Decision ID: 3c45fd40-0c2e-41cc-8ab3-2971118aad29
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Diggelmann, Neugasse 14, 9401 Rorschach,
gegen
M._,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Krauter, S-E-K Advokaten, Dorfstrasse 21,
8356 Ettenhausen TG,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a S._ war bei der A._ teilzeitlich (10 von 30 Wochenstunden) als
Hauswirtschaftslehrerin angestellt und dadurch bei der M._ (nachfolgend: M._)
unfallversichert, als am 7. Juli 1998 ein Reisebus auf das von ihr gelenkte Auto auffuhr
(UV-act. 2.1). Neben der Arbeit als Lehrerin war sie im Unfallzeitpunkt als selbständig
Erwerbende in ihrem Nähatelier zu 50 % tätig (UV-act. 2.3). Der erstbehandelnde Arzt
Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH, diagnostizierte im Bericht vom 29. Juli 1998
ein HWS-Beschleunigungstrauma (UV-act. 3.1). Mit Schreiben vom 11. August 1998
teilte die Arbeitgeberin der M._ mit, dass das Arbeitspensum der Versicherten ab
dem Schuljahr 1998/99 13 von 30 Lektionen umfasse und sich ab 1. August 1998 eine
entsprechende Lohnänderung ergebe (UV-act. 2.5). Die M._ anerkannte ihre
Leistungspflicht für das streitige Ereignis (UV-act. 2.10). Nach Durchführung von
ärztlichen Behandlungen und weiteren Abklärungen sprach sie der Versicherten
gestützt auf ein ärztliches Gutachten (UV-act. 3.16) mit Verfügung vom 5. November
2003 eine Integritätsentschädigung von 20 % (UV-act. 5.1).
A.b Nachdem weiterhin Leistungen ausgerichtet und medizinische Abklärungen, unter
anderem eine Begutachtung beim Institut N._ (N._; UV-act. 4.12), vorgenommen
worden waren, stellte die M._ mit Verfügung vom 8. Mai 2008 ihre Leistungen per 31.
Oktober 2006 ein mit der Begründung, die Kausalität der gesundheitlichen
Beschwerden der Versicherten zum Verkehrsunfall vom 7. Juli 1998 sei gestützt auf
das N._-Gutachten zu verneinen (UV-act. 5.9). Die gegen diese Verfügung am 11.
Juni 2008 von Rechtsanwalt lic. iur. R. Diggelmann, Rorschach, erhobene Einsprache
(UV-act. 5.19) wies die M._ mit Einspracheentscheid vom 10. November 2008 ab
(UV-act. 5.21).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Rechtsvertreter der Versicherten
mit Eingabe vom 11. Dezember 2008 Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid sei
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aufzuheben, und es seien die gesetzlichen Leistungen gemäss UVG auch über den 31.
Oktober 2006 hinaus zu erbringen. Zur Begründung legte der Rechtsvertreter unter
anderem dar, im Vorfeld der Erstellung des Berichtes des Institut (N._) seien die
gesetzlich garantierten Mitwirkungsrechte und das rechtliche Gehör der
Beschwerdeführerin verletzt worden. Die Begutachtung durch das N._ erweise sich
auch deshalb als formell unzulänglich, weil das N._ offenbar nicht alle fallrelevanten
Unterlagen berücksichtigt habe. Insbesondere sei das neurologische Gutachten von
Dr. med. C._, Spezialarzt FMH für Neurologie, vom 17. Juli 2006 vom N._ nicht in
die Würdigung miteinbezogen oder auch nur erwähnt worden. Das rechtliche Gehör sei
zudem in einem weiteren Punkt verletzt worden. Im angefochtenen Entscheid werde
eine Stellungnahme zum N._-Gutachten eines Dr. med. D._, beratender Arzt der
Haftpflichtversicherung Allianz, erwähnt, welches ihm (dem Rechtsvertreter) völlig
unbekannt sei. Die Beschwerdeführerin habe verschiedene eigene Begutachtungen
durchführen lassen (neuropsychologischer Untersuchungsbericht von Dr. phil. E._
vom 20. Juni 2006; neurologisches Gutachten von Dr. C._ vom 17. Juli 2006; Bericht
von PD Dr. F._, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 22. Februar 2008). Es
gehe nicht an, den Beweiswert dieser Begutachtungen einzig deshalb als nicht
gegeben zu erachten, weil es sich um Privatgutachten handle. Vorliegend könne der
natürliche Kausalzusammenhang nicht ernsthaft in Frage gestellt werden. Bei der
Adäquanz-Prüfung sei konkret von einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu
den schweren Ereignissen auszugehen. Die Adäquanzkriterien seien (mit Ausnahme
einer ärztlichen Fehlbehandlung) gegeben.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 20. Februar 2009 beantragte Rechtsanwalt lic. iur.
Simon Krauter, Ettenhausen-Aadorf, für die Beschwerdegegnerin Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung führte er unter anderem aus, es seien vorliegend weder
Mitwirkungsrechte noch der Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden; dieser
Einwand sei verspätet erhoben worden. Den N._-Gutachtern sei das Gutachten von
Dr. C._ zugestellt worden. Dem N._-Gutachten komme volle Beweiskraft zu.
Demgegenüber sei die Beurteilung von Dr. C._ nicht in Kenntnis der Vorakten erfolgt.
Sie vermöge die Zuverlässigkeit des Gutachtens des N._ nicht zu erschüttern. Das
Unfallereignis vom 7. Juli 1998 sei der Gruppe der mittelschweren Unfälle zuzuordnen,
wobei es sich um einen Unfall im unteren Bereich gehandelt haben dürfte. Kein
Adäquanzkriterium sei in besonders ausgeprägter Weise erfüllt.
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B.c Mit Replik vom 2. Juni 2009 (act. G 15) und Duplik vom 15. Juli 2009 (act. G 19)
bestätigten die Parteien ihre Standpunkte.

Erwägungen:
1.
Streitig ist, ob die Leistungen, welche von der Beschwerdegegnerin im Anschluss an
das Unfallereignis vom 7. Juli 1998 ausgerichtet wurden, auf den 31. Oktober 2006
eingestellt werden durften oder nicht. Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen
Entscheid (Erw. 1b, 2, 4-6) die rechtlichen Voraussetzungen des Vorliegens eines
natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und
gesundheitlichen Beschwerden sowie die Beweisanforderungen dar; hierauf ist -
abgesehen von der nachstehenden Präzisierung - zu verweisen. Zwischenzeitlich ergab
sich eine Rechtsprechungsanpassung insofern, als das Bundesgericht unter anderem
den Katalog der bisherigen adäquanzrelevanten Kriterien bei Schleudertrauma-
Verletzungen (BGE 117 V 359 Erw. 6a, 369 Erw. 4b) wie folgt neu umschrieb:
Besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls,
schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, fortgesetzt spezifische,
belastende ärztliche Behandlung, erhebliche Beschwerden, ärztliche Fehlbehandlung,
welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, schwieriger Heilungsverlauf und
erhebliche Komplikationen sowie erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener
Anstrengungen (Urteil des Bundesgerichts vom 19. Februar 2008 i/S M. [U 394/06 =
BGE 134 V 109], Erwägung 10.3).
2.
2.1 Anlässlich einer radiologischen Untersuchung vom 17. September 1998 zeigten
sich bei der Beschwerdeführerin die Degeneration sämtlicher zervikaler Bandscheiben
sowie eine kleine Diskushernie C6/7 (UV-act. 3.2). Im Austrittsbericht der Rheinburg-
Klinik vom 18. Dezember 1998 wurde ein cervico-cephales/-brachiales
Schmerzsyndrom diagnostiziert (UV-act. 3.6). Am 13. Juli 2000 berichtete Dr. B._,
der Heilverlauf sei nicht so, wie er es gerne gesehen hätte. Die Behandlung
(Physiotherapie, teils Schmerzmittel) dauere fort. Die Patientin sei immer noch 30 %
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arbeitsunfähig (UV-act. 3.10). Der Arzt bescheinigte am 12. Juli 2001 die Fortdauer der
Behandlung (UV-act. 3.13). Im Bericht vom 15. Juli 2001 stellte G._, eidg. dipl. Arzt
mit Naturheilverfahren, die Diagnose eines Cervikalsyndroms nach Schleudertrauma
1998 mit chronischem Kopfschmerz und leichter reaktiver Depression (UV-act. 3.12).
Dr. med. H._ führte im Bericht vom 12. Juli 2002 aus, an der 30 %igen
Arbeitsunfähigkeit habe sich wahrscheinlich nichts geändert. Er könne sich der
Meinung von Dr. B._ anschliessen. Vier Jahre nach dem Unfall sei sicher ein
Endzustand erreicht. Es sei nicht davon auszugehen, dass sich das Beschwerdebild
noch wesentlich ändern werde. Die Indikation für weitere Behandlungen sei
diesbezüglich nicht mehr gegeben. Aufgrund der leichten neuropsychologischen
Defizite liege der Integritätsschaden bei 15-20 % (UV-act. 3.16). Im Bericht des
Kantonalen Spitals Flawil vom 11. Dezember 2003 wurde die Diagnose einer
psychogenen Polydipsie festgehalten (UV-act. 3.17b). Dr. med. I._, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, bestätigte im Bericht vom 2. Oktober 2004 unter
anderem ein posttraumatisches Stresssyndrom nach Schleudertrauma. Sie empfahl die
Weiterführung (Wiederaufnahme) der Therapie bei ihr oder eine andere
traumaauflösende Therapie (UV-act. 3.18). Dr. B._ bestätigte am 23. März 2005, dass
die Beschwerdeführerin nach wie vor bei ihm in Behandlung stehe. Sie sei ab
7. Dezember 2004 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Ab 3. Januar 2005 habe sie
wieder zu 60 % zu arbeiten begonnen (act. G 3.19). Im Bericht vom 5. August 2005
bestätigte der Arzt eine massive Verschlechterung des Zustands (UV-act. 3.21). Seit
Ende 2004 stand die Beschwerdeführerin in einer Osteopathie-Behandlung (UV-act.
3.20). Im Weiteren wurden eine Akupunktur-Behandlung und eine Neuraltherapie
durchgeführt (UV-act. 3.22).
2.2 Dr. med. C._ vermerkte im Gutachten vom 17. Juli 2006 als Diagnosen einen
Status nach HWS-Abknicktrauma mit persistierenden Kopf-, Schulter- und
Nackenschmerzen und einer Hirnleistungsschwäche, Konzentrations-, Merkfähigkeits-
und noch persistierende diskrete Gleichgewichtsstörungen sowie eine
posttraumatische leichte Erschöpfbarkeit. Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen
seien überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall als alleinige Ursache zurückzuführen.
Aus neurologischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in ihrer Tätigkeit zu 20-30 %
eingeschränkt, was zusammen mit den neuropsychologischen Einschränkungen eine
gesamte Arbeitsunfähigkeit von 50-70 % ergebe. Durch weitere Heilbehandlung
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(ambulantes Hirnleistungstraining; Ergotherapie; Kraniosakraltherapie,
Gesprächsführung) lasse sich der Gesundheitszustand erhalten bzw. lasse sich noch
eine Verbesserung erreichen. Ein Endzustand sei nicht erreicht (UV-act. 3.23). Eine
interdisziplinäre Begutachtung durch das N._ ergab gemäss Bericht vom 1. Juni
2007 (UV-act. 4.12) die Diagnosen einer Wirbelsäulenfehlform mit LWS-Hyperlordose
und thorakalem Flachrücken und von degenerativen Veränderungen der HWS
(rheumatologische Befunde), von chronischen Kopf- und Nackenschmerzen
(chronisches zephales Zervikalsyndrom) mit begleitenden kognitiven (Konzentration),
psychophysischen (Ermüdbarkeit, Lärmempfindlichkeit) und vegetativen (Müdigkeit)
Begleiterscheinungen und pseudoradikulären Ausstrahlungen in den linken Arm
(neurologische Befunde), von fluktuierenden, belastungsabhängigen (aktuell
mittelgradigen) neuropsychologischen Störungen (neuropsychologische Befunde) und
einer atypischen Depression (psychiatrischer Befund). Aus neurologischer und
rheumatologischer Sicht seien die zurzeit noch vorhandenen gesundheitlichen
Beeinträchtigungen nicht auf den Unfall als alleinige Ursache oder als Teilursache
zurückzuführen. Der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 7. Juli
1998 und der atypischen Depression werde als wahrscheinlich eingeschätzt. Aus
rheumatologischer Sicht würden die heutigen Beschwerden von der
Wirbelsäulenfehlform und den Auswirkungen der degenerativen Veränderungen der
oberen Wirbelsäule stammen. Vor dem Unfall hätten keine Schädigungen des
peripheren oder zentralen Nervensystems bestanden. Aus psychiatrischer Sicht seien
keine unfallfremden Faktoren bekannt. Die vor dem Unfall bestehende
Wirbelsäulenfehlform könnte die durch den Unfall entstandenen Beschwerden
vorübergehend verschlimmert haben. Spätestens ein Jahr nach dem Unfall sei der
Status quo sine erreicht worden. Die Arbeitsfähigkeit sei während maximal drei
Monaten, d.h. bis 30. September 1998, zu 100 % unfallbedingt eingeschränkt
gewesen. Anschliessend sei sie bis maximal ein Jahr nach dem Unfall zu 50 % und
danach nicht mehr unfallbedingt eingeschränkt gewesen. Das heute geleistete
Arbeitspensum liege bei 50 %. Gemessen am Arbeitspensum seien die
therapeutischen Bemühungen seit dem Unfall erfolglos geblieben. Aus rein
psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit um maximal 20 % eingeschränkt. Die
Arbeitsfähigkeit könne mit Psychotherapie deutlich gesteigert werden. Eine zusätzliche
rheumatologisch oder neurologisch begründete Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
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bestehe nicht. Unfallbedingt bestehe heute keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im
angestammten Beruf. Unter Berücksichtigung der gesamten Beschwerden bestehe
wahrscheinlich eine dauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 % im
angestammten Beruf als Handarbeitslehrerin. Leichte wechselbelastende Tätigkeiten,
die inhaltlich mit ihrer Lehrtätigkeit vergleichbar und ihren gesundheitlichen
Einschränkungen angepasst seien, könne die Beschwerdeführerin zu 80 % ausführen
(act. G 4.12).
2.3 Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nahm in der
Funktion als beratender Arzt eines beteiligten Haftpflichtversicherers am 3. September
2007 zum N._-Gutachten in Bezug auf sein Fachgebiet Stellung. Er führte unter
anderem aus, die Vorakten seien kritisch gewürdigt worden, insbesondere dass die
gestellte Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung - mit einer Latenz von
sechs Jahren - die Kriterien der einschlägigen Klassifikationen nicht erfülle. Die
persönlichen Erhebungen seien einwandfrei, und die daraus gezogenen Schlüsse aus
psychopathologischer Sicht gut nachvollziehbar. Die Kriterien einer atypischen
Depression seien seines Erachtens erfüllt. Zu bemängeln sei, dass auf die
Persönlichkeitsstruktur der Beschwerdeführerin nicht eingegangen worden sei. Den
Überlegungen zum natürlichen Kausalzusammenhang könne er sich nicht
anschliessen. Nach dem Unfall habe die Beschwerdeführerin 2002 eine
Zusatzausbildung (Werklehrerin Oberstufe) absolviert und 2003 ein Zusatzdiplom
(Englisch Oberstufe) erworben (Gutachten S. 25). Sie sei dafür zum Teil über das
Wochenende nach England geflogen. Da sie in der Lage war, diese Weiterbildungen zu
machen, müsse man seines Erachtens von einer vollen geistigen und physischen
Leistungsfähigkeit ausgehen. 2004 und 2005 sei sie dann "psychisch und physisch"
zusammengebrochen; eine Ursache dafür sei nicht aktenkundig. Dass dieser
Zusammenbruch und die daraus folgende atypische Depression mit dem erlittenen
Unfall 1999 (richtig: 1998) in Kausalzusammenhang stünden, sei seines Erachtens eher
unwahrscheinlich. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 % aus
psychiatrischer Sicht sei zwar nachvollziehbar, hänge aber mit der
Persönlichkeitsstruktur (unfallfremd) der Beschwerdeführerin zusammen, wie auch mit
der atypischen Depression. Aufgrund ihrer Ressourcen könne der Beschwerdeführerin
die Willensanstrengung zur adäquaten Bewältigung der noch vorhandenen
Beschwerden zugemutet werden (UV-act. 3.25). In seiner Stellungnahme vom 22.
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Februar 2008 legte PD Dr. F._ dar, das N._-Gutachten sei methodisch
unvollständig, indem keine Umgebungsabklärung (Fremdanamnese) und keine
testpsychologische Untersuchung der Persönlichkeit durchgeführt worden sei. Dies
wäre für die Beurteilung möglicher unfallfremder Faktoren grundsätzlich notwendig
gewesen. Die Diagnose einer atypischen Depression sei ferner nicht nachvollziehbar,
weil diese gemäss ICD-10-System nur bei klar nicht vorhandener organischer Ursache
zu stellen sei. Bei der Explorandin seien aber somatische bzw. organische
Veränderungen diagnostiziert und dokumentiert. Die Gutachter nähmen die von ihnen
beschriebenen Beschwerden und Symptome bei der Explorandin in der
Diagnosestellung nicht auf bzw. würden sie ausser Acht lassen. Sie würden daher die
sich aufdrängende Diagnose einer Persönlichkeitsveränderung bei chronischem
Schmerzsyndrom verkennen. Ferner würden zwar die Merkmale einer guten
Lebensbewältigung und einer psychisch unauffälligen prätraumatischen Persönlichkeit
festgestellt bzw. in der Aktenzusammenfassung auch erwähnt. Diese seien aber bei der
Beurteilung der Unfallkausalität unberücksichtigt geblieben. Die Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit um nur 20 % (nicht unfallbedingt) sei nicht nachvollziehbar begründet
und aufgrund der Befunde auch nicht nachvollziehbar (UV-act. 3.24).
3.
3.1 Zu prüfen ist vorweg der Einwand der Beschwerdeführerin, im Zusammenhang
mit der Erteilung des Gutachtenauftrags an das N._ seien ihre Mitwirkungsrechte
sowie das rechtliche Gehör verletzt worden (act. G 1). Aus den Akten ist ersichtlich,
dass der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin sich im Schreiben vom 3. April 2006
mit der Begutachtung durch die O._ Agency (O._) einverstanden erklärte (UV-act.
2.63). Diese Stelle wurde in der Folge auch mit der Begutachtung beauftragt (UV-act.
2.64). Die O._ trat daraufhin allerdings den Gutachtenauftrag - offenbar ohne
Mitteilung an die Beschwerdegegnerin - dem N._ ab. Dies begründete das O._ mit
der Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin als Begutachtungsleiter Dr. med. J._
gewünscht habe. Im Übrigen bestehe eine enge Zusammenarbeit zwischen dem O._
und dem N._ (vgl. UV-act. 2.68). In der Aktennotiz der Beschwerdegegnerin vom 20.
Oktober 2006 wurde festgehalten, der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin sei über
den Grund des Institutswechsels aufgeklärt worden, und er sei damit einverstanden
gewesen (UV-act. 2.68). Letzteres wird vom Rechtsvertreter bestritten (act. G 1 S. 5).
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Muss der Versicherungsträger zur Abklärung des Sachverhalts ein Gutachten eines
unabhängigen Sachverständigen einholen, so gibt er der Partei dessen Namen
bekannt. Diese kann den Gutachter aus triftigen Gründen ablehnen oder kann
Gegenvorschläge machen (Art. 44 ATSG). Zum Vorwurf des Rechtsvertreters der
Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin habe bei der Abtretung des
Gutachtenauftrags an das N._ das rechtliche Gehör verletzt, indem die
Beschwerdeführerin sich nicht zu den begutachtenden Personen habe äussern können,
ist festzuhalten, dass dies (mit Ausnahme des bereits zuvor mitgeteilten Dr. J._; act.
G 1 S. 4 unten) zwar zutrifft und es ihr damit auch verwehrt blieb, allfällige Zusatzfragen
an die Gutachter zu stellen. Indessen sind auch im vorliegenden Verfahren keine
triftigen Gründe für die Ablehnung der schlussendlich beauftragten Gutachter
vorgebracht worden (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, Zürich 2003, Rz 11 zu Art. 44
ATSG; Entscheid des st. gallischen Versicherungsgerichts vom 18. August 2008 i/S
B.B. [UV 2007/97]), und es wurde auch nicht dargetan, inwiefern - allein aufgrund der
Tatsache des Institutswechsels - weitere Fragen hätten beantwortet werden müssen,
weil sonst die Expertise nicht als schlüssig im Sinn der Rechtsprechung gelten könnte.
Die Gehörsverletzung ist deshalb als nicht besonders gravierend und mithin als heilbar
zu bezeichnen. Da sich die Beschwerdeführerin sowohl im Einsprache- als auch im
Beschwerdeverfahren zum Ergebnis der Begutachtung äussern konnte, wurde der
Gehörsmangel vorliegend geheilt (Urteil des Bundesgerichts vom 20. Juli 2007 i/S
[8C_240/2007], E. 3.3; BGE 132 V 390 E. 5.1 mit Hinweis).
3.2 Unbestritten ist, dass dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin die
Stellungnahme von Dr. D._ vom 3. September 2007 (UV-act. 3.25) vor Erlass des
Einspracheentscheids zur Stellungnahme hätte unterbreitet werden müssen (vgl. Art.
42 ATSG), dies jedoch nicht geschehen ist. Der Rechtsvertreter beantragt allerdings
nicht in erster Linie die Rückweisung der Streitsache an die Vorinstanz zur
formgerechten Durchführung des Beweisverfahrens, sondern die Weiterausrichtung
von Leistungen. Die Heilung einer Verletzung der nach Art. 42 ATSG geltenden
Verfahrensregeln soll die Ausnahme bleiben. Richtet sich das Interesse der betroffenen
Person nicht auf eine möglichst beförderliche Beurteilung ihres Anspruchs, sondern auf
die Durchsetzung eines in formeller Hinsicht korrekten Verfahrens, ist der angefochtene
Gerichtsentscheid aufzuheben, ohne dass es darauf ankäme, ob Aussicht besteht,
dass nach einem richtig durchgeführten Beweisverfahren anders entschieden würde
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(BGE 119 V 208 Erw. 6). Eine Abweichung von dieser Praxis erscheint jedenfalls dann
als gerechtfertigt und sinnvoll, wenn die versicherte Person einer materiellen
Beurteilung vor einer Zurückweisung den Vorzug gibt (Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. Oktober 2002 i.S. H. A. - R. [IV
2001/181]). Von der herrschenden Rechtsprechung ist neuerer Lehre zufolge auch
abzuweichen, wenn bei einer Gehörsverletzung von vornherein absehbar ist, dass die
untere Instanz wieder gleich entscheiden wird wie vorher. Eine Rückweisung verletzt
das Beschleunigungsverbot, wenn sie zu nutzlosen und damit nicht gerechtfertigten
Verfahrensverzögerungen führt. Es besteht auch ein generelles öffentliches Interesse,
dass Rechtsverfahren nicht länger dauern als nötig (H. Seiler, Abschied von der
formellen Natur des rechtlichen Gehörs, in: SJZ 100 (2004), S. 377-385). Vorliegend
wäre bei einer allein aus formellen Gründen angeordneten Rückweisung mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit von einem formalistischen Leerlauf auszugehen.
Dies allein genügt bereits, den an sich nicht gering zu schätzenden Verfahrensmangel
mit dem Beschwerdeverfahren, in welchem das Gericht mit voller Kognition
ausgestattet ist, zu heilen. Folgerichtig ist der materielle Streitpunkt zu prüfen.
3.3 Die Beschwerdeführerin lässt sodann vorbringen, das N._ habe offenbar nicht
alle fallrelevanten Unterlagen berücksichtigt, was insbesondere für das neurologische
Gutachten von Dr. C._ vom 17. Juli 2006 gelte (act. G 1 S. 5). Die
Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Entscheid diesbezüglich dar, sie habe
das Gutachten von Dr. C._ zum einen am 20. Oktober 2006 dem N._ zugesandt;
zum anderen sei ein zweites Exemplar am 31. Oktober 2006 Dr. med. K._
(Gutachterin des N._) übergeben worden. Es bestehen keine konkreten
Anhaltspunkte, dass dies nicht zutrifft. Die Beschwerdeführerin leitet ihren Vorwurf
denn auch insbesondere aus der Tatsache ab, dass das Gutachten Dr. C._ im N._-
Gutachten mit keinem Wort gewürdigt oder auch nur erwähnt worden sei (act. G 1 S.
5). Hierbei handelt es sich um eine (materielle) Frage der Beweiswürdigung bzw. des
Beweiswerts der zur Diskussion stehenden Gutachten. Dies bildet Gegenstand der
nachstehenden Erwägungen.
4.
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4.1 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers entfällt erst, wenn das Dahinfallen
jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es
sich dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast -
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher
Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim
Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 Erw. 2 mit Hinweisen). Dabei muss nicht
etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen ein
nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist unerheblich. Entscheidend ist allein, ob
unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren
haben (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 Erw. 3b). Ebenso wenig geht es darum, vom
Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden
mehr vorliegt oder dass die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteile
des EVG [Eidgenössisches Versicherungsgericht; seit 1. Januar 2007: sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 18. Dezember 2003 i/S Z. [U 258/02], vom 25.
Oktober 2002 i/S L. [U 143/02] und vom 31. August 2001 i/S O. [U 285/00]).
4.2 Aufgrund der medizinischen Berichte und Gutachten hat als erstellt zu gelten,
dass der Unfall vom 7. Juli 1998 - bei vorbestehenden Bandscheibendegenerationen
im cervikalen Bereich (UV-act. 3.2) - keine somatisch-strukturellen
Gesundheitsschäden an der Halswirbelsäule der Beschwerdeführerin zur Folge hatte.
Eine manuelle ärztliche Untersuchung der versicherten Person fördert klinische, nicht
aber objektivierbare organisch-strukturelle Ergebnisse zu Tage. Objektivierbar sind
Ergebnisse, die reproduzierbar sind und von der Person des Untersuchenden und den
Angaben des Patienten unabhängig sind. Würde auf Ergebnisse klinischer
Untersuchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches Substrat
namhaft gemacht. Folglich kann von organisch-strukturell objektiv ausgewiesenen
Unfallfolgen erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit
apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 9,
117 V 359 Erw. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 Erw. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]).
Diese Untersuchungsmethoden müssen zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE
134 V 231 Erw. 5.1 mit Hinweisen). Beispielsweise sind ein Thoracic outlet Syndrom
(TOS), myofasziale und tendinotische bzw. myotendinotische Befunde für sich allein
nicht als organisch hinreichend nachweisbare Unfallfolgen zu betrachten. Auch
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Verhärtungen und Verspannungen der Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken sowie
Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit können für sich allein nicht als klar
ausgewiesenes organisches Substrat der Beschwerden qualifiziert werden. Gleiches
gilt für Nackenverspannungen bei Streckhaltung der HWS mit Retrohaltung (Urteil des
Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008 i/S H.B.-G. [8C_124/2008] mit vielen Hinweisen,
sowie vom 7. Februar 2008 i/S D. [U13/07] Erw. 3.2 und 3.3). Ist ein Schleudertrauma
oder eine äquivalente Verletzung der HWS diagnostiziert und liegt kein fassbarer
organisch-struktureller (unfallbedingter) Befund an der HWS im erwähnten Sinn vor,
muss für die Bejahung der natürlichen Kausalität ein typisches Beschwerdebild mit
einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel,
Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und
Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw.
bestehen (BGE 117 V 359 Erw. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 Erw. 3e; Bestätigung in
BGE 134 V 109 Erw. 9). Dieses Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden
muss nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72
Stunden nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum
Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS manifestieren (Urteile des
Bundesgerichts vom 30. Januar 2007 [U 215/05] i/S T. und vom 15. März 2007 [U
258/06] i/S G.; RKUV 2000 Nr. 359 S. 29 Erw. 5e). Im Weiteren muss nach der
Rechtsprechung (vgl. z.B. Urteil des EVG vom 4. November 2005 i/S K. [U 312/05])
nicht der gesamte Beschwerdekatalog vorliegen, um von einer Unfallkausalität
ausgehen zu können.
4.3 Die Beschwerdeführerin litt in der Zeit nach dem streitigen Unfall an
Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit (UV-act. 3.1) sowie an Kopfweh, Pfeifen in
den Ohren, Kribbeln in den Händen, Schlafstörungen, an einem Rückgang der
Konzentrationsfähigkeit sowie an Depressionen. Eine Bewusstlosigkeit/
Bewusstseinsbeeinträchtigung hatte nach Lage der Akten unmittelbar nach dem Unfall
nicht vorgelegen (vgl. UV-act. 2.13, 3.6-3.9; Polizeirapport vom 22. Juli 1998, UV-act.
8.10). Dr. B._ vermerkte im Zusatzfragebogen bei HWS-Verletzungen zusätzlich
einen Kopfanprall sowie das Bestehen von Schwindel und als Begleitverletzungen
einen Bluterguss, Prellungen und Schwellungen (UV-act. 3.4). Bereits relativ rasch nach
dem Unfall standen auch neuropsychologische Einschränkungen zur Diskussion (vgl.
UV-act. 3.9). Auch diese Einschränkungen sowie psychischen Beschwerden bilden
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grundsätzlich Ausprägungen des typischen Beschwerdebildes nach einem HWS-
Trauma. Damit ist im Nachgang zum Unfall und auch später ein typisches
Beschwerdebild nach schleudertraumaähnlicher Verletzung ohne weiteres zu bejahen.
Die Beschwerdegegnerin anerkannte denn auch während über fünf Jahren ihre
Leistungspflicht.
4.4 Es gibt Fälle, in denen bei sonst unauffälligen Untersuchungsbefunden
neuropsychologische Abklärungen Hirnleistungsstörungen aufzeigen können und der
neuropsychologische Befund der einzig verlässliche Parameter ist (BGE 117 V 378
Erw. 3d). Jedenfalls bei eindeutigem, nicht diffusen Befund kann der
neuropsychologischen Diagnostik - im Rahmen einer neurologischen
Gesamtwürdigung - nach der Rechtsprechung auch bei der Kausalitätsbeurteilung ein
Aussagewert zukommen (BGE 119 V 343 Erw. 3c). Hingegen vermag es die
Neuropsychologie nach derzeitigem Wissensstand nicht, selbständig die Beurteilung
der Genese abschliessend vorzunehmen (RKUV 2000, 316 Erw. 3). Die
neuropsychologische Untersuchung vom 7. September 2000 durch Dr. phil. L._,
Fachpsychologe für Neuropsychologie und Verkehrspsychologie, ergab ein insgesamt
knapp beeinträchtigtes neuropsychologisches Profil. Eine Therapie sei nicht nötig. Die
Patientin arbeite seit August 2000 zu 70 %. Dr. L._ erachtete eine Psychotherapie als
sinnvoll (UV-act. 3.11). Der Beschwerdeführerin wurde mit Verfügung vom 5. November
2003 gestützt auf eine Beurteilung des Vertrauensarztes Dr. H._ (UV-act. 3.16) wegen
leichten neuropsychologischen Defiziten eine Integritätsentschädigung von 20 %
zugesprochen (UV-act. 5.1). Dr. H._ nahm jedoch seine Einschätzung gestützt auf
eine Aktenbeurteilung in einem medizinischen Gebiet vor, welches nicht seiner
angestammten Fachrichtung (Chirurgie und Traumatologie) entspricht. Offenbar war
damals vorgesehen, die Unfallbehandlung ohne umfassende Begutachtung auf diese
Weise abzuschliessen (vgl. einleitende Bemerkungen und Fragestellung in UV-act.
3.16). Im Bericht vom 20. Juni 2006 über eine neuropsychologische Untersuchung vom
24. Mai 2006 führte Dr. E._ eine leichte bis mittelschwere kognitive
Leistungsminderung an. Dadurch sei die Arbeitsfähigkeit zu 30-40 % eingeschränkt
(Abklärungsergebnis zitiert in UV-act. 3.23 S. 4; Bericht erwähnt in UV-act. 4.12 S. 7f
sowie im angefochtenen Entscheid S. 3). Der Neurologe Dr. C._ kam hierauf - unter
Einbezug der Befunde von Dr. E._ - im Gutachten vom 17. Juli 2006 zuhanden des
Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin unter anderem zum Schluss, die
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gesundheitlichen Beeinträchtigungen seien überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall
als alleinige Ursache zurückzuführen. Ein Endzustand sei nicht erreicht (UV-act. 3.23).
Rund ein Jahr später wurde im N._-Gutachten unter anderem gestützt auf
Untersuchungen von Ende Oktober/Anfang November 2006 festgehalten, aus
neuropsychologischer Sicht sei die kognitive Leistungsfähigkeit aktuell als mittelgradig
beeinträchtigt einzustufen, wobei diese in direktem Zusammenhang mit der
Schmerzproblematik stehend interpretiert werde (UV-act. 4.12 S. 24). Im Rahmen der
neurologischen Gesamtwürdigung wurde hinsichtlich der bei der Begutachtung
erhobenen neuropsychologischen Befunde dargelegt, der Verlauf der
neuropsychologischen Störungen und die Befunde bei der aktuellen Untersuchung
würden auf unfallfremde Fluktuationen der Beschwerden hinweisen. Die teilweise
schwer beeinträchtigten neuropsychologischen Funktionen liessen sich nicht aus den
Verletzungen durch den Unfall vor acht Jahren ableiten. Die täglich erbrachten
kognitiven Leistungen, insbesondere aber der Abschluss von Zusatzausbildungen
(Werklehrerin Oberstufe 2002 und Englisch Oberstufe 2003) seien mit solch defizitären
neuropsychologischen Leistungen nicht vereinbar. Einige neuropsychologische
Testresultate würden auf eine fluktuierende Leistungsbereitschaft hinweisen, die nicht
mit den Verletzungen durch den Unfall vom 7. Juli 1998 oder mit einem
krankheitsbedingten Zustand erklärt werden könne. Insgesamt habe die Abklärung eine
somatische, kognitive, affektive und vegetative Beschwerdepalette ergeben, die sich
nach dem Unfall vom 7. Juli 1998 im Verlauf der Zeit entwickelt habe, ursprünglich
mindestens teilweise eine Verschlimmerung der vorbestehenden Wirbelsäulenfehlform
und HWS-Degeneration dargestellt habe, acht Jahre nach dem Unfall jedoch nicht
mehr mit dem erforderlichen Grad der Wahrscheinlichkeit durch die damals erlittenen
Verletzungen erklärt werden könne (UV-act. 4.12 S. 29).
Auch wenn die Meinungen darüber auseinandergehen, unter welche psychiatrische
Diagnose das Leiden der Beschwerdeführerin zu subsumieren sei (vgl. UV-act. 4.12,
3.24, 3.25), so besteht unter den beteiligten psychiatrischen Fachärzten doch Einigkeit
darüber, dass psychopathologische Befunde zu bejahen sind. Bei der geschilderten
Aktenlage kann von eigenständigen, d.h. vom Psychostatus unabhängigen, kognitiven
Einschränkungen nicht ohne weiteres ausgegangen werden (vgl. BGE 119 V 343
Erw. 3c). Nach B.P. Radanov (Über den Stellenwert der neuropsychologischen
Diagnostik bei Patienten nach HWS-Distorsion, SZS 1996, S. 471 ff) sind denn auch
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psychologische Probleme (und die eingenommenen Medikamente) geeignet, die
kognitiven Leistungen negativ zu beeinflussen (S. 477). Psychologische Probleme bzw.
die Interrelation psychologischer und kognitiver Funktionen können die reduzierte
Leistungsfähigkeit mit erklären (S. 475).
4.5 Die N._-Gutachter verneinten wie dargelegt die Frage, ob es sich bei den auch
nach dem streitigen Einstellungszeitpunkt (31. Oktober 2006) bestehenden
neurologischen und rheumatologischen Gesundheitsstörungen um eine natürliche
(Teil-)Folge des Unfalls vom 7. Juli 1998 handle. Hinsichtlich der psychischen
Beschwerden (atypische Depression) wurde die Unfallkausalität jedoch als
wahrscheinlich eingeschätzt (UV-act. 4.12 S. 31). Nach Lage der Akten ist
anzunehmen, dass den N._-Gutachtern auch das Gutachten von Dr. C._ zugestellt
wurde (vgl. UV-act. 2.69). Die Tatsache, dass im N._-Gutachten dasjenige von Dr.
C._ dennoch mit keinem Wort erwähnt und dementsprechend auch nicht gewürdigt
wurde, stellt den materiellen Beweiswert dieses Gutachtens - jedenfalls im
neurologischen/neuropsychologischen Teil - erheblich in Frage, zumal das einlässlich
begründete Gutachten C._ auf fundierten eigenen Abklärungen und
neuropsychologischen Erhebungen von Dr. E._ beruht (vgl. auch ergänzende
Ausführungen von Dr. C._ vom 19. Januar 2009, act. G 15.1). Dr. C._ bejahte im
Gegensatz zu den N._-Gutachtern unfallbedingte Einschränkungen aus
neurologischer/neuropsychologischer Sicht. An der fehlenden Erwähnung/Würdigung
des Gutachtens von Dr. C._ im N._-Gutachten vermag auch der Einwand der
Beschwerdegegnerin, die Beurteilung von Dr. C._ sei ihrerseits nicht in Kenntnis aller
Vorakten erfolgt (act. G 7 S. 10), nichts zu ändern.
4.6 Hinsichtlich der Begründung und Schlussfolgerung im rheumatologischen Teil
bestehen demgegenüber - soweit eine isolierte Betrachtung einzelner Gutachtenteile
bei einem interdisziplinären Gutachten überhaupt sachgerecht ist - keine
Anhaltspunkte, aufgrund welcher die Schlussfolgerungen des N._-Gutachtens als
zweifelhaft zu erachten wären.
4.7 Die N._-Gutachter bescheinigten (lediglich) aus somatischer, d.h.
neurologischer/rheumatologischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit, wohingegen sie aus
psychiatrischer Sicht eine 20 %ige dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und -
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durch die Bejahung der natürlichen Unfallkausalität der psychischen Beschwerden -
implizit auch eine Unfallkausalität dieser Teilarbeitsunfähigkeit bestätigten (UV-act. 4.12
S. 31f). Dr. D._ stimmte den Schlussfolgerungen des psychiatrischen Teils der N._-
Begutachtung grundsätzlich zu, wobei er die Arbeitsunfähigkeit nicht als unfallkausal
betrachtete. PD Dr. F._ wiederum stellte eine andere psychiatrische Diagnose als die
N._-Gutachter und Dr. D._ (UV-act. 3.24). Die Frage, ob - wie im N._-Gutachten
festgehalten - die Arbeitsfähigkeit bereits ein Jahr nach dem Unfall nicht mehr (aus
Unfallgründen) eingeschränkt war, braucht insofern nicht näher geprüft zu werden, als
die Einstellung der Leistungen auf Ende Oktober 2006 (und nicht auf einen früheren
Zeitpunkt) zur Diskussion steht. Wenn die N._-Gutachter jedoch zum einen die
Arbeitsfähigkeit rund ein Jahr nach dem Unfall als überhaupt nicht mehr (aus
Unfallgründen) eingeschränkt erachteten, anderseits jedoch die Unfallkausalität der
psychischen Beschwerden ausdrücklich bestätigten, aufgrund welcher sie die
Arbeitsfähigkeit dauerhaft um 20 % als eingeschränkt bezeichneten (UV-act. 4.12 S. 31
und 32), so lassen sich diese beiden Feststellungen nicht miteinander vereinbaren.
Angesichts der Bestätigung der N._-Gutachter, wonach aus psychiatrischer Sicht
keine unfallfremden Faktoren bekannt seien (UV-act. 4.12 S. 31 Ziffer 5.2), müsste bei
gegebener natürlicher Unfallkausalität der psychischen Beschwerden selbstredend
auch die Unfallbedingtheit der psychiatrisch bedingten Arbeitsunfähigkeit von 20 %
bejaht werden. Auch von daher überzeugt das N._-Gutachten nicht.
4.8 Die Beschwerdeführerin stellt sich im vorliegenden Verfahren (Ende 2008) auf den
Standpunkt, dass durch die fortdauernde Behandlung eine Verbesserung ihres
Gesundheitszustandes nicht zu erreichen gewesen sei (act. G 1 S. 12). Auf welche
Zeiträume sich diese Äusserung bezieht, ist allerdings nicht klar, zumal die
Beschwerdeführerin gleichzeitig auch ausführen lässt, sie befinde sich seit nunmehr
über 10 Jahren ununterbrochen in ärztlicher Behandlung. Sie habe unzählige Therapien
- teils auf eigene Kosten - in Angriff genommen, um die unfallbedingten Leiden zu
mindern (act. G 1 S. 12; Therapie-Liste in act. G 1.2/3). - Während Dr. H._ bereits am
12. Juli 2002 festgehalten hatte, es sei nicht mehr von einer wesentlichen Änderung
des Beschwerdebildes (durch weitere Behandlung) auszugehen (UV-act. 3.16), bejahte
Dr. C._ noch im Juni 2006 eine erhebliche Verbesserungsmöglichkeit durch weitere
Behandlung (UV-act. 3.22, 3.23). Dr. B._ sprach sich im Bericht vom 7. Juli 2006
ebenfalls für weitere Behandlungsmassnahmen aus, wobei er sich zur Frage einer
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potentiellen Verbesserung des Gesundheitszustands nicht äusserte (UV-act. 3.22). Die
N._-Gutachter führten ebenfalls Behandlungsmassnahmen, insbesondere eine
koordinierte Psycho- und Schmerztherapie, auf. Sie erachteten - und dies ist von
Bedeutung – offenbar eine erhebliche Verbesserung des Gesundheitszustandes durch
die Behandlung als möglich (UV-act. 4.12 S. 33 Ziffer 8). Indem sie wie dargelegt eine
Unfallkausalität der psychischen Beschwerden bejahten, bestätigten sie damit implizit
auch eine unfallbedingte Behandlungsbedürftigkeit (UV-act. 4.12 S. 31 und 35).
Die Frage, ob per 31. Oktober 2006 noch eine unfallbedingte (neurologisch bzw.
neuropsychologisch und psychiatrisch begründete) Arbeitsunfähigkeit und
Behandlungsbedürftigkeit mit Verbesserungspotential vorlag bzw. ob von einem
Fallabschluss im Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG - als Voraussetzung für die
Adäquanzprüfung (BGE 134 V 109) - ausgegangen werden durfte oder nicht, lässt sich
gestützt auf die bestehende Aktenlage nicht mit genügender Klarheit beantworten. Die
Annahme der Beschwerdegegnerin, dass - bezogen auf die Folgen des streitigen
Unfalls - von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands mehr zu erwarten war (Annahme des Behandlungsabschlusses
auf das Datum der Untersuchungen durch das N._ Ende Oktober/Anfang November
2006), erscheint vor dem geschilderten Hintergrund nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass
auch psychische Beschwerden Teil des "typischen Beschwerdebildes" nach HWS-
Trauma darstellen können. Im Weiteren bejahten Dr. C._ und Dr. E._ noch Mitte
2006 aus neurologisch/neuropsychologischer Sicht eine Behandlungsmöglichkeit mit
erheblichem Verbesserungspotential. Die Annahme, dass das Verbesserungspotential
bereits vier Monate später nicht mehr gegeben war, lässt sich anhand der vorliegenden
medizinischen Akten nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit belegen. Bei nicht
zureichend nachgewiesenem Zeitpunkt des Behandlungsabschlusses (im Sinn von Art.
19 UVG) kann grundsätzlich auch die Adäquanz nicht geprüft werden. Es stellt sich
zwar die Frage, ob eine weitere Begutachtung zur abschliessenden Klärung dieser
Frage(n) Sinn macht, wenn die Adäquanz auch unter Zugrundelegung der
Begutachtungsergebnisse von Dr. C._ und der Annahme einer weiteren
unfallkausalen Behandlungsbedürftigkeit von psychischen Unfallfolgen verneint werden
müsste. Auch bei einer Verneinung der Adäquanz bliebe jedoch immer noch offen, auf
welchen Zeitpunkt nun ein Abschluss der Behandlung im Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG -
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und damit die Einstellung der Leistungen - anzunehmen sei. Weitere medizinische
Abklärungen zur Prüfung der Frage, ob nach dem 31. Oktober 2006 von der
Fortsetzung der (neurologisch/neuropsycho-logisch/psychiatrischen) Behandlung noch
eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin erwartet
werden konnte, lassen sich bei diesem Sachverhalt nicht umgehen.
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 10. November 2008 in dem Sinn teilweise gutzuheissen,
dass die Angelegenheit zur medizinischen Abklärung der Unfallkausalität der
neurologischen/neuropsychologischen und psychiatrischen Beschwerden sowie der
Frage, ob nach dem 31. Oktober 2006 von der Fortsetzung der (neurologisch/neuro-
psychologisch/psychiatrischen) Behandlung noch eine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin zu erwarten war, und zu
anschliessender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Bei diesem
Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf Parteientschädigung (Art.
61 lit. g ATSG). Es rechtfertigt sich, die Entschädigung, wie in vergleichbaren Verfahren
üblich, auf pauschal Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festzulegen. Anzumerken bleibt abschliessend, dass mit zwischenzeitlich rechtskräftig
gewordenem Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14.
Januar 2010 (IV 2008/261) eine umfassende neurologisch-psychiatrische
Nachbeurteilung der Beschwerdeführerin durch die IV-Stelle angeordnet wurde, was
allenfalls eine Koordination der Abklärungsmassnahmen durch die verschiedenen
Versicherungsträger nahelegen könnte.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG