Decision ID: 4f368f39-d9b6-4a80-abe8-e940a6e2947a
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1966,
verfügt über keine Berufsaus
bildung und
war seit seiner Einreise in die Schweiz im Jahr 1989
vor
wiegend als (Hilfs-)Koch bei verschiedenen Arbeitgebern tätig. Zwischenzeitlich bezog er Leistungen der Arbeitslosenversicherung (
Urk.
11/6/4, 11/13, 11/29/2 ff., 11/69 und 11/96).
Am 26. Januar 2012
meldete
er
sich
unter Hinweis auf Schmerzen in der Beinmuskulatur
erstmals
bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (Urk. 11/6). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte nebst Auszügen au
s dem individuellen Konto (
Urk.
11/4 und 11/18) ei
nen Arbeitgeber
bericht
(
Urk.
11/13) sowie
diverse Arztberichte ein (
Urk.
11/5/3 ff., 11/14,
11/15/5 und 11/19/5 ff.). Am
6.
August 2012 teilte sie dem Versicherten mit, dass die Voraussetzungen für eine Arbeits
vermittlung erfüllt seien (
Urk.
11/33). Nach Eingang von Verlaufsprotokollen der mit der Arbeitsvermittlu
ng beauftragten
Y._
(
Urk.
11/39 und 11/44) so
wie weite
rer Arztberichte (
Urk.
11/40, 11/45/3 und 11/48) verneinte die IV-Stelle nach durchgefüh
rtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
11/53) mit Verfügung vom 9. September 2013 einen Rentenanspruch und wies das Leistungsbegehren ab (Urk. 11/63). Dieser Entscheid blieb unangefochten.
1.2
Am 28. August 2015 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 11/67), worauf die IV-Stelle insbesondere aktuelle Arztberichte (Urk. 11/66, 11/74/6 ff., 11/75, 11/87 und 11/91 f.) und einen Arbeitgeber
be
richt
(Urk. 11/96) beizog. Am 22. Februar 2016 teilte sie dem Versicherten mit, dass keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 11/85). In der Folge gab sie bei der
Z._
ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag (
Z._
-Gutachten vom 13. Oktober 2016,
Urk.
11/109). Mit Vorbescheid vom 5. Dezember 2016 stellte sie dem Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 11/114),
wogegen dieser am 2
1.
Januar 2017 Einwand erhob (
Urk.
11/125).
Mit Verfügung vom 2
7.
März 2017 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (
Urk.
11/130 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
2.
Mai 2017 Beschwerde (
Urk.
1) mit
dem Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm eine angemessene Rente der Invalidenversicherung zuzu
sprechen. Eventualiter sei das Vorliegen von
Illetrismus
abklären zu lassen. Fer
ner ersuchte der Versicherte um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessfüh
rung und Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung in der Person von Rechtsanwältin Corinne Schoch
(
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
9.
Juni 2017
(
Urk.
10) schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde, was dem Versicherten mit Verfügung vom 2
3.
Juni 2017 (
Urk.
12) zur Kenntnis gebracht wurde. Gleichzeitig wurde dessen Gesuch
um unentgeltliche Prozess
führung bewilligt und Rechtsanwältin
Corinne
Schoch als unentgeltliche Rechtsvertreterin bestellt
, welche am 1
5.
Oktober 2017 ihre Honorarnote ein
reichte (
Urk.
14). Mit Eingaben vom 2
3.
Dezember 2017
(
Urk.
15) und 2
3.
Januar 2018 (
Urk.
17) reichte der Versicherte jeweils
einen
weitere
n Arztbericht
zu den Akten (
Urk.
16 und 18). Diese wurden der IV-Stelle mit Schreiben vom 2
5.
Januar 2018
(
Urk.
19)
zur Kenntnisnahme zugestellt. Mit Eingabe vom 3
1.
Januar 2018 (
Urk.
20) reichte der Versicherte eine weitere ärztliche Stellungnahme ein (
Urk.
21
)
.
Mit Eingabe vom 1
3.
März 2018 (
Urk.
22) wurde schliesslich ein Physiotherapiebericht vom
5.
März 2018 (
Urk.
23) nach
gereicht.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in ana
loger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verän
derung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies
sen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117
V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1
.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung vom 2
7.
März 2017 (
Urk.
2) im Wesentlichen auf den Standpunkt, gestützt auf das ausführliche und nachvollziehbare
Z._
-Gutachten vom 1
3.
Oktober 2016
sei
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen.
Das
Valideneinkommen
entspreche dem durchschnittlichen Lohn eines Hilfs
arbeiters gemäss
statistischen Werten und
sei
nicht gestützt auf die Lohnwerte des Jahres 2003 zu bestimmen
. Es sei
unüb
lich
, Einkommen über so viele Jahre aufzurechnen.
Selbst bei Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges vom Invalideneinkommen resultiere kein Anspruch auf eine Rente der Invalidenver
sicherung.
2.2
In seiner Beschwerdeschrift vom 1
2.
Mai 2017 (
Urk.
1) rügte der Versicherte zusammengefasst,
die Beschwerde
gegn
erin habe sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen nicht korrekt bestimmt und den Rentenanspruch folg
lich zu Unrecht verneint (S. 3 ff.).
Entgegen den Ausführungen der
Z._
-Gut
achter sei es ihm nicht möglich, einer leidens
adaptierten
Tätigkeit in einem 100%-Pensum nachzugehen; vielmehr bestehe in diesem Zusammenhang gemäss Bestätigung des behandelnden Arztes bloss eine 50%ige Arbeitsfähig
keit. Im Weiteren
könne nicht davon ausgegangen werden, dass er seine Restar
beitsfähigkeit in einer Tätigkeit ausserhalb der Gastronomie verwerten könne
(S. 9
ff.).
3.
3.1
Als Vergleichsbasis ist die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
9.
September 2013 (
Urk.
11/63) heranzuziehen, mit welcher der Rentenanspruch des Versicherten erstmals rechtskräftig beurteilt wurde (vgl.
BGE 133 V 108
,
130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen)
. Diesem Entscheid
lag im Wesentlichen der folgende medizinische Sachverhalt zugrunde:
Der Beschwerdeführer begab sich im November 2011 aufgrund von
seit unge
fähr sechs Jahren in progredienter Weise auftretenden und
belastungsabhän
gi
gen Wadenschmerzen beidseits
in ärztliche Behandlung.
Diagnostisch gingen die Ärzte des
A._
, Klinik für Neurologie, von belastungs
induzierten distal betonten Myalgien der Beine aus
(
Urk.
11/5/3 ff.).
Der Ver
dacht auf eine
mitochondriale
Zytopathie
bestätigte sich nicht (
Urk.
11/40/3).
In Bezug auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Koch wurde
ab Januar 2012
eine
60- respektive
50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert, da eine längere stehende Tätigkeit nicht mehr
als zumutbar erachtet wurde
(
Urk.
11/14/2,
11/15/5 und
11/19/5 f.)
.
Hinsichtlich e
ine
r
behinderungsangepasste
n und vorwiegend sitzen
den
Tätigkeit
ging
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Neurologie, in ihrem Bericht vom 2
4.
Februar 2012 von einer Arbeitsfähigkeit von vier Stun
den pro Tag aus
(
Urk.
11/14/3
).
Demgegenüber attestierte
Dr.
med.
C._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin, mit Schreiben vom 1
8.
Februar 2013
eine volle Arbeitsfähigkeit für sitzende Tätigkeiten
(
Urk.
11/45/3).
In diesem Sinne äusserte sich auch
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom Regionalen Ärzt
lichen Dienst (RAD) in seiner Stellungnahme vom 1
2.
Juni 2013 (
Urk.
11/51/4)
, worauf die Beschwerdegegnerin abstellte (
Urk.
11/50/1, 11/63/1).
3.2
Im Rahmen der Prüfung der Neuanmeldung vom 2
8.
August 2015 (
Urk.
11/67)
stellte sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zusammengefasst wie folgt dar:
3.2.1
Dr.
C._
informierte mit Schreiben vom 2
5.
August 2015 darüber, dass sich die belastungsabhängige
Myopathie
in den Bereich der oberen Extremitäten ausgeweitet habe. Die Muskelerkrankung führe auch bei einer 50%igen Arbeits
belastung zu einer Schmerzzunahme und Erschöpfung, sodass der Beschwerde
führer nach der Arbeit nur noch schlafen könne (
Urk.
11/66/1). In seinem Bericht vom 3
0.
Oktober 2015 wies
Dr.
C._
ergänzend darauf hin, dass der Versicherte durch die bisherige Hilfsarbeit als Koch – welche vor allem stehend ausgeführt werde und auch das Tragen schwerer Lasten beinhalte – zu stark belastet werde
(
Urk.
11/75/2).
3.2.2
Dr.
med. E._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, hielt in ihrem Bericht vom 2
9.
Oktober 2015 fest, dass dem Versicherten längeres Stehen von über drei Stunden am Stück nicht mehr möglich sei. Tätigkeiten mit viel Bewegung und Muskelaktivität sowie das Tragen schwerer Lasten sei nur sehr kurzzeitig
zumutbar. Er habe im Weiteren Mühe, sehr verantwortungsvolle Arbeiten zu übernehmen, die eine hohe Konzentrationsfähigkeit verlangen. Eine leichte körperliche und sitzende Tätigkeit mit vermindertem Anspruch an die Konzentration sei je nach Arbeit und Pausen ab sofort zwischen drei und sechs Stunden am Tag – beziehungsweise in einem 60- bis 70%-Pensum – möglich (
Urk.
11/74/7 f.).
3.2.3
Aus den Berichten des
A._
, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
7.
April 2015 und 2
6.
Februar 2016 geht hervor, dass der Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) bestehe. Ursächlich hierfür scheine nach den Angaben des Beschwerdeführers das mit
telbare und unmittelbare Erleben von kriegsbedingter Gewalt in Sri
Lanka über viele Jahre hinweg zu sein. Er sei mehrfach täglich und teilweise stundenlang von Intrusionen, Flashbacks, Konzentrationsstörungen sowie von einer depres
siven Symptomatik betroffen, weshalb eine volle Arbeitsbelastung nicht mög
lich sei. Das Ausmass der aktuellen Leistungsfähigkeit sei jedoch überwiegend durch die
körperliche Belastungsgrenze infolge der Muskelerkrankung limitiert (
Urk.
11/87).
3.2.4
Mit Schreiben vom 2
0.
April 2016 äusserte sich
Dr.
C._
dahingehend, dass im Moment eine 50%ige Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf als Koch rea
listisch sei. Die Ätiologie der Muskelschmerzen sei nicht klar, weshalb in dieser Hinsicht weitere Untersuchungen geplant seien (
Urk.
11/92).
3.2.5
Dem polydisziplinären
Z._
-Gutachten vom 1
3.
Oktober 2016 sind folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (
Urk.
11/109/12):
-
Belastungsinduzierte distal betonte Myalgien der Beine, in letzter Zeit auch der Arme und des Schultergürtelbereichs,
-
Ätiologisch möglicherweise metabolische
Myopathie
, Elektroneuro-
myographie
(
ENMG
) mit
myopathischen
Mustern,
-
Creatinkinase
-Erhöhung,
-
Muskelbiopsie mit
myopathischen
Veränderungen, Molekulargenetik ohne Punktmutation im
mitochondrialen
Genom.
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien demgegenüber:
-
Übergewicht (Bodymassindex [BMI] 29 kg/m
2
),
-
Asthma bronchiale, zum Teil intrinsisch, zum Teil extrinsisch, unter Behandlung symptomfrei,
-
Nichtorganische Insomnie, medikamentös kompensiert (ICD-10 F51.0),
-
Probleme in Verbindung mit Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit (ICD-10 Z56),
-
Probleme in Verbindung mit Wohnbedingungen und ökonomischen Verhältnissen (ICD-10 Z59).
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin,
hielt im rheumatologischen Teilgutachten im Wesentlichen fest, dass die klinische Untersuchung im muskulären Bereich sehr wenig biete, da sich die hauptbetroffenen Muskelgruppen der Unter- und Oberschenkel sowie der Schul
ter- und Oberarmregion klinisch nicht
atroph
, sondern recht gut entwickelt dar
stellen würden, keine Palpationsschmerzen
provozierbar
seien und auch die unmittelbare Belastung während der Untersuchung bis zum einbeinigen Hüpfen ke
ine aktuellen Schmerzen auslöse
. Es scheine sich somit um eine Schmerzprob
lematik zu handeln, die ei
ner längeren Belastungszeit - laut Versichertem ungefähr in der Grössenordnung von zwei Stunden – bedü
rf
e. Zurzeit bestünden keine objektiven klinischen Parameter, aufgrund derer die Belast
barkeit des Beschwerdeführers geprüft werden könn
t
e, weshalb weitgehend auf dessen subjektive Angaben abgestellt werden müsse (
Urk.
11/109/28).
Ausgehend von der Anamnese und dem aktuellen Befund gelangte
Dr.
F._
zur
Auffassung, die bisher
möglicherweise aus Konvention stets in gleicher Höhe
attestierte Arbeitsfähigkeit von 50
%
in der angestamm
ten Tätigkeit könne doch etwas gesteigert werden. Dies gelte insbesondere mit Blick auf die Anstellung, welche der Versicherte im September 2016 antrete und
die
von ihm selbst als eher leicht bezeichnet werde (vgl.
Urk.
11/109/25). Sie scheine zudem eine gewisse Flexibilität und Wechsel der Belastungsformen zu beinhalten. Die für die Monate September und Oktober 2016 zumutbare Arbeits
fähigkeit dürfte bei mindestens 60
%
liegen. Während November und Dezember 2016 sollte sie sich auf anzustrebende 70-80% steigern lassen. Für alternative, den Gehapparat nicht belastende, weitgehend sitzend ausgeführte oder nur mit kurzen Gehleistungen verbundene Tätigkeiten liege eine 100%ige Arbeitsfähig
keit vor (
Urk.
11/109/29).
In neurologischer Hinsicht äusserte sich
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Neurologie,
bei grundsätzlich unauffälligem Befund (
Urk.
11/109/35)
in ihrer Teilexpertise dahingehend, dass
die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf versuchsweise auf 60
%
gesteigert werden könn
te, falls der Versicherte in einem Kochbetrieb auch nicht stehende Arbeiten verrichten könnte.
Eine leidensangepasste Tätigkeit sei ihm hingegen zu 100
%
zumutbar (
Urk.
11/109/37).
Aus dem internistischen Teilgutachten von
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Medizinische Onkologie und Allgemeine Innere Medizin,
geht hervor, dass den Akten kaum Hinweise auf internistische Leiden zu entnehmen seien, was bestä
tigt werden könne. Das aktenkundige Asthma sei anamnestisch unter Behand
lung weitgehend symptomfrei. Der früher festgestellte Mangel an Vitamin D sei behoben. Aus internistischer Sicht und ohne Berücksichtigung der im Rahmen der Myalgien durchgeführten Abklärungen bestehe kein Grund zur Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit (
Urk.
11/109/44).
Anlässlich der psychiatrischen Untersuchung durch
Dr.
med.
I._
, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Psychiatrie und Psychotherapie,
ergaben sich keine pathologischen Auffälligkeiten (
vgl.
Urk.
11/109/49 f.). Insbesondere seien die Affektlage ausgeglichen und keine Auslenkungen zum depressiven Pol feststellbar gewesen.
Im Weiteren
seien die Kriterien für eine posttraumatische Belastungsstörung im Befund nicht validier
bar
gewesen
. Es fehle in diesem Zusammenhang auch an entsprechenden anamnestischen Angaben zu den Faktoren, die eine derartige psychische Stö
rung per definitionem auslösen (
Urk.
11/109/50 f.).
Sowohl hinsichtlich des Belastungsprofils als auch in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit bestünden aus psy
chiatrischer Sicht keine Einschränkungen (
Urk.
11/109/53).
Im interdisziplinären Konsens gelangten die Gutachter zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit in der Gastronomie unter den Bedingungen des aktuellen, neuen Arbeitsplatzes bis Ende Oktober 2016 60
%
betrage. Ab November bis Ende 2016 sei ein Steigerungsversuch bis auf 70-80% vorzusehen.
Die seit Dezember 2013
attestierte
Arbeitsfähigkeit von 50
%
sei einigermassen plausibel.
Für Tätigkeiten ohne wesentliche Steh-
,
Geh
- und Arm
belastung bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
11/109/14 f.).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Ver
sicherten auf eine Rente der Invalidenversicherung zu Recht verneint hat (vgl. E. 2.1 f.).
Zunächst ist zu klären, ob sie in diesem Zusammenhang
zu Recht
auf das
Z._
-Gutachten vom 1
3.
Oktober 2016 (
Urk.
11/109) abgestellt hat, was der Beschwerdeführer bestreitet (
Urk.
1 S. 10 f.).
Das polydisziplinäre
Z._
-Gutachten basiert auf umfassenden internistischen, rheumatologischen, neurologischen und psychiatrischen Untersuchungen. Ergänzend wurde im Labor eine Blutuntersuchung durchgeführt (
Urk.
11/109/58 f.). Die Expertise wurde des Weiteren in detaillierter Kenntnis der
Vorakten
erstellt (
Urk.
11/109/3 ff., 11/109/60 ff.).
Der Beschwerdeführer konnte gegen
über den einzelnen Gutachtern seine aktuellen Beschwerden schildern und wur
de von diesen – soweit fachspezifisch erforderlich – eingehend befragt (
Urk.
11/109/
24 ff, 11/109/33 f., 11/109/40 ff. und 11/109/47 ff.).
Die geklagten Leiden fanden im Rahmen der Feststellung der Diagnosen Berücksichtigung, wobei diese wie auch die aus medizinischer Sicht resultierenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit überzeugend dargelegt und erläutert wurden (
Urk.
11/109/12 ff., 11/109/27 ff., 11/109/36 f., 11/109/43 f. und 11/109/51 ff.). Soweit möglich erfolgte ausserdem eine schlüssige Auseinandersetzung mit
den
vorangegangenen ärztlichen Beurteilungen (
Urk.
11/109/27 ff., 11/109/37, 11/109/44 und 11/109/53). Insgesamt erfüllt das
Z._
-Gutachten somit sämt
liche praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert einer medizinischen Expertise (vgl. E. 1.5).
4.2
Entgegen der Argumentation des Beschwerdeführers besteht kein Anlass, von der Beurteilung der
Z._
-Gutachter
hinsichtlich der
Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit abzuweichen.
Soweit er
darauf hinweist
,
dass in Bezug auf seine Muskelschmerzen zwischenzeitlich die Diagnose einer Glieder
gürtelmuskeldystrophie Typ 2A
gestellt worden sei (
Bericht des
A._
vom 1
9.
Dezember 2017,
Urk.
16), ist anzumerken, dass recht
sprechungsgemäss nicht die diagnostische Einordnung eines Gesundheitsscha
dens entscheidend ist,
sondern dessen konkrete Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit (Urteil des Bundesgerichts 9C_228/2013 vom 2
6.
Juni 2013 E. 4.1.4 mit Hinweis).
Von Seite
n
der Fachärzte wurde keine Limitierung der Arbeitsfähigke
it für die von ihnen empfohlene
vorwiegend sitzende bis wechselbelastende Tätigkeit ohne starke körperliche Belastung attestiert (
Urk.
16 S. 2).
Auch die behandelnde Physiotherapeutin sieht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für eine „abwechslungsreich
e
” leichte Tätigkeit (
Urk.
23).
Die
E
inschätzung von
Dr.
C._
, wonach auch für leidensangepasste Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
bestehe (
Urk.
11/124,
Urk.
18), vermag vor die
sem Hintergrund nicht zu überzeugen. Die Berichte von
Dr.
C._
beinhalten weder eine objektive Befunderhebung noch eine nachvollziehbare Begründung der
attestierten
Arbeits
un
fähigkeit.
Ausserdem entsprechen sie nicht seinen vorangegangenen Beurteilungen (
Urk.
11/45/3, 11/92), was in Anbetracht der Ausführungen der Gutachter und des Versicherten selbst, wonach die Schmer
zen in den letzten Jahren kaum merklich
zugenommen
hätten (
Urk.
11/109/24, 11/109/29), nicht schlüssig erklärt werden kann.
Im Übrigen ist auf die Erfah
rungstatsache hinzuweisen, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351
E. 3b/cc).
Soweit der Beschwerdeführer schliesslich
vorbringt, an einem mittelgra
digen obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndrom und
einer damit ver
bundenen erhöhten
Tagesmüdigkeit zu leiden
(
Urk.
20
f.
)
, ist festzuhalten, dass
er
die ambulante schlafmedizinische Behandlung erst
kurz vor Erlass der angefochte
nen Verfügung
im März 2017 aufgenommen
hat
(
Urk.
3/3/3 f.,
Urk.
21).
Zuvor hatte er i
nsbesondere im Rahmen der Begutachtung trotz Angabe von Durch
schlafstörungen nicht über eine
relevante
Tagesmüdigkeit geklagt; vielmehr standen die Muskelschmerzen klar im Vordergrund (vgl.
Urk.
11/109/24, 11/109/40 und 11/109/47 f.).
Abgesehen davon, dass ein Schlaf-Apnoe-Syndrom
unter CPAP-Therapie in der Regel nicht geeignet ist, die Arbeitsfähig
keit in relevantem Ausmass zu beeinträchtigen
(vgl.
Urk.
3/3/3 S. 2, 3/3/4)
, ist der Stellungnahme
des behandelnden Arztes vom 2
9.
Januar 2018 (
Urk.
21)
überdies
keine konkrete Einschätzung der mit der Tagesmüdigkeit in Zusam
menhang stehenden Minderbelastbarkeit zu entnehmen.
4.3
Sofern nicht ohnehin bereits gestützt auf die
überzeugende
Beurteilung der
Z._
-Gutachter von einer über 60%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit - und damit von einem erzielbaren Erwerbseinkommen in rentenaus
schliessender Höhe (vgl. E. 1.2) - auszugehen ist (vgl.
Urk.
11/109/14 f.), kann
festgehalten werden, dass
wie bereits
im Rahmen
der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs des Versicherten (vgl.
Urk.
11/50, 11/63)
eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit in einer
dem
individuellen Belastungsprofil
angepassten
Tätig
keit
besteht
.
In dieser Hinsicht ist nachfolgend zu prüfen, ob die Beschwerde
gegnerin den Invaliditätsgrad korrekt festgelegt hat.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist
d
er Invaliditätsgrad
gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkom
mensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
5.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frü
hestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensent
wicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt
sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1,
134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die ver
sicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstruk
turerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berück
sichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2;
128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundes
gerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu ver
wenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2).
5.2.2
Der
Beschwerdeführer meldete sich am
2
8.
August 2015
zum zweiten Mal
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
11/67).
Der
frühestmög
liche Rentenbeginn
war demnach in Anwendung von
Art.
29
Abs.
1 IVG im
Februar 201
6.
Zu diesem Zeitpunkt
war der
Versicherte
bei der
J._
als Hilfskoch angestellt und erzielte ein jährliches Bruttoerwerbseinkommen von
Fr.
42'276.
--
inklusive 1
3.
Monatslohn
(
Urk.
11/79,
11/96/1 ff.). Er
übte trotz der bekannten gesundheitlichen
Einschränkungen
– welche innert kurzer Zeit zu
krankheitsbedingten Ausfä
ll
en
führten (vgl.
Urk.
11/96/7) -
ein 80%-Pensum aus, um Probleme mit der Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung
auf
grund des Bezugs von Sozialhilfegeldern
zu vermeiden (
Urk.
11/70)
.
Es ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer die Tätigkeit als Hilfskoch auch im Gesundheitsfalle ausgeübt hätte. Bei einem Vollzeitpensum hätte er bei der
J._
einen Brutto
jahres
lohn von
Fr.
52'845.
--
erzielen können (
Fr.
42
'
276
.--
/ 80 * 100), was dem
Vali
deneinkommen
entspricht.
Entgegen seiner Argumentation in der Beschwerde
schrift (
Urk.
1 S. 3 f.) besteht kein Anlass dafür,
den Verdienst aus dem Jahr 2003 entsprechend der Nominallohnentwicklung hochzurechnen. Im Weiteren besteht auch kein Raum für die geltend gemachte Berücksichtigung eines beruf
lichen Aufstiegs im Gesundheitsfall. In diesem Zusammenhang fehlt es
sowohl an konkreten Schritten wie Kursbesuchen oder dem Ablegen von Prüfungen
,
als auch
an Anhaltspunkten
dafür, dass ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ein beruflicher Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen tatsächlich reali
siert worden wären (vgl.
BGE 96 V 29; AHI 1998 S. 166 E. 5a, I 287/95; RKUV 1993 Nr. U 168 S. 97 E. 3b, U 110/92; Urteil des Bundesgerichts 9C_787/2010 vom 24. November 2010 E. 4.2 mit Hinweisen
).
Das
Valideneinkommen
von
Fr.
52'845.-- korrespondiert
im Übrigen
auch mit den Werten, die sich aus dem IK-Auszug ergeben (
Urk.
11/69).
5.3
5.3.1
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus
der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Ist die Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkre
ten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich,
können
die Tabellenlöhne gemäss LSE heran
gezogen werden
(BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1).
5.3.2
Mangels Vorliegens eines stabilen Arbeitsverhältnisses nach Eintritt der Invali
dität ist das Invalideneinkommen des Beschwerdeführers nach den LSE 2014 zu bestimmen, was die Beschwerdegegnerin
richtig
erkannt hat (vgl.
Urk.
11/113). Aufgrund der fehlenden beruflichen Ausbildung des Versicherten sowie
ange
sichts
des individuellen Belastungsprofils
(vgl.
Urk.
11/109/14 f.)
ist auf den monatlichen Bruttolohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerk
licher Art männlicher Angestellter von
Fr.
5'312.-- abzustellen (LSE 2014,
TA1, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenz
niveau und Geschlecht, Privater Sektor,
Total,
Kompetenzniveau 1,
Männer).
Aufgerechnet auf die durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, A-S) und angepasst an die Entwicklung der Nominallöhne für männliche Arbeitskräfte von 2’
220
Punkten im Jahr 2014 auf 2’
239
Punkte im Jahr 2016 (vgl. www.bfs.admin.ch) ergib
t dies bei einem zumutbaren Arbeitspensum von 100
%
ein Bruttoeinkommen von
Fr.
67'021.86
jährlich (
Fr.
5'312.-- / 40 * 41.7 * 12 / 2'
220
* 2
239
)
.
Der Einwand des Beschwerdeführers, er könne seine Restarbeitsfähigkeit aus
serhalb der Gastronomiebranche nicht verwerten (
Urk.
1 S. 5 ff.), ist nicht stich
haltig.
E
ine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit
ist
in denjenigen Fällen anzunehmen, in denen die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erschein
t (Urteil des Bundesgerichts 9C_
485/2014 vom 28. November 2014 E. 3.3.1 mit Hinweisen)
.
Massgebend können
in diesem Zusammenhang
die Art und Beschaffenheit des Gesundheits
schadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungs
aufwand und in diesem Zusammenhang auch
die
Persönlichkeitsstruktur, vor
handene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.1 mit Hinweisen).
Beim ausgeglichenen Arbeitsmarkt handelt es sich
um eine theoretische Grösse,
so
dass nicht leichthin angenommen werden kann, die verbliebene Leistungs
fähigkeit sei unverwertbar.
An der Massgeblichkeit des theoretisch ausgegliche
nen Arbeitsmarkt
s
vermag selbst der Umstand nichts zu ändern, dass es für die versicherte Person im Einzelfall schwierig oder gar unmöglich ist, im tatsäch
lichen Arbeitsmarkt eine entsprechende Stelle zu finden (vgl. Urteil
des Bundes
gerichts
8C_237/2011 vom 1
9.
August 2011 E. 2.3).
In Anbetracht der zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist es somit grundsätzlich unerheblich, dass der Beschwerdeführer bisher keine
Arbeitsstelle in einer leidensadaptierten Tätigkeit finden konnte
(vgl.
Urk.
1 S. 8)
.
Auch der geltend gemachte Zustrom von ausländischen Hilfskräften
(vgl.
Urk.
1 S. 8 f.)
ist mit Blick auf den theoretischen und abstrakten Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes nicht von Relevanz, da die konkrete Arbeitsmarktlage nicht zu berücksichtigen ist (Urteil des B
undesgerichts 9C_192/2014
vom 2
3.
September 2014 E. 3.1 mit Hinweis).
Im Weiteren sind die hohen Anforderungen an die Unverwertbarkeit der
Resta
rbeitsfähigkeit angesichts der konkreten persönlichen Umstände ebenfalls nicht erfüllt.
So war der Beschwerdeführer im Zeitpunkt, da die medizinischen Unterlagen eine zuverlässige Feststellung des Sachverhalts erlaubten (vgl. BGE 138 V 457 E. 3.4) - was mit der
Z._
-Begutachtung vom 1
3.
Oktober 2016
der Fall war - erst rund 50 Jahre alt.
Der Gesundheitsschaden ist
ferner
nicht derart beschaffen, dass das Spektrum möglicher Hilfsarbeiten massgeblich eingeschränkt wird. Dem Versicherten sind sämtliche vorwiegend sitzenden bis wechselbelastenden Tätigkeiten ohne eine zu grosse Belastung der Arme
zumutbar
(
Urk.
11/109/14 f.).
In diesen Tätigkeitsgebieten spielen
sowohl eine geringe schulische Bildung als auch
allfällige Probleme mit der
deutschen
Sprache und dem Rechnen
(
vgl.
Urk.
1 S. 6 f.)
eine untergeordnete Rolle, wes
halb auch entgegen dem Eventualantrag kein Anlass dafür besteht, in diesem
Zusammenhang
weitere Abklärungen zu tätigen.
Im Übrigen ist auch mit Blick auf die Persönlichkeitsstruktur des Versicherten nicht auf erhebliche Schwierig
keiten
bei der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit zu schliessen.
So ist d
en vorliegenden Arbeitszeugnissen insbesondere zu entnehmen, dass er als zuver
lässiger, speditiver, motivierter und freundlicher Mitarbeiter wahrgenommen wurde (
Urk.
11/29; vgl.
zudem
Urk.
11/118/2 f.
).
5.4
Nach dem Gesagten ist für den Einkommensvergleich von einem
Validenein
kommen
von
Fr.
52'845.-- und einem Invalideneinkommen von
Fr.
67'021.86 auszugehen. Selbst unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges vom Invalideneinkommen im Umfang von maximal 25
%
(vgl.
BGE 135 V 297 E. 5.
2; 134 V 322 E.
5.2
) ergäbe sich demzufolge kein rentenbegründender Inva
liditätsgrad von mindestens 40
%
(vgl. E. 1.2).
Die Beschwerdegegnerin hat
einen
Rentenanspruch des Versicherten in der angefochtenen Verfügung vom 2
7.
März 2017 (
Urk.
2)
folglich
zu Recht
ver
neint, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6
.
6
.1
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG)
und ermessensweise auf
Fr.
700.--
anzusetzen. Die Kosten sind dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen, infolge der ihm gewährten unentgeltli
chen Prozessführung (vgl.
Urk.
12
) jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6
.2
Mit Honorarnote vom 1
5.
Oktober 2017 (
Urk.
14) machte Rechtsanwältin
Corinne Schoch einen Gesamtaufwand von 13 Stunden und 55 Minuten à
Fr.
220.-- sowie Bara
uslagen von
Fr.
236.70 geltend.
Mit einer weiteren Hono
rarnote vom 1
9.
März 2018 (
Urk.
24) machte sie sodann einen seit Oktober 2017 entstandenen Aufwand von 1 Stunde sowie zusätzliche Barauslagen von
Fr.
47.60 geltend.
Nach
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
Der geltend gemachte Stundenaufwand erweist sich in Anbetracht der konkre
ten Umstände als überhöht. So ist einerseits nicht ersichtlich, weshalb für die Besprechung mit dem Versicherten am
3.
Mai 2017 110 Minuten erforderlich gewesen sein sollen, zumal ihn Rechtsanwältin Schoch bereits im
Vorbescheid
verfahren
vertreten hatte
und sich keine neuen Rechtsfragen stellten
(vgl.
Urk.
11/125).
Für die Instruktion ist
daher
maximal eine Stunde anzurechnen. Auch der für die Erstellung der Beschwerde geltend gemachte Aufwand (insge
samt 540 Minuten respektive neun Stunden) ist nicht angemessen.
Die Beschwerdeschrift entspricht
in ihrer grundlegenden Argumentation sowie
in
einzelnen
Teilen
beinahe wörtlich
dem Einwand vom 2
1.
Januar 2017 (vgl.
etwa
Urk.
1 S.
5 f.
und
Urk.
11/125/
4 f.).
Es rechtfertigt sich vor diesem Hintergrund, den Aufwand für das Verfassen der Beschwerde um zwei Stunden auf insgesamt sieben Stunden zu kürzen.
Nicht ersichtlich ist
,
weshalb seit Oktober 2017 weite
rer Aufwand notwendig gewesen sein sollte.
Insgesamt rechtfert
igt sich somit ein Aufwand von 11
Stunden
und 5 Minuten
, was unter Berücksichtigung des gerichtsüblichen Ansatzes von
Fr.
22
0.-- ein Honorar von
Fr.
2'438.30
ergibt. Rechtsanwältin Corinne Schoch ist zufolge der gewährten unentgeltlichen Rechtsvertretung (vgl.
Urk.
12) folglich mit
Fr.
2'889.-- (
Fr.
2'438.30
plus Barauslagen von
Fr.
236.70 zuzüglich Mehrwert
steuer von 8
%
) durch die Gerichtskasse zu entschädigen.
Der Beschwerdeführer ist auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Entschädigung an die unentgeltliche Rechtsvertreterin verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.