Decision ID: 8f53d0bd-cc42-5c12-8086-ac8089d01f2c
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
R._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Duri Poltera, Hadwigstrasse 6a, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
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Sachverhalt:
A.
A.a Die 1959 geborene R._ meldete sich am 29. März/4. April 2001 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung, namentlich einer Rente, an. Sie habe den Beruf
einer Coiffeuse erlernt und sei seit 1986 als Hausfrau tätig, daneben von Dezember
2000 bis Februar (wohl:) 2001 im Umfang von ca. 30 % variabel auf ihrem Beruf. Seit
acht Jahren sei sie immer wieder teilweise arbeitsunfähig (act. 2). Dr. med. A._,
Allgemeine Medizin FMH, berichtete am 21. Mai 2001 (act. 7), die Versicherte leide an
chronischen schweren Skelettbeschwerden im Sinne der Fibromyalgie (eine
chronische/entzündliche/rheumatische Krankheit sei soweit möglich ausgeschlossen),
an degenerativen Veränderungen der LWS mit Diskopathie L3-S1, einer chronisch
depressiven Entwicklung und Adipositas permagna. Im Verlauf der letzten Jahre sei es
zu zunehmenden Beschwerden des Bewegungsapparates gekommen. Ausserdem
seien zunehmende Überlastungssymptome im Zusammenhang mit den intensiven
Bedürfnissen der Familie mit vier Kindern (POS-Symptome, Schulschwierigkeiten) und
häufigen Berufswechseln des Ehemannes gekommen. Im Lauf des Jahre 2000 habe
sich eine chronische depressive Verstimmung so zugespitzt, dass eine sechswöchige
stationäre psychotherapeutische Behandlung erfolgt sei. Alle körperlich einigermassen
belastenden Arbeiten im Haushalt (Staubsaugen, Wäscheaufhängen, Bügeln usw.)
müssten von Hilfskräften ausgeführt werden. Die Einschränkung der "Erwerbsfähigkeit"
als Hausfrau betrage etwa 50 %. Anlässlich einer Haushaltabklärung vom
5. September 2001 (act. 10) wurde festgehalten, die Versicherte habe angegeben, sie
hätte, wenn die gesundheitlichen Voraussetzungen gegeben gewesen wären,
spätestens ab April 2000 eine Teilerwerbstätigkeit aufgenommen, und zwar im
Ausmass von 30 bis 40 %, damit sie rund Fr. 1'000.-- pro Monat hätte dazuverdienen
können. Es wurde eine Einschränkung der Versicherten von 33 % im Haushaltbereich
ermittelt. Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen veranlasste
daraufhin eine multidisziplinäre Abklärung. Dr. med. B._, Fachärztin FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete der IV am 6. März 2002 ihr Gutachten
(act. 16-39 ff./43) über die am 6. November 2001 erfolgte Untersuchung. Sie
diagnostizierte eine Dysthymia (mit Beginn 1993/94) mit einer Anpassungsstörung,
ausgelöst durch eine ungewöhnliche familiäre Belastung. Für die Frage, ob eine
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Fibromyalgie vorliege, verwies sie auf das orthopädische Gutachten. Die chronische
depressive Verstimmung schränke die Leistungsfähigkeit (im Haushalt und als
Elternteil) ein, schätzungsweise um (25 bis) 30 % seit ca. 1994. Sie führe fast immer zu
einer Schmerzverstärkung bei somatisch bedingten Schmerzzuständen. Durch die
ständige Anspannung könnten aber auch unabhängig von somatischen Ursachen
Schmerzzustände entstehen. Da die Schmerzen viele Jahre vor der Dysthymie
aufgetreten seien, sei eine zusätzliche Ursache der Schmerzen zu vermuten. Zur
Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit infolge der Schmerzen sei wiederum auf das
orthopädische Gutachten zu verweisen. Die Arbeitsfähigkeit als Coiffeuse werde aus
psychischen Gründen nicht eingeschränkt, sofern ihr Ausmass neben der Familie nicht
zur Überforderung führe. Im Umfang von 20 bis 30 % wäre sie wahrscheinlich günstig.
Dr. med. C._, Fachärztin FMH für Orthopädie, gab in ihrem Gutachten vom 30. April
2002 (act. 16-1 bis 36/43) über die Untersuchung vom 6. März 2002 bekannt,
orthopädisch lägen vor (erstens) eine chronische Thoraco-Lumbalgie bei ausgeprägter
Chondrose und beginnender Instabilität L1/2, mässiger Osteochondrose L3/4, L4/5
und L5/S1, Spondylarthrose L3/4 und L4/5, Anlagevarianten im lumbosacralen
Übergang und muskulärer Dysbalance mit Insertionstendinose hinterer Beckenkamm
bds, (zweitens) chronische Hüftschmerzen bds bei mässiger Dysplasie Hüfte links und
deutlicher Dysplasie Hüfte rechts, und (drittens) ein TOS bds. Internistisch/allgemein
medizinisch bestünden (erstens) chronische Weichteilschmerzen bei Fibromyalgie,
(zweitens) eine chronische Müdigkeit bei anamnestisch chronischer Überbelastung
(psychisch und physisch) und fraglich einem chronic fatigue Syndrom, (drittens) eine
bekannte und behandelte Hypothyreose und (viertens) Adipositas Klasse II. Die
Versicherte sei in ihrer angestammten Tätigkeit als Coiffeuse aktuell nicht arbeitsfähig;
nach erfolgreicher Rehabilitation sollte eine Arbeitsfähigkeit von 25 % zu erreichen
sein. Als Hausfrau liege die Arbeitsfähigkeit momentan bei durchschnittlich etwa 50 %
und könne nach erfolgreicher Rehabilitation auf 60 bis 75 % gesteigert werden. In einer
in ihren Voraussetzungen umschriebenen adaptierten Tätigkeit sei die Versicherte bei
gleichzeitiger Haushaltbelastung derzeit zu maximal 30 % arbeitsfähig, und nach
erfolgreicher Rehabilitation wohl zu 50 %. Ohne zusätzliche Haushaltbelastung wäre
die Versicherte in einer adaptierten Tätigkeit theoretisch zu 50 % arbeitsfähig. Indiziert
sei eine konservative stationäre Rehabilitation von mindestens drei bis vier Wochen
(Physio- und Psychotherapie sowie Diätberatung). Nach einem Vorbescheid vom
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26. Juli 2002 (act. 20) sprach die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Versicherten
mit Verfügungen vom 11. September 2002 ab dem 1. Juli 2000 eine halbe
Invalidenrente zu, zunächst bei einem Invaliditätsgrad von 40 % im Härtefall, ab
1. Oktober 2000 bei einem Invaliditätsgrad von 56 % (act. 22). Es war davon
ausgegangen worden, dass die Versicherte bis März 2000 ausschliesslich im Haushalt
tätig gewesen wäre, danach zu rund 35 % auch noch im Erwerbsbereich. Aufgrund der
vorbestehenden Einschränkung im Haushalt von 33 % werde ein Wartejahr mit einer
durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit von 40 % im Juli 2000 abgeschlossen. Drei
Monate später sei der Anspruch zu erhöhen. Der Invaliditätsgrad setze sich aus einem
Teilinvaliditätsgrad als Hausfrau von 21.45 % (0.65 mal 33 %) und einem erwerblichen
Teilinvaliditätsgrad von 35 % (0.35 mal 100 %) zusammen (vgl. act. 20).
B.
Im Fragebogen für die Revision gab die Versicherte am 4. Mai 2004 an, ihr Zustand
habe sich seit ca. zwei Jahren verschlimmert. Sie leide an chronischer Müdigkeit und
chronischen Schmerzen im ganzen Körper, weshalb sie sich nur schlecht mobilisieren
könne, um noch sportlich aktiv zu sein. Für die Arbeiten im Haushalt habe sie ca. 20 %
länger, weil sie regelmässig Pausen einschalten müsse (act. 23). Dr. A._ berichtete
am 15. Juni 2004 (act. 24) von einem stationären Gesundheitszustand. Der
Versicherten wurde am 4. August 2004 mitgeteilt, es bleibe beim bisherigen
Rentenanspruch (act. 28).
C.
C.a Am 6. Juni 2005 (act. 30) beantragte die Versicherte eine Rentenrevision. Seit der
Revision von 2004 habe sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert. Wegen extremer
Schmerzen und Müdigkeit könne sie ihre Arbeit als Hausfrau und Mutter nur noch sehr
beschränkt ausführen. Sie sei auf viel Hilfe angewiesen und viele Arbeiten blieben
liegen. Der Betätigungsvergleich aus dem Jahr 2001 sei sicherlich nicht mehr
zutreffend. Ausserdem wäre sie ohne Gesundheitsschaden inzwischen zu mindestens
50 % erwerbstätig, da die Kinder älter geworden seien und finanzielle Gründe
bestünden.
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C.b Am 25. Juli 2005 ging der Austrittsbericht der Rheinburg-Klinik vom 20. Juni 2005
(act. 35) ein, worin über eine Hospitalisation der Versicherten in der Zeit vom 18. Mai
bis 14. Juni 2005 berichtet worden war. Es lägen ein chronisches
Fibromyalgiesyndrom, ES 1989, eine reaktive Depression bei Überlastung, ein
somatoformes Schmerzsyndrom im Weichteilbereich HWS, Lende, eine Hypothyreose,
Adipositas, ein Restless-Legs-Syndrom und ein leichtgradiges sensomotorisches
Karpaltunnelsyndrom rechts vor. Die Versicherte habe bei Austritt von einer Besserung
ihrer psychischen Stabilität berichtet. Klinisch sei keine wesentliche Schmerzreduktion
festgestellt worden, jedoch ein verbesserter Umgang mit den Schmerzen. Die
Versicherte habe funktionell bei Austritt bis zu einer Stunde ohne Pause frei gehen und
bis zu 45 Minuten sitzen können. Es seien nur Tätigkeiten mit leichter, wechselnder
Belastung sinnvoll. Den derzeitigen IV-Rentenanspruch halte man für zu niedrig.
C.c Dr. A._ erklärte in seinem Verlaufsbericht vom 30. August 2005 (act. 38), der
Gesundheitszustand der Versicherten sei stationär und habe sich nicht rentenrelevant
verändert. Die Versicherte sei nicht mehr in der Lage, einer Erwerbstätigkeit
nachzugehen, und auch im Haushalt sei sie stark eingeschränkt. Die
Erwerbsunfähigkeit liege gleichbleibend bei 56 %. In der Beilage fand sich ein Bericht
des Interdisziplinären Zentrums für Schlafmedizin am Kantonsspital St. Gallen vom
22. November 2004, wonach ein periodic leg Movement in Sleep (PLMS), eine
Adipositas, eine Depression, anamnestisch eine Fibromyalgia rheumatica vor drei
Jahren, eine Hyperthyreose, mit Eltroxin substituiert, und eine Rhinitis allergica
vorlägen. Ein PLMS könne den Schlaf fragmentieren und eine Tagesmüdigkeit
verursachen. Es sei medikamentös zu therapieren.
C.d Anlässlich einer Haushaltabklärung vom 28. April 2006 (act. 42-1 bis 9/10) machte
die Versicherte eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes geltend. Sie wäre
ausserdem ohne Behinderung im Umfang von 50 bis 70 % erwerbstätig. Es wurde eine
Einschränkung im Haushalt von rund 29 % festgestellt. Mit ihrer Stellungnahme zum
Abklärungsbericht (act. 42-10/10) präzisierte die Versicherte, ohne gesundheitliche
Beeinträchtigung würde sie heute zu 70 % als Coiffeuse arbeiten. Sie habe ihren Beruf
gern ausgeübt und habe einen grossen Kundenstamm gehabt. Ihr Ehemann habe ihr
im Haushalt stets geholfen.
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C.e Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung hielt die
vorhandenen Angaben (von Dr. A._ und der Rheinburg-Klinik) am 4. September 2009
für unvereinbar (act. 45), worauf eine polydisziplinäre Verlaufsbegutachtung veranlasst
wurde.
C.f Das Ärztliche Begutachtungsinstitut (ABI) bezeichnete in seinem Gutachten vom
4. Juni 2007 als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: (erstens) ein
chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom bei mässigen degenerativen
Veränderungen der LWS mit radiologischen Zeichen einer Instabilität L1/2 und
myofaszialem Schmerzsyndrom Nacken-Schultergürtel sowie Lenden-Becken-
Hüftbereich, (zweitens) eine Periarthropathia coxae bds. bei Hüftdysplasie bds.,
(drittens) ein Impingementsyndrom Grad I rechte Schulter und (viertens) ein mögliches
CTS bds. anamnestisch. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung, eine Hypothyreose (ED 1989), untersubstituiert, und die
Adipositas. In der Gesamtbeurteilung wurde angegeben, aus psychiatrischer und aus
internistischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Körperlich
schwere und mittelschwere Tätigkeiten seien hingegen aus rheumatologischer Sicht
bleibend nicht mehr zumutbar. Für die angestammte Tätigkeit als Coiffeuse sei die
Versicherte zu 30 % arbeitsfähig. Für körperlich leichte, leidensadaptierte Tätigkeiten
bestehe eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 70 %, ebenso für die häuslichen
Tätigkeiten, und zwar dort bei jedem angenommenen Haushaltspensum. Eine
adaptierte Erwerbstätigkeit sei der Versicherten neben dem Haushalt bis zu einem
Pensum von 70 % zumutbar. Die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit bestehe wohl seit
längerer Zeit, sicherlich ab April 2007. Mit der Betreuung der vier Kinder und dem
Haushalt sei die Versicherte allerdings vollauf ausgelastet. Aufgrund der aktuellen
Untersuchungsbefunde könne weder die Diagnose einer Depression noch jene einer
Dysthymie bestätigt werden. Die depressiven Verstimmungen seien nicht so
ausgeprägt, dass neben der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung eine
depressive Störung zu diagnostizieren wäre. In den Teilgutachten wurde unter anderem
festgehalten, die Versicherte habe eine ausgeprägte subjektive
Krankheitsüberzeugung. Mit den medizinischen Massnahmen könne die
Arbeitsfähigkeit nicht gesteigert werden. Berufliche Massnahmen wurden nicht
empfohlen, da es an der Motivation für Reintegrationsbemühungen fehlen werde.
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C.g Mit Stellungnahme vom 17. Juli 2007 schlug der RAD vor, die Gutachter ergänzend
nach einer allfälligen Veränderung seit der Rentenzusprechung im Jahr 2000 zu fragen.
Das ABI teilte daraufhin am 18. August 2007 (act. 56) mit, die Berichte, die zur
Berentung geführt hätten, seien bezüglich der Arbeitsfähigkeit unscharf, da sie sich auf
das damalige Pensum als Erwerbstätige von 35 % bezogen hätten, oder weil eine
deutlich geringere Arbeitsfähigkeit postuliert worden sei als nach erfolgreicher
Rehabilitation. Die damals postulierte Verbesserung sei offensichtlich zwischenzeitlich
eingetreten. Die objektiven Befunde hätten sich somatisch wie psychiatrisch stabilisiert
bzw. nach erfolgreicher Rehabilitation verbessert bzw. beruhigt. Deshalb rechtfertige
sich eine höhere Arbeitsfähigkeit in adaptierten Verweistätigkeiten auch medizinisch-
theoretisch. Das subjektive (Schmerz-) Empfinden jedoch habe sich verschlechtert.
C.h Mit Vorbescheid vom 27. September 2007 (act. 61 f.) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Versicherten eine Renteneinstellung in
Aussicht, da sie neu als zu 70 % Erwerbstätige zu betrachten sei und in einer
adaptierten Tätigkeit mit einem zumutbaren Pensum von 70 % kaum eine
Erwerbseinbusse erleiden würde (Valideneinkommen Fr. 30'523.--,
Invalideneinkommen Fr. 30'263.--). Im Haushalt bestehe eine Einschränkung von 29 %
und ein Teilinvaliditätsgrad von 8.7 %.
C.i Die Versicherte liess am 29. Oktober 2007 (act. 67) durch ihren Rechtsvertreter
einwenden, ihre gesundheitliche Situation habe sich seit der Rentenzusprechung nicht
verändert bzw. verbessert. In der Antwort der Gutachter auf die Rückfrage setzten sich
diese nur kritisch mit den Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit durch die früheren
Gutachter auseinander, gäben also nur eine abweichende Beurteilung ab. Die blosse
Behauptung, dass sich die objektive Befundlage verbessert habe, sei konkret nicht
näher belegt oder begründet worden. Geändert hätten sich nur die Aufteilung zwischen
Haushalt und Beruf (zu je hälftigen Teilen) und das Berufsfeld (Wechsel von der
ursprünglichen zu einer adaptierten Tätigkeit). Der Invaliditätsgrad mache ca. 51.5 %
aus.
C.j Auf Empfehlung des RAD wurden die Einwände des Rechtsvertreters der
Versicherten dem ABI zur Stellungnahme vorgelegt. Daraufhin hielt das ABI am 19.
November 2007 (act. 70) dafür, es habe bereits im Ergänzungsschreiben vom August
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2007 aufgezeigt, wie eine veränderte Einschätzung einer ähnlichen Situation zu
begründen sei. Dr. C._ habe offensichtlich in ihrem Gutachten in erheblichem
Ausmass einen Dekonditionierungszustand in die Arbeitsfähigkeitsschätzung
einbezogen. Ihre Einschätzung sei retrospektiv nicht nachvollziehbar. Weshalb darauf
abgestellt worden sei, sei schwer verständlich.
C.k Nachdem der RAD am 30. November 2007 von einer Verbesserung ausgegangen
war (vgl. act. 71), verfügte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle am 6. Dezember
2007 (act. 72) die Einstellung der Invalidenrente auf Ende Januar 2008. Neu sei die
Versicherte zu 70 % als Erwerbstätige und zu 30 % als Hausfrau einzustufen. In einer
leichten leidensangepassten Tätigkeit sei ihr ein Pensum von 70 % zumutbar. Während
sich im Erwerbsbereich mittels Einkommensvergleichs eine Einschränkung von 1 %
ergebe, sei die Versicherte im Haushalt zu 29 % eingeschränkt. Daraus ergebe sich ein
Invaliditätsgrad von zusammen 9.4 %, weshalb kein Rentenanspruch mehr bestehe.
D.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt Dr. iur. Duri Poltera für die
Betroffene am 22. Januar 2008 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der
Beschwerdeführerin sei weiterhin eine halbe Invalidenrente auszurichten, eventualiter
sei ein Verlaufsgutachten bei Dr. C._ und Dr. B._ einzuholen. Die
Beschwerdeführerin würde ohne gesundheitliche Beeinträchtigung nur als Coiffeuse zu
70 % arbeiten; in diesem Beruf könnte sie im Dorf oder gar zu Hause arbeiten, sodass
das Pensum sich mit Familie und Haushalt vereinbaren liesse. In einer adaptierten
Tätigkeit wäre sie hingegen höchstens zu 50 % tätig. Ausserdem habe sich die
gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin seit der Rentenzusprechung nicht
wesentlich verändert und eine Verbesserung sei nach wie vor nicht rechtsgenüglich
belegt. Insbesondere habe die Rheinburg-Klinik keine wesentliche Verbesserung
feststellen können; vielmehr habe man im Gegenteil befunden, die Invalidenrente sei zu
niedrig. Das ABI nehme lediglich eine von den früheren Gutachten abweichende
Beurteilung vor, was für eine Revision nicht genüge. In einer adaptierten Tätigkeit sei
die Beschwerdeführerin zu 70 % arbeitsunfähig, wie dies von Dr. C._ im Gutachten
vom 30. April 2002 festgehalten worden sei. Beim Einkommensvergleich seien die
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gleichen Tabellenlöhne für das Validen- und das Invalideneinkommen heranzuziehen
und es sei ein zusätzlicher Leidensabzug zu berücksichtigen. Im Haushaltsbereich sei
auf die ursprünglich ermittelte Einschränkung von 33 % (und nicht auf die neue
Einschätzung von 29 %) abzustellen, denn der diesbezügliche Sachverhalt sei im
Wesentlichen gleich geblieben.
E.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 17. März 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Es liege ein doppelter Revisionsgrund vor. Erstens habe
sich der Gesundheitszustand dank erfolgreicher Rehabilitation wesentlich verbessert
und es sei diesbezüglich auf das ABI-Gutachten abzustellen. Zweitens habe die
Veränderung der Aufgabenteilung von Haushalt und Erwerb wirtschaftliche
Auswirkungen. Es sei die von der Beschwerdeführerin als realistisch und fair
bezeichnete Haushaltabklärung vom April 2006 massgeblich. Die Beschwerdeführerin
selber habe eine Änderung der Gewichtung von 50/50 zu 30/70 verlangt. Es gehe nicht
an, die Aussagen der ersten Stunde widerrufen zu wollen, weil man sich aus anderen
Angaben höhere Leistungen erhoffe. Eine Verbesserung sei, da sich die Depression
und die Dysthymie nicht mehr hätten bestätigen lassen, offensichtlich.
F.
Mit Replik vom 21. April 2008 legt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin dar, aus
deren Stellungnahme zum Haushaltsabklärungsbericht gehe klar hervor, dass sie heute
einzig als Coiffeuse zu 70 % arbeiten würde. In einer anderen Tätigkeit wären es
maximal 50 %. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit im Haushalt bestehe kein
Revisionsgrund. Die minim verbesserte Beurteilung ergebe sich aus dem neuen
rechtlichen Argument der Schadenminderungspflicht des Ehemannes. Das ABI-
Gutachten tauge nicht zur Beurteilung der Frage nach einer allfälligen wesentlichen
Veränderung. Auch in der Ergänzung werde Kritik an den früheren Gutachten geübt
und eine andere Einschätzung abgegeben. Die Beschwerdegegnerin behaupte gemäss
ihrer Beschwerdeantwort nur noch eine Verbesserung des Gesundheitszustandes auf
der psychischen Ebene. Dies stehe jedoch in krassem Gegensatz zu den Beurteilungen
von Dr. A._, wonach sich die Beschwerdeführerin nur mit knapper Not seelisch über
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Wasser halte, der Rheinburg-Klinik, wo von einer reaktiven Depression bei Überlastung
und von einem somatoformen Schmerzsyndrom die Rede sei, und des Kantonsspitals
St. Gallen, wo ebenfalls eine Depression diagnostiziert worden sei. Zur
unterschiedlichen Beurteilung hätten unterschiedliche Wertmassstäbe geführt, und
nicht etwa geänderte Tatsachen. Die ABI-Begutachtung sei nicht objektiv gewesen.
Das psychische Geschehen sei als rein subjektive Krankheitsüberzeugung dargestellt
und damit abgewertet worden. Die Argumentation sei ausserdem widersprüchlich,
werde doch einerseits behauptet, eine Dysthymie (es handle sich dabei um nichts
anderes als um eine Depression) liege nicht mehr vor, anderseits aber, die leichten
depressiven Verstimmungen seien der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung
zuzuordnen.
G.
Die Beschwerdegegnerin hat am 8. Mai 2008 auf die Einreichung einer Duplik
verzichtet.

Erwägungen:
1.
1.1 Da ein Sachverhalt zu beurteilen ist, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der
angefochtenen Verfügung am 6. Dezember 2007 entwickelt hat, sind die ab 1. Januar
2008 in Kraft getretenen Rechtsänderungen nicht anwendbar.
1.2 Mit der strittigen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin anlässlich einer Revision
auf Gesuch der Beschwerdeführerin vom 6. Juni 2005 hin deren bisherige halbe Rente
eingestellt.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der vom 1. Januar 2004 bis 31. Dezember 2007 gültig
gewesenen Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
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besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur
Rentenrevision gibt nach der Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Eine bloss unterschiedliche
Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes stellt dagegen
praxisgemäss keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2b; SVR
1996 IV Nr. 70 S. 203). Ob eine revisionsbegründende Änderung eingetreten ist,
beurteilt sich nach einer neuen Rechtsprechung durch Vergleich des Sachverhalts, wie
er im Zeitpunkt der letzten (der versicherten Person eröffneten) rechtskräftigen
Verfügung bestand, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen
Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108), mit demjenigen zur
Zeit der streitigen Neubeurteilung (BGE 130 V 351 E. 3.5.2; BGE 125 V 369 E. 2).
2.3 Im Übrigen erfolgt die Ermittlung des Invaliditätsgrades im Revisionsverfahren
nach den allgemeinen, für die Invaliditätsbemessung geltenden Vorschriften (Rz 5015
des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über
Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH), nach der allgemeinen
Methode für vollzeitlich Erwerbstätige, nach der spezifischen Methode namentlich für
im Haushalt tätige versicherte Personen und nach der gemischten Methode für
Versicherte, die nur zum Teil erwerbstätig und daneben in einem Aufgabenbereich nach
Art. 8 Abs. 3 ATSG tätig wären. Ob eine versicherte Person als ganztägig oder
zeitweilig Erwerbstätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist, ergibt sich aus der
Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 125 V 146; BGE 117 V 194; vgl. AHI
1997 S. 286; AHI 1996 S. 196).
3.
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Die Beschwerdeführerin hatte gemäss der ursprünglichen Verfügung vom
11. September 2002 eine halbe Rente bezogen, zuletzt bei einem Invaliditätsgrad von
56 %. Dieser war anhand der gemischten Methode bei einer Aufteilung in 35 %
Erwerbs- und 65 % Haushalttätigkeitsanteil bemessen worden. Als medizinische
Grundlagen der Rentenzusprache hatten der Beschwerdegegnerin die Gutachten von
Dr. B._ und Dr. C._ gedient. Danach war die Beschwerdeführerin in ihrer
angestammten Tätigkeit (aus orthopädischen Gründen) nicht arbeitsfähig, in einer
adaptierten Tätigkeit (ohne Berücksichtigung der Haushaltsbelastung) dagegen zu
50 % arbeitsfähig. Die Erwerbstätigkeit dürfe, wie nach dem Gutachten von Dr. B._
zu schliessen ist, nicht zu einer Überforderung führen. Nach einer erfolgreichen
Rehabilitation sei eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit im Haushaltbereich wie in der
angestammten und einer adaptierten Tätigkeit zu erwarten. Die Beschwerdegegnerin
ging bei diesen Vorgaben im Erwerbsteil von einer vollen Arbeitsunfähigkeit aus; eine
ausserhäusliche Tätigkeit könne der Beschwerdeführerin nicht zugemutet werden.
Abklärungen zu einer möglichen beruflichen Eingliederung tätigte die Verwaltung nicht.
4.
4.1 Die Beschwerdegegnerin begründet ihre anpassungsweise Renteneinstellung
einerseits mit einer gesundheitlichen Verbesserung und anderseits mit einer
Veränderung in der Aufteilung der Aufgabenbereiche. In gesundheitlicher Hinsicht hält
sie dafür, es hätten sich keine Depression und keine Dysthymie mehr bestätigen
lassen.
4.2 Von einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands kann indessen
nach der Aktenlage nicht ausgegangen werden. Zwar berichtete das ABI auf Anfrage
nach einer allfälligen Veränderung am 18. August 2007, es sei zwischenzeitlich
offensichtlich die früher postulierte Verbesserung eingetreten und die objektiven
Befunde seien (somatisch wie psychiatrisch) stabilisiert bzw. nach erfolgreichen
Rehabilitationen verbessert bzw. beruhigt. Deshalb rechtfertige sich auch medizinisch-
theoretisch eine höhere Arbeitsfähigkeit in adaptierten Verweisungstätigkeiten.
Gleichzeitig hielt das ABI aber auch fest, dass die früheren ärztlichen Gutachten aus
somatischer und psychiatrischer Sicht keine klaren Angaben zur Arbeitsfähigkeit
geliefert hätten. Bezüglich des orthopädischen Zustands wurde ferner ausdrücklich
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festgestellt, dass diagnostisch eine ähnliche Situation bestehe wie damals. In
psychiatrischer Hinsicht bezeichnete das ABI die Diagnose einer Dysthymie als Leiden,
das die Arbeitsfähigkeit nicht erheblich beeinträchtige. Sie bedeute eine geringere
Aktivität des depressiven Geschehens als eine leichte depressive Episode. In der
Stellungnahme zum Einwand des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin vom
19. November 2007 wird wiederum darauf hingewiesen, dass eine ähnliche Situation
beurteilt worden sei, wie sie ursprünglich schon vorgelegen habe. Die frühere
orthopädische Gutachterin habe in erheblichem Ausmass einen
Dekonditionierungszustand in ihre Einschätzung miteinbezogen, was das ABI in der
Regel nicht tue. Die ursprüngliche medizinische Einschätzung sei retrospektiv nicht
nachvollziehbar. Schon im ABI-Gutachten war ausserdem festgestellt worden, dass die
stationäre Rehabilitation zu keiner anhaltenden Verbesserung der Schmerzproblematik
geführt habe (act. 52-18/22). Dort war zum Beginn der Arbeitsunfähigkeit ferner
dargelegt worden, die festgesetzte Arbeitsunfähigkeit sei aufgrund der anamnestischen
Angaben, der eigenen Untersuchungsbefunde, der Akten und der früher attestierten
Arbeitsunfähigkeiten wohl seit längerer Zeit anzunehmen. Wenn anstelle der Dysthymie
(gemäss Dr. B._) bzw. der Depression (Rheinburg-Klinik), die nach Auffassung von
Dr. B._ von Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei, vom ABI eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung angegeben wurde, welche die Arbeitsfähigkeit nicht
tangiere, belegt auch das keine wesentliche Änderung im Sachverhalt. Nach
Auffassung des ABI können (bei der Beschwerdeführerin) depressive Verstimmungen
vorkommen, sie sind aber nicht so ausgeprägt, dass die Gutachter eine entsprechende
(zusätzliche) Diagnose zu stellen für gerechtfertigt erachtet hätten. Gemäss dem
Gutachten des ABI könnten aber selbst eine reaktive Depression und eine Dysthymie
keine so hohe und keine anhaltende Arbeitsunfähigkeit begründen. Aus all diesen
Aspekten wird insgesamt ersichtlich, dass eine wesentliche Veränderung in den
tatsächlichen gesundheitlichen Verhältnissen in der Zeit zwischen den ersten
Begutachtungen und dem ABI-Gutachten nicht eingetreten ist. Die Gutachter haben
vielmehr einen ähnlichen Zustand in seinen Auswirkungen auf die zumutbare
Arbeitsfähigkeit anders eingeschätzt.
5.
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5.1 Des Weiteren beruft sich die Beschwerdegegnerin zur Begründung ihrer
anpassungsweisen Rentenaufhebung auf eine Änderung der Aufteilung zwischen dem
Erwerbs- und dem Haushaltbereich.
5.2 Bei der Beurteilung des Status wird nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts
- einzig - auf den Beweis der hypothetischen Erwerbsverhältnisse im Gesundheitsfall
abgestellt, ohne die Zumutbarkeit als zusätzliches Kriterium zu betrachten
(Bundesgerichtsentscheid i/S Y. vom 25. November 2008, 9C_650/2008), obwohl diese
auszublenden im Licht von Art. 8 Abs. 3 ATSG und Art. 5 Abs. 1 IVG problematisch
erscheint (vgl. Franz Schlauri, Das Rechnen mit der Arbeitsunfähigkeit in Beruf und
Haushalt in der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung in: Schaffhauser/
Schlauri, Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 343 f.; vgl. etwa die
Entscheide des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S M. vom 17. Februar
2009, IV 2007/425, und i/S S. vom 23. April 2009, IV 2008/86). Massgeblich sind die
gesamten persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Umstände
(Bundesgerichtsentscheid 9C_650/2008). Nebst dem früheren Arbeitsverhalten sind im
Wesentlichen die Absicht der versicherten Person und ihre Vorstellungen und Pläne
zum Alltag ohne Gesundheitsschaden zu berücksichtigen (vgl. Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S A. vom 20. Juni 2003, I 635/02). Von
Bedeutung sind vor allem auch die Verdienstverhältnisse (Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S A. vom 4. Januar 2002, I 715/00). Zu
beachten ist allerdings, dass der Entscheid über die Statusfrage immer ein solcher über
eine Hypothese bleibt, da sie sich immer stellt, wenn in Wirklichkeit eine
gesundheitliche Beeinträchtigung (schon seit langer oder kürzerer Zeit) eingetreten ist.
Die Arbeitseinteilung in der Vergangenheit kann für die massgebliche Hypothese nur
ein Indiz darstellen; die spätere reale Einteilung ist anderseits meist bereits durch die
Invalidität beeinflusst (so der nicht veröffentlichte Entscheid des Versicherungsgerichts
des Kantons St. Gallen i/S V.L.-R. vom 2. Februar 2006). Das Gericht hat jener
Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen
unter den gegebenen Umständen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 121 V 47 E.
2a). Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der Versicherten nach
Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen (Bundesgerichtsentscheid i/S
K. vom 19. März 2007, I 185/06; ZAK 1985 S. 468 E. 1). Denn Tatfragen, über die sich
gemäss der Natur der Dinge nur Hypothesen aufstellen lassen, beurteilen sich nach
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Erfahrungssätzen (BGE 117 V 195 E. 3b mit Hinweis auf Guldener, Beweiswürdigung
und Beweislast nach schweizerischem Zivilprozessrecht, S. 13).
5.3 Ein Methodenwechsel darf nach der älteren Praxis nur vorgenommen werden,
wenn er zwingend notwendig ist (vgl. ZAK 1969 S. 745; BGE 104 V 149 E. 2). Das ist
auch heute noch zu postulieren (vgl. Gabriela Riemer-Kafka, Veränderungen der
familiären Verhältnisse als Rentenrevisionsgrund in der IV, in: R. Schaffhauser/
F. Schlauri [Hrsg.], Die Revision von Dauerleistungen in der Sozialversicherung, S. 111).
Der Methodenwechsel setzt eine Nachführung der hypothetischen Lebensentwicklung
voraus. Es wird auf den realen Verlauf persönlicher und familiärer Verhältnisse nach
Eintritt der Invalidität (und unter den Einwirkungen der Invalidität) abgestellt, obwohl
diese Verhältnisse an sich ohne kausalen Einfluss auf die Invalidität sind. Aus dieser
Realität wird auf wesentliche Änderungen im massgeblichen hypothetischen
Sachverhalt (BGE 117 V 199 E. 3b) geschlossen. Auf eindeutige Lebensentwürfe und
Lebenserfahrungen ist in der modernen Gesellschaft mit gleichen Chancen für
unterschiedlichste Arten beruflichen Fortkommens allerdings immer weniger Verlass.
Darum ist es gerechtfertigt, den Methodenwechsel nur bei triftigen Gründen
zuzulassen. Etwa wenn nach einer eindeutigen (hypothetischen) Sachlage ein
Festhalten an der bisherigen Methode missbräuchlich wäre (so der nicht veröffentlichte
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S L.V.-R. vom
25. Oktober 2001). Zur Diskussion steht im Übrigen wie erwähnt ein hypothetischer
Sachverhalt, der nicht mit dem üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit ermittelt werden kann. Verschiedene Hypothesen müssen
gegeneinander abgewogen werden. Ausschlaggebend ist dabei, welche dieser
Hypothesen die plausibelste ist (nicht veröffentlichter Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S S. A.-F. vom 22. April 2008).
5.4 In Bezug auf die für die Aufteilung der beiden Aufgabenbereiche der
Beschwerdeführerin massgeblichen Verhältnisse hat sich insofern eine Veränderung
ergeben, als die Kinder zwischenzeitlich fünf Jahre älter geworden sind. Das jüngste
Kind war im zweiten Vergleichszeitpunkt vom Dezember 2007 knapp 13-jährig. Nach
Angaben der Beschwerdeführerin hat sich die Belastung durch die Erziehung
vermindert. Indessen war bereits früher das zweitjüngste Kind im Internat und der
Betreuungsbedarf der jüngeren beiden Kinder am intensivsten, sodass es sich kaum
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um eine erhebliche Verminderung handelt. Eine andere relevante Veränderung lässt
sich ebenfalls nicht ausmachen. Die Hypothese, dass die Beschwerdeführerin ihr
Erwerbspensum erhöht hätte, erscheint zwar möglich, aber im massgeblichen zweiten
Vergleichszeitpunkt (jedenfalls noch) nicht plausibler als die ursprünglich
angenommene. Ein triftiger Grund, die Aufteilung zu ändern, ist vorliegend innerhalb
des massgeblichen Zeitraums nicht zu erkennen.
5.5 Auch was den Haushaltbereich betrifft, ergibt sich die minime Differenz nicht aus
einer veränderten Sachlage.
5.6 Ist weder in gesundheitlicher noch erwerblicher Hinsicht ein relevanter
Anpassungsgrund ersichtlich, hat eine Revision zu unterbleiben. Die angefochtene
Verfügung ist aufzuheben.
5.7 Im Übrigen ist anzumerken, dass auch kein Grund bestünde, vom
Einkommensvergleich aufgrund der Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf zu
einem solchen in Anbetracht der Einschränkung in einer leidensangepassten Tätigkeit
zu wechseln, wäre doch zunächst abzuklären, ob und wie die ausgebildete Berufsfrau
anderweitig gleichwertig beruflich eingegliedert werden könnte, und wäre der Erfolg
allfällig notwendiger Massnahmen abzuwarten.
6.
6.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 6. Dezember 2007 gutzuheissen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt vollumfänglich und hat die
gesamte Gerichtsgebühr zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist
der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.
6.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
bis
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Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit.
g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht
nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--.
Eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) erscheint als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG