Decision ID: 04a15195-bff9-4942-8782-17289d097743
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im November 2013 zum Bezug von Ergänzungsleistungen an
(EL-act. 31). Er gab an, er bewohne zusammen mit seiner Ehefrau eine Mietwohnung
und beziehe seit dem Jahr 2012 eine Altersrente der AHV des Fürstentums
Liechtenstein. Seine Ehefrau verdiene etwa 2’400 Franken pro Jahr. Er erhalte keine
Rente der beruflichen Vorsorge, habe aber eine Kapitalauszahlung von 21’967.55
Franken erhalten. Sein Vermögen belaufe sich auf 5’432 Franken. Er sei verschuldet.
Das Verfahren betreffend die Altersrente der Schweizer AHV sei noch hängig (EL-act.
32–2). Gemäss einem Handelsregisterauszug war der Versicherte Gesellschafter mit
Einzelunterschrift der B._ SA mit Sitz in C._ (EL-act. 32–17 f.). Im September 2013
hatte er das 65. Altersjahr vollendet, weshalb er am 2. Oktober 2013 von der
Arbeitslosenversicherung abgemeldet worden war (EL-act. 32–22). Am 10. Dezember
2013 wies die EL-Durchführungsstelle den Versicherten darauf hin (EL-act. 29), dass
dessen Ehefrau ergänzungsleistungsrechtlich verpflichtet sei, ihren Anteil zur
Existenzsicherung beizutragen. Deshalb müsse geprüft werden, ob es dieser möglich
und zumutbar sei, mehr als das tatsächlich erzielte, geringfügige Erwerbseinkommen
zu erzielen. Allenfalls müsse ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet
werden. Die EL-Durchführungsstelle forderte den Versicherten auf, Fragen zur
Berufskarriere seiner Ehefrau zu beantworten. Am 21. Januar 2014 teilte der
Versicherte mit (EL-act. 27), seine Ehefrau bemühe sich schon seit längerem um eine
Arbeitsstelle. In der Region sei das Angebot an freien Arbeitsstellen aber leider einfach
zu gering. Zudem schrecke die dunkle Hautfarbe der Ehefrau potentielle Arbeitgeber
regelmässig ab. Diese halte sich aktuell in ihrem Herkunftsland bei der Tochter und den
Enkeln auf. Sie habe dort vor ihrer Einreise in die Schweiz einen Lehrgang zur Coiffeuse
absolviert und als solche gearbeitet. In der Schweiz habe sie zunächst als Köchin und
Bartenderin gearbeitet. Nach dem Verlust der Stelle habe sie nur noch stundenweise
als Reinigungshilfe gearbeitet.
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A.b Am 23. Januar 2014 teilte die EL-Durchführungsstelle dem Versicherten mit (EL-
act. 25), dass sie das Verfahren bis zum Abschluss des AHV-Rentenverfahrens
sistieren werde. Bei der Berechnung der Ergänzungsleistung werde sie dann von
Beginn weg ein hypothetisches Erwerbseinkommen der Ehefrau anrechnen, es sei
denn, diese könne belegen, dass sie trotz ausreichender und ernsthafter Bemühungen
unverschuldet arbeitslos sei. Als ausreichende Bemühungen gälten mindestens acht
schriftliche, qualitativ einwandfreie Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen oder 15
Blindbewerbungen. Über die Stellenbemühungen sei monatlich ein Übersichtsblatt zu
führen. Ein Mitarbeiter der EL-Durchführungsstelle notierte (EL-act. 24), dass für die
Bemessung des hypothetischen Er¬werbseinkommens von den Ergebnissen der
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2010 für die Grossregion Ostschweiz
auszugehen sei (TA1, Wirtschaftszweig 96, Niveau 3, 42 Stunden pro Woche). Bei
einem Altersabzug von 15 Prozent und einem Konkurrenzabzug von zehn Prozent
resultiere ein Einkommen von 34’994 Franken. Davon seien
Sozialversicherungsbeiträge von 6,25 Prozent respektive 2’187 Franken abzuziehen.
A.c Mit einer Verfügung vom 24. April 2014 sprach die zuständige Ausgleichskasse
dem Versicherten rückwirkend ab dem 1. Oktober 2013 eine Altersrente zu (EL-act. 23).
Am 5. Mai 2014 forderte sie vom Versicherten den die Rentenleistungen
übersteigenden Teil der erbrachten Vorschussleistungen zurück (EL-act. 22). Am 23.
Mai 2014 forderte die EL-Durchführungsstelle den Versicherten auf, sämtliche
Lohnausweise für die Jahre 2012 und 2013 sowie die Nachweise der
Stellenbemühungen seiner Ehefrau vorzulegen (EL-act. 21). Der Versicherte reichte die
angeforderten Belege am 30. Mai 2014 ein (EL-act. 20). In einem Begleitschreiben wies
er darauf hin, dass er im Jahr 2013 eine Verwaltungsratsentschädigung von 1’200
Franken von der B._ SA sowie 1’000 Franken für die Erstellung der Buchhaltung von
D._ in E._ erhalten habe. Seine Ehefrau habe infolge eines „Chemie-Unfalls“ erst
am 23. Mai 2014 wieder in die Schweiz zurückkehren können. Sie arbeite nun wieder
stundenweise für eine Reinigungsunternehmung. Sie unternähmen alles Notwendige,
um eine bessere Arbeitsstelle zu finden, aber dies sei in der Region äusserst schwierig.
A.d Mit einer Verfügung vom 8. Juni 2014 sprach die EL-Durchführungsstelle dem
Versicherten rückwirkend ab dem 1. Oktober 2013 eine Ergänzungsleistung zu (EL-act.
14). Sie führte aus, sie habe bei der Anspruchsberechnung ein hypothetisches
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Erwerbseinkommen der Ehefrau angerechnet, da deren Einkommen deutlich unter dem
zumutbaren Erwerbseinkommen liege und da keine Nachweise über
Stellenbemühungen eingereicht worden seien. Für die Monate Oktober, November und
Dezember 2013 resultiere ein Anspruch auf eine ordentliche, bundesrechtliche
Ergänzungsleistung von je 836 Franken und auf eine ausserordentliche,
kantonalrechtliche Ergänzungsleistung von je 350 Franken. Für die Zeit ab Januar 2014
bestehe ein Anspruch auf eine monatliche Ergänzungsleistung von 1’208 (= 858 + 350)
Franken. Von der Nachzahlung sei die bereits ausgerichtete individuelle
Prämienverbilligung für das Jahr 2013 verrechnungsweise abzuziehen. Ab Januar 2014
werde ein der Prämienpauschale für die obligatorische Krankenpflegeversicherung
entsprechender Anteil der ordentlichen, bundesrechtlichen Ergänzungsleistung von 712
Franken direkt der Krankenversicherung ausbezahlt.
A.e Am 8. Juli 2014 erhob der Versicherte eine Einsprache gegen diese Verfügung (EL-
act. 10). Er beantragte die Zusprache einer Ergänzungsleistung ohne Berücksichtigung
eines hypothetischen Erwerbseinkommens. Zur Begründung führte er aus, seine
Ehefrau sei unverschuldet arbeitslos. Bereits im vierten Quartal des Jahres 2013 habe
sie sich intensiv um eine Arbeitsstelle bemüht. Der Arbeitsmarkt in der Region sei völlig
ausgetrocknet. Der Einsprache lag eine handschriftliche Übersicht über
Stellenbemühungen der Ehefrau bei, laut der sich diese – vorwiegend telefonisch oder
mittels persönlicher Vorsprache – bei neun Arbeitsvermittlungsunternehmen und
zusätzlich direkt um sechs Arbeitsstellen beworben hatte (EL-act. 12). Der Versicherte
führte aus, es handle sich dabei um einen Teil der Stellenbemühungen der letzten 30
Tage. Die noch unbeantworteten Anfragen habe er nicht angeführt. Am 25. August
2014 forderte die EL-Durchführungsstelle den Versicherten auf (EL-act. 8), mitzuteilen,
von wann bis wann sich seine Ehefrau im Ausland aufgehalten habe und ob diese
schon früher Arbeitsbemühungen getätigt habe. Er habe zudem die Lohnabrechnungen
für das Jahr 2014 einzureichen. Auf dem Übersichtsblatt müsse jeweils das Datum der
Bewerbung erwähnt werden. Am 30. September 2014 antwortete der Versicherte (EL-
act. 6), seine Ehefrau habe sich vom 22. Dezember 2013 bis zum 22. Mai 2014 im
Ausland aufgehalten. Der Aufenthalt sei ursprünglich nur bis April 2014 geplant
gewesen. Aufgrund eines Chemie-Unfalls in der Region respektive wegen ihres
Aussehens habe die Ehefrau aber nicht vor dem 22. Mai 2014 in die Schweiz
zurückkehren können. Sie habe sich permanent um eine Arbeitsstelle bemüht. Der
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fehlende Schweizer Pass habe die Stellensuche erschwert. Der Arbeitsmarkt sei
ausgetrocknet; die wenigen vorhandenen Stellen würden unter der Hand vergeben.
Gemäss einer weiteren Aufstellung hatte sich die Ehefrau im September 2014 um zehn
Arbeitsstellen beworben. Dabei hatte es sich mehrheitlich um Blindbewerbungen
gehandelt. Mit einem Entscheid vom 10. November 2014 wies die EL-
Durchführungsstelle die Einsprache ab (EL-act. 4). Zur Begründung führte sie aus, die
Ehefrau des Versicherten habe sich in der Zeit vom 22. Dezember 2013 bis zum 22.
Mai 2014 überhaupt nicht um eine Arbeitsstelle bemüht. Danach habe sie nur
stundenweise gearbeitet. Die mit der Einsprache eingereichte Auflistung von
Stellenanfragen könne nicht als rechtsgenüglicher Nachweis von intensiven
Stellenbemühungen betrachtet werden. Schriftliche Bewerbungen versprächen mehr
Erfolg als mündliche Bewerbungen. Die in Frage kommenden Hilfsarbeiten setzten
weder Deutschkenntnisse noch eine Ausbildung voraus. Bei einem statistischen
durchschnittlichen Hilfsarbeiterinnenlohne von 52’790 Franken im Jahr 2010 müsse die
Ehefrau des Versicherten ohne Weiteres in der Lage sein, ein Einkommen im Betrag
des angerechneten hypothetischen Erwerbseinkommens von 32’807 Franken zu
erzielen.
B.
B.a Am 11. Dezember 2014 erhob der Versicherte (nachfolgend: der
Beschwerdeführer) eine Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 10.
November 2014 (act. G 1). Er beantragte die Neuberechnung der Ergänzungsleistung
ohne die Berücksichtigung eines hypothetischen Erwerbseinkommens (act. G 3). Zur
Begründung führte er aus, er habe seit Oktober 2013 einen Anspruch auf eine
Ergänzungsleistung, diese aber erst im Juni 2014 zugesprochen erhalten. Die EL-
Durchführungsstelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) habe trotzdem ab Oktober
2013 ein hypothetisches Erwerbseinkommen der Ehefrau angerechnet, was nicht
korrekt und nicht nachvollziehbar sei. Er protestiere dagegen, dass telefonische und
persönliche Arbeitsbemühungen nicht akzeptiert würden. Der Arbeitsmarkt in der
Region sei völlig ausgetrocknet. Die Chancen seiner Ehefrau stünden schlecht, weil
diese kaum Deutsch spreche und einen dunklen Teint habe. Das von der
Beschwerdegegnerin angegebene Hilfsarbeitereinkommen von 52’970 Franken sei
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nicht nachvollziehbar. Jeder wisse, dass Kassiererinnen und Detailshandelsangestellte,
die Fachkräfte seien, seit kurzem erst mindestens 4’000 Franken pro Monat verdienten.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 5. Februar 2015 unter Hinweis auf die

Erwägungen im angefochtenen Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde
(act. G 5).
B.c Am 29. April 2016 wies das Versicherungsgericht den Beschwerdeführer darauf
hin (act. G 7), dass die Beschwerdegegnerin bei der Anspruchsberechnung das von
ihm angegebene und belegte Erwerbseinkommen (2’200 Franken im Jahr 2013) nicht
berücksichtigt habe. Das bedeute, dass der Entscheid allenfalls zu seinen Ungunsten
ausfallen könnte, weshalb ihm eine Möglichkeit zur Stellungnahme oder zu einem
allfälligen Beschwerderückzug eingeräumt werde. Der Beschwerdeführer machte am 8.
Juni 2016 geltend (act. G 10), er habe keine falschen Angaben gemacht. Der Ertrag von
1’000 Franken für ein Buchhaltungsmandat sei nur noch im Jahr 2013 angefallen. Das
Verwaltungsratshonorar beziehe er dagegen nach wie vor.
Erwägungen
1.
Die Beschwerde richtet sich gegen eine erstmalige Ergänzungsleistungszusprache,
weshalb das gesamte mit der Verfügung geregelte Rechtsverhältnis strittig ist. In
diesem Verfahren sind folglich sämtliche Aspekte der Ergänzungsleistungszusprache
auf ihre Rechtmässigkeit zu überprüfen, auch wenn der Beschwerdeführer sich nur
gegen die Anrechnung des hypothetischen Erwerbseinkommens seiner Ehefrau
gewandt hat.
2.
2.1 Der Beschwerdeführer hat sich im November 2013 zum Bezug von
Ergänzungsleistungen angemeldet. Gemäss dem Art. 12 Abs. 1 ELG hätte er folglich
erst ab dem 1. November 2013 einen Anspruch auf eine Ergänzungsleistung gehabt.
Da die Anmeldung aber bereits vor der Eröffnung der Verfügung betreffend die AHV-
Rente erfolgt ist, ist ein Anspruch auf die Ergänzungsleistung gemäss dem Art. 22 Abs.
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1 ELV bereits mit der Entstehung des Rentenanspruchs, also ab dem 1. Oktober 2013
zu prüfen.
2.2 Die Ehefrau des Beschwerdeführers hat sich vom 22. Dezember 2013 bis zum 22.
Mai 2014 im Ausland aufgehalten, um ihre Familie zu besuchen. Die Rückkehr hätte
gemäss den Angaben des Beschwerdeführers bereits früher erfolgen sollen, hat sich
aber aufgrund eines Zwischenfalls verzögert. Trotz der Dauer von fünf Monaten hat es
sich dabei nicht um einen längerdauernden Auslandaufenthalt im Sinne des Art. 10 ELV
gehandelt, weil er von seiner Zwecksetzung her (Verwandtenbesuch) kurzfristiger Art
gewesen ist, was letztlich massgebend ist (vgl. RALPH JÖHL, Die
Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band
XIV Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, Rz. 47 und 31). Folglich sind die Ausgaben und
Einnahmen der beiden Ehegatten für die gesamte Dauer des massgebenden Zeitraums
ab dem 1. Oktober 2013 zusammenzurechnen.
2.3 Die anerkannten Ausgaben setzen sich aus der Prämienpauschale für die
obligatorische Krankenpflegeversicherung, aus den Mietkosten und aus der Pauschale
für den allgemeinen Lebensbedarf zusammen. Die Krankenkassenpauschale hat für
den Beschwerdeführer und dessen Ehefrau im Jahr 2013 je 4’128 Franken und im Jahr
2014 je 4’272 Franken betragen. Für die Berechnung der ordentlichen,
bundesrechtlichen Ergänzungsleistung darf für die Mietkosten nur der Maximalbetrag
von 15’000 Franken (Art. 10 Abs. 1 lit. b Ziff. 2 ELG) berücksichtigt werden. Die
Lebensbedarfspauschale hat in den Jahren 2013 und 2014 28’815 Franken betragen.
Somit ergibt sich ein Ausgabentotal von 52’071 Franken (2013) beziehungsweise von
52’359 Franken (2014).
2.4 Die tatsächlichen Einnahmen haben sich hauptsächlich aus den Rentenleistungen
der Schweizer AHV und der AHV des Fürstentums Liechtenstein zusammengesetzt. Die
beiden Renten haben sich in den Jahren 2013 und 2014 zusammen auf 21’175 Franken
pro Jahr belaufen. Für die Zeit ab Januar 2014 hat die Beschwerdegegnerin einen
Vermögensertrag von 17 Franken angerechnet (vgl. EL-act. 27–13). Die Ehefrau des
Beschwerdeführers hat ein stark schwankendes, aber insgesamt geringfügiges
Erwerbseinkommen erzielt, das sich im Jahr 2013 auf insgesamt 3’624 Franken (netto)
belaufen hat. Obwohl der Beschwerdeführer angegeben und belegt hatte, dass er im
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Jahr 2013 ein Einkommen von 1’000 Franken aus einem Buchhaltungsmandat und ein
Verwaltungsratshonorar von 1’200 Franken erhalten hatte, hat die Beschwerdegegnerin
diese Einnahmenpositionen bei der Anspruchsberechnung rechtswidrigerweise nicht
berücksichtigt. Im Rahmen dieses Beschwerdeverfahrens ist dieser Fehler zu
korrigieren. Für das Jahr 2013 ist ein tatsächliches Einkommen des Beschwerdeführers
von 2’200 Franken anzurechnen. Da das Buchhaltungsmandat Ende 2013 geendet hat,
ist für das Jahr 2014 ein Einkommen von 1’200 Franken anzurechnen. Wenn man nur
das effektive Erwerbseinkommen der Ehefrau berücksichtigen würde, resultierte ein
Einnahmentotal von 26’999 Franken (2013) beziehungsweise von 22’392 Franken
(2014).
2.5 Gemäss dem Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG ist für die Berechnung des
Ergänzungsleistungsanspruchs anstelle des tatsächlich erzielten Erwerbseinkommens
der Ehefrau aber ein hypothetisches Erwerbseinkommen anzurechnen, wenn dessen
Betrag höher ist und wenn die Ehefrau auf die Erzielung dieses höheren (fiktiven)
Einkommens verzichtet hat. Verzichtet bedeutet in diesem Zusammenhang, dass kein
höheres Erwerbseinkommen erzielt worden ist, obwohl dies möglich und zumutbar
gewesen wäre. Für die Beantwortung der Frage, ob ein solcher Verzicht vorliegt, ist
also das zumutbarerweise erzielbare Erwerbseinkommen zu ermitteln und
anschliessend mit dem tatsächlich erzielten Erwerbseinkommen zu vergleichen. Das
zumutbarerweise erzielbare Einkommen ist das Einkommen, das die Ehefrau des
Beschwerdeführers unter Berücksichtigung sämtlicher relevanter Umstände des
Einzelfalles hätte erzielen können, wobei vor allem ihre Erwerbsfähigkeit, die
Gegebenheiten des in Betracht fallenden Arbeitsmarktes und allfällige
Hinderungsgründe (wie etwa Betreuungspflichten gegenüber minderjährigen Kindern)
massgebend sind. Die Ehefrau des Beschwerdeführers leidet laut den Akten nicht an
einer Gesundheitsbeeinträchtigung, die ihre Erwerbsfähigkeit einschränken würde. Sie
hat keine Betreuungspflichten, die sie – ganz oder teilweise – an der Ausübung einer
Erwerbstätigkeit hindern würden. Gemäss den Angaben des Beschwerdeführers hat sie
in ihrem Herkunftsland eine Berufslehre zur Coiffeuse absolviert. Diese Ausbildung
dürfte in der Schweiz nicht anerkannt sein, weshalb die Ehefrau des
Beschwerdeführers auch in dieser Branche nur Hilfsarbeiten verrichten könnte. Da der
durchschnittliche Lohn einer Coiffeuse erfahrungsgemäss sehr tief ist, wäre der Lohn,
den die Ehefrau des Beschwerdeführerin als Hilfsarbeiterin in dieser Branche verdienen
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könnte, deutlich tiefer als der durchschnittliche Lohn auf dem allgemeinen, regionalen
Markt für Hilfsarbeiten. Zudem sind die Aussichten auf eine Anstellung höher, wenn die
Ehefrau des Beschwerdeführers nicht nur in der Coiffeurbranche, sondern auf dem
gesamten Arbeitsmarkt nach einer Arbeitsstelle sucht. Die Behauptung des
Beschwerdeführers, der dunkle Teint seiner Ehefrau mindere die Erfolgsaussichten bei
der Stellensuche erheblich, überzeugt nicht. Es entspricht jedenfalls keiner
Erfahrungstatsache, dass dunkelhäutige Arbeitssuchende regelmässig bei der
Stellenvergabe diskriminiert würden. Der Ausübung einer Erwerbstätigkeit kann also
nur eine mangelnde Nachfrage des tatsächlichen Arbeitsmarktes nach
Hilfsarbeiterinnen entgegengestanden haben. Die unverschuldete Arbeitslosigkeit ist in
der Regel mittels ernsthafter und ausreichender, aber erfolgloser Stellenbemühungen
nachzuweisen. Solche Stellenbemühungen sind ohne eine Übergangsfrist bereits ab
dem Zeitpunkt der Anmeldung zum EL-Bezug zu tätigen, wenn der betroffenen Person
mit Blick auf einen absehbaren künftigen EL-Bezug im Vorfeld genügend Zeit zur
erwerblichen Eingliederung zur Verfügung gestanden hat (BGE 142 V 12).
2.6 Der Beschwerdeführer hat angegeben, seine Ehefrau bemühe sich schon seit
langem um eine Arbeitsstelle, wobei sie vom gesamten Umfeld tatkräftig unterstützt
werde. In den Akten befinden sich allerdings nur wenige Nachweise über konkrete
Arbeitsbemühungen. Diese fallen allesamt in die Zeit nach dem Erlass der
angefochtenen Verfügung vom 8. Juni 2014, denn die ersten, mit der Einsprache vom
8. Juli 2014 eingereichten Nachweise sind zwar nicht datiert, betreffen aber gemäss
den Angaben des Beschwerdeführers die „letzten 30 Tage“ vor der Erhebung der
Einsprache. Wenn die Einsprache verfahrensrechtlich als „echtes“ Rechtsmittel ernst
genommen wird, kann entgegen einer anderslautenden Rechtsprechung des
Bundesgerichtes nicht der Sachverhalt bis zum Erlass des Einspracheverfahrens,
sondern nur der Sachverhalt bis zum Erlass der Verfügung massgebend sein. In einem
Rechtsmittelverfahren wird nämlich nur die angefochtene Verfügung auf deren
Rechtmässigkeit überprüft, was bedeutet, dass geprüft werden muss, ob diese der
Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt ihrer Eröffnung entsprochen hat. Spätere
Sachverhaltsveränderungen können sich naturgemäss nicht mehr auf die
Rechtmässigkeit der Verfügung auswirken (vgl. den Entscheid EL 2012/37 des
Versicherungsgerichtes vom 2. März 2015). Für den so verstandenen massgebenden
Zeitraum vom 1. Oktober 2013 bis zum 8. Juni 2014 ist keine einzige Stellenbemühung
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nachgewiesen worden. Die Beschwerdegegnerin wird die Einsprache vom 8. Juli 2014
wohl auch als Revisionsgesuch behandeln müssen, soweit diese den Zeitraum nach
dem Erlass der Verfügung vom 8. Juni 2014 betroffen hat. In einem entsprechenden
Revisionsverfahren wird die Beschwerdeführerin zu prüfen haben, ob die (mindestens)
sechs Bewerbungen und die neun Vorsprachen bei Arbeitsvermittlungsunternehmen im
Juni 2014 die Vermutung widerlegen, die Ehefrau des Beschwerdeführers sei im Juli
2014 unverschuldet arbeitslos gewesen, und ob die zehn Bewerbungen im September
2014 die Vermutung widerlegen, die Ehefrau des Beschwerdeführers sei im Oktober
2014 unverschuldet arbeitslos gewesen. Allenfalls genügende Arbeitsbemühungen
können (hypothetisch) frühestens im Folgemonat zu einem entsprechenden Erfolg
führen, weshalb jeweils erst für den Folgemonat zu prüfen ist, ob eine verschuldete
oder eine unverschuldete Arbeitslosigkeit vorliegt (vgl. den Entscheid EL 2013/17 des
Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen). Hinsichtlich der Anrechnung des
allfälligen (hypothetischen) Erwerbseinkommens ist zu berücksichtigen, dass der in
einem Monat erzielte Lohn in der Regel erst am Ende des Monats ausgerichtet wird
und folglich für die Deckung des Existenzbedarfs erst im Folgemonat zur Verfügung
steht (vgl. den Entscheid EL 2014/51 des Versicherungsgerichtes vom 24. Mai 2016).
Sollte die Beschwerdegegnerin also zur Auffassung gelangen, die Ehefrau des
Beschwerdeführers habe sich im Juni 2014 ausreichend um eine Arbeitsstelle bemüht,
müsste sie für den Juli 2014 von einer unverschuldeten Arbeitslosigkeit ausgehen und
dürfte entsprechend für den August 2014 kein hypothetisches Erwerbseinkommen
anrechnen. Hinsichtlich der Bemühungen im September 2014 gilt dasselbe, weshalb
allenfalls für den November 2014 kein hypothetisches Erwerbseinkommen
anzurechnen wäre.
2.7 Zu prüfen bleibt, ob die Ehefrau des Beschwerdeführers auch während ihres
Auslandaufenthaltes vom 22. Dezember 2013 bis zum 22. Mai 2014 selbstverschuldet
arbeitslos gewesen ist. In dieser Zeit hätte sie sich zwar grundsätzlich um eine
Arbeitsstelle bewerben, im Falle einer Zusage die Arbeitsstelle aber gar nicht antreten
können. Sie hat sich also selbst in eine Lage versetzt, in der es ihr objektiv nicht
möglich gewesen ist, ein Erwerbseinkommen zu erzielen. Die für den
Ergänzungsleistungsanspruch massgebende finanzielle Bedürftigkeit des Ehepaares ist
in dieser Zeit folglich teilweise selbstverschuldet gewesen. Die Ehefrau hat im Sinne
des Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG auf die Erzielung eines Erwerbseinkommens verzichtet.
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Grundsätzlich muss ihr daher für die Zeit ihres Auslandsaufenthaltes ein
hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet werden. Eine Ausnahme von diesem
Grundsatz läge nur vor, wenn der Auslandsaufenthalt objektiv zwingend notwendig
gewesen wäre, weil diesfalls nicht von einer selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit
ausgegangen werden könnte. Die Ehefrau des Beschwerdeführers hat drei Kinder im
Alter von etwa 25–30 Jahren (Stand 2013/2014), die im massgebenden Zeitraum in
ihrem Herkunftsland gelebt und dort studiert haben. Gemäss den Angaben des
Beschwerdeführers hatte sie vor dem 22. Dezember 2013 während längerer Zeit nicht
in ihr Herkunftsland zurückkehren können. Da sie zu diesem Zeitpunkt aber arbeitslos
gewesen sei und da ihre Lebenshaltungskosten im Herkunftsland tiefer als in der
Schweiz gewesen seien, habe sie sich zu einem längeren Aufenthalt entschlossen.
Folglich hat es sich nicht um einen objektiv zwingend notwendigen Auslandsaufenthalt,
sondern um einen gewöhnlichen, allerdings etwas längeren Aufenthalt zum Zweck
eines Verwandtenbesuchs gehandelt. In seiner Beschwerdeschrift hat der
Beschwerdeführer dann geltend gemacht, der erste Enkel seiner Ehefrau habe seit
seiner Geburt „ein Loch im Herzen“, was eine starke Schwächung des Immunsystems
zur Folge habe. Deshalb sei eine intensive Betreuung des Enkelkindes durch die
Ehefrau „mehr als nur wichtig“, nämlich lebensnotwendig gewesen. Diese Angaben
decken sich nur teilweise mit den im Einspracheverfahren angegebenen Gründen für
den Auslandsaufenthalt. Wenn die Betreuung des Enkelkindes tatsächlich derart im
Vordergrund gestanden hätte, hätte der Beschwerdeführer wohl schon im
Einspracheverfahren auf diesen Umstand hingewiesen und nicht angegeben, der
Auslandsaufenthalt habe einem „gewöhnlichen“ Verwandtschaftsbesuch und der
finanziellen Entlastung gedient. Die sinngemässe Angabe, das Enkelkind habe in der
Zeit vom 22. Dezember 2013 bis zum 22. Mai 2014 (bzw. bis April 2014) unbedingt
durch die Ehefrau des Beschwerdeführers betreut werden müssen, ist deshalb nicht
überzeugend, weshalb trotz dieser Angabe davon auszugehen ist, dass der
Auslandsaufenthalt nicht objektiv zwingend notwendig gewesen ist. Der
Beschwerdeführer hat sodann ausgeführt, dass seine Ehefrau bereits im April 2014
hätte zurückkehren wollen, infolge eines „Chemieunfalls“ in ihrer Region und wegen
„ihres Aussehens“ die geplante Rückreise aber nicht habe antreten können. Deshalb
habe sie ihren Aufenthalt bis zum 22. Mai 2014 verlängern müssen. Die
Beschwerdegegnerin hat zwar zur behaupteten Verzögerung der Rückkehr keine
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Abklärungen getätigt, doch kann in antizipierender Beweiswürdigung von weiteren
Abklärungen abgesehen werden, da davon auszugehen ist, dass sich die
Notwendigkeit zumindest einer mehr als eine oder zwei Wochen dauernden
Verzögerung der Rückreise nicht belegen lässt. In Bezug auf die Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens wäre eine allfällige Verzögerung von ein, zwei
Wochen aber irrelevant. Deshalb ist ohne weitere Abklärungen von einer
Beweislosigkeit hinsichtlich einer relevanten (d.h. wesentlich mehr als zwei Wochen
dauernden) Verzögerung auszugehen.
2.8 Der Beschwerdeführer macht geltend, die rückwirkende Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens sei rechtswidrig. Er hat aber verkannt, dass die
Pflicht, sich um eine Arbeitsstelle zu bemühen, nicht durch einen Akt der
Beschwerdegegnerin hat begründet oder abgemahnt werden müssen. Bei der
ergänzungsleistungsspezifischen Schadenminderungspflicht, den eigenen
Existenzbedarf möglichst aus eigener Kraft zu bestreiten, handelt es sich nämlich um
eine Selbstverständlichkeit. Jede arbeitslose Person, die nicht mit Leistungen Dritter
zur Bestreitung ihres Lebensbedarfs rechnen kann, muss eine Arbeitsstelle suchen,
ohne dass sie erst von einem Sozialversicherungsträger dazu angehalten
beziehungsweise abgemahnt werden müsste. Im Übrigen hat der Beschwerdeführer
selbst eingeräumt, dass sich seine Ehefrau schon um eine Arbeitsstelle bemüht habe,
bevor sie von der Beschwerdegegnerin dazu angehalten worden sei. Diese
Stellenbemühungen hat der Beschwerdeführer aber nicht nachweisen könne. Folglich
hat er nicht belegen können, dass seine Ehefrau unverschuldet arbeitslos gewesen ist,
weshalb rückwirkend ab dem Anspruchsbeginn von einer selbstverschuldeten
Arbeitslosigkeit ausgegangen und dementsprechend ein hypothetisches
Erwerbseinkommen angerechnet werden muss.
2.9 Für die Ermittlung des Betrages des hypothetischen Erwerbseinkommens steht
keine zuverlässigere Grundlage als die Ergebnisse der Schweizerischen
Lohnstruktuerhebung zur Verfügung, weshalb darauf abzustellen ist. In der Grossregion
Ostschweiz hat der Medianwert der Hilfsarbeiterinnenlöhne im Jahr 2010 monatlich
4’077 Franken betragen. Unter Berücksichtigung einer Wochenarbeitszeit von 42
Stunden entspricht dies einem Jahreslohn von 51’370 Franken. Von diesem
Ausgangswert ist ein Abzug von 25 Prozent vorzunehmen, da sich die Ehefrau des
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Beschwerdeführers angesichts der Konkurrenzsituation mit einem entsprechend
unterdurchschnittlichen Einkommen von 38’528 Franken begnügen müsste. Würde die
Ehefrau des Beschwerdeführers nämlich ihre Arbeitskraft auf dem regionalen
Hilfsarbeiterinnenmarkt zu einem höheren Lohn anbieten, hätte sie wohl kaum eine
Chance, eine Arbeitsstelle zu finden. Von diesem hypothetischen Bruttoeinkommen
sind nicht nur die (hypothetischen) Beiträge an die AHV/IV/ EO und an die ALV von total
6,25 Prozent, sondern auch die (hypothetischen) Beiträge an die obligatorische
Nichtberufsunfallversicherung und für die berufliche Vorsorge abzuziehen. Da die
entsprechenden Prämien – anders als bei der AHV/IV/EO und der ALV – nicht mittels
eines fixen Prozentsatzes vom Bruttoeinkommen festgelegt, sondern im Einzelfall
mittels einer komplexen Berechnung ermittelt werden, kann kein absolut zuverlässiger
Gesamtprozentsatz beziehungsweise Gesamtbetrag der Sozialversicherungsbeiträge
angegeben werden. Ein Abzug von insgesamt neun Prozent für AHV/IV/EO, ALV, NBUV
und berufliche Vorsorge erscheint allerdings als angemessen (vgl. hierzu auch den
Entscheid EL 2014/46, E. 4.8). Das Total der Sozialversicherungsabzüge beläuft sich
also auf 3’468 Franken. Das (privilegiert) anrechenbare Erwerbseinkommen beträgt
folglich 22’373 Franken (= [38’528 – 3’468 – 1’500] ÷ 3 × 2).
3.
3.1 Unter Berücksichtigung der Rentenleistungen von total 21’175 Franken, des
Vermögensertrages von 17 Franken im Jahr 2014, des Einkommens des
Beschwerdeführers von 2’200 Franken im Jahr 2013 und von 1’200 Franken im Jahr
2014 sowie des hypothetischen Erwerbseinkommens der Ehefrau von 22’373 Franken
ergibt sich ein Einnahmentotal von 45’748 Franken für das Jahr 2013 beziehungsweise
von 44’765 Franken für das Jahr 2014. Bei einem Ausgabentotal von 52’071 Franken
(2013) beziehungsweise von 52’359 Franken (2014) resultiert ein Ausgabenüberschuss
von 6’289 Franken für das Jahr 2013 respektive von 7’628 Franken für das Jahr 2014.
Die so genannte Minimalgarantie (Art. 26 ELV) entspricht der Prämienpauschale für die
obligatorische Krankenpflegeversicherung. Sie hat sich im Jahr 2013 auf 8’256 Franken
und im Jahr 2014 auf 8’544 Franken belaufen. Der Beschwerdeführer hat folglich für
die Monate Oktober, November und Dezember 2013 einen Anspruch auf eine dieser
Minimalgarantie entsprechende ordentliche, bundesrechtliche Ergänzungsleistung von
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
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St.Galler Gerichte
je 688 Franken und für die Zeit ab Januar 2014 einen solchen von monatlich 712
Franken.
3.2 Da der Mietzins den für die Berechnung der ordentlichen, bundesrechtlichen
Ergänzungsleistung massgebenden Maximalbetrag im massgebenden Zeitraum
überstiegen hat und da der Beschwerdeführer in diesem Zeitraum über kein
nennenswertes Vermögen verfügt hat, hat er einen Anspruch auf eine
ausserordentliche, kantonalrechtliche Ergänzungsleistung. Diese entspricht der
Differenz zwischen dem tatsächlichen Mietzins und dem für die Berechnung der
ordentlichen, bundesrechtlichen Ergänzungsleistung massgebenden Maximalbetrag,
beträgt aber maximal einen Drittel des erwähnten Maximalbetrages. Bei einem Mietzins
von 19’200 Franken pro Jahr beträgt die ausserordentliche, kantonalrechtliche
Ergänzungsleistung 4’200 Franken pro Jahr beziehungsweise 350 Franken pro Monat.
4.
Der angefochtene Einspracheentscheid ist entsprechend zu Ungunsten des
Beschwerdeführers zu korrigieren. Gerichtskosten sind keine zu erheben. Der
unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Da dieser Entscheid auch den Anspruch auf die ausserordentliche, kantonalrechtliche
Ergänzungsleistung betrifft, gilt der geteilte Rechtsmittelweg.