Decision ID: c33076f8-b249-532d-9d52-232eefd3e9fd
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
R._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Sabrina Schneider, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
Kantonale Arbeitslosenkasse, Davidstrasse 21, 9001 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Arbeitslosenentschädigung (Anspruchsverwirkung)
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
A.a R._ meldete sich im Januar 2007 zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung
an. Ihm sei am 4. Januar 2007 fristlos gekündigt worden (act. G 3.1). In der Folge
eröffnete die Kantonale Arbeitslosenkasse dem Versicherten eine Rahmenfrist für den
Leistungsbezug vom 8. Januar 2007 bis 31. Januar 2009 und richtete dem Versicherten
Arbeitslosentaggelder aus (vgl. act. G 3.25).
A.b Im Kontrollformular betreffend den Monat Juli 2007 gab der Versicherte am
20. Juli 2007 an, tageweise für drei Kirchgemeinden gearbeitet zu haben (act. G 3.40).
Mit Schreiben vom 20. August 2007 setzte die Arbeitslosenkasse dem Versicherten
eine Frist zur Einreichung von Zwischenverdienstbescheinigungen für den Monat Juli
2007 von den drei Arbeitgebern (act. G 3.44). Die Arbeitslosenkasse wandte sich mit
Erinnerungsschreiben vom 17. September und 16. Oktober 2007 erneut an den
Versicherten, bezog sich auf das Schreiben vom 20. August 2007 und verlangte die
Einreichung der fehlenden Unterlagen. Im Schreiben vom 16. Oktober 2007 wies sie
darauf hin, dass der Anspruch erlösche, wenn er nicht innert dreier Monate nach dem
Ende der Kontrollperiode, auf die er sich beziehe, geltend gemacht werde (act. G 3.46
f.). Am 8. November 2007 ging der Arbeitslosenkasse eine Bescheinigung der K._
vom 6. November 2007 betreffend Zwischenverdienst, ausbezahlt im Juli 2007, zu. Die
Angaben bezogen sich auf in den Monaten April, Mai und Juni 2007 geleistete
Tageseinsätze (Beilage zu act. G 3.40). Eine weitere am selben Tag unterzeichnete
Bescheinigung enthält Angaben über den im November 2007 ausbezahlten Lohn für im
Juli und August 2007 geleistete Arbeitstage (Beilage zu act. G 3.49). Mit Schreiben vom
8. November 2007 bezog sich die Arbeitslosenkasse auf die vom Versicherten
eingereichten Formulare "Angaben der versicherten Person" für die Monate August bis
Oktober 2007 und bat ihn, von den Arbeitgebern ausgefüllte
Zwischenverdienstbescheinigungen einzureichen (act. G 3.51).
A.c Mit Verfügung vom 15. November 2007 lehnte die Arbeitslosenkasse den Antrag
auf Arbeitslosenentschädigung ab 1. Juli 2007 ab. Man habe den Versicherten
mehrfach aufgefordert, Formulare über den Zwischenverdienst im Juli 2007
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einzureichen. Die Bescheinigung der K._ habe man erst am 8. November 2007
erhalten. Die Formulare der K._ X._ und Y._ seien bis heute nicht eingereicht
worden. Ohne diese Formulare könnten auch die Entschädigungen für die Folgemonate
nicht berechnet werden (act. G 3.53).
A.d Der Arbeitslosenkasse ging am 27. November 2007 die Bescheinigung der K._
Y._ betreffend Juli 2007 zu (Beilage zu act. G 3.40). Am 7. Dezember 2007
unterzeichnete der Versicherte ein weiteres Antragsformular für den Bezug von
Arbeitslosenentschädigung ab 1. Juli 2007, das bei der Arbeitslosenkasse am
12. Dezember 2007 einging (act. G 3.55).
A.e Gegen die leistungsverweigernde Verfügung vom 15. November 2007 erhob
Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Bösch von der Winterthur-ARAG Rechtsschutz
Versicherung in Vertretung des Versicherten am 12. Dezember 2007 Einsprache mit
dem Antrag, die Verfügung sei aufzuheben. Eventuell sei dem Versicherten die Frist zur
Geltendmachung seines Anspruchs wiederherzustellen (act. G 3.56). Auf Anfrage hin
teilte die Arbeitslosenkasse der Vertretung des Versicherten mit Schreiben vom
25. Januar 2008 mit, dass seit Juli 2007 keinerlei Zahlungen an den Versicherten mehr
hätten getätigt werden könnten. Der Versicherte habe zwar
Zwischenverdienstformulare eingereicht, aber diese hätten jeweils nicht mit den
Angaben im Vormonat übereingestimmt. Somit sei es leider nicht möglich, eine genaue
Aufstellung zu machen, welche Formulare noch fehlten, weil der Versicherte
widersprüchliche Angaben mache und der Arbeitslosenkasse gar nicht bekannt sei, an
welchen Stellen er nun tatsächlich gearbeitet habe (act. G 3.59). Die Vertretung des
Versicherten reichte am 28. Februar 2008 eine ergänzende Einsprachebegründung ein
(act. G 3.62).
A.f Die Arbeitslosenkasse wies die Einsprache mit Entscheid vom 31. März 2008 ab.
Der Versicherte habe die eingeforderten Unterlagen nicht vollständig eingereicht. Ab
Juli 2007 hätten Unterlagen gefehlt, ohne deren Vorhandensein die Folgemonate nicht
hätten berechnet werden können. Zwischen den Angaben auf den Formularen
"Angaben der versicherten Person" und den Zwischenverdienstbescheinigungen
würden Unterschiede bestehen. Da Zwischenverdienste, die gemäss den
Zwischenverdienstformularen noch weiter bestünden, vom Versicherten im Folgemonat
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nicht mehr angegeben worden seien, sei nicht ersichtlich, wo der Versicherte jeweils
gearbeitet habe. So sei es nicht möglich, die fehlenden
Zwischenverdienstbescheinigungen direkt bei den Arbeitgebern anzufordern
(act. G 1.1).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwältin lic. iur.
Sabrina Schneider in Vertretung des Versicherten eingereichte Beschwerde vom 5. Mai
2008. Sie beantragt die Aufhebung der Beschwerde. Dem Beschwerdeführer seien
rückwirkend ab 1. Juli 2007 Arbeitslosengelder auszurichten, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Den Akten, die der Rechtsvertretung von der
Beschwerdegegnerin zugestellt worden seien, seien die von ihr im
Einspracheentscheid erwähnten Aufforderungsschreiben zur Einreichung der
Unterlagen nicht beigelegt. Demnach sei davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer bezüglich des Formulars für Juli 2007 nie gemahnt worden sei. Die
Beschwerdegegnerin habe ihre Aufklärungspflichten verletzt. Ohnehin könne dem
Beschwerdeführer keine verschuldete Säumnis vorgeworfen werden, weil ihm nicht
bekannt gewesen sei, dass die Arbeitgeberin die Bescheinigungen nicht rechtzeitig
eingereicht habe. Sollte es Unstimmigkeiten zwischen den Formularen "Angaben der
versicherten Person" und "Zwischenverdienst" gegeben haben, hätte der
Beschwerdeführer explizit auf solche Divergenzen aufmerksam gemacht werden
müssen, und es hätte ihm eine Frist angesetzt werden müssen, die Angaben zu
präzisieren. Für die Monate August bis Oktober 2007 seien alle Unterlagen fristgerecht
eingereicht worden, die Zwischenverdienste seien nachvollziehbar. Der
Beschwerdeführer sei seinen Informationspflichten von Juli bis Oktober 2007
nachgekommen. Allfällige Ungenauigkeiten würden eine Ablehnung des
Entschädigungsanspruchs nicht rechtfertigen. Sie könnten ohne Probleme ausgeräumt
werden. Für die Folgemonate ab November 2007 würden keine Ermahnungen
vorliegen, sodass hier eine Verwirkung von Ansprüchen zum Vornherein
auszuschliessen sei (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 6. Juni 2008
die Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer sei mit der letzten Mahnung
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vom 16. Oktober 2007 ausdrücklich darauf hingewiesen worden, dass der Anspruch
erlösche, wenn er nicht innert dreier Monate nach dem Ende der Kontrollperiode, auf
die er sich beziehe, geltend gemacht werde. Mit drei Schreiben sei der
Beschwerdeführer darauf aufmerksam gemacht worden, dass die
Zwischenverdienstbescheinigungen für Juli 2007 nicht bei der Beschwerdegegnerin
eingegangen seien. Auch durch die allmonatlich auszufüllenden "Angaben der
versicherten Person" sei der Beschwerdeführer darauf hingewiesen worden, dass die
Zwischenverdienstbescheinigungen innert der Dreimonatsfrist einzureichen seien. Da
aus den eingereichten Unterlagen nicht mit Sicherheit festgestellt werden könne, wo
und wann der Beschwerdeführer gearbeitet habe, sei es der Beschwerdegegnerin nicht
möglich gewesen, die Zwischenverdienstbescheinigungen bei den Arbeitgebern direkt
einzuverlangen. Ohne diese Bescheinigungen sei es nicht möglich, die Entschädigung
zu berechnen (act. G 3).
B.c Der Beschwerdeführer lässt in der Replik vom 8. Juli 2008 an seinem Antrag
festhalten. Dass die Zwischenverdienstbescheinigungen für Juli 2007 unter Umständen
nicht mehr innert der dem Beschwerdeführer angesetzten Frist bei der
Beschwerdegegnerin eingegangen seien, sei nicht primär dem Beschwerdeführer
anzulasten, sondern eher den einzelnen Arbeitgebern, die mit Ausfüllen und Bestätigen
der Formulare in Verzug gewesen seien. Der Beschwerdeführer sei sich auch für die
Monate August bis Oktober 2007 nicht bewusst gewesen, dass eine verspätete
Eingabe der Unterlagen zum Erlöschen des Anspruchs führen würde (act. G 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin hält am 16. Juli 2008 an ihrem Antrag fest und verzichtet
im Übrigen auf die Einreichung einer Duplik (act. G 8).

Erwägungen:
1.
Streitig und im vorliegenden Verfahren zu prüfen ist der Anspruch des
Beschwerdeführers auf Arbeitslosenentschädigung ab 1. Juli 2007. Die
Beschwerdegegnerin hat einen Anspruch ab jenem Zeitpunkt abgelehnt mit der
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Begründung, der Beschwerdeführer habe die zur Prüfung des Anspruchs notwendigen
Unterlagen nicht eingereicht.
2.
2.1 Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung erlischt, wenn er nicht innert dreier
Monate nach dem Ende der Kontrollperiode, auf die er sich bezieht, geltend gemacht
wird (Art. 20 Abs. 3 Satz 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0]). Als
Kontrollperiode gilt jeder Kalendermonat, für den die arbeitslose Person
Entschädigungsansprüche geltend macht (vgl. Art. 27a der Verordnung über die
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR
837.02] i.V.m. Art. 18a AVIG). Die in Art. 20 Abs. 3 Satz 1 AVIG gesetzte Frist ist eine
Verwirkungsfrist, die weder einer Erstreckung noch einer Unterbrechung, aber einer
Wiederherstellung zugänglich ist. Eine Fristwiederherstellung kann gewährt werden,
wenn die gesuchstellende Person für ihre Fristversäumnis entschuldbare Gründe
vorbringen kann (BGE 114 V 123; ARV 1993/94 Nr. 33 S. 234 Erw. 1b; ARV 2000 Nr. 6
S. 31 Erw. 2a; vgl. auch Art. 41 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
2.2 Den Anspruch für u.a. die erste Kontrollperiode während der Rahmenfrist macht
die versicherte Person nach Art. 29 Abs. 1 AVIV geltend, indem sie der Kasse folgende
Dokumente einreicht: den vollständig ausgefüllten Entschädigungsantrag (lit. a), das
Doppel des amtlichen Anmeldeformulars (lit. b), die Arbeitsbescheinigungen für die
letzten zwei Jahre (lit. c), den Ausdruck des Datensatzes "Kontrolldaten" oder das
Formular "Angaben der versicherten Person" (lit. d) sowie alle weiteren Unterlagen,
welche die Kasse zur Beurteilung ihres Anspruchs verlangt (lit. e). Zur Geltendmachung
des Anspruchs für die weiteren Kontrollperioden muss die versicherte Person die
beiden letztgenannten Unterlagen und die Arbeitsbescheinigungen für
Zwischenverdienste einreichen (Art. 29 Abs. 2 AVIV). Das Erfordernis, zur
Geltendmachung des Anspruchs die in Art. 29 AVIV aufgeführten Unterlagen
einzureichen, ist darin begründet, dass die Arbeitslosenkasse ausreichend über alle –
oder zumindest alle wesentlichen – Elemente informiert sein muss, die sie zur
Anspruchsbeurteilung benötigt (BGE 113 V 68 f. Erw. 1b; vgl. auch ARV 2000 Nr. 6
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S. 30 Erw. 1c). Falls eine versicherte Person dieser Pflicht nicht nachkommt, setzt die
Kasse ihr eine angemessene Frist für die Vervollständigung der Unterlagen und macht
sie auf die Folgen der Unterlassung aufmerksam (Art. 29 Abs. 3 AVIV). Nach der
Rechtsprechung des Bundesgerichts (bis Ende 2006 Eidgenössisches
Versicherungsgericht) setzt das Erlöschen des Anspruchs auf
Arbeitslosenentschädigung zufolge Ablaufs der gesetzlichen Frist von drei Monaten für
die Geltendmachung voraus, dass die mit der Beibringung der erforderlichen
Unterlagen säumige versicherte Person von der Kasse vorschriftsgemäss auf diese
Säumnisfolge hingewiesen worden ist. Wird dies unterlassen oder eine andere, weniger
einschneidende Säumnisfolge angedroht, kann die Verwirkungsfolge trotz versäumter
Frist für die Geltendmachung nicht eintreten (ARV 1993/94 Nr. 33 S. 234 f. Erw. 2b mit
Hinweisen; Thomas Nussbaumer, Die Arbeitslosenversicherung, in: SBVR XIV-Meyer,
Soziale Sicherheit, 2. Aufl., Basel 2007, S. 2279, Rz. 337).
3.
3.1 Vorliegend ist zur Prüfung, ob der Anspruch für Juli 2007 rechtsgenüglich geltend
gemacht wurde, Art. 29 Abs. 2 AVIV massgebend, da jener Monat nicht die erste
Kontrollperiode war, sondern der Beschwerdeführer bereits in den Monaten davor
Arbeitslosenentschädigung erhalten hatte. Mit Schreiben vom 20. August 2007 wurde
der Beschwerdeführer erstmals aufgefordert, für Juli 2007 die
Zwischenverdienstbescheinigungen einzureichen (act. G 3.44). Im Formular "Angaben
der versicherten Person" vom 20. Juli 2007 hatte er angegeben, während jenes Monats
tageweise für die K._ Z._, die K._ W._ und die K._ Y._ gearbeitet zu
haben. Die jeweiligen Arbeitstage hatte er mit Datum benannt (act. G 3.40). Mit
Schreiben vom 17. September 2007 verwies die Beschwerdegegnerin auf ihr Schreiben
vom 20. August 2007 und setzte eine neue Frist bis 5. Oktober 2007. Man habe die
verlangten Unterlagen noch nicht erhalten. Ohne Aktenvollständigkeit könne der
Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung nicht weiter geprüft werden. Falls man bis
Ablauf der neu gesetzten Frist die fehlenden Unterlagen nicht erhalte, müsse man
annehmen, der Beschwerdeführer verzichte auf weitere Ansprüche (act. G 3.46). Der
Hinweis, dass vom Verzicht auf weitere Ansprüche ausgegangen werde, wenn die
verlangten Unterlagen innert Frist nicht eingereicht würden, ist missverständlich. An
sich hätte der Beschwerdeführer darauf aufmerksam gemacht werden müssen, dass
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seine Ansprüche bei fehlender Reaktion innert gesetzter Frist erlöschen würden. Nur
ein solcher Hinweis hätte das Erfordernis der ausreichenden Bestimmtheit einer
Androhung erfüllt, indem er klargestellt hätte, dass als Folge der Nichtreaktion der
Anspruch untergeht. Ein blosser Verzicht kann dagegen dadurch in Abrede gestellt
werden, dass – wie vorliegend – Einsprache bzw. Beschwerde eingereicht wird. Bei
formrichtiger Androhung hätte sich im Übrigen auch eine weitere Aufforderung erübrigt.
Aufgrund des Schreibens vom 17. September 2007 wären die Ansprüche des
Beschwerdeführers für Juli 2007 jedoch auch deshalb noch nicht verwirkt gewesen, da
bei Ablauf der angesetzten Frist (5. Oktober 2007) die Frist nach Art. 20 Abs. 3 AVIG
noch nicht abgelaufen war.
3.2 Die Beschwerdegegnerin setzte daher im eingeschrieben versandten Schreiben
vom 16. Oktober 2007 ("Letzte Mahnung") eine weitere "letzte Frist" bis 5. November
2007 zur Einreichung der "gewünschten Unterlagen" und gab Art. 20 Abs. 3 AVIG im
Wortlaut wieder (act. G 3.47). Eine detaillierte Umschreibung der "gewünschten
Unterlagen" erübrigte sich insofern, als diesbezüglich nicht nur auf das
vorangegangene Schreiben vom 17. September 2007, sondern auch auf jenes vom
20. August 2007 verwiesen wurde. Es war somit klar, dass die
Zwischenverdienstbescheinigungen der "drei Arbeitgeber" gemeint waren. Der Ablauf
der in diesem Schreiben angesetzten Frist bewirkte insofern den Eintritt der
angedrohten Verwirkungsfolge bezüglich der Ansprüche für Juli 2007, als gleichzeitig
auch die Frist nach Art. 20 Abs. 3 AVIG abgelaufen war.
3.3 Bis zum Ablauf der letzten Frist am 5. November 2007 gingen die gewünschten
Unterlagen der Beschwerdegegnerin nicht zu. Am 6. November 2007 unterzeichnete
die K._ eine Bescheinigung über den Zwischenverdienst, der dem Beschwerdeführer
für Einsätze im April, Mai und Juni 2007 schliesslich gesamthaft im Juli 2007
ausbezahlt worden war. Die Bescheinigung ging der Beschwerdegegnerin am
8. November 2007 zu (Beilage zu act. G 3.40). Eine weitere Bescheinigung über
Einsätze im Juli 2007 füllte die K._ am 26. Februar 2008 aus; sie ging der
Beschwerdegegnerin am 3. März 2008 zu (Beilage zu act. G 3.40).
4.
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Zu prüfen ist im Weiteren, ob von einem entschuldbaren Grund für das Versäumnis
ausgegangen werden kann, der zu einer Wiederherstellung der versäumten Frist führt.
Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, es dürfe nicht ihm angelastet werden, dass
seine Arbeitgeberinnen die Zwischenverdienstbescheinigungen nicht rechtzeitig
eingereicht hätten. Weder macht der Beschwerdeführer jedoch geltend, noch ist den
Akten zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer die Arbeitgeberinnen aufgefordert
und gemahnt hätte, die Bescheinigungen auszufüllen und einzureichen. Durch die
Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 17. September 2007 und 16. Oktober 2007
wusste der Beschwerdeführer, dass die Bescheinigungen noch fehlten. Sollte er
Probleme gehabt haben, diese rechtzeitig erhältlich zu machen, so hätte er die
Beschwerdegegnerin hierüber informieren müssen (siehe den im Internet
veröffentlichten Entscheid AVI 2007/97 vom 5. Mai 2008, Erw. 2, sowie den Entscheid
C 114/06 des Bundesgerichts vom 17. Juli 2007, Erw. 4.3). Diesfalls hätte die
Beschwerdegegnerin nämlich die Zwischenverdienstbescheinigungen direkt bei den
Arbeitgeberinnen angefordert. Eine Fristwiederherstellung kommt damit nicht in
Betracht. Der Anspruch auf Taggeldleistungen für den Monat Juli 2007 ist verwirkt.
5.
5.1 Das Dispositiv der im Einspracheentscheid bestätigten Verfügung vom 15.
November 2007 lautet: "Ihr Antrag auf Arbeitslosenentschädigung ab dem 1. Juli 2007
muss abgelehnt werden" (act. G 3.53). Die Verfügung konnte hinsichtlich der
Verwirkung aber lediglich den Anspruch für den Monat Juli 2007 beurteilen. In der
Begründung des Einspracheentscheids vom 31. März 2008 hielt die
Beschwerdegegnerin fest, ihr würden ab Juli 2007 Unterlagen fehlen, ohne deren
Vorhandensein die Folgemonate nicht berechnet werden könnten. Dadurch, dass
zwischen den Angaben auf den Formularen "Angaben der versicherten Person" und
den eingereichten Zwischenverdienstbescheinigungen Unterschiede bestünden, bzw.
dass Zwischenverdienste, die gemäss dem Zwischenverdienstformular noch weiter
bestünden, jedoch vom Beschwerdeführer im Folgemonat nicht mehr angegeben
worden seien, sei nicht genau ersichtlich, wo der Beschwerdeführer jeweils gearbeitet
habe (act. G 1.1).
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5.2 Soweit die Beschwerdegegnerin auch für die auf Juli 2007 folgenden Monate
einen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ablehnt, ist ihr nicht zu folgen. Das von
ihr durchgeführte Mahn- und Nachfrist-Verfahren bezog sich ausschliesslich auf den
Monat Juli 2007. Mit Schreiben vom 8. November 2008 forderte sie den
Beschwerdeführer zwar auf, die Zwischenverdienstformulare für die Monate August bis
Oktober 2007 von den Arbeitgeberinnen ausfüllen zu lassen und diese bis
28. November 2007 einzureichen (act. G 3.51). Dieses Schreiben ist jedoch eine
einfache Aufforderung. Es klärt den Beschwerdeführer nicht über die drohenden
Verwirkungsfolgen gemäss Art. 20 Abs. 3 AVIG auf, wie dies nach Art. 29 Abs. 3 AVIV
notwendig gewesen wäre. Ausserdem kann die Beschwerdegegnerin aus der
Tatsache, dass sie in den Angaben des Beschwerdeführers und in den
Zwischenverdienstbescheinigungen Widersprüche zu entdecken glaubt und
Unklarheiten erkennt, nicht auf eine generelle Anspruchsverwirkung auch für die Zeit ab
August 2007 schliessen. Vielmehr hat sie im Rahmen ihrer Untersuchungspflicht
allfällige Unklarheiten durch konkretes Nachfragen beim Beschwerdeführer und
nötigenfalls bei den Arbeitgeberinnen auszuräumen. Mangels entsprechender
Abmahnung und Abklärung sind die Ansprüche des Beschwerdeführers für die Zeit ab
August 2007 noch nicht verwirkt.
6.
6.1 Der angefochtene Einspracheentscheid ist gemäss den oben stehenden
Erwägungen bei teilweiser Gutheissung der Beschwerde insoweit aufzuheben, als er
den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung nicht nur für die Kontrollperiode Juli
2007, sondern auch für unbestimmte Zeit nach Juli 2007 abweist. Die Sache ist an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese die Anspruchsberechtigung für die
Kontrollperioden ab August 2007 prüfe und neu verfüge.
6.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
6.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird
(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Da der Anspruch für Juli
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2007 verwirkt ist, führte die Beschwerde nur zu einer teilweisen Gutheissung. Der
Beschwerdeführer hat jedoch klar überwiegend obsiegt, zumal ihm der Anspruch auf
Arbeitslosenentschädigung für die Zeit ab August 2007 bei Erlass des
Einspracheentscheids ohne weitere Prüfung ungerechtfertigterweise verweigert wurde.
Angemessen erscheint daher eine kleine Reduktion der Parteientschädigung im
üblichen Rahmen von Fr. 3'000.- auf Fr. 2'500.- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG