Decision ID: bee403b8-8f7d-4cea-ac45-7721bf0cd38e
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._, geb. _ 194_ (ehemals B._, geb. _ 195_; vgl. IV-act. 171-2;
nachfolgend: Versicherter), wurde am 20. Februar 2009 von einem Auto angefahren
und stürzte auf die Strasse. Dabei zog er sich eine Verletzung der rechten Schulter und
des linken Knies zu (act. G9.3-Z1 und Z19). Nach dem Unfall begab er sich zur
Behandlung auf die Notfallstation des Spitals C._ (act. G9.4-ZM2). Zu diesem
Zeitpunkt war er als Temporärangestellter des D._ befristet bis zum 31. März 2009,
vorwiegend als Hilfsmaler tätig (act. G9.3-Z19 S. 3 und IV-act. 74-1) und bei der Zürich
Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: Zürich) gegen die Folgen von Unfällen
versichert (vgl. Fremdakten der Eidgenössischen Invalidenversicherung [IV;
nachfolgend: fremd-act.] 2-45).
A.a.
Am 19. Juni 2009 unterzog sich der Versicherte bei der Diagnose einer
transmuralen Supraspinatus-Sehnenläsion einer diagnostischen Arthroskopie, einer
offenen Rekonstruktion der Rotatorenmanschette mit Resektion des intraartikulären
Anteils der langen Bizepssehne und Tenodese des Stummels im Sulkus, einer
Akromioplastik und einer AC-Gelenks-Resektion an der rechten Schulter am Spital
E._ (act. G9.4-ZM10).
A.b.
Am 18. August 2009 notierte ein Schadeninspektor der Zürich gestützt auf ein
Gespräch mit dem Versicherten vom 14. August 2009, letzterer leide weiterhin unter
Schmerzen im rechten Arm, ausstrahlend in den Nacken sowie die Achsel und die
A.c.
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Schulter bis hin zum Ellenbogen. Die Verletzung am Knie sei verheilt (act. G9.3-Z19 S.
1 und 3).
Am 15. Oktober 2009 meldete der Versicherte sich unter Hinweis auf den Unfall
vom 20. Februar 2009 bei der IV zum Leistungsbezug an (IV-act. 67-7 und 67-9).
A.d.
Am 4. Januar 2010 erstattete Dr. med. F._, Orthopädie G._, im Auftrag der
Zürich ein Ärztliches Gutachten. Er diagnostizierte eine schmerzhafte
Funktionseinschränkung der rechten Schulter im Sinne einer Frozen-Shoulder-
Komponente rechts, einen Status nach Kniekontusion rechts und eine
Restsymptomatik lumbal links mit lumboischialgieformen Ausstrahlungen links bei
Status nach Diskushernienoperation/ Fenestration L5/S1 2004 (act. G9.4-ZM25 S. 5).
Betreffend Arbeitsfähigkeit bestehe sicherlich für eine manuelle Tätigkeit eine
erhebliche Einschränkung, welche bei 50 % liegen dürfte. Dies auch bei einer
sogenannt leichten manuellen Tätigkeit (act. G9.4-ZM25 S. 6).
A.e.
Am 19. April 2010 beantwortete Dr. med. H._, Ärztin Orthopädie am Spital C._,
der Zürich Fragen. Dabei erklärte sie, es liege ein Rehabilitationsdefizit (DD:
hochgradiger Verdacht auf Frozen Shoulder) rechts und ein intermittierendes lumbo-
radikuläres Reizsyndrom L5 links ohne sensomotorische Defizite vor. In der letzten
klinischen Kontrolle am 24. März 2010 habe der Versicherte berichtet, weiterhin an
Schulterschmerzen zu leiden. Im Rahmen der vorherigen Tätigkeit als Hilfsarbeiter mit
schwerem körperlichem Arbeiten bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Im Rahmen von leichten körperlichen Tätigkeiten und/oder administrativen Tätigkeiten
wäre eine 50 bis 100%ige Arbeitsfähigkeit denkbar, was jedoch aufgrund von
sprachlichen Barrieren und fehlender Ausbildung schwer zu realisieren sei (act. G9.4-
ZM33 S. 2).
A.f.
Ab dem 3. August 2010 bezog der Versicherte Arbeitslosenentschädigung (vgl.
act. G9.3-Z242).
A.g.
Am 30. August 2010 besuchte der Versicherte zum letzten Mal eine Sprechstunde
bei Dr. H._ vom Spital C._. Gemäss Bericht vom 31. August 2010 waren die
Restbeschwerden im Rahmen der annähernd vollständig rückläufigen Frozen Shoulder
und der Teilinsuffizienz der Unterfläche des Supraspinatus bei insgesamt erhaltener
A.h.
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Integrität der Supraspinatussehne zu erklären. Operative Massnahmen insbesondere
zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit bestünden nicht, so dass bezüglich der
Arbeitsunfähigkeit erneut festzuhalten sei, dass in der angestammten Tätigkeit als
Hilfsarbeiter mit schweren körperlichen Tätigkeiten, insbesondere Tragen/Heben von
Lasten sowie Arbeiten auf und über der Horizontalen, mit einer 100%igen
Einschränkung zu rechnen sei. Der Versicherte sei darüber informiert worden, dass
diese Tätigkeiten eine ungünstige Ausgangslage darstellen würden und bei
vergleichbaren Berufen wie Zimmermann/Maurer/Landwirt eine 100%ige
Einsatzfähigkeit mit schwerer körperlicher Belastung über der Horizontalen langfristig
unwahrscheinlich erscheine. Inwieweit ein Arbeitsversuch in der angestammten
Tätigkeit zumutbar sei, müsste ein Arbeitsprofil im Sinne einer
Rehabilitationsmassnahme zeigen. Dies sei jedoch aufgrund der fehlenden
Berufszugehörigkeit und Ausbildung fraglich sinnvoll. Erschwerend hinzu komme die
sprachliche Barriere. Für leichte körperliche Tätigkeiten und/oder administrative
Tätigkeiten gelte weiterhin, dass ein Arbeitsversuch zu 50 bis 100 % denkbar, jedoch
aufgrund der sprachlichen Barriere und fehlenden Ausbildung nach wie vor schwer bis
gar nicht zu realisieren sei (act. G9.4-ZM36).
Am 5. Februar 2011 informierte Dr. med. I._, seit Februar 2009 Hausarzt des
Versicherten (vgl. IV-act. 92-1), darüber, dass der Versicherte unter anderem unter
einer Frozen Shoulder leide. Er könne mit der rechten Schulter nur leichte Arbeiten
ausführen. Wegen der Schmerzen sei auch eine ganztägige Arbeit nicht möglich. Es
werde ein Schaden zurückbleiben mit eingeschränkter Beweglichkeit und
schmerzhafter Schulter rechts. Der Versicherte sei wegen sprachlicher und kultureller
Barrieren stark eingeschränkt bei der Stellensuche. Eine Arbeit ohne manuelle Tätigkeit
werde er nicht finden und bei manuellen Tätigkeiten werde er weiterhin dauernd
Schmerzen haben (act. G9.4-ZM38).
A.i.
Am 31. März 2011 endete der Anspruch des Versicherten auf
Arbeitslosenentschädigung (vgl. act. G9.3-Z242).
A.j.
Am 3. Mai 2011 berichtete der von der Zürich mit einer Begutachtung des
Versicherten beauftragte Dr. med. J._ vom Orthopädie Zentrum K._ nach einer
Untersuchung und Befragung des Versicherten vom 13. April 2011, dieser leide unter
A.k.
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bleibenden Restbeschwerden bei insgesamt recht guter Funktion aber deutlicher
Schmerzsymptomatologie (act. 9.4-ZM39 S. 2). Der vorläufige Endzustand nach
schwerer Schulterverletzung dürfte jetzt erreicht sein. Von Seiten der Schulter wäre der
Versicherte theoretisch für leichte Arbeiten unter Schulterhöhe einsetzbar (z.B.
Hilfsarbeiten zu 50 %; act. G9.4-ZM39 S. 3).
Mit Verfügung vom 22. Juni 2011 stellte die Zürich die Leistungen für
Heilbehandlung per 13. April 2011 ein und sprach dem Versicherten eine
Entschädigung für eine Integritätseinbusse von 15 % zu (act. G9.3-Z86).
A.l.
Mit Verfügung vom 17. November 2011 stellte die Zürich die Taggeldleistungen
ab 1. Mai 2010 ein. Angesichts der 75%igen Arbeitsfähigkeit (Mittelwert der von Dr.
F._ und Dr. H._ erwähnten Arbeitsunfähigkeiten) des Versicherten sei die
Arbeitslosenversicherung zuständig zur Ausrichtung von vollen Taggeldern (act. G9.3-
Z107). Dagegen wandte sich Rechtsanwalt lic. iur. R. Zahner als Vertreter des
Versicherten mit Einsprache vom 28. November 2011 (act. G9.3-Z108).
A.m.
Am 29. März 2012 wurde der Versicherte in der Klinik für Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparats des Kantonsspitals St. Gallen
(nachfolgend: KSSG) im Auftrag der Zürich begutachtet. Im Gutachten vom 21.
Dezember 2012 wurde hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit festgehalten, laut Unterlagen
und Angabe des Versicherten sei dieser seit dem 1. August 2010 wegen der Schulter
zu 50 % arbeitsunfähig. Davor sei er von Februar 2009 bis Juli 2010 zu 100 %
arbeitsunfähig gewesen. Die damals attestierte Arbeitsunfähigkeit sei in dem Sinne
plausibel, dass davon ausgegangen werde, dass der Versicherte eine postoperative
Frozen Shoulder entwickelt habe. Aufgrund der Funktionsstörung mit Schmerzen und
passiver Bewegungseinschränkungen (DD: Restsymptom nach Frozen Shoulder) sei
aktuell keine Steigerung der Belastung ersichtlich. In einer leichten Tätigkeit unter der
Horizontalen sollte der Versicherte zu 80 - 100 % arbeiten können (act. G9.4-ZM40 S.
7). Am 22. März 2013 erstellte das KSSG auf Ersuchen der Zürich hin einen Appendix
zum Gutachten vom 21. Dezember 2012. Der Versicherte könne versuchen, seine
sitzende Tätigkeit (Sortieren und Binden von Elektrokabeln) auf 80 - 100 % zu steigern
(act. G9.4-ZM41 S. 1). Am 18. Februar 2014 nahm das KSSG auf Geheiss der Zürich
erneut Stellung zur Arbeitsfähigkeit des Versicherten: Zusammenfassend könne gesagt
A.n.
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werden, dass der Versicherte in seiner angestammten Tätigkeit als Hilfsarbeiter zu 50
% eingeschränkt sei bezüglich der Belastbarkeit, zeitlich aber 80 - 100 % wahrnehmen
könne (0 - 20 % Arbeitsunfähigkeit zeitlich) und somit entsprechend einer
Arbeitsunfähigkeit von 50 - 60 % als Hilfsarbeiter eingeschränkt sei. Sollte die Tätigkeit
aber auf die vom Versicherten berichtete leichte Tätigkeit gewechselt haben, sei
langfristig eine Arbeitsunfähigkeit von 0 - 20 % festzuhalten (act. G9.4-ZM42).
Am 20. März 2014 teilte die Zürich Rechtsanwalt Zahner als Rechtsvertreter des
Versicherten mit, dass ein Obergutachten eingeholt werde. Das KSSG habe schon drei
Mal zur Arbeitsfähigkeit Stellung genommen und die Beurteilung werde vom
behandelnden Arzt nicht geteilt. Die Zürich sei nicht in der Lage zu beurteilen, welche
medizinische Auffassung zutreffend sei (act. G9.3-Z150).
A.o.
Ab dem 1. Januar 2015 bezog der Versicherte eine Altersrente aus der Alters- und
Hinterlassenenversicherung (AHV; act. G9.3-Z236 und Z265).
A.p.
Nachdem der Versicherte am 3. Dezember 2015 im Auftrag der Zürich begutachtet
worden war, erstattete die Klinik L._, Zentrum M._, Orthopädie
Obere Extremitäten, am 11. Januar 2016 ein Gutachten (act. G9.4-ZM45). Es wurde
folgenden Diagnosen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen: Chronische
Schmerzen rechte Schulter mit Funktionseinschränkung, lumbo-vertebrales
Schmerzsyndrom und koronare Herzkrankheit (act. G9.4-ZM45 S. 12). Zur
Arbeitsfähigkeit ab 1. Mai 2010 wurde folgende Einschätzung abgegeben: Der
Versicherte verfüge über keine anerkannte Berufsausbildung. Insofern sei es schwierig,
die Arbeitsunfähigkeit zu beurteilen. Er habe mehrheitlich Hilfsarbeiten ausgeführt. Die
Einschränkung in Bezug auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Betriebsmitarbeiter bei
D._, wo körperliche Arbeiten mit Installation und Bemalen von
Strassenmarkierungspfosten hätten ausgeführt werden müssen, betrage 100 %. Die
Einschränkung sei durch die postoperativ persistierende Funktionsstörung der Schulter
sowie die starken Schmerzen bei jeglicher Belastung wie auch in Ruhe zu begründen.
Eine zumutbare Tätigkeit in einem anderen Aufgabenbereich sei denkbar, sofern die
rechte obere Extremität ohne Belastung und nur unterhalb der Horizontalen eingesetzt
werden könne. Aufgrund der beschriebenen starken Schmerzen sei die Ausführung
einer solchen Tätigkeit im zeitlichen Umfang nicht zu mehr als zu 50 % denkbar. Für
A.q.
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B.
eine genauere Definition der Restarbeitsfähigkeit wäre die Erstellung eines
Leistungsprofils sinnvoll (act. G9.4-ZM45 S. 13).
Am 22. April 2016 teilte die Zürich Rechtsanwalt Zahner mit, sie nehme die
Verfügung vom 17. November 2011 zurück und erstelle Abrechnungen, da der
Versicherte sich entschlossen habe, die Einschätzung einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit
laut Gutachten der Klinik L._zu akzeptieren (act. G9.3-Z227).
A.r.
Am 16. November 2016 verfügte die IV-Stelle nach Durchführung eines
Vorbescheidverfahrens (vgl. IV-act. 156 und 188) die Ablehnung des Rentenbegehrens
des Versicherten in der Annahme einer Arbeitsfähigkeit von 80 - 100 % (im
Durchschnitt 90 %) in einer adaptierten Tätigkeit und eines Invaliditätsgrades von 19 %
(IV-act. 198). Gegen diese Verfügung liess der Versicherte durch Rechtsanwalt Zahner
am 22. Dezember 2016 Beschwerde beim hiesigen Gericht erheben (IV-act. 202-2 ff.).
A.s.
Mit Verfügung vom 7. November 2017 verneinte die Zürich einen Anspruch des
Versicherten auf Rentenleistungen. Sie ging von einer Arbeitsfähigkeit von 80 % in
einer den unfallbedingten Beschwerden angepassten Tätigkeit, einem
Valideneinkommen von Fr. 34'677.47 und einem Invalideneinkommen von Fr.
49'967.40 aus und errechnete damit einen Invaliditätsgrad von 0 % (act. G9.3-Z252).
A.t.
Am 28. November 2017 erhob der Versicherte, noch immer vertreten durch
Rechtsanwalt Zahner, Einsprache gegen die Verfügung vom 7. November 2017. Er
beantragte unter Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die
Zusprache einer Invalidenrente aus UVG in der Höhe von 58 % ab 1. Mai 2011 (act.
G9.3-Z258).
B.a.
Am 22. Januar 2018 schlug die Zürich Rechtsanwalt Zahner vor, das
Einspracheverfahren bis zum Abschluss des IV-Verfahrens formlos zu sistieren (act.
G9.3-Z263).
B.b.
Mit Entscheid vom 12. März 2019 hob das Versicherungsgericht des Kantons St.
Gallen die Verfügung der IV-Stelle vom 16. November 2016 auf und wies die Sache zur
weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen an diese zurück, da keines der drei
B.c.
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vorliegenden orthopädischen Gutachten (vgl. Gutachten von Dr. J._ vom 3. Mai
2011, Gutachten des KSSG vom 21. Dezember 2012 mit Ergänzungen sowie
Gutachten der Klinik L._ vom 11. Januar 2016) eine schlüssige Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ermögliche (IV-act. 214; IV 2016/436).
Am 16. Mai 2019 beauftragte die IV-Stelle die medexperts AG, St. Gallen, mit einer
bidisziplinären (orthopädischen und kardiologischen) Begutachtung des Versicherten
(IV-act. 223). Nachdem dieser am 20. Juni 2019 untersucht worden war, wurde das
Gutachten am 15. Juli 2019 erstellt (IV-act. 229). Der Expertise sind die
arbeitsfähigkeitsrelevanten Diagnosen chronisches lumbospondylogenes Syndrom,
Beschwerden im Bereich des rechten Schultergelenks und koronare 2-
Gefässerkrankung zu entnehmen (IV-act. 229-6). Bei der Beurteilung der Gesamt-
Arbeitsfähigkeit in der angestammten respektive der zuletzt ausgeübten Tätigkeit sei
die orthopädische Beurteilung führend. Dies bedeute, dass ab dem 20. Februar 2009 in
der angestammten Tätigkeit aus bidisziplinärer Sicht keine Arbeitsfähigkeit mehr
vorliege. Es handle sich hierbei um eine dauernde Arbeitsunfähigkeit. In einer
leidensangepassten Tätigkeit sei ab August 2010 von einer Arbeitsfähigkeit von 50 %
auszugehen. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit könne die Arbeitsfähigkeit in
einer gut leidensangepassten Tätigkeit gesteigert werden, wobei wegen des
verminderten Arbeitstempos und der Notwendigkeit von vermehrten Pausen bei
ganztägiger Präsenz immer noch eine Leistungseinschränkung von 20 % zu
verzeichnen sei, was einer Arbeitsfähigkeit von 80 % (Arbeitsunfähigkeit 20 %)
entspreche. Unter Hinweis auf die im Gutachten vom 3. Mai 2011 von Dr. J._
festgehaltenen Befunde und auf bundesgerichtliche Rechtsprechung erachte es der
orthopädische Gutachter als gerechtfertigt, davon auszugehen, dass spätestens seit
dem Zeitpunkt der Begutachtung vom Mai 2011 eine Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer
leidensangepassten Tätigkeit vorgelegen habe. Diese Einschätzung sei auch aus
bidisziplinärer Sicht zutreffend (IV-act. 229-8 f.). Am 15. Juli 2019 notierte die
zuständige Ärztin vom Regionalen Ärztlichen Dienst der IV-Stelle, die Arbeitsfähigkeit
ab dem Unfallereignis vom 20. Februar 2009 könne gestützt auf das Gutachten der
medexperts AG schlüssig beurteilt werden (IV-act. 231-1 f.).
B.d.
Mit Vorbescheid vom 26. August 2019 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Zusprache einer ganzen Rente ab 1. April 2010 bis 31. Oktober 2010 in Aussicht. Vom
B.e.
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C.
1. November 2010 bis 31. Juli 2011 habe er Anspruch auf eine halbe Rente. Ab 1.
Februar 2012 habe er wiederum Anspruch auf eine ganze Rente und ab 1. Oktober
2012 bis 31. Dezember 2012 auf eine befristete halbe Rente. Ab 1. Januar 2013
bestehe bei einem Invaliditätsgrad von 20 % kein Anspruch auf Rentenleistungen mehr
(IV-act. 234). Die entsprechenden Verfügungen ergingen am 26. März 2020 (IV-act. 243
bis 246). Gegen diese Verfügungen erhob Rechtsanwalt Zahner für den Versicherten
am 6. Mai 2020 Beschwerde beim hiesigen Gericht (IV-act. 250-2 ff.). Am 27. Mai 2020
widerrief die IV-Stelle ihre Verfügungen vom 26. März 2020 (IV-act. 255). Am 9. Juni
2020 schrieb das hiesige Gericht das Beschwerdeverfahren als gegenstandslos
geworden ab (IV-act. 260; IV 2020/88). Mit Vorbescheid vom 15. Juni 2020 stellte die
IV-Stelle dem Versicherten die Ausrichtung einer ganzen Rente vom 1. April 2010 bis
_ 2014 (Erreichen des ordentlichen AHV-Rentenalters) in Aussicht. Dies, weil die
adaptierte Arbeitsfähigkeit nicht umsetzbar gewesen sei (IV-act. 262; vgl. Ausführungen
der IV-Stelle zur Verwertbarkeit in IV-act. 254). Die entsprechende Verfügung erliess die
IV-Stelle am 28. Januar 2021 (IV-act. 272).
Mit Entscheid vom 18. August 2021 wies die Zürich die Einsprache des
Versicherten vom 28. November 2017 ab. Da das Invalideneinkommen grösser sei als
das Valideneinkommen bestehe kein Rentenanspruch (act. G9.2-21).
B.f.
Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde vom 8.
September 2021, mit welcher der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer),
weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Zahner, beantragt, ihm unter Kosten- und
Entschädigungsfolge die ihm zustehenden gesetzlichen Leistungen aus UVG (Rente)
auszurichten (act. G1).
C.a.
Am 20. September 2021 zog das Versicherungsgericht die Akten der IV bei (act.
G3 und 3.1). Gleichentags eröffnete es den Parteien die Möglichkeit, Einsicht in diese
Akten zu nehmen (act. G4).
C.b.
Mit Beschwerdeantwort vom 17. Dezember 2021 beantragt die Zürich
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin), die Beschwerde sei unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen abzuweisen (act. G9).
C.c.
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Erwägungen
1.
Vorliegend umstritten und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Invaliden- resp. Komplementärrente der Unfallversicherung aufgrund des Unfalls vom
20. Februar 2009.
Mit Replik vom 14. Februar 2022 (act. G12) und Duplik vom 7. März 2022 (act.
G14) halten die Parteien an ihren Anträgen fest.
C.d.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über
die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der
Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 werden
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben,
und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach
bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden daher grundsätzlich die bis 31. Dezember
2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
1.1.
Ist die versicherte Person infolge eines Unfalls zu mindestens 10 % invalid (Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]), so hat sie gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine Invalidenrente.
Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des
Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.2.
Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a). In
beweisrechtlicher Hinsicht gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach
1.3.
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2.
Vorab ist festzuhalten, dass unbestritten und medizinisch ausgewiesen ist, dass beim
Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Rentenprüfung und über den Fallabschluss hinaus
weiterhin Unfallfolgen in Form von Restbeschwerden an der rechten Schulter
bestanden (vgl. u.a. IV-act. 229-6). Ebenfalls ist festzuhalten, dass der Zeitpunkt des
Fallabschlusses (vgl. zum Fallabschluss Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.],
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S.
143) mit Einstellung der Taggeldleistungen per 30. April 2011 unumstritten ist. Dies ist
vor dem Hintergrund, dass die ärztliche Behandlung der Restbeschwerden an der
rechten Schulter des Beschwerdeführers am 30. August 2010 beendet war (act. G9.4-
ZM36 und ZM39) und die Arbeitsfähigkeit ab Mai 2011 auch in sog. leidensadaptierten
Tätigkeiten (vgl. hierzu nachfolgende E. 4.3) als dauerhaft eingeschränkt eingeschätzt
wurde (vgl. IV-act. 229-26 mit Verweis auf act. G9.4-ZM39), ausgewiesen (vgl. zum
Beweiswert des Gutachtens der medexperts AG vom 15. Juli 2019 nachfolgende E.
3.1) und nicht zu beanstanden. Entsprechend erfolgte zu Recht die Prüfung eines
Rentenanspruchs per 1. Mai 2011 (act. G9.2-21 S. 4; vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG).
3.
haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Die Verwaltung resp.
das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von
ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen
Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit
eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht
hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen
Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b mit
Hinweisen).
Umstritten und zu prüfen ist die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Invaliditätsbemessung. Sie legte dieser ab dem Einspracheverfahren gestützt auf das
Gutachten der medexperts AG vom 15. Juli 2019 (IV-act. 229) eine Arbeitsunfähigkeit
von 100 % in angestammter (vgl. hierzu nachfolgende E. 4.3) und von 10 % in
leidensadaptierter Tätigkeit zugrunde (act. G9.2-21). Letzteres, da die von den
Gutachtern der medexperts AG ermittelte Arbeitsunfähigkeit von 20 % sowohl
Schulter- als auch Rückenbeschwerden berücksichtige, wobei lediglich die
3.1.
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4.
Schulterbeschwerden auf den Unfall zurückzuführen seien (vgl. hierzu vorstehend E. 2).
Gemäss den Angaben des Beschwerdeführers würden sich die Schulter- und
Rückenbeschwerden in etwa gleich negativ auswirken, weshalb die 20%ige
Arbeitsunfähigkeit lediglich zur Hälfte zu berücksichtigen sei (vgl. act. G9.2-21 Rz. B/
4.1 f.).
Da das Gutachten der medexperts AG umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge
und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die
Schlussfolgerungen begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a), ist ein Abstellen darauf
nicht zu beanstanden. Die Beschwerdegegnerin übersieht jedoch bei der Annahme
einer lediglich 10%igen Arbeitsunfähigkeit in leidensadaptierten Tätigkeiten, dass der
orthopädische Gutachter der medexperts AG lediglich bei den Adaptionskriterien einer
angepassten Tätigkeit sowohl die Rücken- als auch die Schulterbeschwerden
berücksichtigte. Die zeitliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 20 % bei
ganztägiger Präsenz begründete er demgegenüber einzig mit dem verlangsamten
Arbeitstempo und dem vermehrten Pausenbedarf, welche Umstände er wiederum auf
die - unbestrittenermassen unfallkausalen (vgl. vorstehend E. 2) - Einschränkungen der
dominanten oberen Extremität zurückführten (IV-act. 229-25 Ziff. 8.2 und 229-8 Ziff.
4.8). Folglich ist überwiegend wahrscheinlich von einer durch die Schulterbeschwerden
im Sinne von Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursachte
Arbeitsunfähigkeit von 20 %, und nicht nur von 10 %, in leidensadaptierten Tätigkeiten
auszugehen. Solche Tätigkeiten müssen laut Gutachten der medexperts AG
hinsichtlich der rechten Schulter folgende Kriterien erfüllen: Körperlich leicht, kein
Heben oder Tragen von Lasten über 5 Kilogramm, keine Zwangspositionen des rechten
Schultergelenkes, keine Überkopfarbeiten, keine ln- oder Reklinationsbewegungen,
keine repetitiven Bewegungen im rechten Schultergelenk (IV-act. 229-8).
3.2.
Basierend auf einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit in leidensadaptierter Tätigkeit (vgl.
E. 3.2) ist im Rahmen eines Einkommensvergleichs der Invaliditätsgrad zu ermitteln.
Der Einkommensvergleich setzt voraus, dass bei der Ermittlung beider Einkommen
gleich vorgegangen wird, da andernfalls die Grundlage der Vergleichbarkeit fehlt. Es
gilt insoweit der Grundsatz der Parallelität der Bestimmung von Validen- sowie
Invalideneinkommen. Mit dem Grundsatz der Gleichartigkeit der Vergleichseinkommen
wird berücksichtigt, dass bei bestimmten Faktoren, welche sich bereits vor Eintritt der
gesundheitlichen Beeinträchtigung einkommensmässig ausgewirkt haben,
4.1.
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anzunehmen ist, dass sie sich nach Eintritt der Beeinträchtigung gleichermassen
auswirken. Es geht um bestimmte persönliche Eigenschaften wie fehlende Ausbildung,
schlechte Sprachkenntnisse etc. Wenn beispielsweise die fehlende Ausbildung sich vor
dem Eintritt der gesundheitlichen Einbusse einkommensmässig ausgewirkt hat, darf bei
der Bestimmung des Invalideneinkommens nicht so vorgegangen werden, wie wenn
der betreffende Faktor nicht bestehen würde (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl.
2020, N 14 ff. zu Art. 16 mit Hinweisen).
Die Beschwerdegegnerin vertritt in der Beschwerdeantwort den Standpunkt, es
könne aus dem beruflichen Werdegang des Beschwerdeführers vor dem Unfall
geschlossen werden, dass er mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als Gesunder im
Mai 2011 keinen wesentlich höheren Lohn erzielt hätte, als er es in der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit getan hat (vgl. act. G9, Rz. II/3), weshalb sie für die Festlegung
des Valideneinkommens auf den vom Beschwerdeführer beim D._ zuletzt erzielten
Verdienst von Fr. 32'400.-- anknüpfte. Diesen Betrag parallelisierte sie um 37 % und
errechnete so ein Valideneinkommen von Fr. 51'429.--. Für das Invalideneinkommen
stellte sie auf den LSE-Tabellenlohn für Hilfsarbeiter ab und gelangte so zum Schluss,
dass das Invalideneinkommen höher sei, als das Valideneinkommen (act. G9.2-21 S.
4).
4.2.
Die Erwerbslaufbahn des ungelernten Beschwerdeführers seit seiner Einreise in die
Schweiz im Jahr 19_ (IV-act. 1-3) zeigt sich dergestalt, dass er von 2001 bis 2003 als
Küchengehilfe, im Jahr 2004 im Rahmen eines Einsatzprogramms in einer Wäscherei
und von 2008 bis 2009 als Hilfsmaler (act. G9.3-Z19 S. 3 sowie IV-act. 73 und 229-27)
tätig war. Seine grossen Schwankungen unterworfene Validenkarriere zeigt sich seit
seiner Einreise in die Schweiz durch invaliditätsfremde Faktoren gekennzeichnet
(Einreise als Flüchtling in bereits mittlerem Alter [vgl. IV-act. 19-1]; fehlende berufliche
Ausbildung; mangelnde Deutschkenntnisse [vgl. IV-act. 229-19]). Bei allen vom
Beschwerdeführer ausgeübten Tätigkeiten handelt es sich jedoch um klassische
Hilfsarbeiten und es ist davon auszugehen, dass er im Gesundheitsfall bei Beendigung
seiner Tätigkeit für das D._ (vgl. hierzu Sachverhalt A.a) in der ganzen Palette der
Hilfsarbeiten auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt nach einer neuen Tätigkeit gesucht
hätte. Dies hat umso mehr zu gelten, als auch das Valideneinkommen grundsätzlich
unter Berücksichtigung des ausgeglichenen Arbeitsmarktes zu ermitteln ist (Kieser,
a.a.O., N 46 zu Art. 16). Der Beschwerdeführer ist deshalb sowohl in angestammter wie
auch in angepasster Tätigkeit als Hilfsarbeiter zu qualifizieren. Sodann ist
augenscheinlich, dass der Beschwerdeführer nach der Schädigung seiner rechten
Schulter bzw. durch diese kein höheres Erwerbspotenzial erlangt hat, wie dies der von
4.3.
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5.
Die Invalidenrente beträgt bei Vollinvalidität 80 % des versicherten Verdienstes; bei
Teilinvalidität wird sie entsprechend gekürzt (Art. 20 Abs. 1 UVG). Hat der Versicherte
Anspruch auf eine Rente der IV oder auf eine Rente der AHV, so wird ihm eine
Komplementärrente gewährt; diese entspricht der Differenz zwischen 90 % des
versicherten Verdienstes und der Rente der IV oder der AHV, höchstens aber dem für
Voll- oder Teilinvalidität vorgesehenen Betrag (Art. 20 Abs. 2 UVG). Die per 1. Januar
2017 in Kraft getretene Kürzung bei nach Erreichung des 45. Altersjahrs erlittenen
Unfällen ist vorliegend laut Übergangsbestimmung zur Änderung vom 25. September
2015 Abs. 1 und unter Berücksichtigung von Art. 147b UVV (in Kraft seit 1. Januar
2017) nicht anwendbar, da der Beschwerdeführer vor dem 1. Januar 2017 verunfallte
und auch seine Rente vor diesem Datum zu laufen beginnt.
der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensvergleich (vgl. E. 4.2) implizieren
würde. Da beim Validen- und Invalideneinkommen ohnehin zwingend eine qualitative
Parallelität hergestellt werden muss, zur Bestimmung also dieselben Vergleichsgrössen
heranzuziehen sind (vgl. vorstehend E. 4.1), und der Beschwerdeführer wie soeben
ausgeführt sowohl vor als auch nach dem Unfall als Hilfsarbeiter zu qualifizieren ist, hat
vorliegend ein Prozentvergleich zu erfolgen. Dabei entspricht der Invaliditätsgrad dem
Grad der Arbeitsunfähigkeit (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 9. März 2007, I 697/05,
E. 5.4 mit Hinweis). Da die Erwerbskarriere des Beschwerdeführers seit seiner Einreise
in die Schweiz - wie vorstehend ausgeführt - massgeblich von invaliditätsfremden
Faktoren bestimmt worden ist, ist im vorliegenden Fall unter Berücksichtigung der
genannten Aspekte sowie des Umstandes, dass die von der rechten Schulter
herrührenden Einschränkungen umfassend - in qualitativer und quantitativer Hinsicht -
bei der Festlegung der Arbeitsfähigkeit bei 20 % und bei der Festlegung der
Adaptionskriterien berücksichtigt (vgl. vorstehende E. 3.2) worden sind, davon
auszugehen, dass die vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers geltend gemachten
(act. G1, II. B. Rz. 8), unter anderen Umständen allenfalls als Tabellenlohnabzug zu
berücksichtigenden lohnwirksamen Nachteile gleichermassen beim Validen- wie auch
beim Invalideneinkommen eine Rolle spielen und folglich im Prozentvergleich
vollumfänglich Berücksichtigung gefunden haben. Auch Art. 28 Abs. 4 UVV
(Invaliditätsbemessung bei vorgerücktem Alter) wird mit der Anwendung des
Prozentvergleichs vorliegend Genüge getan.
Damit resultiert ausgehend von einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit für
leidensadaptierte Tätigkeiten ab 1. Mai 2011 im Rahmen eines Prozentvergleichs ein
rentenbegründender Invaliditätsgrad von 20 %.
4.4.
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6.