Decision ID: cdbca5fa-e4de-59fd-b91b-7ded1200b90b
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
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A.
A.a A._ meldete sich am 3. März 1999 erstmals bzw. am 30. Juni 2010 letztmals zum
Bezug von IV-Leistungen an. Im Entscheid vom 6. Februar 2012, IV 2010/351, hiess
das Versicherungsgericht die vom Versicherten erhobene Beschwerde vom
14. September 2010 teilweise gut und wies die Sache an die IV-Stelle zurück, damit
diese im Sinn der Erwägungen weitere medizinische Abklärungen vornehme und über
den Rentenanspruch neu verfüge (vgl. hierzu sowie zum bis dahin eingetretenen
relevanten Sachverhalt act. G 4.187). In der Folge und schliesslich in Nachachtung des
Urteils des Versicherungsgerichts vom 17. Oktober 2012, IV 2012/273 (act. G 4.227),
beauftragte die IV-Stelle die MEDAS Ostschweiz am 7. Januar 2013 mit einer
interdisziplinären Begutachtung des Versicherten (act. G 4.235).
A.b Am 11. und 14. März 2013 wurde der Versicherte interdisziplinär (internistisch,
rheumatologisch und psychiatrisch) untersucht. Im MEDAS-Gutachten vom 8. August
2013 diagnostizierten die Experten mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit:
chronische Polyarthralgien, ein chronisches cervicovertebrales bis -spondylogenes und
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom. Ohne wesentliche Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit bestünden u.a. eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) mit sekundärer rezidivierender depressiver
Störung, gegenwärtig leichte Episode ohne somatisches Syndrom, und ein Diabetes
mellitus Typ II. Wie bereits im Vorgutachten der MEDAS Ostschweiz vom 25. März
2002 und im rheumatologischen Verlaufsgutachten von Dr. med. B._ vom 21. Juli
2005 erwähnt, könne dem Versicherten die angestammte Tätigkeit als
Serviceangestellter und Hilfskoch aus somatischer Sicht seit April 1999 nicht mehr
zugemutet werden. Für körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne
kraftanfordernde bzw. feinmotorische manuelle Arbeiten, ohne Heben/Tragen von
Lasten über 5 kg bis Tischhöhe bzw. 3 kg bis Schulterhöhe, des Weiteren ohne
Arbeiten in Wirbelsäulenzwangshaltungen bescheinigten die Gutachter in
Übereinstimmung mit dem rheumatologischen Verlaufsgutachten von Dr. B._ vom
21. Juli 2005 aus somatischer Sicht eine Einschränkung von höchstens 20%
("vermehrte und über das betriebsübliche Mass hinausgehende Pausen zur Einnahme
von Entlastungsstellungen bzw. Durchführung von Entspannungsübungen). Aus
psychiatrischer Sicht könne eine Arbeitsunfähigkeit weder in den angestammten noch
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in körperlich angepassten Tätigkeiten attestiert werden (act. G 4.242). RAD-Arzt
Dr. med. C._, Facharzt für u.a. Psychiatrie und Psychotherapie, hielt das MEDAS-
Gutachten für schlüssig (Stellungnahme vom 14. August 2013, act. G 4.243).
A.c Mit Vorbescheid vom 22. August 2013 stellte die IV-Stelle dem Versicherten
gestützt auf die gutachterlich bescheinigte 80%ige Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten in Aussicht, das Rentenbegehren abzuweisen (act.
G 4.247). Dagegen erhob der Versicherte am 19. September 2013 Einwand (act.
G 4.250). Am 30. September 2013 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des
Rentengesuchs (act. G 4.251).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 30. September 2013 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 17. Oktober 2013. Der Beschwerdeführer beantragt darin
sinngemäss deren Aufhebung und die Zusprache einer ganzen Rente. Zur Begründung
bringt er im Wesentlichen vor, das Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom 8. August
2013 sei nicht beweiskräftig. Im Übrigen kritisiert er, dass von der Beschwerdegegnerin
keine konkreten Arbeitsgelegenheiten benannt worden seien, die den Anforderungen
an eine leidensangepasste Tätigkeit entsprechen würden (act. G 1). Mit der
Beschwerde reicht der Beschwerdeführer Berichte des behandelnden Dr. med. D._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 18. September 2013 (act.
G 1.2) und von der behandelnden Dr. med. E._, FMH Innere Medizin und
Rheumatologie, vom 10. Oktober 2013 (act. G 1.3) ein.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 9. Januar
2014 die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich auf den Standpunkt, die
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der Gutachter sei beweiskräftig. Die davon abweichenden
Einschätzungen der behandelnden medizinischen Fachpersonen würden daran nichts
ändern. Für den Beschwerdeführer geeignete Tätigkeiten seien etwa leichtere
Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten, leichtere
Arbeiten bei der Lager- und Ersatzteilbewirtschaftung sowie Kurier- und leichtere
Lieferdienste (act. G 4).
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B.c In der Replik vom 6. Februar 2014 hält der Beschwerdeführer unverändert an der
Beschwerde fest (act. G 6) und reicht Stellungnahmen der behandelnden
medizinischen Fachpersonen zur Beschwerdeantwort ein (Bericht von Dr. D._ vom
21. Januar 2014, act. G 6.2, und von Dr. E._ vom 1. Februar 2014, act. G 6.1).
B.d Am 3. April 2014 orientiert der Beschwerdeführer unter Hinweis auf den Bericht
der Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen (KSSG) vom 3. März 2014 (act.
G 8.1), dass er vor kurzem einen Hirnschlag erlitten habe (act. G 8). Die
Beschwerdegegnerin hat das Schreiben vom 3. April 2014 als Neuanmeldung entgegen
genommen (act. G 10) und auf eine Duplik verzichtet (act. G 11).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der am 30. Juni 2010
wieder angemeldete Rentenanspruch des Beschwerdeführers (act. G 4.146) für die Zeit
nach dem - vom Versicherungsgericht im Urteil vom 6. September 2007, IV 2006/19,
bestätigten (act. G 4.144) - Einspracheentscheid vom 15. Dezember 2005 (act.
G 4.125).
1.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Der Grad der
für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16
ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
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gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
1.2 Die Rentenabstufungen nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) geben bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 50% Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 60% Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 70% Anspruch auf eine ganze Rente.
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V
352 E. 3a).
1.4 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach haben Gericht und Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Wenn der
entscheid-relevante Sachverhalt ungenügend abgeklärt wurde, kann das Gericht die
Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen (vgl. Ueli Kieser,
ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2009, N 62 zu Art. 61).
2.
Vorweg ist die Frage zu beantworten, ob die Beschwerdegegnerin bei der Beurteilung
des Rentenanspruchs in medizinischer Hinsicht zu Recht auf das Gutachten der
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MEDAS Ostschweiz vom 8. August 2013 abgestellt hat. Der Beschwerdeführer hält
dieses nicht für beweiskräftig (act. G 1).
2.1 Gegen die gutachterliche Beurteilung führt der Beschwerdeführer die davon
abweichenden Beurteilungen der behandelnden medizinischen Fachpersonen ins Feld
(act. G 1 und G 6).
2.1.1 Bei der Würdigung der Berichte behandelnder medizinischer Fachpersonen
ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung der Erfahrungstatsache Rechnung zu
tragen, dass diese Personengruppe im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter eher zugunsten ihrer Patienten aussagen
dürften (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Dabei handelt es sich um eine Richtlinie, die als
solche mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) vereinbar ist
(BGE 125 V 352 E. 3b). Bei der Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien
und umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der
Berichte behandelnder medizinischer Fachpersonen nicht vergessen werden. Der
Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf
nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren
Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde medizinische
Fachpersonen bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es
die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen
(Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten
fachmedizinischen Experten anderseits nicht zu, ein Administrativ- oder
Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu
nehmen, wenn die behandelnden medizinischen Fachpersonen zu anderslautenden
Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende
Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden medizinischen Fachpersonen wichtige -
und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende - Aspekte benennen,
die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil
des Bundesgerichts vom 27. Mai 2008, 9C_24/2008, E. 2.3.2 mit Hinweisen).
2.1.2 Was die Stellungnahmen von Dr. D._ vom 18. September 2013 (act. G 1.2)
und vom 21. Januar 2014 (act. G 6.2) anbelangt, so gilt es festzustellen, dass sich
daraus keine relevanten, nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringenden
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Gesichtspunkte ergeben, denen im MEDAS-Gutachten nicht hinreichend Rechnung
getragen worden wäre. Vielmehr rügt er hauptsächlich, dass kein eigenständiges
depressives Leiden diagnostiziert wurde und der psychiatrische Gutachter das
Bestehen einer andauernden Persönlichkeitsstörung verneint habe. Eine kritische
Auseinandersetzung mit den vom Beschwerdeführer geklagten Leiden sowie eine
Beurteilung von dessen erhaltenen Ressourcen nahm er nicht vor (act. G 1.2 und
G 6.2). Der psychiatrische Gutachter setzte sich mit den damals in den Akten
enthaltenen abweichenden Einschätzungen von Dr. D._ auseinander und begründete
schlüssig seine davon abweichende Auffassung - insbesondere auch hinsichtlich
Diagnosestellung (act. G 4.242-36 f.). Ergänzend ist zu bemerken, dass der vom
psychiatrischen Gutachter durchgeführte Test nach Hamilton 11 Punkte entsprechend
einer leichten depressiven Episode ergeben hat (act. G 4.242-36) und er ausführlich die
erhaltenen Funktionen/Ressourcen beschrieb (act. G 4.242-38). Des Weiteren erweist
sich die Annahme von Dr. D._, der Beschwerdeführer habe "schon vor der
somatischen Erkrankung an Depressionen gelitten" (act. G 6.2) als aktenwidrig. So
gelangte das Gericht im Entscheid vom 6. September 2007, IV 2006/19, zur
Auffassung, dass - nebst den somatisch ausgewiesenen Leiden (chronische
Polyarthralgien und chronisches cervicobrachiales Beschwerdebild schwankenden
Ausmasses, act. G 4.144-2 f.) - sich der gesamten Aktenlage keine Hinweise darauf
entnehmen liessen, der Beschwerdeführer habe im Dezember 2005 an einer relevanten
psychischen Erkrankung gelitten (act. G 4.144-9, E. 4c; vgl. auch die damit
übereinstimmende Anamnese des psychiatrischen MEDAS-Gutachters in act.
G 4.242-34). Ferner ergeben sich keine Anhaltspunkte aus dem
MEDAS-Gutachten für ein unsachliches Vorgehen des psychiatrischen Gutachters,
insbesondere auch nicht für den von Dr. D._ erhobenen Vorwurf, der psychiatrische
MEDAS-Gutachter habe bewusst die Diagnose der sekundären Depression gestellt,
"im Wissen, dass diese versicherungsmedizinisch keine Arbeitsunfähigkeit nach sich
zieht. Dies zur Freude seines Auftraggebers, der IV" (act. G 6.2). Vielmehr stellen solche
schweren, nicht gerechtfertigten Beschuldigungen die Objektivität des behandelnden
Psychiaters in Frage. Schliesslich lässt sich die von Dr. D._ bescheinigte vollständige
Arbeitsunfähigkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt ("Aus meiner psychiatrischen Sicht ist eine
mögliche adaptierte Arbeitsfähigkeit nur in einem geschützten Rahmen und zu
höchstens 30% gegeben", act. G 6.2) und die entsprechende Selbsteinschätzung des
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Beschwerdeführers (act. G 4.242-46) nicht mit dem Tagesablauf des
Beschwerdeführers vereinbaren (regelmässige Zubereitung des Essens für die Familie,
zweistündige Veloausflüge oder Spaziergänge und Erledigung kleiner Einkäufe, act.
G 4.242-27 und -36).
2.1.3 Dr. E._ bestätigte in der Stellungnahme vom 10. Oktober 2013 die im
MEDAS-Gutachten erhobenen Diagnosen. Im Übrigen benennt sie darin sowie in der
Stellungnahme vom 1. Februar 2014 zur Beschwerdeantwort vom 9. Januar 2014 keine
objektiven Aspekte, die im Rahmen der Begutachtung ausser Acht gelassen worden
sind, sondern kritisiert hauptsächlich, dass bei der Beschreibung des möglichen
Arbeitsplatzes ein Realitätsbezug fehle (act. G 1.2 und G 6.1). Die Frage der
realistischen Verwertbarkeit ist indessen keine medizinische, weshalb die
Ausführungen von Dr. E._ nicht geeignet sind, Zweifel an der gutachterlichen
Beurteilung zu begründen (zur realistischen Verwertbarkeit vgl. nachfolgende E. 3.3).
2.2 Bei der Würdigung der gutachterlichen Beurteilung fällt weiter ins Gewicht, dass
sie auf eigenständigen Abklärungen beruht und für die streitigen Belange umfassend
ist. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet und die vom Beschwerdeführer
geklagten Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt. Die Attestierung einer 80%igen
Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten leuchtet in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein.
Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht
berücksichtigt worden wären. Die Beschwerdegegnerin hat damit der Bestimmung des
Invaliditätsgrades in der angefochtenen Verfügung zu Recht die - vom RAD bestätigte
(Stellungnahme vom 14. August 2013, act. G 4.243) - gutachterliche
Leistungsfähigkeitsbeurteilung zugrunde gelegt, zumal sich bis dahin keine
gesundheitliche Verschlechterung aus den Akten entnehmen lässt (zur erst nach
Verfügungserlass im Dezember 2013 eingetretenen, nicht Gegenstand des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildenden Verschlechterung siehe Bericht des
KSSG vom 3. März 2014, act. G 8.1).
3.
Der Beschwerdeführer begründet sein Rentengesuch ferner damit, dass der
Arbeitsmarkt keine leidensangepasste Tätigkeit bereit halte (act. G 1).
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3.1 Das invalidenversicherungsrechtlich festgelegte Invalideneinkommen wird auf der
Grundlage eines ausgeglichenen Arbeitsmarktes (Art. 16 ATSG) ermittelt. Damit grenzt
sich die Invalidenversicherung von der Arbeitslosenversicherung ab. Der ausgeglichene
Arbeitsmarkt ist deshalb ein theoretischer und abstrakter Begriff. Er berücksichtigt die
konkrete Arbeitsmarktlage nicht, umfasst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch
tatsächlich nicht vorhandene Stellenangebote und sieht von den fehlenden oder
verringerten Chancen teilinvalider Personen ab, eine zumutbare und geeignete
Arbeitsstelle zu finden (BGE 134 V 70 f. E. 4.2.1 mit Hinweis).
3.2 Betreffend die Umschreibung einer leidensangepassten Tätigkeit führte der
psychiatrische Gutachter aus, eine angepasste Tätigkeit wäre eine solche, die der
Beschwerdeführer wegen der Reizbarkeit und Ungeduld alleine und nicht in einem
Team ausüben könne. Aufgrund der leichten Vergesslichkeit sollten diese Tätigkeiten
keine hohen Anforderungen an die Planungs- und Organisationfähigkeit stellen (act.
G 4.242-48). Somatischerseits wurde eine Verweistätigkeit wie folgt definiert: körperlich
leicht, wechselbelastend ohne kraftanfordernde bzw. feinmotorische manuelle
Arbeiten, ohne Heben/Tragen von Lasten über 5 kg bis Tischhöhe bzw. 3 kg bis
Schulterhöhe und ohne Arbeiten in Wirbelsäulenzwangshaltungen. Ferner bedarf eine
Verweistätigkeit der Möglichkeit für vermehrte und über das betriebsübliche Mass
hinausgehende Pausen zur Einnahme von Entlastungsstellungen bzw. Durchführung
von Entspannungsübungen (act. G 4.242-47).
3.3 Zwar wird das dem Beschwerdeführer noch offen stehende Spektrum an
möglichen leichten Hilfsarbeiten durch diese Anforderungen eingeengt. Dennoch
lassen die qualitativen Einschränkungen nicht bloss noch Nischenarbeitsplätze zu.
Vielmehr ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt leichtere Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf-
sowie Verpackungsarbeiten oder leichtere Arbeiten bei der Lager- und
Ersatzteilbewirtschaftung (act. G 4, Rz 4) bestehen, die den genannten Anforderungen
gerecht werden. Trotz des fortgeschrittenen Alters des Beschwerdeführers (geboren
1953, act. G 4.2-6) und der langen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt (seit 1999 nicht
mehr erwerbstätig, act. G 4.242-39) ist aufgrund der bestehenden Ressourcen (act.
G 4.242-38: Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen sowie die Flexibilität und
Umstellungsfähigkeit des Beschwerdeführers sind nicht wesentlich eingeschränkt;
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gleiches gilt für die Durchhaltefähigkeit und Verkehrsfähigkeit) und der quantitativ
lediglich um 20% reduzierten Leistungsfähigkeit nach wie vor - bei allem Verständnis
für seine auf dem realen Arbeitsmarkt zweifellos schwierige Situation - nicht davon
auszugehen, er verfüge über gar keine realistischen Chancen (mehr), die
Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu verwerten.
4.
Hinsichtlich der Bestimmung des Invaliditätsgrades sind die genannten,
lohnmindernden Umstände (fortgeschrittenes Alter, lange Abwesenheit vom
Arbeitsmarkt sowie krankheitsbedingt eingeschränktes Spektrum möglicher leichter
Hilfsarbeiten; vgl. vorstehende E. 3.3) insoweit zu berücksichtigen, als sie bei der
Ermittlung des Invalideneinkommens einen Tabellenlohnabzug von 15% rechtfertigen.
Selbst wenn zugunsten des Beschwerdeführers ein Prozentvergleich vorgenommen
würde, resultierte bei einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten und einem 15%igen Tabellenlohnabzug (weiterhin) ein nicht
rentenbegründender Invaliditätsgrad von 32% (20% + [80% x 15%]).
5.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie
vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der von ihm geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm daran anzurechnen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP