Decision ID: 6dc4af47-7427-4247-b3ee-4a889a6263d6
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Eheschutz
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Pfäffikon vom 19. März 2019 (EE180025-H)
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Rechtsbegehren:
I. der Klägerin (Urk. 1; Prot. I. S. 2): 1. Es sei den Parteien das Getrenntleben zu bewilligen. 2. Es sei die eheliche Wohnung an der C._-Strasse ... in
D._ (zweiter und dritter Stock) samt Hausrat zur alleinigen Benützung der Klägerin (und den zwei Töchtern E._ und F._) zuzuweisen; es sei der Beklagte unter Androhung von Straffolgen zu verpflichten, die Wohnung bis Ende Juli 2018 zu verlassen und es sei ihm unter Androhung von Straffolgen zu verbieten, sich danach in dieser Liegenschaft aufzuhalten.
3. Die noch minderjährige Tochter F._ sei unter die Obhut der Klägerin zu stellen.
4. Das Besuchsrecht sei nach Anhörung der Parteien festzulegen. 5. Es sei der Beklagte zu verpflichten, für die beiden Töchter rück-
wirkend seit 1. Juli 2017 folgende monatliche Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
E._, geb. tt.mm.1999, CHF 300.– F._, geb. tt.mm.2006, CHF 500.– 6. Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin monatliche Un-
terhaltsbeiträge von CHF 1'500.– zzgl. Krankenkassenbeiträge zu bezahlen, rückwirkend seit 1. Juli 2017.
7. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des .
II. des Beklagten (Urk. 9):
1. Es sei dem Beklagten das Getrenntleben zu bewilligen. 2. Es sei die Tochter F._, geb. tt.mm.2006, unter die alleinige
Obhut des Beklagten zu stellen, eventualiter sei die gemeinsame / alternierende Obhut zu installieren.
3. Es sei für die Tochter F._, geb. tt.mm.2006, eine  anzuordnen.
4. Es seien ungeachtet der Obhutsregelung die eheliche Wohnung an der C._-Strasse ... (D._) im ersten und zweiten Obergeschoss sowie die Atelierräume im Erdgeschoss und die Service- und Lagerräume im Untergeschoss dem Beklagten samt Hausrat zur alleinigen Benützung zuzuweisen.
5. Es sei festzustellen, dass der Beklagte nicht in der Lage ist,  zu bezahlen, ungeachtet der Obhutsregelung.
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6. Darüber hinausgehende und anderslautende Anträge der  (insbesondere auch das klägerische Armenrechtsgesuch)  abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin.
Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Pfäffikon vom 19. März 2019 (Urk. 63 = Urk. 72):
1. Den Parteien wird die Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes bewilligt.
2. Die Obhut über die Tochter F._, geboren am tt.mm.2006, wird der Klä-
gerin zugeteilt.
3. Der Beklagte wird für berechtigt und verpflichtet erklärt, die Betreuungsver-
antwortung für die Tochter F._, geboren am tt.mm.2006, auf eigene
Kosten wie folgt zu übernehmen:
− an jedem zweiten Wochenende jeweils ab Freitag, nach Schulschluss,
bis Montag, Schulbeginn,
− in jeder dem Betreuungswochenende folgenden Woche von Donners-
tag, nach Schulschluss, bis Freitag, Schulschluss,
− jeweils am 26. Dezember und 1. Januar,
− während 4 Wochen Ferien pro Jahr.
Fällt das Betreuungswochenende des Beklagten auf Ostern, beginnt seine
Betreuungsverantwortung bereits ab Gründonnerstag, nach Schulschluss,
und dauert bis Dienstag nach Ostermontag, Schulbeginn.
Fällt das Betreuungswochenende des Beklagten auf Pfingsten, verlängert
sich seine Betreuungsverantwortung bis Dienstag nach Pfingstmontag,
Schulbeginn.
Die Parteien sind gehalten, sich über die Ausübung der Ferien mindestens 3
Monate im Voraus zusammen mit F._ und dem Beistand abzuspre-
chen. Können sie sich nicht einigen, so wird in Jahren mit gerader Jahres-
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zahl das diesbezügliche Entscheidungsrecht der Klägerin, in Jahren mit un-
gerader Jahreszahl dem Beklagten zugesprochen.
4. Für die Tochter F._, geboren am tt.mm.2006, wird eine Beistandschaft
nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB errichtet. Dem Beistand werden die folgen-
den Aufgaben übertragen:
− bei Bedarf Festlegung der Modalitäten der Betreuung (Übergabeort,
-zeit, etc.);
− Unterstützung der Eltern mit Rat und Tat;
− Vermittlung zwischen den Eltern bei Streitigkeiten das Kind betreffend;
− Vermittlung zwischen der Tochter und den Eltern in Konfliktsituationen;
− Förderung der Kommunikationsfähigkeit der Eltern in Bezug auf die
Kinderbelange z.B. durch Moderation von gemeinsamen Gesprächen
mit den Eltern;
− Förderung der Kommunikationsfähigkeit zwischen der Tochter und den
Eltern;
− bei Bedarf Einrichten inkl. Finanzierung eines geeigneten Jugend-
coachings, welches die Entwicklungsbelange von F._ fördert.
5. Die Kindesschutzbehörde Bezirk Pfäffikon ZH wird angewiesen, einen Bei-
stand gemäss Dispositiv-Ziffer 4 zu ernennen.
6. Die eheliche Wohnung an der C._-Strasse ... in D._ wird, inkl.
Hausrat und Mobiliar, für die Dauer des Getrenntlebens dem Beklagten zur
alleinigen Benützung zugewiesen.
Die Klägerin wird verpflichtet, dem Beklagten auf erstes Verlangen sämtliche
sich noch in ihrem Besitz befindliche Schlüssel zur ehelichen Liegenschaft
auszuhändigen.
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Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin auf erstes Verlangen sämtliche
sich noch in der ehelichen Wohnung befindlichen persönlichen Gegenstände
der Klägerin herauszugeben.
7. Der Antrag der Klägerin auf Verpflichtung des Beklagten zur Bezahlung von
Kinder- und Ehegattenunterhaltsbeiträgen wird abgewiesen.
Allfällig von den Parteien bezogenen Zulagen für die Tochter F._ ste-
hen der Klägerin zu zwei Dritteln und dem Beklagten zu einem Drittel zu.
Diejenige Partei, die allfällige Zulagen bezieht, wird verpflichtet, der anderen
Partei deren Anteil innert 10 Tagen nach Erhalt zu bezahlen.
8. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 1'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 787.50 Dolmetscherkosten.
9. Die Kosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt, jedoch zufolge Be-
willigung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse
genommen. Eine Nachforderung gestützt auf Art. 123 ZPO bleibt vorbehal-
ten.
10. Parteientschädigungen werden keine zugesprochen.
11. (Schriftliche Mitteilung)
12. (Rechtsmittelbelehrung)
Berufungsanträge:
der Klägerin und Berufungsklägerin (Urk. 71 S. 2): "1. Es sei Ziff. 7 des Dispositives aufzuheben und der Beklagte zu ver-
pflichten für die Tochter F._, geb. tt.mm.2006, folgende  Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
CHF 500.–; allfällige vom Beklagten bezogenen Zulagen für die  F._, seien der Mutter und der Klägerin zuzusprechen.
2. Es sei der Beklagte zu verpflichten der Klägerin monatliche  von CHF 1'500.– zu bezahlen.
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3. Es sei zu bestimmen, dass die dem Beklagten als AHV-Bezüger, d.h. ab April 2021 zukommende Kinderrente für die Tochter F._, direkt der Mutter und jetzige Klägerin ausbezahlt wird.
4. Es sei gegen den Beklagten eine Ordnungsbusse von CHF 2000.– auszufällen.
5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des ."

Erwägungen:
I.
1. Die Parteien sind verheiratet. Sie haben zwei gemeinsame Töchter F._,
geb. tt.mm.2006, und E._, geb. tt.mm.1999. Seit dem 30. Mai 2018 standen
sie sich vor Vorinstanz in einem Eheschutzverfahren gegenüber (Urk. 1). Betref-
fend den Verlauf des vorinstanzlichen Verfahrens kann auf die Erwägungen der
Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 63 E. I = Urk. 72 E. I). Die Vorinstanz fällte am
19. März 2019 das einleitend wiedergegebene Urteil (Urk. 63).
2. Dagegen erhob die Klägerin und Berufungsklägerin (fortan Klägerin) mit
Eingabe vom 11. April 2019 innert Frist Berufung, wobei sie die oben angeführten
Anträge stellte (Urk. 71 S. 2). Mit Beschluss vom 26. April 2019 wurde das Ge-
such der Klägerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das Beru-
fungsverfahren abgewiesen und ihr Frist angesetzt, um für die Gerichtskosten des
Berufungsverfahrens einen Kostenvorschuss von Fr. 3'000.– zu leisten (Urk. 76).
Diesen bezahlte die Klägerin innert der ihr mit Verfügung vom 3. Juni 2019
(Urk. 84) angesetzten Nachfrist (vgl. Urk. 85). Da die Berufung offensichtlich un-
begründet ist, wurde keine Berufungsantwort vom Beklagten und Berufungsbe-
klagten (fortan Beklagter) eingeholt (Art. 312 Abs. 1 ZPO).
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II.
1. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sind die Kinder- und Ehegattenun-
terhaltsbeiträge. Die Dispositiv-Ziffern 1-6 des vorinstanzlichen Eheschutzent-
scheides blieben unangefochten, weshalb diese in Rechtskraft erwachsen sind
(Art. 315 Abs. 1 ZPO). Dies ist vorzumerken.
2. Das Berufungsverfahren stellt keine Fortsetzung des erstinstanzlichen Ver-
fahrens dar, sondern ist nach der gesetzlichen Konzeption als eigenständiges
Verfahren ausgestaltet (BGE 142 III 413 E. 2.2.1 m.w.Hinw. auf die Botschaft zur
Schweizerischen ZPO, BBl 2006, S. 7374). Mit der Berufung kann eine unrichtige
Rechtsanwendung und eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend
gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Berufungsinstanz verfügt über unbeschränk-
te Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger
Ermessensausübung (Angemessenheitsprüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. Ap-
ril 2013, E. 3.1), welcher insbesondere bei Entscheiden betreffend Unterhalt er-
hebliche Bedeutung zukommt (vgl. statt vieler BGer 5A_797/2012 vom 18. März
2013, E. 3.2.3). In der schriftlichen Berufungsbegründung (Art. 311 ZPO) ist hin-
reichend genau aufzuzeigen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den an-
gefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an einem der genann-
ten Mängel leidet. Das setzt (im Sinne einer von Amtes wegen zu prüfenden Ein-
tretensvoraussetzung) voraus, dass der Berufungskläger die vorinstanzlichen Er-
wägungen bezeichnet, die er anficht, sich argumentativ mit diesen auseinander-
setzt und mittels genügend präziser Verweisungen auf die Akten aufzeigt, wo die
massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und Einreden erho-
ben wurden bzw. aus welchen Aktenstellen sich der geltend gemachte Beru-
fungsgrund ergeben soll. Die pauschale Verweisung auf frühere Vorbringen oder
deren blosse Wiederholung genügen nicht (vgl. BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer
5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013, E. 3.2; BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai
2015, E. 2.1). Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanfor-
derungen entsprechenden Weise beanstandet wird, braucht von der Rechtsmittel-
instanz nicht überprüft zu werden; diese hat sich – abgesehen von offensichtli-
chen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen zu be-
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schränken, die in der schriftlichen Begründung formgerecht gegen den erstin-
stanzlichen Entscheid erhoben werden (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4 m.w.Hinw.;
BGer 5A_111/2016 vom 6. September 2016, E. 5.3; BGer 4A_258/2015 vom
21. Oktober 2015, E. 2.4.3; BGer 4A_290/2014 vom 1. September 2014, E. 3.1
und E. 5). Insofern erfährt der Grundsatz "iura novit curia" (Art. 57 ZPO) im Beru-
fungsverfahren eine Relativierung (BK ZPO I-Hurni, Art. 57 N 21 und N 39 ff.;
Glasl, DIKE-Komm-ZPO, Art. 57 N 22).
3. Bei Verfahren betreffend Kinderbelange ist der Sachverhalt nach Art. 296
ZPO von Amtes wegen zu erforschen. Infolgedessen können die Parteien im Be-
rufungsverfahren auch dann neue Tatsachen und Beweismittel vorbringen, wenn
die Voraussetzungen nach Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144 III 349
E. 4.2.1). Die von der Klägerin im Berufungsverfahren neu eingereichten Urkun-
den (Urk. 74/2-6) sowie die daraus abgeleiteten Vorbringen der Klägerin sind so-
mit im Berufungsverfahren zu berücksichtigen.
4. In prozessualer Hinsicht ist weiter zu bemerken, dass aufgrund des summa-
rischen Charakters des vorliegenden Verfahrens blosses Glaubhaftmachen ge-
nügt. Das Gericht darf weder blosse Behauptungen genügen lassen noch einen
stichhaltigen Beweis verlangen (BGE 120 II 398).
5. Mit der Berufung beantragt die Klägerin, es sei zu bestimmen, dass die dem
Beklagten als AHV-Bezüger, d.h. ab April 2021 zukommende Kinderrente für die
Tochter F._, direkt der Mutter und jetzigen Klägerin ausbezahlt werde (Urk.
71, Antrag 3). Die Klägerin begründet diesen (neuen) Antrag in ihrer Berufungs-
schrift mit keinem Wort (vgl. Urk. 71 S. 3 ff.). Sie kommt somit ihrer Begründungs-
pflicht nach Art. 311 Abs. 1 ZPO nicht nach. Dies führt zum Nichteintreten auf die
Berufung in diesem Punkt.
III.
1.1. Die Vorinstanz erwog in Zusammenhang mit dem Unterhalt, die Parteien
seien sich darin einig, dass die Familie stets in äusserst bescheidenen Verhältnis-
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sen gelebt habe. Aus den Ausführungen der Parteien gehe hervor, dass sie sich
auch bezüglich der finanziellen Angelegenheiten zutiefst misstrauten, sich unge-
recht behandelt fühlten und entsprechend beim anderen überall noch Vermögen
und Geschäfte witterten. Die teils ausführlichen Schilderungen erwiesen sich für
das Gericht indessen für sich betrachtet jeweils als glaubhaft und ergäben, ob-
wohl die jeweilige Wahrnehmung der Parteien davon abweiche, ein Gesamtbild,
das aufgehe und schlüssig sei: Die Parteien lebten überwiegend vom Vermö-
gensverzehr, insbesondere des Vermögens, das dem Beklagten durch Erbschaf-
ten zugegangen sei. Daneben habe der Beklagte seine hergestellten Kunstge-
genstände verkauft, während die Klägerin ihren Coiffeur-Salon betrieben habe,
beides mit Einnahmen in überschaubarem Umfang. Alles sei auf den Zeitpunkt
des Bezugs einer AHV-Rente durch den Beklagten ausgerichtet gewesen. Die
Parteien wollten, so der ursprüngliche Plan, dann nach Senegal übersiedeln. Zu-
letzt habe die Klägerin schliesslich das letzte noch brauchbare Inventar des Sa-
lons bzw. der Beklagte die im Laufe seines Lebens angeschafften (Kunst-) Ge-
genstände verkauft, um über die Runden zu kommen. Zudem sei, glaube man der
Klägerin, auch das Vermögen im Senegal, das aus dem Landverkauf resultiert
habe und offenbar ursprünglich gewissermassen als Starthilfe nach dem Umzug
in den Senegal gedacht gewesen sei, aufgebraucht worden. Gerade den letzten
Punkt bestreite der Beklagte heftig. Belege lägen weder für die eine noch die an-
dere Behauptung vor. Es liege indessen auf der Hand, dass die Parteien nicht nur
kleine Beträge des Vermögens hätten verzehren müssen, um einigermassen
würdig durch den Alltag zu kommen. Würden auch die Kosten der gelegentlichen
– im Übrigen nachvollziehbaren – Reisen in den Senegal mitberücksichtigt, er-
scheine das Aufbrauchen der Vermögenswerte naheliegend. Unter diesen Um-
ständen könne – mit Blick auf das vom Beklagten gestellte Editionsbegehren –
auf die Einholung weiterer Unterlagen seitens der Klägerin verzichtet werden. Da-
raus ergebe sich ohne weiteres, dass beide Parteien keinerlei Leistungsfähigkeit
für allfällige Unterhaltszahlungen an den anderen oder die Kinder besässen und
auch nicht besitzen müssten. Der Beklagte werde für sich allein betrachtet – wei-
terhin und im gleichen Stil – gerade so durchkommen wie bisher, die Klägerin
weise ein Manko auf, das der Beklagte aber nicht decken könne. Die Kosten für
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F._ teilten sich auf beide Parteien auf, und auch hier gelte dasselbe wie für
die Parteien persönlich. Unter diesen Umständen sei keine der Parteien verpflich-
tet, der anderen für sich oder für die Tochter F._ Unterhaltsbeiträge zu be-
zahlen; die entsprechenden Anträge der Klägerin seien abzuweisen. Soweit die
Klägerin geltend mache, es müssten Unterhaltsbeiträge festgelegt werden, unab-
hängig davon, ob der Beklagte Geld habe oder nicht, verkenne sie das Folgende:
Wer nicht leistungsfähig sei und wem auch keine hypothetische Leistungsfähigkeit
angerechnet werden müsse, der könne nicht zu Unterhaltszahlungen verpflichtet
werden; das Existenzminimum sei dem Unterhaltsschuldner auf jeden Fall zu be-
lassen. Die Möglichkeit der Bevorschussung von Unterhaltsbeiträgen, welche die
Klägerin offenbar vor Augen habe, sei nicht dazu gedacht, die Leistungsunfähig-
keit eines Beitragsschuldners zu kompensieren, sondern die Leistungsunwilligkeit
zu überbrücken. Die familienrechtliche Leistungspflicht sei durch die Leistungsfä-
higkeit des Pflichtigen begrenzt. Übersteige die Tragung der Unterhaltskosten die
Kräfte des Einzelnen und der Familie, so obliege sie dem Gemeinwesen und rich-
te sich nach dem öffentlichen Recht, sei aber nicht Aufgabe der Bevorschussung.
Einzig die allenfalls von einer Partei bezogenen Kinderzulagen für die Tochter
F._ – dass welche bezogen würden, sei nicht bekannt – seien zu regeln, da
die Kinderzulagen direkt für die Bedürfnisse des Kindes zu verwenden seien. Auf-
grund der gesamten Umstände und unter Berücksichtigung des Betreuungsver-
hältnisses stünden die Kinderzulagen zu zwei Dritteln der Klägerin und zu einem
Drittel dem Beklagten zu. Jede Partei, welche allfällige Zulagen für F._ be-
ziehe, sei entsprechend zu verpflichten, den Anteil der anderen Partei dieser in-
nert zehn Tagen nach Erhalt zu bezahlen (Urk. 63 E. 6.3 ff.).
1.2.1. Auf diese nachvollziehbaren Erwägungen der Vorinstanz geht die Klägerin
im Rahmen ihrer Berufungsschrift nicht im Ansatz ein. Vielmehr belässt sie es im
Wesentlichen dabei, ihren bereits vor Vorinstanz eingenommenen Standpunkt,
wonach der Beklagte über erhebliche finanzielle Mittel verfüge, die er aber zu
verbergen verstehe, zu wiederholen (Urk. 71 S. 3 f. und 10; vgl. Urk. 8/1 S. 3;
Prot. I. S. 8; Urk. 31 S. 3).
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So führt die Klägerin in ihrer Berufung nochmals an, der Beklagte betreibe mit
G._ Handel mit nepalesischen Waren (Urk. 71 S. 8; vgl. Prot. I. S. 7), was
dieser bereits vor Vorinstanz bestritt (Prot. I. S. 16). Abermals bringt die Klägerin
des Weiteren vor, der Beklagte habe auf dem Grundstück an der C._-
Strasse ... in D._ im letzten Jahr ein Gartenhaus für Fr. 20'000.– bis
Fr. 30'000.– erbauen lassen (Urk. 71 S. 7; vgl. Urk. 28 S. 2 f.). Diese Beträge
wurden vom Beklagten – mit dem Hinweis, dass er den Umbau mit Freunden vor-
genommen und ausser Materialien kein Geld investiert habe – ebenfalls bereits
vor Vorinstanz bestritten (vgl. Prot. I. S. 34 f.). Die Klägerin vermag diese Ausga-
ben im Übrigen auch mit den im Berufungsverfahren neu eingereichten Fotos und
der unbelegten Kostenaufstellung (Urk. 74/4) nicht glaubhaft zu machen. Auch
soweit die Klägerin vorbringt, der Beklagte habe aus seiner Tibet-Sammlung Ge-
genstände und diverse andere Sachen an H._ verkauft bzw. H._ habe
Teile der Tibet-Sammlung und der Gemälde des Beklagten abtransportiert und
zwar jeweils nachts (Urk. 71 S. 6 und 9), wiederholt sie lediglich ihre eigenen Aus-
führungen vor Vorinstanz (vgl. Prot. I. S. 7 f. und 20), geht aber insbesondere
nicht auf die vorinstanzliche Feststellung, der Verkauf von Kunstgegenständen
durch den Beklagten habe Einnahmen in überschaubarem Umfang generiert bzw.
habe den Parteien ermöglicht, über die Runden zu kommen (Urk. 63 E. 6.4), ein.
Bei der im Berufungsverfahren neu eingereichten, undatierten und nicht unter-
zeichneten Aufstellung "H._ Stand 2015" (Urk. 74/3) handelt es sich im Übri-
gen um eine blosse, unbelegte Parteibehauptung. Ins Kapitel blosse Wiederho-
lung fällt auch die, vom Beklagten – auch in der persönlichen Befragung (vgl.
Prot. I. S. 50 f.) – vor Vorinstanz bestrittene (vgl. Prot. I S. 15 f.) Behauptung der
Klägerin, er unterstütze andere Frauen finanziell, namentlich I._ (Urk. 71 S. 5
und 7 f.; vgl. Prot. I. S. 7). Auch aus dem im Berufungsverfahren neu eingereich-
ten, undatierten Chatverkehr mit I._ (Urk. 74/5) geht im Übrigen nicht hervor,
dass tatsächlich regelmässige Zahlungen des Beklagten an I._ erfolgt sind.
Die Klägerin bringt weiter vor, der Beklagte habe vom 17. Dezember 2018 bis
9. Januar 2019 mit J._ eine Reise unternommen, für welche ihm Kosten von
Fr. 15'000.– bis Fr. 25'000.– angefallen seien (Urk. 71 S. 5). Hiermit wiederholt
die Klägerin im Wesentlichen bloss die von ihr bereits vor Vorinstanz aufgeworfe-
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ne Frage, woher der Beklagte das Geld habe, um Reiseaktivitäten zu finanzieren
(vgl. Urk. 31 S. 3). Mit der Erwägung der Vorinstanz, Reisen würden durch Ver-
mögensverzehr finanziert (Urk. 63 E. 6.4), setzt sie sich hingegen wiederum nicht
auseinander.
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass diese klägerischen Ausfüh-
rungen den in Erwägung II.2 genannten Anforderungen an eine hinreichende Be-
rufungsbegründung im Sinne von Art. 311 ZPO nicht genügen.
1.2.2. Die Klägerin bringt sodann im Berufungsverfahren diverse neue Behaup-
tungen vor. So macht sie erstmals geltend, der Beklagte handle mit Heilmitteln
(Urk. 71 S. 6). Die von der Klägerin eingereichte, nicht unterzeichnete Aufstellung
von Heilmitteln mit Preisangaben per 26. April 2015 (Urk. 74/3) vermag für sich al-
leine betrachtet allerdings keine regelmässige Handelstätigkeit des Beklagten in
diesem Bereich glaubhaft zu machen. Es erübrigen sich somit weitere Bemerkun-
gen dazu.
Weiter führt die Klägerin aus, es habe ausfindig gemacht werden können, dass
der Beklagte mit einer Dame namens K._ in den Jahren 2007 bis 2018 ver-
kehrt habe, das heisst sie unterstützt habe. Er habe sehr viel für die Dame getan.
Sie nenne ihn u.a. "mein Schutzengel". Diese Frau habe aber auch für ihn Bilder
etc. verkauft. Sie wohne in L._ an der ...strasse ... (Mobile 079 ...); ihre
Emailadresse laute: K._@gmx.ch. Die Klägerin verlangt im Berufungsverfah-
ren, der Beklagte sei zu befragen, wie hoch die finanziellen Mittel gewesen seien,
mit welchen er diese Frau unterstützt und wie es sich mit dem Verkaufsvolumen
bezüglich Bildern verhalten habe (Urk. 71 S. 8). Der im vorliegende Verfahren gel-
tende strenge Untersuchungsgrundsatz (Art. 296 Abs. 1 ZPO) entbindet die Par-
teien nicht davon, dem Gericht das Tatsächliche des Rechtsstreits substantiiert
vorzutragen. Dies hat die Klägerin unterlassen. Sie beschränkt sich darauf, Mut-
massungen über Einkünfte des Beklagten anzustrengen, ohne eine Behauptung
zur Höhe der vermuteten Unterstützungsleistungen respektive zusätzlichen Ein-
künfte des Beklagten aufzustellen. Sie zielt darauf ab, durch die Beweisabnahme
des Gerichts zu weiteren Informationen zu kommen. Es ist aber nicht Aufgabe
des Gerichts, durch die Abnahme von Beweismitteln Mutmassungen einer Partei
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zu verifizieren und damit das Behauptungsfundament überhaupt erst zu schaffen.
Ein Beweisverfahren ist nur dann durchzuführen, wenn substantiierte Behauptun-
gen vorliegen, welche zu beweisen sind, und ist nicht dazu da, solche zu ersetzen
(OGer ZH LZ180029 vom 14.06.2019, E. II.B.3.4). Mangels Vorliegen von hinrei-
chend konkreten Behauptungen kann dem Beklagten kein zusätzliches Einkom-
men angerechnet werden.
Es erhellt des Weiteren nicht, was die Klägerin zu ihren Gunsten ableiten will,
wenn sie berufungsweise vorbringt, es sei bekannt geworden, dass der Beklagte
einer gewissen Person namens M._ eine Sammlung tibetischer Figuren ver-
kauft habe und beantragt, der Beklagte solle darüber befragt werden (Urk. 71 S.
6). Nicht nur wurde der Beklagte bereits vor Vorinstanz zu seiner Verkaufstätigkeit
befragt und gab zu Protokoll, dass er Wertgegenstände von früher, tibetanische
Sachen, verkaufe (Prot. I. S. 50 und 55), die Vorinstanz berücksichtigte diesen
Umstand auch und hielt diesbezüglich ausdrücklich fest, der Beklagte habe im
Laufe seines Lebens angeschaffte (Kunst-) Gegenstände verkauft und Einnah-
men in überschaubarem Umfang generiert bzw. den Parteien damit ermöglicht,
über die Runden zu kommen (Urk. 63 E. 6.4). Entsprechend hat es damit sein
Bewenden.
Ebenfalls erstmals bringt die Klägerin im Berufungsverfahren vor, es habe eruiert
werden können, dass der Beklagte seinem Anwalt Y._ 2017 und 2018 sub-
stantielle Akontozahlungen zwischen Fr. 10'000.– und Fr. 15'000.– geleistet habe,
was in Anbetracht dessen, dass besagter Rechtsvertreter namens des Beklagten
vor Vorinstanz am 2. Juli 2018 den Eventualantrag auf Gewährung der unentgelt-
lichen Rechtspflege und unentgeltliche Rechtsverbeiständung stellte (Urk. 9 S. 2),
welche dem Beklagten mit Verfügung vom 19. März 2019 (Urk. 63) auch gewährt
wurde, nicht glaubhaft ist. Dass der Beklagte Rechtsanwalt Y._ für ein ande-
res als das vorliegende Verfahren Honorar schuldig gewesen wäre, macht die
Klägerin im Übrigen nicht geltend.
Schliesslich lässt sich auch aus dem blossen Umstand, dass der Beklagte im No-
vember-Dezember 2019 eine grosse Ausstellung in seinem Hause planen soll,
mitorganisiert vom Kulturmanager N._, wie die Klägerin berufungsweise
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auch neu vorbringt (Urk. 71 S. 9), nicht auf ein regelmässiges, sein Existenzmini-
mum übersteigendes Einkommen schliessen.
1.2.3. Vor diesem Hintergrund kann von der von der Klägerin beantragten Edition
weiterer Unterlagen abgesehen werden. Ohnehin ist fraglich, ob ihre Editionsbe-
gehren in der Berufungsschrift, der Beklagte sei zu verpflichten, alle seine Bank-
verbindungen im In- und Ausland sowie alle seine Einnahmen und Ausgaben in
den Jahren 2017 und 2018 lückenlos zu belegen und zwar die geschäftlichen wie
die privaten (Urk. 71 S. 10), dem Bestimmtheitsgebot genügen würden. So ist im
Falle eines beantragten Urkundenbeweises (Art. 177 ff. ZPO) das zu edierende
Schriftstück nach Art und Inhalt der Urkunde nämlich genau zu bezeichnen (vgl.
BGE 143 III 113 E. 4.4.1; ZK ZPO-Leuenberger, Art. 221 N 53).
2. Entsprechend entfällt auch die Ausfällung einer Ordnungsbusse, welche die
Klägerin in Antrag 4 ihrer Berufungsschrift (Urk. 71) für die vom Beklagten vor
Vorinstanz – ihrer Auffassung nach zu Unrecht – aufgestellten Behauptungen zu
seiner Einkommens- und Vermögenslosigkeit (vgl. Urk. 71 S. 3 ff.) verlangt. Inso-
fern kann offen bleiben, ob die Kammer für die Ausfällung einer solchen über-
haupt sachlich zuständig wäre (vgl. BSK ZPO-Gschwend, Art. 128 N 1).
3. Nach dem Gesagten erweisen sich die Vorbringen in der Berufung als un-
begründet, weshalb diese abzuweisen ist, soweit auf sie einzutreten ist. Disposi-
tiv-Ziffer 7 des angefochtenen Entscheids ist zu bestätigen.
IV.
1. Ausgangsgemäss ist auch die erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungs-
regelung zu bestätigen (Urk. 63, Dispositiv-Ziffern 8-10).
2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von § 12
Abs. 1 und 2 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 und 6 Abs. 2 lit. b GebV OG auf
Fr. 1'200.– festzulegen und ausgangsgemäss der Klägerin aufzuerlegen (Art. 106
Abs. 1 ZPO). Für das Berufungsverfahren sind keine Parteientschädigungen zu-
zusprechen; der Klägerin zufolge ihres Unterliegens (Art. 106 Abs. 1 ZPO), dem
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Beklagten mangels eines entsprechenden Antrages (vgl. Art. 105 Abs. 1 ZPO;
BGE 139 III 334 E. 4.3).