Decision ID: c67d1c85-ffb7-4825-bbb8-17fd0783c309
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
G._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch I._
gegen
AXA Versicherungen AG, General Guisan Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a G._, Jahrgang 1968, war seit dem 18. Juni 1990 beim A._ als
Krankenschwester tätig und dadurch bei der AXA Versicherungen AG (vormals:
"Winterthur" Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft) gegen die Folgen von
Unfällen versichert. Am 3. Dezember 1994 wurde sie als Lenkerin eines
Personenwagens auf der Autobahn in eine Massenkollision verwickelt (act. A1-3).
A.b Dr. med. B._, Allgemeinmedizin FMH, diagnostizierte im Bericht vom 10. Januar
1995 ein HWS-Schleudertrauma, eine sacrale Kontusion sowie multiple kleine
Quetschungen und bescheinigte ab Unfalldatum eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (act.
M1). Am 13. Januar 1995 wurde eine Narbenplatte im Bereich der
Unterlippenweichteilgewebe entfernt (act. M2). Dr. med. C._, Allgemeinmedizin FMH,
attestierte ab 10. April 1995 eine 40%ige, ab 1. Juli 1995 eine 60%ige und ab 1.
September 1995 wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Die Behandlung wurde am 14.
August 1995 abgeschlossen (act. M6-11).
A.c Dr. med. D._, Orthopädische Chirurgie FMH, hielt im Bericht vom 20.
September 1999 deutliche Restbeschwerden bei Status nach HWS-
Beschleunigungsverletzung fest und veranlasste ein physiotherapeutisches
Aufbautraining. Für die Aktivitäten als Mutter - die Versicherte hat nach dem
Unfallereignis zwei Kinder bekommen - und Hausfrau sei sie nur wenig eingeschränkt
(act. M12). Die medizinische Behandlung bei Dr. D._ konnte am 18. Mai 2000
abgeschlossen werden.Eine physiotherapeutische Betreuung wurde hingegen noch
weitergeführt (act. M20). Am 15. April 2002 meldete sich die Versicherte erneut bei Dr.
D._ und klagte über Kopfschmerzen und Verspannungen im Schulter- und
Nackenbereich (act. M24). Dr. med. E._, Fachärztin FMH für Neurologie, stellte am 4.
April 2006 die Diagnose Panikattacken (act. M36). Nach einer Untersuchung im
Wirbelsäulenzentrum am Rosenberg, St. Gallen, wurde im Bericht vom 12. Oktober
2006 eine chronische Cervicocephalgie nach HWS-Distorsion diagnostiziert. Die
durchgeführte vertebrospinale Kernspintomografie der HWS ergab eine Diskushernie
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C5/6 und C6/7 median gelegen ohne Kompression neuraler Strukturen (act. M29 und
36).
A.d Ab 8. Dezember 2006 war die Versicherte bei F._, eidg. Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie, in Behandlung, welcher einen stationären Aufenthalt in der Klinik
Aadorf, Klinische Psychotherapie, veranlasste. Nach der Hospitalisation vom 11. Juli
bis 5. September 2007 wurde im Austrittsbericht vom 18. September 2007 die
Diagnose einer Panikstörung (ICD-10 F41.0) "auf dem Hintergrund einer durch Härte
und Leistungsorientierung geprägten Persönlichkeit" gestellt (act. M34 und 38).
A.e Am 25. April 2008 meldete der neue Arbeitgeber der Versicherten einen Rückfall
zum Unfallereignis vom 3. Dezember 1994. Aufgrund von Angstzuständen und
Panikstörungen bestehe ab 22. Juni 2007 eine volle Arbeitsunfähigkeit (act. A12).
A.f F._ diagnostizierte im Arztzeugnis vom 28. April 2008 eine Panikstörung (ICD-10
F41.0) bei
leistungsorientierter perfektionistischer Persönlichkeit. Spätestens ab Klinikeintritt (11.
Juli 2007) bestehe bis auf Weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Bereits vor
diesem Zeitpunkt habe zum Teil eine Arbeitsunfähigkeit bestanden (act. M34). Dr. med.
H._, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Beratender Arzt der AXA
Versicherungen AG, St. Gallen, hielt im Bericht vom 18. Juli 2008 fest, dass
möglicherweise im Unfall vom 3. Dezember 1994 eine Teilursache für die heute
ausgeprägte Panikstörung liege, es sei aber nicht überwiegend wahrscheinlich (act.
M39).
A.g Mit Verfügung vom 14. August 2008 eröffnete die AXA Versicherungen AG der
Versicherten, dass die geäusserten Beschwerden nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 3. Dezember 1994 zurückzuführen seien und
daher kein Kausalzusammenhang bestehe. Da somit kein Rückfall zum Unfall vom 3.
Dezember 1994 vorliege, bestehe kein Leistungsanspruch aus der obligatorischen
Unfallversicherung (act. A17).
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A.h Die gegen diese Verfügung erhobenen Einsprachen der Versicherten vom 15.
September 2008 und deren Krankenversicherung vom 19. August 2008 wies die AXA
Versicherungen AG mit Einspracheentscheid vom 10. J
Juni 2009 ab (act. A20, 23, 24 und 27).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von I._ eingereichte
Beschwerde vom 14. Juli 2009 mit den Anträgen, es sei die Nichtigkeit der Verfügung
festzustellen bzw. sie sei aufzuheben, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten,
Einsicht in die vollständigen, ordnungsgemäss geführten Akten zu gewähren und es sei
ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen; unter Entschädigungsfolge zu Lasten der
Beschwerdegegnerin. Die Formulierung des Dispositivs in der Verfügung vom 14.
August 2008 sei völlig unklar, weshalb dazu nicht gehörig Stellung genommen werden
könne und somit das rechtliche Gehör nicht gewährt sei. Die Beschwerdegegnerin
habe den Beweis zu erbringen, warum für die aktuellen Beschwerden nun plötzlich der
natürliche und adäquate Kausalzusammenhang nicht mehr bestehe, da es sich um eine
leistungsaufhebende Tatfrage handle. Dr. H._ halte es gemäss Gutachten vom 18.
Juli 2008 für möglich, dass das Unfallereignis vom 3. Dezember 1994 eine Teilursache
für die ausgeprägte Panikstörung darstelle, weshalb die Beschwerdegegnerin den
erforderlichen Beweis nicht erbringen könne, dass die Gesundheitsstörung
ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruhe. Das Gutachten von Dr. H._ sei
widersprüchlich zu sämtlichen vorliegenden medizinischen Berichten, wesentliche
Befunde seien nicht berücksichtigt worden und die statistischen Vergleiche seien
untauglich, weshalb die medizinische Schlussfolgerung nicht einleuchte und die
Begründung nicht nachvollziehbar sei. Beim Unfall vom 2. Dezember 1994 sei von
einem schweren Unfall auszugehen, weshalb die Adäquanz ohnehin gegeben sei.
Allerdings seien die Adäquanzkriterien auch bei der Annahme eines mittelschweren
Unfalls erfüllt. Falls die Beschwerdegegnerin den natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhang verneine, sei ein polydisziplinäres Gutachten zu veranlassen
(act. G1).
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B.b In der Beschwerdeantwort vom 12. November 2009 beantragt die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Sinn und Zweck der angefochtenen
Verfügung sei es, die Leistungspflicht bezüglich der mit der Rückfallmeldung vom 25.
April 2008 angemeldeten Panikstörung sowie der damit verbundenen
Arbeitsunfähigkeit zu beurteilen. Die Beweislast für den natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhang zwischen den zusätzlichen psychischen Beschwerden und dem
Unfallereignis vom 3. Dezember 1994 trage die Beschwerdeführerin. Aufgrund der
medizinischen Aktenlage sowie den strengeren Anforderungen an den
Wahrscheinlichkeitsbeweis bei Rückfällen und Spätfolgen, sei ein natürlicher
Kausalzusammenhang zwischen der im Jahr 2006 diagnostizierten Panikstörung und
dem Unfall vom 3. Dezember 1994 nicht nachgewiesen. Selbst wenn ein natürlicher
Kausalzusammenhang bestünde, wäre jedenfalls die Adäquanz abzusprechen. Die
Adäquanzprüfung wäre nach den Kriterien gemäss BGE 115 V 136 f. durchzuführen, da
es sich bei der Panikstörung nicht um ein Symptom des für eine HWS-Verletzung
typischen bunten Beschwerdebildes handle, sondern vielmehr um eine von der
erlittenen HWS-Verletzung sowie allfälligen noch bestehenden Restbeschwerden
unabhängig aufgetretene, eigenständige psychische Erkrankung. Das Unfallereignis sei
rechtsprechungsgemäss als mittelschweres Ereignis zu qualifizieren. Es sei keines der
zu prüfenden Adäquanzkriterien erfüllt, weshalb auch ein adäquater
Kausalzusammenhang zwischen der aufgetretenen Panikstörung und dem
Unfallereignis zu verneinen sei (act. G9).
B.c Mit Replik vom 8. Februar 2010 sowie Duplik vom 18. März 2010 hielten die
Parteien vollumfänglich an den gestellten Anträgen fest (act. G15 und 19).

Erwägungen:
1.
1.1 Der Vertreter der Beschwerdeführerin beanstandet vorweg eine mehrfache
Verletzung des rechtlichen Gehörs. Die Beschwerdegegnerin habe trotz wiederholter
Aufforderung keine vollständige Akteneinsicht gewährt und die völlige Unklarheit des
Dispositivs in der Verfügung vom 14. August 2008 habe zur Folge, dass die
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Beschwerdeführerin dazu nicht gehörig Stellung habe nehmen können, womit das
rechtliche Gehör schon im Ansatz nicht gewährt sei.
1.2 Auf entsprechende Anfrage wurden der Beschwerdeführerin am 2. September
2008 die Akten der Beschwerdegegnerin zugestellt (act. A22). Diesbezüglich bemängelt
die Beschwerdeführerin, dass die eingegangenen Unterlagen weder akturiert, mit
einem Aktenverzeichnis versehen, noch vollständig gewesen seien. Es hätten die
Korrespondenzen mit der Versicherten und sämtliche Abrechnungsdaten über
erbrachte Leistungen gefehlt. In der Einsprache vom 15. September 2008 wiederholte
die Beschwerdeführerin das Akteneinsichtsgesuch. Gemäss Schreiben der
Beschwerdegegnerin vom 26. September 2008 wurden der Beschwerdeführerin
nochmals die vollständigen Akten, bestehend aus den allgemeinen Akten A1 bis A23,
den medizinischen Akten M1 bis M39, einem Teil-Polizeirapport sowie den
Abrechnungsübersichten (Heilungskosten und Taggeld) und der elektronischen
Korrespondenz-Übersicht, zugestellt (act. A25). Damit war die Beschwerdeführerin
spätestens ab diesem Zeitpunkt im Besitz von sämtlichen relevanten und
ordnungsgemäss geführten Akten. Eine Pflichtverletzung bezüglich Akteneinsicht
seitens der Beschwerdegegnerin ist nicht auszumachen. Im Übrigen wurden der
Beschwerdeführerin zusammen mit der Beschwerdeantwort sämtliche vorhandenen
Akten nochmals durch das Gericht zugestellt, weshalb sie sicher in diesem Zeitpunkt
über die gesamten Akten verfügte und im Rahmen der Replik die Möglichkeit hatte,
sich entsprechend zu äussern. Eine Gehörsverletzung bezüglich Gewährung der
Akteneinsicht ist somit zu verneinen.
1.3 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin, kann auch in der Formulierung
des Dispositivs in der Verfügung vom 14. August 2008 keine Verletzung des rechtlichen
Gehörs erblickt werden. Zwar trifft zu, dass die Verfügung nicht explizit eine
Leistungsverweigerung für die diagnostizierte Panikstörung verneinte, allerdings geht
aus der Verfügung hervor, dass lediglich die als Rückfall geäusserten Beschwerden als
nicht kausal zum Unfallereignis gewertet wurden. Im Einspracheentscheid vom 10. Juni
2009 wurde dann aber explizit festgehalten, dass mit der Verfügung vom 14. August
2008 ausschliesslich der Leistungsanspruch für die psychische Problematik abgelehnt
wurde. Somit blieben der Beschwerdeführerin genügend Möglichkeiten, sich
spätestens im Beschwerdeverfahren ausführlich zu der Argumentationsweise der
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Beschwerdegegnerin zu äussern. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen,
dass selbst bei Annahme einer Gehörsverletzung, die - nicht besonders
schwerwiegende - Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten könnte, da die
Beschwerdeführerin die Möglichkeit hatte, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu
äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 115
V 305 E. 2h; RKUV 1992 Nr. U 152 S. 199 E. 2e).
2.
2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt zunächst voraus, dass
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher
Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinn des natürlichen
Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der
eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht
zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Für die Bejahung des natürlichen
Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder
unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende
Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität
der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht
weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung
entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die
Verwaltung oder im Beschwerdefall das Gericht nach dem im Sozialversicherungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die
blosse Möglichkeit eines Kausalzusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181, 119 V 337 f. E. 1). Die Leistungspflicht des
Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und
dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der
Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten,
wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen
Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen
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herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis allgemein als
begünstigt erscheint (BGE 129 V 181, 119 V 337 f. E. 1). Aufgabe des Arztes ist es
dabei, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, während es dem Gericht
obliegt, die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (PVG
1984 Nr. 82, 174).
2.2 Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202)
werden Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt, wobei
Rückfälle und Spätfolgen besondere revisionsrechtliche Tatbestände darstellen (vgl.
BGE 118 V 293; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326). Praxisgemäss handelt es sich bei einem
Rückfall um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit bzw.
vermeintlich geheilter Unfallfolgen, so dass es erneut zu ärztlicher Behandlung,
möglicherweise zu einer weiteren Arbeitsunfähigkeit kommt, während von Spätfolgen
dann gesprochen wird, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit
organische oder psychische Folgen bewirkt, die zu einem andersgearteten
Krankheitsbild führen können. Rückfälle und Spätfolgen schliessen begrifflich an ein in
der Vergangenheit bestandenes Unfallereignis an. Dementsprechend können sie eine
Leistungspflicht des (damaligen) Unfallversicherers nur dann auslösen, wenn zwischen
den erneut vorgebrachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall
erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und ein adäquater
Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 296 f. E. 2c). Hinsichtlich Rückfällen und
Spätfolgen ist anzufügen, dass es sich bei der hier zu erfüllenden
Anspruchsvoraussetzung eines erneuten natürlichen Kausalzusammenhangs um eine
anspruchsbegründende Tatfrage handelt. Die diesbezügliche Beweislast liegt insofern
bei der versicherten Person, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu ihren
Lasten ausfällt (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b).
2.3 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweis). Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist
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grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten
(BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen). Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte
kann rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als
schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind
und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311).
3.
3.1 Streitig ist vorliegend, ob die als Rückfall zum Unfallereignis vom 3. Dezember
1994 geltend gemachten psychischen Beschwerden (Angstzustände/Panikstörung) in
einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang stehen und entsprechend
eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin begründen.
3.2 Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, dass sie seit dem Unfallereignis nie völlig
beschwerdefrei und daher nie voll leistungs- und arbeitsfähig gewesen sei und die
Beschwerdegegnerin beinahe durchgehend Versicherungsleistungen erbracht habe,
weshalb von einem andauernden Grundfall auszugehen sei und die Beweislast für die
Leistungseinstellung daher bei der Beschwerdegegnerin liege. Die
Beschwerdegegnerin geht hingegen bei den diagnostizierten Beschwerden
(Angstzustände/Panikstörung) von einem Rückfall zum Unfallereignis vom 3. Dezember
1994 aus, wodurch die Beweislast für den Leistungsanspruch bei der
Beschwerdeführerin liegen würde. Wie es sich mit der Beweislastverteilung bzw. der
Frage verhält, ob im vorliegenden Fall von einem Rückfall oder einem fortdauernden
Grundfall auszugehen ist, kann indessen im Hinblick auf die nachfolgenden
Erwägungen offen bleiben. Denn die Frage, wer die Folgen einer allfälligen
Beweislosigkeit zu tragen hat, stellt sich erst, wenn es sich tatsächlich als unmöglich
erweisen sollte, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer
Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit
für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen;
RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b), was vorliegend - wie zu zeigen sein wird - nicht
zutrifft.
4.
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4.1 Aufgrund der medizinischen Aktenlage ist ersichtlich, dass Dr. E._ erstmals am
4. April 2006 Panikattacken diagnostizierte. Am 8. Dezember 2006 begab sich die
Beschwerdeführerin bei F._ in psychiatrische Behandlung. Vor diesem Zeitpunkt sind
den jeweiligen Arztberichten keine Hinweise auf psychische Beschwerden zu
entnehmen. Insbesondere haben sich solche Beschwerden nicht im Rahmen des
typischen bunten Beschwerdebilds nach erlittener HWS-Distorsion gezeigt. Allein
aufgrund der Latenzzeit von 12 Jahren ist somit ein Zusammenhang zu der beim Unfall
vom 3. Dezember 1994 erlittenen HWS-Verletzung mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit zu verneinen. Die geklagten psychischen Beschwerden können
demnach nicht mehr zum Beschwerdebild nach HWS-Distorsion gezählt werden. Zu
prüfen bleibt der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und
einer möglicherweise daraus entstandenen eigenständigen psychischen Erkrankung.
4.2 Dr. E._ äussert sich im Bericht vom 4. April 2006 nicht zur Kausalität zwischen
den Panikattacken und dem Unfallereignis vom 3. Dezember 1994.
Nach dem stationären Aufenthalt in der Klinik Aadorf vom 11. Juli bis 5. September
2007 wurde die Diagnose einer Panikstörung bei einer durch Härte und
Leistungsorientierung geprägten Persönlichkeit gestellt. Im Austrittsbericht vom 18.
September 2007 wurde festgehalten, dass die Beschwerdeführerin durchgehend eine
sehr strenge, kontrollierte Grundhaltung mit einem hohen tiefgreifenden
Kontrollbedürfnis, Bedürfnis nach Sicherheit und Leistungsorientierung zeige. Auf
diesem Hintergrund habe sich eine Panikstörung im Zusammenhang mit einem
schweren Verkehrsunfall vor 13 Jahren entwickelt, der eine Schädigung der
Halswirbelsäule (Schleudertrauma) zur Folge gehabt habe.
Im Bericht vom 28. April 2008 diagnostizierte F._ ebenfalls eine Panikstörung bei
leistungsorientierter perfektionistischer Persönlichkeit. Bezüglich Kausalität der
Panikstörung führte er aus, dass nicht ausschliesslich Unfallfolgen vorliegen würden,
sondern multikausale Ursachen für die Erkrankung verantwortlich seien.
Dr. H._ hält im Bericht vom 18. Juli 2008 fest, dass es in den folgenden 10 Jahren
nach dem Unfallereignis offenbar so selten zu Körperempfindungen gekommen sei, die
man als Folge von Angst hätte verstehen können, dass diese nicht Aufnahme in die
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Befunde der behandelnden Ärzte gefunden hätten. Erst ab 2006 hätten sich solche
Körperempfindungen beginnend mit Druck im Nacken, Wärmegefühl, das sich über
den Kopf mit dem Druck im ganzen Körper ausbreite, dem Gefühl, der Kopf sei nicht
mehr richtig durchblutet, teilweise einhergehend mit beschleunigtem Herzschlag,
Schmerzen im Brustbein und der Angst zu sterben, gezeigt. Die Beschwerdeführerin
bezeichne diese Symptomatik als Anfälle und sei sich nicht sicher, ob vielleicht doch
ein Zusammenhang zum Unfall und zum Schleudertrauma bestehe, d.h., ob die
Ursache nicht körperlichen Ursprungs sei. Während der Hospitalisation in der Klinik
Aadorf hätte beobachtet werden können, dass die Beschwerdeführerin emotionales
Erleben stark abwehre. Angststörungen würden in der Bevölkerung häufig vorkommen,
etwa 20% seien während ihres Lebens einmal davon betroffen. Somit sei es sehr
schwierig, einen Zusammenhang zwischen solchen, häufig auftretenden Beschwerden
und dem Unfall vom 3. Dezember 1994 herzustellen. Es sei möglich, dass im Unfall
vom 3. Dezember 1994 eine Teilursache für die heute ausgeprägte Panikstörung liege,
es sei aber nicht überwiegend wahrscheinlich. Die stark leistungsorientierte
Persönlichkeit und die starke emotionale Abwehr seien erheblich am Zustandekommen
der Störung beteiligt.
4.3 Die Schlussfolgerung von Dr. H._ ist hinreichend begründet und
nachvollziehbar. Die vorliegenden medizinischen Akten wurden berücksichtigt und
ausserdem steht die Begründung im Einklang mit der Aussage von F._, wonach
verschiedene Ursachen für die psychischen Beschwerden in Frage kommen würden.
Im Austrittsbericht der Klinik Aadorf wurde der Kausalzusammenhang zwischen der
Panikstörung und dem Unfallereignis nicht weiter begründet. Insbesondere haben sich
die Ärzte nicht zu möglichen anderen Ursachen und auch nicht zu anderen ärztlichen
Meinungen geäussert. Aufgrund der gesamten medizinischen Aktenlage ist die
Schlussfolgerung, dass das Unfallereignis als einzige Ursache für die psychischen
Beschwerden in Frage komme, nicht nachvollziehbar, weshalb auf den Bericht der
Klinik Aadorf nicht abgestellt werden kann. Unter Berücksichtigung sämtlicher
medizinischer Akten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vielmehr davon
auszugehen, dass unfallfremde Ursachen die psychischen Beschwerden ausgelöst
haben. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass umso strengere
Anforderungen an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen
Kausalzusammenhangs zu stellen sind, je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem
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Unfall und dem Eintritt der gesundheitlichen Störungen ist (RKUV 1997 Nr. U 275 S.
191 Erw. 1c).
5.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass ein natürlicher Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfall vom 3. Dezember 1994 und den geklagten psychischen
Beschwerden (Angstzustände/Panikstörung) zwar möglich ist, mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit aber andere Gründe für die Beschwerden verantwortlich sind. Der
natürliche Kausalzusammenhang mit dem versicherten Unfallereignis vom 3. Dezember
1994 ist daher zu verneinen. Auf die Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs
kann damit verzichtet werden, da für den Leistungsanspruch kumulativ der natürliche
und adäquate Kausalzusammenhang gegeben sein müssen. Die Beschwerdegegnerin
hat mithin zu Recht einen Leistungsanspruch für die als Rückfall gemeldeten
psychischen Leiden (Angstzustände/Panikstörung) abgelehnt.
6.
Dem Antrag des Vertreters der Beschwerdeführerin, es sei ein polydisziplinäres
Gutachten einzuholen, ist nicht stattzugeben. Der Sachverhalt erscheint als
ausreichend abgeklärt. Von weiteren medizinischen Abklärungen sind keine neuen
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf verzichtet werden kann (antizipierte
Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157, E. 1d).
7.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 10. Juni 2009 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Ein Anspruch auf Parteientschädigung
besteht für die unterliegende Beschwerdeführerin nicht.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG
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