Decision ID: 15683d2a-05bd-528d-a8bb-16744b7559b4
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ rutschte am 15. Januar 2001 auf dem Weg nach Hause auf einer Treppe aus
und stürzte auf ihr Gesäss und ihren Rücken (Unfallmeldung vom 18. Januar 2001, IV-
act. 21-95). Vom 2. bis 26. Juli 2001 befand sich die Versicherte wegen eines
panvertebralen Schmerzsyndroms linksbetont zur stationären Rehabilitation in der
Klinik Valens. Für die Zeit ab 20. August 2001 bescheinigten die dort behandelnden
medizinischen Fachpersonen eine 50%ige Arbeitsfähigkeit, steigerbar innert vier
Wochen (Austrittsbericht vom 14. August 2001, IV-act. 8-11 ff.). U.a. wegen einer
schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.2) war die
Versicherte vom 25. März bis 20. April 2002 zur psychiatrischen Behandlung in der
Klinik B._ hospitalisiert. Der dort behandelnde Dr. med. C._, Leitender Arzt der
Abteilung Psychosomatik, bescheinigte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(Austrittsbericht vom 2. Mai 2002, IV-act. 8-22 ff.). In der Zwischenzeit bestätigte die
Suva mit Einspracheentscheid vom 18. April 2002 die per 31. Januar 2002 mangels
fortbestehender Unfallfolgen verfügte Leistungseinstellung (IV-act. 21-1 ff.).
A.b Am 17. Juli 2002 meldete sich die Versicherte zum Bezug von IV-Rentenleistungen
an (IV-act. 1). Der behandelnde Dr. med. D._, Allgemeine Medizin FMH,
diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine schwere Depression, ein
chronisches Schmerzsyndrom im lumbalen Bereich bei nicht komprimierender
Diskushernie L4/L5 links, eine arterielle Hypertonie, eine Adipositas und einen Verdacht
auf Fibromyalgie. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Mitarbeiterin Montage (siehe
hierzu IV-act. 7-1) bescheinigte er seit 17. Januar 2001 eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit. Andere Tätigkeiten seien der Versicherten nicht zumutbar (Bericht
vom 13. August 2002, IV-act. 8-1 ff.). Der seit 13. August 2002 behandelnde Dr. med.
E._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, berichtete am 11. Januar
2003, die Versicherte leide mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an einer
mittelgradigen bis schweren langdauernden depressiven Episode ohne psychotische
Symptome (ICD-10: F32.1/F32.2), an chronischen Schmerzen im Lumbalbereich sowie
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an Angst- bzw. Panikattacken (ICD-10: F41.0). Die Kündigung des Arbeitsplatzes im
Herbst 2001 habe wesentlich zur Entwicklung des jetzigen Krankheitsbilds beigetragen.
Die Versicherte sei mindestens teilweise arbeitsfähig, sei aber praktisch kaum
vermittelbar. Über den Grad der Arbeitsfähigkeit könne er aber keine näheren Angaben
machen (IV-act. 16-1 ff.). RAD-Arzt Dr. med. F._, Facharzt für Allgemeinmedizin,
vertrat die Auffassung, gestützt auf die medizinischen Akten sei eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit seit Januar 2001 ausgewiesen (Stellungnahme vom 28. Juli 2003, IV-
act. 23). Mit Verfügung vom 28. Oktober 2003 sprach die IV-Stelle der Versicherten mit
Wirkung ab 1. Januar 2002 eine ganze Invalidenrente samt Zusatzrenten zu (IV-act. 30).
A.c Nach einer Überprüfung des Rentenanspruchs von Amtes wegen bestätigte die IV-
Stelle den Anspruch der Versicherten auf eine ganze Rente (Mitteilung vom
12. September 2006, IV-act. 43).
A.d Im Rahmen einer neuerlichen von Amtes wegen eingeleiteten Revision gab die
Versicherte an, ihr Gesundheitszustand sei unverändert. Sie sei weiterhin zu 100%
arbeitsunfähig (Fragebogen vom 28. November 2012, IV-act. 45). Mit Schreiben vom
30. November 2012 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, ihr Rentenanspruch würde
im Rahmen der Gesetzesrevision 6a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung überprüft (IV-act. 48). Der behandelnde Dr. med. G._, Facharzt
für Innere Medizin FMH, berichtete am 7. Dezember 2012, der Gesundheitszustand der
Versicherten habe sich nicht geändert. Es bestünden nach wie vor eine Depression
sowie chronische Schmerzen im Bereich der LWS bei bekannter Spinalkanalstenose
L4/L5. Zudem diagnostizierte er Tendovaginitiden und mögliche Arthritiden (IV-
act. 49-1f.). Dr. E._ führte im Bericht vom 20. Dezember 2012 aus, eine mehr oder
weniger regelmässige Behandlung der Versicherten habe bei ihm von August 2002 bis
November 2003 stattgefunden. Seit vielen Jahren sehe er die Versicherte nur sehr
sporadisch in seiner Sprechstunde. Die Versicherte hole sich bei ihm jeweils ihre
Psychopharmaka und erzähle heute wie damals klagend über ihre vielfältigen
körperlichen Beschwerden sowie die unbefriedigende soziale Situation. Eine komplexe
medizinische Beurteilung - somatisch inklusive Laboruntersuchungen und
psychiatrisch - halte er für dringend angezeigt (IV-act. 50). In Würdigung der
medizinischen Aktenlage gelangte RAD-Arzt H._, Facharzt für Arbeitsmedizin, zum
Schluss, es könne nicht davon ausgegangen werden, dass die Versicherte
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überwiegend aufgrund eines Leidens gemäss den Schlussbestimmungen 6a berentet
worden sei. Vielmehr scheine im zeitlichen Zusammenhang mit dem Unfall vom
15. Januar 2001 eine psychische Dekompensation (bei entsprechender
Persönlichkeitsstruktur) vorgelegen zu haben, die sich gemäss Aktenlage im Verlauf der
psychiatrischen Behandlung wieder zunehmend gebessert habe. Er empfahl die
Durchführung einer polydisziplinären Begutachtung (Stellungnahme vom 7. Februar
2013, IV-act. 54).
A.e Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte vom 3. bis 7. Juni 2013 im ZMB
Zentrum für Medizinische Begutachtung polydisziplinär (allgemeininternistisch,
psychiatrisch, rheumatologisch und neurologisch) begutachtet. Die Gutachter
diagnostizierten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: ein chronisches
lumbospondylogenes Syndrom links; ein leichtes Impingement-Syndrom der Schulter
rechtsbetont; eine Epicondylopathia humeri radialis rechts; Polyarthralgien mit
möglichen Synovitiden unter anderem im Bereich der Hände; rezidivierende
Tenosynovitis stenosans der Langfinger; eine Gonarthrose rechtsbetont und ein
chronisches Schmerzsyndrom. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden
u.a. eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und ein Status nach rezidivierender
depressiver Störung, aktuell remittiert. Für die angestammte Tätigkeit als
Betriebsmitarbeiterin in einer Fabrik bescheinigten die Gutachter eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit. Für eine leidensangepasste Tätigkeit attestierten sie eine 60%ige
Arbeitsfähigkeit. Spätestens ab dem 20. Dezember 2012 (Bericht von Dr. E._, IV-
act. 50) könne aus psychiatrischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit mehr bescheinigt
werden (Gutachten vom 19. September 2013, IV-act. 61, insbesondere IV-
act. 61-48 ff.). RAD-Arzt H._ hielt die gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
für plausibel und nachvollziehbar (Stellungnahme vom 11. November 2013, IV-act. 62).
A.f Ausgehend von einer gesundheitlichen Verbesserung und einer neu bestehenden
60%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten ermittelte die IV-Stelle
einen 37%igen Invaliditätsgrad und stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom
20. November 2013 die Aufhebung der Rentenleistungen in Aussicht (IV-act. 65).
Dagegen erhob die Versicherte am 13. Januar 2014 Einwand (IV-act. 73). Am
23. Januar 2014 verfügte die IV-Stelle die Aufhebung der Rentenleistungen auf Ende
des der Verfügung folgenden Monats (IV-act. 76).
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B.
B.a Gegen die Verfügung vom 23. Januar 2014 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 27. Februar 2014. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter
Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung. Eventuell sei die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, bei Fortführung der Rentenzahlungen
Eingliederungsmassnahmen zu prüfen und durchzuführen. Subeventuell sei ihr eine
halbe Invalidenrente zuzusprechen. Zur Begründung bringt sie vor, ihr
Gesundheitszustand habe sich seit der ursprünglichen Rentenzusprache aus
rheumatologischer Sicht verschlechtert. Eine Verbesserung des psychischen
Gesundheitszustands sei in der Zwischenzeit nicht eingetreten. Das ZMB-Gutachten
sei nicht beweiskräftig. Sodann sei das Einstellen der Rentenleistungen ohne
vorgängige Prüfung und allfällige Durchführung von Eingliederungsmassnahmen
rechtswidrig. Schliesslich rügt sie die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Ermittlung der Vergleichseinkommen und hält namentlich bei der Bestimmung des
Invalideneinkommens einen Tabellenlohnabzug von 20% für gerechtfertigt (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 15. April 2014
die Abweisung der Beschwerde. Sie vertritt den Standpunkt, dass mit Blick auf das
psychische Leiden ein medizinischer Revisionsgrund gegeben sei. Das ZMB-Gutachten
sei beweiskräftig. Die Bestimmung der Vergleichseinkommen in der angefochtenen
Verfügung sei korrekt. Der Beschwerdeführerin sei es zumutbar, ohne
Eingliederungsmassnahmen ihre Restarbeitsfähigkeit zu verwerten (act. G 4).
B.c In der Replik vom 27. Mai 2014 hält die Beschwerdeführerin unverändert an der
Beschwerde fest (act. G 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf eine begründete Duplik verzichtet (act. G 8).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und zu prüfen ist die Frage, ob die von der
Beschwerdegegnerin im Rahmen einer Revision per 1. März 2014 verfügte
Rentenaufhebung rechtmässig ist.
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1.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
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Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
1.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist
somit nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f.
E. 3.5). Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung
bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht; vorbehalten bleibt die
Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 108
E. 5.4). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines
im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustands auf die
Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinn von Art. 17
Abs. 1 ATSG dar (Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2008, 9C_562/08,
E 2.1).
2.
Zunächst ist zu prüfen, ob der Sachverhalt in medizinischer Hinsicht spruchreif
abgeklärt worden ist. Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen
Verfügung auf das polydisziplinäre ZMB-Gutachten vom 19. September 2013 (IV-
act. 76). Die Beschwerdeführerin hält die gutachterliche Beurteilung aus verschiedenen
Gründen nicht für beweiskräftig (act. G 1).
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2.1 Die Beschwerdeführerin rügt, der psychiatrische ZMB-Gutachter nehme in keiner
Weise vergleichend oder zur Entwicklung der psychischen Gesundheit Stellung (act.
G 1, Rz 22 und Rz 24 am Schluss).
2.1.1 Vorab ist zu bemerken, dass das ZMB-Gutachten eine umfassende Darstellung
der Vorakten enthält (IV-act. 61-7 ff.). Darin sind u.a. der Austrittsbericht der Klinik
B._ sowie die Berichte von Dr. E._ auszugsweise wiedergegeben (IV-act. 61-10 ff.).
Der psychiatrische ZMB-Gutachter verwies im psychiatrischen Teil bezüglich der
Krankheitsentwicklung auf diese Aktenzusammenstellung (IV-act. 61-38). Zudem stellte
er im Rahmen der psychiatrischen Beurteilung nochmals ausführlich die Voraktenlage
und die Krankheitsentwicklung dar (IV-act. 61-40 ff.). Im unmittelbaren Nachgang zur
auszugsweisen Wiedergabe des Berichts von Dr. E._ vom 11. Januar 2003 (siehe
hierzu IV-act. 16) gab der psychiatrische ZMB-Gutachter an, anlässlich der Exploration
im ZMB und auch unter Einbezug des Verlaufes könne er eine tiefere depressive
Verstimmung nicht mehr bestätigen (IV-act. 61-45). Die von Dr. C._ ehemals
diagnostizierte schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome beurteilte er
aufgrund des Aktenverlaufs und der eigenen Befunderhebung als remittiert (IV-
act. 61-46). Schliesslich führte er hinsichtlich der Entwicklung der psychischen
Erkrankung aus, dass Dr. C._ im Bericht vom 2. Mai 2002 (noch) eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit bescheinigt habe, Dr. E._ am 11. Januar 2003 von einer
mindestens teilweisen Arbeitsfähigkeit ausgegangen und bereits ab diesem Datum eine
(erste) Verbesserung eingetreten sei. Am 20. Dezember 2012 habe Dr. E._ sodann
geäussert, er könne sich nicht des Eindrucks einer gewissen Aggravation erwehren,
weshalb der psychiatrische ZMB-Gutachter ab diesem Zeitpunkt nunmehr von einer
100%igen Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht ausgegangen ist (IV-act. 61-55). In
diesem Kontext ist weiter zu erwähnen, dass Dr. E._ im Bericht vom 20. Dezember
2012 eine medizinische Beurteilung für „dringend angezeigt“ hielt (IV-act. 50-4), womit
er Zweifel an einem stationären Gesundheitsverlauf zum Ausdruck brachte. Im Übrigen
ging Dr. E._ bereits früher von einer mittel- bis längerfristigen Besserung des
psychischen Leidens aus (IV-act. 16-2 und -7).
2.1.2 Angesichts dieser Verhältnisse trifft die Kritik der Beschwerdeführerin nicht zu,
der psychiatrische ZMB-Gutachter habe sich in keiner Weise vergleichend oder zur
Entwicklung der psychischen Gesundheit geäussert. Zugunsten des ZMB-Gutachtens
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gilt es sodann den Umstand zu beachten, den die Beschwerdeführerin selbst
anerkennt, dass die medizinische Situation bei der Rentenzusprache „unklar“ war (act.
G 1 Rz 23) bzw. lediglich knappe Ausführungen zur Arbeitsunfähigkeit sowie zu deren
Begründung enthält (illustrativ hierbei die RAD-Stellungnahme vom 28. Juli 2003, IV-
act. 23), was eine inhaltliche Auseinandersetzung im Rahmen einer Verlaufsbeurteilung
zwangsläufig erschwert hat. Ob damals gar der Untersuchungsgrundsatz verletzt
wurde bzw. ein Grund für eine Wiedererwägung gegeben ist, kann angesichts des
vorliegenden Verfahrensausgangs offen bleiben.
2.1.3 Für die vom psychiatrischen ZMB-Gutachter beschriebene Verbesserung des
psychischen Gesundheitszustands im Vergleich zur Referenzsituation zum Zeitpunkt
der Rentenverfügung vom 28. Oktober 2003 spricht des Weiteren eine
Gegenüberstellung der psychiatrischen Befunderhebungen. Im Austrittsbericht von
Dr. C._ vom 2. Mai 2002 wird die Beschwerdeführerin als älter und leicht ungepflegt
wirkend, im Affekt deprimiert, massiv verängstigt und verunsichert, im Antrieb deutlich
vermindert, motorisch wenig lebhaft beschrieben. Es seien Verlustängste sowie
Beziehungsprobleme im Vordergrund gestanden. Dr. C._ diagnostizierte eine
schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.2; IV-
act. 8-22 f.). Dr. E._ diagnostizierte eine mittelgradige bis schwere langdauernde
depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.1/32.2) und beschrieb
die Beschwerdeführerin im Bericht vom 11. Januar 2003 ebenfalls als etwas älter und
ungepflegt wirkend mit leidvollem Gesichtsausdruck. Stimmungsmässig wirke sie stets
mehr oder weniger stark bedrückt. Die Sprache sei verlangsamt, monoton und leise.
Sie leide an Zukunfts- sowie Existenzängsten und stehe in Behandlung wegen Angst-
und Panikanfällen (IV-act. 16-6 f.). Der psychiatrische ZMB-Gutachter nahm
demgegenüber eine gepflegt gekleidete Person wahr. Der Antrieb sei spürbar, aber
wenig schwungvoll. Vorerst habe ein eher zurückhaltendes Ausdrucksverhalten
bestanden, das sich erst im Verlauf der Exploration allmählich entfaltet habe.
Insgesamt sei die Stimmungslage ernst, eher bedrückt, jedoch nicht tiefer depressiv
gewesen (IV-act. 61-39). Der psychiatrische ZMB-Gutachter verneinte das Bestehen
einer tieferen depressiven Verstimmung nochmals im Nachgang zur Wiedergabe des
Berichts von Dr. E._ vom 11. Januar 2003 (IV-act. 61-45). Panische Ängste hätten
nicht eruiert werden können. Möglicherweise leide sie an gewissen Ängsten eher
diffuser Art (IV-act. 61-46). Die in den Vorakten dargestellten Eheprobleme scheinen
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sich mittlerweile eher wieder zurückgebildet zu haben. So befinde sie sich in tragfähiger
Ehebeziehung (IV-act. 61-47).
2.2 Aus der Sicht der Beschwerdeführerin ist das ZMB-Gutachten ferner
widersprüchlich, da ihr darin für die angestammte Tätigkeit eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit bescheinigt werde, obschon ihr gemäss gutachterlicher Einschätzung
keine Tätigkeiten zugemutet werden könnten, welche die Hände feinmotorisch
beanspruchten oder sie repetitiv belasteten und die nicht wechselbelastend und ohne
Zwangshaltungen seien. Eine auch nur annähernd eingehende Betrachtung der
früheren Tätigkeit hätte zu Tage gefördert, dass hier keine Zumutbarkeit mehr bestehen
könne (act. G 1, Rz 24). Vorliegend kann offen bleiben, ob die für die angestammte
Tätigkeit - die unbestrittenermassen und gemäss ZMB-Gutachten (IV-act. 61-54)
wegen vorwiegend im Sitzen auszuübender repetitiver feinmotorisch anspruchsvoller
Verrichtungen (Stecker zusammensetzen) nicht einer leidensangepassten Tätigkeit
(siehe hierzu IV-act. 61-55) entspricht - gutachterlich bescheinigte 50%ige
Arbeitsfähigkeit beweiskräftig ist. Denn für die Bestimmung der Invalidität (Art. 8 Abs. 1
ATSG) ist allein die für leidensangepasste Tätigkeiten bestehende
(Rest-)Arbeitsfähigkeit von Bedeutung. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten der ZMB-Gutachter ist schlüssig und erfolgte ohne
Bezug zur Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit.
2.3 Nicht nachvollziehbar ist für die Beschwerdeführerin sodann, dass die Gutachter
keine Überlegungen hinsichtlich der verbleibenden Umsetzbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit angestellt hätten, nachdem sie zahlreiche und ausserordentlich
hohe Anforderungen an eine Verweistätigkeit formuliert hätten (act. G 1, Rz 24). Die
ZMB-Gutachter umschreiben eine leidensangepasste Tätigkeit wie folgt: eine leichte
bis intermittierend mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit ohne Zwangshaltungen
der Lendenwirbelsäule, ohne repetitive Belastungen und feinmotorische
Beanspruchung der Hände, des rechten Ellbogens und ohne Halte- oder
Überkopfarbeiten der Arme, ohne Treppengehen oder längere Gehstrecken (IV-
act. 61-55). Zwar wird das Spektrum möglicher Verweistätigkeiten durch die genannten
Anforderungen eingeschränkt. Von „ausserordentlich hohen Anforderungen“ kann
indessen mit Blick darauf, dass Hilfsarbeiterinnentätigkeiten regelmässig nicht mit
Treppengehen oder längeren Gehstrecken und auch nicht mit Halte- und
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Überkopfarbeiten der Arme verbunden sind, keine Rede sein. Weder ersichtlich noch
substanziiert von der Beschwerdeführerin in Frage gestellt ist des Weiteren, dass der
ausgeglichene Arbeitsmarkt im Bereich der Hilfsarbeiterinnentätigkeiten hinreichend
Arbeitsplätze bereit hält, die wechselbelastende, körperlich leichte, grob manuelle oder
zumindest keine erhöhten Anforderungen an die Feinmotorik und den rechten Ellbogen
stellende Verrichtungen beinhalten.
2.4 Bei der Würdigung des ZMB-Gutachtens fällt schliesslich ins Gewicht, dass es auf
eigenständigen gründlichen Abklärungen beruht und für die streitigen Belange
umfassend ist. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet und die von der
Beschwerdeführerin geklagten Leiden sowie deren Verlauf berücksichtigt und
gewürdigt. Die darin vorgenommene Schätzung der Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten leuchtet in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Weiter
bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht
berücksichtigt worden wären. Aus medizinischer Sicht ist deshalb davon auszugehen,
dass sich der psychische Gesundheitszustand verbessert hat und die
Beschwerdeführerin seit spätestens der polydisziplinären Begutachtung von anfangs
Juni 2013 über eine 60%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten verfügt.
3.
Gegen eine Anpassung der bisherigen Rentenleistungen wendet die
Beschwerdeführerin ausserdem ein, dass der Verlauf des psychischen Leidens nicht
erheblich im Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG sei, da allein die somatischen Leiden und
deren Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit zur Rentenzusprache geführt hätten (act.
G 1, Rz 23, und G 6, Rz 9).
3.1 Dr. D._ diagnostizierte im Bericht vom 13. August 2002 an erster Stelle eine
schwere Depression (IV-act. 8-1). Dabei stützte er sich auf den an ihn adressierten
Austrittsbericht der Klinik B._ vom 2. Mai 2002, worin der Beschwerdeführerin eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt wurde (IV-act. 8-22 ff.). Von Bedeutung ist
ausserdem, dass Dr. D._ die Unzumutbarkeit jeglicher Tätigkeit damit begründete,
„zur Zeit aus psychischen Gründen nicht fähig“ (IV-act. 8-4). Aus den von Dr. D._
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damals miteingereichten fachärztlichen somatischen Berichten geht keine Beurteilung
hervor, die eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten stützen
würde (IV-act. 8-5 ff.; im Austrittsbericht der Klinik Valens vom 14. August 2001 wurde
- wohl bezogen auf die angestammte Tätigkeit - eine 50%ige Arbeitsfähigkeit,
steigerbar innert vier Wochen, bescheinigt, IV-act. 8-12). Unter diesen Umständen
drängt sich der Schluss auf, dass bei der von Dr. D._ für leidensangepasste
Tätigkeiten bescheinigten 100%igen Arbeitsunfähigkeit das damals schwere
psychische Leiden im Vordergrund gestanden ist. Dies gilt umso mehr, als weder aus
der Aktenlage ersichtlich ist noch von Dr. D._ dargelegt wurde, dass das
hauptsächlich den lumbalen Bereich betreffende Schmerzsyndrom für sich allein
geeignet gewesen wäre, eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für körperlich leichte
leidensangepasste Tätigkeiten zu begründen. Ergänzend kann auf die zutreffenden
Ausführungen der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort verwiesen werden
(act. G 4).
3.2 Angesichts dessen, dass bei der ursprünglichen Rentenzusprache die damals
schwere depressive Störung im Vordergrund gestanden ist und sich diese gemäss
beweiskräftiger Einschätzung des psychiatrischen ZMB-Gutachters erheblich
verbessert hat, sind die Voraussetzungen für eine Anpassung der Rentenleistungen im
Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin erfüllt.
4.
Die Beschwerdegegnerin geht hinsichtlich der 60%igen Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten von der Möglichkeit der Selbsteingliederung aus. Dieser
Sichtweise widerspricht die Beschwerdeführerin (act. G 1, Rz 27 ff., und G 6, Rz 14 ff.).
4.1 Nach der Rechtsprechung können nach langjährigem Rentenbezug oder bei
fortgeschrittenem Alter ausnahmsweise Erfordernisse des Arbeitsmarkts der sofortigen
Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und medizinisch
möglichen Leistungsentfaltung entgegenstehen. Dies ist dann der Fall, wenn aus den
Akten einwandfrei hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten
Leistungspotenzials ohne vorgängige Durchführung befähigender Massnahmen allein
vermittels Eigenanstrengung der versicherten Person nicht möglich ist. Diese
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Rechtsprechung ist allerdings auf Fälle beschränkt worden, in denen die (revisions-
oder wiedererwägungsweise) Rentenherabsetzung bzw. -aufhebung eine versicherte
Person betrifft, die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als
15 Jahren bezogen hat (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Juli 2015, 8C_90/2015, E. 4
mit Hinweisen). Massgebender Zeitpunkt ist das Datum der rentenaufhebenden
Verfügung (BGE 141 V 5).
4.2 Was die Frage nach der Notwendigkeit der Durchführung von
Eingliederungsmassnahmen betrifft, ist festzuhalten, dass die von der Rechtsprechung
stipulierte alternative Voraussetzung der Überschreitung des 55. Altersjahrs bei der im
massgebenden Zeitpunkt (23. Januar 2014, IV-act. 76) 54-jährigen Beschwerdeführerin
- wenn auch knapp um rund ein halbes Jahr - nicht erfüllt ist. Sie hat seit 1. Januar
2002 und damit im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung zwölf Jahre lang eine ganze
Rente bezogen (IV-act. 30). Unter dem Aspekt der Leistungsbezugsdauer ist damit ein
Grenzfall zu verneinen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 5. Januar 2016,
8C_810/2015, E. 5). Von Bedeutung ist sodann, dass die Beschwerdeführerin lediglich
über eine 4-jährige Grundschulausbildung in I._ verfügt (IV-act. 1) und die ZMB-
Gutachter von der Durchführung beruflicher Massnahmen keine Erhöhung der
Restarbeitsfähigkeit erwartet haben (IV-act. 61-33, -36 und -47). Des Weiteren verfügt
die Beschwerdeführerin für den ihr noch offen stehenden Arbeitsmarkt über relevante
Ressourcen (zum Leistungsprofil siehe IV-act. 61-55). Sie kann ferner selbstständig
Auto fahren (IV-act. 61-19), und es sind ihr durchaus auch noch körperliche
Anstrengungen zumutbar (zum 2013 aufgenommenen ein bis zwei Mal wöchentlich
stattfindenden Kräftigungstraining siehe IV-act. 61-23). Nicht ausser Acht gelassen
werden kann auch der aktiv gestaltete Alltag der Beschwerdeführerin (etwa abstauben,
zeitweise kochen und lesen, IV-act. 61-19). Aus den Akten geht damit nicht einwandfrei
hervor (siehe hierzu vorstehende E. 4.1), dass die Verwertung des
Restleistungspotenzials ohne vorgängige Durchführung befähigender Massnahmen
allein vermittels Eigenanstrengung der versicherten Person nicht möglich wäre. Vor
diesem Hintergrund ist trotz der quantitativ und qualitativ eingeschränkten
Restarbeitsfähigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass
kein - zumindest kein über die Hilfestellung in Form von Arbeitsvermittlung notwendiger
- zusätzlicher Eingliederungsbedarf besteht, der einer Anpassung der Rentenleistungen
entgegensteht (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 17. September 2015,
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9C_661/2014, E. 3.4, vom 7. April 2015, 9C_728/2014, E. 8, und vom 24. April 2012,
8C_39/2012, E. 5.1).
5.
Zu prüfen bleiben damit die erwerblichen Auswirkungen der für leidensangepasste
Tätigkeiten (neu) bestehenden 60%igen Arbeitsfähigkeit.
5.1 Als Valideneinkommen berücksichtigte die Beschwerdegegnerin bei der
ursprünglichen Rentenzusprache einen Verdienst von Fr. 42‘185.-- (IV-act. 30-3).
5.1.1 Gemäss Art. 16 ATSG richtet sich das Valideneinkommen danach, was eine
versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Massgebend
für das Valideneinkommen ist, was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen
Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit verdient hätte. Dazu gehören alle Lohnbestandteile, für die auch
AHV-Prämien entrichtet werden. Falls eine versicherte Person mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit als Gesunde Boni bezogen hätte, gehören auch diese zum
Valideneinkommen (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juli 2009, 8C_659/2008,
E. 4.2.1).
5.1.2 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der ursprünglichen Rentenzusprache
für die Bestimmung des Valideneinkommens auf die Angabe der ehemaligen
Arbeitgeberin J._ AG (IV-act. 7-2) und nahm - soweit ersichtlich - keine nähere
Prüfung vor. Mit Blick auf die vollständige Arbeitsunfähigkeit und der dadurch
fehlenden Anrechenbarkeit eines Invalideneinkommens kam der Höhe des
Valideneinkommens denn auch keine Bedeutung mehr zu für die Bestimmung des
Invaliditätsgrads.
5.1.3 Aus dem IK-Auszug geht hervor, dass die Beschwerdeführerin, die seit April
1994 bei der J._ AG angestellt war, erheblich schwankende Jahresverdienste erzielt
hatte. So betrug der Jahresverdienst im Jahr 1995 Fr. 48‘750.-- und war abgesehen
vom Jahresverdienst im Jahr 1999 von Fr. 41‘281.-- nie tiefer als der von der
Arbeitgeberin für das Jahr 2001 angegebene Lohn von Fr. 42‘185.-- (IV-act. 6). Diese
Lohnschwankungen legen nahe, dass die erzielten Jahresverdienste nicht unwesentlich
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von variablen Faktoren abhingen bzw. von diesen mitgeprägt waren, weshalb kein
Anlass besteht, den variablen Anteil für das Jahr 2000 von gemäss IK-Auszug
Fr. 3‘080.-- (IV-act. 6-1) ausser Acht zu lassen. Angesichts der variierenden
Jahresverdienste ist zur besseren Repräsentativität des Valideneinkommens (siehe
hierzu Urteil des Bundesgerichts vom 22. Dezember 2015, 9C_479/2015, E. 4.1 und
4.2.2 am Schluss) auf den Durchschnitt der seit 1995 bis Ende 2000 erzielten
Jahresverdienste abzustellen. Angepasst an die bis zum Jahr 2001 eingetretene
Nominallohnentwicklung resultieren folgende Jahresverdienste: für das Jahr 1995
Fr. 52‘441.-- ([Fr. 48‘750.-- / 2087] x 2245), für das Jahr 1996 Fr. 45‘356.--
([Fr. 42‘770.-- / 2117] x 2245), für das Jahr 1997 Fr. 47‘895.-- ([Fr. 45‘442.-- / 2130]
x 2245), für das Jahr 1998 Fr. 44‘801.-- ([Fr. 42‘746.-- / 2142] x 2245), für das Jahr
1999 Fr. 42‘985.-- ([Fr. 41‘281.-- / 2156] x 2245) und für das Jahr 2000 von
Fr. 47‘274.-- ([Fr. 46‘116.-- / 2190] x 2245). Daraus ergibt sich auf der Grundlage des
Jahres 2001 ein durchschnittlicher Jahresverdienst und damit ein Valideneinkommen
von Fr. 46‘792.-- ([Fr. 52‘441.-- + Fr. 45‘356.-- + Fr. 47‘895.-- + Fr. 44‘801.--
+ Fr. 42‘985.-- + Fr. 47‘274.--] / 6).
5.2 Zu bestimmen bleibt damit das Invalideneinkommen.
5.2.1 Zwischen den Parteien ist zu Recht unbestritten geblieben, dass der Ermittlung
des Invalideneinkommens der statistische Durchschnittslohn für Hilfsarbeiterinnen
heranzuziehen ist. Dieser hat im Jahr 2001 Fr. 46‘911.-- betragen (Anhang 2:
Lohnentwicklung der IVG-Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe
2008), womit bei einer 60%igen Arbeitsfähigkeit ein Einkommen von Fr. 28‘147.--
resultiert.
5.2.2 Vorliegend kann offen bleiben, ob ein Tabellenlohnabzug bei der Bestimmung
des Invalideneinkommens vorzunehmen wäre. Denn selbst wenn einerseits kein Abzug
gewährt würde, resultierte ein viertelsrentenbegründender Invaliditätsgrad von
aufgerundet 40% ([{Fr. 46‘792.-- - Fr. 28‘147.--} / Fr. 46‘792.--] x 100). Andererseits
erscheint aufgrund der langjährigen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 4. Mai 2012, 9C_22/2012, E. 3.2), dem eingeschränkten Spektrum
noch offenstehender Arbeitsplätze sowie des - wenn auch lediglich leicht -
fortgeschrittenen Alters ein Abzug von höchstens 15% angemessen, was ebenfalls zu
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einem viertelsrentenbegründenden Invaliditätsgrad von aufgerundet 49% führt
([{Fr. 46‘792.-- - Fr. 23‘925.--} / Fr. 46‘792.--] x 100). Entgegen dem Vorbringen der
Beschwerdeführerin (act. G 1, Rz 32) besteht aufgrund des Migräneleidens kein
Anhaltspunkt für ein lohnwirksam erhöhtes Absenzenrisiko bzw. zumindest nicht für
eine über 15% hinausgehende Erhöhung des Tabellenlohnabzugs, nachdem die zwei-
bis viermal pro Monat ohne Aura auftretende Migräne recht gut auf die Einnahme von
Schmerzmitteln anspricht (IV-act. 61-35; verschwindet innerhalb von einer halben bis
einer Stunde nach Einnahme des Schmerzmittels, IV-act. 61-33).
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 23. Januar 2014 in
teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und der bisherige Anspruch der
Beschwerdeführerin auf eine ganze Rente mit Wirkung ab 1. März 2014 auf eine
Viertelsrente herabzusetzen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe ist die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen (vgl. betreffend Überklagung Urteil des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 19. Dezember 2011, IV 2009/459, E. 5.2 f.). Der von der
Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr
zurückzuerstatten.
6.3 Die obsiegende beschwerdeführende Partei hat Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier zu
beurteilenden Fall erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle (vgl. etwa Urteil des
bis
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Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. Dezember 2014, IV 2012/471)
eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
als angemessen.