Decision ID: f4adfb0b-5c4c-4574-883f-ca196ad6c28f
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend Raub etc. und Widerruf (Rückweisung des Schweizerischen )
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 1. Dezember 2016 (DG160255); Urteil des Obergerichtes des Kantons Zürich, II. Strafkammer, vom 22. November 2017 (SB170031); Urteil des  Bundesgerichtes vom 5. Oktober 2018 (6B_199/2018)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 31. August 2016
(Urk. 1/141) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte B._ ist schuldig
- des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB,
- des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB,
- der Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 Abs. 1 StGB,
- der Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33
Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. e und g WG, Art. 8
Abs. 1 WG und Art. 25 Abs. 1 WG sowie
- des mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs ohne Führerausweis
im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. a SVG.
2. Der Beschuldigte C._ ist schuldig
- des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB,
- des mehrfachen Überlassens eines Motorfahrzeugs an einen Führer
ohne erforderlichen Ausweis im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. e SVG so-
wie
- des Vergehens gegen das Bundesgesetz über die obligatorische Ar-
beitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung im Sinne von
Art. 105 AVIG.
Vom Vorwurf des Betrugs im Sinne von Art. 146 StGB wird der Beschuldigte
C._ freigesprochen.
3. Die Beschuldigte A._ ist schuldig der Gehilfenschaft zu Raub im Sinne
von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB.
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4. Der Beschuldigte D._ ist schuldig der Gehilfenschaft zu Raub im Sinne
von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB.
5. Der Beschuldigte B._ wird bestraft mit 5 1⁄2 Jahren Freiheitsstrafe, wo-
von 327 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Geldstrafe von 300
Tagessätzen zu CHF 60.
Der Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe wird nicht aufgeschoben.
Es wird davon Vormerk genommen, dass sich der Beschuldigte B._ seit
dem 19. Juli 2016 im vorzeitigen Strafvollzug befindet.
6. Der Beschuldigte C._ wird bestraft mit 4 1⁄2 Jahren Freiheitsstrafe, wo-
von 301 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Geldstrafe von 100
Tagessätzen zu CHF 90.
Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.
Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre
festgesetzt.
Es wird davon Vormerk genommen, dass sich der Beschuldigte C._ seit
dem 31. August 2016 im vorzeitigen Strafvollzug befindet.
7. Die Beschuldigte A._ wird bestraft mit 2 1⁄2 Jahren Freiheitsstrafe, wo-
von 152 Tage durch Haft erstanden sind.
Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 20 Monaten aufgescho-
ben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (10 Monate, ab-
züglich 152 Tage, die durch Untersuchungshaft erstanden sind) wird die
Freiheitsstrafe vollzogen.
8. Der Beschuldigte D._ wird bestraft mit 4 Jahren Freiheitsstrafe, wovon
179 Tage durch Haft erstanden sind.
Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.
Es wird davon Vormerk genommen, dass sich der Beschuldigte D._ seit
dem 22. Juli 2016 im vorzeitigen Strafvollzug befindet.
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9. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Strafbefehl Staatsanwaltschaft Win-
terthur/Unterland vom 22. Juli 2015 gegen den Beschuldigten D._ aus-
gefällten Strafe von 90 Tagessätzen zu CHF 100 wird widerrufen.
10. Die Privatklägerin E._ AG wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf
den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
11. Die Beschuldigten B._, C._, A._ und D._ werden unter
solidarischer Haftbarkeit verpflichtet, der Privatklägerin F._ AG [Versi-
cherung] Schadenersatz von CHF 146'046 zu bezahlen. Im Umfang von
CHF 12'157 wird das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin F._
AG abgewiesen. Im Umfang von CHF 5'736.90 wird die Privatklägerin
F._ AG mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilpro-
zesses verwiesen.
12. Auf die Begehren der G._ GmbH wird nicht eingetreten.
13. Die beim Beschuldigten B._ sichergestellte Barschaft in der Höhe von
CHF 5'465.85 wird nach Eintritt der Rechtskraft zur Deckung seines Anteils
an den Verfahrenskosten verwendet.
14. Die beim Beschuldigten C._ sichergestellte Barschaft in der Höhe von
CHF 784.95 und USD 100 (Asservat Nr. A008'702'645) wird nach Eintritt der
Rechtskraft zur Deckung seines Anteils an den Verfahrenskosten verwen-
det.
15. Das Guthaben, das sich auf Konto Nr. 1, lautend auf den Beschuldigten
B._, bei der Credit Suisse AG befindet, wird zur Deckung seines Anteils
an den Verfahrenskosten verwendet. Die Kontosperre wird nach Eintritt der
Rechtskraft aufgehoben und die Credit Suisse AG angewiesen, den Saldo
dieses Kontos der Kasse des Bezirksgerichts Zürich zu überweisen.
16. Die Guthaben, die sich auf Konto Nr. 2 und Konto Nr. 3, beide lautend auf
den Beschuldigten B._, bei der PostFinance AG befinden, werden zur
Deckung seines Anteils an den Verfahrenskosten verwendet. Die Kontosper-
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ren werden nach Eintritt der Rechtskraft aufgehoben und die PostFinance
AG angewiesen, die Saldi dieser Konti der Kasse des Bezirksgerichts Zürich
zu überweisen.
17. Das Guthaben, das sich auf Konto Nr. 4, lautend auf den Beschuldigten
C._, bei der Raiffeisenbank ... [Ortschaft] befindet, wird zur Deckung
seines Anteils an den Verfahrenskosten verwendet. Die Kontosperre wird
nach Eintritt der Rechtskraft aufgehoben und die Raiffeisenbank ... ange-
wiesen, den Saldo dieses Kontos der Kasse des Bezirksgerichts Zürich zu
überweisen.
18. Das Guthaben, das sich auf Konto Nr. 5, lautend auf die Beschuldigte
A._, bei der UBS AG befindet, wird zur Deckung ihres Anteils an den
Verfahrenskosten verwendet. Die Kontosperre wird nach Eintritt der Rechts-
kraft aufgehoben und die UBS AG angewiesen, den Saldo dieses Kontos
der Kasse des Bezirksgerichts Zürich zu überweisen.
19. Die Guthaben, die sich auf Konto Nr. 6 und Konto Nr. 7, beide lautend auf
den Beschuldigten D._, bei der PostFinance AG befinden, werden zur
Deckung seines Anteils an den Verfahrenskosten verwendet. Die Kontosper-
ren werden nach Eintritt der Rechtskraft aufgehoben und die PostFinance
AG angewiesen, die Saldi dieser Konti der Kasse des Bezirksgerichts Zürich
zu überweisen.
20. Das Guthaben, das sich auf Konto Nr. 8, lautend auf den Beschuldigten
D._, bei der Credit Suisse AG befindet, wird zur Deckung seines Anteils
an den Verfahrenskosten verwendet. Die Kontosperre wird nach Eintritt der
Rechtskraft aufgehoben und die Credit Suisse AG angewiesen, den Saldo
dieses Kontos der Kasse des Bezirksgerichts Zürich zu überweisen.
21. Die Sperren folgender Konti bei der PostFinance AG werden nach Eintritt
der Rechtskraft aufgehoben:
- Konto Nr. 9, lautend auf den Beschuldigten B._
- Konto Nr. 10, lautend auf den Beschuldigten D._.
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22. Die Sperre des Kontos Nr. 11 bei der Raiffeisenbank ..., lautend auf den
Beschuldigten C._, wird nach Eintritt der Rechtskraft aufgehoben.
23. Die folgenden bei der Bezirksgerichtskasse lagernden Sicherstellungen:
- A007'787'464 (Gaspistole)
- A007'787'453 (Elektroschockgerät)
- A007'809'203 (30 Schuss Schreckschussmunition)
- A008'702'145 (Munition Schreckschuss-Patronen)
- A008'679'729 und A008'679'627 (graues Gewebeklebeband)
- A008'679'547 (Magazinboden)
werden eingezogen und nach Eintritt der Rechtskraft der Bezirksgerichts-
kasse zur Vernichtung überlassen.
24. Die folgenden beim Forensischen Institut Zürich lagernden Sicherstellungen:
- A008'679'592 (Zigarettenstummel)
- A008'690'004 (Zigarettenstummel)
- A008'690'015 (Zigarettenstummel)
werden eingezogen und nach Eintritt der Rechtskraft dem Forensischen
Institut Zürich zur Vernichtung überlassen.
25. Alle übrigen sichergestellten und bei der Bezirksgerichtskasse lagernden
Gegenstände der Beschuldigten B._, C._, A._ und D._
werden den jeweils daran berechtigten Beschuldigten gemäss Ziffer III 2.2.
der Anklageschrift vom 31. August 2016 (S. 15 ff.) ab Eintritt der Rechtskraft
bis spätestens 3 Monate danach auf erstes Verlangen hin herausgegeben.
Nach ungenutztem Ablauf dieser Frist werden die Sicherstellungen der La-
gerbehörde zur Vernichtung überlassen.
26. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
27. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
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Fr. 15'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 16'000.00 Gebühr Strafuntersuchung
Fr. 1'460.00 Auslagen Polizei
Fr. 2'000.00 Gutachten/Expertisen
Fr. 61'727.50 Auslagen Untersuchung
Fr. 6'876.80 Diverse Kosten
Fr. 3'000.00 Beschwerden OGZ Beschuldigte A._
Fr. 1'400.00 Beschwerde OGZ Beschuldigter D._
Fr. 43'110.90 amtliche Verteidigung RA Dr. X1._
Fr. 20'919.95 amtliche Verteidigungen (à Konto-Zahlungen RA X2._ nebst Fr. 5'419.95 aus Dossier 4) Fr. 21'605.75 amtliche Verteidigung RA X2._
Fr. 36'296.90 amtliche Verteidigung RA X3._
Fr. 43'067.90 amtliche Verteidigung RAin X4._
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
28. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-
nommen diejenigen der amtlichen Verteidigungen der Beschuldigten sowie
der nachfolgend in Ziff. 28 und 29 aufgeführten Kosten für diverse Be-
schwerdeverfahren, werden den Beschuldigten in folgendem Umfang aufer-
legt:
- Beschuldigter B._: 1/3
- Beschuldigter C._: 1/3
- Beschuldigter D._: 1/6
- Beschuldigte A._: 1/6.
29. Die Kosten für folgende Beschwerdeverfahren:
- Geschäfts-Nr. UB160009; erledigt mit Beschluss des Obergerichts vom
29. Januar 2016,
- Geschäfts-Nr. UB160028; erledigt mit Beschluss des Obergerichts vom
11. März 2016 und
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- Geschäfts-Nr. UB160043; erledigt mit Beschluss des Obergerichts vom
15. April 2016
in der Höhe von insgesamt CHF 3'000 werden der Beschuldigten A._
vollumfänglich auferlegt.
30. Die Kosten für das Beschwerdeverfahren betreffend Haftentlas-
sung/Verlängerung Untersuchungshaft, Geschäfts-Nr. UB160044 (erledigt
mit Beschluss des Obergerichts vom 26. April 2016), in der Höhe von
CHF 1'400 werden dem Beschuldigten D._ vollumfänglich auferlegt.
31. Die Kosten der amtlichen Verteidiger X2._, X3._, X1._ und
X4._ werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine
Nachforderung für die einzelnen Beschuldigten hinsichtlich der Kosten ihrer
eigenen amtlichen Verteidigung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
32. Rechtsanwalt lic. iur. X2._ wird unter Berücksichtigung der bereits er-
haltenen Akontozahlungen von CHF 15'500 für seine Aufwendungen als
amtlicher Verteidiger des Beschuldigten B._ mit CHF 21'605.75
(inkl. MWST) aus der Gerichtskasse entschädigt.
33. Rechtsanwalt lic. iur. X3._ wird für seine Aufwendungen als amtlicher
Verteidiger des Beschuldigten C._ mit CHF 36'296.90 (inkl. MWST) aus
der Gerichtskasse entschädigt.
34. Rechtsanwalt Dr. iur. X1._ wird für seine Aufwendungen als amtlicher
Verteidiger der Beschuldigten A._ mit CHF 43'110.90 (inkl. MWST) aus
der Gerichtskasse entschädigt.
35. Rechtsanwältin lic. iur. X4._ wird für ihre Aufwendungen als amtliche
Verteidigerin des Beschuldigten D._ mit CHF 43'067.90 (inkl. MWST)
aus der Gerichtskasse entschädigt.
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Berufungsanträge:
a) Der amtlichen Verteidigung der Beschuldigten 1, A._:
(Urk. 365 S. 2)
1. Die Beschuldigte A._ sei wegen Gehilfenschaft zu Raub i.S.v. Art.
140 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 25 StGB schuldig zu sprechen.
2. Sie sei dafür mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten zu sanktionieren;
unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft von 152 Tagen.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei vollumfänglich zur Bewährung auf-
zuschieben; die Probezeit sei auf 2 Jahre festzusetzen.
4. Auf die Schadenersatz-Forderung der Privatklägerin F._ AG sei
nicht einzutreten; ev. sei die Klägerin mit ihrer Forderung auf den Zivil-
weg zu verweisen.
5. Das sich auf dem UBS-Konto der Beschuldigten (IBAN: 5) per 23. Feb-
ruar 2016 befindende Guthaben von Fr. 1'516.35 sei für die Deckung
der Verfahrenskosten zu verwenden; die Kontosperre sei aufzuheben.
6. Die Kosten der Untersuchung, des erstinstanzlichen Gerichtsverfah-
rens sowie des gesamten Berufungsverfahrens seien zu 1/12 der Be-
schuldigten aufzuerlegen und zu 1/12 auf die Staatskasse zu nehmen;
die Kosten der amtlichen Verteidigung für die Fortsetzung des Beru-
fungsverfahrens seien definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7. Die Kosten der kantonalen Beschwerdeverfahren gemäss Ziff. 29 des
vorinstanzlichen Erkenntnisses seien auf die Staatskasse zu nehmen.
b) Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten 4, D._:
(Urk. 366 S. 1)
1. D._ sei wegen Gehilfenschaft zu Raub schuldig zu sprechen.
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2. D._ sei mit zwölf Monaten Freiheitsstrafe zu bestrafen.
3. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom
22. Juli 2015 ausgefällte Strafe von 90 Tagessätzen sei an die Dauer
der Überhaft anzurechnen.
4. D._ sei für die Überhaft angemessen zu entschädigen.
5. Die Schadenersatzforderung der Privatklägerin F._ sei abzuwei-
sen; eventualiter sei sie auf den Zivilweg zu verweisen.
6. Die Kosten für das Verfahren (inkl. der amtlichen Verteidigung) seien
ausgangsgemäss zu verteilen.
c) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl:
(Prot. II S. 13, sinngemäss)
Bestätigung des Urteils vom 1. Dezember 2016 des Bezirksgerichtes Zürich
bezüglich der rechtlichen Würdigung, des Strafmasses sowie der Neben-
punkte für die beiden Beschuldigten 1 und 4.

Erwägungen:
I.
1. a) Den vier Beschuldigten wird zur Last gelegt, gemeinsam als Mittäter
einen Raubüberfall auf das Kleidergeschäft "H._" an der ...strasse ... in
... Zürich geplant zu haben, worauf die Beschuldigten B._ und C._ die-
se Tat am 29. Oktober 2015 ausgeführt hätten. Eventualiter seien die Beschuldig-
ten A._ (nun A._) und D._ als Gehilfen ins Recht zu fassen. Im
Einzelnen habe zunächst A._ bei ihrer Arbeitstätigkeit im "H._" bemerkt,
dass dort jeweils am Donnerstagmorgen die Bargeldeinnahmen gezählt und für
die wöchentliche Abholung bereitgemacht worden seien. Sie habe daraufhin den
Gebrüdern B._C._ den zum Betreten des Kleidergeschäfts nötigen
Code mitgeteilt und ihnen erklärt, wo sich der Tresorraum befunden habe.
D._ sei in einer guten persönlichen und deliktischen Beziehung zu B._
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gestanden. Er sei als Vermittler bzw. Drahtzieher für den Überfall zuständig ge-
wesen, weil er aufgrund einer früheren Tat über das nötige "Fachwissen" bezüg-
lich Waffenbeschaffung, Maskierung, Fluchtauto etc. verfügt und dieses weiterge-
geben habe. Eventuell habe er auch nur als Gehilfe den Gebrüdern
B._C._ das Wissen über den Zutrittscode und die örtlichen Verhältnisse
beim "H._" weitergegeben, welches er seinerseits von A._ erhalten ha-
be. Am 29. Oktober 2015, 08.10 Uhr, hätten sodann B._ und C._ unter
Verwendung des von A._ mitgeteilten Zutrittscodes das Kleidergeschäft
"H._" durch den Personaleingang betreten und sich in den 5. Stock begeben.
Dort hätten sie, je mit einer Faustfeuerwaffe ausgerüstet, vor der Türe des zum
Tresorraum führenden Büros gewartet. Dabei hätten sie gewusst, dass die nor-
malerweise zu dieser Uhrzeit im 5. Stock tätigen Mitarbeiter des Dekorations-
teams auswärts an einer Weiterbildung teilnahmen. Als die "H._"-
Mitarbeiterin I._ die Bürotür geöffnet habe, hätten die beiden Räuber mit vor-
gehaltener Waffe das Büro betreten. Sie hätten I._ und deren Arbeitskolle-
gen J._ mit Klebeband gefesselt, das teilweise schon in Postbeutel verpackte
Bargeld im Gesamtbetrag von ca. Fr. 140'000.– behändigt und sich auf demsel-
ben Weg, wie sie zuvor gekommen seien, vom Tatort entfernt.
b) B._ und C._ wurden ausserdem weiterer Straftaten angeklagt,
an denen A._ und D._ nicht beteiligt waren.
2. a) Mit Urteil vom 1. Dezember 2016 sprach das Bezirksgericht Zürich,
9. Abteilung, B._ des Raubes (Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB), des mehrfachen
Diebstahls (Art. 139 Ziff. 1 StGB), der Hehlerei (Art. 160 Ziff. 1 Abs. 1 StGB), des
Vergehens gegen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 lit. a WG) sowie des mehrfa-
chen Fahrens ohne Führerausweis (Art. 95 Abs. 1 lit. a SVG) schuldig. B._
wurde zu 51⁄2 Jahren Freiheitsstrafe und zu einer unbedingt vollziehbaren Geld-
strafe von 300 Tagessätzen zu Fr. 60.– verurteilt (Urk. 241 S. 165).
b) C._ wurde des Raubes (Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB), des mehrfa-
chen Überlassens eines Motorfahrzeugs an einen Führer ohne Ausweis (Art. 95
Abs. 1 lit. e SVG) und des Vergehens gegen das Bundesgesetz über die obligato-
rische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (Art. 105 AVIG)
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schuldig-, vom Vorwurf des Betrugs hingegen freigesprochen. Gegen ihn fällte
das Gericht sodann 41⁄2 Jahre Freiheitsstrafe und 100 Tagessätze zu Fr. 90.–
Geldstrafe aus, wobei ihm für letztere der bedingte Vollzug mit zwei Jahren Pro-
bezeit gewährt wurde.
c) A._ wurde der Gehilfenschaft zum Raub (Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 25 StGB) schuldig gesprochen und zu 21⁄2 Jahren Freiheits-
strafe verurteilt, wobei der Strafvollzug im Umfang von 20 Monaten aufgeschoben
und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt wurde.
d) D._ schliesslich wurde ebenfalls der Gehilfenschaft zum Raub (Art.
140 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 25 StGB) schuldig gesprochen und mit 4
Jahren Freiheitsstrafe sanktioniert. Ausserdem wurde ihm gegenüber der beding-
te Aufschub von 90 Tagessätzen zu Fr. 100.– Geldstrafe gemäss Strafbefehl der
Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 22. Juli 2015 widerrufen und der
Vollzug dieser Strafe angeordnet.
e) Das Gericht entschied ausserdem über mehrere Zivilforderungen und ver-
fügte die Verwendung des sichergestellten Bargeldes bzw. der gesperrten Gutha-
ben zur teilweisen Kostendeckung. Sodann wurden einige Gegenstände zwecks
Vernichtung eingezogen und die Herausgabe aller übrigen Konfiskate an die je-
weils daran berechtigten Beschuldigten angeordnet. Den Beschuldigten B._
und C._ wurde je ein Drittel, den Beschuldigten A._ und D._ je ein
Sechstel der Verfahrenskosten sowie den beiden letztgenannten Beschuldigten je
die Kosten der von ihnen erfolglos angestrengten Beschwerdeverfahren auferlegt.
3. a) Gegen dieses Urteil liessen alle vier Beschuldigten rechtzeitig die Beru-
fung anmelden (B._: Urk. 218; C._: Urk. 219; A._: Urk. 220;
D._: Urk. 222; Art. 399 Abs. 1 StPO) und sodann auch fristgerecht
(vgl. Urk. 228/2-5) die Berufungserklärungen (Art. 399 Abs. 3 StPO) einreichen.
Hinsichtlich des Raubüberfalls auf das Kleidergeschäft "H._" wollten sie zu-
nächst alle freigesprochen werden (B._: Urk. 250 S. 2; C._: Urk. 248
S. 2; D._: Urk. 247 S. 2; A._: Urk. 242 S. 2). Die Staatsanwaltschaft Zü-
rich-Sihl beantragte demgegenüber die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils
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(Urk. 253). C._ akzeptierte im Laufe des Berufungsverfahrens den Schuld-
spruch und hielt seine Appellation nur noch hinsichtlich des Strafmasses und des
Vollzugs der Strafe aufrecht (Urk. 288 S. 1).
b) Das Obergericht des Kantons Zürich, II. Strafkammer, sprach mit Urteil
vom 22. November 2017 B._ des Raubes schuldig. Es bestrafte ihn mit 5
Jahren und C._ mit 4 Jahren Freiheitsstrafe, jeweils (wegen der zusätzlich
begangenen Delikte) verbunden mit einer Geldstrafe. A._ und D._ wur-
den freigesprochen (Urk. 317 S. 56).
c) Die Oberstaatsanwaltschaft erhob gegen die obergerichtlichen Freisprü-
che bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen. Das Bundesgericht hiess diese
mit Urteil vom 5. Oktober 2018 gut, hob den Entscheid des hiesigen Gerichts hin-
sichtlich der Beschuldigten A._ und D._ auf und wies die Sache zu neu-
er Entscheidung ans Zürcher Obergericht zurück.
d) Auf Anfrage des Gerichts (Art. 406 Abs. 2 lit. a StPO) erklärten sich die
Verteidiger der beiden Beschuldigten mit einem schriftlichen Verfahren nicht ein-
verstanden (Urk. 355 und 356), weshalb auf heute zur mündlichen Berufungsver-
handlung vorgeladen wurde. Im zweiten Berufungsverfahren wurden keine Be-
weisanträge gestellt. Nach Durchführung der Verhandlung erweist sich der Pro-
zess als spruchreif.
II.
1. Mit Beschluss vom 22. November 2017 (Urk. 317 S. 55/56) stellte das
Obergericht fest, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom
1. Dezember 2016 im folgenden Umfang in Rechtskraft erwachsen war:
- Schuldsprüche gegen B._ (Dispositiv-Ziffer 1) mit Ausnahme desjeni-
gen wegen Raubes;
- Schuldsprüche gegen C._ sowie der Freispruch dieses Beschuldigten
vom Vorwurf des Betruges (Ziff. 2);
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- Entscheidungen über die Zivilansprüche der E._ AG (Ziff. 10) und der
G._ GmbH (Ziff. 12);
- Entscheidungen über sichergestellte Gelder bzw. Guthaben, soweit die Ge-
brüder B._C._ betreffend (Ziff. 13-17 sowie 21 und 22);
- Herausgabe sichergestellter Gegenstände (Ziff. 23-25);
- Kostenaufstellung (Ziff. 27);
- Festsetzung der Honorare für die amtlichen Verteidigungen (Ziff. 32-35).
Daran hat sich nichts geändert.
2. Das Bundesgericht hat das Urteil des Zürcher Obergerichts vom 22. No-
vember 2017 ausdrücklich nur insoweit aufgehoben, als dieses die Beschuldigten
A._ und D._ betrifft (Urk. 352 S. 7). Damit sind von diesem Urteil die
Dispositivziffern 1a (Schuldspruch von B._ wegen Raubes), 2 und 3 (Strafen
und Strafvollzug betreffend B._ und C._), 4a (Zivilansprüche der Privat-
klägerin F._ AG gegenüber B._ und C._), 7 (Kostenaufstellung)
sowie 6 und 8 (Kostenauflagen) teilweise (soweit C._ und B._ betref-
fend) ebenfalls rechtskräftig geworden.
3. Zu entscheiden ist somit im vorliegenden zweiten Berufungsverfahren
noch über den Schuldpunkt und die Strafen betreffend A._ und D._,
über den Widerruf betreffend D._, über die Schadenersatzansprüche der Pri-
vatklägerin F._ AG gegenüber diesen Beschuldigten, über deren gesperrte
Konti sowie über die sie betreffenden Kosten- und Entschädigungsfolgen.
III.
1. Hebt das Bundesgericht einen Entscheid auf und weist es die Sache zur
neuen Beurteilung an die kantonale Instanz zurück, so wird der Streit vor der kan-
tonalen Instanz in jenes Stadium zurückversetzt, in dem er sich vor Erlass des
angefochtenen Entscheides befunden hat. Die kantonale Instanz hat ihrem neuen
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Entscheid die Rechtsauffassung der Kassationsinstanz zugrunde zu legen (Sei-
ler/von Werdt/Güngerich/Oberholzer, Bundesgerichtsgesetz, Handkommentar,
2. Auflage, Bern 2015, Art. 107 N 8 f.; BGE 135 III 334 E. 2.1; Urteil BGer
6B_296/2014 vom 20. Oktober 2014 E. 1.2.2).
2. a) Die erkennende Kammer sprach in ihrem Urteil vom 22. November
2017 die Beschuldigten A._ und D._ nach dem Grundsatz in dubio pro
reo vom Vorwurf der Gehilfenschaft zum Raub (Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbin-
dung mit Art. 25 StGB) frei (Urk. 317 S. 30-42 und S. 56). Das Bundesgericht ge-
langte demgegenüber zum Schluss, dass die erkennende Kammer bei ihrer da-
maligen Beweiswürdigung in Willkür verfallen sei. Es sei rechtsgenügend erstellt,
dass A._ und D._ einen kausalen Tatbeitrag zum Raubüberfall vom 29.
Oktober 2015 geleistet hätten. Diese für die Kammer verbindlichen höchstrichter-
lichen Feststellungen lassen keinen Raum für einen anderen Entscheid als die
Schuldigsprechung von A._ und D._.
b) Die erste Instanz sprach diese beiden Beschuldigten der Gehilfenschaft
zum Raub (Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 25 StGB) schuldig. Die
Staatsanwaltschaft focht diesen Entscheid nicht an. Damit ist aufgrund des Ver-
bots der reformatio in peius (Art. 391 Abs. 2 StPO) eine (anklagegemässe) Verur-
teilung von A._ und D._ als Mittäter (oder im Falle des Letztgenannten
eventuell als Anstifter) nicht mehr zu prüfen. Vielmehr sind die vorinstanzlichen
Schuldsprüche ohne weiteres zu bestätigen.
IV.
1. a) Bei der Strafzumessung für die Beschuldigte A._ ist von der Straf-
androhung für den Tatbestand des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1
StGB auszugehen, welcher bezüglich des Strafmasses im Zuge der Änderung
des Sanktionenrechts (in Kraft seit dem 1. Januar 2018; AS 2016 1249; BBl 2012
4721) neu gefasst wurde und eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn
Jahren androht. Die vorher geltende Fassung enthielt dagegen als Mindeststrafe
noch eine Geldstrafe nicht unter 180 Tagessätzen. Somit ist das neue Recht nicht
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milder im Sinne von Art. 2 Abs. 2 StGB, weshalb weiterhin die bisherige Fassung
von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB anzuwenden ist. Als Gehilfin ist die Beschuldigte
milder zu bestrafen als die eigentlichen Täter (Art. 25 StGB). Das Gericht ist nicht
an die angedrohte Mindeststrafe gebunden und kann auch auf eine andere Straf-
art erkennen (Art. 48a Abs. 1 und 2 StGB).
b) Innerhalb des gegebenen Rahmens misst das Gericht die Strafe nach
dem Verschulden der Täterin zu. Es berücksichtigt dabei deren Vorleben und per-
sönliche Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf ihr Leben. Das Verschul-
den wird nach der Schwere der Rechtsgutverletzung, der Verwerflichkeit des
Handelns und den Beweggründen und Zielen der Täterin sowie danach bestimmt,
wie weit sie nach den gesamten Umständen in der Lage war, rechtskonform zu
handeln (Art. 47 Abs. 1 und 2 StGB).
2. a) Der vorliegend zu beurteilende Raubüberfall richtete sich gegen ein
Tatobjekt, bei dem eine beträchtliche Beute zu holen war und keine strengen Si-
cherheitsvorkehrungen überwunden werden mussten. Die Deliktssumme war mit
mehr als Fr. 140'000.– schon sehr erheblich. Es handelte sich nicht um eine
spontan begangene, sondern um eine sorgfältig geplante und vorbereitete Tat.
Diese wurde sodann mit grosser Dreistigkeit unter Einsatz einer Waffe in der be-
lebten Zürcher Innenstadt und in einem grossen Kleidergeschäft ausgeführt, wo
die handelnden Täter jederzeit damit rechnen mussten, auf Widerstand zu stos-
sen. Die Beschuldigte A._ war zwar beim Überfall selber nicht vor Ort. Sie
lieferte aber vorgängig die zur Ausführung der Tat unerlässlichen Informationen
über den Zutrittscode zum Gebäude, den Standort des Tresors, den Zeitpunkt der
Bereitstellung der Wocheneinnahmen zur Abholung und die Abwesenheit des üb-
licherweise im 5. Stock tätigen Dekorationsteams. Sie leistete damit einen sehr
wichtigen Tatbeitrag, zumal die Tat ohne die bekanntgegebenen Betriebsinterna
nicht hätte ausgeübt werden können, weshalb sich die Würdigung ihrer Tat als
Gehilfenschaft nur geringfügig strafmildernd auswirken kann. Sie missbrauchte
zudem das Vertrauen, welches die Arbeitgeberin ihr entgegenbrachte, aufs
Gröbste. Mangels gegenteiliger Erkenntnisse ist zugunsten der Beschuldigten da-
von auszugehen, dass die Initiative, diesen Raub zu begehen, nicht von ihr aus-
- 18 -
ging und sie von der Tat letztlich selber nicht profitierte, sondern ihrem Lebens-
partner eine Gefälligkeit erweisen wollte. Dennoch wiegt ihr Verschulden nicht
mehr leicht und erscheint dementsprechend eine Einsatzstrafe von 30 Monaten
als angemessen.
b) Die Verteidigung macht geltend, dass gestützt auf Art. 48 lit. e StGB das
Strafbedürfnis in Anbetracht der seit der Tat vom 29. Oktober 2015 verstrichenen
Zeit deutlich vermindert sei und sich die Beschuldigte in dieser Zeit wohl verhalten
habe, was zu einer Strafmilderung führen müsse (Urk. 365 S. 7). Art. 48 lit. e
StGB knüpft an den Gedanken der Verjährung an, sodass gemäss bundesgericht-
licher Rechtsprechung erst dann eine Strafmilderung in Betracht zu ziehen ist,
wenn zwei Drittel der Verjährungsfrist verstrichen sind (Urteil des Bundesgerich-
tes 6B_980/2014 vom 2. April 2015 E. 2.4.2; BGE 140 IV 145 E. 3.1). Dies trifft
aufgrund der seit der Tat verstrichenen Zeit nicht zu, weshalb es – entgegen der
Auffassung der Verteidigung – zu keiner Strafmilderung kommt.
3. a) A._ (geb. A._) wurde 1984 in ... (Massachusetts, USA) gebo-
ren. Sie ist Bürgerin der Vereinigten Staaten und besitzt in der Schweiz die Nie-
derlassungsbewilligung C. Die Beschuldigte wuchs zusammen mit zwei Schwes-
tern bei den Eltern auf. Sie besuchte in den USA die Primarschule. 1995 übersie-
delte die Familie in die Schweiz, wo die Beschuldigte die Primarschule beendete,
die Sekundarschule absolvierte und 2001 eine Lehre als Detailhandelsangestellte
begann, die sie – nach einem Delikt zu Lasten der Arbeitgeberin und dem nach-
folgenden Wechsel der Lehrstelle – erfolgreich abschloss. Anschliessend war sie
als Verkäuferin beim Kleidergeschäft "K._" und danach 61⁄2 Jahre im Waren-
haus "L._" tätig, wo sie aber wegen Unpünktlichkeit zweimal verwarnt und
schliesslich per Ende April 2015 entlassen wurde. Danach war sie kurze Zeit er-
werbslos, bis sie im Juli 2015 eine Stelle als Dekorateurin bei "H._" antreten
konnte. Dort wurde ihr nach ihrer im Januar 2016 erfolgten Verhaftung fristlos ge-
kündigt. Danach war sie zunächst im Gefängnis und im übrigen auf Sozialhilfe
angewiesen. Anfangs Oktober 2016 fand die Beschuldigte im Aargau zunächst
eine Teilzeitanstellung zu 50% als Verkäuferin. Ergänzend erhielt sie Arbeitslo-
sengeld. Seit 2014 lebte die Beschuldigte mit ihrem Freund, dem Mitbeschuldig-
- 19 -
ten D._, zusammen in .../ZH. Nach der Haftentlassung Ende Juni 2016 zog
sie vorübergehend zu ihren Eltern nach .../AG, bis im November 2017 auch ihr
Freund das Gefängnis verlassen konnte. 2018 heirateten die beiden Beschuldig-
ten einander und anfangs März 2019 erwarten sie das erste gemeinsame Kind.
Aufgrund ihrer Schwangerschaft konnte die Beschuldigte nicht mehr weiterarbei-
ten, weshalb sie ihre letzte Arbeitsstelle nach beendeter Probezeit aufgeben
musste. Seither bezieht sie Arbeitslosengeld in der Höhe von monatlich ca. Fr.
3'000.–. Die Beschuldigte hat weder Vermögen noch Schulden (Urk. 1/81/10
S. 2/3 und S. 13, Urk. 1/81/19 S. 16, Urk. 1/115/5-7, Urk. 1/133/1, Urk. 1/133/4,
Urk. 1/133/7, Urk. 208 S. 2-7, Urk. 305, Urk. 316 = Prot. IIa S. 22-27; Prot. II S. 6
ff.).
b) Die Verteidigung führte aus, dass aufgrund der massiven Veränderung
der persönlichen Verhältnisse (die beiden Beschuldigten haben geheiratet und
erwarten anfangs März 2019 ihr erstes gemeinsames Kind), welche sie deutlich
reifer, pflichtbewusster und gewissenhafter habe werden lassen, eine besondere
Strafempfindlichkeit im Sinne von Art. 47 Abs. 1 StGB resultiere, was ebenfalls als
Strafminderungsgrund zu berücksichtigen sei (Urk. 365 S. 8). Entgegen der Auf-
fassung der Verteidigung liegen keine aussergewöhnlichen Umstände vor, welche
irgendeine besondere Strafempfindlichkeit aus persönlichen/familiären Gründen
erkennen liessen. Wie das Bundesgericht festhielt, stellt selbst die Verbüssung
einer langjährigen Freiheitsstrafe für jeden sogar in ein familiäres oder soziales
Umfeld eingebetteten Beschuldigten eine gewisse Härte dar; trotzdem darf sie nur
zurückhaltend und nur bei aussergewöhnlichen Umständen berücksichtigt werden
(Wiprächtiger/Keller, in: Basler Kommentar Strafrecht I, 4. Auflage, Basel 2019,
N 150 ff. zu Art. 47 StGB). Die Beschuldigte ist im Strafregister nicht (mehr) ver-
zeichnet (Urk. 353/1). Somit gibt das Vorleben der Beschuldigten insgesamt kei-
nen Anlass zu einer Erhöhung oder Minderung der Strafe.
c) Auch im übrigen sind keine Straferhöhungs- oder Strafminderungsgründe
auszumachen. Insbesondere liegt kein Geständnis vor, welches zugunsten der
Beschuldigten berücksichtigt werden könnte. Gegenüber A._ ist eine Frei-
heitsstrafe von 30 Monaten auszusprechen.
- 20 -
d) Auf diese Strafe sind 152 Tage erstandene Haft anzurechnen
(Urk. 1/128/2-45; Art. 51 StGB).
4. a) Bei der vorliegend auszufällenden Freiheitsstrafe von mehr als zwei,
aber nicht über drei Jahren kann ein Teil der Strafe aufgeschoben werden, wenn
der Vollzug der gesamten Strafe nicht als notwendig erscheint, um die Täterin von
der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 43 Abs. 1
StGB, BGE 134 IV 14). Der unbedingt vollziehbare Teil der Strafe muss mindes-
tens sechs Monate betragen, darf aber die Hälfte der Strafe nicht übersteigen
(Art. 43 Abs. 2 und 3 StGB).
b) Die Vorinstanz hat der nicht vorbestraften Beschuldigten A._ richtig-
erweise den teilbedingten Strafvollzug gewährt und ihr eine Probezeit von zwei
Jahren angesetzt (Urk. 249 S. 166). Dabei muss es heute auch aufgrund des
Verschlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) bleiben. Wie die Verteidigung
zutreffend ausgeführt hat (Urk. 365 S. 10), darf dem Umstand, dass die Beschul-
digte den Tatvorwurf stets bestritten hat, nicht bei der Bemessung des unbeding-
ten Strafteils Rechnung getragen werden. Dies ist ihr prozessuales Recht, wes-
halb daraus nichts zu ihren Ungunsten abgeleitet werden kann. In Anbetracht des
nicht mehr leichten Verschuldens einerseits und der Vorstrafenlosigkeit der Be-
schuldigten anderseits sowie unter Berücksichtigung, dass sie sich seit der Tat of-
fenbar nichts mehr zu Schulden kommen lassen hat und das Strafverfahren sie
hinreichend beeindruckt haben dürfte, ihr somit eine günstige Prognose gestellt
werden kann, erscheint es angemessen, den zu verbüssenden Teil der Strafe auf
8 Monate festzusetzen. Da die Beschuldigte Ersttäterin ist, ist der Vollzug der
Freiheitsstrafe im Umfang von 22 Monaten unter Ansetzung einer minimalen Pro-
bezeit von zwei Jahren aufzuschieben (Art. 42 Abs. 1 und Art. 44 Abs. 1 StGB).
V.
1. Bei der Strafzumessung für den Beschuldigten D._ kann hinsichtlich
des Strafrahmens und der allgemeinen Grundsätze für die Bemessung von Stra-
fen auf das zur Mitbeschuldigten A._ Gesagte (Erw. IV/1) verwiesen werden.
- 21 -
Entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 366 S. 3) lassen sich insbeson-
dere aus den von ihr anlässlich der Berufungsverhandlung erwähnten Entschei-
den des Obergerichts des Kantons Zürich vom 19. Dezember 2017 (SB170128)
und vom 27. April 2018 (SB180002) keine relevanten Erkenntnisse zugunsten des
Beschuldigten ableiten, da diesen Entscheiden Sachverhalte zugrunde liegen,
welche sich deutlich von der hier zu beurteilenden Tat unterscheiden.
2. Als erstellt gelten muss aufgrund des für die erkennende Kammer ver-
bindlichen Entscheids des Bundesgerichtes, dass der Beschuldigte einen aktiven
Tatbeitrag leistete. Er fungierte bei der Planung des Raubüberfalls als Verbin-
dungsglied zwischen seiner Lebenspartnerin einerseits und seinen Kollegen
C._ und B._ anderseits. A._ arbeitete bei "H._" und verfügte
als einzige der Beschuldigten über das zur Tatbegehung erforderliche Insiderwis-
sen. Die Gebrüder C._B._ führten unter Verwendung dieser Kenntnisse
den Überfall aus. Wie die Planung und Vorbereitung der Tat im Einzelnen ablief,
konnte nicht ermittelt werden, weil alle Beschuldigten während des ganzen Ver-
fahrens jede Beteiligung an der Tat bestritten. Die Annahmen der Anklagebehör-
de, dass der Beschuldigte D._ als Drahtzieher wirkte und als einschlägig
Vorbestrafter sein "Fachwissen" betreffend Raubüberfälle einbrachte, lassen sich
anhand der Akten nicht erhärten und bleiben somit rein spekulativer Natur. Bei
ihm ist folglich von einem geringen Tatbeitrag auszugehen. Die vorinstanzliche
Einschätzung, dass beim Beschuldigten D._ ein finanzielles Motiv vorliegen
müsse, weil sich bei ihm kein anderer Beweggrund zur Beteiligung an der Raubtat
ausmachen lasse, mag zutreffen. Dass der Beschuldigte aber letztlich auch von
der Tat profitierte, lässt sich nicht nachweisen, zumal das erbeutete Geld nie auf-
gefunden werden konnte. Bei ihm ist mithin von einem noch leichten Verschulden
und demgemäss von einer Einsatzstrafe von etwa 21 Monaten auszugehen.
3. a) D._ wurde 1978 in ... (Deutschland) geboren. Er ist Bürger von
Spanien und besitzt in der Schweiz die Aufenthaltsbewilligung B. Der Beschuldig-
te wuchs zusammen mit zwei Brüdern bei den Eltern auf. Er besuchte neun Jahre
die Hauptschule und machte anschliessend eine Lehre als Bäcker/Konditor. Nach
dem Lehrabschluss arbeitete er noch drei oder vier Jahre auf diesem Beruf. Es
- 22 -
folgten Tätigkeiten als Gerüstbauer und Gärtner. Nach einem mehrjährigen Straf-
vollzug musste der Beschuldigte 2010 Deutschland verlassen. Er zog zunächst zu
seiner Mutter nach Spanien, wo er aber nur fünf Monate blieb. Im August 2010
übersiedelte er in die Schweiz, um eine Arbeit als Ladendetektiv anzutreten. Von
Mai 2012 bis Mai 2013 und dann wieder für eine kurze Zeit im Dezember 2014
arbeitete der Beschuldigte als Sicherheitsangestellter bei der Firma G._ in
.... Dazwischen war er bei der M._ AG angestellt. Er wurde jeweils als La-
dendetektiv in Warenhäusern (L._, N._) eingesetzt und zuletzt entlas-
sen, weil er selber Waren gestohlen hatte. Danach war er einige Wochen arbeits-
los, bis er eine Stelle als Gerüstbauer antreten konnte. Diese musste er jedoch im
September 2015 wegen Rückenbeschwerden aufgeben. Im Januar 2016 trat der
Beschuldigte zur Rehabilitation in eine Klinik in ... ein. Nachdem er dort am 25.
Januar 2016 verhaftet worden war, musste er Sozialhilfe in Anspruch nehmen. In
der Folge blieb er in Haft, bis er am 22. November 2017 aufgrund des (nun auf-
gehobenen) freisprechenden Urteils des Obergerichts auf freien Fuss gelangte.
Nach seiner Entlassung war er ab 1. Februar 2018 im Gastroverkauf tätig. Ende
Oktober wurde ihm aufgrund einer Fussoperation per Ende Dezember 2018 ge-
kündigt. Aktuell kann er keine Arbeitsstelle suchen, da er noch krankgeschrieben
ist. Er erhält aber weiterhin ein monatliches Einkommen in der Höhe von Fr.
3'600.– bis Fr. 3'700.–. Aus einer ersten, schon seit längerem geschiedenen Ehe
mit O._, geb. O._ hat der Beschuldigte einen 14-jährigen Sohn. Dieser
lebt bei seiner Mutter in Deutschland. Seit 2018 ist der Beschuldigte nun mit
A._, geb. A._ verheiratet und erwartet mit ihr anfangs März 2019 das
erste gemeinsame Kind. Er hat kein Vermögen, aber Schulden, deren Gesamtbe-
trag er nicht zu beziffern vermochte (Urk. 1/132/1, Urk. 1/132/10, Urk. 305,
Urk. 316 = Prot. IIa S. 28-36; Beizugsakten Staatsanwaltschaft Winterthur Unter-
land, Unt. Nr. 2015/10024337, Urk. 4/2 S. 1-3, Urk. 4/3 S. 1/2 und Urk. 10/1-3;
Prot. II S. 10). Aus dem Vorleben des Beschuldigten ergeben sich insoweit weder
straferhöhende noch strafmindernde Aspekte.
b) Im Schweizerischen Strafregister ist der Beschuldigte mit zwei eher ge-
ringfügigen Verurteilungen verzeichnet, von denen die eine am 6. Juni 2018 und
somit nach der Begehung der heute zu ahndenden Tat erfolgte und somit vorlie-
- 23 -
gend nicht als Vorstrafe zu werten ist. Der andere Eintrag betrifft eine bedingt
vollziehbare Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 100.–, welche die Staatsan-
waltschaft Winterthur / Unterland am 22. Juli 2015 wegen Diebstahls ausfällte
(Urk. 354). Eine weitere Vorstrafe hat der Beschuldigte in Deutschland. Das
Landgericht Hanau verurteilte ihn am 20. September 2006 wegen gemeinschaftli-
cher schwerer räuberischer Erpressung zu sechs Jahren Freiheitsstrafe
(Urk. 1/132/6-7).
c) Diese zwar schon einige Jahre zurückliegende, aber schwerwiegende und
einschlägige Vorstrafe aus Deutschland wirkt sich stark straferhöhend aus. Die in
der Schweiz erwirkte Verurteilung und die Delinquenz während der diesbezügli-
chen Probezeit führen je zu einer leichten Straferhöhung. Strafminderungsgründe
bestehen keine. Insbesondere liegt kein auch nur teilweises Geständnis vor, das
zugunsten des Beschuldigten berücksichtigt werden könnte.
d) Unter Berücksichtigung der dargelegten Straferhöhungsgründe erweist
sich eine Freiheitsstrafe von 30 Monaten als angemessene Sanktion.
e) Auf diese Strafe sind 668 Tage bereits erstandene Haft anzurechnen
(Urk. 1/127/2-42; Art. 51 StGB).
4. Da der Beschuldigte zu mehr als zwei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt
wird, das Strafmass aber drei Jahre nicht übersteigt, könnte dem Beschuldigten
noch der teilbedingte Strafvollzug gewährt werden, wenn der Vollzug der gesam-
ten Strafe nicht als notwendig erschiene, um den Täter von der Begehung weite-
rer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 43 Abs. 1 StGB, BGE 134 IV 14).
Letzteres ist indessen nicht der Fall. In Anbetracht der gravierenden und ein-
schlägigen Vorstrafe aus Deutschland und des Umstandes, dass der Beschuldig-
te auch in der Schweiz schon (wegen Diebstahls) verurteilt werden musste, kann
ihm bezüglich seiner Bewährungsaussichten keine günstige Prognose gestellt
werden. Die heute auszufällende Strafe ist zu vollziehen.
VI.
- 24 -
Der Beschuldigte D._ hat die heute zu ahndende Straftat während der
zweijährigen Probezeit begangen, die ihm von der Staatsanwaltschaft Winterthur /
Unterland am 22. Juli 2015 hinsichtlich einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu
Fr. 100.– angesetzt wurde. Der Beschuldigte wurde 2006 in Deutschland zu einer
Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt (Urk. 1/132/6), wovon er 3 Jahre und 8
Monate verbüssen musste, bevor er nach Spanien abgeschoben wurde (Urk. 316
S. 36). Weder die beiden Verurteilungen noch der mehrjährige Strafvollzug ver-
mochten ihn davon abzuhalten, erneut in gravierender Weise zu delinquieren. Un-
ter diesen Umständen ist damit zu rechnen, dass er sich auch in Zukunft nicht ge-
setzeskonform verhalten wird, und ist deshalb die bislang aufgeschoben gewese-
ne Geldstrafe zu vollziehen (Art. 46 Abs. 1 StGB)
VII.
Die P._ Ltd. leistete aufgrund des vorliegend eingeklagten Raubüber-
falls eine Zahlung von Fr. 151'782.90 (Urk. 173/2). Sie ist damit zufolge Subroga-
tion (Art. 72 Abs. 1 VVG) in die Ansprüche der ursprünglich Geschädigten einge-
treten. Am tt.mm.2016 wurde die Firma der genannten Versicherungsgesellschaft
geändert. Sie heisst nun F._ AG (SHAB .../2016, Publikationsnummer ...).
Die Verteidigung der Beschuldigten A._ moniert, dass sich die direkt be-
troffene H._-Filiale in Zürich nicht rechtzeitig als Privatklägerin konstituiert
habe (Urk. 365 S. 11), was allerdings nicht zutreffend ist. Hinsichtlich ihrer recht-
zeitigen Konstituierung als Privatklägerin kann auf die vorinstanzlichen Erwägun-
gen (Urk. 241 S. 155) verwiesen werden. Sie machte als solche eine Schadener-
satzforderung von insgesamt Fr. 163'939.90 geltend (Urk. 172). Diese wurde von
der Vorinstanz im Umfang des Selbstbehalts von Fr. 12'157.–, welcher der Ge-
schädigten belastet worden war (Urk. 173/2), abgewiesen, und im weiteren Um-
fang von Fr. 5'736.90 (interne Personalkosten, Umsatzverlust, Bewachungs-
massnahmen) auf den Zivilweg verwiesen. Dabei muss es schon aus prozessua-
len Gründen bleiben (Art. 391 Abs. 2 StPO). Zu prüfen bleibt die Ersatzforderung
von Fr. 146'046.– für das gestohlene Bargeld (Urk. 173/1). Diese beruht offen-
sichtlich auf einer Aufstellung, welche die Geschädigte im Rahmen der Untersu-
- 25 -
chung der Staatsanwaltschaft übermittelt hatte, wobei die Euro- und Dollarbeträge
zu Kursen von Fr. 1.20 bzw. Fr. 0.95 umgerechnet wurden (Urk. 1/89/16, vgl.
Urk. 1/89/14 S. 1). Unklar bleibt, wer dieses Papier erstellt hat und auf welchen
Grundlagen die angegebenen Ist- und Soll-Bestände der verschiedenen Kassen
beruhen. Die Anklageschrift stellt nicht auf diese Zahlen ab, sondern nennt einen
Deliktsbetrag von "ca. Fr. 140'000.–" (Urk. 1/141 S. 6 oben). Dass mindestens so
viel Geld abhandengekommen war, wurde von den Beschuldigten B._ und
C._ nicht in Zweifel gezogen, weshalb sie unter solidarischer Haftung ver-
pflichtet wurden, der F._ AG Fr. 140'000.– Schadenersatz zu bezahlen. Im
Mehrbetrag von Fr. 12'157.– wurde deren Schadenersatzforderung abgewiesen,
und bezüglich des weiteren Mehrbetrags von Fr. 11'782.90 wurde die Privatkläge-
rin auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen (Urk. 317 S. 57). Die Verteidigung
der Beschuldigten A._ wendet ein, dass dieser Teil des Sachverhalts sowohl
von der Anklägerin als auch von der Vorinstanz unvollständig bzw. unrichtig fest-
gestellt worden sei. Von der Beschuldigten A._ werde entschieden in Zweifel
gezogen, dass ein Betrag von ca. Fr. 140'000.– abhanden gekommen sei (Urk.
365 S. 12). Da aufgrund des eingeklagten Deliktsbetrages in der Höhe von "ca.
Fr. 140'000.–" Unsicherheiten bestehen resp. es an einer hinreichenden Beziffe-
rung der Adhäsionsklage fehlt, und diese Summe von den Beschuldigten A._
und D._ zudem bestritten wird (Urk. 365 S. 2 und S. 12; Urk. 366 S. 1), ist
die Privatklägerin F._ AG mit ihrer Schadenersatzforderung gegenüber den
Beschuldigten A._ und D._ auf den Weg des Zivilprozesses zu verwei-
sen (Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO).
VIII.
Die Guthaben auf den gesperrten Konti 5 bei der UBS AG, lautend auf
A._ (vormals A._), sowie auf den Konti Nrn. 6 und 7 bei der PostFi-
nance AG und Nr. 8 bei der Crédit Suisse AG, je lautend auf D._, sind zur
teilweisen Deckung der zufolge des heute ergehenden Schuldspruchs den ge-
nannten Beschuldigten aufzuerlegenden Kosten zu verwenden. Die Kontosperren
sind nach Eintritt des Urteils in Rechtskraft aufzuheben, und die genannten Ban-
- 26 -
kinstitute sind anzuweisen, die Guthaben der Kasse des Bezirksgerichts Zürich zu
überweisen.
IX.
a) Von den Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Gerichtsver-
fahrens wurde bereits je ein Drittel rechtskräftig den Beschuldigten C._ und
B._ auferlegt. Dem Ausgang des vorliegenden Berufungsverfahrens entspre-
chend ist nun noch je ein Sechstel dieser Kosten den Beschuldigten A._ und
D._ aufzuerlegen (Art. 426 Abs. 1 StPO), was sich entgegen der Auffassung
der Verteidigung der Beschuldigten A._ auch vor dem Hintergrund des Re-
sozialisierungsgedankens (Urk. 365 S. 13) als angemessen erweist, zumal es den
beiden Beschuldigten angesichts ihres Alters und unter Ausschöpfung ihrer wirt-
schaftlichen Leistungsfähigkeit möglich sein sollte, diese Kosten zu tragen.
b) Die Kosten aus dem Beschwerdeverfahren UB160044 im Betrag von
Fr. 1'400.– sind nunmehr ebenfalls ausgangsgemäss dem Beschuldigten D._
aufzuerlegen (Art. 426 Abs. 1 StPO).
c) Die Kosten aus den Beschwerdeverfahren UB160009, UB160028 und
UB160043 im Betrag von insgesamt Fr. 2'200.– sind nunmehr ebenfalls aus-
gangsgemäss der Beschuldigten A._ aufzuerlegen (Art. 426 Abs. 1 StPO).
d) Von den Kosten des ersten Berufungsverfahrens SB170031 wurde be-
reits je ein Viertel rechtskräftig den Beschuldigten C._ und B._ auferlegt.
Dem Ausgang des vorliegenden zweiten Berufungsverfahrens entsprechend ist
nun noch je ein Viertel dieser Kosten den Beschuldigten A._ und D._
aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO), zumal es den beiden Beschuldigten ange-
sichts ihres Alters und unter Ausschöpfung ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähig-
keit möglich sein sollte, diese Kosten zu tragen.
e) Die Kosten des vorliegenden Berufungsverfahrens SB180455 sind ent-
standen, weil das erste Urteil der erkennenden Kammer im bundesgerichtlichen
Verfahren aufgehoben wurde. Sie sind demgemäss auf die Gerichtskasse zu
nehmen (Art. 426 Abs. 3 lit. a StPO).
- 27 -
f) Die jeweiligen Kosten der amtlichen Verteidigungen sind auf die Gerichts-
kasse zu nehmen, wobei im Umfang der Kostenauflagen im jeweiligen Verfah-
rensstadium die Rückzahlungspflicht der Beschuldigten vorbehalten bleibt
(Urk. 135 Abs. 4 StPO).