Decision ID: 8bba3d0c-8367-5e8a-93fb-2f2ffb8516f1
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 10. Januar 2012 bei der IV-Stelle zum Bezug von
Leistungen an (IV-act. 1). Der behandelnde Hausarzt des Versicherten, Dr. med. B._,
Arzt für Allg. Medizin FMH, stellte mit Arztbericht vom 10. Februar 2012 folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Persistierendes Schmerzsyndrom
von Seiten einer Gonarthrose rechts bei Status nach Kniegelenksarthroskopie und
Gelenkstoilette rechts im November 2011, Periarthropathia humeroscapularis links bei
Partialruptur der Supra¬spinatussehne und beginnender Omarthrose, lumbovertebrales
Schmerzsyndrom bei wahrscheinlich degenerativen Wirbelsäuleveränderungen
(klinische Diagnose), Cervicovertebralsyndrom bei Status nach Diskushernienoperation
C6/C7 mit Beckenkamminterponat und Synthesplatte im April 2005 (bereits damals
postulierte Schmerzverarbeitungsstörung). Der Versicherte sei seit dem 27. September
2011 wegen Knieschmerzen rechts arbeitsunfähig. Daneben würden Schmerzen im
Nacken, im Kreuz und in der linken Schulter angegeben (IV-act. 15-3 f.).
A.b Nachdem die beruflichen Abklärungen abgebrochen werden mussten, hob die IV-
Stelle ihre diesbezüglich erteilte Kostengutsprache per 5. Juni 2012 wieder auf (vgl. IV-
act. 29, 34 und 42).
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A.c Im zu Handen der Taggeldversicherung erstellten orthopädischen Gutachten vom
31. Mai 2012 stellte Dr. med. D._, orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates (FMH), Klinik E._, folgende Diagnosen: Verminderte
Belastbarkeit rechtes Kniegelenk bei degenerativen Veränderungen medial und
retropatellarbetont, Status nach Arthroskopie im 11/2011 mit Gelenktoilette,
verminderte Belastbarkeit der linken Schulter bei bekannten degenerativen
Veränderungen der Rotatorenmanschette mit klinischem Anhalt auf eine Impingement-
Symptomatik, Rechtshändigkeit, Fehlstatik der Wirbelsäule (Haltungsinsuffizienz,
muskulärer Hartspann und verschmächtigte Rumpfmuskulatur), Status nach
Spondylodese in Höhe Halswirbelkörper 6/7, kein sicheres nervenwurzelbezogenes
neurologisches Defizit, Dornwarze über Metatarsalköpfchen II links und Fehl- und
Überbelastung des Bewegungsapparates bei einem Übergewicht von etwa 30 kg. Aus
orthopädischer Sicht sei die Aufnahme einer angepassten Tätigkeit (körperlich leicht
bis mittelschwer, nicht auf Dächern, Leitern und Gerüsten) ab sofort möglich mit
Steigerung auf ein volles Pensum binnen 14 Tagen (act. G6.2/4-23 f.).
A.d Der RAD erachtete das Gutachten als ausführlich und sorgfältig erstellt. Die vom
Versicherten angegebenen Beschwerden im rechten Kniegelenk und der linken
Schulter würden in der klinischen und radiologischen Untersuchung ihr organisches
Korrelat finden. Therapeutisch werde die Fortführung der Physiotherapie mit Übergang
in MTT und sportliche Freizeitaktivitäten als dringend beurteilt. Aus orthopädischer
Sicht sei eine leidensangepasste leichte bis mittelschwere Tätigkeit ab sofort möglich,
mit Steigerung auf 100% in zwei Wochen. Er empfahl noch abzuklären, ob sich der
Versicherte in psychiatrischer Behandlung befinde und je nachdem weitere
Abklärungen (Stellungnahme vom 11. September 2012; IV-act. 45). Gegenüber dem
Eingliederungsberater gab der Versicherte an, nicht in psychiatrischer Behandlung zu
stehen (IV-act. 68-2/3).
A.e Am 3. Juni 2013 teilte die IV-Stelle mit, dass kein Anspruch auf berufliche
Massnahmen bestehe (IV-act. 71). Mit Vorbescheid vom 25. Juli 2013 stellte die IV-
Stelle dem Versicherten eine Ablehnung des Gesuchs um IV-Rente in Aussicht.
Gemäss Gutachten stehe fest, dass der Versicherte bei Tätigkeiten, welche dem
Leiden angepasst seien, zu 100% arbeitsfähig sei (IV-act. 82). Mit Einwand vom 17.
September 2013 brachte der Versicherte vor, seine Gesundheit habe sich
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verschlechtert. Das Gutachten vom 31. Mai 2012 sei vor der Operation gemacht
worden. Er müsse das rechte Knie nochmals operieren lassen (IV-act. 83-1). Die IV-
Stelle wies das Rentengesuch am 4. Oktober 2013 mit der Begründung ab, es hätten
lediglich kurzzeitige Arbeitsunfähigkeiten aufgrund der Operation im September 2012
sowie den kleineren Eingriffen vorgelegen (IV-act. 84).
B.
B.a Am 17. April 2014 liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Roman
Schmidlin, ein Gesuch um Wiedererwägung der Verfügung vom 4. Oktober 2013
stellen. Zur Begründung machte er geltend, das orthopädische Gutachten vom 31. Mai
2012 sei lediglich fünf Monate nach Eintritt seiner Arbeitsunfähigkeit erstellt worden,
lange bevor sein gesundheitlicher Endzustand erreicht gewesen sei. Er sei danach
insbesondere noch zweimal am Knie operiert worden. Das Verfahren sei neu zu
eröffnen und es seien weitere Abklärungen durchzuführen, insbesondere sei ein
polydisziplinäres Gutachten zu erstellen (IV-act. 89). Beigelegt war ein Schreiben von
Dr. med. F._, Praxis für Allgemeinmedizin, seit 8. November 2013 Hausarzt des
Versicherten, an den Rechtsvertreter des Versicherten vom 27. Februar 2014, in
welchem jener die aktuellen Diagnosen auflistete. Mit Verfügung vom 30. Mai 2014
widerrief die IV-Stelle die Verfügung vom 4. Oktober 2013 und stellte weitere
Abklärungen in Aussicht (IV-act. 92).
B.b Anfang April 2015 erlitt der Versicherte einen NSTEMI (Herzinfarkt; IV-act. 121-5
ff.). Mit IV-Bericht vom 29. Oktober 2015 erachtete Dr. med. G._, leitender Arzt
Chirurgische Klinik / Orthopädie Spital H._, die Implantation einer anatomischen
Schulter-TP mit Rotatorenmanschettenrekonstruktion und Tenotomie der langen
Bicepssehne als indiziert, wobei die Operation wegen der aufgrund des Herzinfarkts
verschriebenen Medikation frühestens im Mai 2016 durchgeführt werden könne (IV-act.
130).
B.c Mit Arztbericht vom 21. Juni 2016 hielt Dr. G._ fest, der Versicherte habe derzeit
gut erträgliche Beschwerden, sodass mit einem chirurgischen Eingriff an der Schulter
zugewartet werden könne. Bezüglich der linken Schulter wären administrative
Tätigkeiten ab 1. Juli 2016 mit 100%-iger Arbeits- und Leistungsfähigkeit möglich. Es
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müsse aber auch die Problematik des rechten Kniegelenks berücksichtigt werden (IV-
act. 138-3 f.).
B.d Der RAD, Dr. med. I._, empfahl daraufhin am 27. Juli 2016 die Aufnahme von
Eingliederungsbemühungen, beginnend mit einer Arbeitsfähigkeit adaptiert von 50%,
vier Stunden pro Tag für körperlich leichte Tätigkeiten ohne besondere Belastung der
linken Schulter, insbesondere keine Überkopfarbeiten. Die Arbeitsfähigkeit sei
steigerbar (IV-act. 140). Die Eingliederungsverantwortliche hielt am 21. September
2016 fest, der Versicherte schildere starke Schmerzen in der linken Schulter sowie in
beiden Knien. Er fühle sich subjektiv nicht arbeitsfähig. Zudem sei er der Meinung,
dass er in seinem Alter kaum noch eine Stelle erhalte. Die ca. vierjährige Abwesenheit
vom Arbeitsmarkt und seine Fixierung auf die Schmerzen und die Krankheit sowie die
mangelnde Motivation zur Arbeit würden eine berufliche Wiedereingliederung
erschweren (IV-act. 144). Am 21. September 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten
mit, dass kein Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe, da er sich aus
gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage fühle, an Eingliederungsmassnahmen
mitzuwirken (IV-act. 147).
B.e Mit Stellungnahme vom 16. November 2016 äusserte sich Dr. I._ dahingehend,
es würden keine neuen Arztberichte vorliegen, welche dem Versicherten eine beruflich
adaptierte Tätigkeit verbieten würden. Auf die Omarthrose links könne durch Adaption
der Arbeit angemessen Rücksicht genommen werden. Die kardiologische Situation
habe sich verbessert und schränke eine angepasste Tätigkeit mit körperlich leichter
Arbeit nicht relevant ein. Der Gesundheitszustand sei stabil. Leidensadaptiert bestehe
eine Arbeitsfähigkeit von 80 bis 100% (IV-act. 148).
B.f Mit Vorbescheid vom 21. November 2016 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (IV-act. 151). Trotz Einwand vom 11.
Januar 2017 (IV-act. 152) verfügte die IV-Stelle am 16. Januar 2017 wegen fehlender
Invalidität eine Abweisung des Rentengesuchs (IV-act. 153).
C.
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C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 16. Februar
2017. Der Beschwerdeführer lässt die Aufhebung der Verfügung vom 16. Februar 2017
und eine ganze IV-Rente beantragen, eventualiter eine Viertelsrente, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zulasten des Staates. Zudem lässt er ein Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege stellen. Zur Begründung lässt er ausführen, er habe
Knieprobleme und starke Schmerzen in der linken Schulter. Dr. G._ habe mit Blick
auf die linke Schulter angegeben, dass ihm Überkopfarbeiten lediglich noch eine
Stunde, das Heben und Tragen lediglich ein bis zwei Stunden pro Tag zumutbar seien.
Eine diesbezügliche Einschätzung betreffend Kniebeschwerden sowie der weiteren
Krankheiten fehle in den Akten. Glücklicherweise könne dieser Punkt vorerst
offengelassen werden, da medizinisch anerkannt sei, dass er seine angestammte
Tätigkeit nicht mehr ausüben könne. Er verfüge über keine Ausbildung. Er habe über 30
Jahre als Hilfsbauspengler gearbeitet. Weitere Berufskenntnisse habe er nicht. Er habe
weder im Produktions- noch im Dienstleistungssektor gearbeitet. Ebenso sei er der
deutschen Sprache nicht mächtig und verfüge über keine PC-Kenntnisse. Er stehe im
63. Lebensjahr. Selbst bei einer leidensadaptierten Tätigkeit sei er stark eingeschränkt
und wäre auf den Goodwill eines neuen Arbeitgebers angewiesen. Bei der Prüfung der
wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit dürfe nicht von
realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Altersbedingt sei seine
Anpassungsfähigkeit gering und krankheitsbedingt werde es zu Ausfällen kommen. Die
ihm verbleibende Restarbeitsfähigkeit werde auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise nicht mehr nachgefragt und deren Verwertung sei auch unter
Berücksichtigung der Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar. Fehle es an
einer wirtschaftlich verwertbaren Restarbeitsfähigkeit, liege eine vollständige
Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründe.
Eventualiter sei eine Viertelsrente zuzusprechen. Die Durchschnittswerte der LSE-
Tabelle seien um einen mindestens 25%igen Leidensabzug zu kürzen. Im letzten
Anstellungsjahr habe er ein Bruttojahreseinkommen von Fr. 66'950.-- (Fr. 5'150.-- x 13)
erzielt. Die Reallohnsteigerung betrage 3%. Damit ergebe sich ein Valideneinkommen
von Fr. 68'869.-- (aufgerechnet bis 2014). Die mögliche Restarbeitsfähigkeit werde
zwischen 80 und 100% geschätzt. Ausgehend von den gesundheitlichen
Einschränkungen sowie der Tatsache, dass mit 63 Jahren das Arbeitstempo nachlasse,
sei von einer 80%igen Restarbeitsfähigkeit auszugehen. Es ergebe sich eine
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Erwerbseinbusse von 44.46% (act. G1). Mit Schreiben vom 20. März 2017 zog der
Beschwerdeführer das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zurück (act. G4).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 21. April 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Im Arztbericht vom 21. Juni 2016 habe Dr. G._
angegeben, dass durch ihn keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei. Bestritten
werde die Verwertbarkeit der medizinisch unbestritten attestierten 80 bis 100%igen
Arbeitsfähigkeit. Der Einfluss des Alters lasse sich nicht nach einer allgemeinen Regel
bemessen, sondern hänge von den Umständen ab. Die Erwerbsfähigkeit des
Beschwerdeführers sei zwar qualitativ eingeschränkt, aber nicht so, dass eine Tätigkeit
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt gar nicht mehr möglich wäre. Da er bereits
vorher Hilfsspengler gewesen sei, sei ihm ein Wechsel in eine andere Hilfstätigkeit
zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit sei in quantitativer Hinsicht nicht erheblich
eingeschränkt. Dr. G._ attestiere gar eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Hilfsarbeiten
würden auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt altersunabhängig
nachgefragt. Dem Beschwerdeführer sei ein Leidensabzug von 10% gewährt worden.
Der Einkommensvergleich sei daher nicht zu beanstanden (act. G6).
C.c Nachdem die Frist zur Replik unbenutzt abgelaufen war, wurde der
Schriftenwechsel abgeschlossen (act. G8).

Erwägungen
1.
1.1 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
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Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 %, auf eine
halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie
mindestens zu 40 % invalid ist.
1.3 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V
360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
1.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Ob einer
versicherungsmedizinischen Expertise oder einem ärztlichen Bericht Beweiswert
zukommt, stellt eine frei überprüfbare Rechtsfrage dar. Diese ist zu bejahen, wenn der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie
der medizinischen Situation einleuchtet und die Schlussfolgerungen der Experten
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begründet sind. Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG
eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten
externer Spezialärzte (sogenannte Administrativgutachten) darf voller Beweiswert
zuerkannt werden, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der
Expertise sprechen (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1; Urteil
des Bundesgerichts vom 20. August 2018, 9C_86/2018, E. 5.1 mit Hinweisen).
2.
2.1 Die Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von mindestens 80% ist nicht
bestritten. Dennoch ist unter Anwendung des Untersuchungsgrundsatzes zu prüfen, ob
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers genügend abgeklärt wurde, um der
Beschwerdegegnerin eine fundierte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu ermöglichen.
2.2 Die Beschwerdegegnerin erachtet das orthopädische Gutachten vom 31. Mai 2012
als widerspruchsfrei und in sich konsistent (IV-act. 84). Der Beschwerdeführer
widerspricht dem inhaltlich nicht, sondern beanstandet lediglich, das Gutachten sei
erstellt worden, bevor er den gesundheitlichen Endzustand erreicht habe und sei damit
veraltet (IV-act. 89). Das orthopädische Gutachten wurde nicht im Auftrag der
Beschwerdegegnerin, sondern des Krankentaggeldversicherers des früheren
Arbeitgebers des Beschwerdeführers erstellt (vgl. act. G6.2/4-10). Es ist
dementsprechend nicht genau auf die Beantwortung der IV-relevanten Fragen
angelegt. Da sich das Gutachten indes auf Akten, Anamnese und körperliche
Untersuchung stützt (act. G6.2/4-10), darf es als allseitig und unter Berücksichtigung
der geklagten Beschwerden erstellt betrachtet werden. Die Beurteilung wird zumindest
kurz begründet und ist nachvollziehbar. Sie blieb denn auch seitens des
Beschwerdeführers sowie dessen behandelnden Ärzten unwidersprochen. Konkrete
Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens sprechen würden, sind nicht
ersichtlich. Demnach ist das orthopädische Gutachten für die Einschätzung des
Gesundheitszustandes bis zum 25. April 2012 (körperliche Untersuchung) verbindlich.
Gemäss diesem Gutachten war dem Beschwerdeführer unter Berücksichtigung der
langen Arbeitsunfähigkeit die Steigerung auf ein volles Arbeitspensum in einer
körperlich leichten bis mittelschweren adaptierten Tätigkeit ab Gutachtenszeitpunkt mit
rascher Steigerung auf ein volles Pensum binnen 14 Tagen zumutbar (act. G6.2/4-24).
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2.3 Wie der Beschwerdeführer richtig vorbringt, wurde er nach der Begutachtung
mehrfach operiert, insbesondere am 5. September 2012 und 24. Oktober 2013 am
rechten Knie (IV-act. 63-4 f. und 97-48). Es ist daher zu prüfen, ob sich sein
Gesundheitszustand nach dem 25. April 2012 wesentlich, mit Wirkung auf die
Arbeitsfähigkeit, verschlechtert hat. Die Beschwerdegegnerin hat den
Beschwerdeführer bzw. die behandelnden Ärzte wiederholt aufgefordert, Arztberichte
einzureichen. In den Akten finden sich denn auch diverse Berichte, jedoch äussern sich
die behandelnden Ärzte kaum je ausdrücklich zur Arbeitsfähigkeit (vgl. statt vieler: IV-
act. 97; 121-4 ff., wo nur bezogen auf den NSTEMI eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
vom 2. bis 15. April 2015 attestiert wurde).
2.4 Dr. F._ gab mit Verlaufsbericht vom 5. Juni 2015 an, der Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers hätte sich seit Oktober 2014 verschlechtert. Auf die Frage,
welche Änderung der Diagnose Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten, gab er ein
degeneratives LWS-Syndrom, Zustand nach NSTEMI, KHK (koronare Herzkrankheit)
mit zwei Stents, Diabetes mellitus und Schultergelenksarthrose links an. Die KHK sei
neu, die Blutzuckereinstellung unzureichend, die LWS-Beschwerden schlechter und die
Schulterschmerzen links mehr geworden. Eine adaptierte Tätigkeit (vorwiegend sitzend,
körperlich leicht) sei dem Versicherten in Teilzeit zu 50% bei voller Leistung zumutbar
(IV-act. 121-1 ff.).
2.5 Dabei wird die Knieproblematik, die ursprünglich zur IV-Anmeldung geführt hat,
nicht erwähnt. Auch in späteren Arztberichten wird darauf nicht vertieft eingegangen.
Es ist davon auszugehen, dass die Kniebeschwerden die Arbeitslosigkeit lediglich
vorübergehend, vor der Operation und während der Rekonvaleszenz eingeschränkt
haben und allfällige verbleibende Einschränkungen durch eine adaptierte Tätigkeit
berücksichtigt werden könnten. Zur Auswirkung des degenerativen LWS-Syndroms auf
die Arbeitsfähigkeit fehlen weitere Unterlagen in den Akten. Es ist überwiegend
wahrscheinlich davon auszugehen, dass dieses die Arbeitsfähigkeit nicht wesentlich
beeinträchtigt, sondern durch eine adaptierte Tätigkeit kompensiert werden kann. Im
Sprechstundenbericht vom 1. Juni 2016 schildert Dr. med. J._, Leitender Arzt Spital
H._, unter der Anamnese, der Beschwerdeführer sei in kardialer Hinsicht
beschwerdefrei. Die Blutzuckerwerte seien stets unter 10 mmol/l (IV-act. 136-2).
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NSTEMI und KHK wirken sich demnach nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus, soweit die
Tätigkeit leicht ist. Der Blutzuckerwert ist ebenfalls eingestellt.
2.6 Im Untersuchungsbericht vom 12. Mai 2016 gibt Dr. G._ an, da die Schmerzen
des Beschwerdeführers in der linken Schulter derzeit gut erträglich seien, wolle dieser
im Moment mit einer chirurgischen Intervention zuwarten, was aus medizinischer Sicht
gut vertretbar sei (IV-act. 134-1 f.). Mit Arztbericht vom 21. Juni 2016 äusserte sich Dr.
G._ ausführlich zur Schulterproblematik. Insgesamt könne der Beschwerdeführer
sich mit den momentanen Beschwerden gut arrangieren und wolle keinen
chirurgischen Eingriff. Eine chirurgische Intervention werde aber mit hoher
Wahrscheinlichkeit mittel- bis langfristig notwendig werden. Dr. G._ betont, er habe
keine Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die Arbeitsunfähigkeit habe aufgrund der
Problematik des rechten Kniegelenkes bestanden, diesbezüglich sei der
Beschwerdeführer bei Dr. K._ in Behandlung. Überkopfbewegungen würden beim
Beschwerdeführer zu Schmerzen sowie Kraftminderung führen. Bezüglich der linken
Schulter wären administrative Tätigkeiten, vor allem Schreibtisch- und
Computerarbeiten spätestens ab 1. Juli 2016 mit 100%iger Arbeitsfähigkeit und auch
100%iger Leistungsfähigkeit möglich. Dabei müsse jedoch auch die Problematik des
rechten Kniegelenks berücksichtigt werden. Überkopf-Arbeiten seien dem
Beschwerdeführer eine Stunde pro Tag zumutbar, Heben / Tragen eine bis zwei
Stunden. Auf Leitern und Gerüste steigen sei dem Beschwerdeführer nicht zumutbar
(IV-act. 138-2 ff.; 139-6). Wenn Dr. F._ im Verlaufsbericht vom 5. Juni 2015 ausführt,
die Schulterschmerzen des Beschwerdeführers seien schlimmer geworden (IV-act.
121-1), handelte es sich also wohl um eine vorübergehende, jedenfalls nicht um eine
invalidisierende Verschlechterung.
2.7 Die von der Gutachterin empfohlene psychiatrische Abklärung (act. G6.2/4-23)
erfolgte gemäss vorliegenden Akten offenbar nicht. Zwar listet Dr. F._ im Arztbericht
vom 25. Juni 2014 unter anderem Depression und chronische Schlafstörungen als
Diagnosen auf. Das äussere sich durch Affektabflachung und Zukunftsangst (IV-act.
97-1 f.). Ausserdem wird in der Medikation des Beschwerdeführers regelmässig auch
Lyrica aufgelistet. Dieses setzte der Hausarzt zur Behandlung der Rückenschmerzen
ein (IV-act. 97-2). Jedoch wird in den Akten soweit ersichtlich keine psychiatrische
Behandlung erwähnt, Berichte eines Facharztes fehlen und die Dosierung von Lyrica ist
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gering (vgl. beispielhaft IV-act. 97-27, 136-2 und 121-5, wonach der Beschwerdeführer
im November 2013 zweimal 75 mg bzw. im Juni 2016 einmal 150 mg täglich einnehme
bzw. die Medikation im April 2015 gar bloss "in Reserve" war. 150 mg entspricht
gemäss www.compendium.ch der Initialdosis bei Therapiebeginn, wobei die Dosis auf
bis zu 600 mg pro Tag gesteigert werden kann). Eine Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit wird weder von der Gutachterin noch von den behandelnden Ärzten
dargelegt.
2.8 Nach dem Gesagten ist die – im Übrigen unbestritten gebliebene – Einschätzung
des RAD vom 16. November 2016 nicht zu beanstanden. Demnach ist der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers stabil. Für eine körperlich leichte, die linke
Schulter schonende Tätigkeit attestiert dieser eine Arbeitsfähigkeit von 80 bis 100%
(vgl. IV-act. 148). Für die Rentenprüfung ist praxisgemäss vom Mittelwert, also von
einer Arbeitsfähigkeit von 90% auszugehen (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Juni
2013, 9C_730/2012, E. 4.2). Diese gilt für den gesamten Zeitraum ab der Anmeldung
bis zur angefochtenen Verfügung, da der Beschwerdeführer nach den Operationen und
nach dem Herzinfarkt jeweils nur für wenige Wochen ganz arbeitsunfähig war.
3.
3.1 Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen vor, seine Restarbeitsfähigkeit sei
auf dem Arbeitsmarkt aufgrund seines Alters, seiner einseitigen Berufserfahrung, der
fehlenden Berufsbildung und mangelnder Deutsch- und EDV-Kenntnisse nicht mehr
verwertbar.
3.2 Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgeblich, ob eine invalide Person unter
den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob
sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein
Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften bestünde
(ausgeglichener Arbeitsmarkt, Art. 16 ATSG). An der Massgeblichkeit des theoretisch
ausgeglichenen Arbeitsmarktes vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass es
für die versicherte Person im Einzelfall schwierig oder gar unmöglich ist, im
tatsächlichen Arbeitsmarkt eine entsprechende Stelle zu finden. Der ausgeglichene
Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und
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Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von
Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Eine Unverwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit ist hingegen in denjenigen Fällen anzunehmen, in denen die
zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der
ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem
Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden
einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil
des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 2 und E. 3.3.1 mit
Hinweisen). Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt
eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente begründet (BGE 138 V 460 E. 3.1 mit weiteren Hinweisen).
3.3 Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in
der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren
persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer
versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren
Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Der
Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen
Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend
können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der
absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang
auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung,
beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem
angestammten Bereich sein (BGE 138 V 460 E. 3.1 mit weiteren Hinweisen; Urteile des
Bundesgerichts vom 22. März 2012, 9C_153/2011, E. 3.1, vom 28. Mai 2009,
9C_918/2008 E. 4.2.2 mit Hinweisen, und vom 21. November 2014, 9C_358/2014, E.
7.1). Von Bedeutung für die Beurteilung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit
sind namentlich deren Ausmass und die verbleibende berufliche Aktivitätsdauer im
Zeitpunkt des Feststehens der medizinischen Zumutbarkeit einer
(Teil-)Erwerbstätigkeit. Dieses ist gegeben, sobald die medizinischen Unterlagen eine
zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (vgl. BGE 138 V 461 f. E. 3.3 f.; Urteile
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des Bundesgerichts vom 21. November 2014, 9C_358/2014, E. 7.2, und vom 25. Juli
2016, 8C_324/2016, E. 4.4, wo fünf Jahre erwähnt werden).
3.4 Mit Blick auf die Massgeblichkeit des theoretisch ausgeglichenen Arbeitsmarktes
ist eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit nicht leichthin anzunehmen (Urteile
des Bundesgerichts vom 8. Januar 2013, 8C_724/2012, E. 4.3, vom 13. Februar 2013,
8C_12/2013, E. 3.2, und vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 3.3.1). Hilfsarbeiten
werden auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich
altersunabhängig nachgefragt (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juni 2018,
9C_862/2017, E. 3.3.3 mit Hinweis). Angesichts der strengen Bundesgerichtspraxis
sind die Hürden für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auch bei älteren
Arbeitnehmern hoch (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 28. Mai 2009, 9C_918/2008,
E. 4.3, und vom 29. November 2016, 8C_910/2015, E. 4.2.2 und E. 4.3.4; zur
Rechtsprechung des Bundesgerichtes vgl. auch Entscheid des Versicherungsgerichts
vom 7. Dezember 2017, IV 2015/384, E. 3.3.2).
4.
4.1 Die Behauptung des Beschwerdeführers, er sei "der deutschen Sprache nicht
mächtig" (act. G1-3) steht im Widerspruch zu den Akten. Der Beschwerdeführer lebt
seit über 35 Jahren in der Schweiz. Soweit ersichtlich musste er im Umgang mit seinen
Ärzten und den involvierten Versicherungen nie einen Dolmetscher beiziehen. Im
orthopädischen Gutachten heisst es sogar, der Beschwerdeführer verfüge über "sehr
gute Deutschkenntnisse" (act. G6.2/4-17).
4.2 Der Beschwerdeführer ist, wie vorstehend festgehalten, in einer adaptierten
Tätigkeit zu 90% arbeitsfähig. Er ist somit in quantitativer Hinsicht nur leicht
eingeschränkt. In qualitativer Hinsicht kann er leichte bis mittelschwere Tätigkeiten mit
bloss gelegentlicher Überkopf-Arbeit und bloss gelegentlichem Heben und Tragen in
einer vorwiegend sitzenden Position ohne Knien, Leitern- und Gerüste-Steigen
ausführen. Seine Einschränkungen sind demnach nicht derart gravierend, dass
geeignete Stellen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht mehr denkbar wären.
Konkret zumutbar wären etwa die Kontrolle von Ware, die Überwachung von voll- oder
halbautomatischen Maschinen oder Hilfsarbeiten im Montage-, Sortierungs- und
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Verpackungsbereich in Produktionsbetrieben. Dafür benötigt der Beschwerdeführer
weder EDV- oder schriftliche Deutschkenntnisse, noch besonderes Fachwissen oder
Berufserfahrung.
4.3 Massgeblicher Zeitpunkt für die verbleibende berufliche Aktivitätsdauer ist der
Zeitpunkt des Feststehens der medizinischen Zumutbarkeit der Teilerwerbstätigkeit.
Vorliegend kann dieser Zeitpunkt spätestens auf den 21. Juni 2016, mithin den
Arztbericht von Dr. G._, festgelegt werden. Bereits vor diesem Bericht war die
medizinische Lage betreffend Rücken, Knie und Herz klar. In diesem Bericht schildert
Dr. G._ die Schulterproblematik. Zu diesem Zeitpunkt war der Beschwerdeführer
gerade 62 Jahre alt geworden, sodass er noch drei Jahre vor der ordentlichen
Alterspensionierung stand. Damit ist er zwar nicht leicht vermittelbar, Hilfsarbeiten
werden gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung aber altersunabhängig
nachgefragt. Auch die Einarbeitung ist rasch abgeschlossen, da für Hilfstätigkeiten in
der Regel kein Fachwissen oder Berufserfahrung erforderlich ist (Urteil des
Bundesgerichts vom 29. Juni 2018, 9C_862/2017, E. 3.3.3). Der Beschwerdeführer
bringt vor, er sei aufgrund seiner einseitigen Berufserfahrung als Hilfsbauspengler in
seinem Alter nicht mehr in der Lage, eine neue Tätigkeit zu meistern. Im Gegensatz
dazu attestierte ihm Dr. F._ am 25. Juni 2014 uneingeschränktes Konzentrations-
sowie Auffassungsvermögen und eine intakte Anpassungsfähigkeit (IV-act. 97-6),
wobei Dr. G._ dies, ergänzt durch uneingeschränkte Belastbarkeit und
Fahrtauglichkeit, am 21. Juni 2016 bestätigte (IV-act. 139-6). Es ist noch einmal
hervorzuheben, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt auch Nischenarbeitsplätze kennt,
also Stellenangebote, bei denen der Beschwerdeführer mit einem sozialen
Entgegenkommen seitens des Arbeitgebers rechnen kann. Das Argument des
Beschwerdeführers, dass solche Stellen auch von Behinderten im jungen und mittleren
Alter stark nachgefragt würden (act. G1-5), bezieht sich auf das Risiko der
Arbeitslosigkeit und nicht der Invalidität.
4.4 In Berücksichtigung der vorstehend genannten quantitativ nur leicht
eingeschränkten Arbeitsfähigkeit, der nicht übermässigen qualitativen Einschränkungen
sowie der vorhandenen kognitiven, sozialen und sprachlichen Kompetenzen muss bei
der verbleibenden Aktivitätsdauer von drei Jahren von einer Verwertbarkeit der
Resterwerbsfähigkeit als Hilfsarbeiter ausgegangen werden.
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5.
5.1 Als Eventualantrag ersucht der Beschwerdeführer um Zusprache einer
Viertelsrente und bringt vor, der Einkommensvergleich sei nicht korrekt vorgenommen
worden.
5.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 ATSG). Für
den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns des
Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf
zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der
Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V
222 E. 4.1 f. mit Hinweisen).
5.3 Die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers ist am 27. September 2011
eingetreten (vgl. IV-act. 15-3). Das Wartejahr nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG ist somit am
27. September 2012 erfüllt gewesen. Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der
Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung
des Leistungsanspruchs. Da sich der Beschwerdeführer bereits am 10. Januar 2012
zum Leistungsanspruch angemeldet hat, würde ein allfälliger Rentenanspruch ab
September 2012 bestehen.
5.4 Die Beschwerdegegnerin stellt für das Valideneinkommen auf das Einkommen des
Beschwerdeführers aus dem Jahr 2011 ab. Damals hatte der Beschwerdeführer Fr.
61'815.-- verdient (IV-act. 149 und 94-1). Dies wird vom Beschwerdeführer zu Recht
kritisiert. Er hatte in den vorangehenden Jahren (abgesehen von einem
krankheitsbedingten Einbruch in den Jahren 2005 bis 2006) einen stetig ansteigenden
Jahreslohn erzielt, der im Jahr 2010 Fr. 66'950.-- betrug (IV-act. 94). Gegenüber dem
Krankentaggeldversicherer gab der ehemalige Arbeitgeber im November 2011 an, der
Grundlohn betrage Fr. 5'150.-- pro Monat und der Beschwerdeführer erhalte einen 13.
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Monatslohn (vgl. act. G6.2/1-2). Das Jahreseinkommen hätte also auch im Jahr 2011
Fr. 66'950.-- (Fr. 5'150.-- x 13) betragen sollen, konnte aber aufgrund der
krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers ab 28. September
2011 bis zum Jahresende nicht erzielt werden (vgl. IV-act. 14-5 ff.). Für das
Valideneinkommen ist deshalb auf den Betrag von Fr. 66'950.-- für das Jahr 2010
abzustellen (wie die Beschwerdegegnerin das selbst im Jahr 2013 noch getan hatte,
siehe IV-act. 79). Für das Jahr 2012 ergibt sich unter Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung ein Jahreseinkommen von Fr. 68'102.-- (siehe hierzu
Bundesamt für Statistik [BFS], Statistik der Schweiz, Lohnentwicklung 2014, T 39,
Entwicklung der Nominal- und Reallöhne und der Inflation), welches als Validenbasis zu
gelten hat.
5.5 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. Hat sie
nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich
zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so sind statistische Werte
(Tabellenlöhne) beizuziehen (BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Im Jahr 2012 machte der
statistische Durchschnittslohn für einfache und repetitive Tätigkeiten von Männern Fr.
65'177.-- aus (Anhang 2 der vom Bundesamt für Sozialversicherungen
herausgegebenen Textausgabe, Ausgabe 2018, S. 222, basierend auf der
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung LSE des Bundesamtes für Statistik).
5.6 Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre
gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur
mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist ein Abzug von den
Tabellenlöhnen vorzunehmen. Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen
Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen
körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist.
Beim Tabellenlohnabzug berücksichtigt werden namentlich eine lange
Betriebszugehörigkeit bei ausschliesslicher Tätigkeit als Hilfs- oder Reinigungskraft mit
körperlicher Schwerarbeit, ohne Möglichkeit zu anderweitiger Integration im
Arbeitsmarkt (Urteil vom 29. November 2012, 9C_655/2012, E. 3), ein fortgeschrittenes
Alter bei langjähriger Tätigkeit und bescheidener (Aus)Bildung (Urteil vom 24. Juli 2013,
9C_334/2013, E. 3) sowie weitere persönliche und berufliche Merkmale wie
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Nationalität, Aufenthaltskategorie oder Beschäftigungsgrad. Ein Abzug soll aber nicht
automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür
bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale
ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Sind leichte bis
mittelschwere Arbeiten zumutbar, ist allein deswegen auch bei eingeschränkter
Leistungsfähigkeit noch kein Abzug gerechtfertigt. Der Tabellenlohn im
Anforderungsniveau 4 bzw. Kompetenzniveau 1 (einfache und repetitive Tätigkeiten
bzw. einfache Tätigkeiten körperlicher und handwerklicher Art) umfasst bereits eine
Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten (Urteil des Bundesgerichts vom
23. Dezember 2014, 9C_630/2014, E. 2.1, mit Hinweisen). Bei der Bestimmung der
Höhe des Abzugs ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das
Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu
schätzen und insgesamt auf höchstens 25% des Tabellenlohnes zu begrenzen (BGE
134 V 322 E. 5.2).
5.7 Der Beschwerdeführer war im Verfügungszeitpunkt 62-jährig. Ältere erwerbslose
Personen sind auf dem Arbeitsmarkt bekanntermassen benachteiligt (Bundesamt für
Statistik, BFS Aktuell, Erwerbstätigkeit der Personen ab 50 Jahren, 2008, S. 12), was
beim Zusammenfallen mit gesundheitlichen Beschwerden umso mehr gilt. Das Alter
des Beschwerdeführers kann daher bei der Ermittlung des Tabellenlohnabzugs
berücksichtigt werden. Gleichzeitig wird dem Umstand Rechnung getragen, dass ältere
Arbeitnehmer unter Umständen etwas langsamer und weniger flexibel sind als jüngere
Menschen. Die gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers werden
bereits durch die reduzierte Arbeitsfähigkeit von 90% und die Art der zumutbaren
Tätigkeit (leicht und einfach) berücksichtigt. Berufserfahrung und Ausbildung sind bei
Hilfstätigkeiten nicht von zentraler Bedeutung, auch wenn die langjährige und einseitige
Arbeit als Hilfsbauspengler die berufliche Umorientierung erschweren kann. Dennoch
verlangt die Kombination der gesundheitlichen Einschränkungen und der persönlichen
und beruflichen Merkmale eine erhöhte Rücksichtnahme eines potentiellen
Arbeitgebers, sodass der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit auf dem
Arbeitsmarkt wohl nur zu einem unterdurchschnittlichen Einkommen wird verwerten
können. Der vom Beschwerdeführer geforderte Maximalabzug von 25% ist aber nicht
angebracht, da der Beschwerdeführer in quantitativer Hinsicht kaum und in qualitativer
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Hinsicht ebenfalls nicht übermässig stark eingeschränkt ist. Das Alter des
Beschwerdeführers rechtfertigt gemäss vorstehenden Ausführungen nicht die
Annahme der Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit, jedoch zusammen mit den
übrigen vorstehend erwähnten Elementen einen höheren Tabellenlohnabzug von 20%.
Der Tabellenlohn ist somit auf Fr. 52'142.-- (Fr. 65'177.-- x 80%) festzusetzen. Bei einer
Arbeitsfähigkeit von 90% ergibt sich per 2012 ein zumutbares Invalideneinkommen von
Fr. 46'927.--.
5.8 Aus der Gegenüberstellung von Valideneinkommen (Fr. 68'102.--) und
Invalideneinkommen (Fr. 46'927.--) ergibt sich ein Invaliditätsgrad von gerundet 31%.
Weil die versicherte Person erst Anspruch auf eine Viertelsrente hat, wenn sie
mindestens 40% invalid ist (vgl. Art. 28 Abs. 2 IVG), besteht vorliegend kein Anspruch
auf eine Rente der Invalidenversicherung. Selbst wenn ein maximaler
Tabellenlohnabzug von 25% vorgenommen würde, würde im Übrigen kein
rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren. Das Invalideneinkommen würde sich
dann auf Fr. 43'994.-- belaufen (Fr. 65'177.-- x 75% x 90%) und der Invaliditätsgrad
rund 35% betragen.
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat der
Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.