Decision ID: 15b63a01-9a0a-5060-9c59-4b1e8578546c
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
P._,
Rekurrentin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Peter Züger, Zürcherstrasse 49, Postfach 644,
8853 Lachen SZ,
gegen
Gemeinderat Uznach, Postfach 233, 8730 Uznach,
Vorinstanz,
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betreffend
Bevorschussung von Unterhaltsbeiträgen
Sachverhalt:
A.
A.a P._ ersuchte die Politische Gemeinde Uznach am 23. September 2008 um
Bevorschussung und Inkassohilfe von Unterhaltsbeiträgen für ihre 2008 geborene
Tochter A._ (act. G 7.1). Dem Gesuch zugrunde liegt das Urteil des Bezirksgerichts
vom 6. Juni 2008, worin der Vater von A._ zur Leistung monatlicher
Unterhaltsbeiträge an seine Tochter im Betrag von Fr. 900.-- verpflichtet wurde (act.
G 7.2).
A.b Das Sozialamt Uznach forderte P._ mit Schreiben vom 1. Oktober 2008 auf,
Angaben zu ihrem neuen Lebenspartner B._ zu machen. Im Alimentenbereich sei es
so, dass das Zusammenziehen zweier Personen im Rahmen einer Lebenspartnerschaft
und die damit verbundene Begründung eines gemeinsamen Haushalts als Beginn des
Konkubinats zu betrachten sei. Dies habe die Berücksichtigung des Einkommens
(einschliesslich des Vermögens) des Konkubinatspartners bei der Berechnung des
Bevorschussungsanspruchs zur Folge (act. G 7.3). P._ teilte dem Sozialamt Uznach
mit Schreiben vom 14. Oktober 2008 mit, dass sie erst seit ungefähr einem Monat mit
B._ zusammen sei. Daher könne wohl kaum von einem stabilen Konkubinat
gesprochen werden (act. G 7.4).
A.c Nach einem weiteren Schriftenwechsel wurde P._ auf dem Sozialamt Uznach am
25. November 2008 persönlich angehört. Sie berichtete, dass sie ihren jetzigen Freund
seit vier Jahren kenne. Während ungefähr eines Jahres hätten sie in Z._ als
Wohngemeinschaft zusammengewohnt. Eine Liebesbeziehung habe sich erst in den
letzten Monaten ergeben. Das Bestreben sei klar, auch in Zukunft zusammenleben zu
wollen; die Beziehung sei aber noch jung. Wegen der ausstehenden
Alimentenbevorschussung habe ihr Freund mithelfen müssen, die Lebenskosten zu
tragen und die Tagesmutter zu zahlen (act. G 7.8).
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A.d Am 2. Dezember 2008 verfügte das Sozialamt Uznach, dass das Gesuch um
Alimentenbevorschussung entgegen genommen werde, die Bearbeitung des Gesuchs
indessen zurückgestellt werden müsse, weil die Angaben über die Einkommens- und
Vermögensverhältnisse des Lebenspartners fehlten. Diese müssten bei der
Berechnung des Bevorschussungsanspruches eingerechnet werden, da ein gefestigtes
Konkubinat zwischen P._ und B._ bestehe. P._ werde eingeladen, die
Einkommens- und Vermögensverhältnisse ihres Partners einzureichen. Solange die
Angaben fehlten, müsse ein Anspruch auf Bevorschussung zum vornherein verweigert
werden. Dem Gesuch um Inkassohilfe wurde jedoch entsprochen (act. G 7.9).
A.e Nachdem P._ dem Sozialamt Uznach die Einkommens- und
Vermögensverhältnisse von ihr und B._ offengelegt hatte, verfügte das Sozialamt
Uznach am 24. Februar 2009, dass mit Blick auf die finanziellen Verhältnisse die
Unterhaltbeiträge der Monate Oktober bis Dezember 2008 nicht und diejenigen ab
Januar 2009 im Betrag von Fr. 306.-- bevorschusst werden (act. G 7.12 f.).
B.
Die gegen die Verfügungen vom 24. Februar 2009 erhobene Einsprache (act. G 7.14)
wies der Gemeinderat Uznach mit Entscheid vom 8. April 2009 ab (act. G 7.15).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 8. April 2009 richtet sich der am 4. Mai 2009
erhobene Rekurs. Die Rekurrentin beantragt darin unter Kosten- und
Entschädigungsfolge dessen Aufhebung und die Rückweisung der Sache zwecks
neuer Berechnung der Alimentenbevorschussung ohne Einbezug des Einkommens
ihres Freundes nach den Mindestvorschriften der SKOS-Richtlinien. Ferner sei ihr die
unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen. Zur Begründung führt sie aus, sie lebe mit
ihrem Freund nicht in einem stabilen Konkubinat. Dieses bilde jedoch Voraussetzung,
damit das Einkommen des Konkubinatspartners im Rahmen der
Alimentenbevorschussung angerechnet werden könne. Es spiele dabei keine Rolle,
dass sie ihren jetzigen Freund seit vier Jahren kenne. Ausschlaggebend für die
Qualifikation als stabiles Konkubinat sei nämlich eine mehrjährige Liebesbeziehung und
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nicht ein blosses "Sich Kennen". Ersteres liege jedoch nicht vor. Was die Berechnung
der Alimentenbevorschussung anbelange, so habe die Vorinstanz zu Unrecht nicht auf
die SKOS-Richtlinien abgestellt (act. G 1).
C.b Die Vorinstanz beantragt in der Vernehmlassung vom 3. Juni 2009 die
Rekursabweisung. Sie bestreitet nicht, dass ein stabiles Konkubinatsverhältnis
vorausgesetzt werde. Die Stabilität messe sich aber nicht an der Dauer. Es entstehe,
wenn zwei Personen eine geistig-seelische, eine körperliche und eine wirtschaftliche
Gemeinschaft, d.h. eine sogenannte Wohn-, Tisch- und Bettgemeinschaft bildeten. Die
Rekurrentin und ihr Freund führten seit 1. Oktober 2008 einen gemeinsamen Haushalt
und hätten bereits zuvor in einer Wohngemeinschaft gelebt. Diese Umstände deuteten
auf ein auf Dauer ausgerichtetes, stabiles Konkubinatsverhältnis (act. G 7).
C.c In der Replik vom 22. Juli 2009 stellt sich die Rekurrentin auf den Standpunkt, dass
sich die Stabilität eines Konkubinats sehr wohl an dessen Dauer messe. Während der
Dauer der Wohngemeinschaft habe noch keine Liebesbeziehung zwischen ihr und
ihrem jetzigen Freund, sondern zwischen ihr und dem Vater ihrer Tochter bestanden.
Selbst wenn man wider Erwarten bereits vor ungefähr eineinhalb Jahren, als sie mit
ihrem jetzigen Freund in Z._ lebte, von einem Konkubinat ausgehen würde, läge
immer noch kein stabiles Konkubinat im Sinn einer mehrjährigen Beziehung vor. Denn
zum Zeitpunkt ihres Gesuchs um Alimentenbevorschussung im Oktober 2008 wäre sie
erst etwa ein Jahr mit ihrem jetzigen Freund zusammen gewesen. Es müsse aber
betont werden, dass die Rekurrentin erst seit ca. September/Oktober 2008 eine
Liebesbeziehung zu ihrem jetzigen Freund unterhalten habe (act. G 11).
C.d Die Vorinstanz hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 13).

Erwägungen:
1.
1.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 des Gesetzes über Inkassohilfe und Vorschüsse für
Unterhaltsbeiträge (GIVU; sGS 911.51) hat ein Kind für die Dauer der Unterhaltspflicht
der Eltern, längstens bis zum vollendeten 25. Altersjahr, Anspruch auf Vorschüsse für
elterliche Unterhaltsbeiträge, wenn diese in einem vollstreckbaren Urteil oder in einem
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Unterhaltsvertrag nach Art. 287 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210)
festgesetzt sind (lit. a) und trotz angemessener Inkassoversuche nicht rechtzeitig
eingehen (lit. b). Der Unterhaltsbeitrag wird bis zum Betrag der höchsten Waisenrente
der eidgenössischen Alters- und Hinterlassenenversicherung bevorschusst, wenn das
anrechenbare Einkommen das Mindesteinkommen nicht übersteigt (Art. 4 Abs. 1 lit. a
GIVU). Nur teilweise werden die Unterhaltsbeiträge bevorschusst, wenn das
anrechenbare Einkommen die Bevorschussungsgrenze nicht übersteigt (Art. 4 lit. b
GIVU). Anrechenbar ist das Einkommen des obhutsberechtigten Elternteils, des
Konkubinatspartners, des Stiefelternteils und des eingetragenen Partners
(Art. 4 Abs. 1 GIVU). Das Mindesteinkommen entspricht beim alleinstehenden
obhutsberechtigten Elternteil dem doppelten Betrag des für Alleinstehende
massgebenden allgemeinen Lebensbedarfs für ordentliche Ergänzungsleistungen,
erhöht um einen Zwanzigstel (Art. 4 Abs. 1 lit. a GIVU). Beim verheirateten, in einer
eingetragenen Partnerschaft oder im Konkubinat lebenden obhutsberechtigten
Elternteil entspricht das Mindesteinkommen dem doppelten Betrag des für Ehepaare
und für eingetragene Partner massgebenden allgemeinen Lebensbedarfs für
ordentliche Ergänzungsleistungen, erhöht um einen Zwanzigstel (Art. 4 Abs. 1 lit. b
GIVU). Die Bevorschussungsgrenze entspricht gemäss Art. 4 GIVU dem
Mindesteinkommen zuzüglich des um einen Zwanzigstel erhöhten Betrags des für
Alleinstehende massgebenden Lebensbedarfs für ordentliche Ergänzungsleistungen.
1.2 Mit den Vorschriften über die Berücksichtigung der Einkommens- und
Vermögensverhältnisse und mit der Festlegung von Einkommensgrenzen bringt das
GIVU zum Ausdruck, dass die Bevorschussung durch das Gemeinwesen lediglich
subsidiärer Natur ist (vgl. BGE 112 Ia 256 f.). Die Bevorschussung soll grundsätzlich nur
dort zum Tragen kommen, wo die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kindes bzw. des
obhutsberechtigten Elternteils dies notwendig machen.
2.
Umstritten ist die Frage, ob bzw. seit wann zwischen der Rekurrentin und ihrem Freund
ein Konkubinat im Sinn von Art. 4 Abs. 1 GIVU besteht.
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2.1 Das Versicherungsgericht hat in seiner bisherigen Rechtsprechung in Anlehnung
an die Auslegung des Begriffs im Bereich des Familien- und insbesondere
Ehescheidungsrechts erwogen, dass das Konkubinat eine auf Dauer angelegte, nach
dem Willen der Parteien nicht zum Voraus festgelegte Wohn-, Tisch- und
Bettgemeinschaft mit grundsätzlichem Ausschliesslichkeitscharakter zweier Personen
im Rahmen einer Lebensgemeinschaft sei. Da jedoch - anders als beim nachehelichen
Unterhaltsanspruch gemäss aArt. 153 Abs. 1 ZGB (heute: Art. 130 Abs. 2 ZGB) - im
Bereich des GIVU das Vorliegen eines Konkubinats nicht zur Folge habe, dass das
Recht auf Bevorschussung von Kinderunterhaltsbeiträgen gemäss Art. 2 ff. GIVU
definitiv untergehe, rechtfertige es sich nicht, erst bei einer Dauer von mindestens fünf
Jahren von einer auf Dauer angelegten Lebensgemeinschaft auszugehen. Die
Lebensgemeinschaft müsse sich jedoch nach aussen hin als bereits gefestigt und auf
eine dauerhafte Beziehung ausgerichtet manifestiert haben (Urteile des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. Juni 2001, ABV 2001/1 und vom
26. Oktober 2001, ABV 2001/2). Mit Urteil vom 26. Oktober 2001, ABV 2001/4 hat das
Versicherungsgericht seine Rechtsprechung präzisiert. Es hat erwogen, dass mit der
Bevorschussung eine finanzielle Notlage vor allem alleinstehender Mütter verhindert
werden soll. Wenn nun eine alleinstehende Mutter ein Konkubinat eingehe, dann könne
sich ihre wirtschaftliche Situation verbessern. Dies nicht zu berücksichtigen hiesse,
eine nicht gerechtfertigte Ungleichbehandlung gegenüber allein-stehenden
obhutsberechtigten Elternteilen, die sich in einer finanziellen Notlage befinden, zu
dulden. Es gebe denn auch zahlreiche andere Kantone, welche bei der
Alimentenbevorschussung das Einkommen eines Konkubinatspartners ebenfalls
anrechneten. Grundsätzlich könne davon ausgegangen werden, dass sich die
wirtschaftlich-finanzielle Situation der obhutsberechtigten Mutter bereits von dem
Zeitpunkt an ändere, in dem sie mit dem Lebenspartner zusammenziehe. Das
Zusammenziehen zweier Personen im Rahmen einer Lebenspartnerschaft und die
damit verbundene Begründung eines gemeinsamen Haushalts sei im Sinn des GIVU als
Beginn des Konkubinats zu betrachten mit der Folge, dass das Einkommen
(einschliesslich Vermögen) des Konkubinatspartners des obhutsberechtigten Elternteils
bei der Berechnung des Bevorschussungsanspruchs zu berücksichtigen sei. Das
kantonale Verwaltungsgericht hat diesen Entscheid am 19. März 2002 bestätigt. Das
Bundesgericht hat schliesslich mit Urteil vom 6. November 2002 (1P. 254/2002) eine
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dagegen gerichtete staatsrechtliche Beschwerde abgewiesen (BGE 129 I 1 ff.). Das
Versicherungsgericht hat bei seiner präzisierten Rechtsprechung nicht übersehen, dass
es damit in etlichen Fällen für die Dauer des Zusammenlebens dazu führen kann, dass
ein Anspruch auf Bevorschussung entfällt. Mit Blick darauf, dass der Anspruch jedoch
wieder auflebt, sobald der gemeinsame Haushalt aufgelöst wird und die Berechnung
ergibt, dass das anrechenbare Einkommen - nach Wegfall der wirtschaftlichen
Verhältnisse des Konkubinatspartners - die gesetzlich massgebende Grenze
unterschreitet, hielt es das Ergebnis für sachlogisch. An dieser präzisierten
Rechtsprechung ist auch im vorliegenden Fall festzuhalten.
2.2 Es ist unbestritten, dass die Rekurrentin seit 1. Oktober 2008 gemeinsam mit
ihrem Freund in Y._ lebt (act. G 7.15). Sie hat denn auch per 1. Oktober 2008
zusammen mit ihrem Freund eine Wohnung inklusive Tiefgaragenplatz für Fr. 1'940.--
gemietet, und zwar mit einer Mindestmietdauer von einem Jahr (act. G 6 Beilagen).
Bereits vor dem Umzug nach Y._ lebten die beiden zusammen in einer
Wohngemeinschaft in Z._, wobei den Akten nicht zu entnehmen ist, ob der
damaligen Wohngemeinschaft noch weitere Personen angehörten. Was den Beginn
der zwischen der Rekurrentin und ihrem Freund bestehenden Liebesbeziehung
anbelangt, so gab die damalige Rechtsvertreterin der Rekurrentin am 28. Oktober 2008
an, dass diese erst seit "ein paar Monaten" mit ihrem neuen Freund "zusammen" sei
(act. G 7.6). Die Rekurrentin lebte demnach bereits vor dem Umzug nach Y._ -
wenigstens schon während einer kurzen Zeitspanne - im Rahmen einer
Liebesbeziehung mit ihrem Freund zusammen. Jedenfalls besteht anerkanntermassen
seit 1. Oktober 2008 ein solches Konkubinat. Damit kann offen bleiben, ob eine
Liebesbeziehung zwischen ihr und dem Vater ihrer Tochter zu Beginn der
Wohngemeinschaft in Z._ einer Liebesbeziehung mit ihrem
Wohngemeinschaftspartner entgegengestanden sei, wie sie im späteren Verfahren
geltend gemacht hat (act. G 11).
2.3 Angesichts dessen, dass die Rekurrentin und ihr Freund im Rahmen einer
Liebesbeziehung am 1. Oktober 2008 in Y._ zusammenzogen, ist nicht zu
beanstanden, dass die Vorinstanz bei der Ermittlung des Anspruchs auf
Alimentenbevorschussung ab 1. Oktober 2008 die wirtschaftlichen Verhältnisse des
Konkubinatspartners einbezogen hat.
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3.
Gegen die Berechnungen der Alimentenbevorschussung durch die Vorinstanz erhob
die Rekurrentin nur insofern Einwände, als sie die Nichtbeachtung der - nach ihrer
Sicht - allgemeinverbindlichen SKOS-Richtlinien rügt. Diese stellen nach ihrer
Auffassung Mindestvorschriften für die Berechnung der Alimentenbevorschussung dar.
Deshalb müsse bei der Berechnung der Alimentenbevorschussung ein
Einkommensfreibetrag gewährt werden, selbst wenn das im GIVU nicht explizit erwähnt
werde (act. G 1, S. 6). Bei ihrer Argumentation verkennt die Rekurrentin, dass im
Kanton St. Gallen die SKOS-Richtlinien bislang mit Rücksicht auf die
Gemeindeautonomie nicht als verbindlich erklärt wurden (vgl. die schriftliche Antwort
der Regierung vom 29. Januar 2008 zur Interpellation der SVP-Fraktion vom
26. November 2007, Schwelleneffekte bei der Sozialhilfe, Geschäftsnummer 51.07.86;
vgl. auch GVP 2007 Nr. 14 E. 3.1) und die Berechnung - entsprechend der von der
Vorinstanz vorgenommenen - einzig nach den Bestimmungen des GIVU (vgl.
vorstehende E. 1.1) zu erfolgen hat. Die Rekurrentin benennt an der Berechnung der
Alimentenbevorschussung keine weiteren Mängel. Aus den einlässlich begründeten
Berechnungen der Vorinstanz (act. G 7.12 f.) ergeben sich auch keine.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist der Rekurs abzuweisen.
4.2 Der Rekurrentin wurde die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung
am 18. Juni 2009 (act. G 8) bewilligt. Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse der
Rekurrentin es gestatten, kann sie jedoch zur Nachzahlung der Gerichtskosten, der
Auslagen für die Vertretung und der vom Staat entschädigten Parteikosten verpflichtet
werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).
4.3 Im kantonalrechtlichen Verfahren hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten
zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden (Art. 95 Abs. 1
VRP). Der unterliegenden Rekurrentin sind damit die Gerichtskosten in der Höhe von
Fr. 500.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung
zu befreien.
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4.4 Der Staat ist zufolge der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für
die Kosten der Rechtsvertretung der Rekurrentin aufzukommen. In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter der
Rekurrentin verzichtete auf das Einreichen einer Kostennote. In der vorliegend zu
beurteilenden Angelegenheit erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 2'500.--
(einschliesslich Mehrwertsteuer und Barauslagen) angemessen. Diese ist um einen
Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter der
Rekurrentin pauschal mit Fr. 2'000.-- zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG