Decision ID: f31ebf74-cd15-5d21-bdb4-cddd51850409
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Michael Bührer, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ ist seit 2000/2001 als selbstständig erwerbender Wirt und Pizzaiolo in der
Pizzeria B._ tätig (IV-act. 1 und 61/1 f.; vgl. act. G 1/3). Überdies schloss er am
25. November 2005 einen auf drei Jahre befristeten Pachtvertrag zur Bewirtschaftung
des Gasthauses C._, den er vorzeitig am 30. Oktober 2006 unter Hinweis auf
gesundheitliche Gründe per 30. April 2007 kündigte (IV-act. 37/4; vgl. IV-act. 61/2).
A.b Der Versicherte meldete sich am 1. September 2008 zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung an und wies dabei auf eine seit 2004 bestehende
Behinderung im Schulter-Nacken-Bereich hin (IV-act. 1). Dem IV-Antragsformular legte
er ein Arztzeugnis von Dr. med. D._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, vom
27. Februar 2008 bei, welches eine Arbeitsfähigkeit (recte: Arbeitsunfähigkeit) von
100% in der Zeitspanne vom 23. Oktober 2006 bis 31. Mai 2007 und eine solche von
75% vom 1. Juni 2007 bis 30. April 2008 bescheinigte (IV-act. 2). Der Versicherte hatte
sich vom 30. Juni 2008 bis 23. Juli 2008 in eine stationäre Rehabilitation in die Klinik
Valens begeben. Im Bericht vom 31. Juli 2008 hielten die behandelnden Fachpersonen
fest, die körperliche Leistungsfähigkeit entspreche - Umdisponierungen vorausgesetzt
- den Anforderungen am jetzigen Arbeitsplatz (IV-act. 17/4).
B.
Nach Durchführung eines Vorbescheidverfahrens (IV-act. 24-31) wies die IV-Stelle mit
Verfügungen vom 20. März 2009 den Anspruch auf eine Invalidenrente (IV-act. 32) bzw.
auf berufliche Massnahmen (IV-act. 33) ab. Nachdem der Versicherte gegen die Ver
fügung bezüglich Rente eine Beschwerde vom 7. Mai 2009 erhoben hatte (IV-act. 36),
zog die IV-Stelle am 5. Juni 2009 die leistungsverweigernde Verfügung in Wiederer
wägung (IV-act. 47) und veranlasste eine Abklärung an Ort und Stelle (IV-act. 48 und
54). Mit Präsidialverfügung vom 18. Juni 2009 schrieb das Versicherungsgericht
zufolge Gegenstandslosigkeit das Beschwerdeverfahren ab (IV-act. 51).
C.
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C.a In einem Arztzeugnis vom 6. Mai 2009 hielt der Hausarzt Dr. D._ fest, der
Versicherte habe aus einem hobbymässig betriebenen Pizzaservice eine eigene
Pizzeria aufgebaut, wobei er nun einerseits die Geschäftsführung innehabe, anderseits
sich in der Küche und auch am Pizzaofen engagieren sollte. Als Pizzaiolo sei er
allerdings wegen der Schulterproblematik stark handicapiert, da bei der
Teigbearbeitung die Kraft und die Beweglichkeit durch die Belastungsschmerzen der
rechten Schulter und der Halswirbelsäule stark limitiert seien. In der reinen
Geschäftsführung sei er als Ungelernter nicht ausgelastet. Als Koch sei er bei der
manuellen Belastung eingeschränkt. Eine fachärztliche Beurteilung seiner Belastbarkeit
sei angezeigt (IV-act. 38).
C.b Am 9. September 2009 fand die Abklärung der Verhältnisse an Ort und Stelle statt.
Im Abklärungsbericht für Selbstständigerwerbende vom 19. Oktober 2009 hielt die
Abklärungsperson im Hinblick auf einen Einkommensvergleich fest, es sei nur der
Betrieb der Pizzeria B._ zu berücksichtigen. Denn die Aufgabe des Restaurants C._
sei nicht in erster Linie krankheitsbedingt geschehen, sondern vorab auf wirtschaftliche
Gründe und auf die Unmöglichkeit des Umbaus des Lokals in eine Pizzeria
zurückzuführen. Zudem wäre es für den Versicherten schwierig gewesen, an beiden
Orten gleichzeitig anwesend zu sein. In der Pizzeria B._ habe krankheitsbedingt eine
Arbeitsverlagerung stattgefunden. Der Versicherte habe sich von der Pizzaiolo-Tätigkeit
entlastet, einen entsprechenden Spezialisten angestellt und seine frei gewordenen
Kapazitäten als Küchenhilfe und Koch eingesetzt. Seitdem werde kein Aushilfekoch
mehr beschäftigt. Die Serviceaushilfen seien weiterhin im gleichen Umfang tätig. Der
Personalbestand habe sich gegenüber früher nicht verändert, lediglich die Aufgabe des
Versicherten. Durch diesen Aufgabenwechsel würden ihm behinderungsbedingte
Lohnmehrkosten in der Höhe von Fr. 13'500.-- (Differenz: Lohnbasis Pizzaiolo
[Fr. 55'900.--] – Lohnbasis Hilfskoch [Fr. 44'000.--] = Fr. 11 ́700.--, plus 15% Arbeit
gebersozialleistungen, dann: Fr. 13 ́455.--) anfallen. Bei einem – gestützt auf die bisher
abgerechneten Lohnbeiträge – ermittelten Valideneinkommen von Fr. 60'000.-- und
einem – nach Abzug von Lohnmehrkosten – berechneten Invalideneinkommen von
Fr. 46'500.--, ergebe sich eine Erwerbseinbusse von Fr. 13'455.-- bzw. ein
Invaliditätsgrad von 22,5% (IV-act. 61/5-9).
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C.c Dazu nahm der Versicherte, anwaltlich vertreten, mit Eingabe vom 22. Oktober
2009, Stellung, legte eine Gehaltskarte (2009) der stundenmässig angestellten
Küchenaushilfe E._ bei und beantragte das Einholen eines Verlaufsberichts der seit
4. September 2009 behandelnden Dr. med. F._, Innere Medizin und Rheumatologie
FMH (IV-act. 61/10-14).
D.
D.a Gestützt auf die Abklärung der Verhältnisse an Ort und Stelle stellte die IV-Stelle
dem Versicherten am 13. Januar 2010 in Aussicht, die Rente abzuweisen (IV-act. 65).
D.b Gegen diesen Vorbescheid liess der Versicherte am 15. Februar 2010 Einwand
erheben. Der Rechtsvertreter wies gestützt auf die Ausführungen vom 22. Oktober
2009 auf Ungenauigkeiten im Abklärungsbericht hin und stellte danach den
vorgenommenen Einkommensvergleich in Frage (IV-act. 66). Dem Einwand legte er
einen Arztbericht von Dr. med. F._ vom 17. September 2009 bei. Die Ärztin
bestätigte, dass der Versicherte seine frühere Arbeit als Pizzaiolo nicht mehr
durchführen könne. Trotz intensiven Trainings führe jede Belastung der Schulter (Pizza
zubereiten, Boden wischen etc.) zu Folgeschmerzen. Der Versicherte leiste zurzeit
vorwiegend Büroarbeit, für welche keine Einschränkung bestehe (IV-act. 67).
D.c Mit Schreiben vom 23. April 2010 liess der Versicherte eine aktualisierte
Gehaltskarte der Küchenhilfe E._, welche das Arbeitsverhältnis per November 2009
gekündigt habe, und eine Gehaltskarte der seit Juli 2009 mit einem Teilpensum von
20-40 Stunden pro Monat angestellten Aushilfe G._ einreichen (IV-act. 70).
D.d Mit Verfügung vom 20. August 2010 wies die IV-Stelle entsprechend dem
Vorbescheid vom 13. Januar 2010 das Rentenbegehren ab. Zum Einwand vom
15. Februar 2010 führte sie aus, neue medizinische Diagnosen und Befunde seien
keine mitgeteilt worden. Den eingereichten Buchhaltungsunterlagen könne entnommen
werden, dass sich der Umsatz in der Pizzeria B._ 2009 erfreulich entwickelt habe und
auch der Gewinn entsprechend gestiegen sei. Die weiteren Personalmehrkosten seien
deshalb nicht ausschliesslich krankheitsbedingt, sondern im Zusammenhang mit der
Entwicklung des Umsatzes und der daraus entstandenen Mehrarbeit zu betrachten.
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Anlässlich der Abklärung an Ort und Stelle bzw. im Rahmen der spontanen Aussagen
der ersten Stunde hätten der Versicherte und sein Schwager auch bei erneutem
Nachfragen bestätigt, dass das Restaurant C._ aus wirtschaftlichen Gründen und
wegen der nicht zu realisierenden Umbaupläne aufgegeben worden sei. Zudem wäre
es ebenfalls nicht möglich gewesen, in beiden Betrieben andauernd präsent zu sein.
Die allfälligen hypothetischen Gewinne, wenn denn solche erzielt worden wären, seien
deshalb nicht zu berücksichtigen (IV-act. 77).
E.
E.a Gegen die Verfügung vom 20. August 2010 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 23. September 2010 (Postaufgabe). Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und dem
Beschwerdeführer sei ab dem 1. Oktober 2007 mindestens eine Viertelsrente
zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur medizinischen Beurteilung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Zur Begründung führt der Rechtsvertreter zum einen aus, dass die Einschätzung der
Restarbeitsfähigkeit unter Verletzung der umfassenden Prüfungspflicht erfolgt sei und
die Arbeitsfähigkeit deutlich tiefer sei als von der Beschwerdegegnerin gestützt auf den
Arztbericht der Klinik Valens angenommen werde. Der Hausarzt beurteile den
Beschwerdeführer als Pizzaiolo und Koch aufgrund der Schulterleiden und der
Ausstrahlung in die Halswirbelsäule als stark handicapiert. Jede Belastung der
Schultern führe gemäss der behandelnden Rheumatologin zu Folgeschmerzen,
weshalb nicht nachvollziehbar sei, dass der Beschwerdeführer in einer mittelschweren
Tätigkeit arbeitsfähig sein solle. Die dem Abklärungsbericht Selbstständigerwerbende
zugrundeliegenden Einschätzungen der Leistungsfähigkeit in den einzelnen
Tätigkeitsbereichen seien zu hoch. Zum anderen sei bei der hypothetischen
Validenkarriere anzunehmen, dass der Betriebsgang der Pizzeria B._ nach der
Startphase im Jahr 2001 bedeutend mehr an Gewinn abgeworfen hätte, als die
Buchhaltungen der Jahre 2003 bis 2008 darlegen würden, wenn die gesundheitliche
Beeinträchtigung (Schulterproblematik) seit Februar 2003 nicht bestanden hätte. Dazu
seien noch die hypothetischen Gewinne des Restaurants C._ zu berechnen, dessen
Betrieb der Beschwerdeführer krankheitsbedingt vorzeitig habe aufgeben müssen,
bevor der Aufbau des Geschäfts vollständig abgeschlossen gewesen bzw. der
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angestrebte Umsatz erreicht worden sei. Im Einkommensvergleich müssten überdies
der Lohnaufwand der Küchenhilfe (Lohnmehrkosten) in der Pizzeria B._ und die
entgangenen Gewinne aus den Einsätzen mit dem mobilen Pizzaofen Eingang finden
(act. G 1).
E.b In der Beschwerdeantwort vom 15. November 2010 beantragt die Beschwerde
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass der
Bericht der Klinik Valens die vom Hausarzt zugestellten medizinischen Akten des
Beschwerdeführers einbeziehe, unter anderem auf einer anlässlich des stationären
Aufenthalts durchgeführten Belastbarkeitsbeurteilung beruhe und die
Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründe. Der Beschwerdeführer habe gemäss
IK-Einträgen der letzten vier Jahre vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung
ein durchschnittliches Jahreseinkommen von Fr. 55'475.-- erzielt, weshalb der vom
Abklärungsbeauftragten nach Ermessen festgelegte Validenlohn von Fr. 60'000.-- nicht
zu tief erscheine. Dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall sein Einkommen
durch die Führung eines zweiten Gastronomiebetriebes (Restaurant C._) erheblich
hätte steigern können, sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan. Die
Aufgabe des Restaurants könne mit der gesundheitlichen Einschränkung nicht
begründet werden, weil der Beschwerdeführer nicht an beiden Orten gleichzeitig hätte
sein können. Was das Invalideneinkommen betreffe, resultiere aus der zumutbaren
Arbeitsverlagerung innerhalb der Pizzeria B._ nur insoweit ein erhöhter
Personalaufwand, als die Entlöhnung des Pizzaiolos um Fr. 13'500.-- über derjenigen
des Hilfskochs liege. Nur aus diesen Lohnmehrkosten resultiere eine Differenz
zwischen Valideneinkommen und Invalideneinkommen (act. G 4).
E.c Mit Replik vom 16. Dezember 2010 hält der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers an seinen Anträgen unverändert fest. Ergänzend bringt er vor, da
der Beschwerdeführer die Arbeit als Pizzaiolo nicht mehr übernehmen könne und
sowohl in der Küche als auch im Service gesundheitlich beeinträchtigt sei, habe er im
Jahr 2009 (neben zwei Serviceangestellten, die schon vor dem Eintritt der Invalidität für
ihn gearbeitet hätten) zwei Aushilfen für die Küche, nämlich E._ und G._,
beschäftigt. Seit anfangs 2010 (was für die Bestimmung des Invalideneinkommens
nicht mehr massgeblich sei) seien keine zusätzlichen Küchenaushilfen mehr angestellt;
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stattdessen sei die Ehegattin des Beschwerdeführers ohne Entgelt als Küchenhilfe tätig
(act. G 8).
E.d Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 10).

Erwägungen:
1.
Der Beschwerdeführer gab anlässlich der Abklärung an Ort und Stelle vom 9.
September 2009 an, nach der gut verlaufenen Operation im August 2004 sei er bis
2006 beschwerdefrei gewesen (IV-act. 61/1). Im August 2004 war eine Tenodese der
langen Bizepssehne rechts bei proximaler Ruptur und eine Anfrischung einer
Partialruptur der Supraspinatussehne erfolgt. Nach einem beschwerdefreien Verlauf
traten Anfang Oktober 2006 Schulterschmerzen mit Ausstrahlung in den proximalen
Oberarm auf. Am 10. Januar 2007 musste sodann der diagnostizierte Abriss der
Supraspinatussehne (rechts) refixiert und dekomprimiert sowie ein Teil des
Schlüsselbeins reseziert werden. Seitdem klagt der Beschwerdeführer über chronische
Schmerzen in der rechten Schulter und seit Oktober 2007 zunehmend auch über
Schmerzen im linken Schulter-/ Nackenbereich (IV-act. 17/6, 8, 15, 26 und 31). Gemäss
Arztzeugnis des Hausarztes vom 27. Februar 2008 (IV-act. 2) besteht seit 23. Oktober
2006 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% in der bisherigen Tätigkeit bzw. seit 1. Juni
2007 eine solche von 75%. Eine im Hinblick auf einen allfälligen Rentenanspruch
relevante gesundheitliche Einschränkung besteht mithin seit Oktober 2006.
2.
Angefochten ist eine Verfügung vom 20. August 2010 (IV-act. 77), die aufgrund einer
IV-Anmeldung vom 1. September 2008 ergangen ist (IV-act. 1). Der zu beurteilende
Sachverhalt entwickelte sich nach dem Gesagten seit Oktober 2006, somit teilweise
vor der auf Anfang 2008 in Kraft getretenen 5. Revision der Invalidenversicherung. Da
sich die Definition der Invalidität und die damit zusammenhängenden Begriffe mit
dieser Revision nicht geändert haben, werden im Folgenden die seit dem 1. Januar
2008 gültigen Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20), der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des
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Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1) wiedergegeben. Davon ausgenommen bleiben die Regelung des Zeitpunktes
des Rentenbeginns und der Nachzahlung von Leistungen, welche von
entscheidrelevanten Rechtsänderungen betroffen sind, weshalb in diesem
Zusammenhang das alte Recht gilt.
3.
Streitig ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente. Einen solchen
Leistungsanspruch haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG diejenigen versicherten Personen,
die während einer einjährigen Wartezeit durchschnittlich zu mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen (Art. 6 Satz 1 ATSG) und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40% invalid sind (Art. 8 Abs. 1 ATSG), sofern sie ihre Erwerbsfähigkeit
nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder
verbessern können.
3.1 Nur eine Invalidität von zumindest 40% wird gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG renten
mässig entschädigt. Unter Invalidität versteht Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8
Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit andauernde Erwerbsun
fähigkeit. Erfasst wird damit der Verlust der Erwerbsmöglichkeiten in jeder zumutbaren
Tätigkeit. Dieser Verlust muss auf eine Beeinträchtigung der Gesundheit zurückgeführt
werden können und trotz Vornahme von zumutbaren Behandlungs- und
Eingliederungsmassnahmen verbleiben (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
3.2 Demnach setzt die Invalidität im rechtlichen Sinn voraus, dass der
Gesundheitsschaden sowie dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt
worden sind. Die Rechtsanwender sind deshalb auf Einschätzungen durch ärztliche
und gegebenenfalls auch andere Fachleute angewiesen. Aufgabe des Arztes oder der
Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu erheben und dazu Stellung zu nehmen, in
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person noch
arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Gestützt darauf werden von der Verwaltung und
den Gerichten die erwerblichen Folgen der verbliebenen Restarbeitsfähigkeit ermittelt.
4.
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Zu prüfen ist zunächst, ob die vorliegenden Akten, insbesondere der Bericht der Klinik
Valens vom 31. Juli 2008, eine zuverlässige Beurteilung der Restleistungsfähigkeit des
Beschwerdeführers gestatten.
4.1 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des
Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
4.2 Der hier zu prüfende Bericht berücksichtigt die Erkenntnisse und Beurteilungen
durch das Institut Radiologie im Medizinischen Zentrum Bad Ragaz (IV-act. 17/29-31),
die Klinik für Chirurgie und Orthopädie am Spital H._ (IV-act. 17/17-28), Dr. med.
I._, Chirurgie FMH (IV-act. 17/13-16), und das Team der Wirbelsäulenchirurgie an der
Balgrist Uniklinik (IV-act. 17/8-12). Der Regionale Ärztliche Dienst der
Invalidenversicherung (RAD) Ostschweiz hebt in einer Stellungnahme vom 20. März
2009 die multidisziplinäre und umfassende Tragweite dieser medizinischen
Abklärungen wie folgt hervor: Die bisherige Berichterstattung basiere auf
umfangreichen klinischen und technischen Untersuchungen, inkl. MRI der HWS vom
11. April 2008 sowie neurologischer Untersuchung mit Elektromyographie und
Elektroneurographie (IV-act. 31).
4.3 Der Beschwerdeführer absolvierte in der Klinik Valens ein dreiwöchiges aktives
leistungsorientiertes Ergonomietrainingsprogramm, welches tägliches Gehtraining,
Krafttraining, sporttherapeutische Gruppenbehandlungen, Wassergymnastik und
ergonomisches Training und Beratungen umfasste. Beim Eintritt in die stationäre
Rehabilitation klagte er über Schulternackenschmerzen, stärker rechts als links. Im
Alltag fühle er sich beim Kochen und bei Reinigungsarbeiten eingeschränkt. Er erwarte
nach der stationären Behandlung, täglich die Arbeit erledigen bzw. die Pizza zubereiten
zu können und weniger Schmerzen zu haben. In der klinischen Untersuchung zeigte er
im M. Subscapularis, in den Rhombioden rechts sowie beim Pectoralis minor rechts
starke Schmerzen. Im Weiteren liessen sich bei der unteren Halswirbelsäule (C5 und
C6) typische Schmerzen im linken Arm provozieren. Als ungünstiger Faktor müsse die
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ungünstige Haltung angesehen werden (dorsaler Überhang lumbal bei verstärkter
BWS-Kyphose und Kopfprotraktion). Ausser der nicht dermatombezogenen
Hyposensibilität im linken Arm sei die Neurologie unauffällig. Zudem beklage der
Beschwerdeführer starke vegetative Reaktionen im Flankenbereich sowie am Oberarm
links. Es finde sich eine Steifigkeit in der gesamten Brustwirbelsäule. Alle vorgesehenen
Tests zur Beurteilung der arbeitsbezogenen körperlichen Leistungsfähigkeit hätten
durchgeführt werden können. Diese liege allgemein im Bereich einer mittelschweren
Arbeit. Die Leistungsbereitschaft falle im Wesentlichen als gut auf. Die Konsistenz bei
den Tests sei gut gewesen mit Ausnahme der zu tiefen Selbsteinschätzung der eigenen
Leistungsfähigkeit im PACT-Test (IV-act. 17/1 f.).
4.4 In der Beurteilung führten die Ärzte der Klinik Valens aus, das arbeitsbezogene
Hauptproblem sei eine schmerzhaft reduzierte Belastbarkeit im Schulterbereich, die
sich vor allem beim Hantieren von Gewichten im mittelschweren Bereich durch eine
verminderte aktive Stabilisationsfähigkeit zeige. Der Versicherte sei unter
Berücksichtigung seiner ergonomischen Leistungsfähigkeit für eine mittelschwere
Arbeit mit Wechselbelastung und Gewichtslimite bis maximal und selten 20 kg
ganztags arbeitsfähig. Arbeiten über Schulterhöhe seien manchmal am Tag (6% bis
33% eines achtstündigen Arbeitstages) zumutbar. Die körperliche Leistungsfähigkeit
entspreche im Wesentlichen den Anforderungen am Arbeitsplatz eines selbstständig
erwerbenden Gastronoms in einer Pizzeria. Dabei sei es dem Beschwerdeführer
möglich, die schweren Gewichte abzugeben oder zu zweit zu tragen. Der häufige und
repetitive Armeinsatz bei der Zubereitung des Pizzateiges sei, wenn möglich, zu
vermeiden bzw. Mitarbeitern zu delegieren (IV-act. 17/3 f.). Diese arbeitsmedizinische
Beurteilung erklärt nachvollziehbar und überzeugend, inwiefern die körperlichen
Funktionen des Beschwerdeführers leidensbedingt eingeschränkt werden sowie
welche Belastungen zu vermeiden und welche arbeitsorganisatorischen Massnahmen
erforderlich sind.
4.5 Die rechtsgenügliche Beweiskraft der Arbeitsfähigkeitsschätzung durch die Klinik
Valens wird durch die Berichterstattung des Hausarztes Dr. D._ vom 6. Mai 2009 und
der Rheumatologin Dr. F._ vom 17. September 2009 nicht erschüttert. Ausser Frage
steht, dass der Beschwerdeführer medizinisch indiziert die Tätigkeit als Pizzaiolo
aufgeben musste. Es trifft jedoch einerseits nicht zu, dass der Hausarzt auch die Koch-
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Tätigkeit als unzumutbar betrachtet. Er weist in diesem Zusammenhang nur darauf hin,
dass bei dieser Tätigkeit die manuelle Belastung eingeschränkt ist (IV-act. 38). Die von
ihm empfohlene fachärztliche Beurteilung erfolgte - wie die Beschwerdegegnerin zu
Recht einwendet (act. G 4) - bereits in der Klinik Valens. Aus dem Bericht der
Rheumatologin geht andererseits nur hervor, dass trotz intensiven Trainings die
erwartete Verbesserung der Leistungsfähigkeit nicht eingetreten sei. Die Aussage, dass
der Beschwerdeführer vorwiegend Büroarbeit leiste (IV-act. 67), stimmt mit dessen
Angaben anlässlich der Abklärung an Ort und Stelle vom 9. September 2009 (IV-
act. 61) nicht überein und belegt nicht, dass er nur imstande wäre, eine solche Tätigkeit
auszuüben.
4.6 Die Beschwerdegegnerin hat zu Recht auf den Bericht der Klinik Valens abgestellt.
Eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes ist nicht gegeben.
5.
Des Weiteren sind die erwerblichen Folgen der nachgewiesenen Restarbeitsfähigkeit zu
prüfen.
5.1 Der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Personen resultiert gemäss Art. 16 ATSG
aus dem Vergleich zwischen den möglichen Erwerbseinkommen ohne und mit
Gesundheitsschaden (Methode des Einkommensvergleichs). Lassen sich allerdings die
beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht ziffernmässig festlegen und erscheint
die Aufgabe der bisherigen selbstständigerwerbenden Geschäftstätigkeit unzumutbar,
so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige (Art. 27 IVV) bei
Selbstständigerwerbenden ein Betätigungsvergleich als ausserordentliches
Bemessungsverfahren anzustellen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der
erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten
erwerblichen Situation zu bestimmen(BGE 104 V 136 ff. E. 2c/d und E. 3; BGE 128 V
30 f. E. 1).
5.2 Die selbstständig erwerbende Person hat die nachteiligen Auswirkungen des
Gesundheitsschadens soweit möglich zu beseitigen oder herabzusetzen. Denkbar sind
unter anderem die Übernahme der Geschäftsführung und Administration (vgl. Urteil des
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EVG vom 30. Dezember 2002, I 116/02, E. 3.2) sowie die Anstellung von Arbeitskräften
(vgl. ZAK 1971, S. 340 E. 2). Vorliegend hat der Beschwerdeführer mit einer Arbeits
reorganisation bzw. einer Verlagerung seiner bisherigen Tätigkeit im Betrieb gezeigt,
dass von einer beruflichen Neuorientierung zur Unselbständigkeit keine bessere
erwerbliche Verwertung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten wäre. Ein Berufswechsel
erscheint weder sinnvoll noch zumutbar. Ein Betätigungsvergleich kommt hier aber
nicht in Betracht, weil - wie die folgenden Erwägungen zeigen werden - die
Erwerbseinkommen vor und nach der Umdisponierung des Betriebs sich zuverlässig
ermitteln lassen.
5.3 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns des
Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf
zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der
Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (vgl. BGE 129
V 223 ff. E. 4.1, 4.2; BGE 128 V 174). Wie oben dargelegt (E. 2), ist vorliegend
betreffend Rentenbeginn und Nachzahlung von Leistungen das alte Recht anwendbar.
Gemäss vor der 5. IV-Revision geltendem aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG entstand der
Rentenanspruch in zeitlicher Hinsicht unabhängig vom Anmeldungsdatum nach Ablauf
der einjährigen Wartefrist. Meldete sich eine versicherte Person mehr als zwölf Monate
nach Entstehen des Anspruchs an, so wurden die Leistungen lediglich für die zwölf der
Anmeldung vorangehenden Monate ausgerichtet (aArt. 48 Abs. 2 IVG).
5.4 Die IV-Anmeldung erfolgte am 1. September 2008 (IV-act. 1), womit eine Rente
frühestens seit dem 1. September 2007 ausbezahlt werden könnte, wenn eine
anhaltende Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40% in den vorangehenden zwölf
Monaten vorgelegen hätte. Festzuhalten ist, dass sich die Arbeitsunfähigkeit im
Zusammenhang mit der Wartezeit lediglich auf die durch Gesundheitsschäden
bedingte qualitative und/oder quantitative Einbusse an funktionellem
Leistungsvermögen in der bisherigen Tätigkeit bezieht (BGE 130 V 99 E. 3.2; BGE 105
V 159 E. 2a; BGE 97 V 231 E. 2). Deshalb kann auf die vom Hausarzt bescheinigte
Arbeitsunfähigkeit seit 23. Oktober 2006 (IV-act. 2) abgestellt werden. Damit ist die
Wartezeit am 22. Oktober 2007 abgelaufen, so dass der 1. Oktober 2007 als Zeitpunkt
für die Entstehung eines allfälligen Rentenanspruches bzw. das Jahr 2007 als
Referenzpunkt für das Valideneinkommen gelten kann.
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5.5 Der Beschwerdeführer ist seit 2000/2001 selbstständig erwerbender Gastronom.
Für die Beurteilung der erwerblichen Verhältnisse lagen der Beschwerdegegnerin die
Erfolgsrechnungen der Pizzeria B._ für die Jahre 2003 bis 2009 (IV-act. 12-15, 39, 56,
58 und 76), Auszüge aus dem individuellen Konto des Versicherten (IV-act. 18 und 68)
sowie Auskünfte des Steueramtes J._ (IV-act. 19) vor.
5.6 Bei der Validenkarriere ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im
Gesundheitsfall die bisherige selbstständige Geschäftstätigkeit in der Pizzeria B._
ohne betriebliche Reorganisation weitergeführt hätte. Bei Selbstständigerwerbenden
rechtfertigt es sich, aufgrund der variierenden Jahreseinkommen auf
Durchschnittswerte abzustellen. Die Erfolgsrechnungen zeigen eine Entwicklung beim
Reingewinn wie folgt: Fr. 43'211.-- (2003), Fr. 45'349.-- (2004), Fr. 46'784.-- (2005),
Fr. 54'243.-- (2006), Fr. 74'523.-- (2007), Fr. 49'262.-- (2008), und Fr. 85'346.-- (2009).
Als steuerbares Erwerbseinkommen aus selbstständiger Tätigkeit wurden im Jahr 2004
Fr. 48'349.--, im Jahr 2005 Fr. 50'384.-- und im Jahr 2006 Fr. 57'843.-- berechnet. Als
Erwerbseinkommen im Sinne von Art. 16 ATSG gelten gemäss Art. 25 Abs. 1 IVV
mutmassliche jährliche Erwerbseinkommen, von denen Beiträge gemäss AHVG
erhoben würden. Gemäss IK-Auszug erzielte der Beschwerdeführer folgende
Jahreseinkommen: Fr. 57'800.-- (2003), Fr. 51'400.-- (2004), Fr. 54'000.-- (2005),
Fr. 62'700.-- (2006), Fr. 80'400.-- (2007) und Fr. 56'100.-- (2008). Angesichts der
Tatsache, dass der Beschwerdeführer vor Eintritt des Gesundheitsschadens als
Pizzaiolo und als Wirt im eigenen Betrieb tätig war und dass der durchschnittliche
jährliche Reingewinn etwas unter Fr. 60'000.-- lag, erscheint die letztgenannte Summe
als Valideneinkommen vertretbar.
5.7 Unbehelflich ist es, wenn der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers unter
Hinweis auf eine Gesundheitsbeeinträchtigung seit 2003 und auf eine Startphase bei
der Unternehmung geltend macht, dass ein höherer als der tatsächliche Reingewinn
anzunehmen wäre. Zum einen trat der Versicherungsfall erst Ende 2006 ein und sind
erst ab diesem Zeitpunkt Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit dokumentiert (vgl.
obenstehend E. 1; IV-act. 2). Zum anderen kann nach rund sechs Jahre selbständiger
Tätigkeit mit der Pizzeria B._ von einer Aufbauphase nicht mehr die Rede sein.
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5.8 Dem Einwand, die hypothetischen Gewinne des Restaurants C._ seien zum
Valideneinkommen hinzuzurechnen, ist nicht zu folgen. Es ist unbestritten und in den
Erfolgsrechnungen 2006 und 2007, die das gepachtete Restaurant C._ einschliessen,
ersichtlich, dass dieses Projekt aus wirtschaftlicher Sicht kein Erfolg gewesen war. Es
bestehen keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer mit dem
gepachteten Restaurant überwiegend wahrscheinlich Gewinnaussichten gehabt hätte.
Für die Bestimmung des hypothetischen Einkommens eines Selbstständigerwerbenden
darf nicht allein vom Ertrag eines gleichartigen Betriebes ausgegangen werden, weil
das Geschäftsergebnis massgeblich vom persönlichen Einsatz und den individuellen
Fähigkeiten des Betriebsinhabers abhängt (Meyer, Rechtsprechung des Bundesgericht
zum IVG, 2. Aufl. Basel/Freiburg 2010, Art. 28a S. 307 mit Hinweis auf ZAK 1981 44
E. 2). Es ist nicht einzusehen, weshalb die Abklärungspersonen im Abklärungsbericht
Selbstständigerwerbende willkürlich protokolliert hätten, dass die Aufgabe des Betriebs
auf wirtschaftliche Gründe und auf die Unmöglichkeit des Umbaus zurückzuführen sei.
Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer die Kündigung am 30. Oktober 2006
aussprach und im Zeitpunkt der Kündigung noch keine langdauernde
Arbeitsunfähigkeit vorlag, sondern eine solche erst im Nachhinein für die Zeit ab dem
23. Oktober 2006 bescheinigt wurde, dürfte gegen eine gesundheitsbedingte
Kündigung sprechen.
5.9 Nicht belegt ist sodann die Aussage, dass der Beschwerdeführer mit Einsätzen
mit dem mobilen Pizzaofen einen Jahresgewinn in der Höhe vom Fr. 35'000.--
erwirtschaftet hätte, was nun als entgangener Gewinn anzusehen wäre. In einer
Stellungnahme vom 3. November 2010 hält die Beschwerdegegnerin zu Recht fest,
dass die Einnahmen des Pizzaofens in der Buchhaltung nicht separat ausgewiesen
sind (IV-act. 85).
5.10Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens sind die Lohnmehrkosten zu
beachten, welche die zumutbare Umdisponierung des Betriebs verursachte. Gestützt
auf die Feststellung anlässlich der Abklärung an Ort und Stelle (IV-act. 61/5-9), wonach
sich der Personalbestand gegenüber früher nicht verändert hat, ist der
Beschwerdegegnerin beizupflichten, dass Mehrkosten ausschliesslich dadurch
entstanden sind, dass der Beschwerdeführer eine schlechter entlöhnte Tätigkeit
übernommen und für seine früher ausgeübte, besser entlohnte Aufgabe als Pizzaiolo
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einen neuen Arbeitnehmer angestellt hat. Spätere Lohnmehrkosten sind in
Übereinstimmung mit der Stellungnahme vom 3. November 2010 im Zusammenhang
mit der Umsatzsteigerung zu sehen (IV-act. 85). Deshalb erweist sich der Vergleich
zwischen einem Valideneinkommen von Fr. 60'000.-- und einem - nach Abzug der
Lohnmehrkosten in der Höhe von Fr. 13'500.-- resultierenden Invalideneinkommen von
Fr. 46'500.-- als korrekt. Aus der Differenz ergibt sich, wie von der
Beschwerdegegnerin ermittelt, ein nicht rentenrelevanter Invaliditätsgrad von 22,5%.
Selbst bei Anrechnung eines höheren Valideneinkommens würde kein
rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren, zumal auch auf Seiten des
Invalideneinkommens eine Erhöhung erfolgen müsste, da sich die gesundheitlichen
Einschränkungen des Beschwerdeführers über die genannten Lohnmehrkosten hinaus
nicht im Umsatz und im Betriebsgewinn niederschlagen.
6.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Ange
legenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie
vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der von ihm geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat der
Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP