Decision ID: 6ec6728b-f0ab-54ae-b38a-ccb9bbe10032
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 1. Juni 2015 erneut bei der Invalidenversicherung (IV) zum
Leistungsbezug an (IV-act. 103). Ein erstes Leistungsgesuch des Versicherten vom 17.
Juli 2009 (IV-act. 5) war gestützt auf ein polydisziplinäres Gutachten (internistisch,
psychiatrisch, rheumatologisch) der Aerztliches Begutachtungsinstitut GmbH (ABI) vom
22. November 2010 (IV-act. 65) von der IV-Stelle (Verfügung vom 20. Juli 2011, IV-act.
91) und auf Beschwerde hin vom Versicherungsgericht (Entscheid vom 15. August
2013, IV 2011/234; IV-act. 100) bei einem Invaliditätsgrad von 36% bzw. 39%
abschlägig beurteilt worden.
A.b Dr.med. B._, Oberassistenzarzt Klinik für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, Kantonsspital St. Gallen (KSSG), hielt in
seinem Bericht vom 25. Februar 2014 die Diagnosen eines chronischen
Lumbovertebralsyndroms mit intermittierender Ausstrahlung in die linke untere
Extremität mit/bei Status nach Dekompression LWK5/SWK1 links am 9. Januar 2009,
black disc LWK4/5 und LWK5/SWK1, Osteochondrose in den Deck- und Grundplatten
LWK5 und SWK1 sowie Status nach Nervenwurzelinfiltration diagnostisch-
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therapeutisch L5 links am 25. Oktober 2013 fest. Weiter sei eine psychosomatische
Störung und somatoforme Verarbeitungsstörung bekannt. Insgesamt zeige sich eine
deutliche Diskrepanz zwischen der subjektiven Beschwerdesymptomatik sowie den
klinischen Untersuchungsbefunden. MR-tomografisch zeigten sich die bekannten
degenerativen Veränderungen wie bereits im September 2011 ohne Auftreten neuer
Degenerationen. Die im Oktober 2013 durchgeführte diagnostisch/therapeutische
Wurzelinfiltration L5 links habe zu einer deutlichen Verschlechterung der
Beschwerdesymptomatik mit Zunahme der subjektiven sensomotorischen Defizite,
jedoch ohne Einfluss auf die Schmerzsituation, geführt (IV-act. 104).
A.c Vom 23. Oktober bis 27. November 2014 unterzog sich der Beschwerdeführer
einer Subakut-Behandlung im Psychiatriezentrum C._. Es wurden eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), auf dem
Hintergrund von chronischen Schmerzen sowie der Verdacht auf schwere Regression
bzw. andauernde Persönlichkeitsänderung bei chronischen Schmerzen erhoben.
Aufgrund starker Schmerzen habe der Versicherte das Programm immer wieder
unterbrechen müssen (Abschlussbericht Psychiatriezentrum C._ vom 20. Januar
2015, IV-act. 142). Zwischen dem 17. Februar und dem 7. März 2015 erfolgte eine
Rehabilitation (interdisziplinäres Schmerzprogramm) in der Höhenklinik D._. Dabei
wurden eine chronische Lumbago bei Osteochondrose L5/S1 und beginnender
Bandscheibendegeneration L4/5, Hypästhesien und Dysästhesien S1 links sowie eine
(zumindest) mittelschwere Depression diagnostiziert. Weiter wurde erwähnt, vor dem
Hintergrund der MRI-Diagnostik liege ein relevanter zentraler Schmerzwindup vor
(definitiver Austrittsbericht vom 14. April 2015, IV-act. 108).
A.d RAD-Arzt Dr.med. E._, Facharzt für Chirurgie, nahm am 5. Juni 2015 Stellung.
Aufgrund der aktuell vorliegenden Berichte sei keine relevante Änderung des
Gesundheitszustandes mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seit der
Referenzsituation festzustellen. Es gelte weiterhin die Einschätzung der ABI. Es habe
durchgehend Eingliederungspotential bestanden. Falls nicht der Versicherte verpflichtet
sei, eine Verschlimmerung nachzuweisen, müssten weitere (angeführte) ärztliche
Berichte eingeholt werden (IV-act. 114-4).
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A.e Mit Vorbescheid vom 19. Juni 2015 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten das
rechtliche Gehör zum vorgesehenen Entscheid, auf das neue Gesuch nicht einzutreten.
Der Versicherte habe nicht glaubhaft dargelegt, dass sich die tatsächlichen
Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten (IV-act. 120). Mit
dagegen gerichtetem Einwand vom 29. Juli 2015 und dessen Begründung vom 21.
August 2015 (IV-act. 121, 127) bestritt der Versicherte Letzteres und bemängelte
zudem den der ursprünglichen Abweisung zugrundeliegenden Einkommensvergleich.
A.f Mit Verfügung vom 23. Oktober 2015 trat die IV-Stelle auf das Leistungsbegehren
vom 3. Juni 2015 nicht ein. Im Einwand seien keine fallrelevanten Erkenntnisse
angeführt worden (IV-act. 130). Mit Beschwerde vom 3. November 2015 machte der
Versicherte im Wesentlichen geltend, die medizinische Problematik habe sich
verschlimmert und müsse reevaluiert werden. Er habe Anspruch auf eine Umschulung
und das Valideneinkommen im vorangegangenen Entscheid sei unrichtig bemessen
worden (IV-act. 135-2 ff.).
A.g Die IV-Stelle holte einen Arztbericht bei Dr.med. F._, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, ein. Dieser hielt unter anderem fest, er behandle den
Versicherten seit 6. Januar 2009. Als Diagnosen führte er eine rezidivierende
depressive Störung, anhaltende mittelgradige bis schwere depressive Symptomatik
(ICD-10: F33.11/2), sowie eine andauernde Persönlichkeitsänderung bei chronischen
Schmerzen (ICD-10: F62.8) an. Konzentrationsfähigkeit und Auffassungsvermögen des
Versicherten seien eingeschränkt. Es bestünden schwere formale Denkstörungen mit
eingeschränkter geistiger Flexibilität, die allgemeine psychische Belastbarkeit sei
schwer eingeschränkt mit rascher geistiger und körperlicher Ermüdung. Der Versicherte
sei zu 100% arbeitsunfähig (Arztbericht vom 20. Januar 2016, IV-act. 145).
A.h Mit Verfügung vom 25. Januar 2016 widerrief die IV-Stelle die Verfügung vom 23.
Oktober 2015 (IV-act. 151); da in der RAD-Stellungnahme vom 5. Juni 2015 das weitere
medizinische Vorgehen beschrieben worden sei, sei sie verpflichtet, die
entsprechenden Abklärungen zu tätigen (Stellungnahme Fachbereich vom 25. Januar
2016, IV-act. 147). Das Versicherungsgericht schrieb am 18. Februar 2016 das hängige
Beschwerdeverfahren ab (IV 2015/372; IV-act. 156).
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A.i Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte im Zentrum für medizinische
Begutachtung (ZMB) Basel begutachtet (Gutachten vom 5. Juli 2016, IV-act. 167;
Dr.med. G._, Allgemeine Innere Medizin, Dr.med. H._, Psychiatrie und
Psychotherapie, Dr.med. I._, Neurologie, Dr.med. J._, Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates; Untersuchungen 25. bis 28. April 2016). Als
sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende Krankheiten diagnostizierten die Gutachter
(1.) ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit radikulärer Komponente S1
links, mit sensomotorischem radikulärem Ausfallsyndrom S1 links, Status nach
Dekompression L5/S1 wegen Diskusprolaps (Januar 2009), fortgeschrittener
Osteochondrose L5/S1, vollständig dehydriertem Discus mit Einriss des Anulus
fibrosus (Black Disc) L4/L5, (2.) eine rezidivierende depressive Störung (nach
Aktenlage) mit aktuell mittelgradiger depressiver Episode sowie (3.) eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung mit klarer Symptomverdeutlichung. Für den
Beschwerdeführer im Vordergrund stehe ein invalidisierendes Schmerzsyndrom bei
Status nach Rückenoperation, daneben Lebensüberdruss, ein Gefühl des
Nichtverstandenwerdens, Insuffizienz- und Selbstentwertungsgefühle (IV-act. 167-54).
Die bildgebenden Befunde vermöchten das beklagte ausgeprägte Schmerzsyndrom
ebenso wie die demonstrierten "Paresen" am linken Bein nicht zu erklären, respektive
sei die klinische Untersuchung aufgrund einer erheblichen Symptomverdeutlichung
erschwert gewesen. Die Befunde seien aber geeignet, einen Kristallisationspunkt für
eine Schmerzsymptomatik zu begründen, welche sich insbesondere bei starker
Belastung des Rückens äussern werde (IV-act. 167-54). Aufgrund der somatisch
begründbaren Befunde sei der Beschwerdeführer in einer körperlich belastenden
Tätigkeit bzw. in der angestammten Tätigkeit als Schweisser seit 2008/2009 nicht mehr
einsetzbar (IV-act. 167-55, 56). Aus psychischer Sicht sei wesentlich die verminderte
Willensbildung hervorzuheben, welche nur eine teilweise Überwindung des subjektiv
erlebten Schmerzsyndroms ermögliche. Neben der depressiven Störung seien die
Fixierung an das somatische Krankheitskonzept sowie die eingetretene Chronifizierung
wesentlich (IV-act. 167-55). Seit mindestens Januar 2015 sei (aus psychiatrischer Sicht)
von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen, mit Wahrscheinlichkeit bestehe
diese seit Jahren. Adaptiert seien körperlich leichte, rückenschonende,
wechselschichtig auszuführende Tätigkeiten. Der Versicherte habe aus somatischer
Sicht in adaptierter Tätigkeit kaum Einschränkungen, lediglich das - in der
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psychiatrischen Diagnostik ebenfalls eingeschlossene - Schmerzerleben sei wesentlich
für die Verminderung der Arbeitsfähigkeit. Die Restarbeitsfähigkeit sei vollschichtig mit
vermindertem Rendement oder im 50%-Pensum ohne Leistungseinschränkung
verwertbar (IV-act. 167-57).
A.j RAD-Arzt Dr. E._ nahm am 3. August 2016 Stellung, das Gutachten erfülle die
versicherungsmedizinischen Anforderungen. Die nicht optimale respektive fehlende
medikamentöse Therapie sei nicht hinreichend berücksichtigt worden. Es sei davon
auszugehen, dass bei entsprechender Compliance und adäquater Therapie die
gesundheitliche Situation sich besser darstellen würde. Dem Versicherten sei eine
adäquate, nicht invasive Therapie zuzumuten. Die Durchführung sollte nachgewiesen
und in spätestens zwei Jahren der Gesundheitszustand nochmals umfassend überprüft
werden (IV-act. 169).
A.k Am 29. Juli 2016 reichte der Versicherte sein Schweisserdiplom zu den Akten (IV-
act. 170 f.).
A.l Der Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin nahm am 9. September 2016
zusammengefasst Stellung. Mangels einer revisionserheblichen Veränderung des
somatischen Zustandsbildes sei weiterhin auf die schlüssige Einschätzung einer
30%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten gemäss ABI-
Gutachten vom 22. November 2010 abzustellen. Es bestehe kein Anlass zur
Durchführung eines neuen Einkommensvergleichs. Es bleibe folglich bei dem im
Gerichtsentscheid festgelegten rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 39% (IV-
act. 178).
A.m Mit Vorbescheid vom 16. September 2016 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, das Leistungsbegehren abzuweisen (IV-act. 180). Hiergegen erhob der
Versicherte am 21. September 2016 Einwand und beantragte eine halbe Rente sowie
eine Umschulung (IV-act. 181).
A.n Mit Verfügung vom 13. Dezember 2016 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren
ab. Mangels einer revisionserheblichen Veränderung des somatischen Zustandsbildes
seit der am 20. Juli 2011 rechtskräftig verfügten Rentenablehnung sei weiterhin auf die
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schlüssige Einschätzung einer 30%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gemäss
ABI-Gutachten vom 22. November 2010 abzustellen. Den seither aufgetretenen
psychischen Beschwerden sei keine invalidisierende Wirkung beizumessen. Da es sich
um eine Neuprüfung eines Rentenanspruchs nach rechtskräftiger Rentenablehnung
handle und sich im Rahmen der Abklärungen keine erhebliche Änderung in
gesundheitlicher Hinsicht ergeben habe, bestehe kein Anlass zur Durchführung eines
neuen Einkommensvergleichs. Es bleibe folglich beim im Gerichtsentscheid
festgelegten rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 39%. Es treffe nicht zu, dass
über die Rentenfrage nur befunden werden könne, wenn vorgängig oder mindestens
gleichzeitig über den Anspruch auf berufliche Massnahmen entschieden werde (IV-act.
183).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 13. Dezember 2016 lässt A._, vertreten durch
Rechtsanwalt Dr. iur. K. Glavas, am 28. Dezember 2016 Beschwerde erheben. Er
beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
aufzuheben und es sei ihm eine halbe Rente zu gewähren. Parallel dazu sei die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm eine geeignete berufliche Umschulung zu
gewähren. In formeller Hinsicht wäre die Beschwerdegegnerin gehalten gewesen,
geeignete berufliche Massnahmen (Umschulung) zu prüfen bzw. zu initialisieren. Die
Beschwerdegegnerin habe das rechtliche Gehör verletzt, indem sie zu den
Einwendungen nicht Stellung genommen habe. Das Gericht sei für das Jahr 2008 von
einem zu tiefen Valideneinkommen ausgegangen; bei korrekter Bemessung hätte er
schon damals Anspruch auf eine Viertelsrente gehabt. Dies sei zu korrigieren, da nur
das Dispositiv in Rechtskraft erwachsen sei. Da der Untersuchungsgrundsatz verletzt
worden sei, rechtfertige es sich, ihm auch rückwirkend eine Viertelsrente zu gewähren.
Da er bereits 1997 respektive im Jahr 2000 erkrankt sei, hätte zumindest das
Einkommen im Jahr 2007 als (Validen-)basis herangezogen werden müssen. Im
Weiteren habe sich die medizinische Situation verschlimmert. Degenerative Leiden
würden in der Regel voranschreiten, was auch bei ihm der Fall sei. Es sei zur
psychischen Beschwerdechronifizierung gekommen, weil er seit Jahren unter
erheblichen somatischen Schmerzen leide. Sowohl die Rehabilitationsklinik D._, die
Klinik K._ als auch das ZMB-Gutachten thematisierten eine chronifizierte
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psychiatrische Problematik, womit mindestens aus medizinischer Sicht erstellt sei,
dass diese Verschlimmerung eingetreten sei. Die chronifizierte Depression sei auf Basis
einer somatischen Rückenproblematik entstanden, wodurch sie auch unterhalten
werde, und werde ihn weiterhin daran hindern, ein rentenausschliessendes Einkommen
zu erwirtschaften. Bei der Bemessung des Valideneinkommens sei zu berücksichtigen,
dass Arbeitnehmer aus dem Balkan in der Regel als Gesunde ein um 20%
unterdurchschnittliches Einkommen erzielten. Ihm sei mindestens der 25%ige
Tabellenlohnabzug zu gewähren. Er werde in keinem adaptierten Beruf ein nahezu
rentenausschliessendes Einkommen erzielen können, zumal die Beschwerdegegnerin
eine echtzeitliche Umschulung unterlassen habe. Eine Umschulung dürfe ihm
insbesondere nicht aufgrund seines Alters verweigert werden, da die
Beschwerdegegnerin diese schon von Anfang an hätte gewähren müssen. Die
Beschwerdegegnerin sei daher ergänzend zur Ausrichtung einer halben Rente zu
verpflichten, die Umschulung in einen adäquaten Beruf umgehend zu initialisieren (act.
G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 6. März 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Eine Gehörsverletzung liege nicht vor, da sie den
angefochtenen Entscheid ausführlich begründet und zu den Vorbringen im Einwand
vom 21. September 2016 Stellung genommen habe. Ein Umschulungsanspruch
bestehe nicht, da der Beschwerdeführer nicht über einen in der Schweiz anerkannten
Berufsabschluss verfüge. Weder aus der orthopädischen noch aus der neurologischen
Beurteilung im ZMB-Gutachten ergäben sich Anhaltspunkte, dass sich die Pathologie
mit degenerativen Veränderungen im Bereich der unteren LWS substantiell verändert
habe. Im Vergleich zur ABI-Begutachtung seien im ZMB-Gutachten keine zusätzlichen
substantiellen objektivierbaren Befunde beschrieben worden. Die vom ABI-Gutachten
abweichende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus orthopädisch-neurologischer Sicht
sei als unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen
Sachverhalts zu betrachten, was im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich sei. Aus
orthopädischer Sicht sei die Grundlage des geklagten Schmerzsyndroms mit den
erheblichen morphologischen Veränderungen im Bereich der unteren LWS begründet
worden, während aus neurologischer Sicht die beschriebenen Schmerzen am lateralen
Fuss sowie die Sensibilitätsverminderung im Wadenbereich und am äusseren Fussrand
mit dem sensomotorischen Ausfallsyndrom S1 links habe erklärt werden können.
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Demnach erscheine das nicht durch organische Befunde erklärbare
Schmerzgeschehen nicht besonders ausgeprägt, weshalb fraglich sei, ob die
klassifikatorischen Vorgaben für die Diagnosestellung tatsächlich eingehalten worden
seien. Dies sei nicht abschliessend zu beantworten. Die Anerkennung einer
rentenbegründenden Invalidität aufgrund einer somatoformen Schmerzstörung falle
nämlich nur in Betracht, wenn die Aktenlage ein stimmiges Gesamtbild zeichne, das
auf eine therapeutisch nicht mehr angehbare funktionelle Behinderung schliessen
lasse, was vorliegend aufgrund der festgestellten Selbstlimitierungen und
Inkonsistenzen nicht der Fall sei. Bezüglich der depressiven Erkrankung sei im hier
massgeblichen Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung eine Therapieresistenz nicht
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt gewesen, womit
ein invalidisierendes psychisches Leiden ausser Betracht falle. Zusammenfassend
habe sich das somatische Zustandsbild seit der am 20. Juli 2011 rechtskräftig
verfügten Rentenablehnung nicht revisionserheblich verändert. Den seither
aufgetretenen psychischen Beschwerden sei keine invalidisierende Wirkung
beizumessen, weshalb auch in psychiatrischer Hinsicht keine anspruchserhebliche
Veränderung eingetreten sei. Somit bestehe kein Anlass zur Durchführung eines neuen
Einkommensvergleichs. Es bleibe folglich beim im Entscheid des
Versicherungsgerichts festgelegten rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 39%
(act. G 4).
B.c Mit Replik vom 13. März 2017 reicht der Beschwerdeführer den Lohnausweis für
das Jahr 2008 (act. G 6.1) und das Arbeitszeugnis der Firma L._ vom 31. August
2004 (act. G 6.2) ein. Aus Ersterem gehe hervor dass er einen Lohn von Fr. 76'170.40
verdient habe. Die Anerkennung des Berufsabschlusses könne nachgeholt werden,
jedoch könne die Umschulung nicht daran scheitern, dass er jahrelang als Schweisser
bei mehreren Firmen gearbeitet habe. Da ihm in einer körperlich belastenden Tätigkeit
eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert werde, erfülle er alle Voraussetzungen eines
Anspruchs auf Umschulung, zumal ihm die Beschwerdegegnerin eine 39%ige
Invalidität im angestammten und ausgeübten Beruf attestiere. Die Behauptung, dass
sich in somatischer Hinsicht nichts verändert habe, treffe nicht zu, weil er aus
neurologischer Sicht zuvor gar nicht fachmedizinisch untersucht worden sei. Die
neurologische Untersuchung des ABI sei durch einen Rheumatologen erfolgt und vom
neurologischen Gutachter des ZMB ausdrücklich bemängelt worden. Es habe insofern
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eine Verschlimmerung stattgefunden, als entweder die ursprüngliche Problematik nicht
erkannt worden sei oder aber diese nachträglich eingetreten sei. Inzwischen habe sich
die medizinische Situation und insbesondere auch die Depression derart chronifiziert,
dass von einer Therapieresistenz ausgegangen werden müsse. Die Behandlung sei
lege artis erfolgt und ein Mahn- oder Bedenkzeitverfahren sei nicht initialisiert worden.
Nachdem die Beschwerdegegnerin diverse Unterlassungen zu vertreten habe,
rechtfertige es sich, ihm nicht nur ab der ZMB-Begutachtung, sondern gar rückwirkend
eine halbe Rente zu gewähren (act. G 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 8).
B.e Mit Eingabe vom 30. März 2017 legt der Beschwerdeführer den für die
Anerkennung der Ausbildung als Schweisser erforderlichen Unterrichtsplan vor (act. G
9; act. G 9.1).

Erwägungen
1.
Im der angefochtenen Verfügung vorangegangenen Verfahren machte der
Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, sein Gesundheitszustand habe sich in
relevanter Weise verschlechtert, es sei von einem höheren Valideneinkommen als im
vorangegangenen Entscheid auszugehen und es bestehe ein Anspruch auf
Umschulung. In der angefochtenen Verfügung legte die Beschwerdegegnerin
umfassend dar, weshalb sie nicht von einer relevanten Verschlechterung des
Gesundheitszustandes ausging (IV-act. 183-2 ff.). Weiter führte sie aus, dass aufgrund
der nicht gegebenen gesundheitlichen Verschlechterung der Einkommensvergleich
(und somit insbesondere die Berechnung des Valideneinkommens) nicht neu
vorgenommen werden könne (IV-act. 183-4). Daraus ergibt sich, dass das
Valideneinkommen aus Sicht der Beschwerdegegnerin irrelevant ist. Der
Umschulungsanspruch wurde verneint, da ein Rentenanspruch dadurch nicht mehr
beeinflusst werden könne, weil "bereits jetzt" kein rentenbegründender Invaliditätsgrad
gegeben sei (IV-act. 183-4). Damit begründete die Beschwerdegegnerin, weshalb sie
den Einwänden nicht folgte oder diese nicht berücksichtigte, so dass eine
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sachgemässe Anfechtung möglich war. Folglich genügt die angefochtene Verfügung
dem in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
(BV; SR 101), in Art 42 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) sowie in Art. 49 Abs. 3 ATSG
festgeschriebenen Anspruch auf Wahrung des rechtlichen Gehörs bzw. enthält eine
diesem Anspruch genügende Begründung (vgl. BGE 136 I 188 E. 2.2.1; Urteil des
Bundesgerichts vom 10. Februar 2017, 8C_785/2016, E. 5.2; U. KIESER, Kommentar
ATSG, 3. Aufl., Zürich 2015, Art. 42 Rz 7, Art. 49 Rz 56).
2.
Zu befinden ist über ein neues Leistungsgesuch, nachdem ein vorgängiges
Leistungsbegehren mit Verfügung vom 20. Juli 2011 (IV-act. 91) rechtskräftig
abgewiesen wurde.
2.1 Art. 8 Abs. 1 ATSG umschreibt Invalidität als voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist
der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem
in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%, auf eine
halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50%, und auf eine Viertelsrente, wenn sie
mindestens zu 40% invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
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Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
2.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Wurde eine
Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, wird eine neue
Anmeldung nur geprüft, wenn die gesuchstellende Person glaubhaft macht, dass sich
der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art.
87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Ist
die anspruchserhebliche Änderung glaubhaft gemacht, ist die Verwaltung verpflichtet,
auf das neue Leistungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher und rechtlicher
Hinsicht umfassend zu prüfen; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem
Revisionsfall nach Art. 17 ATSG vorzugehen. Die IV-Stelle hat abzuklären, ob eine
solche (glaubhaft gemachte) Veränderung tatsächlich eingetreten ist. Verneinendenfalls
weist sie das Rentengesuch ab. Die Frage, ob eine erhebliche Tatsachenänderung
eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich der Verhältnisse im Zeitpunkt der
Neuanmeldung mit denjenigen bei Erlass der letzten, auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Ermittlung des Invaliditätsgrades beruhenden Verfügung (Urteile des Bundesgerichts
vom 17. April 2018, 9C_589/2017, E. 4, mit weiteren Verweisen, vom 6. Juni 2018,
8C_868/2017, E. 3.1 und vom 3. August 2018, 8C_177/2018, E. 3.3).
2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
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(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie
ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
3.
3.1 Vorab ist darüber zu befinden, ob das ZMB-Gutachten vom 5. Juli 2016 den
rechtsprechungsmässigen Anforderungen an die Beweistauglichkeit genügt.
3.2 Der orthopädische Gutachter hielt fest, die chronischen Rückenschmerzen
könnten aus orthopädischer Sicht erklärt werden. Die pathologischen Veränderungen in
der LWS seien erheblich und objektivierten die Beschwerden. Es resultiere eine
verminderte Belastungsfähigkeit der Wirbelsäule (IV-act. 167-31 f.). Der neurologische
Gutachter führte aus, die beschriebenen Schmerzen auch am lateralen Fuss dorsal und
plantar sowie die Sensibilitätsverminderung im Wadenbereich und am äusseren
Fussrand seien vereinbar mit einem sensomotorischen radikulären Ausfallsyndrom S1
links. Dieses sei mit der bildgebend festgestellten hochgradigen Osteochondrose, der
breitbasigen Diskusprotrusion sowie der linksbetonten Spondylarthrose lumbosakral
mit Einengung des Recessus lateralis links erklärbar. Die morphologischen
Veränderungen im Bereiche der unteren Lendenwirbelsäule seien erheblich und
bildeten die Grundlage des geklagten Schmerzsyndroms sowie zumindest eines Teils
des aktuellen sensomotorischen Ausfallsyndroms am linken Bein. Hingegen sei das
klinische Bild mit mehrsegmentalen "Paresen" stark wechselnder Ausprägung am
linken Bein weder durch objektivierbare klinische Befunde noch durch die aktuelle
Bildgebung zu verstehen. Es bestehe aktuell aufgrund der klinischen Befunde eine
erhebliche Symptomausweitung. Auffällig seien auch die Konstanz des
Schmerzsyndroms, welches im Liegen, Sitzen, Stehen und Gehen gleichermassen
vorhanden sei, sowie dessen langjährige Therapieresistenz (IV-act. 167-39 f.). Die
Gutachter diagnostizierten aus somatischer Sicht im Wesentlichen ein chronisches
lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit sensomotorischen Ausfällen S1 bzw. mit
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sensomotorischem Ausfallsyndrom S1 links bei hochgradiger Osteochondrose,
breitbasiger links-betonter Diskusprotrusion und links betonter Spondylarthrose mit
Recessusstenose links LWK5/SWK1, nach operativer Dekompression LWK5/SWK1
links am 9. Januar 2009 bei links-lateraler Diskushernie lumbosakral mit foraminaler
Ausdehnung (IV-act. 167-30, 37). Aufgrund der verminderten Belastungsfähigkeit der
Wirbelsäule bzw. der glaubhaften Einschränkung im Sitzen, Stehen und Gehen sei der
Versicherte in leichten, rückenschonenden Tätigkeiten zu 50% arbeitsfähig (IV-act.
167-31, 32; IV-act. 40, 41).
3.3 Gegenüber dem psychiatrischen Gutachter beschrieb der Beschwerdeführer
ebenfalls ein von lumbal her in den linken Fuss ausstrahlende Schmerzen. Es handle
sich um einen teilweise unerträglichen Dauerschmerz mit gleichzeitiger Gefühlslosigkeit
im linken Fuss. Die andauernden Schmerzen brächten ihn zur Verzweiflung. Er fühle
sich unglücklich, deprimiert, habe Todeswünsche. Er sei mutlos, habe keine Freude
mehr, fürchte, dass es in Zukunft nur noch schlechter werde. Er vergesse sehr vieles
und könne deshalb nicht mehr lesen. Seit etwa zwei Jahren habe er konkrete Pläne,
sich von einer Brücke zu stürzen (IV-act. 167-44). Im Befund erhob der Gutachter eine
deutliche Störung der Vitalgefühle, eine deutliche Affektarmut und Deprimiertheit, eine
innere Unruhe und eine verminderte affektive Modulationsfähigkeit. Insgesamt sei der
Beschwerdeführer antriebsarm, subjektiv auch antriebsgehemmt (IV-act. 167-46). Der
Gutachter diagnostizierte eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10:
F45.41) sowie eine rezidivierende depressive Störung mit aktuell mittelgradiger
depressiver Episode (ICD-10: F33.1; IV-act. 167-47). Der Versicherte zeige einen
depressiven Symptomenkomplex mit Verlust von Interesse und Freude,
Antriebsminderung und auch depressiver Verstimmung. Daneben bestehe eine
Suizidalität, die gegenüber früher möglicherweise zugenommen habe. Weiter nennt das
Gutachten ausgesprochene Gefühle von Schuld und Wertlosigkeit (IV-act. 167-47).
Daneben bestehe ein im beklagten Umfang in keiner Art und Weise zu begründendes
sensomotorisches Schmerz- und Ausfallsyndrom, welches deutlich somatoform
geprägt/ausgestaltet werde. Dabei sei die somatische Komponente
Kristallisationspunkt der somatoformen Störung einerseits und des depressiven
Geschehens andererseits (IV-act. 167-48). Im Konsens kamen die Gutachter zum
Schluss, aufgrund der mittelgradigen depressiven Episode und der anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung sei der Versicherte mindestens seit Januar 2015, mit
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Wahrscheinlichkeit seit Jahren, zu 50% arbeitsfähig. Die aus psychiatrischer Sicht
attestierte Verminderung der Arbeitsfähigkeit könne nicht additiv zu den aus
somatischer Sicht bestehenden Einschränkungen gewertet werden, da der Versicherte
aus somatischer Sicht in adaptierter Tätigkeit kaum Einschränkungen habe und
lediglich das - in der psychiatrischen Diagnostik ebenfalls eingeschlossene -
Schmerzerleben wesentlich für die Verminderung der Arbeitsfähigkeit sei (IV-act.
167-57).
3.4 Der Schweregrad der Beeinträchtigung wird aus orthopädischer und aus
neurologischer Sicht als erheblich bezeichnet (IV-act. 167-31, 40). Der neurologische
Gutachter hebt hervor, die degenerativen Veränderungen im Bereich der unteren
Lendenwirbelsäule würden das Ausmass der Beeinträchtigung nicht begründen.
Insbesondere das klinische Bild mit mehrsegmentalen "Paresen" stark wechselnder
Ausprägung am linken Bein sei allein aufgrund der bildgebenden Befunde im Bereich
der Lendenwirbelsäule nicht erklärbar (IV-act. 167-40). Somit erscheint schlüssig, die
somatischen Beschwerden, soweit nicht objektivierbar, der mittelgradigen Depression,
der somatoformen Schmerzstörung, aber teilweise auch einer Symptomverdeutlichung
zuzuordnen (vgl. IV-act. 167-49). Der psychiatrische Gutachter führt weiter aus, die
mittelgradige Depression und die anhaltende somatoforme Schmerzstörung führten zu
einer deutlichen Verminderung des dem Beschwerdeführer Möglichen im Sinne einer
verminderten Arbeitsfähigkeit, aber auch einer verminderten Teilhabe am täglichen
Leben (IV-act. 167-48). Der Beschwerdeführer sei in seiner Durchhaltefähigkeit und in
seiner Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit beeinträchtigt. Er werde von Schuldgefühlen
geplagt, suche Fehler bei sich, aber auch unangemessenerweise bei anderen, und
verfüge über ein ausgesprochen somatisches Krankheitskonzept. Beeinträchtigungen
bestünden auch in der Planung und Strukturierung von Aufgaben, in der
Selbstbehauptungsfähigkeit, wohl auch in der Kontaktfähigkeit zu Dritten/
Gruppenfähigkeit. Spontanaktivitäten würden nach seinen Angaben kaum mehr
wahrgenommen (IV-act. 167-48). Der kulturelle Hintergrund müsse als individueller
Belastungsfaktor bezeichnet werden, indem der Beschwerdeführer seine Identität als
Ernährer der Familie verloren habe. Entsprechend bestünden Schuld-, aber auch
Insuffizienzgefühle, der Versicherte sei auch vulnerabel, narzisstisch gekränkt und
kränkbar und fühle sich in seiner psychischen Integrität beeinträchtigt. Hinzu träten
psychosoziale Kontextfaktoren im Sinne der geknickten fussballerischen Karriere des
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Sohnes. Depressive Kognitionen würden dadurch verstärkt. Eine strukturelle
Problematik im Sinne einer Persönlichkeitsstörung oder auch wesentlich akzentuierter
Persönlichkeitszüge müsse aber nicht konstatiert werden (IV-act. 167-49). Zum Aspekt
der Konsistenz beschrieben die Gutachter in somatischer Hinsicht eine
Symptomausweitung, indem die Beschwerden teilweise nicht objektivierbar seien, bzw.
eine klare Symptomverdeutlichung. Kognitive Störungen hätten im klinischen
Abklärungsgespräch nicht objektiviert werden können. Auffällig sei auch die Konstanz
des Schmerzsyndroms im Liegen, Sitzen, Stehen und Gehen, sowie dessen langjährige
Therapieresistenz. Das Verhalten des Beschwerdeführers während der neurologischen
Untersuchung sei suggestiv für eine Verdeutlichungstendenz, welche jedoch nur mit
Vorbehalt bewusstseinsnah zu werten sei. Nicht konsistent seien sodann die Angaben
des Beschwerdeführers zur Teilhabe, zumal er zweimal jährlich in sein Heimatland zur
Kur fahre und gemäss Bericht der psychiatrischen Dienste Süd in der Subakut-
Behandlung gut mitgearbeitet habe und in der Gruppe gut integriert gewesen sei. Die
gemessenen Konzentrationen der verordneten Medikation sprächen nicht für eine
Einnahme nach Rezeptur. Insgesamt erschienen die Inkonsistenzen zum Teil nicht
authentisch (IV-act. 167-40, 49, 56).
3.5 Das polydisziplinäre ZMB-Gutachten berücksichtigt somit die angegebenen
Beschwerden sowie die vorhandenen medizinischen Akten. Diagnosestellung und
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind schlüssig und nachvollziehbar. Letztere erfolgt
gemäss dem nach neuerer Rechtsprechung zu beachtenden strukturierten
Beweisverfahren (BGE 141 V 281, BGE 143 V 409, BGE 143 V 418). Vom
Beschwerdeführer wurde die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht bestritten,
und es liegen keine medizinischen Akten vor oder wurden Stellungnahmen
behandelnder Ärzte oder Ärztinnen eingereicht, wonach objektive Aspekte von den
Gutachtern nicht berücksichtigt worden seien.
3.6 RAD-Arzt Dr. E._ nahm am 3. August 2016 Stellung, das Gutachten erfülle die
versicherungsmedizinischen Anforderungen. Jedoch sei die nicht optimale respektive
fehlende medikamentöse Therapie nicht hinreichend berücksichtigt worden. Es sei eher
davon auszugehen, dass bei entsprechender Compliance und adäquater Therapie die
gesundheitliche Situation sich besser darstellen würde (IV-act. 169-2). Dem gegenüber
führten die Gutachter aus, der bisherige Therapieverlauf sei frustran. Der
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Beschwerdeführer habe mehrfach Rehabilitationsbehandlungen sowie verschiedene
invasive Therapien absolviert und stehe in psychiatrischer Behandlung, ohne dass es
zu einer wesentlichen Besserung insbesondere des beklagten Schmerzsyndroms
gekommen sei. Die affektive Störung sei in den letzten Jahren zunehmend chronifiziert.
Entsprechend sei die Prognose nicht gut und es könnten keine anderen medizinischen
Therapiemassnahmen angegeben werden, welche mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit zu einer erheblichen Besserung der Arbeitsfähigkeit führen könnten
(IV-act. 167-58). Der RAD begründet seine dem MEDAS-Gutachten entgegenstehende
Ansicht nicht fachpsychiatrisch und nicht ausführlich. Die Gutachter haben auf die
nicht zuverlässige Medikamenteneinnahme hingewiesen, womit davon auszugehen ist,
dass sie diesen Umstand bei ihrer Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auch
berücksichtigt haben. Zudem darf gestützt auf eine RAD-Stellungnahme nicht ohne
Weiteres von einem MEDAS-Gutachten abgewichen werden. Die Verwaltung hätte
zunächst die MEDAS bzw. den psychiatrischen Gutachter mit der Stellungnahme des
RAD-Arztes konfrontieren müssen und - falls die verbleibenden Zweifel nicht hätten
ausgeräumt werden können - allenfalls eine neue Begutachtung einholen müssen,
bevor abschliessend über das Leistungsbegehren hätte entschieden werden dürfen
(Entscheid des Versicherungsgerichts vom 7. April 2016, IV 2014/286, E. 2.4.3; vgl.
auch Urteil des Bundesgerichts vom 14. Februar 2014, 8C_874/2013, E. 3.3). Auf die
polydisziplinäre gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung ist daher abzustellen und
von einer Arbeitsfähigkeit von 50% für den somatischen Beschwerden angepasste
Tätigkeiten auszugehen.
4.
4.1 Anschliessend ist zu prüfen, ob damit eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes und damit einhergehend eine Verringerung der adaptierten
Arbeitsfähigkeit dokumentiert ist.
4.2 Die Gutachter der ABI hatten eine psychisch episodisch paroxysmale Angst
(ICD-10: F41.0; IV-act. 65-13) und ein chronisches, therapieresistentes
sensomotorischen Ausfallsyndrom S1 links bei u.a. muskulärer Dysbalance mit
Abschwächung der abdominalen und rückenstabilisierenden Muskelgruppen
(Gutachten vom 22. November 2010, IV-act. 65-17) diagnostiziert sowie den Verdacht
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auf deutliche psychosoziale Überlagerung (IV-act. 65-18) erhoben. Aus psychiatrischer
Sicht hatten sie eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert (Gutachten vom 22. November
2010, IV-act. 65-13, Ergänzungsgutachten vom 5. Mai 2011, IV-act. 82) und aus
somatischer Sicht eine solche von 75% in leichten bis intermittierend mittelschweren
wechselbelastenden Tätigkeiten (IV-act. 65-19, 23 f.). Das Versicherungsgericht stellte
auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung der ABI ab (Entscheid vom 15. August 2013, IV
2011/234, IV-act. 100, E. 2 und E. 3 a. A.). Anlässlich der psychiatrischen
Ergänzungsbegutachtung am 2. Mai 2011 (IV-act. 82-1) hatte der Beschwerdeführer
nebst Rückenschmerzen mit besonders belastender Ausstrahlung ins linke Bein ein mit
diesen Beschwerden assoziiertes allgemeines und angespanntes Gefühl beklagt (IV-
act. 82-2). Im Befund hatte der damalige psychiatrische Gutachter unter anderem
festgehalten, die Willens- und Antriebsbildung sei regelrecht, psychomotorisch zeigten
sich keine Besonderheiten, depressive Äquivalente seien nicht darstellbar (IV-act.
82-3).
4.3 Zum Verlauf des Gesundheitszustandes führten die ZMB-Gutachter aus, bereits im
ABI-Gutachten vom November 2010 sei auf eine emotionale Fixierung auf das
Krankheitsgeschehen hingewiesen worden. Willens- und Antriebsbildung seien damals
regelrecht gewesen. Hier bestehe ein Unterschied zum aktuellen
psychopathologischen Bild (IV-act. 167-59). Die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer
Sicht sei retrospektiv sehr schwierig festzulegen. Gemäss Abschlussbericht des
Psychiatrie-Zentrums C._ (IV-act. 142) und im definitiven Austrittsbericht der
Höhenklinik D._ vom 14. April 2015 (IV-act. 108) sei jeweils eine (zumindest)
mittelschwere Depression diagnostiziert worden. Mindestens seit Januar 2015 müsse
von einer mittelgradigen depressiven Episode ausgegangen werden, welche eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zur Folge habe. Darüber hinaus bestehe seit Jahren
eine Somatisierungsstörung im Sinne einer somatoformen Schmerzstörung (IV-act.
167-57). Die Gutachter der ABI hätten keine Schmerzanamnese erhoben und die
massgebliche psychosoziale Überlagerung nicht gewürdigt (IV-act.-167-59). Aus
somatischem Blickwinkel wurde ausgeführt, dass sich in der aktuellen bildgebenden
Untersuchung (MRT vom 9. Februar 2016) gegenüber den Vorbefunden keine
relevanten Veränderungen fänden (IV-act. 167-54). Die damals aus somatischer Sicht
attestierte Arbeitsfähigkeit von 75% für adaptierte, leichte bis intermittierend
mittelschwere Tätigkeiten sei "zumindest" aus aktueller Sicht nur mit Vorbehalt
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nachvollziehbar (IV-act. 167-41). Somit gründet die unterschiedliche Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit vor allem in somatischer Hinsicht auch auf einer abweichenden
Beurteilung des medizinischen Sachverhalts. Hinsichtlich des psychischen
Gesundheitszustandes ist jedoch zumindest insofern von einer Verschlechterung des
Gesundheitszustandes auszugehen, als die andauernden Schmerzen zu einer
mittlerweile verselbständigten rezidivierenden depressiven Störung geführt haben.
Sodann wurde vom psychiatrischen Gutachter neu die Diagnose einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung gestellt. Auch wenn das Vorgutachten hinsichtlich der
Würdigung der Schmerzen kritisiert wird, ist dennoch davon auszugehen, dass der
psychiatrische Gutachter der ABI diesen nicht den für die Diagnose erforderlichen
Schweregrad zumass und die neue Diagnose nicht ausschliesslich auf eine andere
Beurteilung, sondern auch auf eine Verschlechterung der Schmerzsituation schliessen
lässt. Damit ist eine revisionsrechtlich relevante Verschlechterung ausgewiesen und der
Sachverhalt umfassend zu prüfen, einschliesslich der Frage nach der
invalidenversicherungsrechtlichen Relevanz der diagnostizierten psychischen
Erkrankungen.
5.
5.1 Die Beschwerdegegnerin macht im Wesentlichen geltend, weder die rezidivierende
depressive Störung noch die anhaltende somatoforme Schmerzstörung sei
invalidenversicherungsrechtlich beachtlich (act. G 4).
5.2 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei anhaltenden somatoformen
Schmerzstörungen und ihnen gleichgestellten somatisch nicht objektivierbaren Leiden
in einem strukturierten Beweisverfahren zu beurteilen, ob sie
invalidenversicherungsrechtlich relevant sind (BGE 141 V 281). In BGE 143 V 414 f., E.
4.4 f. hat das Bundesgericht die bisherige Rechtsprechung aufgegeben, wonach
leichte bis mittelgradige Depressionen grundsätzlich therapierbar und damit
invalidenversicherungsrechtlich nicht relevant seien, und auf diese Erkrankungen
ebenfalls das strukturierte Beweisverfahren für anwendbar erklärt. Die
invalidenversicherungsrechtliche Anerkennung von Beschwerden setzt zunächst eine
Abgrenzung zu reaktiven, invaliditätsfremden Geschehen durch eine einwandfreie
fachärztliche Diagnose voraus (BGE 141 V 285 E. 2.1; BGE 143 V 416 E. 4.5.2). Die
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Diagnose führt nur zur Feststellung einer invalidenversicherungsrechtlich erheblichen
Gesundheitsbeeinträchtigung, soweit sie nicht auf Aggravation oder ähnlichen
Ausschlussgründen beruht (BGE 141 V 287, E. 2.2 a.E., E. 2.2.1 f.). Die medizinischen
Gutachter haben sich nicht auf die Diagnosestellung zu beschränken, sondern die
Leistungsfähigkeit bzw. die funktionellen Auswirkungen unter Beachtung der
einschlägigen Indikatoren einzuschätzen (BGE 141 V 307 E. 5.2.1; BGE 143 V 427 E. 6).
Der Beweis für eine lang andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte
Arbeitsunfähigkeit kann nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung der
massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein
stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz)
ergibt (BGE 143 V 427, E. 6; BGE 144 V 54, E. 4.3 a.E.). Die ärztliche
Arbeitsunfähigkeitsschätzung kann, zumindest ohne einlässliche Befassung mit den
spezifischen normativen Vorgaben und ohne entsprechende Begründung den rechtlich
geforderten Beweis einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 Abs. 2 ATSG) nicht erbringen, weil
sie weitgehend vom Ermessen des Sachverständigen abhängt (BGE 143 V 427, E. 6).
Die Rechtsanwender prüfen insbesondere, ob die Ärzte ausschliesslich funktionelle
Ausfälle berücksichtigt haben, welche Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung
sind (Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG), sowie, ob die versicherungsmedizinische
Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter Grundlage erfolgt ist (Art. 7 Abs. 2 zweiter
Satz ATSG). Recht und Medizin tragen je nach ihren fachlichen und funktionellen
Zuständigkeiten zur Festlegung ein und derselben Arbeitsunfähigkeit bei. Es soll keine
losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des strukturierten
Beweisverfahrens stattfinden, sondern im Rahmen der Beweiswürdigung überprüft
werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren
schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen
Vorgaben Rechnung tragen (BGE 141 V 307, E. 5.2.2 f.; BGE 144 V 54, E. 4.3). Aus
dem Gesagten ergibt sich, dass die medizinische Einschätzung nur - aber immerhin -
massgeblich ist, soweit sie invaliditätsfremde Faktoren ausblendet und auf
ausschliesslich objektivierbaren Funktionseinschränkungen basiert. Ist dies der Fall,
bleibt kein Raum für eine von der medizinischen abweichende rechtliche Würdigung.
5.3 Die ZMB-Gutachter haben die vom Beschwerdeführer und seinen behandelnden
Ärzten angegebenen Beschwerden nach den massgeblichen Indikatoren gewürdigt
und dabei namentlich auch Inkonsistenzen aufgezeigt und die objektivierbaren
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Einschränkungen von den nicht objektivierbaren Klagen und invaliditätsfremden
Faktoren abgegrenzt (vgl. vorstehend E. 3.2 - 3.5; IV-act. 167-40, 49, 56 f.). Die
Gutachter haben nachvollziehbar dargelegt, dass die Schmerzen sowie das
Schmerzerleben des Beschwerdeführers in somatischer sowie psychiatrischer Hinsicht
und die damit einhergehende Limitierung des Beschwerdeführers die hauptsächliche
funktionelle Störung darstellen. Sie haben dabei offengelassen, ob der
Beschwerdeführer die adaptierte Tätigkeit unter Berücksichtigung der
Schmerzintensität ganztags mit reduzierter Leistung oder in Teilzeit erbringen soll. Ihre
Beurteilung berücksichtigt die vorhandenen Unstimmigkeiten im Gesamtbild bereits,
indem nicht eine volle, sondern nachvollziehbarerweise eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
angenommen wurde. Für eine abweichende juristische Beurteilung bleibt daher kein
Raum. Es ist auch aus rechtlicher Sicht von einer Arbeitsfähigkeit von 50%
auszugehen.
6.
6.1 Bei Wiederanmeldung am 1. Juni 2015 besteht ein allfälliger Rentenanspruch
frühestens ab 1. Dezember 2015 (BGE 142 V 547). Der Einkommensvergleich ist somit
für das Jahr 2015 vorzunehmen (BGE 129 V 222).
6.2 Der Beschwerdeführer rügt, bereits dem Entscheid des Versicherungsgerichts vom
15. August 2013 (IV 2011/234; IV-act. 100) würde eine falsche Bemessung des
Valideneinkommens zugrunde liegen. Er beantragt dessen rückwirkende Korrektur mit
folglich rückwirkender Zusprache einer Viertelsrente. Diese rechtfertige sich aufgrund
von Versäumnissen der Beschwerdegegnerin. Sinngemäss ersucht der
Beschwerdeführer damit um eine Wiedererwägung im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG,
denn eine Anpassung gemäss Art. 17 ATSG ist nur für die Zukunft, nicht aber mit
Wirkung schon vor dem Eintritt der massgeblichen Veränderung möglich (vgl. U.
KIESER, a.a.O., Art. 17 Rz 51). Soweit der Beschwerdeführer dieses Begehren im
vorliegenden Beschwerdeverfahren stellt, richtet es sich nicht nur auf Aufhebung der
Verfügung der Beschwerdeführerin vom 20. Juli 2011 (IV-act. 91), sondern bedingt
auch ein Zurückkommen des Versicherungsgerichts auf seinen rechtskräftigen
Entscheid vom 15. August 2013 (IV-act. 100). Dies ist unter dem Titel der
Wiedererwägung gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG nicht möglich (KIESER, a.a.O., Art. 53
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Rz 45). Zudem besteht auf eine Wiedererwägung kein Anspruch (KIESER, a.a.O., Art.
53 Rz 45), und das Vorliegen einer zweifellosen Unrichtigkeit erscheint vorliegend
zumindest fraglich. Das Valideneinkommen kann daher aufgrund des gegebenen
Revisionsgrundes lediglich mit Wirkung ab 1. Dezember 2015 neu bemessen bzw.
korrigiert werden.
6.3 Der Beschwerdeführer arbeitete vom 2. August 1995 bis 31. August 2004 als
Konstruktionsschlosser und Schweisser bei der L._ AG. Seine Arbeiten umfassten im
Wesentlichen den selbständigen Zusammenbau von Stahlbauelementen sowie den
Einsatz als geprüfter Schweisser (Arbeitszeugnis vom 31. August 2004, act. G 6.2).
Vom 6. September 2004 bis 31. Dezember 2009 war der Beschwerdeführer bei der
M._ AG angestellt. Diese gab am 1. Februar 2010 an, der Beschwerdeführer würde
aktuell ohne Gesundheitsschaden ein Jahreseinkommen von Fr. 71'045.-- erzielen. Die
Tätigkeit habe hauptsächlich im Schweissen von Rohren mit mechanischem Stativ
bestanden (IV-act. 44). Gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE) 2010 des Bundesamtes
für Statistik (BFS), TA1, Ziff. 25 (Herstellung von Metallerzeugnissen),
Anforderungsniveau 3, Männer von Fr. 5'778.-- beträgt das Jahreseinkommen unter
Berücksichtigung der statistisch durchschnittlichen Arbeitszeit von 41,4
Wochenstunden (BFS, Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit [BUA], Ziff. 24-25,
2010) 12 x Fr. 5'778.-- : 40 x 41,4 = Fr. 71'763.--. Das tatsächliche Einkommen des
Beschwerdeführers von Fr. 71'045.-- entspricht annähernd dem Durchschnittslohn.
Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis zum Jahr 2015 (BFS,
Lohentwicklung, Indices Männer 2010: 2150, 2015: 2226; Informationsstelle AHV/IV, IV
2018, Bern 2018, Anhang 2) beläuft es sich auf Fr. 73'556.--.
6.4 Als Valideneinkommen gilt dasjenige Einkommen, das die versicherte Person im
Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit ohne die Gesundheitsschädigung erzielt hätte.
Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer
Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden
fortgesetzt worden wäre (Urteil des Bundes¬gerichts vom 21. Dezember 2016,
8C_728/2016, E. 3.1, mit weiteren Verweisen). Da der Beschwerdeführer die
Arbeitsstelle infolge langdauernder Krankheitsabsenz verlor (IV-act. 44-2) entspricht
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dieses Einkommen dem Valideneinkommen (Urteil des Bundesgerichts vom 21.
Dezember 2016, 8C_728/2016, E. 3.1, mit weiteren Verweisen). Zwar ging der
ehemalige Arbeitgeberbetrieb offenbar im Februar 2015 in Konkurs (IV-act. 117), doch
ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall an einer anderen
Arbeitsstelle zum ungefähr bisherigen Lohn als Schweisser tätig gewesen wäre.
6.5 Für die Bemessung des Invalideneinkommens ist vom Durchschnittseinkommen
gemäss LSE/Lohnentwicklung des BFS 2015, Männer, Kompetenzniveau 1, von Fr.
66'633.-- auszugehen (Informationsstelle AHV/IV, IV 2018, Bern 2018, Anhang 2).
Entsprechend der durch die ZMB-Gutachter attestierten Arbeitsfähigkeit von 50%
beträgt es Fr. 33'316.50. Gründe für einen Tabellenlohnabzug bestehen nicht, da die
vorhandenen Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeitsschätzung vollumfänglich
berücksichtigt sind, der Beschwerdeführer die Arbeitsfähigkeit vollschichtig mit
vermindertem Rendement verwerten kann und in adaptierter Tätigkeit somatisch kaum
Einschränkungen bestehen (BGE 126 V 80 E. 5b/bb-cc; BGE 134 V 327 f. E. 5.2; Urteile
des Bundesgerichts vom 17. Juli 2009, 9C_368/2009 E. 2.1, vom 23. Dezember 2014,
9C_630/2014, E. 2.1 mit weiteren Verweisen; und vom 22. Januar 2015, 9C_846/2014,
E. 4.1.1). Es resultiert ein Invaliditätsgrad von 54,7%, womit der Beschwerdeführer ab
1. Dezember 2015 Anspruch auf eine halbe Rente hat.
7.
7.1 Zu prüfen bleibt, ob dem Beschwerdeführer berufliche Massnahmen zustehen,
wobei er eine Umschulung beansprucht.
7.2
7.2.1 Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG)
bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese
notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit.
a), und die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt
sind (lit. b). Geeignet kann eine Eingliederungsmassnahme nur sein, wenn die
betroffene Person - bezogen auf die jeweilige Massnahme - selber wenigstens teilweise
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objektiv eingliederungsfähig und subjektiv eingliederungsbereit ist (objektive und
subjektive Eingliederungsfähigkeit [S. Bucher, Eingliederungsrecht der
Invalidenversicherung, Bern 2011, N 124, mit Verweisen auf die Rechtsprechung]). Die
Massnahme als solche muss erforderlich und notwendig sein (BUCHER, a.a.O., N 127).
7.2.2 Die versicherte Person hat Anspruch auf Umschulung auf eine neue
Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch
die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (Art. 17 Abs.
1 IVG). Zunächst setzt der Anspruch auf Umschulung voraus, dass die versicherte
Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten
und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren
Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von
etwa 20% erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 139 V 403
E. 5.3; BGE 130 V 489 f., E. 4.2; Urteil des Bundesgerichts vom 15. Oktober 2015,
9C_511/2015, E. 3; vgl. auch Bundesamt für Sozialversicherungen [BSV],
Kreisschreiben über die Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art [KSBE] vom 1.
Januar 2014, Rz. 4011). Die Umschulung hat die versicherte Person in die Lage zu
versetzen, eine ihrer früheren Tätigkeit möglichst gleichwertige Erwerbstätigkeit
auszuüben (BUCHER, a.a.O., N 729). Die konkrete Umschulungsmassnahme muss
notwendig und geeignet sein, dem vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig
gewesenen Versicherten eine seiner früheren annähernd gleichwertige
Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln (vgl. dazu BGE 130 V 489 f., E. 4.2 und KSBE Rz
4010).
7.2.3 Arbeitsunfähige (Art. 6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind,
haben Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten
Arbeitsplatzes (Art. 18 Abs. 1 lit. a IVG). Durch die mit der 5. IV-Revision erfolgte
Änderung des die Arbeitsvermittlung betreffenden Art. 18 IVG wurde der
anspruchsberechtigte Personenkreis von "eingliederungsfähigen invaliden
Versicherten" auf "arbeitsunfähige (Art. 6 IVG) Versicherte, welche eingliederungsfähig
sind" ausgeweitet. Diesem Umstand ist durch die Rechtsprechung Rechnung zu tragen
(vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 20. Oktober 2010, 9C_839/2010, E. 2.2.3,
wonach die leistungsspezifische Invalidität nach Art. 18 IVG schon aufgrund einer
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relativ geringfügig erschwerten Suche nach einer Arbeitsstelle gegeben sei, solange
diese Erschwernis auf gesundheitliche Gründe zurückzuführen sei).
7.3 Dem Beschwerdeführer ist seine bisherige Tätigkeit als Schweisser nicht mehr
zumutbar (ZMB-Gutachten vom 5. Juli 2016, IV-act. 167-56), womit die für einen
Umschulungsanspruch vorausgesetzte Einkommenseinbusse gegeben ist. Indes gab
er anlässlich der Begutachtung ausdrücklich an, aufgrund der Schmerzen nach
gescheiterten Arbeitsversuchen überhaupt keine Arbeit mehr verrichten zu können (IV-
act. 167-23, 45). Es fehlt damit für sämtliche berufliche Massnahmen bereits an der
subjektiven Eingliederungsfähigkeit. Es ist nicht ersichtlich und wurde auch nicht
geltend gemacht, dass sich der Beschwerdeführer zu irgendeiner Zeit für berufliche
Massnahmen wieder gemeldet hätte oder sich selbst erfolglos bemüht hätte. Es ist ihm
unbenommen, dies zu tun. Soweit die Beschwerdegegnerin geltend macht, da kein
Rentenanspruch bestehe, könne eine Umschulung gar nicht zu einem (teilweise oder
ganz) rentenausschliessenden Einkommen führen, kann ihr bei gegebenem Anspruch
auf eine halbe Rente nicht mehr gefolgt werden. Indes müsste die Massnahme bei
einem Valideneinkommen von Fr. 73'556.-- ein Einkommen von mindestens Fr.
44'134.-- (40% Invalidität; 0,6 x Fr. 76'556.--) ermöglichen, damit der
Beschwerdeführer rentenausschliessend eingegliedert wäre bzw. von Fr. 36'778.--
(40% bis 50% Invalidität; 0,5 x Fr. 73'556.--), damit sich der Rentenanspruch auf eine
Viertelsrente reduzieren würde. Unter Berücksichtigung der Fremdsprachigkeit (vgl. IV-
act. 167-46, wo der psychiatrische Gutachter angibt, der Beschwerdeführer verstehe
die deutsche Sprache deutlich weniger als er angebe und die Dolmetscherin nötig
gewesen sei) sowie der mutmasslich sehr eingeschränkten Berufsauswahl v.a. mit Blick
auf Bürotätigkeiten dürfte es an der geforderten Verhältnismässigkeit, Zweckmässigkeit
sowie Gleichwertigkeit für eine Umschulung fehlen (vgl. KSBE, Rz 1006, 4002).
8.
8.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 13. Dezember
2016 aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Dezember 2015 eine
halbe Rente zuzusprechen. Die Sache ist zur Festsetzung und Ausrichtung der
geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Bezüglich
beruflicher Massnahmen ist die Beschwerde abzuweisen.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 26/27
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8.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. In Berücksichtigung
des Obsiegens hinsichtlich des Rentenanspruchs und des Unterliegens in Bezug auf
den Anspruch auf berufliche Massnahmen ist von einem Obsiegen des
Beschwerdeführers zu zwei Dritteln auszugehen. Entsprechend bezahlt die
Beschwerdegegnerin die Gerichtsgebühr im Umfang von Fr. 400.-- und der
Beschwerdeführer im Betrag von Fr. 200.--. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr.
600.-- ist dem Beschwerdeführer im Umfang von Fr. 200.-- daran anzurechnen und im
Umfang von Fr. 400.-- zurückzuerstatten.
8.3 Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers hat keine Honorarnote eingereicht. Der Bedeutung der
Streitsache und dem Aufwand angemessen erscheint eine Parteientschädigung von
pauschal Fr. 3'600.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer). Da der
Beschwerdeführer nur teilweise obsiegt, hat er einen reduzierten Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Unter Berücksichtigung des teilweisen Obsiegens erscheint
daher eine Parteientschädigung von Fr. 2'400.-- als gerechtfertigt.