Decision ID: c3cff8b9-cea2-4776-813f-9298368f9245
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1970, arbeitete seit dem
1.
Juni 2012 als Helpdesk-Mitarbeiterin bei der
Y._
GmbH und war dadurch
bei der Swica Versicherungen AG (nachfolgend: Swica)
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 1
1.
März 2013 reichte die Versicherte über ihre Arbeitgeberin eine Unfallmeldung UVG ein,
wonach sie am 18.
November 2012 in der Sportanlage
Z._ auf Eis ausgerutscht sei
und sich an der rechten Schulter und am
linken Handgelenk verletzt habe
(
Urk.
9/1).
Dr. med. A._, FMH Chirurgie, diagnostizierte daraufhin eine posttraumatische SLAP-Läsion Typ II rechte Schulter und
führte
am 12. April 2013
einen operativen Eingriff durch (
SAS rechts mit SLAP-Repair
transarthroskop
isch, Urk. 9/18/2
). Die Swica erbrachte Heilbehandlungs
- und Taggeldleistungen. Am 20. August 2013 stellte Dr. med. B._, FMH Chirurgie, eine Frozen Shoulder bei Status nach SLAP-Fixation und einer langen Bizepssehnen- (LBS-)Tendinitis fest (Urk. 9/39/2) und nahm am 16. September 2013
einen weiteren operativen Eingriff an der rechten Schulter der Versicherten vor (
Schulterarthroskopie, arthroskopische LBS-Tenodese sowie
zirkuläre Capsulotomie, Urk. 9/49/3
).
Im August 2014
gab die Swica bei
Dr.
med.
C._
, FMH Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates
, ein Gutachten in Auftrag, das dieser am 1
5.
Januar 2015 erstattete (
Urk.
9/138). Mit Verf
ügung vom 23. Januar 2015 stellte die Swica fest
, dass seit dem 1
8.
Februar 2013
kein Leistungs
anspruch der Versicherten mehr bestehe.
Auf eine Rückforderung bereits erbrachter Heilungskosten sowie Taggeldleistungen werde entgegenkom
mend verzichtet (
Urk.
9/140). Die dagegen von der Versicherten am 1
7.
Februar bzw. 2
7.
März 2015 erhobene Einsprache (
Urk.
9/143 und
Urk.
9/145) wies die Swica mit Entscheid
vom 17. November 2015 ab (Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 3
1.
Dezember 2015 Beschwerde mit folgen
dem Rechtsbegehren:
„
1.
Es sei der Einsprache-Entscheid vom 1
7.
November 2015 aufzuheben.
2.
Es seien der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen (Heilungskosten
und Taggelder) auch nach dem 1
8.
Februar 2013 auszurichten.
3.
Es sei eine Rentenprüfung vorzunehmen.
4.
Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen.“
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Bes
chwerdeantwort vom 4. März 2016, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit auf sie einzutreten sei
(
Urk.
8). Mit Replik vom 2
2.
April 2016 teilte die Beschwerdeführerin mit, dass sie auf eine Stellungnahme zur Beschwerdeantwort verzichte (
Urk.
12), was der Beschwerdegegnerin am 2
6.
April 2016 zur Kenntnis geb
racht wurde (Urk. 13).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Abs. 2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verun
fallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind von der versicherten Per
son glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser For
derung nicht nach, indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubhaft erscheinen las
sen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbe
griffs erfüllt sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen. Ist aufgrund dieser Massnahmen das Vorlie
gen eines Unfallereignisses nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt – die blosse Möglichkeit genügt nicht –, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der versicherten Person aus
wirkt (BGE 116 V 136 E. 4b, 114 V 298 E. 5b, 111 V 201 E. 6b; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedin
gungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Stö
rung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversi
cherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfall
fremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesund
heitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfall
bedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialver
sicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/aa).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich hiebei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gege
ben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweis
grundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfol
gen und sind für sämtliche Leistungsarten
massgebend
(
Urteil des Bundesge
richts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlich
keit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflege
leistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heil
behandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.5
Gemäss Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG), so steht ihr nach Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu.
Wird der Versicherte infolge des Unfalles zu mindestens 10 % (Art. 8 ATSG) invalid, so hat er Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behand
lung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Einspracheentscheid damit,
dass die Rüge der Beschwerdeführerin, wonach im Rahmen der Erstellung des Gutachtens von Dr. C._ ihre Mitwirkungsrechte verletzt worden seien, unberechtigt sei. Dr. C._ habe in seinem Gutachten sodann nachvollziehbar und in sehr anschaulicher Weise dargelegt, weshalb der von der Beschwerdeführerin beschriebene Sturzmechanismus keinesfalls geeignet sei, eine SLAP-Läsion zu bewirken. Selbst wenn man aber davon ausgehe, dass das rechte Schultergelenk beim Unfall wesentlich betroffen gewesen wäre, wären die von der Beschwerdeführerin geklagten Schmerzen nur durch hypothetische, sogenannte Mikroverletzungen in schmerzinner
vierten Weichteilen ausgelöst worden und deshalb auch nur bis zum Errei
chen des Status quo sine vel ante möglicherweise unfallkausal erklärbar. Dieser leistungsbeendende Zustand sei spätestens am 18. Februar 2013 (drei Monate nach dem Ereignis) eingetreten. Nach diesem Zeitpunkt bestehe daher keine Leistungspflicht mehr (Urk. 2 S. 7 ff.
).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend, dass sie auf das Recht, dem Gutachter Dr. C._ Zusatzfragen zu stellen und formelle sowie materielle Einwendungen zu erheben, nicht hingewiesen worden sei. Im Weiteren sei das Gutachten von Dr. C._ auch in materieller Hinsicht zu beanstanden. Durch den Unfall vom 18. November 2012 seien beide Schul
tern und das linke Handgelenk in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Schlussfolgerung von Dr. C._, die Problematik an der rechten Schulter könne nicht unfallbedingt sein, sei somit nicht korrekt. Zudem hätte Dr. C._ detaillierte Befunde erheben und Diagnosen nach ICD-10 stellen müssen, was hier fehle. Dass Dr. C._ das Vorliegen einer SLAP-Läsion Typ II verneint habe, obwohl die Aktenlage diesbezüglich klar sei, sei schlicht unverständlich. Die SLAP-Läsion Typ II sei klar unfallbedingt, wes
halb die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht am 29. April 2013 auch anerkannt habe (Urk. 1 S. 4 f.)
3.
3.1
Dr. A._
hielt im Eintrag in der Krankengeschichte vom 2
2.
November 2012 fest, dass die Beschwerdeführerin seit längerer Zeit rechtsseitige Schulterbeschwerden habe. Es lägen ein seitengleiches Profil mit seitenglei
cher Beweglichkeit und eine ganz klassische Bizepssymptomatik mit auch lokal massivster Druckdolenz des Sulcus bicipitalis vor (
Urk.
9/6/2).
3.2
Dr.
med.
D._, FMH Radiologie,
von der Klinik
E._
erklärte im Bericht
über das
a
m 1. Februar 2013 durchgeführte
MR Arthro Sch
ulter rechts, dass sich der
Gelenkraum von normaler Weite entfalte. Der Humerus
kopf und die Schultergelenkspfanne seien ossär regelrecht. Das Labrum sei intakt. Im Sulcus intertubercularis lasse sich
im Verlauf eine normal
kräftige
,
lange Bizepssehne verfolgen. Es finde sich ein Buford-Komplex mit teils unterminiertem cranialem Labrum. Die Rotatorenmanschette sei kräf
t
ig aus
gebildet. Die Sehnen und das AC-Gelenk seien intakt. Anlagebedingt liege ein eher schmaler Subacromialraum vor (
Urk.
9/6/1).
3.3
Dr. A._
vermerkte im Eintrag in der Krankengeschichte vom
1.
Februar 2013, dass sich im Arthro-MRI ein hochgradiger Verdacht auf eine SLAP-Läsion, ein r
elativ enger Subacromialraum und
keine Läsion der
Rotatoren
manschette gezeigt hätten (Urk. 9/6/2).
Im Eintrag in der Krankengeschichte vom
1.
März 2013 hielt
Dr. A._
fest, dass betreffend die Schulter rechts nach wie vor eine unveränderte Situation gegeben sei. Nach dem Sturzereignis vom 1
8.
November 2012 habe die Beschwerdeführerin immer noch starke Schmerzen. MRI-mässig sei die Schulter unauffällig gewesen. Für ihn seien aber eine nicht ganz saubere Labrumläsion und eine SLAP-Läsion mit Bizepspathologie nicht ausschliess
bar (
Urk.
9/6/2).
Im Schreiben vom
8.
April 2013 erklärte
Dr. A._
, die Beschwerdeführerin
habe
bei der Erstkonsultation bezüglich ihrer
rechten
S
chulter angegeben, dass sie
gelegentlich schon frü
her Beschwerden gehabt habe
. Dies
e
habe sie jedoch auf eine Über
be
lastung und auch
auf
gelegentliche Zerrungen zurückgeführ
t, wie sie bei
sportlichen Aktivitäten vorkomme
n würden. Am 18. November 2012 habe die Beschwerdeführerin
noch einmal ein Sturzer
eignis erlitten und in der Folge habe sich eine stark schmerzhafte rechte Schulterpathologie entwickelt. Die r
adiologische Abklärung habe
einen hochgradigen Verdacht auf eine SLAP-Läsion ergeben.
Aufgrund der
Anam
nese
und des
radiologische
n
Befund
s
sei eine Unfallkausalität
seines Erach
tens
klar gegeben (Urk. 9/16).
3.4
Im Operationsbericht betreffend den Eingriff vom 12. April 2013 diagnosti
zierte Dr. A._ eine posttraumatische SLAP-Läsion Typ II rechte Schulter. Es hätten sich unauffällige Knorpelverhältnisse an der Cavitas glenoidalis und am Humeruskopf, eine intakte Rotatorenmanschette und ein intaktes Poulie gezeigt mit nur minim geröteter Bizepssehne, welche selber absolut unauffällig sei. Weiter habe aber eine ausgedehnte SLAP-Läsion Typ II vor
gelegen, welche in einen Buford-Komplex übergehe und deshalb eine starke Instabilität des Bizepsankers bzw. des kranialen Labrums verursacht habe (Urk. 9/18/2).
3.5
Dr. B._ stellte im Bericht vom 20. August 2013 die Diagnose einer Fro
zen Shoulder rechts bei Status nach SLAP-Refixation und LBS-Tendinitis. Er gab an, dass die MRI-Untersuchung vom 9. August 2013 eine deutliche Verdickung des Intervalls als Zeichen einer Frozen Shoulder sowie einen Verschluss des inferioren Rezessus gezeigt habe. Weiter sei eine angedeutete Verdickung des Bizeps mit ventraler Subluxation ersichtlich gewesen (Urk. 9/39/2).
Im Operationsbericht vom 16. September 2013 erklärte Dr. B._, dass eine Schulterarthroskopie, eine arthroskopische LBS-Tenodese sowie eine zirkuläre Capsulotomie durchgeführt worden seien (Urk. 9/49/3).
3.6
Dr. C._
stellte im Gutachten vom 1
5. Januar 2015 folgende Diagnosen (Urk. 9/138/16):
chronifizierte und unspezifische Schulterschmerzen rechts
Status nach Eingriff am 1
2.
April 2013
Status nach Eingriff am 1
7.
September 2013
(richtig: 16. September 2013)
Status nach Sturz auf die linke Seite am 1
8.
November 2012
Aggravation
Dr. C._
führte aus, dass die Beschwerdeführerin am 1
8.
November 2012 auf die linke Seite gestürzt sei und den Sturz mit der linken Hand abgefan
ge
n habe. Daraus sei aber bereits
mit an Sicherheit grenz
ender Wahrschein
lichkeit
abzuleiten, dass es sich bei der Problematik an der rechten Schulter nicht überwiegend wahrscheinlich um Unfallfolgen handeln könne.
Am allerwahrscheinlichsten habe es sich vorliegend (unter Berücksichtigung der klinischen, intraoperativen und radiologischen Befunde) um eine Normvari
ante eines sublabral hole gehandelt, welches möglicherweise intraoperativ ausgedehnt(er) beurteilt worden sei und eine SLAP-Läsion vorgetäuscht habe. Im Weiteren sei zu verneinen, dass allenfalls ein Anspruch auf die Operation (vom 12. April 2013) deshalb hätte bestehen können, weil diese im Gesamtkontext der vorzeitigen Beseitigung der vom Unfall eventuell mitver
ursachten Beschwerden/Schmerzen hätte dienen sollen. Der Status quo sine vel ante im Zusammenhang mit dem inkriminierten Ereignis vom 18. November 2012 sei spätestens am 18. Februar 2013 eingetreten
(Urk. 9/138/16-20
).
3.7
Dr. med. F._, FMH Allgemeine Innere Medizin, hielt im Sonografie-Protokoll Schulter vom 8. April 2015 fest, dass eine chronische Bursitis sub
acromialis rechts, betont anteromedial, vorliege. Sonografisch sei der Zustand vereinbar mit einer alten Abrissläsion der proximalen langen Bizepssehne rechts. Ein Ankerreflex lasse sich nicht darstellen; dies sei aber nicht verwunderlich, wenn der Anker unterhalb des Acromeons liegen sollte. Die Rotatorenmanschette sei beidseits intakt und zeige ein altersentspre
chendes Zustandsbild. Der jetzige Zustand sei vereinbar mit einer Unfallfolge als möglicher chronischer Reiz durch postoperative Veränderungen (Urk. 9/152/4).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspracheentscheid vom
17. November 2015 (Urk. 2
) auf
das
fachärztlich-
orthopädische
Gut
achten von Dr. C._ vom 15. Januar 2015 (Urk. 9/138).
4.2
Vorab ist zu prüfen, ob im Zusammenhang mit der Erstellung des Gutach
tens von Dr. C._ die Mitwirkungsrechte der Beschwerdeführerin verletzt wurden (Urk. 1 S. 4).
Mit Schreiben vom 29. Juli 2014 setzte die Beschwerdegegnerin die Beschwer
deführerin darüber in Kenntnis, dass sie beabsichtige, bei Dr. C._ ein Gutachten in Auftrag zu geben. Gleichzeitig wurde der Beschwerdeführerin der vorgesehene Fragenkatalog zugestellt, und es wurde ihr eine Frist bis zum 8. August 2014 gesetzt, um sich dazu zu äussern (Urk. 9/101). Gemäss Telefonnotiz der Beschwerdegegnerin rief die Beschwerdeführerin sodann am 7. August 2014 an und teilte mit, dass sie sehr froh sei über das Aufgebot (zur Begutachtung). Zudem bestätigte sie, keine weiteren Fragen oder Anliegen zu haben (Urk. 9/107).
Eine Verletzung der Mitwirkungsrechte der Beschwerdeführerin ist unter die
sen Umständen nicht ersichtlich. Mit Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 29. Juli 2014 wurde ihr das Recht gewährt, sich zum Fragenkatalog an Dr. C._ zu äussern und auch allfällige Einwendungen gegen den
Gut
achter zu erheben. Die eher kurze Frist bis zum 8. August 2014 hätte
sie – falls nötig – erstrecken lassen können. Im Übrigen wies die Beschwer-degeg
nerin zu Recht darauf hin (Urk. 2 S. 7), dass die Beschwerdeführerin in der Folge in ihrer Einsprache (Urk. 9/145) – und auch in der vorliegenden Beschwerde (Urk. 1) – nicht erklärt hat, welche Zusatzfragen Dr. C._ noch hätten gestellt werden müssen. Überdies hat sie auch dessen fachliche Qualifikation – zu Recht – nicht beanstandet.
4.3
Was das Unfallereignis vom 18. November 2012 anbelangt, fällt zunächst auf, dass dieses der Beschwerdegegnerin erst
am 1
1.
März 2013
-
das heisst erst fast vier Monate später
-
gemeldet
wurde
. Der betreffenden Unfallmel
dung ist
dabei
lediglich
zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin am besagten Tag auf Eis ausgerutscht sei und sich an der Schulter rechts (Riss) und am Handgelenk links (Zerrung) verletzt habe (
Urk.
9/1).
Am 10. Mai 2013 erklärte die Beschwerdeführerin anlässlich eines Telefongesprächs mit einer Case Managerin der Helsana, dem UVG-Versicherer eines früheren Unfallereignisses, dass sie sich beim Sturz Ende 2012 mit der linken Hand abgestützt habe. Dabei habe sie sich auch an der linken Hand und an der linken Schulter verletzt (Urk. 9/23/2). Im Rahmen der Untersuchung bei Dr. C._ vom 16. September 2014 gab die Beschwerdeführerin an, dass sie am 18. November 2012 auf Eis ausgerutscht sei und irgendwie gestürzt sei. Sie könne sich heute nicht mehr daran erinnern, wie der Unfall genau abgelaufen sei. Ihr sei nur noch bewusst, dass sie danach heftige Schmerzen in beiden Schultern und am linken Handgelenk gehabt habe (Urk. 9/138/10).
4.4
Dass sich die Beschwerdeführerin anlässlich der Untersuchung bei Dr. C._, welche fast zwei Jahre nach dem Unfallereignis vom 18. November 2012 stattfand, nicht mehr genau an den Unfallhergang erin
nern konnte, ist zwar verständlich. Angesichts der Schilderungen der Beschwerdeführerin relativ kurze Zeit nach dem Sturz vom 18. November 2012, wonach sie sich mit der linken Hand abgestützt habe, ist jedoch unklar, ob es vorliegend überhaupt zu einem Aufprall der rechten Schulter auf Eis gekommen ist. Dr. C._ gelangte gestützt auf die Unfallschilde
rungen der Beschwerdeführerin denn auch zur Auffassung, dass ein unge
eigneter respektive nicht nachvollziehbarer Unfallmechanismus vorliege, weshalb die geltend gemachte respektive hypothetische Verletzungsfolge am Labrum in diesem Zusammenhang unwahrscheinlich sei (Urk. 9/138/16). Sodann legte Dr. C._ auch überzeugend dar, weshalb unter diesen Umständen weder ein Sturz auf den ausgestreckten rechten Arm noch eine forcierte Traktionsbelastung am Arm
(das heisse eine Zugbelastung über das physiologisch Mögliche hinaus)
überwiegend wahrscheinlich seien. Die bei
den wissenschaftlich begründeten Hauptmechanismen, welche für die angeblich am 18. November 2012 erlittene SLAP-Läsion hätten verantwort
lich gemacht werden können, würden daher wegfallen (Urk. 9/138/18-19).
4.5
Im Weiteren bemerkte Dr. C._ zu Recht, dass zeitnah (nach dem Unfaller
eignis vom 18. November 2012)
keine erkennbaren Verletzungen (Hämatome, Prellmarken, Schürfungen o.ä.) geltend gemacht oder in den Akten erwähnt
würden
, die auf eine ausserordentliche Heftigkeit des Sturzes mit konsekutiv möglicher Körperschädigung hindeuten könnten
(Urk. 9/138/16). Diesbezüglich ist insbesondere darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin vier Tage nach dem Sturz vom 18. November 2012 bei Dr. A._ vorstellig wurde und sich im entsprechenden Eintrag von Dr. A._ in der Krankengeschichte keinerlei Hinweis auf einen kurz zuvor erlittenen Sturz findet. Dr.
A._
hielt
damals vielmehr fest,
dass die Beschwerdeführerin seit längerer Zeit rechtsse
itige Schulterbeschwerden habe und ein
seitengleiches Profil mit seitengleicher Beweglichkeit
vorliege. Zudem sind auch in den darauffolgenden Einträgen von Dr. A._ in der Krankengeschichte betreffend die
Konsultationen der Beschwerdeführerin vom 25. Januar und vom 1. Februar 2013 keinerlei Hinweise auf das Unfall
ereignis vom 18. November 2012 enthalten. Erst im Eintrag vom 1. März 2013 erwähnte Dr. A._ erstmals ein Sturzereignis vom 18. November 2012, infolgedessen die Beschwerdeführerin immer noch starke Schmerzen habe (Urk. 9/6/2). I
m Schreiben vom
8.
April 2013
hielt Dr. A._ dann im Widerspruch zu seinen Eintragungen in der Krankengeschichte und ohne nähere Begründung fest, dass aufgrund der
Anamnese
und des
radiologi
sche
n
Befund
s
eine Unfallkausalität
seines Erachtens
klar gegeben sei (Urk. 9/16). Dieses Schreiben erfolgte jedoch möglicherweise auf entspre
chendes Ansinnen der Beschwerdeführerin hin, welche im Rahmen des Telefongesprächs mit der Beschwerdegegnerin vom 4. April 2013 erklärt hatte, es sei ihr ein Rätsel, weshalb der Arzt (Dr. A._) keine klare Diagnose gestellt habe und schreibe, dass sie schon seit längerem an Schulterbe
schwerden leide. Sie werde in der Praxis anrufen und die Ärzte würden die Beschwerdegegnerin danach direkt kontaktieren (Urk. 9/9).
4.6
Ferner führte Dr. C._ aus, dass
die MRI-Untersuchung vom 1. März 2013 keine eindeutigen und/oder überwiegend wahrscheinlichen Unfallfolgen an der rechten Schulter ergeben habe. Es sei aktenkundig, dass ein Buford-Komplex ersichtlich gewesen sei, welcher einer anatomischen Normvariante entspreche, die nur selten gesehen werde. Dass auch eine SLAP-Läsion vor
gelegen haben solle, welche auf das inkriminierte Ereignis zurückgeführt werden könne, bleibe unwahrscheinlich, da entsprechende Signalstörungen, welche auf eine akute ebendortige Läsion hinweisen könnten, gefehlt hätten. In diesem Zusammenhang sei der Widerspruch in der Beurteilung zwischen dem MRI (Buford-Komplex mit teils unterminiertem cranialem Labrum) und der intraoperativen Beurteilung des Labrums durch den Operateur Dr. A._ (ausgedehnte SLAP-Läsion Typ II) anzusprechen. Vor allem bei SLAP-Typ-Läsionen II sei es bekanntlich schwierig, zwischen Normvarianten (sublabral hole, Buford Komplex) und einer pathologischen Ablösung zu unterscheiden.
Unter Berücksichtigung der klinischen, intraoperativen und radiologischen Befunde habe es sich vorliegend am allerwahrscheinlichsten um die Norm
variante eines sublabral hole gehandelt, welche möglicherweise intraoperativ ausgedehnt(er) beurteilt worden sei und eine SLAP-Läsion vorgetäuscht habe (Urk. 9/138/17-19). Schliesslich wies Dr. C._ darauf hin, dass präoperativ keine relevanten somatisch/klinisch oder bildgebend darstellbaren Verlet
zungsfolgen vorgelegen hätten, welche das geltend gemachte Schmerzbild, an dessen vorübergehendem Vorhandensein fairerweise nicht gezweifelt werden solle, in der geklagten Intensität allenfalls teilweise hätten erklärbar machen können. Die primär geklagten Schmerzen seien somit nur durch hypothetische, sogenannte Mikroverletzungen (per Definition weder klinisch noch bildgebend erkennbare Verletzungen, ergo ohne Strukturunterbrechung und folglich auch ohne mechanisch begründbare Funktionsstörung) in schmerzinnervierten Weichteilen ausgelöst worden und deshalb auch nur bis zum Erreichen des Status quo ante vel sine möglicherweise unfallkausal erklärbar. Mikroverletzungen würden bei komplikationsfreiem Verlauf – wie im vorliegenden Fall - innerhalb von sechs bis acht Wochen (plus/minus vier Wochen) in der Regel sogar ohne spezifische Therapiebedürftigkeit folgenlos ausheilen, was hinreichend belege, dass der Status quo spätestens drei Monate nach dem inkriminierten Ereignis als eingetreten zu gelten habe (Urk. 9/138/19-20).
Diese fachärztlich-orthopädischen Ausführungen von Dr. C._ finden im Bericht der Radiologin Dr. D._ über das am 1. Februar 2013 durchgeführte MR Arthro der rechten Schulter ihre Stütze (Urk. 9/6/1) und sind nachvoll
ziehbar. Eine begründete (fach-)ärztliche Beurteilung, welche dieser Ein
schätzung von Dr. C._ widersprechen würde, liegt ausserdem nicht vor.
4.7
Entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 4) hat Dr. C._ unter Hinweis darauf, dass keine objektivierbare, mit orthopä
disch-traumatologischen Befunden zu erklärende respektive erkennbare Einschränkung der rechten Schulter bestehe (Urk. 9/138/29), sodann auch nachvollziehbar begründet, weshalb er die Diagnose chronifizierte und unspezifische Schulterschmerzen rechts gestellt hat. Im Weiteren hat er unter Bezugnahme auf die von ihm festgestellte erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Beschwerden mit Selbstlimitierung und den objektivierba
ren klinischen/radiologischen Befunden auch erläutert, warum er von einer Aggravation ausgeht (Urk. 9/138/23).
Auch der Einwand der Beschwerdeführerin, Dr. C._ sei nicht auf die Beur
teilung von Dr. A._ eingegangen (Urk. 1 S. 4), ist nicht stichhaltig. Dr. C._ ist sehr wohl auf die Berichte des behandelnden Dr. A._ ein
gegangen und hat – insbesondere auch unter Hinweis auf die Eintragungen in der Krankengeschichte von Dr. A._ sowie die Resultate der MR-Unter
suchung der rechten Schulter vom 1. März 2013 – begründet dargetan, wes
halb seines Erachtens
eine Normvariante eines sublabral hole vorgelegen haben dürfte, welche eine SLAP-Läsion lediglich vorgetäuscht habe (Urk. 9/138/16-19).
Aus dem Umstand, dass die Beschwerdegegnerin der Y._ GmbH am 29. April 2013 – das heisst nach der Operation vom 12. April 2013 bzw. fünf Monate nach dem Unfallereignis - mitgeteilt hat, dass sie einen Leistungs
anspruch bestätige (Urk. 9/20), kann die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten ableiten (Urk. 1 S. 5).
Denn rechtsprechungsgemäss hat der Unfall
versicherer
die Möglichkeit
, die durch Ausrichtung von Heilbehandlung und Taggeld anerkannte Leistungspflicht mit Wirkung ex nunc et pro futuro ohne Berufung auf den Rückkommenstitel der Wiedererwägung oder der proz
essualen Revision einzustellen. Dies ist nicht nur dann möglich, wenn der Unfallversicherer zum Schluss kommt, dass ein versichertes Ereignis – bei richtiger Betrachtungsweise – gar nicht vorliegt
(vgl.
BGE 130 V 380), sondern etwa auch dann, wenn der Unfallversicherer nach eingehender materieller Prüfung des Falls zur Auffassung gelangt, dass der Status quo sine vel ante bereits spätestens drei Monate nach dem Unfallereignis einge
treten ist.
Zu keiner anderen Beurteilung Anlass gibt schliesslich die nicht weiter begrün
dete Aussage von Dr. F._
im Sonografie-Protokoll vom 8. April 2015, wonach der jetzige Zustand der rechten Schulter vereinbar sei mit einer Unfallfolge
als möglicher chronischer Reiz durch postoperative Verän
derungen (Urk. 9/152/4).
4.8
Aufgrund des Gesagten kann
auf das Gutachten von Dr. C._ vom 15. Januar 2015 (Urk. 9/138)
abgest
ellt werden.
Zusammenfassend ist somit davon auszugehen, dass angesichts des von der Beschwerdeführerin geschilderten Unfallmechanismus nicht erstellt ist, dass es am 18. November 2012 zu einer erheblichen Einwirkung auf die rechte Schulter gekommen ist (vgl. E. 1.2). Selbst wenn man aber annähme, dass im Rahmen des Sturzes vom 18. November 2012 eine erhebliche Einwirkung auf die rechte Schulter erfolgt wäre, wäre der Status quo sine vel ante spätestens drei Monate nach diesem Ereignis, das heisst am 18. Februar 2013, eingetre
ten. Spätestens ab diesem Zeitpunkt ist daher auch keine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit mehr gegeben.
5.
Der angefochtene Einspracheentscheid vom
17. November 2015 (Urk. 2),
mit dem ein A
nspruch der Beschwerdeführerin
auf Leistungen
aus UVG im All
gemeinen – und damit auch auf eine allfällige Rente gemäss Art. 18 ff. UVG -
über den
18. Februar 2013
hinaus ve
rneint wurde, erweist sich demnach
als rechtens, w
as zur Abweisung der Beschwerde
führt.