Decision ID: 3c32fb0a-18de-409c-893a-4f6fc569bb81
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
G._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. oec. Alfred Paul Müller, Im Ochsenbrunnen 11,
7310 Bad Ragaz,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a G._, geboren 1977, Mutter zweier Kinder (geboren 1999 und 2001), meldete sich
wegen eines Fibromyalgie-Leidens zum Bezug einer Invalidenrente an (act. G 4.1). Die
behandelnde Dr. med. A._, Fachärztin FMH für Innere Medizin und Rheumatologie,
diagnostizierte im Arztbericht vom 16. März 2007 mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit einen chronischen Weichteilrheumatismus, DD: primäre Fibromyalgie,
und bescheinigte der Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem
8. Dezember 2005. Die Tätigkeit als Hausfrau und Mutter sei ihr zumutbar. Es sei aber
eine Abklärung nötig durch die IV, um den zeitlichen Rahmen zu bestimmen. Die
Versicherte könne schwere Haushaltsarbeiten nur mit Hilfe verrichten (act. G 4.11.3 ff.).
A.b Gestützt auf eine Abklärung an Ort und Stelle ermittelte die IV-Stelle im
Abklärungsbericht vom 22. August 2007 unter Berücksichtigung der Mithilfe der
Familienangehörigen in der vollzeitlich ausgeübten Haushaltstätigkeit eine
Einschränkung von gerundet 46%. Die Abklärungsperson bezeichnete die Angaben der
Versicherten als nicht nachvollziehbar und wollte deshalb mit einem Antrag für die
Beschlussfassung bis zum Vorliegen der am 12. Juni 2007 in Auftrag gegebenen
Begutachtung abwarten (act. G 5.22; zum Gutachtensauftrag vgl. act. G 4.15).
A.c Im von der IV-Stelle in Auftrag gegebenen interdisziplinären Gutachten vom
6. Oktober 2007, das auf internistischen, rheumatologischen (Dr. med. B._, Facharzt
FMH für Innere Medizin und Rheumatologie) und psychiatrischen (C._, Fachärztin
FMH für Psychiatrie und Psychotherapie) Untersuchungen vom 17. Juli 2007 fusst,
wurde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die Diagnose eines generalisierten
Schmerzsyndroms mit nicht erfüllten Fibromyalgiekriterien gestellt. Aus psychiatrischer
Sicht sei keine krankheitswertige Störung feststellbar und keine Einschränkung in der
Haushaltstätigkeit zu attestieren. Aufgrund der langdauernden Schonung und der
muskulären Dysbalance sei in Berücksichtigung des Abklärungsberichts an Ort und
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Stelle vom 22. August 2007 die Einschränkung in der Haushaltsführung mit 20% zu
bewerten (act. G 4.25).
A.d Mit Vorbescheid vom 5. Dezember 2007 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, einen Rentenanspruch zu verneinen (act. G 4.31).
A.e Nach unbenützter Einwandfrist verfügte die IV-Stelle am 21. Februar 2008 im Sinn
des Vorbescheids und lehnte einen Rentenanspruch ab. Zur Begründung gab sie an,
dass im Aufgabenbereich als Hausfrau und Mutter gestützt auf das interdisziplinäre
Gutachten eine nicht rentenbegründende 20%ige Einschränkung bestehe (act. G 4.40).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die am 27. März 2008 erhobene Beschwerde.
Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter Kosten- und Entschädigungsfolge die
Aufhebung der Verfügung und die Rückweisung der Angelegenheit an die
Beschwerdegegnerin zur neuen Untersuchung und Beurteilung. Eventualiter sei ihr
direkt eine IV-Rente zuzusprechen. Die gutachterliche Einschätzung der
Leistungsfähigkeit entspreche nicht den tatsächlichen Verhältnissen. Ferner habe sich
die psychiatrische Gutachterin nicht mit der von Dr. A._ diagnostizierten Depression
auseinandergesetzt. Dem Gutachten könne auch deshalb nicht gefolgt werden, weil die
Kriterien einer Fibromyalgie erfüllt seien. Ohnehin komme der gutachterlichen
Beurteilung gegenüber den Ergebnissen der Haushaltsabklärung kein genereller
Vorrang zu. Die vorgenommene Haushaltsabklärung habe eine Behinderung von
gerundet 46% ergeben. Was den Abklärungsbericht vom 22. August 2007 anbelange,
sei die angerechnete Mithilfe der Familienangehörigen nicht zulässig. Ferner rügt die
Beschwerdeführerin die bei den einzelnen Haushaltstätigkeiten ermittelte
Einschränkung als zu gering (act. G 1). Mit der Beschwerde reicht sie eine ärztliche
Stellungnahme von Dr. A._ vom 11. März 2008 ein. Darin berichtet diese über einen
unveränderten Gesundheitszustand. Es bestehe ein chronisches Schmerzsyndrom
unklarer Ursache sowie eine Depression. Die Beschwerdeführerin sei arbeitsunfähig
und auch nicht vermittelbar (act. G 1.3).
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B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 15. Mai 2008,
die Beschwerde sei abzuweisen. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass selbst bei
Vorliegen einer Fibromyalgie diese mangels erforderlicher psychischer Komorbidität
nicht invalidisierend wäre. Bei der Beschwerdeführerin lägen einzig syndromale
Leidenszustände vor, denen infolge der fehlenden Objektivierbarkeit jedoch keine
invalidisierende Wirkung zukomme. Dr. B._ leite die Arbeitsunfähigkeit einzig aus den
vorhandenen muskulären Dysbalancen ab. Diese seien indessen
rechtsprechungsgemäss nicht invalidisierend. Insofern könne vom Gutachten
abgewichen werden, ohne dass diesem deshalb im restlichen Teil der Beweiswert
abgesprochen werden müsse. Demnach sei davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht voll arbeitsfähig sei. Die Beurteilung von
Dr. A._ vermöge den Beweiswert des psychiatrischen Teilgutachtens - worin eine
vollständige Arbeitsfähigkeit bescheinigt werde - nicht zu erschüttern, weil eine
psychische Gesundheitsschädigung zwingend hätte fachärztlich festgestellt werden
müssen (act. G 4).
B.c Replikweise bringt die Beschwerdeführerin vor, dass ihre Leiden invalidisierend
seien und auch mit einer Willensanstrengung nicht überwunden werden könnten. Es
treffe nicht zu, dass insgesamt kein somatisches Korrelat für das generalisierte
Schmerzsyndrom habe gefunden werden können. Eine neue Begutachtung würde dies
wohl klarstellen. Ebenso sei es nicht zulässig, die effektiv bestehende Depression
ausser Acht zu lassen. Im Übrigen wiederholt die Beschwerdeführerin ihre Kritik am
Gutachten und am Abklärungsbericht (act. G 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 8).

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Rentenleistungen.
1.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
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Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am
21. Februar 2008 ergangen (act. G 4.40), wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der
vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar
2008 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine
Dauerleistung betrifft, über die noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend
den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007
auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen
Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil
des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage
zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des
Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber
der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die
seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben.
2.
2.1 Bei nichterwerbstätigen Versicherten im Sinn von Art. 5 Abs. 1 IVG - so namentlich
bei im Haushalt tätigen Versicherten - wird für die Bemessung der Invalidität darauf
abgestellt, in welchem Mass sie behindert sind, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu
betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 27 IVV; spezifische Methode). Als
Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Versicherten gelten insbesondere die übliche
Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische
Tätigkeiten (Art. 27 IVV). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad
von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
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2.2 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie
körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinn von Art. 4 Abs. 1 IVG in
Verbindung mit Art. 8 Abs. 3 ATSG bewirken. Die Annahme eines psychischen
Gesundheitsschadens, so auch einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung oder
Fibromyalgie, setzt zunächst eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach
einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 130 V 398 ff.
E. 5.3 und E. 6). Wie jede andere psychische Beeinträchtigung begründet eine
diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung, aber auch sonstige
vergleichbare pathogenetisch (ätiologisch) unklare syndromale Beschwerdebilder ohne
nachweisbare organische Grundlage (BGE 132 V 65 und 398 f.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Januar 2009, 8C_348/2008, E. 3) als solche noch keine
Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass diese Leiden oder ihre Folgen mit
einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind (vgl. BGE 132 V 70 E. 4).
Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant
behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil
die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen
notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet
sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung
einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer.
Massgebend sein können auch weitere Faktoren, wie chronische körperliche
Begleiterkrankungen, ein mehrjähriger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit
unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung, ein
sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, ein verfestigter, therapeutisch nicht
mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch
aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die
Krankheit"), das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder
stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) trotz
kooperativer Haltung der versicherten Person (BGE 130 V 352 E. 2.2.3). Je mehr diese
Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen,
desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare
Willensanstrengung zu verneinen (Ulrich Meyer-Blaser, Der Rechtsbegriff der
Arbeitsunfähigkeit und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, in: Schmerz und
Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 77).
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2.3 Die gesundheitlich bedingte Einschränkung im Haushalt ist grundsätzlich mittels
Betätigungsvergleichs zu ermitteln (BGE 104 V 136 E. 2a). Die ärztliche Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit in diesem Aufgabenbereich bildet nur, aber immerhin eine
notwendige Grundlage hierfür und ist demzufolge von der Abklärungsperson zu
berücksichtigen (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar
2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 21. August 2006,
I 850/05, E. 4.3). Darauf kann ebenso wie im erwerblichen Bereich lediglich in
Ausnahmefällen direkt abgestellt werden (SVR 2006 IV Nr. 42 S. 151 E. 6.2). Denn
ausschlaggebend ist nicht die medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit, sondern
wie sich der Gesundheitsschaden in der nichterwerblichen Betätigung konkret
auswirkt, was durch die Abklärung an Ort und Stelle zu erheben ist (Urteil des
Bundesgerichts vom 30. Juni 2008, 9C_25/08, E. 4.2). Diese Abklärung erstreckt sich
im Haushalt auch auf den zumutbaren Umfang der Mithilfe von Familienangehörigen,
die im Rahmen der Schadenminderungspflicht zu berücksichtigen ist und weiter geht
als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung (BGE
133 V 509 f. E. 4.2 mit Hinweisen). Bei Vorliegen psychischer Störungen kommt der
ärztlichen Einschätzung der Behinderung im Haushalt grössere Bedeutung, unter
Umständen sogar Vorrang gegenüber der Einschätzung der Abklärungsperson zu
(Urteil des Bundesgerichts vom 28. Februar 2007, I 373/06, E. 4.3.2 mit Hinweis).
2.4 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts Haushalt ist wesentlich, dass er auf
einem Betätigungsvergleich beruht und von einer qualifizierten Person verfasst wurde,
die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den
medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen
hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei eine
genügende Verständigung gewährleistet sein muss. Divergierende Meinungen der
Beteiligten sind im Bericht aufzuzeigen. Schliesslich muss er plausibel, begründet und
angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in
Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen (Urteil des
Bundesgerichts vom 30. Juni 2008, 9C_25/08, E. 4.2). Hinsichtlich des Beweiswerts
von medizinischen Berichten gilt, dass im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholte medizinische Gutachten von externen Spezialärzten volle Beweiskraft
besitzen, wenn sie gestützt auf eingehende Beobachtungen, Untersuchungen sowie
nach Einsicht in die Akten ergehen und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen
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Ergebnissen gelangen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der
Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb).
3.
Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin auch im Gesundheitsfall nicht
erwerbstätig wäre und die Beurteilung der Invalidität gestützt auf einen
Betätigungsvergleich vorzunehmen ist. Aus den Akten ergeben sich keine
Anhaltspunkte, die dagegen sprechen würden. Zu prüfen ist damit die Frage, ob und in
welchem Umfang die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer geltend gemachten Leiden
eine Beeinträchtigung in ihrer Haushaltstätigkeit erfährt. Hierzu äussern sich sowohl der
Abklärungsbericht vom 22. August 2007 (act. G 4.22) als auch das interdisziplinäre
Gutachten vom 6. Oktober 2007, einschliesslich Anhang "Nachtrag zum HB-Gutachten
2007" vom 28. Oktober 2007 (act. G 4.25). Im ersteren wurde eine Einschränkung von
gerundet 46%, im letzteren eine Beeinträchtigung von höchstens 20% ermittelt. Es ist
daher nachfolgend zu beurteilen, ob und bejahendenfalls gestützt auf welchen dieser
Berichte bei der Bestimmung der Invalidität abzustellen ist.
3.1 Der Abklärungsbericht an Ort und Stelle ist seiner Natur nach in erster Linie auf die
Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten.
Seine grundsätzliche Massgeblichkeit erfährt daher, auch wenn die vorstehend
genannten Anforderungen (vgl. E. 2.4) erfüllt sind, praxisgemäss Einschränkungen,
wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet (AHI 2001 S. 162
E. 3d mit Hinweis; Urteil des EVG vom 6. April 2004, I 733/03, E. 5.1.2 mit weiteren
Hinweisen). Auch bei im Haushalt tätigen Versicherten, die an einem psychischen
Gesundheitsschaden leiden, bildet die Abklärung im Haushalt grundsätzlich ein
geeignetes Mittel der Invaliditätsbemessung im Aufgabenbereich. Im Fall eines
Widerspruchs zwischen den Ergebnissen der Abklärung vor Ort und den
fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre
gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist jedoch den ärztlichen Stellungnahmen in der Regel
mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung. Diese
prinzipielle Gewichtung hat ihren Grund darin, dass es für die Abklärungsperson
regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und
der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen. Für die Rechtsanwendung im
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konkreten Fall bedeutet dies, dass nach Massgabe der von der Rechtsprechung
entwickelten Kriterien der Beweiswert sowohl der medizinischen Unterlagen (BGE 125
V 352 ff. E. 3) als auch des Haushaltsabklärungsberichts (vgl. vorstehende E. 2.4) zu
beurteilen ist. Liegen gleichermassen beweiskräftige Stellungnahmen vor, muss geprüft
werden, ob die gemachten Aussagen vereinbar sind oder einander widersprechen.
Diesfalls ist mit Bezug auf die einzelnen Fragestellungen eine Würdigung vorzunehmen,
wobei die ärztlichen Berichte den Vorrang geniessen, soweit medizinische Belange zu
beurteilen sind (Urteile des EVG vom 6. April 2004, I 733/03, E. 5.1.3, und vom
16. Februar 2005, I 568/04, E. 4.2.1).
3.2 Was den Abklärungsbericht vom 22. August 2007 anbelangt, ist festzustellen, dass
dieser vor dem medizinischen Gutachten vom 6. Oktober 2007 und damit ohne
Kenntnis der fachmedizinischen Stellungnahmen ergangen ist. Die ärztliche
Einschätzung der Leistungsfähigkeit im Aufgabenbereich der Haushaltsführung bildet
jedoch - wie er-wähnt - eine notwendige Grundlage für die Abklärung vor Ort und Stelle
und ist demzufolge von der Abklärungsperson zu berücksichtigen. Der
Abklärungsbericht vom 22. August 2007 leidet daher an einem erheblichen Mangel und
vermag daher nicht zu überzeugenden Schlussfolgerungen zu gelangen. Dies umso
weniger, als die geklagten Beschwerden im Wesentlichen psychischen Ursprungs sind
und keine nachweisbare organische Grundlage haben (vgl. act. G 4.25.4 f.). Die
Abklärungsperson äusserte denn selbst auch erhebliche Zweifel an den ermittelten
Beeinträchtigungen - die sie im Wesentlichen entsprechend den für sie nicht
nachvollziehbaren Angaben der Beschwerdeführerin unter Mitberücksichtigung einer
zumutbaren Mithilfe durch die Familienangehörigen niederschrieb -, empfahl die
Ergebnisse der medizinischen Begutachtung abzuwarten und enthielt sich eines
Antrages für die Beschlussfassung (act. G 4.22.7). Angesichts dieser Gegebenheiten
vermag der Abklärungsbericht vom 22. August 2007 für die Beurteilung der
Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin keine taugliche Grundlage zu bilden.
3.3 Zu prüfen bleibt damit noch die gutachterliche Beurteilung der Leistungsfähigkeit
vom 6. Oktober 2007. Das geklagte Leidensbild der Beschwerdeführerin ist wie bereits
erwähnt im Wesentlichen auf ein generalisiertes Schmerzsyndrom ohne nachweisbare
organische Grundlage zurückzuführen (vgl. act. G 4.25.4 f.). Unter Berücksichtigung
des Schmerzerlebens und der aus der Selbstlimitierung resultierenden muskulären
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Dysbalance beurteilten die Gutachter die Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht
für den Haushaltsbereich als zu höchstens 20% eingeschränkt (act. G 4.25.6 und
G 4.25.8 f.). Aus psychiatrischer Sicht sei ihr eine Willensanstrengung zuzumuten, die
Schmerzen zu überwinden, weshalb aus psychiatrischer Sicht eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit - auch in der Haushaltstätigkeit - bestehe (act. G 4.25.6). Die
Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, dass die gutachterliche Beurteilung
nicht beweistauglich sei (act. G 1).
3.3.1 Bei der Würdigung des Gutachtens fällt ins Gewicht, dass es auf eigenständigen
Untersuchungen beruht, in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit den Vorakten
erfolgte. Im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung wurde zusätzlich eine
telefonische Besprechung mit der behandelnden Dr. A._ durchgeführt (act.
G 4.26.1 f.). Die Schlussfolgerungen der Gutachter sind nachvollziehbar. Die
Beurteilung der Leistungsfähigkeit erfolgte u.a. in Würdigung der anfallenden
Haushaltstätigkeiten (act. G 4.25.8 f.). Im psychiatrischen Teilgutachten wird eingehend
ausgeführt, dass keine krankheitswertige psychische Störung vorliege und der
Beschwerdeführerin eine Schmerzüberwindung zumutbar sei (act. G 4.26.3 f.). Die
gutachterliche Beurteilung - namentlich bezüglich des Ausschlusses einer Fibromyalgie
(act. G 4.25.5) - wurde in Auseinandersetzung mit den abweichenden ärztlichen
Einschätzungen vorgenommen. Dass die Begutachtung durch Dr. B._ lediglich
45 Minuten - und nicht wie von diesem angegeben zwei Stunden - gedauert habe, ist
nicht erstellt. Wie lange die Untersuchung tatsächlich gedauert hat, kann vorliegend
indessen offen gelassen werden. Denn das Gutachten - insbesondere die klinische
Untersuchung - ist ausführlich begründet. Es ergeben sich denn auch keine
wesentlichen objektiven Gesichtspunkte, die Dr. B._ ausser Acht gelassen hätte. Die
Beschwerdeführerin benennt auch keine solchen. Das interdisziplinäre Gutachten vom
6. Oktober 2007 erfüllt damit die Anforderungen (vgl. hierzu BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen) an beweistaugliche Gutachten. Daran vermag auch die Stellungnahme von
Dr. A._ vom 11. März 2008 nichts zu ändern. Dr. A._ stellt darin die Diagnose eines
chronischen Schmerzsyndroms unklarer Ursache sowie einer Depression und berichtet
gestützt darauf, dass die Beschwerdeführerin weder arbeitsfähig noch vermittelbar sei.
Eine weitere Begründung fehlt. Hinsichtlich der diagnostizierten Depression fehlt es
ihrer Stellungnahme überdies an fachärztlich schlüssig erhobenen Befunden (vgl. BGE
130 V 399 E. 5.3.2). Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass Dr. A._ den
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Gesundheitszustand als unverändert beschreibt (act. G 1.3). Die kurz gefasste
Stellungnahme vom 11. März 2008 ist damit nicht geeignet, den Beweiswert der
gutachterlichen Einschätzung zu erschüttern.
3.3.2 Nach dem Gesagten ist zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit in der
Haushaltstätigkeit auf das Gutachten vom 6. Oktober 2007 abzustellen. Ob die
gutachterliche Einschätzung der Leistungsfähigkeit (80%ige Arbeitsfähigkeit im
Haushaltsbereich; act. G 4.25.6) mit dem für die Invalidenversicherung massgebenden
Beweisgegenstand übereinstimmt bzw. die Gutachter ihrer Beurteilung keine Elemente
zugrunde gelegt haben, die nicht einem pathologischen Substrat im rechtlichen Sinn
zuzurechnen sind (vgl. hierzu Urteil des Bundesgerichts vom 13. Februar 2007, I 649/06
E. 3.3.1) - was die Beschwerdegegnerin im Rahmen des Beschwerdeverfahrens
verneint (act. G 4, S. 5) -, kann vorliegend offen gelassen werden. Denn selbst wenn
auf die medizinisch bescheinigte 20%ige Beeinträchtigung im Haushaltsbereich
abgestellt wird, resultiert ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad gleichen
Umfangs. Die angefochtene Verfügung ist daher im Ergebnis korrekt.
4.
Die Beschwerde ist im Sinn der Erwägungen abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die
Kosten vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der von ihr geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat die
Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG