Decision ID: 1ad314ab-71ff-4ef4-9efe-d4aeb5efb76f
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller, Engelgasse 214, 9053 Teufen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision (Einstellung)
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich im Januar 1997 wegen eines Rückenleidens zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an (IV; IV-act. 1 ff.). Nach Prüfung von beruflichen
Massnahmen zur Wiedereingliederung des Versicherten tätigte die damals zuständige
IV-Stelle Basel-Landschaft medizinische Abklärungen. Diese ergaben, dass der
Versicherte aufgrund degenerativer Wirbelsäulen- und Hüftveränderungen in seiner
zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Platten- und Bodenleger sowie für körperlich schwer
bis mässig belastende Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig sei. Für leichtere Arbeiten
sei der Versicherte derzeit aus psychiatrischer Sicht 50 bis 75% arbeitsunfähig (IV-act.
31-2). Eine Verlaufskontrolle des psychischen Gesundheitszustands bestätigte die
verbleibende Arbeitsfähigkeit von 30% (IV-act. 43). Ausgehend von dieser
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sprach die IV-Stelle Basel-Landschaft
dem Versicherten mit Verfügung vom 2. November 2000 rückwirkend ab 1. September
1997 und mit Verfügung vom 29. September 2000 mit Wirkung ab 1. Oktober 2000 eine
ganze Invalidenrente zu (IV-act. 48; 49).
A.b Anlässlich der Rentenrevision im Jahr 2002 (durchgeführt von der zwischenzeitlich
zuständigen IV-Stelle des Kantons Thurgau) wurden keine Änderungen mit Auswirkung
auf die Rente festgestellt. Es bestehe weiterhin Anspruch auf die bisherige
Invalidenrente (IV-act. 59).
A.c Im April 2003 erlitt der Beschwerdeführer als Beifahrer einen schweren
Verkehrsunfall, der eine mehrfragmentäre Tibiaplateau-Fraktur rechts, eine Ulnafraktur
links, Rippenfrakturen und ein stumpfes Abdominaltrauma nach sich zog (71-1 ff.).
A.d Am 1. April 2004 nahm der Beschwerdeführer eine Aushilfstätigkeit als
Bodenleger bei der B._ AG mit einem Pensum von 20% auf (IV-act. 70). Ende April
2004 erkundigte er sich bei der IV-Stelle, wie viel er noch arbeiten dürfe (IV-act. 63).
A.e Anlässlich einer Rentenrevision 2007 reichte der Beschwerdeführer der IV-Stelle
diverse ärztliche Berichte im Zusammenhang mit dem Unfall aus dem Jahr 2003 ein
(IV-act. 71-1 ff.). Des Weiteren gelangte die Beschwerdegegnerin mit einem Arbeit-
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geberfragebogen an die B._ AG (IV-act. 70). Am 27. März 2007 teilte die
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit, es bestehe weiterhin Anspruch auf
die bisherige Rente (IV-act. 73).
A.f Am 31. März 2009 liess der Versicherte der IV-Stelle durch seinen Treuhänder
mitteilen, dass er ab 1. April 2009 bei seinem Bruder (C._) als Baustellenaufsicht
arbeiten werde. Die Tätigkeit sei nicht täglich und er verdiene dabei monatlich
zwischen Fr. 1'000.-- bis Fr. 1'500.-- (IV-act. 74). Im Juni 2009 wurde der Versicherte
bei der IV-Stelle vorstellig und erkundigte sich, wie viel er arbeiten könne, ohne seinen
Anspruch auf die ganze Invalidenrente zu verlieren (IV-act. 77). In der Folge verlangte
die IV-Stelle Lohnabrechnungen über das Einkommen aus der Tätigkeit des
Versicherten bei seinem Bruder ein und veranlasste die Überprüfung des
Leistungsanspruchs (IV-act. 78 ff.). Zur Überprüfung einer allfälligen Änderung des
Gesundheitszustands empfahl der Regionale Ärztliche Dienst der IV-Stelle (RAD) nach
Sichtung der medizinischen Akten eine MEDAS-Abklärung (IV-act. 91-2).
A.g Am 26. April 2010 wurde der Versicherte bei der Ärztlichen Begutachtungsinstitut
Basel GmbH (ABI) untersucht und begutachtet (IV-act. 98-1 ff.). Im polydisziplinären
Gutachten vom 31. Mai 2010 kamen die Gutachter zum Schluss, dass sich der
Gesundheitszustand des Versicherten seit der letzten Begutachtung verändert habe. In
seiner angestammten Tätigkeit bestehe nach wie vor eine volle Arbeitsunfähigkeit. Für
körperlich leichte, adaptierte Tätigkeiten bestehe jedoch eine Arbeits- und
Leistungsfähigkeit von 100%. Die Prognose bezüglich einer Rückkehr in den
Arbeitsprozess sei aus rein medizinischer Sicht als günstig zu bezeichnen, hänge
jedoch im Wesentlichen von invaliditätsfremden Faktoren bei gleichzeitig medizinisch
eingeschränktem Zumutbarkeitsprofil ab (IV-act. 98-28).
A.h Gestützt auf das ABI-Gutachten stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit
Vorbescheid vom 14. Juni 2010 die Einstellung der Rente in Aussicht. Die Abklärungen
hätten ergeben, dass eine Verbesserung des Gesundheitszustands eingetreten sei. In
einer adaptierten Tätigkeit sei er zu 100% arbeitsfähig (IV-act. 104). Zum Vorbescheid
nahm der Versicherte am 15. Juni 2010 mündlich Stellung. Er sei mit der Einstellung
der Rente nicht einverstanden und werde weitere medizinische Berichte einreichen (IV-
act. 105). Am 18. August 2010 wandte sich der Hausarzt des Versicherten, Dr. med.
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D._, FHM Innere Medizin, an die IV-Stelle. Beim Versicherten sei entgegen der
Behauptung im ABI-Bericht keine Verbesserung des Gesundheitszustandes
eingetreten. Er sei in seinem angestammten Beruf als Plattenleger weiterhin zu 100%
arbeitsunfähig (IV-act. 106).
A.i Mit Verfügung vom 31. August 2010 stellte die IV-Stelle die Invalidenrente des
Versicherten wie angekündigt auf das Ende des der Zustellung folgenden Monats ein
(IV-act. 108).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die in Vertretung des Versicherten von
Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller eingereichte Beschwerde vom 30. September
2010. Die Verfügung vom 31. August 2010 sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge
zu Lasten der Beschwerdegegnerin aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei
weiterhin mindestens eine 3⁄4-IV-Rente auszurichten. Eventualiter sei die Verfügung

aufzuheben und die Sache sei im Sinn der Erwägungen zu weiteren Abklärungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zudem sei dem Beschwerdeführer die
unentgeltliche Rechtspflege inklusive der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu
gewähren (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 15. November 2010 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 12).
B.c Mit Replik vom 7. Januar 2011 hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
fest.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 14. Januar 2011 auf eine Duplik
(act. G 20).
B.e Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege hiess die Gerichtsleitung am
30. November 2010 gut (act. G 15).
Erwägungen:
1.
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1.1 Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Rente des
Beschwerdeführers zu Recht eingestellt hat.
1.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin
für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]). Der Veränderung des Invaliditätsgrads ist – mit Blick auf Art. 17 Abs. 2
ATSG – stets dann mittels Rentenerhöhung, Rentenherabsetzung oder
Rentenaufhebung Rechnung zu tragen, wenn sich der der Leistung zu Grunde liegende
Sachverhalt nachträglich erheblich verändert hat. Bei der Anpassung einer
Invalidenrente im Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG geht es mithin darum, eine ursprünglich
tatsächlich und rechtlich korrekte formell rechtskräftige Verfügung über eine
Dauerleistung (Rente) an nach Eintritt der formellen Rechtskraft eingetretene
Veränderungen tatsächlicher Natur anzupassen, das heisst eine nachträglich
eingetretene tatsächliche Unrichtigkeit der formell rechtskräftigen Verfügung zu
beheben.
1.3 Anlass zur Rentenrevision gibt nach der Rechtsprechung jede wesentliche
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und
damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist nicht nur bei einer
wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern auch dann revidierbar,
wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustands erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. Erw. 3.5). Eine
bloss unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen
Sachverhalts stellt dagegen praxisgemäss keine revisionsbegründende Änderung dar
(BGE 112 V 372 Erw. 2b; SVR 1996 IV Nr. 70 S. 203). Ob eine revisionsbegründende
Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im
Zeitpunkt der letzten (der versicherten Person eröffneten) rechtskräftigen Verfügung
bestand, die auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen
Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108), mit demjenigen zur
Zeit der streitigen Neubeurteilung (BGE 130 V 351 Erw. 3.5.2; BGE 125 V 369 Erw. 2).
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1.4 Das Versicherungsgericht hat die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass es alle Beweismittel, unabhängig davon, von
wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen
Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen
und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere
medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den
Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht
oder Gutachten (BGE 125 V 352 Erw. 3a).
2.
2.1 Vorliegend ist demnach zu prüfen, ob sich die tatsächlichen Verhältnisse so ver
ändert haben, dass damit eine erhebliche Änderung des Invaliditätsgrads einhergeht.
2.2 In medizinischer Hinsicht bildeten der Bericht des Kantonsspitals Bruderholz vom
19. November 1996 (IV-act. 5-4 ff.), die Gutachten des Kantonsspitals Basel,
Universitätskliniken, vom 24. November 1997 (IV-act. 13), 25. Februar 1999 und 3.
März 1999 (IV-act. 31-1 ff.) sowie das Gutachten der Externen Psychiatrischen Dienste
Romanshorn vom 5. Juni 2000 (IV-act. 43) die Grundlagen der Verfügungen vom 2./29.
November 2000. Aus somatischer Sicht wurden unspezifische Rückenschmerzen mit
Status nach einer paramedian rechts liegenden Diskushernie L3/L4 mit deutlicher
Imprimierung des Duralsacks und Kompromittierung der Nervenwurzel L3 und L4
rechts (MRI 10.09.1996), eine deutlich geschrumpfte Diskushernie L3/L4 paramedian
rechts ohne Neurokompression (MRI-LWS vom 22.01.1998); eine Osteochondrose mit
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Dehydration der Bandscheiben L3/L4 und L4/L5 sowie eine Coxarthrose rechts mit
Kapselchonfromatose bei Verkalkungen diagnostiziert. Aus psychiatrischer Sicht
wurden eine reaktive mittelschwere Depression sowie ein somatoformes
Schmerzsyndrom diagnostiziert (IV-act. 31-2 ff.). Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
des Kantonsspitals Basel lautete insgesamt wie folgt: Aus internistischer Sicht sei der
Beschwerdeführer angesichts der degenerativen Wirbelsäulen- und Hüftveränderungen
in seinem angestammten Beruf als Plattenleger sowie für körperlich schwer bis mässig
belastende Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig. Zudem sei er derzeit aus
psychiatrischer Sicht auch für leichtere Arbeiten zu 50 - 75% arbeitsunfähig (IV-act.
31-2). Im Bericht der Externen Psychiatrischen Dienste Romanshorn wurde die
Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10
F 32.11) gestellt und die Arbeitsfähigkeit auf unter 30% geschätzt (IV-act. 43-4).
2.3 Anlässlich der Überprüfung der Invalidenrente im Jahr 2002 liess der
Beschwerdeführer der damals zuständigen IV-Stelle des Kantons Thurgau einen
Bericht seines Hausarztes zukommen. Dieser gab an, der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers sei stationär. Die somatischen Befunde mit Rückenschmerzen und
neurologischen Ausfällen sowie den Hüftgelenksbeschwerden rechts seien praktisch
identisch wie bei der letzten Untersuchung im Jahr 1997. Die Stimmung des
Beschwerdeführers sei depressiv (IV-act. 56).
2.4 Bei der Überprüfung der IV-Rente im Jahr 2007 machte der Hausarzt des
Beschwerdeführers am 5. März 2007 geltend, der Gesundheitszustand habe sich
verschlechtert. Der Beschwerdeführer habe sich im April 2003 eine mehrfragmentäre
Tibiaplateau-Fraktur rechts, Rippenfrakturen und ein stumpfes Abdominaltrauma
zugezogen. Dementsprechend hätten sich auch die Diagnosen verändert (71-1 ff.).
2.5 Grundlage der angefochtenen Verfügung vom 31. August 2010 bildet das
polydisziplinäre Gutachten des ABI vom 31. Mai 2010. Der Beschwerdeführer wurde
am 26. Januar 2010 psychiatrisch, internistsich und neurologisch untersucht und
begutachtet. Aus psychiatrischer Sicht wurde keine Diagnose mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit gestellt. Seitens des psychiatrischen Fachgebiets bestehe
dementsprechend eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 98-17). Aus somatischer
Sicht wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt:
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beginnende Coxarthrose rechts (ICD-10 M16.1), chronisch intermittierende
Knieschmerzen rechts (ICD-10 M.25.65) und ein chronisches lumbovertebrales
Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik (ICD-10 M54.5). Ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit bestünden geringe Restbeschwerden im Vorderarm links (ICD-10 M
79.63) sowie ein Status nach Oberbauch-Laparotomie bei stumpfem Abdominaltrauma
vom 26.04.2003 ohne relevante Restbeschwerden (Z98.8/T91.5). Aus orthopädischer
Sicht bestehe für körperlich leichte Tätigkeiten in Wechselposition, wenn eine Hebe-
und Traglimite von 10 kg nicht überschritten werde und keine Zwangshaltungen des
Rumpfs oder des rechten Beins eingenommen werden müssten, nach wie vor eine
zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Die Untersucher
dachten dabei beispielsweise an Kontroll- und Überwachungstätigkeiten, doch kämen
auch leichte manuelle Tätigkeiten auf Tischhöhe in Frage, sofern die übrigen
formulierten Bedingungen berücksichtigt werden könnten (IV-act. 98-27).
Zusammenfassend stellten die Gutachter fest, dass der Beschwerdeführer in seiner
angestammten Tätigkeit seit 1997 arbeitsunfähig sei. Für körperlich leichte, adaptierte
Tätigkeiten bestehe indessen eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100% (IV-act.
98-28).
3.
3.1 Der Beschwerdeführer macht sinngemäss geltend, die Beschwerdegegnerin habe
nicht beweisen können, dass sich sein Gesundheitszustand erheblich verbessert habe.
Bei der Aufgabe der Tätigkeit als Plattenleger hätten die Rückenbeschwerden im
Vordergrund gestanden. Bis zur Berentung im Jahr 2000 sei noch eine psychische
Problematik dazugekommen. Die Beschwerdegegnerin gehe fälschlicherweise davon
aus, dass im Zeitpunkt der Rentenverfügung für eine angepasste Tätigkeit vom Rücken
her eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit vorgelegen habe. Vielmehr hätten aufgrund
des Rückenleidens seit jeher erhebliche Einschränkungen bestanden (act. G 18, S. 6
ff.). Zudem sei es seit dem Autounfall im April 2003 aus somatischer Sicht zu einer
Verschlechterung des Gesundheitszustands gekommen (act. G 1, S. 5 f). Sodann liege
der medizinische Referenzzeitpunkt nicht im Januar 1996, sondern im März 2007, als
dem Beschwerdeführer mitgeteilt worden sei, dass der Anspruch auf die Invalidenrente
unverändert sei. Auch damals seien, wie bei der Rentenüberprüfung im Jahr 2003,
jeweils entsprechende Abklärungen vorangegangen. Die Beschwerdegegnerin habe
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somit nachzuweisen, dass sich der Gesundheitszustand seit dem Jahr 2007 erheblich
verbessert haben solle. Im Übrigen scheine die psychische Beeinträchtigung anlässlich
der Begutachtung durch das ABI nur oberflächlich abgeklärt worden zu sein. Bestritten
werde, dass der Beschwerdeführer erklärt hätte, er fühle sich psychisch nicht
eingeschränkt. Zusammengefasst handle es sich bei der Einschätzung durch das ABI
lediglich um eine andere Wertung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen
Sachverhalts, sodass kein Revisionsgrund gegeben sei (act. G 1, S.7).
3.2 Demgegenüber vertritt die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen die Auffassung,
die ursprüngliche 70%-ige Arbeitsunfähigkeit in einer Verweistätigkeit sei dem
Beschwerdeführer allein aufgrund der mittelschweren Depression attestiert worden.
Der psychische Zustand habe sich nun verbessert. Auch der Hausarzt habe im
Dezember 2009 nur somatische Beschwerden erwähnt. In einer leichten Hilfstätigkeit
sei der Beschwerdeführer gemäss ABI-Gutachten ohne Leistungseinschränkung
arbeitsfähig (act. G 12).
3.3 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist für die Beurteilung einer
anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrads in zeitlicher Hinsicht der
Zeitpunkt der Verfügungen vom 2./29. November 2000 massgebend. Die Überprüfung
des Rentenanspruchs im Jahr 2007 erfolgte nicht auf der Grundlage einer materiellen
Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung und
entsprechender Beweiswürdigung und vermag daher den Überprüfungszeitraum nicht
zu beschränken (vgl. BGE 133 V 108). Der Hausarzt des Beschwerdeführers reichte mit
seinem Bericht vom 5. März 2007 (IV-act. 71) zwar diverse insbesondere mit dem
Verkehrsunfall vom 26. April 2003 im Zusammenhang stehende medizinische
Unterlagen ein und machte eine Verschlechterung des Gesundheitszustands geltend.
Eine eigentliche Abklärung nahm die IV-Stelle zu jener Zeit jedoch wegen der bereits
Anspruch auf eine ganze Rente begründenden Invalidität nicht vor.
3.4 Des Weiteren herrscht zwischen den Parteien Uneinigkeit, ob der
Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Rentenzusprache aus somatischer Sicht in einer
adaptierten Tätigkeit als uneingeschränkt arbeitsfähig betrachtet wurde bzw. ob die
70%-ige Arbeitsunfähigkeit in einer solchen Tätigkeit einzig auf die psychische
Situation zurückzuführen war. Betreffend die somatischen Beschwerden hielt das
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Kantonsspital Bruderholz in seinem Bericht vom 19. November 1996 fest, es sei nach
einer dreiwöchigen stationären Physiotherapie zur Regredienz der Schmerzen
gekommen, insbesondere der Ausstrahlungen ins rechte Bein. Erst kurz vor Austritt
habe der Beschwerdeführer über ein allgemeines Schwächegefühl und über
Kraftlosigkeit geklagt. Es habe sich herausgestellt, dass aktuell eine komplexe soziale
Problematik vorliege. Die Coxarthrose verursache zur Zeit keine Beschwerden. Es
werde dem Beschwerdeführer empfohlen, möglichst schnell wieder in den
Arbeitsprozess einzusteigen (IV-act. 5-10). Im Bericht vom 30. Januar 1997 führte der
Hausarzt aus, er sei der Ansicht, es sollte eine Umschulung des Beschwerdeführers
angestrebt werden. Eine leichte oder sitzende Arbeit ohne Rücken- und
Hüftgelenkbelastung sei ihm sicher zumutbar (IV-act. 5-3). Im Gutachten des
Kantonsspitals Basel vom 24. November 1997 wurde betreffend die Arbeitsfähigkeit
aus somatischer Sicht festgehalten, die Versuche, den Beschwerdeführer in seinem
zuletzt ausgeübten Beruf als Plattenleger unterzubringen, seien gescheitert. Eine
Arbeit, bei der er wenig körperlichen Belastungen ausgesetzt sei und bei der er den
Arbeitsalltag eher stehend als sitzend verbringen könnte, werde hingegen als
angebracht erachtet. Vorrang vor einer Rente hätten Eingliederungsmassnahmen oder
Abklärungen in einer IV-Werkstätte. Zudem werde die Wiederaufnahme der
Physiotherapie empfohlen. Sodann wurde der Verdacht auf psychosomatische
Überlagerung bei Rückenschmerzen geäussert und eine fragliche depressive
Komponente erwähnt (IV-act. 19-3). Im Gutachten des Kantonsspitals Basel vom 25.
Februar 1999 wurde ausgeführt, es seien eine antidepressive Medikation und eine
regelmässige Gesprächstherapie in die Wege geleitet worden. Eine allfällige erneute
berufliche Abklärung sollte erst nach Behandlung der Depression erfolgen. Allenfalls
empfehle sich eine psychiatrische Reevaluation der Arbeitsfähigkeit in sechs Monaten
(IV-act. 31-2 f.). Diese erfolgte am 5. Juni 2000 durch den Externen Psychiatrischen
Dienst Romanshorn, wobei angefügt wurde, die geschätzte Arbeitsunfähigkeit sei
hauptsächlich vom psychischen Befinden her bestimmt (IV-act. 43-4).
3.5 Den vorgenannten medizinischen Akten kann im Wesentlichen entnommen
werden, dass beim Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Arbeitsaufgabe die
somatischen Beschwerden, welche in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Plattenleger
zu einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit führten, im Vordergrund standen und die
psychischen Beschwerden sich wohl im Zusammenhang mit den somatischen
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Beeinträchtigungen manifestierten. Indessen wurde in sämtlichen Berichten aus dem
somatischen Bereich eine Wiedereingliederung in einen geeigneten Arbeitsprozess
zumutbar erachtet. Mithin hielten sowohl der Hausarzt als auch das Kantonsspital
Basel eine adaptierte Tätigkeit für zumutbar und angebracht. Gemäss dem letzten
Bericht des Kantonsspitals Basel vom 25. Februar 1999 sollte vor der
Wiedereingliederung jedoch zunächst die Depression behandelt werden. In Würdigung
der gesamten damaligen Aktenlage ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass die 70%-ige Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
gemäss den Verfügungen vom 2./29. November 2000 hauptsächlich mit den
psychischen Beschwerden begründet war, währenddem man aus somatischer Sicht
von einer mehr oder weniger uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer angepassten
Tätigkeit ausging. In diesem Sinn ist auch die Formulierung "Zudem ist der Explorand
derzeit aus psychiatrischer Sicht auch für leichtere Arbeiten als zu 50 - 75%
arbeitsunfähig zu betrachten" im Gutachten des Kantonsspitals Basel vom 25. Februar
1999 zu verstehen (IV-act. 31-2). Nachfolgend ist deshalb zu prüfen, ob sich der
psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der Rentenzusprache im
revisionsrechtlichen Sinn relevant verändert hat.
3.6 Befunde und Symptome der 1999 und 2000 diagnostizierten mittelgradigen
Depression waren insbesondere eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit, Müdigkeit,
Antriebslosigkeit, herabgesetzte Modulation des Affekts sowie der Mimik, eine
ausgeprägte Kränkbarkeit sowie Schuldgefühle gegenüber der Familie,
Spannungskopfschmerzen und Schlafstörungen (IV-act. 31-4 ff.; 43-1 ff.). Im
psychiatrischen Teilgutachten des ABI wurde keine psychiatrische Diagnose mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit mehr gestellt (IV-act. 98-16). Der Beschwerdeführer
habe über die psychische Verfassung im Zeitpunkt der Rentenzusprache keine
Auskunft geben können. Nach einem Verkehrsunfall sei er vorübergehend (2003 bis
2004) in psychiatrischer Mitbehandlung gestanden. Über die entsprechende
Symptomatik könne er ebenfalls wenig Auskunft geben, stelle aber dezidiert fest, dass
derartige Symptome nicht mehr vorhanden seien. Für die letzten Jahre sei keine
störungsspezifische psychische Symptomatik erfragbar gewesen. Auch jetzt seien
seelische Symptome deutlich verneint worden. Im Vordergrund stünden aktuell
körperliche Beschwerden seitens des Bewegungsapparates. An nicht-orthopädischen
Beschwerden seien Schlafstörungen angegeben worden. Weitere vegetative
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Beeinträchtigungen seien nicht genannt worden. Der psychische Befund stelle sich in
allen Qualitäten regelrecht dar. Unter der zusammenfassenden Betrachtung von
Anamnese, Verlauf, Symptomatik und Befund könne jetzt kein Hinweis für eine
psychiatrische Morbidität erhoben werden. Insbesondere könne die in der
Vergangenheit festgestellte Depression mit Krankheitswert nicht mehr diagnostiziert
werden, da die entsprechenden Symptom- und Befundmerkmale fehlen würden (IV-
act, 98-17). Eine depressive Symptomatik und eine entsprechende
psychopathologische Befundkonstellation, wie sie in den Jahren 1999 und 2000 vom
Kantonsspital Basel und von den Externen Psychiatrischen Diensten Romanshorn
festgestellt worden seien, sei in der jetzigen Begutachtung nicht mehr nachweisbar.
Auch die anamnestischen Angaben des Beschwerdeführers bezüglich dieser
depressiven Vorerkrankung seien verschwommen geblieben. Es sei somit zu einer
deutlichen Veränderung der psychiatrischen Gesamtsituation gegenüber der
Vorbegutachtung elf Jahre zuvor gekommen (IV-act. 98-18).
3.7 Der Beschwerdeführer rügt die psychiatrische Untersuchung des ABI als
oberflächlich. Zudem habe sie nur 15 Minuten gedauert. Wie lange die Untersuchung
tatsächlich gedauert hat, kann vorliegend offen gelassen werden. Grundsätzlich ist die
Dauer der Untersuchung nicht massgebend, sofern der zeitliche Aufwand der Frage
stellung und der zu beurteilenden Pathologie angemessen ist (Urteil 9C_811/2010 vom
16. Februar 2011 Erw. 4.2.1). Für die Annahme, die Begutachtung des ABI sei
diesbezüglich unzureichend, liegen keine Anhaltspunkte vor. Sodann ist das Gutachten
vollständig und vermag in seinen Schlussfolgerungen zu überzeugen. So ist das
psychiatrische Teilgutachten in Kenntnis der Vorakten ergangen und beruht auf einer
eigenen Anamnese. Die im Zeitraum der Rentenzusprache festgestellten Befunde und
Symptome einer depressiven Störung konnten, abgesehen von einer Schlafstörung,
nicht mehr bestätigt werden (vgl. IV-act. 98-16). Es ergeben sich denn auch keine
wesentlichen objektiven Gesichtspunkte, die ausser Acht gelassen wurden. Der
Beschwerdeführer benennt auch keine solchen. Insbesondere konnten keine
Anzeichen der nach dem Autounfall im Jahr 2003 offenbar aufgetretenen
posttraumatischen Belastungsstörung mehr festgestellt werden. Die Schlussfolgerung,
dass beim Beschwerdeführer heute keine krankheitswertige psychische Störung mehr
vorliege, erscheint unter Würdigung der gesamten Umstände plausibel und
nachvollziehbar. Weitere spezialärztliche Berichte, welche am Ergebnis der
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psychiatrischen Beurteilung Zweifel aufkommen lassen könnten, sind keine vorhanden.
Offenbar befindet sich der Beschwerdeführer auch seit längerem nicht mehr in
psychiatrischer Behandlung. Das psychiatrische Teilgutachten des ABI vom 31. Mai
2010 erfüllt damit die Anforderungen (vgl. hierzu BGE 125 V 352 Erw. 3a mit Hinweisen)
an beweistaugliche Gutachten.
3.8 Gestützt auf das psychiatrische Teilgutachten des ABI ergibt sich, dass der
Beschwerdeführer ab dem Zeitpunkt der Begutachtung als voll arbeitsfähig zu
betrachten ist. Damit hat sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im
revisionsrechtlichen Sinn relevant verbessert.
4.
4.1 Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer heute aufgrund seiner somatischen
Beschwerden in einer adaptierten Tätigkeit eingeschränkt ist. Unbestritten ist, dass in
der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Bodenleger auch heute noch von einer 100%-igen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen ist (IV-act. 98-28; act. G 12).
4.2 Im orthopädischen Teilgutachten des ABI wird ausgeführt, der Beschwerdeführer
berichte weiterhin über bestehende lumbale Rückenschmerzen, die in ihrer Qualität
zwar seit Jahren ähnlich erschienen, in ihrer Intensität allerdings kein übermässig
grosses Ausmass annehmen würden. Es werde nur intermittierend auf Analgetika
zurückgegriffen und manchmal könne während Wochen darauf verzichtet werden (IV-
act. 98-22). Betreffend diese Problematik seien bereits seit Jahren keine spezifischen
Abklärungen mehr erfolgt und entsprechend seien auch keine
Behandlungsmassnahmen durchgeführt worden. Die neu angefertigten Bilddokumente
zeigten an der unteren Lendenwirbelsäule leichte Strukturalterationen, was gut zum
entsprechenden fast blanden klinischen Befund passe (IV-act. 98-23). Die kursorische
neurologische Untersuchung ergebe keine Hinweise für das Vorliegen einer akuten
Pathologie im Bereich des peripheren Nervensystems, indem insbesondere eine
spinale Kompressionsproblematik oder die Läsion eines grösseren peripheren Nervs
klinisch weitgehend habe ausgeschlossen werden können (IV-act. 98-23). Mehr gestört
fühle sich der Beschwerdeführer durch Probleme am rechten Knie, die als Folge eines
Autounfalls im Jahr 2003 aufgetreten seien. Der Beschwerdeführer habe dabei eine
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mehrfragmentäre Tibiaplateau-Fraktur rechts, eine Ulnafraktur links, Rippenfrakturen
und ein stumpfes Abdominaltrauma erlitten. Währenddem sich am linken Vorderarm in
der Folge ein weitestgehend unauffälliges Zustandsbild entwickelt habe, sei es am
rechten Knie offenbar zunehmend zu einer Varusdeviation mit intermittierenden
Beschwerden gekommen (IV-act. 98-22). Anlässlich der letzten Konsultation in der
orthopädischen Sprechstunde des Kantonsspitals St. Gallen sei allerdings festgehalten
worden, der Beschwerdeführer beklage vor allem ein störendes Knacken im
Kniegelenk, ohne dass wesentliche Schmerzen zu verzeichnen seien. Entsprechend
seien auch keine weiteren Therapiemassnahmen und Kontrollen durchgeführt worden.
Derzeit berichte der Beschwerdeführer wiederum vor allem über das störende
Knacken, zudem jedoch auch über intermittierend auftretende Schmerzen, die
insbesondere nach längeren Autofahrten manifest würden, wobei die Grenze auf etwa
2 Stunden festgelegt werde. Zudem gehe er täglich während rund 90-120 Minuten
spazieren, ohne dass er regelmässig auf die Einnahme eines Schmerzmittels
angewiesen wäre. Am rechten Knie seien radiologisch Strukturalterationen sichtbar, vor
allem im lateralen Kompartiment bei gleichzeitig allerdings deutlicher Varusachse, ohne
dass das mediale Kompartiment jedoch sichtbare Schädigungen femorotibial zeige.
Befundmässig sei die Beweglichkeit im rechten Knie im Vergleich zur Gegenseite
allerdings nur geringgradig eingeschränkt und in unbelasteter Situation seien kaum
Schmerzen geäussert worden. Es zeigten sich auch keine Hinweise auf ein akutes
intraartikuläres Geschehen mit Ergussbildung, Rötung oder Überwärmung. Das
Gangbild auf der Treppe und ebenem Terrain mitsamt den geprüften extensionsnahen
Gangvarianten sei unauffällig, wohingegen auf einen Kauergang habe verzichtet
werden müssen, da bei einer belasteten Knieflexion von 90° Schmerzen rechts
angegeben worden seien (IV-act. 98-23 f.). An der rechten Hüfte seien bildgebend
deutliche Strukturalterationen sichtbar, die möglicherweise einem Zustand nach
Epiphysenlösung entsprechen könnten. Befundmässig sei die Beweglichkeit an der
rechten Hüfte etwas eingeschränkt, doch würden im Gegensatz zum Knie auch bei
unbelasteter Untersuchung inguinale Bewegungsschmerzen und eine Druckdolenz
angegeben. Diese Problematik sei wohl ausschlaggebend für die vom
Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden. Das Beschwerdebild im
Zusammenhang mit der rechten Hüfte sei seit längerem weitgehend unverändert und
der subjektive Leidensdruck scheine auch nicht gross genug zu sein, dass der
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Beschwerdeführer eine vertiefte diesbezügliche Abklärung vorangetrieben hätte (IV-act.
98-23). Die angegebenen Beschwerden seien anlässlich der Untersuchung qualitativ
sehr gut zu erklären gewesen. Es bestehe sicher eine verminderte Belastbarkeit vor
allem des rechten Beins aufgrund der Strukturalterationen an Hüfte und Knie sowie in
geringerem Umfang auch lumbal an der Wirbelsäule aufgrund der bestehenden
degenerativen Veränderungen (IV-act. 98-24). Aufgrund dessen müsse für die zuletzt
ausgeübte Tätigkeit als Unterlagsbodenleger von einer bleibenden vollen
Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Für körperlich leichte Tätigkeiten lägen nach wie
vor keine wesentliche Einschränkungen vor (IV-act. 98-23 f.).
4.3 Der Beschwerdeführer macht geltend, das orthopädische Teilgutachten des ABI
sei aus verschiedenen Gründen unhaltbar. Die Kontrolle beim Orthopäden habe etwa
20 Minuten gedauert, wobei die Rückenproblematik gar nicht thematisiert worden sei.
Sodann sei die LWS-Problematik offensichtlich nur mittels eines konventionellen
Röntgenbilds untersucht worden. Es könne vom Beschwerdeführer nicht akzeptiert
werden, dass die LWS sich quasi selber geheilt haben solle. Es wäre angebracht
gewesen, für den LWS-Bereich ein MRI anzufertigen. Dass der Beschwerdeführer
manchmal während Wochen auf Schmerzmittel verzichten könne, bedeute nicht, dass
die Problematik und die Schmerzen nicht vorhanden seien. Da er ja nicht erwerbstätig
sei und seine körperliche Beanspruchung selber regeln und im Griff halten könne,
müsse er sich auch keinen Expositionen aussetzen. Bei einer Erwerbstätigkeit, welche
den durchschnittlichen wirtschaftlichen Anforderungen entspräche, würden ohne
Weiteres wieder häufigere und stärkere Schmerzen auftreten. Sodann bestehe seit dem
Autounfall 2003 ein neues Beschwerdebild mit bewegungsunabhängigen Schmerzen in
der rechten Hüfte und im rechten Knie. Zudem habe sich auch eine Fehlentwicklung in
der Hüfte manifestiert und das Knie sei, abgesehen von der Arthrose, als unstabil zu
bezeichnen (act. G 1, S. 6).
4.4 Das orthopädische Teilgutachten stützt seine Beurteilung auf die Vorakten sowie
die eigene persönliche Befragung und Untersuchung des Beschwerdeführers am
26. Januar 2010. Die Dauer der Untersuchung hat keine eigenständige Relevanz, zumal
keine Hinweise dafür vorliegen, dass die Beurteilung auf einer unvollständigen
Grundlage vorgenommen worden wäre (vgl. zudem Erw. 3.7). Zum Einwand des
Beschwerdeführers, das ABI habe kein MRI der LWS, sondern nur eine
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Röntgenaufnahme der LWS angefertigt, ist festzuhalten, dass der Gutachter betreffend
die lumbale Problematik einen klinisch fast blanden Befund ohne Hinweise auf eine
akute Pathologie im Bereich des peripheren Nervensystems feststellten. Sodann
werden die lumbalen Beschwerden auch vom Hausarzt des Versicherten als seit 1996
praktisch gleichbleibend beschrieben (IV-act. 88-7). Offenbar befindet sich der
Beschwerdeführer diesbezüglich auch nicht in Therapie. Ein Anlass für den Gutachter,
ein weiteres MRI zu erstellen, bestand unter diesen Umständen nicht, zumal die
lumbale Problematik - wie in obenstehender Erwägung 3.4 ausgeführt - bereits im
Zeitpunkt der Rentenzusprache keinen massgeblichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
in einer adaptierten Tätigkeit gehabt hatte. Zudem brächte auch ein funktionelles MRI
für sich allein überwiegend wahrscheinlich keine neuen Erkenntnisse bezüglich der
körperlichen Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers. Des Weiteren wurde im
Gutachten auch der Knie- und Hüftproblematik Rechnung getragen. Die Feststellungen
des Gutachters, dass aufgrund der Strukturalterationen an Hüfte und Knie eine
verminderte Belastbarkeit bestehe und die angegebenen Beschwerden qualitativ
nachvollziehbar seien, bedeutet noch nicht, dass die Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit per se eingeschränkt ist. Entscheidend ist vielmehr, in welchem
Umfang dem Versicherten - trotz bestehender Einschränkungen - eine angepasste und
geeignete Tätigkeit zumutbar ist. Die Einschätzung des Gutachters, dass der
Beschwerdeführer aus somatischer Sicht in einer adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig
sei, erscheint aufgrund der erhobenen Befunde nachvollziehbar und plausibel.
Insbesondere werden betreffend Knie und Hüfte seit geraumer Zeit keine spezifischen
Therapien durchgeführt, mithin berichtete das Kantonsspital St. Gallen am 8. April 2009
betreffend das rechte Knie, es bestehe aktuell völlige Beschwerdefreiheit. Von
therapeutischen Massnahmen könne abgesehen werden, es seien keine weiteren
Nachkontrollen geplant (IV-act. 88-5 f.). Insofern erscheint es auch zutreffend, dass
beim Beschwerdeführer von einem gut kompensierten Zustandsbild ausgegangen wird.
Schliesslich bringt auch der Hausarzt in seinem Schreiben an die Beschwerdegegnerin
vom 18. August 2010 keine objektiv feststellbaren Gesichtspunkte vor, die im Rahmen
der Begutachtung unerkannt geblieben wären und die geeignet sind, zu einer anderen
Beurteilung zu führen (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juli 2008, 9C_830/07
Erw. 4.3 mit Hinweisen). Insbesondere bezieht er seine darin geäusserte
Arbeitsfähigkeitseinschätzung lediglich auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
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Plattenleger und nicht auf eine adaptierte Tätigkeit (IV-act. 106-1). Sodann liegen keine
weiteren medizinischen Berichte im Recht, die an der Einschätzung des
orthopädischen Teilgutachtens des ABI berechtigte Zweifel aufkommen lassen
könnten.
4.5 Das polydisziplinäre Gutachten erfüllt sämtliche rechtsprechungsgemässen
Kriterien der Beweistauglichkeit. Es ist für die strittigen Belange umfassend, beruht auf
allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die beklagten Beschwerden und ist in
Kenntnis der Vorakten abgegeben worden. Zudem sind die Ausführungen in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation
einleuchtend und beinhalten begründete Schlussfolgerungen. Zusammenfassend ist in
Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin aufgrund des polydisziplinären ABI-
Gutachtens vom 20. Mai 2009 von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer
leidensangepassten Tätigkeit, wie sie im Gutachten beschrieben wird, auszugehen.
5.
5.1 Sodann bemängelt der Beschwerdeführer den in der angefochtenen Verfügung
vorgenommen Einkommensvergleich. In den ursprünglichen Rentenverfügungen sei
das Valideneinkommen auf Fr. 86'938.-- festgesetzt worden. Die Beschwerdegegnerin
habe das Valideneinkommen nun ohne jegliche sachliche Grundlage auf Fr. 76'578.--
reduziert (act. G 18, S. 9).
5.2 Die Beschwerdeführerin hat sich nicht an das ursprüngliche Valideneinkommen
gebunden gefühlt und dieses voraussetzungslos neu überprüft (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 9C_237/2007 vom 24. August 2007 Erw. 3). Selbst wenn man die
Auffassung vertritt, die Abänderung des Valideneinkommens nach erstmaliger
rechtskräftiger Invaliditätsbemessung sei ohne eine diesbezügliche
Sachverhaltsveränderung grundsätzlich unzulässig (vgl. RKUV 2005 Nr. U 533 S. 40
Erw. 3.3 [U 339/03] sowie KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., N. 19 zu Art. 17), wäre
das Vorgehen der Beschwerdegegnerin vorliegend nicht zu beanstanden, da die
Voraussetzungen einer Wiedererwägung gegeben sind, wie nachfolgend zu zeigen ist.
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5.3 In den ursprünglichen Rentenverfügungen vom 2./29. November 2000 wurde das
Valideneinkommen anhand des zuletzt vor Eintritt des Krankheitsfalls im Jahr 1996 bei
der E._ AG erzielten Bruttomonatslohns von Fr. 6'550.-- bzw. jährlich Fr. 86'938.--
(13 x 6'550.-- zuzüglich der Anpassung an die Nominallohnentwicklung) berechnet (IV-
act. 6-2; 50-2). Dem Fragebogen für die Arbeitgeberin ist zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer seit dem 1. Oktober 1995 bei der E._ AG tätig war. Weiter gab die
Arbeitgeberin an, der Beschwerdeführer hätte ab dem 1. Januar 1997 ohne
Gesundheitsschaden noch Fr. 5'300.-- verdient (IV-act. 6-2). Gemäss IK-Auszug
erzielte der Beschwerdeführer in den Jahren 1991 bis und mit 1995 schwankende
Einkommen von durchschnittlich rund Fr. 58'000.-- pro Jahr (IV-act. 9-1 f.). Das von
Januar 1996 bis September 1996 erzielte Einkommen war somit weit
überdurchschnittlich (IV-act. 6-2). Sodann kann den Akten entnommen werden, dass
die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis bereits im Mai 1996 per November 1996
gekündigt hatte. Die Arbeitgeberin gab an, die Kündigung sei aus wirtschaftlichen
Gründen erfolgt (IV-act. 5-5, ad 1; 6-3). Somit hatte der Beschwerdeführer seine
bisherige Stelle nicht krankheitsbedingt, sondern aus invaliditätsfremden Gründen
verloren. Als Gesunder wäre er daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr
in den Genuss des zuletzt verdienten überdurchschnittlichen Verdienstes gekommen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_5/2009 vom 16. Juli 2009 Erw. 2.3; SVR 2009 IV Nr.
58 S. 184). Folglich hat die Beschwerdegegnerin das hypothetische Valideneinkommen
zu Recht anhand des Einkommens, welches der Beschwerdeführer ab 1. Januar 1997
bei der E._ AG erzielt hätte (Fr. 5'300.-- monatlich) und nicht auf der Grundlage des
im Zeitraum Januar 1996 bis September 1996 im Vergleich zu den Vorjahren weit
überdurchschnittlichen Einkommens festgelegt. Es liegen keine Hinweise darauf vor,
dass der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsschaden ein derartig hohes Einkommen
längerfristig zumutbarerweise hätte erzielen können. Die ursprüngliche Anrechnung des
deutlich überhöhten Einkommens erweist sich folglich als zweifellos unrichtig im Sinn
von Art. 53 Abs. 2 ATSG. Bezogen auf den Verfügungszeitpunkt ist von einem
Valideneinkommen von Fr. 81'482.-- auszugehen (Fr. 5'300.-- x 13 zuzgl. der
Nominallohnentwicklung 1997 - 2010 [Index Männer 1997 = 1818; 2010 = 2150]). Auf
Seiten des Invalideneinkommens stellt die Beschwerdegegnerin auf das
Durchschnittseinkommen der Hilfsarbeiter (Privater Sektor, Niveau 4) aller Branchen im
Jahr 2008 gemäss den statistischen Tabellenwerten der schweizerischen
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Lohnstrukturerhebung (LSE) von Fr. 59'979.-- ab (angepasst an die betriebsübliche
Arbeitszeit von 41.6 Stunden wöchentlich [Fr. 4'806.-- ./. 40 x 41.6 = Fr. 4'998.-- x 12]).
Unter Gewährung eines Tabellenlohnabzugs von 10% berücksichtigte sie ein
Invalideneinkommen von Fr. 53'981.-- (IV-act. 101; 108-2). Angepasst an die
Nominallohnentwicklung ergibt sich per 2010 ein Invalideneinkommen von rund Fr.
55'478.-- (Index Männer 2008 = 2092; 2010 = 2150). Nach Gegenüberstellung der
beiden Einkommen resultiert ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 31.9%.
6.
6.1 Nachdem die anspruchswesentliche Besserung des Gesundheitszustandes im
Grundsatz feststeht, stellt sich im Rahmen der strittigen Revision die Frage, ob die IV-
Stelle die seit September 1997 laufende ganze Invalidenrente zu Recht (ex nunc)
eingestellt hat. Dies ist unter dem Aspekt der Eingliederungsmassnahmen zu prüfen
(Art. 17 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 16 ATSG).
6.2 Das auf dem gebesserten Gesundheitszustand beruhende Invalideneinkommen
ist unmittelbar anrechenbar (im Revisionsfall unter Berücksichtigung von Art. 88bis
Abs. 2 lit. a IVV), wenn keine oder lediglich eine Hilfestellung in Form von
Arbeitsvermittlung (Art. 18 IVG) nötig erscheint (SVR 2010 IV Nr. 9 S. 27 Erw. 2.3.1,
9C_141/2009). In diesem Fall ist die versicherte Person vermittlungsfähig im Sinn der
Arbeitslosenversicherung (Art. 15 AVIG; vgl. Art. 14 Abs. 2 AVIG).
6.3 Anders stellt sich die Ausgangslage dar, wenn ein gesetzlicher Anspruch auf
Vorkehren besteht, welche in der versicherten Person selber bislang fehlende
Voraussetzungen der Erwerbsfähigkeit schaffen sollen: Nach dem Konzept des Art. 16
ATSG setzt eine rentenbestimmende Invaliditätsbemessung auch im Revisionsfall (Art.
17 ATSG) voraus, dass angezeigte Eingliederungsmassnahmen durchgeführt worden
sind. Dementsprechend muss der Eingliederungsbedarf vor einer Erhöhung,
Herabsetzung oder Aufhebung der Rente anlässlich einer Leistungsrevision nach Art.
17 ATSG in gleicher Weise wie im Rahmen einer erstmaligen Invaliditätsbemessung
abgeklärt werden (Urteile 9C_720/2007 vom 28. April 2008 Erw. 4, I 961/06 vom 19.
November 2007 Erw. 5, I 361/01 vom 5. März 2002 Erw. 1b; AHI 1997 S. 39, I 309/95;
ZAK 1980 S. 509 Erw. 2, 1969 S. 387 Erw. 3b). Für die Durchführung einer Revision
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bedeutet dies zunächst, dass anhand aller aktuellen gesundheitlichen und
erwerbsbezogenen Faktoren geprüft wird, ob diese eine rentenausschliessende oder -
mindernde Eingliederung erlauben (vgl. Art. 7a IVG). Ein Rentenanspruch dauert nur
solange an, wie die Erwerbsunfähigkeit nicht (oder noch nicht) mit geeigneten
Eingliederungs- und Selbsteingliederungsmassnahmen tatsächlich behoben oder in
einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise verringert wird. Die
schadenmindernde Funktion der Eingliederungsleistungen korreliert mit dem
Grundsatz, dass das entsprechende Invalideneinkommen erst dann als Grundlage für
den Einkommensvergleich nach Art. 16 ATSG herangezogen und ein bestehender
rentenbegründender Invaliditätsgrad leistungswirksam revidiert wird, wenn die
versicherte Person das neu gewonnene Leistungsvermögen in ein entsprechendes
Erwerbseinkommen aus zumutbarer Tätigkeit umsetzen kann bzw. könnte.
6.4 Soweit ersichtlich, hat die Beschwerdegegnerin allfällige berufliche
Eingliederungsmassnahmen nicht geprüft. Aufgrund der Einstellung der langjährigen
Rente bzw. der gesundheitsbedingten Erwerbseinbusse von über 20%, ist ein
Anspruch auf Umschulung nicht von vornherein ausgeschlossen. Eine solche
Massnahme erweist sich im vorliegenden Fall angesichts des fortgeschrittenen Alters
sowie fehlender Grundvoraussetzungen wie etwa Deutschkenntnisse (die zunächst
erlernt werden müssten, vgl. IV-act. 27-3) allerdings als unverhältnismässig. Sodann
sind keine Gründe ersichtlich, die gegen die Selbsteingliederung in eine Hilfsarbeit
sprechen würden. Insbesondere hat sich aus den vorstehenden Erwägungen gezeigt,
dass beim Beschwerdeführer keine relevante psychische Beeinträchtigung mehr
vorliegt. Mögliche nicht gesundheitlich bedingte Umstände, welche einer erfolgreichen
Eingliederung entgegenstehen, haben ausser Acht zu bleiben (Urteil 9C_882/2010 vom
25 Januar 2011 Erw. 8.1 mit Hinweisen). Es ist daher von der erwerblichen
Verwertbarkeit der verbesserten Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der Selbsteingliederung
auszugehen. Es steht dem Beschwerdeführer indessen offen, sich bei der
Beschwerdegegnerin zur Arbeitsvermittlung zu melden.
7.
7.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
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7.2 Dem Beschwerdeführer wurde die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung bewilligt (act. G 7). Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse des
Beschwerdeführers es gestatten, kann er jedoch zur Nachzahlung der Gerichtskosten,
der Auslagen für die Vertretung und der vom Staat entschädigten Parteikosten
verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).
7.3 Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der Höhe von
Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung
zu befreien.
7.4 Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die
Kosten der Rechtsvertretung aufzukommen. Angesichts der durchschnittlichen
Schwierigkeit des vorliegenden Beschwerdeverfahrens erscheint ein Honorar von
pauschal Fr. 3'500.-- inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer dem notwendigen
Aufwand als angemessen. Im Rahmen der unentgeltlichen Prozessführung wird dieses
Honorar um 20% reduziert (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes). Der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers ist somit mit Fr. 2'800.-- zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht