Decision ID: e171c192-cb4b-5493-85d7-b05635e8706d
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Dezember 2005 zum Bezug von Ergänzungsleistungen zu
einer ganzen Rente der Invalidenversicherung an (EL-act. 120). Mit einer Verfügung
vom 3. Februar 2006 sprach ihm die EL-Durchführungsstelle ab dem 1. Dezember
2005 eine Ergänzungsleistung zu (EL-act. 117 f.). Im Jahr 2015 belief sich die
Ergänzungsleistung auf 808 Franken pro Monat, einschliesslich einer
ausserordentlichen, kantonalrechtlichen Ergänzungsleistung von 45 Franken (EL-act.
24). Mit einer Verfügung vom 21. Dezember 2015 erhöhte die EL-Durchführungsstelle
die monatliche Ergänzungsleistung per 1. Januar 2016 auf 823 Franken, wiederum
einschliesslich einer kantonalrechtlichen, ausserordentlichen Ergänzungsleistung von
45 Franken (EL-act. 21). Den Grund für diese Erhöhung der ordentlichen,
bundesrechtlichen Ergänzungsleistung bildeten eine Erhöhung der Prämienpauschale
der obligatorischen Krankenpflegeversicherung von 4'488 Franken auf 4'668 Franken,
die eine gleichzeitige Reduktion der Nichterwerbstätigenbeiträge von 504 Franken auf
502 Franken deutlich überstieg; die übrigen Berechnungspositionen blieben
unverändert (vgl. EL-act. 19 mit EL-act. 22).
A.b Am 19. Januar 2016 ging der EL-Durchführungsstelle eine Eingabe des
Versicherten mit dem folgenden Inhalt zu (EL-act. 17): „Betrifft IV und
Ergänzungsleistungen (...) Persönliche Anfrage (mein Anwalt Z._ hat schon zweimal
angefragt und keine Antwort bekommen): Warum bekomme ich nur eine IV-Rente und
Ergänzungsleistungen von 1'298 Franken im Monat? Von der beruflichen Vorsorge
bekomme ich monatlich nur 1'000 Franken ausbezahlt. Wie Sie wissen, bin ich völlig
unschuldig invalid geworden. Ich hatte damals einen Jahreslohn von 68'400 Franken.
Ich muss also mit 2'300 Franken leben. Allein die Miete ist 1'250 Franken. Es kann
doch nicht sein, dass ich als Schweizer, der völlig unschuldig invalid wurde, mit 1'000
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Franken leben muss. Davon muss ich noch Strom, Wasser, Versicherungen etc. etc.
zahlen (...) ein Schweizer Invalide bekommt nicht mal genug zum Leben. Geschweige
denn zum Essen! Ich bitte Sie, mir endlich meine IV-Rente so zu korrigieren, damit ich
auch halbwegs anständig leben und sterben kann“. Die Eingabe enthielt den
handschriftlichen Vermerk: „Einsprache!“ und eine elektronische Notiz mit dem
folgenden Wortlaut: „gemäss bu als Einsprache prüfen“. Am 15. Februar 2016 notierte
eine Sachbearbeiterin der EL-Durchführungsstelle (EL-act. 13), die Ausgaben des EL-
Bezügers setzten sich aus der Prämienpauschale für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung, aus den Nichterwerbstätigenbeiträgen, aus der
Wohnungsmiete und aus der Lebensbedarfspauschale zusammen. Die Höhe des
aktuellen Mietzinses werde schon seit einer EL-Verfügung vom 27. September 2011
unverändert berücksichtigt. Als Einnahmen flössen dem EL-Bezüger nur die Renten der
Invalidenversicherung und der beruflichen Vorsorge zu. Deren Beträge seien gemäss
den aktuellsten Rentenbescheinigungen berücksichtigt worden. Zwischenzeitliche
Abklärungen hätten ergeben, dass ein Teil der Rente der beruflichen Vorsorge
(weiterhin) gepfändet werde. Vor diesem Hintergrund sei nachvollziehbar, dass der EL-
Bezüger nur über wenig flüssige Mittel verfüge. Die Schulden und die Schuldentilgung
könnten aber bei der Anspruchsberechnung nicht berücksichtigt werden. Da der EL-
Bezüger die Nichterwerbstätigenbeiträge nicht bezahle, werde man künftig auf deren
Erhebung verzichten, im Gegenzug aber die Beiträge auch bei der
Anspruchsberechnung nicht mehr berücksichtigen. Die entsprechende Anpassung
werde ausserhalb des Einspracheverfahrens erfolgen.
A.c Am 18. Februar 2016 erliess die EL-Durchführungsstelle eine Verfügung, mit der
sie die Ergänzungsleistung per 1. März 2016 auf 781 Franken (einschliesslich 45
Franken ausserordentlicher Ergänzungsleistung) herabsetzte (EL-act. 11). Die
Anspruchsberechnung entsprach jener zur Verfügung vom 21. Dezember 2015, enthielt
aber keine Nichterwerbstätigenbeiträge mehr (EL-act. 12). Am 23. Februar 2016 erhob
der EL-Bezüger eine Einsprache gegen diese Verfügung (EL-act. 8). Er machte geltend,
seine Eingaben (und jene seines Anwaltes) würden einfach nicht beantwortet. Er könnte
nun wieder alles aufzählen, was er schon „x-mal“ geltend gemacht habe, aber er halte
sich kurz. Gemäss der neusten Verfügung müsste er mit 1'006 Franken leben. Das
könne ja wohl nicht wahr sein. Die Eingabe schloss mit folgenden Worten: „Nun die
einfache Frage: Wie soll ich davon leben können? Ist das jetzt die zukünftige Schweiz?
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Bitte erklären Sie mir das!“. Am 26. Februar 2016 antwortete die EL-
Durchführungsstelle, dass sie das Einspracheverfahren betreffend die Verfügung vom
18. Februar 2016 mit jenem betreffend die Verfügung vom 21. Dezember 2015
vereinige (EL-act. 7).
A.d Mit einem Entscheid vom 2. Mai 2016 wies die EL-Durchführungsstelle die
Einsprachen gegen die Verfügungen vom 21. Dezember 2015 und vom 18. Februar
2016 ab (EL-act. 4). Sie führte aus, die Prämien für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung und der allgemeine Lebensbedarf würden bei der
Anspruchsberechnung pauschal berücksichtigt. Für die Bemessung des Mietzinses sei
auf den eingereichten Mietvertrag abgestellt worden, wobei allerdings ein Anteil für den
in derselben Wohnung lebenden Sohn des EL-Bezügers abzuziehen sei. Die Höhe des
Mietzinses sei seit der Verfügung vom 27. September 2011 unverändert. Die
Nichterwerbstätigenbeiträge seien mit einem Schreiben vom 15. Februar 2016 erlassen
worden, weshalb sie ab dem 1. März 2016 nicht mehr bei der EL-
Anspruchsberechnung berücksichtigt werden könnten. Als Einnahmen seien die
Renten der Invalidenversicherung und der beruflichen Vorsorge angerechnet worden.
Die „Schuldenpfändung“ könne nicht berücksichtigt werden. Die
Anspruchsberechnung sei zusammenfassend korrekt erfolgt, weshalb die Einsprache
abzuweisen sei.
B.
B.a Am 18. Mai 2016 erhob der EL-Bezüger (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine
Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 2. Mai 2016 (act. G 1). Er führte aus:
„Es kann ja wohl nicht sein, dass ein Schweizer, der völlig unschuldig invalid wurde, mit
rund 1'000 Franken leben soll. Mit diesem Betrag kann ich nicht mal sterben. Ich bitte
Sie, nun endlich meine IV und Ergänzungsleistungen anzupassen, damit ich auch den
ganzen Monat davon leben kann“.
B.b Die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte
am 10. Juni 2016 unter Hinweis auf die Erwägungen im angefochtenen
Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
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B.c Am 7. November 2016 leitete die Beschwerdegegnerin ein Schreiben des
Beschwerdeführers vom 3. November 2016 samt Beilagen sowie ihre Antwort an den
Beschwerdeführer vom 7. November 2016 an das Versicherungsgericht weiter (act. G
5). Der Beschwerdeführer hatte am 3. November 2016 geltend gemacht, er finde es
„sehr, sehr fragwürdig“, dass die Beschwerdegegnerin seine Eingaben bislang nicht
einmal beantwortet habe. Sein Anwalt habe ihm gesagt, dass er „schon seit einer
Ewigkeit“ das Recht auf eine Anpassung der Ergänzungsleistungen habe. Er frage sich,
wie er von diesem Geld leben solle und weshalb er als Schweizer, der unschuldig
invalid geworden sei, schlechter behandelt werde als „jeder Asylant, der nie, nie
arbeiten wird“. Diesem Schreiben hatte er seine Beschwerdeschrift vom 18. Mai 2016,
seine Eingabe vom Januar 2016 (erste „Einsprache“) sowie seine Einsprache vom 23.
Februar 2016 beigelegt. Die Beschwerdegegnerin hatte ihm am 7. November 2016
geantwortet, dass er sich beim Ver¬sicherungsgericht nach dem Stand der Dinge
erkundigen müsse.

Erwägungen
1.
1.1 Bei der Verfügung vom 21. Dezember 2015 hat es sich um eine
Revisionsverfügung im Sinne des Art. 17 Abs. 2 ATSG gehandelt, denn mit ihr hat die
Beschwerdegegnerin die laufende Ergänzungsleistung für die Zukunft an zwei
Sachverhaltsveränderungen angepasst, nämlich an die Erhöhung der
Prämienpauschale für die obligatorische Krankenpflegeversicherung und an eine
geringfügige Reduktion der Nichterwerbstätigenbeiträge um zwei Franken. Da sich der
massgebende Sachverhalt anderweitig nicht verändert hatte, umfasste das
Revisionsverfahren, das mit der Verfügung vom 21. Dezember 2015 abgeschlossen
worden ist, nur die Prämienpauschale und die Nichterwerbstätigenbeiträge. Laut einer
langjährigen konstanten Rechtsprechung des Bundesgerichtes soll es zwar möglich
sein, in einem Revisionsverfahren sämtliche – selbst die unverändert gebliebenen –
Elemente des massgebenden Sachverhaltes neu zu prüfen und zu würdigen (vgl. statt
vieler BGE 141 V 9). Diese Auffassung erweist sich im Lichte einer sorgfältigen
Interpretation des Art. 17 ATSG aber als gesetzwidrig. Der Wortlaut des Art. 17 ATSG
verlangt einen Zusammenhang zwischen einer Leistungsanpassung und einer
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Sachverhaltsveränderung; gemäss dem Art. 17 Abs. 1 ATSG ist eine Rente nämlich
„entsprechend“ der Sachverhaltsveränderung anzupassen. In systematischer Hinsicht
ist massgebend, dass dem Sozialversicherungsverfahrensrecht – wie auch dem
allgemeinen Verwaltungsverfahrensrecht – der Grundsatz zugrunde liegt, dass eine
formell rechtskräftige Verfügung verbindlich ist beziehungsweise nicht ohne Weiteres
modifiziert werden kann. Diese Bindungswirkung entfaltet eine Verfügung nicht nur
gegenüber dem Verfügungsadressaten, sondern auch gegenüber der verfügenden
Behörde und sogar gegenüber dem Gericht. Die verfahrensrechtlichen Möglichkeiten
zur Modifikation einer formell rechtskräftigen Verfügung werden im ATSG
abschliessend genannt. Sofern nicht die engen Voraussetzungen für die Anwendung
eines dieser Korrekturinstrumente erfüllt sind, kommt eine Modifikation einer formell
rechtskräftigen Verfügung nicht in Frage. Das ATSG kennt die drei folgenden
Korrekturinstrumente: Die Revision (Art. 17 ATSG), die sogenannt prozessuale Revision
(Art. 53 Abs. 1 ATSG) und die Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 2 ATSG). Als viertes
Korrekturinstrument ist der Vollständigkeit halber die Anpassung einer formell
rechtskräftigen Verfügung an eine nachträgliche Rechtsänderung zu erwähnen, die
vorliegend aber augenscheinlich keine Rolle spielt. Wesensgemäss gehören die
prozessuale Revision und die Wiedererwägung zusammen, während es sich bei der
Revision (Art. 17 ATSG) um einen völlig anderen Typ eines Korrekturinstrumentes einer
formell rechtskräftigen Verfügung handelt. Die Wiedererwägung und die prozessuale
Revision bezwecken nämlich die Korrektur einer (qualifizierten) Unrichtigkeit, die von
Beginn weg bestanden hat. Das Ziel ist eine die unrichtige Verfügung ersetzende neue
Verfügung, die nun in allen Belangen richtig ist. Die Revision (Art. 17 ATSG) zielt
dagegen nicht auf die Korrektur einer von Beginn weg unrichtigen Verfügung ab,
sondern dient einem völlig anderen Zweck: Wenn eine ursprünglich richtige Verfügung
betreffend eine Dauerleistung infolge einer unerwarteten nachträglichen
Sachverhaltsveränderung für die Zukunft unrichtig wird, soll sie mittels einer Revision
an die Sachverhaltsveränderung angepasst werden, damit sie auch für die Zukunft
richtig bleibt. Erhöht sich beispielsweise die Prämienpauschale für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung, ist die Revision (Art. 17 Abs. 2 ATSG) das Instrument der
Wahl zur entsprechenden Erhöhung der Ergänzungsleistung, die für die Zukunft
unrichtig (zu tief) sein würde, wenn sie nicht an die Erhöhung der Prämienpauschale
angepasst würde. Erweist sich eine formell rechtskräftige Verfügung hinsichtlich eines
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Sachverhaltselementes als unrichtig, das sich nach der Verfügungseröffnung nicht
verändert hat, muss sie diesbezüglich logischerweise von Beginn weg unrichtig
gewesen sein. Würde die Verwaltung einen solchen Fehler im Zuge einer Revision (Art.
17 ATSG) korrigieren, würde sie eine Modifikation vornehmen, für die eines der beiden
Verfahrensinstrumente zur Behebung einer ursprünglichen Unrichtigkeit – prozessuale
Revision oder Wiedererwägung – angewendet werden müsste. Entgegen der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung dient die Revision (Art. 17 ATSG) also gerade
nicht dazu, eine in sämtlichen Belangen richtige Verfügung zu kreieren. Ihr Sinn und
Zweck beschränkt sich nur darauf, eine Dauerleistung an eine nachträgliche
Sachverhaltsveränderung anzupassen. Die Behebung von ursprünglich begangenen
Fehlern ist die Aufgabe der prozessualen Revision oder der Wiedererwägung. Diese
Unterscheidung ist deshalb von elementarer Wichtigkeit, weil eine Vermengung im
Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung dazu führen würde, dass im
Revisionsverfahren eine „verkappte“ Wiedererwägung durchgeführt werden könnte,
ohne dass die Voraussetzungen des Art. 53 Abs. 2 ATSG erfüllt wären. Das liefe
augenscheinlich auf eine Untergrabung des Grundsatzes der allseitigen Verbindlichkeit
einer formell rechtskräftigen Verfügung hinaus (vgl. zum Ganzen auch RALPH JÖHL,
Die Revision nach Art. 17 ATSG, in: JaSo 2012, S. 153 ff.), weshalb sich der
Gegenstand eines Revisionsverfahrens nach der ständigen Praxis des
Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen nur auf jene Sachverhaltselemente
beschränkt, die sich wesentlich verändert haben. Aus demselben Grund muss auch die
sogenannte „Kalenderjahrpraxis“ des Bundesgerichtes (BGE 128 V 39) als rechtswidrig
qualifiziert werden, laut der eine Verfügung betreffend eine Ergänzungsleistung nur für
ein Kalenderjahr wirksam sein soll. Diese Rechtsprechung findet im Gesetz keine
Grundlage und wird im Übrigen in der Praxis auch gar nicht befolgt, denn ihre
Umsetzung würde wegen der im Art. 43 Abs. 1 ATSG verankerten
Untersuchungspflicht eine umfassende jährliche Überprüfung jeder einzelnen
Ergänzungsleistung erfordern, wozu die EL-Durchführungsstellen aus
Kapazitätsgründen wohl kaum in der Lage sein dürften. Die Anpassungen zum
Jahreswechsel hin beschränken sich – dem Art. 17 Abs. 2 ATSG entsprechend –
deshalb in aller Regel auf jene Berechnungspositionen, die sich tatsächlich ändern. Die
resultierenden „Umrechnungsverfügungen“ sind folglich nichts anderes als
gewöhnliche Revisionsverfügungen und werden deshalb nach der ständigen Praxis des
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Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen auch als solche behandelt. Vorliegend
hat sich das Einspracheverfahren betreffend die Verfügung vom 21. Dezember 2015
folglich nur auf die Veränderung der Prämienpauschale für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung und auf die Reduktion der Nichterwerbstätigenbeiträge
(beides per 1. Januar 2016) beschränken können. Das Gleiche gilt auch für das
Einspracheverfahren betreffend die Verfügung vom 18. Februar 2016, bei der es sich
nämlich ebenfalls um eine Revisionsverfügung im Sinne des Art. 17 Abs. 2 ATSG
gehandelt hat, weil die Beschwerdegegnerin mit ihr auf den Erlass der künftigen
Nichterwerbstätigenbeiträge reagiert hat.
1.2 Die Eingabe des Beschwerdeführers, die der Beschwerdegegnerin am 19. Januar
2016 zugegangen ist, hat sich weder gegen die Erhöhung der Prämienpauschale für die
obligatorische Krankenpflegeversicherung noch gegen die Reduktion der
Nichterwerbstätigenbeiträge noch gegen das Ergebnis der entsprechenden Revision
(die Erhöhung der Ergänzungsleistung per 1. Januar 2016) gerichtet. Der
Beschwerdeführer hat mit keinem Wort Bezug auf die Sachverhaltsveränderungen
genommen. Vielmehr hat er in einer generellen, unspezifischen Weise geltend gemacht,
die Ergänzungsleistungen (und auch die Rente der Invalidenversicherung) seien
betragsmässig insgesamt zu tief. Zudem hat er geltend gemacht, sein Anwalt habe
deshalb schon wiederholt um eine Korrektur ersucht (wobei sich allerdings in den
Akten weder entsprechende Schreiben noch eine Vertretungsvollmacht finden lassen).
Das zeigt, dass der Beschwerdeführer nicht nur nicht mit der Höhe der
Ergänzungsleistungen ab dem 1. Januar 2016 einverstanden gewesen ist, sondern
dass er vielmehr die Auffassung vertreten hat, diese seien schon „seit einer
Ewigkeit“ (vgl. act. G 5.1) viel zu tief. Sein Begehren hat vor diesem Hintergrund
offensichtlich auf eine umfassende Überprüfung, das heisst auf eine Korrektur der
seines Erachtens von Beginn weg falsch berechneten Ergänzungsleistung abgezielt. Es
hat folglich keinen Zusammenhang mit den beiden Revisionsverfahren aufgewiesen
und deshalb materiell keine Einsprache gegen die Revisionsverfügungen vom 21.
Dezember 2015 und vom 18. Februar 2016 sein können. Da der Beschwerdeführer
keine qualifiziert neuen Tatsachen oder Beweismittel im Sinne des Art. 53 Abs. 1 ATSG
eingereicht oder erwähnt hat, hat sein Begehren auch kein Gesuch um eine
prozessuale Revision sein können. Zusammenfassend kann es sich bei den beiden
Eingaben vom Januar und Februar 2016 nur um Wiedererwägungsgesuche gehandelt
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haben, die sich nur gegen die erstmalige leistungszusprechende Verfügung vom 3.
Februar 2006 gerichtet haben können.
1.3 Laut dem Art. 53 Abs. 2 ATSG „kann“ ein Sozialversicherungsträger auf ein
Wiedererwägungsgesuch eintreten, was bedeutet, dass er von Gesetzes wegen ein
schrankenfreies Ermessen bezüglich der Frage hat, ob er sich materiell mit einem
Wiedererwägungsgesuch befassen will (vgl. den Entscheid IV 2015/98 des St. Galler
Versicherungsgerichtes vom 20. September 2016, E. 2). Das Gericht kann einen
Sozialversicherungsträger deshalb nicht zur materiellen Behandlung eines
Wiedererwägungsgesuchs zwingen (vgl. etwa BGE 110 V 30 E. 3 S. 34 mit Hinweisen).
Wenn ein Sozialversicherungsträger nicht expressis verbis oder (eindeutig) de facto auf
ein Wiedererwägungsgesuch eingetreten ist, darf sich das mit einer Beschwerde
angerufene kantonale Versicherungsgericht also ebenfalls nicht materiell mit einem
Wiedererwägungsgesuch auseinandersetzen. Vorliegend könnte zwar behauptet
werden, die Beschwerdegegnerin sei auf die Wiedererwägungsgesuche des
Beschwerdeführers eingetreten, indem sie sich im Einspracheverfahren umfassend mit
dem Leistungsanspruch auseinandergesetzt habe. Ein handfester Anhaltspunkt dafür,
dass sie damit tatsächlich ein Wiedererwägungsverfahren hätte eröffnen wollen, fehlt
aber. Dagegen spricht auch der Umstand, dass sich die Beschwerdegegnerin nur mit
dem aktuellen Anspruch auseinandergesetzt hat. Bei ihren Ausführungen zu den
übrigen, unveränderten Berechnungspositionen hat es sich um rein informative
Erläuterungen gehandelt, mit denen die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer
offenbar hat erklären wollen, weshalb er keine höhere Ergänzungsleistung beziehen
könne. Daraus kann also nicht abgeleitet werden, dass die Beschwerdegegnerin auf
die Wiedererwägungsgesuche des Beschwerdeführers eingetreten wäre.
1.4 An sich hätte die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer gestützt auf den Art.
10 Abs. 5 ATSV auffordern müssen, eine sich gegen die beiden Verfügungen vom 21.
Dezember 2015 und vom 18. Februar 2016 richtende Begründung seiner
„Einsprachen“ nachzureichen, wobei sie diese Aufforderung mit der Androhung hätte
verbinden können, andernfalls werde sie nicht auf die „Einsprachen“ eintreten.
Stattdessen hat sie sich mit den völlig unbegründeten „Einsprachen“ befasst und einen
– abgesehen von den sich nicht auf den Streitgegenstand beziehenden Erläuterungen –
im Wesentlichen unbegründeten Einspracheentscheid erlassen. Damit hat sie zwar –
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formal betrachtet – ihre Begründungspflicht (Art. 49 Abs. 3 ATSG) verletzt. Diese
Verletzung muss aber angesichts der sich mit keinem Wort auf den eigentlichen
Streitgegenstand beziehenden Eingaben des Beschwerdeführers als irrelevant
qualifiziert werden, weshalb sie keine Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheides aus formellen Gründen rechtfertigen kann.
2.
Die Erhöhung der Prämienpauschale für die obligatorische Krankenpflegeversicherung
von 4'488 Franken auf 4'668 Franken per 1. Januar 2016 erweist sich als rechtmässig,
denn die Prämienpauschale in der Prämienregion 2 des Kantons St. Gallen hat sich für
das Jahr 2015 auf 4'488 Franken (AS 2014 3572) und für das Jahr 2016 auf 4'668
Franken belaufen (AS 2015 4812). Die Rentenleistungen der beruflichen Vorsorge
haben sich ab dem 1. Januar 2016 auf gesamthaft 17'961 Franken belaufen. Das
entspricht einem „Kapitalwert“ von 359'220 Franken im Sinne des Art. 28 Abs. 1 AHVV.
Folglich hat der Beschwerdeführer für das Jahr 2016 einen Nichterwerbstätigenbeitrag
von 420 + 1 × 84 = 504 Franken geschuldet. Dieser Betrag hat mit dem Jahreswechsel
2015/2016 keine Veränderung erfahren. Weshalb die Beschwerdegegnerin für die Zeit
ab dem 1. Januar 2016 nur noch einen Beitrag von 502 Franken statt wie davor von
504 Franken berücksichtigt hat, kann nicht nachvollzogen werden. Allerdings hat sich
dieser Fehler nicht auf das Ergebnis ausgewirkt, denn bei richtiger Berechnung hätte
statt eines jährlichen Ausgabenüberschusses von 9'865 Franken ein solcher von 9'867
Franken resultiert, was einem monatlichen Betrag von 822.25 Franken statt 822.08
Franken entsprochen hätte. Die Beschwerdegegnerin hat diesen Betrag auf 823
Franken aufgerundet und hätte folglich auch den 13 Rappen höheren Betrag auf 823
Franken aufgerundet. Die Nichterwerbstätigenbeiträge haben dann ohnehin nur noch
für zwei Monate berücksichtigt werden dürfen, da sie dem Beschwerdeführer im
Februar 2016 erlassen worden sind und da sie folglich ab dem 1. März 2016 (Art. 25
Abs. 2 lit. c ELV) nicht mehr haben als Ausgaben berücksichtigt werden dürfen. Damit
erweisen sich die beiden Revisionsverfügungen vom 21. Dezember 2015 und vom 18.
Februar 2016 als korrekt, weshalb sich auch die Abweisung der beiden dagegen
gerichteten Einsprachen als rechtmässig erweist.
3.
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Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61
lit. a ATSG).