Decision ID: db360b3a-15fe-5f13-84fc-e74e992e261e
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
V._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Bachmann, Rosenbergstrasse 42,
9000 St. Gallen,
gegen
Kantonale Arbeitslosenkasse, Davidstrasse 21, 9001 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Kurzarbeitsentschädigung (Gleitzeit)
Sachverhalt:
A.
A.a Der V._ wurde mit Abrechnung vom 11. August 2009 eine
Kurzarbeitsentschädigung für den Monat Mai 2009 von Fr. 53'290.45 von der
Kantonalen Arbeitslosenkasse (nachfolgend: Arbeitslosenkasse) ausgerichtet (act.
G 6.8). Am 15. September 2009 korrigierte die Arbeitslosenkasse die Abrechnung für
den Monat Mai 2009 und leistete der V._ zusätzliche Kurzarbeitsentschädigungen im
Betrag von Fr. 27'224.30, total somit Fr. 80'514.75 (act. G 6.7). Sie kam am
14. Oktober 2009 auf die Mai-Abrechnung zurück und forderte von der V._ zu viel
ausbezahlte Leistungen im Umfang von Fr. 4'194.35 zurück (act. G 6.6). Gleichentags
richtete sie der V._ für den Monat Juni 2009 unter Abzug der Rückforderung von Fr.
4'194.35 eine Kurzarbeitsentschädigung von Fr. 86'028.40 aus (act. G 6.5).
A.b Die V._ war mit den Taggeldabrechnungen vom 14. Oktober 2009
(Rückforderung betreffend Monat Mai 2009 und Abrechnung für Monat Juni 2009) nicht
einverstanden und verlangte am 2. November 2009 den Erlass einer anfechtbaren
Verfügung (act. G 6.4).
A.c In der Verfügung vom 5. November 2009 bestätigte die Arbeitslosenkasse die
beanstandeten Abrechnungen. Zur Begründung führte sie aus, dass die V._ auf den
Zeitausweisen Buchungen unter dem Titel "Gleitzeit an Kurzarbeit" vorgenommen
habe. Diese könnten nicht akzeptiert werden (act. G 6.3).
B.
B.a Dagegen erhob die V._ am 27. November 2009 Einsprache. Sie führte darin aus,
dass sie eine genügende Arbeitszeitkontrolle geführt habe. Die Gleitzeitsaldi würden in
der betrieblichen Zeiterfassung fortlaufend übertragen. In den Monaten Mai und Juni
2009 sei "einzig und allein der Einfachheit halber nicht tägliche Kurzarbeit" gebucht
worden. Es bestünden keine Vorschriften darüber, wie die Kurzarbeit zu erfassen sei.
Würde das offizielle Dokument "Rapport über die wirtschaftlich bedingten
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Ausfallstunden" benutzt, so werde klar, dass die Erfassung keine Rolle spiele. Denn in
diesem Formular würden einzig die täglichen Fehlzeiten angegeben. Sie hätte aber im
Hintergrund die "Umbuchungsart GLZT - KUA" benutzen können und "keine
Einsprache ihrerseits gewärtigen müssen". Im Übrigen wäre sie bereit gewesen, die
Umbuchungen nach den Vorgaben der Arbeitslosenkasse umzusetzen, obschon dies
unnötig sei. Dies hätte einen innerbetrieblichen Zeitaufwand von rund zwei Manntagen
(16 Stunden) beansprucht (act. G 6.2).
B.b Die Arbeitslosenkasse wies die Einsprache vom 27. November 2009 mit Entscheid
vom 5. Januar 2010 ab. Sie stellte sich auf den Standpunkt, dass die Abrechnungen
gemäss den von der V._ eingereichten Unterlagen erstellt worden seien. Aus diesen
gehe hervor, wie viel Kurzarbeit jeder einzelne Mitarbeiter geleistet habe. Die Stunden
seien auf den Zeitnachweisen mit der Bezeichnung "Kurzarbeit" ausgewiesen worden.
Dies seien auch die Stunden, die für die Arbeitslosenkasse mit Blick auf die Auszahlung
allein von Bedeutung seien. Die von den Mitarbeitern unterschriebenen Stunden
würden nicht berücksichtigt, da darin Stunden aus dem Gleitzeitkonto an die
Kurzarbeitsstunden angerechnet worden seien. Eine Umbuchung von Gleitzeitstunden
auf Kurzarbeitsstunden sei nicht nachzuvollziehen und werde nicht berücksichtigt (act.
G 6.1).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 5. Januar 2010 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 4. Februar 2010. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter
Kosten- und Entschädigungsfolge dessen Aufhebung mit gleichzeitiger Korrektur der
durch die Beschwerdegegnerin erstellten Abrechnungen für die Abrechnungsperioden
Mai und Juni 2009. Eventualiter sei die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zur
neuen Berechnung der Abrechnungsperioden Mai und Juni 2009 zurückzuweisen (act.
G 1). In der ergänzenden Eingabe vom 17. März 2010 macht sie geltend, dass ihr von
der Beschwerdegegnerin keine Vorgaben über die konkrete Art des
Abrechnungsmodus gemacht worden seien. Die ablehnende Verfügung vom
5. November 2009 sei "ohne vorgängige Benachrichtigung und / oder ohne
Einräumung einer nachträglichen Korrekturfrist" ergangen. Dies sei besonders
stossend. Die Beschwerdegegnerin habe sich nicht bereit erklärt,
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wiedererwägungsweise auf die Angelegenheit zurückzukommen und im Rahmen einer
bilateralen Gesprächslösung eine Anpassung zu suchen. Ein derartiges Vorgehen
widerspreche sämtlichen Geboten eines fairen behördlichen Umgangs und fördere
letztlich ungleiche Behandlungen wie auch Verletzungen des rechtlichen Gehörs. Allein
aus diesen Überlegungen sei die Beschwerde zu schützen. Zum Abrechnungsmodus
führt sie aus, dass alle eingegebenen Daten jedes einzelnen Mitarbeiters durch das
EDV-System in einer Zeitnachweisliste erfasst würden. Am Ende eines jeden Monats
werde nach entsprechender Summation diese Zeitnachweisliste dem Mitarbeiter zur
Kontrolle und Unterschrift unterbreitet. Diese Zeitnachweise würden dann
zusammengefasst und berechnet. Die von der Beschwerdegegnerin beanstandete
Zeitumbuchung "GLZ-Konto an KA-Stunden" werde manuell vorgenommen. Dabei
seien die massgebenden Empfehlungen des SECO befolgt worden. Auf dem
Zeitnachweisblatt würden Kurzarbeitsperioden, zumeist ab einem halben Arbeitstag,
erfasst. Hinzu kämen über die Umbuchungsart "GLZ an KA-Stunden" geringe
Kurzarbeitszeiten, die in der Regel unter einem halben Tag lägen, bzw. gar Minuten
betragen würden. Diese Stunden seien in der Zeitnachweisliste unter der Rubrik "GLZ"
mit einem Minuszeichen versehen und würden die entsprechenden täglichen
Kurzarbeitszeitberechtigungen belegen. Gestützt auf diese Zeitnachweisliste stelle sich
per Ende des Monats die Frage, wie viele Stunden sich insgesamt als Minus (=
Kurzarbeit) aufgebaut hätten. Die Höhe der kurzarbeitszeitberechtigten Stunden pro
Monat ergäbe sich dabei wie folgt: Es würden zu den effektiv deklarierten
Kurzarbeitsstunden die Kurzarbeitsstunden unter einem halben Tag mit dem
Umbuchungssatz "GLZ - an KA-stunden" hinzugezählt. Das Total der Kurzarbeit werde
handschriftlich festgestellt. Die so mit der Höhe der Kurzarbeitszeitberechtigung
ergänzte Zeitnachweisliste werde durch jeden einzelnen Mitarbeiter geprüft; letzterer
bestätige die Richtigkeit und Vollständigkeit schliesslich mit seiner Unterschrift. Der
Umbuchungsbetrag "GLZ-Konto auf KA-Stunden" ergebe sich erstens aus der
Wochensummation und zweitens abzüglich des Überstundenaufbaus des letzten
Arbeitstages (act. G 4).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 1. April 2010 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Beschwerdeabweisung. Die Kurzarbeitsentschädigung für die Monate Mai und Juni
2009 sei aufgrund der vom Betrieb eingereichten Unterlagen abgerechnet und
ausbezahlt worden. Aus den eingereichten Unterlagen (Zeitrapporte) gehe unter der
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Rubrik "Zeitumbuchungen" eindeutig hervor, dass aus dem Gleitzeitkonto Stunden in
die Kurzarbeitsstunden verschoben worden seien. Dies bedeute, dass einzelne
Kurzarbeitsstunden, die vom Mitarbeiter unterschriftlich bestätigt worden seien, aus
dem Gleitzeitkonto stammten, die nicht durch die Kurzarbeitsentschädigung gedeckt
seien. Der Abbau von Gleitzeitstunden könne nicht wie vom Betrieb auf den
Zeitnachweislisten festgehalten durch Kurzarbeitsentschädigung gedeckt werden. "Die
eingereichten Abrechnungen im Nachhinein zu Gunsten der Firma anzugleichen hätte
durchaus in Betracht gezogen werden können, wäre aber einer Umgehung des
Gesetzes gleichgekommen". Was die verfahrensrechtlichen Rügen der
Beschwerdeführerin anbelange, so seien diese nicht stichhaltig (act. G 6).
C.c Die Beschwerdeführerin hält in der Replik vom 4. Juni 2010 an ihren Begehren
unverändert fest. Ergänzend bringt sie vor, dass die Beschwerdegegnerin nicht habe
darlegen können, inwiefern der Abrechnungsmodus einer Gesetzesumgehung
gleichkomme (act. G 12).
C.d In der Duplik vom 22. Juni 2010 hält die Beschwerdegegnerin an ihrer Auffassung
unverändert fest (act. G 14).
C.e Die Verfahrensleitung holt in der Folge weitere Stellungnahmen der Parteien ein
(act. G 16 ff.). Soweit entscheidnotwendig, wird in den nachfolgenden Erwägungen
darauf eingegangen.

Erwägungen:
1.
Die Beschwerdegegnerin hat weder in der angefochtenen Verfügung noch im
angefochtenen Einspracheentscheid festgehalten, in welchem Ausmass sie die von der
Beschwerdeführerin geltend gemachten Ausfallstunden nicht akzeptiert hat. Von der
Verfahrensleitung im Beschwerdeverfahren dazu aufgefordert reichte die
Beschwerdegegnerin eine Auflistung der umstrittenen Umbuchungen der Monate Mai
und Juni 2009 ein (act. G 17.1: Mai 2009 total 207.43 h und Juni 2009 total 434.01 h).
Diese Ausfallstunden führten offenbar zu einer Kürzung der beantragten
Kurzarbeitsentschädigung im Mai 2009 von total Fr. 4'792.84 und im Juni 2009 von
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total Fr. 10'441.16 (je einschliesslich AN-Anteil AHV/IV/EO/ALV von 6.05%, vgl. act. G
19). Das betragliche Ausmass dieser Kürzungen ist unbestritten geblieben (vgl. act. G
21). Umstritten ist einzig, ob die von der Beschwerdeführerin per Ende der
Abrechnungsperioden Mai und Juni 2009 vorgenommenen Umbuchungen "GLZ an
KA" bei der Berechnung der Kurzarbeitsentschädigung zu berücksichtigen sind oder
nicht.
2.
2.1 Arbeitnehmende, deren normale Arbeitszeit verkürzt oder deren Arbeit ganz
eingestellt ist, haben Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung, wenn u.a. der
Arbeitsausfall anrechenbar ist (Art. 31 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die
obligatorische Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung [AVIG;
SR 837.0]). Ein Arbeitsausfall ist anrechenbar, wenn er auf wirtschaftliche Gründe
zurückzuführen und unvermeidbar ist (Art. 32 Abs. 1 lit. a AVIG) und wenn er zudem je
Abrechnungsperiode mindestens 10% der Arbeitsstunden ausmacht, die von den
Arbeitnehmenden des Betriebes normalerweise insgesamt geleistet werden (Art. 32
Abs. 1 lit. b AVIG). Der Bundesrat kann abweichende Bestimmungen erlassen über die
Kurzarbeitsentschädigung u.a. für Arbeitnehmende, deren Arbeitszeit innerhalb
vertraglich festgelegter Grenzen veränderlich ist (Art. 31 Abs. 2 lit. b AVIG). Gestützt auf
diese Delegationsbestimmung hat der Bundesrat in der Verordnung festgehalten, dass
in flexiblen Arbeitszeitsystemen die vertraglich vereinbarte jahresdurchschnittliche
Arbeitszeit als normale Arbeitszeit gilt (Art. 46 Abs. 1 AVIV).
2.2 In flexiblen Arbeitszeitsystemen gilt die Arbeitszeit nur dann als verkürzt, wenn sie
zusammen mit geleisteten Mehrstunden die normale Arbeitszeit nicht erreicht (Art. 46
Abs. 2 erster Satz der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung
und die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Als Mehrstunden gelten alle
ausbezahlten oder nicht ausbezahlten Stunden, welche die vertraglich vereinbarte
Arbeitszeit übersteigen (Art. 46 Abs. 2 zweiter Satz AVIV). Nicht als Mehrstunden gelten
Zeitsaldi bis zu 20 Arbeitsstunden aus betrieblichen Gleitzeitregelungen sowie
betrieblich festgelegte Vor- oder Nachholstunden zum Überbrücken von Feiertagen
(Art. 46 Abs. 2 dritter Satz AVIV).
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2.3 In BGE 130 V 309 hat das Bundesgericht entschieden, dass die Umschreibung
der verkürzten Arbeitszeit bei betrieblicher Gleitzeitregelung in Art. 46 AVIV
gesetzeskonform ist. Die Bestimmung, wonach Zeitsaldi bis 20 Arbeitsstunden aus
betrieblichen Gleitzeitregelungen nicht als Mehrstunden gelten, ziele darauf ab, der
zunehmenden Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse Rechnung zu tragen. Die
Limitierung des Saldos auf 20 Arbeitsstunden stelle dabei sicher, dass während einer
Kurzarbeitsphase nicht unverhältnismässig viele Mehrstunden im Rahmen einer
betrieblichen Gleitzeitregelung geleistet würden. Nur innerhalb von 20 Arbeitsstunden
würden solche Mehrstunden den Arbeitsausfall nicht reduzieren. Es sei nicht Sache
des Gerichts über die Zweckmässigkeit dieser Regelung zu befinden, namentlich zu
prüfen, ob eine Limitierung auf weniger als 20 Arbeitsstunden angezeigt wäre (BGE 130
V 312 E. 4.2 mit Hinweisen). Demnach werden Gleitzeitsaldi bis +20 Stunden nicht an
die Ausfallstunden angerechnet, d.h. Gleitzeitsaldi innerhalb dieser Limitierung
beeinflussen die Ausfallstunden nicht. Darüber liegende Gleitzeitsaldi reduzieren
dagegen die anrechenbaren Ausfallstunden (vgl. Beispiele Nr. 1 und 2 im
Kreisschreiben über die Kurzarbeitsentschädigung KS ALE vom Januar 2005, B 16).
Gleiches gilt nach der Verwaltungspraxis für Minussaldi. Diese sind ebenfalls auf -20
Stunden begrenzt. Das führt dazu, dass sich Mehrstunden im Rahmen einer
Gleitzeitregelung innerhalb einer Bandbreite von -20 bis +20 Arbeitsstunden "neutral"
verhalten, mithin sind maximal 40 "neutrale" Mehrstunden möglich, ohne dass sich die
anrechenbaren Arbeitsstunden reduzieren (vgl. KS KAE, B 13ff. mit weiteren
Berechnungsbeispielen).
3.
3.1 Umstritten sind die Arbeitszeitkontrollen der Beschwerdeführerin für die Monate
Mai und Juni 2009 bezüglich Kurzarbeitszeiten, die meist weniger als einen halben Tag
dauerten und in den Zeitnachweislisten (vgl. act. G 6.5 und 6.8) nicht fortlaufend als
Kurzarbeit erfasst wurden. Vielmehr erfasste die Beschwerdeführerin diese in der
Rubrik "GLZ" und nahm Ende Monat eine manuelle Umbuchung "GLZ an KA-Stunden"
vor, wobei sie von den Minusstunden/-minuten die Plusstunden/-minuten abzog, also
den Saldo als Arbeitsausfall verbuchte (vgl. act. G 4.1 Zeitnachweisliste für A.M. für
Juni 2009; hier zog sie die Zeit über die tägliche Sollarbeitszeit des letzten Arbeitstages
von 0.39 Stunden zusätzlich vom geltend gemachten Arbeitsausfall ab: Gleitzeitsaldo
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Juni -9.94 h abzüglich 0.39 "Überzeit" Dienstag, 30.6., Umbuchung GLZ-Konto an KA
Stunden: 9.56 h). Die Beschwerdegegnerin anerkannte einzig diejenigen Stunden, die
auf den Zeitnachweislisten fortlaufend mit der Bezeichnung "Kurzarbeit" ausgewiesen
worden sind und nicht über das Gleitzeitkonto gebucht wurden. Die darüber
hinausgehenden, von den Mitarbeitenden der Beschwerdeführerin unterschriebenen
Stunden berücksichtigte sie dagegen nicht, da diese Stunden aus dem Gleitzeitkonto
an die Kurzarbeitsstunden angerechnet worden seien. Eine Umbuchung von
Gleitzeitstunden auf Kurzarbeitsstunden sei nicht nachzuvollziehen und werde nicht als
kurzarbeitsbedingter Ausfall anerkannt (act. G 6.1).
3.2 Ins Gewicht fällt, dass die von der Beschwerdeführerin erstellten
Arbeitszeitkontrollen für die Monate Mai und Juni 2009 (act. G 6.5 und G 6.8) bezüglich
der effektiv geleisteten Arbeitsstunden täglich fortlaufend geführt worden sind und
kontrolliert werden können. Sie enthalten ausreichend detaillierte und zeitechte
Dokumentationen der geleisteten Arbeitsstunden und stellen sicher, dass die
geleisteten Arbeitszeiten bzw. die zu entschädigenden Ausfallstunden bestimm- und
kontrollierbar sind. Da das besondere Wesen der gleitenden Arbeitszeit darin
begründet liegt, dass die Zeitsouveränität bei den Arbeitnehmenden liegt (BGE 130 V
315 E. 5.1.3), hat die Beschwerdeführerin ihre Arbeitnehmenden zu Recht die jeweilige
kurzarbeitsbedingte Ausfallzeit berechnen bzw. unterschriftlich bestätigen lassen. Es
besteht vor diesem Hintergrund kein Anlass, die Arbeitszeitnachweise einzig aufgrund
der von der Beschwerdeführerin gewählten Buchungsart zu korrigieren bzw. allein
gestützt darauf, die von den Arbeitnehmenden mit eigenhändiger Unterschrift
bestätigten (laufend echtzeitlich erhobenen) Ausfallstunden in Frage zu stellen. Es sind
keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich und es wird von der Beschwerdegegnerin auch
nicht geltend gemacht, dass die Mitarbeitenden in die Vorbereitung oder Ausführung
für eine unrechtmässige Erlangung von Kurzarbeitsentschädigungen einbezogen
worden und die von ihnen unterschriftlich bestätigten kurzarbeitsbedingten Ausfälle
wahrheitswidrig wären. Ergänzend ist zu bemerken, dass die Beschwerdegegnerin
einräumt, sie habe der Beschwerdeführerin bezüglich des Abrechnungsmodus keine
Vorgaben gemacht. Damit geht einher, dass die Beschwerdegegnerin weder im
Einspracheentscheid vom 5. Januar 2010 (act. G 6.1), noch in der Beschwerdeantwort
vom 1. April 2010 (act. G 6) oder in der Duplik vom 22. Juni 2010 (act. G 14) irgendeine
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Norm anführt, mit der die von der Beschwerdeführerin vorgenommene
Abrechnungsweise nicht zu vereinbaren wäre.
3.3 Die Beschwerdegegnerin erhebt zur Begründung der von ihr vorgenommenen
Korrekturen den Vorwurf der Gesetzesumgehung (act. G 6 und G 14). Wie die
Beschwerdeführerin zu Recht bemerkt (act. G 12), legt die Beschwerdegegnerin aber
nicht dar, welche Gesetzesnorm im vorliegenden Fall umgangen worden wäre. Zwar ist
verständlich, dass die unterschiedliche Erfassung der Kurzarbeit in den Zeitausweisen
(ganze/halbe Tage fortlaufend als Kurzarbeit erfasst, wenige Stunden/Minuten dagegen
in aller Regel erst am Ende des Monats aufgrund der Gleitzeitsaldi als Kurzarbeit
verbucht) Zweifel am geltend gemachten Ausmass des Arbeitsausfalles wecken kann.
