Decision ID: 317069d2-c975-4afc-ab9e-50cea98e4031
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1956, war
seit dem Jahr 2001
als Automechaniker bei der
Y._
AG
angestellt
(
Urk.
6/16 S. 1
f.
,
Urk.
6/19
).
Die Arbeitgeberin kündigte das Arbeitsverhältnis
mit dem Versicherten
per
1.
Juli 2008 (
Urk.
6/21/3
Ziff.
1.7).
Der Versicherte wurde am
8.
Oktober 2008
bei der Invalidenversicherung für eine
Früherfassung angemeldet (
Urk.
6/4/4
,
Urk.
6/5
).
Am
5.
Januar 2009 meldete er sich unter Hinweis auf Rückenschmerzen zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/12
Ziff.
6.2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, gab
ein
bi
disziplinäres
rheumatologisches
und psychiatrisches Gut
achten (
Urk.
6/31,
Urk.
6/34) in Auftrag und verneinte mit Verfügung vom
9.
April 2010 (
Urk.
6/47)
bei einem Invaliditätsgrad von 22
%
einen Renten
anspruch.
Auf
eine
Neuanmeldung des Versicherten vom
9.
März 2011 (
Urk.
6/49) trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
0.
Oktober 2011 (
Urk.
6/66) nicht ein.
1.2
Am
6.
Juli 2012 meldete sich der Versicherte erneut bei der Invalidenver
sicherung an (
Urk.
6/68). Die IV-Stelle trat auf die Neuanmeldung ein
und tätigte Abklärungen
. Am 2
8.
März 2013 stellte sie dem Versicherten den Vor
bescheid (
Urk.
6/82) zu, wogegen dieser am 2
3.
April 2013
Einwände er
hob
(
Urk.
6/88).
A
m 1
8.
März 2014
erliess die IV-Stelle
einen neuen Vorbe
scheid (
Urk.
6/103)
, wogegen der Versicherte erneut Einwände erhob (
Urk.
6/106,
Urk.
6/111). In der Folge
veranlasste
die IV-Stelle
eine polydis
ziplinäre Be
gut
achtung (
Urk.
6/138) des Versicherten.
1.3
Mit Verfügung
vom 2
9.
Januar 2016 (
Urk.
6/167
,
Urk.
6/157 =
Urk.
2) sprach die IV-Stelle dem Versicherten
ab dem
1.
Januar 2013 befristet bis 3
1.
März 2014 eine ganze Rente zu und vern
einte ab dem
1.
April 2014 einen Renten
anspruch
(
Urk.
6/157 S. 4 oben).
2.
Der Versicherte erhob am
2.
März 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
9.
Januar 2016 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm eine unbefristete Rente zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-2 oben).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
9.
April 2016 (
Urk.
5) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom 1
9.
Mai 2016 wurde das Gesuch um Durchfüh
rung eines zweiten Schriftenwechsels (
vgl.
Urk.
1 S. 2
Ziff.
4 oben) abgewie
sen und
dem Beschwerdeführer
eine Kopie der Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
9 Dispositiv
Ziff.
1-2).
Am 2
7.
Juni 2016 (
Urk.
10) reichte
der Beschwerdeführer
dem Gericht wei
tere
Arztberichte
(
Urk.
11/1-3) ein.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliess
lich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaub
haft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräfti
gen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch
ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Verän
de
rung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu beja
hen
, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche ma
terielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.
4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder ei
nes Renten
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgeho
ben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invalidi
tätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht
nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch
dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert ha
ben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesund
heitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Ar
beits
fähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im We
sentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfä
higkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchser
heblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechts
kon
former Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditäts
bemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.
5
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a IVV festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades ein
getreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revi
sionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hin
weisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befris
tung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die un
bestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blei
ben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat viel
mehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte
darauf ab,
dass der Beschwerdeführer seit
dem
6.
Februar 2012
zunächst
weder seiner angestammten Tätigkeit als Automechaniker noch
einer
leidensangepassten Tätigkeit
habe nachgehen kön
nen
.
In dieser Zeit habe ein Invaliditätsgrad von 100
%
bestanden.
Seit
J
a
nuar 2014
sei ihm
eine behinderungsangepasste Tätigkeit
jedoch
zu 100
%
zumutbar. In Frage komme eine leichte und wechselbelastende Tätigkeit oder eine solche, die vorwiegend im Gehen ausgeübt werde (ohne monotones Stehen oder Sitz
en
,
Urk.
2
,
Verfügungsteil 2 S. 2).
Im polydisziplinären Gut
ach
ten werde ein sekundärer Krankheitsgewinn beschrieben. Die Ehefrau
küm
mere sich nur noch um
den Beschwerdeführer
.
Er
demonstriere sodann kog
nitive Defizite, die nicht nachvollziehbar und die entweder
aggraviert
oder durch
seine
Opioid-Abhängigkeit begründet seien (
Urk.
2
,
Verfü
gungs
teil 2 S. 3 Mitte).
2.2
Die Beschwerdeführer
brachte vor
, er leide an diversen psychischen Be
schwerden (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
3 unten).
Die Beschwerdegegnerin habe die
Zu
sprache
einer unbefristeten Rente mit dem Satz abgelehnt, sie gehe davon aus, dass sich sein Gesundheitszustand per Januar 2014 verbessert
habe
. Neue Arztberichte oder ein neues Gutachten seien nicht eingeholt worden (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
4 unten).
2.3
Beschwerdeweise wird einzig die Befristung der Rente gerügt (vgl.
Urk.
1 S. 2
Ziff.
I 2), weshalb zu prüfen ist, ob die
Zusprache
und die Aufhebung der Rente rechtens waren. Dies beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
mit demjenigen zum Zeitpunkt der Aufhe
bung der Rente (vgl. vorstehend E. 1.5). Massgeblich sind somit die Verhält
nisse zwischen dem
1.
Januar 2013 und dem
1.
Januar 201
4.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer wurde am 2
7.
März 2012 im
See
Spital
Z._
am Rücken
operiert (
Spondylodese
bei L5/S1;
vgl.
den
Operationsbericht vom 2
7.
März 2012,
Urk.
6/76/15).
Am
6.
Juli 2012 meldete er sich erneut bei der Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug
an (
Urk.
6/68).
3
.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
mato
logie des Bewegungsapparates, Regionalärztlicher Dienst der Be
schwer
degegnerin (RAD), führte in einer Stellungnahme vom 1
1.
März
2013 (
Urk.
6/80 S.
4 unten) aus,
mit den Diagnosen einer persistierenden Schmerz
symptomatik bei
einem
Status nach
Spondylodese
L5/S1 im März 2012 bei schwerer Degeneration,
einem
Status nach Hüft-Total
-
E
ndoprothese
rechts am
7.
Dezember
2012 bei
einer
Coxarthrose
, COPD und
einer arteriel
len
Hypertonie liege seit
dem
6.
Februar
2012 ein relevanter Gesundheits
schaden vor, der die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige. Die
vorliegenden
Arzt
berichte seien schlüssig und weitgehend deckungsgleich beziehungsweise würden sich
ergänzen.
In der bisherigen Tätigkeit bestehe seit dem
6.
Februar 2002 auf Dauer eine Arbeitsfähigkeit von 0
%
. Für eine angepasste leichte, wechselbelastende Tätigkeit bestehe seit dem 2
1.
Dezember 2012 wieder eine Arbeitsfähigkeit,
nachdem
vom
6.
Februar bis 2
1.
Dezember 2012
auch für eine solche
Tätig
keit
eine Arbeitsfähigkeit
von 0 % bestanden habe.
Durch medizinische Massnahmen sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten.
3
.3
Am 2
4.
Mai
2013 wurde der
Beschwerdeführer im See-
Spital
Z._
erneut am Rücken
operiert (vgl.
Urk.
6/92/6).
3
.4
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Anästhesiologie, erstattete am 1
6.
Januar 2014 einen Bericht (
Urk.
6/114/2-3) über die Behandlung des
Beschwerdeführers in der
C._
.
Dr.
B._
stellte folgende
Diagnosen (S. 2):
-
chronic
Leg und Back
Pain
bei Zustand
nach
PLIF L5/S1 im März 2012 und zweizeitiger Erweiterung der
Spondylodese
bis L3, Zustand nach Hüft-TEP-Im
plantation, Dezember 2012
,
und Zustand nach Verschraubung des
Ileosakralgelenkes
rechts, Oktober 2013
-
Differentialdiagnose:
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
epifusio
nal
-
Verdacht auf thorakales
spondylogenes
Schmerzsyndrom
-
Verdacht auf chronische Schmerzerkrankung mit somatischen und psy
chischen Faktoren
-
a
rterielle Hypertonie
3
.5
Dr.
A._
führte in
einer
weiteren Stellungnahme vom 1
2.
Februar 2014 (
Urk.
6/101 S.
3
f
)
aus, f
ür
die angestammte Tätigkeit
bestehe
seit dem
6.
Dezember 2012 auf Daue
r eine Arbeitsfähigkeit von 0
%
. Für
eine ange
passte leichte, wechselbelastende oder eine vorwiegend im Gehen ausgeübte Tätigkeit bestehe seit Januar 2014 wieder eine zeitlich nicht eingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Vom
6.
Februar
2012
bis Dezember 2013 habe
auch für eine angepasste Tätigkeit
eine Arbe
itsfähigkeit von 0
%
bestanden (S. 4).
3
.6
Der Beschwerdeführer war
sodann
vom 1
8.
Dezember 2014 bis 2
8.
Januar 2015 im Sanatorium
Z._
in stationärer psychiatrischer Beha
ndlung (
Urk.
6/148 S. 2 oben
; vgl. den Bericht vom 3
0.
Januar 2015,
Urk.
6/148/2-8
).
3
.7
3
.
7
.1
Die Beschwerdegegnerin gab
in der Folge
beim
D._
,
ein polydiszi
plinäres Gutachten in Auftrag.
Das Gutachten vom 1
7.
April 2015 (
Urk.
6/138) beruht auf den Untersuchungen vom 2
9.
Oktober und
vom
6.
November 2014 (S. 3) und den
den
Gutachtern
zur Verfügung gestellten Akten.
Das Gutachten
ist
von
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemeine In
nere Medizin und f
ür Rheumatologie, med.
pract
.
F._
,
Fach
ärztin
für Psychiatrie und Psychotherapie
,
und
Dr.
med.
G._
,
Fachärztin
für Allgemeine Innere Medizin, unterzeichnet (S. 52).
Die Gutachter führten zur Anamnese aus, es seien ständig Rückenschmerzen vorhanden. Alles habe im März 2008 begonnen (S. 30
Ziff.
4.1 oben).
Die neue Hausärztin habe die Therapie intensiviert, ohne dass es zu einer Besse
rung der Beschwerden gekommen
sei
.
Trotz medikamentöser Therapien und insgesamt vier Operationen leide
der Beschwerdeführer
weiterhin unter star
ken Schmerzen. Diese seien einerseits im Bereich der Halswirbelsäule, ande
rerseits im Bereich des mittleren und unteren Rückens lokalisiert. Im unteren Rücken verspüre er einen „Pulsschmerz“ (S. 30
Ziff.
4.1 unten). Aufgrund der Schmerzen könne er nicht lange sitzen und nicht liegen und nicht alleine das Haus verlassen
. Auch könne er nicht schlafen und
wache spätestens nach zwei Stunden
aufgrund von Schmerzen
auf. Die Schmerzmedikamente hätten nur eine leichte Besserung gebracht (S. 31 oben).
Die internistische Untersuchung vom 2
9.
Oktober 2014 habe eine vermin
derte Sensibilität im Bereich des gesamten rechten Beines ergeben (S.
33
Ziff.
4.2).
3
.
7
.2
Med.
pract
.
F._
führte zur psychiatrischen Untersuchung aus, der Explo
rand habe bei der Begutachtung ein insgesamt erheblich
es
dysfunktionales Krankheitsverhalten mit deutlicher Symptomausweitung präsentiert (S.
35
unten). Aufgrund der somatischen Vorgeschichte sei eine „chronische Schmerz
störung mit somatischen und psychischen Faktoren“ vorhanden. Im Vordergrund des klinischen Bildes stünden die seit vielen Monaten vorhan
denen Schmerzen in mehreren anatomischen Regionen, die ihren Ausgangs
punkt in einem physiologischen Prozess beziehungsweise einer körperlichen Störung hätten
. Zuvor sei der Explorand psychisch gesund gewesen. Nun würden psychosoziale Faktoren
wie
der Verlust der Rolle als Familiener
nährer durch Verlust des
Arbeitsplatzes, Migration und fehlende Sprach
kennt
nisse zur Exazerbation
und
Aufrechterhaltung der Schmerzen beitragen
(S. 37
oben).
Der Beschwerdeführer
habe sich zu einem sehr frühen Zeitpunkt trotz aller rehabilitativen Bemühungen nicht mehr in den Arbeitsprozess integrieren
können. Aufgrund des dysfunktionalen Krankheitsverhaltens,
einer
deutli
chen
Symptomausweitung mit Hinweisen auf Aggravation und zusätzlich vor
handenen IV-fremden Faktoren wie mangelnde
r
Sprachkenntnisse, nega
tive
r
Selbstüberzeugung, massive
r
allgemeine
r
Dekonditionierung
und Abhän
gigkeit von Opioiden könne aus rein ps
ychiatrischer Sicht medizinisch
-theo
retisch keine Arbeitsunfähigke
it attestiert werden. Es könne keine Diagnose
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden (S. 37 unten).
Positive Ressourcen könnten aktuell kaum formuliert werden. Der Be
schwer
de
führer habe weder einen geregelten Tagesablauf noch beteilige er sich im Haushalt oder pflege soziale Kontakte. Er habe sich sozial in allen Belangen des Lebens zurückgezogen (S. 38 oben).
3
.
7
.3
Dr.
E._
führte zur rheumatologischen Untersuchung aus, der Explorand habe angegeben, dass nur die erste spinale Operation einen gewissen Effekt im Bereich des rechten Beines
gezeigt habe. Die Hüftoperation,
die zweite spinale Infiltration sowie die Beckenverschraubung rechts hätten keinen Effekt gehabt. Nach wie vor bestünden lumbale Schm
erzen, die Tag und Nacht pausenlos vorhanden seien mit diffuser Ausstrahlung flächig in den
Trocha
nter-,
den
Oberschenkel- und
den
Unterschenkelbereich beidseits so
wie
in die Füsse. Eine
dermatomale
Ausprägung sei nicht eruiert worden (S. 41
Mitte
).
Die Beschwerden bestünden seit vielen Jahren. Es sei zu einer progredienten
Schmerzintensivierung und
-
fixierung mit wohl auch z
entralnervöser
Schmer
z
verfestigung gekommen. Eine diffuse generalisierte Schmerzsymp
tomatik im Sinne eines „unklaren
syndromalen
Beschwerdebildes“ sei nicht zu etikettieren. Jedoch sei das Ausmass an geltend gemachter Schmerzinten
sität am Achsenskelett und an entsprechend anamnestisch fassbarer de facto-Invalidisierung im Alltag mit den zu erhebenden klinischen und radiomor
phologischen Befunden nicht vollumfänglich zu erklären
(S. 42 oben).
Nach den Erkenntnissen der Schmerzliteratur könnten operative und vor allem auch repetitive Eingriffe im Wirbelsäulenbereich
vor dem
Hintergrund von
Gewebegefügestörungen
, chronischer Reizung von
nervalen
Strukturen und
peripherem und zentralem „Wind-
up
“ eine
Schmerzchronifizierung
teils ho
her
Intensität bewirken, die sich oft therapieresistent verhalte, wie im vorlie
gen
den Fall.
Die Ursachen für derartige Entwicklungen seien wissenschaftlich nur teilweise geklärt. Die gesamte Entwicklung gelte aber mehrheitlich doch
als durch
organläsionelle
Veränderungen bedingt, teils auf
peripher-gewebli
cher
, teils auf zentraler neurozellulärer und neurohumoraler Ebene, wenn auch
psychologische Faktoren der Schmerz-Fehlverarbeitung und
einer
Lei
dens-Fehlkognition hierbei zusammen mit anderen nicht-medizinischen Fak
toren eine bedeutende Rolle spielen mögen
(S. 42 Mitte).
Für die ursprüngliche Tätigkeit als Automechaniker mit einer zweifellos wir
belsäulenbelastenden
Tätigkeitcharakteristik bestehe aus
muskulo
skelettärer
Sicht bleibend keine Arbeitsfähigkeit mehr. Dies gelte ab dem Zeitpunkt, wie
es
von den
behandelnden Ärzten attestiert
worden sei
. Für
entsprechend
muskuloskelettär
leichte Tätigkeiten ohne Wirbelsäulenbelastung sei aus
muskuloskelettärer
Sicht ab dem Zeitpunkt der Begutachtung eine Restar
beitsfähigkeit von etwa 30
%
zuzuerkennen. Gegenüber dem Zustand gemäss dem Gutachten von
Dr.
H._
aus dem Jahr
2009 habe sich der Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers heute nach und trotz aller Operationen deutlich verschlechtert. Bei einer teilweise zumutbaren Tätigkeit handle es sich um eine körperlich leichte Arbeit, ohne Heben, Stossen oder Ziehen von Lasten von mehr als 2-3 kg, ohne A
rbeiten über Kopf oder gebückt sowie
kauernd, ausschliesslich stehend, gehend oder sitzend zu verrichtende Tätig
keit
en. Eine zumutbare Tätigkeit sei wechselbelastend, vorwiegend sitzen
d
, aber mit der Möglichkeit zum Wechseln der Körperposition, ohne wieder
holtes Benutzen von Stufen, Treppen oder Leitern
(S. 43 oben). Aus
musku
los
kelettärer
und spinaler Sicht seien die Behandlungsmöglichkeiten ausge
schöpft
(S. 43 Mitte).
3
.
7
.4
Die Gutachter stellten
interdisziplinär
folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 44
Ziff.
6.1):
1.
chronisches
lumbovertrebrales
Schmerzsyndrom mit anamnestisch chro
nischer nicht-
dermatomaler
Schmerzausstrahlung in beide Beine und Füsse, von nicht
Claudicatio
-artiger Charakteristik
-
chronische Fehlhaltung des Achsenskeletts mit
Oberkörperinklination und Hüft- und Kniegelenksflexionshaltung,
muskulär immobilisierte LWS mit intensivem Schmerzausdruck
-
intensives Schmerzvermeidungsverhalten und fixierte
Invalidisierungsüberzeugung
gemäss Akten früher und in der
aktuellen Untersuchungssituation
-
Status nach dreimaligen wirbelsäulenchirurgischen Eingriffen
-
Status nach mehrfachen spinalen Infiltrationen, Status nach
Neurostimulationsimplantation am 1
5.
Mai 2014, entfernt
-
konv
entionell-radiologisch intakte
Osteosynthese
-
M
aterialverhältnisse (Röntgen
2
9.
Oktober 2014)
-
schichtbildgebend
mediolaterale
Bandscheibenprotrusion
L3/4 links mit
Anulus
fibrosus
-Riss (MRI 1
4.
März 2014, C
T
1.
Juli 2013) und
breitbasige
Bandscheibenprotrusion
L2/3 (CT
7.
Mai 2014)
2.
chronisches
zervikovertrebrales
und
thorakovertebrales
Schmerzsyn
drom
-
klinisch deutliche muskuläre Gegeninnervation und Beweglich
keitseinschränkung in allen Richtungen, nicht ablenkbar
-
konventionell-radiologisch leichte segmentale Instabilitäten C3/4 und C4/5 bei
Osteochondrosen
, besonders C6/7 (Röntgen 1
0.
September 2013)
-
schichtbildgebend
mediolaterale
kleine Diskushernie C6/7 links ohne Kompressionszeichen (MRI 1
0.
April 2013), mehrsegmentale leichte bandscheibendegenerative Veränderungen der HWS
Die Gutachter ste
llten zudem folgende Diagnosen
ohne Einfluss auf die Ar
beitsfähigkeit (S. 45
Ziff.
6.2):
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakto
ren
-
psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide, Abhängigkeits
syndrom, ständiger Substanzgebrauch
-
mässige
Coxarthrose
links (Röntgen 2
9.
Oktober 2014)
-
Status nach Hüft-Totalprothesenimplantation am rechten Hüftgelenk am
7.
Dezember 2012
-
regulärer radiologischer Aspekt (Röntgen 2
9.
Oktober 2014)
-
arterielle Hypertonie
-
Status nach
Inguinalhernien
-Operation rechts 2008 nach Shouldice
-
dysfunktionale Sensibilitätsminderung
Der Beschwerdeführer habe sein gesamtes Berufsleben
lang
als Auto
mecha
niker gearbeitet. Nach dem erstmaligen Auftreten von Rückenbeschwerden im März 2008 seien mehrere Kurzarbeitsversuche erfolgt, die jedoch ge
schei
tert seien (S. 45
Ziff.
7.1 Mitte). Im angestammten Beruf als Automechaniker be
stehe unverändert eine Arbeitsfähigkeit von 0
%
(S. 47
Ziff.
7.2). In einer körperlich leichten Verweistätigkeit ohne Belastung der Wirbelsäule bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 30
%
(S. 47
Ziff.
7.3). Als Verweistätigkeit komme eine vorwiegende sitzende, wechselbelastende Tätigkeit mit der Möglichkeit für regelmässige Positionswechsel, ohne wiederholtes Benützen von Stufen, Treppen oder Leitern
in Betracht
.
Die Umsetzung des be
schriebenen Tätig
keitsprofils
dü
rfte aufgrund der langjährigen
Dekonditionierung
und ausge
prägter mus
kulärer und nicht-muskulärer Reintegrationshindernisse schwierig
sein (S. 48
Ziff.
7.3).
Die Arbeitsunfähigkeit als Automechaniker bestehe, wie
von den behandelnden Ärzten attestiert, seit Mai 200
8.
Die Arbeitsun
fähig
keit von 70
%
in einer angepassten Tätigkeit bestehe sicher seit dem Zeit
punkt der Begutachtung, seit Oktober 2014 (S. 48
Ziff.
7.4 oben).
Die Gutachter
antworteten auf die Frage der
Beschwerdegegner
in
nach
einem Überwiegen psychosozialer Faktoren
, die
Arbeitsunfähigkeit sei vor allem auf ein somatisches Leiden mit Krankheitswert zurückzuführen
. Ein unklares
sydnromales
Beschwerdebild liege nicht vor
(S. 49
Ziff.
7.7.1
und 7.7.2
).
Es bestehe nur eine geringe Restarbeitsfähigkeit. Aufgrund des
chronifizier
ten
Schmerzsyndroms mit Ausschöpfung sämtli
cher therapeutischer Mass
nahmen
, langjährigem Krankheitsverlauf und damit einhergehender bereits langjähriger
Dekonditionierung
sei realistisch gesehen eine Eingliederung in der freien Wirtschaft woh
l kaum möglich (S. 51
Ziff.
7).
3
.8
Dr.
A._
führte in einer weiteren Stellungnahme vom 2
7.
April 2015 (
Urk.
6/156 S. 3 ff.) aus, das Gutachten des
D._
vom 1
7.
April 2015 beant
worte die gestellten Fragen umfassend, berücksichtige die geklagten Be
schwerden und sei in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstellt worden. Zudem leuchte es in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge ein und die Schlussfolgen
seien
in nachvollziehbarer Weise hergeleitet
worden
(S. 3 unten). In der bisherigen Tätigkeit als Automecha
niker bestehe daher seit Mai 2008 weiterhin und auf Dauer eine Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
. In einer angepassten Tätigkeit habe von Februar 2012 bis September 2014 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden. Seit
Oktober 2014 bestehe auf Dauer eine Arbeitsunfähigkeit von
70
%
(S.
4 unten
).
4
.
4
.1
Der Beschwerdeführer leidet seit Jahren an
chronischen Schmerzen.
Sämt
liche m
edikamentöse
n
und operative
n
Therapieoptionen wurden
bereits
aus
ge
schöpft (
Urk.
6/138
S. 46 unten)
.
Die Gutachter des
D._
nannten als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
im Wesentlichen ein chroni
sches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
sowie
ein chronisches
zervi
ko
ver
tebrales
und
ein
thorakovertebrales
Schmerzsyndrom.
Sie kamen zum Ergeb
nis, dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Auto
mechani
ker unverändert nicht mehr zugemutet werden kann.
Nach Ein
schätzung der Gutachter
besteht
auch
in einer Verweistätigkeit
nur
mehr
eine
Restarbeitsfä
higkeit von 30
%
(E.
3
.
7
.4).
Die Beschwerdegegnerin
kam
demgegenüber
zum
Schluss
,
dass
dem Be
schwer
deführer
eine behinderungsangepasste Tätigkeit
aus medizinischer Sich
t
seit Januar 2014
wieder
zu 100
%
zumutbar
war
(
Urk.
2, Verfügungs
teil 2 S.
2).
4
.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
4
.3
D._
-Gutachterin
m
ed.
pract
.
F._
stellte
fest
,
dass der Beschwerdeführer bei der
psychiatrischen
Untersuchung
ein erheblic
h dysfunktionales Krank
heitsverhalten
mit deutlicher Symptomausweitung präsentiert habe.
Sodann
könnten
psychosoziale Faktoren wie der Verlust der Rolle als Ernährer der Familie, Migration und fehlende Sprachkenntnisse zur Aufrechterhaltung der Schmerze
n beigetragen haben
(E.
3.7.2).
Der rheumatologische Gutachter
Dr.
E._
präzisierte die Angaben von med.
pract
.
F._
jedoch
in dem Sinne
,
dass es sich beim
Krankheitsbild des Beschwerdeführers
nicht um eine diffuse generalisierte Schmerzsymptomatik im Sinne eines „unklaren
synd
romalen
Beschwerdebildes“
handle
(E. 3.7.3).
Zwar
erwähnte
auch
Dr.
E._
, dass das Ausmass der geltend gemachten Schmerzintensität mit den erhobe
nen Befunden nicht vollumfänglich erklärt werden könne.
Der Gutachter legte mit
Verweis
auf die Erkenntnisse der Schmerzliteratur
sodann
dar, dass vor allem repetitive Eingriffe im Bereich der Wirbelsäule vor dem Hinter
grund von
Gewebegefügestörungen
, chronischer Reizung von
nervalen
Struk
turen und peripherem und zentralem „Wind-
up
“ eine
Schmerzchronifi
zierung
von hoher Intensität bewirke
n könnten
und die
Krankheitsentwick
lung
über
wiegend durch
o
r
ganläsionelle
Veränderungen
zu erklären sei
. Damit stimmt überein, dass
Dr.
E._
, soweit die Intensität der geklagten Schmerzen
auf
grund der Befundlage nicht zu erklären ist
, von einer
einge
schränkten
Rest
arbeitsfähigkeit von 30
%
in einer angepassten Tätigkeit aus
ging
(E. 3.7.3)
.
Wie
im Gutachten
dargelegt,
ist daher
im überwiegenden Ausmass
von einer
organischen Ursache der Beschwerden auszugehen.
4.4
Das polydisziplinäre Gutachten des
D._
vom 1
7.
April 2015 erfüllt
demnach
die Anforderungen der bundesgerichtlichen Rechtsprechung an den Beweis
wert eines medizinischen Gutachtens
(E. 4.2 hiervor)
. So werden darin
die gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers dargelegt. Wei
ter beruht es auf den notwendigen Untersuchungen und berücksichtigt die geklagten Beschwerden in angemessener Weise. Es vermag sodann auch in der Beurteilung der medizinischen Situation und in den Schlussfolgerungen zu überzeugen. Auf das Gutachten kann daher abgestellt werden.
4.5
Im internen Feststellungsblatt der Beschwerdegegnerin vom 1
4.
Dezember 2015 findet sich eine Notiz über eine Besprechung zwischen dem Rechts
dienst der Beschwerdegegnerin und
Dr.
A._
vom 1
1.
November 201
5.
In der Notiz sind die Spitalaufenthalte und Operationen des Beschwerdeführers aufgeführt. Über das Ergebnis der Besprechung wurde ausgeführt, nach dem Klinikaufenthalt vom 1
7.
bis 2
3.
Oktober 2013 habe sich der Gesundheitszu
stand des Beschwerdeführers verbessert. Es handle sich um einen sekundären Krankheitsgewinn. Das Gutachten sei durchzogen von demonstrativem Vor
tragen der Einschränkung und Aggrav
ation des Beschwerdeführers. Ab
April 2014 handle es sich um keinen relevanten Gesundheitsschaden mehr (
Urk.
6/156 S. 8).
Auch wenn
sich
bei der
Begutachtung
gewisse
Hinweise auf eine
Symp
tomaus
weitung und
auf
Aggravation
ergaben,
ist die Krankheitsent
wicklung des Beschwerdeführers überwiegend als somatisch bedingt zu ver
stehen.
Ge
mäss
Dr.
E._
vermögen
namentlich die wiederholten operativen Eingriffe an der Wirbelsäule eine
Chronifizierung
der Schmerzen zu erklären. In diesem Sinne erscheint es zu kurz gegriffen, wenn sich die Beschwerde
gegnerin einzig auf
die Beschreibung eines
sekundären Krankheitsgewinn
es
oder
auf
ein
im Gutachten beschriebenes
demonstratives Verhalten
des Be
schwer
de
führers
stützen möchte, während sie
weitergehende
medizinis
che Abklärung
en unterlassen hat.
Für weitere medizinische Abklärungen bestand
aber auch
keine Veranlassung. Der Einschätzung der Gutachter des
D._
ist
vorliegend
umso mehr zu folgen
, als der RAD
-Arzt
vor der Besprechung vom 1
1.
Novem
ber
2015
in der Stellungnahme vom
2
7.
April 2015
noch
die
Beurteilung de
r Gutachter des
D._
als überzeugend erachtete und sich
ihr
anschloss
(E. 3.8 hiervor).
Weshalb
er
seine Einschätzung anlässlich der Besprechung vom 1
1.
November 2015
wieder
änderte, lässt sich dem Feststellungsblatt
vom 1
4.
Dezember 2015
nicht entnehmen.
4.6
Somit
steht nach dem Gesagten fest, dass
der Beschwerdeführer auch im Januar 2014 in der angestammten Tätigkeit nicht mehr und in einer behinderungsangepassten Tätigkeit weiter
hin zu
7
0
%
arbeitsunfähig
war
.
5
.
5
.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensver
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu er
folgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5
.2
Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes ist ein theoretischer und abstrakter Begriff, welcher dazu dient, den Leistungsbereich der Invaliden
versi
cherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Er um
schliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen
offen
hält
, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intel
lek
tuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten, und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 321 E. 3b und 1985 S. 462 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.2). An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenhei
ten und Verdienstaussichten sind praxisgemäss nicht übermässige Anforde
rungen zu stellen; diese hat vielmehr nur so weit zu gehen, als im Einzelfall eine zuverlässige Ermittlung des Invaliditätsgrades gewährleistet ist. Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzustellen, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, son
dern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nützen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeits
kräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 290 f. E. 3b; Urteile des Bundesge
richts I 273/04 vom 29. März 2005, I 591/02 vom 5. Mai 2004, I 285/99 vom 1
3.
März 2000 und U 176/98 vom 1
7.
April 2000). Der ausgeglichene Ar
beitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkom
men vonseiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteile des Bundesgerichts
9C_95/2007 vom 2
9.
August
2007 E.
4.3 und 9C_98/2014 vom 2
2.
April 201
4 E. 3.1, je mit Hinweisen).
5
.3
Der Beschwerdeführer war zum Zeitpunkt der Begutachtung im
D._
im Okto
ber/November 2014
59 Jahre alt. Im Gutachten des
D._
war festgestellt worden, dass
er
sein gesamtes Berufsleben als
Automechaniker gearbeitet hat
(E. 3.7.3). Die Ausübung einer körperlich belastenden Arbeit wie jene als Automechaniker ist ihm gesundheitsbedingt nicht mehr möglich.
Seit der Kündigung des Arbeitsverhältnisses mit der
Y._
AG per
1.
Juli 2008 hat er gesundheitsbedingt nicht mehr gearbeitet.
Altersbedingt und
nach
dem er offensichtlich nur über eine Ausbildung als Automechaniker verfügt,
ist von einer geringen Anpassungsfähigkeit an eine neue Tätigkeit auszugehen. Hinzukommt, dass dem Beschwerdeführer eine geringe Rest
arbeitsfähigkeit von noch 30
%
bei einem
zusätzlich sehr
eingeschränkten Be
lastungsprofil attestiert worden ist
. Es ist daher davon auszugehen, dass
er
die attestierte Restarbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen
Arbeits
markt
realistischerweise
nicht mehr verwerten kann
beziehungsweise diese nicht mehr nachgefragt würde
.
Da die Restarbeitsfähigkeit nach dem Gesag
ten nicht mehr verwertbar ist, erübrigt sich die Durchführung eines Einkom
mensvergleiches.
5
.4
Zusammenfassend
ist davon auszugehen
, dass für den Beschwer
deführer
keine verwertbare Erwerbsfähigkeit mehr besteht.
Im Vergleich mit dem
Zeit
punkt des Rentenbeginns ab
1.
Januar 2013 hat sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
daher
nicht verbessert.
Dies führt dazu, dass
über den 3
1.
März 2014
hinaus
Anspruch auf eine ganze Rente
besteht
.
Die Be
schwerde ist daher gutzuheissen.
6
.
6
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf
Fr.
8
00.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6
.2
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozes
ses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Bei einem praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
185.-- (zuzüglich Mehr
wert
steuer) ist der vertretene Beschwerdeführer mit
Fr.
1‘500.-- (inklu
sive Mehr
wertsteuer und Barauslagen) zu entschädigen.