Decision ID: 96b6a087-5d1b-477b-8937-c98abae11eb4
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 19
53
,
war
als
selbständiger Wirt
seines
Imbiss
restaurant
s
Y._
in
Z._
bei der
SWICA Versicherungen AG
(nachfolgend:
SWICA)
freiwillig gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am
28. Au
gus
t
2013 beim Ser
vieren auf
einer Treppe ausrutschte und stürzte (Urk. 8/1, Urk. 8/3,
Urk. 8/
17/3 S. 1
).
Anlässlich der Erstbehandlung vom
30. Au
gust 2013
stellte Dr. med.
A._
, Facharzt für Innere Medizin,
die Diag
nose
n
Kontu
si
onen
der
Lendenwirbel
säule
(LWS), des rechten Ellbogen
s
und
der
rechten Schulter
(Urk. 8/9
). Die
bild
gebende
Abklärung
mittels
Magnetreso
nanz
tomo
graphie
(MRT)
des
thorakolumbalen
Übergangs und der
Lenden
wirbelsäule
(LWS)
vom
30. September 2013 ergab
im Hauptbefund eine
Diskushernie mit Be
rührung der
Ner
venwurzel
S1 rechts
sowie den Status nach
einer
Deck
plat
ten
impres
sions
fraktur
Th12 (Urk. 8/13).
Die
Arthro
-Computertomographie (CT) der rech
ten Schul
ter vom 15.
November
2013
zeigte
eine voll
stän
dige
ansatz
nahe
Supra
spinatussehnenr
uptur
, eine Teilläsion der
Infra
spi
natus
sehne
bei ver
schmälerter
Bursa
subacromialis
,
subacromialer
Osteophyt
,
Mus
kel
verfettung
Grad
Goutallier
I-II der
Supraspinatusmuskulatur
und deut
liche
osteophytäre
Randanbauten haupt
sächlich am
Glenoid
(Bericht der Klinik
B._
vom 18. November 2013, Urk. 8/17/2 S. 2). Es persistierten trotz kon
serva
tiver Be
handlung lumbale Rückenbeschwerden und Be
schwerden an der rechten Schul
ter
(Urk. 8/17, Urk. 8/26 S. 1 und S. 3).
1.2
Die
SWICA
erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbe
hand
lung, Taggeld)
.
Am 23. Dezember 2013
untersuchte der
beratende Arzt der SWICA, Dr. med.
C._
, Facharzt für Rheuma
tologie
sowie für
Physikalische Medizin und Reha
bilitation,
den Versicherten und erstellte zuhanden der SWICA den
Bericht vom 8. Januar 2014
(Urk. 8/30).
M
it Schreiben vom 24. Januar 2014
teilte die SWICA dem Versicherten
mit, dass
sie gestützt auf den Bericht von D
r.
C._
davon ausgehe, dass
die Verletzung am rechten Ellbogen vollständig verheilt sei und
in Bezug auf die LWS-Beschwerden ab Oktober 2013 keine Leistungspflicht mehr bestanden habe. Betreffend die Beschwerden an der rechten Schulter würden die Taggelder
ab dem 18. Januar
2014
auf 50
% reduziert und per Ende Ja
nuar 2014 einge
stellt
, wobei sie diesbezüglich für die Kosten allfälliger wei
terer Heilbehandlung vor
erst auf
komme
(Urk. 8/31).
Am
5.
März 2014 ver
fügte die SWICA wie ange
kündigt über die weitere
n
Leistungen (Urk. 8/37).
Dagegen er
hob der Ver
sicherte mit Schreiben vom 12. März 2014 Einsprache (Urk. 8/39), woraufhin die SWICA den Bericht von
Dr.
med.
D._
, Facharzt für
ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie,
von der
E._
, Zen
tru
m für
Endoprothetik
und Gelenkchirurgie,
vom
3. April 2014 (Urk. 8/46) sowie die ergän
zende Stellungnahme von
Dr.
C._
vom 16. Juni 2014
(Urk.
8/54
)
ein
holte
.
Gestützt darauf wies die SWICA die Einsprache des Versicherten mit
Ein
sprache
entscheid
vom 8. Juli 2014 ab (Urk.
2
).
2.
Dagegen
erhob der Versicherte mit
Eingabe vom 4
. September 2014
unter Bei
lage des Berichts von Dr.
D._
vom 21.
August 2014 (Urk.
3/4
)
Be
schwer
de und beantragte,
die Verfügung vom 5. März 2014 und
der
Einsprache
ent
scheid
vom
8
. Juli 2014 sei
en
aufzuheben und
es seien ihm
die gesetzlichen
Leistun
gen nach
Bundesgesetz üb
er die Unfallversicherung (UVG), nämlich
weiter
hin
Tag
gelder und
Heil
behandlung, eventu
ell
eine Rente und eine
Inte
gritätsentschädigung
zu erbringen; eventualiter sei ein neutrales orthopä
disches Gutachten inklusive einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähig
keit (EFL) zu er
stellen
(Urk. 1
S.
2
). Die Beschwerdegegnerin schloss in der
Be
schwerde
antwort
vom
2
. Oktober 2014 auf Ab
wei
sung der Be
schwerde (Urk. 7 S. 2
).
Der Be
schwerde
führer hielt in der Replik vom 7. November 2014 an seinen An
trä
gen fest (Urk.
11).
Die Beschwerdegegnerin liess sich zur Duplik nicht ver
lauten (Urk. 14).
Mit Eingabe vom 6. August
2015 (Urk. 16) reichte der Be
schwerde
führer das von der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, in Auf
trag gegebene polydisziplinäre Gutachten der
M
edas
F._
vom 14. Januar 2015
ein (Urk. 17). Dazu nahm die Beschwerdegegnerin
mit
Schrei
ben vom 12. August 2015 Stellung und hielt an ihrem Antrag auf Ab
weisung der Beschwerde fest (Urk. 20). Mit weiterer Eingabe vom
4. No
vember 2015 gab der Beschwerdeführer den aktuellen Unfallschein zu den Akten (Urk. 23
), wel
cher der Beschwerdegegnerin am
5.
November 2014 zur Kenntnis zugestellt wurde (
Urk.
24).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
In der Schweiz wohnhafte
Selbständigerwerbende
und ihre nicht obligatorisch ver
sicherten mitarbeitenden Familienglieder können sich
gemäss
Art.
4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) freiwillig versichern. Nach
Art.
5 Abs. 1 UVG gelten die Bestimmungen über die obligatorische Ver
si
cherung
sinngemäss
für die freiwillige Versicherung. Der Bundesrat erlässt er
gänzende Vorschriften über die freiwillige Versicherung. Er ordnet namentlich den Beitritt, den Rücktritt und den Ausschluss sowie die Prämienbemessung (
Art.
5 Abs. 2 UVG).
1.2
Gemäss
Art. 6
UVG
werden
so
weit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Ver
siche
rungsleistungen
bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1). Für die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt das UVG das Vor
liegen eines Unfalls (Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts, ATSG) oder einer
unfall
ähn
lichen
Körperschädigung (Art. 6 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 der Ver
ordnung über die Unfall
ver
siche
rung, UVV) voraus. Ausserdem muss zwischen dem Unfallereignis und dem ein
ge
tretenen Schaden
(Krankheit, Inva
lidität, Tod)
ein natür
licher und ein adä
quater Kausal
zusam
menhang be
stehen.
1.3
Als natürlich
kausale
Ursachen für einen gesundheitlichen Schaden
gelten alle Um
stände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um
schreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingun
gen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträch
tigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung bezie
h
ungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für
die Begründung eines Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen)
.
1.4
Wird durch den Unfall ein krank
hafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natür
liche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Un
fall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Be
weis
grad
der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000
Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänz
lich fehlender ursächlicher Aus
wir
kungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich hie
r
bei um eine
an
spruchs
auf
hebende
Tatfrage handelt, liegt
die
entsprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu
sam
men
hang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim
Unfall
ver
sicherer
(RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Der Unfall
versicherer hat jedoch nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen zu erbringen, sondern nur, dass die
unfallbedingten Ursachen des
Ge
sund
heitsschadens
ihre kausale Be
deutung verloren haben (Urteile des Bundes
ge
richts U 381/04 vom 2. Februar 2006 E. 3.1 und
8C_354/2007
vom
4.
August
2008 E. 2.2, je
mit Hinweisen).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im
Grund
fall
als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche
Leis
tungs
arten
massgebend
(
Urteil des Bun
des
gerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.5
Als adäquate Ursache eines Erfolges hat ein Ereignis nach der Rechtsprechung zu gelten,
wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allge
meinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des ein
ge
tretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereig
nis
allgemein als begünstigt erscheint (
BGE 129 V 177 E. 3.2,
40
2 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organi
schen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausali
tät weit
gehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
auf den Standpunkt,
das Gutachten von Dr.
C._
vom
8.
Januar 2014 erfülle die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an ein Gutachten, weshalb darauf ab
gestellt werden könne.
In der
Beurteilung vom 16.
Juni 2014 sei er zudem zu dem
selben Schluss gekommen. Bezüglich anderslautender Einschätzungen der be
handelnden Ärzte Dr.
A._
und (dessen Assistent
en; Urk. 8/39
) med.
pract
.
G._
gelte die Recht
s
prechung, wonach behandelnde
Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens
stellung im Zweifelsfall eher zugunsten ihrer Patienten aussagen würden. Daher sei im Streitfall auf die Einschätzung
des
medizini
schen Experten
abzustellen.
Es sei mit dem Gutachten von Dr.
C._
der Beweis erbracht, dass der natürliche Kausalzusammenhang
be
züglich der
Restbeschwerden
und somit auch
die Leistungspflicht aus UVG
- mit Ausnahme der Leistungen für die Be
hand
lungen der Schulterverletzung sowie eine dadurch allfällig bedingte Arbeits
unfähigkeit -
per
Ende
Januar 2013
(gemeint wohl: 2014)
dahin
ge
fallen seien
(
Urk. 2 S. 4
f.).
2.2
Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor,
da die Beschwerdegegnerin ihre
Leis
tungspflicht
für das Rücken- und Schulterleiden anerkannt habe, müsse
sie den
Wegfall des natürlichen Kausalzusammenhanges
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit
beweisen.
Diesen Beweis habe sie mit den zwei unzulänglichen Fall
beurteilungen von
Dr.
C._
nicht erbracht. Die Beschwerdegegnerin habe im Schreiben vom 5. Juni 2014 selbst erkannt, dass dessen prognostische Ar
beits
unfähigkeit im Erstgut
achten vom 8.
Januar 2014 gemäss höchst
rich
ter
li
cher Rechtsprechung nicht zulässig sei.
Auch hätten ihm beim
Erst
gutach
ten
nicht alle medizinischen Akten vorgelegen,
und zwar
hätten
ihm
die Rönt
gen
auf
nahmen der LWS vom 30. August 2013
gefehlt.
Die dort be
schriebene
Assimi
lations
störung
und die begleitende
Hyperostose
habe er ledig
lich mit ziem
licher, nicht mit überwiegender Sicherheit als unfallfremd be
urteilt. Auch sei Dr.
C._
nicht darauf eingegangen, dass Dr. med.
H._
, Fach
arzt für Neurologie, im Bericht vom 23.
Dezember 2013
(Urk. 8/26)
zum Ergeb
nis ge
kom
men sei, dass der Sturz vom 28. August 2013
einen leichten moto
rischen L5-Ausfall rechts in Form einer leichten
Fussheberschwäche
be
wirkt habe.
Der Gutachter halte aber
dennoch
fest, dass bei alternativen Tätigkeiten ge
wisse
Ein
schränkungen bei repetitiven Arbeiten und Heben von Lasten über Schulter be
ziehungsweise Kopfhöhe bestehe
sowie dass eine Tätigkeit mit vielem Treppen
steigen
oder
neu mit Drehbewegung un
günstig sei
.
Ob
schon er, der Beschwerdeführer, eine alternative Tätigkeit gemäss dem Gutach
ten nicht mehr in einem 100%igen Pensum verrichten könne, soll er als Wirt voll arbeitsfähig sein. Er sei
jedoch
nachweislich in seiner ange
stamm
ten Tätig
keit nicht zu 100
%
arbeitsfähig, da er nicht länger als eine Stunde stehen könne und nicht mehr Überkopfarbeiten verrichten könne.
Als Wirt müsse er häufig
Über
kopf
arbeiten
ver
richten und häufig schwere Sachen tragen. D
a die Corti
son-Injek
tionen in direktem Zusammenhang mit dem Unfallereignis stün
den,
sei
es
zu
dem nicht nachvollziehbar, weshalb nicht weitere Ab
klärungen bezüg
lich der Bemer
kung von Dr.
C._
im zweiten Bericht
vorgenommen wor
den seien
, dass er, der Beschwerdeführer, im Vergleich zur ersten Unter
su
chung eher träge, ver
langsamt und kon
stitutio
nell vorgealtert wirke,
wobei
nicht mit Be
stimmt
heit
habe
beantwortet werden könne
n
, ob dies eine Folge
der wieder
hol
ten Cortison-Injektionen sei.
Sodann sei nicht begründet, weshalb (be
züglich der LWS-Symptomatik) eine Schmerztherapie von bloss sechs Wochen attestiert werden könne; diese Zeitdauer beruhe lediglich auf der Ein
schätzung des Ver
trauensarztes und sie nicht mittels Lehrmeinung belegt. Der Sturz habe eine Ver
schlechterung der Schmerzsituation bewirkt, was bei massiv
vorge
schä
digter
Wirbelsäule mit Deckenplattenimpressionsfraktur Höhe Th12 einer
Teilur
sache
entspreche.
Der Unfall vom 28. August 2013 habe
n
ach
weis
lich zu einer rich
tunggebenden Verschlechterung des Gesundheits
zustandes ge
führt
,
wes
halb er noch heute seinen angestammten Beruf
unfall
bedingt
nicht ver
rich
ten könne.
Zudem
sei von der Fortführung der Heilbehand
lung noch eine nam
hafte Ver
besserung des Gesundheits
zustan
des mit Stei
gerung der Arbeits
fähig
keit zu er
warten, was auch die
Dres
.
A._
und
D._
erhofften, weshalb die
Be
schwer
degegnerin
auch nach dem 31. Ja
nuar 2014 für die Kosten der Heil
behandlung und für Taggelder aufzu
kommen habe. Mangels eines End
zustandes
könne der
zeit weder eine Invalidenrente nach UVG noch die
Integri
tätsent
schä
digung
festgesetzt werden. Im Übrigen habe die Beschwerde
gegn
erin bei der Einholung der rheumatologischen Gutach
ten von Dr.
C._
das im
Leitent
scheid
BGE 137 V 210 vorgesehene
Eini
gungsverfahren
miss
achtet. Zumindest beim ersten Gut
achten
sei
auch der Frage
n
katalog vor der Durch
führung des Gutachtens nicht zugestellt worden.
In Anwendung von Art. 27 ATSG hätte die
Beschwerdegeg
ner
in
ihn mit Blick auf die Waffengleich
heit zudem zwingend über sein Recht
informieren müssen, dass er einen an
deren Gutachter vor
schlagen könne.
Recht
sprechungsgemäss seien die Gutach
ten von Dr.
C._
daher absolut nicht ver
wertbar.
Folglich sei even
tualiter davon auszugehen, dass der Sachverhalt von
der
Beschwerde
geg
nerin
in Ver
letzung von
Art.
43 ATSG nicht
umfassend ab
ge
klärt worden sei
(
Urk.
1 S.
4 ff.
, Urk. 11 S. 4 ff.
).
Gemäss dem
Gutachten der
M
edas
F._
vom 14. Januar 2015
sei er aus neurologischer Sicht seit dem Sturzereignis nicht mehr arbeits- beziehungsweise erwerbs
fähig.
Es werde ihm dringend eine Therapie der Gangunsicherheit em
pfohlen.
Nachweislich sei der medizi
nische Endzustand
noch nicht eingetreten, dies
müsse
z
ur Gutheissung der Beschwerde führen (Urk.
16 S. 2
).
2.3
Unstrittig ausgewiesen ist, dass der Beschwerdeführer am
28. August
2013
beim Servieren von Speisen beim Hinuntergehen einer Treppe ausgerutscht ist
und sich
durch den Sturz auf der Treppe Verletzungen am rechten Ellbogen, an der LWS und an der rechten Schulter zuzog (Urk. 8
/1, Urk.
8/9, Urk. 8/
1/3
).
Die Kon
tusion am rechten Ellbogen war unstrittig spätestens per Ende 2013 aus
ge
heilt (Urk. 8/11
, Urk. 8/26 S. 1
).
Die
Beschwerdegegnerin hat zudem aner
kannt (Urk. 2 S. 5,
Urk.
8/37 S. 2)
, dass die an der rechten Schulter festgestellte
Supra
spinatus
seh
nen
ruptur
und die Teilläsion der
Infraspinatussehne
(Urk.
8/17/2
)
zumindest teilursächlich durch das Unfallereignis vom 2
8.
August 2013
bedingt sind.
Strittig und zu prüfen ist, ob der natürliche Kausalzusammenhang zwischen den geklagten Restbeschwerden
an der LWS
und dem Unfallereignis vom
2
8.
August 2013
bis
Ende September 2013
(Urk. 8/37 S. 2)
dahingefallen ist, weil der
Gesund
heitsschaden
an der LWS ab dann nur noch und ausschliesslich auf
un
fall
fremden
Ursachen be
ruhte.
Eine weiter
e
Streitfrage ist
, ob die
Beschwerde
gegne
rin
die Taggelder
insbesondere auch
in Bezug auf die
Gesundheitsbe
ein
träch
ti
gung
an der rechten Schulter zu Recht
ab dem 18.
Januar 2014 auf 50
%
redu
ziert
und per Ende Januar 2014
eingestellt hat
(
Urk.
8/37/2
).
3.
3.1
Hinsichtlich des Einwandes des Beschwerdeführers gegen
die Berichte von Dr.
C._
vom 8.
Januar und vom 1
6.
Juni 2014
(
Urk.
8/30, Urk. 8/54), auf welche die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid abstellte (
Urk.
2 S. 4 f.),
diese seien schon deshalb nicht verwertbar, da die Beschwerdegegnerin
das im BGE 137 V 210
vor Einholung eines (MEDAS-)Gut
achtens
vorgesehene Einigungsverfahren
(vgl. für das
unfallver
sicherungs
recht
lic
he
Verfahren vgl. BGE 138 V 318
; in Bezug auf mono- und
bidiszi
plinäre
Gutach
ten vgl. BGE 139 V 349)
miss
achtet habe und ihm zumindest vor der Durchführung der ersten Begutach
tung den
Frage
katalog
an den Gutachter
nicht zugestellt habe
(Urk. 1 S. 13 f.)
,
ist Fol
gendes zu beachten:
Dr.
C._
wurde von der Beschwerdegegnerin gemäss ihrem Schreiben an den Beschwerdeführer vom 4. Dezember 2013 (
Urk.
8/20) und gemäss der Auf
trags
erteilung gleichen Datums (
Urk.
8/27) in seiner Funktion als beratender Arzt zu einer medizinischen Kurzbeurteilung aufgeboten.
Als solcher
ist er, was den Beweiswert seiner ärztlichen Beurteilung angeht, einem versicheru
ngsinternen
Arzt gleichzusetzen
(Urteil
e des Bundesgerichts
8C_557/2015
vom 7.
Oktober 2015
E. 5.2 mit Hinweisen
)
.
Damit kann er nicht die Stellung eines unabhän
gigen Gutachters oder Sachverständigen beanspruchen (vgl
. RKUV 2003 Nr. U
484 S.
251 E.
3.2.1 [U 273/01]). Bei der Prüfung der Begehren darf der Ver
si
cherungs
träger den Sachverstand versicherungsinterner medizinischer
Fach
per
sonen
einbeziehen (
BGE 135 V 465
mit Hinweis). Die vorherige Einholung einer Einwilligung der versicherte
n Person ist nicht erforderlich (
Urteil
des Bun
des
gerichts
8C_400/2013 vom 3
1.
Juli 2013
E. 5.1).
Da es sich bei den Beur
tei
lung
von Dr.
C._
vom
8. Januar 2014, ergänzt mit Stellungnahme
vom 16.
Juni 2014 (Urk. 8/30, Urk. 8/54),
nicht um ein Gutachten nach
Art.
44 ATSG handelt,
ist der Einwand des
Beschwerdeführer
s
, es sei ihm
entgegen dem in BGE 137 V 210 vorgesehenen Einigungsverfahrens
der Frage
n
katalog nicht zugestellt wor
den und er sei nicht
darauf hingewiesen worden, dass er
einen anderen Gutach
ter vorschlagen könne (Urk. 1 S. 13, Urk. 11 S. 6 f.)
, nicht stichhaltig (
vgl. BGE 135 V 465 E. 4.2
;
Urteil des Bundes
gerichts 8C_400/2013 vom 3
1.
Juli 2013
E. 5.3 mit Hinweis
).
3.2
Zur Rüge,
Dr.
C._
stehe
als Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin, welche ihn häufig mandatiere,
in einem Abhängigkeits
verhältnis zur
Be
schwerde
geg
nerin
(
Urk. 11 S.
4
), ist festzuhalten, dass
ein
Ausstandsgrund
recht
sprechungs
gemäss
nicht schon deswegen gegeben ist, weil jemand Aufgaben für die Ver
waltung erfüllt, son
dern erst bei persönli
cher Befangenheit (Art. 36 Abs.
1 ATSG;
BGE 137 V 210
E.
1.3.3
;
Urteil des Bundes
gerichts 8C_400/2013
vom 31.
Juli 2013
E.
5.
mit Hinweisen
).
Relevante
Ausstands- oder
Ablehnungs
gründe
gegen
Dr.
C._
bringt
der Beschwerd
eführer nicht vor
.
3.3
Nach der Rechtsprechung kommt den Berichten und Gutachten
versicherungs
interner
Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er
scheinen, nach
voll
zieh
bar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indi
zien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Soll ein Ver
sicherungs
fall ohne Einholung eines externen Gutachtens ent
schieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Be
stehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüs
sigkeit der
ver
sicherungs
internen
ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärun
gen vorzu
nehmen (BGE 135 V 465
E.
4.4 mit Hinweis
;
Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_557/2015 vom 7.
Oktober 2015
E.
5.2).
Diese Beweisregel
gilt auch für
die
ver
sicherungsin
ternen
Beurteilungen von Dr.
C._
vom 8. Januar und vom 1
6.
Juni 2014 (
Urk.
8/30, Urk. 8/54)
.
4.
4.1
Ob der natürliche Kausalzusammenhang zwischen den geklagten
Rest
be
schwer
den
an der LWS und dem Unfallereignis vom 2
8.
August 2013 bis Ende Sep
tem
ber 2013 (Urk. 8/37 S. 2) dahingefallen ist, weil der Gesundheitsschaden an der LWS ab dann nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen be
ruhte, hängt davon ab, ob ab Oktober 2013 wieder derjenige Ge
sund
heits
zu
stand vor
lag, wie er un
mittelbar vor dem Unfall bestand (
status
quo ante), oder ob ein Ge
sundheits
zustand eingetreten ist, wie er sich nach dem
schick
sals
mäs
sigen
Verlauf des krankhaften Vorzustandes auch ohne den Unfall frü
her oder später eingestellt hätte (
status
quo sine).
Die
Beweislast für das Da
hinfallen des natürli
chen Kausal
zusammenhangs
in Bezug auf die LWS-Be
schwerden
liegt
bei der
Be
schwerdegegnerin
, nachdem sie
ihre Leistungspflicht für diese Unfallfolge bis Ende September 2013 anerkannt hatte (Urk. 8/37 S. 2; vgl. Urteil des Bun
des
gerichts 8C_895/2010 vom 1. Feb
ru
ar
2011 E. 5.1 mit Hin
weis).
4.2
4.2.1
Der Beschwerdeführer
hatte ungefähr zehn Jahre vor dem Unfall vom 28. August
2013
einen Unfall, bei dem er sich ebenfalls bei einem Sturz (Urk. 8/11,
Urk. 8/30 S. 6,
Urk. 17 S. 24)
unstrittig
eine
Deckplattenimpressions
fraktur
auf der Höhe Th12 zugezogen hatte (Urk. 8/13
, Urk. 11 S. 5
).
Dieses Sturzereignis war nicht bei der
Beschwerdegeg
nerin
versichert (
Urk.
8/59-60).
Die
bildge
bende
Ab
klä
rung mittels Magnetresonanztomographie (MRT) des
tho
ra
kolum
balen
Über
gangs und der Lenden
wirbelsäule (LWS) vom 30. Septem
ber 2013 ergab zudem eine medi
ane/
mediolaterale
rechtsseitige Diskushernie mit Be
rüh
rung und Dor
salverlagerung der Nervenwurzel S1 rechts,
Chond
rosen
L3/L4 bis
L5/S1 mit leichten
Spondylarth
rosen
so
wie den Status nach
Deck
platten
im
pres
sionsfraktur
Th12 mit aktuell nur mini
men Ödemen (Urk. 8/13).
Damit
ist - unstrittig (Urk.
11 S. 5) -
davon auszugehen, dass bereits vor dem Unfall ein erheblicher trau
matisch und degenerativ bedingter Vorzustand im Bereich der LWS
beim im Unfallzeitpunkt 60-jährigen Beschwerdeführer
vor
ge
legen hatte.
4.2.2
Dr.
C._
kam
nach eigener Untersuchung und Einsicht in die Akten gemäss dem Bericht vom 8. Januar
2014
zum Schlus
s
, dass
die degenerativen Ver
än
derungen im Bereich der LWS mit
Spondylarthrosen
und die
medio
laterale
rechts
seitige Diskushernie mit Berührung und Dors
alverlagerung der
Nerven
wurzel
S1 rechts angesichts
ihrer
degenerativen Natur
und unter Berück
si
ch
tigung des Unfallherganges
nicht durch den Unfall vom 2
8.
August 2013 verur
sacht wor
den seien.
Immerhin aber sei a
ufgrund der unfallbedingten Ver
stau
chung der LWS
von
einer
passageren, mithin zeitlich beschränkten
Schmerz
ex
azerbation
auszugehen. Es sei von einer
Be
handlungs
- respektive
Heilungs
dauer
dieser unfallbedingten Verletzung von vier bis maximal sechs Wochen auszu
gehen
(Urk. 8/30 S. 6
und S. 8
).
4.3
4.3.1
Es ist nachvollziehbar und vom Beschwerdeführer insofern auch nicht be
strit
ten, dass
die
bei ihm festgestellte
Bandscheibenproblematik durch den Un
fall vom
28. August 2013
nur
traumatisiert
und nicht ver
ursacht
wurde
.
Dies
lässt sich auch mit der
höch
strichterlichen Rechtsprechung
vereinbaren, wonach
es einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des
Unfallver
siche
rungs
rechts
entspricht
, dass praktisch alle Diskushernien bei Vor
liegen dege
nerativer
Bandscheibenver
änderungen
entstehen und ein
Unfall
ereignis
nur ausnahms
weise, unter be
sonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weit
gehend unfallbedingt kann eine Diskushernie be
trachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und ge
eignet war, eine Schä
di
gung der Bandscheibe herbeizuführen
und die Symp
tome der
Dis
kus
hernie
(vertebrales oder
radikuläres
Syndrom) unver
züglich und mit sofor
tiger Arbeits
unfähigkeit
auftreten
.
Ist die
Diskus
hernie
bei degenerativem
Vor
zustand
durch den Unfall nur aktiviert, nicht aber verursacht worden, so hat die Unfall
versi
cherung nur Leistungen für das un
mittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu er
brin
gen
(Urteil des Bundes
gerichts 8C_765/2014 vom 9.
Februar 2015 E.
6.1
mit Hinweisen).
Da hier das
Ereignis vom 2
8.
August 2013
, bei dem der Beschwerdeführer auf der Treppe ausrutschte und mit gleich
zeitigem Aufprall
der rechten oberen Ext
remität
sowie des Gesässes gestürzt ist
(
Urk. 8/1,
Urk. 8/26 S. 1, Urk. 8/30 S. 1
, Urk. 17 S. 26
),
nicht von besonderer Schwere
war
,
ist
mit Blick auf diese Recht
sprechung
ohne
W
ei
terungen davon auszugehen,
dass die
Bandscheiben
ver
än
derung
an der LWS
zusammen mit den
Chondrosen
und
Spondyl
arthro
sen
de
ge
nerativer Natur und nicht
unfall
bedingt
ist
.
Zu Recht anerkannte die
Be
schwer
degegnerin
daher
nur
eine
Leistungs
pflicht
für das un
mittelbar im Zu
sammen
hang mit dem Unfall stehende
und insofern vorübergehende
Schmer
z
syndrom
.
Entgegen der Ansicht des Be
schwerde
führers ist
bei vorliegender Ak
tenlage
eine unfallbedingte die
alters
übliche
Progression über
steigende, rich
tung
gebende, mit
hin erhebliche orga
nische Verschlimmerung der
vorbe
stehen
den
degenera
tiven Verän
derungen beim über 60-jährigen Be
schwerde
führer bildgebend nicht aus
gewiesen.
Eine solche kann nicht
allein
mit dem Schmerzsyndrom begründet werden.
4.3.2
Hingegen macht der Beschwerdeführer zu Recht gelten, dass Dr.
C._
die von ihm geschätzte Behandlungs- respektive die Heilungsdauer
der unfallbe
dingten
Schmerzexa
zerbation
betreffend die LWS während lediglich vier bis maximal sechs Wochen (Urk. 8/30 S. 6 und S. 8) nicht weiter begründete und auch nicht mittels Lehrmeinung belegt hat.
In konstanter Rechtsprechung geht das Bundesgericht davon aus, dass n
ach der
zeitigem medi
zi
nischem Wissensstand das Erreichen des Status quo sine bei posttraumatischen Lumbalgien und
Lumboischialgien
nach drei bis vier Mona
ten erwartet werden
kann
, wogegen eine allfällige richtunggebende Ver
schlim
me
rung röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Pro
gres
sion abheben muss; eine traumatische Verschlimmerung eines klinisch stum
men degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten (
Urteil des Bundes
gerichts 8C_765/2014 vom
9.
Februar 2015 E. 6.1
mit Hinweisen
).
In Nachachtung dieser Rechtsprechung ist daher festzuhalten, dass
die
Leis
tungs
pflicht
für die unfallbedingte
Schmerzexazerbation
an der LWS per Ende September 2013, mithin nur
rund fünf Wochen nach dem Unfallereignis
ohne
hinlängliche
Begründung
zu früh
aberkannt wurde.
Auf die Einschätzung von
Dr.
C._
kann daher nicht abgestellt werden. Insbesondere
kann
damit auch
nicht
seiner
Beurteilung
einer 50%igen Arbeits
fähi
gkeit ab Januar 2014 und einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ab Februar 2014
(Urk.
8/30 S. 10, Urk. 8/54 S. 3 f.) gefolgt
werden. Denn diese Einschätzung erfolgte allein im Hin
blick auf die Restbesc
hwerden an der rechten Schulter
. Es kann jedoch nicht ausge
schlossen werden, dass
den
LWS-Beschwerden
,
zumindest eine Zeit lang und ins
be
sondere auch nach dem 1. Januar 2014,
zusätzlich
Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit
zuzuschreiben ist.
4.3.3
Dem Gutachten der
M
edas
F._
vom 1
4.
Januar 2015 (
Urk.
17) ist dazu nichts zu entnehmen. Dort wurde der Gesundheitszustand des Beschwerdefüh
rers insgesamt
und
ohne Differenzierung der unfallkausalen Symptomatik be
urteilt.
Zudem haben
sich
die Gutachter noch nicht abschliessend über
das
Leis
tungsprofil
ausgesprochen, sondern
diese
s
von weiteren Abklärungen
zu einer
diagnostisch unklaren
Gangunsicherheit
abhängig gemacht
(Urk. 17 S. 35 f., Urk. 17 S. 39 ff.)
.
Gemäss der neurologischen Beurteilung wurde eben
falls offen
gelassen, ob die Gangunsicherheit in einem klaren Zusammen
hang mit dem Stur
z
auf das Gesäss (gemeint wohl vom 2
8.
August 2013) stehe oder sich unab
hängig vom Sturz entwickelt habe (
Urk.
17 S. 28).
Ohne weitere Be
grün
dung, insbesondere ohne Begründung aus orthopädischer Sicht, wurde
so
dann
eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem Unfall vom 2
8.
August 2013 atte
stiert
, wo
gegen aus neurologischer Sicht allerdings die mittel- und lang
fris
tige
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
wegen des nicht abgeklärten, instabilen Gesund
heits
zustan
des nicht
abschliessend beurteilt wurde
(
Urk. 17 S. 35
f.
,
Urk. 17 S. 39 ff.).
4.4
Da auch keinem anderen medizinischen Bericht eine genügende,
unfall
spezifi
sche
Einschätzung der massgeblichen Themen (unfallbedingte Dauer der LWS-
Beschwerden, unfallspezifische Arbeitsfähigkeit in der angestammten und in ei
ner
leidensangepassten Tätigkeit unter Berücksichtigung der vorüber
gehen
den LWS-Beschwerden und der Schulterbeschwerden) zu entnehmen ist, ist die Sa
che zur
entsprechenden
ergänzenden Abklärung an die Beschwerdegegnerin zu
rück
zuweisen.
Der angefoch
tene
Einspracheentscheid
vom 8.
Juli 2014
(Urk. 2)
ist folglich aufzuhe
ben und die Beschwerde in diesem Sinne gutzu
heis
sen.
5.
Das Verfahren ist kostenlos.
Dem Beschwerdeführer steht eine Prozessentschädigung zu, welche nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das
Sozialver
si
cherungs
gericht
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen auf Fr.
2‘900.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) fest
zusetzen ist.