Decision ID: 9cc778a2-224b-5527-86dd-2571efcc0486
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
J._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dominique Chopard, Werdstrasse 36,
8004 Zürich,
gegen
Zürich Versicherungs-Gesellschaft, Postfach, 8085 Zürich,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Eugen Mätzler, Poststrasse 23, 9001 St. Gallen,
betreffend
Versicherungsleistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a J._ war bei der A._ als Krankenschwester im Pflegedienst tätig und dadurch
bei der "Zürich" Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: Unfallversicherung) gegen
die Folgen von Berufs- und Nichtsberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert,
als sie am 18. April 2003 als Beifahrerin in einem Personenwagen auf der Autobahn
einen Unfall erlitt. Nach den Angaben der Versicherten habe sie beim Selbstunfall ihres
Ehemannes - nachdem sie zuvor schlafend auf dem Rücksitz gelegen habe - mit dem
Kopf die hintere Seitenscheibe durchbrochen und sei in der Folge zehn Meter vom
Auto entfernt auf der Fahrbahn aufgeprallt und danach sofort aufgestanden (UV-act.
Z1, Z4, ZM11/1, ZM29 S. 4f, Polizeirapport). Die Erstbehandlung fand am Unfalltag
ambulant im Regionalspital Bellinzona statt, wo die Versicherte für voraussichtlich eine
Woche arbeitsunfähig geschrieben wurde (UV-act. ZM1). Im Arztzeugnis vom 30. April
2003 bestätigte Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH, multiple Prellungen und
Schürfungen am ganzen Körper, insbesondere im Schulterbereich und an Hüfte, Stirn
und Schädel, sowie eine kleine Rissquetschwunde (RQW) des linken Ellbogens (UV-
act. ZM2). Die Unfallversicherung anerkannte ihre Leistungspflicht.
A.b Nach Durchführung von medizinischen Behandlungen und Abklärungen eröffnete
die Unfallversicherung dem Rechtsvertreter der Versicherten mit Verfügung vom 3.
April 2007 die Einstellung der Versicherungsleistungen auf den 1. August 2006. Zur
Begründung legte sie unter anderem dar, dass der Status quo ante (gesundheitlicher
Zustand vor dem Unfall) gemäss Gutachten der RehaClinic Zurzach vom 9. August
2006 wieder erreicht und die Versicherte in ihrem angestammten Beruf wieder voll
arbeitsfähig sei. Die Gutachter würden jedoch einen schrittweisen Einstieg ins
Erwerbsleben empfehlen. Deshalb würden Taggeldleistungen vom 1. Mai bis 30. Juli
2006 auf der Basis einer Arbeitsfähigkeit von 50% ausgerichtet. Nach diesem Zeitraum
würden dann jegliche weiteren Leistungen entfallen. Eine unfallkausale Einschränkung
der körperlichen Integrität liege ebenfalls nicht vor (UV-act. Z68). Die gegen diese
Verfügung erhobene Einsprache (UV-act. Z69, Z75) wies die Unfallversicherung,
nachdem sie medizinische Verlaufsberichte eingeholt hatte (UV-act. ZM30, ZM31, Z85),
mit Einspracheentscheid vom 31. Januar 2008 ab (UV-act. Z86). Der
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Krankenversicherer der Versicherten hatte seine Leistungspflicht mit Wirkung ab 1.
August 2006 anerkannt (UV-act. Z79).
B.
B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 31. Januar 2008 liess die Versicherte durch
Rechtsanwalt lic. iur. D. Chopard, Zürich, mit Eingabe vom 3. März 2008 Beschwerde
erheben mit den Rechtsbegehren, der Entscheid sei aufzuheben und es sei die
Beschwerdegegnerin anzuweisen, den Sachverhalt rechtsgenüglich zu ermitteln;
eventuell sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die gesetzlichen
Versicherungsleistungen auszurichten. Zur Begründung führte der Rechtsvertreter
unter anderem aus, ein Gutachten müsse in Kenntnis und Auseinandersetzung mit den
medizinischen Vorakten abgegeben werden. Seien die Vorakten - wie vorliegend - über
ein Jahr vom Sozialversicherer nicht nachgeführt worden und veranlasse auch der
Gutachter keine Nachführung, liege keine Kenntnis und Auseinandersetzung mit den
Vorakten vor. Das Gutachten der RehaClinic Zurzach sei nicht schlüssig. Aus dem
Gutachten ergebe sich nicht eindeutig und klar, ob im Zeitpunkt der Begutachtung
volle Arbeitsfähigkeit bestanden haben solle, und wenn nein, auf welche Ursachen die
Einschränkung zurückzuführen sein solle. Es werde einmal postuliert, es bestünden
lediglich noch neuropsychologische Restbeschwerden (UV-act. ZM29 S. 44), plötzlich
sei aber auch noch von einem leichten Zervikalsyndrom die Rede (UV-act. ZM29 S. 46),
dessen Restbeschwerden behandelt werden müssten. Diese Aussagen seien
widersprüchlich. Sodann sei zu beanstanden, dass die Entwicklung der
neuropsychologischen/klinisch-psychologischen Einschränkungen lediglich
prognostiziert worden sei. Dies könne keine Entscheidgrundlage sein. Umso weniger,
als die Begutachtung bereits zwei Jahre zurückliege. Überdies sei die Arbeitsfähigkeit
von Teilzeitangestellten immer im Hinblick auf ein volles Arbeitspensum von 100% zu
beurteilen und der Lohnvergleich auf der Grundlage eines Vollpensums vorzunehmen.
Im Gutachten werde nur prognostiziert, die Beschwerdeführerin könne (aus klinisch-
psychologischer Sicht) das vor dem Unfall ausgeübte Pensum von 80% nach zwei bis
drei Monaten wieder ausüben. Die an gleicher Stelle gemachte Aussage, nach zwei bis
drei Monaten könne die Beschwerdeführerin "wiederum ein volles Arbeitspensum
sowohl in ihrem angestammten Beruf oder einem Beruf, den sie frei wählt, erbringen",
widerspreche der vorgenannten Beurteilung. Es bleibe dabei, dass es sich um einen
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schweren Unfall gehandelt habe. Der Geschehensablauf (UV-act. Z13; Rapport der
Kantonspolizei) sei an sich schon lebensbedrohlich gewesen. Hinzu komme die auf
Autobahnen stets naheliegende Gefahr des Überfahrenwerdens. Die Adäquanz sei
demnach ohne weiteres zu bejahen. Abgesehen davon seien Kopfschmerzen und eine
eingeschränkte Beweglichkeit der HWS von Anfang an aktenkundig gewesen (UV-act.
ZM1, ZM2). Die weiteren zum typischen Beschwerdebild zu zählenden Beschwerden
seien mehrheitlich innert Stunden aufgetreten, auch die Konzentrationsstörungen (UV-
act. Z13). Entgegen der im Einspracheentscheid vertretenen Auffassung sei somit BGE
115 V 140 nicht anwendbar. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten,
rechtserhebliche Aussagen über die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu
beschaffen. Alsdann habe sie einen entsprechenden Lohnvergleich durchzuführen.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 15. Juli 2008 beantragte Rechtsanwalt Dr. Eugen
Mätzler, St. Gallen, für die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur
Begründung verwies der Rechtsvertreter auf die Erwägungen im angefochtenen
Entscheid. Er legte unter anderem dar, zwar sei zutreffend, dass die Berichte von Dr.
B._ vom 21. September 2005 und der Psychotherapeutin C._ vom 28. März 2005
entgegen der Ankündigung nicht den Gutachtern der RehaClinic Zurzach weitergeleitet
worden seien. Daraus könne aber nicht bereits auf die Ungültigkeit des Gutachtens
geschlossen werden. Den Gutachtern hätten nämlich verschiedene Berichte der
behandelnden Fachpersonen vorgelegen. Gestützt auf diese sei es ihnen als
Fachärzten in den betreffenden medizinischen Gebieten zweifellos möglich gewesen,
sich ein genaues Bild vom Beschwerde- und Gesundungsverlauf der
Beschwerdeführerin zu machen. Auch der Umstand, dass die Vorakten nicht auf dem
aktuellen Stand gewesen seien, schade nicht. Die Gutachter hätten Ende März 2006
eine umfassende Untersuchung der Beschwerdeführerin durchgeführt. Damit hätten sie
sich auf den aktuellen Stand gebracht. Zweck des Gutachtens sei es gerade gewesen,
von neutraler Seite her den Zustand der Beschwerdeführerin zu beurteilen. Den
Berichten des Hausarztes und der behandelnden Ärztin habe (beweisrechtlich) ohnehin
nur eingeschränkte Bedeutung zugemessen werden dürfen. Die zwei fehlenden
Berichte seien weder besonders ausführlich noch besonders aufschlussreich gewesen.
In diesem Zusammenhang gelte, dass der Beweiswert einer Aussage umso höher sei,
je substantieller sich ein Experte äussere. Dies sei vorliegend bezogen auf die erst
später nachgereichten Berichte nicht der Fall gewesen. Hätte aufgrund der fehlenden
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aktuellen Arztberichte ein Mangel bestanden - was ausdrücklich bestritten werde -,
wäre dieser durch die eigenen Erhebungen und Untersuchungen der Gutachter geheilt
geworden. Aus diesem Grund hätten die Gutachter auch auf eine Kontaktnahme mit
den behandelnden Ärzten verzichten können. Aufgrund der fehlenden Unfallkausalität
des Zervikalsyndroms hätten die Gutachter die Erreichung des Status quo ante bejaht
und das Zervikalsyndrom folgerichtig insbesondere bei der Frage nach der weiteren
unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit nicht mehr berücksichtigt. Aufgrund von
umfassenden eigenen medizinischen Abklärungen sowie gestützt auf Erfahrungswerte
müsse es den Spezialisten vorliegend zugetraut werden, eigene Prognosen abzugeben.
Dies gelte umso mehr, als vorliegend nur noch von Restbeschwerden von
untergeordneter Bedeutung auszugehen gewesen sei. Die im Gutachten enthaltenen
Einschätzungen seien in ihrer Gesamtschau einleuchtend und nachvollziehbar
begründet. Die Prüfung der Adäquanz erübrige sich, wenn es am natürlichen
Kausalzusammenhang fehle. Für den Fall, dass die natürliche Kausalität dennoch
bejaht und die Adäquanz geprüft werde, sei festzuhalten, dass vom Verletzungsbild
darauf zu schliessen sei, dass beim Unfall keine heftigen, grossen Kräfte auf die
Beschwerdeführerin eingewirkt hätten. Der Unfall sei mittelschwer zu qualifizieren. Die
Adäquanzprüfung habe anhand der Kriterien von BGE 115 V 140 zu erfolgen.

Erwägungen:
1.
Streitig ist, ob die Leistungen, welche von der Beschwerdegegnerin im Anschluss an
das Unfallereignis vom 18. April 2003 ausgerichtet wurden, auf den 1. August 2006
eingestellt werden durften oder nicht. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers
entfällt erst, wenn das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten
Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es
sich dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast -
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher
Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim
Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 Erw. 2 mit Hinweisen). Dabei muss der
Unfallversicherer jedoch nicht den Beweis für unfallfremde Ursache erbringen. Welche
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Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist unerheblich. Denn es ist nicht so,
dass der Unfallversicherer bei einmal bejahter Unfallkausalität so lange haftet, als er
unfallfremde Ursachen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen
vermag. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen eines
Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahin gefallen sind
(RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 Erw. 3b). Ebenso wenig geht es darum, vom
Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden
mehr vorliegt oder dass die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteile
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilung des Bundesgerichts] vom 18. Dezember 2003 i/S Z. [U 258/02], vom 25.
Oktober 2002 i/S L. [U 143/02] und vom 31. August 2001 i/S O. [U 285/00]).
Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren
strukturellen Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit Bild gebenden
Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] nachgewiesen
werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE
127 V 103 Erw. 5b/bb, 123 V 102 Erw. 3b, 118 V 291 Erw. 3a, 117 V 365 Erw. 5d/bb
mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist
eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu
differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma bzw.
keine schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten, gelangt die Rechtsprechung
gemäss BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen
das Vorliegen einer Schleudertraumaverletzung, muss geprüft werden, ob die zum
typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen
zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den
Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE
115 V 140 Erw. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze
massgebend (BGE 123 V 99 Erw. 2a). Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz
gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten
Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang
bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus
dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die
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ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild
ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 Erw. 3b).
2.
2.1 Anlässlich des streitigen Unfalls erlitt die Beschwerdeführerin Schürfungen und
Prellungen am ganzen Körper, insbesondere im Schulter- und Hüftbereich sowie an der
Stirn und am Schädel. Im weiteren ergab sich eine Ellbogenverletzung (vgl. UV-
act. Z1/2, ZM1, ZM2, Bericht von Dr. B._ zuhanden der IV vom 25. November 2004
S. 2). Am 8. Mai 2003 gab die Beschwerdeführerin gegenüber der Sachbearbeiterin der
Beschwerdegegnerin Rückenschmerzen und eine Blockierung der HWS sowie
Kopfschmerzen an, verneinte jedoch Nackenschmerzen (UV-act. Z4). Am 12. Mai 2003
berichtete Dr. B._, es bestünden noch ziehende Schmerzen im Bereich der BWS
rechts. Gesamthaft sei eine erfreuliche Besserung eingetreten. Noch ungeklärt sei ein
Verdacht auf Glasfremdkörper in der Schläfe links. Ab 12. Mai 2003 bescheinigte der
Arzt eine volle Arbeitsfähigkeit (UV-act. ZM3). Mit Bericht vom 5. Juni 2003 vermerkte
Dr. med. D._, Facharzt FMH für Neurologie, als Folge des Unfalls vom 18. April 2003
mehrere Kopfprellungen mit Verdacht auf minimale Hirnschädigung (UV-act. ZM4). Ein
MR-Neurocranium vom 28. Mai 2003 ergab ein normales MR des Gehirns,
insbesondere kein Nachweis einer postkontusionellen Läsion (UV-act. ZM7). Dr. B._
bestätigte am 30. Juni und 18. August 2003 unter anderem das Vorliegen von
neuropsychologischen Defiziten, insbesondere Vergesslichkeit und
Konzentrationsstörungen sowie eine volle Arbeitsunfähigkeit vom 18. April bis 11. Mai
2003, eine solche von 75% ab 19. Mai 2003 und von 50% ab 26. Mai 2003 (UV-act.
ZM8, ZM9, ZM12). Die Neuropsychologin G._ berichtete am 8. August 2003, das
aktuelle Ausmass der Störungen (Aufmerksamkeit, Defizite im visuellen
Langzeitgedächtnis und in der mentalen Flexibilität) sei als leicht bis mittelschwer zu
bezeichnen. Die Beeinträchtigungen seien überwiegend wahrscheinlich auf das
Ereignis vom 18. April 2003 zurückzuführen (UV-act. ZM10, ZM11). Die
Psychotherapeutin C._ diagnostizierte im Bericht vom 23. Januar 2004 eine
anhaltende Belastungsreaktion nach Unfall mit Nah-Todeserleben. Die
Beschwerdeführerin zeige Bereitschaft, sich aktiv mit den Unfallauswirkungen
auseinanderzusetzen (UV-act. ZM18). Dr. B._ hielt im Bericht vom 27. Januar 2004
fest, dass die Beschwerdeführerin weitgehend beschwerdefrei, ihre Leistungsfähigkeit
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jedoch aufgrund von Konzentrationsschwierigkeiten deutlich reduziert sei. Er empfahl
die Weiterführung des Hirnleistungstrainings sowie der Psychotherapie und
bescheinigte eine volle Arbeitsunfähigkeit seit 30. Oktober 2003 (UV-act. ZM19; vgl.
auch UV-act. ZM24, ZM25). Ab dem 29. August 2003 hatte sich die
Beschwerdeführerin bei einem Ergotherapeuten behandeln lassen (UV-act. ZM22). Seit
1. März 2004 arbeitete sie bei der F._ mit einem Pensum von 20% als Betreuerin in
einem Gestaltungs- und Beschäftigungsprogramm (vgl. UV-act. ZM21, Z36). Die
Psychotherapeutin C._ hielt im Bericht vom 24. August 2004 fest, dass die von der
Beschwerdeführerin als schwer und traumatisch erfahrene Geburt ihrer Tochter und die
Erkrankung des Kindes zu einer extremen Belastungssituation geführt hätten (UV-act.
ZM23). Eine Begutachtung durch Dr. med. E._, FMH für Innere Medizin, ergab
gemäss Bericht vom 20. August 2004 zuhanden der Einrichtung der beruflichen
Vorsorge die Diagnose einer verminderten kognitiven und körperlichen Belastbarkeit
bei Status nach Autounfall mit multiplen Körper- und Kopfprellungen. Seine
Schlussfolgerung, wonach eine Invalidität nicht ausgewiesen sei, begründete der Arzt
im Wesentlichen damit, dass die Beschwerdeführerin bis Oktober 2004
Schwangerschaftsurlaub und bis Ende 2004 einen unbezahlten Urlaub beziehe. Mit der
Wiederaufnahme der Tätigkeit könne ab Januar 2005 gerechnet werden. Eine
Nachuntersuchung sei im Frühling 2005 vorgesehen, sofern die Beschwerdeführerin
ihre Tätigkeit dann noch nicht voll aufgenommen haben werde (UV-act./IV-Akten). Am
28. März 2005 berichtete C._ unter anderem, die Beschwerdeführerin sehe sich nicht
mehr in der Lage, in ihrem Grundberuf oder einem anderen Helferberuf tätig zu sein.
Aus der Beschäftigung mit Glasmosaik habe sich für sie eine neue berufliche
Perspektive entwickelt (UV-act. ZM26). Dr. B._ führte am 21. September 2005 aus,
auch die Arbeitstätigkeit von 20% in einer leichten Tätigkeit mit reduzierten
Anforderungen führe zu einer deutlichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes.
Die Beschwerdeführerin sei in ihrem angestammten Beruf als Krankenschwester zu
100% arbeitsunfähig. Berufliche Massnahmen seien indiziert (UV-act. ZM28).
2.2 Eine interdisziplinäre Begutachtung in der RehaClinic Zurzach ergab gemäss
Bericht vom 9. August 2006 als Diagnose einen Status nach Autounfall vom 18. April
2003 mit/bei Zervikalsyndrom, radiologisch altersentsprechenden unauffälligen
Befunden im HWS-Bereich, intermittierendem Lumbovertebralsyndrom und leichten
schmerz- und ermüdungsbedingten Einschränkungen der psychischen
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Leistungsfähigkeit. Neuropsychologische Defizite seien nicht eruierbar. Aufgrund der
internistischen, rheumatologischen und neurologischen Untersuchungen seien zur Zeit
kaum mehr Restbeschwerden festzustellen, welche auf das Unfallereignis
zurückzuführen seien. Aus neuropsychologischer Sicht könne noch eine leichte
Einschränkung der psychophysischen Leistungsfähigkeit festgestellt werden, welche
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis zurückzuführen sei. Diese
Restbeschwerden seien auf höchstens 10-20% des ursprünglichen
Beschwerdekomplexes einzuschätzen. Mit Ausnahme der neuropsychologischen/
klinisch-psychologischen Beschwerden sei der status quo sine wieder erreicht. Die
Restbeschwerden aufgrund des zervikalen Schmerzsyndroms und des
intermittierenden Lumbovertebralsyndroms, welche "wahrscheinlich nicht allein auf das
Unfallgeschehen zurückzuführen" seien und auch bei vielen jungen Frauen im Alter der
Beschwerdeführerin vorkommen könnten, seien mit physiotherapeutischen
Massnahmen und einem Heimprogramm behandelbar. Zur Behandlung der teilweise
noch vorhandenen unfallbedingten Restbeschwerden sei eine ein- bis zweimonatige
Physiotherapie auf ambulanter Basis vorzunehmen. Aus rheumatologischer/neu-
rologischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in ihrem angestammten Beruf im
Pflegebereich wieder voll arbeitsfähig. Auch jede andere Tätigkeit könne die
Beschwerdeführerin uneingeschränkt ausführen. Zur Vermeidung von Überforderung
werde ein Einstieg mit einem reduzierten Pensum von 50% empfohlen, welches innert
zwei bis drei Monaten wieder auf das frühere 80%-Pensum gesteigert werden könne.
Ein unfallbedingter Integritätsschaden liege nicht vor (UV-act. ZM29 S. 44-48). Dr.
B._ berichtete am 1. Juli 2007, die Patientin sei aufgrund der neuropsychologischen
Defizite weiter nicht in der Lage, als Krankenschwester zu arbeiten. In einer Tätigkeit,
die ihrer Behinderung angepasst sei, könne sie einer reduzierten Erwerbstätigkeit
nachgehen. Sie habe es geschafft, sich beruflich neu zu orientieren. Sie habe sich
selbstständig gemacht (UV-act. ZM30). Die Psychotherapeutin C._ bestätigte am 10.
Juli 2007 den Abschluss der Behandlung am 27. Juni 2007. Die Beschwerdeführerin
habe seit dem Unfall intensiv und engagiert an der Bewältigung der Unfallfolgen und
der Auswirkungen auf ihr Berufsleben gearbeitet. Die infolge des Unfalltraumas
eingetretenen Veränderungen auf die Persönlichkeit und das soziale Leben der
Beschwerdeführerin seien heute bearbeitet und weitgehend in das Alltagsleben
integriert (UV-act. ZM31).
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3.
3.1 Dr. B._ erwähnte am 30. April 2003 unter anderem auch eine eingeschränkte
HWS-Beweglichkeit (UV-act. ZM2), führte eine solche Einschränkung jedoch im
nachfolgenden Bericht vom 12. Mai 2003 nicht mehr auf, sondern vermerkte lediglich
noch ziehende Schmerzen im BWS-Bereich (UV-act. ZM3). Am 5. Juni 2003 stellte Dr.
D._ dann fest, die Schmerzen im Nacken- und Kopfbereich würden auf ein zusätzlich
erlittenes HWS-Trauma, wahrscheinlich geringen Ausmasses, hindeuten. Sodann
äusserte er mit Blick auf die mehrfachen Kopfprellungen (Durchbrechung der
Seitenscheibe mit dem Kopf und anschliessender Aufprall auf dem Boden; UV-act.
ZM2, ZM4) den Verdacht auf minimale Hirnschädigung (UV-act. ZM4). Bei diesem
Sachverhalt stellt sich grundsätzlich die Frage nach einer schleudertraumaähnlichen
Verletzung bzw. einem Schädelhirntrauma (mit entsprechenden Konsequenzen für die
Adäquanzprüfung, vgl. BGE 134 V 109), auch wenn eine eigentliche postkontusionelle
Kopfläsion ausgeschlossen wurde (UV-act. ZM7). Diesbezüglich wäre soweit ersichtlich
in der Zeit nach dem Unfall auch ein typisches Beschwerdebild zu bejahen (vgl. UV-
act. Z13). Unabhängig davon kann jedoch, wie nachstehend zu zeigen sein wird, nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen gelten, dass in der Zeit nach dem
1. August 2006 keine organischen Unfallfolgen mehr vorlagen.
3.2 Relativ rasch nach dem Unfall traten bei der Beschwerdeführerin
neuropsychologische Einschränkungen (insbesondere Vergesslichkeit sowie
Konzentrations-, Aufmerksamkeits- und Gedächtnisdefizite) auf, welche auf das
streitige Unfallereignis zurückgeführt wurden (UV-act. ZM8-ZM12, ZM19, ZM24,
ZM25). Es gibt Fälle, in denen bei sonst unauffälligen Untersuchungsbefunden
neuropsychologische Abklärungen Hirnleistungsstörungen aufzeigen können und der
neuropsychologische Befund der einzig verlässliche Parameter ist (BGE 117 V 378
Erw. 3d). Jedenfalls bei eindeutigem, nicht diffusem Befund kann der
neuropsychologischen Diagnostik - im Rahmen einer neurologischen
Gesamtwürdigung - nach der Rechtsprechung auch bei der Kausalitätsbeurteilung ein
Aussagewert zukommen (BGE 119 V 343 Erw. 3c). Hingegen vermag es die
Neuropsychologie nach derzeitigem Wissensstand nicht, selbständig die Beurteilung
der Genese abschliessend vorzunehmen (RKUV 2000, 316 Erw. 3). Nach B.P. Radanov
(Über den Stellenwert der neuropsychologischen Diagnostik bei Patienten nach HWS-
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Distorsion, SZS 1996, S. 471 ff) sind psychologische Probleme (und die
eingenommenen Medikamente) geeignet, die kognitiven Leistungen negativ zu
beeinflussen (S. 477). Psychologische Probleme bzw. die Interrelation psychologischer
und kognitiver Funktionen könnten die reduzierte Leistungsfähigkeit miterklären (S.
475). Bei der Beschwerdeführerin erfolgte in den Jahren 2004 bis 2006 eine
psychotherapeutische Betreuung (UV-act. ZM18, ZM23, ZM26), aufgrund welcher eine
psychische Stabilität erreicht werden konnte; der Abschluss der Behandlung erfolgte
am 27. Juni 2007 (UV-act. ZM31). Das Vorliegen eines psychisch stabilen Zustandes
ergibt sich im übrigen bereits aus dem Gutachten der RehaClinic Zurzach (UV-act.
ZM29 S. 40). Die neuropsychologischen Probleme bestanden jedoch auch nach
Erreichen der psychischen Stabilität weiterhin (UV-act. ZM30), was von den Gutachtern
der RehaClinic Zurzach ebenfalls implizit bestätigt wurde (UV-act. ZM29 S. 44). Eine
Beeinflussung bzw. Verursachung der von den Gutachtern der RehaClinic als
unfallkausal bestätigten neuropsychologischen Einschränkungen durch psychische
Probleme kann daher - jedenfalls im Nachgang zur Begutachtung in Zurzach -
überwiegend wahrscheinlich ausgeschlossen werden. Eine psychische Überlagerung,
wie sie von der Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid (S. 15, 16) in anderem
Zusammenhang angenommen wurde, könnte somit im Nachgang zum streitigen
Einstellungszeitpunkt nicht als belegt gelten.
3.3 Im Gutachten der RehaClinic Zurzach wurde sodann festgehalten, es könne
davon ausgegangen werden, dass die unfallkausalen neuropsychologischen
Restbeschwerden innerhalb der nächsten drei bis sechs Monate in dem Ausmass
überwunden werden könnten, dass wiederum eine volle Arbeitsfähigkeit (im bisherigen
Beruf) möglich sein sollte (UV-act. ZM29 S. 44). Dabei handelte es sich lediglich um
eine Prognose, welche sich im Anschluss an die Begutachtung nicht bestätigte (vgl.
UV-act. ZM30). Jedenfalls liegen keine Beurteilungen vor, aufgrund welcher eine
Bestätigung der Prognose abgeleitet werden könnte. Damit erscheint jedenfalls
bezogen auf das streitige Einstellungsdatum vom 1. August 2006 - das Gutachten der
RehaClinic datiert vom 9. August 2006 - hinsichtlich der neuropsychologischen
Beschwerden die Annahme der Erreichung eines Status quo ante nicht gerechtfertigt,
zumal im Begutachtungszeitpunkt gerade solche Beschwerden noch vorlagen (UV-act.
ZM29 S. 44). Ebenfalls hypothetischen Charakter hat die Feststellung der Gutachter
der RehaClinic, wonach die "wahrscheinlich nicht allein auf das Unfallereignis
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zurückzuführenden" - und damit offenbar auch nach dieser Beurteilung teilweise
unfallkausalen - Restbeschwerden aufgrund des zervikalen Schmerzsyndroms und des
intermittierenden Lumbovertebralsyndroms mit physiotherapeutischen Massnahmen
(von ein bis zwei Monaten Dauer) bzw. einem Heimprogramm behandelbar seien (UV-
act. ZM29 S: 46). Daraus lässt sich auf jeden Fall keine Erreichung des status quo ante
im Einstellungszeitpunkt (1. August 2006) herleiten. Das Gutachten der RehaClinic
Zurzach erweist sich mit Bezug auf die erwähnten Punkte für die hier streitige Frage in
seiner Schlussfolgerung als nicht überzeugend. Hinzu kommt, dass den Gutachtern
unbestrittenermassen die Berichte der behandelnden Psychologin vom 28. März 2005
(UV-act. ZM26) und von Dr. B._ vom 21. September 2005 (UV-act. ZM28) nicht
vorlagen. Das Gutachten beruht auf einer lediglich bis Ende Dezember 2004
nachgeführten und damit nicht vollständigen Aktenlage (vgl. UV-act. ZM29 S. 14).
Ausschlaggebend erscheint jedoch, dass - auch gemäss der Begründung des
Gutachtens der RehaClinic Zurzach - im Einstellungsdatum medizinische
Behandlungen unfallbedingt aus somatischen Gründen nötig waren und auch eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestand. Letzteres zeigt sich insbesondere auch
darin, dass die Gutachter einen Arbeitseinstieg mit einem reduzierten Pensum von 50%
mit Steigerung innerhalb von zwei bis drei Monaten auf das ursprüngliche 80%-
Pensum empfahlen (UV-act. ZM29 S. 48). Selbst wenn diese (prognostischen)
Feststellungen als zutreffend zu erachten wären, müsste zumindest der
Behandlungsabschluss abgewartet und hinsichtlich der abgestuften Arbeitsfähigkeit
Übergangsfristen eingeräumt werden. Letzteres hat die Beschwerdegegnerin in der
Verfügung vom 3. April 2007 (UV-act. Z68) zwar getan. Sie setzte jedoch den Beginn
der Übergangsfrist noch vor das Datum der internen Schlussbesprechung der
Gutachter am 2. Mai 2006 (vgl. UV-act. ZM59 S. 1), obschon das Gutachten in der
Folge erst am 9. August 2006 geschrieben wurde. Die Anordnung von
Übergangsfristen im erwähnten Sinn setzt jedoch die Kenntnis des
Begutachtungsresultats auf Seiten der betroffenen Person voraus, welche sich
gegebenenfalls darauf einzurichten hat. Was sodann die im Gutachten
vorgeschlagenen bzw. für die Zukunft vorgesehenen Behandlungsmassnahmen betrifft,
so bedingen auch diese, dass die betroffene Person überhaupt einmal Kenntnis von
den Behandlungsvorschlägen hat. Dies war im Einstellungszeitpunkt nicht der Fall. Ob
- und wenn ja zu welchem Zeitpunkt - die im Sinn von Prognosen vorgeschlagenen
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Massnahmen dann zum erwarteten Erfolg führen, bliebe alsdann abzuwarten. Eine
Einstellung von Leistungen ohne Kenntnis der (prognostischen)
Behandlungsvorschläge auf Seiten der betroffenen Person bzw. ohne Abwarten des
Behandlungsergebnisses kommt bei Vorliegen von unbestrittenermassen
unfallkausalen Beschwerden nicht in Betracht. Dies umso weniger, als der
Einstellungsgrund von der Beschwerdegegnerin nachzuweisen ist (vgl. RKUV 2000 Nr.
U 363 S. 45). Dieser Beweis kann auf der Basis von prognostischen Überlegungen
nicht gelingen. Schliesslich ist zu den von der Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Entscheid (S. 11) als unfallfremd angeführten Aspekten (schwer und traumatisch
erlebte Geburt der Tochter; Beschwerdeführerin will nicht mehr im angestammten
Beruf tätig sein) festzuhalten, dass Mutter und Tochter sich nach der Geburt im Jahr
2004 innerhalb der darauffolgenden Monate offenbar gut erholten (vgl. UV-act. ZM29
S. 41). Sodann nahm die Beschwerdeführerin den Pflegeberuf offensichtlich aus
gesundheitlichen/unfallbedingten Gründen nicht mehr auf, sondern übte eine andere,
dem Gesundheitsschaden angepasste Tätigkeit beim gleichen Arbeitgeber aus (vgl.
Bericht Dr. B._ zuhanden der IV-Stelle vom 25. November 2004, S. 2, und
Fragebogen für den Arbeitgeber, ausgefüllt am 10. Februar 2005 [UV-act./IV-Akten]).
Unfallfremde Gründe können damit nicht als belegt erachtet werden. Unfallfremde
(gesundheitliche) Faktoren verneinten im übrigen auch die Gutachter der RehaClinic
explizit (UV-act. ZM29 S. 45). Im weiteren ist nicht aktenkundig, dass die von der
Beschwerdeführerin im Einstellungszeitpunkt ausgeübte selbstständige
Erwerbstätigkeit die Erzielung eines rentenausschliessenden Erwerbseinkommens
erlaubt. Vielmehr enthalten die Akten Anhaltspunkte dafür, dass sich die vorerst
hobbymässig ausgeübte G.-Herstellung als erwerbliche Tätigkeit noch im Aufbau
befand und der Verdienst jedenfalls unter dem vor dem Unfall erzielten Einkommen lag
(UV-act. ZM26, ZM29 S. 24f, ZM31). Dies wird von der Beschwerdegegnerin
gegebenenfalls noch näher zu klären sein (vgl. dazu auch BGE 119 V 475 Erw. 2 = Pra
83 Nr. 287 Erw. 2). Die Beschwerdegegnerin vermochte den von ihr geltend gemachten
Leistungseinstellungsgrund nicht rechtsgenüglich nachzuweisen. Der angefochtene
Entscheid und damit die Leistungseinstellung auf den 1. August 2006 lassen sich nicht
aufrecht erhalten. Der Beschwerdegegnerin steht es offen, anhand von weiteren
medizinischen Abklärungen eine Leistungseinstellung auf einen späteren Zeitpunkt
erneut zu prüfen.
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4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 31. Januar 2008 gutzuheissen und die Beschwerdegegnerin
anzuweisen, auch für die Zeit nach dem 1. August 2006 Unfallversicherungsleistungen
auszurichten. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Die
Beschwerdeführerin hat Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Der
Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses ist eine
Entschädigung von Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG