Decision ID: 3c82cc28-ca6d-4842-ae80-b29018c408bd
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
H._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch lic. iur. Ludwig Coray, Via Ritschas 32, 7013 Domat/Ems,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
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A.
H._ meldete sich am 27. Februar 2006 zum Bezug von IV-Leistungen an. Dr. med.
A._ berichtete der IV-Stelle am 18. September 2006, die Versicherte leide an
chronischen Lumbalgien mit therapieresistentem lumbovertebrogenem und
lumboradikulärem Reiz- und Ausfallsyndrom links bei grosser links-mediolateraler
Diskushernie L5/S1 (St. n. mikrochirurgischer Diskektomie am 29. Mai 2006), mit
multisegmentaler Chondrose und Spondylarthrosen von LWK 3 bis S1 und mit
Hyperlordose der LWS/linkskonvexer Skoliose mit deutlich ungünstiger Statik, an einer
Adipositas permagna, an einer leicht- bis mittelgradigen depressiven Episode
(rezidivierend) und– ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – an Diabetes mellitus,
chronischen Ein- und Durchschlafstörungen und an Hyster- und Ovarektomie. Seit dem
18. Januar 2006 sei die Versicherte als Wirtin zu 100% arbeitsunfähig. Nach der
Diskektomie sei passager eine Besserung eingetreten. Dann seien wieder linksseitige
Lumbalgieschmerzen aufgetreten, die eine transdermale Morphium-Gabe erfordert
hätten. Zudem sei es zu einer Aggravation der ohnehin latent vorhandenen depressiven
Symptomatik mit vermehrter Bettlägerigkeit (sowohl schmerz- als auch psychisch
bedingt) gekommen. Die Versicherte klage auch über fibromyalgieartige Beschwerden
mit Schwellungsgefühl und Morgensteifigkeit der Finger. Bei der körperlichen
Untersuchung hätten sich diverse schmerzhafte Triggerpunkte und Tenderpoints im
Bereich der gesamten Rückenmuskulatur gefunden. Ausserdem habe die Versicherte
über Druckschmerzen über den Dorn- und Querfortsätzen der unteren LWS geklagt.
Die grossen Gelenke seien frei beweglich gewesen. Trotz Dauermedikation mit einem
SSRI und entsprechender Dosisanpassung bestehe eine mässig gedrückte, klagende,
lustlose Stimmungslage. Die Versicherte wolle, könne sich aber nicht aufraffen.
Insbesondere das Heben schwerer Lasten (über 10 kg) und längeres Stehen oder
Sitzen aggravierten die LWS-Schmerzen und deren Ausstrahlung. Die massiv adipöse
Diabetikerin könne allein von der körperlichen Konstitution her (BMI > 40) nur noch in
ganz beschränktem Ausmass körperlich belastende Arbeiten ausführen. Die IV-Stelle
nahm am 30. Januar 2007 eine Haushaltsabklärung vor. Dabei stellte sie fest, dass der
Restaurantbetrieb nichts einbrachte, so dass geplant war, den Ende 2007
auslaufenden Pachtvertrag nicht zu verlängern. Die Abklärungsperson hielt im
Abklärungsbericht abschliessend fest, die Versicherte könne aufgrund ihrer
persönlichen Situation als vollerwerbstätig qualifiziert werden. In den individuellen
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Beitragskonten finde sich keine Konstanz. Mangels geschäftlichen Erfolgs gebe es
keine verlässlichen Zahlen zur Bestimmung des Valideneinkommens. Da die
Versicherte eine Witwenrente erhalte, käme es bei einer Teilinvalidität zu einer ganzen
Invalidenrente.
B.
B.a Die IV-Stelle beauftragte am 11. April 2007 das Medizinische Gutachterzentrum
St. Gallen (MGSG) mit einer Abklärung. Dr. med. B._ berichtete in seinem
psychiatrischen Teilgutachten vom 4. Dezember 2007, die Versicherte leide an einer
neurasthenischen Leistungsminderung, an einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung und an einem schädlichen Gebrauch von Analgetika. Die erste
Diagnose beruhe auf der anamnestischen Angabe von abnorm verminderter
Leistungsfähigkeit und gesteigerter Ermüdbarkeit nach geringsten Belastungen. Als
ergänzende anamnestische Kriterien lägen die von der Versicherten geklagten
körperlichen Schmerzen, die Schwindelgefühle, die Spannungskopfschmerzen, die
Schlafstörungen und affektive Labilität vor. Die Diagnose einer neurasthenischen
Leistungsminderung stehe für die intrapsychisch verfestigte Überzeugung, vermindert
leistungsfähig zu sein und einen vermehrten Erholungsbedarf zu haben. Teile der
Anamnese wiesen auf eine relative Bewusstseinsnähe (Verdeutlichung, Aggravation)
hin. Die angeführte Schädigung führe auf der Fähigkeitsebene zu einer von der
Versicherten selbst erlebten Minderung von Antrieb und Ausdauer. Eine zumindest
teilweise Überwindung der Störung durch eine zumutbare Willensanstrengung
erscheine als möglich. An Ausnahmekriterien könnten angeführt werden: somatische
Begleitmorbidität, wechselhafte und belastete Biographie mit partiellem Verlust der
sozialen Integration, sekundärer Krankheitsgewinn. In der zweiten Diagnose, der
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, sei der anamnestische Vortrag der
Versicherten (körperliche Schmerzen in wechselnder Lokalisation) zusammengefasst.
Auch hier gelte, dass die Störung durch eine zumutbare Willensanstrengung zumindest
teilweise überwunden werden könnte. Es handle sich jeweils um einen stabilen
Gesundheitsschaden. Der Beginn könne auf die postoperativen Klagen der
Versicherten (7/2006) datiert werden. Beim schädlichen Gebrauch von Analgetika
handle es sich um eine Nebendiagnose mit quantitativ und qualitativ geringen
Auswirkungen auf der Fähigkeitsebene. Aus rein psychiatrischer Sicht bestehe für die
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angestammte Tätigkeit als Gastwirtin eine Arbeitsfähigkeit von 75%. Es gebe keine
angepasstere Tätigkeit, in der die Arbeitsfähigkeit höher wäre.
B.b Dr. med. C._ führte am 5. Dezember 2007 aus, die Versicherte habe über dumpfe
Schmerzen in der Schulter rechts mehr als links geklagt, die in den Nacken und die
Oberarme ausstrahlten und den Schlaf störten. Weiter habe sie angegeben, das Heben
und Tragen von Lasten sei nicht speziell schmerzhaft, hingegen seien Arbeiten über der
Horizontalen dolent. Gefühlsstörungen und Lähmungen der oberen Extremitäten habe
sie verneint. Seit sechs Monaten bestünden dumpf zunehmende Schmerzen im
Ellbogen links mehr als rechts, die aber nur bei Druck auf den Ellbogen aufträten. Der
Schlaf sei dadurch nicht gestört, das Heben und Tragen von Lasten gut möglich.
Schwellungen, Instabilitätsgefühle und Blockaden seien verneint worden. Nach dem
Eingriff 2006 hätten die dumpfen lumbalen Schmerzen zugenommen. Sie strahlten in
beide Hüften und in den rechten Oberschenkel aus und manifestierten sich auch
nachts. Das Sitzen und das Gehen seien schmerzbedingt auf 30 Min. limitiert. Die
Beschwerden verstärkten sich beim Bücken und beim Heben und Tragen von Lasten.
Am gesamten rechten Oberschenkel bestehe ein Taubheitsgefühl. Die Versicherte gebe
aber keine Lähmungen und auch keine Miktionsstörungen an. Sie klage zudem über
stechende ventrale Kniegelenksschmerzen beidseits und über nachts unruhige Beine,
aber sie verneine Schwellungen, Blockaden oder ein Instabilitätsgefühl der
Kniegelenke. Dr. med. C._ gab folgende Diagnose an: arthrotische Veränderungen
des linken Ellbogengelenks bei St. n. Osteosynthese 1986, Spondylarthrose L3 bis S1
bei St. n. Diskektomie L5/S1 links 05/06 und linkskonvexer Skoliose, beginnende
Gonarthrose rechts und links bei varischem Alignement der rechten unteren Extremität,
Adipositas per magna, Ansatztendinopathie der Supraspinatussehne rechts, Senk-/
Spreizfüsse, Nikotinabusus und Diabetes mellitus. Er führte aus, die
Schulterschmerzen beidseits und die abnormen Untersuchungsbefunde derselben
seien bei quasi normalem radiologischem Befund im angegebenen Ausmass nicht
nachvollziehbar. Die Ellbogenschmerzen links seien mit der radiologisch sichtbaren
leichten bis mässigen Arthrose vereinbar. Rechts seien die Schmerzen nicht plausibel
und für eine Epicondylitis medialis humeri fehlten weitere Untersuchungsbefunde. Die
lumbalen Schmerzen und die abnormen objektiven Befunde der LWS seien zumindest
teilweise durch die radiologisch nachgewiesenen degenerativen Veränderungen
bedingt. Allerdings könnten die Ausstrahlung der Schmerzen und die Hypaesthesie des
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gesamten rechten Beins bei radiologisch fehlender neuraler Kompression nicht
plausibilisiert werden. Die beidseitigen Knieschmerzen und die abnormen
Untersuchungsbefunde derselben seien mit der radiologisch dargestellten leichten bis
mässigen Gonarthrose rechts und links vereinbar. Dr. med. C._ gelangte zur
Auffassung, dass körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, die
abwechslungsweise sitzend oder stehend ausgeübt werden könnten, ohne dass dabei
regelmässig inklinierte, reklinierte, rotierte Körperhaltungen oder knieende Positionen
eingenommen werden müssten und die nicht mit regelmässigem Heben oder Tragen
von Lasten über 10 kg verbunden seien, bei voller Stundenpräsenz zu ca. 80%
zugemutet werden könnten. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine Arbeitsfähigkeit
von 75% bei voller Stundenpräsenz. Der Beginn der Arbeitsunfähigkeit sei auf den
Zeitpunkt der Begutachtung festzulegen, da die geschilderten Beschwerden vorher
nicht umfassend abgeklärt und dokumentiert gewesen seien.
C.
Mit einem Vorbescheid vom 23. Januar 2008 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit,
dass sie beabsichtige, das Rentengesuch abzuweisen, da der Invaliditätsgrad lediglich
33% betrage. Der Einkommensvergleich beruhte für beide Seiten auf demselben
statistischen Durchschnittseinkommen, das zur Ermittlung des zumutbaren
Invalideneinkommens um die Arbeitsunfähigkeit von 25% und anschliessend um einen
weiteren Abzug von 10% reduziert wurde. Die Versicherte liess am 25. Februar 2008
einwenden, ihr Gesundheitszustand sei erheblich schlechter als im Gutachten
beschrieben. Aufgrund des Beschwerdebildes seien die Schlussfolgerungen der
Gutachter nicht nachvollziehbar. Sie beantrage eine Beurteilung des aktuellen
Gesundheitszustandes und eine zusätzliche Abklärung beispielsweise in der Form einer
EFL. Der zusätzliche Abzug sei mit 25% anzunehmen. Die IV-Stelle erliess am 6. März
2008 eine Abweisungsverfügung.
D.
D.a Die Versicherte liess am 1. April 2008 Beschwerde erheben und sinngemäss
beantragen, die Sache sei zur weiteren medizinischen Abklärung an die IV-Stelle
zurückzuweisen. Eventualiter sei eine halbe Rente zuzusprechen. Zur Begründung liess
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sie ausführen, der Gesundheitszustand habe sich seit der Begutachtung verschlimmert.
Die Schmerzen hätten sich ausgeweitet und sie hätten stark zugenommen. Sie werde
neue medizinische Akten und eine aktuelle Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
nachreichen. Dazu ersuche sie um die Sistierung des Beschwerdeverfahrens. Die
Gerichtsleitung bewilligte die Sistierung. Am 27. Juni 2008 liess die Versicherte
mitteilen, dass sie bis 23. Mai 2008 hospitalisiert gewesen sei. Dabei sei eine
Kniearthrose beidseits diagnostiziert worden. Zur Abklärung der Arbeitsfähigkeit seien
ein orthopädisches und ein psychiatrisches Konsilium vorgesehen. Am 25. Februar
2009 liess die Versicherte ausführen, sie habe der IV-Stelle das Gesuch gestellt,
anhand der neuen medizinischen Berichte die angefochtene Verfügung
zurückzunehmen und neu über die Rente zu befinden. Die IV-Stelle habe geantwortet,
dass sie an der angefochtenen Verfügung festhalte, da fachärztlich keine
Befundänderungen oder -verschlechterungen begründet seien. Die Versicherte liess
weiter geltend machen, die medizinischen Berichte seien kontrovers. Seit April 2008
attestierten die Ärzte eine volle Arbeitsunfähigkeit. Nun seien die Diagnosen einer
Gonarthrose beidseits und eines Verdachts auf eine Coxarthrose beidseits gestellt
worden. Die IV-Stelle sei nur von einer beginnenden Gonarthrose rechts ausgegangen.
Im jüngsten Bericht des Hausarztes sei zudem von einer chronischen obstruktiven
Lungenerkrankung und von einem Verdacht auf eine Herzinsuffizienz die Rede. Eine
fachärztliche Begutachtung sei daran gescheitert, dass der Krankenversicherer keine
Kostengutsprache erteilt habe. Die IV-Stelle habe der Versicherten einen Rollstuhl
zugesprochen. Unter diesen Umständen seien die Schlussfolgerungen der
Sachverständigen des MGSG sehr fraglich.
D.b Die Ita Wegmann Klinik in Arlesheim hatte in ihrem Austrittsbericht vom 9. Juni
2008 ausgeführt, die Versicherte sei vom 16. April bis 23. Mai 2008 hospitalisiert
gewesen. Die Versicherte leide an chronischen immobilisierenden Gelenkschmerzen
mit akuter Exazerbation im linken Knie (Gonarthrose beidseits), an einer chronifizierten
posttraumatischen Belastungsstörung mit rezidivierenden mittelschweren depressiven
Episoden, an chronischen Lumbalgien (therapieresistentes lumbovertebrogenes und
lumboradikuläres Reiz- und Ausfallsyndrom links bei grosser mediolateraler
Diskushernie L5/S1, multisegmentale Chondrose und Spondylarthrosen von LWK3 bis
S1 und Hyperlordose der LWS/linkskonvexe Skoliose), an einem Diabetes mellitus Typ
II und an einer Adipositas per magna. Weiter wurde im Austrittsbericht ausgeführt, die
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Versicherte sei in stark reduziertem Allgemeinzustand eingetreten. Im Vordergrund
hätten die stark immobilisierenden Schmerzen vor allem im linken Knie und auch im
LWS-Bereich gestanden. Ohne angemessene analgetische Therapie habe sich die
Versicherte gar nicht bewegen können. Mit Hilfe der intensiven Therapie habe eine
langsame Besserung der Schmerzproblematik erzielt werden können. Vor allem von
der Sprachtherapie habe die Versicherte profitiert. Allerdings seien auch beim Austritt
noch starke Einschränkungen vorhanden gewesen. Die Versicherte sei nach wie vor
nicht in der Lage gewesen, längere Strecken zu Fuss zurückzulegen. Sie habe in der
Vergangenheit einige Traumata erlebt, mit denen sie sich nie richtig auseinandergesetzt
habe. Sie nehme ein Antidepressivum ein. Die Arbeitsunfähigkeit betrage bis auf
weiteres 100%. Die Klinik hatte am 10. Juli 2008 einen Bedarf der Versicherten nach
einem Rollstuhl bestätigt, worauf die IV-Stelle die Abgabe dieses Hilfsmittels bewilligt
hatte. Dr. med. D._ hatte am 28. November 2008 gegenüber dem Rechtsvertreter der
Versicherten ausgeführt, aufgrund der multifaktoriellen, komplexen internistischen,
psychosozialen und orthopädischen Situation sei die Prognose sehr schlecht.
E.
Dr. med. E._ vom RAD Ostschweiz hatte dazu am 12. Februar 2009 festgehalten, die
gut dokumentierten Befunderhebungen an der rheumatologischen Schmerzklinik
(Bethesda-Spital) hätten einen mit dem Gutachten übereinstimmenden Befund
ergeben. Befundverschlechterungen oder –änderungen seien fachärztlich nicht
begründet. Die IV-Stelle beantragte deshalb in ihrer Beschwerdeantwort vom 20. Mai
2009 die Abweisung der Beschwerde. Sie führte zur Begründung aus, die
Begutachtung sei von einer qualifizierten Fachstelle vorgenommen worden. Das
Gutachten entspreche den von der Rechtsprechung aufgestellten Anforderungen. Es
lägen keine neuen Diagnosen vor. Die Arztberichte vermöchten keine Zweifel an der
Richtigkeit der Angaben im Gutachten zu wecken und erst recht vermöchten sie selbst
nicht zu überzeugen. Es sei zu recht von einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 75%
ausgegangen worden. Eine Erhöhung des zusätzlichen Abzugs von 10% auf insgesamt
25% sei nicht gerechtfertigt, unter anderem weil ältere Hilfsarbeiterinnen nicht weniger
verdienten als jüngere Hilfsarbeiterinnen.

Erwägungen:
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1.
Die berufliche Karriere und die familiäre Situation der Beschwerdeführerin (keines der
Kinder ist mehr betreuungsbedürftig) lassen ohne weiteres auf eine vollzeitliche
Erwerbstätigkeit im fiktiven "Gesundheitsfall" schliessen. Die Beschwerdegegnerin hat
deshalb zu Recht nicht die sogenannte gemischte Methode der Invaliditätsbemessung
angewendet, sondern einen reinen Einkommensvergleich durchgeführt. Dabei ist
gemäss Art. 16 ATSG das Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt
der Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen). Grundlage der Ermittlung des zumutbaren
Invalideneinkommens ist die nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung
verbliebene Arbeitsfähigkeit der versicherten Person. Dazu liegen abweichende
ärztliche Angaben vor. Während die Gutachter des MGSG eine Arbeitsunfähigkeit von
insgesamt lediglich 25% festgestellt haben, sind die behandelnden Ärzte von einer
vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen. Zunächst ist zu prüfen, ob sich nach
der Begutachtung durch das MGSG eine erhebliche Verschlechterung des
Gesundheitszustandes eingestellt hat, wie die Beschwerdeführerin in bezug auf ihre
körperlichen Beschwerden sinngemäss geltend gemacht hat. Dabei ist zu beachten,
dass die im vorliegenden Verfahren zu beurteilende Sachverhaltsentwicklung mit dem
Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung endet. Nach diesem Zeitpunkt
allenfalls eingetretene Veränderungen des Gesundheitszustandes wären demnach
unbeachtlich. Die Begutachtung ist im September (orthopädisch) und im Dezember
(psychiatrisch) 2007 erfolgt. Die angefochtene Verfügung datiert vom 6. März 2008.
Demnach ist zu prüfen, ob sich in der Zeit zwischen September 2007 und anfangs
März 2008 eine Verschlimmerung eingestellt hat, welche die Differenz in den
Arbeitsfähigkeitsschätzungen erklären würde. Die Beschwerdeführerin hat sich nach
dem Erlass der angefochtenen Verfügung mehrere Wochen in der Ita Wegmann Klinik
in Arlesheim aufgehalten. Die im Austrittsbericht dieser Klinik am 9. Juni 2008
angegebenen somatischen Diagnosen stimmen nach der Art der Beeinträchtigung mit
denjenigen im orthopädischen Teil des MGSG-Gutachtens überein. Die Ärzte der Klinik
haben keineswegs erstmals eine beidseitige Gonarthrose festgestellt, wie die
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Beschwerdeführerin geltend macht, denn im orthopädischen Gutachten findet sich der
Hinweis auf eine leichte bis mittelgradige Ausprägung dieser Krankheit an beiden
Knien. Auch in bezug auf die Rückenbeschwerden decken sich die gestellten
Diagnosen. Die vom orthopädischen Gutachter festgestellten Armbeschwerden fehlen
im Austrittsbericht der Klinik. In bezug auf die somatischen Diagnosen weist also nichts
auf eine bis zum Klinikaufenthalt eingetretene erhebliche Verschlimmerung des
Gesundheitszustandes hin. Dasselbe gilt für die Schwere der diagnostizierten
Beeinträchtigungen der körperlichen Gesundheit. Die Ansichten dazu divergieren zwar
erheblich, aber es fehlt ein Hinweis darauf, dass dies auf eine in den wenigen Monaten
zwischen der orthopädischen Begutachtung und dem Klinikaufenthalt eingetretene
Verschlimmerung zurückzuführen wäre. Insbesondere zeigte die einzige neue
radiologische Aufnahme, diejenige der beiden Kniegelenke vom 16. April 2008,
offenbar keine relevante Verschlechterung. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die
Differenz in der Einschätzung der Schwere der körperlichen Beeinträchtigung – und
damit auch der Arbeitsunfähigkeit – nicht auf eine Verschlimmerung, sondern nur auf
eine unterschiedliche Beurteilung eines unveränderten somatischen
Gesundheitszustandes zurückzuführen ist. Dem orthopädischen Teil des Gutachtens
kann also nicht mit der Begründung der Beweiswert abgesprochen werden, der
Gesundheitszustand habe sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung erheblich
verschlechtert, so dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung überholt sei. In bezug auf die
Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit liegen abweichende Diagnosen vor. Der
psychiatrische Gutachter des MGSG hat eine neurasthenische Leistungsminderung
und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung festgestellt und die Ärzte der Ita
Wegmann Klinik haben eine chronifizierte posttraumatische Belastungsstörung mit
rezidivierenden mittelschweren depressiven Episoden diagnostiziert. Dahinter kann
keine Verschlimmerung der psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung stehen, denn
eine neurasthenische Leistungsminderung und eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung können sich nicht durch eine fortschreitende Verschlimmerung der
Gesundheitsbeeinträchtigung in eine posttraumatische Belastungsstörung verwandeln.
Bei der Abweichung in der Diagnosestellung handelt es sich also offenkundig um eine
abweichende Einschätzung ein und derselben Krankheit. Damit gilt auch für den
psychiatrischen Teil des MGSG-Gutachtens, dass ihm nicht der Beweiswert mit dem
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Argument abgesprochen werden kann, die Sachlage habe sich seither erheblich
verändert, so dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung überholt sei.
2.
Während der orthopädische Gutachter den Knie- und den Rückenbeschwerden
bezogen auf die Ausübung einer der Behinderung bestmöglich Rechnung tragenden
Erwerbstätigkeit nur eine bescheidene Relevanz für die Arbeitsfähigkeit beigemessen
hat, sind die Ärzte der Ita Wegmann Klinik davon ausgegangen, dass sich die
Beschwerdeführerin ohne analgetische Therapie gar nicht hätte bewegen können, ja
dass sie sogar einen Rollstuhl benötigt habe. Damit sei die Beschwerdeführerin zu
100% arbeitsunfähig. Bei der Würdigung dieser äusserst pessimistischen Einschätzung
ist zu beachten, dass die Beschwerdeführerin selbst völlig davon überzeugt gewesen
ist, durch die Beeinträchtigung ihrer körperlichen Gesundheit massiv eingeschränkt zu
sein. Es ist davon auszugehen, dass sie diese Überzeugung während des
Klinikaufenthalts konsequent geäussert und umgesetzt, also eine massive körperliche
Einschränkung demonstriert hat. Dem erfahrenen orthopädischen Gutachter ist die
Abweichung zwischen der objektiv bestehenden Schwere der körperlichen
Beschwerden und der subjektiven Behinderungsüberzeugung nicht entgangen, da
seine Untersuchung insbesondere auch darauf gerichtet gewesen ist, derartige
Abweichungen festzustellen, um ein objektives Begutachtungsergebnis liefern zu
können. Demgegenüber sind die Klinikärzte, die der Beschwerdeführerin rein
therapeutisch begegnet sind, nur damit befasst gewesen, die Gesundheitssituation zu
verbessern. Zwar würde auch dies an sich die Kenntnis der objektiv bestehenden
gesundheitlichen Situation erfordern, aber die Erfahrung zeigt, dass die von einer
versicherten Person geklagten und konsequent demonstrierten
Gesundheitsbeeinträchtigungen von den Therapeuten in der Regel als objektiv
gegeben akzeptiert werden. Davon ist auch im vorliegenden Fall auszugehen. Das
bedeutet, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzungen der Ärzte der Ita Wegmann Klinik und
des Hausarztes, soweit sie sich auf die Beeinträchtigung der körperlichen Gesundheit
beziehen, nicht zu überzeugen vermögen. Sie vermögen auch die Überzeugungskraft
der Arbeitsfähigkeitsschätzung des orthopädischen Gutachters nicht zu erschüttern,
zumal behandelnde Ärzte erfahrungsgemäss dazu neigen, unbewusst die
pessimistische Selbsteinschätzung ihrer Patienten zu übernehmen und in die
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Arbeitsfähigkeitsschätzung einfliessen zu lassen. Insbesondere wird dabei oft
übersehen, dass die der Bemessung des Invalideneinkommens zugrunde zu legende
Arbeitsfähigkeit auf der Fiktion beruht, dass die versicherte Person die zumutbare
Willensanstrengung zur Überwindung der Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung erbringe.
Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bei einer auf
die Beeinträchtigung der körperlichen Gesundheit beschränkten Sichtweise in einer
adaptierten Erwerbstätigkeit zu 75% arbeitsfähig ist.
3.
Die Ärzte der Ita Wegmann Klinik haben die Diagnose einer posttraumatischen
Belastungsstörung damit begründet, dass die Beschwerdeführerin in der
Vergangenheit einige Traumata erlebt und dass sie sich damit nie richtig
auseinandergesetzt habe. Gemäss den Angaben im Austrittsbericht vom 9. Juni 2006
ist diese Störung begleitet von mittelschweren depressiven Episoden. Im
psychiatrischen Gutachten finden sich keine Hinweise auf mittelgradige depressive
Episoden. Die dafür typischen Symptome sind gemäss den Ausführungen im
psychiatrischen Gutachten jedenfalls nicht in jenem Ausmass vorhanden, dass sie eine
mittelgradige Ausprägung der Depression belegen würden. Insbesondere fehlen
Hinweise darauf, dass die Beschwerdeführerin grosse Schwierigkeiten hätte, die
alltäglichen Aktivitäten fortzusetzen. Gemäss ihren Angaben zum Tagesablauf steht die
Beschwerdeführerin zu einer normalen Zeit auf, füttert ihre Katzen, trinkt Kaffe, nimmt
ihre Medikamente ein, ist um 08:30 Uhr angezogen, räumt ihre beiden Zimmer auf,
beaufsichtigt anschliessend ihre Enkel, hilft nach dem Mittagessen beim
Geschirrabwaschen, macht mit den Enkeln am Nachmittag die Hausaufgaben und
nimmt schliesslich mit der Familie das Nachtessen ein. Das mag zwar im Vergleich zur
früheren Tätigkeit als Wirtin ein beschauliches Leben sein, aber es spricht nicht für
grosse Schwierigkeiten bei der Fortsetzung der alltäglichen Aktivitäten, wie sie gemäss
ICD-10 F32.1 für eine mittelgradige Depression normal sind. Hingegen können
durchaus durch die somatoforme Schmerzstörung bewirkte leichte depressive
Symptome vorliegen. Diese gehören aber ebenfalls zu den durch eine zumutbare
Willensanstrengung überwindbaren Gesundheitsbeeinträchtigungen, zumal die
somatische Komorbidität nur im Rahmen der somatoformen Schmerzstörung und
damit nur aus der subjektiven Sicht der Beschwerdeführerin eine erhebliche Schwere
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aufweist. Im Austrittsbericht der Klinik wird zwar – anders als im Gutachten - die
Einnahme eines Antidepressivums bejaht, aber die Dosierung entspricht der Norm (vgl.
www.holstenpharma.de/fachweise/Paroxspc.pdf vom 4. September 2009 neues
Fenster), obwohl bei der von den Klinikärzten unterstellten Wirkungslosigkeit
(rezidivierende depressive Episoden trotz der vom Hausarzt verordneten
antidepressiven Medikation) wohl eine Erhöhung oder ein Wechsel unumgänglich
gewesen wäre. Das weist darauf hin, dass die Beschwerdeführerin in bezug auf
allfällige depressive Symptome während des Klinikaufenthalts objektiv wenig
beeinträchtigt gewesen ist, zumal sie offenbar nie an der Teilnahme an den Therapien
gehindert oder dabei eingeschränkt leistungsfähig gewesen ist. Die von den
Klinikärzten angegebene posttraumatische Belastungsstörung setzt ein Ereignis oder
eine Situation katastrophalen Ausmasses oder aussergewöhnlicher Bedrohung voraus,
die bei fast jeder Person eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Worin dieses
Trauma oder die Katastrophe bei der Beschwerdeführerin bestanden haben soll, wird
im Austrittsbericht der Ita Wegmann Klinik nicht angegeben. Im psychiatrischen
Gutachten ist lediglich angegeben worden, die Beschwerdeführerin habe einen
mehrfachen "Missbrauch" im ganz frühen Kindesalter erwähnt. Aber weder in diesem
Gutachten noch im Austrittsbericht werden die typischen Symptome wie Flashbacks,
Albträume, Betäubtsein/emotionale Stumpfheit, Gleichgültigkeit gegenüber anderen
Menschen, Teilnahmslosigkeit der Umwelt gegenüber (vgl. ICD-10 F43.1) beschrieben.
Unter diesen Umständen kann dem Austrittsbericht der Ita Wegmann Klinik auch in
bezug auf die psychische Gesundheitsbeeinträchtigung und deren Auswirkungen auf
die Arbeitsfähigkeit kein ausreichender Beweiswert für die angegebene
Arbeitsunfähigkeit von 100% beigemessen werden. Der Beweiswert dieser
Arbeitsfähigkeitsschätzung vermag auch nicht den Beweiswert der Schätzung des
psychiatrischen Gutachters zu erschüttern. Zwar erscheint das psychiatrische
Gutachten als in seiner zusammenfassenden Beurteilung knapp, aber sowohl die
Einschränkung selbst als auch deren Überwindbarkeit durch eine zumutbare
Willensanstrengung lassen sich nachvollziehen. Es steht deshalb mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin aufgrund des nicht
überwindbaren Teils der Überzeugung, vollständig arbeitsunfähig zu sein, aus rein
psychiatrischer Sicht effektiv zu 25% arbeitsunfähig ist. Da sich sowohl die somatisch
als auch die psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit auf eine vollzeitliche Beschäftigung
http://www.holstenpharma.de/%0bfachweise/Paroxspc.pdf%20vom%204.%20September%202009 http://www.holstenpharma.de/%0bfachweise/Paroxspc.pdf%20vom%204.%20September%202009
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mit reduziertem Rendement (langsames Arbeitstempo und/oder vermehrte Pausen)
beziehen, ist eine volle oder auch nur teilweise Addition dieser Arbeitsunfähigkeiten
unzulässig: Die zur Erholung der Psyche notwendige Pause dient gleichzeitig auch der
körperlichen Erholung. Der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens ist
deshalb ein Arbeitsfähigkeitsgrad von 75% zugrunde zu legen-.
4.
Die Beschwerdeführerin hat keinen Beruf erlernt. Sie hat sich zwar längere Zeit als
selbständige Gastwirtin betätigt und damit Berufserfahrung im Gastgewerbe erworben,
aber das allein genügt nicht, um es der Beschwerdeführerin zu ermöglichen, eine
leitende Tätigkeit in einem grösseren Gastronomiebetrieb auszuüben, bei der sie keine
körperlich belastende oder ungeeignete Arbeiten mehr ausführen müsste. Im
Gastgewerbe käme für sie also nur eine Tätigkeit im Service, in der Küche usw. in
Frage. Diese Art von Arbeit entspricht aber nicht den Anforderungen, die eine der
Gesundheitsbeeinträchtigung der Beschwerdeführerin gerecht werdende Tätigkeit
erfüllen muss. Kann die Beschwerdeführerin ihre im Gastgewerbe gewonnene
Berufserfahrung nicht umsetzen, so kommt als Invalidenkarriere mangels beruflicher
Kenntnisse nur diejenige einer Hilfsarbeiterin in Frage. Hilfsarbeiten, die den
gesundheitlichen Anforderungen entsprechen, werden in vielen Branchen ausgeübt.
Deshalb kann zur Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens nicht auf den
statistisch ermittelten Zentralwert der Löhne einer bestimmten Branche abgestellt
werden. Massgebend ist vielmehr der Zentralwert der Löhne von Hilfsarbeiterinnen aller
Branchen. Dieser hat im Jahr 2006 Fr 4019.- (vgl. die vom Bundesamt für Statistik
herausgegebene Lohnstrukturerhebung 2006, Tabelle TA1), umgerechnet von 40 auf
den schweizerischen Durchschnitt von 41,7 Wochenarbeitsstunden Fr. 4190.- bzw. Fr.
50'280.- betragen. Bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 75% resultiert ein
Jahreseinkommen von Fr. 37'710.-. Teilzeitbeschäftigte Hilfsarbeiterinnen erhalten
einen unterproportional reduzierten Lohn, d.h. die Lohneinbusse ist geringer als die
Reduktion des Beschäftigungsgrades. Bei einem Beschäftigungsgrad von 75% beträgt
die Lohnreduktion nur 24% (vgl. die Lohnstrukturerhebung 2006 S. 16 Tabelle T2*).
Diese Reduktion des Beschäftigungsgrades als Folge der Arbeitsunfähigkeit von 25%
rechtfertigt also keinen zusätzlichen Abzug. Nun weist die Beschwerdeführerin aber
gegenüber gesunden Konkurrentinnen für einen adaptierten Arbeitsplatz einen Nachteil
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auf. Für einen potentiellen Arbeitgeber wäre ihre Anstellung nämlich mit der Gefahr
erhöhter Lohnkosten verbunden. Die Beschwerdeführerin böte etwa das Risiko
überdurchschnittlicher Krankheitsabsenzen, sie wäre weder in bezug auf die
Tagesarbeitszeit noch in bezug auf den Arbeitsplatz flexibel, d.h. sie könnte nicht bei
Bedarf Überstunden leisten und sie könnte auch nicht an einem für sie ungeeigneten
Arbeitsplatz eingesetzt werden, solange eine Arbeitskollegin dort krankheitsbedingt
abwesend wäre, und sie würde möglicherweise besondere Rücksichtnahme seitens
der Vorgesetzten oder der Kolleginnen benötigen. Diesen Nachteil müsste die
Beschwerdeführerin mit einem unterdurchschnittlichen Lohn kompensieren, um
konkurrenzfähig zu sein und ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen und
ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwerten zu können. Deshalb ist der Betrag von Fr.
37'710.- weiter zu reduzieren, denn der statistisch ermittelte Zentralwert beruht
ausschliesslich auf den von gesunden Hilfsarbeiterinnen erzielten Löhnen. Mit einem
weiteren Abzug von 10% hat die Beschwerdegegnerin ihr Ermessen korrekt ausgeübt,
denn die Konkurrenznachteile der Beschwerdeführerin entsprechen trotz der
Kombination von körperlicher und psychischer Beeinträchtigung dem Durchschnitt, der
praxisgemäss einen Abzug von 10% rechtfertigt. Das Alter der Beschwerdeführerin ist
dabei irrelevant, denn es ist zwar ein (hier irrelevanter) Nachteil bei der Stellensuche,
aber kein Nachteil bei der Ausübung einer leichten, behinderungsangepassten
Hilfsarbeit. Das zumutbare Invalideneinkommen beträgt somit Fr. 33'940.-. Die
Beschwerdeführerin hat ihre selbständige Tätigkeit als Gastwirtin aufgegeben. Schuld
daran war nicht (zumindest nicht allein) die Gesundheitsbeeinträchtigung, sondern die
Tatsache, dass die Wirtschaft nicht gewinnbringend geführt werden konnte. Unter
diesen Umständen kann nicht davon ausgegangen werden, dass die
Beschwerdeführerin im fiktiven "Gesundheitsfall" weiterhin einer selbständigen
Erwerbstätigkeit als Gastwirtin nachgegangen wäre. Sie hätte ihre Arbeitskraft nicht
weiter im Gastgewerbe verwertet, da sie trotz ihrer Berufserfahrung als Folge der
fehlenden Berufsausbildung in dieser Branche keine qualifizierte Stelle hätte finden
können. Es ist nicht anzunehmen, dass sie im fiktiven "Gesundheitsfall" nach dem
Ende des Pachtvertrages als Service- oder Küchenangestellte tätig gewesen wäre. Sie
wäre vielmehr irgendeiner Hilfsarbeit nachgegangen, denn damit hätte sie mehr
verdient als im eher tiefe Hilfsarbeiterlöhne ausrichtenden Gastgewerbe. Das bedeutet,
dass auch das Valideneinkommen anhand des Zentralwerts 2006 der Löhne der
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Hilfsarbeiterinnen zu bemessen ist. Es beläuft sich somit auf Fr. 50'280.-. Bei einem
zumutbaren Invalideneinkommen von Fr. 33'940.- resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr. 16'340.-. Das entspricht einem Invaliditätsgrad von 32%. Die Beschwerdegegnerin
hat somit zu Recht einen Rentenanspruch verneint.
5.
Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1 IVG). Die vollumfänglich
unterliegende Beschwerdeführerin hat die gesamten Kosten zu bezahlen. Diese
bemessen sich nach dem Verfahrensaufwand. Der konkrete Aufwand bewegt sich im
mittleren Rahmen und entspricht praxisgemäss einer Gerichtsgebühr von Fr. 600.-.
Diese ist durch den geleisteten Vorschuss in gleicher Höhe gedeckt. Da die
Beschwerdeführerin vollumfänglich unterliegt, hat sie keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG