Decision ID: 5ba7f8f0-8b6c-516d-a6d7-b33fd6389710
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Bettina Surber, Oberer Graben 44,
9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 8. September 2009 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (berufliche Integration/Rente) an. Er habe in seiner Heimat den
Beruf des Malers erlernt und sei 1969 in die Schweiz gekommen. Seit Februar 1975
stehe er in seiner derzeitigen Anstellung als Maler, wo er ein Bruttoeinkommen von
monatlich Fr. 5'300.-- (13x) verdiene. Er leide unfallbedingt an Schulter- und
Knieproblemen, und zwar seit 1992 und seit dem 9. Oktober 2008. Bis zum
22. Dezember 2008 sei er damals zu 100 % arbeitsunfähig gewesen, seither sei er es
noch zu 50 %.
A.b Gemäss einem FI-Gesprächsprotokoll des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
der Invalidenversicherung (IV-act. 7) gab Dr. med. B._, Allgemeine Innere Medizin
FMH, diesem am 15. September 2009 (wiedergegeben mit Korrekturen und
Ergänzungen vom 24. September 2009, IV-act. 16-1 f.) bekannt, es lägen ein Status
nach Partialruptur der Supraspinatussehne Schulter rechts mit belastungsabhängigen
Schmerzen und Bewegungseinschränkung bei Überkopfarbeiten (Unfall vom
23. Februar 1992), eine Teilmeniskektomie medial li mit medialem Knorpelschaden und
Schonhinken (Unfall vom 9. Oktober 2008), ein Diabetes mellitus Typ 2 (seit 2005) mit
Verschlechterung in den letzten Monaten, eine Hyperlipidämie, eine arterielle
Hypertonie und eine COPD vor. In der bisherigen Tätigkeit als Maler sei der Versicherte
bei Überkopfarbeiten durch Schmerzen und Bewegungseinschränkung in der rechten
Schulter beeinträchtigt. Er hinke und sei vor allem bei Arbeit auf der Leiter teils
unsicher. Seit dem 23. Dezember 2009 (wohl: 2008) sei er zu 50 % arbeitsunfähig. In
einer adaptierten Tätigkeit ohne Überkopfarbeiten, ohne Erfordernis langer
Gehstrecken und ohne Einsätze auf Gerüsten sei der Versicherte zu 100 %
arbeitsfähig. Den Vorschlag einer "Umlagerungsosteotomie" am linken Knie habe der
Versicherte vorerst abgelehnt. Er sei ein sehr williger, verantwortungsbewusster
Mitarbeiter eines kleinen Malerbetriebs. - In einem beigelegten Bericht von Dr. med.
C._, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, spez. Pneumologie, vom 27. Juni 2000 war
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eine chronisch obstruktive Lungenkrankheit mit beginnendem Lungenemphysem mit
mittelschwerer, nicht reversibler obstruktiver Ventilationsstörung mit deutlicher
pulmonaler Überblähung diagnostiziert worden. Gemäss einer weiteren Beilage hatte
am 25. Juli 2007 eine laparoskopische Cholezystektomie stattgefunden.
A.c Den Unfallversicherungsakten (vgl. IV-act. 11) war unter anderem zu entnehmen,
dass nach einem Unfall vom 23. Februar 1992 der Verdacht auf eine Rotatoren
manschetten-Ruptur rechts geäussert worden war und sich 2003 ein subacromiales
Engpasssyndrom mit Impingement der Supraspinatussehne, mit schwerer Tendinitis
und vorderer Partialruptur der Sehne, eine deutliche Bursitis und eine aktivierte Acro
mioclaviculararthrose gezeigt hatten. Im Mai 2007 hatten die Beschwerden deutlich
zugenommen. Bei einem Unfall vom 9. Oktober 2008 hatte sich der Versicherte eine
Schädigung des Knies links (Meniskusläsion) zugezogen. Es zeigte sich auch eine
beginnende mediale Gonarthrose links. Dr. B._ hatte im Unfallschein UVG eine volle
Arbeitsunfähigkeit ab 19. Oktober 2008 bescheinigt. Am 28. Januar 2009 hatte sie eine
Aufnahme der Arbeit zu 50 % seit 17. Januar 2009 bestätigt. Am 9. März 2009 hatte
der Versicherte mitgeteilt, er wäre zu 75 % arbeitsfähig geschrieben, wolle aber wieder
voll arbeiten. Am 24. März 2009 war wieder eine hälftige Arbeitsunfähigkeit eingetreten.
Auf den 22. April 2009 war erneut volle Arbeitsfähigkeit vorgesehen. Am 26. Juni 2009
war ein Rückfall aufgetreten und der Versicherte war wieder zu 50 % arbeitsunfähig.
Der UV-Kreisarzt hatte am 6. Juli 2009 eine richtunggebende Verschlimmerung in
Bezug auf Knie wie Schulter festgestellt. Die Klinik für Chirurgie und Orthopädie am
Spital D._ hatte am 15. September 2009 zum einen den Verdacht auf eine Re-Ruptur
des Innenmeniskus und zum andern eine Chondromalazie Grad III - IV in der
Belastungszone medialer Femurkondylus sowie Tibiaplateau diagnostiziert. Es seien
die Arthroskopie des linken Kniegelenks und eine valgisierende Umstellungsosteotomie
besprochen worden; der Versicherte wünsche aber derzeit keine operative Intervention.
A.d In der Arbeitgeberbescheinigung vom 21. September 2009 (IV-act. 13) wurde
angegeben, der Versicherte habe im Jahr 2007 Fr. 54'670.35 und im Jahr 2008
Fr. 54'686.60 verdient. Seit dem 1. April 2009 erziele er bei einem Arbeitspensum von
50 % pro Jahr Fr. 35'295.--. Seiner Arbeitsleistung würde aber seit dem 19. Oktober
2008 ein Lohn von Fr. 4'800.-- (bei 100 %) entsprechen. Er sei wiederholt zu 100 %
und zu 50 % arbeitsunfähig gewesen. Je anstrengender eine Arbeit körperlich sei,
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desto weniger könne er sie erbringen. Weil er zurzeit nur zu 50 % einsatzfähig sei,
könne er keine Baustellen-Leitungen mehr übernehmen. Vor allem seit seinem Unfall
vom Oktober 2008 sei sein Arbeitstempo zurückgegangen. Er sei bereit, alles zu
leisten, was er könne, doch würden ihn die ständigen Schmerzen zermürben. - Gemäss
IK-Auszug hatte der Versicherte seit langem jeweils nebst dem Verdienst als Maler ein
weiteres Einkommen (für Hauswarttätigkeit, vgl. Beschwerde) von in den Jahren 2007
und 2008 je Fr. 5'402.-- erzielt.
A.e Am 19. Oktober 2009 nahm die Unfallversicherung eine ärztliche
Abschlussuntersuchung vor. Der Kreisarzt erklärte, sowohl am linken Knie wie im
Bereich der rechten Schulter bestünden dauernde und erhebliche Unfallfolgen. Eine
volle Arbeitstätigkeit als Maler sei nicht mehr zumutbar. Ganztägige, leichte bis
mittelschwere behinderungsgerechte Beschäftigungen mit den je durch das Knie- und
durch das Schulterleiden bedingten Einschränkungen seien zumutbar. Diverse
namentlich bezeichnete Tätigkeiten seien nicht mehr zumutbar (etwa ausschliessliches
Arbeiten im Stehen, Arbeit auf Leitern, belastende Überkopftätigkeiten mit dem rechten
Arm; möglich Armeinsätze bis auf Schulterhöhe mit Gewichten von 10 bis 15 kg).
A.f Am 20. November 2009 (IV-act. 24) hielt der IV-Eingliederungsverantwortliche fest,
der Versicherte arbeite unter grossen Schmerzen noch in seinem reduzierten Pensum.
Von der Hausärztin aus dürfte er nicht mehr arbeiten. Er fühle sich nicht mehr
arbeitsfähig und verfüge über wenig Ressourcen für eine anderweitige Eingliederung.
A.g Über eine Arbeitsplatzabklärung berichtete der IV-Eingliederungsberater am
24. November 2009 (IV-act. 22) unter anderem, der Versicherte beziehe zurzeit einen
Lohn von ca. Fr. 5'500.--. Die Arbeitgeberin überlege sich jedoch die Ausrichtung eines
Leistungslohns und prüfe mögliche Anpassungen am Arbeitsplatz. Sie wolle den
Versicherten im Arbeitsverhältnis behalten.
A.h Gemäss einem FI-Ergebnis-Protokoll nach Assessmentgespräch vom
14. Dezember 2009 (IV-act. 23) fühle sich der Versicherte nicht mehr arbeitsfähig,
bemühe sich aber, das Pensum von 50 % zu erfüllen.
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A.i Am 28. Dezember 2009 (IV-act. 26) schloss die Sozialversicherungsanstalt/IV-
Stelle des Kantons St. Gallen die Eingliederungsberatung ab. Arbeitsvermittlung sei
nicht notwendig.
A.j In einem IV-Arztbericht vom 15. Februar 2010 (Eingangsdatum; IV-act. 29) gab
Dr. B._ als Hauptdiagnosen eine Gonarthrose links seit Oktober 2008, eine
Meniskusläsion links und einen Status nach Partialruptur Supraspinatus rechte Schulter
an. Vom 26. Juni 2009 bis 21. Dezember 2009 sei der Versicherte zu 50 %
arbeitsunfähig gewesen, seit dem 22. Dezember 2009 sei er voll arbeitsunfähig. Bei der
Frage, inwiefern eine behinderungsangepasste Tätigkeit möglich sei, machte die Ärztin
einen Hinweis auf den beigelegten Unfallversicherungsbericht (die ärztliche
Abschlussuntersuchung der Unfallversicherung vom 19. Oktober 2009). Im Übrigen
bezeichnete sie, welcheeinzelnen Verrichtungen noch zumutbar seien und welche
nicht.
A.k In einem UV-Assessmentbericht vom 9. April 2010 wurde festgehalten, die hohe
Motivation, die Zuverlässigkeit, Loyalität und freundliche, zuvorkommende,
kommunikative Art des Versicherten sprächen für eine mögliche Integration.
A.l Am 7. Mai 2010 erfolgte eine UV-kreisärztliche Untersuchung (vgl. Fremdakten).
Der Versicherte klagte über vermehrte Schmerzen von Seiten beider Knie und der
linken Schulter. Der Arzt hielt dafür, eine erhebliche objektivierbare Zunahme der
strukturellen Befunde (und Änderung der Zumutbarkeitsbeurteilung) habe sich seit der
Untersuchung vor sechs Monaten nicht ergeben. Aufgrund der glaubhaften
zuordnungsfähigen Schmerzsymptomatik und der Verletzungsbefunde sei die
Zumutbarkeit für Hebe- und Tragarbeit mit repetitiven Armeinsätzen bis auf
Schulterhöhe (nur, aber immerhin) mindestens für leichte Gewichte (5 bis 10 kg)
gegeben.
A.m Der Versicherte hatte die Arbeit anfangs 2010 nicht mehr aufgenommen. Dr. B._
hatte der Unfallversicherung im Zwischenbericht vom 23. Februar 2010 angegeben, es
erfolge keine Wiederaufnahme der Arbeit. Wie einem UV-Dokument vom 4. November
2010 zu entnehmen ist, hatte die Ärztin dem Versicherten am 28. September 2010 eine
Arbeitsunfähigkeit von 50 % seit 8. Juni 2010 für immer attestiert. Am 27. Oktober
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2010 vermerkte Dr. B._ zur Frage der Wiederaufnahme der Arbeit, dem Versicherten
sei das Arbeitsverhältnis gekündigt worden. Er hinke zunehmend. Wegen der
Schonung links träten Schmerzen am rechten Knie auf. Als zusätzliche Diagnose
bestehe eine Anpassungsstörung mit Depression (infolge der chronischen Schmerzen).
Der UV-Kreisarzt hielt am 9. November 2010 dafür, die bisherigen Akten zeigten keine
erhebliche organisch-strukturell feststellbare Verschlimmerung des Kniebefunds links.
Es bleibe bei der festgestellten Zumutbarkeit.
A.n Der RAD hielt im Januar 2011 (IV-act. 33) an der Beurteilung einer vollen Arbeits
fähigkeit in adaptierter Tätigkeit fest.
A.o Am 31. August 2011 (IV-act. 35) liess der Versicherte um Unterstützung durch
einen Eingliederungsberater ersuchen. Die Unfallversicherung habe die Sache mit
Einspracheentscheid vom 19. Juli 2011 abgeschlossen. Nach Auffassung von Dr. B._
sei er für eine adaptierte Tätigkeit insgesamt (mit unfallfremden Beschwerden) zu 50%
arbeitsunfähig. Er unternehme engagiert umfangreiche Arbeitsbemühungen, aber im
Alter von 60 Jahren sei es äusserst schwierig, wieder eine angepasste Anstellung zu
finden. - Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle antwortete am 6. September 2011
(IV-act. 36), das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) besitze grössere und
vielfältigere Möglichkeiten der Unterstützung bei der Stellensuche, die
Invalidenversicherung könne dagegen wieder beauftragt werden, wenn eine
Eingliederung bei einem potentiellen Arbeitgeber in Betracht falle.
A.p Die Unfallversicherung hatte eine Einsprache gegen ihre Verfügung vom 5. Januar
2011, mit welcher sie dem Versicherten ab 1. April 2010 bei einem
Erwerbsunfähigkeitsgrad von 26 % (1 - Fr. 52'276.--/Fr. 70'590.--) eine Invalidenrente
und ausserdem eine Integritätsentschädigung für eine Einbusse von 15 %
zugesprochen hatte, am 19. Juli 2011 abgewiesen. Es hatte am 7. Dezember 2010
danach eine weitere Beurteilung eines UV-Arztes stattgefunden, wonach eine
wechselbelastende Tätigkeit unter genannten Voraussetzungen vollzeitlich zumutbar
sei.
A.q Mit Vorbescheid vom 11. November 2011 (IV-act. 42 f.) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Versicherten eine Abweisung des Gesuchs
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um eine Rente in Aussicht. Der Invaliditätsgrad betrage 15 % (Valideneinkommen
Fr. 70'590.--, Invalideneinkommen Fr. 59'979.--). - Der Versicherte liess am
15. Dezember 2011 (IV-act. 47) einwenden, die Unfallversicherung gehe aufgrund von
DAP-Löhnen von einem Invalideneinkommen von Fr. 52'276.-- aus, was eher
realistisch sei als die Annahme im Vorbescheid, und habe ihm eine Rente bei einem
Invaliditätsgrad von 26 % zugesprochen. Werde dieser Beurteilung nicht gefolgt,
müsste ein Abzug vom statistischen Durchschnittslohn von mindestens 20 % gemacht
werden. Die Arbeitsfähigkeit lasse sich nur noch beschränkt verwerten. In einer neuen
Branche sei als Anfänger (und in diesem Alter) mit einem reduzierten Lohn zu rechnen.
Er liess am 28. Februar 2012 (IV-act. 56) ergänzen, der gesundheitliche Zustand habe
sich weiter verschlechtert. Es hätten fachärztliche Untersuchungen stattgefunden, wie
die beigelegten Berichte zeigten. - Der RAD hielt am 27. März 2012 (IV-act. 59-2) an
seiner Einschätzung fest. Der Diabetes mellitus, der Hypertonus und die erhöhten
Blutfette hätten grundsätzlich keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit.
A.r Mit Verfügung vom 28. März 2012 (IV-act. 60) wies die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle einen Rentenanspruch ab. Ein Tabellenlohnabzug sei nicht zu gewähren, da
die bisherige Tätigkeit als leicht bis zeitweise mittelschwer einzustufen sei. Selbst mit
einem Abzug von 20 % läge der Invaliditätsgrad unter 40 %. Eine wesentliche
Änderung im Gesundheitszustand sei nicht plausibel begründet worden.
B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwältin lic. iur. Bettina Surber für
den Betroffenen am 14. Mai 2012 erhobene Beschwerde. Die Rechtsvertreterin
beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei dem
Beschwerdeführer eine ganze, eventuell eine Dreiviertels-, eine halbe oder eine
Viertelsrente zuzusprechen, eventualiter sei die Sache zur umfassenden
Neubegutachtung und Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. -
In der Ergänzung vom 25. Juni 2012 wird (geändert) beantragt, die Sache sei zur
umfassenden Begutachtung und Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen, eventualiter sei dem Beschwerdeführer ab 1. April 2010 eine
Viertelsrente zuzusprechen. Das Einkommen von Fr. 59'979.-- für ein Vollpensum in
adaptierter Tätigkeit werde nicht bestritten. Es erscheine aber nicht glaubhaft, dass der
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Beschwerdeführer ein volles Pensum wahrnehmen könne. Die entsprechende
Annahme widerspreche den Erkenntnissen, die bei der beruflichen Wiedereingliederung
gewonnen worden seien, sei der Beschwerdeführer doch als motiviert beschrieben
worden und sei nicht davon auszugehen, dass er sich in der Arbeitsfähigkeit stärker
eingeschränkt fühle, als das medizinisch tatsächlich der Fall sei. Zudem habe sich der
Gesundheitszustand zwischen dem 16. Juni und dem 21. Dezember 2009
offensichtlich verschlechtert, denn in der Folge sei für die bisherige Tätigkeit eine volle
Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Es frage sich, ob die Einschätzung, davor habe
eine Arbeitsfähigkeit von 100 % vorgelegen, realistisch sei. Es dränge sich eine
medizinische Abklärung auf. Andernfalls sei bei einem Valideneinkommen von
Fr. 76'440.-- und einem Abzug von 25 % eine Viertelsrente zuzusprechen. Der
Beschwerdeführer sei stets auch als Hauswart tätig gewesen, weshalb auch der
Nebenverdienst von Fr. 5'850.-- zu berücksichtigen sei. Ferner sei der maximale
Leidensabzug zu gewähren, denn der Beschwerdeführer sei während 35 Jahren in
derselben Unternehmung tätig gewesen und sei mittlerweile 61 Jahre alt. Wie sich aus
den Protokollen der Eingliederungsberatung ergebe, dürfte es ihm kaum noch
zumutbar sein, sich völlig neu zu orientieren und in den Arbeitsprozess zu integrieren.
Der Rentenbeginn liege sechs Monate nach der Anmeldung
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 16. August 2012 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer leite aus den Ausführungen
des Eingliederungsberaters zu Unrecht ab, dass er nicht voll arbeitsfähig sei. Dieser
habe auch die subjektive Sichtweise des Beschwerdeführers berücksichtigt, der sich
nicht mehr arbeitsfähig fühle. Die Arbeitsfähigkeit sei jedoch objektiv zu bestimmen.
Der Beschwerdeführer sei durch den UV-Kreisarzt ausführlich untersucht worden. Die
Einschätzung, der Beschwerdeführer sei einzig qualitativ in der Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt, erscheine aufgrund der relativ harmlosen Befundlage schlüssig. Sie
decke sich auch mit derjenigen von Dr. B._ gemäss Gesprächsprotokoll und zweitem
Arztbericht. Für eine Verschlechterung des Zustands seit dem 22. Dezember 2009
gebe es gemäss der Feststellung des RAD keine Hinweise. Wie der Beschwerdeführer
einräume, attestiere ihm Dr. B._ in ihrem zweiten Arztbericht eine volle
Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit. Es sei auf den Abschlussbericht des
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Kreisarztes abzustellen. Weitere Abklärungen seien unnötig. Das Valideneinkommen
(2008) betrage Fr. 74'692.--, nämlich Fr. 69'290.-- und Fr. 5'402.--. Der Tabellenlohn
2008 mache Fr. 59'979.-- aus. Da der Beschwerdeführer auch körperlich mittelschwere
Tätigkeiten ausüben könne, sei keine Reduktion vorzunehmen. Auch das Alter und der
Umstand, dass der Beschwerdeführer stets in der gleichen Branche erwerbstätig
gewesen sei, rechtfertigten keinen Abzug, weil es sich um invaliditätsfremde Faktoren
handle. Mit der Wahl der niedrigsten Qualifikationsstufe (4) seien diese berücksichtigt.
Es resultiere ein Invaliditätsgrad von 20 %.
D.
Am 13. September 2012 hat die Verfahrensleitung dem Gesuch um Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) entsprochen.
E.
Mit Replik vom 5. November 2012 wendet die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers ein, eine umfassende Begutachtung habe nicht stattgefunden. Die
UV-Vertrauensärzte gäben ihre Beurteilungen im Wesentlichen mit Blick auf die
Unfallfolgen und weniger mit Blick auf eine dauernde und bleibende Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit ab. Die Einschätzung der Eingliederungsberatung könne nicht
übergangen werden, seien doch dort Spezialisten ihres Gebiets tätig, die aufgrund der
konkreten Umstände Aussagen zur Leistungsfähigkeit machen könnten. Es werde nicht
beantragt, dass gemäss den Angaben des Eingliederungsberaters von einer vollen
Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden solle. Die Angaben und die weiteren
medizinischen Akten würden aber mindestens Zweifel an der vollen Arbeitsfähigkeit
aufkommen lassen. Durch den Leidensabzug werde der Besonderheit des
Tabellenlohns Rechnung getragen, dass er statistisch erhoben werde und die
persönlichen Umstände nicht berücksichtige. So kurz vor dem Erreichen des
Pensionsalters werde es dem Beschwerdeführer kaum mehr möglich sein, eine dem
Leiden angepasste Stelle zu finden. Eine solche Stelle habe zudem nach Angaben des
Kreisarztes ein auf dem Arbeitsmarkt kaum vorhandenes Anforderungsprofil, was die
Suche erheblich einschränke.
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F.
Die Beschwerdegegnerin hat auf die Erstattung einer Duplik verzichtet.

Erwägungen:
1.
Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin das Leistungsgesuch
des Beschwerdeführers von 2009 um eine Rente abgewiesen. Am 28. Dezember 2009
hatte sie die Eingliederungsberatung abgeschlossen, damals mit der Begründung, dass
er zu 50 % in der bisherigen Tätigkeit arbeite und in einer adaptierten Arbeit voll
arbeitsfähig wäre. Am 6. September 2011 bestätigte sie den Entscheid. Der
Beschwerdeführer lässt im Gerichtsverfahren (jüngst im Eventualstandpunkt) einzig
Rentenleistungen beantragen. Strittig ist demnach zunächst ein allfälliger Anspruch auf
eine Rente. Ergäbe sich allerdings, dass ohne Eingliederungsmassnahmen ein
Rentenanspruch in Frage steht, so gehörte zum Streitgegenstand notwendigerweise
auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet
und eine allfällige Pflicht des Beschwerdeführers zu Massnahmen korrekt in Anspruch
genommen habe.
2.
Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
3.
3.1 Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen
von Bedeutung. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu
beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in
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der Folge eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch
tatsächlich ausübt, ist für die Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3045
des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen, ab 1. Januar 2012 gültigen
Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung =
KSIH).
3.2 Zum Gesundheitszustand und zur Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers
liegen insbesondere Beurteilungen von Dr. B._ und des UV-Kreisarztes vor, daneben
sind diverse spezialärztliche Berichte (ohne Arbeitsfähigkeitsschätzungen) bei den
Akten. Die Unfallversicherung hatte sich mit den Folgen dreier - davon offenbar zweier
relevanter - Unfälle zu befassen. Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers an seinem
bisherigen Arbeitsplatz, den er während rund 35 Jahren innehatte, unterlag danach
verschiedentlich Schwankungen. Der Beschwerdeführer war nach der Aktenlage
bemüht, die Arbeitsfähigkeit jeweils nach Möglichkeit auszunützen. Es kann davon
ausgegangen werden, dass die Tätigkeit als Maler seit dem 22. Dezember 2009
schliesslich nicht mehr zumutbar war.
3.3 Was die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit betrifft, schätzte Dr. B._
sie im September 2009 als voll ein. Im IV-Arztbericht vom 15. Februar 2010 verwies sie
hierfür auf den Bericht des UV-Kreisarztes vom Oktober 2009. Dieser hatte für den
umschriebenen Voraussetzungen entsprechende, dem Schulter- und dem Knieleiden
angepasste Tätigkeiten eine ganztägige Arbeitsfähigkeit festgelegt. Im Mai 2010
reduzierte er - nach Klagen des Beschwerdeführers über eine Beschwerdezunahme -
die Gewichtslimite leicht, was auf eine gewisse anerkannte Verschlechterung der
unfallbedingten Leiden schliessen lässt. Zu berücksichtigen ist, dass die Beurteilungen
des UV-Arztes sich nur mit den unfallbedingten Leiden zu befassen hatten.
3.4 Beim Beschwerdeführer liegt aber auch ein degenerativer chondraler Kniebefund
vor, wie der Kreisarzt in seiner Stellungnahme vom 6. Juli 2009 festhielt. Ferner leidet
der Beschwerdeführer (seit 2000) an einer chronisch obstruktiven Lungenkrankheit,
welche Dr. B._ allerdings unter die Nebendiagnosen einreihte, ebenso wie den Dia
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betes mellitus, die Hyperlipidämie und die arterielle Hypertonie (diesbezüglich
übereinstimmend mit der dazu generell geäusserten Auffassung des RAD).
3.5 Ob sich Dr. B._ auf adaptierte Tätigkeiten bezog, als sie am 28. September
2010 eine Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers von 50 % seit 8. Juni 2010 für
immer attestierte, lässt sich nicht mit Sicherheit eruieren. Ihr Attest vom 23. Februar
2010 (wohl: volle Arbeitsunfähigkeit für die bisherige Tätigkeit) deutet aber darauf hin.
3.6 Am 27. Oktober 2010 bezeichnete sie dann erstmals als weitere Diagnose eine
Anpassungsstörung mit Depression. Sie erklärte ausserdem, der Beschwerdeführer
hinke zunehmend und wegen der Schonung links träten Schmerzen auch am rechten
Knie auf. Die Berichte von Dr. B._ sprechen für eine zunehmende Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Wenn der UV-Kreisarzt am 9. November 2010
erklärte, eine erhebliche organisch-strukturelle Verschlimmerung der Kniebefunde links
habe sich nicht gezeigt, hat er sich damit auf dieses Knieleiden (jedenfalls aber einzig
auf die unfallbedingten Leiden) bezogen, nicht aber auf eine allfällige psychische
Beeinträchtigung. Für die Invalidenversicherung ist allerdings die Arbeitsunfähigkeit
unter allen in Frage kommenden Aspekten massgebend. Bei der Beurteilung eines
andern UV-Arztes vom 7. Dezember 2010, welche nicht bei den Akten liegt (erwähnt im
UV-Einspracheentscheid), dürfte es sich um eine Aktenbeurteilung gehandelt haben,
welche sich ebenfalls ausschliesslich mit den Unfallfolgen zu befassen hatte.
3.7 Dazu kommt, dass im weiteren Verlauf (innerhalb des vorliegend zu beurteilenden
Zeitraums bis zum 28. März 2012) zusätzlich eine Tenosynovialitis der Beugesehnen an
den Fingern II und III rechts festgestellt wurde (Bericht von Dr. med. E._, FMH
Handchirurgie, vom 21. Dezember 2011). Ferner ist von einer Protrusion der
Bandscheibe L5/S1 berichtet worden (Klinik für Chirurgie und Orthopädie am Spital
D._, am 6. Januar 2012). Es ist anzunehmen, dass es sich dabei je um unfallfremde
Leiden handelt. - Nach der letzten kreisärztlichen Beurteilung, nämlich am 5. Januar
2012, wurde zudem eine schwere aktivierte acromioclaviculäre Arthrose mit
subacromialer Enge und geringer subacromialer Bursitis oder Peribursitis sowie - bei
verdickter Kapsel und schmalem Rezessus axillaris - möglicher Capsulitis adhaesiva
diagnostiziert (Dr. med. F._, Fachärztin für Radiologie). Am Spital D._ wurden
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gemäss Bericht vom 30. Januar 2012 die Indikationen zu einer Schulter-Operation und
einer Knieendoprothese erwogen.
3.8 Unter diesen Umständen bestehen Zweifel, ob - insgesamt betrachtet und bis
zum Ende des relevanten Zeitraums - eine volle Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit
vorgelegen habe, wie der RAD am 27. März 2012 annahm. Es rechtfertigt sich,
ergänzende Abklärungen zur Arbeitsfähigkeit zu veranlassen. Zu berücksichtigen ist
zum einen, dass eine Gesamtsicht erforderlich ist und gesundheitliche
Beeinträchtigungen in verschiedener Hinsicht (Schulter, Knie, Finger, Rücken, Lunge)
eine Erschwernis bedeuten können. Zum andern ist auf einen allfälligen zeitlichen
Verlauf zu achten.
4.
4.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 28. März 2012 gutzuheissen und die Sache ist zu
ergänzenden medizinischen Abklärungen im Sinn der Erwägungen und zu
entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Angesichts des vollen Obsiegens des Beschwerdeführers (eine Rückweisung zur
weiteren Abklärung der Streitsache und anschliessender neuer Verfügung an die
Beschwerdegegnerin stellt praxisgemäss aus prozessualer Sicht in Bezug auf die
Kosten ein vollständiges Obsiegen dar, vgl. SVR 1995 IV Nr. 51 S. 143; ZAK 1987
S. 266 E. 5a; und Hauptstandpunkt gemäss Beschwerdeergänzung) ist die Bewilligung
der unentgeltlichen Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung
der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) vom 13. September 2012 obsolet
geworden.
4.3 Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1 IVG), sind dem Prozessausgang
entsprechend gesamthaft der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1
VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen.
4.4 Der Beschwerdeführer hat bei diesem Ausgang des Verfahrens gegenüber der
Beschwerdegegnerin Anspruch auf Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne
bis
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Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff.
VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand angemessen
erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP