Decision ID: 092f353b-2b82-4e0b-b11b-c77b0eb2d3aa
Year: 2012
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend grobe Verletzung der Verkehrsregeln
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgericht Affoltern, Einzelrichterin in Strafsachen, vom 23. November 2010 (GG100021)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 17. August 2010
ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 12).
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Angeklagte A._ ist schuldig der groben Verletzung der Verkehrsre-
geln im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG in Verbindung mit Art. 32 Abs. 1 und 2
SVG, Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 4 Abs. 1 VRV, Art. 4a Abs. 5 VRV sowie Art.
22b Abs. 1 und 2 SSV.
2. Der Angeklagte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 14 Tagessätzen zu
Fr. 150.– sowie mit einer Busse von Fr. 600.–.
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre
festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
4. Bezahlt der Angeklagte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle
eine Ersatzfreiheitsstrafe von 6 Tagen.
5. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'500.–.
Über die weiteren Kosten stellt die Gerichtskasse Rechnung.
6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem
Angeklagten auferlegt.
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Berufungsanträge:
a) des Angeklagten:
(Urk. 41 S. 3)
Es sei der Angeklagte freizusprechen, ihn von allen entstandenen und ent-
stehenden Kosten freizusprechen.
Zudem sei dem Angeklagten eine entsprechende Umtriebsentschädigung im
Rahmen von mindestens Fr. 150.– zuzusprechen und die Rechtsauskunfts-
kosten von Fr. 760.– zu vergüten.
b) der Vertreterin der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis:
(Urk. 29)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

Das Gericht erwägt:
I. Prozessuales
1. Mit Urteil der Einzelrichterin in Strafsachen des Bezirkes Affoltern vom 23. No-
vember 2010 wurde der Angeklagte der groben Verletzung der Verkehrsregeln im
Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG in Verbindung mit Art. 32 Abs. 1 und 2 SVG, Art. 27
Abs. 1 SVG, Art. 4 Abs. 1 VRV, Art. 4a Abs. 5 VRV sowie Art. 22b Abs. 1 und 2
SSV schuldig gesprochen und mit einer Geldstrafe von 14 Tagessätzen zu Fr.
150.– sowie mit einer Busse von Fr. 600.– bestraft, wobei der Vollzug der Geld-
strafe aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt wurde (Urk. 18).
Gegen das zunächst dem Angeklagten am 13. Dezember 2010 im Dispositiv zu-
gestellte Urteil (Urk. 21) erklärte der Angeklagte am 14. Dezember 2010 rechtzei-
tig Berufung mit dem Antrag auf Freispruch, weil er den Sachverhalt bestreite
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(Urk. 22). In der Folge wurde ihm am 28. September 2011 das begründete Urteil
zugestellt (Urk. 23 und 25). Mit Eingabe vom 30. September 2011 erhob der An-
geklagte fristgerecht seine Beanstandungen (Urk. 26). Dabei bestritt er den An-
klagesachverhalt und rügte die vorinstanzliche Beweiswürdigung. Die Staatsan-
waltschaft Limmat / Albis beantragte innert angesetzter Frist Bestätigung des vor-
instanzlichen Urteils und verzichtete darauf, Beweisanträge zu stellen (Urk. 11).
Mit Präsidialverfügung vom 21. Oktober 2011 wurde dem Angeklagten Frist ange-
setzt, einerseits um Beweisanträge zu stellen und begründen, andererseits, um
das beigelegte "Datenerfassungsblatt" sowie die aufgeführten Unterlagen zu sei-
nen finanziellen Verhältnissen einzureichen (Urk. 34). Dieser Aufforderung kam er
mit Eingabe vom 6. November 2011 nach; Beweisanträge wurden keine gestellt
(Urk. 36). Da der Angeklagte einen Freispruch verlangt, ist das angefochtene Ur-
teil vollumfänglich zu überprüfen.
2. Gemäss Art. 453 Abs. 1 der per 1. Januar 2011 in Kraft getretenen Schweizeri-
schen Strafprozessordnung (StPO) werden Rechtsmittel gegen Entscheide, die
vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes gefällt worden sind, nach bisherigem Recht
und von den bisher zuständigen Behörden beurteilt. Da das angefochtene Urteil
vor dem 1. Januar 2011 gefällt wurde, ist vorliegend das bisherige Zürcher Straf-
prozessrecht (StPO/ZH und GVG/ZH) anwendbar.
II. Schuldpunkt
1. Dem Angeklagten wird in der Anklageschrift vom 17. August 2010 vorgeworfen,
er sei mit seinem Personenwagen am 14. Januar 2010 um ca. 10.30 Uhr wissent-
lich und willentlich mit einer den besonderen Umständen nicht angepassten Ge-
schwindigkeit von deutlich über 20 km/h von Richtung B._-Strasse her kom-
mend auf der C._-Strasse in D._ durch die Begegnungszone Richtung
Post gefahren. Dabei sei der Angeklagte ungebremst auf die Fussgängerin
E._ zugefahren, welche dabei gewesen sei, die Strasse zu überqueren, und
habe nicht angehalten, da er sie nicht gesehen habe, so dass sie von der Strasse
habe wegrennen müssen, um eine Kollision mit dem Personenwagen des Ange-
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klagten zu vermeiden. Mit seiner Fahrweise habe der Angeklagte für die Fuss-
gänger in der Begegnungszone - für E._ aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit -
bewusst eine besondere Gefahr geschaffen (Urk. 12).
2.1. Die Vorinstanz kam nach ausführlicher Begründung zum Schluss, dass der
eingeklagte Sachverhalt gestützt auf die Aussagen der Zeugin E._ erstellt
sei. Sie hat die nötigen theoretischen Ausführungen zu den Grundsätzen der Un-
schuldsvermutung und der freien Beweiswürdigung in ihrem Entscheid wiederge-
geben, worauf zur Vermeidung von Wiederholungen vollumfänglich verwiesen
werden kann (Urk. 31 S. 3-5 und 9 f.;§ 161 GVG/ZH). Sodann hat sie die Aussa-
gen von E._ und des Angeklagten korrekt zusammengefasst und zutreffend
gewürdigt. Die diesbezüglichen Erwägungen der Vorinstanz sind umfassend und
richtig. Auch auf diese kann daher vorab vollumfänglich verwiesen werden (Urk.
31 S. 5-12; § 161 GVG/ZH).
2.2. Im Berufungsverfahren machte der Angeklagte geltend, die Vorinstanz habe
die Beweiswürdigung einseitig und zu seinen Lasten vorgenommen. Er verfüge
über einen einwandfreien Leumund und sei ein unbescholtener Automobilist.
Demgegenüber habe die Zeugin gelogen, habe sie doch gesagt, sie arbeite bei
der Polizei. Ausserdem sei sie aus einem Laden gekommen, in welchem Sucht-
mittel verkauft würden, habe beim Überqueren der Strasse die eingekaufte Ware
eingepackt und sich somit nicht zu 100% der Strasse gewidmet. Sie habe sein
Auto nicht gesehen und nicht gehört, weshalb davon ausgegangen werden müs-
se, dass sie nicht voll aufnahmefähig gewesen sei. Es sei nicht abgeklärt worden,
ob die Zeugin an einer Tabak- oder Alkoholsucht leide und ob sie das Tempo kor-
rekt einschätzen könne. Sie sei möglicherweise unter Drogeneinfluss gestanden.
Der Angeklagte habe übrigens mehr als 20 Meter überblicken können. Die Fuss-
gänger würden oft einfach auf die Strasse der Begegnungszone laufen, der An-
geklagte befahre diese Strasse beinahe täglich und lasse den Fussgängern im-
mer den Vortritt. Er sei am betreffenden Tag nicht mehr als 20 km/h gefahren. Er
habe ein GPS Gerät im Auto, welches automatisch die Route und somit auch die
Geschwindigkeit aufzeichne. Er habe nie rücksichtslos gehandelt (Urk. 26; Prot. II
S. 10 ff.). Auf die Einwände des Angeklagten ist nachfolgend einzugehen.
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2.3.1. Vorliegend stützt sich die Beweisführung hauptsächlich auf die Aussagen
der Beteiligten. Widersprechen sich diese Aussagen, hat der Richter im Rahmen
der freien Beweiswürdigung abzuwägen, welche Person und Aussage glaubwür-
diger ist. Dabei führt der Grundsatz der Unschuldsvermutung nicht automatisch zu
einer stärkeren Gewichtung der Aussage des Beschuldigten. Zur Würdigung von
Partei- oder Zeugenaussagen sind die nachfolgenden Kriterien heranzuziehen: In
erster Linie ist nicht auf die allgemeine Glaubwürdigkeit der Person abzustellen,
sondern auf die Glaubhaftigkeit der im Prozess relevanten Aussagen mit Bezug
auf den konkret zu beurteilenden Vorfall. Deren Aussageinhalt ist zu analysieren
und kritisch zu würdigen, wobei auf das Vorhandensein von Realitätskriterien
bzw. auf das Fehlen von Lügensignalen zu achten ist. Eine Falschaussage zu ei-
nem bestimmten Punkt führt jedoch nicht zwangsläufig dazu, die restlichen Aus-
sagen generell als unglaubhaft zu bewerten (GRONER, Beweisrecht, Bern 2011,
S. 108 ff. und S. 170 ff.).
Zu berücksichtigen sind die Motive der Aussagenden. Hat jemand ein eigenes In-
teresse am Ausgang des Verfahrens oder ist er mit einer Partei befreundet oder
verwandt bzw. besteht ein Anreiz zu einer Falschaussage, haben seine Aussagen
eine geringere Überzeugungskraft als diejenigen einer unabhängigen Person.
Insbesondere ein stereotypes oder gehemmtes Aussageverhalten einer in einem
Interessen- oder Loyalitätskonflikt stehenden Person kann ein Indiz dafür sein,
dass diese unter Druck gesetzt wurde. Werden Äusserungen hingegen durch wei-
tere Umstände bestätigt, etwa durch gleiche Aussagen anderer Zeugen oder
sachliche Beweismittel, gewinnen diese an Beweiskraft. Dasselbe gilt für wieder-
holte Aussagen. Wesentlich ist dabei, ob die Geschehnisse im Kerngehalt immer
gleich geschildert werden. Im Laufe des Verfahrens abweichende Aussagen über
Einzelheiten müssen nicht zu einer fehlenden Glaubhaftigkeit führen. Insbesonde-
re wenn der Aussagende plausibel erklären kann, warum er seine Äusserungen
änderte, kann auch auf eine widersprüchliche Darstellung abgestellt werden. In
der Regel ist davon auszugehen, dass kurz nach dem Vorfall geäusserte Schilde-
rungen unbefangener und zuverlässiger sind. Je länger ein Ereignis zurückliegt,
desto weniger kann man sich an etwas erinnern. Aufgrund der unterschiedlichen
Betroffenheit und Wahrnehmung eines Ereignisses kann es aber durchaus sein,
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dass sich eine Person eher an Einzelheiten erinnern kann als alle anderen Betei-
ligten. Lücken innerhalb einer Aussage müssen sich nicht unbedingt nachteilig auf
die Glaubwürdigkeit auswirken. Diese können auch auf ein ehrliches Aussagever-
halten hinweisen, indem die Äusserungen dadurch objektiv erscheinen. Eine er-
höhte Glaubwürdigkeit haben ausserdem Personen, welche auch für sich unvor-
teilhafte Äusserungen machen (GRONER, a.a.O., S. 108 ff., S. 170 ff. und S. 250 f.).
2.3.2. Aus dem Verhalten anderer Fussgänger oder seinem "üblichen" Fahrver-
halten an der betreffenden Örtlichkeit vermag der Angeklagte nichts zu seinen
Gunsten abzuleiten in Bezug auf den konkret eingeklagten Sachverhalt. Auch der
Umstand, dass der Angeklagte über einen tadellosen (automobilistischen) Leu-
mund verfügt, vermag seine Glaubwürdigkeit nicht von vornherein zu erhöhen,
zumal es vielmehr auf die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen ankommt. Zudem be-
stehen keine Anhaltspunkte dafür und hat der Angeklagte auch keine solchen
aufgeführt, dass die Wahrnehmung der Zeugin beeinträchtigt gewesen wäre, sei
es wegen einer Suchtkrankheit oder aus anderen Gründen. Vielmehr hat sie klar,
detailliert, konkret und widerspruchsfrei ausgesagt. Es erübrigt sich daher, Abklä-
rungen über ihren Gesundheitszustand vorzunehmen. Die Schätzung der Ge-
schwindigkeit des Fahrzeugs des Angeklagten auf ca. 50 km/h durch die Zeugin
hat sie zweimal bekräftigt und auf lebensnahe und nachvollziehbare Umstände
gestützt, welche allesamt auf Erlebtes schliessen lassen und Realitätskriterien
darstellen: So erklärte sie wiederholt, dass sie beim Überqueren der Strasse Au-
tolärm hörte und aufschaute, das Auto heranrasen sah, erschrak, und von der
Strasse wegsprang, und dass der Angeklagte mit gleicher Geschwindigkeit bis zur
Post weiterfuhr (Urk. 3 S. 1 und 9 S. 1). Zudem versicherte sie, dass sie auf die
Strasse geschaut habe, als sie aus dem Lädeli rausgekommen sei, dabei den
Angeklagten weder gehört noch gesehen habe (Urk. 9 S. 2). Auch der Vergleich
des schnell fahrenden Angeklagten mit einem nachfahrenden Auto, welches "ge-
hötterlet" habe, mithin etwa 20 km/h gefahren sei (Urk. 3. 2 S. 2 und 9 S. 2 f.),
leuchtet ein und macht die Geschwindigkeitsschätzung der Zeugin plausibel. So-
mit scheint ihre Geschwindigkeitsangabe nicht aus der Luft gegriffen; zudem
kannte sie den Angeklagten nicht und hatte keinen Grund, ihn zu Unrecht anzu-
zeigen und zu belasten. Kommt hinzu, dass die Zeugin gemäss eigenen Angaben
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eine Ausbildung bei der Polizei absolvierte und dabei Verkehrskontrollen durch-
führte, wobei auch Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt wurden. Aufgrund
dieser Schulung kann davon ausgegangen werden, dass sie sich die besondere
Fähigkeit angeeignet hat, Geschwindigkeiten durchaus realistisch einzuschätzen,
wenn auch diese Ausbildung schon längere Zeit zurücklag. In Bezug auf die
frühere Tätigkeit der Zeugin bei der Polizei sind keine Lügen auszumachen: So
erklärte sie in der polizeilichen Befragung, sie habe dem Angeklagten klar ge-
macht, dass sie auch einmal bei der Polizei gearbeitet habe (Urk. 3 S. 2). Als
Zeugin wiederholte sie, dass sie ihm gesagt habe, dass sie einmal bei der Polizei
gewesen sei. Ausserdem präzisierte sie, dass sie eine Ausbildung bei der Polizei
gemacht habe und danach bei der Sicherheitspolizei im Gefangenendienst gewe-
sen sei. Sie habe zwar nie bei der Verkehrspolizei gearbeitet, sondern während
der Ausbildung Verkehrskontrollen durchgeführt, da messe man mit der Laserpis-
tole die Geschwindigkeit und verteile Geschwindigkeitsbussen (Urk. 9 S. 2 f. und
5). Mithin sind keine tatsachenwidrigen Aussagen der Zeugin auszumachen, wel-
che an der Glaubhaftigkeit ihrer übrigen Aussagen Zweifel aufkommen zu lassen
vermöchten. Auch die mögliche kurze Unaufmerksamkeit, als sie gemäss eigenen
Angaben etwas in die Tasche steckte, bevor sie den Autolärm hörte (Urk. 9 S. 2),
vermag ihrer plausiblen Geschwindigkeitseinschätzung keinen Abbruch zu tun.
Gemäss eigenen Angaben des Angeklagten konnte er an der Örtlichkeit mehr als
20 Meter überblicken und hat die Zeugin als Fussgängerin damals dennoch nicht
wahrgenommen. Er bestätigte dies auch heute, indem er ausführte, dass er sie
nicht bewusst wahrgenommen habe, sondern überrascht gewesen sei, als die
Zeugin ihn vor der Post angesprochen habe (Prot. II S. 13). Dies lässt ebenfalls
auf eine zu schnelle Fahrweise und ungenügende Aufmerksamkeit des Angeklag-
ten schliessen. Nicht ersichtlich ist, inwiefern eine Auswertung des GPS-Geräts
im Fahrzeug des Angeklagten diesen zu entlasten vermöchte, ist dieses Gerät
doch nicht geeignet, die damals an der betreffenden Örtlichkeit genau gefahrene
Geschwindigkeit aufzuzeigen. Eine entsprechende Überprüfung kann daher un-
terbleiben. Zusammenfassend ist mit der Vorinstanz auf die überzeugende Dar-
stellung der Zeugin abzustellen und sind die Schutzbehauptungen des Angeklag-
ten zu verwerfen. Der eingeklagte Sachverhalt ist somit vollumfänglich erstellt.
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3. Die rechtliche Würdigung durch die Vorinstanz wurde nicht beanstandet und ist
zutreffend. Es kann auf ihre korrekten Ausführungen verwiesen werden (Urk. 31
S. 12-16). Insbesondere kommt es entgegen der Auffassung des Angeklagten
nicht auf das Verhalten der Passantin an (vgl. Urk. 41 S. 2 und Prot. II S. 11).
Passanten sind in Begegnungszonen vortrittsberechtigt (Art. 22b Abs. 1 SSV). Es
gibt keine Pflicht, dort auf kürzestem Weg die Strasse überqueren zu müssen.
Der Schuldspruch der Vorinstanz ist daher zu bestätigen.
III. Sanktion
Die Vorinstanz hat den anwendbaren Strafrahmen richtig abgesteckt sowie die
Strafzumessungskriterien korrekt dargelegt und zutreffend angewendet (Urk. 31
S. 17 f.). Gegen die Höhe der Strafe und/oder die Strafzumessung durch die Vo-
rinstanz hat der Angeklagte keine substantiierten Einwände vorgebracht. Sie ist
denn auch zutreffend, weshalb grundsätzlich darauf verwiesen werden kann
(§ 161 GVG/ZH), unter Berücksichtigung der nachfolgenden Ausführungen: Es ist
festzuhalten, dass sich die persönlichen Verhältnisse des Angeklagten neutral
auswirken; insbesondere vermögen seine Vorstrafenlosigkeit und sein guter au-
tomobilistischer Leumund keine Strafreduktion bei der Täterkomponente zu be-
wirken. Die von der Vorinstanz ausgesprochene Geldstrafe von 14 Tagessätzen
erscheint angemessen. Hinsichtlich der wirtschaftlichen Verhältnisse des Ange-
klagten ergibt sich aus den im Berufungsverfahren neu gemachten Angaben des
Angeklagten und den eingereichten Unterlagen, dass sich der Angeklagte im
Herbst 2010 selbständig machte und eine Ausbildung begann. Er schloss das
Studium in Betriebswirtschaft im Mai 2011 ab und ist seit letztem November zu
100 Prozent angestellt. Dabei verdient er monatlich netto circa Fr. 7'000.– zuzüg-
lich eines 13. Monatslohns. Nebenbei baut er als selbständig Erwerbstätiger eine
Firma im Bereich der Unternehmensberatung auf, womit er jedoch - nach eigenen
Angaben - keinerlei Einkommen generiert. Der Angeklagte lebt allein und hat kei-
ne Unterstützungspflichten. Er ist Eigentümer einer Liegenschaft, welche mit Hy-
pothekarschulden von Fr. 395'000.– belastet ist, und besitzt Barvermögen in der
Höhe von ungefähr Fr. 100'000.– (Urk. 36 und 37/1-8; Prot. II S. 4-9 und 14 f.).
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Aufgrund seiner wirtschaftlichen Verhältnisse erscheint die durch die Vorinstanz
festgesetzte Tagessatzhöhe von Fr. 150.– angemessen und ist zu bestätigen,
ebenso die Busse von Fr. 600.–.
IV. Vollzug
Die Vorinstanz hat den Vollzug der Geldstrafe aufgeschoben und die Probezeit
auf die Minimaldauer von 2 Jahren angesetzt. Diese Regelung wurde von keiner
Partei angefochten und ist zu bestätigen, wobei auf die zutreffende Begründung
der Vorinstanz verwiesen werden kann (Urk. 31 S. 19 f.).
V. Kosten
Der Angeklagte unterliegt im Berufungsverfahren vollumfänglich. Das erstinstanz-
liche Kostendispositiv ist daher zu bestätigen und die Kosten des Berufungsver-
fahrens sind dem Angeklagten aufzuerlegen (§ 396a StPO/ZH).