Decision ID: ba98e2ad-dc6b-43e3-a584-cda5dada1bf7
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1973 geborene
X._
litt seit ihrer Kindheit an
neuropsycho
logischen Defiziten
,
in
folge dere
r
sie bereits
in den Jahren 1979 bis 1990
Leis
tungen der Invalidenversicherung
bezog
(
Kostengutsprache für den Be
such
eines Sprachheilkindergartens sowie für pädagogisch-therapeutische
Mass
nahmen [
Sprachtherapie
], vgl.
Urk.
6/1)
.
Mit Datum vom 2
3.
Oktober 2008 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf ein Geburtsgebrechen
erneut
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (Berufs
be
ratung, Umschulung, Arbeitsvermittlung) an (
Urk.
6/
3).
Nach
medi
zini
sche
n und beruflichen
Abklärungen
wies die IV-Stelle das Leistungsbe
gehren mit Verfügung vom
3.
Juni 2009 ab (
Urk.
6/25).
1.2
Mit
Datum vom 2
3.
Juni 2014 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf kognitive Defizite
sowie
Rückenprobleme
abermals
bei der IV-Stelle zum Leis
tungsbezug
an (
Urk.
6/36). Nach Durchführung eines
persönlichen Bera
tungsgespräch
s sowie nach erwerblichen und
medizinische
n Abklärungen erteilte die IV-Stelle
Kosten
gutsprache für eine berufliche Potentiala
bklärung
in der Institution
Y._
,
einschliesslich eines Taggeldes
(
Mit
teilungen vom
2
4.
November
2014,
6.
und 1
2.
Januar
2015,
Urk.
6/54,
Urk.
6/
55,
Urk.
6/57
)
. Daraufhin teilte
die IV-Stelle der Versicherten
am
17.
Februar 2015
mit
, aufgrund ihre
s
Gesundheitszustandes seien keine beruf
lichen Eingliederungsmassnahmen möglich (
Urk.
6/64).
Im Hinblick auf die Rentenprüfung veranlasste die IV-Stelle das polydisziplinäre Gutachten
(All
ge
meine Innere Medi
zin/Neuropsychologie/Psychiatrie/Rheumatologie)
des
Z._
, vom 2
6.
Oktober
2015 (
Urk.
6/95/1-29).
Nach
durchgefüh
rtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
6/100,
Urk.
6/104) ver
neinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 20. Mai 2016
den Anspruch der Versicherten auf eine IV-Rente ge
stützt auf einen nach der gemischten Methode bemessenen Invaliditätsgrad von 25
%
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
1.
Juni 2016 Beschwerde und bean
tragte, es sei ihr spätestens ab
1.
Februar 2014 eine ganze Invalidenrente auszurichten (
Urk.
1 S. 2)
. Mit Beschwerdeantwort vom 26.
Juli 2016 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde
(
Urk.
5)
, was der Beschwerdeführerin am 2
8.
Juli 2016 zur Kenntnis gebracht wurde
(
Urk.
7)
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die Akten ist, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit
(
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG)
. Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Eine durch geringe Intelligenz verursachte
Verminderung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit gilt in der Regel nur dann als gesundheitlich verursacht, wenn die Intelligenz im medizinischen Sinne vermindert ist, mithin der In
telligenzquotient (IQ) weniger als 70 beträgt
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_741/2013 vom 1
6.
März 2015
, E.
3.2.1 mit weiteren Hinweisen).
Wie bei jeder anderen auf den Gesundheitszustand zurückzuführenden Verminderung der Arbeitsfähigkeit stellt sich zusätzlich die Frage, inwiefern sich ein allfäl
li
ger Intelligenzmangel konkret auf die
zumutbarerweise
mögliche Leistungs
erbringung auswirkt
.
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist aus inva
lidenversicherungsrechtlicher Sicht demnach entscheidend, ob die fest
ge
stellten kognitiven Defizite nachvollziehbar und überzeugend durch ein medi
zinisch-diagnostisch fassbares Leiden mit Krankheitswert erklärt sind, das mit Blick auf Schweregrad, Dauer und Intensität zugleich als eine die Arbeits
fähigkeit beeinträchtigende Krankheit im gesetzlichen Sinne gelten kann (Urteil des Bundesgerichts 9F_9/2007 vom 15. September 2008, E. 4.2.4.3).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Drei
viertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die ver
sicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Abs. 2). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Renten
anspruch entsteht (Abs. 3).
1.
4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG
in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensver
gleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zum
ut
bare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Inva
lideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzie
len könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
ein
kommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu er
folgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau er
mittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Ein
kom
mensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Metho
de des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
5
Konnte die versicherte Person wegen der Invalidität keine zureichenden beruf
li
chen Kenntnisse erwerben, so entspricht gemäss
Art.
26
Abs.
1 der Verord
nung über die Invalidenversicherung (IVV) das Erwerbseinkommen, das sie als Nichtinvalide erzielen könnte, den nach Alter abgestuften Pro
zentsätzen des jährlich aktualisierten Medianwertes gemäss der Lohnstruk
turerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE).
1.6
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzi
eltes Erwerbseinkommen gegeben
, so können nach der Rechtsprechung
die Tabellenlöhne nach Massgabe der
LSE heran
gezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
,
vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statisti
schen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen.
Damit trägt
die Rechtspr
echung dem Umstand Rech
nung
, dass persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskate
go
rie so
wie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben kön
nen. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unter
durchschnittlichem Einkommen verwerten kann.
Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall ge
samthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
1.
7
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und ge
gebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be
urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch
zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.
8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.9
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invalidi
tätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung erwog die Beschwerdegegnerin im Wesent
lichen, seit
1.
Februar 2013 (Beginn der einjährigen Wartezeit) sei die Be
schwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt.
Aus ärzt
licher Sicht sei ihr eine
– näher umschriebene - angepasste
Verweistätigkeit im Umfang von 60
%
zumutbar. Sodann hätten die Abklärungen
ergeben, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden zu 80
%
erwerbstätig wäre
. Die restlichen 20
%
entfielen auf den Aufgabenbereich. Der darauf
ge
stützt
nach Massgabe der gemischten Methode eruierte Einkommensvergleich
ergebe einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 25
%
(
Urk.
2 S. 2f
.).
2.2
Dagegen wandte
die Beschwerdeführerin im Wesentlichen ein, aufgrund ihrer
Berufsbiographie ergebe sich, dass sie im Gesundheitsfall vollzeitlich er
werb
s
tätig wäre.
Ausserdem
sei sie allei
nstehend und habe keine Kinder (
Urk.
1 S.
3
ff.). Sodann
sei sie
zufolge
ihrer kogniti
ven Defizite
nur in einem
ge
schützten Rahmen erwerbsfähig.
Das
Validen
einkommen
liege
bei mindes
tens
Fr.
59‘000.--.
Das Invalideneinkommen be
trage
in einer geschützten Tätig
keit
erfahrungsgem
äss maximal
Fr.
12‘000.--, woraus
ein Anspr
uch auf eine g
anze Rente resultiere
(
Urk.
1 S. 9).
3.
Die Parteien gingen übereinstimmend von einer Ver
änderung
in den tatsäch
lichen Verhältnissen
der Beschwerdeführerin
seit
dem nega
tiven Leistungs
entscheid vom 3.
Juni 2009
(
Urk.
6/25
, Sachverhalt
Ziff.
1.1
) aus. Aufgrund
de
r
per Ende August 2014
erfolgten Auflösung d
es
bisherigen
Arbeitsvertra
ges (
Urk.
6/43
) sowie
der
in den Jahren 2012 und 2013 festgestellten
Befunde im
lumbale
n Bereich resp.
in den
Kniegelenke
n
ist eine
wesentliche
Verän
de
rung
ausgewiesen.
Steht das Vorliegen eines Revisionsgrundes für ein Sach
verhaltselement fest, so kann die Anspruchsberechtigung im Revisions
ver
fahren frei überprüft werden (Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_864/2011 vom 1. Februar 2012 E. 5.1 und 8C_882/2010 vom 15. April 2011 E. 4.3).
Strittig und zu prüfen
ist somit
, ob
eine
anspruchsbegründende Invalidität
der Be
schwerdeführerin
vorliegend
zu bejahen
ist
.
4.
Die medizinische Aktenlage betreffend den Zeitraum vor der
Begutachtung wurde
im
polydisziplinären
Gutachten
des
Z._
vom 26
.
Oktober
2015 im
Wes
ent
lichen zitiert (
Urk.
6/98 S. 4
). Auf die betreffenden Ausführungen wird verwiesen.
Sodann stellten d
ie beurteilenden Fachärzte des
Z._
folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk.
6
/
98 S. 21
):
Leichte Intelligenzminderung (ICD-10 F70)
im Rahmen von dissoziierter Intelligenz (ICD-10 F74)
leichte bis mittelschwere neuropsychologische Störung
Bilateral klinisch linksbetonte Gonarthrose (ICD-10 M17.0)
MRT Kniegelenk rechts vom 22.11.2012
:
Riss
im
medialen
Meniskushin
terhorn
, kleiner zur Oberfläche ziehender Einriss im medialen Meniskusvorder
horn mit zwei angrenzenden Gangl
ien, zusätzlich Signalalteration lateraler Meniskus, deutliche Degenera
tion im medialen
femorotibialen
Gelenkkompartiment mit Knor
pelausdünnung
resp. Knorpelglatze vor allem
tibial
und begleiten
dem Knochenmarksödem,
retropatelläre
Degeneration mit mittig gelegenem bis auf den Knochen reichendem Knorpeldefekt
linksseitig
Pes
anserinus
Ansatztendinopathie
im Rahmen e
iner Ab
schwächung der kniestabil
isierenden Muskelgruppen beidseits
Sonografisch
Knie links (5.9.2015) mit eindeutigem intraartikulä
rem Erguss mit zusätzlich
synovialer
Hypertrophie als Zeichen ei
nes chronischen Reizzustandes. Das
femoropatellare
Gleitlager zeigt medial Unregelmässigkeiten der
Trochlea
bei gutem
trochle
arem
dargestellten Gelenkknorpel
.
Im medialen Längsschnitt zei
gen sich deutliche
o
steophytäre
Ausziehungen
femoral
mehr als
tibial
mit Verdacht auf Extrusion des medialen Meniskus. Im late
ralen Längsschnitt weniger stark ausgeprägte
osteophytäre
Auszie
hung
femoral
und
tibial
. Ligamentum
patellae
homogen darges
tellt von proximal bis distal. I
m Querschnitt dorsal
popliteal
im media
len
Tibiakondylus
zeigen sich deutliche
ossäre
Strukturregelmäs
sigkeiten der
Kortikalis
. Im dorsalen Querschnitt d
es medialen
Femurkondylus
finden
sich
intrakartilaginäre
kleinere echodichte Konkremente (DD
Chondrokalzinose
). Zusätzlich zeigt sich eine kleine
Bakerzyste
(
Längsdurchmesser 1.2 cm
)
. Im
Tibiakondylus
im Längsschnitt dorsal zeigen sich ebenfall
s kleinere echodichte Kon
krement
e mit der Differenzial
diagnose einer
Chondrokalzinose
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5)
radiomorphologisch deutliche
Anterolisthesis
L5 über S1 im MRT der LWS vom 19.02.2013 mit reaktiver
Osteochondrose
L5/S1 Typ
Modic
l ohne eindeutige Kompression von neuralen Strukturen sowie begleitenden Ergüssen der Facettengelenke L3 bis L5 beid
seits bei
Spondylarthrose
muskuläre
Dysbalance
mit Abschwächung d
er abdominellen und rü
ckenstabil
isierenden Muskelgruppen
leichte Wirbelsäulenfehlhaltung mit
t
horakolumbal
rechtskonvexer Skol
iose und leichtem Schulterhochstand rechts
Ohne Auswirkungen auf die Arbeit
sfähigkeit hielten die Gutachter
folgende Diagnosen fest (
Urk.
6/98 S. 21):
Migräne(ICD-10G43.9)
zum Teil gemischt auch Spannungskopfschmerz (ICD-10 G44.2)
aktuell 4-5 Migräneanfälle pro Monat
Status nach
laparoskopischer
Magenbypass-Ope
ration am 25.06.
2014
aktuell Normgewicht
Im Rahmen der allgemeininternistischen Abklärung habe die Beschwerde
führe
rin
vor allem belastungsabhängig auftretende
,
intermittie
rende lumbale Rückenschmerzen sowie eine 4-5 Mal pro Monat auftrete
nde
Kopfsch
merz
sympto
matik
beklagt
. Die klinische Untersuchung habe sich als
weitest
gehend
unauffällig erwiesen.
Aufgrund der verminderten Belastbarkeit der unteren Wirbelsäule
(
im Februar 2013
sei MR-tomographisch
eine leicht
gradige
Anterolisthesis
im Segment LWK5/SWK1 bei bila
t
eraler
Spondylolyse
mit
höhergradigen
neuroforaminalen
Einengungen und multisegmentalen aktivier
ten
Spondylarthrosen
festgestellt worden) kämen
körperlich schw
ere Tätigkeiten nicht in Frage. Die Kopfschmerzepisoden seien
zu selten, als dass sie zu einer relevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führ
ten
. Phäno
menologisch bestehe
eine Mischsymptomatik zwischen Migräne und Span
nungs
kopfschmerzen. Ausserdem
seien
Tätigkeiten, welche ein regelmässiges
Benutzen von Treppen oder längeres Gehen auf unebenem Gelände erforder
te
n
,
aufgrund der
verminderte
n
Belastbarkeit der unteren Extremit
äten (
im MRT des rechten Kniegelenkes vom 22.11.2012
sei
en
einerseits ein Riss im me
dialen
Meniskushinterhorn
, andererseits auch deutliche Degenera
tionen
im medialen
femorotibial
en
Gelenkkompa
rtiment nachgewiesen worden)
un
zu
mutbar
. Aus allgem
eininternistischer Sicht bestehe
daher
spätestens seit der MRI-Untersuchung der LWS vom 19.02.2013
eine uneingeschränkte Ar
beits
fähigkeit
für
körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere T
ätig
keit
en
.
Die früher ausgeübte Tätigkeit als Spitalgehil
fin sei ungeeignet
, da die Be
schwe
r
deführerin
dabei auch körperlich schwere Tä
tigkeitsanteile verrich
ten müsse
(
Urk.
6/98 S. 7).
Der psychiatrische Gutachter hielt fest, die Beschwerdeführerin zeige
eine verminderte Intelligenz mit verlangsamter und eingeschränkter Auffassungs
gabe und verminderter intellektueller Flexibilität. Hinsichtlich der detaillier
ten Testergebnisse sei auf das neuropsychologische Zusatzgutachten verwie
sen. Weitere psy
chopathologische Befunde seien
bei
der Beschwerdeführerin
nicht
zu erheben
. Insbesondere
hätten sich
keine auffälligen Befunde im Bereich der Affektivität oder der Persönlichkeitsstruktur
ergeben
.
Die durch
Minderintelligenz bedingte
Verlangsamung und eingeschränkte
Umstellfä
h
ig
keit dürfte bei der Explorandin zu beträchtlichen Schwierigkeiten im ers
ten Arbeitsmarkt führen. Im angestammten Pflegeberuf
sei
sie überfordert. Eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt könnte jedoch erfolgreich ge
staltet werden,
soweit die Beschwerdeführerin
bei manuellen Montagearbei
ten mit einfach strukturierten Arbeitsanweisungen und entsprechendem Ver
ständnis der Vorgesetzten ei
ngesetzt werde
. Es könn
e
seit der neuropsycho
logischen Untersuchung vom
11.12.2013
bei
einem ganztägigen
Pensum eine um 40
%
reduzierte Leistungsfähigkeit erwartet werden
(
Urk.
6/98 S. 10
f.)
Aus rheumatologischer Sicht
seien die
beklagten Beschwerden
lumbal vor dem Hintergrund
einer deutlichen
Anterolisthesis
von L5 über 51 mit einer konsekutiven klaren
Osteochondrose
L5/S1 und den
Multietagenspo
ndylar
throsen
gut erklär
bar
. Diese seien
begünstigt durch die
- ungeachtet der
wesentliche
n Gewichtsreduktion innert der vergangenen 12 Monate
nach der Magenbypass-Operation
-
nach wie vor nicht optimalen muskulären Stabili
sationsverhältniss
e. An den oberen Extremitäten fä
nden sich keinerlei pa
tho
logische
Befunde.
Betreffend die unteren Extremitäten stehe
das Knie
gelenk links
im Vordergrund. Hier
lasse
sich klinisch und vor allem
sonogra
phisch
ein Erguss im oberen
Rezessus
su
prapatellaris
darstellen
. Zusätzlich bestün
den
intraartikuläre
synoviale
Hypertrophien als Zeichen eines chroni
schen
Reizzustandes. Aufgrund der klar objektivierbaren
pathoanatomischen
Verän
de
rungen am Lendenwirbelskelett sowie an beiden Kniegelenken links betont bestehe keine Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sowie für sonstige körperlich mittel- oder gar schwerbe
lastende berufliche Tätig
keiten. In einer körperlich leichten, wechselbelastenden – näher umschriebe
nen –
Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin aus
rheumatologischer Sicht zu 80
%
arbeitsfähig (Urk. 6/98 S. 15
f.
).
Das neuropsychologische Testprofil
habe
im Bereich der Intelligenz
eine
deut
lich unterdurchschnittliche Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus
gewiesen. Sie habe
einen Gesamtintelligenzquotient
von 66 (Verbal-IQ; 56;
Handlungsintelligenz-Quotient: 85)
erzielt
.
Zusätzlich bestehe
eine deut
liche
Beeinträchtigung der kognitiven Geschwindigkeit und
Reaktionsfähig
keit.
D
ie Me
rkfähigkeit
sei zwar
für Wörter, figurales Material und Gegen
stände
nicht beeinträchtigt. Demgegenüber sei sie deutl
ich reduziert für Zah
len, Texte und Instruktionen
. Die Frontalhirnfunktionen seien
reduziert im
Sinne einer Ver
langsamung bei I
nterferenzaufgaben und einer reduzierten kognitiven
Fluenz
f
ür verbales und figural
es Mat
erial. Die Umstellfähigkeit sei
im visu
ellen Bereich nicht gegeben. Sodann bestehe
eine deutliche Perse
verationstendenz
. Aus neuropsychologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin seit der neuropsychologischen Untersuchung vom 11.02.2013 (recte: 11.12.2013
; vgl. Urk. 6/35/3-6 und Urk. 6/98/ S. 4
) zu 30
%
beeinträchtigt
(
Urk.
6/98
S. 20
)
.
Im Rahmen der Gesamtbeurteilung kamen die Gutachter zum Schluss,
die Beschwerdeführerin sei seit mindestens Februar
[recte: Dezember]
2013 (
neu
ropsychologische Untersuchung vom 11.02.2013 [recte: 11.12.2013],
MRI LWS
vom 19.02.2013) für wechselbelastende, manuelle Montagearbeiten mit ein
fach strukturierten Arbeitsanweisungen, ohne stereotype Rotations
bewe
gung
en der LWS oder repetitive Überkopfarbeiten mit konsekutiver LWS-
Hyperlordosierung
, ohne Arbeiten mit anhaltender Oberkörpervornei
geposi
tion, ohne regelmässiges Treppensteigen oder Gehen auf unebenem Boden, ohne Besteigen von Gerüsten und Leitern bei einer ganztags zumut
baren Präsenzzeit zu 60
%
arbeits- und leistungsfähig. Letzteres gelte bei ent
sprechendem Verständnis des Vorgesetzten auch im ersten Arbeitsmarkt (
Urk.
6/98 S. 23 ff.).
5.
5.1
Das Gutachten des
Z._
erging in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
und den geklagten Beschwerden sowie gestützt auf die kli
ni
sche
n
Untersuchung
en
vom
2
6.
August und
4.
September
2015
. Es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation und Zusammenhänge ein und ist hinsichtlich der im Einklang mit den erhobenen Befunden
gestellten Diagnosen
und Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
schlüssig
.
Insbesondere
hielten
die Gutachter
im Einklang mit der
Ärzteschaft
der Rehaklinik
A._
(vgl. neu
rologische Untersuchung vom 1
1.
Dezember 2013,
Urk.
6/35/3ff
.
)
ein
leuch
tend
fest
,
die durch
Minderint
elligenz bedingte
Beeinträchtigung der kognitiven Geschwindigkeit
sowie
verminderte Auffassungsgabe und Flexi
bilität führ
t
e
n
bei der Beschwerdeführerin
zu beträcht
lichen Schwierigkeiten im
beruflichen Kontext
.
Es
falle ihr schwer, rasche, verbale Aufträge umzu
setzen.
Ausserdem sei
ihre
Merkfähigkeit
deutlich reduziert für Zahlen, Texte und Instruktionen
und
k
omme
schliesslich
hinzu
, dass die
Leistung nicht er
bracht we
rd
en könne, sobald Tempo
oder Flexibilität gefragt seien.
Bei alle dem sei die Beschwerdeführerin i
m angestammten Pfleg
eberuf
überfordert
.
B
eim festgestellten
Gesamt-IQ von
66
bei einer Dissoziation von mehr als 15
Punkten zwischen
dem Verbal- und Handlungsteil
sei
sie
auf
einfach
struk
turierte
Arbeitsanweisungen
,
einen sehr engen Rahmen sowie
auf
hochstr
ukturierte Arbeit
mit entsprechendem Verständnis des Vorgesetzten
an
ge
wiesen
(Urk.
6/98 S. 11
und S. 17 ff.
)
.
Damit genügt das
– unbestritten ge
bliebene -
Gutachten den an eine beweiskräftige Entscheidungsgrundlage gestellten Anforderungen (E.
1.2, E.
1.
8
).
5.2
5.2.1
Umstritten ist
demgegenüber
, ob die gutachterlich bescheinigte Arbeitsfähig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt sozial-praktisch verwertbar ist.
5.
2.
2
Die Gutachter hielten diesbezüglich fest, die Beschwerdeführerin sei aus
g
esamtmedizi
nischer Sicht
in einer
– näher umschriebenen
-
optimal an
ge
passten, körperlich leichten und
einfach strukturierten Tätigkeit bei
einem ganztags zumutbaren Pensum sowie entsprechendem Verständnis des Arbeit
gebers zu
60 % a
rb
eits- und leistungsfähig
(
Urk.
6/98 S. 2
3
, vgl. E. 4 in
fi
n
e
).
Zwar
wünsche
sie
sich eine Tätigkeit im geschützten Bereich. Bei
einer An
passung der Leistungserwartungen
sei
eine Tätigkeit im ersten Arbeitsmar
kt
allerdings
weiterhin möglich
(
Urk.
6/98 S. 11)
.
5.2.
3
Die Beschwerdeführerin absolvierte die obligatorische Schulpflicht in der Sonderklasse. Nach einem
Werkjahr
(Berufswahlschule
B._
)
schloss
sie ein Haushaltslehrjahr bei
einer Familie mit drei Kindern
ab
(
Urk.
6/2/10). Anschliessend begann die Beschwerdeführerin eine Ausbildung zur Spitalge
hilfin, welche sie
zufolge mangelhafter
Schulleistungen abbrechen musste (
Urk.
6/98 S. 10 und 17, vgl. auch
Urk.
1 S. 3).
Daraufhin
war
sie
von August 1991 bis September 2002
zu
90-100
%
als Pflegehelferin im Altersheim
C._
, tätig (
Urk.
6/2/8). Dabei absolvierte sie 1997 eine Ausbildung zur Pflegehelferin SRK. Von Oktober 2002 bis September 2006 erfolgte eine vierjährige, vollzeitliche Anstellung als Montagearbeiterin
(Vor
montage von Zylindern/Mon
tieren von Kupp
lung
en
mit
der
Hand
presse/
Aus
hilfe bei der Endmontage,
Urk.
6/2/7)
bei der
D._
AG.
Im Jahre 2007 tätigte die Beschwerdeführerin
temporäre Einsätze als Montagearbeite
rin bei der
E._
AG sowie bei
m
Zweckverband
F._
, (
Urk.
6/2/1). Schliesslich
arbeitete sie zuletzt
von März 2008 bis August 2014 als Pflegehelferin im Alterszentrum
G._
,
in einem Pensum von 80
%
(
Urk.
6/98 S. 10).
5.2.4
Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin
in früheren Jahren
über längere Zeit
im ersten Arbeitsmarkt erwerbstätig war
- mitunter mehrjährigen
An
stellungen
beim gleichen Arbeitgeber -
belegt, dass sie ihre Arbeitsfähigkeit
trotz Vorliegens einer Minderintelligenz
nicht nur in einem geschützten Umfeld verwerten kann.
Entsprechend wird ein IQ-Bereich von 50-69
als
leichte Intelligenzminderung bezeichnet, mit welcher viele Erwachsene ar
beiten können, gute soziale Beziehungen unterhalten und ihren Beitrag zur Gesellschaft leisten (ICD-10 F70, vgl. auch Urteil des Eidgenössischen Ver
sicherungsgerichts [heute Bundesgericht] I 775/05 vom 6. März 20
06, E
. 4.1).
Aus dem Schlussbericht der vierwöchigen Potentialabklärung der Institution
Y._
vom
6.
März 2015 erhellt ferner, die Beschwerdeführerin habe wäh
rend der Massnahme die betriebliche Arbeitszeit von täglich 8 Stunde
n bei normalem Pausenbedarf
ohne Absenzen eingehalten. In beiden Einsatzbe
reichen (Wäscherei/
Qualität&Service
) habe sie sorgfältig und zuverlässig gear
beitet. Soweit die Beschwerdeführerin in ihrem Tempo arbeiten könne, errei
che sie die qualitativen Vorgaben und sei sie in der Lage, konzentriert zu ar
beiten
. Sodann
verfüge
sie
über gute motorische und koordinative Fähig
kei
ten und könne die Aufgaben nach einer theoretischen Arbeitsanweisung so
wie praktischen Anleit
ung ausführen. Dabei arbeite die Beschwerdeführerin
in einem ko
nstant
en, wenn auch langsamen
Tempo
(
Urk.
6/71/1-6,
Urk.
6/73).
Bei alle dem
verfügt
die Beschwerdeführerin
bei entsprechenden
Rahmenbe
dingungen (insbesondere vermehrte Kontrolle und Instruk
tion/Verständnis des
Vorgesetzten)
über
ausreichend
persönliche
Ressourcen
,
um
einer
markt
fähigen
Erwerbstätigkeit nach
zu
gehen
. Ausserdem hat
die Beschwerde
füh
rerin aufg
rund ihrer Berufsbiographie
eine mehrjährige Pra
xiserfahrung im Industriebereich sowie im Sozial
- und Gesundheitswesen
vorzuweisen, auf welche
sie zurückgreifen kann.
Zusammenfassend
ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin von
einer 60%igen Erwerbsfähigkeit im ersten Arbei
tsmarkt ausging.
6.
6.1
Die Beschwerdeführerin ist alleinstehend und hat keine Kinder
,
mithin besteht
kein Aufgabe
n
bereich
.
Ausserdem
war sie aufgrund ihrer
Erwerbs
biographie
seit 1991
weitestgehend
v
ollzeitlich erwerbstätig
(E. 5.2.
3
)
.
Vor die
sem Hintergrund
gilt als überwiegend wahrscheinlich
, dass die Beschwer
de
führerin im Gesundheitsfall zu 100
%
erwerbstätig wäre.
Daran vermag auch
der pauschale Hinweis der Beschwerdegegnerin,
im Pflegebereich
werde in der Regel nicht zu 100
%
gearbeitet
(
Urk.
2 S.
3)
, nic
hts zu ändern. Folg
lich
kommt vorliegend die
allgemeine Methode der Invaliditätsbemessung
zur Anwendung
(E. 1.4).
6.2
Die Beschwerdeführerin
leidet
seit ihrer Kindheit
an neuropsychologischen Defiziten. Bereits im Kindergartenalter fiel sie durch ein Abseitsspielen, Stottern sowie eine Legasthenie auf. Im weiteren Verlauf besuchte sie eine Son
derschule und musste sie die beabsichtigte Ausbildung als Spitalgehilfin auf
grund mangelnder kognitiver Fähigkeiten abbrechen (
Urk.
6/98 S. 10
, vgl.
Urk.
6/35/3ff.
). Mithin bestand
die medizinisch begründete Arbeitsunfähig
keit
bereits bei
E
intritt ins Erwerbsleben
. Die Beschwerdeführerin ist somit
als Frühinvalide zu betrachten,
der es aufgrund der Beeinträchtigung der geisti
gen Gesundheit nicht möglich gewesen ist, einen Beruf zu erlernen.
Damit hat sie
Anrecht darauf, dass dem Einkommensvergleich der nach dem Alter
ab
gestufte Tabellenlohn nach Art.
26
Abs.
1 IVV zugrunde gelegt wird
(
E. 1.5
)
. Im Zeitpunkt des Verfügungserlasses war die
Beschwerdeführerin über 30
Jahre alt (42
-jährig) und hat demnach Anspruch auf Berücksichtigung des 100-prozentigen LSE-Erwerbseinkommens als
Validenlohn
.
Gemäss dem IV-Rundschreiben Nr.
303
des Bundesamtes für Sozialversicherungen betrug der Ta
bellenlohn
per
1.
Januar 2012
Fr.
77'000.-
-
(IV-Rundschreiben Nr.
303 vom
7.
Dezember 2011)
und blieb in den folgenden Jahren bis 31. Dezember 2014 unverändert (vgl. IV-Rundschreiben Nr. 317 vom 17.
Oktober
2012, Nr.
324 vom 27. November 2013 und Nr. 329 vom 18. Dezember 2014). Für
den Zeitpunkt des
frühst
möglichen Rentenbeginns, das ist 1.
Dezember 2014
, (sechs Monate nach Eingang der Anmeldung [25. Juni 2014], vgl. Urk. 6/36 und Aktenverzeichnis; E.
1.3) ist das
Valideneinkommen
demnach auf Fr.
77‘000.-- festzusetzen
.
6.3
Unter Hinweis auf das medizinische Belastungsprofil sowie
die
fehlende
Berufs
ausbildung der Beschwerdeführerin ist
z
ur Ermittlung des Invaliden
einkommens
mit der Beschwerdegegnerin
auf das standardisierte monatliche Einkommen für
einfach
e
und repetitive
Hilfstätigkeiten (LSE 2012, S. 34, Tabelle TA1, Total, Kompetenzniveau 1, Frauen) von Fr. 4‘112.
--
abzustellen. Unter Berücksichtigung der durc
hschnittli
chen
Arbeitszeit im Jahr 2014 von 41.
7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen (NOGA 2008), in Stunden pro Woche
, 1990-2
015, A-S) sowie der Nominallohn
entwicklung bis ins Jahr 2014
(Indexstand 2630 [2012] auf 2673 [2014], vgl. Bundesamt für Statistik, Arbeitsmarktindikatoren 2016, T 35 Entwicklung der Nominallöhne, der Kon
sumentenpreise und der Reallöhne, 1976–2015, Frauen)
ergibt sich
für ein 60
%
-Pensum
ein Jahreseinkommen von
rund
Fr.
31‘369
.
30
(Fr. 4‘112.-- : 40 x 41.
7 x 12
x 0.6
: 2630 x 2673).
Mit Verweis auf das unter E.
1.6 Gesagte ist der
Beschwerdeführer
in zufolge der sich aus dem ärztlichen Zu
mutbar
keitsprofil ergebenden beträchtlichen Einschr
änkungen (Tätigkeit ohne
Stress, Zeitdruck
, erhöhte Anforderungen an di
e geteilte Aufmerksamkeit,
Umstellungs-, Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit, dies bei einem tra
gen
den Betriebsklima
sowie mit
sehr tiefe Anforderungen an die intellektu
ellen Fähigkeiten)
ein Abzug von
10 % zu gewähren
(vgl. Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
Art.
28a N 106 mit Hinweisen)
. Demnach beträgt das Invalideneinkommen rund Fr.
28‘232.
40
(Fr.
31‘369.--
x 0.90).
Wird das
Valideneinkommen
von
Fr. 7
7
‘
000
.--
dem Invalideneinkom
men gemäss LSE von
Fr. 28‘232.
40
gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbsein
busse von Fr.
48
‘
767
.
60
, was
eine
n
rentenbegründenden
In
validitätsgrad von
63.
33
%, gerundet
6
3
%, ergibt.
6.4
Der Anspruch auf die
Dreiviertelsrente
entstand nach dem Gesagten am 1. Dezember 2014. Zu diesem Zeitpunkt bezog die Beschwerdeführerin noch kein Taggeld nach Art. 22 IVG, weshalb Art 29. Abs. 2 IVG keine Anwen
dung
findet. Jedoch wurde ein Taggeld während der beruflichen Abklärungs
massnahme im
Y._
für den Zeitraum 19. Januar bis 15. Februar 2015 gesprochen (Verfügung vom 19. Januar 2015, Urk. 6/61) und wird die Beschwer
degegnerin bei der Leistungsberechnung Art. 47
Abs. 1
ter
IVG und Art. 20
ter
IVV zu beachten haben.
Die angefochtene Verfügung vom
2
0.
Mai 2016
ist daher in
teilweiser
Gut
heis
sung der Beschwerde aufzuheben
,
und
es ist
festzustellen, dass die Be
schwerdeführerin ab 1. Dezember 2014 Anspruch auf eine
Dreiviertel
s
rente
hat.
7
.
7
.1
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Verfahren für die unterliegende Par
tei kostenpflichtig. Die Kosten sind unabhängig vom Streitwert nach
dem Verfah
rensaufwand festzulegen und vorliegend auf Fr. 600.-- anzusetzen. Da die Beschwerdeführerin bezüglich des Rentenanspruchs an sic
h obsiegt (vgl. unten E. 7
.2), sind die Kosten vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen.
7
.2
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts rechtfertigt der Umstand allein, dass einem Beschwerdeführer in einem Beschwerdeverfahren eine geringere Teilrente als beantragt zugesprochen wird, noc
h keine Reduktion der Partei
ent
schädigung, jedenfalls soweit der Aufwand nicht vom beantragten Um
fang der Rente beeinflusst wird (Urteil des Bundesgerichts 9C_466/2007 vom 25. Januar 2008 E. 5). Entsprechend steht der Beschwerdeführerin eine
ungekürzte
Prozessentschädigung (§ 34 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht [
GSVGer
]) zu, die beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr.
220
.-- er
messensweise auf Fr.
1‘8
00
.-- (inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer) festzusetzen und von der Beschwerdegegnerin zu bezahlen ist.