Decision ID: d388ff40-b7e8-485c-a9f6-2c7e718ac48a
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1972, arbeitete zuletzt vom 1
9.
März 2001 bis 31. Januar 2011 bei der
Y._
Zürich als Ver
käufe
rin/Kassiere
rin in einem 85 %
Pen
sum (Urk. 8/4, Urk. 8/17). Wegen Krank
heit löste die Arbeit
geberin das Arbeitsverhältnis per Ende Januar 2011 auf (Urk. 8/17/8-9). Hernach bezog sie Krankentaggelder (Urk. 8/57-58) sowie
Tag
gelder der Arbeits
losen
versi
che
rung (Urk. 8/28/2, Urk. 8/32).
1.2
Am 21. Oktober 2010 (Urk. 8/4) meldete sie sich unter Hinweis auf einen Band
scheibenvorfall, ein zervikoradikuläres Schmerzsyndrom (C7 links) und eine Diskushernie C6/7 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an. In der Folge tätigte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, medizinische und berufliche Abklärungen. Mit Verfügung vom
4.
Juli 2012 (
Urk.
8/97) verneinte sie einen Renten
anspruch der Versicherten. Die
dagegen gerichtete Beschwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 6. Dezember 2013 ab
(Pro
zessnum
mer I
V.2
012
.00
902
; Urk.
8
/
117
).
Dieses Urteil erwuchs un
angefochten in Rechtskraft.
1.3
Noch
während des laufenden Beschwerdeverfahrens vor dem hiesigen Gericht meldete sich die Versicherte am 7. März 2013 (Urk. 8/113) unter Hinweis auf eine gesundheitliche Verschlechterung erneut zum Leistungsbezug an. Mit Vor
bescheid vom 26. Februar 2014 (Urk.
8/119) stellte die IV-Stelle das Nichtein
treten auf das Leistungsbegehren in Aussicht, wogegen die Versicherte unter Beilage eines medizinischen Berichts (vorsorglich) Einwand (
Urk.
8/123-124,
Urk.
8/125)
erhob und diesen später
ergänzte (
Urk.
8/127). In der Folge wurde ein polydisziplinä
res Gutachten bei der Z._ AG in Auftrag gegeben, welches am 3. Juni 2015 (Urk. 8/140) erstattet wurde. Mit Vorbescheid vom 11. Juni 2015 (Urk. 8/143), welcher denjenigen vom 26. Februar 2014 ersetzt, stellte die IV-Stelle die Ab
weisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Hiergegen erhob die Versicherte am 26. Juni 2015 (Urk. 8/145) bzw. 11. September 2015 (Urk. 8/148) Einwand. Am 7. Dezember 2015 (Urk. 2) verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 25. Januar 2016 Beschwerde (Urk. 1) mit den Anträgen, in Gutheissung der Beschwerde sei die Verfügung vom 7. Dezember 2015 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr ab März 2013 eine Viertels-Invalidenrente auszurichten; gleichzeitig sei die Beschwerde
gegnerin unter Rückweisung der Akten zu verpflichten, ihren Anspruch auf eine höhere Invalidenrente ab März 2013 unter Anwendung der neuen Rechtspre
chung zu prüfen (S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 29. Februar 2016 (Urk. 7) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was der Be
schwerdeführerin am 2. März 2016 (Urk. 9) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28 Abs. 2 IVG
).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der
Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV)
, so ist im Beschwerdeverfah
ren zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch re
levante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. Au
-
gust 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
onsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Es gilt jedoch zu beachten, dass ärztliche Angaben zur Arbeitsfähigkeit zwar eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit von Arbeitsleis
tungen bilden, es jedoch letztlich der rechtsanwendenden Behörde - der Ver
waltung oder, im Streitfall, dem Ge
richt - obliegt, zu beurteilen, ob eine Invali
dität im Rechtssinne, bejahendenfalls eine solche rentenbegründender Art ein
getreten ist. Weil die Arbeitsfähigkeit somit keine rein medizinische, sondern letztlich auch eine juristische Frage ist, können sich Konstellationen ergeben, bei welchen von der von einem medizinischen Bericht festgestellten Arbeitsun
fähigkeit abzuweichen ist, ohne dass dieser seinen Beweiswert verlöre (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.1-2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_651/2014 vom 23. Dezember 2014 E. 5.1 mit Hin
weisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Entscheid (Urk. 2) damit, dass der Beschwerdeführerin gestützt auf die medizinische Beurteilung der MEDAS eine behinderungsangepasste Tätigkeit unter Berücksichtigung des Belastungsprofils (leichte körperliche Tätigkeiten, wechselbelastend und ohne regelmässiges He
ben und Tragen von Lasten über acht Kilogramm) weiterhin zu 75 % zumutbar sei. Gemäss den Ausführungen des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) sei der Gesundheitszustand jedoch seit Juli 2012 unverändert geblieben. Die unter
schiedliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die MEDAS sei eine andere Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Gesundheitsschadens. Es sei daher an der vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 6. Dezember 2013 ge
schützten Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit von 100 % festzuhalten. Aufgrund des Einkommensvergleichs liege der Invaliditätsgrad unter 40 %, weshalb kein Rentenanspruch bestehe (S. 2).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, die An
sicht der Beschwerdegegnerin, dass es sich bei der neuen gutachterlichen Beur
teilung um eine andere Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Gesundheitsschadens darstelle, stehe im Widerspruch zu den nach Sommer 2012 datierten ärztlichen Berichten (Urk. 1 S. 9). Die gestützt auf die gutachter
liche Beurteilung abgestellte Invaliditätsbemessung ergebe einen Invaliditäts
grad von 41 %, womit ihr ab März 2013 eine Viertelsrente zustehe (S. 10).
3.
3.1
Die Verfügung
vom
4.
Juli 2012 (
Urk.
8/97)
und das Urteil des hiesigen Gerichts vom 6. Dezember 2013
(Urk.
8
/
117) fussten in medizinischer Hinsicht im We
sentlichen auf den Untersuchungsberichten der RAD-Ärzte Dr. med. A._, Fach
arzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, und Dr. med. B._, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH und Facharzt für Neurologie FMH, vom 29. März 2012 (Urk. 8/88-89) beziehungsweise
auf ihrer abschlies
senden interdisziplinären Stellungnahme vom 26. März 2012 (Urk. 8/96 S. 4 f
.; vgl.
Urk.
8/97 S. 2 f. und
Urk.
8/117 E. 4.8). Sie nannten mit Aus
wirk
ung auf die Arbeitsfähigkeit die nachfolgenden Diagnosen
(
Urk.
8/117 E. 3.6):
-
chronische Zervikalgie und Zervikobrachialgie links bei bekannter medi
olateraler Diskushernie C6/7 links ohne sensible oder motorische Aus
fälle
-
chronische Epi
condylitis radi
alis et ulnaris humeri links
-
chronische Lumbalgie statisch-mus
kulä
rer Genese bei eindeutiger musku
lärer Dysbalance
Als Diagnosen ohne Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit führten sie nachste
hende Diagnosen auf:
-
chronische Omalgie links
-
chronisches myofasziales Schmerzsyndrom bei Verdacht auf somato
forme Schmerzstörung
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
psychosoziale Belastungsfaktoren (Migrationshintergrund, Arbeits
losig
keit, Scheidung, finanzielle Probleme)
-
anamnestische Migräne ohne Aura
-
anamnestisch atypische Gesichtsschmerzen
In einer behinderungsangepassten Tätigkeit attestierten sie eine Arbeitsfähigkeit von 100 %.
3.2
Der im Rahmen der Neuanmeldung angefochtenen Verfügung
vom 7. Dezember 2015
liegen folgende medizinische Berichte zugrunde:
3.2.1
Die Fachärzte der Gutachtensstelle Z._ nannten in ihrem polydisziplinären Gutachten (Fachge
biete: Psychiatrie, Orthopädie/Traumatologie, Innere Medizin, Neurolo
gie) vom 3. Juni 2015 (Urk. 8/140) nachfolgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 19):
-
R
ezidivierende Zephalgien und Zervikobrachialgien
linksbetont mit schmerzhafter
Bewegungseinschränkung der Halswirbelsäule (HWS) bei kernspintomo
graphisch lateraler kleiner Diskushernie C6/7 links mit Af
fektion der Wurzel C7
-
N
icht segmental zuzuordnende
Empfin
dungs
minder
ung und Kribbel
-
paräs
thesien linker Arm
-
R
ezidivierende Lumbalgi
en
ohne bedeutsame Funktionseinschränkungen der Lendenwirbelsäule (LWS),
neurologisch residuales Wurzelreizsyn
drom S
1
rechts
-
Epicondylitis humeri radialis un
d ulnaris, links >
rechts
-
Migräne ohne Aura
-
Leichte Trigeminusneuralgie
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erwähnten sie fol
gende:
-
C
hronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (
ICD-10
F45.41) vor dem Hintergrund zahlreicher psychosozialer Belas
tungsfaktoren (Migrationshintergrund, geringe Integration, Scheidung, fehlende Partner
schaft, Arbeitsplatzverlust, finanziell
e Sorgen)
-
R
ezidivierende depressive Störung, leichte depressive Episode (
ICD-10 F
33.0)
-
Arterielle Hypertonie
-
Aktenanam
n
estisch seit 2013, keine Behandlung bisher
-
Adipositas Grad I
-
Persistierender Nikot
inkonsum
Zusammenfassend hielten die Gutachter fest, dass aus psychiatrischer Optik ein chronisches Schmerzsyndrom mit somatischen und psychischen Faktoren domi
niere. Darüber
hinaus habe sich eine allerdings nur leicht ausgeprägte depres
sive Episode bei rezidivierender depressiver Störung gefunden. Die depressive Symptomatik stehe in engem Zusammenhang mit dem chronischen Schmerzsyndrom. Eine Relevanz für die Arbeitsfähigkeit resultiere daraus indes nicht, weder die depressive Episode bei rezidivierender depressiver Störung noch die chronische Schmerzstörung begründeten aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit.
Aus orthopädisch-traumatologischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in der Lage, Tätigkeit im beschriebenen Belastbarkeitsprofil auszuüben.
Auch aus internistischer Optik hätten sich keine Erkrankungen, welche die Ar
beitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ausschliessen würden, ergeben.
Aus neurologischer Sicht sei die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Allrounderin mit zum Teil schweren körperlichen Arbeiten nicht mehr zumutbar. Die zuletzt aus
geübte Tätigkeit sei seit 2009 nicht mehr möglich. Verweistätigkeiten hingegen könne die Beschwerdeführerin aus neurologischer Optik in einer Arbeitsfähig
keit in der
Grössenordnung von 75 % seit 2009 ausüben (S. 20 f.). Leichte kör
perliche Arbeiten, die mit längerem Sitzen verbunden seien
,
wechselbelastend ohne regelmässiges Heben und Tragen von Lasten von mehr als acht Kilogramm könnten
von ihr verrichtet werden
(S. 21). In einer leidensangepassten Tätigkeit sei die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus neurologischer Sicht retro
spektiv seit 2009 um 25
%
vermindert. Zwar habe sich die Armsymptomatik etwas gebessert, doch seien etwa in diesem Zeitraum die
Symptome einer Tri
geminusneuralgie aufgetreten, die im Verlauf zurückgegangen seien bei Wie
derzunahme der Zervikobrachialgie (S. 22).
Die Fachärzte führten weiter aus, eine Veränderung des (kombinierten) Gesund
heitsschadens seit Juli 2012 sei nicht eingetreten. Die von Dr. C._ dargestellte rheumatologische Entwicklung stelle keine erhebliche Verschlechterung dar. Mithin wirke sich diese auch nicht massgeblich auf die Arbeitsfähigkeit aus. Die neu diagnostizierte Trigeminusneuralgie bedeute keine zusätzliche Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit. Die Trigeminusneuralgie sei zwar unter entsprechen
der Dauermedikation leicht, die Attacken träten jedoch bis zu dreimal täglich auf, weshalb sie als relevante Diagnose, wenn auch mit geringer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, angeführt werde. Sollte im Zuge einer Trigeminusneural
gie-Attacke eine Arbeitsunfähigkeit auftreten, so dürfte die Trigeminusneuralgie in der Regel unter Behandlung innert weniger Tage remittieren (S. 23).
Teilgutachter Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie, gab in seinem Gutach
ten vom
2. März
2015
an, anlässlich
der psychiatrisc
hen Exploration berichte
die
Beschwerdeführerin übe
r anhaltende Zervikobrachialgien, überwiegend nach links ausstrahlend, bei einem seit 2009 bekannten Diskusschaden C6/C
7.
Darüber hinaus berichte die
Beschwerdeführerin
über Schmerzen im Lumbalbereich, ferner über zeitweilige Migräneattacken und Trigeminusneural
gien. Die chronische Schmerzsymptomatik
werde
von der
Beschwerdeführerin
in den Vordergrund gerückt. Dabei erschein
e
die geklagte Schmerzsymptomatik nicht vollumfäng
li
ch durch somatische Befunde er
k
lärbar. Mit Blick auf zahlrei
che psychosoziale Belastungsfaktoren, beginnend von einer schwierigen, defi
zitären Sozialisation mit Entwicklung dependenter Strukturanteile in der Per
sönlichkeit und geringem Se
l
bstwertgefühl, über Migrationsproblematik, kon
fliktreich verlaufende, gescheiterte Ehe, Arbeitsplatzverlust und bis hin zu aktu
ellen ökonomischen
Problemen fä
nden sich zahlreiche psychische Belastungs
faktoren, welche die Annahme einer chronischen Schmerzstörung mit somati
schen und psychischen Faktoren rechtfertig
t
en, wobei die psychischen Faktoren durchaus massgeblich an der Aufrechterhaltung der Schmerzsymptomatik be
teiligt
seien.
A
uf der Befundebene
seien
lediglich einzelne Merkmale einer depressiven Symp
tomatik festzustellen. Aus psychiatrischer Sicht könn
t
en daher
keine
Diagnosen mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit gestellt werden. Die
Beschwer
deführerin sei
aus psychiatrischer Sicht in der Lage, Willenskräfte zu mobilisie
ren, um etwaige Hemmungen gegenüber einer Arb
eitsleistung zu überwinden. Sie
weis
e
keine gravierende psychiatrische Komorbidität auf, ein ausgewiesener sozialer Rückzug
aus allen Lebensbereichen liege
nicht vor und es besteh
e
auch kein therapieresistenter primärer Krankheitsgewinn. Auch
könne
man sich in Hinblick auf die bislang erfolgte psychiatrisch-psychotherapeutische Behand
lung nicht von Therapieresistenz überzeugen. Ferner verfüg
e
die
Beschwerde
führerin
über ausreichende Ressourcen in den komplexen lch-Funktionen wie Intentionalität und die Interaktionsgestaltung
.
Damit
sei
die
Beschwerdeführerin
medizinisch-theoretisch aus psychiatrischer Optik in der Lage, die zuletzt aus
geübte Tätigkei
t wie auch etwaige Verweistätig
keiten vollumfänglich, ohne weitere Minde
run
g der Leistungsfähigkeit, auszuüben, so dass eine Arbeitsfä
higkeit von 100
% resultiere
(S. 16 f.).
Teilgutachter Dr. med. E._, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie, schil
derte in seinem Gutachten vom 26. Februar
201
5, i
m Vordergrund
stünden
rezidivierende Zephalgien
und Zervikobrachialgien links.
Die Beschwerden hät
ten schon seit Jahren bestanden. Aufgrund der bisherigen Aktenl
age und des heutigen Untersuchungsbefundes
sei
die
Beschwerdeführerin
, insbesondere auf
grund der Zephalgien und Zervikobrachialgien linksbetont, nicht in der Lage, eine Tätigkeit mit mittelschwerer und schwerer körperlicher Belastung durch
zuführen. Körperlich leichte Tätigkeiten
seien ihr
jedoch bei zumutbarer Wil
lensanstrengung zumutbar. Eine operative Versorgung der Diskushernie C6/7 links
sei
von der
Beschwerdeführerin
bis dato abgelehnt
worden. E
ntsprechend
sei
bezüglich dieses Krankheitsbildes nicht mit einer Beschwerdebess
e
rung/Befundänderung zu rechnen.
Funktione
l
le Einschränkungen von Seiten des LWS-Syndroms
seien
demgegenüber als gering einzuschätzen. Bei der
Be
schwerdeführerin
besteh
e
eine freie Beweglichkeit
der LWS inklusive der Rück
neigung
. Weiterhin persistierend nachweisbar
sei
eine Epicondylitis
humeri ra
dialis und ulnaris beider Ellbogengelenke, links
mehr
als rechts. Trotz der ge
nannten Diagnosepunkte bestehe ein deutliches Missverhältnis zwischen dem klinisch-radiologischen Untersuchungsbefund auf der einen Seite und dem deutlich erhöhten subjektiven Schmerzempfinden auf der anderen Seite. Die
Beschwerdeführerin gebe
maximale Schmerzwerte auf der VAS-Schmerzskala (0-10)
von 9 an, die aufgrund des heutigen Befundes orthopädisch nicht nach
vollziehbar und plausibel seien. In der bisherigen Tätigkeit als Verkäufe
rin/Kassierin bestehe aus orthopädischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 100%, wenn das Belastungsprofil eingehalten werden könne (S. 17 f.).
Teilgutachter Dr. med. F._, Facharzt für Neurologie, führte in seinem Gutach
ten vom 11. März
2015
aus, die Beschwerdeführerin
klag
e
abgesehen von psychischen Beschwerden über seit fünf Jahren bestehende Schmer
z
en im Ellenbogen sowie im Nacken mit Ausstrahlung in den linken, sehr viel geringer auch in
den rechten Arm. Nach einer leichten Besserung im Gefolge einer sta
tionären Behandlung i
m
2011 sei die Symptomatik seit 2014 wieder wie zuvor. Eine in der Bildgebung zuletzt im September 2014 gesehene Diskushernie in Höhe C6/7 links begründe nicht die gesamte Nacken-Arm-Symptomatik und sei auch angesichts fehlender sensomotorischer Defizite bei einem aktuell eher er
freulichen Verlauf mit regredienten Beschwerden nicht als ausreichend für ein neurochirurgisches Vorgehen gesehen worden. Bei der jetzigen neurologischen Untersuchung seien mit Ausnahme einer nicht radikulär zuzuordnenden Hypästhesie im Bereich der Streckseite des linken Oberarms keine Defizite zu objektivieren gewesen. Insbesondere hätten keine Paresen, Reflexauffälligkeiten, dermatom-
oder myotombezogene
Ausf
älle, Dehnungs- oder vegetative
Zeichen bestanden.
Der Neurologe führte weiter aus, dass d
ie geklagten Schmerzen, die parti
ell als
Ausdruck eines sog
enannten
Zervikalsyndroms mit Zervikobrachialgie gesehen würden, Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
hätten
; ebenso in geringem Masse auch eine seit 2003 bestehende Migräne mit den erwähnten einzelfallbezogenen Charakteristika. Gleiches gelte für die seit 2012 rezidivie
renden blitzartigen Schmerzattacken, die am ehesten einer Trigeminusneuralgie entsprächen und für die in einem MRT des Kopfes keine Ursache gefunden wor
den sei. Zwar würden die in das rechte Bein ausstrahlenden Rückenschmerzen recht typisch für ein S
1
-Schmerzsyndrom geschildert, doch fehlten klinisch wegweisende Ausfälle, so dass auch diesen Beschwerden aus neurologischer Sicht nur ein geringer Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zukomme
(S. 18 f.)
.
3.2.2
Die Ärzte am Universitätsspital G._, Klinik für Neurochirurgie, wo sich die Beschwerdeführerin vom 24. bis 26. November 2015 stationär aufhielt und am 25. November 2015 eine CT-gesteuerte periradikuläre Infiltration C7 links erhielt, nannten in ihrem Austrittsbericht vom 26. November 2015 (Urk. 3/3) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
Schmerzexazerbation bei zervikoradikulärem Schmerzsyndrom aufgrund lateraler Diskushernie HWK6/7 links, ED 2009
-
anamnestisch aktuell: seit einer Woche in den linken Arm und linken Thorax ausstrahlende Schmerzen, seit dem 22. November 2015 stärkste Schmerzen (10/10) im linken Arm und den Fingern der linken Hand. Sphinkterfunktion erhalten.
-
klinisch: Beschwerdeführerin wach, allseits orientiert, deutlich schmerz
geplagt, keine Paresen objektivierbar, gibt „schnurartige“ Parästhesien entlang der Aussenseite von Ober- und Unterarm, bis in den linken Daumen reichend an
-
diagnostisch:
-
MRI-HWS (extern) vom 16. September 2014: laterale Diskushernie
C6-C7 linksseitig mit Wurzel C7 Affektion. Keine Hinweise auf
Myelopathie
-
MRI HWS vom 24. November 2015: bekannte Diskushernie links
paramedian auf Höhe HWK 6/7, etwas weiter nach kaudal
ausgedehnt im Verlauf, mit Kompression der Nervenwurzel C7
ohne foraminale Einengung.
-
therapeutisch: CT-gesteuerte periradikuläre Infiltration C7 links am 25. November 2015
-
Trigeminusneuralgie
Sie hielten fest, die Beschwerdeführerin sei notfallmässig eingetreten, nachdem sich ihre Schmerzen im Bereich der linken Schulter und des linken Arms deut
lich verschlechtert hätten. Anfänglich sei die Motorik schmerzbedingt einge
schränkt gewesen. Hinweise auf eine Parese habe es nicht gegeben. Im MRI der Halswirbelsäule habe sich die bekannte Diskushernie auf C6/7 gezeigt mit Kom
pression der Nervenwurzel C7. Sie hätten die Beschwerdeführerin zunächst mit einer Erhöhung der Dosis der oralen Analgetika behandelt. Da sich hierunter die Schmerzen nicht ausreichend gebessert hätten, sei eine periradikuläre Infiltra
tion der Nervenwurzel C7 durchgeführt worden. Diese Massnahme sei auch di
agnostisch relevant gewesen. Denn während sich im MRI eine Kompression der Nervenwurzel C7 gezeigt habe, habe die Schilderung der Verteilung der Schmerzen eher auf eine Beeinträchtigung der Nervenwurzel C6 hingewiesen. Tatsächlich habe die Beschwerdeführerin berichtet, dass sie sehr deutlich von der Infiltration profitiert habe. Sie habe in deutlich gebessertem Allgemeinzu
stand nach Hause entlassen werden können (S. 3)
In ihrem Ambulatoriumsbericht vom 29. Dezember 2015 (Urk. 3/4) erwähnten die Ärzte anlässlich der klinischen Verlaufskontrolle, dass sich nach der CT-ge
steuerten Infiltration C7 eine deutliche Besserung der vorbestehenden Schmer
zen zeige. Zur Vermeidung einer langsamen Abhängigkeit werde um ein Aus
schleichen der Medikation von Targin durch den Hausarzt gebeten (S. 2).
3.2.3
Der behandelnde Dr. med. C._, Innere Medizin/Rheumatologie FMH, führte in seinem Bericht vom 19. Januar 2016 (Urk. 3/5) unter anderem aus, die Be
schwerdeführerin leide seit September 2014 an einer cervikalen lateralen Dis
kushernie C6/7 linksseitig mit Wurzel C7 Affektion.
Der Verlauf ab März 2015 sei durch die Persistenz der Nackenschmerzen und der radikulären Symptomatik im linken Arm trotz starken Medikamenten und regelmässiger Physiotherapie geprägt. Im November 2015 sei es zu einer so starken Exazerbation gekommen, dass die Beschwerdeführerin drei Tage an der Neurochirurgie am UNIVERSITÄTSSPITAL G._ habe hospitalisiert werden müssen. Erst eine CT-gesteu
erte
periradikuläre Infiltration C7 links am 2
5.
November 2015 habe eine Lin
derung der Schmerzen ermöglicht. Der klinische Verlauf seit dem Frühling 2015 sei auch von einer Frequenzzunahme von Migräne und Trigeminus-Neuralgie geprägt gewesen. Dank einer neurologischen Abklärung habe eine leichte Re
duktion der Anfälle, aber keine Beschwerdefreiheit erreicht werden können. Schliesslich sei es im September 2015 zu einer massiven Verschlechterung der lumbalen Beschwerden mit Ausstrahlung in die rechte Unterextremität (lum
bospondylogenes Syndrom) gekommen. Das MRI der LWS habe die deutlichen degenerativen Veränderungen bestätigt und eine Steigerung der Targin-Dosis erfordert (S. 1).
Abschliessend hielt Dr. C._ fest, die Bilanz der letzten Jahre sei bei der Be
schwerdeführerin aus rheumatologischer/internistischer Sicht leider auch nega
tiv. Seit 2012 hätten sich die Rückenbeschwerden, sowohl die lumbospondylo
genen als auch die cervicospondylogenen/bis cervicoradikulären Reiz Syn
drome, chronifiziert und immer wieder im Sinne von Schüben manifestiert. Das Problem der Migräne und der Trigeminus-Neuralgie bleibe trotz der therapeuti
schen Bemühungen nicht gelöst und präge oft den Alltag der Beschwerdeführe
rin.
Mit der cervikalen Diskushernie und dem CRS C7 links seit 2014 komme eine neue Problematik hinzu, welche 2012 noch nicht vorhanden gewesen sei und die Möglichkeit einer beruflichen Reintegration noch erschwere (S. 2).
4.
4.1
Den medizinischen Berichten sind neu im Wesentlichen die Diagnosen einer leichten Trigeminusneuralgie sowie einer rezidivierenden depressiven Störung, leichte depressive Episode (ICD-10 F33.0), zu entnehmen.
4.2
Bezüglich der Trigeminusneuralgie ist festzuhalten, dass sie zwar bis anhin nie in der Diagnoseliste auftauchte, es sich bei ihr jedoch keineswegs um eine neue Erscheinung handelt. Bereits früher litt die Beschwerdeführerin unter atypischen Gesichtsschmerzen. Dr. H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH
, hielt in seinem Bericht
vom 6. September 2012
sogar fest, dass die hefti
gen Gesichtsschmerzen durch die Trigeminusneuralgie ausgelöst worden seien (Urk. 8/117 E. 3.7). Ebenso wurde die Diagnose einer Trigeminusneuralgie be
reits zum damaligen Zeitpunkt von einem Spezialisten erhoben (Urk. 8/117 E. 4.7.2). Vorliegend von Bedeutung ist aber, wie sich die Trigeminusneuralgie auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt. Der Neurologe von der Gutachtensstelle Z._ mass der Trigemi
nusneuralgie bloss einen geringfügigen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu, und von den
Z._
-Gutachtern wurde sie - unter Berücksichtigung, dass die ent
sprechenden Medikamente eingenommen werden - als leicht eingestuft, womit ihr beide eine untergeordnete Bedeutung zumassen. Dass die Z._-Gutachter sie schliesslich als keine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit werte
ten, ist somit plausibel.
D
ie von Dr. C._ festgehaltene
Frequenzzunahme
der Anfälle
konnte dank der neurologischen Behandlung wieder reduziert werden. Eine wesentliche Verschlechterung ist zu verneinen.
4.3
Die Diagnose
„
leichte depressive Episode
“
ist grundsätzlich nicht geeignet, eine leistungsspezifische Invalidität zu begründen (Urteil des Bundesgerichts 9C_337/2015 vom 7. April 2016 E. 4.4.1 mit weiteren Hinweisen)
. Entspre
chende Anhaltspunkte sind denn auch weder ersichtlich noch wurde Derartiges von der Beschwerdeführerin geltend gemacht.
4.4
Teilgutachter Dr. med. E._, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie, hielt unter Berücksichtigung der Vorakten und nach eigener Untersuchung unter „Würdigung der Akten“ fest, dass die in den Akten genannten Diagnosepunkte auf
orthopädischem Fachgebiet aufgrund seiner Untersuchung nachvollziehbar und plausibel seien und keine Verschlechterung des Befundes eingetreten sei.
Damit wird
auf orthopädischem Fachgebiet eine Änderung seit Juli 2012 ver
neint (
Urk.
8/140 S. 42
, E. 3.2.1 hievor
).
Zudem ist insbesondere d
ie Nervenwur
zel-Problematik nicht
neu (vgl.
Urk.
1 S. 9 f.). Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass bereits im Austrittsbericht der Rheumaklinik
des Universitätsspitals G._
vom 1
5.
September 2010 (vgl.
Urk.
8/140 S. 4) unter anderem ein chronisch rezidi
vierendes zerivkobrachiales Schmerzsyndrom
links bei kleiner Diskushernie C6/7 links mit Kompression der Nervenwurzel C7 links diagnostiziert worden ist. Ebenso
wurde die Kompression der Nervenwurzel C7 links
bereits
von
Dr. B._
im März 2012
erwähnt
(
Urk.
8/88 S. 8; vgl. auch
Urk.
8/140 S. 14 f.
). Die Ausführung von Dr. C._ in seinem Bericht vom 19. Januar 2016, dass die Beschwerdeführerin erst seit September 2014 an einer cervikalen Diskushernie C6/7 linksseitig mit Wurzel C7 Affektion leide (E. 3.2.3 hievor), ist vor diesem
Hintergrund nicht nachvollziehbar.
Ebenso wenig überzeugen seine Schilderun
gen, es sei im September 2015 zu einer massiven Verschlechterung der lumba
len Beschwerden mit Ausstrahlung in die rechte Unterextremität (lumbospon
dylogenes Syndrom) gekommen, was eine Steigerung der Targin-Dosis erfordert habe (vgl. auch Urk. 1 S. 9).
Zwar
war die Beschwerdeführerin im November 2015
wegen einer Schmerzexazerbation wieder
hospitalisiert (E. 3.2.
2 hievor)
,
aber
anschliessend
wurde
- dank
der CT-gesteuerten periradikulären Infiltration C7 links -
über eine deutliche Besserung
der Schmerzen
berichtet.
Damit ein
hergehend empfahlen die Ärzte von der Klinik für Neurochirurgie auch das Absetzen bzw. Ausschleichen der Targin-Medikation (Urk. 3/4 S. 2).
Eine er
neute klinische Verlaufskontrolle war
für
den
2
5.
Februar 2016 vorgesehen
und es
wurde
vorgeschlagen
, die verschriebene Physiotherapie
weiterzuführen
.
In
wiefern
darin
eine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes
lie
gen
soll
(vgl. Urk. 1 S. 9 f.)
, ist nicht ersichtlich.
Insgesamt kann die Beschwer
deführerin somit aus d
en während des Beschwerdeverfahrens eingereichten
me
dizinischen
Berichten
(E. 3.2.2-3 hievor) nichts zu ihren Gunsten ableiten.
4.5
4.5
.1
In psychi
atrischer Hinsicht wurde von den Z._-
Gutachtern eine
chronische Schmerzstörung mit somati
schen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) vor dem Hintergrund zahlreicher psychosozialer Belastungsfaktoren
- ohne Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit -
diagnostiziert (
E. 3.2.1 hievor;
zum
Umstand, dass diese allerdings nicht hinreichend von der „anhaltenden somatoformen Schmerzstörung“ [F45.40 in der ICD-10-GM] abgrenzbar erscheint beziehungs
weise in der ICD-10 Klassifikation nicht vorkommt, siehe Welt
gesundheitsorga
nisation, Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel
V (F), Klinisch-diagnostische Leitlinien, Dil
ling/Mom
bour/Schmidt [Hrsg.], 9. Aufl. 2014, Ziff. 45.4 S. 233 Fussnote 1; vgl. ferner Urteil des Bundesgerichts 9C_168/2015 vom 1
3.
April 2016 E. 3.2).
In diesem Zusammenhang stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Stand
punkt, das Gutachten der
Gutachtensstelle Z._
sei noch unter Anwendung der in der Zwi
schenzeit abgeänderten höchstrichterlichen Rechtsprechung erfolgt. Gemäss der neuen Rechtsprechung habe die Invaliditätsbemessung stärker als bisher bei psychosomatischen Störungen den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichtigen, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen nieder
schlagen müsse. Das vorliegend
e
Z._
-Gutachten lasse aufgrund der erhobe
nen chronischen Schmerzstörung mit somatischen un
d
psychischen Faktoren hinsichtlich der nun als massgebend bezeichneten Indikatoren zur Feststellung einer eingeschränkten Arbeitsfähigkeit eine abschliessende Beurteilung dieser neu massgebenden Faktoren nicht zu. Denn diese Störung sei im Gutachten klar unter Anwendung der alten Praxis (Förster-Kriterien) beurteilt worden. Daher seien die Akten in diesem Zusammenhang an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen, damit
sie
eine neue Begutachtung unter Anwendung der neuen Rechtsprechung durchführe (
Urk.
1 S. 10 f.).
4.5
.2
Abgesehen davon, dass die entsprechende Diagnose bereits im Jahr 2012 er
wähnt wurde und es sich bei ihr somit nicht um eine neue Diagnose handelt, ist darauf hinzuweisen, dass na
ch altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten rechtspre
chung
s
gemäss ihren Beweis
wert nicht
verlieren
. Es ist aber im Rahmen einer gesamt
haften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegeben
heiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstel
len auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bun
desrecht standhält. In sinn
gemässer Anwendung auf die nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforde
rungen ist in jedem einzelnen Fall zu prü
fen, ob die beigezogenen ad
mini
strativen und/oder gerichtlichen Sachverständi
gengutachten - gegebenen
falls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berich
ten - eine schlüssige Beurtei
lung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (BGE 141
V 281 E. 8).
Die juristische Anspruchsprüfung ist in jedem Fall Aufgabe des Rechts
anwen
ders, womit die medizinische Schätzung der funktionellen Leistungs
fähig
keit rechtlich nicht verbindlich ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_154/2016 vom 19. Oktober 2016 E. 4.1.).
4.5
.3
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organi
sche Ursa
che und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 und an
schliessende Urteile) angepasst und festgehalten, dass die Invalidi
tätsbemessung stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichti
gen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss.
Nach wie vor aber kann eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit nur an
spruchs
erheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 281 E. 2.1 mit Hinweis). Die Sachverständigen sollen die Diagnose einer anhalten
den somato
formen Schmerzstörung (ICD-10 F45.40) so begründen, dass die Rechts
anwen
der nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben tatsächlich ein
gehalten sind. Dem diagnose-inhärenten Schweregrad der soma
to
formen Schmerzstörung ist vermehrt Rechnung zu tragen: Als „vor
herrschende Be
schwerde" verlangt wird „ein andauernder, schwerer und quä
lender Schmerz" (Weltgesundheitsorganisation, Internationale Klassifi
ka
tion
psychischer Störun
gen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitli
nien
,
Dil
ling/Mombour/Schmidt [Hrsg.], 9. Aufl. 2014, F45.4 S. 233). Im Gegen
satz zu anderen psychosomatischen, beispielsweise dissoziativen Stö
rungen, die nicht schon an sich einen Bezug zum Schweregrad aufweisen, setzt die Diag
nose ei
ner somatoformen Schmerzstörung per definitionem Beein
trächti
gung
en der Alltagsfunktionen voraus (BGE 141 V 281 E. 2.
1.1 mit Litera
tur
hin
weisen).
4.5
.4
Gerade solche Beeinträchtigungen sind vorliegend jedoch nicht
im erforderli
chen Ausmass
ersichtlich. Auch wenn die medizinischen Akten nicht auf eine rege Alltagsaktivität der Be
schwerdeführerin schliessen lassen, sind ihnen indes keine Anhaltspunkte zu entnehmen, welche auf eine Passivität aufgrund der Schmerzen hindeuten würden.
Zwar hat sich die Beschwerdeführerin von sozi
alen Kontakten zurückgezogen und erlebt sich als nur wenig integriert. Eine Partnerschaft besteht nicht; sie hat jedoch einen kleinen Bekanntenkreis, da
runter eine gute Kollegin, mit der sie regelmässig telefoniert. Leider hat ihre Kollegin wenig Zeit, da sie fünf Kinder hat. Daraus erhellt, dass für ihre Zu
rückgezogenheit nicht gesundheitliche Gründe ausschlaggebend sind, sondern vor allem die zahlreichen – im psychiatrischen Gutachten aufgezählten – psycho-sozialen Belastungsfaktoren wie etwa der Migrationshintergrund und die geringe Integration sowie die die Einsamkeit (mit)verursachende Scheidung bzw. fehlende Partnerschaft.
Die Beschwerdeführerin ging
zudem
bereits vor dem Aufkommen der Beschwerden keinen besonderen Hobbies oder Interessen nach; insbesondere deshalb nicht, weil sie wegen zahlreicher persönlicher Kon
flikte mit ihrem damaligen Ehemann nie Zeit dafür gefunden hatte. Die Tatsa
che, dass sie keinen Sport treibt, ist ebenfalls nicht auf ihre Schmerzen zurück
zuführen.
Zum Tagesablauf gab
die Beschwerdeführerin
an, sie stehe zu unterschiedlichen Zeiten auf, meistens zwischen 08.00 und 09.00 Uhr am Morgen. Sie bereite sich einen Kaffee zu
. In der Regel frühstücke sie wegen Inappetenz nicht. Sie ver
bringe dann morgens viel Zeit auf dem Sofa, rauche, gehe in der Wohnung auf und ab, sitze in der Küche und hänge ihren Gedanken nach. Sie schalte den Fernseher ein, ohne wirklich Interesse am Programm zu haben. Im Prinzip gehe es ihr nur darum, dass der Geräuschhintergrund ihr das Gefühl von Einsamkeit nehme. Bei der Haushaltführung erhalte sie viel Hilfe durch die Tochter. Ge
meinsam mit der Tochter erledige sie Einkäufe und Besorgungen, alleine könne sie das nicht machen, schwere Gegenstände wie Getränke könne sie nämlich nicht tragen. Für sich alleine koche sie nicht Mittagessen. Wenn ihre Tochter früh am Nachmittag zu ihr komme, koche man gemeinsam und nehme ge
meinsam das Mittagessen ein. Am Nachmittag unterhalte sie sich mit ihrer Tochter, manchmal telefoniere sie mit ihrer Freundin, selten nur gehe sie spa
zieren. Abends, nach dem Nachtessen, schaue sie fer
n, liege dabei oft auf dem Sofa. I
n dieser Position seien die Schmerzen am erträglichsten. Das Fernsehen lenke sie
auch von den Beschwerden und den trüben Gedanken ab (
Urk.
8/140 S. 27). Gestützt auf diese Tagesablaufschilderung sind
sodann keine Anzeichen ersichtlich, dass sie durch die diagnostizierte
Schmerzstörung mit somati
schen und psychischen Faktoren in ihren
Alltagsfunktionen
wesentlich beeinträchtigt wäre.
Die Voraus
setzungen für die Bejahung einer die Arbeitsfähigkeit einschränken
den psy
chi
schen Erkrankung beziehungsweise einer invalidisierenden psychi
schen Erkrankung ist somit auch gestützt auf die neue Rechtsprechung (BGE 141 V 281) nicht gegeben. Inwiefern sich diesbezüglich ein weiterer Abklä
rungsbedarf aufdräng
en soll
, ist nicht ersichtlich (vgl. Urk. 1 S. 11).
5.
Zusammenfassend steht fest, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin seit Erlass der rentenabweisenden Verfügung (
4.
Juli 2012
) nicht in ei
ner anspruchserheblichen Weise verschlechtert hat. Damit steht ihr keine Rente der Invalidenversicherung zu, weshalb sich die angefochtene Verfügung vom 7. Dezember 2015 als rechtens erweist und die Beschwerde abzuweisen ist.
6
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.