Decision ID: 185c3e46-3f30-4c2a-a080-8289224666ce
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1988
und seit 1997 in der Schweiz wohnhaft
,
war
seit dem
1
4.
März 2011 als Sachbearbeiterin Auftragsabwicklung
bei der
Z._
AG
angestellt
.
Ab
dem 19.
September 2014 war sie zu 100
%
arbeitsunfähig
(
Urk.
8/19
/1-4
)
. Am
2.
März 2015 wurde die Versicherte
vonseiten ihrer Arbeitgeberin
unter Hinweis auf eine mittelgradige depressive Episode/
komplexe
Traumafolgestörung
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zur Früherfassung gemeldet (
Urk.
8/3).
A
m 2
3.
April 2015
(Ein
gangsdatum)
meldete sich die Versicherte bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/9).
In de
r Folge kündigte sie
die Stelle bei der
Z._
AG per 3
1.
Juli 2015 (Urk.
8/19
/1
).
Die IV-Stelle
erteilte
Kostengutsprache
n
für
berufliche M
assnahmen
(
Urk.
8/63,
Urk.
8/74,
Urk.
8/107 und
Urk.
8/112).
Nach
dem die Versicherte vom 4. Oktober 2016 bis 31. Dezember 2017 bei
zwei Ge
sellschaften
der
A._
-Gruppe
ein Praktikum respektive einen Arbeitsversuch absolviert hatte (Urk. 8/90, Urk. 8/107), war sie ab
dem
1.
Januar 2018
in einem 50%-Pensum als
Assistentin Human Resources
für die
A._
AG
tätig (
Urk.
8/113
).
Mit V
erfügung
en
vom 2.
November 2018 sprach
die IV-Stelle
ihr
mit Wirkung ab dem
1.
Oktober 2015 bei einem ermittelten Invalidi
tätsgrad von 100
%
eine ganze Rente und mit Wirkung ab dem
1.
Januar 2018
basierend auf einem
Invaliditätsgrad von 50
%
eine halbe
Rente
zu (
Urk.
8/132-
134).
1.2
Nach Ablauf des
befristete
n
Arbeitsvertrag
s
mit der
A._
AG
(
Urk.
8/113)
trat die Versicherte per
1.
Dezember 2019
eine Stelle als Personal
assistentin bei der
B._
AG in einem Pensum von 60
%
an (
Urk.
8/139
). Mit E-Mail vom 2
6.
Februar 2020 setzte sie die IV-Stelle
darüber in
Kenntnis
und entschuldigte sich, dass sie es nicht geschafft habe, früher
zu informier
en.
Die Situation in der
A._
sei seit August 2019 leider unerträglich geworden und der Vertrag sei schliesslich nicht erneuert worden. Zuletzt habe sie drei Wochen krankgeschrieben werden müssen. Die neue Stelle sei mit 50-60 % ausgeschrieben gewesen. Um die Stelle zu bekommen und um keine Lohnausfälle zu riskieren, habe sie einem Pensum von 60 % zugesagt. Es gebe gute und weni
ger gute Tage und sie fühle sich oft überfordert, aber es sehe so aus, als würde sie die Probezeit bestehen
(
Urk.
8/136
/1
, Urk. 8/139
).
Nachdem die Versicherte mitgeteilt hatte, dass sie die Probezeit bestanden habe (Urk. 8/137/1), leitete die
IV-Stelle
ein Rentenrevisionsverfahren ein. Mit Vorbescheid vom 2
3.
März 2020 stellte
sie
der Versicherten
bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 31
%
die
Aufhebung der Invalidenrente auf das Ende
des
der Zustellung der Verfügung
folgenden Monats
in Aussicht (Urk.
8/143). Dagegen erhob
die Versicherte am
5.
Mai 2020 (vorsorglich)
Einwand (
Urk.
8/144; vgl. auch
Einwander
gänzung
vom 1
7.
Juli 2020, Urk.
8/151).
Per
1.
August 2020 wurde das Arbeitspen
sum der Versicherten bei der B._
AG von 60
%
auf 50
%
reduziert (
Urk.
8/150). Nach
entsprechendem
Vorbescheid vom 2
2.
Januar 2021
(
der den Vorbescheid vom 23.
März 2020 ersetzte,
Urk.
8/159) setzte
die IV-Stelle
die bisherige halbe Rente mit Verfügung vom
8.
März 2021
(
Urk.
2)
bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 43
%
mit Wirkung per
1.
Mai
2021
auf eine
Viertelsrente
herab.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 2
3.
April 2021 Beschwerde und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung
aufzuheben und
weiterhin eine halbe Rente aus
zurichten. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
9.
Juli 2021 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was der Beschwerdeführerin am 1
2.
Juli 2021 angezeigt wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
der
lich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V
210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
fol
gend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1
.3
1.3.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.3.2
Bei der Festsetzung des
Valideneinkommens
ist nach der bundesgerichtlichen Recht
sprechung auch ein beruflicher Aufstieg im Gesundheitsfall zu berück
sich
tigen, den eine versicherte Person normalerweise vollzogen hätte; dazu ist aller
dings erforderlich, dass konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ohne ge
sundheitliche Beeinträchtigung ein beruflicher Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen tatsächlich realisiert worden wären. Blosse Absichtser
klä
run
gen genügen nicht. Die Absicht, beruflich weiterzukommen, muss durch kon
krete Schritte wie Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums, Ablegung von Prüf
ungen usw. kundgetan worden sein. Die theoretisch vorhandenen beruflichen Entwicklungs- oder Aufstiegsmöglichkeiten sind nur dann zu berücksichtigen,
wenn sie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eingetreten wären (BGE 145 V 141 E. 5.2.1, Urteil des Bundesgerichts 9C_316/2020 vom 6. Oktober 2020 E. 3.1).
Im Revisionsverfahren besteht insoweit ein Unterschied zur ursprünglichen Ren
tenfestsetzung, als der in der Zwischenzeit tatsächlich durchlaufene beruflich-erwerbliche Werdegang als invalide Person bekannt ist. Eine trotz Invalidität erlangte besondere berufliche Qualifizierung erlaubt zwar allenfalls Rückschlüsse auf die mutmassliche Entwicklung, zu der es ohne Eintritt des Gesund
heits
scha
dens bis zum Revisionszeitpunkt gekommen wäre. Allerdings darf aus einer erfolg
reichen Invalidenkarriere in einem neuen Tätigkeitsbereich nicht ohne Weiteres abgeleitet werden, die versicherte Person hätte ohne Invalidität eine vergleichbare Position auch im angestammten Tätigkeitsgebiet erreicht (BGE 145 V 141 E. 5.2.1 mit Hinweisen).
1.3.3
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfü
gungszeitpunkt bezogen auf den Zeitpunkt des Rentenbeginns aktuellsten ver
öffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_202/2021 vom 17. Dezember 2021 E. 6.2.2 mit Hinweis
.
1.3.4
Praxisgemäss ist beim anhand der LSE vorgenommenen Einkommensvergleich von der Tabellengruppe A (standardisierte Bruttolöhne) auszugehen
(BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
).
Üblich ist die Tabelle TA1 (
BGE 126 V 75
E. 7a). Dieser Grundsatz gilt jedoch nicht absolut, sondern kennt Ausnahmen. Es kann sich durchaus rechtfert
igen, auf die Tabelle T17
abzustellen, wenn dies eine genauere Fest
set
zung des
Validen- oder Invalideneinkommens
erlaubt und wenn der versicherten Person der öffentliche Sektor auch offensteht (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts
8C_111/2021
vom
3
0.
April 2021
E. 4.2.1
).
1.4
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Re
nte von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Än
derung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung
(BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kon
text unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang viel
mehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bun
desgerichts 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.3, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit,
dass die Beschwerdeführerin unverändert zu 50
%
arbeitsfähig sei.
In der Zeit vom 1.
Dezember 2019 bis zum 3
1.
Juli 2020 habe sie ein rentenausschliessendes Ein
kommen erzielen können. Hier müsste allerdings die Frist von drei Monaten abgewartet werden. Die darauffolgenden Monate würden als kurze Zeit gewertet und es werde von der temporären Aufhebung der Rente abgesehen.
Nach der
dreimonatigen Frist
sei der Beschwerdeführerin das
bei der
B._
AG
effektiv erzielte
Einkommen von
Fr.
39'000.
-- als Invalideneinkommen
anzu
rech
nen.
Ausgehend vom Einkommen, das sie vor Eintritt des Gesundheits
scha
dens bei der
Z._
AG erzielt habe, betrage das
Validenein
kom
men
nach Anpassung an
die Nominallohnentwicklung Fr.
68'109.2
5.
Demnach ergebe sich eine
Erwerbseinbusse von
Fr.
29'109.25 und ein Invaliditätsgrad von 43
%
. Dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin
i
m April 2014 eine Weiterbil
dung als Sachbearbeiterin Sozialversicherung
en
erfolgreich abgeschlossen habe, habe die
Z._
AG
mit einer ausserordentlichen Lohnerhöhung
per Juni 2014
Rechnung getragen
(
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend, dass
sich der medizi
nische Sachverhalt
im Vergleichszeitraum
zwischen Erlass der Verfügungen vom
2.
November 2018
und
Erlass der Verfügung
vom
8.
März 2021
nicht erheblich verändert habe.
Zudem
liege auch keine wesentliche Veränderung
der Einkom
mensverhältnisse vor.
Aufgrund des Verlaufs der bisherigen Invalidenkarriere
könne davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin im Gesund
heits
fall
nunmehr
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Tätigkeit im Personal- oder Sozialversicherungsbereich – höchstwahrscheinlich die Tätigkeit einer Sozialversicherungsfachfrau mit eidgenössischem F
achausweis – ausüben würde. Sie würde daher
mehr als
eine Sachbearbeiterin Auftragsabwicklung
respektive eine nicht spezialisierte Kauffrau
verdienen
. Aufgrund
der
hypothetischen beruf
lichen Weiterentwicklung und der durc
hschnittlichen Nominall
ohnentwicklung in den Jahren 2013 bis 2019 sei von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
83'737.40
(Fr.
69'781.15 x 120
%
) auszugehen. Bei
e
inem Invalideneinkommen von Fr.
39'000.
-- ergebe
sich somit ein
Inv
aliditätsgrad von 53.42
%
.
Würde man die
LSE-
Tabellenwerte heranziehen, wäre die LSE 2018, Tabelle T17, Berufsgruppe 33 (nicht akademische betriebswirtschaftliche und kaufmännische Fachkräfte)
anzuwenden. Angepasst an die Nominallohnentwicklung bis 2019 würde
dies
falls
ein
Valideneinkommen
von
Fr.
79'065.25 und ein
Invaliditätsgrad von 50.67
%
resultieren. Für den unerwarteten Fall, dass dem Hauptbegehren nicht entsprochen werden kö
nnte, wäre die Angelegenheit zwecks
Vornahme weitere
r
Abklärunge
n zum
V
alideneinkommen
und zum
Erlass einer neuen
Verfügung an die Beschwerdegegner
in zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 4 ff.
).
3.
3.1
3.1.1
Den
Verfügung
en
v
om
2.
November 2018, mit welchen
die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin ab dem
1.
Oktober 2015 bei einem ermittelten Invalidi
tätsgrad von 100
%
eine ganze Rente und mit Wirkung ab dem
1.
Januar 2018 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 50
%
eine halbe Invalidenrente zu
sprach
(
Urk.
8/132-
1
34), lag
im
Wesentlichen
der
Bericht von
C._
,
Praktische Ärztin
FMH
, Dignität Psychiatrie
und Psychotherapie FMH, vom 27.
Januar 2018
(
Urk.
8/120/1-6)
, das Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung (Urk. 8/125) sowie die Stellungnahme von Dr. med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, des
Regionalen Ä
rztlichen Dienstes (RAD) vom
3. Mai 2018 (Urk. 8/122/5-7)
zugrunde.
3.1.2
C._
stellte in diesem Bericht folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/120/1):
k
omplexe
Traumafolgestöru
ng
seit mindestens dem Jahr 2005
mit Anteilen von
-
r
ezidivierender depressiver Störung,
gegenwärtig mittelgradige
Episode (ICD-10 F33.1)
-
Zwangsgedanken und –
handlungen
, gemischt (ICD-10 F42.2)
-
p
osttraumatische
r
Belastungsstörung (PTBS; ICD-10 F43.1) mit dissoziativen Stö
run
gen (ICD-10 F44.7; Bewegungs-, Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen; Diffe
rentialdiagnose:
ICD-10
F44.81)
-
a
typische
r
Anorexia
nervosa
(aktueller BMI 18.2
; ICD-10 F50.1)
-
Status nach schädlichem Gebrauch multipler Substanzen (ICD-10 F19.1)
-
e
motional-instabile
r
Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.31;
Borderline
-Typus)
-
Status nach vorsätzlicher Selbstbeschädigung durch scharfen Gegenstand (mehr
mals
; ICD-10 X78)
b
ei:
-
Herauslösen aus dem Elternhaus in der Kindheit (ICD-10 Z61.1)
-
Ereignisse
n
in der Kindheit, die den Verlust des Selbstwertgefühls zur Folge haben (ICD-10 Z61.3)
-
Probleme
n
bei sexuellem Missbrauch in der Kindheit (ICD-10 Z61.5)
-
Probleme
n
bei körperlicher Missh
andlung des Kindes (ICD-10 Z61.6
)
-
persönlichem
ängstigendem
Erlebnis in der Kindheit (ICD-10 Z61.7; politische Verfolgung und Flucht)
-
e
motionale
r
Vernachlässigung (ICD-10 Z62.4)
-
unangebrachtem
elterlichem
Druck und sonstige
n
abnorme
n
Erziehungsmerkmale
n
(ICD-10 Z62.6)
-
i
n der Familienanamnese psychische
n
und Verhaltensstörungen (ICD-10 Z81.8)
C._
gab an
, dass die Beschwerdeführerin
wie folgt stationär und teilstationär behandelt worden sei (
Urk.
8/120/2):
19.0
9.
bis 21.10.2014 (Klinik
E._
, stationär)
27.10.
2014
bis 22.04.
2015
(Tagesklinik Spital
F._
, teilstationär)
23.0
4.
bis 07.07.2015 (Klinik
G._
, stationär)
14.0
7.
bis 13.11.
2015
(Tagesklinik Spital
F._
, teilstationär)
17.11.2015 bis 12.01.2016 (Klinik
G._
, stationär
)
11.0
3.
bis 05.04.2016 (Spital
F._
, stationär)
26.
01
.
2016
bis
0
6.01.
2017
(Tagesklinik Spital
F._
, teilstationär)
C._
erklärte, dass die Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Sachbearbeiterin vom 1
9.
September 2014 bis zum 3
1.
Dezember 2017 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen sei. Seit dem
1.
Januar 2018 sei sie
zu 50
% arbeitsunfähig (
Urk.
8/120/3).
3.1.3
Dem Verlaufsbericht der Eingliederungsberatung lässt sich entnehmen, dass die Beschwerdeführerin das
sechsmonatige
Wisa
(
Wirtschaftsnahe Integration mit Support am Arbeitsplatz
)
am 4. Oktober
2016 in einem Pensum von 30
% an
ge
treten habe
, wobei
eine schrittweise Erhöhung geplant
gewesen sei.
Sie
habe
einen guten Einstieg in ihre Tätigkeit bei der
A._
AG
gefunden
und
sei
von Anfang an für ihre schnelle und gründliche Arbeitsweise sowie für ihre schnelle Auffassungsgabe gelobt
worden
. Allerdings
hätten
sich von Beginn an Schwierigkeiten in der Konstanz
gezeigt.
Es
sei ihr
zwar
gelungen,
die 30
% zu leisten, jedoch nicht immer an
den vereinbarten Arbeitstagen bzw.
zu den ver
einbarten Zeiten.
Erst gegen Ende der sechs Monate
habe die Beschwerdeführerin
ihr Pensum auf 40
% steigern
können
. Es
habe
sich deutlich
gezeigt
, dass viel mehr Zeit benötigt
werde
um
sie
nachhaltig in den 1.
Arbeitsmarkt integrieren zu können
, weshalb das
Wisa
um sechs Monate verlängert
und ein Wechsel zur
H._
AG
geplant
worden sei.
Im Verlauf der Verlängerung
sei es ihr gelungen,
ihre Präsenz auf 50
% zu steigern.
Es hätten
sich aber wiederum gesundheitliche Schwankungen mit dissoziativen Momenten, grossen Selbst
zwei
feln und starken Zukunftsängsten
gezeigt
.
Je näher der Abschluss des
Wisa
gerückt sei,
umso instabiler
sei sie geworden. Um die
Fortschritte zu festigen und die Ressourcen
der Beschwerdeführerin
weiterhin zu stärken,
sei der
Einsatz bei
H._
AG mittels eines dreimonatigen Arbeitsversuches fortgeführt
worden
.
Die geplante
Pensumssteigerung
auf 60 % habe sich nicht realisieren lassen.
Es
habe
sich
bestätigt
, dass zurzeit viel erreicht
sei
, wenn
die Beschwer
deführerin
die 50
% stabil verwerten
könne.
Vor Ablauf des Arbeitsversuchs sei ihr von der
A._
AG
eine auf ein Jahr befristete Anstellung zu 50 % ab 1. Januar 2018 zugesagt worden.
Zu ihrem subjektiven Eindruck hielt die Eingliederungsberaterin fest, die Be
schwerdeführerin
sei
sehr bemüht und motiviert
gewesen
, ihre Arbeitsfähigkeit zu stabilisieren und zu erhöhen. Sie
habe
alles unternommen um dieses Ziel zu erreichen, aber schmerzlich erkennen
müssen
, das
s sie nicht über 50 % hinaus
komme
.
Allerdings neige sie dazu,
sich aus finanziellen Überlegungen zu über
for
dern und
spreche
immer wieder davon
,
eine 80
%
-
Stelle annehmen zu müssen
, was derzeit sicherlich kontraindiziert wäre
(Urk. 8/125/2-3)
.
3.1.4
RAD-Arzt Dr.
D._
hielt
in seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 3. Mai 2018
fest
, es liege zweifelsohne ein psychiatrischer Gesundheitsschaden vor, der eine mittel- (bis lang
-)
fristige
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit bewirkt habe und bewirke. Die ab
19. September 2014 bis 31. Dezember 2017 attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100 % könne nachvollzogen werden. Ob die ab 1. Januar 2018 attestierte Arbeitsfähigkeit als Sachbearbeiterin HR bei
A._
andaure, müsse sich in der näheren Zukunft zeigen
. Vorerst sei nicht abschätzbar, ob die Beschwerdeführerin die aktuelle 50%ige Arbeitsfähigkeit längerfristig auf
rechterhalten könne
(Urk. 8/122/6
-7
).
3.2
3.2.1
Im Rahmen des vorlieg
enden Revisionsverfahrens sind
im Wesentlichen folgende
medizinischen Beurteilungen
aktenkundig
:
3.2.2
I._
, Dignität
Psychiatrie und Psychotherapie
FMH
,
erklärte im Bericht vom 2
1.
Juli 2020 zuhanden der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, dass die Arbeitsfähigkeit aus Krankheitsgründen bisher nicht über 50
%
habe gestei
gert werden können. Die Steigerung des Pensums auf 60
%
per Dezember 2019 sei zu früh und zu einem Zeitpunkt innerpsychischer und äusserer Instabilität erfolgt. Als A
rbeitsversuch sei die
Pensum
s
erhöhung
mangels Teilzeit-Alterna
tiven in der beruflichen Branche der Beschwerdeführerin und aus Handlungs
zwängen hinsichtlich der subjektiven, destabilisierenden Zukunftsängste, da die damals befristete Anstellung nicht wie erwartet in eine Festan
stellung umge
wandelt worden sei, vertretbar gewesen
(
Urk.
8/152/1).
3.2.3
Im
Ber
icht v
om 1
7.
August 2020
stellte
I._
im Zusammenhang mit der
bereits von
C._
im Bericht vom 2
7.
Januar 2018
festg
estellten komplexen
Traumafolge
störung
- nebst den schon
von
C._
aufge
führten
Diagnosen
– zusätzlich folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/155/4):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10
F
33.1)
depressives Schmerzsyndrom: im Rahmen der Depression ausgeprägtes Schmerz-
Beschwerdebild (Kopf, Na
cken, Kiefer etc.)
-
Bulimia
nervosa
(ICD-10 F50.2)
-
Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität (Erstdiagnose Mai 2020, Spezialam
bulatorium für ADH
D
, Psychiatrische Universitätsklinik
J._
,
Dr.
med.
K._
; ICD-10 F98.8
)
-
Status nach vorsätzlicher Selbstvergiftung
mit
und Exposition gegenüber
Antie
pi
leptika
, Hypnotika, Antiparkinsonmitteln und psychotropen Substanzen (mehr
mals)
-
Probleme bei sexuellem Missbrauch in der Kindheit durch eine P
erson innerhalb
des engeren Familienkreises (ICD-10 Z61.4)
-
in der Familienanamnese Hinweise auf schädlichen Gebrauch von Alkohol (ICD-10 Z81.1)
I._
erklärte, dass die Beschwerdeführerin
ihre Leistung bei einem 50%-Pensum zu 100
%
erbringen könne
(
Urk.
8/155/7).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung in medi
zinischer Hinsicht auf die
Stellungnahme von
RAD-Arzt
Dr.
D._
vom 1
7.
D
ezember 2020
, worin dieser
dar
legte
, dass der Gesundheitsschaden seit der letzten materiellen Prüfung
durch den RAD
unverändert sei. Es bestehe nach wie vor eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit als Personalassistentin. Die 50%ige Arbeits
fähigkeit
stelle
die
Grenze der Belastbarkeit
dar
. Die Beschwerdeführerin sei
seit
langem in fachärztlicher und psychotherapeutischer Behandlung (
Urk.
8/158
/4
).
4.2
Diese Beurte
ilung von RAD-Arzt
Dr.
D._
ist nachvollziehbar. Sie wurde von der Beschwerdeführerin auch nicht in Zweifel g
ezogen (
Urk.
1). Es kann
darauf abgestellt werden.
Das Vorliegen einer erheblichen Verbesserung des Gesund
heits
zustands der Beschwerdeführerin seit Erlass der rentenzusprechenden Ver
fügung
en
vom
2.
November 2018 (
Urk.
8/132
-
134) ist demnach zu verneinen.
5.
5.1
Streitig und zu prüfen ist, ob
beim an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustand
veränderte Auswirkungen auf den Erwerbsbereich
gegeben sind.
5.2
In der
Verfügung vom
2.
November 2018
ging
die Beschwerdegegnerin
ab dem
1.
J
anuar 2018 von
eine
r
Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin von 50
%
und einem dem entsprechenden
Invaliditätsgrad
von
50
%
aus
(
Urk.
8/132 und Urk.
8/134
, vgl. auch Urk. 8/122/8
).
Die Beschwerdegegnerin legte das Validen- und Invalideneinkommen somit nicht ziffernmässig fest, sondern nahm einen sog
. Prozentvergleich
bzw. eine rechnerische Vereinfachung vor
(
vgl.
Urteile des Bundesgerichts
8C_148/2017
vom 19. Juni 2017 E. 4 u
nd
8C_131/2011
vom 5. Juli 2011 E. 10.2.1
).
5.3
Im Rahmen des im vorliegenden Re
visionsverfahren
vorzunehmenden Einkom
mensvergleichs
ist unbestritten, dass das
Invalidenein
kommen
neu
basierend auf dem
Lohn
festzulegen ist
, den
die Beschwerdeführerin
als Sachbearbeiterin Per
sonalwesen bei der
B._
AG in einem Pensum von 50
%
erzielt. Dieses beläuft sich auf
brutto
Fr.
3'000.-- pro Monat
und
unter Berücks
ichtigung des 1
3.
Monatslohns
auf
brutto
Fr.
39'000.-- pro Jahr (Urk.
8/150/2
). Die Ermitt
lung des Invalideneinkommens
gibt nicht Anlass zu Weiterungen.
5.4
5.4.1
Umstritten ist dagegen die Höhe des
Valideneinkommens
.
Dazu ist vorab zu bemerken, dass auf das von der
Beschwerdegegnerin
fest
gelegte
Valideneinkommen
selbst dann nicht abgestellt werden könnte, wenn die
Beschwerdeführerin
im Gesundheitsfall weiterhin bei der
Z._
AG als Sachbearbeiterin Auftragsabwicklung tätig wäre
.
Im Fragebogen für Arbeitgeber vom 4. Mai 2015 (Urk. 8/19) wurde die Frage, was die Versicherte heute ohne Gesundheitsschaden verdienen würde (
Ziff.
2.11), nicht beantwortet.
Unter Ziff.
2.12 führte die ehemalige Arbeitgeberin als beitragspflichtige
s
Ein
kommen für das Jahr 2012
Fr.
64'400.--, für das Jahr 2013
Fr.
67'350.-- und für das Jahr 2014 Fr. 68'258.-- auf (vgl. auch IK-Auszug, Urk. 8/111), worin jeweils eine Gratifikation von Fr. 2'000.-- (2012), Fr. 3'000.-- (2013) und Fr. 2'500.
—
ent
halten war
.
Die Nichtberücksichtigung des unter Gratifikation aufgeführten Ein
kommens für das Jahr 2014 begründet
e
die Beschwerdegegnerin (erstmals) in ihrer Beschwerdeantwort damit, dass unter dieser Position sowohl die Arbeitsleis
tung der Beschwerdeführerin
für das Jahr 2013 honoriert als auch der Anteil am Geschäftserfolg des Jahres 2013 wiedergegeben werde (Urk. 7).
Selbst wenn diese Interpretation zutreffen würde, wäre nicht nachvollziehbar, weshalb die Be
schwer
deführerin ohne Gesundheitsschaden im Jahr 2019 einen geringeren Ver
dienst (nämlich Fr. 68'109.25 nach Anpassung an die
Nomiallohnentwicklung
) erzielen sollte als im Jahr 2014, nachdem ihr Einkommen
bei der
Z._
AG
in den Jahren 2012 bis 2014
kontinuierlich angestiegen war
. Nicht gefolgt kann der Beschwerdegegnerin im Übrigen auch darin, dass die von der Beschwerdeführerin absolvierte Weiterbildung als Sachbearbeiterin Sozial
versicherung
im Jahr 2014 mit einer ausserordentlichen Lohnerhöhung abge
gol
ten worden sei, wurde ihr doch auch im Jahr 2013 eine Lohnerhöhung ge
währt und ist nicht ersichtlich, dass diese Weiterbildung für die von der Beschwer
de
führerin damals ausgeübte Tätigkeit
in der Auftragsabwicklung
von Bedeutung und daher lohnrelevant gewesen sein könnte.
5.4.2
Aktenkundig ist, dass die Beschwerdeführerin
nach der obligatorischen Schulzeit
im August
2005
zunächst
das Bürofachdiplom VSH erwarb
(
Urk.
8/6/13)
. Im August
2008 schloss
sie eine
Lehre a
ls Kauffrau (Basisbildung)
ab
(
Urk.
8/6/12)
. Von Januar bis März 2009
absolvierte sie einen
Sprachaufenthalt in Frankreich
, im Rahmen dessen sie ein Sprachdiplom (Niveau B1+) erwarb
(
Urk.
8/6/1 und
Urk.
8/6/10
).
Im
Mai 2014
erlangte sie
das Diplom als Sachbearbeiterin Sozialver
sicherungen (
Urk.
8/6/9).
Im Juni 2018 erwarb die Beschwerdeführerin das Diplom
als
Sachbearbeiterin Personalwesen (
Urk.
3/4). Der Bestätigung des Netzwerks für betriebswirtschaftlich
e Weiterbildung vom 2
9.
März 202
1 ist zu entnehmen, dass sich die Beschwerdeführerin zum Lehrgang
als
Payroll
-Spezialistin angemeldet habe (
Urk.
3/5).
Im Weiteren steht fest
, dass d
as Einkommen
der Beschwerdeführerin
als Sach
bearbeiterin Auftragsabwicklung
bei der
Z
._
AG
im Jahr 2012
bei einem 100%-Pensum
brutto
Fr.
4'800.
--
betrug
. Per April 2013 wurde es
auf
brutto
Fr.
5'000.-- und per Juni 2014 auf
brutto
Fr.
5'100.-- erhöht (
x 13
;
Urk.
8/19/4).
Bei der
A._
AG, bei welcher die Beschwer
de
führerin im Rahmen der von der Beschwerdegegnerin veranlassten beruflichen Massnahmen
zunächst ein Integrationsprogramm und
einen Arbeitsversuch absolvierte (
Urk.
8/63,
Urk.
8/74,
Urk.
8/107 und
Urk.
8/112
), erzielte
sie
als Assistentin Human Resources
ab dem
1.
Januar
2018 bei einem
Pensum
von 50
%
einen Monatslohn von
brutto
Fr.
2'500.-- (x 13;
Urk.
8/113/1).
5.4.
3
Wie sich aus den medizinischen Akten ergibt, besteht vorliegend insofern eine Besonderheit, als
der
Beschwerdeführerin die angestammte
Tätigkeit als Sach
be
arbeiterin
auch nach Eintritt des Ge
sundheitsschadens noch möglich ist;
dies allerdings nur noch in einem Pensum von 50
%
. Auf
grund des
dargelegten Werde
gangs
erhellt sodann
,
dass
sich die Beschwerdeführerin
seit Erwerb des
Bürofachdiploms VSH im August
2005
– vor und nach Eintritt des Gesundheits
schadens -
kontinuierlich weiterge
bildet h
at
.
Die betreffenden Weiterbildungen
,
zuletzt zur Sachbearbeiterin Sozialversicherungen (Mai 2014)
und
Personalwesen (Juni 2018)
,
schloss sie
jeweils
mit Diplom ab und zum Lehrgang als
Payroll
-Spezialistin ist sie angemeldet. Vor diesem Hintergrund
ist nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen
, dass die Beschwer
deführerin
diese Weiterbildungen auch im Gesundheitsfall absolviert
und
eine entspre
chende berufliche Laufbahn eingeschlagen
hätte.
Da
ss sie darüber hinaus
ohne Gesundheitsschaden
auch
eine
Ausbildung als Sozialversicherungsfachfrau abgeschlossen hätte, kann
indes nicht als erstellt gelten.
Hierfür liegen keine
Anhaltspunkte
vor.
5.4.
4
Bei der
Bemessung des
Valideneinkommens
ist unter diesen Umständen der Zen
tralwert für allgemeine Büro- und Sekretariatskräfte im privaten und öffentlichen Sektor (LSE 2018, Tabelle T17,
Ziff.
41
, Frauen zwischen 30 und 49 Jahren
) her
anzuziehen, der bei 40 Arbeitsstunden
Fr.
6'129.--
pro M
onat beträgt.
Unter
Berücksichtigung der betriebsüblichen
wöchentlichen
Arbeitszeit von
41.8 Arbeits
stunden
(
Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
ab
tei
lungen
, T 03.02.03.01.04.01,
Ziff.
77-82,
Erbringung von sonstigen wirt
schaft
lichen Dienstleistungen)
und nach A
npassung an die
Nominal
lohnentwick
lung bis ins
Jahr 2019
(Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nominallöhne,
der
Konsumentenpreise und
der
Reallöhne, T39)
resultiert
damit
ein Inva
lidenein
kommen von
Fr.
77'617.25
(
Fr. 6’129
.--
x 12 : 40 x 41.8 : 2732 x 2759
).
5.5
Bei einem
Valideneinkommen
von Fr.
77'617.25
und einem Invalideneinkommen von Fr.
39'000.
-- ergibt sich
eine Erwerbseinbusse von Fr.
38'617.25
und damit ein Invaliditätsgrad von
gerundet
50
% (Fr.
38'617.
25
:
Fr. 77'617.25
).
Zum gleichen Ergebnis führen
würde ein aufgrund der vorliegenden Umstände zulässiger Prozentvergleich (vgl.
Urteile des Bundesgerichts 8C_852/2016 vom 1
2.
September 2017 E.
4.4.4 und 8C_536/2017 vom 5. März 2018 E. 5.3
) respek
tive der Schluss vom Invalideneinkommen auf das
Valideneinkommen
.
Di
e Be
schwerdeführerin hat daher
weiterhin Anspruch auf die bisherige halbe Rente.
6.
Die angefochtene Verfügung
vom
8.
März 2021 ist
demnach
aufzuheben und es ist festzustellen,
dass die
Beschwerdeführer
in
ab dem
1.
Mai 2021
weiterhin
An
spruch auf eine halbe Rente hat.
Die Beschwerde ist daher gutzuheissen.
7
.
7
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der Be
schwerdegegnerin aufzuerlegen.
7
.
2
Die
vertretene Beschwerdeführer
in
hat gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungs
gericht
(
GSVGer
)
Anspruch auf eine Prozessentschädigung, die unter Berück
sichtigung
der Bedeutung der Streitsache und der Schwier
igkeit des Prozesses auf Fr. 1’7
00.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen ist.
Das Gericht
erkennt:
1.
In Gutheissung der Beschwerde wird
die angefochtene Verfügung vom
8.
März 2021
aufgehoben und es wird
festgestellt, dass die Beschwerdeführerin ab dem
1.
Mai 2021 weiterhin Anspruch auf eine halbe Rente hat.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine Prozessent
schädigung von
Fr.
1’700
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Fortuna Rechtsschutz-Versicherungs-Gesellschaft AG
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.