Decision ID: 1e1f2b85-e6bb-5b44-acfe-cc3e9bd4e020
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 10.07.2012 Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG; Art. 23 ELVJährlich nachschüssig fällige Zinserträge aus einer Termingeldanlage sind erst bei effektiver Auszahlung als Vermögensertrag in die EL-Berechnung aufzunehmen. Eine bereits per 1. Januar des Auszahlungsjahres erfolgende Anrechnung führt für die Zeit vor Auszahlung zu einem Eingriff in das EL-rechtliche Existenzminimum und entbehrt einer gesetzlichen Grundlage (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. Juli 2012, EL 2012/14).Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_675/2012Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug,a.o. Versicherungsrichter Christian Zingg; a.o. Gerichtsschreiber Martin HorniEntscheid vom 10. Juli 2012in SachenA._, Beschwerdeführer,vertreten durch Soziale DienstegegenSozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,Beschwerdegegnerin,betreffendErgänzungsleistung zur IVSachverhalt:
A.a A._, Jahrgang 1948, meldete sich am 27. Juni 2011 (EL-act. 11) zum Bezug von
Ergänzungsleistungen (EL) zu seiner Invalidenrente an. Mit Verfügung vom 8. August
2011 (EL-act. 7) lehnte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) /
EL-Durchführungsstelle einen Anspruch auf Ergänzungsleistungen infolge eines
Einnahmenüberschusses von Fr. 86.-- ab. Sie rechnete dabei Erträge aus
Sparguthaben/Wertschriften von insgesamt Fr. 390.-- an (EL-act. 8). Dagegen liess der
Versicherte am 23. August 2011, vertreten durch seinen Beistand, Einsprache erheben
und beantragen, auf die hypothetische Aufrechnung eines Brutto-Zinsertrages ab
1. Januar 2011 bei Termingeldanlagen und/oder Obligationen sei zu verzichten.
A.b Mit Entscheid vom 19. März 2012 (act. G 1.3) wies der Rechtsdienst der SVA in
Vertretung der EL-Durchführungsstelle die Einsprache ab. Der Einsprecher habe
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unbestritten auf seinem Termingeldkonto ab 25. Oktober 2010 Anspruch auf eine
Verzinsung seines einbezahlten Geldes von Fr. 15'000.-- in der Höhe von Fr. 206.25 im
Jahr bei einem Zinssatz von 1.375%. Demnach sei EL-rechtlich ab diesem Datum,
unabhängig davon, dass die erste Zinszahlung erst am 25. Oktober 2011 fällig werde,
der auf ein Jahr umgerechnete Zinsertrag als Einnahme in die EL-Berechnung
einzusetzen.
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte, vertreten durch seinen
Beistand, am 16. April 2012 (act. G 1) Beschwerde erheben und sinngemäss die
Aufhebung des Entscheids und die Gutheissung des Antrags der Einsprache
beantragen. Die Beschwerdegegnerin habe Zinsen von Termingeldanlagen in die EL-
Berechnung einbezogen, ohne dass diese fällig gewesen seien. Dies widerspreche
auch der steuerrechtlichen Praxis, wonach Kapitalerträge erst beim effektiven Anfallen
steuerpflichtig würden. Diese seit Anfang 2011 bestehende Praxis der
Beschwerdegegnerin erschwere sämtlichen Versicherten und deren Vertretern die
Deklaration eines noch nicht fällig gewordenen Bruttozinses und werde nach Ablauf der
Termingeldanlagen auch zu erschwertem Controlling führen, da bei dieser
Einberechnungsmethode im Ablaufjahr am 1. Januar der letzte noch fällig werdende
Bruttozinsertrag nicht mehr eingerechnet werden dürfe. Bisher seien sämtliche Zins-
und Kapitalausweise per 31. Dezember jeden laufenden Jahres bzw.
bei deren Fälligkeit im Deklarationsjahr zu deklarieren gewesen.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 24. April 2012 (act. G 3) die Abweisung
der Beschwerde und verwies zur Begründung auf die Erwägungen im angefochtenen
Einspracheentscheid.
B.c Der Beistand des Beschwerdeführers drückte am 15. Mai 2012 (act. G 5)
sinngemäss sein Erstaunen darüber aus, dass die Beschwerdegegnerin die Abweisung
der Beschwerde beantrage, ohne auf die ausführliche Beschwerdebegründung
differenziert einzugehen.
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B.d Auf Aufforderung der zuständigen Verfahrensleitung des Gerichts (act. G 7)
reichte der Beistand des Beschwerdeführers am 7. Juni 2012 (act. G 8) die
Zustimmung der Vormundschaftsbehörde der Stadt B._ vom 6. Juni 2012 (act. G 8.1)
zur Prozessführung ein.

Erwägungen:
1.
1.1 Als Einnahmen werden gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG;
SR 831.30) Einkünfte aus beweglichem und unbeweglichem Vermögen angerechnet.
Zum Einkommen aus beweglichem Vermögen zählt der realisierte Kapitalertrag, so
etwa die Zinsen aus Sparguthaben und Wertpapieren (vgl. Rz. 3432.01 der vom
Bundesamt für Sozialversicherungen herausgegebenen Wegleitung über die
Ergänzungsleistungen zur AHV/IV [WEL]).
1.2 Grundsätzlich können nur effektiv verzehrbare Vermögenseinkünfte in die EL-
Berechnung einfliessen. Hierbei verhält es sich gleich wie beim zum Verbrauch
anrechenbaren Anteil des Vermögens selbst, dem Vermögensverzehr nach Art. 11 Abs.
1 lit. c ELG. Beim anrechenbaren Vermögensverzehr ist stets zu prüfen, ob der
jeweilige Vermögenswert effektiv verzehrt werden kann. Nicht jeder Vermögenswert ist
in die Anspruchsberechnung einzusetzen, denn das Vermögen muss effektiv
verbrauch- bzw. verzehrbar sein, damit es anzurechnen ist. Der hypothetische Verzehr
eines effektiv gar nicht verzehrbaren Vermögenswerts wäre durch den Sinn und Zweck
des Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG nicht gedeckt, da vom EL-Ansprecher nicht verlangt
werden kann, unter dem durch die Ergänzungsleistungen zu gewährleistenden
Existenzbedarf zu leben, weil er effektiv gar nicht in der Lage ist, das als hypothetische
Einnahme angerechnete Vermögen zur Bestreitung des Existenzbedarfs zu
verbrauchen. Die Anrechnung eines hypothetischen Vermögensverzehrs als Einnahme
setzt also eine effektive Verzehrsmöglichkeit voraus. Effektiv nicht verzehrbare
Vermögenswerte sind beispielsweise die in den Säulen 2 und 3a angesparten Gelder,
solange ein Zugriff darauf gesetzlich, statutarisch oder vertraglich noch nicht möglich
ist (Entscheid EL 2010/24 des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
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29. September 2010, E. 1.2; zur geforderten effektiven Verzehrbarkeit von Vermögen
aus der 2. und 3. Säule vgl. auch Rz. 3443.03 WEL; zur Unanrechenbarkeit von nach
BVV3 angelegten Vorsorgegeldern, solange die Ausrichtung nicht möglich ist, vgl.
Rz. 3443.06 WEL). Das Kriterium der Verzehrbarkeit ist beim Vermögensertrag aus
denselben Gründen zu berücksichtigen.
1.3 Im vorliegenden Fall hat der Beschwerdeführer am 25. Oktober 2010 ein
Vermögen von Fr. 15'000.-- mit einer Laufzeit bis 25. Oktober 2015 auf ein
Termingeldkonto zum Zinssatz von 1.375% einbezahlt. Die Zinsen sind jährlich per
25. Oktober fällig (EL-act. 6-1), folglich erstmals am 25. Oktober 2011. Wie auf dem
gewöhnlichen Sparkonto wird der Zins also jährlich ausgerichtet, allerdings nicht wie
dort üblich per 31. Dezember, sondern per 25. Oktober. Wäre das Kapital (zu einem
tieferen Zins) auf einem gewöhnlichen Giro- bzw. Sparkonto verblieben, würde der Zins
gemäss dem üblichen Geschäftsverkehr der Banken jeweils per 31. Dezember
ausbezahlt bzw. gutgeschrieben. Die Anrechnung wäre anschliessend, also im
folgenden Jahr, erfolgt. Art. 23 Abs. 1 der Verordnung über Ergänzungsleistungen zur
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV; SR 831.301) sieht nämlich vor,
dass für die EL-Berechnung in der Regel die während des vorausgegangenen
Kalenderjahres erzielten anrechenbaren Einnahmen massgebend sind. Es ist kein
Grund ersichtlich, beim Zins der Termingeldanlage nicht ebenso vorzugehen. Für eine
Ungleichbehandlung von Erträgen aus Sparguthaben und Termingeldanlagen fehlen
die rechtliche Grundlage und Gebotenheit.
1.4 Erfolg die Anrechnung des erstmals am 25. Oktober 2011 ausbezahlten Zinses
schon per 25. Oktober 2010, obwohl in jenem Zeitpunkt und noch bis ein Jahr später
kein rechtlich durchsetzbarer Anspruch auf die Auszahlung bestand, so kann es sich
dabei mangels dieser Durchsetzbarkeit und mangels tatsächlicher Auszahlung nur um
einen hypothetischen Ertrag handeln. Hypothetische Vermögenserträge sind jedoch
ausschliesslich unter dem Titel des Vermögensverzichts nach Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG
anrechenbar. Einen Vermögensverzicht stellt die Termingeldanlage offenkundig nicht
dar. Die rechtsprechungsmässigen alternativen Kriterien der Vermögenshingabe ohne
Rechtspflicht und ohne adäquate Gegenleistung (vgl. statt vieler BGE 131 V 329; Urteil
9C_186/2011 vom 14. April 2011, E. 3.2) sind nicht erfüllt. Die Beschwerdegegnerin
macht denn auch zu Recht nicht geltend, die Anlage sei aus EL-rechtlicher Sicht nicht
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vertretbar bzw. nicht vernünftig gewesen. Im Gegenteil ist die Anlage zur höheren
Zinserzielung offensichtlich sinnvoll. Für die Anrechnung hypothetischer
Einnahmenwerte fehlt damit die Rechtsgrundlage.
1.5 Gemäss Art. 25 Abs. 1 lit. c ELV hat u.a. eine Herabsetzung der EL bei einer
voraussichtlich längere Zeit dauernden Erhöhung der anrechenbaren Einnahmen zu
erfolgen. Gemäss Rz. 3641.01 WEL ist u.a. bei Erhöhung der anerkannten Einnahmen
auch im Lauf des Kalenderjahres eine Verminderung der Ergänzungsleistung
vorzunehmen. Nur diese Regelung bietet Gewähr dafür, dass das effektive monatliche
EL-rechtliche Existenzminimum gedeckt wird. Wird eine (wie hier nicht gesetzmässige)
hypothetische Erhöhung wie vorliegend bereits vier Monate vor der effektiv
stattfindenden berücksichtigt, stellt dies in dieser Zeit einen gesetzlich nicht zu
rechtfertigenden Eingriff in das EL-rechtliche Existenzminimum dar.
2.
Die Beschwerdegegnerin erwähnt im angefochtenen Entscheid das Urteil 9C_59/2011
des Bundesgerichts vom 12. Mai 2011. Dort wurde festgehalten, hypothetische
Einnahmen aus einer Leibrente mit jährlich nachschüssiger Auszahlung würden direkt
ab Kauf der Leibrentenpolice angerechnet, dies mit dem Hinweis, die Versicherung
habe bereits bei Einzahlung der Leibrentenkaufsumme zu laufen begonnen. Daraus
erschliesst sich jedoch mangels verzichtsrelevanten Verhaltens keine Grundlage für die
Anrechenbarkeit eines hypothetischen Ertrages, der von der versicherten Person
effektiv nicht verzehrt werden kann. Der Hinweis des Bundesgerichts, dass bei
Leibrenten unter Umständen auch monatliche oder vierteljährliche Zahlungen
vereinbart werden könnten, rechtfertigt ebenfalls keine Anrechnung von
hypothetischen, rechtlich nicht durchsetzbaren Erträgen; dies jedenfalls so lange nicht,
als in der Vereinbarung einer jährlichen Ausrichtung nicht ein im Sinn von Art. 11 Abs. 1
lit. g ELG verzichtsrelevantes Verhalten erblickt wird.
3.
3.1 Der Beschwerdeführer lässt auf nicht unerhebliche grundsätzliche
Durchführungsprobleme bei der von der Beschwerdegegnerin vorgenommenen
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"Vorab-Anrechnung" von jährlich nachschüssig fälligen Vermögenserträgen hinweisen.
So müsse die vorzunehmende Deklaration eines Vermögensertrags vor dessen
Fälligkeit erfolgen, was der Beistand des Beschwerdeführers nachvollziehbarerweise
auch unter Hinweis auf die andere Handhabung gegenüber den Steuerbehörden als
zusätzlichen Aufwand betrachtet. Eine eigentliche Meldepflicht vor Fälligkeit des
Vermögensertrags lässt sich allerdings nicht auf das geltende Recht stützen. Art. 24
ELV hält lediglich fest, jede ins Gewicht fallende Änderung der wirtschaftlichen
Verhältnisse sei vor der Änderung unverzüglich zu melden. Die wirtschaftlichen
Verhältnisse ändern sich in Bezug auf den Zinsertrag aus der Termingeldanlage effektiv
erst(mals) am 25. Oktober 2011. Eine Verpflichtung zur früheren Meldung besteht daher
nicht. Allerdings unterliegt das Termingeld selbst, also die Fr. 15'000.--, die als
Substanz in die Berechnung des verzehrbaren Vermögens einfliessen, der bereits
früher wahrzunehmenden Meldepflicht. Die Zufälligkeit, dass beim Nachweis des
Vermögenswerts selbst gleich auch der zu einem späteren Zeitpunkt fällige Zins
ersichtlich ist, rechtfertigt jedoch eine faktische (verfrühte) Anrechnung einer noch nicht
meldepflichtigen Tatsache (zukünftiger Vermögensertrag) nicht.
3.2 In Bezug auf die Dauer der Anrechnung weist der Beistand des
Beschwerdeführers zu Recht auf eine weitere Problematik hin. Die Termingeldanlage
hat eine Laufzeit von fünf Jahren, also 60 Monaten. Unbestreitbar dürfte sein, dass der
Zinsertrag nur während dieser 60 Monate anfällt und daher nur für diese Zeit in die EL-
Berechnung aufzunehmen ist. Wird der (hypothetische) Zinsertrag bereits ab Oktober
2010 angerechnet, so müsste diese Position per Ende September 2015 aus der
Berechnung entfernt werden; dies, obwohl im Oktober 2015 effektiv eine weitere
Auszahlung anfällt. Eine gesetzliche Grundlage für die Nicht-Anrechnung effektiv
erhaltener Leistungen fehlt jedoch.
4.
4.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 19. März 2012 vollumfänglich gutzuheissen. Die
Beschwerdegegnerin hat den Zinsertrag aus der Termingeldanlage erst per Oktober
2011 in die EL-Berechnung aufzunehmen. Da damit zumindest für die Monate Juni bis
September 2011 ein Ausgabenüberschuss bestehen dürfte, ist die Sache zur
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Neuberechnung der EL und zur entsprechenden Verfügung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Ergänzend ist zu erwähnen, dass grundsätzlich nur der Nettoertrag des
Vermögens anrechenbar ist (vgl. Ralph Jöhl, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in
SBVR-Meyer, 2. Aufl. 2007, S. 1775 Rz. 200). So sind etwa nachgewiesene
Bankspesen, die bei der Kontoführung anfallen, vom Bruttoertrag abzuziehen (Rz.
3432.01 WEL). Dass dieser Abzug nur auf Antrag der versicherten Person erfolgen soll,
wie in Rz. 3432.01 WEL erwähnt, erscheint vor dem Hintergrund der Rechtsanwendung
von Amtes wegen und des Rechtsgleichheitsgebots als problematisch, bildet aber
nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Im Übrigen sind grundsätzlich nicht nur
Bankspesen, sondern weitere mit der Anlage anfallende Kosten wie die jährlich
geschuldete Emissionsabgabe (vgl. EL-act. 6-1) vom anrechenbaren Vermögensertrag
abzugsfähig.
4.3 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
4.4 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Partei Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten. Mangels Vertretung durch einen Rechtsanwalt hat der Beschwerdeführer
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. m.w.H. den Entscheid IV 2007/133
vom 31. August 2007, E. 6c; BGE 126 V 11; Urteil 9C_567/2008 des Bundesgerichts
vom 30. Oktober 2008). Zu den Parteikosten zählen aber auch besondere Auslagen
(vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 2009, Rz. 113 zu Art. 61). Die Kosten von
Fr. 100.-- für die vom Gericht eingeholte Zustimmung der Vormundschaftsbehörde zur
Prozessführung wurden von dieser mit Beschluss vom 6. Juni 2012 dem
Beschwerdeführer auferlegt (act. G 8.1). Diese für die Prozessführung nötigen, dem
Beschwerdeführer direkt anfallenden Auslagen hat die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer zu ersetzen (vgl. auch das Urteil I 419/06 vom 25. Mai 2007, E. 6)
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP