Decision ID: a82351bb-b9cf-5fc5-a958-714924c95f66
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.
1
X._
, geboren
1963,
meldete sich am
8.
Oktober 1999 unter Hinweis auf Rücken
beschwerden
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/18 = Urk. 8/22). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach
ihm mit Verfügung
en
vom
1
2.
August 2003
bei einem Invaliditätsgrad von 100 %
eine ganze
R
ente von Oktober 1998 bis Juli 1999
(Urk. 8/130/7-8) und bei einem Invaliditätsgrad von 100 %
eine ganze Rente von
November 2000
bis August 2001 (Urk. 8/130/1-2)
zu
. Mit Verfügung vom
6.
August 2003 sprach sie ihm bei einem Invaliditätsgrad von 82 % eine ganze Rente ab September 2001 zu
(
Urk.
8/73,
Urk. 8/
120
).
Im Rahmen der ersten amtlichen Rentenrevision
teilte die
damals aufgrund eines Wohnortswechsels
zuständige
IV-Stelle
des Kantons Zug
dem Versicher
ten
a
m 1
2.
Juli 2005
mit, der Rentena
nspruch sei unverändert (Urk. 8/166 = Urk. 8/167
).
Nach einer psychiatrischen und orthopädischen Untersuchung durch den Re
gionalen Ärztlichen Dienst (RAD; Urk. 8/199-200)
anlässlich einer weiteren Rentenrevision
wurde dem Versicherten am 30. Dezember 2011
durch die IV
Stelle Zürich
ebenfalls
mitgeteilt, der Rentenanspruc
h sei unverändert (Urk. 8/202).
1.2
Nach
Meldung der
Aufnahme einer
Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers
seit dem
3.
Januar 2013
durch die
F._
am 2
8.
Juni 2013 (Urk. 8/208)
holte die IV-Stelle
im Rahmen einer weiteren Revision
unter ande
rem
ei
n
bidisziplinäres
Gutachten ein;
das psychiatrische Teilgutachten wurde am 2
4.
Januar 2015 (Urk. 8/242) und das internistisch-rheuma
tologische
Teil
gutachten
am 2
9.
Januar 2015
(
Urk. 8/244
)
erstattet. Nach er
gangenem Vorbe
scheid (Urk.
8/252
) hob di
e IV-Stelle mit Verfügung vom 1
5.
Mai 2015
die bis
her ausgerichtete Rente
rückwirkend per
1.
Januar 2013 auf (Urk. 8/253
= Urk. 2) und stellte die Rückforderung
zu Unrecht bezogener
Leistungen in Aus
sicht (S. 3 Mitte).
2.
Der
Versicherte erhob am 1
4.
Juni 2015
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 1
5.
Mai 2015 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei die
Unzulässigkeit der rückwirkenden Rentenherabsetzung beziehungsweise
-
auf
he
bung
festzustellen und die bisherige ganze Invalidenrente revisionsweise per
1.
Juli 2015 auf eine halbe Rente herabzusetzen (
Urk.
1 S. 2 Ziff. 1-3). Eventuell –
für den Fall, dass eine rückwirkende Rentenherabsetzung beziehungsweise
aufhebung
als zulässig beurteilt
würde –
sei
ihm
über den 1.
Januar 2013 hinaus weiterhin eine halbe Invalidenrente auszurichten (S. 2 Ziff. 4). Zudem sei festzustellen, dass eine Rückforderung von bisherigen Ren
tenzahlungen unzulässig sowie verwirkt sei (Ziff. 5).
Die IV-Stelle beantra
gte mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
August 2015 (Urk. 7
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer
am 7. Sep
tember
zur Kenntnis geb
racht (
Urk.
12
).
Mit Gerichtsverfügung vom 2
3.
Oktober 2015
wurden antragsgemäss (vgl. Urk.
1 S. 2
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt (Urk.
13).
Am 1
0.
Oktober 2016 reichte der Rechtsvertreter seine Honorarnote ein (
Urk.
16).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
Bundesgesetz über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe
Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revi
sionsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.1 mit Hinweisen).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.
1
Die Beschwerdegegnerin
hielt
in der angefochtenen Verfügung vom 15. Mai 2015 (Urk. 2)
fest,
vo
m
F._
am 28. Juni 2013 darüber infor
miert worden zu sein, dass der Beschwerdeführer seit dem 3. Januar 2013 zu 50 % beim
Y._
als Trainings- und
Gesundheitsinstruktor
arbeite. Die Arbeitsaufnahme als Trainings- und
Gesundheitsinstruktor
und somit auch der Umstand der Verbesserung seines gesundheitlichen Zustandes seien ihr mit Mitteilung vom 2
8.
Juni 2013 nicht rechtzeitig gemeldet worden. Es liege
damit
vom
3.
Januar bis zum 28. Juni
2013
eine Meldepflichtverletzung vor. Im Rahmen der Rentenrevision seien medizinische Abklärungen durchge
führt worden
,
gemäss welchen
mindestens
seit Aufnahme der Tätigkeit als Trainings- und
Gesundheitsinstruktor
von einer Verbesserung des Gesundheits
zu
standes auszu
gehen
sei
. Aufgrund der medizinischen Beurteilung sei dem Beschwerdeführer eine behinderungsangepasste Tätigkeit, unter Berücksichti
gung von körperlich leichten bis gelegentlich mittelschwe
ren Tätigkeiten, die den Rücken und die Hüftgelenke schonen,
wobei er
mit Lasten bis
zu
15 kg
hantieren könne,
zu 100 % zumutbar (S. 2).
Dabei errechnete d
ie
Beschwer
degegnerin
einen
Invali
ditätsgrad
von 3 %
. Da der Invaliditätsgrad seit Januar 2013 unter 40 % liege und der Beschwerdeführer seiner Meldepflicht nicht nachgekommen sei, müsse die Invalidenrente rückwirkend aufgehoben werden
(S. 3 oben).
2.2
Der Beschwerdeführer
stellte sich hingegen auf den Standpunkt (Urk. 1), dass keine Verl
etzung der Meldepflicht vorliege
, denn das Schreiben vom 2
8.
Juni 2013 sei von seiner
Beiständin
verfasst worden. Eine rückwirkende
Rentenauf
hebung
beziehungsweise –
anpassung
erweise sich als unzulässig (S. 6 Ziff. 4). Zudem sei zu keine
m
Zeitpunkt eine Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetreten, der Gesundheitszustand sei seit Jahren auf sch
lechtem Niveau stabil. Das
bi
disziplinäre
Gutachten
habe
dies im Ergebnis
bestätigt
, indem
darin
keine Verbesserung des Gesund
heitszustandes bejaht
worden sei
. Vielmehr
habe der psychiatrische Gutachter eine andere Bewertung des Gesundheitszu
standes als die bislang rapportierenden Psychiater vorgenommen. Das psychi
atrische Teilgutachten sei – aus näher genannten Gründen – als Beweismittel gänzlich untauglich (S. 7 f. Ziff. 7). Ein revisionsrechtlicher Tatbestand bestehe somit nur insoweit, als er durch seine Tätigkeit als Instruktor nun ein höheres Einkommen erzielt habe, welches als Invalideneinkommen bei der
Invaliditäts
bemessung
anzurechnen sei (S. 9 Ziff. 7).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die rückwirkende Rentenaufhebung per
1.
Januar 2013 rechtens war.
F
ür die anspruchserhebliche Änderung des Invaliditätsgrades
ist
dabei der Sach
verhalt im Zeitpunkt der zweiten Rentenbestätigung im Dezember 2011
mit
demjenigen, welcher der hier angefochtenen Verfügung vom 1
5.
Mai 2015 zugrunde lag
, zu vergleichen
.
2.4
Die Beschwerdegegnerin hat in der angefochtenen Verfügung bezüglich einer allfälligen Rückforderung eine entsprechende separate Verfügung in Aussicht gestellt (Urk. 2 S. 3 Mitte).
Eine solche liegt nicht
vor, weshalb es diesbezüglich an einem Anfechtungsobjekt fehlt und in diesem Punkt nicht auf die Beschwerde einzutreten ist.
3.
3.1
Der rechtskräftigen Rentenbestätigung vom 3
0.
Dezember 2011 (Urk. 8/202)
lag
im Wesentlichen die
bidisziplinäre
Untersuchung durch den Regionalen Ärztli
chen Dienst (RAD) zugrunde,
wobei der psychiatrische Untersuchungsbericht
am
8.
Dezembe
r
2011
(Urk. 8/199) und der orthopädische Untersuchungsbericht
am 2
0.
Dezember 2011 (Urk. 8/200) erstattet wurden.
3.2
Der Beschwerdeführer wu
rde am
6.
Dezember
2011 durch
Dr.
med. Samuel
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, RAD,
psychiatrisch untersucht, nachdem er zum Termin vom 2
5.
Oktober 2011
unabgemeldet
ni
cht erschienen war
(Urk. 8/198-199)
.
Dr.
Z._
führte in seinem
psychiatrischen
Untersuchungsbericht
vom 8. Dezember 2011 (Urk. 8/199)
aus, dass er bei an sich gleich gebliebenem gesundheitlichem Schaden seit der letzten Rentenverfügung eine andere psychi
atrische Diagnostik vornehme. Seiner Ansicht nach bestehe eine
,
unter nachge
hender Behandlung zur Verminderung eines Rückfallrisikos, gegenwärtig remittierte depressive Störung (ICD-10 F33.4). Es bestehe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seit Beginn der ersten Rentenverfügung eine
Persönlich
keitsstörung
mit teils schizoiden, teils geringer Frustrationstoleranz, teils aber
nicht näher bezeichneten pathologischen Merkmalen. Deshalb diagnostiziere er eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Es bestehe daneben ein Abhängigkeitssyndrom durch Kokain (ICD-10 F14.2)
ebenfalls
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Zur letzteren Diagnostik sei anzumerken, dass
er der Einschätzung
des
Versicherte
n, der
seine Kokainabhängigkeit als die Arbeitsfähigkeit nicht einschränkend beurteile, im Gegenteil sogar davon ausgehe, dass der Kokainkonsum es ihm erst recht ermögliche, an die Arbeitsstelle zu erscheinen
, aus medizinischer Sicht nicht folgen könne. Die Kokainabhängigkeit habe das Durchhaltevermögen des Versi
cherten massiv geschädigt
,
zu psychosozial äussert belastenden Situationen geführt (riesiger finanzieller Schuldenberg; kaum mehr fähig, nachgehende zwischenmenschliche Beziehungen eingehen zu können) und die Arbeitsfähig
keit eingeschränkt (S. 6 unten).
Dr.
Z._
kam zum Schluss, dass sich gegenüber der letzten Rentenverfügung keine gesundheitliche Verbesserung mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit eingestellt habe. Der Versicherte sei auch aus medizinischer Sicht
zu insta
bil
,
um
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Einglie
derung zu bestehen. Zudem zeig
e
er diesbezüglich keine Motivation (S. 7 oben).
3.3
Der Beschwerdeführer wurde
ebenfalls
am
6.
Dezember 2011
durch
Dr.
med. A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
RAD, orthopädisch untersucht (Urk. 8/200).
Dr.
A._
nannte in seinem Untersuchungsbericht vom 2
0.
Dezember 2011 die fol
genden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 5 oben):
chronisch rezidivierende Lumbalgie mit diskreter
Sensibilitätsab
schwä
chung
am linken Bein bei anamnestisch bestehender
Spondy
lolisthese
der unteren Lendenwirbelsäule (fraglich L4/5 oder L5/S1)
belastungsabhängiger Schmerz des rechten Hüftgelenkes bei klinischem Verdacht auf beginnende
Coxarthrose
respektive degenerative
Labrum
läsion
Beim Beschwerdeführer sei anhand der vorliegenden medizinischen Berichter
stattung und der körperlichen Untersuchung ein somatischer
Gesundheits
scha
den
ausgewiesen, der die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige.
Er
sei in seiner bishe
rigen Tätigkeit als
Bauspengler
aus orthopädischer Sicht nicht beziehungsweise zu maximal 20 % arbeitsfähig seit dem
6.
Dezember 201
1.
In optimal ange
passter Tätigkeit
sei
jedoch aus somatis
cher Sicht eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit ge
ge
ben
ab dem
6.
Dezember 2011, sofern das nachfolgende Belastungsprofil berücksichtigt sei: körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere wechselbe
lastende Tätigkeit ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 kg,
ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne
häufige wirbelsäule
n
belastende und hüftgelenks-kniegelenksbelastende
Zwangs
haltungen
und Tätigkeiten, ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände, ohne andauernde Vibrationsbelastungen und Nässe-/Kälteexposition (S. 5 Mitte).
Eine begründete Aussage zu einer eventuellen Änderung des Gesundheits
zustan
des gegenüber der letzten massgeblichen Verfügung sei aus somatischer Sicht nicht möglich, da bisher lediglich psychische
Gesundheits
schäden
beschrieben worden seien (S. 5 unten).
3.4
Die Beschwerdegegnerin kam sodann zum Schluss, dass sich der
Invaliditäts
grad
des Beschwerdeführers
von 82 %
nicht geändert h
abe, weshalb er weiter
hin
Anspruch auf
eine
ganze Rente habe
(Urk. 8/20
2, vgl. Urk. 8/202 S. 5 Mitte).
4.
4.1
Beim Erlass der angefochtenen Verfügung vom 1
5.
Mai 2015 (Urk. 2) stützte sich die Bes
chwerdegegnerin
auf die nachfolgenden Berichte.
4.2
Dr.
med. B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in seinem Bericht vom
8.
August 2014 (Urk. 8/230) aus, dass er den
Beschwerde
führer seit Dezember 2000 ambulant behandle (Ziff. 1.2). Er nannte die folgen
den Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
rezidivierende depressive Verstimmungen bei
chronifizierter
depressiver Ent
wicklung (ICD-10 F33.1, F34.1) seit 2001
lumbosak
rales
Syndrom bei degenerativer Veränderung der
Lenden
wirbel
säule
Der Beschwerdeführer leide seit Jahren an einem chronischen depressiven Zustandsbild von wechselnder Intensität. Trotz intensiven therapeutischen Bemühungen (Psychotherapie,
antidepressive Medikation) habe das
Zustands
bild
nicht gebessert werden können. Es bestehe ein
wechselndes depressives
Zustandsbild mit tageweise schwere
r
Antriebslosigkeit, Niedergeschlagenheit,
disphorischer
Stimmung mit negativen Gedanken und teil
s
schweren Schlaf
störungen. Dazwischen
gebe
es bessere Tage (Ziff. 1.4).
Dem Beschwerdeführer sei es nicht möglich, einer geregelten Arbeit nachzuge
hen.
Im
Jahr
2012 habe er gelegentlich als Aushilfe und von 2013 bis 2014 unregelmässig durchschnittlich zirka 30 % als Trainer in einem Fitnesscenter gearbeitet. Seine Arbeitsleistung liege unter 30 %. Es handle sich um eine Art geschützten Arbeitsplatz, da die Absenzen vom Arbeitgeber toleriert würden. Die Arbeitsfähigkeit in freier Wirtschaft dürfe
daher
um einiges tiefer liegen.
Versuche des Beschwerdeführers
,
die Arbeitsleistung zu steigern
,
seien miss
lungen. Arbeitsversuche als Spengler
hätten
wegen Rückenschmerzen abgebro
chen werden
müssen
. Es sei nicht damit zu rechnen, dass die Arbeitsleistung gesteigert werden könne (Ziff. 1.7, S. 6 oben).
4.3
Prof.
Dr.
med. habil. C._
, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie und Psychotherapie,
erstattete
das von der Beschwerdegegnerin
in Auftrag gegebene
psychiatrische Gutachten
am 2
4.
Januar 2015 (Urk. 8/242) gestützt auf die ihm überlassenen Akten (S. 5 Ziff. A.3), die Angaben des Beschwerdeführers (S. 5 ff. Ziff. B) und auf seine am 2
3.
Januar 2015 durchge
führt
e psychiatrische Untersuchung (S. 3 Ziff. A.1
).
Prof.
C._
führte aus, dass d
er Beschwerdeführer
nach eigenen Angaben seit zirka zwei Jahren in einem 50 %-Pensum als Fitnesstrainer
arbeite
. Davor sei er als Teilzeittrainer mit 30 % bis 40 % in einem Fitnesszentrum beschäftigt gewesen.
2012 habe er im Aktiv Fitnesscenter als Teilzeittrainer gearbeitet, nach drei Monaten habe er die Kündigung erhalten. Von 2012 bis 2014 sei er im
Y._
als Teilzeittrainer angestellt gewesen, nach sechs Monaten habe er die Kündigung erhalten, danach sei er wieder eingestellt worden bis heute (S. 10 Ziff. B.1.2).
Der Beschwerdeführer gebe an, dass er sich mit einem Arbeitsp
ensum von 30 % korrekt belastet
fühle. Aktuell arbeite er in einem 50 %
-
Pensum. Er habe dann Rückenschmerzen und Pendenzen bei der Arbeit. Er fühle sich zu müde (S. 14
Ziff.
C.2.4).
Der Beschwerdeführer sei in ambulan
ter psychiatrischer-psychotherapeutischer Behandlung bei
Dr.
B._
. Die Frequenz der psychiatrischen Facharztbesuche liege gegenwärtig bei zirka zwei Mal pro Monat (S. 14 Ziff. C.2.5).
A
us gutachterlicher Sicht
könne er
der vom Psychiater
Dr.
B._
diagno
stizier
ten
chronifizierten
Depression ni
cht folgen
. So sei die Diagnose mit morgendli
cher Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit und negativen Gedanken begrün
det wor
den. Diese Symptome seien ebenso klassische Entzugssymptome von Kokain. Zudem berichte
Dr.
B._
von Schlafstörungen. Auch diese seien Symp
tome, die bei chronischem Kokainkonsum auftreten würden. Da
Dr.
B._
die Koka
insucht des Beschwerdeführers in den Berichten nie erw
ähne, gehe er davon aus, dass der Psychiater
diese bewusst verschwiegen oder überhaupt nicht gek
annt habe. In beiden Fällen sei keine
diff
erentialdiagnostische Abwägung
vorgenommen
worden
(S. 19 Ziff. D). Zudem könne er die von RAD-Arzt
Dr.
Z._
diagnostizierte Persönlichkeitsstörung nicht bestätigen. So beschreibe dieser eindrücklich eine Persönlichkeitsänderung, aber keine Stö
rung. Es sei genau das Kennzeichen einer Persönlichkeitsstörung, dass diese in Kindheit und Jugend entstehe und sich in verschiedenen Lebensbereichen
im Fühlen und Verhalten
der betroffenen Person äussere. Dies sei neurobiografisch nicht bestehend, da der Beschwerdeführer bis zu seinem 3
0.
Lebensjahr eine unauffällige Entwicklung mit ausgeprägter sozialer Teilhabe durchgemacht habe. Symptome mit Antriebsstörungen, Schlafstörungen und Dysphorie seien erst seit Beginn des Drogenkonsums aufgetreten. Diese Symptome seien klassi
sche Symptome eines chronischen Kokaingebrauchs (S. 19 f. Ziff. D).
Somit
lägen
keine psychiatrischen Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähig
keit vor (S. 21 Ziff. E.1). Er nannte jedoch folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 21 Ziff. E.2):
primäres chronisches Abhängigkeitssyndrom von Kokain, gegebenenfalls Substanzgebrauch (ICD-10 F14.24)
chronischer Schmerz
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit führte Prof.
C._
aus, dass beim Beschwer
de
führer aktuell eine chronische Kokainabhängigkeit primärer Genese bestehe. Aus gutachterlicher Sicht seien die beklagten psychischen Beschwerden typische Symptome eines langjährigen Kokaingebrauchs. Daher liege aktuell keine psy
chiatrische Erkrankung vor, welche
handicapierende
Fähigkeits
störun
gen
her
vor
rufen würde, die eine Arbeitsfähigkeit
(
richig
: Arbeitsunfähigkeit)
begründen könnten. Aus seiner Sicht seien die beklagten Sy
mptome im
Vorgut
achten
durch den RAD-Arzt
Dr.
Z._
im Jahr
2011 bereits als
Kokain
neben
wirkung
en
einzuordnen und seien als
Persönlichkeits
störung
fehlinterpre
tiert gewesen (S. 22 Ziff. F). Bereits 2011 habe aus
schliesslich eine
Kokainab
hängigkeit
vorgelegen, deren psychische Aus
wirkungen als
Persönlichkeits
störung
fehldiagnostiziert worden sei
en
(S. 23 Ziff. I).
4.4
Dr.
med. und
Dr.
sc. nat. ETH D._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie, erstattete das von der
Beschwerde
geg
nerin
in Auftrag gegebene internistisch-rheumatologische Gutachten am 29.
Ja
nuar 2015 (Urk. 8/244) gestützt auf die ihr überlassenen Akten (S. 5 Ziff. 6), die Angaben des Beschwerdeführers (
S. 31 Ziff. 7.2)
und auf ihre am 5.
Januar 2015 durchgeführte internistisch-rheumatologische Untersuchung (S. 2 Ziff. 1).
Dr.
D._
führte aus, dass der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben meistens lumbale Schmerzen spüre, weshalb er nicht mehr als Spengler arbeiten könne
. Dagegen könne er als
Fitnessi
nstruktor
arbeiten. Seit zwei Jahren
sei
er zu 30 % bis 50 % im
Y._
als
Fitnessinstruktor
tätig
(S. 31 Ziff. 7.1).
Sie nannte die
folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 39 Ziff. 9.1):
verminderte Belastbarkeit und Beschwerden der Lendenwirbelsäule bei
degenerativen Veränderungen mit geringen
Diskopathien
L1 bis L3 und L5/S1 und diskreten
Protrusionen
L3 bis L5 mit geringen
rezessalen
Kontakten zu den Nervenwurzeln L4 und L5 beidseits
bildgebend seit Jahren im Wesentlichen unverändert
(MRI Januar 2015 gegenüber MRI Februar 2001)
ohne Instabilität (funktionelles Röntgen Januar 2015)
ohne
radikuläre
Zeichen mit unau
f
fälliger neurologischer Abklärung August 2000
und regelrechtem
Iliosakralgelenk
beidseits (MRI Januar 2015)
verminderte Belastbarkeit der Halswirbelsäule bei degenerativen Ver
ände
rungen und
Osteochondrose
C6/C7 mit flacher rechtsbetonter
Diskus
hernie
und mässigen bis deutlichen
Foraminalstenosen
C6/C7 beidseits und geringer auch C3/C4 links (MRI
Januar 2015)
ohne
radikula
re
Zeichen
aktuell beschwerdefrei
verminderte Belastbarkeit und Beschwerden
beider Hüftgelenke bei
deutlichen aktivierten
Coxa
rthrosen
beidseits mit Verdacht auf
Labrum
riss
vorne-oben rechts und fraglich auch links (MRI Januar 2015)
Zudem nannte sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit (S. 39 Ziff. 9.2):
Nikotin-Abusus
Kokain-Konsum seit etwa 1993 mit
aktuellem Nachweis von Kokain im Urin sowie
Nachweis eines starken bis sehr starken Kokain-Konsums in der
Haar
analyse
in den letzten vier bis sieben Monaten
Vitamin D-Mangel
Hypercholesterinämie
Der Beschwerdeführer sei durch die eingeschränkte Funktion der
Halswirbel
säule
, Lendenwirbelsäule und beider Hüftgelenke limitiert (S. 41 Ziff. 11.1).
Er benötige eine Tätigkeit, die den Rücken und die Hüftgelenke schone, dabei könne er
Lasten bis zu 15 kg hantieren (leichtes bis mittelschweres
Belastungs
profil
). Tätigkeiten, die diesem Profil entsprechen, könne er zu 100 % ausüben bezogen auf ein Pensum von 100 %. Die angestammte
Tätigkeit als
Fitness
in
struktor
sei angepasst und er könne diese zu 100 % ausüben. Dagegen könne er als Spengler nicht mehr arbeiten (S. 42 Ziff. 11.1, 11.3). In einer angepassten Tätigkeit habe nie eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden. Als Spengler beziehungsweise in einer anderen
nicht
angepassten Tätigkeit habe er ab Dezember
1996 nicht mehr arbeiten kön
n
en
(S. 42 Ziff. 11.2). Der Beschwer
deführer
habe eine gute Prognose. Es sei wahrscheinlich, dass er als
Fitnessin
struktor
oder in einer anderen angepassten Tätigkeit lang andauernd arbeiten könne (S. 43 Ziff. 12.
3
).
Aus somatischer Sicht habe sich die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers seit dem Zeitpunkt der
Rentenzusprache
beziehungs
weise der letztmaligen Revi
sion 2011 nicht geändert. Keine
der früher behan
delnden somatischen Fachärzte hätten ihm eine Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit attestiert (S. 45 Ziff. 13).
4.5
In der
bidisziplinären
Zusammenfassung der beiden in Auftrag gegebenen psychi
atrischen und internistisch-rheumatologischen Gutachten vom 2
9.
Januar 2015 (Urk. 8/247) nannten Prof.
Dr.
C._
und
Dr.
D._
die gleichen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wie in ihren jeweil
igen Gutachten (vorstehend E. 4.3-4.4).
Aus
bidisziplinärer
Sicht sei der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als
Fitnessinstruktor
oder eine
r
anderen angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig bezogen auf ein Pensum von 100 %. In einer angepassten Tätigkeit habe nie eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden.
4.6
Dr.
A._
, RAD,
führt
e in seiner Stellungnahme vom 1
1.
Februar 2015 (Urk. 8
/250/5-6
) aus, dass die Gutachter im
bidisziplinären
Gutachten zu plau
siblen Diagnosen und nachvollziehbaren Schlussfolgerungen hinsichtlich der bestehenden Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers gekommen seien und daher auf das Gutachten abzustellen sei.
Für die frühere Tätigkeit als
Bau
spengler
bestehe somit weiterhin keine beziehungsweise nur eine minimale Restarbeitsfähigkeit von 20 % und für die derzeitige, angepasste Tätigkeit als
Fitnessinstruktor
bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Für jede andere ange
passte Tätigkeit bestehe seit jeher eine Arbeitsfähigkeit von 100 %, eine wesentliche, lang dauernde Einschränkung habe diesbezüglich nie vorgelegen. Somit werde der orthopädische Untersuchungsbericht von 2011 retrospektiv bestätigt. Die damals 2011 im RAD-Untersuchungsbericht gestellte beziehungs
weise bestätigte psychiatrische Diagnose werde durch das
psychiatrische
Gut
achten von Prof.
Dr.
C._
auch retrospektiv nicht bestätigt (S. 6 Mitte).
4.7
Dipl. med. E._
, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie und Psychotherapie, RAD, führte in seiner Stellungnahme vom 1
2.
Februar 2015 (Urk. 8/250/6-7) aus, dass das
bidisziplinäre
Gutachten nachvollziehbar und in seinen medizinischen Schlussfolgerungen plausibel sei. Im psychiatrischen Teil werde ausführlich zur Diagnosestellung und zu den
Vorakten
Stellung genom
men. Es sei eindeutig nachvollziehbar, dass es sich um eine primäre Kokainabhängigkeit handle. Die vom RAD-Psychiater gestellte Diagnose einer kombi
nierten Pers
önlichkeitsstörung sei plausibel
widerlegt. Die Symptome ent
sprächen einer eindeutigen langjährigen Kokainabhängigkeit (S. 6 unten). Es sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bereits seit 2011 von einer eindeutigen Suchterkrankung auszugehen, ohne IV-Relevanz. Es sei unbedingt eine mehr
monatige Entwöhnungsbehandlung durch eine geeignete Stelle durch
zuführen (S. 7 oben).
5.
5.1
Der rechtskräftigen Rentenbestätigung vom 3
0.
Dezember 2011 (Urk. 8/202) lag im Wesentlichen die
bidisziplinäre
Untersuchung durch den RAD zugrunde.
RAD-Arzt
Dr.
Z._
diagnostizierte
in seinem psychiatrischen Untersu
chungsbericht
eine gegenwärtig remittierte depressive Störung, eine kombinierte Persönlichkeitsstörung und ein Abhängigkeitssyndrom durch Kokain
(vorste
hend E. 3.2).
RAD-Arzt
Dr.
A._
diagnostizierte sodann in seinem orthopä
dischen Untersuchungsbericht eine
chronisch rezidivierende Lumbalgie mit dis
kreter Sensibilitätsabschwächung am linken Bein bei anamnestisch bestehender
Spondylolisthese
der unteren Lendenwirbelsäule (fraglich L4/5 oder L5/S1) sowie ein
en
belastungsabhängige
n
Schmerz des rechten Hüftgelenkes bei klini
schem Verdacht auf beginnende
Coxarthrose
respektive degenerative
Labrum
läsion
(vorstehend E. 3.3).
Demgegenüber stützte sich die Beschwerdegegnerin beim Erlass der angefochte
nen Verfügung vom 1
5.
Mai 2015 (Urk. 2) auf den Bericht von Dr.
B._
sowie auf das psychiatrische Teilgutachten von Prof.
C._
und das internis
tisch-rheumatologische Teilgutachten
von
Dr.
D._
(vorstehend E. 4.2-4.4).
Dr.
B._
diagnostizierte neben rezidivierende
n
depressive
n
Verstimmungen bei
chronifizierter
depressiver Entwicklung ein
lumbosakrales
Syndrom bei degenerativer Veränderung der Lendenwirbelsäule (vorstehend E. 4.2). Der psy
chiatrische Gutachter Prof.
C._
folgte hingegen nicht der Beurteilung von
Dr.
B._
,
wonach eine
chronifizierte
Depression vorliege
.
Bei den genannten
Symptomen
morgendlicher Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit, negative
r
Gedanken und Schlafstörungen
handle es sich um klassische Entzugssymptome von Kokain. Auch konnte er die von RAD-Arzt
Dr.
Z._
diagnostizierte
Per
sönlichkeitsstörung
nicht bestätigen.
Eine solche könne schon aufgrund des Umstandes, dass der Beschwerdeführer bis zu seinem 30
.
Lebensjahr eine unauffällige Entwicklung mit ausgeprägter sozialer Teilhabe durchgemacht habe, nicht vorliegen. Die genannten Symptome
der Antriebsstörung, Schlaf
störungen und Dysphorie seien
klassische Symptome eines chronischen
Kokain
gebrauchs
.
Prof.
C._
kam sodann zum Schluss,
dass beim Beschwerde
führer keine psychiatrischen Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit vorlägen. Es liege ein
primäre
s
chronische
s
Abhängigkeits
syndrom
von Kokain, gegebenenfalls
Substanzgebrauch, sowie ein chronische
r
Schmerz
vor
, die jedoch keinen Einfluss
auf di
e Arbeitsfähigkeit hätten
(vorstehend E. 4.3).
Die
rheumatologische Gutachterin
Dr.
D._
diagnostizierte sodann eine verminderte Belastbarkeit und Beschwerden der Lendenwirbelsäule bei degene
rativen Veränderungen mit geringen
Diskopathien
L1 bis L3 und L5/S1 und dis
kreten
Protrusionen
L3 bis L5 mit geringen
rezessalen
Kontakten zu den
Ner
venwurzeln
L4 und L5 beidseits und regelrechtem
Iliosakralgelenk
beidseits,
eine
verminderte Belastbarkeit der Halswirbelsäule bei degenerativen Verände
rungen und
Osteochondrose
C6/C7 mit flacher rechtsbetonter Diskushernie und mässigen bis deutlichen
Foraminalstenosen
C6/C7 beidseits und geringer auch C3/C4 links sowie eine verminderte Belastbarkeit und Beschwerden beider Hüft
gelenke bei deutlichen aktivierten
Coxarthrosen
beidseits mit Verdacht auf Labrumriss vorne-oben rechts und fraglich auch links (vorstehend E. 4.4).
5.
2
Das psychiatrische Gutachten von Prof.
C._
erfolgte in Kenntnis der
Vorak
ten
, berücksichtigte die beklagten Beschwerden des Beschwerdeführers und beruhte auf einer umfassenden psychiatrischen Untersuchung.
Die
praxis
gemässen
Anforderungen an ein ärztliches Gutachten sind somit erfüllt (vorste
hend E. 1.6), weshalb das Gutachten von Prof.
C._
für die
Beurteilung der psychiatrischen
Seite herangezogen werden kann.
Er kam zum Schluss, dass primär ein chronisches Abhängigkeitssyndrom von Kokain und keine psy
chiatrischen Diagnosen mit Einfluss au
f die Arbeitsfähigkeit vorlägen
. Prof.
C._
legte in nachvollziehbarer und ausreichend begründeter Weise dar, weshalb er der von
Dr.
B._
diagnostizierten
chronifizierten
Depression und der von RAD-Arzt
Dr.
Z._
diagnostizierten Persönlichkeitsstörung nicht folgen könne und dass es sich bei den Symptomen, die z
u diesen Diagnosen geführt haben
, um E
ntzugssymptome von Kokain handelt
(vor
stehend E. 4.3)
.
Demnach kann seiner Einschätzung, wonach
bereits im 2011, als der Renten
anspruch zum zw
eiten Mal bestätigt wurde
, ausschliesslich eine
Kokainabhän
gigkeit
vorgelegen
habe
, deren psychische Auswirkungen als
Per
sönlich
keits
störung
fehldiagnostiziert worden sei
en
(vorstehend E. 4.3), gefolgt werden
.
Der Beschwerdeführer bestätigte sodann anlässlich der psy
chiatri
schen Begutach
tung durch Prof.
C._
, dass er mit etwa 30 Jahren, das heisst 1993, zum e
rsten Mal Kokain konsumiert ha
be
. Seit zirka 6 Jahren,
das heisst seit 2009, konsumiere
er regelmässig Kokain (Urk. 8/242 S. 13 Ziff. B.2.2).
Da
bereits bei der letzten Rentenbestätigung im 2011 ausschliesslich eine
Kokain
abhängigkeit
und keine psychiatrischen Diagnosen vorgelegen haben, hat sich der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit 2011 nicht geändert.
5.3
In somatischer Hinsicht zeigt ein Vergleich der 2011 und 2014/2015 gestellten Diagnosen, dass der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit Jahren
in
etwa gleich ist. Es liegt somit
keine wesentliche Änderung des Gesundheitszu
standes vor.
Hierbei ist zu erwähnen, dass
d
as internistisch-rheumatologische Gut
achten von
Dr.
D._
in Kenntnis der
Vorakten
erfolgte
, die beklagten Beschwerden des Beschwerdeführers
berücksichtigte
und auf einer umfassenden
internistischen-rheumatologischen
Untersuchung
beruhte
.
Sie legte in nachvollziehbarer und ausreichend begründeter Weise dar, dass beim Beschwerdeführer eine vermin
derte Belastbarkeit und Beschwerden der Lendenwirbelsäule, eine verminderte Belastbarkeit der Halswirbelsäule und eine verminderte Belastbarkeit und Beschwerden beider Hüftgelenke vorliegen (vorstehend E. 4.4). Die
praxisge
mässen
Anforderungen an eine ärztliches Gutachten sind auch hier erfüllt (vor
stehend E. 1.6
)
, weshalb das Gutachten für die Beurteilung der somatischen Seite herangezogen werden kann.
5.4
Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers hat sich somit seit der letzten Rentenbestätigung
im 2011
nicht wesentlich verändert. Diesbezüglich liegt somit kein Revisionsgrund vor (vorstehend E. 1.4).
Es ist
jedoch
unbestritten, dass der Beschwerdeführer seit dem
3.
Januar 2013 als Trainings- und
Gesundheitsinstruktor
im
Y._
in einem Pensum von 50 % arbeitet (vgl. Arbeitsvertrag
vom
4.
Dezember 2012,
Urk. 8/207 = Urk. 11/5).
Das Einkommen belief sich anfänglich auf
Fr. 1‘950.-- pro Monat (Urk. 11/5 Ziff. 4). Das monatliche Einkommen betrug 2015 sodann bereits Fr. 3‘000
.--
ohne „Bonus Umsatz“ von im Juni 2015
Fr.
573.-- bei einem 50%-Pensum
(Urk. 11/1, vgl. Urk. 10 S. 3 oben). Bei diesem Verdienst kann entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 5 Ziff. II.4) nicht von einem geschützten Arbeitsplatz ausge
gangen werden.
Mit der Aufnahme
der beschriebenen
Erwerbstätigkeit liegt eine
wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen vor, indem sich die
erwerblichen Auswirkungen
des
an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustand
s erheblich verändert haben. Damit ist ein
Revisionsgrund zu bejahen (vorstehend E. 1.4)
und sowohl der Gesundheitszustand wie auch dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit können neu beurteilt werden.
5.5
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ist nach den obigen Ausführungen auf das psychiatrische Gutachten von Prof.
C._
und das internistisch-rheu
matologische Gutachten von
Dr.
D._
abzustellen. Beide attestierten dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
bezogen auf ein Pensum von 100 % für Tätigkeiten, in denen
der Beschwerdeführer
den Rücken und die Hüftgelenke schone
n
und Lasten von maximal
15 kg hantieren
kann
(leichtes
bis mittelschweren Belastungsprofil). Die angestammte Tätigkei
t als
Fitnessinstruk
tor
entspricht
einer angepassten Tätigkeit (vorstehend E. 4.3-4.5).
5.6
Der medizinische Sachverhalt ist somit dahingehend erstellt, dass dem Beschwer
deführer eine angepasste Tätigkeit zumindest seit
A
nfang
2013 im Umfang von 100 % zumutbar ist.
6.
6.1
Nachfolgend ist der
Invaliditätsgrad
anhand eines Einkommensvergleiches
zu ermitteln
.
6.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BG
E 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis
).
Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigenden ausge
gli
chenen Arbeitsmarktlage (Art. 16 ATSG) ist grundsätzlich auch bei der Festsetzung des
Validenlohnes
Rechnung zu tragen, wobei auf die Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstruk
turerhebung
(LSE) abgestellt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 23. September 2014 E. 3.2 mit Hinweisen).
6.3
Der Beschwerdeführer war bis vor Eintritt des Gesundheitsschadens 1996 als
Bauspengler
tätig. Für die Bemessung des
Valideneinkommens
stellte die Beschwerdegegnerin auf den standardisierten Durchschnittslohn für Bau- und Ausbaufachkräfte sowie verwandte Berufe, ausgenommen Elektriker/innen, gemäss LSE (LSE 2012, S. 44, Tabellengruppe T17, Monatlicher Bruttolohn nach Berufsgruppen, Lebensalter und Geschlecht, Privater und öffentlicher Sektor zusammen, Total Männer) ab. Das von der Beschwerdegegnerin errechnete
Ein
kommen für das Jahr 2013 von
Fr. 73‘504.
--
(Urk. 2 S. 2 unten
,
vgl.
Urk. 8/249 S. 1 Mitte)
wird vom Beschwerdeführer nicht bestritten und ist nicht zu bean
standen, weshalb darauf abzustellen ist.
6.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben,
namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhe
bungen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40
Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
6.5
Dem
Beschwerdeführer war zum Zeitpunkt der Aufnahme der Erwerbstätigkeit im
Y._
A
nfang
Januar 2013 als
Fitnessinstruktor
eine
angepasste Tätigkeit
zu 100 %
zumutbar (vorstehend E. 5.6)
. Da
er nur eine 50%ige Arbeitstätigkeit aufnahm und seine Erwerbsfähigkeit somit nicht voll ausschöpfte, stellte die Beschwerdegegnerin für die Ermittlung des
Invaliden
einkommen
s
auf den standardisierten Durchschnittslohn für praktische Tätig
keiten in sämtlichen Wirtschaftszweigen des Privaten Sektors gemäss LSE (LSE
2012, S. 35, Tabellengruppe TA1, Monatlicher Bruttolohn nach Wirt
schafts
zweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Total Männer, Ko
mpetenzniveau 2) ab. Das von der Beschwerdegegnerin für das Jahr 2013 errechnete Einkommen von Fr. 71‘033.
--
(Urk. 2 S. 3 oben,
vgl.
Urk. 8/249 S. 1 unten)
ist nachvollziehbar
und nicht zu beanstanden
, insbesondere auch mit Blick auf das im Jahr 2015 vom Beschwerdeführer tatsächlich erzielte Einkom
men von
mindestens
Fr. 3‘000.--
pro
Monat
bei einem Pensum von 50 %
(vor
stehend E. 5.4)
, weshalb darauf abzustellen ist.
6.6
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von Fr. 73‘504.-- mit dem
Invalidenein
kommen
von Fr. 71‘033.-- ergibt eine Einkommenseinbusse von Fr. 2‘471.-- und damit einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von rund 3 %.
Demzufolge hatte der Beschwerdeführer seit Januar 2013 keinen Anspruch mehr auf
eine
Rente.
7.
7
.1
Zu prüfen bleibt, ob die rückwirkende Rentenaufhebung per
1.
Januar 2013 zuläs
sig war. Dies ist der Fall, wenn der Leistungsbezüger seiner nach
Art.
77
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist (
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. b IVV).
Eine
Verbesserung der Erwerbsfähigkeit
ist für
die
Herabsetzung oder Aufhe
bung
der Leistung
in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentli
che Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird
(
Art.
88a
Abs.
1 IVV
)
. Die Herabsetzung oder Aufhe
bung einer Rente erfolgt im Normalfall frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verf
ügung folgenden Monats an (
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
.
a IVV).
Hingegen erfolgt die Herabsetzung oder Aufhebung einer Rente r
ückwirkend
ab
Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung
,
wenn
der Bezüger
der ihm
nach
Art.
77 IVV zumutbaren Meldepflicht nicht nachge
kommen ist, unab
hängig davon, ob die Verletzung
der Meldepflicht
ein Grund für die
Weiter
aus
richtung
der Leistung war (
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. b IVV).
Nach
Art.
77 IVV haben der
Berechtigte oder sein gesetzlicher Vertreter sowie Behörden oder Dritte, denen
die Leistung zukommt,
jede für den
Leistungs
an
spruch
wesentliche Änderung,
namentlich eine solche des Gesundheits
zustan
des, der Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit
sowie der persön
lichen und
gegebenen
falls der wirtschaftlichen Verhältnisse des Versicherten unver
züglich der
IV
Stelle anzuzeigen.
Zur Annahme einer
Melde
pflichtverletzung
genügt auch nur ein leichtes Verschulden (vgl. Meyer/
Reich
muth
, Bundesgesetz über die Invali
denversicherung,
3.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014,
Rz
. 147 zu Art.
30
31).
7
.2
Der Beschwerdeführer ist der Auffassung, seiner Meldepflicht mit dem Schrei
ben seiner
Beiständin
vom 2
8.
Juni 2013 nachgekommen zu sein, weshalb keine Verletzung der Meldepflicht vorliege (Urk. 1 S. 6 Ziff. II.4). Beim genannten Schreiben handelt es sich um das Schreiben der
F._
an die Beschwerdegegnerin
mit der Mitteilung, der Beschwerdeführer sei seit dem
3.
Januar 2013 beim
Y._
zu 50 % arbeitstätig
(Urk. 8/208). Dem Schreiben war der Arbeitsvertrag beigelegt
(Urk. 8/207 = Urk. 11/5)
. Daraufhin leitete
die IV-Stelle ein Revisions
verfahren ein
.
Am 1
3.
Dezember 2011
wurde
für den Beschwerdeführer eine
Beiständin
im Sinne von
Art.
392 Ziff. 1 und Art. 393 Ziff. 2
aZGB
ernannt. Ihr wurde unter anderem die Befugnis übertragen, den Beschwerdeführer in allen persönlichen, a
dministrativen und finanziellen Angelegenheiten zu vertreten sowie das Ein
kommen
und das Vermögen zu verwalten (Urk. 8/20
3)
. G
emäss Aktenverzeichnis ging die Ernennungsurkunde am 19./2
0.
Januar 2012 bei der Beschwerdegegnerin
ein.
Am 2
6.
Juni 2013 teilten die
F._
der Beschwerdegegnerin mit, dass die Beistandschaft bestehen bleibe (Urk. 8/206).
Das Schreiben der
F._
vom 2
8.
Juni 2013 ist nicht durch die
Beiständin
selber unterzeichnet, sondern durch eine Sozialarbeiterin in Ausbildung (Urk. 8/208). Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass die Sozialarbeiterin in Ausbildung die Mel
dung der Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers an die Bes
chwerdegegnerin
im Auftrag der
Beiständin
machte.
Der Beschwerdeführer wurde anlässlich der zweiten Rentenbestätigung im Dezem
ber 2011
unbestrittenermassen
auf seine Meld
epflicht aufmerksam gemacht
(Urk. 8/202).
Dabei erfolgte die Zustellung an den Beschwerdeführer in k
orrekter Weise, da die Beschwerdegegnerin
zu jenem Zeitpunkt über die
Verbeiständung
noch nicht informiert worden war (vgl.
Urk.
8/203-4 sowie das
Aktenverzeich
nis
).
Der unbefristete Arbeitsvertrag
mit Arbeitsbeginn am 3.
Januar 2013
wurde
A
nfang Dezember 2012 abgeschlossen und es wurde eine Probezeit von einem Monat vereinbart (Urk. 8/207 Ziff. 2-3, S. 4). Spätestens nach Ablauf der Probezeit hätte eine Mitteilung an die Bes
chwerdegegnerin erfolgen müssen, da zu jenem Zeitpunkt ersichtlich war, dass das Arbeitsverhältnis auf unbestimmte Zeit mit einer vertraglich vereinbarten Kündigungsfrist galt und kein blosser Arbeitsversuch vorlag. Dies gilt umso mehr, als nicht davon auszugehen ist, dass die früheren Arbeitseinsätze in den Jahren 2011 und 2012 angesichts der erheblichen Einnahmen tatsächlich Arbeitsversuche oder tiefprozentige (15
30%ige beziehungsweise 50%ige) Arbeitseinsätze waren, wie in der Beschwerde geltend gemacht (
Urk.
1 S. 5 Ziff. 4) oder gegenüber den invol
vierten Ärzten (
Urk.
8/192 S. 5,
Urk.
8/199 S. 2,
Urk.
8/230 S. 6) vorgebracht. So verdiente der Beschwerdeführer gemäss dem Auszug aus dem Individuellen Konto vom
5.
August 2013 bei verschiedenen Arbeitseinsätzen im Jahr 2011 insgesamt Fr. 59‘008.-- und im Jahr 2012 insgesamt
Fr.
54‘053.-- (
Urk.
8/211). Einkom
men in dieser Höhe können nicht überwiegend wahrscheinlich
tiefpro
zentig
erreicht oder mit dem Entgegenkommen der Arbeitgeber begründet werden. Die per
3.
Januar 2013 angetretene
Arbeitsstelle hätte somit der Beschwerdegegnerin
unver
züglich (
Art.
77 IVV) gemeldet werden müssen.
Die
F._
informierte
die Beschwerdegegnerin
jedoch
erst knapp sechs Monate nach Arbeitsbeginn über die Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführer
s
,
weshalb
eine
mindestens leicht fahrlässige
Meldepflichtverletzung vor
liegt
.
Eine leichte Fahrlässigkeit reicht für eine rückwirkende Leistungseinstellung aus (Urteil des Bundesgerichts 8C_28/2014 vom 2
2.
Juli 2014 E. 3.2 mit Hinweis).
Daran ändert
auch der Umstand, dass
die
F._
die Aufnahme der Erwerbstätigkeit im Namen des
Bes
chwerdeführers meldeten,
nichts,
denn diese erfolgte zu spät.
7
.3
Der Beschwerdeführer macht
e
geltend,
eine rückwirkende Leistungskorrektur
sei
nur zulässig
, soweit die Meldepflichtverletzung da
für
kausal sei
, weshalb bloss
eine Reduktion der Invalidenrente unter Berücksichtigung des erzielten Ein
kommens hätte erfolgen dürfen
(Urk. 1 S. 6 Ziff. II.5).
Entgegen der Schlussfol
gerung des Beschwerdeführers ist eine rückwirkende Herabsetzung der Rente bei einer Meldepflichtverletzung nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass auf das tatsächlich umgesetzte Arbeitspensum oder das erzielte Einkommen abgestellt werden müsste. Vielmehr ist die für jenen Zeitpunkt geltende, medizinisch aus
gewiesene, theoretische Arbeitsfähigkeit zu berücksichtigen und die Rente in jenem Umfang aufzuheben. Dass der Beschwerdeführer sein theoretisch mögli
ches
Leitstungspotential
ab Januar 2013 nicht ausschöpfte, kann daran nichts ändern.
Damit ist
fest
zuhalten
, dass die rückwirkende Aufhebung der Rente per 1. Januar 2013 zu Recht erfolgt ist.
8.
8.1
Ferne
r machte der Beschwerdeführer geltend, dass ein allfälliger
Rückforde
rungs
anspruch
bereits verwirkt
sei
(Urk. 1 S. 7 Ziff. II.6). Die bezüglich einer allfälligen Rückforderung in Aussicht gestellte Verfügung liegt noch nicht vor, weshalb es diesbezüglich an einem Anfechtungsobjekt fehlt (vorstehend E. 2.4).
Aus prozessökonomischen Gründen
ist dennoch kurz auf diesen Einwand einzu
gehen.
8.2
Der Rückforderungsanspruch erlischt mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die IV-Stelle davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung
(
Art.
25
Abs.
2
Satz 1
ATSG).
Nach der Rechtsprechung ist jener Zeitpunkt gemeint, in dem die Ver
waltung bei Beachtung der ihr zumutbaren Aufmerksamkeit hätte erkennen müssen, dass die Voraussetzungen für eine Rückerstattung bestehen. Dies ist der Fall, wenn alle im konkreten Einzelfall erheblichen Umstände zugänglich sind, aus deren Kenntnis sich der Rückforderungsanspruch dem Grundsatze nach und in seinem Ausmass gegenüber einem bestimmten Rückerstattungspflichtigen ergibt. Verfügt die Versicherungseinrichtung über hinreichende, aber noch unvollständige Hinweise auf einen möglichen Rückforderungsanspruch, hat sie allenfalls noch erforderliche Abklärungen innert angemessener Zeit vorzu
nehmen. Unterlässt sie dies, ist der Beginn der Verwirkungsfrist auf den Zeit
punkt festzusetzen, in welchem die Verwaltung ihre unvollständige Kennt
nis mit dem erforderlichen und zumutbaren Einsatz so zu ergänzen im Stande war, dass der Rückforderungsanspruch hätte geltend gemacht werden können (Urteil des Bundesgerichts 9C_454/2012 vom 1
8.
März 2013 E. 4).
8.3
Die Meldung betreffend die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit (Urk. 8/208) und der Arbeitsvertrag (Urk. 8/207
= Urk. 11/5
) gingen gemäss Aktenverzeichnis am
3.
Juli
2013 bei der Beschwerdegegnerin
ein
. Ab diesem Zeitpunkt hatte die Beschwerdegegnerin demnach Kenntnis vom Arbeitsverhältnis und hätte innert nützlicher Frist zusätzliche Abklärungen bezüglich des Lohnes und der
Lohn
entwicklung
sowie der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht einholen können. Die einmonatige Probezeit war zu diesem Zeitpunkt bereits abgelaufen und es konnte von stabilen Ve
rhältnissen ausgegangen werden.
Die
Beschwer
degegnerin
hätte spätestens im Januar oder Februar 2014 beim Ar
beitgeber
den
Lohnausweis 2013
einfordern können.
Dies war auch der Beschwerdegegnerin bewusst, hielt doch deren Rechtsdienst am 2
5.
Juli 2013 in einem internen Dokument fest, dass der Vorbescheid spätestens ein Jahr ab dem Eintreffen der Daten, die das effektive Einkommen im Jahr 2013 klären, erlassen werden müsse (Urk. 8/248 S. 3 Mitte).
Vorliegend erging der Vorbescheid
jedoch
erst am 1
9.
März 2015 (Urk. 8/252)
, das heisst ein Jahr und rund acht
Monate nach der Meldung betreffend die Au
fnahme einer Erwerbstätigkeit
,
was
spät
erscheint und eine
Verwirkung des
Rückforderungsanspruch
s
als wahrscheinlich erschei
nen lässt.
8.4
Nach dem Gesagten ist die
rückwirkende Aufhebung der Rente per 1. Januar 2013 zu Recht
erfolgt. Dementsprechend ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
9
.
9.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind
ermessensweise auf
Fr. 9
00.
-- anzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, infolge bewilligter unentgeltlicher Prozessführung aber einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen
.
9.2
Bei diesem
Ausgang des Verfahrens
ist der unentgeltliche
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Silvan Meier Rhein,
aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Nach
§
34
Abs.
3
GSVGer
bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rück
sicht auf den Streitwert. Gemäss
§
8 in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 der Verord
nung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem
Sozialversi
cherungsgericht
(
GebV
SVGer
) wird - auch im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsvertretung - namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
Der von Rechtsanwalt Silvan Meier Rhein mit Eingabe vom 1
0.
Oktober 2016 geltend gemachte Aufwand von 12.25 Stunden und
Fr.
81.25 Barauslagen (Urk. 16) ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
angemessen, weshalb er mit
Fr.
3‘012.75 (inklusive Barauslagen und Mehrwert
steuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen ist.
Der Beschwerdeführer ist auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung
der ihm erlassenen Gerichtskosten und den
Auslagen für die Ver
tretung verpflichtet werden kann, sofern er dazu in der Lage ist.