Decision ID: 0302b95d-2c39-418a-9407-fc37ad33057a
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der im Jahre 1976 geborene
X._
besuchte
in
Y._
die
Prima
r
schule
/Oberstufe
und war seit seiner Einreise in die Schweiz im Jahre 2010 als Gleisbauarbeiter/Harzer
bei der
Z._
AG in
A._
zu einem Pensum von 100
%
(vom 21. Juni 2010 bis 7.
September 2014)
angestellt
. Sein letzter effektiver Arbeitstag war am 2
1.
August 2012
(
Urk.
7/1;
Urk.
7/32 S.
9
f.
; vgl.
Urk.
7/
64
)
. Im April 2012
hatte
er eine schwere Last
gehoben
(ungefähr 100 Kilogramm)
,
verspürte
danach
Schmerzen
und
konsultierte deswegen den Arzt
. Dies
er verabreichte ihm Medikamente
.
Im August konsultierte er erneut einen Arzt
, welcher eine Diskushernie (als Krankheit, nicht aufgrund des Vorfalles im April 2012) diagnostizierte
(vgl. Urk.
7/6/3-4)
.
Am 1
5.
November 2012 wurde er im
B._
am Rücken operiert
(
Hemilaminotomie
und
Diskushernienresektion
L5/S1,
Urk.
7/31/5)
.
A
m 1
0.
Dezember 2012
meldete sich
der Versicherte
unter Hinweis auf
die
Diskushernie
bei der
Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug
(Berufliche Integration/Rente) an (
Urk.
7/1). Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle,
nahm Ausz
üge
aus dem individuellen Konto des Versicherten zu den Akten (
Urk.
7/
14 und
Urk.
7/55
)
und
zog die Akten des Taggeldversicherers
(
Urk.
7/17,
Urk.
7/56)
, medizinische
Berichte (
Urk.
7/
31,
Urk.
7/36)
wie auch ei
nen Bericht des Arbeitgebers (
Urk.
7
/
32
) bei.
Ausserdem
führte
sie
mit dem Versicherten
ein Standortgespräch
zur Abklärung der beruflichen Situation
(
Urk.
7/
6
)
und
gewährte
Frühinterventionsmassnahmen in Form eines Deutschkurses
(
Urk.
7/16
)
.
Am
7.
Oktober 2014 meldete er sich unter Hinweis auf eine seit Januar 2014 bestehende Hörschädigung bei der IV-Stelle für den Bezug von Hilfsmitteln (Hörgerät) an (
Urk.
7/73). Nach medizinischen Abklärungen wurde das Gesuch mit
Mitteilung
vom 1
8.
November 2014 (
Urk.
7/83) gutgeheissen (Vergütung der Pauschale für eine beidseitige Hörgeräteversorgung).
Mit Vorbescheid vom 2
9.
August 2014 (
Urk.
7/67) stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, wogegen der Versicherte am
16.
September 2014 (
Urk.
7/69) Einwand erhob
und
a
m
6.
November 2014 (Urk.
7/80) ein
en
Bericht
des
C._
vom 28.
Oktober 2014 (
Urk.
7/81) ein
reich
t
e. Am 26.
Januar 2015 (
Urk.
2) verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne.
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 2
6.
Februar 2015 Beschwerde mit den Anträgen, die Verfügung vom
2.
Februar 2015 sei vollumfänglich aufzuheben und es sei ihm ab dem
1.
Juni 2013 eine
„
volle
“
Rente der Invalidenversiche
rung zuzusprechen, eventualiter sei eine polydisziplinäre Begutachtung vorzu
nehmen.
In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Ge
währung der unentgeltlichen Prozessführung beziehungsweise Rechtspflege (Urk. 1
S. 2).
Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 2
0.
April 2015 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6).
Davon wurde
dem Beschwerdeführer
am 2
3.
April 2015
Kenntnis gegeben
(Urk. 8).
Mit Schreiben vom 18.
November 2016 (
Urk.
15) reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers das Formular zur Abklärung der pro
zessualen Bedürftigkeit
samt
Beilagen ein (Urk.
16 und
Urk.
17/1-4).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.
3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Die Rechtsprechung, wonach das Gericht „nicht ohne zwingende Gründe" von der Einschätzung der medizinischen Experten abweicht, hat den Beweiswert von Gerichtsgutachten zum Gegenstand und findet auf versicherungsinterne ärztli
che Beurteilungen nicht Anwendung. Berichte und Gutachten
versicherungsin
terner
Ärztinnen und Ärzte unterliegen wie andere Beweismittel der freien richterlichen Beweiswürdigung.
Das Gericht
kann ihnen Beweiswert beige
messen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollzie
hbar begründet sowie in sich wi
derspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässig
keit bestehen
(BGE 123 V 331 E. 1c mit Hinwei
sen). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztli
chen Fehl
stellungen, sind rechtsprechungsgemäss ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E.
4.4).
Diesen Anforderungen
genügende Berichte regionaler ärztlicher Dienste können einen ver
gleichbaren Beweiswert haben wie ein Gutachten (Art. 49 Abs. 2 der Ver
ord
nung über die Invaliden
versicherung, IVV;
BGE 137 V 210
E. 1.2.1 mit Hin
wei
sen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen Entscheid
zusammengefasst
dafür,
a
us gesundheitlichen Gründen
könne der Beschwerdeführer
die Tätigkeit als Gleisbauarbeiter/Harzer nur noch zu einem Pensum von 50
%
ausüben. Jedoch
sei
ihm aufgrund der medizinischen Beurteilu
ng eine
behinderungsan
gepasste
Tätigkeit zu einem
Pensum von 100
% zumutbar. Da das mögliche Einkommen in einer angepassten Tätigkeit das Einkommen ohne gesundheitli
che Beeinträchtigung übersteig
e
, lieg
e
der Invaliditätsgrad unter 40
%
(S. 2).
Im gerichtlichen Verfahren äusserte sich die Beschwerdegegnerin dahingehend, i
m seitens des Beschwerdeführers eingereichten
C._
-
Bericht
vom 2
8.
Oktober 2014
werde
ihm
aus neurologischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
für angepasste Tätigkeiten attestiert. Dies
werde
im ärztlichen Bericht jedoch nicht näher begründet, weshalb nicht darauf abzustützen
sei
. Die im selben Bericht aus chirurgi
scher Sicht attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50
%
sei
sodann im Wesentlichen aufgrund der bereits bekannten Befunde
erfolgt, weshalb
weiter
hin auf die Beurteilung des Regionalen Ärztlichen Dienstes abgestützt
und
von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten ausgegan
gen werden
könne
.
Weiter hielt sie fest, dass z
usätzlich zu den bereits bekann
ten somatischen Befunden im
entsprechenden Bericht
eine mi
ttelgradige depressive Episode
diagnostiziert
worden sei, welche n
ach der Rechtsprechung nicht
zwingend
als von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheid
bare andauernde Depression im Sinne eines verselbstständigten
Gesundheits
schadens
betrachtet
werde
.
Zudem stehe
die depressive Episode massgeblich im Zusammenh
ang mit psychosozialen Faktoren
.
I
nvalidenversicherungsrechtlich
liege daher keine
rele
vante Einschränkung der Erwerbsfähigkeit vor
.
Es sei somit von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten aus
zugehe
n, weshalb
die Beschwerde abzuweisen
sei
(
Urk.
6
)
.
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer geltend, g
emäss
dem
C._
-
Bericht vom 2
8.
Oktober
2015
besteh
e
auch in einer angepassten Tätigkeit keine Arbe
itsfä
hig
keit. Es
sei
zwar nicht auszusch
li
essen, dass
die Beschwerden durch psycho
so
ziale Belastungsfaktoren beeinflusst
würden
. Die Beschwerden
seien jedoch of
fensichtlich nicht ausschliesslich auf psychosoziale Belastungsfaktoren zurückzuführen. Unter diesen Umständen
sei
die Arbeitsunfähigkeit vol
lum
fänglich zu berücksichtigen.
Ferner besteh
e
auch aus neurologischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
in
einer a
ngepassten Tätigkeit (
Urk.
1 S.
4).
3.
3.1
Dr.
med.
D._
, Spezialarzt FMH für Chirurgie, Wirbelsäulenleiden,
Schleuder
trauma
und orthopädische Traumatologie,
welcher den Beschwerdeführer
am 1
5.
November 2012 im
B._
operiert
hatte
,
nannte in
seinem Austrittsbericht vom 19.
November 2012 (
Urk.
7/31/5-6) als Diagnose ein
lumbovertebrales
Syndrom mit Ausstrahlung links bei im MRI nachgewiesener Diskushernie L5/S1 links
und verwies auf die durchgeführte
Hemilaminotomie
und
Diskushernienresektion
.
Er gab an, der postoperative Verlauf sei komplik
a
tionslos gewesen. Der Beschwerdeführer habe ohne Probleme mobilisiert und in gutem Allgemeinzustand, in klinisch deutlich gebessertem Zustand, bei reizlo
sen Wundverhältnissen in die ambulante Verlaufskontrolle des Hausarztes ent
lassen werden können.
I
n seinem Bericht
vom
6.
November 2013
(
Urk.
7/36/1-4)
nannte er
die Diag
nose Status nach Diskushernie OP L5/S1 links (beste
hend seit 1
5.
November 2012; S.
1) und bescheinigte eine Arbeitsunfähigkeit von
100
%
vom 22.
August 2012 bis 17.
Februar 2013 und eine solche von 50
%
ab 1
8.
Februar 201
3.
In der angestammten Tätigkeit als Gleisbauarbeiter sei er 100
%
arbeits
unfähig, in
einer angepassten Tätigkeit 50
%
. Als Befund gab er
Restbeschwer
den
im Sinne einer
Lumboischialgie
an und hielt fest „
neurol
. intakt“
(S. 2).
Er
gab an
, rein sitzende, stehende oder vorwiegend im Gehen ausgeübte Tätig
keiten seien nicht mehr möglich. Bücken, Über-Kopf-Arbeiten, kauern und auf Leitern/Gerüste steigen sei auch nicht mehr möglich. Hingegen seien wechsel
belastende Tätigkeiten in einer leidensangepassten Tätigkeit sowie Knien, Rota
tion im Sitzen/Stehen, das Heben und Tragen von kurzfristig fünf Kilogramm und längerfristig zwei Kilogramm sowie Treppen steigen zumutbar (S. 4).
3.
2
Dr.
med.
E._
, FMH Allgemeinmedizin,
welcher den Beschwerdeführer seit
5.
September 2012
ambulant behandelt
,
nannte in seinem undatierten Bericht
,
eingegangen am 1
6.
August 2013,
(
Urk.
7/31/1-4) als Diagnose mit Auswirku
ng auf die Arbeitsfähigkeit (S.
1):
Status nach
Sequesterektomie
L5/S1 links in November 2012
Spondylolyse
beidseits
Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit
in der bisherigen Tätigkeit
von 100
%
vom
3.
bis 1
5.
Juli 2012 und vom 2
2.
August 2012 bis auf
Weiteres
. Der Beschwer
deführer sei körperlich nicht belastbar (S. 2).
3.
3
Dr.
med.
F._
, Oberarzt Wirbelsäulenchirurgie
an der Klinik
G._
,
nannte in seinem Bericht
an den zuweisenden
Dr.
E._
vom
3.
Juli 2013 (Urk.
7/31/7-9) folgende Diagnosen (S. 7):
Akutes
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit/bei:
Sequesterektomie
L5/S1 von links November 2012 (
B._
H._
Dr.
D._
)
Spondylolyse
L5 beidseits
V.a. Hüft-
Impingement
beidseits
Er hielt
eine
postoperative Entwicklung von lumbalen Rückenschmerzen
fest
, welche tendenziell zugenommen hätten. Aufgrund der Schmerzen sei
der Beschwerdeführer
nicht in der Lage, seine Arbeit als Gleisbauer durchzuführen. Seit zehn Monaten bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Die Schmerzen seien verstärkt bei Belastungen. Laufen sei nur für ungefähr eine halbe Stunde möglich, ebenso das lange Sitzen. Im Liegen bestünden relativ wen
ige Prob
leme.
Er verwies sodann auf den
Radiologiebefund
vom
3.
Juli 2013 und beschrieb eine
Spondylolyse
ohne
Olisthese
L5, eine gut erhaltene Lordose, in den Funk
tionsaufnahmen zeige sich keine wesentliche
translatorische
Instabilität bei deutlicher Beweglichkeit im
Lysespalt
.
3.
4
RAD-
Ärztin
med.
pra
c
t
.
I._
, Fachärztin orthopädische Chirurgie und Trau
matologie FMH, hielt am
3.
Juli 2014 (
Urk.
7/66/4-5) fest, aus
versiche
rungsmedizinischer
Sicht bestehe nach der Operation der Lendenwirbelsäule in Bezug auf die bisherige Tätigkeit als Gleisbauarbeiter eine verminderte Belast
barkeit für regelmässiges mittelschweres und schweres Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, für Arbeiten mit Über
str
eckbelastung der Wirbel
säule über Kopf- und Schulterhöhe, auf Leitern und Gerüsten, für ausschliess
lich stehende Tätigkeiten, für häufiges Bücken und Arbeiten in vorgeneigter Körperposition sowie für Tätigkeiten in körperlichen Zwangshaltungen.
Medizinisch-
theoretisch
zumutbar seien leichte (
a
n
gepasste) Tätigkeiten in Wechselbelastung unter Ausschluss ungünstiger Witterungsbedingungen, auch mit gelegentlichem Heben, Tragen und Transpo
r
tieren von Lasten bis maximal zehn Kilogramm körpernah, ohne Verharren in Zwangshaltungen (S. 4).
3.
5
Die Ärzte vom
C._
nannten in ihrem Bericht vom 2
8.
Oktober 2014 (
Urk.
7/81) folgende Diagnosen (S. 1):
Mit
t
el
gradige
depressive
Episode
(ICD-10
F32.1)
Lumbospondylogenes
Schmerz
syndrom m/b
Hemilamino
t
omie
L5/S
1
l
inks und
Diskushernienresektion
L5/S1
Spondyloly
se
L5
beidseits
kleine
Re
zidivherni
e
L5/S1
medio
lateral
links mit Komprimie
rung der Wurzel S
1 im
Recessus
li
nks.
Übrige Befunde unver
ändert (3
0.
April 2014 MRI LWS und ISG
,
J._
3
0.
April 2014)
V.
a
. Hüf
t
-
Impingement
beidseits (
KIinik
G._
3.
Juli 20
13
)
Adiposi
tas
Med.
pract
.
K._
, Facharzt für Psychiatrie FMH, gab an, der Beschwerdeführer beklage
,
seit April 2012 nach einem Arbeitsunfal
l
(
Verhebetrauma
mit einer schweren Mas
chine, hausärztliche
Versorgung) unter
einer
Diskushernie zu leiden.
Es
bestünden
eine Lust-,
Interesse
n
- und Antriebslosigkeit sowie ein
Rückzug,
Traurigkeit und Schlafstörungen (
zwei
Stunden Durchschlaf). Ausser
dem habe er
Nacken-
,
Rücken-
und
Beinschmerzen mit Ausstrahlung
.
Er leide zudem unter
Parästhesien
, Konzentrat
i
onsstörungen
und
Vergesslichkeit
. Seine
Gedanken
kreis
t
en (Arbeitsperspektive),
er sei energie- und antriebslos, dünn
häutig und
aktuell
bestehe eine Appetitverminderung. Seit
November 2012
habe er
25
Kilogramm zugenommen
(S. 2)
.
Med.
pract
.
K._
hielt
weiter
fest, der Beschwerdeführer schildere sein Symptomerleben und –verhalten im Zusam
menhang mit dem Unfall im Jahre 201
2.
Es bestünden keine Anhaltspunkte für psychotische Erlebnisweisen (Wahn, Wahrnehmungs- oder Ich-Störungen). Anamnestisch bestünden auch keine Suizidgedanken, im Gegenteil sei er deut
lich lebensbejahend (S. 4). Med.
pract
.
K._
bescheinigte eine s
eit April 2012
bestehende und
bis heute
andauernde Arbeitsunfähigkeit
(S.
2
) auch für ange
passte Tätigkeiten aufgrund der
neuropsychol
ogisch bestehenden
Depression sowie der restlichen Diagnosen, des positiven und negativen Leistungsbildes und der Fremdanamnese (S. 5).
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Anästhesiologie FMH, bescheinigte aus
schmerz
therapeutische
r
Sicht für
die
frühere Tätigkeit als G
l
eisbauarbeiter
„
sowie unter Berücksichtigung der Persönlichkeit des
Beschwerdeführers
“
eine
100%
ige Arbeitsunfähigkeit
(S. 5).
Dr.
D._
attestierte dem Beschwerdeführer zurzeit und bis auf
Weiteres
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
in der anges
tammten Tätigkeit. In einer der Behin
derung
angepassten
Tätigkeit (
körperlich leichte Tätigkeiten in W
irbelsäulen
-adaptie
rten
W
e
chs
e
lposition
e
n mit der Mögli
chkeit zum Wechseln zwischen Sitz
en, Stehen und Gehen, insbesondere kein Heben von s
chweren Lasten, nicht mehr als fünf Kilogramm kurzfristig und zwei Kilogramm längerfrist
ig
) beschei
nigte er eine Arbeitsfähigkeit von 50 %
(S. 6)
.
Dr.
med.
M._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie FMH, hielt fest, es seien grundsätzlich
keine Massn
a
hmen notwendig,
es bestehe
aber ein Risiko für
eine frühzeitig auftretende
Coxarthrose
, welche
schwere Belastu
ngen der
Hüftgelenke durch Lastentragen und Sport verbiete
. Bei gemäss Anamnese vor
handener
Spondylolys
e
soll
t
en weder Arbeiten in gebückter Haltung noch in
Reklina
ti
on
(Überkopfarbeiten
) zugemutet werden. Eine
rückenadaptiert
e
, leichte Arbeit, welche
wahlweise stehend oder sitzend
ausgeführt werden
könne
, sollte aus orthopädischer Sicht zu Beginn nur halbtags zugemutet
werden
kön
nen
.
Dr.
med.
N._
, Facharzt für Physikalische Therapie/Rheumatologie FMH, hielt fest,
Tätigkeiten mit Nässe- und
Kältexposition
seien
ebenso wenig durch
zuführen wie Tätigkeiten mit Heben und Tragen von
Lasten von mehr als
15
Kilogramm und
häufigen Zwangs
haltunge
n und
häufigem
Bücken.
Dr.
med.
O._
, Facharzt für Neurologie, bescheinigte in einer angepassten Tätigkeit eine
50%
ige Arbe
itsfähig
keit
.
Zusammenfassend hielten die Ärzte sowohl in der angestammten als auch in einer leidensangepassten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % fest
(S. 6).
4.
4.1
4.1.1
In Bezug auf die von den
C._
-Ärzten erstgenannte Diagnose einer mittel
gradigen depressiven Episode ist vorwegzuschicken, dass
z
ur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG – auch bei psychischen Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar
ist
, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare an
dauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleich
baren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungs
situation zu unterscheidende und in diesem
Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die
Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unab
dingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in
den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklä
rung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitssc
haden gegeben (BGE 127 V 294 E.
5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
4.1.2
Nach der Rechtsprechung werden leicht- bis mittelgradige Episoden einer Depression und selbst mittelgradige depressive Episoden regelmässig nicht als von
depressiven Verstimmungszuständen klar un
terscheidbare andauernde Depres
sion
im Sinne eines verselbständigten Gesundheitsschadens betrachtet. Daran ändert nichts, wenn die depressive Episode v
or dem Hintergrund einer rezidi
vierenden depressiven Störung diagnostiziert worden ist (Urteil des Bun
desgerichts 9C_892/2015 vom 22. Januar 2016 E. 2; vgl. auch Urteile des Bun
desgerichts 8C_104/2014 vom 26. Juni 2014 E. 3.3.4 mit Hinweisen sowie 9C_856/2013 vom 8. Oktober 2014 E. 5.1.2).
Eine invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Störung ist
nicht schlechthin auszuschliessen, indes bedingt deren Annahme, dass
eine kon
se
quente Depressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist (Urteil des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom 3. April 2014 E. 4.2 mit Hinweisen).
4.2
D
ie diagnostizierte mittelgradige depressive Episode
vermag
keine
ausgeprägte psychische Störung mit invaliditätsbegründender Wirkung
zu
begründen
.
Med.
pract
.
K._
hielt ausdrücklich fest, dass der Beschwerdeführer
sein
Symptom
erleben
und –verhalten im Zusammenhang mit dem Unfall im Jahre 2012
ge
schildert
habe
und keine Anhaltspunkte für psychotische Erlebnisweisen (Wahn, Wahrnehmungs- oder Ich-Störungen) best
ünd
en (E. 3.6
hievor
).
Hinzu kommt, dass
sich der Beschwerdeführer
bislang
weder ambulant noch
stationär behandeln liess.
Insofern fehlt es
von vornherein
an einer konse
quenten Depressionstherapie, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist. Entsprechend
ist
der rezidivierenden depressiven Störung praxisgemäss keine invalidisierende Wirkung zuzuerkennen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_303/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 4.4 und 9C_892/2015 vom 22. Januar 2016 E. 2).
Ferner bleibt zu bemerken, dass der Beschwerdeführer zu
seinem Tagesablauf befragt
angab, dass er um
8 Uhr
aufstehe, Kaffee trinke
, in der Wohnung spaziere
,
liege,
TV
schaue und
am
Mittag
esse
. Am PC versuche er,
Deutsch zu lernen
.
Anschliessend
lege er sich wieder hin
und mache später einen
30
minü
tigen Spaziergang
.
Dann gebe es das
Abendessen
und er spreche
mit
der Fami
lie. Um
22 Uhr
sei
Bettruhe
(verbunden mit
Einschlaf
- und
Durchschlafstörun
gen
;
Urk.
7/81
S. 2).
Aufgrund
der vom
Beschwerdeführer
dargelegten Gestaltung des Alltags liegen keine Anhaltspunkte
dafür
vor, dass die diagno
stizierte Depression eine erheb
li
che Beeinträchtigung der Gesundheit nach sich ziehen würde.
E
ine invaliden
versicherungsrechtlich relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
ist nicht als über
wiegend wahrscheinlich zu betrachten (vgl. BGE 140 V 290 E. 3.3.2
).
5.
5.1
In organischer Hinsicht stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die Ausführun
gen ihrer RAD-Ärztin med.
pract
.
I._
vom
3.
Juli 2014, welche im Rahmen einer Aktenbeurteilung zum Schluss gelangte, es bestehe in angepasster Tätigkeit eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit (E. 3.
4
).
5.2
Nach der Rückenoperation vom 1
5.
November 2012 wurde der Beschwerde
führer nach komplikationslosem Verlauf vier Tage postoperativ in gutem Allge
mein- und klinisch deutlich gebessertem Zustand entlassen. In der Folge ver
blieben Restbeschwerden (
Lumboischialgie
), neurologische Ausfälle wurden indes keine beschreiben (E. 3.1). Gleichwohl stand ein weiterer operativer Ein
griff im Raum (
Urk.
7/31/2). Sämtliche beteiligten Ärzte befanden die ange
stammte Tätigkeit als nicht mehr zumutbar. Zur Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit äusserte sich vorerst einzig der behandelnde
Dr.
D._
, welcher einen 50%igen Einsatz als möglich erachtete. Die weiter involvierten
Dres
.
E._
und
F._
machten diesbezüglich keine
Angaben
.
Bei dieser Ausgangslage ist es wohl nachvollziehbar, dass med.
pract
.
I._
in Abweichung von
Dr.
D._
auf eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit schloss, obwohl das Fehlen einer gleichlautenden Ein
schätzung eines behandelnden Arztes gewisse Fragen aufwirft. Bei Fehlen von neurologischen Ausfällen ist indes in der Tat nicht erkennbar, aus welchen Gründen eine Arbeit, welche ja gerade Rücksicht auf die Beschwerden nimmt, nicht vollzeitlich zumutbar sein sollte.
In der Folge erwähnten jedoch die
C._
-Ärzte neue Befunde, welche sie im Rahmen der klinischen Untersuchung in Kenntnis der neusten MRI-Bilder der LWS beschrieben. So war auf den Aufnahmen vom 3
0.
April 2014 eine kleine
Rezidivhernie
L5/S1 mit Kompression der Wurzel S1 im
Recessus
links zu sehen. Der Beschwerdeführer beschrieb zuletzt – trotz Besserung durch die Operation - permanent vorhandene starke Schmerzen und verwies auf ein wohl
gebessertes
, aber immer noch vorhandenes Taubheitsgefühl (
Urk.
7/81/1-2).
Eine Wurzelbeteiligung war auf den letzten Aufnahmen vom
3.
Juli 2013 noch nicht ersichtlich gewesen, hatte sich doch hauptsächlich eine
Spondylolyse
L5 mit Beweglichkeit im
Lysespalt
gezeigt (E. 3.3).
5.3
Bei dieser Aktenlage erweisen sich die Ausführungen von med.
pract
.
I._
als überholt respektive kann – unter Einbezug der neuen Akten – nicht gesagt werden, es bestünden keinerlei Zweifel an ihre
r Einschätzung
. Einerseits war naturgemäss der nach ihrer Untersuchung eingetretene Verlauf
nicht bekannt
. Angesichts der einhelligen (gegenteiligen) Ausführungen der
C._
-Ärzte und der aktenkundigen (neuen) Pathologie kann die Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit nicht
rechtsgenüglich
beur
teilt werden
, liessen doch die
C._
-Ärzte eine nachvollziehbare Begründung für ihr vollumfängliches Arbeitsunfähigkeitsattest vermissen
. Der angefochtene Entscheid ist deshalb aufzuheben und die Sache zur Einholung
eines
Gutachtens sowie anschliessendem Neuentscheid an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei
sen.
Dieses hat die
rheumatologische
beziehungsweise orthopädische Fachrich
tung zu beinhalten und - angesichts des mittlerweile eingetretenen Zeitablaufs - auch die psychiatrische Fachrichtung zur Beurteilung allfälliger Ansprüche ab einem späteren Zeitpunkt.
6.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG sind auf Fr. 700.-- anzu
setzen und
ausgangsgemäss
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Sodann ist sie zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine angemessene
Prozessentschädi
gung
zu bezahlen, welche in Anwendung von Art. 61
lit
. g ATSG auf Fr. 1‘700.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist. Bei diesem Aus
gang des Verfahrens wird das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das vorliegende Verfahren gegenstandslos.
Das Gericht
erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne
gutgeheissen
, dass die angefochtene Verfügung vom 2
6.
Januar 2015 aufgehoben und die Sache an die S
ozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers neu ver
füge.
2.
Die Gerichtskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine
Prozessent
schädigung
von Fr. 1'700.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
4
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwalt Oskar
Gysler
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5
.