Decision ID: a75f38d6-496f-5d55-9827-b6d56a4da575
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 3. Mai 2010 wegen einem am 18. September 2009
erlittenen Sehnenriss und Nervenverletzungen zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act.
1; siehe eingehend zum Gesundheitsschaden an der linken Bizepssehne und am linken
Ellbogen die Aktennotiz des RAD-Arztes Dr. med. B._, Facharzt für Prävention und
Gesundheitswesen, vom 12. Mai 2010, IV-act. 6). Dr. med. C._, Facharzt für
Allgemeine Medizin, berichtete am 6. September 2010, der Versicherte leide an einer
traumatischen Ruptur der distalen Bizepssehne am 18. September 2009 mit Status
nach diversen Operationen bei Rerupturen und Hämatombildungen, Entrapment etc.
Seither bestünden Schmerzen im linken Ellbogengelenk und linken Unterarm mit
Kraftlosigkeit, insbesondere der linken Hand. Für die angestammte Tätigkeit als
Zimmermann (siehe hierzu IV-act. 1-6) bescheinigte er dem Versicherten eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 28). Der RAD-Arzt Dr. B._ gelangte in der
Stellungnahme vom 28. Oktober 2010 zur Auffassung, dass der Versicherte bezogen
auf die angestammte Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig sei. Für leidensangepasste
Tätigkeiten sei von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (IV-act. 35). Am 12.
Januar 2011 erlitt der Versicherte eine Kontusion der rechten Schulter. In der Folge
unterzog er sich mehreren Eingriffen (Schulterarthroskopie am 28. Januar 2011;
Schulterarthroskopie und Bizepssehnen-Tenotomie am 28. März 2011; „Schulter-
AKO“, Synovektomie, Intervall-Débridement, Bursektomie, offene Revision der LBS mit
Tendinopexie am 14. November 2011). Dr. med. D._, Arzt Orthopädie an der Klinik
E._, diagnostizierte eine symptomatische Kapsulitis unklarer Ätiologie (Bericht vom
20. März 2012, IV-act. 90). Im Verlaufsbericht vom 20. Februar 2012 führte Dr. C._
aus, er habe die Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten ab dem 27. Februar
2012 für den allgemeinen Arbeitsmarkt auf 100% festgelegt (IV-act. 80).
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A.b Im Auftrag der IV-Stelle nahm der Versicherte im Zeitraum vom 27. Februar bis 29.
März 2012 an einer BEFAS-Abklärung im Appisberg teil. Die Abklärungspersonen
führten im Schlussbericht vom 18. April 2012 aus, körperlich und insbesondere die
oberen Extremitäten stärker belastende Tätigkeiten, wie die angestammte Tätigkeit als
Zimmermann, seien gesundheitsbedingt nicht mehr zumutbar. Aus medizinischer Sicht
seien optimal leidensangepasste Tätigkeiten - bei vorausgesetztem einigermassen
stabilen weiteren gesundheitlichen Verlauf - „zeitlich uneingeschränkt ganztags
zumutbar“ (IV-act. 92-11; zu den Taggeldleistungen siehe die Verfügung vom 9. März
2012, IV-act. 81). Ab dem 7. Mai 2012 nahm der Versicherte in der F._ mit Blick auf
eine allfällige Umschulung zum CNC-Operateur erneut an einer beruflichen Abklärung
teil. Aufgrund gesundheitlicher Zwischenfälle wurde die Abklärungsphase nicht wie
geplant bis 31. August 2012 durchgeführt, sondern musste per 21. August 2012
vorzeitig abgebrochen werden. Die Abklärungspersonen zogen den Schluss, die
Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Umschulung zum CNC-Operateur seien
nicht erfüllt (Schlussbericht vom 12. September 2012, IV-act. 115; zu den
Taggeldleistungen siehe die Verfügung vom 29. Mai 2012, IV-act. 105, sowie die
Rückforderungsverfügung vom 27. September 2012, IV-act. 121).
A.c Der RAD-Arzt Dr. B._ hielt in der Aktennotiz vom 23. Oktober 2012 u.a. fest, der
Versicherte sei wegen einer Stammvarikosis beidseits im Spital G._ vom 27. bis 28.
Juli 2012 hospitalisiert gewesen und dort operiert worden. In der Folge habe sich ein
Abszess am rechten Unterschenkel mit Begleitphlegmone entwickelt, sodass am 16.
August 2012 im Spital G._ eine Abszess-Exzision habe durchgeführt werden müssen.
Seither klage der Versicherte über Sensibilitätsstörungen im rechten Bein. Der
Gesundheitszustand sei instabil. Derzeit bestehe kein Eingliederungspotenzial (IV-act.
124). Am 22. November 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass aufgrund
seines Gesundheitszustands zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen
möglich seien (IV-act. 126).
A.d Am 28. Januar 2013 rutschte der Versicherte aus und fiel auf die Knie. Dabei erlitt
er beidseits eine Kontusion der Knie (siehe hierzu IV-act. 143-1 oben). Vom 9. bis 26.
Juli 2013 befand sich der Versicherte zur stationären Rehabilitation in der Rehaklinik
Bellikon. Die dort behandelnden medizinischen Fachpersonen diagnostizierten: eine
mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1); eine Kniekontusion beidseits; eine
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Schulterdistorsion rechts mit SLAP-Läsion I, Bizepssehnen-Teilruptur mit Subluxation
der langen Bizepssehne, Muskelfaserriss M. pectoralis maior; eine Ruptur der distalen
Bizepssehne links; einen Status nach Varusdeformität rechtes Kniegelenk mit
Chondromalazie; einen Knochen- und Weichteildefekt des Mittelfingermittel- und -
endglieds und eine Weichteilverletzung einseitig über dem Ringfingerendglied der
rechten Hand; eine Stammvarikosis beidseits; ein lumbosakrales Schmerzsyndrom,
eine arterielle Hypertonie und eine Adipositas (BMI 33,1 kg/m2). Die festgestellte
psychische Störung begründe aktuell eine mindestens mittelschwere arbeitsrelevante
Leistungsminderung (zusätzlich zu den muskuloskelettal bedingten Einschränkungen).
Aus psychiatrischer Sicht bestehe derzeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(Austrittsbericht vom 29. Juli 2013, IV-act. 144). Der am Psychiatrischen Zentrum H._
ambulant behandelnde Arzt Dr. med. I._ stellte die Diagnose einer mittel- bis
schwergradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11) und
bescheinigte dem Versicherten ebenfalls eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Bericht vom
29. November/11. Dezember 2013, IV-act. 153 f.; vgl. auch den Bericht von Dr. I._
vom 3. September 2014, IV-act. 194-3 ff.).
A.e Am 29. April 2014 unterzog sich der Versicherte in der Klinik für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates am Kantonsspital St.Gallen
(KSSG) einer Kniegelenksarthroskopie am linken Knie (zum Operationsbericht siehe IV-
act. 178-3 f.). Im Bericht zur Nachkontrolle vom 3. Juli 2014 hielten die behandelnden
Ärzte des KSSG fest, die Arthroskopie habe keine Beschwerdelinderung gebracht, was
bei arthroskopisch wenig sichtbaren Pathologien kaum zu erwarten gewesen sei. Die
Chondropathie sei trotz all dem sehr schmerzhaft (IV-act. 178-1 f.). Dr. I._ berichtete
am 22. Oktober 2014 über einen verschlechterten Gesundheitszustand des
Versicherten. Bei mittel- bis schwergradiger depressiver Störung bestehe zurzeit keine
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 198).
A.f Die IV-Stelle erteilte dem Versicherten am 3. November 2014 Kostengutsprache für
eine leihweise Abgabe eines Elektroscooters (HVI 9.02; IV-act. 217).
A.g Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte am 1. und 2. Oktober 2014 in der
Medas Ostschweiz polydisziplinär (orthopädisch, psychiatrisch sowie allgemein-
internistisch) begutachtet. Die Experten führten als „Hauptdiagnosen mit
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Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit“ auf: eine schmerzhafte Schultersteife
rechts bei Impingement; einen Status nach dreimaliger arthroskopischer Operation des
Schultergelenks rechts; einen Status nach arthroskopischer Bizepssehnentenotomie;
einen Status nach diagnostischer Arthroskopie Débridement und Bizepsanker rechts;
einen Status nach subacromialer Infiltration Schulter rechts mit Kenacort und
Bupivacain; einen Status nach Schulterdistorsion rechts nach Arbeitsunfall am 12.
Januar 2011; einen Status nach Abriss der distalen Bizepssehne links (Arbeitsunfall
09/2009); eine Fixation mit Mitek-Anker (09/2009); einen Status nach Reruptur und
Refixation, Hämatomausräumung, lange Wundheilungsstörung; eine Kapselreizung der
Kniegelenke beidseits, einen Erguss beidseits (links > rechts); eine posttraumatische
Gonarthrose rechts; chronische lumbovertebragene Schmerzen; eine mittelgradige
depressive Episode und eine Adipositas per magna (BMI 40 kg/m2). Der Versicherte sei
aufgrund der vorliegenden Schädigungen und Funktionsstörung beider Kniegelenke
erheblich handicapiert und unter Einbeziehung aller Störungen auf dem orthopädischen
Fachgebiet aktuell zu 0% arbeits- und leistungsfähig. Aus psychiatrischer Sicht
bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Den Beginn der Arbeitsunfähigkeit bezogen
auf die angestammte Tätigkeit legten die Gutachter auf den Unfallzeitpunkt am 12.
Januar 2011 fest. Aufgrund seines instabilen Gesundheitszustands sei der Versicherte
derzeit nicht wiedereingliederungsfähig. Eine Nachuntersuchung in 1 bis 2 Jahren
werde empfohlen (Gutachten vom 21. November 2014, IV-act. 219). Der RAD-Arzt Dr.
B._ hielt das Gutachten für umfassend und schlüssig. Den Beginn der langdauernden
Arbeitsunfähigkeit setzte er auf den 18. September 2009 fest (Stellungnahme vom 4.
Dezember 2014, IV-act. 223).
A.h Mit Vorbescheid vom 12. März 2015 stellte die IV-Stelle dem Versicherten eine
ganze Rente mit Wirkung ab 1. Januar 2012 in Aussicht (IV-act. 259). Der
Rechtsvertreter des Versicherten, Rechtsanwalt M. Bivetti, teilte dieser am 16. März
2015 mit, dass sein Mandant mit dem Vorbescheid einverstanden sei und auf einen
Einwand verzichte (IV-act. 260). Am 14. September 2015 verfügte die IV-Stelle im Sinn
des Vorbescheids (IV-act. 299).
B.
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B.a Gegen die Verfügung vom 14. September 2015 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 16. Oktober 2015. Der Beschwerdeführer, weiterhin vertreten durch
Rechtsanwalt Bivetti, beantragt darin deren Aufhebung. Die Beschwerdegegnerin sei
zu verpflichten, ihm ab November 2010 eine ganze Invalidenrente auszuzahlen und
diese neu zu berechnen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Im Wesentlichen
bringt er vor, die Gutachter unterlägen in Bezug auf die letzte Betätigung im
angestammten Bereich und auch auf die Arbeitsunfähigkeit im Zeitraum Ende 2010/
Anfang 2011 einem Irrtum. Er sei Mitte September 2010 in die J._ GmbH als
Mitarbeiter Spedition eingetreten. Entgegen des Irrtums der Gutachter sei er dort also
nicht als Zimmermann tätig gewesen. Bereits während der Tätigkeit bei der neuen
Arbeitgeberin und vor dem nächsten Unfall vom 12. Januar 2011 sei er wiederum
erkrankt. Es stehe fest, dass er seit dem Unfall vom 18. September 2009 in seinem
bisherigen Tätigkeitsbereich keine Arbeitsfähigkeit mehr erlangt habe und ihm deshalb
spätestens ab November 2010 eine Invalidenrente auszuzahlen sei (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 18. Januar
2016, die Verfügung sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer eine halbe
Invalidenrente zuzusprechen. Im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen. Die
Beschwerdegegnerin hält eine somatisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
für leidensangepasste Tätigkeiten nicht als ausgewiesen. Der Beginn der
langandauernden, ununterbrochenen Arbeitsunfähigkeit sei von den Gutachtern zu
Recht auf den 12. Januar 2011 festgesetzt worden (act. G 7). Der Beschwerdeantwort
liegt eine Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. B._ vom 13. Januar 2016 zu einer
Anfrage der Rechtsdienstmitarbeiterin bei, worin er ausführt, versicherungsmedizinisch
könne weiterhin auf das MEDAS-Gutachten und die darin bescheinigte vollständige
Arbeitsunfähigkeit abgestellt werden (act. G 7.1).
B.c Mit Verfügung vom 27. Januar 2016 ist dem Gesuch des Beschwerdeführers um
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das Verfahren vor
Versicherungsgericht entsprochen worden (act. G 8).
B.d In der Replik vom 23. Februar 2016 hält der Beschwerdeführer unverändert an der
Beschwerde fest. Ergänzend macht er geltend, dass die von der orthopädischen
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Gutachterin bescheinigte vollständige Arbeitsunfähigkeit schlüssig und vom RAD-Arzt
Dr. B._ bestätigt worden sei (act. G 10).
B.e Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 12).
B.f Mit Schreiben vom 8. Januar 2018 orientierte das Versicherungsgericht den
Beschwerdeführer, es ziehe in Betracht, die angefochtene Verfügung aufzuheben und
die Sache zur weiteren medizinischen Abklärung (bezüglich des Beginns und Verlaufs
der Arbeitsunfähigkeit sowohl bezüglich der angestammten als auch einer
leidensangepassten Tätigkeit) sowie zur anschliessenden Neuverfügung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Es räumte dem Beschwerdeführer Gelegenheit
für einen Rückzug der Beschwerde ein (act. G 16). In der Stellungnahme vom 15. März
2018 spricht sich der Beschwerdeführer gegen weitere Abklärungen aus. Sollte das
Gericht wider Erwarten zur Ansicht gelangen, es wären zumindest hinsichtlich des
Rentenbeginns weitere Abklärungen erforderlich, so sei „ein derartiges Gutachten
durch das Gericht einzuholen“ (act. G 21).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
des Beschwerdeführers.
1.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
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Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V
352 E. 3a mit Hinweisen).
1.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.
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Zunächst ist die von der Beschwerdegegnerin angezweifelte Aussagekraft der von der
orthopädischen Gutachterin bescheinigten 100%igen Arbeitsunfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten zu prüfen.
2.1 Die Beschwerdegegnerin bemängelt, „wiederholt nimmt sie [die orthopädische
Gutachterin] in ihren Gutachten weder zu früheren Berichten (insbesondere zur
Rehaklinik Bellikon) noch zu den Funktionseinschränkungen und Ressourcen Stellung“.
Zu allfälligen Diskrepanzen seien ebenfalls keine Ausführungen zu finden. Gänzlich
fehle es jedoch an einer versicherungsmedizinischen Würdigung der erhobenen
Befundlage und der damit einhergehenden Einschränkungen (act. G 7, III Rz 3).
2.2 Der Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 29. Juli 2013 (IV-act. 144) findet in
den von den Gutachtern erstellten vielseitigen Aktenauszügen ausdrücklich Erwähnung
u.a. mit Hinweis auf die Fundstelle („503“) bezüglich „Arbeitsfähigkeit/
Zumutbarkeit“ (IV-act. 219-17). Die orthopädische Gutachterin hat ferner darauf
aufmerksam gemacht, dass sich der Gesundheitszustand nach der Behandlung in der
Rehaklinik Bellikon verschlechtert habe (IV-act. 219-51). Die medizinischen
Fachpersonen haben dem Beschwerdeführer - wenn auch primär aus psychiatrischer
Sicht - eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt, was die gesamtgutachterlich
vorgenommene Arbeitsfähigkeitsschätzung im Ergebnis bestätigt. Im Übrigen fehlt es
im Austrittsbericht an einer expliziten Beurteilung der quantitativen Arbeitsfähigkeit aus
somatischer Sicht (IV-act. 144-3). Insbesondere bleibt im Austrittsbericht unklar, ob
und gegebenenfalls in welchem Umfang die als „arbeitsrelevanten“ Probleme
erkannten somatischen Leiden an beiden Knien, beiden Schultern sowie die
Stammvarikosen beidseits (IV-act. 144-5) zu einer quantitativen Einschränkung führen.
Zumindest kann gestützt auf den Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon nicht
ausgeschlossen werden, dass auch die somatischen Gründe im Kontext des gesamten
Beschwerdebilds zu einer Arbeitsunfähigkeit bezogen auf leidensangepasste
Tätigkeiten führen. Des Weiteren wird an mehreren Stellen im Gutachten auch auf die
beruflichen Abklärungen bzw. Eingliederungsversuche Bezug genommen (IV-act.
219-28, IV-act. 219-32 oben, IV-act. 219-50 und IV-act. 219-54). Von Bedeutung ist
schliesslich, dass der RAD-Arzt Dr. B._ am 13. Januar 2016 nachvollziehbar
aufgezeigt hat, die (vereinzelt) fehlende Stellungnahme zu den Vorakten sei angesichts
der klar beschriebenen Befunde und Funktionseinschränkungen marginal und ändere
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nichts an der Kernaussage des Gutachtens. Zudem wies auch er auf die Bedeutung
der nach dem Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon eingetretenen somatischen
Verschlechterung hin (act. G 7.1). In Bezug auf die Vorakten und deren Würdigung liegt
damit kein Mangel vor, der die Beweiskraft der gutachterlichen
Arbeitsfähigkeitsschätzung für leidensangepasste Tätigkeiten zu erschüttern
vermöchte.
2.3 Das Gutachten enthält weiter eine nachvollziehbare Ressourcen- und
Konsistenzprüfung. Die Schmerzen im Schulterbereich und in den Kniegelenken
wurden aus orthopädischer Sicht als ausreichend erklärbar bezeichnet. Eine
Schmerzausweitung wurde verneint. Es wurde darauf hingewiesen, dass der
Beschwerdeführer eher dazu neige, zu bagatellisieren und sich zu überfordern. Klinisch
liess sich eine Druckdolenz über dem ventralen Kapselverlauf und über der
Bizepssehne nachweisen (IV-act. 219-52). Eine Muskelminderung wurde als Hinweis
auf eine längere Schonhaltung interpretiert (IV-act. 219-53; vgl. auch die Ausführungen
zur Selbsteinschätzung und den erhaltenen Ressourcen in IV-act. 219-54). Es besteht
daher kein Grund, das Gutachten aus versicherungsmedizinischer Sicht in Frage zu
stellen, zumal die darin enthaltene Beurteilung durch den RAD-Arzt Dr. B._ in der
Stellungnahme vom 4. Dezember 2014 vollumfänglich bestätigt wurde. Zusätzlich
verneinte er das Bestehen von Hinweisen auf suboptimales Leistungsverhalten bzw.
auf relevante Inkonsistenzen (IV-act. 223). Er löste ausserdem die von der
Rechtsdienstmitarbeiterin geäusserten Zweifel in der Stellungnahme vom 13. Januar
2016 auf. Darauf wird verwiesen (act. G 7.1).
2.4 Soweit die Beschwerdegegnerin generelle Ausführungen zur funktionellen
Einhändigkeit vornimmt (act. G 7, III Rz 4), übersieht sie einerseits die Vielschichtigkeit
des gesamten Leidensbilds und andererseits, dass die Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführers nicht bloss durch den Funktionsverlust, sondern darüber hinaus
auch durch die ständigen Schmerzen eingeschränkt wird (siehe hierzu sowie zur neben
der Funktionsbeeinträchtigung bestehenden schmerzhaften Schultersteife IV-act.
219-53).
2.5 Insgesamt besteht kein Anlass, von der im polydisziplinären Gutachten für das
komplexe Leidensbild des Beschwerdeführers bescheinigten vollständigen
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Arbeitsunfähigkeit abzuweichen. Der Vollständigkeit halber ist zu bemerken, dass -
selbst wenn die Beweiskraft des Gutachtens zu verneinen gewesen wäre - nicht ohne
Weiteres gestützt auf die Würdigung des Rechtsdiensts aus somatischer Sicht von
einer vollständigen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten hätte
ausgegangen werden dürfen. Vielmehr hätte sich die Situation diesfalls aus
medizinischer Sicht als noch nicht spruchreif erwiesen.
3. Zu prüfen bleibt der umstrittene Beginn der Arbeitsunfähigkeit.
3.1 Der Antwort auf die Frage nach dem Beginn der Arbeitsunfähigkeit bezogen auf die
angestammte Tätigkeit legten die Gutachter die „Ausgangslage“ zugrunde, der
Beschwerdeführer sei zuletzt als Zimmermann in einem 100%igen Pensum angestellt
gewesen. Die Arbeitsstelle sei 2012 gekündigt worden. Den Beginn setzten sie auf den
Zeitpunkt des Schadenereignisses vom 12. Januar 2011 fest (IV-act. 219-55).
3.1.1 Der Beschwerdeführer macht diesbezüglich geltend, die Gutachter seien in
Bezug auf die angestammte Tätigkeit einem Irrtum unterlegen (zur tatsächlich zuletzt
ausgeübten Tätigkeit siehe nachstehende E. 3.1.3). Er habe im fraglichen Zeitraum
parallel zu den beruflichen Eingliederungsbemühungen versucht, in einem
leidensangepassten Tätigkeitsbereich Fuss zu fassen (act. G 1, Rz 7). Diese Kritik ist
nicht von der Hand zu weisen, scheinen doch die Gutachter tatsächlich davon
ausgegangen zu sein, dass der Beschwerdeführer auch zuletzt noch die angestammte
Tätigkeit als Zimmermann ausgeübt habe. Zumindest begründet das Vorbringen des
Beschwerdeführers einen Abklärungsbedarf.
3.1.2 Dies gilt umso mehr, als auch der RAD-Arzt Dr. B._ in der Aktennotiz vom 12.
Mai 2010 einzig in Bezug auf eine leidensangepasste Tätigkeit von einer
Teilleistungsfähigkeit ausging (IV-act. 6-2). In der Aktennotiz vom 28. Oktober 2010
hielt er den Beschwerdeführer für die angestammte Tätigkeit als Zimmermann für
100% arbeitsunfähig (IV-act. 35-1; aus der Aktennotiz vom 22. März 2012 geht hervor,
dass die am KSSG behandelnde Orthopädin zumindest für Juni 2010 immerhin von
einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit ausging, IV-act. 88; zur
vom 4. Oktober bis 31. Dezember 2010 durch Dr. C._ bescheinigten
Arbeitsunfähigkeit siehe act. G 1.4). In der Stellungnahme vom 4. Dezember 2014
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setzte der RAD-Arzt Dr. B._ den Beginn der langandauernden Arbeitsunfähigkeit auf
den 18. September 2009 fest (IV-act. 223-3). Die Gutachter haben sich mit den
Einschätzungen des RAD-Arztes indessen nicht auseinandergesetzt.
3.1.3 Dass der Beschwerdeführer Mitte September 2010 vorübergehend eine neue
Anstellung als „MA Spedition“ aufgenommen hatte (IV-act. 258-2), ändert aus
rechtlicher Sicht nichts am Abklärungsbedarf. Von dieser Anstellung kann für sich allein
nämlich nicht auf eine das Wartejahr im Sinn von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG
unterbrechende Arbeitsfähigkeit geschlossen werden. Denn bei der Speditionstätigkeit
handelt es sich unbestrittenermassen nicht um die angestammte Tätigkeit als
Zimmermann. Allerdings ist ausschliesslich die angestammte Tätigkeit für die Frage
nach dem Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit gemäss Art. 29ter der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) entscheidend (so auch das Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 23. Oktober 2003, I 392/02, E. 4.2.2 f.). Hierfür
fehlt aber gerade eine schlüssige retrospektive Verlaufsbeurteilung.
3.2 Eine schlüssige Antwort auf die Fragen nach dem Beginn und Verlauf der
Arbeitsunfähigkeit bezogen auf eine leidensangepasste Tätigkeit lässt sich dem
Gutachten nicht entnehmen. Aus den knappen Ausführungen zum Beginn der
Arbeitsunfähigkeit bezogen auf die angestammte Tätigkeit geht immerhin hervor, dass
im zurückliegenden Zeitraum verschiedene Gesundheitsschäden, u.a. der im Januar
2013 erlittene Knieschaden, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nacheinander
eingetreten sind (IV-act. 219-55). Zudem wird im Gutachten eine nach der in Bellikon
durchgeführten Rehabilitation eingetretene gesundheitliche Verschlechterung
beschrieben (IV-act. 219-51). Diese Umstände deuten auf eine im Verlauf zunehmende
Verschlechterung hin, weshalb ohne weitere Abklärungen nicht einfach retrospektiv
davon ausgegangen werden kann, für leidensangepasste Tätigkeiten hätte spätestens
seit dem Schadenereignis vom 12. Januar 2011 durchgehend eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit bestanden. Für einen Abklärungsbedarf spricht auch die Aktennotiz
des RAD-Arztes Dr. B._ vom 22. März 2012, worin er ein Eingliederungspotenzial
bejaht und auf die Bescheinigung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit durch die
behandelnden Ärzte der Klinik E._ verweist (IV-act. 88, worin zusätzliche
Ausführungen zur zuvor bescheinigten Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
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Tätigkeiten enthalten sind; siehe auch die Aktennotiz vom 23. Oktober 2012, worin für
die Zeit ab 27. Februar 2012 bemerkt wird: „wieder 100% Arbeitsfähigkeit adaptiert“,
IV-act. 124; vgl. auch die damit zu vereinbarende Einschätzung der BEFAS Appisberg,
IV-act. 92-11 ff.). Zuvor hat ausserdem bereits Dr. C._ im Bericht vom 20. Februar
2012 ausgeführt, dass ab dem 27. Februar 2012 auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe (IV-act. 80-3). Zwar wurde aufgrund einer
Kapsulitis ab 12. März 2012 wieder von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
ausgegangen. Ab 3. Mai 2012 wurde indessen für leidensangepasste Tätigkeiten eine
„zumindest partielle“ Arbeitsfähigkeit für denkbar gehalten (IV-act. 124).
4.
Da sich der Sachverhalt bezüglich des Beginns und Verlaufs der Arbeitsfähigkeit
sowohl bezogen auf die angestammte als auch eine leidensangepasste Tätigkeit als
nicht spruchreif erweist, ist die Verfügung aufzuheben und die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die offen gebliebenen Fragen durch
die mit dem Fall vertrauten medizinischen Fachpersonen der Medas Ostschweiz
nochmals beantworten lässt. Angesichts dessen, dass diese sowohl aus
orthopädischer als auch psychiatrischer Sicht eine Verlaufsbeurteilung nach ein bis
zwei Jahren empfohlen haben (IV-act. 219-56), erscheint es sachgerecht, die
Beurteilung der offenen Fragen mit einer Verlaufsbegutachtung zu verbinden. Entgegen
der Sichtweise des Beschwerdeführers (act. G 21) besteht kein Anlass für die
Beauftragung einer neuen Gutachterstelle mit einem Gerichtsgutachten. Der
Abklärungsbedarf betrifft unbeurteilt gebliebene Gesichtspunkte, die durch die mit dem
Fall bereits befasste Medas erstmals zu klären sind. Gründe, die ein Gerichtsgutachten
erforderlich oder die Beschwerdegegnerin bzw. die Medas Ostschweiz für die weiteren
medizinischen Abklärungen als ungeeignet erscheinen lassen, bestehen keine. Eine
Rückweisung an die IV-Stelle bleibt gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts denn
auch möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig
ungeklärten Frage begründet ist. Ausserdem bleibt es dem kantonalen Gericht (unter
dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurückzuweisen, wenn
lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen
Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 264 f. E. 4.4.1.4). Diese Voraussetzungen
sind vorliegend erfüllt. Entgegen der Befürchtung des Beschwerdeführers bestehen
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
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St.Galler Gerichte
zudem keine konkreten Hinweise darauf, dass die ergänzenden medizinischen
Abklärungen und die gestützt darauf zu erfolgende Neuverfügung „weitere Jahre“ in
Anspruch nehmen werden (act. G 21).
4.1 Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 14. September 2015 aufzuheben und
die Sache zur weiteren Abklärung im Sinn der Erwägungen und zur neuen Verfügung
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles
Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin
vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu
bezahlen.
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat am 9. Mai 2016 eine Kostennote
eingereicht, worin er eine Entschädigung von insgesamt Fr. 5‘680.05 (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer) beantragt (act. G 14.1). Auf die geltend gemachte
Entschädigung kann schon deshalb nicht abgestellt werden, als sie auch vor dem
Beschwerdeverfahren bzw. seit dem 5. Dezember 2013 getätigte Bemühungen
umfasst. Des Weiteren fehlt jegliche Erklärung betreffend den zeitlichen Umfang der
einzelnen Bemühungen. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als
angemessen. Bei diesem Ausgang erübrigt sich die Festsetzung einer Entschädigung
aus der gewährten unentgeltlichen Rechtsverbeiständung.