Decision ID: d89c6752-35ee-4c06-8d3f-347595cc9acc
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1961
geborene
X._
ist seit dem
1. Juli 2013 als Geschäftsbe
reichsleiter bei der Y._
angestellt und im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses bei der
Suva
gegen die Folgen von Unfällen versichert. Mit Schadenmeldung UVG
vom 12. September 2013
liess er der
Suva
mitteilen, dass er
gleichentags
einen Auffahrunfall erlitten und sich dabei eine Prellung der Halswirbelsäule
(HWS)
zugezogen habe (Urk. 11/1). Die den Versicherten am Unfalltag behandelnden Ärzte des
Z._
stellten die Diagnosen einer Kontusion der
HWS
sowie einer contusio capitis (Bericht vom 1
2.
September 2013
;
Urk. 11/15
/2
).
Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistun
gen (Heilbehandlung und Taggeld).
Mit Verfügung vom 1
4.
August 2015
schloss die Suva den Fall per 31. August 2015 ab und stellte ihre Leistungen ein. Einen Anspruch auf weitere Versiche
rungsleistungen verneinte sie mit der Begründung,
die noch bestehenden Be
schwerden
seien
nicht mehr unfallbedingt, sondern ausschliesslich krankhafter Natur (Urk. 11/123). Die vom Versicherten gegen diesen Entscheid erhobene Einsprache vom 1
7.
September 2015 (Urk. 11/131) wies die Suva am 4. De
-
zember 2015 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
22. Januar 2016
Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte,
der
Einspracheentscheid
vom
4. Dezember 2015
sei aufzuheben und es sei
en ihm weiterhin die gesetzlichen Leistungen aus UVG auszurichten. Dazu reichte er unter anderem einen Bericht von Dr. med. A._, Facharzt FMH für Neurologie, vom 21. Januar 2016 (Urk. 3/3) ein.
Am
12. Mai 2016
(Urk.
9
) be
antragte die
Suva
unter Beilage der interdisziplinären Beurteilung ihrer Versi
cherungsmediziner vom 7. April 2016 (Urk. 10) die
Abweisung der Beschwerde
. Mit Replik vom 21. September 2016 (Urk. 17) beziehungsweise Duplik vom 3. Oktober 2016 (Urk. 21) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
sicherung (UVV) in Kraft getre
ten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Än
derung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufs
krankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 1
2.
September 2013 ereignet, wes
halb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invaliden
rente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortset
zung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszu
standes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Ein
gliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschl
ossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2
UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2.
Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist
. Die Verwendung des Be
griffes „
namhaft" in Art.
19 Abs.
1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art.
10 Abs.
1 UVG er
hoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen
–
wie etwa einer Badekur
–
zu erwartender ge
ringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versi
cherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE
134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_6
39/2014 vom 2. Dezember 2014 E.
3).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Ist ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörun
gen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausal
zusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen. Es ist zu beto
nen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürli
chen Kausalzusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte ge
sundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b).
1.5
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.
6
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
Objektivierbar
sind Untersu
chungsergebnisse, die reproduzierbar sind und von der Person des Un
tersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (BGE 138 V 248 E. 5.1 S. 251 mit Hinweis). Ob eine organisch objektiv ausgewiesene Unfallfolge vorliegt, beurteilt sich nach dem im Sozialversiche
rungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 188).
1.7
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer ge
wissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Be
einträchtigun
gen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zu
rückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Störun
gen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeu
tung für die Entstehung der Arbeits- bezie
hungsweise der Erwerbsunfähigkeit zu
kommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit ande
ren Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adä
quate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträch
tigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittle
ren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig da
von, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
-
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
-
erhebliche Beschwerden;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bundes
gericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psy
chischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Be
schwerden auf eine Dif
ferenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht ent
scheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psy
chischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/aa und 367 E. 6a).
1.8
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zu
verlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die be
fragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversiche
rungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/ee, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Einspracheentscheid (Urk. 2) damit, es könne angenommen werden, dass keine objektivierbaren, somatischen Un
fallfolgen struktureller Art bestünden (S. 11). Nach Prüfung der Adäquanzkrite
rien sei eine Kausalität zwischen den geklagten Beschwerden und der Auffahr
kollision zu verneinen. Die Leistungseinstellung sei deshalb zu Recht erfolgt (S. 11 und S. 13-18).
In ihrer
Beschwerdeantwort (
Urk. 9
) hielt sie ergänzend fest,
strukturelle Läsio
nen seien nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit er
stellt. Dies sei auch durch die interdisziplinäre Beurteilung vom 7. April 2016 (Urk. 10) bestätigt worden. Eine schadenstiftende Flexion-/Extensionsbewegung sei zudem nicht nachgewiesen. Weiter habe die interdisziplinäre Beurteilung ge
zeigt, dass keine organischen Befunde für die geltend gemachten Beschwerden beständen und die Beurteilung der Adäquanz zu Recht nach der HWS-Praxis erfolgt sei (S. 3 f.). Eine richtungsgebende Verschlimmerung der vorbestehenden fortgeschrittenen degenerativen Wirbelsäulenveränderungen könne nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit angenommen werden (S. 5 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers habe Druck auf die Be
schwerdegegnerin ausgeübt. Diese habe daraufhin ihre Leistungen gestützt auf die mängelbehafteten vertrauensärztlichen Aktenbeurteilungen der Haftpflicht
versicherung eingestellt, ohne eine eigene kreisärztliche Untersuchung zu ver
anlassen. Damit habe sie ihre gesetzliche Abklärungspflicht verletzt (S. 4-9). Das nach dem Unfall erstellte MRI habe strukturelle Läsionen im Bereich von C7/TH1 ergeben. Bei dieser Ausgangslage bleibe kein Raum, um für die Beur
teilung der Adäquanz die vom Bundesgericht entwickelte HWS-Rechtsprechung heranzuziehen (S. 5). Der adäquate Kausalzusammenhang sei jedoch - aus näher dargelegten Gründen - auch bei Anwendung der HWS-Rechtsprechung zu beja
hen (S. 12 f.). Gemäss Dr. A._ sei die erhebliche Zunahme degenerativer Ver
änderungen auf eine richtungsgebende Verschlimmerung des bekannten dege
nerativen Vorzustandes zurückzuführen (S. 10).
In seiner Replik (
Urk.
17) hielt er ergänzend fest, die
- versicherungsinterne -
interdisziplinäre
Beurteilung vom 7. April 2016 bestätige, dass das Unfallereig
nis traumatische Läsionen verursacht habe. Es sei deshalb zumindest von einer Teilursächlichkeit dieser Läsionen mit Blick auf das persistierende Beschwerde
bild auszugehen (S. 3). Die Progredienz der degenerativen Veränderungen werde zudem zumindest teilweise auf das Trauma zurückgeführt und insofern eine Teilursache bejaht, was wiederum für die Bejahung einer richtungsweisenden Verschlimmerung genüge (S. 7). In Bezug auf seine neurokognitiven Einschrän
kungen bestehe zudem ein weitgehend blander Vorzustand. Von seinem Schlaganfall habe er sich bereits im Juni 2010 vollständig erholt und sei bezüg
lich der seit dem Unfall persistierenden Problematik beschwerdefrei gewesen (S. 7 f.). Zur unfallbedingten Gang- und Standataxie habe sich die Beurteilung zu
dem nicht geäussert. Vor dem Unfall seien keine diesbezüglichen Befunde erho
ben worden (S. 9).
3.
3.1
Die Erstbehandlung fand am Unfalltag im Z._ statt. Die Ärzte des Z._ diagnos
tizierten eine Kontusion der HWS sowie eine contusio capitis und führ
ten aus, es beständen keine ossären Läsionen, jedoch eine Druckdolenz an der oberen HWS (Urk. 11/15/2).
3.2
Dem von Oberarzt Dr. med. B._ ausgefüllten Dokumentationsbogen für Erst
konsultationen nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma (bei der Be
schwerdegegnerin eingegangen am 22. Oktober 2013) kann entnommen werden, dass die Bewegung der HWS weder eingeschränkt noch mit Schmerzen verbun
den gewesen war. Es bestehe jedoch ein Stauchungsschmerz und der Beschwer
deführer habe sofort nach dem Unfall an Kopf- und Nackenschmerzen sowie Schwindel gelitten (Urk. 11/22).
3.3
Gemäss Dr. med. C._, Fachärztin für Radiologie und Neuroradiologie, vom D._, zeigte das MRI der HWS vom 27. November 2013 (Urk. 11/47) eine Schwellung und leichte T2w Hyperintensität entlang des Ligamentum supraspinale auf Höhe des Processus spinosus C7 im Sinne eines Risses, einen möglichen Riss des Ligamentum longitudinale anterius auf Höhe C7/Th1 und eine 12 mm lange Hämosiderin-Ablagerung im Prävertebralraum auf Höhe Th1/Th2 als typisches Zeichen einer Extensions- / Flexions-Verlet
zung. Zudem seien ausgeprägte degenerative Veränderungen der HWS mit Punctum maximum auf Höhe C5/C6 und C6/C7 und weniger ausgeprägt auf Höhe C3/C4, eine mögliche Affektion der Radices C6 rechts und C7 beidseits sowie eine Impression der Medulla spinalis auf Höhe C3/C4 und C5/C6 ohne Myelopathie ersichtlich.
3.4
Dr. A._ hielt in seinem Bericht vom 3. September 2014 (Urk. 11/81) fest, im MR der HWS würden posttraumatische Veränderungen im Bereich der HWS beschrieben. Klinisch-neurologisch finde sich aktuell noch ein mässig ausge
prägtes Cervicalsyndrom. Subjektiv sehr störend für den Beschwerdeführer seien die neuropsychologischen Funktionsstörungen. Als Folge des Unfalls leide er noch unter cervicogenen Kopfschmerzen, Schwindel und Gangunsicherheit. Kli
nisch lasse sich eine Gang- und Standataxie feststellen, wahrscheinlich seien diese Ausfälle als posttraumatisch zu interpretieren (S. 3 f.).
3.5
In der neuropsychologischen Standortbestimmung vom 28. Oktober 2014 (Urk. 11/92) führte lic. phil. E._, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP und Psychotherapie FSP, aus, es würden sich minimale bis leichte Störungen im Aufmerksamkeitsbereich, bei der Umstellfähigkeit und leichte Störungen bei den Lern- und Frischgedächtnisfunktionen objektivieren lassen. Weiter lasse sich eine Figur-Grunddifferenzierungsschwäche und eine leicht verlangsamte visu
elle Exploration von Arbeitsvorlagen bei sonst unauffälliger visuo-konstruktiver Informationsverarbeitung und unauffälliger Reaktionslatenz bei der Verarbei
tung von PC-getakteten visuell-räumlichen Stimuli beobachten. Die psycho
mentale Dauerbelastbarkeit sei leicht reduziert. Der Beschwerdeführer könne grundsätzlich alle kognitiven Anforderungen seiner ausgeübten Tätigkeit als Director Business Development and Marketing nach wie vor bewältigen. Er habe sich geeignete Arbeitstechniken und Umgehungsstrategien angeeignet, um seine Arbeitsaufgaben trotz kognitivem Mehraufwand bewältigen zu können. Auf
grund der minimal verlangsamten und leicht erschwerten (visuell-räumlichen) Informationsverarbeitung benötige er für alle Aufgaben, die unter visueller Kontrolle ausgeführt werden müssten, mehr Zeit und ermüde dabei auch ra
scher. Aus neuropsychologischer Sicht könne ihm ein Arbeitspensum von ma
ximal 80 % zugemutet werden, bis sich die verfügbare psychomentale Belast
barkeit stabilisiert habe (S. 6 f.).
3.6
In der Beurteilung des MRI der HWS vom 11. August 2015 (Urk. 11/124) führte Dr. C._ aus, als normale Evolution der in der Voruntersuchung beschriebe
nen posttraumatischen Veränderungen bestehe aktuell kein prävertebrales Hä
matom auf Höhe C7/Th1 und kein Ödem/Schwellung des Ligamentum supraspi
nale und Ligamentum interspinale entlang des Processus spinosus C7. Hingegen bestehe ein neu aufgetretener Übergang einer Osteochondrose Typ Modic 2 in Typ Modic 1 (ödematöse Knochenmarksveränderung) in den Wirbelkörper C6 und C7, aber keine Zeichen einer Osteodiscitis. Die übrigen fortgeschrittenen degenerativen Veränderungen der HWS seien unverändert.
3.7
Dr. A._ führte in seiner Stellungnahme vom 21. Januar 2016 (Urk. 3/3) zu Händen des Beschwerdeführers aus, im neuen MRI vom 11. August 2015 hätten keine Blutungsreste im prävertebralen Raum Höhe C7/Th1 mehr nachgewiesen werden können. Dafür habe sich eine erhebliche Zunahme der degenerativen Veränderungen mit Übergang einer Osteochondrose Typ Modic 2 in Typ Modic 1 (ödematöse Knochenmarksveränderungen) in den Wirbelkörpern C6 und C7 gezeigt. Diese Veränderungen seien in der Region, wo das Trauma anhand der Blutungsreste (MRI vom 27. November 2013) nachgewiesen sei. Dies sei als richtungsgebende Verschlimmerung des bekannten degenerativen Vorzustandes zu interpretieren. Zudem sei von einer leichten traumatischen Verletzung des Halsmarkes auszugehen. Dass im MRI vom 27. November 2013 im Rückenmark keine Schädigung mehr habe nachgewiesen werden können, spreche nicht da
gegen, da die Latenz zum Unfall zu lang gewesen sei. Die neurologisch feststell
bare Gang- und Standataxie werde auf diese Verletzung des Halsmarkes zu
rückgeführt. In der neurologischen Voruntersuchung am 3. Oktober 2012 sei keine solche Ataxie dokumentiert worden (S. 2). Die von Dr. phil. E._ fest
gestellte leichte neuropsychologische Funktionsstörung sei als unfallkausal zu interpretieren. Das Schlaf-Apnoe-Syndrom werde seit Dezember 2010 mittels CPAP erfolgreich behandelt und habe für den Beschwerdeführer keinen Krank
heitswert mehr (S. 3).
3.8
In der interdisziplinären Beurteilung der Abteilung Versicherungsmedizin der Beschwerdegegnerin vom 7. April 2016 (Urk. 10) führten med. pract. F._, Facharzt für Chirurgie, Dr. med. G._, Fachärztin für Neurologie FMH, und Prof. Dr. med. H._, Facharzt für Radiologie FMH, speziell Neuroradiologie, aus, e
s bestünden sehr ausgeprägte degenerative Veränderungen der Halswir
belsäule. Deshalb sei es schwierig zu differenzieren, ob die Ursache der Irregu
laritäten des Ligamentum longitudinale anterius posttraumatischer oder dege
nerativer Genese sei. Eine relative Befundänderung im Verlauf der Zeit sei dies
bezüglich nicht festzustellen, auch nicht in Bezug auf die beschriebenen Verän
derungen des Ligamentum supraspinale in Höhe des HWK
7.
Bei der zweiten MRI-Untersuchung vom 1
1.
August 2015 sei eine Zunahme des intravertebralen Ödems insbesondere in den HWK 5, 6 und 7 festzustellen. Es sei sehr unwahr
scheinlich, dass diese Veränderungen durch das Trauma von 2013 zu erklären seien, da direkt trauma-assoziierte Knochenmarksveränderungen in der Akut
phase nach dem Trauma stärker ausgeprägt sein müssten. Es sei zwar möglich, dass die Veränderungen durch das Trauma akzentuiert worden seien, anderer
seits seien degenerative Veränderungen sehr häufig auch ohne Traumaereignis im Laufe der Zeit progredient. Es sei daher nicht mit letzter Sicherheit möglich zu differenzieren, welcher Anteil der Veränderungen möglicherweise durch das Trauma akzentuiert worden sei. Eine traumatische Veränderung des Halsmarks könne anhand der vorliegenden Untersuchungen nicht festgestellt werden. Im Bereich des Neurokraniums seien keine posttraumatischen Läsionen zu erken
nen. Es müsse kontrovers diskutiert werden, ob ein prävertebrales
Hämatom vorgelegen habe (S. 7).
Der Beschwerdeführer habe am 25. Oktober 2009 eine cerebrale Durchblutungs
störung im Sinne eines Schlaganfalles respektive Hirninfarktes erlitten. Nach mehrmonatiger Rehabilitation hätten sich Lähmungen rechts und eine Sprach
störung praktisch komplett zurückgebildet. Im März 2011 sei eine Phase mit Schwindel und Sensibilitätsstörungen in den Beinen und eine Verstärkung des bekannten Tinnitus Anlass stationärer Diagnostik gewesen. Eine erneute cereb
rale Durchblutungsstörung habe ausgeschlossen werden können. Der
Beschwer
deführer
habe zu diesem Zeitpunkt auch über Konzentrationsschwierigkeiten und Kopfschmerzen berichtet. Neurologisch sei zu diesem Zeitpunkt einge
schätzt worden, dass diese Beschwerden seit mehr als 10 Jahren bekannt seien und intermittierend in ihrer Ausprägung unterschiedlich wahrgenommen wür
den. Nach dem Unfall vom 12. September 2013 habe es weder echtzeitliche Hinweise für eine akute Hirnfunktionsstörung im Rahmen des Unfalles noch in der bildgebenden Diagnostik durch Nachweis allfälliger struktureller Hirnläsio
nen gegeben (S. 7 f.).
Ein Längsriss des Ligamentum longitudinale anterius sei mit den vorliegenden medizinischen Dokumenten und der vorliegenden bildgebenden Diagnostik nicht dokumentiert und nicht objektiviert. Ein Riss des Ligamentum longitudi
nale anterius w
e
rd
e
anhand indirekter Veränderungen (Hämosiderin in den Weichteilen vor der Wirbelsäule) von
Dr. C._
vermutet. Auch Prof
.
Dr. H._
halte
einen Riss dieses Ligament
s
nur für möglich. Sollte eine solche Verletzung tatsächlich vorgelegen haben, so
sei diese klinisch und MR-tomogra
phisch aus
geheilt.
Dr. A._
beschreib
e
am 1
4. August
2014 nur n
och ein mässig ausge
prägtes Zer
vikalsyndrom mit guter Funktion der HWS, das MRI
vom 1
1.
August 2015 objektiviere keine Verletzungsfolgen mehr, auch keine der als indirekte Hinweise auf das mögliche Vorliegen einer ligamentären Verletzung gedeuteten Veränderungen. Die Änderung des Knochenmarködems im
6.
und
7.
Halswirbel
-
körper, die von
Dr. C._
und
Dr. A._
als Rückbildung eines Modic Typ
2
in einen Modic Typ
1
im Bereich des Segmentes C6/C7 postuliert werde, sei bei eigener Einsichtnahme in die bildgebende Diagnostik nicht nach
vollziehbar. Zwar sei eine Zunahme eines intravertebralen Knochenmarködems der Wirbelkörper HWK 5, 6 und 7 feststellbar, ein Knochenmarködem sei jedoch ein unspezifisches Zeichen. Degenerative Veränderungen würden zudem sehr häufig auch ohne ein Trauma im Laufe der Zeit einen Progress zeigen. Eine Verschlimmerung der vorbestehenden fortgeschrittenen degenerativen Wirbel
säulenveränderungen durch das Ereignis vom 1
2.
September 2013 könne nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit angenommen werden. Eine traumatische Verletzung des Halsmarks sei bildgebend mit dem MRI vom 2
7.
November 2013 und vom 1
1.
August 2015 nicht objektiviert. Die neuropsychologische Untersu
chung vom 2
8.
Mai 2015 habe neuropsychologische Auffälligkeiten respektive Funktionseinschränkungen dargestellt. Eine strukturelle Hirnläsion, die als Er
klärung für diese Auffälligkeiten dienen könnte, sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit dem Unfall vom 1
2.
September 2013 entstanden. Nach dem 3
1.
August 2015 bestände
n
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein unfallbedingter Behandlungsbedarf und auch keine un
fallbedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der Tätigkeit als Geschäfts
bereichsleiter Sales und Marketing (S. 14 f.).
4.
Die Beschwerdegegnerin nahm den Fallabschluss per 3
1.
August 2015 vor. Der Beschwerdeführer absolviert keine physiotherapeutische Behandlung mehr (Urk. 11/119 S. 1) und das neuropsychologische Coaching wurde per 2
2.
Mai 2015 abgeschlossen (
Urk.
11/113).
Weitere ärztliche Behandlungen sind soweit ersichtlich keine m
ehr vorgesehen. Eine ins Gewicht fallende Besserung des Gesundheitszustands ist
vorliegend
nicht mehr zu erwarten, zumal für die Leis
tungseinstellung nicht entscheidend ist, dass die Beschwerden (vollständig) ab
geklungen sind (vgl. BGE 134 V 109 E. 4.1). Auch gemäss der interdisziplinären Beurteilung vom
7.
April 2016 (E. 3.8 hievor) ist ein unfallbedingter Behand
lungsbedarf
über den
3
1.
August 2015
hinaus
nicht erstellt.
Dies wird vom Be
schwerdeführer nicht bestritten.
Ein Fallabschluss per 31. August 2015 ist damit nicht zu beanstanden.
5.
5.1
Im Röntgenuntersuch der HWS vom 1
2.
September 2013 waren keine frischen ossären Läsionen feststellbar (E. 3.1 hievor), äussere Verletzungen wies der Be
schwerdeführer ebenfalls keine auf.
D
as MRI vom 2
7.
November 2013
zeigte
gemäss
Dr. C._
einen möglichen Riss des Ligamentum longitudinale anterius auf Höhe C7/Th1 und eine 12 mm lange Hämosiderin-Ablagerung im Präver
tebralraum auf Höhe Th1/Th2 (E. 3.3 hievor).
Auf den MRI-Bildern vom 11. August 2015 zeigte sich kein prävertebrales Hä
matom auf Höhe C7/Th1 und kein Ödem/Schwellung des Ligamentum supraspi
nale und des Ligamentum interspinale entlang des Processus spinosus C7 (E. 3.6 und E. 3.7). Entsprechend gingen die Versicherungsmediziner der Beschwerde
gegnerin davon aus, dass - soweit überhaupt jemals ein Längsriss des Liga
mentum longitudinale anterius vorgelegen haben sollte - dieser klinisch und MR-tomographisch ausgeheilt ist. Die behandelnden Ärzte des Beschwerdefüh
rers kamen zu keinem anderen Schluss, weshalb feststeht, dass im Zeitpunkt der Leistungseinstellung keine organisch nachweisbare Verletzung des Ligamentum longitudinale anterius (mehr) bestanden hat.
5.2
Der Beschwerdeführer machte weiter geltend, die erhebliche Zunahme der dege
nerativen Veränderungen der HWS sei auf eine richtungsgebende Verschlim
merung des Vorzustandes zurückzuführen. Dr. C._ schilderte in diesem Zu
sammenhang eine ödematöse Knochenmarksveränderung in den Wirbelkörpern C6 und C7 im Sinne einer Osteochondrose Typ Modic 2 in Typ Modic 1 (E. 3.6), was Dr. A._ bestätigte (E. 3.7). Letzterer ging von einer richtungsgebenden Verschlimmerung aus unter dem Hinweis, dass diese Veränderungen in der Re
gion seien, wo das Trauma nachgewiesen worden sei.
Die Versicherungsmediziner (E. 3.8) legten dagegen dar, dass angesichts der ausgeprägten degenerativen Veränderungen der HWS eine Differenzierung der Ursache der Irregularitäten des Ligamentum longitudinale anterius nach post
traumatischer oder degenerativer Genese nicht möglich sei. Nachvollziehbar ist insbesondere der Hinweis, dass Knochenmarksveränderungen in der Akutphase nach dem Trauma stärker ausgeprägt sein müssten, was nicht der Fall ist. Ebenso leuchtet ein, dass degenerative Veränderungen auch ohne Traumaereig
nis häufig progredient verlaufen. Jedenfalls konnte keine traumatische Verän
derung des Halsmarks festgestellt werden.
Aufgrund der medizinischen Einschätzungen steht demnach fest, dass der direkt nach dem Unfall vermutete Riss des Ligamentum longitudinale anterius im Zeitpunkt der Leistungseinstellung ausgeheilt war und nicht erstellt ist, dass dieser zu einer Veränderung der Wirbelverhältnisse im HWK7 geführt hat. Der Umstand, dass die Anomalien am selben Wirbelkörper bestehen, führen nicht zur Annahme einer Kausalität. Anzumerken ist, dass bereits vorbestehend eine Osteochondrose Typ Modic 2 bestätigt worden war, nunmehr aber lediglich ein Typ Modic 1 vorliegt (Urk. 10/124 S. 2). Inwiefern damit - bei unspezifischem Befund (E. 3.9 in fine) - eine unfallbedingte richtungsgebende Verschlechterung ausgewiesen sein sollte, ist nicht ersichtlich.
Zu ergänzen bleibt, dass – wie vorliegend – auch reine Aktengutachten beweiskräftig sein können,
sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich fest stehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1).
5.3
Der Beschwerdeführer
brachte vor
, unmittelbar vor dem Unfall weder unter neuro
kognitive
n
Einschränkungen noch eine
r
Gang- und Standataxie gelitten zu haben.
Hiezu ist darauf hinzuweisen, dass die Argumentation nach der For
mel „post hoc ergo propter hoc“, nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach die
sem aufgetreten ist, beweisrechtlich nicht zulässig ist (BGE 119 V 335 E.
2b/bb, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Aus dem Umstand, dass diesbezüglich ein blander Vorzustand bestand, vermag der
Be
schwerdeführer
damit nichts zu seinen Gunsten abzuleiten.
Dr. A._ berichtete am 3. September 2014 über geklagte Schwindelgefühle mit allgemeinem Unsicherheitsgefühl sowie Gangunsicherheit. Er diagnostizierte eine leichte Gangataxie (E. 3.4). Am 21. Januar 2016 ergänzte er, die
neurolo
gisch feststellbare Gang- und Standataxie werde auf
eine
Verletzung des Hals
markes zurückgeführt
.
Dass im MRI vom 2
7.
November 2013 im Rückenmark keine Schädigung mehr habe nachgewiesen werden können, spreche nicht da
gegen, da die Latenz zum Unfall zu lang gewesen sei
(E. 3.7)
.
Aktenkundig ist, dass weder im MRI vom 27. November 2013 noch in jenem vom 11. August 2015 eine Verletzung des Halsmarks ersichtlich war, welche für die Gleichgewichtsproblematik verantwortlich gemacht wurde. Ein entsprechen
der Befund wurde mithin nur vermutet, lässt sich aber - wie die Versicherungs
ärzte der Beschwerdegegnerin nachvollziehbar festgehalten haben - nicht ob
jektivieren (E. 3.8 in fine).
5.4
In Bezug auf die Genese der neuropsychologischen Einschränkungen ist zu bemer
ken, dass v
on organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen - bei denen die Unfalladäquanz praktisch keine Rolle spielt - erst gesprochen werden kann, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen be
stätigt werden und die angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich auf breiter Basis anerkannt sind. Dies gilt auch für neuropsychologische Defizite (Urteil
des Bundesgerichts 8C_948/2012 vom 7. März 2013 E. 2 mit Hinweisen
).
In den Akten sind keine im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 31. August 2015 bestehenden organischen Schäden dokumentiert, welche für die neuropsy
chologischen Einschränkungen in Frage kommen. Der entsprechenden Inter
pretation von Dr. A._ vom 21. Januar 2016 fehlt eine Begründung (Urk. 3/3 S. 3). Lic. phil. E._ brachte die festgestellten Auffälligkeiten denn auch mit dem Status nach partiellem Posteriorinsult vom 25. Oktober 2009 in Zusammenhang und schloss auf eine Dekompensation der wieder erlangten psychomentalen Leistungsfähigkeit (Urk. 11/92 S. 7), ohne einen apparativ/bild- gebenden Befund nennen zu können.
5.5
Ein unfallbedingtes organisches Substrat der geklagten gesundheitlichen Störun
gen im Sinne einer bildgebend oder sonst wie nachweisbaren strukturel
len Veränderung ist zusammenfassend nicht erstellt.
Von weiteren
diesbezügli
chen
Abklärung
- wie vom Beschwerdeführer beantragt -
sind keine zusätzli
chen Er
kenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter Beweiswürdi
gung (
vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen)
zu
verzichte
n
ist
.
5.6
Nachfolgend ist deshalb anhand der sogenannten HWS-Praxis (vgl. E. 1.7 hie
vor) zu prüfen, ob die geklagten Beschwerden in einem natürlichen und adä
quaten Kausalzusammenhang zum Unfall vom 12. September 2013 stehen.
6.
6.1
Von den behandelnden Ärzten wurde ein Schleudertrauma der HWS diagnosti
ziert. Ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild liegt vor, klagte der Beschwerdeführer doch sofort nach dem Unfall über Kopf- und Nackenschmer
zen sowie Schwindel und in der Folge auch über Konzentrationsschwierigkeiten, gelegentliche Wortfindungsstörungen, eine ständige Müdigkeit und eine ver
mehrte Reizbarkeit (E. 3.2, E. 3.5 und E. 3.8 hievor). Der natürliche Kausalzu
sammenhang zwischen dem Unfall und der teilweisen Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers ist damit zu bejahen.
6.2
6.2.1
Bei der Adäquanzprüfung ist die Schwere des Unfalls aufgrund des augenfälli
gen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen (BGE 134 V 109 E. 10.1).
Beim Unfall vom 1
2.
September 2013 fuhr ein nach
folgende
r Lieferwagen
auf das Heck des wegen
eines auf die Strasse tretenden
Kinde
s
abbremsenden, vom Beschwerdeführer gelenkten Personenwagens auf.
Das nachfolgende Fahrzeug war dabei mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 50 km / h unterwegs, konnte jedoch trotz
Vollbremsung die Kollision nicht ver
hindern (
Urk.
11/25
S. 5
). Dass beim Auto des
Beschwerdeführers ein Sachscha
den von rund
Fr.
10‘000.-- entstand, lässt entgegen dessen Ausführungen nicht ohne Weiteres auf eine massive Auffahrkollision schliessen, steht die Höhe des Sachschadens doch in direktem Zusammenhang mit dem Wert des Fahrzeuges.
Gegen eine massive Kollision spricht bereits die Tatsache, dass die Airbags nicht ausgelöst wurden (vgl. Urk. 11/22).
Der Beschwerdeführer war nach dem Unfall weder bewusstlos, noch klagte er über Übelkeit, Hör-, Seh- oder Schlafstörun
gen. Auch musste er nicht erbrechen und wies keine äusseren Verletzungen auf (
Urk.
11/22). Entsprechend der Praxis in vergleichbaren Fällen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_252/2007 vom 16. Mai 2008 E. 6.2, 8C_163/2009 vom 25. März 2009 E. 3.2, 8C_1020/2008 vom 8. April 2009
E.
5.1 und 8C_714/20
09 vom 14. April 2010 E. 6.2) ist vorliegend
von einem
mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen auszugehen. Die Adäquanz wäre daher zu bejahen, wenn ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden Krite
rien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt wäre oder mindestens vier der zu berücksichtigenden Kriterien gegeben wären (Urteil des Bundesgerichts 8C_487/2009 vom 7. Dezember 2009 E. 5).
6.2
.2
Die Kollision hat sich weder unter besonders dramatischen Begleitumständen ereignet noch war sie von besonderer Eindrücklichkeit.
6.2.3
Die Diagnose einer HWS-Distorsion (oder einer anderen, adäquanzrechtlich gleich zu behandelnden Verletzung) genügt für sich allein nicht zur Bejahung des Kriteriums der Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzung. Zur Bejahung dieses Kriteriums bedarf es einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma beziehungsweise für die adäquanzrechtlich äquivalente Verlet
zung typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, die das Beschwerdebild beeinflussen können. Es kann sich dabei zum Beispiel um eine beim Unfall ein
genommene spezielle Körperhaltung und die dadurch bewirkten Komplikationen handeln. Auch erhebliche Verletzungen, welche sich die versicherte Person ne
ben dem Schleudertrauma, der äquivalenten Verletzung der HWS oder dem Schädel-Hirntrauma beim Unfall zugezogen hat, können bedeutsam sein (
BGE 134 V 109
E.
10.2.2).
Eine HWS-Distorsion, welche eine bereits erheblich vorgeschädigte Wirbelsäule trif
ft, ist speziell geeignet, die „
typischen" Symptome hervorzurufen, weshalb sie als Verletzung besonderer Art zu qualifizieren
ist
. Dabei ist allerdings in der Regel vorausgesetzt, dass die versicherte Person aufgrund der Vorschädigung unmittelbar vor dem Unfall mindestens teilweise arbeitsunfähig war
(Urteil des Bundesgerichts 8C_757/2013 vom
4.
März 2014 E. 4.3 mit Hinweisen, insbes. auf
SVR 2007 UV Nr. 1 S.
1)
.
Eine Verletzung besonderer Art ist nicht schon deshalb anzunehmen, weil die versicherte Person bereits in der Vergangenheit Autounfälle erlitten hat. Viel
mehr rechtfertigt sich eine entsprechende Qualifikation der erlittenen Verlet
zungen nur bei Vorliegen einer erheblich vorgeschädigten Wirbelsäule
(Urteil des Bundesgerichts 8C_682/2013 vom 14. Februar 2014 E. 11.1 mit Hinweis auf Urteil
8C_413/2008 E. 6.3.2
).
Im Röntgenuntersuch der HWS vom 12. September 2013
waren keine frischen ossären Läsionen feststellbar, der Beschwerdeführer wies auch keine äusseren Verletzungen auf. Auch sonst kann nicht von erheblichen Verletzungen oder einer besonderen Schwere der am Unfalltag geklagten Beschwerden gesprochen werden. Im Zeitpunkt des Unfalls war die Kopfstellung des Beschwerdeführers gerade und er befand sich in aufrechter Sitzposition (Urk. 11/22), von einer beim Unfall eingenommenen speziellen Körperhaltung ist nicht auszugehen. Zwar bestanden bereits vor dem Unfall ausgeprägte degenerative Veränderun
gen der Halswirbelsäule, doch hatte dies dannzumal zu keiner Arbeitsunfähig
keit geführt. Der dokumentierte Riss im Ligamentum longitudinale anterius heilte aktenkundig ab und eine Verletzung des Halsmarks war nicht nachweis
bar. Mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung ist das Kriterium einer
schweren oder besonders gearteten Verletzung
damit zu verneinen.
6.2.4
Zu prüfen ist weiter das Kriterium der fortgesetzt
en
s
pezifischen, belastenden ärztli
chen Behandlung bis zum Fallabschluss am 3
1.
August 2015.
Dieses Krite
rium bedingt,
gesamthaft betrachtet, eine kontinuierliche, mit einer gewissen
Planmässigkeit
auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztli
che Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer.
Blosse
ärztliche Verlaufskon
trollen und
Abklärungsmassnahmen
sowie manualtherapeutische und medika
mentöse Behandlungen vermögen das Kriterium nicht zu erfüllen (
Urteil des Bundesgerichts 8C_62/2013 vom 1
1.
September 2013 E. 8.3
). Dies gilt auch fü
r ärztlich/physiotherapeutische Behandlungen
, medizinische Trainingstherapie sowie
für einen
stationäre
n
Aufenthalt in einer Rehaklinik, soweit sich die
Be
handlungen
in einem nach HWS-Distorsionen üblichen Umfang bewegen. Ins
besondere können Behandlungen mit Massage, Heimgymnastik, Atlastherapie, Kraniosakraltherapie, Neuraltherapie sowie Kortisoninfiltration oder Lymph
drainage nicht als überdurchschnittlich belastend im Sinne der Rechtsprechung bezeichnet werden;
praxisgemäss
werden an dieses Kriterium deutlich höhere Anforderungen gestellt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_635/2013 vom 9.
April 2014 E.
4.4.3
mit Hinweis
auf Urteil 8C_910/2009 vom 13.
Januar 2010 E.
4.4
).
Daran ändert auch nichts, wenn Schmerzmittel verabreicht oder Psycho
pharmaka eingenommen wurden und letztere allenfalls Nebenwirkungen auf
wiesen (vgl. Urteile
des Bundesgerichts
8C_377/2013 vom 2.
Oktober 2013 E.
7.3.2 und
8C_29/2010 vom 27.
Mai 2010 E. 5.3).
Einzig aufgrund des Umstandes, dass der Beschwerdeführer seine Beschwerden seit dem Unfall bei verschiedenen Fachpersonen zu lindern versuchte,
resultiert noch keine erhebliche Belastung im Sinne der Rechtsprechung, zumal eine Be
handlungsbedürftigkeit (in Form medikamentöser Schmerz- und
Physiotherapie) während zwei bis drei Jahren nach einem Schleudertrauma der HWS respektive äquivalenten Verletzungen mit ähnlichem Beschwerdebild durchaus üblich ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_402/2007 vom 23. April 2008 E. 5.2.3).
Das Kri
terium der
fortgesetzt
en
s
pezifischen, belastenden ärztli
chen Behandlung
ist damit nicht erfüllt.
6.2.5
Adäquanzrelevant können nur in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallab
schluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehende erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im Le
bensalltag erfährt (
Urteil des Bundesgerichts 8C_682/2013 vom 1
4.
Februar 2014 E.
11.2
m
it Hinweis auf BGE 134 V 109 E.
10.2.4).
Der Beschwerdeführer lei
det hauptsächlich an Kopf-, Nacken- und Schulterschmerzen, Schwindelge
fühlen, einer Gangunsicherheit, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit und einer verminderten Leistungsfähigkeit (E. 3.4, E. 3.5 und E. 3.8 hievor). Er kann
je
doch
seinen Lebensalltag selber bestreiten und ist seit Januar 2014 wieder zu 70 bis 100
%
erwerbstätig (E. 3.8 hievor). Die Beschwerden übersteigen das bei HWS-Distorsionen übliche Mass somit
jedenfalls nicht derart, dass das Krite
rium „erhebliche Beschwerden“ in besonders ausgeprägter Weise bejaht werden könnte (Urteil des Bundesgerichts 8C_580/2010 vom 30. August
2010 E. 5.3.2 mit weiterem Hin
weis).
6.2
.6
Mangels entsprechender Anhaltspunkte in den Akten kann nicht von einer ärztli
chen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, gesprochen werden.
6.2
.7
Ebenso
zu verneinen ist sodann das Kri
terium des schwierigen Heilungs
verlaufs und der erheblichen Komplikationen. Hiefür bedürfte es besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben. Dass Beschwerden trotz der durchge
führten Behandlungen persistieren, genügt ebenso wenig (Urteil des Bundesge
richts 8C_1015/2008 vom 6. April 2009 E. 5.4.3) wie der Umstand, dass die versicherte Person unter verschiedenartigen Symptomen leidet, die sich im Rahmen umfassender medizinischer Untersuchungen keinem organisch nach
weisbaren Substrat zuordnen lassen, handelt es sich dabei doch gerade um ein für eine Schleudertrauma-Verletzung charakteristisches Phänomen (vgl. BGE 117 V 359 E. 4b).
6.2.8
Was
schliesslich
das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewie
sener Anstrengungen anbelangt, ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis mittelschweren Schleudertraumen der HWS ein längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeit
sprozess vom medizinischen Stand
punkt aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähig
keit ist daher
massgebend
, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als sol
che, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unter
nimmt. Darin liegt der Anreiz für die versicherte Person, alles daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig zu werden. Gelingt es ihr trotz solcher Anstren
gungen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkenn
bar sein, sich durch aktive Mitwirkung rasch
möglichst wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstren
gungen der versicherten Person kön
nen sich insbesondere in ernsthaften Ar
beitsversuchen trotz allfälliger persönli
cher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen von medizinischen
Thera
piemassnahmen
zu berücksichtigen. Sodann können Bemühungen um alterna
tive, der gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach
Art.
19
Abs.
1 UVG in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen (Urteil des Bundesgerichts 8C_252/2007 vom 1
6.
Mai 2008 E. 7.7.1 mit Hinweis
auf
BGE 134 V 109
E. 10.2.7; vgl. auch
Urteil 8C_635/2013 vom
9.
April 2014 E. 4.4.5
).
Das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengun
gen bis zum Fallabschluss bezieht sich nicht nur auf den ange
stammten Beruf, sondern auch auf alternative leidensangepasste Arbeiten (Urteil des Bundesge
richts
8C_62/2013 vom 11. September 2013 E. 8.7 mit Hinweis auf BGE 134 V 109
E. 10.2.7).
Vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer nach dem Unfall so rasch als möglich seine angestammte Tätigkeit wieder auszuüben versuchte und seit Ja
nuar 2014
- zwischenzeitlich entgegen der Empfehlung seiner behandelnden Neuropsychologin (vgl. Urk. 11/92, Urk. 11/102 und Urk. 11/113) -
wieder zu 70 bis 100
%
erwerbstätig ist, ist das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähig
keit trotz ausgewiesener Anstrengungen zu bejahen. Es sind jedoch keine un
fallbedingten, medizinischen Gründe ersichtlich, aufgrund derer das Kriterium als besonders ausgeprägt erscheint
.
6.2.9
Von den sieben relevanten Kriterien ist demnach eines in nicht besonders
ausge
prägter Weise erfüllt. Das genügt beim gegebenen Schw
eregrad des Un
falls nicht für die Bejahung der Adäquanz.
7
.
D
ie vom Beschwerdeführer ab 1. September 2015 weiterhin beklagten Gesund
heitsstörungen
stehen damit
in keinem überwiegend wahrscheinlichen
adäqua
ten
Kausalzusammenhang zum Verkehrsunfall vom 12. September 201
3.
Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen per 3
1.
August 2015 einstellte
. Dies führt
zu
r Abweisung der Beschwerde
.