Decision ID: 60185476-81b6-4423-9961-66d7fa26b59c
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Romana Weber, Graf Hochreutener
Niedermann, St. Leonhard-Strasse 20, Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, Postfach, 8085 Zürich,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Berufskrankheiten
Sachverhalt:
A.
A.a Die 19_ geborene A._ (nachfolgend: Versicherte) war bei der B._ AG
(nachfolgend: B._), als Montagemitarbeiterin tätig und dadurch bei der Zürich
Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Zürich) gegen die Folgen von Berufs- und
Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheit versichert, als die Arbeitgeberin am 23.
August 2011 eine Berufskrankheit meldete. Die Versicherte sei wegen Schwellungen an
beiden Handgelenken seit 11. Juli 2011 arbeitsunfähig (act. G 7.1/Z1).
A.b Im ersten ärztlichen Zeugnis UVG vom 3. September 2011 gab Dr. med. C._,
Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, FMH für Allgemeinmedizin
an, die Versicherte habe sich am 11. Juli 2009 (recte: 2011) bei ihm in medizinische
Behandlung begeben. Er stellte die Diagnosen Tendovaginitis der Flexoren beidseits
sowie Überlastungsarthropathie beider Handgelenke und attestierte der Versicherten
eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit als Montagemitarbeitern seit 11. Juli 2011. Auf Mitte
September 2011 sei die Wiederaufnahme der Arbeit zu maximal 50% vorgesehen (act.
G 7.2/ZM3). Am 12. September 2011 nahm die Versicherte die Arbeit entsprechend
dieser Festlegung im Rahmen des bisherigen Pensums von 80% (entspricht 40%)
wieder auf (act. G 7.2/ZM 4 und 6).
A.c Nach einer Besprechung mit der Versicherten am 26. September 2011 (act. G 7.1/
Z14), einer Besichtigung des Arbeitsplatzes einschliesslich Besprechung mit dem
Montageleiter der SSC am 28. September 2011 (act. G 7.1/Z13), der Einholung eines
ärztlichen Zwischenberichts von Dr. C._ (act. G 7.1/Z16; act. G 7.2/ZM7) und einer
Stellungnahme von D._, Dipl. Ergotherapeut, Therapiezentrum E._, Zentrum für
Rehabilitation und Prävention E._ (act. G 7.1/Z17, G 7.2/ZM8), sowie nach der
Zustellung des Schadenfalls an die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva)
bzw. deren Abteilung Arbeits- und Versicherungsmedizin zur Kausalitäts- und
Eignungsbeurteilung (act. G 7.1/Z21) - erstattet am 26. März 2012 durch Dr. med.
F._, Facharzt für Chirurgie FMH (act. G 7.2/ZM9) und am 2. April 2012 durch Dr.
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med. G._, Bereichsleiterin, FMH Innere Medizin, FMH Arbeitsmedizin (act. G 7.1/Z22)
- lehnte die Zürich mit Verfügung vom 8. Mai 2012 Leistungen ab. Es liege weder eine
Berufskrankheit nach Art. 9 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung
(UVG; SR 832.20) noch eine solche nach Art. 9 Abs. 2 UVG vor (act. G 7.1/Z24).
A.d Inzwischen hatte sich die Versicherte am 6. Januar 2012 bei der IV-Stelle zum
Bezug von IV-Leistungen (berufliche Integration/Rente) angemeldet (IV-act. 1). Mit
Vorbescheid vom 4. Mai 2012 hatte diese der Versicherten in Aussicht gestellt, das
Leistungsbegehren betreffend berufliche Massnahmen und Rentenleistungen
abzuweisen (act. G 7.1/Z26; IV-act. 24).
A.e Mit Schreiben vom 15. Mai 2012 bestätigte Dr. C._ eine Erstbehandlung im Juli
2011 wegen einer Tendovaginitis der Flexoren rechtsbetont und fügte hinzu, dass diese
sicherlich durch die handgelenksbelastende Arbeit ausgelöst worden sei. Eine
Steigerung der Arbeitsfähigkeit über 50% habe wegen Exazerbation abgebrochen
werden müssen und die Versicherte habe nun krankheitsbedingt gekündigt, da keine
weniger belastende Arbeit zur Verfügung gestanden habe (act. G 7.2/ZM10).
A.f Am 8. Juni 2012 erhob die Versicherte Einsprache gegen die Verfügung der Zürich
vom 8. Mai 2012, wobei sie vorbrachte, die Beschwerden an den Handgelenken seien
durch die Arbeit mit den Gepäckträgern und Seitentischen ausgelöst worden (act. G
7.1/Z28).
A.g Mit Verfügung vom 22. Juni 2012 eröffnete die IV-Stelle der Versicherten
entsprechend dem Vorbescheid vom 4. Mai 2012, dass kein Anspruch auf berufliche
Massnahmen und Rentenleistungen bestehe (act. G 7.1/Z31; IV-act. 31).
B.
Mit Einspracheentscheid vom 29. Januar 2013 wies die Zürich die Einsprache der
Versicherten vom 8. Juni 2012 ab (act. G 7.1/Z33).
C.
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C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess die Versicherte durch Rechtsanwältin
Dr. iur. R. Weber, St. Gallen, am 28. Februar 2013 Beschwerde erheben mit dem
Antrag, der Einspracheentscheid vom 29. Januar 2013 und die Verfügung vom 8. Mai
2012 seien aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr die
gesetzlichen Leistungen auszurichten, insbesondere Heilbehandlung und Taggelder,
unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1). Am 17. April 2013 reichte die
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin eine Beschwerdeergänzung mit dem
zusätzlichen Antrag - die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, eine
Nichteignungsverfügung zu erlassen - und einer ausführlichen Begründung ein (act. G
3). Der Eingabe wurden insbesondere ein weiteres ärztliches Zeugnis sowie ein Bericht
von Dr. C._ vom 20. Februar 2012 bzw. 12. April 2013 beigelegt (act. G 3.1/6 f.).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 17. Juni 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin
die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde (act. G 7).
C.c Mit Replik vom 14. August 2013 hielt die Rechtsvertreterin an ihren Anträgen laut
Beschwerdeergänzung und an ihren Standpunkten fest (act. G 10).
C.d Mit Schreiben vom 16. August 2013 zog das Versicherungsgericht die IV-Akten bei
und stellte diese der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom
26. August 2013 unter Einräumung einer Frist zur Einsichtnahme und allfälligen
Stellungnahme zu (act. G 12). Mit Schreiben vom 30. August 2013 machte die
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin von diesem Recht fristgerecht Gebrauch
(act. G 13).
C.e Mit Schreiben vom 13. September 2013 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf
eine Duplik (act. G 15).
C.f Mit Schreiben vom 2. Oktober 2013 reichte die Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin eine Honorarnote im Gesamtbetrag von Fr. 4'946.85 ein (act. G
17).
C.g Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die weiteren
Ausführungen in den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
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Erwägungen:
1.
Streitig ist vorliegend, ob die beidseitigen rechtsbetonten Handgelenksbeschwerden
der Beschwerdeführerin eine Berufskrankheit im Sinn des UVG darstellen und somit
eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin auslösen.
2.
2.1 Nach Art. 9 Abs. 1 UVG gelten als Berufskrankheiten Krankheiten (Art. 3 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR
830.1]), die bei der beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder vorwiegend durch
schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht worden sind.
Rechtsprechungsgemäss liegt eine "vorwiegende" Verursachung von Krankheiten
durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten dann vor, wenn diese mehr wiegen
als alle andern mitbeteiligten Ursachen, mithin im gesamten Ursachenspektrum mehr
als 50% ausmachen (BGE 119 V 200 E. 2a; Urteil des Bundesgerichts vom 7.
September 2011, 8C_465/2011, E. 7.1). Eine "ausschliessliche" Verursachung liegt vor,
wenn der ursächliche Anteil der schädigenden Stoffe oder bestimmten Arbeiten an der
Berufskrankheit praktisch 100% beträgt (BGE 119 V 201 E. 2a mit Hinweis). Der
Bundesrat erstellt laut Art. 9 Abs. 1 Satz 2 UVG die Liste dieser Stoffe und Arbeiten
sowie der arbeitsbedingten Erkrankungen. Gestützt auf diese Delegationsnorm und Art.
14 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) hat er in Ziff. 1 des
Anhangs 1 zur UVV abschliessend die schädigenden Stoffe (Listenstoffe) aufgeführt
und in Ziff. 2 des Anhangs 1 zur UVV ebenfalls abschliessend die Krankheiten
(Listenkrankheiten), die mit bestimmten Arbeiten korrespondieren, aufgezählt. Die Liste
von Ziff. 2 des Anhangs 1 zur UVV ist die sogenannte Doppelliste, denn zu den
aufgelisteten Arbeiten sind jeweils gewisse Krankheitsbilder erforderlich (RKUV 1988
Nr. U 61 S. 449 f. E. 1a; (A. Rumo-Jungo/A. Holzer, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 92 f.).
2.2 Als Berufskrankheiten gelten auch andere Krankheiten, von denen nachgewiesen
ist, dass sie ausschliesslich oder stark überwiegend durch die berufliche Tätigkeit ver
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ursacht worden sind. Die Generalklausel des Art. 9 Abs. 2 UVG bezweckt, allfällige
Lücken zu schliessen, wenn die bundesrätliche Liste entweder einen schädigenden
Stoff, der eine Krankheit verursachte, oder eine Krankheit, die durch die Arbeit ver
ursacht wurde, nicht aufführt. Ein "ausschliesslicher oder stark überwiegender"
Zusammenhang gemäss Art. 9 Abs. 2 UVG liegt rechtsprechungsgemäss vor, wenn die
Berufskrankheit mindestens zu 75% durch die berufliche Tätigkeit verursacht worden
ist oder mit anderen Worten die körperliche Schädigung bei einer bestimmten
Berufsgruppe vier Mal häufiger auftritt als bei der allgemeinen Bevölkerung (Urteil des
Bundesgerichts vom 7. September 2011, 8C-465/2011, E. 7.2; BGE 126 V 190 E. 4c,
119 V 201 E. 2b mit Hinweis, 116 V 143 E. 5c). Die blosse Möglichkeit eines
Zusammenhangs zwischen beruflicher Tätigkeit und Erkrankung vermag das
Erfordernis dieses qualifizierten Kausalzusammenhangs nicht zu begründen (Urteil des
Bundesgerichts vom 7. September 2011, 8C_465/2011, E. 7.2).
2.3 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a, 121 V 210 E. 6c, je mit
Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn einer
Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsrecht tragen mithin
die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit
der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen
Sachverhalt Rechte ableiten wollte; bei einer leistungsaufhebenden Tatfrage liegt die
Beweislast somit beim Unfallversicherer, bei einer leistungsbegründenden Tatfrage -
wie der vorliegenden - bei der versicherten Person. Diese Beweisregel greift allerdings
erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
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Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Auch den Berichten
versicherungsinterner Ärzte kann rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen
werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich
widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135
V 467 ff. 5 E., 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen; RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311).
Eine ärztliche Beurteilung aufgrund der Akten, wie sie vorliegend von Dr. F._ am 26.
März 2012 (act. G 7.2/ZM9) erstellt wurde, ist gleichfalls nicht an sich unzuverlässig.
Für die Beweistauglichkeit entscheidend ist, ob die Akten ein vollständiges Bild über
Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten
sind. Der Untersuchungsbefund muss lückenlos vorliegen, damit der Experte oder die
Expertin imstand ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein vollständiges Bild
zu verschaffen (in RKUV 1988 Nr. U 56 S. 366 publ. E. 5b von BGE 114 V 109, Urteile
des Bundesgerichts vom 1. Februar 2010, 8C_792/2009, E. 5, und 26. Januar 2010,
8C_833/2009, E. 5.12). Berichte von behandelnden Ärztinnen und Ärzten verfolgen in
der Regel nicht den Zweck, zu einem medizinischen Sachverhalt abschliessend
Stellung zu nehmen und eine objektive Beurteilung von Versicherungsansprüchen zu
erlauben, denn diese Fachpersonen sind auf die Behandlung konzentriert. Aufgrund
ihrer auftragsrechtlichen Stellung sagen sie im Zweifelsfall auch eher zu Gunsten ihrer
Patientinnen und Patienten aus. Dennoch ist ihre Berichterstattung korrekt zu würdigen
und sind Anhaltspunkte zu beachten, die die Feststellungen der versicherungsinternen
Fachpersonen als nicht schlüssig erscheinen lassen (BGE 135 V 470 f. E. 4.5 f.; vgl.
auch Urteil des Bundesgerichts vom 12. Februar 2010, 8C_907/2009, E. 1.1). Erachtet
das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen
Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den
Prozess ohne Weiterungen - insbesondere ohne Beizug eines Gerichtsgutachtens -
abschliessen (vgl. BGE 135 V 469 E. 4.3.2 mit Hinweisen).
3.
3.1 Streitig und zu prüfen ist zunächst, ob bei der Beschwerdeführerin von einer
Listenkrankheit im Sinn von Art. 9 Abs. 1 UVG und Ziff. 2 des entsprechenden Anhangs
1 zur UVV auszugehen ist. Während der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin im
konkreten Fall die in der Liste aufgeführte "sogenannte Sehnenscheidenentzündung
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(Peritendinitis crepitans)" - eben auch Tendovaginitis genannt -, welche bei "allen
Arbeiten" als arbeitsbedingte Erkrankung im Sinne von Art. 9 Abs. 1 UVG gilt, als
verifiziert betrachtet, verneint die Beschwerdegegnerin das Vorliegen einer solchen
Listenkrankheit.
3.2
3.2.1 Im ersten ärztlichen Zeugnis vom 3. September 2011 diagnostizierte Dr. C._ bei
der Beschwerdeführerin anlässlich seiner Erstbehandlung vom 11. Juli 2011 eine
Tendovaginitis der Flexoren beidseits sowie eine beidseitige Überlastungsarthropathie
der Handgelenke. Die Feststellung der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort
vom 17. Juni 2013 (act. G 7), man müsse sich ernsthaft fragen, weshalb der
behandelnde Arzt Dr. C._ diese Diagnose nicht im ersten ärztlichen Zeugnis (act. G
7.2/ZM3) gestellt habe, wenn sie nach seiner Auffassung vorhanden gewesen sein
solle, ist damit aktenwidrig. Zweifellos stellt sich jedoch die weitere, von der
Beschwerdegegnerin erwogene Frage, inwieweit die von Dr. C._ gestellte Diagnose
einer Tendovagintis überzeugt. Dr. F._ legt diesbezüglich dar, dass - um von einer
Berufskrankheit im Sinn des Gesetzes sprechen zu können - als unabdingbare
Voraussetzung ein diagnostisch klar definiertes Krankheitsbild vorliegen müsse.
Aufgrund der von der Beschwerdeführerin beschriebenen klinischen Befunde an beiden
Handgelenken bleibe es jedoch unklar, auf welchem pathophysiologischen Substrat die
Beschwerden tatsächlich beruhten. Eine "Überlastungsarthropathie" der Handgelenke
sei keine medizinische Diagnose, sondern der deskriptive Begriff eines
Beschwerdebildes aufgrund der Hypothese einer (arbeitsbedingten) Überlastung.
Weder aus den klinischen noch den radiologischen Befunden gehe jedoch eindeutig
hervor, welche anatomische Struktur dabei tatsächlich "überlastet" sei. Die Diagnose
einer (rechtsbetonten) Tendovaginitis der Flexoren sei zu wenig spezifisch, solange sie
sich klinisch nur in einer Schmerzangabe bei Beugung, Supination und Kompression
des Handgelenks äussere (wobei eine schmerzhafte Supination nicht als typischer
klinischer Befund einer Tendovaginitis der Beugesehnen betrachtet werden könne) und
solange aus dem klinischen Befund nicht präzise hervorgehe, welche Flexorensehnen
am Handgelenk genau betroffen seien. Auch die beschriebene Krepitation (welcher
Sehne?) müsse bei einer Tendovaginitis der Beugesehnen am Handgelenk als sehr
ungewöhnlich bezeichnet werden. Das für eine Peritendinitis crepitans
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pathognomonische Krepitieren betreffe klassischerweise die radialen Strecksehnen am
Vorderarm im Bereich des peritendinösen Gewebes (und nicht in den Sehnenscheiden).
Jedenfalls entspreche das bei der Beschwerdeführerin beschriebene Krankheitsbild
nicht einer "Listendiagnose" im Sinn von Art. 9 Abs. 1 UVG.
3.2.2 Die Beurteilung von Dr. F._ basiert auf der Grundlage, dass die Diagnose die
genaue Zuordnung von Befunden - diagnostischen Zeichen oder Symptomen - zu
einem Krankheitsbegriff ist. Anders gesagt, bedingt eine positive Diagnose, dass die
erhobenen anamnestischen Angaben und/oder Befunde spezifisch für ein
Krankheitsbild sind. Sind sie hierfür nicht ausreichend, werden in der Regel weitere
Untersuchungen zur Diagnosesicherung notwendig (vgl. dazu Pschyrembel, Klinisches
Wörterbuch 2013, 264. Aufl. Berlin 2012, S. 473; Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl.
München 2003, S. 424). Ebenfalls nachvollziehbar ist die Feststellung von Dr. F._
betreffend der diagnostizierten "Überlastungsarthropatie", mit welcher im Hauptgehalt
der Zustand der Überlastung beschrieben bzw. festgestellt wird. Allein damit liegt
jedoch noch kein zwingender Hinweis auf eine Tendovaginitis vor. Die Arthropathie ist
der Oberbegriff für alle Gelenkerkrankungen (vgl. Pschyrembel, a.a.O., S. 171; Roche,
a.a.O., S. 134). Andererseits stellt die Überlastung bzw. Überbeanspruchung der
Handgelenke bzw. der Muskelsehnen bzw. deren Sehnenscheiden
unbestrittenermassen eine - wenn auch neben anderen - bekannte Ursache der
Peritendinitis crepitans dar (vgl. dazu Pschyrembel, a.a.O., S. 2065; Roche, a.a.O., S.
1808; A. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 751).
Insofern kann die Diagnose einer Überlastungsarthropathie als erklärende, auf die
Ursache der Hauptdiagnose hinweisende Diagnose betrachtet werden. Die Diagnose
der Peritendinitis crepitans wird demzufolge durch die Diagnose der
Überlastungsarthropathie nicht in Frage gestellt, sondern nachvollziehbar untermauert
bzw. genauer definiert. Unbestritten ist auch, dass Schmerzen - vor allem bei
Gebrauch der Hand - sowie das Krepitieren bei Bewegungen der Sehne
Hauptsymptome der Peritendinitis crepitans darstellen und damit wesentliche
Grundlagen der konkreten Diagnostik bilden (vgl. dazu auch Debrunner, a.a.O., S. 751;
Pschyrembel, a.a.O., S. 2065; Roche, a.a.O., S. 1808).
3.2.3 Dr. C._ erhob im ersten ärztlichen Zeugnis vom 3. September 2011 als Befunde
eine beidseitige rechtsbetonte Tendovaginitis der Flexoren mit Krepitation, eine
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schmerzhafte Flexion, aber auch Supination und Kompression. Die
Röntgenuntersuchung ergab unauffällige Gelenkverhältnisse (act. G 7.2/ZM3). Wie von
Dr. F._ festgehalten, geht auch aus der medizinischen Literatur hervor, dass bei einer
Peritendinitis crepitans vor allem ("klassischerweise") die Sehnen bzw.
Sehnenscheiden an der Streckseite befallen sind (vgl. Debrunner, a.a.O., S. 751; http://
www.gutachten-hand-arm.de/BK_2101/Tendovaginitis_crepitans/
Tendovaginitis_crepitans.htm, abgerufen am 22. Oktober 213). Von einer Peritendinitis
crepitans können jedoch offensichtlich auch andere Handgelenkssehnen betroffen
sein, weshalb die von der Beschwerdeführerin insbesondere im Bereich der Flexoren
angegebenen Schmerzen nicht eigentlich gegen das Vorliegen der fraglichen
Gesundheitsschädigung sprechen. Es ist sodann anzunehmen, dass die Krepitationen
von Dr. C._ im Bereich der entsprechenden Sehnen - und nicht in den
Sehnenscheiden (vgl. Dr. F._) - ertastet wurden. Der Einwand von Dr. F._, die
Diagnose einer Tendovaginitis der Flexoren sei insofern wenig spezifisch und gehe aus
den Befunden nicht eindeutig hervor, als nicht festgelegt sei, welche Flexorensehnen
am Handgelenk genau betroffen seien, überzeugt wenig. So bezweifelt er das Vorliegen
einer Tendovaginits offenbar vor allem deshalb, weil nicht die Strecksehnen, sondern
die Beugesehnen betroffen sind. Wie bereits erwähnt, ist dieser Umstand jedoch nicht
aussagekräftig. Die weitere Forderung nach einer genauen Bezeichnung der explizit
betroffenen Flexorensehnen ist nicht nachvollziehbar. So ist insbesondere nicht
dargetan, inwiefern eine zusätzliche Differenzierung bzw. Austestung der unmittelbar
nebeneinander liegenden, mehrheitlich im Karpaltunnel verlaufenden Flexoren
überhaupt möglich wäre. Dr. C._ hielt im Übrigen in seinem Bericht vom 12. April
2013 fest, dass die anlässlich der Erstbehandlung vom 11. Juli 2011 neben den
ausgeprägten Tendovaginitiden der Handgelenksflexoren nebenbefundlichen diffusen
Schmerzen in den Handgelenken bzw. die Überlagerung mit den
Handgelenksbeschwerden die Austestung der einzelnen Sehnen unmöglich gemacht
habe, dies jedoch nichts an der Diagnose ändere (act. G 3.1/7). Anzufügen ist
schliesslich, dass Dr. C._ eine Tendovaginitis der Flexoren feststellte. Inwiefern der
gleichzeitige Befund einer schmerzhaften Supination - wie von Dr. F._ festgehalten -
als Befund einer Tendovaginits der Beugesehnen und nicht als eigenständiger Befund
betrachtet werden soll, ist nicht nachvollziehbar.
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3.3 Angesichts des Gesagten, kann der Schlussfolgerung der Beschwerdegegnerin -
Dr. F._ habe nachvollziehbar und einleuchtend begründet, dass keine Listendiagnose
im Sinne von Art. 9 Abs. 1 UVG vorliege - nicht beigepflichtet werden. Fakt ist, dass
Dr. C._ - wenn auch bei unauffälligem Röntgenbefund - an beiden Handgelenken
eine Tendovaginitis der Flexoren und damit eine Listenkrankheit im Sinn von Art. 9 Abs.
1 UVG und des entsprechenden Anhangs 1 zur UVV diagnostiziert hat. Da die
Diagnose zu Beginn der ärztlichen Behandlung von Dr. C._ gestellt wurde und aktuell
- nach durchgeführter Heilbehandlung und beruflicher Veränderung - wohl kaum mehr
nachvollziehbar sein wird, wären von weiteren medizinischen Abklärungen hinsichtlich
der Diagnosestellung keine weiterführenden, anderen Erkenntnisse zu erwarten.
Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass gestützt auf das ärztliche Zeugnis von
Dr. C._ das Vorliegen einer Listenkrankheit im Zeitpunkt seiner Erstbehandlung am
11. Juli 2011 nicht anzuzweifeln ist. Allein der Umstand, dass die fragliche Diagnose
vom behandelnden Arzt gestellt worden ist, lässt nicht an ihr zweifeln. Die zentrale
Aufgabe des behandelnden Arztes ist vorderhand die Behandlung bzw. Heilung des
Patienten. Für die Festlegung der richtigen, d.h. zweckmässigen und wirksamen
Therapie ist vorab eine genaue Diagnosestellung notwendig. In diesem Sinn, aber auch
angesichts des Umstands, dass die von Dr. C._ durchgeführte konkrete Behandlung
(vgl. Ziff. 5 des ersten ärztlichen Zeugnisses [act. G 7.2/ZM3]) einer solchen bei
Tendovaginitis entspricht (vgl. Debrunner, a.a.O., S. 751; Pschyrembel, a.a.O., S.
2065), besteht kein Grund, nicht von seiner Diagnose auszugehen. Schliesslich vermag
auch die fachliche Qualifikation von Dr. C._ den Beweiswert der Diagnose nicht von
vornherein in Frage zu stellen.
4.
4.1 Die Beschwerdegegnerin stellt sich nun aber im Weiteren gestützt auf die
Beurteilung von Dr. F._ auf den Standpunkt, dass selbst eine Listenkrankheit -
mangels mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellter vorwiegender Verursachung
durch die berufliche Tätigkeit - keine Berufskrankheit darzustellen vermöge.
4.2 Wenn eine versicherte Person an einer Krankheit leidet, die in Ziff. 2 des Anhanges
1 zur UVV aufgeführt ist und sie - kumulativ - alle oder dort besonders umschriebene
Tätigkeiten verrichtet hat, liegt in der Regel eine Berufskrankheit vor. Die
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Zusammenhangsfrage ist in diesem Bereich - auf Grund arbeitsmedizinischer
Erkenntnisse - weitgehend durch den Verordnungsgeber vorentschieden. Von dieser
Regel, welche auch als dem (schlüssigen) Gegenbeweis weichende natürliche
Vermutung bezeichnet werden kann, ist abzugehen, wenn konkrete Umstände des
Einzelfalls klar gegen eine berufliche Verursachung sprechen (BGE 126 V 189 E. 4a mit
Hinweis auf nicht veröffentlichtes Urteil M. vom 2. Februar 1996).
4.3
4.3.1 Dr. F._ schilderte zunächst die Belastungen und Bewegungsabläufe im Beruf,
welche die Abklärung vor Ort durch den Schadeninspektor der Beschwerdegegnerin
vom 28. September 2011, in Anwesenheit des Montageleiters der Arbeitgeberin,
einschliesslich fotografischer Dokumentation (act. G 7.1/Z14), ergeben hatten. Die
Beschwerdeführerin müsse den ganzen Tag Zubehör für Eisenbahnwagen
zusammenbauen. In den letzten Monaten insbesondere Gepäckablagen und
Halbrundtische. Sämtliche Einzelteile müssten von Hand oder mit einem
Akkuschrauber zusammengeschraubt werden. Die Querträger bei den Gepäckablagen
müssten gesteckt und zum Schluss mit dem Kunststoffhammer festgeklopft werden.
Die restlichen Teile müssten dann wiederum verschraubt werden. Die
Beschwerdeführerin mache den ganzen Tag immer die gleiche Arbeit und die gleichen
Schraub- oder Schlagbewegungen. Insbesondere beim Akkuschrauber gebe es einen
relativ gut spürbaren Rückschlag, sobald die Schraube ganz eingedreht sei. Diesen
Rückschlag spüre die Beschwerdeführerin dann jedes Mal deutlich im Handgelenk.
Insgesamt betrage die Zeit, in welcher von Hand die Ersatzteile zusammengesetzt
werden müssten, ca. 80 bis 90% der gesamten Arbeitszeit. Während dieser Zeit werde
nur geschraubt oder gehämmert. Den Mitarbeitern sei es freigestellt, ob sie mit dem
Akkuschrauber oder von Hand schrauben würden. Gewisse Schrauben gingen
allerdings nur von Hand, da gewisse enge Stellen mit dem Akkuschrauber nicht
zugänglich seien. Dr. F._ anerkennt, dass sich betreffend den Einfluss der beruflichen
Tätigkeit zeige, dass die Beschwerden vor allem mit dem Gebrauch des Akkubohrers
bzw. mit dem Schrauben von Hand sowie dem Benutzen des Hammers assoziiert
seien, wobei er lediglich von einer Auslösung - und nicht von einer Verursachung - der
Beschwerden durch die geschilderte Tätigkeit spricht. Dass die Tätigkeit der
Beschwerdeführerin eine Belastung für die Handgelenke - insbesondere das rechte
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Handgelenk - bedeutet, ist sowohl hinsichtlich der ausgeübten Arbeitsvorgänge an sich
als auch, was die Expositionsdauer der Handgelenke im Vergleich zum gesamten
Tätigkeitsspektrum betrifft, offensichtlich und wird auch von Dr. F._ nicht eigentlich in
Frage gestellt.
4.3.2 Eine Verursachung der Beschwerden durch die berufliche Tätigkeit stellt er
jedoch mit der Begründung in Abrede, dass sich das Beschwerdebild gut mit einer
konstitutionell bedingten Bandlaxität vereinbaren lasse, wie sie bei jüngeren Frauen mit
zierlichem Körperbau häufig vorkomme. Vor allem würde der als schmerzhaft
empfundene Rückschlag des Akkubohrers gut dazu passen, ebenso die
Schmerzauslösung bei Supination des Handgelenks. Eine Bandlaxität müsste als
prädisponierender Faktor betrachtet werden. Die Annahme von Dr. F._ beruht jedoch
letztlich auf einer reinen Vermutung im Rahmen einer Aktenbeurteilung. Eine klinische
Testung der Gelenkstabilität wurde von seiner Seite nicht durchgeführt. Die Verneinung
einer vorwiegenden Verursachung der Tendovaginitis durch die Arbeit bei der SSC
bzw. deren übergeordnete Bedeutung von mehr als 50% im Rahmen eines
multifaktoriellen Ursachenspektrums ist damit nicht fundiert bzw. mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit dargetan. Der allgemeine Hinweis, dass die
fragliche Gesundheitsstörung bei jüngeren Frauen mit zierlichem Körperbau häufig
vorkomme, ist weder untermauert noch muss er im konkreten Fall zutreffen, und kann
damit nicht als überzeugendes Argument betrachtet werden. Ohne die Feststellung von
F._ in Abrede zu stellen, dass eine Bandlaxität vor allem gut zum schmerzhaft
empfundenen Rückschlag des Akkubohrers und zur Schmerzauslösung bei Supination
des Handgelenks passen würde, ist im Übrigen zu wiederholen, dass die Diagnose von
Dr. C._ ausdrücklich auf eine Tendovaginitis der Flexoren lautete. Festzustellen ist
allerdings, dass auch Dr. C._ im ärztlichen Zwischenbericht vom 2. November 2011
immerhin von "etwas" laxen Handgelenken sprach und im Bericht vom 15. Mai 2012
(act. G 7.2/ZM10) den Begriff "ausgelöst" verwendete; auch wenn sich aus diesen
Formulierungen nicht ohne weiteres eine übergeordnete Bedeutung einer allfälligen
Bandlaxität von mehr als 50% bzw. die Verneinung einer arbeitsbedingten
Verursachung ableiten lässt. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Vorliegen
einer Bandlaxität - als durchaus in die Beurteilung einer beruflichen Verursachung
miteinzubeziehender Umstand - im konkreten Fall nicht hinreichend überprüft worden
ist. Die Beweislage erweist sich damit nicht als überzeugend und schlüssig, womit
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diesbezüglich von der Beschwerdegegnerin weitere Abklärungen vorzunehmen sind.
Ein prädisponierender Faktor ist sodann auch nicht unbesehen in der Beidseitigkeit der
Tendovaginitis zu sehen. Zwar gibt es wohl keine Tätigkeit, bei der beide Hände genau
gleich beansprucht werden, womit die Beidseitigkeit eines Gesundheitsschadens
gegen eine arbeitsbedingte Verursachung spricht. Im konkreten Fall erhob Dr. C._
eine beidseitige Tendovaginitis, jedoch rechtsbetont (act. G 7.2/ZM3; vgl. auch act. G
7.1/Z15, S. 2 Ziff. 6). Die konkreten Arbeitsabläufe der fraglichen Montagetätigkeit
lassen erkennen, dass die rechte Gebrauchshand eindeutig mehr belastet ist. Die linke
Hand wird aber durchaus auch beansprucht.
4.3.3 Die Feststellung von Dr. F._ hinsichtlich des zeitlichen Ablaufs vermag ebenfalls
nicht überzeugend gegen eine berufliche Verursachung zu sprechen. Zwar erscheint
seine Aussage, dass eine klassische Peritendinitis crepitans in der Regel nach
mehreren Wochen folgenlos abklinge, ohne weiteres nachvollziehbar. Doch dürfte
besagter Heilungsverlauf nicht bei einer fortdauernden Belastungssituation, sondern
bei einer zweckmässigen und wirksamen Therapie, d.h. bei Ruhigstellung und
antiphlogistischer Behandlung, eintreten (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 751;
Pschyrembel, a.a.O., S. 2065). Insofern erscheint es - wie von Dr. F._ festgehalten -
nur folgerichtig, dass Dr. C._ im ärztlichen Zwischenbericht vom 2. November 2011
über die Arbeitsaufnahme vom 12. September 2011 hinaus von wieder rasch
aufgetretenen Beschwerden unter Belastung, insbesondere bei repetitiven
Handbewegungen, sowie dem Abbruch einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit über 50%
wegen Exazerbation der Beschwerden spricht (act. G 7.2/ZM10). Dass die
Tendovaginitis klinisch weitgehend abgeklungen war, dürfte auf die schliesslich
reduzierte Arbeitsfähigkeit (50% bzw. Pensum von 40%) zurückzuführen sein (act. G
7.2/ZM7). Im Falle einer berufsbedingten Krankheit ist eine fortdauernde Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit nachvollziehbar. Nach der
Kündigung bildeten sich die Sehnenprobleme laut Dr. C._ vollständig zurück (act. G
3.1/7). Für eine berufliche Verursachung spricht sodann, dass der Heilungsverlauf laut
ärztlichem Zwischenbericht von Dr. C._ vom 2. November 2011 während der 100%-
igen Arbeitsunfähigkeit vom 11. Juli bis 11. September 2011 (act. G 7.2/ZM6) bzw.
unter der Therapie in Ruhe weitgehend gut war, jedoch bei repetitiven
Handbewegungen rasch wieder Beschwerden auftraten. Der Beschwerdeverlauf
stimmt folglich mit der beruflichen Belastung überein, womit aus dessen konkreter
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Länge keine Schlüsse gegen das Vorliegen einer arbeitsbedingten Tendovaginitis
gezogen werden können.
4.3.4 Eine unzureichende Beweislage hinsichtlich vorwiegender beruflicher Verur
sachung der Tendovaginitis ist schliesslich aber vor allem darin zu sehen, dass weder
von der Beschwerdegegnerin noch von Dr. F._ die Krankengeschichte der
Beschwerdeführerin erforscht und deren beruflicher Lebenslauf mit einbezogen bzw.
allfälligen Wechselwirkungen nachgegangen worden ist. So wäre zu prüfen gewesen,
ob die Beschwerdeführerin allenfalls bereits vor der Erstbehandlung bei Dr. C._ am
11. Juli 2011 wegen Handgelenksbeschwerden oder einer Tendovaginitis in ärztlicher
Behandlung bzw. arbeitsunfähig war oder Handgelenksbeschwerden allenfalls im
Rahmen einer früheren, die Handgelenke nicht besonders belastenden beruflichen
Tätigkeit aufgetreten sind. Dies, obwohl es sich dabei um Umstände handeln würde,
die als massgebende vorbestehende Faktoren gegenüber einer beruflichen
Verursachung zu berücksichtigen wären. Immerhin hat die Beschwerdeführerin in der
Anmeldung bei der IV-Stelle zum Bezug von IV-Leistungen vom 6. Januar 2012 nicht
angegeben, seit wann die gesundheitliche Beeinträchtigung besteht (vgl. IV-act. 1).
Hinsichtlich beruflichem Lebenslauf geht sodann aus den Akten hervor, dass die
Beschwerdeführerin in den Jahren 1995 bis 2011 - man darf sagen - zahlreiche Stellen
inne hatte und die jeweiligen Arbeitsverhältnisse meist von kurzer Dauer waren. Die
Zuordnung einer gesundheitlichen Störung zu einer bestimmten beruflichen Tätigkeit
wird damit zumindest erschwert. Das Arbeitsverhältnis mit der B._ hatte im Zeitpunkt
der Erstbehandlung bei Dr. C._ am 11. Juli 2011 erst rund 13 1⁄2 Monate angedauert
(vgl. dazu IV-act. 9, act. G 7.1/Z1). Die Dauer der berufsbedingten Exposition gilt im
Regelfall als massgebendes Kriterium bei der Beurteilung einer beruflichen
Verursachung. Zu beantworten ist in diesem Zusammenhang insbesondere die Frage,
innerhalb welchem zeitlichen Rahmen sich berufsbedingte Veränderungen bei einer
bestimmten Gesundheitsstörung im Regelfall manifestieren. Die Akten enthalten hierzu
keine ärztliche Beurteilung.
4.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aufgrund der vorliegenden Aktenlage,
insbesondere der Argumentation von Dr. F._, nicht hinreichend Klarheit darüber
besteht, ob die Tendovaginitis der Beschwerdeführerin vorwiegend, also im gesamten
Ursachenspektrum mehr als 50%, auf ihre berufliche Tätigkeit bei der B._
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zurückzuführen ist. Eine abschliessende Aussage ist umso weniger möglich, als es sich
bei der Tendovaginitis immerhin um einen Gesundheitsschaden handelt, der in Ziff. 2
des Anhangs 1 zur UVV hinsichtlich alle Arbeiten als arbeitsbedingte Krankheit
aufgeführt ist. Ein Sachverhalt, von dem mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
anzunehmen wäre, er treffe zu, kann demzufolge vorliegend nicht als ausgewiesen
gelten. Zur Beurteilung der vorwiegenden beruflichen Verursachung bedarf es weiterer
Abklärungen; insbesondere hinsichtlich der Bandlaxität. Die Streitsache ist daher an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie eine umfassende Beurteilung im Sinne
der vorangehenden Erwägungen durchführt.
5.
Auf den Antrag der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin
sei zu verpflichten, eine Nichteignungsverfügung zu erlassen, kann im vorliegenden
Beschwerdeverfahren nicht eingetreten werden. Die Beschwerdegegnerin hält in der
Beschwerdeantwort vom 17. Juni 2013 (act. G 7) zutreffenderweise fest, dass die
Kompetenz zum Erlass einer solchen ausschliesslich der Suva zusteht (vgl. Art. 78 der
Verordnung über die Unfallverhütung [VUV; SR 832.30]). Die Frage des Erlasses einer
Nichteignungsverfügung bildete ohnehin nicht Gegenstand des angefochtenen
Einspracheentscheids, womit sie auch nicht Streitgegenstand des vorliegenden
Beschwerdeverfahrens bilden kann. Die Meldepflicht bei individueller Anwendbarkeit
der Vorschriften über den Ausschluss von einer gefährdenden Arbeit an die Suva
gemäss Art. 79 VUV stand angesichts der Beurteilung durch die Beschwerdegegnerin -
Verneinung des Vorliegens einer Berufskrankheit gemäss Art. 9 UVG - bis anhin nicht
zur Diskussion, weshalb diesbezüglich im vorliegenden Beschwerdeverfahren ebenfalls
nichts zu sagen ist.
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 29. Januar 2013 dahingehend gutzuheissen, dass die
Streitsache zur Durchführung ergänzender Abklärungen hinsichtlich beruflicher
Verursachung und zu neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen
wird. Auf den Antrag auf Verpflichtung der Beschwerdegegnerin zum Erlass einer
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Nichteignungsverfügung wird nicht eingetreten. Gerichtskosten sind keine zu erheben
(Art. 61 lit. a ATSG). Die obsiegende Beschwerdeführerin hat bei diesem
Verfahrensausgang Anspruch auf eine Parteientschädigung. Mit Schreiben vom 2.
Oktober 2013 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin eine Honorarnote im
Gesamtbetrag von Fr. 4'946.85 ein (act. G 17). In der Verwaltungsrechtspflege wird
jedoch das Honorar vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses sowie in
Berücksichtigung von Art und Umfang der Bemühungen und den wirtschaftlichen
Verhältnissen der Beteiligten pauschal festgesetzt, wobei der Rahmen vor
Versicherungsgericht in der Regel Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.-- beträgt (Art. 61 lit. g
ATSG; Art. 19 und Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und
Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75). Vorliegend ist kein Grund zu erkennen, weshalb
von der Pauschalentschädigung abgewichen werden sollte. Das Versicherungsgericht
hat für die vor ihm geführten Verfahren aufgrund von Erfahrungswerten
Entschädigungspauschalen festgelegt, die in "Normalfällen" zugesprochen werden und
in denen 4 Prozent Barauslagen sowie die Mehrwertsteuer von 8 Prozent enthalten
sind. Für UVG-Prozesse mit üblicherweise doppeltem Schriftenwechsel beträgt diese
Entschädigung Fr. 3'500.-- bis Fr. 4'500.--, mit einer mittleren Entschädigung von Fr.
4'000.--. Im vorliegenden Fall erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 4'000.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39