Decision ID: b999f39f-0ef6-492e-8e6e-9d94b33ae456
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ arbeitete seit 7. Mai 2010 (bis 30. Juni 2016; zum Austritt per 1. Juli 2016
siehe act. G 1.4) mit einem 80%igen Beschäftigungsgrad im Bereich Detailhandel für
die B._ AG und war dadurch bei der Asga Pensionskasse Genossenschaft, St. Gallen
(nachfolgend: Asga), vorsorgeversichert. Am 2. März 2016 meldete sie sich bei der IV-
Stelle des Kantons C._ wegen Erschöpfung und Depression zum Leistungsbezug an
(act. G 8.1 am Schluss). In deren Auftrag erstattete Dr. med. D._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, am 30. August 2018 ein Gutachten über die
Versicherte. Darin führte er aus, diese leide an folgenden Diagnosen, die eine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hätten: eine generalisierte Angststörung mit
Panikattacken und agoraphobischen Ängsten (ICD-10: F41.1) und eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode (ICD-10: F33.0). Sowohl
für die angestammte Tätigkeit als Verkäuferin als auch eine (andere) leidensangepasste
Tätigkeit bescheinigte Dr. D._ der Versicherten eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit (act.
G 11.1, Dokument 144). Auf dieser Grundlage ermittelte die IV-Stelle des Kantons
C._ einen 60%igen Invaliditätsgrad und sprach der Versicherten ab 1. September
2016 eine Dreiviertelsrente zu (Verfügung vom 1. März 2019, act. G 1.3).
A.a.
Die Asga erbrachte ab September 2017 für einen 60%igen Invaliditätsgrad eine
Dreiviertelsrente und orientierte die Versicherte mit Schreiben vom 13. Juni 2019 über
die Höhe der Rente aus dem obligatorischen Vorsorgeverhältnis (Fr. 373.40 pro Monat)
A.b.
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B.
sowie aus dem überobligatorischen Vorsorgeverhältnis (Fr. 57.40 pro Monat; act.
G 1.4). In der Folge entspann sich ein Schriftenwechsel zwischen der Versicherten und
der Asga über die zwischen ihnen umstrittene Frage, ob bei der
Überentschädigungsberechnung ein in zumutbarer Weise erzielbares
Erwerbseinkommen berücksichtigt werden dürfe (siehe etwa die Schreiben der Asga
vom 13. Mai 2020, act. G 1.6, vom 19. Juli 2021, act. G 1.13, und vom 20. August
2021, act. G 1.14; Schreiben der Versicherten vom 21. und 29. Juli 2020, act. G 1.7 f.).
Unterdessen vermochte die Versicherte ab 1. November 2020 eine Anstellung als
Kaufmännische Mitarbeiterin im Tätigkeitsbereich Verkauf und Administration mit einer
wöchentlichen Arbeitszeit von 4 Stunden aufzunehmen (siehe den am 28. Oktober
2020 geschlossenen Arbeitsvertrag, act. G 1.11).
Am 3. September 2021 (zum handschriftlich unterzeichneten Exemplar siehe act.
G 3.1) erhob A._ Klage gegen die Asga und beantragte darin, die Beklagte sei zur
Bezahlung der gesetzlichen und reglementarischen Rentenleistung zuzüglich Zins von
5 % seit Klageeinreichung zu verurteilen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur
Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, die Beklagte habe zu Unrecht ein
hypothetisch erzielbares monatliches Erwerbseinkommen in der Höhe von Fr. 1'402.80
bei der Überentschädigungsberechnung berücksichtigt. Sie (die Klägerin) habe im
Zeitraum von Juli bis Dezember 2019 35 Bewerbungen gemacht, die allesamt erfolglos
geblieben seien. Das zumutbarerweise erzielbare Resterwerbseinkommen basiere –
anders als das von der Invalidenversicherung festgelegte Invalideneinkommen – nicht
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt, sondern es seien sämtliche objektiven und
subjektiven Umstände in arbeitsmarktlicher Hinsicht zu berücksichtigen. Mit den
zahlreichen Stellenbewerbungen sowohl für Bürotätigkeiten als auch im Detailhandel
habe sie aufgezeigt, dass ihr die Verwertung des Resterwerbseinkommens nicht
zumutbar gewesen sei. Erst per November 2020 sei es ihr gelungen, eine Arbeitsstelle
zu finden, allerdings auch nur im Umfang von 10 %. Erst ab November 2020 könne ihr
ein Resterwerbseinkommen angerechnet werden, allerdings nur im Umfang des
effektiven Einkommens aus Stundenlohntätigkeit. Sie könne aufgrund der
verschiedenen Parameter die Überentschädigungsberechnung nicht direkt selbst
vornehmen. So müsse insbesondere aufgrund der Stundenlohntätigkeit jeweils jährlich
B.a.
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Erwägungen
1.
Vorab zu prüfen ist die Frage, ob auf die Klage einzutreten ist. Für
berufsvorsorgerechtliche Klagen zwischen Vorsorgeeinrichtungen bildet der
Gerichtsstand der schweizerische Sitz oder Wohnsitz der beklagten Partei oder der Ort
des Betriebs, bei dem die versicherte Person angestellt wurde (Art. 73 Abs. 1 und
Abs. 3 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenvorsorge [BVG; SR 831.40]). Die Beklagte hat ihren Sitz im Kanton St. Gallen,
womit der Gerichtsstand für die gegen sie erhobene Klage im Kanton St. Gallen liegt.
Die örtliche Zuständigkeit des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen sowie die
weiteren Eintretensvoraussetzungen sind denn auch zu Recht von der Beklagten nicht
bestritten worden. Auf die Klage ist einzutreten.
2.
Zunächst ist die Klage hinsichtlich des Rentenanspruchs aus der obligatorischen
der Rentenanspruch neu berechnet werden. Aus prozessökonomischen Gründen
beantrage sie, dass das Gericht im Grundsatz entscheide, dass ein
Resterwerbseinkommen bis Ende Oktober 2020 gar nicht und ab November 2020 nur
im Umfang des effektiv erzielten Resterwerbseinkommens angerechnet werden dürfe
und dass die Sache im Übrigen zur konkreten Berechnung an die Beklagte
zurückzuweisen sei (act. G 1).
Die Beklagte beantragte in der Klageantwort vom 27. Oktober 2021, die Klage sei
vollumfänglich abzuweisen; unter Kostenfolge. Im Wesentlichen machte sie geltend, es
sei einzig die Invalidenrente aus dem überobligatorischen Vorsorgeverhältnis im
Rahmen der Überentschädigungsberechnung unter Anrechnung eines zumutbaren
Resterwerbs von monatlich Fr. 1'416.70 gekürzt worden. Sie bestritt die
Unverwertbarkeit der 40%igen Restarbeitsfähigkeit der Klägerin und hielt die Kürzung
für rechtens (act. G 10).
B.b.
In der Replik vom 22. November 2021 hielt die Klägerin unverändert an der Klage
fest (act. G 13).
B.c.
Die Beklagte verzichtete stillschweigend auf eine Duplik (act. G 15).B.d.
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beruflichen Vorsorge zu prüfen. Gemäss dem Versicherungsausweis 2015 beträgt die
jährliche volle Invalidenrente, die einen Invaliditätsgrad von mindestens 70 %
voraussetzt, gemäss Art. 24 Abs. 1 lit. a BVG (in der bis Ende 2021 in Kraft
gestandenen Fassung, vgl. seit 1. Januar 2022 den diesbezüglich inhaltlich
übereinstimmenden Art. 24a Abs. 3 BVG) Fr. 5'974.-- (siehe hierzu das an die Klägerin
gerichtete Schreiben der Beklagten vom 25. August 2016 in act. G 7.1). Die jährliche
Dreiviertelsrente beträgt damit Fr. 4'480.50 (Fr. 5'974.-- x 0.75) und die monatliche
Dreiviertelsrente (aufgerundet) Fr. 373.40 (Fr. 4'480.50 / 12). Diesen monatlichen
Rentenbetrag richtet die Beklagte der Klägerin anerkanntermassen aus (act. G 1.4;
siehe auch act. G 1, Rz 4). Damit weist die Beklagte zu Recht darauf hin, dass die aus
dem obligatorischen Vorsorgeverhältnis ausgerichtete Rente von einer
Überentschädigungskürzung nicht betroffen ist (act. G 10, III. Rz 2). Anhaltspunkte für
eine unrichtige Berechnung der (intersystemisch unkoordinierten) Rentenhöhe sind
weder von der Klägerin geltend gemacht worden noch erkennbar, womit die –
diesbezüglich nicht näher begründete – Klage betreffend die Invalidenrente aus dem
obligatorischen beruflichen Vorsorgeverhältnis abzuweisen ist.
3.
Zu prüfen bleibt damit die Höhe der aus dem überobligatorischen Vorsorgeverhältnis
auszurichtenden monatlichen Invalidenrente (act. G 1.4 und act. G 1, III, Rz 4).
Das Rechtsverhältnis zwischen den Parteien richtet sich nur in Bezug auf das
Obligatorium nach den Bestimmungen des BVG (vgl. Art. 5 Abs. 2 BVG). Im
Überobligatorium kann sich die Vorsorgeeinrichtung unter Wahrung des
verfassungsmässigen Minimalstandards (rechtsgleiche Behandlung, Willkürverbot,
Verhältnismässigkeit) weitgehend frei einrichten (Art. 49 BVG; m.w.H. Urteil des
Bundesgerichts vom 15. Juni 2015, 9C_615/2014, E. 2.2). Daher steht es den
Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der überobligatorischen beruflichen Vorsorge
grundsätzlich auch frei, für Invalidenleistungen von Reglements wegen eine andere
Überentschädigungsregelung als diejenige vorzusehen, wie sie für die obligatorische
berufliche Vorsorge (Art. 34a BVG und Art. 24 der Verordnung über die berufliche
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [BVV 2; SR 831.441.1]) normiert wurde
(Markus Moser, N 182 zu Art. 34a, in: Marc Hürzeler/ Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.],
Berufliche Vorsorge, Basler Kommentar, 2021; Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juli
2014, 9C_855/2013, E. 4.2 am Anfang; vgl. zur Geltung von Art. 24 BVV 2 nur für die
obligatorische berufliche Vorsorge und zur abweichenden Regelungskompetenz der
Vorsorgeeinrichtung im überobligatorischen Bereich [auch strengere Bestimmungen
3.1.
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zulässig, solange die obligatorischen Ansprüche gewahrt bleiben] zudem die Urteile
des Bundesgerichts vom 20. Februar 2014, 9C_824/2013, E. 5.2, und vom 4. August
2010, 9C_37/2010, E. 2.2).
Die Auslegung des Reglements einer privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtung als
vorformulierter Inhalt des Vorsorgevertrages geschieht nach dem Vertrauensprinzip.
Dabei sind jedoch die den Allgemeinen Versicherungsbedingungen innewohnenden
Besonderheiten zu beachten, namentlich die so genannten Unklarheits- und
Ungewöhnlichkeitsregeln. Nach diesen Auslegungsgrundsätzen gilt es, ausgehend vom
Wortlaut und unter Berücksichtigung des Zusammenhanges, in dem eine streitige
Bestimmung innerhalb des Reglements als Ganzes steht, den objektiven Vertragswillen
zu ermitteln, den die Parteien mutmasslich gehabt haben. Dabei hat das Gericht zu
berücksichtigen, was sachgerecht ist, weil nicht angenommen werden kann, dass die
Parteien eine unvernünftige Lösung gewollt haben. Sodann sind mehrdeutige
Wendungen in vorformulierten Vertragsbedingungen im Zweifel zu Lasten ihres
Verfassers auszulegen (Urteil des Bundesgerichts vom 14. November 2019,
9C_563/2019, E. 3.1 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung).
3.2.
In Art. 42 Abs. 1 des Kassenreglements der Beklagten, in der zwischen den
Parteien unbestrittenermassen anwendbaren, ab 1. Januar 2014 gültigen Fassung (act.
G 10.2), wird bestimmt: «Zur Vermeidung ungerechtfertigter Vorteile wird eine
Überentschädigungsberechnung vorgenommen. In Abweichung von Art. 33 Ziff. 2
werden die Invaliden- und Hinterlassenenleistungen gekürzt, wenn diese zusammen
mit den weiteren anrechenbaren Leistungen 90 % des letzten vor Beginn der
Arbeitsunfähigkeit gemeldeten Jahreslohns gemäss Art. 16 Ziff. 1 übersteigen. Der
gemeldete Jahreslohn darf nicht höher sein als der bei der AHV versicherte
Jahreslohn.» Art. 42 Abs. 3 des Kassenreglements ergänzt: «Bezieht die
anspruchsberechtigte Person eine Invalidenrente, wird zudem ein allfälliges tatsächlich
erzieltes Erwerbseinkommen und/oder das Invalideneinkommen gemäss der
Eidgenössischen Invalidenversicherung sowie allfällige Leistungen der
Arbeitslosenversicherung angerechnet.»
3.3.
Vorweg kann dem Standpunkt der Klägerin, dass ihr kein Einkommen nach
Art. 42 Abs. 3 des Kassenreglements angerechnet werden dürfe, nicht gefolgt werden.
Die Beklagte weist zutreffend darauf hin (act. G 10, III. Rz 7), dass die über Monate
erfolglos gebliebene Stellensuche der Klägerin hauptsächlich in stereotyp formulierten
Blindbewerbungen, teilweise für Arbeitsplätze ausserhalb ihres Ausbildungsbereichs,
begründet liegen dürfte. Ins Gewicht fällt zudem, dass die Stellenbemühungen der
3.3.1.
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Klägerin letztlich insoweit auf dem konkreten Arbeitsmarkt erfolgreich waren, als sie
seit 1. November 2020 immerhin bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 4 Stunden ein
Erwerbseinkommen zu erzielen vermag (siehe den Arbeitsvertrag vom 28. Oktober
2020, act. G 1.11) und dies auch rückwirkend für die Verwertbarkeit der als
massgebend zu betrachtenden gutachterlich bescheinigten 40%igen
Restarbeitsfähigkeit spricht. Dass persönliche oder konjunkturelle Gründe die
umfassende Verwertung der Restarbeitsfähigkeit verunmöglichen, bleibt vor diesem
Hintergrund beweislos, was sich zulasten der Klägerin auswirkt (vgl. m.H. auch Marc
Hürzeler, N 61 zu Art. 34a, in Jaques-André Schneider/Thomas Geiser/ Thomas
Gächter [Hrsg.], BVG und FZG, Kommentar zum schweizerischen
Sozialversicherungsrecht [KOSS BVG], 2. Aufl. 2019).
Von Bedeutung für die im überobligatorischen beruflichen Vorsorgebereich
vorzunehmende Überentschädigungsberechnung ist vorliegend, dass die Klägerin bei
Eintritt der Arbeitsunfähigkeit lediglich mit einem 80%igen Pensum einer
berufsvorsorgeversicherten unselbstständigen Erwerbstätigkeit nachging (siehe hierzu
die Begründung der IV-Verfügung vom 1. März 2019 und die IV-Anmeldung vom
2. März 2016, act. G 8.1). Art. 33 des Kassenreglements, auf den Art. 42 des
Kassenreglements in der Artikelüberschrift verweist, sieht in Abs. 2 bei der
intersystemischen Koordination von Leistungen anderer Sozialversicherungsleistungen
die Beachtung der sachlichen Kongruenz vor («Leistungen gleicher Art»). Art. 42 Abs. 1
des Kassenreglements geht darüber hinaus und fordert eine striktere Beachtung des
sachlichen Kongruenzgrundsatzes, da er in ausdrücklicher Abweichung von Art. 33
Abs. 2 des Kassenreglements den letzten vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit
gemeldeten Jahreslohn und nicht den mutmasslich entgangenen Verdienst als
Kürzungsgrenze festlegt. Dies führt bei teilzeitlicher Erwerbstätigkeit dazu, dass einzig
das zu diesem Zeitpunkt versicherte Pensum bzw. der damit erzielte versicherte
Verdienst massgebend ist (anders bei der Kürzungsgrösse des mutmasslich
entgangenen Verdienstes, bei dem auch das Einkommen aus nicht
berufsvorsorgeversicherter Tätigkeit miteinbezogen wird; siehe BGE 126 V 93). In
Nachachtung der im überobligatorischen Bereich vergleichsweise strikteren Geltung
des sachlichen Kongruenzgrundsatzes hat die Beklagte zu Recht nicht nur bei der
Überentschädigungsgrenze (act. G 1.4), sondern auch bei der Bestimmung des nach
Art. 42 Abs. 3 des Kassenreglements anrechenbaren Einkommens dem versicherten
80%igen Teilzeitpensum Rechnung getragen (40 % des bei einem Pensum von 80 %
erzielten Jahreslohns, act. G 1.4). Allerdings hat sie übersehen, dass gemäss Art. 42
Abs. 3 des Kassenreglements nicht der versicherte Jahresverdienst von Art. 42 Abs. 1
3.3.2.
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des Kassenreglements, sondern «ein allfälliges tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen
und/oder das Invalideneinkommen gemäss der Eidgenössischen
Invalidenversicherung» massgebend ist. Gemäss den Feststellungen der IV-Stelle des
Kantons C._ beträgt die Berechnungsgrundlage für das Invalideneinkommen
Fr. 55'176.-- (siehe die Begründung zur Verfügung vom 1. März 2019, act. G 1.3).
Angepasst an das sachlich kongruente 80%ige Pensum und die 40%ige
Restarbeitsfähigkeit beträgt das in die Überentschädigungsberechnung einfliessende
zumutbarerweise erzielbare Resterwerbseinkommen (aufgerundet auf die Dezimalstelle)
Fr. 1'471.40 pro Monat ([Fr. 55'176.-- x 0,8 x 0,4] / 12).
Beim Einbezug der IV-Rente in die Überentschädigungsberechnung darf der
reglementarisch vorgesehene sachliche Kongruenzgrundsatz ebenfalls nicht ausser
Acht gelassen werden. Die IV-Rente gilt eine Erwerbsunfähigkeit für ein 100%iges
Erwerbspensum ab. Demgegenüber ist bei der Beklagten lediglich ein 80%iges
Erwerbspensum versichert. Mit einem Umfang von 20 % entschädigt die IV-Rente
teilweise eine Invalidität, die nicht das bei der Beklagten versicherte Erwerbspensum
betrifft. Sie stellt in diesem Umfang eine nicht sachlich kongruente
Entschädigungsleistung dar. Deshalb darf bei der von der Beklagten herangezogenen
Rentenbasis 2016 lediglich ein IV-Rentenanteil von Fr. 1'072.-- (Fr. 1'340.-- x 0,8) bei
der Berechnung der Überentschädigung im überobligatorischen Bereich angerechnet
werden.
3.3.3.
Bei einer monatlichen Kürzungsgrenze von Fr. 3'187.50 ([Fr. 42'500.-- x 0.9] / 12)
resultiert nach Abzug des anrechenbaren IV-Rentenanteils (Fr. 1'072.--), der
obligatorischen Invalidenrente der Beklagten (Fr. 373.40; act. G 1.4) und des nach
Art. 42 Abs. 3 des Kassenreglements anrechenbaren Einkommens (Fr. 1'471.40) ab
1. September 2017 (zur Wartefrist und dem Rentenbeginn siehe act. G 1.4) ein
Anspruch auf eine Invalidenrente aus der überobligatorischen beruflichen Vorsorge von
monatlich Fr. 270.70. Die Beklagte wird zu prüfen haben, ob und gegebenenfalls in
welchem Umfang die im Rahmen der Überentschädigung anrechenbaren Leistungen
und in deren Folge der Rentenanspruch seither anzupassen sind (zur periodischen
Überprüfung siehe Art. 33 Abs. 5 des Kassenreglements und zur höheren IV-Rente ab
1. Januar 2019 von Fr. 1'351.-- siehe act. G 1.3).
3.3.4.
Verspätet ausgerichtete Invalidenrenten aus beruflicher Vorsorge sind
grundsätzlich verzugszinspflichtig. Das Reglement der Beklagten sieht als Verzugszins
den Mindestzins gemäss BVG vor (Art. 29 Abs. 2 des Kassenreglements). Der Beginn
der Zinspflicht richtet sich nach Art. 105 Abs. 1 des Obligationenrechts (OR; SR 220),
sodass die Beklagte ab 3. September 2021 einen Verzugszins auf die ausstehende
3.4.
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4.