Decision ID: cfa1fb44-463c-4959-8e8d-c2a5e5b4798c
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, Marktplatz 4, 9004 St. Gallen,
gegen
Helsana Unfall AG, Postfach, 8081 Zürich Helsana,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Invalidenrente und Versicherungsleistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war seit 1. April 2002 bei den B._
Versicherungen (nachfolgend: B._) in St. Gallen als Vorsorgeberater im Aussendienst
tätig und dadurch obligatorisch bei der Helsana Unfall AG (nachfolgend: Helsana)
unfallversichert. Ferner war er Inhaber des Treuhandbüros C._. Am 21. Juni 2003
verunfallte der Versicherte beim Rasenmähen und zog sich dabei eine Mehrfachfraktur
im linken Unterschenkelbereich zu (UV-act. K1, K15, M2 und M3). Nach vollständiger
Arbeitsunfähigkeit vom 21. Juni 2003 bis zum 20. Januar 2004 nahm der Versicherte
seine Arbeit ab 21. Januar 2004 teilweise wieder auf (UV-act. M10). Er arbeitete
durchschnittlich viereinhalb Stunden pro Tag. Vom 18. Oktober bis 31. Dezember 2004
war er nochmals vollständig arbeitsunfähig. Eine volle Arbeitsfähigkeit erreichte er in
der Folge nicht mehr. Die Helsana anerkannte ihre Leistungspflicht für das
Unfallereignis und erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen (Heilkosten und
Taggelder). Trotz diverser Heilbehandlungsmassnahmen (Operationen, Rehabilitations-
und Kuraufenthalte, medikamentöse Schmerztherapie, Schuhversorgung,
Physiotherapie, Muskelaufbautraining, Kraftraumtherapie, Massagen, Lymphdrainagen,
Schwimm- sowie Wassertherapie, analgetische/antiarthrotische Therapie,
Ernährungstherapie bei Adipositas und alternative Behandlungen) persistierten
belastungs-, ruhe- und wetterabhängige Beschwerden im Bereich von Unterschenkel
und Sprunggelenk links (UV-act. M11-M22). Dr. med. D._ von der chirurgischen
Abteilung des kantonalen Spitals E._, wo die Mehrfachfraktur operativ versorgt
wurde, hielt im Bericht vom 24. November 2005 fest, dass zweieinhalb Jahre nach dem
Unfallereignis und gut ein Jahr nach der Osteosynthesematerial-Entfernung mit
rehabilitativen Massnahmen keine Verbesserung des Beschwerdebildes mehr zu
erwarten sei. Für eine sitzende (Büro-)Arbeit bestehe eine 50%-Arbeitsfähigkeit (UV-
act. M23).
A.b Nach Einholung eines Administrativgutachtens von PD Dr. med. F._, Facharzt
FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Zürich, vom 12. April 2007 (UV-act. M29) stellte die Helsana die Heilbehandlungen und
Taggeldleistungen mit Verfügung vom 10. Juli 2008 ein und sprach dem Versicherten
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eine Invalidenrente ab 1. Juni 2008 auf der Basis eines 25%igen Invaliditätsgrads sowie
eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer Integritätseinbusse von 15% zu (UV-
act. K131). Dagegen liess der Versicherte am 6. August 2008 durch Rechtsanwalt Dr.
iur. U. Glaus, St. Gallen, Einsprache erheben und beantragen, diese Verfügung sei
aufzuheben und es sei ihm eine Invalidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrads von
mindestens 64% sowie eine Integritätsentschädigung auf der Grundlage eines
Integritätsschadens von 30% zuzusprechen. Der Versicherte wandte insbesondere ein,
die Bemessung des Valideneinkommens sei nicht korrekt erfolgt, weil die
Einkommensentwicklung nicht berücksichtigt worden sei (UV-act. K134). Mit Verfügung
vom 9. Juni 2009 sprach die IV-Stelle des Kantons St. Gallen dem Versicherten – bei
einem Invaliditätsgrad von 50% – eine halbe Rente ab 1. Juni 2004 zu. Der
Rentenberechnung legte sie ein Valideneinkommen von Fr. 133'050.-- zugrunde mit
dem Hinweis, dass dieses auf den realen durchschnittlichen Einkommen basiere, das
der Versicherte von 2003-2007 mit einer 50%igen Leistungsfähigkeit habe erzielen
können (UV-act. K171, Beilagen). In der Folge erstellte der Vertrauensarzt der Helsana,
Dr. med. G._, Facharzt FMH für Innere Medizin, am 23. Juni 2009 ein Aktengutachten
(UV-act. M33).
A.c Mit Verfügung vom 29. Juli 2009 machte die Helsana gestützt auf eine
Überentschädigungsberechnung betreffend den Zeitraum vom 24. Juni 2003 bis 31.
Mai 2008 gegenüber dem Versicherten eine Rückforderung von Fr. 42'387.15 geltend.
Ihrer Berechnung legte sie als Überentschädigungsgrenze mutmasslich entgangene
Jahresverdienste von Fr. 110'455.-- (2003-2006) bzw. Fr. 111'550.-- (2007/2008)
zugrunde und bezog neben dem effektiv erzielten Verdienst und den UVG-Taggeldern
den Umstand mit ein, dass dem Beschwerdeführer rückwirkend ab Juni 2004 eine IV-
Rente zugesprochen worden sei (UV-act. K166). Gegen diese Verfügung erhob
Rechtsanwalt Dr. Glaus für den Versicherten am 26. August 2009 Einsprache (UV-act
K171).
A.d Am 10. Februar 2011 erstattete das Gutachtenzentrum Zihlschlacht GZZ im
Auftrag der Helsana einen Bericht betreffend Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit (EFL; UV-act. M34). Hierauf wurde eine interdisziplinäre
Begutachtung des Versicherten bei der Academy of Swiss Insurance Medicine GmbH
(nachfolgend asim) in Bern durchgeführt (Gutachten vom 23. Juni 2011; UV-act. M35).
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Nach seinen Angaben bezog der Versicherte seit dem 31. März 2011 eine Altersrente
(UV-act. M35, asim-Gutachten vom 23. Juni 2011, S. 1, 14).
A.e Im Rahmen des Einspracheverfahrens betreffend Überentschädigung/
Rückerstattung (Verfügung vom 29. Juli 2009) errechnete die Helsana eine
Überentschädigung von Fr. 66'917.25, weshalb sie dem Versicherten am 12. Januar
2012 eine reformatio in peius androhte (UV-act. K254). Hierzu nahm Rechtsanwalt Dr.
Glaus am 10. Februar 2012 für den Versicherten Stellung und hielt an der Einsprache
fest (UV-act. K267). Mit Einspracheentscheid vom 14. Februar 2012 wies die Helsana
die Einsprache ab und hielt fest, dass der Versicherte aus Überentschädigung einen
Betrag von Fr. 66'917.25 zurückzuerstatten habe (UV-act. K268).
A.f Mit Einspracheentscheid vom 12. Januar 2012 hatte die Helsana die Einsprache
gegen die
Verfügung vom 10. Juli 2008 teilweise gutgeheissen und unter anderem den
Invaliditätsgrad von 25% auf 39% erhöht (Ziff. 1.1), den versicherten Verdienst mit Fr.
102'675.-- bestätigt (Ziff. 1.2) sowie die monatliche Rente auf Fr. 2'752.30 (Ziff. 1.3)
festgesetzt (UV-act. K255). Anschliessend wurde mit Verfügung vom 9. Februar 2012
festgehalten, die Erhöhung des Invaliditätsgrads auf 39% führe zu einem höheren
Rentenbetreffnis und somit zu einer Nachzahlung der Rentenleistungen (UV-act. K265).
Gegen diese Verfügung liess der Versicherte mit Eingabe vom 8. März 2012 Einsprache
(betreffend Zeitpunkt der Rentennachzahlung und Anspruch auf Verzugszins) erheben.
Mit Entscheid vom 20. März 2012 wurde diese Eingabe gutgeheissen (act. G 3.1 zum
Verfahren UV 2012/12).
B.
B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 12. Januar 2012 hatte Rechtsanwalt Dr.
Glaus für den Versicherten mit Eingabe vom 10. Februar 2010 Beschwerde (UV
2012/12) erhoben und beantragt, der angefochtene Entscheid sei bezüglich der Ziffern
1.1 bis 1.3 aufzuheben und es sei dem Beschwerdeführer eine Rente auf der
Grundlage eines Invaliditätsgrads von mindestens 61% zuzusprechen, zuzüglich Zins
zu 5% betreffend den nachzuzahlenden Rentenbetrag. Eventualiter sei die
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Angelegenheit zur Festsetzung der Rente an die Verwaltung zurückzuweisen; alles
unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Der Rechtsvertreter hielt fest, der
Beschwerdeführer anerkenne den Einspracheentscheid in Bezug auf die
Heilbehandlung, die Integritätsentschädigung sowie den Rentenbeginn per 1. Juni
2008. Bezüglich der noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit sei das asim-Gutachten weder
überzeugend noch nachvollziehbar. In der EFL sei korrekterweise eine zumutbare
Arbeitszeit von vier bis fünf Stunden ermittelt worden, weshalb im Durchschnitt ein
Mittelwert – nämlich viereinhalb Stunden – anzunehmen sei. Es sei sodann bei der
Bemessung des Valideneinkommens nicht bloss eine Teuerung und
Reallohnsteigerung auf das Einkommen anzurechnen, sondern es sei vielmehr
aufgrund des von ihm generierten Provisionseinkommens abzuschätzen, welches
Provisionseinkommen er ohne Unfall im Zeitpunkt des frühestmöglichen
Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als
Gesunder tatsächlich verdient hätte. Da es ihm als "Spitzenverkäufer" bereits in den
Jahren 2002 und 2003 gelungen sei, eine Einkommenssteigerung zu erzielen, sei ein
höheres Valideneinkommen zu berücksichtigen. In den knapp sechs Monaten des
Jahres 2003 habe er Fr. 63'555.-- erwirtschaftet, was auf das ganze Jahr umgerechnet
rund Fr. 128'000.-- ergebe. Das Abstellen der Beschwerdegegenerin auf eine
betriebsübliche Arbeitszeit sei bei einem Aussendienstmitarbeiter unsinnig. Im
Schreiben vom 15. August 2011 halte die Arbeitgeberin selber fest, dass eine
wöchentliche Arbeitszeit für die Bestimmung des Einkommens bei Mitarbeitenden im
Aussendienst sehr schwer abzuschätzen sei, weil keine aussagekräftige Relation
zwischen Arbeitszeit und Einkommen hergeleitet werden könne. Der Beschwerdeführer
sei nicht nur während einer betriebsüblichen Arbeitszeit tätig gewesen, sondern
darüber hinaus. Im Übrigen sei bei einem Mitarbeitenden im Aussendienst die
erbrachte Produktivität und – daraus ableitend – das generierte Einkommen höher zu
gewichten als die Arbeitszeit. Ohne die invaliditätsbedingten Einschränkungen hätte er
mindestens doppelt so hohe Provisionseinkünfte erzielen können. Es sei ein
Valideneinkommen von mindestens Fr. 140'000.-- überwiegend wahrscheinlich; es sei
angemessen (um wenigstens 5% pro Jahr) zu erhöhen. Daraus resultiere per 2008 ein
Brutto-Provisionseinkommen von Fr. 178'000.--. Es sei ein Gutachten zum
hypothetischen Valideneinkommen per 31. Mai 2008 einzuholen (act. G 1 zu UV
2012/12).
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B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 21. März 2012 (UV 2012/12) beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf
die Darlegungen im angefochtenen Entscheid und führte unter anderem aus, in Bezug
auf die Arbeitsfähigkeit sei auf die Aussage im asim-Gutachten, Ziff. 5, zu verweisen,
wonach die Leistungsfähigkeit als Kundenberater eingeschränkt sei auf fünf Stunden
täglich zuzüglich Pause. Eine weitere, leistungsmindernde Einschränkung innerhalb
dieses Arbeitspensums bestehe gesamtmedizinisch unfallkausal nicht. Demnach sei es
dem Beschwerdeführer – bezogen auf eine wöchentliche Arbeitszeit von 41 Stunden
(vgl. Unfallmeldung UVG vom 26. Juni 2003, UV-act. K1) – möglich, im Umfang von
25 Stunden pro Woche zu arbeiten, was einer Arbeitsfähigkeit von etwa 61%
entspreche. Die Beschwerdegegnerin halte aus unfallkausalen Gründen an diesem
Grad der Arbeitsfähigkeit fest. Mithin resultiere daraus ein IV-Grad von 39%. Die
Verzinsung einer allfälligen Nachzahlung von Rentenleistungen sei nicht Gegenstand
des vorliegenden Verfahrens, weshalb nicht darauf einzutreten sei. Aufgrund der
teilweisen Gutheissung der Einsprache (UV-act. K255) sei die Rentennachzahlung
aufgrund des höheren Invaliditätsgrads erbracht worden (act. G 3 zum Verfahren UV
2012/12).
B.c Mit Schreiben vom 30. April 2012 verzichtete der Beschwerdeführer auf einen
zweiten Schriftenwechsel (act. G 5 zum Verfahren UV 2012/12).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 14. Februar 2012 hatte Rechtsanwalt Dr.
Glaus für den Beschwerdeführer mit Eingabe vom 15. März 2012 Beschwerde (UV
2012/21) erhoben und beantragt, der angefochtene Einspracheentscheid sei
aufzuheben, das Rückerstattungsbegehren von Fr. 66'917.25 sei abzuweisen und die
in der Hauptsache am Versicherungsgericht anhängig gemachte Beschwerde vom 10.
Februar 2012 (Verfahren UV 2012/12) sei mit der vorliegenden Beschwerde
verfahrensmässig zu vereinigen (act. G1 zum Verfahren UV 2012/21). Zur Begründung
legte der Rechtsvertreter unter anderem dar, die Höhe der von der
Beschwerdegegnerin der Überentschädigungsberechnung zugrunde gelegten
Versicherungsleistungen (UVG-Taggelder und IV-Renten) und des effektiv erzielten
Verdienstes werde nicht bestritten. Die Beschwerdegegnerin gehe für die Berechnung
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des mutmasslich entgangenen Verdienstes (Überentschädigungsgrenze) vom
versicherten Einkommen aus und rechne die Nominallohnentwicklung bis 31. Mai 2008
hinzu. Die Gleichstellung des mutmasslich entgangenen Verdienstes mit dem
versicherten Verdienst verletze die einschlägigen Gesetzesbestimmungen. Der
Beschwerdeführer hätte eindeutig mehr verdient, wenn er nicht verunfallt wäre. Er halte
zwar das von der Invalidenversicherung angenommene mutmassliche Einkommen
(Valideneinkommen von Fr. 133'050.--) auch für zu tief. Er habe indessen die IV-
Verfügung nicht angefochten. Selbst wenn nur das erwähnte Einkommen der
Überentschädigungsberechnung zugrunde gelegt werde, resultiere keine
Überentschädigung. Der Verdienst im Jahr 2003 hätte mutmasslich Fr. 133'319.--
ausgemacht (act. G 1 zu UV 2012/21).
C.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 2. Mai 2012 (UV 2012/21) beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die

Erwägungen im angefochtenen Entscheid (act. G3 zum Verfahren UV 2012/21).
C.c Mit Schreiben vom 11. Mai 2012 verzichtete der Beschwerdeführer auf einen
zweiten Schriftenwechsel (act. G5 zum Verfahren UV 2012/21).
Erwägungen:
1.
Der Beschwerdeführer beantragte die Vereinigung der beiden beim
Versicherungsgericht hängigen Beschwerdeverfahren UV 2012/12 und UV 2012/21. Da
beiden Verfahren derselbe Sachverhalt zu Grunde liegt, dieselben Parteien an den
Verfahren teilnehmen und das Verfahren betreffend Invalidenrente mit dem Verfahren
betreffend Überentschädigung in sachlich engem Zusammenhang steht, rechtfertigt es
sich, die Verfahren zu vereinigen und in einem einzigen Urteil zu erledigen (vgl. BGE
128 V 124 E. 1 und 128 V 192 E. 1, je mit Hinweisen).
2.
2.1 Streitig und zu prüfen ist vorab die Bemessung der Invalidität des
Beschwerdeführers als Folge des Unfalls vom 21. Juni 2003 bzw. die Höhe des
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Validen- sowie Invalideneinkommens (Verfahren UV 2012/12). Der Beschwerdeführer
akzeptierte den Einspracheentscheid vom 12. Januar 2012 hinsichtlich
Integritätsentschädigung (Dispositiv-Ziff. 1.4) und Heilbehandlung (Dispositiv-Ziff. 1.5)
ausdrücklich; diesbezüglich sowie mangels Anfechtung in Bezug auf die Dispositiv-Ziff.
2 bis 5 erwuchs der Einspracheentscheid in Rechtskraft. Die Verzinsung einer allfälligen
Nachzahlung von Rentenleistungen bildet nicht Gegenstand der angefochtenen
Entscheide; hierauf kann dementsprechend nicht eingetreten werden.
2.2 Nach Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) besteht Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn der Versicherte infolge des
Unfalls zu mindestens 10% invalid ist. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte
Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht
invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).
3.
3.1
3.1.1 Der Orthopäde Dr. med. H._, Kantonales Spital Y._, kam im Bericht
vom 8. August 2006 unter anderem zum Schluss, dass dem Beschwerdeführer eine
50%ige Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf als Finanzplaner/Vorsorgeberater
problemlos möglich sein sollte (UV-act. M28). Im Administrativgutachten vom 12. April
2007 diagnostizierte der orthopädische Chirurge und Traumatologe Prof. F._ eine
leichtgradige, posttraumatische obere Sprunggelenksarthrose links mit endgradiger
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Bewegungseinschränkung (Dorsalflexion und Plantarflexion) und Schmerzsyndrom,
belastungs- und witterungsabhängig bzw. als Ruheschmerz, im distalen linken
Unterschenkel und Rückfuss nach Sudeck'scher Dystrophie (unfallkausal); Hypertonie
(krankheitsbedingt) sowie Innenohrschwindel, kompensiert unter medikamentöser
Therapie (krankheitsbedingt). Weiter führte der Gutachter aus, die relativ geringfügigen,
heute objektivierbaren klinischen und radiologischen Befunde würden zu Recht die
Frage aufwerfen, weshalb der Patient in seiner Tätigkeit als Aussendienstmitarbeiter
einer Versicherungsgesellschaft nicht zu mehr als 50% arbeitsfähig sei. Wer mit dem
Krankheitsbild der Sudeck'schen Dystrophie vertraut sei, wisse jedoch, dass die vom
Patienten glaubhaft beschriebenen belastungsabhängigen, witterungsbedingten und
auch nächtlichen Ruheschmerzen tatsächlich auch bei blanden klinischen und
radiologischen Befunden mit einer Schmerzintensität einhergehen könnten, welche die
beschriebenen Arbeitszeitbeschränkungen zumindest glaubhaft und plausibel machen
würden, wenn diese – wie im vorliegenden Fall – auch nicht objektiviert werden
könnten. Vier Jahre nach dem Unfall sei die Prognose in dem Sinne ungünstig, als es
überwiegend wahrscheinlich erscheine, dass die Schmerzsituation noch länger dauere
oder im ungünstigen Fall dauernd bestehen bleibe. Unter diesem Aspekt neige der
Gutachter dazu, den Endzustand als erreicht zu betrachten. Im Beruf als Finanzplaner/
Vorsorgeberater im Aussendienst schätze er die Arbeitsfähigkeit auf 50%. Eine
Steigerung der Arbeitsfähigkeit von 50% sei nur dann möglich, wenn dem
Beschwerdeführer die Ausübung seiner Finanzplaner- und Vorsorgeberatungstätigkeit
bei sich zu Hause ermöglicht würde, wo es einfacher sei, Ruhepausen einzuschalten
und anschliessend die Arbeitstätigkeit wieder aufzunehmen. Unter der Voraussetzung
einer solchen Arbeitsplatzgestaltung sei die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf,
und naturgemäss in jeder Tätigkeit, die unter solchen optimalen Bedingungen ausgeübt
werden könne, auf 75% zu veranschlagen (UV-act. M29). Im Aktengutachten vom 23.
Juni 2009 schätzte der Vertrauensarzt Dr. G._ die Arbeitsfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit abweichend von Prof. F._ auf 75% und in einer zumutbaren
bestangepassten Tätigkeit auf 100% (UV-act. M33).
3.1.2 Die Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) im
Gutachtenzentrum Zihlschlacht GZZ ergab gemäss Bericht vom 10. Februar 2011 eine
Zumutbarkeit in der Tätigkeit als Versicherungs- und Vorsorgeberater/Treuhänder
sowie in jeder anderen, sehr leichten, vorwiegend sitzenden, wechselbelastenden
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Arbeit von 4-5 Stunden pro Tag, über den ganzen Tag verteilt. Der Beschwerdeführer
benötige nach zwei Stunden sitzender oder sitzend/gehender Tätigkeit eine längere
Entlastungspause. Die Gutachter empfahlen die Beibehaltung der bisherigen Tätigkeit
im bisherigen Umfang (UV-act. M34). Im polydisziplinären Gutachten zuhanden der
Beschwerdegegnerin vom 23. Juni 2011 diagnostizierten die asim-Gutachter mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine schmerzhafte Funktionsstörung des linken oberen
Sprunggelenks. Sie hielten unter anderem fest, gemäss Angabe des
Beschwerdeführers betrage seine tägliche Arbeitszeit aktuell zwischen 4 und 4.5
Stunden. In der Gesamtbeurteilung schätzten die Gutachter die Arbeitsfähigkeit bei
einer Arbeitsaufteilung von ca. 70% Aussendienst und 30% Büro (UV-act. K16 S. 2) auf
fünf Stunden pro Tag. In einer reinen Bürotätigkeit in Heimarbeit betrage die
Arbeitsfähigkeit 6 Stunden pro Tag. Eingeschlossen in diese Beurteilung seien die in
der neurologischen Fachbegutachtung erhobenen neuropathischen Schmerzen. Der
medizinische Endzustand sei erreicht (UV-act. M35; polydisziplinäres Gutachten S.
23-26). Die asim-Gutachter setzten sich ausführlich mit den abweichenden (früheren)
ärztlichen Stellungnahmen auseinander (Gutachten S. 19-21).
3.2 Die vorstehend dargelegten ärztlichen Berichte und Gutachten stimmen darin
überein, dass die beim Beschwerdeführer nach dem 1. Juni 2008 (Rentenbeginn)
vorliegende Arbeitsfähigkeitseinschränkung auf den unfallbedingten
Gesundheitsschaden im linken Bein zurückzuführen ist. Nachdem der Orthopäde Dr.
H._ bereits im August 2006 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit als "problemlos" realisierbar
erachtet hatte (UV-act. M28), diskutierte der orthopädische Gutachter Prof. F._ im
April 2007 mit Blick auf die relativ geringfügigen objektivierbaren klinischen und
radiologischen Befunde zwar die Frage, weshalb die Arbeitsfähigkeit nicht grösser als
50% sei. Er bejahte aber dennoch eine Arbeitsfähigkeit in diesem Umfang in der
angestammten Tätigkeit. Prof. F._ zog allerdings eine Steigerung der 50%-
Arbeitsfähigkeit unter der Voraussetzung in Betracht, dass die Einschaltung von
Pausen möglich sei, was er am besten bei Heimarbeit gewährleistet sah(UV-act. M29
S. 9-13). Während der Vertrauensarzt und Aktengutachter Dr. G._ hierauf im Juni
2009 eine 75%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit annahm (UV-act.
M33), gingen die EFL-Berichterstatter im Februar 2011 von der Zumutbarkeit einer
adaptierten Tätigkeit im Umfang von 4-5 Stunden pro Tag aus. Sie merkten jedoch
ausdrücklich an, dass die EFL eine ausführliche medizinische Begutachtung nicht
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ersetzen könne (UV-act. M34 S. 2 oben). Aus einem nicht nur orthopädischen
Blickwinkel, sondern in einer polydisziplinären Gesamtschau schätzten in der Folge die
asim-Gutachter die Arbeitsfähigkeit bei einer Arbeitsaufteilung von Aussendienst und
Büro im Verhältnis von 70/30 auf fünf Stunden pro Tag. Sie begründeten dies
ausführlich und nachvollziehbar und diskutierten insbesondere auch die früheren
ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzungen und Stellungnahmen (UV-act. M35 S. 19-26).
Das von den asim-Gutachtern festgehaltene Ergebnis erweist sich als überzeugend
und steht im Wesentlichen auch mit dem Bericht von Prof. F._ in Einklang, wenn der
erwähnte Umstand berücksichtigt wird, dass letzterer eine Steigerung der hälftigen
Arbeitsfähigkeit von der - im asim-Gutachten ebenfalls vorausgesetzten - Möglichkeit
der Pauseneinschaltung abhängig gemacht hatte. In diesem Sinn erscheint die
Zumutbarkeit einer Arbeitsfähigkeit von fünf Stunden täglich überwiegend
wahrscheinlich belegt.
4.
4.1 Das Valideneinkommen ist nach dem Wortlaut von Art. 16 ATSG eine
hypothetische Grösse. Entscheidend ist, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
Rentenbeginns (1. Juni 2008) ohne versicherte gesundheitliche Beeinträchtigung bei
sonst gleichen Verhältnissen wahrscheinlich verdienen würde. Die
Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen und sämtliche
Erwerbseinkommen (auch Nebeneinkünfte) zu berücksichtigen. Das so ermittelte
Einkommen ist sodann den Lohnentwicklungen bis zum Zeitpunkt der
Invaliditätsbemessung anzupassen, wobei rechtsprechungsgemäss Teuerung und
Reallohnentwicklung zu berücksichtigen sind (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2.
Aufl., Art. 16 Rz. 11 und Peter Omlin, Die Invalidität in der obligatorischen
Unfallversicherung, Freiburg 1995, S. 168). Kann auf gefestigte Verhältnisse abgestellt
werden, bereitet die Prognose der Einkommensentwicklung keine Schwierigkeiten.
Unstabile Verhältnisse (z.B. unregelmässige Tätigkeit, häufiger Beschäftigungswechsel)
oder auch der Umstand, dass zwischen dem Unfall und dem Rentenbeginn längere
Zeit verstreicht, können die Voraussage erschweren. Diesfalls ist aus den gesamten
Umständen des Einzelfalls der wahrscheinliche Verlauf ohne Unfall zu suchen und es
ist davon auszugehen, was eine gesunde Person gleichen Alters und Geschlechts bei
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gleicher Ausbildung und entsprechenden oder ähnlichen beruflichen Verhältnissen
unter denselben örtlichen Gegebenheiten verdient (Omlin, a.a.O., S. 169).
4.2 Nach Lage der Akten (UV-act. K58, K98) bestand für die selbständige
Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers keine obligatorische Unfallversicherung,
weshalb das diesbezügliche Einkommen bei der Invaliditätsbemessung und damit auch
bei der Bemessung des Valideneinkommens ausser Betracht zu bleiben hat (Art. 28
Abs. 2 UVV; Urteil des Bundesgerichts vom 6. März 2007, U 232/06, E. 3.3.3). Der
Beschwerdeführer war seit dem 1. April 2002 bis zu seiner Pensionierung (im März
2011; vgl. UV-act. M35 S. 14) im Aussendienst als Vorsorge- und Finanzberater für die
B._ in St. Gallen tätig. In erster Linie bearbeitete er einkommensstarke und/oder
vermögende Privatkunden und war in seinem Segment gebietsübergreifend tätig. Er
war verantwortlich für die Betreuung und den Ausbau der bestehenden
Kundenbeziehungen sowie für die Akquisition neuer Kunden. Als Vorsorge- und
Finanzberater kümmerte er sich um Marktanteile, Marktdurchdringung und die
Reputation des Unternehmens (allgemeine Funktionsbeschreibung der B._ für
Vorsorge- und Finanzberater; UV-act. K107). Überdies ist dem Bericht des
Schadeninspektors der Helsana vom 11. September 2003 als Ergebnis eines
Gesprächs mit dem Beschwerdeführer vom 9. September 2003 zu entnehmen, dass
seine Arbeit zu etwa 70% aus der Tätigkeit im Aussendienst sowie zu 30% aus der
Bürotätigkeit bestanden habe (UV-act. K16). Zur Mitarbeiterqualifikation des
Beschwerdeführers führte der zuständige Personalleiter aus, der Beschwerdeführer
habe seine Funktion mit einer hohen Qualitäts- und Serviceorientierung ausgeübt. Sein
Vorgesetzter bestätige, dass er vor dem Unfall sehr ehrgeizige Ziele gehabt und zu den
besten Kundenberatern gehört habe (UV-act. K114). Zudem geht aus einer von der
Beschwerdegegnerin verfassten Telefonnotiz vom 22. Februar 2008 hervor, dass die
Arbeitgeberin den Beschwerdeführer als sehr guten Kundeberater erachtet habe (UV-
act. K109). Anlässlich einer Besprechung vom 22. April 2008 führte die Arbeitgeberin
aus, sie habe den Beschwerdeführer auch in einem reduzierten Pensum
weiterbeschäftigen wollen; eine Frühpensionierung sei nicht in Frage gekommen, denn
sie habe ihn als Mitarbeiter so lange wie möglich behalten wollen (UV-act. K114).
4.3 Für die Festlegung des Valideneinkommens ist von der Annahme auszugehen,
dass der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsschaden überwiegend wahrscheinlich
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eine Validenkarriere mit dem beschriebenen Tätigkeitsprofil durchlaufen hätte
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 15. Januar 2009, 8C_638/2008, E. 4.3). Gemäss
Auskunft der Arbeitgeberin ist ein Mitarbeiter im Aussendienst nicht einer
Normalarbeitszeit unterworfen, sondern es liege in seiner Verantwortung, wie viel Zeit
er für seine Tätigkeit aufwende. Eine wöchentliche Arbeitszeit für die Bestimmung des
Einkommens sei bei einem Mitarbeiter im Aussendienst schwer abzuschätzen, da keine
aussagekräftige Relation zwischen Arbeitszeit und Einkommen hergeleitet werden
könne, um eine hypothetische Arbeitszeit zu bestimmen (UV-act. K232). Die
Arbeitgeberin gab den AHV-pflichtigen Lohn des Beschwerdeführers im Jahr vor dem
Unfall (Juni 2002 bis Mai 2003) mit Fr. 102'675.-- an. Die (hypothetische) Frage nach
dem AHV-pflichtigen Lohn, wenn sich der Unfall nicht ereignet hätte, beantwortete die
Arbeitgeberin am 28. März 2006 (UV-act. K54) mit folgenden Beträgen: Fr. 136'346.--
(2004), Fr. 136'895.-- (2005), Fr. 110'455.-- (2006). Hierbei dürfte sie sich auf die
konkrete Einkommensentwicklung in vergleichbaren Arbeitsverhältnissen gestützt
haben. Am 5. Juni 2007 gab die Arbeitgeberin telefonisch bekannt, das
Valideneinkommen für 2007 sei höchstens ein Prozentpunkt höher als im 2006, also Fr.
111'550.-- (UV-act. K97). Dem Sitzungs-Foto-Protokoll vom 22. April 2008 ist zwar zu
entnehmen, dass die Arbeitgeberin als Ziel ein Gehalt von 25'000.-- pro Monat
(zuzüglich Spesen) vorgesehen hatte (UV-act. K115 S. 3). Diese Angabe ist jedoch als
blosse Absichtserklärung zu verstehen und korrespondiert überdies nicht mit den
vorerwähnten Salären. Die Einkommenssteigerung im Jahr 2003 (Periode 1. Januar bis
31. Mai 2003: Fr. 43'875.--, vgl. UV-act. K54, hochgerechnet auf das ganze Jahr:
Fr. 105'300.--) betrug gegenüber dem Jahr 2002 (Periode 1. April bis 31. Dezember
2002: Fr. 75'600.--, vgl. UV-act. K57, hochgerechnet auf das ganze Jahr:
Fr. 100'800.--) rund 4.5%.
4.4 Wenn das Einkommen in einem Berufszweig - wie dies auch vorliegend der Fall
war - verhältnismässig starken, nicht zum vornherein absehbaren Schwankungen
unterworfen ist, wird für die Berechnung des Valideneinkommens praxisgemäss von
einem Durchschnittsverdienst während einer mehrjährigen Zeitperiode ausgegangen
(vgl. ZAK 1985, 466). Vorliegend stehen wie dargelegt die Angaben der Arbeitgeberin
betreffend die vom Beschwerdeführer hypothetisch/mutmasslich erzielbaren
Einkommen der Jahre 2004 (Fr. 136'346.--), 2005 (Fr. 136'895.--), 2006 (Fr. 110'455.--)
und 2007 (Fr. 111'550.--) zur Verfügung. Die Angabe für 2007 basiert jedoch auf einer
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blossen Telefonnotiz, welche in einem Zeitpunkt erstellt wurde, in welchem die
Einkommensentwicklung für dieses Jahr noch gar nicht abschliessend absehbar war
(UV-act. K97). Der Durchschnitt der drei Jahre 2004 bis 2006, welche zuerst je einzeln
der Nominallohnentwicklung bis 2008 (Jahr des Rentenbeginns) anzupassen sind,
dürfte dabei ein zureichend ausgewogenes Resultat ergeben. Dieser Durchschnitt
beläuft sich auf Fr. 134'308.-- (Fr. 144'423.-- [2004] + Fr. 143'767.-- [2005] +
Fr. 114'733.-- [2006] / 3). Dieser Betrag trägt den beim Beschwerdeführer vorliegenden
Verhältnissen angemessen Rechnung. Diese Berechnung berücksichtigt - durch
Ausklammerung des im Jahr vor dem Unfall erzielten Einkommens - den vom
Beschwerdeführer sinngemäss angeführten Umstand, dass er im Unfallzeitpunkt erst
ein Jahr bei der Arbeitgeberin tätig war und das tiefere Einkommen 2002 noch aus der
Einarbeitungsphase stammte. Das der IV-Verfügung zugrunde gelegte
Valideneinkommen im Sinn eines "realen Durchschnitts" von Fr. 133'050.-- (vgl. UV-
act. K171 Beilage) steht mit dem vorangehend errechneten Betrag in Einklang, wobei
im vorliegenden Verfahren keine Bindung an das Valideneinkommen der
Invalidenversicherung besteht. Vor dem geschilderten Hintergrund rechtfertigt es sich,
auf die Durchführung einer Zeugenbefragung und die Einholung eines Gutachtens zum
hypothetischen Valideneinkommen zu verzichten. Hieraus würden sich angesichts der
geschilderten Unwägbarkeiten überwiegend wahrscheinlich keine genaueren Werte
oder "besseren" Erkenntnisse ergeben; bestenfalls kämen weitere
Einkommensschätzungen und Meinungsäusserungen zu den bereits vorliegenden
Zahlen und Standpunkten hinzu, was jedoch für die Festlegung eines hypothetischen
Werts im Ergebnis nichts beizutragen vermöchte.
5.
5.1 Für die Festsetzung des trotz unfallbedingter Behinderung realisierbaren
Verdienstes (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret
steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ
– besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die
ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint
zudem das Einkommen angesichts der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als
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Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE
129 V 472, E. 4.2.1).
5.2 Der Beschwerdeführer liess im vorliegenden Verfahren bestätigen, dass sein
unfallbedingtes teilzeitliches Pensum im Umfang von vier bis fünf Stunden pro Woche
rund 50% eines betriebsüblichen Pensums ausmachen würden (act. G 1 zum Verfahren
UV 2012/12). Das tatsächlich erzielte Einkommen kann vorliegend als Grundlage für
das Invalideneinkommen herangezogen werden, da der Beschwerdeführer seine
verbleibende Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ausschöpfte und das
erzielte Einkommen der Arbeitsleistung entsprach (kein Soziallohn). Er erwirtschaftete
vom 21. Januar 2004 bis 31. Mai 2008 ein AHV-pflichtiges Einkommen von insgesamt
Fr. 300'782.15 (Periode 21. Januar bis 17. Oktober 2004: Fr. 68'254.25, vgl. UV-act.
K57, K251, K253, M10, M14; Periode 1. Januar bis 31. Dezember 2005: Fr. 83'642.10,
vgl. UV-act. K251, K253; Periode 1. Januar bis 31. Dezember 2006: Fr. 61'434.95, vgl.
UV-act. K102, K253; Periode 1. Januar bis 31. Dezember 2007: Fr. 55'742.05, vgl. UV-
act. K111, K253; Periode 1. Januar bis 31. Mai 2008: Fr. 31'708.80, vgl. UV-act. K251).
Daraus resultiert ein jährliches Invalideneinkommen von Fr. 72'187.70 (Fr. 300'782.15 :
50 Monate x 12). Dabei erscheint von Bedeutung, dass die erbrachte Produktivität und
das daraus erzielte Einkommen auch nach Ansicht der Arbeitgeberin höher zu
gewichten ist als die eingesetzte Arbeitszeit (UV-act. K232). Aus der letzteren lassen
sich somit für sich allein keine verwertbaren Schlussfolgerungen ziehen. Immerhin kann
festgehalten werden, dass der Beschwerdeführer mit der tatsächlich eingesetzten
Arbeitszeit nach Eintritt des unfallbedingten Gesundheitsschadens deutlich über die
Hälfte seiner ursprünglichen wirtschaftlichen Produktivität erreichen konnte. Dies steht
auch im Einklang mit der im asim-Gutachten beschriebenen medizinischen Situation.
Aus dem Vergleich der beiden Einkommen (Fr. 134'308.-- Valideneinkommen und Fr.
72'188.-- Invalideneinkommen) resultiert ein Invaliditätsgrad von 46%. Im Übrigen kann
auf das Invalideneinkommen von Fr. 66'525.--, welches die Invalidenversicherung
ermittelte (UV-act. K171 Beilage), für das vorliegende Verfahren nicht abgestellt
werden, weil es sich aus einer Halbierung des Valideneinkommens (entsprechend einer
hälftigen Arbeitsfähigkeit) ergab und das konkret erzielte Einkommen nicht
berücksichtigt wurde. Aus einem Beizug der IV-Akten (act. G 3 Ziff. 8 [UV 2012/12])
dürften unter diesen Umständen für das vorliegende Verfahren keine weiteren
Erkenntnisse resultieren.
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6.
Der Beschwerdeführer liess auch Dispositiv-Ziffer 1.2 des Einspracheentscheids vom
12. Januar 2012 anfechten (vgl. act. G 1 S. 2 Ziff. 1 des Verfahrens UV 2012/12), mit
welcher die Beschwerdegegnerin den versicherten Verdienst in Anwendung von Art. 15
Abs. 2 UVG und Art. 22 Abs. 4 UVV auf Fr. 102'675.-- festsetzte. In der Beschwerde
begründung nahm er jedoch überhaupt keine Stellung zur Frage des versicherten
Verdienstes. Der Betrag von Fr. 102'675.-- entspricht dem vom Beschwerdeführer im
Jahr vor dem Unfall (1. Juli 2002 bis 30. Juni 2003) erzielten AHV-Lohn (vgl. UV-act. K8
und K54). Anhaltspunkte dafür, dass die Berechnung der Beschwerdegegnerin
unzutreffend sein könnte, werden weder geltend gemacht noch ergeben sich solche
aus den Akten.
7.
7.1 Zu prüfen bleibt die Frage einer allfälligen Überentschädigung (Verfahren UV
2012/21) aus der Kumulation von IV-Rentenleistungen, UVG-Taggeldern und effektiv
erzieltem Verdienst im Zeitraum vom 24. Juni 2003 (Unfall) bis 31. Mai 2008
(Taggeldende und Beginn der Unfallrente). Die im Einspracheentscheid vom
14. Februar 2012 aufgeführten Versicherungsleistungen (Fr. 235'177.25 [UVG-
Taggelder] und Fr. 51'970.-- [IV-Rentenleistung]) sowie der effektiv erzielte Verdienst
(Fr. 300'782.15) blieben unbestritten, und es lassen sich den Akten diesbezüglich keine
Anhaltspunkte für unzutreffende Werte entnehmen.
7.2 Gemäss Art. 68 ATSG werden Taggelder unter Vorbehalt der Überentschädigung
kumulativ zu Renten anderer Sozialversicherungen gewährt. Das Zusammentreffen von
Leistungen verschiedener Sozialversicherungen darf nicht zu einer Überentschädigung
führen (Art. 69 Abs. 1 ATSG). Der Versicherte soll durch einen Unfall finanziell nicht
besser gestellt werden, als er es ohne den Eintritt dieses Risikos gewesen wäre. In Art.
69 Abs. 2 ATSG ist das Verbot der Überentschädigung dergestalt umschrieben, dass
die gesetzlichen Sozialversicherungsleistungen den wegen des Versicherungsfalls
mutmasslich entgangenen Verdienst zuzüglich die durch den Versicherungsfall
verursachten Mehrkosten und allfällige Einkommenseinbussen von Angehörigen nicht
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übersteigen sollen. Mutmasslich entgangen ist derjenige Verdienst, den die versicherte
Person ohne das schädigende Ereignis wahrscheinlich erzielt hätte (BGE 126 V 471).
7.3 Vorliegend nahm die Beschwerdegegnerin eine globale
Überentschädigungsberechnung für die Zeit vom 24. Juni 2003 bis zum 31. Mai 2008
vor, was nicht zu beanstanden ist (vgl. dazu auch RKUV 2006 Nr. U 585 S. 251). Der
von ihr ermittelte Rückerstattungsanspruch in der Höhe von Fr. 66'917.25 resultiert als
Differenz zwischen den bezogenen Versicherungsleistungen zuzüglich des effektiv
erzielten Verdienstes und dem entgangenen Verdienst (Fr. 521'012.15 [von der
Beschwerdegegnerin eruierter mutmasslich entgangener Verdienst] minus
[Fr. 235'177.25 UVG-Taggelder + Fr. 51'970.-- IV-Rentenleistungen + Fr. 300'782.15
effektiv erzielter Verdienst]).
7.4 Unter dem Begriff des mutmasslich entgangenen Verdienstes ist das
hypothetische Einkommen zu verstehen, welches die versicherte Person ohne
Invalidität erzielen könnte, und zwar im Zeitpunkt, in dem sich die Kürzungsfrage stellt
(BGE 123 V 197 E. 5a, 209 E. 5b, je mit Hinweisen). Der mutmasslich entgangene
Verdienst stimmt begrifflich mit dem Valideneinkommen überein (vgl. auch Art. 51 Abs.
3 UVV). Die Überentschädigungs-Grenze orientiert sich somit vorliegend am
Valideneinkommen 2008 von Fr. 134'307.--, wobei überdies die Angaben der
Arbeitgeberin betreffend die vom Beschwerdeführer hypothetisch/mutmasslich
erzielbaren Einkommen der Jahre 2004 (Fr. 136'346.--), 2005 (Fr. 136'895.--), 2006 (Fr.
110'455.--) zu berücksichtigen sind (vgl. vorstehende E. 4.4). Ausgehend von einem
Durchschnitt dieser Zahlen (Fr. 129'500.-- pro Jahr) für die Globalrechnung betreffend
den hier interessierenden Zeitraum vom 24. Juni 2003 bis zum 31. Mai 2008 wäre
dementsprechend ein mutmasslich entgangener Verdienst von rund Fr. 639'000.-- zu
berücksichtigen. Die Überentschädigungsberechnung (mutmasslich entgangener
Verdienst von Fr. 639'000.-- abzüglich des effektiv erzielten Verdienstes von
Fr. 300'782.15 sowie der anrechenbaren Versicherungsleistungen in der Höhe von Fr.
287'147.25) ergibt keine Überentschädigung. Damit fehlt es auch an einem
Rückforderungsanspruch der Beschwerdegegnerin betreffend die ausgerichteten UVG-
Taggelder.
8.
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8.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist in Gutheissung der UV-Beschwerde
2012/12, soweit darauf einzutreten ist, der angefochtene Einspracheentscheid vom 12.
Januar 2012 betreffend die Dispositiv-Ziffern 1.1 und 1.3 aufzuheben und dem
Beschwerdeführer ab 1. Juni 2008 eine Rente auf der Basis eines Invaliditätsgrads von
46% zuzusprechen. Zur Rentenfestsetzung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Sodann ist in Gutheissung der UV-Beschwerde 2012/21 der
Einspracheentscheid vom 14. Februar 2012 aufzuheben.
8.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Der obsiegende
Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Das
Versicherungsgericht spricht in unfallversicherungsrechtlichen Verfahren gestützt auf
Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten [HonO;
sGS 963.75]) regelmässig eine pauschale Entschädigung zwischen Fr. 3'500.00 und Fr.
4'500.00 zu. Mit Blick auf vergleichbare Fälle und die Tatsache, dass vorliegend zwei
Beschwerden beurteilt werden, erscheint eine Parteientschädigung von pauschal Fr.
6'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP