Decision ID: bfde8790-3daa-5f65-9346-950812130406
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 11. November 2013 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-
act. 2). Die Suva-Kreisärztin B._, Fachärztin für Chirurgie, führte im ärztlichen Bericht
vom 22. Juni 2017, dem u.a. eine kreisärztliche Untersuchung vom 13. März 2017
zugrunde liegt (siehe hierzu den kreisärztlichen Bericht von B._ vom 15. März 2017,
IV-act. 51-14), aus, die Versicherte leide an den Folgen eines Frontalverkehrsunfalls
vom 30. Juni 2013 mit Verdacht auf leichte traumatische Hirnverletzung, BWK 12-
Fraktur und Rissquetschwunde frontoparietal rechts. Aktuell bestehe ein
Ganzkörperschmerz ohne punctum maximum im Rahmen einer Symptomausweitung
(IV-act. 51-22 ff.). Der RAD-Arzt Dr. med. C._, Facharzt für Prävention und
Gesundheitswesen, empfahl eine polydisziplinäre (allgemein-internistische,
neurologische, neuropsychologische, orthopädische und psychiatrische) Begutachtung
der Versicherten. Im Rahmen der neuropsychologischen Begutachtung seien auch
Beschwerdevalidierungstests durchzuführen (Stellungnahme vom 22. Juni 2018, IV-
act. 65).
A.b Am 11. Juli 2018 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, sie übernehme die Kosten
einer polydisziplinären Begutachtung mit den Fachdisziplinen Allgemeine/Innere
Medizin, Neurologie, Neuropsychologie, Orthopädie und Psychiatrie. Die Wahl der
Gutachterstelle erfolge nach dem Zufallsprinzip (IV-act. 63). In der Mitteilung vom
11. September 2018 ordnete die IV-Stelle eine polydisziplinäre Begutachtung durch die
Z._ AG an. Als Sachverständiger für die neuropsychologische Begutachtung war
Prof. Dr. med. D._, Facharzt für Neurologie, vorgesehen (IV-act. 69). Gegen eine
neuropsychologische Abklärung durch Prof. D._ erhob die Versicherte am
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13. September 2018 Einwand. Sie brachte vor, Prof. D._ verfüge als Neurologe nicht
über die hierzu erforderlichen fachlichen Anforderungen, und ersuchte, von der Z._
AG einen alternativen Vorschlag für einen neuropsychologischen Gutachter zu
verlangen (IV-act. 70). Mit Zwischenverfügung vom 21. September 2018 ordnete die IV-
Stelle die vorgesehene polydisziplinäre Begutachtung durch die Z._ AG an und hielt
an der Person von Prof. D._ für die neuropsychologische Begutachtung fest (IV-
act. 71).
B.
B.a Gegen die Zwischenverfügung vom 21. September 2018 richtet sich die
vorliegende Beschwerde vom 22. Oktober 2018. Die Beschwerdeführerin beantragt
darin deren Aufhebung. Die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, den Auftrag für die
polydisziplinäre Begutachtung nicht an die Z._ AG zu vergeben und über die
Verteilplattform SuisseMED@P eine andere Gutachterstelle zu ermitteln. Eventualiter
sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die Z._ AG anzuweisen, im Fachbereich
Neuropsychologie einen anderen Gutachter oder eine andere Gutachterin
vorzuschlagen. Anschliessend sei das rechtliche Gehör zu gewähren. Drittens sei bei
der FMH bzw. dem Präsidenten der FMH anzufragen, ob Prof. D._ über eine
ausreichende Qualifikation für die Erstattung neuropsychologischer Gutachten verfüge;
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Nebst der Verletzung der
Begründungspflicht macht die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, Prof.
D._ verfüge nicht über die für eine neuropsychologische Begutachtung erforderlichen
fachlichen Voraussetzungen. Insbesondere verfüge Prof. D._ über keine Weiter- oder
Zusatzausbildungen im Bereich der Neuropsychologie. Durch das Vorgehen der Z._
AG, wobei deren betriebswirtschaftlicher sowie medizinischer Leiter und Inhaber
persönlich als Gutachter in einem anderen als seinem Fachgebiet vorgeschlagen
worden sei, werde das Vertrauen in die fachliche Kompetenz des Gutachtensinstituts
und des dortigen Gutachtensverfahrens bei objektiver Betrachtung nachvollziehbar
beeinträchtigt. Von einer Begutachtung durch die Z._ AG sei daher aufgrund der
Befangenheit abzusehen. Prof. D._ sei zudem in persönlicher Hinsicht abzulehnen,
da gegen ihn ein Strafverfahren im Zusammenhang mit einer Gutachtenserstellung
laufe. Auch in der Vergangenheit sei Prof. D._ durch seine Nähe zu den
Versicherungsträgern mehrfach negativ aufgefallen (act. G 1).
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B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 23. November
2018 die Abweisung der Beschwerde. Sie verneint das Vorliegen von Umständen, die
den Anschein der Befangenheit von Prof. D._ begründen. Ob die geltend gemachte
mangelnde Fachqualifikation von Prof. D._ zur Durchführung der
neuropsychologischen Untersuchung einen formellen Ablehnungsgrund darstelle,
erscheine im Licht der bundesgerichtlichen Rechtsprechung fraglich, denn dieser
Einwand betreffe nicht die Unparteilichkeit von Prof. D._, sondern seine fachliche
Qualifikation, was im Rahmen der Beweiswürdigung zu prüfen wäre. Im Übrigen gehe
aus dem Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 5. September
2018 (VV.2017.259/E) hervor, dass Prof. D._ bei seiner Aus- und Weiterbildung auch
eine weitergehende Ausbildung im Bereich der neuropsychologischen Begutachtung
durchlaufen habe und somit über die notwendigen Qualifikationen zur Erstellung von
neuropsychologischen Gutachten verfüge (act. G 3).
B.c In der Eingabe vom 29. November 2018 vertritt die Beschwerdeführerin den
Standpunkt, dass der von der Beschwerdegegnerin zitierte Entscheid des
Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau inhaltlich falsch sei (act. G 5).
B.d Das Versicherungsgericht ersucht das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV)
am 17. Mai 2019 um Stellungnahme u.a. zur Frage, auf welcher Grundlage es seine
Schlussfolgerung betreffend die Befähigung von Prof. D._ stütze (act. G 7). Im
Schreiben vom 22. Mai 2019 äussert sich die Beschwerdeführerin über das Verhalten
der Z._ AG hinsichtlich ihrer Beteiligung an der Auftragsverteilplattform
SuisseMED@P bei Gutachtensaufträgen, welche eine neuropsychologische
Untersuchung beinhalten (act. G 8).
B.e Das BSV antwortete am 28. Juni 2019, es habe im Nachgang zu einer, von der
Z._ AG dem BSV auf Aufforderung hin eingereichten, umfangreichen
Dokumentation über die fachliche Qualifikation den Entscheid gefällt, dass Prof. D._
"ad personam" über die erforderliche Qualifikation für die Durchführung von
neuropsychologischen Gutachten verfüge. Im Wissen um ein hängiges Verfahren vor
einem kantonalen Gericht habe es die Zulassung unter Vorbehalt dieses Urteils gestellt.
In seinem Entscheid vom 5. September 2018 habe das Versicherungsgericht des
Kantons Thurgau festgehalten, Prof. D._ verfüge über die erforderlichen
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Kompetenzen zur Durchführung neuropsychologischer Gutachten für die
Invalidenversicherung. Im Nachgang zu diesem Urteil habe das BSV die IV-Stellen über
die Zulassung "ad personam" von Prof. D._ zur Durchführung von
neuropsychologischen Gutachten in der Invalidenversicherung informiert (act. G 10
samt Beilagen in act. G 10.1 - 8).
B.f Unter Hinweis auf die Ausführungen des Bundesamts für Sozialversicherungen hält
die Beschwerdegegnerin an der beantragten Beschwerdeabweisung fest (act. G 12).
B.g Die Beschwerdeführerin hält in der Stellungnahme vom 9. August 2019
unverändert an der Beschwerde fest. Zu den vom BSV eingereichten Beilagen sei
festzuhalten, dass daraus ersichtlich werde, dass die Z._ AG unter Beizug einer
Rechtsvertretung in Bezug auf die Sicherstellung, dass sie weiterhin
neuropsychologische Gutachten durchführen könne, intensiv beim BSV vorstellig
geworden sei. Diese Dokumentation sei einseitig von der Z._ AG erstellt worden und
zum Vornherein nicht geeignet für eine ergebnisoffene und unabhängige Beurteilung
der Sache. Das vom BSV eingereichte Schreiben der FMH vom 21. Februar 2018
genüge nicht für die Beantwortung der spezifischen Frage, ob Prof. D._ "ad
personam" als neuropsychologischer Gutachter fachlich ausreichend qualifiziert sei.
Denn es handle sich um eine allgemeine Auskunft zu den fachlichen Anforderungen an
neuropsychologische Gutachter. Eine Abklärung im Einzelfall könne diese allgemeine
Auskunft nicht ersetzen. Im Weiteren werde Prof. D._ in diesem allgemeinen
Auskunftsschreiben der FMH auch nicht thematisiert oder namentlich erwähnt. Sofern
nicht auf die klaren Ausführungen der SVNP abgestellt werde, sei eine verbindliche
Auskunft bei der FMH einzuholen. Mit Erstaunen werde zur Kenntnis genommen, dass
offenbar die Zustellung von diversen für das BSV fachlich nicht beurteilbaren
Weiterbildungsunterlagen aus Deutschland dazu geführt habe, dass man dies als
ausreichend erachtet habe. Dazu sei festzuhalten, dass dies zu einer
Ungleichbehandlung von Schweizer Fachärzten der Disziplinen Psychiatrie und
Neurologie führe. Denn diese dürften schliesslich ganz klar keine
neuropsychologischen Gutachten erstellen. Inwiefern die Ausbildungen zum Facharzt
für Psychiatrie und Neurologie in Deutschland spezifisch im Modul Neuropsychologie
qualitativ und quantitativ höherwertiger als in der Schweiz sein sollten, sei schlicht nicht
denkbar. Auch im deutschen Weiterbildungsprogramm finde sich keine spezifische
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obligatorische Ausbildung für die neuropsychologische Gutachtenstätigkeit. Jemand,
der bloss ein Grundlagenmodul in einem Fachgebiet besucht habe, könne unter keinen
Umständen als fachlicher Experte in einem Gebiet gelten. Es lägen nach wie vor keine
Dokumente im Recht, die eine genügende fachliche Weiterbildung von Prof. D._ auf
dem Gebiet der neuropsychologischen Evaluation beweisen würden (act. G 13).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die mit der
Zwischenverfügung vom 21. September 2018 angeordnete Begutachtung durch die
Z._ AG. Es ist offensichtlich, dass der Beschwerdeführerin im Fall der
Voreingenommenheit oder unzureichender Fachkompetenz einzelner mit der
Begutachtung befasster Personen ein nicht wiedergutzumachender Nachteil droht,
weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist (Entscheid des Versicherungsgerichts vom
15. Februar 2017, IV 2016/432, E. 1), zumal auch die übrigen
Eintretensvoraussetzungen unbestrittenermassen erfüllt sind.
2.
Muss der Versicherungsträger zur Abklärung des Sachverhalts ein Gutachten einer
oder eines unabhängigen Sachverständigen einholen, so gibt er der Partei deren oder
dessen Namen bekannt. Diese kann den Gutachter aus triftigen Gründen ablehnen und
kann Gegenvorschläge machen (Art. 44 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
3.
Hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin gerügten fehlenden
Unvoreingenommenheit von Prof. D._ hat sich das Versicherungsgericht in früheren
Entscheiden bereits kritisch, wenn auch noch nicht abschliessend geäussert
(Entscheide vom 8. Februar 2016, IV 2014/447, E. 3.2 und vom 15. Februar 2017,
IV 2016/432, E. 2). Dass die Z._ AG und deren Inhaber Prof. D._ offenbar
inzwischen in ein laufendes Strafverfahren aufgrund möglichen Fehlverhaltens bei der
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Gutachtenserstellung zu Lasten der explorierten Person involviert sind (siehe hierzu die
unbestritten gebliebenen Ausführungen der Beschwerdeführerin mit Hinweis auf die
Kassensturz TV-Sendung vom 16. Oktober 2018 zum Thema falsches ärztliches
Gutachten durch die Z._ AG, act. G 1, Rz 17), vermag die Reputation der Z._ AG
und von dessen Inhaber Prof. D._ jedenfalls unter dem Aspekt der
Unvoreingenommenheit nicht zu stärken. Da die vorliegend angefochtene
Zwischenverfügung bereits aus anderen Gründen aufzuheben ist (siehe nachstehende
E. 4.2 ff. und E. 6), kann die Frage nach der Befangenheit von Prof. D._ vorliegend
offengelassen werden und es erübrigen sich weitere Abklärungen betreffend den Stand
und den genauen Inhalt des laufenden Strafverfahrens.
4.
Die Beschwerdeführerin rügt nebst der fehlenden Unvoreingenommenheit von
Prof. D._ auch dessen fehlende fachliche Qualifikation für eine neuropsychologische
Begutachtung (act. G 1, Rz 10 ff.).
4.1 Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, die den medizinischen Gutachten im
Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Fachkompetenz bzw. fachspezifische
Qualifikation der Abklärungspersonen ein strenger Massstab anzusetzen.
4.2 Bei der Neuropsychologie handelt es sich um ein interdisziplinäres
Forschungsgebiet zwischen Neurologie und Psychologie, das die Zusammenhänge
zwischen Hirnschädigungen und Hirnfunktionsstörungen einerseits und psychischen
Störungen andererseits untersucht. Die Neuropsychologie stützt sich dabei auf
Erfahrungen der Psychopathologie, der kognitiven Psychologie, der Linguistik und
Phonetik (Rainer Tölle/Klaus Windgassen, Psychiatrie, 14. Auflage, Heidelberg 2006,
S. 8 unten). Die Neuropsychologie ist ein Teilgebiet der Psychologie, das sich mit den
Auswirkungen von biologischen Prozessen auf die Psyche und Wechselwirkungen
zwischen Gehirn und Verhalten im weiteren Sinn bezieht (Pschyrembel, Klinisches
Wörterbuch, 267. Auflage, Berlin 2017, S. 1260; vgl. zum Ganzen auch Ueli Kieser,
Gutachten zu Fragen des Vorgehens bei der Bestimmung der Arbeitsfähigkeit im
Sozialversicherungsrecht und zum allfälligen Beitrag der Neuropsychologie, erstattet
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der Schweizerischen Vereinigung der Neuropsychologinnen und Neuropsychologen
[SVNP], vom 23. Dezember 2015).
4.3 Für das qualifizierte neuropsychologische Gutachten stellen die Testergebnisse
immer nur eine unter mehreren Datenquellen dar. Es integriert die in der Aktenlage
dokumentierten relevanten medizinischen und psychologischen Informationen, die
selbst erhobene Anamnese und die Beschwerdenschilderung des Probanden sowie die
eigene Befunderhebung (psychopathologischer Befund, Test- und
Fragebogenergebnisse) mit einem komplexen und spezifischen Expertenwissen über
Ursache, Symptomatologie, Verlauf und Prognose von Erkrankungen und Verletzungen
des Gehirns. Besonderes Augenmerk gilt hierbei den Auswirkungen von Erkrankungen
oder Verletzungen auf kognitive (bzw. weiter gefasst: auf psychische) Funktionen
(Thomas Merten, Neuropsychologische Begutachtung, Gen Re-Netletter, Ausgabe
1/2018, S. 4 am Schluss).
4.4 Die Qualität eines psychologischen oder neuropsychologischen Gutachtens kann
nicht besser ausfallen, als es das Expertenwissen des Gutachters gestattet. Dabei sind
Kenntnisse über die korrekte Auswahl, Anwendung, Auswertung und Interpretation von
neuropsychologischen Tests zwar eine notwendige, aber keine hinreichende
Bedingung für einen qualifizierten Diagnostiker oder Gutachter. Profundes Wissen über
Neurologie, Psychopathologie, funktionelle Neuroanatomie sowie spezielle Kenntnisse
zur Begutachtung sind ebenso unabdingbar. Entsprechend stellt auch der Umfang des
für eine qualifizierte Gutachtertätigkeit notwendigen Wissens heute die grösste
Herausforderung an den klinischen Neuropsychologen dar (Merten, a.a.O., S. 5).
4.5 Nach der Rechtsprechung des Versicherungsgerichts sind neuropsychologische
Ausweise über eine fachspezifische Aus- oder Weiterbildung notwendige
Voraussetzung, um den hohen fachlichen Anforderungen an medizinische
Sachverständige zu genügen und die Gefahr von multiplen (Administrativ-/
Gerichts-)Gutachten zu senken. Diese Sichtweise wird durch die Leitlinien für die
neuropsychologische Begutachtung der Schweizerischen Vereinigung der
Neuropsychologinnen und Neuropsychologen (SVNP; Stand 12. November 2016)
bestätigt. Die SVNP betrachtet Neuropsychologen als qualifiziert, neuropsychologische
Gutachten zu erstellen, wenn sie über einen Fachtitel in Neuropsychologie gemäss
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Weiterbildungscurriculum der SVNP (postgraduale Weiterbildung in Neuropsychologie
der SVNP mit Erlangung des Titels „Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP“)
verfügen. Diese Leitlinie hat zwar nicht verbindlichen Charakter, formuliert aber doch
den fachlich anerkannten Standard für eine sachgerechte, rechtsgleiche
neuropsychologische Begutachtungspraxis in der Schweiz (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 17. Oktober 2014, 8C_578/2014, E. 4.2.5). Darüber hinaus fordert
die Leitlinie die Beachtung weiterer fachlicher Voraussetzungen (S. 1 der Leitlinien;
Download unter<https://www.neuropsy.ch/download/pictures/d5/
a1icvvhgda96j3gnrfxg5r1q5wupl9/
leitlinien_fuer_die_neuropsychologische_begutachtung.pdf>, abgerufen am 27. März
2019; vgl. zum Ganzen auch die vom BSV dem Gericht am 28. Juni 2019 eingereichte
Stellungnahme der SVNP gegenüber dem BSV vom 12. Juli 2018, act. G 10.2). Diese
Sichtweise wird durch die jüngere einschlägige Fachliteratur bekräftigt. "Entsprechend
dem Facharztstand für die medizinische Begutachtung ist heute für den
neuropsychologischen Gutachter ein einschlägiger Qualifikationsnachweis zu fordern,
der durch den universitären Abschluss als Diplom-Psychologe oder Master nicht
gegeben ist. Zu Recht wird beispielsweise in den Leitlinien zur neuropsychologischen
Begutachtung [in Deutschland] als Standard ein postgradualer Abschluss als Klinischer
Neuropsychologe (vergeben durch die Gemeinsame Kommission Klinische
Neuropsychologie) oder eine durch eine Länderpsychotherapeutenkammer anerkannte
abgeschlossene Weiterbildung in dieser Spezialisierungsrichtung gefordert (siehe
hierzu die Leitlinie "Neuropsychologische Begutachtung" der Gesellschaft für
Neuropsychologie [GNP], Fulda, in: Zeitschrift für Neuropsychologie, 26 [4], 2015,
289 ff., insbesondere S. 295 [nachfolgend: Leitlinien]). Damit wird zwar ein fachlicher
Standard gesetzt, der jedoch keineswegs eine ausreichende spezifisch gutachterliche
Qualifikation garantiert. Als Mindeststandard für die Tätigkeit als neuropsychologischer
Sachverständiger ist der genannte postgraduale Abschluss, der auch durch
Auftraggeber als Qualifikationsvoraussetzung genannt werden sollte, zwar
gerechtfertigt. Er garantiert aber nicht automatisch eine ausreichende gutachtliche
Qualifikation (Merten, a.a.O., S. 6; siehe auch die Ausführungen zur erforderlichen
Mindestqualifikation in S. 7). Ergänzend kann auf die Neuropsychologie Basel,
Fachstelle für Gutachten und Diagnostik, hingewiesen werden. Auf deren
Internetauftritt wird dargelegt, dass die Erstellung neuropsychologischer Gutachten mit
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der Rechts- und Versicherungslage vertrauten Neuropsychologen vorbehalten sei, die
ihren Fachbereich nachweislich erlernt und eine entsprechend grosse praktische
Erfahrung tatsächlich erworben haben. Der fachlich ausgewiesene Neuropsychologe
verfüge über den eidgenössischen Fachtitel "Fachpsychologie für Neuropsychologie
FSP" sowie eine Spezialisierung im Fachbereich der Gutachten (SIM-Zertifizierung;
postgradualer universitärer Studiengang; <http://www.neuropsychologie-bs.ch/
gutachten.html>, abgerufen am 27. März 2019). In damit übereinstimmender Weise
vertrat die FMH gegenüber dem BSV in der Stellungnahme vom 21. Februar 2018 den
Standpunkt, ein Facharzt für Neurologie sei allein aufgrund seiner ärztlichen Aus- und
Weiterbildung nicht befähigt, selbstständig ein vollständiges neuropsychologisches
Gutachten gemäss den von der FMH für erforderlich erachteten Kriterien
durchzuführen und zu erstellen. Eine Ausnahme bestehe nur dann, wenn ein Facharzt
für Neurologie über eine Aus- und Weiterbildung nach den Kriterien der
Schweizerischen Gesellschaft für Verhaltensneurologie verfüge (act. G 10.1).
4.6 Auch "auf internationaler Ebene gilt der Neuropsychologe als der Experte für die
Interaktion von Gehirn und Verhalten" (Merten, a.a.O., S. 1). Die Methode der Wahl für
eine sachkundige Begutachtung kognitiver Leistungen oder durch Hirnschädigungen
oder Gehirnerkrankungen verursachte neuropsychologische Symptome ist die
"qualifizierte neuropsychologische Untersuchung" (Merten, a.a.O., S. 4). Die
neuropsychologische Diagnostik hat eine für die jeweilige Fragestellung angemessen
differenzierte Erfassung von neuropsychologischen Symptomen und kognitiven
Störungen, aber auch von kognitiven Fähigkeiten und Ressourcen zum Ziel. Eine
"qualifizierte neuropsychologische Untersuchung ist die Methode der Wahl, um
Vorhandensein, Art und Ausmass kognitiver Störungen im Rahmen einer Erkrankung
oder nach einer Verletzung des Gehirns zu bestimmen". Eine Ausnahme ist dort zu
sehen, wo klinisch offenkundige, schwere kognitive Störungen bereits gut dokumentiert
vorliegen und von einem "qualifizierten Nervenarzt" ohne weitergehende
Zusatzuntersuchungen beurteilt werden können, wie dies bei schwersten
Gedächtnisstörungen (einem amnestischen Syndrom), fortgeschrittenen Demenzen
oder organisch bedingten schwergradigen Verhaltensstörungen mit Wesensänderung
der Fall sein kann (Merten, a.a.O., S. 2). Mit anderen Worten kann auf den Beizug eines
neuropsychologischen Experten nur ausnahmsweise bei offenkundig klinischen
schweren kognitiven Störungen abgesehen werden. Nur diesfalls genügt allein die
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Sachkunde eines "qualifizierten" Neurologen (siehe auch Merten, a.a.O., S. 5). Bei der
neuropsychologischen Begutachtung ist denn auch die Interpretation der
Untersuchungsergebnisse unter Bezugnahme auf den psychiatrischen
Untersuchungsbefund zentral (Urteil des Bundesgerichts vom 15. September 2008,
9F_9/2007, E. 4.2.4.2 am Schluss). Wegen der besonderen diagnostischen Kompetenz
klinischer Neuropsychologen hält das Fachgebiet auch zunehmend Einzug in die
Psychiatrie, mit der Aufgabe, die funktionelle Leistungsfähigkeit von Patienten mit
psychiatrischen Störungsbildern möglichst präzise zu erheben. Die
neuropsychologische Verhaltensbeobachtung dauert in der Regel mehrere Stunden
und ist mit einer psychometrischen Diagnostik verbunden (Andrea Maria Plohmann,
Bedeutung neuropsychologischer Beschwerdenvalidierung für die Beurteilung der
funktionellen Leistungsfähigkeit bzw. Arbeitsfähigkeit in der
versicherungsmedizinischen Begutachtung, Basel 2017, S. 4).
4.7 Gemäss Angaben des Medizinalberuferegisters hat Prof. D._ im Jahr 1989 den
Weiterbildungstitel Neurologie in Deutschland erworben. Die Beschwerdegegnerin legt
weder konkret dar noch ergibt sich aus den Akten, dass Prof. D._ damals eine
besondere Qualifikation im Fachgebiet der Neuropsychologie erworben hätte bzw.
später durch kontinuierliche neuropsychologische Weiterbildungen sich aneignete, die
mit dem vorstehend dargelegten Fachwissen von heute tätigen neuropsychologischen
Experten vergleichbar wären. Insbesondere ist nicht erkennbar, dass Prof. D._ über
spezifische psychologische Aus- bzw. Weiterbildungen oder eine spezifische
Qualifikation im Umgang mit psychometrischen Verfahren verfügt (siehe hierzu
vorstehende E. 4.2 und E. 4.6; siehe zur Bedeutung psychometrischer Testverfahren
Plohmann, a.a.O., S. 40). Etwas Gegenteiliges ergibt sich auch nicht aus den vom BSV
dem Gericht am 28. Juni 2019 eingereichten Richtlinien über den Inhalt der
Weiterbildung der Ärztekammer Berlin vom 6. September 1989. Lediglich unter dem
Abschnitt "3. Vermittlung und Erwerb von Kenntnissen" sind u.a. "3.3.8 psychologische
Testverfahren und klinische Bewertung ihrer Ergebnisse" aufgeführt (act. G 10.4). Ein
Ausweis neuropsychologischen Spezialwissens - erst recht bezüglich des
gegenwärtigen fachneuropsychologischen Wissenstands - kann darin nicht erblickt
werden, zumal die Ziffer 3.3.8 nicht unter einem Abschnitt "Vermittlung, Erwerb und
Nachweis eingehender Kenntnisse und Erfahrungen" figuriert. Vielmehr geht auch aus
der systematischen Stellung hervor, dass lediglich sekundäres Grundwissen über
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psychologische Testverfahren Bestandteil der inzwischen 30 Jahre zurückliegenden
Weiterbildung war. Das Gesagte gilt ebenfalls für die "Vermittlung und Erwerb von
Kenntnissen" in "Ziff. 4.2.4 Neuropsychologie" (act. G 10.4). Auch aus den weiteren
Unterlagen lässt sich nichts zugunsten einer speziellen Qualifikation von Prof. D._
herleiten. Vielmehr geht aus der Weiterbildungsübersicht hervor, dass lediglich
"Grundlagen" der Verhaltensneurologie und der medizinischen Neuropsychologie
vermittelt wurden (act. G 10.4). Ein neuropsychologisches Expertenwissen lässt sich
auch nicht dem von der Beschwerdegegnerin zitierten, das Versicherungsgericht nicht
bindenden Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau entnehmen.
Dessen nicht näher begründeter Schluss, dass Prof. D._ eine "weitergehende
Ausbildung im Bereich der neuropsychologischen Begutachtung" durchlaufen habe
(siehe hierzu act. G 3.3), lässt sich nach dem soeben Gesagten gerade nicht ziehen.
Ergänzend kann hierzu auf die Kritik der Beschwerdeführerin verwiesen werden (act.
G 5, Rz 2 ff., und act. G 14, Rz 3 f.).
4.8 Vorliegend kommt hinzu, dass im Rahmen der neuropsychologischen
Begutachtung vom RAD ausdrücklich auch Beschwerdevalidierungstests gefordert
werden (IV-act. 65-4). Bei entsprechenden Untersuchungen steht psychologisches
Fachwissen im Vordergrund (vgl. Merten, a.a.O., S. 6 f., sowie Plohmann, a.a.O., S. 4).
Im Vergleich zur Medizin ist die Neuropsychologie - als eigenständige Disziplin - mehr
auf die Erfassung der kognitiven Leistungen und weniger auf (medizinische) Diagnostik
ausgerichtet (siehe hierzu Bundesamt für Sozialversicherung, Der Einsatz von
Beschwerdevalidierungstests in der IV-Abklärung, Forschungsbericht Nr. 4/08, S. 22
Mitte [nachfolgend: Forschungsbericht]). Im Forschungsbericht wird ebenfalls die
Expertenmeinung wiedergegeben, dass gerade wegen dem Aspekt der
Bewusstseinsnähe vermehrt Neuropsychologen und Psychologen in den
Gutachterprozess einzubinden sind und dass vermehrt Psychodiagnostik statt
Medizindiagnostik angewandt wird. Beschwerdevalidierungstests "müssen von
Psychologen oder Neuropsychologen" beurteilt werden. "Man kann sie nicht einem
Arzt übergeben" (S. 65; siehe auch S. 67 oben; zur herausragenden Bedeutung der
Fachdisziplin der Neuropsychologie im Bereich der Erforschung der
Beschwerdenvalidierung siehe auch Plohmann, a.a.O., S. 10, sowie Kieser, a.a.O.,
S. 15 f., und vgl. zur allgemeinen Bedeutung der Neuropsychologie derselbe,
Neuropsychologie, Stellenwert und Bedeutung in der sozialversicherungsrechtlichen
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Rechtsprechung des Bundesgerichts, in: Ueli Kieser/Miriam Lendfers, JaSo 2012,
Zürich 2012, S. 169 f.). "Absolut notwendig" seien vertiefte Kenntnisse der
Testmethodik sowie eine umfangreiche eigene Testerfahrung in klinischen und anderen
Bereichen. Die Durchführung und Interpretation könne eher durch einen Psychologen
FSP oder Neuropsychologen erfolgen. Die Anwendung von
Beschwerdevalidierungstests durch schlecht ausgebildete Expertinnen und Experten
ist mit einem Fehlerrisiko behaftet (Forschungsbericht, a.a.O., S. 74). Diese Umstände
sprechen ebenfalls dagegen, dass Prof. D._ aufgrund seiner - unbestrittenen -
neurologischen Fachkenntnisse und Tätigkeit über eine spezifische Qualifikation
bezüglich der Durchführung und Interpretation (neuro-)psychologischer
Beschwerdevalidierungstests verfügt.
4.9 Dass sich Prof. D._ selbst allein aufgrund seiner neurologischen
Facharztausbildung hinreichend qualifiziert für die Vornahme neuropsychologischer
Begutachtungen hält, vermag nichts daran zu ändern (siehe hierzu das von der
Beschwerdeführerin eingereichte von Prof. D._ an die IV-Stelle des Kantons Thurgau
gerichtete Schreiben vom 15. August 2017, act. G 1.3). Seine Auffassung lässt sich mit
der vorstehend genannten Fachliteratur nicht vereinbaren. Zudem scheint er den
psychologischen Stellenwert bei der neuropsychologischen Begutachtung zu
verkennen. In seinen Ausführungen legt er zudem nicht konkret dar, weshalb er
aufgrund seiner Tätigkeit oder allenfalls absolvierter Aus-/Weiterbildungen über das
erforderliche neuropsychologische Spezialwissen, insbesondere auch bezüglich
Beschwerdevalidierungstests, verfügt. Auch die von ihm gegenüber dem BSV
eingegebenen Publikationslisten sowie Dozententätigkeiten ändern daran nichts (act.
G 10.4, Beilagen 6 und 7, und act. G 10.6, Beilagen 1 bis 4). Ergänzend ist das
Folgende zu beachten:
4.9.1 Neurologische Gutachter stellen mit Hilfe neurologischer
Untersuchungsverfahren, bildgebender Verfahren und weiterer apparativer
Zusatzuntersuchungen den Umfang und das Ausmass pathologischer
Strukturveränderungen des zentralen Nervensystems und deren somatische Folgen
fest. Strukturelle Veränderungen und neurologische Diagnosen können zwar auf
Einschränkungen der Teilhabe hinweisen, sie stellen jedoch keine Beschreibung der
möglichen Defizite in der beruflichen bzw. allgemeinen Lebensführung und Teilhabe
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eines Probanden dar. Um Defizite und verfügbare Ressourcen zu erfassen, ist also
zunächst eine dem Einzelfall angemessene Diagnostik neuropsychologischer
Funktionen erforderlich. Dabei ist zu beachten, dass erworbene neuropsychologische
Funktionsstörungen auch ohne morphologische Veränderungen des zentralen
Nervensystems möglich sind. Ohne psychometrische Objektivierung des kognitiven
Funktionsniveaus und eine auf statistische Normen bezogene Einordnung emotionaler
Funktionen können weder der neurologische noch der psychiatrische Gutachter allein
eine angemessene Antwort auf die Frage nach den Auswirkungen von Störungen und
Schädigungen des zentralen Nervensystems geben (Leitlinien, a.a.O., S. 291).
4.9.2 Der Standpunkt von Prof. D._, dass Neurologen "qua Facharztausbildung"
kompetent für neuropsychologische Begutachtungen seien (act. G 1.3), lässt sich im
Übrigen nur schwer in Einklang mit der konkret angeordneten polydisziplinären
Begutachtung bringen. Denn vorliegend leuchtet nicht ein, weshalb der vorgesehene
neurologische Experte Prof. Dr. med. E._ (IV-act. 69), der nach der Sichtweise von
Prof. D._ ohne Weiteres "qua Facharztausbildung" hierzu kompetent wäre und
ebenfalls die Weiterbildung zum Neurologen in Deutschland absolvierte, nicht auch die
neuropsychologische Begutachtung mitübernimmt. Stattdessen werden aufgrund der
Beteiligung von Prof. D._ zwei Neurologen beigezogen, was nicht nachvollziehbar ist
und vielmehr gegen den von ihm vertretenen Standpunkt spricht. Dies deutet sodann
darauf hin, dass sich Prof. D._ primär aufgrund seiner Person und weniger aufgrund
seiner Aus- und Weiterbildung für neuropsychologische Beurteilungen befähigt sieht.
Massgebend ist aber nicht seine Selbsteinschätzung, sondern eine ausgewiesene,
fachlich erschöpfende Aus- und jährlich kontrollierte Fortbildung zum
neuropsychologischen Experten, die den Leitlinien für die neuropsychologische
Begutachtung der Schweizerischen Vereinigung der Neuropsychologinnen und
Neuropsychologen entspricht (siehe den Entscheid des Versicherungsgerichts vom
15. Februar 2017, IV 2016/432, E. 3.2).
4.9.3 Die Durchführung neuropsychologischer Begutachtungen durch neurologische
Experten entspricht des Weiteren auch nicht der Begutachtenspraxis in der Schweiz.
Im "SuisseMED@P Reporting" (Download unter: <https://www.bsv.admin.ch/bsv/de/
home/ sozialversicherungen/iv/grundlagen-gesetze/organisation-iv/medizinische-
gutachten-iv.html>, abgerufen am 27. März 2019) etwa der Jahre 2016 und 2017 wird
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denn auch keine neurologische Fachperson als Experte unter der Fachdisziplin der
Neuropsychologie aufgeführt. Hinsichtlich der Z._ AG fällt zudem auf, dass im Jahr
2017 die Fachdisziplin der Neuropsychologie überhaupt nicht mehr aufgeführt wird.
Zudem wurde Prof. D._ in sämtlichen bisherigen "SuisseMED@P Reporting" nie als
Gutachter für die Fachdisziplin der Neuropsychologie angegeben. Dies wirft zudem ein
ungünstiges Licht auf das Verhalten der Z._ AG, nachdem sie zuvor noch
ausschliesslich psychologische Experten und Expertinnen für die neuropsychologische
Begutachtung anführte (siehe etwa SuisseMED@P-Reporting 2016, Z._ AG), diese
jedoch im Nachgang zum bezüglich der fachlichen Qualifikation kritischen Entscheid
des Versicherungsgerichts vom 15. Februar 2017, IV 2016/432, E. 3.2 f., und des IV-
Rundschreibens Nr. 367 des BSV vom 21. August 2017 nicht mehr bei der
SuisseMED@P gemeldet waren (siehe SuisseMED@P-Reporting 2017) und seither die
neuropsychologischen Gutachtensaufträge dem Leiter der Z._ AG, Prof. D._,
zufallen sollen. Dieses Vorgehen erweckt zumindest den Anschein der Umgehung der
von den mit neuropsychologischen Abklärungen betrauten Experten und Expertinnen
zu beachtenden hohen fachlichen Anforderungen. Unklar ist schliesslich, weshalb die
Z._ AG, obschon sie weiterhin als Gutachterstelle für die SuisseMED@P geführt wird,
im Reporting 2018 überhaupt nicht mehr erscheint (zum SuisseMED@P-Reporting bzw.
den Berichten der einzelne Jahre siehe <https://www.bsv.admin.ch/bsv/de/home/
sozialversicherungen/
iv/grundlagen-gesetze/ organisation-iv/medizinische-gutachten-iv.html>, abgerufen am
27. August 2019).
5.
Im Licht dieser Umstände bietet die bei der Z._ AG angeordnete Begutachtung nicht
ausreichend Gewähr für eine medizinische Beurteilung, die den hohen fachlichen
Anforderungen an die Beweiskraft einer medizinischen Expertise genügt. Die Zweifel
der Beschwerdeführerin an der fachlichen Kompetenz von Prof. D._ bezogen auf eine
neuropsychologische Begutachtung sind nach dem Gesagten vielmehr berechtigt.
Angesichts dessen, dass der alleinige betriebswirtschaftliche sowie medizinische
Leiter, Inhaber der Z._ AG und Facharzt für Neurologie, sich allein "qua
[neurologischer] Facharztausbildung" in unzutreffender Weise für eine
neuropsychologische Begutachtung für qualifiziert erklärt, wurde das Vertrauen der
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Beschwerdeführerin in die fachliche Kompetenz des Gutachteninstituts und des
dortigen Gutachtenverfahrens bei objektiver Betrachtung nachvollziehbar
beeinträchtigt. Dadurch ist der für eine aussagekräftige Begutachtung (insbesondere
unter dem Aspekt der klinischen Beobachtung/Verhaltensbeobachtung) erforderliche
Rapport zu den Abklärungspersonen der Z._ AG und der Akzeptanz deren
Beurteilung (vgl. zur positiven Korrelation zwischen der Akzeptanz und der
Gutachtensqualität den Entscheid des Versicherungsgerichts vom 5. Juli 2013,
IV 2012/412, E. 1.3 f. mit Hinweisen auf die Rechtsprechung und eine Stellungnahme
des Bundesrats) aus Gründen, die in ihrem Verantwortungsbereich liegen, nicht mehr
gewährleistet. Es genügt daher zur Gewährleistung eines beweiskräftigen
medizinischen Gutachtens nicht, die Z._ AG anzuweisen, im Fachbereich
Neuropsychologie einen anderen Gutachter oder eine andere Gutachterin
vorzuschlagen. Damit kann offenbleiben, ob die Z._ AG überhaupt Experten
beschäftigt, die über die erforderliche neuropsychologische Fachkompetenz verfügen.
Die angefochtene Zwischenverfügung ist daher aufzuheben und die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie im Rahmen des Zufallsprinzips - unter
Ausschluss der Z._ AG - eine andere medizinische Abklärungsstelle mit der an sich
unbestrittenermassen angezeigten polydisziplinären Begutachtung beauftragt (vgl.
Entscheid des Versicherungsgerichts vom 15. Februar 2017, IV 2016/432, E. 3.3).
6.
Die Rüge der Gehörsverletzung der Beschwerdeführerin (act. G 1, Rz 9) erweist sich
ebenfalls als berechtigt. Diese hat im Einwand vom 13. September 2018 konkret
begründet, weshalb Prof. D._ als Facharzt für Neurologie nicht die fachlichen
Voraussetzungen für eine neuropsychologische Begutachtung besitze (IV-act. 70). Die
Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Zwischenverfügung nicht mit den
von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Argumenten auseinandergesetzt, sondern
es bei der blossen Behauptung belassen, "aufgrund der Abklärungen ist es legitim,
dass Herr Dr. F._ D._ als Facharzt Neurologie die neuropsychologische
Untersuchung durchführen kann" (IV-act. 71). Dabei ergeben sich weder aus der
Zwischenverfügung noch den übrigen Akten Hinweise auf entsprechende Abklärungen.
Es bleibt damit unklar, ob überhaupt und gegebenenfalls welche Abklärungen
vorgenommen wurden. Aus der angefochtenen Zwischenverfügung geht auch nicht
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hervor - und das ist entscheidend -, gestützt auf welche Überlegungen die
Beschwerdegegnerin Prof. D._ für eine umfassende neuropsychologische
Begutachtung trotz fehlender einschlägiger Fachausbildung für kompetent hält. Damit
ist die angefochtene Verfügung auch aus formellen Gründen aufzuheben.
7.
7.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Zwischenverfügung vom 21. September
2018 aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung im Sinn der Erwägungen an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
7.2 Bei Streitigkeiten betreffend die Anordnung für eine Begutachtung im
Verwaltungsverfahren sind keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Da es
sich vorliegend nicht um eine Streitigkeit betreffend "IV-Leistungen" handelt, findet die
Kostenregelung von Art. 69 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) keine Anwendung.
7.3 Die obsiegende beschwerdeführende Partei hat Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis
Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Kostennote
eingereicht. Unter Berücksichtigung der von der Beschwerdegegnerin erst mit der
Beschwerdeantwort zusätzlich eingereichten Akten (Entscheid des Verwaltungsgerichts
des Kantons Thurgau vom 5. September 2018, act. G 3.3, und Schreiben der Z._
vom 9. November 2018, act. G 3.4), die einer vertieften Auseinandersetzung bedurften
(siehe hierzu die Eingabe der Beschwerdeführerin vom 29. November 2018 act, G 5),
sowie des weiteren Schriftenwechsels erscheint eine Parteientschädigung von
insgesamt Fr. 3‘500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) trotz der
eingeschränkten Streitfrage als angemessen.