Decision ID: 0e43f52f-18c5-529d-b1c6-2fbe35927240
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ N.A., geboren am 24. Juni 1970, Staatsangehörige der Dominikanischen Republik,
heiratete am 5. Juli 2003 in San Cristobal den in der Schweiz niedergelassenen
italienischen Staatsangehörigen C.G., geboren am 25. März 1940. Sie reiste am
20. Februar 2004 in die Schweiz ein, wo ihr im Rahmen des Familiennachzugs eine bis
19. Februar 2009 gültige EG-/EFTA-Aufenthaltsbewilligung erteilt wurde.
Im Jahr 2005 hielt sich C.G. längere Zeit in Italien auf. Das Ausländeramt ging davon
aus, er sei definitiv aus der Schweiz weggezogen, und wandte sich an N. A., unter
Verwendung der bisherigen Adresse ihres Ehemannes, "R-strasse 27, 0000O S.". Weil
die Post nicht zugestellt werden konnte, wurde die Tochter von C.G., N., wohnhaft an
der R-strasse 27, 0000 S., am 22. August 2005 vom Einwohneramt S. befragt. Sie
erklärte, ihr Vater halte sich vorübergehend aus gesundheitlichen Gründen in Italien auf
und N. A. wohne bei ihr.
Am 8. Mai 2007 wurde C.G. in S. eingebürgert. Am 12. August 2008 teilte das
Einwohneramt S. dem Ausländeramt mit, er sei am 15. Mai 2008 ins Altersheim L. in S.
eingetreten. Gemäss Aussage von N. sei N.A. seit 2006 nicht mehr bei ihrem Ehemann
in S. wohnhaft. Sie komme alle drei bis vier Monate vorbei, um die Post abzuholen. Das
Einwohneramt S. gab zudem bekannt, N.A. habe sich nie am Schalter gemeldet.
B./ Am 21. Oktober 2008 widerrief das Ausländeramt die Aufenthaltsbewilligung von
N.A. und forderte sie auf, die Schweiz bis 5. Januar 2009 zu verlassen. Gegen diesen
Entscheid erhob N. A., vertreten durch Rechtsanwalt Y. A., Zürich, am 5. November
2008 Rekurs beim Sicherheits- und Justizdepartement. Sie stellte die Rechtsbegehren,
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der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei ihr die Aufenthaltsbewilligung
zu erteilen bzw. zu verlängern. Sodann sei ihr die unentgeltliche Prozessführung zu
gewähren und es sei ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu ernennen. Am 12.
November 2008 wies das Sicherheits- und Justizdepartement das Gesuch um
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung mit der
Begründung ab, der Prozess erscheine aussichtslos. N. A. wurde aufgefordert, einen
Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-zu bezahlen. Am 24. September 2009 reichte sie,
nunmehr vertreten durch Rechtsanwalt P. B., Zürich, ein E-Mail vom 4. August 2009
ein, mit welchem X., S., ohne Gewähr bestätigt, dass N. A. ihren Ehemann "ca 1 x pro
Woche" im Altersheim besucht. Sodann gab sie einen Arbeitsvertrag zu den Akten,
wonach sie ab 1. Juli 2009 als Vollzeitmitarbeiterin im Restaurant D. in M. arbeitet,
einen Brutto-Lohn von Fr. 2'600.-verdient und Nachtarbeit leisten muss, deren Beginn
und Ende der Arbeitgeber festlegt.
Am 8. Oktober 2009 wies das Sicherheits- und Justizdepartement den Rekurs von N.A.
ab und lud das Ausländeramt ein, ihr eine neue Frist zur Ausreise zu setzen. Der
Entscheid wird damit begründet, die Ehegatten hätten ohne wichtigen Grund über
längere Zeit nicht zusammengelebt, weshalb sich weder aus Art. 42 in Verbindung mit
Art. 49 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (SR 142.20,
abgekürzt AuG) noch aus Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention
(SR 0.101, abgekürzt EMRK) ein Anspruch auf Bewilligung des Aufenthalts ableiten
lasse. Sodann sei die zeitliche Voraussetzung zur Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung nach Auflösung der Ehegemeinschaft nach Art. 50 Abs. 1 lit. a
AuG nicht erfüllt, weshalb sich Ausführungen zur geforderten Integration erübrigen
würden. Im weiteren würden die öffentlichen Interessen an der Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung gegenüber dem privaten Interesse der Rekurrentin am Verbleib
in der Schweiz überwiegen.
C./ Am 22. Oktober 2009 erhob N. A. , vertreten durch Rechtsanwalt P. B., Zürich,
gegen den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements vom 8. Oktober 2009
Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie stellte die Rechtsbegehren, der
angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen, ihr die
Aufenthaltsbewilligung zu erteilen.
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Das Sicherheits- und Justizdepartement verzichtete am 27. November 2009 auf eine
Stellungnahme und beantragte, der Beschwerde sei keine Folge zu geben.
D./ Am 28. Oktober 2009 teilte C. G. dem Verwaltungsgericht mit, er sei mit dem
Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements vom 8. Oktober 2009 nicht
einverstanden. Er sei Schweizer und möchte, dass seine Ehefrau hier bleibe. Sie
besuche ihn immer wieder und sie hätten es gut miteinander. Früher hätten sie
Probleme gehabt, aber nun sei alles besser. Mit Schreiben vom 12. November 2009
erklärte C. G. aber, er wolle keine formelle Beschwerde erheben.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Sodann
hat N.A. ein eigenes schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung des angefochtenen
Entscheids und an der Anweisung, die Aufenthaltsbewilligung sei zu verlängern (Art. 64
Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Weiter erfüllt die Beschwerdeeingabe
vom 22. Oktober 2009 zeitlich, formal und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen
(Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).
Auf die Beschwerde von N. A. ist einzutreten.
2. Das Verwaltungsgericht hat C. G. am 2. November 2009 im Zusammenhang mit
seiner Eingabe vom 28. Oktober 2009 aufgefordert, zu Prozessvoraussetzungen
Stellung zu nehmen und einen Kostenvorschuss zu leisten. In der Folge teilte dieser
mit, er habe mit seinem Schreiben vom 28. November (richtig: Oktober) 2009 nicht
formell Beschwerde erheben wollen. Er habe lediglich zum Ausdruck bringen wollen,
dass er mit dem Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements vom 8. Oktober
2009 nicht einverstanden sei. Die Eingabe von C. G. vom 28. Oktober 2009 wird
deshalb von der Geschäftsliste abgeschrieben.
3. Die Beschwerdeführerin rügt, der angefochtene Entscheid verletze das Recht auf
Privat- und Eheleben (Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 der Bundesverfassung SR 101,
abgekürzt BV). Sodann verstosse er gegen Art. 42 in Verbindung mit Art. 49 AuG und
gegen das Diskriminierungsverbot gemäss Art. 9 EMRK und Art. 8 BV. Im Weiteren
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habe die Vorinstanz ihr rechtliches Gehör verletzt, weil sie es unterlassen habe, die
Heimleitung bzw. C.G. bezüglich ihrer Besuche im Altersheim zu befragen. Die
Beschwerdeführerin macht zudem geltend, entgegen der Auffassung der Vorinstanz
könne sie sich auf das Abkommen zwischen der Schweiz und der Europäischen
Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten über die Freizügigkeit (SR 0.142.112.681,
abgekürzt FZA) berufen, welches für den Familiennachzug kein "gemeinsames
Wohnen" voraussetze. Der angefochtene Entscheid diskriminiere sie als
Drittstaatenangehörige.
3.1. Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV gewährleisten das Recht auf Achtung
des Privat- und Familienlebens und haben dieselbe Tragweite (M. Spescha, in
Spescha/Thür/Zünd/Bolzli, Kommentar Migrationsrecht, Aus-gabe 2008, N 12 zu
Nr. 18 mit Hinweisen). Die Garantien verschaffen kein Recht auf Anwesenheit, können
aber verletzt sein, wenn einer Ausländerin oder einem Ausländer mit
Familienangehörigen in der Schweiz die Anwesenheit untersagt und damit das
Familienleben vereitelt wird (BGE 130 II 285 E. 3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Der sich
hier aufhaltende Angehörige muss aber über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht
verfügen. Dies trifft zu, wenn die verwandte Person das Schweizer Bürgerrecht oder
eine Niederlassungsbewilligung besitzt. Der Anspruch auf Achtung des Familienlebens
ist nicht absolut. Er verpflichtet die Behörden nicht in jedem Fall, eine
Aufenthaltsbewilligung zu er-teilen (BGE 126 II 342 E. 3 a). Sodann kann der Schutz
des Familienlebens nur angerufen werden, wenn die Beziehung tatsächlich gelebt wird
(VerwGE vom 25. Januar 2005 i.S. D.H., in: www.gerichte.sg.ch mit Hinweisen). Am
Schutzobjekt des Familienlebens fehlt es, wenn eine Ehe nicht mehr als Gemeinschaft
geführt wird. Dabei spielt es keine Rolle, auf welche Gründe dies zurückgeht
beziehungsweise welcher Ehepartner die Verantwortung dafür trägt. Die eheliche
Gemeinschaft ist in einem derartigen Fall nicht intakt beziehungsweise wird nicht
gelebt (BGE 118 Ib 152 E. 4 b).
3.2. Nach Art. 8 Abs. 1 BV sind alle Menschen vor dem Gesetz gleich und nach Art. 8
Abs. 2 BV darf niemand diskriminiert werden, namentlich nicht wegen der Herkunft, der
Rasse, des Geschlechts, des Alters, der Sprache, der sozialen Stellung, der
Lebensform, der religiösen, weltanschaulichen oder politischen Überzeugung oder
wegen einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung. Das allgemeine
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Rechtsgleichheitsgebot von Art. 8 Abs. 1 BV begründet indessen keinen
Rechtsanspruch auf eine ausländerrechtliche Bewilligung (BGE 128 II 155 E. 3.5 mit
Hinweisen). Eine Diskriminierung wird sodann nur bejaht, wenn eine Person allein auf
Grund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe rechtsungleich behandelt wird.
Die
Gruppenzugehörigkeit stellt einen wesentlichen Bestandteil der Identität der
betroffenen Person dar; die Ungleichbehandlung wirkt sich als Herabwürdigung oder
Ausgrenzung aus (Spescha, in: a.a.O., N 27 zu Nr.18 mit Hinweis auf BGE 126 II 377 ff.
E. 6 a).
3.3. Nach Art. 42 Abs. 1 AuG haben ausländische Ehegatten von Schweizerinnen und
Schweizern Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn
sie mit diesen zusammenwohnen. Bedingung des Nachzugsrechts ist eine
gemeinsame Wohnung (Spescha, in: a.a.O., N 2 zu Art. 42 AuG). Das Erfordernis des
Zusammenwohnens nach den Artikeln 42-44 besteht nicht, wenn für getrennte
Wohnorte wichtige Gründe geltend gemacht werden und die Familiengemeinschaft
weiterbesteht (Art. 49 AuG). Wichtige Gründe für eine Ausnahme vom Erfordernis des
Zusammenwohnens können nach Art. 76 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt
und Erwerbstätigkeit (SR 142.201) insbesondere durch berufliche Verpflichtungen oder
durch eine vorübergehende Trennung wegen erheblicher familiärer Probleme
entstehen. Von einer bestehenden Familiengemeinschaft ist sodann auszugehen, wenn
das Getrenntleben, für das wichtige Gründe nachgewiesen sind, vorübergehender
Natur ist. Bei anhaltendem Getrenntleben, d.h. etwa über eine Dauer von sechs bis
zwölf Monaten hinaus, ist auf Grund der Art der ehelichen Kontakte zu eruieren, ob die
Trennung definitiv und die Familiengemeinschaft als aufgelöst zu betrachten ist.
Regelmässige eheliche Kontakte, namentlich auch der Besuch einer Ehetherapie,
sprechen trotz Getrenntlebens für einen Weiterbestand der ehelichen Gemeinschaft
(Spescha, in: a.a.O., N 3 zu Art. 49 AuG).
3.4. Nach Art. 7 lit. d FZA regeln die Vertragsstaaten das Aufenthaltsrecht der
Familienangehörigen der Staatsangehörigen der Vertragsstaaten ungeachtet ihrer
Staatsangehörigkeit. Nach Art. 3 Abs. 1 Anhang I FZA haben die Familienangehörigen
einer Person, die Staatsangehörige einer Vertragspartei des Abkommens ist und ein
Aufenthaltsrecht hat, das Recht, bei ihr Wohnung zu nehmen. Als Familienangehöriger
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gilt unter anderem der Ehegatte, ungeachtet seiner Staatsangehörigkeit (Art. 3 Abs. 2
lit. a Anhang I FZA).
Als Ehefrau eines italienischen Staatsangehörigen wurde der Beschwerdeführerin im
Rahmen des Familiennachzugs eine bis 19. Februar 2009 befristete EG-/EFTA-
Aufenthalts-bewilligung erteilt. In der Zwischenzeit ist ihr Ehemann Schweizer Bürger
geworden. Die Frage, ob sich die Beschwerdeführerin dennoch auf das FZA berufen
kann, braucht indessen nicht beantwortet zu werden. Zutreffend ist zwar, dass der
Ehegatte nach dem FZA nicht notwendigerweise dauernd mit dem Ehegatten, der aus
einem Drittstaat kommt, zusammenwohnen muss. Das Bundesgericht hat indessen
seine Praxis wiederholt bestätigt, wonach es rechtmissbräuchlich ist, sich nach der
Trennung der Ehegatten auf Art. 3 Abs. 1 Anhang I FZA zu berufen, wenn die Ehe
vollständig inhaltslos geworden ist und nur noch zur Erlangung einer
Aufenthaltsgenehmigung eines der Ehegatten dienen soll (Urteil vom 7. Oktober 2004
2A.569/2004 E. 2 mit Hinweis auf BGE 130 II 113 ff. und Urteile 2A.379/2003 vom 6.
April 2004, E. 3.2, 2A.282/2004 vom 24. Mai 2004, E. 2.3, 2A.557/2002 vom 3. Juni
2004, E. 5, 2A.345/2004 vom 22. Juni 2004 E. 2.2). Die staatsvertragliche und die
gesetzliche Regelung wollen die Führung des Familienlebens in der Schweiz allenfalls
auch in einer vorübergehenden Krisensituation ermöglichen und absichern, nicht
jedoch einem missbräuchlichen, ausschliesslich ausländerrechtlich motivierten
Festhalten an einer klar inhaltslosen Ehe Vorschub leisten (Urteil vom 7.Oktober 2004
2A.569/2004 mit Hinweis auf BGE 130 II 113 E. 9.5 und 127 II 49 E. 5 a mit Hinweisen).
Wie nach innerstaatlichem Recht muss abgeklärt werden, ob genügend konkrete
Elemente für die Annahme vorliegen, dass die Ehegatten nicht oder nicht mehr ein
wirkliches Eheleben führen wollen und dass die Ehe nur noch aus ausländerrechtlichen
Gründen aufrechterhalten wird. Die wahren Absichten der Ehegatten können im
Allgemeinen nicht durch direkte Beweise ermittelt werden, sondern wie im Fall der
Scheinehe nur aufgrund von Indizien (BGE 130 II 135 E. 10.2 bzw. Pra 12/2004 999
E. 10.1 mit Hinweis auf BGE 127 II 49 E. 5 a). Nach der Rechtsprechung dürfen die
Erklärungen des Ehegatten, welcher ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz unabhängig
von der Ehesituation hat, sodann nicht entscheidend sein, wenn es um die Frage des
Rechtsmissbrauchs im Bereich des Familiennachzugs geht. Massgebend ist im
Gegenteil die Sicht des anderen Ehegatten, für den der Ausgang des Verfahrens
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entscheidend ist (BGE 130 II 136 E.10.3 bzw. Pra 12/2004 999 E.10.3 mit Hinweis auf
BGE 128 II 145 E. 3.1).
4. Die Beschwerdeführerin vertritt den Standpunkt, im Gegensatz zur Auffassung der
Vorinstanz sei ihre Ehe mit C.G. intakt und es würden wichtige Gründe für eine
Ausnahme vom Erfordernis des "Zusammenwohnens" vorliegen. Sie begründet dies
damit, sie sei immer noch verheiratet und pflege regen Kontakt mit ihrem Ehemann. Es
treffe zwar zu, dass es, wohl bedingt durch den grossen Altersunterschied, zwischen
ihnen zu Diskussionen und Auseinandersetzungen gekommen und dass kürzlich sogar
ein Scheidungsverfahren eingeleitet und wieder abgebrochen worden sei. Seit der
Versöhnung sei das Verhältnis aber gut, und C.G. freue sich über ihren wöchentlichen
Besuch bei ihm im Altersheim. Die Annahme der Vorinstanz, diese Besuche würden auf
Grund des Drucks des vorliegenden Verfahrens stattfinden, sei reine Spekulation. Was
das Erfordernis des "Zusammenwohnens" anbetrifft, führt die Beschwerdeführerin aus,
wichtige Gründe für eine Ausnahme lägen vor, weil ihr Ehemann pflegebedürftig und
sie nicht fähig sei, die Pflege zu übernehmen. Dieser Umstand habe unter anderen zu
ehelichen Problemen und schliesslich zu einem Scheidungsverfahren geführt. Nach
dem Eintritt C.G.s ins Altersheim habe sich die Situation mit der Zeit aber beruhigt bzw.
die Ehe werde den Umständen entsprechend wieder gelebt. Der Wille zur Ehe sei
wieder vorhanden, auch wenn kein "Zusammenleben" geplant sei. Ehegatten seien frei
zu wählen, wie sie ihre Ehe leben wollten und das Schweizerische Zivilgesetzbuch (SR
210, abgekürzt ZGB) sehe getrennte Wohnsitze vor. Bei einem grösseren
Altersunterschied sei deshalb damit zu rechnen, dass ein Ehegatte früher in ein
Altersheim eintrete als der andere, und die Tatsache, dass sie und ihr Ehemann nun
getrennte Wohnsitze hätten, habe der Ehe gut getan. Im übrigen zeuge die Annahme
der Vorinstanz, es könnte eine Scheinehe vorliegen, weil sie im Sexgewerbe gearbeitet
habe, von Doppelmoral.
Demgegenüber ist die Vorinstanz der Ansicht, die Beschwerdeführerin wohne seit
längerer Zeit nicht mit ihrem Ehemann zusammen, ohne dafür wichtige Gründe im Sinn
des Gesetzes nachzuweisen, die das Getrenntleben rechtfertigen würden. Sie
begründet dies damit, es sei nicht ersichtlich, warum die Beschwerdeführerin nicht in
der Lage sein solle, C.G. zu pflegen und zu betreuen, weshalb dieser anderweitig
Unterstützung habe annehmen müssen und heute in einem Altersheim lebe.
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4.1. Es sind keine Hinweise ersichtlich, die darauf schliessen lassen könnten, die
Beschwerdeführerin lebe mit C.G. in einer Ehegemeinschaft. Fest steht, dass sie ihren
dreissig Jahre älteren Ehemann am 5. Juli 2003 in der Dominikanischen Republik
geheiratet hat. C. G. war gemäss eigenen Angaben dort in Urlaub und hat die
Beschwerdeführerin bei dieser Gelegenheit kennengelernt. Der grosse
Altersunterschied der Ehegatten und die kurze Bekanntschaftszeit sprechen nicht
dafür, dass die Beschwerdeführerin die ernsthafte Absicht hatte, mit C. G. eine
gemeinsame Zukunft aufzubauen. Nachdem die Beschwerdeführerin am 20. Februar
2004 in die Schweiz eingereist war, lebten die Eheleute vorerst an der R-strasse 27 in
S., in demselben Haus, in dem auch die Tochter von C. G. mit ihrer Familie wohnhaft
ist. Nachdem das Ausländeramt vom Einwohneramt S. Mitteilung erhalten hatte, C. G.
sei nach Italien ausgereist, wurde die Beschwerdeführerin am 28. Juli 2005 um
Bekanntgabe der neuen Adresse ihres Ehemannes ersucht. Die Post konnte ihr
indessen an der R-strasse 27 in S. nicht zugestellt werden. In der Folge, am 22. August
2005, erklärte N. gegenüber dem Einwohneramt S., ihr Vater halte sich aus
gesundheitlichen Gründen vorübergehend in Italien auf und die Beschwerdeführerin
lebe bei ihr, wobei der Briefkasten nicht entsprechend beschriftet sei. Demgegenüber
haben die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann am 8. September 2008 zu Handen des
Ausländeramtes erklärt, die Beschwerdeführerin sei zu ihrer Schwester (nach L.)
gezogen, weil ihr kein Visum erteilt worden sei und weil N. in ihrem Haushalt keine
weiteren Personen habe aufnehmen können. Gemäss eigenen Angaben hielt sich C. G.
in der Folge erneut für einige Monate in der Schweiz auf, bevor er an Ostern 2006
wiederum aus gesundheitlichen Gründen nach Italien ausreiste. Im Anschluss daran
verbrachte er einige Zeit in Spitälern von St. Gallen und Zürich und wohnte bei seiner
Tochter in S., wo er Hilfe und Unterstützung fand. Schliesslich kehrte er wiederum zwei
Mal nach Italien zurück, bis er am 15. Mai 2008 ins Altersheim L. in S. eintrat.
Fest steht somit, dass die Beschwerdeführerin nur während der ersten Zeit ihrer Ehe
am selben Ort wie ihr Ehemann wohnte. Zutreffend ist, dass gesundheitliche Probleme
eines Ehegatten zur Folge haben können, dass Ehepartner getrennt leben müssen bzw.
dass ein wichtiger Grund für getrennte Wohnorte vorliegt. Dies trifft insbesondere dann
zu, wenn der gesunde Ehepartner aus objektiven Gründen nicht in der Lage ist, den
kranken und/oder alten Ehepartner persönlich zu betreuen und zu pflegen. Es müssen
aber konkrete Anhaltspunkte bestehen, dass die eheliche Beziehung trotz
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Pflegebedürftigkeit des einen Ehegatten weiterhin gelebt wird. Dazu gehört, dass sich
der gesunde Ehepartner im Interesse eines intakten Ehelebens im Rahmen seiner
Möglichkeiten um den kranken Ehepartner kümmert und diesem beisteht (vgl. dazu
Art. 159 ZGB).
4.2. Die Beschwerdeführerin macht geltend, C.G. sei pflegebedürftig geworden und sie
könne ihn nicht pflegen, weil sie dazu nicht in der Lage sei. Mit seinem Eintritt ins
Altersheim habe sich die Situation aber beruhigt, und er habe die Scheidungsklage
zurückgezogen. Es bestehen indessen keine konkreten Anhaltspunkte, wonach die Ehe
in den Jahren 2005 bis 2008, als sich die gesundheitlichen Probleme C.G.s
manifestierten und er sich mehrfach "zur Genesung" nach Italien begab und von seiner
Tochter gepflegt wurde, tatsächlich gelebt worden sein könnte. Die
Beschwerdeführerin begründet nicht näher und es ist auch nicht ersichtlich, warum es
ihr nicht möglich gewesen sein soll, ihren kranken Ehemann, allenfalls mit
Unterstützung Dritter, zu pflegen und ihm beizustehen, zumal sie zu jener Zeit als
Tänzerin tätig war. Aktenkundig ist, dass sie im Mai 2004 in einer Table-Dance-Bar in
A. arbeitete, im September 2004 in einem Night-Club in R., im Juni 2005 in einem Bar-
Cabaret in A. und im Juli 2005 im Cabaret E. in W.. Im weiteren bestehen keine
konkreten Anhaltspunkte, wonach sich die Beschwerdeführerin in den Jahren 2005 und
2008, bevor C. G. am 15. Mai 2008 ins Altersheim L. eintrat, auf andere Weise als
durch persönliche Pflege und Betreuung um ihren Ehemann gekümmert haben könnte,
was darauf schliessen liesse, sie habe das eheliche Zusammenleben mit ihm gepflegt.
Die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann behaupten zwar, sie hätten während dieser
langen Zeitspanne Kontakt gehabt, ohne indessen nähere Angaben dazu zu machen,
wie oft und in welcher Form dieser stattgefunden haben soll. Sodann geben beide
Ehegatten an, es habe zwischen ihnen nicht näher bezeichnete Probleme gegeben, die
nach Auffassung der Beschwerdeführerin auf den grossen Altersunterschied
zurückzuführen sind. Sie bringt in der Beschwerdeschrift vom 22. Oktober 2009 in
diesem Zusammenhang vor, es sei zu Diskussionen und Auseinandersetzungen
gekommen und C. G. habe "kürzlich" eine Scheidungsklage eingereicht, diese aber
zurückgezogen und nicht neuerlich auf Scheidung geklagt, nachdem sich das Ehepaar
versöhnt habe. Das Verhältnis sei seither gut. Nachdem das Ausländeramt die
Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin bereits am 21. Oktober 2008
widerrufen hat, liegt es nahe, dass C. G. die Scheidungsklage nach diesem Zeitpunkt,
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somit unter dem Druck des ausländerrechtlichen Verfahrens, zurückgezogen hat. Weil
davon auszugehen ist, die Ehe der Beschwerdeführerin mit C.G. sei über Jahre hinweg
inhaltlos gewesen, kann sodann aus der Tatsache allein, dass sie ihren Ehemann
gemäss einer Aussage ohne Gewähr, die die Heimleitung am 4. August 2009
abgegeben hat, nun rund ein Mal je Woche in der Caféteria des Altersheims besucht,
nicht geschlossen werden, es gehe ihr darum, mit ihm ein Eheleben zu führen. Vielmehr
durfte die Vorinstanz ohne weitere Abklärungen folgern, diese Besuche würden auf
Grund des Drucks des ausländerrechtlichen Verfahrens und nicht auf Grund eines
Bedürfnisses der Beschwerdeführerin nach einer tatsächlich gelebten ehelichen
Beziehung mit C. G. erfolgen. Im Weiteren trifft die Behauptung der
Beschwerdeführerin offensichtlich nicht zu, die Annahme verschiedener Wohnsitze
habe der Ehe gut getan bzw. sie werde nun im Rahmen von Besuchen im Altersheim
gelebt, zumal die Eheleute, wie dargelegt, seit Jahren nicht mehr am selben Ort
wohnen, ohne dass dies zu einer intakten ehelichen Beziehung beigetragen hätte.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin verstösst die Tatsache, dass sie C.
G. nach ihrer Rückkehr in die Heimat nicht mehr besuchen kann, unter den gegebenen
Umständen nicht gegen Art. 8 Ziff. 1 EMRK sowie gegen Art. 13 und Art. 36 Abs. 4 BV.
Sie hat sich damit abzufinden, dass sie eine persönliche Beziehung zu ihm nur mittels
schriftlicher und telefonischer Kontakte aufrechterhalten kann. An dieser Beurteilung
ändert nichts, dass C.G. nichts dagegen hat, mit der Beschwerdeführerin verheiratet zu
sein und dass es ihn stören würde, wenn er sie nicht mehr sehen könnte.
4.3. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann seit
langer Zeit nicht zusammenwohnen, ohne dass ein wichtiger Grund dafür ersichtlich
ist. Sie hat deshalb weder gestützt auf Art. 8 Ziff. 1 EMRK, Art. 8 und 13 BV noch
gestützt auf Art. 7 lit. d FZA oder Art. 42 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 49 AuG einen
Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung.
5. Zu prüfen bleibt, ob die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung
verhältnismässig ist.
Es besteht ein öffentliches Interesse, dass Aus-länder, bei denen nach kurzem
Aufenthalt in der Schweiz die familiären Voraussetzungen für die Erteilung der
Aufenthaltsbewilligung wegfallen, das Land wieder verlassen (VerwGE vom 8. Juni
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2006 i.S. A.R. [B 2006/52] und VerwGE vom 25. Januar 2005 i.S. D.H. [B 2004/163], in:
www.gerichte.sg.ch). Die Beschwerdeführerin reiste im Alter von 33 Jahren im Februar
2004 in die Schweiz ein, wo sie nur während kurzer Zeit am gleichen Ort wie ihr hier
integrierter wesentlich älterer Ehemann lebte. Unbestritten geblieben ist, dass sie die
meiste Zeit bei ihrer Schwester in L. gewohnt hat. Es fehlen Hinweise, wonach die
Beschwerdeführerin mit C.G. über längere Zeit hinweg eine eheliche Beziehung gelebt
hat. Den grössten Teil ihres Lebens verbrachte sie indessen im Heimatland, wo sie mit
den Verhältnissen vertraut ist. Für die Beschwerdeführerin spricht, dass sie hier nie zu
Klagen Anlass gegeben hat. Gemäss eigenen Angaben war sie Arbeiterin im
Sexgewerbe und ist seit Juni 2009 in M. als Serviceangestellte tätig, allerdings zu
rechtlich höchst fragwürdigen Bedingungen. Zusammenfassend ergibt sich, dass die
Vorinstanz mit Recht angenommen hat, das öffentliche Interesse an der
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung überwiege gegenüber dem privaten
Interesse der Beschwerdeführerin am Verbleib in der Schweiz.
6. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-ist angemessen (Art. 13, Ziff. 622 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Sie wird mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ver-
rechnet.
Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzu-sprechen (Art. 98 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht