Decision ID: b1e84b58-4def-4782-a978-65eb906cf360
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Josef Jacober, Oberer Graben 44, Postfach,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 26. Juni 2006 zum Bezug von IV-Rentenleistungen an (act.
G 5.3). Der behandelnde Dr. med. B._, Facharzt für Rheumatologie FMH,
diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronifizierte
Cervikobrachialgie linksbetont und ein mögliches Thoracic outlet Syndrom beidseits
sowie eine mittelgradige depressive Symptomatik im Rahmen eines chronischen
Schmerzsyndroms (Bericht vom 11. Juli 2006, act. G 5.10-1 ff.). Der Hausarzt Dr. med.
C._, Facharzt für Innere Medizin FMH, bescheinigte der Versicherten für die
angestammte Tätigkeit als Verwaltungsangestellte bzw. Sekretärin seit 14. September
2005 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Eine leichtere Tätigkeit sei der Versicherten
während 4 Stunden täglich zumutbar (Bericht vom 25. Juli 2006, act. G 5.13.1 ff.; vgl.
auch den Bericht des behandelnden D._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, vom 27. September 2006, der eine leidensangepasste Tätigkeit
ebenfalls während 4 Stunden täglich für zumutbar hielt, act. G 5.20).
A.b Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am 21. April 2008 in der ABI
Aerztliches Begutachtungsinstitut GmbH (nachfolgend: ABI) polydisziplinär
(internistisch, rheumatologisch und psychiatrisch) begutachtet. Mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit diagnostizierten die Gutachter eine Dysthymia (ICD-10: F34.1), eine
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), ein chronisches cervicospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits (ICD-10: M53.1) sowie ein chronisches thoraco-
lumbospondylogenes Syndrom beidseits (ICD-10: M54.5). Sie bescheinigten sowohl für
die angestammte wie auch für jede andere leichte bis gelegentlich mittelschwere
wechselbelastende Tätigkeit eine 10%ige Verminderung der vollschichtig umsetzbaren
Leistungsfähigkeit (act. G 5.43).
A.c Vom 5. Mai bis 5. August 2009 nahm die Versicherte an einer beruflichen
Abklärung in der E._ teil. Die Abklärungspersonen führten im Schlussbericht vom
30. Juli 2009 aus, dass sich eine eingeschränkte Grundarbeitsfähigkeit in einem
Maximalpensum von 40% mit zusätzlicher Leistungsminderung aufgrund
eingeschränkter körperlicher und psychischer Befindlichkeit gezeigt habe (act. G 5.67).
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A.d Der seit 8. Februar 2007 behandelnde Dr. med. F._, Facharzt für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, berichtete am
15. September 2009 von einer Zervikobrachialgie, Osteochondrose C5/6, C6/7 sowie
von einer progredienten Dekonditionierung und Symptomausweitung. Die
angestammte sowie eine leidensangepasste Tätigkeit hielt er für 2 bis 3 Stunden
täglich zumutbar (act. G 5.71). Dr. med. G._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, bei dem die Versicherte seit 20. Dezember 2007 in Behandlung
steht, diagnostizierte im Bericht vom 9. Oktober 2009 eine rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10:
F33.11) sowie ein Fibromyalgiesyndrom, DD: anhaltende somatoforme
Schmerzstörung. Aus psychiatrischer Sicht müsse von einer andauernden 50%igen
Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden (act. G 5.72).
A.e Die IV-Stelle beauftragte die ABI am 9. Dezember 2009 mit einer polydisziplinären
Verlaufsbegutachtung (act. G 5.76). Die Versicherte lehnte mit Schreiben vom 30.
Dezember 2009 die ABI als Gutachterstelle ab und beantragte eine Oberbegutachtung
bei der MEDAS St. Gallen (act. G 5.79). In der Zwischenverfügung vom 19. Februar
2010 hielt die IV-Stelle an der ABI als Gutachterstelle fest und verneinte das Vorliegen
von Ausstands- und Ablehnungsgründen (act. G 5.84). Dr. G._ teilte der ABI am
20. April 2010 mit, dass die Versicherte an einer mittelgradigen depressiven Episode
(ICD-10: F33.1) leide, einhergehend mit einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) und einer körperlichen Dekonditionierung (act.
G 5.86-53 f.). Die Verlaufsbegutachtung in der ABI fand am 20. April 2010 statt. Die
Gutachter stellten folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10: F33.0), sowie ein
chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10: M54.80). Die Versicherte
verfüge für körperlich leichte bis mittelschwere angepasste Tätigkeiten über eine
80%ige Restarbeitsfähigkeit, die vollschichtig umsetzbar sei (act. G 5.86).
A.f Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren verfügte die IV-Stelle am 19. Oktober
2010 den Abschluss der Arbeitsvermittlung (act. G 5.94).
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A.g Mit Vorbescheid vom 27. Oktober 2010 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, einen Rentenanspruch abzuweisen (act. G 5.97). Dagegen erhob die
Versicherte am 2. Dezember 2010 Einwand und beantragte eine Oberbegutachtung,
eventualiter die Zusprache einer mindestens halben Rente. Im Wesentlichen wandte sie
sich gegen die Beweiskraft der gutachterlichen Leistungsbeurteilung (act. G 5.98).
Antragsgemäss erstreckte die IV-Stelle am 7. Dezember 2010 die Frist für eine
eingehendere Stellungnahme zum Vorbescheid bis zum 10. Januar 2011 (act. G 5.100).
Am 10. Januar 2011 ersuchte die Versicherte um eine weitere Fristerstreckung für die
Ergänzung des Einwands bis zum 29. Januar 2011 (act. G 5.103).
A.h Nach einer Rückfrage beim Regionalen Ärztlichen Dienst Ostschweiz (RAD; vgl.
dessen Stellungnahme vom 21. Januar 2011, act. G 5.104) wies die IV-Stelle in der
Verfügung vom 25. Januar 2011 den Anspruch auf Rentenleistungen ab (act. G 5.105).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 25. Januar 2011 richtet sich die Beschwerde vom
25. Februar 2011. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter Kosten- und
Entschädigungsfolge deren Aufhebung sowie die Anordnung eines interdisziplinären
Obergutachtens. Eventualiter sei ihr aufgrund eines Invaliditätsgrads von mindestens
62,5% eine Dreiviertelsrente auszurichten. Zunächst rügt die Beschwerdeführerin eine
Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör. Zum einen habe die
Beschwerdegegnerin das Fristerstreckungsgesuch vom 10. Januar 2011 offensichtlich
übersehen und zum anderen sei ihr die bislang nicht bekannte RAD-Stellungnahme
vom 21. Januar 2011 nicht zugestellt worden. Deshalb sei die Verfügung aufzuheben
und das Verfahren an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Ferner bringt sie vor,
dass beide ABI-Expertisen mangelhaft seien. Insbesondere seien sie mit den
Einschätzungen sämtlicher behandelnder Arztpersonen nicht vereinbar. Die Gutachter
hätten sich damit auch nicht schlüssig auseinandergesetzt. Schliesslich rügt die
Beschwerdeführerin die Ermittlung der Vergleichseinkommen (act. G 1). Der
Beschwerde legt die Beschwerdeführerin u.a. einen Bericht von Dr. med. H._,
Facharzt für Innere Medizin FMH, vom 2. Dezember 2010 (act. G 1.4) sowie von
Dr. G._ vom 7. Dezember 2010 (act. G 1.5) bei.
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B.b Unter Hinweis auf die Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. med. I._, Facharzt für
Arbeitsmedizin, vom 15. März 2011 (act. G 5.110) beantragt die Beschwerdegegnerin in
der Beschwerdeantwort vom 18. April 2011 die Beschwerdeabweisung. Sie stellt sich
auf den Standpunkt, dass gestützt auf das beweiskräftige ABI-Verlaufsgutachten ein
Rentenanspruch zu Recht abgewiesen worden sei. Der Einkommensvergleich sei
korrekt vorgenommen worden (act. G 5).
B.c Mit Präsidialentscheid vom 26. April 2011 wird dem Gesuch der
Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von
den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung)
entsprochen (act. G 6).
B.d Die Beschwerdeführerin hält in der Replik vom 22. Juni 2011 an den gestellten
Anträgen und deren Begründung unverändert fest (act. G 11).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 13).

Erwägungen:
1.
Vorab zu prüfen ist die von der Beschwerdeführerin gerügte Gehörsverletzung. Sie
bringt vor, ihr am 10. Januar 2011 gestelltes Fristerstreckungsgesuch (act. G 5.103) sei
nicht beachtet worden. Ferner sei ihr auch nicht die RAD-Stellungnahme vom
21. Januar 2011 (act. G 5.104) vor Verfügungserlass zur Kenntnisnahme gebracht
worden (act. G 1).
1.1 Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101) haben die Parteien
Anspruch auf rechtliches Gehör (vgl. auch Art. 42 Satz 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Das rechtliche
Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbe
zogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, der in die Rechtsstellung
einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in
ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche
Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen
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Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise
entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn
dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 370 f. E. 3.1, mit
Hinweisen).
1.2 Die Beschwerdeführerin reichte am 2. Dezember 2010 eine 7-seitige
Einwandeingabe ein (act. G 5.98). Dem darin gestellten Fristerstreckungsgesuch bis
zum 10. Januar 2011 hatte die Beschwerdegegnerin entsprochen (act. G 5.100). Am
10. Januar 2011 stellte die Beschwerdeführerin ein weiteres Fristerstreckungsgesuch
(act. G 5.103). Dieses blieb von der Beschwerdegegnerin in der Folge unbeantwortet.
1.2.1 Vorliegend durfte die Beschwerdeführerin indessen aufgrund des
Schweigens der Beschwerdegegnerin nicht davon ausgehen, das
Fristerstreckungsgesuch sei bewilligt worden. Dies umso weniger, als das Gesuch
keine Wendung im Sinn von "ohne Ihren Gegenbericht gehe ich davon aus, dem
Fristerstreckungsgesuch werde entsprochen" enthielt. Vielmehr wäre die rechtskundig
vertretene Beschwerdeführerin verpflichtet gewesen, sich bei der Beschwerdegegnerin
über den Entscheid über das Fristerstreckungsgesuch zu erkundigen, nachdem sie
während mehr als 10 Tagen keine Antwort darauf erhielt. Vor diesem Hintergrund ist
eine Gehörsverletzung zu verneinen.
1.2.2 Selbst wenn aber von einem Verfahrensmangel ausgegangen würde, so
könnte dieser im vorliegenden Verfahren geheilt werden. Das Versicherungsgericht ist
befugt, sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei zu überprüfen. Die
Beschwerdeführerin kann im kantonalen Beschwerdeverfahren uneingeschränkt ihren
Standpunkt vorbringen, den sie im Übrigen - und das fällt ins Gewicht - bereits
grösstenteils in der Einwandeingabe vom 2. Dezember 2010 geltend gemacht hatte
und den die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 25. Januar 2011 (act. G 5.105)
berücksichtigte. Im Licht dieser Umstände führte eine Rückweisung der Sache an die
Beschwerdegegnerin zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen
Verzögerungen (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 8. Februar 2012,
8C_570/2011, E. 2, wo eine von der Verwaltung verweigerte Fristerstreckung zu
beurteilen war).
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1.3 Weiter zu beurteilen ist das Verhalten der Beschwerdegegnerin, auf eine
Kenntnisgabe der RAD-Stellungnahme vom 21. Januar 2011 (act. G 5.104) vor Erlass
der angefochtenen Verfügung zu verzichten und diese lediglich in der Verfügung vom
25. Januar 2011 (act. G 5.105) zu erwähnen.
1.3.1 Mit dieser Thematik befasste sich das Versicherungsgericht im Urteil vom
6. April 2011, IV 2009/280, eingehend (bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts vom
5. August 2011, 9C_436/2011). Es befand, das rechtliche Gehör verschaffe einen
Anspruch darauf, sich zu den tatsächlichen Fragen äussern zu können. Die
Sachverhalts- bzw. Beweiswürdigung gehöre nicht zur Sachverhaltsermittlung, d.h. zu
den tatsächlichen Fragen, sondern zur Rechtsanwendung. Wie der Beweiswert eines
medizinischen Aktenstücks einzuschätzen sei, stelle also eine Frage rechtlicher Natur
dar. Diene die Stellungnahme des RAD nur dazu, dem mit der Sachverhaltswürdigung
betrauten Sachbearbeiter der IV-Stelle zu helfen, indem diesem medizinisches
Fachwissen zur Verfügung gestellt werde, so finde keine Sachverhaltsergänzung statt.
Eine solche Stellungnahme des RAD bleibe vollständig im Bereich der Sachverhalts-
bzw. Beweiswürdigung und damit im Bereich einer Frage rechtlicher Natur. Enthalte die
Stellungnahme des RAD aber eine neue medizinische Erkenntnis, die weder den
bisherigen Akten noch allfälligen von der versicherten Person eingereichten neuen
Arztzeugnissen entnommen werden könne, so erfolge eine Sachverhaltsergänzung.
Hier bestehe ein Anspruch auf die Gewährung des rechtlichen Gehörs in der Form
einer vorgängigen Einsicht in die Stellungnahme des RAD. Hingegen lasse die reine
Mitwirkung bei der Würdigung der medizinischen Beweismittel (zu denen auch allfällige
von der versicherten Person eingereichte neue Arztzeugnisse gehörten) keinen
Anspruch auf rechtliches Gehör entstehen (E. 1.1 des genannten kantonalen
Entscheids).
1.3.2 Aus der RAD-Stellungnahme vom 21. Januar 2011 (act. G 5.104) ergeben
sich keine neuen medizinischen Erkenntnisse. Vielmehr beschränkt sich deren Inhalt
auf eine Würdigung der Akten bzw. der einwandweisen Vorbringen der
Beschwerdeführerin. In Nachachtung der vorstehend genannten kantonalen
Rechtsprechung bestand daher kein Anspruch auf rechtliches Gehör. Die Gehörsrüge
ist daher auch unter diesem Aspekt unbegründet.
2.
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Zu prüfen bleibt damit der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
2.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zug der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des ATSG in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass
der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467
E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging am
25. Januar 2011 (act. G 5.105), wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem
Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008
begonnen hat. Daher ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen
Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen
und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur
4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006,
I 428/04, E. 1). Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen
des ATSG und IVG wiedergegeben.
2.2 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch
auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf
eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad
von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-
Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
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zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswerts eines ärztlichen Berichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
3.
In medizinischer Hinsicht stützte die Beschwerdegegnerin die angefochtene Verfügung
auf die im Verlaufsgutachten vom 10. Juni 2010 enthaltene Arbeitsfähigkeitsschätzung
(vgl. hierzu act. G 5.86). Die Beschwerdeführerin hält die gutachterliche Beurteilung aus
verschiedenen Gründen für nicht beweiskräftig (act. G 1, S. 13 ff.).
3.1 Zunächst verweist die Beschwerdeführerin auf die zur gutachterlichen
Einschätzung in Widerspruch stehenden Beurteilungen der behandelnden Ärzte (act.
G 1, S. 14). Die Gutachter hätten sich damit auch nicht hinreichend auseinandergesetzt
(act. G 1, S. 15).
3.1.1 In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass
rechtsprechungsgemäss unter Beachtung der Divergenz von medizinischem
Behandlungs- und Abklärungsauftrag es nicht angehen kann, eine medizinische
Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass
weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden medizinischen
Fachpersonen nachher zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an solchen
vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich
hingegen, wenn die behandelnden medizinischen Fachpersonen objektiv feststellbare
Gesichtspunkte vorbringen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben und
die geeignet sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 13. März 2006, I 676/05, E. 2.4 mit Hinweisen).
Weiter ist zu beachten, dass - behandelnde und begutachtende - Psychiater, mit der
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gleichen Person als Patientin oder Explorandin in verschiedenen Zeitpunkten und
Situationen konfrontiert, zu unterschiedlichen Beurteilungen der psychischen
Beeinträchtigungen und - invalidenversicherungsrechtlich entscheidend - deren
Schweregrades mitsamt den sich daraus ergebenden Einschränkungen der
Arbeitsfähigkeit gelangen können. Diese in der Natur der Sache begründete
weitgehend fehlende Validierbarkeit ("Reliabilität") psychiatrischer Diagnosen,
namentlich im depressiven Formenkreis, kann nicht automatisch zu Beweisweiterungen
bei sich widersprechenden psychiatrischen Berichten und Expertisen führen, wenn die
gutachterliche Einschätzung die Anforderungen an beweiskräftige Gutachten erfüllt
(Urteil des Bundesgerichts vom 29. September 2009, 9C_661/09, E. 3.2).
3.1.2 Aus den Berichten sämtlicher behandelnder medizinischer Fachpersonen
(vgl. etwa die zahlreichen Stellungnahmen und Berichte von Dr. F._ in act.
G 5.86-36 ff. und G 5.71, von Dr. med. J._, Facharzt für Neurochirurgie FMH, vom
15. Februar 2007, act. G 5.28, die Berichte von Dr. H._ vom 16. Januar und
2. Dezember 2010, act. G 5.86-30 f., und von Dr. G._ vom 7. Dezember 2010, act.
G 1.5) und dem Schlussbericht der E._ vom 30. Juli 2009 (act. G 5.67) ergeben sich
teilweise Divergenzen zur gutachterlichen Beurteilung lediglich im Rahmen der
Diagnose und der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung, wobei Dr. H._ allerdings festhielt,
dass aus internistischer Sicht und aus anderweitigen somatischen Erkrankungen keine
Befunde und Diagnosen bestünden, die sich anhaltend negativ auf die Arbeitsfähigkeit
auswirkten (Bericht vom 2. Dezember 2010, act. G 1.4). Objektive Gesichtspunkte,
welche die Beurteilung durch die ABI-Experten in Frage zu stellen vermöchten, sind
aus diesen Akten nicht ersichtlich und werden von der Beschwerdeführerin auch nicht
dargelegt.
3.1.3 Insbesondere bei den psychischen Befunden bestehen keine wesentlichen
Unterschiede, was ein Vergleich der Befunderhebung durch den ABI-Psychiater (vom
20. April 2010, act. G 5.86-17 f.) mit derjenigen von Dr. G._ vom 30. März 2010 (vgl.
Bericht vom 20. April 2010, act. G 5.86-53) aufzeigt. Beide Experten hielten die
Beschwerdeführerin für bewusstseinsklar und allseits orientiert. Hinsichtlich der
Konzentration stellte der ABI-Experte keine Auffälligkeiten fest. Dr. G._ beschrieb
ebenfalls keine selbst wahrgenommenen entsprechenden Beeinträchtigungen, sondern
gab lediglich an, dass die Beschwerdeführerin "über Konzentrations- und
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Merkfähigkeitsstörungen" berichtet habe. Dies vermag aber die auf eigener
Untersuchung beruhende Feststellung des ABI-Experten nicht in Zweifel zu ziehen.
Daran ändert auch nichts, dass Dr. G._ am 9. Oktober 2009 davon sprach, die
Beschwerdeführerin "weise" Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen auf (act.
G 5.72), zumal er im Bericht vom 17. April 2008 lediglich von "leichten" Störungen
sprach. Denn diese bzw. deren Auftreten werden nicht näher erklärt und die
diesbezügliche Feststellung von Dr. G._ scheint sich wohl primär auf die
Eigenangaben der Beschwerdeführerin ("Vergesslichkeit, Konzentrationsstörungen"
vgl. hierzu act. G 5.72-3) zu stützen. Im Übrigen stellte der vormals behandelnde
Psychiater keine Befunde, die auf eine Beeinträchtigungen der Konzentration deuten
(vgl. Bericht vom 27. September 2006, act. G 5.20-5). Die Selbstwertregulation wurde
vom ABI-Experten als vermindert qualifiziert, was sich mit der Darstellung von
Dr. G._ ("ausgeprägtes Insuffizienzgefühl") deckt. Der Antrieb wurde von Dr. G._
als reduziert bezeichnet. Der ABI-Experte hielt den Antrieb zwar für nicht "gestört",
berücksichtigte in der Beurteilung aber, dass die Beschwerdeführerin "freudlos" und
"ohne Zukunftsvorstellungen" sei, weshalb auch in diesem Kontext kein Mangel an der
gutachterlichen Einschätzung ausgewiesen ist.
3.1.4 Ferner haben sich die ABI-Gutachter hinreichend mit den entscheidenden
abweichenden Beurteilungen der behandelnden Ärzte (Dres. G._ und F._)
auseinandergesetzt (act. G 5.86-19 und-24 f.), weshalb auch unter diesem
Gesichtspunkt kein Anlass für ein Abweichen von der gutachterlichen Einschätzung
oder ein weiterer Abklärungsbedarf besteht.
3.2 Weiter rügt die Beschwerdeführerin, die Berichte der Klinik K._ vom 17. April
2008 und 20. April 2010 seien bei der Begutachtung nicht berücksichtigt worden (act.
G 1, S. 14). Dabei ist jedoch entscheidend, dass die ABI-Gutachter bei ihrer
Beurteilung den ausführlichen Bericht von Dr. G._ vom 9. Oktober 2009
berücksichtigten und sich damit auseinandersetzten (act. G 5.86-19). Da die weniger
ausführlichen Berichte vom 17. April 2008 (act. G 1.2) und 20. April 2010 (act.
G 5.86-53 f.; Zugang bei der ABI erst nach der Begutachtung am 23. April 2010) keine
davon abweichenden Feststellungen oder Erkenntnisse beinhalten, vermag das Fehlen
dieser Aktenstücke mit Blick auf die Vollständigkeit der gutachterlichen
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Aktenzusammenstellung zwar einen Mangel zu begründen, der jedoch für sich allein
nicht geeignet ist, die Beweiskraft des ABI-Verlaufsgutachtens zu erschüttern.
3.3 Schliesslich wendet die Beschwerdeführerin ein, dass sich die Gutachter bei der
Beurteilung der Frage betreffend die Schmerzüberwindbarkeit unzureichend mit den in
der Rechtsprechung entwickelten Grundsätzen auseinandergesetzt hätten (act. G 1,
S. 16). Dabei verkennt sie, dass der psychiatrische ABI-Experte keine juristische
Würdigung vornahm, sondern schlüssig begründete, weshalb er aus medizinischer
Sicht davon ausgehe, die Beschwerdeführerin verfüge über hinreichende psychische
Ressourcen, die zu einer 80%igen Restarbeitsfähigkeit führten (act. G 5.86-19).
Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass die depressive Problematik "im Rahmen" des
Schmerzsyndroms auftrat (Berichte der Klinik Valens vom 7. Dezember 2005, act.
G 5.10-8, von Dr. B._ vom 11. Juli 2006, act. G 5.10, von Dr. C._ vom 25. Juli
2006, act. G 5.13-1, von Dr. D._ vom 27. September 2006, act. G 5.20-5), weshalb
das Bestehen einer eigenständigen Komorbidität entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin (act. G 1, S. 16) zu verneinen ist.
3.4 Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin für die
Invaliditätsgradermittlung zu Recht auf die beweiskräftige medizinische Einschätzung
der ABI-Gutachter abgestellt.
4.
Letztlich bleiben die erwerblichen Auswirkungen der eingeschränkten 80%igen
Restarbeitsfähigkeit zu prüfen. Vorliegend kann offen gelassen werden, ob der
Beschwerdeführerin eine gänzliche Überwindung der Leistungsbeeinträchtigung
zugemutet werden kann. Denn selbst wenn eine solche mit den Gutachtern zu
verneinen wäre, resultiert kein Rentenanspruch, wie sich aus dem nachfolgenden
Einkommensvergleich ergibt.
4.1 Gemäss Art. 16 ATSG richtet sich das Valideneinkommen danach, was eine
versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Massgebend
sind grundsätzlich die Verhältnisse im Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns
(vorliegend 2006, da die Arbeitsunfähigkeit im September 2005 begann, act.
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G 5.43-22). Dabei ist in der Regel vom zuletzt - d.h. grundsätzlich vor dem Beginn der
ganzen oder teilweisen Arbeitsunfähigkeit - erzielten (Brutto-)Verdienst auszugehen
(vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts vom 22. September 2009, 8C_143/2009, E. 2.2.1).
Gemäss Angaben des ehemaligen Arbeitgebers hätte die Beschwerdeführerin im Jahr
2006 als Sachbearbeiterin in der Verwaltung einen Jahreslohn von Fr. 75'946.--
(Fr. 5'842.-- x 13) erzielt (act. G 5.9). Da ein allfälliger Rentenbeginn im Jahr 2006
entstanden wäre, ist dieses Einkommen nicht weiter anzupassen.
4.2 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. Ist kein
solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die ver
sicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine neue Erwerbstätigkeit
aufgenommen hat, so ist auf Erwerbstätigkeiten abzustellen, die der versicherten
Person (nach zumutbarer Behandlung und allfälliger Eingliederung) angesichts ihrer
Ausbildung und ihrer physischen sowie intellektuellen Eignung zugänglich wären.
Rechtsprechungsgemäss werden hierzu die Tabellenlöhne gemäss den vom
Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
herangezogen (BGE 129 V 475 f. E. 4.2.1).
4.2.1 Unbestrittenermassen ist die Beschwerdeführerin nicht mehr erwerbstätig.
Es ist daher - entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin, die das Invaliden
einkommen auf der gleichen Grundlage wie das Valideneinkommen erhob (act.
G 5.105-2) - auf die statistischen Tabellenlöhne abzustellen.
4.2.2 Bei der Ermittlung des massgebenden Tabellenlohns ist zu beachten, dass
gemäss gutachterlicher Einschätzung die bisherige Tätigkeit als Sachbearbeiterin in der
Verwaltung als leidensangepasst anzusehen ist. Um dem zumutbaren
Resterwerbspotenzial gerecht zu werden, erscheint daher das Abstellen auf den
Tätigkeitsbereich "Sekretariats- und Kanzleiarbeiten" der Tabelle TA7 (zur Zulässigkeit
der Anwendung der Löhne der Tabelle TA7 vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
20. August 2008, 9C_22/2008, E. 4.2.3), Anforderungsniveau 3 (Berufs- und
Fachkenntnisse vorausgesetzt), Frauen, angemessen. Der monatliche Bruttolohn
betrug im Jahr 2006 aufgerechnet auf eine betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit
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von 41,7 Stunden Fr. 5'916.-- ([Fr. 5'675.-- / 40] x 41,7), was einen Jahreslohn von
Fr. 70'992.-- (Fr. 5'916.-- x 12) ergibt.
4.2.3 Weiter ist abzuklären, ob absehbare Schwierigkeiten bei der erwerblichen
Umsetzung des verbliebenen Leistungsvermögens bestehen bzw. ob damit
einhergehende Verminderungen des zu erwartenden Entgelts bei der Anwendung des
genannten Tabellenlohns bestehen. Sind solche vorhanden, ist diesen im Rahmen
eines Tabellenlohnabzugs Rechnung zu tragen. Mit dem Tabellenlohnabzug wird
namentlich berücksichtigt, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei
leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen
und entsprechend einsetzbaren Arbeitskräften lohnmässig benachteiligt sind und
deshalb mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird
damit dem Umstand Rechnung getragen, dass weitere persönliche und berufliche
Merkmale einer Person Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 129 V 472
E. 4.2.3). Da vorliegend die angestammte Tätigkeit einer angepassten entspricht, ist
kein leidens- oder umstellungsbedingter Lohnnachteil zu erwarten bzw. kein Abzug
gerechtfertigt (Urteil des Bundesgerichts vom 10. August 2011, 8C_10/2011, E. 7). Ein
leidensbedingter Abzug ist auch deshalb nicht gerechtfertigt, da die
gesundheitsbedingten Beeinträchtigungen bereits bei der quantitativen Bemessung der
Restarbeitsfähigkeit Eingang gefunden haben (vgl. hierzu Urteil des Bundesgerichts
vom 24. Januar 2011, 8C_530/2010, E. 4.2). Die Beschwerdeführerin, geboren 1958
(act. G 5.3), war zwar im Zeitpunkt des Verfügungserlasses vom 25. Januar 2011
bereits 52-jährig. Indessen dürfte sich ihr fortgeschrittenes Alter nur geringfügig
nachteilig auswirken, da das berufliche Erfahrungswissen vorliegend weiterhin genutzt
werden kann und der Beschwerdeführerin immerhin noch mehr als 10 Jahre an
Aktivzeit verbleiben. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin ihre
Teilleistungsfähigkeit lediglich noch ganztags zu verrichten vermag, dürfte einen
Lohnnachteil für einen ökonomisch denkenden Arbeitgeber darstellen (vgl. hierzu
Philipp Geertsen, Der Tabellenlohnabzug, in: Ueli Kieser/Miriam Lendfers [Hrsg.],
Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht 2012, S. 148 ff. mit kritischer
Auseinandersetzung der - uneinheitlichen - höchstrichterlichen Rechtsprechung).
Vorliegend kann indessen offen bleiben, ob sich gestützt darauf ein Abzug rechtfertigt
(verneint in Urteil des Bundesgerichts vom 4. April 2012, 8C_20/2012, E. 3.3). Denn
selbst wenn deswegen ein Abzugsgrund bejaht würde, erschiene insgesamt ein Abzug
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von höchstens 10% den Umständen angemessen. Unter Berücksichtigung der
80%igen Restarbeitsfähigkeit resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 51'114.--
(Fr. 70'992.-- x 0.9 x 0.8).
4.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 75'946.-- und einem Invalideneinkommen
von Fr. 51'114.-- ergibt sich eine Erwerbseinbusse von Fr. 24'832.-- (Fr. 75'946.-- -
Fr. 51'114.--) und ein Invaliditätsgrad von aufgerundet 33%
([Fr. 24'832.-- / Fr. 75'946.--] x 100). Die Beschwerdegegnerin hat damit den
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin im Ergebnis zu Recht verneint.
5.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
5.1 Der Beschwerdeführerin wurde die unentgeltliche Rechtspflege am 26. April 2011
bewilligt (act. G 6). Wenn ihre wirtschaftlichen Verhältnisse es gestatten, kann sie
jedoch zur Nachzahlung verpflichtet werden (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der
unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.--
aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu
befreien.
5.3 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis
Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verzichtete auf das
bis
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Einreichen einer Kostennote. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit
erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle (vgl. etwa Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Mai 2011, IV 2009/234) eine
pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- angemessen. Diese ist um einen
Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit hat der
Staat den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin pauschal mit Fr. 2'800.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP