Decision ID: 1150f2c9-1547-5243-bd87-ff98d4d189c4
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Simone Schmucki, Marktgasse 3, 9004 St.
Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
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vertreten durch Fürsprecherin Dr. iur. Marianne Sonder, Rossimattstrasse 17,
3074 Muri b. Bern,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ war als Lehrling bei der Autospenglerei B._ beschäftigt und dadurch bei
der Suva unfallversichert, als er am 6. Februar 2000 mit seinem Fahrzeug frontal mit
einem Baum kollidierte. Gleichentags begab sich der Versicherte in das Kantonale
Spital, wo eine Commotio cerebri (GCS 15) sowie eine Rissquetschwunde am rechten
medialen Unterschenkel diagnostiziert wurde. Der Röntgenbefund ergab intakte ossäre
Strukturen an Schädel und rechtem Unterschenkel; am 7. Brustwirbelkörper (BWK)
zeigte sich eine keilförmige Deformation älterer Natur. Am darauffolgenden Tag wurde
der Versicherte in gutem Allgemeinzustand aus der Spitalbehandlung entlassen (UV-
act. 1-6). Dr. med. O._, allg. Medizin FMH, C._, bestätigte am 25. März 2000
zusätzlich eine HWS-Distorsion mit Kopf- und Nackenschmerzen (UV-act. 8). Dr. med.
D._, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, bestätigte ab 17. Juli 2000 eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (UV-act. 38, 40).
A.b Nachdem er im Frühjahr 2004 als Angestellter der E._ AG (nicht Suva-versichert;
vgl. UV-act. 48.1) eine Rückenverletzung erlitten hatte und die Beschwerden
persistierten, begab sich der Versicherte in Behandlung zu Dr. med. F._, Klinik G._,
welcher in den Berichten vom 26. Januar und 21. Februar 2005 ein chronifiziertes
thorako-zervikovertebrales Schmerzsyndrom feststellte. Ende 2004 war der Versicherte
beim Skirenn-Service von Swiss-Ski in einem Zwischenverdienst zu 75% angestellt
(UV-act. 41, 43, 44, 45, 51, 57). Am 24. Januar 2005 hatte er der Suva einen Rückfall
zum Unfall vom 6. Februar 2000 gemeldet (UV-act. 47). Diese anerkannte ihre
Leistungspflicht (UV-act. 81). Vom 15. August 2005 bis 28. Februar 2007 absolvierte
der Versicherte eine teilweise von der Invalidenversicherung finanzierte erstmalige
berufliche Ausbildung zum Trainer/Betreuer Wettkampf Alpin (UV-act. 92). Am 2.
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Januar 2006 erlitt er einen (nicht Suva-versicherten) Sturz auf das Gesäss, der eine
vorübergehende Verschlechterung der Rückensituation bewirkte (UV-act. 96f, 100).
Nach Durchführung von weiteren Abklärungen eröffnete die Suva dem Versicherten am
26. November 2008 verfügungsweise, aufgrund der Folgen des Unfalls vom 6. Februar
2000 liege keine erhebliche Schädigung der körperlichen Integrität vor. Die
Voraussetzungen für die Ausrichtung einer Integritätsentschädigung seien nicht erfüllt
(UV-act. 151). Gegen diese Verfügung liess der Versicherte Einsprache erheben (UV-
act. 162, 189), worauf die Suva die Verfügung am 20. Januar 2009 widerrief (UV-act.
190). Mit Verfügung vom 20. März 2009 zog die Suva ihren Entscheid, ihre
Leistungspflicht als Rückfall (2005) wieder aufleben zu lassen, als zweifellos unrichtig in
Wiedererwägung und forderte vom Versicherten die seit 2005 erbrachten Heilkosten-
und Taggeldleistungen zurück. Keine der im Jahr 2005 gemeldeten Beschwerden seien
mindestens wahrscheinlich auf das Ereignis vom 6. Februar 2000 zurückzuführen (UV-
act. 207). Nachdem dagegen Einsprache erhoben worden war (UV-act. 213, 214),
widerrief die Suva die Verfügung am 8. Juli 2009 (UV-act. 223). Nach Vornahme
weiterer ärztlicher Behandlungen und Abklärungen eröffnete sie der Rechtsvertreterin
des Versicherten, Rechtsanwältin lic. iur. S. Schmucki, St. Gallen, mit Verfügung vom
31. August 2010, die Versicherungsleistungen würden auf den 30. September 2010
eingestellt. Die aktuell noch geklagten Beschwerden seien organisch nicht hinreichend
nachweisbar. Nach Prüfung der massgebenden Kriterien sei auch die Adäquanz zu
verneinen. Die BWS-Beschwerden stünden gemäss ärztlicher Beurteilung in keinem
mindestens wahrscheinlichen Zusammenhang zum Unfall vom 6. Februar 2000.
Mangels Vorliegens adäquater Unfallfolgen bestehe auch kein Anspruch auf eine
Invalidenrente und/oder eine Integritätsentschädigung (UV-act. 309). Die gegen diese
Verfügung erhobene Einsprache (UV-act. 313) wies die Suva mit Einspracheentscheid
vom 12. November 2010 ab und entzog einer allfälligen Beschwerde gegen diesen
Entscheid die aufschiebende Wirkung (UV-act. 322).
B.
B.a Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwältin Schmucki für den Versicherten am
15. Dezember 2010 Beschwerde (act. G1) mit den Anträgen, der Entscheid sei
aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, die gesetzlich vorgesehenen
Leistungen weiterhin zu erbringen. Insbesondere seien Sachverhaltsabklärungen
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vorzunehmen, in deren Folge eventuell ein Fallabschluss mit Festsetzung der
Integritätsentschädigung und Rentenprüfung vorzunehmen sei. Zur Begründung legte
die Rechtsvertreterin unter anderem dar, die Beschwerdegegnerin habe nur gerade
beim behandelnden Psychiater einen Bericht einverlangt, obschon der Kreisarzt darauf
hingewiesen habe, dass auch die Schmerzsituation noch näher abgeklärt werden
müsse. Der Beschwerdeführer werde diesbezüglich noch einen Bericht des
Schmerzspezialisten Dr. med. H._, FMH Anästhesiologie/Intensivmedizin, zu den
Akten geben. Es lägen bereits Berichte von verschiedenen Ärzten vor, welche den
natürlichen Kausalzusammenhang der Schmerzsituation aufgrund von Beschwerden,
welche organisch fassbar seien, zum Unfallereignis von 2000 klar bestätigen würden.
Der Beschwerdeführer leide immer noch unter denselben Beschwerden wie zuvor,
wenn auch weniger häufig und weniger stark. Die Voraussetzungen für das Dahinfallen
der Leistungspflicht seien nicht gegeben. Mangels genügender Sachverhaltsabklärung
könne die Beschwerdegegnerin den Wegfall des Kausalzusammenhangs nicht
beweisen. Es sei nicht einzusehen, weshalb der Unfall im Jahr 2000 nicht als schwer zu
beurteilen sei. Zum heutigen Zeitpunkt leide der Beschwerdeführer nur noch unter
minimen Folgen dieses schweren Unfalls, so dass er momentan erfolgreich seine
Erstausbildung im Rahmen einer Leistung von 50-70% absolvieren könne. Die ab und
zu auftretenden Schmerzzustände könne er bei Dr. H._ behandeln lassen. Die
Situation habe sich seit Behandlungsbeginn gebessert. Auch dies zeige, dass der
Fallabschluss noch verfrüht sei. Aufgrund eines noch einzuholenden Gutachtens sei zu
entscheiden, ob eine weitere Heilbehandlung erforderlich oder ein medizinischer
Endzustand erreicht worden sei.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 2. März 2011 (act. G7) beantragte Rechtsanwältin
Dr. M. Sonder, Muri, für die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur
Begründung verwies sie auf die Darlegungen im angefochtenen Entscheid und führte
unter anderem aus, unbestritten geblieben sei, dass die Beschwerden an der BWS
nicht auf den Unfall vom 6. Februar 2000 zurückzuführen seien. Auch Dr. H._ habe
keine organischen Funktionsausfälle nachzuweisen vermocht. Es lägen zahlreiche
medizinische Berichte im Recht, womit der rechtserhebliche Sachverhalt umfassend
abgeklärt sei und sich weitere Abklärungen erübrigen würden. Der Zeitpunkt des Fall
abschlusses lasse sich nicht beanstanden. Die Zuweisung des Unfalls zu den
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mittelschweren Ereignissen im Grenzbereich zu den leichten sei korrekt. Die Adäquanz
kriterien seien nicht in gehäufter Zahl und in der massgebenden Intensität erfüllt.
B.c Mit Replik vom 13. April 2011 bestätigte die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers ihren Standpunkt und reichte einen Bericht von Dr. H._ vom 25.
März 2011 ein (act. G 11).
B.d In der Duplik vom 20. Juni 2011 hielt die Rechtsvertreterin der
Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag und ihren Ausführungen fest (UV-act. 15).

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig ist, ob die Leistungen, welche von der Beschwerdegegnerin aufgrund des
Unfallereignisses vom 6. Februar 2000 ausgerichtet wurden, auf den 30. September
2010 eingestellt werden durften oder nicht. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers
entfällt erst, wenn das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten
Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es
sich dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast -
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher
Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim
Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen). Dabei muss der
Unfallversicherer nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen erbringen. Welche
Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist unerheblich. Denn es ist nicht so,
dass der Unfallversicherer bei einmal bejahter Unfallkausalität so lange haftet, als er
unfallfremde Ursachen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen
vermag. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen eines
Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben (RKUV 1994 Nr. U 206
S. 329 E. 3b). Ebenso wenig hat der Unfallversicherer den negativen Beweis zu
erbringen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass die versicherte
Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteile des Bundesgerichts [bis 31. Dezember
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2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] vom 18. Dezember 2003, U 258/02,
vom 25. Oktober 2002, U 143/02, und vom 31. August 2001, U 285/00).
1.2 Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweis
baren strukturellen Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit Bild gebenden
Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] nachgewiesen
werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE
127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/bb mit
Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist
eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu
differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma bzw.
keine schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten, gelangt die Rechtsprechung
gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen
das Vorliegen einer Schleudertraumaverletzung, muss geprüft werden, ob die zum
typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen
zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den
Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE
115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Folgen aufgestellten Grundsätze
massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a). Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz
gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten
Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang
bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus
dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die
ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild
ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 E. 3b).
2.
2.1 Eine MRI-Untersuchung vom 7. April 2000 ergab keine Auffälligkeiten des
Schädels, diskrete degenerative Veränderungen der HWS ohne Nachweis einer
Protrusion oder Hernie sowie eine Keilwirbelbildung von BWK7 mit vermehrter
Kyphosierung der BWS (UV-act. 17). Dr. D._ bestätigte im Bericht vom 12. April 2000
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das Vorliegen eines chronifizierten cervicobrachiachen Schmerzsyndroms, welches
nach einem Skiunfall vor zwei Jahren (nicht Suva-versichert; UV-act. 22) begonnen und
seither nicht mehr vollständig gebessert habe und nun anlässlich des Autounfalls vom
6. Februar 2000 akut verschlimmert worden sei. Seit dem Unfall habe der
Beschwerdeführer noch nicht arbeiten können (UV-act. 18; vgl. auch UV-act. 69). Nach
Differenzen mit dem Arbeitgeber löste der Beschwerdeführer im Mai 2000 den
Lehrvertrag auf und setzte die Lehre bei einem anderen Arbeitgeber fort (UV-act. 21,
23, 31f). Im Nachgang zu einem stationären Aufenthalt in der Rehaklinik I._ bestand
ab Juni 2000 wieder eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (UV-act. 25, 27, 33). Eine
biomechanische Kurzbeurteilung vom 3. August 2000 ergab, dass sich die nach dem
Unfall aufgetretenen Beschwerden durch diesen sicher erklären lassen würden.
Allfällige Vorzustände würden erschwerend ins Gewicht fallen, seien aber keine
Voraussetzung für den vorliegenden Verlauf (UV-act. 36). Nach der Rückfallmeldung
vom Januar 2005 ergab eine neuerliche MRI-Untersuchung des Schädels wiederum
einen regelrechten, altersgemässen Befund (UV-act. 50). Die Ärzte der Rehaklinik I._
diagnostizierten im Nachgang zu einem stationären Aufenthalt im Bericht vom 30. Juni
2005 - bezogen auf das Unfallereignis vom 5. (richtig 6. Februar) Februar 2000 - ein
zervicozephales Schmerzsyndrom und eine leichte neuropsychologische Störung.
Sodann hielten sie ein thorakales Schmerzsyndrom bei Status nach Skiunfall 1995
(1997 diagnostizierte Kompressionsfraktur von BWK3 und BWK7 und Status nach
diversen Rückentraumen im Bereich der BWS am 2. März und 2. April 2004) sowie eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig einigermassen kompensiert, fest. Bis
31. Juli 2005 bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit. Ab 1. August 2005 beginne der
Beschwerdeführer eine Ausbildung zum Schneesportlehrer an einer Sportschule. Ab
diesem Zeitpunkt bestehe eine Arbeitsfähigkeit für berufliche Massnahmen im Rahmen
des Zumutbaren (UV-act. 80).
2.2 Der (nicht Suva-versicherte) Sturz auf das Gesäss vom 2. Januar 2006 bewirkte
nach Beurteilung von Dr. F._ eine vorübergehende Verschlechterung des
chronischen posttraumatischen zerviko- und thorakovertebralen Schmerzsyndroms
(UV-act. 96f, 100). Gemäss Bericht der neurologischen Klinik des Universitätsspitals
Zürich vom 2. Mai 2007 hatte die Untersuchung vom gleichen Tag einen unauffälligen
Neurostatus bei selektiven neuropsychologischen Defiziten gezeigt (Einschränkungen
der Konzentrationsfähigkeit und leichte Gedächtnisstörungen; UV-act. 275). Eine
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Untersuchung des Beschwerdeführers in der Universitätsklinik J._ hatte gemäss
Bericht vom 9. Mai 2007 als einzigen pathologischen Befund eine leichtgradige
Keilwirbelbildung BWK7 ergeben, welche vom Klinikarzt als wahrscheinlich
posttraumatisch eingestuft wurde. Insgesamt finde sich morphologisch kein sicheres
Korrelat für die Beschwerden. Am ehesten handle es sich um muskuläre Schmerzen
(UV-act. 112). Die Ärzte der Uniklinik J._ bestätigten am 18. August 2008 von Seiten
der Hüfte eine volle Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten. Von Seiten der
Wirbelsäulenproblematik sei die Arbeitsfähigkeit durch Dr. F._ zu beurteilen (UV-act.
130). Dr. F._ berichtete am 4. September 2008 zuhanden des Unfall-
Invaliditätskapitalversicherers (Swica), als (auschliesslich und überwiegend
wahrscheinlich) unfallbedingte Diagnosen (Ereignis vom 6. Februar 2000) bestünden
das chronifizierte thorakovertebrale und zervikovertebrale Schmerzsyndrom sowie
sekundäre depressive Episoden. Der Status quo ante/sine sei nicht erreicht. Bei
deutlichen Schmerzzunahmen sollte die Möglichkeit einer physiotherapeutischen
Behandlung bestehen. Unfallfremd sei das Impingement der rechten Hüfte. Als Folge
der BWK-Frakturen mit chronisch rezidivierender Schmerzsymptomatik sei auch
längerfristig eine anhaltende Invalidität von mindestens 20% zu postulieren (UV-act.
138). Eine Abklärung in der Befas Appisberg ergab gemäss Schlussbericht vom
22. September 2008 (UV-act. 127) unter anderem, dass aus rheumatologischer Sicht
unter behinderungsadaptierten Verhältnissen nach vier bis sechs Monaten eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt zu erwarten sei. Am 13.
Oktober 2008 führte Dr. F._ ergänzend aus, dass die aktuellen gesundheitlichen
Beschwerden insgesamt als Folge des im Februar 2000 erlittenen Unfalls angesehen
werden müssten. Der daraus resultierende Integritätsschaden dürfte gemäss Tabelle
der Swica (Unfall-Invaliditätskapital) schätzungsweise 30% betragen (UV-act. 139). Am
24. Oktober 2008 berichtete der Arzt zudem, dass der Beschwerdeführer am 11.
Oktober 2008 von einer anderen Person einen Stockschlag auf den Kopf erhalten habe,
wodurch es zu einer vorübergehenden Verschlechterung der zervikalen und thorakalen
Schmerzen gekommen sei (UV-act. 228). Kreisarzt Dr. med. K._, Facharzt FMH für
Orthopädische Chirurgie, hielt im Bericht vom 13. November 2008 fest, gestützt auf die
medizinischen Akten bestehe kein unfallbedingter Integritätsschaden. Weitere
Abklärungen seien seines Erachtens nicht notwendig (UV-act. 137). Am 21. November
2008 bestätigte Dr. K._, dass sich der Beschwerdeführer am 6. Februar 2000 keine
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BWK-Fraktur zugezogen habe. Es habe bereits damals ein Zustand nach BWK- und
LWK-Fraktur, ca. 1995, bestanden (UV-act. 142). Am 2. Dezember 2008 teilte die IV-
Stelle mit, der Beschwerdeführer habe die beruflichen Massnahmen (Abklärung im
Infrastrukturcenter Mels) eigenverantwortlich abgebrochen (UV-act. 164). Am 3.
Dezember 2008 gab die IV-Stelle bekannt, sie übernehme die Kosten für die berufliche
Abklärung im Rahmen von Vorbereitungskursen an einer Handels- und Bürofachschule
(UV-act. 165).
2.3 In der ärztlichen Beurteilung vom 18. Dezember 2008 kam Suva-Arzt Dr. med.
L._, Facharzt FMH für Chirurgie, zum Schluss, als Folge des Ereignisses vom
6. Februar 2000 sei ein struktureller Schaden weder nachweisbar noch wahrscheinlich;
insbesondere sei damals keine neue BWS-Fraktur erfolgt. Die sekundäre
Symptomausweitung bei objektiv unverändertem radiologischem Befund an der BWS
(alte Keilform BWK7, vermutlich 1997 entstanden) sei auf körperlicher Ebene gar nicht
erklärbar. Statisch sei der Röntgenbefund nicht erheblich. Auch die einfache Prellung
vom 27. Februar 2004 (nicht Suva-versichert) habe keinen Einfluss auf den aktuellen
Zustand gehabt. Vielmehr müsse von einer psychogenen
Schmerzverarbeitungsstörung ausgegangen werden, was ein juristisches Adäquanz-
Problem darstelle. Eine fundierte organische Diagnose lasse sich nicht stellen. Es
bestehe ohne suva-versichertes Substrat weder eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit noch ein dauernder Integritätsschaden. Unter Abstraktion der Psyche
seien weitere Behandlungen unnötig (UV-act. 187). Die IV sprach dem
Beschwerdeführer in der Folge am 16. Januar 2009 eine weitere berufliche Ausbildung
in Form einer sechsmonatigen Halbtageshandelsschule zu (UV-act. 191). Eine
Kernspintomographie der HWS vom 6. April 2009 ergab geringgradige Diskopathien
C3/4 und C5/6 ohne Nachweis einer Kompression der linken C4-Wurzel und ohne
Nachweis einer Diskushernie sowie bekannte, wahrscheinlich posttraumatische
Keildeformierungen von BWK7 und angedeutet auch BWK3 (UV-act. 281). Dr. F._
bestätigte am 9. April 2009 seinen bisherigen Standpunkt, wonach als Folge des
Unfalls vom 6. Februar 2000 eine Integritätsentschädigung von 30% geschuldet sei.
Eine genaue Aufschlüsselung der erlittenen Verletzungen sei aufgrund der mehrfachen
Unfälle sicher nicht ganz einfach. Zu korrigieren sei, dass die Frakturen der BWK3 und
BWK7 auf den Unfall von 1995 zurückzuführen seien mit erstmaliger Diagnose 1997.
Durch den Unfall vom 6. Februar 2000 sei es zu einer richtungsweisenden
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Verschlechterung mit chronifiziertem thorakozervikalem und zervikozephalem
Schmerzsyndrom gekommen. Die sichere Erklärbarkeit dieser Folgen durch das
erwähnte Ereignis ergebe sich auch aus dem biomechanischen Gutachten. Seit dem
Unfall 2000 würden immer wieder Schmerzexazerbationen mit massivem muskulärem
Hartspann auftreten. Diese Verschlechterung sei klinisch objektiv fassbar, auch wenn
im Röntgen keine entsprechenden Verletzungen sichtbar seien. Psychische Faktoren
dürften eher sekundär als Folge der chronifizierten Schmerzsymptomatik anzusehen
sein (UV-act. 215 Beilage). In seiner Stellungnahme vom 5. Juli 2009 legte Dr. H._
unter anderem dar, die Funktionsstörungen im Nacken und die entsprechenden
Befunde stünden in sicherem Zusammenhang zum Unfall vom 6. Februar 2000. Die
vom Nacken ausgehenden Beschwerden seien erst nach diesem Unfall aufgetreten. Ob
der Unfall allein für die Beschwerden verantwortlich sei, lasse sich nicht eindeutig
beurteilen. Sicher sei, dass es sich um den "Schlüssel-" bzw. auslösenden Unfall
gehandelt habe. Der Nachweis alter Wirbelkörperfrakturen sowie der Zustand nach
Femurfraktur beweise, dass es bei diversen Skiunfällen zu erheblichen
Gewalteinwirkungen gekommen sei. Diese hätten sich nicht auf den Thorakalbereich
beschränkt, sondern auch Verletzungen der empfindlichen Strukturen der HWS
verursacht. Die Kollision mit dem Baum habe entweder allein oder kumuliert mit
früheren unfallbedingten Mikroverletzungen im HWS-Bereich zum jetzigen
Beschwerdebild im Sinn eines HWS-Beschleunigungssyndroms geführt. Die in der
Bildgebung fehlenden Zeichen unfallbedingter Strukturveränderungen könnten nicht als
Ausschlusskriterium für die Unfallkausalität herangezogen werden. Der fehlende
radiologische Nachweis sei nicht beweisend für das Fehlen unfallbedingter Korrelate.
Mikroskopische Veränderungen der HWS würden sich radiologisch nicht nachweisen
lassen. Degenerative Veränderungen als natürliche Alterserscheinung seien relativ
selten schmerzhaft. Beim Beschwerdeführer hätten Facettengelenksinfiltrationen C2/3
und C5/6 zu einer markanten Schmerzreduktion geführt, was ein Hinweis dafür sei,
dass die Facettengelenke zumindest teilweise an der Schmerzgenese beteiligt seien.
Die schmerzhaften Muskelverspannungen als reversibel und psychosomatisch
abzutun, sei in diesem Fall blanker Unsinn. Gerade anhaltende Nackenbeschwerden
hätten eine Tendenz zur Schmerzchronifizierung bzw. Symptomausweitung. In solchen
Fällen lasse sich radiologisch meist keine eindeutige Schmerzursache lokalisieren. Bei
wechselnder Arbeitsposition sollte eine Arbeitsfähigkeit von täglich vier bis fünf
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Stunden möglich sein. Das Ziel liege in einer Arbeitssteigerung auf 100%. Es sei davon
auszugehen, dass infolge des Unfalls vom 6. Februar 2000 dauerhaft eine leichte
Einschränkung der körperlichen und allenfalls geistigen Integrität bestehen bleibe.
Bindende Aussagen bezüglich des Umfangs seien nicht möglich. Die Arbeitsfähigkeit
müsse im Detail von entsprechenden Fachstellen beurteilt werden (UV-act. 225).
2.4 Dr. med. M._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, berichtete am
27. August 2009, er kenne den Beschwerdeführer seit Juni 2004 (Diagnose:
Anpassungsstörung, Angst und Depression gemischt, bei akzentuierten
Persönlichkeitszügen). Eine erste Behandlungstranche habe im Oktober 2004 geendet,
nachdem sich der Patient deutlich habe stabilisieren können. Im Herbst 2008 habe er
sich erneut vorgestellt. Die durchgeführten Massnahmen hätten eine deutliche
Verbesserung möglich gemacht. Die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht beurteile
er mit 100% (UV-act. 239). Von Seiten des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der IV
wurde am 3. November 2009 festgehalten, insgesamt sei aus psychiatrischer Sicht
keine Störung mit Krankheitswert und Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit festzustellen
(UV-act. 271). Dr. H._ vermerkte im Bericht vom 13. November 2009, dass sich im
Cervikalbereich eine deutliche Beschwerdelinderung gezeigt habe. Im Vordergrund
stünden immer noch die Muskelverspannungen im Thorakalbereich. Hier hätten die
durchgeführten Interventionsversuche nicht die erhoffte Linderung bewirkt (UV-act.
272). Für die von Dr. H._ empfohlene Botox-Behandlung erteilte die
Beschwerdegegnerin Kostengutsprache mit dem Vermerk, dass eine wesentliche und
nachhaltige (andauernde) Besserung davon nicht zu erwarten sei (UV-act. 273, 279).
Dr. H._ gab am 11. Februar 2010 bekannt, dass der Behandlungsversuch mit Botox
nicht zur erhofften Lockerung der muskulären Verspannung im BWS-Bereich geführt
habe. Der Beschwerdeführer sei nach wie vor willens und fähig, seinem schulischen
Pensum von 5 Stunden pro Tag an 5 Tagen in der Woche nachzukommen. Allfällige
weitere schmerz-therapeutische Massnahmen richteten sich nach dem Verlauf. Weitere
Behandlungstermine seien nicht vereinbart worden (UV-act. 285). Der Psychiater Dr.
M._ bescheinigte am 21. April 2010 eine wesentliche Besserung des medizinischen
Gesamtzustands. Eine weitere Besserung/Stabilisierung werde möglich sein (UV-act.
290). Eine psychiatrische Beurteilung durch Suva-Arzt N._, FMH Psychiatrie und
Psychotherapie, ergab gemäss Bericht vom 8. Juni 2010, dass eine weitere Besserung
nicht zu erwarten und die psychiatrische Behandlung aktuell zur Stabilisierung des
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mittlerweile unauffälligen psychischen Zustands des Beschwerdeführers diene (UV-act.
293). Dr. M._ legte am 16. August 2010 dar, die aktuell noch bestehenden
psychischen Beschwerden seien auf akzentuierte Persönlichkeitszüge mit impulsivem
Verhalten zurückzuführen. Deren Ätiologie dürfte in einer traumatisierenden Kindheits-
und Jugenderfahrung mit dem Vater liegen. Die psychiatrische Weiterbehandlung sei
indiziert; sie werde jedoch nicht über die Unfall-, sondern über die
Krankenversicherung abgerechnet (UV-act. 303).
3.
Eine manuelle ärztliche Untersuchung der versicherten Person fördert klinische, nicht
aber objektivierbare Ergebnisse im Sinn eines organischen Substrats zu Tage.
Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar sind und von der Person des
Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Würde auf
Ergebnisse klinischer Untersuchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein
organisches Substrat namhaft gemacht. Folglich kann von organisch objektiv
ausgewiesenen Unfallfolgen erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen
Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (vgl. BGE 134 V
109 E. 9, 117 V 359 E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen [U
479/05]). Diese Untersuchungsmethoden müssen zudem wissenschaftlich anerkannt
sein (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweisen). Beispielsweise sind ein Thoracic outlet
Syndrom (TOS), myofasziale und tendinotische bzw. myotendinotische Befunde für
sich allein nicht als organisch hinreichend nachweisbare Unfallfolgen zu betrachten.
Auch Verhärtungen und Verspannungen der Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken
sowie Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit können für sich allein nicht als klar
ausgewiesenes organisches Substrat der Beschwerden qualifiziert werden. Gleiches
gilt für Nackenverspannungen bei Streckhaltung der HWS mit Retrohaltung (Urteile des
Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008, 8C_124/2008, mit vielen Hinweisen, sowie vom
7. Februar 2008, U 13/07, E. 3.2 und 3.3, und vom 22. September 2010, 8C_240/2010).
In Bezug auf den HWS/Nacken-Bereich ist ein durch den Unfall vom 6. Februar 2000
bedingter organisch-struktureller (somatischer) Gesundheitsschaden in Anbetracht der
geschilderten Aktenlage und der vorstehenden Ausführungen überwiegend
wahrscheinlich zu verneinen (vgl. UV-act. 17, 50, 112, 215 Beilage [Bericht Dr. F._
vom 9. April 2009], 225, 281). Hinsichtlich der Beschwerden im BWS-Bereich ist
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aktenmässig klar dokumentiert, dass die Frakturen BWK3 und BWK7 nicht auf das
Unfallereignis vom 6. Februar 2000 zurückzuführen sind, sondern auf frühere nicht
Suva-versicherte Skiunfälle (vgl. UV-act. 5, 80 S. 1, 142, 187, 215 Beilage [Bericht Dr.
F._ vom 9. April 2009], 225 S. 2 und 3, 281). Die signifikante und dauernde
Verschlimmerung einer vorbestandenen Schädigung der Wirbelsäule, hervorgerufen
durch einen Unfall, ist nur dann bewiesen, wenn die Radioskopie ein plötzliches
Zusammensinken der Wirbel sowie das Auftreten und Verschlimmern von Verletzungen
aufgrund eines Traumas aufzeigt (RKUV 2000, 45). Ein solcher Sachverhalt ist
vorliegend mit Bezug auf den BWK-Bereich nicht dargetan. Selbst wenn es durch den
Unfall vom 6. Februar 2000 zu einer Verschlechterung der Situation im BWK-Bereich
gekommen sein sollte, so hätte diese bei fehlendem Nachweis einer organisch-
strukturellen Unfallfolge jedenfalls auf Ende September 2010 - über zehn Jahre nach
dem Unfall - als abgeheilt zu gelten (vgl. Bär/Kiener, Prellung, Verstauchung oder
Zerrung der Wirbelsäule, Medizinische Mitteilungen Nr. 67 der Suva, S. 45ff, wo die
Abheilungsdauer bei vergleichbaren Sachverhalten mit maximal 12-18 Monaten
angegeben wird). Da eine überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität nicht belegt
ist, besteht für die gesundheitlichen Beschwerden im BWS-Bereich und daraus
allenfalls resultierender Arbeitsunfähigkeit, Behandlungsbedürftigkeit und
Integritätseinbusse jedenfalls für die Zeit ab Oktober 2010 keine Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin.
Ist ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung der HWS diagnostiziert und
liegt - wie vorliegend - kein fassbarer organischer (unfallbedingter) Befund an der HWS
vor, muss für die Bejahung der natürlichen Kausalität ein typisches Beschwerdebild mit
einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel,
Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und
Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw.
gegeben sein (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 E. 3e; Bestätigung in
BGE 134 V 109 E. 9). Dieses Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden
muss jedoch nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens
72 Stunden nach dem Unfall aufgetreten sein. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem
Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS manifestiert haben (Urteile
des Bundesgerichts vom 30. Januar 2007, U 215/05, und vom 15. März 2007, U
258/06; RKUV 2000 Nr. 359 S. 29 E. 5e).Gemäss Bericht des Kantonalen Spitals C._
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vom 17. Februar 2000 gab der Beschwerdeführer an, nach dem Unfall an Schmerzen
im rechten Unterschenkel sowie im Bereich der oberen BWS gelitten zu haben.
Anhaltspunkte für eine Amnesie sowie Schwindel und Erbrechen wurden verneint. Als
gesundheitliche Vorzustände erwähnte der Beschwerdeführer eine Bursektomie (1995)
sowie eine BWK7- und -12 Fraktur "vor einigen Jahren" (vgl. dazu vorangehende E.
3.1). Die Spitalärzte vermerkten eine Commotio cerebri und einen GCS (Glasgow-
Coma Skale) von 15 bei äusserlich sichtbarer Kontusionsmarke am Schädel (UV-act. 5)
und bestätigten damit eine leichte traumatische Hirnverletzung (MTBI; vgl. dazu S.
Johannes/R. Schaumann-von Stosch, Grundlegende Aspekte der leichten
traumatischen Hirnverletzung, Medizinische Mitteilungen der SUVA Nr. 78 [2007], 74ff).
Dr. O._ bestätigte am 25. März 2000 zusätzlich eine HWS-Distorsion mit Kopf- und
Nackenschmerzen (UV-act. 8). Auch im Zervikal- bzw. HWS-Bereich hatte ein
gesundheitlicher Vorzustand vorgelegen (vgl. UV-act. 18 S. 2). Im Erhebungsblatt für
die Abklärung von HWS-Fällen wurde am 5. Juli 2000 festgehalten, beim Unfall sei die
Kopfstütze des Unfallfahrzeugs abgebrochen. Es habe ein Kopfanprall mit der Stirne
auf dem Steuerrad (UV-act. 30) stattgefunden mit Rückschlag in die Kopfstütze. Der
Bewusstseinsverlust habe ca. 10-15 Minuten betragen. Nierenschmerzen und leichte
Kopfschmerzen seien sofort nach dem Unfall aufgetreten, Rücken- und
Nackenschmerzen erst nach einigen Tagen. Es hätten bereits vor dem Unfall Nacken-,
Kopf-, Schulter- und Rückenschmerzen bestanden (UV-act. 29). Die Ärzte der
Rehaklinik I._ führten sodann die leichten neuropsychologischen Funktionsstörungen
auf den Unfall vom Februar 2000 zurück (UV-act. 80). Angesichts der geschilderten
Aktenlage kann vom Auftreten des typischen Beschwerdebilds mit einer Häufung von
Beschwerden, wozu auch die von der Rehaklinik I._ als unfallkausal eingeschätzten
leichten neuropsychologischen Einschränkungen gehören (UV-act. 80), gesprochen
werden. Nach der Rechtsprechung sind die Anforderungen an den Beweis des
natürlichen Kausalzusammenhangs im Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit umso strenger, je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem
Unfall und dem (erneuten) Eintritt der Gesundheitsschädigung ist (RKUV 1997, 188 E.
1c). Damit wieder aufgetretene Beeinträchtigungen auch noch nach einer längeren Zeit,
während der sich die anfängliche Symptomatik zurückgebildet hat, mit hinreichender
Zuverlässigkeit dem Unfall als versichertem Ereignis zugerechnet werden können,
muss der Beschwerdeverlauf eine gewisse Kontinuität aufweisen. Dieser zeitliche
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Zusammenhang ist gerade nach Distorsionsverletzungen der Halswirbelsäule von
grosser Bedeutung für die Beurteilung der Kausalität, weil ein Zervikalsyndrom - als
das nach einer Schleudertraumaverletzung meist zentrale Symptom - in dem Sinn
ätiologisch unspezifisch ist, als oft auch andere Faktoren (degenerative Veränderungen,
muskuläre Dysbalance etc.) als massgebende Ursachen für diese Beeinträchtigungen
in Betracht fallen (vgl. Urteil des EVG vom 6. Juni 2006, U12/06, E. 4.2). - Die
Beschwerdegegnerin ging im Resultat von einer - wenn auch zeitlich befristeten -
Unfalleinwirkung aus, indem sie ihre Leistungspflicht für den im Jahr 2005 gemeldeten
Rückfall bis Ende September 2010 anerkannte.
3.2 Nachdem Suva-Arzt Dr. L._ bereits im Bericht vom 18. September 2008 eine
weitere, durch den Unfall vom 6. Februar 2000 bedingte Behandlungsbedürftigkeit
verneint hatte (UV-act. 187), legte Dr. H._ am 5. Juli 2009 dar, Therapieziel
sei eine über längere Zeit dauernde Schmerzlinderung auf ein erträgliches Niveau. Die
Therapiemöglichkeiten (im Zervikalbereich) seien noch nicht ausgeschöpft. Im
Thorakalbereich seien Behandlungserfolge unsicher. Es müsse versucht werden, die
fortschreitende Chronifizierung zu stoppen (UV-act. 225). Psychiater Dr. M._ empfahl
hierauf am 27. August 2009 eine niedrigfrequente ambulante psychiatrisch-
psychotherapeutische Weiterbetreuung, um die erreichten Fortschritte zu erhalten und
eine weitere Besserung zu unterstützen (UV-act. 239). Dr. H._ hielt im Bericht vom
26. Oktober 2009 fest, die durch die Facettengelenksbehandlung erhoffte längerfristige
Schmerzlinderung sei leider ausgeblieben. Weitere Behandlungen im Thorakalbereich
seien nicht vorgesehen (UV-act. 263). Die folgenden, durch Dr. H._ im
Zervikalbereich vorgenommenen Behandlungen dienten der Beschwerdelinderung (UV-
act. 272, 285). Dr. M._ bescheinigte in den Folgemonaten, dass die weitere
Behandlung der Stabilisierung des Zustands diene und überdies krankheitsbedingt sei
(vgl. UV-act. 290, 303). Im Bericht vom 25. März 2011 wies Dr. H._ unter Bestätigung
der (natürlichen) Unfallkausalität des Beschwerdebilds erneut darauf hin, dass es bei
den Nackenschmerzen immer wieder zu einer Zunahme komme und trotz
Schmerzlinderung es um eine chronische Symptomatik mit ungewissem Ausgang
handle. Eine Schmerzfreiheit erachtete er als unwahrscheinlich. Der Beschwerdeführer
habe sich eine gute Schmerzbewältigung angeeignet. Es sei weiterhin regelmässige
Physiotherapie zur Lockerung der Nacken- und Schultergürtelmuskulatur angezeigt
(act. G 11.1). Gestützt auf diese Aktenlage ist überwiegend wahrscheinlich davon
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auszugehen, dass jedenfalls per Ende September 2010 keine unfallbedingte
Behandlungsbedürftigkeit mit der Aussicht auf eine namhafte Verbesserung des
Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit mehr vorlag und die durchgeführten
Behandlungsmassnahmen (bei unsicherem Behandlungserfolg) lediglich der
Schmerzlinderung und Aufrechterhaltung des erreichten Zustands dienten. Der
Abschluss des Falls durch den Unfallversicherer im Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG
bedingt lediglich, dass von weiteren medizinischen Massnahmen keine namhafte
Besserung des Gesundheitszustands mehr erwartet werden kann, nicht aber, dass eine
ärztliche Behandlung nicht länger erforderlich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4.
November 2008, 8C_467/2008, E. 5.2.2.2.). Es genügt für eine weiterdauernde
Übernahme der Behandlungskosten nicht, dass eine Therapie lediglich eine
unbedeutende Besserung erhoffen lässt oder dass für eine namhafte Besserung nur
eine weit entfernte Möglichkeit besteht (A. Maurer, Unfallversicherungsrecht, 2. A.,
Bern 1989, 274). Von einer namhaften Besserung des Gesundheitszustands kann auch
dann nicht gesprochen werden, wenn eine therapeutische Massnahme mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nur die sich aus einem stationären
Gesundheitsschaden ergebenden Beschwerden für eine begrenzte Zeit zu lindern
vermag (RKUV 2005, 388). Für die Bejahung eines medizinischen Endzustands wird
keine vollständige Schmerzfreiheit vorausgesetzt (vgl. Rumo-Jungo, Bundesgesetz
über die Unfallversicherung, 3. A., S. 145). Die Beschwerdegegnerin nahm somit zu
Recht den Fallabschluss im Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG - als Voraussetzung für die
Adäquanzprüfung (BGE 134 V 109) - auf Ende September 2010 an. Laufende
Eingliederungsmassnahmen der IV (kaufmännische Ausbildung des
Beschwerdeführers) vermögen den Fallabschluss ebenfalls nicht zu hindern (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 19. Januar 2010, 8C_895/2009, E. 5, mit welchem der
Entscheid des st. gallischen Versicherungsgerichts vom 8. September 2009, UV
2008/93 [vgl. dort E. 4.3 zweiter Abschnitt] bestätigt wurde).
3.3 Das Vorliegen eines Schädel-Hirntraumas, worunter sämtliche
Hirnfunktionsstörungen mit oder ohne morphologisch fassbare Schädigung des
Gehirns und seiner Hüllen, einschliesslich Gehirnschädel und Kopfschwarte subsumiert
werden (Trentz/Bühren, Checkliste Traumatologie, Stuttgart/New York 2001, S. 122 ff.),
rechtfertigt die analoge Anwendung der Schleudertrauma-Praxis nur, wenn die erlittene
Hirnerschütterung mindestens im Grenzbereich zwischen Commotio und Contusio
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cerebri liegt. Leichte Hirnerschütterungen hingegen reichen hierfür nicht aus (vgl.
Urteile des EVG vom 6. Mai 2003, U 6/03, und vom 13. Juni 2005, U 276/04, E. 2.2.1).
Vorliegend ist wie erwähnt von einer leichten traumatischen Hirnverletzung
auszugehen, womit die Schleudertrauma-Praxis zur Anwendung gelangt. Die Adäquanz
beurteilt sich damit nach Massgabe der in BGE 117 V 359 E. 6 entwickelten und in
BGE 134 V 109 E. 10 präzisierten Kriterien. Dabei ist auf eine Differenzierung zwischen
psychischen und physischen Komponenten zu verzichten, fehlt es doch nach Lage der
Akten an einer Dominanz psychischer Probleme (vgl. BGE 123 V 98 E. 2a).
4.
4.1 Der in Frage stehende Unfall vom 6. Februar 2000 ist aufgrund des
Geschehensablaufs - das vom Beschwerdeführer gelenkte Fahrzeug kollidierte,
nachdem es in einer langgezogenen Linkskurve von der Strasse abgekommen war, mit
einem Baum (UV-act. 1-6, 36) - und der Verletzungen (UV-act. 5) nicht als
ausserordentlich schweres, lebensbedrohliches Geschehen im Sinn der Praxis
(dargestellt in RKUV 1995, 91) einzustufen (vgl. auch Urteile des EVG vom 20. Juli
2005, U 338/04, und vom 13. Juni 2005, U 276/04, E. 2.3). Die Unterscheidung
zwischen mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu den schweren Unfällen und
solchen im mittleren Bereich ist insofern von Bedeutung, als bei Unfällen im
mittelschweren Bereich nach der Praxis mehrere Zusatzkriterien erfüllt sein müssen,
um die Adäquanz bejahen zu können, wobei die Zahl um so geringer sein kann, je
näher das Ereignis bei den schweren Unfällen liegt (vgl. dazu BGE 115 V 133 E. 6c/bb).
Es scheint konkret gerechtfertigt, von einem mittelschweren Unfall auszugehen,
allerdings nicht im Grenzbereich zu den schweren Ereignissen (vgl. dazu etwa die
Sachverhalte in den Urteilen des EVG vom 14. April 2000, U 257/99, und vom 24.
August 2007, U 497/06, E. 4.2, sowie vom 22. August 2008, 8C_609/2007, E. 4.1.3).
Weitere Abklärungen zum Unfallereignis bzw. zur Unfallursache vermöchten an dieser
Einstufung nichts zu ändern. Nach den Angaben des Beschwerdeführers vom 5. Juli
2000 bewirkte der Unfall einen Bewusstseinsverlust von ca. 10-15 Minuten (UV-act.
29). Danach habe er trotz der Verletzungen auf die Strasse hinaufkriechen können (UV-
act. 30). Gemäss Polizeibericht gab er demgegenüber lediglich an, dass er nach dem
Stillstand ca. fünf Minuten im Fahrzeug geblieben sei und kurze Zeit später das
Fahrzeug mit Hilfe anderer Verkehrsteilnehmer durch die Frontscheibe habe verlassen
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können. Einen Bewusstseinsverlust erwähnte er nicht (vgl. UV-act. 6/2). Eine gewisse
Eindrücklichkeit für den Beschwerdeführer kann dem Ereignis nicht abgesprochen
werden. Eine besondere Eindrücklichkeit oder dramatische Begleitumstände sind
allerdings nicht belegt, zumal das objektive Unfallgeschehen massgebend ist (vgl. die
Kasuistik zu diesem Kriterium in Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts
zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. A., S.
58-64, sowie Urteile des EVG vom 23. November 2004, U 109/04, E. 2.3 und vom
2. März 2005, U 309/03, E. 5.1). Beim erlittenen zervikalen Trauma handelt es sich nicht
um eine Gesundheitsschädigung, die durch ihre Schwere oder besondere Art
charakterisiert ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 17. August 2007, 8C_101/2007,
E. 5.2 und 5.3, und vom 21. Dezember 2007, U 558/06, E. 4.2.2, sowie Urteil des EVG
vom 9. August 2004, U 116/04). Das Trauma dürfte konkret jedoch eine unter anderem
im Zervikal-Bereich vorgeschädigte Wirbelsäule (vgl. UV-act. 18 S. 2, 225) getroffen
haben; es ist somit als Verletzung besonderer Art zu qualifizieren. Das Kriterium ist
damit - wenn auch nicht in besonders ausgeprägtem Masse - als erfüllt anzusehen (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juni 2008, 8C_785/2007, E. 4.4).
Was das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung
(vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.3) betrifft, ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer
nach dem Unfall vom 6. Februar 2000 mit initialer Behandlung im Kantonalen Spital
C._ und anschliessender konservativer Therapie einen sechswöchigen
Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik G._ absolvierte (UV-act. 27). Nach
regelmässiger Physiotherapie wurde in der Folge eine Besserung der Beschwerden des
Bewegungsapparats erreicht und die Therapie gut acht Monate nach dem Unfall im
Wesentlichen abgeschlossen (vgl. UV-act. 30, 33, 38, 40). Erst rund vier Jahre danach,
und nachdem er als Angestellter der E._ AG eine erneute Rückenverletzung erlitten
hatte (vgl. UV-act. 48.1 Beilagen), erfolgten erneute Behandlungen, welche der
Beschwerdegegnerin im Januar 2005 als Rückfall gemeldet wurden (UV-act. 47). Die
Behandlungen umfassten einen weiteren stationären Aufenthalt in der Rehaklinik I._
(UV-act. 80) sowie ambulante Massnahmen in somatischer und psychiatrischer
Hinsicht, welche allerdings auch nicht unfallkausale Gesundheitsschäden betrafen.
Reine Abklärungsmassnahmen fallen ausser Betracht (vgl. Urteil des Bundesgerichts
vom 26. August 2008, 8C_687/2007, E. 5.3). Ende September 2010 war von weiteren
Behandlungsmassnahmen keine namhafte Besserung mehr zu erwarten (vgl.
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vorstehende E. 3.3). In Anbetracht dieser Aktenlage kann eine fortgesetzt spezifische,
den Beschwerdeführer belastende ärztliche Behandlung im Sinn der Rechtsprechung
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2008, 8C_331/2007, E. 4.2.3) nicht als
belegt gelten. Adäquanzrelevant können im Weiteren in der Zeit zwischen dem Unfall
und dem Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unterbruch
bestehende erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den
glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person
durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4). Der
Beschwerdeführer leidet gemäss den Darlegungen von Dr. H._ vom 11. Februar 2010
insbesondere unter muskulären Verspannungen im BWS-Bereich (UV-act. 285). Deren
Unfallkausalität kann jedoch, wie diejenige der psychischen Beschwerden (vgl. UV-act.
293, 303), wie erwähnt (vorstehende E. 3.1 Absatz 3) nicht als belegt gelten. Im
Weiteren wurden in älteren Akten anhaltende Konzentrationsstörungen mit
Gedächtnisproblemen und rascher Ermüdung angegeben (UV-act. 275). In der Pflege
sozialer Kontakte (unter anderem Schulbesuch) ist der Beschwerdeführer soweit
ersichtlich nicht eingeschränkt (vgl. unter anderem UV-act. 239, 290). Damit lässt sich
das Kriterium von ohne wesentlichen Unterbruch bestehenden erheblichen
Beschwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bejahen. Im Weiteren
können auch ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen
angesichts der medizinischen Aktenlage (E. 2 und 3.1) nicht als gegeben erachtet
werden. Dieses Kriterium ist deshalb nicht erfüllt. Ebenso wenig steht eine die
Unfallfolgen erheblich verschlimmernde ärztliche Fehlbehandlung zur Diskussion.
4.2 Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsfähigkeit anbelangt, ist gemäss BGE 134
V 109 E. 10.2.7 dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis
mittelschweren Schleudertraumen der HWS und leichten Schädelhirntraumen ein
längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen
Standpunkt aus eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist
daher massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu
überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Konkret
muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder in
den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person
können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher
Unannehmlichkeiten manifestieren. Sodann können Bemühungen um alternative, der
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gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht
fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in
erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag,
kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7). - Nachdem in der Zeit nach dem
Unfall eine volle Arbeitsunfähigkeit und ab 1. Juni 2000 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
attestiert worden war (UV-act. 33), bestand ab 17. Juli 2000 wieder eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (UV-act. 38, 40). Nach der Rückfallmeldung (Januar
2005) und einem stationären Klinik-Aufenthalt bescheinigte die Rehaklinik I._ am 30.
Juni 2005 eine Arbeitsfähigkeit im Rahmen des Zumutbaren für die ab 1. August 2005
beginnende Ausbildung (UV-act. 80). Gemäss Bericht der Befas vom 22. September
2008 war damals nach vier bis sechs Monaten eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit
auf dem freien Arbeitsmarkt zu erwarten (UV-act. 127). Dr. F._ hatte im Bericht vom
4. September 2008 - bezogen auf die (nicht unfallkausalen) BWK-Frakturen - eine
"anhaltende Invalidlität von mindestens 20%" postuliert (UV-act. 138). Ende 2008
brach der Beschwerdeführer die von der IV bewilligten beruflichen Massnahmen ab
(UV-a-ct. 164). Unmittelbar im Anschluss daran bewilligte die IV weitere berufliche
Massnahmen (UV-act. 165, 191). Suva-Arzt Dr. L._ verneinte am 18. Dezember 2008
eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 187). Der Psychiater Dr. M._
bestätigte am 27. August 2009 in seinem Fachgebiet eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit (UV-act. 239). Der RAD gelangte am 3. November 2009 zum selben
Ergebnis (UV-act. 271). Das Kriterium der erheblichen (unfallbedingten)
Arbeitsunfähigkeit trotz Anstrengungen kann bei diesem Sachverhalt ebenfalls nicht als
erfüllt betrachtet werden. Bei Erfüllung eines einzigen Adäquanz-Kriteriums kommt
dem Unfall keine adäquanzrechtlich massgebende Bedeutung für die andauernden
gesundheitlichen Beschwerden zu.
4.3 Bei fehlendem bzw. mit Erreichen des medizinischen Endzustands weggefallenem
adäquatem Unfallkausalzusammenhang ist auch ein Anspruch auf Rente und
Integritätsentschädigung nicht weiter zu prüfen. Hieran vermag der Umstand nichts zu
ändern, dass Dr. F._ den Integritätsschaden im Bericht vom 9. April 2009 auf 30%
veranschlagt (UV-act. 215 Beilage), zumal die von ihm einbezogenen Beschwerden im
BWK-Bereich nicht als überwiegend wahrscheinlich unfallkausal gelten können
(vorstehende E. 3.1).
5.
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Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 12. November 2010 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine
zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP entschieden:
1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
Publikationsplattform St.Galler Gerichte Entscheid Versicherungsgericht, 13.01.2012 Art. 6 UVG. Unfallkausalität von gesundheitlichen Beschwerden zehn Jahre nach Autounfall (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Januar 2012, UV 2010/96).
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