Decision ID: e3fe5575-4899-4158-85e6-a7bbd9657a3a
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1977 geborene
X._
arbeitete von Mai 2001 bis Juli 2005 bei der Bäckerei
Z._
als Verkäuferin bei einem 100%-Pensum (Urk. 7/12) und erzielte anschliessend einen Zwischenverdienst als Reinigungsangestellte bei der
A._
im Stundenlohn (Urk.
7/16)
. Am 30. September 2005 (Ein
gangsdatum) meldete sich die Versicherte bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/3). In der Folge tätig
te die IV-Stelle medizinische und erwerbliche Abklärungen. Mit rechtskräf
tiger
Verfügung vom 24. Januar 2006 (Urk. 7/15) verneinte die IV-Stelle einen
Leis
tungs
anspruch
.
1.2
Am
15. Juni 2007 (Eingangsdatum) meldete sich
X._
erneut zum
Leis
tungsbezug
an (Urk. 7/18). Die IV-Stelle tätigte daraufhin medizinische und er
werbliche Abklärungen. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/34) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 4. Dezember 2007 (Urk. 7/43) das Leistungsbegehren
wiederum
.
1.3
Am 11. August 2008 (Eingangsdatum)
erfolgte eine erneute IV-Anmeldung durch
die Versicherte (Urk. 7/46). In der Folge tätigte die IV-Stelle weitere me
dizini
sche und erwerbliche Abklärungen und liess
X._
durch Dr. med.
B._
, Fachärztin FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie
,
begutachten (orthopädisches Gutachten vom 28. Juni 2010, Urk. 7/73).
Nach Ein
gang weiterer Arztberichte veranlasste die IV-Stelle eine
polydisziplinäre Begut
achtung der Versicherten durch die Medizinische
Abklä
rungsstelle
C._
(
Medas
-Gutachten vom 26. August 2013, Urk. 7/120
, Urk. 7/122 und Urk. 7/135
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
sprach die IV-Stelle der Versi
cher
ten mit Verfügung vom 15. Mai 2014 ab 1. Januar 2008 eine
Viertelsrente
zu (Urk. 2)
2.
Dagegen führte
X._
am 16. Juni 2014 Beschwerde (Urk. 1) und bean
tragte, es sei ihr unter Aufhebung der Verfügung vom 15. Mai 2014 eine unbe
fristete ganze Rente zuzusprechen, eventuell seien weitere medizinische Abklä
rungen vorzunehme
n oder eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit durchzuführen, subeventuell sei ihr eine unbefristete halbe Rente zuzusprechen.
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 20. August 2014 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 7/1-165)
, was der Beschwerdeführerin am 22. August 2014 mitgeteilt wurde (Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von
Ge
burts
gebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeg
liche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird
nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung
(
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die
Neuan
mel
dung
ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des
Invalidi
täts
grades
auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in ana
loger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der
Invalidi
tätsgrad
seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verän
derung
erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zu
nächst noch
zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine
anspruchs
begründende
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies
sen. Im
Beschwer
defall
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das
heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
ge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
v
ersicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stam
men,
objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Un
ter
lagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medi
zinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berück
sich
tigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beur
tei
lung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder
die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführe
rin im Zeitraum zwischen der Verfügung vom 4. Dezember 2007
(Urk. 7/43) und der angefochten
en Verfügung vom 15. Mai 2014 (Urk. 2) in anspruchsrelevanter Weise verändert hat (vgl. E. 1.4).
2.2
Die Beschwerdegegnerin begründet die Zusprechung einer
Viertelsrente
gestützt auf das
Medas
-Gutachten vom 26. August 2013 (Urk. 7/120) im Wesentlichen
damit, dass eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerde
füh
rerin ab dem Jahre 2007 ausgewiesen sei und ihr seither die angestammte Tätig
keit nicht mehr zumutbar sei. In einer behinderungsangepassten (leichte
n
bis mittelschwere
n
und wechselbelastende
n
) Tätigkeit bestehe dagegen
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit.
2.3
Die Beschwerdeführerin ist demgegenüber der Auffassung, dass sich ihr Gesund
heitszustand seit September 2006 beziehungsweise zumindest seit No
vember 2006
in
entscheid
relevanter
Weise verändert habe. Seither sei sie zu 100 % arbeitsunfähig und es sei ab Juni 2010 keine Verbesserung ihres Ge
sundheits
zustandes eingetreten (Urk. 1).
3.
3.1
Die rentenablehnende Verfügung vom 4. Dezember 2007 (Urk. 7/43) basierte haupt
sächlich auf dem Bericht von
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, vom 13. Juli 2007 (Urk. 7/30/7-8), worin als Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Status nach
Spondylodese
L4/5 vom
8. November 2006 bei chronischem lumbalen Schmerzsyndrom und
Seg
ment
degenerationen
L4/5 gestellt wurde.
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Raum
pflegerin sei die Beschwerdeführerin
seit dem 7. November 2006 zu 100 %
arbeitsunfähig. Der Gesundheitszustand sei stationär. Durch eine Umschulung der
Beschwerdeführerin könnte sich ihre Arbeitsfähigkeit verbessern, wobei darauf
zu achten sei, dass sie eine Tätigkeit mit vorwiegend sitzender Position ohne Ver
richtung von Hebe- und
Tragear
beiten
ausübe.
Im weiteren Bericht vom 1
2.
Juni 2007 (Urk. 7/30/9) wurde betref
fend
Arbeits
situation
erwähnt
, dass die Beschwerdeführerin für
Reinigungs
arbeiten
bis Novem
ber 2007 (nächste klinische Kontrolle) 100 % arbeitsunfähig sei, für leichte
körp
erliche A
rbeiten in wechselnden Positionen
sei
theoretisch eine 50%ige Arbeitsfähigkeit realistisch.
3.2
3.2.1
Die Verfügung vom 15. Mai 2014 (Urk. 2), mit welcher der Beschwerdeführerin
eine
Viertelsrente
zugesprochen wurde, basiert auf dem polydisziplinären
Me
das-
Gutachten
vom 26. August 2013 (Urk. 7/120), worin folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt wurden
(Urk. 7/120/37)
:
-
chronisches
lumbovertebrales
und
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
(ICD-10: M 54.1)
-
erosive
Osteochondrose
L3/4 (
ICD-10: M 42.1)
-
Status nach dorsaler
Spondylodese
L4-S1
dorsolateral
(2006)
-
Status nach Revisionsfusions-OP L4/5 rechts bei Neoarthrose mit
Beckenspanentnahme,
transpedikulärer
Fusion L4-S1
dorsomedial
bis
lateral beidseits (Februar 2010) mit partieller Metallentfernung
-
ISG-Verschraubung rechts im November 2010, links im Januar 2012
(ICD-10: Z 96.6)
-
lumbosakrale
Übergangsstörung (
ICD-10: M 54.5)
-
Wirbelsäulenfehlhaltung
bei muskulärer
Dysbalance
,
Dek
onditionierung
(ICD-10: M 62.6)
-
Insertionstendopa
thie
T
r
ochanterregion
beidseits (
ICD-10: M 77.9)
-
rezidivierende depressive Störung, derzeit leicht- bis mittelgradige
Episode (ICD-10: F 33.0/33.1)
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende Diagnosen aufgeführt
(Urk. 7/120/38)
:
-
akzentuierte Persönlichkeitszüge mit abhängigen und selbstunsicheren
vermeidenden Anteilen (ICD-10: Z 73.1)
-
Adipositas Grad II (BMI 38.3 kg/m
2
)
-
arterielle Hypertonie, aktuell medikamentös gut eingestellt
-
leichte
Dyslipidämie
-
chronisch venöse Insuffizienz bei inkompletter Stamminsuffizienz der
Vena
saphena
magna und insuffizienter
Perforantes
und
mässiggradige
Nebenastvarikosis
-
Lipödem
Oberschenkel-betont
-
Infekt unklarer Ätiologie bei
Leukozytos
-erhöhtem BSR und CRP
quan
titativ
bei DD: Infekt/
Spondylodiscitis
/rheumatische Erkrankung
-
Vitamin-D-Insuffizienz
Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei diejenige einer Putzfrau in einem Pensum von 70-80 % gewesen, wobei sie diese während circa 2 Jahren bis zum Septem
ber 2006 ausgeübt habe. Davor habe die Beschwerdeführerin als Verkäuferin bei der
E._
und in einer Bäckerei gearbeitet. Ihr erlernter Beruf mit Abschluss sei
Papeterie
fach
verkäuferi
n
. Die letzte Arbeitsstelle habe sie aufgrund ihrer Rückenschmerzen gekündigt. Die Beschwerdeführerin erhalte aktuell Sozi
alhilfe. Auf orthopädischem Fachgebiet best
ü
nden folgende Einschränkungen des posi
tiven und negativen Leistungsbildes: Ständiges Heben und Tragen
v
on Lasten über 10 Kilogramm, einseitige Zwangshaltungen der Wirbelsäule und häufiges Bücken seien nach fünf Wirbelsäulenoperationen nicht mehr möglich.
Längeres Sitzen aber auch längeres Stehen sei nicht dauerhaft durchführbar. Wegen der anhaltenden
lumbovertebralen
und
spondylogenen
Schmerzen mit
Funktions
ein
schränkungen
seien häufige D
r
ehbewegungen, schweres Heben und Tragen
von Lasten über 10 Kilogramm sowie einseitige Zwangshaltungen dauerhaft nicht
mehr durchführbar. Das Restleistungsvermögen sei wegen der Notwendigkeit ver
mehrter Pausen und einem verminderten Rendement um schätzungsweise 20 %
reduziert.
Eine leichte körperliche Tätigkeit mit wech
selnder Körperhaltung ohne
ständige Drehbewegungen, ohne dauerndes Bücken und ohne schweres Heben
und Tragen von Lasten sei zumindest in einer 50%igen Arbeitsfähigkeit vorstell
bar
(Urk. 7/120/41-42)
.
Abzuklären bleibe bei den vorliegenden Entzündungsparametern die unklare ent
zündliche Erkrankung, wobei die
Fo
kussuche
unter anderem Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises oder
einen
unbekannte
n
Tumor umfassen sollte. Nach Rücksprac
he mit dem Radiolo
gen könne eine
Spondylodiscitis
ausge
schlos
sen werden. Nach Mitteilung des Hausarztes seien die CRP-Werte seit läng
erer Zeit erhöht und würden regelmäs
sig kontrolliert. Dies könnte gege
be
nen
falls im Sinne einer Verschlechterung
der Arbeitsfähigkeit wirksam
wer
den und müsste unter Umständen neu beurteilt werden. Dieser Teil des Gesund
heits
zustandes sei als instabil anzusehen. Aus internistischer Sicht hab
e sich keine Schädigung oder Fähigkeit
s
störung mit Auswirkung auf das mittel- und lang
fristige berufliche Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin
finden lassen
. Aus
psychiatrischer Sicht bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von circa 20-30 %. Es habe
ein gewisser sekundärer Krankheitsgewinn festgestellt werden können. Zudem bestehe eine Tendenz zu einem dysfunktionalen Schon- und
Vermei
dungsver
halten
, das schon seit Jahren bestehe. Es fänden sich auch verschie
dene psycho
soziale Belastungsfaktoren, die als IV-fremd einzustufen sei
e
n und nach
inva
li
den
versicherungsrechtlichen
Kriterien nicht in die Einschätzung der Arbeitsun
fähigkeit einbezogen werden könnten. Dazu gehörten subjektives
Krankheits
konzept
, einfache Berufsausbildung, inzwischen langjährige
Dekon
ditionierung
bei Tätigkeiten auf dem freien Arbeitsmarkt (zuletzt im Mär
z 2006), finanzielle Probleme, R
enten- und Entschädigungswünsche
(Urk. 7/120/42)
.
In der polydisziplinären Zusammenschau sei der psychiatrischen und somati
schen
Beurteilung zu folgen. Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei aufgrund
dieser Fähigkeitsstörungen mit Auswirkung auf das berufliche Leis
tungsver
mö
gen in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Putzfrau zu 30 % einge
schränkt,
wobei diese Einschränkung seit dem 7. November 2006 bestehe
(Urk. 7/120/42
. Für
eine voll adaptierte Tätigkeit bestehe weder somatisch noch psychiatrisch eine mittel- bis langfristige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Für eine adap
tierte Tätigkeit liege eine quantitative und qualitative Einschränkung vor, wes
halb der Beschwerdeführerin nur noch Tätigkeiten in einem 70 %-Pensum zu
mut
bar seien.
Als voll adaptierte Tätigkeiten könnten leichte bis mittelschwere Tätig
keiten im Wechsel zwischen Stehen, Gehen und Sitzen ohne schweres
Heben und Tragen von Lasten über 10 Kilogramm sowie ohne einseitige
Zwangs
hal
tungen
der Wirbelsäule und Drehbewegungen
zugemutet werden
. Adaptierte Tätigkeiten könnten auf dem ersten Arbeitsmarkt er
b
racht werden. Als adap
tierte Tätigkeiten seien aus psychiatrischer
Sicht einfache und angelernte T
ätig
keiten sowie auch die erlernte Tätigkeit als
Papeterieverkäuferin
zu n
ennen, die keine speziellen An
fo
rderungen an die Stress- oder Frustrationstoleranz
, die em
o
tionale Belastbar
keit, die Konzentrationsfähigkeit oder die soziale Kompe
tenz stellen. Bei einer rezidivierend depressiven Störung seien Tätigkeiten in Wechselschicht, insbe
sondere Tätigkeiten mit Nachtschicht, eher nicht zu emp
fehlen. Eine Verwer
tung der Restarbeitsfähigkeit sei aus m
e
dizinisch-theore
tischer
Sicht in der freien Wirtschaft realisierbar, eine Tätigkeit in einem geschütz
t
en Rahmen sei allerdings zu Beginn von Eingliederun
g
smassnahmen bei der nun
schon lange bestehenden
Dekonditionierung
als Hilfe für die Beschwerde
füh
reri
n anzusehen. Durch Tätigkeiten in geschütztem Rahmen bestehe allerdings die
Ge
fahr einer weiteren Regressionsförderung, was unbedingt vermieden werden sollte
(Urk. 7/120/43)
.
3.2.2
Am 2. Oktober 2013
präzisierte
die
Medas
ihre Ausführungen zur Arbeitsfähig
keit
(Urk. 7/121-122). Darin wird unter Hinweis auf Ziffer 8.1 des Gutachtens festgehalten, dass auf dem psychiatrischen Fachgebiet von einer 20-30%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werde und gleichzeitig festgestellt werde, dass aus orthopädischer Sicht leichte körperliche Tätigkeiten mit einer Arbeitsfähig
keit von 50 % vorstellbar wären. Aus polydisziplinärer Sicht betrage die Ar
beits
unfähigkeit also 50 %. Wegen der
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf dem orthopädischen Fachgebiet bestehe bei der Versicherten eine
Restarbeitsfä
hig
keit
in einer angepassten Tätigkeit von 50 %. Eine Tätigkeit als Putzfrau sei je
doch nicht mehr
leistbar
. Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich
seit
dem Jahr 2007
verschlechtert
(Urk. 7/122/1)
.
3.2.3
Am 3
0.
Januar 2014 nahm die orthopädischen Hauptgutachterin nochmals Stel
lung zu den im Rahmen des
Einwandverfahrens
aufgeworfenen Rückfragen
(U
rk. 7/132, 7/134
). In der angestammten Tä
tigkeit als Putzhilfe sei die Beschwer
deführerin ab September 2005 zu 100 %
arbeitsunfähig
wegen ihren persi
stie
renden
Lumboischialgie
gewesen
.
Sie sei auch nach weiteren Operationen
(unter anderem 2006 eine
Spondylodese
)
, welche nicht zum gewünschten Ergebnis einer Beschwerdelinderung geführt hätten, weiter
hin zu 100 % arbeitsunfähig
geblieben
. Der lange Heilungsverlauf nach den einzelnen Operationen sei aus
orthopädischer Sicht plausibel und die orthopädischen
Be
fundberichte
seien nach
vollziehbar. Die knöcherne Einheilung der Implantate und die Rückbildung der dabei entstandenen
nervalen
Irritationen
dauerten
er
fahrungsgemäss lange.
Nach einer Revisionsfusions-Operation L4/5 mit
transpedikulärer
Verschrau
bung
am 16. Januar 2009 habe das
Operationsergeb
nis
wieder nicht zu einer
Schmerz
reduktion
geführt, weshalb im November 2010 eine ISG-Verschraubung rechts
und im Januar
2012
eine ISG-Verschraubung links durchgeführt worden sei.
Au
s orthopädischer Sicht werde wegen des kom
plexen Krankheitsbildes davon aus
ge
gangen, dass die Beschwerdeführerin im Jahr 2010, durchgehend ab 2005, zum
Zeitpunkt der gutachterlichen Untersu
chung zu 100 % in der angestam
m
ten Tä
tigkeit und ab dem 1. Juni 2010 zu 50 % in einer adaptierten Tätigkeit arbeits
un
fähig gewesen sei. Es sei weiter da
von auszugehen und die Untersuch
ungs
be
funde bei der gutachterlichen Unter
suchung bestätigten dies, dass es in
zwischen zu
einer leichten Besserung des Gesundheitszustandes der Beschwer
de
führerin
gekommen sei. Die Arbeitsfähig
keit betrage in einer voll adaptierten Tätigkeit zum
Zeitpunkt der gutachterli
chen Untersuchung daher immer noch 50 %. Der
Gesundheitszustand sollte weiterhin regelmässig kontrolliert werden, da eine Besse
rung möglich erscheine. Vor weiteren operativen Eingriffen sollten die kon
servativ möglichen Mass
nahmen konsequent durchgeführt werden
(Urk. 7/135)
.
4.
4.1
Das polydisziplinäre
Medas
-
Gutachten
v
om 26. August 2013 (
Urk. 7/120) ba
siert auf einer umfassenden internistischen, orthopädischen und psychiatrischen Untersuchung und wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben. Die Gutachter haben
detaillierte und nach
voll
zieh
bare Befunde und Diagnosen erhoben und sich mit den von der Be
schwer
deführerin geklagten Beschwerden auseinandergesetzt. Zudem haben sie die medi
zinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation einleuch
tend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet. Dem
Medas
-Gutachten kommt demnach grundsätzlich volle Beweiskraft zu
(vgl. E. 1.5)
.
4.2
4.2.1
Das
Medas
-Gutachten stellt schlüssig fest, dass
bei der Beschwerdeführerin vor
dergründig ein somatischer Gesundheitsschaden, welcher die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt, ausgewiesen ist.
So zeigt auch die gesamte medizinische Akten
lage auf, dass die Beschwerdeführerin seit Jahren an massiven
Rückenbe
schwer
den
leidet und seit 2006 bereits zahlreiche Operationen mit nur mässigen Ergeb
nissen
durchgeführt worden sind
(vgl. Diagnosen-Liste in Urk. 7/120/37).
4.
2.2
Hinsichtlich der Einschätzung der
aus dem Gesundheitsschaden (
Rückenbe
schwer
den
)
resultierenden Arbeitsunfähigkeit weist das
Medas
-Gutachten je
doch einige Ungereimtheiten auf, welche nachfolgend
anhand einer Gesamt
schau der diesbezüglich relevanten ärztlichen Feststellungen zu bereinigen
sind
:
Eine Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin ist ab Novem
ber 2006 anzunehmen, da das chronische lumbale
Schmerzsyn
drom
mit
Seg
ment
degenerationen
L4/5 zu solchen Beschwerden geführt hatte, dass am
8. Novem
ber 2006 eine
Spondylodese
L4/5 durchgeführt wurde.
Dr.
D._
atte
stierte der Beschwerdeführerin deshalb ab dem 7. November 20
06
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als Raumpflegerin (Urk. 7/30/7)
und auch die begutachtende Orth
opädin
Dr.
B._
übernahm in ihrem Gutachten vom
28.
Juni 2010 als
Be
ginn der 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der bisheri
gen Tätigkeit den 7.
Novem
ber
2006 (Urk. 7/73/13).
Auch das
Medas
-Gutachten datierte den Beginn der vollständigen Arbeitsunfähigkeit
in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
anfänglich auf den 7. Juni 2006 (Urk. 7/120/42). Wenn die
Medas
-Gutachter in den weite
ren Aus
führungen den Beginn der 100%igen Arbeitsunfähigkeit auf andere Daten fest
legten (
Januar 2007 [vgl. Urk. 7/120/44], 2007 [vgl. Urk. 7/122] und
September 2005 [vgl. Urk. 7/
135]
),
basiert dies
offensichtlich auf einer Unge
nauigkeit bei der Wiedergabe der Daten und ist vorliegend
ohnehin irrelevant, da der Rentenanspruch frühestens per 1. Februar 2009 entstehen kann (BGE 138 V 475).
Im Weiteren ist nun zu prüfen, ob und falls ja, ab wann die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit ihre Arbeitsfähigkeit wiedererlangte. So ging Dr.
B._
im Juni 2010 (Begutachtungszeitpunkt) noch davon aus, dass sich
der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin insoweit verbessert habe, dass si
e ihr ab 1. Juni 2010 wieder eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für
behinderungs
an
ge
passte
Tätigkeiten attestierte (Urk. 7/73/13). Dieser Einschätzung fügte
Dr.
B._
jedoch noch einen Vorbehalt an, wonach unter Umständen eine Verschraubung
beider
Iliosakralgelenke
notwendig sein werde. Wie sich aus dem weiteren
Krank
heitsverlauf
ergibt, waren diese ISG-Verschraubungen tat
sächlich notwendig und
die Operationen erfolgten im November 2010 und im Januar 201
2.
Angesichts
dieser erneuten operativen Eingriffe, welche wieder längere
Rekonvaleszenzen
erforderten, ist entgegen der ursprünglichen Prog
nose von
Dr.
B._
zu diesem Zeitpunkt im Jahre 2010 noch von keiner Bes
serung beziehungsweise Stabili
sierung der Rückenproblematik und einer ent
sprechenden Wiedererlangung der Ar
beits
fähigkeit auszugehen.
Es
ist
vielmehr - in Übereinstimmung mit den
Medas
-Gutachtern (Urk. 7/135) - eine leichte Besserung des Gesundheitszu
stan
des der Beschwerdeführerin ab
Juli
2013 (Begutachtungszeitpunkt) anzunehmen
,
weshalb der Beschwerdeführerin seither aus polydisziplinärer Sicht eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer adap
tierten Tätigkeit zumutbar ist.
4.2.3
Die retrospektive Beurteilung des
Medas
-Gutachtens war im vorliegenden Fall
aufgrund des
bis 2005 zurückreichenden Krankheitsverlauf gerechtfertigt und ist
entsprechend den zuvor dargelegten Ausführungen
folgendermassen anzu
passen:
e
ine
invalidenversicherungsrechtlich relevante Verschlechterung
des Gesund
heits
zustandes der Beschwerdeführerin
ist ausgewiesen
und erst ab Juli 2013 erlangte sie in einer
be
hinderungsangepassten
Tätigkeit
eine 50%ige Arbeits
fähig
keit
wieder
.
4.3
N
ebst den orthopädischen Diagnosen
wurde
auch eine rezidivierende depressive
Stö
rung, derzeit leicht- bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F 33.0/
F 33.1)
festgestellt. Diese psychiatrische Diagnose wurde
zwar
schlüssig darge
legt
, doch hat
eine solche depressive Störung
nicht in jedem Fall eine i
n
validi
sierende Wirkung.
Nach der Rechtsprechung werden leicht- bis mittelgradige Episoden einer De
pression und selbst mittelgradige depressive Episoden regelmässig nicht als von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depres
si
on im Sinne eines verselbständigten Gesundheitsschadens betrachtet, die es der betroffenen Person verunmöglicht, die Folgen der bestehenden
Schmerz
proble
matik
zu überwinden. Daran ändert nichts, wenn die depressive Episode vor dem
Hintergrund einer rezidivierenden depressiven Störung diagnostiziert worden ist
(Urteil des Bundesgerichts 8C_104/2014 vom 2
6.
Juni 2014 E. 3.3.4 mit Hin
weisen; vgl. auch Urteil 9C_856/2013 vom 8. Oktober 2014 E. 5.1.2).
Zwar ist eine
invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Stö
rung nicht schlecht
hin auszuschliessen, indes bedingt deren Annahme, dass eine konse
quente Depressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als resi
stent
ausweist (Urteil des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom
3.
April 2014 E. 4.2 mit Hinweisen).
In diesem Zusammenhang wurde der Beschwerdeführerin am 30. Oktober 2013 (Urk. 7/125) eine Schadenminderungspflicht im Sinne einer einjährigen
fach
psychiatrischen
Therapie auferlegt, um dann anhand einer umfassenderen
Ein
schätzung
die Auswirkungen der psychiatrischen Erkrankung neu beurteilen zu können.
Im Weiteren dürfen die verschiedenen psychosozialen
Belastungsfak
to
ren
, welche nach invalidenversicherungsrechtlichen Kriterien nicht in die Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit einbezogen werden können, nicht ausser Acht gelassen werden: subjektives Krankheitskonzept, einfache Berufsausbil
dung, in
zwischen langjährige
Dekonditionierung
bei Tätigkeiten auf dem freien Arbeits
markt (zuletzt im März 2006), Migrationsproblematik, finanzielle Prob
leme sowi
e Renten- und Entschädigungswünsche (vgl. Urk. 7/120/29).
Angesichts dessen ist aufgrund der psychiatrischen Diagnose einer depressiven Störung ein invalidisierender Gesundheitsschaden zu verneinen.
4.4
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich der Gesundheitszustand der Be
schwerdeführerin insoweit verschlechtert hat, dass ihr aus somatischer Sicht ihre bisherige Tätigkeit als Putzfrau nicht mehr möglich ist, ihr hingegen eine behinderungsangepasste Tätigkeit (leichte bis mittel
schwere wechselbelastende
Tätigkeit bis 10 Kilogramm und Gewichtsbelastung ohne einseitige
Wirbelsäulen
zwangshaltungen
sowie ohne spezielle Anforde
rungen an die Stress- und
Frus
tra
tionstoleranz
) seit dem 1. Juli 2013 zu 50 % zumutbar ist.
5.
Soweit die Beschwerdeführerin verlangt, es seien weitere medizinische Abklä
run
gen,
insbesondere die Durchführung einer Evaluation der funktionel
len Leis
tungsfähigkeit,
vorzunehmen,
kann darauf in antizipierter
Beweiswürdi
gung
verzichtet
werden (BGE 127 V 491 E. 1b. mit Hinweisen). Der Gesund
heitszu
stan
d und die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit sind aufgrund des
polydis
zi
plinären
Medas
-Gutachtens vom 26. August 2013, Urk. 7/120, Urk. 7/122 und Urk. 7/135) und der weiteren medizinischen Akten hinreichend abgeklärt. Von weiteren Untersuchungen sind keine neuen Erkenntnisse zu er
warten.
6.
6.1
Im Weiteren ist zu prüfen, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin in
erwerblicher
Hinsicht auswirkt.
Für die Zeit ab
1.
Februar 2009 (sechs Monate nach Anmeldung, Art. 29 IVG in der ab 1. Januar 2008 gültigen Fassung, vgl. BGE 138 V 475)
bis
30. September
2013
(
Verbesserung ab Juli 2013 zuzüglich 3 Monate nach
Art. 88a Abs. 1 IV
V
)
hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
ganze
Inva
lidenrente.
Für die weitere Zeit a
b
1.
Oktober
2013, nachdem sich ihr Gesundheitszustand gebessert hatte und ihr wieder eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer
behinde
rungsangepassten
Tätigkeit zumutbar war,
ist nachfolgend ein
e
Invaliditätsbe
messung
vor
zunehmen:
6.2
Da die Beschwerdeführerin bei Eintritt des Gesundheitsschadens als Putzfrau tätig war, nachdem sie zuvor eine
Anlehre
als Verkäuferin angeschlossen hatte,
und seither kein Anstellungsverhältnis mehr vorliegt,
rechtfertigt es sich, so
wohl
für die Bemessung des Validen- als auch des Invalideneinkommens
auf die Tabellenlöhne
aus der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung für das Jahr 2010
(LSE 2010)
abzustellen.
Dabei sind beide Vergleichseinkommen vom selben Tabel
lenlohn, nämlich vom nicht nach Branchen differenzierten standardisier
ten monatlichen Bruttolohn (Zentralwert; inklusive 13. Monatslohn, basierend auf einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden) für weibliche Arbeitskräfte an Arbeitsplätzen des niedrigsten Anforderungsniveaus (Kategorie 4) von Fr. 4‘225.-- (Tabelle TA1, Ziffern 1-96, S. 26) zu ermitteln. Somit kann aus
nahmsweise von der ärztlich geschätzten
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
ohne Weiteres - unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzuges vom Tabellenlohn - auf einen
entsprechenden Invaliditätsgrad geschlossen und damit ein Prozentvergleich vorgenommen werden (BGE 134 V 322 E. 4.1, Urteile des Bundesgerichts 9C_192/2014
vom 23. September 2014 E. 3.2 und 8C_450/2014 vom 24. Juli 2014 E. 7.3).
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (vgl. Urk. 1 S. 10) ist vorlie
gend
kein Leidensabzug angezeigt, da ein Teilzeitpensum bei Frauen grundsätz
lich keine relative Lohneinbusse zur Folge hat.
Folglich ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 50 %
, womit der Beschwerdeführe
rin ab 1.
Oktober
2013 eine halbe Invalidenrente zusteht (vgl. E. 1.2).
7.
Zusammenfassend ist die Beschwerde
teilweise
gutzuheissen,
und
die an
gefoch
tene Verfügung insoweit ab
zuändern
, als festgestellt wird, dass die Beschwerde
führerin vom 1.
Februar 2009
bis
30. September
2013 Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente und
ab
dem 1.
Oktober
2013 Anspruch auf eine halbe Invaliden
rente hat.
8.
8.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Da die Beschwerdeführerin bezüglich des Rentenanspruchs an sich obsiegt, sind die Kosten vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
8.2
Entsprechend ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, de
r
Beschwerdefüh
rer
in
eine volle Prozessentschädigung zu bezahlen, die gemäss
Art.
61
lit
. g ATSG
in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) – ohne Rücksicht auf den Streitwert – nach der Bedeutung der Streit
sache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass
des Obsiegens zu
bemessen ist, wobei ein Betrag von Fr. 1‘600.-- (inklusive Barauslagen und Meh
r
wertsteuer) angemessen erscheint.