Decision ID: b62276eb-3901-49b8-aca8-f204fe15e165
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV; im Folgenden auch: Vor-
instanz) erkannte mit Einspracheentscheid vom 4. März 2021, dass die
Einsprache der X._ AG, (...) (nachfolgend: Steuerpflichtige), teil-
weise, nämlich im Betrag von Fr. 4'909.- gutgeheissen werde (Dispositiv
Ziff. 1 des Einspracheentscheids). Ferner erkannte sie, dass gegenüber
der Steuerpflichtigen die Mehrwertsteuerforderung für die Steuerperioden
2012 bis und mit 2016 (für die Zeit vom 1. Januar 2012 bis 31. Dezember
2016) gemäss Ziff. 8 der Erwägungen im Einspracheenscheid festgesetzt
werde (Dispositiv-Ziff. 2 des Einspracheentscheids). Im Weiteren schulde
und habe die Steuerpflichtige der Vorinstanz für die Steuerperioden 2012
bis und mit 2016 (für die Zeit vom 1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2016)
über die bisherigen Selbstdeklarationen hinaus Mehrwertsteuern in der
Höhe von Fr. 51'829.- zu bezahlen, zuzüglich Verzugszinsen seit dem
30. April 2015 (Dispositiv-Ziff. 3 des Einspracheentscheids). Darüber hin-
aus wurden von der Vorinstanz weder Verfahrenskosten erhoben, noch
wurde eine Parteientschädigung zugesprochen.
B.
Mit Beschwerde vom 20. April 2021 an das Bundesverwaltungsgericht be-
antragte die Steuerpflichtige (im Folgenden auch: Beschwerdeführerin),
dass der Einspracheentscheid der ESTV vom 4. März 2021 aufzuheben
sei und dass eine Korrektur von insgesamt Fr. 733.20 gemäss Ziff. 7 der
Verfügung der ESTV vom 12. August 2020 vorzunehmen sei. Im Übrigen
sei der Einspracheentscheid der ESTV vom 4. März 2021 vollständig auf-
zuheben und es sei damit entsprechend festzustellen, dass die Steuer-
pflichtige für die Jahre 2012, 2013, 2014, 2015 und 2016 nur die Mehrwert-
steuer auf der Basis der zu ihren Jahresrechnungen 2012, 2013, 2014,
2015 und 2016 eingereichten Mehrwertsteuerdeklarationen schulde, unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.
C.
Mit Verfügung vom 29. April 2021 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht
den Eingang der Beschwerde vom 20. April 2021. Gleichzeitig wurde die
Beschwerdeführerin aufgefordert, zur Frage der Einhaltung der Beschwer-
defrist Stellung zu nehmen.
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D.
Mit innert Frist erfolgter Eingabe vom 6. Mai 2021 führte die Beschwerde-
führerin zur Rechtzeitigkeit ihrer Beschwerde im Wesentlichen aus, dass
der Einspracheentscheid der ESTV vom 4. März 2021 ihrem Vertreter am
6. März 2021 an dessen Adresse zugstellt worden und an diesem Tag in
dessen Machtbereich gelangt sei. Die Beschwerde sei somit rechtzeitig er-
folgt.
E.
Mit Stellungnahme vom 20. Mai 2021 beantragt die Vorinstanz, dass auf
die Beschwerde nicht einzutreten sei.
F.
Mit Urteil A-1838/2021 vom 8. Juni 2021 trat das Bundesverwaltungsge-
richt infolge des Fristversäumnis im einzelrichterlichen Verfahren nicht auf
die Beschwerde ein.
G.
Mit Beschwerde in öffentliche-rechtlichen Angelegenheiten vom 7. Juli
2022 beantragte die Beschwerdeführerin, die Aufhebung des vorinstanzli-
chen Entscheids. Sie rügte insbesondere, die Verletzung ihres verfas-
sungsmässigen Individualrechts auf rechtliches Gehör, indem das Bundes-
verwaltungsgericht entschieden habe, ohne ihr die Vernehmlassung der
ESTV vom 20. Mai 2021 zur Stellungnahme zuzustellen.
H.
Mit Urteil 2C_551/2021 vom 24. Januar 2022 hob das Bundesgericht das
Urteil des Bundesverwaltungsgericht A-1838/2021 vom 8. Juni 2021 auf
und wies die Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs an das Bun-
desverwaltungsgericht zurück.
I.
Mit Zwischenverfügung vom 10. Februar 2022 räumte das Bundesverwal-
tungsgericht der Beschwerdeführerin die Gelegenheit ein, zur Eingabe der
Vorinstanz vom 20. Mai 2021 bis zum 14. März 2022 Stellung zu nehmen.
J.
Nach mehreren Fristerstreckungsgesuchen der Beschwerdeführerin er-
streckte das Bundesverwaltungsgericht die Frist zur Stellungnahme zur
Eingabe der Vorinstanz vom 20. Mai 2021 mit Verfügung vom 14. April
2021 letztmals bis zum 5. Mai 2022. Die Beschwerdeführerin wurde darauf
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hingewiesen, dass mit einer weiteren Fristerstreckung nicht gerechnet wer-
den könne.
K.
Mit Eingabe vom 5. Mai 2022 stellte die Beschwerdeführerin ein Aus-
standsbegehren gegen den Instruktionsrichter. Weiter beantragte sie, dass
das Verfahren nach Einsetzung eines unbefangenen Bundesverwaltungs-
richters anschliessend fortzuführen sei und ihr im verfassungs- und geset-
zeskonformen Rahmen Gelegenheit zu geben sei, sich insbesondere zur
Vernehmlassung der Vorinstanz vom 20. Mai 2021 zu äussern.
L.
Mit Zwischenentscheid A-1821/2022 vom 26. Juli 2022 wies das Bundes-
verwaltungsgericht das vorerwähnte Ausstandsbegehren ab.
M.
Mit Urteil 2C_724/2022 vom 12. Oktober 2022 wies das Bundesgericht die
gegen den Zwischenentscheid A-1821/2022 des Bundesverwaltungsge-
richts erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ab,
soweit es darauf eintrat.
N.
Mit Zwischenverfügung vom 21. Oktober 2022 gewährte das Bundesver-
waltungsgericht der Beschwerdeführerin mit Nachfrist bis am 3. November
2022 letztmals Gelegenheit, eine Stellungnahme zur Eingabe der Vor-
instanz vom 20. Mai 2021 einzureichen. Die Beschwerdeführerin wurde
darauf hingewiesen, dass mit einer weiteren Fristerstreckung nicht gerech-
net werden könne und dass im Säumnisfall aufgrund der Akten zu entschei-
den sein wird.
O.
Mit Eingabe vom 3. November 2022 ersuchte die Beschwerdeführerin, um
Einräumung einer Frist bis am 21. November 2022, um zur Eingabe der
Vorinstanz vom 20. Mai 2021 Stellung zu nehmen.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten sowie die eingereichten Un-
terlagen wird, soweit entscheidwesentlich, im Rahmen der folgenden Er-
wägungen eingegangen.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1. Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen Verfü-
gungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 (VwVG, SR 172.021; vgl. Art. 31 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005, [VGG, SR 173.32]). Soweit das VGG nichts an-
deres bestimmt, richtet sich das Verfahren nach den Vorschriften des
VwVG (Art. 37 VGG; vgl. Art. 81 Abs. 1 des Mehrwertsteuergesetzes vom
12. Juni 2009 [MWSTG, SR 641.20]).
1.2. Die Beschwerdeführerin ficht einen Einspracheentscheid der ESTV
betreffend Nachbelastung von Mehrwertsteuern an. Der Einspracheent-
scheid stellt eine Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG dar. Eine Ausnahme
in sachlicher Hinsicht nach Art. 32 VGG liegt nicht vor und die Vorinstanz
ist eine Behörde im Sinne von Art. 33 VGG. Das Bundesverwaltungsgericht
ist somit zur Beurteilung dieser Beschwerde sachlich und funktionell zu-
ständig (Art. 31 VGG).
2.
Vorab ist auf das Fristerstreckungsgesuch der Beschwerdeführerin vom
3. November 2022 einzugehen. Die Beschwerdeführerin beantragt, dass
ihr die Frist zur Einreichung einer Stellungnahme zur Eingabe der Vor-
instanz vom 20. Mai 2021 zu erstrecken sei. Sie begründet dies damit,
dass sie die Verfügung des Bundesverwaltungsgerichts erst am 31. Okto-
ber 2022 zugestellt erhalte habe, womit ihr nur knapp drei Tage Zeit ver-
blieben seien, um die entsprechende Stellungnahme einzureichen. Die
weiteren Schriftenwechsel seien nicht zur Eingabe der Vorinstanz erfolgt,
sondern zur Wahrung ihres rechtlichen Gehörs. Daher habe sie noch keine
Gelegenheit gehabt, zur eigentlichen Angelegenheit Stellung zu nehmen.
Zudem sei es dem Vertreter in Anbetracht anderer zu erledigender Arbei-
ten, also Arbeitsüberlastung, nicht möglich eine nicht vorgesehene und
nicht vorhersehbare Stellungnahme zu erstellen.
2.1. Eine behördlich angesetzte Frist kann gemäss Art. 22 Abs. 2 VwVG
aus zureichenden Gründen erstreckt werden, wenn die Partei vor Ablauf
der Frist darum nachsucht. Die Möglichkeit der Erstreckung einer behörd-
lichen oder gerichtlichen Frist kann als Ausdruck eines allgemeinen Grund-
satzes des Verfahrensrechts verstanden werden, welcher sich aus dem
Verbot des überspitzten Formalismus herleitet. Nach dem Wortlaut von
Art. 22 Abs. 2 VwVG handelt es sich um eine Kann-Vorschrift. Eine Partei
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hat daher keinen Rechtsanspruch auf eine Fristerstreckung, auch wenn sie
vor Ablauf der ursprünglichen Frist danach ersucht und zureichende
Gründe geltend macht. Die zuständige Behörde prüft vielmehr im Einzel-
fall, ob es nach pflichtgemässem Ermessen angezeigt ist, eine Fristerstre-
ckung zu gewähren und wie diese zu bemessen ist. Sie entscheidet unter
Berücksichtigung der Natur der Streitsache, der betroffenen Interessen und
der Verfahrensumstände. Zudem beachtet sie die Interessen der Parteien,
soweit diese nach Treu und Glauben handeln, d.h. diese haben alles zu
vermeiden, was geeignet ist, den normalen Ablauf eines Verfahrens unnö-
tig zu verzögern (Urteil des BVGer A-174/2020 vom 2. Februar 2021
E. 2.2.3 m.w.H.).
Die Praxis der Bundesbehörden und auch der Bundesgerichte bezüglich
der Bewilligung von Fristerstreckungsgesuchen ist grosszügig. Allerdings
sind solchen Gesuchen dort Schranken gesetzt, wo das Verfahren der Na-
tur der Sache nach besonders dringlich ist oder der Fristerstreckung über-
wiegende öffentliche oder private Interessen entgegenstehen. Gemäss
dieser Praxis wird das erste Gesuch in der Regel gutgeheissen, wenn zu-
reichende Gründe plausibel dargelegt werden; dabei sind die Anforderun-
gen an die geltend gemachten Gründe nicht allzu hoch. Bei weiteren Frist-
erstreckungsgesuchen ist tendenziell von steigenden Anforderungen an
die zureichenden Gründe auszugehen (Urteil des BVGer C-1262/2012
vom 20. Dezember 2012 E. 3.3). Wenn die Behörde eine Partei ausdrück-
lich darauf hinweist, dass eine weitere Fristverlängerung ausgeschlossen
ist, oder eine Fristverlängerung als letztmalig bezeichnet, kann eine Frist-
erstreckung nur noch in eigentlichen Notfällen, die überdies hinreichend
belegt werden müssen, in Betracht kommen (vgl. Urteil des BGer
12T_4/2010 vom 2. August 2010 E. 3.3; vgl. zum Ganzen: Urteil des
BVGer A-174/2020 vom 2. Februar 2021 E. 2.2.3; PATRICIA EGLI, in: Wald-
mann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016
[nachfolgend: Praxiskommentar], Art. 22 N 21 ff.; MOSER/BEUSCH/KNEU-
BÜHLER/KAYSER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 3. Aufl.
2022, Rz. 2.137; URS PETER CAVELTI, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.],
Kommentar zum VwVG, 2. Aufl. 2019 [nachfolgend: Kommentar zum
VwVG], Art. 22 N 215).
2.2. Die Ansetzung einer Nachfrist soll die Formenstrenge dort mildern, wo
sie sich nicht durch schutzwürdige Interessen rechtfertigen lässt. Die Pra-
xis erachtete bereits eine Nachfrist von drei Tagen als ausreichend. Da es
sich bei der Nachfrist um eine richterliche Frist handelt, kann diese auf ent-
sprechendes Gesuch hin erstreckt werden (BGE 121 II 252 E. 4b; Urteil
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des Bundesgerichts 8C_329/2012 vom 21. September 2012 E. 4.3; MO-
SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER/KAYSER, a.a.O., Rz. 2.237; vgl. zum Ganzen:
FRANK SEETHALER/FABIA PORTMANN, Praxiskommentar, Art. 52 N 107 ff.).
Für die Erstreckung einer Nachfrist müssen nach CAVELTI aber qualifizierte
Gründe vorliegen, die eine Wiederherstellung der Frist rechtfertigen wür-
den oder die ein ähnlich hohes Gewicht haben. In der Regel wird die Er-
streckung einer Nachfrist nicht zugelassen (CAVELTI, Kommentar zum
VwVG, Art. 22 N 18 und 23). Nach MOSER ist eine Nachfrist nicht erstreck-
bar und die Ansetzung einer zweiten Nachfrist ist grundsätzlich abzulehnen
(ANDRÉ MOSER, Kommentar zum VwVG, Art. 52 N 22 m.w.H.; zum Gan-
zen: Urteil des BVGer A-174/2020 vom 2. Februar 2021 E. 2.3.1).
2.3. Das vorliegend zu beurteilende Fristerstreckungsgesuch vom 3. No-
vember 2022 wurde vor Ablauf der Nachfrist und damit rechtzeitig gestellt.
2.4.
2.4.1. Im Gegensatz zum Vorbringen der Beschwerdeführerin erhielt sie
nicht erstmals mit der Verfügung vom 21. Oktober 2022 Gelegenheit, sich
zur Eingabe der Vorinstanz zu äussern:
Die Beschwerdeführerin wurde mit Zwischenverfügung vom 10. Februar
2022 erstmals vom Bundesverwaltungsgericht aufgefordert, zur Eingabe
der Vorinstanz vom 20. Mai 2021 Stellung zu nehmen, und zwar bis zum
14. März 2022. Am 16. März 2022 wurde ihr diese Frist antragsgemäss um
30 Tage bis zum 14. April 2022 erstreckt. Am 13. April 2022 stellte die Be-
schwerdeführerin abermals ein Gesuch um Erstreckung der Frist um
30 Tage. Dieses wurde ihr mit Verfügung vom 14. April 2022 nur noch teil-
weise gewährt und die Frist bis zum 5. Mai 2022 erstreckt, wobei darauf
hingewiesen wurde, dass mit einer weiteren Fristerstreckung nicht mehr
gerechnet werden könne. Nachdem wie bereits das Bundesverwaltungs-
gericht auch das Bundesgericht ein Ausstandsbegehren der Beschwerde-
führerin gegen den Instruktionsrichter im vorliegenden Verfahren abgewie-
sen hatte, setzte das Bundesverwaltungsgericht der Beschwerdeführerin
mit Verfügung vom 21. Oktober 2022 eine Frist im Sinne einer Nachfrist bis
zum 3. November 2022 an, damit sie zur Eingabe der Vorinstanz vom
20. Mai 2021 Stellung nehmen könne. Insgesamt hat das Bundesverwal-
tungsgericht der Beschwerdeführerin somit weit mehr als zwei Monate Zeit
gegeben, um sich zur erwähnten Stellungnahme zu äussern. Selbst im
Laufe des Ausstandsverfahrens hätte sie Zeit gehabt, eine Stellungnahme
zu dieser Eingabe zu erarbeiten, war doch absehbar, dass der (alte oder
neue) Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin eine entsprechende
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kurze Frist gewähren würde, auch wenn sich vorliegend durchaus der
Standpunkt vertreten liesse, die Beschwerdeführerin habe innert der bis
zum 5. Mai 2022 erstreckten Frist weder eine Stellungnahme noch ein ei-
gentliches Fristerstreckungsgesuch eingereicht.
2.4.2. Insgesamt handelt es sich hier um das dritte explizit in Bezug auf die
Stellungnahme zur Eingabe der Vorinstanz vom 20. Mai 2021 gestellte
Fristerstreckungsgesuch der Beschwerdeführerin. An ein solches sind
hohe Anforderungen zu stellen (oben E. 2.1 f.).
2.4.3. Die Beschwerdeführerin macht Arbeitsüberlastung geltend. Dieser
Grund mag nach über acht Monaten, in denen die Beschwerdeführerin eine
Stellungnahme hätte ausarbeiten können, nicht (mehr) zu überzeugen.
2.4.4. Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, es seien andere
Rechtsfragen zu klären gewesen. Soweit sie sich damit auf den Umstand
bezieht, dass ihr die Eingabe der Vorinstanz vom 20. Mai 2021 zunächst
nicht zugestellt worden war, ist festzuhalten, dass dieses Verfahren mit
dem besagten Urteil des Bundesgerichts (Sachverhalt Bst. H) seinen Ab-
schluss fand, bevor ihr nunmehr die hier streitbetroffene Nachfrist ange-
setzt wurde (wobei ihr ohnehin bereits erstmals mit Zwischenverfügung
vom 10. Februar 2022 Gelegenheit gegeben wurde, eine Stellungnahme
zu dieser vorinstanzlichen Eingabe einzureichen). Ein Einfluss dieses Um-
standes auf das vorliegende Verfahren ist damit ausgeschlossen und das
Argument der Beschwerdeführerin geht ins Leere.
2.4.5. Was das Ausstandsbegehren betrifft, war die Frist der Beschwerde-
führerin nicht etwa zur Stellung eines Ausstandsbegehrens gesetzt oder
erstreckt worden, sondern explizit zur Einreichung einer Stellungnahme zur
Eingabe der Vorinstanz vom 20. Mai 2021. Wenn sie im Fristerstreckungs-
gesuch vom 3. November 2022 vorbringt, bisher seien andere Rechtsfra-
gen zu klären gewesen und damit die Ausstandsfrage meint, entspricht
dies insofern nicht den Tatsachen. Dass sich die Beschwerdeführerin nach
Gewährung der zweiten Fristerstreckung zur Äusserung zur Eingabe der
Vorinstanz dazu entschloss, statt einer Stellungnahme ein (verspätet ein-
gereichtes) Ausstandsbegehren zu stellen (zur Verspätung: Urteil des
BGer 2C_724/2022 vom 12. Oktober 2022 E. 4), hat sie sich selbst zuzu-
rechnen. Tatsache ist jedenfalls, dass es sich bei der mit Verfügung vom
21. Oktober 2022 angesetzten Nachfrist bereits um die vierte Frist han-
delte, die der Beschwerdeführerin im Rahmen des vorliegenden Verfah-
rens angesetzt wurde, damit sie zur Eingabe der Vorinstanz vom 20. Mai
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2021 Stellung nehmen konnte. Anzumerken ist, dass die Beschwerdefüh-
rerin bereits am 6. Mai 2021 zur Frage, ob die Beschwerde vom 20. April
2021 verspätet eingereicht worden sei, Stellung genommen hatte (Sach-
verhalt Bst. D).
2.4.6. Soweit die Beschwerdeführerin bemängelt, die angesetzte Nachfrist
sei mit drei Tagen zu kurz gewesen, ist festzuhalten, dass selbst eine sol-
che dreitägige Frist im Sinne einer Nach- oder Notfrist als ausreichend zu
betrachten ist (oben E. 2.2). Immerhin wurde der Beschwerdeführerin be-
reits mit Verfügung vom 14. April 2022 angedroht, dass mit einer weiteren
Fristerstreckung nicht mehr gerechnet werden könne. Die Ansetzung einer
Notfrist genügte in Anbetracht dieses Umstandes. Ohnehin wäre die vom
Bundesverwaltungsgericht angesetzte Frist länger gewesen, wenn die Be-
schwerdeführerin die eingeschrieben versandte Verfügung früher abgeholt
hätte. Sie war jedoch so angesetzt, dass der Beschwerdeführerin auch
dann genügend Tage verbleiben würden, wenn sie die Post erst später in-
nerhalb der siebentägigen Abholungsfrist abholen würde.
2.4.7. Da in Anbetracht der Umstände die angesetzte Frist angemessen
war, die Beschwerdeführerin darauf hingewiesen worden war, dass mit ei-
ner weiteren Fristerstreckung nicht zu rechnen sei, und die von ihr geltend
gemachten Gründe in Anbetracht des Verfahrensstadiums (mehrfache
Fristerstreckungen und lange Dauer für die Möglichkeit zur Stellungnahme)
nicht zu überzeugen vermögen, ist das Gesuch der Beschwerdeführerin
um Erstreckung der Nachfrist zur Einreichung einer Stellungnahme zur Ein-
gabe der Vorinstanz vom 20. Mai 2021 vollumfänglich abzuweisen.
2.5. Das Fristerstreckungsgesuch der Beschwerdeführerin vom 3. Novem-
ber 2022 ist der Vorinstanz zur Aktenablage zuzustellen.
3.
Da die Beschwerdeführerin innert Frist – abgesehen von ihrer Stellung-
nahme vom 6. Mai 2021 (Sachverhalt Bst. D) hinsichtlich Einhaltung der
Beschwerdefrist – keine Stellungnahme eingereicht hat, ist nun, wie in der
Verfügung vom 21. Oktober 2022 im Rahmen der Erwägungen angedroht,
aufgrund der Akten über die Rechtzeitigkeit der Beschwerde zu befinden.
3.1. Die Beschwerde ist gemäss Art. 50 Abs. 1 VwVG innerhalb von 30
Tagen seit der Eröffnung der Verfügung einzureichen. Dabei sind schriftli-
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che Eingaben spätestens am letzten Tag der Frist der Behörde einzu-
reichen oder zu deren Handen der Schweizerischen Post zu übergeben
(Art. 21 Abs. 1 VwVG).
3.2. Nach den hier einschlägigen Rechtsgrundlagen besteht keine
Pflicht der ESTV, ihre Verfügungen betreffend die Mehrwertsteuer gegen
einen von der empfangenden Person unterzeichneten Zustellnachweis zu-
zustellen; sowohl Art. 82 Abs. 2 MWSTG als auch Art. 34 Abs. 1 VwVG
sehen nämlich einzig die schriftliche Eröffnung vor. Der Vorinstanz steht
bei postalischer Übermittlung folglich auch die einfache, d.h. uneinge-
schriebene Sendung als Zustellungsart offen (Urteil des BVGer
A-4807/2019 vom 27. November 2019 E. 2.1.1; vgl. FELIX UHLMANN/ALE-
XANDRA SCHILLING-SCHWANK, Praxiskommentar, Art. 34 N 10 ff.).
3.3. Gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung erfolgt die
fristauslösende Zustellung einer uneingeschriebenen Sendung bereits
dadurch, dass die Sendung in den Briefkasten oder in das Postfach (bzw.
Machtbereich «sphère de puissance») des Adressaten gelegt wird und sich
damit in dessen Verfügungsbereich befindet. Dass der Empfänger von der
Verfügung tatsächlich Kenntnis nimmt, ist nicht erforderlich (vgl. zum Gan-
zen: BGE 142 III 599 E. 2.4.1, 122 I 139 E. 1; Urteile des BGer
2C_875/2015 vom 2. Oktober 2015 E. 2.2.1, 2C_1126/2014 vom 20. Feb-
ruar 2015 E. 2.2, je m.w.H.; Urteil des BVGer A-4807/2019 vom 27. No-
vember 2019 E. 2.1.2).
3.4. Sogenannte A-Post Plus-Sendungen werden wie gewöhnliche unein-
geschriebene Sendungen in den Briefkasten oder ins Postfach des Adres-
saten gelegt, ohne dass dieser den Empfang unterschriftlich bestätigen
müsste. Dementsprechend erfolgt bei dieser Versandart im Fall der Abwe-
senheit des Adressaten keine Avisierung durch Hinterlegung einer Abho-
lungseinladung. Im Unterschied zu herkömmlichen A-Post-Sendungen
werden A-Post Plus-Sendungen aber mit einer Nummer versehen, was die
elektronische Sendungsverfolgung im Internet («Track & Trace») und damit
die Verfolgung der Sendung bis zum Empfänger ermöglicht (BGE
142 III 599 E. 2.2; Urteile des BGer 2C_476/2018 vom 4. Juni 2018
E. 2.3.2, 2C_875/2015 vom 2. Oktober 2015 E. 2.2.1, 2C_1126/2014 vom
20. Februar 2015 E. 2.2; Urteile des BVGer A-4807/2019 vom 27. Novem-
ber 2019 E. 2.1.3, A-1651/2019 vom 6. Mai 2019, A-1751/2019 vom
16. April 2019 E. 4).
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Seite 11
3.5. Für die ordnungsgemässe Zustellung der Verfügungen ist die Verwal-
tungsbehörde beweisbelastet (UHLMANN/SCHILLING-SCHWANK, a.a.O.,
Art. 43 N 10). Bei eingeschriebener Briefpost gilt eine natürliche Vermutung
für die ordnungsgemässe Zustellung der Abholungseinladung via Briefkas-
ten bzw. Postfach. Dasselbe gilt nach der Rechtsprechung für das Verfah-
ren «A-Post Plus», bei welchem der Briefträger den Brief nicht nur in den
Briefkasten legt, sondern zugleich den Zustellzeitpunkt in seinem elektro-
nischen System festhält (dazu etwa: Urteile des BGer 2C_476/2018 vom
4. Juni 2018 E. 2.3.2, 2C_195/2018 vom 2. März 2018 E. 2.2). Mit der Ver-
folgung im «Track & Trace-Auszug» wird somit die Zustellung nicht direkt
bewiesen. Bewiesen wird nur, dass die Post einen entsprechenden Eintrag
in ihrem Erfassungssystem gemacht hat. Im Sinne eines Indizes lässt sich
aus diesem Eintrag aber dennoch darauf schliessen, dass die Sendung in
den Briefkasten oder in das Postfach des Adressaten gelegt wurde (BGE
142 III 599 E. 2.2; zum Ganzen auch: Urteile des BGer 2C_1059/2018 vom
18. Januar 2019 E. 2.2.2, Urteil 2C_16/2019 vom 10. Januar 2019
E. 3.2.2 f.; Urteil des BVGer A-4807/2019 vom 27. November 2019
E. 2.1.4).
3.6. Eine fehlerhafte Postzustellung ist nicht zu vermuten, sondern nur an-
zunehmen, wenn sie aufgrund der Umstände plausibel erscheint. Auf die
Darstellung des Adressaten, dass eine fehlerhafte Postzustellung vorliege,
ist abzustellen, wenn seine Darlegung der Umstände nachvollziehbar ist
und einer gewissen Wahrscheinlichkeit entspricht, wobei sein guter Glaube
zu vermuten ist (BGE 142 III 599 E. 2.4.1 m.w.H.). Rein hypothetische
Überlegungen des Empfängers reichen nicht aus. Die nie auszuschlies-
sende Möglichkeit von Zustellfehlern genügt für sich allein nicht, um die
Vermutung umzustossen. Vielmehr müssen konkrete Anzeichen für einen
Fehler vorhanden sein (zum Ganzen: Urteil des BGer 2C_1059/2018 vom
18. Januar 2019 E. 2.2.2 m.w.H.; Urteil des BVGer A-4807/2019 vom
27. November 2019 E. 2.1.5).
3.7. Die Beschwerdefrist bei einer A-Post Plus-Sendung beginnt in Anwen-
dung von Art. 20 Abs. 1 VwVG sowie rechtsprechungsgemäss am Tag
nach Hinterlegung der Sendung zu laufen, und zwar auch dann, wenn die
Sendung an einem Samstag im Postfach des Verfügungsadressaten oder
dessen Rechtsvertreter abgelegt wird (Urteile des BGer 2C_191/2017 vom
20. Februar 2017 E. 2.2, 2C_875/2015 vom 2. Oktober 2015 E. 2.2.2.,
2C_1126/2014 vom 20. Februar 2015 E. 2.2 f., 8C_573/2014 vom 26. No-
vember 2014 E. 3.1; Urteile des BVGer A-4807/2019 vom 27. November
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2C_1059%2F2018&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-599%3Ade&number_of_ranks=0#page599
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Seite 12
2020 E. 2.1.6, A-1651/2019 vom 6. Mai 2019, A-1751/2019 vom 16. April
2019 E. 4; siehe ferner: CAVELTI, Kommentar zum VwVG, Art. 20 N 9).
4.
4.1. Die Beschwerdeführerin macht in Bezug auf die Frage der Fristwah-
rung im Wesentlichen geltend, dass die Sendung ihrem Vertreter am
Samstag, den 6. März 2021 zugestellt worden sei. Ihr Vertreter leere den
Briefkasten täglich und erinnere sich an die fragliche Zustellung deshalb so
genau, weil sich dessen Geschäftsadresse auch an dessen Wohnadresse
befinde und er an diesem Samstag vor einem Klientenbesuch den Brief-
kasten geleert und sich über die Sendung gewundert habe. Im Dokument
Sendungsverfolgung Nr. (...) der Schweizerischen Post seien eine Sen-
dung per A-Post Plus und der 5. März 2021 aufgeführt. Bei der Erstellung
dieses Dokumentes habe der Vertreter jedoch keinerlei Mitwirkungsmög-
lichkeit gehabt. Dieses Dokument vermöge keine tatsächlich feststehende
Auskunft über den für die Zustellung entscheidenden Vorgang zu geben.
Aus staatsrechtlicher Sicht, das heisst, aus den verfassungsmässig garan-
tierten Mitwirkungsmöglichkeiten eines Rechtsbetroffenen in den ihn be-
treffenden Verfahren halte sie, die Beschwerdeführerin, dies für bedenklich
und sehe darin ihre verfassungsmässig garantierten Mitwirkungsrechte
verletzt. Die Zustellung mittels A-Post Plus sei zudem auch deshalb be-
denklich, weil die rechtsbetroffene Person bei Abwesenheit z.B. infolge un-
vorhergesehener Krankheit oder familiärer oder anderer persönlichen
Pflichten oder Ferienabwesenheiten sich eine fiktive Zustellung vorhalten
zu lassen habe. Es sei auch der Grundsatz der Rechtsgleichheit verletzt,
wenn an andere Rechtsbetroffene bzw. wie das im vorliegenden Fall mit
der Verfügung erfolgt sei, die Zustellung mittels eingeschriebener Briefpost
erfolge und für diesen Fall andere Zustellungsgrundsätze zur Anwendung
gelangen würden.
4.2. Die Vorinstanz hält am 20. Mai 2021 vernehmlassungsweise fest, dass
im Mehrwertsteuerrecht keine Vorschriften darüber bestehen würden, wie
die ESTV ihre Verfügungen zu versenden habe. Die Zustellung per A-Post
Plus sei daher zulässig. Die allgemeine Bestreitung der Zustellung am
5. März 2021, wonach der Vertreter den Briefkasten täglich leere, würden
die Angaben auf der fraglichen elektronischen Sendungsverfolgung nicht
entkräften. Die Verfügung vom 4. März 2021 sei gleichentags der Schwei-
zerischen Post übergeben worden, wobei für die Zustellungsart per A-Post
Plus von einer Zustellung am nachfolgenden Tag auszugehen sei. Dies
werde durch die weiteren Angaben in der Sendungsverfolgung bekräftigt,
die auf keine Verzögerung schliessen lassen würden. Es sei überdies auch
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möglich, dass der Vertreter den Briefkasten am 5. März 2021 vor dem ge-
mäss der Sendungsverfolgung erfolgten Zustellungszeitpunkt um
11.25 Uhr und danach erst wieder am Vormittag des 6. März 2021 geleert
habe, oder dass er die Sendung der ESTV am 5. März 2021 übersehen
habe.
4.3.
4.3.1. Gemäss der elektronischen Sendungsverfolgung der Post («Track &
Trace» Nr. [...]) wurde der angefochtene Einspracheentscheid am Don-
nerstag, 4. März 2021 um 17.16 Uhr, mit A-Post Plus versandt und am
Freitag, 5. März 2021 um 11.25 Uhr, zugestellt. Die Zustellung erfolgte so-
mit vermutungsweise am 5. März 2021 (vgl. E. 3.5 hiervor) und der Fris-
tenlauf begann Samstag, 6. März 2021, und endete entsprechend am
19. April 2021 (vgl. E. 3.1 f. bzw. E. 3.7 hiervor). Die vorliegende, am
20. April 2021 der Post übergebene Beschwerde wäre damit verspätet ein-
gereicht worden. Es läge nun an der Beschwerdeführerin die anhand des
«Track & Trace-Auszugs» begründete natürliche Vermutung (bzw. den In-
dizienbeweis) zu erschüttern und das Gegenteil zu beweisen.
4.3.2. Es ist der Beschwerdeführerin insofern zuzustimmen, als dass nach
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, welche sich auch auf die Zustel-
lungsart A-Post Plus bezieht, «ein Fehler bei der Postzustellung nicht aus-
serhalb jeder Wahrscheinlichkeit» liegt (vgl. BGE 142 III 599 E. 2.4.1). Al-
lerdings ist – so die bundesgerichtliche Rechtsprechung weiter – eine feh-
lerhafte Postzustellung nicht zu vermuten, «sondern nur anzunehmen,
wenn sie aufgrund der Umstände plausibel erscheint». «Auf die Darstel-
lung des Adressaten, dass eine fehlerhafte Postzustellung vorliegt ist daher
abzustellen, wenn seine Darlegung der Umstände nachvollziehbar ist und
einer gewissen Wahrscheinlichkeit entspricht, wobei sein guter Glaube zu
vermuten ist» (siehe dazu auch E. 3.6 hiervor).
4.3.3. Im hier zu beurteilenden Fall sind keine Gründe ersichtlich, aufgrund
derer «mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit» davon ausgegangen wer-
den könnte, dass die Zustellung des Einspracheentscheids nicht wie in der
Sendungsverfolgung ausgewiesen am 5. März 2021 erfolgt sein soll. Das
sinngemässe Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach der Post im All-
gemeinen Fehler passieren könnten und sie als Adressatin nicht wissen
könne, ob die Zustellung in den Briefkasten des Vertreters tatsächlich am
5. März 2021 erfolgt sei, genügt dabei nicht, um die Aussagekraft der Sen-
dungsverfolgung vorliegend anzuzweifeln. Vielmehr müssten Umstände
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ins Feld geführt werden, welche im konkreten Fall für eine fehlerhafte Zu-
stellung sprechen würden. Es ist denn auch mit der Vorinstanz einig zu
gehen, dass es nicht auszuschliessen ist, dass der Vertreter am 5. März
2021 seinen Briefkasten vor 11.25 Uhr geleert hat und hernach erst wieder
beim Verlassen des Hauses am 6. März 2021.
4.3.4. Vorliegend ist damit für den Zeitpunkt der Zustellung nicht die Ent-
gegennahme durch den Vertreter der Beschwerdeführerin bei der Leerung
des Briefkastens am 6. März 2021, sondern die «Zustellung» gemäss
elektronischer Sendungsverfolgung der Post, massgebend (vgl. dazu
E. 3.3 ff. hiervor). Infolgedessen begann die Frist für die Einreichung der
Beschwerde am 6. März 2021 zu laufen und endete am 19. April 2021.
Damit erfolgte die erst am 20. April 2021 vom Vertreter der Beschwerde-
führerin eingereichte Beschwerde verspätet.
4.4. Auch die übrigen von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Ein-
wände vermögen daran nichts zu ändern. Zum einen ist festzustellen, dass
es dem Vertreter oblegen hätte, aufgrund der Sendungsnummer, das von
ihm angenommene Zustellungsdatum mit dem von der Post registrierten
Datum abzugleichen. Dabei hätte es ihm gleichermassen oblegen, das ver-
meintlich falsche Zustellungsdatum bei der Post zu monieren und korrigie-
ren zu lassen oder aber die Frist – ausgehend vom gemäss Sendungsver-
lauf festgehaltenen Zustellungsdatum – zu berechnen. Zum anderen ist
festzustellen, dass die pauschalen Vorbringen der Beschwerdeführerin zur
Zustellung in anderen Fällen eine Ungleichbehandlung in keiner Weise na-
hezulegen vermögen, zumal bereits die Verfügung der ESTV vom 12. Au-
gust 2020 dem Vertreter per A-Post Plus zugestellt worden ist. Der Versand
des angefochtenen Einspracheentscheids per A-Post Plus stellt demnach
keine Änderung in der Zustellungsform dar.
4.5. Nach dem hiervor Ausgeführten ist infolge des Fristversäumnisses im
ordentlichen Verfahren nicht auf die Beschwerde einzutreten (vgl. Art. 23
Abs. 1 Bst. b VGG e contrario i.V.m. Art. 21 Abs. 1 VGG).
5.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 500.- der Be-
schwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VWVG, Art. 1 ff. des Regle-
ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), und es ist ihr
keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario;
Art. 7 Abs. 1 VGKE e contrario).
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