Decision ID: dcd102c9-c6e2-52ee-8c82-f9339dbea8ea
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ war im Zwischenverdienst bei der B._ tätig und dadurch bei der
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von
Unfällen versichert, als sie am 2. Dezember 2009 auf einer vereisten Strasse
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ausrutschte und sich eine Bimalleolarluxationsfraktur rechts zuzog (Suva-act. 5-10,
147, 277-6). Sie befand sich vom 2. bis 11. Dezember 2009 stationär im Spital C._
und unterzog sich dort am 5. Dezember 2009 einer Osteosynthese der Fibula (Suva-
act. 277-5 ff.). Die Suva entrichtete Taggelder und kam für die Kosten der
Heilbehandlung auf (vgl. Suva-act. 41). Am 28. Mai 2010 erfolgte eine partielle
Metallentfernung (Suva-act. 39, 147, 277). Im Oktober 2011 schloss die Suva den Fall
ab (vgl. Suva-act. 63).
A.b Am 14. Januar 2014 meldete die Arbeitgeberin der Versicherten der Suva einen
Rückfall (Suva-act. 64). Dr. med. D._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt in seinem Bericht vom 3. Februar 2014
eine Tendovaginitis der Tibialis posterior Sehne und einen Verdacht auf ein ventrales
Impingement fest. Die Versicherte sei nach der Luxationsfraktur des oberen
Sprunggelenks (OSG) nie beschwerdefrei gewesen, nun sei es jedoch zu einer
Exazerbation von Beschwerden im ventralen Gelenkrecessus gekommen (Suva-act.
78).
A.c Dr. med. E._, FMH Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 24. Januar 2014,
die Versicherte habe starke Schmerzen im rechten Fuss. Er diagnostizierte eine
Tendinitis und Peritendinitis der Tibialis posterior Sehne. Die Versicherte sei seit dem
21. Dezember 2013 zu 100% arbeitsunfähig (Suva-act. 75, vgl. auch Suva-act. 87-10
ff.). Die Suva nahm die Taggeldzahlungen wieder auf und vergütete die Kosten der
Heilbehandlung (vgl. Suva-act. 88).
A.d Nachdem konservative Behandlungsmethoden gescheitert waren (vgl. Suva-act.
103, 109, 114), unterzog sich die Versicherte am 7. Juli 2014 einer diagnostischen
OSG-Arthroskopie, einer arthroskopischen Arthrolyse, einer
Osteosynthesematerialentfernung lateral und einer Tenolyse der Peronealsehnen sowie
einer Tenolyse der Tibialis posterior Sehne (Suva-act.
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129).
A.e Vom 22. Dezember 2014 bis 11. Januar 2015 befand sich die Versicherte stationär
in der Klinik F._. Die behandelnden Ärzte listeten im Austrittsbericht vom 23. Januar
2015 eine traumatische Luxationsfraktur des rechten OSG nach Sturz am 2. Dezember
2009, einen Status nach OSG-Arthroskopie, Osteosynthesematerialentfernung,
Tenolyse der Peronealsehnen und Tibialis posterior-Sehne am 7. Juli 2014 sowie eine
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren auf (Suva-act.
187).
A.f Am 12. März 2015 wurde die Versicherte durch med. pract. G._, Fachärztin für
Chirurgie FMH, kreisärztlich untersucht. Med. pract. G._ hielt in ihrer Beurteilung vom
13. März 2015 fest, aktuell bestünden noch Restbeschwerden unklarer Ätiologie am
OSG rechts, differenzialdiagnostisch eine Somatisierungsstörung. Es sei grundsätzlich
davon auszugehen, dass durch weitergehende Therapie und Behandlung keine
namhafte Besserung des rein somatisch bedingten und objektivierbaren
Gesundheitszustandes zu erwarten sei. Die Rückenbeschwerden seien nicht als
überwiegend wahrscheinlich unfallkausal zu betrachten. Eine adaptierte Tätigkeit sei
zumutbar (Suva-act. 196). Den Integritätsschaden schätzte med. pract. G._ unter
Annahme von künftigen arthrotischen Veränderungen aufgrund der erlittenen
Bimalleolarluxationsfraktur auf 5% (Suva-act. 197). Der IV-interne Regionale Ärztliche
Dienst (RAD) schloss sich der kreisärztlichen Beurteilung an (Suva-act. 243-114).
A.g Dr. med. H._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, listete in ihrem
Bericht vom 18. Juni 2015 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.2) sowie eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(ICD-10: F45.41) auf. Sie attestierte der Versicherten seit 19. Januar 2015 eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% (Suva-act. 243-125 ff.).
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A.h Mit Schreiben vom 6. Oktober 2015 stellte die Suva die Heilbehandlungs- und
Taggeldleistungen per 31. Oktober 2015 ein (Suva-act. 248). Mit Verfügung vom 23.
Oktober 2015 sprach sie der Versicherten eine Integritätsentschädigung basierend auf
einer Integritätseinbusse von 5% zu. Einen Rentenanspruch verneinte sie (Suva-act.
253). Nachdem die Versicherte dagegen Einsprache erhoben hatte (Suva-act. 264, vgl.
Suva-act. 270, 291), zog die Suva die Verfügung mit Schreiben vom 14. Dezember
2015 zurück und erbrachte wieder Versicherungsleistungen (Suva-act. 272).
A.i Dr. med. I._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt am 16.
Dezember 2015 als Diagnosen unter anderem eine andauernde
Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerzsyndrom (ICD-10: F62.8) und eine
somatoforme Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Komponenten
(ICD-10: F45.41) fest. Aktuell bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit durch
Rücken- und Beinschmerzen (IV-act. 60-1). Im Auftrag der Suva (vgl. Suva-act. 286 f.)
wurde die Versicherte am 10. bzw. 12. Februar 2016 in den Kliniken für Neurologie
sowie Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des
Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) untersucht. Die dortigen Ärzte listeten als Diagnosen
primär ein chronisches, vorwiegend nozizeptives Schmerzsyndrom des Malleolus
rechts (ICD10: R52.2), eine pseudoradikuläre Schmerzsymptomatik lumbal
rechtsbetont und einen Verdacht auf ein komplexes regionales Schmerzsyndrom
(CRPS) rechts auf (Suva-act. 296 f.).
A.j Kreisarzt Dr. med. J._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates, untersuchte die Versicherte am 10. Mai 2016. Gleichentags
hielt er fest, aktuell bestünden Belastungs- und Bewegungsschmerzen des OSG rechts
unklarer Ätiologie bei neurologisch allenfalls neuropathischer Teilkomponente bei
primär nozizeptivem Schmerzsyndrom. An der von med. pract. G._ am 12. März
2015 beurteilten Zumutbarkeit im Hinblick auf die somatisch erklärbaren Befunde und
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der Schätzung des Integritätsschadens könne festgehalten werden. Insgesamt seien
keine weiteren medizinischen Massnahmen zu empfehlen, die überwiegend
wahrscheinlich zu einer wesentlichen Besserung des unfallbedingten Zustandes führten
(Suva-act. 310).
A.k Mit Schreiben vom 13. Juni 2016 stellte die Suva die Heilbehandlungs- und
Taggeldleistungen per 30. Juni 2016 ein (Suva-act. 315). Mit Verfügung vom 27. Juni
2016 verneinte sie einen Anspruch auf eine Invalidenrente (Suva-act. 321).
A.l Die IV-Stelle übernahm die Kosten für ein Belastbarkeitstraining vom 22. August
bis 25. November 2016 (Suva-act. 330, IV-act. 85). Mit Schlussbericht vom 6.
Dezember 2016 hielt die zuständige Person des Einsatzprogramms fest, während des
zweimonatigen Aufbautrainings hätten die Rückenschmerzen stets im Vordergrund
gestanden. Die Leistung der Versicherten werde bei einem Pensum von 50% auf 60 bis
70% geschätzt (IV-act. 98).
B.
B.a Die Versicherte erhob am 11. Juli 2016 Einsprache gegen die Verfügung vom 27.
Juni 2016 und beantragte sinngemäss, es seien ihr weiterhin Versicherungsleistungen
auszurichten und es sei ein bidisziplinäres Gutachten zur Klärung der Höhe der
Integritätsentschädigung und der Rente in die Wege zu leiten (Suva-act. 322-1 ff., 325,
333). Die Suva wies die Einsprache mit Entscheid vom 9. Dezember 2016 ab, soweit
sie darauf eintrat (Suva-act. 338).
B.b Mit Verfügung vom 4. Januar 2017 sprach die Suva der Versicherten eine
Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 5% zu (Suva-act.
341).
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C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 9. Dezember 2016 erhob die Versicherte am
27. Januar 2017 Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom 27. Juni 2016 sei
aufzuheben und es sei ein bidisziplinäres Gutachten (Orthopädie und Psychiatrie) mit
Klärung der Höhe der Integritätsentschädigung und der Rente in die Wege zu leiten.
Eventualiter sei ein gerichtliches Gutachten zur Leistungsfähigkeit in einer angepassten
Tätigkeit zu erstellen und gestützt darauf eine Rente zu sprechen. In prozessualer
Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der
Beschwerdegegnerin (act. G1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 28. Februar 2017 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde vom 27. Januar 2017, soweit
darauf einzutreten sei (act. G5).
C.c Am 29. März 2017 entsprach das Versicherungsgericht dem Gesuch um
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung (act. G9).
C.d Mit Replik vom 3. April 2017 korrigierte die Beschwerdeführerin ihre
Rechtsbegehren insoweit, als sie neu die Aufhebung des Einspracheentscheids vom 9.
Dezember 2016 (anstelle der Aufhebung der Verfügung vom 27. Juni 2016) beantragte.
Darüber hinaus hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen und Standpunkten fest
(act. G10).
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C.e Die Versicherte hatte am 3. Februar 2017 Einsprache gegen die Verfügung der
Beschwerdegegnerin vom 4. Januar 2017 betreffend Integritätsentschädigung erhoben
(Suva-act. 342). Die Beschwerdegegnerin hatte diese mit Einspracheentscheid vom 9.
März 2017 abgewiesen (act. G11.2). Am 7. April 2017 erhob die Beschwerdeführerin
gegen den Einspracheentscheid vom 9. März 2017 ebenfalls Beschwerde und
beantragte, dieser sei aufzuheben und es sei ein bidisziplinäres Gutachten (Orthopädie
und Rheumatologie) mit Klärung der Höhe der Integritätsentschädigung in die Wege zu
leiten. In prozessualer Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um Gewährung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge
zulasten der Beschwerdegegnerin (act. G11).
C.f Am 11. April 2017 vereinigte das Versicherungsgericht die beiden Beschwerden
vom 27. Januar und 7. April 2017 und hielt fest, die Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung gelte für beide Beschwerden (vgl. act. G12 f.).
C.g Mit Duplik bzw. Beschwerdeantwort vom 2. Mai 2017 hielt die
Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde betreffend
Invalidenrente fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde betreffend
Integritätsentschädigung (act. G14). Am 10. Mai 2017 nahm die Beschwerdeführerin
zur Eingabe der Beschwerdegegnerin Stellung (act. G16).
C.h Zwischen August 2017 und Februar 2018 wurde die Beschwerdeführerin im
Auftrag der IV-Stelle (vgl. IV-act. 120) von Ärzten der estimed AG, MEDAS Zug,
polydisziplinär (internistisch, neurologisch, orthopädisch, neuropsychologisch,
psychiatrisch) abgeklärt. Diese listeten in ihrem Gutachten vom 20. Februar 2018 als
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach
Bimalleolarluxationsfraktur Typ Weber B rechts, eine Tendovaginitis der Tibialis
posterior-Sehne, einen Verdacht auf ein ventrales Impingement, eine intermittierende
Lumboischialgie, eine anhaltend mittelgradig ausgeprägte depressive Episode mit
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somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11) im Rahmen einer depressiven Entwicklung
sowie eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(ICD-10: F45.41) auf. Sie befanden, in der angestammten Tätigkeit als
Produktionsmitarbeiterin bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50%. Angepasste
Tätigkeiten seien aus interdisziplinärer Sicht auch zu 50% möglich, aus somatischer
(orthopädischer) Sicht jedoch zu 80% (IV-act. 135). Am 5. und 16. April 2018 nahmen
die Gutachter Stellung zu Ergänzungsfragen der IV-Stelle und der Beschwerdeführerin
(vgl. IV-act. 143).
C.i Mit Eingabe vom 24. April 2018 änderte die Beschwerdeführerin ihr
Rechtsbegehren betreffend Invalidenrente und beantragte neu, dass ihr ab dem Datum
der Einstellung der Taggeldleistungen eine halbe Rente zuzusprechen sei (act. G19).
C.j Am 15. Mai 2018 nahm die Beschwerdegegnerin zur Eingabe der
Beschwerdeführerin sowie zum polydisziplinären Gutachten vom 20. Februar 2018
Stellung (act. G21). Die Beschwerdeführerin reichte ihrerseits am 19. Juni 2018 eine
weitere Stellungnahme ein (act. G25).
C.k Mit Schreiben vom 1. April 2019 informierte die Verfahrensleitung die Parteien über
den zwischen der IV-Stelle und der Beschwerdeführerin im Verfahren IV 2018/361
geschlossenen Vergleich sowie den Beizug der IV-Akten (act. G27).

Erwägungen
1.
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Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden
daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2009 zur Diskussion steht, die bis 31.
Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
2.
Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch der
Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente sowie auf eine Integritätsentschädigung
gegenüber der Beschwerdegegnerin.
2.1 Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art.
6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG; SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). Sie hat
zudem Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG). Ist
die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 Prozent invalid, so hat sie
Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person
durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen
Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24
Abs. 1 UVG). Wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte
Besserung des Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet werden
kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV)
abgeschlossen sind, entsteht der Rentenanspruch. Mit dem Rentenbeginn fallen die
Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
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2.2 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz
nichts anderes bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der
Unfallversicherung bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des
Unfallversicherers besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und
adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (ALEXANDRA
RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Während es Aufgabe der Ärztin oder des Arztes ist, den
natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage
nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (RUMO-JUNGO/
HOLZER, a.a.O., S. 55, 58; BGE 125 V 456; 123 III 110; 112 V 30). Im Bereich klar
ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen
Veränderungen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle (vgl. BGE 117 V 359, E. 5d/bb, unten, mit Hinweisen auf Lehre und
Rechtsprechung; BGE 118 V 286, E. 3a). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht
(hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht
automatisch auch die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs. In diesen
Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung nach der Rechtsprechung gemäss
BGE 115 V 133, E. 6c/aa vorzunehmen.
2.3 Hat der Unfallversicherer seine Leistungspflicht im Grundfall einmal anerkannt, so
entfällt seine Leistungspflicht erst dann, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche
Ursache der fortdauernd geklagten Beschwerden darstellt, d.h. wenn die Beschwerden
nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruhen (RUMO-JUNGO/
HOLZER, a.a.O., S. 54). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche
Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von
unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender Auswirkungen des
Unfalls genügt nicht (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 4; THOMAS LOCHER/
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THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, §
70 N. 58). Da es sich um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die
Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher
Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim
Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen, 1994 Nr. U 206 S.
328; siehe ebenso BGE 117 V 261 E. 3b). Dieser muss jedoch nicht den Beweis für
unfallfremde Ursachen erbringen. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer
den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder
dass die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteil des Bundesgerichts
vom 29. April 2008, 8C_465/2007, E. 3.1 mit Hinweisen).
2.4 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet und
nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
3.
Vorerst ist zu prüfen, welche organisch objektivierbaren Unfallfolgen bei der
Leistungseinstellung per 30. Juni 2016 noch vorhanden waren. Der Zeitpunkt des
Fallabschlusses (Art. 19 Abs. 1 UVG) wurde von der Beschwerdeführerin nicht
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substantiiert bestritten und ist aufgrund der medizinischen Akten ausgewiesen (vgl.
Suva-act. 310). In der Beschwerde hat die Beschwerdeführerin denn auch keine
vorübergehenden Leistungen mehr beantragt.
3.1 Die Beschwerdeführerin erlitt bei ihrem Unfall vom 2. Dezember 2009 eine
Bimalleolarluxationsfraktur Typ Weber B rechts (Suva-act. 277-6). Im Verlauf
entwickelte sich eine Tendovaginitis der Tibialis posterior-Sehne und Dr. D._
äusserte am 3. Februar 2014 einen Verdacht auf ein ventrales Impingement (Suva-act.
78). Diese auch von den Gutachtern der estimed AG festgehaltenen Diagnosen bzw.
die damit zusammenhängenden Beschwerden, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit
auswirken, sind unbestritten unfallkausal (vgl. Suva-act. 135-51). Die
Beschwerdeführerin klagte diesbezüglich gegenüber dem orthopädischen Teilgutachter
Dr. med. K._, Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie, insbesondere über
belastungsabhängige Schmerzen im Bereich des rechten Sprunggelenks. Beim Gehen
verstärke sich der praktisch immer vorhandene Schmerz (IV-act. 135-85).
3.2 Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, auch ihre Rückenschmerzen seien
unfallkausal. Sie bringt vor, Dr. K._ habe ausgeführt, dass die Bewegung im Bereich
der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule zu beiden Bewegungsrichtungen jeweils
endgradig schmerzhaft eingeschränkt sei. Folglich wäre eine nicht unfallkausale
Begründung dieser Schmerzen völlig irrational (act. G25). Die erwähnte Feststellung
findet sich zwar im orthopädischen Teilgutachten von Dr. K._ (vgl. IV-act. 135-81),
rein aus dem Vorhandensein von Schmerzen kann jedoch nicht auf eine unfallkausale
Verursachung derselben geschlossen werden. Dr. K._ äusserte sich nicht zu einer
allfälligen Unfallkausalität. Med. pract. G._ hielt am 12. März 2015 fest, die
Rückenbeschwerden seien nicht als überwiegend wahrscheinlich unfallkausal zu
betrachten (Suva-act. 196). Aus den weiteren medizinischen Akten ergeben sich
sodann keine Hinweise darauf, dass die Rückenbeschwerden kausal durch den Unfall
verursacht worden wären. Einzig in einem Assessmentprotokoll der IV-Stelle betreffend
ein Gespräch mit der Versicherten vom 15. April 2015 ist in einer Klammerbemerkung
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festgehalten, die Schmerzen im unteren Rückenbereich seien wahrscheinlich aufgrund
der Fehlhaltung und dem Gehen an Gehstöcken entstanden (vgl. Suva-act. 243-116).
Es ist nicht ersichtlich, worauf sich diese Aussage der Beschwerdeführerin stützt,
jedenfalls findet sie sich in keinem aktenkundigen ärztlichen Bericht. Die
Unfallkausalität der Rückenbeschwerden ist damit nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen.
3.3 Zusammenfassend waren zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung als somatische
unfallkausale Folgen einzig belastungsabhängige Schmerzen des OSG rechts
vorhanden.
4.
Unter den Parteien ist weiter streitig, ob zwischen den geltend gemachten psychischen
Beschwerden und dem Unfall vom 2. Dezember 2009 ein adäquater
Kausalzusammenhang besteht. Der psychiatrische Teilgutachter der estimed AG
diagnostizierte eine anhaltende, mittelgradig ausgeprägte depressive Episode mit
somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11) sowie eine chronische Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) (IV-act. 135-110).
4.1 Bei der Beurteilung des Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer
anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwicklung mit Einschränkung der
Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ist nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 133) vom
Unfallereignis auszugehen. Dabei lassen Lehre und Rechtsprechung den sozialen
Unfallversicherer für Schäden nur dann einstehen, wenn diese sowohl in einem
natürlichen wie auch in einem adäquaten Kausalzusammenhang mit dem
schädigenden Ereignis stehen. Der Voraussetzung des adäquaten
Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funktion einer Haftungsbeschränkung zu
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(BGE 123 V 102 E. 3b). Bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs hat
im Hinblick auf die Gebote der Rechtssicherheit und der rechtsgleichen Behandlung
der Versicherten eine objektivierte Betrachtungsweise Platz zu greifen (BGE 115 V 135
E. 4b).
4.2 Ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den Beschwerden und dem Unfall
besteht, wenn dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der
Beschwerden zukommt. In objektivierter Betrachtungsweise werden die Unfälle nach
ihrer erfahrungsgemässen Eignung, psychische Beschwerden zu bewirken, eingeteilt in
banale und leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle andererseits und in einen
dazwischen liegenden Bereich der mittelschweren Unfälle. Bei banalen Unfällen kann
der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und psychischen
Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint werden, weil auf Grund der
allgemeinen Lebenserfahrung davon ausgegangen werden kann, dass ein solcher
Unfall nicht geeignet ist, einen invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden zu
verursachen. Bei schweren Unfällen dagegen ist der adäquate Kausalzusammenhang
in der Regel zu bejahen, denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der
allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische
Gesundheitsschäden zu bewirken. Dabei gelten als schwer nur solche Unfälle, bei
denen sämtliche Umstände, insbesondere die Dramatik des Unfallereignisses und die
Dauer desselben wie auch die somatischen Unfallfolgen eine für die versicherte Person
aussergewöhnliche Eindrücklichkeit aufweisen.
4.3 Bei Unfällen im mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen dem Unfall und
der psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausalzusammenhang
besteht, nicht aufgrund des Unfalls allein schlüssig beantworten. Vielmehr sind weitere,
objektiv fassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang
stehen oder als direkte bzw. indirekte Folge davon erscheinen, in eine
Gesamtwürdigung einzubeziehen. Die wichtigsten Kriterien sind dabei besonders
dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die
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Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung, insbesondere ihre
erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; eine
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; körperliche Dauerschmerzen;
eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; ein
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen sowie der Grad und die
Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 115 V 133 E. 6). Um die
adäquate Kausalität bejahen zu können, müssen nicht alle Umstände gegeben sein.
Vielmehr genügt ein Kriterium, wenn es sich um einen schweren Unfall im mittleren
Bereich handelt. Falls keinem Kriterium besonderes Gewicht zukommt, müssen
mehrere unfallbezogene Kriterien bejaht werden können. Dabei gilt, dass je leichter der
Unfall ist, desto mehr Kriterien erfüllt sein müssen. Diese Würdigung führt zur Bejahung
oder Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs, ohne dass nach weiteren
Ursachen geforscht werden muss, die eine psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit
begünstigt haben könnten (SVR 1999 UV Nr. 10 S. 32). Mit Urteil vom 29. Januar 2010
(8C_897/2009 E. 4.5) hat das Bundesgericht die Rechtsprechung zur Anzahl der zu
erfüllenden Adäquanzkriterien bei mittelschweren Unfällen insofern präzisiert, als bei
mittelschweren Unfällen im engeren Sinn drei Adäquanzkriterien genügen, auch wenn
sie nicht in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise vorliegen. Bei Unfällen im
mittleren Bereich an der Grenze zu den leichten Unfällen sind hingegen vier
Adäquanzkriterien zu erfüllen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 7. Dezember
2009, 8C_487/2009, E. 5 mit Hinweis).
4.4 Gemäss der Schadenmeldung UVG rutschte die Beschwerdeführerin am 2.
Dezember 2009 auf glatter Strasse aus und verletzte sich dabei am rechten OSG
(Suva-act. 147). Im Gutachten der estimed AG wird angegeben, sie sei gestürzt (IV-act.
135-30). Diese Beschreibungen deuten grundsätzlich auf einen leichten Unfall hin. Mit
der Beschwerdegegnerin (vgl. Suva-act. 338-10) ist höchstens von einem
mittelschweren Ereignis im Grenzbereich zu den leichten Unfällen auszugehen.
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4.5 Folglich müssen für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs
mindestens vier der relevanten Kriterien oder ein einzelnes Kriterium in besonders
ausgeprägter Weise erfüllt sein. Bei der Prüfung dieser Kriterien sind psychische
Aspekte ausser Acht zu lassen (BGE 115 V 133 E. 6c/aa).
4.5.1 Bei der Beurteilung des Kriteriums der dramatischen Begleitumstände oder
der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls sind objektive Massstäbe anzuwenden.
Nicht was in der einzelnen betroffenen Person beim Unfall psychisch vorgeht, soll
entscheidend sein, sondern die objektive Eignung solcher Begleitumstände, bei ihr
psychische Vorgänge auszulösen (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 E. 3b/cc). Zu beachten
ist auch, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit
eigen ist, die noch nicht für die Bejahung dieses Adäquanzkriteriums ausreichen kann
(vgl. SVR 2009 UV Nr. 41 S. 142). Von einer besonderen Eindrücklichkeit oder Dramatik
im Sinn der Rechtsprechung kann im vorliegenden Fall mangels detaillierter Angaben
zum Unfall von vorneherein nicht gesprochen werden, weshalb das Kriterium zu
verneinen ist.
4.5.2 Die Beschwerdeführerin zog sich beim Unfall vom 2. Dezember 2009 eine
Bimalleolarluxationsfraktur Typ Weber B rechts zu (Suva-act. 277-6). Diese Verletzung
kann nicht als besonders schwer oder als solche besonderer Art eingestuft werden.
Auch ist eine derartige Verletzung in der Regel nicht geeignet, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen. Zur Entwicklung der Tendovaginitis der Tibialis
posterior-Sehne und dem als Verdachtsdiagnose geäusserten ventralen Impingement
kam es erst als Rückfall mehrere Jahre nach dem Unfall (vgl. Bericht vom 3. Februar
2014; Suva-act. 78).
4.5.3 Zur Beantwortung der Frage der Dauer der ärztlichen Behandlung ist nicht
allein der zeitliche Massstab massgeblich. Ebenfalls in die Prüfung einzubeziehen sind
die Art und Intensität der Behandlung sowie die Frage, inwieweit davon noch eine
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Besserung des Gesundheitszustands zu erwarten war (Urteil des EVG vom 20. Oktober
2006, U 488/05 E.
3.2.3, BGE 134 V 128 E. 10.2.3). Eine Behandlung, die lediglich noch der Erhaltung des
Gesundheitszustands und nicht der Heilung dient, ist im Rahmen der Adäquanzprüfung
grundsätzlich nicht relevant. Abklärungsmassnahmen und blossen ärztlichen Kontrollen
kommt nicht die Qualität einer regelmässigen, zielgerichteten Behandlung zu (Urteil des
Bundesgerichts vom 27. Februar 2008, U11/07 E. 5.3.1 mit Hinweisen). Die
Beschwerdeführerin unterzog sich wenige Tage nach ihrem Unfall vom 2. Dezember
2009 einer Osteosynthese der Fibula (Suva-act. 277-5 ff.). Am 28. Mai 2010 erfolgte
eine partielle Metallentfernung (Suva-act. 39, 147, 277). Ausserdem wurde die
Beschwerdeführerin physiotherapeutisch behandelt (vgl. Suva-act. 14). Im Oktober
2011 schloss die Beschwerdegegnerin den Fall vorerst ab (vgl. Suva-act. 63). Am 14.
Januar 2014, mithin nach über zwei Jahren, meldete die Arbeitgeberin der
Beschwerdeführerin einen Rückfall (Suva-act. 64). Die Beschwerdeführerin nahm die
Physiotherapiebehandlung wieder auf (vgl. Suva-act. 83). Nachdem eine Infiltration der
Tibialis posterior-Sehne und eine Ruhigstellung im Unterschenkelgehgips zu keiner
Besserung der Beschwerden geführt hatten (Suva-act. 103, 109, 114), unterzog sich
die Beschwerdeführerin am 7. Juli 2014 einer diagnostischen OSG-Arthroskopie, einer
arthroskopischen Arthrolyse, einer Osteosynthesematerialentfernung lateral und einer
Tenolyse der Peronealsehnen sowie einer Tenolyse der Tibialis posterior-Sehne (Suva-
act. 129). Vom 22. Dezember 2014 bis 11. Januar 2015 befand sie sich stationär in der
Klinik F._ (Suva-act. 187). Ab November 2015 nahm die Beschwerdeführerin an
einem Schmerzmanagementprogramm des Schmerzzentrums St. Gallen teil (Suva-act.
257). Neben ärztlichen Kontrolluntersuchungen erfolgten keine weiteren spezifischen
Behandlungen mehr bis zur Leistungseinstellung durch die Beschwerdegegnerin. Das
Kriterium ist zwar als erfüllt zu betrachten, unter Berücksichtigung der mehrjährigen
Behandlungspause jedoch nicht in besonders ausgeprägter Weise. Bei der Dauer der
ärztlichen Behandlung nicht zu berücksichtigen ist der von der Beschwerdeführerin
vorgebrachte Einfluss ihrer psychischen Beschwerden (vgl. act. G25; vgl. E. 4.5).
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4.5.4 In den meisten aktenkundigen ärztlichen Berichten sind von der
Beschwerdeführerin geltend gemachte Schmerzen im rechten Bein vermerkt (vgl. u.a.
Suva-act. 75, 78, 103, 114, 187, 196, 310, IV-act. 60-1, 107-5 ff., 135). Auch an
Gesprächen mit der Beschwerdegegnerin klagte die Beschwerdeführerin über
Schmerzen (Suva-act. 117, 215). Die Ärzte konnten die Schmerzen aus somatischer
Sicht jedoch nur teilweise nachvollziehen. So stellte med. pract. G._ am 13. März
2015 fest, gesamthaft könnten die beklagten Beschwerden in ihrem Ausmass nicht mit
den objektivierbaren somatischen Befunden in Einklang gebracht werden (Suva-act.
196-4). Dr. J._ befand am 12. Mai 2016, es liege primär ein nozizeptives
Schmerzsyndrom als Ausdruck der körperlich nicht vollständig erklärbaren Schmerzen
mit psychischer Co-Morbidität vor. Auch im Rahmen seiner Untersuchung korrelierten
die beklagten Beschwerden im geschilderten Ausmass nicht mit den objektivierbaren
somatischen Befunden, was auf eine chronische Schmerzverarbeitungsstörung
hindeute (Suva-act. 310). Die neuropsychologischen Teilgutachter der estimed AG
hielten fest, es liege mit hoher Sicherheit eine Verdeutlichungstendenz vor (IV-act.
135-95). Das Kriterium der Dauerschmerzen ist damit zwar erfüllt, wegen der
genannten fehlenden Objektivierbarkeit bzw. der Beeinflussung durch psychische
Faktoren jedoch nicht in relevanter Weise.
4.5.5 Hinweise auf eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich
verschlimmert hätte, ergeben sich weder aus den Akten noch werden solche von den
Parteien geltend gemacht.
4.5.6 Die Dauer der ärztlichen Behandlung und die geklagten Beschwerden deuten
alleine nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf hin. Das entsprechende
Kriterium erfordert besondere Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt und verzögert
haben (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 7. Februar 2008, U 590/06, E. 4.3.2 und
vom 10. Juli 2008, 8C_61/2008, E. 7.6). Der Heilungsverlauf der Beschwerdeführerin
war zwar protrahiert, es traten jedoch weder besondere Schwierigkeiten noch
erhebliche Komplikationen auf.
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4.5.7 Die Beschwerdeführerin war nach ihrem Unfall vom 2. Dezember 2009 bis zum
28. Februar 2010 zu 100% arbeitsunfähig (Suva-act. 2 f., 10 ff.). Danach wurden ihr bis
zum 28. Juni 2010 phasenweise Arbeitsunfähigkeiten zwischen 25% und 100%
attestiert (vgl. Suva-act. 19, 21, 24, 33, 35 f.). Ab diesem Zeitpunkt ist bis Dezember
2013 keine Arbeitsunfähigkeit aktenkundig und die Beschwerdeführerin war wieder
arbeitstätig (vgl. Suva-act. 211 f., 222-5 ff.). Ab 20. Dezember 2013 attestierten ihr Dr.
E._ bzw. Dr. D._ erneut eine Arbeitsunfähigkeit von 100% (vgl. u.a. Suva-act. 134,
139, 150, 163, 171, 176, 182, 190). Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht ausführte
(vgl. Suva-act. 338), war die Arbeitsunfähigkeit aber teilweise psychisch bedingt. So
gingen die Gutachter der estimed AG davon aus, dass seit Mitte 2014 eine
Arbeitsunfähigkeit von 50% aus psychiatrischer Sicht bestehe (Suva-act. 135-56). Dr.
D._ befand am 2. Oktober 2014, die Situation sei möglicherweise durch
psychosoziale Stressoren überlagert (Suva-act. 148). Dr. E._ erachtete am 14.
Februar 2015 die Arbeitsunfähigkeit als sowohl durch Unfall als auch Krankheit,
namentlich eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen
Faktoren, bedingt (Suva-act. 199-91 ff.). Psychiaterin Dr. H._ vermerkte am 18. Juni
2015 gar, die Arbeitsunfähigkeit sei einzig durch eine Krankheit verursacht (Suva-act.
243-125 ff.). Med. pract. G._ hatte am 13. März 2015 beurteilt, aus somatischer Sicht
sei eine adaptierte Tätigkeit zumutbar (Suva-act. 196). Die Gutachter hielten diese
Einschätzung für nachvollziehbar und gingen für die Zeit danach von einer somatisch
bedingten Arbeitsunfähigkeit von 20% aus (vgl. IV-act. 135-56). Es ist damit davon
auszugehen, dass die Arbeitsunfähigkeit mindestens seit Mitte 2014 zu einem
erheblichen Teil psychisch bedingt war. Das Kriterium der Dauer der physisch
bedingten Arbeitsunfähigkeit ist dennoch insgesamt eher zu bejahen, wenn auch sicher
nicht in besonders ausgeprägter Weise.
4.5.8 Da somit höchstens drei der zu berücksichtigenden Kriterien erfüllt sind,
keines jedoch in besonders ausgeprägter Weise, ist der adäquate
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 2. Dezember 2009 und den geklagten
psychischen Beschwerden zu verneinen.
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5.
Weiter ist die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung der
unfallkausalen Beschwerden des rechten OSG, also der belastungsabhängigen
Schmerzen, zu beurteilen.
5.1 Der orthopädische Teilgutachter Dr. K._ beurteilte, in einer adaptierten Tätigkeit
bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80%. Bezüglich der Körperposition bestünden
mittelgradige Einschränkungen hinsichtlich des OSG und der Wirbelsäule, bei Arbeiten
in Zwangshaltungen mittelgradige Einschränkungen bezüglich des OSG (IV-act. 135-86
f.). In seiner Stellungnahme vom 5. April 2018 führte Dr. K._ aus, die Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit in angepasster, wechselbelastender Tätigkeit beziehe sich
hauptsächlich auf die Belastungsinsuffizienz des rechten Sprunggelenks bei stehender
Tätigkeit. Die Rückenbeschwerden spielten eine untergeordnete Rolle und seien nicht
führend. Die schmerzhafte Bewegungseinschränkung des rechten Sprunggelenks mit
einem geringeren Bewegungsausmass im Vergleich zur Gegenseite erkläre die
Funktionseinschränkung. Zusätzlich bestehe eine Minderung der Beweglichkeit im
unteren rechten Sprunggelenk von 1/3 im Vergleich zur Gegenseite (IV-act. 143). Es ist
damit davon auszugehen, dass die von Dr. K._ attestierte Arbeitsunfähigkeit von
20% in einer adaptierten Tätigkeit vorwiegend auf unfallkausalen Beschwerden beruht.
Mit der Beschwerdegegnerin (vgl. act. G21) ist jedoch nicht einsichtig, weshalb die
Beschwerdeführerin rein aufgrund ihrer unfallbedingten OSG-Beschwerden eine
ausschliesslich oder stark überwiegend sitzende Tätigkeit nicht vollzeitlich soll
ausführen können. Wie Dr. K._ darlegte, wirkt sich die Belastungsinsuffizienz des
rechten Sprunggelenks vor allem bei stehender Tätigkeit aus (IV-act. 143). Bei einer
sitzenden Tätigkeit würde das rechte Bein der Beschwerdeführerin vollständig
entlastet, weshalb die objektivierbaren belastungsabhängigen Schmerzen nicht oder
zumindest nicht in erheblichem Ausmass auftreten sollten. Dr. K._ hatte beurteilt, in
einer rein sitzenden Tätigkeit sei eine Leistung von 70% möglich (IV-act. 135-86). Es ist
jedoch davon auszugehen, dass diese Einschränkung primär durch die unfallfremden
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Rückenbeschwerden bedingt ist. Die Beschwerdegegnerin macht zudem zu Recht
darauf aufmerksam, dass die Gutachter der estimed AG in ihrer interdisziplinären
Beurteilung festhielten, nicht mehr möglich sei ein überwiegendes oder
hauptsächliches Arbeiten im Gehen und im Stehen (vgl. act. G21, IV-act. 135-56).
Gelegentliches Stehen oder Gehen scheint damit nicht ausgeschlossen, was sich im
Übrigen auch aus dem tabellarisch festgehaltenen Fähigkeitsprofil von Dr. K._ ergibt
(IV-act. 135-86). Med. pract. G._ hatte am 13. März 2015 beurteilt, eine leicht- bis
mittelschwere Arbeit überwiegend sitzend ohne Zwangshaltungen für die rechte untere
Extremität, sprich kein Kauern, Hocken und Knien, sei ganztägig zumutbar. Das
Bedienen von Pedalen mit rechts sei nur eingeschränkt und das Besteigen von Leitern
und Gerüsten sowie das Laufen auf unebenem Gelände nicht repetitiv möglich (Suva-
act. 196). Sie hielt damit die Beschwerdeführerin in einer die weiteren
Adaptionskriterien erfüllenden sitzende Tätigkeit als zu 100% arbeitsfähig. Dr. K._
setzte sich nicht mit dieser Beurteilung auseinander. In der interdisziplinären
gutachterlichen Beurteilung findet sich jedoch der Hinweis, nach der kreisärztlichen
Untersuchung vom 13. März 2015 sei aus somatischer Sicht noch eine volle
Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit festgestellt worden. Dies sei nachvollziehbar
(IV-act. 135-46). Dass und inwiefern es danach zu einer Verschlechterung der
unfallbedingten Beschwerden gekommen wäre, ergibt sich aus dem Gutachten nicht.
Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht geltend macht, war den Gutachtern die
Beurteilung von Kreisarzt Dr. J._ vom 10. Mai 2016 (vgl. Suva-act. 310) nicht
bekannt. Entsprechend setzten sie sich auch nicht mit seiner Einschätzung, welche
jene von med. pract. G._ bestätigte, auseinander. Das Gutachten der estimed AG ist
damit hinsichtlich der Beurteilung der durch die unfallkausalen Beschwerden bedingten
Arbeitsunfähigkeit nicht als beweiskräftig zu erachten. Es ist nicht geeignet, die
plausiblen Einschätzungen der Kreisärzte med. pract. G._ und Dr. J._ in Zweifel zu
ziehen.
5.2 Folglich ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin spätestens seit dem Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 30.
Juni 2016 in einer adaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig ist. Daran ändert auch der
Schlussbericht des Aufbautrainings vom 6. Dezember 2016, in dem die Leistung der
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Beschwerdeführerin bei einem Pensum von 50% auf 60-70% geschätzt wurde, nichts
(IV-act. 98). Der Bericht wurde nicht von einer medizinischen Fachperson erstellt und
ist damit bezüglich der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auf dem
allgemeinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht aussagekräftig. Zudem bezog sich
diese Einschätzung auf sämtliche, auch unfallfremde, Beschwerden.
6.
Basierend auf einer Arbeitsfähigkeit von 100% in einer adaptierten Tätigkeit ist im
Rahmen eines Einkommensvergleichs der Invaliditätsgrad zu ermitteln.
6.1 Für das Valideneinkommen ist massgebend, was die versicherte Person im
Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am
zuletzt erzielten, der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten
Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige
Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 134 V 322 E. 4.1).
Die Beschwerdeführerin war vor ihrem Rückfall zuletzt als Mitarbeiterin bei L._ und
daneben bei der M._ AG tätig, wo sie Post austrug. L._ gab an, die
Beschwerdeführerin hätte ohne Unfallfolgen im Jahr 2014 monatlich Fr. 3'750.--
verdient, was bei 13 Monatslöhnen einem jährlichen Einkommen von Fr. 48'750.--
entspricht (vgl. Suva-act. 252-4 f.). Die M._ AG teilte mit, die Beschwerdeführerin sei
nach einem Tourenlohn entschädigt worden, der im Jahr 2014 Fr. 50.20 betragen hätte.
Bei zwei Touren pro Woche (vgl. Suva-act. 211) entspricht dies einem Jahreslohn von
Fr. 5'221.-- (Fr. 50.20 x 2 x 52). Mit der Beschwerdegegnerin ist damit von einem
Valideneinkommen von Fr. 53'971.-- (Fr. 48'750.-- + Fr. 5'221.--) auszugehen.
6.2 Da bezüglich der von der Beschwerdegegnerin verwendeten Dokumentation von
Arbeitsplätzen (DAP) mehrheitlich nachvollziehbare Vorbehalte seitens der
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Beschwerdeführerin bestehen (vgl. act. G25), rechtfertigt es sich vorliegend, das
Invalideneinkommen basierend auf der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für
Statistik (LSE), Total sämtlicher Wirtschaftszweige, Kompetenzniveau 1, Frauen, zu
bestimmen. Dieses belief sich im Jahr 2014 auf Fr. 53'793.--.
6.3 Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich
beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten (Hilfsarbeiter)Tätigkeiten behindert
sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren
arbeitnehmenden Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand
Rechnung getragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer
versicherten Person, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe
haben können (BGE 129 V 481 E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2). Die
Beschwerdeführerin hat unfallbedingt qualitative Einschränkungen (leicht- bis
mittelschwere Arbeit, überwiegend sitzend ohne Zwangshaltungen für die rechte untere
Extremität, kein Kauern, Hocken, Knien, Bedienen von Pedalen mit rechts nur
eingeschränkt möglich, kein repetitives Besteigen von Leitern und Gerüsten, kein
repetitives Laufen auf unebenem Gelände; Suva-act. 196) und es ist von der
Notwendigkeit einer gewissen erhöhten Rücksichtnahme seitens des Arbeitgebers
auszugehen. Sie ist im Vergleich zu voll leistungsfähigen Arbeitnehmern damit
lohnmässig benachteiligt und muss mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen
(vgl. zum Ganzen PHILIPP GEERTSEN, Der Tabellenlohnabzug, in Ueli Kieser/Miriam
Lendfers [Hrsg.]: Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht 2012, S. 139 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 28. Januar 2014, 9C_796/2013, E 3.1.2). Es rechtfertigt sich
damit, den Tabellenlohnabzug auf 5% festzusetzen. Das Invalideneinkommen reduziert
sich folglich auf Fr. 51'103.--.
6.4 Basierend auf einem Valideneinkommen von Fr. 53'971.-- und einem
Invalideneinkommen von Fr. 51'103.-- ergibt sich ein nicht rentenbegründender
Invaliditätsgrad von rund 5%.
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7.
Weiter ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Integritätsentschädigung zu
beurteilen. Die Beschwerdegegnerin sprach ihr eine solche basierend auf einem
Integritätsschaden von 5% zu (Suva-act. 341).
7.1 Die Integritätsentschädigung wird gemäss Art. 25 Abs. 1 UVG entsprechend der
Schwere des Integritätsschadens abgestuft. Bei gleichem medizinischem Befund ist
der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär
bemessen. Spezielle Behinderungen der betroffenen Person bleiben dabei
unberücksichtigt (BGE 124 V 35 E. 3c, 113 V 221 E: 4b). Die Bemessung des
Integritätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalls
ab; es geht vielmehr um die medizinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung
der körperlichen und/oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht
zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1). Nach Art. 36 Abs. 2 UVV wird die
Integritätsentschädigung gemäss den Richtlinien des Anhangs 3 zur UVV bemessen.
Dieser Anhang enthält eine als gesetzmässig und nicht abschliessend anerkannte
Skala. Die medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrätlichen Skala zusätzliche Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form
(sogenannte Feinraster) erarbeitet. Diese Tabellen enthalten Richtwerte, mit denen die
Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll; sie sind mit dem
Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 E. 1c mit Hinweis).
7.2 Med. pract. G._ schätzte den Integritätsschaden am 13. März 2015 auf 5%. Sie
verwies auf die Suva-Tabelle 5 "Integritätsschaden bei Arthrosen". Diese sieht für eine
mässige Arthrose des OSG einen Integritätsschaden von 5-15% vor. Med. pract. G._
führte nachvollziehbar aus, dass weder aufgrund der Klinik noch aufgrund der
intraoperativ anlässlich der OSG-Arthroskopie erhobenen Befunde eine
fortgeschrittene Arthrose vorliege. Der Übergang in eine mässige Arthrose sei aufgrund
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der erlittenen Bimalleolarluxationsfraktur jedoch zu befürchten. Unter Berücksichtigung
dieser vorhersehbaren Verschlimmerung werde somit der untere Ansatz der mässigen
Arthrose in der Höhe von 5% als gerechtfertigt und geschuldet betrachtet (Suva-act.
197). Dr. J._ schloss sich dieser Beurteilung am 12. Mai 2016 an (Suva-act. 310). Die
Beschwerdeführerin brachte dagegen in der Beschwerde vom 7. April 2017 vor, es sei
bereits anfangs 2016 eine beginnende OSG-Arthrose feststellbar, welche aktuell noch
leicht sein dürfte, eine weitere Verschlimmerung sei aber überwiegend wahrscheinlich
(act. G11). Dies zieht die Beurteilung von med. pract. G._ nicht in Zweifel, zumal
diese lediglich von einer damals noch nicht fortgeschrittenen Arthrose ausging, deren
Vorhandensein jedoch nicht vollständig verneinte. Soweit die Beschwerdeführerin
vorbringt, die Fraktur sei an beiden Sprunggelenken aufgetreten und daher sei auch
eine doppelt so schlimme Beeinträchtigung anzunehmen (vgl. act. G11), ergibt sich
dies nicht aus den medizinischen Akten. Vielmehr kam es beim Unfall vom 9.
Dezember 2009 lediglich zu einer Fraktur am OSG rechts (vgl. Suva-act. 277-6).
8.
8.1 Nach dem Gesagten sind die angefochtenen Einspracheentscheide vom 9.
Dezember 2016 sowie 9. März 2017 nicht zu beanstanden und die Beschwerden sind
abzuweisen.
8.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
8.3 Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.