Decision ID: 35d23f36-3618-4e5c-9c58-075860b3944d
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1967 geborene
X._
war seit dem 16.
März 2010 bei der Stiftung
Y._
in einem 100
%-Pensum als Kursleiterin angestellt und bei der
Vaudoise
Allgemeine
,
Versicherungs-Gesellschaft AG
(nachfolgend:
Vaudoise
)
,
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie am
18.
D
ezember 2018
auf Glatteis
ausrutschte und ein
Supinationstrauma
des linken
o
beren Sprunggelenkes (OSG)
erlitt, wobei sie sich
eine Fraktur
des
Malleolus
medialis
und eine
Maisonneuve
Verletzung mit hoher Weber C Fraktur links
zuzog
(Urk. 10/179 und Urk. 10/177)
.
Die Versicherte wurde gleichentags im Spital
Z._
operiert (Urk. 10/177).
Am
22.
Dezember 2018 wurde sie aus dem Spital entlassen. Es wurde ein
e
100%ige Arbeitsunfähigkeit bis zum 28. Januar 2019 attestiert (Urk. 10/171 und Urk. 10/170).
In der Folge wurde die
100%ige
Arbeitsunfähigkeit bis zum
10. März
2019 verlängert.
Ab dem 11. März 2019 wurde ein
e
80%ige Arbeitsunfähigkeit und ab dem 1. April 2019 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert.
Ab dem 1. Mai 2019 war die Versicherte gemäss Zeugnis des Spitals
Z._
wieder
voll
arbeitsfähig (Urk. 10/158
)
.
A
b
dem 10. Mai 20
19 attestierte der behandelnde Hausa
rzt Dr. med.
A._
, Facharzt Innere Medizin, erneut eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(
U
rk.
10/155;
Urk. 10/153
und Urk. 10/146
)
.
Die
Vaudoise
kam für die Heilbehandlung auf und richtete Taggelder aus.
Am 4. September 2019 erfolgte eine Aktenbeurteilung dur
ch den beratenden Arzt der
Vaud
oise
, Dr. med.
B._
, Facharzt Chirurgie
, welcher zum Schluss gelangte, dass die Diagnosen nur teilweise unfallb
e
dingt seien
(Urk. 10/142).
Am 18. September 2019 wurde die Versicherte in der Universitätsklinik
C._
operiert (OSME medialer
Malleolus
, OSG-Arthroskopie und
Narbendébridement
,
Tabularisierung
Peroneus
brevis
, Entfernung
Haglundexostose
und Ansatzverkalkung Achillessehne links [Urk. 10/137]).
Die Versicherte wurde vom 18. bis zum 23. September 2019 hospitalisiert (Urk. 10/134).
Es wurde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis 3. November 2019 attestiert (Urk. 10/133).
Am 20. November 2019 erfolgte eine weitere Aktenbeurteilung durch den beratenden Arzt der
Vaudoise
,
Dr.
B._
, mit welcher er
festhielt
, dass für den unfallbedingten Anteil der Operation kein stationärer Aufenthalt notwendig
gewesen
sei
(Urk. 10/121).
Die Universitätsklinik
C._
attestierte eine Arbeitsunfähigkei
t
von 100
% bis zum 21. November 2019 und
von 70 % bis zum 31. Dezember 2019 (
Urk. 10/125 und
Urk. 10/120).
A
m 4.
Dezember 2019 erfolgte eine weitere Aktenbeurteilung durch D
r.
B._
(Urk. 10/119).
Mit Schreiben vom 20. Dezember 2019 teilte die
Vaudoise
der Versicherten mit, dass sie trotz der Tatsache, dass der stationäre Aufenthalt auf die unfallfremden Diagnosen zurückzuführen sei, für die vollständigen Kosten der Operation sowie der
Hospitalisation
vom 18. bis 23. September 2019 aufkomme (Urk. 10/114).
Die Universitätsklinik
C._
verlängerte die Arbeitsunfähigkeit von 70 %
bis 31
.
August
2020 (Urk. 10/103
;
Urk. 10/93
;
Urk. 10/91
und Urk. 10/81
; Urk. 10/70
).
Am 8. April
und am 29. Juli 2020
erfolgte
n
erneute A
ktenbe
urteilung
en
durch Dr.
B._
(Urk. 10/92
und
Urk. 10/75
).
Der behandelnde Arzt
der Beschwerdeführerin
,
Dr.
A._
,
verlängerte
in der Folge
das Attest zur
Arbeitsunfähigkeit von 70 % bis 30. September 2020 (Urk. 10/58).
Am 9. September 2020 erfolgte eine
Kurzbeurteilung
durch Dr.
B._
(Urk. 10/54).
Mit Verfügung vom 11. September 2020
setzte die
Vaudoise
die
dem Taggeldanspruch zugrunde
liegende
Arbeitsunfähigkeit vom 24. August bis zum 4. September 2020 auf 40 %, vom 5. September bis zum 18. September 2020 auf 20 % und ab dem 19. September
auf 0
% fest
(Urk. 10/52).
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 2. Oktober 2020 Einsprache (Urk. 10/45).
Die Universitätsklinik
C._
attestierte in der Folge vom 21. Oktober bis zum 11. November 2020 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %
(Urk. 10/43)
und verlängerte diese bis
zum
31
.
Januar 2021
(Urk. 10/35
und Urk. 10/29
)
.
Am 11. Dezember 2020 erfolgte eine weitere Kurzbeurteilung durch D
r.
B._
(Urk. 10/34).
Mit Schreiben vom 18. Januar 2020 teilte die
Vaudoise
der Versicherten mit, dass der Fall per 17. De
zember 2020 abgeschlossen werde und dass sie
entgegenkommend dazu
bereit sei,
das Taggeld
entsprechend der attestierten
Arbeitsunfähigkeit
von 70 %
vom 24. August bis 20. Oktober 2020
und von 50
%
bis zum
Fallabschluss vom
17. De
zember 2020
auszurichten
(Urk.
10/28)
.
Mit Schreiben vom 5. Februar 2021 teilte die Versicherte der
Vaudoise
mit, dass
ein Fallabschluss verfrüht
sei
,
und reichte weitere Arztberichte ein (Urk. 10/27).
Am 19. April 2021 erfolgte eine
Stellungnahme
zum
Fallabschluss
durch Dr.
B._
(Urk. 10/
19
). Mit Verfügung vom 27. April
2021
stellte
die
Vaudoise
die
vorübergehenden
Leistungen
per 17. Dezember 2020
ein
und verneinte einen Anspruch auf eine Rente sowie auf eine Integritätsentschädigung. Mit derselben Verfügung kam sie
auf ihre Verfügung vom 11. September 2020 (Urk. 10/52) zurück
und legte dem Taggeldanspruch eine Arbeitsunfähigkeit von 70 % vom 24. August 2020 bis 20. Oktober 2020 und von 50 % bis zum Fallabschluss zugrunde
(Urk. 10/17).
Die
gegen die Verfügung vom 27. April 2021
erhobene Einsprache vom 28. Mai 2021 (Urk. 10/5) wies sie mit
Einspracheentscheid
vom 17. August 2021 ab (Urk. 10/3).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
15. September 2021
Beschwerde und beantragte,
es seien ihr ab dem 18. Dezember 2020 weiterhin Taggelder gemäss UVG auszurichten, es sei ihr nach Fallabschluss eine angemessene UVG-Rente zuzusprechen und es sei zu prüfen, ob ihr eine Integritätsentschädigung zustehe (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 21. Oktober 2021 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 9), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 25. Oktober 2021
mitgeteilt
wurde (Urk. 11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes üb
er die Unfallversicherung (UVG)
werden
– soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei den im Einzelnen in Abs. 2 aufgeführten
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsun
fähig, so steht ihr gemäss Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG)
.
1.2
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
-
massnahmen
der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG;
BGE 144 V 354 E. 4.1 mit Hinweisen;
Urteil
des Bundesgerichts
8C_
527/2020
vom 2.
November 2020 E. 4.1 mit Hinweisen
). In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
674/2019 vom 3. Dezember 2019 E. 4.1
).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_
64/2021
vom
14. April 2021 E. 3.2
mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3).
Grundlage für die Beurteilung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu den therapeutischen Möglichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose erfasst werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_682/2021 vom 13. April 2022 E. 5.1 und 8C_604/2021 vom 25. Januar 2022 E. 5.2, je mit Hinweisen).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt, liegt die entsprechende Beweislast
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer
.
(Urteile des Bundesgerichts 8C_600/2021 vom 3. März 2022 E. 3.2 und 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2, je mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE
145 V 97 E. 8.5,
142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
Reine Aktengutachten sind beweiskräftig, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich fest
stehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befas
sung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesge
richts 8C_750/2020 vom 23. April 2021 E. 4 mit Hinweisen).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die
Beschwerdegegnerin
,
in der Beurteilung
vom 11. Dezember 2020 zeige Dr.
B._
, dass die heutigen Beschwerden im Unterschenkel und Fe
rsenbereich auf die Operation in der
Unive
rsitäts
klinik
C._
vom 18.
August 2019
(gemeint: 18. September 2019)
zurückzuführen seien, wie dies aus dem MRI vom 12. November 2020 sowie der Lokalisation der Schmerzen hervorgehe. Bei
diesem
Eingriff seien sowohl an der Ferse am Ansatz der Achillessehne wie auch im Bereich der Sehne des
Musculus
peronaeus
brevis
unfallfremde Probleme angegangen worden. Rein unfallbedingt sei nur die
Schraubenosteosynthese vom 18.
Dezember 2018 gewesen. Da aus unfallfremden Gründen nach der OSME (
Osteosynthesematerialentfernung
) vom
18.
September 2019 ein Gips getragen worden sei, hätten sich Narben im Fersenbereich gebildet, was die Heilung der Unfallfolgen verzögert habe. Sie (die Beschwerdegegnerin) habe die auf die unfallfremden Eingriffe zurückzuführende Verzögerung während mehr als einem Jahr übernommen. Nun sei zwei Jahre nach dem Unfall und 15 Monate nach der letzten Operation mit z.T. unfallfremden Eingriffen von einem Endzustand der Unfallfolgen auszugehen. Die
Bimalleolarfraktur
sei schon längst konsolidiert und die Unfallfolgen seien bildmorphologisch abgeheilt. Der Bandapparat, welcher durch den Unfall verletzt worden sei, sei intakt. Ein CRPS sei mehrmals durch die neurologischen Untersuchungen verneint worden. Unfallbedingte Nervenschädigungen (
Nervus
suralis
und
Nervus
ischiad
i
c
us
) hätten nicht nachgewiesen werden können. In den Berichten der Universitätsklinik
C._
vom 16.
Februar 2021 sowie der
Klinik D._
vom 12.
März 2021 würden neu Kniebeschwerden geltend gemacht. Das MRI des Knies zeige jedoch keine unfallbedingte Läsion.
Die Unfallfolgen müssten ab dem Zeitpunkt der Schmerztherapie im Universitätsspital
E._
vom 17. Dezember 2020 als abgeschlossen betrachtet werden. Wenn nach dem 17. Dezember 2020
weiterhin
eine Arbeitsunfähigkeit und Beschwerden bestünden, seien diese auf unfallfremde Faktoren zurückzuführen
. Medizinische Argumente, welche geeignet wären, die Stellungnahmen von D
r.
B._
zu widerlegen oder zu entkräften, würden nicht geltend gemacht.
D
r.
B._
komme zum Schluss, dass kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung bestehe.
Eine Funktionseinbusse gemäss Suva Tabelle
2 und eine Gelenkinstabilität gemäss Suva T
abelle
6 bestünden nicht. Hinweise für die Entwicklung einer posttraumatischen Arthrose im OSG
-
Bereich fänden sich nicht.
Es bestehe auch kein Anspruch auf eine Invalidenrente, da aus unfallbedingter Sicht spätestens ab dem 17. Dezember 2020 eine volle Arbeitsfähigkeit als Kursleiterin gegeben sei
(Urk. 2 S. 14 ff.)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber im Wesentlichen geltend,
der Orthopäde Dr.
F._
von der Universitätsklinik
C._
habe die Unfallkausalität der Beschwerden bestätigt und die Annahme von Dr.
B._
, wonach die geklagten Beschwerden sich medizinisch nicht erklären liessen, verneint. Ebenfalls
in diesem Sinne
habe sich der Operateur Dr.
G._
bezüglich der Unfallkausalität geäussert.
Auch die Schmerzklinik des Universitätsspitals spreche regelmässig von postoperativen und posttraumatischen Schmerzen
.
Der Abschluss des Versicherungsfalls durch die Beschwerdegegnerin sei mit der angefochtenen Verfügung vom 27. April 2021 auf den 17. Dezember 2020 zu früh angesetzt worden. S
ie
(die Beschwerdeführerin)
sei auch heute noch aufgrund der Unfallfolgen in ihrer Tätigkeit erheblich eingeschränkt. Sie arbeite mit Mühe und Schmerzen zu 50 %. Ob ein Fallabschluss möglich sei, müsse unter Rücksprache mit der Universitätsklinik
C._
geklärt werden.
Anschliessend habe die Beschwerdegegnerin, nachdem die Frage der Unfallkausalität geklärt sei, die Rentenfrage zu prüfen, ebenso die Frage der Höhe der Integritätsentschädigung entsprechend der festgestellten unfallbedingten Funktionseinschränkungen
(Urk
.
1 S. 3
f
f
.
).
2.3
Die
Beschwerdegegnerin weist in ihrer Beschwerdeantwort unter anderem darauf hin, dass nur die
Bimalleolarfraktur
und ihre unmittelbaren Folgen von ihr zu übernehmen seien. Die andauernde Arbeitsunfähigkeit könne jedenfalls nicht auf die geheilte
Bimalleolarfraktu
r
zurückgeführt werden (Urk. 9
.
)
3.
3.1
Anlässlich der Erstkonsultation nach dem Unfall
am 18.
Dezember 2018 im Spital
Z._
, Klinik für Chirurgie, wurde
n
die Diagnose
n
einer Fraktur
Malleolus
medialis
und
einer
Maisonneuve
Verletzung mit hoher Weber C Fraktur links gestellt. Die Beschwerdeführerin sei ausgerutscht und hab
e
sich im Sinne eines
Supinationstrauma
s
das linke OSG verdreht. Dabei habe sie sich eine kombinierte Verletzung mit dislozierter medialer
Malleolarfraktur
mit kleinstem Volkmannfragment und hoher
Fibulafraktur
im Sinne einer
Maisonneuve
Verletzung zugezogen. Es wurde
n
gleichentags eine Schraubenosteosynthese
Malleolus
medialis
und eine Stellschraubenosteosynthese OSG
durch D
r.
med.
H._
, Co-C
hefar
z
t
Chirurgie
,
durchgeführt (Urk. 10/177).
Im Austrittsbericht des Spitals
Z._
vom 22. Dezember 2018 wurde ein
komplikationsloser postoperativer Verlauf
festgehalten (Urk. 10/171).
3.2
Am 7. Februar 2019 erfolgte im Spital
Z._
die Osteosynthese-
materialentfernung
(OSME) der Stellschrauben
durch D
r.
H._
(Urk. 10/167)
.
3.3
Im Bericht der Klinik für Chirurgie des Spitals
Z._
vom 9. April 2019 betreffend die S
prechstunde vom 8.
April 2019
hielt
Dr.
H._
als Befund fest, es sei ein vollbelastendes, relativ harmonisches Gangbild demonstrierbar. Es bestehe eine mässige Schwellung im Rahmen des Üblichen. Die Dorsalextension sei passiv in Vergleich zu rechts noch etwas eingeschränkt. Der B
ewegungsumfang
betrage Extension/Flexion 30/0/25°. Es be
s
tünden eine regelrechte
Hauttrophik
, keine Hyperhidrose oder Hypertrichose, keine farblichen Veränderungen und reizfreie Operationsnarben. Die
R
adiologiebe
u
r
teilung
(Röntgen OSG
ap
/lateral
li
n
ks stehend
vom 8. April 2019) ergab weiterhin anatomische Stellungsverhältnisse mit deutlichen Zeichen der
ossären
Konsolidation sowie eine leichte
Inaktivitätsosteopenie
. Dr.
H._
führte aus, i
ns
gesamt bestehe ein
regelrechter Verlauf,
wobei sich die Beschwerdefü
hr
erin noch nicht gänzlich vom Gehstock hab
e
entwöhnen können. Klinisch bestünden
keine Hinweise auf ein CRPS, so
dass sich abgesehen von der Vitamin C Dosierung keine weiteren Medikamente aufdrängten.
Seit dem 1. April 2019 arbeite die Beschwerdeführerin zu 50 %
, dies
bis zum 30. April 2019 und ab dem 1. Mai 2019
sei
eine vollständige Reintegration in den Arbeitsprozess geplant. Die beste Therapie der leichten
Inaktivitätsosteopenie
sei eine Steigerung der Belastungsintensität und
-
dauer (Urk. 10/159).
3.4
Im Bericht der Universitätsklinik
C._
vom 29. Juli 2019 wurden folgende Diagnosen genannt:
Anteriores
OSG-
Impingement
,
Achillodynie
und
Vd
. a. Irritation
Tibialis
posterior
und
Peronealsehnenläsion
links Beschwerden
-
Status nach Stellschraubenentfernung in Lokalanästhesie am 07.02.2019
-
Status nach Schraubenosteosynthese
Malleolus
medialis
, Stellschrauben-osteosynthese OSG am 18.12.2018 mit bei:
-
Fraktur
Malleolus
medialis
und
Maisonneuve
-Fraktur links vom 18.12.2018
Als Befund wurde Folgendes festgehalten:
Antalgisches
Gangbild, kleinschrittig aufgrund der Schmerzen im Bereich der Ferse, leicht
valgische
Rückfussachse, dorsal erhaltenes Längsgewölbe, reizlose Operationsnarben, keine Rötung, keine Überwärmung, keine Schwellung,
Druckdolenz
im medialen und lateralen OSG-
Gutter
bei positivem
Impingementtest
,
Berührungsempfindlichkeit im Bereich der gesamten Achillesferse ohne anatomisches Korrelat für die
Druckdolenz
,
verkürzte Wadenmuskulatur,
Druckdolenz
im Verlauf der
Peronealsehnen
, deutlich abgeschwächte
Eversion
, ebenfalls
Druckdolenz
im Bereich der
Tibialis
posterior
Sehne sowie im Bereich des medialen
Malleolus
inframalleolär
. Die Sensibilität sei ausser im medialen Narbenbereich intakt. Die Durchblutung sei palpabel. Die Kraft sei in alle Richtungen auslösbar.
Es wurde ausgeführt, die von der Beschwerdeführerin beschriebenen Restbeschwerden nach dieser Osteosynthese der medialen
Malleolar
fraktur
sowie temporärer Stellschrauben seien einerseits auf ein
anteriores
OSG-
Impingement
zurückzuführen. Des Weiteren be
stünden
eine mögliche Irritation der
Tibialis
posterior
Sehne sowie eine Verletzung der
Peronealsehnen
lateralseitig (Urk. 10/151).
3.5
D
ie neurologische
und neurophysiologische
Un
tersuchung vom 7. August 2019 in der
Universitäts
klinik
C._
ergab Hinweise auf eine Nervenreizung im Bereich des
Tarsaltunnels
,
ei
n
neurophysiologisches Korrelat zeigte sich hierfür jedoch nicht. Die neurologische und neurophysiologische Untersuchung war im Übrigen unauffällig
(Urk. 10/148).
3.6
Im Bericht der Universitätsklinik
C._
vom 14. August 2019 betreffend die Untersuchung vom 13. August 2019 wurde ausgeführt, hauptursächlich
für die Beschwerden sei
en
die
Ansatztendinopathie
der Achillessehne bei
Haglundexostose
und
Ossikel
im Bereich des Ansatzes. Zudem bestehe ein
anteriores
Narbenimpingement
bei St. n. Osteosynthese und langer Ruhigstellung. Es bestehe ebenso ein Split der
Peroneus
brevis
Sehne
. Alle diese Punkte seien symptomatisch. Zur Therapie werde die Operation mittels
Narbendébridement
arthroskopisch
, medialer OSME, Entfernung der
Haglundexostese
und der Ansatzverkalkung der Achillessehne sowie
Tubularisierung
der
Peroneus
brevis
Sehne empfohlen. Der E
ingriff sei für den 18.
September 2019 geplant
(Urk. 10/144).
3.7
D
er beratende Arzt der Beschwerdegegnerin, Dr.
B._
, nannte in seiner Aktenbeurteilung vom 4. September 2019 die folgenden
Diagnosen:
1.%2
St. n. ORIF
Bimalleolarfraktur
links (
Malleolus
medialis
,
Ma
is
onneuve
Fx
) und Volkmannfragment
-
St. n. Stellschraubenentfernung lateral
-
Entwicklung eines
Narbenimpingements
OSG
anteromedial
2.%2
Längssplit Sehne M.
peron
eus
brevis
3.%2
Haglund
Exostose
und
Ansatztendinopathie
Achillessehne mit Ansatzverkalkungen
Dr.
B._
hielt fest, dass die
Diagnose
1.3 (
Haglund
Exostose
und
Ansatztendinopathie
Achillessehne mit Ansatzverkalkungen) krankheitsbedingt
sei.
Dies
e
Diagnose sei entscheidend für die Operationsindikation vom 18. September 2019. In der gleichen Operation würden auch die unfallbedingten Veränderungen angegangen.
Die Beschwerden bezüglich
der
Diagnose
1.3
stünden nicht im Zusammenhang zum Ereignis vom 18. Februar 2018
. Die Diagnose 1.2 (Längssplit Sehne M.
peroneus
brevis
) stehe möglicherweise in Verbindung zum Ereignis vom 18. Februar 2018. Inwieweit diese Veränderungen an den Beschwerden beteiligt seien, hätte man z.B. durch eine Infiltrationstherapie herausfinden können, was nicht stattgefunden habe. Die Dauer der rein unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit (Diagnose 1.1) betrage 2-4 Wochen (Urk. 10/142).
3.8
Am 18. September 2019 wurde die Beschwerdeführerin
in der Universitätsklinik
C._
operiert.
Hierfür wurde sie vom 18. bis 23. September 2019 stationär
aufgenommen
.
Im Operationsbericht vom 18. September 2019 wurden die Diagnosen eines
anterioren
OSG-
Impingements
, einer
Achillodynie
und einer
Peronealsehnenläsion
brevis
lin
k
s genannt. Es wurde
n
eine OSME des medialen
Malleolus
, eine OSG-Arthroskopie und ein
Narbendébridement
, eine
Tubularisierung
des
Peroneus
brevis
sowie eine Entfernung der
Haglundexostose
und der Ansatzverkalkung der Achillessehne links durchgeführt
(Urk. 10/137).
3.9
In seinen
Akten
beurteilungen vom 20. November und 4. Dezember 2019 hielt
Dr.
B._
fest, für den unfallbedingten Anteil der Operation habe keine Notwendigkeit für eine Gi
ps
fixation bzw. Entlastung/Teilbelastung bestanden, die einen stationären Aufenthalt benötigt habe. Dies sei durch die unfallfremden Diagnosen bedingt
gewesen
.
Der unfallbedingte Anteil der Operation habe darin bestanden, das restliche
Osteosynthesematerial
und die Narben
arthroskopisch
im Gelenk zu entfernen.
Das
Osteosynthesematerial
werde nur dann entfernt, wenn der Knochenbruch
stabil ausgeheilt sei. D
ann brauc
h
e
es auch keine äussere Schienung (Gipsfixation) mehr. Im Gegenteil: Zur Aufrechterhaltung oder sogar Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit unterlasse man jede Fixation. Aus dem gleichen Grund werde auch keine Gipsfixation nach einer operativen Gelenkmobilisation mittels Narbenentfernung durchgeführt. Im Gegenteil: Mit einer frühen, unmittelbar nach der Operation einsetzenden
,
ungehinderten
und
aktiven Bewegungsaufnahme wolle man schliesslich verhindern, dass sich wieder neue, die Bewegung des Gelenkes einschränkende Narbe
n ausbilden könnten. Eine sechs
wöchige Gipsfixation als Folge des Unfallereignisses wäre bei diesem Eingriff kontraindiziert. Eine Gipsfixation mache aber Sinn nach operativer Behebung der unfallfremden Faktoren (Diagnose
n
1.2 und 1.3). Dies wisse natürlich auch der Operateur. Deshalb sei er einen Kompromiss eingegangen und habe die Beschwerdeführerin bereits zwei Wochen nach dem Eingriff aus der Gipsschiene heraus das Sprunggelenk wieder bewegen lassen.
Um den Endzustand zu beurteilen müsse die neuerliche Narbenbildung im Gelenk nach der Operation vom 18. September 2
019 abgewartet werden. Dies daue
re vier bis sechs Monate. Be
i einer vollständigen Gelenkbeweglichkeit wäre dann der Endzustand erreicht, ansonsten müssten weitere medizinische Therapien erfolgen
(Urk. 10/121 und U
rk.
10/119).
3.10
Im Bericht der Universitätsklinik
C._
vom 19. Februar 2020
betreffend die Verlaufskontrolle vom 11. Februar 2020 wurde festgehalten, es zeige sich ein intaktes, gutes Ergebnis der Naht der
p
eroneus
b
revis
Sehne. Bei jedoch vorhandenen Restschmerzen würden Vernarbungen aufgrund der Ruhigstellung postoperativ postuliert, welche für die lateralseitigen Schmerzen ursächlich seien. In der Bildgebung sei zudem eine ausgesprochene Vernarbung über dem medialen OSG ersichtlich (Urk. 10/99).
3.11
D
r.
B._
nannte
in seiner Aktenbeurteilung vom 8. April 2020
zusätzlich zu den bereits
genannten (vgl. vorne E
. 3.
7) die folgenden Diagnosen:
-
Erneute Vernarbungen nach kombiniertem Eingriff vom 1
8
.09.2019 und nachfolgender Gipsfixation. Überlastung mit Restbeschwerden des ventralen OSG und Tendovaginitis Sehne M
.
peroneus
brevis
und M
.
tibialis
posterior
links
-
St. n. Infiltration am 13.02.2020
-
Arthrose
talonavikular
links
Dr.
B._
führte aus, da die unfallbedingten Vernarbungen, die leider durch die Ruhigstellung wieder entstanden seien, noch nicht zur Ruhe gekommen seien, sei der Endzustand noch nicht erreicht.
Falls man keine erneute operative Narbenlösung durchführe, könne man ein Erreichen des Endzustandes
frühestens
ein bis eineinhalb Jahre nach der letzten Operation vom September 2019 in Betracht ziehen.
Die klinischen Befunde und die Funktion des Sprunggelenkes in der U
ntersuchung vom 19.
Februar 2020 liessen Hoffnung aufkommen, dass sich die Situation beruhige. Das Gelenk weise klinisch und auch im MRI keine erhebliche Ergussbildung auf, was gegen eine massive Reizung im Gelenk spreche. Deshalb sei von einem erneuten Eingriff keine namhafte Verbesserung der klinisch vorliegenden Befunde zu erwarten. Als Folg
e
sei eher mit einer
Chronifizierung
der Schmerzen zu rechnen.
Mit der Infiltration ins Gelenk habe man versucht, eine gelenkbedingte Ursache der Schmerzen (Vernarbung durch den Unfall) auszuschalten, indem man neben einem Cortison-Präparat auch ein Lokalanästhetikum ins Gelenk eingespritzt habe. Dieses mache die Gelenkkapsel vorübergehend unempfindlich.
Die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin unmittelbar nach der Infiltration eben nicht beschwerdefrei geworden sei, lasse zweifeln, dass die Vernarbungen im Gelenk an den Schmerzen ursächlich beteiligt seien. Somit könne man auch
nicht davon ausgehen, dass durch eine erneute Lösung der Narben im Gelenk die Beschwerden verschwinden würden. Der Sprechstundenbericht vom 19. Februar 2020 weise einen schwellungsfreien linken Fuss auf, mit einer guten Beweglichkeit des OSG. Die Durchblutung, die Motorik und die Sensibil
i
tät seien unverändert gewesen
. Hinweise für eine notwendige Teilbelastung an Stöcken fehlten. Im Rahmen eines Präsenzunterrichts sei ein hochprozentiger Einsatz von 50-80 % sowohl zeitlich wie auch leistungsmässig möglich und auch zumutbar.
Es bestehe eine Diskrepanz zwischen den angegebenen Schmerzen und der andauernden Arbeitsunfähigk
eit gegenüber der eher geringen
objektiven Klinik und der Einnahme von relativ schwachen Schmerzmitteln
(U
rk. 10/92).
3.12
Dr. med.
F._
, Oberarzt Orthopädie der Universitätsklinik
C._
, h
ielt in seinem Schreiben vom 4.
Mai 2020 zuhanden des vertrauensärztlichen Dienstes der Beschwerdegegnerin fest, bei der Beschwerdeführerin sei in der Bildgebung eine Vernarbung im Bereich des medialen
Gutters
des oberen Sprunggelenkes ersichtlich. Ferner bestünden Vernarbungen in Projektion auf die vordere
Syndesmose
. Der Bewegungsumfang sei dokumentiert mit Dorsal
-
extension
/
Plantarflexion
10
°
/0/30°, eingeschränkt zur Gegenseite. Der genannte Bewegungsumfang sei nicht physiologisch. Der normale Bewegungsumfang im oberen Sprunggelenk betrage Dorsalextension und
Plantarflexion
gemäss Literatur 10-15°/0/45-50°. Daher seien die Einschränkung des Bewegungs
-
umfanges
und die geäusserten Beschwerden durch die Narbenbildung erklärt und
damit
aufgrund
der von der Beschwerdeführerin geäusserten Beschwerden die Rechtfertigung für eine prozentuale Arbeitsunfähigkeit gegeben
. Es werde ein Revisionseingriff (
Revision der
Peron
e
alsehnen
zur Narbenlösung und OSG-Arthroskopie zur Narbenlösung)
geplant
(Urk. 10/84).
3.13
Am 19. Mai 2020 erfolgte eine weitere
neurologische und neurophysiologische Untersuchung in der Universitätsklinik
C._
. In der klinisch-neurologischen Untersuchung
fanden
sich sensible Defizite am ehesten im Versorgungsgebiet des N.
peroneus
superficialis
und N.
suralis
links.
Die neurologische Untersuchung beider Nerven ergab einen Normalbefund.
Bezüglich der
Dysästhesien
wurde
von einer Schädigung kleinerer
Hautäste
ausgegang
en, die zu diesem Gefühl führe
(Urk. 10/78).
3.14
Im Bericht der Universitätsklinik
C._
vom 20.
Mai 2020 betreffend die Verlaufskontrol
le vom 19.
Mai 2020 wurde festgehalten, es zeigten sich persistierende Schmerzen trotz therapeutischer Infiltration und intensiver Physiotherapie
. In der klinischen Untersuchung sei die Ätiologie bei sehr diffusen Schmerzen schwierig zu differenzieren
. Es bestehe keine regelmässige Schmerzmitteleinnahme
(U
rk.
10/77).
3.15
D
r.
B._
führte
am
29. Juli 2020
gestützt auf den
Verlaufsbericht
der Universitätsklinik
C._
vom 26. Juni 2020 (Urk. 10/72) aus, im
Arthro
-CT
hätten
eine Fehlstellung des Fragments und eine wichtige Knorpeldegeneration ausgeschlossen werden können. Bei der Untersuchung sei der Fuss links reizlos gewesen. Es habe eine leichte Schwellung des lateralen OSG bestanden. Ansonsten sei das Integument «allseits intakt» gewesen. Die Beweglichkeit habe Streckung/Beugung 20°-0-40° b
etragen
(Normwert 15-30°-0-50°), d.h. der
Bewegungsumfang habe 60° betragen
und
sei somit nur gering eingeschränkt gewesen. Damit bestünden nur wenig objektive Zeichen für eine körperliche Einschränkung
. Die Beschwerdeführerin sei wegen der subjektiv einschränkenden Schmerzen an die Schmerztherapie des Universitätsspitals
E._
überwiesen und
die Behandlung in der Universitätsklinik
C._
abgeschlossen worden
(Urk. 10/75)
.
3.16
In seiner
Aktenb
eurteilung vom 29. Juli 2020 hielt Dr.
B._
fest,
aufgrund
der Belastung sei mindestens eine Verdoppelung der aktuellen Arbeitstätigkeit auf mindestens 60 % des angestammten Pensums zumutbar, zumal auch noch eine Tätigkeit im Home
o
ffice durchgeführt werde. Ihre Tätigkeit beinhalte wechselbelastende Körperpositionen (sitzend, gehend, stehend), die durch die Beschwerdeführerin selbst gesteuert und beeinflusst werden könne. Normalerweise
folgten auf jede
Lektion Pausen. Ein Tragen von schweren Lasten sei nicht notwendig oder lasse sich umgehen. Der Arbeitsweg mit dem öffentlichen Verkehr sei kurz. Die Tätigkeit lasse sehr viel eigene Entscheidungsfreiheit der Belastung des OSG zu.
Es bestehe somit bereits eine hohe Flexibilität und die Tätigkeit entspreche den Anforderungen an eine angepasste Tätigkeit, die rasch gesteigert werden könne
. Dies sollte schrittweise erfolgen. Falls keine vermehrten, objektivierbaren Reaktionen des Sprunggelenkes (z.B. Schwellungen, die nicht innerhalb eines Tages wieder
regredient
seien) erfolgten, könne die Tätigkeit
zeitlich
rasch auf das normale Niveau gesteigert werden (U
rk.
10/
65).
3.17
Der Hausarzt
,
D
r.
A._
,
hielt in seinem Schreiben vom
25. August 2020 an die Beschwerdegegnerin fest,
aus dem Bericht der Universitätsklinik
C._
vom 25. Juni 2020 gehe hervor, dass die Beschwerdeführerin den linken Fuss nicht belasten könne. Er habe sie heute in seiner Sprechstunde gesehen. Es habe sich eine massive Bewegungseinschränkung des linken Fusses und eine Belastungsunfähigkeit der Ferse gezeigt. Insgesamt sei er der Meinung, dass weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 70 % als Kursleiterin bestehe. Der Fall sei sehr komplex. Dass ein beratender Arzt, ohne die Beschwerdeführerin zu untersuchen, zu einem anderen Schluss bezüglich Arbeitsfähigkeit komme, sei für ihn sehr unverständlich (Urk. 10/59).
3.18
Dr.
B._
führte in seiner
Aktenb
eurteilung vom 9. September 2020 aus,
dem Bericht der Universitätsklinik
C._
vom 25.
Juni 2020 sei zu entneh
men
, dass die Beweglichkeit gut
gewesen sei und eine Belastungsunfähigkeit
sei
nicht erwähnt
worden
. Die Beschwerdeführerin sei an die Sc
hmerztherapie des
Universitätsspitals E._
überwiesen worden, weil auch di
e Infiltrationstherapie keine B
esserung der Beschwerden
bewirkt habe
und medizinisch neurologisch b
zw. orthopädisch kein Korrelat vorgelegen habe, welches die Beschwerden objektiv habe erklären können.
Wieso die Arbeitsunfähigkeit
von 70 % anlässlich der Konsultation in der Universitätsklinik
C._
vom 25. Juni 2020 vom Assistenzarzt bis am 31. Juli 2020 und nachher ohne Konsultation von einem anderen Assistenzarzt bis am 31. August verlängert worden sei, gehe aus dem Bericht nicht hervor (Urk. 10/54).
3.19
Im Bericht der Universitätsklinik
C._
vom 21. Oktober 2020 betreffend die Verlaufskontrolle vom 20. Oktober 2020 wurde festgehalten,
die Beschwerden der Beschwerdeführerin könnten struk
turell anatomisch nicht erklärt
werden. Es werde ein erneutes MRI empfohlen. Sollten keine neuen Befunde auftreten, sei eine chirurgische Verbesserung der Schmerzsituation nicht möglich. Die Arbeitsunfähigkeit werde auf 50 % reduziert. Insbesondere eine sitzende Tätigkeit
sollte möglich sein (Urk. 10/42).
3.20
Im Bericht derselben Klinik vom 24. November 2020 betreffend die MRI-Befundbesprechung vom 12. November 2020 wurde ausgeführt, es bestünden
weiterhin unklare Schmerzen im
Bereich des linken Rückfusses sowie des Unterschenkels dorsal wie auch
anterior
. Im Bereich der beschriebenen flauen Struktur
im Bereich der proximalen Tibia sei keine Läsion im MR ersichtlich
(Urk. 10/40).
3.21
Dr.
B._
nannte in seiner
Aktenb
eurteilung vom
11. Dezember 2020
die folgenden Diagnosen:
-
Unklare Schmerzen proximaler Unterschenkel links
-
V. a. Tendovaginitis der
Peronaeus
brevis
Sehne und
Tibialis
posterior
Sehne links
-
Chronische postoperative und posttraumatische, neuropathische Schmerzen Fersenber
e
ich und laterales OSG links mit Zunahme beim Laufen
-
St. n. ORIF
Bimalleolarfraktur
links (
Malleolus
medialis
,
Maisonneuve
Fx
) und Volkmannfragment
-
St. n. Stellschraubenentfernung lateral ambulant in LA
-
St. n. OSME medialer
Malleolus
, OSG Arthroskopie und Narben
Débridement
,
Tubularisierung
Sehne M.
peronaeus
brevis
, Entfernung
Haglund
Exostose
und En
t
fernung Ansatzverkalkung Achillessehne links 18.09.2019 bei Entwicklung eines
Narbenimpingementes
OSG
anteromedial
-
Längssplit Sehne M.
peronaeus
brevis
(degenerativ bedingt)
-
Haglund
Exostose
und Ansatz
Tendinopathie
Achillessehne mit Ansatzverkalkungen (unfallfremd)
-
Degeneration
naviculo-cuneiform
und
talonavicular
links (umfallfremd)
Dr.
B._
führte aus, die
Ursache für die jetzigen Beschwerden sei nach wie vor medizinisch unklar. Sämtliche Therapien hätten keinen anhaltenden Erfolg gebracht. Auch d
ie diagnostischen Massnahmen der ch
ronischen Schmerztherapie am
Universitätsspita
l E._
hätten bis jetzt keine Linderung gebracht. Die Lokalisation der Beschwerden schein
e
ihren Ursprung aber am dorsalen Unterschenkel im Bereich der Narbe der Ferse
zu haben. Beim Eingriff vom 18.
September 2019 seien sowohl an der Ferse am Ansatz der Achillessehne wie auch im
Bereich der Sehne des M.
peron
eus
brevis
unfallfremde Probleme angegangen worden. Im MRI
vom 12.
November 2020 erkenne man die postoperative Vernarbung im Fersenbereich der Achillessehne mit Flüssigkeit im Bereich der Bursa
achillae
, Degenerationen des Tarsus Bereichs und postoperative Veränderungen vorne am Kahnbein. Die Beschwerden würden im Fersenbereich und Unterschenkel angegeben.
Von weiteren Behandlunge
n
könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte Besserung des unfallbedingten Gesundheitszustandes erwartet werden. Bildmorphologisch seien die Unfallfolgen abgeheilt. Klinisch
bestehe mit einer Flexion/Extension von 40
°
/0/20° im
OSG eine gute Funktion. Das OSG sei stabil,
das heisse,
der Bandapparat, welcher durch den Unfall verletzt worden sei, funktioniere intakt. Somit sei der E
nd
zustand bezüglich des
Unfal
lereignis
ses
vom 18.
Oktober 2018 nach zwei Jahre
n
erreicht.
Berücksichtige man die objektivierbaren Befunde, so sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in wechselnder Körperposition (
S
itzen,
S
tehen,
G
ehen) ohne Tragen von Lasten gegeben
. Regelmässige Pausen sollten möglich sein. Vermieden werden sollten Tätigkeiten, die ein Stehe
n
oder Gehen auf unebenem Boden, auf Leitern oder Gerüsten bedingten. Als Kursleiterin im Unterricht sei dies aber nicht der Fall.
In Bezug auf eine
n
allfälligen unfallbedingt
en Integritätsschaden hielt Dr.
B._
fest, ein
e
Funktionseinbusse gemäss Suva Tabelle N
r.
2 und eine Gelenkinstabilität gemäss Suva Tabelle Nr.
6 bestünden nicht. Zwei Jahre nach dem Unfallereignis fänden sich auch keine Hinweise für die Entwicklung einer posttraumatischen Arthrose im OSG Bereich
(Urk. 10/34).
3.22
Im Bericht der Universitätsklinik
C._
vom 16. Februar 2021 betreffend die gleichentags erfolgte Untersuchung wurde festgehalten, die Beschwerden würden im Rahmen einer Bursitis
pes
anserinus
,
DD Insuffizienzreaktion
,
interpretiert.
Bezüglich der Unfallkausalität seien die Beschwerden am lateralen
M
alleolus
und medialen
Malleolus
sicherlich mit dem Unfall vereinbar und als
Traumafolgen
zu werten
. Die Beschwerden der Achillessehne jedoch eher nicht (Urk.
10/25).
3.23
In seiner Stellungnahme vom
19. April 2021
führte
Dr.
B._
aus
, ein unfallbedingtes CRPS trete innerhalb von sechs bis acht Wochen nach dem Trauma auf. Zudem hätten 2019 ausgedehnte neurologische und neurophysiologische Untersuchungen stattgefunden, die ein CRPS festgestellt hätten. Dies sei nicht der Fall gewesen. In den Berichten des Schmerzambulatoriums des
Universitätsspitals E._
vom 9. Februar und 8. März 2021 führe Dr.
I._
die unfallfremden Diagnosen (OP
Haglundexostose
Ferse links,
Tubularisierung
Sehne M.
peroneus
brevis
) nicht auf. Er postuliere eine Neuropathie des N.
suralis
, der
aber
wiederholt neurologisch normale Untersuchungsbefunde aufgewiesen habe und nicht
unfallbedingt geschädigt word
e
n
sei. Auch eine Infiltration dieses Nervs habe keine Besserung der Beschwerden gebracht
. Neu sei in der Universitätsklinik
C._
wegen Schmerzen im Bereich des
Pes
anserinus
auch eine Beurteilung des linken Kniegelenks durchgeführt worden. Im MRI hätten sich neben degenerativen Veränderungen und ei
nem
Verdacht auf ein
Enchondrom
respektive ein
Ganglion keine unfallbedingten strukturellen Läsionen, die auf das Ereignis von 2018 hätten zurückgeführt werden können, gefunden. Die Ansatz
-
Tendinopathie
des
Pas
Anserinus
sei unfallfremd.
Die Beschwerden am medialen und auch lateralen
Malleolus
würden als unfallbedingt beurteilt. Einzige Begründung sei die
Druckdolenz
bei der Untersuchung. Objektive unfallbedingte Veränderungen, die dies begründen würden, seien aber nicht aufgeführt worden. Das Gelenk sei nicht geschwollen, gerötet oder überwärmt. Auch werde in der Beurteilung nicht auf die unfallfremd durchgeführten Operationen als Schmerzursache eingegangen. Es werde eine rheumatologische Abklärung empfohlen. Ob die andauernde Arbeitsunfähigkeit von 50 %
wegen der
Kniebeschwerden erfolge, gehe aus den Berichten nicht hervor
(Urk. 10/19)
.
3.24
Im Bericht der Universitätsklinik
C._
vom 16. Juli 2021 betreffend die Konsultation vom 6. Juli 2021 wurde ausgeführt, kernspintomographisch könne kein Korrelat für die angegebenen Schmerzen gefunden werden. Bei schon lange bestehendem unverändertem Beschwerdebild sei mittlerweile von einer chronischen Situation auszugehen. Aus diesem Grund solle nun eine Vorstellung bei den Kollegen der Rheumatologie zur Evaluierung einer stationären Schmerztherapie erfolgen. Aus fusschirurgischer Sicht könne keine weitere Therapie angeboten werden. Weiter
e
Kontrollen seien nicht vorgesehen (Urk. 10/4).
4.
Streitig und zu prüfen ist die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin ab dem 18. Dezember 2020.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Leistungseinstellung im
Wesent
-
lichen
auf die Stellungnahmen ihres beratenden Arztes Dr.
B._
.
Die gestützt auf die den Verlauf seit dem Unfallereignis vom 18. Dezember 2018 lückenlos dokumentierenden Berichte der behandelnden Ärzte vorgenommenen Beurteilungen des beratenden Arztes der Beschwerdegegnerin erfüllen die von
der Rechtsprechung verlangten Anforderungen an eine beweiskräftige
Entscheidungsgrundlage (vgl. vorne E. 1.5) und vermögen in ihren nachvollziehbar begründeten Schlussfolgerungen zu überzeugen.
Der Umstand, dass der Versicherungsmediziner keine eigene Untersuchung durchgeführt hat, vermag den Beweiswert seiner Beurteilungen nicht zu schmälern,
da
genügend Unterlagen vor
lagen
, die ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergaben
.
Soweit die Beschwerdeführerin unter Berufung auf das
zivilrechtliche
Urteil des Bundesgerichts 4A_526/2014 vom 17. Dezember 2014 E. 2.4 vorbringt, die Beurteilungen der behandelnden Fachärzte seien als zuverlässiger zu erachten als die Aktenbeurteilung eines Versicherungsarztes (Urk.
1 S. 4)
, kann ihr nicht gefolgt werden. Beim zitierten Urteil handelt es sich um eine Einzelfallbeurteilung im Rahmen einer Willkürprüfung, der besondere Gegebenheiten zugrunde lagen (vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_188/2020 vom 26. Mai 2020 E. 4.3.1 mit Hinweis). Ausserdem ging es darin um eine psychische Erkrankung, bei welcher die persönliche Befassung mit der versicherten Person von grösserer Relevanz ist als bei einer Fussverletzung. Aus dem zitierten Urteil können somit keine Rückschlüsse auf den hier zu beurteilenden Fall gezogen werden.
Die objektive medizinische Sachlage ist erstellt
.
Von weiteren spezialärztlichen Erhebungen sind
keine
entscheidrelevanten
neuen
Erkenntnisse
zu erwarten, weshalb keine Notwendigkeit für ergänzende Abklärungen besteht.
4.2
Es
stellt sich
zunächst
die Frage
, ob im Zeitpunkt der Leistungseinstellung
(17. Dezember 2020)
von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der
Beschwerdeführerin
erwartet werden konnte (
Art.
19 UVG
).
4.2.1
Aus den medizinischen Akten geht hervor, dass sich die Beschwerdeführerin beim Unfallereignis vom 18. Dezember 2018 eine
Bimalleolarfraktur
links
zugezogen hatte
, welche
gleich
entags operativ behandelt wurde.
Am 18.
September 2019
wurden das
Osteosynthesematerial
und die Narben
arthroskopisch
im Gelenk
en
t
fernt. Anlässlich dieses
operativen
Eingriffs wurden auch
die nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
auf den Unfall vom 18. Dezember 2018 zurückzuführenden
Gesundheitsstörungen
behandelt (
Haglundexostose
Ferse links und
Tubularisierung
Sehne M.
peroneus
brevis
). Aufgrund der operativen
Behandlung
der unfallfremden
Anteile
erfolgte
nach dem Eingriff
eine Ruhigstellung durch Gipsfixation, welche dazu führte, dass die unfallbedingten Vernarbungen
im Gelenk
wieder entstanden.
Da die Beschwerdeführerin weiterhin über Schmerzen klagte, erfolgte a
m 13. Februar 2020 eine Infiltration ins Gelenk.
Dr.
B._
gelangte
in seiner Beurteilung vom 8. April 2020 zum
nachvollziehbaren
Schluss,
die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin unmittelbar nach der Infiltration nicht beschwerdefrei geworden sei, lasse
daran
zweifeln, dass die Vernarbungen im Gelenk an den Schmerzen ursächlich beteiligt seien
. Somit könne man auch nicht davon ausgehen, dass
die Beschwerden
durch eine erneute operative Lösung der Narben im Gelenk verschwinden würden
(vgl. vorne E. 3.11)
.
Die Aussage von Dr.
F._
in seinem Schreiben vom 4. Mai 2020, wonach die Einschränkung des Bewegungsumfanges und die geäusserten Beschwerden durch die Narbenbildung erklärt seien (vgl. vorne E. 3.12), erweist sich somit als
wenig
plausibel
. Dies zeigt sich auch darin, dass der geplante Revisionseingriff (Revision der
Peronealsehnen
zur Narbenlösung und OSG-Arthroskopie zur Narbenlösung, vgl. vorne E. 3.12) in der Folge nicht mehr in Betracht gezogen wurde. So wurde denn auch im Bericht der Universitätsklinik
C._
vom 21. Oktober 2020 festgehalten, dass
eine chirurgische Verbesserung der Schmerzsituation nicht möglich
sei (vgl. vorne E. 3.19). Ebenso wurde im Bericht vom
16
. Juli 2021 darauf hingewiesen, dass
aus fusschirurgischer Sicht keine weitere Therapie angeboten werden
könne (vgl. vorne E. 3.24).
Dr.
B._
weist
des W
eiteren
darauf hin, dass
eine Diskrepanz zwischen den angegebenen Schmerzen und der andauernden Arbeitsunfähigkeit gegenüber der eher geringen objektiven Klinik und der Einnahme von relativ schwachen Schmerzmitteln
bestehe
(vgl. vorne E
.
3.11).
Im Bericht der Universitätsklinik
C._
vom 20. Mai 2020 wurden persistierende Schmerzen trotz therapeutischer Infiltration und intensiver Physiotherapie festgehalten. D
ie Ätiologie
sei i
n der klinischen Untersuchung bei sehr diffusen Schmerzen schwierig zu differenzieren. Es
wurde
auch
darauf hingewiesen, dass
keine regelmässige Schmerzmitteleinnahme
bestehe (vgl. vorne E. 3.14)
.
Die neurologische
n
und neurophysiologische
n
Untersuchung
en
ergaben einen Normalbefund
. Es konnten keine unfallbedingten Nervenschädigungen nachgewiesen werden
(vgl. vorne E. 3
.5
und
E.
3
.13
).
Gestützt auf
den Verlaufsbericht
der Universitätsklinik
C._
vom 26. Juni 2020 (Urk. 10/72)
und die dort angeführten klinischen Befunde
hielt
Dr.
B._
fest
, dass
d
ie Beweglichkeit nur geringfügig eingeschränkt
sei
(Streckung/Beugung 20°-0-40°
:
v
gl
. vorne E. 3.15)
.
Die vo
m
Hausarzt Dr.
A._
in seinem Schreiben vom 25. A
ugust 2020 festgehalten
e
«massive Bewegungseinschränkung des linken Fusses und Belastungsunfähigkeit der Ferse»
stimmen
denn auch
nicht mit den übrigen
fachärztlichen
medizinischen Akten überein.
Auch mit seiner unbegründeten Aussage, er sei der Meinung, dass weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 70 % als Kursleiterin bestehe (vgl. vorne E. 3.17), scheint er lediglich die subjektive
Auffassung der Beschwerdeführerin wiederzugeben
, wobei sich der Eindruck
, dass er als behan
delnder Hausarzt aufgrund seiner auftragsrechtlichen Stellung
möglicherweise
zugunsten seine
r Patientin aussagt (vgl.
BGE 125 V 353 E. 3b/cc mit Hinweisen)
, nicht gänzlich erwehr
en lässt
.
Es gelingt
der Beschwerdeführerin
damit
nicht, die
ausführlich begründeten und nachvollziehbaren
Schlussfolgerungen von Dr.
B._
in Frage zu stellen.
Dr.
B._
gelangte in seiner Beurteilung vom 11. Dezember 2020
gestützt auf die medizinische Aktenlage
denn auch
zum
überzeugenden
Schluss, dass die Fraktur bildmorphologisch abgeheilt
sei. Klinisch bestehe mit einer Flexion/Extension von 40°/0/20° im
OSG
eine
gute Funktion
. D
er Bandapparat, welcher durch den Unfall verletzt worden sei,
funktioniere
intakt.
Von weiteren Behandlungen
könne
keine namhafte Besserung des unfallbedingten Gesundheitszustandes
mehr
erwartet werden
(vgl. vorne E. 3.21).
4.2.2
Im Zeitpunkt der strittigen Leistungseinstellung befand sich die Beschwerdeführerin
denn auch lediglich
noch
in physiotherapeutischer
Behandlung
mit ärztlichen
Kontrolluntersuchungen und nahm gelegentlich Schmerzmittel ein.
Ärztliche Verlaufskontrollen, die Einnahme von Medikamenten sowie
manualtherapeutische
B
ehandlungsmassnahmen
gelten
aber
nicht als kontinuierliche, mit einer gewissen
Planmässigkeit
auf
eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung
en
im Sinne der Rechtsprechung
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_306/2016 vom 22. September 2016 E. 5.3 mit Hinweis)
.
Eine medizinische Behandlung
der Unfallfolgen
, von welcher noch eine wesentliche Verbesserung hätte erwartet werden können, ist vorliegend nicht ersichtlich und wird auch von der Beschwerdeführerin nicht dargetan. Da
mit war
der medizinische Endzustand im Zeitpunkt der Leistungseinstellung erreicht
und
die Beschwerdegegnerin
hat
den Fall zu Recht abgeschlossen.
4
.3
Weiter
ist zu prüfen
,
ob
im Zeitpunkt der Leistungseinstellung noch ein unfallbedingter Gesundheitsschaden vorlag, für welchen die Beschwerdegegnerin Leistungen
in Form einer Rente oder einer Integritätsentschädigung
zu erbringen hat
.
4.3.1
Gemäss den
überzeugenden
Ausführungen von Dr.
B._
waren
die
unmittelbaren
Unfallfolgen abgeheilt und es
bestehen
keine Anhaltspunkte für ein unfallbedingtes CRPS
(vgl. vorne E. 3.23
und E.
4.2.1
)
.
So sind den
echtzeitlich erhobenen medizinischen Befunde
n
innerhalb der Latenzzeit von sechs bis acht Wochen nach dem Unfall
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_123/2018 vom 18. September 2018 E. 4.1.2 mit Hinweisen)
nicht die
für ein CRPS typisch
en
Symptome
zu entnehmen.
Auch
im Bericht des Spitals
Z._
vom 9. April 2019 wurde festgehalten, dass keine Hinweise für ein CRPS bestünden (vgl. vorne E. 3.3).
In
den neurologischen und neurophysiologischen Untersuchungen konnte
ebenfalls
kein
CRPS
oder ein anderweitiges auf den Unfall zurückzuführendes neurophysiologisches Korrelat für die geklagte S
chmerzs
ymptomatik
festgestellt werden
(vgl. vorne E. 3.
5 und E. 3.13)
.
Hinreichende Anhaltspunkte dafür, dass die von Dr.
B._
als unfallfre
md beurteilten (E.
3.21), operativ sanierten Schäden im Bereich der linken Ferse (
Haglundexostose
), der Sehne M.
peroneus
brevis
sowie der Achillessehne auf den versicherten Unfall zurückzuführen und zudem noch bei Fallabschluss für die geklagten Schmerzen verantwortlich waren, lassen sich den medizinischen Akten sodann nicht entnehmen.
4.3.2
Auch im Bericht der Universitätsklinik
C._
vom 16. Juli 2021 wurde festgehalten, dass
kernspintomographisch kein Korrelat für die angegebenen Schmerzen
habe
gefunden werden könne
n (vgl. vorne E. 3.24)
.
Dr.
B._
wies
sodann einhergehend mit der Aktenlage
darauf hin
, dass in der Universitätsklinik
C._
wegen Schmerzen im Bereich des
Pes
anserinus
neu auch eine Beurteilung des linken Kniegelenks durchgeführt worden
sei
. Im MRI hätten sich neben degenerativen Veränderungen und einem Verdacht auf ein
Enchondrom
beziehungsweise
ein
Ganglion keine unfallbedingten strukturellen Läsionen, die auf das
Unfallereignis
vom 18. Dezember
2018 hätten zurückgeführt werden können, gefunden.
Die Ansatz
-
Tendinopathie
des
Pe
s
Anserinus
sei unfallfremd.
Die Beschwerden am medialen und auch lateralen
Malleolus
würden als unfallbedingt beurteilt
(vgl. vorne E. 3.22)
. Einzige Begründung sei
jedoch
die
Druckdolenz
bei der Untersuchung. Objektive unfallbedingte Veränderungen, die dies begründen würden, seien aber nicht aufgeführt worden
(vgl. vorne E. 3.23)
.
Damit liegen keine Anhaltspunkte für
eine
organisch
nachweisbar
e
unfallkausale
Genese der beklagten Schmerzen vor.
D
r.
B._
weist
in diesem Zusammenhang im Übrigen zutreffend
darauf hin, dass
im
Bericht
d
er Universitätsklinik
C._
vom 15. Februar 2021
(vgl. vorne E. 3.22)
nicht auf
die unfallfremd
en
Operationen als
allfällige
Schmerzursache eingegangen
w
u
rde (vgl. vorne E. 3.23)
.
Damit drängen
sich
insgesamt keine
auch
nur geringen Zweifel an der Beurteilung des beratenden Arztes und auch
keine ergänzenden
medizinischen
Ab
klärungen auf
.
Praxisgemäss muss d
er Beweis des Wegfalls des natürlichen
Kausal
-
zusammenhangs
nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen erbracht werden. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind (Urteil
des Bundesgerichts 8C_600/2021 vom 3. März 2022 E. 3.2 mit Hinweisen)
,
was vorliegend gestützt auf die medizinische Aktenlage im Zeitpunkt der Leistungseinstellung
in Bezug auf die somatischen Unfallfolgen
in Form der geklagten Schmerzen im Bereich des OSG
der Fall war
.
4.3.3
Da
die Beschwerdeführerin
über anhal
tende
S
chmerzen klagt
und
im Zeitpunkt der Leistungseinstellung
hierfür
keine organischen Unfallfolgen
mehr
objektiv ausgewiesen
waren
,
welche diese erklärten,
stellt sich die Frage nach
dem adäquaten Kausalzusammenhang
derselben
.
Der stattgehabte
Sturz auf Glatteis
ist
ohne Weiteres
als
leichtes Ereignis im Sinne der
b
undesgerichtlichen Rechtsprechung
(
vgl.
Urteile des Bundesgerichts 8C_26/2020 vom
4. März 2020
E. 8
,
8C_454/2014 vom
2. September 2014 E.
6.3
,
8C_887/2009 vom 21. Januar 2010 E.
5.2)
zu qualifizieren
, welches nicht geeignet ist, psychische Unfallfolgen zu verursachen
(
vgl. BGE 115 V 133 E. 6a)
. Dementsprechend ist die Adäquanz ohne Weiteres zu verneinen.
4.4
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
kam
Dr
.
B._
denn auch
nachvollziehbar
zum Schluss, dass
im Zeitpunkt des Fallabschlusses
(17. Dezember 2020)
unter
ausschliesslicher
Berücksichtigung der unfallbedingten objektivierbaren Befunde
, welche sich nach dem Gesagten im Wesentlichen in einer
geringgradig
eingeschränkten Beweglichkeit des OSG erschöpften (vgl. ob
ige E. 4.3.3 und E. 3.15 und E.
3.21
, vgl. auch Urk.
10/75 S.
1 )
,
jedenfalls
eine
100%ige Arbeitsfähigkeit in wechselnder Körperposition (
S
itzen,
S
tehen,
G
ehen)
mit regelmässigen Pausen und
ohne Tragen von Lasten
sowie ohne Stehen oder Gehen auf unebenem Boden, auf Leitern oder Gerüsten
gegeben
war
(vgl. vorne E. 3
.21
).
Bei der von der Beschwerdeführerin
aktuell
ausgeübten Tätigkeit als Kursleiterin
von Deutsch-Sprachkurse
n für Migranten und Arbeitslose
handelt es sich um eine
solche
angepasste Tätigkeit, welche ihr
– unter Ausklammerung unfallfremder Beschwerden -
ohne Einschränkungen zumutbar ist.
Auch wenn der Unterricht im Normalfall mehrheitlich stehend erfolgt
(vgl. Urk. 10/86)
,
sind keine Gründe ersichtlich und werden auch nicht
nachvollziehbar
dargetan, weshalb der Unterricht nicht auch
zumindest teilweise
sitzend durchgeführt werden kann
. Seit
wann und zu welchem Anteil die Arbeit nicht mehr im Homeoffice durchgeführt werden
konnte,
ist daher - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 3) - nicht relevant.
Die Kritik der Beschwerdeführerin
(Urk. 1 S.
4)
im Zusammenhang mit dem
Telefongespräch des beratenden Arztes der Beschwerdegegnerin mit dem Leiter der Fusschirurgie der Universitätsklinik
C._
, Dr.
G._
,
betreffend Arbeitsfähigkeitseinschätzung
(vgl. U
rk.
10/75),
vom 23.
Juni 2020
ist nicht stichhaltig. Dass Assistenzärzte –
gegebenenfalls
auf
Bitte
ihrer Patienten hin - eine Arbeitsunfähigkeit attestieren, ist kein Grund
,
die
begründete
Aussage von Dr.
G._
, wonach
angesichts der
nicht relevant eingeschrän
kten Beweglichkeit im OSG (Urk. 10/75 S.
1)
wieder eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe,
in Frage zu stellen.
Im Übrigen wurden die von den Assistenzärzten
attestierten Arbeits
un
fähigkeiten auch nicht begründet
(Bei
lagen zu Urk. 10/80 und zu Urk.
10/70)
.
Die
von Dr.
B._
vorgenommene
Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit
basiert
sodann keineswegs
lediglich
auf der Telefonnotiz vom 23. Juni 2020
,
sondern auf der gesamten
medizinischen
Aktenlage.
Somit ist gestützt auf die
überzeugenden B
eurteilungen des beratenden Arztes der Beschwerdegegnerin mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass – unter ausschliesslicher Berücksichtigung der Unfallfolgen - für die bisher ausgeübte Tätigkeit
spätestens
ab dem Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 17. Dezember 2020
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr gegeben
war
und damit auch kein Rentenanspruch besteht.
4.5
Die Beschwerdegegnerin
verneinte einen Anspruch
der
Beschwerdeführer
in
auf eine
Integritätsentschädigung
,
da
gemäss
Dr.
B._
keine
Funktionseinbusse
im Sinne von
Suva Tabelle 2
sowie
keine Gelenkinstabilität
(
Suva Tabelle
6
)
bestehen
und keine Hinweise für die Entwicklung ei
ner posttraumatischen Arthrose im
OSG-
Bereich
(
Suva
Tab
elle
5
)
vorliegen
würden
(vgl. Urk.
10/34)
,
was nicht zu beanstanden ist
und von der Beschwerdeführerin nicht substantiiert bestritten wurde
.
5.
Zusammenfassend
erweist sich der
angefochtene
Entscheid als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.