Decision ID: c5d286d2-0d05-475a-be58-b17ae2e65247
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
A._, geb. 2008, ist der Sohn von B._, die im Ausland lebt. Der Vater ist verstorben.
A._ betreibt alpinen Skisport und ist Mitglied des Skiclubs Y._. Im Frühjahr 2020
wurde er ins JO Förderkader des Skiverbands Sarganserland-Walensee (SSW)
aufgenommen. Seit August 2020 lebt A._ bei seiner Grossmutter C._ in X._ und
besucht die Sportschule Glarnerland in Glarus.
B.
Mit Schreiben vom 30. November 2020 stellte C._ beim Schulrat X._ einen Antrag auf
Finanzierung der Sportschule Glarnerland für A._. Am 11. Dezember 2020 erteilte der
Schulrat X._ eine Kostengutsprache im Umfang der Kosten für die Talentschule
Quarten in der Höhe von CHF 5'500 pro Semester zuzüglich Transportkosten von
CHF 774. Von der Verfügung eines Schulwechsels an die Talentschule Quarten wurde
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abgesehen. C._ erhob dagegen mit Schreiben vom 17. Dezember 2020 "Einsprache"
und beantragte erneut, die Kosten für die Sportschule Glarnerland von CHF 7'500 pro
Semester zuzüglich Transportkosten seien von der politischen Gemeinde X._ zu
übernehmen. Zur Begründung führte sie an, im Bereich der Hochbegabung bestehe
freie Schulwahl.
C.
Mit Verfügung vom 22. Januar 2021 lehnte der Schulrat X._ die Kostengutsprache für
die Beschulung von A._ an der Sportschule Glarnerland ab, erteilte stattdessen die
Kostengutsprache für dessen Beschulung an der Talentschule Quarten, CHF 5'500 pro
Semester zuzüglich Transportkosten vom Wohn- zum Schulort von CHF 774, unter
Vorbehalt des Verbleibs an dieser Schule. Zur Begründung wurde ausgeführt, A._
könne auf das zweite Semester des Schuljahres 2020/21 an die Talentschule Quarten
wechseln. Eine freie Schulwahl in diesem Bereich gebe es nicht. C._ habe es
unterlassen, die Schulgemeinde rechtzeitig um Kostengutsprache zu ersuchen und mit
dem Besuch der Sportschule Glarnerland vollendete Tatsachen geschaffen (act. 10/1a.
6).
D.
Mit Eingabe vom 7. Februar 2021 rekurrierte C._, bevollmächtigt von der Mutter von
A._, gegen die Verfügung des Schulrats vom 22. Januar 2021 beim Bildungsrat des
Kantons St. Gallen mit dem Antrag um Zuweisung von A._ samt Kostenübernahme an
die Sportschule Glarnerland, rückwirkend ab dem Schuljahr 2020/21. Zudem stellte sie
ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege, das vom Sicherheits- und
Justizdepartement mit Verfügung vom 19. Mai 2021 abgelehnt wurde. Mit Entscheid
vom 12. Januar 2022 wies der Bildungsrat den Rekurs ab und auferlegte C._ die
Verfahrenskosten von CHF 1'500. Ausseramtliche Entschädigungen wurden keine
zugesprochen (act. 2).
E.
Mit Eingabe der Rechtsvertreterin vom 8. Februar 2022 und Ergänzung vom 14. März
2022 erhob A._ (Beschwerdeführer), gesetzlich vertreten durch seine Mutter B._,
diese vertreten durch ihre Mutter C._, beim Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen
Beschwerde gegen den Rekursentscheid des Bildungsrates (Vorinstanz) mit dem
Antrag, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Beschulung an der
Sportschule Glarnerland für die gesamte Dauer der Oberstufe zu bewilligen, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge. Die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin
beantragten in ihren Vernehmlassungen vom 29. März bzw. 4. Mai 2022, die
Beschwerde sei abzuweisen, wobei sie auf weitere Ausführungen verzichteten und zur
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Begründung auf den angefochtenen Entscheid verwiesen.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten, den angefochtenen Entscheid und die
Akten ist – soweit notwendig – in den nachstehenden Erwägungen einzugehen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Der Beschwerdeführer,
gesetzlich vertreten durch seine Mutter, diese wiederum vertreten durch ihre Mutter
(vgl. Art. 304 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, SR 210, ZGB), ist zur
Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP;
BGer 2C_433/2011 vom 1. Juni 2012 E. 1.2; VerwGE B 2014/247 vom 30. Juni 2015
E. 1.2 und B 2014/113 vom 27. November 2015 E. 1). Die Beschwerde vom 8. Februar
2022 erfolgte rechtzeitig und erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 14. März 2022
formell und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 48
Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Insofern, als der Beschwerdeführer eine überlange Verfahrensdauer rügt, ist er nicht zu
hören. Nach Eingang des Antrags auf Finanzierung der Sportschule Glarnerland am
30. November 2020 verfügte die Beschwerdegegnerin am 22. Januar 2021 die
Zuweisung an die Talentschule Quarten. Auf einen Wechsel auf das zweite Semester
des Schuljahres 2020/21 hin verzichtete der Beschwerdeführer. Die Dauer des
Rekursverfahrens erscheint mit elf Monaten von der Rekurserhebung am 7. Februar
2021 bis zur Fällung des Rekursentscheids am 12. Januar 2022 zwar eher lang.
Allerdings war vorgängig ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zu behandeln.
Zudem wurden sowohl vom Beschwerdeführer als auch von der Beschwerdegegnerin
im Verlauf des Rekursverfahrens Rechtsvertretungen beigezogen, was einen gewissen
zusätzlichen Zeitaufwand nach sich zog. Schliesslich hätte der Beschwerdeführer einen
Antrag auf vorsorgliche Massnahme stellen können, was er jedoch weder im Rekurs-
noch im Beschwerdeverfahren getan hat.
3.
Der Beschwerdeführer beantragt, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die
Kosten für seine Beschulung an der Sportschule Glarnerland für die drei Schuljahre
bis
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2020/21 bis und mit 2022/2023 vollumfänglich zu übernehmen. Zur Begründung macht
er im Wesentlichen geltend, den Zuweisungsentscheid an eine bestimmte Talentschule
könne der Schulträger nicht völlig frei fällen, sondern er habe diesen im Rahmen seines
pflichtgemässen Ermessens zu treffen. Nach dem Konzept Hochbegabtenförderung im
Kanton St. Gallen erfolge die Zuweisung an eine Talentschule auf der Grundlage des
Antrags der Eltern. Vorliegend habe der Antrag der mit Vollmacht der Mutter
handelnden Grossmutter klar auf Bewilligung des Schulbesuchs an der Sportschule
Glarnerland gelautet. Die Gemeinde X._ verfüge über keine eigene Sportschule. Nach
dem Wortlaut von Art. 53 des Volksschulgesetzes (SR 213.1, VSG) stehe dem
abgebenden Schulträger bei der Entscheidung, ob er den Besuch eine Schule für
Hochbegabte gestatten möchte, kein Ermessen zu. Ebenso wenig gewähre ihm der
Gesetzeswortlaut die Möglichkeit, den Besuch einer Schule für Hochbegabte
anzuordnen, deren Standort von jenem gemäss Antrag der Eltern abweiche. Es könne
nicht sein, dass der abgebende Schulträger einen Schulstandort bestimme, der nicht
im Interesse des Antragstellers liege. Die Sportschule Glarnerland sei vom
Bildungsdepartement im Rahmen der Interkantonalen Vereinbarung für Schulen mit
spezifisch strukturierten Angeboten für Hochbegabte (sGS 211.83, HBV) anerkannt.
Dies sei die einzige Voraussetzung gemäss der einschlägigen Verordnung über den
Volksschulunterricht (sGS 213.12, VVU). Weder werde innerkantonalen Schulen der
Vorzug gegeben, noch werde dem Schulrat bei mehreren möglichen Schulen ein
Ermessensentscheid zugestanden. Mit der Argumentation der Beschwerdegegnerin,
wonach einzig ein Anspruch auf Besuch einer auswärtigen Talentschule bestehe,
werde das Legalitätsprinzip verletzt.
Im konkreten Fall sei dem Beschwerdeführer der Schulbesuch in Glarus auch dann zu
bewilligen, wenn keine freie Wahl der Eltern bestehen würde. Der Standort der Schule
und die finanziellen Überlegungen seien nur zwei Aspekte von vielen, welche es zu
berücksichtigen gelte. Vor dem Wechsel in die Sportschule Glarus habe er die Schule
im Ausland nur äusserst ungern besucht, habe deswegen sogar körperliche Symptome
entwickelt. Durch das Skifahren an den Wochenenden bei seiner Grossmutter habe er
Freude und Selbstvertrauen gefunden. Zusammen mit dem Skiclub Y._ habe man eine
Lösung für die Zukunft gesucht und die Sportschule Glarnerland besichtigt. Sofort
habe für ihn festgestanden, dass er diese Schule besuchen wolle. Anders als an der
Talentschule Quarten, wo er in die Regelklasse integriert wäre, sei er in der Sportschule
Glarnerland unter Seinesgleichen und kein Sonderfall. .... Diese Ausgangslage spreche
dafür, dass er an der Talentschule Quarten nicht dieselben Fortschritte erzielt hätte. Es
sei wichtig, dass er sich im Klassenverband wohl fühle und integrieren könne. Diese
Voraussetzung erfülle die Sportschule Glarnerland, an welcher ausschliesslich
bis
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Talentschüler unterrichtet würden, eindeutig besser als die Talentschule Quarten, wo
diese die Regelklasse besuchten. Die Sportschule Glarnerland weise zudem mehr
Struktur und Betreuung für die Talentschüler auf. In Glarus seien es elf Lektionen
Sportunterricht pro Woche, in Quarten hingegen nur vier Lektionen. Zudem müsse die
Schnittstelle zwischen Schule und Sport in Quarten von den Schülern bzw. den
Angehörigen selbständig bewältigt werden. Insgesamt erfülle die Sportschule
Glarnerland die für ihn nötigen Voraussetzungen aufgrund seiner Abstammung, seines
Aussehens und seiner bisherigen Erfahrung besser als die Talentschule Quarten.
Die Sportschule Glarnerland verfüge ferner über das Label "Swiss Olympic Partner
School". Dieses Label erhielten nur Schulen, die mit einem flexiblen und koordinierten
Schulangebot sowie einem leistungssportfreundlichen Umfeld sicherstellten, dass
Sporttalente sowohl ihre schulischen Leistungsziele erreichten als auch über genügend
zeitliche Ressourcen für ein gezieltes Leistungstraining verfügten. Das Fehlen dieses
Labels bei der Talentschule Quarten deute darauf hin, dass entweder die
entsprechende Qualität nicht vorhanden sei oder nicht auf Dauer gewährleistet werden
könne oder dass ihr das Label mangels Erfüllung der Voraussetzungen nicht erteilt
worden sei. In der Sportschule Glarnerland sei die Förderung auf jeden Fall qualitativ
besser. In Quarten wäre er auch mehr auf sich alleine gestellt, so beim Sporttraining,
das nicht begleitet sei, und beim Mittagstisch. Insgesamt vermöchten die Interessen
des Gemeinwesens an der Unterbindung eines Talentschul-Tourismus wie auch
finanzielle Interessen seine persönlichen Interessen nicht zu überwiegen. Das
Kindeswohl sei höher zu gewichten als die öffentlichen Interessen. Die
Beschwerdegegnerin habe mit seiner Zuweisung an die Talentschule Quarten ferner
eine verpönte reformatio in peius vorgenommen. Die überlange Verfahrensdauer dürfe
ihm schliesslich nicht zum Nachteil gereichen.
4.
4.1.
Im Allgemeinen hat ein Schüler im Kanton St. Gallen die öffentliche Schule am Ort zu
besuchen, wo er sich aufhält (Art. 52 VSG). Nach Art. 53 VSG kann der Schulrat den
auswärtigen Schulbesuch eines Schülers gestatten oder anordnen, wenn besondere
Gründe, wie unzumutbare Schulwege oder eine sinnvolle Klassenbildung, es
rechtfertigen (Abs. 1). Die Schulgemeinde nimmt Schüler aus anderen Schulgemeinden
gegen angemessenes Schulgeld auf, soweit die Platzverhältnisse es erlauben (Abs. 2).
4.1.1.
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Dabei trägt die Schulgemeinde am Ort, wo sich der Schüler aufhält, das Schulgeld für
den auswärtigen Schulbesuch (Abs. 3). Art. 53 Abs. 1 VSG begründet keinen Anspruch
auf freie Schulwahl. Es handelt sich um eine "Kann-Bestimmung", die dem Schulrat
einen erheblichen Ermessenspielraum einräumt und es ihm ermöglicht, ausnahmsweise
vom Territorialprinzip abzuweichen und den auswärtigen Schulbesuch zu gestatten,
wenn besondere Gründe vorliegen. Besondere Gründe für einen auswärtigen
Schulbesuch sind nach der Praxis der Vorinstanz nicht leichthin anzunehmen (GVP
2009 Nr. 93, 2006 Nr. 119). Als Spezialnorm des auswärtigen Schulbesuchs wird der
Besuch einer Schule für Hochbegabte in Art. 53 VSG geregelt. Der Schulrat gestattet
den Besuch einer Schule für Hochbegabte, wenn eine Hochbegabung sich in der
öffentlichen Schule am Aufenthaltsort nicht entfalten kann und die Schule den
Erziehungs- und Bildungsauftrag erfüllt sowie am Standort öffentlich anerkannt ist
(Art. 53 Abs. 1 VSG). Die Regierung bezeichnet durch Verordnung die
Voraussetzungen für den Besuch einer Schule für Hochbegabte sowie die anerkannten
Schulen und den Beitrag der Schulgemeinde an das Schulgeld (Art. 53 Abs. 2 VSG).
Demnach muss der Schüler gemäss Nachwuchsförderkonzept des nationalen
Sportverbandes wenigstens als Lokales Talent bei der Swiss Olympic Association
registriert sein, an den Schultagen der Schulwoche wenigstens zehn Stunden trainieren
und die Aufnahme- oder Promotionsbedingungen nach st. gallischem Recht für den
Schultyp erfüllen, dem der besuchte Schultyp entspricht (Art. 11 Abs. 1 lit. a VVU).
Die Schule muss sodann vom Bildungsdepartement im Rahmen der HBV anerkannt
sein (Art. 11 Abs. 1 lit. b VVU). Die Schulgemeinde zahlt den vereinbarungsgemässen
Beitrag an das Schulgeld. Für Talentschulen, deren Talente in Regelklassen integriert
sind, beträgt das Schulgeld jährlich CHF 11'000, für Talentschulen mit reinen
Talentklassen CHF 19'000 (Art. 11 Abs. 2 VVU). Diese Ansätze gelten im
innerkantonalen Bereich. In der HBV werden der interkantonale Zugang, die Stellung
der Schülerinnen und Schüler sowie die Abgeltung, welche die Wohnsitzkantone der
Schülerinnen und Schüler den Trägern der Schulen leisten, geregelt (Art. 1 Abs. 2 HBV).
bis
bis
bis
bis
bis
bis
Der Beschwerdeführer zog im August 2020 vom Ausland herkommend nach X._ zu
seiner dort wohnhaften Grossmutter, wo er sich seither aufhält und wohnt, und trat zu
Beginn des Schuljahres 2020/21 in die Sportschule Glarnerland ein. Er verfügt über die
Swiss Olympic Talent Card regional in der Sportart Ski Alpin und erfüllt
unbestrittenermassen die Voraussetzungen für den Besuch einer Sporttalentschule
nach Art. 53 VSG und Art. 11 Abs. 1 lit. a VVU. Die politische Gemeinde X._
verfügt über keine eigene Talentschule für Sport. Die auswärtige Beschulung an einer
4.1.2.
bis bis
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Schule für Hochbegabte wurde dem Beschwerdeführer daher mangels anderer
adäquater Alternativen am Wohnort denn auch grundsätzlich bewilligt. Umstritten ist
jedoch, welche Talentschule der Beschwerdeführer besuchen soll. Sowohl bei der
Talentschule Quarten, für welche die Beschwerdegegnerin die Kostengutsprache erteilt
hat, als auch bei der Sportschule Glarnerland, welche der Beschwerdeführer seit
August 2020 besucht, handelt es sich um vom Bildungsdepartement im Rahmen der
HBV anerkannte Schulen (Art. 11 Abs. 1 lit. b VUU).bis
4.2.
Nach Art. 19 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101,
BV) ist der Anspruch auf ausreichenden und unentgeltlichen Grundschulunterricht
gewährleistet. Die für das Schulwesen zuständigen Kantone sorgen für den
ausreichenden, allen Kindern offen stehenden und an öffentlichen Schulen
unentgeltlichen obligatorischen Grundschulunterricht (Art. 62 Abs. 1 und 2 BV). Dieser
muss angemessen und geeignet sein; er soll genügen, um die Schüler sachgerecht auf
ein selbstverantwortliches Leben im modernen Alltag vorzubereiten. Der
verfassungsrechtliche Anspruch umfasst nur ein angemessenes, erfahrungsgemäss
ausreichendes Bildungsangebot an öffentlichen Schulen. Ein darüber hinausgehendes
Mass an individueller Betreuung, das theoretisch immer möglich wäre, kann mit
Rücksicht auf das staatliche Leistungsvermögen nicht eingefordert werden. Der
verfassungsmässige Anspruch auf unentgeltlichen Grundschulunterricht gebietet mit
anderen Worten nicht die optimale bzw. geeignetste überhaupt denkbare Schulung
eines Kindes (BGE 138 I 162 E. 3). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
vermittelt Art. 19 BV deshalb nicht ohne weiteres einen Anspruch auf
Grundschulausbildung in speziellen Klassen zur Förderung besonderer Fähigkeiten.
Dies gilt jedenfalls dann, wenn diese besondere Förderung nach allgemeiner
Auffassung zu Fertigkeiten unter anderem im sportlichen Bereich führt, die ausserhalb
des Erwerbs intellektueller und sozialer Basisfähigkeiten stehen und für die
Bewältigung der Anforderungen des modernen Lebens nach objektivem Empfinden
nicht notwendig sind (VerwGE B 2009/186 vom 15. April 2010 E. 3.1). Ein gegenüber
der Wohnsitzgemeinde bestehender verfassungsrechtlicher Anspruch auf Besuch einer
Talentschule existiert grundsätzlich nicht (BGer 2C_700/2018 vom 14. November 2019
E. 5.3.3).
4.2.1.
Die Anforderungen von Art. 19 BV belassen den Kantonen einen erheblichen
4.2.2.
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Gestaltungsspielraum (BGE 141 I 9 E. 3.2 und 3.3). Die in Art. 2 lit. m der Verfassung
des Kantons St. Gallen (sGS 111.1, KV) gewährten Rechte auf ausreichenden und
unentgeltlichen Grundschulunterricht (vgl. hierfür VerwGE B 2016/137 vom 23. April
2018) ergeben keine über die in der BV garantierten hinausgehenden Ansprüche. Die
Zuständigkeit zur Beschulung liegt im Kanton St. Gallen beim Schulträger der
Aufenthaltsgemeinde des betreffenden Kindes. Dieser entscheidet, wo und wie das
Kind zu beschulen ist. Der auswärtige Schulbesuch, wenn besondere Gründe es
rechtfertigen, mit entsprechenden Kostenfolgen für den abgebenden Schulträger stellt
dabei die Ausnahme dar. Damit wird das Territorialitätsprinzip durchbrochen, welches
die gebietskörperschaftliche Schulorganisation prägt, und ist mit einer finanziellen
Belastung verbunden, der keine nennenswerten Kosteneinsparungen gegenüberstehen
(GVP 2006 Nr. 119). Sofern der Schüler an seinem Aufenthaltsort talententfaltend
gefördert werden kann, besteht kein Anspruch auf den Besuch einer auswärtigen
Schule für Hochbegabte und damit keine freie Schulwahl (vgl. GVP 2009 Nr. 93). Wie
es sich indessen verhält, wenn am Aufenthaltsort des Schülers keine Talentschule
vorhanden ist, die auswärtige Beschulung damit notwendig ist und mehrere anerkannte
auswärtige Talentschulen zur Verfügung stehen, lässt sich dem Wortlaut von Art. 53
VSG ("Der Rat gestattet den Besuch einer Schule für Hochbegabte") und Art. 11 Abs.
1 VVU ("Der Schulrat gestattet den Besuch einer Sportschule") nicht ausdrücklich
entnehmen. Dass daraus zwingend der Schluss zu ziehen wäre, es bestehe eine freie
Schulwahl beim Besuch einer Schule für Hochbegabte, trifft entgegen der Annahme
des Beschwerdeführers nicht zu.
bis
bis
Sonderpädagogische Massnahmen unterstützen Kinder mit besonderem
Bildungsbedarf, namentlich mit Schulschwierigkeiten, Verzögerungen oder
Beeinträchtigungen in der Entwicklung, Behinderungen oder besonderen Begabungen
(Art. 34 Abs. 1 VSG). "Besonderer Bildungsbedarf“ ist ein Oberbegriff, an den
einzelfallbezogen sonderpädagogische Massnahmen geknüpft werden. Gemäss Art. 35
VSG orientieren sich sonderpädagogische Massnahmen am Bedarf der Kinder in
Erfüllung des Erziehungs- und Bildungsauftrags, unter Berücksichtigung des
Aufwandes von Schule und Kanton (Abs. 1). Einem Kind mit ausgewiesenem Bedarf
steht eine ausgewiesene Massnahme zu (Abs. 2). Nach Art. 35 VSG besuchen
Schülerinnen und Schüler mit besonderen Begabungen die Regelklasse, wenn ihnen
nicht wegen besonderer Umstände der Besuch einer Schule für Hochbegabte gestattet
worden ist. Art. 36 Abs. 2 VSG sieht als Verfahrensgrundsatz bei sonderpädagogischen
Massnahmen vor, dass der (Schul)-Rat nach Absprache mit den Eltern und der
4.2.3.
ter
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Sonderschule die geeignete Sonderschule bestimmt.
Da es sich beim Besuch einer Schule für Hochbegabte gleich wie beim Besuch einer
Sonderschule um eine sonderpädagogische Massnahme für Kinder mit besonderem
Bildungsbedarf handelt (vgl. Art. 34 Abs. 1 und Art. 35 VSG), liegt es nahe, dass der
Schulrat – und nicht die Eltern – innerhalb der anerkannten Schulen gemäss Anhang
zur HBV die geeignete Schule für Hochbegabte bestimmt. So ist es auch in Ziff. 5.4.4
des Konzepts Hochbegabtenförderung im Kanton St. Gallen des Erziehungsrats vom
23. November 2011, geändert durch Nachträge im Bereich Sport vom 21. Oktober
2015 und 15. Februar 2018 (Konzept Hochbegabtenförderung, sg.ch) vorgesehen,
wonach die Zuweisung zu einer Talentschule durch den abgebenden Schulträger auf
Antrag der Eltern erfolgt. Dies entspricht schliesslich auch der auf dem
Territorialitätsprinzip beruhenden Organisation des Schulwesens samt Finanzierung im
Kanton St. Gallen. Auch beim auswärtigen Schulbesuch aus anderweitigen Gründen
nach Art. 53 VSG besteht keine freie Schulwahl.
ter
Die Zuständigkeit, sowohl die Beschulung an einer Schule für Hochbegabte im
Grundsatz zu gestatten, als auch die im konkreten Fall geeignete Institution zu
bestimmen, liegt somit beim Schulträger am Aufenthaltsort des Kindes. Ihm obliegt es
zu prüfen, ob die Voraussetzungen für eine Talentbeschulung erfüllt sind und an
welcher auf die speziellen Bedürfnisse des Kindes ausgerichteten Talentschule die
Beschulung gegebenenfalls zu erfolgen hat. Steht am Aufenthaltsort keine
entsprechende Schule zur Verfügung, besteht zwar ein Anspruch auf Besuch einer
auswärtigen Schule für Hochbegabte, indessen nicht in dem Sinn, dass der Schüler
bzw. dessen Eltern die Talentschule frei wählen könnten. Wäre letzteres der Fall, würde
dies im Vergleich zu hochbegabten Schülern, an deren Aufenthaltsort sich eine
geeignete Talentschule befindet, eine nicht zu rechtfertigende Ungleichbehandlung
darstellen. Jene haben nämlich keine Wahl. Entgegen den Ausführungen des
Beschwerdeführers bedeutet dies nicht, dass der Verweis in Art. 11 Abs. 1 lit. b VVU
auf die HBV keinen Sinn macht. Einerseits kann es sein, dass eine im Kanton gelegene,
geeignete Talentschule nicht über genügend Kapazität verfügt, andrerseits gibt es
Sportarten, für welche innerkantonal keine entsprechend ausgerichtete Talentschule
vorhanden ist.
4.2.4.
bis
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4.3.
Die Wahl der für die Talentbeschulung geeigneten Institution hat der Schulrat auf
Antrag der Eltern anhand einer umfassenden Güterabwägung zu treffen. Sein
Auswahlermessen hat er pflichtgemäss, d.h. unter Berücksichtigung der
rechtsstaatlichen Grundsätze, namentlich des Willkürverbots, der Rechtsgleichheit und
der Verhältnismässigkeit, auszuüben. Neben diesen Grundsätzen hat der Schulrat auch
den Sinn und Zweck der gesetzlichen Ordnung zu beachten. Leitlinien bilden im
konkreten Fall sowohl der Bedarf des Kindes als auch der Aufwand für den Schulträger
(vgl. Art. 35 Abs. 1 VSG).
Dem Verwaltungsgericht ist die Ermessenskontrolle im Beschwerdeverfahren verwehrt
(Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP e contrario). Es hat sich daher darauf zu beschränken, über
die Einhaltung des Ermessensspielraums zu wachen, und es schreitet nur ein, wenn die
Vorinstanz das ihr zustehende Ermessen über- bzw. unterschritten oder missbraucht
hat. Eine Ermessensüberschreitung liegt vor, wenn die Behörde Ermessen walten lässt,
wo für dieses nach Gesetz kein Raum ist. Ermessensunterschreitung liegt vor, wo das
Gesetz Ermessen einräumt und die Behörde dieses nicht wahrnimmt. Missbräuchlich
wird das Ermessen ausgeübt, wenn sich die Behörde zwar an den Rahmen des ihr vom
Gesetz eingeräumten Ermessens hält, dabei jedoch die bei der Ermessensausübung zu
beachtenden verfassungsmässigen Grundsätze, insbesondere der Rechtsgleichheit,
der Verhältnismässigkeit oder des Verbots der Willkür, verletzt (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 740 ff.).
4.3.1.
Sowohl die Talentschule Quarten als auch die Sportschule Glarnerland sind anerkannte
Talentschulen gemäss Anhang zur HBV. Beide unterrichten sowohl die Sekundar- als
auch die Realstufe. An der Talentschule Quarten wird in regulären Klassen unterrichtet
mit einem auf die Sportart abgestimmten Stundenplan, wohingegen die Sportschule
Glarnerland als reine Talentschule geführt wird und nicht an eine Regelschule
gekoppelt ist. Letztere ist als Partnerschule von Swiss Olympic anerkannt. Beide
Schulen arbeiten mit dem SSW zusammen. Der Beitrag an das Schulgeld beträgt für
die Talentschule Quarten CHF 5'500 und für die Sportschule Glarnerland CHF 7'500,
jeweils pro Semester zuzüglich Transportkosten (Anhang zur HBV, www.edk.ch/de/
themen/bildungsfinanzierung/hochbegabte).
Somit stehen sich zwei gemäss HBV anerkannte Schulen mit einem spezifisch-
4.3.2.
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strukturierten Angebot für Ski Alpin-Fahrer gegenüber. Der Entscheid für die eine oder
die andere Schule ist aufgrund einer Interessenabwägung im Einzelfall zu treffen. Nicht
im Vordergrund steht dabei, dass der Beschwerdeführer die Sportschule Glarnerland
mittlerweile seit bald zwei Jahren besucht, es ihm dort sehr gut gefällt und er schulisch
gute Fortschritte gemacht hat. Obschon die Grossmutter bereits im Frühjahr 2020 die
Beschulung des Beschwerdeführers an der Sportschule Glarnerland in Betracht zog –
ein Empfehlungsschreiben des Skiclubs Y._ datiert vom 29. März 2020 (act. 10/16a.2)
und die Aufnahmebestätigung der Sportschule vom 19. Mai 2020 (act. 10/8a.1) –
unterliess sie es, beim Schulrat der künftigen Aufenthaltsgemeinde X._ rechtzeitig
einen Antrag um Bewilligung der Talentbeschulung samt Kostengutsprache zu stellen.
Hätte sie dies ordnungsgemäss getan, wäre sie von der Beschwerdegegnerin noch vor
Beginn des Schuljahres auf das Angebot der Talentschule Quarten verwiesen worden,
wo die in X._ wohnhaften hochbegabten Skitalente in aller Regel die Sekundarstufe I
besuchen. Das entsprechende Gesuch wurde hingegen erst am 30. November 2020
gestellt (act. 10/1a.7).
Bei der schulischen Begabtenförderung im Bereich Sport geht es primär um die
Optimierung der schulischen Rahmenbedingungen für Ausnahmetalente im Hinblick
auf das private Training. Dabei wird nicht der Unterricht an sich, sondern dessen
Schnittstelle zum privaten Training tangiert (Konzept Hochbegabtenförderung, Ziff. 2.1).
Es wird unterschieden zwischen der schulischen Förderung (Unterricht) und der
Talentförderung (Training). Dabei bleibt der Unterricht die Kernaufgabe der Schule, wird
aber von den Rahmenbedingungen her (Jahres-, Semester- und Stundenplan,
Stoffvermittlung, Aufgabenplanung) in den Dienst des Trainings gestellt. Das Training
obliegt den Jugendlichen und Eltern mit Unterstützung von Verbänden und
vergleichbaren Organisationen (Botschaft der Regierung zum IX. Nachtrag zum
Volksschulgesetz vom 10. Januar 2006, ABl 2006 S.174, Botschaft). In der
Talentschule auf Oberstufen-Volksschulebene erhalten die hochbegabten Schülerinnen
und Schüler nicht nur den regulären Grundschulunterricht, sondern kommen in den
Genuss eines spezifisch strukturierten, auf ihre Begabung zugeschnittenen Angebots.
Darüber hinaus werden die zugunsten der spezifischen Förderung oder der
Wettbewerbe ausfallenden regulären Unterrichtslektionen mit individuellen
Förderstunden kompensiert, die durch Lehrpersonen begleitet werden (Konzept
Hochbegabtenförderung, Ziff. 4.2). Es sind sowohl Talentschulen mit reinen
Talentklassen als auch Talentschulen, deren Talente in Regelklassen integriert sind,
möglich (Konzept Hochbegabtenförderung, Ziff. 5.4.9).
4.3.3.
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Gemäss Ziff. 2 des Konzepts der Talentschule Quarten (www.quarten.ch/konzept)
bestehen die Ziele darin, die Sporttalente aus dem eigenen Einzugsgebiet und aus
Schulen anderer Gemeinden in die Schule zu integrieren sowie die schulische und
sportliche Ausbildung für die Sporttalente optimal zu verbinden und durch
organisatorische und unterstützende Massnahmen zu fördern. Partner der Schule sind
vorwiegend Schneesportverbände. Die Zusammenarbeit mit diesen erfolgt regelmässig
und eng. Der Sportkoordinator und der Trainer fördern die Zusammenarbeit. Die
Federführung im sportlichen Bereich liegt bei den Verbänden. Zwecks Regelung des
Trainingsbetriebs werden mit den Sportverbänden Vereinbarungen abgeschlossen. Der
Kontakt zu allen Parteien wird durch den Sportkoordinator sichergestellt (Konzept
Quarten, Ziff. 3). Der Stundenplan ist so aufgebaut, dass möglichst alle
Promotionsfächer von den Sporttalenten besucht werden können. Musische und
gestalterische Fächer entfallen bei den Sporttalenten durch das Training in den meisten
Fällen. Am Dienstag- und Donnerstagnachmittag werden die Sporttalente für das
Konditionstraining freigestellt. Dieses beginnt nach den Frühlingsferien und endet,
sobald die Bergbahnen im Winter ihren Betrieb aufnehmen. Für die Sporttalente wird
ein Stützunterricht von maximal 60 Lektionen pro Jahr angeboten, dessen Besuch
freiwillig ist. Der durch Trainingseinheiten und -lager verpasste Unterrichtsstoff kann
nachgeholt werden. Auf einer digitalen Plattform kann der aktuelle Schulstoff zudem
elektronisch zur Verfügung gestellt werden (Konzept Quarten, Ziff. 7).
Der Beschwerdeführer macht nicht geltend, das Angebot der Talentschule Quarten
erfülle die Anforderungen an eine Schule für Hochbegabte im Sinn des Konzepts
Hochbegabtenförderung grundsätzlich nicht. Dies wäre auch nicht zutreffend. Die vom
Bildungsdepartement seit mittlerweile zehn Jahren anerkannte Talentschule Quarten
verfügt über ein einheitliches Gesamtkonzept und ein Angebot, das die Anforderungen
an eine Sportschule gemäss Botschaft zum IX. Nachtrag zum Volksschulgesetz erfüllt.
Die Talentschule Quarten ist ausserdem zur Hauptsache auf die Bedürfnisse im
Skisport fokussiert und pflegt in diesem Bereich eine enge Kooperation mit den lokalen
Skisportverbänden, insbesondere auch mit dem SSW, dessen JO-Förderkader der
Beschwerdeführer angehört. Sie kann deshalb gerade für Skisporttalente im
Alpinbereich optimale Fördervoraussetzungen bieten. Zahlreiche Skinachwuchstalente
aus der Region, insbesondere auch aus X._, besuchen denn auch die Talentschule
Quarten. Die Schule liegt in unmittelbarer Nähe zur Talstation G._ des Skigebiets Y._,
was für den Transfer von der Schule zum Skitraining ideal ist. Dieser Weg kann von den
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Oberstufenschülern problemlos selbständig bewältigt werden. Zudem ist auch die
Distanz zum Wohnort des Beschwerdeführers im Vergleich zur Sportschule Glarnerland
deutlich geringer. Der Schulweg lässt sich mit dem öffentlichen Verkehr in einer
Viertelstunde bewältigen, während dieser von X._ nach Glarus rund eine Stunde
dauert. Damit ist hinreichend erstellt, dass die Talentschule Quarten für den
Beschwerdeführer die Rahmenbedingungen für eine optimale Förderung seines Talents
bietet.
Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, mit der schulischen und ausserschulischen
Betreuung an der Sportschule Glarnerland könne sein Talent gezielter und effizienter
gefördert werden als an der Talentschule Quarten, ist ihm entgegenzuhalten, dass
Schulen für Hochbegabte im Sinne von Art. 53 VSG die schulischen
Rahmenbedingungen für das private Training zwar zu optimieren haben; Kernaufgabe
der Schule ist und bleibt aber der schulische Unterricht (Botschaft, S. 174). Für den
Trainingsbetrieb ist nicht die Schule, sondern sind die Sportverbände und -clubs
zuständig (Konzept Hochbegabtenförderung, Ziff. 5.4.1). Sowohl an der Talentschule
Quarten als auch an der Sportschule Glarnerland sind dafür der Skiclub Y._ bzw. der
SSW und nicht die Schulen zuständig. Auch aus dem Label "Swiss Olympic Partner
School", über welches die Sportschule Glarnerland, nicht aber die Talentschule
Quarten verfügt, lässt sich kein Anspruch auf Beschulung an einer solchen Schule
ableiten. Gemäss Website (swissolympic.ch) stellen die Schulen mit dem Label «Swiss
Olympic Partner School» mit einem flexiblen und koordinierten Schulangebot in einem
leistungssportfreundlichen Umfeld sicher, dass Sporttalente sowohl ihre schulischen
Leistungsziele erreichen als auch über genügend zeitliche Ressourcen für ein gezieltes
Leistungstraining verfügen. Sie integrieren die Athleten und Athletinnen entweder in
den normalen Unterricht (Regelklassen) oder führen spezielle Sportklassen. Sie
organisieren den Unterricht so, dass genügend Freiraum für das Sporttraining besteht.
Ein Koordinator garantiert zudem die optimale Abstimmung von Schule, Sport und
sozialem Umfeld. Der Athlet oder die Athletin kann sich voll und ganz auf die Schule
sowie den Sport konzentrieren. Diese Anforderungen entsprechen weitestgehend jenen
für die Anerkennung als Sport-Talentschule im Kanton St. Gallen, weshalb davon
auszugehen ist, dass sie auch von der Talentschule Quarten erfüllt werden.
Die vom Beschwerdeführer vorgebrachte Argumentation, aufgrund seiner negativen
schulischen Erfahrungen im Ausland sei es für ihn wichtig, kein Sonderfall zu sein und
deshalb in einer reinen Sportschule unterrichtet zu werden, verfängt nicht. Im
Klassenverband der Talentschule Quarten wäre er einer von mehreren Talentschülern
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und damit kein Sonder- oder Einzelfall. Dass es dort in der Vergangenheit zur
Ausgrenzung von Talentschülern gekommen wäre, wird weder behauptet noch gibt es
entsprechende Hinweise dafür. Gemäss dem Konzept Hochbegabtenforderung ist auf
die schulkulturelle Integration der Talente Wert zu legen (Ziff. 5.1). .... Vielmehr ist
davon auszugehen, dass der im Sommer 2020 aus dem Ausland zugezogene
Beschwerdeführer in der Talentschule Quarten neue Freundschaften geschlossen hätte
und integriert worden wäre, zumal er andere Skitalente des Skiclubs Y._, welche die
Talentschule Quarten besuchen, von den Trainings an den Wochenenden bereits
kannte. Auch dass der Lernfortschritt an der Talentschule Quarten gelitten hätte, stellt
eine unbewiesene Behauptung dar, nachdem der Beschwerdeführer dort nie zur
Schule gegangen ist. Sowohl die integrierte als auch die reine Talentbeschulung sind
im kantonalen Konzept Hochbegabung vorgesehen und erfüllen beide die
entsprechenden Voraussetzungen an eine Schule für Hochbegabte, ohne dass der
einen oder anderen Form der Vorzug zu geben wäre. Die Anzahl der Sportlektionen
bzw. der Freistellung für das Training ist vergleichbar. Sowohl in Quarten als auch in
Glarus sind die Schüler an drei Nachmittagen (Dienstag, Mittwoch und Donnerstag)
zugunsten des Trainings durch den SSW schulbefreit (vgl. Infos für die Eltern des
Nachwuchses, unter skiclub-.... .ch). Zusätzlich besuchen sie die von der Schule
angebotenen Sportlektionen. Die Mittagsverpflegung in der Talentschule Quarten
erfolgt sodann nicht unbeaufsichtigt. Anschliessend steht den Sporttalenten ein
separater Aufenthaltsraum zur Verfügung (Konzept Quarten, Ziff. 8).
Vom Angebot wie auch der Qualität in schulischer und sportlicher Hinsicht her
betrachtet liegen mit der Talentschule Quarten und der Sportschule Glarnerland zwei
qualitativ vergleichbare Angebote vor. Die angemessene und zielgerichtete Förderung
des schulischen und sportlichen Fortkommens des Beschwerdeführers ist sowohl in
Quarten als auch in Glarus gewährleistet. In Quarten ist hingegen der Schulweg wie
auch der Weg von der Schule ins Trainingsgebiet Y._ deutlich kürzer, was für den
Beschwerdeführer einen geringeren Zeitaufwand bedeutet. Dass die
Beschwerdegegnerin auch finanzielle Aspekte in ihre Überlegungen einbezog, ist
nachvollziehbar und legitim, zumal der verfassungsrechtliche Anspruch nur ein
angemessenes, erfahrungsgemäss ausreichendes Bildungsangebot an öffentlichen
Schulen umfasst. Ein darüber hinausgehendes Mass an individueller Betreuung, das
theoretisch immer möglich wäre, kann mit Rücksicht auf das staatliche
Leistungsvermögen nicht gefordert werden (BGE 138 I 162 E. 3.2). Sofern Kapazität
vorhanden ist, was vorliegend der Fall gewesen wäre, beschult die
Beschwerdegegnerin die Talente im Skisport an der Talentschule Quarten, wo der
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Beitrag pro Jahr CHF 4'000 geringer ist als für die Sportschule Glarnerland. Zudem
sind die Kosten für den Schulweg von X._ nach Quarten geringer als jene von X._
nach Glarus. Für einen einzelnen Schüler vermag diese Differenz während dreier
Schuljahre nicht allzu bedeutend erscheinen. Für eine Vielzahl von Schülern über Jahre
hinweg handelt es sich aber doch um einen substanziellen Betrag. Der
Beschwerdegegnerin wie auch der Vorinstanz ist unter den gegebenen Umständen
kein Ermessensfehler im Sinne einer Rechtsverletzung vorzuwerfen, wenn sie den
Beschwerdeführer der Talentschule Quarten zuwiesen. Selbst wenn andere (Schul)-
Gemeinden im Kanton St. Gallen diesbezüglich eine andere Praxis haben und über den
gesetzlichen Anspruch hinaus den Eltern eine Wahlfreiheit einräumen sollten, was
jedoch aus den Akten nicht hervorgeht, vermöchte dies nichts zu ändern. Die
Volksschulzuständigkeit liegt bei den einzelnen Aufenthaltsgemeinden. Da die
Beschwerdegegnerin die in X._ wohnhaften Skitalente grundsätzlich und regelmässig
der Talentschule Quarten zuweist, liegt auch keine rechtsungleiche Behandlung vor.
Die von der Beschwerdegegnerin als Wohn- und Aufenthaltsgemeinde des
Beschwerdeführers zu übernehmenden Kosten für die Talentschule Quarten betragen
damit CHF 11'000 pro Jahr zuzüglich Transportkosten von CHF 774. Dieser Betrag ist
indessen nur geschuldet, wenn der Beschwerdeführer die Talentschule Quarten auch
tatsächlich besucht, was in den Schuljahren 2020/21 und 2021/22 nicht zutraf. Mit dem
Besuch der Sportschule Glarnerland ohne vorgängigen Antrag zwecks Sicherstellung
der Kosten hat der Beschwerdeführer auf das ihm zustehende Angebot der
Talentschule Quarten verzichtet. Auch nach der erstinstanzlichen Zuweisung zur
Talentschule Quarten vom 22. Januar 2021 wechselte er die Schule nicht. In
schulischen Angelegenheiten sind die Eltern im Interesse ihres Kindes verpflichtet, mit
den zuständigen Behörden zu kooperieren. Diese Kooperationspflicht ergibt sich nicht
nur aus dem Zivilrecht (Art. 302 Abs. 3 ZGB), sondern auch aus dem Gebot von Treu
und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV), dem im schulischen Kontext im Interesse des
Kindswohls besondere Bedeutung zukommt. Hieraus ergibt sich, dass eine Gemeinde
verfassungsrechtlich nicht zur rückwirkenden Übernahme des Schulgelds für den
Besuch einer auswärtigen Schule verpflichtet werden kann, wenn Eltern ihr Kind ohne
vorgängigen Antrag eine Privatschule oder die öffentliche Schule einer anderen
Gemeinde besuchen lassen. Wohl steht es im Belieben der Eltern, diese Entscheidung
im Einverständnis mit den Trägern der neuen Schule zu treffen; die aus Art. 19
BV fliessende Pflicht der Wohngemeinde zur Kostenübernahme fällt in einer solchen
Konstellation jedoch dahin.
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Die in Vertretung der Mutter handelnde Grossmutter des Beschwerdeführers tätigte
bereits im Frühjahr 2020 Abklärungen für eine Talentbeschulung. Die Zusage der
Sportschule Glarnerland datiert vom 19. Mai 2020. Als im Kanton St. Gallen tätige
Oberstufenlehrerin musste ihr bekannt sein, dass sie einen entsprechenden Antrag auf
Zuweisung an eine Sporttalentschule rechtzeitig hätte stellen müssen, zumal der
Beschwerdeführer zuvor nicht in der Schweiz beschult worden war. In dieser
Konstellation besteht gleich wie beim Besuch einer Privatschule kein Anspruch auf
staatliche (Mit)-Finanzierung der selbst gewählten Talentschule, jedenfalls so lange
nicht, als an der Talentschule Quarten ein ausreichender Unterricht angeboten werden
kann, was vorliegend seit August 2020 der Fall war und im nächsten Schuljahr
weiterhin wäre. Ein entsprechender (Eventual)-Antrag auf Kostenbeteiligung zumindest
im Umfang der Kosten für die Talentschule Quarten wurde ohnehin nicht gestellt.
Dass die Beschwerdegegnerin in einer ersten Beurteilung vom 11. Dezember 2020
noch von der Verfügung eines Schulwechsels an die Talentschule Quarten absah und
für die Sportschule Glarnerland eine Kostengutsprache im Umfang der Kosten für die
Talentschule Quarten erteilte, stellte ein finanziell entgegenkommendes Angebot der
Beschwerdegegnerin ausserhalb ihrer gesetzlichen Verpflichtung dar, worauf sie auch
hinwies; eine Verfügung lag eben nicht vor. Das Schreiben enthielt folgerichtig auch