Decision ID: 559bb4ed-7499-5536-8dc6-c5f0d11470fb
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 28. Februar 2010 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er gab an, er habe zuletzt als Gipser gearbeitet. Er
habe keine berufliche Ausbildung absolviert. Die Hausärztin Dr. med. B._ gab in
einem Telefongespräch mit Dr. med. C._ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst
(RAD) an (IV-act. 14), der Versicherte sei im März 2009 auf den Rücken gestürzt und
habe sich dabei Frakturen an den Querfortsätzen L2–4 zugezogen. Zudem leide er an
einer Discushernie L4/5 sowie an einer Anpassungsstörung. Die Unfallversicherung
habe eine psychiatrische Begutachtung angeordnet. Ausserdem solle eine
neurologische Consiliaruntersuchung durchgeführt werden. Der Versicherte leide an
Schmerzen, trage immer noch ein Lendenmieder und gehe an zwei Stöcken. Ihm
könne keine Erwerbstätigkeit zugemutet werden. Die Klinik Valens hatte in einem
Austrittsbericht vom 30. Dezember 2009 betreffend eine stationäre Behandlung im
Zeitraum vom 8. Oktober 2009 bis zum 7. November 2009 ausgeführt (IV-act.13–1 ff.),
der Versicherte leide an einem chronischen lumbospondylogenen Syndrom, an einer
arteriellen Hypertonie und an einer Anpassungsstörung. Klinisch hätten sich eine
Wirbelsäulenfehlhaltung und eine deutliche muskuläre Dysbalance gezeigt. Eine
neurologische Ausfallsymptomatik habe nicht festgestellt werden können. Der
Versicherte habe an sämtlichen Therapien teilgenommen, sich aber nicht von seinen
Schmerzen distanzieren können. Er habe ein sehr demonstratives Beschwerdebild und
ein inkonsistentes Verhalten gezeigt. Die Rehabilitation habe keinen relevanten Erfolg
gezeitigt. Momentan sei der Versicherte arbeitsunfähig. Aus psychiatrischer Sicht
könne noch keine Aussage gemacht werden. Der RAD-Arzt Dr. C._ notierte (IV-act.
11), die Tätigkeit als Gipser sei dem Versicherten wahrscheinlich dauernd nicht mehr
zumutbar. Medizinisch-theoretisch bestehe aus orthopädischer Sicht für eine
rückenadaptierte Tätigkeit aber eine volle Arbeitsfähigkeit. Eine Wiedereingliederung
dürfte allerdings aufgrund der psychischen Überlagerung schwierig sein. Er empfehle,
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den Eingang des psychiatrischen Gutachtens abzuwarten, das die Unfallversicherung
in Auftrag gegeben habe. Die Arbeitgeberin des Versicherten berichtete im Februar
2010 (IV-act. 20), sie habe diesen seit dem 1. November 2008 als Gipser beschäftigt.
Der Lohn habe sich seit dem 1. November 2009 (gemeint wohl: 2008) auf 5’200
Franken pro Monat belaufen. Sie habe das Arbeitsverhältnis per 31. August 2009
gekündigt. Die Lohnabrechnung für das Jahr 2009 wies einen anteiligen 13.
Monatslohn aus.
A.b Der psychiatrische Sachverständige Dr. med. D._ berichtete am 28. März 2010
im Auftrag der Unfallversicherung (UV-act. 57), der Versicherte leide (gemäss einem
neurologischen Consiliarbericht) an einer Lumboischialgie mit einem pseudoradiculären
Schmerzsyndrom in Verbindung mit verlaufsbestimmenden psychologischen Faktoren,
Verhaltensfaktoren und Kontextfaktoren, namentlich einer Symptomausweitung und
einer Entwicklung von körperlichen Symptomen aus psychischen Gründen. Von einer
psychotherapeutisch-psychiatrischen Behandlung sei kein nennenswerter Erfolg zu
erwarten. Der RAD-Arzt Dr. C._ notierte am 28. April 2010, dass aus orthopädischer
Sicht nach wie vor von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten
Tätigkeiten auszugehen sei (IV-act. 23). Am 2. November 2010 erstattete das
Universitätsspital Zürich im Auftrag einer Lebensversicherung ein internistisch-
psychiatrisch-rheumatologisches Gutachten (Fremdakten). Die Sachverständigen
führten aus, der Versicherte leide an einem chronischen lumbospondylogenen
Syndrom rechts mit/bei einem Status nach einer Rückenkontusion, degenerativen
Veränderungen der Lendenwirbelsäule, einem myofascialen Schmerzsyndrom gluteal
rechts, wahrscheinlich im Rahmen eines Schonverhaltens und einer
Symptomausweitung mit maladaptivem Schmerzverhalten, sowie – ohne Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit – an einer Adipositas und an psychologischen Faktoren und
Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Krankheiten im Sinne einer
Symptomausweitung. Der Zustand erscheine insgesamt als erheblich chronifiziert. Die
Wirbelsäule sei durch den Unfall im März 2009 und durch die belegbaren
degenerativen Veränderungen soweit beeinträchtigt, dass dem Versicherten aus
rheumatologischer Sicht körperlich schwere Tätigkeiten, Arbeiten in die Wirbelsäule
belastenden Zwangspositionen, vornüber gebeugte oder über Kopf zu verrichtende
Tätigkeiten nicht mehr zugemutet werden könnten. Körperlich leichte bis mittelschwer
belastende Tätigkeiten in wirbelsäulenadaptierten Wechselpositionen mit Hebe- und
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Tragebelastungen bis 15 Kilogramm (nicht repetitiv) und ohne Arbeiten im
Überkopfbereich seien dem Versicherten dagegen in einem Pensum von 70 Prozent
zumutbar. Die Einschränkung von 30 Prozent begründe sich durch einen vermehrten
Pausenbedarf während einer Reintegrationsphase von drei Monaten. Danach bestehe
für angepasste Tätigkeiten eine volle Arbeitsfähigkeit. Mittels adäquater
Therapiemassnahmen könne auch in der angestammten Tätigkeit als Gipser eine
Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent erreicht werden. Bei einer optimalen Motivation wäre
medizinisch-theoretisch eine Arbeitsfähigkeit als Gipser von 80–100 Prozent zu
erreichen.
A.c Im Juni und September 2011 führte der Neurologie Dr. med. E._ zwei
mikrochirurgische Eingriffe an der Wirbelsäule durch, um die Folgen einer
zunehmenden interforaminalen Discushernie L4/5 rechts zu beseitigen. Diese Eingriffe
zeitigten allerdings keinen relevanten Erfolg hinsichtlich der Schmerzsymptomatik (vgl.
IV-act. 62). Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die medizinische Abklärungsstelle
(MEDAS) Zentralschweiz am 15. März 2013 ein polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 79).
Der internistische (fallführende) Sachverständige führte aus, der Versicherte habe ein
ausgeprägtes Schmerzverhalten gezeigt. Sein Verhalten während den Untersuchungen
sei auffällig gewesen. Er sei an einem kalten Wintertag barfuss in Sandalen erschienen
und habe angegeben, er könne sich die Socken nicht selbst anziehen. Er habe
ausgeführt, dass er sich nicht mehr weit von zuhause weg wage, weil er an einem
imperativen Stuhl- und Harndrang leide und in die Hosen mache, wenn er nicht sofort
zur Toilette gehen könne. Die verschriebene Medikamentenkombination müsse als
schlichtweg absurd bezeichnet werden. Dem Versicherten seien 13 Medikamente mit
insgesamt 16 Wirkstoffen verordnet worden. Hinter dieser Flut von Pharmaka könne
keine ganzheitliche rationale Überlegung mehr stehen. Der orthopädische
Sachverständige hielt fest, die Frakturen des Unfalls vom März 2009 seien zeitgerecht
abgeheilt, was schon in einem MRI vom Mai 2009 dokumentiert und durch aktuelle
Röntgenbilder bestätigt worden sei. Spätestens drei Monate nach dem Unfall wäre eine
mindestens teilweise Wiederaufnahme der Arbeit möglich gewesen. Spätestens nach
vier Monaten habe eine volle Arbeitsfähigkeit bestanden. Das bei der Untersuchung im
Dezember 2012 gezeigte klinische Bild sei bizarr gewesen. Es bestehe kein
medizinischer Grund für die Verwendung von Stöcken. Die Angabe, dass der
Versicherte unmöglich sitzen könne, müsse wegen der beobachteten Episoden mit
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normalem Sitzen und der typisch verhornten Haut über den Sitzbeinen in Frage gestellt
werden. Das demonstrierte Stürzen und sich Auffangen bei der Untersuchung zeige,
dass der Rumpf und damit auch die Wirbelsäule gebeugt, gedreht und wieder
aufgerichtet werden könnten. Die seitengleichen Umfangmasse der Muskulatur, die
symmetrische, normale und kräftige Verhornung und Beschwielung der Fussohlen
weise auf eine normale Gehleistung und Beanspruchung der unteren Extremitäten hin.
Dem Versicherten seien zwar körperlich schwere Tätigkeiten nicht mehr zumutbar.
Körperlich leichte und mittelschwere Tätigkeiten mit einer Gewichtslimite von 20
Kilogramm bis zur Lendenhöhe und von zehn Kilogramm über der Lendenhöhe und
ohne die Notwendigkeit einer andauernd vornüber geneigten Position seien aber
uneingeschränkt zumutbar. Der rheumatologische Sachverständige führte aus, die
undislozierten Frakturen der Wirbelkörperquerfortsätze im Bereich der mittleren
Lendenwirbelsäule rechts könnten nicht für das vorliegende chronifizierte
Beschwerdebild verantwortlich gemacht werden. Anamnestisch und klinisch seien
keine gesicherten Anzeichen einer radiculären Kompressionssymptomatik an den
unteren Extremitäten feststellbar gewesen. Die Befunde hätten gesamthaft für eine
Aggravation gesprochen. Leidensadaptierte Tätigkeiten seien dem Versicherten
uneingeschränkt zumutbar. Der psychiatrische Sachverständige hielt fest, es müsse
zumindest eine schwere Aggravation angenommen werden. Aus psychiatrischer Sicht
bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Im Gesamtgutachten wurde dem
Versicherten für körperlich leichte und mittelschwere Tätigkeiten mit einer
Gewichtslimite von 20 Kilogramm bis zur Lendenhöhe und von zehn Kilogramm über
der Lendenhöhe und ohne die Notwendigkeit einer andauernd vornüber geneigten
Position eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestiert. Der RAD-Arzt Dr. med. F._
erachtete das Gutachten als überzeugend (IV-act. 80). Mit einem Vorbescheid vom 17.
April 2013 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten an, dass sie bei einem nicht
rentenbegründenden Invaliditätsgrad von einem Prozent die Abweisung des
Rentenbegehrens vorsehe (IV-act. 85).
A.d Dagegen wandte der Versicherte am 21. August 2013 ein (IV-act. 89), das
Gutachten der MEDAS Zentralschweiz sei unvollständig, weil kein neurologischer
Sachverständiger mitgewirkt habe. Die Hausärztin weise darauf hin, dass angesichts
der geklagten Beschwerden im rechten Unterschenkel- und Fussbereich eine
neurologische Untersuchung erforderlich gewesen wäre. Ausserdem stelle sie sich auf
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den Standpunkt, dass der Versicherte keine zu verwertende Arbeitsfähigkeit mehr
erlangen werde. Der behandelnde Neurologe Dr. E._ habe die Schmerzschilderungen
des Versicherten als glaubwürdig bezeichnet. Seiner Ansicht nach hätten die
Sachverständigen dem klinischen Bild zu wenig Beachtung geschenkt. Er halte nur
noch eine sehr leichte, wechselseitig belastende Tätigkeit für zumutbar. In einer
solchen Tätigkeit sei der Versicherte für zwei Stunden (wohl pro Tag) arbeitsfähig. Da
die Sachverständigen der MEDAS Zentralschweiz ausgeführt hätten, ihre
Arbeitsfähigkeitsschätzung gelte erst ab dem 7. Februar 2013, und da sie darauf
hingewiesen hätten, dass der Versicherte bislang vollständig arbeitsunfähig
geschrieben gewesen sei, habe dieser mindestens bis drei Monate nach dem Februar
2013 einen Anspruch auf eine ganze Rente. Die von den Sachverständigen der MEDAS
Zentralschweiz attestierte Arbeitsfähigkeit sei aber gar nicht verwertbar, denn kein
Arbeitgeber würde jemanden anstellen, der ständig an zwei Stöcken gehen müsse.
Sollte sich die IV-Stelle dieser Auffassung nicht anschliessen, müsse eine Evaluation
der funktionellen Leistungsfähigkeit durchgeführt werden. Ausserdem müssten dem
Versicherten berufliche Massnahmen zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt
gewährt werden. Der RAD-Arzt Dr. F._ notierte am 2. September 2013 (IV-act. 90),
dass sich den Stellungnahmen der Hausärztin und des behandelnden Neurologen
keine Hinweise auf neue Tatsachen entnehmen liessen. Seines Erachtens sei eine
neurologische Begutachtung nicht notwendig, denn die drei Sachverständigen der
MEDAS Zentralschweiz seien in der Lage gewesen, einen korrekten Neurostatus zu
erfassen. Wenn sie zur Auffassung gelangt wären, dass doch noch eine neurologische
Begutachtung notwendig sein sollte, hätten sie darauf hingewiesen. Mit einer
Verfügung vom 2. September 2013 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren ab (IV-act.
91).
B.
B.a Am 2. Oktober 2013 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer)
eine Beschwerde erheben (act. G 1). Seine Rechtsvertreterin beantragte die Aufhebung
der Verfügung vom 2. September 2013, die Zusprache einer ganzen Invalidenrente für
den Zeitraum vom März 2010 bis zur Verfügung über Eingliederungsmassnahmen,
mindestens aber bis zum Februar 2013, die Rückweisung des Gutachtens der MEDAS
Zentralschweiz an die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) zur
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Überarbeitung, namentlich zur Anfertigung eines zusätzlichen neurologischen
Teilgutachtens, zur Durchführung einer gültigen Konsensbesprechung und zur
anschliessenden Unterzeichnung durch alle Sachverständigen, weiter die Durchführung
einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit und schliesslich die Gewährung
von beruflichen Massnahmen zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Zur
Begründung führte er aus, die Unfallversicherung habe ihm nach seinem Unfall im März
2009 bis Ende Dezember 2010 ein Taggeld ausgerichtet. Sie habe ihre Leistungen
eingestellt, weil sie die damals noch vorhandenen Beschwerden als krankheitsbedingt
qualifiziert habe. Im Juni und im September 2011 seien zwei chirurgische Eingriffe am
Rücken erfolgt. Die Sachverständigen der MEDAS Zentralschweiz hätten eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit bis zum Tag ihrer Konsensbesprechung im Februar
2013 als gegeben erachtet. Das Gutachten der MEDAS Zentralschweiz weise formelle
Mängel auf: Der orthopädische Sachverständige, der rheumatologische
Sachverständige und auch der psychiatrische Sachverständige hätten das Gutachten
nicht unterzeichnet, was nicht akzeptabel sei. Die Sachverständigen hätten denn auch
gar keine Konsensbesprechung durchgeführt, sondern auf dem Zirkularweg
miteinander verkehrt. Die Hausärztin habe darauf hingewiesen, dass zwingend ein
neurologisches Teilgutachten hätte erstellt werden müssen. Sie habe auch dargelegt,
dass eine allfällige Restarbeitsfähigkeit nicht mehr verwertet werden könne. Die
Sachverständigen der MEDAS Zentralschweiz hätten es versäumt zu erklären, wie der
Beschwerdeführer die von ihnen attestierte medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit
realisieren sollte. Mittels einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit müsse
ermittelt werden, wozu der Beschwerdeführer überhaupt noch in der Lage sei.
Anschliessend müssten berufliche Wiedereingliederungsmassnahmen durchgeführt
werden. Hierfür sei der Beschwerdeführer auf die Unterstützung der
Beschwerdegegnerin angewiesen.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 9. Dezember 2013 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie aus, die Einwände gegen das
Gutachten der MEDAS Zentralschweiz seien nicht stichhaltig, wie sich aus der
Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. F._ vom 2. September 2013 ergebe. Der
Beschwerdeführer sei noch relativ jung und leide nur an einer chronifizierten
Lumboischialgie als einziger sich auf seine Arbeitsfähigkeit auswirkende
Gesundheitsbeeinträchtigung. Es stehe fest, dass er im Zeitpunkt der Begutachtung im
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Februar 2013 für leichte bis mittelschwere adaptierte Tätigkeiten objektiv
uneingeschränkt arbeitsfähig gewesen sei. Für die Zeit vor der Begutachtung stelle sich
der Sachverhalt nicht anders dar. Der Beschwerdeführer sei selbst dafür
verantwortlich, seinen Medikamentenkonsum auf ein vernünftiges Mass zu reduzieren
und auf den Gebrauch der Gehstöcke zu verzichten. Wenn er sich subjektiv
eingliederungsfähig fühle, könne er sich an die Beschwerdegegnerin wenden, die ihn
dann bei der beruflichen Wiedereingliederung unterstützen werde.
B.c Der Beschwerdeführer hielt am 4. März 2014 mit Ausnahme des Rentenbeginns
(nun August 2010 statt März 2010) an seinen Anträgen fest (act. G 8). Die
Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 10).

Erwägungen
1.
Eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, die
während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, hat gemäss dem Art. 28 Abs. 1 IVG einen
Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung. Für die Bemessung der Invalidität
wird gemäss dem Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. dem Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
Tätigkeit erzielen könnte, zum Erwerbseinkommen in Beziehung gesetzt, das sie
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
2.
Der Beschwerdeführer ist bis zum Unfall am 24. März 2009 als Hilfsgipser erwerbstätig
gewesen. Sein Lohn hat 13 × 5’200 = 67’600 Franken pro Jahr betragen. Damals hat
sich der Medianwert der Hilfsarbeiterlöhne in der Schweiz auf 59’979 Franken (= 4’806
Franken × 41,6 ÷ 40 × 12) belaufen. Der Beschwerdeführer hat also einen
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überdurchschnittlichen Hilfsarbeiterlohn bezogen. Da er bereits vor dem Antritt der
letzten Arbeitsstelle mehrheitlich als Hilfsarbeiter im Hochbau tätig gewesen war, ist
davon auszugehen, dass er ohne den Unfall respektive ohne eine
Gesundheitsbeeinträchtigung weiterhin als Bauhilfsgipser tätig gewesen wäre und
entsprechend weiterhin einen leicht überdurchschnittlichen Lohn im Rahmen des
zuletzt erzielten Lohnes erzielt hätte. Das Valideneinkommen beträgt folglich 67’600
Franken (Stand 2008).
3.
3.1 Für die Ermittlung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens kommt
den Auswirkungen der Gesundheitsbeeinträchtigung auf die Arbeitsfähigkeit in der
Regel eine zentrale Rolle zu. Der Beschwerdeführer hat sich beim Unfall vom 24. März
2009 Frakturen an den Querfortsätzen L2–4 zugezogen. Zudem hat er an einer
Discushernie L4/5 gelitten, die im Juni und im September 2011 mikrochirurgisch
behandelt worden ist. Anlässlich einer neurologischen Consiliaruntersuchung im
Auftrag der Unfallversicherung und im Rahmen der stationären Behandlung in der Klinik
Valens haben keine neurologischen Ausfälle festgestellt werden können. Auch das
Universitätsspital Zürich und die MEDAS Zentralschweiz haben keine neurologischen
Auffälligkeiten festgestellt und infolgedessen keinen Bedarf für eine neurologische
Untersuchung im Rahmen der polydisziplinären Begutachtung gesehen. Aus
orthopädisch-rheumatologischer Sicht ist ein lumbospondylogenes Syndrom
festgestellt worden (Klinik Valens, Universitätsspital Zürich, MEDAS Zentralschweiz). In
psychiatrischer Hinsicht hat bereits kurz nach dem Unfall im März 2009 eine
Symptomausweitung vorgelegen. Der psychiatrische Sachverständige der MEDAS
Zentralschweiz ist zum Schluss gekommen, es liege zumindest eine schwere
Aggravation vor. Sämtliche untersuchenden Fachärzte sind sich einig gewesen, dass
das bizarre Verhalten des Beschwerdeführers nicht auf eine somatische
Gesundheitsbeeinträchtigung zurückgeführt werden könne respektive dass –
abgesehen von einer leichten Beeinträchtigung der Belastbarkeit der Wirbelsäule –
keine organische Ursache für die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden
vorhanden sei. In somatischer Hinsicht haben die Ärzte der Klinik Valens, die
Sachverständigen des Universitätsspitals Zürich und die Sachverständigen der MEDAS
Zentralschweiz übereinstimmend, ausführlich begründet und überzeugend dargelegt,
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dass der Beschwerdeführer leidensadaptierte Tätigkeiten uneingeschränkt verrichten
könne. Die Arbeitsfähigkeitsschätzungen der Sachverständigen haben sich nur
hinsichtlich des Anforderungsprofils an eine leidensadaptierte Tätigkeit unterschieden.
Alle Sachverständigen sind sich aber einig gewesen, dass körperlich leichte bis
mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten ohne hohe Belastungen der Wirbelsäule
zumutbar seien und dass der Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als
Hilfsgipser zumindest nicht mehr uneingeschränkt ausüben könne. Die Angabe der
Sachverständigen des Universitätsspitals Zürich, der Beschwerdeführer könne im
Idealfall die angestammte Tätigkeit wieder im Umfang von 80–100 Prozent ausüben, ist
zurückhaltend formuliert worden. Die Sachverständigen haben offenbar nur ein
Pensum von 50 Prozent als realistisch erachtet. Da sämtliche anderen
Sachverständigen wie auch der RAD-Arzt Dr. C._ die Ausübung der angestammten
Tätigkeit als unzumutbar erachtet haben, ist überwiegend wahrscheinlich davon
auszugehen, dass dem Beschwerdeführer die angestammte, körperlich schwere
Tätigkeit nicht mehr zumutbar ist. Die Hausärztin des Beschwerdeführers hat zwar
beanstandet, dass keine neurologische Begutachtung durchgeführt worden ist. Aus
den Akten ergeben sich allerdings keine Hinweise auf die Notwendigkeit einer
neurologischen Begutachtung, nachdem bereits in einer neurologischen
Consiliaruntersuchung am Anfang des Jahres 2010 keine neurologischen Ausfälle
haben festgestellt werden können. Den Sachverständigen des Universitätsspitals
Zürich und der MEDAS Zentralschweiz haben die Berichte des behandelnden
Neurochirurgen vorgelegen. Hätten sie eine Notwendigkeit zu einer neurologischen
Untersuchung gesehen, hätten sie darauf hingewiesen respektive eine solche
durchgeführt. Aus dem Umstand, dass nach dem Jahr 2010 keine neurologische
Begutachtung mehr erfolgt ist, lässt sich folglich nicht ableiten, dass die beiden
polydisziplinären Begutachtungen unvollständig gewesen seien. Auch die Tatsache,
dass das Universitätsspital Zürich seine Beurteilung im Auftrag einer Privatversicherung
abgegeben hat, ist nicht geeignet, relevante Zweifel an der Überzeugungskraft des
Gutachtens zu wecken, denn entscheidend ist im Rahmen der freien Beweiswürdigung
nicht die Herkunft, sondern die inhaltliche Überzeugungskraft eines Gutachtens. Das
Gutachten des Universitätsspitals Zürich hat auf umfangreichen Untersuchungen und
auf einem ausführlichen Aktenstudium basiert. Die Sachverständigen haben ihre
Überlegungen nachvollziehbar dargelegt und ihre Schlussfolgerungen überzeugend
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begründet. Angesichts des Umstandes, dass sämtliche beteiligten Sachverständigen
der MEDAS Zentralschweiz übereinstimmend zum selben Ergebnis gelangt sind, hat
entgegen der Auffassung der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers keine
Notwendigkeit für eine persönliche Konsensbesprechung mehr bestanden. Da jeder
Sachverständige sein Teilgutachten unterzeichnet hat und da die Schlussfolgerungen
in den Teilgutachten unverändert in das Hauptgutachten aufgenommen worden sind,
ist auch kein Grund dafür ersichtlich, weshalb die Sachverständigen das
Hauptgutachten nochmals hätten unterzeichnen sollen. Es liegt also kein formaler
Mangel vor. Das Gesamtgutachten überzeugt inhaltlich; es besteht kein Anlass, nicht
darauf abzustellen. Zusammenfassend steht mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer aus somatischer
Sicht leidensadaptierte Tätigkeiten uneingeschränkt ausüben kann. In psychiatrischer
Hinsicht liegt bloss eine Symptomausweitung, allenfalls eine „schwere“ Aggravation,
vor. Keiner der begutachtenden Psychiater hat eine Beeinträchtigung der
Arbeitsfähigkeit attestiert. Folglich ist mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit belegt, dass der Beschwerdeführer auch aus
psychischer Sicht uneingeschränkt arbeitsfähig ist. Zusammenfassend können ihm
also körperlich leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten ohne
besondere Belastungen der Wirbelsäule uneingeschränkt zugemutet werden.
3.2 Da der Beschwerdeführer vor dem Unfall keine berufliche Ausbildung absolviert
hatte und als Hilfsgipser tätig gewesen ist und da kein Anlass zu einer „höherwertigen“
beruflichen Eingliederung in der Form einer erstmaligen beruflichen Ausbildung
besteht, hat der Beschwerdeführer seine verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem
Hilfsarbeitermarkt zu verwerten. Der Ausgangswert des zumutbarerweise erzielbaren
Invalideneinkommens entspricht folglich dem Medianwert der Hilfsarbeiterlöhne. Im
Jahr 2008 hat er sich auf 59’979 Franken belaufen. Der Verrichtung einer Hilfsarbeit
steht nur die subjektive Überzeugung des Beschwerdeführers entgegen,
schmerzbedingt arbeitsunfähig und jederzeit auf seine Stöcke angewiesen zu sein.
Diese subjektive Überzeugung allein kann aber nicht gegen die Zumutbarkeit der
Verwertung der Arbeitsfähigkeit sprechen, denn andernfalls müsste jede versicherte
Person, die sich für arbeitsunfähig hielte beziehungsweise bezeichnete, ohne weiteres
eine ganze Rente der Invalidenversicherung erhalten. Auch der Medikamentenkonsum
spricht nicht gegen die Verrichtung einer Hilfsarbeit, zumal Zweifel an der Einnahme
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der Medikamente bestehen und die behandelnden Ärzte aufgrund ihrer beruflichen
Sorgfaltspflicht verpflichtet wären, die Medikation auf ein vernünftiges Mass zu
reduzieren. Ökonomisch-betriebswirtschaftliche Gründe, die gegen die Fähigkeit zur
Erzielung eines durchschnittlichen Hilfsarbeiterlohnes und damit gegen das Abstellen
auf den Medianwert der Hilfsarbeiterlöhne sprächen, sind nicht ersichtlich, weshalb
sich kein Abzug vom Tabellenlohn (vgl. BGE 126 V 75) rechtfertigt. Das
zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen entspricht folglich dem Medianwert
der Hilfsarbeiterlöhne und beträgt somit 59’979 Franken.
3.3 Bei einem Valideneinkommen von 67’600 Franken und einem Invalideneinkommen
von 59’979 Franken resultiert ein Invaliditätsgrad von elf Prozent. Damit besteht kein
Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung. Entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers haben die Sachverständigen der MEDAS Zentralschweiz eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit bis zur Fertigstellung ihres Gutachtens nicht etwa als
gegeben erachtet. Sie haben nur darauf hingewiesen, dass die behandelnden Ärzte
den Beschwerdeführer seit dem Unfall ununterbrochen vollständig arbeitsunfähig
geschrieben hätten. Diese Atteste sind aber gemäss den überzeugenden Ausführungen
der Sachverständigen des Universitätsspitals Zürich und der MEDAS Zentralschweiz
unbegründet gewesen. Dem Beschwerdeführer hätte die Aufnahme einer
leidensadaptierten Tätigkeit bereits wenige Wochen nach dem Unfall wieder zugemutet
werden können. Bei dieser Sachlage fällt auch die Zusprache einer befristeten Rente
für die Vergangenheit nicht in Betracht. Die Beschwerdegegnerin hat das
Rentenbegehren des Beschwerdeführers folglich zu Recht abgewiesen.
4.
Die Beschwerde vom 2. Oktober 2013 ist deshalb abzuweisen. Bei diesem
Verfahrensausgang sind die gemäss dem Art. 69 Abs. 1 IVG zu erhebenden und
angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes auf 600 Franken
festzusetzenden Gerichtskosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Diese Gebühr ist
durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss von 600 Franken gedeckt.
Ausgangsgemäss besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.