Decision ID: 907a9b33-6bc0-49bb-b8ca-3cb4da5f9620
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1957,
arbeitete
seit
1990
als Kraft
trai
nings
instruktorin
bei der
Y._
in
Z._
Teilzeit, zuletzt in einem 30%-Pensum
(Urk. 11/2
, Urk. 11/8
)
.
1.2
Am 3
.
Dezember 2011 (Urk. 11/2
)
meldete sich die Versicherte
unter Hinweis auf ein
2005 diagnostiziertes
Parkinsonsyndrom
bei der In
validen
versiche
rung zum Leistungs
be
zug an. Die Sozial
ver
siche
rungs
anstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle,
führte
am 2
0.
Dezember 201
1 (Urk. 11
/6) ein Ressourcengespräch durch,
holte einen Aus
zug aus dem indi
viduellen Konto (Urk.
11
/5
), Auskünfte der Arbeitgeberin (Urk.
11
/8) sowie
medizinische Berichte (Urk. 11
/7
, Urk.
11
/9, Urk. 11
/12)
ein
und
stellte
ferner weitere Abklärungen betreffend das
Arbeits
pen
sum (Urk. 11/13) an
.
Mit Vorbescheid vom 16. August 2012 (Urk. 11/18
)
stellte sie der Ver
sicherten bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 0
%
die Ab
weisung des Leistungs
begehrens in Aussicht, wogegen ver
schie
dene Ein
wände er
hob
en wurden
(Urk. 11/19
, Urk. 11/21
)
. In der Folge ver
an
lasste
die IV-Stelle
am
27. Februar 2013 (Urk. 11/31
) eine Abklärung der be
einträch
tigten Arbeits
fähig
keit in Beruf und Haus
halt
.
Am 2
2.
März 2013 (Urk. 11/27) forderte die IV-Stelle die Ver
sicherte zur Stellungnahme zu den
wei
teren Abklä
rungen auf (vgl.
dazu Stellungnahme vom 2
6.
März 2013 [Urk. 11/28]).
Mit Ver
fügung vom 16. Juli
2013 (Urk.
2
)
ver
neinte
sie
bei
einem In
validi
täts
grad von 28
% einen Anspruch der Versicherten auf eine Rente.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 2
5.
Juli 2013
bei der IV-Stelle
(Urk. 1) respek
tive
am
1
9.
August 2013 (Urk. 6)
beim Gericht
Beschwerde und beantragte die Ausrichtung einer ganzen IV-Rente.
Mit Beschwerdeantwort
vom
16
.
September 2013
(Urk.
10
) schloss die IV-Stelle auf Ab
wei
sung der Beschwerde, was
der
Be
schwerdeführer
in
am 1
9
.
September
2013
(Urk. 12
)
zur Kennt
nis ge
bracht wurde
.
Am 2
9.
Oktober 2013 (Urk. 17)
beantragte
die Beschwerdeführerin nunmehr
die
Ausrichtung einer halben Invalidenrente
ab Januar 201
2;
e
ventualiter sei die Be
schwerdegegnerin zu verpflichten, ihr ab Januar 2012 eine Viertelsrente auszu
richten. Die Eingabe vom 2
9.
Oktober 2013 wurde der
Beschwerdegegnerin a
m 3
1.
Oktober 2013 (Urk. 18)
zur Kennt
nis gebracht.
3.
Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien und die Akten wird, sofern für die Ent
scheidfindung erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
tei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG)
sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf
eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine
halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine Drei
viertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Ver
bindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein
tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invaliden
ein
kom
men),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander ge
gen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Inva
lidi
tätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkom
mens
ver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Bei Versicherten, die
nur zum Teil erwerbstätig sind
, wird für diesen Teil die In
va
lidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
ben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; ge
misch
te Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Er
werbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter ande
rem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Per
son ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht
auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerb
lichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode be
stimmt sich die In
validität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgaben
bereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtin
validität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten Teilinvaliditäten ergibt (BGE 130 V 393 ff. E.
3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist ent
scheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf all
seitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar
legung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung vom
1
6.
Juli
2013
(Urk. 2)
dafür, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesund
heits
schaden
eine
Tä
tig
keit im Rahmen von einem 30%-Pensum ausgeübt hätte
und die rest
lichen
7
0 % im Aufgabenbereich tä
tig wäre. Mittels ge
mischter Methode er
rechnete sie
- basierend auf einer
5
0%igen Arbeitsfähigkeit
in angepasster Tätig
keit
und
unter
Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 10
%
einen Gesamt
in
vali
ditätsgrad von 2
8
%.
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin
auf den Standpunkt (Urk.
17,
vgl. auch Urk. 1, Urk. 6)
, der Ansicht der Beschwerdegegnerin
, wonach sie bei voller Gesundheit zu 30
%
erwerbstätig wäre,
könne nicht gefolgt werden
(Urk. 17
S. 5 ff.
Ziff.
4)
. Viel
mehr würden die Fakten klar belegen
, dass sie bei voller Gesundheit einem Pen
sum von 50
%
nachgehen würde
.
Zudem wies sie darauf hin, dass die Gewichtung im Haushalt
abklärungs
bericht fehlerhaft sei, da die Ge
samtheit der gewichteten Bereiche nicht 100
%
, sondern lediglich 70
%
er
gebe
.
M
ittels gemischter Methode und unter Berücksichtigung eines leidens
bedingten Abzuges von 10
%
res
pektive 20
%
sowie einer anderen Gewichtung
der Berei
che im Haushalt
ermittelte sie
einen Gesamt
invalidit
äts
grad von 50 res
pektive 47
%
.
3.
3.1
Im medizinischen Bericht vom
5.
Januar 2011 (Urk. 11/7
, vgl. auch Urk. 11/12
)
nannte
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Neurologie FMH, als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein linksbetontes, vor
wiegend akineti
s
ches
Parkinsons
yn
drom seit circa August 2011 mit reaktiver
,
phasenweise de
pressiver Stim
mungs
lage und attestierte eine 50%ige Arbeits
un
fähigkeit als Fit
ness
trainerin und Hausfrau seit einem Jahr. Als Diagnose ohne Auswirkung auf
die Arbeits
fähig
keit erwähnte sie einen Status nach De
kom
pression eines schwe
ren
Karpal
tunnel
syndroms
im Jahr
2010.
Dr.
A._
hielt fest, die Einschränkungen bestünden in Form einer zu
nehmenden Bewegungsverlangsamung. Die Beschwerdeführe
rin brauche für al
les
mehr Zeit. Rasche
Bewegungen
könne sie nicht
mehr durchführen. Eine be
hin
de
rungsangepasste Tätigkeit sei noch zu circa vier Stunden möglich, wobei das Arbeitstempo verlangsamt sei (vgl. zum Belastungsprofil S. 6).
3.2
Am
5.
Februar 2012 (Urk. 11/9) diagnostizierte
Dr.
med.
B._
, Facharzt für All
gemeine Innere Medizin FMH,
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Mor
bus Parkinson und attestierte der Beschwerdeführerin als Fitnesstrainerin ab
2.
Dezember 2011 bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Als Diag
no
sen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte er rezidivierende de
pressive Episoden seit 1999, ein Karpaltunnelsyndrom rechts im Jahr 2010 und ein Lumbovertebralsyndrom im Jahr 201
1.
Dr.
B._
führte aus, rückblickend seien bereits im Jahr 2001 die ersten diskre
ten Anzeichen vorhanden gewesen. Die Diagnose eines Parkinson
s
yn
droms sei
allerdings erst im Jahr 2005 gestellt worden. In den ersten Jahren sei die Krank
heit kaum progressiv gewesen. In den letzten zwei Jahren hingegen rasch pro
gre
dient. So
trä
t
en
heute bereits am Vormittag häufig Blockaden und D
ys
kinesien auf
.
Bei rascher Progredienz der Symptome in den letzten Mo
naten sei die
Prognose ungünstig. Die Haushaltarbeiten könnten weiterhin aus
geführt werden
. Das selbständige Betreuen der Enkel dürfte bald nicht mehr mög
lich sein. Mit
der Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit beziehungs
weise der Einsatz
fähig
keit könne nicht gerechnet werden.
3.3
PD
Dr.
med. univ.
C._
, Facharzt für Neurologie, zertifizierter Medizinischer Gut
achter SIM, Vertrauensarzt SGV, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), hielt in seiner Stellungnahme vom 1
9.
Juli 2012 (Urk. 11/16 S. 3) fest, in Zusam
men
fas
sung der vorliegenden Befunde bestehe mit der Parkinson
erkrankung ein nam
hafter Gesundheitsschaden. In bisheriger Tätigkeit könnten die fachärztlich er
krankungs
spezifischen Angaben zur Arbeitsfähigkeit übernommen werden (be
zogen auf ein theoretisches 100%-Pensum)
: ab
1.
Januar 2011 (Wartezeit) sei die
Beschwerdeführerin zu 50
%
und ab dem
2.
Dezember 2011 zu 100
%
ar
beits
un
fähig. In
angepasster (körperlich leichter
, ohne komplexe be
ziehungs
weise rasche
motorische Anforderungen)
Tätigkeit
könne ab Ablauf der Wartezeit von
ei
ner 50
%
igen Arbeitsunfähigkeit
ausgegangen werden.
3.4
Am
1
0.
Oktober 2012 (Urk. 11/33 S. 2) hielt der RAD-Arzt PD
Dr.
C._
unter Verweis auf
seine
Stellungnahme vom 1
9.
Juli 2012 fest, dass
darin
eine 100%ige Ar
beitsunfähigkeit als Fitnesstrainerin anerkannt worden sei
;
der Abklärungs
dienst
(AD) sei daher am 25. Juli 2012 zu Unrecht von einer Arbeitsfähigkeit von 50 %
in der bisherigen Tätigkeit ausgegangen (vgl. Urk. 11/16 S.
3 unten), was zu korri
gieren sei.
4.
4.1
Für die Bemessung des Invaliditätsgrades im Erwerbsbereich ging die Be
schwer
degegnerin von einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % in der angestammten Tätig
keit als Fitnessinstruktorin und von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer Ver
weistätigkeit aus (Urk. 2 S. 2 oben). Diese Feststellung steht im Einklang mit der dargestellten medizinischen Aktenlage und blieb im Übrigen unbestritten, weshalb davon auszugehen ist.
4.2
4.2.1
Zur Statusfrage und zur Einschränkung im Haushaltsbereich ist den auflie
gen
den Akten Folgendes zu entnehmen:
Zur Qualifikation als Teilerwerbstätige mit Aufgabenbereich führte die Be
schwer
degegnerin in der Vernehmlassung
(Urk.
10) aus, dass die Be
schwerde
führerin zwar w
idersprüchliche Angaben gemacht
, aber immer
hin zweimal aus
drücklich
erklärt habe, dass sie auch ohne Gesund
heits
schaden in einem 30%-Pen
sum ar
beiten würde
(
vgl. dazu
Urk. 11/13 und Urk. 11/31 S.
2)
. Zudem habe der Ar
beit
geber die Reduktion des Arbeits
pensums im August 2009 von 45 auf 30 %
nicht – insbesondere nicht mit gesundheitlichen Problemen – begründet. Es müsse
da
her mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen wer
den, dass die Be
schwer
de
führerin als zu 30
%
erwerbs- und zu 70
%
im Haus
halt
bereich tätig zu qualifizieren sei.
Demgegenüber machte die Be
schwerde
führerin geltend (Urk.
17
S. 5 f.
Ziff.
4
,
vgl. dazu auch Urk. 6)
,
dass sie
im Ge
sundheitsfall
in einem Pensum von 50-60
%
erwerbstätig wäre
(vgl. Urk. 11/6 S. 1, Urk. 11/13)
.
V
or der ge
sund
heitlich be
ding
ten Red
uktion
sei sie
mindestens zu 50
%
als Fitnesstrainerin tätig
ge
wesen
,
was
sich auch aus dem Auszug aus dem individuellen Konto
ergebe
(vgl.
Urk. 11/5).
Es werde
auch von ihrem Arbeitgeber klar bestätigt, dass s
ie
vor Ein
tritt der gesundheitlichen Probleme zu 50-60
%
er
werbstätig ge
wesen sei (vgl. Urk. 11/19)
. Insbesondere könne aus den Ausfüh
rungen des Arbeit
gebers nicht ab
geleitet werden, dass andere als gesundheitli
che Gründe im Jahre 2009 zur Pensumsreduktion geführt hätten
,
wie dies von der Be
schwerde
geg
nerin in der
Ver
nehmlassung behauptet werde.
Über
dies sei auch aus ihrer etwas unklaren und widersprüchlichen Antwort
auf die entspre
chende Anfrage, dass sie mindes
ten
s einen Monatsverdienst von Fr.
2‘500.-- bei voller Gesundheit erreichen
müsste
, auf ein höheres
als
ein 30
%
-Pensum
zu schliessen
. Gemäss Angaben des
Ar
beitgebers (vgl. Urk. 11/8) würde dies einem Pensum von rund 52
%
ent
sprechen.
4.2.2
Die Beschwerdeführerin hat
sich zur
Frage, in welchem Umfang sie heute als Ge
sunde eine Erwerbstätigkeit ausüben würde, insoweit nicht klar
geäussert
, als sie diesbezüglich verschiedene Antworten zu Protokoll gab. Deshalb wäre vor
liegend bei der Abklärung der Statusfrage eine vertieftere Auseinander
setzung mit den relevanten Umständen erforderlich gewesen. Indem die Be
schwerde
geg
nerin dies unterliess, wurden bei der
Frage, in welchem Ausmass die Be
schwer
deführerin ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre,
weder die finanziellen
Verhältnisse der Versicherten
noch die
e
herechtliche Aufgaben- und
Rollenverteilung
rechts
ge
nüglich abgeklärt. Ins
be
sondere wurde nicht
erho
ben
, mit wel
chen fi
nanziellen Mitteln die Be
schwerde
führerin als Gesunde ihr Leben be
streiten wür
de, wenn sie – wie in der Verfügung angenommen – einzig im Rahmen ei
nes Pensums von 30
%
erwerbs
tätig wäre. Genaue Angaben
zur finanziellen Situation der Beschwerdeführerin und ihres
bei der SBB tätigen
Ehe
gatten
(Urk. 11/31/3
lassen sich
den Akten nicht entnehmen.
Nachfragen
wäre
n
aber umso
angezeigter gewesen
, als die Beschwerdeführerin in
ihrer
Stellung
nahme vom 26.
März 2013 (Urk. 11/28
) zum Abklä
rungsbericht in Haus
halt und Beruf vom 1
6.
Juli 2013 (Urk. 11/31)
zwar
ausführte, dass es nicht stim
me,
dass sie aus finanziellen Gründen nicht mehr
habe
arbeiten müssen
, wohin
gegen
sie
im Fragebogen bezüglich Abklärung ihres Arbeitspensums
erklärte, sie
benötige ein monat
liches Einkommen von Fr. 2'000.--
bis Fr. 2'500.--
zur
Finan
zierung ihres Lebensunterhaltes
und sie würde im Gesundheitsfall bis 70 %
er
werbstätig sein
(Urk. 11/13).
Ferner hat
die Beschwerde
gegn
erin zur Klärung der Frage, aus welchen Gründen
die Beschwerde
führ
erin ihr Pensum auf 30
%
reduziert hat, eine Stellungnahme
der
Arbeitgeberin
Y._
einzuholen.
Entgegen der Darstellung der Be
schwer
de
gegnerin
kann nicht zum
vornherein ausgeschlossen werden,
dass die Re
duk
tion
auf das besagte 30%-Pensum
aus gesundheitlichen Gründen erfolgte (Urk. 11/19).
Somit sind hinsichtlich des ohne gesund
heitliche Beschwerden hypo
theti
schen Arbeitspensums weitere Abklärungen an
gezeigt.
4.2.
3
Schliesslich ist bezüglich
des Abklärungsberichtes in Haushalt und Beruf
vom
1
6.
Juli 2013 (Urk. 11/31)
festzuhalten
, dass
darauf nicht abgestellt werden kann
.
Wie die Beschwerdeführerin zutreffend bemerkte (Urk.
17 S.
7), beträgt
das Total
der darin aufgeführten
Tätigkeiten
-
entgegen der Vorgaben im
Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invaliden
ver
siche
rung (KSIH; Stand
1.
Januar 2013 Rz 3087
)
- nicht 100
%
,
sondern
nur 70
%
(Ziff. 6.8)
. Die
Be
schwerdeführerin hat demnach
die Invali
dität
im Haushaltbereich neu zu be
messen, gegebenenfalls mit einer
neue
n
Abklärung in Be
ruf und Haus
halt
.
5.
Die angefochtene Verfügung ist somit aufzuheben und an die Be
schwerdegeg
nerin zurückzuweisen, damit diese die erforderlichen Abklärungen durchführe.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
6
.
6.1
Bei diesem Verfahrensausgang sind der unterliegenden Beschwerdegegnerin die auf Fr. 700.-- festzusetzenden Kosten des nach Art. 69 Abs. 1
bis
IVG kosten
pflichtigen Verfahrens aufzuerlegen.
6.2
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (GSVGer) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 3 GSVGer).
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 199/02 vom 10. Februar 2004 E. 6 mit Hinweis auf BGE 110 V 54 E.
3a; SVR 1999 IV Nr.
10 S.
28 E.
3), weshalb
die
vertretene Be
schwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Unter Berücksichtigung der massgeblichen Kriterien ist die Prozess
ent
schädi
gung
auf Fr. 1‘600.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) festzulegen.