Decision ID: af8459d2-0243-5622-9bc3-24188b55aee0
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
L._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Debora Schlegel-Bilgeri, Poststrasse 12,
Postfach, 9000 St. Gallen,
gegen
Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft, Hohlstrasse 552, Postfach, 8048 Zürich,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1943 geborene L._ war selbständig erwerbstätig und bei der Allianz Suisse
Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: Allianz) gegen die Folgen von Unfällen
versichert, als er am 7. Dezember 2003 in einen Auffahrunfall verwickelt wurde (Allianz-
act. 2b, 4). Eine am 12. Dezember 2003 durchgeführte vertebro-spinale
Kernspintomographie ergab im Bereich der HWS keine Hinweise auf eine frische
diskoligamentäre Läsion (Allianz-act. 2a). Dr. med. A._, Klinik für Orthopädische
Chirurgie, Kantonsspital St. Gallen, diagnostizierte im Schreiben vom 21. Dezember
2003 (Allianz-act. 3) eine erosive Osteochondrose L3/4 bei mehrsegmentalen
degenerativen LWS-Veränderungen sowie einen Status nach Auffahrunfall mit HWS-
Distorsion. Im Bericht vom 16. August 2004 (Allianz-act. 6) hielt Dr. med. B._,
Allgemeine Medizin FMH, fest, dass der Versicherte beim Verkehrsunfall eine HWS-
Distorsion sowie eine LWS-Kontusion erlitten hatte. Dr. B._ attestierte weder in
diesem Bericht noch im ärztlichen Zwischenbericht vom 7. Februar 2005 (Allianz-act. 8)
eine Arbeitsunfähigkeit. Dr. med. C._, Facharzt FMH für Chirurgie, führte am 30. Juni
2005 (Allianz-act. 29) aus, dass der Versicherte an der HWS und im Nacken praktisch
kaum mehr Beschwerden angebe. Bezüglich des Rückenleidens sei von einer
vorübergehenden Verschlimmerung von degenerativen Vorzuständen auszugehen. Der
Status quo ante sei diesbezüglich per Ende 2004 erreicht worden. Mit Verfügung vom
1. September 2005 (Allianz-act. 33) stellte die Allianz die Versicherungsleistungen
(Heilkostenleistungen) infolge Erreichens des Status quo ante per 30. Juni 2005 ein. Die
Verfügung ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Mit Schreiben vom 9.
September 2005 reichte die Rechtsvertreterin des Versicherten der Allianz zwei
Arztzeugnisse von Dr. B._ ein, welche eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit seit 1. Januar
2004 belegen und verlangte die entsprechende Ausrichtung von Taggeldern. Die von
Dr. B._ ausgestellten Arztzeugnisse vom 22. April 2005 (act. G 1.1/12) bestätigen
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2004 sowie vom 1.
Januar 2005 bis auf weiteres. Im Schreiben vom 14. November 2005 (Allianz-act. 43)
hielt Dr. B._ fest, dass aufgrund der LWS-Problematik eine erhebliche Einschränkung
der Trag- und Hebefähigkeit von schweren Lasten vorliege. Der Versicherte habe sich
allerdings erst im April 2005 zu seiner reduzierten beruflichen Leistungsfähigkeit
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geäussert. Aufgrund dieser Angaben und den klinischen Feststellungen habe er
rückwirkend eine 50%ige Arbeitseinschränkung im Sinn eines ganztägigen Einsatzes
mit 50% reduzierter Leistungsfähigkeit attestiert.
A.b Mit Verfügung vom 18. September 2006 eröffnete die Allianz dem Versicherten,
dass kein Anspruch auf Taggeldleistungen bestehen würde. Die gegen diese Verfügung
erhobene Einsprache wies die Allianz mit Einspracheentscheid vom 8. Juni 2007
(Allianz-act. 71) ab.
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwältin lic. iur.
Debora Schlegel-Bilgeri, St. Gallen, im Namen des Versicherten eingereichte
Beschwerde vom 11. Juli 2007 mit den Anträgen, der Einspracheentscheid vom 8. Juni
2007 bzw. die angefochtene Verfügung vom 18. September 2006 seien aufzuheben
und die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, gestützt auf die ärztlich attestierte
Arbeitsunfähigkeit von 50% Taggelder basierend auf dem UVG-Lohn von Fr. 96'000.--
für die Zeit vom 10. Dezember 2003 bis 30. Juni 2005, insgesamt Fr. 59'753.60, nebst
Zins, zu leisten. Eventualiter sei ein medizinisches Gutachten über die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers in der Zeit vom 10. Dezember 2003 bis 30. Juni 2005
einzuholen und gestützt auf das Beweisergebnis das Taggeld für diesen Zeitraum zu
bestimmen; alles unter Kosten und Entschädigungsfolge. Zur Begründung wird im
Wesentlichen ausgeführt, dass Dr. B._ in unzähligen Arztzeugnissen die
unfallbedingte 50%ige Arbeitsunfähigkeit seit 7. Dezember 2003 aufgrund des
Beschleunigungstraumas mit HWS- und LWS-Distorsion bestätigt habe. Es treffe zu,
dass Dr. B._ am 16. August 2004 und 7. Februar 2005 keine Arbeitsunfähigkeiten
attestiert habe, da er dem Beschwerdeführer wegen seiner Selbständigkeit kein
Arztzeugnis über die Arbeitsunfähigkeit auszuhändigen gehabt habe. Die
Beschwerdegegnerin habe dem behandelnden Arzt auch keinen Unfallschein
zugestellt, weshalb die Arbeitsunfähigkeit nicht periodisch festgehalten worden sei. Es
leuchte ein, dass der Beschwerdeführer die Frage nach einer Arbeitsunfähigkeit
spontan mit Nein beantwortet habe, da er ja auch täglich in seinem Blumengeschäft
präsent gewesen sei. Unter Arbeitsunfähigkeit habe er sich die gänzliche Abwesenheit
vom Arbeitsplatz vorgestellt, und nicht die unfallbedingten Einschränkungen bei der
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Verrichtung der täglichen Arbeit. Die ärztlichen Zeugnisse von Dr. med. D._, Institut
für Anästhesiologie, Kantonsspital St. Gallen, vom 13. Januar 2004 und Dr. med. E._,
Orthopädische Klinik, Kantonsspital St. Gallen, vom 13. März 2006 würden belegen,
dass die Tätigkeit als Florist nur mit Einschränkungen möglich gewesen sei. Der
Schadeninspektorbericht des Haftpflichtversicherers verdeutliche, dass mit der
Umschreibung der Arbeitsfähigkeit eigentlich vielmehr nur die Anwesenheit am
Arbeitsplatz gemeint gewesen und die effektive Leistungsfähigkeit nicht beurteilt
worden sei. Die angestellte Floristin, der Schnittblumenlieferant, der Hauswart sowie
der Chauffeur eines Lieferservice hätten die täglichen Einschränkungen des
Beschwerdeführers in seiner Tätigkeit als Florist bestätigt. Die Tatsache, dass die
Beschwerdegegnerin bei dem mündlich unterbreiteten Vergleichsangebot von einer
50%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen sei, zeige, dass sie faktisch die ärztlich
attestierte Arbeitsunfähigkeit anerkannt habe. Sodann sei der Nachweis erbracht, dass
das tatsächlich erzielte Einkommen nur gerade im Jahr 2003 erheblich vom
versicherten Lohn abgewichen sei, so dass das von Lehre und Rechtsprechung für
eine Leistungskürzung infolge Überversicherung vorausgesetzte lang andauernde
Missverhältnis zwischen versichertem und tatsächlich erzieltem Einkommen bei
Weitem nicht erreicht sei, weshalb die Taggelder vom versicherten Verdienst zu
berechnen seien.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 4. November 2007 beantragt die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei; unter
Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Beschwerdeführers. In den
authentischen Berichten vom 16. August 2004 und 7. Februar 2005 seien trotz
Nachfrage keine Arbeitsunfähigkeiten bescheinigt worden. Diese Angaben seien klar
und unmissverständlich. Diesen echtzeitlichen Dokumenten sei beweisrechtlich ein
grösseres Gewicht zuzumessen als den im Nachhinein deklarierten
Arbeitsunfähigkeiten. Sodann liege keine Verletzung der Abklärungspflicht vor. Wenn
keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei, brauche der Unfallversicherer
diesbezüglich auch keine weiteren Abklärungen vorzunehmen und somit hätte dem
behandelnden Arzt auch kein Unfallschein ausgehändigt werden müssen. Die Höhe des
für Taggeldleistungen massgebenden versicherten Verdienstes sei nicht Gegenstand
dieses Verfahrens.
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B.c Mit Replik vom 26. November 2007 liess der Beschwerdeführer an den gestellten
Rechtsbegehren festhalten.
B.d
Mit Duplik vom 4. Januar 2008 hielt auch die Beschwerdegegnerin an ihrem Begehren
auf Abweisung der Beschwerde fest.

Erwägungen:
1.
Die am 1. September 2005 verfügte Einstellung der Versicherungsleistungen
(Heilkostenleistungen) infolge Erreichens des Status quo ante per 30. Juni 2005 ist
unangefochten in Rechtkraft erwachsen. Die Beschwerdegegnerin hat somit die
natürliche Kausalität zwischen dem Unfall und den geklagten Beschwerden bis am 30.
Juni 2005 anerkannt, weshalb darüber im vorliegenden Verfahren nicht zu befinden ist.
Streitig ist vorliegend hingegen, ob zwischen dem Unfallereignis und dem 30. Juni
2005 eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit bestand und die Beschwerdegegnerin
dementsprechend Taggeldleistungen hätte erbringen müssen.
2.
2.1 Nach Art. 16 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) hat die versicherte Person Anspruch auf Taggelder, wenn sie infolge des
Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) ist. Arbeitsunfähig in diesem
Sinn ist, wer wegen eines Gesundheitsschadens seine bisherige Tätigkeit nicht mehr,
nur noch in beschränktem Mass oder nur unter der Gefahr, den Schaden noch zu
vergrössern, ausüben kann. Massgebend ist die aufgrund ärztlicher Feststellungen
ermittelte tatsächliche Unfähigkeit, am angestammten Arbeitsplatz nutzbringend tätig
zu sein und nicht die medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit (BGE 111 V 239 E.
1b).
2.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
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Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei
einander widersprechenden Arztberichten den Prozess nicht erledigen, ohne das
gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die
eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des
Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist
grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten
(BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen).
3.
3.1 Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass sich nur Dr. B._ konkret
bezüglich der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers für die Zeit zwischen dem Unfall
und der Leistungseinstellung geäussert hat. Dr. med. F._ und Prof. G._, Chinamed
Zentrum St. Gallen, äusserten sich im Kurzbericht vom 20. März 2006 lediglich
dahingehend, dass der Beschwerdeführer anamnestisch bei der Verrichtung seiner
täglichen Arbeit als Florist seit dem Verkehrsunfall vom 7. Dezember 2003 aufgrund
seines Beschwerdebildes stark eingeschränkt sei. Beschwerden dieser Art würden
erfahrungsgemäss die regelmässige körperliche Arbeitsfähigkeit grundsätzlich
beeinträchtigen. Das von Dr. E._ zuhanden der IV-Stelle St. Gallen erstellte
Arztzeugnis vom 13. März 2006 (act. G 1.1/22) bezieht sich nicht auf unfallbedingte
Beschwerden und kann dementsprechend für die Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit
nicht herangezogen werden. Als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
wurden ausschliesslich degenerative und keine unfallbedingten Beschwerden
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aufgeführt. Den weiteren ärztlichen Zeugnissen sind keine Ausführungen bezüglich
einer konkreten, bezifferten Arbeitsunfähigkeit zu entnehmen, woraus allerdings nicht
geschlossen werden kann, dass diese Ärzte eine Arbeitsunfähigkeit verneinen. Dr.
B._ hingegen bescheinigte mittels ärztlichen Zeugnissen vom 16. August 2004 und 7.
Februar 2005 explizit, dass keine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen sei. In den ärztlichen
Zeugnissen vom 22. April 2005 hingegen attestierte derselbe Arzt rückwirkend eine
50%ige Arbeitsunfähigkeit für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2004 sowie
vom 1. Januar 2005 bis auf weiteres. Als Begründung für die rückwirkend festgelegte
Arbeitsunfähigkeit führte er im Schreiben vom 14. November 2005 aus, dass sich der
Beschwerdeführer erst im April 2005 zu seiner seit dem Unfall reduzierten beruflichen
Leistungsfähigkeit geäussert habe. Vor allem aufgrund der LWS-Problematik liege
sicherlich eine erhebliche Einschränkung der Trag- und Hebefähigkeit von schweren
Lasten, wie sie der Beschwerdeführer in seinem Blumengeschäft ausführen müsse,
vor. Aufgrund dieser Angaben sowie den klinischen Feststellungen habe er
rückwirkend eine 50%ige Arbeitseinschränkung im Sinn eines ganztägigen Einsatzes
mit 50% reduzierter Leistungsfähigkeit attestiert. Die Angaben seien glaubwürdig und
medizinisch begründbar.
3.2 Die von Dr. B._ rückwirkend auf den 1. Januar 2004 festgelegte 50%ige
Arbeitsunfähigkeit steht in klarem Widerspruch zu der am 16. August 2004 und 7.
Februar 2005 unmissverständlich und echtzeitlich attestierten vollen Arbeitsfähigkeit.
Die am 22. April 2005 ausgestellten ärztlichen Zeugnisse enthalten keine Begründung,
weshalb Dr. B._ über ein Jahr nach dem Unfall rückwirkend entgegen seiner früher
mehrfach geäusserten Auffassung nunmehr zu einer anderen Einschätzung gelange.
Demgegenüber wurden die echtzeitlichen Zeugnisse im Rahmen eines ärztlichen
Zwischenberichts erstellt und beinhalten eine begründete Beurteilung des
Gesundheitszustandes sowie einen Überblick über den Verlauf der Beschwerden. Auf
die rückwirkende und widersprüchliche Bescheinung der 50%igen Arbeitsunfähigkeit
kann somit nicht abgestellt werden. Daran vermag auch das Schreiben von Dr. B._
vom 14. November 2005 nichts zu ändern. Die Begründung, wonach sich der
Beschwerdeführer erst im April 2005 zu seiner reduzierten Leistungsfähigkeit geäussert
habe, erscheint nicht plausibel. Sodann ist es Aufgabe des Arztes und nicht diejenige
des Patienten, eine allfällige Arbeitsunfähigkeit festzuhalten. Indem Dr. B._
unmissverständlich und echtzeitlich wiederholt eine Arbeitsunfähigkeit ausgeschlossen
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hat, muss er sich mit der zumutbaren Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers
auseinandergesetzt haben. Es sind somit keine Hinweise ersichtlich, weshalb von der
schlüssigen echtzeitlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abzuweichen wäre. Dies
umso mehr, als eine von Dr. B._ festgehaltene Einschränkung der Trag- und
Hebefähigkeit von schweren Lasten noch nicht eine Arbeitsunfähigkeit zu begründen
vermag. Dr. F._ und Prof. G._ bestätigten mit Schreiben vom 20. März 2006 zwar
ebenfalls, dass erfahrungsgemäss Beschwerden dieser Art regelmässig die körperliche
Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen. Des Weiteren bestätigten mehrere Zeugen aus dem
Arbeitsumfeld des Beschwerdeführers (act. G 1.1/26), dass er seit dem Unfall vom 7.
Dezember 2003 in der Führung seines Blumengeschäfts eingeschränkt sei, weil er
keine mittelschweren bis schweren Lasten heben, nicht gut gehen und schon gar nicht
lange sitzen oder stehen könne. Der Beschwerdeführer führte diesbezüglich gemäss
Inspektorenbericht des Haftpflichtversicherers vom 9. Februar 2005 (act. G 1.1/24)
anlässlich einer Besprechung aus, bisher stets voll gearbeitet zu haben. Trotzdem
würden ihn die chronischen LWS-Schmerzen bei längerem Stehen, beim Aufheben von
Blumensträussen aus am Boden stehenden Vasen, etc., behindern. Es ist
nachvollziehbar und äusserst wahrscheinlich, dass eine Verletzung der Wirbelsäule
gewisse Einschränkungen bei der Tätigkeit als Florist zu begründen vermag. Allerdings
kann aufgrund der Aktenlage und insbesondere aufgrund der echtzeitlich
dokumentierten vollen Arbeitsfähigkeit nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen
werden, dass die unfallbedingten Einschränkungen eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit für
die Zeit vom 10. Dezember 2003 bis 30. Juni 2005 zu begründen vermögen. Eine
aufgrund ärztlicher Feststellungen ermittelte tatsächliche Unfähigkeit, am
angestammten Arbeitsplatz nutzbringend tätig zu sein, kann somit in der fraglichen Zeit
nicht rechtsgenüglich nachgewiesen werden, weshalb zu keinem Zeitpunkt von einer
Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden kann.
3.3 Indem auf das ärztliche Zeugnis von Dr. B._ vom 22. April 2005, welches
rückwirkend eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit ab 1. Januar 2004 bescheinigt, nicht
abgestellt werden kann und somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer
vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen ist, hat die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf
Taggeldleistungen für die Zeit vom 10. Dezember 2003 bis 30. Juni 2005 zu Recht
verneint.
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4.
Dem Eventualbegehren, es sei ein medizinisches Gutachten über die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers in der Zeit vom 10. Dezember 2003 bis 30. Juni 2005
einzuholen, ist nicht stattzugeben. Da nicht anzunehmen ist, dass weitere medizinische
Abklärungen für die Beurteilung des vorliegend relevanten Sachverhalts neue
Erkenntnisse bringen, kann darauf verzichtet werden (antizipierte Beweiswürdigung;
vgl. BGE 124 V 94 Erw. 4b; Pra 88 Nr. 117; SVR-UV 1996 Nr. 62.211).
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. g ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG