Decision ID: 7139e1a3-4f9e-48d3-a791-682eb3c01097
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
P._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Rosenbergstrasse 51, Postfach 1121,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
P._ (Jahrgang 1949) meldete sich am 23. März 2004 erstmals zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an. Sie gab an, die Grundschule in Serbien
besucht zu haben und als Küchenhilfe tätig zu sein. Weil sie an Diabetes erkrankt sei,
könne sie nur noch 60% arbeiten (IV-act. 1 und 7). Dr. med. A._, Allgemeine Medizin
FMH, berichtete der IV-Stelle des Kantons St. Gallen am 22. Juli 2004, die Versicherte
leide an einem Carpaltunnelsyndrom beidseits sowie an einem chronischen
Lumbovertebralsyndrom. Die Versicherte sei seit dem 8. Januar 2003 bis auf Weiteres
25% arbeitsunfähig. Eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne
übermässige Belastung des Achsenskeletts sowie des linken Handgelenks sei ohne
Leistungsverminderung zumutbar (IV-act. 11). Mit Verfügung vom 27. September 2004
wies die IV-Stelle das Rentengesuch bei einem Invaliditätsgrad von 25% ab (IV-act.
15). Diese Verfügung erwuchs in Rechtskraft.
B.
B.a Am 15. Juni 2005 meldete sich die Versicherte erneut bei der Invalidenversicherung
an (IV-act. 17). Sie reichte auf Anfrage der IV-Stelle verschiedene Arztberichte ein. Im
Bericht vom 13. Juli 2005 gab Dr. med. B._, Innere Medizin, an, die Versicherte leide
an einem chronischen thorako- und lumbospondylogenen Syndrom bei massiven
Veränderungen im Sinn einer hyperostotischen Spondylose (DISH), einer mittelgradig
depressiven Episode mit somatischen Symptomen (Mai 2005), einem Diabetes mellitus
Typ 2 (ED 1987) mit diabetischer Polyneuropathie, wachsender Retinopathie sowie
wahrscheinlicher Cheiropathia diabetica links mehr als rechts mit erheblicher
Krafteinbusse in den Händen. Sodann bestehe eine arterielle Hypertonie, eine
Tendovaginitis stenosans Dig. IV links, ein Carpaltunnelsyndrom beidseits bei St. n.
Dekompression des Nervus medianus beidseits (rechts 1/2003, links 11/2003) und St.
n. Kenacort-Injektion bei Tendovaginitis stenosans Dig. III rechts (11/2003) sowie eine
Cataracta provecta. Die Versicherte sei im Oktober 2004 wegen entgleisten
Blutzuckerwerten hospitalisiert worden. Bis Ende Juni 2005 habe eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit bestanden. Auf Juli 2005 sei ein Arbeitsversuch für leichte
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körperliche Arbeit in Wechselbelastung vereinbart worden (IV-act. 21). In der Beilage
befand sich ein Bericht von Dr. med. C._, Innere Medizin und Rheumatologie FMH,
vom 3. Juni 2005. Darin hat Dr. C._ bei den bekannten Diagnosen aus
rheumatologischer und neurologischer Sicht angegeben, auf Grund der multiplen
Probleme bestehe keine Arbeitsfähigkeit mehr für die körperlich belastende Tätigkeit
als Küchenhilfe. Die Arbeitsfähigkeit für körperlich leichtere Tätigkeiten betrage 50%,
weil auch viele funktionelle Einschränkungen auf Grund der multiplen Diagnosen
beziehungsweise Problemen bestünden (IV-act. 21/6). Die Versicherte hat sich vom
25. April bis 21. Mai 2005 in der Klink Gais aufgehalten. Die Psychologin D._ und Dr.
med. E._, Chefarzt Psychosomatik, haben in ihrem Bericht vom 10. Juni 2005
festgestellt, die Versicherte leide an einer mittelgradig depressiven Episode mit
somatischen Symptomen. Diese sei als Folge der langjährigen sehr anstrengenden
Arbeit, der starken Rückenschmerzen und des kürzlich erlittenen Arbeitsverlusts zu
verstehen. Aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte weiterhin zu 100%
arbeitsunfähig (IV-act. 21/8).
B.b Auf Verlangen der IV-Stelle reichte Dr. B._ einen weiteren Arztbericht vom
31. August / 2. September 2005 ein. Bei bekannten Diagnosen gab er an, vom
4. Januar bis 28. Juni 2005 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Seither
bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Die Versicherte könne die bisherige Tätigkeit
nicht mehr ausführen. Eine leichte körperliche Arbeit in Wechselbelastung und mit
regelmässigen Pausen sei ihr zu 50% zumutbar (IV-act. 30). Die IV-Stelle beauftragte
am 28. September 2005 die MEDAS Zentralschweiz (nachfolgend MEDAS) mit der
polydisziplinären Begutachtung der Versicherten (IV-act. 38).
B.c Die MEDAS erstattete am 18. Dezember 2006 das Gutachten. Die polydisziplinäre
Untersuchung fand am 11. und 12. Juli 2006 unter Mithilfe eines Dolmetschers statt.
Die Ärzte gaben folgenden Hauptdiagnosen (mit Einschränkung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit) an:
- Generalisierte Fibromyalgie-ähnliche Symptomatik
- Diffuse idiopathische skelettale Hyperostose (DISH), mit
- Beckenkammperiostosen
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- Osteochondrose L5/S1, mit
- kleiner Diskusprotrusion und eingeengtem Recessus lateralis.
Als Nebendiagnosen (ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit) bestehen:
- Anhaltende somatoforme Schmerzstörung, ohne psychiatrische Komorbidität
- Metabolisches Syndrom, mit
- morbider Adipositas (156 cm / 99 kg, BMI 40.7)
- Diabetes mellitus Typ 2, Erstdiagnose 1987, seit 2002 mit Insulin behandelt, aktuell
ungenügend eingestellt, mit
- Nephropathie, bei
- Makroalbuminurie
- leicht erhöhtem Kreatin
- vergrösserten Nieren (Ultraschall)
- Polyneuropathie, bei
- kniesockenförmiger Hypästhesie der unteren Extremitäten
- Absenz der Achillessehnenreflexe
- Verdacht auf beginnende Neuropathie an den Händen
- milde, nicht-proliferative diabetische Retinopathie (Erstdiagnose 2002)
- Verdacht auf Makroangiopathie, bei
- nicht-palpablen Arteria tibialis posterior dextra und Arteriae dorsales pedum
- systolischem aortalem Austreibungsgeräusch
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- Abgangsstenose der Truncus coealicus (MR 2006)
- Verdacht auf Acanthrosis nigricans (genetisch mit Diabetes Typ 2 liiert)
- arterielle Hypertonie, vermutlich "essentiell", seit 1998, aktuell 195/115 mm/Hg
(angeblich unter drei verschiedenen antihypertensiven Prinzipien), mit
- Verdacht auf medikamentöse Malcompliance
- Dyslipidämie, unter Therapie sehr gut eingestellt
- Cataractae umbo
- Bifokalbrille
- Mykose subaxilliär und submammär beidseits
- Prurigo.
Die Ärzte gaben in der zusammenfassenden Beurteilung an, die Versicherte sei seit
ihrer Einreise in die Schweiz als Küchenhilfe oder als Raumpflegerin tätig gewesen. Seit
ihrem letzten effektiven Arbeitstag am 31. August 2004 habe sie keine ausserhäusliche
Tätigkeit mehr ausgeübt. Die vom RAV arrangierte Betätigung habe sie nach wenigen
Tagen wegen Rückenproblemen aufgeben müssen. Subjektiv klage die Versicherte in
erster Linie über seit 1986 langsam und seither immer stärker gewordene
Rückenschmerzen, die mittlerweile rund um die Uhr ohne schmerzfreies Intervall
vorhanden seien. Weiter seien ihre "Nerven" seit der Einreise in die Schweiz ein
Problem. Seit sie nicht mehr arbeiten könne, schlafe sie schlecht und spiele immer
wieder mit Suizidgedanken. Schliesslich leide sie an Diabetes mit beidseitigen
Unterschenkel- und Fussschmerzen. Zudem habe sie den "grauen Star",
"Herzstechen" und nächtliche Schmerzen in den Fingern. Objektiv wirke die morbid-
adipöse Versicherte leicht vorgealtert und psychisch etwa ausgeglichen, kaum
depressiv, andererseits undifferenziert, mit ständiger Konfabulation und Nichteingehen
auf Fragen. Das Achsenorgan weise eine kranio-thorakale Hyperkyphose sowie Druck-
und Klopfdolenzen (4. und 5. Brustwirbelkörper) auf. Ein Hartspann finde sich bei den
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Musculi trapezi, aber auch paravertebral entlang der gesamten Brust- und
Lendenwirbelsäule, die in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sei. Die Versicherte trage
eine Bifokalbrille für leichte Myopie, kaudal für mittelschwere Presbyopie und leide an
beidseitigen Cataractae. Diesbezüglich habe die Versicherte angegeben, das Lesen sei
zwar mühsam, mit der Brille aber noch möglich. Sie wolle den Grauen Star zu
gegebener Zeit operieren lassen. Sie habe keine Ahnung von diabetischer
Retinopathie. Zur Arbeitsfähigkeit führten die Ärzte aus, aus rheumatologischer Sicht
sei unter Berücksichtigung der geschilderten Symptomatik und bei den nachweisbaren
muskulo-skelettalen Befunden der Versicherten keine manuelle Schwerarbeit mit
kraftaufwändigem Faustschluss mehr zumutbar. Als Raumpflegerin betrage die
Arbeitsunfähigkeit 40%, für den Haushalt 30% und als Küchenhilfe 20%. Dabei seien
keine gehäuften Tätigkeiten in vornübergeneigter Position, kein Heben von Gewichten
in dieser Stellung, kein längeres Stehen in starker Extension, keine stundenlange
monotone Sitz-Zwangshaltung oder Sitzhaltung mit häufiger Rumpfrotation zumutbar.
Aus psychiatrischer Sicht sei keine Arbeitsunfähigkeit begründbar. Eine Verbesserung
der Arbeitsfähigkeit sei möglich durch eine Gewichtsreduktion, eine Kontrolle der
antihypertensiven Therapie sowie ein Selbsttraining und eventuell Rheumaschwimmen
(IV-act. 49). Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz erachtete das Gutachten
in seiner Stellungnahme vom 5. Januar 2007 als umfassend, konsistent und
nachvollziehbar (IV-act. 50).
B.d Mit Vorbescheid vom 2. Februar 2007 stellte die IV-Stelle die Abweisung des
Rentengesuchs in Aussicht. Sie führte aus, gemäss den medizinischen Abklärungen
bestehe in der früheren Tätigkeit als Küchenhilfe sowie in jeder anderen der
Behinderung angepassten Tätigkeit weiterhin eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. Das
zumutbare Einkommen ohne Behinderung betrage Fr. 50'327.--, mit Behinderung Fr.
37'968.--, woraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 12'359.-- beziehungsweise ein
Invaliditätsgrad von 25% resultiere. Da der Invaliditätsgrad unter 40% liege, bestehe
kein Rentenanspruch (IV-act. 54). Dagegen liess die Versicherte am 5. März 2007
einwenden, das MEDAS-Gutachten sei nicht einleuchtend und nicht begründet.
Sodann bezweifle sie, dass der Dolmetscher serbischer Muttersprache sei. Die
psychiatrische Begutachtung genüge deshalb den vom Bundesgericht verlangten
Voraussetzungen nicht. Gemäss den Einschätzungen von Dr. F._, Psychiatrie/
Psychotherapie, und Dr. E._ sei weiterhin von einer vollen Arbeitsunfähigkeit
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auszugehen. Die Versicherte habe deshalb Anspruch auf eine ganze Rente seit Januar
2004. Dazu reichte die Versicherte eine Stellungnahme von Dr. C._ zum MEDAS-
Gutachten vom 26. Februar 2007 ein. Darin hat Dr. C._ angegeben, dass die Wertung
der Diagnosen seltsam beziehungsweise unrealistisch anmute: In den Diagnosen mit
wesentlicher Einschränkung werde eine Fibromyalgie-ähnliche Symptomatik genannt.
Diese weichteilrheumatische Diagnose habe tatsächlich keinen grossen
Krankheitswert. Ebenso werde bei der Diagnose der somatoformen Schmerzstörung
seit einigen Jahren irgendeine Arbeitsunfähigkeit verneint. Die unter dem
metabolischen Syndrom aufgeführte morbide Adipositas sei aber bereits für sich allein
krankmachend. Die massive Adipositas bewirke, dass der Versicherten keine
stehenden und gehenden Tätigkeiten wie Küchenhilfe oder Raumpflegerin mehr
zumutbar seien. Die Polyneuropathie bewirke eine verminderte Gehsicherheit und der
Verdacht auf eine beginnende Neuropathie an den Händen stelle eine erhebliche
Einschränkung dar, weshalb die hohe Arbeitsfähigkeit in den Tätigkeiten Küchenhilfe
und Reinigungsfrau nicht überzeuge (IV-act. 57).
B.e Am 22. März 2007 reichte die Versicherte den Bericht der Augenklinik des
Kantonsspitals St. Gallen vom 16. März 2007 ein. Darin führten die Ärzte aus, die
Versicherte sei am 6. und 8. März 2007 untersucht worden. Dabei sei eine schwere
Erkrankung der Netzhaut festgestellt worden, bedingt durch den Diabetes mellitus. Die
Sehschärfe betrage beidseits weniger als 10%. Somit liege eine sehr schwere
Sehbehinderung vor. Die Arbeitsfähigkeit sei daher aus augenärztlicher Sicht schwer
eingeschränkt (IV-act. 64).
B.f Auf Aufforderung der IV-Stelle nahm die MEDAS zu den Einwänden der
Versicherten vom 5. März 2007 am 23. März 2007 Stellung. Dr. med. G._, MEDAS,
gab an, auch nach der Würdigung des Berichts von Dr. C._ ergebe sich keine
Änderung der Beurteilung. Das metabolische Syndrom sei durch den Hauptgutachter
Dr. med. H._, Innere Medizin und Endokrinologie/Diabetologie FMH, adäquat
gewürdigt worden. Hinzukomme, dass für die Adipositas durchaus therapeutisches
Besserungspotenzial bestehe. Eine vollständige Arbeitsunfähigkeit könnten sie auch in
Würdigung der Polymorbidität nicht genügend auf versicherungsrechtlich relevante
objektivierbare Befunde abstützen. Dass sie aus dem Blickwinkel der Gutachter
gelegentlich zu einem anderen Schluss kämen als behandelnde Ärzte, sei wohl
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gerichtsnotorisch. Sodann handle es sich beim zugezogenen Dolmetscher um einen
professionellen Dolmetscher, der sowohl der serbischen wie auch der albanischen
Sprache mächtig sei (IV-act. 67).
B.g Die IV-Stelle verlangte am 29. März 2007 auf Grund des augenärztlichen
Zeugnisses eine ergänzende Beurteilung durch die MEDAS (IV-act. 69). Die MEDAS
gab in ihrem Ergänzungsgutachten vom 28. Juni 2007 an, anlässlich der ergänzenden
Begutachtung vom 11. Mai 2007 habe der Augenarzt Dr. med. I._ die Diagnosen
einer beidseitigen proliferativen diabetischen Retinopathie mit ischämischer
Makulopathie und diffusem Makulaödem bei metabolischem Syndrom mit
insulinpflichtigem Diabetes mellitus seit mehr als 20 Jahren sowie einer beidseitigen
Hornhautastigmatismus, Presbyopie und Cataractae präsenilis gestellt. Die Versicherte
sei dadurch in ihrem Alltag sehr eingeschränkt, weil sie kaum mehr Einkaufen gehen
könne, weil sie das Geld nicht erkennen und die Beschriftung nicht mehr lesen könne.
Die Arbeit als Küchenhilfe oder Reinigungsangestellte sei nicht mehr zumutbar.
Lediglich einfachste Arbeiten wie zum Beispiel Verpackungsarbeiten in einer Spedition
seien wahrscheinlich noch möglich. Die MEDAS erachtete auf Grund der
ophtalmologischen Situation nur noch einfachste Arbeiten ohne hohe
Visusanforderungen als zumutbar, wobei mit einer deutlich reduzierten Leistung
gerechnet werden müsse, sodass die Gesamtarbeitsfähigkeit etwa bei 50% für eine
leidensangepasste Tätigkeit liegen dürfte (IV-act. 78).
B.h Mit einem weiteren Vorbescheid stellte die IV-Stelle der Versicherten in Aussicht,
ab 1. Januar 2006 eine halbe Invalidenrente auszurichten, weil seit 4. Januar 2005 eine
erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe und die Versicherte eine
angepasste Tätigkeit im Umfang von 50% ausüben könne (IV-act. 91). Dagegen liess
die Versicherte am 4. Oktober 2007 einwenden, bei einer Sehschärfe von weniger als
10% beidseits sei ihr auch eine einfache Verpackungsarbeit nicht mehr zumutbar. Ihr
Invalideneinkommen betrage deshalb Fr. 0.--. Sodann sei bei der
Invaliditätsbemessung an Hand der Tabellenlöhne der Maximalabzug von 25% zu
gewähren. Daraus ergebe sich, dass die Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente
habe (IV-act. 97). Der RAD erachtete in seiner Stellungnahme vom 11. Oktober 2007,
es ergäben sich keine neuen medizinischen Erkenntnisse (IV-act. 98). Am
21. November 2007 reichte die Versicherte einen weiteren Bericht der Augenklinik des
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Kantonspitals St. Gallen vom 16. November 2007 ein. Darin wurde angegeben, dass
die Sehkraft der Versicherten trotz adäquater Behandlung an beiden Augen 1/30 in 20
cm betrage. Von einer Verbesserung der Sehschärfe könne nicht ausgegangen werden.
Damit sei die Versicherte legal blind, weshalb es nicht realistisch sei, von einer
teilweisen Arbeitsfähigkeit auszugehen (IV-act. 106).
B.i Mit Verfügung vom 5. Dezember 2007 sprach die IV-Stelle der Versicherten mit
Wirkung ab 1. Januar 2006 eine halbe Invalidenrente zu. Die IV-Stelle führte zum
Einwand der Versicherten vom 4. Oktober 2007 aus, aus medizinischer Sicht lägen
keine neuen Erkenntnisse vor. Die ärztlich attestierte zumutbare Arbeitsfähigkeit
betrage 50%. Betreffend Einkommensvergleich sei die Berechnung des
Invalideneinkommens auf der Basis der Tabellenlöhne erfolgt. Ein Leidensabzug von
10% könne erfolgen, wenn nur noch leichte Tätigkeiten zumutbar seien, ein 25%iger
Abzug, wenn selbst bei einer zumutbaren leichten Tätigkeit zusätzliche
Einschränkungen bestünden. Beides treffe hier nicht zu (IV-act.108).
C.
C.a Gegen diese Verfügung lässt die Versicherte am 16. Januar 2008 durch ihren
Rechtsvertreter Beschwerde erheben. Die Beschwerdeführerin beantragt die
Aufhebung der Verfügung vom 5. Dezember 2007, soweit diese weitergehende
Ansprüche verneine, und die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente seit spätestens
Januar 2004. Eventualiter sei die Angelegenheit zwecks Abklärung des Rentenbeginns
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Sie führt aus, auf das MEDAS-Gutachten
könne nicht abgestellt werden. Dr. C._ habe das MEDAS-Gutachten nachvollziehbar
kritisiert und ausgeführt, welche Diagnosen entgegen der Einschätzung der MEDAS-
Ärzte Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Auch eine körperlich leichte,
leidensangepasste Tätigkeit sei deshalb um 50% eingeschränkt. Sodann habe Dr.
E._ am 1. März 2006 bestätigt, dass nach dem Klinikaufenthalt eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei und nicht mit einer Verbesserung zu rechnen
sei (G act. 1.2). Die Beschwerdeführerin gibt weiter an, auch Dr. F._ habe in seinem
Bericht vom 25. Januar 2006 bestätigt, dass die psychischen Beschwerden eine
Verminderung der Arbeitsfähigkeit bewirkten, die mindestens 50% betrage. Dr. F._
sei seit vielen Jahren Konsiliararzt der MEDAS Ostschweiz und könne somit den
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Perspektivenwechsel von einem behandelnden Arzt zum Gutachter vornehmen. Weil
die MEDAS nicht habe belegen können, dass der Dolmetscher serbischer
Muttersprache sei, könne sodann auf das Konsiliargutachten von Dr. med. K._,
Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, nicht abgestellt werden. Der
Kommunikation komme bei der psychiatrischen Untersuchung herausragende
Bedeutung zu. Die Beurteilung von Dr. E._ und Dr. F._ sei deshalb verlässlicher.
Ausserdem sei die Arbeitsfähigkeitsschätzung des Augenarztes Dr. I._ im
Ergänzungsgutachten nicht nachvollziehbar, nachdem dieser selbst angegeben hatte,
die Versicherte könne nicht mehr Einkaufen gehen, weil sie das Geld nicht mehr
erkennen könne. Diesbezüglich sei die Einschätzung der Ärzte des Kantonsspitals St.
Gallen viel realistischer. Zusammen mit den übrigen Beschwerden der Versicherten sei
es ihr nicht mehr möglich, ein Einkommen zu erzielen. Schliesslich sei der Beginn des
Wartejahrs nicht nachvollziehbar. Die MEDAS erwähne als Beginn der
Arbeitsunfähigkeit den 8. Januar 2003. Bei zutreffender Betrachtungsweise der
unterschiedlich attestierten Arbeitsunfähigkeiten könne nur von einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten ab diesem Datum ausgegangen werden.
Sie habe deshalb ab Januar 2004 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Sollte man
ihr die formelle Rechtskraft der Verfügung vom 27. September 2004 entgegenhalten, so
bestehe ein Rentenanspruch bereits ab Januar 2005 (G act. 1).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 11. Juli 2008
die teilweise Gutheissung der Beschwerde. Der Beschwerdeführerin sei eine gestufte
Rente zuzusprechen, nämlich eine halbe Rente mit Wirkung ab 1. Januar 2006 und eine
ganze Rente mit Wirkung ab 1. April 2007. Eventuell sei die angefochtene Verfügung
aufzuheben und es sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin mit Wirkung ab
1. Januar 2008 Anspruch auf eine ganze Rente habe. Die Beschwerdegegnerin führt
aus, auf Grund der Akten sei davon auszugehen, dass sich das Augenleiden der
Beschwerdeführerin seit der Begutachtung durch die MEDAS im Juli 2006 markant
verschlechtert habe, sodass unterdessen davon ausgegangen werden müsse, dass sie
ihre Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht mehr verwerten
könne. Die Beschwerdegegnerin hat dazu bei der Augenklinik des Kantonsspitals St.
Gallen einen Bericht eingefordert, der am 28. April 2008 eingegangen ist. Darin hat der
Augenarzt Dr. med. L._ festgehalten, dass die Beschwerdeführerin praktisch
erblindet sei (IV-act. 118). Sodann habe Dr. med. M._ von der Augenklinik am 11. Juli
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2008 erläutert, die Erstkonsultation habe am 6. März 2007 stattgefunden.
Entsprechend liessen sich keine Aussagen für die Zeit davor machen (IV-act. 123). Die
Beschwerdegegnerin führt dazu aus, zum Zeitpunkt der Begutachtung sei die
Sehschwäche noch weniger ausgeprägt gewesen. Eine Verschlechterung sei zeitlich so
einzuordnen, dass ab Anfang 2007 von einer vollen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei.
Bis Ende 2006 könne auf die Einschätzungen im MEDAS-Gutachten abgestellt werden.
Mit der Kritik von Dr. C._ habe sich die MEDAS einlässlich auseinandergesetzt,
worauf verwiesen werde. Die Beschwerdeführerin habe als Hilfsarbeiterin
unterdurchschnittlich verdient, weshalb statt eines Einkommensvergleichs ein
Arbeitsfähigkeitsvergleich unter Berücksichtigung weiterer Nachteile (Leidensabzug)
vorgenommen werden könne. Der Leidensabzug sei auf 5 bis 10% festzusetzen,
weshalb ein Invaliditätsgrad von 52.5 beziehungsweise von 55% resultierte. Eine
Wiedererwägung der Verfügung vom 27. September 2004 stehe ausser Diskussion. Der
Gesundheitszustand habe sich erst per 1. Januar 2005 verschlechtert, weshalb ein
Rentenbeginn auf den 1. Januar 2006 die für die Beschwerdeführerin günstigste
Variante sei. Die Annahme einer Verschlechterung zu diesem Zeitpunkt sei aber nicht
zwingend. Das MEDAS-Gutachten könne auch so verstanden werden, dass lediglich
eine andere Beurteilung eines im Wesentlichen unveränderten Sachverhaltes vorliege.
Dies würde bedeuten, dass eine relevante Verschlechterung erst ab 1. Januar 2007
eingetreten und der Rentenbeginn auf den 1. Januar 2008 festzusetzen sei (G act. 11).
C.c Die Beschwerdeführerin hält in der Replik vom 6. August 2008 an ihren Anträgen
fest. Sie gibt an, die eingeschränkte Sehfähigkeit habe bereits bei der MEDAS-
Begutachtung bestanden, was von den untersuchenden Ärzten übersehen worden sei.
Eine Verschlechterung erst auf Anfang 2007 anzunehmen, sei deshalb nicht
nachvollziehbar. Sodann leuchte nicht ein, weshalb auf einen Einkommensvergleich
verzichtet werden könne. Sie habe immerhin ein Valideneinkommen von Fr. 50'931.--
erzielt (G act 16).
C.d Am 24. September 2008 verzichtete die Beschwerdegegnerin sinngemäss auf eine
Duplik (G act. 20).

Erwägungen:
1.
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Die Beschwerdeführerin hat sich bereits am 23. März 2004 erstmals für Leistungen der
Invalidenversicherung angemeldet. Ihre Anmeldung vom 15. Juni 2005 stellt deshalb
eine Neuanmeldung dar. Es ist unbestritten, dass die Voraussetzungen gemäss Art. 87
Abs. 4 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) erfüllt sind. Es
wurde glaubhaft gemacht, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
verschlechtert hat. Die Beschwerdegegnerin ist deshalb zu Recht auf die
Neuanmeldung vom 15. Juni 2005 eingetreten.
2.
Die Beschwerdegegnerin hat darauf verzichtet, pendente lite eine neue Verfügung zu
erlassen (Art. 53 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Statt dessen hat sie dem Gericht einen
Antrag auf teilweise Gutheissung der Beschwerde und Zusprechung einer ganzen
Rente mit Wirkung ab 1. April 2007 gestellt. Dessen ungeachtet hat das Gericht die
Beschwerde materiell vollumfänglich zu prüfen, wobei es an die Begehren der Parteien
nicht gebunden ist (Art. 61 lit. d ATSG).
3.
3.1 Vorliegend ist die Verfügung vom 5. Dezember 2007 zu beurteilen, weshalb die am
1. Januar 2008 in Kraft getretenen Änderungen der 5. IV-Revision nicht anwendbar
sind.
3.2 Nach aArt. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens
zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine
Viertelsrente. Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden
Invalidität wird gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
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könnte, in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
3.3 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 ATSG). Danach haben
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen.
Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach
zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des
streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Gutachtens
ist nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung entscheidend, ob er für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des
Gutachters begründet sind (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a). Nach der Rechtsprechung des
Bundesgerichts ist bei der Beweiswürdigung der Erfahrungstatsache Rechnung zu
tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE
125 V 351 E. 3b/cc), oder dass sie deren pessimistische subjektive Einschätzung
übernehmen. Dieser Vorbehalt ist nach den Entscheiden des Bundesgerichts i/S S.
vom 20. März 2006 (I 655/05) E. 5.4 und i/S T. vom 13. April 2006 (I 645/05) E. 2.3 auch
für behandelnde Spezialärzte anzubringen. Anderseits kann die Möglichkeit zu längerer
Beobachtungszeit auch Vorteile bieten. Das Bundesgericht hat in diesem Sinn – für den
Fall der Feststellungen eines Hausarztes – festgehalten, das Gericht könne auch auf die
speziellen, etwa dank der langjährigen Betreuung nur einem Hausarzt zugänglichen
Kenntnisse des Gesundheitszustandes eines Versicherten abstellen (nicht
veröffentlichter Entscheid des Bundesgerichts I 255/96, zit. in 4P.254/2005).
4.
Die Beschwerdeführerin ist unbestrittenermassen als Vollerwerbstätige zu qualifizieren.
Die Reduktion des Pensums auf 60% ist gemäss ihrer Anmeldung vom 23. März 2004
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aus gesundheitlichen Gründen erfolgt (IV-act. 1 und 7). Davor hat die
Beschwerdeführerin gemäss dem Auszug aus dem Individuellen Konto (IK-Auszug)
überwiegend vollzeitig gearbeitet (IV-act. 9).
5.
5.1 Die Höhe der behinderungsbedingten Erwerbseinbusse hängt vor allem von der
ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung ab, d.h. davon, in welchem Umfang für die
versicherte Person noch eine Tätigkeit in Betracht fällt (BGE 125 V 261 E. 4). Weil die
Arbeitsfähigkeitsschätzungen der MEDAS gemäss Gutachten vom 18. Dezember 2006
und Ergänzungsgutachten vom 28. Juni 2007 strittig sind, sind diese deshalb im
Einzelnen zu prüfen. Die Beschwerdeführerin rügt, insbesondere die psychiatrische
Begutachtung unter Beizug eines Dolmetschers, der nicht serbischer Muttersprache
sei, sei unzureichend. Sinngemäss macht sie geltend, der Dolmetscher habe sie wohl
nicht richtig verstanden. Das MEDAS-Begutachtung ist wegen der mässigen
Deutschkenntnisse der Beschwerdeführerin unter Mithilfe eines Dolmetschers erfolgt,
der sowohl die serbokroatische als auch die albanische Sprache beherrscht. Aus dem
Gutachten ergeben sich keine Hinweise auf Verständigungsschwierigkeiten. Hingegen
geht daraus hervor, dass die Beschwerdeführerin bei der Erhebung der Anamnese
nicht auf die gutachterlichen Fragen eingegangen ist und konfabuliert hat (vgl. IV-act.
49 S. 19). Der Psychiater Dr. K._ hat angegeben, die Beschwerdeführerin spreche
mässig Deutsch und bemühe sich, Deutsch zu antworten (IV-act. 49 S. 31). Allfällige
Verständigungsprobleme lagen demgemäss mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im
Verhalten der Beschwerdeführerin und nicht in den Übersetzungsfähigkeiten des
Dolmetschers. Dass die Muttersprache der Explorandin auch die Muttersprache des
zugezogenen Dolmetschers sein müsste, wie die Beschwerdeführerin geltend machen
lässt, schreibt die Rechtsprechung nicht vor. Wesentlich ist vielmehr, dass der
Dolmetscher der Sprachen, die er übersetzt, mächtig ist (statt vieler Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 25. Juli 2004, I 642/2001). Unter den
gegebenen Umständen ist die Übersetzung vorliegend nicht zu beanstanden.
5.2 Die Beschwerdeführerin führt weiter aus, wie Dr. C._ schlüssig begründet habe,
habe das metabolische Syndrom entgegen der gutachterlichen Beurteilung Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit. Dr. C._ hat in seinem Bericht vom 26. Februar 2007 die von den
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Gutachtern festgestellten Diagnosen bestätigt. Deren Wertung hat er jedoch als
seltsam beziehungsweise unrealistisch bezeichnet und angegeben, die unter dem
metabolischen Syndrom aufgeführte morbide Adipositas sei für sich allein bereits
krankmachend. Die massive Adipositas bewirke, dass keine stehenden oder gehenden
Tätigkeiten mehr zumutbar seien. Die Polyneuropathie vermindere die Gehsicherheit
und beeinträchtige meistens auch die Gehfähigkeit. Dies kontrastiere zu den
geschätzten Arbeitsfähigkeiten im Ausmass von 80 oder 60% als Küchenhilfe oder
Raumpflegerin. Schliesslich schränke der Verdacht auf eine beginnende Neuropathie
an den Händen die Beschwerdeführerin auch manuell ein (IV-act. 57).
Rechtsprechungsgemäss bewirkt die Adipositas grundsätzlich keine zu
Rentenleistungen berechtigende Invalidität, wenn sie nicht körperliche oder geistige
Schäden verursacht und nicht die Folge von solchen Schäden ist. Hingegen muss sie
unter Berücksichtigung der besonderen Gegebenheiten des Einzelfalles als
invalidisierend betrachtet werden, wenn sie weder durch geeignete Behandlung noch
durch zumutbare Gewichtsabnahme auf ein Mass reduziert werden kann, bei welchem
das Übergewicht in Verbindung mit allfälligen Folgeschäden keine voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit
beziehungsweise der Betätigung im bisherigen Aufgabenbereich zur Folge hat (ZAK
1984 S. 345 E. 3 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 21. März 2007 i.S. B. [I
745/06] E. 3.1). Daraus folgt, dass die morbide Adipositas nur in Kombination mit
weiteren gesundheitlichen Schäden als arbeitsfähigkeitsmindernd anerkannt ist.
5.3 Die Gutachter haben unter der Diagnose eines metabolischen Syndroms
aufgeführt, dass die Beschwerdeführerin an einer Nephropathie leide. Diese habe
bislang nicht leistungsmindernd gewirkt. Weiter ist eine Polyneuropathie festgestellt
worden. Diesbezüglich hat die Beschwerdeführerin bei der Begutachtung angegeben,
unter anderem würden sie die Füsse invalid machen. Sie müsse beim Treppensteigen
schon nach drei Stufen anhalten, allerdings auf Grund des Rückens und der Füsse,
kaum wegen Atemnot. Synkopen habe sie schon zwei- oder dreimal erlitten, letztmals
vor zwei bis drei Monaten anlässlich eines Treppensturzes über 10 Stufen. Nausea
habe sie hie und da (IV-act. 49 S. 17). Während der Untersuchung hat der
Hauptgutachter festgestellt, dass die Beschwerdeführerin unauffällig ins
Untersuchungszimmer kam und sich beim Ausziehen im Stehen mit der rechten Hand
am Tisch abstützte. Der Rombergtest war normal, Ebenausgang mit Ausnahme der
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Langsamkeit ebenso, desgleichen der Fersen-, Zehen- und Strichgang, dreimaliges
"signe du tabouret", erneut in Zeitlupe, nach Insistieren schliesslich dreimal normal
gemacht. Eine Verdeutlichungstendenz sei gegeben (IV-act. 49 S. 20). Beim "signe du
tabouret" handelt es sich um eine ausgeprägte Muskelschwäche, so dass sich die
Patienten nicht ohne Hilfe aus der sitzenden Position erheben können (vgl. Walter
Siegenthaler, André Aeschlimann, Siegenthalers Differenzialdiagnose, S. 491). Bei der
psychiatrischen Begutachtung vom 12. Juli 2006 hat die Beschwerdeführerin
angegeben, sie wisse, dass sie sich bewegen müsse. Sie habe jedoch Angst, sie
könnte stürzen. Sie sei bereits einmal auf den Hinterkopf gestürzt und habe sich einige
Male blaue Flecken geholt. Sie werde einfach bewusstlos. Die Stürze würden sich auch
ereignen, wenn der Zucker in Ordnung sei. Der Psychiater hat in seiner Beurteilung
unter anderem angegeben, im Vordergrund stünden Schmerzen des
Bewegungsapparates, insulinpflichtiger Diabetes bei starkem Übergewicht, ein
offenbar operationsbedürftiger Katarakt sowie gewisse psychovegetative Symptome
wie Schwindel und Gangunsicherheit (IV-act. 49 S. 30 und 31). Der Psychiater hat
dabei die Frage gestellt, ob der Schwindel und die Gangunsicherheit psychisch oder
polyneuropathisch verursacht seien, dies jedoch nicht beantwortet. Der Rheumatologe
hielt in seinem Konsiliargutachten vom 25. Juli 2006 fest, die Beschwerdeführerin habe
einen kleinschrittigen, unsicheren Gang bei verlängerter Standphase rechts (IV-act. 49
S. 34). Daraus folgt, dass sowohl subjektive wie objektive Hinweise darauf bestehen,
dass die Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der Begutachtung an einer
Gehunsicherheit gelitten haben könnte. Eine eigentliche Beurteilung der
Gehunsicherheit und ihrer allfälligen Konsequenzen haben die Ärzte nicht
vorgenommen. Sie haben die Gehunsicherheit aber auch nicht explizit verneint. In der
Arbeitsfähigkeitsschätzung wurde lediglich angegeben, sämtliche Schwerarbeiten mit
Bezug auf Gewichtheben sowie längeres Stehen seien durch die
Wirbelsäulenveränderungen nur noch sehr eingeschränkt zumutbar. Für eine
ausgesprochen manuelle Schwerarbeit mit kraftaufwändigem Faustschluss gelte eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% (IV-act. 49 S. 21). Berücksichtigt wurden somit
hauptsächlich die Rückenbeschwerden sowie die eingeschränkte Funktionsfähigkeit
der Hände. Ob damit auch die Auswirkungen der möglichen Polyneuropathie
berücksichtigt worden sind, geht aus dem Gutachten nicht hervor. Insgesamt ergeben
sich Zweifel, ob der Beschwerdeführerin die Tätigkeit als Raumpflegerin, was ja
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immerhin als mittelschwere Tätigkeit gilt, oder als Küchenhilfskraft tatsächlich zu 60%
beziehungsweise 80% zumutbar wäre. Diese Tätigkeiten sind auch mit häufigem Hin-
und Hergehen und Hantieren der Hände verbunden. Wie Dr. C._ schlüssig dargelegt
hat, ist deshalb die Wertung der Diagnosen nicht überzeugend. Eine weitere
gesundheitliche Schädigung durch die Adipositas ist zu vermuten, die Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit haben könnte. Weitere Abklärungen würden sich deshalb aufdrängen.
Infolge der seit der Begutachtung eingetretenen gesundheitlichen Verschlechterung
(Verlust der Sehschärfe/Sehkraft) kann diese jedoch unterbleiben, wie nachfolgend
gezeigt wird.
5.4 Gemäss der Rechtsprechung ist bei der Adipositas auch die Möglichkeit einer
Gewichtsreduktion zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit zu prüfen (vgl. Urteil des
Bundesgericht vom 19. Juli 2001 i.S. T. [I 70/01] E. 3c). Die MEDAS hat in ihrer
Stellungnahme vom 23. März 2007 denn auch auf ein therapeutisches
Besserungspotential hingewiesen (IV-act. 67). Dazu hat Dr. K._ festgehalten, dass
unter Berücksichtigung psychischer Faktoren von der Beschwerdeführerin durchaus
eine bessere Disziplin bezüglich Gewichtsmanagement abverlangt werden könne. Dies
bedeute die Einhaltung von Diätmassnahmen und regelmässiges Fitness trotz der
geklagten körperlichen Schmerzen (IV-act. 49 S. 32). Damit eine Gewichtsreduktion im
Rahmen der Schadenminderungspflicht zu berücksichtigen ist, sind von den
Gutachtern jedoch weitere Angaben zu machen. Im Gutachten aber fehlen konkrete
Ausführungen darüber, in welchem Ausmass das Gewicht mit einer ärztlich
überwachten Abmagerungskur nach medizinischer Erfahrung voraussichtlich
herabgesetzt werden könnte und welche Zeitspanne dafür einzusetzen wäre (Urteil des
Bundesgericht vom 19. Juli 2001 i.S. T. [I 70/01] E. 3c). Ob bei der bestehenden
massiven und progredienten Adipositas eine massgebliche Gewichtsreduktion erreicht
und damit die Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit innert nützlicher Frist wesentlich
beeinflusst werden könnte, wurde bisher nicht geprüft. Unter diesen Umständen ist bei
der Arbeitsfähigkeitsschätzung die Möglichkeit einer Gewichtsreduktion nicht zu
berücksichtigen.
5.5 Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, betreffend die psychischen
Beschwerden sei nach wie vor auf die Arbeitsfähigkeitsschätzungen von Dr. E._
sowie von Dr. F._ abzustellen. Dr. E._ hat in seinem Bericht vom 1. März 2006 an
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den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin angegeben, während des Klinikaufenthalts
vom 25. April bis 21. Mai 2005 habe eine depressive Störung im Vordergrund
gestanden. Dabei sei nicht untersucht worden, in welchem Ausmass die
Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht beeinträchtigt gewesen sei. Es sei davon
auszugehen, dass die am 21. Mai 2005 attestierte vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit
weiter gelte, da mit keiner Verbesserung zu rechnen sei (G act. 1.2). Diese Aussage ist
insofern widersprüchlich, als trotz der angeblich fehlenden Untersuchung eine
Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben worden ist. Im Bericht vom 10. Juni 2005 haben
die Psychologin D._ und Dr. E._ angegeben, es bestehe eine mittelgradig
depressive Episode mit somatischen Symptomen und es sei weiterhin von einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (IV-act. 21-2/8). Die aktuelle Einschätzung
von Dr. E._ vom 1. März 2006 überzeugt auch deshalb nicht, weil sie lediglich auf
Grund der Akten erfolgt ist. Eine erneute Untersuchung hat er nicht durchgeführt. Die
depressive Episode ist in ihrem Schweregrad erfahrungsgemäss Schwankungen
ausgesetzt, weshalb mit dem Zeitablauf durchaus eine Verbesserung beziehungsweise
Verschlechterung hätte eintreten können (vgl. ICD-10-GM 2009, Systematisches
Verzeichnis, Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter
Gesundheitsprobleme, Ausgabe 2009: Kapitel V (F), psychischer Störungen S. 181).
Der Verzicht auf eine erneute Untersuchung war deshalb nicht zulässig, weshalb auf
den Bericht von Dr. E._ nicht abgestellt werden kann. Hinsichtlich des Berichts von
Dr. F._ ist festzuhalten, dass sich dieser nicht in den Akten befindet, sondern
lediglich im Aktenauszug des MEDAS-Gutachtens erwähnt wird. Die
Beschwerdegegnerin hätte diesen Bericht einfordern müssen. Eine nachträgliche
Edition kann jedoch unterbleiben, wie sich nachfolgend zeigt. Gemäss dem
Aktenauszug hat Dr. F._ am 25. Januar 2006 gegenüber Dr. B._ angegeben, dass
bei der Beschwerdeführerin eine deutliche psychische Störung depressiver Art und
eine Somatisierungsstörung von Krankheitswert vorliege. Eine volle Dispensation von
der Arbeit lasse sich damit jedoch nicht begründen, ihm scheine es angemessen, eine
50%ige Arbeitsunfähigkeit zu attestieren (IV-act. 49 S. 10). Wie Dr. K._ anlässlich der
MEDAS-Begutachtung angegeben hat, konnte er im Gegensatz zu 2005 (Konsilium Dr.
F._: "deutlich depressive Störung") keine Symptome mehr finden, welche die
Diagnose einer depressiven Episode begründet hätten. Dazu führte er aus, die
Beschwerdeführerin wirke aktuell nicht mehr depressiv, sondern sei lediglich im
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Rahmen der Schmerzsymptomatik, der internistischen Problematik und der finanziellen
Sorgen in ihrer Befindlichkeit gestört. Die Somatisierungsstörung hat er als eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung bestätigen können (IV-act. 49 S. 32). Diese
Einschätzung wirkt – jedenfalls für den Begutachtungszeitraum (Juli 2006) –
überzeugend und nachvollziehbar. Ausserdem hat sich Dr. K._ mit der früheren
Einschätzung von Dr. F._ auseinandergesetzt und begründet, weshalb er zu einer
anderen Einschätzung gelangt. Es ist anzunehmen, dass es in psychischer Hinsicht seit
Anfang 2006 wieder zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes gekommen war.
5.6 Schliesslich macht die Beschwerdeführerin geltend, die MEDAS-Ärzte hätten die
eingeschränkte Sehfähigkeit übersehen, weshalb das Gutachten mangelhaft sei. Aus
den Akten ist ersichtlich, dass bereits Dr. B._ im Juli 2005 eine wachsende
Retinopathie festgestellt hat (IV-act. 21). Bei der Retinopathie handelt es sich um eine
nicht entzündliche bedingte Netzhauterkrankung. Diese kann als Spätfolge eines
Diabetes mellitus auftreten und zu Sehschärfenverlust führen (vgl. Pschyrembel,
Klinisches Wörterbuch, 261. Auflage, S. 1655). Auch die Ärzte der MEDAS haben die
Retinopathie in ihren Diagnosen aufgeführt, allerdings nicht gestützt auf eine eigene
ophthalmologische Untersuchung, sondern auf Grund des beigezogenen
Konsiliarberichts der Augenklinik Teufen (Dr. N._) vom 11. Oktober 2002. Darin war
unter anderem bereits die Diagnose einer "milden nicht-proliferativen diabetischen
Retinopathie" beschrieben worden. Gemäss Angaben der Beschwerdeführerin, war es
ihr zum Begutachtungszeitpunkt (11./12. Juli 2006) aber noch möglich, Television zu
schauen, die grossen Buchstaben einer Zeitung zu lesen, Kleineinkäufe zu erledigen
und das Mittagessen zuzubereiten. Auf Nachfrage hat sie angegeben, dass das Lesen
zwar mühsam, aber mit der Brille noch möglich sei. Sie wolle den grauen Star zu
gegebener Zeit operieren lassen (IV-act. 49 S. 13 und 16). Zu dieser Zeit war die
Beschwerdeführerin bereits nicht mehr ausserhäuslich tätig. Es ist davon auszugehen,
dass bei dieser Ausgangslage die eingeschränkte Sehfähigkeit nach dem subjektiven
Empfinden der Beschwerdeführerin noch nicht gravierend ins Gewicht fiel. Die
Gutachter haben die Klagen der Beschwerdeführerin über ihre Sehbehinderung zwar
notiert, aus der Arbeitsfähigkeitsschätzung geht jedoch nicht hervor, ob diese bereits
geklagte, aber über das Fachgebiet des Rheumatologen und Internisten
hinausgehende Beeinträchtigung berücksichtigt worden ist. Eine fachärztliche
(ophthalmologische) Untersuchung wurde nicht gemacht. Bereits wenige Monate
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später (im März 2007) ist in der Augenklinik des Kantonsspitals St. Gallen ein massiver
Sehschärfenverlust mit einer Restsehfähigkeit von noch 10% festgestellt worden (IV-
act. 64). Die MEDAS hat dennoch in ihrem Ergänzungsgutachten vom 28. Juni 2007 für
einfachste Arbeiten ohne hohe Visusanforderungen eine Restarbeitsfähigkeit von 50%
als zumutbar erachtet (IV-act. 78). Aus dem Schreiben der behandelnden Augenärzte
des Kantonsspitals St. Gallen vom 16. November 2007 an den Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin ist allerdings ersichtlich, dass trotz verschiedener therapeutischer
Massnahmen und Hilfsmitteleinsatzes nicht mit einer nennenswerten Verbesserung der
Sehschärfe zu rechnen sei und die Einschränkung, wie sie im März 2007 festgestellt
wurde, bleiben würde. Die Beschwerdeführerin sei damit "legal blind" und es sei nicht
realistisch, dass sie auch nur teilweise am Arbeitsleben noch würde teilnehmen können
(IV-act. 106). Auf dem Hintergrund dieses Berichts über den Verlauf der Retinopathie-
Erkrankung vermag die von der MEDAS im Juli 2007 attestierte
Arbeitsfähigkeitsschätzung (50 %) nicht zu überzeugen. Bei einer verbliebenen
Sehschärfe von 10% sowie der vom begutachtenden Augenarzt Dr. I._ notierten
erheblichen Einschränkungen im Alltag, der Unmöglichkeit, Einkaufen zu gehen, da sie
das Geld oder die Beschriftungen nicht mehr erkennen bzw. lesen könne (IV-act.
78-4/5), ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Leistungsfähigkeit von 50%
mehr realisierbar. Arbeitsplätze in geschützten Werkstätten sind vorliegend nicht zu
berücksichtigen. Der RAD-Arzt Dr. O._ kommt in seiner Stellungnahme vom
25. Februar 2008 denn auch zum Schluss, eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in allen
Tätigkeiten im Erwerb sei spätestens ab Ende 2006 / Anfang 2007 anzunehmen (IV-act.
114). Diese Einschätzung erscheint auch dem Gericht überzeugend.
5.7 Im Verfügungszeitpunkt (5. Dezember 2007) ist somit eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit ausgewiesen. Näher zu prüfen ist im Folgenden,
ab wann von dieser vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit auszugehen ist und ob bzw.
seit wann bereits zuvor eine rentenbegründende Arbeitsunfähigkeit vorlag.
6.
6.1 Die Ärzte der Augenklinik am Kantonsspital St. Gallen haben die massive
Einschränkung des Sehvermögens bei der Beschwerdeführerin erstmals im März 2007
festgestellt. Es ist indessen davon auszugehen, dass sich die Sehschärfe infolge der
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diabetischen Retinopathie allmählich verschlechtert hat und daher das Sehvermögen
bereits vor dem Frühjahr 2007 massgeblich vermindert und die Arbeitsfähigkeit
dadurch entsprechend beeinträchtigt war. Für die Zeit vor März 2007 finden sich in den
Akten keine verbindlichen ärztlichen Angaben zum Sehvermögen der
Beschwerdeführerin. Anlässlich der Untersuchung durch die MEDAS-Ärzte im Juli 2006
stand nach der Beschwerdenschilderung der Explorandin die Sehschärfenminderung
indessen nicht im Vordergrund und gab keinen Anlass zu einer spezialärztlichen
Abklärung. Es ist daher anzunehmen, dass der Sehkraftverlust damals noch nicht so
weit fortgeschritten war, um eine vollständige Arbeitsunfähigkeit nach sich zu ziehen. In
seiner Stellungnahme vom 25. Februar 2008 hat der RAD-Arzt dafürgehalten, der
Sehkraftverlust in dem im März 2007 diagnostizierten Ausmass dürfte bereits seit Ende
2006/Anfang 2007 eingetreten sein. Diese Einschätzung erscheint – auch auf dem
Hintergrund der Krankengeschichte – überzeugend. Damit ist seit Januar 2007 von
einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit auszugehen und die
Beschwerdeführerin hat in Anwendung von Art. 88a Abs. 2 IVV mit Wirkung ab 1. April
2007 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.
6.2 In der angefochtenen Verfügung ist der Beschwerdeführerin ab Januar 2006
gestützt auf eine durchgehende 50%ige Arbeitsfähigkeit eine halbe Rente
zugesprochen worden. In der Beschwerdeantwort räumt die Beschwerdegegnerin der
Beschwerdeführerin Anspruch auf eine ganze Rente ab April 2007 ein und beantragt
entsprechend die teilweise Gutheissung der Beschwerde. Demgegenüber verlangt die
Beschwerdeführerin eine ganze Rente bereits ab Januar 2004.
6.3 Ist eine versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch zu
durchschnittlich 40% arbeitsunfähig gewesen, so entsteht ein Rentenanspruch
(aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG). Aus den Akten ist vorliegend ersichtlich, dass der Hausarzt
mit Bericht vom 22. Juni 2004 eine Arbeitsunfähigkeit von 25% seit 8. Januar 2003
attestiert hat (IV-act. 11). Die Beschwerdeführerin hat noch bis Ende August 2004
gearbeitet (in einem Pensum von 60%) und darauf die Stelle aus gesundheitlichen
Gründen verloren. Die IV-Stelle hat mit Verfügung vom 27. September 2004 ein
Rentengesuch der Beschwerdeführerin bei einem Invaliditätsgrad von 25%
abgewiesen. Seit September 2004 war die Beschwerdeführerin zu 100% arbeitsunfähig
und es wurden ihr von der Krankentaggeldversicherungen Leistungen ausgerichtet (IV-
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act. 29, 48-5/36). Vom 14. bis 26. Oktober 2004 war die Beschwerdeführerin wegen
entgleister Blutzuckerwerte hospitalisiert und somit 100% arbeitsunfähig. Aus den
Akten lässt sich nicht eruieren, ob die Beschwerdeführerin nach dem Spitalaufenthalt
wieder vollumfänglich oder teilweise arbeitsfähig erklärt worden war. Die
Beschwerdeführerin hat ab Januar 2005 einen neuen Hausarzt aufgesucht (IV-act. 25).
Dr. B._ hat deshalb erst ab Januar 2005 eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit bis
am 28. Juni 2005 bestätigt. Für die Zeit danach hat er eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für
eine körperlich leichte Tätigkeit in Wechselbelastung als zumutbar erachtet (Bericht
vom 31. August 2005 [IV-act. 30]). Entsprechend den Krankentaggeldzahlungen ist mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
weder im November noch im Dezember 2004 eine Teilarbeitsfähigkeit wiedererlangt
hat, weshalb eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit von September 2004 bis Ende Juni 2005
anzunehmen ist. Die von Dr. B._ attestierte 50%ige Arbeitsfähigkeit ab Juli 2005 sind
von Dr. C._ sowie Dr. F._ in ihren jeweiligen Berichten bestätigt worden (vgl. IV-act.
21/6 und 49 S. 9). Die Beschwerdeführerin hat sich in der Folge auch bei der
Arbeitslosenversicherung angemeldet. Ab Juli 2005 war es der Beschwerdeführerin
deshalb im Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht zumutbar, eine leidensadaptierte
Tätigkeit im Umfang von 50% zu suchen und anzunehmen. Bei der Gegenüberstellung
eines Valideneinkommens von Fr. 48'585.-- und des Invalideneinkommens von Fr.
21'863.-- (Fr. 48'585.-- x 0.5 [50%-Pensum] x 0.9 [10% Abzug]) resultiert ab diesem
Zeitpunkt ein Invaliditätsgrad von 55%.
6.4 Das Wartejahr mit einer durchschnittlichen 40%igen Arbeitsunfähigkeit war somit
Ende November 2004 erfüllt (100%ige Arbeitsunfähigkeit während 09/2004, 10/2004,
11/2004, davor durchschnittliche 25%ige Arbeitsunfähigkeit seit 01/2003). Bis Juli 2005
war die Beschwerdeführerin weiterhin 100% arbeitsunfähig. Sie hat deshalb ab
Dezember 2004 Anspruch auf eine ganze Rente. Einer Rentenzusprache ab Dezember
2004 steht das abgewiesene Leistungsbegehren gemäss Verfügung vom
27. September 2004 nicht im Weg. Ab Oktober 2005 hat die Beschwerdeführerin in
Anwendung von Art. 88 Abs. 2 IVV Anspruch auf eine halbe Rente. Ab April 2007
steht ihr wiederum eine ganze Rente zu, weil der Beschwerdeführerin auf Grund des
faktisch vollständigen Sehschärfenverlusts keine Arbeitstätigkeit mehr zumutbar ist.
7.
bis
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7.1 Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die angefochtene Verfügung in
Gutheissung der Beschwerde dahingehend abzuändern, als die Beschwerdeführerin ab
dem 1. Dezember 2004 bis 30. September 2005 Anspruch auf eine ganze Rente hat.
Ab Oktober 2005 besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente bis 31. März 2007. Ab
April 2007 hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine ganze Rente. Die Sache wird
zur Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten Leistung an die
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.
7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt. Da sie gemäss Art. 3
Abs. 1 lit. b des st. gallischen Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über die
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (sGS 350.1) Teil der
Sozialversicherungsanstalt und damit Teil einer selbständigen öffentlich-rechtlichen
Anstalt ist, kommt Art. 95 Abs. 3 VRP (Befreiung von der Pflicht zur Übernahme
amtlicher Kosten) nicht zur Anwendung (vgl. Urs Peter Cavelti/Thomas Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., 2003, Rz 792). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb
die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.- -zu bezahlen. Der geleistete
Kostenvorschuss wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet.
7.3 Die obsiegende beschwerdeführende Partei hat bei diesem Verfahrensausgang
einen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die Parteientschädigung bemisst sich
gemäss Art. 61 lit. g ATSG nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit
des Prozesses. Unter Berücksichtigung dieser Kriterien erweist sich eine
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als
angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG
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