Decision ID: b929a4e6-8951-4bb5-94e5-8bf3a05e4a8f
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der
1962
geborene
X._
arbeitete vom 5. November 1998 bis zu sei
nem letzten Arbeitstag am 14. April 1999
, an welchem er ein
Verhebetrauma
erlitt,
bei der
Y._
AG als Bauarbeiter (Urk.
7/8). Am 11. November 1999 unter
zog er sich einer
operativen
Dekompressi
on sowie Diskektomie L4/5 (
Urk. 7/
7 S. 18
). Am 11. September 2000 wurde der Versicherte erneut operiert, indem eine
Spondylodese
L3-5
dorsolateral
und eine Dekompression L4/5 beid
seits vorgenommen wurden (Urk. 7/
7 S. 20
). Am 6. Dezember 2000 meldete sich
X._
erstmals
bei
der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (Urk. 7/
4
).
Die
IV-Stelle
wies in der Folge das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 26. Februar 2002 ab (Urk.
7/19). Das hiesige Gericht hiess die dagegen erhobene Beschwerde
mit Urteil vom 22.
Oktober 2002
in dem Sinne gut,
als
die Sache
zur Vornahme weiterer Abklärungen und neuerlicher Verfügung über
den Rentenanspruch
an die IV
Stelle zurück
ge
wies
en wurde
(
Urteil
IV.2002.00161
vom 2
2.
Oktober 2002
[Urk.
7/30]
)
.
In der Folge holte die IV-Stelle im Rahmen der weiteren Abklärung der medizinischen Verhältnisse ein
poly
disziplinäres Gutachten (Mediz
inische Begutachtungsstelle Z._
) ein, welches am 1
8.
Februar 2004 erstattet wurde
(
Urk.
7/51)
.
Gestützt darauf
wurde dem Ver
sicherten
mit Verfügung
en
vom
9.
Juli 2004
und
2
3.
Juli 2004 mit Wirkung
ab
1.
April 2000
eine ganze Invalidenrente zugesprochen
(
Urk.
7/
61
[
vollständiger
Verfügungsteil 2]
, 7/62, 7/63
)
.
2.
Im Februar 2013 eröffnete
die IV-Stelle
ein ordentliches
Rentenrevisionsver
fahren
(
Urk.
7/69)
.
Zur Klärung der erwerblichen und medizini
schen Verhält
nisse zog die IV-Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto (Urk. 7/70) bei
und
holte
ein
bidisziplinäres
MEDAS-Gutachten (
A._
AG) ein, welches am
2
7.
September
201
3
(
Urk.
7
/
84
) erstattet wurde.
Im Anschluss daran
liess
die IV-Stelle
den Versicherten
zusätzlich
polydisziplinär
begutachten; das
MEDAS-Gutachten (MEDAS
B._
GmbH)
wurde am 15.
Januar 2014 erstattet
(
Urk.
7/93)
.
In der Folge setzte die IV-Stelle – nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Urk. 7/98, 7/102) – mit Verfügung vom 1
6.
Juni 2014 die bisherige ganze Rente
mit Wirkung per 1.
August 2014 auf eine halbe Rente herab
und entzog einer
allfällig
dagegen erhobenen Beschwerde die aufschiebende Wirkung
(Urk. 2 [= 7/106])
.
3.
Gegen die Verfügung vom 1
6.
Juni 2014 liess der Versicherte mit Eingabe vom 1
8.
August 2014
Beschwerde erheben und beantragen, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und
ihm
weiterhin eine ganze Invalidenrente auszu
richten. Eventuell sei die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen und
zur
Neubeurteilung an
die Vorinstanz zurückzuweisen
(Urk. 1)
.
Mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
Januar 2015
beantragte
die
Beschwerde
gegnerin
,
die angefochtene Verfügung sei unter Androhung einer
reformatio
in
peius
aufzuheben
, da der Beschwerdeführer bei richtiger Betrachtung bloss Anspruch auf eine
Viertelsrente
habe; eventuell sei die Beschwerde abzuweisen
(
Urk.
6)
.
Der Beschwerdeführer
hielt
mit
Replik vom
9.
Januar 2015
an seinen Anträgen fest
(
Urk.
13)
, während
die Beschwe
rdegegnerin mit Eingabe vom 20.
Februar 2015
auf eine Duplik verzichtete
(
Urk.
16)
, was
dem Beschwerdeführer am 24. Februar 2015 mitgeteilt wurde (
Urk.
17).
4.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung
der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revi
sionsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V
108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe
Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erle
di
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE
134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM
1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Freden
hagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die IV
Stelle erwog im angefochtenen Entscheid, aus dem interdisziplinären MEDAS
B._
-Gutachten vom 15. Januar 2014 gehe hervor, dass sich seit der letzten gutachterlichen Beurteilung in Bezug auf den psychischen Gesundheits
zustand eine Verbesserung ergeben habe. Entsprechend bestehe gegenwärtig wieder eine Restarbeitsfähigkeit von 60 %; zum Zeitpunkt der gutachterlichen Beurteilung im Jahr 2004 sei der Beschwerdeführer jedoch noch als voll arbeitsunfähig erachtet worden. Seit fünf Jahren nehme der Beschwerdeführer ausserdem keine Therapie mehr in Anspruch, was ebenfalls auf eine Verbesse
rung der psychischen Beschwerden schliessen lasse (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber wird in der Beschwerde geltend gemacht, in rheumatologi
scher/orthopädischer beziehungsweise neuro-orthopädischer Hinsicht habe sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nicht verbessert, sondern viel
mehr verschlechtert. Es liege auch keine Besserung des psychischen Gesund
heitszustands vor. Die Gutachter hätten lediglich einen mehr als ein Jahrzehnt gleichgebliebenen Gesundheitszustand anders beurteilt; es bestehe daher kein Raum für eine revisionsweise Herabsetzung der Rente. Schliesslich bringt der Beschwerdeführer vor, die Beschwerdegegnerin sei von einem zu hohen
Invali
deneinkommen
ausgegangen; bei dessen Festlegung sei zumindest ein maxi
maler Leidensabzug von 25 % vorzunehmen (Urk. 1).
2.3
In der Beschwerdeantwort brachte die Beschwerdegegnerin vor, es sei eine
refor
matio
in
peius
anzudrohen, da die Berechnung des Invaliditätsgrads in der angefochtenen Verfügung fehlerhaft erfolgt sei. Bei einer korrekten Berechnung der Vergleichseinkommen resultiere unter Berücksichtigung eines
leidensbe
dingten
Abzugs von 10 % ein Invaliditätsgrad von 46 %; ein höherer Abzug könne nicht gewährt werden. Dem Beschwerdeführer, welcher noch nicht 55
Jahre alt sei und weniger als 15 Jahre eine Rente beziehe, sei auch die Selbst
eingliederung zumutbar. Im Sinne einer Eventualbegründung machte die Beschwerdegegnerin zudem geltend, es liege auch ein Anwendungsfall der Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 2011 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket) vor, da die Rente aufgrund eines
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildes ohne nachweisbare organische Grundlage zugesprochen wor
den sei (Urk. 6).
2.4
Mit Replik vom 9. Januar 2015 entgegnete der Beschwerdeführer, es liege kein Anwendungsfall der Schlussbestimmungen der IV
Revision 6a vor, die Rente sei ursprünglich nicht nur aufgrund einer somatoformen Schmerzstörung und einer
Dysthymie
, sondern auch aus physischen Gründen zugesprochen worden.
Zudem sei die gesetzliche Frist zur Überprüfung der entsprechenden Renten am 31. Dezember 2014 abgelaufen. Weiter brachte er vor, entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin sei ihm eine Selbsteingliederung nicht mehr zumutbar, da er mehr als 15 Jahre nicht mehr erwerbstätig gewesen sei (Urk. 13).
3.
3.1
3.1.1
Es ist zu prüfen, ob ein Revisionsgrund nach Art. 17 Abs. 1 ATSG gegeben ist. Die Frage, ob im Spektrum der anspruchserheblichen Tatsachen eine zur Anpassung des Rentenanspruchs führende Veränderung eingetreten sei, ist im Ver
gleich mit den Verhältnissen zur Zeit der letzten rechtskräftigen Verfügung zu
beurteilen, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechts
konformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (E. 1.1). Referenzzeitpunkt ist demnach hier die
Verfügung vom
9.
Juli 2004
respektive 2
3.
Juli 2004
, mit welcher de
m
Beschwerdeführer
mit Wirkung ab
1.
April 2000
eine ganze Invali
denrente zugesprochen worden war
(
Urk.
7/61 [vollständiger Verfügungsteil 2], 7/62, 7/63)
.
Dabei stützte sich die Beschwerdegegnerin auf das
poly
disziplinäre Gut
achten der Medizinischen Begutachtungsstelle
Z._
vom 1
8.
Februar 2004 (
Urk.
7/51).
3.1.2
Im Gutachten des
Z._
vom 1
8.
Februar 2004 wurden
die
folgenden Diagnosen mit
Relevanz für
die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (
Urk.
7
/
51 S.15
):
Chron
i
fiziertes
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom mit panvertebraler Aus
dehnung bei
Status nach Diskushernie L4/5 mit Dekompression (1999)
Status nach
Spondylodese
L3-L5 (2000)
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
Dysthymia
(ICD-10 F34.1)
Als Diagnose
n
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde
n
eine
arterielle Hypertonie sowie ein Status nach lumbalem Morbus Scheuermann genannt
(
Urk.
7
/51 S.15)
.
Die Experten des
Z._
führten aus,
bei der
psychiatrische
n
Exploration habe
sich
der
Beschwerdeführer
dysphorisch
gereizt, unwirsch, hinreichend orientiert und ohne merkliche Störung der Auffassung
,
Konzentrat
ion und Merkfähigkeit gezeigt
. Es bestünden auch keine Hinweise für Ich-Störungen oder Sinnes
täuschungen. Im formalen Denken sei der Beschwerdeführer zähflüss
ig ver
l
angsamt
und
das inhaltliche Denken sei ausschliesslich auf sein multiples
Beschwerdebild gerichtet. Im affektiven Bereich sei er wenig schwingungsfähig, affektarm, resignativ, deprimiert, ohne Vitalität, misstrauisch und depressiv. Es bestehe eine ausgeprägte innere Unruhe, Schlaflosigkeit, Freudlosigkeit und ein allgemeiner Vitalitätsverlust
. Ferner bestünden erhebliche psychosoziale Kon
flikte im familiären Bereich. Aufgrund der anamnestischen Angaben sowie der
erhobenen
Befunde handle es sich um eine anhaltende somatoforme
Schmerz
störung
bei
Dysthymia
. Der Beschwerdeführer
sei
gegenwärtig nicht arbeitsfähig und
bedürfe
dringend einer fachgerechten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung mit einer adäquaten
Psychopharmako
-Therapie. Im Zentrum dieser Behandlung sollte die tiefgreifende familiäre psychosoziale Konflikthaftigkeit stehen. Darüber hinaus gelte es, ihn wieder behinderungsangepasst einer steigerungsfähigen Arbeit zuzuführen. Die übrigen Diagnosen würden die Arbeitsfähigkeit nicht zusätzlich vermindern
(
Urk.
7
/
51 S.17
)
.
Z
usammenfassend
wurde
festgehalten,
dass der Beschwerdeführer aus rheuma
tolo
gischer Sicht in einer behinderungsangepassten
Tätigkeit
rückenschonend, ohne
repetitives Bücken und ohne langzeitiges Stehen, das
heisse
für Arbeiten, die in wechselnden Positionen ausgeführt werden könnten und bei denen nicht repetitiv Gewichte über 10 bis 15 kg gehoben werden
müssten
(
Urk.
7/51 S. 17 oben)
–
zu 2/3
arbeitsfähig wäre. Seine psychische Erkrankung verhindere
zur
z
eit
indes
jede Eingliederung, weshalb er gegenwär
tig zu 100
%
arbeits
unfähig sei. Der Endzustand sei
jedoch nicht erreicht; der Beschwerdeführer müsse behandelt werden
(
Urk.
7
/51 S.
17
unten
)
.
3.1.3
Gestützt auf die Beurteilung der
Z._
-Gutachter wurde dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab
1.
April 2000 mit Verfügung
en
vom
9.
Juli 2004
und 2
3.
Juli 2004
eine
ganze Invalidenrente zugesprochen
(
Urk.
7/61 [vollständiger Verfü
gungsteil 2], 7/62, 7/63)
.
3.2
Im polydisziplinären MEDAS
B._
-
Gutachten vom 1
5.
Januar 2014 wurden folgende Diagnosen mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (Urk. 7/93 S. 41):
Chronische
Lumboischialgie
rechts > links
Status nach drei Operationen der Lendenwirbelsäule:
-
Status nach Dekompression bei Diskushernie L4/5 rechts mit
Wurzelkompression L5 im November 1999
-
Status nach
Spondylodese
und
Lordosierung
mittels
Ver
schraubung L3 bis L5 im September 2000
-
Status nach Dekompression L5/S1 links und mikrochirurgischer
Nukle
o
tomie
am 17.12.2012 bei medianer und medio-lateraler
Diskushernie
L5/S1
Pers
istierendes deutliches
Lumbovertebralsyndrom
, bei
-
stationärer medianer und medialateraler Diskushernie L5/S1 mit
mittel- bis
schwergradiger
Spinalkanalstenose und Kompression
der austretenden Nervenwurzeln S1 beidseits [MRT der
Le
nden
wirbelsäule
vom 30.08.2013]
Dem Gutachten können sodann folgende Diagnosen ohne
Auswirkungen
für die Arbeitsfähigkeit entnommen werden
(Urk. 7/93 S. 41)
:
Zervikozephales
Schmerzsyndrom
Keine
zervikoradikuläre
und/oder spinale Funktionsstörung
Funktionelle Beschwerdeüberlagerung
keine
Radikulopathie
Die Gutachter führten aus, der Versicherte sei ihnen mit Auftrag vom 21. Oktober 2013 im Rahmen einer Rentenrevision von Amtes wegen zur
poly
disziplinären
Beurteilung zugewiesen worden. Das
A._
habe im Jahr 2013 bereits ein
bidisziplinäres
Gutachten erstellt. Aufgrund der Untersuchung durch den Orthopäden sei ersichtlich geworden, dass zusätzlich eine neurologische Untersuchung notwendig sei. Der Regionale Ärztliche Dienst der Invalidenver
sicherung (RAD) habe nun entschieden, ein polydisziplinäres Gutachten in Auf
trag zu geben. Dem ersten polydisziplinären Gutachten (Schwyzer Gutachten-Zentrum
C._
, 18. Juli 2001) sei zu entnehmen, dass der Explorand bis April 1999 in der angestammten Tätigkeit als Bauhandlanger arbeitsfähig gewesen sei. Gemäss Aktenlage sei dem Exploranden seit 16. April 1999 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt worden. In der ange
stammten Tätigkeit als
Bau
handlanger
wie auch in anderen körperlich schweren und mittelschweren Arbeiten bestehe unbestritten anhaltend und dauerhaft eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit. Aufgrund des erheblichen Wirbelsäulenleidens sei diese Arbeits
unfähigkeit auch aktuell zu bestätigen (Urk. 7/93 S. 42).
Die
B._
-Gutachter führten weiter aus, die Einschätzung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sei in den drei voraus
gegange
nen Gutachten uneinheitlich. Unter somatischen Gesichtspunkten (rheuma
tolo
gisch im
C._
-Gutachten, orthopädisch im
Z._
-Gutachten) sei zunächst übereinstimmend eine Zweidrittels-Arbeitsfähigkeit für leichte bis knapp mit
telschwere Arbeiten in Wechselposition bescheinigt worden. Im zuletzt erstellten
A._
-Gutachten sei aus somatisch-orthopädischer Sicht in einer körperlich leichten und wechselbelastenden Tätigkeit eine vollschichtig zumutbare Arbeits
fähigkeit mit Leistungsreduktion um 20 % bescheinigt worden, dies jedoch unter dem Vorbehalt der nicht ausreichend beurteilbaren neurologischen Situation. Unter Berücksichtigung der erhobenen Befunde sowie der Aktenlage sei aktuell aus neurologischer Sicht in einer körperlich angepassten Tätigkeit (leichte bis sporadisch mittelschwere Belastungen, Trage- und Hebelimit 5 kg
bis maximal 10 kg, nicht repetitiv, in wechselnden Körperpositionen) eine Arbeitsfähigkeit in einem zeitlichen Rahmen von 80 % zumutbar, wobei eine zusätzliche Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 20 % zu berücksichtigen sei. Gesamthaft resultiere eine verbleibende
Arbeits
/Leistungsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit von 60 %. Gegenüber den ersten beiden Vorgutachten habe sich der Gesundheitszustand objektiv verschlechtert, bei Zustand nach zwischenzeitlich erfolgtem dritten wirbelsäulenchirurgischen Eingriff und sta
tionärer medianer und
mediolateraler
Diskushernie L5/S1 mit mittel- bis
schwer
gradiger
Spinalkanalstenose und Kompression der austretenden
Nerven
wurzeln
S1 beidseits. Im Vergleich zum orthopädischen Vorgutachten vom 27. September 2012 sei zusätzlich die neurologische Befundsituation zu berücksichtigen, woraus sich der genannte höhere Einschränkungsgrad ergebe. Dieser sei begründet mit der anhaltenden Wurzelkompression, welche
bildge
bend
in der MRT der Lendenwirbelsäule vom 30. August 2013 sowie in der aktuell durchgeführten elektromyographischen Untersuchung ersichtlich sei. Diese Einschätzung sei retrospektiv mit arbiträrem Beginn seit der
Zustands
verschlechterung
im Mai 2012 anzunehmen. Im Anschluss an den letzten wirbelsäulenchirurgischen Eingriff vom 17. Dezember 2012 sei für die Dauer von drei Monaten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit auch in angepasster Tätig
keit einzuräumen (Urk. 7/93 S. 42 f.).
Die
B._
-
Gutacher
fuhren fort, aus rein orthopädischer Sicht sei der Versi
cherte seit 1999 nicht mehr in der Lage, schwere körperliche Tätigkeiten auszu
üben. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe aber auch für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten. Nach drei chirurgischen Eingriffen im
präsacralen
Bereich sei der Versicherte weiterhin schmerzgeplagt, wodurch Beweglichkeit und Belastbarkeit der Lendenwirbelsäule weiterhin deutlich reduziert seien. Hin
zukomme, dass der zuletzt durchgeführte mikrochirurgische Eingriff am
lumbosacralen
Übergang vom 17. Dezember 2012 die bestehende
Discushernie
bei L5/S1 mit der Spinalkanalstenose und der Kompression der Nervenwurzel S1 beidseits nicht habe beheben können. Laut Aussagen des Versicherten habe sich der Gesundheitszustand seit 1999 in keiner Weise gebessert und nach dem letzten operativen Eingriff im Dezember 2012 sei eher eine Verschlechterung eingetreten. Im Gutachten der
C._
vom Juli 2001 und im Gutachten des
Z._
vom Februar 2004 sei dem Versicherten eine Arbeitsfähigkeit von 2/3 für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten attestiert worden. Im Gutachten des
A._
vom September 2013 sei die Arbeitsfähigkeit aus orthopädischer Sicht als
voll
schichtig
mit einer Leistungsreduktion von 20 % beurteilt worden. Allerdings habe dem Gutachter keine neurologische Beurteilung zur Verfügung gestanden. Aus rein orthopädischer Sicht hätte diese Einschätzung weiterhin Gültigkeit.
Dennoch lasse sich auf dem Gebiet der Wirbelsäulenheilkunde und der
Wirbel
säulenchirurgie
ein orthopädisches und neurologisches Leiden oftmals nicht
von
einander
trennen, auch nicht in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. In diesem Sinne müsse auch aus orthopädischer Sicht der unveränderte
bildge
bende
Befund einer Spinalkanalstenose bei L5/S1 mit Kompression der S1-Wur
zel beidseits und
Discushernie
bei L5/S1 bei der Beurteilung der adaptierten Arbeitsfähigkeit berücksichtigt werden. Somit resultiere eine Diskrepanz gegen
über der rein orthopädischen Beurteilung des
A._
vom September 2013 und der aktuellen, neuro-orthopädischen Beurteilung, welche eine weitere Reduktion der Arbeitsfähigkeit von 20 % zur Folge habe. Es ergebe sich deshalb eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit in leichter bis mittelschwerer Tätigkeit von 40 %. Diese Einschätzung gelte seit der
Schmerzexacerbation
im Mai 2012 und mit Bestimmtheit ab erstmaliger bildgebender Darstellung der L5/S1
Discus
hernie
mit Spinalkanalstenose und S1 Wurzelkompressionen beidseits im Okto
ber 2012, welche zur erfolglosen mikrochirurgischen Operation im Dezember 2012 geführt habe. Vorübergehend müsse dem Versicherten nach dem
mikro
chirurgischen
Eingriff eine postoperative 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis März 2013 attestiert werden. Im Anschluss habe wieder eine 40%ige
Arbeitsein
schränkung
bestanden (Urk. 7/93 S. 44 f.).
Aus psychiatrischer Sicht - so die
B._
-Gutachter weiter - lasse sich keine Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit stellen. Dementsprechend sei der Explorand aus fachärztlicher psychiatrischer Sicht in jeglicher den körperlichen Leiden adaptierten Tätigkeiten vollschichtig arbeitsfähig (Urk. 7/93 S. 44). Im Teilgutachten führte der psychiatrische Konsiliarius aus, beim Explo
randen bestehe seit etwa 2000 eine Rückenproblematik, weswegen er bereits viermal operiert worden sei. Es sei ihm eine ganze IV
Rente zugesprochen wor
den; es gehe nun darum, den Verlauf zu beurteilen. Der Explorand sei bereits 2004 im Rahmen einer interdisziplinären Abklärung psychiatrisch beurteilt worden, wo neben einer somatoformen Schmerzstörung eine
Dysthymie
ange
geben und er als nicht arbeitsfähig eingestuft worden sei. Es sei dann 2013 eine nächste psychiatrische Beurteilung erfolgt, wo keine Störung mit
Behinde
rungswert
habe festgestellt werden können. Der Explorand gebe an, dass er nur 2004 während etwa drei Monaten in einer ambulanten psychiatrischen Therapie gestanden sei, seither habe er keine spezifische Hilfe mehr in Anspruch genom
men. In psychischer Hinsicht leide er unter einer erhöhten Vergesslichkeit, beim Nachfragen gebe er eine erhöhte Gereiztheit im familiären Rahmen an. Er fühle sich durch die Medikamente müde und durch die Schmerzen beeinträchtigt. Wiederholt habe er betont, dass er an Schlafstörungen leide, die er mit Schlaf
mitteln bekämpfen müsse. Seinen Tagesablauf habe er als völlig unstrukturiert
geschildert, indem er erst um 10 Uhr aufstehe, sich dann noch bis etwa 14 Uhr wegen den Medikamenten benebelt fühle und vor dem Fernseher sitze, dazwi
schen etwas esse, nachmittags einige Minuten hinausgehe und dann wieder vor den Fernseher sitze. Irgendwelchen Aktivitäten gehe er nach seinen Angaben nicht nach. Es bestünden nur reduzierte soziale Kontakte, abends gehe er gegen 23 Uhr wieder ins Bett und benötige Schlafmittel. In der Untersuchung - so der begutachtende Psychiater weiter - hätten die angegebenen kognitiven Beein
trächtigungen nicht objektiviert werden können. Der Versicherte sei durchaus konzentriert und aufmerksam, affektiv sehr lebhaft und in keiner Weise depres
siv gewesen, er habe allerdings seine Problematik sehr diffus geschildert, es habe auch nachgefragt werden müssen. Es sei sodann aufgefallen, dass der Explorand einen Fragebogen nicht ausgefüllt und auch einen verlangten Lebenslauf nicht mitgebracht habe, was möglicherweise auf eine
motivationelle
Problematik schliessen lasse. Eine medikamentöse psychiatrische Behandlung werde nicht durchgeführt; er solle regelmässig einzig Schlafmittel einnehmen. Die Körperbeschwerden seien aus somatischer Sicht zum Grossteil nachvoll
ziehbar und auch objektivierbar. Aus diesen Gründen lasse sich die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nicht begründen, denn dazu wäre eine Schmerzproblematik notwendig, die aus somatischer Sicht nicht erklärt werden könne. Die 2004 gestellte Diagnose könne demnach nicht nach
vollzogen werden. Weiter hätten sich keine Hinweise auf eine affektive Störung finden lassen, auch eine
dysthyme
Störung habe nicht festgestellt werden können. Es könne daher angenommen werden, dass diesbezüglich wohl eine Besserung eingetreten sei. Hinweise auf eine anderweitige psychiatrische Stö
rung hätten sich ebenfalls nicht finden lassen. Es bestehe demnach Einigkeit mit der Beurteilung des psychiatrischen Experten des
A._
vom 30. August 201
3.
Es falle sodann auf, dass der Explorand ausgesprochen passive
Bewälti
gungsstrategien
aufweise und daher ein äusserst maladaptives Verhalten ange
nommen werden müsse. Er wirke in seinen Schilderungen ausgesprochen diffus und teilweise schwer nachvollziehbar. Es sei denkbar, dass die Körperschmerzen zumindest teilweise
aggraviert
würden. Grundsätzlich sollte aus rein psy
chiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehen. Es sei aus heutiger Sicht nicht nachvollziehbar, weswegen 2004 eine volle Einschränkung der Arbeitsfähigkeit angegeben worden sei, dies aufgrund einer somatoformen Schmerzstörung und der begleitenden
dysthymen
Störung. Die Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit sei damals auch nicht genauer begründet worden. Immerhin sei vorgeschlagen worden, in ein bis zwei Jahren eine erneute Beur
teilung vorzunehmen, was in der Folge allerdings nicht durchgeführt worden sei. Es wäre - so der Gutachter weiter - damals sicher schon aufgefallen, dass
die psychische Problematik nicht ausgereicht hätte, um eine dauerhafte Ein
schränkung zu rechtfertigen. Dem Exploranden sei aus spezialärztlicher psychi
atrischer Sicht grundsätzlich jede Tätigkeit möglich. Es würden sich einzig Ein
schränkungen im sprachlichen und bildungsmässigen Bereich zeigen, was als invaliditätsfremd eingestuft werden müsse. Eine dauerhafte Einschränkung auf
grund der psychischen Symptomatik könne nicht begründet werden (Urk. 7/93 S. 26 ff.).
Abschliessend hielten die
B._
-Gutachter fest, dass dem Exploranden
gesamt
medizinisch
seit Mai 2012 in einer leichten bis intermittierend mittel
schweren adaptierten Tätigkeit eine 40%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden könne. Aus rein psychiatrischer Sicht könne keine Einschrän
kung mehr attestiert werden. Schwere und nicht adaptierte Tätigkeiten könne der Versicherte dauernd nicht mehr ausüben. Diese Einschätzung sei durch alle involvierten Ärzte gemeinsam erfolgt (Urk. 7/93 S. 45).
4.
4.1
Das
poly
disziplinäre Gutachten vom
1
5.
Januar 2014
(
Urk.
7
/
93
)
vermag die an eine beweiskräftige ärzt
liche Expertise gestellten Anforderungen vollumfänglich zu erfüllen (
vgl.
E. 1.
6
). So tätigten die Gutachter sorgfältige, umfassende
Abklärungen
(
S. 12, S. 17 f.,
S. 26,
S.
30-33, S. 35 f.
), berücksichtigten die geklagten Beschwerden (S.
9-11
,
S. 13-
17,
S. 23-25,
S.
34 f.
) und begründeten ihre Einschätzungen in nachvollziehbarer Weise (S.
18-23, S. 26-29
, S. 36-40, S. 42-46
) sowie in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(S.
6-8
, S. 85-88
). Sie legten die medizinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation ein
leuchtend dar und begründeten ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar.
Dem polydisziplinären Gutachten der
B._
, an welche der Begutachtungsauftrag gestützt auf die anwendbaren Verordnungsbestimmungen nach dem Zufalls
prinzip vergeben worden war (Urk. 7/86, 7/89, 7/91), kommt somit volle Beweiskraft zu.
4.2
In der Beschwerde wird zutreffend darauf hingewiesen, dass sich der Gesund
heits
zustand des Beschwerdeführers in somatischer Hinsicht nicht ver
bessert, sondern verschlechtert hat. Dies haben auch die Gutachter erkannt und ent
sprechend in einer dem Leiden adaptierten leichten bis intermittierend mit
telschweren Tätigkeit bloss noch eine Arbeitsfähigkeit von 60 % attestiert. Hin
sichtlich des psychischen Gesundheitszustandes kamen sie jedoch zum Schluss, dass sich dieser verbessert hat. Dies ist entgegen der Auffassung des Beschwer
deführers nachvollziehbar. Der begutachtende Psychiater konnte keine Symp
tome der früher diagnostizierten
Dysthymie
mehr finden. Eine fachärztliche
Therapie oder eine medikamentöse psychiatrische Behandlung wurde seit langem nicht mehr durchgeführt. Entsprechend darf auf eine deutliche Besse
rung des psychischen Gesundheitszustandes geschlossen werden; die Frage, ob eine allenfalls auferlegte Massnahme zur Schadenminderung umgesetzt worden ist, stellt sich bei dieser Sachlage von vornherein nicht. Daran ändert nichts, dass die
Dysthymie
von den früheren Gutachtern im Zusammenhang mit der von ihnen damals ebenfalls festgestellten somatoformen Schmerzstörung diagnostiziert worden war (vgl. Urk. 7/51 S. 17). Diesbezüglich ist anzumerken, dass die
Z._
-Gutachter die von ihnen attestierte Arbeitsunfähigkeit nicht in erster Linie mit der somatoformen Schmerzstörung begründeten und sie über
dies davon ausgingen, dass eine adäquate Therapie zu einer Erhöhung der Arbeitsfähigkeit in einer den somatischen Einschränkungen angepassten Tätig
keit führen würde. Wie im
B._
-Gutachten festgehalten wurde, unterzog sich der Beschwerdeführer in der Folge im Jahr 2004 einer ambulanten psychiatri
schen Behandlung (Urk. 7/93 S. 27). Vor diesem Hintergrund geht der in der Beschwerde geltend gemachte Einwand, bei der aktuellen Einschätzung der
B._
-Gutachter handle es sich lediglich um eine andere Beurteilung eines seit mehr als einem Jahrzehnt gleichgebliebenen psychischen Gesundheitszustandes, aber fehl. Es trifft zwar zu, dass im
B._
-Gutachten ausgeführt wurde, die von den
Z._
-Gutachtern im Jahr 2004 gestellte Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung könne nicht nachvollzogen werden, da die Körperbeschwerden zum Grossteil objektivierbar seien. Der Beschwerdeführer übersieht in diesem Zusammenhang allerdings, dass sich die
B._
-Gutachter auf die aktuelle Situation bezogen und nicht ausgeschlossen haben, dass im Jahr 2004 bei noch weniger gravierenden somatischen Befunden eine heute nicht mehr vorhandene somatoforme Schmerzstörung festgestellt werden konnte. Unerheblich ist schliesslich, dass der psychiatrische Experte der
A._
dafür hielt, retrospektiv könne nicht beurteilt werden, inwieweit sich die im Jahr 2013 erhobenen Befunde von der Krankheitssituation von 2004 unterscheiden (Urk. 7/84 S. 15 und 20), vermag doch das
bidisziplinäre
A._
-Gutachten gerade in diesem Punkt nicht zu überzeugen.
4.3
Gestützt auf das polydisziplinäre
B._
-Gutachten ist daher erstellt, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der
Rentenzusprache
zufolge Remission der psychischen Beschwerden insgesamt verbessert hat, und er nunmehr in einer dem körperlichen Leiden angepassten Tätigkeit im Umfang von 60 % arbeitsfähig ist. Damit erübrigt es sich, zu prüfen, ob die Voraus
setzungen für eine Anwendbarkeit der Schlussbestimmungen zur Änderung des IVG vom 18. März 2011 gegeben gewesen wären.
5.
5.1
De
r
Beschwerdeführer macht
sodann
geltend, die
Herabsetzung
der Rente sei auch deshalb nicht gerechtfertigt, weil vorgängig keine Eingliederungs
mass
nahmen durchgeführt worden seien (Urk.
13
S.
4
)
.
5.2
Im Regelfall ist eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der Selbsteingliederung zu verwerten. Nach langjährigem
Renten
bezug
können ausnahmsweise Erfordernisse des Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und medizinisch möglichen Leistungsentfaltung entgegenstehen, wenn aus den Akten einwandfrei hervor
geht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungspotenzials ohne vorgän
gige Durchführung befähigender Massnahmen allein vermittels
Eigenan
strengung
der versicherten Person nicht möglich ist. Diese Rechtsprechung ist grundsätzlich auf Fälle zu beschränken, in denen die (revisions- oder
wiederer
wägungsweise
) Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente eine versi
cherte Person betrifft, welche das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen hat. Die Übernahme der beiden
Abgrenzungskrite
rien
(vgl.
lit
. a
Abs.
4 der Schlussbestimmungen der Änderung vom 1
8.
März 2011 [
6.
IV-Revision, erstes Massnahmenpaket]) bedeutet nicht, dass die darun
ter fallenden Rentnerinnen und Rentner im jeweiligen revisions- (Art. 17 Abs. 1 ATSG) beziehungsweise gegebenenfalls wiedererwägungsrechtlichen (Art. 53 Abs. 2 ATSG) Kontext einen Besitzstandsanspruch geltend machen könnten; es wird ihnen lediglich zugestanden, dass – von Ausnahmen abgesehen – auf
grund des fortgeschrittenen Alters oder einer langen Rentendauer die
Selbstein
gliederung
nicht mehr zumutbar ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_39/2012 vom 24. April 2012 E. 5.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteile Bundesgerichts 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.4 und 9C_412/2014 vom 20. Oktober 2014 E. 3.1).
5.3
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist im Hinblick auf die Zumut
barkeit der Selbsteingliederung nicht die Dauer der tatsächlichen Absenz vom Arbeitsmarkt, sondern allein die Dauer des Rentenbezugs massgebend (Urteil des Bundesgerichts 9C_228/2010 vom 26. April 2011 E. 3). Die vorliegend zu beurteilende ganze Rente wurde seit dem 1. April 2000 ausgerichtet und per 1. August 2014 auf eine halbe Rente herabgesetzt; mithin wurde die ganze Rente bloss während einer Dauer von 14 Jahren und 4 Monaten bezogen. Im Zeitpunkt der Herabsetzung hatte der Beschwerdeführer überdies das 55. Alters
jahr noch nicht erreicht. Entsprechend ist es nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin eine Selbsteingliederung als zumutbar betrach
tete.
6.
6.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
)
, in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6
.
2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frü
hest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensent
wick
lung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre.
Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134
V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigenden ausge
glichenen Arbeitsmarktlage (Art. 16 ATSG) ist grundsätzlich auch bei der Fest
setzung des
Validenlohnes
Rechnung zu tragen, wobei auf die Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstruk
tur
er
hebung
(LSE) abgestellt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 23.
September 2014 E. 3.2 mit Hinweisen).
6.3
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers wurde das in der Verfügung genannte
Valideneinkommen
von Fr. 75'568.-- nicht korrekt ermittelt. Aus dem IK-Auszug geht hervor, dass der Beschwerdeführer bei verschiedenen
Bauunter
nehmungen
tätig war und bis ins Jahr 1999 nie mehr als Fr. 48'170.-- Einkom
men pro Jahr erzielt hat (Urk. 7/5). Sein letzter Arbeitgeber gab an, dass der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsschaden als Bauarbeiter im Jahr 2001 ein monatliches Salär von Fr. 4'245.-- erhalten würde (Urk. 7/8 S. 2), was einem Jahressalär von Fr. 55'185.-- entspricht (13 x Fr. 4'245.--). Angepasst an die Nominallohnentwicklung der Löhne von männlichen Arbeitnehmern von 1902
Punkten im Jahr 2001 auf 2220 Punkte im Jahr 2014 (Bundesamt für Statistik, Tabelle T39) ergäbe dies ein
Valideneinkommen
von Fr. 64'412.--. Wenn zur Bestimmung des
Valideneinkommens
ein Tabellenlohn herangezogen wird, ergibt sich allerdings ein leicht höheres
Valideneinkommen
, welches zu Gunsten des Beschwerdeführers berücksichtigt werden kann. Da er über keine fachliche Ausbildung verfügt, ist vom standardisierten monatlichen Bruttolohn (inklusive 13. Monatslohn, basierend auf einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden) für männliche Arbeitskräfte an Arbeitsplätzen des niedrigsten
Anforderungs
niveaus
(Kategorie 4) im Baugewerbe (Branche 41-43) von Fr. 5'310.-- auszuge
hen (Tabelle TA1 der LSE 2010, S. 26). Aufgerechnet auf die durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41.5 Stunden im Jahr 2014 (Bundesamt für Statistik, Tabelle T03.02.03.01.04.02) und angepasst an die Entwicklung der Nominallöhne für männliche Arbeitskräfte von 2151 Punkten im Jahr 2010 auf 2220 Punkte im Jahr 2014 ergibt dies ein dem Einkommensvergleich
zugrunde
zulegendes
Valideneinkommen
von Fr. 68'230.-.
6.4
Zur Bemessung des Invalideneinkommens ist vorliegend ebenfalls ein statisti
scher Tabellenlohn heranzuziehen. Auf dem hypothetischen, als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt lassen sich genügend adaptierte Tätigkeiten finden, welche dem Beschwerdeführer unter Berücksichtigung des von den Gutachtern formulierten Zumutbarkeitsprofils und seiner Begabungen offenstehen. Entspre
chend ist vom nicht nach Branchen differenzierten standardisierten monatli
chen Bruttolohn (inklusive 13. Monatslohn, basierend auf einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden) für männliche Arbeitskräfte an Arbeitsplätzen des niedrigsten Anforderungsniveaus (Kategorie 4) von Fr. 4'901.-- auszugehen (Tabelle TA1 der LSE 2010 S. 26). Aufgerechnet auf die durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41.6 Stunden pro Woche im Jahr 2014 (Bundes
amt für Statistik, Tabelle T03.02.03.01.04.02) und angepasst an die Entwicklung der Nominallöhne der Männer von 2151 Punkten im Jahr 2010 auf 2220 Punkte im Jahr 2014 (Bundesamt für Statistik, Tabelle T39) ergibt dies ein Bruttoein
kommen von Fr. 63'127.-- für ein Pensum von 100 % und von Fr. 37'876.-- für ein solches von 60 %.
Da dem Beschwerdeführer bloss ein Teilzeitpensum zumutbar ist, hat die Beschwerdegegnerin einen leidensbedingten Abzug von 10 % berücksichtigt, was zu einem Invalideneinkommen von Fr. 34'089.-- führt. Entgegen den in der Beschwerde vorgebrachten Einwänden ist die Leistungseinschränkung bei der Bemessung der Arbeitsfähigkeit bereits berücksichtigt worden, weshalb sich ein höherer leidensbedingter Abzug nicht rechtfertigen lässt.
6.5
Bei einem solchermassen festgelegten Invalideneinkommen von Fr. 34'089.-- resultiert im Vergleich zum
Valideneinkommen
von Fr. 68'230.-- eine
Erwerbs
einbusse
von Fr. 34'141.--, was einem Invaliditätsgrad von gerundet 50 % ent
spricht (zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2). Ein Invaliditätsgrad von 50 % gibt Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung.
6.6
Selbst wenn zu Gunsten des Beschwerdeführers bei der Bemessung des
Invaliden
einkommens
ein leidensbedingter Abzug von 20 % berücksichtigt würde, bliebe es beim Anspruch auf eine halbe Rente (Invaliditätsgrad von 56 %).
6
.
7
Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung, mit welcher die bisher aus
ge
richtete
ganze
Invalidenrente
auf eine halbe Rente reduziert wurde
, nicht zu beanstanden
.
Die
Be
schwer
de ist daher abzuweisen
.
7
.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 700.-- festzulegen und ausgangsgemäss vo
m
Beschwerdeführer zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).