Decision ID: 664cf4f8-50ed-46e3-b557-8a70945723b2
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1970 geborene X._, Mutter einer erwachsenen Tochter und von drei schulpflichtigen Kindern und damals seit Januar 2009 in einem 100%-Pensum als „Coordinator“ bei der Z._ tätig (Urk. 6/15),
meldete sich am 17.
Februar 2010 nach einer
längeren krankheits
bedingten Abwesenheit
vom Arbeitsplatz (Urk. 6/2)
unter Hinweis auf eine psy
chische Gesundheitsbeeinträchtigung zum Bezug von Leistungen der Invaliden
versicherung an (Urk. 6/8). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte einen Bericht bei der behandelnden Psychiaterin Dr. med. A._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie (Urk. 6/13/6-11), sowie einen Ar
beitgeberbericht (Urk. 6/15) ein. Nach Abbruch eines von der Invalidenversi
cherung finanzierten Belastungstrainings (Urk. 6/23-24 und Urk. 6/31-32) und nach Einholung eines weiteren Berichts bei Dr. A._ (Urk. 6/35/6-11) aufer
legte die IV-Stelle der Versicherten im Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht die Fortsetzung der fachpsychiatrischen und psychopharmakologischen
Be
handlung
und Therapie
(
Schreiben vom 24. November 2010, Urk. 6
/39). Mit
Verfügungen vom 18.
April
und 1
2.
Mai 2011 sprach
die IV-Stelle X._ mit Wirkung ab 1. August 2010, ausgehend von einem Invalidi
tätsgrad von zunächst 70 % und anschliessend 100 %, eine ganze Rente der In
validenversicherung nebst Kinderrenten zu (Urk. 6/54 und Urk. 6/57).
1.2
Im Rahmen des im März 2012
von Amtes wegen veranlassten Revisionsver
fah
rens (Urk. 6/61) tätigte die IV-Stelle erneut medizinische, erwerbliche sowie berufliche Abklärungen und liess die Versicherte am 31. Oktober 2012 durch Dr. med. B._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, begutachten (vgl. Ex
pertise vom 24. Dezember 2012, Urk. 6/70/1-18; vgl. auch die Rückfragen bei Dr. B._ im Einspracheverfahren, Urk. 6/91 und Urk. 6/98). Hernach verfügte die IV-Stelle am 19. März 2014 die Einstellung der ganzen Invalidenrente per 30. April 2014 (
Urk. 6/105
).
Die von
X._ hiegegen erhobene Beschwerde (Urk. 6/107/3-14) wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 12. August 2015 (Urk. 6/116, Prozessnummer IV.2014.00472) in dem Sinne gutgeheissen,
dass die angefochtene Verfügung vom
19. März 2014
aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen
wurde
, damit diese nach erfolgter Abklärung im Sinne der Er
wägungen neu verfüge.
1.3
Die IV-Stelle holte in der Folge Arztberichte ein (Urk. 6/126 und Urk. 6/128) und veranlasste eine polydisziplinäre medizinische Untersuchung (vgl. das Gut
achten der MEDAS C._, vom 15. Juli 2016, Urk. 6/150, sowie die Beantwortung von Rückfragen durch den psychiatrischen Gutachter vom 24. Januar 2017, Urk. 6/159). Sie führte ein Vorbescheidverfahren durch (Urk. 6/152 ff.) und gewährte der Versicherten be
treffend die Ergänzungen des psychiatrischen Gutachters das rechtliche Gehör (vgl. Urk. 6/163). Mit Verfügung vom 30. März 2017 (Urk. 2) bestätigte sie die Aufhebung der ganzen Rente per Mai 2014.
2.
Hiegegen liess X._ am 18. Mai 2017 Beschwerde erheben (Urk. 1) und beantragen, es sei die Verfügung vom 30. März 2017 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr vom 1. Mai 2014 bis 31. Dezember 2015 weiterhin eine ganze Rente auszurichten. Eventuell sei die Sache zwecks ergänzender Abklärung des medizinischen Sachverhalts und der Zumutbarkeit von April 2014 bis Juni 2016 (Gutachtensdatum) an die Be
schwerdegegnerin zurückzuweisen, um anschliessend über den Anspruch der Beschwerdeführerin ab 1. Mai 2014 zu entscheiden (S. 2). Die Beschwerdegeg
nerin ersuchte in ihrer Beschwerdeantwort vom 23. Juni 2017 um Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), wovon die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 5. Juli 2017 (Urk. 7) in Kenntnis gesetzt wurde.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
Für die rechtlichen Erwägungen kann auf die Ausführungen im hiesigen Ent
scheid vom 1
2.
August 2015 verwiesen werden (Prozess-Nr. IV.2014.00
472; Urk. 6/116 E. 1), wobei ergänzend darauf hinzuweisen ist, dass
g
emäss
Art.
88a
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
bei
einer Verbes
serung der Erwerbsfähigkeit die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Her
absetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichti
gen
ist
, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne we
sentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich wei
terhin andauern wird. Die hierzu notwendige Prognose unterliegt dabei dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit (BGE 119 V 7 E. 3c/aa mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist eine Rente bei Wegfall der Invalidität im Normalfall erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der anspruchserheblichen Veränderung aufzuheben (BGE 119 V 98 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts I 569/06 vom 20. November 2006 E. 3.3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die mit Verfügung vom 30. März 2017 (Urk. 2) bestätigte Einstellung der Invalidenrente per Mai 2014 mit dem Ergeb
nis des C._-Gutachtens vom 15. Juli 2016 und führte hierzu im Wesentlichen aus, eine vorübergehende Verminderung der Arbeitsfähigkeit seit Aufhebung der Invalidenrente sei plausibel. Diese habe jedoch bei zirka 30 % gelegen, was kein Anspruch auf eine Invalidenrente begründe. Seit spätestens September 2014 sei eine Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetreten. Aktuell sei der Beschwerdeführerin die jetzt ausgeübte Tätigkeit sogar vollumfänglich zu
mutbar, allerdings mit einer Verminderung der Leistungsfähigkeit um 10 % we
gen eines erhöhten Pausenbedarfs. Die Gutachter seien klar von einer Verbes
serung des Gesundheitszustandes ausgegangen. Es handle sich somit nicht um eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhalts. Die Beschwerdegegnerin er
rechnete mit Bezug auf eine 10%ige Verminderung der Leistungsfähigkeit in
folge erhöhten Pausenbedarfs einen Invaliditätsgrad von 35 %, weshalb die Rente zu Recht per Mai 2014 aufgehoben worden sei.
Dieser Begründung fügte sie in ihrer Beschwerdeantwort vom 23. Juni 2017 (Urk. 5) nichts mehr hinzu.
2.2
Dem liess die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom 18. Mai 2017 (Urk. 1) im Wesentlichen entgegen halten, es sei auf die Atteste der behandeln
den Psychiaterin Dr. A._ abzustellen. Nicht zu folgen sei der pauschalen und retrospektiven Angabe der Gutachter, wonach die echtzeitlich seit 1. September 2010 attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollziehbar sei (Ziff. 14). Die Diagnosestellung der C._-Gutachter entspreche sodann in etwa derjenigen von Dr. A._, weshalb die gutachterliche Einschätzung der Restarbeitsfähig
keit lediglich eine divergierende Beurteilung desselben Sachverhalts ohne Nachweis eines Revisionsgrundes darstelle (Ziff. 15). Es sei frühestens per Sep
tember 2015 ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu berücksichtigen, weshalb die Rentenleistung erst per 1. Januar 2016 einzustellen sei (Ziff. 20). Zudem habe die Beschwerdegegnerin ihre Substanziierungspflicht und somit auch das Gebot des rechtlichen Gehörs verletzt, indem sie sich auf eine plau
sible Arbeitsfähigkeit von zirka 70 % betreffend die Jahre 2013/2014 gestützt und dabei aber keinen Invaliditätsgrad ermittelt habe. Selbst wenn man eine angebliche Verbesserung des Gesundheitszustandes ab September 2014 berück
sichtigte und von einer Restarbeitsfähigkeit in der Höhe von 70 % ausginge, resultierte ohne Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges ein Invalidi
tätsgrad von 41 %. Dies würde ein Anspruch auf Weiterausrichtung der bisheri
gen ganzen Rente rückwirkend per 1. Mai 2014 und auf eine vom 1. Dezember 2014 bis zum 31. Dezember 2015 befristeten Viertelsrente begründen (Ziff. 21).
3.
Dem
am 18. April 2011 und 12. Mai 2011 verfügten
Anspruch
auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung (Urk.
6
/54 und Urk.
6/57) lagen
in medizini
scher Hinsicht namentlich
die Berichte der behandelnden Psychiaterin Dr. A._ vom
1
6.
März 2010 (
Urk. 6/13/6-11
)
und
10.
September 2020 (
Urk.
6/35/6-11)
zugrunde (vgl. auch die Stellungnahme des Regionalen Ärztli
chen Dienstes der IV-Stelle, RAD, vom 28. September 2010, Urk. 6/38 S. 3 f.). Dr. A._ nannte damals
im Wesentlichen
die Diagnosen
eine
r
mittelgradige
n
depressive
n
Episode (ICD-10 F32.1), eine
r
Dysthymie sowie eine
r
chronische
n
Gratifikationskrise
. Die
Beschwerdeführerin
war
vom 18. Juni 2009 bis zum 22. Januar 2010 in der Tagesklinik für Affektkranke
der D._ in Behandlung gewesen
.
Dr. A._
attestierte der Beschwerdeführerin vom 25. Mai 2009 bis Februar 2010 eine 100%ige und ab Februar 2010 bis auf
w
eiteres eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit, wobei sie ab Sommer 2010 mit einer 50%igen Arbeits(un)fähigkeit rechnete.
Nach einem Medikations
versuch mit Wellbutrin
trat zunächst
eine eind
eutige Besserung ein
. Ab September
2010
attestierte
Dr. A._
der Beschwerdeführerin
dann
nach einer Exacerbation eines chronischen Paarkonfliktes wieder eine 100 %ige Ar
beitsunfähigkeit.
4.
4.1
Im Revisionsverfahren gab Dr. A._ am 30. März 2012 (Urk. 6/62/5-11) an, insgesamt sei die Beschwerdeführerin nun stabiler, wenn auch häufig Infekte und Kopf- sowie Rückenschmerzen auftreten würden. Dr. A._ diagnostizierte eine Dysthymie (ICD-10 F34.1) sowie einen Status nach mittelgradiger depressi
ver Episode (ICD-10 F32.1) bei chronischer Gratifikationskrise und Exacerbation eines chronischen Paarkonfliktes im Jahr 2010/2011 sowie Rückenschmerzen (Diagnose unbekannt). Sie attestierte der Beschwerdeführerin ab Oktober 2011 und bis auf Weiteres eine 70%ige Arbeits
unfähigkeit. Aktuell sei der Gesund
heitszustand stabil auf einem auswärts arbeitsunfähigen Niveau. Die Beschwer
deführerin sei in ihrer Funktion als Hausfrau und Mutter ausgelastet und gerate zwar weniger in Erschöpfungs- und Überforderungszustände; wenn diese aber eintreten würden, wirkten sie sehr bedrohlich. Eine zusätzliche auswärtige Ar
beit sei nicht zumut
bar beziehungsweise es sei eine erneute Dekompensation im Sinne einer Erschöpfungsdepression und Selbstwertkrise zu befürchten.
4.2
Im psychiatrisch-psychotherapeutischen Gutachten vom 24. Dezember 2012 (Urk. 6/70/1-18) diagnostizierte Dr. B._ eine Dysthymie (ICD-10 F34.1) bei einer gegenwärtig remittierten depressiven Störung (ICD-10 F32.4/F33.4) mit (subjektiven) neurasthenischen, ängstlichen und depressiven Restsymptomen und mit unregelmässigem Konsum von Alkohol, Kokain, Extasy und Cannabi
noiden (S. 7). Er gab an, es seien anlässlich seiner Untersuchung vom 31. Oktober 2012 keine relevanten psychopathologischen Befunde erkennbar gewesen (S. 9). Die neurasthenischen, ängstlichen und depressiven Restsymp
tome beziehungswiese die Dysthymie erklärten sich vollständig als Folge einer gemäss Akten depressiven Episode zwischen Mai 2009 und März 2012 sowie der aus den Akten ersichtlichen und subjektiv geschilderten psychosozialen Faktoren, wie unter anderem Herkunft, Migration, Lebensalter, Rentenbezug, eheliche Kon
flikte, Krankheiten der Kinder, Mehrfachbelastung als Hausfrau und Mutter, persönliche Berufswünsche sowie Abstinenz vom und Lage am Ar
beitsmarkt (S. 10). Die Dysthymie führe im Fall der Versicherten aus versiche
rungsmedizinischer Sicht nicht zu einer Minderung der Arbeitsfähigkeit (S. 12). Es handle sich um eine Verbesserung des Gesundheitszustandes (S. 17). Hierzu werde auch auf die Einschätzung der behandelnden Psychiaterin Dr. A._ verwiesen. Eine im Mai 2009 dokumentierte depressive Episode sei remittiert (S. 16).
4.3
Im vorangegangenen Beschwerdeverfahren (Prozess-Nr. IV.2014.00472) reichte die Beschwerdeführerin einen Bericht der D._ vom 12. September 2014 über eine teilstationäre Behandlung in der Tagesklinik vom 10. Juni bis 5. September 2014 zu den Akten (Urk. 6/113/9-12). Darin nannten der Assistenzarzt E._ und die Oberärztin Dr. med. F._ die Diagnose einer rezidivierenden depres
siven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1).
Die Ärzte ga
ben an, der Eintritt sei aufgrund von Stimmungsschwankungen
,
unter denen die Beschwerdeführerin seit drei bis vier Monate
n
vermehrt leide, erfolgt. Nach dem ersten Eintrittsgespräch am 2
8.
Mai 2014 habe die Beschwerdeführerin angege
ben, für eine Woche in die USA fliegen zu wollen, so dass der Eintritt verscho
ben worden sei. Durch die Behandlung der depressiven Störung habe eine Teil
remission der Symptomatik
erreicht werden
können. Im Laufe der tagesklini
schen Behandlung habe sich die depressive Symptomatik deutlich gebessert.
Die medikamentöse Behandlung mit Wellbutrin sei auf Wunsch der Beschwerde
führerin fortgeführt worden. Den beim Eintrittsgespräch angegebenen ver
mehrten Alkoholkonsum habe die Beschwerdeführerin nach dem Ausland
aufenthalt sistieren können. Zu Entzugserscheinungen sei es nicht gekommen. Die laborchemische Kontrolle des CDT-Wertes sei unauffällig gewesen.
Nach Abschluss des akuttagesklinischen Programms sei die Beschwerdeführerin in ei
nem stabilen und gebesserten Zustandsbil
d in die alten Verhältnisse ent
lassen worden (S. 3).
5.
5.1
Das hiesige Gericht wies die Sache mit Urteil vom 12. August 2015 (Urk. 6/116) zu weiteren Abklärungen an die IV-Stelle zurück, da der Eintritt einer Ver
schlechterung in psychiatrischer Hinsicht zwischen
der Begutachtung
durch Dr. B._ im Oktober 2012
und der Renteneinstellung mit Verfügung vom 19. März 2014 nicht auszuschliessen war (E. 6.3)
.
5.2
Die behandelnde Psychiaterin Dr. A._ nannte im Bericht vom 10. November 2015 (Urk. 6/126/6-10) die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Stö
rung seit dem Jahr 2009 in wechselnder Ausprägung, gegenwärtig leichten bis mittelschweren Ausmasses (ICD-10 F 33.0/1) bei einem Status nach sexueller Traumatisierung und chronischer Überforderung seit der Kindheit, einer Dys
thymie (ICD-10 F34.1) sowie einer Migräne.
Sie gab an, dass die Beschwerdeführerin wegen einer persistierenden psychophy
sischen Krise vom 10. Juni bis 5. September 2014 in der Akut-Tages
klinik der D._ gewesen sei. Die Krise habe sich in Form ständiger Müdigkeit, rascher Erschöpfung, geringer Belastbarkeit und Frustrationstoleranz, Gefühls
schwankungen, intermittierenden suizidalen Verzweiflungskrisen, Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen sowie persistierender Überlastung geäussert. Zu
dem habe die Beschwerdeführerin unter Schlafstörungen gelitten.
Sie habe in gebessertem Zustand austreten können.
Im Anschluss sei eine Arbeitstherapie in der D._ (30. September 2014 bis 6. Januar 2015) in die Wege geleitet worden. Dort habe sie
allerdings nicht profitieren können, weil die dortigen Ansprü
ch
e/Bedingungen in keinster Weise
ihrer realen Arbeitssituation sowohl im ex
ternen als auch im internen Arbeitsberei
ch (Mutter, Haushalt) entsprochen habe
.
Unter dem herrschenden beruflichen Rehabilitationsdruck habe die Beschwer
deführerin Anfang 2015 stundenweise (wenige Stunden) eine Tätigkeit als Fran
zösischlehrerin begonnen. Dies sei vorerst noch gut verlaufen. Seit Sommer ma
che sie beim G._ eine Zusatzausbildung, die sie als Qualifikation für eine all
fällige Fortsetzung dieser Tätigkeit benötige. Seitdem weise sie zunehmend Be
schwerden wie früher auf: Sie fühle sich geschwächt, ängstlich, unsicher und verspüre zunehmend die für sie typischen Kontrollverlust- und Versagens
ängste. Unter diesen Spannungen habe sie wieder mehr Kopfschmerzen, Schlaf
störungen und Insuffizienzgefühle sowie Anspannungen oder starke Erschöp
fungsgefühle und Müdigkeit. Der Antrieb sei reduziert.
Die laufenden Arbeitsbemühungen seien noch zu kurz, um beurteilen zu kön
nen, ob diese mittelfristig aufrecht erhalten werden könnten. Die vorliegende double Depression (rezidivierende depressive Episoden mit Dysthymie) wirke sich erschwerend auf einen nachhaltigen Therapieerfolg sowie auf die Prognose aus. Aktuell sei eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung alle zwei Wochen sowie eine antidepressive Medikation (Wellbutrin 300 mg/d sowie Surmontil Tropfen) etabliert. Von Oktober 2011 bis Dezember 2014 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Seit Januar 2015 bestehe bei weiterhin 100%iger Arbeitsunfähigkeit im Rahmen einer angepassten Tätigkeit bezie
hungsweise eines Arbeitsversuchs eine stundenweise Arbeitsfähigkeit.
Einschränkungen bestünden mit Bezug auf eine rasche Ermüdbarkeit und Er
schöpfbarkeit und Konzentrationsschwierigkeiten. Es bestehe eine reduzierte Belastbarkeit. Die Beschwerdeführerin sei dünnhäutig, unter Stress ablenkbar, affektlabil und immer wieder ängstlich-verunsichert. Sie leide unter Selbstwert
zweifeln, sei niedergeschlagen und verfüge über mangelndes Selbstvertrauen. Sie stelle sich selbst unter starken Druck und reagiere dann mit panikartigen Zuständen. Seit Herbst bestünden wieder mehr Stimmungsstörungen. Die Be
schwerdeführerin habe aus intrapsychischen Gründen einen grossen Energiebe
darf für ihre Selbstregulation. Sie vermöge nur ungenügend auf eigene Ressour
cen zurückzugreifen. Sie stehe immer noch in einem Spannungsfeld zwischen eigenen perfektionistischen Ansprüchen zur Abwehr von inneren Kontrollver
lustängsten sowie zur Selbstwertstabilisierung und geringem Selbstvertrauen sowie negativem Selbstbild. Auch stehe sie in ständiger Besorgnis um ihre Kin
der. Bei äusserem Druck dekompensiere die Beschwerdeführerin. Bei der Arbeit beziehe sie Schwierigkeiten rasch auf sich und fühle sich dann minderwertig und schuldig. Kombiniert mit ängstlichen Krisen seien die Belastbarkeit und der Antrieb reduziert. Dr. A._ nannte folgendes Belastungsprofil: flexible Ar
beitszeiten, gute Beziehung zu Vorgesetzten und Mitarbeitern, wenig Zeitdruck und Möglichkeit zur Einteilung von Regenerationspausen.
5.3
Am 15. Juli 2016 erstattete die MEDAS C._ ein polydisziplinäres Gutachten (Urk. 6/150) nach ambulanten Untersuchungen vom 10. bis 13. Mai 2016. Dr. med. H._, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. med. I._, Facharzt Allgemeine Innere Medizin, und Dr. med. J._, Fachärztin Rheumatologie, nannten darin die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 44):
•
Chronisches Cervicovertebralsyndrom bei
•
degenerativen
Halswirbelsäule
-Veränderungen mit Wirbelsäulenfehlhaltung inkl. Kyphosierung C2-4
•
begleitenden Myotendinosen Nacken-Schultergürtel
•
Chronisches Lumbovertebralsyndrom bei
•
Lendenwirbelsäule
-Hyperlordose
•
Leichten
degenerativen Veränderungen und begleitenden Myotendinosen M
.
erec
tor trunci
•
Akzentuierte Persönlichkeitszüge
(ICD-10 Z73)
•
DD
:
Persönlichkeitsstörung (ICD-10
F
60.88) mit/bei
•
Undifferenzierter Somatisierungsstörung (ICD-10
F
45.41)
•
Dysthymie (ICD- 10 F34.1)
Die rezidivierende depressive Störung sei gegenwärtig remittiert.
Zum Resultat der Konsenskonferenz hielten die Gutachter fest, f
unktionelle Ein
schränkungen
bestünden
aus somatischer Sicht
am Achsenskelett bei ungünsti
gen
Haltungen
der
Halswirbel- und Lendenwirbelsäulen,
dies
insbesondere bei längerer Einnahme der gle
ichen Position sowie bei repetit
iven Belas
tungen in
klusive Heben, Stossen und
Ziehen von Lasten
über
5
Kilogramm
und intermit
tierend
über
10
Kilogramm
. Aus psychiatrischer Sicht
sei die Beschwerdeführe
rin
aufgrund
der multiplen vegetativen, somat
oformen und psy
chischen Symp
tome eingeschränkt. I
n Anleh
nung an die Mini-ICF-APP bestehe
ein
e doch verminderte Sozialkompet
enz, indem die Versicherte eher impulsi
v
es/dysphorisches Verhalten zeige und in ihrer Flexibilität,
Umstellfähigkeit
so
wie
insbesondere
der psychischen Belastbarkeit und damit der Durchhaltefähig
keit
eingeschränkt
sei
. Kognitive Einschränkungen,
die heute
eine Verlangsa
mung des Arbeitstempos begründen würden,
seien nicht konstatiert worden.
D
ie früher beschriebenen rezidivierenden depressiven Episoden
seien
aktuell remit
tiert. Aktuell
bestünden
auch keine Auswirkungen eines Drogenkonsums (ent
sprechende Laborresultate
seien ebenfalls negativ ausgefallen).
D
ie Versicherte
habe
angegeben, seit Langem
abstinent
zu sein.
Die Dysthymie per se rechtfer
tige
heute keine Ve
rminderung der Arbeitsfähigkeit.
Vielmehr
seien
es die mul
tiplen unspezifischen psychisch
en Symptome aufgrund der vulnera
blen Persön
lic
hkeit
szüge,
die bei der Beschwerdeführerin
eine Rendementverminderung zu begründen vermö
chten (S. 46).
Die akzentuierten Persönlichkeitszüge mit Differenzialdiagnose Persönlichkeits
störung stellten relevante Persönlichkeitsfaktoren dar, die den Symptomatik
komplex des psychischen Leidens wesentlich mitgestalteten (S. 47).
Das psychiatrische Abklärungsgespräch sei durch eine emotionale Instabilität der Beschwerdeführerin mit meist zurückhaltender, misstrauischer, dann auch impulsiv-dysphorischer Stimmungslage geprägt gewesen. Es fänden sich ins
besondere bei insistierendem Nachfragen auch affektiv-depressive Dekompen
sationen, eine Affektlabilität mit Weinen. Insgesamt werde dies im Rahmen ei
ner Abwehrhaltung betreffend traumatisierende Erlebnisse der Versicherten in
terpretiert. Daneben fänden sich aber auch unpräzise Angaben, deren Bewusst
seinsnähe fraglich sei
beziehungsweise
die eher bewusstseinsnah erschienen. Insgesamt imponiere die Beschwerdeführerin psychopathologisch deutlich vul
nerabel mit einer emotionalen Labilität und einer dysthym-dysphorischen Grundstimmung. Im Rahmen der Abklärung im Kognitiven gebe es klinisch keine Hinweise für wesentliche Störungen. Es bestünden keine Denkstörungen (S. 45).
Insgesamt sei der Eindruck eines kontrollierenden, vermeidenden Erzählens mit hintergründig deutlich eingeschränkter Flexibilität, deutlich erhöhter Vulnera
bilität und vermind
erter psychischer Belastbarkeit, Durchhaltefähigkeit und
So
zialkompetenz entstanden (S. 46).
Internistisch
fänden
sich keine Befunde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Hypertonie, präklinischer Eisenmangel
; S. 46).
Die Gutachter gaben an,
sie gingen davon aus, dass im Dezember 2012 eine hohe, wenn nicht vollschichtige Arbeitsfähigkeit bestanden habe, die im Ver
laufe der Jahre 2013/2014 eine Verminderung erfahren habe, insbesondere im Sinne einer verminderten psychischen Belastbarkeit, die sie aber im Einzelnen – angesichts fehlender auf aktueller Untersuchung beruhender Akten für den Zeitraum Dezember 2012 bis Juni 2014 – nicht zu beziffern vermöchten (20-40%?). Im Rahmen der teilstationären Behandlung habe die Arbeitsunfähigkeit wieder abgenommen. Spätestens seit September 2014 sei dann eine sukzessive Besserung der Arbeitsfähigkeit auf das heute attestierte Ausmass anzunehmen. Erst Anfang 2015 habe die Beschwerdeführerin eine stundenweise Tätigkeit als Französischlehrerin aufgenommen. Sie sei in der Lage gewesen, während dieser Zeit auch eine Zusatzausbildung zu absolvieren. Nach Angabe der Versicherten habe diese Anstellung für sie jedoch eine Überforderung dargestellt. Die behan
delnde Psychiaterin habe weiterhin eine vollschichtig Arbeitsunfähigkeit attes
tiert und daneben etwas widersprüchlich darauf hingewiesen, dass eine ange
passte Arbeit beziehungsweise ein Arbeitsversuch stundenweise bis auf Weiteres möglich sei. Nach Angabe der Beschwerdeführerin habe sie ab dem 1. Sep- tember 2015 wieder eine Anstellung zu 40 % bis 50 % im Stundenlohn aufgenommen (S. 49); wobei es ihr überwiegend wahrscheinlich bereits damals möglich gewesen wäre, ein etwas höheres Pensum als angenommen zu absol
vieren. Diesbezügliche retrospektive Aussagen seien bei fehlenden Berichten mit aktuellen differenzierten psychopathologischen Befunden und pauschalen Ar
beitsunfähigkeitsbeurteilungen aber schwierig (S. 50). Die im September 2015 aufgenommene Tätigkeit könne die Beschwerdeführerin wesentlich zu Hause erledigen. Diese Tätigkeit sei aktuell optimal adaptiert, da die Versicherte – mit einer gewissen verminderten Sozialkompetenz aufgrund der Persönlichkeitszüge und einer multiplen psychosomatischen Symptomatik – sich ihre Arbeitstätig
keit in einer solchen Arbeit optimal einteilen könne. Auch von Seiten der so
matisch fassbaren Befunde respektive des Schmerzlebens bestünden hier Mög
lichkeiten zur optimalen Adaptierung (S. 48). Wesentlich erscheine hierbei, dass die Versicherte grösstenteils zu Hause arbeiten könne (S. 50). In dieser aktuell ausgeübten Tätigkeit werde der Beschwerdeführerin deswegen eine Arbeitsfä
higkeit von zeitlich 100 % mit einem verminderten Rendement von zirka 10 % attestiert. Dieses heute der Beschwerdeführerin mögliche Arbeitspensum gelte ab Gutachtendatum (S. 48). In einer Tätigkeit, die mehrheitlich im Rahmen einer Betriebsanstellung ausser Haus ausgeführt werden müsste, betrage die Arbeits
fähigkeit nach ihrem Ermessen 80 % (S. 50).
Die Gutachter gingen nicht vom Vorliegen psychosozialer Faktoren, die massgeb
lich zu einer eigentlichen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führten, die ihrerseits eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirke, aus (S. 55). Soweit eruierbar seien die sozialen Kontextfaktoren heute auch zurück
getreten. Jedenfalls habe die Beschwerdeführerin diesbezüglich keinerlei Anga
ben gemacht. Sie habe die Entwicklung ihrer Kinder als normal bezeichnet (S. 47).
Aus psychiatrischer Sicht bleibe in den bisherigen psychiatrischen Berichten inklusive der Begutachtung die frühere Lebensgeschichte der Beschwerdeführe
rin unklar, auch anlässlich der heutigen psychiatrischen Untersuchung habe sich ein deutliches Abwehrverhalten gezeigt. Die unterschiedliche diagnostische und prognostische Einschätzung der heutigen psychiatrischen Untersuchung gegenüber der Begutachtung durch Dr. B._ fusse wesentlich auf einer un
terschiedlichen Einschätzung der strukturellen Stabilität bei der Beschwerde
führerin. Die attestierte vollschichtige Arbeitsunfähigkeit der behandelnden Ärztin (im Wesentlichen 100 % ab 2. September 2009 bis Januar 2015, dann stundenweise bis auf weiteres) könnten sie retrospektiv nicht teilen (S. 52).
5.4
Auf Rückfrage der IV-Stelle gab der psychiatrische Gutachter Dr. H._ am 24. Januar 2017 an (Urk. 6/159), es handle sich um eine Verbesserung des Ge
sundheitszustandes. Das depressive Leiden sei zum Zeitpunkt der Begutachtung remittiert gewesen (S. 2). Eine Teilremission der Symptomatik habe bereits in der Tagesklink erreicht werden können (S. 3).
6.
6.1
Für die Beantwortung der Frage nach dem Verlauf des Gesundheitszustandes
kann auf das Gutachten des
C._
vom
15. Juli 2016 (mit
ergänzenden Ausfüh
rungen vom 2
4.
Januar 2017
)
abgestellt werden, d
as
nach den notw
endigen Untersuchungen in all
gemeinmedizinischer, rheumatologischer
und psychiatri
scher Hin
sicht und in Kenntnis der medizinischen Aktenlage
zustande kam, nachvollziehbar begründet ist und sämtlichen erforderlichen Kriterien an den Beweiswert e
iner Expertise entspricht (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c)
. So ist es
namentlich
für die streitigen Belange umfassend und beantwortet die relevante
n
Frage
n
nach
einer Veränderung des Gesundheitszustandes im Verlauf und nach
der Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
einleuchtend
.
Dabei hoben die Experten zwar hervor, dass retrospektive Schätzungen der Arbeitsfähigkeit schwierig sind. Trotzdem ist es den C._-Gutachtern hinreichend gelungen, den Verlauf der Arbeitsfähigkeit unter Bezugnahme auf echtzeitliche Arztberichte begründet darzulegen.
6.2
Mit dem C._-Gutachten ist erstellt, dass zwischen der Begutachtung durch Dr. B._ am 31. Oktober 2012 und dem Erlass der rentenaufhebenden Verfü
gung vom 19. März 2014 (Urk. 6/105) eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit der Beschwerdeführerin stattfand. Beim Eintritt in die Tagesklinik der D._ am 10. Juni 2014 beziehungsweise beim ersten Eintrittsgespräch am 29. Mai 2014 wurde denn auch erneut eine mittelgradige depressive Episode di
agnostiziert, was die C._-Gutachter nachvollziehen konnten (Urk. 6/159 S. 2). Die Beschwerdeführerin gab gegenüber den D._-Ärzten an, bereits seit drei, vier Monaten vermehrt unter Stimmungsschwankungen zu leiden. Auf die von Dr. B._ im psychiatrisch-psychotherapeutischen Gutachten vom 24. Dezember 2012 (Urk. 6/70/1-18) postulierte Verbesserung mit namentlich remittierter depressiver Störung kann deshalb – unbesehen der auch in diag
nostischer Hinsicht vorhandenen Abweichungen im C._-Gutachten – nicht ab
gestellt werden. Eine Verbesserung des psychischen Gesundheitszustands ge
genüber dem Zeitpunkt der Rentenzusprache ist im Zeitpunkt des Verfügungs
erlasses im März 2014 deshalb nicht erstellt, weshalb die damals verfügte Ren
teneinstellung nicht geschützt werden kann.
6.3
Im Zeitpunkt der Begutachtung in der MEDAS C._ Mitte Mai 2016 war das depressive Leiden wiederum gänzlich remittiert. Eine Teilremission der Symp
tomatik mit anschliessend stetiger Verbesserung der Arbeitsfähigkeit konnte in
des bereits während des Aufenthaltes in der D._-Tagesklinik vom 10. Juni bis 5. September 2014 erreicht werden (E. 4.3, E. 5.2-5.4). Es ist somit ab dem Zeit
punkt des Klinikaustritts (5. September 2014) von einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, die Anlass für eine Rentenrevision darstellt, auszu
gehen.
6.4
Mit Bezug auf den Umfang der nach der Begutachtung durch Dr. B._ zwi
schenzeitlich wieder verstärkt zu Tage getretenen Einschränkungen in der Ar
beitsfähigkeit konnten die C._-Gutachter lediglich eine nicht im Einzelnen differenzierte Schätzung von 20-40 % abgeben, wobei sich diese auf eine ange
passte Tätigkeit beziehen muss, da die Gutachter in einer mehrheitlich ausser Haus zu verrichtenden, unangepassten Tätigkeit selbst im Begutachtungszeit
punkt noch von einer 20%igen Einschränkung ausgingen. Ergänzend führten die Gutachter aus, dass bei mittelgradiger depressiver Episode auch im Zeit
punkt des Klinikeintritts im Mai beziehungsweise (nach Reise in die USA) im Juni 2014 nicht von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei (Urk. 6/150 S. 54).
Da es den Gutachtern somit mangels echtzeitlicher differenzierter psychopatholo
gischer Befunde nicht möglich war, die Arbeitsunfähigkeit vor Eintritt in die Klinik und die mit dem Austritt begonnene stetige Verbesserung genauer zu beziffern, ist vom 5. September 2014 bis zum Antritt der neuen, rentenausschliessenden und optimal angepassten Stelle am 7. September 2015 (Urk. 6/155; vgl. auch E. 6.6 und 7.6) von einer gemittelt 30%igen Einschrän
kung auch in angepasster Tätigkeit auszugehen.
6.5
Eindeutig nicht gefolgt werden kann demgegenüber der Einschätzung der behan
delnden Psychiaterin, die der Beschwerdeführerin seit Oktober 2011 be
ziehungsweise im Wesentlichen seit September 2009 trotz erwähnter wechseln
der Ausprägung der depressiven Störung und zeitweiser Stabilisierung und Besserung ununterbrochen eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte und da
bei auch effektiv ausgeübte Arbeitstätigkeiten unberücksichtigt liess bezie
hungsweise offenbar im Zeitpunkt der Berichterstattung im November 2015 von der im September 2015 aufgenommenen Tätigkeiten gar keine Kenntnis hatte.
6.6
Ab dem Begutachtungszeitpunkt attestierten die C._-Experten schliesslich in einer angepassten, in der Hauptsache von zu Hause aus ausführbaren Tätigkeit (in zeitlicher Hinsicht) eine 100%ige Arbeitsfähigkeit mit einem verminderten Rendement von zirka 10%. In einer im Rahmen einer Betriebsanstellung im Wesentlichen ausser Haus zu erbringenden Tätigkeit gingen die Gutachter von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit aus. Sie diagnostizierten akzentuierte Persön
lichkeitszüge (DD: Persönlichkeitsstörung) mit/bei einer undifferenzierten So
matisierungsstörung und einer Dysthymie. Diesen Diagnosen ist gemein, dass sie aus versicherungsrechtlicher Sicht in der Regel nicht geeignet sind, um eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit darzutun. So vermögen a
kzentuierte
Per
sönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) grundsätzlich keinen rechtserheblichen Ge
sundheitsschaden zu begründen (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_558/2015 vom 22. Dezember 2015 E. 4.2.4 mit Hinweis auf 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.1). Dazu bedürfte es zumindest einer – im Gutachten nur als Differenzialdiagnose genannten und von der langjährigen Psychiaterin nie in Erwägung gezogenen – Persönlichkeitsstörung (Urteil des Bundesgerichts 8C_880/2015 vom 30. März 2016 E. 4.2.5 mit Hinweisen)
.
Auch eine
Dysthymie
ist rechtsprechungsgemäss nur in besonderen Fällen geeignet,
die Arbeitsfähig
keit erheblich
zu
beeinträchtigen,
etwa
wenn sie zusammen mit anderen Befun
den - wie
beispielsweise
wiederum
einer ernsthaften Persönlichkeitsstör
ung - auftritt (Urteile des Bundesgerichts 8C_623/2013 vom 11. März 2014 und 9C_146/2015 vom 19. Januar 2016 E. 3.2, je mit Hinweisen). Betreffend die un
differenzierte Somatisierungsstörung wäre sodann grundsätzlich in Anwendung der aktuellen Rechtsprechung (BGE 141 V 281) eine Indikatorenprüfung ange
zeigt. Auch wenn die Gutachter die trotz remittierter Depression weiterbeste
hende Verminderung der Arbeitsfähigkeit differenziert mit den vulnerablen Persönlichkeitszügen der Beschwerdeführerin begründeten und offenbar auch die
psychosoziale
n
und soziokulturelle
n
Faktoren wie beispielsweise
die
Sorge um die
Kinder
und die familiäre Überbelastungssituation in den Hintergrund getreten sind, ist fraglich, ob der Weiterbestand
eines invalidisierenden Gesund
heitsschadens nach Prüfung der rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen bejaht werden könnte. Dies kann indes
angesichts des von der Beschwerdefüh
rerin seit September 2015 in einer von den Gutachtern als optimal angepasst bezeichneten Tätigkeit erzielten (rentenausschliessenden) Valideneinkommens im Betrag von monatlich Fr. 5‘436.-- (Urk. 6/155 und Urk. 6/164; vgl. E. 7.6 hernach), offen gelassen werden.
7.
7.1
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der im September 2014 einge
tretenen Verbesserung.
7.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16
des Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG)
in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung (IVG)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglie
derungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Ar
beitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid gewor
den wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
7.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validenein
kommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkom
mensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Laut Angabe im Arbeitgeberbericht vom 30. März 2010 (Urk. 6/15) verdiente die Beschwerdeführerin im Jahr 2009 als „Coordinator“ bei der Z._ Fr. 73‘500.-- (Urk. 6/15). Angepasst an die Nominallohnent
wicklung bis ins Jahr 2014
(Indexstand
2552
[
20
09
] auf 26
73
[201
4
], vgl. Bun
desamt für Statistik, Arbeitsmarktindikatoren 2016, T 3
9
Entwicklung der No
minallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976–2015, Frauen)
ergibt sich ein hypothetisches Valideneinkommen von Fr. 76‘984.90.
7.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her
ausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröf
fentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren Bei
zug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Da die Beschwerdeführer ihre neue Tätigkeit bei K._ erst im September 2015 aufgenommen hat, ist zur Ermittlung des hypothetischen Invalidenein
kommens im September 2014 auf die Löhne der LSE 2012 TA1 abzustellen, wo
bei ausgehend von den vor und nach Eintritt der Invalidität ausgeübten Tätig
keiten auf die Löhne der Telekommunikations-Branche (LSE 2012, S. 32, TA1 Ziff. 61) abgestellt werden kann. Es rechtfertigt sich, den standardisierten Frauen-Medianlohn im Kompetenzniveau 2 (praktische Tätigkeiten wie Ver
kauf
/Pflege/Datenverarbeitung und Administration/Bedienen von Maschinen und elektronischen Geräten/Sicherheitsdienst/Fahrdienst
; die Beschwerdeführe
rin war bislang hauptsächlich im Support tätig, Urk. 6/150 S. 14
)
im Betrag von Fr. 5‘681.-- heranzuziehen.
Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen
wö
chentlichen
Arbeitszeit
von 40,4 Stunden in der Telekommunikations-Branche
(vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitsze
it nach Wirtschaftsab
teilungen [NOGA 2008]
, in Stunden pro Woche, 1990-2015,
Tabelle T 03.02.03.01.04.01, J61
) sowie der Nominall
ohnentwicklung bis ins Jahr 2014
(Indexstand 2630 [
2012
] auf 2673 [2014]
) ergibt sich ein Jahreseinkommen von Fr.
69‘979.45 (Fr. 5‘681.--
: 40 x
40,4
x 12 : 2630 x 26
73
)
. Bezogen auf das der Beschwerde
führerin ab September 2014 zumutbare 70 %-Pensum resultiert ein Jahresein
kommen von Fr. 48‘985.60
.
Unter Berücksichtigung der im Gutachten formu
lierten Einschränkungen, die namentlich
Tätigkeiten, die zur Hauptsache von zu Hause aus erledigen werden können, als zumutbar erscheinen lassen, rechtfer
tigt sich ein Abzug von 10 % (vgl. BGE 126 V 75), was zu einem hypotheti
schen Invalideneinkommen von Fr. 44‘087.05 führt.
7.5
Verglichen mit dem Valideneinkommen von
Fr. 76‘984.90 resultiert eine Einkom
menseinbusse von Fr. 32‘897.85. Es ergibt sich ein Invaliditätsgrad von gerundet 43 % und somit ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
Der Beschwerdeführerin stand nach dem Gesagten bis Ende Dezember 2014 wei
terhin eine ganze Rente der Invalidenversicherung und als Folge der im September 2014 eingetretenen Verbesserung (E. 1) des psychischen Gesund
heitszustandes ab 1. Januar 2015 eine Viertelsrente der Invalidenversicherung zu.
7.6
Mit Bezug auf den Antritt einer neuen optimal angepassten Stelle am 7. September 2015 mit einem Jahreseinkommen von umgerechnet Fr. 65‘232.-- (Urk. 6/155) bleibt zu bemerken, dass ab diesem Zeitpunkt unbestrittenermassen kein rentenbegründender Invaliditätsgrad mehr vorliegt; auch die Beschwerde
führerin verlangt die Weiterausrichtung der Rente nur bis zum 31. Dezember 2015. Der Anspruch auf eine Viertelsrente ist bis Ende Dezember 2015 zu be
fristen.
8.
8.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
700.-- anzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der
mehrheitlich
unterliegenden
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
8.2
Zudem ist der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung von Fr.
1
‘
8
00.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen (Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).