Decision ID: 4639617b-739a-51eb-a394-4c08383df435
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X. Y. ist Eigentümer des Grundstückes GS-Nr. xx im Weiler B. bei Z., welches
gemäss dem kommunalen Zonenplan zu einem grossen Teil im übrigen
Gemeindegebiet, teilweise aber auch in der Landwirtschafts- und in der Grünzone liegt.
Auf dem Grundstück befinden sich das Gasthaus A. (Vers.-Nr. xx) mit einem
angebauten Saal (Vers.-Nr. xx), ein heute als Wohnhaus genutztes ehemaliges
Badhaus (Vers.-Nr. xx), eine Sägerei (Vers.-Nr. xx), eine Scheune (Vers.-Nr. xx) sowie
das ebenfalls als Wohnhaus genutzte sogenannte "F." (Vers.-Nr. xx). Das Gasthaus A.
ist wegen seiner Strickbauweise als Kulturobjekt geschützt (Objekt Nr. xx der
Schutzverordnung der Gemeinde Z. vom 3. November 1994 [abgekürzt
Schutzverordnung]).
Das ehemalige Badhaus wurde im Jahre 1988 vollständig abgerissen und wieder
aufgebaut. Das damalige Amt für Wasser- und Energiewirtschaft (heute Amt für Umwelt
und Energie, abgekürzt AFU) stimmte seinerzeit ausnahmsweise einer Zweckänderung
zu und bewilligte den Einbau von zwei Wohnungen mit je zwei Zimmern. Zu diesem
Zweck wurden nicht genutzte Wohnflächen der übrigen Gebäude auf das Badhaus
übertragen. In der Bewilligung vom 5. September 1985 wurde diesbezüglich
festgehalten, die bewohnbaren Gebäude seien integrierende Bestandteile des Betriebs.
Im Grundbuch sei daher der nachstehende Passus als öffentlich-rechtliche
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Eigentumsbeschränkung einzutragen: "Die Gebäude Assek.-Nr. 291, 292, 293 und 295
dürfen nicht selbständig und losgelöst vom Betrieb veräussert oder verschenkt
werden."
Am 17. Mai 1993 reichte X. Y. ein Baugesuch zur Sanierung des Fundamentes des
Gebäudes "F." (Vers.-Nr. xx) und zum Ein- bzw. Anbau von Garagen sowie eines
Werkraumes ein. Dieses Gesuch wurde vom damaligen Amt für Umweltschutz
abgelehnt. Den dagegen erhobenen Rekurs wies die Regierung mit Entscheid vom
15. August 1995 ab.
B./ Am 9. Juli 2008 reichte X. Y. erneut ein die Liegenschaft "F." betreffendes
Baugesuch ein, das demjenigen aus dem Jahre 1993 entsprach. Er beantragte die
Bewilligung des Ein- und Anbaus von Garagen sowie einer Werkstatt. Gegen das vom
14. bis 28. Juli 2008 öffentlich aufgelegte Baugesuch wurden keine Einsprachen
erhoben. Mit Entscheid vom 27. Mai 2010 lehnte der Gemeinderat das Gesuch unter
Verweis auf die ablehnende raumplanungsrechtliche Teilverfügung des Amtes für
Raumentwicklung und Geoinformation (abgekürzt AREG) ab. Das AREG erwog, der
vom Gesuchsteller geplante Anbau gehe über das Zulässige hinaus. Zudem bilde die
Häusergruppe B. ein überaus reizvolles Ensemble, welches in seiner Gesamtheit zu
schützen sei. Der Schutzgedanke gehe über das Einzelobjekt hinaus. Das Vorhaben
beeinträchtige die Identität der Baute und ihrer Umgebung.
Das Baudepartement wies den dagegen erhobenen Rekurs mit Entscheid vom
23. Dezember 2010 ab. Zur Begründung führte es hauptsächlich an, der geplante An-
und Unterbau mit Garagen und Werkstatt wahre die Identität des Gebäudes im
wesentlichen nicht. Zudem sei die massive bauliche Gestaltung mit den wichtigen
Anliegen der Raumplanung nicht vereinbar, insbesondere weil das schützenswerte
Ortsbild B. übermässig beeinträchtigt werde.
C./ Mit Eingaben vom 6. und 24. Januar 2011 erhob X. Y. Beschwerde beim
Verwaltungsgericht. Er beantragte sinngemäss, der Entscheid der Regierung vom
23. Dezember 2010 sei aufzuheben und die Baubewilligung zu erteilen. Er machte
insbesondere geltend, der Entscheid berücksichtige nicht, dass das Projekt dem
ganzen Weiler diene und infolge des Abparzellierungsverbots den zulässigen Rahmen
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nicht sprenge. Generell habe man den Eindruck, dass alles für das Projekt sprechende
ignoriert worden sei. Dafür sei alles masslos übertrieben oder erfunden, was dagegen
spreche.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 28. Januar 2011 die
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen im
angefochtenen Entscheid. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine
Vernehmlassung.
Der Beschwerdeführer erhielt Gelegenheit, sich zur Vernehmlassung der Vorinstanz zu
äussern. Davon machte er mit Schreiben vom 9. März 2011 Gebrauch.
Vor seinem Entscheid hat das Verwaltungsgericht einen Augenschein an Ort und Stelle
durchgeführt. Die Verfahrensbeteiligten nahmen daran teil und hatten Gelegenheit, sich
zur Sache zu äussern. Die dabei gemachten Feststellungen und die weiteren von den
Verfahrensbeteiligten vorgebrachten Ausführungen werden, soweit wesentlich, in den
nachstehenden Erwägungen dargelegt und gewürdigt.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 6. bzw. 24. Januar
2011 wurden rechtzeitig eingereicht und entsprechen formal und inhaltlich den
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, der Anbau
an das "F." sei nicht bewilligungsfähig. Einigkeit besteht hingegen darüber, dass die
Baute im übrigen Gemeindegebiet und somit ausserhalb der Bauzone liegt (Art. 21 Abs.
1 des Gesetzes über die Raumplanung und das öffentliche Baurecht [sGS 731.1,
abgekürzt BauG]). Es ist zudem unbestritten, dass eine Bewilligung des Anbaus
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deshalb nur auf der Grundlage von Art. 24c des Bundesgesetzes über die
Raumplanung (SR 700, abgekürzt RPG) erteilt werden kann. Beim "F." handelt es sich
um eine "altrechtliche" Baute, die seinerzeit in Übereinstimmung mit dem materiellen
Recht erstellt wurde und durch die nachträgliche Änderung von Plänen und Erlassen
rechtswidrig geworden ist (Art. 41 der Raumplanungsverordnung [SR 700.1, abgekürzt
RPV]; BGE 129 II 396 E. 4.2.1; VerwGE B 2007/210 vom 30. April 2008 i.S. R.H., in:
www.gerichte.sg.ch).
Nach Art. 24c RPG sind bestimmungsgemäss nutzbare Bauten und Anlagen
ausserhalb der Bauzonen, die nicht mehr zonenkonform sind, in ihrem Bestand
grundsätzlich geschützt (Abs. 1). Solche Bauten und Anlagen können mit Bewilligung
der zuständigen Behörde erneuert, teilweise geändert, massvoll erweitert oder
wiederaufgebaut werden, sofern sie rechtmässig erstellt oder geändert worden sind. In
jedem Fall bleibt die Vereinbarkeit mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung
vorbehalten (Abs. 2).
Das Bundesgericht hat mehrfach festgehalten, dass Art. 24c RPG inhaltlich im
wesentlichen Art. 24 Abs. 2 aRPG (AS 1979 1578) entspricht, weshalb die bisherige
Rechtsprechung zum zulässigen Mass der Änderung bzw. Erweiterung weiter
anwendbar sei (BGE 127 II 215 E. 3b; BGE 1A.186/2004 vom 12. Mai 2005 E. 6.3.2 und
VerwGE B 161/2004 vom 1. Februar 2005 E. 3.1). Die bundesgerichtliche
Rechtsprechung zu Art. 24 Abs. 2 aRPG kannte keine starre quantitative Begrenzung,
sondern stellte darauf ab, ob die Änderung bei einer Gesamtbetrachtung von
untergeordneter Bedeutung sei; hinsichtlich Umfang, äusserer Erscheinung sowie
Zweckbestimmung musste die Wesensgleichheit der Baute gewahrt werden und
durften keine wesentlichen neuen Auswirkungen auf die Nutzungsordnung,
Erschliessung und Umwelt geschaffen werden (BGE 127 II 215 E. 3a mit Hinweisen).
Massgebend waren demnach nicht einzelne Merkmale, sondern alle raumwirksamen
Elemente im Zusammenwirken (BGE 1A.186/2004 vom 12. Mai 2005).
3. Änderungen an Bauten und Anlagen, auf die Art. 24c RPG anwendbar ist, müssen
mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung vereinbar sein. Diese Formel verweist auf
die Ziele und Grundsätze der Raumplanung (Art. 1 und 3 RPG), mit denen das
Bauvorhaben im Einklang stehen muss (Waldmann/Hänni, Raumplanungsgesetz, Bern
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2006, Art. 24c RPG N 22). Nach Art. 1 Abs. 1 RPG sorgen Bund, Kantone und
Gemeinden dafür, dass der Boden haushälterisch genutzt wird. Sie stimmen ihre
raumwirksamen Tätigkeiten aufeinander ab und verwirklichen eine auf die erwünschte
Entwicklung des Landes ausgerichtete Ordnung der Besiedlung. Sie achten dabei auf
die natürlichen Gegebenheiten sowie auf die Bedürfnisse von Bevölkerung und
Wirtschaft. Nach Art. 1 Abs. 2 RPG unterstützen sie mit Massnahmen der
Raumplanung insbesondere auch die Bestrebungen, die natürlichen Lebensgrundlagen
wie Boden, Luft, Wasser, Wald und die Landschaft zu schützen (lit. a). Die mit
Planungsaufgaben betrauten Behörden achten nach Art. 3 Abs. 1 und 2 RPG auf die
Schonung der Landschaft.
Das Baugesetz bezeichnet sodann in Art. 98 Abs. 1 BauG die Schutzgegenstände,
welche besonderen Schutz geniessen. Danach sind unter anderem besondere
Ortsbilder, geschichtliche Stätten, Natur- und Kulturdenkmäler (lit. c) sowie künstlerisch
oder geschichtlich wertvolle Bauten oder Bauteile (lit. f) zu erhalten. Die Aufzählung der
Schutzgegenstände in Art. 98 BauG ist auf Art. 17 RPG abgestimmt (Botschaft des
Regierungsrates zu einem Nachtragsgesetz zum Baugesetz vom 9. September 1980,
ABl 1980 1383 ff., 1419). Für die Auslegung des Begriffs der Schutzgegen-stände kann
somit auch auf die Literatur und Rechtsprechung zu Art. 17 RPG abgestellt werden.
3.1. Die Vorinstanz gelangte im umstrittenen Entscheid zum Ergebnis, das Vorhaben
stehe nicht im Einklang mit Art. 24c Abs. 2 RPG, weil es wichtige Anliegen der
Raumplanung unberücksichtigt lasse. Sie erblickte im Bauvorhaben einen Verstoss
gegen Art. 98 Abs. 1 BauG und erwog, zu den wichtigen Anliegen der Raumplanung
gehöre unter anderem die Erscheinung von Bauten und Anlagen sowie deren
Einordnung in die Landschaft. Ebenso gehöre die Erhaltung der Landschaft dazu. Die
Schutzverordnung zeige auf, dass der Weiler B. mitten im zusammenhängenden
Landschaftsschutzgebiet im südlichen Teil der Gemeinde liege. Von diesem
Schutzgebiet sei die Häusergruppe B. zwar ausgespart worden; einzig das Gasthaus
(Vers.-Nr. xx) werde in der Schutzverordnung als geschütztes Kulturobjekt (Nr. 98)
bezeichnet. Dies bedeute jedoch nicht zwingend, dass es sich bei der Gesamtanlage
B. nicht trotzdem um einen Schutzgegenstand handle und ausschliesslich das
Gasthaus unter Schutz stehe. Die Notwendigkeit eines Schutzes ergebe sich vielmehr
bereits aus der Natur des Schutzgegenstandes und deshalb unmittelbar aus Art. 98
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Abs. 1 BauG selbst. Für die Unterschutzstellung bedürfe es daher grundsätzlich
keinerlei zusätzlicher rechtlicher Massnahmen.
3.2. Die kantonale Denkmalpflege nahm im Rahmen des Rekursverfahrens am 3.
Februar 2009 und am 18. Februar 2010 zum geplanten Vorhaben Stellung. Sie
bezeichnete die Gebäudegruppe B. zusammen mit der vollständig intakten,
geschützten Landschaft und dem Weiher als überaus reizvolles Ensemble, welches
über die lokale Bedeutung hinausgehe, und hielt fest, die Hauptargumentation der
Denkmalpflege gegen das eingereichte Vorhaben basiere auf der gestalterischen
Unverträglichkeit und den architektonischen Mängeln des Projekts. Aus
denkmalpflegerischer Sicht sei der Einbau von Garagen in das "F."-Gebäude nach wie
vor denkbar. Es müsse aber zwingend im Rahmen des bestehenden Volumens erfolgen
und die aussen in Erscheinung tretenden Bauteile seien, entsprechend der ländlichen
Tradition, in Holz auszuführen. In der bestehenden Werkstatt könnten unter
Inanspruchnahme der halben Grundfläche problemlos fünf Garagen eingebaut werden.
Für weitere Garagen sei in den Nebenbauten nördlich des Gasthauses genügend Platz
vorhanden.
3.3. Gemäss der nicht bestrittenen Feststellung der Vorinstanz wird der Weiler B. von
der Schutzverordnung nicht erfasst. Im Anhang der Verordnung wird einzig das
Gasthaus (Vers.-Nr. xx) mit Hinweis auf die Strickbauweise als geschütztes
Kulturobjekt aufgeführt). In Art. 3 Abs. 2 der Schutzverordnung wird sodann
festgehalten, die Anordnung weiterer Schutzmassnahmen zur Erhaltung einzelner
Schutzgegenstände im Sinne von Art. 98 und Art. 99 BauG bleibe vorbehalten. Darauf
beruft sich auch die Vorinstanz, indem sie festhält, die Notwendigkeit, das "F." als Teil
eines Ensembles zu schützen, ergebe sich direkt aus Art. 98 Abs. 1 BauG. In der von
der Vorinstanz in diesem Zusammenhang zitierten Literaturstelle wird allerdings auch
festgehalten, dass sich Schutzmassnahmen nach Art. 99 BauG aufdrängen, wenn der
Schutzumfang eines Objektes nicht klar ist (G. Germann, Natur- und Heimatschutz,
Bausperre und Landumlegung, in: Das Nachtragsgesetz zum st. gallischen Baugesetz,
Veröffentlichungen des Schweizerischen Instituts für Verwaltungskurse an der
Hochschule St. Gallen, Neue Reihe Bd. 20, St. Gallen 1983, S. 247). Im übrigen hat das
Verwaltungsgericht bereits in früheren Urteilen festgehalten, das Baugesetz bilde keine
genügende Grundlage, um ein einzelnes Objekt unmittelbar als geschütztes Objekt zu
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qualifizieren. Art. 98 Abs. 1 BauG führe nur dann zum individuellen Rechtsschutz, wenn
gestützt auf diese Norm das Schutzobjekt bezeichnet und über den für die
Schutzwürdigkeit erforderlichen Sachverhalt, insbesondere den künstlerischen oder
geschichtlichen Wertgehalt der Baute, befunden worden sei (VerwGE vom 17.
Dezember 1985 i.S. Pol. Gde. St. Gallen, bestätigt in GVP 2003 Nr. 18). Die Vorinstanz
äusserte sich zum Schutzumfang des "F." nicht. In Übereinstimmung mit der
kantonalen Denkmalpflege strich sie vielmehr die Bedeutung der gesamten
Häusergruppe B. als schützenswertes Ensemble heraus. Dabei stellt sich allerdings die
Frage, warum nur das Gasthaus in der Schutzverordnung bzw. deren Anhang
aufgeführt wird; weder das "F." als Einzelobjekt noch der Weiler in seiner Gesamtheit
finden darin Erwähnung. Aus den Akten ist auch nicht ersichtlich, ob dies in der vor
kurzem abgeschlossenen Revision der Schutzverordnung nachgeholt wurde (Politische
Gemeinde Z., Mitteilungsblatt, Nr. xx vom xx. xx 2011, in: www.z.ch). Es ist somit nicht
geklärt, ob die Unterschutzstellung der gesamten Häusergruppe einem ausreichenden
öffentlichen Interesse entspricht. Dies ist aber notwendig, denn
Denkmalschutzmassnahmen dürfen nicht lediglich im Interesse eines begrenzten
Kreises von Fachleuten erlassen werden. Sie müssen breiter, d.h. auf objektive und
grundsätzliche Kriterien abgestützt sein und von einem grösseren Teil der Bevölkerung
bejaht werden, um Anspruch auf eine gewisse Allgemeingültigkeit erheben zu können
(BGE 120 Ia 270 E. 4a). Deshalb ist es unerlässlich, Schutzziele zu definieren. Erst
wenn feststeht, in welchem Umfang der Weiler B. im Sinne von Art. 98 Abs. 1 lit. c
geschützt werden soll, kann entschieden werden, welche baulichen Änderungen am
"F." aus Sicht des Heimatschutzes zulässig sind. Dazu macht die Vorinstanz keine
weiteren Ausführungen. Sie verweist lediglich auf Art. 98 Abs. 1 lit. c und f BauG und
hält in allgemeiner Form fest, die Gebäudegruppe B. habe zusammen mit der intakten
Landschaft überregionalen Charakter. Inwiefern das Ortsbild des Weilers B. von
Bedeutung ist (lit. c) bzw. worin der künstlerische oder geschichtliche Wert der Baute
"F." (lit. f) bestehen soll, führt sie nicht näher aus.
4. Bei dieser Ausgangslage bleibt offen, ob das Baugesuch unter
denkmalpflegerischen Gesichtspunkten abzulehnen wäre. Das ist jedoch vorliegend
nicht von ausschlaggebender Bedeutung, weil das Vorhaben die Identität der Baute
nicht wahrt und deshalb, wie nachfolgend zu zeigen ist, nicht bewilligt werden kann.
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4.1. Änderungen an Bauten und Anlagen, auf die Art. 24c RPG anwendbar ist, sind
nach Art. 42 Abs. 1 RPV zulässig, wenn die Identität der Baute oder Anlage
einschliesslich ihrer Umgebung in den wesentlichen Zügen gewahrt bleibt.
Verbesserungen gestalterischer Art sind zulässig. Massgeblicher Vergleichszustand für
die Beurteilung der Identität ist nach Art. 42 Abs. 2 RPV der Zustand, in dem sich die
Baute oder Anlage im Zeitpunkt der Erlass- oder Planänderung befand. Ob die Identität
der Baute oder Anlage im wesentlichen gewahrt bleibt, ist unter Würdigung der
gesamten Umstände zu beurteilen (Art. 42 Abs. 3 RPV). In jedem Fall gelten folgende
Regeln: Innerhalb des bisherigen Gebäudevolumens darf die anrechenbare
Bruttogeschossfläche nicht um mehr als 60 Prozent erweitert werden (lit. a). Ist eine
Erweiterung innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens nicht möglich oder nicht
zumutbar, so kann sie ausserhalb erfolgen; die gesamte Erweiterung darf in diesem Fall
weder 30 Prozent der zonenwidrig genutzten Fläche noch 100 m2 überschreiten; die
Erweiterungen innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens werden nur halb
angerechnet (lit. b).
4.2. Die Vorinstanz erwog, durch die bauliche Veränderung werde die Identität der
Liegenschaft "F." in den wesentlichen Zügen nicht gewahrt und folglich Art. 42 Abs. 1
RPV verletzt. Sie bezeichnete das Vorhaben als überdimensioniert, verzichtete jedoch
auf die Berechnung der maximal zulässigen Erweiterung gemäss Art. 42 Abs. 3 lit. a
und b RPV. Das AREG tat dies im Rahmen des Rekursverfahrens. Mit
Zwischenbeurteilung vom 14. Mai 2009 teilte es dem Beschwerdeführer mit, das
Projekt überschreite die in Art. 42 Abs. 3 lit b RPV vorgegebene Maximalgrenze von
100 m2. Der Beschwerdeführer widersprach dieser Feststellung im Rekursverfahren
nicht. In der Beschwerde führt er nun unter Verweis auf sein Schreiben vom 12.
Februar 2010 an das AREG an, es bestehe ein Erweiterungspotential von mehr als
300 m2. Das Abparzellierungsverbot führe dazu, dass die zulässigen Erweiterungen
aller Gebäude auf dem Grundstück zu addieren seien.
Zur Frage, ob es möglich sei, Nutzflächen von den anderen Gebäuden auf das "F." zu
übertragen, äusserte sich die Regierung bereits in ihrem Entscheid vom 15. August
1995 zum ersten Baugesuch des Beschwerdeführers. Sie erwog zu Recht, die frühere
Nutzungsübertragung auf das ehemalige Badhaus habe keinen präjudiziellen
Charakter. Aus dieser Bewilligung dürfe nicht gefolgert werden, für andere Gebäude
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könne dasselbe Vorgehen beansprucht werden (E. 3c). Diese Ausführungen haben
nach wie vor Gültigkeit; es kann deshalb darauf verwiesen werden. Im übrigen kann
das gesamte Erweiterungspotential aller Gebäude nicht schematisch festgestellt
werden. Die vom Beschwerdeführer angestellte Berechnung lässt ausser acht, dass die
Identität einer Baute in den wesentlichen Zügen gewahrt bleiben muss. Um das
gesamte Potential zu errechnen, wäre deshalb jede einzelne Baute anhand der in Art.
41 RPV vorgegebenen Kriterien zu überprüfen.
4.3. Weiter führte die Vorinstanz im Rekursentscheid an, das Erscheinungsbild des "F."
werde durch das Projekt erheblich verändert. Der An- und Unterbau sei
überdimensioniert und schaffe in seiner gesamten Erscheinung mit Garagen und
Werkstatt keinen angemessenen Bezug zum bestehenden Gebäude. Dies zeige sich
schon an den Massen, die keine Rücksicht auf das bestehende Gebäude nähmen.
Schon der Umstand, dass für zwei im "F." bestehende Wohneinheiten sechs Garagen
vorgesehen seien, zeige das Missverhältnis des Anbaus zum bestehenden Wohnteil.
Der überdimensionierte An- und Unterbau solle zudem über das bestehende Gebäude
hinausragen und mit grossen Garagentoren versehen werden, die ihn noch dominanter
erscheinen liessen. Auch das gewählte Material stelle keinen Bezug zur bestehenden
Baute her. Beim "F. " handle es sich um ein in Riegelbauweise errichtetes traditionelles
Holzhaus mit geschindelter Fassade, beim geplanten An- und Unterbau hingegen um
einen Betonbau. Auch die gestaffelte und angewinkelte Anordnung der Garagen
widerspreche krass dem bestehenden Erscheinungsbild. Die kantonale Denkmalpflege
habe in ihrer Stellungnahme deshalb zu Recht festgehalten, das geplante Bauvorhaben
verändere die Erscheinung des bestehenden Gebäudes, namentlich durch seine
überdimensionierte Grösse und den Unterbau, vollständig. Im übrigen sei die
Regierung bereits im Entscheid vom 15. August 1995 zum Ergebnis gekommen, mit
dem Vorhaben werde die Identität des "F." nicht gewahrt.
4.4. Das AREG hielt in der Rekursstellungnahme vom 21. Juli 2010 fest, wenn es um
die Wahrung von Ortsbildern gehe, würde dem Bau einer Garage ohne bauliche
Verbindung zu den zugehörigen Wohneinheiten ausnahmsweise zugestimmt.
Üblicherweise handle es sich dabei um Garagen in Form von Nebenbauten bis 40 m2
Grundfläche, was zwei geschützten Abstellplätzen entspreche. Vorliegend sprenge das
Bauvorhaben unter Berücksichtigung des Überbauungszustandes auf dem
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Baugrundstück mit Schutzobjekt und schutzwürdigem Ensemble die Identität im Sinne
von Art. 24c RPG in Verbindung mit Art. 42 Abs. 1 bis 3 RPV. Das AREG habe unter
Berücksichtigung der bestehenden öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen
(Rücksichtnahme auf Kulturobjekt und Ortsbild) Hand zu einer grosszügigen Lösung
geboten. Einem freistehenden, offenen und in Holz konstruierten Bau von bis zu
100 m2 Fläche für bis zu fünf Garagen sei die Zustimmung in Aussicht gestellt worden.
4.5. Der Beschwerdeführer hält dem entgegen, die Feststellung der Vorinstanz, es
handle sich um ein Projekt mit sechs Garagen für lediglich zwei Wohnungen,
entspreche nicht der Wahrheit. Die Baute diene auch als Lagerraum und Werkstatt. Für
die Bewohner stünden maximal drei bis vier Parkplätze zur Verfügung. Das Projekt
diene somit dem ganzen Weiler. Wegen des Abparzellierungsverbots sprenge das
Projekt den zulässigen Rahmen keinesfalls. Die grossflächigen Garagentore seien von
der Vorinstanz kritisiert worden, obwohl sie viel kleiner seien als das aus dem Jahre
1898 stammende Tor der Remise. Widersprüchlich sei es, die Staffelung der Garagen
und die Grossflächigkeit der Garagentore gleichzeitig zu kritisieren. Diese Anordnung
mache aus der Fassade viele Kleinflächen. Wenn der Beton nicht gefalle, könne man
ihn mit Holz verkleiden. Die Garagen sähen im übrigen sehr ähnlich aus wie die
gegenüberliegende, viel höhere Remise. Solche Anbauten mit Flachdach sehe man bei
sehr vielen alten Häusern in der Umgebung.
4.6. Fest steht, dass der vorgesehene An- bzw. Unterbau sechs Garagen umfasst. Aus
den Planunterlagen ist das klar ersichtlich. Dass der Beschwerdeführer beabsichtigt,
einzelne Garagen anders zu nutzen, ist dabei nicht entscheidend. Massgebend für die
Beurteilung ist grundsätzlich nicht, welche Nutzung der Bauherr subjektiv anstrebt,
sondern was für eine Nutzung nach dem Umbau aufgrund des Ausbaustandards
objektiv möglich ist (BGE 124 II 538 E. 2c). Die Vorinstanz hat deshalb zu Recht
festgestellt, ein derart gross dimensionierter Garagenanbau stehe in einem deutlichen
Missverhältnis zur bestehenden Baute mit zwei Wohneinheiten. Der Beschwerdeführer
macht zwar geltend, es stünden den Bewohnern nicht alle sechs Garagen zur
Verfügung; in bezug auf die Identität der Baute ist dies jedoch nicht relevant.
Die gemäss Art. 24c Abs. 2 RPG mögliche teilweise Änderung bzw. Erweiterung einer
Baute ist nur dann zulässig, wenn sie gemessen an der bestehenden Baute von
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untergeordneter Bedeutung ist (BGE 123 II 256 E. 4). Davon kann vorliegend nicht mehr
die Rede sein. Die den Akten beiliegenden Pläne zeigen, dass der bestehende
Baukörper auf der Höhe des Erdgeschosses vom geplanten Anbau auf zwei Seiten
vollständig umfasst wird. Dadurch wird nicht nur das Erscheinungsbild des ganzen
Gebäudes erheblich verändert, auch die Vergrösserung des Baukörpers ist bedeutend.
Davon konnte sich das Verwaltungsgericht anlässlich des Augenscheins ein Bild
machen. Im übrigen zeigt die Berechnung des AREG (E. 4.2), dass die projektierte
Anbaute die Grenze des gesetzlich Zulässigen sprengt. Das AREG gelangte zu dem
vom Beschwerdeführer nicht widersprochenen Ergebnis, die geplante Erweiterung
liege zwar prozentual im zulässigen Rahmen (24,6%), überschreite jedoch mit 151,8
Quadratmetern die flächenmässige Beschränkung von 100 Quadratmetern massiv.
Alleine schon angesichts dieser Dimensionen kann nicht mehr gesagt werden, der
projektierte Anbau wahre die Identität der Baute.
4.5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz zu Recht davon ausging,
das Bauvorhaben wahre die Identität des "F." und seiner Umgebung in den
wesentlichen Zügen nicht und sei deshalb gemäss Art. 24c RPG nicht
bewilligungsfähig.
5. Die Vorinstanz hat sich schon im Jahre 1995 zum Projekt geäussert und festgestellt,
der Bau nehme keinerlei Rücksicht auf die ortsbaulichen Strukturen; er beeinträchtige
den Charakter des Weilers. Es ist deshalb nicht nachvollziehbar, weshalb der
Beschwerdeführer dasselbe Gesuch erneut einreichte, ohne sich mit den ablehnenden
Argumenten der Bewilligungsbehörde auseinanderzusetzen. Das AREG zeigte dem
Beschwerdeführer alternative Lösungen auf, die allenfalls in seinem Sinne hätten
weiterentwickelt werden können. Sogar der Einbau von Garagen ins "F." ist aus
denkmalpflegerischer Sicht denkbar, solange die wesentlichen Identitätsmerkmale des
Gebäudes nicht beeinträchtigt werden. Die Vorschläge des AREG gingen weit und
ebneten so den Weg für andere, gesetzeskonforme und zweckdienliche Varianten.
Somit bleibt mit der Ablehnung des Baugesuchs auch die Verhältnismässigkeit
gewahrt. Es wird dem Beschwerdeführer nicht verunmöglicht, das Gebäude seinen
Bedürfnissen entsprechend anzupassen.
6. (...).
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