Decision ID: 1a7334ed-c38b-4700-9692-ff4298e0e035
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1966,
war von November 1993 bis Ende September 2016 im Hotel
Y._
als
Zimmermädchen und Frühstück
skraft
in einem 100%-Pensum angestellt (
Urk.
7/23).
Am 2
9.
September 2014 ist sie die Keller
treppe hinuntergestürzt (vgl. Bagatellunfall-Meldung UVG,
Urk.
7/4).
Am 1
1.
Mai 2017 (Eingangsdatum) meldete sie sich bei der Sozialver
siche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
unter Hinweis auf den Unfall vom
2
9.
Sep
tember 2014
zum Bezug von Leistungen der Invaliden
versicherung an (Urk. 7/3).
Die IV-Stelle nahm medizinische und erwerbliche Abklärungen vor, zog die Akten der Krankentaggeldversicherung (
Urk.
7/22) bei, holte die Berichte der behan
delnden Ärzte (
Urk.
7/
24,
Urk.
7/28
,
Urk.
7/42,
Urk.
7/47,
Urk.
7/48
) sowie einen Auszug aus dem Individuellen Konto der Versicherten (IK-Auszug,
Urk.
7/8) ein und er
suchte die Arbeitgeberin um Auskünfte (vgl
. Arbeitgeberfragebogen vom 22.
No
vem
ber 2017,
Urk.
7/23).
In der Folge veranlasste die IV-Stelle
eine
ärzt
li
che Un
ter
suchung durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD), worüber am
19. Sep
tember 2019
Bericht erstattet wurde (
Urk.
7
/
51-52
).
Die Versicherte reichte im Verlauf einen weiteren Arztbericht zu den Akten (
Urk.
7/57).
Zu sämtlichen Akten nahm RAD-Arzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chi
rurgie und Traumatologie, am
2
3.
April 2020
Stellung
(vgl. Feststellungsblatt, Urk. 7/60 S. 10).
Mit Vorbescheid vom 3
1.
Juli 2020 stellte die IV-Stelle der Ver
sicherten die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente ab 1. November 2017 befristet bis zum 31. Dezember 2019 in Aussicht (Urk. 7/64).
Dagegen erhob die Versicherte mit Schreiben vom
1.
Oktober 2020 unter Beilage eines weiteren Arzt
berichtes vom 1
4.
September 2020 sowie einer Stellungnahme der
A._
vom 2
1.
August
2020 (
Urk.
7/74) Einwand (Urk.
7/75). M
it Verfügung vom
8.
März 2021
sprach die IV-Stelle der
Versicher
ten wie vor
be
schieden eine befris
tete ganze Invalidenrente ab 1.
November 2017
bis zum 31.
Dezember 2019 zu (
Urk.
7/90 unter Verweis auf den
2.
Teil der Ver
fügung [
Urk.
7/73]
=
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob
die
Versicherte mit Eingabe vom
1
3.
April 2021
Beschwerde
und beantragte, die angefochtene Verfügung sei
insofern
aufzuheben
, als dass
di
e Be
schwer
de
gegnerin zu verpflichten
sei
, ihr auch für die Zeit ab dem
1.
Januar 2020 eine unbefristete ganze Rente zuzusprechen. Eventualiter sei ihr ab dem
1.
Januar 2020 eine unbefristete Teilrente nach Massgabe ihres Invaliditätsgrades zuzu
spre
chen. Lasse sich
der
medizinische Sachverhalt anhand der vorhandenen Unterla
gen nicht abschliessend beurteilen, sei eine zusätzliche unabhängige Ex
pertise zur Abklärung der orthopädischen und psychischen Situation einzu
holen
(Urk. 1).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 2
7.
Mai 2021
(Urk. 6
) auf Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 2
8.
Mai 2021 wurde die Beschwerdeantwort der Beschwerdeführerin zur Kenntnisnahme
zugestellt
(Urk. 8). Am 1
4.
Juni 2021 reichte die Beschwerdeführerin eine weitere Stellung
nahme ein, in der sie an ihren Rechtsbegehren vollumfänglich festhielt (Urk. 9), was der Beschwerdegegnerin am 1
5.
Juni 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen Einspracheentscheids eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. De
zember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nachfolgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.
2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
IVG
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_
122/2020 vom 26
.
Februar 2021 E. 2
). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Re
ntenbeginns mit demjenigen im –
nach Massgabe des ana
log anwendbaren Art. 88a Abs. 1
IVV festzusetzenden
– Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis
.
1.5
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflag
e 2014, Rn 11 zu Art. 30–31
). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prü
fung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise gere
gelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Dabei ist in anfechtungs- und streitge
genständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Verfügun
gen gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 Regeste; Urteil des Bundes
gerichts 8C_489/2009 vom 23. Okt
ober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).
1.
6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
7
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funkti
onelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG
, in der bis Ende 2021 gültig gewesenen Fassung; ab
1.
Januar 2022 vgl.
Art.
54a IVG
). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüf
methoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.3.2).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom
8.
März 2021
(Urk. 2) hielt die Be
schwer
de
gegnerin fest, medizinische Abklärungen hätten ergeben, dass
die
Beschwerde
führerin
sechs Monate nach der Anmeldung, im November 2017, die Voraus
set
zun
gen für eine ganze Rente erfüllt habe. Ihr Gesund
heitszustand habe sich jedoch verbessert, sodass sie ab September 2019 in einer angepassten Tätigkeit wieder zu 80 % arbeitsfähig sei. Der Einkommensvergleich ergebe einen Invali
di
täts
grad von 36 %, weshalb
ab Januar 2020 kein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung mehr bestehe.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom 1
3.
April 2021 (
Urk.
1) zusammengefasst geltend,
ihr Gesundheitszustand habe sich im Jahr 2019 erheblich verschlechtert und sie sei auch in einer optimal angepassten Hilfs
tätig
keit nicht 80 % arbeitsfähig. Der Invaliditätsgrad sei in jedem Fall höher als 36 % und mindestens bei 56 % zu veranschlagen. Im Übrigen sei zu berück
sich
ti
gen, dass bei den zahlreichen Einschränkungen selbst eine ange
passte Tätigkeit realistischerw
eise nicht gefunden werden könne. Sollte si
ch eine solche Tätigkeit wider E
r
warten als realisierbar herausstellen, könne für die Entlöhnung in keinem Fall auf die Durchschnittswerte der Erhebungen des Bundesamtes für Sta
tis
tik abgestellt werden, sei der ausgewiesene Analphabetismus der Beschwer
deführerin sowie ihre ausgeprägte Rechenschwäche, welche es ihr nicht ermögli
chen wür
den, den von der Beschwerdegegnerin genannten Lohn zu erzielen, doch völlig unbe
rück
sichtigt geblieben.
3.
3.1
Aufgrund typischer
Gonarthroseschmerzen
medial am linken Kniegelenk wurde die Beschwerdeführerin im Juni 2016 in der
B._
Klinik vorstellig.
Laut behandelnden Ärzten ist
a
us der im Oktober 2016 durchgeführte Magnetreso
nanz
tomo
graphie (MRI) eine pro
grediente schwere mediale
femorotibiale
Arthro
se mit Akti
vie
rung, zum Teil
Knorpelflaps
medial und grossen
synovialen
Chon
dro
men
pop
liteal
ersichtlich. Begleitend zeige sich ein mediale
r
Meniskus mit radiärem Riss zunehmend dege
ne
riert, ebenso wie ein grosser Gelenkserguss, eine Bursitis
anse
rina
und eine
Peritendinitis
der
Pes
anserinus-Sehne
(vgl. Arzt
be
richte vom 11. No
vember 2016 [
Urk.
7/
22/4] und 2
0.
Januar 2017 [Urk.
7/22/2])
.
Seit
5.
Oktober 2016 attestierten ihr die Ärzte der
B._
Klinik durchgängig ein 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
7/22; vgl. auch
Urk.
7/60/11).
Nach Ver
sa
gen der kon
servativen Therapiemassnahmen (Injektionen, Analgetika, Physio
the
rapie
) erfolg
te am 1
8.
September 2017
die
Implantation einer medialen Knie
teil
pro
the
se links.
Dr.
med.
C._
, Oberarzt Orthopädie untere Extre
mitäten in der
B._
Klinik,
berichtete von einem komplikationslosen post
operativen Ver
lauf. Er diagnostizierte ausserdem ein chronisches
lumboverte
bra
les
Schmerz
syn
drom mit/bei Spondylarthrosen L4/5,
osteophytäre
r
Ausziehung der Deckplatte LWK4 ventral sowie myofasziale
r
Schmerzkomponente Becken
gürtel
muskulatur. Aufgrund der persistierenden Restbeschwerden nach dem Ein
griff am linken Knie
gelenk sowie weitere
r
Diagnosen sei die Beschwerde
füh
rerin in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Ihrer angestammten Tätigkeit als Hotel
mit
arbei
te
rin könne sie nicht mehr nac
hgehen (vgl. Arztbericht vom 5.
De
zember 2017, Urk. 7/24).
Eine angepasste, vorwiegend sitzende Tätigkeit sei der Be
schwerde
führerin in einem reduzierten Pensum vom vier bis sechs Stunden pro Tag zumut
bar
. Aktuell könne sie für mindestens zwei Stunden täglich wieder ein
gegliedert werden
(vgl. Arztbericht vom 1
1.
Juli 2018
über die Sprechstunde vom 2
8.
März 2018
,
Urk.
7/28).
Dr.
med.
D._
, Oberärztin Neuro
logie in der
B._
Klinik, präzisierte, auf
grund der fehlen
den Lese- und Schreibfähigkeit könne die Beschwerdeführerin auch keine admini
stra
tiven Auf
gaben übernehmen (vgl. Arztbericht vom
7.
Janu
ar 2019, Urk. 7/42). Betreffend das
lumbospondylogene
Schmerzsyndrom führte die Neu
ro
login aus, die Schmerzsymptomatik sei mit Novalgin kontrolliert, weshalb sie empfehle
,
diese fortzuführen, ebenso die Physiotherapie (
Urk.
7/47/5).
3.2
Hausarzt
Dr.
med.
E._
, Allgemeine Innere Medizin FMH, konstatierte in seinem Arztbericht vom 3
1.
März 2019 (
Urk.
7/47),
es würden an
haltende Rückenbeschwerden mit Schmerzausstrahlung in die Beine bestehen. P
rak
tisch der ganze Körper der Beschwerdeführerin sei palpatorisch schmerz
emp
find
lich. Trotz Rückenschmerzen sei sie jedoch erstaunlich beweglich. Akti
vier
te Arthro
sen in den Gelenken seien keine feststellbar.
Er hielt folgende Dia
gnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit fest:
-
Chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom
-
Beidseitige Gonarthrosen
-
Anhaltende depressive Störung mit somatischem Syndrom
Aus seiner Sicht sei die Beschwerdeführerin nicht mehr arbeitsfähig. Im Haushalt könne sie nur noch leichte körperliche Arbeiten erledigen. Schwerere Tätigkeiten, wie beispielsweise Wäschewaschen oder Einkäufe erledigen, würden von ihrem Ehemann übernommen werden.
Hinsichtlich der Eingliederung könne er keine gute Prognose
stellen
. Die Beschwerdeführerin verfüge nur über ganz geringe Res
sour
cen. Sie sei Analphabetin und der deutschen Sprache praktisch nicht mäch
tig.
3.3
Seit Mai 2017 befindet sich die Beschwerdeführerin ausserdem in psychiatri
scher
/psychotherapeutischer
Behandlung in der
A._
. In ihrem
B
ericht vom
8.
Ap
ril
2019 (
Urk.
7/48)
führ
ten die behandelnden Fach
personen
aus, es zeige sich ein depressives Zustands
bild mit gedrückter Stimmung, Kraftlosigkeit, Antriebs
losig
keit, Motivations
losig
keit, fehlender Perspektiven im Leben, starken Schuldge
fühlen, fehlender Tages
struk
tur, teilweise Einschlaf
stö
run
gen mit Grübeln und sozialer Isolation sowie stän
di
gen Schmerzen. Die Befunderhebung sei erschwert durch die bruch
stück
haften Deutschkenntnisse. Die Auffassung wirke ungestört, die Konzen
tra
tion sei jedoch eingeschränkt und das Gedächtnis eher ungenau und lückenhaft. Das Denken sei auf die Krankheit des Sohnes und ihre damit verbundenen Schuldgefühle
ein
ge
engt. Hinweise auf Befürchtungen, Zwänge, Wahn, Sinnes
täuschungen und Ich-Störungen gebe es keine. Im Affekt sei sie kaum schwin
gungsfähig, vor
wie
gend deprimiert mit star
ken Schuldgefühlen, hoffnungs- und perspektivlos. Die Be
schwerdeführerin wei
ne in den Gesprächen regelmässig. Die Vitalgefühle seien deutlich herab
ge
setzt, sie sei schnell ermüdbar und kraftlos, der Antrieb reduziert. Es würden Ängste in Bezug auf Finanzen und die Gesundheit der Familie be
stehen. Sozial sei sie stark zurückgezogen und es würde ihr schwerfallen, soziale Beziehungen einzugehen. Aktuell sei sie von Suizidgedanken glaubhaft distan
ziert. Die behandelnden Ärzte
diagnostizierten eine mittelgradige bis schwere de
pressive Episode (ICD-10: F32.1) und
attestierten ihr eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit
. Die Prognose zur Arbeitsfähigkeit sei eher ungünstig. Die Etablierung einer Tagesstruktur sowie der Aufbau einer sinnstif
tenden Tätigkeit sei zwar wünschenswert, die dazu benötigten Energieressourcen würden jedoch fehlen.
3.4
Am 1
0.
September 2019 fand in Anwesenheit einer Dolmetscherin für die tür
ki
sche Sprache die orthopädisch sowie psychiatrische Unter
suchung beim RAD statt, über welche am 1
9.
September 2019 berichtet wurde (Urk. 7/51-52).
3.4.1
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt fest, die Beschwerdeführerin sei pünktlich und alleine in die Untersuchungs
situation gekommen
. Sie sei hergefahren worden, da sie nervös
gewesen sei
, es alleine nicht rechtzeitig zu schaffen. Sie wirke wach, bewusstseinsklar und zu allen Mo
dalitäten orientiert.
Sie habe die Aufmerksamkeit und Konzentration über die ge
samte Untersuchungsdauer (drei Stunden) gut aufrechterhalten kön
nen. Bezüg
lich Daten, Jahreszahlen und Chronologie von Ereignissen sei sie durchweg nicht in der Lage gewesen, genauere Angaben zu machen. Sie erinnere sich jeweils nicht oder könne keine Angaben machen, was auch mit der fehlenden Schul
bil
dung zusammenhängen könne.
Gelegentlich rede sie daneben.
Die Beschwer
de
führerin sei sehr auf die körperlichen Beschwerden sowie die Krank
heit ihres Sohnes fixiert gewesen.
Dieser leide an einer schweren Form der Schi
zophrenie und sei in einer Einrichtung untergebracht. Die Beschwerdeführerin mache sich deswegen grosse Vorwürfe und habe Schuldgefühle
. Sie sei affektiv zum depres
si
ven Pol ausgelenkt
und nur wenig schwingungsfähig. Ihr Antrieb sei leicht
gra
dig reduziert, die Psychomotorik wenig ausgeprägt. Es ent
stehe der Eindruck, dass die Beschwerdeführerin mit viel Nachdruck versuche, ihre Beschwerden deutlich zu machen.
Sie habe über Zukunftsängste und Sorgen um die Familie berichtet sowie angegeben, Kopfschmerzen sowie Ein- und Durch
schlafstörungen zu ha
ben, wobei dies
e
durch das Antidepressivum besser sei
en
. Dasselbe gelte für ihr Grübeln, welches ebenfalls unter dem Anti
depres
si
vum eine Besserung erfahre.
Der Serumspiegel von
Escitalopram
liege jedoch unter dem therapeutischen Be
reich. Die Beschwerdeführerin nehme das Medikament über
wiegend wahrschein
lich nicht regelmässig ein.
RAD-Ärztin
Dr.
F._
beur
teilte die
Fähigkeit zu ausserberuflichen Aktivi
tä
ten
als
nicht und die
Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen
als
nicht we
sent
lich eingeschränkt.
L
eichtgradig eingeschränkt sei
die Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben.
Die Flexibilität und Umstellungs
fähigkeit sowie die Durchhaltefähig
keit seien leicht- bis mittel
gradig einge
schränkt. Auf
grund des Analphabetismus sei die schriftliche Kommu
ni
ka
tions
fähig
keit nicht
gegeben
.
Dr.
F._
hielt folgende psychiatrische Dia
gno
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest:
-
Leichtgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.01)
-
Analphabetismus und Rechenschwäche
Betreffend die Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
F._
aus, in der angestammten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin seit Oktober 2016 nicht mehr arbeitsfähig. In einer angepassten Tätigkeit habe aus psychiatrischer Sicht überwiegend wahr
scheinlich seit Mai 2017 bis Anfang 2019 auch eine 100%ige Arbeitsun
fähig
keit vorgelegen.
Danach könne die Arbeitsfähigkeit retrospektiv nicht genauer beur
teilt werden.
Spätestens seit dem Zeitpunkt der Untersuchung
(10. Sep
tem
ber 2019) sei
jedoch
aus psychiatrischer Sicht medizinisch-theoretisch
in zeitlich fle
xiblen Tätigkeiten ohne permanenten Zeit- und Termindruck, bei nur geringem Publi
kums
verkehr, ohne besondere Anforderun
gen an das Umstellungs- und An
pas
sungs
vermögen, ohne Notwendigkeit zu rechnen, zu lesen und/oder zu schrei
ben und ohne Bedienung von Computern in einer wohlwollenden und konflikt
armen Arbeitsatmosphäre eine 80%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar. Die 20%ige Ein
schränkung er
gebe sich aus dem erhöhten Pausenbedarf
(
Urk.
7/51)
.
3.4.2
Im Rahmen der orthopädischen Untersuchung
bei
Dr.
med.
G._
, Fach
arzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
klagte
die Beschwerde
füh
rerin
über starke Kopfschmerzen. Sie habe morgens ein Schweregefühl und Prob
leme beim Aufstehen. Dabei habe sie Schmerzen mit Ausstrahlung in das linke Knie. Beim Abwaschen verspüre sie Schmerzen in der Lenden
wirbel
säule und auch im Bereich
beider Schultern habe sie Schmerzen. Im Bereich des linken Kniegelenkes habe sie eine Bewegungseinschränkung. Das linke Knie sei ständig geschwollen. Das Gehen von Treppen nach unten sei beeinträchtigt, wo
bei keine Instabilität bestehe. Im rechten Kniegelenk habe sie gelegentlich Be
schwerden, welche wohl auf die Überlastung des rechten Beines zurückzu
führen seien. Betreffend die Beschwerden in der Schulter und im linken Kniegelenk führe sie Krankengymnastik durch. Zusätzlich gehe sie zwei bis dreimal im Monat in die Physiotherapie. Die Rückenprobleme würden jedoch nicht behandelt werden.
Dr.
G._
befundete einen vollständigen orthopädischen Körperstatus (
Urk.
7/52/4-9) und hielt hinsichtlich der Schultergelenke diffuse nichtzuorden
bare Schmerzen fest. Bezüglich der Kniegelenke fand er beidseits keine Kapsel
schwellungen und keine Ergüsse, bei leichtem Gelenkreiben sowie leichter Auf
klappbarkeit medial von 3 mm links bei ansonsten stabiler Bandführung beidseits.
In Würdigung der vorangehenden medizinischen Aktenlage hielt er fest, die von ihm erhobenen Befunde entsprächen im Wesentlichen denjenigen gemäss Bericht der
B._
Klinik, Neurologie, vom
7.
Januar 2019 sowie des
Hausarztsbe
richtes
vom 3
1.
März 2019.
Dr.
G._
diagnostizierte eine Funktionseinschränkung des linken Beines bei Status nach Implantation einer medialen Knietei
lprothese links (Operation: 18.
Sep
tember 2017) bei medialer Gonarthrose links sowie ein chronisches
lum
bo
ver
te
brales
Schmerzsyndrom bei Spondylarthrosen L4/
5.
Damit sei ein soma
tischer Gesundheitsschaden ausgewiesen, der die Arbeitsfähigkeit beein
träch
tige. In der bisherigen Tätigkeit bestehe keine Arbeitsfähigkeit mehr. In einer ange
passten, leichten Tätigkeit in Wechselbelastung, überwiegend sitzend, auch mit gelegent
li
chem Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, ohne Verharren in Zwangs
hal
tungen, ohne Steigen von Leitern und Gerüsten, ohne Kauern, Knien, Bücken, Hocken, ohne repetitive Rotation im Sitzen, ohne Überkopfarbeiten, ohne Arbeiten mit erhöhten Anforderungen an die Stand- und Gangsicherh
e
it und ohne dauerhaftes Gehen und Stehen auf un
ebe
nem G
rund sowie
ohne Tätigkeiten mit vermehrter Vibrationsbelastung
sei
seit der letzten Kontrolle beim Hausarzt Dr.
E._
am 2
1.
Januar 2019
eine 80%ige Leistungsfähigkeit in einem 100%-Pensum gegeben. Es bestehe ein vermehrter Pausenbedarf, was eine Ar
beits
unfähigkeit von 20 % in einer ange
passten Tätigkeit ergebe.
Dr.
G._
be
merkte ausserdem, im Rahmen der ortho
pädischen Untersuchung seien einige Inkonsistenzen aufgefallen. Hierzu seien eine deutliche Schmerzverdeutlichung und Schmerzausweitung zu zählen. Die bei der Berührung angegebenen diffusen Schmerzen hätten kein organisches Korrelat gehabt. Bei der Bestimmung des Medikamentenspiegels im Blut sei ein nicht ausreichender Spiegel festgestellt worden, was für eine unzureichende Ein
nahme der Medikamente spreche
(Urk. 7/52)
.
3.5
Aufgrund
persistierender
Beschwerden im linken Kniegelenk, welche ihr Alltags
leben beeinträchtigen würden, wurde die Beschwerdeführerin in der
B._
Klinik vorstellig, wo
gestützt auf bildgebende Befunde
eine tibiale Lockerung bei Status nach medialer Schlitten
prothese links (September 2017) festgestellt wurde.
Die Fachärzte empfahlen einen endoprothetischen Ersatz des linken Kniegelenkes. Dies hätte die Beschwer
de
führerin erst abgelehnt und eine konservative Behand
lung verfolgt (vgl. Arzt
bericht
e
vom
1
5.
Oktober 2019 [
Urk.
3/3] und 7.
Novem
ber 2019,
Urk.
7/57). Aufgrund des zunehmenden Leidens
drucks wünsche sie nun aber ein aktives Vorgehen mit Prothesenwe
chsel (vgl. Arztbericht vom 14.
Sep
tember 2020,
Urk.
7/74/4).
Der operative Eingriff erfol
gte am 25. September 202
0.
A
nlässlich der ersten postoperativen Verlaufskontrolle vom 2
9.
Oktober 2020 hielt
Dr.
C._
ein
en zeitgerechten postoperativen
Verlauf, wenig Weichteilschwellung und wenig intraartikulärer Erguss bei regelrechter Bandsta
bilität über den gesamten Bewegungsumfang fest. Er riet, sukzessive auf die Stockanwendung zu verzichten
und die Physiotherapie zur weiteren Verbesse
rung der Kraft und Koordination fortzuführen
(Urk.
3/3)
.
Eine nächste Kontrolle war für Dezember 2020 geplant.
Zu Händen der Beschwerdeführerin hielt
Dr.
C._
mit Gutachten vom
1.
April 2021 fest, während der gesamten Zeit von der Primärimplantation einer medialen Knietotalprothese, das heisse
[ab]
September 2017, sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen; dies bedingt durch eine Belastungsintoleranz des linken Kniegelenkes und den
lumbovertebralen
Schmerzen.
E
ine an die Beschwerden angepasste Tätigkeit wäre für die Beschwerdeführerin - zumindest aus orthopädischer Sicht - möglich gewesen. Er verweise jedoch auch auf die psychiatrischen Diagnosen, die sicher
lich auch einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit während dieser Z
eit gehabt hät
ten, ferner die infolge Analphabetismus
schwer realisierbare Wiedereingliede
rung.
Bei aktuell noch anhaltenden Schmerzen, auf Grund derer die Beschwerde
führerin auf die Einnahme von Analgetika (Novalgin) angewiesen sei, erscheine das Arbeitspensum von 80
%
auch in einer optimal angepassten Tätigkeit als hoch. Des Weiteren bestehe noch eine unzureichende Kraft und Koordination der linken unteren Extremität, weswegen die Beschwerdeführerin regelmässig im Bein einsacke; aufgrund dessen komme es auch zu einer wiederkehrenden Schwellung des Gelenkes (
Urk.
3/5).
3.6
In Kenntnis der Lockerung der
tibialen
Komponente der
Knietotalendoprothese
und dannzumal geplanten aber verschobenen Prothesenwechsels hatte
RAD-Arzt
Dr.
Z._
in seiner Stellungnahme vom 2
3.
April 2020
festgehalten
, aus orthopä
discher Sicht sei das Belastungsprofil in einer angepassten Tätigkeit an
zu
passen. Zumutbar seien nur körperlich sehr leichte und leichte Tätigkeiten, die aus
schliesslich sitzend und
kein
Heben und Tragen von Lasten über 5 kg bein
hal
ten
würden.
Der Rest bleibe unverändert.
Ein Prothesenwechsel würde aus orthopä
discher Sicht über
wie
gend wahrscheinlich nicht zu einer wesentlichen Änderung oder Verbesserung der Restarbeitsfähigkeit (80 %) führen (vgl. Fest
stellungs
blatt,
Urk.
7/60 S. 10).
4.
4.1
Vorliegend ist unbestritten und durch die Akten ausgewiesen (
E.
3.4
), dass
der
Beschwerdeführer
in
ihre
bisherige, körperlich belastende Tätigkeit als
Zimmer
mädchen und Frühstückskraft
seit Oktober 2016
nicht mehr zumutbar ist. Strittig und zu prüfen ist, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit verhält.
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich
in medizinischer Hinsicht
im Wesentlichen
auf
die ärztlichen Unte
rsuchungsberichte des RAD vom 19
.
September 201
9.
Dementsprechend erachtete sie eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten bis zum Zeitpunkt der Untersuchungen durch die beiden RAD-Ärzte für ausgewiesen.
Danach sei es zu einer Verbesserung des Gesund
heitszustandes gekommen und somit - unter Berücksichtigung des orthopädi
schen und psychia
trischen Belastungsprofils - eine Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von 80 % gegeben.
4.3
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach
Art.
49
Abs.
2
IVV
ist mit jenem ex
ter
ner medizinischer Sachver
stän
di
gen
gutachten vergleichbar, sofern sie den pra
xis
gemässen Anforderungen an ein ärztlic
hes Gutachten (BGE 134 V 231 E.
5.1 S. 232) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
t
ionen verfügt (BGE 137 V 210 E.
1.2.1).
4.4
Die Berichte von
Dr.
G._
und
Dr.
F._
basieren auf einer Erhebung der Anamnese und der geklagten Beschwerden und
eigenen
klinischen Untersuchung der Be
schwer
deführerin
einschliesslich eines Blutlabors
.
D
ie von ihnen nach Aus
einandersetzung mit den
bis zu diesem Zeitpunkt
vorliegenden medizinischen Akten gezogenen Schlussfolgerungen
sind
plausibel
.
Damit genügt der Untersu
chungsbericht
der RAD-Ärzte
den an eine beweiskräftige Beurtei
lungs
grundlage gestellten Anforderungen (E.
1.4
) vollumfänglich.
Was die Be
schwerdeführerin hiergegen vorbri
ngt, vermag nicht zu überzeugen. Hinsichtlich der somatischen Beschwerden ist nach ärztlicher Einschätzung der behandelnden Ärzte erstellt, dass die Beschwerdeführerin an medialer Gonarthro
sen bei Status nach Implan
tation einer medialen Knieteilprothese links sowie einem chronischen
lumbover
tebralen
Schmerzsyndrom leidet (vgl. E. 3.2), was auch seitens des ortho
pädischen RAD-
Arztes so festgehalten
und berücksichtigt
wurde (vgl. E. 3.4.2). Der von Dr.
G._
festgehaltene Untersuchungsbefund ent
spricht im Wesent
lichen dem von
Dr.
E._
erhobenen Befund. Beide erachteten den Gesund
heits
zustand der Beschwerdeführerin aufgrund der Schmerzen im Bereich der Wirbel
säule mit Ausstrahlung in die Beine
als
beeinträchtigt und verwiesen darauf, dass die Beschwerdeführerin palpatorisch schmerzempfindlich sei, wobei Dr.
G._
mangels ausgewiesenem organischen Korrelat von einer Schmerz
verdeutlichung ausging. Betreffend die Arbeits
fähig
keit in einer angepassten Tätig
keit äusserte sich der behandeln
de Arzt zwar nicht, Einigkeit besteht jedoch darin, dass der Beschwerdeführerin leichte Tätigkeiten zumutbar s
ind
. Dr.
E._
verwies auf die von der Beschwerdeführerin erledigten leich
ten körperlichen Arbeiten im Haushalt (vgl. E. 3.2). Ebenso erachtete Dr.
C._
die Be
schwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit in einem reduzierten Pensum als arbeitsfähig (E. 3.1).
Daran hielt er auch nach der
Reope
ration
aus rein orthopädischer Sicht
fest (E. 3.5).
Dr.
G._
formulierte ein ent
sprechendes Belastungs
profil und attes
tierte der Beschwerde
führerin eine 80%ige Arbeitsfähigkeit resp. Leistungsfähigkeit bei einem 100%-Pensum
und einem wegen
ihrer
Schmer
z
en vermehrten Pausenbedarf von 20
%
(E. 3.4.2). So
weit die Beschwerdeführerin geltend machte, ihr Gesundheitszustand habe sich im Jahr 2019 verschlechtert, musste sie sich doch im September 2020 einer wei
teren Knie
operation mit Nachbehandlungen unterziehen (
Urk.
1 S. 5), ist dem zu ent
gegnen, dass
Dr.
Z._
bereits in seiner Stellungnahme vom 2
3.
April 2020 festge
halten hat, dass ein allfälliger - und sich abzeichnender - Prothesen
wechsel mit über
wiegender Wahrschein
lichkeit zu keiner Änderung der Restar
beits
fähig
keit führen wird (E. 3.6). Ein chirur
gischer Eingriff begründet in der Regel keinen langan
dauern
den Gesundheits
schaden und damit keine anhaltende Än
de
rung in der Arbeits
fähigkeit. Daran ändert auch nichts, dass die Beschwerde
führerin im Rahmen der Verlaufskontrolle im November 2020 zur Mobilisation noch beide Stöcke verwendet habe (
Urk. 1.
S. 5, vgl.
Urk.
3/3 Bericht vom 3. November 2020), beinhaltet das orthopädische Belastungsprofil doch ausschliesslich sit
zende Tätig
keiten (vgl. E. 3.6).
Ferner befürwortete
Dr.
C._
bereits am
3.
November 2020
und damit vier Wochen postoperativ
ausdrücklich das Weg
lassen der Gehhilfen und
den konsequenten Kraft- und Koordinationsaufbau
mit
tels physiotherapeut
i
s
cher Übungen, welche der Beschwerdeführerin zumutbar sind (E. 3.5).
Betreffend die psychischen Beschwerden berichteten d
ie Ärzte der
A._
zwar von Antriebsminderung, Konzentrations
stö
run
gen und Vergesslichkeit sowie einer depressiv-
gedrückte
n
Stimmung
mit Schuld
gefühlen
(
E. 3.3
)
,
der Umstand, dass die Beschwerdeführerin nur zirka
alle
zwei
bis drei Wochen
in die
psychothera
peutisch
e
Behandlung
bei MSc
H._
, Psychologin,
geht
(vgl.
Urk.
7/51/4
,
Urk.
7/48
)
, lässt
aber darauf schlies
sen, dass trotz ge
schildeter Beschwerden rela
tiv wenig Leidens
druck vor
handen ist.
Untermauert wird dies auch dadurch, dass der Serumspiegel unter dem thera
peutischen Bereich liegt, die Beschwerdeführe
rin mithin die Medi
ka
mente über
wiegend wahrschein
lich nicht regelmässig ein
nimmt, obwohl sie da
mit ge
mäss eigenen Angaben eine Besserung ihrer Beschwer
den erfahre (E. 3.4.1 und E. 3.4.2). Angesichts dessen sowie der Tatsache, dass
primär
die körperlichen Be
schwer
den der Beschwerde
führerin und
psycho
soziale Belas
tungs
faktoren (
Krank
heit ihres Sohnes
, Tod der Mutter,
Spielsucht des Ehemannes,
zerrüttete Ehe; vgl. auch
Urk.
3/4
)
im Vor
der
grund stehen
, ist die von
den
Fachpersonen
der
A._
aus psychiatrischer Sicht attes
tierte vollständige Ar
beits
un
f
ähigkeit nicht nachvollziehbar.
Es ist
davon auszugehen
, dass invali
ditätsfremde Umstände, wie fehlende Schulbildung
und mangelnde Deutsch
kenntnisse
,
die ausserdem eine Befunderhebung einschränkten (vgl.
Urk.
7/48/2)
,
in diese Einschätzung einflossen.
Ferner ist darauf hinzuweisen, dass Differenzen in der Einschätzung der RAD-Ärzte und der behandelnden Fachpersonen für sich allein nicht au
s
reichen, um weiteren Abklärungsbedarf zu begründen (vgl. Urteil des
B
undesgerichts 9C_16/2021 vom 1
5.
März 2021 E. 3.2 mit Hinweisen).
Dr.
F._
hielt im Wesentlichen ähn
liche Befunde fest,
verwies jedoch auf die Selbstlimitierung (Urk. 7/51/6) und
erachtete die Beschwerdeführerin - abgesehen von der einge
schränkten Durchhalte
fähig
keit - in erster Linie durch ihre man
gelnde Schul
bildung beeinträchtigt (Urk.
7/51/7).
Sie diagnostizierte eine leicht
gradige depres
sive Episode mit soma
tischem Syndrom und formulierte ein ent
sprechendes Be
las
tungs
profil, unter dessen Berücksichtigung die Beschwerde
füh
rerin zu 80 % arbeitsfähig
sei (E.
3.4.1), worauf abzustellen ist.
4.5
Gestützt auf die Einschätzung der RAD-Ärzte ist
gemäss dem im Sozialversiche
rungs
recht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit
jedenfalls
seit spätestens September 2019
eine mindestens 8
0%ige Arbeitsfähig
keit in einer leidensangepassten Tätigkeit aus
ge
wiesen
.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die 8
0%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit in erwerblicher Hinsicht auswirkt
.
5.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.3
5.3.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 145 V 141 E. 5.2.1, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
5.3.2
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch rea
lisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versi
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstä
tigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Ist die Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich, können für die Bestim
mung des Invalideneinkommens nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturer
he
bungen (LSE) herangezogen werden (vgl. BGE 1
42 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E.
2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch
Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invali
den
versicherung,
3.
Auflage, Zürich 2014
,
Rz.
55 und 89 zu
Art.
28a, mit weiteren
Hinweisen auf die Rechtsprechung). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungs
zeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom
6.
Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 1
0.
Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 1
1.
September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1).
5.4
5.4.1
Die Beschwerdegegnerin bemass das Valideneinkommen gestützt auf den als Zimmermädchen im Hotel
Y._
zu erzielenden Jahreslohn von
Fr.
66'881.
-
-
sowie die sich aus den IKs ergebenden Nebeneinkünfte bei einer Stockwerkei
gentümergemeinschaft als Arbeitgeberin. Eine Anpassung an die seit 2017 statis
tisch ausgewiesene Nominallohnerhöhung unterblieb, dies mit der Begründung, die Beschwerdeführerin habe seit 2013 denselben Stundenlohn erzielt und auch das Einkommen aus dem Nebenerwerb sei in den letzten drei Jahren konstant geblieben (
Urk.
7/59/2).
5.4.2
Die ehemalige Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin, welche ihr auch in admi
nistrativen Dingen Unterstützung bietet, hat den Hotelbetrieb Ende 2016 an eine Nachfolgerin übergeben (
Urk.
7/21,
Urk.
7/51/2), weshalb letztlich nicht sicher bzw. abgeklärt ist, ob die Beschwerdeführerin weiterhin als Zimmermädchen arbeiten würde, was jedoch angesichts des Resultats offenbleiben kann. Im Arbeitgeberbericht vom 2
2.
November 2017 (
Urk.
7/23), unterzeichnet durch den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, erzielte die Beschwerdeführerin zuletzt bei «ungekündigtem» Arbeitsverhältnis einen Stundenlohn einschliesslich Ferien
entschädigung und 1
3.
Monatslohn von Fr. 25.-- bei betriebsüblichen 42 Wochenstunden; dies seit
1.
Januar 201
4.
Als aktueller Jahreslohn wurde im Arbeitgeberbericht ein solcher von
Fr.
66'881.-- seit
1.
Januar 2013 genannt. Der effektiv erzielte und abgerechnete Bruttolohn lag in den letzten Jahren höher, als der auf dem Stundenlohn und der betriebsüblichen Arbeitszeit berechnete Jah
reslohn (vgl.
Urk.
7/65), nämlich Fr. 66'108.-- (2012),
Fr.
69'520.-- (2013),
Fr.
66'030.-- (2014),
Fr.
62'640.-- (2015) und Fr. 67'815.-- (2016). Angesichts dieser Konstanz ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdeführerin von den Angaben im Arbeitgeberbericht zum geltenden Jahreslohn ausging, diesen indes nicht der allgemeinen Nominallohnerhöhung seit 2017 anpasste, liegt der ange
nommene Wert doch über dem Durchschnitt des in den letzten fünf Jahren effektiv erzielten Jahreslohnes von
Fr.
66'422.60.
Was die Nebeneinkünfte betrifft, so liegt kein Arbeitgeberbericht in den Akten. Mit Blick auf das Resultat (vgl. nachfolgend) kann offengelassen werden, ob der seit
2007 ausgewiesene Nebenerwerb zwischen
Fr.
2'160.-- (2014 bis 2016) und
Fr.
4'056.-- (2012) konstant geblieben wäre. Ferner ist zu vermerken, dass die Beschwerdeführerin 2017, 2018 und 2019 in ähnlichem Umfang (
Fr.
2'880.--) in der Lage war, entsprechende Einkünfte zu erzielen (
Urk.
7/65).
Im Übrigen wurde das Valideneinkommen auch nicht bestritten. Damit ist mit den Parteien von einem solchen von
Fr.
69'041.-- auszugehen.
5.5
5.5.1
Zur Bemessung des Invalideneinkommens ist das standardisierte monatliche Ein
kom
men von Fr. 4'371.-- für weibliche Hilfskräfte gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE 2018, TOTAL in der Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Frauen) heranzuziehen, da kör
perlich leichte Arbeiten nicht nur auf den Sektor 3 (Dienstleistungen) be
schränkt sind. Das standardisierte monatliche Einkommen von
Fr.
4’371.-- ist unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 2020 von 41,7 Stun
den pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, U 4) sowie der Nominallohnentwicklung (
Bundesamt für Statistik, T 39 Entwicklung der Nominallöhne 2010-2020, Frauen; Stand
2018: 2732
, Stand 2020: 2784
) auf ein Jahreseinkommen von
Fr.
55'722.-- hochzu
rechnen (Fr. 4’371.-- x 12 : 40 x 41,7 : 2732 x 2
784). Unter Berücksichtigung der
eingeschränkten
Leistungsfähigkeit
von 80
%
beträgt das anzurechnende Invali
den
einkommen somit
Fr.
44'577.6
0.
5.5.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör
perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht
zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts füh
ren dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwer
deinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
5.5.3
Beim ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(vgl.
Art.
7
Abs.
1 ATSG)
handelt es sich um eine theoretische Grösse, so dass eine Unverwertbarkeit der verbliebenen Leis
tungsfähigkeit nicht leichthin angenommen werden kann. An der Massgeblich
keit dieses ausgeglichenen Arbeitsmarkts vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass es für die versicherte Person im Einzelfall schwierig oder gar unmöglich ist, auf dem tatsächlichen Arbeitsmarkt eine entsprechende Stelle zu finden (vgl. Urteil
des Bundesgerichts
9C_141/2021 vom
8.
Juli
2021 E. 5.1 mit Hinweisen). Die
Beschwerdeführer
in
, welcher im massgebenden Zeitpunkt (
Sep
tember
2019; vgl. dazu BGE 145 V 2
E. 5.3.1 mit Hinweisen) erst gut 53
Jahre alt war, sind nach dem Dargelegten
spätestens
ab
September 2019
sitzende Tätigkei
ten in vollem Pensum zumutbar. Entgegen der Beschwerde fallen darunter kei
nesfalls nur administrative Tätigkeiten mit erhöhten Anforderungen an Sprach
kenntnisse und Ausbildung. Im Gegenteil hat das Bundesgericht wiederholt darauf hingewiesen, dass auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt leichte Hilfsar
beiten ohne besondere Anforderungen an die Qualifikationen auch vorwiegend sitzend angeboten werden (vgl. z.B. Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_599/2015 vom 2
2.
Dezember 2015 E. 5.2.4 mit Hinweis auf in RKUV 2005 UV Nr. 11 S. 35 nicht publ. E. 3.2 des Urteils U 66/02 vom
2.
November 2004).
Auch bestehen
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung relativ hohen Hürden für die Annahme einer Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen (SVR 2016 IV Nr. 58 S. 190, 8C_910/2015 E. 4.3.4; Urteil 9C_693/2019 vom 1
7.
Dezember 2019 E. 5 mit Hinweisen)
. Die mangelnde Schul- und Berufsausbildung haben selbst wenn sie Analphabetismus und Rechenschwäche zur Folge haben entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin als invaliditätsfremde Faktoren unberücksichtigt zu blei
ben (Urteil des Bundesgerichts
8C_627/2021
vom 2
5.
November 2021 E. 7.2 mit Hinweisen).
Soweit die Beschwerdeführerin rügte, der
Bedarf an Pause sei nicht bedacht worden (Urk. 1 S. 6), kann ihr nicht beigepflichtet werden, wurde dem erhöhten Pausen
bedarf doch im Rahmen der 20%igen Einschränkung der Leis
tungs
fähigkeit bei einem 100%-Pensum
angemessen
Rechnung getragen (vgl. E.
3.4).
Unter dem Aspekt des Beschäftigungsgrades ist ein Abzug vom Tabellenlohn zu verneinen, wenn die versicherte Person in der Lage ist, eine wegen vermehrten Pausenbedarfs reduzierte Arbeitsleistung im Vollzeitpensum zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts 8C_627/2021 vom 2
5.
November 2021 E.
5.1 mit Hinweisen). Damit hat die Beschwerdegegnerin keine Aspekte unberücksichtigt gelassen, wel
che praxisgemäss einen Abzug vom Tabellenlohn des untersten Niveaus nach sich ziehen müssten.
Das Invalideneinkommen
wurde
demnach
korrekt mit Fr. 44'577.60 beziffert
.
5.6
Wird das Valideneinkommen von
Fr.
69'041.--
dem Invaliden
ein
kommen
von
Fr.
44'577.60
gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr.
24'463.40
oder ein
Invaliditätsgrad von gerundet 35
%
.
Die Beschwerdeführerin hat deshalb drei Monate nach Eintritt der Verbesserung der Erwerbsfähigkeit im September 2019 (vgl.
Art.
88a
Abs.
2 IVV), das heisst ab dem
1.
Januar 2020,
keinen
Anspruch auf eine Viertelsrente der Invaliden
ver
si
cherung
mehr
(vgl. E. 1.2).
Demnach
erweist sich der angefochtene Entscheid als rechtens und ist die Beschwerde
abzuweisen.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der
Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.