Decision ID: 4014cf4b-af3f-5147-9e6d-91d043e432c9
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Robert Baumann, Waisenhausstrasse 17,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
Helsana Unfall AG, Postfach, 8081 Zürich Helsana,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war in einem Pensum von 60% bei der B._, tätig
und dadurch bei der Helsana Versicherungen AG (nachfolgend: Helsana)
unfallversichert, als sie am 7. April 2008 in einer Kurve die Kontrolle über ihr Auto
verlor, über den rechten Strassenrand geriet und einen Eisenzaun durchbrach. Das
Auto rutschte daraufhin ca. 40 Meter einen Abhang hinunter, wobei es sich 4-5 Mal
überschlug und schlussendlich auf dem Dach liegen blieb (act. G 17.1/K2, K27 ). Die
Versicherte wurde ins Spital X._ eingeliefert und dort bis zum 8. April 2008 behandelt.
Dabei wurde ein Beschleunigungstrauma der Halswirbelsäule (HWS) diagnostiziert (act.
G 17.1/M2, M4). Die Weiterbehandlung nach Spitalaustritt erfolgte insbesondere durch
den Hausarzt, Dr. med. C._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin (act. G 17.1/M3,
M5), sowie Dr. med. D._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin (act. G 17.1/M20, M21,
K39, K41). Nachdem die Versicherte nach dem Unfall zunächst zu 100% arbeitsunfähig
gewesen war, hatte sie ihre Arbeit ab 23. Juni 2008 in einem Pensum von 50%
aufnehmen können. Per 8. September 2008 hatte sie wieder eine volle Arbeitsfähigkeit
erreicht (act. G 17.1/K13, K22 f., K28, K33). Die Helsana anerkannte ihre
Leistungspflicht. In einer Telefonnotiz vom 19. Februar 2010 hielt die Helsana fest, die
Versicherte habe ihr gleichentags mitgeteilt, dass sie Dr. D._ letztmals im Januar
2010 konsultiert habe und die Behandlungen abgeschlossen seien. Man habe die
Versicherte hierauf darüber informiert, dass der Fall abgeschlossen werde und sie sich
bei einem Rückfall wieder melden könne (act. G 17.1/K46).
A.b Am 29. Juni 2011 teilte die Versicherte der Helsana telefonisch mit, dass sie sich
wegen Schwindelattacken wieder in ärztliche Behandlung begeben habe. Die Helsana
stellte ihr darauf einen Fragebogen für Rückfälle zu, den die Versicherte am 11. Juli
2011 beantwortete (act. G 17.1/K47 f., K50). In der Folge verlangte die Helsana bei den
im Fragebogen angeführten Ärzten - Dr. med. E._, Spezialarzt FMH für ORL, X._,
Dr. med. F._, Praktischer Arzt, sowie Dr. med. St. H._, Facharzt FMH
Neurochirurgie, B._, Neurochirurgisches Zentrum, Heiden, - und beim ebenfalls
behandelnden Arzt Dr. med. G._, Spezialarzt FMH für Otorhinolaryngologie, Hals-
und Gesichtschirurgie, St. Gallen, die medizinischen Berichte ein (act. G 4.1/29 ff., act.
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G 17.1/M22 ff.) ein. Am 4. Oktober 2011 legte Dr. H._ der Helsana einen weiteren
Untersuchungsbericht vor (act. G4.1/34, act. G 17.1/M26). Am 5. Oktober 2011
unterbreitete die Helsana die Akten ihrem beratenden Arzt, Dr. med. I._, Facharzt für
Innere Medizin FMH, welcher einen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den
von der Versicherten im Juni bzw. Juli 2011 gemeldeten Beschwerden und dem Unfall
vom 7. April 2008 nur als möglich bezeichnete (act. G 17.1/M28).
A.c Gestützt auf diese Beurteilung teilte die Helsana der Versicherten mit Verfügung
vom 10. Oktober 2011 mit, sie sei für die am 29. Juni 2011 als Rückfall zum Ereignis
vom 7. April 2008 gemeldeten Beschwerden nicht leistungspflichtig (act. G 17.1/K56).
B.
Die gegen diese Verfügung von der CAP Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG,
St. Gallen, für die Versicherte am 16. November 2011 erhobene Einsprache (act. G
17.1/K65) wies die Helsana mit Einspracheentscheid vom 13. April 2012 ab (act. G
17.1/K71). Der Krankenversicherer hatte eine vorsorglich erhobene Einsprache wieder
zurückgezogen (act. G 17.1/K60, K69).
C.
C.a Mit Eingabe vom 14. Mai 2012 erhob Rechtsanwalt lic. iur. R. Baumann, St. Gallen,
für die Versicherte Beschwerde mit den Anträgen, der Einspracheentscheid vom 13.
April 2012 (und damit auch die Verfügung vom 10. Oktober 2011) sei vollumfänglich
aufzuheben. Es sei festzustellen, dass für den von der Beschwerdeführerin am 29. Juni
2011 und 11. Juli 2011 gemeldeten Schadenfall bzw. die entsprechenden
Beschwerden eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin bestehe, bzw. die
Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin die gesetzlichen
Leistungen (Behandlungskosten, Wegkosten, Taggelder, Rente,
Integritätsentschädigung, etc.) ab wann rechtens, zuzusprechen und auszurichten.
Eventualiter sei in Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids die Streitsache
an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme weiterer, insbesondere medizinischer
Abklärungen zurückzuweisen, damit nach Vorliegen der Abklärungsergebnisse neu
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über die Leistungsansprüche der Beschwerdeführerin verfügt werden könne, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 15. Juni 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin
die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde (act. G 4).
C.c Mit Replik vom 23. Oktober 2012 (act. G 13) und Duplik vom 21. November 2012
(act. G 17) bestätigten die Parteien ihre Standpunkte. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin legte zusammen mit der Replik weitere medizinische Akten vor
(act. G 13.1).
C.d Auf die weiteren Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt
der übrigen Akten wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid (Erwägung II.4,
II.7, II.9) die rechtliche Voraussetzung der für eine Leistungspflicht des Unfallver
sicherers erforderlichen Kausalität zwischen Unfall und in dessen Folge eingetretener
Gesundheitsschädigung (Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung
[UVG; SR 832.20]; BGE 129 V 181 E. 3) sowie die Leistungspflicht bei Rückfällen
zutreffend dar; darauf ist zu verweisen.
2.
2.1 Fest steht, dass die Beschwerdegegnerin mit der Ausrichtung von Leistungen die
Unfallkausalität zwischen dem Unfall vom 7. April 2008 und den anschliessend
aufgetretenen - eine Heilbehandlung notwendig machenden und eine
Arbeitsunfähigkeit bewirkenden - Beschwerden anerkannt hat. In ihrer Telefonnotiz
vom 19. Februar 2010 ist sodann von einem Behandlungsabschluss im Januar 2010
die Rede (act. G 17.1/K46). Ihre volle Arbeitsfähigkeit hatte die Beschwerdeführerin
bereits im September 2008 wieder erreicht (act. G 17.1/K33). Im Juni bzw. Juli 2011
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meldete sie eine erneut aufgetretene Behandlungsbedürftigkeit an. Während sich die
Beschwerdegegnerin nun auf den Standpunkt stellt, die Beschwerdeführerin habe zu
beweisen, dass die neu gemeldeten Beschwerden im Sinn eines Rückfalls mit dem
Unfall vom 7. April 2008 in einem natürlichen Kausalzusammenhang stünden, geht die
Beschwerdeführerin von einem Fortdauern des Grundfalls aus, womit die
Beschwerdegegnerin den Wegfall der Kausalität beweisen müsste.
2.2 Wenn und solange die (weitere) Erbringung erheblicher Leistungen zur Diskussion
steht, hat der Fallabschluss in Form einer Verfügung zu erfolgen (BGE 132 V 417 E. 4;
Art. 124 UVV). Erlässt der Versicherer stattdessen nur ein einfaches Schreiben, erlangt
dieses in der Regel dann rechtliche Verbindlichkeit, wenn die versicherte Person nicht
innerhalb eines Jahres Einwände erhebt (BGE 134 V 145). Standen zu einem
bestimmten Zeitpunkt keine Leistungen mehr zur Diskussion, kann ein Rückfall auch
vorliegen, ohne dass der versicherten Person mitgeteilt wurde, der Versicherer
schliesse den Fall ab und stelle seine Leistungen ein. In dieser Konstellation ist
entscheidend, ob zum damaligen Zeitpunkt davon ausgegangen werden konnte, es
werde keine Behandlungsbedürftigkeit und/oder Arbeitsunfähigkeit mehr auftreten.
Dies ist im Rahmen einer ex-ante-Betrachtung unter Berücksichtigung der konkreten
Umstände zu beurteilen. Dabei kommt der Art der Verletzung und dem Verlauf der
Genesung eine entscheidende Rolle zu. Lag ein vergleichsweise harmloser Unfall mit
günstigem Heilungsverlauf vor, welcher nur während relativ kurzer Zeit einen Anspruch
auf Leistungen begründete, wird tendenziell eher von einem stillschweigend erfolgten
Abschluss auszugehen sein als nach einen komplizierten Heilungsverlauf. Andererseits
ist der Leistungsanspruch unter dem Aspekt des Grundfalls und nicht unter demjenigen
des Rückfalls zu prüfen, wenn die versicherte Person während der leistungsfreien Zeit
weiterhin an den nach dem Unfall aufgetretenen Beschwerden gelitten hat bzw. wenn
Brückensymtome gegeben sind, die das Geschehen über das betreffende Intervall
hinweg als Einheit kennzeichnen (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Dezember 2008,
8C_185/2008, E. 4.3 mit Hinweisen).
2.3
2.3.1 Die Beschwerdegegnerin hat den Grundfall nie formell (mit entsprechender
Verfügung) abgeschlossen. In den Akten findet sich lediglich eine Notiz vom 19.
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Februar 2010 über ein Telefongespräch mit der Beschwerdeführerin (act. G 17.1/K46).
Es wurde notiert, die Beschwerdeführerin sei letztmals im Januar 2010 bei Dr. D._
gewesen. Die Behandlungen seien abgeschlossen worden. Sie fühle sich sehr gut und
habe auch keine Kopfschmerzen mehr. Sie gehe noch ein bis zweimal pro Woche ins
Krafttraining. Laut Telefonnotiz folgte sodann von der Beschwerdegegnerin die - zwar
nicht schriftliche, immerhin aber telefonische bzw. mündliche - Erklärung, dass sie den
Fall abschliesse. Die Beschwerdeführerin machte daraufhin gegenüber der
Beschwerdegegnerin bis zur Rückfallmeldung vom 29. Juni 2011 (act. G 17.1/K47)
keinerlei Versicherungsleistungen geltend. Da die Rückfallmeldung deutlich über ein
Jahr nach dem formlosen, immerhin jedoch mündlich mitgeteilten Fallabschluss
erfolgte bzw. die Beschwerdeführerin innerhalb eines Jahres keine Einwände gegen die
Information der Beschwerdegegnerin vom 19. Februar 2010 erhob, ist nach geltender
Praxis von einer Rückfallsituation auszugehen (vgl. BGE 134 V 145).
2.3.2 Die Beschwerdegegnerin durfte im Übrigen auch ex ante betrachtet davon
ausgehen, dass nach dem Februar 2010 keine Behandlungsbedürftigkeit und/oder
Arbeitsunfähigkeit mehr auftreten werde. Die erstbehandelnden Ärzte des Spitals X._
diagnostizierten bei der Versicherten ein HWS-Beschleunigungstrauma (act. G 17.1/
M2). Das Unfallereignis vom 7. April 2008 war nicht ohne weiteres als harmlos
einzustufen. Eine schwerwiegendere Beeinträchtigung der HWS oder auch anderer
Körperteile wäre durch das mehrmalige Überschlagen des Autos durchaus möglich
gewesen. Andererseits ist allgemein zu berücksichtigen, dass die Heilung einer HWS-
Distorsion ohne strukturelle Läsion (vgl. dazu Erwägung 3.3.1) gemäss medizinischer
Erfahrung im Regelfall innerhalb eines gewissen Zeitraums - in der Regel innerhalb von
sechs Monaten bzw. spätestens einem Jahr (bei vorbestehenden degenerativen
Veränderungen) nach dem Unfall - eintritt (vgl. dazu E. Bär, Prellung, Verstauchung
oder Zerrung der Wirbelsäule, Ein Update. In Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 79
[2008] S. 100 ff. mit zahlreichen Hinweisen auf ältere Publikationen; Alfred M.
Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 805; Rolf P.
O._egger, Das "Schleudertrauma" der Halswirbelsäule - Stand der Diskussion, in:
SZS 39/1995 S. 255). In seinem Bericht vom 18. Februar 2009 führte Dr. D._ aus,
dass die Beschwerdeführerin nach wie vor Taubheitsgefühle in den Fingern III. bis V.
sowie Nacken- und Kopfschmerzen beklage. Als Befunde erhob er eine Dysfunktion
der HWS-Gelenke und Muskulatur sowie eine Einschränkung der HWS-Rotation nach
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rechts zwischen dem 1. und 2. Wirbel um 50%. Unmittelbar nach der manuellen
Behandlung habe eine Normalisierung stattgefunden. Es bestehe ein absoluter
Zusammenhang der Beschwerden mit dem Unfallereignis. Die Beschwerdeführerin
habe zwar auf die bisherigen zahlreichen Therapien nicht angesprochen, sei aber in
klarem Gegensatz dazu jetzt fast beschwerdefrei. Sie sei insgesamt fünf Mal bei ihm
gewesen und habe ausgesprochen positiv auf seine Behandlung angesprochen, so
dass die Behandlungsintervalle sukzessive hätten vergrössert werden können. Vorerst
sei ein Intervall von vier Wochen vorgesehen. Geplant sei die Weiterführung seiner
manuellen und myofaszialen Behandlung in grösser werdenden Abständen. Die
Prognose sei gut. Rezidive seien in den ersten Monaten noch möglich, könnten aber
schnell und effizient abgefangen werden (act. G 17.1/M20). Im Verlaufsbericht vom 18.
August 2009 hielt Dr. D._ sodann fest, die Beschwerdeführerin habe erst seit der
manuellen und myofaszialen Behandlung bei ihm (bisher neun Sitzungen) eine
deutliche Besserung ihrer Beschwerden erfahren. Sie habe zeitweise schmerzfreie
Tage, manchmal aber unter Belastung - wenn auch in der Intensität nicht mehr
vergleichbar - ähnliche Probleme wie früher. Bei massiven Verspannungen habe sie
auch Parästhesien in den Händen. Zurzeit seien nur noch alle acht Wochen
Behandlungen nötig. Auf diese spreche sie ausgezeichnet an. Gelegentlich würden nur
kleinere Rezidive auftreten. Die letzte Sitzung habe am 8. Juni 2009, die jetzige am 17.
August 2009 stattgefunden. Nach seiner Strategie müsse die Beschwerdeführerin über
längere Zeit in solchen Abständen oder vielleicht noch grösseren Abständen behandelt
werden, damit eine dauerhafte Heilung eintreten könne. Eine intensiviertere
Behandlung sei zurzeit nicht notwendig, da die Teil-Rezidive sowieso kommen würden,
mit oder ohne intensive Behandlung. Der Endzustand des unfallbedingten Schadens
sei noch nicht eingetreten. Es könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein noch
besseres Heilungsergebnis als jetzt erzielt werden. Der Beweis dafür liege darin, dass
die Behandlungsabstände immer mehr hätten vergrössert werden können, ohne dass
es der Beschwerdeführerin schlechter gegangen sei. Somit sei dies der Beweis, dass
bereits eine deutliche Besserung eingetreten sei, wenn die Beschwerdeführerin auch
nicht ganz beschwerdefrei sei. Es bestehe keine dauernde erhebliche Schädigung der
Integrität, da immer noch mit einer Verbesserung zu rechnen sei. Allerdings würde er
die Beschwerdeführerin gern in so grossen Abständen weiter behandeln. Es sei zu
bedenken, dass bis jetzt erst neun Sitzungen nötig gewesen seien und seine Strategie
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auf Langfristigkeit ausgerichtet sei (act. G 17.1/M21). Im Januar 2010 und damit ein
viertel Jahr später wurde die Behandlung bei Dr. D._ schliesslich abgeschlossen und
die Beschwerdeführerin erklärte, es gehe ihr sehr gut, sie habe auch keine
Kopfschmerzen mehr (act. G 17.1/K46). Den Berichten von Dr. D._ sowie der
Mitteilung der Beschwerdeführerin ist ohne weiteres ein günstiger Heilungsverlauf ohne
bedeutsame Stagnationen, mit nur gewöhnlichen gelegentlichen Teil-Rezidiven und
letztlich erreichter Beschwerdefreiheit bzw. bleibendem Erfolg zu entnehmen.
Nachdem die Versicherte nach dem Unfall zunächst zu 100% arbeitsunfähig gewesen
war, nahm sie ihre Arbeit ab 23. Juni 2008 wieder zu 50% auf und war sodann bereits
wieder seit 8. September 2008 in ihrem 60%-Pensum durchgängig voll arbeitsfähig.
Angesichts dieser Sachlage und des von der Beschwerdeführerin selbst mitgeteilten
Therapieabschlusses bei Dr. D._ durfte die Beschwerdegegnerin davon ausgehen, es
werde keine Behandlungsbedürftigkeit und/oder Arbeitsunfähigkeit mehr auftreten (act.
G 17.1/K13, K22 f., K28, K33).
2.4 Brückensymptome, die das Geschehen über die leistungsfreie Zeit hinweg als
Einheit kennzeichnen bzw. auf ein Andauern das Grundfalls schliessen lassen würden,
sind im konkreten Fall nicht mit der erforderlichen überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen (vgl. dazu Th. Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl.
Bern 2003, S. 451 f.). Zwar können Brückensymptome naturgemäss auch relativ
harmloser Natur sein und dürfen in der Regel nicht nur dann anerkannt werden, wenn
sie auch durchgängig ärztlich behandelt wurden (vgl. Urteil des EVG vom 6. Juni 2006,
U 12/06, E. 4.3.2). In Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin ist jedoch
festzuhalten, dass ein rund 18 Monate dauerndes Intervall gänzlich ohne ärztliche
Behandlung oder Kontrolle mit durchgehender Arbeitsfähigkeit, vielmehr für einen
Unterbruch der nach dem Unfall aufgetretenen Beschwerden spricht. Der Umstand,
dass die Beschwerdeführerin laut Akten ab Februar 2011 physiotherapeutische
Behandlungen in der B._, Heiden, absolvierte (act. G 13.2 f.), laut ärztlichem Attest
vom 23. Oktober 2012 am 29. März 2011 Dr. med. J._, Facharzt FMH für
orthopädische Chirurgie, Wirbelsäulenzentrum am Rosenberg, St. Gallen, konsultierte
und ihr dabei eine neue Physiotherapieverordnung ausgestellt wurde (act. G 15.1),
vermag an dieser Beurteilung nichts zu ändern. Die behandlungsfreie Zeit würde damit
immer noch ein Jahr betragen. Brückensymptome sind während der behandlungsfreien
Zeit fortdauernde Beschwerden dar. Insofern sind weitere ärztliche Untersuchungen
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bzw. die dabei erhobenen Befunde und Diagnosen sowie fortgesetzte Therapien - wie
von der Beschwerdegegnerin in der Duplik vom 21. November 2012 festgehalten (act.
G 17, Ziff. 4) - nicht bereits Brückensymptomen gleichzusetzen, vermögen aber
massgebenden Hinweis auf Brückensymptome zu bilden. Dies aber selbstverständlich
nur, wenn zwischen den beiden Elementen mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Laut Angaben im
Fragebogen für Rückfälle vom 11. Juli 2011 (act. G 17.1/K50) sowie in der Beschwerde
vom 14. Mai 2012 (act. G 1) ging die Beschwerdeführerin nach Abschluss der Therapie
bei Dr. D._ von sich aus ins Krafttraining, zur Fussreflexzonenmassage, zur
Körpermassage sowie in die Wassergymnastik (act. G 17.1/K50). Die fraglichen
Massnahmen stellen grundsätzlich Therapieoptionen zur Behandlung von HWS-
Beschwerden dar. In Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin sind sie jedoch
durchaus auch blosse Ertüchtigungsübungen und/oder dienen der allgemeinen
Förderung körperlichen Wohlbefindens. Nachdem nach dem Abschluss der ärztlichen
Behandlung durch Dr. D._ im Januar 2010 für einen Zeitraum von mindestens einem
Jahr bis zur Geltendmachung weiterer Leistungen keine ärztlichen Berichte über
Untersuchungen mehr vorliegen, denen konkrete Befunde und Diagnosen zu
entnehmen wären, anhand derer ein Zusammenhang mit der HWS-Problematik
hergestellt werden könnte, vermögen die fraglichen Massnahmen somit insgesamt
lediglich einen möglichen Hinweis auf Brückensymptome zu bilden. Während des
fraglichen Zeitraums konnte mithin mit hinreichender Zuverlässigkeit angenommen
werden, die Unfallfolgen seien geheilt, wie es die Definition des Rückfalls (vgl.
Erwägung 2.2) verlangt. Von dieser Beurteilung wäre selbst dann auszugehen, wenn
gegenüber der Beschwerdeführerin anlässlich des Telefongesprächs vom 19. Februar
2010 nicht wörtlich von einem Fallabschluss, sondern von einer momentanen
Einstellung der Behandlung die Rede gewesen wäre. Dabei und angesichts des
Umstands, dass die Behandlung bei Dr. D._ offensichtlich einen massgebenden
Heilungserfolg zeitigte, würde es nämlich erstaunen, dass die Beschwerdeführerin bei
den angeblich fortdauernden Brückensymptomen die Behandlung bei Dr. D._ nicht
wieder aufnahm. Die Nachteile, die sich aus dem fehlenden Nachweis von
Brückensymptomen ergeben, gehen zu Lasten der Beschwerdeführerin, die daraus
Ansprüche für sich ableiten möchte. Als Ergebnis daraus ist die Leistungspflicht der
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Beschwerdegegnerin hinsichtlich der am 29. Juni und 11. Juli 2011 gemeldeten
Beschwerden auch unter diesem Aspekt als Rückfall zu prüfen.
3.
3.1 Dass die Beschwerdeführerin unter den im Rückfallfragebogen vom 11. Juli 2011
angeführten Beschwerden, die eine Heilbehandlung notwendig machten (vgl. u. a. act.
G 1.5, act. G 15.1), leidet, wird damit nicht in Abrede gestellt. Vorliegend gilt es jedoch
die Anspruchsberechtigung der Beschwerdeführerin auf Leistungen der
Beschwerdegegnerin als Unfallversicherer und damit die Kausalität der geklagten
Beschwerden zum Unfall vom 7. April 2008 zu prüfen (vgl. Art. 6 UVG). Von Bedeutung
ist vorerst die Frage nach dem Vorliegen relevanter unfallkausaler somatischer Befunde
im Sinn struktureller Veränderungen.
3.2 Die Beschwerdeführerin klagt(e) zunächst sowohl im Rahmen des Grundfalls als
auch des Rückfalls über neurologische Beschwerden bzw. Ausfälle im Sinne von
Schmerzen in den rechten Arm bis in die Finger ausstrahlend sowie
Sensibilitätsstörungen in Händen und Füssen (act. G 17.1/M5 f., M10, M20, act. G
13.5). Im Rahmen des Grundfalls wurde am 14. Juni 2008 eine erste neurologische
Untersuchung durch Dr. med. K._, Facharzt Neurologie, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, St. Gallen, durchgeführt (act. G 17.1/M10). Dieser Arzt verneinte eine
posttraumatische Ulnaris- oder Medianus-Neuropathie verneinte. Die Neurographie
habe keine Hinweise auf eine Neuropathie ergeben. Auffallend sei lediglich die deutlich
zu grosse distale motorische Latenzzeit am Nervus medianus links. Hier liege aber mit
grosser Sicherheit kein Karpaltunnelsyndrom vor, für das es auch klinisch keinen
direkten Anhalt gebe, sondern eine Innervationsanomalie, da die proximale Latenz
völlig normal und das Antwortpotential bei proximaler höher als bei distaler Reizung
gewesen sei. Klinisch würde die Verteilung der Beschwerden (bis auf die hier
angegebenen Sensibilitätsstörungen links radial, die eher zu C6 passen würde) zu
einem radikulären Syndrom C7, C8 beidseits passen. Eine Wurzelläsion sei jedoch im
MRT ausgeschlossen worden, weshalb er kein EMG der paravertebralen Muskulatur
zum Nachweis einer eventuellen Wurzelläsion durchgeführt habe. Die Beschwerden
würden zu einer Zerrung des Armplexus passen. Ursache könne beispielsweise ein
stumpfes Schultertrauma eventuell mit Schleuderbewegung des Kopfes zur Gegenseite
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sein. Zur Untersuchung des unteren Armplexus käme noch ein Schulter-MRT in Frage,
er habe jedoch Zweifel, ob man angesichts der doch geringen klinischen Symptome
eine entsprechende Läsion im Plexusbereich, falls vorhanden, überhaupt nachweisen
könnte. Angesichts der geringen Symptome sei eine nur leichte Nervenläsion
wahrscheinlich und es sei mit einer Ausheilung innerhalb von 2 bis 6 Monaten nach
dem Unfall zu rechnen. Im Bericht über das Schulter-MRT rechts vom 30. September
2008, durchgeführt durch Dr. med. L._, Facharzt medizinische Radiologie FMH,
wurde keine Verletzung des Armplexus festgehalten (act. G 17.1/M15). Am 27. August
2012 wurde die Beschwerdeführerin im Rahmen des Rückfalls durch Dr. med. M._,
Neurologie FMH, St. Gallen, neurologisch und elektrophysiologisch untersucht. Die
Neurologin diagnostizierte ein unklare Sensibilitätsstörung und "Blockadezustände".
Aus neurologischer Sicht könne sie jedoch die beklagten Beschwerden nicht näher
einordnen. Eine Polyneuropathie sei klinisch und elektrophysiolgisch nicht nachweisbar
(act. G 13.5). Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass die neurologischen
Untersuchungen keine unfallkausalen Verletzungen der Nerven zeigten (vgl. dazu act. G
13.5: Bericht von Dr. F._ vom 5. August 2012).
3.3
3.3.1 Die Beschwerdeführerin beklagte sodann im Rahmen des Grundfalls und des
Rückfalls Kopf- und Nackenschmerzen sowie Schwindelbeschwerden. Die anlässlich
des Grundfalls durchgeführten radiologischen Untersuchungen der HWS brachten
keine somatischen Befunde hervor. So zeigte der Röntgenbefund der HWS anlässlich
der Erstbehandlung im Spital X._ keine frische Fraktur (vgl. act. G 17.1/M2, M4), das
HWS-Röntgen mit Funktionsaufnahmen durch Dr. L._ vom 29. Mai 2008 ein
normentsprechendes HWS-Skelett in Neutralposition, eine etwas eingeschränkte
Beweglichkeit zwischen Inklination und Reklination in beiden Positionen ein weiterhin
normales intervertebrales Alignement, normal weite Bandscheibenräume, keine
Zeichen einer segmentalen Instabilität sowie übereinstimmend keine
frakturverdächtigen Veränderungen (act. G 17.1/M7), und die gleichentags
durchgeführte cervicale Kernspintomographie ebenfalls ein normentsprechendes Bild
speziell ohne Anhaltspunkte für eine spinale, foraminale oder recessale Enge und ohne
Kompression der C7-Nervenwurzel rechts (act. G 17.1/M8).
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3.3.2 Die Beschwerdeführerin hat sich nach Abschluss des Grundfalls bzw. infolge der
als Rückfall gemeldeten Beschwerden in Bezug auf die HWS nochmals
verschiedentlich medizinisch abklären lassen. Unfallkausale strukturelle Veränderungen
konnten jedoch nach wie vor keine festgestellt werden. Wegen der
Schwindelbeschwerden wurde zunächst eine otorhinolaryngologische Untersuchung
durch Dr. E._ durchgeführt. Der ORL-Facharzt konnte laut Bericht vom 15. August
2011 in der Vestibularisprüfung keine eindeutigen Nystagmen feststellen. Die von ihm
erhobenen Befunde bezeichnete er lediglich als fraglich und möglich und hielt
abschliessend fest, dass er mit seinen Untersuchungsmethoden beim Zustand nach
Schleudertrauma sehr feine okulo vestibuläre Dysbalancen nicht feststellen könne. Dies
bedürfe einer relativ aufwendigen Abklärung, wofür er eine Weiterabklärung durch Dr.
G._ empfehle (act. G 17.1/M22). Eine solche fand in der Folge statt. Die im audio-
neurootologischen Bericht von Dr. G._ vom 13. September 2011 (act. G 17.1/M24)
festgehaltenen Untersuchungsergebnisse vermögen jedoch ebenfalls keinen
überwiegend wahrscheinlichen Beweis für eine unfallkausale organische
Schwindelursache sowie die ausserdem beklagten Kopfschmerzen und Cervico-
Cephalgien zu erbringen. Dr. G._ stellt in seinem Bericht die Diagnosen eines Status
nach cervico-cephalem Akzelerations-/Dezelerationstrauma im Rahmen des
Verkehrsunfalls vom 7. April 2008 sowie eines posttraumatischen cervico-encephalen
Syndroms und einer Funktionsstörung des posturalen Kontrollsystems mit peripher-
zentraler vestibulärer Funktionsstörung linksbetont, visuo-oculomotorischer
Funktionsstörung, cervico-proprio-nociceptiver Funktionsstörung rechtsbetont mit
rechtsbetonten Cervico-Cephalgien bei multisegmentaler Funktionsstörung der
cervicalen Bewegungssegmente, pp der cervicalen Facettengelenke und mit
Funktionsstörung entlang des vestibulo-spinalen und cervico-spinalen Reflexes. Von
einer peripher-zentralen vestibulären, visuo-oculomotorischen und cervico-
proprioceptiven Funktionsstörung könne man anhand des erhobenen Befundmusters
im Rahmen der neuro-otometrischen Testbatterie ausgehen. Es handle sich um
Befunde, welche die chronifizierten Schwindel- und Gleichgewichtsbeschwerden
erklären würden. Die posturo-locomotorische Problematik mit posturaler Unsicherheit
erkläre sich durch eine Funktionsstörung entlang des vestibulo-spinalen und cervico-
spinalen Reflexes und eine geringgradig reduzierte neuro-muskuläre Leistung der
unteren Extremitäten. Die chronischen rechtsbetonten Cervico-Cephalgien bzw. die
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cervicogenen Kopfschmerzen seien auf eine Funktionsstörung der cervicalen
Schmerzschleife im afferenten und efferenten Teil auf der Basis eines Reizzustandes
der cervicalen Nociceptoren, vor allem am Niveau der cervicalen Facettengelenke bzw.
der Kapseln der cervicalen Facettengelenke zurückzuführen. Die cervico-
oculometrischen Testverfahren würden bei einem hochgradig reduzierten Gain entlang
des cervico-oculären und cervico-collischen Reflexes auf die Mikroläsionen der
Facettengelenke hinweisen und die pathologischen Werte für die somato-sensorische
Afferenz der computerisierten dynamischen Posturographie seien mit einer
Funktionsstörung entlang des cervico-spinalen Reflexes vereinbar.
3.3.3 Die von Dr. G._ gestellten Hauptdiagnosen eines Status nach cervico-cephalem
Akzelerations-/Dezelerationstrauma im Rahmen des Verkehrsunfalls vom 7. April 2008
sowie eines posttraumatischen cervico-encephalen Syndroms und einer
Funktionsstörung des posturalen Kontrollsystems vermögen keine Unfallkausalität zu
begründen. Über die Unfallrestfolgen wird damit nichts Konkretes ausgesagt.
Ebensowenig bedeutet das Vorliegen von Schmerzsyndromen automatisch das
Vorliegen unfallkausaler struktureller Gesundheitsschädigungen. Laut Roche Lexikon
Medizin (5. Aufl. München 2003, S. 1791) handelt es sich bei einem Syndrom um ein
sich stets mit etwa den gleichen Krankheitszeichen, d.h. einer Symptomatik mit
weitgehend identischem "Symptommuster" manifestierendes Krankheitsbild mit
unbekannter, vieldeutiger, durch vielfältige Ursachen bedingter oder nur teilweise
bekannter Ätiogenese. Der Begriff "posttraumatisch" vermag juristisch gesehen
gleichfalls nichts über eine allfällige Unfallkausalität auszusagen, sondern drückt nur
aus, dass gewisse Beschwerden bzw. gesundheitliche Störungen nach einem Unfall
aufgetreten sind. Die Annahme, dass Gesundheitsbeeinträchtigungen unfallbedingt
sein müssen, weil sie nach dem Unfall aufgetreten sind ("post hoc ergo propter hoc"),
ist nach ständiger Rechtsprechung beweisrechtlich für sich allein nicht ergiebig (vgl. A.
Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460 N 1205;
BGE 119 V 335 E. 2b/bb in fine; SVR 2009 UV Nr. 13 [8C_590/2007] E. 7.2.4 S. 54 mit
Hinweisen). Die von Dr. G._ sowohl als Hauptdiagnose, aber insbesondere auch als
Begleitdiagnosen dokumentierten Funktionsstörungen belegen sodann ebenfalls keine
strukturelle Läsionen. In Bezug auf die von ihm durchgeführten Tests bzw.
Untersuchungen fällt auf, dass die Ergebnisse mehrheitlich im Normbereich liegen oder
lediglich geringfügig auffällige Befunde ergeben haben. Damit ist nicht ohne Weiteres
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nachvollziehbar, woraus sich die von Dr. G._ festgestellten Funktionsstörungen
letztlich ergeben. In seinem Bericht werden zahlreiche Fachbegriffe aneinandergereiht,
die für den medizinischen Laien nur schwer verständlich sind, wodurch die
Nachvollziehbarkeit der Aussage massiv erschwert ist. Gerade deshalb ist auch nicht
zu verstehen, woraus Dr. G._ letztlich die von ihm angeführten und offensichtlich
objektivierten Mikroläsionen der Facettengelenke ableitet. Das diesbezüglich
durchgeführte cervico-oculometrische Testverfahren und insbesondere der als
hochgradig reduziert bezeichnete Gain entlang des cervio-oculären und cervico-
collischen Reflexes ist zumindest im Bericht nicht exakt zu ermitteln. Letzterer wird im
Zusammenhang mit dem Blickfolgebewegungstest mit Kopfrotation nach re und li um
45° genannt. Im Bericht sind zudem weitere Gain-Werte aufgeführt, diese jedoch im
Normbereich liegend oder nur geringgradig reduziert erhoben. Bei der von Dr. G._
unter anderem angewandten Posturographie - mit dieser Untersuchungsmethode
wurde im konkreten Fall ein weiterer Befund im pathologischen Bereich erhoben
(Gesamtaequlibriumscore) - handelt es sich nach der Rechtsprechung sodann um eine
Untersuchungsmethode, mit welcher sich nur beschränkte Erkenntnisse gewinnen
lassen. Die Posturographie liefert zwar zusätzlich Informationen und es lassen sich
damit sonst nicht fassbare Gleichgewichtsstörungen objektivieren. Sie vermag jedoch
keine direkten Aussagen zur Ätiologie des Leidens und zu dessen allfälliger
Unfallkausalität zu machen. Auch lässt sich daraus nicht unmittelbar auf eine
bestimmte Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit schliessen. Sie bildet deshalb lediglich ein
zusätzliches Element bei der Beurteilung vestibulärer Störungen (vgl. die Urteile des
EVG vom 29. März 2006, U 254/04, E. 2.3.2, und U 197/04, E. 3.2, bestätigt durch
Urteil des Bundesgerichts vom 1. September 2009, 8C_964/2008, E. 3.2.3). Der
Wortteil "-algie" der Begleitdiagnose Cervico-Cephalgie bedeutet schliesslich einfach
Schmerz, Leid (Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 262. Aufl. Berlin 2010, S. 49).
Dessen Ursache bzw. eine dafür verantwortliche, konkrete unfallkausale strukturelle
Läsion wird damit nicht erhoben. Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass die
medizinischen Abklärungen von Dr. G._ keine durch den Unfall bedingte, objektiv
ausgewiesene organisch-strukturelle Befunde für den Schwindel sowie die Kopf- und
Nackenschmerzen der Beschwerdeführerin zu belegen vermögen.
3.3.4 Den Berichten von Dr. F._ und Dr. H._ vom 15. August 2011 (act. G 17.1/
M23) bzw. 4. Oktober 2011 (act. G 17.1/M26 f.) sind schliesslich für die fraglichen
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Beschwerden ebenfalls keine Hinweise auf organisch-strukturelle Befunde bzw.
Diagnosen zu entnehmen. Hinsichtlich der von den beiden Ärzten gestellten Diagnosen
"Gleichgewichtsstörungen, Cervikozephalgie" bzw. "chronisch, therapieresistente
Schulter- und Nackenschmerzen rechts paravertebral betont, Cervikozephalgien
rechtsbetont sowie exazerbierend-/rezidivierender Drehschwindel bei St. n.
Schleudertrauma mit HWS-Distorsion im April vor 3 Jahren" ist auf die Ausführungen
im Zusammenhang mit dem Bericht von Dr. G._ zu verweisen (vgl. Erwägung 3.3.3).
Zu ergänzen ist, dass eine Chronifizierung gleichfalls nicht für ein unfallkausales
organisches Substrat spricht. Im Verlauf einer solchen wird das ursprünglich erlittene
Verletzungsmuster für das Ausmass der erlebten Behinderung immer bedeutungsloser.
Andere Faktoren, wie zum Beispiel das Individum selber, die Arbeitsumstände, das
soziale Umfeld, das medizinische und legale System sowie ökonomische Umstände
spielen eine massgebende Rolle
(vgl. Bär/Bertrand/Kiener, Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 67 vom Dezember
1994, S. 45 ff.). Dr. F._ hält sodann in seinem Bericht eine unfallfremde
differentialdiagnostische Möglichkeit als Ursache für die Schwindelbeschwerden -
Otolithen ("OhrO._e") im Bereich der linken Bogengänge - fest. Hinsichtlich der von
beiden Ärzten manuell erhobenen Befunde ist schliesslich - soweit sich diese
überhaupt ausserhalb des Normbereichs befinden - festzuhalten, dass eine solche
Untersuchung nur klinische, nicht aber somatisch-strukturelle Ergebnisse zu Tage
fördert. Als solche gelten Ergebnisse, die reproduzierbar und von der Person des
Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Würde lediglich auf
die Ergebnisse klinischer Untersuchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein
organisches Substrat namhaft gemacht. Entsprechend können ein Thoracic outlet
Syndrom (TOS), myofasziale und tendinotische bzw. myotendinotische Befunde,
Verhärtungen und Verspannungen der Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken sowie
Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit für sich allein nicht als organisch hinreichend
nachweisbare Unfallfolgen betrachtet werden. Gleiches gilt für Nackenverspannungen
bei Streckhaltung der HWS mit Retrohaltung (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 17.
Oktober 2008, 8C_124/2008, mit zahlreichen Hinweisen, sowie vom 7. Februar 2008, U
13/07, E. 3.2 und 3.3).
3.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die medizinischen Abklärungen keine
durch den Unfall bedingten organisch strukturellen Befunde ergeben haben.
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4.
4.1 Ist - wie dies konkret der Fall ist - ein Schleudertrauma oder eine äquivalente
Verletzung der HWS (vgl. dazu SVR 2003 UV Nr. 12 S. 36 E. 3.1.2 mit Hinweisen [U
78/02]) diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit
einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel,
Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und
Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. vor,
so ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach
eingetretenen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in der Regel auch ohne nachweisbare
pathologische bzw. organische Befunde anzunehmen (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl. auch
BGE 117 V 369 E. 3e; Bestätigung in BGE 134 V 109 E. 9). Dieses Beschwerdebild mit
einer Häufung von Beschwerden muss nicht in seiner umfassenden Ausprägung
innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten. Es genügt,
wenn sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS
manifestieren (Urteile des Bundesgerichts vom 30. Januar 2007, U 215/05, und vom
15. März 2007, U 258/06; RKUV 2000 Nr. 359 S. 29 E. 5e). Im Weiteren muss nach der
Rechtsprechung (vgl. dazu Urteil des EVG vom 4. November 2005, U 312/05) nicht der
gesamte Beschwerdekatalog vorliegen, um von einer Unfallkausalität ausgehen zu
können. Da bei der Beschwerdeführerin wichtige der einschlägigen Symptome (Kopf-
und Nackenschmerzen sowie Schwindel) zeitnah nach dem Unfall aufgetreten waren
(vgl. act. G 17.1/M1), wurde von der Beschwerdegegnerin im Rahmen des Grundfalls
das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und
fraglichen Beschwerden anerkannt. Es wurde nie in Frage gestellt und ist in den
medizinischen Akten auch mehrfach belegt (vgl. act. G 17.1/M 3f., M20), dass die
Beschwerdeführerin wegen des Unfalls an Schmerzen und Einschränkungen litt, die zu
vorübergehender Arbeitsunfähigkeit und Behandlungsbedürftigkeit führten.
4.2 Hinsichtlich der mit Rückfallmeldung vom 11. Juli 2011 (act. G 17.1/K50)
vorgebrachten Beschwerden müssen nun aber in die Beurteilung der Frage nach deren
natürlichem Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 7. April 2008 weitere
Umstände miteinbezogen werden. Es fragt sich, unter welchen Umständen noch von
einer überwiegend wahrscheinlichen Unfallkausalität ausgegangen werden kann.
Diesem Erfordernis kann insbesondere eine explizite und schlüssig begründete
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ärztliche Kausalitätszuweisung genügen. Ein mögliches Indiz für eine Rückfallkausalität
bilden sodann die bereits erwähnten Brückensymptome, die das Geschehen über das
betreffende Intervall hinweg als Einheit kennzeichnen.
4.3 Wie in Erwägung 2.4 ausgeführt, sind im konkreten Fall für den Zeitraum von rund
einem Jahr, d.h. zwischen dem Behandlungsabschluss bei Dr. D._ im Januar 2010
(act. G 17.1/K46) mindestens bis zur Vorstellung bei Dr. J._ am 29. März 2011 (G
15.1), Brückensymptome nicht rechtsgenüglich nachgewiesen. Bereits aufgrund dieser
Tatsache erscheint ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den
in der Rückfallmeldung vom 11. Juli 2011 geklagten Beschwerden - schmerzhafte
Hals-Nackenverspannungen, Nacken-Hinterkopfschmerzen, Migräne mit Erbrechen,
Benommenheit, Missempfinden im Gesicht und in den Händen, Konzentrations- und
Gedächtnisstörungen, Schwindel und Gangunsicherheit (act. G 17.1/M11) - fraglich.
4.4 Im Rahmen der Kausalitätsbeurteilung ist weiter der Verlauf der
Beschwerdesymptomatik in Betracht zu ziehen. Im Rahmen des Grundfalls klagte die
Beschwerdeführerin einzig über Nacken- und Kopfschmerzen sowie über
Schwindelbeschwerden. Das neu geklagte Beschwerdebild (vgl. Erwägung 4.3 und den
in den Berichten von Dr. F._ vom 5. August 2012 nochmals ergänzten
Beschwerdekatalog [act. G 13.4 f.]) stellt zwar ebenfalls ein typisches Leidensprofil für
eine HWS-Verletzung dar (vgl. dazu Liste in H. Schmidt, J. Senn, Hrsg.,
Schleudertrauma - neuester Stand: Medizin, Biomechanik, Recht und Case
Management, 1. Aufl. Zürich 2004, S. 14 f.), zeichnet sich jedoch gegenüber dem
Beschwerdebild des Grundfalls durch eine massgebende Symptomausweitung aus.
Treten neuartige Symptome nach einer mehrmonatigen Latenzzeit auf, müssen diese
als für eine HWS-Verletzung untypisch bezeichnet und können nicht als natürlich
kausal der HWS-Verletzung zugeordnet werden (vgl. dazu Erwägung 4.1). In Bezug auf
die Aktivierung von nicht objektivierbaren Unfallverletzungen ist es bei Vorliegen einer
langen Latenzzeit wahrscheinlicher, dass die neuen Beschwerden nunmehr auf einen
anderen, unfallunabhängigen Kausalverlauf zurückzuführen sind.
4.5 Die Beschwerdeführerin hat sich infolge der als Rückfall gemeldeten Beschwerden
nochmals verschiedentlich abklären lassen. Eine überzeugende, schlüssig begründete
ärztliche Einschätzung, welche die (Re-)aktivierung der nicht objektivierbaren
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Unfallverletzungen dem Unfallereignis vom 7. April 2008 zuordnet, liegt jedoch nicht bei
den Akten, womit sich ein natürlicher Kausalzusammenhang nicht mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit begründen lässt.
4.5.1 Am 16. Juni 2011 fand eine erste Konsultation bei Dr. F._ statt. Im
Fragenkatalog der Beschwerdegegnerin hielt der Arzt am 15. August 2011 fest, dass
die von ihm erhobenen Befunde/Diagnosen überwiegend wahrscheinlich in natürlichem
Kausalzusammenhang zum Ereignis vom 7. April 2008 stehen würden. Zur Begründung
führte er an, dass Beschwerdebeginn und -art durch den Unfall erklärbar seien und
keine andere Ursache bekannt sei. Auf die Frage, ob die zur Zeit noch vorhandenen
gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf das Unfallereignis vom 7. April 2008 als
alleinige oder Teilursache zurückzuführen seien, antwortete er, er könne dies nur
annehmen, aber nicht sicher sagen. Zum Schluss bestätigte er nochmals, dass keine
anderen Faktoren als das Unfallereignis bekannt seien, welche den Heilungsverlauf
verzögern würden (act. G 17.1/M23). Am 5. August 2012 berichtete Dr. F._, das
aktuelle Krankheitsbild werde durch eine Reizung (Irritation) der Nervensysteme im
Kopfbereich bzw. der Wirbelsäule hervorgerufen. Für andere Ursachen, als den
stattgehabten Unfall, fänden sich keine Hinweise. Die Kausalität lasse sich also
aufgrund der hohen Wahrscheinlichkeit als Unfallfolge (das Beschwerdebild der
Beschwerdeführerin entspreche genau den möglichen anatomisch geschädigten
Strukturen) und der fehlenden Ursache bzw. Erklärbarkeit anderer Erkrankungen,
herleiten (act. G 13.4). Seine Erklärung, das aktuelle Krankheitsbild werde durch eine
Reizung (Irritation) der Nervensysteme im Kopfbereich bzw. der Wirbelsäule
hervorgerufen, wofür der stattgehabte Unfall ursächlich sei, kommt einer Behauptung
gleich, für welche es keine überzeugende Begründung gibt. Im Übrigen räumt er in
seinem weiteren Bericht vom 5. August 2012 (act. G 13.5) ein, dass auch andere,
krankheitsbedingte Gründe für die Nervenstörung in Frage kommen könnten. Seiner
anfänglichen Bejahung der überwiegend wahrscheinlichen Kausalität im Bericht vom
15. August 2011 schliesst sich letztlich auch die nicht mehr mit der gleichen
Überzeugungskraft ausgestattete Formulierung an, er könne eine alleinige
Unfallkausalität oder Teilursächlichkeit des Unfalls nur annehmen, aber nicht sicher
bestätigen. Genauso wie vieles möglich ist, kann vieles auch angenommen werden
oder als gleich wahrscheinlich gelten. Der Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit ist damit jedoch nicht erfüllt. Zusammenfassend ist mithin
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festzuhalten, dass die Ausführungen von Dr. F._ einen Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfallereignis vom 7. April 2008 und der als Rückfall gemeldeten
Beschwerdesymptomatik nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermögen.
4.5.2 Ab 7. Juli 2011 gab sich die Beschwerdeführerin bei Dr. H._ in Behandlung,
welcher am 21. September 2011 ebenfalls den Fragenkatalog der Beschwerdegegnerin
ausfüllte (act. G 17.1/M25). Auch er stellte eine überwiegend wahrscheinliche Kausalität
zum Unfallereignis vom 7. April 2008 fest und verneinte das Vorliegen unfallfremder
Faktoren. Im Übrigen verwies er auf seinen Bericht vom 4. Oktober 2011 (act. G 17.1/
M26 f.). Seiner Feststellung im Fragenkatalog widersprechend verwies er darin unter
der Rubrik "Beurteilung und Procedere" auf das Untersuchungsergebnis von Dr. E._,
der einen Verdacht auf Otolithen im Bereich der linken Bogengänge gestellt habe.
Dieser sei der Patientin ausführlich als differentialdiagnostische Möglichkeit für ihre
Schwindelbeschwerden dargelegt worden. Im Weiteren hielt Dr. H._ fest, dass sich
die Patientin nach Abschluss ihres Urlaubs hinsichtlich der vorbekannten HWS-
Beschwerden deutlich gebessert gezeigt habe. Weitere Kontrolltermine beim
behandelnden HNO-Spezialisten seien nicht geplant gewesen. Er habe mit der
Patientin besprochen, bei Persistenz der Beschwerden als interventionelles Vorgehen
eine selektive Präzisionsdiagnostik mit Blockade des 3. Occipitalnerven vorzunehmen.
In Anbetracht des lindernden Leidensdrucks sehe die Patientin jedoch zum aktuellen
Zeitpunkt hiervon ab. Sie werde gegebenenfalls bei gesteigertem Leidensdruck erneut
bei ihm vorstellig. - Die Ausführungen von Dr. H._ vermögen keine überwiegend
wahrscheinliche Unfallkausalität der Rückfallsymptomatik zu begründen. Vielmehr
verweist er auf einen unfallfremden Faktor und beschreibt im weiteren einen
massgebenden Beschwerderückgang. Entsprechend konnten von ihm durchwegs
normale Befunde erhoben werden. Seine anamnestischen Ausführungen vermögen
sodann ebenfalls nichts zur Kausalitätsbeurteilung beizutragen, sondern beschreiben
lediglich den Grundfall, hinsichtlich welchem die Beschwerdegegnerin einen
natürlichen Kausalzusammenhang zwischen Unfall und damaligen Beschwerden
anerkannt und Leistungen erbracht hat. Schliesslich vermögen auch seine Diagnosen -
chronische therapieresistente Schulter- und Nackenschmerzen rechts paravertebral
betont, Cervikocephalgien rechtsbetont sowie exazerbierender rezidivierender
Drehschwindel bei Status nach Schleudertrauma mit HWS-Distorsion im April vor 3
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Jahre - keinen überwiegend wahrscheinlichen Hinweis auf eine Unfallkausalität zu
bieten (vgl. Erwägung 3.3.3). Die Einschätzung von Dr. H._ im Fragenkatalog vom 21.
September 2011 (act. G 17.1/M25) einer überwiegend wahrscheinlichen
Unfallkausalität basiert mithin nicht auf einer schlüssigen und überzeugenden
Begründung. Auf seinen im Bericht vom 14. November 2011 (act. G 4.1/38) einzig
hergestellten zeitlichen Zusammenhang zum Unfall kann ebenfalls nicht abgestellt
werden (vgl. Erwägung 3.3.3: "post hoc ergo propter hoc").
4.5.3 Der beratende Arzt Dr. I._ bezeichnet schliesslich in seiner Beurteilung vom 5.
Oktober 2011 (act. G 17.1/M28) die Kausalität des Rückfalls zum Ereignis vom 7. April
2008 lediglich als möglich und nicht als wahrscheinlich oder gar sicher. Der Umstand,
dass er seine Beurteilung ausschliesslich aufgrund der Akten abgegeben und die
Beschwerdeführerin nicht selbst untersucht hat, steht deren Beweiswert nicht
entgegen. Für die Beweistauglichkeit entscheidend ist, dass genügend Unterlagen von
persönlichen Untersuchungen vorliegen (vgl. dazu PVG 1996 Nr. 89, 265 E. 3b; RKUV
1988 Nr. U 56 S. 371 E. 5b). Den Anmerkungen von Dr. I._ ist zu entnehmen, dass er
seine Einschätzung in Kenntnis der Vorakten bis und mit Eingang 4. Oktober 2011
abgegeben hat. Act. G 17.1/M26 trägt von der Beschwerdegegnerin einen
Eingangsstempel vom 4. Oktober 2011, womit davon auszugehen ist, dass der
fragliche Bericht - wie von der Beschwerdegegnerin dargelegt - gleichentags bei ihr
eingegangen ist und Dr. I._ damit auch dieses Aktenstück vorlag. Der beratende Arzt
begründet seine Beurteilung damit, es handle sich bei den Beeinträchtigungen der
Beschwerdeführerin um unspezifische und häufig auftretende Beschwerden
(Schwindel, Nackenschmerzen), welche durch viele verschiedene Ursachen ausgelöst
werden könnten. Die (neuen) Symptome seien medizinisch ab Juli 2011 und damit 18
Monate nach Abschluss der früheren Behandlung dokumentiert, und eigentliche
Brückensymptome und unfallspezifische Befunde würden fehlen. Seine Folgerung
umfasst damit die im Rahmen der vorliegenden Kausalitätsbeurteilung massgebenden
Umstände und erscheint angesichts des vorstehend Gesagten in der Schlussfolgerung
einer Verneinung der Rückfallkausalität durchaus schlüssig und überzeugend.
Nachdem die Beschwerdeführerin bis zur Rückfallmeldung mindestens ein Jahr lang
keinen Anspruch mehr auf Leistungen der Unfallversicherung erhob, kommt weiteren
möglichen Ursachen für die erneut geklagten Beschwerden besonderes Gewicht zu
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bzw. kann jedenfalls nicht mehr als ein möglicher Kausalzusammenhang angenommen
werden.
4.5.4 An dieser Beurteilung vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass Dr. I._
die Berichte von Dr. H._ vom 14. November 2011 (act. 4.1/38), von Dr. O._ vom 18.
Oktober 2011 (act. G 1.5) und von der Fachpsychologin N._ vom 16. März 2012 (act.
G 1.6) nicht vorgelegen haben. Die fraglichen Berichte bringen keine neuen, die
Rückfallkausalität anders zu betrachtenden Erkenntnisse hervor. Wie in Erwägung 4.5.2
bereits für die früheren Berichte dargelegt, vermag die Argumentation von Dr. H._ die
Unfallkausalität der als Rückfall gemeldeten Beschwerden nicht als überwiegend
wahrscheinlich nachzuweisen. Die Begründungen von Dr. O._ sind sodann im
konkreten Fall gerade nicht so ausgestaltet, dass sie zu überzeugen vermöchten. Im
Rahmen des Grundfalls zeigte sich bei der Beschwerdeführerin ein positives
Ansprechen auf die Therapie bei Dr. D._, weshalb die Behandlung im Januar 2010
abgeschlossen werden konnte. Auch der zeitliche Verlauf spricht hier gegen eine
Rückfallkausalität (Erwägung 2.3.1, 2.4). Die aktuellen Befunde stellen sich schliesslich
weder als speziell unfallspezifisch dar noch lassen sie sich radiologisch einer
Unfallverletzung zuordnen (vgl. Erwägung 3). Fachpsychologin N._ stellt die Diagnose
einer posttraumatischen Belastungsstörung, weswegen sich die Beschwerdeführerin
bei ihr seit 16. Februar 2012 in psychotherapeutischer Behandlung befand.
Grundsätzlich kann eine psychische Problematik, welche erst nach einer Latenzzeit von
rund vier Jahren auftritt, nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Teil des für ein Schleudertrauma oder eine
schleudertraumaähnlichen Verletzung typischen Beschwerdebilds von organischen und
psychischen Beschwerden betrachtet werden. Dies zumal die im konkreten Fall
gestellte psychatrische Diagnose nicht zum typischen Beschwerdebild im Anschluss an
ein HWS-Trauma gehört und damit nicht auf ein komplexes Gesamtbild von aus dem
Unfall hervorgehenden organischen und psychischen Beschwerden (vgl. BGE 134 V
109 E. 6.2.1, 7.1 und BGE 117 V 359 E. 5d/aa) hinweist. Doch auch im Sinne einer
psychischen Fehlreaktion, die nach einem Unfall stattgefunden hat (vgl. BGE 115 V
133) erscheint der natürliche Kausalzusammenhang der von Fachpsychologin N._
gestellten Diagnose zum Unfallereignis vom 7. April 2008 nicht überwiegend
wahrscheinlich nachgewiesen. Im fraglichen Bericht wird nicht auf das Unfallereignis
vom 7. April 2008 Bezug genommen und es erscheint angesichts der sehr langen,
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vierjährigen Latenzzeit im besten Fall möglich, dass die beschriebenen psychischen
Probleme auf dieses zurückzuführen sind (vgl. Pschyrembel, a.a.O., S. 247). Dies zumal
die Wirkungen eines Unfalls hinsichtlich allfälliger psychischer Belastung im Regelfall
mit der Zeit abnehmen und nicht nach mehreren Jahren plötzlich auftreten.
5.
Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin einen
Anspruch der Beschwerdeführerin mangels überwiegend wahrscheinlicher natürlicher
Kausalität zwischen den als Rückfall gemeldeten Beschwerden und dem Unfall vom 7.
April 2008 auf erneute Leistungen abgelehnt hat. Es ist nicht zu erwarten, dass weitere
medizinische Abklärungen wesentliche neue Erkenntnisse aufzuzeigen vermögen, die
den erforderlichen Nachweis liefern, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte
Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d). Fehlt es nach dem Gesagten am
rechtsgenüglichen Nachweis eines natürlichen Kausalzusammenhangs, muss auf die
Frage der Adäquanz (BGE 125 V 461 E. 5a) nicht mehr eingegangen werden.
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den angefochtenen
Einspracheentscheid vom 13. April 2012 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP entschieden:
1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
Publikationsplattform St.Galler Gerichte Entscheid Versicherungsgericht, 08.03.2013 Art. 6 UVG, Art. 11 UVV: Rückfallkausalität bei HWS-Trauma im Grundfall verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St.Gallen vom 8. März 2013, UV 2012/43). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_271/2013.
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