Decision ID: 4cc51cc4-f970-47b2-9538-bbf81466c2a2
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die im Jahre 1972 geborene
X._
besuchte in
Y._
wäh
rend acht Jahren die Primarschule und reiste im Juli 1992 in die Schweiz ein. Die Ver
sicherte war nach verschiedenen kurzfristigen Beschäftigungen zuletzt bis Ende September 1996 als Serviceangestellte tätig, bezog in der Folge bis Ende 1997 Arbeitslosenentschädigung und wa
r nach eigenen Angaben seit Sep
tember 1997 vorwiegend Hausfrau.
Nachdem die Versicherte per 1. Septem
ber 1999 eine Voll
zeitstelle als Lagermitarbeiterin in Aussich
t gehabt hatte, wurde sie am 2.
Septem
ber 1999 beim Überqueren eines Fussgängerstreifens von einem Auto angefahren und zog sich
Prellungen und Schürfungen zu.
Aufgrund der Unfallfolgen meldete sich die Versicherte am 18.
Januar 2000 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zür
ich, IV-Stelle, zum Leistungsbe
zug an. Nach
erfolgten Abklärungen, insbeson
d
ere der polydisziplinären Begutach
tung der Versicherten am
Z._
(
Z._
-Gutachten vom 30.
Oktober 2002) sowie der Ab
klärung der beeinträchtigten Arbeits
fähigkeit in Beruf und Haush
alt (Abklä
rungsbericht) vom 23.
April 2001, lehnte die
IV-Stelle mit Verfügung vom 9.
Mai 2003 das Leistungsbegehren der Versicherten ab und hielt an diesem Entscheid mit
Einspracheentscheid
vom 19.
November 2003 fest. Die dagegen erhobene Be
schwerde wies das hie
sige Gericht mit Urteil vom 21.
Juli 2004 ab (Urk
. 10
/
91
; Prozess IV.2004.00006).
Im Juni 2004 brachte die Versicherte ein Kind zur Welt, welches einen Tag nach
der Geburt an angeborenen Missbildungen ver
starb. Weiter erlitt sie am 28.
Au
gust 2004 bei einem Verkehrsunfall ein
Schleudertrauma der Halswirbelsäule und mel
dete sich am 7.
Dezember 2004 erneut bei der IV-Stelle zum Ren
tenbe
zug an. Diese liess die Versicherte erneut po
lydisziplinär abklären (
Z._
-Gutachten vom 2.
Januar 2007) und lehnte
das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 9.
M
ärz
2007 ab. Mit Urteil vom 18.
September 2008 wies das hiesige Gericht die Sache zu
weiteren medizinischen Abklärungen an die
IV-Stelle
zurück
(Urk. 10
/14
7
; Pro
zess IV.2007.00532). Dies
e holte in der Folge ein psychi
atrisches Obergutach
ten ein (Gutachten von
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psy
cho
therapie vom 19.
Oktober
2009, Urk.
10
/
159
), stellte mit Vorbescheid vom
3.
Dezem
ber 2009 die Abweisung des Re
ntenbegehrens in Aussicht (Urk.
10
/162
) und hielt an diesem
Entscheid mit Verfügung vom 25.
August
2010 fest
(Urk. 10
/184). Die genannte Verfügung wurde mit Urteil des hiesigen Gerichts vo
m 30. Juli 2012 bestätigt (Urk. 10
/
199
; Prozess IV.2010.00903).
Am 3.
Oktober 2012 meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-Ste
lle zum
Leistungsbezug an (Urk.
10
/20
2
). Mit U
rteil des Bundesgerichts
8C_764/2012
vom
1.
Februar 2013 wurde das ergangene Urteil des hiesigen Gerichts
vom 30. Juli 2012 bestätigt (Urk. 10
/
199
, Urk.
10
/
209
).
Mit Vorbescheid vom 17.
Juli 2013
be
tref
fend die Neuanmeldung vom 3. Oktober 2012
stellte die IV-Stelle das Nicht
ein
treten auf das Leistungsbegehren in Aussicht
(Urk. 10
/21
5) und hielt an die
sem Entscheid mit Verfügung v
om 13. November 2013 fest (Urk. 10
/23
1
).
Ab August 2014 war die
Versicherte
wieder in
geringem Ausmass
arbeitstätig (Urk. 10/
250
).
Die
gegen die Verfügung vom 13. November 2013
erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 24. April
2015 ab (Urk. 10/236; Prozess IV.2013.01154).
1.2
Zuletzt
war
die Versicherte
als Reinigungskraft
in
einem
vom 10. Mai bis 11. Juli 2018
befristeten Arbeitsverhältnis bei der
B._
GmbH
tätig
und
arbeitete
daneben
seit dem
10. Februar 2016
vier bis fünf
Stunden in der Woche in einem Privathaushalt
(vgl.
Urk.
10/
243 S. 6
,
Urk. 10/247/14-23,
Urk.
10/260
).
Nachdem sie während der Arbeit am 18. Juni 2018
auf
die rechte Seite
gestürzt war
und sich dabei den Kopf
angestossen hatte
(vgl. Urk. 10/
243 S. 6
), meldete sich die Versicherte am
23
.
November 2018
(Urk.
10
/
243
) unter Hinweis auf
den besagten Unfall
erneut bei der
Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle tätigte
daraufhin
medizinische und erwerbliche Abklärungen
;
unter anderem holte sie
die Akten der Unfallversicherung
, der Suva,
ein
(Urk.
10/
247, Urk. 10/265, Urk. 10/267, Urk. 10/275, Urk. 10/277, Urk. 10/280
). Nach
Einwand
(Urk. 10/295)
gegen den Vorbescheid vom
15. Oktober 2020 (Urk. 10/285)
legte die IV
-Stelle
die mit dem Einwand eingereichten medizinischen Berichte
(Urk. 10/288-294)
sowie die ergänzend eingeholten aktuellen Akten der Unfall
ver
sicherung (Urk. 10/297)
dem
regionalen ärztlichen Dienst (RAD) zur Stellung
nahme vor
(Urk.
10/298 S. 3-5
)
. Mit Verfügung vom
5
.
Februar
2021
(Urk. 2) wies die IV-
Stelle das
Leistungsbegehren
(berufliche Massnahmen und Invalidenrente)
ab
.
2.
Dagegen erhob
die Versicherten am 8. März
2021 (Urk. 1) Beschwerde und be
antragte, es sei die Verfügung vom 5. Februar 2021 aufzuheben und ihr eine Invalidenrente zuzu
sprechen
.
Eventualiter sei eine Begutachtung bezüglich der gegebenen gesundheitlichen Einschränkungen anzuordnen.
Zudem beantragte
sie
die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
und der
unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung
(S. 2)
.
Mit Beschwerdeantwort vom
3
.
Mai 2021
beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Besch
werde (Urk. 9
), was der Beschwerdeführerin mit
Verfügung
vom
4.
Mai
2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk
.
11).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglic
hkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind au
sschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1
.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente,
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1
.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs.
3 der
Ver
ordnung über die Invalidenversicherung
[
IVV
]
) so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
Anlass zur Rentenrevision gemäss Art. 17 ATSG gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesent
lichen Änderung des Gesundheits
zu
standes revidierbar (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3).
1
.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1
.5
Sowohl
das
Verwaltungsverfahren wie auch der kantonale
Sozialversiche
rungs
pro
zess sind vom
Untersuchungsgrundsatz
beherrscht. Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungsgericht den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende
Klarheit besteht. Führen die im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatz
es von A
mtes wegen vorzunehmenden Abklärungen den Versicherungsträger oder das Gericht bei umfassender, sorgfältiger, objekti
ver und inhaltsbezogener Beweiswür
digung
(BGE 132 V 393 E. 4.1 S. 400) zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten, und es könnten weitere
Beweis
massnahmen
an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so liegt im
Ver
zicht auf die Abnahme weiterer Beweise keine
Verletzung
des Anspruchs auf
rechtliches Gehör (antizipierende Beweiswürdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236 f.
mit weiteren Hinweisen). Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen
Abklärungsmassnahmen
noch neue
wesentliche Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_
662/2016 vom 15. März 2017 E. 2.2 mit Hinweis).
2
.
2
.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der leistungsabweisenden Verfügung vom
5
.
Febru
ar
202
1
(Urk. 2) aus,
bei der Beschwerdeführerin lägen gesundheitliche Einschränkungen vor. Es könne jedoch aufgrund der bisher dokumentierten Ver
dienste davon ausgegangen werden, dass
sie
trotzdem weiterhin ein rentenaus
schliessendes Einkommen erzielen könne. Die mit Einwand eingereichten medi
zini
schen B
erichte seien vom RAD beurteilt worden.
Gemäss dem RAD-Facharzt für chirurgische Orthopädie liessen sich die körperlichen Beschwerden bisher medizinisch nur sehr unzureichend zuordnen. Die RAD-Fachärztin für Psychiatrie
sehe weiterhin keinen invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden
(S. 1
f.
).
2
.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich in ihrer Beschwerde vom
8
. März
2021
(Urk. 1)
hingegen auf den Standpunkt,
es liege eine ausserordentlich lange Leidensge
schichte vor, die sich bereits seit rund zwei Jahrzehnten hinziehe.
Es sei faktisch ausgeschlossen, dass sie in ihrer körperlichen Verfassung noch einer Arbeits
tätigkeit nachgehen könne. Auch im Bereich des Haushaltes seien ihre Ein
schrän
kungen gravierend. Tatsache sei, dass sie am 18. Juni 2018 einen Arbeitsunfall erlitten habe. Ihre zuvor schon schwierige gesundheitliche Verfassung habe sich danach weiter verschlechtert. Sowohl im somatischen wie auch im psychischen Bereich lägen klare Diagnosen vor
. Im Resultat sei es unvorstellbar, dass sie noch erwerbstätig sein könne
(S. 2
f.
).
2
.3
Umstritten und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführerin nach der Neuanmeldung vom
23. November 2018 (Urk. 10/243)
eine Rente der Invalidenversicherung zu
steht.
Vergleichszeitpunkt für die Prüfung einer möglichen Veränderung bildet die
durch
das hiesige Gericht mit Urteil
vom 30. Juli 2012 (Urk. 10/199
)
und an
schliessend
ebenso
durch das
Bundesgericht mit Urteil vom 1. Februar
2013 (Urk. 10/209)
bestätigte
Verfügung
vom
25. August 2010 (Urk. 10
/18
3
),
mit welcher die Be
schwerdegegnerin einen Rentenanspruch gestützt auf eine eingehende materielle
Prüfung mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung
und Durch
führung eines
Einkommensvergleich verneint
hatte
(BGE 13
3
V 108
)
.
3.
Vergleichsbasis im vorliegenden Neuanmeldeverfahren bildet die in Rechtskraft erwachsene Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2
5.
August 2010, welche sich in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das Gutachten von
Dr.
A._
vom 1
9.
Oktober 2009 stützt. Dieser diagnostizierte dannzumal eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41). Diese begründe unter Berücksichtigung der aktuellen objektiven Untersuchungs
er
gebnisse, der subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin, der Akten wie auch der aktuellen Rechtsanwendung aus versicherungsmedizinischer Sicht keine rele
vante längerfristige Arbeitsunfähigkeit. Diese Einschätzung gelte mit über
wie
gender Wahrscheinlich
keit seit 1999 bis heute (
Urk.
10
/160 S. 29 ff.).
Aus orthopädischer Sicht wurde wegen eines
Complex
Regional
Pain
Syndrom
e
des rechten Fusses ab August 2008 von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in ange
passter sitzender Tätigkeit ausgegangen,
wobei diese
wegen des vermehrten Pau
senbedarfs im 100 %-Pensum zu absolvieren
war
(vgl.
Urk.
10/182 S. 3 f.).
4
.
4
.
1
Prof. Dr.
med.
C._
,
med.
pract
.
D._
und
Dr.
med.
E._
vom
Institut für Notfallmedizin des
Universitätsspital
s
F._
, wo die Beschwerdeführerin am 21. Juni 2018 notfallmässig behandelt wurde, diagnostizierten
in
ihrem Aus
trittsbericht vom gleichen Tag (Urk. 10/247/
3
6-37) ein Post-
Commotionelles
-Syndrom vom 18. Juni 2018.
4.2
Dr.
med.
G._
,
Facharzt für Neurologie FMH
,
stellte in seinem Bericht vom
28.
Juni 2018
(Urk. 10/253/17-19
; vgl. auch seine Berichte vom 12. Dezember
2018 [Urk. 10/254/1-5],
vom 14. März 2019 [Urk. 10/
267/
52-53]
vom 21.
Mai 2019
[Urk. 10/267/7-8]
, vom 3. Oktober 2019 [Urk. 10/275/44-45]
, vom 22. April 2020 [Urk. 10/280/36-37]
, vom 11. November 2020 [Urk. 10/297/3-4]
) folgende Diagnosen (S. 1):
-
Posttraumatisches
cervico-cephales
Schmerzsyndrom bei Status nach Arbeitsunfall am 18. Juni 2018 mit Kopfanprall, nachfolgend Schwindel und S
tur
z zu Boden
-
Vorbestehendes
,
chronisches, posttraumatisches
cervico-cephales
Schmerzsyndrom bei Status nach Schädel-Hirn-Trauma und zweimaligem HWS-Trauma am 2. September 1999 und am 28. August 2004
-
Dissoziative Bewegungsstörung des rechten Armes mit praktisch voll
stän
diger funktioneller Parese
-
Depressive Entwicklung mit somatoformer Störung der Schmerzver
arbei
tung
Dr.
G._
attestierte eine
100
%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 2).
4.
3
Dr. med.
H
._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, welcher die Be
schwerdeführerin seit dem 19. Juli 2018 viermal gesehen hatte, hielt in seinem
an die Unfallversicherung gerichteten Schreiben vom 6. November
2018 (Urk.
10/288) fest, die Beschwerdeführerin habe stets einen nervösen, unruhigen und depressiven Eindruck gemacht, sodass er am ehesten an eine posttrau
ma
tische Anpassungsstörung im Sinne einer depressiven Reaktion (ICD-10 F43.2x) denke. Er erachte eine polydisziplinäre Begutachtung für angezeigt.
4.
4
Dr. med.
I._
und Dr. med.
J._
von der Abteilung Orthopädie der Uni
versitätsklinik
K._
nannten in ihrem Bericht vom 13. November
2018 (Urk. 10/253/9-10
; vgl. auch die Berichte vom 18. Dezember 2018 [Urk. 10/262],
vom 14. März 2019 [Urk. 10/267/49-50], vom 10. April 2019 [Urk. 10/267/40-41]
,
10. September 2019 [Urk. 10/275/57-58]
, vom 7. Dezember 2019 [Urk. 10/277/
44
-
45
]
, vom 3. Juli 2020 [Urk. 10/297/84-85]
)
unter anderem
folgende Diagnosen (S. 1):
-
Traumatische Partialrup
tur
der Handgelenk
Extensorensehne
Ansatz und Partialrup
tur
des Ligamen
tum
collaterale
laterale rechts
-
Depressive Entwicklung mit somatoformer Störung der Schmerzverar
bei
tung
4.
5
Dr. med.
L._
,
Facharzt
FMH
für
A
llgemein
m
edizin,
bei welchem sich die Beschwerdeführerin seit 15. Juni 2017 in Behandlung befand, attestierte
ihr
in seinem Bericht vom
8.
Dezember
2018 (Urk. 10/253/1-
6
)
in der
bisherigen
Tätig
keit
in der Reinigung
seit dem 1
8.
Juni 2018
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und in einer leidensangepassten Tätigkeit eine hypothetische Arbeitsfähigkeit
von zwei Stunden pro Tag
(Ziff. 1.3, Ziff. 4.1-2). Für die Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit verwies er (Ziff. 2.5) auf den beigelegten Bericht der Universitätsklinik
K._
vom 13. November 2018 (
E. 4.3
)
.
In der Folge attestierte Dr.
L._
der Beschwerdeführerin durchgehend eine 100%ige
unfallbedingte
Arbeitsunfähigkeit (vgl. Urk. 10/
247/81, Urk. 10/265/35, Urk. 10/267/5, Urk. 10/267/16, Urk. 10/267/29, Urk. 10/267/48
, Urk. 10/275/33,
Urk. 10/275/42, Urk. 10/275/49, Urk. 10/275/79, Urk. 10/277/10-11, Urk. 10/277
/33, Urk. 10/280/12, Urk. 10/280/33,
Urk. 10/280/60,
Urk. 10/297/5
, Urk. 10/297/53
)
.
4.6
Am 12. Dezember 2018 (Urk. 10/254/1-5) attestierte Dr.
G._
der Beschwerde
führerin eine 100
%
ige
Arbeitsunfähigkeit
(Ziff. 3.3) und hielt fest, eine dem Leiden angepasste Tätigkeit sei bis maximal zwei Stunden pro Tag zumutbar (Ziff. 4.1-2).
4.
7
Am 13.
Dezember 2018
(Urk. 10/262/
3-4
) wurde die Beschwerdeführerin
in der Universitätsklinik
K._
am rechten Ellbogen operiert
(offenes
Débridement
Ursprung des
Musculus
extensor
carpi
radialis
brevis
[
ECRB
]
,
Refixation
laterales radiales Seitenband,
Refixation
ECRB
).
4.
8
Dr. med.
M._
von der Abteilung Rheumatologie der Uni
versitätsklinik
K._
nannte
in
ihrem
Bericht vom 15. Februar 2019 (Urk. 10/265/12-15
; vgl. auch die Berichte vom 12. April 2019 [Urk. 10/267/36-38]
, vom 13. November
2019 [Urk. 10/
275/35-37
]
und
vom 14. August
2019 [Urk. 10/275/52-79]
) als Diagnose
unter anderem
ein chronisches gemischt
nozizeptiv
und neuropathisches Schme
rzsyndrom Arm/Hand rechts (S. 1).
4
.
9
Die Fachpersonen
der
Rehaklinik N._
, wo die Beschwerdeführerin
vom 28. Mai bis 25. Juni 2019
für eine ganzheitlich orientierte, interdisziplinäre Be
handlung für Patienten mit chronischen Schmerzen
hospitalisiert
war, nannten in ihrem Austrittsbericht vom 5. Juli 2019
(Urk. 10/275/66-71)
unter anderem
folgende Diagnosen (S. 1):
-
Chronische Schmerzstörung (ICD-10 F45)
-
Gemischt
nozizeptives
und neuropathisches Schmerzsyndrom Arm und Hand rechts mit/bei:
-
Status nach traumatischer Partialrup
tur
des Handgelenks-
Exten
so
rensehnenansatzes
und Partialrup
tur
des Ligamentum
collaterale
late
rale rechts nach Direkttrauma des Ellbogens am 18. Juni 2018
-
Status nach offenem
Débridement
Ursprung ECRB,
Refixation
laterales radiales Seitenband,
Refixation
ECRB Ellbogen rechts vom 13. Dezem
ber 2018
Posttraumatisches,
cervico-cephales
Schmerzsyndrom bei
Status nach Schädel-Hirn-Trauma und zweimaligem HWS-Trauma am 2. Septem
ber 1999 und 28. August 2004
-
Depressive Episode
-
Dissoziative Bewegungsstörung des rechten Armes mit funktioneller Parese (vgl. Bericht Neurologie
Dr.
G._
)
-
Adipositas
Sie attestierten der Beschwerdeführerin eine Arbeitsunfähigkeit weiterhin wie bisher (S. 5).
4.
10
Am 3. Oktober 2019 (Urk. 10/275/44-45) diagnostizierte Dr.
G._
neu ein pos
t
traumatisches Karpaltunnelsyndrom (K
T
S) links mittelgradiger Ausprägung in
folge Überlastung der linken Hand sowie eine schwere depressive Entwicklung.
4
.
11
Die Fachärzte und Fachärztinnen der
Abteilung Rheumatologie der Universitäts
klinik
K._
nannten
in ihrem Bericht vom 13. November
2019
(Urk. 10/
275/35-37
)
als neue
Diagnose
eine d
epressive Episode mit somatoformer Störung der Schmerzverarbeitung
(
Juni 2018
)
(S. 1). Zudem führten sie aus, das chronische gemischt
nozizeptiv
neuropathische Schmerzsyndrom
habe
durch die vorangegangenen Therapien nicht relevant verbessert werden können. Sie hätten der Beschwerdeführerin erklärt, dass sie aus rheumatologischer Sicht keine wei
teren Behandlungsoptionen hätten und empfahlen die Vorstellung am Schmerz
ambulatorium des
Universitätsspitals F._
(
S. 2).
4.
12
Dr. med.
O._
, Facharzt für Chirurgie
,
hielt in seiner kreisärztlichen Beurteilung
vom 3. Dezember 2019 (Urk. 10/275/7-10)
auf Rückfrage der Unfallversicherung unter anderem fest, bezüglich des Ellenbogens seien sehr leichte bis leichte kör
perliche Tätigkeiten ganztags
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
erwartbar
.
Ein
schränkungen bestünden von Seiten der rechten oberen Extremität. Heben und Tragen von Lasten seien nur am hängenden Arm zumutbar. Nicht zumutbar seien repetitive Rotations- und Greifbewegungen, Überkopfarbeiten und Vibrations
be
las
tungen. Bezüglich der Halswirbelsäule handle es sich bei den Befunden in der Bildgebung ausschliesslich um degenerative Befunde. Das Ereignis vom
18. Juni 2018 habe keine bildgeben
d
nachweisbare Veränderung verursacht (S. 3).
4
.
13
Oberarzt Dr. med.
P._
vom Institut für Anästhesiologie vom
Universitätsspital F._
stellte in seinem Bericht vom 14. Januar 2020 (Urk. 10/291
; vgl. auch den Bericht vom 26. August 2020 [Urk. 10/297/60-61]
) nach gleichentags erfolgte
r
Erstkonsul
ta
tion als Schmerzdiagnose ein c
hronisches gemischt
nozizeptiv
und neuropa
thi
sches Schmerzsyndrom Arm/Hand rechts
und als Fremddiagnose eine depressive Episode mit somatoformer Störung der Schmerzverarbeitung (S. 1).
4.
14
Dr. med.
Q._
, Facharzt für Radiologie FMH, berichtete am 5. März 2020
(Urk. 10/277/6) über ein
e
gleichentags erstellte MR
-
Arth
r
ografie
der
Schulter rechts
.
F
eststellbar seien eine
Tendinose
der
Supraspinatussehne
und der schma
len Bursitis
subacromialis
, eine hypertrophe AC-Gelenksarthrose, eine
synoviale
Hyperthrophie
- passend zur begleitenden
Capsulitis
– sowie
ein leichte
Tendinose
der
Bizepssehne
. Es bestehe ein Verdacht auf eine Läsion im
Rotatoreninte
r
va
ll
bei
KM-Übertritt in die Bursa
subcracoidea
.
4.
15
Dr. med.
R._
, Facharzt für Chirurgie, und
Dr.
med.
S._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
von der Abteilung Versicherungsmedizin der Suva
äusserten sich in ihrer aktengestützten Beurteilung vom
7
. April 2020 (Urk. 10/280/39-49) dahingehend, unfallfremd seien die chronische
Epicondylopathie
am rechten Ellenbogen, das operativ ent
fernte
Neurinom
am rechten Mittelfinger und die dissoziative Bewegungsstörung des rechten Armes mit praktisch vollständiger funktioneller Parese sowie die Arthrose des Schultereckgelenks, die degenerativen Veränderungen der Sehne des langen
Bicepskopfes
und der
Rotatorenmanschette
(
S.
10).
4.
16
Dr. med.
T._
und med.
pract
.
U._
von der Abteilung für Orthopädie der Universitätsklink
K._
hielten in ihrem Bericht vom 3. Juli 2020 (Urk. 10/293) fest, bei der Beschwerdeführerin bestehe weiterhin eine ausgeprägte Schmerzpro
blematik der rechten oberen Extremität. In Bezug auf den rechten Ellbogen zeig
ten sich in der extern durchgeführten MRI-Untersuchung korrekte postope
rative
Verhältnisse mit einer persistierenden
Epikondylitis
lateralis
.
Es bestehe aktuell keine orthopädisch zu behandelnde Schmerzursache, weshalb sie keine weiteren Verlaufskontrollen im Rahmen der Schulter- und Ellbogensprechstunde planten (S. 2).
4.
17
Med
.
pract
.
V._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neuro
lo
gie,
von der Suva-Abteilung Versicherungsmedizin
hielt in ihrer psychiatri
schen Beurteilung vom 12. Mai 2020 (Urk. 10/280/28-32) fest, es sei davon auszugehen, dass sich auch die vorbestehende depressive psychische Symptomatik und die vorbestehende Bewegungsstörung des Armes durch den Unfall vom 18. Juni 2018 verschlechtert hätten. Ein eindeutiges Dominieren der psychischen Problematik sei nach dem Abklingen der
postcomotionellen
Symptomatik nach wenigen Tagen anzunehmen (S. 5).
4.
18
Am 26. August 2020 (Urk. 10/297/60-61) diagnostizierte Dr.
P._
vom
Universitätsspital F._
neu auch
chronisch sekundär
muskuloskelettale
Schulterschmerzen bei Gelenks
arthrose rechts sowie
Fuss- und Beinschmerzen rechts (S. 1). Aus seiner Sicht bestehe ein ausgeprägtes
muskuloskelettales
Problem mit vermutlich Fehlbelas
tung und
myofaszialen
Insuffizienzen, welches überlagert werde durch noch un
klare diffuse Weichteilschwellungen. Die Beschwerdeführerin sei einverstan
den mit einer rheumatologischen Abklärung (S. 2).
4
.
19
RAD-Arzt Dr. med.
W._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH,
hielt nach Vorlage der Bericht
e
von Dr.
H
._
vom 6. November
2018 (
E. 4
.
3
), der
Rehaklinik N._
vom
5. Juli 2019
(E.
4
.
9
),
der Universitätsklinik
K._
vom 13. November 2019 (E.
4
.
11
) und des
Berichts des
Universitätsspital
s
F._
vom 14. Januar 2020
(E.
4
.
13
)
in seiner Stellungnahme vom 28. Dezember 2020 (Urk. 10/298 S. 3)
fest
, rein somatisch würden sich die geklagten Beschwerden bisher nur sehr unzu
reichend zuordnen lassen. Gedacht werde von den Therapeuten an eine gemischte Schmerzproblematik, aber offenbar schienen auch nicht körperlich erfassbare Momente mitzuspielen. Deshalb werde ergänzend die Psychiaterin im RAD,
Dr.
med.
AA._
_
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie (Urk. 10/298 S. 5 oben
), hinzugezogen. Danach sei allenfalls eine interdisziplinäre Fallbesprechung vorzu
nehmen.
4
.
20
RAD-Ärztin Dr.
AA._
_
führte in ihrer
Stellungnahme vom
19. Januar
2021 (Urk. 10/298 S.
3
-5
)
zu diversen psychiatrischen Berichten unter anderem Fol
gen
des aus:
M
ed.
pract
.
V._
habe
in ihrer Beurteilung vom 12. Mai
2020 (E. 4.
17
) auf frühere, nicht nachvollziehbare psychiatrische Diagnosen ab
gestellt
. Offensichtlich habe sie nicht alle Unterlagen zur Verfügung gehabt oder diese nicht gelesen. Sie beginne auch erst im Juni 2018 mit der Anamnese. Zum Bericht von Dr.
H
._
vom 6. November 2018 (
E.
4.
3
) hielt Dr.
AA._
_
fest, eine Anpassungs
störung wäre möglich, bei fehlenden weiteren Angaben wie Anamnese, Be
schwer
den und psychopathologische
r
Befund jedoch nicht klar nachvollziehbar. Zudem würde diese Diagnose keinen langanhaltenden Gesundheitsschaden be
grün
den. Zum Bericht der
Rehaklinik N._
vom 5. Juli 2019 (
E. 4.
9
) meinte Dr.
AA._
_
, eine c
hronische Schmerzstörung könne aufgrund der beschrie
benen Ursachen nicht diagnostiziert werden. Ohne psychopathologischen Befund könne eine Depression nicht bestätigt werden
.
Die dissoziative Bewegungsstörung sei schon 2001 verneint worden (S. 4). Dr.
AA._
_
zog als Fazit, dass aus psychia
trischer Sicht nie ein invalidisierender Gesundheitsschaden vorgelegen habe (S. 5 oben).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin stützte die angefochtene Verfügung (Urk. 2)
, was die medizinische Beurteilung angeht,
auf
die
aktengestützten Stellungnahmen der RAD-
Ärzte
Dr.
W._
vom
28.
Dezember 2020
(E. 4.
19
) und von
Dr.
AA._
_
vom
19.
Januar 2021
(E.
4
.
20
)
.
Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Be
stehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen
,
zu welchen
Stellungnahmen
des
RAD
zählen
,
so
sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1
; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
5.2
5.2.1
Was die
Stellungnahme von Dr.
W._
(E. 4.19) zu den somatischen Leiden
angeht, lässt sich dieser einzig entnehmen, dass die geklagten Beschwerden sich
nicht
rein somatisch erklären l
assen
.
Eine eigentliche Beurteilung der funktio
nel
len Einschränkungen und damit der Arbeitsfähigkeit allein aufgrund soma
tischer Leiden nahm Dr.
W._
nicht vor. Die von ihm angedachte interdisziplinäre Fallbesprechung – nach erfolgter Beurteilung durch die RA
D
-Ärztin Dr.
AA._
_
–
blieb aus
.
Dass gar keine somatischen Leiden
mit
Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit bestehen würden, lässt sich aus seiner Stellungnahme nicht herauslesen, vielmehr deuten seine Worte, das
s
«auch» nicht
körperlich erfassbare Momente eine Rolle spiel
t
en
, darauf hin, dass eben
gerade
auch körperliche und damit somatische
Aspekte
eine Rolle spielen
.
Aus den vorliegenden
Berichte
n
der Behandler
ergibt sich, dass sehr wohl zu
min
dest zeitweise bedeutende Einschränkungen der funktionellen Leistungs
fähig
keit aufgrund somatischer Beschwerden bestanden
haben
könnten
beziehungs
weise möglicherweise immer noch bestehen.
Nach dem Unfall vom 18. Juni 2018 be
stand zumindest anfänglich ein post-
commotionelles
Syndrom respektive eine
cervico-cephales
Schmerzsyndrom (E. 4.1-2). Am 13. November
2018 (E. 4.4) dia
gnostizierten die Fachärzte der Universitätsklinik
K._
eine Ellenbogen
ver
letzung (Partialrup
tur
en des Handgelenk-
Extensorenseh
n
enansatzes
und des Liga
mentum
collaterale
laterale rechts; E. 4.4), welche am 13. Dezember 2018 (E. 4.7)
operiert
wurde.
In der Folge wurde die Beschwerdeführerin wegen Schmerzen im Bereich rechter Ellenbogen/Arm über
längere
Zeit sowohl rheumatologisch als auch orthopädisch an der Universitätsklinik
K._
behandelt (E. 4.4, E. 4.8, E. 4.11), wenngleich deren Fachärzte am 13. November 2019 aus rheumatolo
gi
scher Sicht (E. 4.11) beziehungsweise am 3. Juli 2020 aus orthopädischer Sicht
ihre fachgebundenen Behandlungsmöglichkeiten als ausgeschöpft erachteten (E. 4.
15). Kreisarzt Dr.
O._
ging noch am 3. Dezember 2019 (E. 4.12) davon aus, dass aufgrund des Ellenbogenleidens aus fachärztlich chirurgischer Sicht funktio
nelle Einschränkung
en
bestünden. Zudem stellte Dr.
G._
am 3. Oktober 2019 (E. 4.10) ein K
T
S an der linken Hand fest, welches sich ebenso auf die funktionelle Leistungsfähigkeit auswirken
könnte
. Dr.
Q._
stellte gestützt auf ein MRI vom 5. März 2020 (E.
4.14
)
degenerative Veränderungen (Schulterg
e
lenksarthrose, degenerative Veränderungen an den Sehnen des Oberarmes) fest, was die
Dr
es
.
R._
und
S._
in ihrer aktengestützten Beurteilung vom 5. April 2020 (E. 4.15)
sowie zumindest zum Teil auch Dr.
P._
(E. 4.18)
bestätigten.
Die Stellungnahme von
Dr.
W._
eignet sich nicht
zur Beurteilung des somatischen Gesundheitszustandes
respektive der dadurch bestehenden funktio
nellen Einschränkungen (Arbeitsfähigkeit)
.
5.2.2
Ebenso wenig lassen jedoch auch die vorliegenden Berichte der Behandler eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aufgrund somatischer Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
zu
. Einerseits
äussern sich die fachärztlichen Berichte des
Universitätsspital
s
F._
(E. 4.1, E. 4.13, E.
4.18
), der Universitätsklink
K._
(E. 4.4, E. 4.8, E. 4.11
, E. 4.16
)
sowie der die Unfallversicherung beratenden Ärzte – ging es bei ihren Einschätzungen doch um die Frage der Unfallkausalität (E. 4.15) – nicht zum Ausmass der Einschränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit (Arbeitsfähigkeit) im Zusammenhang mit den von ihnen diagnostizierten Leiden.
Anderseits
vermögen die von Dr.
L._
und Dr.
G._
attestierten 100%igen Arbeitsunfähigkeiten nicht zu überzeugen, leiteten sie diese doch ihn ihren Berichten überhaupt nicht her (E. 4.2, E. 4.5-6), indem sie
etwa
aufgezeigt hätten, welches Leiden, welche funktionellen Einschränkungen in welchem Ausmass begründet.
5.2.3
Nach dem Gesagten ist der medizinische Sachverhalt
,
was die somatischen Leiden angeht, ungenügend abgeklärt.
5.3
Ebenso bestehen an der
Stellungnahme von Dr.
AA._
_
vom
19.
Januar 2021
(E.
4
.
20
)
zum
psychischen
Gesundheitszustand
zumindest geringe Zweifel, sodass darauf nicht abgestellt werden
kann
(E.
5
.
1
).
Zum einen handelt es sich bei dieser um eine reine Aktenbeurteilung, worin Dr.
AA._
_
sich damit begnügt
e
, die vorliegenden psychiatrischen Unterlagen
in Frage zu stellen
.
Aber
gerade bei der Beweiskraft von Abklärungen zum psy
chischen Gesundheitszustand
ist
die klinische
Untersuchung mit Anamneseerhe
bung
,
Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung
entscheidend
(Urteil des Bundesgerichts 9
C_728/2018 vom 2
1.
März 2019 E.
3.3).
Zum anderen
schloss
Dr.
AA._
_
selbst
etwa
die von Dr.
H
._
gemachte
Vermutung (E 4.3), dass eine Anpassungsstörung vorliegen könnte, nicht grundsätzlich aus, sondern hielt dies
e
einzig aufgrund der fehlenden Angaben als nicht nach
vol
lziehbar.
Gleich verhält es sich mit der Diagnose einer allfälligen Depression, wie sie etw
a von den Fach
personen der
Rehaklinik N._
(E. 4.9) oder Fachärztin med.
pract
.
V._
(E. 4.17), aber auch von den somatischen Fachärzten (E. 4.2, E. 4.4, E. 4.11) ge
äussert wurde. Ebenso begnügte sich Dr.
AA._
_
in ihrer Kritik
an
der
von den Fachpersonen der
Rehaklinik N._
gestellten Diagnose
einer chronischen Schmerzstörung
mit dem Hinweis,
diese
könne aufgrund der beschriebenen Ursa
chen nicht diagnostiziert werde
n
, ohne jedoch aufzuzeigen,
aus welchen Gründen sie zu diesem Schluss kommt
.
Die Berichte der Behandler lassen ebenfalls keine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit betreffend den psychischen Gesundheitszustand zu. Dr.
H
._
äusserte in seinem Schreiben vom 6. November 2018 (E. 4.3) lediglich den Verdacht einer Anpas
sungsstörung. Die Beschwerdegegnerin unterliess es in der Folge
,
weitere Berichte von Dr.
H
._
einzuholen. Bei der Beurteilung von med.
pract
.
V._
(E. 4.17) stand die Frage der Kausalität im Vordergrund. Zur Arbeitsfähigkeit äusserte sie sich nicht
. Die Fachpe
r
sonen der
Rehaklinik N._
(E. 4.9)
äusserten sich zur Arbeits
un
fähigkeit nur dahingehend, dass sich diese verhält wie bis anhin, ohne dies näher zu erläutern
oder
diese
etwa herzuleiten
.
5.4
Nach dem Gesagten kann aufgrund der vorhandenen Akten nicht mit über
wie
gender Wahr
scheinlichkeit festgestellt werden, ob und in welchem Umfang
die
Beschwerdeführer
in
arbeitsunfähig ist beziehungsweise allenfalls vorübergehend war. Nachdem der Sachverhalt
weder von somatischer noch von psychischer Seite
ausreichend abgeklärt ist, ist die angefochtene Verfügung vom
5. Februar 2021
aufzuhebe
n und die Sache an die Beschwer
degegnerin zurückzuweisen.
Diese wird zunächst die aktuellen medizinischen Berichte einholen und danach ein
interdisziplinäres
Gutachten veranlassen müssen, um anschliessen
d
neu über den Rentenanspruch
, allenfalls auch einen nur befristeten,
zu befinden.
Den Gutach
ter
personen wird auch die Frage zu unterbreiten sein, ob im Vergleich zur Situa
tion vom 25. August 2010 (E. 3) von einer relevanten und andauernden Verän
derung auszugehen ist.
5.5
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung auch aus, aufgrund der dokumentierten Verdienste könne davon ausgegangen werden, dass die Versicherte weiterhin ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen könne (
Urk.
2).
D
ie Versicherte
hatte jedoch mit ihren vor dem Unfall vom 1
8.
Juni 2018 ausgeübten zwei
Teilzeitpensa
kein
Vollzeitpensum erreicht
(
Urk.
10/247/
4, Urk. 10/247/14-18 S. 2,
Urk.
10/260 S. 2
).
Bei der letzten, Vergleichsbasis bildenden Invaliditätsbemessung war mangels eines erzielten Erwerbsein
kom
mens für die Bemessung des
Valideneinkommens
von lohnstatistischen Angaben aus
gegangen worden, wobei ein Pensum von 100
%
angenommen wurde (
Urk.
10/181
,
Urk.
10/183 S. 2
). Soweit
somit
weiterhin von einer Qualifikation der Versicherten als zu 100
%
erwerbstätig ausgegangen wird, kann
jedenfalls
das vor dem Unfall vom 1
8.
Juni 2018 mit e
inem tiefen
Pensum erzielte
Einkom
men
nicht direkt als Vergleichseinkommen herangezogen werden.
Der
von der Beschwerdegegnerin gezogene
Schluss
, das tiefe Erwerbseinkommen vor dem Unfall belege einen fehlenden Rentenanspruch, ist damit unzulässig.
6
.
6
.1
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57).
Das
Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Prozess
führung und unentgeltliche
Rechtsverbeiständung
erweist sich daher
als gegen
standslos.
6
.2
Die Kosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 800.
--
fest
zusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6
.3
Der Beschwerdeführerin steht eine Prozessentschädigung zu. Diese wird vom Ge
richt nach Ermessen festgesetzt, nachdem sie von der Möglichkeit, eine Hono
rar
note einzureichen, keinen Gebrauch gemacht hat (vgl. dazu
Urk.
11). Die Fest
set
zung erfolgt ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit
sache
und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Bar
aus
lagen (
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht). Entspre
chend ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerde
füh
rerin eine
Prozessentschädigung von Fr. 2‘000.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) auszu
rich
ten
.