Decision ID: e31e8d86-2aa7-47eb-987d-781686a3ef1b
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 30.05.2016 Art. 28 f. IVG. Wiederholte IV-Anmeldungen. Medizinischer Sachverhalt geklärt durch Gutachten. Einkommensvergleich, Abzug von den Tabellenlöhnen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 30. Mai 2016, IV 2013/614).
Besetzung
Präsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterinnen
Monika Gehrer-Hug und Marie-Theres Rüegg Haltinner;
Gerichtsschreiberin Fides Hautle
Geschäftsnr.
IV 2013/614
Parteien
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Hans Frei, Kriessernstrasse 40, 9450 Altstätten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
Gegenstand
Rente
Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 30. August/4. September 2006 wegen eines
Schulterleidens zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an. Er arbeite
seit 1989 in der Schweiz im Tiefbau. Seit dem 15. Mai 2005 sei er arbeitsunfähig.
Gemäss einer Arbeitgeberbescheinigung vom 20. September 2006 (act. 7) hatte er im
Jahr 2004 Fr. 66'796.-- verdient und stand in ungekündigtem Arbeitsverhältnis als
Bauarbeiter. Dr. med. C._ gab im IV-Arztbericht vom 4. Oktober 2006 (act. 16) unter
anderem an, es bestünden ein Status nach Schultergelenks-Arthroskopie,
subacromialer Bursektomie und Acromionplastik links, ein Status nach operativer
Behandlung einer Periarthropathie an der rechten Schulter bei Status nach offener
Rotatorenmanschettenreinsertion am 18.05.05 und ein Status nach
Schultermobilisation. Es persistierten Schmerzen an beiden Schultern, vor allem beim
Arbeiten über der Horizontalen. Über der Horizontalen bestehe eine deutliche
Einschränkung der Beweglichkeit in alle Richtungen, sonst sei die Beweglichkeit frei.
Arbeiten über der Horizontalen seien nicht möglich. Für die bisherige Tätigkeit auf dem
Bau sei der Versicherte seit Juni 2005 nicht mehr arbeitsfähig. Er (der Versicherte) sei
der Auffassung, eine Arbeit auf dem Bau komme für ihn nicht mehr in Frage. Eine
Abklärung durch die Unfallversicherung in Bellikon (bzw. ein UV-Gutachten) habe für
geeignete Arbeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 bis 100 %, für geeignete Arbeit auf dem
Bau eine Arbeitsfähigkeit von sogar 100 % ergeben. Unter diesen Umständen finde der
Versicherte natürlich keine Arbeit und sein bisheriger Arbeitgeber könne ihn auch nicht
weiter beschäftigen. Die Aufnahme einer geeigneten Tätigkeit (auch auf dem Bau) wäre
dem Versicherten ganztags möglich. Je nach Tätigkeit bestehe währenddessen eine
Einschränkung von zwischen 20 und 50 %. Die Ärzte des Regionalen Ärztlichen
Dienstes (RAD) der Invalidenversicherung befürworteten am 28. November 2006 (act.
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18) das Einholen des Berichts der Rehaklinik Bellikon und eines aktuellen Berichts des
Operateurs (die linke Schulter sei erst gerade im Juli 2006 operiert worden). Da in einer
schulteradaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 50 % vorliege, seien
die Voraussetzungen für berufliche Massnahmen erfüllt. Es zeigte sich in der Folge,
dass eine Abklärung in Bellikon gar nicht stattgefunden hatte. Die Klinik für Orthopädie/
Traumatologie am Spital D._ gab im IV-Arztbericht vom 18. Dezember 2006 (act. 21)
bekannt, es bestünden ein Impingement-Syndrom beider Schultern (bei unter anderem
Supraspinatussehnenruptur und Reinsertion rechts 05/05 und Schultermobilisation mit
Schmerzkatheter-Behandlung 11/05) und ein St. nach Diskusprotrusion L4/5 und L5/S1
mit konservativer Behandlung 04/91. Die Diskusprotrusion L4/5 und L5/S1, momentan
ohne Therapie, sei ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Die bisherige Tätigkeit sei
nicht mehr zumutbar. In einer angepassten Tätigkeit (z.B. Montagearbeiten auf
Tischebene, Führen von Maschinen auf Baustellen; ohne Belastungen in der
Schulterebene oder darüber und ohne schweres Heben oder Stützen) wäre unter
Umständen eine Arbeitsfähigkeit von 100 % möglich; es müsste abgeklärt werden,
welche Tätigkeiten in Frage kämen. Im April 2007 meldete sich der Versicherte - dem
zwischenzeitlich gekündigt worden war - auf Veranlassung der
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen beim Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV; act. 41-1). Er berichtete im September 2007, sein
Hausarzt erachte ihn als voll arbeitsunfähig und habe ihn in einer Klinik angemeldet
(act. 32 und 41-2). Der Klinikaufenthalt fand in der Folge nicht statt, weil die
Krankenversicherung eine Kostenübernahme ablehnte (act. 41-2). Ab Oktober 2007
nahm der Versicherte an einem Arbeitslosenprogramm teil (act. 39). Er machte
dauernde Schmerzen geltend und fühlte sich nicht in der Lage, mehr als zu 50 % zu
arbeiten. Die Arbeitsbemühungen verliefen alle negativ und der Versicherte wirkte (im
Januar 2008) bedrückt (act. 41-2). Im März 2008 war er von E._, Arzt für Allgemeine
Innere Medizin FMH (vgl. Unterschrift auf act. 58), zu 50 % arbeitsunfähig geschrieben
worden (act. 40). Die Klinik für Orthopädie/Traumatologie am Spital D._ erklärte am 9.
April 2008 (act. 47), es bestehe eine sehr gute Funktionsfähigkeit beider
Schultergelenke. Es scheine eine Störung der Schmerzverarbeitung vorzuliegen, die
möglicherweise durch das metabolische Syndrom begünstigt werde, das auch zu
peripheren und zentralen neurologischen Störungen führen könne. Der Versicherte
werde dem Schmerz-Spezialisten zugewiesen. Daraufhin schloss die
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Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen die Arbeitsvermittlung
(unter Hinweis auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten von 50 % steigerungsfähig bis
100 %) ab (act. 49) und wies einen Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 15
% mit Verfügung vom 11. Oktober 2008 (act. 54) ab. Der Arzt E._ teilte am 17.
November 2008 (act. 58) mit, der Versicherte habe wegen seiner schmerzbedingten
Einschränkungen, des Alters und der rezidivierenden schmerzbedingten Arbeitsausfälle
keine Anstellung gefunden.
A.b Am 30. Juni/1. Juli 2009 (act. 62) meldete sich der Versicherte wegen Rücken- und
Beinschmerzen erneut bei der Invalidenversicherung an. Die Anmeldung erfolge in
Absprache mit dem Arzt E._, weil sich der Gesundheitszustand in letzter Zeit massiv
verschlechtert habe und klarere Befunde vorlägen. Von ca. 2005 bis Mai 2009 sei er zu
50 % arbeitsunfähig gewesen, seit ca. dem 8. Juni 2009 sei er nun zu 100 %
arbeitsunfähig. Dr. C._ (unterzeichnet durch E._) berichtete am 22. Juli 2009 (act.
68), der Versicherte leide an einem L5-betonten Lumboischialgiesyndrom mit
sensorischem und geringem motorischen Ausfall links. Er klage seit zwei Monaten über
Schmerzen im linken Gesäss, ausstrahlend ins linke Bein. Es sei die sofortige
Operation eines im MRI gefundenen mittelgrossen Bandscheibenvorfalls L4/5 links
empfohlen worden. Das Psychiatrie-Zentrum F._ hatte E._ am 15. Juni 2009 (act.
72-12) berichtet, der Versicherte sei vom 27. August 2007 bis 17. Dezember 2008
wegen einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion behandelt worden.
E._ benannte im IV-Arztbericht vom 12. Oktober 2009 (act. 72-1 bis 9) als Diagnosen
nebst den (unverändert bezeichneten) Schulterleiden (hauptsächlich): ein
Lumboischialgiesyndrom L5 links, einen Diabetes mellitus Typ II mit leichter
Polyneuropathie, eine Cholezystektomie 09/2008 mit persistierenden rechtsseitigen
Oberbauchschmerzen bei Verdacht auf Biliom 09/2009 und eine Anpassungsstörung
mit längerer depressiver Reaktion. Anstelle der operativen Sanierung (am Rücken)
hätten drei perineurale Infiltrationen (letzte am 12. August 2009) stattgefunden,
worunter insbesondere die Ausstrahlung ins linke Bein deutlich gebessert habe. Die
anstrengungsabhängigen Rückenschmerzen bestünden aber weiter. Die Depression
habe sich wieder etwas gebessert. Aufgrund der multiplen Erkrankungen sei der
Versicherte voll arbeitsunfähig. Der RAD hielt am 16. Oktober 2009 (act. 73) dafür, es
könne weiterhin von einer vollen Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit ausgegangen
werden. Nachdem der Versicherte in einem Vorbescheidsverfahren am 23. November
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2009 unter anderem eingewendet hatte, die Schmerzen seien so stark, dass sein
Hausarzt ihn für eine stationäre Rehabilitation in Valens angemeldet habe, wies die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen sein Gesuch mit Verfügung
vom 7. Januar 2010 (act. 83) ab. Er habe im Einwand keine neuen Tatsachen geltend
gemacht.
B.
B.a Am 23. November 2011 ging eine weitere neue IV-Anmeldung des Versicherten bei
der Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle ein (act. 84). Sein Hausarzt E._ hatte am 21.
November 2011 (act. 85) berichtet, der Versicherte sei sicherlich nicht zu 100 %
arbeitsfähig. Er habe in den vergangenen Jahren keine Festanstellung mehr gefunden.
Er habe an verschiedenen RAV-Programmen teilgenommen, habe aber wegen der
Rücken- und Bauchbeschwerden immer wieder krankgeschrieben werden müssen. Es
hätten diverse Abklärungen und Operationen durchgeführt werden müssen. Es
bestünden (im Wesentlichen) rezidivierende schwere Cholangitiden bei Neo-
Gallenblase (mit zweimaliger Laparoskopie, zweimaliger ERCP [endoskopisch
retrograder Cholangiopankreatikographie] und einmal offener Revision), ein
Umbilikalhernienrezidiv mit Status nach zweimaligem Faszienverschluss, chronisch
rezidivierende Lumboischialgien, ein metabolisches Syndrom, beidseitige
Schultergelenksarthrosen mit Periarthropathie beidseits, ein Carpaltunnelsyndrom
beidseits mit Status nach Operation links 03/2011 und eine Depression (aktuell wenig
Beschwerden). - Der Versicherte erklärte am 6. Dezember 2011 (act. 88), zusätzlich zu
den immer noch häufigen und erheblichen Bauchschmerzen habe er seit einigen
Monaten deutlich verstärkte Rückenschmerzen. Im MRI seien zwei grosse
Bandscheibenvorfälle festgestellt worden. Einer empfohlenen Rückenoperation stehe
er nach seinen Erfahrungen mit den mehreren Operationen an den Schultern und am
Bauch skeptisch gegenüber. - In der Folge gingen diverse fachärztliche Berichte ein
(act. 89), unter anderem der Kliniken für Chirurgie und für Neurologie und der Abteilung
Gastroenterologie/Hepatologie des Departements Innere Medizin am Kantonsspital St.
Gallen sowie von Dr. med. G._, Innere Medizin und Rheumatologie FMH. In einem
Austrittsbericht vom 15. Januar 2010 (act. 89-56 ff.) ferner hatte die Klinik Valens nach
dem stationären Aufenthalt des Versicherten vom 25. November 2009 bis 15.
Dezember 2009 bekanntgegeben, beim Basistest der Belastbarkeit habe der
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Versicherte eine funktionelle körperliche Leistungsfähigkeit gezeigt, die einer leichten
bis mittelschweren Arbeitsfähigkeit mit Gewichtsbelastungen bis 17.5 kg entspreche.
Das Leistungsmaximum habe aufgrund von Schmerzen und Selbstlimitierung nicht
sicher bestimmt werden können. - Die Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St.
Gallen teilte am 1. Dezember 2011 (act. 89-1) mit, eine Dekompression und
Nukleotomie LWK4 bis SWK1 links - eine hilfreiche Operation mit minimem Risiko -
könnte dem Versicherten seine Ischialgie im linken Bein betreffend helfen. Der
Versicherte wolle jedoch weiter abwarten. - Der RAD hielt am 10. Januar 2012 (act. 91)
fest, der Gesundheitszustand habe sich seit dem 7. Januar 2010 die Arbeitsfähigkeit
betreffend nicht relevant verändert. Die operativen Eingriffe hätten nur zu
vorübergehenden Arbeitsunfähigkeiten geführt, die aber nicht von wesentlicher Dauer
gewesen sein dürften.
B.b Mit Vorbescheid vom 18. Januar 2012 (act. 94 f.) wurde dem Versicherten ein
Nichteintreten auf sein Leistungsgesuch vom 23. November 2011 in Aussicht gestellt.
B.c Mit Schreiben an den RAD-Arzt vom 21. Februar 2012 (act. 98) wandte Hausarzt
E._ für den Versicherten ein, er setze bei diesem nun, da Zaldiar nicht mehr genügt
habe, Targin ein. Trotzdem seien die Schmerzen nur ungenügend kontrollierbar.
Kernspintomographisch habe sich im Vergleich zum 23. Juni 2009 denn auch eine
Zunahme der Diskushernien L4/5 und L5/S1 gezeigt. Es sei von der Klinik für
Neurochirurgie eine operative Versorgung empfohlen worden. In den vergangenen
Jahren seien an beiden Schultern und am Abdomen multiple Operationen durchgeführt
worden. Mehrmals seien Komplikationen aufgetreten und die postoperativen Resultate
seien unbefriedigend gewesen. Der Versicherte habe daher Angst vor einer Operation
am Rücken. - Auf Anraten des RAD (act. 100) wurden bei E._ die
Arbeitsunfähigkeitszeiten erfragt (allerdings ohne die gewünschte Differenzierung nach
Ursachen zwischen den Operationen und der Wirbelsäulenproblematik). Der Arzt gab
am 27. März 2012 (act. 102) an, im Jahr 2009 habe nach dem 30. Juni keine
Arbeitsunfähigkeit vorgelegen (trifft allerdings nicht zu, vgl. act. 62, act. 72-7, oben E.
A.b), der Versicherte habe im Oktober und November 2010 zu 60 % in einem
Arbeitslosenprogramm gearbeitet und er sei ab dem 24. November 2010 (ohne
Unterbruch von wenigstens einem Monat) voll arbeitsunfähig gewesen. Der RAD
erachtete diese Angaben als Hinweise auf eine Verschlechterung seit Oktober 2010
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(act. 103). In einem IV-Verlaufsbericht vom 11. Juni 2012 (act. 104) gab E._ bekannt,
der Gesundheitszustand des Versicherten habe sich verschlechtert. Die Diagnose habe
sich zwar nicht verändert, doch die Rückenschmerzen und spondylogenen
Ausstrahlungen hätten in den vergangenen Monaten und Jahren deutlich
zugenommen. Die Arbeitsfähigkeit sei infolge des Schulterleidens, der
Rückenschmerzen und der Ausstrahlung ins linke Bein körperlich massiv
eingeschränkt; auch eine andere als die bisherige Tätigkeit sei dem Versicherten nicht
zumutbar. Daraufhin befürwortete der RAD am 26. Juni 2012 (act. 106) eine MEDAS-
Begutachtung.
B.d In seinem Gutachten vom 8. Januar 2013 (act. 113) hielt das Ärztliche
Begutachtungsinstitut (ABI) über die Begutachtung vom Oktober 2012 fest, für die
angestammte und für schwere und mittelschwere sowie nicht adaptierte Tätigkeiten sei
der Versicherte nicht arbeitsfähig. Körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten
seien ihm aus interdisziplinärer Sicht zu 70 % zumutbar. Er könne vollschichtig
arbeiten, habe aber einen erhöhten Pausenbedarf von zehn bis 15 Minuten pro Stunde.
Ausserdem sei das Rendement leicht reduziert. Eine Arbeitsfähigkeit diesen
Ausmasses könne bei wechselhaftem Verlauf über die Zeit gemittelt bereits seit Juni
2009 bestätigt werden. Als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden
benannt:
1. Chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom
- Status nach radikulärem Syndrom L5 und/oder S1 links mit Reizsymptomatik
und leichtem motorischem Ausfall L5 2009
- MRI der LWS 06/2009 mit mittelgrosser, nach kaudal sequestrierter Diskushernie
paramedian links
- MRI der LWS 11/2011 mit deutlicher Grössenregredienz der Diskushernie L4/5
links, noch breitbasige Diskushernie median bis mediolateral links und auf Höhe L5/S1
breitbasige Diskushernie L5/S1 mit linksseitiger Betonung, Kompromittierung der
Nervenwurzeln L5 und S1 links nicht ausgeschlossen
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- chronisches Lumbovertebral-Syndrom mit radikulärer Reiz- und sensibler Aus-
fallssymptomatik der Wurzel S1 (L5) links bei medio-linkslateraler Diskushernie L5/S1
und L4/5 (MRI LWS 11/2011)
2. Chronische Schulterbeschwerden beidseits unter Betonung der adominanten
linken Seite
- Status nach Kontusion und Quetschung der linken Schulter am 03.10.1997
- Status nach Schulterarthroskopie und offener Akromioplastik sowie Reinsertion
der Supraspinatussehne rechts am 18.05.2005 (...)
- intraoperativer Befund bis auf Läsion des Supraspinatus und leichte Entzündung
des Bizepsankers vollkommen unauffällig
- im postoperativen Verlauf frozen shoulder rechts
- Status nach Behandlung mittels Schmerzkatheters und Schultermobilisation
rechts 11/2005
- Status nach Schulterarthroskopie mit subakromialer Bursektomie und Akromio-
plastik links am 11.07.2006 (...)
- arthroskopischer Befund vollkommen unauffällig
- radiologisch beidseits unauffälliger Befund (Röntgen 23.10.2012)
- mögliches subakromiales Impingement beidseits bei ansonsten unauffälligem
klinischen Befund
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Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien (verkürzt wiedergegeben) ein
metabolisches Syndrom, rezidivierende schwere Cholangitiden bei "Neo-Gallenblase",
ein Karpaltunnelsyndrom rechts, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, ein
Verdacht auf eine Meralgie links, der klinische Verdacht auf Gonarthrose beidseits und
ein neu etablierter Nikotinkonsum seit vier Monaten.
B.e Nach einer anschliessenden RAD-Stellungnahme wurde eine
Eingliederungsberatung vorgesehen (act. 115). E._ teilte am 25. Januar 2013 (act.
118) mit, der Versicherte sei zurzeit voll arbeitsunfähig. Zwei Tage zuvor sei eine
Kniearthroskopie erfolgt (gemäss Bericht des Spitals D._ vom 24. Januar 2013, act.
118-2: Innenmeniskushinterhornriss rechts, freier Gelenkskörper interkondylär, Plica
mediopatellaris, Gonarthrose rechts). Bei einem Assessment-Gespräch vom 13.
Februar 2013 (act. 121) ergab sich, dass der Versicherte einen körperlich sehr
angeschlagenen Eindruck mache. Er selber fühle sich zurzeit selbst zu einem
Einsatzprogramm unter erleichterten Bedingungen nicht in der Lage. Am 28. März 2013
(act. 125) teilte die Sozialversicherungsanstalt/ IV-Stelle dem Versicherten mit, die
beruflichen Massnahmen würden abgeschlossen, da er sich nicht arbeitsfähig fühle.
B.f Mit Vorbescheid vom 8. Mai 2013 (act. 129 f.) wurde ihm in Aussicht gestellt, das
Leistungsgesuch, namentlich den Rentenanspruch, bei einem Invaliditätsgrad von 37
% abzuweisen. Zu vergleichen sei ein Valideneinkommen von Fr. 61'776.-- mit einem
Invalideneinkommen von Fr. 38'919.--.
B.g Mit Einwand vom 16. August 2013 (act. 136) liess der Versicherte die Ausrichtung
einer Viertelsrente beantragen. Da das Einkommen nach der Lohnstrukturerhebung
LSE bei 100 % Fr. 58'812.-- ausmache, ergebe sich nur schon für 70 % und bei einem
Leidensabzug von 10 % ein Betrag von Fr. 37'051.56 und damit verglichen mit dem
von der IV-Stelle angenommenen Valideneinkommen ein Ausfall von 40.02 %. Der
Leidensabzug sei aber viel zu gering. Offenbar sei übersehen worden, dass der
Versicherte einen Pausenbedarf von zehn bis 15 Minuten pro Stunde, nicht pro Tag,
habe. Zudem sei die Knieoperation vom Frühjahr nicht erfolgreich verlaufen. Der
Versicherte habe immer noch Beschwerden und müsse das Knie alle drei bis vier
Wochen punktieren lassen. - Am 4. September 2013 (act. 137 f.) reichte der
Rechtsvertreter des Versicherten wie angekündigt eine Stellungnahme zum ABI-
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Gutachten von E._ vom 26. August 2013 (act. 138-1 f.) ein. Auf die Kniebeschwerden
sei nicht eingegangen worden und die Bauchbeschwerden seien nicht richtig
berücksichtigt worden. Die ABI-Untersuchung sei in diesen beiden Punkten zu
ergänzen. – E._ hatte erklärt, die Kniegelenksbeschwerden des Beschwerdeführers
hätten (seit der Begutachtung) deutlich zugenommen. Es hätten mehrere
Gelenkspunktionen und im Januar 2013 habe eine Kniearthroskopie vorgenommen
werden müssen. Es habe sich auch eine deutliche Gonarthrose gezeigt. Es sei eine
Totalprothese empfohlen worden. Es träten weiterhin rezidivierend Gelenksergüsse und
Schmerzen auf. Die Gonarthrosen dürften somit einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
haben. Dasselbe gelte für die Bauchbeschwerden: Im Gutachten sei festgehalten
worden, diese hätten nicht klar zugeordnet werden können und seien für die
Arbeitsfähigkeit nicht relevant. Die Beschwerden seien aber wohl auf die Opiat-
Medikation mit chronischer Obstipation (regelmässig behandelt mit Laxantien) und
möglicherweise auf zusätzliche Verwachsungen zurückzuführen. Ob eine Laparoskopie
zu einer Beschwerdelinderung führen würde, sei anzuzweifeln. Und der Opiateinsatz
bleibe wegen der Schmerzen nötig. Es sei bezüglich der Bauchbeschwerden lediglich
eine symptomorientierte Therapie möglich.
B.h Der RAD hielt am 19. September 2013 (act. 139) dafür, es sei seit der
Begutachtung zu einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands
gekommen. Aufgrund der radiologisch festgestellten Veränderungen am Knie sei ein
arthroskopischer Eingriff vorgenommen worden. Eingriffe dieser Art würden zur
Verbesserung durchgeführt und führten somit in der Regel zumindest vorübergehend
zu einer wesentlichen Verbesserung. Dass der Verlauf nicht regelhaft gewesen sei,
lasse sich aus den vorhandenen Akten nicht herauslesen. Es sei nicht dokumentiert,
dass eine Knieprothese implantiert worden wäre. Das hätte zu einer vorübergehenden
Arbeitsunfähigkeit geführt. Bei regelhaftem Verlauf bringe es aber eine ganz
wesentliche Verbesserung. Es sei von einer postoperativen Heilungsphase von vier (bis
sechs) Wochen (nach der Arthroskopie) auszugehen. Bezüglich der
Bauchbeschwerden habe sich keine relevante Veränderung ergeben. Insgesamt sei
nun für die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit neu zu beachten, dass keine
Gehstrecken über 150 m, keine Tätigkeiten im Knien und in gebückter Haltung möglich
seien.
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B.i Mit Verfügung vom 6. November 2013 (act. 140) wies die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Leistungsgesuch des
Versicherten ab. Das Durchschnittseinkommen gemäss Statistik 2010 und
Lohnentwicklung 2011 betrage (sc. nicht Fr. 58'812.--, sondern) Fr. 61'776.--. Der
erhöhte Pausenbedarf sei bereits in der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt. Abgesehen von
der Heilungsphase könne betreffend das Knieleiden von einer unveränderten
Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden.
C.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Hans Frei für den
Betroffenen am 6. Dezember 2013 (Poststempel: 9. Dezember 2013) erhobene
Beschwerde. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beantragt, die angefochtene
Verfügung sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei eine Rente zuzusprechen,
eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung des Sachverhalts und Neuverfügung
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Ausserdem sei die unentgeltliche
Prozessführung zu gewähren. Die Verfügung und das ABI-Gutachten hielten einer
näheren Prüfung nicht stand. Es sei nicht berücksichtigt worden, dass der
Beschwerdeführer im Frühjahr 2013 am Knie operiert worden sei. Die Operation sei
nicht erfolgreich verlaufen. Der Sachverhalt sei ungenügend abgeklärt worden. Zudem
fehle eine Stellungnahme der Berufsberatung zu den möglichen konkreten beruflichen
Tätigkeiten. Es dürfe nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen
werden. Bei der Zumutbarkeitsprüfung seien die persönlichen und beruflichen
Gegebenheiten zu würdigen. Es müsse geprüft werden, ob ein potenzieller Arbeitgeber
die versicherte Person einstellen würde. Dass der Beschwerdeführer ein Einkommen
von Fr. 38'919.-- verdienen könnte, sei unrealistisch. Er sei seit mehreren Jahren nicht
mehr erwerbstätig und wegen der körperlichen Beeinträchtigungen und Schmerzen nur
sehr eingeschränkt einsetzbar. Die Gutachter hätten es unterlassen, die reduzierte
Belastbarkeit (das Rendement) im Hinblick auf die Arbeitsmarktchancen und das
Invalideneinkommen genauer zu definieren. Die im Gutachten angegebenen
qualitativen Einschränkungen reduzierten die Möglichkeit, eine Stelle zu finden, stark.
Fliessband- oder Montagearbeiten seien damit faktisch ausgeschlossen und andere
Beschäftigungsmöglichkeiten gebe es wohl kaum. Die Gutachter hielten es ebenfalls
für fraglich, ob der Beschwerdeführer noch somatisch adaptierte Arbeit finden könne.
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Es sei allenfalls ein Gutachten eines Arbeitsmarktexperten zur Verwertbarkeit der
Arbeitsfähigkeit und gegebenenfalls zum möglichen Invalideneinkommen einzuholen.
Des Weiteren sei nicht nachvollziehbar, weshalb der Gutachter der Psychiatrie eine
somatoforme Schmerzstörung annehme, obwohl er einen erheblichen Anteil der
Beschwerden für somatisch erklärbar halte. Für die Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers seien die somatisch bedingten Beschwerden massgebend.
Schliesslich sei ein Abzug von den Tabellenlöhnen von 20 bis 25 % gerechtfertigt:
Positiv zu werten sei zwar das intakte familiäre Umfeld. Der Beschwerdeführer weise
aber gesundheitliche Beeinträchtigungen in verschiedenen Bereichen auf. Schul- und
Berufsausbildung seien bescheiden. Im bisherigen Beruf könne er nicht mehr arbeiten.
Sein Arbeitstempo sei verlangsamt und er benötige viele Pausen. Zu berücksichtigen
sei auch das Alter. Der Beschwerdeführer habe das 50. Altersjahr längst hinter sich.
Das fortgeschrittene Alter wäre im Übrigen bei der Zumutbarkeitsprüfung als die
Invalidität beeinflussende persönliche Eigenschaft zu berücksichtigen gewesen; das sei
in rechtswidriger Weise nicht geschehen.
D.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 17. Februar 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Selbst wenn der Heilungsverlauf verzögert sein sollte,
sei davon auszugehen, dass an den Ausführungen des RAD in der Stellungnahme vom
19. September 2013 festgehalten werden könne. Es sei von einer Arbeitsfähigkeit in
adaptierten Tätigkeiten von 70 % auszugehen. Weitere Abklärungen seien nicht nötig.
Der Beschwerdeführer leide an einem metabolischen Syndrom. Demnach sollte
(gemäss Angaben in Wikipedia) eine Änderung des Lebensstils erfolgen. Empfohlen
werde unter anderem regelmässige körperliche Aktivität. Der Beschwerdeführer sei
gehalten, entsprechende Massnahmen in Angriff zu nehmen. Die Gutachter hätten
denn auch insbesondere eine Gewichtsreduktion und rekonditionierende Massnahmen
für dringend angezeigt gehalten. Für den Beschwerdeführer komme - ohne berufliche
Eingliederung, mit höchstens einer kurzen Einarbeitung - jede Art von Hilfsarbeit in
Frage, welche behinderungsadaptiert sei. Die zu beachtenden medizinischen
Einschränkungen seien nicht so einschneidend, dass sie nicht erfüllt werden könnten.
Solche Hilfsarbeiten würden in praktisch allen Branchen nachgefragt. Der
ausgeglichene Arbeitsmarkt weise erfahrungsgemäss eine beträchtliche Zahl
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entsprechender Hilfsarbeiterstellen auf. Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sei
verwertbar. Seine Invalidenkarriere könne und müsse nicht bestimmt werden. Die
Nennung von konkreten Verweisungstätigkeiten erübrige sich. Das
Invalideneinkommen sei korrekt ermittelt worden. Ein höherer Abzug sei nicht zu
gewähren. Weder rechtfertige sich ein Teilzeitabzug noch seien das fortgeschrittene
Alter, die niedrige berufliche Qualifikation und mangelnde Sprachkenntnisse ein
Abzugsgrund. Wenn eine Person nebst dem Umstand, dass sie nur noch körperlich
leichte Tätigkeiten ausüben könne, keine bedeutenden weiteren gesundheitlich
bedingten Einschränkungen des Leistungsvermögens aufweise, sei
rechtsprechungsgemäss ein Leidensabzug von 10 % vorzunehmen.
E.
Am 4. März 2014 entsprach die Gerichtsleitung dem Gesuch um Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung).
F.
Mit Replik vom 28. April 2014 bringt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers vor,
ein langsameres Arbeitstempo sei beim Abzug zu berücksichtigen. Die
Beschwerdegegnerin sei verpflichtet, Verweisungstätigkeiten anzugeben, wenn an die
Konkretisierung auch keine übermässigen Anforderungen gestellt werden dürften. Der
Beschwerdeführer habe schlechte Aussichten, seine Arbeitsfähigkeit noch zu
verwerten. Eine Anstellung sei unwahrscheinlich. Zu viele gesundheitliche
Einschränkungen seien vorhanden. Jedenfalls sei ein Leidensabzug von 20 bis 25 %
vorzunehmen. Der Beschwerdeführer habe früher körperlich schwere Arbeit verrichtet.
Die mangelhaften Deutschkenntnisse und die bescheidene Ausbildung minderten seine
Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Alle von der Rechtsprechung vorgesehenen Faktoren
wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltsgrad und
Beschäftigungsgrad seien nicht berücksichtigt worden. - Die Beschwerdegegnerin hat
am 6. Mai 2014 auf die Erstattung einer Duplik verzichtet.

Erwägungen
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1.
1.1 Mit der angefochtenen Verfügung vom 6. November 2013 hat die
Beschwerdegegnerin das Leistungsgesuch des Beschwerdeführers vom 23. November
2011 (Neuanmeldung) abgewiesen. Sie ist zu Recht darauf eingetreten. Zu beurteilen
ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses dieser Verfügung
entwickelt hat. Der die medizinische Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers
betreffende Sachverhalt reicht in eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision am 1.
Januar 2008 zurück. Nach dem seit diesem Tag geltenden Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht
der Rentenanspruch (anders als im früheren Recht, aArt. 29 Abs. 1 IVG) frühestens
nach Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendmachung des Leistungsanspruchs
(die Regelung zum Zeitpunkt des Eintritts des Versicherungsfalls Rente hat die IV-
Revision hingegen nicht tangiert). Die früheren Gesuchsabweisungen betreffend den
Beschwerdeführer (letztmals mit Verfügung vom 7. Januar 2010) sind in formelle
Rechtskraft erwachsen. Da die zu beurteilende Neuanmeldung vom November 2011
datiert, kann ein allfälliger Rentenanspruch frühestens ab 1. Mai 2012 entstanden sein.
1.2 Der Beschwerdeführer lässt einzig Rentenleistungen beantragen. Streitgegenstand
bildet daher der allfällige Rentenanspruch. Ergäbe sich allerdings entgegen der
Verfügung, dass ohne Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in Frage
stünde, so gehörte zum Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die
Verwaltung den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht
des Beschwerdeführers zu Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe.
2.
Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
3.
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3.1 Der Gesundheitszustand und die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers sind in
einer polydisziplinären Begutachtung untersucht worden. Dabei hat sich aus allgemein-
internistischer Sicht ergeben, dass die Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten nicht eingeschränkt sei. Eine psychiatrisch bedingte Arbeitsunfähigkeit war
nicht festzustellen. Die orthopädische Beurteilung erfolgte unter Ausserachtlassen der
Beschwerden an Rücken, Bauch und unteren Extremitäten, betraf also hauptsächlich
die Schulterbeschwerden und das Karpaltunnelsyndrom. Sie ergab für die
angestammte und andere körperlich schwere Tätigkeiten eine volle Arbeitsunfähigkeit.
Für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten mit Wechselbelastung, bei welchen
wiederholtes Heben und Tragen von Lasten über 15 kg und der häufige Einsatz der
oberen Extremitäten oberhalb des Schulterniveaus vermieden würden, bestehe eine
volle Arbeitsfähigkeit. Unter rheumatologischem Aspekt wurde festgehalten, körperlich
schwere Tätigkeiten mit starker Rückenbelastung seien dem Beschwerdeführer
bleibend nicht mehr zumutbar. Für eine körperlich mittelschwere Tätigkeit mit
mittelstarker Rückenbelastung bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um
mindestens 70 %, für eine körperlich leichte Tätigkeit mit nur leichter Rückenbelastung,
Möglichkeit zu Wechselpositionen und ohne monoton-repetitive Haltungen oder
Bewegungen sei die Arbeitsfähigkeit im Sinn einer geringen Leistungseinschränkung
um 20 % vermindert. Die mögliche Beanspruchung liege bei leichter Rückenbelastung
mit Maximalgewichten von 5 bis 10 kg. Die Beschwerden von Seiten der Gonarthrosen,
des Karpaltunnelsyndroms beidseits und der Meralgie hätten keinen zusätzlichen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit für eine geeignete, körperlich leichte Tätigkeit.
Neurologisch betrachtet schliesslich ergab sich, dass sowohl körperlich schwere wie
überwiegend mittelschwere Tätigkeiten, Tätigkeiten in Zwangshaltungen und solche
ohne die Möglichkeit eines Positionswechsels für den Beschwerdeführer nicht mehr in
Frage kämen. In anderen Tätigkeiten bestehe wegen der radikulären
Schmerzsymptomatik und einem etwas erhöhten Pausenbedarf eine Arbeitsunfähigkeit
von 30 %.
3.2 Diese einzelnen gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzungen basieren auf einer
Kenntnisnahme von den Vorakten und anamnestischen Erhebungen, auf einem
Befragen des Beschwerdeführers nach den geklagten Beschwerden sowie auf
klinischen und Labor-Untersuchungen. Die bereits vorhandenen Befundaufnahmen mit
bildgebenden Verfahren wurden in Bezug auf die Schulter beidseits ergänzt. Erwähnt
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werden kann namentlich, dass die Serumspiegel für Oxycodon (ein Mittel gegen
mittelstarke bis starke prolongierte Schmerzen bzw. bei ungenügender Wirksamkeit
nicht-opioider Analgetika; in Targin) und für Pregabalin (ein Mittel gegen periphere und
zentrale neuropathische Schmerzen, eine Zusatztherapie von partiellen Epilepsie-
Anfällen, oder ein Präparat zur Behandlung von generalisierten Angststörungen; Lyrica)
im zu erwartenden Referenzbereich gelegen hatten.
3.3 Der behandelnde Arzt E._ hält dafür, den Gonarthrosen und den
Bauchbeschwerden des Beschwerdeführers sei im Gutachten zu Unrecht keine die
Arbeitsfähigkeit beeinträchtigende Auswirkung zugeschrieben worden. Mit beiden
Leiden haben sich die Gutachter auseinandergesetzt (vgl. act. 113-10 und act. 113-24).
Als gutachterliche Würdigung lässt sich die Einschätzung, den Gonarthrosen keine -
jedenfalls keine die vom Rheumatologen anderweitig attestierten 20 % überschreitende
- Arbeitsunfähigkeit beizumessen, für den Begutachtungszeitpunkt indessen nicht
beanstanden. Die Beurteilung ist insgesamt überzeugend. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung aus allgemeininternistischer Sicht erscheint hingegen eher
knapp nachvollziehbar begründet: Die bei der klinischen Untersuchung vorgefundenen
Schmerzen waren gemäss Angaben des Allgemeininternisten am Rippenbogen
lokalisiert und konnten daher nicht von einem inneren Organ stammen. Der Gutachter
schloss daraus, dass zur Zeit der Untersuchung keine Beschwerden auf die
Gallenblasenproblematik zurückzuführen seien. Ob die diesbezügliche
Momentaufnahme für die gefragte Einschätzung genügt, erscheint fraglich. Der
Gutachter legt weiter dar, im Vordergrund stehe das massive metabolische Syndrom,
das den Gesamtgesundheitszustand nachhaltig negativ beeinflusse. Bezüglich der
Arbeitsfähigkeit sei der Diabetes mellitus zu diskutieren, doch gebe der
Beschwerdeführer diesbezüglich keine Beschwerden an. Angesichts der insgesamt
einleuchtend begründeten interdisziplinären medizinisch-gutachterlichen Würdigung
des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers kann
jedoch auf deren Ergebnis für den Zeitpunkt der Begutachtung abgestellt werden. Es
rechtfertigt sich die in antizipierender Beweiswürdigung zu treffende Annahme, dass
sich dieses Gesamtergebnis nicht änderte, selbst wenn die allgemeininternistische
Einschätzung zu restriktiv ausgefallen sein sollte. Die abweichende Einschätzung von
E._ vom 11. Juni 2012 vermag im Beweiswert gegen die im Zusammenwirken der
Gutachter zustande gekommene Beurteilung des Zumutbaren nicht anzukommen,
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auch wenn der Hausarzt über eine längere und intensivere Beobachtungsgrundlage
verfügt. Es ist demnach davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer für körperlich
leichte, wechselbelastende Tätigkeiten bei der Begutachtung (Oktober 2012) zu 70 %
arbeitsfähig war. Mit dieser Angabe sind sowohl der Pausenbedarf wie das reduzierte
Rendement berücksichtigt und ist das Ausmass der Einschränkung präzis bezeichnet
worden.
4.
4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), nach Art. 16 ATSG in
Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). - Für die Ermittlung des
Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss entscheidend, was die versicherte
Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Da nach empirischer
Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt
worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens
grundsätzlich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der
Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (vgl.
Bundesgerichtsentscheid i/S. K. vom 23. März 2009, 8C_515/08).
4.2 Der Beschwerdeführer war seit 1989 stets beim selben Arbeitgeber angestellt
gewesen. Er verdiente gemäss dem IK-Auszug (act. 5) im Jahr 2004, dem Jahr vor
Eintritt der Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit, Fr. 60'202.--. Es kann
angenommen werden, dass er die Anstellung ohne Eintritt des Gesundheitsschadens
beibehalten hätte. In den letzten drei Jahren ab 2002 war das Einkommen stets
angestiegen. Zuvor hatte es von 2001 (mit damals bereits Fr. 59'156.--) auf 2002 einen
Rückgang auf ein Einkommen von Fr. 55'752.-- gegeben (wie in der gesamten Zeit ein
einziges weiteres Mal im Jahr 1997). Es rechtfertigt sich daher, auf das Einkommen von
Fr. 60'202.-- als Valideneinkommen 2004 abzustellen. - Ein Einkommensvergleich für
einen späteren Zeitpunkt braucht nicht gemacht zu werden, da die
Nominallohnentwicklung für Männer im Baugewerbe (Valideneinkommen) und für
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Männer im Total aller Wirtschaftszweige (Invalideneinkommen; s. unten) nur
unwesentlich divergierend verlaufen ist (im Baugewerbe von 2004 bis 2010 von 112.7
auf 122.8 rund 8.9 % und von 2010 bis 2013 nochmals von 100 auf 102.3, total somit
auf 125.6, um insgesamt rund 11.4 %; im Total von 2004 bis 2010 von 113.3 auf 123.4
rund 8.9 % bzw. bis 2013 auf 126.5, total rund 11.6 %; vgl. T1.93 und T1.1.10 des
Bundesamtes für Statistik).
4.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär
von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person
konkret steht. Da der Beschwerdeführer keine Erwerbstätigkeit mehr ausübt, sind
hierfür statistische Werte beizuziehen (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.1,
Bundesgerichtsentscheid vom 23. Januar 2012, 8C_604/11). Denn es kann ferner
angenommen werden, dass der Beschwerdeführer auf einem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt, wie er für die Invaliditätsbemessung massgeblich ist, der also durch ein
gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage ausgezeichnet ist und, was
die dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch den
körperlichen Einsatz angeht, einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten aufweist, seine
Restarbeitsfähigkeit verwerten kann. Die Anforderungen, die er stellen muss, sind zwar,
namentlich was den Pausenbedarf betrifft, einschneidend. Sie lassen das Finden einer
Anstellung auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt jedoch nicht als
realitätsfremd erscheinen. Die Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit muss auch nicht
wegen des Lebensalters des Beschwerdeführers verneint werden, der bei der
Begutachtung 54-jährig war und somit noch eine erheblich lange Aktivitätsdauer vor
sich hat. Für eine Unverwertbarkeit infolge des höheren Lebensalters bestehen im
Übrigen verhältnismässig hohe Hürden (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 9. Juli 2015,
9C_118/15). Es ist somit insgesamt davon auszugehen, dass eine für die Annahme der
Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit ausreichende Zahl an Arbeitsmöglichkeiten für den
Beschwerdeführer bestünde, würden die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an
Arbeitskräften entsprechen. In der bundesgerichtlichen Rechtsprechung wird auch in
jüngerer Zeit noch jeweils auf einfache Überwachungs- und Prüftätigkeiten sowie auf
Arbeiten in der Bedienung von Maschinen oder Produktionseinheiten (vgl. etwa
Bundesgerichtsentscheid vom 28. August 2015, 8C_217/15) oder auf
Montagetätigkeiten hingewiesen, was auch vorliegend zu genügen hat.
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4.4 Das statistische Durchschnittseinkommen für einfache und repetitive Tätigkeiten
aller Zweige im privaten Sektor lag für Männer im Jahr 2004 bei Fr. 57'258.-- (vgl.
Anhang 2 der Textausgabe Invalidenversicherung, Gesetze und Verordnungen, 2008,
herausgegeben von der Informationsstelle AHV/IV, S. 204, basierend auf der
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung LSE des Bundesamtes für Statistik).
4.5 Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre
gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur
mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist ein Abzug von den
Tabellenlöhnen zu machen. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss
aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der
Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 %
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. BGE 134 V 322 E. 5.2 und BGE 126 V 75). Der
Beschwerdeführer hat vor Eintritt des Gesundheitsschadens stets körperlich schwere
Arbeit verrichtet. Aus dem Abzugsgrund, dass versicherte Personen, welche in ihrer
letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichtet haben und nach Eintritt des
Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nur noch beschränkt einsatzfähig
sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder
Hilfsarbeiter nicht erreichen, hat sich inzwischen der allgemeine behinderungsbedingte
Abzug entwickelt (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 5. April 2013, 8C_99/13). Es soll
in einer gesamthaften Schätzung der Tatsache Rechnung getragen werden, dass
persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung,
Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können und die versicherte
Person je nach deren Ausprägung deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf
einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem
Erfolg verwerten kann (BGE 135 V 297 E. 5.2). Zu berücksichtigen ist vorliegend nebst
der Tatsache der früheren ausschliesslich schweren Arbeit des Beschwerdeführers im
Tiefbau beim selben Arbeitgeber, dass er in verschiedener Hinsicht in seiner
Gesundheit (wenn auch nicht durchgehend auch als Ursache für Arbeitsunfähigkeit)
beeinträchtigt ist (metabolisches Syndrom; Polyneuropathie, act. 113-28; Wirbelsäule
lumbal; Schulter beidseits; rezidivierende schwere Cholangitiden; Gonarthrose). Zwar
hat die erforderliche Pausenzeit (der Beschwerdeführer benötigt wie erwähnt jede
Stunde eine namhafte zusätzliche Pause) als solche bereits in der
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Arbeitsfähigkeitsschätzung ihren Niederschlag gefunden. Es ist aber auch zu erwarten,
dass das erreichbare Lohnniveau wegen der vielen nötigen Arbeitsunterbrüche im
Vergleich zu gesunden Mitbewerbern tiefer liegen wird. Im Übrigen war und ist der
Beschwerdeführer inzwischen schon lange aus dem Arbeitsprozess ausgeschieden.
Ein Teilzeitabzug ist hingegen nicht vorzunehmen, weil der Beschwerdeführer seine
Restarbeitsfähigkeit nach gutachterlicher Auffassung in einem vollzeitlichen Pensum
(vgl. hierzu die Bundesgerichtsentscheide vom 17. November 2015, 9C_380/15, und
vom 4. April 2012, 8C_20/12) zu erbringen vermag. Die Beschwerdegegnerin hat einen
Abzug von 10 % vom Tabellenlohn vorgenommen. Dieser erscheint als den diversen
Einflüssen auf das zu erwartende Lohnniveau nicht angemessen und ist auf 15 %
anzuheben. Damit stellt sich das Einkommen auf Fr. 48'669.--.
4.6 Bei einer Arbeitsfähigkeit von 70 % reduziert sich das zumutbarer Weise
erreichbare Invalideneinkommen auf rund Fr. 34'068.--. Der Invaliditätsgrad macht
somit 43 % aus. Der Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine Viertelsrente.
5.
5.1 Zur retrospektiven Entwicklung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers
wurde unter allgemeininternistischem Gesichtspunkt festgehalten, für leichte bis
mittelschwere Tätigkeiten hätten kurzzeitige Arbeitsunfähigkeiten bei Exazerbation der
Gallenblasensymptomatik bestanden. Orthopädisch betrachtet lag danach für
körperlich schwere Tätigkeiten seit dem 18. Dezember 2006 Arbeitsunfähigkeit vor
(gemäss damaligen Bericht des Spitals D._). Für leichte bis mittelschwere adaptierte
Tätigkeiten habe (sc. auch früher) keine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit im Sinn
einer invalidisierenden Erkrankung bestanden. Der Gutachter der Rheumatologie
erklärte, im Rahmen der akuten lumboradikulären Symptomatik im Sommer 2009 habe
während mindestens etwa sechs Monaten eine hochgradige Arbeitsunfähigkeit auch
für eine geeignete Tätigkeit vorgelegen. Ab Beginn des Jahres 2010 habe keine
vollständige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten mehr bestanden. Eine exakte
retrospektive Beurteilung sei schwierig; es sollte auf die Beurteilung der damals
behandelnden Ärzte abgestellt werden. Die Einschätzung der Klinik Valens, wonach die
funktionelle Leistungsfähigkeit im Bereich einer bis mittelschweren Tätigkeit mit
Gewichtsbelastungen bis zu 17.5 kg liege, scheine angesichts der nachgewiesenen
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zweifachen lumbalen Diskushernie nicht vollständig nachvollziehbar zu sein. Es werde
(gutachterlich) von einer tieferen Belastbarkeit ausgegangen (leichte Rückenbelastung
mit Maximalgewichten von 5 bis 10 kg). Nach neurologischen Angaben besteht die
Rückenproblematik nach den Akten seit Juni 2009. Interdisziplinär wurde geschlossen,
eine Arbeitsfähigkeit von 70 % könne bei wechselhaftem Verlauf über die Zeit gemittelt
bereits seit Juni 2009 angenommen werden. Gemäss diesen Angaben konnte im Juni
2010 ein mögliches Wartejahr ablaufen. Das kann, weil aus der 30-prozentigen
Arbeitsunfähigkeit ein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiert, angenommen
werden, auch wenn die Arbeitsunfähigkeit als solche 40 % nicht erreichte (vgl.
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. Februar 2014, IV
2012/142 E. 3.5.1). Die letzte formell rechtskräftige Rentenabweisung vom Januar 2010
steht dem nicht entgegen. Aufgrund der Anmeldung vom November 2011 ist der
Rentenanspruch indessen erst im Mai 2012 entstanden.
5.2 Nach der Begutachtung hat sich im Gesundheitszustand insofern eine
Veränderung ergeben, als der Beschwerdeführer sich im Januar 2013 im Spital D._
einer Kniearthroskopie unterziehen musste. Der behandelnde Arzt E._ erklärte, die
Kniegelenksbeschwerden rechtsbetont hätten nach der Begutachtung deutlich
zugenommen und es habe sich radiologisch zusätzlich eine deutliche Gonarthrose
gezeigt. Bei der Arthroskopie erfolgten dann eine Innenmeniskushinterhornteilresektion,
eine Entfernung eines freien Gelenkkörpers und die Resektion der Plica sowie ein
Knorpeldébridement medialer Femurkondylus und mediales Tibiaplateau (vgl. act.
138-3). E._ gab in der Stellungnahme vom 26. August 2013 an, nach diesem Eingriff
habe sich die Schmerzsituation vorerst etwas gebessert. Der Beschwerdeführer leide
aber weiterhin an rezidivierenden Kniegelenksergüssen und Knieschmerzen. Diese
dürften (offenbar zurzeit der Begutachtung wie danach) einen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit haben. Für den Fall der Beschwerdepersistenz habe das Spital D._
eine Totalprothese empfohlen. Zwar ist festzuhalten, dass sich die zu bestimmende
Arbeitsfähigkeit nicht ohne Untersuchung der versicherten Person allein aufgrund
allgemeiner Erfahrungsannahmen für durchschnittliche Heilungszeiten schätzen lässt.
Da die Angaben des behandelnden Arztes indessen nicht auf einen relevant
verschlechterten Zustand des Beschwerdeführers schliessen lassen, rechtfertigt es
sich für den hier massgebenden Sachverhalt bis zum Zeitpunkt vom 6. November
2013, im Ergebnis mit dem RAD davon auszugehen, dass sich die Arbeitsfähigkeit
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aufgrund der Kniebeschwerden nach der Begutachtung einzig qualitativ verändert hat.
Es bleibt damit bei der Arbeitsunfähigkeit von 30 % und beim oben festgehaltenen
Rentenanspruch. Allfällige spätere Veränderungen betreffen nicht mehr dieses
Verfahren.
6.
6.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 6. November 2013 gutzuheissen und dem
Beschwerdeführer ist ab Mai 2012 eine Viertelsrente zuzusprechen. Die Sache ist zur
Rentenberechnung und Festsetzung der Leistung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
6.2 Angesichts des Obsiegens des Beschwerdeführers braucht die am 4. März 2014
erteilte Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht in Anspruch genommen zu
werden.
6.3 Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1bis IVG), sind gesamthaft der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP/SG). Eine Entscheidgebühr
von Fr. 600.-- erscheint angemessen.
6.4 Der Beschwerdeführer hat bei diesem Verfahrensausgang auch Anspruch auf
Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Der Bedeutung der Streitsache
und dem Aufwand angemessen erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).