Decision ID: 586e5277-e54b-5f3f-8399-a98cb53180ca
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im August 2012 wegen einer Depression, Kopfschmerzen und
Schulterproblemen zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an (IV-
act. 1). Er gab an, er habe keinen Beruf erlernt und beziehe Sozialhilfe. Dr. med. B._
vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) führte am 10. September 2012 ein Telefonat
mit dem Hausarzt Dr. med. C._ (IV-act. 12). Gestützt darauf kam sie zum Schluss,
dass der Versicherte als Hilfsarbeiter vollständig arbeitsfähig sei (IV-act. 18). Mit einer
Verfügung vom 11. Oktober 2013 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (IV-
act. 34). Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hiess am 20. Oktober 2015
eine dagegen erhobene Beschwerde wegen Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes teilweise gut und wies die Sache zur Weiterführung des
Verwaltungsverfahrens an die IV-Stelle zurück (IV 2013/578, IV-act. 44). Dieser
Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
A.a.
Die IV-Stelle holte in Umsetzung dieses Entscheids beim Hausarzt Dr. C._ einen
Arztbericht ein (Bericht vom 23. Dezember 2015, IV-act. 49). Die RAD-Ärztin Dr. B._
notierte am 17. März 2016, eine polydisziplinäre Begutachtung sei notwendig (IV-
act. 73). Vom 8. bis 11. August 2016 wurde der Versicherte durch das Zentrum für
Medizinische Begutachtungen (ZMB) polydisziplinär (internistisch, psychiatrisch und
A.b.
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orthopädisch) abgeklärt. Im Gutachten vom 20. September 2016 gaben die
Sachverständigen keine Diagnose mit einer Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an (IV-
act. 86-33). Sie attestierten für die bisherigen Tätigkeiten als Hilfsarbeiter und für
sämtliche anderen Tätigkeiten eine vollständige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 86-36 f.). Am
21. November 2016 forderte der Rechtsvertreter Akteneinsicht an, die ihm am Folgetag
gewährt wurde (IV-act. 89, 90). Die RAD-Ärztin Dr. B._ notierte am 22. Februar 2017
(IV-act. 92), auf das Gutachten könne abgestellt werden.
Mit einem Vorbescheid vom 28. März 2017 kündigte die IV-Stelle die Abweisung
des Begehrens um berufliche Massnahmen und um Rentenleistungen an (IV-act. 98).
Nachdem dagegen kein Einwand eingegangen war, verfügte sie am 15. Mai 2017
entsprechend dem Vorbescheid (IV-act. 100). Gleichentags liess der Versicherte einen
Einwand erheben (Posteingang: 16. Mai 2017, IV-act. 102). Der Rechtsvertreter
beantragte die Durchführung weiterer medizinischer Abklärungen, vor allem
psychiatrischer Natur. Die IV-Stelle widerrief am 19. Mai 2017 die Verfügung vom
15. Mai 2017 (IV-act. 103) und holte beim ZMB eine ergänzende Stellungnahme ein (IV-
act. 107). Am 12. Dezember 2017 teilte das ZMB mit (IV-act. 112), weitere Abklärungen
bezüglich der psychiatrischen Diagnose seien nicht notwendig. Die RAD-Ärztin
Dr. B._ notierte am 20. Dezember 2017, auf das Gutachten könne weiterhin
abgestellt werden.
A.c.
Mit einem Vorbescheid vom 3. Januar 2018 stellte die IV-Stelle erneut die
Abweisung des Begehrens um berufliche Massnahmen und um Rentenleistungen in
Aussicht (IV-act. 117). Sie versandte den Vorbescheid mittels A-Post. Nachdem
dagegen kein Einwand erhoben worden war, wies sie mit einer Verfügung vom
20. Februar 2018 das Leistungsbegehren ab (IV-act. 118). Sie versandte die Verfügung
mittels B-Post.
A.d.
Am 18. Oktober 2018 wandte sich der Rechtsvertreter des Versicherten per E-Mail
an die IV-Stelle. Er bezog sich auf die Widerrufs-Verfügung vom 19. Mai 2017 und den
darin in Aussicht gestellten Erlass einer neuen Verfügung nach der Durchführung von
weiteren Abklärungen. Er teilte mit, dass er seither leider nichts mehr gehört habe, und
er fragte nach, welche weiteren Abklärungen inzwischen durchgeführt worden seien. Er
bat um einen aktuellen Statusbericht und um die Zustellung der aktualisierten IV-Akten.
A.e.
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Er gab an, diese könnten ihm auf dem Weg der "Elektronischen Akteneinsicht"
zugestellt werden, er sei dort registriert. Die IV-Stelle antwortete ihm am 19. Oktober
2018 per E-Mail, es seien weitere Abklärungen in Form eines Gutachtens in die Wege
geleitet worden. Mit einem Vorbescheid vom 3. Januar 2018 und einer Verfügung vom
20. Februar 2018 sei das Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen und um
Rentenleistungen erneut abgewiesen worden. Die Akten würden ihm umgehend
elektronisch zugestellt. Der Rechtsvertreter teilte gleichentags mit, er habe sämtliche
seiner Akten durchsucht und sei weder auf den Vorbescheid vom 3. Januar 2018 noch
auf die Verfügung vom 20. Februar 2018 gestossen. Er müsse davon ausgehen, dass
er diese nicht erhalten habe. Die Verfügungen würden in der Regel per A-Post Plus
oder eingeschrieben versandt. Auf der von ihm geführten Liste der Eingänge dieser
Kategorie habe er in den Tagen nach den erwähnten Daten keine von der SVA
verzeichnet. Wenn die Verfügung vom 20. Februar 2018 mit A-Post Plus oder
eingeschrieben verschickt worden sei, sollte die IV-Stelle die Zustellung mit der
Sendungsverfolgung der Post nachweisen können, andernfalls bitte er um einen neuen
Vorbescheid (IV-act. 121). Die IV-Stelle gewährte dem Rechtsvertreter am 19. Oktober
2018 die elektronische Akteneinsicht (IV-act. 120). Am 8. November 2018 wandte sich
der Rechtsvertreter erneut per E-Mail an die IV-Stelle und teilte mit: "Auf meine
Nachricht vom 19.10.18 habe Sie mir noch nicht geantwortet. Ich bitte Sie, das
baldmöglichst zu erledigen". Eine Sachbearbeiterin der IV-Stelle antwortete ihm
gleichentags: "Die Anfrage ist bei uns intern pendent, sobald ich Bescheid erhalte,
melde ich mich wieder bei Ihnen" (IV-act. 121).
In einer Stellungnahme vom 19. Dezember 2018 hielt eine
Rechtsdienstmitarbeiterin im Wesentlichen fest (IV-act. 123), die Beweislast der
Zustellung einer Verfügung trage die die Zustellung veranlassende Behörde. Vorliegend
könne die IV-Stelle weder die Zustellung des Vorbescheids vom 3. Januar 2018 noch
die Zustellung der Verfügung vom 20. Februar 2018 beweisen, da diese per A-Post
verschickt worden seien. Der Rechtsvertreter habe mit E-Mail vom 18. Oktober 2018
Akteneinsicht verlangt, welche ihm am 19. Oktober 2018 elektronisch gewährt worden
sei. Somit könne die IV-Stelle auch nicht anhand der gewährten Akteneinsicht
beweisen, ob und wann der Vorbescheid vom 3. Januar 2018 und die Verfügung vom
20. Februar 2018 dem Rechtsvertreter zugestellt worden seien. Da dem Versicherten
A.f.
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B.
aus einer mangelhaften Eröffnung einer Verfügung kein Nachteil erwachsen dürfe (vgl.
Art. 49 Abs. 3 Satz 2 [recte: Satz 3] des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1), empfehle sie, den Vorbescheid vom
3. Januar 2018 nochmals per Einschreiben dem Rechtsvertreter zukommen zu lassen.
Mit einem mittels Einschreiben versandten Vorbescheid vom 9. Januar 2019 teilte
die IV-Stelle dem Rechtsvertreter mit: "Wir sehen vor: Ersetzt die Verfügung vom
20. Februar 2018. Das Leistungsbegehren wird abgewiesen" (IV-act. 125). Zudem
gewährte sie ihm die elektronische Akteneinsicht (IV-act. 128). Nachdem kein Einwand
eingegangen war, wies die IV-Stelle mit einer Verfügung vom 26. Februar 2019 das
Leistungsbegehren ab (IV-act. 129). Sie versandte die Verfügung mittels B-Post; eine
Kopie ging an die Sozialen Dienste D._.
A.g.
Am 29. April 2020 wandte sich ein Mitarbeiter der Sozialen Dienste D._ an die
IV-Stelle (IV-act. 130). Er teilte mit, der Versicherte könne keine fassbare Auskunft
geben, ob die Verfügung vom 26. Februar 2019 rechtskräftig oder ob eine Einsprache
beim Versicherungsgericht hängig sei. Er bitte um eine kurze Rückmeldung. Am 7. Mai
2020 antwortete ihm die IV-Stelle (IV-act. 131), die Verfügung vom 26. Februar 2019 sei
rechtskräftig. Eine Einsprache sei nie eingegangen.
A.h.
Am 3. Juni 2020 ersuchte der Versicherte die IV-Stelle um Akteneinsicht (IV-
act. 132). Er gab an, dass er nicht mehr anwaltlich vertreten sei. Am 9. Juni 2020
gewährte die IV-Stelle dem Versicherten die Akteneinsicht (IV-act. 133).
A.i.
Am 12. Juni 2020 liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) eine
Beschwerde gegen die Verfügung vom 26. Februar 2019 erheben. Seine neue Rechts
vertreterin beantragte die Aufhebung der Verfügung und die Zusprache der
gesetzlichen Leistungen. Eventualiter sei die Angelegenheit an die IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen. Zudem beantragte sie eine
Nachfrist zur Beschwerdeergänzung und die Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege und Rechtsverbeiständung. In formeller Hinsicht machte sie geltend, die
Verfügung vom 26. Februar 2019 sei weder dem Beschwerdeführer noch dessen
Vertreter postalisch zugestellt worden. Ein Versand- und Zustellungsnachweis fehle.
B.a.
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Die tatsächliche Zustellung der Verfügung sei am 14. Mai 2020 durch die Sozialen
Dienste D._ erfolgt. Gegen die Verfügung könne gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG innert
30 Tagen seit Zustellung schriftlich Beschwerde erhoben werden. Die vorliegende
Eingabe erfolge damit fristgerecht. Da auch die übrigen Eintretensvoraussetzungen
erfüllt seien, sei auf die Beschwerde einzutreten. In materieller Hinsicht brachte sie
unter Hinweis auf eine seit drei Jahren bestehende, regelmässige psychiatrische
Behandlung des Beschwerdeführers vor, es bestünden Zweifel an der
Leistungsabweisung durch die Beschwerdegegnerin. Sie legte folgende Beweismittel
bei: Ein Schreiben der Sozialen Dienste D._ an den Beschwerdeführer vom 13. Mai
2020 (darin wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, die Beschwerdegegnerin habe
geschrieben, dass die Verfügung vom 26. Februar 2019 rechtskräftig sei), eine Kopie
der Verfügung vom 26. Februar 2019 mit dem folgenden Vermerk der Sozialen Dienste
D._ "14.05.2020 an Herr A._" und eine Kopie des Schreibens der IV-Stelle vom
7. Mai 2020 mit demselben Vermerk der Sozialen Dienste D._ (act. G 1.1.2-1.1.4). Am
17. September 2020 reichte die Rechtsvertreterin eine Beschwerdeergänzung ein (act.
G 6). Sie hielt an den gestellten Anträgen fest. Die ergänzenden Ausführungen bezogen
sich ausschliesslich auf den Leistungsanspruch.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 3. November 2020, auf die Beschwerde
sei nicht einzutreten (act. G 8). Zur Begründung führte sie an, die neu mandatierte
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers gehe schlicht davon aus, dass die Verfügung
vom 26. Februar 2020 (recte: 2019) weder dem Beschwerdeführer noch dem
damaligen Vertreter zugestellt worden sei. Allein daraus, dass sich in den Akten kein
Track &Trace Barcode befinde, könne nicht abgeleitet werden, dass die Verfügung
nicht zugestellt worden sei. Wenn, dann wäre auf die Darstellung des ehemaligen
Vertreters abzustellen. Die Zustellung sei beim damaligen Vertreter, Rechtsanwalt
E._, abzuklären.
B.b.
Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen bewilligte am 10. November
2020 die unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das Beschwerdeverfahren
(act. G 9).
B.c.
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Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers machte in der Replik vom
9. Dezember 2020 ergänzend geltend (act. G 11), die Beschwerdegegnerin vermöge
den Beweis der Tatsache sowie des Zeitpunkts der Zustellung der angefochtenen
Verfügung nicht zu erbringen, obwohl sie die (objektive) Beweislast trage. Nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung sei im Zweifel auf die Darstellung des
Empfängers, namentlich des Beschwerdeführers, abzustellen, sofern seine Darlegung
der Umstände nachvollziehbar sei und einer gewissen Wahrscheinlichkeit entspreche.
Im Schreiben der Sozialen Dienste D._ an die Beschwerdegegnerin vom 29. April
2020 sei festgehalten worden, der Beschwerdeführer habe keine fassbare Auskunft
geben können, ob die Verfügung vom 26. Februar 2019 rechtskräftig sei. Der
Beschwerdeführer sei offensichtlich nicht über den Erlass der Verfügung vom
26. Februar 2019 sowie deren Inhalt orientiert gewesen. Im Weiteren sei – mangels
Zustellungsnachweis seitens der Beschwerdegegnerin – anzunehmen, dass der frühere
Rechtsvertreter die Verfügung nicht zugestellt erhalten habe. Andernfalls hätte er den
Beschwerdeführer umgehend über deren Inhalt orientiert, mit ihm das weitere
Vorgehen besprochen und allenfalls ein Rechtsmittel erhoben.
B.d.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 30. Dezember 2020 auf eine Duplik (act.
G 13).
B.e.
Das Versicherungsgericht bat am 19. Januar 2021 die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers um die Beantwortung der Frage, wann das Mandatsverhältnis
zwischen dem Beschwerdeführer und dem früheren Rechtsvertreter beendet worden
sei (act. G 17). Die Rechtsvertreterin teilte am 4. Februar 2021 mit (act. G 18), gemäss
dem Beschwerdeführer habe der letzte Kontakt zwischen ihm und Rechtsanwalt E._
"im Zusammenhang mit der Verfügung vom 23. Februar 2018" bestanden. Mit einer E-
Mail-Nachricht vom 19. September 2019 (recte: 9. September 2019, act. G 18.1) habe
sich der Beschwerdeführer bei seinem damaligen Rechtsvertreter über den
Verfahrensstand erkundigt. Die Anfrage sei unbeantwortet geblieben. Nachdem der
Beschwerdeführer von den Sozialen Diensten D._ am 14. Mai 2020 über die
Verfügung vom 26. Februar 2019 informiert worden sei, habe dieser vergeblich
versucht, seinen damaligen Rechtsvertreter zu kontaktieren. Jegliche Kontaktaufnahme
sei gescheitert. Ein Einschreiben vom 18. Mai 2020 sei nicht abgeholt und an den
Absender retourniert worden (vgl. Couvertskopie, act. G 18.2). Am 3. Juni 2020 habe
B.f.
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Erwägungen
1.
Der Beschwerdeführer hat am 12. Juni 2020 eine Beschwerde gegen die Verfügung
vom 26. Februar 2019 erheben lassen. Umstritten und im Folgenden zu prüfen ist, ob
auf die Beschwerde einzutreten ist.
2.
Verfügungen und Einspracheentscheide, gegen die nach dem Bundesgesetz über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts Beschwerde (ATSG, SR 830.1)
erhoben werden kann, können beim Versicherungsgericht mit Rekurs angefochten
werden (Art. 42 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS
951.1). Art. 56 Abs. 1 ATSG sieht vor, dass gegen Einspracheentscheide oder
Verfügungen, gegen welche eine Einsprache ausgeschlossen ist, Beschwerde erhoben
werden kann. Da bei Leistungsbegehren nach dem Bundesgesetz über die
Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) das Vorbescheid- und nicht das
Einspracheverfahren gilt (Art. 57a IVG), sind Verfügungen betreffend die Abweisung von
Begehren um berufliche Eingliederungsmassnahmen und um Rentenleistungen beim
Versicherungsgericht mit Beschwerde anfechtbar. Die Beschwerde ist innerhalb von
30 Tagen nach der Eröffnung der Verfügung einzureichen (Art. 60 Abs. 1 ATSG).
3.
Die Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung vom 26. Februar 2019 (IV-act. 129).
Die Beschwerdegegnerin hat jedoch am 20. Februar 2018 bereits eine mit der
Verfügung vom 26. Februar 2019 identische Verfügung erlassen (IV-act. 118); beide
Verfügungen haben sich auf die Anmeldung vom August 2012 bezogen und mit beiden
Verfügungen ist der Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen und
Rentenleistungen verneint worden. Im Folgenden ist als erstes zu prüfen, ob die
Verfügung vom 20. Februar 2018 im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom
26. Februar 2019 rechtskräftig und damit verbindlich gewesen ist.
der Beschwerdeführer gegenüber der Beschwerdegegnerin die Beendigung des
Mandatsverhältnisses angezeigt.
Eine Verfügung ist der versicherten Person respektive – beim Bestehen eines
Vertretungsverhältnisses – deren Rechtsvertreter zu eröffnen (Art. 37 Abs. 3 ATSG). Die
3.1.
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Eröffnung erfolgt regelmässig durch eine individuelle Zustellung (Alfred Kölz/Isabelle
Häner/Martin Bertschi, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des
Bundes, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2013, Rz 616). Eine Verfügung gilt in dem
Moment als zugestellt, in welchem sie dem Adressaten tatsächlich übergeben wird.
Dabei genügt es, wenn sie in den Machtbereich der betreffenden Person gelangt ist,
wenn sie also ordnungsgemäss zugestellt worden ist. Die tatsächliche Kenntnisnahme
ist nicht erforderlich. Die Beweislast betreffend die Zustellung einer Verfügung trägt die
Behörde. Wird die Tatsache oder das Datum der Zustellung uneingeschriebener
Sendungen bestritten, muss im Zweifel auf die Darstellung des Empfängers abgestellt
werden, sofern seine Darlegung der Umstände nachvollziehbar ist und einer gewissen
Wahrscheinlichkeit entspricht. Sein guter Glaube wird vermutet. Allerdings kann der
Nachweis der Zustellung auch aufgrund von Indizien oder gestützt auf die gesamten
Umstände erbracht werden (Kölz/Häner/Bertschi, a.a.O., Rz 577 f., m.w.H.; Urteil des
Bundesgerichts vom 25. März 2015, 9C_282/2014, E. 3.2, m.w.H.).
Aus einer mangelhaften Eröffnung einer Verfügung darf der betroffenen Person
kein Nachteil erwachsen (Art. 49 Abs. 3 Satz 3 ATSG). Ist die Eröffnung als solche so
mangelhaft, dass der Verfügungsadressat nicht in den Besitz aller Elemente gelangt ist,
die zur Wahrung seiner Interessen erforderlich ist, wird der Fristenlauf nicht ausgelöst
und damit das Eintreten der formellen Rechtskraft aufgeschoben. Wird eine Verfügung
der versicherten Person respektive deren Rechtsvertreter nicht eröffnet, kann dieser
der Fristablauf daher grundsätzlich nicht entgegengehalten werden (vgl. Kölz/Häner/
Bertschi, a.a.O., Rz 642, m.w.H.). Eine den Parteien nicht mitgeteilte Verfügung
entfaltet vielmehr keine Rechtswirkungen (Urteil des Bundesgerichts vom
30. Dezember 2019, 1C_400/2019, E. 2). Schranken fliessen allerdings aus dem auch
für Private geltenden Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 der
Bundesverfassung, SR 101). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung hat eine
beschwerdeberechtigte Person, die von der Existenz einer Verfügung Kenntnis erhalten
hat, darum besorgt zu sein, innerhalb einer nützlicher Frist den Inhalt und die
Begründung der Verfügung zu erfahren, um über die Ergreifung eines Rechtsmittels zu
entscheiden. Sie darf nach dem Grundsatz von Treu und Glauben den Zeitpunkt des
Beginns des Fristenlaufs also nicht beliebig hinauszögern, wenn sie einmal von der sie
betreffenden Verfügung Kenntnis erhalten hat (Urteile des Bundesgerichts vom
30. Dezember 2019, 1C_400/2019, E. 2, und vom 26. März 2007, 1P.763/2006, E. 3.3;
vgl. auch Urteile des Bundesgerichts vom 11. Januar 2018, 1C_256/2017, E. 2.1, und
vom 24. November 2020, 9C_266/2020, E. 2.3; Kölz/Häner/Bertschi, a.a.O., Rz 642,
m.w.H.).
3.2.
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Die Beschwerdegegnerin hat die Verfügung vom 20. Februar 2018 mittels B-Post
versandt. Sie ist damit nicht in der Lage, den direkten Nachweis der
ordnungsgemässen Zustellung dieser Verfügung zu erbringen. Der ehemalige
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in der E-Mail-Korrespondenz mit der
Beschwerdegegnerin vom 18./19. Oktober 2018 erklärt, dass er die betreffende
Verfügung nicht erhalten habe (IV-act. 121). Die Adressierung der Verfügung ist zwar
korrekt gewesen; dennoch kann es gelegentlich vorkommen, dass eine Briefsendung
den Empfänger nicht erreicht. Die Schilderung des ehemaligen Rechtsvertreters
betreffend den Nicht-Empfang der Verfügung vom 20. Februar 2018 ist daher plausibel.
Damit bestehen auch aufgrund der gesamten Umstände keine ausreichenden
Anhaltspunkte dafür, dass die Verfügung vom 20. Februar 2018 ordnungsgemäss
zugestellt worden wäre. Im Weiteren fehlen auch Hinweise darauf, dass die Verfügung
nicht ordnungsgemäss zugestellt worden sein könnte (z.B. eine Retournierung an die
Beschwerdegegnerin). Der Beweis der ordnungsgemässen Zustellung oder der Nicht-
Zustellung dieser Verfügung kann also nicht erbracht werden. Damit besteht eine
objektive Beweislosigkeit.
3.3.
Zu prüfen ist, ob die Verfügung vom 20. Februar 2018 auf andere Art und Weise
erfolgreich eröffnet worden ist. Der ehemalige Rechtsvertreter hat sich in der E-Mail
vom 18. Oktober 2018 nicht nur nach dem Verfahrensstand erkundigt, sondern er hat
darin auch um Akteneinsicht ersucht. Er hat ausdrücklich angegeben, die Akteneinsicht
könne ihm auf dem Weg der "Elektronischen Akteneinsicht" gewährt werden; er sei
dort registriert. Die Beschwerdegegnerin hat ihm am 19. Oktober 2018 mitgeteilt, dass
mit einem Vorbescheid vom 3. Januar 2018 und mit einer Verfügung vom 20. Februar
2018 das Leistungsbegehren um berufliche Eingliederungsmassnahmen und
Rentenleistungen erneut abgewiesen worden sei. Zudem hat sie ihm die elektronische
Akteneinsicht gewährt, indem sie ihm per E-Mail einen Link geschickt hat, über den er
nach der erforderlichen Authentifizierung Zugriff auf die Akten hat nehmen und diese
hat downloaden können (IV-act. 120). Der ehemalige Rechtsvertreter hat also am
19. Oktober 2018 zweifellos Kenntnis von der das Begehren um berufliche
Eingliederungsmassnahmen und um Rentenleistungen abweisenden Verfügung vom
20. Februar 2018 erhalten. Zudem hat er die von ihm ersuchte elektronische
Akteneinsicht erhalten. Er hat also um die Existenz der Verfügung vom 20. Februar
2018 gewusst und er hat über die elektronische Akteneinsicht den Inhalt und die
Begründung der Verfügung erfahren können. Selbst wenn er keine Akteneinsicht
genommen hat, ist die Verfügung vom 20. Februar 2018 in seinen Zugriffs- und damit
in seinen Machtbereich gelangt. Anhaltspunkte dafür, dass die Akten unvollständig
gewesen sein könnten, bestehen nicht. Der ehemalige Rechtsvertreter hat also ab dem
3.4.
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4.
Im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 26. Februar 2019 ist die
Verfügung vom 20. Februar 2018 also formell rechtskräftig und damit für die Parteien
19. Oktober 2018 ohne Weiteres über die Ergreifung eines Rechtsmittels entscheiden
können. Der Zweck der Eröffnung einer Verfügung, nämlich die Möglichkeit zur
Kenntnisnahme der Verfügung und deren Anfechtung, ist damit erreicht gewesen. Die
Rechtsmittelfrist hat also ab diesem Zeitpunkt zu laufen begonnen. Der ehemalige
Rechtsvertreter hat aber offenkundig kein Rechtsmittel ergriffen, sondern die
Beschwerdegegnerin am 19. Oktober 2018 um eine erneute Zustellung eines
Vorbescheids gebeten, sollte diese die ordnungsgemässe Zustellung mit der
Sendungsverfolgung der Post nicht nachweisen können. Da er auf diese Bitte hin keine
Antwort erhalten hat, hat er am 8. November 2018 nachgefragt und um eine
baldmöglichste Erledigung gebeten. Eine Sachbearbeiterin der Beschwerdegegnerin
hat ihm am 9. November 2018 mitgeteilt, dass die Anfrage intern pendent sei und sie
sich bei ihm melden werde, sobald sie Bescheid erhalte. Daraufhin hat der ehemalige
Rechtsvertreter keine weiteren Schritte mehr unternommen. Es stellt sich nun die
Frage, ob der ehemalige Rechtsvertreter aufgrund der am 9. November 2018 von der
Beschwerdegegnerin in Aussicht gestellten Rückmeldung betreffend die interne
Prüfung seiner Anfrage mit der Ergreifung eines Rechtsmittels hat abwarten dürfen.
Dies ist zu verneinen: Die Auskunft der Beschwerdegegnerin hat einzig in der Mitteilung
bestanden, dass das Anliegen intern geprüft und die Sachbearbeiterin sich bei ihm
melden werde, sobald sie Bescheid erhalte. Die Beschwerdegegnerin hat ihm damit
nicht in Aussicht gestellt, den Vorbescheid oder die Verfügung erneut zuzustellen. Ob
sie mit der Antwort vom 9. November 2018 eine Vertrauensgrundlage geschaffen hat,
auf die sich der ehemalige Rechtsvertreter hat verlassen dürfen, kann offengelassen
werden. Der ehemalige Rechtsvertreter hätte nämlich im Rahmen seiner sorgfältigen
und gewissenhaften Berufsausübung (Art. 12 lit. a des Bundesgesetzes über die
Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälten, BGFA, SR 935.61) erkennen müssen,
dass er ab dem Zeitpunkt der In-Kenntnis-Setzung über die Verfügung vom 20. Februar
2018 und der gewährten Akteneinsicht am 19. Oktober 2018 über sämtliche
Informationen verfügt hat, um die Verfügung anzufechten. Selbst wenn es sich bei der
E-Mail-Nachricht vom 9. November 2018 um eine (unrichtige) behördliche Auskunft
gehandelt hätte, die eine Vertrauensgrundlage hätte bilden können, ist ein berechtigtes
Vertrauen des ehemaligen Rechtsvertreters in diese Auskunft deshalb zu verneinen. Die
Rechtsmittelfrist zur Anfechtung der Verfügung vom 20. Februar 2018 hat also am
19. Oktober 2018 zu laufen begonnen. Da kein Rechtsmittel dagegen ergriffen worden
ist, ist diese Verfügung am 20. November 2018 in formelle Rechtskraft erwachsen.
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verbindlich gewesen. Im Folgenden ist zu prüfen, ob die Verfügung vom 26. Februar
2019 an einem Fehler leidet, der so schwerwiegend ist, dass er die Nichtigkeit der
Verfügung zur Folge hat. Grundsätzlich bewirkt eine fehlerhafte Verfügung nur deren
Anfechtbarkeit (statt vieler Ulrich Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 7. Auflage, Zürich 2016, Rz 1088).
Eine fehlerhafte Verfügung ist nichtig, wenn der ihr anhaftende Mangel besonders
schwer ist, wenn er offensichtlich oder zumindest leicht erkennbar ist und wenn die
Rechtssicherheit durch die Annahme der Nichtigkeit nicht ernsthaft gefährdet wird. Zu
den Nichtigkeitsgründen zählen hauptsächlich die funktionelle und sachliche
Unzuständigkeit einer Behörde sowie schwerwiegende Verfahrensfehler (BGE 139 II
260, E. 11.2; 129 I 363, E. 2.1). Zur Ermittlung, ob die Nichtigkeit die Rechtssicherheit
nicht ernsthaft gefährdet, ist eine Abwägung zwischen dem Interesse an der
Rechtssicherheit und dem Interesse an der richtigen Rechtsanwendung vorzunehmen
(Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz 1098, m.w.H.).
4.1.
Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung vom 26. Februar
2019 das Begehren um berufliche Eingliederungsmassnahmen und um
Rentenleistungen abgewiesen, obwohl sie dieses bereits mit der in formelle Rechtskraft
erwachsenen Verfügung vom 20. Februar 2018 – und damit auch für sie verbindlich –
abgewiesen hatte. Eine formell rechtskräftige Verfügung kann nur im Rahmen einer
prozessualen Revision oder einer Wiedererwägung aufgehoben und durch eine neue
Verfügung ersetzt werden (Art. 53 Abs. 1 und 2 ATSG). Vorliegend ist dem Erlass der
Verfügung vom 26. Februar 2019 offenkundig weder ein prozessuales Revisions- noch
ein Wiedererwägungsverfahren vorausgegangen, das die Verfügung vom 20. Februar
2018 aufgehoben hätte. Die Beschwerdegegnerin hat nämlich aufgrund der beweislos
gebliebenen ordnungsgemässen, das heisst auf dem Postweg erfolgten, Zustellung der
Verfügung vom 20. Februar 2018 die Verfügung vom 26. Februar 2019 erlassen. Beim
Erlass einer Verfügung in einer Angelegenheit, über die bereits formell rechtskräftig
entschieden worden ist, handelt es sich um einen besonders schweren
Verfahrensfehler. Dieser Fehler ist leicht erkennbar gewesen, denn sowohl die (neu
mandatierte) Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers als auch die
Beschwerdegegnerin hatten Kenntnis von der Verfügung vom 20. Februar 2018 (act.
G 6, 8) und hätten deren formelle Rechtskraft bei der Anwendung der ihnen
obliegenden Sorgfalt ohne Weiteres erkennen können. Die Rechtssicherheit wird bei
einer Nichtigkeit der angefochtenen Verfügung vom 26. Februar 2019 nicht ernsthaft
gefährdet; vielmehr würde eine massive Rechtsunsicherheit entstehen, wenn keine
Nichtigkeit angenommen würde. Dies hätte nämlich zur Folge, dass schliesslich zwei
4.2.
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5.
verbindliche, aber sich gegenseitig ausschliessende Entscheide vorliegen könnten. Die
Annahme der Nichtigkeit einer Verfügung, mit der über ein bereits formell rechtskräftig
abgewiesenes Leistungsbegehren erneut entschieden würde (und die nicht im Rahmen
eines prozessualen Revisions- oder Wiedererwägungsverfahren ergangen wäre), ist
also geradezu zwingend. Die Verfügung vom 26. Februar 2019 ist somit nichtig.
Aufgrund der Nichtigkeit der angefochtenen Verfügung 26. Februar 2019 kann
offengelassen werden, ob die Beschwerde vom 12. Juni 2020 rechtzeitig erfolgt ist.
Mangels eines Anfechtungsobjekts ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.
4.3.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu
befreien.
5.1.
bis
Der Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung, da das
Nichteintreten auf eine Beschwerde einem vollumfänglichen Unterliegen entspricht. Der
Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Entschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (sGS 963.75)
pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers
hat am 11. Januar 2021 eine Honorarnote im Betrag von Fr. 2'782.15 (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) bei einem Stundenansatz von Fr. 200.-- eingereicht.
Da der Stundenansatz im Kanton St. Gallen Fr. 250.-- beträgt, hat die Rechtsvertreterin
die bei der Entschädigung durch den Staat vorzunehmenden Kürzung um einen Fünftel
(Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70) de facto bereits berücksichtigt.
Somit entschädigt der Staat die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers mit
Fr. 2'782.15 (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
5.2.
Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der Entschädigung
verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
5.3.
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