Decision ID: 4f8466f5-0039-516c-8b59-4e6ce97775f7
Year: 2004
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ A. H., geb. 1968, ist iranische Staatsangehörige. Sie reiste am 23. Juli 1996 mit
ihrem damaligen Ehemann und den gemeinsamen Kindern R., geb. 1987, A., geb. 1989
und M., geb. 1995, in die Schweiz ein, wo sie um Asyl ersuchten. Mit Verfügung vom
17. Dezember 1996 wies das Bundesamt für Flüchtlinge die Asylgesuche ab und
ordnete die Wegweisung aus der Schweiz an. Mit Urteil vom 23. Februar 1999 wies die
Schweizerische Asylrekurskommission die gegen die Abweisung der Asylgesuche
erhobene Beschwerde ab.
Mit Entscheid vom 1. September 2000 wurde die Ehe geschieden, und die Kinder
wurden unter die elterliche Sorge der Mutter gestellt.
A.H. und ihre Kinder stellten im Juni/Juli 1999 ein Wiedererwägungsgesuch, welches
von der Asylrekurskommission mit Entscheid vom 21. September 2000 gutgeheissen
wurde. Das Bundesamt für Flüchtlinge wurde angewiesen, den Aufenthalt von A. H.
und ihren Kindern nach den Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme zu regeln.
Mit Verfügung vom 26. September 2000 ordnete in der Folge das Bundesamt für
Flüchtlinge die vorläufige Aufnahme an.
Am 3. Juli 2003 ersuchte A. H. um Erteilung humanitärer Aufenthaltsbewilligungen für
sich und ihre Kinder. Am 24. Oktober 2003 erteilte das Ausländeramt die
Aufenthaltsbewilligungen.
Am 12. Dezember 2003 heiratete A. H. in St. Gallen ihren Landsmann M. H., geboren
1965. Dessen Asylgesuch vom 11. Januar 2001 war vom Bundesamt für Flüchtlinge mit
Verfügung vom 5. Juni 2003 abgewiesen worden.
Am 30. Januar 2004 ersuchte A. H. um Erteilung einer Jahresaufenthaltsbewilligung für
ihren Ehemann. Mit Schreiben vom 5. Februar 2004 teilte das Ausländeramt der
Gesuchstellerin mit, aufgrund der Ausschliesslichkeit des Asylverfahrens könne kein
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Verfahren um Erteilung einer fremdenpolizeilichen Aufenthaltsbewilligung eingeleitet
werden. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass gegen diese Mitteilung kein
ordentliches Rechtsmittel eingelegt werden könne.
Mit Entscheid vom 29. März 2004 wies die Asylrekurskommission die Beschwerde von
M. H. gegen die Verweigerung des Asyls ab. Am 1. April 2004 forderte das Bundesamt
für Flüchtlinge den Gesuchsteller auf, die Schweiz bis 27. Mai 2004 zu verlassen.
B./ Mit Eingabe vom 25. Mai 2004 erhoben die Eheleute H. durch ihren Rechtsvertreter
Rekurs beim Justiz- und Polizeidepartement und beantragten, das Gesuch um
Familiennachzug vom 30. Januar 2004 sei gutzuheissen. Zur Begründung wurde unter
anderem angeführt, die Mitteilung des Ausländeramts vom 19. Mai 2004 sei als
Verfügung zu betrachten.
Mit Entscheid vom 6. Juli 2004 trat das Justiz- und Polizeidepartement auf den Rekurs
nicht ein. Es erwog, aufgrund der Ausschliesslichkeit des Asylverfahrens könne vom
Zeitpunkt der Einreichung eines Asylgesuchs bis zur Ausreise nach einer
rechtskräftigen Ablehnung oder bis zur Anordnung einer Ersatzmassnahme bei nicht
durchführbarem Vollzug kein Verfahren um Erteilung einer fremdenpolizeilichen
Bewilligung eingeleitet werden, wenn kein Anspruch auf Erteilung einer solchen
bestehe. Im vorliegenden Fall bestehe kein Rechtsanspruch auf Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung für M. H.. Dessen Ehegattin verfüge über eine
Aufenthaltsbewilligung und damit nicht über einen Rechtsanspruch auf Anwesenheit.
Sie könne daher über den Familiennachzug nicht mehr Rechte auf ihren Ehegatten
übertragen als ihr selbst zustehen würden.
C./ Mit Eingabe vom 23. August 2004 erhoben die Eheleute H. durch ihren
Rechtsvertreter Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Entscheid
des Justiz- und Polizeidepartements vom 6. Juli 2004 sei aufzuheben, das Gesuch um
Familiennachzug vom 30. Januar 2004 sei gutzuheissen, eventualiter sei die Vorinstanz
zu verpflichten, auf den Rekurs einzutreten, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Mit Verfügung vom 25. August 2004 wies der Präsident des Verwaltungsgerichts das
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung sowie das Gesuch
um Erlass einer vorsorglichen Massnahme ab.
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In ihrer Beschwerdeergänzung vom 28. September 2004 halten die Beschwerdeführer
an ihren Anträgen fest. Sie machen im wesentlichen geltend, die Ehefrau habe einen
Rechtsanspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung. Das Bundesgericht habe im
Entscheid 126 II 335 ff. die Frage offen gelassen, wie es sich verhalte, wenn die als
Provisorium konzipierte vorläufige Aufnahme über viele Jahre hinweg verlängert und
damit faktisch zu einem Dauerstatus würde. Auf die einzelnen Vorbringen wird, soweit
wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Die Vorinstanz beantragt die Abweisung der Beschwerde.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ a) Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs.
1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die
Beschwerdeführer sind zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert, und die
Beschwerdeeingaben vom 23. August und 28. September 2004 erfüllen zeitlich, formal
und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45
Abs. 1, Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Insoweit ist auf die Beschwerde
einzutreten.
b) Nicht einzutreten ist hingegen auf das Begehren, das Gesuch um Familiennachzug
vom 30. Januar 2004 sei gutzuheissen. Die Vorinstanz hielt im angefochtenen
Rekursentscheid fest, aufgrund der Ausschliesslichkeit des Asylverfahrens könne kein
Gesuch um Erteilung einer fremdenpolizeilichen Bewilligung eingeleitet werden.
Dementsprechend trat sie auf den Rekurs nicht ein, da sie die Mitteilung der
Rechtslage durch das Ausländeramt gemäss der Rechtsprechung des
Verwaltungsgerichts (GVP 1999 Nr. 14) nicht als anfechtbare Verfügung betrachtete.
Wenn im vorliegenden Fall bei der Beschwerdeführerin ein Rechtsanspruch auf
Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung anerkannt würde, wäre die Angelegenheit zur
erstmaligen materiellen Behandlung des Familiennachzugsbegehrens an das
Ausländeramt zurückzuweisen, da dieser Punkt nicht Gegenstand des
Rekursentscheids war.
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2./ Die Beschwerdeführer rügen eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Die Vorinstanz
habe sich nicht mit der in der Rekursbegründung dargelegten Lehrmeinung
auseinandergesetzt, wonach der auf Art. 8 der Europäischen
Menschenrechtskonvention (SR 0.101, abgekürzt EMRK) gestützte
Familiennachzugsanspruch in allen Fällen einer schwerwiegenden persönlichen
Notlage zur Anwendung komme, namentlich auch bei Personen, die im Besitz einer
Härtefallbewilligung nach Art. 13 lit. f Verordnung über die Begrenzung der Zahl der
Ausländer (SR 823.21, abgekürzt BVO) seien.
Die Vorinstanz hat schlüssig begründet, weshalb sie aufgrund einer Härtefallbewilligung
keinen Rechtsanspruch auf Familiennachzug annahm. Sie stützte sich u.a. auf die
Rechtsprechung des Bundesgerichts und ein Handbuch zum Ausländerrecht. In
diesem wird ausdrücklich auf die Kritik an der bundesgerichtlichen Praxis Bezug
genommen (vgl. Uebersax, in: Uebersax/Münch/Geiser/Arnold, Ausländerrecht, Basel
2002,. Rz. 5.158). Bei dieser Sachlage ist es nicht als Gehörsverletzung zu betrachten,
wenn die Vorinstanz nicht explizit auf den ebenfalls die bundesgerichtliche Praxis
kritisierenden Aufsatz von Tarkan Göksu (Asyl 1/04, S. 17) einging. Der Anspruch auf
rechtliches Gehör gebietet nicht, dass sich die Behörde mit sämtlichen Vorbringen
auseinandersetzen muss (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St.
Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 1057).
3./ Streitig ist im vorliegenden Fall, ob ein Rechtsanspruch auf Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung für den Ehemann besteht. Dies würde den Grundsatz der
Ausschliesslichkeit des Asylverfahrens (Art. 14 Abs. 1 des Asylgesetzes, SR 142.31,
abgekürzt AsylG; vgl. auch GVP 1999 Nr. 14) ausser Kraft setzen. Danach kann vom
Zeitpunkt der Einreichung eines Asylgesuchs bis zur Ausreise nach der rechtskräftigen
Ablehnung oder der Anordnung einer Ersatzmassnahme kein Verfahren um Erteilung
einer fremdenpolizeilichen Aufenthaltsbewilligung eingeleitet werden, wenn kein
Rechtsanpruch auf Erteilung einer solchen besteht. Die Beschwerdeführer behaupten
einen solchen Anspruch und berufen sich auf Art. 8 EMRK).
a) Das Bundesgericht hat in einem neuen, während des hängigen
Beschwerdeverfahrens ergangenen Entscheid seine bisherige Praxis in der vorliegend
kontroversen Streitsache bestätigt. Es hielt fest, Art. 8 EMRK und Art. 13 Abs. 1 der
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Schweizerischen Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV) gewährleisteten das Recht
auf Achtung des Privat-und Familienlebens. Es könne diese Garantien verletzen, wenn
einem Ausländer, dessen Familienangehörige hier weilten, die Anwesenheit untersagt
und damit das Familienleben vereitelt werde. Der sich hier aufhaltende Angehörige
müsse dabei aber über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügen. Dies sei der Fall,
wenn er das Schweizer Bürgerrecht oder die Niederlassungsbewilligung besitze oder
über eine Aufenthaltsbewilligung verfüge, die ihrerseits auf einem gefestigten
Rechtsanspruch beruhe. Trotz der in der Doktrin an dieser Praxis geübten Kritik,
wonach es zu restriktiv und mit der Praxis der Konventionsorgane unvereinbar sei, die
Zulässigkeit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom Vorhandensein eines gefestigten
Anwesenheitsrechts in der Schweiz abhängig zu machen, habe es das Bundesgericht
unter Bezugnahme auf den Entscheid Gül des Europäischen Gerichtshofes für
Menschenrechte abgelehnt, hierauf zurückzukommen. Daran sei festzuhalten. Art. 8
EMRK und Art. 13 BV würden nicht absolut gelten. Es ergebe sich daraus weder ein
Recht auf Einreise oder Aufenthalt in einem bestimmten Staat noch auf Wahl des für
das Familienleben am geeignetsten erscheinenden Orts. Es genüge nicht, dass ein
ausländerrechtlicher Entscheid lediglich geeignet sei, die Gestaltung des
Familienlebens irgendwie zu beeinflussen. Erforderlich sei vielmehr ein in der
Bewilligungsverweigerung liegender behördlicher Eingriff in dieses, was das
(Vor-)Bestehen eines gesicherten Anwesenheitsrechts zumindest eines der
Familienmitglieder voraussetze. Nur wenn ein solches bestehe, sei der Bezug zur
Schweiz in der Regel derart eng, dass die Verweigerung des Aufenthalts oder des
Verbleibs der Angehörigen das Familienleben berühren und eine Interessenabwägung
im Sinne von Art. 8 Ziff. 2 EMRK gebieten könne. Wer selber keinen Anspruch auf
längere Anwesenheit in der Schweiz habe, vermöge einen solchen grundsätzlich auch
nicht einem Dritten zu verschaffen, selbst wenn eine gelebte familiäre Beziehung zur
Diskussion stehe (BGE 130 II 286 f. mit zahlreichen Hinweisen auf Literatur und
Judikatur).
b) Das Bundesgericht hat im zitierten Urteil im Falle eines Gesuchstellers, der seit über
zwanzig Jahren mit einer Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz lebte und den Nachzug
seiner Ehefrau und seiner Kinder verlangte, die Berufung auf Art. 8 EMRK bzw. Art. 13
Abs. 1 BV davon abhängig gemacht, dass dieser zumindest im Grundsatz über einen
Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und in diesem Sinn über ein
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gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügt. Es erwog, ein solches könne sich aus dem
Schutz des Privatlebens ergeben. Nach der Rechtsprechung bedürfe es hierfür
indessen besonders intensiver, über eine normale Integration hinausgehender privater
Bindungen, gesellschaftlicher oder beruflicher bzw. entsprechender vertiefter sozialer
Beziehungen zum ausserfamiliären bzw. ausserhäuslichen Bereich. Dabei habe es das
Bundesgericht abgelehnt, von einer bestimmten Aufenthaltsdauer an schematisierend
eine solche besondere, einen Anspruch auf die Erteilung eines Anwesenheitsrechts
begründende Verwurzelung in den hiesigen Verhältnissen anzunehmen. Es obliege in
erster Linie dem Gesetzgeber, darüber zu befinden, ob und wann das Ermessen der
Fremdenpolizeibehörden nach Art. 4 ANAG allein und ausschliesslich mit Blick auf eine
bestimmte Aufenthaltsdauer gerichtlich durchsetzbaren Rechtsansprüchen zu weichen
habe.
Diese Rechtsprechung sei in erster Linie zu Fällen entwickelt worden, in denen bei der
Interessenabwägung die familiären Beziehungen zum Ehegatten oder zu Kindern keine
eigenständige Rolle (mehr) gespielt hätten, da die ganze Familie gehalten gewesen sei,
die Schweiz zu verlassen, oder allein noch gestützt auf das Privatleben die Erneuerung
einer Bewilligung zur Diskussion gestanden sei. Differenziert habe das Bundesgericht
indes jene Situationen behandelt, in denen von einem kombinierten Schutzbereich von
Privat- und Familienleben auszugehen bzw. im Rahmen der Interessenabwägung
zusätzlich konkreten, gefestigten partnerschaftlichen Beziehungen Rechnung zu tragen
gewesen sei. So habe es die Möglichkeit der Ausweisung von hier straffällig
gewordenen Ausländern der zweiten Generation beschränkt und gestützt auf den
Schutz des Privatlebens einen Bewilligungsanspruch für gleichgeschlechtliche Paare
anerkannt (BGE 130 II 287 mit Hinweisen auf BGE 122 II 433 und 126 II 425). Zudem
habe es bei einer Anwesenheitsberechtigung, die über viele Jahre hinweg verlängert
worden sei und zu einem Dauerzustand geführt habe, nicht ausgeschlossen, dass den
Betroffenen ein faktisches Anwesenheitsrecht zukommen könnte, das einen
Familiennachzug zu rechtfertigen bzw. die Schweiz im Sinne eines Rechtsanspruchs zu
verpflichten vermöchte, den Betroffenen ein Anwesenheitsrecht einzuräumen, welches
ihm erlaube, die für den Nachzug erforderlichen gesetzlichen Voraussetzungen zu
erfüllen.
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c) Im konkreten Fall anerkannte das Bundesgericht bei einem 1971 in Wien geborenen
Staatsangehörigen von Serbien und Montenegro, der der ethnischen Gruppe der Roma
angehörte, fliessend Deutsch sprach, im Alter von zwölf Jahren in die Schweiz gelangte
und gestützt auf seine jeweils verlängerte Aufenthaltsbewilligung seit über zwanzig
Jahren hier wohnte, einen solchen Anspruch. Es zog in Betracht, dass der
Gesuchsteller zu Oesterreich keine Beziehungen mehr unterhielt, seinen Heimatstaat
Serbien und Montenegro nur von vereinzelten kürzeren Aufenthalten her kannte und mit
seiner in erster Linie in Oesterreich aufgewachsenen Gattin seit rund zwölf Jahren
verheiratet war (BGE 130 II 288).
d) Die Beschwerdeführer machen im wesentlichen gelten, die Berufung auf Art. 8
EMRK sei zulässig, da selbst nach der strengen Praxis des Bundesgerichts immer
dann ein Eingriff in den Schutz des Familienlebens vorliege, wenn der Wegzug für die in
der Schweiz lebenden Familienmitglieder unzumutbar erscheine und deshalb das
Familienleben nicht gelebt werden könne, wenn dem ausländischen
Familienangehörigen die Bewilligung zum Verbleib bei den Angehörigen verweigert
würde.
Wie erwähnt, ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ein Vorbestehen eines
gesicherten Anwesenheitsrechts erforderlich, um die Berufung auf Art. 8 EMRK
zuzulassen. Einen solchen Anwesenheitsanspruch hat der Beschwerdeführer
unbestrittenermassen nicht. Sein Asylgesuch wurde rechtskräftig abgewiesen, und es
wurde gegen ihn die Wegweisung verfügt. Die Ehefrau ihrerseits verfügt ebenfalls
lediglich über eine Aufenthaltsbewilligung. Diese wurde ihr gestützt auf Art. 13 lit. f BVO
erteilt. Vor der Erteilung der Aufenthaltsbewilligung verfügte sie über den Status der
vorläufigen Aufnahme. In der Beschwerde wird nun geltend gemacht, die Anwesenheit
der Ehefrau und der Kinder entspreche zumindest einem faktischen
Anwesenheitsrecht.
e) Die Beschwerdeführerin lebt noch nicht während einer aussergewöhnlich langen
Zeitdauer in der Schweiz, wie es beim Gesuchsteller in der vom Bundesgericht
beurteilten Streitsache der Fall war, sondern erst seit rund acht Jahren. Private oder
berufliche Beziehungen, welche eine aussergewöhnliche Integration der
Beschwerdeführerin zu dokumentieren vermöchten, sind nicht aktenkundig und werden
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in der Beschwerde auch nicht geltend gemacht. Die Beschwerdeführerin arbeitet
teilzeitlich als Angestellte eines Personalrestaurants. Nach ihrer Scheidung heiratete sie
einen iranischen Staatsangehörigen, dessen Asylgesuch abgewiesen worden war.
Auch dies zeigt, dass sie persönlich noch immer im Milieu ihrer Landsleute verwurzelt
ist.
Der Vollzug der Wegweisung wurde von der Asylrekurskommission im
Wiedererwägungsverfahren aufgrund der Menschenrechtslage und der
Wahrscheinlichkeit einer asylrelevanten Verfolgung in Iran als grundsätzlich zulässig
betrachtet. Die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs wurde aber im wesentlichen
mit der Situation der Kinder bzw. der Rolle der Beschwerdeführerin als deren
alleinerziehender Mutter begründet. Ins Gewicht fiel namentlich auch die Gefahr, den
geschiedenen Ehemann nicht mehr auf seiner Unterhaltspflicht behaften zu können
(obwohl im Scheidungsurteil gar keine solche festgelegt wurde, da die Betroffenen
damals von der Sozialhilfebehörde unterstützt wurden), sowie die Tatsache, dass zwei
der drei Kinder die Religionszugehörigkeit gewechselt hatten.
Im gegenwärtigen Zeitpunkt ist die Sachlage gegenüber jener im Zeitpunkt des
Entscheids der Asylrekurskommission wesentlich verändert. Die beiden Söhne leben
nach den Angaben der Beschwerdeführerin beim Vater. Auch befindet sich die
Beschwerdeführerin nach der erneuten Heirat nicht mehr in derselben schwierigen
familiären Situation, in welcher sie sich im Zeitpunkt des Entscheides der
Asylrekurskommission befand. Bei einer Rückkehr wäre eine Gefahr von Repressalien
der Verwandten ihres ersten Ehemannes aufgrund der Heirat mit dem
Beschwerdeführer erheblich kleiner. Die Trennung von den älteren Kindern vollzog sie
zudem selbst. Im Falle einer Rückkehr in den Herkunftsstaat befindet sich die
Beschwerdeführerin in der Lage einer verheirateten Frau, welche die Sorge über ein
Kind aus erster Ehe hat. Aufgrund der Wiederverheiratung fällt auch die Frage von
persönlichen Unterhaltsleistungen des geschiedenen Ehemannes ausser Betracht.
Zudem hat die Beschwerdeführerin Angehörige im Herkunftsstaat.
Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die Zumutbarkeit einer Rückkehr
im heutigen Zeitpunkt aufgrund der Heirat und der Uebertragung der elterlichen Obhut
der beiden Söhne auf den Vater nicht mehr mit den von der Asylrekurskommission
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angeführten Gründen verneint werden könnte. Es sind wesentliche Gründe, die für die
Unzumutbarkeit einer Rückkehr sprachen, weggefallen. Daher kann eine Rückkehr in
den Heimatstaat nicht als ausserhalb jeder realen Möglichkeit stehend betrachtet
werden. Der ausländerrechtliche Status der Beschwerdeführerin unterscheidet sich
nicht wesentlich von jenem anderer Inhaberinnen einer Jahresaufenthaltsbewilligung,
die seit weniger als zehn Jahren in der Schweiz leben und bei denen eine Rückkehr
zwar mit gewissen Schwierigkeiten, aber nicht geradezu unüberwindlichen Problemen
verbunden wäre.
Die Beschwerdeführer machen im wesentlichen unter Berufung auf Kritik an der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung geltend, die faktische Anwesenheit aufgrund
einer vorläufigen Aufnahme bzw. die im Anschluss an eine solche erteilte
Härtefallbewilligung verschaffe einen Rechtsanspruch auf Aufenthalt. Dieser Ansicht
kann nicht gefolgt werden. Namentlich handelt es sich bei der vorläufigen Aufnahme
um einen provisorischen Status, der bei einer Aenderung der für die Anordnung
massgebenden Verhältnisse ohne weiteres wieder aufgehoben werden kann. Im
vorliegenden Fall kommt hinzu, dass sich die persönlichen und familiären Verhältnisse
seit der Erteilung der Härtefallbewilligungen gemäss Art. 13 lit. f BVO wesentlich
verändert haben, weshalb nicht angenommen werden kann, eine Rückkehr in den
Herkunftsstaat sei künftig nachgerade ausgeschlossen.
f) Zusammenfassend ergibt sich, dass im vorliegenden Fall weder von einem
aussergewöhnlich langen Aufenthalt noch von einer besonderen Verwurzelung der
Beschwerdeführerin in der Schweiz gesprochen werden kann. Eine Rückkehr in das
Heimatland ist zudem zumutbar. Damit hat die Vorinstanz einen Rechtsanspruch auf
Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung für den Ehemann zu Recht verneint. Folglich
berief sich das Ausländeramt zu Recht auf den Grundsatz der Ausschliesslichkeit des
Asylverfahrens, womit die Beschwerde als unbegründet abzuweisen ist.
4./ Dem Verfahresausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens den Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS
941.12). Der geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist zu verrechnen.
Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98bis VRP).
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