Decision ID: c53fdbca-823e-5fc1-a116-dffa91c0b287
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Hochreutener, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
Ausgleichskasse Versicherung, Wengistrasse 7, Postfach, 8026 Zürich,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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St.Galler Gerichte
Witwerrente
Sachverhalt:
A.
Am 14. Dezember 2007 reichte M._ für sich und seine zwei Stiefkinder (R._,
geboren 1995, mit Vater E._ und P._, geboren 2003, mit Vater G._; act. G 3.7)
eine Anmeldung für Hinterlassenenrenten ein. Darin gab er an, dass seine Gattin (I._
sel.) am 1. Dezember 2007 verstorben sei. Die Eheschliessung sei am 12. Juli 1985
erfolgt (act. G 3.11). Seit neun Jahren habe er mit seiner verstorbenen Gattin, R._,
deren Vater E._, seit fünf Jahren mit P._ und dessen Vater G._ im Bauernhaus
von E._ als "Patchwork Familie" zusammengelebt. Während dieser Zeit habe R._
eine Privatschule besucht. Er habe sie jeden Tag dorthin gebracht und wieder
abgeholt. Als sich der Gesundheitszustand seiner Gattin immer weiter verschlechtert
habe (sie habe seit zehn Jahren Krebs gehabt), habe er noch weitere Aufgaben
übernommen. Der Vater von R._ arbeite von morgens 6:00 Uhr bis um 17:00 Uhr und
müsse sich dann noch um die Tiere kümmern. Der Vater von P._ (G._) habe im
Haus Aufgaben zu erledigen, pflege P._ und habe immer mehr die Pflege von I._
sel. übernommen. Seit Oktober 2006 habe sie nicht mehr gehen können und sei von
G._ 24 Stunden betreut und gepflegt worden. Während dieser Zeit habe er (M._)
sich morgens bis abends um die Kinder gekümmert. Heute sei die Situation so, dass er
sich nach wie vor zum grossen Teil um die Kinder kümmere (act. G 3.10). Bei R._
bestand eine gemeinsame elterliche Sorge zwischen den leiblichen Kindseltern. Nach
dem Tod von I._ hat E._ die alleinige elterliche Sorge inne. P._ stand unter der
alleinigen elterlichen Sorge seiner Mutter. Nach deren Tod wurde für P._ am 10. März
2008 eine Vormundschaft errichtet, wobei vorgesehen war, nach Durchführung der
notwendigen Abklärungen die elterliche Sorge G._ zu übertragen (Beschluss der
Vormundschaftsbehörde der Gemeinde A._ vom 10. März 2008, act. G 3.7).
A.a Am 19. Juni 2008 verfügte die Ausgleichskasse Versicherung rückwirkend ab
Januar 2008 Waisenrenten für P._ und R._ (act. G 3.5). Mit Verfügung vom
3. Februar 2009 wies sie einen Anspruch von M._ auf eine Witwerrente ab. Die
Ausgleichskasse begründete die Abweisung damit, dass M._ keine leiblichen Kinder
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habe. Er würde mit den beiden Stiefkindern sowie deren leiblichen Väter in
Hausgemeinschaft zusammenleben. Er habe keine elterliche Gewalt über die beiden
Kinder. Diese stehe bei R._ E._ und bei P._ der Vormundschaftsbehörde zu. Vor
diesem Hintergrund könne nicht von einem Pflegekindverhältnis ausgegangen werden.
Die Voraussetzungen für die Gewährung einer Witwerrente seien daher nicht erfüllt (act.
G 3.3).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 3. Februar 2009 erhob M._ am 24. Februar 2009
Einsprache. In der Einsprachebegründung vom 6. April 2009 beantragte er unter
Kosten- und Entschädigungsfolge die Aufhebung der Verfügung und die Ausrichtung
einer Witwerrente. Eventualiter seien zwecks eingehender Abklärung der besonderen
Verhältnisse weitere Untersuchungen zu veranlassen. Zur Begründung führte er aus,
die Ausgleichskasse Versicherung sei der Auffassung, die Kinder würden sich in
Hausgemeinschaft mit den leiblichen Elternteilen befinden, was jedenfalls für R._
nicht zutreffe. Denn R._ habe am 1. Dezember 2007 (und lebe nach wie vor)
ausschliesslich in der 31⁄2-Zimmerwohnung ihrer verstorbenen Mutter und von ihm
gelebt. Sie verfüge in dieser Wohnung auch über ein eigenes Zimmer. Dass R._ in
einer Hausgemeinschaft mit ihrem leiblichen Vater leben würde, könne unter diesen
Umständen nicht angenommen werden. Hinzu komme, dass er im massgeblichen
Zeitpunkt des Todes seiner Ehefrau und auch danach für praktisch alle
Unterhaltskosten der beiden Stiefkinder aufgekommen sei und auch weiterhin
aufkomme. Aus dem blossen Umstand, dass die leiblichen Väter der Kinder im selben
Haus in Miete lebten, könne nicht auf eine Rückkehr zum leiblichen Elternteil
geschlossen werden. Nicht entscheidend sei schliesslich auch, dass die elterliche
Sorge beim leiblichen Vater von Rebecca bzw. die Interessenvertretung für P._ bei
der Vormundschaftsbehörde gelegen habe (act. G 3.2).
B.b Die Ausgleichskasse Versicherung wies die Einsprache mit Entscheid vom 15. Juli
2009 ab. Sie hält fest, dass im vorliegenden Fall nur der Anspruch auf eine Witwerrente
streitig sei. Aus der Einsprache entstehe jedoch der Eindruck, dass dies auch die
Waisenrenten betreffe. Diese seien jedoch unbestritten. Die Witwerrente hingegen sei
an andere Grundsätze gebunden als Waisenrenten. Aufgrund der bei der
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Ausgleichskasse vorliegenden Akten könne keine Witwerrente zugesprochen werden
(act. G 3.1).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 15. Juli 2009 richtet sich die Beschwerde
vom 11. September 2009. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten- und
Entschädigungsfolge die Aufhebung des Einspracheentscheides sowie die Ausrichtung
einer Witwerrente per 1. Januar 2008. Eventualiter sei die Streitsache zur Durchführung
weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In formeller
Hinsicht rügt er eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, da die Beschwerdegegnerin
sich im angefochtenen Einspracheentscheid nicht mit seinen Vorbringen
auseinandergesetzt habe. Die weitere Begründung lautet im Wesentlichen gleich wie
diejenige im Einspracheverfahren (act. G 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 9. Oktober 2009 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Beschwerdeabweisung. Zur Begründung verweist sie auf die
Verfügung vom 3. Februar 2009 sowie den angefochtenen Einspracheentscheid vom
15. Juli 2009 (act. G 3).

Erwägungen:
1.
In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung des rechtlichen
Gehörs, da sich die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid nicht
mit den damaligen Vorbringen des Beschwerdeführers auseinander gesetzt, sondern
sich auf die pauschale Anmerkung beschränkt habe, dass aufgrund der vorliegenden
Akten in diesem speziellen Fall die Zusprache einer Witwerrente nicht gewährt werden
könne (act. G 1, S. 4 f.).
1.1 Gemäss Art. 42 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Verbindung mit Art. 29 Abs. 2 der
Bundesverfassung (BV; SR 101) ist der Versicherungsträger verpflichtet, sich mit den
Vorbringen der Partei auseinander zu setzen, um dem Anspruch der Versicherten auf
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rechtliches Gehör Genüge zu tun. Dies schliesst etwa aus, dass der
Versicherungsträger stillschweigend über Einwendungen hinweggeht (Kieser, ATSG-
Kommentar, Art. 42 Rz 5). Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör folgt auch ein
Mindestanspruch auf Begründung einer Verfügung. Die Begründung entspricht den
Anforderungen von Art. 29 Abs. 2 BV, wenn die Betroffenen dadurch in die Lage
versetzt werden, die Tragweite der Entscheidung zu beurteilen und sie in voller
Kenntnis der Umstände an eine höhere Instanz weiterzuziehen. Die Behörde ist aber
nicht verpflichtet, sich zu allen Vorbringen der Parteien zu äussern. Vielmehr kann sie
sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken. Es genügt,
wenn ersichtlich ist, von welchen Überlegungen sich die Behörde leiten liess (Häfelin/
Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Auflage, Zürich 2006, N 1705 f.).
1.2 Die Beschwerdegegnerin hat die Verfügung vom 3. Februar 2009, worin sie einen
Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Witwerrente abwies, einlässlich begründet.
Sie kam zum Schluss, dass die Kinder R._ und P._ in einer Hausgemeinschaft mit
den leiblichen Vätern lebten, die elterliche Gewalt nicht beim Beschwerdeführer liege
und dass er auch nicht im Besitz einer Pflegebewilligung für die Kinder sei (act. G 3.3).
In formeller Hinsicht wurden denn auch im Einspracheverfahren noch keine Rügen,
namentlich auch nicht bezüglich der Begründungspflicht, erhoben. In der
Einsprachebegründung vom 6. April 2009 stellte sich der Beschwerdeführer im
Wesentlichen auf den Standpunkt, dass zumindest R._ nicht in Hausgemeinschaft
mit ihrem leiblichen Vater lebe (act. G 3.2). Im angefochtenen Einspracheentscheid
verwies die Beschwerdegegnerin bezüglich den tatsächlichen Verhältnissen auf die
Verfügung vom 3. Februar 2009 und hielt fest, dass keine weiteren Beweismittel
vorgebracht worden seien, welche die Prüfung eines Witwerrentenanspruchs neu
beleuchten würden. Daran ändere auch die mit der Einsprachebegründung
eingereichte Prämienübersicht der Krankenkasse nichts (act. G 3.1).
1.3 Es ist zwar einzuräumen, dass sich die Beschwerdegegnerin in ihrer Erwiderung auf
die Einsprache knapp fasste, doch kommt es primär auf die Qualität der Aussage und
nicht auf ihre Länge an. Der Beschwerdeführer brachte keine neuen, eine vertiefte
Prüfung erforderlichen Elemente vor, sondern hielt im Wesentlichen nochmals an
seinem bereits vor Verfügungserlass geäusserten Standpunkt (vgl. Schreiben vom
18. April 2008, act. G 3.10) fest. Daher hat die Beschwerdegegnerin ihre
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Begründungspflicht nicht verletzt, wenn sie nicht ausführlich auf die im
Einspracheverfahren vorgetragenen Einwände einging und an der Begründung der
Verfügung vom 3. Februar 2009 festhielt.
2.
Materiell streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch
auf eine Witwerrente hat.
2.1 Anspruch auf eine Witwerrente haben Witwer, sofern sie im Zeitpunkt der
Verwitwung Kinder haben (Art. 23 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung [AHVG; SR 831.10]). Kindern von Witwern gleichgestellt
sind nach Art. 23 Abs. 2 lit. a AHVG Kinder des verstorbenen Ehegatten, die im
Zeitpunkt der Verwitwung mit dem Witwer im gemeinsamen Haushalt leben und von
ihm als Pflegekinder mit einem Anspruch auf eine Waisenrente im Sinn von Art. 25
Abs. 3 AHVG aufgenommen werden. Pflegekinder haben beim Tod der Pflegeeltern
dann einen Anspruch auf eine Waisenrente nach Art. 25 AHVG, wenn sie unentgeltlich
zu dauernder Pflege und Erziehung aufgenommen worden sind (Art. 49 Abs. 1 der
Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVV; SR 831.101]).
Nach der Rechtsprechung zu Art. 49 AHVV gilt als Pflegekind im Sinn dieser
Bestimmung ein Kind, das sich in der Pflegefamilie tatsächlich der Lage eines
ehelichen Kindes erfreut und dessen Pflegeeltern die Verantwortung für Unterhalt und
Erziehung wie gegenüber einem eigenen Kind wahrnehmen. Das
sozialversicherungsrechtlich wesentliche Element des Pflegekindverhältnisses liegt in
der tatsächlichen Übertragung der Lasten und Aufgaben auf die Pflegeeltern, die
gewöhnlich den leiblichen Eltern zufallen; auf den Grund dieser Übertragung kommt es
nicht an. Welche Aufgaben und Verpflichtungen den Pflegeeltern, namentlich in
finanzieller Hinsicht, zufallen, lässt sich nicht allgemein sagen, sondern hängt vielmehr
von der gesamten Ausgestaltung des fraglichen Verhältnisses ab. Nach der
Verwaltungspraxis setzt der Waisenrentenanspruch voraus, dass zwischen Pflegekind
und Pflegeelternteil ein eigentliches Pflegeverhältnis bestanden hat. Das Kind muss zu
Pflege und Erziehung in die Hausgemeinschaft der Pflegeeltern aufgenommen worden
sein (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007:
Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 24. Februar 2003, H 123/02,
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E. 2). Der Anspruch eines Pflegekindes erlischt, wenn es zu einem Elternteil
zurückkehrt oder von diesem unterhalten wird (Art. 49 Abs. 3 AHVV).
2.2 Die vorstehenden Grundsätze zum Anspruch von Pflegekindern auf eine
Waisenrente der AHV gelten rechtsprechungsgemäss auch für Stiefkinder, sofern diese
im Haushalt des Stiefvaters oder der Stiefmutter leben und der Stiefelternteil
unentgeltlich für ihren Unterhalt aufgekommen ist (Urteil des EVG vom 24. Februar
2003, H 123/02, E. 1). Wie es sich bei nicht gemeinsamen, während der Ehe gezeugten
Kindern verhält, für welche die Beistandspflicht von Art. 278 Abs. 2 des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) nicht gilt, hat die Rechtsprechung
bislang offen gelassen (Urteil des EVG vom 24. Februar 2003, H 123/02, E. 1, am
Schluss).
3.
3.1 Zu prüfen ist die Frage, ob R._ oder P._ im Zeitpunkt der Verwitwung mit dem
Beschwerdeführer in einem gemeinsamen Haushalt lebten und von ihm als Pflege-
bzw. Stiefkind mit einem Anspruch auf eine Waisenrente im Sinn von Art. 25 Abs. 3
AHVG i.V.m. Art. 49 AHVV aufgenommen wurden.
3.2 Vorliegend ist entscheidend, dass für den Beschwerdeführer - namentlich auch mit
Blick auf Art. 278 Abs. 2 oder Art. 159 Abs. 3 ZGB - keine gesetzliche Verpflichtung
bestand, für die während der Ehe von seiner Gattin mit E._ und G._ gezeugten
Kinder Beistand zu leisten (vgl. Cyril Hegnauer, Berner Kommentar zum ZGB, Bern
1997, N 55 zu Art. 278). Vielmehr oblag einzig den leiblichen Eltern eine
Unterhaltspflicht (Art. 276 ZGB). Insbesondere hatten und haben die leiblichen Väter für
den Unterhalt ihres Kindes aufzukommen (Art. 276 Abs. 1 ZGB). Demgegenüber traf
und trifft den Beschwerdeführer keine gesetzliche Verpflichtung, für die Kinder seiner
verstorbenen Ehegattin zu sorgen. Dies umso weniger als die leiblichen Väter die
elterliche Sorge über ihr Kind bereits inne haben oder - im Fall von G._ und P._ - in
absehbarer Zeit inne haben werden. Im Weiteren ist auch nicht das für einen Anspruch
auf Witwerrente erforderliche Pflegeverhältnis im Sinn von Art. 23 Abs. 2 lit. a und
Art. 25 Abs. 3 AHVG i.V.m. Art. 49 Abs. 1 AHVV gegeben, weil im Zeitpunkt des Todes
der Mutter die beiden Kinder in einer "Patchwork-Familiengemeinschaft" (vgl.
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nachstehende E. 3.4) mit den leiblichen Vätern lebten und weiterhin leben, was bei
Pflegekindern zum Erlöschen der Waisenrenten führt (Art. 49 Abs. 3 AHVV).
3.3 Auch wenn im Übrigen ein Pflegekindverhältnis bejaht würde, so fehlte es
vorliegend am Erfordernis der Unentgeltlichkeit des Pflegeverhältnisses. Aus den Akten
geht nämlich hervor, dass der Beschwerdeführer, die Kinder R._ und P._ sowie
deren Mutter und leibliche Väter im Rahmen einer "Patchwork-Familie"
zusammenlebten und auch nach dem Tod von I._ weiterhin zusammenleben
(Schreiben des Beschwerdeführers vom 18. April 2008, act. G 3.10; vgl. auch den
Beschluss der Vormundschaftsbehörde der Gemeinde A._ vom 10. März 2008, act.
G 3.7). Aktenkundig ist weiter, dass die leiblichen Väter nebst allfälligen finanziellen
Beiträgen auch erhebliche Naturalleistungen im Rahmen der "Patchwork-
Familiengemeinschaft" erbrachten. So betreute und pflegte etwa G._ die Gattin des
Beschwerdeführers seit Oktober 2006 rund um die Uhr, nebst dem er den Haushalt
besorgte, und E._ sorgte sich um die Tiere der Hausgemeinschaft (Schreiben des
Beschwerdeführers vom 18. April 2008, act. G 3.10). Angesichts dieser von den
leiblichen Vätern im Rahmen der "Patchwork-Familiengemeinschaft" erbrachten
Naturalleistungen kann die vom Beschwerdeführer erbrachte Betreuung und
Unterstützung zugunsten deren Kinder nicht mehr als unentgeltlich im Sinn von Art. 49
AHVV bezeichnet werden, auch wenn sie den vom Beschwerdeführer erbrachten
Beistand unter Umständen nicht aufzuwiegen vermögen.
4.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die fürsorgliche Hingabe und Unterstützung
des Beschwerdeführers zugunsten von R._ und P._ zu anerkennen sind, sie jedoch
bei allem Respekt vor der geleisteten Zuwendung keinen Anspruch auf eine
Witwerrente zu begründen vermögen und die Beschwerde abzuweisen ist.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53
GerG entschieden:
1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
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2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
Publikationsplattform St.Galler Gerichte Entscheid Versicherungsgericht, 07.04.2010 Art. 23 Abs. 1 und Art. 25 Abs. 3 AHVG i.V.m. Art. 49 Abs. 1 AHVV. Anspruch auf eine Witwerrente. Ein Witwer, der mit den Kindern seiner verstorbenen Ehegattin und deren leiblichen Vätern in einer "Patchwork-Familiengemeinschaft" lebt, hat keinen Anspruch auf eine Witwerrente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. April 2010, AHV 2009/12).
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2021-09-19T18:11:46+0200 "9001 St.Gallen" Publikationsplattform Kanton St.Gallen