Gleitzeit und wirtschaftlicher Arbeitsausfall schliessen sich grundsätzlich aus: So
bestimmen die Arbeitnehmenden im Rahmen des betrieblichen Arbeitszeitreglements
grundsätzlich eigenständig, wie lange sie an einem Tag arbeiten. Demgegenüber wird
Kurzarbeit aus der Sicht der Arbeitgebenden angeordnet. Wäre nun im Betrieb der
Beschwerdeführerin in den Monaten Mai und Juni 2009 nicht Kurzarbeit angeordnet
gewesen, sondern von den Mitarbeitenden im Rahmen ihrer Zeitsouveränität Gleitzeit
auf- bzw. abgebaut und wären diese Gleitzeiten rückwirkend plötzlich neu als
Kurzarbeit deklariert worden, wären die Korrekturen der Beschwerdegegnerin wohl zu
Recht erfolgt, muss doch Kurzarbeit vorgängig angeordnet werden. Indessen hat die
Beschwerdegegnerin selber nicht behauptet, bei der Umbuchung handle es sich in Tat
und Wahrheit nicht um angeordnete Kurzarbeit, sondern um von den Arbeitnehmenden
selbst bestimmte Gleitzeit. Die Beschwerdegegnerin hat einzig das Vorgehen der
Beschwerdeführerin (einzelne Stunden/Minuten erst am Monatsende gesamthaft an
Kurzarbeit gebucht) beanstandet. Nun hat jedoch weder der Verordnungsgeber noch
die Beschwerdegegnerin Vorschriften über die Art und Weise der Erfassung von
Kurzarbeit in flexiblen Arbeitszeitsystemen erlassen. Von daher kann der
Abrechnungsmodus allein nicht zum Anlass für Korrekturen genommen werden, ohne
dass die Korrektur inhaltlich begründet wird. Ergänzend ist zu bemerken, dass sich der
Bundesrat der Schwierigkeiten bei flexiblen Arbeitszeitmustern bewusst war. Um
sicherzustellen, dass die Kurzarbeit auch bei Betrieben mit flexiblen
Arbeitszeitsystemen ihren Zweck erfüllen kann, erachtete er besondere Bestimmungen
für erforderlich (BBl 1989 III 392). Der Gesetzgeber räumte dem Bundesrat daher - wie
erwähnt - in Art. 31 Abs. 2 lit. b AVIG entsprechende Rechtsetzungskompetenzen ein.
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Bezüglich der Missbrauchsverhütung bezüglich flexibler Arbeitszeit beliess es dieser
beim Erlass von Art. 46 Abs. 2 AVIV (vgl. hierzu vorstehende E. 2.2) und erliess keine
weiteren Vorschriften, namentlich auch nicht zum Abrechnungsmodus.
3.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass die von der Beschwerdeführerin gewählte
Abrechnungsweise nicht gegen Gesetz und Verordnung verstösst. Daran ändert nichts,
dass sich in den Zeitnachweislisten vereinzelte Erfassungen unter dem Stichwort
"Kurzarbeit" finden, die nach den Angaben der Beschwerdeführerin über die
Umbuchungsart "GLZ an KA-Stunden" hätten erfolgen sollen. Denn dabei handelt es
sich offenbar um versehentliche Abweichungen (act. G 21). Die seltenen abweichenden
Erfassungen zeigen jedoch auf, dass auch bei der direkten - nach Darstellung der
Beschwerdeführerin zeitaufwendigeren (act. G 6.2) - Erfassung dieselben
Arbeitsausfälle resultieren würden, mithin der Abrechnungsmodus keinen Einfluss auf
das Ergebnis zeitigt.
4.
4.1 In Gutheissung der Beschwerde ist der Einspracheentscheid vom 5. Januar 2010
aufzuheben. Die Sache ist zur Festsetzung und Ausrichtung der
Kurzarbeitsentschädigungen im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verzichtete auf das
Einreichen einer Kostennote. Im vorliegenden Fall erscheint mit Blick auf den nach der
Duplik zusätzlich ergangenen Schriftenwechsel und auf die dadurch entstandenen
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weiteren Bemühungen des Rechtsvertreters eine gegenüber dem üblichen Ansatz von
Fr. 3'000.-- erhöhte pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP