhaltspunkte für ein Rezidiv
vor. Die Zungenbeweglichkeit sei jedoch etwas reduziert, was s
ich beim Essen störend auswirke
. Aufgrund der Resektion sei das
Schmeck
vermögen
auf der linken Zungenseite überwiegend wahrscheinlich reduziert. Auf der rechten Seite sollte dieses (zumindest teilweise) intakt sein. Der Explorand gebe
auch
an, auf der rechten Zungenseite besser schmecken zu können
(
Urk.
7/63 S. 18).
Im neurologischen Teilgutachten hielt der Gutachter fest,
der Explorand klage über Beschwerden im Bereich des linken Unterarms. Die Gefühle seien vermindert, ebenso in den Fingern I und II der linken Hand
dorsalseits
. Der Einsatz der linken Hand verursache Schmerzen im Bereich der
Entnahme
stelle
des
Radialislappens
und führe zu einer Verkrampfung der Muskulatur im Unterarmbereich. Aufgrund der Sensibilitätsstörungen und Narben sei die Feinmotorik beeinträchtigt (
Urk.
7/63 S. 16).
Klinisch zeige sich eine Hypästhesie im Bereich der
Nn
.
cutaneus
antebrachii
lateralis
sowie des
Ramus
superficialis
Nn
.
radialis
links, passend zu einer Affektion des
N.
radialis
im Rahmen der Lappenentnahme.
Die Beweglichkeit sei im Umfang voll erhalten und die Kraftentfaltung zumindest kurzfristig allseits von Kraftgrad M5 voll möglich. Somit bestehe ein primär
muskulo
skelettaler
Residualzustand im Bereich des linken
V
orderarmes mit Affektion von sensiblen Nervenästen, erfreulicherweise jedoch ohne Ausbildung eines neuropathischen oder neuralgischen Schmerzsyndroms (
Urk.
7/63 S. 16).
Neurologisch zeige sich zudem eine eingeschränkte Zungenbeweglichkeit. Die Zunge könne nur knapp über die Frontzähne im Unterkiefer hinausge
schoben werden. Die Geschmacksempfindung sei beeinträchtigt und es besteh
e eine Sprechstörung, welche primär durch die veränderte Zungenmotilität zu begründen sei (
Urk.
7/63 S. 16).
Im psychiatrischen Teilgutachten
führte der Gutachter aus,
der Explorand leide unter einem depressiven Syndrom, welches sich
anhand der ICD-10 Kriterien
am ehesten mit einer „Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion“ abbilden lasse.
Die Kriterien für eine Major Depression seien hin
gegen nicht erfüllt. Die vom Exploranden genannten Einschränkungen be
treffend Kognition/Gedächtnis würden glaubhaft erscheinen. In der aktuellen Explorationssituation hätten sie jedoch nicht in dem vom Exploranden ge
nannten Ausmass objektiviert werden können (
Urk.
7/63 S. 13).
Den Akten könne entnommen werden, dass der Explorand
auf die Operation vom 2
1.
November 2013 mit einer Anpassungsstörung mit ängstlicher und depressiver Reaktion (ICD-10 F 43.22) reagiert habe. Postoperativ habe diese
weiter zugenommen und sich zu einer mittelgradigen depressiven Episode ausgeweitet. Unter psychotherapeutischer Begleitung und dem Aufgleisen einer
thymoleptischen
Therapie habe sich das Zustandsbild jedoch wieder verbessert, wobei auch weiterhin Probleme mit der Konzentration und Aus
dauer, der Lust- und Antriebslosigkeit bei niedergedrückter Stimmung be
stünden. Somit sei es offensichtlich zu einer Teilremission des depressiven Syndroms gekommen, sodass gegenwärtig nur noch eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion vorliege (
Urk.
7/63 S. 14).
Zur Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter in der interdisziplinären Zu
sammenfassung aus,
aufgrund der neurologischen Einschränkungen sei der Versicherte für präzise motorische Arbeiten wie in der bisherigen Tätigkeit, welche auch Kraft erfordern würden und über längere Zeit durchgeführt werden müssten, qualitativ stark eingeschränkt. Aus diesem Grund sei der Versicherte für seine angestammte Tätigkeit weitgehend ungeeignet. In einer angepassten Tätigkeit ergebe sich aufgrund der psychiatrischen Diagnosen eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf 70 %.
Geeignet seien körperlich leichte bis vereinzelt mittelschwere Tätigkeiten, welche keine erhöhten Anforderungen an die Präzision stellen würden und primär rechtshändig ausgeführt werden könnten. Die linke Hand könne als Hilfshand eingesetzt werden, bezüglich Feinmotorik, Kraftanwendung und Ausdauer für repetitive Tätigkeiten sei sie aber eingeschränkt. Tätigkeiten mit Kundenkontakt sowie Tätigkeiten, welche regelmässiger telefonischer Verständigung bedürften, seien aufgrund des beeinträchtigten Sprechens, Kauens und Schluckens un
geeignet (
Urk.
7/63 S. 22).
Zum Beginn der Arbeitsunfähigkeit gaben die Gutachter an, ab der Diagnosestellung und im Rahmen der folgenden Behandlungen sei zunächst von einer vollen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
Ab dem
Zeitpunkt des Ab
schlusses der Berufsmassnahmen per 2
1.
Januar 2015 sei dem Versicherten die beschriebene 70%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit zumutbar (
Urk.
7/63 S. 22).
3.2
Das Gutachten vermag zu überzeugen. Es beruht auf sorgfältigen und allseitigen Untersuchungen (
Urk.
7/
63 S. 10-13), berücksichtigt die geklagten Beschwerden (
Urk.
7/63 S.
13-14, 16, 18) und ist in Kenntnis der relevanten
Vorakten
abgegeben worden (
Urk.
7/63 S. 4-9). Die Beurteilung der Gutach
ter ist schlüssig und nachvollziehbar. Auch der von der Verwaltung hinzuge
zogene Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes beurteilte das Gutachten als
ausführlich, die gestellten Diagnosen als kongruent und nachvollziehbar und hielt fest, es könne darauf abgestellt werden (Urk. 7/72 S. 5).
Der Beschwerdeführer machte geltend, eine Verbesserung des Gesundheitszu
standes sei nicht ausgewiesen und verwies auf
einen beigelegten
Bericht von
Dr.
med.
dent
.
A._
, Facharzt für
Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (
Urk.
1
und 3/3
).
In diesem führte
Dr.
A._
aus, es könne aufgrund der klinischen Kontrolluntersuchungen vom März 2015 bis Februar 2016 festgehalten werden, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten seit dem 2
1.
Januar 2015 zumindest nicht verschlechtert habe. Inwieweit es sich um einen konstanten Gesundheitszustand handle oder sich dieser im Verlauf des letzten Jahres gebessert habe, könne nach
der
Aktenlage nicht mit end
gültiger Sicherheit beurteilt werden (
Urk.
3/3).
Dr.
A._
ist Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und arbeitet als leitender
Arzt
des Zentrums für Zahnmedizin der
B._
.
In seinem Bericht nahm er Bezug
auf die
klinischen Kontrolluntersuchungen in seinem Fachgebiet. Aus dem Gutachten geht klar hervor, dass
sich der Gesundheitszustand des Be
schwerdeführers in psychiatrischer Hinsicht verbessert habe
(
Urk.
63 S.
14).
Dr.
A._
verfügt über keine ausgewiesenen
Fachk
ompetenzen im Bereich Psychiatrie. Bereits aus diesem Grund ist der Hinweis des Beschwerdeführers auf
den
Bericht
von
Dr.
A._
unbehelflich
. Hinzu kommt, dass
dieser
aus
drücklich festhielt, er könne keine Angaben bezüglich einer allfälligen Ver
änderung des Gesundheitszustandes vor dem Februar 2015 machen. Damit vermag der eingereichte Bericht die Beweiskraft des Gutachtens nicht zu schmälern.
Auch der vom Beschwerdeführer mit der Replik eingereichte Bericht des
C._
vom 1
0.
August 2016
(
Urk.
11)
vermag die Beweiskraft des Gutachtens nicht in Frage zu stellen. Zum einen geht daraus gerade hervor, dass der Beschwerdeführer im Januar 2015 eine medikamentöse The
rapie begann, was für eine Verbesserung des Gesundheitszustandes ab diesem
Zeitpunkt spricht
.
Zum anderen werden darin keine neuen Befunde genannt, die nicht bereits im Gutachten berücksichtigt worden wären
. Bezüglich der geltend gemachten Verschlechterung der depressiven Symptomatik ist darauf hinzuweisen,
dass der Erlass der angefochtenen Verfügung die Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildet (vgl. etwa BGE 129 V 356 E. 1, 129 V 169 E. 1, 129 V 4 E. 1.2, je mit Hinweisen), und bloss diejenigen tatsächlichen Umstände zu berücksichtigen sind, die sich bis zu jenem Zeitpunkt ereignet haben, weshalb
dieser Bericht
, soweit er sich auf die Zeit nach dem Erlass der
angefochtenen Verfügung bezieht,
im vorliegenden Verfahren von vornherein unbeachtlich ist.
3.3
Nach dem Gesagten ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausg
ewiesen, dass der Beschwer
deführer ab der Diagnosestellung im Oktober 2013 bis Mitte Januar 2015 sowohl in seiner angestammten als auch in angepasster Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig war. Ab dem 2
1.
Januar 2015 ist
ihm
eine 70%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit zumutbar. Weitere medizini
sche Abklärungen erübrigen sich
.
4.
4.1
Der Beschwerdeführe
r
bringt
sodann
vor, die Beschwerdegegnerin habe die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit
zu Unrecht
nicht geprüft. Aufgrund seines Alters sowie des Umstands, das
s er jahrzehntelang
selbständig
erwer
bend
gewesen sei, bestünden kaum Chancen für ihn, eine Stelle zu finden
, was ausser Acht gelassen worden sei
(Urk.
1 S. 3).
4.2
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und
Verdienstaus
sichten
keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (Urteil des Bun
desgerichts 9C_734/2013 vom 1
3.
März 2014 E. 2.1 mit Hinweis auf SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203, 9C_830/2007 E. 5.1).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Fak
tor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die
Selbsteingliederungs
pflicht
nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt ab von den Umständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätigkeiten massgebend sind (Urteil
des Bun
desgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 2 mit Hinweisen, insbeson
dere auf BGE 107 V 17 E. 2c).
Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder An
wendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.1 mit Hinweisen).
Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt auch davon ab, welcher Zeit
raum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch
für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Die im ge
samten Bereich des Sozialversicherungsrechts geltende
Schadenminderungs
pflicht
und die daraus abgeleitete Selbsteingliederungslast gebieten grund
sätzlich, die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit möglichst früh zu beantworten. Gemäss BGE 138 V 457 E. 3.4 steht die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (
Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.2 mit weite
re
n
Hinweisen).
4.3
Dem Beschwerdeführer verblieben ab feststehender Zumutbarkeit der Erwerb
s
tä
tigkeit im Oktober 2015 (vgl. BGE 138 V 457 E. 3.3) noch 7 1⁄2 Jahre bis zum Erreichen des AHV-Alters. Zu berücksichtigen ist, dass er in einer angepassten Tätigkeit 70
%
arbeitsfähig ist und erst seit kurzer Zeit nicht mehr im Arbeitsprozess steht. Zwar ist er insofern eingeschränkt, als er
nur noch leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, welche keine erhöhten Anfor
derungen an die Präzision stellen, primär rechtshändig durchgeführt werden können und für welche er keine Zwangshaltung einnehmen muss, ausführen kann und zudem die linke Hand sowie das Sprechen beeinträchtigt sind. Jedoch ist der Beschwerdeführer weder hinsichtlich seiner Gehfähigkeit noch in Bezug auf die kognitiven Fähigkeiten eingeschränkt. Der Umstand, dass er – entgegen
seiner Darstellung
- erst drei Jahre vor Eintritt des
Gesundheits
schadens
seine unselbständige Tätigkeit
aufgegeben hat,
und
selbständiger
werbend
w
o
rde
n war
, spricht zudem für eine vorhandene Anpassungsfähig
keit und Flexibilität.
Nebst Sortier- und Überwachungsaufgaben könnte er angesichts seiner er
wor
benen Fähigkeiten als
Selbständigerwerbender
auch einfache Bürotätig
keiten
ausführen. Im Lichte der recht
sprechungsgemäss relativ hohen Hürden betreffend die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auch älterer
Menschen sowie angesichts der Kasuistik in vergleichbaren Fällen (
BGer
vom
1
0.
Sep
tember
2013
,
8C_345/2013,
E.
4.3.3,
vom 1
9.
August
2015,
8C_330/2015
,
E. 3.2) muss im Falle des Beschwerdeführers ein invalidenver
sicheru
ngsrechtlich erheblich erschwer
ter Zugang zum Arbeitsmarkt verneint werden.
5
.
5
.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines
Einkommensver
gleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit b
ei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu er
folgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Für die Bemessung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die ver
sicherte Person im relevanten Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich erzielen und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Die Ermittlung des
Valideneinkommens
muss so konkret wie möglich erfolgen. Da die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden erfahrungsgemäss fortgesetzt worden wäre, ist in der Regel vom letzten Einkommen auszugehen, das vor Eintritt der
Gesundheits
schädigung
erzielt wurd
e (SVR 2008 IV Nr. 35 S. 118 E.
3.2.2).
5
.2
Aus den Akten geht hervor, d
ass der Beschwerdeführer bis Ende des Jahres 2008 angestellt und danach
selbständigerwerbend
w
o
rde
n war
(
Urk.
7/12 S. 3). Die IV-Stelle machte in ihrer Beschwerdeantwort geltend, es sei beim
Valideneinkommen
auf das zuletzt erwirtschaftete Einkommen als Selbstän
digerwerbender abzustellen (
Urk.
6).
Bei
Selbständigerwerbenden
kann zur Bestimmung des
Valideneinkommens
grundsätzlich auf den Auszug aus dem individuellen Konto abgestellt werden (vgl.
BGer
vom 1
0.
Februar 2009,
8C_576/2008
,
E. 6.2 mit Hinweisen
). Zu berücksichtigen ist vorliegend jedoch, dass
sich
das Geschäft
des Beschwerdeführers i
m Zeitpunkt des
Ein
tritts des Gesundheitsschadens
erst im Aufbau
befand
.
Gemäss
bundesge
richtlicher
Rechtsprechung ist das damit erzielte Einkommen aus diesem Grund noch keine verlässliche Basis für die Festlegung
des
Valideneinkom
mens
, weil sich bei
erst kurzzeitig ausgeübter
selbständiger Erwerbstätigkeit die Einkommensentwicklung regelmässig nicht zuverlässig
voraussagen
lässt (vgl.
BGer
vom 2
4.
März 2014, 9C_868/2013, E. 4.2).
Daher ist für die Be
stimmung des
Valideneinkommens
auf
statistische Werte wie die
Tabellen
löhne
gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
zurückzugreifen. Angesichts der Ausbildung des Beschwerdeführers rechtfertigt sich eine Einordnung in der
Tabellen
gruppe
TA1, Fahrzeugbau, Kompetenzniveau 3,
der LSE 2012
womit von einem monatlichen Einkommen von
Fr.
7‘017.-
-
auszugehen ist.
Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es zu berücksichtigen, dass ihr gene
rell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die betriebsübliche Wochenarbeitszeit
von 41,7
Stunden
aufzu
rechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E.
3b/
aa
; AHI 2000 S.
81 E.
2a).
Unter zusätzlicher Berück
sichtigung der Nominallohn
entwick
lung ist davon auszugehen, dass der Be
schwerdeführer im Jahr 2015 ein an die Entwicklung der Nominallöhne für männlic
he Arbeitskräfte von 2‘188 Punk
ten im Jahr 2012 auf 2‘226 Punkte im Jahr 2015 angepasstes
Val
idenein
kommen
von rund Fr. 89‘3
07.-
-
(
Fr.
7‘017.-
-
/ 40 x 41,7 x 12 / 2188 x 2226) erzielt hätte (vgl. die auf der Website des Bundesamtes für Statistik [www.bfs.admin.ch] unter „Statistiken finden“ unter der Rubrik „03 – Arbeit und Erwerb“ und der Un
terrubrik „Löhne, Erwerbseinkom
men und Arbeitskosten“ publizierten
Lohnentwick
lungsdate
n
). Damit ist dem Einkommensver
gleich ein
Valideneinkommen
in dieser Höhe zugrunde zu legen.
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit auf
genommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstruk
turerhebungen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abge
stellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten
Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der
Tabellen
gruppe
A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeits
zeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche
Tabel
lenlohn
auf die betriebsübliche Wochenarbeitszeit
von 41,
7 Stunden
aufzu
rechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksich
tigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht er
reichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug ent
wickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskate
gorie
sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die ver
sicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesund
heitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Be
stimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Auch für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist vorliegend ein statis
tischer Tabellenlohn heranzuziehen. Aufgrund des Tätigkeitprofils, welches dem Beschwerdeführer noch zumutbar ist, ist vom nicht nach Branchen
differenzierten standardisierten
monatlichen Bruttolohn für männliche Arbei
tskräfte an Arbeitsplätzen des niedrigsten
Kompetenz
niveaus
1 der LSE 2012
von Fr. 5‘210.-
-
auszugehen.
Auf
gerechnet auf die durchschnittliche
betriebsübliche
Arbeitszeit von 41,7 Stun
den pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, A-S)
und angepasst an die Entwicklung
der Nominal
löhne
für männliche Arbeitskräfte von 2‘188 Punkten im Jahr 2012 auf 2‘226 Punkte im Jahr 2015
(vgl. die auf der Website des Bundesamtes für Statistik [www.bfs.admin.ch] unter „Statis
tiken finden“ unter der Rubrik „03 – Arbeit und Erwerb“ und der Un
terrubrik „Löhne, Erwerbseinkom
men und Arbeitskosten“ publizierten
Lohnentwick
lungsdaten
)
ergibt dies bei einem Beschäftigungsgrad von 70 %, welcher d
em Beschwerdeführer nach der gut
achterlichen Beurteilung ab Februar 2015
zumutbar ist, ein Bruttoeinkommen von rund Fr. 46‘416.-
-
(Fr. 5‘210.-
-
/ 40 x
41,7 x 12 /
2‘188
x 2
‘226 x 0.7
).
Angesichts der nur noch beschränkten Einsatzfähigkeit de
s
Beschwerdefüh
rers aufgrund seiner Beschwerden rechtfertigt sich ein Abzug vom errechneten
Jahreseinkommen im Umfang von 1
5
%. Weitere persönliche oder berufliche Merkmale, welche sich auf die Lohnhöhe im
Kompetenzni
veau
1
auswirken könnten, sind nicht ersichtlich. Es resultiert ein Invalideneinkommen von
rund
Fr.
39‘454.-
-
(Fr.
46‘416.
-
-
x 0.
85
).
5.4
Bei einem Invalideneinkommen von
Fr.
39‘454.-
-
resultiert im Vergleich zum
Valideneinkommen
von
Fr.
89‘
3
07.-
-
eine Erwerbseinbusse von
Fr.
49‘8
53.-
-
, was einem Invaliditätsgrad von rund 56
%
entspricht.
6.
6.1
Gemäss gutachterlicher Beurteilung war der Beschwerdeführer vom Zeitpunkt der Diagnosestellung bis im Januar 2015 zu 100
%
arbeitsunfähig, sowohl in angestammter als auch in angepasster Tätigkeit. Für diesen Zeitraum ging die IV-Stelle daher zu Recht von einem Invaliditätsgrad von 100
%
aus und be
jahte einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.
Das Wartejahr lief am 2
3.
Oktober 2013 ab. Die Erstanmeldung bei der IV-Stelle erfolgte durch den Beschwerdeführer am 1
3.
Mai 2014 (Ur
k. 7/7). Somit hat der Beschwer
de
führerin ab
1.
November 2014 Anspruch auf eine ganze Rente der Invaliden
versi
cherung.
6.2
Gemäss dem beweiskräftigen
Z._
-Gutachten ist von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes im Januar 2015 auszugehen, weshalb der Beschwer
deführer ab Februar 2015 zu 70
%
arbeitsfähig in angepasster Tätigkeit war. In Anwendung vo
n
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist eine Verbesserung der Erwerbs
fähigkeit erst zu berücksichtigen, nachdem sie drei Monate gedauert hat,
weshalb dem Beschwerdeführer erst ab dem
1.
Mai 2015 eine 70%ige Arbeitstätigkeit anzurechnen ist. Ab dem
1.
Mai 2015 betrug der
Invalidi
tätsgrad
5
6
%
, womit nach
Art.
28
Abs.
2 IVG ab diesem Zeitpunkt ein Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung ausgewiesen ist.
6.3
Nach dem Gesagten
ist
die Verfügung der IV-Stelle vom 1
2.
Mai 2016 im Ergebnis nicht zu beanstanden, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
7.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.-- festzulegen und
ausgangsge
mäss
vom Beschwerde
führ
er zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).