Decision ID: 921d7d90-bcd5-5618-8793-20369545e8c3
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
P._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Bruno Häfliger, Schwanenplatz 7, 6000 Luzern 5,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
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A.
A.a P._ (Jahrgang 1958) erlitt am 31. Juli 2004 einen Auffahrunfall. Die
Unfallversicherung erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Nach den Akten des
Unfallversicherers war die Versicherte vom 1. November bis 1. Dezember 2004 in
stationärer Behandlung in der Klinik Valens. Dr. med. A._, leitender Arzt
Psychosomatik, B._, Oberarzt Rheumatologie, und Dr. med. C._, Abteilungsärztin
Rheumatologie, gaben in ihrem Austrittsbericht vom 17. Dezember 2004 folgende
Diagnosen an: Ein HWS- und LWS-Distorsionstrauma, ein cerviko- und
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom, Konzentrationsstörungen, eine
Bandscheibenprotrusion C5/6 ohne neurale Kompression, eine Anpassungsstörung mit
Angst und depressiver Reaktion gemischt sowie eine Urge-Inkontinenz/Dysurie. Die
Arbeitsfähigkeit bei Austritt betrage 0% (UV-act. M12; IV-act. 2).
A.b Nach einer erneuten Untersuchung der Beschwerdeführerin in der Klinik Valens im
Februar 2006 führten Dr. med. D._, Oberärztin Psychosomatik, und B._ in ihrem
Bericht vom 2. März 2006 aus, die Versicherte leide an einem chronischen
cervikocephalen und cervikobrachialen sowie lumbospondylogenen Schmerzsyndrom,
einer Angst und depressiven Störung gemischt, einer Störung durch Sedativa und
Hypnotika sowie an einer OSG-Distorsion am 18. Januar 2006. Die Diagnose einer
posttraumatischen Belastungsstörung sei zu verneinen. Die Arbeitsfähigkeit betrage für
leichte bis maximal mittelschwere Tätigkeiten nach Abheilung der OSG-Distorsion 50%
(UV-act. M26). Im Bericht der Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie vom
21. April 2006 wurde die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung
angegeben. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Arbeitsunfähigkeit (UV-act. M27).
A.c Das Institut für Interdisziplinäre Medizinische Begutachtungen (IIMB) erstellte im
Auftrag der Unfallversicherung am 19. August 2006 ein neurologisches und
psychiatrisches Gutachten (IIMB-Gutachten). Dr. med. E._, Fachärztin FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie, gab in ihrem Teilgutachten vom 25. Juli 2006 die
Diagnosen einer Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung von anderen
Gefühlen (ICD-10: F43.23) mit Symptomen von Angst, Sorgen, Depression,
Anspannung sowie dem Vorliegen eines Kontrollzwangs bei einem Zustand nach einer
abgeklungenen posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS; ICD-10: F43.1) an.
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Sodann bestünde ein Abhängigkeitssyndrom durch Sedative (ICD-10: F13.25). Aktuell
betrage die Arbeitsunfähigkeit wegen den psychischen Störungen 100% (UV-act. M28).
Aus neurologischer Sicht leide die Versicherte gemäss Dr. med. F._, Neurologie
FMH, an einem leichten cerviko-, thorako- und lumbovertebralen Syndrom. Die
Arbeitsfähigkeit sei dadurch in der bisherigen Tätigkeit wie in einer leidensangepassten
Tätigkeit um 20% vermindert (UV-act. M29).
A.d Mit Verfügung vom 29. Dezember 2006 stellte die Unfallversicherung die
Leistungen auf den 31. Oktober 2006 ein, weil zwischen den psychischen
Beschwerden und dem Unfall vom 31. Juli 2004 kein adäquater Kausalzusammenhang
bestehe (UV-act. 132). Die dagegen erhobene Einsprache wies die Unfallversicherung
mit Entscheid vom 7. November 2007 ab (UV-act. 148). das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen wies mit Entscheid vom 27. Mai 2009 die Beschwerde der
Versicherten gegen den Einspracheentscheid der Unfallversicherung ab (UV 2007/122).
B.
B.a Die Versicherte meldete sich am 17. Mai 2005 zum Bezug von
Invalidenversicherungsleistungen an. Sie gab an, Sie habe acht Jahre lang die
Primarschule in Serbien-Montenegro besucht. Sie sei Mutter dreier Kinder, die 1977,
1979 und 1981 geboren worden seien. Seit 1995 sei sie verwitwet. Sie leide an einem
Schleudertrauma, ständigen Kopfschmerzen, Schmerzen beim Gehen in Rücken und
Nacken sowie Depression nach einem Unfall und sei seit 31. Juli 2004 bis auf weiteres
100% arbeitsunfähig. (IV-act. 1). Dr. med. G._, Physikalische Medizin FMH,
berichtete der IV-Stelle des Kantons St. Gallen am 6. Juni 2005, die Versicherte leide
an einem chronischen Panvertebralsyndrom cerviko-/lumbalbetont bei Schleuderunfall
der Halswirbelsäule (HWS) und Distorsion der Lendenwirbelsäule (LWS) auf Grund
eines Auffahrunfalls vom 31. Juli 2004, vegetativen Reaktionen sowie einer
Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10: 43.22).
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünde eine dorsomediane
Bandscheibenprotrusion C5/6 ohne neurale Kompression (MRI 08/2004). Seit 9. August
2004 sei die Versicherte 100% arbeitsunfähig. In der bisherigen Tätigkeit sei keine
Arbeitstätigkeit mehr zumutbar. Medizinisch-theoretisch sei eine langsam gesteigerte
Arbeitsfähigkeit von 50% möglich, was unter geschützten Bedingungen zu erfolgen
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habe. Im freien Arbeitsmarkt sei die Versicherte zurzeit nicht vermittelbar. Dazu legte
der Arzt verschiedene Arztberichte bei (IV-act. 13).
B.b Die Arbeitgeberin der Versicherten, ein Alters- und Pflegeheim, gab am
14. Juni 2005 an, die Versicherte habe am 1. Dezember 2001 die Arbeit im Haushalt
und Reinigungsdienst aufgenommen. Die Kündigung werde noch auf Anfang 2006
erfolgen. Die Versicherte habe 36 Stunden pro Woche gearbeitet. Die normale
Arbeitszeit betrage 45 Stunden pro Woche. Die Versicherte habe Fr. 3'300.-- (x 12) im
Monat verdient. Im 2002 habe der Jahresverdienst Fr. 38'325.-- und im 2003 Fr.
40'025.-- betragen (IV-act. 14).
B.c Mit Eingang vom 22. Juni 2005 berichtete Dr. med. H._, Psychiatrie und
Psychotherapie, die Versicherte leide als Folge der HWS- und LWS-Distorsion und
dem cerviko-lumbospondylogenen Syndrom an einer Anpassungsstörung. Die
Arbeitsfähigkeit sei von Dr. G._ und Dr. med. I._, Allgemeine Medizin FMH und
Komplementärmedizin, zu bestimmen. Der Versicherten gehe es psychisch besser. Sie
sei aber sehr labil (IV-act. 15). Dr. I._ gab am 31. August 2005 neben den bekannten
Diagnosen an, bei vorbestehenden Rücken-, Schulter- und Nackenbeschwerden sei es
nach dem Unfall vom 31. Juli 2004 zu einer massiven Exazerbation der Beschwerden
gekommen. Sämtliche therapeutischen Optionen seien fehlgeschlagen. Die bisherige
Tätigkeit sei der Versicherten nicht mehr zumutbar. Im Haushalt sei sie mit einer
verminderten Leistungsfähigkeit 50% arbeitsfähig. Eine Arbeitsfähigkeit in einer
wechselbelastenden Tätigkeit sei sachlich abzuklären (IV-act. 20).
B.d Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz erachtete in seiner
Stellungnahme vom 8. Februar 2007 auf Grund der sich widersprechenden
Arbeitsfähigkeitsschätzungen eine Begutachtung durch das Aerztliche
Begutachtungsinstitut GmbH (ABI), Basel, als erforderlich (IV-act. 29). Am 25. Juni
2007 wurde das ABI mit der polydisziplinären Begutachtung beauftragt (IV-act. 33).
B.e Mit Verlaufsbericht vom 29. August 2007 gab Dr. I._ an, die Versicherte habe bei
der wiederholten Akupunkturbehandlung ab 24. Juli 2007 über fortgeschrittene
Nackenschmerzen und alternierende Muskelschmerzen mit diffuser Lokalisation
berichtet. Letztere seien am ehesten den psychovegetativen Begleitsymptomen
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zuzuordnen. Verschlechtert habe sich der Allgemeinzustand durch ausgeprägte
Durchschlafstörungen (IV-act. 41-24/26).
B.f Das ABI erstattete am 21. Dezember 2007 das polydisziplinäre Gutachten (ABI-
Gutachten). Die Versicherte war am 17. und 19. September 2007 internistisch,
psychiatrisch und neurologisch untersucht worden. Die Gutachter gaben an, mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünde eine Angst- und depressive Störung
gemischt (ICD-10: F41.2), eine Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10: F54) sowie ein
chronisches cervikocephales und -brachiales sowie lumbales Schmerzsyndrom
(ICD-10: M53.8) bei einem klinischen oberen Zervikalsyndrom (ICD-10: M50.3),
radiologisch/neuroradiologisch degenerativen Veränderungen auf Höhe C5/6 und St. n.
Autounfall (Heckkollision) mit HWS- und LWS-Distorsionstrauma am 31. Juli 2004
(ICD-10: S13.6). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit liege eine Benzodiazepin-
Abhängigkeit (ICD-10: F13.2) sowie ein fortgesetzter Nikotinkonsum, schädlicher
Gebrauch (ICD-10: F17.1) vor.
Aus psychischer Sicht gab Dr. med. K._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, an,
auf Grund der ängstlich-depressiven Störung und der Schmerzverarbeitungsstörung
bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 20%. Hinweise auf eine mittelgradige oder
schwere depressive Episode fehlten. Es lägen auch keine Hinweise auf unbewusste
Konflikte vor und ein primärer Krankheitsgewinn sei nicht vorhanden. Aus
psychiatrischer Sicht könne es der Versicherten daher zugemutet werden, trotz der
geklagten Beschwerden die nötige Willensanstrengung aufzubringen, um ganztags
einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, wobei die Leistungsfähigkeit um 20%
vermindert sei. Eine posttraumatische Belastungsstörung könne nicht diagnostiziert
werden, weil die Versicherte keinen schweren Unfall erlitten habe, der praktisch bei
jedem Betroffenen eine schwere Verunsicherung und existentielle Bedrohung ausgelöst
hätte. Sodann geniesse die Versicherte das Zusammensein mit ihren Kindern und
Verwandten, weshalb sich kein sozialer Rückzug zeige. Die Versicherte sei auch nicht
hoffnungslos. Die Benzodiazepin-Abhängigkeit sei eher geringgradig ausgeprägt und
schränke die Arbeitsfähigkeit nicht ein. Im Vordergrund stünden die ausgeprägte
subjektive Krankheitsüberzeugung und der erhebliche sekundäre Krankheitsgewinn.
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Dr. med. L._, FMH Neurologie, führte aus, abgestützt auf die klinisch objektivierbaren
Befunde ergebe sich eine Einschränkung einzig durch das Zervikalsyndrom. Deswegen
seien der Versicherten körperlich schwere Tätigkeiten mit Heben und Tragen von
Lasten über 10 kg, mit Verharren in Zwangshaltungen sowie solche, die über Kopf
ausgeübt werden müssten, nicht mehr zumutbar. Auch die zuletzt ausgeübte
"gemischte" Tätigkeit in der Küche, beim Putzen und in der Pflege sei deshalb
eingeschränkt, im Haushaltsbereich 20% und in der Pflege 50%. Für körperlich leichte
Tätigkeiten in Wechselbelastung bestehe aus neurologischer Sicht eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit.
Die Gutachter gaben in ihrer gemeinsamen Beurteilung an, insgesamt betrage die
Arbeitsfähigkeit aus polydisziplinärer Sicht in der bisherigen Tätigkeit 50% und in einer
leidensangepassten Tätigkeit 80%. Zum Beginn der Arbeitsunfähigkeit führten die
Gutachter aus, nach dem Unfall vom 31. Juli 2004 habe für eine gewisse Zeit sicher
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden, wie die Klinik Valens bei Austritt am 1.
Dezember 2004 bestätigt habe. Ab welchem Zeitpunkt die Verbesserung eingetreten
sei, könne auf Grund der Akten nicht sicher ausgesagt werden. Fachärztliche, auf
objektiven Befunden beruhende Stellungnahmen fehlten fürs Jahr 2005. Danach werde
die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht kontrovers beurteilt. Rückblickend sei die
im Gutachten des IIMB vom 25. Juli 2006 attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit im
Vergleich mit den vom ABI erhobenen Befunden nicht nachvollziehbar. Rückschlüsse
auf den genauen Verlauf der Arbeitsfähigkeit seien jedoch nicht möglich. Die vom ABI
festgestellte Arbeitsfähigkeit bestehe ab Untersuchungsdatum, mit Wahrscheinlichkeit,
über die Zeit gemittelt, seit Anfangs 2005. Im Haushalt bestehe eine Einschränkung von
20% (IV-act. 41).
B.g Am 15. April 2008 stellte die IV-Stelle der Versicherten den Fragebogen zur
Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit / Haushalt zu. Die Versicherte gab am
17. April 2008 an, ohne Behinderung würde sie in derselben Stelle wie vor dem Unfall
im Ausmass von 80% arbeiten. Bei der Haushaltsarbeit würden sämtliche Tätigkeiten,
die sie nicht mehr übernehmen könne, durch ihre Töchter erledigt (IV-act. 51). Die IV-
Stelle führte am 25. April 2008 eine Abklärung an Ort und Stelle durch. Dabei gab die
Versicherte an, sie lebe in einer kleinen zweieinhalb-Zimmer-Wohnung. Sie leide
unverändert an Schmerzen im Nacken, Schultern und Rückenbereich und könne
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schlecht schlafen. Auf Grund der Beschwerden sei ihr seit dem Unfall nicht mehr
möglich, den Haushalt zu machen. Dieser würde praktisch vollumfänglich von ihren
Töchtern übernommen, die täglich bei ihr vorbeikommen würden. Sie selbst könne
lediglich noch das Morgenessen vorbereiten, wenig Abstauben ohne Bücken und
Überkopfarbeiten, manchmal den Kleineinkauf erledigen und die Wäsche
zusammenlegen. Aus finanziellen Gründen würde sie ohne Behinderung weiterhin im
bisherigen Pensum von 80% erwerbstätig sein. Seit Januar 1995 beziehe sie eine
Witwenrente von Fr. 1'406.--. Die Abklärungsperson gab in ihrer Stellungnahme vom
13. Mai 2008 an, die Angaben der Versicherten seien weder glaubwürdig noch
nachvollziehbar. Die kleine Wohnung könne nach Einschätzung der Abklärungsperson
problemlos von der Versicherten selbst gepflegt werden (IV-act. 55).
B.h Die IV-Stelle stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom 13. Juni 2008 die
Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht. Gemäss den umfangreichen medizinischen
Abklärungen bestehe in einer leidensangepassten Tätigkeit eine 80%ige
Arbeitsfähigkeit. Zusätzlich sei ein Abzug von 10% vorzunehmen, weil sie nur noch
leichte Tätigkeiten ausüben könne. Das zumutbare Erwerbseinkommen betrage ohne
Behinderung Fr. 41'330.-- und mit Behinderung Fr. 36'634.--. Die Erwerbseinbusse von
Fr. 4'696.-- entspreche einer Einschränkung von 11.36%. Im Haushalt bestünde eine
Einschränkung von 20%. Im Verhältnis Erwerb und Haushaltstätigkeit von 80% und
20% würden die ermittelten Einschränkungen einen Teilinvaliditätsgrad von 9.08%
beziehungsweise 4% betragen. Daraus resultiere ein Gesamtinvaliditätsgrad von 13%.
Weil dieser unter 40% liege, bestünde kein Rentenanspruch (IV-act. 59). Dagegen liess
die Versicherte am 23. Juni 2008 einwenden, die IV-Stelle stütze sich auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzungen des ABI. Diese seien nicht haltbar und liessen sich
insbesondere mit dem Vorgutachten der Unfallversicherung in keiner Weise
vereinbaren. Sodann werde die Versicherte von den behandelnden Ärzten weiterhin zu
100% arbeitsunfähig geschrieben, wozu sich das ABI nicht geäussert habe (IV-act. 62).
B.i Mit Verfügung vom 29. Juli 2008 wies die IV-Stelle das Rentengesuch ab. Zum
Einwand führte sie aus, es würden keine medizinischen Unterlagen vorgelegt, die nicht
schon zum Zeitpunkt der Begutachtung durch das ABI vorgelegen hätten und
dementsprechend berücksichtigt worden seien. Das Gutachten sei umfassend,
plausibel und korrekt. Weitere Abklärungen seien nicht angezeigt (IV-act. 65).
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C.
C.a Gegen diese Verfügung lässt die Versicherte am 18. August 2008 Beschwerde
erheben. Sie beantragt die Aufhebung der Verfügung vom 29. Juli 2008 und die
Zusprache einer ganzen, eventuell einer halben IV-Rente ab 1. Juli 2005. Das Gesuch
um unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung zieht die Versicherte am
7. Oktober 2008 zurück (G act. 6). Sie führt aus, das ABI-Gutachten erweise sich weder
als schlüssig noch nachvollziehbar. Der begutachtende Psychiater habe die frühere
Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung als unzutreffend bezeichnet, weil
kein sozialer Rückzug bestehe und es sich nicht um einen schweren Unfall gehandelt
habe. Dies widerspreche den zeitidentischen Beschreibungen von Dr. H._, welche
die Beschwerdeführerin wegen Deprimiertheit, Antriebslosigkeit und Freudlosigkeit
behandelt habe. Ein sozialer Rückzug und Hoffnungslosigkeit sei dabei festgestellt
worden. Dr. E._ habe deshalb im IIMB-Gutachten eine abgeklungene
posttraumatische Belastungsstörung bestätigt. Demgegenüber sei das ABI-Gutachten
erst zweieinhalb Jahre nach dem Unfall erstellt worden, weshalb die zeitidentischen
Diagnosen und Arbeitsfähigkeitsschätzungen nach dem Unfall vorzuziehen seien.
Gemäss einem Mittelwert der Arbeitsfähigkeitsschätzung des IIMB-Gutachtens und der
Klinik Valens sei von einer psychiatrisch bedingten Arbeitsunfähigkeit von 75%
auszugehen. Nach Ablauf der Wartefrist bestehe deshalb Anspruch auf eine
Invalidenrente. Schliesslich sei auch aus neurologischer Sicht gemäss Einschätzung
von Dr. F._ von einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Die Einschätzung des
ABI-Neurologen, der für eine adaptierte Tätigkeit keine Einschränkung angebe, sei
dagegen nicht nachvollziehbar, nachdem für leichte Haushaltsarbeiten eine
Einschränkung von 20% festgelegt worden sei (G act. 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 28. Oktober 2008 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie führt aus, dem Arztbericht
von Dr. H._ könne keine Arbeitsfähigkeitsschätzung entnommen werden. Sodann
könne diesem Bericht kein sozialer Rückzug entnommen werden. Das IIMB-Gutachten
überzeuge aus psychiatrischer Sicht nicht, weil im Wesentlichen einzig ätiologisch-
pathogenetisch unerklärliche syndromale Leidenszustände beschrieben würden, denen
infolge der fehlenden Objektivierbarkeit keine invalidisierende Wirkung zukomme.
Betreffend Arbeitsfähigkeitsschätzung aus neurologischer Sicht sei das ABI-Gutachten
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schlüssiger als das IIMB-Gutachten. Weshalb die Beschwerdeführerin in ihrer
bisherigen Tätigkeit gleich eingeschränkt sein soll wie in einer adaptierten Tätigkeit, sei
nicht einzusehen. Die bisherige Tätigkeit sei denn auch nicht als adaptierte Tätigkeit zu
betrachten. Unter diesen Umständen sei auf das ABI-Gutachten abzustellen, das seine
Beurteilung auf sorgfältig erhobenen Befunden abstütze (G act. 7).
C.c Die Beschwerdeführerin hält in der Replik vom 5. November 2008 an ihren
Anträgen fest. Zusätzlich führt sie unter Hinweis auf zwei kantonale Urteile aus,
unterdessen sei bekannt geworden, dass die Unabhängigkeit des ABI angezweifelt
werde. Deshalb werde der Ausstand der ABI-Gutachter verlangt. Unter diesen
Umständen könne nicht mehr auf das ABI-Gutachten abgestellt werden. Deshalb sei
ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag zu geben (G act. 9).
C.d Am 19. November 2008 verzichtet die Beschwerdegegnerin auf eine Duplik (G act.
11).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am
29. Juli 2008 ergangen. Dennoch ist ein Sachverhalt zu beurteilen, der vor dem
Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008
begonnen hat. Daher und auf Grund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung
betrifft, über die noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den
allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die
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damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der
5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006 [I 428/04] E. 1). Für die Invaliditätsbemessung ergibt
sich dadurch keine substanzielle Änderung. Angesichts der IV-Anmeldung vom 17. Mai
2005 und des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit im Juli 2004 rechtfertigt es sich
vorliegend, die bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Bestimmungen (im
Folgenden angeführt) anzuwenden.
2.
2.1 Die Beschwerdeführerin rügt in der Replik einen Ausstandsgrund gegen die
Gutachter des ABI, weil in neueren kantonalen Urteilen Unregelmässigkeiten betreffend
Arbeitsfähigkeitsschätzungen bekannt geworden seien. Damit gewähre das Institut
keine Garantie mehr für unabhängige Gutachten (G act. 9). Diese Rüge ist vorab zu
beurteilen.
2.2 Nach Art. 36 ATSG treten Personen, die Entscheidungen über Rechte und
Pflichten zu treffen oder vorzubereiten haben, in den Ausstand, wenn sie in der Sache
ein persönliches Interesse haben oder aus anderen Gründen in der Sache befangen
sein könnten. Der Zweck der Ausstandspflicht besteht darin, jede Befangenheit oder
Interessenkollision sowie jeden entsprechenden Anschein zu vermeiden: Sie soll die
objektive Prüfung durch eine unparteiische und unvoreingenommene Behörde
gewährleisten. Das Vorliegen von Ausstandsgründen ist von Amtes wegen zu beachten
(Kölz/Häner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, Rz. 247;
Kieser, ATSG-Kommentar, Rz. 15 zu Art. 36 ATSG). Nach der Rechtsprechung gelten
für Sachverständige grundsätzlich die gleichen Ausstands- und Ablehnungsgründe, wie
sie für das Gericht vorgesehen sind. Danach ist Befangenheit anzunehmen, wenn
Umstände vorliegen, die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit zu erwecken
(BGE 132 V 93 E. 7.1). Bei der Befangenheit handelt es sich allerdings um einen
inneren Zustand, der nur schwer bewiesen werden kann. Es braucht daher für die
Ablehnung nicht nachgewiesen zu werden, dass die sachverständige Person
tatsächlich befangen ist. Es genügt vielmehr, wenn Umstände vorliegen, die den
Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen
vermögen. Bei der Beurteilung des Anscheins der Befangenheit und der Gewichtung
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solcher Umstände kann jedoch nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei
abgestellt werden. Das Misstrauen muss vielmehr in objektiver Weise als begründet
erscheinen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztgutachten im
Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters ein
strenger Massstab anzusetzen (BGE 120 V 364 E. 3). Ist also eine Befangenheit oder
ein Anschein derselben zu bejahen, so wird das entsprechende Beweismittel in seiner
Qualität zerstört und muss aus den Akten gewiesen werden.
2.3 Im vorliegenden Fall liegen keine Hinweise vor, dass die
Teilarbeitsfähigkeitsschätzungen im Sinne des von der Beschwerdeführerin zitierten
Entscheides des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 3. April 2008 (IV 2006/217) vom
Hauptgutachter in der Gesamtbeurteilung "manipuliert" worden wären, um eine
möglichst hohe Arbeitsfähigkeit festlegen zu können. Das Gutachten ist von sämtlichen
untersuchenden Ärzten unterzeichnet worden. Damit bezeugen sie, dass der Inhalt des
Gutachtens mit ihren eigenen Befunden und Beurteilungen übereinstimmt. Sodann ist
nicht ersichtlich, in welcher Art und Weise Dr. M._ auf das vorliegende Gutachten
Einfluss ausgeübt haben sollte. An der konkreten Begutachtung hat er nicht
teilgenommen. Ebensowenig scheint ein Befangenheitsgrund bei den einzelnen
Gutachtern vorzuliegen. Sodann hat das Verwaltungsgericht des Kantons Bern im
zitierten Entscheid vom 8. August 2008 (2000 76 8669tV) lediglich aus formellen
Gründen die Beschwerde gutgeheissen, weil die IV-Stelle es unterlassen hatte, eine
anfechtbare Zwischenverfügung zu erlassen. Ob die geltend gemachten
Befangenheitsgründe tatsächlich ausgereicht hätten, ist damit nicht entschieden
worden. Ohne konkrete objektive Hinweise auf eine Befangenheit der hier beteiligten
Gutachter des ABI kann deshalb nicht ein Anschein der Befangenheit bejaht werden.
3.
3.1 Streitig ist ein Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG
besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60%
invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine
halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% Anspruch auf eine
Viertelsrente. Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität
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grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und
nach der Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre. Bei nicht erwerbstätigen Versicherten im Sinne von Art. 5 Abs. 1 IVG –
so namentlich bei im Haushalt tätigen Personen – wird hingegen für die Bemessung
der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Mass eine Behinderung besteht, sich im
bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 27 IVV). Als
Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Personen gilt unter anderem die übliche
Tätigkeit im Haushalt sowie die Erziehung der Kinder (Art. 27 IVV). Bei versicherten
Personen, die nur zum Teil erwerbstätig wären, wird die Invalidität diesbezüglich nach
Art. 16 ATSG festgelegt. Wären sie daneben in einem Aufgabenbereich tätig, so wird
die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28 Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall
sind die Anteile der Erwerbstätigkeit und der Tätigkeit im anderen Aufgabenbereich
festzustellen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden
Bereichen zu bemessen (Art. 28 Abs. 2 IVG). Diese Art der Invaliditätsbemessung
wird praxisgemäss als gemischte Methode bezeichnet.
3.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei
einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
bis
bis
ter
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medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder
die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen).
4.
4.1 Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin zu 80% als Erwerbstätige
und 20% als im Haushalt Tätige qualifiziert. Die Qualifikation als Teilerwerbstätige ist
vorliegend nicht zu beanstanden, nachdem die Beschwerdeführerin übereinstimmend
im Fragebogen sowie in der Abklärung vor Ort angegeben hat, im Gesundheitsfall
würde sie weiterhin 80% erwerbstätig sein (IV-act. 51 und 55). Für die
Invaliditätsbemessung ist deshalb die gemischte Methode anzuwenden.
4.2 Die Höhe der behinderungsbedingten Erwerbseinbusse hängt vor allem von der
ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung ab, d.h. davon, in welchem Umfang für die
versicherte Person noch eine Tätigkeit in Betracht fällt (BGE 125 V 261 E. 4). Die
Beschwerdegegnerin hat ihre Invaliditätsbemessung auf der Grundlage der
Arbeitsfähigkeitsschätzung des ABI vorgenommen. Nach dem ABI-Gutachten vom
21. Dezember 2007 ist der Beschwerdeführerin ab Untersuchungsdatum
beziehungsweise mit Wahrscheinlichkeit ab Anfangs 2005 die bisherige Tätigkeit zu
50% und eine leidensangepassten Tätigkeit zu 80% zumutbar (IV-act. 41). Die
Beschwerdeführerin erachtet das ABI-Gutachten dagegen nicht als schlüssig. Gemäss
dem Mittelwert der Arbeitsfähigkeitsschätzungen des IIMB-Gutachtens und der Klinik
Valens sei von einer psychiatrisch bedingten Arbeitsunfähigkeit von 75% auszugehen
(G act. 1). Strittig ist insbesondere die psychiatrische Arbeitsfähigkeitsschätzung.
4.3 Die Beschwerdeführerin leidet gemäss ABI-Gutachten aus psychiatrischer Sicht an
einer ängstlich-depressiven Störung sowie einer Schmerzverarbeitungsstörung. Der
Psychiater hat ausgeführt, das Ausmass der von der Beschwerdeführerin geklagten
Beschwerden und die subjektive Krankheitsüberzeugung, nicht mehr arbeiten zu
können, habe nicht durch somatische Befunde objektiviert werden können, sodass
eine psychische Überlagerung angenommen werden müsse. Im Laufe der Jahre sei es
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auch zu einer Schmerzausweitung gekommen. Die Beschwerdeführerin sei während
Jahren belastet gewesen durch ihre Berufstätigkeit und ihre Aufgabe als Hausfrau und
Mutter. Sie habe mit diesen Belastungen aber gut umgehen können und nicht darunter
gelitten. Eine somatoforme Schmerzstörung könne deshalb nicht diagnostiziert werden.
Als im Herbst 2004 die Schwiegertochter in den gemeinsamen Haushalt eingezogen
sei, habe diese den Haushalt übernommen, wie dies in ihrer Kultur üblich sei. Die
jahrelange hohe Arbeitsbelastung sowie der Einzug der Schwiegertochter dürften
wesentlich zur psychischen Überlagerung beigetragen haben. Neben der
Schmerzverarbeitungsstörung liege auch eine ängstlich-depressive Störung vor. Die
Beschwerdeführerin könne sich nicht mehr richtig freuen, sei ängstlich geworden, leide
auch unter Schlafstörungen. Seit Juni 2007 wohne sie allein und erledige ihren
Haushalt bis auf schwere Arbeiten selbständig. Täglich unternehme sie Spaziergänge,
treffe sich mit ihren beiden Töchtern, deren Familien und dem Sohn und dessen
Familie. Regelmässig besuche sie an Wochenenden auch Verwandte. Zu Hause bastle
sie oder sehe fern. Bei der psychiatrischen Untersuchung sei sie leichtgradig depressiv
gewesen. Eine schwere psychische Störung liege nicht vor. Allerdings ängstige sich die
Beschwerdeführerin seit dem Unfall vor dem Autofahren. Im Vordergrund stünden die
ausgeprägte subjektive Krankheitsüberzeugung und der erhebliche sekundäre
Krankheitsgewinn. Zu den früheren ärztlichen Stellungnahmen hat der Psychiater die
Diagnosestellung des IIMB-Gutachtens hinsichtlich der posttraumatischen
Belastungsstörung als unzutreffend beurteilt (IV-act. 41-14).
4.4 Die Beurteilung des Psychiaters des ABI ist schlüssig und nachvollziehbar.
Demnach ist der Beschwerdeführerin trotz der vorliegenden Schmerzen die
Willensanstrengung zumutbar, einer Erwerbstätigkeit zu 80% nachzugehen. Die
Diagnose einer ängstlich-depressiven Störung ist bereits bei der erneuten
Untersuchung in der Klinik Valens im Februar 2006 gestellt worden. In diesem Bericht
vom 2. März 2006 wurde übereinstimmend mit der ABI-Beurteilung das Vorliegen einer
posttraumatischen Belastungsstörung verneint (IV-act. M26). Aus dem ABI-Gutachten
ist ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin während Jahren durch die Berufstätigkeit
und ihre Aufgaben als Hausfrau und Mutter belastet gewesen ist. Sodann war der
Suizid des Ehemannes 1995 völlig unerwartet eingetroffen. Vor diesem Hintergrund ist
möglich, dass die Beschwerdeführerin eine geringere Belastungsgrenze aufweisen
könnte. Doch selbst dann ist die von der Psychiaterin des IIMB-Gutachtens gestellte
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Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung bei einem leichten Unfall wie
dem vorliegenden Heckauffahrunfall nicht nachvollziehbar. Sodann sind aus den
kurzen Angaben von Dr. H._ vom 12. November 2004 zum psychiatrischen Befund
keine unfallnahen psychiatrischen Befunde ersichtlich, die eine Schwere aufweisen
würde, gestützt darauf die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung
gestellt werden könnte. Vielmehr sprechen die Angaben von Ein- und
Durchschlafstörungen, Antriebslosigkeit und Freudlosigkeit, Konzentrationsstörungen
und Verspannungen für die auch in der Klinik Valens am 17. Dezember 2004
angegebene Diagnose einer Anpassungsstörung (vgl. UV-act. M10 und M12).
Zusätzlich fällt auf, dass die Möglichkeit einer psychischen Überlagerung
beziehungsweise der subjektiven Krankheitsüberzeugung von der Psychiaterin des
IIMB nicht in Betracht gezogen worden ist, obwohl Hinweise dazu bereits bestanden
haben. Im Bericht der Klinik Valens vom 2. März 2006 ist nämlich eine ausgeprägte
Selbstlimitierung sowie ein maladaptiver bis tendenziell alexithymer
Schmerzbewältigungsstil festgestellt worden (UV-act. M26). Diese Akten haben auch
der Psychiaterin des IIMB vorgelegen (UV-act. M28 S.17). Schliesslich erscheint die
Annahme einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit sehr hoch, nachdem nur wenige Monate
zuvor in der Klinik Valens eine Arbeitsfähigkeit von 50% als zumutbar beurteilt worden
ist. Eine volle Arbeitsunfähigkeit leuchtet gemäss Beschwerdeschrift auch dem
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin nicht ein, will er doch von einen Mittelwert von
75% ausgehen (G act. 1). Insgesamt bestehen deshalb erhebliche Zweifel an der
zutreffenden Diagnosestellung und Arbeitsfähigkeitsschätzung gemäss IIMB-
Gutachten, weshalb auf dieses Gutachten aus psychischer Sicht nicht abgestellt
werden kann.
4.5 Weiter rügt die Beschwerdeführerin, die neurologische Einschränkung von 20% sei
zuzüglich zur psychiatrischen Arbeitsunfähigkeit von 20% zu berücksichtigen. Sodann
sei widersprüchlich, dass diese neurologische Einschränkung von 20% in der
adaptierten Tätigkeit nicht berücksichtigt werde (G act. 1). Der Neurologe hat im ABI-
Gutachten ausgeführt, gestützt auf die objektivierbaren Befunde ergebe sich eine
Einschränkung einzig durch das Zervikalsyndrom. Deswegen seien der
Beschwerdeführerin körperlich schwere Tätigkeiten mit dem Heben und Tragen von
Lasten über 10 kg, mit Verharren in Zwangshaltungen sowie solche, die über Kopf
ausgeübt werden müssten, nicht mehr zumutbar. Würden diese Bedingungen erfüllt,
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bestünden aus somatischer Sicht in einer angepassten Tätigkeit keine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit. Die zuletzt ausgeübte gemischte Tätigkeit in Pflege und
Hausarbeit sei somit nur noch eingeschränkt möglich. Im Haushalt betrage die
Einschränkung 20% und in der Pflege 50%. Zur Einschätzung von Dr. F._ des IIMB
bestehe keine Diskrepanz, weil dieser die Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
mit 20% angegeben habe (IV-act. 41-19). Zwar hat der Neurologe des IIMB auch für
die Ausübung einer adaptierten Tätigkeit eine Einschränkung von 20% angegeben (vgl.
UV-act. M29 S. 17), hingegen fehlt es an einer Beschreibung der qualitativen
Einschränkungen. Die im ABI postulierte volle Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit unter Beachtung der qualitativen Arbeitsbedingungen steht deshalb nicht im
Widerspruch zur Einschätzung des IIMB-Gutachtens. Schliesslich ist von den ABI-
Gutachtern klar festgehalten worden, dass die Arbeitsunfähigkeiten aus somatischer
und psychiatrischer Sicht nicht kumuliert werden könnten, weil dieselben
Zeitabschnitte für vermehrt notwendige Erholungspausen genützt werden könnten (IV-
act. 41-20). Davon abzuweichen besteht vorliegend kein Grund.
4.6 Auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. G._ oder Dr. I._ kann nicht
abgestellt werden. Dr. G._'s Angabe, eine ausserhäusliche Tätigkeit sei der
Beschwerdeführerin nicht mehr zumutbar, kann nicht nachvollzogen werden (IV-act.
13). Diese Einschätzung beruht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf der
ausgeprägten Krankheitsüberzeugung der Beschwerdeführerin. Dr. I._ hat betreffend
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit eine sachliche Abklärung als erforderlich
betrachtet (IV-act. 20). Bei den vorliegenden psychischen und somatischen
Beschwerden drängte sich denn auch eine polydisziplinäre Begutachtung auf, wie dies
am ABI geschehen ist. Insgesamt ist der Sachverhalt damit als ausreichend abgeklärt
zu betrachten und es besteht kein Anlass für eine weitere Begutachtung der
Beschwerdeführerin. In Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin und auf Grund
des polydisziplinären ABI-Gutachtens vom 21. Dezember 2007 ist von einer 80%igen
Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit auszugehen.
4.7 Im Haushalt ist die Beschwerdeführerin gemäss ABI-Gutachten um 20% in ihrer
Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Ihre eigenen Angaben in der Abklärung vor Ort, der
Haushalt könne sie nicht mehr selbständig erledigen, sind nicht überwiegend
wahrscheinlich (IV-act. 55). Sie stehen im Widerspruch zu den bei der ABI-
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Begutachtung gemachten Aussagen, sie könne die meisten Haushaltsarbeiten selber
machen. Beim Kochen oder Abwaschen müsse sie immer wieder Pausen einlegen.
Kleinere Sachen könne sie selber einkaufen. Für die schweren Tätigkeiten habe sie die
Hilfe ihrer Töchter (IV-act. 41-9). Diese Selbsteinschätzung stimmt mit den ärztlich
festgestellten Einschränkungen überein, weshalb die Beschwerdeführerin in ihrer
Tätigkeit im Haushalt zu 20% eingeschränkt ist.
5.
5.1 Wie die Beschwerdegegnerin korrekt ermittelt hat, beträgt der Teilinvaliditätsgrad
im Erwerb wie vom BGer praktiziert gemäss der gemischten Methode 11.36%. Im
Haushalt liegt eine 20%ige Einschränkung vor. Für beide Teilbereiche zusammen
beträgt der Invaliditätsgrad 13% ([11.36% x 0.8] + [20% x 0.2]. Es resultiert ein
Invaliditätsgrad, der unter 40% liegt, weshalb die Beschwerdeführerin keinen Anspruch
auf eine Invalidenrente hat.
5.2 Ob die Beschwerdeführerin nun bis zur ABI-Begutachtung 50% (vgl. Bericht der
Klinik Valens vom 2. März 2006 [UV-act. M26]) oder 80% arbeitsfähig war, kann bei
diesem Ergebnis der gemischten Methode offen gelassen werden. Selbst bei der
Annahme einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit im Erwerb und einem Leidensabzug von
weiterhin 10% resultiert gemäss der bundesgerichtlichen Anwendung der gemischten
Methode im Erwerb ein Teilinvaliditätsgrad von 35% (44% x 0.8). Wird der
Teilinvaliditätsgrad im Haushalt von 4% (20% x 0.2) hinzugerechnet, resultiert nach wie
vor kein rentenbegründender Invaliditätsgrad. Die Beschwerdeführerin hätte deshalb
auch unter Annahme einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit von 2005 bis 2007 keinen
Anspruch auf eine Invalidenrente. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin ist jedenfalls
im Ergebnis deshalb nicht zu beanstanden.
6.
Im Sinn der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint bis
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als angemessen. Als unterliegende Partei hat die Beschwerdeführerin die
Gerichtskosten zu bezahlen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP). Mit dem von ihr geleisteten
Kostenvorschuss im Verfahren IV 2008/340 in gleicher Höhe ist die geschuldete
Gerichtsgebühr getilgt. Ein Anspruch auf eine Parteientschädigung besteht nicht.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG