Decision ID: 79ba9285-8683-548d-b2d6-3e98029b6503
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt PD Dr. Dieter Kehl, Poststrasse 22, Postfach 118,
9410 Heiden,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ arbeitete ab Ende September 1998 als Dolmetscher im Auftragsverhältnis
für das Bundesamt für Flüchtlinge, Bern, und war in dieser Funktion bei der
Schweizerischen Unfallversicherung (Suva) gegen die Folgen von Berufs- und
Nichtberufsunfällen versichert. Am 12. Dezember 2001 verursachte er einen
Selbstunfall, als er mit seinem BMW 524 auf der A 12 in Richtung Freiburg auf vereister
Fahrbahn ins Schleudern kam und dabei frontal mit der Leitplanke kollidierte (UV act. I/
1, 11). Die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung bezogen auf die Sitzposition
als Lenker betrug rund 12.5 bis 18.5 km/h (UV act. II/113). Das Kantonsspital Freiburg
diagnostizierte eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) und gab dem Versicherten
einen Halskragen sowie entzündungshemmende Medikamente mit (UV act. I/5). Der
Versicherte nahm am 7. Januar 2002 die Arbeit wieder vollumfänglich auf (UV act. I/13).
Als er am 27. Februar 2002 mit seinem Opel Astra an einer Lichtsignalanlage in B._
anhalten musste, bemerkte dies die nachfolgende Lenkerin eines Fiat Punto zu spät, so
dass es zu einer Heckkollision kam (UV act. II/1, 6). Die Geschwindigkeitsänderung
bezogen auf den Opel betrug dabei rund 6 bis 9 km/h (UV act. II/112). Der Hausarzt,
Dr. med. C._, diagnostizierte ein HWS-Schleudertrauma, wobei die
Computertomographie keinen Hinweis auf eine traumatische Diskushernie zeigte (UV
act. II/2). Die Suva erbrachte für beide Unfälle die gesetzlichen Leistungen (Heilkosten-
und Taggeldleistungen).
A.b In der Folge dauerten die Beschwerden wie Kopf- und Nackenschmerzen,
Übelkeit, Schwindel, Konzentrationsschwierigkeiten und Schlafstörungen an. Der
Versicherte konnte deshalb seine Dolmetscheraufgabe nicht mehr wahrnehmen. Nach
Durchführung medizinischer Abklärungen und Behandlungen sowie einem stationären
Klinikaufenthalt eröffnete die Suva dem Rechtsvertreter des Versicherten, Rechtsanwalt
Dieter Kehl, Heiden, mit Verfügung vom 29. März 2006, dass die noch geklagten
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Beschwerden organisch nicht hinreichend nachweisbar seien. Der adäquate
Kausalzusammenhang zwischen den beiden Unfällen und dem geklagten Leiden sei in
Berücksichtigung der Kriterien gemäss BGE 117 V 359 zu verneinen. Die Leistungen
würden deshalb auf den 30. April 2006 eingestellt (UV act. II/165). Die gegen diese
Verfügung erhobene Einsprache (UV act. II/168) wies die Suva mit Entscheid vom 30.
November 2007 ab (UV act. II/196).
B.
B.a Gegen den Entscheid vom 30. November 2007 richtet sich die von Rechtsanwalt
Kehl für den Versicherten eingereichte Beschwerde vom 4. Januar 2008 mit den
Anträgen, dieser sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer seien die gesetzlich
vorgeschriebenen Leistungen - Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie
Geldleistungen: Taggelder, Rente, Integritätsentschädigung, Hilflosenentschädigung
usw. - zu erbringen, rückwirkend und weiterhin, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Als Begründung macht der Rechtsvertreter geltend, dass der
natürliche Kausalzusammenhang unbestritten und der adäquate Kausalzusammenhang
erfüllt sei. So stelle mindestens der erste Unfall ein besonders dramatisches bzw.
eindrückliches Ereignis dar. Weil der Beschwerdeführer zwei HWS-Distorsionen erlitten
habe, sei auch das Kriterium der besonderen Art der Verletzungen erfüllt, welche
schwer und ausschliesslich somatischer Natur seien. Die ärztliche Behandlung sei
ungewöhnlich lang gewesen und es sei eine Fehlbehandlung aktenkundig. Ausserdem
leide der Beschwerdeführer an Dauerschmerzen und der Heilungsverlauf sei als
überaus schwierig und mit Komplikationen verbunden zu bezeichnen. Mit einer 70 bzw.
50%igen Arbeitsunfähigkeit sei das Kriterium von Grad und Dauer der
Arbeitsunfähigkeit ebenfalls erfüllt. Zuletzt könne aus den Observationen des
Beschwerdeführers kein Kapital geschlagen werden, seien doch diese Beobachtungen
im Gutachten des Aerztlichen Begutachtungsinstituts GmbH, Basel (ABI), vom 9. März
2007 (UV act. II/194.3) sowie im Abklärungsbericht Verzahnungsprogramm der
Regionalen Arbeitsvermittlungsstelle B._ vom 7. März 2007 (G act. 1.2/2) widerlegt
worden.
B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 4. Februar 2008 beantragt die Suva Abweisung
der Beschwerde und Bestätigung des Einspracheentscheids vom 30. November 2007.
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Sie verweist hinsichtlich des rechtserheblichen Sachverhalts auf die ins Recht gelegten
Akten, insbesondere die tatbeständlichen Ausführungen im angefochtenen
Einspracheentscheid. Im Einzelnen halte sie dem Beschwerdeführer entgegen, dass bei
keinem Unfall organische Unfallfolgen hätten festgestellt werden können. Der Unfall
vom 12. Dezember 2001 könne sogar ausser Acht gelassen werden, weil das typisch
bunte Beschwerdebild eines Schleudertraumas offensichtlich gefehlt und sich die
kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung im Harmlosigkeitsbereich bewegt habe.
Die Heckkollision vom 27. Februar 2002 sei als Bagatellunfall zu qualifizieren, weshalb
die geklagten typischen Schleudertraumabeschwerden nicht adäquat-kausal zum
Unfall seien. Der vorliegend atypische Verlauf sei vielmehr auf die psychosozialen
Rahmenbedingungen zurückzuführen. Vorsorglich bemerkt die Beschwerdegegnerin,
dass die Leistungseinstellung selbst bei (falscher) Annahme einer natürlichen
Unfallkausalität und eines mittelschweren Ereignisses im Grenzbereich zu den leichten
Fällen zu Recht erfolgt wäre, dies mangels Adäquanz.
B.c Mit Replik vom 20. März 2008 und Duplik vom 8. April 2008 bestätigen die
Parteien ihre Standpunkte. Auf ihre Argumente wird, soweit entscheidrelevant, in den
Erwägungen eingegangen.
B.d Die Beschwerdegegnerin reichte mit Schreiben vom 13. Juni 2008 den im Auftrag
der IV-Stelle B._ erstellten BEFAS-Bericht vom 27. April 2008 nach.

Erwägungen:
1.
Strittig ist die von der Beschwerdegegnerin verfügte Einstellung sämtlicher Leistungen
aus den Ereignissen vom 12. Dezember 2001 und 27. Februar 2002 für die auch nach
dem 1. Mai 2006 geltend gemachten gesundheitlichen Probleme des
Beschwerdeführers. Soweit der Beschwerdeführer die Ausrichtung von
Rentenleistungen und einer Integritätsentschädigung beantragen lässt, kann auf die
Beschwerde nicht eingetreten werden, da diese Leistungen nicht Gegenstand des
angefochtenen Entscheids bilden und mithin auch nicht Streitgegenstand des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens sein können (vgl. BGE 125 V 413).
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2.
2.1 Gemäss ständiger Praxis des Bundesgerichts kann ein nach einem versicherten
Unfall aufgetretenes Leiden nur dann als dessen Folge betrachtet werden, wenn und
soweit es sicher oder doch zumindest überwiegend wahrscheinlich von jenem Unfall
herrührt (natürliche Kausalität). Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt
für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 338
E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen). Der Unfallversicherer haftet sodann nur für
jene Folgen, die mit dem Unfall adäquat-kausal zusammenhängen. Nach der
Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten,
wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen
Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen
herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als
begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2, 125 V 461 E. 5a mit Hinweisen). Während
es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen Kausalzusammenhang zu
beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem adäquaten
Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 110 E. 3a).
2.2 Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von
nachweisbaren strukturellen Veränderungen (organisches Substrat konnte mit Bild
gebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG]
nachgewiesen werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus
dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers
praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu
bejahen (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/
bb mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar,
bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht automatisch auch die Bejahung
der adäquaten Kausalität, können doch gerade klinische Befunde erfahrungsgemäss
auch psychisch ausgelöst werden. In diesen Fällen ist eine eigenständige
Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu differenzieren ist: Es ist
zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma
erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140
E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen dagegen, dass die versicherte
Person eine Schleudertraumaverletzung erlitten hat, muss geprüft werden, ob die zum
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typischen Bild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise
vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund
treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 140
E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze
massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a), andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz
gemäss den in BGE 117 V 366 E. 6a und 382 E. 4b festgelegten Kriterien (BGE 127 V
103 E. 5b/bb). Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten
Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die
psychischen Beschwerden aus dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den
organischen Beschwerden, die ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind,
ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 E. 3b). Zu präzisieren
bleibt, dass die zu den Verletzungen nach klassischem Schleudertrauma entwickelte
Rechtsprechung zum natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang (BGE 119 V
335, 117 V 359) auch auf analoge Verletzungen wie Distorsionen der HWS sowie
Schädel-Hirntraumata anwendbar ist, wenn und soweit sich dessen Folgen mit jenen
eines Schleudertraumas vergleichen lassen (vgl. Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 17. August 2004 i/S O. G. [U 243/03]; RKUV 2000 Nr. U 395 S.
317, E. 3; BGE 117 V 369 E. 3c).
3.
Aus den Akten geht hervor, dass die vom Beschwerdeführer über den 30. April 2006
hinaus geklagten Beschwerden nicht mit klar ausgewiesenen unfallkausalen
organischen Befunden im Sinn nachweisbarer unfallkausaler struktureller
Veränderungen (insbesondere einer knöchernen, ligamentären oder discalen Läsion)
erklärbar sind. Anlässlich der bildgebenden computertomographischen Untersuchung
der HWS vom 7. März 2002 im Radiologischen Institut Weinfelden zeigten sich lediglich
eine Osteochondrose C4-C7 mit osteophytären Appositionen an den Vorderkanten der
Wirbelkörper ohne Hinweise auf eine traumatische Diskushernie sowie eine verstärkte
Spondylarthrose in den Segmenten C5-C7 (UV act. II/23). Die Ursache dieser
Gesundheitsschäden ist unbestrittenermassen degenerativer Natur (Suva-act. II/147).
Klinisch erhobene Druckdolenzen im Bereich der HWS stellen sodann praxisgemäss
kein klar fassbares organisches Substrat dar (vgl. Urteile des EVG vom 3. August 2005
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[U 9/05] i/S M., E. 4 und vom 23. November 2004 [U 109/04] i/S B., E. 2.2). Aus den
Befunden, die im Rahmen der am 10./11. Januar 2008 im FMRI Zentrum, Zürich,
durchgeführten funktionellen Magnetresonanztomographie (fmri) erhoben wurden, kann
schliesslich für die Beurteilung des vorliegenden Falls ebenfalls nichts entnommen
werden. Das Bundesgericht hat den Beweiswert von mittels funktioneller
Magnetresonanztomographie (fmri) erhobenen Befunden für die Beurteilung der
Unfallkausalität von Beschwerden nach Schleudertraumen der HWS und äquivalenten
Unfallmechanismen nach dem aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft
verneint (BGE 134 V 231).
4.
4.1 Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist nun aber bekannt, dass
bei Schleuderverletzungen sowie bei äquivalenten Verletzungen auch ohne
nachweisbare pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall
funktionelle Ausfälle verschiedenster Art auftreten können. Der Umstand, dass die für
ein Schleudertrauma, eine Distorsion der HWS oder ein Schädel-Hirntrauma typischen
Beschwerden nicht mit entsprechenden Untersuchungsmethoden (Röntgen,
Computertomogramm, EEG) objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, die
diesbezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen (BGE 117 V 359 E. 5d/aa). - Die
Beschwerdegegnerin führt in der Beschwerdeantwort aus, dass beim Unfall vom 12.
Dezember 2001 kein Schleudertrauma im Sinn von BGE 117 V 360 stattgefunden
haben könne, weil das typische Beschwerdebild nicht in der erforderlichen Ausprägung
vorgelegen habe. Dem Unfall vom 27. Februar 2002 fehle es sodann an der
erforderlichen Schwere, so dass die Adäquanz von vornherein wegfalle.
4.2 Ist ein Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung
diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer
Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations-
und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen,
Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. vor, so ist der
natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen
Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen (BGE 117 V 359 Erw. 4b;
vgl. auch BGE 117 V 369 Erw. 3e). Nach der aktuellen Rechtsprechung des
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Bundesgerichts (Urteile vom 30. Januar 2007 [U 215/05] i/S T. und vom 15. März 2007
[U 258/06] i/S G.) muss bei einer HWS-Verletzung das typische Beschwerdebild mit
einer Häufung von Beschwerden nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb
von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn
sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS
manifestieren. Die andern im Rahmen eines Schleudertraumas oder einer HWS-
Distorsion typischerweise auftretenden Beschwerden müssen sich jedoch immerhin in
einem Zeitraum manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein eines natürlichen
Kausalzusammenhangs auszugehen.
5.
5.1
5.1.1 Der Verdacht von Dr. med. D._, Fachärztin Neurologie, vom 18. Juni
2002, dass der Beschwerdeführer anlässlich des Unfalls vom 12. Dezember 2001 ein
leichtes Schädel-Hirntrauma erlitten habe, erscheint nicht überwiegend wahrscheinlich.
Diese Diagnose stützt sich einzig auf die Aussagen des Beschwerdeführers sechs
Monate nach dem Unfall. So notierte sich Dr. D._ in ihrem Bericht vom 18. Juni 2002,
dass dieser sich nicht mehr genau erinnern könne, beim Unfall jedoch mehrfach an die
Leitplanke geprallt sei und dabei den Kopf am Autodach angeschlagen habe.
Anschliessend sei er bewusstlos gewesen (UV act. II/22). Diese Schilderung ist in
dieser Art neu und widerspricht den Angaben des Beschwerdeführers gegenüber der
Kantonspolizei, dem Kantonsspital Freiburg sowie seiner Unfallmeldung mit Skizze.
Gegenüber der Polizei sagte er aus, dass er die Gurten getragen habe, nach dem
Frontalanstoss an der Leitplanke zurück auf die Fahrbahn geschleudert worden sei und
das Auto ohne weiteres auf dem Pannenstreifen habe anhalten können (UV act. I/5, 10,
11, 17). Es gibt keinen Grund, nicht von diesem Verlauf auszugehen. Ein mehrmaliger
Zusammenstoss mit der Leitplanke ist dabei ebenso wenig angegeben wie eine
Bewusstlosigkeit. Dass auf die unfallzeitnahen Berichte abzustellen ist, bestätigt die
unfalltechnische Analyse vom 5. Oktober 2004. Ein Kopfanprall des Beschwerdeführers
sei bei getragenen Gurten und einer Geschwindigkeitsveränderung von ca. 17 km/h mit
dem Unfall nicht vereinbar (UV act II/115 S. 7). Deshalb erscheint die Diagnose eines
milden Schädel-Hirntraumas als nicht überwiegend wahrscheinlich. Ob der
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Beschwerdeführer durch den Unfall vom 12. Dezember 2001 sodann ein HWS-
Distorsionstrauma erlitten hat, kann beim geschilderten Verlauf nicht abschliessend
beurteilt werden.
5.1.2 Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass hinsichtlich des Unfalls
vom 12. Dezember 2001 im Kantonsspital Freiburg wenige Stunden nach dem Unfall
Schmerzen im Nacken sowie leichte Schmerzen bei den Bewegungen der HWS,
hingegen keine neurologischen Ausfälle festgestellt wurden (UV act. I/5). Bei der
Nachkontrolle vom 15. Dezember 2001 bei Dr. med. E._, Allgemeine Medizin FMH,
wurde eine verspannte und druckdolente Muskulatur rechts mehr als links festgestellt
bei leicht eingeschränkten Bewegungen der HWS und Schmerzhaftigkeit in den
Endstellungen (UV act. I/12). Damit haben sich innerhalb der erforderlichen Latenzzeit
Beschwerden in der Halsregion und an der HWS manifestiert. In der Folge traten
jedoch keine weiteren Beschwerden hinzu. Allein mit Beschwerden in der Halsregion
und an der HWS kann nun allerdings nicht von einem Leidensprofil mit einer Häufung
von für einen Beschleunigungsmechanismus der HWS typischen Beschwerden
ausgegangen werden (vgl. Urteile des EVG vom 2. März 2005 i/S S., E. 4.2 [U 309/03];
23. November 2004 i/S B., E. 2.2 [U 109/04]; 12. Juli 2002 i/S M., E. 3b/aa [U 34/02]; 7.
Februar 2002 i/S J., E. 3a [U 431/100].
5.1.3 Grundsätzlich ist demnach die Frage des natürlichen
Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis vom 12. Dezember 2001 und den
geklagten Beschwerden als Folgen einer schleudertraumaähnlichen Verletzung von
Anfang an zweifelhaft. Sie kann jedoch offen gelassen werden, weil der
Beschwerdeführer am 27. Februar 2002 eine Heckkollision erlitt und die Beschwerden
alsdann von den Folgen dieses Ereignisses überlagert wurden. Der Beschwerdeführer
hatte zuvor am 7. Januar 2002 seine Arbeit bei fortdauernder medizinischer
Behandlung wieder aufgenommen.
5.2
5.2.1 Gemäss medizinischen Akten sowie mit Blick auf den Unfallmechanismus
vom 27. Februar 2002 - ein nachfolgender Personenwagen fuhr mit der Front gegen
das Heck des Personenwagens, in dem der Beschwerdeführer sass - ist davon
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auszugehen, dass der Beschwerdeführer eine Beschleunigungsverletzung der HWS
erlitten hat (vgl. UV act. II/2, II/5, II/6). Im neuropsychologischen Bericht der Rehaklinik
Bellikon vom 26. September 2002 wird sodann die Diagnose eines milden Schädel-
Hirntraumas gestellt, auch wenn auf Grund der durch die ausgeprägte
Schmerzsymptomatik und die (reaktiv-) psychische Problematik herabgesetzten
Leistungsfähigkeit keine verifizierenden Tests durchgeführt und somit keine
massgebenden Aussagen dazu gemacht werden konnten (Suva-act. II/34). Die
Fachärzte beziehen sich bei ihrer Diagnose auf die deutlich glaubhaft gemachten
neuropsychologischen Fehlleistungen und objektivierbaren, mässigen
Gleichgewichtsstörungen des Beschwerdeführers. Hingegen ist in sämtlichen
Arztberichten davor kein Bewusstseinsverlust oder Kopfanprall vermerkt. Gemäss
biomechanischer Beurteilung vom 5. Oktober 2004 prallte ein Fiat Punto mit 9 bis 15.5
km/h frontal in den Opel Astra des Beschwerdeführers, welcher dadurch eine
kollisionsbedingte Geschwindigkeitsveränderung von 6 bis 9 km/h erfuhr (UV act. II/115
S. 3). Dessen Aussagen, die Lenkerin sei mit einer Geschwindigkeit von 80 km/h in ihn
hinein gefahren, ist angesichts der Kreuzung innerorts und bei den geringen Schäden
an beiden Fahrzeugen unglaubwürdig (UV act. II/6). Das Anschlagen des Kopfs an der
Nackenstütze bei der anzunehmenden geringen Geschwindigkeitsänderung ist nicht
geeignet, ein mildes Schädel-Hirntrauma zu bewirken, wie die biomechanische
Beurteilung belegt (UV act. II/115 S. 8). Es erscheint deshalb nicht als überwiegend
wahrscheinlich, dass der Unfall vom 27. Februar 2002 zu einem milden Schädel-
Hirntrauma geführt hat.
5.2.2 Der Beschwerdeführer litt gemäss seinen Angaben sofort nach dem Unfall
vom 27. Februar 2002 an Schmerzen in den Halswirbeln, Übelkeit und Schwindel.
Danach traten innert Stunden Konzentrations- und Wortfindungsstörungen auf. Gegen
Abend hatte er starke Kopfschmerzen. In der Folge beklagte er Schlafstörungen,
schwere und juckende Arme, grosse Müdigkeit, Passivität, Gereiztheit sowie reduzierte
Sehleistung und Doppelbilder (UV act. II/9 S. 3). Die Konzentrationsstörungen sowie
Kopfschmerzen hielten an (UV act. II/20). Am 18. Juli 2002 diagnostizierte Dr. med.
F._, FMH ORL spez. Hals- und Gesichtschirurgie, Kreuzlingen, einen subakuten
Tinnitus capitis, eine mittel- bis hochgradige Perzeptionsschwerhörigkeit rechtsbetont,
chronische invalidisierende Schwindelbeschwerden sowie ein zervikozephales
Schmerzsyndrom (UV act. II/25).
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5.2.3 Angesichts der medizinischen Aktenlage kann demzufolge davon
ausgegangen werden, dass in Bezug auf den Unfall vom 27. Februar 2002 das typische
bunte Beschwerdebild nach einem HWS-Beschleunigungstrauma vorliegt und somit
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die natürliche Kausalität zu bejahen ist.
Entsprechend hat die Beschwerdegegnerin den diesbezüglichen Leistungsanspruch
des Beschwerdeführers bis 30. April 2006 anerkannt.
6.
Wenn sie nun geltend macht, ab 1. Mai 2006 seien keine Unfallfolgen mehr vorhanden,
so ist darauf zu verweisen, dass die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst entfällt,
wenn das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es sich dabei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei
der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
- nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U
363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen). Dabei muss nicht etwa der Beweis für unfallfremde
Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat,
ob es Krankheitsursachen, ein Geburtsgebrechen oder degenerative Veränderungen
sind, ist unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der Unfallversicherer bei einmal
bejahter Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde Ursachen nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag. Entscheidend ist allein, ob
unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren
haben, also dahin gefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b). Ebenso wenig
geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein
Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass die versicherte Person nun bei voller
Gesundheit sei (Urteile des EVG vom 18. Dezember 2003 [U 258/02] i/S Z., 25. Oktober
2002 [U 143/02] i/S L. und vom 31. August 2001 [U 285/00] i/S O.).
7.
7.1 Bei der Prüfung der natürlichen Kausalität ist zu beachten, dass es auch im
Bereich von schleudertraumatypischen Beschwerden für die Leistungsberechtigung
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gegenüber dem Unfallversicherer erforderlich ist, dass die geklagten Beschwerden
medizinisch einer fassbaren gesundheitlichen Beeinträchtigung zugeschrieben werden
können und dass diese Gesundheitsschädigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
in einem ursächlichen (natürlichen) Zusammenhang mit dem versicherten Unfall steht
(BGE 119 V 341 E. 2b/bb). Als Grundlage für die Kausalitätsbeurteilung bei den hier
diskutierten Verletzungen mit länger andauernden Beschwerden bis hin zur
Chronifizierung ist eine eingehende medizinische Abklärung im Sinne eines
polydisziplinären/interdisziplinären Gutachtens verlangt. Ein solches Gutachten hat
bestimmten Voraussetzungen zu genügen. Nebst den allgemein gültigen
Anforderungen an beweiskräftige medizinische Berichte und Gutachten (vgl. BGE 125
V 351 E. 3) ist empfehlenswert, dass die Begutachtung durch mit diesen Verletzungen
besonders vertraute Spezialärzte erfolgt. Im Vordergrund stehen dabei
Untersuchungen neurologisch/orthopädischer und psychiatrischer sowie
gegebenenfalls auch neuropsychologischer Fachrichtung. Inhaltlich sind überzeugende
Aussagen dazu erforderlich, ob die beklagten Beschwerden überhaupt glaubhaft sind,
und bejahendenfalls, ob für diese Beschwerden trotz Fehlens objektiv ausgewiesener
organischer Unfallfolgen ein beim Unfall erlittenes Schleudertrauma oder eine dem
Schleudertrauma äquivalente Verletzung überwiegend wahrscheinlich zumindest eine
Teilursache darstellt (zum Genügen einer Teilursächlichkeit zur Bejahung der Kausalität:
BGE 123 V 43 E. 2b mit Hinweis). Aufgrund der Besonderheiten der Schleudertrauma-
Praxis soll das Gutachten bei gefestigter Diagnose auch darüber Auskunft geben, ob
eine bestehende psychische Problematik als Teil des für solche Verletzungen
typischen, einer Differenzierung kaum zugänglichen somatisch-psychischen
Beschwerdebildes zu betrachten ist, oder aber ein von diesem zu trennendes,
eigenständiges psychisches Leiden darstellt. Nur wenn in der Expertise überzeugend
dargetan wird, dass die psychische Störung nicht Symptom der Verletzung ist, kann
dafür eine andere Ursache gesehen werden. Der Hinweis auf ungünstige soziale und
soziokulturelle Verhältnisse der versicherten Person und dergleichen genügt nicht (BGE
134 V 124 ff., E. 9.3 ff.).
7.2 Am 9. August 2008 erstatteten die Fachärzte des Kantonsspitals Aarau ein
fachärztlich-neurologisches Gutachten (Suva-act. II/147) unter Einbezug eines am 2.
August 2008 ebenfalls im Kantonsspital Aarau erstellten neuropsychologischen
Teilgutachtens (Suva-act. II/146). Unbestrittenermassen lag auch im Zeitpunkt der
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streitigen Leistungseinstellung ein typisches Beschwerdebild nach Schleudertrauma
bzw. schleudertraumaähnlicher Verletzung vor (Suva-act. II/147, S. 13 Ziff. 2.1).
Entsprechend diagnostizierten die Fachärzte des Kantonsspitals Aarau im
neurologischen Gutachten die Entwicklung eines chronifizierten zervikozephalen und
spondylogenen Syndroms mit schmerzhaft eingeschränkter HWS-Beweglichkeit,
chronisch auftretende Schwindelbeschwerden, einen chronischen Tinnitus beidseits,
leichtgradige neuropsychologische Defizite sowie eine depressive Entwicklung (UV act.
II/147 S. 13). Im weiteren wurde festgehalten, dass sich an objektivierbaren Befunden
eine deutlich eingeschränkte HWS-Beweglichkeit mit druckdolenter Nackenmuskulatur
ohne neurologische Ausfälle fände. Die zusätzlich nachgewiesenen und als leichtgradig
zu beurteilenden neuropsychologischen Defizite seien durch Schmerzinterferenzen im
Rahmen des chronifizierten, zervikozephalen Syndroms und durch psychoreaktive
Faktoren mit deutlich depressiver Verstimmung hinreichend erklärt. Die beim
Beschwerdeführer bestehenden Beschwerden stünden im Zusammenhang mit den
Unfallereignissen vom 12. Dezember 2001 und 27. Februar 2002. Vor diesen Unfällen
seien keine der aktuellen Symptome vorhanden gewesen. Die aktuellen Beschwerden
seien wahrscheinlich jedoch nur zu einem kleinen Teil organischer Genese. Im
Vordergrund stehe die Chronifizierung durch psychoreaktive Mechanismen und eine
depressive Entwicklung. Das Vorliegen unfallfremder Ursachen wurde im Gutachten
verneint. Unter Berücksichtigung der multiplen und im Verlauf chronifizierten
Beschwerden sei von einem Arbeitspensum von ca. 30% (= 70% Arbeitsunfähigkeit)
auszugehen. Aufgrund der körperlichen Beschwerden, insbesondere aufgrund der
zervikozephalen Beschwerden sei von einer Integritätseinbusse von 10% auszugehen.
In Kenntnis der neuropsychologischen Befunde sei von einer Einschränkung der
geistigen Integritätsentschädigung von 5% auszugehen. Eine weitere polidisziplinäre
Begutachtung des Beschwerdeführers - eine neurologische, neuropsychologische
sowie psychiatrische Untersuchung umfassend - wurde am 18./19. Dezember 2006 im
ABI durchgeführt. In dessen Gutachten vom 9. März 2007 (Suva-act. II/194.3) wird der
im Bereich der HWS objektivierbare Befund als diskrepant zu den angegebenen
Beschwerden bezeichnet. Dennoch wird auch hier von einem klinisch objektivierbaren
Befund eines leichtgradigen Zervikalsyndroms ausgegangen. Im weiteren wurde
festgehalten, dass die vom Beschwerdeführer beklagten Symptome Tinnitus und
Schwindel im Rahmen des vegetativen Syndroms nach HWS-Distorsionstraumen zu
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interpretieren seien. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit seien aus neurologischer Sicht
die zervikozephale Schmerzsymptomatik sowie die neuropsychologischen Defizite zu
berücksichtigen. Die Einschränkungen ergäben sich durch das objektivierbare -
allerdings - leichtgradige Zervikalsyndrom, die naturgemäss nicht objektivierbaren, im
Gesamtkonzept aber plausiblen Kopfschmerzen sowie die neuropsychologischen
Defizite, wobei letztere auch als Folge von Interferenzfaktoren zu interpretieren seien.
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Übersetzer ergebe sich eine
Arbeitsfähigkeitseinschränkung von 50%. Hier würden sich in erster Linie auch die
neuropsychologischen Defizite relevant bemerkbar machen. - In Anbetracht des
Gesagten ist festzuhalten, dass das Vorliegen natürlich kausaler Unfallfolgen
organischer Genese im Zeitpunkt der Leistungseinstellung - wenn auch wohl nur im
Sinne einer Teilkausalität - nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit verneint werden kann. Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung
zumindest des am 27. Februar 2002 erlittenen Schleudertraumas ist auch insofern nicht
überwiegend wahrscheinlich bewiesen, als aufgrund der vorliegenden Akten nicht von
einer frühzeitigen erheblichen psychischen Überlagerung der somatischen Probleme
ausgegangen werden kann.
7.3 Das neurologische Gutachten des Kantonsspitals Aarau umfasst, wie bereits
erwähnt, die Diagnose einer depressiven Entwicklung. Auch die weiteren in den Akten
befindlichen psychiatrischen Fachberichte bzw. -beurteilungen weisen auf eine
psychische Problematik des Beschwerdeführers hin. lic. phil. G._, Psychologin, hatte
in ihrem Bericht vom 4. Februar 2004 die Diagnose einer leichten depressiven Episode
nach zwei Verkehrsunfällen am 12. Dezember 2001 und 27. Februar 2002 (ICD-10
F32.0), im Abklingen begriffen, gestellt. In ihrem Bericht vom 11. Mai 2005 bestätigte
sie diese Diagnose und hielt fest, dass die depressiven Verstimmungen in den letzten
Monaten so leicht geworden seien, dass sie kaum mehr im pathologischen Bereich
seien (vgl. Suva-act. II/90, II/137). Dr. med. H._, Spezialärztin FMH für Psychiatrie
und Psychotherapie, diagnostizierte im Bericht vom 12. Dezember 2005 ein Mischbild
mit psychischen Folgen eines HWS-Distorsionstraumas mit depressiver
Anpassungsstörung (ICD-10 F43.9). Die psychischen Probleme seien eine Folge der
Unfälle. Dabei handle es sich um eine depressive Verarbeitung der Schmerzen nach
den Unfällen, die zu einer Chronifizierung geführt hätten (Suva-act. 155). Laut
Gutachten des ABI vom 9. März 2007 zeigt sich aus rein psychiatrischer Sicht allenfalls
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eine leichte Anpassungsstörung mit subdepressiver oder leicht depressiver
Stimmungslage, wobei diesbezüglich keine relevante Behinderung begründet werden
könne. Diese Anpassungsstörung werde jeweils durch die körperlichen Beschwerden
reaktualisiert und entspreche nicht einem dauerhaften Zustand, denn es bestehe eine
Abhängigkeit von den Körperbeschwerden. Die psychische Störung sei nicht derart
gravierend, dass eine relevante Einschränkung der Leistungsfähigkeit begründet
werden könnte. Entsprechend wurde die Diagnose einer leichten Anpassungsstörung
(ICD-10 F43.2) ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (UV-act. II/194.3).
7.4 Die in Erwägung 7.3 aufgeführten psychiatrischen Diagnosen - insbesondere die
Anpassungsstörung - weisen zwar nicht uneingeschränkt auf ein komplexes
Gesamtbild von aus dem Unfall hervorgehenden organischen und psychischen
Beschwerden hin. Immerhin wurde aber auch von einer leichten depressiven Episode
sowie einem Mischbild mit psychischen Folgen eines HWS-Distorsionstraumas
gesprochen. Die Depression gehört zum typischen Beschwerdebild im Anschluss an
ein HWS-Trauma (vgl. BGE 117 V 359 E. 4b). Massgebend ist jedoch vorallem, dass
der psychiatrischen Problematik im Zeitpunkt der Leistungseinstellung offensichtlich
kaum mehr eine pathologische Bedeutung zukam. Entsprechend wurde im
fachärztlich-neurologischen Gutachten des Kantonsspitals Aarau die Frage, ob die
Gesundheitsstörungen im Zusammenhang mit dem typischen Beschwerdebild nach
HWS-Distorsionstrauma gegenüber allfällig vorhandenen ausgeprägten psychischen
Beschwerden ganz in den Hintergrund treten würden, verneint (Suva-act. II/147).
8.
8.1 Die im Weiteren zu prüfende Adäquanz des Kausalzusammenhangs ist somit -
wie von der Beschwerdegegnerin getätigt - nach Massgabe der mit BGE 117 V 359
eingeführten bzw. mit BGE 134 V 109 modifizierten Schleudertrauma-Praxis
vorzunehmen. Die Adäquanzprüfung hat nach Abschluss des normalen, unfallbedingt
erforderlichen Heilungsprozesses zu erfolgen, und nicht solange von einer Fortsetzung
der ärztlichen Behandlung noch immer eine namhafte Besserung erwartet werden kann
(= Fallabschluss gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG; Urteil des EVG vom 11. Februar 2004 i/S
K. [U 246/03]; BGE 134 V 112 ff.). - Laut fachärztlich-neurologischem Gutachten des
Kantonsspitals Aarau vom 9. August 2005 war damals eine weitere medizinische
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Behandlung des Beschwerdeführers dringend indiziert. Erfolgen sollte insbesondere
eine psychiatrische Behandlung, da in diesem Bereich der Hauptfaktor für die aktuellen
Beschwerden und der Schlüssel zur Therapie liege. Zur Schmerzmodulation und
antidepressiven Therapie werde eine Medikation, z.B. mit trizyklischen Antidepressiva
empfohlen (Suva-act. II/147). Nachfolgend hielt auch Dr. H._ in ihrem Bericht vom 12.
Dezember 2005 fest, die Psychotherapie bei G._ sollte im jetzigen Rahmen
fortgesetzt werden (Suva-act. II/155). Letztlich entscheidend wird aber im Gutachten
des Kantonsspitals Aarau festgehalten, dass von einer namhaften Besserung des
Gesundheitszustandes beim vorliegend ungünstigen und über dreieinhalbjährigen
Verlauf eher nicht auszugehen sei. Unter den genannten Therapien sei lediglich eine
Stabilisierung des Gesamtbeschwerdebildes, inkl. der Schmerzen, und damit eine
tendenzielle Belastbarkeitssteigerung zu erwarten (Suva-act. II/147). - Der Moment für
den Fallabschluss war damit grundsätzlich im August 2005 erreicht. Der faktische
Fallabschluss der Beschwerdegegnerin per 30. April 2006 (Datum der
Leistungseinstellung) bzw. der Zeitpunkt, in welchem sie die Adäquanzprüfung
vorgenommen hat, ist damit nicht zu beanstanden.
8.2 Hat eine Person mehr als einen Unfall mit organisch nicht nachweisbaren
Gesundheitsschädigungen erlitten, ist grundsätzlich für jedes Ereignis eine separate
Adäquanzbeurteilung vorzunehmen (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juli 2007 i/S R.
[U 610/06], E. 4.4.1 mit Hinweisen). Für die Adäquanzbeurteilung ist an das objektiv
erfassbare Unfallereignis anzuknüpfen (BGE 134 V 126 E. 10.1, 117 V 359 E. 6a). Bei
Frontalkollisionen ist zu beachten, dass sich die kollisionsbedingten Kräfte nicht in
gleicher Weise auf den Körper auswirken wie bei einem eigentlichen Schleudertrauma
der HWS, wo der Kopf zunächst nach hinten flektiert wird (Urteil des EVG vom 21. April
2006 i/S M. [U 51/05] E. 4.1 mit Hinweis). - Die Frontalkollision vom 12. Dezember 2001
ist aufgrund des Unfallgeschehens - der Beschwerdeführer kam auf vereister Autobahn
ins Schleudern und rutschte mit mässigem Tempo in die Leitplanke und von dort
zurück auf die Fahrbahn; er konnte den Wagen ohne Weiteres auf dem Pannenstreifen
anhalten und danach die Fahrt noch fortsetzen (Verkehrsunfallbericht vom 12.
Dezember 2001; UV-act. 3/11) - höchstens den mittelschweren Unfällen im
Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen. Eine andere Sichtweise ergibt sich
auch nicht durch die biomechanische Beurteilung vom 5. Oktober 2004 (Suva-act. II/
115). Auffahrunfälle entsprechend dem Unfallereignis vom 27. Februar 2002 werden
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sodann nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts regelmässig als mittelschwere,
im Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegende Ereignisse eingestuft (Urteil des
Bundesgerichts vom 24. Juni 2003 i/S A. [U 193/01], E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil vom 7.
Mai 2008 i/S S. [8C_326/2007], E. 5.2); RKUV 2005 Nr. U 549 S. 237 E. 5.1.2).
Vorliegend sind keine Umstände ersichtlich, die eine andere Einstufung rechtfertigen
würden. Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs ist demnach zu bejahen, falls ein
einzelnes der unfallbezogenen Kriterien in besonders ausgeprägter Weise gegeben ist
oder die zu berücksichtigenden Kriterien insgesamt in gehäufter oder auffallender
Weise erfüllt sind (BGE 117 V 359).
8.3
8.3.1 Von besonders dramatischen Begleitumständen oder einer besonderen
Eindrücklichkeit der Unfälle vom 12. Dezember 2001 und 27. Februar 2002 kann nicht
gesprochen werden. Das Schleudern des Fahrzeugs beim Unfall vom 12. Dezember
2001 stellt noch kein besonders eindrückliches Geschehen dar, wird doch gemäss
Rechtsprechung nicht einmal das Überschlagen des Fahrzeugs als besonders
eindrücklich qualifiziert (RKUV 2003 Nr. U 481 S. 204 E. 3.2.2 mit Hinweisen).
8.3.2 Die beiden Unfälle hatten auch keine schweren Verletzungen oder
Verletzungen besonderer Art zur Folge. Die Diagnose eines Schleudertraumas vermag
die Schwere oder besondere Art der Verletzung für sich alleine nicht zu begründen. Es
bedarf hiezu einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen
Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen
können. Diese können beispielsweise in einer beim Unfall eingenommenen
Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen (RKUV 2003 Nr. U
489 S. 361 E. 4.3). Solche Umstände sind hier jeweils nicht gegeben. Es liegt auch
keine besondere Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden vor
(BGE 134 V 127 E. 10.2.2). Selbst wenn davon ausgegangen wird, dass der
Beschwerdeführer zwei HWS-Distorsionen nacheinander erlebt hat, begründet dieser
Umstand keine massgebende Schwere der Verletzung. Das vom Beschwerdeführer
zitierte Urteil des EVG vom 26. April 2006 i/S S. [U 39/04] ist vorliegend nicht
massgebend. In diesem Urteil wurde eine besondere Verletzung durch ein wiederholtes
HWS-Distorsionstrauma anerkannt, da das erste Ereignis eine dauerhafte Schädigung
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der HWS verursacht hatte, welche zu einer 25% IV-Rente führte. Der Beschwerdeführer
weist keine solche Vorschädigung durch den ersten Unfall aus.
8.3.3 Nicht erfüllt ist sodann das Kriterium der fortgesetzt spezifischen,
belastenden ärztlichen Behandlung. Seit den Unfällen vom 12. Dezember 2001 und 27.
Februar 2002 befindet sich der Beschwerdeführer in regelmässiger hausärztlicher und
physiotherapeutischer Behandlung. Im August 2003 begann er sodann eine
psychotherapeutische Behandlung bei G._ (Suva-act. II/90). Angesichts dieser
Aktenlage ist festzustellen, dass nach den fraglichen Unfällen bis zum Fallabschluss
nach Art. 19 Abs. 1 UVG das Kriterium der fortgesetzt spezifischen belastenden
ärztlichen Behandlung nicht im Sinne des rechtsprechungsgemäss neu geforderten
Ausmasses als erfüllt zu betrachten ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 5.
September 2008 i/S I. [8C_52/2008], E. 8.2). Zu verneinen sind auch die Kriterien des
schwierigen Heilungsverlaufs und erheblicher Komplikationen.
8.3.4 Ebenso wenig kann von einer ärztlichen Fehlbehandlung gesprochen
werden, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat. Das vom
Beschwerdeführer erwähnte zu lange Tragen des Halskragens kann nicht einer
ärztlichen Fehlbehandlung zugeordnet werden. Der Beschwerdeführer hat den Kragen,
welchen er im Kantonsspital Freiburg erhalten hat, zum Autofahren und Gehen über
einen längeren Zeitraum benützt (UV act. I/5, II/22). Gegenüber dem Suva-Kreisarzt, Dr.
med. I._, gab er am 9. August 2002 jedoch an, dass man ihm geraten habe, den
Kragen ganz wegzulassen (UV act. II/28, S. 3). Warum der Beschwerdeführer diesen
Rat nicht befolgt hat, sagt er nicht. Gemäss Kreisarzt kann ein zu langes Tragen des
Halskragens zu einer Schmerzverstärkung und Chronifizierung beitragen. Dass der
Beschwerdeführer möglicherweise den Halskragen zu lange getragen hat, haben
jedoch offensichtlich nicht die Ärzte zu verantworten. Aufgrund der Akten kann keinem
Arzt eine diesbezügliche Fehlbehandlung vorgeworfen werden. Gegenteiliges konnte
der Beschwerdeführer nicht nachweisen.
8.3.5 Adäquanzrelevant können im Weiteren in der Zeit zwischen dem Unfall und
dem Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unterbruch bestehende
erhebliche Beschwerden sein. Dieses Kriterium ist in Bezug auf den vorliegenden Fall
zu bejahen. Während des stationären Aufenthalts in Bellikon vom 28. August 2002 bis
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am 2. Oktober 2002 gab der Beschwerdeführer an, dass er an Nacken- und
Kopfschmerzen, einem Tinnitus capitis sowie an Schwindel bei schneller
Kopfbewegung leide. Die Schmerzen würden stark in beide Schultern und leicht in die
Arme ausstrahlen. Schliesslich jucke es ihn im Gesicht und er leide unter
Konzentrationsbeschwerden. Die Fachärzte diagnostizierten ein zervikozephales und
zervikospondylogenes Schmerzsyndrom sowie eine depressive Episode mit
somatischen Symptomen [ICD-10 F32.01] (UV act. II/37 S. 7). In der Untersuchung vom
14. Juni 2005 durch die Fachärzte des Kantonsspitals Aarau beklagte der
Beschwerdeführer täglich ausgeprägte und belastungsabhängig in ihrer Intensität
zunehmende Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in den Schultergürtel und beide
Arme. Zusätzlich leide er an okzipitalen Kopfschmerzen und Ausstrahlung der
Schmerzen in die ganze Wirbelsäule sowie Schmerzen in beiden Hüftgelenken und
Oberschenkeln. Häufig habe er unspezifische Schwindelbeschwerden, gelegentlich ein
Pfeifen und Rauschen in den Ohren. Schliesslich leide er an Schlafstörungen und
Konzentrationsbeschwerden (UV act. II/147 S. 3). Die Fachärzte diagnostizierten die
Entwicklung eines chronifizierten zervikozephalen und spondylogenen Syndroms mit
schmerzhaft eingeschränkter HWS-Beweglichkeit, chronische, sich wiederholende
Schwindelbeschwerden, einen chronischen Tinnitus, leichtgradige
neuropsychologische Defizite und eine depressive Entwicklung (UV act. II/147 S.13).
Aus den medizinischen Akten ist ersichtlich, dass der Beschwerdeführer an
chronischen Schmerzen leidet, welche seine Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen. Die
Auswirkungen der seit dem Unfall ohne Unterbruch bestehenden Beschwerden auf die
Arbeitsfähigkeit ist somit nicht als gering anzusehen (BGE 134 V 128 E. 10.2.4). Dieses
Kriterium ist deshalb erfüllt.
8.3.6 Neu ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts gefordert, dass eine
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen besteht. Das
Bundesgericht führt dazu aus, dass bei der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit dem
Umstand Rechnung zu tragen ist, dass bei leichten bis mittelschweren
Schleudertraumen der HWS ein längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem
Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt aus eher als ungewöhnlich erscheint.
Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher massgebend, sondern eine erhebliche
Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte
Anstrengungen unternimmt. Darin liegt der Anreiz für die versicherte Person, alles
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daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig zu werden. Gelingt es ihr trotz
solcher Anstrengungen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen.
Konkret muss ihr Willen erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst
wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der
versicherten Person können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz
allfälliger persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei ist auch der
persönliche Einsatz im Rahmen von Therapiemassnahmen zu berücksichtigen. Sodann
können Bemühungen um alternative, der gesundheitlichen Einschränkung besser
Rechnung tragenden Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in der Zeit bis zum
Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und
solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V
109 E. 10.2.7 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer war seit dem zweiten Unfall zu
100% arbeitsunfähig geschrieben (UV act. II/37 S. 4; II/39). Im Gutachten des
Kantonsspitals Aarau vom 9. August 2005 wurde von einer 70%igen Arbeitsunfähigkeit
ausgegangen (UV act. II/147 S. 15). Damit liegt grundsätzlich eine ununterbrochen
ausgewiesene, erhebliche Arbeitsunfähigkeit vor. Diese kann jedoch dem
Beschwerdeführer deshalb nicht angerechnet werden, weil der Nachweis der zusätzlich
geforderten Anstrengungen, wieder in den Arbeitsprozess zurückzufinden, fehlt. Die in
UV act. II/185 dargelegten Arbeitsbemühungen sind - abgesehen davon, dass sie nach
Fallabschluss getätigt wurden - als zu gering einzustufen, als dass damit das hier zur
Diskussion stehende Adäquanzkriterium als erfüllt betrachtet werden könnte. Ebenfalls
nicht massgebend ist der nachgereichte BEFAS-Bericht vom 27. Mai 2008 (act. G 13).
Auch darin werden die Arbeitsbemühungen des Beschwerdeführers nach Fallabschluss
beurteilt.
8.4 Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass im vorliegenden Fall lediglich das
Kriterium der erheblichen Beschwerden als erfüllt betrachtet werden kann. Dies reicht
praxisgemäss nicht aus, um den Unfällen vom 12. Dezember 2001 und 27. Februar
2002 eine adäquanzrechtlich massgebende Bedeutung für die über den 30. April 2006
hinaus andauernden gesundheitlichen Beschwerden mit Auswirkungen auf die Arbeits-
und Erwerbsfähigkeit beizumessen. Damit hat die Beschwerdegegnerin eine weitere
Leistungspflicht zu Recht verneint.
9.
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Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf
eingetreten wird. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG