Decision ID: b5222215-c363-4029-b246-f17b1cbc5716
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, 1977, ist bei der
Hotela
Krankenkasse (nachfolgend
Hotela
) krankentaggeldversichert.
Aus den
Akten sowie den
Angaben der
Hotela
geht hervor, dass die
Hotela
vom
1
8.
Juni 2012 bis 3
1.
Januar
2014
Taggeldleis
tungen
ausgerichtet hat (vgl.
Urk.
15/A73-A92).
Mit Verfügung vom 1
6.
Okto
ber
2014 (
Urk.
15/A66) stellte die
Hotela
die Taggeldleistungen ab dem
1.
Febru
ar 2014 ein. Die dagegen erhobene Einsprache der Versicherten vom 1
7.
November 2014 (
Urk.
15/A69) wies die
Hotela
mit
Einspracheentscheid
vom 2
6.
Juni 2015 ab (
Urk.
15/A72 =
Urk.
2).
2.
Die
Versicherte erhob am 3
1.
August 2015 Beschwerde (
Urk.
1) gegen den
Ein
spracheentscheid
vom 2
6.
Juni 2015 (
Urk.
2) und beantragte, de
r
Einspracheent
scheid
und die Verfügung
sei
en
aufzuheben und es seien ihr ab dem
1
.
Februar 2015 (
richtig
wohl
:
2014) Krankent
aggelder
wegen 100%iger Arbeitsunfähig
keit
auszurichten.
Die
Hotela
beantragte mit Beschwerdeantwort vom
6.
November 2015 die Ab
wei
sung der Beschwerde (
Urk.
14).
Dies wurde der Beschwerdeführerin am 1
0.
November 2015 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
16).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 67 Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) kön
nen Personen, die in der Schweiz Wohnsitz haben oder erwerbstätig sind
und die das 15., aber noch nicht das 65. Altersjahr zurückgelegt haben, bei ei
nem
Krankenversicherer eine Taggeldversicherung abschliessen. Die
Taggeld
versi
che
rung
kann als
Einzel- oder
Kollektivversicherung abge
schlos
sen werden (
Art.
67
Abs.
3 KVG).
1.2
Nach
Art.
72
Abs.
1 KVG vereinbart der Versicherer mit dem Versicherungs
nehmer das versicherte Taggeld. Sie können die Deckung auf Krankheit und Mut
ter
schaft beschränken. Der Taggeldanspruch entsteht, wenn die versicherte Per
son mindes
tens zur Hälfte arbeitsunfähig im Sinne von Art.
6 des Bundes
geset
zes über den Allgemeinen Teil des S
ozialversicherungsrechts (ATSG) ist.
Ist nichts anderes vereinbart, so entsteht der Anspruch am dritten Tag nach der Erkrankung. Der Leistungsbeginn kann gegen eine entsprechende Herabsetzung der Prämie aufgeschoben werden. Wird für den Anspruch auf Taggeld eine
Warte
frist vereinbart, während welcher der Arbeitgeber zur Lohnfortzahlung ve
r
pflichtet ist, so kann die Mindestbezugsdauer des Taggeldes um diese Frist ver
kürzt werden (Art. 72 Abs. 2 KVG). Das Taggeld ist für eine oder mehrere Er
kran
kungen während mindestens 720 Tagen innerhalb von 900 Tagen zu leis
ten.
Art.
67 ATSG ist nicht anwendbar (
Art.
72
Abs. 3 KVG).
1.3
Nach Art. 6 ATSG ist Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der kör
per
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teil
weise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2).
1.4
Um
die Arbeitsunfähigkeit
beurteilen
zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der
Vor
ak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.6
Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht
dür
fen
eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen über
zeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Ent
scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem
Be
weis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Mög
lich
keit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Ge
richt folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen mög
lichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
(Urk. 2) davon aus, gestützt auf das Gutachten von
Dr.
Y._
sei die Beschwerde
führerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Zimmermädchen voll arbeitsfähig. Auf das Gutachten sowie die ergänzende Stellungnahme könne vorliegend ab
gestellt werden. Dem Gutachten sowie der ergänzenden Stellu
ngnahme von
Dr.
Y._
k
omme
volle Beweiskraft zu
(S. 4)
.
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt (
Urk.
1)
, dass ab Februar 2014 ein neuer Versicherungsfall zur Beurteilung stehe. Das
MRI vom 2
1.
Januar
2014 zeige neu degenerative Veränderungen der Zwi
schen
räume C5-6 sowie eine Diskushernie
C5-
6 und C6-7.
Angesichts dieser Befunde bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S.
4).
Die
Beschwerdegegne
rin
stelle nun allein auf eine Aktenstellungnahme von
Dr.
Y._
ab, was von einer rechtsungleichen Behandlung zeuge und deswegen kein Rechtsschutz finden dürfe.
Es wäre richtig und rechtsgleich gewesen, wenn die
Beschwerde
gegnerin
diesen Sachverhalt als neuen Versicherungsfall behandelt
hätte und ab Februar
2014 allein gestützt auf die Arbeitsunfähigkeitszeugnisse
Taggeldleis
tungen
aus
richten würde
(S.
5 f.).
Der Stellungnahme von
Dr.
Y._
komme zudem keinerlei Beweiswert zu
(S. 6 f.)
.
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Taggeldleistungen per
31
.
Januar
2014 zu Recht eingestellt hat.
3.
3.1
Prof.
Dr.
med. Z._
, Facharzt für Neurologie, berichtete am 1
9.
Juli 2012 (
Urk.
15/B1) und führte aus, dass die Beschwerdeführerin seit vier bis fünf
Monaten an einem beidseitigen mittelschweren Karpaltunnelsyndrom (CTS) so
wie
einer
Epicondylopathie
leide. Es sei eine Operation vorgesehen, nach wel
cher mit einer Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit zu rechnen sei.
3.2
Am
1.
Oktober 2012
wurde das Karpaltunnelsyndrom rechts (vgl.
Urk.
15/B4) und am
8.
März 2013 das Karpaltunnelsyndrom links (vgl.
Urk.
15/B8) operiert.
3.3
Dr.
med. A._
, Facharzt für Chirurgie, leitender Arzt
B._
,
berichtete am 3
0.
Janu
ar 2013 (
Urk.
15/B6) und führte
aus, dass
sich bei der
Be
s
chwer
deführerin eine langsame Besserung der Gesamtsituation zeige. Die
Haupt
prob
lematik
fokussiere sich auf den Schulterbereich beidseits mit ausge
prägten Ver
härtungen der Schultermuskulatur und Nackenmuskulatur. Die Ergo- und Phy
siotherapie werde weitergeführt.
3.4
Dr.
med. C._
, Fachärztin für Anästhesiologie,
Oberärztin am
B._
, Schmerz- und
Kom
plementärmedizin
,
berichtete am 1
8.
April 2013
(
Urk.
15/B11) und führte aus, dass
die Beschwerdeführerin über Schmerzen im Schultergürtel, in den Armen beidseits und im Nacken klage.
3.5
Dr.
A._
berichtete am
5.
Juni
2013 (
Urk.
15/B14) und führte aus, dass even
tuell zusätzlich zur persistierenden Problematik im Operationsgebiet zen
trale Störungen im Sinne eines C4-Syndroms oder einer
Stammnervenkom
pression
noch einmal abzuklären sei. Möglicherweise sei eine bildgebende Mass
nahme der zervikalen Nervenwurzel angezeigt.
Aufgrund der starken Schmerzen bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
3.6
Dr.
med. D._
, Facharzt für Neurologie,
B._
, berichtete am 1
2.
Juni 2013 (
Urk.
15/B15)
und führte aus, die Beschwerdeführerin beschreibe einerseits eine starke
Druckdolenz
im Bereich der Operation, daneben würden
auch Schmerzen im Bereich des Verlaufs des
Nervus
medianus
bestehen. Seit d
er Operation sei sie im Schulter-Nacken-Bereich
stark verspannt
. Ein
Halswir
bel
säulen
(HWS)-Provokationsmanöver sei beidseits negativ. Es bestünden deut
liche
Myogelosen
der
Skalenusmuskulatur
linskbetont
, daneben auch im Bereich des
Musculus
trapezius
und der paraspinalen Muskulatur mit entspre
chender
Druck
dolenz
.
Es bestehe insgesamt eine etwas schwierige Situation mit grossem
Lei
dens
druck
und Aufmerksamkeitsfokussierung auf die verschiedenen Beschwer
de
n. Auffallend seien die muskulären Verspannungen im Schulter-Na
cken-Bereich mit positivem Provokationstest der
Skalenuslücke
. Von daher werde empfohlen, mit physiotherapeutischen Massnahmen die
Skalenuslücke
aktiv
auf
zudehnen
.
Neurographisch seien auf der linken Seite keine Auffällig
keiten, klinisch gebe es auch keine Hinweise auf eine
radikuläre
Symptomatik. Mit einer Bildgebung sei deshalb Zurückhaltung geboten. Bei persistierenden Be
schwerden könne dies aber in Form eines MRI der HWS
und
allenfalls des Plexus
brachialis
links gemacht werden, um die Diagnostik zu vervollständigen. Ins
gesamt habe er allerdings das Gefühl, dass die grundlegende Problematik die muskulären Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich seien.
3.7
Mit
Z
eugnis vom
6.
November 2013 (
Urk.
15/B43) attestierte
Dr.
C._
eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
ab dem
1.
November 2013.
3.8
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates, erstattete am 2
8.
November 2013 sein ortho
pädisch-chirurgisches Gutachten
(
Urk.
15/B16)
gestützt auf die Akten sowie die
vertrauensärztliche Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 1
9.
August 201
3
.
Er nannte folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 5):
Status nach Spaltung
Retinaculum
flexorum
rechts am
1.
Oktober 2012
Status nach Spaltung
Retinaculum
flexorum
links am
3.
August (richtig:
8.
März
)
2013
Myogelosen
im Bereich der
Brustwirbelsäule (
BWS
)
bei Status nach abge
laufenem Morbus Scheuermann und Spondylose sowie
Spondyl
ar
throse
der BWS
Adipositas Grad I
Er
führte aus, die Beschwerdeführerin klage über Schmerzen in der rechten Hand, insbesondere nach körperlicher Beanspruchung
,
sowie Schmerzen in der linken Hand im Bereich der Operationsnarbe. Sie habe das Gefühl,
dass
die Be
schwerden von den Händen in den Nacken ausstrahlen
würden
(S. 4 oben).
Während de
r Anamneseerhebung sei kein Lei
desdruck festgestellt erkennbar gewesen. Trotz Anwesenheit der Übersetzerin habe die Beschwerdeführerin auf die gestellten Fragen oft mit Verzögerung geantwortet. Manche Fragen hätten mehrfach wiederholt werden müsse
n
, da sie ganz anders geantwortet habe. Während der Untersuchung hätten Symptomausweitungen und Inkonsistenzen festgestellt werden können. Die Beschwerdeführerin habe während der Untersu
chung sehr oft gezeigt, was sie mit ihren Armen nicht ma
chen könne und dabei genau die
Bewegung ausgeführt, d
ie ihr Schmerzen bereiten solle
.
Bei der
manualdiagnostischen
Untersuchung habe keine Blockade der HWS festgestellt werden können, die Kiefergelenke seien frei gewesen. Bei der
grobneurologi
schen
Untersuchung seien die Muskeleigenreflexe schwach auslösbar gewesen, das
Tinel
-Zeichen über der Loge de
Guyon
und dem
Nervus
medianu
s
sei beid
seits negativ gewesen. Während der Untersuchung des
Tinel
-Zeichens im Be
reich des
Sulcus
Nervus
ulnaris
seien beidseits Schmerzen angegeben worden.
Die Durchblutung und die Motorik seien ohne pathologischen Befund. Es be
stehe kein Kompressionsschmerz über der HWS.
Er habe eine Blockade der Th4 rechts sowie die
Kibler’sche
Falte mit Schmerzangabe bei Bewegung der rechten Schulter ertasten können
(S. 4
)
.
Die
Muskelbemantelung
beider Schultern sei gleichmässig ausgeprägt. Beide Schultern seien seitengleich frei beweglich. Die Neer-Zeichen und der Apprehensions-Test seien beidseits negativ. Die
Schürzer
-Zeichen
bestünden
beidseits bis Th
6.
Die Muskulatur sei an beiden Oberarmen seitengleich ausgeprägt. Es sei keine Atrophie im Bereich der Oberarme und Unterarme er
sichtlich. Beide Ellenbogen seien seitengleich frei beweglich. Es sei ein Druckschmerz im Bereich des
Epicondylus
medialis
rechts angegeben wor
den. Die Narben an den Handgelenken seien nicht
druckdolent
. Es bestehe keine Atrophie im Bereich beider Hände.
Die Röntgenbilder der HWS hätten einen altersentsprechenden Befund ergeben. Die Röntgenbilder der Brustwirbelsäule
(BWS)
hätten Zeichen eines abgelaufenen Morbus Scheuermann mit vermehrter BWS-Kyphose und Keilwirbel von Th6/Th7 sowie
Spondylophyten
ergeben.
Es bestehe eine Verschmälerung der zwischenvertebralen Räume
(S. 5)
.
Bei der Untersuchung vom 1
9.
August 2013 hätten keine pathologischen Befunde an beiden Händen festgestellt werden können, insbesondere keine Atro
phie, keine Sensibilitätsstörungen der Hände, keine vermehrte Schweiss
bil
dung und keine trophischen Veränderungen der Haut.
Es hätten lediglich aus
geprägte
Myogelosen
im Bereich der BWS und beider Schultern festgestellt werden kön
nen.
Die radiologisch festgestellten Veränderungen im Bereich der BWS könn
ten für diese Beschwerdesymptomatik verantwortlich sein. Die Be
schwerdefüh
rerin sei für ihre zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Zimmermädchen ar
beitsfähig.
Die Operationen hätten die Symptomatik des
Karpaltunnel
syn
droms
beidseitig beseitigt. In den postoperativen Verläufen sei es zu Schmerzen im Bereich der Narben gekommen. In der Untersuchung vom 1
9.
August 2013 hätten die beklagten Beschwerden nicht verifiziert werden können. Die Be
schwerden im Bereich beider Schultern und im Nacken seien funktioneller Natur und könnten durch entsprechende physiotherapeutische Behandlung beseitigt werden. Sie hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdefüh
rerin
(S. 5 f.)
.
Es werde eine physikalische Therapie im Bereich beider Schultern
und der ge
samten BWS mit Auflegung eines Heimprogramms zur Dehnung der gesamten Muskulatur der Wirbelsäule empfohlen. Die Durchführung einer
manualthera
peutischen
Behandlung wäre von Vorteil (S. 6 Mitte).
3.
9
Im Bericht über e
ine
am 2
1.
Januar 2014 durchgeführte
Magnetresonanz-Tomo
graphie (MRI) der oberen
Thoraxapertur
(
Urk.
15/B17)
wurde
eine harmonische Halslordose sowie eine normale Form der abgebildeten Wirbelkörper
erwähnt
.
Das MRI zeig
e dege
nerative Veränderun
gen der Zwischenwirbelräume C5-
6 und C6-7 mit typi
scher Signalabsenkung. Weiter wurde eine dorsale rechts
para
mediane
Dis
kushernie
C5-6 mit Einengung des vorderen
Subarachnoidalraums
und Kom
pression des
Myelons
sowie eine
breitbasige
dorsale Diskushernie C6-7 ohne gravierenden
stenosierenden
Charakter festgestellt. Ein
Myelopathiesignal
ha
be
sich nicht darstellen lassen.
Der mitabgebildete Abschnitt des
Myelons
ein
schliesslich des
kraniozervikalen
Übergangs ha
be
sich regelrecht
dargestellt.
Die parazervi
kale Muskulatur beidseits stelle
sich symmetrisch mit regelrechter
Sig
nalgebung
dar. Es bestehe
kein Hinweis auf eine monolaterale oder bilaterale Fettgewebsreduktion.
3.10
Die Ärzte der
E._
berichteten am 1
4.
Juli 2014 (
Urk.
15/B19) und nannten folgende Diagnosen:
chronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom mit/bei
breitbasiger
medianer Diskushernie C5/6 und C6/7 ohne
Nerven
wurzel
kompression
Läsion des Wirbelkörpers C5
Sie führten aus, dass die Beschwerdeführerin über chronische Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in die rechte Schulter berichte. Die Untersuchung ergebe eine leichte Klopf- und
Druckdolenz
über der oberen und mittleren HWS. Bewegun
gen der HWS seien in sämtliche Richtungen mit Provokation von
Nacken
schmerzen
möglich.
Der
Spurling
-Test sei negativ (S.
1). Das MRI vom 2
1.
Januar 2014 zeige eine
breitbasige
dorsale Diskushernie C5/6 und C6/7 ohne Nervenwurzelkompression. Es bestehe eine leichte Kompression des
Myelons
im Segment C5/6 sowie eine Signalalteration im Wirbelkörper C
5
(S. 2 oben)
.
Die
Ursache der
S
chmerzen der Beschwerdeführerin sei die Diskushernie im Segment
C5/
6.
In ei
nem ersten Schritt
w
e
rde
die Durchführung von konservativen Mass
nahmen mit aktiver Physiotherapie (zervikale Traktion) sowie eine
Schmerz
the
rapie
empfohlen
(S. 2)
.
Mit Bericht vom 1
5.
August 2014 (
Urk.
15/B20) führten die Ärzte der
E._
aus, dass die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsunfähig sei.
3.11
Am 2
9.
August 2014 (
Urk.
15/B21) berichteten die Ärzte der
E._
über die am 2
2.
August 2014 durchgeführte Computertomographie (CT) der HWS und führten aus, das Knochenmarksödem im Bereich des Segments C5/6 entspreche in erster Linie einer „degenerative
Modic
Typ I“-Veränderung.
Die intravertebralen
Foramina
seien im Segment C
5/6 und C6/7
leichtg
r
a
dig
einge
engt.
Die Beschwerdeführerin berichte über eine Verbesserung der
Schmerzsymp
to
matik
seit einem Monat. Es werde die Durchführung von konservativen Mass
nahmen mit aktiver Physiotherapie empfohlen.
3.12
Dr.
Y._
nahm am
5.
Oktober
2014 Stellung (
Urk.
15/B22) zu den neu eingegan
genen Berichten und führte aus,
im Bericht der
E._
vom
1
4.
Juli
2014 sei festgehalten worden, dass in der klinischen Untersuchung keine
objektiven pathologischen Befunde festgestellt worden seien.
Subjektiv klage die Beschwerdeführerin bei der Untersuchung über Schmerzen bei Bewe
gung der HWS sowie bei der Palpation. Als radiologische Untersuchung sei das MRI vom 2
1.
Januar 2014 zitiert und als Ursache für die beklagten Beschwerden die
breitbasige
Diskushernie C5/6
ausgemacht worden.
Im Bericht vom 2
9.
August 2014 werde eine Besserung nach der durchgeführten Therapie fest
gehalten und ausgeführt, dass die Beschwerden nur unter Belastung schlimmer seien, wobei die Bel
a
stung nicht spezifiziert worden sei
(S. 1 f.)
.
In seiner Untersuchung vom 1
9.
August 2013 seien keine objektiven pathologi
schen Befunde feststellbar gewesen. Die Beschwerdeführerin leide nach ihren Angaben zumindest seit 2012 an Beschwerden in beiden Händen, welche in der Untersuchung von August 2013 nicht hätten verifiziert werden können. Eine
am 1
1.
Juli 2013 durchgeführte elektrophysiologische Nachkontrolle habe un
auf
fällige Werte gezeigt.
Dr.
C._
schreibe in ihrem Bericht vom 1
8.
Juli 2013, dass die rechte Hand praktisch beschwerdefrei sei. In beiden Berichten der
E._
werde festgehalten, dass bei der Beschwerdeführerin keine
motorischen Defizite und
keine
Hypästhesien
(verminderte Sensibilität)
an bei
de
n oberen Extremitäten feststellbar seien.
Bei der Dauer der beklagten Be
schwerden sollte zudem eine Atrophie der Muskulatur am rechten Arm objekti
vierbar sein.
Der
Spurling
-Test, der eine sehr hohe Spezifität betreffend durch Diskushernien im HWS-Bereich verursachte Beschwerden
habe,
sei ebenfalls negativ gewesen.
Somit seien die radiologisch festgestellten Veränderungen im Segment C5/6 nicht
als Ursache der beklagten Beschwerden zu sehen. Die beklagten Be
schwerden seien funktionell bedingt zu sehen. Dafür spreche auch die Besse
rung der Be
schwerden nach Behandlung mit aktiver Physiotherapie und Trak
tion.
Die Beschwerdeführerin habe zuletzt bis Juni 2012 als Zimmermädchen gearbei
tet. Dabei habe sie die Wäsche wechseln, Fenster und Badezimmer putzen sowie die Böden in den Zimmern staubsaugen müssen. In ihrer Arbeit habe sie keine Tätigkeiten
mit Heben und Tragen von Lasten
über die Horizontale
respektive über Kopf ausführen müssen.
Für diese Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin arbeitsfähig (S. 2).
3.13
Die
Ärzte der
E._
berichteten
am 31. Oktober 2014
(
Urk.
15/B23) und führten aus,
dass die Physiotherapie zwischenzeitlich sistiert worden sei. D
ie Ursachen für die persistierenden Beschwerden blieben
weiterhin
unklar
. Z
ur
differen
tialdiagnostischen
Abklärung
werde
eine Facettengelenks
infiltration C5/6
und C6/7 empfo
hlen
.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stellte die Taggeldleistungen gestützt auf das Gut
ach
ten von Dr.
Y._
von November 2013 sowie seine Stellungnahme von Oktober 2014
per
31
.
Januar
2014 ein.
4.2
Das Gutachten
sowie die Stellungnahme
von
Dr.
Y._
entspre
chen
den erforderlichen Kriterien
an den Beweiswert eines Gutachtens
(vorstehen
d E. 1.5)
, so dass für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden kann.
Insbesondere leuchtet das Gutachten
in der Darlegung der medizinischen Zusam
me
n
hänge
ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheits
zustand und Arbeitsfähigkeit werden
begründet.
Dr.
Y._
setzte sich
ausserdem
mit diver
gierenden Befunden und insbesondere
auch mit den Beschwerden der Schultern und der HWS
auseinander.
Das Gutachten sowie die Stellungnahme tragen somit
der konkreten medizi
nischen Situation Rechnung.
A
nlässlich
seiner Untersuchung der Beschwerdeführerin vom 1
9.
August 2013
konnte
Dr.
Y._
während der Anamneseerhebung kein
en
Leidensdruck, hin
gegen Symptomausweitungen und Inkonsistenzen erkennen
. So habe die Beschwerdeführerin während der Untersuchung ohne Einschränkungen zeigen können, welche Bewegungen sie mit den Armen eigentlich nicht machen könne, indem sie genau diese Bewegungen – offensichtlich ohne Schmerzen – ausge
führt habe
(vgl.
Urk.
15/
B16 S. 4)
.
Weiter führte
Dr.
Y._
in nachvoll
ziehbarer Weise aus, dass an den Händen keine pathologischen Befunde hätten festgestellt werden können
und
die Beschwer
den an der Schulter und der HWS
die Arbeit als Zimmermädchen nicht einschränken würden.
Dr.
Y._
be
gründete sodann einlässlich und sorgfältig, dass
der
Spurling
-Test, welcher eine sehr hohe Spezifität betreffend durch Diskushernien im HWS-Bereich verur
sachte Beschwerden habe,
n
egativ gewesen
sei, womit
die radiologisch festge
stellten Veränderungen im Segment C5/6 nicht als Ursache der beklagten Beschwerden zu sehen
seien.
Er machte darauf aufmerksam, dass d
ie
von der Be
schwerdeführerin
beklagten Beschwerden
funktionell bedingt zu sehen
seien
, was durch die
Besserung der Beschwerden nach Behandlung mit aktiver Physi
o
therapie und Traktion
bestätigt werde
(vgl.
Urk.
15/B22 S. 2)
.
Auf das Gutachten von
Dr.
Y._
sowie seine ergänzende Stellungnahme kann vorliegend abgestellt werden. Es ist für die streitigen Fragen umfassend und beruht auf einer allseitigen Untersuchung der Beschwerdeführerin.
Die von ihr geklagten Beschwerden wurden in angemessener Weise berücksichtigt. Zudem wurde d
as Gutachten sowie die Stellungnahme in Kenntnis
der
und
in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
erstattet.
Zum Einwand der Beschwerdeführerin, auf die Beurteilung durch
Dr.
Y._
könne nicht abgestellt werden, zumal sich dieser bei der zweiten Beurteilung einzig auf die Akten gestützt habe, bleibt anzumerken, dass
Dr.
Y._
in nachvollziehbarer Weise darlegt und einlässlich begründet, aus welchen Grün
den die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit als Zim
mermädchen nicht eingeschränkt sei.
So beschreibt
Dr.
Y._
die von den behandelnden Ärzten durchgeführten
Standard-
Tests
(
Spurling
,
Trömmer
- und Hoffmann-Test)
und machte darauf aufmerksam, dass diese negativ ausgefallen seien und auch keine motorischen Defizite erkennbar gewesen seien, weshalb die Beschwerde
führerin
voll arbeitsfähig sei.
Er setzt
e
sich somit in genügender Weise
mit den vorhandenen Berichten auseinander, weshalb eine weitere eigene Untersuchung der Beschwerdeführerin als entbehrlich erscheint.
4.3
Indem die Beschwerdeführerin von einem neuen Versicherungsfall ab Januar 2014 ausgeht (
Urk.
1 S. 4 f.), verkennt sie,
dass bereits
Dr.
A._
mit Bericht vom 3
0.
Januar 2013 (vgl. vorstehend E. 3.3)
als
Hauptproblematik
ausgeprägte
Verhärtungen der Schulter
-
und Nackenmuskulatur
erwähnte.
Am
5.
Juni 2013 berichtete
Dr.
A._
(vgl. vorstehend E. 3.5) wiederum von zentralen Störun
gen im Sinne eines C4-Syndroms oder einer Stammnervenkompression.
Auch
Dr.
C._
berichtete am 1
8.
April
201
3 (vgl. vorstehend E.
3.4) über
Schmerzen
der Beschwerdeführerin
im Schultergürtel, in de
n Armen beidseits und im Nacken.
Dr.
D._
führte sodann am 1
2.
Juni 2013 aus (vgl. vorste
hend E.
3.6), dass die Beschwerdeführerin s
eit der Operation
im Schulter-Nacken-Bereich
stark verspannt sei
.
Weiter berichtete er über ein
HWS-Pro
vokations
manöver
und
deutliche
Myogelosen
der
Skalenusmuskulatur
linsk
be
tont
,
im
Bereich des
Musculus
trapezius
und der paraspinalen Muskulatur
. Schliesslich äusserte auch er, dass die
grundlegende Problematik
wohl
die muskulären Ver
spannungen im Schulter-Nacken-Bereich seien.
Des Weiteren hat auch der Gut
achter
Dr.
Y._
die Schulter- und HWS-
Problematik im Gutachten vo
m
November 2013 mitberücksichtigt.
Nach dem Gesagten ist aus
gewiesen, dass nicht von einem neuen Gesundheitsschaden ab Januar 2014 aus
gegangen wer
den kann. Die
genannte Problematik war vielmehr schon seit
mindestens Januar 2013 Thema
in den ärztlichen Berichten und Beurteilungen.
4.4
Soweit
die Beschwerdeführerin gestützt auf die Berichte der
behandelnden Ärzte eine Arbeitsunfähigkeit auch nach dem 3
1.
Januar 2014 al
s
ausgewiesen erach
tet, vermag dies die Beurteilung durch
Dr.
Y._
nicht in Frage zu stellen.
So ga
ben die behandelnden Ärzte lediglich den Grad der Arbeitsunfähigkeit an, ohne dies näher zu begründen oder mit Befunden zu unterlegen. So fällt auf, dass sich die behandelnden Ärzte sowohl betreffend Diagnosestellung als auch bezüglich Einschätzung der Arbeitsfähigkeit an den von der Beschwerdeführerin
beschriebenen Symptomen orientierten. Der erhobene Befund weicht nicht wesent
lich von jenem ab, welcher durch
Dr.
Y._
erhoben wurde.
L
etz
te
rer legte jedoch nachvollziehbar dar, weshalb keine die
Arbeitsfähigkeit ein
schrän
kende Gesundheitsstörung
vorliegt und er wies auf die festgestellte
Symp
tom
ausweitung
hin.
Die von den behandelnden Ärzten genannte Arbeitsun
fähigkeit ist daher nicht nachvollziehbar.
Damit fehlt es am
Begründungsfunda
ment
für die postulierte
1
0
0%ige Arbeits
unfähigkeit.
Schliesslich
ist b
ei Berich
ten von behandelnden Ärzten
auch
der Erfahrungstatsache Rech
nung zu tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im
Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E.
3a/cc mit weiteren Hinweisen).
U
nter Beachtung der Diver
genz von medizi
nischem
Be
h
andlungs
- und Abklärungsauftrag
kann es nicht angehen, eine
medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen
und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden
Ärzte nachher zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an vor
gängig
geäusserten
abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich hin
gegen, wenn die behandelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vor
bringen, wel
che im Rahmen
der
Begutach
tung unerkannt geblieben und ge
eig
ne
t sind, zu einer abweichenden
Beurtei
lung zu führen (Urteil des Bundesge
richts
8C_
945
/200
9 vom 23. September
2010 E. 5 mit weiteren Hinweisen
).
Dies ist vorliegend nicht der Fall.
4.5
Die Beschwerdeführerin
vermochte nicht weiter darzutun, inwiefern die Akten
lage unzutreffend beziehungs
weise unvollständig sein soll.
Da der Sachverhalt nach dem Gesagten durch genügende medizinische Ein
schät
zungen von verschiedenen Ärzten abgeklärt wurde, erweisen sich die vor
liegenden medizinischen Akten als ausrei
chend.
Die Einwände de
r
Beschwerdeführer
in
in Bezug auf die medizinischen Abklä
run
gen sind nach dem Gesagten
unbehelflich
. Weitere substantiierte Ein
wände brachte
sie
nicht vor.
Zusammenfassend wurden somit keine Erkenntnisse vorgebracht, welche die Beur
tei
lung der Arbeitsfähigkeit durch den
Gutachter
Dr.
Y._
umzu
stossen ver
möchten. Auf weitere Abklärungen kann deshalb verzichtet werden (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157).
4.6
Demnach hat als erstellt zu gelten, dass spätestens zum Zeitpunkt der Begutach
tung durch
Dr.
Y._
am 1
9.
August 2013 keine Arbeitsunfähigkeit mehr vorlag.
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Taggeldleistungen per
31
.
Januar
2014 eingestellt hat.
Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen.