Decision ID: 29396597-7d8e-4c33-99cc-f409925208d1
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 22. Januar 2014 wegen eines im Januar 2013 erlittenen
Bandscheibenvorfalls zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Der behandelnde
Dr. med. A._, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, berichtete am 11. Februar 2014,
die Versicherte leide an einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10: F32.1), einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), einer erheblichen
rechtsforaminalen Diskushernie S1/S2 mit Kompression S1 rechts mit seit Monaten
anhaltender Lumboischialgie rechts und benignem paroxysmalem Lagerungsschwindel
akut seit 6. Februar 2014. Die Versicherte könne aktuell aus Schmerzgründen kaum
mehr als eine Viertelstunde verharren und sei körperlich kaum belastbar (IV-
act. 12-1 f.). Die in der Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen (KSSG)
behandelnden Ärzte diagnostizierten eine rechtsseitige Lumboischialgie mit unklarer,
verschieden radikulärer Ausstrahlung bei mehrfachen Infiltrationsversuchen inklusive
Wurzelinfiltrationen S1 rechts, Sakralblock, und bei neurologischer Beurteilung
inklusive EMG vom 25. März 2014, die keine konklusiven Ergebnisse bezüglich der
Schmerzgenese gezeigt habe (IV-act. 18).
A.a.
Im Auftrag des Krankentaggeldversicherers und unter Beteiligung der IV-Stelle (IV-
act. 21) wurde die Versicherte am 1. Juli 2014 orthopädisch durch Dr. med. B._,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
und neurologisch durch Dr. med. C._, Facharzt für Neurologie, sowie am 8. Juli 2014
psychiatrisch durch Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
begutachtet. Die Gutachter erhoben folgende Diagnosen, welche die Arbeitsfähigkeit
beeinflussen würden: 1. eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion;
2. eine chronische ISG-Blockierung rechts und links und 3. ein chronisches
Lumbalsyndrom mit muskulärer Insuffizienz. Nach gezielter medikamentöser und
manueller Therapie werde die Versicherte auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für ein
A.b.
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bisheriges Pensum von 100% wieder voll arbeitsfähig sein (orthopädisches Gutachten
vom 17. August 2014, worin auch die Erkenntnisse des neurologischen Gutachtens
vom 7. Juli 2014 und des psychiatrischen Gutachtens vom 31. Juli 2014 einflossen;
siehe zum Ganzen fremd-act. 4).
Nach einer rheumatologischen Behandlung und einer Nervenwurzelinfiltration L5
rechts berichtete die Versicherte über eine aktuell sehr zufriedenstellende
Schmerzsituation. Die Versicherte wünschte, möglichst bald wieder zu 50% zu arbeiten
(Bericht der Klinik für Neurochirurgie am KSSG vom 17. Oktober 2014, IV-act. 27).
A.c.
Im Auftrag des Krankentaggeldversicherers erstattete Dr. med. E._, Facharzt für
Neurologie, am 29. Januar 2015 ein Aktengutachten. Er vertrat darin die Auffassung,
dass die Versicherte für leidensangepasste Tätigkeiten über eine 80%ige
Arbeitsfähigkeit verfüge. Bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung könnten eine
zwischenzeitlich teilweise eingetretene psychophysische Dekonditionierung, die
dysfunktionellen psychologischen Verhaltensfaktoren (Krankenrollenverhalten) und
psychosoziale Faktoren versicherungsmedizinisch nicht berücksichtigt werden, was die
Diskrepanz zwischen der subjektiven Selbsteinschätzung der Versicherten und der
Einschätzung aus gutachterlicher Sicht erkläre (fremd-act. 9, insbesondere S. 30).
A.d.
Die Versicherte unterzog sich am 10. März 2015 in der Klinik für Neurochirurgie am
KSSG einer Isthmotomie L5 rechts (IV-act. 46; siehe auch den Bericht vom 16. März
2015, IV-act. 55-80 ff.; zum anschliessenden Rehabilitationsaufenthalt vom 18. bis
28. März 2015 in der Rehaklinik Valens siehe den Austrittsbericht vom 16. April 2015,
IV-act. 55-83 ff.). Am 3. August 2015 berichtete Dr. A._, aufgrund der subjektiv als
intensiv empfundenen Schmerzen verfüge die Versicherte über keine arbeitsmässig
realisierbare Leistungsfähigkeit (IV-act. 55-1 ff.; vgl. auch den Bericht vom 8. Juli 2016,
IV-act. 101-1 ff.). Die RAD-Ärztin Dr. med. F._, Fachärztin für Allgemeinmedizin,
vertrat in der Stellungnahme vom 17. August 2015 die Auffassung, die Versicherte
müsste für leidensangepasste Tätigkeiten über eine 50%ige Restarbeitsfähigkeit
verfügen (IV-act. 58).
A.e.
Aufgrund einer neu aufgetretenen Osteochondrose LWK4/5 wurde die Versicherte
zur Schmerzeinstellung stationär in der Klinik für Neurochirurgie am KSSG
A.f.
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aufgenommen (siehe zur Hospitalisation vom 8. bis 16. August 2016 den
Austrittsbericht vom 18. August 2016, IV-act. 109-3 ff.). Der im Schmerzzentrum des
KSSG behandelnde Assistenzarzt Dr. med. G._ teilte der IV-Stelle am 10. Oktober
2016 mit, der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich in Form der inzwischen
aufgetretenen Osteochondrose im Segment L4/5 verschlechtert (IV-act. 109-1 f.).
Die SMAB AG, St. Gallen, erstattete der IV-Stelle am 27. März 2017 ein
polydisziplinäres (internistisches, neurologisches, orthopädisches,
neuropsychologisches und psychiatrisches) Gutachten, das sich auf persönliche
Untersuchungen der Versicherten am 17., 24. und 27. Januar sowie am 13. und
17. Februar 2017 stützt. Die Gutachter stellten folgende Diagnosen, denen sie eine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zumassen: 1. ein Lumbalsyndrom bei
Hemisakralisation LWK 5 rechts und 2. eine leichte bis mittelgradige depressive
Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10: F32.1). Seit August 2013 bestehe für die
bisherige Tätigkeit als Gruppenleiterin der Qualitätskontrolle eine Beeinträchtigung der
Arbeitsfähigkeit um 35% und für leidensangepasste Tätigkeiten eine 20%ige bzw.
15 bis 20%ige Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. Für die Dauer der stationären
Aufenthalte habe jeweils eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Nach der
Isthmotomie LWK5 rechts am 10. März 2015 werde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
der Versicherten für sechs Wochen postoperativ als angemessen betrachtet. Danach
sei wieder für die bisherige Tätigkeit von einer 65%igen und für leidensangepasste
Tätigkeiten von einer 80%igen bzw. 80 bis 85%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (IV-
act. 120, insbesondere S. 22, S. 25 und S. 32). Die RAD-Ärztin Dr. F._ hielt die
gutachterliche Beurteilung für plausibel und nachvollziehbar (Stellungnahme vom
18. April 2017, IV-act. 121).
A.g.
Im Bericht vom 30. Juni 2017 zur ambulanten Untersuchung in der Klinik für
Neurochirurgie des KSSG vom 16. Mai 2017 führten die dort behandelnden Ärzte aus,
die Versicherte leide weiterhin an einer starken exazerbierten L5-Ischialgie. Es
empfehle sich eine erneute Operation mit foraminaler Dekompression (IV-act. 128).
A.h.
Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 20. Oktober 2017 mit, dass das Gesuch um
berufliche Massnahmen abgewiesen werde, weil sie sich aus gesundheitlichen
A.i.
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B.
Gründen nicht in der Lage sehe an Eingliederungsmassnahmen mitzuwirken (IV-
act. 133).
Mit Vorbescheid vom 24. November 2017 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, das Rentengesuch abzuweisen. Als Begründung gab sie an, dass das
psychische Leiden aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht keine Arbeitsunfähigkeit
begründe, womit aus orthopädischer Sicht für eine leidensangepasste Tätigkeit von
einer 100%igen und für die bisherige Tätigkeit von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit
auszugehen sei bzw. ein 20%iger Invaliditätsgrad resultiere (IV-act. 138). Dagegen
erhob die Versicherte am 11. Januar 2018 Einwand und brachte vor, die Ermittlung der
Arbeitsfähigkeit und des Invalideneinkommens habe die IV-Stelle nicht richtig
vorgenommen (IV-act. 146). Am 26. Januar 2018 verfügte die IV-Stelle die Abweisung
des Rentengesuchs (IV-act. 147).
A.j.
Gegen die Verfügung vom 26. Januar 2018 erhob die Beschwerdeführerin am
20. Februar 2018 Beschwerde. Sie beantragte darin sinngemäss deren Aufhebung und
die Zusprache einer Invalidenrente. Sie bestritt, für leidensangepasste Tätigkeiten über
eine 80%ige Arbeitsfähigkeit zu verfügen. Das von der Beschwerdegegnerin
angerechnete Invalideneinkommen sei zu hoch (act. G 1). Mit der Beschwerde reichte
sie ein Schreiben des behandelnden Dr. med. H._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, vom 19. Februar 2018 (act. G 1.3) und einen Bericht von Dr. med.
I._, Fachärztin für Neurochirurgie, vom 31. Januar 2018 ein, worin «aktuell
Schmerzausweitung über den ganzen Körper (Weichteilrheuma, DD Fibromyalgie)», ein
nozizeptiv neuropathisches Schmerzsyndrom, Gerbershagen-Stadium III, und eine
mittelgradige depressive Episode diagnostiziert wurden (act. G 1.2).
B.a.
Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom 28. März
2018 die Abweisung der Beschwerde. Im Wesentlichen brachte sie vor, die Beurteilung
durch die SMAB-Gutachter sei beweiskräftig. Insgesamt zeige sich, «dass die
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde nicht für eine schwere
Gesundheitsschädigung spricht, die eine Invalidenrente begründen liesse» (act. G 6).
B.b.
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Erwägungen
1.
Zunächst gilt es betreffend den erst in der Replik gestellten Antrag um Gewährung
beruflicher Massnahmen (act. G 12, Antrag Ziff. 1) zu beachten, dass der Anspruch
darauf nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung vom 26. Januar 2018 bildet
(hierüber entschied die Beschwerdegegnerin in der Mitteilung vom 20. Oktober 2017,
IV-act. 133). Darin befand die Beschwerdegegnerin ausschliesslich über den
Rentenanspruch (IV-act. 147). Im Hinblick darauf, dass in der angefochtenen
Rentenverfügung ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad ermittelt wurde, ist die
Frage betreffend berufliche Massnahmen auch nicht notwendigerweise deren
Gegenstand. Unter diesen Umständen ist der Anspruch auf berufliche Massnahmen
nicht Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens (siehe etwa den Entscheid
Dem Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten) wurde am 3. April 2018 (act. G 7) und
demjenigen um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung am 12. April
2018 entsprochen (act. G 10).
B.c.
In der Replik vom 28. Mai 2018 beantragte die Beschwerdeführerin die Aufhebung
der angefochtenen Verfügung vom 26. Januar 2018 und es sei ihr ab Juli 2014 eine
ganze Invalidenrente und ab April 2015 mindestens eine Dreiviertelsrente auszurichten.
Zudem seien ihr berufliche Massnahmen zu gewähren. Eventualiter sei die Sache zu
weiteren medizinischen Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin. Zur
Begründung brachte sie vor, das polydisziplinäre Gutachten der SMAB AG sei nicht
voll beweiskräftig. Sie verfüge maximal über eine Resterwerbsfähigkeit von 65%. Des
Weiteren bemängelte sie die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Bemessung
der Vergleichseinkommen (act. G 12; zu den miteingereichten medizinischen Berichten
siehe act. G 12.1 ff.). Am 18. Juni 2018 reichte die Beschwerdeführerin den Bericht der
Klinik Z._ vom 12. Juni 2018 betreffend die dort vom 22. Mai bis zum 15. Juni 2018
erfolgte integrative halbtagesklinische Behandlung ein (act. G 14 und G 14.1).
B.d.
Die Beschwerdegegnerin hielt in der Duplik vom 25. Juni 2018 unverändert an der
beantragten Beschwerdeabweisung fest (act. G 16).
B.e.
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des Versicherungsgerichts vom 1. Februar 2016, IV 2013/411, E. 1), weshalb auf den
entsprechenden Antrag nicht einzutreten ist.
2.
Nachfolgend zu prüfen und zwischen den Parteien umstritten ist der Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin.
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
2.1.
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG).
2.2.
Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.3.
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3.
In einem ersten Schritt ist zu beurteilen, ob das polydisziplinäre SMAB-Gutachten vom
27. März 2017 eine beweiskräftige Arbeitsfähigkeitsschätzung beinhaltet. Die
Beschwerdeführerin hält die gutachterliche Beurteilung für mangelhaft.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V
352 E. 3a).
2.4.
Am orthopädischen Gutachtensteil rügt die Beschwerdeführerin, die
Arbeitsfähigkeitsschätzung sei nicht nachvollziehbar. Für die leichte angestammte
Tätigkeit, die mehrheitlich im Sitzen ausgeführt werden könne, sei eine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit um 20% bescheinigt worden. Diese solle aber für eine
Verweistätigkeit nicht gelten. Da keine körperlich leichtere Verweistätigkeit denkbar sei
als die angestammte, sei es nicht überzeugend, dass für eine Verweistätigkeit eine
volle Arbeitsfähigkeit erreicht werden könne (act. G 12, Rz 22). Die Kritik der
Beschwerdeführerin erweist sich als unbegründet. Die orthopädische SMAB-
Gutachterin setzte für eine optimal den Leiden angepasste Tätigkeit u.a.
wechselbelastendes Arbeiten voraus (IV-act. 120-60 Mitte). Nach den Angaben der
Beschwerdeführerin handelte es sich bei der angestammten nicht um eine
wechselbelastende Tätigkeit, sondern um eine, die vorwiegend im Sitzen erfolgt sei
(act. G 12, Rz 22, IV-act. 120-60 Mitte). Somit ist nachvollziehbar, dass die
angestammte Tätigkeit in einem bezüglich des Rückenleidens wesentlichen Punkt das
von der orthopädischen SMAB-Gutachterin beschriebene optimal den Leiden
angepasste Belastungsprofil nicht erfüllt. Unter diesen Umständen erscheinen die
unterschiedlich hohen Arbeitsfähigkeitsschätzungen plausibel.
3.1.
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3.2.
Des Weiteren vertritt die Beschwerdeführerin den Standpunkt, im
orthopädischen Gutachtensteil fehle eine Berücksichtigung der explizit genannten,
weiterhin zu befürchtenden kurzzeitigen Arbeitsunfähigkeitszeiten aufgrund von
lumbalen Schmerzexazerbationen. Dies werde auch dadurch klar ersichtlich, dass im
gesamten Krankheitsverlauf bereits sehr viele stationäre Klinikaufenthalte, darunter
auch notfallmässige Spitaleinlieferungen, dokumentiert seien (act. G 12, Rz 22).
Ausserdem fehle in der zusammenfassenden Beurteilung der Arbeitsfähigkeit die
Einschätzung der orthopädischen Gutachterin, wonach nach der Operation vom
10. März 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für sechs Wochen postoperativ
bescheinigt worden sei (act. G 12, Rz 22).
3.2.1.
Die orthopädische SMAB-Gutachterin gab bei an sich guter Prognose an,
gelegentliche lumbale Schmerzexazerbationen mit kurzfristigen
Arbeitsunfähigkeitszeiten seien aufgrund des angeborenen lumbosacralen
Übergangswirbels und der ungünstigen Biomechanik der Wirbelsäule möglich (IV-
act. 120-61). Daraus ergibt sich einerseits, dass kurzfristige Arbeitsunfähigkeiten
lediglich möglicherweise und nicht überwiegend wahrscheinlich auftreten können.
Andererseits bezog sich diese Aussage ausdrücklich bloss auf mögliche kurzfristige
Absenzen ohne Dauercharakter. Hinzu kommt, dass das mögliche Auftreten solcher
Exazerbationen mit Wirbelsäulengymnastik und Schwimmen wohl vermieden werden
könnte (siehe zum Ganzen IV-act. 120-61). Anzufügen bleibt, dass bei den meisten der
von der Beschwerdeführerin notfallmässig in Anspruch genommenen Behandlungen
kein somatisches Korrelat für die geklagten Leiden gefunden werden konnte
(eingehend hierzu nachstehende E. 3.6.1). Jedenfalls ist die genannte prognostische
Aussage nicht geeignet, eine länger dauernde Arbeitsunfähigkeit bzw. Zweifel an der
gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung zu begründen. Im Übrigen erweist sich die
Kritik der Beschwerdeführerin als aktenwidrig, wurde sowohl die am 10. März 2015
durchgeführte Isthmotomie LWK5 rechts als auch die für sechs Wochen postoperativ
bescheinigte 100%ige Arbeitsunfähigkeit bei der Beurteilung des retrospektiven
Verlaufs «im polydisziplinären Konsens» ausdrücklich erwähnt (IV-act. 120-25 und IV-
act. 120-32).
3.2.2.
Ausserdem bringt die Beschwerdeführerin vor, die psychiatrische SMAB-
Gutachterin übersehe, dass für die angestammte Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin
in der Qualitätskontrolle und überdies in der Funktion als Gruppenleiterin gerade jene
Fähigkeiten zentral seien, die in psychiatrischer Hinsicht als nicht geeignet beschrieben
worden seien, wie insbesondere eine hohe Aufmerksamkeit, Verlässlichkeit,
3.3.
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Genauigkeit und Flexibilität. Aus diesem Grund sei die Bescheinigung einer
Restarbeitsfähigkeit von 80 bis 85% für die angestammte Tätigkeit nicht
nachvollziehbar (act. G 12, Rz 23).
Diese Kritik vermag den Beweiswert der gutachterlichen Aussagen nicht zu
erschüttern. Wesentlich ist zunächst, dass die psychiatrische SMAB-Gutachterin die
von ihr festgestellten Defizite in die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung einfliessen liess und
gerade keine 100%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigte. Insbesondere ist im Rahmen des
der psychiatrischen SMAB-Gutachterin zuzugestehenden Ermessens nicht zu
beanstanden, dass sie - gestützt auf eine umfassende objektive Konsistenz- und
Ressourcenprüfung - die Folgen der von ihr festgestellten Defizite mit einer
Arbeitsunfähigkeit von 15 bis 20% bewertete (IV-act. 120-75 und 77). Die
psychiatrische SMAB-Gutachterin legte darüber hinaus plausibel dar, dass der
Beschwerdeführerin immerhin Tätigkeiten einfacher bis durchschnittlicher geistiger Art
mit einfachen Verantwortungsgraden zumutbar seien (IV-act. 120-24 unten). Aus den
Angaben der Beschwerdeführerin gehen sodann noch erhebliche kognitive Ressourcen
hervor. So unterstützt sie die Nachbarin bei Schreiben und Telefonieren mit
Krankenkassen und Ärzten. Sie interessiert sich besonders für Reportagen und liest
auch Bücher (IV-act. 120-68). Entscheidend ist schliesslich, dass unter
Berücksichtigung der Wechselwirkungen zwischen den psychischen und somatischen
Leiden (IV-act. 120-29) bezogen auf die angestammte Tätigkeit letztlich lediglich eine
65%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt wurde (IV-act. 120-25). Gegen eine höhere
Arbeitsunfähigkeit bezogen auf die angestammte Tätigkeit spricht auch die vom
Krankentaggeldversicherer eingeholte polydisziplinäre Beurteilung, worin von einer
100%igen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin bezogen auf die bisherige Tätigkeit
ausgegangen wurde (fremd-act. 4-8 f.).
3.3.1.
Die neuropsychologische Gutachterin sprach im Übrigen von «nicht-
authentischen» kognitiven Funktionsstörungen bzw. Antwortverzerrungen und sie
vermochte objektiv keine kognitiven Defizite festzustellen (IV-act. 120-72 und -86
unten).
3.3.2.
Aus der Sicht der Beschwerdeführerin hat die psychiatrische SMAB-Gutachterin
zudem zu Unrecht eine Auseinandersetzung mit der Tatsache unterlassen, dass
Dr. D._ in seinem Gutachten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer
Sicht bis Ende August 2014 bescheinigt habe (act. G 12, Rz 23). Aus den Ausführungen
von Dr. D._ vermag die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten abzuleiten.
Seine anlässlich der persönlichen Begutachtung vom 8. Juli 2014 gewonnenen
Erkenntnisse führten zur Bescheinigung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit. Es gebe
3.4.
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gegenwärtig keinen plausiblen Grund mehr dafür, abgesehen von einer kurzen
Übergangszeit, weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit zu bescheinigen - im Gegenteil. Es sei
offensichtlich, dass weitaus überwiegend psychosoziale Widrigkeiten am
Zustandekommen bzw. Aufrechterhalten des Beschwerdebilds beteiligt seien, mithin
krankheitsfremde Einflüsse oder Umgebungsfaktoren. Die Beschwerdeführerin sei
«höchstens noch vorübergehend bis maximal Ende August 2014
arbeitsunfähig» (fremd-act. 4-39). Diese mit Blick sowohl auf die Arbeitsfähigkeit als
auch die krankheitsbedingten Anteile sehr kritischen Ausführungen von Dr. D._
stehen der auf einer umfassenden Konsistenz- und Ressourcenbeurteilung beruhenden
sowie unter Ausblendung krankheitsfremder Faktoren erfolgten
Arbeitsfähigkeitsschätzung der psychiatrischen SMAB-Gutachterin nicht entgegen, die
sich dabei mit den wesentlichen Vorakten auseinandersetzte (IV-act. 120-78 oben).
Insbesondere trifft deren Einschätzung zu, dass die fachbezogene Dokumentation in
den Jahren 2014 bis 2016 - abgesehen von der gutachterlichen Beurteilung durch
Dr. Bahro - dürftig ist bzw. eine solche nicht vorliegt (IV-act. 120-78). Im
Entlassungsbericht der Klinik für Neurochirurgie am KSSG vom 13. August 2014 wurde
lediglich konsiliarisch aus psychosomatischer Sicht ein «schwer depressives Syndrom»
aufgrund der Schmerzstörung diagnostiziert. Als Nebendiagnose wurde dann aber
lediglich eine «depressive Verstimmung» aufgeführt (IV-act. 55-58 ff.; zur
Nebendiagnose einer depressiven Verstimmung siehe auch den Bericht vom
17. Oktober 2014, IV-act. 27). Vor diesem Hintergrund erweist sich die von der
psychiatrischen SMAB-Gutachterin vorgenommene retrospektive Beurteilung ebenfalls
als schlüssig.
Die in der interdisziplinären Beantwortung des Fragenkatalogs enthaltene
Behauptung, wonach die psychiatrische Therapie bisher nicht lege artis erfolgt sein
soll, hält die Beschwerdeführerin für völlig haltlos (act. G 12, Rz 24).
3.5.
Die Beschwerdeführerin legt allerdings weder dar noch ist erkennbar, dass die
unterschiedlichen Beurteilungen der bisherigen Behandlungsbemühungen für die Frage
der Arbeitsfähigkeit von Bedeutung sind, wirft doch die psychiatrische SMAB-
Gutachterin der Beschwerdeführerin weder eine mangelhafte Compliance noch eine
mangelhafte, fehlenden Leidensdruck widerspiegelnde Therapiemotivation vor (IV-
act. 120-75; zur ausdrücklich bescheinigten Compliance siehe IV-act. 120-29 unten).
3.5.1.
Die psychiatrische SMAB-Gutachterin führte bezüglich der Behandlung aus, die
leicht- bis mittelgradige depressive Störung sei therapeutisch (vor allem auch
medikamentös) angehbar. Es bestünden für die Behandlung zahlreiche therapeutische
3.5.2.
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Optionen. Im Hinblick auf die Tatsache, dass die bisherige ambulante psychiatrische
Behandlung weiterhin erfolge, bestehe der Bedarf einer antidepressiven
Pharmakotherapie (die aktuelle Medikation sei nicht als genügende antidepressive
Dosierung zu werten). Bei der seit Jahren bestehenden Benzodiazepinen-Abhängigkeit
sei eine Entzugstherapie vorrangig um eine Chronifizierung der Depression zu
verhindern (IV-act. 120-75). Die regelmässige Applikation von zentralwirksamen
Substanzen (Morphinen, Lorazepam, Pregabalin, Amitriptylin) sei mit einem erhöhten
Risiko für Symptome wie vermehrte Nervosität, Unruhe, Rastlosigkeit, verminderte
Vigilanz, Müdigkeit, Benommenheit, Schläfrigkeit sowie Verstärkung der
Angstsymptomatik und Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten und einer
Einschränkung der Reaktionsbereitschaft assoziiert und deshalb sehr kritisch zu
betrachten (IV-act. 170-78). Die depressive Erkrankung sei als weitgehend nicht
konsequent und suffizient behandelt einzustufen. Eine Entzugsbehandlung von den
Benzodiazepinen wäre vorrangig. Die bisherige Therapie sei auch insofern nicht lege
artis, als die aktuelle Gabe von 2 bis 4 g Paracetamol pro Tag auf Dauer lebertoxisch
sei. Die Gabe von Morphin sei von orthopädisch-traumatologischer Seite nicht indiziert
(IV-act. 120-29; siehe auch die Angaben in IV-act. 120-30 oben). Die
Beschwerdeführerin legt nicht konkret dar, inwieweit die ausführlich begründeten
gutachterlichen Angaben unrichtig sind (act. G 12, Rz 24). Zu ergänzen bleibt, dass
auch anlässlich der Hospitalisation vom 21. bis 25. August 2017 in der Klinik für
Neurochirurgie am KSSG «Möglichkeiten der erweiterten psychiatrischen Behandlung»
besprochen wurden, was ebenfalls auf ein zusätzliches therapeutisches Potenzial
schliessen lässt (act. G 12.2, S. 2).
Aus den von der Beschwerdeführerin im Rahmen des Beschwerdeverfahrens
eingereichten medizinischen Unterlagen gehen keine objektiven Hinweise hervor,
welche die Beweiskraft der Beurteilung der SMAB-Experten erschüttern oder bezogen
auf den für die gerichtliche Beurteilung massgebenden Zeitraum bis zum Erlass der
angefochtenen Verfügung am 26. Januar 2018 eine relevante gesundheitliche
Verschlechterung nahelegen würden.
3.6.
Zudem enthalten sie keine erkennbare Konsistenz- und Ressourcenbeurteilung.
Vielmehr stellten auch die im Spital Y._ vom 9. bis 16. Februar 2016 behandelnden
medizinischen Fachpersonen fest, dass die Ursache der Schmerzexazerbation im
Bereich der Lendenwirbelsäule mit Ausstrahlung in das rechte Bein am Ende unklar
blieb (act. G 12.1). Nichts anderes gilt für den Austrittsbericht der Klinik für
Neurochirurgie am KSSG vom 28. August 2017 betreffend die vom 21. bis 25. August
2017 durchgeführte Behandlung, die eine Auflistung von «Yellow Flags» enthält (z.B.
3.6.1.
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kein Ansprechen auf bisherige Therapien, «nichts hilft», «dysfunktionale Kognitionen»
und psychosoziale Belastung; act. G 12.2, S. 1). Zudem äusserten die dort
behandelnden medizinischen Fachpersonen den Verdacht auf ein somatisch fixiertes
Krankheitsverständnis (act. G 12.2, S. 2). Den Berichten von Dr. I._ vom 13. sowie
19. September 2017 und vom 31. Januar 2018 lassen sich keine objektiven
Gesichtspunkte entnehmen, welche die gutachterliche Beurteilung der von der
Beschwerdeführerin geklagten Leiden zu erschüttern oder eine seither eingetretene
gesundheitliche Verschlechterung nahelegen würden. Vielmehr wurde darin eine
Kompression neuraler Strukturen oder eine Instabilität ausgeschlossen (act. G 1.2,
G 12.3 und G 12.4). Auch aus dem «Widerspruch» von Dr. H._ vom 19. Februar 2018,
der sich auf die nicht begründete Würdigung beschränkt, dass der Rentenentscheid
der Beschwerdegegnerin «der Krankheitsentwicklung auch von psychiatrischer Seite
her nicht gerecht» werde, ergibt sich kein weiterer Abklärungsbedarf (act. G 1.3). Die
am 26. Oktober 2017 erfolgte Notfallkonsultation in der Klinik für Allgemeine Innere
Medizin/Hausarztmedizin am KSSG vom 28. Oktober 2017 erfolgte aufgrund
rezidivierender Oberbauchschmerzen unklarer Aetiologie (act. G 12.5). Es ist weder von
der Beschwerdeführerin substanziiert dargelegt worden noch ersichtlich, dass dieses
Leiden zu einer längerdauernden relevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führt.
Gleiches gilt bezüglich der wegen einer Influenza B Infektion erfolgten Hospitalisation in
der Klinik für Rheumatologie am KSSG vom 21. bis 27. Februar 2018 (act. G 12.7).
Die vom 22. Mai 2018 bis zum 15. Juni 2018 in der Klinik Z._ erfolgte
integrative halbtagesklinische Behandlung beschlägt entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin (act. G 14) nicht den für die gerichtliche Beurteilung
massgebenden, bis zum Verfügungserlass vom 26. Januar 2018 eingetretenen
Sachverhalt. Allein schon deshalb ist der Bericht vom 12. Juni 2018 (act. G 14.1) nicht
geeignet, im vorliegenden Beschwerdeverfahren einen Abklärungsbedarf zu
begründen. Im Übrigen enthält er ebenfalls weder eine objektive Konsistenz- und
Ressourcenprüfung noch objektive Gesichtspunkte, die im Widerspruch zur
Beurteilung der psychiatrischen SMAB-Gutachterin stehen. Gerade im vorliegenden
Fall, in dem in den Akten mehrmals krankheitsfremde Faktoren, Diskrepanzen und
Inkonsistenzen beschrieben wurden, ist eine objektiv kritische Würdigung der
Leidensangaben - wie sie von den SMAB-Gutachtern vorgenommen wurde - für eine
aussagekräftige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit unverzichtbar (zu den von Dr. C._
wahrgenommenen Verhaltensdiskrepanzen siehe fremd-act. 4-21 f. und der von ihm
dargestellten fehlenden Korrelation zwischen Schmerzsymptomatik bzw.
Schwindelsymptomatik und objektiven Befunden siehe fremd-act. 4-28 f.; zu den von
3.6.2.
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Dr. E._ beschriebenen Befundinkonsistenzen und Verhaltensauffälligkeiten sowie
zum erheblichen Aggravationsverhalten siehe fremd-act. 9-28 unten und fremd-
act. 9-29 Mitte; zu den von Dr. D._ festgestellten psychosozialen «Widrigkeiten» und
der damit verbundenen «narzisstischen Krise» siehe fremd-act. 4-38 und fremd-act.
4-39 Mitte; zu den anlässlich der SMAB-Begutachtung festgestellten positiven
Waddell-Zeichen und Verdeutlichungstendenzen siehe IV-act. 120-27 Mitte und -31
oben; die anlässlich der neuropsychologischen Begutachtung vom 13. Februar 2017
durchgeführte Symptomvalidierung war auffällig und es zeigte sich eine
Antwortverzerrung, IV-act. 120-72 unten und -85 unten; der neuropsychologischen
Gutachterin fiel eine im Vordergrund stehende allgemeine Dysfunktionalität mit Angabe
von hohem Leidensdruck und fehlender psychophysischer Belastbarkeit, bei Antriebs-,
Affekt- und Verhaltensdysregulation auf, IV-act. 120-85 unten; zur von der
psychiatrischen SMAB-Gutachterin festgestellten Selbstlimitierung siehe IV-act. 120-74
und zu den von der orthopädischen SMAB-Gutachterin geschilderten Diskrepanzen
siehe IV-act. 120-60).
Bei der Würdigung der gutachterlichen Beurteilung vom 27. März 2017 (IV-
act. 120) fällt ins Gewicht, dass sie auf eigenständigen Abklärungen beruht und für die
streitigen Belange umfassend ist. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet und
diskutiert. Abweichungen von den Vorakten wurden eingehend und nachvollziehbar
begründet. Die von der Beschwerdeführerin geklagten Leiden wurden umfassend
sowie interdisziplinär berücksichtigt und namentlich im Rahmen einer objektiven
Konsistenzprüfung gewürdigt. Krankheitsfremde Faktoren wurden ausgeblendet. Die
sowohl für die angestammte als auch für eine leidensangepasste Tätigkeit
bescheinigten Arbeitsunfähigkeiten leuchten in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Weiter
bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht
berücksichtigt worden wären. Ergänzend kann auf die Stellungnahme der RAD-Ärztin
Dr. F._ vom 18. April 2017 verwiesen werden (IV-act. 121). Es ist folglich mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
seit August 2013 - abgesehen von allein durch stationäre medizinische Behandlungen
oder einer postoperativen Genesungsphase begründeten vorübergehenden
vollständigen Arbeitsunfähigkeiten - für die angestammte Arbeit bzw. damit
vergleichbare Tätigkeiten über eine 65%ige und für optimal den Leiden angepasste
Tätigkeiten über eine 80 bis 85%ige Arbeitsfähigkeit verfügt (IV-act. 120-25). Bezüglich
dieser Bandbreite ist rechtsprechungsgemäss auf den Mittelwert, also auf eine
82,5%ige Arbeitsfähigkeit abzustellen (Urteil des Bundesgerichts vom 20. August 2009,
9C_193/2009, E. 1.3.1). Vorliegend kann offenbleiben, ob die beweiskräftig von der
3.7.
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4.
Gestützt auf die gutachterliche Beurteilung ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin für den angestammten
Tätigkeitsbereich über eine 65%ige Arbeitsfähigkeit verfügt. Dabei kann offenbleiben,
ob im angestammten Tätigkeitsbereich - mit oder ohne Hilfsmittel - auch Arbeitsplätze
mit regelmässiger Wechselbelastung vorhanden sind, womit bejahendenfalls von einer
höheren Arbeitsfähigkeit auszugehen wäre. Denn selbst bei einer 65%igen
Arbeitsfähigkeit resultiert im Rahmen eines Prozentvergleichs ein nicht
rentenbegründender Invaliditätsgrad von 35%. Gründe, die einen Tabellenlohnabzug
bzw. einen zusätzlichen Abzug von der Resterwerbsfähigkeit gerechtfertigt erscheinen
lassen, bestehen nicht. Einerseits steht der Beschwerdeführerin der angestammte
Tätigkeitsbereich und damit entsprechende Erwerbsmöglichkeiten weiterhin offen.
Andererseits wurden sämtliche leidensbedingten Wechselwirkungen und ein erhöhter
Pausenbedarf bereits bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt (IV-act. 120-25
und -29). Unter diesen Umständen kann sowohl die konkrete betragliche Ermittlung
des Valideneinkommens als auch des Invalideneinkommens gestützt auf eine optimal
den Leiden angepassten Tätigkeit ausserhalb des angestammten Tätigkeitsbereichs
offenbleiben.
5.
psychiatrischen SMAB-Gutachterin bescheinigten Arbeitsunfähigkeiten eine
Erwerbsunfähigkeit im Sinn von Art. 7 Abs. 1 und 2 ATSG zu begründen vermögen,
was die Beschwerdegegnerin bestreitet (act. G 6, III. Rz 3 ff.). Denn selbst wenn dies
bejaht würde, resultierte kein rentenbegründender Mindestinvaliditätsgrad (siehe
nachfolgende E. 4).
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.5.1.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der
unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.--
aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu
befreien.
5.2.
bis
Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung
5.3.
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