Decision ID: 3af16847-695e-4a3d-b096-c17263993760
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
R._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Gabriela Grob Hügli, procap, Froburgstrasse 4,
Postfach, 4601 Olten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rentenbeginn
Sachverhalt:
A.
A.a Die im März 1986 geborene R._ meldete sich am 23./26. November 2004 zum
Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an und beantragte Berufsberatung,
Umschulung, Arbeitsvermittlung, Hilfsmittel (Hörgerät) und eine Rente. Sie habe zwei
Jahre lang die Realklasse und dann das 10. Schuljahr besucht. Seit 2001 werde sie von
der Amtsvormundschaft betreut (Beistandschaft) und in den Jahren 2002/2003 hätten
sich die Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienste St. Gallen (KJPD) mit ihrer
Behinderung befasst. Ab August 2003 habe sie in einer Lehre als Malerin gestanden.
Im November 2003 habe sie an eine andere Lehrstelle gewechselt und sei dort bis
Mitte September 2004 (Auflösung/Abbruch) geblieben. Sie leide seit Jahren an
psychischen Störungen und seit drei Jahren an einer Hörbehinderung (IV-act. 1). Die
Beiständin der Versicherten ergänzte im Begleitschreiben vom 25. November 2004, die
Versicherte sei seit dem 8. August 2004 in der Psychiatrischen Klinik Pfäfers
hospitalisiert. Erst vor ein paar Wochen sei eine Hörbehinderung festgestellt worden,
die bei der neuen Berufsfindung mitberücksichtigt werden müsse (IV-act. 2). Die
Versicherte teilte der Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen am 9.
Dezember 2004 (Eingang) mit, sie sei zurzeit arbeitslos, plane ab ca. Sommer 2005
eine Umschulung/ein Praktikum und habe aus gesundheitlichen Gründen ihre
Lehrstelle (Erstausbildung) abbrechen müssen (IV-act. 7).
A.b Gemäss dem Arztbericht vom 14. Dezember 2004 diagnostizierte die
Psychiatrische Klinik St. Pirminsberg (med. prakt. A._) bei der Versicherten eine
rezidivierende depressive Störung, eine Persönlichkeitsentwicklungsstörung mit
emotional instabilen Anteilen (beides seit der Adoleszenz), einen Tinnitus, eine
Hörminderung (beides seit dem 16. Lebensjahr) und eine Teilleistungsstörung,
sprachlicher Bereich (POS; seit der Kindheit). Die Versicherte sei seit dem
15. September 2004 (Behandlungsbeginn) und bis auf weiteres zu 100 %
arbeitsunfähig. Die Arbeitsfähigkeit könne durch medizinische Massnahmen verbessert
werden. Berufliche Massnahmen seien angezeigt und ein Hilfsmittel werde benötigt.
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Die Versicherte habe berichtet, im Sommer 2003 das erste Lehrjahr als Malerin
begonnen zu haben. Ihre Lebenssituation sei unsicher gewesen, da sie erstmals allein
gewohnt und keine Orientierungshilfen durch Bezugspersonen mehr gehabt habe. Es
sei ihr vorgeworfen worden, dass sie nicht genug arbeite, doch habe sie aufgrund ihrer
seelischen Verfassung keine Leistung von 100 % erbringen können. Dies wiederum
habe sie nicht akzeptieren wollen und sei mit sich selber ungeduldig geworden. Im
weiteren Verlauf habe sie eine Depression entwickelt. Die Klinik berichtete, die
Persönlichkeitsentwicklungsstörung der Versicherten habe (im ersten Ausbildungsjahr)
zu einer Orientierungslosigkeit mit Affektlabilität und wechselnder Konzentration
geführt, sodass die Versicherte den beruflichen Anforderungen nicht habe entsprechen
können. Zudem dürfte die Hörminderung zu einer Beeinträchtigung der
Kommunikationsfähigkeit beigetragen haben. Eine angepasste Tätigkeit setze aus
fachärztlicher Sicht ein für die Versicherte überschaubares Tätigkeitsfeld mit klar
vorgegebenen Strukturen und einem wertschätzenden Bezugsnetz voraus. Hierdurch
liesse sich eine Nachreifung der diagnostizierten Persönlichkeitsentwicklungsstörung
fördern. Ohne entsprechende Berufsberatung lasse sich die Frage jedoch nicht im
Detail beantworten. Die Versicherte strebe zurzeit eine Ausbildung zur Coiffeuse an.
Der Leistungsumfang dürfte begrenzt sein; das lasse sich jedoch ohne abschliessende
Beurteilung des laufenden Arbeitsversuches (ganztägige klinikinterne Arbeitstherapie)
nicht eindeutig beurteilen. Es empfehle sich eine ganztägige Tätigkeit unter reduzierten
Leistungsanforderungen. Im Rahmen der stationären Verlaufsbeobachtung sei bei
vorliegender Persönlichkeitsentwicklungsstörung eine mangelnde Orientierung
bezüglich der beruflichen Perspektiven deutlich geworden. Die Versicherte habe einer
engen Führung (im Sinne klarer Vereinbarungen) bedurft. Unter Berücksichtigung der
notwendigen längerfristigen Persönlichkeitsnachreifung seien während der
anzustrebenden beruflichen Reintegration erhebliche Schwierigkeiten nur allzu
wahrscheinlich. Die Versicherte benötige deshalb dabei eine enge Betreuung. Im
beigelegten Arztbericht vom 27. Oktober 2004 hatte PD Dr. Dr. B._, Facharzt für
HNO und für Allergologie und klinische Immunologie, der Klinik St. Pirminsberg über
die Anamnese der Versicherten berichtet, sie leide seit dem neunten Lebensjahr unter
Depressionen und sei seither in psychiatrischer Behandlung (act. 10-6 f./9).
A.c Dr. med. C._, Facharzt für Innere Medizin FMH, bei welchem die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle einen Arztbericht hatte einholen wollen, liess am
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5. Januar 2005 mitteilen, die Versicherte stehe seit dem Jahr 2002 nicht mehr in seiner
Behandlung. Neue Berichte seien beim Hausarzt einzuholen.
A.d Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung (Dr. med. D._)
hielt am 10. Januar 2005 (act. 15) dafür, die Invalidität sei ausgewiesen, werde die
Versicherte doch in der Malerlehre als nicht mehr arbeitsfähig betrachtet und
entsprächen die Bedingungen für eine angepasste Tätigkeit einem geschützten
Rahmen.
A.e In der Folge wurde die IV-Berufsberatung beauftragt.
A.f Die Beiständin der Versicherten führte in einem Schreiben vom 29. Juni 2005 aus,
die Versicherte leide an psychischen Auffälligkeiten und Entwicklungsstörungen.
Bereits in der Schulzeit habe sie die Hilfe der KJPD in Anspruch nehmen müssen. Für
ihre Förderung sei sie auch verschiedentlich fremdplatziert gewesen. Die erste
Lehrstelle als Malerin in einem Grossbetrieb sei nach drei Monaten wegen
Überforderung aufgelöst worden. Auch das Lehrverhältnis in einem Kleinbetrieb, in
dem die Voraussetzungen für die Ausbildung recht gut gewesen seien und eine
intensive Unterstützung stattgefunden habe, habe aufgelöst werden müssen, denn der
Versicherten habe die psychische Stabilität für das Erlernen eines Berufs weiterhin
gefehlt. Auch die schulischen Leistungen seien ungenügend gewesen. Nach erneuten
Suizidabsichten sei die Versicherte Mitte September 2004 in die Klinik St. Pirminsberg
eingetreten. Die Ärzte hätten ein betreutes Wohnen empfohlen. Es erweise sich
ausserdem eine Ausbildung in geschütztem Rahmen als notwendig. Der
Berufsfindungsprozess brauche Zeit und es sei eine gründliche Abklärung nötig. Die
Belastungen durch den plötzlichen Tod des Vaters am 12. März 2005 hätten aber das
Suizidrisiko wieder erhöht. Die Versicherte sei am 13. April 2005 in die Psychiatrische
Klinik Wil eingetreten. Die Abklärung verzögere sich. Die Versicherte nehme während
dieser Vorbereitungszeit die Hilfe der Sozialpsychiatrischen Beratungsstelle St. Gallen
in Anspruch. Die Beiständin erkundigte sich, ob die Versicherte, welche bereits vor
dem 18. Altersjahr psychische Probleme gehabt habe, Anspruch auf Rentenleistungen
habe, bevor sie die Berufsausbildung anfangen könne und ob die Invalidität ab dem 18.
Altersjahr oder nach dem Karenzjahr seit der Auflösung des Lehrverhältnisses beginne
(IV-act. 24).
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A.g Die IV-Berufsberaterin berichtete am 22. September 2005, seit Mai 2005 sei die
Versicherte psychisch relativ stabil, und es könne an Berufsberatung gedacht werden.
Am 21. November 2005 schlug sie berufliche Massnahmen (berufsbezogene
Förderung/Lehrvorbereitung: Abklärung, Training und Ausbildung) vor. In der Folge
wurden berufliche Massnahmen und ein Taggeld für die Zeit ab 14. November 2005
zugesprochen (act. 39 und 44).
A.h Am 21. Dezember 2005 (act. 43) wurde bei der Sachbearbeitung festgehalten, der
Versicherten sei bei Abbruch der Lehre im September 2004 aufgrund von
Dauerinvalidität und ohne Wartefrist eine ganze Rente zu gewähren, weil sie aus
psychischen Gründen bisher keine zureichende Ausbildung habe bestehen können.
Dem wurde entgegengehalten, der Rentenanspruch beginne bei langdauernder
Krankheit ab 1. September 2005. Am 11. März 2006 wurde dies bestätigt; der Eintritt
der Invalidität sei erst nach Beginn der Lehre erfolgt (act. 51). Am 23. März 2006 wurde
eine erstmalige berufliche Ausbildung (Arbeitstraining im Fotobereich im E._)
vorgeschlagen und am 18. April 2006 zugesprochen.
A.i Am 20. April 2006 (act. 60) wurde der Beiständin und damaligen Rechtsvertreterin
der Versicherten mitgeteilt, es sei die Zusprechung einer ganzen Rente ab
1. September 2005 bis 30. November 2005 beschlossen worden.
A.j Am 23. Juni 2006 beantragte die IV-Berufsberaterin, ein stationäres Vorlehrjahr im
Fotobereich des E._ durchzuführen. Die IV-Stelle sprach der Versicherten am
28. Juni 2006 entsprechend die Mehrkosten zu.
A.k Mit Vorbescheid vom 19. Juli 2006 (act. 76) teilte die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle der damaligen Rechtsvertreterin der Versicherten mit, die Versicherte habe
zufolge langdauernder Krankheit in der Zeit vom September 2004 bis zur
Lehrvorbereitung ab 14. November 2005 für die Zeit vom 1. September 2005 bis
31. November 2005 Anspruch auf eine ganze Rente.
A.l Die damalige Rechtsvertreterin der Versicherten wandte am 24. Juli 2006 ein, dem
Arztbericht der Klinik St. Pirminsberg sei zu entnehmen, dass die gesundheitlichen
Störungen der Versicherten bereits in der Kindheit, ab dem 16. Altersjahr und in der
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Adoleszenz bestanden hätten. Diese Störungen hätten Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit besessen, und zwar schon vor dem 18. Altersjahr. Die attestierte volle
Arbeitsunfähigkeit ab 15. September 2004 habe sich auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit
bezogen. A._ habe aber in einem beigelegten Schreiben vom 12. Juni 2006 zum
Krankheitsbeginn noch differenziert Stellung genommen. Bereits mit 14 Jahren sei
aufgrund der psychischen Instabilität der Versicherten eine Platzierung in einer
sozialpädagogischen Institution notwendig gewesen. Nach einem kurzen Aufenthalt bei
der Mutter sei eine weitere Platzierung erforderlich gewesen. Die Versicherte habe sich
mit sich und ihrem Umfeld nicht zurechtgefunden. Sie sei in ambulanter Therapie bei
den KJPD gewesen. Das 10. Schuljahr habe sie dank intensiver Unterstützung durch
die Betreuungspersonen im Durchgangsheim, der Therapie bei den KJPD und des
Verständnisses der Lehrpersonen erfüllen können. Die beiden Lehrverhältnisse seien
wegen Überforderungen aufgelöst worden. Auch dem Unterricht in der Berufsschule
habe die Versicherte nicht umfassend folgen können. Sie scheitere immer wieder an
den eigenen Erwartungen, Vorstellungen und Möglichkeiten. Auf die
Überforderungssituationen reagiere sie seit der Adoleszenz jeweils mit Suizidversuchen
oder speziellen Unfallereignissen. Aufgrund der Abklärung und der Arztberichte sei im
Nachhinein festzustellen, dass die Versicherte die psychischen Voraussetzungen für
den Berufsweg nicht mitgebracht habe. Die Lehrversuche seien als
Eingliederungsversuche zu verstehen. In der Zwischenzeit habe den Störungen mit der
erstmaligen beruflichen Ausbildung im E._ und der betreuten Wohnform begegnet
werden können. Der Krankheitsbeginn habe vor dem 18. Altersjahr gelegen. Die Rente
sei daher ab der Volljährigkeit, somit ab März 2004, auszurichten (bis zur
Eingliederungsmassnahme im November 2005; act. 78). Die Fachstelle für
Sozialpsychiatrie und Psychotherapie (FSP; med. prakt. A._) hatte am 12. Juni 2006
festgehalten, im Bericht vom 31. November 2004 sei der in der Adoleszenz liegende
Krankheitsbeginn der Versicherten schlüssig dargelegt worden. Insbesondere die
emotional instabilen Anteile der Persönlichkeitsentwicklungsstörung seien vor dem
14. Lebensjahr aufgetreten. Der Krankheitsbeginn der Versicherten dürfte deutlich
weiter (sc. wohl: als der 15. September 2004) zurückliegen (IV-act. 79).
A.m Der IV-Sachbearbeiter stellte sich am 9. August 2006 auf den Standpunkt, als
Geburts- oder Frühinvalide sei die Versicherte nicht einzustufen, da sie doch mit
entsprechender Unterstützung zureichende berufliche Kenntnisse (Volllehre als
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Fotofachfrau) werde erwerben können. Ihre Invalidität sei anhand der Einschränkung im
Tätigkeitsvergleich als Malerlehrling zu bemessen. Eine rentenbegründende
Einschränkung in der Ausbildung zur Malerin sei für die Zeit vor September 2004 nicht
belegt. Es sei noch ein Lohnausweis beim Lehrmeister des letzten
Anstellungsverhältnisses einzuholen (IV-act. 81).
A.n Dieser gab in der Arbeitgeberbescheinigung vom 18. August 2006 an, das
Arbeitsverhältnis sei (auf 10. September 2004) im gegenseitigen Einvernehmen
aufgelöst worden, weil die Versicherte von Schule und Arbeitsplatz ferngeblieben sei
und ihr der Wille zur Fortsetzung der Lehre gefehlt habe. Telefonisch ergänzte er am
22. August 2006, zu Beginn der Anstellung und bis Februar 2004 habe sich die
Versicherte im Betrieb sehr gut eingefügt und mindestens durchschnittliche Leistungen
erbracht. Nach Erreichen des 18. Lebensjahres habe sie sich selbständig eine
Wohnung genommen, sei in den Ausgang gegangen und habe die Schule geschwänzt.
Im Mai 2004 habe eine Krisensitzung mit der Beiständin und dem Gewerbeschullehrer
stattgefunden. Das Gespräch habe aber nichts gebracht, im Gegenteil: Die Versicherte
habe sich zu Hause eingeschlossen und sei gar nicht mehr zur Arbeit erschienen (act.
84).
A.o Am 22. August 2006 erklärte die IV-Stelle der damaligen Rechtsvertreterin der
Versicherten, sie werde zu den Einwänden in der Verfügung Stellung nehmen. Mit
Verfügung vom 10. November 2006 (IV-act. 89) sprach sie der Versicherten ab 1.
September 2005 bis 30. November 2005 eine ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad
von 100 % zu. Der Krankheitsbeginn könne nicht mit dem Eintritt der Invalidität
gleichgesetzt werden. Eine Einschränkung (der Arbeitsfähigkeit) in der Ausbildung als
Malerin sei vor September 2004 nicht belegt. Seither sei sie indessen bis zum Beginn
der Lehrvorbereitung am 14. November 2005 arbeitsunfähig gewesen und habe eine
entsprechende Erwerbseinbusse erlitten. Nach Ablauf der Wartezeit im September
2005 stehe ihr daher eine ganze Rente zu (vgl. IV-act. 86).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von der Amtsvormundin für die Betroffene
am 8. Dezember 2006 erhobene Beschwerde. Die damalige Rechtsvertreterin der
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Beschwerdeführerin beantragt, der Rentenbeginn sei auf das Erreichen des 18.
Altersjahres zu legen und der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche
Prozessführung zu gewähren. Bei der Beschwerdeführerin liege eine Frühinvalidität im
Sinne von Art. 26 IVV vor, wie den Berichten der Klinik St. Pirminsberg vom
14. Dezember 2005 und von A._ vom 12. Juni 2006 zu entnehmen sei. Das am
4. August 2003 aufgenommene Lehrverhältnis sei am 30. September 2003 aufgrund
von Konflikten wegen Verhaltensauffälligkeiten bzw. psychischer Überforderung
aufgelöst worden. Am 1. November 2003 habe die Beschwerdeführerin die Ausbildung
bei einem andern Lehrmeister fortsetzen können. Am 28. Januar 2004 habe die
Berufsschule mitgeteilt, es habe erneut Konflikte gegeben. Die psychische Instabilität
habe sich auf die Noten und vor allem auf das Lernverhalten in der Schule und in der
praktischen Arbeit ausgewirkt, es sei zu Schulabsenzen und Prüfungsängsten
gekommen. Dank dem Wohlwollen und der Unterstützung des Ausbildners sei das
Lehrverhältnis weitergeführt worden, dann aber im September 2004 doch aufgelöst
worden, weil die Beschwerdeführerin die erwarteten Leistungen nicht habe erbringen
können und gesundheitliche Probleme gehabt habe. Die Beschwerdeführerin habe auf
die Belastungen und Überforderungen mit einem Suizidversuch reagiert. Da sie infolge
ihrer Invalidität keine genügenden beruflichen Kenntnisse habe erwerben können, stehe
ihr ab Erreichen der Volljährigkeit eine Rente zu.
B.b In ihrer Beschwerdeergänzung vom 31. Januar 2007 beantragt Rechtsanwältin lic.
iur. Gabriela Grob Hügli, procap, als neu beauftragte Rechtsvertreterin für die
Beschwerdeführerin, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und der
Beschwerdeführerin ab dem 18. Altersjahr eine ganze Rente zuzusprechen, eventualiter
die Sache zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen;
ausserdem sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin auf
den Invalidenleistungen einen Verzugszins von 5 % ab wann rechtens zu bezahlen und
es sei der Beschwerdeführerin für die Gerichtskosten die unentgeltliche
Prozessführung zu bewilligen und sie sei von der Pflicht zur Leistung eines
Kostenvorschusses zu befreien, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der
Beschwerdegegnerin. Bestritten sei der Zeitpunkt des Rentenbeginns. Bei der
Beschwerdeführerin seien bereits in der Kindheit gesundheitliche Störungen
aufgetreten, insbesondere hätten sich die emotional instabilen Anteile der
Persönlichkeits- und Entwicklungsstörung vor dem 14. Altersjahr gezeigt. Es werde
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somit aus fachärztlicher Sicht davon ausgegangen, dass bei der Beschwerdeführerin
bei Beginn ihrer Erstausbildung am 4. August 2003 aufgrund ihrer schweren
psychischen Erkrankung eine Arbeitsunfähigkeit vorgelegen habe (unter Hinweis auf
einen beigelegten Bericht von A._ vom 21. Dezember 2005, recte: 2006). Das finde
Bestätigung im Lehrabbruch aufgrund krankheitsbedingter Verhaltensauffälligkeiten
kurz nach deren Beginn. Die Erkrankung habe bereits vor der Aufnahme der
Erstausbildung zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit geführt. Deshalb habe die
Beschwerdeführerin keine Berufsausbildung absolvieren können. Der Arztbericht vom
14. Dezember 2004 beziehe sich nur auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit und reflektiere
den Beginn der Behandlung in der Klinik St. Pirminsberg. Bei der Beschwerdeführerin
liege aber nachweislich eine Frühinvalidität vor. Die Entstehung des Rentenanspruchs
liege bereits mehr als 24 Monate zurück und die Beschwerdeführerin habe ihre
Mitwirkungspflicht erfüllt. Sie habe deshalb Anspruch auf Verzugszinsen. A._ von der
FSP hatte im Schreiben vom 21. Dezember 2006 mitgeteilt, den vorliegenden
Unterlagen und der Biographie der Beschwerdeführerin sei zu entnehmen, dass sie
bereits im Jahr 2003 im Rahmen ihrer Ausbildung als Malerin deutliche
Verhaltensauffälligkeiten gezeigt habe. Es seien dann verschiedenste Interventionen
der Amtsvormundschaft nötig geworden, um das Lehrverhältnis aufrecht zu erhalten.
Aus fachärztlicher Sicht sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bereits im
Jahr 2003 aufgrund ihrer schweren psychiatrischen Erkrankung im Grunde unter den
damaligen Bedingungen überfordert und arbeitsunfähig gewesen sei. Es müsse daher
von einer Frühinvalidität ausgegangen werden.
C.
Mit Beschwerdeantwort vom 19. März 2007 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Die Lehrverhältnisse der Beschwerdeführerin seien wegen
Problemen mit dem Vorgesetzten bzw. wegen unüberbrückbarer Differenzen mit dem
Arbeitgeber aufgelöst worden. Bis September 2004 sei sie somit im Stande gewesen,
auf dem Beruf als Malerin zu arbeiten. Sie habe auch die Regelschule einschliesslich
des 10. Schuljahrs absolviert. Eine Invalidität vor September 2004 sei nicht
ausgewiesen. Der Bericht der FSP ändere daran nichts, da es sich dabei um eine
medizinisch-theoretische Einschätzung handle, welche die tatsächliche schulische und
berufliche Laufbahn nicht ausreichend berücksichtige und für die Belange der IV nicht
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aussagekräftig sei. Im Übrigen sei eine längere Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit der
Beschwerdeführerin auch nach September 2004 fraglich, denn sie verfüge über die
notwendigen kognitiven und psychischen Ressourcen, eine Erwerbstätigkeit
auszuüben. Das zeige sich auch darin, dass sie zurzeit erfolgreich eine Eingliederung
im Fotobereich absolviere. Ihre Schwierigkeiten seien grösstenteils psycho-sozialer
Natur und demnach IV-rechtlich unbeachtlich.
D.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten) wurde
am 4. April 2007 von der Gerichtsleitung bewilligt.
E.
Mit Replik vom 6. Juni 2007 bringt die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin vor,
insbesondere dem Bericht von Dr. B._ vom 27. Oktober 2004 sei zu entnehmen,
dass die Beschwerdeführerin seit ihrem neunten Altersjahr unter Depressionen leide
und seither in psychiatrischer Behandlung stehe. Dazu kämen als belastende Momente
ein Tinnitus rechts seit dem 13. und eine eigentliche Hörschädigung seit dem
16. Lebensjahr. Zu den Problemen mit den Vorgesetzten sei es wegen der
behinderungsbedingten Verhaltensauffälligkeiten der Beschwerdeführerin gekommen.
Sie habe sich aufgrund der schweren psychiatrischen Erkrankung nicht eingliedern
können. Die Absolvierung einer Regelausbildung sei ihr gesundheitsbedingt gar nicht
möglich gewesen; hierfür habe demnach keine Arbeitsfähigkeit vorgelegen. Dieser
Umstand sei fachärztlich belegt, zeige sich aber auch darin, dass die
Beschwerdeführerin die berufliche Eingliederung durch die IV habe in Anspruch
nehmen müssen. Von fachärztlicher Seite (nämlich der Klinik St. Pirminsberg) sei auch
eine enge Betreuung bei der beruflichen Integration gefordert worden. Wenn die
Beschwerdegegnerin bemängle, die schulische und berufliche Laufbahn werde in den
medizinischen Einschätzungen zuwenig berücksichtigt, sei dem entgegenzuhalten,
dass die Beschwerdeführerin sich seit dem neunten Lebensjahr permanent in
psychiaterischer Behandlung befinde. Ihre Mutter habe sich wegen entsprechender
Verhaltensauffälligkeiten und den sich daraus ergebenen Erziehungsproblemen
regelmässig beraten lassen müssen. Die Platzierung in einer Jugendwohngruppe
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(Dezember 2000 bis Juli 2001, vgl. act. G 14.1) sei bereits auf die psychischen
Beeinträchtigungen zurückzuführen gewesen. Die Mutter der Beschwerdeführerin habe
bereits ein psychiatrisches Gutachten über die Beschwerdeführerin beantragt, als diese
16-jährig gewesen sei. Die psychischen Beeinträchtigungen hätten zu massiven
Verhaltensauffälligkeiten geführt, die damals als "Erziehungs- und
Beziehungsschwierigkeiten" zusammengefasst worden seien. Allenfalls seien weitere
Abklärungen zur schulischen und beruflichen Laufbahn nachzuholen.
F.
Am 8. Juni 2007 hat die Beschwerdegegnerin auf die Einreichung einer Duplik
verzichtet.
G.
G.a Mit Schreiben vom 29. Mai 2008 hat sich die Gerichtsleitung bei Dr. C._ nach
den erhobenen Diagnosen und einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit der
Beschwerdeführerin erkundigt. Dr. C._ hat am 4./6. Juni 2008 berichtet, er habe die
Beschwerdeführerin am 25. September 2001 erstmals wegen des Verdachts auf eine
Schlüsselbeinfraktur gesehen, im Januar 2002 dann wegen einer Gastroenteritis und im
April 2002 wegen einer Sprunggelenksdistorsion rechts. Im Mai 2002 sei sie im
Rahmen einer psychosozialen Belastungssituation bei familiärem Konflikt bei ihm
gewesen und er habe sie den KJPD überwiesen. Die Beschwerdeführerin sei damals
noch in die Schule gegangen, weshalb keine Arbeitsunfähigkeit im eigentlichen Sinne
bestanden habe. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin beantragt in der
Stellungnahme vom 1. Juli 2008, einen Bericht der KJPD einzuholen, wo die
Beschwerdeführerin über längere Zeit in Therapie gewesen sei. In der Zwischenzeit
habe sich ferner die Situation insofern verändert, als die Weiterführung der Vorlehre
aufgrund des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin nicht angezeigt sei und ab
1. März 2007 wieder eine ganze Rente ausgerichtet werde.
G.b Am 14. Juli 2008 hat die Gerichtsleitung die KJPD um Berichterstattung ersucht.
Diese (Dr. med. F._) haben mit Schreiben vom 18./19. August 2008 dargelegt,
gemäss den Akten sei die Beschwerdeführerin dreimal betreut worden. Erstmals vom
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30. August 1995 bis 16. April 1996 wegen Schulschwierigkeiten bei POS mit
Schwierigkeiten vor allem im sprachlichen Bereich und mit emotionaler Unreife.
Diagnostiziert worden seien eine hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens, eine
kombinierte Störung schulischer Fertigkeiten, eine abweichende Elternsituation und der
Verlust einer liebevollen Beziehung. Eine zweite Behandlung sei am 17. Mai 2002
erfolgt (Krisenintervention). Im Anschluss daran habe die dritte Behandlung von Juli
2002 bis Juli 2003 stattgefunden. Beigelegt wurden eine Aktennotiz über die
Krisenintervention und Berichte an Dr. C._ vom 18. März 2003, an die
Amtsvormundschaft vom 28. Mai 2003 und an Dr. med. G._ vom 29. September
2003. Zur Frage der Arbeitsunfähigkeit könne nicht abschliessend Auskunft gegeben
werden. Hierüber wäre eine psychiatrische Begutachtung zu veranlassen. Die
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat am 9. September 2008 festgehalten,
bereits in den Jahren 1995 und 1996 sei eine hyperkinetische Störung diagnostiziert
worden. Die immer wiederkehrenden familiären Belastungssituationen und
Kriseninterventionen seien offensichtlich Ausdruck der gesundheitlichen Probleme.
Aufgrund der Diagnosen liege auf der Hand, dass die psychoorganischen
Beeinträchtigungen zu den sozialen Problemen geführt hätten. Der Abbruch der
Erstausbildung sei nicht erstaunlich. Eine allfällige Arbeitsunfähigkeit sei im Schulalter
noch nicht relevant gewesen. Die Ausbildungsfähigkeit sei aber ganz offensichtlich
nicht vorhanden gewesen. Die KJPD hatten etwa in dem Bericht vom 29. September
2003 erklärt, es sei eine Krankschreibung der Beschwerdeführerin für einige wenige
weitere Tage eventuell indiziert. Es werde versucht, den Lehrvertrag aufzulösen. Aus
jugendpsychiatrischer Sicht scheine aktuell eine weitere Verschlechterung des
psychischen Zustands anzustehen, wenn die Beschwerdeführerin sich gezwungen
sehen sollte, die Lehrstelle weiterhin zu besuchen.

Erwägungen:
1.
1.1 Da ein Sachverhalt zu beurteilen ist, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der
angefochtenen Verfügung am 10. November 2006 entwickelt hat, sind die auf den
1. Januar 2008 in Kraft getretenen Rechtsänderungen nicht anwendbar.
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1.2 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin der
Beschwerdeführerin für die Zeit vom 1. September 2005 bis 30. November 2005
(Taggeld ab 14. November 2005) eine ganze Rente zugesprochen. Strittig ist
insbesondere der Anspruchsbeginn. Zum Streitgegenstand gehört angesichts des
Rentenanspruchs notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz
"Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht der Beschwerdeführerin
zu Massnahmen korrekt in Anspruch genommen hat.
2.
2.1 Die Invalidität gilt als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des Anspruchs
auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat (Art. 4 Abs. 2 IVG).
Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Für in Ausbildung begriffene versicherte Personen erfolgt die Bemessung der
Invalidität nach Art. 26 IVV gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG, sofern ihnen die Aufnahme
einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann. Nach jener Bestimmung wird bei
nicht erwerbstätigen Versicherten, welche im Aufgabenbereich tätig sind und denen die
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, für die Bemessung der
Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Mass sie
behindert sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28 Abs. 2 IVG; vgl. Art. 8
Abs. 3 ATSG). Versicherten, die das 18. Altersjahr vollendet haben, steht daher ein
Rentenanspruch zu, wenn und soweit sie invaliditätsbedingt in der Berufsausbildung
behindert sind (vgl. ZAK 1982 S. 497).
2.3 Der Eintritt des Rentenfalls wird durch Art. 29 Abs. 1 IVG geregelt. Der
Rentenanspruch entsteht frühestens in dem Zeitpunkt, in dem der Versicherte
mindestens zu 40 % bleibend erwerbsunfähig (Art. 7 ATSG) geworden ist (lit. a) oder
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu
40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (lit. b). Unter Arbeitsunfähigkeit im
bis bis
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Sinne von Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG ist die durch den Gesundheitsschaden bedingte
qualitative und/oder quantitative Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im
bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen (BGE 130 V 99 E. 3.2). Auch vor
der Anmeldung liegende Zeiten von Arbeitsunfähigkeit sind zu berücksichtigen (ZAK
1966 S. 58; BGE 117 V 26 E. 3b; BGE 121 V 264; Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i/S C. vom 2. März 2000 [I 307/99]).
2.4 Der Versicherungsfall kann ausserdem frühestens am ersten Tag des der
Vollendung des 18. Altersjahres folgenden Monats eintreten (ZAK 1984 S. 445; vgl.
Rz 1030 des vom Bundesamt für Sozialversicherung erlassenen Kreisschreibens über
Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH): Die Rente wird
gemäss Art. 29 Abs. 2 IVG vom Beginn des Monats an ausgerichtet, in dem der
Anspruch entsteht, jedoch frühestens von jenem Monat an, der auf die Vollendung des
18. Altersjahres folgt.
3.
3.1 Dem Bericht der Klinik St. Pirminsberg vom 14. Dezember 2004 lässt sich
entnehmen, dass bei der Beschwerdeführerin seit der Kindheit eine
Teilleistungsstörung im sprachlichen Bereich (POS), seit der Adoleszenz eine
rezidivierende depressive Störung und eine Persönlichkeitsentwicklungsstörung mit
emotional instabilen Anteilen sowie seit dem 16. Lebensjahr ein Tinnitus und eine
Hörminderung vorlagen. Die Beschwerdeführerin sei als Auszubildende im Malerberuf
seit dem 15. September 2004 voll arbeitsunfähig. Die Beschwerdegegnerin stellt darauf
ab, dass in diesem Zeitpunkt eine Arbeitsunfähigkeit eingetreten sei, während zuvor
keine Beeinträchtigung der Arbeits- bzw. Ausbildungsfähigkeit vorgelegen habe. Nach
Auffassung des RAD vom 10. Januar 2005 ist die Invalidität (ab diesem Zeitpunkt)
ausgewiesen, da die Beschwerdeführerin in der Lehre nicht mehr arbeitsfähig sei und
die Bedingungen für eine angepasste Tätigkeit einem geschützten Rahmen
entsprächen. Die Beschwerdeführerin lässt demgegenüber beantragen, ihr sei bereits
ab dem 18. Altersjahr eine ganze Rente zuzusprechen (somit nach dem oben
Erwähnten ab dem 1. April 2004).
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3.2 Dass der Krankheitsbeginn in der Adoleszenz liegt und die emotional instabilen
Anteile der Persönlichkeitsentwicklungsstörung der Beschwerdeführerin vor dem
14. Altersjahr aufgetreten sind, ist für sich allein nicht ausschlaggebend. Massgebend
ist vielmehr der Zeitpunkt des Eintritts einer dadurch verursachten relevanten
Einschränkung im Aufgabenbereich.
3.3 Bei den Akten liegt kein Attest einer Arbeitsunfähigkeit für die Zeit vor dem
15. September 2004. Indessen hat die Klinik St. Pirminsberg (A._) die erhobenen
Diagnosen als solche bezeichnet, die von Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sind. Daraus
lässt sich schliessen, dass mit dem Auftreten der entsprechenden Leiden vor geraumer
Zeit bereits eine - wenn auch im Ausmass nicht quantifizierte - Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit verbunden war. Aus dem Bericht geht denn auch des Weiteren hervor,
dass die Auswirkungen der Persönlichkeitsentwicklungsstörung (Orientierungslosigkeit
mit Affektlabilität und wechselnder Konzentration) bewirkt hätten, dass die
Beschwerdeführerin den Anforderungen im ersten Ausbildungsjahr nicht habe
entsprechen können. Gemäss der Beurteilung der KJPD vom 29. September 2003
schien damals aus jugendpsychiatrischer Sicht eine weitere Verschlechterung des
psychischen Zustands anzustehen, falls die Beschwerdeführerin sich gezwungen
sehen sollte, die (erste) Lehrstelle weiterhin zu besuchen. Unter diesen Umständen
muss schon für die Zeit vor dem 15. September 2004 von einer Ausbildungsunfähigkeit
der Beschwerdeführerin ausgegangen werden. Hiergegen spricht nicht, dass die
Beschwerdeführerin tatsächlich noch bis September 2004 in ihrer Ausbildung
verblieben ist und der Arbeitgeber davon berichtete, die Beschwerdeführerin habe bis
Februar 2004 mindestens durchschnittliche Leistungen erbracht. Die Schwierigkeiten
zur Aufrechterhaltung des Lehrverhältnisses sind nach der Aktenlage dokumentiert,
ebenso der Umstand, dass gesundheitliche Störungen dafür verantwortlich zu machen
sind. Im Übrigen ist die Arbeitsfähigkeit in einer Weise eingeschränkt, dass dennoch
eine ganztägige Arbeit möglich ist, allerdings lediglich eine solche, bei welcher die
Beschwerdeführerin nur reduzierten Leistungsanforderungen ausgesetzt ist
(act. 10-5/9). Dass die Klinik St. Pirminsberg eine Arbeitsunfähigkeit dennoch erst ab
dem 15. September 2004 attestierte, mag sich damit erklären lassen, dass die
Beschwerdeführerin damals stationär in die Klinik aufgenommen wurde, und dass
vorher kein Attest erstellt wurde anderseits damit, dass die Beschwerdeführerin noch in
der Ausbildung stand (vgl. Schreiben von Dr. C._ vom 4./6. Juni 2008). A._ (für die
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FSP) stellte sich wohl deshalb mit Schreiben vom 12. Juni 2006 sinngemäss auf den
Standpunkt, bei der Festlegung des Arbeitsunfähigkeitsbeginns auf den 15. September
2004 (durch die Beschwerdegegnerin) könne es sich nur um einen Irrtum handeln.
3.4 Von weiteren Abklärungen in medizinischer Hinsicht können zur Frage des Beginns
der Arbeitsunfähigkeit keine zusätzlichen Erkenntnisse erwartet werden, sodass es sich
rechtfertigt, angesichts der gegebenen Aktenlage von einer Unfähigkeit der
Beschwerdeführerin, sich in ihrem Aufgabenbereich der Ausbildung zu betätigen,
auszugehen, die einen Rentenanspruch bereits im frühesten möglichen Zeitpunkt des
Vollendens des 18. Altersjahrs, nämlich am 1. April 2004, entstehen lässt, und zwar
einen solchen auf eine ganze Rente.
4.
Die Beschwerdeführerin lässt die Zusprechung eines Verzugszinses beantragen.
Gemäss Art. 26 Abs. 2 ATSG werden die Sozialversicherungen für ihre Leistungen,
sofern die versicherte Person ihrer Mitwirkungspflicht vollumfänglich nachgekommen
ist, nach Ablauf von 24 Monaten nach der Entstehung des Anspruchs, frühestens aber
12 Monate nach dessen Geltendmachung verzugszinspflichtig. Die Verzugszinspflicht
beginnt nach der Rechtsprechung zwei Jahre nach dem Beginn der
Rentenberechtigung als solcher, nicht erst jeweils zwei Jahre nach Fälligkeit jeder
einzelnen Monatsrente (BGE 133 V 9). Die Voraussetzungen einer Zusprechung von
Verzugszins sind vorliegend erfüllt. Der Satz für den Verzugszins beträgt gemäss Art. 7
Abs. 1 ATSV 5 Prozent im Jahr.
5.
5.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Abänderung der
angefochtenen Verfügung vom 10. November 2006 insofern zu schützen, als der
Anspruch auf eine ganze Rente am 1. April 2004 beginnt. Ausserdem ist der
Beschwerdeführerin ab 1. April 2006 ein Verzugszins von 5 % zuzusprechen.
5.2 Angesichts des Unterliegens der Beschwerdegegnerin rechtfertigt es sich, ihr die
Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert
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festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1 IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1
VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen.
5.3 Die Beschwerdeführerin hat bei vollem Obsiegen Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61
lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Die Entschädigung ist auf Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG