Decision ID: 39b060ec-7eb7-4f74-9578-ff9fad560abc
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_VG
Chamber: ZH_VG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
I.
A führt als selbständiger Anwalt eine Kanzlei in B. Das Amtsnotariat C meldete der Aufsichtskommission über die Anwältinnen und Anwälte des Kantons Zürich (nachfolgend: Aufsichtskommission) mit Schreiben vom 27. September 2012, dass es gegenüber Rechtsanwalt A eine Pfändungsurkunde ausgestellt habe, die als provisorischer Verlustschein gelte. Nachdem die Aufsichtskommission A Gelegenheit gegeben hatte, dazu schriftlich Stellung zu nehmen, beschloss sie am 6. Dezember 2012, den Eintrag von Rechtsanwalt A im kantonalen Anwaltsregister zu löschen.
II.
Dagegen erhob A am 1. Februar 2013 Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung des angefochtenen Beschlusses unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zudem stellte er am 3. Februar 2013 bei der Aufsichtskommission ein Wiederwägungsgesuch mit der Begründung, die Verlustscheine seien abbezahlt.
Mit Eingabe vom 11. März 2013 verzichtete die Aufsichtskommission auf die Einreichung einer Beschwerdeantwort und teilte mit, dass sie mit Beschluss vom 7. März 2013 auf das Wiedererwägungsgesuch von A nicht eingetreten sei.
Die Kammer

erwägt:
1.
Gegen die in Anwendung des Bundesgesetzes vom 23. Juni 2000 über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte (Anwaltsgesetz, BGFA) ergangenen Anordnungen kann nach Massgabe von §§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) beim Verwaltungsgericht Beschwerde erhoben werden (§ 38 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 17. November 2003, AnwG). Die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde ergibt sich ferner aus § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a und § 42 lit. c Ziff. 1 VRG. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.
2.
2.1
Das Betreibungsamt D hat am 24. August 2012 gegenüber dem Beschwerdeführer eine Pfändungsurkunde ausgestellt. Diese gilt als provisorischer Verlustschein gemäss Art. 115 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 11.
April 1889 über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG). Die Aufsichtskommission über die Anwältinnen und Anwälte hat daher die Löschung des Beschwerdeführers aus dem Anwaltsregister gestützt auf Art. 8 Abs. 1 lit. c und Art. 9 BGFA beschlossen.
2.2
Der Beschwerdeführer macht dagegen geltend, dass dem Wert des Verlustscheins Guthaben aus zahlreichen unentgeltlichen Rechtsvertretungsmandaten gegenüber stünden; er diese Mandanten jedoch nicht zur Zahlung des Honorars nötigen könne. Obwohl bisher keines dieser unentgeltlichen Mandate ausbezahlt worden
sei, hätten
inzwischen alle Verlustscheine gelöscht werden können. Da daher keine Verlustscheine mehr bestünden, sei dem angefochtenen Entscheid die Grundlage entzogen.
3.
3.1
Nach Art. 5 Abs. 1 BGFA führt jeder Kanton ein Register der Anwältinnen und Anwälte, die über eine Geschäftsadresse auf dem Kantonsgebiet verfügen und die Voraussetzungen nach den Art. 7 und 8 BGFA erfüllen. Gemäss Art. 8 Abs. 1 BGFA müssen die Anwältinnen und Anwälte für den Eintrag ins kantonale Anwaltsregister verschiedene persönliche Voraussetzungen erfüllen; unter anderem dürfen keine Verlustscheine gegen sie bestehen (lit. c). Die Eintragung ins kantonale Anwaltsregister muss unabhängig davon verweigert werden, ob es sich um einen provisorischen oder um einen definitiven Verlustschein handelt (BGr,
2. März 2006, 2A.619/2005, E. 3.1).
Diese Regelung will die Zahlungsfähigkeit des Anwalts sicherstellen. Die Klienten sollen ihm bedenkenlos finanzielle Mittel anvertrauen können und nicht befürchten müssen, dass er sie wegen Zahlungsschwierigkeiten nicht zurückgeben kann (Ernst Staehelin/Christian Oetiker in: Walter Fellmann/Gaudenz G. Zindel [Hrsg.], Kommentar zum Anwaltsgesetz, 2. A., Zürich etc. 2011, Art. 8 N. 23). Anwältinnen und Anwälte, die eine der Voraussetzungen für den Registereintrag nicht mehr erfüllen, werden
gemäss
Art. 9 BGFA im Register gelöscht.
3.2
Die Streichung im Anwaltsregister wird auf den Zeitpunkt des Eintritts der Rechtskraft des Entscheids der zuständigen Behörde vorgenommen. Ist in diesem Zeitpunkt die fragliche Voraussetzung wieder erfüllt, wird das Streichungsverfahren gegenstandslos (Staehelin/Oetiker, Art. 9 N. 14, auch zum Folgenden). Schliesslich wäre es nicht zweckdienlich, eine Löschung vorzunehmen, um im nächsten Moment wieder die Eintragung zu verfügen.
4.
4.1
Im Zeitpunkt des Beschlusses der Aufsichtskommission vom 6. Dezember 2012 bestand noch ein Verlustschein gegen den Beschwerdeführer. Inzwischen hat er die Forderung allerdings abbezahlt, so dass keine Verlustscheine
mehr
in seinem Betreibungsregisterauszug eingetragen sind. Dies wird von der Beschwerdegegnerin nicht bestritten.
4.2