Decision ID: ab2bb65d-74e0-4f8b-ac39-967788083e34
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1968,
reiste
im Juli
1998 aus
dem
Y._
in die Schweiz ein. Am
8.
Juli 2015 (Eingangsdatum)
meldete er sich
unter Hinweis auf eine massive
Diskushernie
L4/5 rechts, operiert am 1
7.
Februar 2015 in der Universitätsklinik
Z._
,
bei der
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/7). Die
IV-Stelle holte
den Bericht von
Dr.
med.
A._
, FMH Neurologie, vom 2
1.
Juli 2015 (
Urk.
8/14), den Bericht von
Dr.
med.
B._
, FMH
Allge
meinmedizin
, vom 3
0.
Juli 2015 (
Urk.
8/15) und den Bericht des Zentrums für Paraplegie der Universitätsklinik
Z._
vom 1
1.
August 2015 (
Urk.
8/18) ein. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom
6.
Oktober 2015,
Urk.
8/20, und Einwand vom
4.
November 2015,
Urk.
8/29) verneinte die
IV-Stelle mit Verfügung vom 1
0.
November 2015 einen Anspruch
des
Ver
-
sicherten
auf berufliche Mass
nah
men und
eine Invalidenrente.
Letzteres
be
-
gründete sie damit, dass
ab August 2015 eine Arbeitsunfähigkeit von weniger als 40
%
vor
liege, weshalb die gesetzlichen Voraussetzungen zur Ausrichtung einer Invali
denrente nicht erfüllt seien (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 1
1.
Dezember 2015 Beschwerde
mit folgen
den Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
„
1.
Die Verfügung vom 1
0.
November 2015 sei aufzuheben.
2.
Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, eine polydisziplinäre Begutachtung
einzuholen.
3.
Es sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren.
4.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin.“
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
3.
Januar 2016 auf
Abweisung der Beschwerde (Urk.
7),
was dem Beschwerdeführer am 18.
Ja
nuar 2016 angezeigt wurde (Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfo
lgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitig und zu prüfen ist
der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invali
denrente, wobei
in erster Linie
in Frage steht, ob der medizinische Sachverhalt
rechtsgenüglich
abgeklärt ist.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
ak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134
V
231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.6
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach
Art.
6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätig
keit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizini
schen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (
Art.
59
Abs.
2
bis
IVG). Sie kön
nen bei Bedarf selber ärztliche Untersuchungen von Versicherten durchführen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (
Art.
49
Abs.
2 der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung, IVV). RAD-Berichten nach
Art.
49
Abs.
2 IVV kommt ebenfalls Beweiswert zu, sofern sie den von der Rechtspre
chung umschriebenen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten genügen (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Selbst eine Aktenbeurteilung ohne eigene Untersu
chung kann beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehen
den medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte und
Stellungnahmen der RAD (Urteile des Bundesgerichts
9C_335/2015 vom
1.
September
2015 E. 3
.1 und
9C_196/2014 vom 1
8.
Juni
2014 E. 5.1.1 mit Hinweisen
).
Nach der Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf die (versicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch
strenge Anforderungen in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 135 V 465 E. 4.4; 122 V 157 E. 1d;
Urteile des Bundesgerichts
9C_335/2015 vom
1.
September
2015 E. 3
.2
und
9C_28/2015 vom
8.
Juni 2015 E. 3.3).
1.7
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
2.
2.1
Die Ärzte der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie des
C._
hielten
im
an
Dr.
B._
gerichteten Bericht vom 27.
Mai 2015 fest, dass die heutige
sonographische
Untersuchung
(
betreffend die zystische Echi
nokokkose der Leber Segment V
)
erfreulicherweise kein
e Hinweise auf ein
Krankheitsrezidiv gezeigt habe. Die
Echinokokkenserologie
sei weiterhin positiv
gewesen
, was bei einem durchgemachten
E
chinococcus
cysticus
oft der Fall sei und nicht
auf ein Rezidiv hinweisen müsse
. Die übrigen Laborwerte seien leider aufgrund eines Fehlers ihrerseits nicht abgenommen worden. Sie würden
Dr.
B._
deshalb gerne bitten, bei der nächsten Gelegenheit die
Leberparame
ter
, die
Hematologie
sowie
die
Immunglobuline E
(
IgE
)
zu kontrollieren und ihnen di
e Resultate zukommen zu lassen
(
Urk.
8/14/7-8).
2.2
Dr.
A._
erklärte im Bericht vom 2
1.
Juli 2015, dass es sich um eine komplexe Angelegenheit handle. Die Benützung eines Rings gegen die
Coccygodynie
h
abe leider nicht viel genützt. D
ie Schmerzen
seien geblieben
,
allerdings mit vermin
derter Belastung im Moment
. Der Beschwerdeführer k
önne auf dem Stuhl nor
mal sitzen, die Schmerzen seien weniger. Er meide längere Reisen mit Sitzen, zum Beispiel im Zug.
Die
Hauptbeschwerden
seien die Schmerzen
im Bereich des rechten Gesässes und der Fusssohle, welche schmerzhaft und eingeschlafen sei. Den Fuss könne er n
icht belasten. Beim Wasser lösen in der Endportion spüre
er immer noch ein le
ichtes Brennen
, sonst sei die Miktion normal. Di
e Sexualfunktion sei vorhanden, und es liege keine
Libi
do-Störung vor
. Die neu
rologischen Funktionen seien diesbezüglich intakt (
Urk.
8/14/2).
2.3
Dr.
B._
stellte im Bericht vom 3
0.
Juli 2015 folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/15/1):
(1)
ein
Lumbovertebralsyndrom
/
l
umboradikuläres
Syndrom rechts
mit
Dekompres
-
sion
L4/5 (1
7.
Februar 2015)
-
bei
Fussheberschwäche
rechts
-
bei in
komplettem
Cauda
-
Equina
-Syndrom
(2)
abdominale Schmerzen bei zystischer Echinokokkose der Leber und s/p mehreren
Eingriffen seit 1990
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arb
eitsfähigkeit nannte
Dr.
B._
eine
Mycosis
fungoides
(seit 2008).
Er gab an,
dass der Beschwerdeführer in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Journalist von 2005 bis heute ca. 50
%
arbeits
unfähig sei.
Sobald er länger als 20 Minuten sitze, gehe oder stehe, müsse er schmerzbedingt die Position wechseln.
Eine behinder
ungsangepasste Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer
während acht bis zehn Stunden pro Tag mit schmerzbedingten Pausen möglich. Die effektive
Arbeitszeit
betrage
um
vier Stunden pro Tag (
Urk.
8/15/2-3).
2.4
Die Ärzte des Zentrums für Paraplegie der Universitätsklinik
Z._
erklärten im Bericht vom 1
1.
August 2015, dass s
ich der Beschwerdeführer am 17.
Februar 2015 wegen einer akut eingetretenen, rechtsbetonten
radikulären
Schädigung auf Höhe L5 und S1 mit entsprechender Fussheber- und
Fuss
sen
kerschwäche
notfallmässig vorgestellt habe. Ausserdem habe er über Probleme beim Wasser
lassen mit Harnverhal
t und das Gefühl eines inkompletten
Sphink
terverschlusses
berichtet. Nach gestel
lter Diagnose am 17.
Februar 2015 sei im Einvernehmen mit dem Beschwerdeführer die Indikation zur
notfallmäs
sigen
Dekompression gestellt worden. Es sei eine Dekompression auf L4/5 (
Midline
) mit
caudaler
Hemilaminotomie
L4
,
Flavektomie
,
cranialer
Hemilami
notomie
L5 und mikrochirurgischer
Sequesterektomie
L4/5 von rechts gefolgt. Der
peri
- sowie postoperative Verlauf habe sich erfreulicherweise komplikati
onslos gestaltet.
Aufgrund der Nervenschädigung und der
Ca
u
da-equina
werde de
r B
eschwerdeführer zeitlebens an einer Fussheber- und
Fuss
senkerschwäche
rechts sowie neuropathische
n Schmerzen leiden. Während des
gesamten statio
nären Aufenthalts vom 2
4.
Februar bis zum
6.
März 2015 sei er
in d
er zuletzt ausgeübten Tätigkeit als unabhängiger Journalist zu 100
%
arbeitsunfähig ge
wesen.
Geistige sowie psychische Einschränkungen bestünden keine.
Aufgrund der neuropathischen Schme
rzen und der Fussheber- und
Fuss
senkerschwäche
könne
die
bisherige Tätigkeit
nur noch teilweise durchgeführt werden,
in e
inem zeitlichen Umfang von 80
%
.
Eine verminderte Leistungsfähigkeit bestehe
dabei
nicht.
In w
elchem Umfang dem Beschwerdeführer
eine behinderungsangepasste Tätigkeit möglich sei, müsse im Rahmen eines Arbeitsversuchs evaluiert wer
den. Es sei jedoch von einem hohen Arbeitsumfang auszugehen. Ein Arbeits
versuch
sollte mit einem Pensum von 40
% beginnen (
Urk.
8/18/7-9).
2.5
RAD-Arzt med.
pract
.
D._
, Facharzt für Arbeitsmedizin, hielt in der
Stellungnahme vom
9.
September 2015
fest,
dass sich
aufgrund der vorliegen
den Unterlagen
folgendes B
elastungsprofil ergebe: leichte
sitzende oder
wech
selbelastende
Tätigkeiten, bei eingeschränkter körperlicher Belastbarkeit und erhöhtem Pausenbedarf, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit aufgrund kumulierender Beschwerden im Tagesve
rlauf (vgl.
hierzu den Bericht der Uni
versitätsklinik
Z._
vom 1
1.
August 2015). Dem Bericht der Universitätskli
nik
Z._
vom 2
2.
Juni 2015 seien keine wesentlich anderen funktionellen Einschränkungen zu entnehmen. Das fachärztliche Belastungsprofil der Uni
versitätsklinik
Z._
decke sich im Wesentlichen mit der hausärztlichen Ein
schätzung (
vgl.
Bericht
von
Dr.
B._
vom 3
0.
Juli 2015
)
. In der bisherigen Tätigkeit als Journalist bestünden folgende Ar
beitsunfähigkeiten
(
Urk.
8/19/
4)
:
100
%
Arbeitsunfähigkeit vom
2
4.
Februar bis zum
6.
März 2015
(stationärer
Aufenthalt)
50
%
Arbeitsunfähigkeit
ab dem
7.
März 2015
(abgestützt auf die Einschätzung
von
Dr.
B._
im Bericht
vom 3
0.
Juli 2015)
80
%
Arbeitsfähigk
eit spätestens ab August 2015
(Bericht der Universitätsklinik
Z._
vom 1
1.
August 2015)
Weiter gab RAD-Arzt
D._
an, dass bei
einer beruflichen Einglieder
ung
eine langsame Steigerung der Arbeitsfähigkeit im Rahmen eines
Arbeitsver
suchs
sinnvoll
sei
. In einer angepassten Tätigkeit gemäss Belastungsprofil bestehe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Arbeitsunfähigkeit wie in der bisherigen Tätigkeit (
Urk.
8/19/4).
2.6
Dr.
B._
hielt
im Schreiben vom 2
1.
November 2015 zuhanden der Sozialen Dienste der Stadt Zürich
fest
, dass er eine Falschbeurteilung der Arbeits
un
fä
higkeit vermute. Seit Sommer 2015 leide der Beschwerdeführer
an einer
rele
vanten Verschlechterung der Rückenkrankheit (Verlaufskontrolle Universitäts
klinik
Z._
vom
6.
Juli 2015). Die damit as
soziierte Arbeitsunfähigkeit betrage ab dem 1
7.
Juli 2015 80
%
.
Die Beschwerdegegnerin nehme ab August 2015
aber
eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
an. Er sei seit gut zehn Jahren der Hausarzt des Beschwerdeführers (
Urk.
3/4
/1). Der Beschwerdeführer sei vom 1. Januar 2013 bis 16. Juli 2015 zu 50 %, vom 17. Juli bis 30. September 2015 zu 80 % und vom 1. Oktober bis 30. November 2015 zu 100 % arbeitsunfähig (gewesen [Urk. 3/4/2]).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefocht
enen Verfügung vom 10.
November 2015
in medizinischer Hinsicht
im Wesentlichen
davon aus, dass
dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit ab dem 1
1.
August 2015 (Datum der Berichterstattung der Universitätskl
inik
Z._
) wieder im Umfang von 80
% zumutbar sei (
Urk.
2
).
Sie
stützte sich dabei
auf die Stellungnahme von RAD-Arzt
D._
vom
9.
September 2015 (
vgl. E. 2.5
).
3.2
Die
se
Stellungnahme von
RAD-Arzt
D._
,
der keine eigenen Untersuchun
gen durchgeführt hat, vermag jedoch nicht zu überzeugen.
Es trifft zwar zu, dass die Ärzte des Zentrum
s
für Paraplegie der Universitätsklinik
Z._
im Bericht vom 1
1.
August 2015
erklärt
hatten
, dass dem Beschwerde
führer die bisherige Tätigkeit
als
unabhängiger Journalist
aufgrund der neuropathischen Schmer
zen und der
Fusssenker
- und
Fuss
heberschwäche
noch
in
einem zeitli
chen Umfang von 80
%
zumutbar sei.
Gleichzeitig hatten
sie
allerdings
auch an
gegeben
, das
s zunächst ein Arbeitsversuch mit
einem Pens
um von 40
%
beginnen sollte (vgl. E. 2.4
)
resp. dass der Arbeitsumfang im Rahmen eines Arbeitsversuches beurteilt werden sollte (Urk. 8/18/9)
.
Dies
blieb im Rahmen der Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit
von RAD-Arzt
D._
aber
schliesslich
unberücksichtigt
(vgl. E. 2.5)
.
Dementsprechend hat die Beschwerdegegnerin in der Folge denn auch keine
weiteren
ärztlichen Auskünfte zum
Verlauf der Arbeitsfähigkeit nach dem 1
1.
August 2015 eingeholt.
3.3
Im Weiteren
nannte
Dr.
B._
im Bericht vom 3
0.
Juli 2015 nebst dem
Lumbover
tebralsyndrom
/
lumboradikulären
Syndrom rechts mit Dekompression
L4/5
als
zweite
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit abdominale Schmerzen bei zystischer Echinokokkose
der Leber
und mehreren Eingriffen seit 1990
(vgl. E. 2.3)
.
Hinsichtlich dieser abdominalen Beschwerden findet
sich
in den Akten
der an
Dr.
B._
gerichtete
Bericht der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie des
C._
vom 2
7.
Mai 2015, worin die zuständigen Ärzte im Wesentlichen erklärt
en
, dass sich in der heutigen
sono
graphischen
Untersuchung
erfreulicherweise
keine Hinweise auf ein
Krank
h
eitsrezidiv
gezeigt hätten (vgl. E.
2.1
).
Sie wiesen aber auch darauf hin, dass die übrigen Leberwerte aufgrund eines Fehlers ihrerseits nicht abgenommen worden seien, und ersuchten Dr.
B._
darum, dies nachzuholen. Zur Arbeitsfä
higkeit des Beschwerdeführers äusserten sie sich nicht (Urk. 8/14/7-8).
Eine
fundierte
fach
ärztlich-internistische oder allenfalls
fachärztlich-gastroenterolo
gische
Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit
liegt
demnach
nicht vor
,
und
RAD
-Arzt
D._
ist
auf diese Beschwerden
im Rahmen seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in
der Stellungnahme
vom
9.
September 2015 (vgl.
Urk.
8/19/3-4)
gar
nicht eingegangen.
Dies wäre jedoch erforderlich gewesen, zumal Dr.
B._
dem Beschwerdeführer – zumindest auch deswegen - bereits seit dem 17. März 2012 eine – ununterbrochene - Arbeitsunfähigkeit von min
destens 50 % attestiert hatte (vgl. E. 2.3; Urk. 8/15/8-9 und Urk. 3/4/2).
3.4
Zusammenfassen
d ist somit festzuhalten, dass
a
uf die Stellungnahme von
RAD-Arzt
D._
vom
9.
September 2015
nicht abgestellt werden
kann
.
Die Voraussetzungen für eine blosse Aktenbeurteilung durch den RAD
können
nicht als gegeben erachtet werden. Ein lückenloser Befund bzw. ein feststehen
der medizinischer Sachverhalt
liegt
- abgesehen von der Diagnosestellung - nicht vor.
Hierfür fehlt es namentlich
an
detaillierten fachärztlich
en
Angaben zum weiteren Verlauf der Arbeitsfähi
gkeit
nach dem 1
1.
August 2015
im Zusammenhang mit der
Wirbelsäulenproblematik
des Beschwerdeführers
sowie
an
einer
fachärztlich
en
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
bezüglich der
gemäss Aktenlage seit Jahren bestehenden
abdominalen Beschwerden.
Zudem stellt
sich auch die Frage, ob es etwaige Wechselwirkungen zwischen den
abdomina
len
Beschwerden
und
den Beschwerden
im Bereich
der
Wirbelsäule
gibt (vgl.
dazu
die
Bericht
e
von
Dr.
A._
vom 2
1.
Juli 2015
und
des Zentrums für Paraplegie der Universitätsklinik
Z._
vom 1
1.
August 2015
, E. 2.2 und
E.
2.4
).
Bei dieser Aktenlage
kann daher nicht beurteilt werden, ob ein invaliden
versicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden besteht.
4.
Die Sache ist deshalb in Aufhebung der angefochtenen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese selber abklärt oder gut
achterlich abklären lässt,
welche objektivierbaren Befunde sich seit
Januar 2015
(das
heisst
ein Jahr vor dem
frühestmöglichen Rentenbeginn; vgl.
Art.
29
Abs.
1 IVG, wonach der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs entsteht)
in welchem Umfang auf die Tätigkeit des Beschwerdeführers als Journalist sowie auf allfäl
lige angepasste Tätigkeiten (bezogen auf ein 100%-Pensum) auswirken.
Danach hat sie über den
Leistungsanspruch
des Beschwerdeführers neu
zu entscheiden.
Die Beschwerde ist daher
gutzuheissen
.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwer
t festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen.
Ausgangsgemäss
sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Das Gesuch des Beschwerdeführers vom 1
1.
Dezember 2015 (Urk. 1) um Gewäh
rung der unentgeltlichen Prozessführung erweist sich damit als gegen
standslos.
5.
2
Praxisgemäss
hat eine durch eine Institution der öffentlichen Sozialhilfe vertre
tene Person keinen Anspruch auf eine Prozessentschädi
gung (BGE 126 V 11), weshalb dem Beschwerdeführer
keine Prozessentschädigung zuzusprechen ist.