Decision ID: a3b26b7d-eb5e-4868-a1b4-9f87406eba11
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._, Bezüger einer halben IV-Rente und von Ergänzungsleistungen (EL-act.
172-7, 171-4, Dossier 1), zog per 1. Oktober 2006 in den Kanton St. Gallen und
meldete sich dort zum EL-Bezug an (EL-act. 172-1, D. 1). Mit drei Verfügungen vom 5.
März 2008 sprach ihm die EL-Durchführungsstelle ab 1. Oktober 2006 eine jährliche
Ergänzungsleistung zu (EL-act. 161, D. 1). In der EL-Berechnung hatte sie ab
Anspruchsbeginn ein hypothetisches Erwerbseinkommen des Versicherten selbst
angerechnet (vgl. EL-act. 171-3, D. 1). Auf die Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens für die Ehefrau hatte sie verzichtet. Sie hatte auch die jüngste
Tochter des Versicherten in die Anspruchsberechnung einbezogen. Mit Verfügung vom
17. März 2008 rechnete die EL-Durchführungsstelle rückwirkend ab 1. Oktober 2006
die Rentenleistungen der Stiftung B._ als Einnahme an (EL-act. 154, D. 1).
A.a.
Am 18. März 2011 leitete die EL-Durchführungsstelle eine periodische
Überprüfung der Ergänzungsleistungen ein (EL-act. 132, D. 1). Am 16. Dezember 2011
teilte sie dem Versicherten mit, dass seiner Ehefrau zukünftig ein hypothetisches
Erwerbseinkommen angerechnet werde, wenn diese keine genügenden
Arbeitsbemühungen vorweisen könne (EL-act. 122, D. 1). Im Begründungsteil der
Revisionsverfügung vom 6. Januar 2012 (EL-act. 112, D. 1), mit welcher der EL-
Anspruch ab 1. Januar 2010 neu festgelegt worden war, wies die EL-
Durchführungsstelle den Versicherten darauf hin, dass die Arbeitsbemühungen der
Ehefrau im April 2012 überprüft würden. Falls diese nicht den Anforderungen
entsprächen, müsse ab Mai 2012 ein hypothetisches Erwerbseinkommen für die
A.b.
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Ehefrau angerechnet werden. Nachdem innert der angesetzten Frist keine Belege für
Arbeitsbemühungen der Ehefrau des Versicherten eingegangen waren, berücksichtigte
die EL-Durchführungsstelle in der Anspruchsberechnung ab 1. Mai 2012 ein
hypothetisches Erwerbseinkommen für die Ehefrau von Fr. 24'585.-- pro Jahr
(Verfügung vom 30. April 2012, EL-act. 107, D. 1). Da der Versicherte jedoch
nachträglich Nachweise für ausreichende Arbeitsbemühungen seiner Ehefrau ab April
2012 einreichte (vgl. EL-act. 87/106 D. 1), nahm die EL-Durchführungsstelle mit
Verfügung vom 8. Februar 2013 das hypothetische Erwerbseinkommen der Ehefrau
rückwirkend ab 1. Mai 2012 wieder aus der Anspruchsberechnung (EL-act. 74, D. 1).
Am 20. Mai 2014 leitete die EL-Durchführungsstelle die nächste periodische
Überprüfung der Ergänzungsleistungen ein (EL-act. 42, D. 1). Mit Verfügung vom 14.
Dezember 2014 (EL-act. 25, D. 1) setzte sie die Ergänzungsleistungen gestützt auf die
Ergebnisse der periodischen Überprüfung rückwirkend ab 1. September 2014 sowie für
die Zeit ab 1. Januar 2015 neu fest. Mit Verfügung vom 22. Dezember 2014 setzte die
EL-Durchführungsstelle den EL-Anspruch ab 1. Januar 2015 wegen einer Änderung bei
der IV-Rente und der IV-Kinderrente neu fest (EL-act. 22 und 24, D. 1).
A.c.
Am 31. Dezember 2014 leitete die AHV-Zweigstelle der EL-Durchführungsstelle ein
Arztzeugnis von Dr. med. C._ vom 23. Dezember 2014 weiter (EL-act. 21, D. 1). Der
Hausarzt hatte festgehalten, die Ehefrau des Versicherten könne krankheitsbedingt nur
im Haushalt arbeiten; in der Arbeitswelt könne sie nicht eingesetzt werden. Am
23. Februar 2015 übermittelte die AHV-Zweigstelle ein weiteres Arztzeugnis vom
17. Februar 2015 (EL-act. 18, D. 1), in welchem der Hausarzt der Ehefrau ab dem
17. Februar 2015 eine volle Arbeitsunfähigkeit bescheinigt hatte. Am 16. März 2015
forderte die EL-Durchführungsstelle den Versicherten auf, ein detailliertes Arztzeugnis
für seine Ehefrau einzureichen (EL-act. 16, D. 1). Am 4. Juni 2015 ging ein weiteres
einfaches Zeugnis des Hausarztes vom 1. Juni 2015 ein, wonach die Ehefrau ab 1. Juni
2015 bis auf weiteres zu 100 % arbeitsunfähig sei (EL-act. 14, D. 1). Am 14. Juli 2015
forderte die EL-Durchführungsstelle den Versicherten erneut auf, ein detailliertes
Arztzeugnis für seine Ehefrau einzureichen (EL-act. 13, D. 1). Die angeforderten
Unterlagen gingen innert der angesetzten Frist nicht ein, worauf die EL-
Durchführungsstelle ab 1. Oktober 2015 neu ein hypothetisches Erwerbseinkommen
der Ehefrau des Versicherten von Fr. 34'582.-- anrechnete. Mit Verfügung vom 23.
A.d.
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September 2015 setzte die EL-Durchführungsstelle die laufende Ergänzungsleistung
per 1. Oktober 2015 im entsprechenden Umfang herab (EL-act. 8, D. 1). Gegen diese
Verfügung erhob der Versicherte am 23. Oktober 2015 Einsprache (EL-act. 17, Dossier
2).
Mit Verfügung vom 25. Oktober 2015 berechnete die EL-Durchführungsstelle die
Ergänzungsleistungen rückwirkend für die Zeit ab 1. April 2015 neu, da sie es versäumt
hatte, die rechtzeitig gemeldete Mietzinserhöhung in der Anspruchsberechnung zu
berücksichtigen (EL-act. 3 und 17, D. 1). Neu berücksichtigte sie in der
Anspruchsberechnung einen Mietzins von Fr. 15'000.-- und einen erhöhten
Mietzinsanteil (AEL) von Fr. 600.-- pro Jahr. Neben dem Anspruch auf die
bundesrechtliche ordentliche Ergänzungsleistung hatte der Versicherte also
rückwirkend ab 1. April 2015 auch Anspruch auf eine kantonale, ausserordentliche
Ergänzungsleistung (AEL) von Fr. 50.-- pro Monat.
A.e.
Am 30. Oktober 2015 reichte die AHV-Zweigstelle einen Bericht des Hausarztes
vom 28. Oktober 2015 ein (EL-act. 16, D. 2). Laut diesem Bericht litt die Ehefrau des
Versicherten an einer Hypertonie, an einer latenten Hypothyreose, an einer
Impingementsymptomatik Schulter rechts, an chronisch rezidivierenden Hüft- und
Beinschmerzen, an einem Status nach laparoskopischer Cholezystektomie 2010 und
an einer Hyperlipidämie. Am 21. Dezember 2015 setzte die EL-Durchführungsstelle die
monatliche Ergänzungsleistung wegen einer Erhöhung der anrechenbaren
Prämienpauschalen für die obligatorische Krankenversicherung − aufgrund des
laufenden Einspracheverfahrens lediglich vorsorglich − ab 1. Januar 2016 neu fest (EL-
act. 12, D. 2).
A.f.
Der Versicherte liess in der Einsprachebegründung vom 28. Januar 2016 gegen
die Verfügung vom 23. September 2015 geltend machen (EL-act. 6, D. 2), dass mit
dem nun eingereichten Arztzeugnis (vom 20. Januar 2016) der Aufforderung der EL-
Durchführungsstelle nachgekommen worden sei. Da seine Ehefrau nie erwerbstätig
gewesen sei, seien ihre Erwerbschancen aussichtslos. Zudem habe sie den Nachweis
ernsthafter, aber erfolgloser Stellensuchbemühungen erbracht. Der Hausarzt hatte im
Zeugnis vom 20. Januar 2016 festgehalten (EL-act. 7, D. 2), dass die Arbeitsunfähigkeit
von 100 % im Juli 2015 vor allem wegen der Schulter-, Hüft- und Beinschmerzen
A.g.
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gegeben gewesen sei. Da sich die Ehefrau des Versicherten am 11. November 2015
zum Bezug von IV-Leistungen angemeldet hatte, sistierte die EL-Durchführungsstelle
das Einspracheverfahren am 18. März 2016 bis zum rechtskräftigen Abschluss des IV-
Verfahrens der Ehefrau (EL-act. 3, D. 2). Die gegen diese Sistierung erhobene
Beschwerde (EL-act. 1, D. 2) wurde vom Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen
am 14. Juli 2016 abgewiesen (EL-act. 69, D. 3; EL 2016/24).
Am 8. Juni 2016 wurde die EL-Durchführungsstelle von der KESB darüber
informiert, dass sich die jüngste Tochter des Versicherten seit Oktober 2015 in einer
Pflegefamilie befinde (EL-act. 74, D. 3). Mit Verfügung vom 7. September 2016 (EL-act.
65, D. 3) berechnete die EL-Durchführungsstelle die Ergänzungsleistungen unter
Ausschluss der Tochter rückwirkend ab 1. Oktober 2015 (vorsorglich) neu und forderte
vom Versicherten für die Zeit vom 1. Oktober 2015 bis 30. September 2016 einen
Betrag von insgesamt Fr. 1'956.-- zurück. Der Versicherte zog die gegen diese
Verfügung erhobene Einsprache am 10. Februar 2017 zurück (EL-act. 39, 57, D. 3).
Bereits am 19. Dezember 2016 hatte die EL-Durchführungsstelle die
Ergänzungsleistungen per 1. Januar 2017 wegen der Erhöhung der anrechenbaren
Prämienpauschalen für die Krankenversicherung (vorsorglich) neu festgesetzt (EL-act.
46, D. 3).
A.h.
Am 20. April 2017 meldete die AHV-Zweigstelle der EL-Durchführungsstelle, dass
der Versicherte und seine Ehefrau per 1. Mai 2017 umziehen würden (EL-act. 32, D. 3).
Der Kopie des entsprechenden Mietvertrags war zu entnehmen, dass Mietbeginn erst
der 1. Juni 2017 sein und der monatliche Bruttomietzins Fr. 990.-- betragen würde; die
Radio- und TV-Gebühren seien darin nicht enthalten (EL-act. 33, D. 3). Bei einem
anrechenbaren Mietzins von Fr. 11'880.-- pro Jahr fiel der Anspruch auf die
kantonalrechtliche AEL weg. Mit Verfügung vom 30. Juni 2017 setzte die EL-
Durchführungsstelle die Ergänzungsleistungen per 1. Juni 2017 (vorsorglich) auf die
sog. Minimalgarantie herab (entspricht der Prämienpauschale für die obligatorische
Krankenversicherung; EL-act. 29, Dossier 3).
A.i.
Am 24. November 2017 liess der Versicherte die EL-Durchführungsstelle
auffordern, die Sistierung des die Verfügung vom 23. September 2015 betreffenden
Einspracheverfahrens aufzuheben, da das IV-Verfahren der Ehefrau mit einer
A.j.
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inzwischen rechtskräftigen Verfügung der IV-Stelle vom 2. Oktober 2017
abgeschlossen worden sei (EL-act. 26, D. 3). Die EL-Durchführungsstelle hob die
Sistierung des Einspracheverfahrens am 8. Dezember 2017 auf (EL-act. 24, D. 3). Am
18. Dezember 2017 setzte sie die Ergänzungsleistungen infolge der Erhöhung der
Prämienpauschalen für die obligatorische Krankenversicherung per 1. Januar 2018
(vorsorglich) neu fest (EL-act. 23, D. 3).
Am 18. Januar 2018 teilte die EL-Durchführungsstelle dem Versicherten mit, dass
aufgrund der Feststellungen der IV-Stelle ein tieferes hypothetisches
Erwerbseinkommen für die Ehefrau in der EL-Berechnung berücksichtigt werden könne
(EL-act. 20, D. 3). Gemäss der IV-Verfügung vom 2. Oktober 2017 wäre es der Ehefrau
möglich, ein Einkommen von Fr. 21'517.-- pro Jahr zu erzielen. Die EL-
Durchführungsstelle forderte den Versicherten auf, ihr mitzuteilen, ob er mit der
Anpassung des hypothetischen Erwerbseinkommens einverstanden sei. Der
Versicherte hielt an der Einsprache fest (EL-act. 19, D. 3).
A.k.
Mit Einspracheentscheid vom 6. Juni 2018 (EL-act. 8, D. 3) setzte die EL-Durchfüh
rungsstelle den EL-Anspruch ab 1. Oktober 2015 bis 31. Dezember 2015 auf monatlich
Fr. 50.-- (exkl. Prämienpauschale) bzw. Fr. 798.-- (inkl. Prämienpauschale), ab 1.
Januar 2016 bis 31. Dezember 2016 auf monatlich Fr. 50.-- (exkl. Prämienpauschale)
bzw. Fr. 828.-- (inkl. Prämienpauschale), ab 1. Januar 2017 bis 31. Mai 2017 auf
monatlich Fr. 50.-- (exkl. Prämienpauschale) bzw. Fr. 862.-- (inkl. Prämienpauschale),
ab 1. Juni 2017 bis 31. Dezember 2017 auf monatlich Fr. 0.-- (exkl. Prämienpauschale)
bzw. Fr. 812.-- (inkl. Prämienpauschale) und ab 1. Januar 2018 auf monatlich Fr. 0.--
(exkl. Prämienpauschale) bzw. Fr. 836.-- (inkl. Prämienpauschale) fest; im Übrigen wies
sie die Einsprache ab. Zur Begründung hielt sie fest, dass die Ehefrau des Versicherten
selbst ohne Deutschkenntnisse auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt eine Stelle als
Hilfsarbeiterin hätte finden können. Die jüngste Tochter sei bei Beginn der Anrechnung
eines hypothetischen Erwerbseinkommens der Ehefrau bereits 11 Jahre alt und
schulpflichtig gewesen. Zudem hätte der Versicherte die Erziehung der Kinder
wahrnehmen können. Der Ehefrau wäre es somit − unter Berücksichtigung der (im IV-
Verfahren festgestellten) Leistungseinbusse von 25 % − grundsätzlich möglich
gewesen, in einer adaptierten Hilfstätigkeit ein Vollzeitpensum auszuüben. Das
fortgeschrittene Alter rechtfertige keinen Abzug vom hypothetischen
A.l.
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B.
Erwerbseinkommen, denn bei Hilfsarbeiterinnen führe das Alter ökonomisch betrachtet
nur zu höheren Sozialversicherungsabzügen, nicht aber zu einer Leistungseinbusse,
der mit einem tieferen Lohn Rechnung getragen werden müsste. Die Ehefrau habe sich
ab Dezember 2014 nicht mehr in der Lage gefühlt, einer Arbeitstätigkeit nachzugehen,
weshalb sie auch keine Arbeitsbemühungen mehr erbracht habe. Dies müsse als
mangelnde Bereitschaft gewertet werden, einer Arbeit nachzugehen, weshalb zu Recht
ein hypothetisches Erwerbseinkommen der Ehefrau angerechnet worden sei. Der
Medianlohn einer Hilfsarbeiterin habe im Jahr 2015 Fr. 54'055.-- betragen (Anhang 2
der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV). Unter Berücksichtigung eines Abzugs
von 10 % für die Region Ostschweiz und der Sozialversicherungsbeiträge für
Arbeitnehmer von 6.225 % (ab 1. Januar 2016, vorher 6.25 %) resultiere − unter
Berücksichtigung der Leistungseinbusse von 25 % − ab 1. Oktober 2015 bis
31. Dezember 2015 ein hypothetisches Einkommen von Fr. 34'206.67 und ab 1. Januar
2016 ein solches von Fr. 34'215.80.--; bisher sei ein hypothetisches Einkommen von
Fr. 34'582.-- angerechnet worden. Zusammen mit der unangefochtenen Korrektur des
Mietzinses sowie der unangefochtenen Korrektur der Kinderrente betrage der EL-
Anspruch ab 1. Oktober 2015 neu Fr. 50.-- (exkl. Prämienpauschale). Für die weiteren
Entwicklungen verwies die EL-Durchführungsstelle auf die dem Einspracheentscheid
beigelegten undatierten Berechnungsblätter.
Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte am 6. Juli 2018
Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung des
Entscheides und die Anweisung an die EL-Durchführungsstelle, die
Ergänzungsleistungen ohne die Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens der Ehefrau zu berechnen. Zur Begründung machte er geltend,
dass die Arbeitsfähigkeit der Ehefrau einerseits aus somatischen und andererseits aus
psychischen Gründen eingeschränkt sei. Die Ehefrau sei erst mit 41 Jahren in die
Schweiz eingereist. Sie habe lediglich die Grundschule besucht und sie sei nie
erwerbstätig gewesen. In der Schweiz habe sie sich ausschliesslich um den Haushalt
und die vier Kinder gekümmert. Mangels Kontakten ausser Haus habe sie nie Deutsch
gelernt. Nur schon wegen der fehlenden Deutschkenntnisse sei sie nicht in der Lage
gewesen, einen Bewerbungsprozess zu bestehen. Sie sei aber auch aus weiteren
B.a.
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Gründen bei der Stellensuche behindert gewesen: Sie sei in ihrer heimatlichen Kultur
mit der entsprechenden Erscheinung und dem entsprechenden Auftreten verhaftet; der
Eindruck, den ein potentieller Arbeitgeber von ihr gewinnen könne, sei durch ihre
Depressivität beeinträchtigt; sie sei im massgeblichen Zeitpunkt 56 Jahre alt gewesen,
weshalb auch ein sozial denkender Arbeitgeber einer jüngeren Person den Vorzug
gegeben hätte, und dem Arbeitgeber wären höhere Kosten (B._-Beiträge) angefallen.
Die Ehefrau habe sich im Rahmen des ihr Möglichen durchaus um eine Stelle bemüht.
Dass dies nicht genügt habe, um zum Erfolg zu kommen, sei ihr nicht anzulasten. Für
den Fall, dass wider Erwarten eine erfolgreiche Stellensuche zu fingieren sei, stelle sich
die Frage, ob der Ehefrau wirklich ein vollzeitliches Pensum zumutbar sei. Der
Versicherte sei wegen seiner psychischen Behinderung zu 50 % arbeitsunfähig. Er
könne den Haushalt nicht allein erledigen. Ausserdem sei die bundesgerichtliche
Rechtsprechung (zum ehelichen Unterhaltsrecht) zu berücksichtigen, laut der nach
einer langen Abwesenheit vom Berufsleben ab einem gewissen Alter keine volle
Integration in den Arbeitsmarkt mehr möglich sei.
Die EL-Durchführungsstelle beantragte am 2. August 2018 unter Verweis auf die
Erwägungen im Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
B.b.
Am 19. November 2018 teilte der Rechtsvertreter dem Gericht mit, dass er den
Versicherten nicht mehr vertrete (act. G 7).
B.c.
Am 20. Mai 2020 forderte das Gericht die IV-Akten der Ehefrau des Versicherten
an (act. G 13). Die Akten gingen am 28. Mai 2020 beim Gericht ein (act. G 14). Der
Hausarzt Dr. C._ hatte in seinem Bericht vom 7. Juli 2016 an die IV-Stelle als
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Impingementsymptomatik
Schulter rechts, chronisch rezidivierende Hüft- und Beinschmerzen und eine
depressive Symptomatik angegeben (IV-act. 23). Er hatte weiter ausgeführt, die
Ehefrau des Versicherten sei seit 2014 wegen einer Hypertonie in Behandlung
gewesen. In der Folge habe sich eine latente Hypothyreose gezeigt. Die Ehefrau habe
zunehmend über Erschöpfungszustände und einen Motivationsverlust geklagt. Wegen
der Erkrankung des Versicherten bestehe auch eine psychosoziale Belastung. Im
Frühjahr 2016 sei ein Sohn des Ehepaares unerwartet verstorben. In der Folge sei eine
zunehmende depressive Symptomatik mit Schlafstörungen aufgetreten, weshalb eine
B.d.
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antidepressive Therapie eingeleitet worden sei. Seit dem 1. Juni 2015 bestehe eine
volle Arbeitsunfähigkeit. Die Ehefrau des Versicherten sei vor allem durch die Bein- und
Hüftschmerzen, aktuell aber auch durch die psychische Belastung (depressive
Symptome), eingeschränkt. Die Arbeit im Haushalt sei noch möglich, jedoch bestehe
keine volle Belastbarkeit. Der RAD-Arzt Dr. med. D._ hatte am 20. Juli 2016 notiert
(IV-act. 24), bei der Ehefrau des Versicherten lägen multiple Gesundheitsschäden vor,
die aber die Leistungsfähigkeit in der Haushaltsführung nicht wesentlich einschränken
sollten. Der Gesundheitsschaden im Bereich des rechten Schultergelenks könne
Einschränkungen bei Arbeiten über Schulterhöhe und bei Über-Kopf-Arbeiten, die
depressive Störung (sofern nicht gebessert unter Antidepressivum) eine allgemeine
Verlangsamung bedingen. Bei einer Qualifikation als Erwerbstätige könne in einem
zeitlich uneingeschränkten Pensum eine Leistungsminderung von etwa 25 %
angenommen werden. Der Hausarzt hatte im Verlaufsbericht vom 2. Juni 2017
festgehalten (IV-act. 55), dass die Ehefrau des Versicherten weiterhin im Haushalt
arbeite. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit in einer Erwerbstätigkeit verwies er auf seinen
Bericht vom 7. Juli 2016. Die Arbeitsfähigkeit sei durch die Bein- und Hüftschmerzen
sowie die depressive Symptomatik mit Unruhezuständen und Schlaflosigkeit
eingeschränkt. RAD-Arzt Dr. D._ hatte in seiner Stellungnahme vom 17. Juli 2017 (IV-
act. 56) an seiner bisherigen Einschätzung, dass medizinisch-theoretisch eine
ganztägige Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungsminderung von etwa 25 % gegeben sei,
festgehalten. In Frage kämen leichte bis mittelschwere körperliche Arbeiten in
Wechselbelastung bis Schulterhöhe, ohne Über-Kopf-Arbeiten und ohne Heben/Tragen
schwerer Lasten. Die vorliegenden Unterlagen seien aus der Sicht des RAD
ausreichend, um die Leistungsfähigkeit der Ehefrau zu beurteilen. Mit Verfügung vom 2.
Oktober 2017 hatte die IV-Stelle das Rentengesuch bei einem IV-Grad von 0 %
abgewiesen (IV-act. 60). Sie hatte die Ehefrau als zu 40 % erwerbstätig und als zu
60 % im Haushalt tätig eingestuft. Ideal adaptierte Tätigkeiten hatte sie mit einer
allfälligen Leistungseinbusse von 25 % als ganztägig zumutbar erachtet. Sie war davon
ausgegangen, dass die Ehefrau in der Lage sei, in einem Arbeitspensum von 40 % ein
jährliches Bruttoeinkommen von Fr. 21'517.-- zu erzielen. Dabei hatte sich die IV-Stelle
auf den Durchschnittsverdienst der Hilfsarbeiterinnen in der Schweiz gemäss der
Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik gestützt. Im Haushalt hatte sie
keine relevante Einschränkung anerkannt.
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Am 16. Juni 2020 reichte der Versicherte dem Gericht ein Arztzeugnis vom
15. Juni 2020 für seine Ehefrau ein (act. G 16). Dr. med. E._, Allgemeine Innere
Medizin, hatte darin festgehalten, dass die Ehefrau seit langem unter einer
Dauermüdigkeit leide und "bis jetzt" nicht arbeitsfähig gewesen sei. Als Diagnosen
hatte er eine art. Hypertonie (ED 2015, hypertensive Krise 24. Januar 2018), eine
Schilddrüsen-Unterfunktion und ein Impingement-Syndrom Schulter rechts angegeben.
B.e.
Am 29. Juni 2020 teilte das Gericht dem Versicherten mit (act. G 18), nach einer
ersten Durchsicht der Akten erscheine es als möglich, dass es die Abklärungen der IV-
Stelle hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit seiner Ehefrau als ungenügend erachten und die
Sache zur weiteren medizinischen Abklärung an die EL-Durchführungsstelle
zurückweisen könnte. Ob allfällige weitere medizinische Abklärungen zu seinen
Gunsten oder zu seinen Ungunsten ausfallen würden, sei offen. Der Entscheid des
Gerichts könnte folglich zu einer Schlechterstellung führen, weshalb ihm die
Gelegenheit gegeben werde, die Beschwerde zurückzuziehen. Der Versicherte hielt an
seiner Beschwerde fest (act. G 19).
B.f.
Mit Entscheid vom 23. September 2020 (EL 2018/38) hob das
Versicherungsgericht den Einspracheentscheid vom 6. Juni 2018 auf und wies die
Sache zur Neuberechnung der Ergänzungsleistungen ab 1. Oktober 2015 im Sinne der
Erwägungen an die EL-Durchführungsstelle zurück. Das Versicherungsgericht erwog,
dass nur die Sachverhaltsentwicklung bis zur Eröffnung der einspracheweise
angefochtenen Verfügung, d.h. bis zum 23. September 2015, zu beurteilen sei. Der
angefochtene Einspracheentscheid sei somit bereits deshalb aufzuheben, weil die EL-
Durchführungsstelle darin nicht nur über den EL-Anspruch ab 1. Oktober 2015,
sondern auch über den EL-Anspruch ab 1. Januar 2016, 1. Januar 2017, 1. Juni 2017
und 1. Januar 2018 entschieden habe. Weder die Erledigung des Haushalts noch der
Gesundheitszustand des Versicherten hätten die Ehefrau daran gehindert, ab Oktober
2015 einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die EL-Durchführungsstelle
habe bezüglich der Arbeitsfähigkeit der Ehefrau auf die Ergebnisse des IV-Verfahrens
abgestellt. Die IV-Stelle sei gestützt auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung des zuständigen
RAD-Arztes zum Schluss gekommen, dass der Ehefrau eine adaptierte Hilfsarbeit in
einem Vollpensum zumutbar sei, wobei jedoch eine Leistungsminderung von 25 %
bestehe. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung des RAD-Arztes überzeuge jedoch nicht.
B.g.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 11/21
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Damit bestehe ein Anlass, das Ergebnis der Beweiswürdigung durch die IV-Stelle nicht
zu übernehmen. Eine medizinische Abklärung als Grundlage einer
Arbeitsfähigkeitsschätzung für die Zeit ab 1. Oktober 2015 erübrige sich jedoch, da die
Ehefrau des Versicherten ihre Schadenminderungspflicht (Ausübung einer
Erwerbstätigkeit) nicht schuldhaft missachtet habe. Die Ehefrau des Versicherten sei
nämlich ab Dezember 2014 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit überzeugt gewesen,
nicht mehr arbeitsfähig zu sein. Der Hausarzt habe diese subjektive Einschätzung aus
medizinischer Sicht bestätigt. In dieser Situation hätte sich die Ehefrau des
Versicherten gar nicht ernsthaft um eine Arbeitsstelle bemühen können. Die EL-
Durchführungsstelle habe der Ehefrau des Versicherten somit ab dem 1. Oktober 2015
zu Unrecht ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet.
Gegen diesen Entscheid erhob die EL-Durchführungsstelle am 9. November 2020
beim Bundesgericht Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten. Das
Versicherungsgericht liess sich am 20. September 2021 und der Rechtsvertreter des
Versicherten am 14. Oktober 2021 vernehmen. Mit Entscheid vom 4. Januar 2022
(9C_719/2020) hiess das Bundesgericht die Beschwerde gut, hob den Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 23. September 2020 auf und wies die Sache im Sinne der
Erwägungen zur neuen Entscheidung an das Versicherungsgericht zurück (act. G 1, EL
2022/4). Das Bundesgericht erwog, das Versicherungsgericht habe verkannt, dass der
Einspracheentscheid an die Stelle der angefochtenen Verfügung trete und für die
gerichtliche Beurteilung die tatsächlichen Verhältnisse im Zeitpunkt des
Einspracheentscheides − hier 6. Juni 2018 − massgebend seien. Im Weiteren habe das
Versicherungsgericht verkannt, dass die EL-Organe und die
Sozialversicherungsgerichte in Bezug auf die invaliditätsbedingte Beeinträchtigung der
Erwerbsfähigkeit grundsätzlich die Invaliditätsbemessung der Invalidenversicherung zu
übernehmen hätten. Dies gelte auch bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des
Ehegatten eines EL-Ansprechers. Damit habe die EL-Durchführungsstelle ihrer
Beurteilung zu Recht die Ergebnisse des IV-Verfahrens zugrunde gelegt.
Zusammenfassend ergebe sich, dass das Versicherungsgericht Bundesrecht verletzt
habe, als es mit der Begründung einer fehlenden Arbeitsfähigkeit (aus subjektiver Sicht)
auf die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens der Ehefrau des
Versicherten verzichtet habe. Die Sache sei daher an das Versicherungsgericht
B.h.
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Erwägungen
1.
zurückzuweisen, damit es die übrigen Voraussetzungen für die Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens und gegebenenfalls dessen Höhe erneut prüfe.
Dabei werde es den Sachverhalt bis zum Einspracheentscheid vom 6. Juni 2018 zu
berücksichtigen haben. Weiter werde es hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit der Ehefrau
auf die Ergebnisse des IV-Verfahrens abzustellen haben.
Die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) hat im
Einspracheentscheid vom 6. Juni 2018 nicht nur über den Anspruch des Versicherten
(nachfolgend: Beschwerdeführers) auf eine Ergänzungsleistung ab Oktober 2015,
sondern auch über dessen EL-Anspruch ab Januar 2016, ab Januar 2017, ab Juni
2017 und ab Januar 2018 entschieden. In seinem Urteil vom 4. Januar 2022
(9C_719/2020), mit welchem das Bundesgericht den Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. September 2020 (EL 2018/38)
aufgehoben und die Sache zur neuen Entscheidung im Sinne der Erwägungen an das
Versicherungsgericht zurückgewiesen hat, hat das Bundesgericht seine ständige
Praxis, wonach für die gerichtliche Beurteilung die tatsächlichen Verhältnisse im
Zeitpunkt des Einspracheentscheides − hier 6. Juni 2018 − massgebend seien, und
somit auch das Vorgehen der Beschwerdegegnerin, bestätigt. Das Bundesgericht hat
das Versicherungsgericht angewiesen, den Sachverhalt bis zum Einspracheentscheid
vom 6. Juni 2018 zu berücksichtigen. Auch wenn nach dem klaren Wortlaut des Art. 52
Abs. 1 ATSG nur Verfügungen mit einer Einsprache angefochten werden können, was
die Berücksichtigung der Sachverhaltsentwicklung nach dem Erlass der angefochtenen
Verfügung selbstverständlich ausschliesst, sodass nur der Sachverhalt bis zur
Eröffnung der einspracheweise angefochtenen Verfügung der Streitgegenstand sein
kann (siehe EL 2018/38 E. 1.2), ist das Versicherungsgericht hier an die Anweisung des
Bundesgerichts gebunden und muss deshalb die Sachverhaltsentwicklung bis zum
Erlass des Einspracheentscheides, also bis 6. Juni 2018, beurteilen.
1.1.
Dem angefochtenen Einspracheentscheid vom 6. Juni 2018 liegt die
Revisionsverfügung vom 23. September 2015 zugrunde, mit welcher der Ehefrau ab 1.
Oktober 2015 neu ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet worden war.
Am 25. Oktober 2015 hatte die Beschwerdegegnerin wegen einer Mietzinserhöhung
eine Revisionsverfügung per 1. April 2015 erlassen. Eigentlich hatte diese Verfügung
die Verfügung vom 23. September 2015 ersetzt. Gemäss dem Bundesgericht ist die
1.2.
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2.
Revisionsverfügung vom 23. September 2015 im Einspracheverfahren jedoch erhalten
geblieben. Die Verfügung vom 25. Oktober 2015 muss deshalb hinsichtlich des
Zeitraums 1. April 2015 bis 30. September 2015 in formelle Rechtskraft erwachsen
sein. In Bezug auf den Zeitraum ab 1. Oktober 2015 hat es sich jedoch wegen des
laufenden Einspracheverfahrens lediglich um eine vorsorgliche Neufestsetzung der
Ergänzungsleistungen handeln können. Da per 1. Oktober 2015 hinsichtlich des
Mietzinses keine Sachverhaltsveränderung eingetreten ist, dürfte diese
Berechnungsposition per 1. Oktober 2015 eigentlich gar nicht überprüft werden.
Vorliegend muss jedoch davon ausgegangen werden, dass das Bundesgericht eine
solche Stückelung aufgrund der besonderen Situation ausnahmsweise als zulässig
erachtet hat. Die übrigen Anpassungsverfügungen, die während des laufenden
Einspracheverfahrens ergangen sind (Verfügungen vom 21. Dezember 2015, 7.
September 2016, 19. Dezember 2016, 30. Juni 2017, 18. Dezember 2017), müssen als
(rein) vorsorgliche Verfügungen qualifiziert werden, die mit Eintritt der Rechtskraft des
vorliegenden Entscheides dahinfallen. Nachfolgend ist somit der EL-Anspruch für die
Zeit vom 1. Oktober 2015 bis 6. Juni 2018 zu ermitteln.
Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer im Einspracheentscheid vom
6. Juni 2018 für die Zeit vom 1. Oktober 2015 bis 31. Mai 2017 eine kantonalrechtliche
ausserordentliche Ergänzungsleistung (AEL) von Fr. 50.-- pro Monat zugesprochen.
Dieser kantonalrechtliche Teil des Einspracheentscheides ist nicht angefochten
worden, weshalb die Frage nach einem allfälligen Anspruch auf ausserordentliche
Ergänzungsleistungen nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist.
1.3.
Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten
Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung, ELG, SR 831.30). Die anerkannten Ausgaben und die
anrechenbaren Einnahmen werden nach den Art. 10 und 11 ELG sowie den Art. 11 bis
18 der Verordnung über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung (ELV; SR 831.301) ermittelt.
2.1.
Die Beschwerdegegnerin ist erst im Juni 2016 darüber informiert worden, dass die
in der EL-Berechnung eingeschlossene Tochter seit Oktober 2015 in einer Pflegefamilie
lebt (EL-act. 74, D. 3). Die Beschwerdegegnerin hat die Tochter daher zu Recht ab
1. Oktober 2015 aus der gemeinsamen Berechnung genommen (siehe Art. 17 Abs. 1 lit.
a und c ELV).
2.2.
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Der Beschwerdeführer und seine Ehefrau sind per 1. April 2015 in eine neue
Wohnung gezogen. Zwar ist die Mietzinsänderung rechtzeitig gemeldet worden, die
Beschwerdegegnerin hat es jedoch versäumt, die EL-Anspruchsberechnung zeitnah
anzupassen. Erst mit Verfügung vom 25. Oktober 2015 hat sie die
Ergänzungsleistungen rückwirkend ab 1. April 2015 bis 30. September 2015 korrigiert
und den neuen Mietzins von Fr. 15'600.-- pro Jahr in der Anspruchsberechnung
berücksichtigt (Mietzins von Fr. 15'000.-- plus erhöhter Mietzinsanteil [AEL] von Fr.
600.--). In derselben Verfügung hat sie auch die Ergänzungsleistungen für die Zeit ab
1. Oktober 2015 neu festgesetzt. Da der EL-Anspruch ab 1. Oktober 2015 zu diesem
Zeitpunkt bereits Gegenstand eines laufenden Einspracheverfahrens gewesen ist, ist
die Neufestsetzung der Ergänzungsleistungen ab 1. Oktober 2015 lediglich
vorsorglicher Natur gewesen. Der neue Mietzins hat sich gemäss dem Mietvertrag auf
Fr. 1'320.-- pro Monat belaufen; die Radio- und TV-Gebühren sind darin enthalten
gewesen. Da die Kosten für Radio- und TV-Gebühren über den anrechenbaren
Pauschalbetrag für den allgemeinen Lebensbedarf zu decken sind, hat die
Beschwerdegegnerin für diese Gebühren praxisgemäss Fr. 20.-- vom monatlichen
Mietzins abgezogen. Der anrechenbare Mietzins hat sich somit auf jährlich Fr. 15'600.--
belaufen (12 x Fr. 1'300.--). Demnach hat die Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Einspracheentscheid ab 1. Oktober 2015 zu Recht das in Art. 10 Abs. 1 lit. b Ziff. 2 ELG
für Ehepaare vorgesehene bundesrechtliche Mietzinsmaximum von Fr. 15'000.-- pro
Jahr angerechnet. Per 1. Juni 2017 sind der Beschwerdeführer und seine Ehefrau
wieder umgezogen. Der neue Mietzins hat Fr. 990.-- pro Monat betragen, wobei die
Radio- und TV-Gebühren gemäss dem eingereichten Mietvertrag nicht im
Bruttomietzins enthalten gewesen sind. Die Beschwerdegegnerin hat im
Einspracheentscheid daher zu Recht ab 1. Juni 2017 noch einen Mietzins von Fr.
11'880.-- pro Jahr (12 x Fr. 990.--) als Ausgabe angerechnet.
2.3.
Als Einnahmen anzurechnen sind gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG auch Einkünfte,
auf die verzichtet worden ist. Unter dem Titel des Verzichtseinkommens ist auch ein
hypothetisches Erwerbseinkommen des in die Anspruchsberechnung
einzubeziehenden Ehegatten anzurechnen, sofern dieser auf eine zumutbare
Erwerbstätigkeit verzichtet.
2.4.
Das Versicherungsgericht hat in seinem Entscheid vom 23. September 2020 er
wogen, die IV-Stelle sei zum Schluss gekommen, dass der Ehefrau eine adaptierte
Hilfsarbeit in einem Vollpensum zumutbar sei, wobei jedoch eine Leistungsminderung
von 25 % bestehe. Hierbei habe sie sich ausschliesslich auf eine nicht überzeugende
Arbeitsfähigkeitsschätzung des zuständigen RAD-Arztes gestützt (Erw. 2.4.2). Das
2.4.1.
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richtige Vorgehen wäre deshalb, die Sache zurückzuweisen, damit die
Beschwerdegegnerin die Arbeitsfähigkeit korrekt ermitteln könnte. Dies ist jedoch nicht
möglich, denn das Bundesgericht hat das Versicherungsgericht in seinem Entscheid
vom 4. Januar 2022 angewiesen, hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit auf die Ergebnisse
des IV-Verfahrens abzustellen (Erw. 6). Demnach ist für körperlich adaptierte, leichte
bis mittelschwere Tätigkeiten von einer Leistungsverminderung von 25 % auszugehen.
Des Weiteren ist das Versicherungsgericht in seinem Entscheid vom 23.
September 2020 zum Schluss gekommen, dass weder die Erledigung des Haushalts
noch der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seine Ehefrau daran gehindert
hätten, ab Oktober 2015 einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nachzugehen (Erw. 2.3).
Der Ehefrau des Beschwerdeführers ist es folglich zumutbar gewesen, (spätestens) ab
1. Oktober 2015 einer vollen Erwerbstätigkeit unter Berücksichtigung der
Leistungsverminderung von 25 % nachzugehen. Auf die Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens ist zu verzichten, wenn der Ehepartner trotz
ausreichender Arbeitsbemühungen keine Stelle findet. Diese Voraussetzung ist unter
anderem dann erfüllt, wenn der Ehepartner beim RAV zur Arbeitsvermittlung
angemeldet ist sowie qualitativ und quantitativ ausreichende, aber erfolglose
Stellenbemühungen nachweist (vgl. Rz. 3482.03 der Wegleitung des Bundesamtes für
Sozialversicherungen über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV, WEL, gültig ab 1.
April 2011, Stand 1. Januar 2018). Die Ehefrau des Beschwerdeführers hat keine
Nachweise von Arbeitsbemühungen im hier relevanten Zeitraum eingereicht. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in der Beschwerde geltend gemacht, die
Ehefrau sei schon bei der Stellensuche entscheidend behindert gewesen: Sie sei in
ihrer heimatlichen Kultur mit entsprechender Erscheinung und Auftreten verhaftet, was
sie nicht habe ablegen können, die depressive Symptomatik beeinträchtige den
persönlichen Eindruck eines potentiellen Arbeitgebers von der Ehefrau und sie habe nie
eine Erwerbstätigkeit ausgeübt. Zwar vermögen die vom Rechtsvertreter angeführten
Faktoren die Stellensuche teilweise zu erschweren; verunmöglichen tun sie die
Stellensuche an sich jedoch nicht und sie lassen diese auch nicht als unzumutbar
erscheinen. Die Beschwerdegegnerin hat der Ehefrau des Beschwerdeführers daher zu
Recht ab 1. Oktober 2015 bis zum Erlass des angefochtenen Einspracheentscheides
am 6. Juni 2018 ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet.
2.4.2.
Somit bleibt noch die Höhe des von der Beschwerdegegnerin angerechneten
hypothetischen Erwerbseinkommens für die Ehefrau zu überprüfen. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat sinngemäss argumentiert, die
Erwerbsfähigkeit der Ehefrau sei nicht nur aus medizinischen Gründen, sondern auch
2.4.3.
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dadurch beeinträchtigt, dass sie erst 4_-jährig in die Schweiz eingereist sie, nie
erwerbstätig gewesen sei, mangels Kontakten ausser Haus nie Deutsch gelernt habe
und im massgeblichen Zeitpunkt bereits 5_ Jahre alt gewesen sei. Die
Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid zu Recht darauf
hingewiesen, dass das fortgeschrittene Alter keinen Abzug beim hypothetischen
Einkommen rechtfertige, da bei Hilfsarbeiterinnen das Alter ökonomisch betrachtet nur
zu höheren Sozialversicherungsabzügen, nicht jedoch zu einer Leistungseinbusse
führe, der mit einem tieferen Lohn Rechnung getragen werden müsste (Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. August 2017, EL 2016/3 E. 5.4).
Zudem erfordern Hilfsarbeiten definitionsgemäss keine berufliche Ausbildung, keine
Berufserfahrung und teilweise nicht einmal Deutschkenntnisse (Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Juni 2021, EL 2019/54 E. 4.2.1,
teilweise, jedoch nicht in diesem Punkt, aufgehoben durch das Urteil des
Bundesgerichts vom 29. November 2021, 9C_426/2021). Die Beschwerdegegnerin hat
für die Ermittlung des hypothetischen Erwerbseinkommens zu Recht den
durchschnittlichen Lohn einer Hilfsarbeiterin gemäss der Lohnstrukturerhebung des
Bundesamtes für Statistik herangezogen. Dieser hat im Jahr 2015, aufgerechnet auf die
betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden, Fr. 54'055.-- pro Jahr, im
Jahr 2016 Fr. 54'581.--, im Jahr 2017 Fr. 54'783.-- und im Jahr 2018 Fr. 54'681.--
betragen (Anhang 2 der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2022).
Korrekt ist gewesen, dass die Beschwerdegegnerin einen "Regionalabzug" von 10 %
vorgenommen hat, denn die Löhne sind in der Ostschweiz in diesem Umfang tiefer als
im Schweizerischen Durchschnitt. Zusätzlich zum Arbeitsunfähigkeitsgrad von 25 % ist
ein Tabellenlohnabzug vorzunehmen. Ein betriebswirtschaftlich-ökonomisch denkender
Arbeitgeber würde die Ehefrau des Beschwerdeführers wegen ihrer gesundheitlichen
Beschwerden nämlich nur zu einem unterdurchschnittlichen Lohn einstellen (vgl. z.B.
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. August 2017,
IV 2016/172 E. 3.3; Entscheid vom 9. Juli 2021, EL 2019/68 E. 3.4.4). Da hinter der
verminderten Leistungsfähigkeit von 25 % eine Beeinträchtigung der psychischen
Gesundheit steht, ist gemäss der IV-rechtlichen Praxis der 2. Abteilung des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen ein Tabellenlohn von 15 % zu gewähren.
Die Beschwerdegegnerin hat es versäumt, die Abzüge für die berufliche Vorsorge und
für die obligatorische Nichtberufsunfallversicherung zu berücksichtigen. Mangels
aussagekräftigerer Zahlen berücksichtigt das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen in vergleichbaren Fällen jeweils einen Abzug von neun Prozent für sämtliche
Sozialversicherungsbeiträge (vgl. Entscheid vom 31. Oktober 2018, EL 2017/47 E. 3.3).
Die gegenteilige Auffassung des Bundesgerichts, laut der keine Beiträge an die
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Jahr 2015:
Fr. 54'055.-- Anhang 2 der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe
2022, Jahreslohn 2015, Frauen
Fr. 5'406.-- abzüglich 10 % Grossregion Ostschweiz
Fr. 48'649.-- Zwischentotal
Fr. 12'163.-- abzüglich 25 % wegen Arbeitsunfähigkeit
Fr. 36'486.-- Zwischentotal
Fr. 5'473.-- abzüglich 15 % Tabellenlohnabzug
Fr. 31'013.-- hypothetisches Einkommen brutto
Fr. 2'792.-- abzüglich 9 % Versicherungsbeiträge
Fr. 28'221.-- hypothetisches Einkommen netto 2015
Jahr 2016:
Fr. 54'581.-- Anhang 2 der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe
2022, Jahreslohn 2016, Frauen
Fr. 5'459.-- abzüglich 10 % Grossregion Ostschweiz
berufliche Vorsorge abzuziehen seien, weil die zu entrichtenden Beiträge je nach
konkreter Arbeitsstelle unterschiedlich hoch seien (vgl. Urteil P 35/06 vom 9. Oktober
2007 E. 5.2.3), verstösst gegen den Art. 10 Abs. 3 lit. c ELG und führt zu einer
unzulässigen Ungleichbehandlung von Personen, die effektiv ein Erwerbseinkommen
erzielen, und Personen, denen in Anwendung von Art. 11 Abs. 1 lit. g i.V.m. Art. 11
Abs. 1 lit. a ELG ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet wird, weshalb ihr
nicht gefolgt werden kann (siehe auch Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 2. September 2019, EL 2018/11 E. 2.7.2 und EL 2019/68
E. 3.4.4). Das hypothetische Erwerbseinkommen berechnet sich für die Jahre 2015 bis
2018 somit wie folgt:
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Fr. 49'122.-- Zwischentotal
Fr. 12'281.-- abzüglich 25 % wegen Arbeitsunfähigkeit
Fr. 36'841.-- Zwischentotal
Fr. 5'527.-- abzüglich 15 % Tabellenlohnabzug
Fr.31'314.-- hypothetisches Einkommen brutto
Fr. 2'819.-- abzüglich 9 % Versicherungsbeiträge
Fr. 28'495.-- hypothetisches Einkommen netto 2016
Jahr 2017:
Fr. 54'783 Anhang 2 der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe
2022, Jahreslohn 2017, Frauen
Fr. 5'479.-- abzüglich 10 % Grossregion Ostschweiz
Fr. 49'304.-- Zwischentotal
Fr. 12'326.-- abzüglich 25 % wegen Arbeitsunfähigkeit
Fr. 36'978.-- Zwischentotal
Fr. 5'547.-- abzüglich 15 % Tabellenlohnabzug
Fr. 31'431.-- hypothetisches Einkommen brutto
Fr. 2'829.-- abzüglich 9 % Versicherungsbeiträge
Fr. 28'602.-- hypothetisches Einkommen netto 2017
Jahr 2018:
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Fr. 54'681.-- Anhang 2 der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe
2022, Jahreslohn 2018, Frauen
Fr. 5'469.-- abzüglich 10 % Grossregion Ostschweiz
Fr. 49'212.-- Zwischentotal
Fr. 12'303.-- abzüglich 25 % wegen Arbeitsunfähigkeit
Fr. 36'909.-- Zwischentotal
Fr. 5'537.-- abzüglich 15 % Tabellenlohnabzug
Fr. 31'372.-- hypothetisches Einkommen brutto
Fr. 2'824.-- abzüglich 9 % Versicherungsbeiträge
Fr. 28'548.-- hypothetisches Einkommen netto 2018
2.4.4. Demnach hat die Beschwerdegegnerin der Ehefrau des Beschwerdeführers mit
Fr. 34'206.-- pro Jahr über den gesamten Zeitraum (1. Oktober 2015 bis 6. Juni 2018)
ein zu hohes hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet. Dem Beschwerdeführer
selbst ist ab Oktober 2015 unverändert ein hypothetisches Erwerbseinkommen von
Fr. 19'290.-- pro Jahr angerechnet worden. Von den anrechenbaren hypothetischen
Erwerbseinkommen beider Eheleute ist der Freibetrag von Fr. 1'500.-- abzuziehen.
Vom restlichen Betrag sind 2/3 als hypothetisches Erwerbseinkommen anzurechnen
(Art. 11 Abs. 1 lit. a ELG). Demnach ist den Eheleuten für das Jahr 2015 insgesamt ein
hypothetisches Erwerbseinkommen von Fr. 30'674.-- ([Fr. 28'221.-- + Fr. 19'290.--
Fr. 1'500.--] / 3 x 2), für das Jahr 2016 von Fr. 30'856.-- ([Fr. 28'495.-- + Fr. 19'290.-- -
Fr. 1'500.--] / 3 x 2), für das Jahr 2017 von Fr. 30'928.-- ([Fr. 28'602.-- + Fr. 19'290.-- -
Fr. 1'500.--] / 3 x 2) und für das Jahr 2018 von Fr. 30'892.-- ([Fr. 28'548.-- + Fr.
19'290.-- Fr. 1'500.--] / 3 x 2) anzurechnen.
2.5. Der rein bundesrechtliche Ausgabenüberschuss hat ab dem 1. Oktober 2015 bei
einem Ausgabentotal von Fr. 52'911.-- (ohne AEL) und einem Einnahmentotal von
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Fr. 41'498.-- (Fr. 30'674.-- + Fr. 10'824.--) Fr. 11'413.--, ab 1. Januar 2016 bei einem
Ausgabentotal von Fr. 53'271.-- (ohne AEL) und einem Einnahmentotal von
Fr. 41'680.-- (Fr. 30'856.-- + Fr. 10'824.--) Fr. 11'591.--, ab 1. Januar 2017 bei einem
Ausgabentotal von Fr. 53'679.-- (ohne AEL) und einem Einnahmentotal von
Fr. 41'752.-- (Fr. 30'928.-- + Fr. 10'824.--) Fr. 11'927.--, ab 1. Juni 2017 bei einem
Ausgabentotal von Fr. 50'559.-- und einem Einnahmentotal von Fr. 41'752.--
Fr. 8'807.-- und ab 1. Januar 2018 bei einem Ausgabentotal von Fr. 50'847.-- und
einem Einnahmentotal von Fr. 41'716.-- (Fr. 30'892.-- + Fr. 10'824.--) Fr. 9'131.--,
betragen.
2.6. Demnach ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 6. Juni 2018 in
Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Der Beschwerdeführer hat für die Zeit ab 1.
Oktober 2015 Anspruch auf eine monatliche bundesrechtliche, ordentliche
Ergänzungsleistung von Fr. 204.-- (ohne AEL, exkl. Prämienpauschale
Krankenversicherung) resp. Fr. 952.-- (ohne AEL, inkl. Prämienpauschale
Krankenversicherung), ab 1. Januar 2016 von Fr. 188.-- (ohne AEL, exkl.
Prämienpauschale Krankenversicherung) resp. Fr. 966.-- (ohne AEL, inkl.
Prämienpauschale Krankenversicherung), ab 1. Januar 2017 von Fr. 182.-- (ohne AEL,
exkl. Prämienpauschale Krankenversicherung) resp. Fr. 994.-- (ohne AEL, inkl.
Prämienpauschale Krankenversicherung), ab 1. Juni 2017 von Fr. 0.-- (exkl.
Prämienpauschale Krankenversicherung) resp. Fr. 812.-- (inkl. Prämienpauschale
Krankenversicherung, sog. Minimalgarantie) und ab 1. Januar 2018 von Fr. 0.-- (exkl.
Prämienpauschale Krankenversicherung) resp. Fr. 836.-- (inkl. Prämienpauschale
Krankenversicherung, sog. Minimalgarantie).
3.
3.1. Gerichtskosten sind keine zu erheben (aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember
2020 gültigen, für das vorliegende Verfahren gemäss Art. 82a ATSG noch
anwendbaren Fassung).
3.2. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
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Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hat dem Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers im vom Bundesgericht aufgehobenen Entscheid vom 23.
September 2020 (EL 2018/38) eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'000.--
zugesprochen. Da sich der Vertretungsaufwand für das Beschwerdeverfahren durch
die Aufhebung des kantonalen Entscheides nicht verändert hat, ist die
Parteientschädigung erneut auf Fr. 3'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festzusetzen.