Decision ID: 9a45d8b1-817e-4ba6-b41b-a931e2431e1d
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1967 geborene
X._
war zuletzt bis 1999 als Sachbe
arbei
terin im Bereich Hörgeräte tätig. Am 1
3.
März 2000 (Eingangsdatum) meldete sie sich
aufgrund einer Fibromyalgie
erstmals bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/3).
Diese tätigte in der Folge medizinische und erwerbliche Abklärungen und liess die Versicherte insbe
sondere medizinisch begutachten (Gutachten vom 2
2.
März 2001,
Urk.
6/20). Nach durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
lehnte sie das
Leistungs
ges
uch der Versicherten mit Verfügung vom 1
4.
Januar 2002 ab (
Urk.
6/34).
Dagegen erhob
X._
am 1
4.
Februar 2002 Beschwerde beim hiesigen Gericht (
Urk.
6/39). Mit Urteil vom 2
0.
Januar 2003 wurde die Beschwerde abgewiesen (
Urk.
6/45).
1.2
Am 1
6.
Juni 2004 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/47).
Nach ersten erwerblichen und medizinischen Abkläru
n
gen
liess diese
die Versicherte erneut medizinisch begut
achten (Gutachten vom 1
1.
Juli 2005,
Urk.
6/62).
Gestützt darauf sprach sie der Versicherten
aufgrund einer Fibromyalgie und einer
Dysthymia
mit Verfügung vom
1
8.
Oktober 2005
und Wirkung ab
1.
März 2004
bei einem Invaliditätsgrad von 56 %
eine halbe Rente der Invalidenversicherung zu (
Urk.
6/66
i.V.m
.
Urk.
6/64).
1.3
Am
8.
Mai 2006 (Eingangsdatum) ersuchte
X._
die IV-Stelle um Hilfe bei der Arbeitsvermittlung (
Urk.
6/70).
Am 2
9.
November 2006 teilte die IV-Stelle mit, dass die Voraussetzungen für einen Anspruch auf Arbeitsver
mitt
lung erfüllt seien und die Versicherte deshalb bei der Stellensuche unterstützt werde (
Urk.
6/77).
Nachdem die Versicherte im Januar 2007 eine Anstellung
im Umfang von 50 %
ge
f
u
nd
en ha
tt
e
(
Urk.
6/82)
,
wurde die Arbeitsvermittlung am 1
3.
März 2007 beendet (
Urk.
6/83).
Am
3.
April 2007 teilte die IV-Stelle mit, dass die Versicherte weiterhin (bei einem Invaliditätsgrad von 56 %) Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung habe (
Urk.
6/86).
1.4
Im April 2009 wurde ein Rentenrevisionsverfahren eingeleitet (Fragebogen einge
gangen am 2
8.
April 2009,
Urk.
8/87). Nachdem die IV-Stelle erwerb
liche und medizinische Abklärungen getätigt hatte,
teilte die Versicherte mit, dass sie im März 2009 einen Unfall erlitten habe (Distorsion oberes Sprunggelenk, vgl.
Urk.
6/100). Am 1
8.
Februar 2010 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass
unverändert
Anspruch
auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung (Invalidi
täts
grad 56 %)
bestehe
(
Urk.
6/101).
1.5
Im Februar 2013 wurde ein Rentenrevisionsverfahren nach den Schlussbe
stim
mungen der Änderung des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
vom 1
8.
März 2011 eingeleitet (
Urk. 6/1
1
4,
Fragebogen eingegangen am 1
9.
Febr
u
ar 2013,
Urk.
6/115). Die IV-Stelle tätigte erneut erwerbliche und medizinische Abklärungen.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
hob die IV-Stelle d
i
e Rente der Versicherten mit Verfügung vom 1
2.
Juni 2013 auf (
Urk.
6/128).
Im Anschluss
daran
wurden Massnahmen zur Wiedereingliederung der Versicherten in den Arbeitsmarkt installiert (vgl.
Urk.
6/132
, 6/139
).
Mittels Verfügung vo
m
7.
Oktober 2013
zeig
te die IV-Stelle
der Versicherten an
, dass während der Dauer der Eingliederungsmassnahmen die
(aufgehobene)
Rente weiter ausgerichtet werde (
Urk.
6/144).
Vom
1.
b
is 31.
Oktober 2013 fand eine Potentialabklärung (
Urk.
6/146
, 6/149
)
,
vom 4.
November 2013 bis 2
8.
Februar
2014 ein Aufbau
training (
Urk.
6/151
, 6/159, 6/161, 6/169
)
, vom
3.
bis 2
0.
März 2014 eine wirt
schafts
nahe Integration mit Support am Arbeitsplatz (
Urk.
6/170, 6/174) und vom
1.
April 2014 bis 3
1.
Juli 2014
Beratung & Begleitung (
Urk.
6/179)
statt.
Per 3
1.
August 2014 wurden di
e
Wiedereingliederungsmassnahmen eingestellt
und auch die bisherige halbe Invalidenrente nicht weiter ausbezahlt (
Verfügung vom 6. Oktober 2014,
Urk.
6/188)
.
1.6
Am 2
1.
November 2016 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/193).
Nach medizinischen Abklä
rungen teilte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 1
0.
April 2017 mit, dass sie ihr Leistungsbegehren voraussichtlich abweisen werde (
Urk.
6/206)
.
Nachdem die Versicherte hiergegen Einwand erhoben hatte (
Urk.
6/211)
,
wies
die
IV
Stelle
mit Verfügung vom
1
1.
Juli
2017 d
as
Leistungsbegehren
ab
(
Urk.
2 [=
Urk.
6/217
]).
2.
Dagegen erhob
X._
am
9.
September 2017 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine Rente zuzusprechen. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und die Angele
genheit zwecks weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 1
8.
Oktober 2017 (
Urk.
5) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 1
9.
Oktober 2017 (
Urk.
7) mitgeteilt wurde.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägun
gen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung,
IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Wurde
eine Rente wegen
eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3 der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
meldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Inva
liditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbe
grün
dende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) damit, dass keine langandauernde gesundheitliche Beeinträchtigung bestehe. Eine rele
vante Verschlechterung des Gesundheitszustandes sei nicht ausgewiesen, weshalb kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung bestehe.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, die angefochtene Verf
ügung sei ungenügend begründet und zudem falsch. Ihr Ge
sundheitszustand habe sich in den vergangenen drei Jahren massiv verschlech
tert. Die Beschwerdegegnerin sei bei der Rentenaufhebung 2013 davon ausge
gangen, dass die gesundheitliche Beeinträchtigung überwindbar sei, was sich als falsch herausgestellt habe, w
ie an den misslungenen
Eingliederungsmassnahmen
zu erkennen sei
. Inzwischen stehe sie wegen der verselbständigten mittelgradigen Depression in psychiatrischer Behandlung im
Y._
. Sie leide an diversen Beschwerden und auch ihre Gehfähigkeit sei zwischen
zeit
lich eingeschränkt. Ihre Krankheiten hätten sich als therapieresistent erwiesen, weshalb eine 100%ige Arbei
tsunfähigkeit ausgewiesen sei. Es sei klar, dass d
ie Beschwerdegegnerin
den Sachverhalt
ungenügend abgeklärt
habe.
Ebenso sei deutlich, dass die Krankheit (Fibromyalgie), welche zur Berentung geführt habe, weiterhin bestehe und sich sogar verschlimmert habe
.
3.
3.1
Der renten
aufheb
enden Verfügung vom 1
2.
Juni 2013 lag in medizinischer Hin
sicht
im Wesentlichen das Nachfolgende zugrunde:
3.1.1
Im Gutachten des
Z._
vom 1
1.
Juli 2005
(
Urk.
6/62)
diagnostizierten die Ärzte bei der Beschwerdeführerin ein generali
siertes weichteilrheumatisches Schmerzsyndrom im Sinne einer generalisierten Fibromyalgie und eine
Dysthymia
(
Urk.
6/62/14).
Aufgrund der Progredienz der rheumatologischen und psychiatrischen Symptome bezifferten sie die Arbeits
fähig
keit der Beschwerdef
ührerin auf 50 % (
Urk.
6/62/17).
Im rheumatologischen Untersuchungsbefund wurde eine globale muskuläre In
suf
fizienz
bei einem funktionellen Rundrücken und einem asthenischen Habitus
erho
ben
.
Alle 18
Fibromyalgiepunkte
seien positiv, weshalb ein generalisiertes weichteilrheumatisches Schmerzsyndrom festzustellen sei. Dazu bestünden vege
tative Dystonien und eine zeitweise
dysphore
bis depressive Verstimmung. Die Grenze zum
Chronique
Fatigue
Syndrom sei fliessend.
Die Beschwerdeführerin sei nicht nur
erschöpft, sondern aufgrund der Schmerzmitteleinnahme zuneh
mend auch in ihrer Konzentration beeinträchtigt. Damit sei eine Restarbeits
fähigkeit von 5
0 % ausgewiesen (
Urk.
6/62/9-10
).
In der
psy
chiatrischen Untersuchung
konnten leichte Konzentrationsstörungen, eine leichte psychomotorische Unruhe sowie Durchschlafstörungen,
Libido
ver
lust
, Müdigkeit und Erschöpfung festgestellt werden.
Der Affekt sei vordergründig freundlich, es sei aber viel Misstrauen und Gereiztheit spürbar.
Da die Beschwer
deführerin ihre depressive Verstimmung seit Beginn der
Fibromylagie
als schlei
chend verschlimmernd beschreibe, sei von einer
Dysthymia
, also einer
lang an
dau
ernden, chronisch depressiven Verstimmung auszugehen. Unter Einbezug der Fibromyalgie bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % (
Urk.
6/62/13-14).
3.1.2
PD
Dr.
med. A._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabili
tation,
führte am 1
8.
Februar 2013 die Diagnosen einer Fibromyalgie, eines chro
nischen
Zervikovertebralsyndroms
bei Fehlhaltung
und eine beginnende Arthrose im oberen Sprunggelenk auf (
Urk.
6/116).
3.1.3
Im Feststellungsblatt vom
4.
April 2013 führte die Beschwerdegegnerin aus, es sei eine Rentenrevision gestützt auf
lit
. a der Schlussbestimmungen der Änderung vom 1
8.
März 2011 (
6.
IV-Revision)
durchzuführen. S
i
e prüfte die
allfällige
inva
li
disierende Auswirkung der diagnostizierten Fibromyalgie und hielt fest, gestützt auf die aufliegenden Akten lasse sich keine psychische Komorbidität von erheb
licher Schwere, Dauer und Intensität feststellen. Im Gutachten von 2005 sei eine
Dysthymia
erwähnt worden, seither jedoch nicht mehr. Eine fachpsychia
trische Behandlung finde nicht statt. Es bestehe keine chronische Begleiterkrankung und die Beschwerden im oberen Sprunggelenk aufgrund des Unfalles 2009 seien
bloss
vorübergehend
er Natur
gewesen. Ein ausgeprägter sozialer Rückzug bestehe nicht
, da die Beschwerdeführerin je nach Gesundheitszustand nach wie vor Familie und Freunde treffe, spazieren gehe oder einkaufe sowie immer wieder gearbeitet habe. Ein primärer Krankheitsgewinn bestehe nicht. Trotz durchgeführter Behandlungs
bemühungen bestehe ein unbefr
iedigendes Behandlungsergebnis (
Urk.
6/120/6-7).
Da es sich bei der Fibromyalgie um ein
pathogenetisch
-ätiologisch unklares
syn
droma
l
es
Beschwerdebild ohne nachweisebare organische Grundlage handle, müssten für eine invalidisierende Wirkung entweder eine relevante psychisch
e Komorbidität oder die sogenannten Förster-
Kriterien ausgewiesen sein. Dies sei vorliegend nicht der Fall; die Erfüllung einzelner Förster-Kriterien würden nicht ausreichen um eine
Unüberwindbarkeit der Einschränkungen anzunehmen. Es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin über die notwendigen Res
sourcen verfüge um ihre Schmerzen zu überwinden. Es liege daher im Sinne des Gesetzes kein invalidisierender Gesundheitsschaden vor (
Urk.
6/120/7)
3.2
Im Rahmen der Neuanmeldung vom 2
1.
November
2016 (Eingangsdatum,
Urk.
6/193) sind die folg
enden Beurteilungen aktenkundig:
3.2.1
Am
5.
Oktober 2016
berichteten die Ärzte des
B._ (
Urk.
6/191
/
5-12
)
im Wesentlichen, bei der Beschwerdeführerin best
ünden
eine Fibromyalgie, Beschwerden des oberen Sprunggelenks, ein
cervi
kocephales
Syndrom mit Begleitschwindel und eine mittelgradige depressive Episode
(
Urk.
6/191/5
)
.
Wegen der
chronifizierten
Schmerzen, welche bei Belas
tung zunähmen,
könne die bisherige Tätigkeit nicht mehr ausgeübt werden. Eine dem Leiden angepasste leichte Tätigkeit mit Wechselbelastung sei allenfalls in einem reduzierten Pensum möglich. Sowohl aus somatischer wie auch aus psy
chiatrischer Sicht bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %
(
Urk.
6/191/11
)
.
Weil die Beschwerdeführerin seit 2009 zu 50 % arbeitsunfähig sei, Wiederein
gliede
rungsmassnahmen und Behandlungen keine Erfolge gezeigt hätten, sei ein Reha
bi
li
tationspotential nicht ersichtlich (Urk. 6/191/12).
Am 1
5.
November 2016 führten die Ärzte des
Y._
aus (
Urk.
6/191
/1-4
), der Zustand der Beschwerdeführerin habe sich seit dem Jahr 2005 verschlechtert. Während 2005 Schmerzen, Ers
c
höpfung, Suizidi
deen, Schlafstörungen, eine Depression im Zusammenhang mit den Schmerzen und starke Konzentrationsstör
ungen vorgelegen hätten, bestünden
nun (2016)
vor
dergründig ein Ganzkörperschmerz, eine deutliche Abnahme der Beweglich
ke
it, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, Sinnlosigkeitsgedanken und Gedan
ken
rei
se
n (
Urk.
6/191/1).
Die aktuellen Diagnosen lauteten (im Wesentlichen) auf eine Fibromyalgie, Beschwerden im oberen Sprunggelenk, ein
cervikocephales
Syn
drom mit Begleitschwindel, multiple kleinfleckige
Gliosen
des
supratentorie
llen
Mark
lagers und ein
Meninge
om
sowie eine mittelgradige depressive Episode (
Urk.
6/191/3).
Aufgrund der neuropsychologisch bestätigten Depression und der restlichen Diagnosen sei die Beschwerdeführerin auch in einer angepassten Tätigkeit lediglich 50 % leistungsfähig.
Die 2005 postulierte
Dysthymia
sei nicht mehr aktuell; es lasse sich klar eine mittelgradige Depression diagnostizieren (
Urk.
6/191/4).
3.2.2
I
m kranialen MRI vom 2
5.
Oktober 2016 (
Urk.
6/202) wurden bei der Beschwer
deführerin multiple kleinfleckige
Gli
osen
des
supratentoriellen
Mark
lagers
sowie
ein
10mm messendes
Meninge
om
links ohne Infiltration und ohne in das
Cavum
meckeli
eingewachsen zu sein; ausserdem
bestünden
sinunasal
entzündliche Veränderungen.
3.2.3
Am 2
3.
Februar 2017 fand eine Verlaufskontrolle mit MRI statt (
Urk.
6/204), anlässlich welcher stabile Verhältnisse der kleinen extra-
parenchymalen
Läsion am
Clivus
festgestellt wurden. Die ursprüngliche Verdachtsdiagnose auf ein gutartiges Geschehen, also ein
Meningeom
werde dadurch verstärkt. Bei klinisch stabilem Verlauf sei weiterhin keine neurochirurgische Indikation gegeben.
Der Beschwerdeführerin gehe es klinisch gut und sie habe keine Beschwerden zu berichten.
3.2.4
In seinem Bericht vom 1
3.
Juni 2017 (
Urk.
6/213) berichtete
Dr.
med. C._
, Facharzt für Innere Medizin, Facharzt für Rheumatologie, bei der Be
schwerdeführerin bestünden generalisierte
myofasziale
Schmerzen im Sinne einer Fibromyalgie und ein
Panvertebralsyndrom
bei einer erheb
lichen
Fehlform
der Wirbelsäule
. Die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin habe sich in den letzten Jahren aufgrund der depressiven Erkrankung verschlechtert. Nebst der massiven
myofaszialen
Schmerzsymptomatik lasse sich klinisch eine signi
fikante
Fehlform
der Wirbelsäule und aufgrund der unterschiedlichen Beschwer
den auch eine
Dekonditionierung
feststellen. Die chronische und therapieresi
stente Fibromyalgie, welche in den letzten Jahren an Intensität zugenommen habe, sei mit einer Bürotätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht vereinbar. Unter den aktuellen Krankheiten des Bewegungsapparates und angesichts der The
rapieresistenz bestehe eine 100
%
ige
Arbeitsunfähigkeit für eine Bürotätigkeit und eine
60%ige Einschränkung in der privaten Haushaltsversorgung.
3.2.5
Dr.
D._
hielt am
7.
Juli 2017 fest, der Bericht von
Dr.
C._
weise verglichen mit dem Zeitpunkt der Renteneinstellung keine relevante und objektivierbare Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes aus (
Urk.
6/215/2).
3.2.6
Zuhanden der Beschwerdeführerin führte das
Y._
am
4.
Juli 2017 aus, sie leide an einer mittelgradigen depressiven Episode und einer Fibromyalgie. Die Fibro
myalgie verursache
chronische Schmerzen, was ihrerseits die depressive Sympto
matik mit Antriebslosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung, Gedankenkreisen und Konzentrationsstörungen fördere. Es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (
Urk.
3/4)
.
4.
4.1
Vorab ist die Rüge der Beschwerdeführerin, die angefochtene Verfügung sei ungenügend begründet, zu prüfen.
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten, das heisst eine Darstellung des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachverhaltes und der rechtlichen Erwä
gungen (
Art.
49
Abs.
3 Satz 2 ATSG). Die Begründung eines Entscheides muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person ihn gegebenenfalls anfechten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder
tatbeständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Ein
wand
auseinander setzen
muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/
dd
mit Hinweis, 118 V 56 E. 5b).
Obschon sich die angefochtene Verfügung als relativ
kurz gehalten
präsentiert
, enthält sie die wesentliche
n
und notwendige
n Ausführungen und eine
Begrün
dung. Die Beschwerdegegnerin
vermerkte
, dass sich die Beschwerdeführerin erneut
angemeldet habe, legte dar,
welche Voraussetzungen für einen
Anspruch auf eine
Invalidenrente
erfüllt sein müssen,
und begründete ihren abweisenden Entscheid mit der nicht ausgewiesenen Verschlechterung des Sachverhalts res
pektive des nicht ausgewiesenen längerdauernden Gesundheitsschadens
(vgl.
Urk.
2)
. Damit sind die Anforderungen an die Begründungspflicht erfüllt.
4.2
Zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand
respektive dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin seit Erlass der rentenauf
heben
den Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 1
2.
Juni 2013 (
Urk.
6/128) bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom
1
1.
Juli 2017 (Urk.
2) erheblich ver
schlech
tert haben
.
4.2
.1
Bei der Rentenaufhebung im Jahr 2013 wurde in medizinischer Hinsicht auf das
Gutac
hten des
Z._
aus dem Jahr 2005 Bezug genommen. Das dort diagnos
tizierte
Fibromyalgiesyndrom
zeichnete sich
nebst den anhaltenden Schmerzen
am ganzen Körper
durch eine muskuläre Insuffizienz und einen positiven Befund aller 18 Tenderpoints aus, zus
ammen mit vegetativen Dystonien wie Schwindel und Herzbeschwerden sowie Konzentrationsstörungen
und einer
dysphoren
bis
depressiven Verstimmung
mit Ermüdung und Erschöpfung
(vgl. E. 3
.1.1, vgl. au
ch
Urk.
6/62/5 ff.
). Den Berichten des
B._
aus den Jahren 2016 kann
entnommen
werden, dass die Beschwerdeführerin unter einem
Weichteil- und Gelenkschmerz des ganzen Körpers mit begleitenden Nebenbeschwerden wie Leistungsabfall, Schwindel, Müdigkeit und Depression
leide
(vgl.
Urk.
6/191/6).
Die aktuellen Befunde entsprechen damit jenen aus dem Jahr 2005, weshalb seither respektive seit dem Jahr 2013 keine V
erschlechterung ausgewiesen ist
.
Auch di
e vom
Y._
postulierte
Verschlechterung kann nicht nachvollzogen werden
. Während bei der Beschwerdeführerin 2005 Schmerzen, Erschöpfung, Suizidideen, Schlafstörungen, Depression und Konzentrationsstörungen vorgele
gen hätten, berichte diese nun über einen Ganzkörperschmerz, eine Abnahme der Beweglichkeit, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit und sinnlose Gedanken (vgl.
Urk.
6/191/1). Damit werden in beiden Vergleichszeitpunkten im Wesentlichen dieselben Symptome und
Beeinträchtigungen beschrieben, was
nicht
auf eine Verschlechterung schliessen lässt.
Dr.
C._
erwähnte in seinem Bericht eine
Fibromyalgie sowie eine
Fehlform
der Wirbelsäule. Die Beschwerdeführerin leide an andauernden Schmerzen des ge
samten Körpers
. Beim Gehen, Sitzen und Stehen berichte sie über eine Zunahme der Schmerzen (
Urk.
6/213/2).
Auch 2005 beklagte die Beschwerdeführerin bereits einen Schmerz am ganzen Körper
; u
nter Belastung verspürte sie bereits damals eine Zunahme der Schmerzen
und
e
ine Fehlhaltung wurde ebenfalls 2005 schon festgestellt (vgl.
Urk.
6/62/9-10).
Und auch
Dr.
A._
erwähnte
bereits
im Jahr 2013 ein
Zervikovertebralsyndrom
(E. 3.1.2).
Es ist daher nachvollziehbar, dass
Dr.
D._
vom RAD
zum Schluss kam, es sei keine
Verschlechterung aus
gewiesen
(vgl. E. 3.2.7).
Im Übrigen begründete Dr.
C._
die Verschlechterung des Gesundheitszustandes fachfremd mit der Verschlechterung der Depression (vgl. E. 3.2.6).
4.2.2
Das
Y._
erachtete neu eine mittelgradige Depression
bei einem Status nach
Dysthymia
als ausgewiesen und führte zur Begründung derselben
im Wesent
lichen
eine unterdurchschnittliche selektive Aufmerksamkeits
- und Ko
nzentra
tions
leistung bei längerer Belastung sowie ein durchschnittlich schnelles aber unterdurchschnittlich genaues Arbeiten a
n
.
Weiter werden
eine depressiv-resi
gnierte Stimmung, eine Störung des Vitalgefühls und eine motorische Unruhe
erwähnt
(vgl.
Urk.
6/191/2-3).
D
ie depressive Symptomatik
äussere sich
durch Antriebslosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung, Gedankenkreisen und Kon
zen
trationsstörungen (vgl
. E. 3.2.6
).
Bereits i
m Gutach
ten aus dem Jahr 2005 wurde
über Konzentrationsstörungen, eine psychomotorische Unruhe, Durch
schlaf
störungen,
Libidoverlust
, Müdigkeit sowie Erschöpfung berichtet und fest
ge
halten, die Beschwerdeführerin sei seit Beginn der
Fibromyalgie chronisch depressiv verstimmt (vgl. E. 3.1.1).
Damit entsprechen sich auch in psychiatrischer Hinsicht die Befunde beider Vergleichszeitpunkte und es präsentiert sich ein
im Wesentlichen unveränderter Sachverhalt.
Eine neue psychische Erkrankung, welche zuvor nicht schon bestanden hätte, ist nicht ausgewiesen.
Dass die vom
Y._
genannten Befunde und Diagnosen eine Verschlechterung nicht zu belegen vermögen, zeigt sich auch in der Feststellung der Fachpersonen des
Y._
, wonach die Arbeitsunfähigkeit von 50 % seit dem Jahr 2000 bestehe (Urk. 191/6 und 10; vgl. auch die entsprechende Angabe in der Neuanmeldung
der Beschwerdeführerin vom 21. November 2016, Urk. 6/193/4, und Urk. 6/198
/6).
4.2.3
Neu wurde bei der Beschwerdeführerin ein Hirn-
Meningeom
festgestellt (vgl. E.
3.2.2)
, welches 2013 noch nicht erwähnt wurde
. Dieses erwies sich in der Ver
laufskontrolle vom Februa
r 2017
jedoch
als gutartiges Geschehen. Eine neuro
chirurgische Indikation wurde als nicht notwendig erachtet und die Beschwerde
führerin hatte auch keine Beschwerden zu berichten (E. 3.2.
3
). Damit erweist sich dieser Befund als (derzeit) nicht relevant im Sinne der invalidenver
sic
herungs
rechtlichen Gesetzgebung und vermag ebenfalls keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auszuweisen.
4.2.4
Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin respektive dessen allfällige Änderung seit der Rentenaufhebung im Jahr 2013 lässt sich anhand der auf
liegenden Akten ausreichend beurteilen, weshalb keine weiteren Abklärungen angezeigt sind.
5.
Wie dargelegt
ist keine relevante Änderung des Gesundheitszustandes der Be
schwerdeführerin oder dessen Auswirkungen
auf ihre Arbeitsfähigkeit ausgewie
sen. Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Die Kost
en des Verfahrens sind auf
Fr.
6
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).