Decision ID: ab5a7937-aace-56f3-9a08-0a5120e6a8a1
Year: 2019
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.a
A._ (im Folgenden: Versicherter) war seit dem 25. Februar 1991 als
Patissier beim Restaurant B._ angestellt und bei der Schweizeri-
sche National-Versicherungs-Gesellschaft AG (heute: Helvetia Schweize-
rische Versicherungsgesellschaft AG, im Folgenden: Helvetia) versichert,
als er sich am 6. September 1993 (Akten Helvetia M1) beim American Foot-
ball eine Distorsion des linken Kniegelenks mit vorderer Kreuzbandruptur
und lateraler Meniskusläsion zuzog (Akten Helvetia M5). Die Verletzung
wurde mit arthroskopischer Meniskusnaht und vorderer Kreuzbandplastik
versorgt (Akten Helvetia M4). Die Helvetia übernahm die Unfallkosten und
entrichtete Taggelder (Akten Helvetia TG1 - TG8). Weiter zog sich der Ver-
sicherte am 17. Mai 1995 eine Distorsion desselben Knies zu (Akten Hel-
vetia M17). Schliesslich verspürte er am 4. November 1997 beim Treppen-
steigen einen Stich in dasselbe Knie, was zu Anschwellung und starken
Schmerzen führte (Akten Helvetia M18). Der Versicherte wurde in der
Folge krankgeschrieben (Akten Helvetia M19), woraufhin die Helvetia ei-
nen Rückfall annahm (Akten Helvetia M22) und die gesetzlichen Leistun-
gen erbrachte (Akten Helvetia TG9).
A.b Am 21. Juli 2014 rutschte der Versicherte auf nassem Boden aus und
verletzte sich erneut am linken Knie (Akten Helvetia S1; Akten SWICA 3).
Die SWICA Gesundheitsorganisation (im Folgenden: SWICA) als neuer
Unfallversicherer übernahm zunächst die Heilungskosten und bezahlte
Taggelder (Akten Helvetia S1.1; Akten SWICA 5, 7). Mit Schreiben vom
13. November 2014 (Akten Helvetia S8; Akten SWICA 27) teilte sie dem
Versicherten jedoch mit, dass sie die Kosten für die geplante Operation
nicht übernehmen werde, da die vorübergehende Verschlimmerung des
degenerativen Vorzustandes im Kniegelenk als abgeheilt betrachtet wer-
den müsse, und deshalb der Grund für die Operation die bereits vorbeste-
hende Pangonarthrose sei.
A.c Dagegen erhob der Versicherte am 23. Dezember 2014 Einwand (Ak-
ten Helvetia S9; Akten SWICA 30). Mit Verfügung vom 2. Februar 2015
(Akten Helvetia S11; Akten SWICA 36) hielt die SWICA fest, ab Operation
bestehe kein Leistungsanspruch mehr. Der Versicherte müsse sich bezüg-
lich der Operation und der Folgebehandlungen an die Helvetia richten. Ge-
gen diesen Bescheid erhob die Helvetia am 3. März 2015 (Akten Helvetia
S12; Akten SWICA 42) vorsorglich Einsprache und beantragte, mit Ergän-
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zung vom 29. April 2015 (Akten Helvetia S14; Akten SWICA 54), die Verfü-
gung vom 2. Februar 2015 sei aufzuheben; die SWICA habe als ereignis-
näherer Versicherer die gesetzlichen Versicherungsleistungen zu überneh-
men, eventualiter sei zur Klärung der Kausalitätsfrage ein neutrales Gut-
achten einzuholen. Am 12. März 2015 (Akten Helvetia S13.1; Akten SWICA
48) teilte die SWICA dem Versicherten mit, dass sie für die Kosten der not-
wendigen Knieoperation in Form von Vorleistungen aufkomme. Mit Brief
vom 20. Mai 2015 (Akten Helvetia S15; Akten SWICA 59) hob sie ihre Ver-
fügung vom 2. Februar 2015 auf, da aufgrund der Einsprache der Helvetia
ein negativer Kompetenzkonflikt bestehe. Nach Einholen eines medizini-
schen Gutachtens bei Dr. C._ (Akten Helvetia S21.1; Akten SWICA
87) verfügte sie am 18. September 2015 (Akten Helvetia S21; Akten
SWICA 90), der Versicherte habe ab Operationsdatum, 16. Juni 2015, kei-
nen Leistungsanspruch mehr gegenüber der SWICA, da die Notwendigkeit
der Operation auf die Folgen aus dem Unfall vom Jahr 1993 zurückzufüh-
ren sei. Zuständig für die Prüfung des Leistungsanspruchs sei daher die
Helvetia. Mit Schreiben vom 23. September 2015 (Akten Helvetia S22; Ak-
ten SWICA 91) forderte sie gegenüber der Helvetia die Heilungskosten ab
16. Juni 2016 zurück. Die Helvetia erhob am 19. Oktober 2015 (Akten Hel-
vetia S23; Akten SWICA 92), mit Ergänzung vom 30. November 2015 (Ak-
ten Helvetia S25; Akten SWICA 94), Einsprache gegen die Verfügung vom
18. September 2015 und beantragte die Aufhebung der Verfügung, da die
SWICA als ereignisnähere Versicherung die gesetzlichen Leistungen aus-
zurichten habe. Mit Schreiben vom 1. Dezember 2015 (Akten Helvetia
S26.1; Akten SWICA 95) hob die SWICA die Verfügung vom 18. Septem-
ber 2015 wegen dem negativen Kompetenzkonflikt auf und erbrachte wei-
terhin Leistungen im Sinne von Vorleistungen.
A.d Gleichentags wandte sich die SWICA an das BAG (Akten Helvetia
S26; Akten SWICA 96) und beantragte, aufgrund des negativen Kompe-
tenzkonflikts sei eine Verfügung gemäss Art. 78a UVG zu erlassen. Nach-
dem zwischen den Versicherern keine gütliche Einigung erzielt werden
konnte (Akten Helvetia S37.1, S45), verfügte das BAG am 12. April 2017
(Akten Helvetia S47, BVGer act. 1/1), für die Leistungen aus UVG, die aus
dem Unfall vom 21. Juli 2014 ab dem 16. Juni 2015 bis zum Fallabschluss
erbracht worden seien, sei die SWICA zu 40 % und die Helvetia zu 60 %
leistungspflichtig, womit die Helvetia der SWICA die Leistungen nach UVG
ab dem 16. Juni 2015 bis zum Fallabschluss aus dem Unfall vom 21. Juli
2014 im Umfang von 60 % zurückzuerstatten habe.
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B.
Dagegen erhob die SWICA am 22. Mai 2017 (BVGer act. 1) Beschwerde
beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte, die Verfügung des BAG
vom 12. April 2017 sei aufzuheben, und es sei festzustellen, dass die Hel-
vetia ab dem 16. Juni 2015 zuständig und somit zu 100 % leistungs- und
rückerstattungspflichtig sei.
C.
Der mit Zwischenverfügung vom 30. Mai 2017 (BVGer act. 2) einverlangte
Gerichtskostenvorschuss in der Höhe von Fr. 5‘000.-, ging am 2. Juni 2017
bei der Gerichtskasse ein (BVGer act. 6).
D.
Die Helvetia beantragte mit Beschwerdeantwort vom 14. Juli 2017 (BVGer
act. 10) und das BAG mit Vernehmlassung vom 21. August 2017 (BVGer
act. 11) die Abweisung der Beschwerde.
E.
Mit Replik vom 12. September 2017 (BVGer act. 13) sowie Duplik vom
10. Oktober 2017 (BVGer act. 16) und Dupliknachtrag vom 19. Oktober
2017 (BVGer act. 18) wurden die bisherigen Anträge und deren Begrün-
dung seitens der Parteien bestätigt. Das BAG bestätigte sein Begehren am
20. Oktober 2017 (BVGer act. 19) ebenfalls.
F.
Der Schriftenwechsel wurde am 27. Oktober 2017 (BVGer act. 20) ge-
schlossen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG (SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG (SR 172.021).
Bei der angefochtenen Verfügung des BAG vom 12. April 2017 handelt es
sich um eine Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG. Zulässig sind Be-
schwerden gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 VGG.
Nach Art. 78a UVG des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Un-
fallversicherung in der vorliegend anwendbaren Fassung vom 1. Januar
2013 (UVG, SR 832.20, in Kraft bis Dezember 2016) erlässt das BAG bei
geldwerten Streitigkeiten zwischen Versicherern eine Verfügung. Das
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BAG, welches vorliegend verfügt hat, ist im Sinne von Art. 33 lit. d VGG
eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts; eine sachliche Aus-
nahme gemäss Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht
ist somit für die Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig.
1.2 Die Beschwerdeführerin (SWICA) hat am Verfahren vor der Vorinstanz
teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt
und hat an deren Aufhebung oder Änderung ein schutzwürdiges Interesse,
womit sie im Sinne von Art. 48 Abs. 1 lit. a bis c VwVG zur Beschwerde
legitimiert ist.
Ebenso hat die Beschwerdegegnerin (Helvetia) am Verfahren vor dem
BAG teilgenommen. Die Verfügung des BAG in Anwendung von Art. 78a
UVG greift in den Bestand ihrer Rechte und Pflichten ein. Sie ist mit der
Kostenaufteilung, welche das BAG in seiner Verfügung vom 12. April 2017
vorgenommen hat, einverstanden, womit ihr Interesse darin besteht, dass
die angefochtene Verfügung in Rechtskraft erwächst. Nach der Lehre gel-
ten Verfahrensbeteiligte in diesem Sinn als Gegenparteien, die zur Bezah-
lung von Verfahrens- und Parteikosten verpflichtet werden können, wenn
sie sich den Anträgen der beschwerdeführenden Partei mit eigenen Anträ-
gen widersetzen (ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren
und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Auflage, Zürich 1998,
Rz. 527 und 707). Die Beschwerdegegnerin hat vorliegend Anträge gestellt
und ist damit als Partei im Sinne von Art. 6 VwVG zu betrachten.
1.3 Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht (vgl. Art. 50 ff.
VwVG) eingereicht und der einverlangte Kostenvorschuss in der Höhe von
Fr. 5'000.- fristgerecht geleistet wurde, ist auf die Beschwerde einzutreten.
1.4 Mit der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann gerügt
werden, die angefochtene Verfügung verletze Bundesrecht (einschliesslich
Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens), beruhe auf einer unrich-
tigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts oder sei unangemessen (Art. 49 VwVG).
1.5 Das Gericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechtsanwendung von
Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der Parteien gebun-
den (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Im Rahmen seiner Kognition kann es die Be-
schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheis-
sen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung
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bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. Urteil des BGer
2C_393/2015 vom 26. Januar 2016 E. 1.2; BGE 132 II 47 E. 1.3 m.H.).
2.
2.1 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach
dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). Ge-
mäss Art. 1 Abs. 2 lit. c UVG in der Fassung vom 1. Januar 2013 kommt im
Verfahren um geldwerte Streitigkeiten zwischen Versicherern (Art. 78a
UVG) das ATSG (SR 830.1) nicht zur Anwendung.
2.2 Nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln sind in formell-
rechtlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze anwendbar, wel-
che im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (vgl. BGE
130 V 1 E. 3.2).
2.3 In materiell-rechtlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechts-
sätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden
Sachverhalts gelten (vgl. BGE 130 V 329 E. 2.3). Dementsprechend sehen
die Übergangsbestimmungen zur Änderung des UVG vom 25. September
2015 vor (AS 2016 4375, 4387), dass Versicherungsleistungen für Unfälle,
die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten,
die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht ge-
währt werden.
2.4 Da vorliegend die Leistungskoordination zwischen der Beschwerdefüh-
rerin und der Beschwerdegegnerin in Bezug auf die von der Beschwerde-
gegnerin gegenüber dem Versicherten im Zusammenhang mit dem Ereig-
nis vom 21. Juli 2014 erbrachten Ansprüche strittig ist, sind demnach das
UVG in der Fassung vom 1. Januar 2013 und das UVV in der Fassung vom
1. Januar 2013 anwendbar.
3.
3.1 Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die
Verfügung vom 12. April 2017, mit welcher die Vorinstanz entschied, dass
die Helvetia der SWICA 60 % der vom 16. Juni 2015 bis zum Fallabschluss
angefallenen Kosten aus dem Unfall vom 21. Juli 2014 zurückzuerstatten
hat.
3.2 Die vorliegend angefochtene Verfügung des BAG vom 12. April 2017
erging gestützt auf Art. 78a UVG. Nach der Rechtsprechung kommt die
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Verfügungszuständigkeit des BAG nach Art. 78a UVG in all jenen geldwer-
ten Streitigkeiten zum Tragen, in denen ein Unfallversicherer, der gegen-
über dem anderen Unfallversicherer keine Weisungsbefugnis besitzt, das
BAG anruft, damit dieses über die streitige Leistungszuständigkeit ent-
scheide (vgl. BGE 127 V 176 E. 4d; BGE 125 V 324 E. 1b). Dieser Rechts-
weg steht namentlich dann offen, wenn ein negativer Kompetenzkonflikt
zwischen zwei Versicherern über die Leistungspflicht bezüglich eines
Schadensereignisses vorliegt oder wenn ein Versicherer von einem ande-
ren Versicherer Rückerstattung von gegenüber dem Versicherten erbrach-
ten Leistungen verlangt (vgl. BGE 127 V 176 E. 4d).
Vorliegend handelt es sich um eine solche Streitigkeit, womit das BAG als
sachlich und funktionell zuständige Behörde zurecht eine entsprechende
Verfügung erlassen hat.
4.
Streitig und zu prüfen ist vorliegend, welcher Unfallversicherer für die Fol-
gen des Ereignisses vom 21. Juli 2014 ab dem 16. Juni 2015 (Operations-
datum) bis zum 24. März 2016 (Fallabschluss) leistungspflichtig ist und für
die angefallenen Kosten aufzukommen hat. Die Swica geht von einer le-
diglich vorübergehenden Verschlimmerung und einem Ende ihrer Leis-
tungspflicht zum Zeitpunkt des Operationsdatums aus. Zu diesem Zeit-
punkt soll der Status quo ante wieder erreicht worden sein und der Vorzu-
stand alleinige Ursache für den chirurgischen Eingriff dargestellt haben. Im
Gegenzug ist die Helvetia der Ansicht, dass das neue Unfallereignis zu ei-
ner dauernden Verschlimmerung geführt hat, ein Defektzustand eingetre-
ten ist, der das Erreichen des Status quo ante verunmöglicht hat. Zu klären
ist dabei die Frage der natürlichen Kausalität, mithin ob und allenfalls in
welchem Umfang die Knieoperation vom 16. Juni 2015 eine Konsequenz
des Unfallereignisses vom 21. Juli 2014 und/oder der Vorunfälle darstellt.
Für die Beantwortung dieser Frage erfolgen zunächst Ausführungen zur
Kausalität (vgl. E. 5 hiernach) und zur Würdigung von Arztberichten (vgl.
E. 6 hiernach). Anschliessend sind die Arztberichte aufzuführen (vgl. E. 7
hiernach) und einer Würdigung zu unterziehen (vgl. E. 8 hiernach).
Schliesslich ist gestützt auf die Arztberichte die Kausalitätsfrage zu klären
und die Konsequenzen festzuhalten (vgl. E. 9 hiernach).
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Seite 8
5.
Es folgen Ausführungen zur Kausalität.
5.1 Für die Leistungspflicht eines Unfallversicherers nach UVG ist gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung vorausgesetzt, dass zwischen dem
Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod)
ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na-
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan-
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten, oder nicht als in der
gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten, gedacht werden
kann. Für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht er-
forderlich ist, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache ge-
sundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis
zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integri-
tät der versicherten Person beeinträchtigt hat (Teilursache), der Unfall mit
anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die ein-
getretene gesundheitliche Störung entfiele (conditio sine qua non, vgl. BGE
129 V 177 E. 3.1; BGE 126 V 353 E. 5c; BGE 119 V 335 E.1; BGE 118 V
286 E. 1b m.H.; RKUV 2000 U 377 S. 185 E. 4a). Die natürliche Kausalität
ist dabei anhand von Arztberichten festzustellen.
5.2 Laut Bundesgericht sind auch Umstände massgebend, ohne deren
Vorhandensein die gesundheitliche Beeinträchtigung nicht zur gleichen
Zeit eingetreten wäre. Eine schadensauslösende traumatische Einwirkung
wirkt also selbst dann leistungsbegründend, wenn der betreffende Scha-
den auch ohne das versicherte Ereignis früher oder später wohl eingetre-
ten wäre, der Unfall somit nur hinsichtlich des Zeitpunkts des Schadensein-
tritts eine unerlässliche Bedingung (conditio sine qua non) darstellte. An-
ders verhält es sich, wenn der Unfall nur Gelegenheits- oder Zufallsursache
ist, welche ein gegenwärtiges Risiko, mit dessen Realisierung jederzeit zu
rechnen gewesen wäre, manifest werden lässt, ohne im Rahmen des Ver-
hältnisses von Ursache und Wirkung eigenständige Bedeutung anzuneh-
men. Einem Ereignis kommt demzufolge der Charakter einer anspruchs-
begründenden Teilursache zu, wenn das aus der potentiellen pathogenen
Gesamtursache resultierende Risiko zuvor nicht dermassen gegenwärtig
war, dass der auslösende Faktor gleichsam beliebig und austauschbar er-
schiene. Ist der Unfall eine anspruchsbegründende Teilursache und nicht
bloss eine (anspruchshindernde) Gelegenheits- oder Zufallsursache, ist
der obligatorische Unfallversicherer bis zum Erreichen des Status quo sine
vel ante und damit Wegfall einer Teilursächlichkeit leistungspflichtig (Urteile
BGer 8C_172/2018 vom 4. Juni 2018 E. 4.2; BGer 8C_847/2016 vom
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5. April 2017 E. 5.3.2 m.H.; BGer 8C_337/2016 vom 7. Juli 2016 E. 4.1.2;
BGer 8C_788/2010 vom 8. Februar 2011 E. 10.2 je m.H.).
5.3 Die adäquate Kausalität dient der rechtlichen Eingrenzung der sich aus
dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfall-
versicherers (vgl. BGE 129 V 177 E. 3.3; BGE 127 V 102 E. 5b/aa; BGE
117 V 369 E. 4a, je m.H.). Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann
als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge-
wöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung an sich
geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen,
der Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis allgemein begünstigt er-
scheint (vgl. BGE 129 V 177 E. 3.2; BGE 126 V 353 E. 5c; BGE 122 V 415
E. 2a; BGE 121 V 45 E. 3a; BGE 117 V 359 E. 5a; BGE 115 V 133 E. 4a;
RKUV 1997 U 272 S. 172 E. 3a; SVR 1999 UV Nr. 14 S. 45 E. 4a). Die
Adäquanz spielt im Bereich klar ausgewiesener organischer (physischer)
Unfallfolgen, wie vorliegend, kaum eine Rolle (BGE 127 V 102 E. 5b/bb
m.H.; BGE 117 V 359 E. 5 und 6; SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45 E. 2b).
5.4 Ist die Unfallkausalität mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nach-
gewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallver-
sicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ur-
sache des (verbleibenden) Gesundheitsschadens darstellt, wenn also letz-
terer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies
trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er
unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber der-
jenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines
krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt
hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende
natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen
Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit
dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der über-
wiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit
nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt
nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt,
liegt die entsprechende Beweislast beim Unfallversicherer. Diese Beweis-
grundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spät-
folgen (vgl. RKUV 1994 U 206 S. 328 f. E. 3b; RKUV 1992 U 142 S. 75 f.
E. 4b; Urteil des EVG vom 14. Juni 2004 [U 76/04] E. 3.1 m.H.). Trifft ein
Unfall auf einen vorgeschädigten Körper und steht medizinischerseits fest,
dass weder der Status quo ante noch der Status quo sine je wieder erreicht
werden können, so handelt es sich nach der Rechtsprechung um eine
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«richtungsgebende Verschlimmerung» (Urteile BGer 8C_421/2018 vom
28. August 2018 E. 3.2; BGer 8C_240/2016 vom 13. Juli 2016 E. 3).
6.
Nachfolgend werden die Beweisregeln dargestellt.
6.1 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu
würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbe-
schwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 40
des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess
[BZP, SR 273] in Verbindung mit Art. 19 VwVG). Danach haben Versiche-
rungsträger, Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte die
Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie
umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren
bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, un-
abhängig davon von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu
entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurtei-
lung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf bei ei-
nander widersprechenden medizinischen Berichten der Prozess nicht erle-
digt werden, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die
Gründe anzugeben, warum auf die eine und nicht auf die andere medizini-
sche These abgestellt wurde (vgl. Urteil BVGer C-682/2015 vom 13. Feb-
ruar 2019 E. 5.3).
6.2 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob
der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben wurde, in der Beurteilung
der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizini-
schen Situation einleuchtet, und ob die Schlussfolgerungen des Experten
nachvollziehbar begründet sind (vgl. Urteil BVGer C-682/2015 vom
13. Februar 2019 E. 5.3).
7.
Den Vorakten sind die nachstehenden medizinischen Informationen zu ent-
nehmen:
7.1 Aus der Unfallmeldung vom 16. September 1993 (Akten Helvetia M1)
ergibt sich, dass der Versicherte seit dem 25. Februar 1991 beim Restau-
rant B._ angestellt und bei der National Versicherung Basel (heute
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Seite 11
Helvetia) versichert war. Am 6. September 1993 verletzte er sich beim
American Football das Kreuzband am linken Knie.
7.2 Der erstbehandelnde Arzt, Dr. D._, Assistenzarzt der Notfallkli-
nik, berichtete am 22. September 1993 (Akten Helvetia M2), beim Football
sei es zu einer Rotationsbewegung des linken Knies mit einschiessenden
starken Schmerzen gekommen. Anamnestisch schloss Dr. D._ eine
Blockade des Knies aus. Als Befund erhob er: kein Kniegelenkserguss,
Druckdolenz im Bereich des medialen Seitenbandes des linken Knies,
keine Schublade verifizierbar, Lachmantest nicht beurteilbar wegen Adipo-
sitas per magna. Schmerzen bei Aussenrotation des Unterschenkels und
bei Flexion des linken Knies. Im Röntgenbild sei keine Fraktur im Bereich
des linken Knies feststellbar gewesen. Es liege eine Distorsion im Bereich
des linken Knies vor, welche ausschliesslich unfallbedingt sei. Der Patient
sei vollständig arbeitsunfähig.
7.3 Nachdem die Notfallklinik die Behandlung nach 10 Tagen abgeschlos-
sen hatte, stellte sich der Versicherte bei Dr. E._, Spezialarzt für
Chirurgie und Orthopädie, vor, welcher am 26. Oktober 1993 (Akten Hel-
vetia M3) feststellte, dass die Einklemmerscheinungen für eine Meniskus-
läsion sprechen würden, weshalb er den Patienten zur Arthroskopie und
allfälligen Korrekturoperation ans Kantonsspital F._ zugewiesen
habe.
7.4 Am 1. Dezember 1993 (Akten Helvetia M4) operierte Prof. Dr.
G._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, den Versicherten.
Dabei nahm er eine arthroskopische Meniskusnaht vor und implantierte
eine vordere Kreuzbandersatzplastik.
7.5 Gegenüber Dr. E._ berichtete Prof. Dr. G._, Facharzt
FMH für Orthopädische Chirurgie, am 13. Dezember 1993 (Akten Helvetia
M5) er habe eine vordere Kreuzbandruptur links und ein basisnaher Längs-
riss des lateralen Meniskushinterhorns links vorgefunden, was er mit vor-
derer Kreuzbandplastik versorgt habe. Die Operation sei per- und posto-
perativ völlig komplikationslos verlaufen. Der Patient sei mit Stöcken und
einer abnehmbaren Neofract-Schiene nach Hause entlassen worden.
7.6 Mit Zwischenbericht vom 14. Dezember 1993 (Akten Helvetia M6) teilte
Dr. E._, Spezialarzt FMH für Chirurgie und Orthopädie, der Helvetia
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Seite 12
mit, der Versicherte leide an Kreuzbandruptur links und Meniskushinter-
hornläsion. Beim Heilungsverlauf würden keine unfallfremden Faktoren
mitspielen. Es liege weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vor.
7.7 Im ärztlichen Zwischenbericht vom 26. Januar 1994 (Akten Helvetia
M7) hielt Dr. E._, Spezialarzt FMH für Chirurgie und Orthopädie,
fest, es sei noch nicht sicher zu beurteilen, ob ein bleibender Nachteil zu
erwarten sei.
7.8 Prof. Dr. G._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, er-
kannte am 28. Februar 1994 (Akten Helvetia M8) einen problemlosen post-
operativen Verlauf, volle Flexion/Extension bei guter Stabilität und attes-
tierte eine 50%ige Arbeitsfähigkeit.
7.9 Dr. D._ erstatte am 11. März 1994 (Akten Helvetia M9) einen
ärztlichen Zwischenbericht und führte als postarthroskopische Diagnose
auf: vollständige vordere Kreuzbandruptur, kleiner Längsriss im lateralen
Meniskushinterhorn des linken Knies, oberflächliche kleine Knorpelschädi-
gung am medialen Femurconylus. Nach anfänglich konservativer Therapie
werde der Patient durch den Hausarzt Dr. E._, Spezialarzt FMH für
Chirurgie und Orthopädie, zugewiesen, wegen schmerzhaften Giving-way-
Ereignissen. Deshalb werde am 5. November 1993 eine ambulante diag-
nostische Arthroskopie durchgeführt.
7.10 Im ärztlichen Zwischenbericht des Kantonsspitals F._, Chirur-
gische Poliklinik vom 15. Mai 1994 (Akten Helvetia M10) äusserte Dr.
H._ den Verdacht auf mediale Seitenbandläsion und Meniskuslä-
sion medial links. Es bestünden deutliche Schmerzen bei Belastung im Be-
reich des medialen Seitenbandes des linken Knies und Druckdolenzen
über dem Ligamentum collaterale mediale mit schwer objektivierbarem Er-
guss, wobei Schmerzen und Druckdolenzen im Verlauf abnehmen würden.
Die gegenwärtige Therapie bestehe aus lokaler antiphlogistischer Therapie
und Stöcke. Es sei kein bleibender Nachteil zu erwarten.
7.11 Prof. Dr. G._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, di-
agnostizierte am 22. Juni 1994 (Akten Helvetia M11), Status nach Ruptur
vorderes Kreuzband und Abriss medialer Meniskus Knie links. Am 1. De-
zember 1993 sei eine Arthroskopie, eine arthroskopische Meniskusnaht
und eine vordere Kreuzbandersatzplastik durchgeführt worden. Bei der
letzten Kontrolle am 25. April 1993 habe eine gute Flexion/Extension bei
noch etwas reduziertem Quadrizeps bestanden. Der Patient mache jetzt
C-2904/2017
Seite 13
Bodybuilding. Er sei theoretisch ab 1. März 1994 zu 50 % arbeitsfähig ge-
schrieben (stellenlos). Ab Mitte April 1994 dürfte die volle Arbeitsfähigkeit
erreicht worden sein.
7.12 Aus dem Operationsbericht vom 29. Dezember 1994 (Akten Helvetia
M12.1) von Dr. I._, Facharzt FMH Orthopädische Chirurgie, geht
hervor, dass es beim stark übergewichtigen Patienten in den letzten Wo-
chen zu mehrfachen Blockaden des linken Knies gekommen war. Das Knie
war geschwollen, und es konnte ein Erguss nachgewiesen werden. Es be-
stehe ein mässiges Instabilitätsgefühl. Bei der arthroskopischen Inspektion
finde man eine geringfügige Chondromalazie der Patella bei normalem Pa-
tellagleiten. Das mediale Kniekompartiment sei intakt, nicht verstärkt klapp-
bar, unauffälliger medialer Kniegelenksmeniskus. Vorderes Kreuzband
(Transplantat) etwas dissoziiert, aufgefasert, jedoch funktionstüchtig. Ein
kleines adhärentes knöchernes Element distal werde mit dem Arthrosko-
pieinstrument entfernt. Der laterale Kniegelenksmeniskus weise einen voll-
ständigen, relativ peripher gelegenen Längsriss auf, der vom Hinterhorn
bis zum Beginn des Vorderhornes reiche. Eine Naht des Meniskus scheine
ausgeschlossen zu sein, da die periphere Partie des Meniskus ebenfalls
degeneriert sei und sogar einen Tangentialriss aufweise. Deswegen werde
eine Teilmeniskektomie durchgeführt, wobei der knorpelhaltige Anteil des
Meniskus entfernt werde.
7.13 Dr. E._, Spezialarzt FMH für Chirurgie und Orthopädie, berich-
tete am 6. Januar 1995 (Akten Helvetia M12), seit einigen Monaten be-
stehe eine zunehmende Blockadetendenz, unter starken Schmerzen seit
19. Dezember 1994. Er attestierte am 16. Januar 1995 (Akten Helvetia
M14) eine Arbeitsfähigkeit von 50 % ab 18. Januar 1995. Als bleibender
Nachteil sei mit weiterer Verschlechterung in den nächsten Jahren zu rech-
nen. Der Patient sei bei Dr. I._ in weiterer Kontrolle (Akten Helvetia
M15).
7.14 Am 10. Januar 1995 (Akten Helvetia M13) berichtete Dr. I._,
er habe am 28. Dezember 2014 eine Arthroskopie des linken Kniegelenkes
und eine arthroskopische Teilmeniskektomie des lateralen Meniskus
durchgeführt.
7.15 Am 28. Februar 1995 (Akten Helvetia M16) konstatierte Dr. I._,
Facharzt FMH Orthopädische Chirurgie, die Schmerzen seien unterdessen
verschwunden und die Kniebeweglichkeit weitgehend normal. Es liege
keine Schwellung, kein Erguss und keine wesentliche Instabilität des Knies
C-2904/2017
Seite 14
vor. Die Behandlung sei abgeschlossen. Seit Januar 1995 bestehe eine
50%ige und ab 13 März 1995 eine vollständige Arbeitsfähigkeit. Als blei-
bender Nachteil sei im Rahmen der Kreuzbandrekonstruktion mit einer
leichten lateralen Instabilität nach lateraler Meniskektomie zu rechnen.
7.16 Gemäss ärztlichem Zwischenbericht von Dr. I._, Facharzt
FMH Orthopädische Chirurgie, vom 6. Juni 1995 (Akten Helvetia M17) zog
sich der Versicherte am 17. Mai 1995 eine Distorsionsverletzung dessel-
ben Knies zu. Es handle sich um eine erneute, aber nicht schwerwiegende
Verletzung des vorgeschädigten linken Knies (Giving-way-Phänomen bei
Instabilität). Das erneut durchgeführte Röntgenbild zeige keine zusätzliche
Information. Die Verletzung werde mit abschwellenden Massnahmen und
Ruhigstellung behandelt. Die Arbeitsaufnahme sei noch nicht vorgesehen.
Bleibender Nachteil sei Instabilität des Knies und zunehmende Gonarth-
rose.
7.17 Gemäss Unfallmeldung vom 13. November 1997 (Akten Helvetia
M18) verspürte der Versicherte am 4. November 1997 beim Treppenstei-
gen einen Stich im linken Knie, was aufgrund der Anschwellung des Knies
und der Schmerzen zu einer Arbeitsunfähigkeit führte.
7.18 Es liegen Röntgenbilder des Knies vom 8. Januar 1996 (Akten Hel-
vetia M19.1, M19.2) und vom 17. Mai 1995 (Akten Helvetia M19.3, M19.4)
vor.
7.19 Gemäss Aktennotiz von Dr. J._ vom 11. Juli 1997 (Akten Hel-
vetia M22) sind die Beschwerden des Versicherten auf den Unfall von Sep-
tember 1993 zurückzuführen.
7.20 Am 5. November 1997 erkannte Dr. K._, Spezialarzt FMH für
Orthopädische Chirurgie speziell Handchirurgie (Akten Helvetia M19), der
Patient habe beim Treppenhinuntersteigen am 4. November 1997 ein er-
neutes Minitrauma erlitten. Bei der Untersuchung habe sich keine Druck-
dolenz und ein stabiles Knie, vor allem Stabilität des vorderen Kreuzban-
des, gezeigt. Im Moment kein Erguss, aber Schmerzen, sobald der Patient
selber versuche, das Knie zu beugen und zwar schon gegen die Schwer-
kraft, sobald er etwa 90° erreiche. Als Prozedere hielt Dr. K._ fest,
so gehen, dass keinerlei Schmerzen und Hinken auftreten, mit einem
Stock, das linke Bein begleitend. Der Patient sei zurzeit 100 % arbeitsun-
fähig. Sobald er das Bein gestreckt ohne Schmerzen anheben könne,
C-2904/2017
Seite 15
könne er wieder zur Arbeit gehen. Am 26. Januar 1998 (Akten Helvetia
M21) hielt Dr. K._ als bleibenden Nachteil eine Arthrose fest.
7.21 Ärztliches Zeugnis vom 30. Juli 2014 (Akten SWICA 1) von Dr.
L._, wonach vom 26. Juli 2014 bis zum 10. Juli 2014 eine vollstän-
dige und vom 21. Juli 2014 bis zum 25. Juli 2014 eine 50%ige Arbeitsun-
fähigkeit bestand.
7.22 Am 31. Juli 2014 (Akten Helvetia S4; Akten SWICA 2) wurde im Spital
M._ ein MRT des linken Knies durchgeführt, welches ergab: bei
Status nach VKB-Plastik vollständig rupturiertes Implantat mit konsekutiv
anguliert verlaufendem und volumenvermehrtem hinteren Kreuzband im
Rahmen der Instabilität. Die übrigen ligamentären Strukturen sind intakt.
Komplexer Einriss am lateralen Meniskushinterhorn bei wahrscheinlich
Status nach medialer und lateraler Teilmeniskektomie. Fortgeschrittene de-
generative Veränderungen im medialen und lateralen, geringer ausgeprägt
auch im retropatellaren Kompartiment mit teils grösseren Knorpeldefekten
in der Hauptbelastungszone und teils angrenzendem Knochenmarködem
als Ausdruck der Aktivierung. Nachweis mehrerer freier intraartikulärer Ge-
lenkkörper. Bei negativer Traumaanamnese primär aktiviert-degenerative
Veränderungen tibiofibular.
7.23 In der Schadenmeldung vom 4. August 2014 (Akten Helvetia S1; Ak-
ten SWICA 3) wurde festgehalten, dass der Versicherte am 21. Juli 2014
auf nassem Boden ausgerutscht sei und sich dabei das linke Knie verletzte
habe. Die Arbeit wurde in der Folge ausgesetzt.
7.24 Am 15. August 2014 (Akten Helvetia S2; Akten SWICA 6) hielten
Dr. N._ und Dr. O._ vom Spital M._ als Hauptdiag-
nose fest, posttraumatische lateralbetonte Valgusgonarthrose mit lateraler
Meniskushinterhornläsion Knie links (Kniedistorsion am 21. Juli 2014),
Reruptur VKB-Ersatzplastik, Status nach Meniskusresektion und VKB-
Plastik Knie links 1993, Status nach arthroskopischer Teilmeniskektomie
Knie links 1996. Sie beurteilten, beim Patienten bestehe eine fortgeschrit-
tene posttraumatische und durch die gewichtsbedingte Überlastung aggra-
vierte lateralbetonte Pangonarthrose links. Mit dem Patienten seien die
möglichen konservativen und operativen Möglichkeiten diskutiert worden.
Der Patient habe sich für einen Gelenksersatz entschieden. Als Operati-
onstag sei der 14. Oktober 2014 in der Klinik P._ vereinbart worden.
C-2904/2017
Seite 16
7.25 Dr. N._ hielt am 20. August 2014 (Akten Helvetia ohne Doc-
Nummer) als Eintrittsdiagnose fest M17.3 (sonstige posttraumatische Go-
narthrose, Arthrose des Kniegelenks) und M23.33 (Schädigung des Innen-
meniskus).
7.26 Auf Befragung seitens der SWICA äusserte der Versicherte am 1. Ok-
tober 2014 (Akten SWICA 11), die Kniebeschwerden nach dem Unfall von
1993 seien komplett ausgeheilt. Restbeschwerden seien nicht vorgelegen.
Der Meniskusriss am linken Knie im Jahr 1996 sei ohne Restbeschwerden
ausgeheilt. Seither habe er keinerlei Beschwerden mit dem linken Knie ge-
habt.
7.27 Im schlecht lesbaren Arztzeugnis vom 17. Oktober 2014 (Akten Hel-
vetia S5; Akten SWICA 18) attestierte Dr. L._ eine vollständige Ar-
beitsunfähigkeit ab 26. Juli 2014. Es sei eine Operation des linken Knies
notwendig, da der Patient am 21. Juli 2014 auf nassem Boden ausge-
rutscht sei und sich eine Distorsion des linken Knies zugezogen habe. Es
bestehe der Verdacht auf eine laterale Meniskusläsion.
7.28 Dr. Q._, FMH Allgemein- und Unfallchirurgie, nahm am 5. No-
vember 2014 (Akten Helvetia M22.1, S10; Akten SWICA 24), nach Einsicht
in den MRI-Bericht vom 31. Juli 2014, die orthopädische Beurteilung vom
11. und 20. August 2014 und den Bericht vom 1. Oktober 2014, eine Ak-
tenbeurteilung vor. Der Patient sei am 21. Juli 2014 auf nassem Boden
ausgerutscht und habe sich ein Distorsionstrauma des linken Kniegelenkes
zugezogen. Vor diesem Ereignis sei der Versicherte gemäss eigenen An-
gaben bezüglich seines linken Knies im Wesentlichen beschwerdefrei ge-
wesen. Als Diagnosen führte Dr. Q._ auf: Pangonarthrose am lin-
ken Kniegelenk bei Status nach Ersatzplastik des vorderen Kreuzbandes
und Teilmeniskektomie, Status nach Distorsionstrauma des linken Kniege-
lenks am 21. Juli 2014 mit rupturiertem vorderen Kreuzbandtransplantat
und komplexer lateraler Meniskusläsion bei Zustand nach medialer und la-
teraler Teilmeniskektomie, Adipositas per magna. Dr. Q._ konsta-
tierte, die vom Patienten subjektiv beklagten Beschwerden könnten an-
hand der Unterlagen objektiviert werden. Der Patient leide unter Beschwer-
den im Rahmen einer posttraumatischen Pangonarthrose links. Aufgrund
dieser Arthrose im linken Kniegelenk und zusätzlich bestehender massiver
Adipositas habe sich der Patient zur Implantation einer Knietotalprothese
entschlossen. Der Eingriff sei unterdessen wahrscheinlich durchgeführt
worden. Durch eine Operation mit Implantation einer Knietotalprothese sei
mit einer namhaften Besserung der Gesundheitsschädigung zu rechnen.
C-2904/2017
Seite 17
Weitere spezielle Massnahmen seien im Moment nicht nötig. Der Unfall
vom 21. Juli 2014 sei nicht die einzige Ursache der festgestellten gesund-
heitlichen Störung. Der Unfall vom 20. Juli 2014 (recte 21. Juli 2014) sei
nicht die Ursache der geplanten Operation vom 4. November 2014. Die
Ursache für diese Operation sei die vorbestehende fortgeschrittene Pango-
narthrose am linken Kniegelenk, welche letztendlich auf die Ruptur des
vorderen Kreuzbandes und Zustand nach Teilmeniskektomie medial und
lateral zurückzuführen sei. Die möglicherweise durch diesen Unfall verur-
sachte Läsion des Transplantates und die Läsion des lateralen Meniskus
spiele für die Operationsindikation keine Rolle. Die Meniskusläsion lateral
sei aller Wahrscheinlichkeit nach zudem vorbestehen und degenerativ be-
dingt. Im MRI würden sich Zeichen einer bereits vorbestehenden Instabili-
tät am Kniegelenk zeigen, so dass davon auszugehen sei, dass auch die
vordere Kreuzbandersatzplastik bereits vor diesem Unfallereignis nicht suf-
fizient gewesen sei. Die Hauptdiagnose sei eindeutig diese Pangonarth-
rose. Die durch den Unfall vom 21. Juli 2014 verursachte Verschlimmerung
einer vorbestehenden Gesundheitsschädigung sei vor Durchführung der
Operation abgeheilt gewesen. Auch ohne den Unfall vom 21. Juli 2014 wä-
ren Beschwerden im Rahmen der Pangonarthrose am linken Kniegelenk
des Patienten überwiegend wahrscheinlich früher oder später im heutigen
Ausmass aufgetreten. Postoperativ sei mit einer Arbeitsunfähigkeit im Be-
ruf des Patienten von mindestens 3-4 Monaten zur rechnen. Eine gewisse,
bleibende Reduktion der Belastbarkeit des linken Kniegelenkes werde re-
sultieren; es könne nicht garantiert werden, dass der Patient in dieser doch
anstrengenden Tätigkeit wieder zu 100 % arbeitsfähig werde.
7.29 Der Vertrauensarzt der Helvetia, Dr. R._, setzte diese am
17. März 2015 (Akten Helvetia M23, S14A) darüber in Kenntnis, dass die
massive Pangonarthrose am linken Knie vorbestehend sei und neu ruptu-
riertes vorderes Kreuzband und Transplantat, sowie wahrscheinlich auch
komplex gerissener lateraler Meniskus vorhanden seien. Der Status quo
sine sei wegen der Instabilität nicht erreicht worden, womit eine Ver-
schlechterung der Pangonarthrose gegeben sei. Solange der Status quo
sine nicht erreicht sei, bestehe eine Teilkausalität und die SWICA bleibe
verantwortlich.
7.30 Eintrittsdiagnose der Klinik P._ für Orthopädie und Chirurgie
vom 10. Juni 2015 (Akten SWICA 67 Beilage 2) ICD-10 M17.3 (sonstige
posttraumatische Gonarthrose) und ICD-10 M23.39 (Meniskusschädi-
gung).
C-2904/2017
Seite 18
7.31 Ärztliche Verordnung für eine stationäre Rehabilitation der Klinik
P._ vom 11. Juni 2015 (Akten SWICA 67) wegen posttraumatischer
Gonarthrose links.
7.32 Aus dem Arztbericht von Dr. S._ und Dr. T._ vom
30. Juni 2015 (Akten Swica 71) und vom 23. Juli 2015 (Akten SWICA 76)
ergeben sich die folgenden Diagnosen: posttraumatische Valgusgonarth-
rose links mit lateraler Meniskushinterhornläsion Knie links, Reruptur der
VKB-Ersatzplastik, Status nach Kniedistorsion links am 21. Juli 2014, Sta-
tus nach arthroskopischer Teilmeniskektomie Knie links 1996, Status nach
Meniskusresektion und VKB-Plastik Knie links 1993, Knie-TEP links am
16. Juni 2015, Verdacht auf Arthrofibrose linkes Kniegelenk, mikrozytäre
hypochrome Anämie bei bekannter Thalassämia minor, Eisenmangel und
normwertigem Vitamin B12, Adipositas WHO III (initial 223kg, BMI72), Sta-
tus nach laparoskopischer Sleeve-Gastrektomie 11/2010 mit rezidivieren-
dem Substitutionsbedarf an Vitamin D, Zink und Calcium, Schlafapno-
esnydrom in Remission, degenerative Veränderungen des Bewegungsap-
parates,
Aponeuritis plantaris in Remission, Meniskusläsion und Tumor rechtes
Knie (ED 05/2011) mit Status nach Operation 8/2011, chronischer Lum-
bago, Status nach Umbilikalhernienplastik bei inkarzerierter Umbilikalher-
nie 11/2011. Die Ärzte berichteten, der Versicherte sei am 24. Juni 2015
nach der Knieoperation zur stationären Rehabilitation aufgenommen wor-
den. Der Patient habe am 21. Juli 2015 nach Hause entlassen werden kön-
nen.
7.33 Bericht Dr. O._ vom 29. Juli 2015 (Akten SWICA 80) mit der
Eintrittsdiagnose ICD-10 M25.66 (Kniegelenkssteife).
7.34 Diverse undatierter Unfallscheine von Dr. N._/Dr. L._,
Orthopädie und Traumatologie, (Akten SWICA 9, 10, 28, 31, 37, 44, 55, 70,
88), wonach der Versicherte wegen dem Ereignis vom 21. Juli 2014 vom
26. Juli 2014 bis zum 4. September 2015 vollständig arbeitsunfähig war.
7.35 Aus dem Bericht von Dr. O._ an Dr. L._ vom 5. August
2015 (Akten SWICA 86) geht hervor, dass der Versicherte am 4. August
2015 wegen Kniesteife nach Knie-TEP links operiert wurde. Es wurde int-
raartikuläre Installation und periartikuläre Infiltration Knie links sowie Mobi-
lisation in Narkose durchgeführt. Dr. O._ erkannte, während der
Knie-TEP-Operation habe sich beim massiv adipösen Patienten eine ge-
C-2904/2017
Seite 19
nerelle starke Vernarbung gezeigt, und entsprechend gross sei der sekun-
däre Eingriff gewesen. Bei dieser Konstellation sei nun die Flexion unge-
nügend.
7.36 Im Aktengutachten vom 10. August 2015 (Akten Helvetia M24, S21.1;
Akten SWICA 87) fasste Dr. C._, Facharzt für Orthopädie, Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates, die Vorakten zusammen
und nahm dahingehend Stellung, als er ausführte, der Versicherte habe am
6. September 1993 ein erhebliches Distorsionstrauma beim American
Football erlitten. Hier sei es zu einer vollständigen vorderen Kreuz-
bandruptur sowie zu einer lateralen Meniskusruptur gekommen. Diese
Kniegelenksbinnenverletzung sei als ein erheblicher Schaden zu werten
mit hoher Instabilität, durch die Ruptur des vorderen Kreuzbandes und
gleichzeitig Verletzung des lateralen Meniskus, sowie Knorpelschädigung.
Die vom Versicherten in der postoperativen Folge beklagten Restbe-
schwerden seien auf eine Insuffizienz der lateralen Meniskus-Fibrinkle-
bung zurückzuführen und würden zudem auf eine residuelle Instabilität hin-
weisen. Es sei bereits von Dr. I._ am 5. Juni 1995 von einer we-
sentlichen Instabilität berichtet worden. In der Folge sei am 28. Dezember
1994 eine Teilmeniskektomie durchgeführt worden. Die Literatur zeige,
dass Längsrisse nach Fibrinklebung in weniger als 50 % der Fälle aushei-
len würden. Dieser Eingriff sei als Folgeeingriff in Bezug auf das stattge-
fundene Distorsionsereignis vom 6. September 1993 zu werten. Die Tei-
lentfernung des lateralen Meniskus führe dazu, dass sich das Risiko einer
sekundären Arthrose erheblich erhöhe und auch von einer verbleibenden
Restinstabilität auszugehen sei. Das Unfallereignis vom 21. Juli 2014 sei
keine überwiegend wahrscheinliche, sondern nur mögliche Mitursache für
die operative Sanierung des Knies mittels Totalprothese.
7.37 Dr. L._ setzte die SWICA am 7. September 2015 (Akten
SWICA 89) darüber in Kenntnis, dass der Versicherte vom 2. Februar 2015
bis mindestens September 2015 vollständig arbeitsunfähig sei.
7.38 Dr. R._ beurteilte am 29. September 2015 (Akten Helvetia
M24, S25.1) das Gutachten von Dr. C._ dahingehend, dass dieses
nicht schlüssig, sondern widersprüchlich sei. Dr. C._ spreche auf
Seite 7 selber davon, dass es durch das Ereignis vom 14. Juli 2014 zu
einer richtungsgebenden Veränderung gekommen sei.
C-2904/2017
Seite 20
8.
Die Parteien und die Vorinstanz äusserten sich zu den Arztberichten, wie
folgt:
8.1 In der Verfügung vom 12. April 2017 (BVGer act. 1/1) hielt das BAG
fest, alle medizinischen Berichte und Beurteilungen würden eine massive
Vorschädigung des linken Knies bestätigen. Allein in zeitlicher Hinsicht
stehe fest, dass die massive Gonarthrose nicht auf den Unfall vom 21. Juli
2014, sondern allein auf die früheren Knieverletzungen zurückzuführen
seien, da eine entsprechende Entwicklung innert weniger Monaten medizi-
nisch ausgeschlossen sei. Auch wenn ein massiver Vorzustand gegeben
gewesen sei, könne dem Unfall vom 21. Juli 2014 auf der anderen Seite
nicht jede Bedeutung für die gesundheitlichen Folgen abgesprochen wer-
den. Vielmehr müsse ihm eine teilkausale Bedeutung zugerechnet werden,
indem die Kniedistorsion zu einer Reruptur der Kreuzbandplastik sowie zu
einer weiteren Meniskusläsion geführt habe. Entgegen der Annahme von
Dr. C._ könne bezüglich der Mitverursachung durch den Unfall vom
21. Juli 2014 nicht bloss von einer rechtlich unbeachtlichen Möglichkeit ge-
sprochen werden. Ebenso könne die Einschätzung von Dr. Q._
vom 5. November 2014 nicht geteilt werden, wonach die Notwendigkeit ei-
ner Knietotalprothese ausschliesslich durch die fortgeschrittene Pangon-
arthrose bedingt sei, da sie auf der unzutreffenden Annahme beruhe, dass
der Unfall vom 21. Juli 2014 nur möglicherweise zur Läsion des Transplan-
tates und der weiteren Läsion des lateralen Meniskus beigetragen habe.
Sowohl Dr. L._ als auch Dr. S._ hätten eine Reruptur der
VKB-Plastik sowie Meniskusläsion diagnostiziert. Eine erhebliche Auswir-
kung des Unfalles vom 21. Juli 2014 werde auch im Radiologiebericht des
Spital M._ vom 31. Juli 2014 erwähnt. Eine Teilkausalität werde
selbst von Dr. C._ bejaht, indem er ausgeführt habe, der Unfall vom
21. Juli 2014 sei nicht die alleinige Ursache der Knietotalprothese. Aus den
medizinischen Akten gehe unzweifelhaft hervor, dass der Unfall vom
21. Juli 2014 teilursächlich für die Knietotalprothese gewesen sei. Massge-
bend für die Beurteilung seien alle Beweismittel bzw. verfügbaren Unterla-
gen, nicht nur die Aktenbeurteilungen von Dr. C._ und
Dr. Q._, auf welche sich die Beschwerdeführerin beschränke. Es
seien keine weiteren Beweismassnahmen geeignet, am Beweisergebnis
etwas zu ändern.
8.2 Die Beschwerdeführerin brachte vor (BVGer act. 1), für die Begründung
des erreichten Status quo sine vel ante per 16. Juni 2015 sei einerseits auf
die beweiswertige Aktenbeurteilung von Dr. Q._ vom 4. November
C-2904/2017
Seite 21
2014 und andererseits auf die Aktenbeurteilung von Dr. C._ vom
10. August 2015 abzustellen. Dr. C._ habe die Frage 5.3.4. nach
dem Status quo ante zwar mit «nein, der Status quo ante ist nicht erreicht
worden» beantwortet, lese man diese Antwort jedoch im Gesamtzusam-
menhang mit den übrigen Ausführungen und Antworten im Gutachten, ins-
besondere mit der Antwort auf die Frage 5.3.5. nach dem Status quo sine,
gehe unmissverständlich hervor, dass Dr. C._ den Status quo sine
vel ante auf das Ereignis vom 6. September 1993 und nicht auf das Ereig-
nis vom 21. Juli 2014 bezogen habe. So beziehe sich auch seine Antworten
auf die Frage 6.1.5 wiederum auf das Ereignis vom 6. September 1993 und
nicht vom 21. Juli 2014. Demzufolge könne es sich bei den «Nein-Antwor-
ten» von Dr. C._ betreffend Erreichen des Status quo sine vel ante
nur um eine offensichtliche Verwechslung in Bezug auf das Ereignis han-
deln. Die Ausführungen von Dr. C._ seien insgesamt schlüssig,
nachvollziehbar und ausführlich begründet. Die knappe Kurznotiz des be-
ratenden Arztes der Helvetia, enthalte keine Begründung und könne daher
die ausführlich dargelegten und nachvollziehbar begründeten externen
Fachgutachten von Dr. C._ und Dr. Q._ nicht entkräften.
Aufgrund der Aktenbeurteilung von Dr. Q._ und Dr. C._
habe die Beschwerdeführerin mit dem erforderlichen Beweisgrad der über-
wiegenden Wahrscheinlichkeit den Beweis erbracht, dass die Operation
vom 16. Juni 2015 nicht auf das Unfallereignis vom 21. Juli 2014 zurück-
zuführen sei, bzw. die natürliche Kausalität per 16. Juni 2015 weggefallen
sei und somit ab 16. Juni 2015 keine Leistungspflicht der Beschwerdefüh-
rerin mehr bestehe. Indem das BAG in seiner Verfügung vom 12. April 2017
aufgrund der medizinischen Aktenlage, ohne weitere medizinische Beurtei-
lung, eine eigene Kausalitätsbeurteilung vorgenommen habe, habe sie das
Ermessen überschritten bzw. missbraucht.
Replikweise ergänzte die SWICA (BVGer act. 13), entgegen den Ausfüh-
rungen der Vorinstanz würden keine alternativen Ursachen vorliegen, viel-
mehr sei der Wegfall der Kausalität angesichts der rechtsgenüglichen Ak-
tenbeurteilung von Dr. Q._ und Dr. C._ mit dem erforderli-
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erbracht.
8.3 Die Helvetia hielt dagegen (BVGer act. 10), gestützt auf das Parteigut-
achten von Dr. Q._ und das externe Gutachten von Dr. C._
könne keine rechtsgenügliche Beurteilung der Kausalität der Leistungen
ab Operationsdatum vorgenommen werden. Dem Gutachten von
Dr. Q._ sei kein voller Beweiswert zuzuerkennen. Die Ausführun-
C-2904/2017
Seite 22
gen von Dr. C._ seien nicht schlüssig. So habe der Gutachter aus-
ser Acht gelassen, dass der Versicherte für einen längeren Zeitraum seit
der erfolgreichen Behandlung des Ereignisses von 1993 und dem neuen
Unfall 2014 über keinerlei Beeinträchtigung hinsichtlich des linken Knies
berichtet habe. Zudem habe er seine Beurteilung darauf abgestützt, dass
das linke Knie vor dem Unfall vom 21. Juli 2014 instabil gewesen sei, was
sich jedoch nicht mit den Ausführungen von Dr. I._ vom 29. Dezem-
ber 1994 decke, welcher ein mässiges Instabilitätsgefühl festhielt und von
Dr. K._, welcher am 5. November 1997 von einem stabilen Knie
bzw. Stabilität des vorderen Kreuzbandes berichtet habe. Der Versicherte
habe erst nach dem Unfall von 2014 über eine rezidivierende schmerzhafte
Instabilität geklagt, was Dr. C._ nicht berücksichtigt habe. Es treffe
zwar zu, dass die Stellungnahme von ihrem beratenden Arzt
Dr. R._ kurz sei, indes sei sie ausreichend, um die Mängel der von
der Beschwerdeführerin ins Recht gelegten Aktenbeurteilungen von
Dr. Q._ und Dr. C._ aufzuzeigen. Insbesondere seien dar-
aus die Widersprüche im Aktengutachten von Dr. C._ ersichtlich.
Ohne das Ereignis vom 21. Juli 2014 wäre es im annährend gleichen Zeit-
punkt zu keiner Ruptur der VKB-Plastik gekommen, denn angesichts der
medizinischen Aktenlage, sei nicht belegt, dass das Ereignis vom 21. Juli
2014 auf einen derart labilen, prekären Vorzustand im linken Knie getroffen
habe, dass jederzeit mit dem Eintritt der Schädigung zu rechnen gewesen
wäre. Das Ereignis vom 21. Juli 2014 sei nicht bloss Gelegenheits- oder
Zufallsursache, weshalb die Beschwerdeführerin bis zum Erreichen des
Status quo sine vel ante für die Heilungskosten und Taggelder aufzukom-
men habe.
8.4 Den Vorbringen der Parteien und der Vorinstanz gegen die Gutachten
von Dr. C._, Dr. R._ und Dr. Q._ ist beizupflichten.
Die Stellungnahme von Dr. R._ ist knapp ausgefallen,
Dr. Q._ nimmt keinen Bezug zu den Vorakten und das externe Gut-
achten von Dr. C._ ist widersprüchlich. Für eine weite Auslegung
des Gutachtens von Dr. C._, wie dies von der Beschwerdeführerin
vorgenommen wurde, bleibt kein Raum. Folglich erfüllen diese Berichte die
rechtsprechungsgemässen Anforderungen an medizinische Gutachten
nicht (vgl. E. 6.2 hiervor). Auch wenn ihnen kein voller Beweiswert zu-
kommt, sind sie jedoch beachtlich, da sie wichtige Hinweise enthalten. So
geht aus ihnen hervor, dass bereits vor dem Unfall vom 21. Juli 2014 beim
linken Knie eine posttraumatische Pangonarthrose vorlag, was sich mit den
Behandlungsberichten deckt. So berichtete Dr. O._ am 15. August
2014 (Akten Helvetia S2; Akten SWICA 6), es bestehe eine fortgeschrittene
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posttraumatische Pangonarthrose links. Da bereits Dr. I._ am 6. Juli
1995 (Akten Helvetia M17) und Dr. K._ am 5. November 1997 (Ak-
ten Helvetia M19) die Diagnose Arthrose als bleibenden Nachteil festhiel-
ten, ist vorliegend mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszuge-
hen, dass die Pangonarthrose auf die Vorunfälle zurückzuführen ist und
nicht auf den Unfall vom 21. Juli 2014.
In Bezug auf den komplex eingerissenen Meniskus erachtete
Dr. R._ (Akten Helvetia M23, S14A), dieser sei wahrscheinlich neu.
Dr. R._ ging folglich davon aus, dass diese Schädigung wahr-
scheinlich auf den Unfall vom 21. Juli 2014 zurückzuführen ist. Auch
Dr. Q._ war der Ansicht (Akten Helvetia M22.1, S10; Akten SWICA
24), dass wahrscheinlich der Unfall vom 21. Juli 2014 die Läsion des late-
ralen Meniskus verursacht habe. Die Äusserungen von Dr. C._
hierzu sind widersprüchlich (Akten Helvetia M24, S21.1; Akten SWICA 87).
Einerseits nahm Dr. C._ dahingehend Stellung, dass die am 31. Juli
2014 durchgeführten Abklärungen ergeben hätten, dass eine erneute Lä-
sion des lateralen und nun auch des medialen Meniskus vorliegen würde.
Anderseits widersprach er sich indem er annahm, das Distorsionstrauma
vom 21. Juli 2014 habe nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu ei-
ner medialen und lateralen Meniskusverletzung geführt und sei als vorbe-
stehen einzustufen. Diese Einschätzung relativierte Dr. C._, indem
er vorbrachte, der Unfall vom 21. Juli 2014 habe zu einer zeitweisen Ver-
schlechterung geführt und von einer weiter fortschreitenden Meniskusver-
letzung sprach. Den widersprüchlichen Aussagen von Dr. C._ kann
nicht gefolgt werden, vielmehr leuchtet ein, dass es aufgrund des Ausrut-
schens und des Verdrehens des Knies am 21. Juli 2014 zu einer Menis-
kusläsion kam, womit in Übereinstimmung mit Dr. Q._ und
Dr. R._ davon auszugehen ist, dass mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit der Unfall vom 21. Juli 2014 zu einer erneuten Läsion des
vorgeschädigten Meniskus geführt hat.
Betreffend die Ruptur des vorderen Kreuzbandes bzw. des Transplantates
befanden Dr. R._ und Dr. Q._, dass diese (gemäss
Dr. Q._ möglicherweise) auf den Unfall vom 21. Juli 2014 zurück-
zuführen sei. Dr. C._ widersprach, zu welchem Zeitpunkt die vor-
dere Kreuzbandplastik insuffizient gewesen oder geworden sei, könne
nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit festgestellt werden.
Diese Aussage leuchtet nicht ein, denn der Versicherte klagte erst nach
dem Unfall vom 21. Juli 2014 über subjektives Instabilitätsgefühl. Wäre das
Kreuzband bereits vor dem Unfall vom 21. Juli 2014 gerissen gewesen,
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hätte dies der Versicherte bemerkt, da bei einem Riss des Kreuzbandes
anamnestisch ein Gefühl von Instabilität gegeben ist (vgl.
https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/012-005l_S1_Vordere_Kreuz
bandruptur_2019-02.pdf). Zudem ist davon auszugehen, dass der Versi-
cherte früher einen Arzt für das linke Knie aufgesucht hätte, wenn er dieses
Gefühl bereits vor dem Unfall vom 21. Juli 2014 gehabt hätte, wie er es
auch bei den Beschwerden wegen den Vorunfällen getan hat. Zwar wurde
auch am 28. Dezember 1994 (Akten Helvetia M12.1), 28. Februar 1995
(Akten Helvetia M16), 6. Juni 1995 (Akten Helvetia M17) von einer (leich-
ten) Instabilität berichtet, jedoch hielt Dr. K._ am 5. November 1997
fest (Akten Helvetia M19), das Knie sei stabil, insbesondere das vordere
Kreuzband. Diesen Bericht führten weder Dr. C._ noch
Dr. Q._ in ihren Gutachten auf, womit davon auszugehen ist, dass
sie keine Kenntnis davon hatten. Folglich ist nicht nur, wie dies
Dr. Q._ vorbrachte, möglicherweise, sondern mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die vordere Kreuzbandplastik
durch den Unfall vom 21. Juli 2014 riss.
Die Läsion beim Meniskus und beim vorderen Kreuzband sind folglich auf
den Unfall vom 21. Juli 2014 zurückzuführen. Dies korreliert mit der Aus-
sage des Versicherten (Akten SWICA 11), wonach die Folgen der Vorun-
fälle vor dem Unfall vom 21. Juli 2014 komplett ausgeheilt gewesen seien,
so dass er keinerlei Beschwerden mit dem linken Knie gehabt habe. Auch
die SWICA ging davon aus, dass die Knieverletzungen teilweise kausal auf
den Unfall vom 21. Juli 2017 zurückzuführen sind, erbrachte sie doch zu-
nächst Versicherungsleistungen (vgl. Akten SWICA 5, 7).
Die SWICA brachte vor (BVGer act. 13), die Kausalität sei vor der Opera-
tion vom 16. Juni 2015 weggefallen. Dem kann nicht gefolgt werden. Es ist
zwar nachvollziehbar, wie dies Dr. C._ und Dr. Q._ sinnge-
mäss vorbrachten, dass eine Meniskusläsion und eine Ruptur einer Kreuz-
bandplastik allein nicht zu einer endoprothetischen Versorgung geführt hät-
ten und die Pangonarthrose früher oder später ein Transplantat notwendig
gemacht hätte, jedoch ist eine Ursache auch dann noch kausal, wenn sie
eine Operation früher notwendig macht, mithin eine Teilursache darstellt.
Aus den medizinischen Akten ergeben sich keine Hinweise, dass wegen
der Pangonarthrose zum annähernd gleichen Zeitpunkt eine Transplanta-
tion wegen der Pangonarthrose notwendig gewesen wäre.
Schliesslich ist der Vorinstanz zu folgen, dass in antizipierter Beweiswürdi-
gung auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten ist (BGE 141 I 60
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-I-60%3Ade&number_of_ranks=0#page60
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E. 3.3; BGE 137 V 64 E. 4b; BGE 136 I 229 E. 5.3 m.H.). Einerseits macht
eine Untersuchung des Knies zum heutigen Zeitpunkt keinen Sinn mehr,
da dieses verändert wurde (Transplantat) und keine Rückschlüsse auf den
Zustand des Knies vor dem Unfall vom 21. Juli 2014 mehr zulässt, ande-
rerseits sind von einem weiteren Aktengutachten keine neuen wesentli-
chen Erkenntnisse zu erwarten. Gemäss der Empfehlung der Ad-hoc-Kom-
mission UVG Nr. 01/2017, Seite 15, E. 4.3, haben die beteiligten Versiche-
rer eine Einigung zu suchen, wenn die Leistungspflicht strittig bleibt, insbe-
sondere bei fraglichem Status quo sine/ante. Die Einigung ist allenfalls un-
ter Beizug eines gemeinsamen Gutachters zu suchen. Wären die Versi-
cherer dieser Empfehlung ihrer Kommission des SVV gefolgt, hätte sich
die Kausalitätsfrage gegebenenfalls noch frühzeitig ohne divergierende
ärztliche Stellungnahmen klären lassen.
9.
Aus dem Gesagten erhellt, dass weder die Vorunfälle noch der Unfall von
21. Juli 2014 hinweggedacht werden können, ohne dass die Indikation zu
einer Knietotalprothese entfallen würde. Die Unfälle stellen damit eine Ge-
samtursache für die Operation dar. Gemäss bundesgerichtlicher Recht-
sprechung kann bei einer gemeinsamen Schadenverursachung keine Auf-
teilung der Leistungen nach Kausalitätsanteilen erfolgen (vgl. Urteil BGer
8C_816/2009 E. 4.2). Bei einer Teilkausalität sind die Kosten grundsätzlich
gleichmässig auf die Leistungserbringer zu verteilen (vgl. Urteil des BVGer
C-6/2006 E. 7.4). Vorliegend hat sich jedoch die Helvetia bereiterklärt 60 %
der Kosten zu tragen, womit vom Verteilschlüssel der Vorinstanz auszuge-
hen ist. Die Verfügung der Vorinstanz ist damit zu bestätigen, hingegen
erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist abzuweisen.
10.
Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient-
schädigung.
10.1 Das Verfahren ist grundsätzlich kostenpflichtig, wobei die Verfahrens-
kosten in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt werden (Art. 63
Abs. 1 VwVG sowie Art. 1ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]). Da es sich vorliegend um eine Streitigkeit mit ver-
mögensrechtlichen Interessen einer juristischen Person handelt, die öffent-
lich-rechtliche Aufgaben wahrnimmt, sind der unterliegenden Beschwerde-
führerin die Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 zweiter Halb-
satz VwVG; Urteil des BVGer C-5/2006 vom 12. März 2008 E. 9.1). Diese
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-I-229%3Ade&number_of_ranks=0#page229
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werden auf Fr. 5‘000.- festgesetzt und dem geleisteten Kostenvorschuss
in gleicher Höhe entnommen.
10.2 Gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1 und 2 VGKE haben
obsiegende Parteien Anspruch auf eine Parteientschädigung für die ihnen
erwachsenen notwendigen Kosten. Keinen Anspruch auf Parteientschädi-
gung haben Bundesbehörden und in der Regel andere Behörden, die als
Parteien auftreten (Art. 7 Abs. 3 VGKE). Die obsiegende Vorinstanz ist eine
Bundesbehörde im Sinne von Art. 1 Abs. 2 Bst. a VwVG und hat gemäss
Art. 7 Abs. 3 VGKE keinen Anspruch auf Parteientschädigung.
10.3 Nachfolgend ist zu prüfen, ob die obsiegende Beschwerdegegnerin
Anspruch auf eine Parteientschädigung hat. Den Bundesverwaltungsbe-
hörden gleichgestellt sind gemäss Art. 1 Abs. 2 Bst. e VwVG andere In-
stanzen und Organisationen ausserhalb der Bundesverwaltung, soweit sie
in Erfüllung ihnen übertragener öffentlich-rechtlicher Aufgaben des Bundes
verfügen. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind die Versi-
cherungsgesellschaften, welche gemäss Art. 68 UVG als Versicherer zu-
gelassen sind, Träger hoheitlicher Gewalt, da das Gesetz ihnen die Befug-
nis einräumt, Verfügungen im Sinne des Verwaltungsrechts zu erlassen
(vgl. Urteil des BGer 8C_324/2007 vom 12. Februar 2008 E. 2.1). Im vor-
liegenden Fall stehen Leistungen in Frage, welche die Beschwerdegegne-
rin als zugelassene Unfallversicherer im Sinne von Art. 68 UVG in Durch-
führung der obligatorischen Unfallversicherung zu erbringen hat. Sie gilt
somit als Trägerin hoheitlicher Gewalt und damit als Behörde im Sinne von
Art. 1 Abs. 2 Bst. e VwVG, welche gemäss Art. 7 Abs. 3 VGKE in der Regel
keinen Anspruch auf Parteientschädigung hat. Gemäss bundesgerichtli-
cher Rechtsprechung sind privaten UVG-Versicherern keine Parteient-
schädigungen zuzusprechen, weil sie hinsichtlich der Durchführung der ob-
ligatorischen Unfallversicherung als Organisationen mit öffentlich-rechtli-
chen Aufgaben zu qualifizieren sind (vgl. BGE 127 V 176 E. 5b [nicht ver-
öffentlicht, aber in U 329/99 vom 25. Juni 2001]; Urteil des Bundesgerichts
U 416/99 vom 18. Oktober 2000 i.S. SWICA gegen O. und Ersatzkasse
UVG E. 6; Urteile des BVGer C-5/2006 vom 12. März 2008 E. 9.2 und C-
8/2006 vom 23. September 2008 E. 8.2.1 je m.H.). Ausnahmen sind ge-
mäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung gerechtfertigt, wenn das Ver-
halten der Gegenpartei leichtsinnig oder mutwillig ist oder wenn die beson-
dere Art des Prozesses die Zusprechung von Parteikosten rechtfertigt (vgl.
BGE 128 V 124 E. 5b). Eine derartige Ausnahmesituation ist vorliegend
nicht gegeben. Die Beschwerdegegnerin hat folglich keinen Anspruch auf
Parteientschädigung.
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