Decision ID: 446788c3-aadf-421b-ae97-aecca645ac99
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Mit Verfügung vom 30. Juli 1993 sprach die Ausgleichskasse des Kantons
Y._
X._
ab dem 1.
April 1991 eine halbe Rente zu (
Urk.
7/18,
Urk.
7/17).
Anlässlich einer im
August 2011
eingeleiteten Revision
(
Urk.
7/88)
hob
die
Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
die ausgerichtete Rente mit Verfügung vom 27. November 2012 rückwirkend per 1. April 2011 auf, wobei sie dem Versicherten zudem eine Verletzung
seiner
Meldepflicht vorwarf (
Urk.
7/117).
In der Folge forderte die IV-Stelle vom Versicherten m
it Verfügung vom 14. Dezember 2012 für die ihm in der Zeit vom 1. April 2011 bis 31. Januar 2012 ausgerichtete Invalidenrente mit zugehörigen Kinderrenten total
Fr.
22‘880.-- zurück (
Urk.
7/122 =
Urk.
2).
2.
2.1
Gegen die Verfügung vom 27. November 2012
(
Urk.
7/117)
erhob der Versi
cherte am 15. Januar 2013 Beschwerde beim hiesigen Gericht.
Mit Urteil vom 19. April 2013 (
Prozess Nr.
IV.2013.00048
,
Urk.
15
) hob das Gericht die Verfü
gung vom 27.
November
2012 auf und wies die Sache wegen Verletzung des Anspruchs
des Versicherten
auf rechtliches Gehör und zur ergänzenden Abklä
rung des medizinischen Sachverhalts an die IV-Stelle zurück.
2.2
Gegen die Verfügung vom 14. Dezember 2012 (
Urk.
2) betreffend Rückforde
rung der in der Zeit vom 1. April 2011 bis 31. Januar 2012 ausgerichteten IV
Rente erhob der Versicherte am 24. Januar 2013 ebenfalls Beschwerde, wobei er die Aufhebung der Verfügung
vom 14. Dezember 2012
beantragte (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1 oben).
Mit Gerichtsverfügung vom 6. Mai 2013 wurde das vorliegende Verfahren sistiert, bis die Beschwerdegegnerin über den Rentenanspruch des Beschwerde
führers ab dem 1. April 2011 neu entschieden hat (
Urk.
9 Dispositiv
Ziff.
1).
2.3
Mit Verfügung vom 1. Dezember 2014
sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer auf der Basis einer halben Rente eine
Rentenn
achzahlung
in Höhe
von
Fr.
83‘642.--
zu
(
Urk.
13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 53
Abs.
3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) kann der Versicherungsträger eine Verfügung oder einen
Einspracheentscheid
, gegen die Beschwerde erhoben wurde, so lange
wie
dererwägen
, bis er gegenüber der Beschwerdebehörde Stellung nimmt. Die neue Verfügung oder der neue
Einspracheentscheid
beendet den Streit insoweit, als damit den Anträgen der versicherten Person entsprochen wird (ZAK 1989 S.
563 E. 2a; vgl. auch ZAK 1989 S. 310).
Fehlt ein formeller Wiedererwägungsentscheid, so liegt seitens der Verwaltung ein Antrag vor, wie zu entscheiden sei. Eine Erledigung des Verfahrens zufolge Gegenstandslosigkeit fällt ausser Betracht. Vielmehr ist materiell in der Sache zu entscheiden.
1.2
Nach Art. 25
Abs.
1 ATSG sind unrechtmässig bezogene Leistungen zurück
zuerstatten. Wer Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, muss sie nicht zurückerstatten, wenn eine grosse Härte vorliegt.
2.
Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die
offene
Rückforderung
der Beschwerdegegnerin
in Höhe von
Fr.
22‘880.--
(
Urk.
2).
3.
3.1
Die Rückforderung
basiert auf der Verfügung vom 27. November 2012, mit wel
cher die Beschwerdegegnerin die Rente des Beschwerdeführers per 1. April 2011 aufgehoben hatte (
Urk.
7/117). Mit Urteil vom 19. April 2013
hob
das hiesige Gericht die Verfügung
vom 27. November 2012 auf
und
wies
die Sache an die Besc
hwerdegegnerin zurück (
Urk.
15 S. 12 Dispositiv
Ziff.
1). Die Verfügung ist
demnach
nicht in Rechtskraft erwachsen.
3.2
Am
1.
Dezember 2014 verfügte die Beschwerdegegnerin neu (
Urk.
13). Dabei
ermittelte
sie
auf der Basis
eines halben Rentenanspruchs
, wie vor der
Renten
auf
hebung
,
eine
N
achzahlung
zu Gunsten des Beschwerdeführers
in Höhe von
Fr.
104‘213.--
,
die den Zeitraum
vom
1.
April 2011 bis 3
0.
November 2014
betrifft
,
inklusive Verzugszins von
Fr.
3‘058
.--
.
In der weiteren Berechnung
zog
sie
die bereits ausgerichteten
Fr.
22‘880.-- von der Nachzahlung ab
und berück
sichtigte zudem die Rente für
den Monat
Dezember 201
4.
Gesamthaft
ermittelte
sie
eine
Nachzahlung
in Höhe
von
Fr.
83‘642.-- (
Fr.
104‘213.-- -
Fr.
22
‘
880.-- +
Fr.
2‘309.--
=
Fr.
83‘642.--).
3.3
Da der Beschwerdeführer bei diesem Ausgang des vorinstanzlichen Verfahrens
für den streitigen Zeitraum vom
1.
April 2011 bis 3
1.
Januar 2012
zumindest
Anspruch auf eine halbe Rente hat, ist die Verfügung vom 1
4.
Dezember 2012
betreffend Rückforderung
in Gutheissung der Beschwerde vom 2
4.
Januar 2013 aufzuheben.
4.
4.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs.
1bis des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Vorl
iegend sind die Kos
ten auf
Fr.
4
00.-- anzusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin auf
zuerlegen.
4.2
Unter Berücksichtigung der dem Beschwerdeführer
im
Urteil vom 1
9.
April 2013 bereits zugesprochene Prozessentschädigung von
Fr.
2‘100.-- (
Urk.
15 S. 11,
E.
7.2) ist
er
für
die geringfügigen
Aufwendungen im vorliegenden
Verfahren
zusätzlich
mit
Fr.
500.-- zu entschädigen.