Decision ID: b4a68ce7-8f14-58d5-b016-a833c26cc564
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
gegen
AXA Versicherungen AG, General Guisan-Str. 40, Postfach 357, 8401 Winterthur,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
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A.a A._ war bei der B._ als Geschäftsführerin tätig und dadurch bei der AXA
Versicherungen AG (nachfolgend: AXA) gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am
6. August 2009 meldete die Arbeitgeberin der AXA einen Unfall. Die Versicherte habe
sich am 30. Juli 2009 beim Abladen von Kartonschachteln das linke Knie verdreht und
sei umgeknickt (act. 1). Dr. med. C._, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, bestätigte im
Arztzeugnis vom 29. August 2009 eine Erstbehandlung am 5. August 2009. Die
Versicherte habe am 30. Juli 2009 eine schwere Kiste heben müssen und habe dabei
unter Belastung eine Rotationsbewegung gemacht, wobei es zu Schmerzen im linken
Knie mit Ausstrahlung bis in den Fuss und zu einer zunehmenden Schwellung des
linken Knies gekommen sei. Als Befunde erhob er einen Kniegelenkerguss (Abpunktion
von 30ml serösem Erguss) sowie eine Dolenz im lateralen Gelenkspalt dorsal und
diagnostizierte ein Distorsionstrauma sowie eine Kapselbandläsion im linken Knie,
nachdem er im Rodiag Diagnostic Center am 7. August 2009 eine MRI-Untersuchung
des linken Kniegelenks hatte durchführen lassen (act. M10). Dr. C._ bestätigte
sodann das ausschliessliche Vorliegen von Unfallfolgen und attestierte der Versicherten
ab 5. August 2009 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (act. M1). Am 9. September 2009
wurde bei der Versicherten bei Verdacht auf eine Meniskuspathologie medial und
lateral im Spital Wil eine diagnostische Arthroskopie des linken Kniegelenks
durchgeführt (act. M14). Ab dem 23. September 2009 konnte sie ihre Arbeit wieder im
Umfang von 50% aufnehmen (act. M1). Die AXA erbrachte für den Unfall vom 30. Juli
2009 die gesetzlichen Leistungen (Heilkosten und Taggelder).
A.b In einem ärztlichen Zwischenbericht vom 25. Januar 2010 nahm Dr. med. D._,
Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, zum Heilverlauf der Versicherten Stellung. Er
hatte diese zweimal als Vertreter von Dr. C._ untersucht (act. M5). Im ärztlichen
Zwischenbericht vom 17. Februar 2010 diagnostizierte Dr. C._ einen Status nach
Distorsionstrauma am Knie links und medialer Teilmeniskektomie im September 2009.
Die Versicherte leide weiterhin unter Schwellungszuständen am Knie. Am 11.
Dezember 2009 sei eine weitere Punktion von 60 ml serösem Erguss durchgeführt
worden. Die Versicherte sei zurzeit wegen Schwellungszuständen mit chronischer
Ergussneigung bei Dr. med. E._, Orthopädie FMH/Sportmedizin, in Behandlung.
Dessen Röntgenuntersuchung habe eine Varus- sowie eine leichte
Retropatellararthrose ergeben, weshalb er valgisierende Schuheinlagen verordnet und
ein Knochenszintigramm eingeleitet habe. Dr. E._ schlage allenfalls eine
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Yttriumsynoviorthese vor, falls sich im Szintigramm eine entzündliche Aktivität zeige.
Schliesslich vermerkte Dr. C._, dass im Heilungsverlauf unfallfremde Faktoren
mitspielen würden (act. M7, M12). Am 26. Februar 2010 wurde bei der Versicherten im
Kantonsspital St. Gallen (KSSG) eine Radiosynoviorthese des linken Kniegelenks
vorgenommen (act. M11). Das KSSG hatte die AXA dafür am 18. Februar 2010 um
Kostengutsprache ersucht (act. 2). Am 22. März 2010 nahm die Versicherte ihre Arbeit
wieder vollumfänglich auf (act. M1). Mit Schreiben vom 12. Mai 2010 hielt Dr. E._
fest, dass die Versicherte immer noch unter chronischen linksseitigen Knieschmerzen
bei beginnender Varusgonarthrose leide, weshalb er eine selbständige
Muskelkräftigung in einem Fitnesscenter empfehle (act. 8).
A.c Nach Einholung einer Stellungnahme ihres beratenden Arztes Dr. med. F._,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie, vom 19. Mai 2010 (act. M15) teilte die AXA der
Versicherten mit Schreiben vom 28. Mai 2010 mit, dass die Versicherungsleistungen
per 30. September 2009 eingestellt würden, weil die Arthroskopie vom 9. September
2009 einen unauffälligen Befund ergeben habe und medizinisch-theoretisch ab
Operationsdatum vom 9. September 2009 maximal eine Arbeitsunfähigkeit von drei
Wochen ausgewiesen sei. Die Radiosynoviorthese vom 26. Februar 2010 sei
unfallfremd (act. 12).
A.d Mit Schreiben vom 3. Juni 2010 wandte die Versicherte ein, dass der Unfall vom
30. Juli 2009 für die jetzigen Beschwerden, vor allem für die Ergussneigung,
verantwortlich sei (act. 13). Mit Verfügung vom 16. Juni 2010 hielt die AXA jedoch an
ihrer Leistungseinstellung fest (act. 16).
B.
Die gegen diese Verfügung von der Versicherten am 19. Juni 2010 erhobene
Einsprache (act. 21) wies die AXA mit Einspracheentscheid vom 14. Juli 2010 ab (act.
31). Der Krankenversicherer (Helsana Versicherungen AG) zog seine vorsorglich
erhobene Einsprache (act. 27) nach Einsicht in die Akten zurück (act. 32).
C.
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C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 14. Juli 2010 erhob die Versicherte mit
Eingabe vom 30. Juli 2010 Beschwerde. Sie beantragte sinngemäss, der
Einspracheentscheid sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten,
über den 30. September 2009 hinaus Leistungen zu erbringen. Die Heilbehandlung der
Unfallfolgen sei im Zeitpunkt der Leistungseinstellung nicht abgeschlossen gewesen.
C.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 10. November 2010 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde.
C.c Mit Replik vom 17. November 2010 hielt die Beschwerdeführerin an ihrem Antrag
fest. Die Beschwerdeführerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet.
C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen
in den medizinischen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
1.1 Der Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung setzt zunächst einen Unfall
im Sinn von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) voraus. Als solcher gilt die plötzliche, nicht
beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den
menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen
Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung
sind gemäss Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR
832.202) folgende Körperschäden den Unfällen gleichgestellt, sofern sie nicht eindeutig
auf eine Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche, Verrenkungen von
Gelenken, Meniskusrisse, Muskelzerrungen, Sehnenrisse, Bandläsionen und
Trommelfellverletzungen. Allerdings ist auch hier zumindest ein Geschehen
entsprechend einem unfallähnlichen Geschehen gefordert, d.h. ein Geschehen, dem
ein gewisses gesteigertes Gefährdungspotential innewohnt bzw. das mit einer plötzlich
erhöhten Krafteinwirkung auf den menschlichen Körper verbunden ist (BGE 129 V 467
E. 2.2). Ist die versicherte Person infolge eines Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig
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(Art. 6 ATSG), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Sie hat zudem Anspruch auf die
zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 Abs. 1 UVG). Dasselbe gilt bei
Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung. Der Unfallversicherer ist demnach
für Gesundheitsschäden leistungspflichtig, die natürlich- und adäquatkausal mit einem
versicherten Unfallereignis bzw. einem unfallähnlichen Ereignis zusammenhängen
(Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. Aufl., Zürich 2003, S. 42 ff.). Die
Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid die Begriffe des
natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zutreffend definiert. Darauf kann
verwiesen werden (BGE 129 V 181 E. 3.1, 119 V 335 E. 1 mit Hinweisen).
1.2 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des
Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate
Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also letzterer nur noch auf
unfallfremden Tatsachen beruht. Das Dahinfallen der kausalen Bedeutung von
unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender Auswirkungen des
Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage
handelt, liegt die Beweislast beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E.
3b). Der Umstand allein, dass nach einer Leistungseinstellung in Bezug auf den
geschädigten Körperteil fortdauernde ärztliche Behandlungen durchgeführt werden,
begründet nicht auch eine fortdauernde Unfallkausalität. Die Prüfung der
Voraussetzungen für das Ende des Anspruchs auf Heilbehandlung und Taggeld hat nur
dann zu erfolgten, wenn überhaupt zwischen Unfall und geklagten Beschwerden die
natürliche und adäquate Kausalität zu bejahen ist. Andernfalls entfällt zum Vornherein
ein Anspruch auf Heilbehandlung und Taggeld. In Bezug auf die Heilbehandlung muss
dann auch nicht mehr geprüft werden, ob von der Fortsetzung der ärztlichen
Behandlung eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands erwartet werden kann
(vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 116 V 44 E. 2c; Alfred Maurer, Schweizerisches
Unfallversicherungsrecht, Bern 1989, S. 274). In diesem Sinn gilt es den Endzustand
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gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG und den Zeitpunkt der Leistungseinstellung mangels
Kausalität auseinanderzuhalten.
2.
Am 6. August 2009 liess die Beschwerdeführerin durch ihre Arbeitgeberin ein Ereignis
vom 30. Juli 2009 als Unfall melden, bei dem sie sich beim Abladen von
Kartonschachteln das Knie verdreht habe und umgeknickt sei (act. 1). In der Folge
waren verschiedene ärztliche Behandlungen notwendig und traten Arbeitsunfähigkeiten
ein. Die Beschwerdegegnerin anerkannte grundsätzlich ihre Leistungspflicht und
erbrachte auch entsprechende Versicherungsleistungen (Heilungskosten und
Taggelder). Erstmals in diesem Verfahren stellt sie nun das Vorliegen eines
Unfallereignisses - konkret der Tatbestandsmerkmale des ungewöhnlichen äusseren
Faktors sowie der schädigenden Einwirkung - in Frage, nachdem sie ein solches zuvor
immer anerkannt hatte. Im Weiteren verneint die Beschwerdegegnerin aufgrund des
Befunds der Arthroskopie vom 9. September 2009 das Vorliegen einer in Art. 9 Abs. 2
UVV erwähnten Körperschädigung (act. G 9, Ziff. 2.7). - Tatsächlich kann für das am 6.
August 2009 gemeldete Ereignis das Merkmal eines ungewöhnlichen äusseren Faktors
nicht ohne weiteres erkannt werden. Damit stünde aber immer noch das Vorliegen
einer unfallähnlichen Körperschädigung bzw. eines unfallähnlichen Ereignisses zur
Diskussion. Die Frage, ob die Beschwerdeführerin am 30. Juli 2009 einen Unfall oder
eine unfallähnliche Körperschädigung bzw. ein unfallähnliches Ereignis erlitten hat,
kann indessen offen gelassen werden, weil letztlich die natürliche Kausalität zwischen
den über den 30. September 2009 hinaus geklagten Kniebeschwerden und den
deswegen attestierten Arbeitsunfähigkeiten und dem Ereignis vom 30. Juli 2009
verneint werden muss und die Beschwerdegegnerin keinerlei
Rückforderungsansprüche geltend macht.
3.
3.1 Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen werden im Regelfall eine
strukturelle Läsion oder eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares
Korrelat verlangt. Als objektiviert gilt eine solche Läsion dann, wenn sie durch einen
entsprechenden radiologischen erhobenen Untersuchungsbefund oder einen
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Arthroskopiebefund nachgewiesen werden kann. Als Folgen des Ereignisses vom 30.
Juli 2009 erhob Dr. C._ die Befunde eines Kniegelenksergusses sowie einer Dolenz
im lateralen Gelenkspalt dorsal. Aus dem Kniegelenk punktierte er 30ml serösen Erguss
ab (act. M1). Am 7. August 2009 wurde im Rodiag Diagnostic Center wegen des
Verdachts auf eine Meniskusläsion im Bereich des lateralen Hinterhorns und eine
Bänderläsion eine MRI-Untersuchung des linken Kniegelenks durchgeführt. Laut dem
am gleichen Tag erstelltem Untersuchungsbericht zeigte diese eine Kontusion und
Mazeration der Aussenmeniskushinterhornwurzel. Die Signalveränderungen erreichten
die Meniskusunterfläche, ein eindeutiger Einriss lasse sich jedoch nicht nachweisen.
Der Knorpel im lateralen Kompartiment sei glatt berandet und das laterale
Kollateralband intakt. Feststellbar sei ein geringer Gelenkserguss. Im Bereich der
Wurzel des Innenmeniskushinterhorns seien ein kleiner Unterflächenriss und zusätzlich
degenerative Veränderungen des Hinterhorns erkennbar. Im Weiteren sei bei der Pars
intermedia eine Extrusion feststellbar. Der Knorpel im medialen Kompartiment sei glatt
berandet. Hingegen sei eine Zerrung des medialen Kollateralbandes Grad I mit
periligamentärem Oedem sichtbar. Weitere Befunde seien schliesslich eine
Chondromalazia patellae Grad II im Bereich der medialen Fazette sowie eine
kaliberschwache mediale und laterale Plica (act. M16). Dr. C._ diagnostizierte
gestützt auf das Ergebnis der MRI-Untersuchung ein Distorsionstrauma sowie eine
Kapselbandläsion im linken Knie und bejahte das ausschliessliche Vorliegen von
Unfallfolgen (act. M1). Die MRI-Untersuchung hat mithin neben degenerativ bedingten
Gesundheitsschäden strukturelle Schädigungen im Bereich des linken Kniegelenks
ergeben, die grundsätzlich traumatisch bedingt sein könnten. Anlässlich der im Spital
Wil am 9. September 2009 durchgeführten Arthroskopie konnten die MRI-Befunde
jedoch nicht verifiziert werden. Im Operationsbericht wurde vielmehr festgehalten, dass
das Gelenk punktiert worden sei, sich aber kein Erguss gezeigt habe. Der Recessus
suprapatellaris habe sich mit unauffälligen Verhältnissen dargestellt. Das mediale
Seitenband und der mediale Meniskus seien absolut intakt gewesen. Die im MRI
beschriebene Läsion im Hinterhornbereich habe nicht verifiziert werden können. Die
Knorpelknochenoberfläche medialseits sei absolut unauffällig und auch das vordere
Kreuzband sei intakt gewesen. Vor dem vorderen Kreuzband habe eine leichte Plica
bestanden, die im Anschluss reseziert worden sei. Im lateralen Kompartiment habe sich
die Knochen-Knorpeloberfläche unauffällig dargestellt. Auch der laterale Meniskus sei
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entgegen dem MRI-Befund nicht wesentlich pathologisch verändert gewesen. Das
laterale Seitenband sei ebenfalls unauffällig gewesen. Als einziger pathologischer
Befund sei eine leichte Chondromalazie der Patella zu erheben gewesen (act. M14).
Der Zustand des linken Knies zeigte sich mithin im Rahmen der Arthroskopie nahezu
unauffällig. Die einzigen Auffälligkeiten - die Plica vor dem vorderen Kreuzband sowie
die leichte Chondromalazie der Patella - waren geringfügiger und degenerativer Natur.
Die Plica wurde ausserdem im Rahmen der Arthroskopie entfernt. Entsprechend wurde
der Arthroskopiebefund von Dr. F._, dem beratenden Arzt der Beschwerdegegnerin,
als unauffällig bezeichnet und das Vorliegen posttraumatischer Veränderungen verneint
(act. M15; vgl. auch M5). Zwar litt die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen auch
weiterhin unter Schwellungszuständen und laut Zwischenbericht von Dr. C._ vom 17.
Februar 2010 mussten ihr am 11. Dezember 2009 abermals 60 ml serösen Ergusses
abpunktiert werden (act. M7). Im Zeitpunkt der Arthroskopie liess sich jedoch keine
unfallkausale strukturelle Gesundheitsschädigung objektivieren, die als Ursache für die
fortdauernden Beschwerden der Beschwerdeführerin zu benennen gewesen wäre.
Insofern ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass aus medizinischer Sicht anlässlich des Ereignisses vom 30. Juli 2009
entweder keine traumatische Gesundheitsschädigung eingetreten war oder sämtliche
dabei erfolgten Schädigungen als abgeheilt betrachtet werden müssen. Die
medizinischen Akten weisen denn auch darauf hin, dass die Beschwerdeführerin im
linken Kniegelenk an einer unfallfremde Pathologie leidet, welche für die fortdauernden
Beschwerden ursächlich ist. So erwähnte Dr. C._ im ärztlichen Zwischenbericht vom
17. Februar 2010, dass die Beschwerdeführerin zurzeit bei Dr. E._ wegen
Schwellungszuständen mit chronischer Ergussbildung in Behandlung sei. Dessen
Röntgenuntersuchung vom 4. Februar 2010 habe eine Varus- und eine leichte
Retropatellararthrose gezeigt. Dr. E._ habe der Beschwerdeführerin valgisierende
Schuheinlagen verordnet und ein Knochenszintigramm eingeleitet. Dr. C._
bezeichnete die Arthrose als unfallfremden Faktor, der im Heilungsverlauf mitspiele
(act. M7). Dr. E._ hatte in der ärztlichen Verordnung für valgisierende Schuheinlagen
vom 4. Februar 2010 eine Varusgonarthrose links diagnostiziert (act. M6). In einem
Kostengutsprachegesuch vom 12. Mai 2010 hielt Dr. E._ sodann fest, dass die
Beschwerdeführerin an chronischen linksseitigen Knieschmerzen bei beginnender
Varusgonarthrose leide (act. 8). Im Rückforderungsbeleg vom 4. Juni 2010 betreffend
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Heilbehandlungen vom 11. Dezember 2009 bis 17. Februar 2010 - insbesondere eine
Gelenkpunktion des Knies vom 11. Dezember 2009 - gab Dr. C._ als
Behandlungsgrund Krankheit an (act. G 3.2). Aus den eben dargelegten Umständen,
dass Dr. E._ eine Varusgonarthrose diagnostizierte, bereits bei der Arthroskopie eine
degenerative Chondromalazie als erste degenerative Veränderung im Laufe einer
Arthroseerkrankung (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische
Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 580 ff., S. 1068 f.) erhoben worden war, Dr. C._ und
Dr. E._ als Grund für ihre Behandlungen vom 11. Dezember 2009 bis 17. Februar
2010 bzw. 4. Februar bis 3. Juni 2010 nicht Unfall, sondern übereinstimmend Krankheit
nannten und Dr. C._ als Faktor im Heilungsverlauf auf die Arthrose aufmerksam
machte und diese als unfallfremd bezeichnete, muss davon ausgegangen werden,
dass die Beschwerdesituation im linken Knie auf arthrotische Veränderungen
zurückzuführen und nicht mit dem Ereignis vom 30. Juli 2009 in Zusammenhang zu
bringen ist. Im Übrigen bildet der Reizerguss eine typische Beschwerde bei einer
Kniegelenksarthrose (vgl. Alfred M. Debrunner, a.a.O., S. 581, 1069). Die von Dr. C._
im ärztlichen Zwischenbericht vom 17. Februar 2010 gestellte Diagnose eines Status
nach Distorsionstrauma am Knie links und medialer Teilmeniskektomie im September
2009 (act. M7), sagt lediglich aus, dass das Ereignis vom 30. Juli 2009 am Beginn der
Beschwerden stand. Über die Unfallrestfolgen wird damit nichts Konkretes ausgesagt.
Auch sein Hinweis, dass die Beschwerdeführerin bei Dr. E._ wegen
Schwellungszuständen mit chronischer Ergussneigung in Behandlung sei und dessen
Aussage, die Beschwerdeführerin leide an chronischen linksseitigen Knieschmerzen bei
beginnender Varusgonarthrose kann keinem unfallkausalen organischen Korrelat
zugeordnet werden. Die Bezeichnung "chronisch" weist darauf hin, dass eine
traumatische Ursächlichkeit nicht überwiegend wahrscheinlich ist. Bei einer
Chronifizierung wird das ursprünglich erlittene Verletzungsmuster für das Ausmass der
erlebten Behinderung immer bedeutungsloser und der Schmerz wird durch andere,
unfallfremde Faktoren, gerade auch degenerativer Art, unterhalten. Der Umstand, dass
auf die anfängliche ärztliche Bestätigung einer Unfallkausalität eine Krankheitstaxierung
folgte, ist insofern schlüssig begründbar, als die von Dr. E._ am 4. Februar 2010
durchgeführte Röntgenuntersuchung als einzigen Befund eine Varusgonarthrose
ergeben hatte. Im Übrigen ist anzufügen, dass der alleinige Umstand, dass eine
versicherte Person nach einem Unfallereignis fortdauernde Beschwerden beklagt,
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insofern keine andauernde Leistungspflicht des Unfallversicherers begründet, als
unfallbedingte Gesundheitsschäden im Regelfall einem Heilungsprozess unterliegen.
Entsprechend vermögen auch die Vorbringen der Beschwerdeführerin zu keiner
anderen Betrachtungsweise zu führen. Soweit sie geltend macht, sie habe vor dem
Unfall unter keinerlei Kniebeschwerden gelitten und gesund während 40 Jahren 100%
gearbeitet, beruft sie sich auf die Beweisregel "post hoc ergo propter hoc" im Sinn der
natürlichen Vermutung, Beschwerden müssten unfallbedingt sein, wenn bis zum Unfall
Beschwerdefreiheit bestanden habe. Diese Beweisregel ist unfallmedizinisch jedoch
nicht haltbar und beweisrechtlich untauglich, sofern der Unfall keine strukturellen
Läsionen verursacht hat (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juni 2007 i/S R.
[U 290/06], E. 4.2.3 mit Hinweisen; Alfred Maurer, a.a.O., S. 460 Fn 1205). In
Übereinstimmung mit diesen Erwägungen und ärztlichen Beurteilungen hält schliesslich
der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin, Dr. F._, in seiner Beurteilung vom
19. Mai 2010 schlüssig fest, dass keine posttraumatischen Veränderungen
auszumachen seien und keine unfallbedingte Indikation für die Radiosynoviorthese
bestanden habe.
3.2 Zusammenfassend ist demnach davon auszugehen, dass die natürliche
Kausalität zwischen dem Unfall vom 30. Juli 2009 und den anhaltenden
Kniebeschwerden aufgrund der vorliegenden, übereinstimmenden Akten spätestens
bis zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung überwiegend wahrscheinlich dahingefallen
sind und die Beschwerdegegnerin insbesondere richtigerweise festgestellt hat, dass
die Radiosynoviorthese vom 26. Februar 2010 aus unfallfremden Gründen erfolgt sei.
4.
Der angefochtene Einspracheentscheid vom 14. Juli 2010 lässt sich somit nicht
beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist im Sinn der vorstehenden
Erwägungen abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP