Decision ID: d8fbefb0-4f51-59e1-9f26-add93b7887b1
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 25. September 2017 beim Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung an (act. G 3.1.61, 55) und
stellte per 1. Oktober 2017 bei der kantonalen Arbeitslosenkasse Antrag auf
Arbeitslosenentschädigung (act. G 3.1.51). Sie hatte ihr Arbeitsverhältnis mit der Stadt
B._ (nachfolgend: Arbeitgeberin), welches vom 1. März 2017 bis 28. Februar 2019
befristet war (vgl. act. G 3.1.36), am 31. Juli 2017 gekündigt (act. G 3.1.49). Mit
Unterschriften vom 26. September 2017 vereinbarte sie mit der Arbeitgeberin die
Aufhebung des Arbeitsverhältnisses per 30. September 2017 (act. G 3.1.47).
A.b Mit ärztlichem Zeugnis vom 8. Mai 2017 hatte Dr. med. C._, Allgemeine Medizin/
Orthopädie FMH, der Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit aktuell und wahrscheinlich
bleibend von mindestens 50% attestiert. Er hatte festgehalten, dass eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit aus psychischer Sicht das Maximum sei, was geleistet werden könne
(act. G 3.1.57). Mit Zeugnis vom 28. Juni 2017 hatte er für die Zeit vom 22. Juni bis 1.
Juli 2017 (act. G 3.1.54), mit Zeugnis vom 6. Juli 2017 für die Zeit vom 3. bis 9. Juli
2017 (act. G 3.1.58) und mit Zeugnis vom 2. August 2017 für die Zeit vom 3. bis
5. August 2017 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestätigt (act. G 3.1.56). Mit
Arztzeugnis vom 21. August 2017 hatte Dr. med. D._, Facharzt FMH für Psychiatrie &
Psychotherapie, der Versicherten bezogen auf ihr 40-50%-Pensum in angestammter
Tätigkeit vom 21. August bis 2. September 2017 eine Arbeitsunfähigkeit von 100%
attestiert (act. G 3.1.53).
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A.c Im Rahmen der Verschuldensabklärung teilte die Versicherte der
Arbeitslosenkasse mit Schreiben vom 17. Oktober 2017 mit, sie sei vom 1. März bis 31.
Mai 2017 zu 20% angestellt gewesen und ab 1. Juni 2017 zu 40%. Erst im Rahmen
ihres 40%-Pensums habe sie vertiefter in die Situation der Stelle hineingesehen und
bemerkt, dass gewisse Dinge sehr chaotisch verliefen. So habe sie immer wieder von
Kunden Reklamationen erhalten, weil eine Leistung versprochen, aber nicht
eingehalten worden sei. Es sei dann anfangs Juni 2017 eine Sitzung einberufen worden
mit ihrem Chef und ihrem Teamkollegen, um eine sofortige Verbesserung der Situation
zu erreichen. Dabei habe sie dringend zu verbessernde Punkte vorgeschlagen, wie
beispielsweise eine bessere Information bei der Übergabe. Leider habe ihr Teamkollege
die in der Sitzung vereinbarten Punkte nicht umgesetzt. Da sie eine sehr
pflichtbewusste Person sei, habe sie das sehr beschäftigt. Sie sei dann am 22. Juni
2017 auf Grund von Blasenbeschwerden krank geworden. Sie sei beim Hausarzt, beim
urologischen Spezialisten und bei der Gynäkologin gewesen und habe den Psychiater
Dr. D._ aufgesucht. Schliesslich sei es ihr gesundheitlich so schlecht gegangen, dass
sie sich entschieden habe zu kündigen. Sie habe bei der Kündigung mündlich aber klar
gesagt, dass sie gerne bereit wäre, weiterhin bei der Arbeitgeberin zu bleiben, wenn die
Vereinbarungen gemäss der Sitzung umgesetzt würden. Nachdem sie eine Weile krank
gewesen sei, habe sie bei ihrer Rückkehr im September begonnen, alles zu
rapportieren. So habe sie alle Telefonate von Kundenreklamationen notiert und diese
Infos ihrem Chef mitgeteilt, damit er sehe, was alles nicht mit rechten Dingen zu und
her gehe. Sie habe sich auch getraut, dies ihrem Teamkollegen mitzuteilen. Daher sei
es eine sehr angespannte Situation gewesen, die viel Kraft und Mut erfordert habe.
Aber es habe sich immer mehr abgezeichnet, dass ihr Teamkollege die Punkte, welche
vereinbart worden seien, nicht umgesetzt, sondern viele Dinge zu seinem Wohl gedreht
habe. Auch habe er vielerorts, wie auch auf politischer Ebene, die Fäden in der Hand
gehabt. Da sich jedoch abgezeichnet habe, dass sich nichts bessern würde, sei es für
die Arbeitgeberin und für sie klar gewesen, dass es für alle Beteiligten die beste Lösung
sei, wenn sie das Arbeitsverhältnis auf Ende September auflöse. Ihr Arzt Dr. D._ habe
sie während dieses schwierigen Prozesses begleitet und unterstützt (act. G 3.1.32).
A.d Mit Schreiben vom 14. November 2017 nahm die Arbeitgeberin zu den
Ausführungen der Versicherten Stellung. Sie führte aus, es liege beim wie vorliegend
erfolgten Aufbau einer neuen Dienststelle auf der Hand, dass in einem thematisch eher
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unspezifischen, offenen Gebiet mit anfänglichen Unwegsamkeiten zu rechnen sei und
nicht alle Abläufe von Beginn weg aufeinander eingespielt seien. Soweit möglich und
sinnvoll seien Anpassungen erfolgt, allerdings offensichtlich nicht in dem Ausmass, wie
die Versicherte es gerne gehabt hätte. Es seien verschiedentlich Sitzungen über
verschiedene Punkte, die die Versicherte angesprochen habe, abgehalten worden. Eine
Möglichkeit zur Umsetzung sei der Arbeitgeberin allerdings nicht mehr eingeräumt
worden, da die Versicherte ihre Kündigung am 31. Juli 2017 eingereicht habe (act.
G 3.1.28).
A.e Mit Verfügung vom 22. November 2017 stellte die Arbeitslosenkasse die
Versicherte ab 1. Oktober 2017 für 42 Tage in der Anspruchsberechtigung ein. Sie
führte aus, dass die von der Versicherten geltend gemachten Gründe die Aufgabe der
Stelle nicht rechtfertigten. Vielmehr wäre es ihr auf Grund der vorliegenden Unterlagen
zumutbar gewesen, zuerst eine andere Stelle zu suchen, um für einen lückenlosen
Übergang von einem Arbeitgeber zum anderen zu sorgen. Ausserdem sei festzuhalten,
dass sie auch auf die ihr zustehenden Lohnansprüche in der Kündigungsfrist zu Lasten
der Arbeitslosenversicherung verzichtet habe. Da Versicherte verpflichtet seien, ihr
Möglichstes zu unternehmen, um eine Arbeitslosigkeit zu vermeiden, sei sie ihrer
Schadenminderungspflicht nicht nachgekommen. Daher müsse das ihr anzulastende
Verschulden als schwer beurteilt werden (act. G 3.1.22).
B.
B.a Dagegen erhob die Versicherte am 2. Dezember 2017 (Poststempel) Einsprache.
Zur Begründung machte sie geltend, sie habe mit der Kündigung auch Gewicht geben
wollen, dass die Situation wirklich sehr ernst sei und man nicht mehr Zeit habe, um
zuzuwarten. Auch wegen der vielen Kundenreklamationen sei sofortiger
Handlungsbedarf nötig gewesen. Weiter sei es in dieser Situation absolut berechtigt
gewesen, dass sie eine Verkürzung der Kündigungsfrist auf Ende September 2017
vorgeschlagen habe. Auch hier habe sie das Gespräch gesucht und erwähnt, dass sie
auch gerne diesen Monat bis Oktober noch bleibe, aber nicht unter diesen Umständen.
Dies hätte für die Arbeitgeberin bedeutet, dass sie ebenfalls ein wenig hätte handeln
müssen. Jedoch sei es wohl dann die beste Lösung gewesen, das Arbeitsverhältnis im
gegenseitigen Einvernehmen aufzulösen. Denn sie hätte sich auch krank schreiben
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lassen können vom Arzt, was sie aber nicht gewollt habe. Vielmehr habe sie einen
guten friedlichen Abschluss bei der Arbeitgeberin angestrebt. Zum Beweis, dass ihr die
bisherige Arbeit nicht mehr zumutbar gewesen sei, legte sie der Einsprache ein
Arztzeugnis ihres behandelnden Psychiaters Dr. D._ vom 29. November 2017 bei.
Darin führte der Arzt aus, dass der Versicherten eine Fortsetzung der Arbeit am
angestammten Arbeitsplatz nicht mehr zumutbar sei, ohne dass strukturelle/
organisatorische Anpassungen durch die vorgesetzte Stelle in die Wege geleitet
würden (act. G 3.1.19).
B.b Mit Einspracheentscheid vom 26. Januar 2018 hiess die Arbeitslosenkasse die
Einsprache teilweise gut, hob die angefochtene Verfügung auf und stellte die
Versicherte ab 1. Oktober 2017 für 33 Tage in der Anspruchsberechtigung ein. Die
Kürzung der Einstelldauer begründete sie mit den ausgewiesenen gesundheitlichen
Beschwerden, welche dazu führten, dass das Verschulden als weniger schwer zu
qualifizieren sei (act. G 3.1.10).
C.
C.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 22. Februar
2018 (Postaufgabe) mit den Anträgen auf dessen Aufhebung und auf Verzicht auf eine
Einstellung in der Anspruchsberechtigung. Die Beschwerdeführerin führt hinsichtlich
ihrer gesundheitlichen Probleme aus, dass ihre Blasenbeschwerden im Juni 2017
begonnen hätten. Sie habe am 22. Juni 2017 daher das erste Mal ihren Hausarzt
aufgesucht und am 7. und 18. Juli 2017 spezialärztliche Untersuchungen beim
Urologen gehabt. Da dieser jedoch auch nichts Konkretes herausgefunden habe und
es ihr nebst den körperlichen Beschwerden auch psychisch schlecht gegangen sei,
habe sie Ende Juli 2017 entschieden, so schnell wie möglich zu kündigen, um aus
dieser belastenden Situation herauszukommen. Sie sei zu dieser Zeit auf der Suche
nach einem geeigneten Arzt gewesen, aber auf Grund der Sommerferien sei es sehr
schwierig gewesen, einen Termin bei einem neuen Arzt zu erhalten. Dr. D._ sei erst
am 14. August 2017 wieder aus den Ferien zurückgekehrt, weshalb sie erst für den 17.
August 2017 bei ihm einen Termin habe vereinbaren können. Im Gespräch habe er ihr
gesagt, er finde es richtig, dass sie gekündigt habe (act. G 1).
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C.b Mit Beschwerdeantwort vom 3. April 2018 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Sie begründet dies damit, dass die Beschwerdeführerin in
ihren Eingaben vom 17. Oktober 2017 und vom 2. Dezember 2017 vor allem
zwischenmenschliche Probleme mit ihren Mitarbeitern und dem Vorgesetzten, die
schlechte Organisation und Arbeitsqualität in ihrem ehemaligen Arbeitsbereich sowie
die ungenügende Umsetzung ihrer Verbesserungsvorschläge als Kündigungsgründe
erwähnt habe. Aus der Einsprache werde auch ersichtlich, dass sie mit der Kündigung
die Umsetzung ihrer Verbesserungswünsche habe durchsetzen wollen. Solche
Spannungen am Arbeitsplatz vermöchten aber nach der Rechtsprechung keine
Unzumutbarkeit zu begründen. Die Erstkonsultation beim Psychiater sei erst mehr als
zwei Wochen nach der Kündigung erfolgt. Auch habe er ihr lediglich eine
krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit von 100% vom 21. August 2017 bis zum
2. September 2017 attestiert, danach habe sie wieder bis zur Beendigung des
Arbeitsverhältnisses für die Arbeitgeberin gearbeitet. Die Anstellung der
Beschwerdeführerin sei bis Ende Februar 2018 befristet gewesen. Selbst wenn ihr die
Arbeitsleistung aus medizinischer Sicht vorübergehend nicht zumutbar gewesen wäre,
könne daraus nicht gefolgert werden, dass die vorzeitige Beendigung des
Arbeitsverhältnisses auch rechtlich indiziert gewesen sei. Bei krankheitsbedingter
Arbeitsunfähigkeit hätten auch bei der Weiterführung des Arbeitsverhältnisses keine
Arbeitspflicht und eine Lohnfortzahlungspflicht der Arbeitgeberin bestanden. Insgesamt
erscheine es nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die Weiterführung des
Arbeitsverhältnisses - zumindest bis zum Auffinden einer Anschlussstelle oder bis zum
Ende der Befristung - der Beschwerdeführerin nicht habe zugemutet werden können
(act. G 3).
C.c Mit Replik vom 3. Mai 2018 hält die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest.
Zur Verdeutlichung der Unzumutbarkeit des Verbleibens an der bisherigen Stelle reicht
sie einen weiteren Bericht von Dr. D._ mit Erläuterungen zum bisher Ausgeführten ein
(act. G 5 und 5.1).
C.d Mit Eingabe vom 15. Mai 2018 verzichtet die Beschwerdegegnerin auf die
Einreichung einer Duplik (act. G 7).

Erwägungen
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1.
Vorliegend ist streitig und zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin zu Recht wegen
Selbstkündigung in der Anspruchsberechtigung eingestellt wurde und falls ja, ob die
Anzahl Einstelltage angemessen ist.
1.1 Nach Art. 30 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) ist eine
versicherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes
Verschulden arbeitslos ist. Selbstverschuldet ist die Arbeitslosigkeit namentlich dann,
wenn die versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus aufgelöst hat, ohne
dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihr das Verbleiben an der
Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (Art. 44 Abs. 1 lit. b der Verordnung über
die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIV;
SR 837.02]). Im Bereich der freiwilligen Stellenaufgabe findet das
sozialversicherungsrechtliche Schadenminderungsprinzip seine Grenze bei der
Zumutbarkeit (Art. 16 Abs. 2 AVIG). Eine Stelle, die im Sinne von Art. 16 Abs. 2 AVIG
unzumutbar und damit von der Annahmepflicht ausgenommen ist, kann der
versicherten Person auch nicht zum Beibehalten zugemutet werden.
1.2 Im Weiteren ist bei der Prüfung der Frage, ob eine Sanktion wegen Selbstaufgabe
der Stelle im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV zulässig ist, das Übereinkommen
Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über die Beschäftigungsförderung
und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (SR 0.822.726.8,
nachfolgend Übereinkommen) zu beachten, das für die Schweiz am 17. Oktober 1991
in Kraft getreten ist. Nach Art. 20 lit. c des Übereinkommens können Leistungen der
Arbeitslosenversicherung verweigert, zum Ruhen gebracht oder gekürzt werden, wenn
die zuständige Stelle festgestellt hat, dass die betreffende Person ihre Beschäftigung
freiwillig ("volontairement") ohne triftigen Grund ("sans motif légitime") aufgegeben hat.
Diese staatsvertragliche Norm ist im Einzelfall direkt anwendbar (BGE 124 V 236 E. 3c)
und geht den nationalen Bestimmungen für den Erlass einer Einstellungsverfügung vor.
Damit dürfen bei einer völkerrechtskonformen Auslegung von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV
an die Zumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz keine überhöhten Anforderungen
gestellt werden; insbesondere sind bei der Zumutbarkeitsprüfung auch subjektive
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Beweggründe der versicherten Person zu berücksichtigen (JACQUELINE CHOPARD,
Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Diss. Zürich 1998, S. 80). Wie auch das
Bundesgericht festgehalten hat, kann nicht von einer freiwilligen
Beschäftigungsaufgabe im Sinne des Übereinkommens gesprochen werden, wenn
eine versicherte Person nicht von sich aus, sondern vom Arbeitgeber oder durch die
Entwicklung am Arbeitsplatz zur Kündigung gedrängt wird. Gleiches gilt für den Fall, da
die versicherte Person für das Verlassen der Stelle legitime Gründe zu nennen vermag
(BGE 124 V 238 E. 4b/aa).
1.3 Unter den Einstellungstatbestand von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV sind auch die Fälle
der vorzeitigen Auflösung von Arbeitsverhältnissen im gegenseitigen Einvernehmen zu
subsumieren (Thomas Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches
Bundesverwaltungsrecht, Band XIV Soziale Sicherheit, 3. Aufl. Basel 2016, Rz 838 mit
Hinweisen; AVIG-Praxis ALE Rz D24).
1.4 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung
des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen (BGE 115 V 142 E. 8a). In
beweisrechtlicher Hinsicht gilt der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit (ARV 1993/1994 Nr. 31 S. 225 E. 3a; vgl. auch Urteil
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; ab 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 10. Dezember 2002 i/S G., C 138/02, E. 2).
2.
2.1 Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin ihre Stelle am 31. Juli
2017 per 31. Oktober 2017 selbst kündigte und dass sie das Arbeitsverhältnis mit
Aufhebungsvereinbarung vom 26. September 2017 im gegenseitigen Einvernehmen mit
der Arbeitgeberin per 30. September 2017 vorzeitig beendete und ihr zu jener Zeit
keine andere Stelle zugesichert war (act. G 3.1.49, 3.1.47). Streitig und zu prüfen ist, ob
ihr die Weiterführung des Arbeitsverhältnisses ab dem 1. Oktober 2017 bis zum Finden
einer geeigneten Anschlussstelle zugemutet werden konnte. Entgegen den
Ausführungen in der Beschwerdeantwort war die Stelle der Versicherten nicht bis Ende
Februar 2018, sondern bis Ende Februar 2019 befristet. Zudem konnte die Stelle
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gemäss Anstellungsverfügung vom 24. Februar 2017 trotz der Befristung beidseitig
jederzeit unter Einhaltung der Kündigungsfrist von drei Monaten auf das Ende des
Kalendermonats gekündigt werden (vgl. act. G 3.1.36). Zu prüfen bleibt, ob es der
Beschwerdeführerin zumutbar gewesen wäre, bis zum Finden einer neuen Stelle am
Arbeitsplatz zu verbleiben.
2.2 Die Unzumutbarkeit einer Fortsetzung des bisherigen Arbeitsverhältnisses ist vor
dem Hintergrund von Art. 16 Abs. 1 AVIG zu beurteilen, wonach grundsätzlich jede
Arbeit zumutbar ist, es sei denn, einer der in Abs. 2 dieser Bestimmung abschliessend
aufgelisteten Ausnahmetatbestände sei erfüllt. Nach der Rechtsprechung des
Bundesgerichts ist die Zumutbarkeit zum Verbleib am bisherigen Arbeitsplatz strenger
zu beurteilen als die Zumutbarkeit zur Annahme einer neuen Stelle. Ein schlechtes
Arbeitsklima oder Spannungen zwischen der versicherten Person und Arbeitskollegen
oder Vorgesetzten jedenfalls begründen noch keine Unzumutbarkeit. Sie können
allenfalls im Rahmen der Verschuldensbeurteilung Berücksichtigung finden (SVR 1997
ALV Nr. 105 S. 324 E. 2a und Urteil des Bundesgerichts vom 27. November 2013,
8C_742/2013, E. 4.1 mit Hinweisen). Unzumutbarkeit aus gesundheitlichen Gründen
(vgl. Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG) muss nach der Rechtsprechung durch ein eindeutiges
ärztliches Zeugnis (oder allenfalls andere geeignete Beweismittel) belegt sein. Aus
Gründen der Rechtssicherheit darf sich die Arbeitslosenkasse oder das Gericht nicht
mit blossen Behauptungen begnügen, sondern benötigt vielmehr zweckdienliche
Beweismittel, die primär die versicherte Person im Rahmen der ihr obliegenden
Mitwirkungspflicht bei der Abklärung des Sachverhalts beizubringen hat (Urteil des
Bundesgerichts vom 27. November 2013, 8C_742/2013, E 4.1 mit Hinweisen).
2.3 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass sie das Arbeitsverhältnis aus
gesundheitlichen Gründen gekündigt und später auch vorzeitig durch die
Aufhebungsvereinbarung aufgelöst habe. Der sie behandelnde Psychiater Dr. D._
hielt im Arztzeugnis vom 29. November 2017 fest, der Beschwerdeführerin sei eine
Fortsetzung der Arbeit am angestammten Arbeitsplatz nicht mehr zumutbar, ohne dass
strukturelle/organisatorische Anpassungen durch die vorgesetzte Stelle in die Wege
geleitet würden. Zudem verwies er auf die medizinische Beurteilung einer
Anpassungsstörung mit psychosomatischer Belastungsreaktion. Eine ausführliche
medizinische Diagnostik und Beurteilung teile er auf Verlangen dem Vertrauensarzt der
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Arbeitslosenkasse mit (act. G 3.1.19 S. 47). Im Schreiben vom 11. April 2018 erläuterte
Dr. D._, dass die Beschwerdeführerin folgerichtig auf eine vorzeitige Auflösung des
Arbeitsverhältnisses gedrängt habe, weil andernfalls ihre psychische Gesundheit erneut
beeinträchtigt worden wäre. Seines Erachtens sei die Fortsetzung des
Arbeitsverhältnisses ohne die notwendigen strukturellen und organisatorischen
Anpassungen deshalb aus medizinischen Gründen nicht mehr zumutbar gewesen (act.
G 5.1). Gestützt darauf geht die Beschwerdeführerin davon aus, dass ihr kein
Verschulden im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG angelastet werden könne, weil sie
auf die Einhaltung der Kündigungsfrist im Zusammenhang mit einer nicht mehr länger
zumutbaren Arbeitsstelle verzichtet habe (act. G 1).
2.4 Dieser Auffassung steht jedoch entgegen, dass im Zeitpunkt der Kündigung, am
31. Juli 2017, keine ärztlich bescheinigte Arbeitsunfähigkeit bestand. Auch attestierte
der nach seiner Ferienrückkehr am 17. August 2017 aufgesuchte Psychiater eine
Arbeitsunfähigkeit nur für den restlichen August bzw. ab 21. August 2017 für zwei
Wochen (vgl. act. G 1, 3.1.19 S. 46, 3.1.53). Danach kehrte die Beschwerdeführerin im
September 2017 nochmals an den Arbeitsplatz zurück, gemäss ihren Ausführungen
lediglich um Beweise für ihre Sachdarstellung im Hinblick auf das Arbeitszeugnis zu
sammeln (act. G 1). Dr. D._ erläuterte dazu im Arztbericht vom 11. April 2018, die
Beschwerdeführerin habe nach Wiederaufnahme der Arbeit feststellen müssen, dass
die Arbeitgeberin ihrerseits nicht bereit gewesen sei, strukturelle organisatorische
Massnahmen zu treffen, weshalb sie auf eine vorzeitige Auflösung des
Arbeitsverhältnisses gedrängt habe, weil sonst die psychische Gesundheit erneut
beeinträchtigt worden wäre (act. G 5.1). Die Beschwerdegegnerin argumentierte im
Einspracheentscheid, es sei der eindeutige Beweis nicht erbracht, dass die Fortsetzung
des Arbeitsverhältnisses - zumindest bis zum Auffinden einer Anschlussstelle -
gesundheitsbedingt definitiv nicht möglich gewesen sei (act. G 3.1.10). In Anbetracht
des Verhaltens der Beschwerdeführerin, welche im Zeitpunkt der Kündigung nicht
arbeitsunfähig war, dann gemäss psychiatrischem Attest eine Arbeitsunfähigkeit von
zwei Wochen aufwies und im September 2017 die Arbeit wieder aufnahm, um einen
"besseren Abschluss" bzw. organisatorische Änderungen in ihrem Sinne zu bewirken,
ist diese Argumentation der Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden. Dies gilt auch
auf Grund der Tatsache, dass die Unzumutbarkeit des Arbeitsverhältnisses über den
30. September 2017 hinaus vom Psychiater nicht vorbehaltlos bestätigt worden war,
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sondern vom Fehlen strukturell organisatorischer Massnahmen abhängig gemacht
wurde. Somit ist eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen
selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit grundsätzlich zu Recht erfolgt.
3.
3.1 Zu prüfen bleibt nachfolgend das im angefochtenen Einspracheentscheid
angeordnete Einstellmass von 33 Tagen (act. G 3.1.10).
3.2 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30
Abs. 3 AVIG) und beträgt gemäss Art. 45 Abs. 3 AVIV 1 bis 15 Tage bei leichtem
Verschulden (lit. a), 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem Verschulden (lit. b) und 31 bis
60 Tage bei schwerem Verschulden (lit. c). Ein schweres Verschulden liegt
insbesondere vor, wenn die versicherte Person eine zumutbare Arbeitsstelle ohne
Zusicherung einer neuen Arbeitsstelle aufgegeben hat (Art. 45 Abs. 4 lit. a AVIV).
3.3 Vorliegend ist hinsichtlich der Schwere des Verschuldens zu berücksichtigen, dass
die Beschwerdeführerin schon früher und unabhängig vom vorliegenden
Arbeitsverhältnis gesundheitlich eingeschränkt war (vgl. Arztzeugnis von Dr. C._ mit
Bescheinigung einer max. 50%igen Arbeitsfähigkeit "wahrscheinlich" bleibend: act.
G 3.1.57 sowie Eintrag im Beratungsprotokoll, wonach ein IV-Antrag "seinerzeit"
abgelehnt worden sei: act. G 3.1.52). Die Beschwerdeführerin war somit weniger
belastbar als eine gesunde Arbeitnehmerin. Zudem sind Probleme am Arbeitsplatz auf
Grund vieler Kundenreklamationen, einer schwierigen Koordination mit dem
Teamkollegen und unklarer Abläufe glaubhaft dargetan, weshalb von einem sehr
belastenden Arbeitsverhältnis auszugehen ist. Auch dass die Beschwerdeführerin vor
der Kündigung Anstrengungen unternommen hat, durch eine Aussprache mit dem
Vorgesetzten diesbezüglich Verbesserungen zu bewirken, steht fest. Unter diesen
Voraussetzungen rechtfertigt es sich trotz der verkürzten Kündigungsfrist, nicht mehr
von einem schweren, sondern einem mittelschweren Verschulden auszugehen und die
Einstellung von 33 Tagen auf 20 Tage zu reduzieren.
4.
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4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 26.
Januar 2018 teilweise gutzuheissen, der angefochtene Entscheid ist aufzuheben, und
die Beschwerdeführerin ist für 20 Tage ab 1. Oktober 2017 in der
Anspruchsberechtigung einzustellen.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).