Decision ID: ca1d90fd-064c-523a-90f9-005443c9e779
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
P._,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
IV-Leistungen
Sachverhalt:
A.
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St.Galler Gerichte
P._ meldete sich am 24. Oktober 2006 zum Bezug von IV-Leistungen an. Der
Psychiater Dr. med. A._ berichtete der IV-Stelle am 13. Dezember 2006, der
Versicherte leide an einer paranoiden Schizophrenie, an einer kombinierten
Persönlichkeitsstörung vom abhängigen und dissozialen Typus mit querulatorischen
und narzisstischen Zügen, an einem mittelgradig depressiven ZB bei rez. depressiven
Episoden, an Opiatabhängigkeit (z. Zt. im Methadonprogramm), an einem multiplen
Substanzgebrauch (Cannabis, Heroin, Kokain) und an schweren traumatischen
Erlebnissen in der Kindheit bei PTSD. Der Versicherte sei eigentlich seit seiner Einreise
in die Schweiz arbeitsunfähig. Er habe zwar einige Arbeitsstellen gehabt, aber alle nur
für wenige Monate. Nach einem sexuellen Missbrauch habe der Versicherte im Alter
von zwölf Jahren versucht, sich das Leben zu nehmen, worauf er für längere Zeit im
Koma gelegen habe. Danach habe seine Drogenkarriere begonnen. Er klage über
durchschnittlich ein- bis zweimal wöchentlich auftretende akustische Halluzinationen.
Dabei werde er aber weder unter Druck gesetzt noch bedroht. Er zeige Symptome
eines posttraumatischen Stresssyndroms (von Konzentrationsstörungen bis zu
Agitiertheit und impulsiven Durchbrüchen sowie massive Schlafstörungen). Diese
schwer erträglichen Zustände versuche er durch den Drogenkonsum zu "behandeln".
Er sei auch für den Laien sehr auffällig, könne sich kaum konzentrieren und sei sehr
impulsiv und unzuverlässig. Ein normales Gespräch sei kaum möglich. Der Versicherte
sei für jegliche Arbeit zu 100% arbeitsunfähig. Die Medikation bestehe aus Methadon
(40 mg) und aus Fluoxetin (20 mg 2-0-0). Dr. med. B._ berichtete der IV-Stelle am 15.
Dezember 2006, der Versicherte leide an einer schweren Polytoxikomanie (jahrelange
Methadonabhängigkeit, Rohhypnolabhängigkeit und Nikotinabusus) und an einer
neurotischen Entwicklung mit narzisstisch-depressiven Tendenzen. Diverse
Abstinenzversuche seien gescheitert. Die erhebliche Charakterlabilität habe immer
wieder zur Aufgabe von Beschäftigungen Anlass geboten. Der Versicherte klage über
immer wieder einschiessende depressive Phasen und über häufige Enuresis nocturna.
Die gute körperliche Situation des Versicherten rechtfertige keine Invalidenrente.
Mangels der notwendigen Disziplin und Beharrlichkeit habe sich der Versicherte
faktisch aus eigenem Verschulden in eine Langzeitarbeitslosigkeit hineinmanövriert.
Diese Entwicklung sei dadurch gefördert worden, dass die Ehefrau dem Versicherten
täglich finanzielle Zuwendungen gemacht habe. Dr. med. B._ gab abschliessend an,
als Nichtpsychiater könne er nicht sagen, inwiefern und in welchem Ausmass die
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psychische Entwicklung zu diesem Zustandsbild beigetragen habe. Er empfehle eine
psychiatrische Exploration. Er legte einen Bericht der psychiatrischen Klinik Wil vom
21. Dezember 2004 bei, laut dem sich der Versicherte freiwillig zur stationären
Aufnahme gemeldet hatte, um sich einer Entzugsbehandlung zu unterziehen. Der
Versicherte war mit der Medikation nicht einverstanden gewesen und hatte deshalb die
Klinik bereits am Abend des Aufnahmetages auf eigenen Wunsch wieder verlassen.
B.
Dr. med. C._ vom RAD Ostschweiz hielt dazu am 5. April 2007 fest, das
Hauptproblem sei die langjährige Polytoxikomanie. Dr. med. A._ habe zwar eine
paranoide Schizophrenie angegeben, weil der Versicherte ein- bis zweimal wöchentlich
Stimmen höre. Weitere für eine Schizophrenie typische Symptome wie inhaltliche
Denk- und Antriebsstörungen, Ambivalenz, Zerfahrenheit und Autismus habe er aber
nicht genannt. Ebenso fehle eine zu erwartende Behandlung mit einem Neuroleptikum.
Es werde lediglich das Antidepressivum Fluoxetin verabreicht, das hauptsächlich bei
depressiven Störungen eingesetzt werde. Es sei viel wahrscheinlicher, dass die
dokumentierten Symptome wie Halluzinationen, Konzentrations- und
Aufmerksamkeitsstörungen und Schlafstörungen die Folgen des massiven
Drogenkonsums seien. Gegen eine klinisch relevante Schizophrenie spreche auch,
dass im Rahmen einer stationären Behandlung durch die psychiatrische Klinik Wil nur
eine Polytoxikomanie diagnostiziert worden sei. Es habe klinisch keine Anhaltspunkte
für eine Schizophrenieerkrankung gegeben, denn andernfalls wäre diese Krankheit in
der hochspezialisierten psychiatrischen Station beobachtet und diagnostiziert worden.
Insgesamt lasse sich neben einer neurotischen Verhaltenskomponente ausschliesslich
eine nicht IV-relevante Suchterkrankung plausibel nachvollziehen. Insofern sei kein IV-
relevanter Gesundheitsschaden ausgewiesen. Es bestehe eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit.
C.
Mit einem Vorbescheid vom 15. Juni 2007 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
dass sie sein Leistungsbegehren abweisen werde, weil keine Invalidität im Sinne des
Gesetzes vorliege. Der Versicherte liess am 12. Juli 2007 einwenden, seine psychische
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Konstellation sei gebührend in den Entscheid über sein Leistungsbegehren
einzubeziehen. Er legte ein an die IV-Stelle gerichtetes Schreiben von Dr. med. A._
vom 23. Juni 2007 bei, in dem ausgeführt worden war, die Suchterkrankung sei im
Bericht vom 13. Dezember 2006 nur als Nebendiagnose angegeben worden. Der
Versicherte leide in erster Linie an einer chronischen paranoiden Schizophrenie und in
zweiter Linie an einer schweren kombinierten Persönlichkeitsstörung. Dr. med. C._
vom RAD Ostschweiz hielt dazu am 19. Juli 2007 fest, es fehlten nach wie vor eine
plausibel nachvollziehbare Krankengeschichte, eine Beurteilung der Beschwerden und
objektive Befunde, die eine so ungewöhnliche Kombination von psychischen
Erkrankungen schlüssig nachvollziehbar machen würden. Die Angaben des
behandelnden Psychiaters allein lieferten keinen Beweis für das effektive Vorliegen der
Krankheiten. Zudem habe Dr. med. B._ keine längeren ambulanten oder stationären
psychiatrischen Behandlungen erwähnt, obwohl solche angesichts der Schizophrenie
und der rezidivierenden Depressionen zu erwarten wären. Nicht nachvollziehbar sei
auch das Fehlen einer neuroleptischen Therapie. Es gebe keinen Grund, den
Gesundheitszustand weiter abzuklären. Mit einer Verfügung vom 20. Juli 2007 wies die
IV-Stelle das Leistungsbegehren des Versicherten ab.
D.
Der Versicherte erhob am 18. August 2007 Beschwerde gegen diese Verfügung. Er
beantragte sinngemäss deren Aufhebung und die Rückweisung der Streitsache zur
weiteren medizinischen Abklärung an die IV-Stelle. Zur Begründung führte er aus, der
Bericht von Dr. med. A._ sei gar nicht berücksichtigt worden, obwohl dort
unmissverständlich eine "Doppeldiagnostik" angegeben worden sei. Die IV-Stelle habe
keine Beurteilung durch einen Facharzt oder durch ein Abklärungszentrum angeordnet.
Sie stütze sich ausschliesslich auf die Meinung seines Hausarztes, der kein Facharzt in
Psychiatrie und Psychotherapie sei.
E.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 21. September 2007 die Abweisung der
Beschwerde. Sie machte geltend, aus den vorliegenden medizinischen Akten ergebe
sich, dass die beschriebenen Störungen wegen der Polytoxikomanie vorlägen und
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nicht die Polytoxikomanie wegen einer psychischen Erkrankung. Dr. med. A._ habe
die angegebenen drei schwerwiegenden psychischen Erkrankungen nicht belegt.
Zudem widerspreche seine Meinung derjenigen des Hausarztes und sie sei aus
fachärztlicher Sicht nicht nachvollziehbar. Auch die psychiatrische Klinik Wil habe nur
eine Polytoxikomanie festgestellt und dem Versicherten zudem eine Arbeitsfähigkeit
von 100% attestiert. Demnach stehe fest, dass der Versicherte unter Ausschluss des
reinen Suchtgeschehens zu 100% arbeitsfähig sei. Mangels Invalidität habe er keinen
Anspruch auf IV-Leistungen. Da der Versicherungsfall vor der Einreise in die Schweiz
eingetreten wäre, bestünde auch dann kein Leistungsanspruch, wenn der Versicherte
in einem erheblichen Ausmass invalid wäre.

Erwägungen:
1.
Gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG prüft der Sozialversicherungsträger die Begehren, er
nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und er holt die
erforderlichen Auskünfte ein. Bei Art. 43 Abs. 1 ATSG handelt es sich also um die
gesetzliche Verankerung des Untersuchungsgrundsatzes (vgl. Ueli Kieser, ATSG-
Kommentar N. 9 zu Art. 43 ATSG). Der Untersuchungsgrundsatz bewirkt, dass die
Beweisführungslast ausschliesslich bei der Verwaltung liegt. Die Verwaltung hat von
Amtes wegen, ohne einen entsprechenden Beweisantrag der versicherten Person, die
Beweise für und gegen die von der versicherten Person direkt oder indirekt (mittels des
Leistungsbegehrens) aufgestellte Sachverhaltsbehauptung zu sammeln. Die versicherte
Person muss - mit Ausnahme der Mitwirkungspflicht gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG - im
Verfahren zur Sachverhaltsermittlung nicht aktiv werden. Ihre Mitwirkungspflicht
beschränkt sich auf jene Elemente des relevanten Sachverhalts, die nur durch ihre
persönliche Beteiligung an der Beweiserhebung abgeklärt werden können. Dazu gehört
beispielsweise die Frage nach der Arbeitsfähigkeit, denn diese kann in den meisten
Fällen nur durch eine ärztliche Untersuchung der versicherten Person ermittelt werden,
setzt also zwingend die Mitwirkung der versicherten Person voraus. Aber auch eine
solche Abklärung muss durch die beweisführungsbelastete Verwaltung initiiert bzw. in
Auftrag gegeben werden. Die Beweisführungslast liegt also auch in einem solchen Fall
ausschliesslich bei der Verwaltung. Die versicherte Person muss nicht in Erfüllung ihrer
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Mitwirkungspflicht selbst ihren Arzt um einen Untersuch und um einen anschliessenden
Bericht an die Verwaltung bitten und diesen Bericht dann der Verwaltung einreichen.
2.
Die Beschwerdegegnerin forderte in Erfüllung ihrer Untersuchungspflicht/
Beweisführungslast beim Hausarzt Dr. med. B._ und beim behandelnden Psychiater
Dr. med. A._ Berichte an. Sie verwendete dazu ein besonderes Formular, das einen
standardisierten Fragenkatalog enthielt. Sie legte die beiden Arztberichte dem
zuständigen Arzt ihres RAD Ostschweiz vor. Dr. med. C._ sollte die
Überzeugungskraft der Arbeitsfähigkeitsschätzungen der beiden behandelnden Ärzte
bemessen, damit die Beschwerdegegnerin beurteilen konnte, ob sie die
Sachverhaltsabklärungen weiterführen, d.h. wohl eine Begutachtung durch einen
psychiatrischen Sachverständigen in Auftrag geben musste. Dr. med. C._
qualifizierte die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. A._ als nicht überzeugend.
Hätte er sich auf diese Aussage beschränkt, so hätte die Beschwerdegegnerin ihre
Sachverhaltsabklärung weitergeführt. Tatsächlich hat Dr. med. C._ aber selbst eine
Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben und diese als so überzeugend bezeichnet, dass
sich weitere medizinische Abklärungen erübrigten. Die Beschwerdegegnerin hat darauf
reagiert, indem sie die Sachverhaltsabklärung in bezug auf die Arbeitsfähigkeit als
Element der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens abgeschlossen hat.
Begründet hat die Beschwerdegegnerin diesen verfahrensleitenden internen Entscheid
sinngemäss damit, dass der leistungserhebliche Sachverhalt gestützt auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. C._ mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehe. Dementsprechend hat sie in der Folge
auf der Grundlage einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
dessen Leistungsbegehren abgewiesen.
3.
Die Frage, ob die hinter dem verfahrensleitenden internen Entscheid stehende
Auffassung, die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. C._ sei mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit die richtige, tatsächlich zutrifft, bildet nun Gegenstand der
gerichtlichen Beurteilung der angefochtenen Abweisungsverfügung. Erweist sich die
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Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. C._ als nicht überwiegend wahrscheinlich
richtig, so ist die angefochtene Verfügung rechtswidrig, denn sie beruht dann auf einem
in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes unvollständig oder unrichtig erhobenen
Sachverhalt. Mit dem verfahrensleitenden internen Entscheid der Beschwerdegegnerin,
keine weiteren medizinischen Abklärungen vorzunehmen und auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. C._ abzustellen, ist die Beweisführungslast
nämlich entgegen der von Dr. med. C._ selbst am 19. Juli 2007 vertretenen
Auffassung nicht auf den Beschwerdeführer übergegangen. Es kann also nicht
argumentiert werden, der Beschwerdeführer hätte aus eigenem Antrieb all jene
Beweismittel beibringen müssen, welche die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med.
C._ widerlegt und eine überzeugendere Arbeitsfähigkeitsschätzung geliefert hätten,
um doch noch eine positive Beurteilung seines Leistungsbegehrens zu erreichen.
Abgesehen davon, dass er dazu
über den verfahrensleitenden internen Entscheid und dessen Begründung hätte
informiert sein müssen, hätte es ausgereicht, wenn der Beschwerdeführer Beweismittel
eingereicht hätte, die geeignet gewesen wären, ernsthafte Zweifel an die Richtigkeit der
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. C._ zu wecken. Die Beschwerdegegnerin
hätte dann nämlich nicht mehr davon ausgehen können, dass der Beschwerdeführer
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu 100% arbeitsfähig sei. Damit wäre die
Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Beweisführungslast verpflichtet gewesen, auf ihren
verfahrensleitenden internen Entscheid zurückzukommen und den
Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers von Amtes wegen weiter abzuklären. Der
Beschwerdeführer war aber nicht verpflichtet, mittels selbst gesammelter Beweise oder
Indizien die Überzeugungskraft der Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. C._ zu
erschüttern. Er konnte vielmehr die Abweisung seines Leistungsgesuches abwarten
und erst in der gegen die entsprechende Verfügung erhobenen Beschwerde eine
Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes und damit die Rechtswidrigkeit der
Verfügung rügen. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. C._ ist also nicht allein
deswegen richtig, weil der Beschwerdeführer sie nicht bereits vor dem Erlass der
angefochtenen Verfügung mit selbst beigebrachten, anderslautenden Beweismitteln
widerlegt hat.
4.
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Die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. C._ vermag schon deshalb nicht zu
überzeugen, weil die Beurteilungsgrundlage ungenügend war. Die gesamte
Argumentation von Dr. med. C._ beruhte nämlich darauf, dass der Bericht von Dr.
med. A._ keine ausreichende medizinische Begründung enthielt und teilweise
widersprüchlich war. Nun hatte Dr. med. A._ beim Beantworten der ihm
formularmässig gestellten Fragen aber keine Veranlassung anzunehmen, dass er eine
ärztliche Kritik an seinen Angaben vorwegnehmen müsste. Er konnte nicht
vorhersehen, dass der Bericht der psychiatrischen Klinik Wil als Nachweis für das
Fehlen jeglicher psychischer Krankheit und damit als Beleg für eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers betrachtet würde, denn dieser Bericht hatte
offenkundig keinen Beweiswert, weil er nicht auf einem stationären Aufenthalt des
Beschwerdeführers und damit auch nicht auf einer sorgfältig erhobenen Diagnose
beruhte. Der Beschwerdeführer hatte nämlich die psychiatrische Klinik Wil bereits am
Eintrittstag unzufrieden wieder verlassen. Die Ärzte der psychiatrischen Klinik Wil
hatten gar keine Möglichkeit gehabt, den Beschwerdeführer so gründlich zu
untersuchen, dass sie eine überzeugende Diagnose hätten stellen und eine verlässliche
Arbeitsfähigkeitsschätzung hätten abgeben können. Ebensowenig konnte Dr. med.
A._ voraussehen, dass die ausdrücklich nur auf die physische Befindlichkeit des
Beschwerdeführers bezogene Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. B._ als Indiz
gegen seine Diagnose und damit gegen seine Arbeitsfähigkeitsschätzung ins Feld
geführt werden würde. Da Dr. med. A._ auch nie aufgefordert worden ist, sich zur
Kritik und zur abweichenden Diagnose und Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med.
C._ zu äussern, hätte seine Einschätzung bei objektiver Betrachtung nicht einfach als
unglaubwürdig abgetan werden dürfen. Genau dies hat Dr. med. C._ aber getan. Er
hat sich darauf beschränkt, die angeblichen oder effektiv bestehenden
Unstimmigkeiten im Bericht von Dr. med. A._ aufzulisten und anzudeuten, dass Dr.
med. A._ auch gar nicht in der Lage wäre, diese Unstimmigkeiten auszuräumen.
Selbst wenn diese Andeutung richtig gewesen wäre, hätte dies Dr. med. C._ nicht
erlaubt, selbst eine Diagnose zu stellen und eine Arbeitsfähigkeitsschätzung
abzugeben und dann dafür zu sorgen, dass keine weiteren medizinischen Abklärungen
durchgeführt wurden. Er konnte sich bei seiner Einschätzung nämlich weder auf eine
eigene Untersuchung des Beschwerdeführers noch auf dessen Krankengeschichte
stützen. Er verfügte nur über die zu diesem Zweck unbrauchbaren Berichte von Dr.
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med. B._ und der psychiatrischen Klinik Wil und über den angeblich unzuverlässigen
Bericht von Dr. med. A._. Der Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. C._ kann
deshalb keine ausreichende Überzeugungskraft beigemessen werden. Entgegen der
Auffassung der Beschwerdegegnerin ist mit den beiden internen Berichten von Dr.
med. C._ nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer nicht an einer erheblichen
psychischen Krankheit leiden würde und deshalb voll arbeitsfähig wäre. Da aber auch
der Bericht von Dr. med. A._ nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100% belegen kann, beruht die
angefochtene Abweisungsverfügung auf einem in Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes unvollständig abgeklärten und nicht auf einem zwar
vollständig abgeklärten, aber fehlinterpretierten Sachverhalt. Sie erweist sich somit als
rechtswidrig und ist deshalb aufzuheben. Daran vermag auch der Hinweis von Dr. med.
A._, der Beschwerdeführer sei schon bei seiner Einreise in die Schweiz
arbeitsunfähig gewesen, nichts zu ändern, denn auch diesbezüglich erweist sich die
Sachverhaltsabklärung als unzureichend.
5.
Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Verfügung vom 20. Juli 2007
aufzuheben und die Sache ist zur weiteren Abklärung und zur neuen Verfügung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Formal handelt es sich dabei zwar nur um eine
teilweise Gutheissung der Beschwerde, aber in Bezug auf die Verteilung der
Gerichtskosten (Art. 69 Abs. 1 IVG) ist in Analogie zur Rechtsprechung betreffend
den Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. etwa ZAK 1987 S. 266 Erw. 5a) von
einem vollumfänglichen Unterliegen der Beschwerdegegnerin auszugehen, so dass sie
allein die Gerichtskosten zu tragen hat. Angesichts des unterdurchschnittlichen
Verfahrensaufwandes erscheint eine Gerichtsgebühr von Fr. 400.- als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG