Decision ID: ddc0edfb-80ea-4461-ba72-c450d3d91695
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1962
,
e
rlitt im
2.
Lebensjahr einen ischämi
schen Infarkt, welcher verschiedene Gesundheitsschäden nach sich zog.
Sie ab
solvierte eine
zweijährige kaufmännische Lehre und war danach bis 1994 im kaufmännischen Bereich tätig (vgl. Urk. 12/1).
Zuletzt war sie
als Reinigerin
selbständig erwerbs
tätig
(vgl.
Urk.
12/3 S. 5)
. I
m
September
2009 meldete sie sich erstmals unter Hinweis auf bestehende Resid
u
en des erlittenen Infarkts
(namentlich
eine
linksseitige
Behinderung an Arm und Bein
infolge einer Hemi
parese
links
)
sowie eine Kniearthrose, welche
im Februar 2009
eine
Kniearthro
plastik
erforderlich
ge
macht
hatte
,
b
ei der Invalidenversicherung zu
m
Leis
tungsbezug
an (Urk.
12/3
)
. Nach getätigten Abklärungen in medizinischer und erwerblicher Hinsicht (einschliesslich Abklärungsbericht für
Selbständigerwer
bende
) verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 8.
März 2011 gestützt auf ei
nen errechneten Invaliditätsgrad von 36 % erstmals den Anspruch von
X._
auf eine Invalidenrente (Urk.
12/3
2
). Diese Verfügung blieb unangefochten.
2.
A
m 21.
Juli 2013 wandte sich
X._
erneut an die IV-Stelle unter Hinweis darauf, dass sich ihre Knie- bzw. Rückenschmerzen verschlim
mert hätten
(Urk.
12/33).
Mit Schreiben vom 26.
Juli 2013 wies die IV-Stelle die Versic
herte darauf hin, dass sie – damit auf den erneuten Rentenantrag einge
treten werden könne -
glaubhaft machen
müsse, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit Erlass der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten
und
sie
hie
r
zu
entsprechende aktuelle Beweismittel (
namentlich
Arztberichte)
einzu
reichen habe
(Urk. 12/34). Die Versicherte liess in der Folge durch
die
behan
delnden
Ärzte
der
Klinik
Y._
verschiedene
medizinische
Berichte
nach
r
eiche
n (Urk. 12/36-3
9
). Gestützt
dar
auf sowie nach Einholung einer Stellung
nahme des Regionalen
Ärztlichen Dienstes
der IV-Stelle (RAD; vgl.
Urk. 12/42) sowie nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(Urk. 12/43 ff.) verneinte die
IV-Stelle mit Verfügung vom 17.
Februar 2014 abermals den Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
2).
3.
Dagegen
liess
X._
hierorts mit Eingabe vom 4. März 2014 Beschwerde erheben und sinngemäss die Zusprache einer halben Invalidenrente beantragen (
Urk.
1 in Verbindung mit
Urk.
3/3).
Mit Eingabe vom 31. März 2015 liess sie ergänzend einen weiteren ärztlichen Bericht der
Klinik Y._
nachreichen
(Urk.
7-8). Die IV-Stelle beantragte mit Vernehmlassung vom 22. April 2015 Abweisung der Beschwerde (Urk. 11), was der Versicherten am 24. April 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV), so ist im
Beschwerdeverfah
ren
zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch re
levante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei
gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Ex
perten begründet sind (BGE 125 V 352
Erw
. 3a, 122 V 160 f.
Erw
. 1c, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die angefochtene Verfügung zur Hauptsache damit, die Abklärungen hätten ergeben, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten verschlechtert habe. Die angestammte selbständige Tätigkeit in der Reinig
ung sei ihr nicht mehr zumutbar
.
Hi
ngegen
seien
ihr leichte wechselbelastende Tä
tigkeiten
, welche vorwiegend im Sitzen ausgeführt werden könnten,
weiterhin im Umfang von 80
%
zumutbar. Der Einkommensvergleich ergebe einen Invali
ditätsgrad von 28 %, weshalb kein Rentenanspruch bestehe (
Urk.
2).
2.2
Dagegen lässt die Versicherte unter Hinweis auf ihre bereits im Einwand
gemach
ten
Ausführungen zur H
auptsache vorbringen, dass ihr Gesundheitszu
stand weder eine Tätigkeit als Raumpflegerin noch eine leichtere Arbeit im Umfang von 80 % zulasse (Urk. 1 in Verbindung mit
Urk.
3/3).
3.
3.1
Da es sich vorliegend um ein Neuanmeldeverfahren handelt, ist in analoger An
wendung der Revisionsbestimmungen eine allfällige Verschlechterung der ge
sundheitliche
n Situation seit dem Erlass der
Verfügung vom
8. März 2011 (Urk. 12/32)
zu prüfen. Diese
r lagen
in medizinischer H
insicht in erster Linie
d
ie Berichte von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie FMH, vom 20. Januar 2010 (
Urk.
12/16)
und von
Dr.
med.
A._
, Oberarzt Orthopädie an der
Klinik Y._
, vom 18. Mai 2010
(Urk. 12/19)
zugrunde
. Ausgehend von den Diagnosen
c
hronische Knieschmerzen links, St. nach
Kniearthroplastik
links am 25.02.2009 bei
Varusgonarthrose
, Status nach
Quadricepssehnennaht
und
Serom-Exision
25.03.2009 sowie
residuelle
Spastik li
n
ks bei Status nach
cer
e
brovaskulärer
Embolie als Kind ging
die Verwaltung gestützt auf die Angaben ihres
RAD damals von einer (ab 1. Juli 2009 beste
henden) 50%igen Arbeitsfähigkeit in anges
tammter sowie einer medizinisch-
theoretischen Arbeitsfähigkeit von 80
% in einer wechselbelastenden
,
vorwie
gend sitzende
n Tätigkeit
aus (Feststellungsblatt für den Besc
hluss vom 27. Ja
nuar 2011; Urk.
12/29).
3.2
3.2.1
Im Rahmen der Neuanmeldung liess die Versicherte
am 26. August 2013
durch
Dr.
A._
verschiedene
ärztliche
Berichte über stattgehabte Konsultationen bzw
.
Knieinfiltrati
o
n einreichen. Darin
hatte
Dr.
A._
–
ohne
Angaben
zur Arbeits
fähigkei
t
–
im Wesentlichen folgende Diagnosen erhoben: Aktivierte
Femoro
patellararthrose
rechts, Status nach
Kniearthroplastik
links, spastische Hemiple
gie links
(
Urk.
12/38).
3.
2.2
Weiter stellte der behandelnde Neurologe
Dr.
med.
B._
, leitender Oberarzt
an
der
Klinik Y._
,
Muskulo
-Skelettal Zentrum
,
in seinem Bericht vom 27.
August 2013
, folgende Diagnosen
(
Urk.
12/39 S. 1)
:
1.
Spastisch
dekompensierte
Fussinversionsfehlstellung links mit ausgeprägter Gehbehinderung bei
St. nach
zerebrovaskulärem
ischämischem Infarkt im
2.
Lebensjahr mit
re
sidueller
, spastischer
b
einbet
onter Hemiparese links, fokaler Wachs
tumsstörung und nachfolgend
muskuloskelettalen
Folgeschäden
MRI Geh
ir
n (31.5.2010): Infarkt im Versorgungsgebiet der lateralen
len
ticulostriären
Äste sowie der
Arteria
recurrens
Heubner
mit einem Defekt des
Striatums
und des Nucleus
subthalamicus
. Beteiligung
Capsula
interna
und
pränzentrale
Corona
radiata
. Verschluss der
Ar
teria
carotis
interna
rechts mit guter Kollateralversorgung der rechten Hemisphäre über
Arteria
communicans
anterior
und
posterior
.
St. nach
arth
r
oskopischer
Teilmeniskektomie
10/07, Sturzereignis 9/07 und Total
Kniearth
r
oplastik
links 25.02.2009 mit
dekompensierter
Spas
tizität
und Gangstörung
2.
Lumbale Rückenschmerzen, DD:
spondylogen
und
myofascial
bei
mehrseg
mentalen
degenerativen Veränderungen, insbesondere der oberen Segmente.
Dr.
B._
führte im Wesentlichen aus, die neurologische Therapie
mit intramusku
lären
Botulinum
toxin
-
Injektionen im Intervall von 3-4 Monaten konzentriere sich
auf die spastische Fussfehlstellung. Seit Anfang 2013 leide die Patientin zusätzlich an progredienten, therapierefraktären lumbalen Rücken
schmerzen. Mit intramuskulärem
Botulinumtoxin
sei es gelungen, einerseits die Fussfehlstellung und andererseits die damit im Zusammenhang stehenden Schmerzen teilweise zu lindern. Die lumbalen Rückenschmerzen hätten
noch
nicht wesentlich gebessert werden können.
Zur Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
B._
aus, aus neurologischer Sicht sei der Patien
tin die Tätigkeit als Ra
umpflegerin nicht mehr zumutbar. Dies
einerseits wegen des beinbetonten
hemispastischen
Syndroms mit erheblichen
Geh
schwierigkeiten
, andrerseits wegen der progredienten Schmerzen. Zusätzlich bestünden noch Einschränkungen aufgrund orthopädischer Erkrankungen. Diesbezüglich sei eine Kontaktaufnahm
e mit dem behandelnden Orthopäd
en
Dr.
A._
empfohlen (Urk. 12/39).
3.
2.3
Dr.
med.
C._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie vom RAD hielt in seiner gestützt auf diese Akten verfassten Stellungnahme vom 27. November 2013 fest, mit der progredienten Arthrose des rechten Kniegelen
kes habe sich der Gesundheitszustand seit 23. Januar 2013 verschlechtert. Die Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit als Reinigerin betrage seit dem
23.
Januar 2013 0
% auf Dauer. Die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit bleibe mit unverändertem Belastungsprofil 80 %. Eine Schadenminderungs
pflicht sei nicht aufzuerlegen, da eine adäquate Behandlung erfolge (
Urk.
12/42 S. 4).
3.2.4
In seinem ärztlichen Bericht vom 4.
März 2014
über die Konsultation vom nämli
chen Tag
erhob
Dr.
B._
dieselben Diagnosen
wie im Bericht vom 27.
August 20
13
. Er
führte aus
, die Patientin habe sich selbständig gemeldet, da in der letzten Zeit die lumbalen Rückenschmerzen rechtsbetont deutlich zuge
nommen hätten. Die Lebensqualität sei erheblich beeinträchtigt. Die lumbalen Rückenschmerzen
balkenfö
rmig und recht
s
betont seien permanent vorhanden, insbesondere bei einseitigen Körperbelastungen (längeres Sitzen,
Liegen, bzw
.
längeres Stehen). Am besten gehe es unter Wechselbelastung. Der Schlaf sei deutlich beeinträchtigt und die täglich anfallenden Arbeiten (Haushalt usw
.
) zu
nehmend erschwert
.
Dr.
B._
ging von einem progredienten lumbalen Schmerzsyndrom aus, das unter Berücksichtigung der anamnestischen Angaben, des Untersuchungsbefundes sowie der Bildgebung
myofasc
ial
und
spondylogen
bedingt sei (Urk.
8
).
4.
4.1
Zwischen den Parteien ist grundsätzlich unstreitig, dass
gegenüber dem
medizini
schen Sachverhalt, wie er
der
anspruchs
verneinenden Verfügung vom 8. März 2011 zugrunde
lag
,
eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten und
die Versicherte in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Reini
gerin nicht mehr arbeitsfähig ist.
Während d
ie IV-Stelle
allerdings
gestützt auf die vorliegenden ärztlichen Berichte sowie die Stellungnahme des RAD
davon aus
geht
, dass die Versicherte
auch weiterhin
in einer leidensangepassten Tätig
keit im Umfang von 80 % arbeitsfähig ist
, macht
die
se
geltend
, dass
eine
Ar
beitsfähigkeit
in diesem Pensum
nicht gegeben sei.
4.2
Wenn der RAD g
estützt auf die
im Rahmen der Neuanmeldung
aufgelegten
ä
r
z
t
li
chen Berichte
von
Dr.
A._
und
Dr.
B._
zur Einschätzung gelangt
, dass
-
trotz eingetretener Verschlechterung
des Gesu
n
dheitszustandes
-
in einer
lei
densangepassten
Tätigkeit
unverändert
eine 80%ige Arbeitsfähigkeit
bestehe
, so
vermag er sich
dabei
nicht auf die Akten zu stützen
. So hatte sich
Dr.
B._
in seinem
Bericht vom 27. August 2013
lediglich zur
(nicht mehr gegebenen)
Ar
beitsfähigkeit
aus neurologischer Sicht
als Reinigungskraft geäussert, jedoch
keine Angaben
zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
gemacht
.
Auch
wies
Dr.
B._
darauf hin, dass
zusätzlich
Einschränkungen aufgrund or
thopädischer Erkrankungen bestünden
, weshalb
seine
Einschätzung von Vor
neher
e
in nicht als abschliessend bezeichnet werden k
ann
(Urk.
12/39 S.
2)
.
Was d
ie Arbeitsfähigkeit
aus orthopädischer Sicht
betrifft, lässt sich diese aufgrund der
Akten
jedoch
nicht
feststellen
,
hat sich
Dr.
A._
in de
n
am
26.
August 2013
eingereichten Bericht
en
doch dazu nicht geäussert
(
Urk.
12/38 S. 2 bis 8)
und bezogen sich d
ie
fraglichen Berichte
zudem
nur
auf
Konsultationen, welche
das
rechte
Knie
betrafen
(
und
der Standortbestimmung und
entsprechender Therapieempfehlung
beziehungsweise
den
Infiltrationen und anschliessenden Verlaufs
kontrollen dienten;
vgl.
Urk.
12/38 S. 2
ff.
)
.
Sie
befassten sich
nament
lich nicht
näher
mit de
r
in der Neuanmeldung
ebenfalls
angeführten
Rücken
problematik
,
welche
auch
in den medizinischen Akten
verschiedentlich
erwähnt wird
(vgl.
etwa
Bericht von
Dr.
A._
vom 23.
Januar 2013
[
Urk.
12/38 S. 2
]
und Berichte von
Dr.
B._
vom 27. August 2013
[
Urk.
12/39
S. 1
]
und
– nach
dem sich dieser
Bericht
auf „in der letzten Zeit“ und somit wohl auch
auf
im Zeitpunkt des Verfügungserlasses bestehende Beschwerden bezieht [
BGE 121
V 362
E. 1b in
fine
]
–
ebenfalls
derjenige
vom 4. März 2014 [
Urk.
8
]
)
.
Mit Blick auf die lumbalen
Rückenbeschwerden, welche
ausweislich der Akten
progre
dient
und
therapierefraktär sind
und die Versicherte auch im Alltag zunehmend einschränken (
vgl. wiederum
Bericht vom
4. März 2014 [
Urk.
8]
)
,
ist jedoch nicht von Vorneher
ei
n auszuschliessen, dass
- verglichen mit der Situation, wie sie bei Erlass der Verfügung vom 8. März 2011 vorlag -
die Arbeitsfähigke
i
t
auch in einer leidensangepassten Tätigkeit
durch die Rückenbeschwerden
zu
sätzlich eingeschränkt ist
.
Denn
eine leidensangepasste Tätigkeit
war
nach bis
herigem Belastungsprofil
-
aufgrund der
(
damals
im Vordergrund stehenden
linksseitigen
)
Kniebeschwerden
-
weitgehend im Sitzen zu verrichten
(
vgl. wie
derum Feststellungsblatt für den Beschluss vom 27. Januar 2011;
Urk.
12/29)
,
wohingegen
längeres Sitzen nunmehr
ebenfalls
zunehmend erschwert ist
.
Es ist denn auch nicht ersichtlich,
dass
Dr.
C._
vom
RAD
,
welcher am bisherigen
zumutbaren Arbeitspensum und
Anforderungsprofil
festgehalten hatte
,
neben de
r
Knie
arthrose
(nunmehr am rechten Knie)
auch
die
progrediente
Rücken
problematik
in seiner Beu
r
teilung
mit
berücksichtigt
h
ä
tte
(vgl
.
Stellungnahme vom 27. November 2013;
Urk.
12/42).
4.3
Fehlen jedoch
-
sämtliche Aspekte berücksichtigende
-
medizinische Berichte und äussern sich die
vorliegenden Berichte
zudem
auch nicht
hinreichend
zur Arbeitsfähigkeit,
er
weist sich der massgebliche Sa
c
h
v
erhalt
als ungenügend abgeklärt. Damit
stützt
sich die Verfügung der IV-Stelle vom
17.
Februar 201
4
auf keine zuverlässige medizinische Grundlage
ab
,
weshalb
auch
die
allein
auf
den
fraglichen Berich
te
n
beruhende
Aktenbeurteilung
durch den
RAD
nicht zu überzeugen
vermag
.
Dies führt zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie zur Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme von
rechtsgenüglichen
Abklärungen
, wobei es - nachdem die Beschwerde
-
führerin bereits längere Zeit an der
Klinik Y._
betreut wird -
allenfalls ausreicht
, diese mit den ergän
zenden Abklärungen zu beauftragen.
Im Rahmen der Abklärungen sollen sich die
beteiligten
Sachverständigen
der
relevanten medizinischen Fachrichtungen
umfassend
zum Gesundheitszust
and und
zum
Verlauf der
Arbeitsfäh
i
gkeit der Ver
s
i
cherten
im hier massgeblichen Zeitraum (seit Ergehen der letz
t
en leistungsverneinenden Verfügung
vom
8. März 2011
)
sow
ohl in angestammter als a
u
ch
– vor allem -
angepasster Tä
tigkeit äussern.
Erst gestützt
auf
rechtsgenügliche
Abklärungen (vgl. E. 1.4
hie
vor
)
wird
zu
entscheiden
sein, ob sich die tatsächlichen Verhältnisse
i
n mass
geblicher Weise verschlechtert haben beziehungsweise ob die von der Be
schwerdeführerin glaubhaft gemachte
Änderung
(Verschlechterung)
des Ge
sundheitszust
andes
in
einem
nunmehr anspruchsbegründenden
Ausmass einge
treten ist
. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
700.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 69
Abs.
1
bis
IVG). Zudem ist der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung von
Fr. 600
.-- (inklusive
Bar
auslagen
und Mehrwertsteuer) zuzusprechen (
§
61
lit
. g ATSG, in Verbindung mit
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).