Decision ID: 5ef7dbda-7626-59ed-beea-91bd208d88f0
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. E. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21,
Postfach 27, 9004 St. Gallen,
gegen
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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
IV-Leistungen
Sachverhalt:
A.
A.a B._ meldete sich am 21. Januar 2003 erstmals zum Bezug von (nicht näher
spezifizierten) Leistungen der Invalidenversicherung an. Zuvor hatte er von Oktober
1997 bis Februar 2001 als Textilmitarbeiter bei der A._ und anschliessend bis Ende
April 2003 als Hobelwerkarbeiter bei der C._ gearbeitet (act. G 7.1/14.1 und 16.1). Im
Arztbericht vom 18. Oktober 2004 diagnostizierte Dr. med. D._, Spezialarzt
Orthopädische Chirurgie FMH, eine Chondropathie Grad II bis III des medialen
Kompartiments bei Status nach Osteonekrose des medialen Tibiaplateaus und
Voroperationen sowie Zustand nach medialer und lateraler Teilmeniskektomie, vorderer
Kreuzbandinsuffizienz und Tibiakopfvalgisationsosteotomie links. Die Arbeitsfähigkeit in
der zuletzt ausgeübten Tätigkeit betrage ab 6. Mai 2002 50%. Ab 30. August 2002 sei
der Versicherte zu 100% arbeitsunfähig. Sitzende Tätigkeiten seien dem Versicherten
noch zumutbar, wobei das Ausmass gutachterlich festzulegen sei (act. G 7.1/27). Auf
Vorschlag des RAD wurde der Versicherte bei der Eingliederungsberatung angemeldet
und eine Begutachtung bei der Ärztlichen Begutachtungsinstitut GmbH (ABI), Basel,
angeordnet (act. G 7.1/34 und 35).
A.b Am 20. September 2005 erstattete die ABI ihr Gutachten. Als Diagnosen mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hielt sie eine beginnende, medial betonte
Gonarthrose links sowie eine chronische Ruptur des vorderen Kreuzbandes fest (M17.3
und M23.5). Ausserdem bestehe ein Status nach Arthroskopie mit Shaving vom 22. Mai
2002, Kürettage und Spongiosaplastik des medialen Tibiaplateaus am 6. Februar 2003
mit gleichzeitiger Tibiavalgisationsosteotomie am 27. Juni 2003, sowie nach
Implantation eines Medicarb-Stiftes am medialen Femurkondylus am 31. März 2004
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(Z98.8). Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hielt die ABI einen Status
nach zweimaliger Arthroskopie am rechten Knie und Entfernung einer Bakerzyste ca.
1997 (Z98.8) sowie ein intermittierend auftretendes lumbovertebrales Schmerzsyndrom
(M54.5) fest. Zusammenfassend sei der Versicherte in den bisher ausgeübten
körperlich belastenden Tätigkeiten seit April 2002 vollständig arbeitsunfähig. Für
körperlich leichte bis höchstens mittelschwere Tätigkeiten, die mehrheitlich im Sitzen
durchgeführt werden könnten, bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100%. Operative
(invasive) Massnahmen am linken Knie seien zwar noch möglich, seien angesichts von
bereits fünf Voroperationen allerdings nur zurückhaltend indiziert. Aus internistischer
Sicht sei allenfalls eine Reevaluation der Analgetikatherapie sinnvoll. Die Prognose für
die berufliche Reintegration sei angesichts der momentanen Motivation des
Versicherten nicht ungünstig, was sich allerdings auch ändern könnte, wenn der
Versicherte nicht bald eine geeignete Tätigkeit aufnehmen könne. Schliesslich führten
die Gutachter aus, dass beim Versicherten kein psychiatrischer Gesundheitsschaden
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliege und dass die Arbeitsfähigkeit durch
medizinische Massnahmen nicht mehr gesteigert werden könne (act. G 7.1/48).
A.c Mit Verfügung vom 17. November 2005 wies die IV-Stelle St. Gallen den Anspruch
auf berufliche Massnahmen ab (act. G 7.1/54). Die dagegen erhobene Einsprache vom
19. Dezember 2005 wurde am 23. März 2006 zurückgezogen (act. G 7.1/55 und 60).
A.d Im Juli 2008 wurde ein Früherfassungsverfahren eingeleitet (act. G 7.1/65 ff.). In der
Folge wurde der Versicherte am 7. August 2008 von der Sozialversicherungsanstalt des
Kantons St. Gallen aufgefordert, sich erneut bei der Invalidenversicherung anzumelden
(act. G 7.1/70). Am 22. August 2008 reichte der Versicherte ein weiteres Gesuch um
(nicht näher spezifizierte) Leistungen der Invalidenversicherung ein, wobei die IV-Stelle
St. Gallen davon ausging, es handle sich um ein Gesuch um berufliche Massnahmen
(act. G 7.1/71 und 79). Am 11. November 2008 führte der RAD aus, dass dem
Versicherten im Januar 2007 eine Hemiprothese am linken Knie und im Februar 2008
am gleichen Knie eine Totalprothese eingesetzt worden sei. Eine Verschlechterung des
Gesundheitszustands sei damit glaubhaft gemacht (act. G 7.1/79).
A.e In der Folge nahm die IV-Stelle St. Gallen weitere medizinische Abklärungen vor. Im
Arztbericht vom 17. Dezember 2008 führte Dr. D._ aus, es sei am 11. Januar 2007
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eine Oxford-Hemiprothese implantiert worden. Bei persistierenden Schmerzen und
gelockerter Hemiprothese medial links sei schliesslich am 19. Februar 2008 die
Hemiprothese entfernt und eine LCS-Totalprothese links implantiert worden. Zudem
werde eine Somatisierungsstörung vermutet, weshalb der Versicherte in die
Schmerzsprechstunde des Kantonsspitals St. Gallen verwiesen worden sei. Die
Arbeitsunfähigkeit betrage nach wie vor 100 % als Sägereimitarbeiter. Vorwiegend
stehende und gehende Tätigkeiten, die mit häufigem Knien, Laufen auf Leitern und
dem Heben und Tragen von Lasten über 5 kg verbunden sind, seien nicht mehr
zumutbar. Eventuell könne durch die Metallentfernung und Infiltration des Pes
anserinus eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit erzielt werden. Angesichts der fraglichen
Somatisierungsstörung empfahl Dr. D._ sodann eine psychiatrische Beurteilung (act.
G 7.1/86.7). Mit Verlaufsbericht vom 1. Juli 2009 regte Dr. D._ zudem die Einholung
eines bidisziplinären Gutachtens an (act. G 7.1/90.3). In Absprache mit dem RAD
ordnete die IV-Stelle am 15. Juli 2009 eine (erneute) rheumatologisch-psychiatrische
Begutachtung an (act. G 7.1/93 und 94). Diese Begutachtung erfolgte am 8. September
2009 durch Dr. med. E._, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, und Dr. med. F._,
Spezialart FMH für Psychiatrie und Psychotherapie (act. G 7.1/99-1).
A.f Am 10. September 2009 erstattete der psychiatrische Gutachter seinen Bericht.
Dieser diagnostizierte eine dysfunktionale Schmerzbewältigung (somatoforme
Schmerzstörung, F45.4), bestehend seit ca. 2008, sowie eine einfach strukturierte
Persönlichkeit mit Intelligenz im unteren Normbereich seit dem Erwachsenenalter.
Beide Diagnosen seien ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Die Arbeitsfähigkeit sei
aus psychiatrischer Sicht nicht eingeschränkt. Die dysfunktionale
Schmerzbewältigungsstrategie sei nicht geeignet, die somatisch gegebene
Arbeitsunfähigkeit zusätzlich einzuschränken (act. G 7.1/98). Am 15. September 2009
folgte das rheumatologische Gutachten. Der Gutachter diagnostizierte (mit Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit) einen Status nach LCS-Totalprothese links sowie einen Status
nach angegebenem Verkehrsunfall mit Schädeltrauma im Kindesalter, mit einfacher
Intelligenz, Sonderschulbildung, aber bestandenem Militärdienst. Ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit fand der Gutachter einen Status nach zweimaliger Arthroskopie am
rechten Knie und Entfernung einer Bakerzyste, aktuell beschwerdearm, sowie ein
intermittierend auftretendes Lumbovertebralsyndrom, aktuell leichtgradig. Rein
somatisch seien die dauernden - als unerträglich geschilderten - Knieschmerzen links
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nicht erklärbar. Die Knieprothese sei radiologisch unauffällig, ohne Lockerungszeichen.
Die Kniebeweglichkeit sei ausreichend. Eine motorische Schwäche bestehe nicht bei
nur leichter Quadrizepsatrophie links. Interdisziplinär sei der Versicherte für die
angestammten Tätigkeiten als Heizungsmonteur, Transportchauffeur, Textilhilfsarbeiter
und Sägereimitarbeiter ab 6. Mai 2002 zu 50%, ab 30. August 2002 zu 100% nicht
mehr geeignet. Für eine vorwiegend bis rein sitzende leichte Tätigkeit mit Einräumung
vermehrter Kurzpausen im Umfang von 10% sowie einer Leistungsminderung wegen
vorzeitiger Ermüdung von nochmals 10% sei der Versicherte zu 80% adaptiert
leistungsfähig, zumindest ab dem Untersuchungszeitpunkt vom 8. September 2009.
Diese Tätigkeit sei voraussichtlich im industriellen Bereich unter Beachtung der
medizinischen Vorgaben zu evaluieren, mit Umsetzung vorerst zur Angewöhnung und
beim derzeit noch hohen Analgetika- und Psychopharmakakonsum an einem
geschützten Arbeitsplatz (act. G 7.1/99).
A.g Dem Versicherten wurde mit Mitteilungen vom 29. September 2009 sowie - nach
Intervention der Sozialen Dienste - vom 5. Februar 2010 Unterstützung bei der
Stellensuche zugesichert (act. G 7.1/102 und 126). Mit Vorbescheid vom 2. Dezember
2009 wurde dem Versicherten mitgeteilt, dass er bei einem Invaliditätsgrad von 16%
keinen Anspruch auf eine Rente habe (act. G 7.1/117). Mit Verfügung vom 5. Februar
2010 wies die IV-Stelle den Anspruch auf eine Invalidenrente ab (act. G 7.1/125).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 5. März 2010
mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung vom 5. Februar 2010 sei aufzuheben.
Dem Beschwerdeführer sei eine ganze Rente auszurichten; eventualiter sei die Sache
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie
Wiedereingliederungsmassnahmen (Arbeit in einer geschützten Einrichtung) durchführe
und nach Feststehen der Arbeitsfähigkeit die Rente neu berechne. Im Übrigen seien
dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung zu gewähren. Gemäss Gutachten sei der Beschwerdeführer
noch zu 80% in einer adaptierten Tätigkeit arbeitsfähig, allerdings nur im geschützten
Rahmen, was die Beschwerdegegnerin übersehen habe. Zunächst seien jedoch noch
weitere Punkte zu erwähnen.
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So sei der Beschwerdeführer von Dr. D._ ab 30. August 2002 stets zu 100%
arbeitsunfähig geschrieben worden. Auch das RAV habe ihm erklärt, er sei nicht
vermittlungsfähig und habe den Beschwerdeführer wegen der
Arbeitsunfähigkeitszeugnisse von der Arbeitsvermittlung abgemeldet. Auch die IV habe
die Arbeitsvermittlung deswegen eingestellt. Dabei habe der Beschwerdeführer eine
Arbeitsvermittlung gerade nicht abgelehnt. Vielmehr habe er angegeben, er sei bereit,
Stellen zu suchen. Angesichts der von seinem Arzt attestierten Arbeitsunfähigkeit
erstaune es jedoch nicht, dass sich der Beschwerdeführer als vollständig
arbeitsunfähig betrachte. Die Beschwerdegegnerin hätte jedenfalls zuerst eine
Wiedereingliederung im geschützten Rahmen durchführen müssen. Die
Beschwerdegegnerin habe somit ihre Pflicht zur Aufklärung und Beratung des
Beschwerdeführers nach Art. 27 ATSG verletzt.
Im Weiteren seien die medizinischen Abklärungen unvollständig. Obwohl Dr. F._ in
seinem Gutachten festgestellt habe, dass der Beschwerdeführer im Alter von sechs
Jahren einen schweren Unfall mit Schädelhirnverletzung erlitten habe und danach
lange hospitalisiert gewesen sei, habe der Gutachter keine medizinischen Unterlagen
über die damaligen Verletzungen beigezogen. Die Gutachter hätten keine
neurologischen oder neuropsychologischen Abklärungen veranlasst. Schliesslich sei
angesichts der langsamen Arbeitsweise des Beschwerdeführers in den Tests nicht
nachvollziehbar, weshalb nicht eine wesentlich höhere Arbeitsunfähigkeit als 20%
attestiert worden sei. Auch die sich verschlimmernde Rückenproblematik sei in der
Arbeitsfähigkeitsschätzung zu wenig berücksichtigt worden. So sei die Behandlung des
Bandscheibenvorfalls im Gutachten nicht aufgeführt. Ebenso wenig fänden sich
Berichte über die Schmerztherapie im Kantonsspital St. Gallen und die psychiatrische
Behandlung im Psychiatriezentrum Rorschach. Nicht nachvollziehbar sei schliesslich
die psychiatrische Beurteilung im Gutachten. Entgegen der Ansicht des Gutachters
seien mehrere Kriterien erfüllt, bei denen die Überwindung des Schmerzes zum
Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess als unzumutbar eingestuft werden müsse. So
würden körperliche Begleiterkrankungen nicht fehlen, sondern seien in Form von Knie-
und Rückenbeschwerden vorhanden. Der Beschwerdeführer gehe nach elf
Knieoperationen an Krücken und sei auch wegen der Rückenbeschwerden in
Behandlung. Chronische körperliche Begleiterkrankungen und mehrjähriger
Krankheitsverlauf bei unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne
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längerfristige Remission lägen also vor. Auch habe ein sozialer Rückzug stattgefunden,
sei doch der Vater der einzige nahe Mensch, der ihm geblieben sei.
Hauptkritikpunkt sei aber, dass die Gutachter die 80%ige Restarbeitsfähigkeit
zumindest anfangs lediglich an einem geschützten Arbeitsplatz für möglich hielten. Sie
beantragten daher eine berufliche Abklärung, Evaluierung einer geeigneten Tätigkeit mit
Umsetzung vermutlich zumindest anfangs an geschütztem Arbeitsplatz. Für die IV sei
demgegenüber die Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt massgeblich.
Nachdem die Gutachter eine Tätigkeit - jedenfalls in einer Anfangsphase - nur im
geschützten Rahmen als möglich bezeichneten, könne keine Arbeitsfähigkeit von 80%
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt gegeben sein. Die Rentenprüfung sei somit zu
früh erfolgt. Es stehe noch nicht fest, dass der Beschwerdeführer an einem
geschützten Arbeitsplatz einsatzfähig sei, geschweige denn sei eine Aussage über die
Einsatzfähigkeit im freien Arbeitsmarkt möglich. Bevor Tabellenlöhne zur Anwendung
gelangen könnten, müsse feststehen, dass der Beschwerdeführer im freien
Arbeitsmarkt überhaupt bestehen könne, was von den Gutachtern selbst bezweifelt
werde. Solange nicht feststehe, dass die 80%ige Arbeitsfähigkeit auf dem freien
Arbeitsmarkt realisiert werden könne, sei der Beschwerdeführer als vollständig
arbeitsunfähig einzustufen und entsprechend zu berenten. Eventualiter sei die Sache
an die IV zurückzuweisen, damit sie den Beschwerdeführer den Vorschlägen der
Gutachter entsprechend in einer geschützten Werkstätte eingliedere. Erst danach
könne festgestellt werden, ob die von den Gutachtern voreilig attestierte 80%ige
Arbeitsfähigkeit überhaupt realisierbar sei (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 9. Juni 2010 beantragt die Verwaltung Abweisung der
Beschwerde. Zunächst sei der Eventualantrag gegenstandslos, da dem
Beschwerdeführer mit Mitteilung vom 5. Februar 2010 Hilfe bei der Arbeitsvermittlung
gewährt worden sei. Aus den Arztberichten von Dr. D._ lasse sich nichts zu Gunsten
des Beschwerdeführers ableiten, habe dieser Arzt dem Beschwerdeführer doch
lediglich in seiner bisherigen Tätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die
Gutachter seien sodann nicht verpflichtet gewesen, die Akten über den im Kindesalter
erlittenen Unfall mit Schädel-Hirn-Trauma beizuziehen, habe der Beschwerdeführer
doch bis zum Auftreten der Kniegelenksproblematik im Jahr 2002 trotzdem einer
Erwerbstätigkeit nachgehen können. Auch spezifische neurologische Abklärungen
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hätten die Gutachter nicht vornehmen müssen, weil keine Anhaltspunkte für eine
aktuelle neurologische Schädigung beim Beschwerdeführer vorgelegen hätten. Der
neurologische Status sei von Dr. E._ erhoben und als nicht pathologisch erachtet
worden. Auch die frühere ABI-Untersuchung habe keine neurologischen Auffälligkeiten
festgestellt. Die entsprechenden Einwände des Beschwerdeführers seien somit nicht
stichhaltig. Bei dem vom Beschwerdeführer am 16. Oktober 2009 geschilderten
Bandscheibenvorfall handle es sich nicht um eine neue Tatsache. Der
Beschwerdeführer sei erst einen Monat zuvor am 8. September 2009 von Dr. E._
körperlich untersucht worden. Diesem habe ein aktuelles MRI der Wirbelsäule vom 1.
September 2009 zur Verfügung gestanden. Die Bandscheibenprobleme des
Beschwerdeführers ohne neurologische Ausfälle seien im MRI-Befund erwähnt und
seien von Dr. E._ bei seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt worden.
Für die Annahme eines invalidisierenden psychischen Gesundheitsschadens sei
zunächst eine fachärztliche (psychiatrische) gestellte Diagnose vorausgesetzt. Eine
somatoforme Schmerzstörung oder ein sonstiger vergleichbarer pathogenetischer
Zustand schränke die Arbeitsfähigkeit nur dann ein, wenn eine psychische
Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer oder weitere definierte
Faktoren (Foersterkriterien) vorlägen. Auf Grund nicht vorhandener erheblicher psycho-
pathologischer Befunde habe Dr. F._ dem Beschwerdeführer zu Recht keine
invalidisierende psychiatrische Diagnose gestellt. Dem Psychiater sei beim Gespräch
einzig aufgefallen, dass der Beschwerdeführer unterdurchschnittlich intelligent sei, wo-
raus jedoch keine psychische Erkrankung abgeleitet werden könne. Dr. F._ führe in
seinem Gutachten als Möglichkeit zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit unter anderem
aus, zur Unterstützung beim Wiedereintritt in die Arbeitswelt sei anfangs vorzugsweise
eine Tätigkeit im geschützten Rahmen anzustreben. Hierbei handle es sich einzig um
eine Empfehlung, wie dem Beschwerdeführer der Einstieg in die Arbeitswelt erleichtert
werden könnte. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung werde demgegenüber nicht relativiert.
Unbestrittenermassen stelle die im Gutachten Dr. F._ diagnostizierte dysfunktionale
Schmerzbewältigung keine Komorbidität dar. Entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführers seien auch keine anderen Faktoren in der notwendigen Intensität
ersichtlich, welche die ansonsten zumutbare Willensanstrengung für die Aufnahme
einer Erwerbstätigkeit behindern könnten. Die somatische Befundlage sei harmlos. Das
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Knie sei mit einer Totalprothese erfolgreich saniert worden, die Rückenbeschwerden
wiesen keine neurologischen Ausfälle, keine Instabilitäten und keine ausgeprägte
Fehlstatik aus. Ebenso finde beim Beschwerdeführer kein sozialer Rückzug in allen
Belangen des Lebens statt, habe er doch noch Kontakt zu seinem Vater, zu Kollegen
und Nachbarn. Schliesslich sei der Umstand, dass beim Beschwerdeführer ein
mehrjähriger chronifizierter Krankheitsverlauf gegeben sei, unbehelflich. Bei Personen
mit einer Schmerzverarbeitungsstörung gehöre eine medizinische Dauerbehandlung
zur "Symptomatik". Nachdem der Beschwerdeführer bei der Begutachtung angegeben
habe, die Medikamentation helfe ihm beim Schlafen und er sei tagsüber viel ruhiger,
habe Dr. F._ auch ohne Einholen eines Berichts des Psychiatrie-Zentrums schlüssig
davon ausgehen dürfen, die Medikation sei adäquat. Im Übrigen attestierten die
zwischenzeitlich eingeholten Berichte des Psychiatrie-Zentrums dem
Beschwerdeführer wie das Gutachten von Dr. F._ eine volle Arbeitsfähigkeit in einer
angepassten Tätigkeit.
Für das Valideneinkommen sei das zuletzt vor Beginn der invalidisierenden
Beschwerden im Jahr 2000 erzielte Einkommen von Fr. 51'541.-- heranzuziehen. Für
die Bemessung des Invalideneinkommens sei auf die Tabellenlöhne abzustellen. Für
den Beschwerdeführer geeignet seien etwa leichtere Maschinenbedienungs-, Kontroll-,
Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten und leichtere Arbeiten bei der Lager- und
Ersatzteilbewirtschaftung, mithin ein Einkommen von Fr. 55'640.-- (Anhang 2). Dieser
Wert sei unter Berücksichtigung der neuesten bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur
Parallelisierung der Vergleichseinkommen sowie des Arbeitsfähigkeitsgrades von 80%
und eines Leidensabzugs von 10% - auf Fr. 38'965.-- zu kürzen. Daraus resultiere ein
Invaliditätsgrad von 24%, nicht aber ein Anspruch auf eine Invalidenrente (act. G 7).
B.c Mit Replik vom 24. Juni 2010 macht der beschwerdeführerische Rechtsvertreter
geltend, erst auf Grundlage der beizuziehenden Unfallakten und den erforderlichen
spezifischen Untersuchungen könne evaluiert werden, ob der Beschwerdeführer
überhaupt fähig sei, angesichts des Schmerzsyndroms die erforderliche
Willensanstrengung zur Arbeitsaufnahme zu vollbringen. Wieweit diese unfallbedingt
beeinträchtigt sei und ob dadurch die Willensbildung massgeblich gehemmt sei, müsse
somit geklärt werden. Im Übrigen weist der Rechtsvertreter nochmals darauf hin, dass
die Grundlagen für die Rentenprüfung zur Zeit nicht gegeben seien. Mit dieser Kritik
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habe sich die Beschwerdegegnerin nicht auseinander gesetzt (act. G 10). Die
Beschwerdegegnerin verzichtet auf das Einreichen einer Duplik (act. G 12).
B.d Mit Präsidialverfügung vom 10. Juni 2010 wurde dem Beschwerdeführer die
unentgeltliche Prozessführung einschliesslich der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung bewilligt (act. G 8).

Erwägungen:
1.
Streitig ist unter den Parteien der Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche
Massnahmen sowie auf eine Rente. Während die Beschwerdegegnerin den Anspruch
auf berufliche Massnahmen mit Verfügung vom 17. November 2005 rechtskräftig
abgewiesen hat (Rückzug der Einsprache), äusserte sie sich damals nicht zum
Rentenanspruch. Dies tat sie erstmals mit der vorliegend angefochtenen Verfügung
vom 5. Februar 2010. Sie gewährte zudem Unterstützung bei der Stellensuche
(Mitteilung vom 5. Februar 2010; act. G 7.1/126). Zu beurteilen sind somit ein allfälliger
Rentenanspruch ab 2002 (vgl. Beginn Arbeitsunfähigkeit; Gutachten E._/F._ [act. G
7.1/99.13]) sowie der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen.
2.
2.1 Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. In
zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der
Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 467
E. 1). Ferner ist bei der Beurteilung auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der
streitigen Verfügung vom 5. Februar 2010 eingetretenen Sachverhalt abzustellen (BGE
121 V 366 E. 1b). Der vorliegend zu beurteilende Sachverhalt reicht bis ins Jahr 2002,
also sogar vor Inkrafttreten der 4. IVG-Revision am 1. Januar 2004, zurück. Die
Verschlechterung des Gesundheitszustands ist im Januar 2007 eingetreten. Somit sind
die während der jeweiligen Periode gültigen (bzw. gültig gewesenen) Bestimmungen
anwendbar. Soweit nicht anders vermerkt, werden im Folgenden die aktuellen
Bestimmungen zitiert.
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2.2 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Nach dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die
Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem
Verhalten der untersuchten Person auseinandersetzt, was vor allem bei psychischen
Fehlentwicklungen nötig ist, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung
mit den Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der
medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen des medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass
die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann (vgl. BGE 125 V 352
E. 3a, 122 V 160 E. 1c, je mit Hinweisen).
2.4 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von Invalidität bedrohte Versicherte
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig sind und die
Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Eingliederungsmassnahmen bestehen unter anderem in Integrationsmassnahmen zur
Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung oder aber in Massnahmen beruflicher Art
(namentlich Arbeitsvermittlung [Art. 18 IVG]; Art. 8 Abs. 3 lit. a und b). Auf erstere bis
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haben Versicherte Anspruch, die seit mindestens sechs Monaten zu mindestens 50%
arbeitsunfähig sind, sofern dadurch die Voraussetzungen für die Durchführung von
Massnahmen beruflicher Art geschaffen werden können (Art. 14a Abs. 1 IVG). Als
Integrationsmassnahmen gelten gezielte, auf die berufliche Eingliederung gerichtete
Massnahmen, namentlich Massnahmen zur sozialberuflichen Rehabilitation (Art. 14a
Abs. 2 IVG). Als weitere Anspruchsvoraussetzung für die Integrationsmassnahmen
müssen die Versicherten fähig sein, eine Präsenzzeit von mindestens zwei Stunden
täglich während mindestens vier Tagen pro Woche zu absolvieren. Anspruch auf
Massnahmen zur sozialberuflichen Rehabilitation haben Versicherte, die in Bezug auf
Massnahmen beruflicher Art noch nicht eingliederungsfähig sind (Art. 4 Abs. 1 und
2 IVV). Als Massnahmen zur sozialberuflichen Rehabilitation gelten Massnahmen zur
Gewöhnung an den Arbeitsprozess, zur Förderung der Arbeitsmotivation, zur
Stabilisierung der Persönlichkeit und zum Einüben sozialer Grundfähigkeiten (Art.
4 Abs. 1 IVV).
3.
3.1 Vorliegend wird zunächst geltend gemacht, die Beschwerdegegnerin habe ihre
Aufklärungspflicht- und Beratungspflicht dahingehend verletzt, dass sie den
Beschwerdeführer nicht darüber aufgeklärt habe, dass er trotz der Krankschreibung
durch seinen behandelnden Arzt Dr. D._ und trotz der Abmeldung von der
Arbeitsvermittlung durch das RAV seine gutachterlich festgestellte Restarbeitsfähigkeit
hätte verwerten müssen. Nachdem die Beschwerdegegnerin jedoch mit Mitteilung vom
5. Februar 2010 dem Beschwerdeführer wiederum Unterstützung bei der
Arbeitsvermittlung zusprach, ist ein Rechtsnachteil des Beschwerdeführers weder
ersichtlich noch wird ein solcher geltend gemacht.
3.2 Im Weiteren wird vorgebracht, das von der IV in Auftrag gegebene Gutachten sei
medizinisch unvollständig. So habe Dr. F._ in seinem Gutachten festgestellt, der
Beschwerdeführer habe im Alter von sechs Jahren einen schweren Unfall mit
Schädelhirnverletzung erlitten und habe in der Folge eine Klasse wiederholen und ab
der vierten Klasse die Sonderschule besuchen müssen. Zudem habe er lediglich eine
Anlehre abschliessen können. Obwohl der Beschwerdeführer sehr lange hospitalisiert
gewesen sei, hätten es die Gutachter unterlassen, neurologische und
quater
quinquies
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neuropsychologische Abklärungen durchführen zu lassen. Die neurologischen Defizite
seien somit ungeklärt und die Arbeitsunfähigkeitsschätzung von 20% zu tief.
Weiter sei auch die Rückenproblematik zu wenig berücksichtigt worden. Seit der
Begutachtung im September 2009 hätten sich die Rückenbeschwerden verschlimmert,
indem der Beschwerdeführer einen Bandscheibenvorfall erlitten habe. Sodann seien
auch keine Berichte über die schmerztherapeutische Behandlung im Kantonsspital St.
Gallen und die psychiatrische Behandlung im Psychiatriezentrum Rorschach
vorhanden. Nicht nachvollziehbar sei diesbezüglich, wie der Gutachter trotzdem
erklären könne, dass die Störungen des Beschwerdeführers im Psychiatriezentrum
Rorschach adäquat psychopharmakologisch behandelt würden.
Schliesslich sei auch die psychiatrische Beurteilung im Gutachten nicht
nachvollziehbar. So verneine das Gutachten das ausnahmsweise Vorliegen der
Kriterien für die Zumutbarkeit (richtig: Unzumutbarkeit) der willentlichen
Schmerzüberwindung. Dabei seien mehrere Kriterien erfüllt. Entgegen der
gutachterlichen Ansicht lägen sehr wohl körperliche Begleiterkrankungen vor, leide der
Beschwerdeführer doch an Knie- und Rückenbeschwerden. Er gehe nach elf
Knieoperationen an Krücken und sei auch wegen der Rückenbeschwerden in
Behandlung. Somit lägen chronische körperliche Begleiterkrankungen und ein
mehrjähriger Krankheitsverlauf vor. Weiter liege auch ein sozialer Rückzug vor, habe
der Beschwerdeführer doch nur noch mit seinem Vater eine engere Beziehung. Früher
sei er noch in einer Guggenmusik aktiv gewesen, habe Freunde und Bekanntschaften
gehabt.
3.3 Diesen Ausführungen ist zunächst entgegen zu halten, dass der Unfall im Kindes-
alter nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist. Nachdem dieser Unfall damals
offenbar nicht von der Invalidenversicherung behandelt worden war, kann nach so
langer Zeit ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und einer
dadurch bedingten verminderten Intelligenz, die zu einer schlechteren Validenkarriere -
verglichen mit der hypothetischen Situation ohne den Unfall - geführt hätte, nicht mehr
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit hergestellt werden. Soweit der
Beschwerdeführer aus der nicht fachärztlich abgeklärten neurologischen Situation
lediglich die willentlich ausnahmsweise nicht überwindbaren Auswirkungen der
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somatoformen Schmerzstörung ableiten will, scheitert er daran, dass die psychischen
Ressourcen der willentlichen Schmerzüberwindung sehr wohl vom psychiatrischen
Gutachter beurteilt werden können, zumal die Intelligenz des Beschwerdeführers noch
im - wenn auch unteren - Normbereich liegt. Eine aktuelle neurologische Problematik
liegt sodann nicht vor.
Mit der Beschwerdegegnerin ist festzustellen, dass die Rückenproblematik in Bezug
auf den Bandscheibenvorfall genügend abgeklärt ist. So ist der vom Beschwerdeführer
erwähnte Bandscheibenvorfall bereits im MRI vom 1. September 2009, das dem
rheumatologischen Gutachter vorgelegen hat, aufgeführt. Die Bandscheibenprobleme
(minimaler medialer Bandscheibenkapseleinriss L1/2 und L2/3 ohne neuralen Kontakt
[act. G 7.1/99.6]) sind somit in die gutachterliche Beurteilung eingeflossen.
Schliesslich erscheint auch die psychiatrische Begutachtung als vollständig.
Insbesondere kann nicht davon ausgegangen werden, die somatoforme
Schmerzstörung sei vorliegend nicht überwindbar. So besteht beim Beschwerdeführer
keine mitwirkende, psychisch ausgewiesene Komorbidität von erheblicher Schwere,
Intensität, Ausprägung und Dauer. Vielmehr konnte der Gutachter neben der
somatoformen Schmerzstörung selber keine weiteren psychischen Leiden feststellen.
Zwar besteht mit den Knieproblemen mit häufigen Operationen grundsätzlich eine
chronische körperliche Begleiterkrankung mit mehrjährigem Krankheitsverlauf bei -
zumindest subjektiv - unveränderter Symptomatik. Indessen geht der
rheumatologische Gutachter davon aus, dass aus rein somatischer Sicht die ständige
Benutzung von zwei Amerikanerstöcken nicht erklärbar sei. Die Knieprothese sei
radiologisch unauffällig, ohne Lockerungszeichen, auch szintigraphisch nachgewiesen.
Die Kniebeweglichkeit sei ausreichend und in der Untersuchung auch kurz belastbar.
Eine motorische Schwäche bestehe nicht bei nur leichter Quadrizepsatrophie links;
neurologisch unauffälliger Befund. Mit der Beschwerdegegnerin ist deshalb von einer
erfolgreichen Sanierung des linken Knies auszugehen. Ein ausgewiesener sozialer
Rückzug in allen Belangen des Lebens hat ebenfalls nicht stattgefunden. Zwar pflegt
der Beschwerdeführer offenbar tatsächlich nur wenige soziale Kontakte, etwa zu
seinem Vater, zu einem Nachbarn oder zu einem Kollegen, der nun allerdings
verschwunden sei. Früher sei er dagegen Mitglied in einer Guggenmusik gewesen und
habe lockere Beziehungen zu Frauen gehabt. Im Weiteren ist der Beschwerdeführer in
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der Lage, einen eigenen Haushalt zu führen und seine administrativen Belange mit der
Fürsorgebehörde oder der Invalidenversicherung zu regeln bzw. regeln zu lassen. Im
Übrigen dürfte ein allfälliger Rückzug mindestens teilweise mehr auf die begrenzten
finanziellen Möglichkeiten zurückzuführen sein als auf die somatoforme
Schmerzstörung. Mithin erscheint die gutachterliche Einschätzung, wonach dem
Beschwerdeführer die willentliche Überwindung seiner Schmerzproblematik zumutbar
sei, als plausibel (act. G 7.1/98.6).
Nach dem Gesagten ist das Gutachten F._/E._ vom 10./15. September 2009 für
die zu untersuchenden Belange schlüssig. Angesichts der geringen somatischen
Befunde erscheint sodann auch die Schlussfolgerung in Bezug auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzung plausibel. Insbesondere auch im Verhältnis zur ersten
gutachterlichen Schätzung des ABI-Gutachtens vom 20. September 2005. Dieses
Gutachten kam noch zum Schluss, es liege eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für leichte
Tätigkeiten vor. Nachdem jedoch eine zweimalige Prothesenoperation am linken Knie
hat durchgeführt werden müssen, erscheint die nunmehr reduzierte Arbeitsfähigkeit in
einer adaptierten Tätigkeit plausibel. Mithin ist in medizinischer Hinsicht auf das
Gutachten abzustellen.
3.4 Geht man davon aus, dass der Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit
eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 80% aufweist, kann daraus
unmittelbar der Invaliditätsgrad berechnet werden. Entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführers handelt es sich dabei nicht um eine Arbeitsfähigkeit, die nur in
einem geschützten Rahmen erzielt werden könnte, ansonsten dies so hätte deklariert
werden müssen. Auf Grund der festgestellten, nicht allzu gravierenden somatischen
Beschwerden, insbesondere der Kniebeschwerden, ist denn auch nicht anzunehmen,
dass die dem Beschwerdeführer noch möglichen Tätigkeiten nicht Gegenstand von
Angebot und Nachfrage auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sein könnten. Vielmehr ist
auf Grund der nicht besonders gravierenden Einschränkungen in einer adaptierten
Tätigkeit (vorwiegend bis rein sitzende, leichte Tätigkeit mit vermehrten Kurzpausen,
jedoch auch wechselbelastend mit Lastgrenze Boden/Tisch repetitiv bis 8 kg, einmalig
knapp 12 kg, Tisch-/Schulterhöhe repetitiv 3 bis 4 kg, einmalig 6 kg, anfangs ohne
Leistungsdruck [act. G 7.1/99.9]) davon auszugehen, dass sie mit den von der
Beschwerdegegnerin genannten Tätigkeiten, also leichtere Maschinenbedienungs-,
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Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten und leichtere Arbeiten bei der
Lager- und Ersatzteilbewirtschaftung (vgl. act. G 7 S. 7), abgedeckt werden können.
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers braucht denn auch nicht vor der
Rentenberechnung eine berufliche Abklärung mit Evaluation der noch möglichen
Tätigkeiten durchgeführt zu werden (vgl. aber nachstehende Erwägung 3.6).
3.5 Der Beschwerdeführer war vor der Verschlechterung des Gesundheitszustands
wegen der Gonarthrose im Jahr 2002 als Hobelwerkarbeiter an der Bandsäge bei der
C._ während insgesamt rund zwei Jahren beschäftigt. Unmittelbar zuvor war er bei
der A._ während knapp dreieinhalb Jahren als Textilmitarbeiter beschäftigt (act. G
7.1/14 und 16). Der Beschwerdeführer verrichtete mithin vor seiner Invalidität
Hilfstätigkeiten. Sein letzter Lohn bei der C._ betrug Fr. 3'575.--, inkl. 13. Monatslohn
also Fr. 46'475.-- im Jahr 2002 zuzüglich nachträgliche Lohnentwicklung bis 2008 (vgl.
Feststellungsblatt vom 18. November 2009 [act. G 7.1/112]). Die Beschwerdegegnerin
geht in ihrer Replik zu Gunsten des Beschwerdeführers vom höheren Lohn aus, den
der Beschwerdeführer bei der A._ im Jahr 2000 erzielt hatte: Fr. 51'542.--. Nachdem
der Beschwerdeführer vor Eintritt der Invalidität relativ häufige (meist unfreiwillige)
Stellenwechsel zu verzeichnen hatte, trat er jeweils innert kurzer Zeit wieder eine
andere Stelle an. Tatsächlich erscheint somit das Valideneinkommen, das bei Eintritt
der Invalidität erzielt worden war, als etwas zufällig. Die Frage kann jedoch offen
gelassen werden, kommt der Beschwerdeführer doch auch mit dem höheren
Valideneinkommen nicht auf einen rentenbegründenden Invaliditätsgrad. Mit der
Beschwerdegegnerin ist somit von einem Valideneinkommen von Fr. 51'542.-- im Jahr
2000 auszugehen.
Da der Beschwerdeführer seit 2002 nicht mehr arbeitet, ist für die Bemessung des
Invalideneinkommens auf die Tabellenlöhne abzustellen (LSE 2000, Tabelle TA1,
Niveau 4, Männer, betriebsübliche Arbeitszeit [Anhang 2]): Fr. 55'640.--. Da das
Valideneinkommen des Beschwerdeführers somit 7,4% unterdurchschnittlich war ([1 -
Fr. 51'542.--: Fr. 55'640.--] x 100), ist das Invalideneinkommen gemäss neuer
Rechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 135 V 297 E. 6.1.3) um 2,4 % zu
parallelisieren (herabzusetzen). Dies ergibt ein Einkommen von Fr. 43'444.-- (Fr.
55'640.-- x 97,6% x 80%). Die Beschwerdegegnerin billigt dem Beschwerdeführer
sodann einen Leidensabzug von 10 % zu, was nicht zu beanstanden ist. Das
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Invalideneinkommen beträgt damit Fr. 39'100.--, der Invaliditätsgrad damit 24,1%.
Selbst bei vollständiger Parallelisierung von Validen- und Invalideneinkommen ergibt
sich bei Berücksichtigung eines Leidensabzuges von 10% kein rentenbegründender
Invaliditätsgrad (1 - [Fr. 51'542.-- x 0.8 x 0.9/Fr. 51'542.--] → 28%). Die angefochtene
Rentenverfügung vom 5. Februar 2010 erweist sich damit im Ergebnis als rechtens,
weshalb die Beschwerde in diesem Punkt abzuweisen ist.
3.6 Die Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer mit Mitteilung vom 5.
Februar 2010 Hilfe bei der Stellenvermittlung zu (act. G 7.1/126). Wie sich aus dem
Gutachten F._/E._ jedoch ergibt, sollte der Beschwerdeführer für die
Wiederaufnahme einer Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt vorbereitet werden. Die
Gutachter schlagen zunächst eine Tätigkeit im geschützten Rahmen vor (act. G
7.1/99.13). Mit der Beschwerdegegnerin ist davon auszugehen, dass es sich dabei
lediglich um eine vor-übergehende Massnahme handeln kann, die dem
Beschwerdeführer den Einstieg in das Berufsleben erleichtern könnte. Geeignet
scheinen in diesem Zusammenhang auch Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung
auf die berufliche Eingliederung, namentlich die Massnahmen zur sozialberuflichen
Rehabilitation (vgl. vorstehende E. 2.4). Diese dienen der Gewöhnung der versicherten
Person an den Arbeitsprozess, der Förderung der Arbeitsmotivation, der Stabilisierung
der Persönlichkeit und dem Einüben sozialer Grundfähigkeiten (Art. 4 Abs. 1
IVV). Vorgängig zur bereits bewilligten Stellenvermittlung wird die Beschwerdegegnerin
also zu prüfen haben, ob der Beschwerdeführer auch auf eine solche Massnahme
sowie auf ein allfälliges Taggeld (Art. 22 Abs. 1 IVG) Anspruch hat.
4.
4.1 Die Beschwerde wird insofern teilweise gutgeheissen, als die
Beschwerdegegnerin den Anspruch auf Integrationsmassnahmen nach Art. 14a IVG,
namentlich nach Abs. 2 lit. a der selben Bestimmung (sozialberufliche Rehabilitation)
und auf ein allfälliges Taggeld zu prüfen haben wird. Im Übrigen, d.h. in Bezug auf die
Rentenfrage und die berufliche Abklärung, ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 In Bezug auf die Kostenverlegung kommt der vorliegende Verfahrensausgang
praktisch einem vollständigen Unterliegen des Beschwerdeführers gleich, wird doch
quinquies
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sein Hauptantrag auf eine ganze Rente vollumfänglich abgewiesen. Ebenso wird der
Eventualantrag auf eine berufliche Abklärung vor der Rentenberechnung abgewiesen.
Hingegen wird die Streitsache zur Prüfung von zusätzlichen Massnahmen an die
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Es rechtfertigt sich demnach eine Beteiligung
der Beschwerdegegnerin an den Kosten im Umfang von einem Sechstel. Die
Gerichtskosten bemessen sich nach dem Verfahrensaufwand im Rahmen von Fr.
200.-- bis Fr. 1'000.-- (Art. 69 Abs. 1 IVG). Der konkrete Verfahrensaufwand erweist
sich als durchschnittlich, so dass praxisgemäss eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu
erheben ist. Demgemäss hat der Beschwerdeführer einen Anteil von Fr. 500.--, die
Beschwerdegegnerin einen solchen von Fr. 100.-- zu tragen. Der Beschwerdeführer
wird auf Grund der gewährten unentgeltlichen Prozessführung von der Bezahlung
seines Kostenanteils von Fr. 500.-- befreit.
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die (teilweise) obsiegende beschwerdeführende
Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Ausgehend von der in durchschnittlichen Fällen praxisgemäss
zugesprochenen Parteientschädigung von Fr. 3'500.--, erscheint vorliegend eine
Parteientschädigung im Umfang des teilweisen Obsiegens von Fr. 585.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Aufgrund der Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung ist überdies der Entschädigungsanspruch des
unentgeltlichen Rechtsvertreters gegenüber dem Staat festzulegen. Die vom Staat
geschuldete Entschädigung beläuft sich auf Fr. 2'800.-- (um 20 % reduziertes Honorar
nach Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes [sGS 963.70]). Soweit die Gegenpartei
kostenpflichtig ist, kann der Staat auf sie Rückgriff nehmen (Art. 99 Abs. 2 VRP i.V.m.
Art. 282 lit. c ZPG/SG). Entsprechend ist dem Staat im Betrag von Fr. 585.-- das
Rückgriffsrecht auf die Beschwerdegegnerin einzuräumen.
Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse es gestatten, kann der Beschwerdeführer zur
Rückzahlung der vom Staat entschädigten Gerichts- und Parteikosten verpflichtet
werden (Art. 288 Abs. 1 ZPG/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).
bis
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG