Decision ID: a690af03-bdc4-51c7-b9e8-a03ec9131076
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass die Beschwerdeführenden, pakistanische Staatsangehörige mit letz-
tem Wohnsitz in D._ (Provinz E._), am 26. August 2021 in
die Schweiz einreisten, wo sie am 13. September 2021 um Asyl
nachsuchten,
dass das SEM mit ihnen am 20. September 2021 die Personalienauf-
nahme (PA) durchführte und sie am 8. November 2021 zu ihren Asylgrün-
den anhörte,
dass sie zur Begründung der Asylgesuche im Wesentlichen geltend
machten, sie hätten Pakistan verlassen müssen, nachdem die Beschwer-
deführerin 1 im Jahr 2016 eine Beziehung mit einem der christlichen Reli-
gion zugehörigen Mann eingegangen sei und einem Maulavi (islamischer
Gelehrter) eröffnet habe, sie wolle diesen heiraten,
dass der Maulavi mit anderen Maulavi über das Ehevorhaben gesprochen
habe, worauf diese tagelang vor das Haus der Beschwerdeführenden ge-
kommen seien, (Todes)Drohungen gegen sie ausgestossen und Schüsse
abgefeuert hätten,
dass ein guter Freund des Schwiegervaters der Beschwerdeführerin 1
– sie bezeichnete ihn als «Onkel» – die Beschwerdeführenden mit Essen
versorgt habe, und sie nach zirka acht Tagen der Bedrohung nach
F._ zu einer Freundin der Beschwerdeführerin 1 geflohen seien, bei
der sie bis zu ihrer Ausreise in den G._ geblieben seien,
dass der Onkel die Beschwerdeführenden in den Jahren 2018 und 2019
im G._ besucht habe, was den anderen Maulavi nicht entgangen
sei,
dass der Onkel von den Maulavi bedroht worden sei, weil er die Beschwer-
deführenden im G._ besucht habe, und im Jahr 2020 von diesen
ermordet worden sei,
dass sie im Oktober 2020 nach H._ gezogen seien, wo Sie noch-
mals fast ein Jahr gelebt hätten, bis sie aus Angst im August 2021 in die
Schweiz geflogen seien,
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dass das SEM mit Verfügung vom 8. Dezember 2021 – eröffnet am 10. De-
zember 2021 – feststellte, die Beschwerdeführenden erfüllten die Flücht-
lingseigenschaft nicht, die Asylgesuche vom 13. September 2021 ab-
lehnte, und die Wegweisung verfügte sowie den Vollzug derselben anord-
nete,
dass das SEM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die Vorbringen
der Beschwerdeführenden hielten den Anforderungen an die Flüchtlingsei-
genschaft gemäss Art. 3 AsyIG nicht stand,
dass die Beschwerdeführenden durch ihren Rechtsvertreter mit Eingabe
vom 10. Januar 2022 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungs-
gericht Beschwerde erhoben und beantragten, die Verfügung des SEM sei
aufzuheben, es sei ihre Flüchtlingseigenschaft festzustellen und das SEM
sei anzuweisen, ihnen Asyl zu gewähren, eventualiter sei das SEM anzu-
weisen, die vorläufige Aufnahme anzuordnen, subeventualiter sei die Sa-
che zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung sowie zur neuen Ent-
scheidung an das SEM zurückzuweisen,
dass sie in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragten, ihr Verfahren sei mit
jenen ihrer Kinder beziehungsweise Geschwister zu koordinieren, es sei
die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen, auf die Erhebung eines
Kostenvorschusses zu verzichten, und es sei ihnen in der Person des Un-
terzeichnenden ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen,
dass der Instruktionsrichter die Gesuche um Gewährung der unentgeltli-
chen Rechtspflege, Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses
und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands mit Zwischenverfü-
gung vom 13. Januar 2022 abwies und die Beschwerdeführenden auffor-
derte, bis zum 28. Januar 2022 einen Kostenvorschuss von Fr. 500.– zu
leisten, unter der Androhung, bei ungenutzter Frist werde auf die Be-
schwerde nicht eingetreten,
dass er zudem bestätigte, die Beschwerdeverfahren D-108/2022,
D-110/2022, D-114/2022 und D-116/2022 würden koordiniert behandelt,
dass der mit Zwischenverfügung vom 13. Januar 2022 erhobene Kosten-
vorschuss am 27. Januar 2022 eingezahlt wurde,
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und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM entschei-
det, ausser – was vorliegend nicht der Fall ist – bei Vorliegen eines Auslie-
ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-
son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. Art. 31–33 VGG;
Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
dass die Beschwerdeführenden am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-
nommen haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt
sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise
Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert
sind (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist
(Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1
VwVG), zumal der erhobene Kostenvorschuss fristgerecht eingezahlt
wurde,
dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen
Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des
Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden wird
(Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine
solche handelt, weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-
zichtet wurde,
dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1
AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG),
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dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft
gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),
dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde
ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält,
dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in wesent-
lichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den
Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-
fälschte Beweismittel abgestützt werden,
dass das SEM in der angefochtenen Verfügung die Auffassung vertritt, den
Beschwerdeführenden könne angesichts der seit ihrem Wegzug aus
D._ verstrichenen Zeit und des Umstands, dass die Beschwerde-
führerin 1 ihren der christlichen Religion zugehörigen Lebenspartner nicht
heiratete, objektiv gesehen keine begründete Furcht vor asylrechtlich rele-
vanter Verfolgung zuerkannt werden,
dass die Beschwerdeführenden sich zudem an die grundsätzlich schutz-
willigen und schutzfähigen Sicherheitsbehörden ihres Heimatlandes wen-
den könnten, sollten sie nach ihrer Rückkehr in die Heimat bedroht werden,
dass das SEM des Weiteren nicht davon ausgeht, der Onkel der Beschwer-
deführerin 1 sei ermordet worden, weil er immer noch in Kontakt mit ihr
gestanden sei,
dass die Beschwerdeführenden mit ihrer Beschwerde ein nicht datiertes
und nicht unterzeichnetes Schreiben des pakistanischen Rechtsanwalts
I._ sowie Kopien von mehreren Einträgen in Reisepässen von
J._ (Onkel) einreichten,
dass die Beschwerdeführerin 1 bei der Personalienaufnahme (PA) vom
20. September 2021 auf Nachfrage angab, in ihrem Heimatstaat keine
Rechtsvertretung gehabt zu haben (vgl. SEM-act. [...] -24/6 S. 2), und auch
in der Anhörung vom 8. November 2021 nicht geltend machte, dass sie in
Pakistan einen Anwalt beauftragt habe, der sie hinsichtlich ihrer Ausreise
aus der Heimat und ihres Aufenthalts im G._ und in H._ mit
Rat und Tat unterstützt habe,
dass sie lediglich erwähnte, sie habe zu ihrem Anwalt in Pakistan Kontakt
gehabt, der für sie tätig gewesen sei, nachdem ihre Kinder Land geerbt
hätten (vgl. SEM-act. [...] -50/16 S. 6),
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dass der Anwalt ihnen Geld geschickt habe, wenn sie solches benötigt hät-
ten, und aufgrund einer ihm erteilten Vollmacht Grundstücke, die ihren Kin-
dern gehörten, habe verkaufen können,
dass sie zudem angab, sie habe jeweils Agenten beziehungsweise Schlep-
per organisiert, die ihr beim Erhalt der Aufenthaltsbewilligungen für den
G._ und für H._ und bei der Organisation der Reise in die
Schweiz behilflich gewesen seien (vgl. SEM-act. [...] -50/16 S. 3 und S. 7),
dass sie ebenso sagte, der Ehemann ihrer in F._ lebenden Freun-
din habe für sie das Visum für den G._ beantragt und erhalten und
ihr gesagt, sie müssten Pakistan verlassen (vgl. SEM-act. [...] -50/16 S. 8),
dass der pakistanische Anwalt in seinem Schreiben wiedergibt, was der
Maulavi und die Beschwerdeführerin 1 während des Treffens, bei dem sie
ihm ihr Ehevorhaben eröffnet habe, gesagt hätten, obwohl angesichts der
Aussagen der Beschwerdeführerin 1 nicht davon auszugehen ist, er sei bei
diesem Gespräch zugegen gewesen,
dass der pakistanische Anwalt angibt, die Beschwerdeführerin 1 habe ihn
über alles, was während ihres Aufenthalts in F._ geschehen sei, in
Kenntnis gesetzt, die Beschwerdeführerin 1 im Rahmen der Anhörung in-
dessen nicht erwähnte, dass sie in diesem Zeitraum in engem Kontakt mit
ihrem Anwalt gestanden sei,
dass sie ebenso wenig vorbrachte, ihr Anwalt habe ihr geraten, Pakistan
zu verlassen, was dieser jedoch behauptet,
dass der pakistanische Anwalt ausführt, die Beschwerdeführerin 1 habe
ihn nach der Ermordung von Onkel J._ konsultiert, wobei er ihr ge-
raten habe, den G._ zu verlassen, was die Beschwerdeführerin 1
bei ihrer Anhörung mit keinem Wort erwähnte,
dass der pakistanische Anwalt ebenfalls behauptet, die Beschwerdeführe-
rin 1 habe ihn kontaktiert, als sie in H._ gelebt habe, wobei er ihr
geraten habe, H._ zu verlassen,
dass die Beschwerdeführerin 1 den pakistanischen Anwalt während der
Anhörung auch bezüglich ihrer Ausreise aus H._ nicht erwähnte,
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dass das Schreiben von Rechtsanwalt I._ aufgrund des vorstehend
Gesagten in weiten Teilen als Gefälligkeitsschreiben ohne relevanten Be-
weiswert einzustufen ist, woran auch die Einreichung des angekündigten
unterzeichneten Exemplars des Schreibens nichts ändern könnte,
dass aus den mit der Beschwerde eingereichten Fotokopien ersichtlich ist,
dass J._ am (...) 2018 ein pakistanischer Reisepass ([...]) ausge-
stellt wurde,
dass die Fotokopien, aus denen hervorgeht, dass J._ für den Monat
April 2014 ein (benutztes) Visum von K._ ausgestellt wurde, und er
sich vom (...). August 2017 bis zum (...). September 2017 im G._
aufhielt, von einem anderen, früher ausgestellten Reisepass ([...]) stam-
men,
dass J._ sich gemäss den Fotokopien aus seinem Reisepass (...)
vom (...) November 2018 bis zum (...). Dezember 2018 im
G._ aufhielt,
dass die Angaben der Beschwerdeführerin 1, ihr Onkel habe sie in den
Jahren 2018 und 2019 im G._ besucht (vgl. SEM-act. [...] -50/16
S. 8), durch die eingereichten Passkopien nicht bestätigt wird,
dass auch die Angabe, der Onkel habe die Beschwerdeführenden letzt-
mals im Juni 2019 im G._ besucht (vgl. SEM-act. [...] -50/16 S. 12),
in den eingereichten Passkopien keine Stütze findet,
dass den eingereichten Kopien des «First Information Report (F.I.R.)»
No. (...) entnommen werden kann, dass J._ am späten Abend des
(...) 2019 vor seinem Laden erschossen wurde, wobei vor dem Laden vier
jüngere Männer, die mit zwei Motorrädern gekommen seien, beobachtet
worden seien,
dass damit auch der von der Beschwerdeführerin 1 geltend gemachte Zu-
sammenhang zwischen der Reise von J._ in den G._ vom
Dezember 2018 und seiner Ermordung am (...) 2019 als überwiegend un-
wahrscheinlich erscheint,
dass in antizipierter Beweiswürdigung nicht davon auszugehen ist, allfäl-
lige weitere Erkenntnisse aus dem gegen «Unbekannt» geführten Verfah-
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ren würden einen Zusammenhang der Ermordung von J._ mit sei-
nen Besuchen im G._ belegen, weshalb deren allfällige Einrei-
chung nicht abzuwarten ist,
dass die Einschätzung des SEM, die Beschwerdeführenden müssten bei
einer Rückkehr nach Pakistan nicht befürchten, von religiösen Extremisten
behelligt zu werden, aufgrund der Aktenlage zu bestätigen ist,
dass die Beschwerdeführerin 1 ihren christlichen Lebenspartner nicht hei-
ratete und ihren früheren Wohnort verliess, womit die aufgebrachten
Maulavi ihr Ziel (Verhinderung der Eheschliessung) erreicht haben dürften,
dass nicht davon auszugehen ist, die Maulavi hätten über fünf Jahre nach
der von der Beschwerdeführerin 1 angekündigten, aber nicht vollzogenen
Eheschliessung noch ein Verfolgungsinteresse an ihr oder ihren Kindern,
dass die Beschwerdeführenden auch kaum gezwungen sein dürften, an
ihren letzten Wohnort in D._ zurückzukehren, wo sie den Men-
schen, die ihnen in der Vergangenheit feindlich gegenüberstanden, wieder-
begegnen würden,
dass es der Beschwerdeführerin 1 und ihren Kindern aufgrund des von ihr
geschilderten finanziellen Hintergrundes und des Umstandes, dass sie sich
zusammen mit ihren Kindern von 2017 bis 2021 im G._ und in
H._ aufhielt, ohne arbeiten zu müssen, auch gelingen dürfte, sich
ausserhalb des E._ niederzulassen,
dass in Pakistan auf einer Fläche von über 880 000 qkm nahezu 230 Milli-
onen Menschen leben, weshalb die Wahrscheinlichkeit, dass jemand die
Beschwerdeführenden «aufspüren» könnte – das Gericht geht nicht davon
aus, dass dies jemand versuchen wird –, äusserst gering ist,
dass die mit der Beschwerde eingereichten Kopien eines Affidavits, meh-
rerer Zeitungsberichte und Fotografien an der vorstehenden Einschätzung
nichts zu ändern vermögen,
dass es den Beschwerdeführenden somit nicht gelingt, die Flüchtlingsei-
genschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, weshalb
das SEM die Asylgesuche zu Recht abgelehnt hat,
dass die Ablehnung eines Asylgesuchs in der Regel die Wegweisung aus
der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 AsylG), vorliegend insbesondere der
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Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch
auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50
E. 9, je m.w.H.), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den
gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom SEM ebenfalls zu
Recht angeordnet wurde,
dass das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim-
mungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Weg-
weisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44
AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 42.20]),
dass beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen ge-
mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard
wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu
beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens
glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.),
dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtliche
Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des
Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AIG),
dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-
gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem
Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft,
zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1
AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über
die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),
dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mass-
geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es
den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in
Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoule-
ment im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet,
dass sodann keine Anhaltspunkte für eine in Pakistan drohende men-
schenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 BV, von Art. 3
des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK ersichtlich sind,
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dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar
erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen
wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage kon-
kret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AIG),
dass weder die allgemeine Lage in Pakistan noch individuelle Gründe auf
eine konkrete Gefährdung der Beschwerdeführenden im Falle einer Rück-
kehr schliessen lassen,
dass aufgrund der geschilderten bisherigen Lebensumstände der Be-
schwerdeführenden nichts darauf hindeutet, ihnen drohe im Falle einer
Rückkehr nach Pakistan eine existenzielle Notlage, zumal sie über ausrei-
chende Mittel verfügen, um ihre finanziellen Bedürfnisse zu sichern,
dass die Beschwerdeführenden zusammen mit ihren weiteren Kindern be-
ziehungsweise Geschwistern nach Pakistan zurückkehren werden, wobei
davon auszugehen ist, sie seien in der Lage, ihre schulische Ausbildung
abzuschliessen und anschliessend eine Arbeitstätigkeit aufzunehmen,
dass in diesem Zusammenhang anstelle von Wiederholungen auf die zu-
treffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen wer-
den kann,
dass das SEM in der angefochtenen Verfügung zutreffend aufgezeigt hat,
unter welchen Umständen der Vollzug einer Wegweisung aufgrund medi-
zinischer Gründe praxisgemäss als unzumutbar einzustufen wäre,
dass die Beschwerdeführerin 1 nicht unter gesundheitlichen Problemen lei-
det, die in Pakistan nicht behandelt werden könnten, weshalb ihr weiterer
Verbleib in der Schweiz aus medizinischen Gründen nicht als notwendig
erscheint,
dass die Beschwerdeführerin 1 zusammen mit ihren überwiegend volljäh-
rigen Kindern nach Pakistan zurückkehren wird, die sie dort im Alltag und
hinsichtlich notwendiger Arztkonsultationen weiterhin unterstützen können,
dass die Tatsache, dass das pakistanische Gesundheitssystem nicht mit
demjenigen in westeuropäischen Ländern vergleichbar ist, nicht zur An-
nahme der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs führen kann,
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dass diesbezüglich anstelle von Wiederholungen wiederum auf die zutref-
fend erscheinenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung zu ver-
weisen ist,
dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführenden in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen
(Art. 83 Abs. 2 AIG), und es ihnen obliegt, bei der Beschaffung gültiger Rei-
sepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE
2008/34 E. 12),
dass nach dem Gesagten der vom SEM verfügte Vollzug der Wegweisung
zu bestätigen ist,
dass der rechtserhebliche Sachverhalt als erstellt zu erachten ist, weshalb
keine Veranlassung besteht, die Sache zur neuen Entscheidung an das
SEM zurückzuweisen,
dass es sich erübrigt auf die weiteren Ausführungen in der Beschwerde
und die eingereichten Beweismittel im Einzelnen weiter einzugehen, da sie
an der vorgenommenen Würdigung des Sachverhalts nichts zu ändern ver-
mögen,
dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechts-
erheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1
AsylG) und – soweit überprüfbar – angemessen ist, weshalb die Be-
schwerde abzuweisen ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 500.– (Art. 1–
3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) den
Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und der
am 27. Januar 2022 in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss zur Be-
zahlung der Verfahrenskosten zu verwenden ist.
(Dispositiv nächste Seite)
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