Decision ID: 37cf0ba9-2b76-4ff9-802d-56a05957e74f
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Der Verein RHYBOOT schrieb im Einladungsverfahren für den Neubau seiner
Werkstätten Lieferung, Montage und Wartung von drei Personenaufzügen (zwei mit
einer Nennlast von 675 Kilogramm über drei Geschosse und einen mit einer Nennlast
von 1'125 Kilogramm über zwei Geschosse) sowie eines Warenaufzugs (Nennlast von
4'000 Kilogramm über zwei Geschosse) aus. Gemäss Devis (act. 2/3) waren einerseits
die Kosten für die "komplette Liftanlage, gemäss Planbeilage fix fertig montiert nach
allen gesetzlichen Vorschriften und an die Bauherrschaft übergeben" (Positionen
911.002 und R 219, 911.003 und R 223 sowie 911.005 und R 229) und anderseits – für
die beiden Typen von Personenaufzügen – die "jährlichen Wartungskosten und
Jahresservice" für je einen "Wartungsvertrag mit Notfallservice" (Positionen 911.004
und 911.006) anzugeben. Innert der bis 20. Februar 2015 laufenden Frist reichten drei
Anbieter, darunter die AS Aufzüge AG und die Köppel-Aufzüge AG, je eine Offerte ein,
die auch Angaben zu den Wartungskosten für den Warenlift enthielten.
Mit Verfügung vom 28. Mai 2015 erteilte der Verein RHYBOOT den Zuschlag der
Köppel-Aufzüge AG, deren Angebot gemäss beigelegter Beurteilungsmatrix vom 6. Mai
2015 3,62 gewichtete Punkte erzielt hatte, zum Preis von CHF 249‘643.25 inklusive
Mehrwertsteuer. Das Angebot der AS Aufzüge AG wurde nicht berücksichtigt, obwohl
es in der Beurteilungsmatrix mit einer Offertsumme von CHF 243‘568.40 und einer
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Bewertung mit 3,70 gewichteten Punkten als das wirtschaftlich günstigste
ausgewiesen worden war (act. 2/7).
Nachdem die AS Aufzüge AG auf den Widerspruch zwischen Zuschlagsverfügung und
Beurteilungsmatrix hingewiesen hatte, teilte ihr der Verein RHYBOOT am 10. Juni 2015
mit, der Zuschlagsverfügung sei irrtümlich die falsche Matrix beigelegt worden, und
stellte ihr „die richtige Matrix“ vom 13. Mai 2015 zu. Darin wird das mit 3,76
gewichteten Punkten bewertete Angebot der Köppel-Aufzüge AG gegenüber dem
unverändert mit 3,70 gewichteten Punkten bewerteten Angebot der AS Aufzüge AG als
das wirtschaftlich günstigste ausgewiesen. Der Preisbewertung lagen unter
Berücksichtigung eines fünfjährigen Servicevertrags Offertsummen inklusive
Mehrwertsteuer von CHF 269‘342.30 für das Angebot der AS Aufzüge AG und von
CHF 270‘962.45 für das Angebot der Köppel-Aufzüge AG zugrunde.
B. Die AS Aufzüge AG (Beschwerdeführerin) erhob gegen die am 2. Juni 2015
versandte Zuschlagsverfügung vom 28. Mai 2015 des Vereins RHYBOOT (Vorinstanz)
mit Eingabe vom 12. Juni 2015 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den
Anträgen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei der angefochtene Zuschlag
aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, den Zuschlag der Beschwerdeführerin zu
erteilen. Der Präsident hiess am 24. Juni 2015 das von der Beschwerdeführerin
gleichzeitig gestellte Gesuch, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu
erteilen, gut. Die Kosten wurden bei der Hauptsache belassen. In der Verfügung wurde
unter anderem darauf hingewiesen, dass der von der Vorinstanz ermittelte Preis des
Angebots der Beschwerdeführerin die Wartungskosten für lediglich zwei – statt drei –
Personenaufzüge enthält.
Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 10. Juli 2015, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge sei die Beschwerde abzuweisen und ihr der Vertragsschluss mit
der Köppel-Aufzüge AG zu bewilligen. Sie reichte zudem neue Beurteilungsmatrizen
ein, in welchen beim Angebot der Beschwerdeführerin auch Wartungskosten für den
dritten Personenaufzug berücksichtigt wurden, so dass sich Offertsummen von CHF
246‘693.35 (Wartungskosten für ein Jahr) beziehungsweise von CHF 284‘966.80
(Servicevertrag auf fünf Jahre) ergaben. Das Angebot der Beschwerdeführerin wird
darin unverändert mit 3,70 gewichteten Punkten, jenes der Beschwerdegegnerin mit
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3,71 (Wartungskosten für ein Jahr) beziehungsweise – bei maximal möglicher Punktzahl
von vier – mit 4,16 (Servicevertrag auf fünf Jahre) gewichteten Punkten bewertet (act.
13.1).
Die Köppel-Aufzüge AG (Beschwerdegegnerin) beantragte mit Vernehmlassung ihres
Rechtsvertreters vom 20. Juli 2015, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei die
Beschwerde, soweit auf sie einzutreten sei, abzuweisen, eventualiter die Angelegenheit
zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Sie äusserte sich zudem am 29.
Juli 2015 zu den von der Beschwerdeführerin freigegebenen Akten. Die
Beschwerdeführerin nahm am 11. August 2015 zu den Vernehmlassungen der
Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin Stellung.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die
Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 5 Abs.
2 des Einführungsgesetzes zur Gesetzgebung über das öffentliche
Beschaffungswesen; sGS 841.1, EGöB).
Beschwerdeführerin ist die AS Aufzüge AG mit Sitz in Küssnacht/SZ. Sie betreibt unter
anderem in St. Gallen eine Zweigniederlassung (vgl. Internet-Information aus dem
Handelsregister des Kantons Schwyz, act. 2/2). Eine solche Zweigniederlassung ist
rechtlich Teil der Hauptunternehmung (vgl. BGE 117 II 85 E. 3) ohne eigene
Rechtspersönlichkeit (vgl. BGer 4A_473/2011 vom 22. Dezember 2011 E. 2.2 mit
Hinweis auf BGE 120 III 11 E. 1a und weitere bundesgerichtliche Rechtsprechung), die
jedoch als Vertreterin der juristischen Person handeln kann (vgl. BGer 4P.184/2003
vom 2. Februar 2004 E. 2.2.2; Art. 460 Abs. 1 des Schweizerischen Obligationenrechts,
SR 220, OR). An der Partei- und Prozessfähigkeit der Beschwerdeführerin ändert
deshalb nichts, dass die Verfügung vom 28. Mai 2015 an deren Adresse in St. Gallen
gesandt wurde (act. 2/1) und – worauf die Beschwerdegegnerin hinweist – in der
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Angebotsauswertung ebenfalls St. Gallen als Ortsangabe verwendet wurde (act. 2/7
und 9).
Die Beschwerde wurde von Bernhard Gisler, Mitglied der Geschäftsleitung, und Erwin
Würsch, Mitglied der Direktion, unterzeichnet. Beide zeichnen für die
Beschwerdeführerin gemäss Handelsregister mit Kollektivunterschrift zu zweien (vgl.
act. 2/2). Die Erhebung einer Beschwerde gegen die Nichtberücksichtigung eines in
einem öffentlich-rechtlichen Submissionsverfahren eingereichten Angebots fällt nicht in
die unübertragbare und unentziehbare Zuständigkeit des Verwaltungsrats gemäss Art.
716a Abs. 1 OR. Dieser kann – was gemäss Handelsregister für die
Beschwerdeführerin geschehen ist – die Vertretung der Gesellschaft nach aussen
gemäss Art. 718 Abs. 2 OR an Dritte übertragen. Die beiden unterzeichnenden
Personen, aus deren Funktionsbezeichnung auf keine spezifische
Geschäftsführungsaufgabe zu schliessen ist, konnten dementsprechend die
Beschwerde rechtsgültig erheben (vgl. dazu R. Watter, in: Basler Kommentar,
Obligationenrecht II, 4. Aufl. 2012, N 18 und 19 zu Art. 718 OR).
In der Bewertungsmatrix vom 6. Mai 2015, welche der angefochtenen
Zuschlagsverfügung beilag (act. 2/7), hat die Vorinstanz selbst zunächst das nicht
berücksichtigte Angebot der Beschwerdeführerin besser, nämlich mit 3,70 gewichteten
Punkten, bewertet als jenes der Beschwerdegegnerin und Zuschlagsempfängerin, das
3,62 gewichtete Punkte erzielt hatte. Die Beschwerdeführerin hat damit grundsätzlich
eine reelle Chance, den Zuschlag zu erhalten. Die rechtsgültig vertretene
Beschwerdeführerin ist dementsprechend zur Erhebung der Beschwerde befugt (Art.
64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege;
sGS 951.1, VRP).
Die Beschwerde wurde mit Eingabe vom 12. Juni 2015 rechtzeitig erhoben und erfüllt
die Anforderungen in formeller und inhaltlicher Hinsicht (Art. 15 Abs. 3 der
Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen; sGS 841.32,
IVöB). Auf die Beschwerde ist deshalb einzutreten.
2. Die Beschwerdeführerin hat gegenüber der Vorinstanz zu Recht festgestellt,
dass mit dem Zuschlag vom 28. Mai 2015 (act. 2/1) nicht das gemäss der beigelegten
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Beurteilungsmatrix vom 6. Mai 2015 (act. 2/7) wirtschaftlich günstigste Angebot
berücksichtigt wurde (dazu nachfolgend Erwägung 2.1). Indem die Vorinstanz daraufhin
„die richtige Matrix“ vom 13. Mai 2015 (act. 2/9) nachschob, ergibt sich ein
Widerspruch zwischen der bewerteten Offertsumme des Angebots der
Beschwerdegegnerin beim von der Vorinstanz beabsichtigten Abschluss eines
fünfjährigen Servicevertrags von CHF 270‘962.45 in der Beurteilungsmatrix und dem –
unveränderten und massgeblichen – Preis von CHF 249‘643.25 je inklusive
Mehrwertsteuer in der Zuschlagsverfügung (dazu nachfolgend Erwägung 2.2).
2.1. Gemäss Art. 34 Abs. 1 der Verordnung über das öffentliche
Beschaffungswesen (sGS 841.11, VöB) erhält das wirtschaftlich günstigste Angebot
den Zuschlag. Im Verhältnis zur Beurteilungsmatrix vom 6. Mai 2015 verletzt die
Zuschlagsverfügung vom 28. Mai 2015 diese gesetzliche Regel unbestrittenermassen.
Die Vorinstanz begründet ihre Zuschlagsverfügung deshalb zu Recht nicht mit dieser,
sondern mit der Beurteilungsmatrix vom 13. Mai 2015.
2.2. Die Regelungen des öffentlichen Beschaffungswesens sollen unter anderem
die Transparenz der Vergabeverfahren sicherstellen (vgl. Art. 1 Abs. 3 Ingress und lit. c
IVöB). Mit der Rechtskraft des Zuschlags, welcher das öffentlich-rechtliche Verfahren
der Vergabe abschliesst, müssen deshalb alle wesentlichen Elemente des künftigen
Vertrags feststehen. Dazu gehören neben der Wahl des Vertragspartners insbesondere
die zu erbringenden Leistungen und Gegenleistungen, und damit vorab auch der Preis,
zu welchem die Vergabebehörde das mit dem Zuschlag bedachte Angebot annehmen
will. Im Rahmen des Vertragsabschlusses, welcher gestützt auf den Zuschlag erfolgt,
dürfen grundsätzlich keine wesentlichen Änderungen des vorgesehenen Vertragsinhalts
mehr vorgenommen werden, da sonst die geforderte Transparenz des
Vergabeverfahrens missachtet und damit die Gleichbehandlung der Anbietenden,
welche dieses Verfahren zu gewährleisten hat, wieder infrage gestellt würde. Im
Zeitpunkt des Vergabeentscheides muss den Anbietenden wie der Vergabeinstanz
bekannt sein, welchen Inhalt der künftige Vertrag im Fall eines Zuschlags für sie haben
wird (vgl. Galli/Moser/Lang/Steiner, a.a.O., Rz. 1089).
Die Offertsumme gemäss Beurteilungsmatrix vom 13. Mai 2015 – nämlich CHF
270‘962.45 (inklusive Kosten für die Wartung während fünf Jahren) – und der Preis
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gemäss Zuschlagsverfügung vom 28. Mai 2015 – nämlich CHF 249‘643.25 (inklusive
Kosten für die Wartung während eines Jahres) – stimmen nicht überein. Die Vorinstanz
verpflichtet sich mit der Zuschlagsverfügung vom 28. Mai 2015, das Angebot der
Beschwerdegegnerin zum Preis von CHF 249‘643.25 anzunehmen. Gleichzeitig geht
sie aber davon aus, dass sie mit der Annahme des Angebots der Beschwerdegegnerin
auch die Wartung der Aufzüge für weitere vier Jahre einkauft. Angesichts dieses
Widerspruchs ist der Inhalt des Vertrags, zu dessen Abschluss sich die Vorinstanz mit
der Zuschlagsverfügung vom 28. Mai 2015 verpflichtet, unklar.
Die Zuschlagsverfügung vom 28. Mai 2015 verletzt dementsprechend das
Transparenzgebot. Die Beschwerde ist deshalb gutzuheissen und die angefochtene
Zuschlagsverfügung der Vorinstanz vom 28. Mai 2015 aufzuheben. Das hat indessen
noch nicht zur Folge, dass der Zuschlag der Beschwerdeführerin zu erteilen ist.
3. Im Beschwerdeverfahren ist umstritten, wie die zu bewertenden Preise bei
den Angeboten der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin zu ermitteln
sind. Zu klären ist, ob und für welche Dauer die Wartungskosten bei der Bewertung der
Angebote zu berücksichtigen sind (dazu nachfolgend Erwägungen 3.1 und 3.2), ob und
unter welchen Umständen die Konkretisierung des Inhalts des Wartungsvertrags
zulässig ist (dazu nachfolgend Erwägung 3.3), ob das Angebot der Beschwerdeführerin
bezüglich der Wartungskosten vollständig ist (dazu nachfolgend Erwägung 3.4) und ob
die Vergleichbarkeit der Angebote von Beschwerdeführerin und Beschwerdegegnerin
gegeben ist (dazu nachfolgend Erwägung 3.5). Die Beschwerdeführerin ihrerseits
zweifelt, ob das Angebot der Beschwerdegegnerin nicht mangels Vollständigkeit hätte
ausgeschlossen werden müssen (dazu nachfolgend Erwägung 3.6).
3.1. Aus dem Devis geht hervor, dass Gegenstand der Vergabe nebst Lieferung
und Montage auch die Wartung der Aufzüge war. Zu offerieren war auch ein
"Wartungsvertrag mit Notfallservice", wobei Grundlage für die Preisberechnung
"jährliche Wartungskosten und Jahresservice" waren (vgl. Ziffern 911.004 und
911.006). Unvollständig war der Devis insoweit, als versehentlich nicht ausdrücklich
auch nach den jährlichen Wartungskosten für den Warenlift gefragt wurde (vgl.
Vernehmlassung der Vorinstanz vom 10. Juli 2015, act. 12, Seite 2). Sowohl die
Beschwerdeführerin (act. 6/2) als auch die Beschwerdegegnerin (act. 6/4 Seite 17)
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haben diesen Mangel indessen behoben, indem sie auch Angaben zu den
Wartungskosten für den Warenlift machten.
Die Vorinstanz hat beim Angebot der Beschwerdeführerin Wartungskosten für drei,
beim Angebot der Beschwerdegegnerin für vier Aufzüge berücksichtigt (vgl. act. 6/10
und Vernehmlassung der Vorinstanz vom 10. Juli 2015, act. 12, Seite 5). Soweit die von
der Vorinstanz im Beschwerdeverfahren vorgenommene Korrektur beim Angebot der
Beschwerdeführerin (vgl. act. 13.1) auf die Anpassung der Zahl der zu wartenden
Aufzüge zurückzuführen ist, handelt es sich um eine Bereinigung, welche der
vergaberechtliche Grundsatz der Prüfung der Angebote nach einheitlichen Kriterien im
Sinn von Art. 31 Abs. 1 VöB verlangt.
Die Ausschreibung war angesichts der Darstellung des Devis, in welchem einerseits in
der gleichen Spalte neben den Investitionskosten auch die jährlichen Wartungskosten
anzugeben waren und dessen Schlusszeile anderseits mit "Total Aufzüge" bezeichnet
war, so zu verstehen, dass für die Ermittlung des zur Bewertung der Angebote
massgebenden Preises neben den Investitions- auch Wartungskosten berücksichtigt
werden sollten. Dieses Verständnis wird durch die Angebote der Beschwerdeführerin
und der Beschwerdegegnerin, welche beide die jährlichen Wartungskosten bezifferten,
bestätigt.
3.2. Die Verfahrensbeteiligten sind sich über das Gewicht der Wartungskosten im
Verhältnis zu den Investitionskosten uneinig. Die Vorinstanz hat in der
Beurteilungsmatrix vom 6. Mai 2015 die Wartungskosten für ein Jahr berücksichtigt. In
der Beurteilungsmatrix vom 13. Mai 2015 hat sie das Gewicht der Wartungskosten
erhöht, indem sie die Kosten für fünf Jahre berücksichtigt hat. Dies hatte zur Folge,
dass nicht mehr das Angebot der Beschwerdeführerin, sondern jenes der
Beschwerdegegnerin als das wirtschaftlich günstigere erschien. Die
Beschwerdeführerin macht geltend, die Vorinstanz habe die Wartungsleistungen
insbesondere auch hinsichtlich der Dauer in den Unterlagen zur Einladung nicht
unmissverständlich beschrieben. Die Wartungsverträge unterschieden sich im
Leistungsumfang erheblich. Servicemodelle und Laufzeiten beeinflussten den
Servicepreis markant. Die Vorinstanz habe – indem sie zunächst mit den
Wartungskosten für ein Jahr und anschliessend für fünf Jahre gerechnet habe – die
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Spielregeln einseitig geändert und sich nicht an die Zuschlagskriterien gemäss
Ausschreibung gehalten.
Gemäss Art. 34 Abs. 2 Ingress und lit. a VöB ist insbesondere der Preis ein Kriterium
für die Ermittlung des kostengünstigsten Angebots. Grundsätzlich sollten alle
Kostenkomponenten in dieselbe Preisbewertung einfliessen, doch kann es sich
rechtfertigen, Unterkriterien zu bilden, wenn aufgrund der Natur des Auftrags für
verschiedene Leistungen unterschiedliche Preisarten beziehungsweise
Verrechnungsmodelle zur Anwendung kommen sollen. Die Gewichtung dieser
Unterkriterien untereinander hat sodann den realen Verhältnissen möglichst gut
Rechnung zu tragen (vgl. M. Beyeler, Vergaberechtliche Urteile 2012-2013, in: Stöckli/
Beyeler [Hrsg.], Das Vergaberecht der Schweiz, 9. Aufl. 2014, S. 467 ff., S. 558).
Die Vorinstanz durfte angesichts der Ausgestaltung des Devis die Wartungskosten bei
der Bewertung der Angebote nach dem Preiskriterium berücksichtigen. Allerdings war
aus dem Devis – worauf auch die unterschiedlichen Betrachtungsweisen der Vorinstanz
in den Beurteilungsmatrizen vom 6. und vom 13. Mai 2015 hindeuten – nicht schlüssig,
welches Gewicht den Wartungskosten bei der Preisbewertung zukommen sollte. Unter
diesen Umständen – und unter Berücksichtigung der Unklarheiten hinsichtlich des
Leistungsumfangs – wäre es angebracht gewesen, im Zusammenhang mit der
Beurteilung der Angebote Leistungsumfang und –dauer hinsichtlich der Wartung zu
konkretisieren und vergleichbare Wartungsverträge für eine bestimmte Dauer offerieren
zu lassen. Die Berücksichtigung der periodischen Kosten mit dem Faktor fünf im
Verhältnis zu den einmaligen Investitionskosten wird weder von der
Beschwerdeführerin – welche eine entsprechende Offerte eingereicht hatte – noch von
der Beschwerdegegnerin in Frage gestellt. Sie erscheint mit Blick auf die realen
Verhältnisse – übliche Dauer von Wartungsverträgen, Verhältnis zur durchschnittlichen
Lebensdauer von zwanzig bis dreissig Jahren (vgl. https://hyporechner.credit-
suisse.com/mortgage/doc/lebensdauer-bauteile-de.pdf), Änderung der
Leistungsumschreibung für die Wartung in Abhängigkeit der konkreten Nutzungsdauer
beispielsweise mit Einbezug von Reparaturleistungen – sachlich gerechtfertigt.
3.3. Der Grundsatz des Verzichts auf Abgebotsrunden gemäss Art. 11 Ingress und
lit. c IVöB verbietet grundsätzlich die Änderung des Leistungsverzeichnisses, wobei die
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Möglichkeit des Abbruchs des Verfahrens infolge Leistungsänderung vorbehalten bleibt
(vgl. Galli/ Moser/Lang/Steiner, a.a.O., Rz. 827). Leistungsänderungen sind nach
Eingang und Öffnung der Angebote zulässig, sofern sie aus einem hinreichenden
sachlichen Grund erfolgen und den Bietern entsprechend Art. 11 Ingress und lit. a
IVöB, welcher die Gleichbehandlung der Anbieter verlangt, die Möglichkeit zur
Anpassung ihrer Offerten zugestanden wird (vgl. die Hinweise bei Beyeler, a.a.O., S.
571 f., auf entsprechende kantonale Rechtsprechung).
Die Vorinstanz hat das Leistungsverzeichnis gemäss Devis nicht abgeändert, sondern
in zweierlei Hinsicht konkretisiert. Einerseits beabsichtigte sie, der Beurteilung der
Angebote die Kosten für einen fünfjährigen Wartungsvertrag zugrunde zu legen.
Anderseits legte sie den erwarteten Leistungsumfang für Wartung und Notfallservice
fest, indem sie bei der Bewertung des Angebots der Beschwerdeführerin auf die
Kosten ihres Standard-Servicevertrags abstellte. Zumal die Vergabe im
Einladungsverfahren durchgeführt wurde, ist ein solches Vorgehen zulässig, wenn die
Beteiligten – soweit sie nicht aus dem Verfahren auszuschliessen sind – Gelegenheit
erhalten, ihr Angebot entsprechend anzupassen.
3.4. Für die Wartungskosten verwies die Beschwerdeführerin in ihrem Angebot auf
ein Beiblatt (act. 2/3 Seiten 17 und 18). Die Eingabesumme von CHF 246'100 brutto
ohne Mehrwertsteuer beinhaltete deshalb keine Wartungskosten (act. 2/3 Seite 1). Aus
dem Beiblatt waren die jährlichen Wartungskosten bei einem Standard-Servicevertrag
mit einer Laufzeit von fünf Jahren beziehungsweise einem Voll-Servicevertrag mit einer
Laufzeit von zehn Jahren ersichtlich (act. 6/2). Welche jährlichen Kosten für die
Wartung anfielen, wenn die Vorinstanz keinen der offerierten Wartungsverträge mit
fester Laufzeit abschliessen würde, war dem Angebot der Beschwerdeführerin nicht zu
entnehmen.
Die Vorinstanz hat mit der Berücksichtigung der Kosten beim Abschluss eines
fünfjährigen Wartungsvertrags die Modalitäten des Angebots der Beschwerdeführerin
übernommen. Insoweit kann die Argumentation der Beschwerdeführerin
widersprüchlich erscheinen, wenn sie einerseits verlangt, es dürften lediglich die
Wartungskosten für ein Jahr berücksichtigt werden, anderseits aber die Konditionen für
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den Fall, dass lediglich ein Wartungsvertrag für die Dauer eines Jahres abgeschlossen
wird, aus ihrem Angebot nicht ersichtlich werden.
Da Wartungsverträge regelmässig nicht lediglich für die Dauer eines Jahres
abgeschlossen werden und die Beschwerdeführerin mit ihrem Angebot auf die
Unbestimmtheit der Umschreibung reagiert und die Vorinstanz selbst sich bei der
Beurteilung der Angebote auf einen fünfjährigen Wartungsvertrag festgelegt hat,
erschiene ein Ausschluss der Beschwerdeführerin aus dem Vergabeverfahren wegen
Einreichens eines unvollständigen Angebotes gestützt auf Art. 12 Abs. 1 VöB als
unzulässig.
3.5. Die Vorinstanz ist davon ausgegangen, die von der Beschwerdeführerin und
von der Beschwerdegegnerin unter den Positionen 911.004 und 911.006 offerierten
Leistungen seien vergleichbar. Die Beschwerdeführerin macht geltend, der Devis sei
hinsichtlich der Anforderungen an den Wartungsvertrag unklar formuliert und lasse
Varianten zu. Dies beeinträchtige die Vergleichbarkeit der Preise und verzerre die
Gesamtbewertung. Erst ein genauer Leistungsbeschrieb erlaube es, die Angebote
tatsächlich zu vergleichen. Wie ihre eigenen Angebote zeigten, bestünden je nach
Wartungstyp erhebliche Unterschiede im Leistungsumfang. Zusammen mit der Laufzeit
beeinflussten sie den Servicepreis markant. Die Vorinstanz hält dem entgegen, gemäss
Ausschreibung seien die „jährlichen Wartungskosten mit Notfallservice und
Jahresservice“ zu beziffern. Das umfasse die Kosten für den jährlichen Service – ohne
die Kosten für allfällige Reparaturen – und die Kosten für den „Notfallservice“. Das
entspreche exakt dem Leistungsumfang des Standard-Servicevertrags der
Beschwerdeführerin.
Das öffentliche Beschaffungsrecht bezweckt unter anderem die Gewährleistung der
Gleichbehandlung aller Anbieterinnen und Anbieter (Art. 1 Abs. 3 IVöB). Der
Auftraggeber hat dementsprechend die Angebote nach einheitlichen Kriterien zu prüfen
(Art. 31 Abs. 1 VöB). Sind Angaben eines Angebots unklar, kann er vom Anbieter
Erläuterungen verlangen, die schriftlich festgehalten werden (Art. 31 Abs. 3 VöB). Es
entspricht dem Zweck und Charakter des Submissionsverfahrens, dass sowohl seitens
der Offerenten wie auch seitens der Vergabeinstanz bestimmte Formvorschriften
eingehalten werden müssen, deren Missachtung zum Ausschluss der betreffenden
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Offerte führen oder die Ungültigkeit des Vergabeverfahrens nach sich ziehen kann.
Nicht jede Unregelmässigkeit vermag aber eine solche Sanktion zu rechtfertigen. Aus
Gründen der Verhältnismässigkeit darf (und soll) vom Ausschluss einer Offerte oder von
der Ungültigerklärung des Verfahrens abgesehen werden, wenn der festgestellte
Mangel relativ geringfügig ist und der Zweck, den die in Frage stehende Formvorschrift
verfolgt, dadurch nicht ernstlich beeinträchtigt wird (vgl. BGer 2D_50/2009 vom 25.
Februar 2010 E. 2.4 mit Hinweis auf 2P.176/2005 vom 13. Dezember 2005 E. 2.4, 2P.
339/2001 vom 12. April 2002 und 2P.4/2000 vom 26. Juni 2000, in: ZBl 102/2001 S.
215 ff., E. 3).
Die Umschreibung im Devis „Wartungsvertrag mit Notfallservice. Jährliche
Wartungskosten und Jahresservice. St = Kosten pro Jahr“ (vgl. act. 2/3 S. 17 f. und
act. 6/4 S. 17 f.) ist in verschiedener Hinsicht unklar. Der erwartete Leistungsumfang
beim Notfallservice wird hinsichtlich der zeitlichen Verfügbarkeit des Störungsdienstes
nicht konkretisiert. Offen ist auch, welche Leistungen im Rahmen der „Wartung“ und
des „Jahresservices“ erwartet werden. Während die Beschwerdeführerin auf diese
Unklarheit mit der Einreichung von Angeboten mit detailliert umschriebenem
Leistungsumfang für einen „Standard-Servicevertrag“ mit einer Laufzeit von fünf Jahren
und für einen „Voll-Servicevertrag“ mit einer Laufzeit von zehn Jahren reagierte, ist dem
Angebot der Beschwerdegegnerin nicht zu entnehmen, welche konkreten Leistungen
sie für die offerierten jährlichen Wartungskosten erbringen wird. Die Vorinstanz hat bei
der Beschwerdegegnerin auch nicht nachgefragt, sondern ist stillschweigend davon
ausgegangen, das Angebot der Beschwerdegegnerin umfasse dieselben Leistungen,
wie der von der Beschwerdeführerin offerierte „Standard-Servicevertrag“. Ob die von
der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin unter dem Titel
„Wartungsvertrag mit Notfallservice“ offerierten Leistungen vergleichbar sind, lässt sich
dementsprechend anhand der vorliegenden Akten nicht beurteilen.
3.6. Die Beschwerdeführerin wirft die Frage nach der Vollständigkeit des Angebots
der Beschwerdegegnerin auf. Nach Art. 28 VöB sind der Antrag auf Teilnahme und das
Angebot vollständig einzureichen (Abs. 1); sie sind vollständig, wenn alle vom
Auftraggeber verlangten Unterlagen vollständig ausgefüllt eingereicht werden (Abs. 4).
Beim Erfordernis der Vollständigkeit des Angebots handelt es sich um eine wesentliche
Formvorschrift im Sinn von Art. 12 Ingress und lit. h VöB, deren Verletzung den
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Ausschluss eines Angebots vom Verfahren rechtfertigt (vgl. GVP 2001 Nr. 19; VerwGE
B 2013/71 vom 2. Juli 2013, www.gerichte.sg. ch sowie GVP 2013 Nr. 29). Der
Beschwerdeführerin wurde das Angebot der Beschwerdegegnerin zur Wahrung des
geltend gemachten Geschäftsgeheimnisses ohne die Preisangaben zu den einzelnen
Positionen im Devis zur Kenntnis gebracht. Hingegen liegt dem Gericht der vollständig
ausgefüllte Devis in Kopie vor (act. 6/4). Das Angebot der Beschwerdegegnerin war
vollständig, und es bestand für die Vorinstanz deshalb kein Anlass, es vom Verfahren
auszuschliessen.
4. Gestützt auf Art. 64 in Verbindung mit Art. 56 Abs. 2 Satz 1 VRP weist das
Verwaltungsgericht die Sache an die Vorinstanz zurück, wenn die Vorinstanz den
Sachverhalt ungenügend abgeklärt hat (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit
im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 1029). Die Angelegenheit ist dementsprechend
an die Vorinstanz zurückzuweisen. Sie wird den konkreten Umfang der Angebote der
Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin hinsichtlich der über Lieferung und
Montage hinausgehenden Leistungen abzuklären und die Angebote auf eine gleiche
Basis zu stellen haben. Die Beschwerde ist dementsprechend teilweise gutzuheissen
und die angefochtene Zuschlagsverfügung der Vorinstanz vom 28. Mai 2015
aufzuheben. Die Angelegenheit ist zur weiteren Sachverhaltsabklärung im Sinn der
Erwägungen und zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
5. Entscheidgebühren von CHF 1'000 für die Zwischenverfügung vom 24. Juni
2015 und von CHF 2'100 für den Entscheid in der Hauptsache sind angemessen (Art. 7
Ziffern 211 und 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Die Kosten des
Zwischenverfahrens – der Beschwerde war entgegen den Anträgen der Vorinstanz und
der Beschwerdegegnerin die aufschiebende Wirkung zu erteilen – bezahlen der Verein
RHYBOOT und die Beschwerdegegnerin je zur Hälfte. Dem Ausgang des
Hauptverfahrens – dem Begehren der Beschwerdeführerin, es sei ihr der Zuschlag zu
erteilen, konnte nicht entsprochen werden, jedoch ist die Zuschlagsverfügung
aufzuheben – entsprechend, bezahlen die Beschwerdeführerin einen Drittel und der
Verein RHYBOOT und die Beschwerdegegnerin – sie hat sich am Verfahren beteiligt
und Anträge gestellt – die verbleibenden zwei Drittel der amtlichen Kosten des
Hauptverfahrens je zur Hälfte unter solidarischer Haftung (Art. 95 Abs. 1 und Art. 96bis
VRP). Der von der Beschwerdeführerin zu tragende Anteil von CHF 700 an der Gebühr
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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für den Entscheid in der Hauptsache ist mit ihrem Kostenvorschuss von CHF 2'500 zu
verrechnen; CHF 1‘800 sind ihr zurückzuerstatten.
Ausseramtliche Kosten sind mangels Vertretung (Beschwerdeführerin) und
mehrheitlichen Obsiegens (Vorinstanz und Beschwerdegegnerin) nicht zu entschädigen
(Art. 98 und 98bis VRP).