Decision ID: 2904c973-aef9-54ea-866e-3b877e619a07
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die Beschwerdeführerin suchte am 22. Juni 2021 in der Schweiz um Asyl
nach. Am 30. Juni 2021 fand im Bundesasylzentrum (BAZ) Region NWCH
die Personalienaufnahme (PA) statt.
B.
Ein Abgleich ihrer Fingerabdrücke mit der "Eurodac"-Datenbank ergab,
dass sie am 3. Dezember 2019 in Griechenland ein Asylgesuch eingereicht
hatte und ihr dort am 3. Juni 2020 Schutz gewährt worden war.
C.
C.a Am 29. Juni 2021 ersuchte das SEM die griechischen Behörden ge-
stützt auf die Richtlinie 2008/115/EG des Europäischen Parlaments und
des Rates vom 16. Dezember 2008 über gemeinsame Normen und Ver-
fahren in den Mitgliedstaaten zur Rückführung illegal anwesender Dritt-
staatsangehöriger (nachfolgend: Rückführungs-Richtlinie) und auf das Ab-
kommen zwischen der Schweiz und Griechenland über die Rücküber-
nahme von Personen mit irregulärem Aufenthalt vom 28. August 2006 (SR
0.142.113.729) schriftlich um Rückübernahme der Beschwerdeführerin.
C.b Die griechischen Behörden stimmten dem Rückübernahmeersuchen
am 2. Juli 2021 zu und präzisierten gleichzeitig, die Beschwerdeführerin
sei am (...) Juni 2020 als Flüchtling anerkannt worden und ihre Aufenthalts-
bewilligung sei vom (...). Juni 2020 bis zum (...) Juni 2023 gültig.
D.
D.a Anlässlich des am 5. Juli 2021 im Beisein ihrer Rechtsvertreterin
durchgeführten persönlichen Gesprächs gemäss Art. 5 der Verordnung
(EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom
26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung
des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatangehöri-
gen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-
nationalen Schutz zuständig ist (Dublin-III-VO), gab die Beschwerdeführe-
rin an, dass sie in Griechenland in einem Asylheim, teilweise aber auch im
Flüchtlingscamp B._ und bei einer Freundin in deren Wohnung ge-
lebt habe. Nachdem sie ihre ID-Karte erhalten habe, sei ihr die finanzielle
Unterstützung eingestellt worden. So sei sie drei bis vier Mal ins Camp zu-
rückgekehrt und habe Unterstützung (Verpflegung) verlangt, diese sei ihr
jedoch verweigert worden beziehungsweise seien ihr 80 Euro im Monat
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ausbezahlt worden, obwohl sie gemäss den Regeln des Camps einen An-
spruch von 400 Euro im ersten und 150 Euro in den weiteren Monaten
gehabt hätte. Zwischenzeitlich habe sie vom Verkauf ihres Goldschmucks
gelebt und sich bei ihrer Freundin aufgehalten, bis sie von ihren Feinden
aus Afghanistan gefunden worden sei. Da sie in Griechenland auf sich al-
leine gestellt gewesen sei und als (...) keine Unterstützung erhalten habe,
habe sie flüchten müssen.
D.b Im Rahmen dieses Dublin-Gesprächs gewährte die Vorinstanz der Be-
schwerdeführerin das rechtliche Gehör zu einer allfälligen Wegweisung
nach Griechenland. Diese führte hierbei aus, sie sei in Griechenland auf
sich alleine gestellt gewesen und habe keine Unterstützung erhalten. Zu-
dem seien ihre Feinde aus Afghanistan ihr nach Griechenland nachgereist.
E.
E.a In medizinischer Hinsicht gab die Beschwerdeführerin an, seit dem
Aufenthalt in Griechenland Probleme mit (...) zu haben. Auch leide sie un-
ter (...).
E.b Gemäss medizinischem Datenblatt für interne Arztbesuche im BAZ
C._ (vgl. vorinstanzliche Akten A26) suchte die Beschwerdeführerin
am (...) Juli 2021 den Arzt wegen (...). Der zuständige Arzt hielt fest, dass
im Mai 2021 eine ausführliche laborchemische Untersuchung durchgeführt
worden sei, die eine (...) ergeben habe. Im Weiteren leide die Beschwer-
deführerin an (...). Der zuständige Arzt hegt zudem den Verdacht, dass die
Beschwerdeführerin (...) gehabt habe.
E.c Mit Eingabe vom 28. Juli 2021 beantragte die Rechtsvertreterin eine
(...) Untersuchung für die Beschwerdeführerin (vgl. A27). Dabei beanstan-
dete sie, da die (...) Untersuchungen keine Erkrankung ergeben habe,
werde die Beschwerdeführerin im BAZ C._ nicht mehr ernst genom-
men und auch nicht für einen Termin angemeldet. Als (...) benötige sie
stets Hilfe, um sich zurecht zu finden. So sei sie nicht in der Lage, (...). Die
Rechtsvertreterin wurde mit E-Mail vom 5. August 2021 durch das SEM
informiert, dass es in der Verantwortung der Beschwerdeführerin liege, sich
an die Pflege zu wenden und ihre (...) Beschwerden zu melden. Da sie
sich bereits schon mit (...) Beschwerden an die Pflege gewandt habe,
müsse ihr das Vorgehen diesbezüglich bekannt sein, der Vollständigkeit
halber leite man das Schreiben an die zuständige Pflege weiter (vgl. A30).
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Seite 4
E.d Am (...) August 2021 begab sich die Beschwerdeführerin in Eigeniniti-
ative in das (...)spital D._, welches im Notfallbericht als Hauptdiag-
nosen (...).
E.e Mit Schreiben vom 12. August 2021 reichte die Beschwerdeführerin ei-
nen Arztbericht vom (...)spital D._ vom (...). August 2021 zu den
Akten (vgl. A34).
E.f Bei einer zweiten internen ärztlichen Untersuchung im BAZ C._
am (...) August 2021 wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin leide un-
ter (...). Es wurde ausdrücklich keine (...) Behandlung angeordnet, ledig-
lich für die (...)schmerzen wurde ein Medikament verschrieben. Am
(...) August 2021 hielt der Arzt anlässlich einer dritten internen ärztlichen
Untersuchung fest, die Beschwerdeführerin klage über (...). Bei einer vier-
ten internen ärztlichen Untersuchung vom (...) September 2021 habe die
Beschwerdeführerin über (...) Probleme geklagt, zudem leide sie unter (...)
und müsse viel über die gegenwärtige Situation in Afghanistan nachden-
ken. Sie sei auch (...). Sie wolle unbedingt zu einem (...). Ihre (...)probleme
wolle sie nicht medikamentös behandeln lassen. Der Arzt verwies die Be-
schwerdeführerin daraufhin an die (...) in D._ und hielt fest, dass
keine Medikation bezüglich (...) erwünscht sei (vgl. A44).
E.g Der Arztbericht vom (...) November 2021 des (...) zuhanden Medic-
Help des BAZ hielt fest, dass eine (...), vorliege. Im Weiteren wird ausge-
führt, dass die Beschwerdeführerin an (...) leide; die Trennung von den
beiden Kindern sei ein gravierender Faktor. Die Beschwerdeführerin sei in
Behandlung zur (...) (vgl. A47).
E.h Am 9. November 2021 liess sich die Beschwerdeführerin einer weite-
ren internen ärztlichen Untersuchung unterziehen, bei welcher unter ande-
rem unklare (...)beschwerden festgestellt worden sind (vgl. Beilage 4).
F.
F.a Am 19. November 2021 stellte das SEM der Beschwerdeführerin den
Entscheidentwurf zu und gewährte ihr das rechtliche Gehör (vgl. A49).
F.b Mit Eingabe vom 22. November 2021 nahm die Beschwerdeführerin
durch ihre Rechtsvertreterin Stellung. Dabei wiederholte sie die bereits zu-
vor geäusserten Gründe, welche gegen ihre Wegweisung nach Griechen-
land sprechen würden. Weiter führte sie aus, dass sie nicht nach Griechen-
land zurückkehren wolle, da die Lebensbedingungen dort nicht gut wären.
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Sie habe Griechenland verlassen, weil sich dort ihre Hoffnung auf eine bes-
sere Zukunft nicht erfüllt habe, und habe Angst, dass sie im Falle ihrer
Rückkehr nach Griechenland dieselben Nachteile und Schwierigkeiten er-
warten würden, welche sie bereits zuvor dort erlebt habe, namentlich die
fehlende Unterkunft, fehlende finanzielle Unterstützung und fehlende me-
dizinische Versorgung. Hinsichtlich der medizinischen Versorgung in Grie-
chenland lägen zahlreiche Untersuchungen und Berichte vor, aus welchen
hervorgehe, dass diese für Personen mit Schutzstatus nicht gewährleistet
sei. Somit sei festzuhalten, dass eine menschenwürdige Versorgung bei
der Rückkehr nach Griechenland nicht gewährleistet und daher unzumut-
bar sei. Es drohe ein Verstoss gegen Art. 3 EMRK (vgl. A51).
G.
Mit Verfügung vom 23. November 2021 – eröffnet am selben Tag – trat das
SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG (SR 142.31) auf das
Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht ein, wies sie aus der Schweiz
weg und forderte sie auf, die Schweiz am Tag nach Eintritt der Rechtskraft
der Verfügung zu verlassen, ansonsten sie in Haft genommen und unter
Zwang nach Griechenland zurückgeführt werden könnte. Ferner beauf-
tragte das SEM den zuständigen Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung
und ordnete die Aushändigung der editionspflichtigen Akten gemäss Akten-
verzeichnis an die Beschwerdeführerin an.
H.
Die Beschwerdeführerin erhob durch ihre Rechtsvertreterin mit Eingabe
vom 30. November 2021 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde.
Sie beantragte, die angefochtene Verfügung sei vollumfänglich aufzuhe-
ben und das SEM anzuweisen, sie infolge Unzulässigkeit beziehungsweise
Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in der Schweiz vorläufig aufzu-
nehmen, eventualiter sei die Sache zur rechtsgenüglichen Sachverhalts-
abklärung und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
Im Weiteren beantragte sie, es sei im Sinne einer superprovisorischen
Massnahme der vorliegenden Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu
erteilen und die Vollzugsbehörden anzuweisen, von einer Überstellung
nach Griechenland abzusehen, bis das Bundesverwaltungsgericht über
den Suspensiveffekt der eingereichten Beschwerde entschieden habe.
In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung samt Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.
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Seite 6
Hinsichtlich des Rechtsmittelverfahrens stellte sie den Antrag auf Beizug
der vorinstanzlichen Verfahrensakten.
Der Beschwerde legte sie die Vollmacht (Beilage 1), die angefochtene Ver-
fügung vom 23. November 2021 (Beilage 2), einen Antrag auf (...) Abklä-
rung vom (...) Juli 2021 (Beilage 3), das medizinische Datenblatt für interne
Arztbesuche im BAZ C._ (Beilage 4), einen weiteren Antrag auf (...)
Abklärung vom (...) September 2021 (Beilage 5), ein ärztliches Zeugnis
(inklusive Rezept) vom (...) Oktober 2021 (Beilage 6), einen Arztbericht
vom (...) November 2021 (Beilage 7) und die Stellungnahme zum Ent-
scheidentwurf vom 22. November 2021 (Beilage 8) bei.
I.
Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am
1. Dezember 2021 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG).

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-
lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig
und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und auch vorlie-
gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG).
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die
Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen,
ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
und Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist – unter Vorbehalt der nachfolgenden Erwägung – einzutreten.
1.4 Der Beschwerde kommt von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung
zu und die Vorinstanz hat diese nicht entzogen (Art. 55 VwVG). Auf das
Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung wird daher mangels
Rechtsschutzinteresses nicht eingetreten.
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Seite 7
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Die Dispositivziffern 1 – 2 der Verfügung des SEM vom 23. November 2021
betreffend Nichteintreten auf das Asylgesuch und Verfügung der Wegwei-
sung sind in Rechtskraft erwachsen. Die Beschwerde richtet sich aus-
schliesslich gegen den angeordneten Vollzug der Wegweisung.
4.
Die Beschwerde erweist sich – wie nachfolgend aufgezeigt – als offensicht-
lich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständig-
keit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zwei-
ten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines Schriften-
wechsels und mit summarischer Begründung, zu behandeln ist (Art. 111a
Abs. 1 und 2 AsylG).
5.
5.1
5.1.1 In der Beschwerde wird beanstandet, die Vorinstanz habe ihre Unter-
suchungs- und Begründungspflicht verletzt, indem sie keine fallspezifische
Analyse der gegenwärtigen Situation unternommen habe; die Angelegen-
heit sei deshalb eventualiter zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung
und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen (vgl. Beschwerde
Ziff. 14 und Rechtsbegehren 2). Diese formelle Rüge ist vorab zu prüfen,
da sie allenfalls geeignet sein könnte, eine Kassation der vorinstanzlichen
Verfügung zu bewirken (vgl. BVGE 2013/34 E. 4.2).
5.1.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Vorinstanz setze sich mit
der aktuellen Berichterstattung über die konkrete Situation in Griechenland
für Schutzberechtigte nicht hinreichend auseinander (Beschwerde Zif-
fer II./11). Ebenso wenig habe sie Abklärungen im Rahmen des rechtlichen
Gehörs getroffen, welche über den Minimalstandard des Dublin-Gesprä-
ches hinausgingen (Beschwerde Ziffer II./14).
5.1.3 Gemäss Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG stellt die Asylbehörde den
Sachverhalt von Amtes wegen fest. Dabei muss die Behörde die für das
Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunterlagen beschaffen, die rechtlich
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Seite 8
relevanten Umstände abklären und darüber ordnungsgemäss Beweis füh-
ren. Die unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts
kann nach Art. 49 Bst. b VwVG beziehungsweise Art. 106 Abs. 1 Bst. b
AsylG gerügt werden. Unvollständig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn
die Behörde trotz der geltenden Untersuchungsmaxime den Sachverhalt
nicht von Amtes wegen abgeklärt hat, oder nicht alle für den Entscheid we-
sentlichen Sachumstände berücksichtigt worden sind (vgl. dazu BENJAMIN
SCHINDLER, in: Kommentar zum VwVG, 2. Aufl. 2019, Art. 49 N 29). Ihre
Grenze findet die Untersuchungspflicht der Behörde in der Mitwirkungs-
pflicht der asylsuchenden Person (Art. 13 Abs. 1 VwVG und Art. 8 Abs. 1
AsylG).
5.1.4 Das SEM hat sich in der angefochtenen Verfügung mit den Lebens-
bedingungen, denen die Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr in Grie-
chenland ausgesetzt würde, und insbesondere mit den Möglichkeiten, die
international Schutzberechtigten in Bezug auf den Zugang zur medizini-
schen Versorgung, Unterkunft und finanzielle Unterstützung in Griechen-
land offenstehen, auseinandergesetzt (vgl. angefochtene Verfügung S. 8–
12) und die Beschwerdeführerin hatte wiederholt Gelegenheit, zu ihrer in-
dividuellen Situation Stellung zu nehmen.
5.2
5.2.1 Im Weiteren macht die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf die
Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts geltend, die Vorinstanz
hätte das rechtliche Gehör gewähren müssen, welches über den Minimal-
standard eines üblichen Dublin-Gesprächs hinausgehe.
5.2.2 In dem von der Beschwerdeführerin angeführte Urteil des Bundes-
verwaltungsgerichts E-3841/2019 vom 20. August 2019 gelangte das Ge-
richt zur Auffassung, die konkret zu beurteilende Angelegenheit sei auf-
grund unzulänglicher Erhebungen nicht spruchreif (im konkreten Fall
machte der irakische Beschwerdeführer unter anderem geltend, er sei in
einem Camp untergebracht worden, welches de facto von Angehörigen der
Arbeiterpartei Kurdistans [PKK] beherrscht und er von diesen systematisch
erpresst werde [vgl. a.a.O. Bst. F]). Es handelt sich dabei um einen beson-
deren Einzelfall, welcher nicht mit der vorliegend zu beurteilenden Sache
vergleichbar ist.
5.2.3 Aufgrund der in Art. 83 Abs. 5 AIG statuierten Vermutungen der Zu-
mutbarkeit des Wegweisungsvollzuges liegt es an der Beschwerdeführe-
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Seite 9
rin, diese durch substantiierte Vorbringen umzustossen. Auch im vorste-
hend zitierten Urteil wird diesbezüglich festgehalten, die Beschwerdefüh-
renden beziehungsweise die Gesuchstellenden hätten im Rahmen ihrer
Mitwirkungspflicht aktiv an der Sachverhaltsfeststellung zu partizipieren
und die wesentlichen Umstände spontan von sich aus sowie ausführlich
und detailliert vorzutragen (vgl. a.a.O. E. 2.7).
5.2.4 Das aufgezeichnete Dublin-Gespräch, welches in Anwesenheit der
Rechtsvertreterin stattfand, vermittelt durchaus den Eindruck, dass sich die
Beschwerdeführerin zu ihrer Situation im Camp, ihrer finanziellen Situation
in Griechenland, der Angst vor ihren Feinden aus Afghanistan, dem Ver-
halten der griechischen Behörden sowie zu ihrem Gesundheitszustand an-
gemessen äussern konnte (vgl. A19).
5.2.5 Im Ergebnis ist festzustellen, dass sich die Beschwerdeführerin – ins-
besondere im Hinblick auf die Möglichkeit der Umstossung der erwähnten
Legalvermutung – in angemessener Weise äussern konnte. Die Verfah-
rensführung der Vorinstanz ist diesbezüglich nicht zu beanstanden.
5.3 Vor diesem Hintergrund erweist sich die Kritik, das SEM habe seine
Untersuchungs- und Begründungspflicht verletzt, als unberechtigt. Der
blosse Umstand, dass die Beschwerdeführerin die Beurteilung durch das
SEM nicht teilt, stellt keine ungenügende Abklärung und Feststellung des
Sachverhalts dar.
5.4 Die formellen Rügen erweisen sich demnach als unbegründet. Es be-
steht keine Veranlassung, die angefochtene Verfügung aufzuheben und
die Sache zur Neubeurteilung an das SEM zurückzuweisen.
6.
6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
6.2
E-5205/2021
Seite 10
6.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG).
6.2.2 Gemäss Art. 6a AsylG besteht zugunsten sicherer Drittstaaten – wie
Griechenland einer ist (vgl. Urteil des BVGer E-1354/2021 vom 7. April
2021 E. 7) – die Vermutung, dass diese ihre völkerrechtlichen Verpflichtun-
gen, darunter im Wesentlichen das Refoulement-Verbot und grundlegende
menschenrechtliche Garantien, einhalten (vgl. FANNY MATTHEY, in: Cesla
Amarelle/Minh Son Nguyen, Code annoté de droit des migrations, Bern
2015, Art. 6a AsylG N 12 S. 68). Es obliegt der betroffenen Person, diese
beiden Legalvermutungen umzustossen. Dazu hat sie ernsthafte Anhalts-
punkte dafür vorzubringen, dass die Behörden des in Frage stehenden
Staates im konkreten Fall das Völkerrecht verletzen, ihr nicht den notwen-
digen Schutz gewähren oder sie menschenunwürdigen Lebensumständen
aussetzen würden respektive, dass sie im in Frage stehenden Staat auf-
grund von individuellen Umständen sozialer, wirtschaftlicher oder gesund-
heitlicher Art in eine existenzielle Notlage geraten würde (vgl. statt vieler
das Urteil des BVGer E-2617/2016 vom 28. März 2017 E. 4).
6.2.3 Das Gericht geht in konstanter Rechtsprechung grundsätzlich davon
aus, dass Griechenland als Signatarstaat der EMRK, des Übereinkom-
mens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, un-
menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105)
und des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flücht-
linge (FK, SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar
1967 (SR 0.142.301) seinen entsprechenden völkerrechtlichen Verpflich-
tungen nachkommt. Das Vorliegen eines Vollzugshindernisses unter dem
Aspekt der Zulässigkeit bei Personen, denen von den griechischen Behör-
den ein Schutzstatus verliehen wurde, wird vom Bundesverwaltungsgericht
praxisgemäss nur dann bejaht, wenn im jeweiligen Einzelfall konkrete An-
haltspunkte für Völkerrechtsverletzungen vorliegen. Das Gericht erkennt
an, dass die Lebensbedingungen in Griechenland schwierig sind. Dennoch
ist gemäss Rechtsprechung diesbezüglich nicht von einer generellen un-
menschlichen oder entwürdigenden Behandlung von Schutzberechtigten
im Sinne von Art. 3 EMRK auszugehen (so insbesondere Urteil des BVGer
D-559/2020 vom 13. Februar 2020 E. 8.2 m.w.H. [als Referenzurteil publi-
ziert]). Die bekannten Unzulänglichkeiten treten nicht in einer Weise auf,
welche darauf schliessen lassen, dass Griechenland grundsätzlich nicht
gewillt oder nicht fähig sei, Schutzberechtigten die ihnen zustehenden
E-5205/2021
Seite 11
Rechte und Ansprüche zu gewähren, beziehungsweise dass diese bei Be-
darf nicht auf dem Rechtsweg durchgesetzt werden könnten (vgl. beispiels-
weise Urteile des BVGer E-2508/2020 vom 24. September 2020 und
E-319/2021 vom 27. Januar 2021). Im Falle einer Verletzung der Garantien
der EMRK steht zudem gestützt auf Art. 34 EMRK nach wie vor der Rechts-
weg an den EGMR offen (a.a.O. E. 8.2).
6.2.4 Im vorliegenden Fall liegen – wie bereits in der angefochtenen Verfü-
gung (vgl. S. 8–12) eingehend dargelegt wurde – keine hinreichenden An-
haltspunkte dafür vor, dass für die Beschwerdeführerin persönlich ein "real
risk" bestehen würde, bei einer Rückkehr nach Griechenland dort einer
nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung aus-
gesetzt zu werden. Es ist diesbezüglich nicht ersichtlich, dass sie rechtlich
gegen eine Verweigerung von Unterstützungsleistungen vorgegangen
wäre. Die blosse Möglichkeit, in nicht absehbarer Zeit aus nicht vorausseh-
baren Gründen in eine derart missliche Lebenssituation getrieben zu wer-
den, die einer Aussetzung einer existenziellen Notlage und andauernden
menschenrechtswidrigen Behandlung gleichkäme, vermag die Schwelle zu
einem entsprechenden "real risk" nicht zu überschreiten.
Gemäss Praxis des EGMR kann der Vollzug der Wegweisung eines abge-
wiesenen Asylsuchenden mit gesundheitlichen Problemen im Einzelfall ei-
nen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen; hierfür sind jedoch ganz aus-
sergewöhnliche Umstände Voraussetzung (vgl. Urteil Paposhvili gegen
Belgien vom 13. Dezember 2016, 41738/10 §183). Eine solche Situation
ist vorliegend nicht gegeben. Wie in der angefochtenen Verfügung (vgl.
S. 11 f.) zutreffend festgehalten wurde, bestehen keine Hinweise, dass die
von der Beschwerdeführerin geltend gemachten gesundheitlichen Prob-
leme im Sinne der genannten Rechtsprechung relevant sein könnten. Grie-
chenland hat sich sodann völkerrechtlich verpflichtet, Asylsuchenden und
ausländischen Personen mit einem Schutzstatus die erforderlichen medi-
zinischen Behandlungen zur Verfügung zu stellen (vgl. Urteil des BVGer
E-3110/2020 vom 24. Juni 2020 E. 7.4 S. 13 f.).
6.2.5 Ferner macht die Beschwerdeführerin geltend, von ihren Feinden aus
Afghanistan in Griechenland aufgesucht worden zu sein, wobei ihr Bruder
nach E._ habe flüchten müssen. Hierbei ist festzuhalten, dass Grie-
chenland grundsätzlich über eine funktionierende Schutzbehörde verfügt
und es der Beschwerdeführerin zuzumuten wäre – insbesondere, da sie
selber angibt, keine Probleme mit den Behörden gehabt zu haben –, sich
an die zuständigen Stellen zu wenden, falls sie sich nach der Rückkehr von
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Seite 12
Drittpersonen bedroht fühlen würde (vgl. auch angefochtene Verfügung S.
10).
6.2.6 Nach dem Gesagten liegen keine konkreten Hinweise vor, dass die
Beschwerdeführerin im Falle ihrer Rückkehr nach Griechenland einer un-
menschlichen oder erniedrigenden Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK
ausgesetzt wäre. Im Übrigen kann zur Vermeidung von Wiederholungen
auf die sehr ausführlichen Erwägungen in der angefochtenen Verfügung
(vgl. Ziff. III./2) verwiesen werden. Der Vollzug der Wegweisung erweist
sich somit als zulässig.
6.3
6.3.1 Gestützt auf Art. 83 Abs. 5 AIG besteht die Vermutung, dass eine
Wegweisung in einen EU- oder EFTA-Staat in der Regel zumutbar ist (vgl.
Anhang 2 der Verordnung über den Vollzug der Weg- und Ausweisung so-
wie der Landesverweisung von ausländischen Personen [VVWAL,
SR 142.281]). Der Bundesrat ist – auch in Anbetracht der gegenwärtigen
Asylpolitik Griechenlands – auf seine diesbezügliche Einschätzung, welche
periodisch zu überprüfen ist (vgl. Art. 83 Abs. 5bis AIG), bisher nicht zurück-
gekommen.
6.3.2 Die Vorinstanz hat zutreffend auf die Verpflichtungen Griechenlands
gegenüber Schutzberechtigten bezüglich Unterbringung, medizinischer
Versorgung, Sozialhilfe und Erwerbstätigkeit hingewiesen, welche sich ins-
besondere aus der Qualifikationsrichtlinie sowie auch aus der Flüchtlings-
konvention ergeben. Das Bundesverwaltungsgericht geht nach wie vor da-
von aus, dass Personen mit Schutzstatus griechischen Bürgerinnen und
Bürgern in Bezug auf Fürsorge, den Zugang zu Gerichten und den öffent-
lichen Schulunterricht respektive mit anderen Ausländern und Ausländerin-
nen beispielsweise in Bezug auf Erwerbstätigkeit oder die Gewährung ei-
ner Unterkunft gleichgestellt sind (vgl. Art. 16-24 FK). Die Schutzberechtig-
ten können sich – wie Personen mit Flüchtlingsstatus – auf die Garantien
in der Qualifikationsrichtlinie berufen. Es darf von der Beschwerdeführerin
erwartet werden, sich bei Unterstützungsbedarf an die griechischen Behör-
den zu wenden und die erforderliche Hilfe nötigenfalls auf dem Rechtsweg
einzufordern. Auch wenn eine adäquate Eingliederung der Beschwerde-
führerin in die sozialen Strukturen Griechenlands als Schutzberechtigte mit
nicht zu verkennenden Erschwernissen verbunden ist, vermögen ihre Vor-
bringen die Anforderungen an eine konkrete Gefährdung nicht zu erfüllen.
An dieser Feststellung vermögen weder die Hinweise auf verschiedene öf-
fentlich zugängliche Berichte betreffend die Situation in Griechenland noch
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der Hinweis auf das Urteil des deutschen Oberverwaltungsgerichts Nieder-
sachsen etwas zu ändern. Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuwei-
sen, dass die Beschwerdeführerin gemäss ihren Angaben in Griechenland
eine Bekannte hat und zeitweise in deren Wohnung gelebt hat (vgl. A19).
6.3.3 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich auch unter Berücksichti-
gung des Gesundheitszustandes als zumutbar. Diesbezüglich sind den Ak-
ten keine Hinweise darauf zu entnehmen, dass eine allenfalls notwendige
medizinische (und insbesondere auch [...]) Behandlung – insbesondere
der diagnostizierten (...) – in Griechenland nicht gegeben wäre. Die mit
dem Vollzug der Wegweisung beauftragten schweizerischen Behörden
werden die griechischen Behörden vor der Durchführung der Wegweisung
über die besonderen medizinischen Bedürfnisse der Beschwerdeführerin
informieren und diesen Umständen bei der Bestimmung geeigneter Voll-
zugsmodalitäten Rechnung zu tragen haben. Die Beschwerdeführerin ist
ihrerseits gehalten, bei der Vorbereitung ihrer Rückkehr mit den Vollzugs-
behörden zu kooperieren, was ihre geordnete und gut vorbereitete Rück-
kehr erleichtern würde. Es steht ihr auch frei, von den Möglichkeiten der
Rückkehrhilfe Gebrauch zu machen (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG, Art.
75 der der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 [AsylV 2, SR 142.312]).
6.3.4 Das Bundesverwaltungsgericht kann sich somit auch hinsichtlich der
Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs der Beschwerdeführe-
rin nach Griechenland der Beurteilung der Vorinstanz anschliessen. Zur
Vermeidung von Wiederholungen ist diesbezüglich ebenfalls auf die sehr
ausführlichen Erwägungen in der angefochtenen Verfügung (vgl. Ziff. III./2)
zu verweisen.
6.4 Der Vollzug der Wegweisung ist schliesslich nach Art. 83 Abs. 2 AIG
möglich, da die griechischen Behörden einer Rückübernahme der über ei-
nen Flüchtlingsstatus verfügenden Beschwerdeführerin ausdrücklich zuge-
stimmt haben und den Akten keine Hinweise auf eine Reiseunfähigkeit zu
entnehmen sind. Der gesundheitlichen Situation der Beschwerdeführerin
kann, falls erforderlich, bei der Ausgestaltung der Vollzugsmodalitäten an-
gemessen Rechnung getragen werden.
Schliesslich steht auch die Covid-19-Pandemie dem Wegweisungsvollzug
nicht entgegen. Bei dieser handelt es sich – wenn überhaupt – um ein tem-
poräres Vollzugshindernis, welchem im Rahmen der Vollzugsmodalitäten
durch die kantonalen Behörden Rechnung zu tragen ist, indem etwa der
Zeitpunkt des Vollzugs der Situation in Griechenland angepasst wird.
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6.5 Zusammenfassend hat das SEM zu Recht den Wegweisungsvollzug
nach Griechenland als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet, wes-
halb die Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht fällt.
7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, und auch sonst nicht zu beanstanden ist
(Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf ein-
getreten wird.
8.
8.1 Der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses er-
weist sich mit vorliegendem Urteil als gegenstandslos.
8.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist – ungeachtet der nicht nachgewiesenen
Bedürftigkeit – abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus den vorste-
henden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen sind. Die Ver-
fahrenskosten sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1
VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1‒3 des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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