Decision ID: a9ccf2d6-c7fd-4467-8c53-3f97ad7a36cf
Year: 2012
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend mehrfache Urkundenfälschung etc. und Widerruf
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 24. Februar 2011 (DG100038)
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Inhaltsverzeichnis: Urteil der Vorinstanz..................................................................... 3 Berufungsanträge........................................................................ 6
Erwägungen................................................................................. 7 I. Verfahrensgang..................................................................... 7 II. Prozessuales / Umfang der Berufung bzw. Anschlussberufung......... 9 A. Anwendbares Verfahrensrecht.......................................... 9 B. Vereinigung der Verfahren................................................ 10 C. Ausreichende Verteidigung.............................................. 10 D. Umfang der Berufung bzw. der Anschlussberufung.............. 13 III. Sanktion............................................................................ 15 1. Anwendbares Recht........................................................ 15 2. Strafrahmen.................................................................. 16 3. Allgemeine Grundsätze der Strafzumessung........................ 18 4. Umsetzung auf den konkreten Fall..................................... 20 IV. Vollzug.............................................................................. 26 V. Beschlagnahme.................................................................... 26 VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen............................................ 28 1. Allgemeines................................................................... 28 2. Kostenauflage................................................................ 28 3. Entschädigung............................................................... 30
Dispositiv...................................................................................... 30
Anklageschrift
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 31. Dezem-
ber 2009 (act. 004201) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte A._ ist schuldig
− der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB,
− der mehrfachen Erschleichung einer falschen Beurkundung im Sinne
von Art. 253 Abs. 1 StGB bezüglich 4 Gesellschaftsgründungen mittels
Aktien der B._ AG (Anhang 2 der Anklage, Nr. 16-19),
− der mehrfachen unwahren Angaben über kaufmännische Gewerbe im
Sinne von Art. 152 StGB bezüglich 4 Gesellschaftsgründungen mittels
Aktien der B._ AG (Anhang 2 der Anklage, Nr. 16-19),
− der fahrlässigen groben Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von
Art. 90 Ziff. 2 SVG in Verbindung mit Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1, Art. 32.
Abs. 2 SVG sowie Art. 4a Abs. 1 lit. d VRV,
− der fahrlässigen groben Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von
Art. 90 Ziff. 2 SVG in Verbindung mit Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1, Art. 27 Abs.
1 SVG und Art. 22 Abs. 1 SSV.
2. Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf
− der mehrfachen Erschleichung einer falschen Beurkundung im Sinne
von Art. 253 Abs. 1 StGB (Anhang 1 der Anklage, Nr. 15-25, 41-64, 66-
107, 127-130, 133-135, 148, 150-156, 159-168; Anhang 2 der Anklage,
Nr. 11-15),
− der mehrfachen unwahren Angaben über kaufmännische Gewerbe im
Sinne von Art. 152 StGB (Anhang 1 der Anklage, Nr. 15-25, 41-64, 66-
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107, 127-130, 133-135, 148, 150-156, 159-168; Anhang 2 der Anklage,
Nr. 11-15),
− der mehrfachen Gehilfenschaft zu Urkundenfälschung im Amt im Sinne
von Art. 317 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 25 Ziff. 1 StGB (Anhang
2 der Anklage, Nr. 16-19),
− der mehrfachen Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB.
3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 18 Monaten Freiheitsstrafe.
4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf fünf
Jahre festgesetzt.
5. a) Von einem Widerruf der mit Strafbefehl der Bezirksanwaltschaft Affoltern
am Albis vom 5. Dezember 2001 bedingt ausgefällten Strafe von 75 Tagen
Freiheitsstrafe wird abgesehen.
b) Von einem Widerruf der mit Strafbefehl der Bezirksanwaltschaft Affoltern
am Albis vom 9. Oktober 2002 bedingt ausgefällten Strafe von 3 Monaten
Freiheitsstrafe wird abgesehen.
c) Von einem Widerruf der mit Strafbefehl der Bezirksanwaltschaft I des
Kantons Zürich vom 28. Januar 2003 bedingt ausgefällten Strafe von 2 Mo-
naten Freiheitsstrafe wird abgesehen.
6. Von der Anordnung einer Ersatzforderung wird abgesehen.
7. a) Die mit Beschluss des Bezirksgerichts Zürich vom 18. November 2010
angeordnete Beschlagnahmung eines allfälligen, über die pfandgesicherten
Forderungen der Grundpfandgläubigerin hinausgehenden Erlöses einer
Zwangsverwertung der auf A._ im Grundbuch eingetragenen Liegen-
schaft Kataster Nr. ..., Grundbuchblatt ..., Liegenschaft [Adresse], bleibt auf-
recht erhalten. Falls innert fünf Jahren nach Eintritt der Rechtskraft des Ur-
teils keine Zwangsverwertung erfolgt, fällt diese Beschlagnahmung dahin.
b) Ein allfälliger, über die pfandgesicherten Forderungen der Grundpfand-
gläubigerin hinausgehender Erlös eines freihändigen Verkaufs der auf
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A._ im Grundbuch eingetragenen Liegenschaft Kataster Nr. ..., Grund-
buchblatt ..., Liegenschaft [Adresse], wird beschlagnahmt. Falls innert fünf
Jahren nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils kein freihändiger Verkauf er-
folgt, fällt diese Beschlagnahmung dahin.
c) Der beschlagnahmte Erlös aus der Veräusserung oder Zwangsverwer-
tung der auf A._ im Grundbuch eingetragenen Liegenschaft Kataster
Nr. ..., Grundbuchblatt ..., Liegenschaft [Adresse], wird zur Kostendeckung
herangezogen; ein allfälliger Restbetrag wird dem Berechtigten herausge-
geben.
d) Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 17.
Oktober 2007 beschlagnahmten Gegenstände (Hausdurchsuchungsproto-
koll Pos. 3.1.1 bis 3.1.8, Pos. 3.2.1 bis 3.2.4, Pos. 3.3.1 bis 3.3.9, Pos. 3.4.1
bis 3.4.9) werden nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils dem Beschuldig-
ten herausgegeben. (Berichtigung gemäss Art. 83 Abs. 1 StPO)
8. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 7'500.-- ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. Kosten der Kantonspolizei
Fr. 48.-- Kanzleikosten Untersuchung
Fr. 215.-- Auslagen Untersuchung
Fr. amtliche Verteidigung Untersuchung
Fr. 20'327.75 amtliche Verteidigung
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-
nommen die Kosten für die amtliche Verteidigung, werden -unter Vorbehalt
von Art. 135 Abs. 4 StPO- dem Beschuldigten auferlegt.
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Berufungsanträge:
A) Des Verteidigers des Beschuldigten:
(Urk. 80 S. 1)
1. Es sei Herr A._ deutlich milder als von der Vorinstanz zu bestra-
fen, unter Ansetzung der gesetzlichen minimalen Probezeit.
2. Ziff. 7 a-c des angefochtenen Urteils bzw. der Beschluss des Bezirks-
gerichts Zürich vom 18. November 2010 seien aufzuheben, und der
Beschlag der Liegenschaft Kataster ..., Grundbuchblatt ..., [Adresse],
sei aufzuheben.
3. Kostenfolge.
B) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich:
(Urk. 81 S. 1)
1. A._ sei in Abänderung des Urteils der Vorinstanz vom 24.02.2011
mit 21 Monaten Freiheitsstrafe zu bestrafen.
2. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben und die Probezeit auf
fünf Jahre festzusetzen.
3. Im Übrigen sei das Urteil der Vorinstanz zu bestätigen.
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Erwägungen:
I.
Verfahrensgang
1. Was den Gang des Verfahrens vor den Untersuchungsbehörden und dem
Bezirksgericht Zürich anbelangt, kann auf die Ausführungen im vorinstanzlichen
Urteil verwiesen werden (Urk. 70 S. 6-8; Art. 82 Abs. 4 StPO). Mit dem eingangs
im Dispositiv wiedergegebenen Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung,
vom 24. Februar 2011 wurde der Beschuldigte A._ der mehrfachen Urkun-
denfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB, der mehrfachen Erschleichung
einer falschen Beurkundung im Sinne von Art. 253 Abs. 1 StGB bezüglich vier
Gesellschaftsgründungen mittels Aktien der B._ AG (Anhang 2 der Anklage,
Nr. 16-19), der mehrfachen unwahren Angaben über kaufmännische Gewerbe im
Sinne von Art. 152 StGB bezüglich vier Gesellschaftsgründungen mittels Aktien
der B._ AG (Anhang 2 der Anklage, Nr. 16-19), der fahrlässigen groben Ver-
letzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG in Verbindung mit
Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1, Art. 32 Abs. 2 SVG sowie Art. 4a Abs. 1 lit. d VRV sowie
der fahrlässigen groben Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff.
2 SVG in Verbindung mit Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1, Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 22
Abs. 1 SSV schuldig gesprochen. Freigesprochen wurde der Beschuldigte vom
Vorwurf der mehrfachen Erschleichung einer falschen Beurkundung (Anhang 1
der Anklage, Nr. 15-25, 41-64, 66-107, 127-130, 133-135, 148, 150-156, 159-168;
Anhang 2 der Anklage, Nr. 11-15), der mehrfachen unwahren Angaben über
kaufmännische Gewerbe (Anhang 1 der Anklage, Nr. 15-25, 41-64, 66-107, 127-
130, 133-135, 148, 150-156, 159-168; Anhang 2 der Anklage, Nr. 11-15), der
mehrfachen Gehilfenschaft zu Urkundenfälschung im Amt (Anhang 2 der Anklage,
Nr. 16-19) sowie der mehrfachen Geldwäscherei. Der Beschuldigte wurde bestraft
mit einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 18 Monaten unter Ansetzung
einer Probezeit von fünf Jahren. Des Weiteren wurde von einem Widerruf der mit
Strafbefehl der Bezirksanwaltschaft Affoltern am Albis vom 5. Dezember 2001
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bedingt ausgefällten Strafe von 75 Tagen Freiheitsstrafe, der mit Strafbefehl der
Bezirksanwaltschaft Affoltern am Albis vom 9. Oktober 2002 bedingt ausgefällten
Strafe von drei Monaten Freiheitsstrafe sowie der mit Strafbefehl der Bezirksan-
waltschaft I des Kantons Zürich vom 28. Januar 2003 bedingt ausgefällten Strafe
von zwei Monaten Freiheitsstrafe abgesehen. Von der Anordnung einer Ersatz-
forderung wurde ebenfalls abgesehen. Ausserdem wurde entschieden, die mit
Beschluss des Bezirksgerichts Zürich vom 18. November 2010 angeordnete Be-
schlagnahmung eines allfälligen, über die pfandgesicherten Forderungen der
Grundpfandgläubigerin hinausgehenden Erlöses einer Zwangsverwertung der auf
A._ im Grundbuch eingetragenen Liegenschaft [Adresse] (Kat.-Nr. ...;
Grundbuchblatt ...) bleibe aufrecht erhalten. Ein allfälliger, über die pfandgesi-
cherte Forderung der Grundpfandgläubigerin hinausgehender Erlös eines frei-
händigen Verkaufs der auf A._ im Grundbuch eingetragenen Liegenschaft
[Adresse] wurde beschlagnahmt, wobei die Beschlagnahmung dahinfalle, falls in-
nert fünf Jahren nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils keine Zwangsverwertung
bzw. kein freihändiger Verkauf der Liegenschaft erfolge. Des Weiteren wurde ent-
schieden, den beschlagnahmten Erlös aus der Veräusserung oder Zwangsver-
wertung der auf A._ im Grundbuch eingetragenen Liegenschaft [Adresse] zur
Kostendeckung heranzuziehen und einen allfälligen Restbetrag dem Berechtigten
herausgegeben. Letztlich wurde entschieden, diverse beschlagnahmte Gegen-
stände nach Eintritt der Rechtskraft dem Beschuldigten herauszugeben (Urk. 70,
insb. S. 64-66).
2. Gegen das am 1. März 2011 mündlich eröffnete Urteil (Prot. I S. 29) liess
der Beschuldigte durch seinen amtlichen Verteidiger mit Eingabe vom selben Tag
rechtzeitig Berufung anmelden (Urk. 63). Mit Eingabe vom 14. Juli 2011 reichte
die Verteidigung fristgerecht eine schriftliche Berufungserklärung ein (Urk. 69/2
und Urk. 71; Art. 399 Abs. 3 StPO). Mit Präsidialverfügung vom 1. September
2011 wurde der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich eine Kopie der Beru-
fungserklärung zugestellt und eine Frist von 20 Tagen angesetzt, um zu erklären,
ob Anschlussberufung erhoben werde, oder um begründet ein Nichteintreten auf
die Berufung zu beantragen. Ausserdem wurde der Beschuldigte aufgefordert, in-
nert zehn Tagen das (ausgefüllte) Datenerfassungsblatt sowie Unterlagen zu sei-
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nen finanziellen Verhältnissen ins Recht zu reichen (Urk. 72). Innert Frist liess der
Beschuldigte eine Kopie des Datenerfassungsblattes einreichen; im Übrigen liess
er um Fristerstreckung ersuchen (Urk. 74 und Urk. 75). Die Frist wurde dem Be-
schuldigten antragsgemäss bis 30. September 2011 erstreckt (Urk. 75). Weitere
Unterlagen gingen indessen beim Gericht nicht ein. Fristgerecht erhob der Vertre-
ter der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich mit Eingabe vom 15. September
2011 Anschlussberufung (Urk. 73/2, Urk. 76). Am 5. März 2012 wurde an den
amtlichen Verteidiger des Beschuldigten eine Kopie der Anschlussberufung der
Staatsanwaltschaft zur Kenntnisnahme versandt (vgl. Urk. 76A).
3. Am 15. März 2012 wurden die Parteien auf den 21. / 22. August 2012 zur
Berufungsverhandlung vorgeladen (Urk. 77). Dazu erschienen der Vertreter der
Anklägerin sowie der Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers.
Die Berufungsverhandlung im vorliegenden Prozess wurde zusammen mit jener
in den sachlich zusammenhängenden Verfahren gegen C._ und D._
durchgeführt. Die Berufungsverhandlung fand am 21. August 2012 statt, die inter-
ne Urteilsberatung am 22. und 23. August 2012 (Prot. II S. 4, 21 f.).
II.
Prozessuales / Umfang der Berufung bzw. Anschlussberufung
A. Anwendbares Verfahrensrecht
1. Das vorliegende Berufungsverfahren richtet sich nach der seit 1. Januar
2011 geltenden eidgenössischen Strafprozessordnung (Art. 454 Abs. 1 StPO).
2. Verfahrenshandlungen, die vor Inkrafttreten der eidgenössischen Strafpro-
zessordnung angeordnet oder durchgeführt wurden, behalten ihre Gültigkeit
(Art. 448 Abs. 2 StPO). Diese Verfahrenshandlungen richten sich nach dem zür-
cherischen Verfahrensrecht (StPO ZH und GVG ZH).
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B. Vereinigung der Verfahren
Unter Hinweis auf die Ausführungen der Vorinstanz (Urk. 70 S. 8, Erw. 3.5.;
Art. 82 Abs. 4 StPO) rechtfertigt es sich ebenso wenig, das zweitinstanzliche ge-
richtliche Verfahren gegen den Beschuldigten mit denjenigen gegen die Mitbe-
schuldigten C._ und D._ zu vereinigen.
C. Ausreichende Verteidigung
1. Sowohl nach zürcherischer Praxis wie auch gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung muss der amtliche Verteidiger die Interessen des Beschuldigten
in ausreichender und wirksamer Weise wahrnehmen (Grundsatz der effektiven
bzw. effizienten Verteidigung). Das gilt selbstredend auch im Falle einer notwen-
digen Verteidigung (vgl. dazu Art. 130 StPO). Im Rahmen der Hauptverhandlung
hat sich die Verteidigung insbesondere mit den wesentlichen Punkten der Ankla-
ge ausreichend auseinanderzusetzen (vgl. Schmid, Strafprozessrecht, 4. A., Zü-
rich 2004, N 500). Dabei muss der Verteidiger einseitig und nur zugunsten und im
Interesse der beschuldigten Person tätig werden, um für diese ein möglichst
günstiges Urteil zu erreichen. Es kommt ihm bei der Führung der Verteidigung
und der Bestimmung der Verteidigungsstrategie aber ein erhebliches Ermessen
zu. Ein klar fehlerhaftes Prozessverhalten kann auch in einer unterbliebenen oder
offenkundig ungenügenden Stellungnahme zu den Strafanträgen der Staatsan-
waltschaft liegen. Grundsätzlich ist aber nicht zu beanstanden, wenn sich die Ver-
teidigung, die ihren Hauptantrag auf Freisprechung nicht mit Ausführungen über
das Strafmass für den Fall einer Verurteilung schwächen will (sog. Verteidigerdil-
emma), in ihrem Plädoyer auf Ausführungen zum Schuldpunkt beschränkt und
darauf verzichtet, in einem Eventualstandpunkt zur Strafzumessung Stellung zu
nehmen. Dies gilt jedenfalls, wenn der Verzicht auf Ausführungen zum Strafpunkt
für alle Verfahrensbeteiligten erkennbar auf einer durchdachten und klar umrisse-
nen Verteidigungsstrategie beruht. Von einer offenkundigen und schwerwiegen-
den Vernachlässigung der Verteidigerpflichten kann in einem solchen Fall nicht
die Rede sein. Das hat zur Folge, dass der Richter nicht eingreifen und den Ver-
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teidiger zur Stellungnahme zum Strafpunkt anhalten muss. Denn die richterliche
Fürsorgepflicht kann naturgemäss nur dort zum Tragen kommen, wo nicht bloss
verteidigungstaktische Fragen zur Diskussion stehen, sondern wo ein eklatanter
Verstoss gegen allgemein anerkannte Verteidigerpflichten vorliegt. Das Einschrei-
ten der Strafverfolgungsbehörden aufgrund ihrer Fürsorgepflicht knüpft an eine
Pflichtverletzung des Verteidigers an, an welcher es bei dieser Konstellation ge-
rade fehlt (BGE 6B_172/2011 vom 23. Dezember 2011, Erw. 1.3.2, mit weiteren
Hinweisen; vgl. auch BGE 6B_100/2010 vom 22. April 2010, Erw. 3.1).
2. Unstrittig handelt es sich vorliegend um einen Fall notwendiger Verteidigung
(dazu die Verteidigung selber in Urk. 58 S. 11, Ziff. 6). Der amtliche Verteidiger
stellte in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung - abgesehen von den beiden
anerkannten Verletzungen der Verkehrsregeln - Antrag auf Freisprechung des
Beschuldigten von Schuld und Strafe. Zum Strafmass machte der Verteidiger kei-
ne Ausführungen für den Fall eines diesbezüglichen (teilweisen) Schuldspruches
(vgl. Urk. 58, Prot. I S. 13-21 und S. 22 f.). Mit den dem Beschuldigten gemachten
Vorwürfen der mehrfachen Urkundenfälschung, der mehrfachen Gehilfenschaft zu
Urkundenfälschung im Amt, der mehrfachen Erschleichung einer falschen Beur-
kundung, der mehrfachen unwahren Angaben über kaufmännische Gewerbe so-
wie der mehrfachen Geldwäscherei setzte sich der Verteidiger hingegen in sei-
nem Plädoyer auseinander und legte seinen Standpunkt einlässlich dar (vgl.
Urk. 58; Prot. I S. 13-21). Ebenso äusserte er sich duplicando zu den Replikaus-
führungen der Staatsanwaltschaft (Prot. I S. 22 f.). In seinem Schlusswort be-
merkte der Beschuldigte, im Zusammenhang mit den Gesellschaftsgründungen
immer gewissenhaft und korrekt gearbeitet zu haben (Prot. I S. 23). Angesichts
dieser Sachlage durfte die Vorinstanz davon ausgehen, der Verzicht auf Ausfüh-
rungen zur Strafzumessung für den Eventualfall einer (teilweisen) Verurteilung be-
ruhe auf einer bewusst gewählten und vom Beschuldigten mitgetragenen Vertei-
digungsstrategie. Dieser betonte in seinem Schlusswort - wie erwähnt - denn
auch nochmals seine Unschuld. Mithin kann nicht von einem fehlerhaften Vertei-
digerverhalten gesprochen werden, das die Vorinstanz zu einer Ausübung ihrer
Fürsorgepflicht hätte veranlassen müssen.
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3. Selbst wenn in den unterbliebenen Ausführungen des Verteidigers zum
Strafmass für den Fall eines (teilweisen) Schuldspruches eine unzureichende Ver-
teidigung zu erblicken wäre, was die Vorinstanz dazu hätte veranlassen müssen,
die Verteidigung aufzufordern, für den Fall einer Verurteilung zum Strafmass zu
plädieren, was vorliegend nicht geschehen ist (vgl. Prot. I S. 21), hätte dies keine
Rückweisung des Prozesses an die Vorinstanz zur Folge.
3.1. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung vor Inkrafttreten der eidge-
nössischen Strafprozessordnung ist eine Heilung von Verfahrensmängeln im
Rechtsmittelverfahren zulässig, wenn die Rechtsmittelinstanz über die gleiche
Kognition wie die untere Instanz verfügt und dem Beschuldigten kein Nachteil da-
raus erwächst; umgekehrt ist die Heilung dann ausgeschlossen, wenn es sich um
eine besonders schwerwiegende Verletzung der Parteirechte handelt (BGE 126 I
68, Erw. 2). Von der Rückweisung der Sache an die Vorinstanz ist gemäss Praxis
des Bundesgerichts selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen
Gehörs jedenfalls dann abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem
formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die
mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Person an ei-
ner beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wäre (BGE 133 I
201, Erw. 2.2.). Gemäss Art. 409 Abs. 1 StPO hebt das Berufungsgericht das an-
gefochtene Urteil auf, sofern das erstinstanzliche Verfahren wesentliche Mängel
aufweist, die im Berufungsverfahren nicht geheilt werden können. Diese Voraus-
setzungen müssen kumulativ erfüllt sein (Hug in: Donatsch/Hansjakob/Lieber
[Hrsg.], Kommentar zur schweizerischen Strafprozessordnung, Zürich 2010, N 2
zu Art. 409 StPO).
3.2. Würde die ungenügende Verteidigung vor Vorinstanz mit Bezug auf die Fol-
gen eines (teilweisen) Schuldspruches einen Verfahrensmangel bedeuten, könnte
gleichwohl offen bleiben, ob es sich dabei um einen wesentlichen Mangel handelt,
nachdem dieser im Verfahren vor der Berufungsinstanz, welche dieselbe Kogniti-
on hat wie das Bezirksgericht (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO), ohne Weiteres geheilt
werden könnte. Eine Rückweisung würde sich jedenfalls nicht rechtfertigen, da
damit eine unverhältnismässige Verzögerung des Verfahrens verbunden wäre
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und der Beschuldigte vor Vorinstanz bezüglich des Schuldpunktes zweifellos aus-
reichend bzw. effizient (vgl. Urk. 58 S. 2-10 und Prot. I S. 13-21 sowie Duplik in
Prot. I S. 22 f.) verteidigt war (vgl. zur zurückhaltenden Rückweisungspraxis auch
BGE 6B_100/2010 vom 22. April 2010, Erw. 3.1).
D. Umfang der Berufung bzw. der Anschlussberufung
1. Der Beschuldigte akzeptierte zunächst lediglich den Schuldspruch wegen
fahrlässiger grober Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 2
SVG in Verbindung mit Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1, Art. 32 Abs. 2 SVG und Art. 4a Abs.
1 lit. d VRV sowie wegen fahrlässiger grober Verletzung von Verkehrsregeln im
Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG in Verbindung mit Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1, Art. 27 Abs.
1 SVG und Art. 22 Abs. 1 SSV; im Übrigen verlangte er einen Freispruch. Seine
Berufung richtete sich gegen den Schuldspruch wegen mehrfacher Urkundenfäl-
schung, mehrfacher Erschleichung einer falschen Beurkundung bezüglich vier
Gesellschaftsgründungen mittels Aktien der B._ AG (Anhang 2 der Anklage,
Nr. 16-19) sowie wegen mehrfacher unwahren Angaben über kaufmännische
Gewerbe bezüglich vier Gesellschaftsgründungen mittels Aktien der B._ AG
(Anhang 2 der Anklage, Nr. 16-19), die ausgesprochene Sanktion (Strafhöhe,
Strafart und Dauer der Probezeit), die Aufrechterhaltung der Beschlagnahmung
bzw. die Beschlagnahmung eines über die Forderung der Grundpfandgläubigerin
hinausgehenden Erlöses aus einer Zwangsverwertung bzw. einem Freihandver-
kauf der Liegenschaft des Beschuldigten, die Heranziehung des beschlagnahm-
ten Liegenschaftsveräusserungs- bzw. Liegenschaftszwangsverwertungserlöses
zur Kostendeckung sowie die Kostenauflage (Urk. 71 S. 2; vgl. Art. 399 Abs. 3
und Abs. 4 StPO). Anlässlich der Berufungsverhandlung zog der Beschuldigte
seine teilweise Berufung gegen den Schuldpunkt (Dispositiv Ziff. 1, 1.-3. Lemma)
zurück (Urk. 80 S. 1 f.). Davon ist Vormerk zu nehmen.
Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft richtete sich gegen den Freispruch
vom Vorwurf der mehrfachen Erschleichung einer falschen Beurkundung (Anhang
1 der Anklage, Nr. 15-25, 41-64, 66-107, 127-130, 133-135, 148, 150-156, 159-
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168; Anhang 2 der Anklage, Nr. 11-15), den Freispruch vom Vorwurf der mehrfa-
chen unwahren Angaben über kaufmännische Gewerbe (Anhang 1 der Anklage,
Nr. 15-25, 41-64, 66-107, 127-130, 133-135, 148, 150-156, 159-168; Anhang 2
der Anklage, Nr. 11-15) sowie gegen das Strafmass (Urk. 76; vgl. Art. 401 Abs. 1
StPO i.V.m. Art. 399 Abs. 3 und Abs. 4 StPO). In der Berufungsverhandlung zog
die Staatsanwaltschaft ihre Anschlussberufung, soweit diese den Schuldpunkt be-
traf (Dispositiv Ziff. 2, 1. und 2. Lemma), zurück (Urk. 81 S. 2 und 17), wovon
Vormerk zu nehmen ist.
2. Mit der Berufung nicht angefochten sind demnach der Schuldpunkt (Disposi-
tiv Ziff. 1) sowie die Freisprüche (Dispositiv Ziff. 2), das Absehen von einem Wi-
derruf von drei Vorstrafen des Beschuldigten (Dispositiv Ziff. 5), das Absehen von
der Anordnung einer Ersatzforderung (Dispositiv Ziff. 6), die Herausgabe diverser
beschlagnahmter Gegenstände an den Beschuldigten nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils (Dispositiv Ziff. 7d) sowie die Kostenfestsetzung (Dispositiv Ziff.
8).
3. Somit ist festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abtei-
lung, vom 24. Februar 2011 bezüglich Dispositivziffern 1 [Schuldpunkt], 2 [Frei-
sprüche], 5 [Absehen vom Widerruf von drei Vorstrafen], 6 [Absehen von der An-
ordnung einer Ersatzforderung], 7d [Herausgabe diverser beschlagnahmter Ge-
genstände an den Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils] sowie 8
[Kostenfestsetzung] in Rechtskraft erwachsen ist (dazu auch Hug, in: Donatsch/
Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur schweizerischen Strafprozessordnung,
a.a.O, N 2 zu Art. 402 StPO).
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III.
Sanktion
1. Anwendbares Recht
1.1. Der Beschuldigte hat sämtliche ihm vorgeworfenen Delikte vor dem Inkraft-
treten des neuen Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches (1. Januar 2007) be-
gangen. Die Vorinstanz (Urk. 70 S. 51-53) hat deshalb unter Wiedergabe der
rechtlichen Voraussetzungen, auf die verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4
StPO), zu Recht geprüft, ab das frühere oder das ab dem 1. Januar 2007 gelten-
de Recht für den Beschuldigten das mildere ist (Art. 2 Abs. 2 StGB).
1.2. Auch wenn ein Widerruf früherer Vorstrafen aus materiellrechtlichen (vgl.
Art. 41 Ziff. 3 Abs. 5 aStGB, Art. 46 Abs. 5 StGB) wie auch aus prozessualen
Gründen vorab als Aspekt für die Bestimmung des milderen Rechts ausscheidet,
erweist sich das neue Recht als das mildere, da bei freiheitsentziehenden Strafen
- und eine solche wird vorliegend auszusprechen sein - die Frage nach der Ge-
währung des bedingten Strafvollzuges über das anzuwendende Recht entschei-
det, wobei die Neuregelung der subjektiven und objektiven Voraussetzungen
(Art. 42 StGB) für den Täter generell günstiger ist. Eine Milderung des neuen
Rechts liegt darin, dass eine früher unbedingt auszufällende Freiheitsstrafe teil-
weise aufgeschoben werden kann. Auf Freiheitsstrafen zwischen zwölf und 18
Monaten trifft das zu, wenn die Legalprognose nicht gerade günstig ist, aber noch
keine eigentliche Schlechtprognose vorliegt (BGE 134 IV 82, Erw. 6.2 ff., insb.
Erw. 7.2.1., mit weiteren Hinweisen). Im Zusammenhang mit der Revision vom
13. Dezember 2002 beschränkt sich die Frage nach dem milderen Recht im We-
sentlichen auf einen Vergleich der konkret ermittelten Sanktionen. Bezüglich der
eigentlichen Strafzumessung hat das revidierte Recht im Verhältnis zum alten
Recht sowie der dazu gehörigen Praxis indessen keine wesentlichen Änderungen
gebracht.
1.3. Vorliegend wird - wie noch zu erwägen sein wird - eine Freiheitsstrafe von
18 Monaten auszusprechen sein. Damit entscheidet die Frage nach der Gewäh-
- 16 -
rung des bedingten Strafvollzuges über das anzuwendende Recht. Diesbezüglich
ist die Neureglung in jedem Fall für den Beschuldigten günstiger. Auch im Bereich
zwischen zwölf und 18 Monaten sind die Voraussetzungen auf der subjektiven
Seite im neuen Recht geringer als im alten Recht. Früher setzte der Aufschub der
Strafe voraus, dass zu erwarten war, der Verurteilte werde sich durch eine be-
dingt vollziehbare Strafe von weiteren Delikten abhalten lassen (Art. 41 Ziff. 1
aStGB). Der Täter musste zureichende Gewähr für eine dauernde Besserung bie-
ten, um auf eine positive Prognose schliessen zu können. Eine bloss unbestimm-
te Hoffnung, er werde sich künftig wohl verhalten, genügte für die Gewährung des
bedingten Strafvollzuges nicht. Nach Art. 42 Abs. 1 StGB hat das Gericht neu den
Vollzug der Strafe in der Regel aufzuschieben, 'wenn eine unbedingte Strafe nicht
notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder
Vergehen abzuhalten'. Während früher eine günstige Prognose erforderlich war,
genügt nunmehr das Fehlen einer ungünstigen Prognose. Die Gewährung des
Strafaufschubs setzt mit anderen Worten nicht mehr die positive Erwartung vo-
raus, der Täter werde sich bewähren, sondern es genügt die Abwesenheit der Be-
fürchtung, dass er es nicht tun werde. Der Strafaufschub ist deshalb die Regel,
von der grundsätzlich nur bei ungünstiger Prognose abgewichen werden darf
(BGE 134 IV 1, Erw. 4.2.2., mit weiteren Hinweisen). Beim Beschuldigten beste-
hen - wie noch darzulegen sein wird - gewisse Bedenken hinsichtlich künftigen
Wohlverhaltens, was nach altem Recht gegen einen bedingten Strafvollzug spre-
chen würde, wohingegen ihm diese Rechtswohltat in Anwendung des diesbezüg-
lich weniger strengen revidierten Rechts gewährt werden kann, weshalb dieses
Recht günstiger für den Beschuldigten und deshalb auch anwendbar ist.
2. Strafrahmen
2.1. Die Urkundendelikte als schwerste Delikte sehen als Strafandrohung je
Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe vor (Art. 251 Ziff. 1 StGB, Art.
253 StGB). Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Vorausset-
zungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der
Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das
- 17 -
Höchstmass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen und ist
dabei an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1
StGB). Wie die Vorinstanz (Urk. 70 S. 53 f., Erw. 2.1.) zutreffend ausgeführt hat,
greift Art. 49 Abs. 1 StGB nur, wenn das Gericht im konkreten Fall für jeden ein-
zelnen Normverstoss gleichartige Strafen ausfällt. Mithin ist nicht bloss gemeint,
dass die anwendbaren Strafnormen abstrakt gleichartige Strafen androhen. Sieht
das Gericht im zu beurteilenden Fall z.B. für die eine Tat eine Geldstrafe (obwohl
die entsprechende Norm abstrakt auch Freiheitsstrafe androht) und für die andere
eine Freiheitsstrafe vor, kommen die Regeln von Art. 49 Abs. 1 StGB nicht in Be-
tracht. Die Strafschärfungsregel von Art. 49 Abs. 1 StGB ist nur anwendbar, wenn
mehrere Geldstrafen, mehrfache gemeinnützige Arbeit, mehrere zeitige Freiheits-
strafen, mehrere lebenslängliche Freiheitsstrafen oder mehrere (bestimmte) Bus-
sen auszusprechen sind (Ackermann, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler
Kommentar, Strafrecht I, 2. A., Basel 2007, N 36 f. zu Art. 49 StGB und dortige
Verweise; vgl. auch BGE 137 IV 57, Erw. 4.3.1.).
2.2. Vorliegend ist für alle vom Beschuldigten begangenen Delikte eine Frei-
heitsstrafe auszufällen. Damit erweitert sich der obere Strafrahmen auf maximal
siebeneinhalb Jahre Freiheitsstrafe. Festzuhalten ist indes, dass der ordentliche
Strafrahmen beim Vorliegen von Strafmilderungs- und Strafschärfungsgründen
nur zu verlassen ist, wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die
betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart bzw. zu milde er-
scheint (Entscheid des Bundesgerichts vom 8. März 2010, 6B_238/2009,
Erw. 5.8.). Vorliegend bestehen keine solchen aussergewöhnlichen Umstände,
welche ein Verlassen des ordentlichen Strafrahmens nach oben und/oder nach
unten rechtfertigen würden. Die Deliktsmehrheit und mehrfache Tatbegehung wir-
ken sich daher innerhalb des ordentlichen Strafrahmens straferhöhend aus (Art.
49 Abs. 1 StGB).
- 18 -
3. Allgemeine Grundsätze der Strafzumessung
3.1. Innerhalb des massgebenden Strafrahmens ist die Strafe nach dem Ver-
schulden des Täters zu bemessen, wobei das Vorleben und die persönlichen
Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters zu berück-
sichtigen sind (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach der Schwere der
Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit
des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt,
wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war,
die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden.
Was im Einzelnen über das Mass des Verschuldens entscheidet, welche Momen-
te in diesem Zusammenhang und wie diese zu berücksichtigen sind, lässt sich
kaum in allgemeiner Weise umschreiben. Der Begriff des Verschuldens muss sich
jedenfalls auf den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat
beziehen. Zu unterscheiden ist zwischen der Tat- und der Täterkomponente (Hug,
in: Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, Schweizerisches Strafgesetzbuch, 18. A.,
Zürich 2010, S. 117 samt Zitaten). Bei der Tatkomponente sind das Ausmass des
verschuldeten Erfolges, die Art und Weise der Herbeiführung dieses Erfolges, die
Willensrichtung, mit der der Täter gehandelt hat, und die Beweggründe des
Schuldigen zu beachten. Sodann sind für das Verschulden auch das "Mass an
Entscheidungsfreiheit" beim Täter sowie die sogenannte Intensität des delikti-
schen Willens bedeutsam (Hug, in: Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, Schweize-
risches Strafgesetzbuch, 18. A., a.a.O., S. 117 f. samt Zitaten). Je leichter es für
ihn gewesen wäre, die Norm zu respektieren, desto schwerer wiegt die Entschei-
dung gegen sie (Urteile des Bundesgerichtes 6S.270/2006 vom 5. September
2006 Erw. 6.2.1., 6S.43/2001 vom 19. Juni 2001 Erw. 2. und 6S.333/2004 vom
23. Dezember 2004, Erw. 1.1.; BGE 122 IV 241 und Pra 2001 S. 832 lit. a; Stra-
tenwerth, Schweizerisches Strafrecht, AT II, 2. A., Bern 2006, S. 179 N 13;
Wiprächtiger, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht I, 2. A.,
Basel 2007, N 65 zu Art. 47 StGB; Trechsel/Affolter-Eijsten, in: Trechsel et al.,
Schweizerisches Strafgesetzbuch, Zürich/St. Gallen 2008, N 21 zu Art. 47 StGB).
- 19 -
3.2. Vorerst ist die objektive Tatschwere als Ausgangskriterium für die Verschul-
densbewertung festzulegen und zu bemessen. Es gilt zu prüfen, wie stark das
strafrechtlich geschützte Rechtsgut überhaupt beeinträchtigt worden ist. Darunter
fallen etwa das Ausmass des Erfolges (Deliktsbetrag, Gefährdung/Risiko, Sach-
schaden etc.) sowie die Art und Weise des Vorgehens. Von Bedeutung ist auch
die kriminelle Energie (Trechsel/Affolter-Eijsten, a.a.O., N 19 zu Art. 47 StGB), wie
sie durch die Tat und die Tatausführung offenbart wird.
3.3. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass die schweizerische Praxis
bei nicht besonders schwerem Verschulden in aller Regel die Strafen im unteren
bis mittleren Teil des vorgegebenen Strafrahmens ansiedelt. Strafen im oberen
Bereich, insbesondere Höchststrafen, sind bloss ausnahmsweise und bei sehr
schwerem Verschulden des Täters auszusprechen (Wiprächtiger, in: Niggli/
Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, StGB I, 1. A., Basel 2003, N 14 zu Art.
63 aStGB und ders., in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht
I, 2. A., a.a.O., N 15 zu Art. 47 StGB).
Allerdings ist bei Würdigung der objektiven Tatschwere auch das Doppelverwer-
tungsverbot zu beachten. Das Doppelverwertungsverbot verbietet es, Umstände
die zur Anwendung eines höheren beziehungsweise tieferen Strafrahmens führ-
ten, innerhalb des geänderten Strafrahmens noch einmal als Straferhöhungs-
oder Strafminderungsgrund zu berücksichtigen. Sonst würde dem Täter der glei-
che Umstand zweimal zur Last gelegt oder zu Gute gehalten. Indessen hat der
Richter bei der Strafzumessung zu berücksichtigen, in welchem Ausmasse ein
qualifizierender Tatumstand gegeben ist. Der Richter verfeinert dadurch nur die
Wertung, die der Gesetzgeber mit der Festsetzung des Strafrahmens vorgezeich-
net hat (Entscheid des Bundesgerichts 6P.115/2004 vom 10. Dezember 2004,
Erw.7.1).
3.4. In einem nächsten Schritt ist eine Bewertung des (subjektiven) Verschuldens
vorzunehmen. Es stellt sich somit die Frage, wie dem Täter die objektive Tat-
schwere tatsächlich anzurechnen ist. Dazu gehören etwa die Frage der Zurech-
nungsfähigkeit (wer in seiner Einsichts- und/oder Handlungsfähigkeit beeinträch-
tigt ist, den trifft letztlich ein geringerer subjektiver Tatvorwurf; sein Verschulden
- 20 -
ist minder, was zu einer tieferen Strafe führen muss) sowie das Motiv. Ferner sind
die weiteren subjektiven Verschuldenskomponenten (zum Beispiel einige der in
Art. 64 aStGB aufgeführten Gründe) zu berücksichtigen.
In subjektiver Hinsicht ist sodann festzuhalten, dass das Verschulden eines Tä-
ters, der eine Tat vorsätzlich begeht, wesentlich schwerer zu werten ist, als das
Verschulden eines Täters, der "bloss" fahrlässig oder mit Eventualvorsatz handelt.
Dies ist beim Verschulden zu berücksichtigen, wiegt dieses doch dann geringer
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6P.119/2003/6S.333/2003 vom 20. Januar 2004,
Erw. II. 7.5.; Stratenwerth, a.a.O., S. 185 f. N 25 ff. und Wiprächtiger, in: Niggli/
Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht I, 2. A., a.a.O., N 89 zu Art. 47
StGB).
4. Umsetzung auf den konkreten Fall
4.1. Das Bezirksgericht hat zutreffend ausgeführt, es könne vorliegend nicht die
eine oder die andere einzelne Urkundenfälschung bzw. die eine oder andere ein-
zelne Erschleichung einer falschen Beurkundung als die schwerste Straftat be-
zeichnet werden (Urk. 70 S. 54). Diese Einschätzung trifft umso mehr zu, als vor-
liegend mit Bezug auf die Urkundendelikte von einer eigentlichen Seriendelin-
quenz mit gleichförmig ausgestalteten Tathandlungen auszugehen ist. Mit der
Vorinstanz erscheint es daher sachadäquat, bei der Strafzumessung von den Ur-
kundendelikten im Zusammenhang mit den Gründungen mittels Aktien und Parti-
zipationsscheinen der E._ AG als Einheit auszugehen und die (hypotheti-
sche) Einsatzstrafe für die weiteren Delikte bzw. Deliktseinheiten zu erhöhen.
4.2. Bezüglich Tatkomponente und objektiver Tatschwere hat die Vorinstanz das
Verschulden des Beschuldigten mit Bezug auf die Urkundendelikte im Zusam-
menhang mit den Gesellschaftsgründungen mittels Aktien und Partizipations-
scheinen der E._ AG zu Recht als nicht mehr leicht taxiert (Urk. 70 S. 56).
Angesichts der Mitwirkung des Beschuldigten an über hundert Gesellschaftsgrün-
dungen ist von einer erheblichen objektiven Tatschwere auszugehen, zumal der
- 21 -
jeweils vom Revisor ausgestellten Prüfungsbestätigung bei der Gründung eine
zentrale Rolle zukommt. Die Delinquenz des Beschuldigten umfasste eine Zeit-
dauer von rund einem Jahr, wobei er die Mehrzahl der Prüfungsbestätigungen
zwischen Mitte Juli 2004 und anfangs Februar 2005 ausstellte. Anderseits handel-
te der Beschuldigte nicht aus eigener Initiative, sondern jeweils auf Anfrage von
C._, der Initiator der Gründungen war. Mit der Vorinstanz (Urk. 70 S. 56) leg-
te der Beschuldigte durch sein intensives Mitwirken bei den Schwindelgründun-
gen eine grosse Verantwortungslosigkeit an den Tag. Auch wenn durch die Aus-
stellung der unwahren Prüfungsbestätigungen kein direkter Schaden eintrat, so
half der Beschuldigte doch mit, ein enormes Gefährdungspotential im Rechtsver-
kehr zu schaffen. Wäre es bei einer einzigen Schwindelgründung geblieben, wäre
eine Einsatzstrafe im unteren Bereich einer Geldstrafe denkbar gewesen. Vorlie-
gend wurde dieser Rahmen indessen eindeutig gesprengt. Unter Einbezug der
Tatmehrheit ist die (theoretische) Einsatzstrafe zunächst im Bereich von 15 Mona-
ten Freiheitsstrafe festzusetzen.
4.3. Hinsichtlich der subjektiven Tatschwere ist die Vorinstanz (Urk. 70 S. 56)
richtigerweise davon ausgegangen, dass das Motiv des Beschuldigten rein finan-
zieller und damit egoistischer Natur war. Ferner handelte er in allen Fällen mit di-
rektem Vorsatz. Die objektive Tatschwere erfährt daher durch diese Komponen-
ten keine Reduktion. Es sind auch keine anderen subjektiven Verschuldenskom-
ponenten zu erblicken, welche eine Reduktion der Einsatzstrafe bewirken könn-
ten. Damit bleibt es bei der Einsatzstrafe im Bereich von 15 Monaten Freiheits-
strafe.
4.4. Was die Delinquenz im Zusammenhang mit den Gesellschaftsgründungen
mittels Aktien der B._ AG betrifft, ist zu beachten, dass der Beschuldigte fünf
unwahre Prüfungsbestätigungen ausstellte bzw. zu verantworten hat. Des Weite-
ren unterzeichnete er als Gründer bei vier Gesellschaftsgründungen unwahre
Gründungsunterlagen. Im Zusammenhang mit diesen vier Gründungen erwirkte
der Beschuldigte darüber hinaus durch die von ihm vorgenommenen Anmeldun-
gen unwahre Handelsregistereinträge sowie die Publikation unwahrer Angaben
über die gegründeten Gesellschaften. Auch hier schuf der Beschuldigte - wenn
- 22 -
auch in wesentlich geringerem Umfange - ein Gefährdungspotential im Rechts-
verkehr. Das Bezirksgericht (Urk. 70 S. 57) hat zutreffend bemerkt, dass der Be-
schuldigte bei den vier von ihm mitgegründeten Gesellschaften eine gewisse Ei-
genständigkeit zeigte und sie - im Hinblick auf den von ihm beabsichtigten Ver-
kauf - im Handelsregister zur Anmeldung brachte. Auch hier ist mit der Vorinstanz
von einem nicht mehr leichten Verschulden auszugehen. Eine (hypothetische)
Freiheitsstrafe im Bereich von 2 Monaten erscheint angemessen.
4.5. In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte wiederum einzig aus finan-
ziellen Motiven im Hinblick auf den eigenen Profit. Dieser war im Verhältnis zu
den Gründungen mittels Aktien und Partizipationsscheinen der E._ AG grös-
ser, da der Beschuldigte vier Gesellschaften - mit dem entsprechenden Gewinn -
verkaufen konnte. Auch bei diesen Gründungen handelte der Beschuldigte mit di-
rektem Vorsatz. Das objektive Verschulden wird somit in subjektiver Hinsicht nicht
relativiert.
4.6. Was die Strassenverkehrsdelikte (zwei Geschwindigkeitsüberschreitungen)
anbelangt, ist darauf hinzuweisen, dass die eine des Nachts bei trockenen Stras-
senverhältnissen auf der Autobahn, gemäss Statistik der sichersten Strassenka-
tegorie, geschah, wobei die grobe Verkehrsregelverletzung angesichts der gefah-
renen Geschwindigkeit am unteren Rahmen einzustufen ist. Die zweite Ge-
schwindigkeitsüberschreitung von 46 km/h ist als eher massiv zu bezeichnen. Der
Beschuldigte beging sie abends bei Dunkelheit wohl in einem mit 60 km/h signali-
sierten Streckenbereich, allerdings ausserorts.
4.7. Die Vorinstanz (Urk. 70 S. 57) hat diesbezüglich zu Recht darauf hingewie-
sen, dass der Beschuldigte sich durch die erste Verzeigung offensichtlich nicht
beeindrucken liess, beging er doch die zweite (massivere) Geschwindigkeitsüber-
schreitung nur rund drei Wochen nach der ersten. Entsprechend dem Anklage-
vorwurf ist bei beiden Strassenverkehrsdelikten fahrlässige Tatbegehung anzu-
nehmen, was das Verschulden etwas zu relativieren vermag. Eine Freiheitsstrafe
im Bereich von einem Monat erscheint angemessen.
- 23 -
4.8. Es wurde aufgezeigt, dass für die Urkundendelikte im Zusammenhang mit
den Gesellschaftsgründungen mittels Aktien und Partizipationsscheinen der
E._ AG als Sacheinlage eine Einsatzstrafe im Bereich von 15 Monaten Frei-
heitsstrafe angemessen erscheint. Es ist nun unter Einbezug der anderen Strafen
die Einsatzstrafe angemessen zu erhöhen. Allerdings können und dürfen die vor-
handenen Einsatzstrafen nicht einfach zusammengezählt werden; vielmehr ist
das Asperationsprinzip zu beachten. Aufgrund der gesamten Tatschwere er-
scheint eine hypothetische Einsatzstrafe von rund 16 Monaten Freiheitsstrafe an-
gemessen.
4.9. Was die Täterkomponente betrifft, hat sich das Bezirksgericht zutreffend
zum Werdegang des Beschuldigten und zu seinen übrigen persönlichen Verhält-
nissen, welche von den Untersuchungsbehörden in verschiedenen Befragungen
und durch die Vorinstanz zusammengetragen wurden (vgl. Urk. 012192 ff.,
Urk. 012199 ff., Urk. 012227 ff., Urk. 003002 S. 24 f., Urk. 55 S. 1 ff.), verbreitet
(Urk. 70 S. 54-56, Erw. 3.1.-3.4.). Um Wiederholungen zu vermeiden, kann vorab
darauf verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Im Berufungsverfahren liess der
Beschuldigte im September 2011 das ausgefüllte Datenerfassungsblatt einrei-
chen: Demgemäss erzielte er ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 9'000 und
hatte weitere Fr. 3'000 Einkommen aus der F._, während seine Lebenspart-
nerin Fr. 1'000 erzielte (Urk. 74). Die ihm für die Beibringung weiterer Unterlagen
gewährte Fristerstreckung (Urk. 75) liess der Beschuldigte ungenutzt verstrei-
chen. Aus der Befragung des Beschuldigten im Berufungsverfahren ergab sich
Folgendes: Am 12. Juli 2012 hat er seine Lebenspartnerin geheiratet. Sie ist in-
zwischen nicht mehr erwerbstätig. Das Einkommen aus der F._ ist in den Fr.
9'000. inbegriffen. Die Unterhaltsbeiträge für die beiden Kinder aus erster Ehe
haben sich auf Fr. 4'000 reduziert. Der Zins für die Wohnung, welche der Be-
schuldigte mit seiner zweiten Frau und dem gemeinsamen Kind bewohnt, beträgt
Fr. 2'900. Der Hypothekarzins für die Liegenschaft in G._, wo die erste Frau
mit den erwähnten Kindern lebt, beläuft sich auf Fr. 2'000. Die Schulden des Be-
schuldigten (ohne Hypotheken) betragen aktuell noch Fr. 250'000 (Urk. 79 S. 1
ff.).
- 24 -
Resumiert lassen sich aus dem Werdegang und den persönlichen Verhältnissen
des Beschuldigten keine strafzumessungsrelevanten Faktoren ableiten, die über
das hinaus gehen würden, was bei der Abhandlung der subjektiven Tatschwere
ausgeführt worden ist. Mit anderen Worten wirken sich die persönlichen Verhält-
nisse des Beschuldigten strafzumessungsneutral aus.
4.10. Der Beschuldigte weist zwei Vorstrafen auf: Mit Strafbefehl der Bezirksan-
waltschaft Affoltern am Albis vom 9. Oktober 2002 wurde er wegen Anstiftung und
Gehilfenschaft zu Veruntreuung mit drei Monaten Gefängnis, bedingt vollziehbar
bei einer Probezeit von vier Jahren, bestraft. Mit Strafbefehl der Bezirksanwalt-
schaft I für den Kanton Zürich vom 28. Januar 2003 wurde der Beschuldigte we-
gen Gehilfenschaft zu einem unvollendeten Betrugsversuch mit zwei Monaten
Gefängnis als Zusatzstrafe zum Strafbefehl vom 9. Oktober 2002 belegt; die Stra-
fe wurde bei einer Probezeit von drei Jahren aufgeschoben (Urk. 78). Obwohl
nicht einschlägig, wirken sich diese Vorstrafen straferhöhend aus, indessen nur
geringfügig angesichts der im untersten Bereich der Sanktionsmöglichkeit liegen-
den Strafen und der bereits mehrere Jahre zurückliegenden Ausfällung.
4.11. Bei der Strafzumessung ist auch das Nachtatverhalten eines Täters mit zu
berücksichtigen. Darunter fällt das Verhalten nach der Tat sowie im Strafverfahren
(wie zum Beispiel Reue, Einsicht und Strafempfindlichkeit; vgl. dazu Trechsel/
Affolter-Eijsten, a.a.O., N 22 zu Art. 47 StGB; Wiprächtiger, in: Niggli/Wiprächtiger
[Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht I, 2. A., a.a.O., N 109 Abs. 2 zu Art. 47
StGB).
Ein Geständnis, das kooperative Verhalten eines Täters bei der Aufklärung von
Straftaten sowie die Einsicht und Reue wirken strafmindernd (Wiprächtiger, in:
Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht I, 2. A., a.a.O., N 130
und N 131 zu Art. 47 StGB). Das Bundesgericht hielt in seinen Entscheiden BGE
118 IV 349 und 121 IV 202 dafür, ein positives Nachtatverhalten könne zu einer
Strafreduktion im Bereich von einem Fünftel bis zu einem Drittel führen (vgl. auch
Wiprächtiger, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht I, 2. A.,
a.a.O., N 131 zu Art. 47 StGB). Damit hat das Bundesgericht unmissverständlich
zum Ausdruck gebracht, dass das Nachtatverhalten des Beschuldigten in jedem
- 25 -
Fall einer konkreten Würdigung zu unterziehen ist. Die Sichtweise des Bundesge-
richtes zeigt aber auch, dass nur ein ausgesprochen positives Nachtatverhalten
zu einer Strafreduktion von einem Drittel führen kann. Zu einem solchen gehört
ein umfassendes Geständnis von allem Anfang an und aus eigenem Antrieb, also
nicht erst auf konkrete Vorwürfe hin oder nach Vorhalt entsprechender Beweise.
Ferner gehört kooperatives Verhalten in der Untersuchung dazu, wozu gehört,
dass beispielsweise aufgrund des Verhaltens eines Beschuldigten weitere Delikte
aufgeklärt oder Mittäter zur Rechenschaft gezogen werden können, was ohne
sein kooperatives Mitwirken nicht möglich gewesen wäre. Schliesslich gehören
Einsicht ins Unrecht der Tat und Reue dazu. Nur wenn all diese Faktoren erfüllt
sind, kann eine Strafreduktion von einem Drittel erfolgen. Fehlen einzelne Ele-
mente, ist die Strafe entsprechend weniger stark zu reduzieren.
Der Beschuldigte hat sich bezüglich der Strassenverkehrsdelikte geständig er-
klärt, was angesichts der klaren Beweislage (vgl. ND Urk. 070002ff.; ND
Urk. 080002, insb. ND Urk. 080009) nur leicht strafmindernd zu berücksichtigen
ist. Hinsichtlich der Urkundendelikte und der unwahren Angaben über kaufmänni-
sche Gewerbe hat der Beschuldigte den Sachverhalt hinsichtlich seiner Mitwir-
kung, mithin teilweise bezüglich des objektiven Sachverhalts, eingestanden. An-
gesichts der Beweislage kann auch dies nur zu einer leichten Strafminderung füh-
ren, zumal der Beschuldigte erst anlässlich der Berufungsverhandlung Einsicht
und Reue in das Unrecht seiner Taten gezeigt hat (vgl. Urk. 003002 S. 22 sowie
Prot. II S. 20).
4.12. Andere, nicht bereits erwähnte Strafzumessungsfaktoren sind nicht ersicht-
lich. Insbesondere sind keine Auswirkungen der Strafe auf das Leben des Be-
schuldigten zu erkennen (Art. 47 Abs. 1 StGB), welche über das gewöhnliche, mit
dem Vollzug bzw. der Ausfällung einer Sanktion zusammenhängenden Mass hin-
ausgehen würden.
4.13. Die Beurteilung der Täterkomponente ergibt insgesamt ein leichtes Über-
wiegen der straferhöhenden Momente gegenüber den strafermindernden Fakto-
ren. In Würdigung aller Umstände erscheint eine Freiheitsstrafe von 17 Monaten
angemessen.
- 26 -
IV.
Vollzug
1. Die Vorinstanz hat dem Beschuldigten nach Prüfung der Voraussetzungen
des bedingten und des teilbedingten Strafvollzuges im Wesentlichen mit der Be-
gründung, aus spezialpräventiver Sicht sei die unbedingte Ausfällung eines Teils
der Strafe nicht erforderlich, die Rechtswohltat des vollständig bedingten Straf-
vollzuges unter Ansetzung einer maximalen Probezeit gewährt (Urk. 70 S. 58 f.).
2. Auf die zutreffenden und überzeugenden vorinstanzlichen Ausführungen
kann zur Gänze verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Weiterungen erweisen
sich nicht als notwendig. Nachdem seit dem erstinstanzlichen Entscheid über ein
Jahr vergangen ist und der Beschuldigte sich seither wohl verhalten hat, rechtfer-
tigt es sich, die Probezeit auf vier Jahre festzusetzen.
V.
Beschlagnahme
1. Die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich beschlagnahmte gestützt auf
§ 96 Abs. 1 StPO ZH und § 83 StPO ZH im Hinblick auf eine anzuordnende Er-
satzforderung sowie zur Sicherung der auf den Beschuldigten allfällig entfallenden
Kosten des Verfahrens mit Verfügung vom 17. Oktober 2007 die auf den Be-
schuldigten im Grundbuch eingetragene Liegenschaft Kataster Nr. ..., Grund-
buchblatt ..., [Adresse] (Urk. 062296). Mit Zirkulationsbeschluss der Vorinstanz
vom 18. November 2010 wurde die Grundbuchsperre bezüglich dieser Liegen-
schaft aufgehoben und der allenfalls über die pfandgesicherte Forderung hinaus-
gehende Steigerungserlös beschlagnahmt (Urk. 43). Die Vorinstanz hat in ihrem
Urteil erwogen, die Anordnung einer Zwangsverwertung der Liegenschaft - einzig
zur Sicherung der auf den Beschuldigten entfallenden Verfahrenskosten - er-
scheine in Berücksichtigung, dass von der Anordnung einer Ersatzmassnahme
abgesehen werde, als unverhältnismässig. In der Folge hat das Bezirksgericht
- 27 -
entschieden, die mit Beschluss vom 18. November 2010 angeordnete Beschlag-
nahme bleibe aufrechterhalten, falle jedoch dahin, falls innert fünf Jahren nach
Eintritt der Rechtskraft des Urteils keine Zwangsverwertung erfolge. Des Weiteren
entschied die Vorinstanz, ein allfälliger, über die pfandgesicherten Forderungen
der Grundpfandgläubigerin hinausgehender Erlös eines freihändigen Verkaufs der
Liegenschaft des Beschuldigten werde beschlagnahmt, wobei die Beschlagnah-
me dahinfalle, falls innert fünf Jahren nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils kein
freihändiger Verkauf erfolge. Letztlich entschied das Bezirksgericht, der be-
schlagnahmte Erlös aus der Veräusserung oder Zwangsverwertung der Liegen-
schaft des Beschuldigten werde zur Kostendeckung herangezogen, wobei ein all-
fälliger Restbetrag dem Berechtigten herausgegeben werde (Urk. 70 S. 62 f.).
2. Dagegen richtet sich die Berufung des Beschuldigten (Urk. 71 S. 2). Er lässt
dazu ausführen, der Entscheid der Vorinstanz sei (mit dem beantragten Prozess-
ausgang) unverhältnismässig. Der Beschlag sei daher vollumfänglich aufzuheben.
Es solle sicher sein, dass die Kinder des Beschuldigten bei ihrer Mutter (in besag-
tem Haus) aufwachsen könnten (Urk. 80 S. 5).
3. Die gesetzlichen Voraussetzungen zur Beschlagnahme eines allfälligen,
über die Forderungen der Grundpfandgläubiger hinausgehenden Erlöses aus der
Zwangsverwertung bzw. dem freihändigen Verkauf der Liegenschaft des Be-
schuldigten zur Deckung der auf diesen entfallenden Verfahrenskosten waren
nach altem und sind nach neuem Recht gegeben (§ 83 StPO ZH; Art. 263 StPO).
Der Beschuldigte verfügt - mit Ausnahme seiner Liegenschaft - über keine nen-
nenswerten Aktiven oder seine Lebenshaltung übersteigenden Einkünfte, die es
ihm erlauben würden, die ihn treffenden Verfahrenskosten zu entgelten. Somit er-
scheint die vorinstanzlich angeordnete Beschlagnahme nach wie vor sachgerecht
und verhältnismässig, weshalb sie auch im Berufungsverfahren zu bestätigen ist.
- 28 -
VI.
Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Allgemeines
1.1. Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird.
Ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Verteidigung. Bei einem Freispruch
können der beschuldigten Person die Verfahrenskosten ganz oder teilweise aufer-
legt werden, wenn sie rechtswidrig und schuldhaft die Einleitung des Verfahrens
bewirkt oder dessen Durchführung erschwert hat (Art. 426 Abs. 1 und Abs. 2
StPO).
1.2. Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen, hat sie
u.a. Anspruch auf Entschädigung der wirtschaftlichen Einbussen, die ihr aus ihrer
notwendigen Beteiligung am Strafverfahren entstanden sind (Art. 429 Abs. 1 lit. b
StPO). Die Behörde prüft den Anspruch von Amtes wegen und sie kann die be-
schuldigte Person auffordern, ihre Ansprüche zu beziffern und zu belegen
(Art. 429 Abs. 2 StPO).
1.3. Bei Freispruch ist die Frage der Kostenauflage für jede Verfahrensstufe und
bei Teilfreispruch für jeden Anklagekomplex gesondert zu prüfen (Schmid, Hand-
buch des schweizerischen Strafprozessrechts, Zürich/St. Gallen 2009, N 1791).
1.4. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe
ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO).
2. Kostenauflage
2.1. Die Vorinstanz hat dem Beschuldigten sämtliche Verfahrenskosten aufer-
legt, mit der Begründung, die Vorwürfe, bezüglich derer der Beschuldigte freige-
sprochen werde (einige Urkundendelikte, Geldwäscherei), hätten keine zusätzli-
chen bzw. nennenswerten Kosten verursacht (Urk. 70 S. 63).
- 29 -
2.2. Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werden. Zutreffend ist, dass die Freisprü-
che auf die (geringen) Kosten der Untersuchung keinen Einfluss hatten. Der mit
der Erhebung des Beweismaterials verbundene Aufwand seitens der Ermittlungs-
und Untersuchungsbehörden blieb davon unberührt. Diesbezüglich sind die Kos-
ten (der Untersuchung) somit dem Beschuldigten aufzuerlegen. Die vorinstanzli-
chen Freisprüche hinsichtlich gewisser Urkundendelikte und der unwahren Anga-
ben über kaufmännische Gewerbe sowie bezüglich Geldwäscherei erfolgten indes
aus rechtlichen Gründen. Damit rechtfertigt sich eine Kostenausscheidung bezüg-
lich des erstinstanzlichen Verfahrens. Es erscheint angemessen, dem Beschuldig-
ten diese Kosten zu drei Vierteln aufzuerlegen und einen Viertel der Kosten auf
die Gerichtskasse zu nehmen.
Wie einleitend dargelegt wurde, ist die vorinstanzliche Kostenfestsetzung nicht
Gegenstand des Berufungsverfahrens (Erw. II/D/2+3). Dementsprechend ist, wie
ebenfalls ausgeführt wurde, im Dispositiv formell festzustellen, dass Dispositivziff.
8 des vorinstanzlichen Urteils in Rechtskraft erwachsen ist. Im Dispositiv, welches
im Anschluss an die Entscheidfällung vom 23. August 2012 versandt wurde, wur-
de einerseits (richtigerweise) in Ziff. 3 des Beschlusses die Rechtskraft von Dis-
positivziff. 8 festgestellt. Anderseits wurde in Ziff. 4 des Erkenntnisses die vor-
instanzliche Kostenfestsetzung bestätigt. Dabei handelt es sich allerdings um ein
offensichtliches Versehen, welches nunmehr in Anwendung von Art. 83 Abs. 1
StPO zu berichtigen ist. Die Bestimmung, wonach die vorinstanzliche Kostenfest-
setzung bestätigt werde, ist demzufolge aus dem Dispositiv zu entfernen.
2.3. Im Berufungsverfahren unterliegen der Beschuldigte mit seiner Berufung
sowie die Staatsanwaltschaft mit ihrer auf wenige angefochtene Punkte bezogene
Anschlussberufung je zur Gänze. Es rechtfertigt sich, die Kosten des Berufungs-
verfahrens dem Beschuldigten zu drei Fünfteln aufzuerlegen und zu zwei Fünfteln
auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfah-
ren ist auf Fr. 9'000 festzusetzen.
2.4. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind für beide Instanzen - vorbehält-
lich Art. 135 Abs. 4 StPO - von der Kostenauflage ausgenommen. Die Rückzah-
lungspflicht des Beschuldigten im Sinne von Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehal-
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ten. Sie umfasst sämtliche Kosten der amtlichen Verteidigung des Untersu-
chungsverfahrens, drei Viertel der Kosten der amtlichen Verteidigung des erstin-
stanzlichen Verfahrens und drei Fünftel der Kosten der amtlichen Verteidigung
des zweitinstanzlichen Verfahrens.
3. Entschädigung
Wie gezeigt sind dem Beschuldigten die Kosten der beiden Gerichtsverfahren nur
zum Teil aufzuerlegen. Eine persönliche Umtriebsentschädigung ist dem Be-
schuldigten dennoch nicht zu bezahlen, da kein Aufwand ersichtlich ist, welcher
dem Beschuldigten persönlich entstanden sein könnte.
Demnach wird beschlossen:
1. Es wird davon Vormerk genommen, dass die teilweise Berufung des Be-
schuldigten im Schuldpunkt (Dispositivziff. 1, 1.-3. Lemma) zurückgezogen
wurde.
2. Es wird davon Vormerk genommen, dass die teilweise Anschlussberufung
der Staatsanwaltschaft im Schuldpunkt (Freispruch gemäss Dispositivziff. 2,
1. und 2. Lemma) zurückgezogen wurde.
3. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung,
vom 24. Februar 2011 bezüglich Dispositivziffern 1 [Schuldspruch], 2 [Frei-
sprüche], 5 [Absehen vom Widerruf von drei Vorstrafen], 6 [Absehen von der
Anordnung einer Ersatzforderung], 7d [Herausgabe diverser beschlagnahm-
ter Gegenstände an den Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des Ur-
teils] sowie 8 [Kostenfestsetzung] in Rechtskraft erwachsen ist.
4. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
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5. Rechtsmittel:
Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in  erhoben werden.
Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung
des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-
richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.
Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen
richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-
gesetzes.
Sodann wird erkannt:
1. Der Beschuldigte wird bestraft mit 17 Monaten Freiheitsstrafe.
2. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf vier
Jahre festgesetzt.
3. a) Die mit Beschluss des Bezirksgerichts Zürich vom 18. November 2010
angeordnete Beschlagnahmung eines allfälligen, über die pfandgesi-
cherten Forderungen der Grundpfandgläubigerin hinausgehenden Er-
löses einer Zwangsverwertung der auf A._ im Grundbuch einge-
tragenen Liegenschaft Kataster Nr. ..., Grundbuchblatt ..., Liegen-
schaft [Adresse], bleibt aufrecht erhalten. Falls innert fünf Jahren nach
Eintritt der Rechtskraft des Urteils keine Zwangsverwertung erfolgt, fällt
diese Beschlagnahmung dahin.
b) Ein allfälliger, über die pfandgesicherten Forderungen der Grundpfand-
gläubigerin hinausgehender Erlös eines freihändigen Verkaufs der auf
A._ im Grundbuch eingetragenen Liegenschaft Kataster Nr. ..,
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Grundbuchblatt ..., Liegenschaft [Adresse], wird beschlagnahmt. Falls
innert fünf Jahren nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils kein freihän-
diger Verkauf erfolgt, fällt diese Beschlagnahmung dahin.
c) Der beschlagnahmte Erlös aus der Veräusserung oder Zwangsverwer-
tung der auf A._ im Grundbuch eingetragenen Liegenschaft Ka-
taster Nr. ..., Grundbuchblatt ..., Liegenschaft [Adresse], wird zur Kos-
tendeckung herangezogen; ein allfälliger Überschuss wird dem Berech-
tigten herausgegeben.
4. Die Kosten der Untersuchung sowie drei Viertel der Kosten des erstinstanz-
lichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. Ein Viertel der Kos-
ten des erstinstanzlichen Verfahrens wird auf die Gerichtskasse genommen.
Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichts-
kasse genommen. Die Rückzahlungspflicht zur Gänze für den auf die Unter-
suchung entfallenden Anteil sowie im Umfang von drei Vierteln für das erst-
instanzliche Verfahren bleibt vorbehalten.
5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 9'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. amtliche Verteidigung (ausstehend)
6. Die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten zu
drei Fünfteln auferlegt und zu zwei Fünfteln auf die Gerichtskasse genom-
men. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Ge-
richtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht im Umfang von drei Fünf-
teln für das zweitinstanzliche Verfahren bleibt vorbehalten.
7. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
− den Beschuldigten bzw. seinen Verteidiger − die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich
sowie in vollständiger Ausfertigung an
− den Beschuldigten bzw. seinen Verteidiger
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− die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich − das Bundesamt für Polizei, Meldestelle für Geldwäscherei (MROS),
Nussbaumstr. 29, 3003 Bern
und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-
ger Rechtsmittel an
− die Vorinstanz − die Kasse des Bezirksgerichts Zürich − das Grundbuchamt H._, [Adresse] (im Dispositivauszug [Ziff. 3]) − das Betreibungsamt G._, [Adresse] (im Dispostivauszug [Ziff. 3]) − die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis, Unt. Nr. 98/00276 − die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis, Unt. Nr. 02/00102 − die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, Unt. Nr. 02/00423 − die Koordinationsstelle Zürich mit Formular A und B.
8. Rechtsmittel:
Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in  erhoben werden.
Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen,  Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des
Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-
gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.
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Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen
richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-
gesetzes.
Obergericht des Kantons Zürich II. Strafkammer