Decision ID: 37497368-3d84-4e3c-9654-645551c8a7bb
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich erstmals im Februar 2003 wegen einer chronischen
Bauchspeicheldrüsenentzündung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Bezug
von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Er gab an, in B._ die Primar-, Sekundar- und
Berufsschule besucht zu haben. Von Beruf sei er Fotograf und Kunstmaler (Ausbildung
in B._).
A.b Im April 2004 wurde der Versicherte durch die Medas Ostschweiz interdisziplinär
(internistisch, orthopädisch und psychiatrisch) begutachtet (Gutachten vom 13. Juli
2004, IV-act. 19). Die Diagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit
lauteten:
• Femurkopfnekrosen bds., rechts symptomatisch
• beginnende laterale Gonarthrose links nach Impressionsfraktur am 15. September
2003
- diagnostische Arthroskopie mit Shaving September 2003
- Status nach Teilmeniskektomie 1997
• Osteochondrose und Spondylose der unteren LWS
• chronische Pankreatitis (ED 1997)
- sekundärer Diabetes mellitus (ED 1997), seit August 2003 insulinpflichtig
- periphere Polyneuropathie
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• Anpassungsstörung, anamnestisch mit depressiven Reaktionen, aktuell mit Angst
und Sorgen (ICD-10: F43.22)
• Alkoholabhängigkeit mit gegenwärtig mässigem Substanzgebrauch (F10.24).
Der orthopädische Gutachter Dr. med. C._ erklärte, dass aufgrund der
Beeinträchtigungen am Bewegungsapparat für eine stehende Arbeit zurzeit eine völlige
Arbeitsunfähigkeit bestehe. Bei einer sitzenden Tätigkeit müsse zur Vorbeugung von
Schmerzen ein wiederholtes Aufstehen und Herumgehen möglich sein. Dies mache ein
zeitliches Ausmass von 30 % aus. Die reduzierte Leistungsfähigkeit könnte durch die
Implantation einer Hüfttotalprothese etwas gesenkt werden. Der psychiatrische
Gutachter Dr. med. D._ führte aus, dass eine anamnestisch und latent im
Fragebogen erkennbare depressive und angstbetonte Anpassungsstörung mit etwas
Empathie nachvollziehbar sei. Der Alkoholkonsum sei als sekundär im Sinne eines
Selbstheilungsversuchs gegen Angst und depressive Missstimmungen zu betrachten.
Vom psychiatrischen Standpunkt her seien dem Versicherten alle Tätigkeiten mit
Normalarbeitszeiten und normaler Leistung zumutbar. Es sei mit gehäuften
krankheitsbedingen Ausfällen von ca. einer Woche pro Monat zu rechnen. In
interdisziplinärer Hinsicht schätzten die Gutachter die Arbeitsfähigkeit für adaptierte
Tätigkeiten, d.h. für sitzende Tätigkeiten mit der Möglichkeit, wiederholt aufzustehen
und herumzugehen, in einem stressarmen Umfeld, ohne Schichtwechsel und unter
lufthygienisch akzeptablen Bedingungen auf 70 %.
A.c Mit Verfügung vom 25. Juli 2005 (IV-act. 34) wies die IV-Stelle das Rentengesuch
bei einem IV-Grad von 37 % ab (IV-act. 34). Mit Verfügung desselben Tages schloss
die IV-Stelle auch die Arbeitsvermittlung ab (IV-act. 35).
B.
B.a Im März 2014 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-Leistungen
an (IV-act. 40). Zur Art der gesundheitlichen Beeinträchtigung machte er die folgenden
Angaben: Diabetes und Leber, Knie (Stürze), Rücken, Arme, Hüfte, Folter im Gefängnis.
Am 1. April 2014 forderte die IV-Stelle den Versicherten auf, anhand von Nachweisen
glaubhaft zu machen, dass seit der Abweisung seiner Leistungsgesuche am 25. Juli
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2005 eine wesentliche Veränderung des rechtserheblichen Sachverhalts eingetreten sei
(IV-act. 41). Am 29. März 2014 reichte der Versicherte einen MRI-Befund der HWS vom
11. März 2014 ein (IV-act. 44 f.) und stellte weitere medizinische Berichte in Aussicht.
RAD-Ärztin Dr. med. E._ notierte am 4. Juni 2014 (IV-act. 70-4), dass neu
ausgeprägte Osteochondrosen cervical mit Nervenwurzelkompressionen und eine
Atrophie der Schultermuskulatur vorhanden seien. Die Veränderung des
Gesundheitszustandes bestehe seit März 2014.
B.b Am 24. Juni 2014 teilte der Versicherte der IV-Stelle mit, dass er sich am 8. Juli
2014 einer Wirbelsäulenoperation unterziehen werde (IV-act. 50). Eine geplante
epidurale Infiltration im Segment L4/5 werde deshalb aufgeschoben. Die Klinik für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des
Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) hatte am 11. Juni 2014 berichtet, dass der
Versicherte an einem lumbovertebralen Schmerzsyndrom mit beidseitiger
pseudoradikulärer Schmerzausstrahlung mit multipler Keilwirbelbildung der LWS
(Frakturen, Folter) leide (IV-act. 51). In Anbetracht der multisegmentalen degenerativen
Veränderungen mit multisegmentalen Spinalkanalstenosen, am ehesten L4/5, sei mit
dem Versicherten die diagnostisch/therapeutische epidurale Infiltration im Segment
L4/5 besprochen worden. Dr. med. F._, Wirbelsäulenchirurgie G._, hatte den
Versicherten am 20. Juni 2014 über die Folgen einer Diskushernienentfernung und
einer Stabilisierung (HWK3-7) aufgeklärt (IV-act. 52-5 f.). Dr. F._ berichtete am 8. Juli
2014 (IV-act. 59 f.), dass die anterio-zervikale Diskektomie und Fusion der HWK3-7
vom 8. Juli 2014 problemlos verlaufen sei. Der Versicherte werde noch mindestens drei
Monate arbeitsunfähig sein. Während der stationären Rehabilitationsmassnahme vom
16. Juli bis 4. August 2014 im H._ konnte eine deutliche Kräftigung des rechten
Arms, eine Verbesserung der Belastbarkeit und eine Schmerzlinderung erzielt werden
(Bericht vom 4. August 2014, IV-act. 69-10 f.).
B.c Dr. F._ berichtete dem Hausarzt Dr. med. I._ am 6. August 2014 (IV-act. 69-36)
über einen erfreulichen postoperativen Verlauf. Der Versicherte habe eine deutliche
Regredienz der Bizepsparese erfahren. Die Schmerzen seien erträglich. Die
Beweglichkeit sei noch eingeschränkt. Am 25. September 2014 wurde die epidurale
Infiltration L4/5 durchgeführt (Operationsbericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG, IV-act. 69-32 f.). Dr. F._
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berichtete der IV-Stelle am 22. Oktober 2014 (IV-act. 68), dass frühestens ab Januar
2015 mit der Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit gerechnet werden könne. In
einer teiladaptierten Tätigkeit ohne schwere Hubbelastungen (max. 5 kg) bestehe
allenfalls eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit. Der Versicherte könne nicht länger sitzen und
nicht länger in starrer Körperhaltung arbeiten. Auch könne er keine Arbeiten in kalter
und zugiger Umgebung und über Schulterhöhe durchführen. Dr. I._ berichtete der IV-
Stelle am 30. Oktober 2014 (IV-act. 69), dass die Schmerzen im Nacken- und
Schulterbereich und die Muskelatrophie im D. medius rechts seit der HWS-Operation
am 8. Juli 2014 persistierten. Die körperliche Belastbarkeit sei deutlich eingeschränkt.
Viele Tätigkeiten seien auch wegen der Insulintherapie mit Basis-Bolus-Methode nicht
möglich. Eine rein sitzende oder wechselbelastende Tätigkeit sei dem Versicherten ca./
max. vier Stunden pro Tag zumutbar. Dr. F._ berichtete Dr. I._ am 14. Dezember
2014 (IV-act. 77), dass der Versicherte eine Verschlechterung seiner Schmerzen
linksseitig, im Bereich der Dig. I-III, erfahren habe. Ein MRI der HWS habe keinerlei
Nervenwurzelkompression linksseitig, allenfalls noch leicht rechtsseitig, gezeigt. Der
Versicherte leide seiner Meinung nach an einem chronischen Schmerzsyndrom und er
somatisiere. Er habe Depressionen und sei psychisch "schlecht zu Wege". Der
Versicherte werde die anberaumte 50 %ige Arbeitsfähigkeit nicht erreichen. Dr. F._
plädierte für eine 100 %ige IV-Berentung. Dr. I._ berichtete der IV-Stelle am 22.
Januar 2015 (IV-act. 80), dass der Versicherte nach wie vor an chronischen
belastungsabhängigen Rückenbeschwerden leide. Aus hausärztlicher Sicht scheine
eine volle Arbeitsunfähigkeit vorzuliegen.
B.d Am 3. Februar 2015 wies die IV-Stelle das Gesuch um berufliche
Eingliederungsmassnahmen mit der Begründung, dass aufgrund der gesundheitlichen
Situation zurzeit keine beruflichen Massnahmen angezeigt seien, ab (IV-act. 84).
B.e Das Schmerzzentrum des KSSG hatte Dr. I._ am 8. Januar 2015 berichtet (IV-
act. 85), dass der Versicherte an einer chronifizierten Schmerzstörung Stadium II nach
Gerbershagen leide. Zurzeit imponiere eine Schultermuskulatur-Atrophie rechts. RAD-
Ärztin Dr. E._ notierte am 16. Februar 2015 (IV-act. 89), dass sich der
Gesundheitszustand seit der Begutachtung durch die Medas Ostschweiz (2004) in der
Form eines zervicocephalen brachialen Schmerzsyndroms bds. mit Parese und
Atrophie der Schultermuskulatur rechts verändert habe. Aus der Sicht des RAD
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bestehe für adaptierte Tätigkeiten mindestens eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit. Da jedoch
objektivierbare klinische Befunde fehlten, sei davon auszugehen, dass eine Steigerung
der Arbeitsfähigkeit auf 70 % möglich sei. Aufgrund der unklaren Situation und der
unterschiedlichen medizinischen Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit sei jedoch eine
polydisziplinäre Begutachtung nötig.
B.f Im Mai/Juni 2015 wurde der Versicherte polydisziplinär durch die SMAB AG
begutachtet (Gutachten vom 16. Juli 2015, IV-act. 98). Die Diagnosen mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit lauteten:
• Panvertebrales Schmerzsyndrom
• Inaktivitätsatrophie der schulterdeckenden sowie der Oberarmmuskulatur rechts
infolge längerfristiger Schonung
• TEP-Versorgung der rechten Hüfte April 2006 bei vorausgegangener
Femurkopfnekrose. Röntgenologisch diskreter Aufhellungssaum im proximalen
Schaftanteil medial und lateral und gröbere periarticuläre Ossifikationen kranial des
Trochanter major, persistierende Femurkopfnekrose der noch nicht operierten linken
Hüfte (bei wahrscheinlich jeweils äthyltoxischer Genese).
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gaben die Gutachter an:
• Status nach ASK des linken Kniegelenks bei vorausgegangener lateraler
Meniscopathie und Tibiakopfimpression ohne gravierende Folgen
• Status nach traumatischer Amputation des 2. Fingers der rechten Hand 1993,
erhaltene Globalfunktion der rechten Hand
• Angst und depressive Störung gemischt (F41.2)
• sekundärer Diabetes mellitus (ED 1997) bei chronischer Pankreatitis, insulinpflichtig
August 2003
• arterielle Hypertonie
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• Obstruktives Schlafapnoesyndrom
• chronischer Alkoholabusus
• chronischer Nikotinabusus
• Zustand nach Malaria tropica September 1995
• Zustand nach Hepatitis A und B
• Zustand nach Lymphknoten-TPC und Lungen-TPC Oktober 1999.
Der internistische Gutachter Dr. med. J._ hielt fest, dass aus rein internistischer Sicht
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Lager- und Produktionsarbeiter eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit bestehe. Der orthopädische Gutachter Dr. med.
K._ führte aus, dass aufgrund der degenerativen Wirbelsäulenbefunde, der
bilateralen Hüftpathologie und der Inaktivitätsatrophie im Bereich der rechten oberen
Extremität eine orthopädische Multimorbidität vorliege. Die bis 2011 ausgeübten
Tätigkeiten bei der L._ überschritten das vorhandene Restleistungsspektrum
deutlich. Insofern bestehe in der bisherigen Tätigkeit aus rein orthopädischer Sicht eine
Arbeitsfähigkeit von 0 %. Sehr leichte Tätigkeiten, welche mit dem Belastungsprofil (IV-
act. 98-33) korrelierten, seien bei einem vollen Pensum mit einer Minderung der
Leistungsfähigkeit von 30 % zumutbar. Der psychiatrische Gutachter Dr. med. M._
erklärte, dass sich psychopathologisch Hinweise für eine leichtgradige anhaltende
depressive Störung sowie eine übermässige Besorgnis im Sinne einer generalisierten
Angststörung, die durch die körperlichen Schmerzen und Beschwerden verstärkt
werde, ergeben hätten. Hinweise für eine anhaltende konflikthafte Fehlverarbeitung
hätten nicht bestanden, sodass die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung
nicht gestellt werden könne. Auch Symptome einer posttraumatischen
Belastungsstörung wie Nachhallerinnerungen oder Albträume habe der Versicherte
nicht genannt. Die anamnestisch beschriebene Alkoholabhängigkeit stehe nicht mehr
im Vordergrund. Der Versicherte selbst schätze den Alkoholkonsum seit mehr als 16
Jahren als moderat und kontrolliert ein. Aus psychiatrischer Sicht sei die
Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit sowie in Verweistätigkeiten nicht
eingeschränkt. Nachtschichten und der Kontakt mit Spirituosen sollten aber vermieden
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werden. Die neurologische Gutachterin Dr. med. N._ hielt fest, dass aktuell die
unspezifische Ganzkörperschmerzsymptomatik im Vordergrund stehe. Die
neurologische Untersuchung habe zum jetzigen Zeitpunkt keine neurologischen
Ausfälle ergeben. Durch den schmerzbedingt verminderten Gebrauch des rechten
Arms habe sich eine leichte Inaktivitätsatrophie entwickelt. Aus neurologischer Sicht sei
die Arbeitsfähigkeit des Versicherten zum jetzigen Zeitpunkt nicht eingeschränkt. In
polydisziplinärer Hinsicht kamen die Gutachter zum Schluss, dass dem Versicherten
die zuletzt ausgeübte Tätigkeit dauerhaft nicht mehr zumutbar sei. In einer körperlich
angepassten Tätigkeit bestehe eine Restarbeitsfähigkeit von 70 %. Diese Einschätzung
gelte seit 2011. Nach der HWS-Operation vom Juli 2014 habe für drei bis sechs
Monate eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. RAD-Ärztin Dr. med. E._
notierte am 11. August 2015 (IV-act. 100), dass auf das Gutachten der SMAB AG
vollumfänglich abgestellt werden könne. Es sei umfassend, widerspruchsfrei und
vollumfänglich plausibel.
B.g Mit Vorbescheid vom 12. August 2015 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Rentengesuchs an (IV-act. 103). Zur Begründung hielt sie fest, dass der
Versicherte in einer leidensangepassten Tätigkeit noch zu 70 % arbeitsfähig sei. Unter
Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzugs von 10 % betrage der massgebende
Invaliditätsgrad weiterhin 37 %. Dagegen liess der Versicherte am 21. September 2015
einwenden (IV-act. 106), dass das Gutachten den bundesgerichtlichen Anforderungen
an ein beweiskräftiges medizinisches Gutachten nicht genüge. Es sei nicht hinreichend
dargelegt worden, inwiefern sich der Gesundheitszustand des Versicherten in Bezug
auf die Hüfte und die unteren Extremitäten seit der Vorbegutachtung im Jahr 2004 in
relevanter Weise verbessert haben solle. Die Gutachter hätten sich nicht bzw.
unzureichend mit der aktuellen Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. I._
auseinandergesetzt, welcher stehende und gehende Tätigkeiten kategorisch
ausgeschlossen habe. Aktuell stünden die Beschwerden im Bereich des Nackens und
der Oberarme sowie die Rückenschmerzen im Vordergrund. Auffällig sei, dass die
Gutachter entgegen der klaren medizinischen Aktenlage und ohne ausreichende
Begründung eine Deltoideus-Atrophie in Abrede gestellt hätten. Auch zu den
linksseitigen Nacken- und Oberarmbeschwerden hätten sie nicht hinreichend Stellung
genommen. Obwohl offenkundig sei, dass sich der Gesundheitszustand des
Versicherten im Vergleich zur Vorbegutachtung erheblich und nachhaltig verschlechtert
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habe, hätten die Gutachter weiterhin auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Medas
Ostschweiz aus dem Jahr 2004 abgestellt. Im Ergebnis sei die Arbeitsfähigkeit des
Versicherten aufgrund der schlüssigen und auch im Verlauf überzeugenden
Einschätzungen der behandelnden Fachärzte nicht mehr gegeben. Eventualiter seien
ergänzende Untersuchungen inklusive einer arbeitsorientierten Evaluation der
funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) in die Wege zu leiten. Subeventualiter seien dem
Versicherten geeignete berufliche Massnahmen zu gewähren. Sollte die IV-Stelle
trotzdem eine Restarbeitsfähigkeit bejahen, müsste deren Verwertbarkeit aufgrund der
mannigfaltigen Beschwerden des Versicherten verneint werden. Auch bezüglich des
Tabellenlohnabzugs halte der Vorbescheid einer näheren Betrachtung nicht stand. Im
Vergleich zur letzten Rentenprüfung habe das Belastungsprofil zusätzliche wesentliche
Einschränkungen erfahren. Der Versicherte stehe heute bereits im 50. Altersjahr und
könne seit mehr als vier Jahren keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen. Auch die
fehlende verwertbare Ausbildung und die erheblichen sprachlichen Defizite seien zu
berücksichtigen. Ausserdem sei ein Teilzeitabzug angezeigt. Ganz wesentlich ins
Gewicht falle schliesslich, dass der Versicherte seinen dominanten rechten Arm kaum
mehr gebrauchen könne und dass der linke Arm nur noch beschränkt funktionsfähig
sei. Unter Berücksichtigung aller Faktoren sei ein maximaler "Leidensabzug" von 25 %
gerechtfertigt. Der Versicherte habe somit bei einem IV-Grad von 47.5 % zumindest
Anspruch auf eine Viertelsrente.
B.h RAD-Ärztin Dr. E._ erklärte am 22. Oktober 2015 (IV-act. 108), dass sie das
Gutachten auf die vom Rechtsvertreter des Versicherten bemängelten Punkte hin
überprüft habe. Es könne weiterhin auf das Gutachten abgestellt werden.
B.i Mit Verfügung vom 4. November 2015 (IV-act. 109) wies die IV-Stelle das
Rentengesuch wie angekündigt bei einem IV-Grad von 37 % ab. Bezüglich des
Einwandes verwies sie auf die RAD-Stellungnahme vom 22. Oktober 2015. Sie hielt
zudem fest, dass die Wiederanmeldung ausschliesslich im Sinne der
Revisionsbestimmungen zu prüfen sei. Gemäss dem SMAB-Gutachten habe sich der
Gesundheitszustand seit der abweisenden Rentenverfügung nicht erheblich und
anhaltend verschlechtert. Auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt seien z.B. im Bereich
von Überwachungs- und Kontrollfunktionen zumutbare adaptierte Arbeitsstellen
vorhanden. Ausserdem führe eine funktionelle Einarmigkeit nicht zu einer
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Arbeitsunfähigkeit. Berufliche Eingliederungsmassnahmen machten keinen Sinn, da
sich der Versicherte nicht arbeitsfähig fühle.
C.
C.a Gegen diese Verfügung liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am
7. Dezember 2015 Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die
Zusprache einer vollen (gemeint wohl: ganzen) Invalidenrente. Eventualiter seien
ergänzende medizinische Abklärungen durchzuführen. Subeventualiter seien dem
Beschwerdeführer geeignete berufliche Eingliederungsmassnahmen zu gewähren. Des
Weiteren beantragte der Rechtsvertreter die Durchführung einer mündlichen
Verhandlung und stellte ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung. Ergänzend zu den Einwänden im Vorbescheidverfahren machte
er geltend, dass der Beschwerdeführer wegen seiner gesundheitlichen
Beeinträchtigungen bei den alltäglichen Lebensverrichtungen dauernd auf Hilfe
angewiesen sei. Die Beschwerden hätten sich zuletzt weiterhin deutlich verschlechtert.
Die revisionsrechtliche Fragestellung sei im SMAB-Gutachten nicht hinreichend
berücksichtigt worden. Schliesslich habe die IV-Stelle (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) nicht aufgezeigt, welche konkreten und realistischen
Arbeitsmöglichkeiten dem Beschwerdeführer noch zumutbar seien. Dipl.
Physiotherapeut O._ hatte Dr. F._ am 5. November 2015 berichtet (act. G 1.1.3),
dass sich die Symptome in den letzten vier Wochen verstärkt hätten. Eine gemäss dem
Beschwerdeführer seit zwei Wochen gehäuft auftretende Krallenhand links habe in der
Physiotherapie nicht beobachtet werden können.
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 8. Januar 2016 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie aus, dass das polydisziplinäre
Gutachten der SMAB AG ausführlich abgefasst und dessen Schlussfolgerungen
zusammen mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung in jeder Hinsicht nachvollziehbar seien.
Dr. I._ fehle als Allgemeinmediziner die Kompetenz, die gutachterliche
Arbeitsfähigkeitsschätzung schlüssig zu widerlegen. Da der Beschwerdeführer früher
nie das Niveau der Tabellenlöhne erreicht habe, sei es gerechtfertigt, den Tabellenlohn
um 5 % zu kürzen. Das Valideneinkommen betrage somit Fr. 62'371.--. Geeignete
Tätigkeiten seien etwa leichtere Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie
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Verpackungsarbeiten und leichtere Arbeiten bei der Lager- und
Ersatzteilbewirtschaftung. Da der Beschwerdeführer nur noch leichte Hilfstätigkeiten
ausführen könne, sei ein Tabellenlohnabzug von 10 % vorzunehmen. Das
fortgeschrittene Alter und die tiefe Qualifikation rechtfertigten keinen Abzug vom
Invalideneinkommen, weil es sich um invaliditätsfremde Faktoren handle. Da der
Beschwerdeführer ganztags (mit reduzierter Leistungsfähigkeit) arbeiten könne, habe er
keinen Anspruch auf einen Teilzeitabzug. Bei einem Invalideneinkommen von Fr.
41'362.-- resultiere daher ein IV-Grad von 34 %. Anfechtungsgegenstand sei
ausschliesslich der Rentenanspruch, weshalb auf den Subeventualantrag nicht
einzutreten sei.
C.c Am 21. Januar 2016 bewilligte das Gericht das Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Gewährung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) für das Beschwerdeverfahren (act. G 6).
C.d In seiner Replik vom 11. April 2016 machte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers ergänzend geltend (act. G 12), die von den SMAB-Gutachtern
attestierte Arbeitsfähigkeit von 70 % basiere auf der falschen Annahme, dass durch die
HWS-Operation die Ursache der muskulären Atrophie der rechten oberen Extremität
beseitigt worden sei. Die Paresen nähmen nämlich beidseitig zu. Der
Beschwerdeführer könne beide Arme und Hände nicht mehr produktiv einsetzen. Der
von der SMAB AG gestellten Diagnose einer Inaktivitätsatrophie könne daher nicht
gefolgt werden. Die Grob- und Feinmotorik der Hände sei wegen der Fingeramputation
rechts, wegen der Krallenhand links und der nur noch eingeschränkt möglichen
Fingerstreckung und -beugung rechts nicht mehr gegeben. Der Beschwerdeführer
leide psychisch weit mehr, als im SMAB-Gutachten beschrieben worden sei. Eine
depressive Verstimmung sei offensichtlich. Der Alkoholkonsum übersteige die
verharmlosenden Angaben gegenüber den Gutachtern bei weitem. Der
Beschwerdeführer trinke täglich bis zu fünf Liter Bier. Ein Abzug von 5 % vom
Tabellenlohn sei nicht gerechtfertigt, da der Beschwerdeführer nicht aus freien Stücken
ein tiefes Einkommen erzielt habe. Die von der Beschwerdegegnerin angeführten
Tätigkeiten seien dem Beschwerdeführer aufgrund seiner Multimorbidität allesamt nicht
zumutbar. Da die lohnrelevanten Nachteile einer verminderten Leistungsfähigkeit
mindestens gleich gross seien wie diejenigen einer Teilzeitarbeit, sei ein Teilzeitabzug
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vorzunehmen. Nach Massgabe des Grundsatzes "Eingliederung vor Rente" bildeten
auch berufliche Eingliederungsmassnahmen Gegenstand des Verfahrens, weshalb auf
das Eventualbegehren einzutreten sei. Dr. F._ hatte am 29. Januar 2016 berichtet
(act. G 12.1.1), dass sich die Parese nach der Operation im Juli 2014 deutlich
verbessert habe. Auch die Muskulatur habe sich massiv gebessert. Der
Beschwerdeführer leide an einem schmerzhaften C8-Syndrom rechtsseitig. Die
Beschwerden seien seit dem 25. Januar 2016 verschlechtert. Aktuell seien weder
klinisch noch bildgebend Myelopathie-Zeichen vorhanden. Die Klinik für Neurologie des
KSSG hatte am 5. Februar 2016 berichtet (act. G 12.1.3 und act. G 12.1.4), dass bei
subjektiv progredienten Armparesen vor allem des rechten Armes eine
elektroneurographische Diagnostik erfolgt sei. Nadelmyographisch hätten sich Zeichen
einer deutlichen chronischen neurogenen Schädigung, bei aktuell fehlendem Hinweis
auf einen akuten Denervationsprozess, gefunden. Aus neurologischer Sicht sei vorerst
keine weitere Diagnostik indiziert. Dr. I._ hatte dem Rechtsvertreter am 1. April 2016
berichtet (act. G 12.1.8), dass der Beschwerdeführer in vielen Alltagshandlungen
eingeschränkt sei. Ein wichtiges Problem sei auch der chronische Aethylabusus
("Frustrationstrinken"). Aus hausärztlicher Sicht sei maximal eine 50 %ige
Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten realisierbar. Die Lebensgefährtin des
Beschwerdeführers hatte dem Rechtsvertreter am 12. März 2016 berichtet (act. G
12.1.2), dass der Beschwerdeführer in Alltagshandlungen extrem eingeschränkt sei. Er
trinke inzwischen bedeutend mehr, zeitweise bis zu drei Liter Bier am Tag. Die
psychische Verfassung sei schwankend. Im Moment sei nicht denkbar, dass der
Beschwerdeführer die Kinder während eines ganzen Tages betreue. Für sie sei es
undenkbar, dass der Beschwerdeführer eine Arbeit annehmen könnte. Dem
psychischen Gesundheitszustand und der Lebensgeschichte des Beschwerdeführers
sei zu wenig Rechnung getragen worden.
C.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 13 f.).
C.f Am 3. Januar 2018 lud das Gericht die Parteien zur mündlichen Verhandlung am
25. Januar 2018 vor (act. G 16).
C.g Die Beschwerdegegnerin teilte dem Gericht am 8. Januar 2018 mit, dass sie an der
mündlichen Verhandlung nicht teilnehmen werde (act. G 17).
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C.h Anlässlich der mündlichen Verhandlung vom 25. Januar 2018 beantragte der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers dem Gericht, die Lebensgefährtin des
Beschwerdeführers zu dessen Einschränkungen im Alltag zu befragen. Das Gericht
wies dieses Begehren ab. In seinem Plädoyer machte der Rechtsvertreter ergänzend
geltend (act. G 20), dass offenbar sämtliche am Gutachten vom 16. Juli 2015
mitwirkenden Gutachter in der Schweiz über keine Berufsausübungsbewilligung
verfügten und als "fliegende" Gutachter in der Schweiz auf durchaus fragwürdige
Weise einem lukrativen Nebenverdienst nachgingen. Bekanntlich müssten in der
Schweiz auch ärztliche Experten über eine Berufsausübungsbewilligung als Arzt
verfügen. Dass das Gutachten pro forma durch Dr. med. P._ als "medizinischer
Verantwortlicher" unterzeichnet worden sei, sei blosse Augenwischerei und könne
diesen formellen Mangel nicht heilen. Inhaltlich müssten sich die Gutachter der SMAB
AG den Vorwurf gefallen lassen, dass sie den Beschwerdeführer nur sehr oberflächlich
untersucht hätten und seine gesundheitlichen Beeinträchtigungen im Widerspruch zu
den medizinischen Akten und dem gut dokumentierten Krankheitsverlauf einseitig zu
Lasten des Beschwerdeführers interpretiert hätten. Im Gutachten sei aktenwidrig der
Anschein erweckt worden, dass die Leiden des Beschwerdeführers in der Tendenz
psychosomatischer Natur seien. Bezeichnend sei die klar aktenwidrige Behauptung der
Gutachter, dass beim Beschwerdeführer eine "unspezifische
Ganzkörperschmerzsymptomatik" im Vordergrund stehe. Dabei sei ausser Acht
gelassen worden, dass aufgrund der medizinischen Akten keinerlei Zweifel an der
organischen Natur der Beschwerden am Rücken, Nacken sowie an den Schultern
bestünden. Der Schluss der Teilgutachterin Dr. N._, dass es sich bei den
Schulterbeschwerden nicht um eine Parese, sondern um eine schonhaltungsbedingte
Inaktivitätsatrophie handle, sei unbegründet. Die Teilgutachterin habe offenbar nicht
einmal das entsprechende Kernspintomogramm vom März 2014 zur Verfügung gehabt.
Trotz klarster Hinweise auf eine Schmerzstörung sei von den Gutachtern lapidar und
ohne jede Begründung festgehalten worden, dass weder eine somatoforme
Schmerzstörung noch ein vergleichbarer syndromaler Zustand vorliege. Auch die
festgestellte Polyneuropathie und das C8-Syndrom seien gänzlich unberücksichtigt
geblieben. Das SMAB-Gutachten sei unsorgfältig, unvollständig, nicht nachvollziehbar
und unverwertbar. Aufgrund der ausgeprägten Multimorbidität sei der
Beschwerdeführer auch in seinem Alltag massiv eingeschränkt und de facto zumindest
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teilweise pflegebedürftig. Er könne kaum 10 Minuten Sitzen und nicht länger als zwei
Haltestellen lang laufen. Der Rechtsvertreter reichte neben einer Honorarnote über den
Betrag von Fr. 6'595.55 (act. G 21) einen Austrittsbericht des Spitals Q._ vom 17.
August 2016 über eine Hospitalisation vom 19. Juli bis 10. August 2016 (act. G 23),
einen undatierten Bericht des Psychotherapeuten R._ über die Zeit vom 5. Juni 2016
bis 21. November 2017 sowie diverse medizinische Berichte vom Januar 2018 ein (act.
G 22).
C.i Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers verzichtete auf eine mündliche
Eröffnung des Entscheids.
C.j Am 26. Januar 2018 teilte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers dem Gericht
per E-Mail mit, dass sich der Beschwerdeführer im Nachgang an die mündliche
Verhandlung notfallmässig in ärztliche Behandlung habe begeben müssen (act. G 24).
Das Spital Q._ gab im Bericht vom 26. Januar 2018 an, dass der Beschwerdeführer
zurzeit aufgrund seiner bekannten Schmerzproblematik mit akuter
Schmerzexazerbation erneut hospitalisiert sei (act. G 24.1).

Erwägungen
1.
Vorab ist zu klären, ob der Beschwerdeführer rechtzeitig Beschwerde erhoben hat.
Gemäss Art. 60 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) ist die Beschwerde innerhalb von 30
Tagen nach der Eröffnung der Verfügung einzureichen. Die angefochtene Verfügung
vom 4. November 2015 ist dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 6.
November 2015 zugestellt worden. Die Frist hat also am 7. November 2015 zu laufen
begonnen. Der 30. Tag der Frist ist auf den Sonntag, 6. Dezember 2015 gefallen. Ist
der letzte Tag der Frist ein Sonntag, so endet sie am nächstfolgenden Werktag (Art. 38
Abs. 3 ATSG). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat am 7. Dezember 2015
und somit rechtzeitig am letzten Tag der Frist Beschwerde erhoben. Auf die
Beschwerde ist deshalb einzutreten.
2.
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Der Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist die
Rentenverfügung vom 4. November 2015. Streitgegenstand kann somit lediglich der
Anspruch auf eine Rente und nicht wie vom Rechtsvertreter subeventualiter beantragt
der Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen sein. Da mit der
angefochtenen Verfügung ein Rentenanspruch bei einem IV-Grad von 37 % verneint
worden ist, findet der Grundsatz "Eingliederung vor Rente" im vorliegenden Fall
nämlich keine Anwendung. Auf den Antrag, dem Beschwerdeführer seien geeignete
berufliche Massnahmen zu gewähren, ist daher nicht einzutreten.
3.
3.1 Der Beschwerdeführer hat sich erstmals im Februar 2003 bei der
Invalidenversicherung angemeldet. Seine Gesuche um eine Rente und um berufliche
Eingliederungsmassnahmen waren am 15. Juli 2005 abgewiesen worden. Bei der
Anmeldung vom März 2014 handelt es sich somit um eine sogenannte Neuanmeldung.
3.2 Gemäss Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV, SR
831.201) wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn darin glaubhaft gemacht wird,
dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert
hat. RAD-Ärztin Dr. E._ hat am 4. Juni 2014 erklärt, dass sich der
Gesundheitszustand insoweit verändert habe, als seit März 2014 ausgeprägte
Osteochondrosen cervical mit Nervenwurzelkompressionen sowie eine Atrophie der
Schultermuskulatur bestünden. Dabei hat sie sich auf einen vom Beschwerdeführer
eingereichten MRI-Befund vom 11. März 2014 gestützt. Am 8. Juli 2014 hat sich der
Beschwerdeführer dann einer Operation an der HWS unterzogen. Der
Beschwerdeführer hat somit eine erhebliche Veränderung seines
Gesundheitszustandes seit der rechtskräftigen Abweisung der Leistungsgesuche im
Juli 2005 glaubhaft gemacht. Die Beschwerdegegnerin ist daher zu Recht auf die
Neuanmeldung eingetreten.
3.3 Mit der angefochtenen Verfügung vom 4. November 2015 hat die
Beschwerdegegnerin dann allerdings das Rentengesuch des Beschwerdeführers
abgewiesen. Die Beschwerdegegnerin hat die Abweisung des Rentenbegehrens damit
begründet, dass sich der Gesundheitszustand seit der abweisenden Rentenverfügung
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vom 25. Juli 2005 nicht erheblich und anhaltend verschlechtert habe. Diese
Begründung beruht auf der Rechtsprechung des Bundesgerichts, laut welcher bei einer
erneuten Anmeldung nach einer vorausgegangenen rechtskräftigen Abweisung eines
Rentenbegehrens geprüft werden muss, ob ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17
ATSG vorliegt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. März 2015, 9C_9/2015). Diese
Praxis ist jedoch gesetzeswidrig, da mit Art. 29 Abs. 1 ATSG eine abschliessende
gesetzliche Regelung der Wirkung von Neuanmeldungen besteht, sodass keine
ausfüllungsbedürftige Gesetzeslücke vorliegt, die durch eine analoge Anwendung des
Art. 17 ATSG auf die Neuanmeldung auszufüllen wäre (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Dezember 2016, IV 2014/188 E.
1.3 ff.). Die Neuanmeldung unterscheidet sich also nicht von einer erstmaligen
Anmeldung. Demnach ist im vorliegenden Fall nur zu prüfen, ob der Beschwerdeführer
in einem rentenbegründenden Ausmass invalid ist.
4.
4.1 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG).
4.2 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
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zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
5.
5.1 Um den IV-Grad ermitteln zu können, muss die Arbeitsfähigkeit bzw. die
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit feststehen.
5.2 In medizinischer Hinsicht liegen insbesondere das Gutachten der SMAB AG vom
16. Juli 2015, die Berichte des Wirbelsäulenchirurgen Dr. F._ vom 22. Oktober 2014,
14. Dezember 2014 und 29. Januar 2016 sowie die Berichte des Hausarztes Dr. I._
vom 30. Oktober 2014, 22. Januar 2015 und 1. April 2016 im Recht. Der
Rechtsvertreter hat anlässlich der mündlichen Verhandlung diverse weitere
medizinische Berichte eingereicht (act. G 22 f.). Diese beziehen sich alle auf den
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers weit nach Verfügungserlass. Für das
vorliegende Verfahren ist jedoch lediglich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführer bis und mit Verfügungserlass, d.h. bis und mit dem 4. November
2015, massgebend. Daher können im vorliegenden Verfahren weder die anlässlich der
mündlichen Verhandlung eingereichten Berichte noch eine allfällige gesundheitliche
Verschlechterung seit Verfügungserlass berücksichtigt werden.
5.3 In formeller Hinsicht hat der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers bemängelt,
dass es sich bei den am polydisziplinären Gutachten vom 16. Juli 2015 beteiligten
Gutachter um aus Deutschland eingeflogene Gutachter handle, die in der Schweiz über
keine Berufsausübungsbewilligung verfügten. Diese "fliegenden" Gutachter gingen mit
solchen Gutachtensaufträgen auf durchaus fragwürdige Weise einem lukrativen
Nebenverdienst nach. Es bestehen keine Hinweise dafür, dass die Gutachterstelle bei
der Begutachtung des Beschwerdeführers unqualifizierte Gutachter eingesetzt hätte.
Insbesondere verfügen die beteiligten Gutachter über einen entsprechenden
Facharzttitel, weshalb davon auszugehen ist, dass sie die fachlichen Anforderungen für
die Erstellung von medizinischen Gutachten erfüllen. Auch sind keine Indizien
ersichtlich, die den sinngemässen Vorwurf, dass die "fliegenden" Gutachter nicht
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unabhängig seien, weil sie den lukrativen Nebenverdienst weiterhin erzielen möchten
und deshalb "versichererfreundliche" Gutachten verfassen, zu untermauern
vermöchten.
5.4 Inhaltlich hat der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers kritisiert, die Gutachter
der SMAB AG hätten nicht hinreichend dargelegt, inwiefern sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers mit Bezug auf die Hüfte und die unteren
Extremitäten seit der Vorbegutachtung im Jahr 2004 in relevanter Weise verbessert
haben solle. Tatsächlich hat der orthopädische Gutachter der Medas Ostschweiz dem
Beschwerdeführer im Jahr 2004 für (rein) stehende Tätigkeiten eine volle
Arbeitsunfähigkeit attestiert und eine vorwiegend sitzende Tätigkeit als
leidensangepasst erachtet (IV-act. 20-5). Allerdings hat er auch erwähnt, dass das
Ausmass der Arbeitsfähigkeit durch eine Hüfttotalprothese rechts etwas gesenkt
werden könnte. Im April 2006 ist die empfohlene TEP-Versorgung der rechten Hüfte
erfolgt. Der Beschwerdeführer hat gegenüber dem orthopädischen Gutachter der
SMAB AG anlässlich der aktuellen Begutachtung im Juni 2015 angegeben, dass die
operierte Hüfte keine Beschwerden mehr bereite. Beschwerden träten lediglich beim
raschen Gehen und z.B. beim Treppensteigen auf (IV-act. 98-27). Selbst der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat erklärt, dass aktuell nicht mehr die
Hüftbeschwerden, sondern die Beschwerden im Nacken und in den Oberarmen sowie
die Rückenschmerzen im Vordergrund stünden. Da sich die Hüftbeschwerden seit der
Vorbegutachtung im Jahr 2004 nachweislich verbessert haben, überzeugt die
Einschätzung des orthopädischen Gutachters der SMAB AG, dass der
Beschwerdeführer wegen der bilateralen Hüftpathologie lediglich Tätigkeiten auf
unebenem Gelände, auf Gerüsten und Leitern vermeiden sollte und dass die zumutbare
Gehstrecke derzeit nicht limitiert ist (IV-act. 98-33).
5.5 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat weiter vorgebracht, dass die von
den SMAB-Gutachtern attestierte Arbeitsfähigkeit von 70 % (für adaptierte Tätigkeiten)
auf der falschen Annahme basiere, dass die Ursache der muskulären Atrophie der
rechten oberen Extremität durch die HWS-Operation beseitigt worden sei. Vielmehr sei
es so, dass die Paresen seit der Operation auf beiden Seiten zugenommen hätten. Die
Beschwerdegegnerin hat in der Beschwerdeantwort zu Recht darauf hingewiesen, dass
nicht die Bezeichnung des Leidens an sich, sondern vielmehr dessen Auswirkungen auf
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die Arbeitsfähigkeit massgebend sind. Den Gutachtern, namentlich auch der
neurologischen Gutachterin Dr. N._, hat der MRI-Befund der HWS vom 11. März
2014 entgegen der Behauptung des Rechtsvertreters vorgelegen (IV-act. 98-8/52). Wie
aus der Diagnoseliste (IV-act. 98-18) ersichtlich ist, haben die Gutachter der SMAB AG
der Atrophie der schulterdeckenden sowie der Oberarmmuskulatur rechts einen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen. Die Befürchtung des Rechtsvertreters,
dass es bei der Würdigung der Atrophie einen wesentlichen Unterschied mache, ob
diese eine blosse Folge einer Schonhaltung oder durch Lähmungen und neurologische
Ausfälle bewirkt worden sei, ist nicht berechtigt, zumal die Gutachter nicht erklärt
haben, dass es dem Beschwerdeführer möglich und zumutbar wäre, die Atrophie mit
geeigneten Trainingsmassnahmen innert absehbarer Frist zu beheben. Im Übrigen
widerspricht die Aussage des Rechtsvertreters, wonach sich die Atrophie nach der
HWS-Operation im Juli 2015 noch verstärkt habe, dem Bericht von Dr. F._ vom 29.
Januar 2016. Dr. F._ hat dort festgehalten, dass sich die Parese nach der Operation
deutlich verbessert habe und dass er den Beschwerdeführer noch nie so kräftig
gesehen habe wie bei der aktuellen Untersuchung.
5.6 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat ausserdem argumentiert, dass die
Grob- und Feinmotorik der Hände entgegen den Angaben des orthopädischen
Gutachters der SMAB AG wegen der Fingeramputation rechts, der Krallenhand links
und der nur noch eingeschränkt möglichen Fingerstreckung und -beugung rechts nicht
mehr gegeben sei. Der orthopädische Gutachter der SMAB AG hat die Hände des
Beschwerdeführers klinisch untersucht und keine eingeschränkte Fingerstreckung und
-beugung links oder rechts festgestellt (IV-act. 98-30). Lediglich die grobe Kraft rechts
ist gegenüber links gemindert gewesen. Der orthopädische Gutachter hat zudem
ausdrücklich festgehalten, dass trotz des Status nach einer traumatischen Amputation
des 2. Fingers der rechten Hand im Jahr 1997 noch eine hinreichende Grob- und
Feinmotorik der rechten Hand bestehe (IV-act. 98-33). Diese Einschätzung stimmt mit
jener des orthopädischen Gutachters der Medas Ostschweiz aus dem Jahr 2004
überein, welcher der Amputation ebenfalls keinen wesentlichen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit beigemessen hatte (IV-act. 19-15). Aus dem Bericht des
Physiotherapeuten vom 5. November 2015 geht hervor, dass die Symptome einer
Krallenhand links erstmals im Oktober 2015 aufgetreten sind (act. G 1.1.3). Der
Physiotherapeut hat diese Symptomatik allerdings nie selbst beobachtet. Auch den
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medizinischen Berichten aus dem Jahr 2016 (act. G 12.1) sind keine Hinweise auf eine
Krallenhand bzw. deren Ursache (kombinierte Medianusparese und Ulnarislähmung mit
Funktionsausfall der Handbinnen-, Daumen und Kleinfingerballenmuskulatur, vgl.
Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Auflage, Berlin 2017, S. 988) zu entnehmen.
Dementsprechend ist nicht davon auszugehen, dass sich die Situation bezüglich der
linken Hand bzw. deren Funktionsfähigkeit zwischen der Begutachtung im Mai/Juni
2015 und dem Erlass der Verfügung im November 2015 erheblich verschlechtert hätte.
5.7 Der Rechtsvertreter hat sodann moniert, dass die Gutachter sich nicht bzw.
unzureichend mit der Zumutbarkeitsbeurteilung des Hausarztes auseinandergesetzt
hätten. Der Hausarzt Dr. I._, hat am 30. Oktober 2014 angegeben, dass dem
Beschwerdeführer eine rein sitzende oder wechselbelastende Tätigkeit ca./max. vier
Stunden pro Tag zumutbar sei. Nachdem der Operateur Dr. F._ im Oktober 2014
ebenfalls noch davon ausgegangen war, dass der Beschwerdeführer nach Abschluss
der postoperativen Heilungsphase in einer adaptierten Tätigkeit allenfalls wieder eine
50 %ige Arbeitsfähigkeit erreichen könnte, hat er dem Beschwerdeführer am 14.
Dezember 2014 sinngemäss eine andauernde 100 %ige Arbeitsunfähigkeit ("100 %ige
IV-Berentung") bescheinigt. Der Hausarzt hat sich der Meinung des Operateurs in der
Folge angeschlossen und dem Beschwerdeführer am 22. Januar 2015 ebenfalls eine
volle Arbeitsunfähigkeit attestiert. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass Hausärzte und behandelnde
Spezialärzte mitunter wegen ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung im Zweifel
eher zugunsten ihrer Patienten aussagen. Namentlich in umstrittenen Fällen kann nicht
ohne weiteres auf die Angaben eines behandelnden Haus- oder Spezialarztes
abgestellt werden (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 5. April
2004, I 814/03 E. 2.4.2). Hinzu kommt, dass Gutachter in der Regel über mehr
Erfahrung hinsichtlich der versicherungsmedizinisch relevanten Arbeitsfähigkeit
verfügen als Haus- und Spezialärzte. Gerade in Fällen wie dem vorliegenden, in denen
Hinweise für eine Somatisierung (Bericht von Dr. F._ vom 14. Dezember 2014, IV-act.
77) bzw. Hinweise für eine psychosomatische Überlagerung der Schmerzen
(neurologisches Teilgutachten vom 9. Juni 2015, IV-act. 98-16 f.) bestehen, ist eine
polydisziplinäre Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, insbesondere unter Einbezug eines
psychiatrischen Fachgutachters, zwingend notwendig. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte vermögen daher keine Zweifel
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an der gutachterlichen Beurteilung zu wecken. Da die somatische Beurteilung der
Gutachter der SMAB zudem mit jener der Vorgutachter übereinstimmt und die RAD-
Ärztin das SMAB-Gutachten in medizinischer Hinsicht als umfassend, widerspruchsfrei
und vollumfänglich plausibel bezeichnet hat, ist auf den somatischen Teil des
Gutachtens abzustellen. Demnach ist dem Beschwerdeführer die angestammte
Tätigkeit als Betriebsmitarbeiter in einer Bäckerei wegen der Multimorbidität
(degenerative Wirbelsäulenveränderungen, bilaterale Hüftpathologie, Atrophie im
Bereich der rechten oberen Extremität) seit 2011 nicht mehr zumutbar. In einer
körperlich adaptierten Tätigkeit besteht wegen einer verminderten Leistungsfähigkeit
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Arbeitsfähigkeit von 70 %. Im Übrigen
widerlegt die Tatsache, dass die Gutachter der SMAB AG den körperlichen
Beschwerden des Beschwerdeführers einen wesentlichen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit beigemessen haben, auch den Einwand des Rechtsvertreters, dass die
Gutachter die organische Natur der Beschwerden ausser Acht gelassen bzw. die
Beschwerden als (rein) psychosomatisch eingestuft hätten.
5.8 Gemäss den Gutachtern der SMAB-AG hat nach der HWS-Operation vom Juli
2014 für drei bis sechs Monate auch für adaptierte Tätigkeiten eine volle
Arbeitsunfähigkeit bestanden. Eine Arbeitsunfähigkeit vermag so lange keine Invalidität
zu begründen, als die andauernde medizinische Behandlung noch
eingliederungsrelevant ist, d.h. wenn nach dem zukünftigen Abschluss der
therapeutischen Massnahmen eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten ist
(Art. 7 Abs. 1 ATSG, Art. 16 ATSG, Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG; zum Ganzen siehe
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. November 2017,
IV 2015/257 E. 4.7). Die durch die HWS-Operation bedingte, vorübergehende
vollständige Arbeitsunfähigkeit auch für adaptierte Tätigkeiten bleibt bei der
Invaliditätsbemessung somit ausser Acht.
5.9 In psychiatrischer Hinsicht hat der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers geltend
gemacht, dass der Beschwerdeführer offensichtlich unter einer depressiven
Verstimmung leide. Zudem bestünden klarste Hinweise auf eine somatoforme
Schmerzstörung. Die Lebensgefährtin des Beschwerdeführers hat in einem Schreiben
vom 12. März 2016 erklärt, dass der Beschwerdeführer psychisch weit mehr leide, als
im Gutachten beschrieben worden sei. Der psychiatrische Gutachter der SMAB AG hat
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Hinweise für eine leichtgradige anhaltende depressive Störung sowie für eine
übermässige Besorgnis im Sinne einer generalisierten Angststörung festgestellt (IV-act.
98-41). Der Diagnose Angst und depressiven Störung gemischt hat er jedoch keinen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen. Diese Beurteilung überzeugt vor dem
Hintergrund, dass der letzte Kontakt zu einem Psychiater im Jahr 2012 stattgefunden
hat und der Beschwerdeführer seither auch keine Antidepressiva mehr einnimmt (IV-
act. 98-38). Die fehlende fachärztliche Behandlung spricht nämlich für einen eher
geringen Leidensdruck. Der psychiatrische Gutachter hat sich auch mit der Diagnose
einer somatoformen Schmerzstörung auseinandergesetzt und überzeugend dargelegt,
dass er eine solche nicht stellen könne, weil keine Hinweise für eine anhaltende
konflikthafte Fehlverarbeitung bestünden. Der Beschwerdeführer hat gegenüber dem
psychiatrischen Gutachter keine Symptome einer posttraumatischen
Belastungsstörung geschildert. Diese Aussage deckt sich mit jener des
Beschwerdeführers gegenüber dem psychiatrischen Gutachter der Medas Ostschweiz
im Jahr 2004. Der Beschwerdeführer hat bereits damals angegeben, dass er die
Vergangenheit heute gut hinter sich lassen könne. Er sei nicht gezwungen, das Thema
zu meiden. Albträume mit entsprechendem Inhalt habe er nicht (IV-act. 21-3). Der
Beschwerdeführer hat den Alkoholkonsum gegenüber dem psychiatrischen Gutachter
der SMAB AG als seit Jahren moderat und kontrolliert bezeichnet. Der Rechtsvertreter
hat in der Replik vom April 2016 erklärt, dass der Alkoholkonsum die verharmlosenden
Angaben des Beschwerdeführers gegenüber den Gutachtern bei weitem übersteige.
Der Beschwerdeführer trinke täglich bis zu fünf Liter Bier. Auch der Hausarzt hat im
April 2016 erklärt, dass der chronische Aethylabusus ein wichtiges Problem sei. Die
Lebensgefährtin hat in einem Schreiben vom März 2016 ausgeführt, dass der
Beschwerdeführer inzwischen bedeutend mehr trinke, als in "all den Berichten" stehe;
zeitweise trinke er bis zu drei Liter Bier am Tag. Gründe, weshalb der
Beschwerdeführer seinen Alkoholkonsum gegenüber den SMAB-Gutachtern hätte
verharmlosen sollen, sind keine ersichtlich. Zudem stammen die Hinweise auf einen
gesteigerten Alkoholkonsum alle aus dem Jahr 2016 und damit aus einer Zeit, die für
das vorliegende Verfahren nicht relevant ist, da nur die Entwicklung des
Gesundheitszustandes bis und mit Verfügungserlass am 4. November 2015
massgebend ist. Demnach liegen keine Hinweise vor, dass der psychiatrische
Gutachter der SMAB AG die psychische Situation nicht richtig eingeschätzt bzw.
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wesentliche Aspekte unberücksichtigt gelassen hätte. Ausserdem hat auch die RAD-
Ärztin das Gutachten als überzeugend erachtet. Folglich kann auch auf das
psychiatrische Teilgutachten der SMAB AG abgestellt werden. Aus rein psychiatrischer
Sicht bestehen demnach mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine wesentlichen
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit. Wegen der Alkoholabhängigkeit in der
Vergangenheit sollten allerdings Tätigkeiten mit Spirituosen oder Nachtschichten
vermieden werden (IV-act. 98-23 f.).
5.10 Da vollumfänglich auf das Gutachten der SMAB AG abgestellt werden kann,
erübrigen sich weitere medizinische Abklärungen. Insbesondere ist die Durchführung
einer EFL, wie sie der Rechtsvertreter eventualiter beantragt hat, nicht nötig. Einerseits
haben weder die behandelnden Ärzte noch die Gutachter eine solche für die
Festlegung der Arbeitsfähigkeit als notwendig erachtet. Andererseits liefert eine EFL
erfahrungsgemäss nur dann ein überzeugendes Resultat, wenn der Proband bei der
Durchführung der funktionellen Tests an seine Leistungsgrenzen geht. Dass der
Beschwerdeführer bei einer EFL an seine Leistungsgrenzen gehen würde, ist
angesichts der vom behandelnden Facharzt Dr. F._ erwähnten
Somatisierungstendenzen und den vom neurologischen Gutachter der SMAB AG
festgestellten Hinweise für eine psychosomatische Überlagerung der Schmerzen nicht
zu erwarten.
5.11 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer in der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit als Betriebsmitarbeiter bei einer Bäckerei mindestens seit 2011
nicht mehr arbeitsfähig ist. In einer sehr leichten, an die Rückenpathologie und an die
rechtsseitige Schulter-Arm-Pathologie sowie an das bilaterale Hüftleiden angepassten
Tätigkeit (keine rückenbelastenden Zwangshaltungen, kein Heben, Tragen und
Bewegung von Lasten über 5 kg, kein kraftaufwendiger Einsatz der dominanten
rechten oberen Extremität bei einem einarmigen Gewichtslimit von 2 kg, keine
Tätigkeiten mit erhöhtem Unfallrisiko, kein Aufenthalt auf unebenem Gelände, Gerüsten
und Leitern, IV-act. 98-33) ist der Beschwerdeführer mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit zu 70 % arbeitsfähig (volles Pensum, 30 %ige Minderung der
Leistungsfähigkeit).
6.
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6.1 Somit bleibt noch der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Einkommensvergleich zu überprüfen. Der Beschwerdeführer hat in B._ eine
Ausbildung zum Fotografen und Kunstmaler absolviert. In der Schweiz hat er allerdings
nie auf diesem Beruf gearbeitet, da seine Ausbildung in der Schweiz nicht anerkannt
worden ist (IV-act. 20-2). Hinzu kommt, dass die Ausbildung fast drei Jahrzehnte
zurückliegt (1986-1988). Die Validenkarriere entspricht somit nicht dem erlernten Beruf
des Fotografen und Kunstmalers. Da der Beschwerdeführer in der Schweiz stets als
Hilfsarbeiter tätig gewesen ist, besteht die Validenkarriere in der Tätigkeit als
Hilfsarbeiter. Aus dem IK-Auszug ist ersichtlich, dass der Beschwerdeführer immer
unterdurchschnittliche Hilfsarbeiterlöhne erzielt hat. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers hat zu Recht darauf hingewiesen, dass der Beschwerdeführer nicht
aus freien Stücken ein tiefes Einkommen erzielt hat, sondern dass er aufgrund der
Wirtschaftslage keine besser bezahlte Arbeitsstelle gefunden hat. Es bestehen nämlich
keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer vor Eintritt der gesundheitlichen
Probleme nur über eine unterdurchschnittliche Leistungsfähigkeit verfügt hätte oder
dass er sich mit einem unterdurchschnittlichen Erwerbseinkommen hätte begnügen
wollen. Hätte sich ihm die Möglichkeit geboten, an einer anderen, seinen Fähigkeiten
entsprechenden Stelle ein höheres Erwerbseinkommen zu erzielen, hätte er die
Arbeitsstelle sicherlich gewechselt. Da natürlich auch für die Berechnung des
Valideneinkommens das auf dem ausgeglichenen (und nicht das auf dem
tatsächlichen) Arbeitsmarkt erzielbare Erwerbseinkommen entscheidend ist, entspricht
das Valideneinkommen dem durchschnittlichen Lohn eines Hilfsarbeiters. Weil auch die
Invalidenkarriere in einer Hilfsarbeit besteht, müssen das Validen- und das
Invalideneinkommen ziffernmässig nicht festgelegt werden (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 18. April 2017, 9C_675/2016 E. 3.1 und 3.2). Die
Beschwerdegegnerin hat beim Invalideneinkommen einen Tabellenlohnabzug von 10
% vorgenommen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat dagegen
eingewendet, dass ein 25 %iger Tabellenlohnabzug angemessen sei, da der
Beschwerdeführer seinen dominanten rechten Arm kaum mehr und den linken Arm nur
noch beschränkt einsetzen könne, da er bereits 50 Jahre alt sei, da er seit vier Jahren
keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen sei, da er über keine verwertbare
Ausbildung verfüge, da er erhebliche sprachliche Defizite aufweise und da eine zeitliche
Einschränkung (30 %) der Arbeitsfähigkeit bestehe. Der Beschwerdeführer ist wegen
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der rechtsseitigen Schulter-Arm-Pathologie in qualitativer Hinsicht insoweit in seiner
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt, als ihm das Heben, Tragen und Bewegung von Lasten
über 5 kg und der kraftaufwendige Einsatz der dominanten rechten oberen Extremität
bei einem einarmigen Gewichtslimit von 2 kg nicht mehr möglich ist. Die Grob- und
Feinmotorik der rechten Hand ist jedoch (noch) nicht beeinträchtigt (IV-act. 98-33). Der
Beschwerdeführer ist also entgegen der Behauptung seines Rechtsvertreters nicht als
praktisch funktionell einarmig zu betrachten. Des Weiteren zeichnen sich Hilfsarbeiten
gerade dadurch aus, dass sie keine Berufskenntnisse und kein Berufserfahrung und in
der Regel höchstens rudimentäre Kenntnisse der Landessprache voraussetzen.
Zumindest die mündlichen Deutschkenntnisse des Beschwerdeführers können im
Übrigen nicht schlecht sein, da die medizinische Begutachtung ohne Dolmetscher
durchführbar gewesen ist. Dass der Beschwerdeführer seit längerer Zeit gar keiner
Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen ist, hat keinen Einfluss auf seine
Verdienstmöglichkeiten, da sich eine Hilfsarbeit gerade dadurch auszeichnet, dass sie
auch ohne Vorkenntnisse nach einer kurzen Einarbeitungszeit ausgeübt werden kann.
Auch das Alter rechtfertigt keinen Tabellenlohnabzug, zumal dem Beschwerdeführer im
Verfügungszeitpunkt bis zum ordentlichen Pensionsalter noch eine Restaktivitätsdauer
von fast 16 Jahre verblieben ist. Allerdings ist davon auszugehen, dass sich die
erheblichen körperlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers auf die Lohnhöhe
auswirken. Ein potentieller Arbeitgeber wird nämlich das Krankheits- und Ausfallsrisiko
des Beschwerdeführers höher einstufen als dasjenige eines gesunden Arbeitnehmers.
Diesem erhöhten Risiko wird er dadurch Rechnung tragen, dass er dem
Beschwerdeführer einen tieferen Lohn bezahlt als einem gesunden Arbeitnehmer. Aus
diesem Grund erscheint der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Tabellenlohnabzug von 10 % als angemessen. Der IV-Grad beträgt folglich 37 % (30 %
+ [70 % x 0.1]).
6.2 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat geltend gemacht, dass der
Beschwerdeführer eine allfällig verbliebene Restarbeitsfähigkeit wegen der
mannigfaltigen Beschwerden (Multimorbidität), aufgrund der um 30 % eingeschränkten
Leistungsfähigkeit und aufgrund des fortgeschrittenen Alters nicht mehr verwerten
könne. Ob eine versicherte Person die verbliebene Resterwerbsfähigkeit noch
verwerten kann, hängt davon ab, ob auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt Tätigkeiten
existieren, die den von den Ärzten aufgestellten Adaptionskriterien entsprechen. Auch
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wenn eine solche Tätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt existiert, muss die
Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit verneint werden, wenn die versicherte Person
einem Arbeitsgeber aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung nicht mehr
zumutbar ist. Zwar ist der Beschwerdeführer wegen der körperlichen
Gesundheitsschäden in qualitativer und quantitativer Hinsicht in seiner Arbeitsfähigkeit
erheblich eingeschränkt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass er seine Restarbeitsfähigkeit
von immerhin noch 70 % in einer körperlich sehr leichten, behinderungsadaptierten
Tätigkeit nicht verwerten könnte. Es ist nämlich davon auszugehen, dass auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt Arbeitsplätze für Menschen mit gesundheitlichen
Defiziten und speziellen Bedürfnissen existieren. Hinweise darauf, dass der
Beschwerdeführer einem Arbeitgeber nicht zumutbar wäre, bestehen nicht. Das Alter
spielt im Falle des Beschwerdeführers keine Rolle, da die Einarbeitungszeit bei
Hilfsarbeiten kurz ist. Zudem hat der Beschwerdeführer im Verfügungszeitpunkt nicht
kurz vor dem ordentlichen Pensionsalter gestanden, sondern es wäre ihm noch eine
Restaktivitätsdauer von fast 16 Jahren verblieben. Unter Berücksichtigung aller
Umstände ist die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit somit zu bejahen. Bei einem
IV-Grad von 37 % hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine IV-Rente.
6.3 Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.
7.
7.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 800.--
(praxisgemäss Fr. 600.-- mit einem Zuschlag von Fr. 200.-- für die mündliche
Verhandlung) erscheint vorliegend als angemessen. Die Gerichtsgebühr in der Höhe
von Fr. 800.-- ist dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge
unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu befreien.
7.2 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 27/28
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61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat anlässlich der mündlichen
Verhandlung eine Honorarnote über den Betrag von Fr. 6'595.55 eingereicht, welcher
sich aus einem Honorar von Fr. 5'880.--, Barauslagen von Fr. 235.20 (4 %) und einer
Mehrwertsteuer von 8 % resp. ab 1. Januar 2018 von 7.7 % (Fr. 253.26 + Fr. 227.09)
zusammensetzt. Der veranschlagte Stundenansatz hat Fr. 200.-- betragen, d.h. der
Rechtsvertreter hat die gesetzlich vorgesehene Kürzung des Honorars um 20 % bei
unentgeltlicher Rechtspflege bereits berücksichtigt (Art. 31 Abs. 3 AnwG, sGS 963.70).
Bei einem mittleren Honorar von Fr. 250.-- je Stunde (Art. 24 Abs. 1 HonO) beträgt das
geltend gemachte Honorar Fr. 7'350.-- (Fr. 5'880.-- / Fr. 200.-- x Fr. 250.--). Zuzüglich
des pauschalen Betrags für die Barauslagen von 4 % (Fr. 294.--) und zuzüglich der
Mehrwertsteuer von 8 % (0.08 x Fr. 3'957.50 = Fr. 316.60) resp. 7.7 % (0.077 x {Fr.
294.-- + [Fr. 2'714.-- / Fr. 200.-- x Fr. 250.--]} = Fr. 283.86) resultiert ein Betrag von Fr.
8'244.46 (Fr. 7'350.-- + Fr. 294.-- + Fr. 316.60 + Fr. 283.86). Der Rechtsvertreter hat
also eigentlich einen Aufwand resp. eine Parteientschädigung von Fr. 8'244.46 geltend
gemacht. In einem durchschnittlich aufwändigen IV-Rentenfall spricht das
Versicherungsgericht praxisgemäss jeweils eine pauschale Parteientschädigung von Fr.
3'500.-- zu. Der vorliegende Fall ist weder in rechtlicher noch in tatsächlicher Hinsicht
besonders komplex gewesen, sondern er hat vom Aufwand her einem
durchschnittlichen IV-Rentenfall entsprochen. Vor diesem Hintergrund erscheint das
vom Rechtsvertreter geforderte Honorar von Fr. 8'244.46 massiv übersetzt.
Stattdessen erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 4'250.-- als
angemessen (praxisgemäss Fr. 3'500.-- mit einem Zuschlag von Fr. 750.-- für die
mündliche Verhandlung). Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG).
Somit entschädigt der Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Fr.
3'400.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
7.3 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der Parteientschädigung
verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO, SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP, sGS 951.1]).