Decision ID: 42fb1de2-99f4-4797-a335-3f5502403e9c
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
H._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Manfred Zemp, Postfach 416, 9015 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
Mit Verfügung vom 27. Juli 2007 sprach die Suva dem bei ihr versicherten H._
geboren 1951, für die verbliebene Beeinträchtigung aus dem Unfall vom 2. März 1996
ab 1. April 2005 eine Invalidenrente für eine Erwerbsunfähigkeit von 20% bei einem
versicherten Verdienst von Fr. 78'000.-- zu. Mit Verfügung vom 17. März 2005 hatte die
Suva St. Gallen dem Versicherten für die verbliebene Beeinträchtigung aus dem Unfall
vom 2. März 1996 bereits eine Integritätsentschädigung von 5% aufgrund eines
versicherten Jahresverdienstes von Fr. 97'200.-- zugesprochen.
B.
Auf Einsprache des Versicherten, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Manfred Zemp,
St. Gallen, änderte die Suva die Verfügung vom 27. Juli 2007 mit Einsprache-Entscheid
vom 14. Mai 2008 dahingehend ab, dass dem Versicherten ab 1. April 2005 eine Rente
basierend auf einem Invaliditätsgrad von 25% zugesprochen wurde. Weitergehende
und andere Begehren, insbesondere auch eine Erhöhung der Integritätsentschädigung
von 5%, wurden abgewiesen.
C.
Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Rechtsvertreter des Versicherten am
16. Juni 2008 für diesen Beschwerde und ersuchte "wegen reduzierter Arbeitsfähigkeit
des Unterzeichneten um Fristansetzung zur Begründung bis 10. Juli 2008". Mit
Schreiben vom 18. Juni 2008 wies der Gerichtspräsident den Rechtsvertreter darauf
hin, dass unter Vorbehalt einer gesundheitlichen Verhinderung zur rechtzeitigen und
rechtsgenüglichen Vornahme bzw. Veranlassung der notwendigen Schritte zur
Beschwerdeerhebung auf die mit keinem Wort begründete Beschwerde wohl nicht
eingetreten werden könne, und gab ihm Gelegenheit, ein entsprechendes Arztzeugnis
einzureichen. Nach Eingang eines Arztzeugnisses von Dr. med. A._ vom 23. Juni
2008, mit welchem dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine 100%-ige
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Arbeitsunfähigkeit für den Zeitraum vom 12. bis 20. Juni 2008 attestiert wurde,
eröffnete der Präsident eine - nicht erstreckbare - Nachfrist zur Verbesserung der
ungenügenden Beschwerdeschrift bis 10. Juli 2008 bei gleichzeitiger Androhung des
Nichteintretens für den Säumnisfall.
D.
Am 10. Juli 2007 reichte der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter die
Beschwerdeergänzung ein, mit der er die Zusprache einer ganzen Invalidenrente
verlangte, und zur Begründung auf den "Hauptbefund des Kantonsspitals St. Gallen
vom 29.06.04 (MR-ARTHRO-Handgelenk)" gemäss dem "der Beschwerdeführer zu
100% arbeitsunfähig" sei, verwies. Die entsprechende Kassette sei am 20. Oktober
2006 "überbracht und quittiert" worden. Im Einzelnen sei insbesondere festgestellt
worden, dass das Kahnbein gebrochen und Daumen und Bänder zerstört seien. Als
Beweis wurde "vorsorglich" eine Expertise beantragt.
E.
Mit Beschwerdeantwort vom 9. September 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin,
auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, eventuell sei diese abzuweisen und der
Einsprache-Entscheid vom 14. Mai 2008 zu bestätigen. Zur Begründung des
Hauptantrags wird insbesondere geltend gemacht, die Eingabe vom 16. Juni 2008
beinhalte weder ein materielles Rechtsbegehren noch eine entsprechende
Begründung, sondern lediglich den Antrag, für die Beschwerdebegründung sei eine
Nachfrist anzusetzen. Nachdem der Rechtsvertreter bereits im Einspracheverfahren für
den Beschwerdeführer tätig gewesen sei, sei dies mit Blick auf die höchstrichterliche
Rechtsprechung als rechtsmissbräuchlich zu qualifizieren. Die vom Rechtsvertreter
geltend gemachte reduzierte Arbeitsfähigkeit stehe einer rechtsgenüglichen
Beschwerdeerhebung mit summarischer Begründung nicht entgegen und das
nachträglich aufgelegte Arztzeugnis von Dr. A._ sei nicht geeignet, eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit im angeführten Zeitraum zu belegen. Es entbehre jeglicher
Begründung und entspreche klarerweise einem Gefälligkeitsbeleg ohne jeglichen
Beweiswert. Für den Fall, dass das Gericht wider Erwarten doch auf die Beschwerde
eintreten sollte, verweist die Beschwerdegegnerin darauf, dass sich aus dem als
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"Begründung" angeführten radiologischen Untersuchungsergebnis in keiner Art und
Weise eine volle Arbeitsunfähigkeit ergebe, und der Beschwerdeführer im Übrigen an
zahlreichen unfallfremden Gesundheitsschäden leide, welche bei der Bemessung der
UV-Rente selbstverständlich und korrekterweise unberücksichtigt geblieben seien.
Auch in der Beschwerdebegründung vom 10. Juli 2008 setze sich der

Beschwerdeführer weder mit den medizinischen Unfallakten noch mit den Erwägungen
des Einsprache-Entscheids auseinander. Soweit diese ungerügt blieben, bestehe kein
Anlass zu einer gerichtlichen Beurteilung. Insgesamt sei die Beschwerde aus
materieller Sicht völlig unbegründet.
F.
In seiner Stellungnahme vom 8. Oktober 2008 zum Nichteintretensantrag in der
Beschwerdeantwort wirft der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers der
Beschwerdegegnerin ein Handeln "ohne gesetzliche Grundlage und auch wider Treu
und Glauben" vor, nachdem sie gegen die Verfügung des Gerichtspräsidenten vom 25.
Juni 2008, mit der ihm eine Nachfrist (zur Verbesserung der Beschwerde) angesetzt
worden sei und die ihr in Kopie zugestellt worden sei, kein Rechtsmittel erhoben habe.
Erwägungen:
1.
Zu prüfen ist vorerst, ob auf die Beschwerde vom 16. Juni 2008 eingetreten werden
kann, nachdem die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 9. September
2008 das Vorliegen einer rechtsgenüglichen Beschwerdeschrift bestreitet und unter
Verweis auf die höchstrichterliche Rechtssprechung die Ansetzung einer Nachfrist zur
Verbesserung wegen offensichtlichen Rechtsmissbrauchs und Fehlens eines
rechtsgenüglichen Nachweises der vollständigen Handlungsunfähigkeit des
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers im fraglichen Zeitraum als nicht zulässig rügt.
Dass die Beschwerdegegnerin diese Einwände erst im Rahmen der
Beschwerdeantwort vorbringt, kann ihr entgegen der Meinung des Rechtsvertreters
des Beschwerdeführers nicht vorgeworfen werden, ist ihr die verfahrensleitende
Anordnung des Präsidenten, mit welcher dem Beschwerdeführer eine Nachfrist zur
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Verbesserung der Beschwerdeschrift angesetzt wurde, doch nicht formell, sondern
lediglich durch Zustellung einer Orientierungskopie eröffnet worden. Auch bei formeller
Eröffnung der verfahrensleitenden Verfügung hätte der Verzicht auf eine Anfechtung im
damaligen Zeitpunkt indessen nicht zur Folge gehabt, dass sich die
Beschwerdegegnerin damit ihres Rechts zur Bestreitung der
Eintretensvoraussetzungen für die Zukunft begeben hätte. Abgesehen davon, dass mit
der Ansetzung einer Nachfrist zur Verbesserung einer offensichtlich ungenügenden
Beschwerdeschrift noch nicht über Eintreten auf die Beschwerde bei entsprechender
Nachbesserung entschieden ist, kann der Einwand der Unzulässigkeit des Eintretens
auf eine Beschwerde auch noch in einem allfällig nachfolgenden Beschwerdeverfahren
gegen einen Entscheid in der Sache vorgebracht werden.
2.
2.1 Nach Art. 61 lit. b des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) muss die Beschwerde eine gedrängte
Darstellung des Sachverhalts, ein Rechtsbegehren und eine kurze Begründung
enthalten. Genügt sie diesen Anforderungen nicht, so setzt das Versicherungsgericht
der Beschwerde führenden Person eine angemessene Frist zur Verbesserung an und
verbindet damit die Androhung, dass sonst auf die Beschwerde nicht eingetreten
werde. Diese Vorschrift stimmt inhaltlich überein mit dem bis 31. Dezember 2002 in
Kraft gestandenen Art. 85 Abs. 2 lit. b AHVG (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG] H 305/03 vom 6. Mai 2004 E. 3.2), mit Art. 52 VwVG (vgl.
BGE 112 Ib 634 E. 2b S. 635) sowie mit Art. 10 Abs. 1 und 5 ATSV (für das
Einspracheverfahren; Urteil I 898/06 vom 23. Juli 2007 E. 3.2). Die zu diesen
Bestimmungen ergangene Rechtsprechung ist somit auch im Anwendungsbereich des
Art. 61 lit. b ATSG von Bedeutung.
Nach dem Wortlaut von Art. 61 lit. b ATSG und der Rechtsprechung ist grundsätzlich in
jedem Fall einer ungenügenden Begründung eine Nachfrist anzusetzen, sofern der
Beschwerdewille rechtzeitig und in prozessual gehöriger Form klar bekundet worden
ist. Die Einräumung einer solchen Frist steht nicht im Belieben des kantonalen
Versicherungsgerichts. Vorbehalten ist der Fall eines offensichtlichen
Rechtsmissbrauchs (Art. 2 Abs. 2 ZGB; BGE 116 V 353 E. 2b S. 356; BGE 112 Ib 634
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E. 2b S. 635; Urteil I 898/06 vom 23. Juli 2007 E. 3.2 und Urteil des EVG I 99/06 vom 8.
September 2006 E. 2.2.; Urteil des Bundesgerichts 9C_853/2007 vom 15. April 2008 E.
2 = BGE 134 V 162 E. 2 S. 163).
2.2 Ein die Anwendung von Art. 61 lit. b Satz 2 ATSG ausschliessender offenbarer
Missbrauch ist zu bejahen, wenn ein Anwalt oder eine sonstige rechtskundige Person
eine bewusst mangelhafte Rechtsschrift einreicht, um damit eine Nachfrist zur
Begründung zu erwirken (RKUV 1988 Nr. U 34 S. 31, U 30/87; ferner BGE 108 Ia 209 E.
3 S. 212; Urteil I 898/06 vom 23. Juli 2007 E. 3.3.). Das formelle Erfordernis der
Begründung des Rechtsbegehrens gemäss Satz 1 von Art. 61 lit. b ATSG würde sonst
seines Sinns entleert, wenn jede Beschwerde führende Person dadurch, dass sie die
Anträge nicht oder nicht rechtsgenüglich begründet, über die Nachfrist von Satz 2
zusätzlich Zeit für die Begründung erwirken könnte (Urteil des EVG I 126/05 vom 6.
Juni 2005 E. 4.2).
In Präzisierung der bisher hierzu ergangenen Rechtssprechung (vgl. Urteile des EVG
U 30/87 vom 15. September 1987, C 271/97 vom 28. November 1997, I 467/97 vom
29. Oktober 1998, C 38/99 vom 27. Dezember 1999, I 77/00 vom 15. Mai 2000 und
I 711/06 vom 8. November 2006 sowie Urteil des Bundesgerichts I 790/06 vom 14. Juni
2007) hat das Bundesgericht im Urteil 9C_853/2007 (= BGE 134 V 162) erkannt, dass
ein Rechtsmissbrauch, der einen Verzicht auf die gesetzlich vorgesehene Nachfrist zu
rechtfertigen vermöchte, in der Regel dann nicht vorliegt, wenn aufgrund der Sachlage
eine rechtsgenügliche Beschwerdebegründung praktisch nicht ohne Aktenkenntnis
möglich ist, die rechtsunkundige Partei, welche selber die Akten nicht besitzt, in gutem
Glauben erst kurz vor Ablauf der Beschwerdefrist einen Rechtsvertreter mandatiert,
und diesem weder eine rechtzeitige Aktenbeschaffung noch eine sonstige hinreichende
Beurteilung des Sachverhalts (z.B. aufgrund eines Instruktionsgesprächs mit dem
Klienten) möglich ist. In solchen Fällen müsse es als genügend betrachtet werden,
wenn der Rechtsvertreter unverzüglich die Akten einholt und nach deren Eingang die
innert Frist vorsorglich eingereichte Beschwerde mit einer Begründung ergänzt (E. 5.2
S. 168). Aus dieser Präzisierung der Rechtsprechung ist e contrario zu schliessen, dass
in Fällen, in denen ein rechtskundiger Vertreter, der den Beschwerdeführer bereits im
Einspracheverfahren vertreten hat und über entsprechende Aktenkenntnis verfügt (bzw.
verfügen müsste), eine bewusst ungenügende (unbegründete) Beschwerde einreicht,
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um über die Nachfrist von Art. 61 lit. b Satz 2 ATSG zusätzlich Zeit für die Begründung
erwirken zu können, in der Regel ein Rechtsmissbrauch zu bejahen ist (siehe auch
RKUV 1988 Nr. U34 S. 31, wo dieser Schluss in E. 2 explizit gezogen wird).
3.
Ist eine gesuchstellende Person oder ihre Vertretung unverschuldeterweise abgehalten
worden, binnen Frist zu handeln, so wird diese wiederhergestellt, sofern sie unter
Angabe des Grundes binnen 10 Tagen nach Wegfall des Hindernisses darum ersucht
(Art. 41 Abs. 1 ATSG). Zur Frage, unter welchen Voraussetzungen Krankheit als
Wiederherstellungsgrund gilt, hat sich das Bundesgericht u.a. in BGE 112 V 255
einlässlich geäussert. Danach kann Krankheit ein unverschuldetes, zur
Wiederherstellung führendes Hindernis sein, doch muss die Erkrankung derart sein,
dass die rechtsuchende Person bzw. ihr Vertreter durch sie davon abgehalten wird,
selber innert Frist zu handeln oder doch eine Drittperson mit der Vornahme der
Prozesshandlung zu betrauen. Hindert die Krankheit die rechtsuchende Person zwar
daran, selber zu handeln, könnte sie aber in nach den Umständen zumutbarer Weise
einen Dritten mit der Interessenwahrung beauftragen, so kann die Wiederherstellung
nicht gewährt werden, wenn die Partei den Beizug eines Vertreters versäumt.
Bedeutsam für die Frage, ob Krankheit im Sinn eines unverschuldeten Hindernisses die
Partei von eigenem fristgerechtem Handeln oder der Beauftragung eines Dritten
abgehalten hat, ist vor allem die letzte Zeit der Rechtsmittelfrist, weil die gesetzliche
Regelung jedermann dazu berechtigt, die notwendige Rechtsschrift erst gegen das
Ende der Frist auszuarbeiten und einzureichen. Erkrankt die Partei eine gewisse Zeit
vor Fristablauf, so ist es ihr in der Regel möglich und zumutbar, ihre Interessen selber
zu verteidigen oder die Dienste eines Dritten in Anspruch zu nehmen; erkrankt die
Partei dagegen ernsthaft gegen das Ende der Frist, so wird sie im allgemeinen nicht in
der Lage sein, selber zu handeln oder einen Dritten zu beauftragen, weshalb in solchen
Fällen die Wiederherstellung zu gewähren ist (BGE 112 V 255 E. 2). Erhöhte
Anforderungen gelten bei Wiederherstellungsgesuchen, die von Anwälten eingereicht
werden, denn diese haben sich grundsätzlich so zu organisieren, dass die Fristen auch
im Hinderungsfall gewahrt bleiben. Eine Säumnis kann dann als unverschuldet gelten,
wenn es dem Anwalt verwehrt ist, eine fristgebundene Rechtshandlung selber
vorzunehmen, damit einen geeigneten Substituten zu beauftragen oder die Klientschaft
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auf die Notwendigkeit der Fristwahrung hinzuweisen. Die blosse Arbeitsunfähigkeit
genügt daher nicht als Wiederherstellungsgrund; zusätzlich ist nachzuweisen, dass
aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse selbst die Bestellung einer Vertretung oder die
Benachrichtigung der Klientschaft ausgeschlossen war (BGE 119 II 86 E. 2a S. 87;
Kölz/Bosshart/Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons
Zürich, 2. Aufl. 1999, §12 N. 17).
4.
4.1 Vorliegend ist offensichtlich, dass die am 16. Juni 2008 eingereichte Beschwerde
gegen den Einsprache-Entscheid vom 14. Mai 2008, mit welcher der Rechtsvertreter
des Versicherten "wegen reduzierter Arbeitsfähigkeit" um Ansetzung einer Nachfrist zur
Beschwerdebegründung ersuchte, zwar rechtzeitig war, aber den Anforderungen von
Art. 61 lit. b Satz 1 ATSG in keiner Weise genügte, indem es nicht nur an einer
Begründung, sondern auch an einem Antrag und einer gedrängten Darstellung des
Sachverhaltes fehlte. Ebenfalls ist unbestritten, dass die nachträgliche Eingabe vom 10.
Juli 2008 innert der vom Präsidenten eröffneten Nachfrist eingereicht wurde und
sowohl einen Antrag wie eine (minimale) sachbezogene Begründung enthält, und damit
den Anforderungen an eine Beschwerde genügt. Hingegen ist bestritten, dass dem
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers gemäss Art. 61 lit. b Satz 2 ATSG eine
Nachfrist angesetzt werden durfte und entsprechend auf die erst nach Ablauf der
ordentlichen Beschwerdefrist (Art. 60 ATSG) verbesserte Beschwerde eingetreten
werden kann.
4.2 Mit Blick auf die unter E. 2.2 dargelegte Präzisierung der Rechtsprechung zur
Frage der gesetzlich vorgesehenen Nachfristansetzung zur Verbesserung einer nicht
oder ungenügend begründeten Beschwerde ist der Beschwerdegegnerin darin
beizupflichten, dass die am 16. Juni 2008 eingereichte Beschwerde mit dem
ausschliesslichen Antrag, für die Beschwerdebegründung eine Nachfrist anzusetzen,
als rechtsmissbräuchlich zu qualifizieren wäre, sofern der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers in den letzten Tagen vor Ablauf der Rechtsmittelfrist nicht
unverschuldet daran gehindert war, die notwendigen Vorkehren zur rechtzeitigen und
rechtsgenüglichen Beschwerdeerhebung selber zu treffen oder zu veranlassen. Denn
diesfalls müsste er sich berechtigterweise entgegen halten lassen, dass er den
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Beschwerdeführer bereits im Einspracheverfahren vertreten habe und damit nicht nur
mit dem Sachverhalt, den gesamten Akten und den sich stellenden Fragen vertraut
gewesen sei, sondern auch den Inhalt des Einsprache-Entscheids seit der Eröffnung
kannte, und daher mit relativ geringem Aufwand in der Lage gewesen wäre (bzw. hätte
sein müssen), innert der 30-tägigen Rechtsmittelfrist mindestens eine summarische
Beschwerdebegründung abzugeben (vgl. dazu Urteil des EVG U 12/02 vom 1. Mai
2002).
4.3 Der Gerichtspräsident hat dem Beschwerdeführer bzw. seinem Rechtsvertreter
die Nachfrist zur Beschwerdeverbesserung aufgrund des nachträglich eingereichten
Arztzeugnisses von Dr. A._, mit dem eine 100%-ige krankheitsbedingte
Arbeitsunfähigkeit für den Zeitraum vom 12. bis 20. Juni 2006 attestiert wurde,
gewährt. Er ist dabei davon ausgegangen, dass die attestierte Arbeitsunfähigkeit den
Rechtsvertreter in den letzten Tagen der Rechtsmittelfrist umfassend daran gehindert
habe, die notwendigen Vorkehren zur rechtzeitigen Beschwerdeerhebung selber zu
treffen oder zu veranlassen. Mit der Beschwerdegegnerin ist diese Annahme, die neben
dem bei den Akten liegenden Arztzeugnissen auf zusätzlichen, aktenmässig aber nicht
ausgewiesenen Informationen beruht, insofern zu relativieren, als einerseits das
Zeugnis erst nach der attestierten Arbeitsunfähigkeit zu Prozesszwecken ausgestellt
wurde und damit lediglich einen reduzierten Beweiswert hat, und andererseits der
Rechtsvertreter sich selbst offensichtlich nicht vollständig, sondern lediglich reduziert
arbeitsfähig erachtet hat. Entsprechend war er denn ja auch in der Lage, die Eingabe
vom 16. Juni 2009 selbst zu verfassen. In dieser Situation kann nicht von einer
vollständigen krankheitsbedingten Unfähigkeit ausgegangen werden, die den
Rechtsvertreter in der letzten Phase der Rechtsmittelfrist daran gehindert hat, eine
summarische Beschwerdebegründung abzugeben bzw. die notwendigen Massnahmen
für eine rechtzeitige und rechtsgenügliche Beschwerdeerhebung zu veranlassen.
Insbesondere ist auch festzustellen, dass die rudimentäre Begründung, die der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers im Rahmen der Beschwerdeergänzung vom
10. Juli 2008 abgegeben hat, angesichts der Tatsache, dass er den Beschwerdeführer
bereits im Einspracheverfahren vertreten hat, auch mit seiner gesundheitlich
reduzierten Arbeitsfähigkeit ohne Weiteres hätte erstellt werden können. Damit erweist
sich die Einreichung der Beschwerde ohne jegliche Begründung am letzten Tag der
Beschwerdefrist mit der Absicht, eine längere Frist für die Beschwerdebegründung zu
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erhalten, im Sinn der bundesgerichtlichen Rechtsprechung als offensichtlich
rechtsmissbräuchlich, weshalb ungeachtet der Verbesserung in der dazu angesetzten
Frist mangels Erfüllung der Anforderungen an eine rechtsgenügliche Anfechtung auf die
Beschwerde vom 16. Juni 2008 nicht einzutreten ist.
5.
Das Nichteintreten auf die Beschwerde vom 16. Juni 2008 erweist sich für den
Beschwerdeführer im Übrigen insofern nicht als nachteilig, als er auch bei materieller
Behandlung der Streitsache mit grösster Wahrscheinlichkeit mit einem
Verfahrensausgang zu seinen Ungunsten hätte rechnen müssen. In diesem
Zusammenhang ist hervorzuheben, dass der Beschwerdeführer gemäss den in den
Akten liegenden ärztlichen Berichten an multiplen unfallfremden Gesundheitsschäden
leidet, welche bei der Bemessung der UVG-Rente nicht berücksichtigt werden können.
Was von seinem Rechtsvertreter zur Begründung einer ganzen Invalidenrente
vorgebracht wird, stösst dabei, wie die Beschwerdegegnerin in der
Beschwerdeantwort zutreffend dargelegt hat, ins Leere. Insbesondere ergibt sich aus
dem Hauptbefund der Kernspintomographie des Kantonsspitals St. Gallen vom 29.
Juni 2004 (CD Radiologie und UV-act. 44) keine vollständige Arbeitsunfähigkeit und ist
dieser bei den Akten liegende Befund bei der der Invaliditätsbemessung zugrunde
liegenden Zumutbarkeitsbeurteilung durch die Suva-Ärzte mitberücksichtigt worden.
6.
Gerichtskosten sind gemäss Art. 61 lit. a ATSG nicht zu erheben.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG