Decision ID: 88125f3d-de48-4f4b-b05d-a7dadf33ab66
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a Seit dem 1. Januar 1998 war A._ (nachfolgend Versicherte) als Raumpflegerin
bei der B._ AG angestellt (IV-act. 21). Am 23. Juli 2009 wurde sie aufgrund eines
Bandscheibenvorfalles am Kantonsspital St. Gallen im Halswirbelsäulenbereich operiert
(IV-act. 17). Am 17. August 2009 wurde sie von der Krankentaggeldversicherung zum
Bezug von IV-Leistungen angemeldet, wobei als gesundheitliche Beeinträchtigung ein
seit dem Jahr 2004 bestehender Bandscheibenvorfall angegeben wurde (IV-act. 1f.).
A.b Im Zeitraum vom 13. Dezember 2009 bis 19. Oktober 2010 befand sich die
Versicherte in ambulanter Behandlung bei Dr. med. C._, Facharzt FMH für
Neurochirurgie, Klinik D._. Dieser führte in seinem Bericht vom 27. Oktober 2010 aus,
dass die Versicherte nach der Operation vom 23. Juli 2009 bei nachgewiesener
Osteochondrose und Stenose der Halswirbelkörper 4/5 nie beschwerdefrei gewesen
sei. Neu sei eine Lumboischialgie links bei lumbaler Diskushernie L4/L5 links
hinzugekommen. Am 1. September 2010 seien operativ eine Mikrodiskektomie L4/L5
links sowie eine ventrale Diskektomie und Cage-Stabilisation der Halswirbelkörper 4/5
durchgeführt worden. Er stellte von Seiten des Rückens eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit vom 31. August bis 31. Dezember 2010 fest (IV-act. 41).
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A.c Mit Schreiben vom 19. Mai 2011 teilte Dr. C._ der IV Stelle mit, dass die
Versicherte aufgrund ihrer Rückenschmerzen mit Operationen an der Hals- und
Lendenwirbelsäule und nochmals bevorstehender Operation mit Spondylodese L4/L5
an der Lendenwirbelsäule am 30. Mai 2011 seit zwei Jahren 100% arbeitsunfähig sei
und sehr wahrscheinlich bis mindestens Ende 2011 100% arbeitsunfähig bleibe (IV-act.
50). Die Operation an der Lendenwirbelsäule wurde wie geplant am 30. Mai 2011
durchgeführt (IV-act. 52-2).
A.d Die Hausärztin der Versicherten, Dr. med. E._, Fachärztin Innere Medizin,
Zentrum F._ AG, teilte der IV-Stelle am 13. Juni 2011 mit, dass sie eine schwere
körperliche Tätigkeit wie diejenige einer Reinigungskraft aufgrund des bisherigen
Verlaufs für nicht mehr zumutbar halte. Eine Eingliederung der Versicherten sei
zukünftig nur in eine körperlich leichte Tätigkeit realistisch (IV-act. 52/13).
A.e Mit Schreiben vom 28. Oktober 2011 nahm Dr. C._ gegenüber der IV-Stelle noch
einmal zur gesundheitlichen Situation der Versicherten Stellung und führte aus, es
handle sich um eine chronische Schmerzpatientin mit persistierenden,
therapieresistenten Beschwerden, sowohl im Nacken- wie im
Lendenwirbelsäulenbereich, bei Status nach Spondylodese C4/C5 und C5/C6, aber
auch L4/L5 und dynamischer Stabilisation L3/L4 und L5/S1. Hinweise auf radikuläre
Beschwerden würden sich keine ergeben. Dr. C._ bescheinigte der Versicherten
gestützt darauf eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 54). Dieser Auffassung folgte
G._ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) in seiner Beurteilung vom 24. November
2011 (IV-act. 55).
A.f Mit Verfügung vom 13. April 2012 sprach die IV-Stelle der Versicherten eine ganze
Invalidenrente rückwirkend ab dem 1. März 2010 zu (IV-act. 62).
B.
B.a Im Februar 2014 leitete die IV-Stelle ein Revisionsverfahren betreffend die der
Versicherten ausgerichtete ganze Invalidenrente ein. Im Verlaufsbericht vom 15. April
2014 für die Zeit ab Mai 2011 teilte Dr. C._ gegenüber der IV-Stelle mit, dass der
Gesundheitszustand der Versicherten stationär sei. Die letzte ärztliche Kontrolle habe
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am 14. März 2013 stattgefunden. Dr. C._ attestierte der Versicherten eine 40%-ige
Arbeitsfähigkeit in einer rückenadaptierten, körperlich leichten Tätigkeit (IV-act. 70). Im
Verlaufsbericht vom 20. Juni 2014 führte med. pract. H._, Fachärztin Allgemeine
Innere Medizin, Zentrum F._ AG, aus, sie habe die Versicherte aufgrund von
progredienten Rückenschmerzen zweimal gesehen. Aktuell sei die Versicherte bei Dr.
E._ in Behandlung. In Bezug auf den Gesundheitszustand hielt sie fest, dieser sei
stabil; es sei keine Tätigkeit möglich (IV-act. 75). Dr. E._ führte im Verlaufsbericht
vom 27. August 2014 einen stationären Gesundheitszustand an und verneinte eine
Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit. Theoretisch sei eine leichte körperliche
Tätigkeit zumutbar (IV-act. 78/1-4).
B.b Am 12. Februar 2015 fand eine bidisziplinäre Begutachtung durch Dr. med. I._,
Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, und
Dr. med. J._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, MEDAS Ostschweiz, statt.
Als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden eine Discushernie C5/6 mit
Discektomie und Stabilisation (ICD-10: M50.2), eine Stabilisation bei Osteochondrose
C4/5 (ICD-10: M42.1) sowie eine zweimalige Discektomie und Spondylodese L4/5
(ICD-10: M51.2) gestellt. Aus psychiatrischer Sicht wurde keine Diagnose mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt. Gestützt auf die durchgeführten
Untersuchungen attestierten Dr. I._ und Dr. J._ der Versicherten in ihrer
angestammten Tätigkeit als Reinigungskraft eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
von 20%, mit Beginn ab Mai 2012. Die Einschränkung von 20% bestünde darin, dass
davon ausgegangen werde, dass gelegentlich Wasserbehälter oder Geräte mit einem
Gewicht von über 10 kg gehoben werden müssten. Eine entsprechend adaptierte
Tätigkeit könne vollschichtig ausgeübt werden. Die einzige Anpassung der
Arbeitstätigkeit sei aufgrund der Situation in Bezug auf die Lendenwirbelsäule
notwendig, indem nicht wiederholt Lasten über 10 kg gehoben und keine
Zwangshaltungen des Oberkörpers über eine halbe Stunde eingenommen werden
dürften. Der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich vermutlich ab Mitte 2012
wesentlich zum Guten verändert und dürfte aufgrund der erhobenen Befunde
anhaltend sein. Seit Mai 2012 habe die Arbeitsfähigkeit um 80% zugenommen (IV-act.
88).
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B.c Mit Vorbescheid vom 21. April 2015 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Aufhebung der Invalidenrente in Aussicht (IV-act. 92). In einer Stellungnahme
gegenüber der IV-Stelle vom 22. Mai 2015 führte Dr. C._ aus, dass die der
Versicherten attestierte 80%-ige Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht nicht
nachvollziehbar sei. Die Versicherte leide weiterhin an einem chronischen
cervikospondylogenen und lumbospondylogenen Schmerzsyndrom. Die Beschwerden
hätten sich nicht gebessert und seien stationär geblieben. Die Versicherte sei von
Seiten des Rückens aus medizinischer Sicht mit chronischen Beschwerden, welche
sich bei geringen Belastungen verstärkten, höchstens zu 50% für leichte Arbeiten
arbeitsfähig (IV-act. 96). Mit Schreiben vom 27. Mai 2015 erhob die Versicherte unter
Verweis auf den Bericht von Dr. C._ vom 22. Mai 2015 einen Einwand gegen den
erlassenen Vorbescheid (IV-act. 97). Mit Verfügung vom 18. Juni 2015 hob die IV-Stelle
die Invalidenrente auf den 31. Juli 2015 auf (IV-act. 99).
C.
C.a Gegen die Verfügung vom 18. Juni 2015 erhob die Versicherte (nachfolgend
Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwältin Denise Dornier-Zingg, St. Gallen,
mit Eingabe vom 20. August 2015 Beschwerde und beantragte, (1.) die Verfügung der
Vorinstanz sei aufzuheben, (2.) der Beschwerdeführerin sei eine Invalidenrente ab
August 2015 von mindestens 50% zuzusprechen, (3.) eventualiter sei ein Gutachten
durch eine neutrale Fachperson und/oder neutrale Fachgruppe zu erstellen und seien
die nach Vorliegen des Gutachtens unterbreiteten Anträge der Beschwerdeführerin
gutzuheissen, (4.) eventualiter sei das Verfahren zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen und diese anzuweisen, ein neues Gutachten durch eine neutrale
Fachperson bzw. Fachgruppe erstellen zu lassen, (5.) unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen (act. G 1). Mit Eingabe vom 18. Januar 2016 reichte die
Beschwerdeführerin eine eingehende Beschwerdebegründung nach. Sie brachte darin
im Wesentlichen vor, dass eine erhebliche Diskrepanz zwischen der medizinischen
Diagnose von Dr. C._, bei dem die Beschwerdeführerin seit Jahren in Behandlung
sei, und der MEDAS Ostschweiz bestehe. Dr. C._ kenne die Patientin aufgrund der
langjährigen Behandlung, der durchgeführten Operationen und der diversen
Untersuchungen sehr gut. Er habe auch nach Vorliegen des Berichts der MEDAS
Ostschweiz keine medizinische Grundlage für eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit der
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Beschwerdeführerin gesehen. Die MEDAS Ostschweiz habe sich maximal ca.
eineinhalb Stunden mit der Beschwerdeführerin persönlich auseinandergesetzt. Die
gestellten Diagnosen würden in keinem Verhältnis zu der kurzen, einmaligen
Untersuchung stehen. Für einen objektiven Befund der vorliegenden gesundheitlichen
Einschränkungen würde ein einmaliger Untersuch nicht ausreichen. Vielmehr seien
längerfristige und spezifischere Untersuchungen unumgänglich. Die gesundheitliche
Situation der Beschwerdeführerin verschlechtere sich zunehmend. Seit Sommer 2015
sei sie im Schmerzzentrum des Kantonsspitals St. Gallen in Behandlung. Es sei ihr ein
TENS Gerät verschrieben worden, welches sie mehrmals täglich nutzen und das auch
nachts laufen würde. Die Beschwerdeführerin sei sodann in ständiger
physiotherapeutischer Behandlung in der Klinik D._ (act. G 10).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 10. März 2016
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, es
sei eine Verbesserung des Gesundheitszustandes aktenmässig belegt. Zugunsten der
Beschwerdeführerin sei auf eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit adaptiert abgestellt worden.
Dr. C._ würde als behandelnder Arzt in einem Vertrauensverhältnis stehen und sei
daher per se als weniger unabhängig als ein Gutachter anzusehen (act. G 11).
C.c Mit Replik vom 14. Juni 2016 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen und
deren Begründung fest (act. G 18).
C.d Mit Schreiben vom 21. Juni 2016 nahm die Beschwerdegegnerin im Sinne einer
Duplik Stellung. Darin hielt sie an den in der Beschwerdeantwort gemachten
Ausführungen und Anträgen vollumfänglich fest (act. G 20).

Erwägungen
1.
1.1 Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin seit der ursprünglichen Zusprache einer ganzen Rente ab 1. März
2010 rentenrelevant verbessert hat.
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1.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts ([ATSG; SR
830.1]; vgl. auch Art. 87 Abs. 2, Art. 88a und Art. 88bis der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Anlass zur Revision von Invalidenrenten gibt
jede Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist daher nicht nur
bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern etwa auch
dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben oder eine andere Art der
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt. Als Vergleichsbasis für die
Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine
anspruchserhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist, dient die letzte
rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs
mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs beruht. Ist eine anspruchserhebliche Änderung des
Sachverhalts nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, bleibt es nach dem
Grundsatz der materiellen Beweislast beim bisherigen Rechtszustand (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.3 Um den Gesundheitszustand einer Person beurteilen zu können, ist die Verwaltung
und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der
Ärztin oder des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
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ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen).
1.4 In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass ein den
Beweisanforderungen grundsätzlich genügendes medizinisches Gutachten (BGE 125 V
351 f. E. 3a und b) nicht in Frage gestellt werden kann und nicht Anlass zu weiteren
Abklärungen besteht, wenn und sobald die behandelnden Ärztinnen oder Ärzte zu einer
unterschiedlichen Beurteilung gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden
Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich nur, wenn objektiv feststellbare
Gesichtspunkte vorgebracht werden, welche im Rahmen der Begutachtung unerkannt
geblieben waren und die geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu führen (Urteil
des Bundesgerichts vom 29. Juli 2008, 9C_830/2007, E. 4.3 mit Hinweisen).
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der rentenaufhebenden Verfügung auf die
gutachterliche Beurteilung durch die MEDAS Ostschweiz vom 20. März 2015 gestützt.
In dieser hatten die Dres. med. I._ und J._ festgehalten, dass sich der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin vermutlich ab Mitte 2012 wesentlich zum
Guten verändert habe und aufgrund der jetzt erhobenen Befunde die Verbesserung
anhaltend sein dürfte (IV-act. 88). Die Beschwerdeführerin beruft sich demgegenüber
auf die Beurteilungen des behandelnden Arztes Dr. C._. Dieser hat zuletzt mit
Schreiben vom 22. Mai 2015 einen stationären, nicht verbesserten Gesundheitszustand
festgehalten (IV-act. 96). Wie voranstehend ausgeführt, stellt die alleinige Tatsache,
dass der behandelnde Arzt Dr. C._ eine von der gutachterlichen Beurteilung
abweichende Auffassung vertritt noch keinen Grund dar, um der gutachterlichen
Einschätzung durch die Dres. I._ und J._ den Beweiswert abzusprechen. Vielmehr
gilt es nachfolgend zu prüfen, ob das Gutachten der MEDAS Ostschweiz den
bundesgerichtlichen Beweisanforderungen genügt.
2.2 Die Beurteilung der MEDAS Ostschweiz erfolgte unter Berücksichtigung sämtlicher
Vorakten und basiert auf eigenen Untersuchungen der beiden Teilgutachter. Als
fachspezifische Zusatzuntersuchungen liessen sie am 12. Februar 2015 eine
Laboruntersuchung sowie eine Röntgenuntersuchung der Halswirbelsäule anterior-
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posterior/seitlich und des Dens des zweiten Halswirbels sowie der Lendenwirbelsäule
anterior-posterior/seitlich durchführen. Bei diesen Röntgenuntersuchungen wurden ein
normaler postoperativer Status nach den durchgeführten Operationen an der Hals- und
Lendenwirbelsäule, keine Dislokation der Bandscheibeninterponate und Cages sowie
der dorsalen Platte in der unteren Lendenwirbelsäule, eine Spondylarthrose in der
mittleren unteren Lendenwirbelsäule, eine beginnende Diskopathie der
Halswirbelkörper 6/7 sowie eine Sklerosierung/Ossifikation hinterkantennah hinter dem
Bandscheibeninterponat bei den Halswirbelkörpern 4/5 festgestellt (IV-act. 88-23).
Weiter hat Dr. I._ in der bidisziplinären Beurteilung in Ziff. 6.2 ausgeführt, dass im
April 2014 offenbar keine ausgeprägte Schmerzsituation mehr vorgelegen habe und
der Verlauf als stationär beurteilt worden sei (IV-act. 88-19). Es ist davon auszugehen,
dass er sich dabei auf den Verlaufsbericht von Dr. C._ vom 15. April 2014 gestützt
hat, in welchem die 2011 noch diagnostizierte Schmerzproblematik nicht mehr erwähnt
worden war (IV-act. 70). Die Beurteilung durch Dr. I._, dass im Beurteilungszeitpunkt
kein chronisches Schmerzsyndrom vorlag, erscheint insbesondere auch vor dem
Hintergrund der gegenüber den Gutachtern angegebenen Schmerzmedikation als
nachvollziehbar und überzeugend. So haben die Gutachter festgehalten, dass keine
Dauermedikation, sondern lediglich eine Bedarfsmedikation von 4x1g Paracetamol
stattfinde, wobei die Beschwerdeführerin nicht habe angeben können, wie viele Tage
pro Woche sie ohne Schmerzmitteleinnahme sein könne (IV-act. 88/11). Ebenfalls
konnte die Beschwerdeführerin in Bezug auf die Schmerzen nicht angeben, ob
Spazieren gegenüber Sitzen und Stehen besser sei (IV-act. 88/19). Die Beurteilung
durch die Dres. I._ und J._ erscheint insbesondere auch vor dem Hintergrund der
Tatsache, dass Dr. C._ in seinem Bericht vom 22. Mai 2015 (IV-act. 98/23)
festgestellt hat, dass radiologisch keine Hinweise für eine neue Pathologie vorliegen
würden, als nachvollziehbar. In Bezug auf die angestammte Tätigkeit als Putzfrau
attestierten die beiden Teilgutachter der Beschwerdeführerin eine Arbeitsfähigkeit von
80%. Die Einschränkung von 20% begründeten sie damit, dass davon ausgegangen
werde, dass gelegentlich Wasserbehälter oder Geräte mit einem Gewicht von über
10kg gehoben werden müssten. In einer leidensangepassten Tätigkeit, in der nicht
wiederholt Lasten über 10kg gehoben werden müssten und keine Zwangshaltungen
des Oberkörpers über eine halbe Stunde nötig seien, beurteilten sie die
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Beschwerdeführerin ab dem 1. Mai 2012 als zu 100% arbeitsfähig. Auch Dr. E._ hielt
eine körperlich leichte Tätigkeit für 100% möglich.
2.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass das Gutachten der MEDAS Ostschweiz
nachvollziehbar begründet und schlüssig ist. Damit genügt es den Anforderungen der
Rechtsprechung (BGE 125 V 351 f. E. 3a und b) und es kann auf die darin gemachten
Feststellungen abgestellt werden. Mit dem MEDAS-Gutachten ist mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass seit der ursprünglichen
Rentenzusprache von einem erheblich verbesserten Gesundheitszustand bzw. einer
gesteigerten Arbeitsfähigkeit und damit einer relevanten Sachverhaltsänderung im
Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG auszugehen ist.
3.
3.1 Ist ein Revisionsgrund gegeben, ist der Invaliditätsgrad neu und ohne Bindung an
frühere Invaliditätsschätzungen zu ermitteln (Urteil des Bundesgerichts vom 21.
Oktober 2014, 9C_378/2014, E. 4.2).
3.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; [Art. 16 ATSG]).
3.3 Grundlage der Bemessung des Valideneinkommens bildet die Validenkarriere der
versicherten Person, d.h. die erwerbliche Situation, in der sich die versicherte Person
bei einer vollen Ausnützung ihrer beruflichen Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen
befinden würde, wenn sie gesund geblieben wäre. Die reale erwerbliche Situation bei
Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung und damit der Arbeitsunfähigkeit ist dann als
Validenkarriere heranzuziehen, wenn die versicherte Person dabei alle ihre beruflichen
Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen in vollem Ausmass hat einsetzen können. Die
Beschwerdegegnerin stellte beim Valideneinkommen auf das durch die Beschwerde-
führerin zuletzt bei der B._ AG erzielte Einkommen gemäss den Auskünften des
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Arbeitgebers vom 29. September 2009 (IV-act. 21), angepasst an die
Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2012, ab. Die Beschwerdeführerin kam im Jahr
1986 in die Schweiz und arbeitete seit dem Jahr 1998 als Reinigungskraft bei der B._
AG. Es kann davon ausgegangen werden, dass sie ohne gesundheitliche
Einschränkung weiterhin dort tätig geblieben wäre und das erzielte Einkommen den
beruflichen Kenntnissen, Fähigkeiten und Erfahrungen der Beschwerdeführerin
entspricht. Das durch die Beschwerdegegnerin für die Invaliditätsbemessung zugrunde
gelegte Valideneinkommen von Fr. 54‘893.-- ist damit nicht zu beanstanden.
3.4 In Bezug auf das Invalideneinkommen hat die Beschwerdegegnerin bei der
Feststellung des Invaliditätsgrades nicht auf das Einkommen in der konkreten Tätigkeit
als Putzfrau abgestellt, sondern auf den Tabellenlohn gemäss der
Lohnstrukturerhebung des Bundes 2012 (TA1, privater Sektor, Total, Frauen mit
Kompetenzniveau 1). Dabei hat sie zugunsten der Beschwerdeführerin und entgegen
der MEDAS-Einschätzung auch in der angepassten Tätigkeit nur eine 80%-ige
Arbeitsfähigkeit berücksichtigt. Dies ist nicht zu beanstanden und es kann für den
Einkommensvergleich das von ihr gemäss LSE 2012 (aufgerechnet auf die
betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Wochenstunden) errechnete
Invalideneinkommen von CHF 41‘155.00 angenommen werden.
3.5 Der mittels Einkommensvergleich durch die Beschwerdegegnerin ermittelte
Invaliditätsgrad von 25% ist gestützt auf die voranstehenden Ausführungen nicht zu
beanstanden. Bei einem Invaliditätsgrad von 25% besteht kein Anspruch auf eine
Rente der Invalidenversicherung (vgl. Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR831.20]). Die revisionsweise Aufhebung der
Invalidenrente mit Verfügung vom 18. Juni 2015 ist damit rechtmässig erfolgt.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
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in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der unterliegenden
Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen.