Decision ID: 48601e2d-4f22-4a11-a8a5-13efb0bbc6fb
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
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A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch seine Mutter z
und diese wiederum vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Irja Zuber Hofer,
procap, Froburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Hilflosenentschädigung
Sachverhalt:
A.
A.a A._, geboren im Juli 2004, leidet seit Geburt an einer schweren Muskelkrankheit
(Myotonia Curshmann-Steinert) sowie an einem allgemeinen Entwicklungsrückstand
mit Sprachstörungen und reduzierten feinmotorischen Fähigkeiten. Er wurde bereits
unmittelbar nach der Geburt zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV)
angemeldet (IV-act. 1). In der Folge gewährte ihm die IV-Stelle der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA SG) sowie zwischenzeitlich die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons B._ (SVA B._) medizinische Massnahmen
zur Behandlung seiner Geburtsgebrechen (GG Ziff. 184 [Dystrophia musculorum
progressiva und andere kongenitale Myopathien], Ziff. 321 [neonatale Anämie,
Thromozytopenie], Ziff. 382 [zentrale Hypoventilationsstörung des Neugeborenen], Ziff.
494 [Neugeborene mit einem Geburtsgewicht unter 2000 g bis zur Erreichung eines
Gewichts von 3000 g], Ziff. 495 [schwere neonatale Infekte] sowie Ziff. 497 [schwere
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respiratorische Adaptionsstörungen] gemäss Anhang der Verordnung über
Geburtsgebrechen [GgV]), sprach ihm Hilfsmittel zu und erteilte Kostengutsprache für
eine heilpädagogische Früherziehung (IV-act. 4 ff.).
A.b Am 5. Mai 2010 (Eingangsdatum SVA SG) wurde der Versicherte von seiner
Mutter zum Bezug einer Hilflosenentschädigung für Minderjährige angemeldet. Ihr Kind
benötige Hilfe beim An- und Auskleiden. In den Teilfunktionen der Lebensverrichtungen
Essen, Körperpflege, Verrichtung der Notdurft und Fortbewegung bestehe ein
ständiger Bedarf an Dritthilfe sowie Überwachung (IV-act. 202-1 ff.).
A.c Am 16. September 2010 tätigte die IV-Stelle Abklärungen beim Versicherten zu
Hause (IV-act. 221-1 ff.). Gestützt auf den Abklärungsbericht vom 2. November 2010
stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 9. November 2010 die
Ausrichtung einer Entschädigung wegen Hilflosigkeit leichten Grades ab Juli 2009 bis
September 2010 und einer Entschädigung wegen Hilflosigkeit mittleren Grades ab
Oktober 2010 in Aussicht (IV-act. 224). Gegen den Vorbescheid liess die Mutter des
Versicherten, vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Irja Zuber Hofer, procap, Olten,
Einwand erheben. Es müsse beim Versicherten auch eine Hilflosigkeit im Bereich der
Lebensverrichtung Aufstehen/Absitzen/Abliegen berücksichtigt werden. Zudem habe
bei der Fortbewegung bereits vor dem 6. Lebensjahr eine Einschränkung bestanden
(IV-act. 230).
A.d Mit Verfügung vom 21. Dezember 2010 sprach die IV-Stelle dem Versicherten ab
September 2006 bis September 2010 eine Entschädigung wegen Hilflosigkeit leichten
Grades und ab Oktober 2010 eine Entschädigung wegen Hilflosigkeit mittleren Grades
zu (IV-act. 236).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwältin Zuber Hofer erhobene
Beschwerde vom 27. Januar 2011. Sie liess die Aufhebung der Verfügung beantragen.
Dem Beschwerdeführer sei die Hilflosenentschädigung (HE) wie folgt nachzuzahlen
bzw. auszurichten:
- mit Wirkung ab September 2006 eine HE leichten Grades,
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- ab April 2007 eine HE mittleren Grades,
- ab Dezember 2008 eine HE leichten Grades,
- ab September 2009 eine HE mittleren Grades
- und ab Oktober 2010 eine HE schweren Grades.
Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
zulasten der Beschwerdegegnerin. Die Beschwerdegegnerin anerkenne die Hilflosigkeit
des Beschwerdeführers beim An- und Auskleiden ab Juli 2007, beim Aufstehen/
Absitzen/Abliegen von September 2005 bis September 2008, bei der Fortbewegung
von September 2005 bis Oktober 2007 und ab Juli 2010, bei der Verrichtung der
Notdurft ab Juli 2008, beim Essen ab Januar 2010 sowie bei der Körperpflege ab Juli
2010. Es sei jedoch im Abklärungsbericht übersehen worden, dass der
Beschwerdeführer länger als andere Kinder habe gefüttert werden müssen. Er habe
das selbständige Essen erst im Alter von 41⁄2 Jahren erlernt. Es liege daher im Bereich
Essen ab März 2006 bis April 2009 eine Hilflosigkeit vor. Sodann habe der
Beschwerdeführer bis im August 2010 auch tagsüber noch Windeln benötigt. Ein
gesundes Kind benötige hingegen ab dem Alter von 21⁄2 Jahren keine Windeln mehr. Im
Bereich der Verrichtung der Notdurft bestehe die Hilflosigkeit daher bereits ab Januar
2007. Zudem bestehe seit September 2009 beim Aufstehen/Absitzen/Abliegen
wiederum eine Hilflosigkeit (act. G 1).
B.b Am 3. März 2011 beantragte die Beschwerdegegnerin die teilweise Gutheissung
der Beschwerde. Es sei mit dem Beschwerdeführer davon auszugehen, dass beim
Essen bereits von März 2006 bis April 2009 bzw. bei der Verrichtung der Notdurft ab
Januar 2007 eine Hilflosigkeit vorgelegen habe. Demgegenüber sei die vom
Beschwerdeführer geltend gemachte Hilflosigkeit beim Aufstehen/Absitzen/Abliegen ab
September 2009 zu verneinen. Es sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer
rückwirkend folgenden Anspruch auf Hilflosenentschädigung (HE) habe (act. G 3):
- ab September 2006 Anspruch auf eine HE leichten Grades,
- ab April 2007 Anspruch auf eine HE mittleren Grades,
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- ab Dezember 2008 Anspruch auf eine HE leichten Grades
- und ab Oktober 2010 Anspruch auf eine HE mittleren Grades.
B.c Mit Replik vom 24. März 2011 liess der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
festhalten. Die Beschwerdegegnerin habe am 3. März 2011 den Antrag auf teilweise
Gutheissung der Beschwerde gestellt und sei den Ausführungen in der Beschwerde
damit in weiten Teilen gefolgt. Es müsse jedoch berücksichtigt werden, dass auch im
Bereich der Lebensverrichtung Aufstehen/Absitzen/Abliegen ein Bedarf an Dritthilfe
bestehe. Ab Oktober 2010 sei ihm eine Hilflosenentschädigung schweren Grades
zuzusprechen (act. G 8).
B.d Am 4. April 2011 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine Duplik und verwies
auf ihre Beschwerdeantwort (act. G 12).

Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die
Beschwerdegegnerin hat die angefochtene Verfügung am 21. Dezember 2010, also
unter der Geltung des Rechts dieser Revision, erlassen. Zu beurteilen ist der
Sachverhalt, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses dieser Verfügung entwickelt
hat. Dieser Sachverhalt reicht in eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision zurück.
Soll auf bestimmte Sachverhalte nicht neues Recht Anwendung finden, sondern das
aufgehobene Recht massgebend bleiben, muss eine geltende Norm die
Weiteranwendbarkeit aufgehobenen Rechts für bestimmte Sachverhalte anordnen. Die
5. IV-Revision enthält keine den Rentenanspruchsbeginn betreffende
übergangsrechtliche Bestimmung. Das Bundesamt für Sozialversicherungen unterstellt
aber zu Recht eine ausfüllungsbedürftige Lücke (vgl. das Rundschreiben Nr. 253 vom
12. Dezember 2007). Art. 42 Abs. 4 IVG verweist für den Beginn des Anspruchs auf die
Hilflosenentschädigung nach Vollendung des ersten Lebensjahres auf Art. 29 Abs. 1
IVG, der eine Änderung erfahren hat. Vorliegend richtet sich der Anspruchsbeginn
allerdings, wie zu zeigen sein wird, nach dem (unveränderten) Art. 42 Abs. 3 IVG,
womit eine allfällige Anwendung des geänderten Art. 29 IVG von vornherein nicht in
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Frage steht. Sodann erfuhr die Bemessung der Hilflosigkeit nach Art. 37 IVV im
Rahmen der 5. IV-Revision keine Änderung.
1.2 Als hilflos gilt eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung ihrer Gesundheit für
alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen
Überwachung bedarf (Art. 9 ATSG). Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem
Aufenthalt in der Schweiz haben einen Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung. Es
ist zu unterscheiden zwischen schwerer, mittelschwerer und leichter Hilflosigkeit (Art.
42 Abs. 1 und 2 IVG). Bei Versicherten, die das erste Lebensjahr noch nicht vollendet
haben, entsteht der Anspruch, sobald voraussichtlich während mehr als zwölf Monaten
eine Hilflosigkeit besteht (Art. 42 Abs. 3 IVG). Minderjährige haben nur an den Tagen
einen Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung, an denen sie sich nicht in einer
Heilanstalt aufhalten (Art. 42bis Abs. 4 IVG). Die Hilflosigkeit gilt als schwer, wenn die
versicherte Person in allen alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher
Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies der dauernden Pflege oder der
persönlichen Überwachung bedarf (Art. 37 Abs. 1 IVV). Die Hilflosigkeit gilt als
mittelschwer, wenn die minderjährige versicherte Person in den meisten alltäglichen
Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen
(Art. 37 Abs. 2 lit. a IVV) oder wenn sie in mindestens zwei alltäglichen
Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen
ist und überdies einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf (Art. 37 Abs. 2 lit.
b IVV). Als leicht gilt die Hilflosigkeit u.a. dann, wenn die minderjährige versicherte
Person in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher
Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist (Art. 37 Abs. 3 lit. a IVV), wenn sie einer
dauernden persönlichen Überwachung bedarf (Art. 37 Abs. 3 lit. b IVV) oder wenn sie
eine ständige und besonders aufwendige Pflege benötigt (Art. 37 Abs. 3 lit. c IVV). Die
Praxis kennt die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen: An- und
Auskleiden, Aufstehen/Absitzen/Abliegen, Essen, Körperpflege, Notdurftverrichtung,
Fortbewegung einschliesslich die Pflege gesellschaftlicher Kontakte (vgl. Rz 8010 des
Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der IV [KSIH] in der Fassung gültig
ab 1. Januar 2011). Bei Lebensverrichtungen, welche mehrere Teilfunktionen
umfassen, ist nach der Rechtsprechung nicht verlangt, dass die versicherte Person bei
der Mehrzahl dieser Teilfunktionen fremder Hilfe bedarf; vielmehr ist bloss erforderlich,
dass sie bei einer dieser Teilfunktionen regelmässig in erheblicher Weise auf direkte
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oder indirekte Dritthilfe angewiesen ist (BGE 121 V 91 Erw. 3c). Eine blosse
Erschwerung oder Verlangsamung bei der Vornahme von Lebensverrichtungen
begründet keine Hilflosigkeit (vgl. ZAK 1989 S. 215 Erw. 2b; 1986 S. 483 Erw. 2a und
b).
1.3 Bei erwachsenen Personen ist die Ermittlung der Hilflosigkeit grundsätzlich
einfach, denn eine gesunde Person kann alle alltäglichen Lebensverrichtungen selbst
ausführen. Besteht ein Bedarf nach Hilfe bei einer alltäglichen Lebensverrichtung, so
besteht grundsätzlich auch eine spezifische Hilflosigkeit. Die Frage ist nur noch, ob es
sich um eine erhebliche und regelmässige Hilfe handle. Bei kleinen Kindern ist die
Ermittlung der Hilflosigkeit nicht so einfach, weil auch gesunde Kinder in einem
umgangssprachlichen Sinn "hilflos" sind. Sie müssen nämlich an- und ausgezogen
werden, es muss ihnen beim Aufstehen geholfen werden, sie müssen gefüttert werden
usw. Hilflos im Sinne des Art. 9 ATSG ist ein kleines Kind erst dann, wenn es aufgrund
seiner Gesundheitsbeeinträchtigung im Vergleich zu einem gesunden gleichaltrigen
Kind regelmässig erheblich mehr Hilfe benötigt. Die Ermittlung dieses Mehraufwandes
setzt eine Definition des Normalbedarfs voraus, welcher sich bei einem gesunden Kind
in Abhängigkeit vom Alter laufend vermindert. Eine solche Definition des
Normalbedarfs gesunder Kinder findet sich, wenn auch nur sehr rudimentär, in den
Richtlinien zur Bemessung der massgebenden Hilflosigkeit bei Minderjährigen im
Anhang III zum KSIH (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
IV 2009/325 vom 3. Februar 2010 Erw. 1).
1.4 Der Versicherungsträger kann zur Bemessung der Hilflosigkeit an Ort und Stelle
Abklärungen vornehmen. Dabei sind die Angaben der Hilfe leistenden Person zu
berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht
festzuhalten sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und
detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen sowie der
tatbestandsmässigen Erfordernisse sein; er hat in Übereinstimmung mit den an Ort und
Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Sofern der Bericht eine zuverlässige
Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt, greift das Gericht in
das Ermessen der die Abklärung tätigenden Verwaltungseinheit nur ein, wenn klar
feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand,
dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist
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als das zuständige Gericht (vgl. BGE 130 V 352 Erw. 3a; RKUV 2003 Nr. U 487 S 345
Erw. 5.1).
1.5 Ändert sich der Grad der Hilflosigkeit in erheblicher Weise, so finden die Art. 86
bis 88 IVV Anwendung (Art. 35 Abs. 3 Satz 1 IVV). Keine Revision liegt vor, wenn bei
der erstmaligen Zusprechung einer Hilflosenentschädigung für verschiedene
Zeitabschnitte unterschiedliche Entschädigungen zufolge unterschiedlicher Grade der
Hilflosigkeit zugesprochen werden; vielmehr handelt es sich diesfalls um eine
erstmalige, rückwirkende, abgestufte Zusprechung der Hilflosenentschädigung.
Trotzdem kommt in solchen Fällen Art. 88a IVV zur Anwendung, nicht hingegen Art.
88 IVV; diese hinsichtlich der erstmaligen, rückwirkenden, abgestuften Zusprechung
unterschiedlicher Invalidenrenten begründete Rechtsprechung (BGE 121 V 275 Erw.
6b/dd; BGE 109 V 126 Erw. 4a, ZAK 1983 S. 501) ist auch auf den vergleichbaren Fall
der erstmaligen, rückwirkenden, abgestuften Zusprechung einer
Hilflosenentschädigung anzuwenden (BGE 125 V 253 Erw. 3a). Gemäss Art. 88a Abs. 2
Satz 1 IVV ist bei einer Verschlimmerung der Hilflosigkeit die anspruchsbeeinflussende
Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate
angedauert hat. Dasselbe gilt nach Art. 88a Abs. 1 bei
einer Verminderung der Hilflosigkeit.
2.
2.1 Die Parteien stimmen zu Recht überein, dass die fünfjährige Verwirkungsfrist für
die Nachzahlung der Hilflosenentschädigung vorliegend mit der erstmaligen
Anmeldung zum Leistungsbezug im Jahr 2004 gewahrt wurde. Übersieht ein
Versicherungsträger eine hinreichend substantiierte Anmeldung, werden die Leistungen
der letzten fünf Jahre vor der Neuanmeldung nachbezahlt, weiter zurückliegende sind
untergegangen. Diese Rechtsprechung gilt im Rahmen von Art. 24 Abs. 1 ATSG und
aArt. 48 Abs. 2 IVG, die insofern eine absolute Verwirkungsfrist beinhalten (BGE 129 V
433 Erw. 7, 121 V 195 Erw. 5d). Aufgrund der Aktenlage bestanden im
Anmeldungszeitraum nach Treu und Glauben genügend Anhaltspunkte, welche die IV-
Stelle hätte veranlassen müssen, auch die Hilfsbedürftigkeit des Beschwerdeführers zu
prüfen. Insbesondere wurde ein behinderungsbedürftiger Mehraufwand an Hilfeleistung
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oder persönlicher Überwachung bereits im Bericht der Kinderklinik des Kantonsspitals
C._ vom 17. September 2004 bejaht (IV-act. 8-2).
2.2 Wenn auch nicht umstritten, drängt sich jedoch die Überprüfung des
Anspruchsbeginns September 2006 auf (vgl. Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. d ATSG). Die
Parteien sind davon ausgegangen, dass die Hilflosigkeit im August 2005 und damit
nach Vollendung des ersten Lebensjahrs eingetreten ist (vgl. nachstehende Erw. 3.2 f.).
Der Anspruch sei daher nach Ablauf des Wartejahrs im September 2006 entstanden.
2.3 Die IV-Stelle der SVA B._ erteilte am 8. Juni 2005 rückwirkend ab 1. Oktober
2004 bis 30. September 2006 Kostengutsprache für ein Heimmonitoring im
Zusammenhang mit dem GG Ziff. 184 (IV-act. 129-1). Es stellt sich daher die Frage, ob
das Heimmonitoring den Tatbestand der dauernden persönlichen Überwachung im
Sinn von Art. 37 IVV erfüllt und gegebenenfalls bereits vor Vollendung des ersten
Lebensjahres (Juli 2005) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen war,
dass die Überwachungsbedürftigkeit während voraussichtlich mehr als zwölf Monaten
andauern würde (Art. 42 Abs. 3 IVG [kein Wartejahr vor Vollendung des ersten
Lebensjahres]).
2.4 Der Beschwerdeführer wurde im September 2004 aus der Kinderklinik des
Kantonsspitals C._ entlassen (IV-act. 121-3 lit. C). Während des Spitalaufenthalts
musste er intensiv behandelt und überwacht werden (IV-act. 8 ff.). Nach der Heimkehr
benötigte er weiterhin eine Überwachung der Atmung mittels Heimmonitoring (vgl.
auch die Rechnung für die Miete des Heimmonitoring-Gerätes sowie der Elektroden für
die Periode von Oktober 2004 bis Mai 2005; IV-act. 36-3). Dr. med. D._, Oberarzt
Kinderklinik, Kantonsspital C._, bestätigte am 17. Mai 2005 auf Anfrage der IV-Stelle
der SVA B._ vom 18. März 2005 (IV-act. 122-1), dass das Heimmonitoring aufgrund
der infolge Muskelschwäche beeinträchtigten Atmung indiziert sei (IV-act. 122-4). Die
Ärztin des Regionalärztlichen Dienstes Ostschweiz (RAD) bestätigte die Notwendigkeit
des Heimmonitorings und empfahl die Übernahme der Kosten für vorerst zwei Jahre ab
Oktober 2004 (IV-act. 127-1).
2.5 Auch ein gesundes Kleinkind bedarf bis zu einem gewissen Alter einer
persönlichen Überwachung. Ein Heimmonitoring der Atmung erfordert indessen eine
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gezielte persönliche Überwachung, die den üblichen Überwachungsaufwand für ein
gesundes Kind sowohl in zeitlicher Hinsicht als auch in Bezug auf die Art der
Überwachung übersteigt. Hinzu kommt, dass das Überwachungsgerät bedient, am
Kind angebracht und kontrolliert werden muss. Es ist daher mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Überwachung der Atmung mit
erheblichem Mehraufwand verbunden war. Sodann erfolgten die Abklärungen
betreffend die Notwendigkeit des Heimmonitorings als auch die entsprechende
Kostengutsprache noch vor Vollendung des ersten Lebensjahres des
Beschwerdeführers (vgl. vorstehende Erw. 2.3 f.). Aufgrund der Dauer der
Kostengutsprache bis 30. September 2006 war zudem zu erwarten, dass die
Überwachungsbedürftigkeit mehr als zwölf Monate andauern würde (antizipierte
Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157, Erw. 1d). Somit bestand ab September 2004
bis September 2006 ein Bedarf an dauernder persönlicher Überwachung.
2.6 Nach Art. 42 Abs. 3 IVG entsteht vor Vollendung des ersten Lebensjahres ein
Anspruch, sobald die Hilfsbedürftigkeit voraussichtlich während mehr als zwölf
Monaten besteht. Wie sich gezeigt hat, war damit aufgrund des Bedarfs der
persönlichen Überwachung (vgl. Art. 37 Abs. 3 lit. b IVV) im ersten Lebensjahr zu
rechnen. Es ist demnach von einem Anspruchsbeginn im ersten Lebensjahr
auszugehen, sodass im Gegensatz zu einem Anspruch nach dem ersten Lebensjahr
kein Wartejahr zu erfüllen war. Die Hilflosenentschädigung ist daher für die letzten fünf
Jahre vor der Anmeldung vom 5. Mai 2010 (Eingangsdatum SVA SG) und somit
rückwirkend ab 1. Mai 2005 nachzuzahlen.
3.
3.1 Im Abklärungsbericht vom 16. September 2010 hielt die Abklärungsperson
folgenden (anrechenbaren) Bedarf an regelmässiger erheblicher Hilfe fest:
- beim Ankleiden ab dem 3. Altersjahr bzw. ab Juli 2007,
- bei der Verrichtung der Notdurft ab dem 4. Altersjahr bzw. ab Juli 2008,
- beim Essen ab 5 1⁄2-jährig bzw. ab Januar 2010,
- bei der Körperpflege ab dem 6. Altersjahr bzw. ab Juli 2010,
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- bei der Fortbewegung ab dem 6. Altersjahr bzw. ab Juli 2010.
Zudem benötige der Beschwerdeführer ab dem 6. Altersjahr bzw. ab Juli 2010 sowohl
tagsüber als auch nachts ständige persönliche Überwachung (IV act. 221-1 ff.).
3.2 In der Beschwerdeantwort ist die Beschwerdegegnerin den Anträgen des
Beschwerdeführers in weiten Teilen gefolgt. Entgegen dem Abklärungsbericht und der
angefochtenen Verfügung anerkennt sie nun seine Hilflosigkeit bei der Fortbewegung
ab August 2005 bis Oktober 2007, beim Aufstehen/Absitzen/Abliegen ab August 2005
bis September 2008, beim Essen ab März 2006 bis Januar 2009 und wiederum ab
Januar 2010 sowie bei der Verrichtung der Notdurft ab Januar 2007 (act. G1, G 2).
3.3 Dass der Beschwerdeführer im Alter von 14 Monaten und damit ab August 2005
in den Bereichen Fortbewegung und Aufstehen/Absitzen/Abliegen hilfsbedürftig war,
erscheint plausibel. Dr. med. E._, Neuropädiatrie Kantonsspital C._, berichtete am
8. Februar 2006 im Zusammenhang mit der Abgabe einer Sitzschale, das Kind habe
sich im Alter von 14 Monaten noch nicht selbständig hinsetzen können. Es könne den
Rumpftonus nicht halten und sacke dadurch in sich zusammen. Sodann sei noch lange
nicht davon auszugehen, dass es in absehbarer Zeit das freie Laufen erlernen werde
(IV-act. 145-2). Im Verlaufsbericht vom 18. September 2006 führte Dr. E._ weiter aus,
das Kind könne jetzt, im Alter von 2 Jahren, mit Hilfe einer Orthese und Unterstützung
selbständig stehen. Aufgrund der Schwere der Muskelerkrankung dürfte freies Stehen
und Laufen jedoch erst in einigen Jahren erreicht werden (IV-act. 64-4). Die
behandelnde Physiotherapeutin führte im Verlaufsbericht vom 8. Oktober 2009
(Eingangsdatum SVA SG) aus, das Kind habe ab Juni 2006 aus der Bauchlage
aufsitzen und gehalten am Tisch aufstehen können. Freies Laufen sei ab Oktober 2007,
frei Aufstehen ab September 2008 möglich gewesen (IV-act. 230-4). Im Gegensatz zu
einem gesunden Kind, welches gemäss Anhang III zum KSIH im Alter von 10 Monaten
frei sitzen und mit 14 Monate ohne Hilfe aufstehen kann und zudem mit 14 Monaten
frei gehen bzw. mit 2 Jahren alleine Treppenlaufen kann, bestand beim
Beschwerdeführer im Alter von 14 Monaten ohne weiteres eine Hilflosigkeit bei der
Fortbewegung, die bis Oktober 2007 bzw. beim Aufstehen/Absitzen/Abliegen bis
September 2008 andauerte.
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3.4 Sodann erscheinen die Ausführungen der Parteien betreffend die Hilflosigkeit
beim Essen ab März 2006 bis Januar 2009 und wiederum ab Januar 2010 sowie bei
der Verrichtung der Notdurft ab Januar 2007 angesichts der Aktenlage nachvollziehbar.
Es erscheint plausibel, dass der Beschwerdeführer aufgrund seines allgemeinen und
insbesondere psychomotorischen Entwicklungsrückstandes länger als ein gesundes
Kind gefüttert werden musste (IV-act. 142-1 f.). Sodann ist nicht zu beanstanden, wenn
die Hilflosigkeit bei der Verrichtung der Notdurft ab Januar 2007 anerkannt wird. Dass
der Beschwerdeführer im Alter von 2 1⁄2 Jahren und darüber hinaus auch tagsüber noch
Windeln trug, erscheint plausibel, zumal eine Aufforderung zur Verrichtung der Notdurft
gemäss Abklärungsbericht sogar im Alter von 6 Jahren auch tagsüber noch notwendig
war (IV-act 221-5).
4.
4.1 Strittig bleibt der Anspruch auf Hilflosenentschädigung ab September 2009 bzw.
ab Oktober 2010. Diesbezüglich ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer in der
Lebensverrichtung Aufstehen/Absitzen/Abliegen hilflos war.
4.2 Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers macht geltend, ab September 2009
müsse eine Hilflosigkeit im Bereich Aufstehen/Absitzen/Abliegen anerkannt werden. Da
der Beschwerdeführer beim Schlafen in einer Liegeschale eingebunden sei, könne er
nicht alleine ins Bett gehen und benötige auch beim Aufstehen Unterstützung. In der
Liegeschale müsse er auf dem Bauch schlafen. Sodann müsse die Liegeschale mit
einem Magnetschloss zugemacht werden. Er könne den Verschluss weder alleine
schliessen noch öffnen. Seine Mutter müsse ihn daher ins Bett bringen und in der
Nacht – wenn er die Liegeschale nicht mehr toleriere – „befreien“. Die Liegeschale
manifestiere sich nicht als pflegerische Massnahme, sondern im Bereich des Abliegens
und Aufstehens. Gleich wie das Anziehen von Orthesen in der Lebensverrichtung
Ankleiden berücksichtigt werde, müsse das Schliessen und Öffnen der Liegeschale
beim Zubettgehen und Aufstehen im Bereich des Aufstehens/Absitzens/Abliegens
berücksichtigt werden. Der Anspruch erhöhe sich somit ab Dezember 2009 auf eine
Hilflosenentschädigung mittleren Grades. Ab Juli 2010 sei zu den bestehenden
Bereichen Essen, Verrichtung der Notdurft, Ankleiden und Aufstehen eine Hilflosigkeit
in den Lebensverrichtungen Körperpflege und Fortbewegung hinzugetreten, sodass ab
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Oktober 2010 Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung schweren Grades bestehe
(act. G 1, G 8).
4.3 Demgegenüber vertritt die Beschwerdegegnerin die Auffassung, sowohl bei der
Unterschenkelorthese als auch bei der Liegeschale handle es sich um medizinische
bzw. orthopädische Behandlungsgeräte. Gemäss den Angaben im Abklärungsbericht
könne der Beschwerdeführer weder die Unterschenkelorthesen selbständig anziehen
noch die Liegeschale selbständig verschliessen und öffnen. Ohne die Liegeschale
könnte der Beschwerdeführer zweifellos selbständig ins Bett gehen und dieses
selbständig verlassen. Unter diesen Umständen müssten das An- und Ausziehen der
Unterschenkelorthesen sowie das Öffnen und Verschliessen der Liegeschale als
Hilfeleistungen angesehen werden. Sie würden – wie das Anlegen einer Bandage –
unter die dauernde Pflege (pflegerische Hilfeleistung) fallen, zumal auch das Erfordernis
der längeren Zeitdauer erfüllt sei. Damit könnten diese Hilfeleistungen nicht zusätzlich
bei den Lebensverrichtungen An- und Auskleiden (Prothesen) und Aufstehen/Absitzen/
Abliegen (Liegeschale) berücksichtigt werden (act. G 3).
4.4 Im Abklärungsbericht wurde festgehalten, dass der Beschwerdeführer im Bett
eine Liegeschale benötige. Er müsse darin fixiert werden und könne daher nicht selber
aus dem Bett steigen. Ohne diese Fixation würde er nicht im Bett bleiben. Wenn ihm in
der Nacht nicht mehr wohl sei, dürfe er der Mutter rufen. Sie nehme ihn dann aus der
Schale. Danach bleibe er in seinem Bett (IV-act. 221-7). Die Lebensverrichtung
Aufstehen/Absitzen/Abliegen umfasst unbestrittenermassen das Zubettgehen wie auch
das Bett wieder zu verlassen. Der Beschwerdeführer war im September 2009, als die
Liegeschale beim Schlafen notwendig wurde, rund 51⁄2 Jahre alt. Von einem gesunden
Kind in diesem Alter kann ohne weiteres erwartet werden, dass es ohne Hilfe zu Bett
geht und dieses sowohl morgens als auch nachts ohne Hilfe verlassen kann (vgl. Ziff. 2
Anhang III KSIH). Die Beschwerdegegnerin anerkennt, dass das Öffnen und
Verschliessen der Liegeschale eine Hilfeleistung darstellt. Indessen handelt es sich
dabei nicht um eine pflegerische Hilfeleistung. Im Gegensatz zu pflegerischen
Hilfeleistungen, wie das Anlegen einer Bandage oder Verabreichen von Medikamenten,
erschöpft sich die Hilfeleistung nicht in einem medizinischen Zweck. Vielmehr geht mit
dem Liegen in einer Liegeschale einher, dass der Beschwerdeführer das Bett nicht
ohne Hilfe verlassen kann. Mithin ist die Dritthilfe erforderlich, um dem
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Beschwerdeführer das Zubettgehen und insbesondere das Bett zu verlassen
überhaupt zu ermöglichen. Die Dritthilfe steht somit in einem direkten Zusammenhang
mit der Bewältigung einer Lebensverrichtung. Zudem ist zu beachten, dass der
Beschwerdeführer gemäss Abklärungsbericht in der Liegeschale fixiert werden muss,
damit er im Bett bleibt. Nach Ziff. 4 Anhang III zur KSIH entsteht ein anrechenbarer
Mehraufwand, wenn ein Kind nachts angebunden werden muss, damit es nicht
wiederholt aufsteht (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 6.
Oktober 2005 [I 67/05] Erw. 3.1.2 [seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche Abteilung des
Bundesgerichts]). Vorliegend entsteht ein solcher zusätzlicher Mehraufwand mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit zumindest beim Zubettgehen und in der
Einschlafphase. Unter Würdigung der gesamten Umstände ergibt sich, dass der
Beschwerdeführer im Bereich Aufstehen/Absitzen/Abliegen seit September 2009 hilflos
ist.
4.5 Zu der unbestrittenen Hilflosigkeit beim An- und Auskleiden sowie bei der
Verrichtung der Notdurft kommt ab September 2009 (Verabreichung der Liegeschale;
IV-act 169) eine Hilflosigkeit in der Lebensverrichtung Aufstehen/Absitzen/Abliegen
hinzu. Der Beschwerdeführer ist davon ausgegangen, dass die Hilflosigkeit daher ab
September 2009 in vier Lebensverrichtungen bestanden habe. Dabei hat er übersehen,
dass beim Essen ab Januar 2009 bis Januar 2010 keine Hilfsbedürftigkeit bestand. Erst
ab Januar 2010 war der Beschwerdeführer beim Essen wiederum auf Hilfe angewiesen,
da er nicht in der Lage war, die Nahrung selbst zu zerkleinern (IV-act. 221-5). Die
Voraussetzungen einer Hilflosenentschädigung mittleren Grades nach Art. 37 Abs. 2 lit.
a IVV waren entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers erst ab Januar 2010
erfüllt (Bedarf an Dritthilfe in mindestens vier Lebensverrichtungen, Rz 8009 KSIH).
5.
Aus dem Gesagten ergibt sich rückwirkend ab 1. Mai 2005 folgender Anspruch auf
Nachzahlung der Hilflosenentschädigung:
5.1 Im Mai 2005 war der Beschwerdeführer bereits seit einigen Monaten auf
dauernde persönliche Überwachung durch seine Eltern angewiesen. Es bestand somit
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ab 1. Mai 2005 Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung leichten Grades (Art. 37 Abs.
3 lit. b IVV).
5.2 Ab August 2005 war der Beschwerdeführer zudem in den Lebensverrichtungen
Fortbewegung sowie Aufstehen/Absitzen/Abliegen hilflos (vgl. Erw. 3.3). Ab 1.
November 2005 bestand somit Anspruch auf eine Hilflosenenstschädigung mittleren
Grades (Art. 37 Abs. 2 lit. b IVV i.V.m. Art. 88a IVV).
5.3 Im September 2006 fiel das Heimmonitoring weg. Ab 1. Dezember 2006 bestand
somit wiederum Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung leichten Grades (Art. 37
Abs. 3 lit. b IVV i.V.m. Art. 88a IVV).
5.4 Ab Januar 2007 war der Beschwerdeführer in den Lebensverrichtungen
Fortbewegung, Aufstehen/Absitzen/Abliegen, Verrichtung der Notdurft (seit März 2006)
und Essen (seit Januar 2007) hilflos (vgl. Erw. 3.4). Es bestand somit ab 1. April 2007
Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung mittleren Grades (Art. 37 Abs. 2 lit. a IVV
i.V.m. Art. 88a Abs. 2 IVV).
5.5 Im September 2008 fiel die Hilflosigkeit beim Aufstehen/Absitzen/Abliegen weg.
Davor - nämlich im Oktober 2007 - war zudem die Hilflosigkeit in der
Lebensverrichtung Fortbewegung vorübergehend weggefallen (vgl. Erw. 3.3). Der
Beschwerdeführer war nach wie vor bei der Verrichtung der Notdurft, beim Essen und
seit Juli 2007 beim An- und Auskleiden hilflos (vgl. Erw. 3.1). Ab 1. Dezember 2008
bestand somit Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung leichten Grades (Art. 37 Abs.
3 lit. b IVV i.V.m. Art. 88a IVV).
5.6 Ab September 2009 bestand neben der Hilflosigkeit bei der Verrichtung der
Notdurft und beim An-/Auskleiden wiederum eine Hilflosigkeit beim Aufstehen/
Absitzen/Abliegen. Im Januar 2010 kam die zwischenzeitlich (im Januar 2009)
weggefallene Hilfsbedürftigkeit beim Essen erneut hinzu. Ab 1. April 2010 bestand
somit Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung mittleren Grades (Art. 37 Abs. 2 lit. a
IVV i.V.m. Art. 88a Abs. 2 IVV).
5.7 Ab Juli 2010 bestand die Hilflosigkeit in allen Lebensverrichtungen. Zudem
bedurfte der Beschwerdeführer ab Juli 2010 einer dauernden persönliche
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Überwachung (IV-act. 221-7). Ab 1. Oktober 2010 besteht somit Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung schweren Grades (Art. 37 Abs. 1 IVV i.V.m. Art. 88a Abs. 2 IVV).
6.
6.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die angefochtene Verfügung vom
21. Dezember 2010 aufzuheben und die Beschwerde im Sinn der Erwägungen
gutzuheissen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis Fr.
1'000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von insgesamt Fr. 600.-
erscheint vorliegend als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb die
gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.- zu bezahlen. Dem Beschwerdeführer ist der
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- zurückzuerstatten.
6.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer Anspruch auf
Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der
Beschwerdeführer hat obsiegt, sodass eine volle Parteientschädigung zu entrichten ist.
Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand angemessen erscheint eine
Parteientschädigung von Fr. 3'500.- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP