Decision ID: 1d2bbb75-5949-5854-b70d-98e59914f9ac
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X besitzt den Führerausweis der Kategorie B seit April 1984. Am 10. September
2003 wurde er vom Untersuchungsamt G der groben Verletzung der Verkehrsregeln
schuldig gesprochen. Am 14. März 2012 wurde er gegen Mittag von der Kantonspolizei
Zürich als Lenker eines Lieferwagens kontrolliert, nachdem er die Autobahn A1 bei der
Ausfahrt W verlassen und dabei eine Sperrfläche überfahren hatte. Wegen des starken
Marihuanageruchs im Fahrzeug wurde ein Drogenschnelltest durchgeführt, der
hinsichtlich Cannabis und Kokain positiv verlief. Zudem trug er eine Kaugummidose mit
etwa zehn Gramm Marihuana auf sich. Der Führerausweis wurde ihm auf der Stelle
abgenommen. X gab gegenüber der Polizei an, seit rund 30 Jahren mehr oder weniger
regelmässig Cannabis zu konsumieren. Er habe auch schon Kokain konsumiert; dies
sei aber etwa 20 Jahre her. Am Vorabend habe er von 21.00 Uhr bis 0.30 Uhr zwei bis
drei Joints geraucht. Die Analyse der Urinprobe verlief für Cannabis stark positiv; die
Analyse der Blutprobe ergab eine Tetrahydrocannabinol(THC)-Konzentration von 23
μg/l, eine 11-Hydroxy(OH)-THC-Konzentration von 7 μg/l und eine THC-
Carbonsäure(COOH)-Konzentration von 210 μg/l. Für Kokain verliefen die Analysen
unauffällig.
B.- Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen entzog X mit
Verfügung vom 24. April 2012 den Führerausweis vorsorglich und ordnete mit
Zwischenverfügung vom 29. Mai 2012 eine verkehrsmedizinische Untersuchung an.
Gegen die Zwischenverfügung vom 29. Mai 2012 erhob X mit Eingabe vom 8. Juni
2012 (Postaufgabe: 09.06.12) Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem
Antrag, der Führerausweis sei ihm umgehend wieder auszuhändigen und auf die
Anordnung einer verkehrsmedizinischen Untersuchung zu verzichten. Die Vorinstanz
verzichtete am 29. Juni 2012 auf eine Vernehmlassung. Der Rekurrent nahm am 10. Juli
2012 Einsicht in die Akten und reichte ein Memorandum zur Gesetzwidrigkeit der
Nulltoleranzgrenze beim Lenken eines Motorfahrzeuges nach Cannabiskonsum
(Nachweis- statt Wirkungsgrenze) ein. Am 17. Juli 2012 ging ein "Nachtrag" zum
Rekurs ein. Auf die Ausführungen des Rekurrenten zur Begründung seines Antrages
wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
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1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Gegenstand der
angefochtenen Verfügung vom 29. Mai 2012 ist die Anordnung einer
verkehrsmedizinischen Untersuchung. Die Verfügung vom 24. April 2012, mit welcher
die Vorinstanz dem Rekurrenten den Führerausweis vorsorglich für die Dauer der
Abklärung seiner Fahreignung entzogen hat, wurde unangefochten rechtskräftig.
Soweit der Rekurrent die Aushändigung des Führerausweises unter Hinweis auf die
mittlerweile abgelaufene dreimonatige Entzugsdauer nach Fahren in fahrunfähigem
Zustand anbegehrt, geht sein Antrag deshalb über den Anfechtungsgegenstand
hinaus. Über eine Wiederaushändigung hätte die Vorinstanz zu befinden, wenn sich die
angeordnete verkehrsmedizinische Untersuchung als unzulässig erweisen und die
Angelegenheit zur weiteren Prüfung und allenfalls zur Anordnung eines
Warnungsentzugs an sie zurückgewiesen würde. Im Übrigen sind die
Eintretensvoraussetzungen aber erfüllt: Die Befugnis zur Rekurserhebung ist gegeben.
Der Rekurs vom 9. Juni 2012 (Postaufgabe) ist rechtzeitig eingereicht worden. Er erfüllt
in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45,
47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt:
VRP).
2.- Der Rekurrent erachtet die Anordnung einer verkehrsmedizinischen Untersuchung
zur Abklärung der Fahreignung als unzulässig.
a) Führerausweise dürfen nicht erteilt werden, wenn der Bewerber an einer die
Fahreignung ausschliessenden Sucht leidet (Art. 14 Abs. 2 lit. c des
Strassenverkehrsgesetzes; SR 741.01, abgekürzt: SVG). Sie sind zu entziehen, wenn
festgestellt wird, dass die gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht
mehr bestehen (Art. 16 Abs. 1 SVG). Wegen fehlender Fahreignung wird einer Person
der Führerausweis auf unbestimmte Zeit entzogen, wenn sie an einer Sucht leidet,
welche die Fahreignung ausschliesst (Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG), wie beispielsweise
Alkohol-, Betäubungs- und Arzneimittelabhängigkeit (vgl. Botschaft zur Änderung des
Strassenverkehrsgesetzes vom 31. März 1999, in: BBl 1999 S. 4462 ff., S. 4491).
Trunksucht ist anzunehmen, wenn die betroffene Person regelmässig so viel Alkohol
konsumiert, dass ihre Fahrfähigkeit vermindert wird und sie diese Neigung zum
übermässigen Alkoholgenuss durch den eigenen Willen nicht zu überwinden vermag.
bis
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Drogensucht wird nach der Rechtsprechung bejaht, wenn die Abhängigkeit von der
Droge derart ist, dass der Betroffene mehr als jede andere Person der Gefahr
ausgesetzt ist, sich ans Steuer eines Fahrzeugs in einem – dauernden oder zeitweiligen
– Zustand zu setzen, der das sichere Führen nicht mehr gewährleistet. Im Interesse der
Verkehrssicherheit setzt die Rechtsprechung den regelmässigen Konsum von Drogen
der Drogenabhängigkeit gleich, sofern dieser seiner Häufigkeit und Menge nach
geeignet ist, die Fahreignung zu beeinträchtigen (vgl. BGE 127 II 122 E. 3a und c mit
Hinweisen).
Nach der Rechtsprechung lässt ein regelmässiger, aber kontrollierter und mässiger
Haschischkonsum für sich allein noch nicht den Schluss auf eine fehlende Fahreignung
zu (BGE 128 II 335 E. 4b mit Hinweisen). Während der gelegentliche
Cannabiskonsument, der nicht mit Alkohol oder anderen Drogen mischt, in der Regel in
der Lage ist, konsumbedingte Leistungseinbussen als solche zu erkennen und danach
zu handeln, ist bei andauerndem bzw. regelmässigem und gleichzeitig hohem Konsum
von einer mindestens geringen Bereitschaft und Fähigkeit auszugehen, zuverlässig
zwischen dem Drogenkonsum und der Teilnahme am Strassenverkehr zu trennen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6A.11/2006 vom 13. April 2006 E. 3.3 mit Hinweis auf
die Rechtsprechung des Deutschen Bundesverfassungsgerichts). Ob die Fahreignung
gegeben ist, kann ohne Angaben über die Konsumgewohnheiten des Betroffenen,
nämlich über die Menge des konsumierten Cannabis, die Häufigkeit und die weiteren
Umstände des Konsums sowie des allfälligen zusätzlichen Konsums anderer
Betäubungsmittel und/oder von Alkohol nicht beurteilt werden. Zu berücksichtigen ist
ausserdem die Persönlichkeit des Betroffenen insbesondere im Hinblick auf das
Verhältnis von Drogenmissbrauch und Strassenverkehr. Allerdings kann ein die
momentane Fahrfähigkeit beeinträchtigender Cannabiskonsum Anlass bieten, die
generelle Fahrfähigkeit des Betroffenen näher abklären zu lassen (vgl. BGE 128 II 335
E. 4b mit Hinweisen).
Zwar darf nicht bei jedem Cannabiskonsumenten ohne weiteres eine mangelnde
Fahreignung vermutet und eine entsprechende verkehrsmedizinische Abklärung
angeordnet werden. Diesbezüglich ist auch eine möglichst rechtsgleiche Praxis im
Vergleich zum Alkoholmissbrauch am Steuer anzustreben. Mögliche Anzeichen dafür,
dass eine verkehrsmedizinische Abklärung der Fahreignung von regelmässigen
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Cannabiskonsumenten geboten sei, beschränken sich aber nicht zum Vornherein auf
Resultate von Messungen des Cannabis-Wirkstoffgehaltes (THC-Gehalt) im Blut des
Lenkers. Vielmehr können sich entsprechende Anhaltspunkte auch aus dem
nachweisbaren bzw. eingestandenen Konsum- und Fahrverhalten des Lenkers
ergeben. Bei Anzeichen von übermässigem Haschischkonsum, der zur Gefährdung der
Verkehrssicherheit führt, darf eine Prüfung der Fahreignung angeordnet werden
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6A.65/2002 vom 27. November 2002 E. 6.2 mit
Hinweisen unter anderem auf BGE 127 II 122 E. 4b und 124 II 559 E. 3d). Die Neigung,
unter Substanzeinfluss zu fahren, verstärkt sich mit zunehmendem Konsum. Deshalb
kann regel- oder gar gewohnheitsmässiger Cannabiskonsum zumindest berechtigte
Zweifel an der Fahreignung begründen, die gegebenenfalls weitere Abklärungen im
Rahmen einer Eignungsprüfung oder von Auflagen rechtfertigen. Ausschliesslich
vereinzelter Cannabiskonsum ohne zusätzliche fahreignungsbeeinträchtigende
Umstände wird dies demgegenüber regelmässig nicht zulassen. Allerdings ist der
gelegentliche Konsument von Cannabisprodukten nicht ohne weiteres von einem regel-
oder gewohnheitsmässigen Konsumenten zu unterscheiden, zumal entsprechende
Erklärungen des Betroffenen nicht stets als wahr unterstellt werden können. Bestehen
nach den Umständen des konkreten Falles hinreichend aussagekräftige Anzeichen für
den Verdacht, dass der Fahrausweisinhaber mindestens regelmässig Cannabis
konsumiert, und kann die ärztliche Untersuchung diesen Verdacht nicht ausräumen
sowie die konkreten Konsumgewohnheiten abschliessend erhellen, können die
Behörden im Interesse der Verkehrssicherheit verhältnismässige Auflagen anordnen,
welche der Klärung der Fahreignung dienen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6A.11/2006
vom 13. April 2006 E. 3.3).
Das Bundesgericht hat die Unterlassung der Fahreignungsabklärung bei einem Lenker,
der ein Fahrzeug mit einem THC-Gehalt im Blut von 8,9 ng/ml (= 8,9 μg/l) lenkte,
dessen THC-COOH-Gehalt 71,3 ng/ml (= 71,3 μg/l) betrug und der als
Betäubungsmittelkonsument bekannt war und bis zwei Jahre vor der
Verkehrsauffälligkeit harte Drogen konsumierte, als bundesrechtswidrig beurteilt
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6A.96/2000 vom 5. Dezember 2000).
b) aa) Der Rekurrent wurde am 14. März 2012 gegen Mittag von der Kantonspolizei
Zürich als Lenker eines Lieferwagens kontrolliert. Wegen des starken
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Marihuanageruchs im Fahrzeug wurde ein Drogenschnelltest durchgeführt, der
hinsichtlich Cannabis und Kokain positiv verlief. Die Analyse der Urinprobe verlief für
Kokain unauffällig, jedoch für Cannabis stark positiv; die Analyse der Blutprobe ergab
keinen Hinweis auf Kokainkonsum, aber eine THC-Konzentration von 23 μg/l.
Entsprechend Art. 2 Abs. 2 lit. a der Verkehrsregelnverordnung (SR 741.11, abgekürzt:
VRV) in Verbindung mit Art. 34 der Verordnung des ASTRA zur
Strassenverkehrskontrollverordnung (SR 741.013.1), wonach die Fahrunfähigkeit als
erwiesen gilt, wenn im Blut des Fahrzeuglenkers mehr als 1,5 μg THC/l nachgewiesen
werden, ist davon auszugehen, dass der Rekurrent mit einer THC-Konzentration von 23
μg/l im Zeitpunkt der Blutentnahme, d.h. rund eine halbe Stunde nach der Kontrolle,
nicht mehr fahrfähig war.
Der Rekurrent macht geltend, die im Verordnungsrecht eingeführte Nachweisgrenze
widerspreche Art. 55 Abs. 7 lit. a SVG, wo der Bundesrat mit der Festlegung von
Grenzwerten beauftragt werde, bei deren Erreichen unabhängig von weiteren Beweisen
und individueller Verträglichkeit Fahrunfähigkeit anzunehmen sei. Unabhängig davon,
ob die Regelung im Verordnungsrecht als gesetzwidrig zu beurteilen ist, steht fest,
dass der Rekurrent die Nachweisgrenze des THC-Gehaltes im Blut von 1,5 μg/l um ein
Vielfaches überschritten hat. Auch der Urintest verlief hinsichtlich Cannabis stark
positiv. Daran ändert schliesslich nichts, dass der Rekurrent sich als fahrfähig
beurteilte, weil der Konsum, den er um 0.30 Uhr beendet hatte, einige Stunden
zurücklag. Im chemisch-toxikologischen Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin
vom 2. April 2012 wird in den Schlussfolgerungen unter Hinweis auf das
Verordnungsrecht schliesslich ebenfalls festgehalten, die Fahrunfähigkeit gelte damit
als erwiesen.
bb) Der sehr hohe THC-COOH-Gehalt von 210 μg/l spricht dafür, dass der Rekurrent
regelmässig Cannabis konsumiert. Dies deckt sich mit seinen eigenen Angaben vor der
Polizei, wonach dies seit rund 30 Jahren mehr oder weniger der Fall ist. Er
unterzeichnete den Polizeirapport, weshalb davon auszugehen ist, dass seine
Aussagen zum Cannabiskonsum korrekt protokolliert wurden. Letztmals rauchte er am
Vorabend der Kontrolle zwischen 21.00 Uhr und 0.30 Uhr zwei bis drei Joints. Diese
Menge deutet auf einen beträchtlichen Konsum hin. Gegenüber der Polizei schilderte er
keinerlei besondere Umstände, die zu diesem Konsum führten.
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Erst im Nachtrag zum Rekurs schiebt der Rekurrent nach, er habe in den vergangenen
30 Jahren lediglich von 2004 bis 2008 wegen Bandscheibenproblemen zur
Schmerzlinderung und vom Herbst 2011 bis Ostern 2012 wegen der schwierigen
Situation mit seiner damaligen Lebensgefährtin Cannabis konsumiert. Selbst wenn
diese Angaben zutreffen sollten, wird darin ein mehrjähriger Cannabiskonsum
zugestanden. Die nachträglichen Vorbringen zur ursprünglichen Aussage gegenüber
der Polizei, er konsumiere seit 30 Jahren mehr oder weniger regelmässig Cannabis,
vermögen an den Anhaltspunkten für einen jahrelangen und regelmässigen
Cannabiskonsum deshalb nichts zu ändern. Häufigkeit und Umstände des Konsums
werden im Übrigen Gegenstand der Abklärungen durch den Verkehrsmediziner sein.
cc) Der Rekurrent wurde zudem verkehrsauffällig, indem er bei einer Autobahnausfahrt
– kurz nachdem er noch Fahrzeuge überholt hatte – eine Sperrfläche überfuhr, obwohl
er wusste, dass dies nicht erlaubt ist. Ein Zusammenhang zwischen dem Konsum von
Cannabis und der Nachlässigkeit bei der Einhaltung elementarer Regeln im
Strassenverkehr kann unter diesen Umständen nicht ausgeschlossen werden.
Gegenüber der Polizei und im Verfahren vor der Vorinstanz äusserte er sich zu den
Gründen, aus denen er die Sperrfläche überfuhr, lediglich dahin gehend, es sei – nach
dem Überholen eines Lastwagens – etwas knapp geworden.
Wenig glaubwürdig und letztlich unbehelflich erscheint in diesem Zusammenhang die
erstmals im Rekurs vorgebrachte Behauptung des Rekurrenten, er habe die Ausfahrt W
wegen einer Radiomeldung über eine baustellenbedingte Verkehrsbehinderung bei B
kurzentschlossen benützt. Es wäre ihm auch möglich gewesen, noch die folgende
Ausfahrt zu benützen.
Der Rekurrent macht im Administrativverfahren geltend, der Anruf des Kunden, zu dem
er habe fahren wollen, sei "eigentlich mitten in [den] Ferien" gekommen. Der Umstand,
dass der Rekurrent sich trotz angeblicher Ferien und Cannabiskonsums an das Steuer
eines Motorfahrzeugs setzte, weckt Zweifel daran, ob er in der Lage ist, den Konsum
von Cannabis und das Lenken von Motorfahrzeugen zuverlässig zu trennen. Auch die
Tatsache, dass er eine Kaugummidose mit rund zehn Gramm Marihuana mit sich
führte, obwohl er beruflich mit einem Motorfahrzeug unterwegs war, weist auf einen
gewohnheitsmässigen Konsum und auf eine möglicherweise eingeschränkte Fähigkeit,
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Konsum und Fahren zu trennen, hin. Die Begründung im Rekurs, er habe das Cannabis
bei sich gehabt, damit es nicht in die Hände der Kinder seiner ehemaligen Partnerin,
die bei ihm wohnten, gelange, erscheint angesichts zahlreicher anderer Möglichkeiten
und des Umstandes, dass er die Joints zuhause rauchte, als wenig glaubwürdig.
dd) Für die Beurteilung des Risikos, dass der Rekurrent sich in einem durch den
Cannabiskonsum beeinträchtigten Zustand ans Steuer eines Motorfahrzeuges setzt, ist
schliesslich von Bedeutung, dass er einerseits seit Jahrzehnten konsumiert und
anderseits das Lenken eines Motorfahrzeugs mit seiner Berufsausübung eng
zusammenhängt. Schliesslich fällt in Betracht, dass er selbst im Umgang mit Nikotin
ein Suchtproblem ausmacht und – wenn angeblich auch seit 20 Jahren nicht mehr –
Kokain konsumierte.
c) Die geschilderten Tatsachen ergeben insgesamt einen konkreten Anhaltspunkt dafür,
dass der Rekurrent unter dem Einfluss von regelmässigem Cannabiskonsum die
Tendenz haben könnte, gesetzliche Vorschriften zu missachten, die der Sicherheit der
Verkehrsteilnehmer dienen. Im Übrigen kann erst aufgrund der hier streitigen
verkehrsmedizinischen Untersuchung einigermassen zuverlässig geklärt werden, wie
häufig und intensiv der Haschischkonsum tatsächlich ist, ob der Rekurrent zusätzlich
andere Drogen bzw. Alkohol oder Medikamente konsumiert und wie sein psychischer
und gesundheitlicher Gesamtzustand sich insgesamt auf die Fahreignung auswirkt.
Zusammenfassend ergibt sich deshalb, dass die Vorinstanz zu Recht eine
verkehrsmedizinische Untersuchung angeordnet hat.
3.- Der Rekurs ist dementsprechend abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Dem
Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.-- erscheint
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'200.-- ist zu verrechnen.