Decision ID: bcee560b-39e7-5e31-8740-64785138ed78
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1971,
lebt seit 1998 in der S
chweiz. Er
verfügt über keine
Berufs
aus
bildung (Urk. 12/5/5
,
Urk.
12/103/78
).
Von Januar 2000 bis September 2004 arbeitete
der Versicherte
im
Hotel
Y._
in
Zürich
als Lagerist
. Ab September 2004 bezog er Arbeitslosenentschädigung und machte von September
2007
bis
März
200
8
einen
vom
Z._
ange
botenen
Arbeitsversuch
als Parklotse
(Urk. 12/4
, Urk. 12/20
).
Der Versicherte
meldete sich
am
3. September 2009
bei der Invaliden
ver
siche
rung
zum Leistungsbezug an (Urk.
12/5
). In der Folge
führte
die
Sozialversiche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, Abklärungen
erwerbliche
r
(Urk. 12/7,
Urk. 12/14
,
Urk.
12/20
) und medizinischer Art
(Urk. 12/17
, Urk. 12/18
,
Urk.
12/
23,
Urk.
12/26)
durch
.
Mit
Verfügung vom
26. Mai 2011
sprach die IV-Stelle dem Versicherten
mit Wirkung
ab dem 1. Februar 20
10 eine ganze Rente zu
(Urk. 12/
41
)
.
1.2
2012
leitete
die IV-Stelle eine revisionsweise Überprüfung des Rentenanspruc
hs
ein
(Urk. 12/59
/1-2
). Sie
holte
einen
ärztliche
n Verlaufsbericht
ein
(Urk. 12/58)
und teilte dem Versicherten am
9. August 2012 mit, dass weiterhin ein An
spruc
h auf eine ganze Rente bestehe (Urk. 12/62).
1.3
Nachdem bei der IV-Stelle
am
6
. Oktober 2012
die
anonyme
Meldung
einge
gangen war
, der
Versicherte
arbeite
im Restaurant
A._
in
B._
(vgl. Urk. 12/107/2),
liess
die IV-Stelle de
n
Versicherten
Fragen
zu seiner
beruflichen Situation
beantworten (Urk. 12/67
) und
führte
mit ihm
am 15. Novem
ber
2012
eine Standortbesprechung
durch (Urk. 12/70).
Sodann
beauf
tragte
die IV-Stelle Dr. med.
C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psy
chotherapie FMH
,
mit der psychiatrischen Begutachtung des Versicherten (
vgl.
Urk. 12/7
8
).
Diese erstatte
te
das Gutachten am 1
4.
Februar 2012 (Urk. 12/79). Zudem holte die IV-Stelle
den Bericht der Ärzte des
D._
, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des
E._
,
vom 2
0.
Juli 2013
ein (Urk. 12/85
/1-5
).
Der Stellungnahme des Arztes des Regionalen Ärztlichen Dienstes der Beschwerdegegnerin (
RAD
) zum Gutachten von
Dr.
C._
folgend
(Urk. 12/107/4
f.
)
beauftragte
die IV-Stelle
Dr.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH
,
mit einer zusätzlichen psychiatrischen Begutachtung des Versicherten
(Psy
chia
trisches Gutachten vom 27. Mai 2014; Urk. 12/103).
Mit Vorbescheid vom 17. November 2014 teilte die IV-Stelle mit,
sie gedenke
die Ausrichtung der
Rente rückwirkend per 1. Mai 2012 aufzuheben (Urk. 12/109). Am 27. Februar 2015
verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (Urk. 12/119 = Urk. 2).
1.4
Vor und während des
Revisionsverfahrens
hatte
der Versicherte
namentlich
zwei Verurteilungen
erlitten
.
Zunächst
verurteilte ihn
die
Staatsanwaltschaft See/Oberland
mit Strafbefehl
vom 16. Juni 2012
wegen
Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer (
AuG
), da er als Arbeit
geber vorsätzlich Ausländer beschäftigt hatte, die in der Schweiz nicht
zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit berechtigt waren (Urk. 12/72/20-22).
Ferner
verurteilte ihn die
Staatsanwalt
schaft
Winterthur/Unterland
mit Strafbefehl
vom
2
3.
September 2013
wegen
des Vergehens gegen das Bundesgesetz über die
Ergänzungsleistungen
zur
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung
, da
er
im Zusammenhang mit sein
er Mitarbeit im Restaurant
A._
in
B._
(vgl. Mietvertrag für die betreffende Liegenschaft und Ein
kommens
deklaration zu
Handen
der AHV; Urk. 12/73/4-7,
Urk.
12/73/8-28)
die ihm obli
egende Meldepflicht gemäss
dem
Bundesgesetz
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherun
gsrechts (ATSG) verletzt hatte
(Urk. 12/106).
2.
Gegen die Verfügung vom 27.
Februar
2015 liess der Versicherte, vertreten durch
Rechtsanwältin Monique Felix,
Glattbrugg,
am 27. März 2015 Be
schwerde mit dem Rechtsbegehren erheben, es sei
der angefochtene Entscheid
aufzuheben und es seien ihm weiterhin Leistungen auszurichten. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung, insbesondere der genauen Arbeitsfähigkeit
,
und zum neuen Entscheid an die Verwaltung zurückzuweisen.
In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung eine
r
unentgeltlichen Rechtsvertretung
(Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle
beantragte in
der Beschwerdeantwort vom 8. Mai
2015 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 11
). Mit Verfügung vom 19. Mai 2015 bewilligte das Gericht dem Be
schwer
deführer die unentgeltliche Prozessführung
und
bestellte ihm Rechtsan
wältin Felix als unentgeltliche Rechtsvertreterin (Urk. 14).
Mit Verfügung vom 7. Oktober 2015 setzte das Gericht den Parteien eine Frist von 30 Tagen an, um sich unter dem Blickwinkel der neuen Rechtsprechung zur Invaliditäts
be
mes
sung bei Schmerzstörung
en
ohne erkennbare organische U
rsache und bei ver
gleich
baren Leiden
zu äussern (Urk. 16). Dazu reichten die IV-Stelle am 6. November 2015 (Urk. 18) und der Beschwerdeführer am 9. November 2015 (Urk. 19) ihre Stellungnahme
n
ein.
Die Gelegenheit, sich zur Eingabe der jewei
ligen Ge
genpartei zu äussern (vgl. Urk.
21,
Urk.
26), nahmen weder der Be
schwer
deführer noch di
e Beschwerdegegnerin wahr (vgl.
Urk.
22,
Urk.
27).
Auf die Ausführungen der Parteien und die Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der ver
sicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.
4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
bezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt rechtsprechungsgemäss
jede wesentliche Änderung
in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invalidi
täts
grad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 1
30 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen).
Kann eine rentenberechtigte Person neu ein Erwerbseinkommen erzielen oder ein bestehendes Erwerbseinkommen erhöhen, so wird die Rente nach
Art.
31
Abs.
1 IVG nur dann im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG revidiert, wenn die Einkommensverbesserung jährlich
mehr als Fr. 1‘500.-- beträgt.
Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG ist ge
stützt auf
Art.
88a
Abs.
1 IVV die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berück
sichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird, und sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussicht
lich weiterhin andauern wird.
Der Herabsetzung oder Aufhebung der Rente erfolgt rückwirkend ab Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung, wenn der Bezüger die Leistung zu Unrecht erwirkt hat oder der ihm nach
Art.
77
der Verordnung über die Inva
lidenversicherung (
IVV
)
zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist, unab
hängig davon, ob die Verletzung der Meldepflicht oder die unrechtmässige Erwirkung ein Grund für die Weiterausrichtung der Leistung war (
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. b
IVV
).
1.5
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswür
digung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht
. Solchen Verfügungen gleichgestellt, sind unwidersprochen gebliebene Mitteilungen im Sinne von
Art.
74
ter
lit
. f und Art. 74
quater
Abs.
1 IVV
(Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom
15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen)
.
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.7
Mit
BGE 141 V 281
hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur
Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursache
und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 u
nd an
schliessende Urteile) ange
passt und festgehalten, dass die Invaliditätsbemessung stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berück
sich
tigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss. Auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit bezweckte die durch BGE
130 V 352 begründete Rechtspre
chung die Sicherstellung eines gesetzmässigen Ver
siche
rungsvollzuges mittels der Regel/Ausnahme-Vorgabe beziehungsweise (seit E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der Überwindbarkeitsvermutung. Deren Rechtsnatur kann
offen bleiben
. Denn an dieser Rechtsprechung ist nicht festzuh
alten. Das bishe
rige Regel/Ausnahme-Modell wird durch ein st
ruktu
rier
tes Beweisverfahren er
setzt. An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG – ausschliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesundheitlichen Beeinträch
tigung und objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei materieller Beweisl
ast der rentenansprechenden Per
son (Art. 7 Abs. 2 ATSG) – ändert sich dadurch
nichts. An die Stelle des bishe
rigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender somatoformer Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) trete
n im Regel
fall beachtliche Stan
dardindikatoren. Diese lassen sich in die Ka
tegorien Schweregrad und Konsis
tenz der funktionellen Auswirkungen einteilen. Auf den Begriff des primären Krankheitsgewinnes und die
Präponderanz
der psychia
trischen Komorbidität ist zu verzichten. Der Prüfungsraster ist rechtlich
er Natur. Recht und Medizin wir
ken sowohl bei der Formulierung der Standard
indika
toren wie auch bei deren – rechtlich gebotener – Anwendung im Einzel
fall zu
sammen. Im Grunde konkre
tisieren die in E. 4 und 5 formulierten Beweisthemen und Vorgehensweisen für die Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen Leiden die gesetzgeberischen Anordnungen nach Art. 7 Abs. 2 ATSG. Die
Aner
kennung eines rentenbegrün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, w
enn die funktionellen Auswirkun
gen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen
An
spruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig un
d widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge
wie
sen sind. Fehlt e
s da
ran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wi
e vor die materiell beweisbelas
tete versicherte Person zu tragen (E. 6).
2.
2.1
Der Beschwerdeführer
weist auf die seines Erachtens mangelhafte Begründung
der angefochtenen Verfügung hin,
insbesondere auf die darin fehlende Aus
einandersetzung mit den
im
Vorbescheidverfahren
erhobenen
Einwänden (Urk. 1
S. 5
lit
. a)
.
Die Rüge
erfolgt
e,
ohne dass im
Ergebnis eine Gehörsverletzung geltend gemacht
wird
(„Allgemeine Kritik“)
.
Hinzu kommt, dass
ein
e
Verletzung von Verfahrensgarantien
effektiv auch
nicht
erfolgt
ist.
Die Darlegungen in
der angefochtenen Verfügung
lassen
erkennen, auf welche Überlegungen sich der Entschei
d der Beschwerdegegnerin stützt. Sodann ist
die Vorinstanz nicht ver
pflichtet, sich mit jeder
geäusserten
Kri
tik konkret auseinanderzusetzen.
2.2
Streitgegenstand bildet die verfügte rückwirkende Aufhebung der ganzen Rente per 1. Mai 2012 (Urk. 2). Zu prüfen ist, ob aufgrund der getroffenen Abklä
rungen eine revisionsrechtlich bedeutsame Änderung
gegeben ist
, welche eine
Rentenaufhe
bung rechtfer
tigt
und ob der Beschwerdeführer in diesem Zusam
men
hang seine Meldepflicht schuldhaft verletzt hat.
Zeitliche Vergleichsbasis
für die Prüfung des Revisionsgrundes
ist der Entscheid der Beschwerdegegnerin über die Invalidenrente vom 26. Mai 2011 (Urk. 12/41).
Mit diesem
sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer
gestützt auf eine
materielle
Abklä
rung der Anspruchsvoraussetzungen
ab 1. Februar 2010 eine ganze Invaliden
rente zu (Urk. 12/35).
Die in d
er Mitteilung
vom 9. August 2012 (Urk. 12/62)
erwähnte
Überprüfung
des Rentenanspruchs beschränkte sich auf die Würdi
gung des kurzen Verlaufsberichts des
D._
des
E._
vom
27. Juni 2012 (Urk. 12/59)
. Auf e
ine
eingehendere
materielle Prüfung des Rentenanspruchs
verzichtete die Beschwer
de
gegnerin.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung
zusammen
gefasst
damit,
dass
die Begutachtung durch
Dr.
F._
keine Hinweise auf das Vorliegen einer organischen psychischen Störung oder einer Störung aus dem Formenkreis der Schizophrenie ergeben
habe
.
Auch lasse sich keine p
ost
traumatische Belastungsstörung
belegen. Die diagnostizierte Persönlichkeitsän
derung sei für sich allein nicht invalidisierend
. Die damit verbundenen Ein
schränkungen seien aus versicherungsrechtlicher Sicht überwindbar
.
Aus gut
ach
terlicher Sicht habe der Beschwerdeführer mit der Aufnahme der Erwerbs
tätigkeit
zuvor bestehende
erwerbliche
Einschränkungen
überwunden
.
D
ie vor Eintritt des Gesundheitsschadens ausgeübte
Tätigkeit
oder eine vergleichbare
seien in einem vollen Pensum zumutbar
. Eine erwerbsbedingte Einkommens
einbusse ergebe sich nicht.
Da der Beschwerdeführer seit Mai 2012
nicht über
die Aufnahme der Erwerbstätigkeit
informiert
habe
,
liege eine Meldepflicht
ver
letzung vor
und die Rente sei rückwirkend
auf diesen Zeitpunkt
aufzuheben
. Für eine Meldepflichtverletzung genüge bereits eine leichte Fahrlässigkeit. Die geänderte Rechtsprechung zur Überwindbarkeitsvermutung ändere nichts an der
Beurteilung, dass dem Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit uneinge
schränkt zumutbar sei
(Urk. 2
,
Urk.
11,
Urk.
18
)
.
3
.2
Demgegenüber liess der Beschwerdeführer einwenden,
das Gutachten von Dr.
F._
stehe im Widerspruch zum
überzeugende
re
n Gutachten von Dr.
C._
. Das Ergebnis von
Dr.
F._
sei nicht nachvollziehbar und erwecke bereits auf den ersten Blick Zweifel.
Die
Beurteilung
von Dr.
F._
sei
lediglich
eine Momentaufnahme. Hingegen befinde
d
er
Ver
sicherte
sich
seit 2009 in regelmässiger Behandlung
bei den Ärzten des
D._
des
E._
, so dass deren Diagnose
massgebend
sei
. Diese Diagnose habe
Dr.
C._
bestätigt
.
Dr.
F._
habe
es unterlassen,
die tatsächliche Arbeitsfähigkeit
abzu
klären,
er habe sich nicht hinreichend mit den bisherigen Diagnosen ausein
andergesetzt
und er habe die an ihn gestellten Zusatzfragen nicht beantwortet
, so dass sich das Gutachten als unvollständig erweise und nicht
rechtsgenüglich
sei.
Die Aushilfstätigkeit im Restaurant seiner Ehefrau nehme auf die besteh
ende Beeinträchtigung Rücksicht. Er könne dort die Arbeit frei einteilen und ohne den üblichen Druck arbeiten.
Im Ergebnis habe sich die Erwerbsfä
higkeit seit Zusprechung der
Rente nicht v
erbessert
.
Zu beachten sei die geänderte Praxis zur Überwindbarkeit. Massgebend sei nun nicht mehr die Überwindbar
keitsvermutung, sondern es sei in jedem Fall ein strukturiertes Beweisverfahren durchzuführen. Eine
schuldhafte Meldepflichtverletzung
liege nicht
vor
.
Die psychische
Beeinträchtigung
mache es un
möglich,
stets
alle Pflichten korrekt zu erfüllen.
Es handle sich höchstens um eine unbeabsichtigte Unterlassung. Die aus den Strafverfahren beigezogenen Akten seien nicht aussagekräftig und daher nicht zu berücksichtigen. Es habe nie ein umfassendes Strafverfahren stattgefunden,
gleichwohl sei
aufgrund
der
Belastbarkeit und mit Rücksicht auf
die
Familie
auf eine Anfechtung der
Strafbefehle
verzichtet worden
.
Spätestens im November 2012 habe die Beschwerdegegnerin volle Kenntnis von der Tätig
keit im Restaurant der Ehefrau gehabt
(vgl.
Urk.
12
/70)
. Die nach diesem Zeit
punkt ausgerichteten Rentenleistungen
seien
nicht mehr unrechtmässig erfolgt. Für diesen Zeitraum hätte eine Änderung vorgenommen werden können, so dass die Leistungen nicht mehr kausal aufgrund einer eventuellen Meldepflicht
verletzung geleistet worden seien. Für die Zeit von Dezember
2012 bis Oktober 2014 sei der Leistungsb
ezug rechtmässig erfolgt und
die Rente
könne nicht mehr zurückgefordert werden. Nach der Unterredung mit der Beschwerde
geg
nerin im November 2012
(vgl.
Urk.
12
/70)
habe darauf vertr
aut
werden
dürfen, dass die weiteren
Rentenleistungen rechtmässig ausgerichtet würden. Dass die Leistungen nun gleichwohl zurückgefordert würden, ve
rletze den Vertrauens
grundsatz
(Urk. 1
S.
2 ff.
, Urk.
19 S. 2 ff.
)
.
4
.
D
ie IV-Stelle stützte sich bei
m
Erlass
der
Verfügung vom 26. Mai 2011
, womit sie dem Beschwerdeführer
die
ganze Rente
zugesprochen hatte
(Urk. 12/41)
,
auf
den
psychiatrischen Untersuchungsbericht des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 13. Januar 2011 (Urk. 12/26).
Demnach
stand
als Diagnose mit Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode
(ICD-10: F.32.1)
im Vordergrund
(Urk. 12/26/5).
Darauf basierend
ging die Beschwerde
gegnerin von
eine
r
vollständigen
Arbeitsunfähigkeit sowohl in der bisherigen Tätigkeit als
Lagerist als auch in anderen
Tätigkeit
en
aus
(vgl.
Urk. 12/2
6
/6)
.
5.
Im Rahmen des Revisionsverfahrens im Jahr 2012
stuften
die Ärzte
des
D._
des
E._
in ihrem B
ericht vom 27. Juni 2012 den Beschwerdeführer als schwer krank
ein
und
gingen von einer ungünstigen Prognose aus. Selbst die Durchführung einer Behandlung erachteten sie als schwierig
(Urk. 12/59/5)
.
Als
relevante
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannten sie
eine posttraum
atische Belastungsstörung
(ICD-10: F43.1) und eine mittelgradige
bis schwere depres
sive Episode (
ICD-10: F32.2
;
Urk. 12/59/4).
6
.
6
.1
Zur Beurteilung des
Gesundheitszustand
es im jüngsten Revisionsverfahren
liegen das
psychiatrische
Gutachten
von
Dr.
C._
vom 14. Februar 2013
(Urk. 12/79
),
der Bericht
des
D._
des
E._
vom 2
0.
Juli 2013
(Urk. 12/85
/1-5
)
und
das psychia
trische
Gutachten
von Dr.
F._
vom 27. Mai 2014 (Urk. 12/103)
vor
.
6
.2
6.2.1
Dr.
C._
nannte
in ihrem Gutachten vom 14. Februar 2013 als Diag
nosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine
chronifizierte
posttrau
matische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), und die Differen
tial
diagnose ein
er andauernden Persönlichkeits
änderung nach Extrembelastung (
ICD-10: F62.0
;
Urk. 12/79/11).
6.2.2
Sodann führte die Expertin aus
, der Beschwerdeführer habe
bei der Unter
suchung
kaum
eine
Spontanaktivität gezeigt,
er
sei
jedoch bemüht
gewesen
, die Fragen gewissenhaft zu beantworten. Teilweise
habe
er abwesend
gewirkt
und trotz guter Deutschkenntnisse gewisse Fragen
-
vor allem solche nach Aggres
sionen und Wut
-
nicht auf Anhieb verstanden. Häufig habe er Zeit durch die Äusserung gewonnen, dass die Frage gut sei.
Insgesamt
sei
er sehr auf seine Beschwerden fixiert
gewesen
. Es hätten sich keine deutlich beobachtbaren Hin
weise auf Aggravation oder gar Simulation gezeigt. Nach 15 Minuten habe er nach Wasser und nach
einer halben Stunden
nach einer Pause zum Rauchen verlangt. Er habe wiederholt gefragt, wie lange die Untersuchung noch dauere.
Die Sitzhaltung sei während der Untersuchung unbeweglich gewesen und sie habe starr gewirkt. Die Mimik und Gestik seien nicht expressiv gewesen.
Der Beschwerdeführer sei bewusstseinsklar und auf allen vier Ebenen (Ort, Zeit, Person, Situation) vollständig orientiert gewesen. Seine Sprache sei unauffällig gewesen und das Sprachverständnis grundsätzlich gut. Das Ausdrucksvermögen sei nicht beeinträchtigt gewesen. Die kognitiven Funktionen seien im struk
tu
rierten Untersuchungsgespräch leicht eingeschränkt gewesen. Der Beschwerde
führer habe häufig nachfragen müssen.
Seine Konzentration sei
im struktu
rierten Interview
unbeeinträchtigt
, d
as formale Denken in sich kohärent, jedoch im Gespräch leicht verlangsamt
,
deutlich gehemmt
und
eingeengt
gewesen (
gesu
ndheitliche und existenzielle
Probleme
)
. Inhaltlich hätten sich keine Hin
weise auf wahnhafte od
er zwanghafte Gedanken gezeigt, ebenso wenig Hin
weise auf
optische oder akustische Halluzinationen als Ausdruck eines psycho
tischen Zustandsbildes. Psychomotorisch
seien eine Angespanntheit
und ein
zeit
weise
unkontrollierbarer
Bewegungsdrang
aufgefallen
.
Suizidgedanken, Gefühle
des Lebensüberdrusses oder gar konkrete Suizidabsichten seien auf Befragen geäussert worden (Urk. 12/79/10).
Der Beschwerdeführer sei um Kooperation bemüht gewesen
,
habe
aber letzt
endlich
den Eindruck einer
psychisch deutlich krank
en
und unter
grossem Leidensdruck
stehend
en
Person hinterlassen
. Es hätten sich Befunde im kogni
tiven und affektiven Bereich mit deutlichen Hinweisen auf das Vorliegen einer
chronifizierten
posttraumatischen Belastungsstörung, möglicherweise im Über
gang zu einer andauernden Wesensänderung nach Extrembelastung gezeigt. Der Beschwerdeführer habe gereizt bis
dysphorisch
gewirkt.
Im Übrigen sei er
affektiv kaum spürbar
gewesen
. Die emotionale Schwingungsfähigkeit und Aus
lenkbarkeit seien ausgeprägt reduziert
und
die Stimmung sei bedrückt
gewesen
. Er habe affektiv und im Denken sehr starr gewirkt. Der Antrieb sei vermindert gewesen. Psychomotorisch habe der Beschwerdeführer sehr unruhig und
ange
-
spannt
gewirkt
(Urk. 12/79/13).
6.2.3
Die postt
raumatische Belastungsstörung beeinflusse
die Arbeitsfähigkeit mass
geb
lich. Da
sich
das Leiden möglicherweise
im Übergang zu einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung
befinde
und angesichts des ungüns
tigen Verlaufs trotz adäquater Behandlung, sei die Prognose
aus psy
chia
trischer Sicht als ungünstig zu betrachten. Im besten Fall könne eine Stabilisierung erreicht und eine weitere Symptomzunahme oder ein Suizid verhindert werden. Die Angaben betreffend
die
polizeilichen Ermittlungen sprä
chen aus psychiatrischer Sicht nicht eindeutig gegen das Vorliegen einer post
traumatischen Belastungsstörung
mit
den dazugehörenden Einschränkungen (Urk. 12/79/14).
In der bisherigen Tätigkeit als Lagerist sei der Beschwerdeführer seit September 2008 und in absehbarer Zukunft
vollständig
arbeitsunfähig. In einer ange
passten Tätigkeit unter beschützenden Bedingungen (verständnisvoller Arbeit
geber und verständnisvolles Umfeld, Möglichkeit die Arbeitszeiten selber ein
zuteilen und je nach Befinden zu leisten, Möglichkeit von Fehlzeiten ohne
Konsequenzen und entsprechender Toleranz für unregelmässige
Arbeitsleis
-
tunge
n
und –
zeiten
) sei der Beschwerdeführer zu 20 bis 30 % arbeitsfähig (Urk. 12/79/14).
6
.3
6.3.1
Die Ärzte des
D._
des
E._
führte
n
im Bericht
vom 20. Juli 2013
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine post
traumatische Belastungsstörung
(ICD-10: F43.1) und eine mittelgradige bis schwere depr
essive Episode (ICE-10: F32.2)
auf (Urk. 12/85/1).
6.3.2
S
odann
führten sie aus
, s
eit Herbst 2007 hätten sich in zunehmendem Mass die Symptome verschiedener psychischer Erkrankungen manifestiert. Im Vorder
gr
und stünden die Symptome einer p
osttraumatischen Belastungsstörung. Intrusionen im Sinne von Flashback-Erleben von Inhaftierung, Folterungen so
wie weiteren traumatischen Erlebnissen seien täglich vorhanden. Ebenfalls habe der Beschwerdeführer Albträume. Intrusive Erinnerungen könnten sehr sch
nell ausgelöst werden. So löse
beispielsweise das Schreien seiner Kinder intrusive Bilder an die Schreie Gefolterter aus oder er habe das Gefühl von Verfolgung, wenn jemand hinter ihm stehe. Der Beschwerdeführer vermeide die Konfron
tation mit
Traumatriggern
. Er lebe sehr zurückgezogen. Er fühle si
ch von seiner Umwelt entfremdet
. Die Aufmerksamkeit und die Konzentration seien stark reduziert. Besonders ausgeprägt sei das Symptom des „innerlichen Wegtretens“ unter Belastung, so dass er zwar
körperlich anwesend, jedoch kognitiv und psychisch „wie ausgeschaltet“ sei. Es bestünden
ein
Stimmenhören und Ver
folgungsgefühle sowie das Gefühl, dass Leute über ihn reden würden. Ob das Stimmenhören intrusiv-dissoziativ sei oder auch psychotische Züge trage, sei aktuell ni
cht abschliessend zu beurteilen (Urk. 12/85/2).
Zudem habe der Beschwerdeführer eine vielgestaltige sekundäre depressive Symptomatik entwickelt. Im Vordergrund stünden dabei ausgeprägte Schuld
gefühle bezüglich seines Versagens als existenzsicherndes Familienoberhaupt. Dies äussere sich in zerstörerischen Selbstbeschuldigungen und ausgespro
che
nem Grübeln über seine Wertlosigkeit.
Der Beschwerdeführer sei
innerlich sehr
unruhig und angespannt. Die Vitalgefühle seien gestört. Es bestünden Lust- und Interessenlosigkeit und der Antrieb sei vermindert für gezielte Handlungen. Der Beschwerdeführer leide ausserdem konstant unter di
ffusen Ängsten und
kata
strophi
erenden
Vorstellungen, b
eispielsweise welches Unheil ihn
und seine
Familie als Nächstes
treffen
könn
t
e. Dies habe eine ihn zusätzlich ein
schrän
kende Lähmung in seinen Alltagshandlungen zur Folge. Verbale und auch phy
sische Impulsdurchbrüche würden beschrieben. Suizidgedanken seien intermit
tie
rend vorhanden, ohne konkrete Handlungsabsicht. Der Beschwerdeführer habe täglich vorhandene Kopfschmerzen.
Das Auftreten einer verzögerten
post
traumatischen Belastungsstörung
nach destabilisierenden äusseren Auslösern respektive nach dem Verlust von Ressourcen wie beispielsweise durch Arbeits
losigkeit, schwere
Erkrankungen oder Unfälle
, sei bei Menschen, die Traumata in ihrer Vorgeschichte erlebt hätten, ein häufig zu beobachtender Vorgang (Urk. 12/85/2).
6.3.3
T
rotz der psychotherapeutischen Gespräche und der medikamentösen Therapie
sei
bislang
keine grundsätzliche
Besserung eingetreten
.
Das Zustandsbild
sei seit Behandlungsbeginn nahezu unverändert
geblieben
. Der depressive Zustand habe sich eher
verschlechtert, was sich in einer Anpassung der Diagnose abbilde. Bezüglich der bestehenden posttraumatischen Belastungsstörung habe sich ebenfalls nichts geändert. Die Symptome seien weiterhin vorhanden, die Stärke der Ausprägung sei abhängig von der aktuellen Tagesbefindlichkeit, aber durchwegs im mittelschweren bi
s
schweren Bereich. Durch stabilisierende Interventionen im sozialen Umfeld des Beschwerdeführers, beispielsweise
durch
Entlastung von Aufgaben, sei versucht
worden, wenigstens eine gewisse
Stabi
lisierung auf tiefem Niveau zu erreichen. Diese sei allerdings labil und breche bei ne
u auftretenden Belastungen
sofort wieder zusammen
(Urk. 12/85/2)
.
Eine Heilung der Erkrankung sei unwahrscheinlich. Die therapeutische Prognose sei demzufolge
eher schlecht. Das krankheitsin
h
ä
rente, stark vermeidende Ver
halten des Patienten, die Chronizität der Erkrankungen und die Interaktion der Symptome mit der Persönli
chkeit des Beschwerdeführers
stünden
dem entgegen.
Die Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Lagerist betrage seit dem 18. September 2008
1
00
%
(Urk. 12/85/2 f.
)
.
6.3.4
Die ungünstige Prognose bestätigten
die Ärzte des
D._
in den Folgeberichten vom 2
9.
Dezember 2014 (Urk. 3/1) und vom
4.
November 2015
(Urk. 20/7).
6
.4
6.4.1
Dr.
F._
führte
im Gutachten vom 2
7.
Mai 2014
aus,
d
er Beschwerde
führer habe während der ganzen Dauer der Untersuchung
keine
Auffassungs
störungen gezeigt. Auch seine Aufmerksamkeit sei im Untersuchungsgespräch jederzeit
erhalten gewesen, und er
habe
sich dem Untersucher
und
dem
jewei
ligen Inhalt
der Exploration
a
usdauernd zugewendet
. Insbesondere
habe
der Beschwerdeführer auch nach einem mehrstündigen, nur durch kurze Pausen unterbrochenen Untersuchungsgespräch keine schwerwiegende Müdigkeit
oder
Erschöpfung
gezeigt
,
die
sich
auf die
Qualität seiner Darstellungen und
auf die
Konzentrationsleistungen
ausgewirkt hätten
. Die subjektiven
Darstellungen des Beschwerdeführers würden von diesem Befund deutlich abweichen (Urk. 12/103/94).
Intrusionen
habe
der Beschwerdeführer spontan auch dann nicht
beschrieben
,
als
er
von
ihn belastende
n
Erinnerungen
berichtet habe
. Gelegentlich, aber nicht regelmässig,
habe
er
solche
bei direktem Nachfragen
zwar bejaht,
habe aber gleichwohl
kein Wiedererleben einer traumatisierenden Situation
beschrieben
, sondern sich auf unwillkürlich auftretende Erinnerungen an belastende Erleb
nisse
bezogen
. Störungen der Merkfähigkeit und des Gedächtnisses
seien
im
Unter
suchungsgespräch insofern nicht deutlich
geworden
, als sich der Beschwer
deführer
jederzeit spontan oder auf Anregung hin auf kürzer oder länger zurückliegende Gesprächsinhalte
habe
besinnen könne
n
und sie aktiv in das Untersuchungsgespräch
eingeführt
sowie
sie mit der jeweils angesprochenen Thematik
kohärent
verknüpft
habe
(Urk. 12/103/95).
Formale Denkstörungen, welche der objektivierenden Beobachtung zugänglich
seien (Verlangsamung, Umständlichkeit, Einengung, Perseverationen, Ideen
flucht
, Vorbeireden, Gedankenabreissen, Inkohärenz)
seien
nicht nach
zu
weisen
gewe
sen
. Als nur der subjektiven Wahrnehmung z
ugängliche formale Denkstörung
habe
der Beschwerdeführer
das
Grübeln
erwähnt. Er sei
immer mit
seinen
Gedanken beschäft
igt
.
Bezüglich
Befürchtungen im psychopathologischen
Sinne
habe
der Beschwerdeführer Misstrauen
gegenüber anderen Menschen erwähnt
. Er wisse
nicht, ob er nicht schon immer misstrauisch gewesen sei. Dabei ver
suche er, den Leuten zu vertrauen, aber gleichzeitig habe er innerlich das Gefühl, das sei nicht richtig. Ausgeprägt sei dieses Misstrauen seit
die Krankheit
ausgebrochen sei
. Ob er mit zwanzig Jahren auch schon so
gewesen sei, erinnere er
sich
nicht
(Urk. 12/103/95 f.)
.
Der
Beschwerdeführe
r
habe von Höhenangst berichtet. Er
könne nicht auf hohe Gebäude steigen und von dort
hinunter
sehen
. Er habe Angst zu
fallen
und fürchte sich
auch
vor tiefem Wasser, da er nicht gut schwimmen könne. Diese Befürchtungen
habe er seit 200
7.
Zwangshandlungen habe er in Form eines Drangs zu häufige
m
Duschen
(
drei- bis viermal täglich) und zum Händewaschen (bis zu 30 Mal pro Tag) erwähnt. Ferner ko
n
trolliere er oft, ob abgeschlossen sei (Urk. 12/103/96 f.
).
Wahnhaftes Erleben
hätten
weder die Exploration
noch
die Vorgeschichte erkennen
lassen
.
Sinnestäuschungen
habe
der Beschwerdeführer
in Form
von
Stimmenhören
bejaht, wobei
er
darauf hingewiesen habe,
er führe Selbst
ge
spräche
.
Gefühl
e
der
Derealisation
habe
der Beschwerdeführer
verneint, ebenso
e
in Gefühl der Depersonalisat
i
on
(Urk. 12/103/97
f.
)
.
Von einer Affektarmut
könne nicht gesprochen werden
, auch wenn der Be
schwer
deführer emotional
zurückhaltend und vorsichtig wirke, sehr aufmerksam sei und
selbst
bei
nur
vermuteten Infragestellungen
rasch
dysphorisch
-gereizt
reagiere
. Eine Störung der Vitalgefühle
habe er
bejaht. Er
fühle sich
innerlich tot und das Gefühl von Kraft und Lebendigkeit, Frische und Ungestörtheit habe er noch nie erlebt. Dabei
habe
der Beschwerdeführer mit seiner forcierten und wie ein Statement wirkenden Antwort keinerlei Unterschied zwisch
en der Zeit vor und nach 2007
gemacht
(Urk. 12/103/98 f.).
In der Untersuchung
habe der
Beschwerdeführer nicht den Eindruck deutlicher
Deprimiertheit
vermi
ttelt
. Ihm sei in der Situation unbehaglich
gewesen
und
er
habe
sie als Prüfung und mögliche Infragestellung
erlebt. Er sei angespannt und
nervös
gewesen und habe
geschwitzt, indessen habe er nicht den Eindruck vermittelt,
vom Gefühl der Sorge, des Grams oder der Hilflosigkeit erfasst und von innerer
Gequältheit
und Niedergeschlagenheit geprägt zu sein. Gleichwohl
habe
der Beschwerdeführer mit Nachdruck
bejaht, dass er deprimiert sei und habe den G
rad seiner
Deprimiertheit
auf einer Skala von eins bis zehn bei acht
veranschlagt. Ä
ngstlich
habe der Beschwerdeführer
in der Untersuchung nur insofern
gewirkt
, als er auf der Hut
gewesen sei
und aufmerksam auf mögliche Infragestellungen und die mögliche Bedeutung von Fragen des Gutachters
ge
achte
t habe
. Während so der Affekt des Ängstlichen
effektiv
wenig spürbar
geworden sei
,
habe
der Beschwerdeführer davon
gesprochen
, dass Angst sein E
rleben wesentlich mitbestimme, wobei er
Angst im Sinne von Panikattacken verneint
habe
. Euphorisch
habe sich der
Beschwerdeführer nie
gezeigt. Von e
ine
r
Parathymie
könne
insofern
gesprochen werden
, als nicht nur zwischen dem vom Beschwerdeführer angegebenen Ausmass beeinträchtigter kognitiver Funktionen und der dann auch über S
tunden gezeigten Aufmerksamkeit, Kon
zentration, Auffassungsfähigkeit etc. eine Diskrepanz
bestanden habe
, sondern auch zwischen dem Ausmass der angegebenen affektiven Beeinträchtigung und dem in der Untersuchung gezeigten Gefühlsausdruck. Antriebsarmut im Sinne eines Mangels an Energie, Initiative und Anteilnahme
habe der
Beschwerde
-
führer
bejaht, in der Untersuchung
sei dies
aber nicht deutlich
geworden
(Urk. 12/103/
99 f.
).
6
.4.2
Zur Problematik der diagnostischen Beurteilung bemerkte
Dr.
F._
, die
se werde durch Widersprüche zwischen den Angaben des Beschwerdeführers und
anderen In
formationsquellen erschwert. Wi
dersprüche bestünden in Bezug auf die
strafrechtlichen Akten. Der Beschwerdeführer habe keine der fünf Vorstra
fen, die
er
in
der
Zeit der Behandlung durch die Ärzte des
D._
des
E._
er
halt
en habe
, zeitnah erwähnt. Auch die Eröffnung des Restaurants habe er erst im November 2012
mitgeteilt
(Urk. 12/103/106 f.).
Differenzen ergäben sich
auch
im Zusammenhang mit de
n Angaben zur Anamnese. Der Beschwerdeführer habe bei den Ärzten des
D._
erwähnt, der Vater sei 1998 im Dorf vor seinen Augen ermordet worden.
Bei der Begutachtung
habe er angegeben, sein Vater sei im Dorf auf eine ihm nicht bekannte Art getötet worden, als er und die Mutter bereits in der Stadt gelebt
hätten
. Er sei nicht Augenzeuge des Todes seines Vaters gewesen. Unter anderem gegenüber dem
D._
habe er einen drei Jahre ält
eren, im Jahr 2008 verstorbenen
Bruder erwähnt, an
anderer Stelle und auch aktuell
habe er davon gesprochen
,
er sei der einzige Sohn seiner Mutter. Sich widersprechende Angaben lägen ferner zur Schulbildung und zum beruflichen Werdegang sowie auch zum Hintergrund seiner Haft und Folter im Heimatland
vor
(Urk. 12/103/108 f.)
. Widersprüchliche Informationen (Angaben des Beschwerdeführers einerseits und Angaben in den Akten andererseits) lägen
zum Konsum von Alkohol, das heisst zur Menge (geringe bis erhebliche Menge
n
regelmässig konsumierten Alkohols) und zur Wirkung desselben
und zum Konsum anderer Suchtmittel (Kokain und Canna
bis) vor. Widersprüchlic
h seien ebenso die Angaben zum Glückss
piel
ver
halten (nur einmaliger respektive mehrfache hohe Geldverluste) und zur Arbeits
situa
tion resp
ektive zur Arbeitsunfähigkeit (
Abbruch einer Potentialabklärung
auf
-
grund
erheblicher Krankheitssymptome im Jahr 2012 und Geschäftsführung im
von der Ehefrau angemieteten Restaurant im
gleichen
Jahr
;
Urk.
12/103/111
ff.).
Die vom Beschwerdeführer angegebenen Beeinträchtigungen und Symptome beträfen in hohem Ausmass Bereich
e subjektiven Erlebens,
während
dem
der objektivierenden Betrachtung zugängliche
psychopathologische
Symptome ver
hält
nismässig gering ausgeprägt seien.
Die seitens der behandelnden Ärzte geäusserte Auffassung, der Beschwerdeführer sei aufgrund der Schwere der Erkrankung therapeutisch nicht erreichbar, setze eine grundsätzliche Behand
lungsbereitschaft voraus. Beim Beschwerdeführer sei diese indessen fraglich.
Auf die Information,
dass die IV-Stelle im Rahmen der
Begutachtung nament
lich auch polizeiliche Akten zur Verfügung gestellt habe, habe der Be
schwer
deführer
dysphorisch
reagiert. In der Krankheitsgeschichte des
D._
sei sodann dokumentiert, der Beschwerdeführer sei bestrebt gewesen, seiner Therapeutin
nur Informationen ausgewählter Dritter zukommen zu lassen.
Aufgefallen sei
auch
die ablehnende Haltung des Beschwerdeführers gegenüber der Begutachtung. Zwar habe er den Wunsch betont, wieder gesund zu werden,
und begründe damit auch den Besuch einer Therapie, die tatschlich aber weniger häufig als angegeben in Anspruch ge
nommen werde. Gleichzeitig habe der Beschwerdeführer die ihm von Gesetzes wegen zustehende Rentenberechtigung betont, deren Infragestellung er als kränkend erlebe. Ganz generell sei die Bereitschaft des Be
schwerdeführers zu
Infragestellungen gering
(Urk. 12/103/115-117)
.
Im Kontrast zu
den
vom Beschwerdeführer angegebenen Krankheitssymptome
n
stehe der Umstand, dass während den jeweils um die vier Stunden dauernden Explorationsgesprächen weder eine deutliche Ermüdung noch eine Abnahme von Aufmerksamkeit oder eine Erschöpfung aufgefallen sei. Auch kognitive Beeinträchtigungen (Auffassung, Konzentration, Gedächtnis und Merkfähigkeit) seien nicht festzustellen gewesen, obschon
solche Symptome vom Beschwer
deführer subjektiv als ausgeprägt geschildert worden seien.
Fo
rmale Denkstö
rungen, Wahnvorstellungen oder Ich-Störungen seien
ebenfalls
nicht festzu
stelle
n gewesen. Stimmenhören habe der Beschwerdeführer bejaht, jedoch sei ein psychotischer Charakter zu verneinen. Die Stimmen führten den Beschwer
deführer nicht aus einer mitmenschlich gemeinsamen Realität heraus.
Der Beschwerdeführer
habe
dem Stimmenhören selber den Charakter von Selbstge
sprächen gegeben
. Im affektiven Bereich sei keine deutliche
Deprimiertheit
zu erkennen gewesen.
Die Selbsteinschätzung sei in hohem Masse vom Beobacht
baren abgewichen. Im Widerspruch zur angegebenen Antriebsarmut sei der mimische und gestische Ausdruck lebhaft und nachdrücklich gewesen, ohne dass von psychomotorischer Unruhe oder theatralischer Gesti
k ha
be gesprochen werden können. Den
angegebene
n
soziale
n
Rückzug und die erhöhte
Aggres
-
sions
bereitschaft
habe der Beschwerdeführ nur andeutungsweise konkretisiert.
Suizidgedanken habe er zwar bejaht, Suizidpläne hingegen verneint
(Urk.
12/103/120
).
An körperlichen Symptomen habe der Beschwerdeführer in erster Linie auf Ein- und Durchschlafstörungen und Müdigkeit sowie auf Kopfschmerzen hinge
wiesen. Letztere seien jedoch nicht Gegenstand
einer ärztlichen
Behandlung.
Aufgefallen sei zudem
eine mangelhafte Schlafhygiene (
spät noch
Alkoholkon
sum, Rau
chen und Kaffeetrinken
). Klare Hinweise auf intrusives Erleben oder Dissoziationen hätten keine erhoben werden können.
Seit der Jugend besteh
ende charakterisierende und überdauernde Persönlichkeitszüge seien nicht be
kannt, insbesondere keine auffälligen und immer wieder zu Konfl
ikten führen
den Verhaltenszüge
, wie sie für eine Persönlichkeitsstörung typisch seien. Der
Beschwerdeführer selber habe keine solchen angedeutet.
Insgesamt mangle es an den nötigen Kriterien für eine Diagnose aus dem Formenkreis der Schizo
phrenien oder eine andere Form einer Persönlichkeitsstörung. Ebenso fehle es an Hinweisen für eine organische psychische Störung oder für eine Intelli
genz
-
minderung
(
Urk.
12/10
3/
120
-125
).
6
.4.3
In Bezug auf die mehrfach gestellte Diagnose einer mittelschweren bis schweren depressiven Episode sei festzuhalten,
dass der Beschwerdeführer anlässlich der Untersuchung weder von Sorge noch von Gram oder Qual erfüllt gewesen sei.
Obschon der Beschwerdeführer Suizidgedanken angegeben habe (nicht aber Suizid
pläne), hätten während der Untersuchung Anzeichen für eine Antriebs
minderung, eine erhöhte Ermüdbarkeit oder eine Störung der Konzentration und der Aufmerksamkeit gefehlt. Der Beschwerdeführer habe auch angegeben, dass er sich freuen könne (Kinder, Ferienreisen, grundsätzlich positive Zukunftser
wartung). Regelmässige Schwankungen der Befindlichkeit im Tagesverlauf seien nicht angegeben worden. Der Beschwerdeführer habe bei der Exploration ange
geben, er halte sich für vollständig arbeitsunfähig. Bei anderer Gelegenheit habe er aber auch davon gesprochen, er sei zu „1000 % arbeitsfähig“,
vorausgesetzt
die passende Tätigkeit werde ihm zur Verfügung gestellt.
Unklar sei zudem das
Ausmass, in welchem er tatsächlich einer Arbeit nachgehe. Das beobachtete Beschwer
debild und die erhobenen Befunde jedenfalls sei
en
mit der Diagnose
einer leichtgradigen depressiven Episode (ICD-10: F32.00) vereinbar, eine
höher
gradigen
Ausprägung der Depression aber könne nicht belegt werden (Urk. 12/103/126 f.).
In Bezug auf die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung sei fest
zuhalten, dass der Beschwerdeführer zwar belastende Ereignisse angegeben, jedoch kein inhaltliches Wiedererleben der traumatischen Ereignisse beschrieben
habe, wobei diesbezüglich ein Vermeidungsverhalten auszuschliessen sei.
Ent
fremdungsgefühle habe der Beschwerdeführer zwar angegeben, hingegen
k
ein
Depersonalitätserleben
. Trotz angegebener Insuffizienz- und Schuldgefühle zeige
der Beschwerdeführer ein positives Selbstbild und tr
otz vorhandenem Miss
trau
en sei
er in der Lage, anderen Menschen grundsätzlich zu vertrauen. Nega
tive
emotionale Veränderungen im Sinne von Ängstlichkeit und
Ärgererleben
, Schuld
gefühlen und Passivität vermöchten für sich allein die Diagnose einer post
traumatischen Belastungsstörung nicht zu rechtfertigen, auch nicht in Ver
bindung mit den Symptomen eines erhöhten Erregungsniveaus (Ein- und
Durch
schlafstörungen, Reizbarkeit,
Konzentrationsschwierigkeiten;
Urk. 12/103/128).
Psychosoziale Belastungsfaktoren bes
tünden eine ganze Rei
he, bedingt durch die
zur Flucht führenden Verhältnisse und
aufgrund der fehlenden Ausbildung, der andauernden Arbeitslosigkeit, der geringen Integration und
aufgrund
droh
ender Überforderung im Erziehungsbereich. Vor diesem Hintergrund habe das Störungsbild 2007
in der Form einer länger anhaltenden
depressiven Reaktion seinen Anf
ang genommen.
Die Rente
habe
zur Entlastung und Stabilisierun
g
geführt
und deren Infragestellung mache den Beschwerdeführer wütend und
dysphorisch
.
Die
Chronifizierung
einer depressiven Reaktion mit einer ausge
prägten Anspruchshaltung, mit dem Gefühl der Stigmatisierung durch die jahre
lange Arbeitslosigkeit respektive die attestierte Arbeitsunfähigke
it, mit vorwie
gend subjektiven
Beschwerden, mit
dysphorischer
Verstimmbarkeit
und einer Symptomatik, die heute der Diagnose einer leichtgradig
en Depression nicht widerspreche
, lasse sich als
(
nicht näher bezeichnete
)
andauernde
Persönlich
keits
änderung gemäss ICD-10 F62.9 erfassen
(Urk. 12/103/128-130)
.
Nicht zulässig sei die Diagnose der Entwicklung körperlicher Symptome aus
psychischen Gründen (ICD-10 F68.0). Die geklagten Kopfschmerzen
seien gem
äss den Angaben des Beschwerdeführers bislang nicht Teil ärztlicher Behandlung gewesen.
Ebenso verhalte es sich mit den
vom Beschwerdeführer erwähnten und als belastend empfundenen Schlafstörungen. Die widersprüchlichen Angaben des Beschwerdeführers zum Konsum von Alkohol und von psychotropen Sub
stanzen liessen keine zuverlässigen diagnostischen Schlussfolgerungen (Abhän
g
ig
keitssyndrom, sch
ädlicher G
ebrauch) zu (Urk.
12/103/130-132).
6
.4.4
Im Zeitpunkt des Verlusts der Anstellung als Lagerist (im Jahr 2004; vgl. Urk. 12/4)
habe die Arbeitsfähigkeit nicht in Frage gestanden.
Gemäss Akten
lage sei die Kündigung aus betriebstechnischen Gründen erfolgt.
Eine ver
gleich
bare Tätigkeit habe der Beschwerdeführer in der Folge nicht mehr ausgeübt. Ab April 2007 seien im Zusammenhang mit der diagnostizierten Depression
zu
nächst nachvollziehbar
Arbeitsunfähigkeit
en
in
unterschiedlichem
Ausmass atte
stiert,
bis
ins Jahr 2012
mehrfach
Wiedereingliederungsversuche unter
nommen und
auch
Potentialabklärungen veranlasst worden. Aus Sicht seiner Behandler habe schliesslich lediglich noch eine geringfügige Arbeitsfähigkeit (
zwischen 10 und
20 %) für Nischentätigkeiten bestanden, gleichzeitig aber habe der Beschwerdeführer (ohne Mitteilung an die Therapiestelle) Verhand
lungen zur Übernahm
e
eines Restaurants (auf den Namen der Ehefrau) geführt und sei danach dort
einer Arbeitstätigkeit
nachgegangen
, wobei der Beschwer
-
deführer
zum Umfang
dieser Tätigkeit
widersprüchliche Angaben gemacht habe (wenige Stunden respektive bis über 40 Stunden pro Woche).
Auch zu den einzelnen Bereichen (Geschäftsführung, Einkaufsplanung und Einkauf, Reini
gungsarbeiten, Kochen) habe der Beschwerdeführer unterschiedliche und nicht objektivierbare Angaben gemacht.
Unter Berücksichtigung einer den Verkehr mit den Angestellten und den Gästen beeinträchtigenden
dysphorischen
Ver
stimmbarkeit
und Unleidlichkeit (die aber aufgrund der gutachterlichen Unter
suchung so nicht bestätigt werden
könne), sei eine geringe
bis mässige Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit
möglich
. Die Annahme einer in höherem Masse behinderten Arbeitsfähigkeit lasse sich mit den bei der Begutachtung erhob
enen Befunden
jedoch
nicht
bestätigen
(Urk. 12/103/133 ff.
).
Von einer Aggravation könne in dem Sinne gesprochen werden, als subjektive Beschwerden angegeben würden, die bei objektivierender Betrachtung keine Ent
sprechung fänden (Urk. 12/103/141 f.). Bezüglich Überwindbarkeit sei zu be
achten, dass ausweislich der Krankengeschichte ein mehrjähriger Krankheits
verlauf mit unveränderter, nicht aber deutlich progredienter Symptomatik ohne längere Remission
gegeben sei
. Ein sozialer Rückzug in allen Belangen liege
nicht vor. Zwar pflege der Beschwerdeführer nur zu wenigen Personen Kon
takte, jedoch habe er angegeben, noch nie engere Freunde gehabt zu haben.
Die Behandlungsergebnisse seien klar unbefriedigend gewesen, allerdings lasse sich kaum von einer konsequent durchgeführten Behandlung sprechen. Zu einer solchen Behandlung habe der Beschwerdeführer bislang noch nie Hand geboten. Die unbefriedigenden Behandlungsergebnisse würden durch den Umstand rela
ti
viert, dass der Beschwerdeführer trotz der ergebnisarmen Behandlung und ohne weitere Rehabilitationsmassnahmen seit 2012 in umstrittenem und nicht eindeutig bekanntem Ausmass einer Berufstätigkeit nachgegangen
sei
, die über Monate weder in der Therapie noch gegenüber der Versicherung thematisiert worden sei. Aus gutachterlicher Sicht habe der Beschwerdeführer mit der Über
nahme einer Arbeitstätigkeit die Überwindbarkeit der von ihm geklagten Beein
trächtigungen und Beschwerden
do
kumentiert
(Urk. 12/103/141 ff.).
7
.
7
.1
Die Beurteilung von
Dr.
C._
,
die
der Beschwerdeführer als
aussage
kräftiger
erachtet,
basiert zur Hauptsache auf der Diagnose einer
posttrau
matischen Belastungsstörung
(
ICD-10 F43.1
;
Urk.
12/79/11 ff.)
.
Diese Diagnose stellten auch die Ärzte des
D._
des
E._
(Urk. 12/85/1).
Wohl
erwähnte
Dr.
C._
trauma
tische Erlebnisse im Herkunftsland,
wobei
Einzelheiten
hierzu
nicht erhoben wurden.
Nähere Angaben hierzu finden sich zwar in den Darlegungen der Ärzte des
D._
des
E._
(vgl. Urk. 12/85/1 f.), doch fielen
Dr.
F._
in diesem Zusammenhang inkonsistente Schilderungen des Beschwerdeführers
sowohl
im Rahmen der Begutachtung als auch hinsichtlich der dokumentierten Angaben in den Berich
ten der Ärzte des
D._
auf
(vgl.
Urk.
12/103/
107 f.).
Im Gutachten von
Dr.
C._
mangelt es
sodann
an einer
Auseinandersetzung mit den für die Diagnose erforderlichen Symptome
n. S
tattdessen wird auf
die Diagnostik der
Ärzte des
D._
, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des
E._
verwiesen (vgl.
Urk.
12/
85/1-5,
Urk.
12/79/19
; vgl. auch
Urk.
3/1 u. Urk.
3/5
).
In diesen basiert die Diagnosestellung auf nur knapp wiedergegebenen bio
gra
phischen Angaben
, die wie erwähnt mit Inkonsistenzen behaftet sind
, so dass
offen bleibt
, wie
valide die erhobenen Befunde
sind
und wie
verlässlich die
gestellte
Diagnose
ist
. Zudem handelt es sich um Bericht
e
behandelnder Ärzte. Auf deren Beurteilung allein kann
mit Rücksicht auf die auftragsrechtliche Vertrauensstellung
nur mit
entsprechender
Zurückhaltung abgestellt werden
(vgl.
BGE 135 V 465 E. 4.5 u. BGE
125 V 351 E. 3b/cc)
.
7
.2
Das Gutachten von
Dr.
F._
ist
äusserst
ausführlich
. Es l
istet das um
fassend zur Verfügung
gestellte
Aktenmateria
l auf und
enthält
eine
detaillierte
Anamnese
sowie
Befunderhebung. Anhand einer umfassenden Auseinander
setzung mit den anamnestischen Angaben, den erhobenen Befunden, den angegebenen Beschwerden und den
Vorakten
leitet
e
der Experte seine Diagnose her. Ferner
setzte
er
sich kritisch mit den zuvor von den behandelnden Ärzten respektive Vorexperten gestellten
Diagnosen auseinander.
Er konnte die für die Diagnose einer
posttraumatischen Belastungsstörung
nötigen
Faktoren
nicht mit der erforderlichen Deutlichkeit
eruieren
und kam zum
Schluss, zuverlässig lasse sich
hingegen
die Diagnose einer andauernden Persönlichkeitsänderung stellen.
7
.3
E
ine posttraumatische Belastungsstörung
entsteht
als eine verzögerte oder pro
trahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation
mit
ausser
gewöhnlicher Bedrohung oder
von katastrophenartigem Ausmass
(kurz oder
lang anhaltend
), die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Angst und Depression sind häufig mit den Symptomen und Merkmalen einer posttraumatischen Belastungsstörung assoziiert, und Suizidgedanken sind nicht selten. Der Verlauf ist wechselhaft, in der Mehrzahl der Fälle kann jedoch eine Heilung erwartet werden. Bei wenigen Patienten nimmt die Störung über viele Jahre einen chronischen Verlauf und geht dann in eine andauernde Persön
lichkeitsände
rung über (BGE 142 V 342 E.
5.1 f.
mit Hinweis
en
).
G
estützt auf die Rechtsprechung kommt der Frage, welche der gutachterlichen
Beurteilungen
berechtigter ist
,
eine
untergeordnete Bedeutung zu.
Nicht nur ein
e andauernde Persönlichkeitsänderung, auch
das
Vorliegen einer
posttrauma
ti
schen Belastungsstörung
vermag nur ausnahmsweise eine Invalidität zu be
grün
den. Auf die
gegen das
Gutachten
von Dr.
F._
erhobenen Einwände
braucht
damit nicht im Detail
eingegangen zu werden. Stattdessen ist ent
s
pre
chend den Grundsätzen gemäss BGE 141 V 281 zu prüfen, ob sich vor
liegend die Annahme
eines invalidenversicherungsrechtlich relevanten Krank
heits
wertes
des bestehenden Leidens
ausnahmsweise rechtfertigt, sei es diagnos
tisch als post
traumatische Belastungsstörung oder sei es als andauernde Pers
ön
lichkeits
änderung zu erfassen
. Die Voraussetzungen für eine revisionsweise Neuprüfung sind gegeben, nachdem die Rente gestützt auf die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode zugesprochen worden war (vgl.
Urk.
12/26
,
Urk.
12/28/28)
, im weiteren Verlauf
die
Symptome einer
posttraumatischen Belastungsstörung
in den
Vordergrund
traten
und
n
unmehr die von
Dr.
F._
erhobenen Befunde für
eine andauernde Persönlichkeitsänderung
sprechen
.
Verändert hat sich auch das erwerbliche Aktivitätsniveau des Beschwerdeführers. Lag der Ren
ten
zusprechung die Annahme einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit bezüglich jeglicher erwerblicher Tätigkeit zu
Grunde (vgl.
Urk.
12/28/6, Urk.
12/35/1), be
tätigte sich der Beschwerdeführer zwischenzeitlich nachweislich
wieder be
ruf
lich (vgl. Urk.
12/70,
Urk.
12/72/2-4,
Urk.
12/72/22
, Urk. 12/103/84,
Urk.
12/106
)
.
Auch d
ies rechtfertigt eine Neuüberprüfung des Rentenanspruchs. Das
s
das Aus
mass der wiederaufgenommenen erwerblichen Aktivität umstritten ist, ändert daran nichts.
8
.
8.1
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden soma
to
formen Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychosomatischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind
- in Abweichung von der früheren
Über
windbarkeitspraxis
(vgl.
BGE 130 V 352 u
nd anschliessende Urteile)
–
Indika
toren beachtlich, die das Bundesgericht wie folgt systematisiert hat
(
BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex „Sozialer Kontext"
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivit
ätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanam
nestisch ausgewiesener Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungs
hindern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Resso
urcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen ein
zu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Beweisrechtlich entscheidend ist der Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V
281 E. 4.4):
Der Indikator einer
gleichmässigen
Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen zielt auf die Frage ab, ob die diskutierte Einschränkung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im Aufga
benbereich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B.
Freizeitge
-
staltung
) anderseits gleich ausgeprägt ist. Dabei ist das bisherige Kriterium des sozialen Rückzugs (wiederum) so zu fassen, dass neben Hinweisen auf Ein
schränkungen auch Ressourcen erschlossen werden; umgekehrt kann ein krank
heitsbedingter Rückzug aber auch Ressourcen zusätzlich vermindern. Soweit
erhebbar
, empfiehlt sich auch ein Vergleich mit dem Niveau sozialer Aktivität
vor Eintritt der Gesundheitsschädigung. Das Aktivitätsniveau der versicherten Person ist stets im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu sehen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1).
Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, das
heisst
das
Ausmass
, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz unter dem Komplex "Gesundheitsschädigung") auf den tatsächlichen Leidensdruck hin. Dies gilt allerdings nur, solange das betreffende Verhalten nicht durch das laufende Versicherungsverfahren beeinflusst ist. Nicht auf fehlenden Leidensdruck zu
schliessen
ist, wenn die Nichtinanspruchnahme einer empfohlenen und zugänglichen Therapie oder die schlechte Compliance klarer
weise auf eine (unabwendbare) Unfähigkeit zur Krankheitseinsicht zurückzu
führen ist. In ähnlicher Weise zu berücksichtigen ist das Verhalten der ver
sicherten Person im Rahmen der beruflichen (Selbst-) Eingliederung. Inkonsi
stentes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend gemachte Ein
schrän
kung sei anders begründet als durch eine versicherte Gesundheits
beein
träch
tigung (BGE 141 V 281 E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/20
16 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.2).
8.2
Dr.
F._
äusserte sich
nicht
zu den oben genannten Indikatoren, sondern nahm zu
den
im Zeitpunkt der Begutachtung
massgeblichen
Überwindbar
keits
grundsätzen Stellung
(vgl.
BGE 130 V 352 u
nd anschliessende Urteile)
. Gleich
wohl sind verschiedene
der
Erkenntnisse
von
Dr.
F._
auch im Rahmen
der
Indikatorenprüfung
relevant
.
Nach altem Verfahrensstandard eingeholte Gut
achten
verlieren
nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelf
alls mit seinen spezifischen Ge
gebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein
e
Beurteilung
zulässig ist
(
BGE 141 V 281
E. 8)
.
8.3
Vor
dem Hintergrund der Anamnese und der erhobenen
Befunde
hielt
Dr.
F._
nachvollziehbar
und begründet
fest, e
s lieg
e
ein inzwischen mehr
jähriger Krank
heitsverlauf mit dysfunktionalen und maladaptiven
Bewälti
gungsstrategien
und bislang unbefriedigendem Behandlungsverlauf
vor.
Aller
-
dings
hat
sich d
ie
psychische
Symptomatik über die Jahre nicht als deutlich progredient
erwiesen
(Urk. 12/103/144 f.)
. Damit ist
psychiatrisch
von einem zwar nicht
schwer
gradig
ausgeprägten, aber gleichwohl verfestigten und bisher
wenig
erfolgreich
behandelten
Krankheitsbild
auszugehen.
Zusätzliche
Leiden
erwähnte
Dr.
F._
namentlich
in Form von Kopfschmerzen und Schlaf
stö
rungen (Urk. 12/103/87 ff.).
Zentral ist die Feststellung, dass
die Behandlung
bislang keine konsequente
war
.
Dr.
F._
führte zur Begründung aus, weder
habe
längerfristig eine medi
kamentöse Behandlung stattgefunden noch habe der Beschwerdeführer zu einer zielführenden Psychotherapie Hand geboten
(mangelnde Compliance)
, wobei die
Störungsschwere dafür nicht ursächlich gewesen
sei
(
Urk.
12/103/114 f
.,
Urk. 12/103
/145). Vor dem Hintergrund der ausführlichen Darlegungen im Gut
achten ist diese Schlussfolgerung
objektivierbar
.
Res
sourcen erkannte
Dr.
F._
in dem Sinne, als der Beschwerdeführer trotz seines Leidens das Bemühen zeigte, die sich stellenden Lebensaufgaben weiterhin zu meistern. Ebenso verneinte
Dr.
F._
mit Blick auf die An
gaben des Beschwerdeführers (kollegial-freundschaftliche Kontakte, gelegent
liche gemeinsame Unternehmungen
mit Kollegen)
plausibel
einen weitgehenden sozialen Rückzug (
Urk.
12/103/144).
Von Bedeutung hierfür ist
auch
der Um
stand, dass der Beschwerdeführer angab,
generell
noch nie enge Freundschaft
en
gepflegt zu haben (Urk. 12/103/144).
Zu erwähnen
sind
sodann
die intakten familiären Verhältnisse (
konfliktfreies Zusammenleben mit der
Ehefrau und
fünf noch minderjährige
n
Kinder
n
:
Urk.
12/10
2
, Urk.
12/103/85 f.
).
Auch dies spricht
für vorhandene soziale Ressourcen
. Von erhaltenen sozialen Beziehungen be
rich
tete
im Übrigen
auch
Dr.
C._
(Urk. 12/79/7). Schliesslich hielt
Dr.
F._
fest, der Beschwerdeführer
habe über
Berufsvorstellungen gesprochen, bei denen zwi
schenmenschliche Begegnungen zum
Tätigkeitsprofil gehörten (Urk. 12/103/144 f.).
Die angegebene Tätigkeit in einem Restaurant fällt in diese Kategorie.
Sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich
entfaltete der Beschwer
deführer
in den vergangenen Jahren Aktivitäten
. Wie bereits erwähnt bestehen
ein intaktes Familienleben und auch regemässige Kontakte nach aussen. Der Beschwerdeführer sieht regelmässig einen Kollegen und die Familie unternimmt Ferienreisen mit befreundeten Familien (vgl.
Urk.
12/79/8). Spätestens seit der Übernahme des Restaurants
A._
in
B._
betätigt sich der Beschwerdeführer
auch
wieder erwerblich
(vgl.
Urk.
12/70, Urk. 12/72/2-4,
Urk.
12/72/22, Urk. 12/103/84,
Urk.
12/106). Von einer augenfälligen Ein
schrän
kung des Aktivitätsniveaus in den zentralen Lebensbereichen kann
damit
nicht die Rede sein.
Einen erheblichen
Druck, sich konsequent in adäquate ärztliche Behandlung zu begeben,
vermochte
Dr.
F._
nicht
respektive nicht in genügendem Aus
mass festzustellen.
Nicht nur in Bezug auf da
s
psychische Leiden
erkannte
Dr.
F._
noch ungenutzte Behandlungsoptionen (Fehlen einer lang
fristigen medikamentösen Behandlung, nicht regelmässig wahrgenommene Behand
lungstermine, noch nicht in Betracht gezogene
allfällige
stationäre Be
hand
lungsmöglichkeiten)
, sondern auch in Bezug auf die
geklagten
Kopf
schmer
zen und die Schlafstörungen. Eine
der geschilderten Intensität des Leidens entsprechende Behandlung
verneinte der Beschwerdeführer
(vgl.
Urk.
12/103/89,
Urk.
12/103/
120
,
Urk.
12/103/145).
Zusammenfassend hielt
Dr.
F._
überzeugend
fest, aus gutachterlicher Sicht habe der Beschwerdeführer mit der Übernahme einer Arbeitstätigkeit die Überwindbarkeit der von ihm gegenüber den Therapeuten und der Beschwer
degegnerin geklagten Einschränkungen und Beschwerden dokumentiert (Urk. 12/103/146). Die Prüfung der Standar
d
indikatoren ergibt somit, dass aus rechtlicher Sicht nicht
(mehr)
von einer
Beeinträchtigung des erwerblichen Leistungsvermögens ausgegangen werden kann.
Auch die depressive Störung in leichtem bis mittelschwerem Ausmass vermag keine Arbeitsunfähigkeit zu begründen. Einer leichten
bis mitt
elschwere
n
depressive
n
Erkrankung fehlt es -
solange therapeutisch
angehbar
- bereits diagnosebedingt an einem hinreich
enden Schweregrad, um als invalidisierende
r Gesundheitsschaden zu gelten (Urteil des Bundesgerichts 8C_753/2016 vom 17.
Mai 2017 E. 4.4 mit Hinwei
sen). Von einer Therapieresistenz kann aufgrund der begründeten Darlegungen von
Dr.
F._
nicht gesprochen werden.
Dem Beschwerdeführer
ist
somit unter versicherungsrechtlichen Gesichtspunkten
eine seiner Schul- und Berufs
bil
dung (obligatorische Schulen, keine Berufsausbildung; vgl.
Urk.
12/103/78) entsprechende Tätigkeit zumutbar, namentlich
die
vor Eintritt des Gesundheits
schadens ausgeübte Tätigkeit
als Lagerist oder auch die Tätigkeit als Allrounder
in einem Restaurant (vgl. Urk.
12/70/2,
Urk.
12/72/2).
Dies rechtfertigt die Auf
hebung der Rente.
Da der Beschwerdeführer auch bisherige Tätigkeiten
zumut
barerweise
weiterhin
ausüben
kann
,
ist
die Durchführung eines Einkommens
vergleichs entbehrlich (vgl.
Urk.
2 S. 5).
9.
9.1
Die Beschwerdegegnerin hob die ganze Rente
rückwirkend
mit der Begründung
auf
, der Beschwerdeführer habe die ihm ob
liegende Meldepflicht verletzt
(Urk. 2 S.
5,
Urk.
12/108/5)
.
Der Beschwerdeführer stellt eine schuldhafte Meldepflicht
verletzung
mit verschiedenen Argumenten
in Abrede
(vgl.
vorstehende E. 3.2). Zum einen macht er
geltend, a
ufgrund seiner psychischen Beeinträchtigung sei es ihm nicht möglich
gewesen
, alle seine Pflichten korrekt zu erfüllen.
Mit Blick auf das Ergebnis der psychiatrischen Abklärungen und dem Umstand, dass dem Beschwerdeführer trotz seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung die Ausübung einer Erwerbstätigkeit zumutbar ist, erweist sich das Argument als nicht
schlüssig.
Der Beschwerdeführer war und ist
effektiv
in Lage, seine eigenen Angelegenheiten zu besorgen.
9.2
Des Weiteren macht der Beschwerdeführer geltend, die unterlassene Meldung sei u
n
beachtlich, denn sie sei
nicht beabsichtigt gewesen.
Die Erfüllung des Tatbestandes der Meldepflichtverletzung im Sinn
e von
Art.
31
Abs.
2 ATSG setzt
ein
schuldhaftes
Verhalten voraus,
wobei
bereits leichte Fahrlässigkeit
genügt
(vgl.
Kieser
, ATSG-Kommentar,
3.
Aufl., Zürich 2015,
Art.
31
Rz
14). Nachdem der Beschwerdeführer nicht bestreitet, um die Meldepflicht als solche gewusst
zuhaben
, kann die Unterlassung nicht anders als zumindes
t fahrlässig eingestuft werden. Inwiefern die geltend gemachte Nichtberücksichtigung der von der Beschwerdegegnerin beigezogenen
A
kten
aus den Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer
(vgl. insb.
Urk.
12/72) etwas daran ändern sollte, ist nicht
ersichtlich
, zumal kein Grund besteht, diese
Akten
aus dem Recht zu weisen. Der Beschwerdeführer
bestätigte
, rechtskräftig verurteilt worden zu sein.
Aus welchen Gründen
er auf die Einlegung eines Rechtsmittels verzichtete, ist
in diesem Verfahren
nicht
zu untersuchen
. Der Strafbefehl der Staatsan
waltschaft See/Oberland vom 16.
Juni 2012 belegt, dass der Beschwerdeführer
im von ihm geführten
Restaurant
A._
in
B._
einen Arbeitnehmer ohne Arbeitsbewilligung beschäftigte (Urk. 12/72/20-22). In der dem Strafbefehl vorausg
ehenden polizeilichen Befragung
gab
der Beschwerdeführer
an, Geschäftsführer
dieses
Restaurants zu sein und dort alle möglichen Arbeiten auszuführen (Urk. 12/72/2 f.).
Damit anerkannte der Beschwerdeführer, eine auf Erwerb gerichtete Tätigkeit aufgenommen zu haben. Dies
stellt eine melde
pflichtige Tatsache dar.
9.3
Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, s
pätestens im November 2012 habe die Beschwerdegegnerin Kenntnis von der Tätigkeit im Restaurant gehabt (vgl.
Urk.
12/70). Die nach diesem Zeitpunkt ausgerichteten Rentenleistungen seien daher nicht mehr unrechtmässig erfolgt. Für diesen Zeitraum hätte eine Änd
erung vorgenommen werden können.
Nach der Unterredung mit der Be
schwerdegegnerin im November 2012 (vgl
.
Urk.
12/70) habe
darauf vertraut werden
dürfen, dass die weiteren Rentenleistungen rechtmässig ausgerichtet
würden
.
Dass die Beschwerdegegnerin die Rentenleistungen nach Kenntnis
nah
me des meldepflichtigen Tatbestandes zunächst nicht sistierte, sondern stillschwei
gend weiter ausrichtete
,
stellt keine hinreichende Vertrauensgrundlage dar. Auch begründete die blosse Weiterausrichtung
bis zum Abschluss der revisions
rechtlichen Abklärungen
keinen rechtmässigen Leistungsbezug.
Die rückwir
kende Aufhebung der Rente ist daher nicht zu beanstanden. Mit Blick auf die Aufnahme der Tä
tigkeit im Restaurationsbetrieb
in
B._
Anfang Mai 2012 (vgl.
Urk.
12/72/3) ist der Zeitpunkt der Rentenaufhebung korrekt.
Da die Beschwerdegegnerin mit der angefochtenen Verfügung vom 2
7.
Februar 2015 die Rente zu Recht rückwirkend per
1.
Mai 2012 aufgehoben hat, erweist sich die dagegen erhobene Beschwerde als unbegründet und ist daher abzu
weisen.
10.
10.1
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invaliden
versi
che
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr.
1'000.
--
festge
setzt. Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von
Fr.
900
.-- als ange
messen. Ausgangsgemäss sind die Kosten
dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen
, zufolge gewährter unentgeltlicher Prozessführung (vgl.
Urk.
14) aber
einstwei
-
len
auf die Gerichtskasse zu nehmen
.
10.2
Rechtsanwältin Monique Felix, Glattbrugg,
macht in Ihrer Honorarnote vom 30. November
2015 (Urk. 25)
für ihre Bemühungen als
unentgeltliche Rechts
vertreterin
unter Berücksichtigung eines
Aufwandes von 21,5 Stunden und
bei
einem Stundenansatz
von Fr. 220.--
eine nicht mehrwertsteuerpflichtige Ent
schä
digung von
Fr.
4‘813.80
geltend (inkl. Auslagenersatz). Namentlich weist sie für die Bearbeitung respektive
die
Redaktion der Beschwerdeschrift einen Aufwand von 10 Stunden aus. Da diese
ohne
das
Deckblatt mit Briefkopf und Personalien (S. 1) einen Umfang von etwas über 13 Seiten
umfasst,
erweist sich der geltend gemachte Bearbeitun
gsaufwand verglichen mit einer e
rmessens
weisen Aufwandbeurteilung durch das Gericht als überhöht. Auch der Umstand, dass ein ausserordentlich umfangreiches psychiatrisches Gutachten zu berück
sichtigen war (Gutachten von
Dr.
F._
vom 2
7.
Mai 2014; Urk. 12/103) rechtfertigt einen Aufwand von h
öchstens 6
Stunden.
Dies ergibt für die unentgeltliche Rechtsvertretung eine angepasste Entschädigung von Fr. 3‘850.-- (ohne Mehrwertsteuer, jedoch einschliesslich Auslagenersatz).