Decision ID: 2209d875-0b99-539d-8dec-9b169857ea7a
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Familienausgleichskasse des
Kantons St. Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rückforderung Familienzulagen für Nichterwerbstätige (Passivlegitimation
Pflegemutter)
Sachverhalt:
A.
A.a B._ meldete sich am 23. März 2009 bei der Sozialversicherungsanstalt des
Kantons St. Gallen zum Bezug von Kinderzulagen als Nichterwerbstätiger für drei
Kinder an. Dabei gab er an, sein Sohn C._, geboren 1993, lebe bei den Grosseltern
A._ in Z._. Die Kindsmutter sei 2007 verstorben. Die beiden jüngeren Kinder (aus
zweiter Ehe) lebten dagegen in seinem Haushalt (act. G 3.1/1). Mit Verfügung vom 1.
Dezember 2009 wurden ihm für die beiden noch bei ihm lebenden Kinder
Kinderzulagen von monatlich Fr. 200.-- je Kind, beginnend am 1. Januar 2009,
zugesprochen. Die Kinderzulagen wurden an das Sozialamt der Gemeinde D._
ausbezahlt (act. G 3.4). Mit einer weiteren Verfügung vom 4. Dezember 2009 wurden
ihm sodann für den Sohn C._ Kinderzulagen von monatlich Fr. 200.-- für den
Zeitraum vom 1. bis 31. Januar 2009 zugesprochen. Ab dem 1. Februar 2009 wurden
ihm sodann Ausbildungszulagen von monatlich Fr. 250.-- bis 31. August 2011
zugesprochen (Ende Ausbildung des Sohnes; act. G 3.5). Die Familienzulagen für C._
wurden direkt an seine Grosseltern (Pflegeeltern) überwiesen.
A.b Mit Verfügungen vom 27. September 2010 forderte die Sozialversicherungsanstalt
St. Gallen zunächst von der Gemeinde D._ sowie von B._ die jeweils von Januar
2009 bis September 2010 ausbezahlten Familienzulagen zurück (Fr. 8'400.-- bzw.
Fr. 5'200.--). Da B._ zu seiner IV-Rente Ergänzungsleistungen erhalte, seien gemäss
Art. 19 Abs. 2 FamZG die Voraussetzungen zum Bezug von Familienzulagen als
Nichterwerbstätiger nicht erfüllt (act. G 3.7 - 3.8). Mit einer weiteren Verfügung vom
18. November 2010 forderte die Sozialversicherungsanstalt die für C._ ausbezahlten
Familienzulagen (Fr. 5'200.--) zudem von der Grossmutter zurück (act. G 3.11c). Mit
Einsprache vom 23. November 2010 machte A._ geltend, sie sei die Pflegemutter
von C._ und habe in finanziellen Angelegenheiten keine rechtlichen Kompetenzen. Es
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sei davon auszugehen, dass die Leistungen im Auftrag der Vormundin von C._ an sie
überwiesen worden seien. Die entsprechenden Rückforderungen müssten demzufolge
auch von der rechtlichen Vertreterin von C._ autorisiert bzw. verlangt werden. Sie
habe zudem nie eine Verfügung betreffend die Familienzulagen für C._ erhalten noch
diese selber beantragt, weshalb sie die falsche Verfügungsadressatin sei (act. G 3.12).
Mit Entscheid vom 11. Februar 2011 wies die Sozialversicherungsanstalt die
Einsprache ab. Vorliegend sei unbestritten, dass die Zulagen für C._
zurückzuerstatten seien. Streitig sei einzig, bei wem die Rückforderung geltend zu
machen sei. Da zwischen der Einsprecherin und der Sozialversicherungsanstalt ein
Sozialversicherungsverhältnis anzunehmen sei, sei die Rückforderung gegen sie zu
Recht erfolgt (act. G 3.17).
B.
B.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 21. Februar
2011 mit dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Die Rückforderung
sei sodann bei B._, eventualiter beim Sozialamt D._ geltend zu machen. Sie habe
eines Tages den Zahlungseingang auf ihrem Konto festgestellt. Sie sei weder von B._
noch von der Sozialversicherungsanstalt über die Zahlungen informiert worden. Da die
Verfügung an B._ ergangen sei, habe sie keine Möglichkeit gehabt, jene auf ihre
Rechtmässigkeit hin zu überprüfen, dagegen Beschwerde zu führen oder das Geld
zurückzuweisen. Ihr sei der Grund erst mit der Rückforderung bekannt gegeben
worden. Es bestehe kein sozialversicherungsrechtliches Verhältnis zwischen ihr und
der Beschwerdegegnerin. Sie sei lediglich die Gross- und Pflegemutter von C._ und
habe ausserhalb der Verwaltung des ihr zustehenden Pflegegeldes keine
Entscheidbefugnis in rechtlichen und finanziellen Angelegenheiten. Sie sei deshalb
davon ausgegangen, dass das Geld, welches von der Sozialversicherungsanstalt für
C._ bei ihr eingegangen sei, von der Vormundin autorisiert worden sei und für den
Unterhalt von C._ zur Verfügung gestanden habe.
Im Weiteren sei der Leistungsbezug bei Antragstellung nicht unrechtmässig erfolgt.
Auch sei die Leistung nicht versehentlich an sie ausgerichtet worden, sondern im Sinn
von Art. 20 ATSG vom Leistungsberechtigten beantragt und durch die
Sozialversicherungsanstalt entsprechend verfügt worden. Der Leistungsanspruch sei
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erst durch die nachträgliche, rückwirkende Renten- und Ergänzungsleistungsverfügung
in Frage gestellt worden. Ihr sei jedoch auch diese nachträgliche Rentenverfügung
nicht bekannt. Die Rückforderung sei im Sinn des Eventualantrags beim
leistungsberechtigten Antragsteller einzufordern (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 7. März 2011 beantragt die Verwaltung Abweisung
der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin bestätige, die zurückgeforderten Leistungen
im Umfang von Fr. 5'200.-- erhalten zu haben. Zudem anerkenne sie, dass diese
Leistungen - zumindest aus heutiger Sicht - nicht geschuldet seien. Die Rückforderung
bei der Beschwerdeführerin sei damit zu Recht erfolgt (act. G 3).
B.c Mit Replik vom 21. Februar 2011 macht die Beschwerdeführerin nochmals geltend,
dass die Rückforderung ihr gegenüber zu Unrecht erfolgt sei. Die Familienzulagen
seien auf Wunsch von B._ direkt an sie zur Anrechnung an das Pflegegeld ausbezahlt
worden. Zudem sei die Vormundin von C._ von der Beschwerdegegnerin weder bei
der Abklärung, der Berechnung, der Verfügung noch bei der Auszahlung informiert
worden. Somit sei kein Sozialversicherungsverhältnis zwischen ihr und der
Beschwerdegegnerin entstanden. Vielmehr sei die Drittauszahlung als
Abschlagszahlung an den Unterhalt des Kindes zu werten (act. G 5). Die
Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 7).
B.d Mit Schreiben vom 30. November 2011 wurde der Beschwerdeführerin Gelegenheit
eingeräumt, sich zu den beigezogenen (und im vorliegenden Urteil verwendeten) EL-
und IV-Akten von B._ zu äussern (act. G 9). Mit Eingabe vom 7. Dezember 2011
führte die Beschwerdeführerin dazu aus, aus den Akten sei ersichtlich, dass die
Rentenverfügungen weder ihr noch dem (damaligen) rechtlichen Vertreter von C._
eröffnet worden seien. Die Verfügungen seien ihr deshalb nicht rechtmässig zugestellt
worden und hätten keine verbindliche Wirkung für sie entfaltet. Sie habe das Geld
lediglich direkt erhalten, weil dies dem ausdrücklichen Wunsch bzw. dem Gesuch um
Drittauszahlung von B._ entsprochen habe. Sie habe das Geld stillschweigend als
Unterhaltszahlungen angesehen, ohne zu wissen, dass es sich um Kinderzulagen
handelte (act. G 10).

Erwägungen:
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1.
1.1 Nicht erwerbstätige Personen haben Anspruch auf Familienzulagen nach den Art.
3 und 5 des Familienzulagengesetzes (SR 836.2; FamZG). Der Anspruch auf
Familienzulagen ist an die Voraussetzung geknüpft, dass das steuerbare Einkommen
den anderthalbfachen Betrag einer maximalen vollen Altersrente der AHV nicht
übersteigt und keine Ergänzungsleistungen zur AHV/IV bezogen werden (Art. 19 Abs. 1
und 2 FamZG).
1.2 Gemäss Art. 25 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (SR 830.1; ATSG) sind unrechtmässig bezogene Leistungen
zurückzuerstatten. Wer Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, muss sie nicht
zurückerstatten, wenn eine grosse Härte vorliegt. Rückerstattungspflichtig sind unter
anderem der Bezüger oder die Bezügerin der unrechtmässig gewährten Leistungen,
Dritte oder Behörden, mit Ausnahme des Vormundes oder der Vormundin, denen
Geldleistungen zur Gewährleistung zweckgemässer Verwendung nach Art. 20 ATSG
oder den Bestimmungen der Einzelgesetze ausbezahlt wurden (Art. 2 Abs. 1 lit. a und b
der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [SR 830.11;
ATSV]).
1.3 Eine rechtskräftig verfügte Leistung in der Sozialversicherung ist nach ständiger
bundesgerichtlicher Rechtsprechung nur zurückzuerstatten, wenn in
verfahrensrechtlicher Hinsicht entweder die für die (prozessuale) Revision oder die für
die Wiederwägung erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Diese Voraussetzungen
sind in Art. 53 Abs. 1 und 2 ATSG umschrieben, wobei es sich im Wesentlichen um
eine Kodifizierung der bisherigen höchstrichterlichen Rechtsprechung zu den
Anforderungen an ein Zurückkommen auf eine rechtsbeständig gewordene Verfügung
handelt. Gemäss Art. 53 Abs. 1 ATSG müssen formell rechtskräftige Verfügungen in
Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der Versicherungsträger
nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auffindet,
deren Beibringung zuvor nicht möglich war. Nach Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der
Versicherungsträger auf formell rechtskräftige Verfügungen zurückkommen, wenn
diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung
ist.
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2.
2.1 Vorliegend macht die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, dass die
Rückforderung der in den Jahren 2009 und 2010 ausbezahlten Familienzulagen nicht
bei ihr, sondern bei ihrem (Ex-)Schwiegersohn geltend zu machen seien. Die
Rechtmässigkeit der Rückforderung als solcher wird von ihr dagegen nicht bestritten.
Trotzdem ist vorfrageweise kurz darauf einzugehen.
2.2 Wie sich aus den nachträglich eingeholten Akten betreffend Ergänzungsleistungen
für B._ ergibt, erfolgte die Berechnung der Ergänzungsleistungen ohne den Bedarf
von (Alimente für) C._, noch wurden die entsprechenden Kinder- und Waisenrenten
an die Einnahmen angerechnet (EL-act. 5.3, 13 - 15). Vielmehr wurde nur die jetzige
Familie von B._, bestehend (neben ihm selbst) aus seiner zweiten Ehefrau sowie den
beiden Kindern aus zweiter Ehe, in die Berechnung einbezogen (EL-act. 1.1). Bei dieser
Konstellation (wo das Kind nicht beim EL-Bezüger wohnt) stellt sich grundsätzlich die
Frage, ob der Ausschluss eines EL-Bezügers von Familienzulagen sachgerecht ist, da
der Ausschluss in Art. 19 Abs. 2 FamZG wohl damit begründet ist, dass ein mit dem
EL-Bezüger zusammenlebendes Kind in die EL-Berechnung mit einfliesst, dessen
Bedarf also über die Ergänzungsleistungen gedeckt ist und sich somit die zusätzliche
Ausrichtung von Familienzulagen erübrigt.
Indessen ist davon auszugehen, dass vorliegend der Lebensbedarf von C._ primär
über die dem Vater zustehende Kinderrente, die er an die Mutter (bzw. nach deren Tod
an die Vormundin oder die Pflegemutter direkt) weiterleiten muss (vgl. Scheidungsurteil
vom 22. Dezember 2005; EL-act. 22.7), sowie über die Waisenrente, die dem Kind
selber zusteht, gedeckt ist (IV-act. 7.1/116 - 118 und 7.1/124.40, 42, 44). Zudem steht
dem Sohn (bei gegebenen Voraussetzungen) ein eigener Anspruch auf
Ergänzungsleistungen zu (Art. 4 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Ergänzungsleistungen [SR 831.30; ELG], Art. 7 Abs. 1 lit. c der Verordnung über die
Ergänzungsleistungen [SR 831.301; ELV]), sodass letztlich auch für den Sohn die EL für
die Lebenshaltungskosten aufkommt. Es rechtfertigt sich somit nicht, vom klaren
Wortlaut des Art. 19 Abs. 2 FamZG abzuweichen. Anzufügen bleibt, dass die
Wegleitung des Bundesamtes für Sozialversicherungen zum FamZG den
Ausschlussgrund des EL-Bezugs insofern abmildert, als ein EL-Bezüger nicht generell,
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sondern nur dann vom Anspruch auf Familienzulagen ausgeschlossen ist, wenn das
Kind, für das die Zulagen beantragt werden, eine rentenberechtigte Waise ist oder
Anspruch auf eine Kinderrente der AHV oder IV hat (Rz 607.1). Ob diese für die
Betroffenen mildere Regelung gesetzeskonform ist, braucht hier nicht weiter geklärt zu
werden, da vorliegend das fragliche Kind sowohl einen Anspruch auf eine Kinderrente
als auch auf eine Waisenrente hat und damit selbst nach dieser Regelung kein
Anspruch auf Familienzulagen besteht. Die Beschwerdegegnerin geht somit zu Recht
davon aus, dass B._ im Sinn von Art. 19 Abs. 2 FamZG vom Anspruch auf
Familienzulagen ausgeschlossen ist. Nachdem mit der nachträglichen (rückwirkenden)
Zusprache der Invalidenrente und der Ergänzungsleistungen an B._ ein
Revisionsgrund vorliegt, erfolgte die Rückforderung der nunmehr unrechtmässigen
Familienzulagen zu Recht. Die Höhe der Rückforderung ist nicht bestritten und
erscheint ausgewiesen.
2.3 Die Beschwerdeführerin macht in erster Linie geltend, sie sei nicht
passivlegitimiert für die Rückforderung. Sie begründet dies damit, dass die Anmeldung
für die Kinderzulagen durch den Kindsvater erfolgt sei. Er habe seinem Gesuch einen
Antrag um Drittauszahlung beigefügt. Als Pflegemutter sei sie nicht über die Zahlungen
informiert worden. Sie habe lediglich eines Tages den Zahlungseingang festgestellt. Da
weder sie noch die Vormundin über die Verfügung informiert worden seien, habe sie
auch keine Möglichkeit gehabt, diese auf ihre Rechtmässigkeit hin zu überprüfen,
dagegen Beschwerde zu führen oder das Geld zurückzuweisen.
Mit der Beschwerdeführerin ist zunächst davon auszugehen, dass die Familienzulagen
nicht versehentlich an sie ausbezahlt worden sind. Im Weiteren ist davon auszugehen,
dass vorliegend von einem Sachverhalt analog zu Art. 9 Abs. 1 FamZG (bzw. Art. 20
Abs. 1 ATSG) auszugehen ist. Davon geht die Beschwerdeführerin denn auch selber
aus. Zwar wurden die fraglichen Familienzulagen vom anspruchsberechtigten Vater
nicht zweckentfremdet. Indessen kann nicht zweifelhaft sein, dass eine Drittauszahlung
auch im gegenseitigen Einvernehmen aller Beteiligten (hier der Beschwerdeführerin, der
Beschwerdegegnerin, des Anspruchsberechtigten sowie der Vormundin) vorgenommen
werden kann. Anstatt die Familienzulagen an den anspruchsberechtigten Vater
auszuzahlen, der sie an die Vormundin und diese wiederum an die Pflegemutter
weiterzuleiten haben, erscheint eine Direktüberweisung an die Pflegemutter sinnvoll,
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fallen doch dort die effektiven Betreuungskosten an. Die Beschwerdeführerin führt
denn auch selber aus, die Zahlungen für den Pflegesohn entgegengenommen und
verwendet zu haben.
Die Beschwerdeführerin fällt damit in den Kreis der rückzahlungspflichtigen Dritten
gemäss Art. 2 Abs. 1 lit. b ATSV, wonach Dritte oder Behörden, mit Ausnahme des
Vormundes oder der Vormundin, denen Geldleistungen zur Gewährleistung
zweckgemässer Verwendung nach Art. 20 ATSG oder den Bestimmungen der
Einzelgesetze ausbezahlt wurden, rückerstattungspflichtig sind. Zudem stellt auch Art.
25 Abs. 1 ATSG auf den Empfang der Leistung ab (vgl. auch Ueli Kieser, ATSG-
Kommentar, 2. Aufl., Rz 23 f. zu Art. 25). Die Beschwerdeführerin kann sich sodann
nicht darauf berufen, sie habe gegen die Zusprache der Familienzulagen kein
Rechtsmittel ergreifen können. Da der Kindsvater ursprünglich einen Anspruch auf
Kinderzulagen hatte und die Beschwerdeführerin die Zulagen unbestrittenermassen
erhalten hat, ist nicht ersichtlich, wogegen sich ein entsprechendes Rechtsmittel hätte
richten können. Im Übrigen ist ohnehin davon auszugehen, dass das Geld mit ihrem
Einverständnis auf ihr Konto überwiesen wurde (vgl. oben). Insofern ist auch das
Argument nicht stichhaltig, das Geld sei ganz ohne ihr Zutun "eines Tages" auf ihrem
Konto eingegangen. Hätte sie tatsächlich nicht gewusst, wofür das Geld bestimmt war
(was nach ihren eigenen Angaben jedoch nicht der Fall war), hätte sie bei der
Beschwerdegegnerin nachfragen können und müssen, was es damit auf sich habe.
Jedenfalls hat die Beschwerdeführerin die Zahlungen während rund eines Jahres
entgegengenommen (Zusprache der Familienzulagen mit Verfügung vom 4. Dezember
2009 [rückwirkend auf Januar 2009], Rückforderungsverfügung vom 18. November
2010 [act. G 3.1/5 und 11c]) und nach eigenen Angaben für den Lebensunterhalt des
Pflegekindes verwendet. In diesem Zusammenhang erscheint auch ihre in der
Stellungnahme vom 7. Dezember 2011 (act. G 10) geltend gemachte Darstellung,
wonach sie nicht gewusst habe, dass es sich um Kinderzulagen handelte, als
nachgeschoben. Die Beschwerdeführerin erhielt die Zulagen ja direkt von der
Beschwerdegegnerin, so dass sie nicht davon ausgehen konnte, es handle sich um
Alimentenzahlungen von B._. Diese waren zudem vom Scheidungsgericht auf Fr.
800.-- zuzüglich Kinderzulagen festgesetzt worden (EL-act. 22.7).
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Schliesslich erscheint eine Rückforderung beim Vater, der die Familienzulagen
ordnungsgemäss weitergeleitet hat (bzw. hat weiterleiten lassen) nicht sachgerecht,
kann doch eine (nicht) anspruchsberechtigte Person nur nach Art. 8 FamZG
weiterleiten, worauf sie selber Anspruch hat. Zusammenfassend ist die
Beschwerdeführerin rückerstattungspflichtig, womit sich der angefochtene
Einspracheentscheid als korrekt erweist.
2.4 Soweit der Beschwerdeführerin die Rückerstattung nicht möglich sein sollte, hat
sie die Möglichkeit, innert 30 Tagen nach Rechtskraft der Rückforderung bei der
Beschwerdegegnerin ein Erlassgesuch zu stellen (Art. 25 Abs. 1 ATSG in Verbindung
mit Art. 4 ATSV).
3.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 1 FamZG in Verbindung mit Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP