Decision ID: 12c428d2-f849-56c5-8bb9-c4d476979388
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X erwarb den Führerausweis der Kategorien B und BE sowie der Unterkategorien
A1, D1 und D1E am 13. Dezember 1985. Im Informationssystem über die
Verkehrszulassung (IVZ) ist sie nicht verzeichnet. Am 31. März 2020 um 00.51 Uhr
lenkte sie in St. Gallen einen Personenwagen, als sie nach einer Strecke von rund 1,8
km von einer Patrouille der Stadtpolizei angehalten wurde. Die Frontscheibe des
Fahrzeugs war zu einem grossen Teil mit Eis und Schnee bedeckt. Die Polizei
bezeichnete die Sicht als stark beeinträchtigt.
B.- Wegen des Vorfalls vom 31. März 2020 eröffnete das Strassenverkehrsamt des
Kantons St. Gallen am 2. Juni 2020 ein Administrativmassnahmeverfahren gegen X,
stellte zufolge schwerer Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften einen
Führerausweisentzug für die Dauer von mindestens drei Monaten in Aussicht und gab
Gelegenheit zur Stellungnahme. Am 18. Juni 2020 ging beim Strassenverkehrsamt ein
Schreiben des Arbeitgebers ein, worin dieser mitteilte, dass X zum Erledigen der Arbeit
auf den Führerausweis angewiesen sei. Das Untersuchungsamt St. Gallen sprach X mit
Strafbefehl vom 18. Juni 2020 der groben Verletzung der Verkehrsregeln schuldig und
bestrafte sie mit einer bedingten Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je Fr. 80.– und einer
Busse von Fr. 400.–. Mit Verfügung vom 14. Juli 2020 entzog das Strassenverkehrsamt
X den Führerausweis zufolge schwerer Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften für die Dauer von drei Monaten.
C.- Gegen die Verfügung des Strassenverkehrsamts vom 14. Juli 2020 erhob X am 29.
Juli 2020 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen (VRK)
mit dem Antrag, von einem Entzug des Führerausweises sei abzusehen. Das
Strassenverkehrsamt verzichtete am 20. August 2020 auf eine Vernehmlassung.
Auf die Ausführungen der Rekurrentin wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum
Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekus
vom 29. Juli 2020 (Datum der Postaufgabe: 31. Juli 2020) ist rechtzeitig eingereicht
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worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen
(Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS
951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Zunächst ist zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht von einer schweren
Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften ausgegangen ist.
a) Es ist unbestritten, dass die Rekurrentin am 31. März 2020 einen Personenwagen mit
vereister Frontscheibe lenkte. Mit ihrem Verhalten verletzte sie Art. 29 des
Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: SVG), wonach Fahrzeuge nur in
betriebssicherem und vorschriftsgemässem Zustand verkehren dürfen. Sie müssen so
beschaffen und unterhalten sein, dass die Verkehrsregeln befolgt werden können und
dass Führer, Mitfahrende und andere Strassenbenützer nicht gefährdet und die
Strassen nicht beschädigt werden. Gemäss Art. 57 Abs. 1 der
Verkehrsregelnverordnung (SR 741.11; abgekürzt: VRV) hat sich der Führer zu
vergewissern, dass das Fahrzeug in vorschriftsgemässem Zustand ist. Insbesondere
müssen nach Art. 57 Abs. 2 Satz 1 VRV die Scheiben sauber gehalten werden. Gegen
diese Bestimmung verstösst beispielsweise, wer mit vereister oder beschlagener
Windschutz- und schneebedeckter Heckscheibe fährt (vgl. R. Schaffhauser, Grundriss
des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Band I: Grundlagen, Verkehrszulassung
und Verkehrsregeln, 2. Aufl. 2002, Rz. 474). Auf die für die Verkehrssicherheit zentrale
Bedeutung der guten Sicht weist auch Art. 71a Abs. 4 der Verordnung über die
technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge (SR 741.41; abgekürzt: VTS) hin,
wonach Scheiben, die für die Sicht des Führers oder der Führerin nötig sind, eine klare,
verzerrungsfreie Durchsicht gestatten müssen. Indem es die Rekurrentin unterliess, die
Frontscheibe gänzlich zu enteisen, verletzte sie diese Verkehrsvorschriften.
b) Gemäss Art. 16 Abs. 2 SVG wird nach Widerhandlungen gegen die
Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das Verfahren nach dem OBG
(Ordnungsbussengesetz, SR 741.03) ausgeschlossen ist, der Lernfahr- oder
Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das Gesetz
unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b SVG) und
schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine leichte Widerhandlung begeht, wer
durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer
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hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG).
Nach der Rechtsprechung müssen beide Voraussetzungen kumulativ gegeben sein
(BGE 135 II 138 E. 2.2.3). Ist die Verletzung grob und wird dadurch eine ernstliche
Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen, ist die
Widerhandlung schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). Eine mittelschwere Widerhandlung
begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer
hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Sie stellt einen
Auffangtatbestand dar und liegt vor, wenn nicht alle privilegierenden Elemente einer
leichten Widerhandlung und nicht alle qualifizierenden Elemente einer schweren
Widerhandlung gegeben sind (BGE 135 II 138 E. 2.2.2). Gemäss Art. 16a Abs. 4 SVG
wird in besonders leichten Fällen auf jegliche Massnahme verzichtet.
c) Das Untersuchungsamt St. Gallen sprach die Rekurrentin mit Strafbefehl vom 18.
Juni 2020 der groben Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig.
Art. 90 Abs. 2 SVG entspricht administrativrechtlich einer schweren Widerhandlung
gemäss Art. 16c SVG (Urteil des Bundesgerichts [BGer] 1C_3/2015 vom 26. August
2015 E. 2.1; Ph. Weissenberger, Kommentar SVG und OBG, 2. Aufl. 2015, Art. 90 SVG
N 24, 55). Zur Begründung der Qualifizierung des Vorfalls vom 31. März 2020 als
schwere Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften im Sinn von Art. 16c
Abs. 1 lit. a SVG bringt die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung vor, die
Rekurrentin habe grob schuldhaft Verkehrsregeln verletzt und eine ernstliche Gefahr für
die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen.
d) Eine Verkehrsgefährdung liegt vor, wenn die körperliche Integrität einer Person
entweder konkret oder abstrakt gefährdet wurde. Im Recht der
Administrativmassnahmen wird zwischen der einfachen und der erhöhten abstrakten
Gefährdung unterschieden. Erstere zieht keine Administrativmassnahmen nach sich
(vgl. Art. 16 Abs. 2 SVG). Von einem solchen Fall ist jedoch nur dann auszugehen,
wenn keine anderen Verkehrsteilnehmer vom Fehlverhalten hätten betroffen werden
können. Führte hingegen die Missachtung einer Verkehrsregel zur Verletzung eines
Rechtsguts oder einer konkreten beziehungsweise einer erhöhten abstrakten
Gefährdung der körperlichen Integrität, hat dies eine Administrativmassnahme zur
Folge (R. Schaffhauser, Die neuen Administrativmassnahmen des
Strassenverkehrsgesetzes, in: Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2003, St. Gallen
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2003, S. 181, Rz. 43 ff.). Innerhalb der erhöhten abstrakten Gefährdung ist auf die Nähe
der Verwirklichung der Gefahr abzustellen. Je näher die Möglichkeit einer konkreten
Gefährdung oder Verletzung liegt, umso schwerer wiegt die erhöhte abstrakte Gefahr
(vgl. BGE 118 IV 285 E. 3a). Eine konkrete Gefahr liegt vor, wenn für einen bestimmten,
tatsächlich daherkommenden Verkehrsteilnehmer oder einen Mitfahrer des Täters die
Gefahr einer Körperverletzung oder gar Tötung bestand (J. Boll, Grobe
Verkehrsregelverletzung, Davos 1999, S. 12). Zudem ist das Ausmass der
üblicherweise entstehenden Schädigung bei Eintritt der Rechtsgutverletzung zu
berücksichtigen (vgl. Entscheid der VRK [VRKE] IV-2011/113 vom 24. November 2011
E. 3b, im Internet abrufbar unter: www.sg.ch/recht/gerichte und dort unter
Rechtsprechung).
Gestützt auf die Feststellungen der Polizei war die Frontscheibe mit einer circa zwei
Zentimeter dicken Eisschicht komplett vereist. Auf der Eisschicht befand sich eine circa
ein Zentimeter dicke gefrorene Schneeschicht. Die Rekurrentin hatte lediglich zwei
Gucklöcher in der Grösse von rund 10 mal 25 Zentimetern im Bereich der Fahrer- und
der Beifahrerseite freigekratzt. Dadurch war die Sicht für die Rekurrentin nicht auf alle
Seiten gegeben und massiv eingeschränkt. Es war unmöglich, das Verkehrsgeschehen
im gesamten Umfeld wahrzunehmen. Entsprechend bestand eine hohe Unfallgefahr.
Bei Strassenkreuzungen oder Einfahrtsstrassen hätte die Rekurrentin kaum rechtzeitig
auf andere Verkehrsteilnehmer reagieren und einen unauffällig gekleideten Fussgänger
hätte sie nicht wahrnehmen können. Hinzukommt, dass es im Zeitpunkt des Vorfalls
dunkel war, was die Sicht zusätzlich erschwerte (so auch BGer 1C_6/2015 vom 29.
April 2015 E. 3.5). Ein Abkommen von der Fahrspur wäre unter diesen Umständen
ebenfalls möglich gewesen, was auch bei geringem Tempo ein erhebliches Risiko für
den entgegenkommenden Verkehr darstellt. Mit solch vereisten Scheiben hätte die
Rekurrentin nicht losfahren dürfen. Sie hätte die Scheiben vor Fahrtbeginn gänzlich
vom Eis befreien müssen. Selbst wenn das Verkehrsaufkommen zur fraglichen Zeit
gering war – wie es die Rekurrentin geltend macht – ändert dies nichts daran, dass sie
ihr Fahrzeug mit massiver Sichteinschränkung über eine Distanz von rund 1,8 km
lenkte. Damit schuf sie eine ernstliche Gefahr für sich und die Sicherheit der übrigen
Verkehrsteilnehmer. Es ist von einer hohen abstrakten Gefährdung auszugehen.
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e) Subjektiv erfordert der Tatbestand ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend
regelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, mindestens grobe
Fahrlässigkeit. Dies ist immer dann zu bejahen, wenn der Täter sich der allgemeinen
Gefährlichkeit seiner verkehrswidrigen Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit
kann aber auch vorliegen, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer
pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht, also unbewusst fahrlässig handelt. In solchen
Fällen bedarf die Annahme grober Fahrlässigkeit einer sorgfältigen Prüfung. Sie wird
nur zu bejahen sein, wenn das Nichtbedenken der Gefährdung anderer
Verkehrsteilnehmer ebenfalls auf Rücksichtslosigkeit beruht und daher besonders
vorwerfbar ist (vgl. BGE 118 IV 283 E. 4). Mit dem Begriff der Rücksichtslosigkeit wird
eine besondere Gleichgültigkeit bzw. ein bedenken- oder gewissenloses Verhalten
gegenüber fremden Rechtsgütern umschrieben, das nicht nur im bewussten "Sich-
Hinwegsetzen", sondern auch im blossen Nichtbedenken der Gefährdung fremder
Interessen liegen kann (BGer 6B_377/2007 vom 6. Februar 2008 E. 2.1).
Die Rekurrentin erklärte anlässlich der polizeilichen Einvernahme, dass sie gewusst
habe, dass ihre Frontscheibe komplett mit Eis und Schnee bedeckt gewesen sei. Sie
habe zum lieben Gott gebetet, dass sie nicht von der Polizei angehalten werde. Mit
dem Eiskratzen habe sie aufgehört, weil ihr die Hände weh getan hätten und sie
dringend auf die Toilette habe gehen müssen (act. 9/8 ff.). Das Verhalten der
Rekurrentin war grobfahrlässig und es ist ihr damit ein schweres Verschulden
vorzuwerfen. Sie macht geltend, dass sie die Frontscheibe nicht aus Bequemlichkeit
nicht vom Eis befreit habe, sondern, dass sie sich in einer Notsituation befunden habe,
weil ihr aufgrund der Kälte die Hände weh getan hätten und sie dringend auf die
Toilette habe gehen müssen. Damit beruft sie sich sinngemäss auf einen Notstand
gemäss Art. 17 f. des Strafgesetzbuches (SR 311.0). Diese Bestimmungen sind bei
einem Warnungsentzug wie hier sinngemäss anwendbar (BGer 6A.28/2003 vom 11.
Juli 2003 E. 2.2). Auf Notstand kann sich berufen, wer in Rechtsgüter unbeteiligter
Dritter eingreift, weil nur so mindestens gleichwertige eigene oder fremde Rechtsgüter
aus einer akuten Gefahr gerettet werden können (BSK StGB-Niggli/Göhlich, 4. Aufl.
2019, Art. 17 N 1 und 10). Dies ist vorliegend nicht der Fall. Die Rekurrentin war zwar in
einer unangenehmen Situation. Diese rechtfertigt jedoch nicht, die übrigen
Verkehrsteilnehmer einer erheblichen Gefahr für Leib und Leben auszusetzen. Das
Interesse der übrigen Verkehrsteilnehmer, sicher am Strassenverkehr teilnehmen zu
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können, ist höher zu gewichten als das Interesse der Beschwerdeführerin, warme
Hände zu haben und auf die Toilette gehen zu können. Ein Notstand, aufgrund dessen
das Verhalten der Rekurrentin entschuldbar wäre, lag somit nicht vor.
f) Zusammengefasst schuf die Rekurrentin eine erhöhte abstrakte Gefährdung für
andere Verkehrsteilnehmer; ihr ist zudem ein schweres Verschulden vorzuwerfen. Die
Vorinstanz ist deshalb zu Recht von einer schweren Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG ausgegangen. In einem
ähnlichen Fall, in welchem bei der Frontscheibe einzig unten in der Mitte zwei circa 25
mal 25 Zentimeter grosse Flächen durch die einsetzende Warmluft der Lüftungsanlage
vom Eis befreit waren, ist die VRK ebenfalls von einer schweren Widerhandlung gegen
die Strassenverkehrsvorschriften ausgegangen (VRKE IV-2017/69 vom 28. September
2017). Bei einem grösseren Guckloch erkannte die VRK hingegen auf eine
mittelschwere Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften (VRKE
IV-2020/80 vom 29. Oktober 2020, in welchem ein Guckloch von circa 40 mal 45
Zentimeter vom Eis freigekratzt war).
3.- Zu prüfen bleibt die Dauer des Führerausweisentzugs von drei Monaten. Die
Rekurrentin macht geltend, dass sie ihre Arbeitsstelle verliere, werde ihr der
Führerausweis für drei Monate entzogen. Zudem sei sie noch nie mit einem
Führerausweisentzug belegt worden und habe noch nie schwerwiegend gegen das
Strassenverkehrsgesetz verstossen.
a) Bei der Festsetzung der Dauer des Lernfahr- oder Führerausweisentzugs sind
gemäss Art. 16 Abs. 3 SVG die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen,
namentlich die Gefährdung der Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als
Motorfahrzeugführer sowie die berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen.
Die Mindestentzugsdauer darf jedoch nicht unterschritten werden. Nach einer
schweren Widerhandlung wird der Führerausweis für mindestens drei Monate entzogen
(Art. 16c Abs. 2 lit. a SVG).
b) Die Vorinstanz hat die Dauer der Massnahme auf drei Monate festgesetzt. Dies
entspricht der Mindestentzugsdauer gemäss Art. 16c Abs. 2 lit. a SVG. Da das Gesetz
eine Unterschreitung dieser Mindestentzugsdauer ausschliesst (Art. 16 Abs. 3 SVG),
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können massnahmemindernde Umstände, wie insbesondere die berufliche
Angewiesenheit der Betroffenen auf den Führerausweis oder ein ungetrübter
automobilistischer Leumund eine Unterschreitung der Mindestentzugsdauer nicht
rechtfertigen. Angesichts der zwingenden Natur der gesetzlichen Mindestentzugsdauer
verbleibt der rechtsanwendenden Behörde auch kein Ermessensspielraum, innerhalb
dessen sie Überlegungen zur Verhältnismässigkeit der Massnahme im Sinn der
Erforderlichkeit zur Besserung der Betroffenen anstellen könnte (vgl. Botschaft, in: BBl
1999, S. 4462 ff.). Daraus folgt, dass die Mindestentzugsdauer selbst in
Ausnahmesituationen nicht unterschritten werden kann. Mit dem Verbot der
Unterschreitung der gesetzlichen Mindestentzugsdauern gemäss Art. 16 Abs. 3 letzter
Satz SVG bezweckt der Gesetzgeber "eine einheitlichere und strengere Ahndung von
schweren und wiederholten Widerhandlungen gegen
Strassenverkehrsvorschriften" (Botschaft vom 31. März 1999 zur Änderung des
Strassenverkehrsgesetzes, BBl 1999 4485). Somit sollen die besonderen Umstände
des Einzelfalls, namentlich die Gefährdung der Verkehrssicherheit, das Verschulden,
der Leumund als Motorfahrzeugführer sowie die berufliche Notwendigkeit, ein
Motorfahrzeug zu führen, von den Strassenverkehrsämtern und Gerichten nur bis zur
gesetzlich vorgeschriebenen Mindestentzugsdauer berücksichtigt werden
(vgl. Weissenberger, a.a.O., Art. 16 SVG N 33). Die angefochtene Verfügung ist somit
auch hinsichtlich der Höhe der Entzugsdauer zu bestätigen.
4.- Damit ist der Rekurs abzuweisen. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die
amtlichen Kosten der Rekurrentin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 1'200.– (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung,
sGS 941.12) erscheint angemessen. Der Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist damit zu
verrechnen.