Decision ID: 1239f61c-d66c-5518-8b5e-aafdbdeff508
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y., geboren am 15. November 1957, von Bosnien und Herzegowina, weilt seit
dem 27. Januar 1992 legal mit einer ursprünglich im Rahmen des Familiennachzugs
erteilten Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz.
In der Zeit vom 6. Januar 1992 bis 7. September 2011 musste X.Y. strafrechtlich wie
folgt verurteilt werden:
- mit Bussenverfügung des Bezirksamtes Gossau vom 6. Januar 1992 wegen
Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung (Verstoss
gegen Meldepflicht) zu einer Busse von Fr. 250.-- (act. 9 des Migrationsamtes).
- mit Strafbescheid des Bezirksamtes Gossau vom 17. Februar 1992 wegen illegaler
Einreise (ohne Visum) und widerrechtlichen Aufenthalts in der Schweiz zu einer
Gefängnisstrafe von einer Woche mit Gewährung des bedingten Strafvollzugs unter
Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren (act. 15 des Migrationsamtes).
- mit Urteil der Kommission des Bezirksgerichtes Bischofszell vom 8. Januar 1996
wegen Verletzung von Verkehrsregeln, Führens eines Motorfahrzeuges in
angetrunkenem Zustand und Führens eines Motorfahrzeuges als Lernfahrer ohne
Begleitperson zu einer bedingt vollziehbaren Gefängnisstrafe von vier Wochen und
einer Busse von Fr. 900.-- (act. 56-58 des Migrationsamtes).
- mit Urteil der Gerichtskommission Gossau vom 22. November 1996 wegen Fahrens
in angetrunkenem Zustand, Vereitelung der Blutprobe, Entwendung eines
Motorfahrzeuges zum Gebrauch, Führens eines Personenwagens trotz
Führerausweisentzug, pflichtwidrigen Verhaltens nach Unfall sowie Nichtbeherrschens
des Fahrzeuges zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten unter Gewährung des
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bedingten Strafvollzugs mit einer Probezeit von drei Jahren sowie zu einer
Landesverweisung von fünf Jahren unter Gewährung des bedingten Vollzugs mit einer
Probezeit von drei Jahren; die mit Urteil vom 8. Januar 1996 ausgesprochene
Gefängnisstrafe von vier Wochen wurde vollziehbar erklärt (act.65-70 des
Migrationsamtes).
- mit Urteil des Bezirksgerichtes St. Gallen vom 9. März 1998 bzw. des
Kantonsgerichtes vom 10. Juni 1999 wegen Führens eines Motorfahrzeuges in
angetrunkenem Zustand, grober Verkehrsregelverletzung (Führens eines
Personenwagens in übermüdetem Zustand) und Führens eines Personenwagens trotz
Führerausweisentzug zu einer Gefängnisstrafe von vier Monaten sowie der Weisung,
die begonnene Antabus-Kur fortzusetzen, solange es der Arzt für erforderlich hält; die
mit Urteil vom 22. November 1996 ausgefällte Gefängnisstrafe von drei Monaten wurde
vollziehbar erklärt (act. 155-160 des Migrationsamtes).
- mit Strafverfügung des Verhöramtes Trogen vom 30. Januar 2001 wegen Führens
eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand und Führens eines Personenwagens
trotz Führerausweisentzug zu einer Gefängnisstrafe von zwei Wochen und einer
Busse von Fr. 600.-- (act. 188 des Migrationsamtes).
- mit Strafbescheid des Untersuchungsamtes Gossau vom 30. April 2002 wegen
mehrfachen Führens eines Motorfahrrades trotz aberkanntem Führerausweis sowie
mehrfachen Führens eines ungelösten und nichtversicherten Motorfahrrades in nicht
vorschriftsgemässem und nicht betriebssicherem Zustand zu einer Haftstrafe von
sieben Tagen sowie einer Busse von Fr. 400.-- (act. 204-205 des Migrationsamtes).
- mit Strafbescheid des Untersuchungsamtes Gossau vom 26. Juni 2003 wegen
Führens eines Motorfahrrades in angetrunkenem Zustand und Lenkens eines
Motorfahrrades ohne Führerausweis zu einer Haftstrafe von fünf Tagen unter
Gewährung des bedingten Strafvollzugs mit Ansetzung einer Probezeit von einem Jahr
sowie einer Busse von Fr. 500.-- (act. 211 des Migrationsamtes).
- mit Bussenverfügung des Bussenzentrums der Staatsanwaltschaft vom 26. Januar
2007 wegen Widerhandlung gegen das Transportgesetz zu einer Busse von Fr. 60.--
(act. 241 des Migrationsamtes).
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- mit Bussenverfügung des Untersuchungsamtes Gossau vom 5. April 2007 wegen
Drohung gegenüber der Ehefrau zu einer bedingten Geldstrafe von fünf Tagessätzen
zu je Fr. 100.--, entsprechend Fr. 500.--, mit einer Probezeit von zwei Jahren und einer
Busse von Fr. 200.-- (act. 263-264 des Migrationsamtes).
- mit Strafbescheid des Untersuchungsamtes Gossau vom 5. September 2007 wegen
Fahrens in fahrunfähigem Zustand (Motorfahrzeug, qualifizierte
Blutalkoholkonzentration), Führens eines nicht betriebssicheren Fahrzeuges, Fahrens
trotz Entzug (Motorfahrzeug), Fahrens ohne Fahrzeugausweis oder Kontrollschilder und
Fahrens ohne Haftpflichtversicherung zu einer unbedingten Geldstrafe von 20
Tagessätzen zu je Fr. 50.--, entsprechend Fr. 1'000.--; anstelle der Geldstrafe wurden
80 Stunden gemeinnützige Arbeit angeordnet (act. 265-267 des Migrationsamtes).
- mit Strafbescheid des Untersuchungsamtes Gossau vom 6. März 2008 wegen
Hausfriedensbruchs (Betreten der Wohnung der Ehefrau trotz Hausverbot) zu einer
unbedingten Geldstrafe von fünf Tagessätzen zu je Fr. 50.--, insgesamt Fr. 250.--
(act. 292-293 des Migrationsamtes).
- mit Bussenverfügung des Untersuchungsamtes Gossau vom 12. August 2009 wegen
Fahrens trotz Entzug (Motorfahrzeug) zu einer unbedingten Geldstrafe von zehn
Tagessätzen zu je Fr. 30.--, entsprechend Fr. 300.-- (act. 304-305 des
Migrationsamtes).
- mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes St. Gallen vom 7. September 2011 wegen
mehrfachen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz (Einfuhr und Verkauf von
Dormicum-Tabletten), mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes (Konsum
von Dormicum-Tabletten) und Urkundenfälschung zu einer bedingten Geldstrafe von
90 Tagessätzen zu je Fr. 30.--, mit einer Probezeit von zwei Jahren sowie einer Busse
von Fr. 600.-- (act. 389-392 des Migrationsamtes).
Am 1. März 1996 und am 30. Januar 1997 wurde X.Y. vom Ausländeramt (heute:
Migrationsamt) verwarnt (act. 60-61 und 76-77 des Migrationsamtes).
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Am 13. Februar 2002 wies das Ausländeramt das Gesuch von X.Y. um Erteilung der
Niederlassungsbewilligung ab (act. 200-202 des Migrationsamtes) und am 23.
September 2003 wurde er erneut verwarnt (act. 216-219 des Migrationsamtes).
Am 19. Oktober 2010 wurde die Ehe von X.Y. und A.Y. vom Kreisgericht Wil
geschieden, und die Kinder K., geboren am 16. Juni 1994, und O., geboren am 7.
Oktober 1996, wurden in die alleinige elterliche Sorge der Mutter gestellt. Angesichts
des Alters der Kinder wurde auf die Regelung der Kontakte zwischen dem Vater und
den Kindern verzichtet, und es wurde eine Erziehungsbeistandschaft errichtet. Mangels
Leistungsfähigkeit wurde sodann darauf verzichtet, X.Y. zu verpflichten, an den
Unterhalt der Kinder Beiträge zu leisten. Dem Urteil kann u.a. entnommen werden,
dass X.Y. nicht erwerbstätig sei und seit dem 6. März 2009 Sozialhilfe beziehe.
Ebenfalls ersichtlich ist, dass er sowohl der Anhörung als auch der Hauptverhandlung
unentschuldigt fernblieb (act. 353-361 des Migrationsamtes).
Am 28. März 2012 verlängerte das Migrationsamt die Aufenthaltsbewilligung von X.Y.
nicht mehr und wies ihn an, die Schweiz bis spätestens 17. Juni 2012 zu verlassen. Die
Verfügung wird im Wesentlichen damit begründet, X.Y. habe das Gastrecht in der
Schweiz in schwerwiegender Weise missbraucht. Trotz mehrfacher Verwarnung durch
das Ausländeramt, womit er unmissverständlich auf die Bedingungen für eine allfällige
Verlängerung der Bewilligung hingewiesen worden sei, habe er weiterhin strafrechtlich
verurteilt werden müssen. Auch gehe er seit Jahren keiner geregelten Erwerbstätigkeit
nach. Gemäss Bestätigung des Sozialamtes Q. vom 23. November 2011 beziehe X.Y.
seit dem Jahr 2009 ununterbrochen Sozialhilfe. Die Unterstützung betrage per
30. Oktober 2011 Fr. 50'659.30. Gemäss Auszug aus dem Betreibungsregister Q. vom
22. November 2011 sei er zudem mit offenen Verlustscheinen im Betrag von
Fr. 40'342.65 und mit offenen Betreibungen im Betrag von Fr. 39'782.20 verzeichnet.
Weiter habe der Beschwerdeführer gestützt auf Art. 8 der Konvention zum Schutze der
Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, abgekürzt EMRK) keinen Anspruch
darauf, sich weiterhin in der Schweiz aufhalten zu können.
B./ Am 30. März 2012 erhob X.Y., vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Peter Kreis, St.
Gallen, gegen
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die Verfügung des Migrationsamtes vom 28. März 2012 Rekurs beim Sicherheits- und
Justizdepartement. Er beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die
Aufenthaltsbewilligung sei zu verlängern, eventuell mit Bedingungen und Auflagen bzw.
"auf Zusehen und Wohlverhalten hin". Zur Begründung wurde im Wesentlichen geltend
gemacht, selbst wenn X.Y. Widerrufsgründe gesetzt haben sollte, wäre seine
Wegweisung aus der Schweiz u.a. angesichts seines Alters, seiner Krankheit und
seiner Verwurzelung in der Schweiz unverhältnismässig. Während der Dauer des
Rekursverfahrens gab X.Y. verschiedene Unterlagen zu den Akten, so eine Verfügung
der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) vom 28. März 2012, mit
welcher sein Leistungsbegehren abgewiesen wird, und eine gegen diese Verfügung
erhobene Beschwerde an das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vom
30. März 2012 (Beilagen zu act. 2 der Vorinstanz). Am 4. April 2012 gewährte das
Sicherheits- und Justizdepartement X.Y. die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwalt Dr. Peter Kreis. Am 9. Oktober 2012 reichte
das Migrationsamt einen Rapport der Stadtpolizei St. Gallen vom 27. September 2012
betreffend Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die
psychotropen Stoffe (SR 812.121, abgekürzt BetmG) und ein Einvernameprotokoll
betreffend Ankauf, Besitz, Konsum und Handel mit Dormicum ein (act. 15 der
Vorinstanz). Am 16. Oktober 2012 wies das Sicherheits- und Justizdepartement den
Rekurs von X.Y. ab und lud das Migrationsamt ein, ihm eine neue Frist zur Ausreise zu
setzen.
C./ Am 22. Oktober 2012 erhob X.Y. durch seinen Rechtsvertreter gegen den
Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements vom 16. Oktober 2012
Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Er beantragte, der angefochtene Entscheid und
die Verfügung des Migrationsamtes seien aufzuheben und die Aufenthaltsbewilligung
sei zu verlängern, eventuell mit Bedingungen und Auflagen bzw. "auf Zusehen und
Wohlverhalten hin" oder aber es sei ein Härtefall anzunehmen und die Angelegenheit
sei dem Bundesamt für Migration (BFM) zu unterbreiten. Sodann stellte er das Gesuch,
es sei ihm für das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Prozessführung zu
gewähren. Das Sicherheits- und Justizdepartement verzichtete am 14. November 2012
auf eine Stellungnahme und beantragte, die Beschwerde sei unter Kostenfolge
abzuweisen.
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Am 22. November 2012 wies der Präsident des Verwaltungsgerichts das Gesuch von
X.Y. um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung ab
und forderte ihn auf, bis 7. Dezember 2012 einen Kostenvorschuss von Fr. 2'000.-- zu
leisten mit dem Hinweis, andernfalls werde die Beschwerde abgeschrieben. Gegen
diese Verfügung erhob X.Y. durch seinen Rechtsvertreter Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, das der Beschwerde am
14. Dezember 2012 die aufschiebende Wirkung beilegte, diese am 24. Mai 2013 aber
abwies, soweit es darauf eintrat. Sodann wies das Bundesgericht das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung ab und auferlegte X.Y. die
Gerichtskosten von Fr. 1'000.--. In der Folge leistete X.Y. den Kostenvorschuss von
Fr. 2'000.-- für das Verfahren vor Verwaltungsgericht.
Am 7. Januar 2013 übermittelte das Migrationsamt dem Verwaltungsgericht einen
Strafbefehl des Untersuchungsamtes St. Gallen vom 23. November 2012, wonach der
Beschwerdeführer sich des Vergehens nach Art. 19 Abs. 1 und der mehrfachen
Übertretung nach Art. 19a BetmG schuldig gemacht und mit einer Geldstrafe von 20
Tagessätzen zu je Fr. 30.-- (unbedingt) und einer Busse von Fr. 200.-- bestraft worden
ist. Sodann wurde der bedingte Vollzug einer durch das Untersuchungsamt St. Gallen
am 7. September 2011 ausgefällten Geldstrafe widerrufen, und die sichergestellten
Betäubungsmittel wurden eingezogen und vernichtet. Am 21. Februar 2013 stellte das
Migrationsamt eine Liste der Sozialhilfebezüger der Politischen Gemeinde Q. zu, auf
der der Beschwerdeführer verzeichnet ist (vgl. dazu Art. 82 Abs. 5 der Verordnung über
Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (SR 142.201, abgekürzt VZAE).
Am 19. Februar 2013 gab der Rechtsvertreter von X.Y. einen Kurzaustrittsbericht der
Psychiatrischen Klinik Wil vom 12. Februar 2013 sowie einen Begleitzettel des
Hausarztes vom 18. Februar 2013 zu den Akten.
Am 10. Mai 2013 teilte Rechtsanwalt Dr. Peter Kreis mit, Fürsprecher lic. iur. Daniel
Küng, St. Gallen, habe die ausländerrechtliche Vertretung von X.Y. übernommen.
Am 15. Juli 2013 wurden dem neuen Rechtsvertreter von X.Y. folgende Akten zur
Kenntnisnahme zugestellt: Vernehmlassung des Sicherheits- und Justizdepartements
vom 14. November 2012, Kurzmitteilung des Migrationsamtes vom 7. Januar 2013 mit
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einer Kopie des Strafbefehls vom 23. November 2012, Doppel der Kurzmitteilung des
Migrationsamtes vom 21. Februar 2013 mit einer Kopie des Briefs des Sozialamtes Q.
vom 13. Februar 2013.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die Sachurteilsvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen:
1.1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Gemäss
dieser Bestimmung ist der Rekursentscheid des Departements Anfechtungsobjekt.
Demzufolge kann auf den Antrag, die Verfügung des Migrationsamtes vom 16. Oktober
2012 sei aufzuheben, nicht eingetreten werden. Entsprechend dem Devolutiveffekt des
Rekurses gilt diese Verfügung als mitangefochten (VerwGE B 2012/98 vom 4. April
2013 E. 1, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch).
1.2. X.Y. ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art.
45 Abs. 1 VRP) und die Beschwerdeerklärung vom 22. Oktober 2012 und ihre
Ergänzung vom 9. November 2012 erfüllen unter Vorbehalt von Ziff. 1.3. hiernach die
gesetzlichen Anforderungen in zeitlicher, sachlicher und inhaltlicher Hinsicht (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP).
1.3. Der Beschwerdeführer erklärt sämtliche Vorbringen im bisherigen Verfahren,
insbesondere diejenigen in an die Vorinstanz gerichteten Eingaben, als bestätigt und
erneuert.
In ständiger Rechtsprechung hat es das Verwaltungsgericht abgelehnt, dass pauschal
auf Eingaben an Vorinstanzen verwiesen wird. Ein solcher Verweis ist ungenügend, weil
aus ihm nicht hervorgeht, in welchen Punkten und weshalb der Entscheid der
Vorinstanz angefochten wird. Es ist nicht Aufgabe der Rechtsmittelinstanz, in Eingaben
an Vorinstanzen nach Gründen zu suchen, weshalb der angefochtene Entscheid
unrichtig sein könnte (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen,
St. Gallen 2003, Rz. 921 mit Hinweisen; vgl. auch VerwGE B 2010/34 vom 14. Oktober
2010 E. 2, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch).
1.4. Auf die Beschwerde ist im Sinn der Erwägungen einzutreten.
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2. Soweit der Beschwerdeführer geltend machen will, zufolge der aufschiebenden
Wirkung der Beschwerde sei es ihm gestattet, sich weiterhin in der Schweiz
aufzuhalten, ist ihm entgegenzuhalten, dass sich die Berechtigung zum Verbleib in der
Schweiz nicht aus diesem Grundsatz ergeben kann, weil die Aufenthaltsbewilligung
nicht entzogen, sondern nicht verlängert worden ist. Hingegen darf er sich mangels
abweichender Verfügung entsprechend Art. 59 Abs. 2 VZAE während des Verfahrens
betreffend Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz aufhalten.
3. Der Beschwerdeführer beantragt wie schon im Rekursverfahren (vgl. E. 6 b)cc) des
angefochtenen Entscheids), das Beschwerdeverfahren sei zu sistieren, bis rechtskräftig
darüber entschieden worden sei, ob ihm eine IV-Rente ausgerichtet werde. Er
begründet dies damit, abgesehen davon, dass er bestreite, den Widerrufsgrund nach
Art. 62 lit. e des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (SR 142.20,
abgekürzt AuG) gesetzt zu haben (Sozialhilfeabhängigkeit), seien seine Chancen, eine
IV-Rente zugesprochen zu erhalten, intakt und dies hätte zur Folge, dass seine
finanziellen Probleme gelöst wären.
Als Sistierung wird die vorübergehende Einstellung bzw. das "Ruhenlassen" eines
hängigen Verfahrens bezeichnet. Sie bedeutet eine Abweichung vom
Beschleunigungsgebot und bedarf einer Rechtfertigung. Eine Sistierung des Verfahrens
ist u.a. anzuordnen, wenn ein anderes Verfahren anhängig ist, dessen Ausgang von
präjudizieller Bedeutung ist (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 1092/93 mit Hinweisen).
Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer seinen Lebensunterhalt seit dem Jahr
2009 mit Sozialhilfe bestreitet (vgl. dazu auch act. 337 des Migrationsamtes).
Aktenkundig ist sodann, dass die SVA das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers
am 28. März 2012 mit der Begründung abgewiesen hat, es sei von einer vollen
Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen auszugehen (Beilage zu act. 2 der
Vorinstanz). Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer aus Sicht der Vorinstanz nicht
nur den Widerrufsgrund nach Art. 62 lit. e AuG (Sozialhilfeabhängigkeit), sondern auch
den Widerrufsgrund nach Art. 62 lit. c AuG in Verbindung mit Art. 80 Abs. 1 lit. a VZAE
(Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung) gesetzt hat, weil er seit dem
Jahr 1992 immer wieder straffällig geworden ist und Verwarnungen des
Migrationsamtes wirkungslos geblieben sind. Wie das Migrationsamt dem
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Verwaltungsgericht am 7. Januar 2013 zur Kenntnis gebracht hat, hat sich der
Beschwerdeführer auch während der Dauer des Rekursverfahrens - am 27. September
2012 - strafbar gemacht. Somit besteht kein Anlass, das Beschwerdeverfahren im
Hinblick darauf zu sistieren, dass dem Beschwerdeführer möglicherweise in Zukunft
eine IV-Rente zugesprochen werden könnte. Demzufolge ist das Gesuch um Sistierung
des Verfahrens abzuweisen.
4. Der Beschwerdeführer beantragt, beim Versicherungsgericht und bei der SVA seien
alle ihn betreffenden IV-Akten beizuziehen
Auch im Beschwerdeverfahren gilt grundsätzlich die Untersuchungsmaxime. Es sind
indessen lediglich die von den Beteiligten angebotenen und leicht zugänglichen
Beweise über erhebliche Tatsachen abzunehmen, wenn zur Wahrung des öffentlichen
Interesses keine besonderen Erhebungen notwendig sind (Art. 64 in Verbindung mit
Art. 12 Abs. 2 VRP). Sodann wird die Untersuchungsmaxime durch die
Mitwirkungspflicht der Parteien relativiert. Die Pflicht zur Mitwirkung ist insofern
gerechtfertigt, als die Beteiligten den Sachverhalt nicht nur besser kennen, sondern oft
auch ein eigenes Interesse daran haben, ihre Darstellung des Sachverhalts
beweismässig zu untermauern (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 599). Eine Mitwirkungspflicht
besteht insbesondere für die Beschaffung von Unterlagen, welche nur die Parteien
liefern können, und für die Abklärung von Tatsachen, welche eine Partei besser kennt
als die Behörde (VerwGE B 2012/11 vom 3. Juli 2012 E. 3.2. mit Hinweis auf Häfelin/
Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Rz. 1630 mit Hinweis auf BGE
130 II 449, 464 und 128 II 139, 142 f., abrufbar unter www.gerichte.sg.ch). Sie führt
dazu, dass die Verfahrensbeteiligten vor allem dort, wo sie eine Bewilligung oder eine
staatliche Leistung beanspruchen und deren Erteilung nicht ausnahmsweise im
öffentlichen Interesse liegt, das tatsächliche Fundament ihres Begehrens weitgehend
selbst behaupten und die Beweise dafür anbieten müssen (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz.
605 mit Hinweis). So sind der Beschwerde allfällige Beweismittel beizulegen (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 50 Abs. 1 VRP).
Es wäre dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, der seinen Mandanten gemäss
Mitteilung vom 10. Mai 2013 auch in den Verfahren betreffend Zusprache einer IV-
Rente vertritt, ohne weiteres möglich gewesen, dem Gericht die diesen betreffenden
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IV-Akten einzureichen. Dem Antrag, das Gericht habe sämtliche relevanten IV-Akten
beizuziehen, ist deshalb nicht zu entsprechen. Aktenkundig ist im Übrigen, dass der
Beschwerdeführer am 9. April 2013 durch seinen Rechtsvertreter neuerlich ein Gesuch
um Zusprache einer IV-Rente gestellt und dass die SVA dieses Verfahren am 2. Mai
2013 ausgesetzt hat, bis ein Urteil des Versicherungsgerichts vorliegt.
5. Der Beschwerdeführer beruft sich auf Art. 12 der UN-Kinderrechtekonvention (SR
0.107, abgekürzt UN-KRK) und beantragt wie im Rekursverfahren, die Tochter K. und
der Sohn O. seien zur Art und Intensität der Beziehung zu ihm zu befragen.
Art. 12 UN-KRK sichert dem Kind, das fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden,
das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu
äussern. Die Vertragsstaaten berücksichtigen die Meinung des Kindes angemessen
und entsprechend seinem Alter und seiner Reife. Zu diesem Zweck wird dem Kind
Gelegenheit gegeben, in Gerichts- und Verwaltungsverfahren, von denen es betroffen
ist, entweder unmittelbar oder durch einen Vertreter oder eine geeignete Stelle im
Einklang mit den innerstaatlichen Verfahrensvorschriften gehört zu werden. Indessen
ist nach der UN-KRK nicht zwingend, das Kind persönlich oder mündlich, sondern
lediglich in angemessener Weise anzuhören. Die Anhörung kann insbesondere auch
schriftlich oder über einen Vertreter vorgenommen werden (VerwGE B 2009/195 vom
16. September 2010 E. 2 mit Hinweis auf BGE 5A_764/2009 vom 11. Januar 2010
E. 5.2 und BGE 124 II 361 E. 3c, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch, vgl. auch BGer
2C_673/2011 vom 3. August 2011 E. 2 mit Hinweisen).
Der Beschwerdeführer kann sich bezüglich K. nicht auf die UN-KRK berufen. Sie hat
am 16. Juni 2012 das achtzehnte Altersjahr vollendet (vgl. Teil I Art. 1 UN-KRK).
Sodann ist die persönliche Befragung von O., der am 7. Oktober 2013 17 Jahre alt
geworden ist, nicht erforderlich. Dem anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer war es
sowohl im Rahmen des Rekurs- als auch des Beschwerdeverfahrens möglich, sich zur
Vater-Sohn-Beziehung zu äussern. Neue, für den Entscheid wesentliche
Sachverhaltselemente sind von einer Befragung von O. nicht zu erwarten, zumal dem
Entscheid des Kreisgerichts Wil vom 19. Oktober 2010 betreffend Ehescheidung
entnommen werden kann, dass der Sohn des Beschwerdeführers, der unter die
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alleinige elterliche Sorge der Mutter gestellt worden ist, seinen Vater regelmässig sieht
und die Besuche jeweils mit ihm abspricht.
6. Der Beschwerdeführer beantragt weiter, er und zwei in Gossau lebende Schwestern
seien zu befragen und es sei eine ärztliche Expertise zu erstellen.
Der Anspruch auf rechtliches Gehör gebietet, dass rechtzeitig und formrichtig
angebotene Beweismittel abzunehmen sind, es sei denn, diese betreffen eine nicht
erhebliche Tatsache oder seien offensichtlich untauglich, über die streitige Tatsache
Beweis zu führen (BGE 124 I 242 E. 2; 117 Ia 268 E. 4b).
Wie noch zu zeigen sein wird, ergeben sich die rechtserheblichen Tatsachen aus den
Akten, weshalb auf die Abnahme der angebotenen Beweise verzichtet werden kann.
7. Streitgegenstand ist die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Nach Art. 33
Abs. 3 AuG ist die Aufenthaltsbewilligung befristet und kann verlängert werden, wenn
keine Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG vorliegen. Es besteht kein Anspruch auf
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung.
8. Der Beschwerdeführer macht geltend, es treffe leider zu, dass er bis anhin auf
Sozialhilfe angewiesen sei, weshalb der Widerrufsgrund nach Art. 62 lit. e AuG zur
Diskussion stehen könnte. Er sei aber nicht erfüllt, weil es die Vorinstanz unterlassen
habe, in die Beurteilung einzubeziehen, dass er günstige Aussichten auf Zusprache
einer IV-Rente und damit verbundenen erheblichen Nachzahlungen und von
Ergänzungsleistungen habe, zumal er am 31. Mai 2012 wegen exazerbiertem Alkohol-
und Benzodiazepinkonsum notfallmässig der Psychiatrischen Klinik Wil habe
zugewiesen werden müssen, wo er bis zum 19. Juni 2012 hospitalisiert gewesen sei.
Somit könne damit gerechnet werden, dass die dauerhafte Sozialhilfeabhängigkeit ein
Ende finde.
8.1. Gemäss Art. 62 lit. e AuG liegt ein Widerrufsgrund vor, wenn der Ausländer oder
eine Person, für die sie oder er zu sorgen hat, auf Sozialhilfe angewiesen ist. Bei einem
Widerruf bzw. einer Nichtverlängerung einer Aufenthaltsbewilligung wegen
Sozialhilfeabhängigkeit geht es vorab darum, eine zusätzliche und somit künftige
Belastung der öffentlichen Hand zu vermeiden. Gemäss Bundesgericht ist daher von
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den aktuellen Verhältnissen auszugehen, und die wahrscheinliche finanzielle
Entwicklung ist auf längere Sicht abzuwägen. Bejaht wird die Dauerhaftigkeit der
Sozialhilfeabhängigkeit, wenn im Zeitpunkt des Entscheids nicht mit einer
Verbesserung der Situation gerechnet werden kann und das Fürsorgerisiko aller
Wahrscheinlichkeit nach bestehen bleibt. Dabei wirkt sich eine hohe Verschuldung
negativ auf die Zukunftsprognose aus (S. Hunziker, in: Caroni/Gächter/Thurnherr,
Handkommentar zum AuG, Bern 2010, Art. 62 N 49 mit zahlreichen Hinweisen; vgl.
auch VerwGE B 2012/98 vom 4. April 2013 E. 3.1, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch).
8.2. Wie noch zu zeigen sein wird (vgl. E. 9 hiernach), wäre die Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers auch dann gerechtfertigt, wenn er
zufolge Zusprache einer IV-Rente die öffentliche Hand in Zukunft nicht mehr belasten
sollte. Demzufolge konnte und kann offen bleiben, wie es sich diesbezüglich verhält.
Nachdem es die SVA am 28. März 2012 abgelehnt hatte, dem Gesuch des
Beschwerdeführers vom 14. Oktober 2009 um Zusprache einer IV-Rente zu
entsprechen und er zudem hoch verschuldet ist (Verlustscheine: Fr. 40'342.65, offene
Betreibungen: Fr. 39'782.20), hatte die Vorinstanz aber keinen Anlass, davon
auszugehen, er könnte künftig in der Lage sein, für seinen finanziellen Unterhalt zu
sorgen bzw. es könne ihm in finanzieller Hinsicht eine gute Prognose gestellt werden.
9. Der Beschwerdeführer beruft sich weiter darauf, es treffe nicht zu, dass er den
Widerrufsgrund nach Art. 62 lit. c in Verbindung mit Art. 80 Abs. 1 lit. a VZAE gesetzt
habe.
9.1. Nach Art. 62 lit. c AuG kann die Aufenthaltsbewilligung widerrufen werden, wenn
die Ausländerin oder der Ausländer erheblich oder wiederholt gegen die öffentliche
Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat oder diese
gefährdet oder die innere oder die äussere Sicherheit gefährdet. Nach Art. 80 Abs. 1 lit.
a VZAE liegt ein Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung unter anderem
bei einer Missachtung von gesetzlichen Vorschriften und behördlichen Verfügungen
vor. Eine Person verstösst in der Regel dann in schwerwiegender Weise gegen die
öffentliche Sicherheit und Ordnung, wenn durch ihre Handlungen besonders
hochwertige Rechtsgüter wie namentlich die körperliche, psychische und sexuelle
Integrität eines Menschen verletzt oder gefährdet werden. Vergleichsweise weniger
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gravierende Pflichtverletzungen können beispielsweise dann als schwerwiegend
bezeichnet werden, wenn sich eine ausländische Person von strafrechtlichen
Massnahmen nicht beeindrucken lässt und damit zeigt, dass sie auch künftig weder
gewillt noch fähig ist, sich an die Rechtsordnung zu halten (BGE 137 II 304 E. 3.3 mit
Hinweis auf BBl 2002 3709 zu Art. 62 AuG). Ob der Ausländer willens und in der Lage
ist, sich in die hier geltende Ordnung einzufügen, kann nur anhand einer
Gesamtbetrachtung seines Verhaltens beurteilt werden. Hieraus folgert das
Bundesgericht, dass auch eine Summierung von Verstössen, die für sich allein
genommen für einen Widerruf nicht ausreichen würden, einen Bewilligungsentzug
rechtfertigen könne; sogar das Bestehen von privatrechtlichen Schulden könne
gegebenenfalls einen schwerwiegenden Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und
Ordnung darstellen, wenn die Verschuldung mutwillig erfolgt sei (BGE 137 II 304
E. 3.3).
9.2. Die Vorinstanz gelangte zum Ergebnis, der Widerrufsgrund im Sinn von Art. 62 lit. c
AuG in Verbindung mit Art. 80 Abs. 1 lit. a VZAE sei erfüllt. Sie führt in diesem
Zusammenhang aus, der Beschwerdeführer sei bereits kurz nach seiner Einreise in die
Schweiz am 10. Mai 1992 erstmals negativ aufgefallen und begründet dies wie folgt:
Am 10. Mai 1992 musste die Polizei intervenieren, weil es zufolge der Trunkenheit des
Beschwerdeführers zu "prekären familiären Verhältnissen" gekommen war (act. 21-22
des Migrationsamtes). Am 1. April 1993 musste die Polizei erneut an den Wohnort des
Ehepaars Y. ausrücken, weil der stark alkoholisierte Beschwerdeführer seiner
damaligen Ehefrau gedroht hatte. Bereits einen Tag später war eine weitere polizeiliche
Intervention erforderlich, weil der Beschwerdeführer erneut betrunken war und ihn
seine Ehefrau aus Angst nicht in die Wohnung gelassen hatte (act. 34-35 des
Migrationsamtes). Am 13. und 15. August 1998 kam es zwischen dem alkoholisierten
Beschwerdeführer und seiner damaligen Ehefrau in der ehelichen Wohnung zu tätlichen
Auseinandersetzungen, in deren Verlauf der Beschwerdeführer seine Ehefrau würgte
und ihr am 15. August 1998 mit einem Faustschlag die Nase brach. In der Folge zog
die Ehefrau ihre Strafklage wegen einfacher Körperverletzung, Tätlichkeit und Drohung
zurück, weshalb das Strafverfahren eingestellt wurde (act. 161-162 des
Migrationsamtes). Am 26. Februar 2007 musste die Polizei beim Ehepaar Y. wegen
häuslicher Gewalt intervenieren. Der stark betrunkene Beschwerdeführer - der
Atemlufttest ergab einen Wert von 2.17 ‰ - hatte seiner Ehefrau gedroht, er werde sie
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/26
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totschlagen, weil sie eine Hure sei (act. 250-253 und 263-264 des Migrationsamtes). Im
Sommer 2007 trennte sich das Ehepaar Y. (act. 360 des Migrationsamtes). Dennoch
musste die Polizei am 17. Oktober 2007 ausrücken, weil sich der wiederum stark
alkoholisierte Beschwerdeführer in die Wohnung seiner damaligen Ehefrau begeben
hatte, obschon ihm ein Hausverbot auferlegt worden war (act. 270-271 und 285 des
Migrationsamtes). Auch am 2. Februar 2008 musste sich die Polizei mit dem Ehepaar
Y. befassen, weil der Beschwerdeführer, ein weiteres Mal alkoholisiert, trotz
Hausverbots Einlass in die Wohnung seiner Ehefrau verlangt hatte (act. 289-291 und
292-293 des Migrationsamtes).
In Betracht fällt weiter, dass der Beschwerdeführer am 25. August 1995 mit
Lernfahrausweis in angetrunkenem Zustand ein Motorfahrzeug fuhr, was dazu führte,
dass er am 8. Januar 1996 wegen SVG-Delikten zu einer Freiheitsstrafe von vier
Wochen verurteilt werden musste (act. 56-58 des Migrationsamtes). Rund drei Monate
nach dieser Verurteilung und trotz ausländerrechtlicher Verwarnung lenkte er am 6.
April 1996 erneut ein Motorfahrzeug in alkoholisiertem Zustand. In der Folge wurde
dem Beschwerdeführer der Lernfahrausweis entzogen (act. 90 des Migrationsamtes)
und am 22. November 1996 wurde er aufgrund dieses Vorfalls von der
Gerichtskommission Gossau wegen SVG-Delikten unter Gewährung des bedingten
Strafvollzugs zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten verurteilt. Zudem sprach das
Gericht eine Landesverweisung von fünf Jahren unter Gewährung des bedingten
Vollzugs mit einer Probezeit von drei Jahren aus. Die Landesverweisung begründete
das Gericht mit der erneuten Straffälligkeit, dem geringen Assimilationswillen des
Beschwerdeführers und seiner ablehnenden Haltung gegenüber behördlicher Hilfe im
Zusammenhang mit seiner Alkoholabhängigkeit (act. 65-70 des Migrationsamtes).
Bereits 14 Monate nach dieser Verurteilung, am 8. Januar 1998, setzte sich der
Beschwerdeführer erneut und ohne Führerausweis ans Steuer eines Motorfahrzeugs.
Die Gerichtskommission II des Bezirksgerichts St. Gallen verurteilte ihn deshalb am 9.
März 1998 wegen SVG-Delikten zu einer Gefängnisstrafe von vier Monaten und
erklärte die bedingt ausgesprochene Gefängnisstrafe von drei Monaten und die bedingt
ausgefällte Landesverweisung für vollziehbar (act. 85-93 des Migrationsamtes). In der
Folge meldete sich der Beschwerdeführer zu einer Antabus-Behandlung an. Eine
gegen das Urteil der Gerichtskommission II des Bezirksgericht St. Gallen anhängig
gemacht Berufung wies die Strafkammer des Kantonsgerichts am 27. Oktober 1998
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 16/26
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ab. Den Erwägungen kann entnommen werden, der Beschwerdeführer, der seit sieben
Jahren in der Schweiz lebe, sei nur mässig integriert und spreche mangelhaft Deutsch.
Er gehe keiner regelmässigen Arbeit nach und pflege vor allem intensiven Umgang mit
Landsleuten. Demgegenüber seien seine Bindungen zur Heimat intakt. Er verbringe
dort jeweils Ferien und habe gemäss eigenen Angaben ein Haus gebaut. Sein Sohn aus
erster Ehe lebe dort, wie auch ein Teil seiner sonstigen Verwandtschaft (act. 130-137
des Migrationsamtes). Am 3. März 1999 hob das Bundesgericht das Urteil des
Kantonsgerichts vom 27. Oktober 1998 bezüglich der Landesverweisung auf und wies
die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurück. Das Gericht führte aus,
die Landesverweisung würde die Familie des Beschwerdeführers hart treffen. Unter
Berücksichtigung der Warnungswirkung der zu vollziehenden Strafen könne der
Gefährdung der öffentlichen Sicherheit ebenso durch eine Antabus-Behandlung
begegnet werden (act. 138-147 des Migrationsamtes). In der Folge wies die
Strafkammer des Kantonsgerichts den Beschwerdeführer am 10. Juni 1999 an, die
begonnene Antabus-Kur fortzusetzen, solange es der Arzt für erforderlich halte (act.
155-160). Nachdem der Beschwerdeführer die Strafe am 22. März 2000 verbüsst hatte
(act. 168-169 des Migrationsamtes) und sowohl eine Therapie als auch eine Antabus-
Kur durchgeführt worden waren, lenkte er weiterhin verschiedentlich alkoholisiert und
ohne Führerausweis motorisierte Fahrzeuge und wurde dafür verurteilt, so am
5. November 2000 (act. 187 des Migrationsamtes), am 12. März 2002 (act. 205 des
Migrationsamtes) und am 7. Mai 2003 (act. 211 des Migrationsamtes). Am 21. April
2007 hielt die Polizei den Beschwerdeführer an, weil er stark alkoholisiert ein
undefiniertes Motorfahrzeug fuhr und lediglich einen bosnischen Führerausweis auf
sich trug, und am 19. Mai 2009 lenkte er erneut ein Motorfahrzeug ohne Führerausweis
(act. 304-305 des Migrationsamtes). Schliesslich führte der Beschwerdeführer im Mai/
Juni 2011 rund 200 Dormicum-Tabletten aus Bosnien in die Schweiz ein, um sie zu
konsumieren und zu verkaufen, was zum Strafbefehl des Untersuchungsamtes St.
Gallen vom 7. September 2011 führte (act. 390-392). Um den Nachschub zu
gewährleisten, hatte der Beschwerdeführer zwei ärztliche Zeugnisse gefälscht, indem
er sie mit dem Wort "Dormicum" ergänzte.
9.3. Es ergibt sich somit, dass der Beschwerdeführer weder gewillt noch fähig ist, sich
an die hier geltende Rechtsordnung zu halten. Weder Strafvollzug, Therapie, Antabus-
Kur noch ausländerrechtliche Verwarnungen haben ihn davon abgehalten, sich im Lauf
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der Jahre immer wieder strafbar zu machen. Er wurde mehrmals gegen seine damalige
Ehefrau gewalttätig und hörte nicht auf, in alkoholisiertem Zustand und ohne
Führerausweis motorisierte Fahrzeuge zu führen. Damit hat der Beschwerdeführer nicht
nur sich selber, sondern auch Dritte gefährdet. In Betracht fällt weiter, dass ihn auch
die Tatsache, dass es das Migrationsamt abgelehnt hatte, die Aufenthaltsbewilligung
zu verlängern, unbeeindruckt liess. Am 27. September 2012 kaufte er beim Bahnhof Q.
von einem unbekannten Händler 20 Dormicum-Tabletten, konsumierte zwei davon und
begab sich zum Marktplatz St. Gallen, um die anderen Tabletten zu verkaufen. Das
Untersuchungsamt St. Gallen hat ihn deshalb am 23. November 2012 zufolge
Vergehens gegen das BetmG mit einer Geldstrafe und einer Busse bestraft.
9.4. Der Beschwerdeführer wendet zwar ein, die Vorinstanz habe zwecks Beurteilung
der Frage, ob der Widerrufsgrund nach Art. 62 lit. c in Verbindung mit Art. 80 VZAE
erfüllt sei, unzulässigerweise alte Bagatellverurteilungen in die Beurteilung einbezogen.
Im Bereich der ausländerrechtlichen Interessenabwägung ist das Verwertungsverbot
nach Art. 369 Abs. 7 des Strafgesetzbuches (SR 311.0) nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung insofern zu relativieren, als es den Fremdenpolizeibehörden nicht
verwehrt ist, strafrechtlich relevante Daten, die sich in ihren Akten befinden, namentlich
solche, die Anlass zu einer ausländerrechtlichen Verwarnung gaben, nach deren
Löschung im Strafregister in die Beurteilung des Verhaltens des Ausländers während
seiner gesamten Anwesenheit in der Schweiz einzubeziehen (BGer 2C_711/2011 vom
27. März 2012 E. 5.2 mit Hinweis auf BGer 2C_477/2008 vom 24. Februar 2009
E. 3.2.2).
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist somit nicht zu beanstanden, dass
die Vorinstanz alle Verfehlungen, die sich der Beschwerdeführer während seiner
Anwesenheit in der Schweiz hat zu Schulden kommen lassen, in die Beurteilung
einbezogen hat.
9.5. Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, es könne ihm eine günstige Prognose
gestellt werden. Er sei kein hartgesottener, besserungsunwilliger Delinquent, sondern
ein kranker und hilfebedürftiger Mann. Seit Jahren hätten Abhängigkeiten von Alkohol
und Sedativa vor dem Hintergrund einer depressiven Symptomatik sein Leben
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bestimmt, weshalb im Zusammenhang mit den begangenen Straftaten von einem
geringen Verschulden auszugehen sei. Auch habe er verschiedentlich fachkundige Hilfe
in Anspruch genommen und er sei gerne bereit, sich auch in Zukunft behandeln zu
lassen. Weil ihm klar geworden sei, dass er kein Motorfahrzeug mehr fahren dürfe und
eheliche Konflikte nicht mehr auftreten könnten, sei die Gefahr gebannt, dass er sich in
Zukunft wieder strafbar mache. Auch scheine die Hoffnung begründet, dass er seine
pekuniären Probleme - Schulden, Abhängigkeit von Sozialhilfe - bei Zusprache einer
IV-Rente in den Griff bekomme.
Fest steht, dass der Beschwerdeführer über Jahre hinweg immer wieder straffällig
geworden ist und dass er insbesondere auch durch sein Verhalten im Strassenverkehr
Dritte erheblich gefährdet hat. Somit besteht ein gewichtiges öffentliches,
insbesondere auch polizeiliches Interesse daran, dass die Aufenthaltsbewilligung des
Beschwerdeführers nicht verlängert wird und dass er die Schweiz verlassen muss. Dies
gilt unabhängig davon, inwieweit das Verhalten des Beschwerdeführers auf seine
Suchtproblematik zurückzuführen ist. In Betracht fällt weiter, dass dem
Beschwerdeführer keine gute Prognose gestellt werden kann. Wie ausgeführt hat er
während der Dauer des Rekursverfahrens - am 27. September 2012 - erneut gegen das
BetmG verstossen, obschon er am 7. September 2011 wegen Widerhandlungen gegen
das BetmG bestraft werden musste.
9.6. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Beschwerde unbegründet ist,
soweit der Beschwerdeführer bestreitet, den Widerrufsgrund nach Art. 62 lit. c AuG in
Verbindung mit Art. 80 Abs. 1 lit. a VZAE gesetzt zu haben.
10. Zu prüfen ist weiter, ob sich die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung als
verhältnismässig erweist. Nach Art. 96 Abs. 1 AuG berücksichtigen die zuständigen
Behörden bei der Ermessensausübung sowohl die öffentlichen Interessen als auch die
persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der Integration des Ausländers.
10.1. Der Beschwerdeführer reiste im Januar 1992 im Alter von rund 34 Jahren in die
Schweiz ein, wo er seither lebt. Die Vorinstanz hat dies mit Recht zu seinen Gunsten
berücksichtigt, auch wenn er während des langen Aufenthalts in der Schweiz immer
wieder zu Klagen Anlass gegeben hat. Im Gegensatz zur Auffassung des
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Beschwerdeführers durfte die Vorinstanz sodann in die Beurteilung einbeziehen, dass
er seine Kinder- und Jugendjahre sowie eine lange Zeit als Erwachsener in der Heimat
verbracht hat. Nicht zu beanstanden ist ebenfalls, dass sie daraus folgerte, er sei mit
den Sitten und Gebräuchen im Herkunftsland gut vertraut, weshalb es ihm zumutbar
sei, dorthin zurückzukehren. Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer, der
seine Muttersprache unbestrittenermassen beherrscht, nunmehr seit über 20 Jahren in
der Schweiz lebt, zumal keine Anhaltspunkte bestehen, wonach er zu seiner Heimat
keinen persönlichen Bezug mehr haben könnte, wie er behauptet. Wie ausgeführt, kann
dem Urteil der Strafkammer des Kantonsgerichts vom 27. Oktober 1998 entnommen
werden, seine Bindungen zur Heimat seien intakt, sein Sohn aus erster Ehe und andere
Verwandte würden dort leben und er habe sich gemäss eigenen Angaben dort ein
Haus gebaut (act. 130-137 des Migrationsamtes). Sodann ergibt sich aus dem
Strafbefehl des Untersuchungsamtes St. Gallen vom 7. September 2011 (act. 389-392),
dass der Beschwerdeführer im Mai oder Juni 2011 200 Dormicum-Tabletten aus
Bosnien eingeführt hat, um sie selber zu konsumieren oder zu verkaufen. Weiter ist
davon auszugehen, dass die medizinische Versorgung in Bosnien gewährleistet ist,
wenn auch möglicherweise auf einem tieferen Niveau als hier, was der
Beschwerdeführer angesichts seines unbelehrbaren Verhaltens im Gastland aber in
Kauf zu nehmen hat. Auch der Umstand, dass anzunehmen ist, es würden ihm in der
Heimat nicht dieselben Sozialleistungen zustehen wie in der Schweiz, führt nicht dazu,
dass die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung als unverhältnismässig zu
qualifizieren wäre. Abgesehen davon, dass dem Beschwerdeführer eine IV-Rente nach
Bosnien überwiesen würde, kann das (fast immer gegebene) Interesse, die besseren
wirtschaftlichen Verhältnisse in der Schweiz bzw. die hiesigen Sozialleistungen nutzen
zu können, für die Abwägung der Interessen nicht entscheidend sein (BGer
2C_364/2010 vom 23. September 2010 E. 2.2.8). Hinzu kommt, dass nicht
anzunehmen ist, die Zusprache einer IV-Rente würde die finanziellen Probleme des
Beschwerdeführers "mit einem Schlag" beseitigen, wie er annimmt. In Betracht fällt
weiter, dass der Beschwerdeführer zwar behauptet, er sei hier verwurzelt und er habe
durch seine frühere Berufstätigkeit und im Privatleben vielfältige Beziehungen und
Kontakte zu Landsleuten und zu Schweizern aufgebaut, dass er aber darauf verzichtet,
dazu nähere Angaben zu machen. Dem im Auftrag der SVA erstellten Gutachten des
Psychiaters Dr. C. vom 3. Dezember 2011 kann in diesem Zusammenhang entnommen
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werden, der Beschwerdeführer habe ausgesagt, er habe nur noch wenige Kollegen und
sitze oft allein am Bahnhof Q. und schaue, was dort alles passiere (act. 438 der
Migrationsamtes). Auch der Umstand, dass sich der Beschwerdeführer darauf beruft,
die Suchterkrankung habe seine "Steuerungsfähigkeit" vermindert, hilft ihm nicht
weiter, zumal es offensichtlich nicht zutrifft, dass die fachkundige Beratung und
Betreuung zu "schönen Fortschritten und mindestens grösseren Teilerfolgen" bzw.
dazu geführt hat, dass ihm insbesondere auch bezüglich strafrechtlich relevantem
Verhalten eine gute Prognose gestellt werden kann. Hinzu kommt, dass der
Rückfallgefahr ausserhalb des Anwendungsbereichs des Freizügigkeitsabkommens
(SR 0.142.112.681) ohnehin keine zentrale Bedeutung zukommt und dass auch
generalpräventive Gesichtspunkte berücksichtigt werden dürfen (BGer 2C_282/2012
vom 31. Juli 2012 E. 2.5 mit Hinweisen). Fraglich ist ohnehin, ob die Behauptung des
Beschwerdeführers zutrifft, er unternehme unter Inanspruchnahme ärztlicher Hilfe alles,
um von den Suchtabhängigkeiten wegzukommen und nicht mehr straffällig zu werden.
So geht aus einem Schreiben der Klinik Teufen an den Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers vom 20. April 2012 hervor, dass die letzte Konsultation am
15. März 2011 - somit mehr als ein Jahr vorher - stattgefunden habe und dass wegen
der Unfähigkeit des Patienten, sich an Termine zu halten, nicht voraussehbar sei, wann
die nächste Konsultation stattfinde (act. 512-513 des Migrationsamtes). In Betracht fällt
in diesem Zusammenhang auch, dass der vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
am 29. Oktober 2012 bei der Klinik Teufen verlangte und dem Gericht in Aussicht
gestellte Bericht bis heute nicht eingetroffen ist. Auch hat Dr. E. an den der
Kurzaustrittsbericht der Psychiatrischen Klinik Wil vom 12. Februar 2013 gerichtet ist,
dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 18. Februar 2013 mitgeteilt, er habe
den Beschwerdeführer seit dem 8. Oktober 2012 nicht mehr gesehen, sei über dessen
Gesundheitszustand nicht informiert und habe die Spitaleinweisung nicht veranlasst.
10.2. Der Beschwerdeführer beruft sich bezüglich der Beziehung zu seinen Kindern und
zu zwei in Gossau lebenden Schwestern auf Art. 8 Ziff. 1 EMRK, Art. 13 bzw. 14 der
Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV) und Art. 17 UNO-Pakt II (SR 0.103.2) und
hält dafür, nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung habe er ein faktisches
Anwesenheitsrecht in der Schweiz.
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10.2.1. Art. 8 EMRK gewährleistet den Schutz des Familienlebens. Die EMRK
verschafft aber kein Recht auf Aufenthalt in einem bestimmten Konventionsstaat. Hat
ein Ausländer nahe Verwandte in der Schweiz und ist diese familiäre Beziehung intakt
und wird sie tatsächlich gelebt, kann es hingegen das in Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13
Abs. 1 BV bzw. Art. 14 BV (vgl. dazu Ehrenzeller/Mastronardi/Schweizer/Vallender
[Hrsg.], St. Galler Kommentar zur BV, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2008, Art. 14 BV Rz. 36
mit Hinweis) garantierte Recht auf Achtung des Familienlebens bzw. auf Schutz der
Familie verletzen, wenn ihm die Anwesenheit in der Schweiz untersagt wird (BGE 131 II
350 E. 5, 130 II 285 E. 3.1; vgl. auch BGer 2C_1065/2012 vom 2. Juli 2013 E. 2.4). Das
geschützte Familienleben beschränkt sich grundsätzlich auf die Kernfamilie bzw. auf
die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern (BGE 129 II 11 E. 2).
Nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte ist der
Begriff des Familienlebens im Sinn von Art. 8 EMRK aber weit zu fassen, so dass unter
Umständen, bei besonders intensiven privaten Beziehungen in der Schweiz, auch rein
faktische familienähnliche Beziehungen darunter fallen können (VerwGE B 2012/105
vom 13. November 2012 E. 4.2. mit Hinweisen, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch).
Zudem können sich in Ausnahmesituationen auch Personen auf den Schutz des Privat-
und Familienlebens berufen, deren Anwesenheit rechtlich nicht geregelt ist bzw. die
über kein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügen, deren Anwesenheit aber faktisch als
Realität hingenommen wird bzw. aus objektiven Gründen hingenommen werden muss
(BGE 138 I 253 E. 3.3.1 mit Hinweisen). Art. 17 UNO-Pakt II vermittelt einen Art. 8
EMRK vergleichbaren Schutz, der nach der Rechtsprechung nicht weiter geht als die
EMRK (Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, [Hrsg.], Ausländerrecht, Basel 2009,
Rz. 7.129).
10.2.2. Der nicht sorge- bzw. obhutsberechtigte ausländische Elternteil kann die
familiäre Beziehung mit seinem Kind nur in beschränktem Rahmen pflegen. Um das
Besuchsrecht wahrnehmen zu können, ist es in der Regel nicht erforderlich, dass der
ausländische Elternteil dauerhaft im selben Land wie das Kind lebt und dort über ein
Anwesenheitsrecht verfügt. Unter dem Gesichtspunkt des Anspruchs auf Familienleben
ist es grundsätzlich ausreichend, wenn das Besuchsrecht im Rahmen von
Kurzaufenthalten vom Ausland her ausgeübt werden kann. Gemäss ständiger
Rechtsprechung des Bundesgerichts kann ein weitergehender Anspruch nur dann in
Betracht fallen, wenn in wirtschaftlicher und affektiver Hinsicht eine besonders enge
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Beziehung zum Kind besteht, diese Beziehung wegen der Distanz zum Heimatland des
Ausländers praktisch nicht aufrechterhalten werden könnte und das bisherige Verhalten
des Ausländers in der Schweiz zu keinerlei Klagen Anlass gegeben hat(BGer
2C_28/2012 vom 18. Juli 2012 E. 3.5.3 mit Hinweis). In Anbetracht der Tatsache, dass
grosszügig ausgestaltete Besuchsrechte zunehmend verbreitet sind, hat das
Bundesgericht diese Rechtsprechung kürzlich präzisiert. Danach ist bei nicht
sorgeberechtigten ausländischen Ehegatten eines hier aufenthaltsberechtigten Kindes,
welche aufgrund einer inzwischen aufgelösten ehelichen Gemeinschaft bereits eine
Aufenthaltsbewilligung für die Schweiz besassen, das Erfordernis der besonderen
Intensität der affektiven Beziehung bereits dann als erfüllt anzusehen, wenn der
persönliche Kontakt im Rahmen eines nach heutigem Massstab üblichen
Besuchsrechts ausgeübt wird. In jedem Fall kommt es weiterhin darauf an, dass das
Besuchsrecht kontinuierlich und reibungslos ausgeübt wird. Festgehalten wird daran,
dass eine Verlängerung der Bewilligung voraussetzt, dass auch in wirtschaftlicher
Hinsicht eine besonders intensive Beziehung zwischen dem Kind und dem nicht
sorgeberechtigten Elternteil besteht und dass letzterer sich tadellos verhalten hat (BGer
2C_1112/2012 vom 14. Juni 2013 E. 2).
10.2.3. Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe zu seiner Tochter K., geboren
1994, und seinem noch minderjährigen Sohn O., geboren 1996, eine enge, herzliche
und intensive Beziehung, verbunden mit regelmässigen Besuchen und anderen
Kontakten. Seine Wegweisung würde deshalb zu einer Kollektivbestrafung seiner
unschuldigen Kinder führen.
Der Beschwerdeführer lebt getrennt von seiner über 18 Jahre alten Tochter und von
seinem rund 17 Jahre alten Sohn, weshalb es ihm auch bei Anwesenheit in der
Schweiz nur in beschränktem Rahmen möglich ist, mit seinen Kindern familiären
Kontakt zu pflegen. Dem Entscheid des Kreisgerichts Wil vom 19. Oktober 2010, mit
welchem die Ehe des Beschwerdeführers geschieden worden ist, kann entnommen
werden, dass K. und O. ihren Vater regelmässig sehen, sofern es seine Suchtprobleme
zulassen. Gemäss Gutachten des Psychiaters Dr. C. das am 3. Dezember 2011 im
Auftrag der SVA erstellt worden ist, hat der Beschwerdeführer demgegenüber
ausgeführt, dass die Kinder nichts von ihm wissen wollten, weil er kein Geld habe. Er
sehe sie selten, er treffe sie manchmal auf dem Schulweg (act. 432-442 der
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Vorinstanz). Von einer besonders engen persönlichen Bindung zwischen dem
Beschwerdeführer und K. und O. ist deshalb nicht auszugehen. Selbst wenn dies der
Fall sein sollte, liesse sich daraus kein Anspruch auf Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung ableiten. Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer seit
Jahren nichts zum wirtschaftlichen Unterhalt seiner Kinder beigetragen hat. Daran
ändert nichts, dass er geltend macht, er sei aus gesundheitlichen Gründen nicht in der
Lage, ein Erwerbseinkommen zu erzielen. Hinzu kommt, dass die SVA das Gesuch des
Beschwerdeführers um Zusprache einer IV-Rente am 28. März 2012 mit der
Begründung abgewiesen hat, es sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit aus psychischen
Gründen auszugehen (Beilage zu act. 2 der Vorinstanz). Wie sich aus den vorstehenden
Erwägungen ergibt, hat er sich zudem im Gastland über Jahre hinweg nicht tadellos
verhalten. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer der Vater von K. und O. ist, die in
der Schweiz niedergelassen sind, begründet deshalb gestützt auf Art. 8 Ziff. 1 EMRK
und Art. 13 BV keinen Anspruch darauf, in der Schweiz anwesend bleiben zu dürfen. Es
ist dem Beschwerdeführer und seinen Kindern zumutbar, den Kontakt mittels
Besuchen und Kommunikationsmitteln wie dem Telefon auch dann zu pflegen, wenn
der Beschwerdeführer seinen Lebensmittelpunkt zurück nach Bosnien verlegt hat.
Auch darf von ihm erwartet werden, dass er sich mit dem Umgang mit E-Mail und
weiteren Kommunikationsmöglichkeiten vertraut macht, auch wenn dies mit
Schwierigkeiten verbunden sein sollte.
10.2.4. Weiter führt der Umstand, dass der Beschwerdeführer geltend macht,
angesichts seiner Krankheit und der Suchtproblematik sei er auf die stützende
Begleitung von zwei in Gossau lebenden Schwestern angewiesen, zu keinem andern
Ergebnis. Auch wenn es zutreffen sollte, dass sich in Gossau lebende Verwandte um
den alleine in Q. lebenden Beschwerdeführer kümmern, verschafft ihm dies keinen
Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, zumal davon auszugehen ist,
dass er in Bosnien über ein Beziehungsnetz verfügt, das ihn bei der Bewältigung des
Alltags unterstützen kann (vgl. E. 9.2 hiervor). Selbst wenn dies nicht der Fall sein
sollte, wäre es dem Beschwerdeführer zumutbar, sich nach der Rückkehr in der Heimat
bei Verwandten und Bekannten gesellschaftlich wieder besser zu integrieren und
gegebenenfalls bei staatlichen Institutionen Unterstützung zu suchen.
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10.2.5. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass der Beschwerdeführer gestützt auf
Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 und Art. 14 BV keinen Anspruch darauf hat, dass das
Aufenthaltsrecht in der Schweiz verlängert wird. Weil der Beschwerdeführer über Jahre
hinweg immer wieder zu Klagen Anlass gegeben hat, fällt auch die Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung mit Bedingungen (Art. 33 Abs. 2 AuG) ausser Betracht, und es
hilft ihm nicht weiter, dass er sich bereit erklärt, eine Integrationsvereinbarung (Art. 54
Abs. 1 AuG) abzuschliessen. Das öffentliche Interesse an der Fernhaltung des
Beschwerdeführers überwiegt gegenüber seinem privaten Interesse, sich weiterhin hier
aufhalten zu können.
11. Der Beschwerdeführer rügt weiter, die Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung verstosse gegen Art. 7 BV (Garantie der Menschenwürde), Art.
12 BV (Recht auf Hilfe in Notlagen) und Art. 8 Abs. 2 BV (Diskriminierungsverbot). Er
verzichtet aber darauf, ausreichend zu substantiieren, warum die Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung, die ihn zweifellos hart trifft, die er aber seinem Verhalten
zuzuschreiben hat, diese verfassungsrechtlichen Rechte und Prinzipien verletzen sollte.
12. Schliesslich hält der Beschwerdeführer dafür, bei pflichtgemässer
Ermessensausübung hätte die Vorinstanz einen Härtefall im Sinn von Art. 30 Abs. 1 lit.
b AuG anerkennen und die Angelegenheit dem BFM zur Zustimmung unterbreiten
müssen.
Von den Zulassungsvoraussetzungen (Art. 18 - 29 AuG) kann nach Art. 30 Abs. 1 lit. b
AuG abgewichen werden, um schwerwiegenden persönlichen Härtefällen oder
wichtigen öffentlichen Interessen Rechnung zu tragen. Bei der Beurteilung sind
insbesondere die Integration, die Respektierung der Rechtsordnung, die
Familienverhältnisse, die finanziellen Verhältnisse, die Dauer des Aufenthalts in der
Schweiz, der Gesundheitszustand und die Möglichkeiten für eine Wiedereingliederung
im Herkunftsstaat zu berücksichtigen (Art. 31 Abs. 1 VZAE).
Die Erteilung einer Härtefallbewilligung liegt im Ermessen der Behörde (vgl. dazu BGE
137 II 348 E. 3.2.1). Das Verwaltungsgericht kann deshalb nur einschreiten, wenn die
Vorinstanz das ihr zustehende Ermessen überschritten oder missbraucht hat (VerwGE
B 2012/95 vom 15. Oktober 2012 E. 4, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch).
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© Kanton St.Gallen 2021 Seite 25/26
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St.Galler Gerichte
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung liegt ein Härtefall vor, wenn sich die
betroffene Person in einer persönlichen Notlage befindet. Ihre Lebens- und
Daseinsbedingungen müssen, gemessen am durchschnittlichen Schicksal von anderen
ausländischen Personen, in gesteigertem Mass in Frage gestellt sein (BGE 130 II 39
E. 3; 128 II 200 E. 4). Der Begriff des schwerwiegenden persönlichen Härtefalls ist
restriktiv auszulegen und an die Härtefallkriterien nach Art. 31 VZAE ist ein strenger
Massstab zu legen (VerwGE B 2010/294 vom 31. Mai 2011 E. 3).
Der Beschwerdeführer lebt zwar seit über 20 Jahren in der Schweiz, er ist geschieden,
lebt von seinen rund 17 und 19 Jahre alten Kindern getrennt, geht keiner
Erwerbstätigkeit nach und lebt von Sozialhilfe. Auch hat er in strafrechtlicher Hinsicht
immer wieder zu Klagen Anlass gegeben. Somit ist es dem Beschwerdeführer, der mit
den Gepflogenheiten im Herkunftsland nach wie vor vertraut ist, trotz langer
Anwesenheit in der Schweiz nicht gelungen, sich hier erfolgreich zu integrieren bzw.
einzugliedern. Sodann führen die depressiven Störungen und die Suchtproblematik, auf
die sich der Beschwerdeführer beruft, nicht dazu, dass von einem schwerwiegenden
Härtefall ausgegangen werden müsste. Auch in Bosnien ist es möglich, in dieser
Hinsicht medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Der Vorinstanz kann deshalb nicht
vorgeworfen werden, sie habe ihr Ermessen überschritten oder missbraucht, weshalb
sich die Beschwerde auch in diesem Punkt als unbegründet erweist.
13. (...).
13.1. (...).
13.2. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht