Decision ID: 19831868-f67c-511c-9c39-e3b68ba55ace
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision (Neuberechnung)
Sachverhalt:
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A.
A.a Dem 1954 geborenen B._ sprach die IV-Stelle des Kantons St. Gallen am
18. Februar 2004 ab 1. Mai 2002 eine ganze Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad
von 68 % und durch eine weitere Verfügung vom 19. Mai 2004 auch ab 1. Januar 2004
eine ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von 71 % zu (samt Zusatzrente und einer
Kinderrente). Die Rente basierte auf der Vollrentenskala und auf einem massgebenden
durchschnittlichen Jahreseinkommen von im Jahr 2002 Fr. 81'576.--. Berücksichtigt
wurden für 9.5 Jahre Erziehungsgutschriften. Die Hauptrente machte im Jahr 2002
monatlich Fr. 2'060.-- aus, die Zusatzrente Fr. 618.-- und die Kinderrente Fr. 824.--. Es
handelte sich um die Maximalrenten. In den Jahren 2003 und 2004 betrug die
Hauptrente Fr. 2'110.--, die Zusatzrente Fr. 633.-- und die Kinderrente Fr. 844.-- (vgl.
Verordnung 03 über Anpassungen an die Lohn- und Preisentwicklung bei der AHV/IV/
EO: Erhöhung der Jahreseinkommen um 2.4 %). In den Jahren 2005 und 2006 beliefen
sich die Beträge auf Fr. 2'150.--, Fr. 645.-- und Fr. 860.-- (vgl. VO 05: Erhöhung um
1.9 %); in den Jahren 2007 und 2008 auf Fr. 2'210.--, Fr. 663.-- und Fr. 884.-- (vgl. VO
07: Erhöhung um 2.8 %). Nach Aufhebung der Zusatzrente im Jahr 2008 hat der
Versicherte somit insgesamt Rentenleistungen von Fr. 3'094.-- (Fr. 2'210.-- Hauptrente
und eine Kinderrente von Fr. 884.--) bezogen.
A.b Am 30. Januar 2008 wurde die Ehe des Versicherten geschieden.
A.c Mit Verfügung vom 21. Mai 2008 setzte die IV-Stelle des Kantons St. Gallen den
Rentenanspruch des Versicherten ab 1. Februar 2008 auf Fr. 2'698.-- (Fr. 1'927.--
Hauptrente und Fr. 771.-- Kinderrente) pro Monat herab. Es handle sich um die
Neuberechnung der Rente infolge Scheidung. Das massgebende durchschnittliche
Jahreseinkommen betrage Fr. 58'344.-- (in den Ehejahren seien die Einkommen
geteilt). Betreffend die vier Monate Februar bis Mai 2008 forderte sie ausserdem
insgesamt Fr. 1'584.-- zuviel bezahlte Rentenleistungen zurück und verrechnete die
Rückforderung mit der für Juni 2008 geschuldeten Rente.
B.
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Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 29. Mai 2008. Der
Beschwerdeführer beantragt sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung
und Weiterausrichtung der bisherigen Rentenleistungen, eventualiter die Rückweisung
zur rechtsgenüglichen Begründung der Neuberechnung und Rückforderung. Die
angefochtene Verfügung sei ohne jeden Hinweis auf die angewendeten Rechtsnormen
und in Verletzung der Begründungspflicht ergangen. Deshalb sei es ihm nicht möglich,
ihre Richtigkeit zu prüfen und Einwände sachlich zu begründen. Seit der Zusprechung
der Rente ab Mai 2002 hätten sich seine Verhältnisse durch die Scheidung geändert,
allerdings erst auf Ende Januar 2008. Für den weiteren Rentenanspruch seien die
damaligen Berechnungsgrundlagen massgebend. Das Einkommenssplitting sei unter
anderem im zweiten Rentenfall anzuwenden. In keiner Art würden aber die
einschlägigen Bestimmungen von Art. 29 bis 33 AHVG besagen, dass bei einer
Scheidung ohne zweiten Rentenfall ein Revisions- oder Wiedererwägungsgrund für
eine laufende Invalidenrente bestehe, zumindest nicht, was das massgebende
durchschnittliche Einkommen anbelange.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 3. Juli 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde und verweist zur Begründung auf die beigelegte
Stellungnahme der zuständigen Ausgleichskasse A._. Jene Kasse hatte am 2. Juli
2008 erklärt, für die maximale Vollrente (der Skala 44) seien die AHV-Beiträge bzw.
Einkommensgutschriften des Beschwerdeführers vom 1. Januar 1975 bis
31. Dezember 2001 und während 19 Jahren angerechnete halbe
Erziehungsgutschriften massgebend gewesen, und zwar gemäss Art. 29 bis 33
AHVG. Am 30. Januar 2008 sei die Ehe des Beschwerdeführers rechtskräftig
geschieden worden. Nach Art. 31 AHVG habe eine Neuberechnung mit geteilten
Einkommen während der Ehe zu erfolgen, wobei die übrigen Parameter (wie Eintritt des
Versicherungsfalles und anrechenbare Erziehungsgutschriften) unverändert blieben.
Von der Ehescheidung habe sie (die Ausgleichskasse) durch die Anmeldung der
geschiedenen Ehefrau des Beschwerdeführers für die Einkommensteilung erfahren,
welche die Beschwerdegegnerin ihr zuständigkeitshalber zugestellt habe. Der
Beschwerdeführer habe die auf sämtlichen Verfügungen erwähnte Meldepflicht verletzt.
Die erforderliche Neuberechnung habe bei gleich gebliebener Skala und ebensolchen
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Erziehungsgutschriften, aber wesentlich geringerer Einkommenssumme zu einem
Einkommensdurchschnitt von Fr. 54'384.-- im Jahr 2002 bzw. Fr. 58'344.-- im Jahr
2008 geführt und somit ab Februar 2008 zu einer tieferen Rente. Es sei eine Folge der
Meldepflichtverletzung durch den Beschwerdeführer, dass eine Rückforderung und
eine Verrechnung hätten verfügt werden müssen.
D.
Von der ihm mit Schreiben vom 8. Juli 2008 eingeräumten Möglichkeit, zur
Beschwerdeantwort der Beschwerdegegnerin Stellung zu nehmen, hat der
Beschwerdeführer keinen Gebrauch gemacht.

Erwägungen:
1.
Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch
des Beschwerdeführers anpassungsweise ab 1. Februar 2008 herabgesetzt, eine
Rückforderung von Fr. 1'584.-- gestellt und diese mit dem Anspruch des
Beschwerdeführers auf Zahlung der laufenden Rente für Juni 2008 verrechnet.
2.
Der Beschwerdeführer rügt zunächst eine Verletzung der Begründungspflicht. Der
angefochtenen Verfügung konnte er entnehmen, dass es sich um eine Neuberechnung
der Rente infolge der Scheidung handle. Ausserdem, dass neu ein erheblich tieferes
massgebendes durchschnittliches Jahreseinkommen eingesetzt war, was damit
begründet wurde, dass das Einkommen in den Ehejahren geteilt worden ist. Die
übrigen Elemente der Berechnung (Beitragsdauer, Erziehungsgutschriften,
Rentenskala) blieben sich gleich. Dass die Zusammensetzung des herabgesetzten
massgebenden Jahreseinkommens nicht im Detail erklärt wurde, ist allerdings als
Verletzung der Begründungspflicht zu betrachten. Vor allem aber hat es die
Beschwerdegegnerin zu Unrecht unterlassen, dem Beschwerdeführer durch einen
Vorbescheid rechtliches Gehör zu gewähren. Gemäss Art. 57a Abs. 1 IVG teilt nämlich
die IV-Stelle der versicherten Person den vorgesehenen Endentscheid über ein
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Leistungsbegehren oder den Entzug oder die Herabsetzung einer bisher gewährten
Leistung mittels Vorbescheid mit (Satz 1). Die versicherte Person hat Anspruch auf
rechtliches Gehör im Sinne von Art. 42 ATSG (Satz 2). Eine Beschränkung des
Vorbescheidsinhalts auf die "IV-spezifischen" Elemente lässt sich nicht rechtfertigen;
es würde dem klaren Wortlaut des Art. 57a Abs. 1 IVG widersprechen (Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S W. vom 12. Februar 2008, IV
2006/205, unter Hinweis auf den früheren Entscheid i/S K. vom 4. Oktober 2007, IV
2007/90). Das Bundesgericht hat zumindest für den hier zu beurteilenden Fall der
Herabsetzung einer einmal zugesprochenen Rente festgehalten, es dürfte sich eine
vorherige Anhörung (wenn auch nicht ein Vorbescheid) aufdrängen, selbst wenn die
Herabsetzung auf eine blosse Berechnungsänderung zurückzuführen sei (BGE
134 V 97). Die Verletzung des rechtlichen Gehörs kann vorliegend allerdings als geheilt
gelten (da sich der Beschwerdeführer vor dieser Beschwerdeinstanz äussern konnte,
die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann;
Bundesgerichtsentscheid i/S S. vom 26. Juni 2007, I 496/06). Eine Rückweisung der
Sache würde ausserdem zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen
Verzögerungen führen, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der
betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung nicht zu vereinbaren wären
(Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S Z. vom 14. Juli 2006,
I 193/04; BGE 116 V 187 E. 3d), was eine Heilung rechtfertigt (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S M. vom 16. Juni 2008, IV 2008/8).
Der Beschwerdeführer selber gibt der materiellen Behandlung der Sache den Vorzug.
3.
Der Beschwerdeführer bezog vor Erlass der angefochtenen Verfügung gestützt auf
formell rechtskräftige Verfügungen eine ganze Rente von zuletzt im Jahr 2008 (Januar)
Fr. 2'210.-- pro Monat zuzüglich eine Kinderrente von Fr. 884.--, total also von
Fr. 3'094.--. Diese Rente war aufgrund der Beitragsdauer, des Einkommens und der
Gutschriften aus den Jahren 1975 bis 2001 berechnet worden. Die Berechnung hatte
sich auf folgende Grundlagen gestützt: Für die Berechnung der ordentlichen Renten
der IV sind die Bestimmungen des AHVG sinngemäss anwendbar. Der Bundesrat kann
ergänzende Vorschriften erlassen (Art. 36 Abs. 2 IVG; vgl. Art. 32 ff. IVV). Für die
Rentenberechnung werden nach Art. 29 Abs. 1 AHVG Beitragsjahre, bis
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Erwerbseinkommen sowie Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften der
rentenberechtigten Person zwischen dem 1. Januar nach Vollendung des
20. Altersjahres [hier 1975] und dem 31. Dezember vor Eintritt des Versicherungsfalles
(Rentenalter oder Tod) [hier 2001] berücksichtigt. Es hatte sich dabei eine vollständige
Beitragsdauer ergeben, sodass die Vollrentenskala 44 zur Anwendung kommen
konnte. Insgesamt ergab sich in den massgebenden Beitragsjahren ein Einkommen
von Fr. 1'589'707.--. Weil das erste Beitragsjahr 1975 war, konnte ein
Aufwertungsfaktor von 1.151 berücksichtigt werden, womit sich ein Einkommen von
Fr. 1'829'753.-- ergab. Im Durchschnitt der 27 Jahre machte das Einkommen
Fr. 67'769.-- aus. Zusammen mit durchschnittlich Fr. 13'047.-- Gutschriften stellte sich
das Einkommen auf Fr. 80'816.--. Aufgerundet auf das nächste Vielfache von
Fr. 1'236.-- macht das Fr. 81'576.--. Da dieser Wert über Fr. 74'160.-- liegt, konnte
2002 die maximale Rente zugesprochen werden.
4.
4.1 Die formelle Rechtskraft einer Verfügung über ein Dauerrechtsverhältnis
beschränkt sich auf den Sachverhalt und die Rechtslage zur Zeit ihres Erlasses (vgl.
BGE 115 V 308). Ergibt sich nachträglich eine Änderung der Rechtslage oder des
Sachverhalts, hat eine Anpassung zu erfolgen. Gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der
Versicherungsträger anderseits auf formell rechtskräftige Verfügungen oder
Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn
ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (vgl. auch BGE 127 V 466 E. 2c).
4.2 Der Beschwerdeführer bestreitet, dass ein Anpassungsgrund vorliege. Es hat sich
allerdings durch die Scheidung des Beschwerdeführers eine Veränderung im
Sachverhalt ergeben, welche einen Anpassungsbedarf ergab.
4.3 Denn nach Art. 29 AHVG werden Einkommen, welche die Ehegatten
während der Kalenderjahre der gemeinsamen Ehe erzielt haben, geteilt und je zur
Hälfte den beiden Ehegatten angerechnet. Die Einkommensteilung wird vorgenommen:
a. wenn beide Ehegatten rentenberechtigt sind; b. wenn eine verwitwete Person
Anspruch auf eine Altersrente hat; c. bei Auflösung der Ehe durch Scheidung (Abs. 3).
Nach Abs. 4 unterliegen der Teilung und der gegenseitigen Anrechnung jedoch nur
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Einkommen: a. aus der Zeit zwischen dem 1. Januar nach Vollendung des 20.
Altersjahres und dem 31. Dezember vor Eintritt des Versicherungsfalles beim
Ehegatten, welcher zuerst rentenberechtigt wird; und b. aus Zeiten, in denen beide
Ehegatten in der schweizerischen AHV versichert gewesen sind. Artikel 29 Absatz 2
bleibt vorbehalten.
4.4 Nicht nur im zweiten Versicherungsfall, sondern auch im Falle der Scheidung der
Ehe erfolgt somit eine Teilung und hälftige Anrechnung der Einkommen aus den
Ehejahren. Die Einkommen, welche die Ehegatten im Jahr der Eheschliessung und im
Jahr der Auflösung der Ehe erzielt haben, werden nicht geteilt (Art. 50b Abs. 3 AHVV).
Zu teilen waren vorliegend demnach die Einkommen der Jahre 1982 (Jahr nach dem
Jahr der Eheschliessung) bis 2001 (31. Dezember vor Eintritt des Versicherungsfalles
beim Beschwerdeführer). Entsprechend wurden die Einkommenssumme von
Fr. 1'417'311.-- des Beschwerdeführers und die Einkommenssumme von
Fr. 150'640.-- seiner Ehefrau geteilt (Fr. 708'655.--; Fr. 75'320.--). Wie der
Beschwerdeführer zu Recht darlegt, bleiben, wenn die Rente wegen einer Auflösung
der Ehe neu festgesetzt werden muss, die im Zeitpunkt der erstmaligen
Rentenberechnung geltenden Berechnungsvorschriften massgebend (Art. 31 AHVG).
Von den ursprünglich für den Beschwerdeführer massgeblichen Fr. 1'589'707.-- waren
demnach Fr. 708'655.-- in Abzug zu bringen und Fr. 75'320.-- waren hinzuzurechnen.
Es ergab sich auf diese Weise neu ein Saldo von noch Fr. 956'368.-- (bzw.
Fr. 956'372.--, wobei sich diese Differenz nicht auswirkt). Aufgewertet um 1.151
machte dies Fr. 1'100'780.-- aus, und im Durchschnitt pro Jahr (durch 27) Fr. 40'770.--.
Zusammen mit den durchschnittlich Fr. 13'047.-- Gutschriften ergab sich ein Betrag
von Fr. 53'817.--. Das nächst höhere Vielfache von Fr. 1'236.-- lag nun bei
Fr. 54'384.--. Angepasst bis zum Jahr 2008 (VO 03 2.4 %, VO 05 1.9 %, VO 07 2.8 %)
ergeben sich Fr. 58'338.-- bzw. als Vielfaches von Fr. 1'326.-- Fr. 58'344.--. Dieses - im
Vergleich zu früher tiefere - massgebende durchschnittliche Jahreseinkommen war
nach der Einkommensteilung und -anrechnung für die Rente des Beschwerdeführers
nun zu berücksichtigen. Gemäss den Rententabellen 2007 des Bundesamtes für
Sozialversicherungen beträgt eine Vollrente (also der Skala 44) bei diesem Einkommen
Fr. 1'927.-- und eine Kinderrente Fr. 771.--, wie die Beschwerdegegnerin sie korrekt
zugesprochen hat.
5.
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5.1 Nach Art. 17 ATSG wird eine Rente erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn
sich der Invaliditätsgrad ändert (Abs. 1), nach Abs. 2 wird auch jede andere formell
rechtskräftig gewordene Dauerleistung erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn
sich der ihr zu Grunde liegende Sachverhalt nachträglich erheblich verändert hat. Mit
der Scheidung hat sich wie erwähnt eine anspruchserhebliche
Sachverhaltsveränderung - damit ein Anpassungsbedarf - ergeben, die erst durch die
angefochtene Verfügung vom 21. Mai 2008 berücksichtigt wurde. Eine Änderung des
Sachverhalts mit Auswirkungen auf die Anspruchsberechtigung ist gemäss allgemeinen
Rechtsgrundsätzen ab dem Zeitpunkt zu berücksichtigen, in dem die
Sachverhaltsänderung eintritt (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/
S L.F. vom 22. April 2005, P 51/04). Die richtige Rechtsanwendung bei Dauerleistungen
verlangt - dies stellt die Grundregel des Anpassungsrechts dar - die sofortige
Anpassung ab dem Veränderungszeitpunkt, um die materielle Richtigkeit der
Dauerleistungsverhältnisse herzustellen. Wo positiv-rechtliche Anpassungsregeln die
rückwirkende (d.h. bei der Veränderung eingreifende) Anpassung punktuell
ausschliessen, handelt es sich um Abweichungen vom Grundsatz der Anpassung auf
den Veränderungszeitpunkt (für Art. 25 Abs. 2 lit. c ELV etwa der nicht veröffentlichte
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S S.P. vom
22. September 2005). Für Invalidenrenten sieht Art. 88 Abs. 2 lit. a IVV (vgl. Art. 85
Abs. 2 IVV) eine solche Ausnahme (Anpassung erst auf einen Zeitpunkt nach Erlass der
Verfügung) vor. Eine Herabsetzung oder Aufhebung erfolgt nach Art. 88 Abs. 2 lit. b
IVV hingegen rückwirkend vom Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung an,
wenn die unrichtige Ausrichtung einer Leistung darauf zurückzuführen ist, dass der
Bezüger sie unrechtmässig erwirkt hat oder der ihm gemäss Art. 77 zumutbaren
Meldepflicht nicht nachgekommen ist. Die Ausnahme gemäss Art. 85 Abs. 2 und
Art. 88 Abs. 2 lit. a IVV betrifft allein die Überprüfung der invaliditätsmässigen
Anspruchsvoraussetzungen, um die es bei der Neuberechnungspflicht bei einer
Scheidung aber nicht geht. Für den AHV-analogen Sachverhalt bleibt es demnach -
auch unter der Geltung des ATSG (früher Art. 47 Abs. 1 Satz 1 AHVG, vgl. BGE 119 V
431 E. 2 zuoberst) - bei der Grundregel des Anpassungsrechts (vgl. Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S B. vom 25. Februar 2005, I 632/04, E. 5, e
contrario). Da die Scheidung des Beschwerdeführers im Januar 2008 rechtskräftig
bis
bis
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wurde, ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin seine Rente mit
Wirkung ab 1. Februar 2008 herabgesetzt hat.
5.2 Als Folge der Neuberechnung kam es zu einer Rückforderung von während den
vier Monaten Februar bis Mai 2008 zu viel bezahlten Rentenbetreffnissen, welche die
Beschwerdegegnerin mit der Rente für Juni 2008 verrechnete. Diesbezüglich hat der
Beschwerdeführer keine Einwände erhoben.
6.
6.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
6.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Sie
sind ermessensweise auf Fr. 600.-- zu veranschlagen. Der Beschwerdeführer unterliegt
und hätte deshalb die Gerichtskosten zu bezahlen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP). Indessen
bildete die (hier geheilte) Verletzung des rechtlichen Gehörs mindestens zum Teil
Anlass für die Beschwerdeerhebung, weshalb es sich rechtfertigt, die Gerichtsgebühr
den Parteien zur Hälfte aufzuerlegen. Der Anteil des Beschwerdeführers an den
Gerichtskosten von Fr. 300.-- ist durch seinen geleisteten Kostenvorschuss von
Fr. 600.-- getilgt und der Restbetrag von Fr. 300.-- ist ihm zurückzuerstatten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG