Decision ID: 79408438-c30b-52bb-b598-3fff293c0737
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 15.07.2015 Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Ermittlung der Vergleichseinkommen. Für das Invalideneinkommen Beizug der LSE anstelle der von der Suva verwendeten DAP (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. Juli 2015,UV 2014/3).Entscheid vom 15. Juli 2015BesetzungVizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichter Joachim Huber, Versicherungsrichterin Marie Löhrer; Gerichtsschreiberin Della BatlinerGeschäftsnr.UV 2014/3ParteienA._,Beschwerdeführer,vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Rufener, schmuckipartner, Neugasse 26, Postfach 545, 9004 St. Gallen,gegenSchweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 6002 Luzern,Beschwerdegegnerin,GegenstandInvalidenrenteSachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) arbeitete seit dem 14. Februar 2000 im
Werkzeugbau als Giesser bei der B._ AG und war dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) obligatorisch gegen die Folgen von
Unfällen versichert (Suva-act. 1). Am 19. August 2009 versuchte der Versicherte, einen
Kupferklotz aus einer Konstruktionsform herauszuschlagen, und erlitt dabei einen
Zwick im rechten Ellbogen. Seither entwickelten sich zunehmende Schmerzen (Suva-
act. 5ff.). Dr. med. C._, Facharzt Allgemeine Medizin FMH, diagnostizierte im Bericht
vom 9. November 2009 (Suva-act. 7) einen Zustand nach traumatischer Epikondylitis
humeri lateralis rechts sowie einen Verdacht auf somatoforme Schmerzstörung und
attestierte dem Versicherten ab 26. August 2009 eine volle Arbeitsunfähigkeit (Suva-
act. 30). Am 15. Dezember 2009 wurde im Spital D._ eine Kernspintomographie wohl
des rechten, versehentlich an einer Stelle als links bezeichneten Ellbogengelenks
durchgeführt (Suva-act. 18). Dabei ergab sich folgende Beurteilung: Minimaler
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Reizerguss des Ellbogengelenks; Zeichen einer Zerrung der Bizepssehne, begleitet von
leichter Tendovaginitis; zudem kutanseitige Partialruptur (6mm breiter Sehnendefekt)
des Ansatzes des gemeinsamen Sehnenursprungs der Extensoren am Epicondylus
humeri radialis; im übrigen regelrechtes Kernspintomogramm des Ellbogengelenks,
ohne Nachweis chondraler sowie weiterer ossärer Läsionen. Die Suva anerkannte das
Ereignis als versichert und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Suva-act. 21, 39).
A.b Vom 3. März bis 7. April 2010 hielt sich der Versicherte stationär in der
Rehaklinik Bellikon auf. Im Austrittsbericht vom 19. April 2010 (Suva-act. 45) wurden
eine Traumatisierung der Epikondylitis humeri radialis rechts mit chronischer
Therapieresistenz und initial unklare Schmerzen dorsal im rechten Handgelenk, deutlich
regredient, diagnostiziert. Es wurde eine mässige Symptomausweitung beobachtet. In
der angestammten Tätigkeit als Werkzeugmacher, zuvor Heizungsmonteur (schwere
Arbeit), bestehe ab 7. April 2010 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Körperlich leichte
bis mittelschwere Tätigkeiten seien hingegen ganztags möglich, wobei jedoch ein
häufiger Krafteinsatz des rechten Arms, repetitive Umwendbewegungen des rechten
Vorderarms sowie Zwangshaltungen bezüglich des rechten Ellbogens (ellbogenbedingt
ungünstige Auswirkung auf die Handposition bezüglich Bedienung von Apparaten,
Feinmechanik etc.) zu vermeiden seien.
A.c Die B._ AG löste das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten per 18. Juli 2010
auf (Suva-act. 40). Mit Schreiben vom 18. Juni 2010 (Suva-act. 52) stellte die Suva die
Taggeldleistungen per 18. Juli 2010 ein. In der Folge meldete sich der Versicherte per
19. Juli 2010 bei der Arbeitslosenversicherung zum Leistungsbezug an (Suva-
act. 60-3/5). Bereits davor hatte er Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche
durch die von der Suva engagierte E._ GmbH erhalten (Suva-act. 41, 72). Seit
20. Juni 2011 absolvierte der Versicherte ein Praktikum als Betreuer in der
psychiatrischen Klinik F._ (Suva-act. 79).
A.d Anlässlich der ärztlichen Abschlussuntersuchung vom 6. Juli 2011 (Suva-act. 80)
stellte Kreisarzt Dr. med. G._, Facharzt für Chirurgie FMH, die Diagnose eines Status
nach Unfall vom 19. August 2009 mit Partialruptur des Ansatzes der Extensoren am
Epicondylus humeri radialis und chronischer Epicondylopathie rechtsseitig. Subjektiv
persistierten hauptsächlich belastungsabhängige Schmerzen im Bereich des
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Epicondylus lateralis rechts. Objektiv finde sich eine praktisch normale Beweglichkeit
im Ellbogengelenk mit seitengleich unauffälliger Pronotation/Supination und im
Seitenvergleich nur minimal eingeschränkter Flexion rechts gegenüber links (10°) und
bildgebend geringes intratendinöses Enhancement im gemeinsamen Ursprungsbereich
der Extensorensehnen bei chronischer Epicondylopathie, differentialdiagnostisch
Granulationsgewebe/minimale entzündliche Aktivität. Hinsichtlich der Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit habe sich seit dem Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon nichts
geändert.
A.e Vom 1. Oktober 2011 bis 29. Februar 2012 absolvierte der Versicherte ein
Praktikum als Pflegehilfe im Spitalverbund Psychiatrisches Zentrum H._ (Suva-
act. 86-12/13). Mit Schreiben vom 11. Oktober 2011 (Suva-act. 82) teilte die Suva dem
Versicherten mit, der Schadenfall werde gleichentags abgeschlossen, da durch weitere
medizinische oder therapeutische Behandlung keine Besserung mehr erzielt werden
könne. Es bestehe keine Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit. Die
Erheblichkeitsgrenze für eine Integritätsentschädigung werde nicht erreicht. Mit
befristetem Arbeitsvertrag vom 23. November/2. Dezember 2011 (Suva-act. 94) wurde
der Versicherte vom 1. März 2012 bis 31. Juli 2013 als Pflegehelfer im Psychiatrischen
Zentrum H._ angestellt.
A.f Mit Verfügung vom 30. April 2013 (Suva-act. 114) sprach die Suva dem
Versicherten rückwirkend ab 1. August 2010 eine Invalidenrente gestützt auf einen
Invaliditätsgrad von 13% zu.
B.
Die dagegen erhobene Einsprache vom 31. Mai 2013 (Suva-act. 116) wurde mit
Einspracheentscheid vom 24. Oktober 2013 (Suva-act. 130) abgewiesen.
C.
C.a Mit Beschwerde vom 27. November 2013 (act. G1) liess der Versicherte,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Rufener, St. Gallen, beim Obergericht des
Kantons Appenzell Ausserrhoden beantragen, der Einspracheentscheid vom
24. Oktober 2013 sei teilweise aufzuheben und ihm sei eine UVG-Invalidenrente
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basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 28% auszurichten; es sei eine
medizinische Begutachtung durchzuführen; das vorliegende Beschwerdeverfahren sei
zu sistieren, bis das Urteil des Bundesgerichts im Verfahren 8C_769/2013 vorliege;
unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin. Zur
Begründung liess er insbesondere vorbringen, in Bezug auf die Einschränkungen an
der linken Hand liege keine umfassende, stimmige Beurteilung des Kreisarztes vor. Der
erhebliche Mangel bzw. die Fehlbeurteilung rechtfertige die Beurteilung seines
Gesundheitszustands durch einen unabhängigen Gutachter. Die Berücksichtigung
eines Valideneinkommens von lediglich Fr. 71'400.-- widerspreche den gesetzlichen
Vorgaben, es sei analog der IV-Stelle auf die Einkommenssituation 2009 abzustellen.
Für ein Abstellen auf DAP-Zahlen seien die Voraussetzungen vorliegend nicht erfüllt,
weshalb auf die Tabellenlöhne abzustellen sei. Die IV-Stelle habe einen Invaliditätsgrad
von 28% ermittelt. Es lägen keine Gründe für eine andere Beurteilung durch die Suva
vor, zumal die Invalidenversicherung keine unfallfremden Faktoren zu berücksichtigen
gehabt habe. Des Weiteren legte er einen Bericht der Klinik für Hand-, Plastische- und
Wiederherstellungschirurgie des Kantonsspitals St. Gallen vom 17. Juli 2013
(act. G1.2), einen IK-Auszug des Beschwerdeführers (act. G1.3) und den IV-
Vorbescheid vom 11. November 2011 (act. G1.4) bei.
C.b Mit Entscheid vom 22. Januar 2014 (act. G0) trat das Obergericht Appenzell
Ausserrhoden auf die Beschwerde des Versicherten nicht ein und überwies die Sache
zuständigkeitshalber an das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen. Die
Angelegenheit wurde unter der Verfahrensnummer UV 2014/3 eingeschrieben.
D.
D.a Auf Aufforderung des Versicherungsgerichts vom 28. Januar 2014 (act. G3)
begründete der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers das in der Beschwerde
enthaltene Sistierungsgesuch am 7. März 2014 (act. G5) und legte nach Einwänden der
Beschwerdegegnerin (act. G8) am 2. Mai 2014 das Urteil des Obergerichts Appenzell
Ausserrhoden vom 19. Juni 2013 (act. G10.1), die dagegen erhobene Beschwerde an
das Bundesgericht vom 28. Oktober 2013 (act. G10.2) und weitere Unterlagen
(act. G10.3ff.) ins Recht. Am 3. Juni 2014 (act. G13) liess der Beschwerdeführer das
Urteil 8C_769/2013 des Bundesgerichts vom 12. Mai 2014 einreichen. Darin war ein
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Urteil des Obergerichts Appenzell Ausserrhoden vom 19. Juni 2013 betreffend ein UV-
Verfahren des Beschwerdeführers gegen die AXA Versicherungen AG wegen örtlicher
Unzuständigkeit aufgehoben und die Akten zuständigkeitshalber ans
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen überwiesen worden. Jene Streitsache
wurde unter der Verfahrensnummer UV 2014/45 eingeschrieben. Im vorliegenden
Verfahren erachtete das Gericht eine Sistierung bis zum Entscheid im Verfahren UV
2014/45 nicht als angezeigt und leitete am 5. Juni 2014 den Schriftenwechsel ein (act.
G14).
D.b Mit Beschwerdeantwort vom 7. Juli 2014 (act. G15) schloss die
Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie im
Wesentlichen an, der Beschwerdeführer habe an der linken Hand unter keinen
arbeitsrelevanten Einschränkungen mehr gelitten, welche vorliegend noch zu
berücksichtigen wären. Bei der Bemessung des Valideneinkommens sei auf die
Lohnangaben des Arbeitgebers abzustellen. Der pauschale Verweis auf den IK-Auszug,
welcher über die vor 2010 gemeldeten Löhne Auskunft gebe, vermöge die Angaben
des Arbeitgebers für das Jahr 2010 nicht zu entkräften. Umso mehr, als bei den
Jahreslöhnen 2000 bis 2009 starken Schwankungen festzustellen seien. Die
kreisärztliche Zumutbarkeitsbeurteilung geniesse volle Beweiskraft und die DAP-
gestützte Bestimmung des Invalidenlohns entspreche den bundesgerichtlichen
Vorgaben. Es bestehe keine Bindung an die Invaliditätsbemessung der
Invalidenversicherung. Die Frage eines allfälligen Rückfalls ab Ende 2013 sei nicht
Prozessgegenstand.
D.c Mit Replik vom 5. Januar 2015 (act. G25) teilte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers mit, dieser sei seit dem 6. Januar 2014 bei der I._ AG im
Stundenlohn tätig, und legte den Arbeitsvertrag (act. G25.3) und Lohnabrechnungen
von Januar bis September 2014 (act. G25.4-12) bei. Zudem reichte er zwei Fotos mit
Abbildungen der linken und rechten Hand ein (act. G25.1 und G25.2). Am 6. Januar
2015 (act. G28) reichte der Rechtsvertreter die Lohnausweise vom Oktober und
November 2014 nach (act. G28.1 und G28.2).
D.d Mit Duplik vom 23. Januar 2015 (act. G30) reichte die Beschwerdegegnerin ein
an die ehemalige Arbeitgeberin des Beschwerdeführers gerichtetes Schreiben vom
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21. August 2014 (act. G30.1) und deren Stellungnahme vom 26. August 2014 samt vier
Beilagen (act. G30.2) ein.
D.e Mit Eingabe vom 18. Mai 2015 (act. G32) legte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers den Arbeitsvertrag vom 4. März 2015 mit der I._ AG samt
Anhang und Lohnreglement (act. G32.1ff.) ins Recht.

Erwägungen:
1.
1.1 Der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente der Beschwerdegegnerin ist
im Grundsatz unbestritten. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet allein die
Höhe der Invalidenrente.
1.2 Gemäss Art. 18 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) hat der Versicherte einen Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn er zu
mindestens 10% invalid ist. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung – und im
Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes respektive der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den
Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Es hat demnach zu prüfen, ob die
vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen
Leistungsanspruchs gestatten (Art. 43 Abs. 1 ATSG).
2.
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2.1 Hinsichtlich des medizinischen Sachverhalts steht unbestrittenermassen fest und
es ergibt sich auch aus der Aktenlage, dass eine Partialruptur des Ansatzes der
Extensoren am Epicondylus humeri radialis und eine chronische Epicondylopathie
rechtsseitig auf den Unfall
vom 19. August 2009 zurückzuführen sind (vgl. Suva-act. 45, 80).
2.2 Der Beschwerdeführer bemängelt an der Beurteilung von Dr. G._ vom 6. Juli
2011 (Suva-act. 80), die Einschränkungen an der linken Hand seien nicht berücksichtigt
worden. Unbestrittenermassen war die linke Hand des Beschwerdeführers beim Unfall
am 19. August 2009 nicht betroffen. Er hatte sich die linke Hand bereits am
18. Dezember 1990 beim Holzfräsen verletzt. Im Rahmen einer mit Urteil des
Verwaltungsgerichts des Kantons Appenzell am 24. Mai 1995 genehmigten
Vergleichsvereinbarung war ihm von der damaligen Unfallversicherung eine Rente
basierend auf einem Invaliditätsgrad von 20% ab 1. Oktober 1994 ausgerichtet
worden. Mit Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. Juni
2014 wurde diese Rente per 1. April 2012 eingestellt (und damit die Renteneinstellung
der damaligen Unfallversicherung per 1. März 2012 geringfügig korrigiert), da unter
Würdigung sämtlicher Akten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen
war, dass aufgrund des Unfalls im Jahr 1990 keine Einschränkung der Arbeits- und
Erwerbsfähigkeit mehr bestand und der Beschwerdeführer von Seiten der linken Hand
zu 100% arbeitsfähig war (UV 2014/45 E. 4; zum Sachverhalt vgl. lit. A). Dieser
Entscheid ist in Rechtskraft erwachsen. Eine medizinische Begutachtung oder andere,
weitere Abklärungen der linken Hand erübrigen sich daher.
2.3 Aus der vorliegenden Aktenlage, insbesondere aus der Beurteilung von Dr. G._
vom 6. Juli 2011 (Suva-act. 80), aber auch aufgrund des vollzeitlichen Praktikums
(Oktober 2011 bis Februar 2012; Suva-act. 86-12/13) und der vollzeitlichen befristeten
Tätigkeit als Pflegehelfer (März 2012 bis Juli 2013; Suva-act. 94) geht hervor, dass der
Beschwerdeführer in einer leidensadaptierten Tätigkeit im Umfang von 100%
arbeitsfähig ist. Im angestammten Beruf besteht eine volle Arbeitsunfähigkeit.
Zumutbar ist eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit im vollen zeitlichen Pensum, ohne
häufigen Krafteinsatz des rechten Arms, ohne repetitive Umwendbewegungen des
rechten Vorderarms und ohne Zwangshaltungen bezüglich des rechten Ellbogens.
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3.
3.1 Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird
gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt. Dabei wird das
Einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn
sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
3.2
3.2.1 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die
versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns – vorliegend im
Jahr 2010 – nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde
tatsächlich verdient hätte (BGE 135 V 322 E. 4.1). In der Praxis bildet das vor dem
Eintritt der zur Invalidität führenden Arbeitsunfähigkeit erzielte, tatsächlich bezogene
Einkommen häufig Anhalts- und Ausgangspunkt, da nach empirischer Feststellung in
der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre. Bei der
Bestimmung dieses zuletzt erzielten Einkommens sind sämtliche Erwerbseinkommen
(auch etwa Nebeneinkünfte oder regelmässig geleistete Überstunden), für welche eine
AHV-Beitragspflicht besteht, zu berücksichtigen (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar,
2. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2009, N 12f.).
3.2.2 Die Beschwerdegegnerin ging bei der Bemessung des Valideneinkommens
gestützt auf die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers (vgl.
Suva-act. 67 und 101) von einem Jahreseinkommen 2010 in Höhe von Fr. 71'400.--
aus. Der Beschwerdeführer möchte mit Verweis auf den IK-Auszug der Jahre 2007,
2008 und 2009 ein Valideneinkommen von mehr als Fr. 80'000.-- angewendet wissen.
3.2.3 Die Arbeitgeberin hatte im Dezember 2012 angegeben, im Jahr 2010 hätte der
Beschwerdeführer im Gesundheitsfall neben einem nicht leistungsabhängigen
Monatslohn in Höhe von Fr. 4'750.-- zuzüglich 13. Monatslohn regelmässig weitere
Zulagen erhalten. Sie rechnete pauschale Schichtzulagen von Fr. 5'200.-- (= Fr. 400.--
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x 13; act. G30.2), Pikettzulagen von Fr. 1'350.-- und eine Überstundenleistung von
Fr. 3'500.-- im Rahmen einer Schätzung hinzu und wies darauf hin, dass die
Überstunden aufgrund diverser Neuregelungen in Zukunft stetig abgenommen hätten
(Suva-act. 101). Der IK-Auszug zeigt mit Blick auf die Jahre der Erwerbstätigkeit bei der
B._ AG einen schwankenden Verlauf des Einkommens, wobei der Jahreslohn
lediglich im Jahr 2008 über Fr. 80'000.-- betrug (Fr. 83'478.--). Bereits im Jahr 2007 lag
er mit Fr. 78'783.-- um mehrere Tausend Franken über den Vorjahreslöhnen. Auf
Nachfrage der Beschwerdegegnerin (act. G30.1f.) erklärte die B._ AG, diese hohen
Löhne seien auf diverse variable Lohnzuschläge für geleistete Sonderschichten an
Wochenenden und in der Nacht zurückzuführen und würden nur bei vollzogener
Sonderschicht gutgeschrieben. Aufgrund diverser Neuerungen wie zum Beispiel
Schichtplanänderung, geregelter Schichtbetrieb, Personalaufstockung würden kaum
mehr Sonderschichten geleistet. Aus diesem Grund seien solche Sonderzahlungen
auch massiv rückläufig. Diese plausiblen Arbeitgeberangaben widerspiegeln mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit die realistische Einkommensentwicklung beim
Beschwerdeführer in diesem Betrieb, welche aufgrund der Reduktion des Postens
"Sonderschichten" entsprechend geringer ausgefallen wäre (vgl. auch Urteil des
Bundesgerichts vom 6. August 2010, 8C_316/2010, E. 5). Dies gilt umso mehr, als sich
das Durchschnittseinkommen des Beschwerdeführers zwischen 2002 und 2006 auf
Fr. 72'157 belief und sich auch 2011 bis 2013 nicht über diesen Bereich bewegt hätte.
Die Schätzung der Überstundenentschädigung auf Fr. 3'500.-- erscheint vor dem
Hintergrund, dass ab 2010 eine stark sinkende Tendenz verzeichnet wurde (vgl. Suva-
act. 101), realistisch, obwohl der Beschwerdeführer bis dahin deutlich höhere
Überstundenleistungen erbracht hatte. Unbehelflich ist auch das Argument, dass die
IV-Stelle als Validenlohn Fr. 83'478.-- beigezogen und das Versicherungsgericht diesen
Betrag im Entscheid vom 13. März 2013 nicht beanstandet hatte (IV 2012/75 E. 4.2).
Hieraus kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten, zumal keine
Bindung an die damals beigezogenen Grundlagen besteht und darüber hinaus im IV-
Verfahren selbst unter Berücksichtigung der für den Beschwerdeführer günstigsten
Zahlen kein rentenbegründender Invaliditätsgrad von über 40% resultiert hatte. Im
Übrigen gilt es zu beachten, dass bei der Bemessung des Valideneinkommens die
Kinderzulagen von Fr. 200.-- monatlich nicht zu berücksichtigen sind, nachdem diese
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auch in die Festlegung des Invalideneinkommens nicht einfliessen (Urteil vom 28. Juni
2010, 8C_58/2010, E. 3.2).
3.2.4 Zusammenfassend sind als Valideneinkommen Fr. 71'800.-- (Fr. 4'750.-- x 13
[Grundlohn inkl. 13. Monatslohn]+ Fr. 1'350.-- [Pikett] + Fr. 5'200.-- [Fr. 400.-- x 13;
Schichtzulage] + Fr. 3'500.-- [Überstundenentschädigung]) heranzuziehen.
3.3
3.3.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung
primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte
Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei
der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen
ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft,
und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und
nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als
Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben,
namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat,
so können nach der Rechtsprechung entweder die LSE-Tabellenlöhne oder die
sogenannten DAP-Zahlen (DAP = Dokumentation von Arbeitsplätzen seitens der Suva)
herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 mit Hinweisen).
3.3.2 Der Beschwerdeführer hatte im Jahr 2011 nach einem Praktikum eine
befristete Tätigkeit als Pflegehelfer aufgenommen und ist seit Januar 2014 als I._-
Mitarbeiter im Stundenlohn tätig. Seit 1. März 2015 besteht ein unbefristeter
Arbeitsvertrag bei einem Beschäftigungsgrad von 90% (act. G32.1). Im vorliegend
massgebenden Zeitpunkt des Einspracheentscheids (aber auch darüber hinaus) lag
kein besonders stabiles Arbeitsverhältnis vor, bei dem der Beschwerdeführer seine
Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpfte. Das Invalideneinkommen kann
folglich nicht auf individuell-konkreter Basis bemessen werden.
3.3.3 Es ist entgegen den Ansicht des Beschwerdeführers nicht erheblich, ob die
durch die DAP nachgewiesenen Stellen besetzt und damit auf dem tatsächlichen
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Arbeitsmarkt nicht erhältlich sind (BGE 139 V 592 E. 7.7). Soweit der Beschwerdeführer
gegen die Verwendung der DAP-Profile (vgl. Suva-act. 124) im Weiteren vorbringt,
beidhändige Tätigkeiten seien nicht geeignet, ist mit Verweis auf E. 2.2 festzuhalten,
dass bezüglich der linken Hand keine relevanten Einschränkungen mehr bestehen und
dass das von Dr. G._ formulierte Zumutbarkeitsprofil eine beidhändige Tätigkeit nicht
ausschliesst. In der Tat überzeugt es allerdings nicht, bei den körperlichen
Anforderungen eine Handrotation (Arbeiten mit Schraubenzieher) als sehr oft (5 1⁄2 bis 8
Stunden) möglich zu betrachten und dabei die Tätigkeit als Aufstecker/Mitarbeiter
Kettherstellung (DAP-Nummer 408023) – wo ein solches Hantieren oft (3 bis 5 1⁄2
Stunden) zugemutet wird – beizuziehen, da dem Beschwerdeführer repetitive
Umwendbewegungen des rechten Vorderarms nicht zumutbar sind, wie der Kreisarzt
festhielt. Ohne das DAP-Profil Nummer 408023 sind nur vier und nicht die
praxisgemäss verlangten mindestens fünf Profile aktenkundig. Aus diesem Grund ist
bei der Bemessung des Invalideneinkommens nicht auf die vorliegend beigebrachten
DAP-Profile abzustellen, sondern der LSE-Tabellenlohn von Fr. 61'164.50 (Fr. 4'901.--
x 12, aufgerechnet auf 41,6 Wochenarbeitsstunden, Basis 2010) beizuziehen.
3.3.4 Gemäss Rechtsprechung hängt die Frage, ob ein Tabellenlohnabzug zu
gewähren ist, von allen persönlichen und beruflichen Merkmalen (leidensbedingte
Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und
Beschäftigungsgrad) der versicherten Person ab. Ein Abzug soll nicht automatisch,
sondern dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der
Versicherte wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale seine gesundheitlich bedingte
(Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit
unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu verwerten vermag (BGE 126 V 75 E.
5b). Im vorliegenden Fall ist einzig der Tatsache, dass der Beschwerdeführer nur noch
körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ausüben kann und entsprechend ein
gewisser Konkurrenznachteil nicht gänzlich von der Hand zu weisen ist, durch einen
Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen. Es rechtfertigt sich ein Abzug von 5%,
zumal dem Beschwerdeführer trotz dieser Einschränkung auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt weiterhin ein relativ breites Spektrum an Arbeitsplätzen offensteht.
3.3.5 Eine Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen ergibt bei einem
Tabellenlohnabzug von 5% einen Invaliditätsgrad von 19% (Fr. 71'800.-- -
[Fr. 61'164.50 x 0.95] x 100 / Fr. 71'800.-- ).
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4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinn teilweise gutzuheissen, als
dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. August 2010 eine Invalidenrente gestützt auf
einen Invaliditätsgrad von 19% zuzusprechen ist. Die Sache ist zur Berechnung und
Ausrichtung der Rentenleistungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Da sich der angefochtene Einspracheentscheid als rechtswidrig erwiesen hat und
da der Beschwerdeführer auf jeden Fall gezwungen gewesen ist, Beschwerde zu
führen, um nicht rechtswidrig behandelt zu werden, muss in Bezug auf die
Kostentragungspflicht unabhängig vom konkreten Beschwerdebegehren (in Analogie
zur entsprechenden Regelung bei einer Rückweisung zur weiteren Abklärung, vgl. ZAK
1987 S. 266 Erw. 5a) von einem vollumfänglichen Obsiegen des Beschwerdeführers
ausgegangen werden. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Bei
diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer aber Anspruch auf eine
Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird
(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung der
Streitsache und dem Aufwand angemessen erscheint eine Parteientschädigung von
Fr. 3'000.- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).