Decision ID: fe1c4d68-deac-42d8-b31b-39ed85f1e38e
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1957 geborene
X._
bezieht seit Januar 2000 eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung (Urk. 7/32).
Diese Rente wurde in den Jahren 2004 und 2007
bestätigt
(Urk. 7/38, Urk. 7/47)
.
Im Oktober 2010 leitete die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle,
ein weiteres Revisionsverfahren ein (Urk. 7/62). Sie holte Berichte der behandelnden Ärzte ein und liess die Versicherte in der Klinik
Y._
ab
klären (psychiatrisch-orthopädisches Gutachten vom 28. Dezember 2011; Urk. 7/88). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/94 ff.) verfügte sie am 18. Juni 2013 die Einstellung der
Rente
per Ende des
der
Zustellung des Entscheids folgenden Monats (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
19. August 2013 Beschwerde
mit dem
Rechtsbe
gehren
um weitere Ausrichtung der
Viertelsrente
. In prozessualer Hin
sicht ersuchte sie um Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 24. September 20123 schloss die IV-Stelle auf Ab
w
eisung der Beschwerde (Urk. 6). Darüber
wurde
die
Beschwerdeführerin am 30. Oktober 2013
orientiert
(Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2
IVG
).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen.
Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.
4
Nach
lit
. a Abs. 1 der am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen
Schlussbestimmun
gen
der Änderung des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
vom
18. März 2011
(6. IV-Revision, erstes
Massnahmepaket
; kurz:
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG 6. IV-Revision
) werden Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage ge
sprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach Artikel 7
ATSG
nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen von Artikel 17 Absatz 1 ATSG nicht erfüllt sind.
Abs. 4 der Bestimmung präzisiert, dass Abs. 1 keine Anwendung findet auf Personen, die im Zeitpunkt des In
krafttretens der Änderung das 55. Altersjahr zurückgelegt haben oder im Zeit
punkt, in dem die Überprüfung eingeleitet wird, seit mehr als 15 Jahren eine Rente der Invalidenversicherung beziehen.
Damit eine Rente nach Massgabe von
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG 6. IV-Revision
aufgehoben oder herabgesetzt werden kann, bedarf es zwar keiner erheblichen Veränderung des Gesundheitszustandes im Sinne von Art. 17 ATSG.
Indessen knüpfte das Bundesgericht die Revision in
BGE 139 V 547
(
E. 10.1
)
an drei Vor
aussetzungen:
-
Zunächst
muss
d
ie
Rentenzusprache
„
ausschliesslich
“
auf Grund der Diag
nose eines
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebil
des
ohne nachweisbare organische Grundlage
erfolgt
sein
.
-
Weiter
wird
voraus
gesetzt
, dass a
uch im Revisionszeitpunkt ausschliesslich ein unklares Beschwerdebild vor
liegt
.
-
Schliesslich
ist
zu prüfen, ob die „Foerster-Kriterien" als erfüllt zu betrachten
sind
und eine
Validitätseinbusse
auf diese Weise
trotz des hinsichtlich der invalidisierenden Folgen nicht objektivierbaren Beschwerdebildes
nach
weisbar
ist
(vgl. E. 9.1-9.1.3
von BGE 139 V 547
).
Da es sich bei den erwähnten Punkten, von deren Beantwortung der Bestand laufender Renten abhängt, in erster Linie um solche medizinischer Art handelt,
sind
laut Bundesgericht
an die entsprechenden Abklärungen besonders hohe Anforderungen zu stellen. Namentlich muss verlangt werden, dass die Untersu
chungen im Zeitpunkt der Revision aktuell sind und sich mit der massgeblichen Fragestellung auseinandersetzen. Sowei
t die versicherte Person sich
auch mit Bezug auf die Chancen, welche die Wiedereingliederungsmassnahmen bie
ten
der Beurteilung durch die Verwaltung und deren Regionalen Ärztlichen
Dienst nicht anschliessen kann, dürfte sich in der Regel eine neue, polydisziplinäre Be
gutachtung als unumgänglich erweisen (BGE 139 V 547 E. 10.2).
Mit BGE 140 V 197 E.
6.2.3 klärte das Bundesgericht die Frage der Anwendbar
keit der Schlussbestimmung in Fällen mit sowohl
syndromalen
wie
nichtsyn
dromalen
Beschwerden. Danach findet
lit
. a Abs.
1
SchlB
IVG 6.
IV-Revision
auf "unklare" Beschwerden Anwendung, wenn sich diese von "erklärbaren" Beschwerden trennen lassen. Laufende Renten sind von einer Überprüfung un
ter diesem R
echtstitel nur ausgeschlossen,
wenn und soweit
sie auf "erklärba
ren" Beschwerden beruhen
. Bei solchen
kombinierten Beschwerden
müssen
die unklaren und die "erklärbaren" Beschwerden
sowohl diagnostisch als auch hinsic
htlich der funktionellen Folgen
auseinandergehalten werden kön
nen. Ein organisch begründeter
Teil der Arbeitsfähigkeit kann bei Anwendbarkeit der Schlussbestimmung nur neu beurteilt werden, sofern ein
e Veränderung im Sinne von Art.
17 ATSG eingetreten ist. Insoweit wird im Anwendungsbereich der Schlussbestimmung vom Grundsatz abgewichen, dass die Verwaltung im Rahmen einer materiellen Revision den Rentenanspruch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend prüft
(Bundesgerichtsurteil 9C_121/2014 vom 3. September 2014 E
.
2.4.1-2.4.2).
In Weiterführung dieser Rechtsprechung stellte das Bundesgericht im
vorerwähn
ten
Urteil 9C_121/2014 vom 3. September 2014
, E. 2.6,
fest, dass unter dem Rechtstitel der Schlussbestimmung auch
"
Mischsachverhalt
e
"
über
prüft werden können
,
bei denen es unmöglich ist
,
festzustellen, wie gross der Anteil der organisch bedingten Beschwerden bei der Rentenzusprechung war. In einem solchen Fall bestimm
t sich die (
diesfalls
zu einer
integralen Neuprüfung führende) Anwendbarkeit der Schlussbestimmung nach folgendem Grundsatz: Besteht (im Zeitpunkt
der Rentenzusprechung und/oder
überprüfung
) neben dem
syndromalen
Zustand eine davon unabhängige organische oder psychische Gesundheitsschädigung, so hängt die Anwendbarkeit der Schlussbestimmung davon ab, dass die weitere ("
nichtsyndromale
") Gesundheitsschädigung die
an
spruchserhebliche
Arbeitsunfähigkeit nicht mitverursacht, das heisst letztlich nicht selbständig zur Begründung des Rentenanspruchs beigetragen hat. Wenn sie die Auswirkungen des unklaren Beschwerdebildes bloss verstärkte, bleibt eine Rentenrevision unter diesem Rechtstitel möglich.
2.
2.1
Vorliegend lag d
er ursprünglichen
Rentenzusprache
die folgende medizinische Aktenlage zu Grunde:
2.1.1
D
er behandelnde Dr.
med.
Z._
,
Facharzt für
Allgemeine Medizin,
stellte
am
26. Juli 2000
folgende Diagnosen
(Urk.
7/5
)
:
-
C
hronisches
Panvertebralsyndrom
-
Chronische, völlig therapieresistente
Abdominal
schmerzen
bei Status nach
Cholez
ys
tektomie
im Jahre 1995
-
Colon
irritabile
-
Obere
Plexusparese
im Bere
iche des linken Schultergürtels
-
Psychophysischer Erschöpfungszustand
-
Status nach Handgelenksdistorsion im August 1997 mit Läsion des
radio-ulno-car
palen
Gelenkes, leichter
Sudeck
B
ei Attestierung einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit i
n angestammter und bei e
iner 50%igen
Arbeitsfähigkeit in angepasster, leichter Tätigkeit
gab er an,
dass
sämtliche Abklärungen der von d
er Beschwerdeführerin geklagten
chronischen, massivsten Abdominal- und Rückenschmerzen, abgesehen von einer leichten
Diskusprotrusion
L4/5
(vgl. Urk. 7/10 S. 1)
,
negativ ausgefallen
seien
, weshalb eine ausschliesslich psychische Komponente mit massiver
Somatisierung
sten
denz
angenommen werden müss
e
.
2.1.2
I
m Verlaufsbericht vom
12. Januar 2001
(
Urk. 7/6)
revidierte
Dr.
Z._
die
Diagnosen
wie folgt
:
-
Chronisches
Lumbo
vertebralsyndrom
mit völliger Therapieresistenz
-
PHS [Periarthritis
humeroscapularis
] beidseits, links ausgeprägter als rechts
-
Colon
irritabile
-
Depressive Entwicklung
Sodann wiederholte
d
er
Hausarzt
die Auffassung, dass es sich um ein thera
pieresistentes Schmerzsyndrom mit psychosomatischer Überlagerung handle
.
2.1.3
Dr. med.
A._
, damals Oberar
z
t
i.V. an der
Klinik B._
,
diagnos
tizierte am 23. Februar 2001 (Urk. 7/12
S. 3
) eine unspezifische
Lumbo
ischialgie
rechts bei magnetresonanztomographisch nachgewiesener minimaler
Discusprotrusion
L4/5 sowie ein
en
Colon
irritabile
und bescheinigte eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für leichte körperliche Arbeiten in dynamischer Tätig
keit
. Dem Sprechstunden-Eintrag vom 20. Februar 2001
(Urk. 7/12 S. 4)
lässt sich darüber hinaus entnehmen, dass die Rückenbeschwerden morphologisch auf kein eigentliches Substrat zurückzuführen
waren;
denn
d
ie minimale
Dis
cusprotrusion
L4/5
war
nach links ausladend, die Beschwerdeführerin
klag
t
e
je
doch
über rechtsseitige Beinbeschwerden
.
2.1.4
D
ie
Experten des
von der Beschwerdegegnerin beauftragte
n
C._
stellten
im Gutachten vom
28. Dezember 2001
(Urk. 7/20 S. 1-9) folgende Diagnosen:
-
Strukturelle Diagnosen
-
Achsenskelett (Brustwirbelsäule, Lendenwirbelsäule) mit teilweise fixierter
S-för
miger Skoliose, im Übrigen mit leichten, noch altersentsprechenden dege
nerativen Veränderungen (2000)
-
Linke (und rechte) Schulter ohne degenerative Veränderungen (2000)
-
K
linische und funktionelle Diagnosen
-
Haltungsinsuffizienz mit
chronifizierten
Rückenschmerzen
-
Linke Schulter mit schmerzhafter Bewegungseinschränkung, sog.
Frozen
Shoul
der
-
Somatoforme
Schmerzstörung (R
ücken, Schultern, Beine, Bauch)
-
Nebendiagnosen (ohne Relevanz
für
die Frage der Restarbeitsfähigkeit)
-
Nach Anamnese Zustand nach Bang-Infektion (1985)
-
Zustand nach
Cholezystektomie
S
owohl
bezogen auf
die Rücken- als auch
auf
die Schulterbeschwerden
gingen die Gutachter
von einer
somatoformen
Schmerzstörung aus
. Die linke Schulter zeige trotz einer kräftigen und eher hypertonisierten
zerviko-skapulären
Mus
kulatur eine deutliche Hängetendenz nach vorne. Die subjektiv komplette Läh
mung der Oberarmbewegung in der Untersuchungssituation werde bei
Spon
tanbewegungen
zumindest teilweise überwunden. Klinisch bestehe eine
Frozen
Shoulder
und es komme schon nach etwa 30° aus der Neutralposition zu einer passiven Mitbewegung des Schulterblattes. Dies sei das Resultat der medizinisch nicht gerechtfertigten Schonung
. Es
sei aber eine durch entsprechende Akti
vi
erung reversible Einschränkung.
Die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeüb
ten Tätigkeit sei nicht eingeschränkt.
Hinsichtlich der
Frage der
Beeinträchtigung durch die psychische Störung wurde auf das Teilgutachten von
Dr. med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 4. Oktober 2001 (Urk.
7/20 S. 13-17
)
verwiesen. Darin wurde
eine
depressiv gefärbte
Störung infolge eines S
chmerzsyndroms und differenzialdiagnostisch eine
Persönlichkeitsstörung
diagnostiziert
. Die Störung
sei
von einem psychiatrischen Standpunkt
aus
und auf dem Hintergrund der Herkunftskultur der Beschwerdeführerin als
"
mittelschwer
"
zu werten
.
Somit dürfte der psychiatrische Anteil an der momentan bestehenden Arbeitsunfähig
keit klein sein und höchstens 30 % betragen. Grösser seien die Auswirkungen des Gesamtsyndroms auf die Eingliederungsfähigkeit.
Es bestünden sicherlich Defizite, die man mit einem chronischen Überforderungssyndrom beschreiben könne. Wenn immer die Arbeit zu schwer, zu stressig oder zu belastend werde, werde die Beschwerdeführerin ein Schmerzsyndrom als Ausdruck ihrer inneren Not zeigen. Im Vergleich zu den Anforderungen
in
der freien Wirtschaft habe ihre Belastungsfähigkeit in den letzten Jahren sicherlich abgenommen und
dürfte noch zirka 50 % einer Normalleistung betragen.
Insgesamt
sei
die
totale Resta
rbeitsfähigkeit
in
einer ihren Möglichkeiten
angepassten
Tätigkeit
aus psy
chiatrischer Sicht
auf
50 % bis
70 %
einzuschätzen
.
2.1.5
Aufgrund d
ieser Beurteilung
ging der damalige Medizinische Dienst
der
IV-Stelle
von einer Arbeitsunfähigkeit von 40 % aus (
Feststellungsblatt vom 18. März 2002,
Urk. 7/24)
, worauf die Beschwerdegegnerin die
Viertelsrente
zusprach (
Urk
7/32).
2.2
Im Rahmen der
ersten
Rentenrevision erstattete Dr.
Z._
am 21. April 2004
erneut
Bericht (Urk. 7/36) und
stellte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Chronisches
Pan
vertebralsyndrom
vor allem zervikal und lumbal
-
Diskusprotrusion
L4/5 links
-
PHS beidseits linksbetont
-
Chronische
Abdominalbeschwerden
unklarer Ätiologie
Keine Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit mass er dagegen den depressiven Verstimmungen und
den
rezidivierenden Bronchitiden bei
Nikotinabusus
zu
. Weiter führte er aus, ein
e
ern
eute
Magnetresonanztomographie
habe im Ver
gleich zur
A
ufnahme im Juni 2000
(vgl. Urk. 7/10 S. 1)
keine neuen Befunde er
geben. Die Beschwerdeführerin habe die antidepressive medikamentöse The
rapie von sich aus sistiert. Auch von Seiten des Abdomens habe sich im We
sentlichen nichts verändert. Eine Gastroskopie sei unauffällig gewesen. Ein anatomisches Korrelat habe nicht gefunden werden können.
2.3
In dem
anlässlich der
zweite
n
Rentenrevision verfassten Bericht vom 5. September 2007 (Urk. 7/45) diagnostizierte Dr.
Z._
ein progredientes
Panvertebralsyndrom
und gab an, dass sich mit Bezug auf die Rückenschmer
zen im Wesentlichen
nichts verändert habe.
3.
3
.1
D
ie Beschwerdegegnerin begründet
die Einstellung der Rente unter Hinweis auf
das psychiatrisch-orthopädische
Gutachten der Klinik
Y._
vo
m 28. Dezember 2011
damit, dass
die
chronische Schmerzerkrankung beziehungs
weise
die
somatoforme
Schmerzstörung mit einer zumutbaren
Willensanstren
gung
überwindbar sei
. D
ie geklagten Beschwerden
seien deshalb
n
icht als inva
lidisierend zu wert
en (Urk. 2
S. 2 f.
).
3
.2
Demgegenüber stellt
sich die Beschwerdeführerin im Wesentlichen auf den Stand
punkt, ihr Gesundheitszustand habe sich seit der Rentenzusprechung und
den daraufhin durchgeführten Revisionen nicht verbessert. Auf das Gutachten der Klinik
Y._
vom 28. Dezember 2011 könne nicht abgestellt werden. Vielmehr leide sie aus somatischer Sicht an invalidisierenden Diagnosen
. A
us psychiatrischer Sicht
seien ausserdem
die Förster-Kriterien mehrheitlich erfüllt (Urk. 1
S. 4
ff.
).
4.
4.1
4.1.1
Den
in E. 2.1
hievor
wiederg
egebenen medizinischen Akten
lässt sich entneh
men, dass die
ursprüngliche
Rentenzusprache
nicht auf somatischen Befunden
basierte
. Aus
orthopädischer
Sicht
fand sich
aufgrund
der klinischen Untersu
chung und
der
bildgebenden Abklärungen keine Erklärung für die geklagten Rücken- und Schulterschmerzen. Auch für die angegebenen
Abdominalbe
sc
hwerden
konnte trotz zahlreicher
Abklärungen keine Ursache gefunden wer
den
. D
eshalb
verneinten
die Gutachter des
C._
eine Einschränkung der Ar
beitsfähigkeit aus somatischer Sicht und verwiesen unter
der
Annahme einer
somatoformen
Schmerzstörung auf das psychiatrische Teilgutachten von Dr.
D._
.
Diesem
lässt sich
das
Zusammenwirken
einer
mittelschw
eren de
pressiven Störung
mit
somatoformen
Schmerzen
entnehmen
.
Dr.
D._
schätzte
d
en Anteil der depressiven
Störung an der anspruchserheblichen Ar
beitsunfähigkeit von
insgesamt
30 bis 50 % auf höchstens 30 %.
Ausgehend vo
m Mittelwert dieser Gesamtarbeitsunfähigkeit ging die Beschwer
-
de
gegnerin
bei der Rentenzusprechung von einer
40%igen Arbeitsun
fähigkeit
aus
, womit sie
neben einem auf die depressive Störung zurückzufüh
renden Anteil von (höchstens) 30 % auch den
durch die
Schmerzstörung ver
ursachten Anteil von (mindestens) 10 % berücksichtigte.
4.
1.
2
Nach dem Gesagten
kann von einem
kombinierte
n
Sachverhalt im Sinne von BGE 140 V 197 E. 6.2.3
ausgegangen werden
. Hinsichtlich
der
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 10 %
stützte sich die Rente der Beschwerdeführerin auf ein
pathogenetisch
-ätiologisch unklares
syndromales
Beschwerdebild ohne nachweisbare org
anische Grundlage im Sinne
lit
.
a
Abs. 1
SchlB
IVG 6.
IV-Re
vision.
Die
vom Gutachter Dr.
D._
als mittelschwer eingestufte depressiv gefärbte
Störung
gilt
hingegen
nicht
als
pathogenetis
ch
-ätiologisch unklares
syndroma
les
Beschwerdebild
ohne nachweisbare organische Grundlage
(
vgl.
etwa
das ei
nen Entscheid
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. März
2014 bestätig
ende
Bundesgerichtsurteil 8C_278/2014
vom 24. Juni 2014
)
. Die Überprüfung der Rente
darf
hinsichtlich des auf diese
erklärbaren Beschwerden
zurückzuführenden Anteils
(30%ige Arbeitsunfähigkeit)
demzufolge
nicht nach
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG 6. IV-Revision
eingeleitet werden. Vielmehr ist
hier
zu prüfen, ob
seit 2002
eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse im Sinne von Art. 17 ATSG eingetreten ist.
4.2
Hinsichtlich der Überprüfung der Rente nach
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG 6. IV-Revi
sion kann vorab festgehalten werden, dass die Ausschlusskriterien gemäss Abs.
4 dieser Bestimmung vorliegend nicht gegeben
sind,
da
die Beschwerde
führerin bei Inkrafttreten der Änderung am 1. Januar 2012 noch nicht 55 Jahre alt
war
.
Weiter betrug der
Rentenbezug
im Zeitpunkt der Einleitung der Über
prüfung
auch nicht
mehr als
15 Jahre
.
5
.
5
.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, stellte im Bericht
vom 16. November 2010 (Urk. 7/67)
folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Chronische Schmerzerkrankung
-
Vorbestehende
amyothrophe
Schulter links mit
Schmerzexazerbation
nach Sturz auf Treppe im April 2008
-
Chronisches
Panvertebralsyndrom
bei
Diskusprotrusionen
L5 mit Diskushernie
-
Gonarthrose
links, Status nach Arthroskopie 2008
-
Chronische Magenschmerzen (NERD)
Keine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
mass er den d
epressive
n Verstimmun
gen und
den
rezidivierende
n
Bronchitiden
bei
. Weiter führte er aus
, nach einem Sturz im April 2008 habe sich die Beschwerdesymptomatik in der Schulter massiv verstärkt. Eine Kniesymptomatik sei
arthroskopiert
worden, wobei sich eine massive Schädigung des Knorpels gezeigt habe. Die Beschwer
deführerin sei seit 3. September 2008 zu 100 % arbeitsunfähig.
5
.2
Wegen
persistierender
Schmerzen in der linken Schulter ist die Beschwerdeführe
rin in der
Klinik B._
in Behandlung.
Im Klinikb
ericht
vom 17. Januar 2011 (Urk. 7/69)
wurde folgende Diagnose ge
stellt:
-
Unklare Schmerzen links mit/bei
-
Partialruptur
Supraspinatus
articulärseits
(MRI 2008)
-
Status nach Schulterkontusion 2008
Dem Bericht lässt sich weiter entnehmen, dass d
ie klinische Untersuchung er
schwert
war
und die
Schmerzen einem morphologischen Korrelat
nicht klar
zu
geordnet werden
konnten
. Klinisch präsentier
t
e die Beschwerdeführerin eine Pseudoparalyse mit Aussenrotationslage. Diesbezüglich
wurde
eine erneute
magnetresonanztomograpische
(MRI-) Untersuchung geplant, um eine relevante Vergrösserung der primären
Rotatorenmanschetten
-Partialruptur auszuschlies
sen.
Das
MRI ergab
l
aut Bericht vom
17. Februar 2011 (Urk. 7/73
; vgl. auch Urk. 7/76 S. 7 f.
)
kein anatomisches Korrelat für die starken Schmerzen der Be
schwerdeführerin. Im Vorfeld
war
bereits eine neurologische Untersuchung mit Ausschluss einer neurologischen Pathologie durchgeführt worden. Ebenso
war
ein
Pancoast
-Tumor
bei bekannter Asymmetrie der Schulter ausgeschlossen worden. Infiltrationen
glenohumeral
,
subacromial
und im Bereich des AC-Ge
lenkes hätten keine Besserung gebracht und die Schmerzlokalisation somit auch nicht entscheidend eingrenzen können.
Bei erheblichen Schmerzen
sei eine re
petitive körperliche Arbeit, zum Beispiel als Reinigungsangestellte, aktuell nicht durchführbar.
5
.3
Ein
infolge eines Auffahrunfalles in
der
E._
am 19
. Mai 2011
durchgeführte
s
MRI
der Halswirbelsäule ergab laut Bericht vom
darauf
folgen
den Tag
(Urk. 7/103 S. 2)
eine p
aramedian links gelegene Diskushernie auf Höhe C5/C6 mit leichter
Dekonfiguration
des
Myelons
von ventral ohne
Nervenwur
zelk
ompression
.
5
.4
Im psychiatrisch-orthopädischen
Gutachten der Klinik
Y._
vom 28. Dezember 2011 (Urk. 7/88)
wurde
die
Diagnose
einer
s
omatoforme
n
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) mit
Panvertebralsyndrom
und unklaren
Schul
terbeschwerden
links
gestellt
(
S. 21)
.
Weiter führten die Gutachter aus, die Be
schwerdeführerin habe Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule,
in erster Linie
in der lumbalen Region,
weiter
in den Knien, insbesondere links, in der linken
und
mittlerweile auch in der rechten Schulter
sowie
im Nacken angegeben (S. 3).
Bei den Untersuchungen
hätten
sich aus orthopädischer Sicht betreffend die Wirbelsäule und die Schultern keine Befunde
gefunden
, welche die Beschwer
den und die daraus resultierenden subjektiven Einschränkungen erklärt
hätt
en
(S. 26)
.
Bei der Inspektion
sei
eine Fehlhaltung mit Schultertiefstand
links
ohne Hinweise für eine
Myoatrophie
der Schultermuskulatur auf
gefallen
. Die klinisch geprüften
Rotatorenmanschettenzeichen
seien unauffällig. Klinisch ergäben sich auch keine Anhaltspunkte für eine
Bicepssehnenankerpathologie
.
Links bestehe eine beträchtliche Einschränkung der aktiven und passiven Schulterfunkt
ion mit
schmerzbedingt aktivem
Sperren. Oberhalb der
Scapulaebene
sei eine konklu
sive Untersuchung nicht durchführbar
gewesen
. Unterhalb der
Scapula
zeige sich eine normale Aussen
/Innenrotation in Neutralstellung, symmetrisch im Vergleich zur rechten Seite. Es
habe
kein Hinweis für ein Aussenrotations-Lag-
Sign
bestanden
. Die übrigen klinischen
Rotatorenmanschettenzeichen
seien nicht verwertbar sprich nicht prüfbar
gewesen
. Von den Komplexbewegungen sei der Nackengriff nur mit Trickbewegungen möglich
gewesen, w
ährend die Innenrotation beim Schürzengriff bis zum
4.
Lendenwirbelkörper
gelungen sei
. Bildgebende Untersuchungen hätten einen altersentsprechend unauffälligen Skelettbefund in der linken Schulter sowie intakte
Rotatorenmanschetten
sowie
Biceps
longus
-Sehnen links und rechts ergeben
(S. 18
f
f.).
Z
um Zeitpunkt der Untersuchung
habe auch ke
ine Psychopathologie
bestanden
. Im Besonderen sei eine affektive Störung gemäss üblicherweise eingesetzten di
agnostischen Systemen (ICD-10 oder DSM IV) nicht zu postulieren.
D
ie seit Jahren bestehenden Beschwerden
müssten
somit vor dem Hintergrund der psy
chosozialen Belastungen erwogen werden, wobei sich über die relevanten psy
chosozialen Belastungen denkbar wenige aktenkundige Eintragungen finden liessen und eine Exploration in dieser Hinsicht am somatischen
Krankheitsmo
dell
der Beschwerdeführerin vollends scheitere. An der Diagnose einer chroni
schen Schmerzkrankheit lasse sich anhand von allen verfügbaren Akten und aktuellen Feststellunge
n nicht zweifeln. Berücksichtige
man die zur Verfügung stehenden aktenkundigen Angaben bestehe zweifellos ein mehrjähriger
Krank
heitsverlauf
mit einer insgesamt unveränderten und (subjektiv) progredienten Symptomatik ohne längerfristige Remissionen. Es dürfte sich um eine psychoso
ziale Belastung handeln, welche möglicherweise den Stellenwert einer miss
glückten Konfliktbewältigung habe, wobei unzweifelhaft restlos unbefriedi
gende Behandlungsergebnisse bei adäquaten und konsequent durchgeführten ambulanten und stationären Behandlungen dokumentiert seien.
Insbesondere hätten die Rehabilitationsmassnahmen in dafür geeigneten Kliniken bereits vor Jahren versagt. Inwiefern eine Motivation der Beschwerdeführerin zur Überwin
dung der Beschwerden bestehe, lasse sich nicht erfassen. Eine passiv-exspekta
tive, bisweilen auch fatalistische Haltung gegenüber den Beschwerden lasse sich kaum leugnen.
A
ufgrund dieser Feststellungen
sei
von weiteren therapeutischen Interventionen kaum eine Besserung zu erwarten und
Rehabilitationsmassnah
men
müssten a priori als zum Scheitern verurteilt eingestuft werden (S. 26 f.).
Aufgrund der aktuellen Befunde
konnten die Gutachter
aus somatischer Sicht keine Auswirkungen auf
die Arbeitsfähigkeit postulier
en. Sowohl betreffend die Rücken- wie auch die Schulterbeschwerden liessen sich keine
Funktionsein
schränkungen
feststellen, die eine Tätigkeit mit leichter bis mittelschwerer Be
lastung in wechselnder Position beeinträchtig
en würd
en. Unter diesen Bedin
gungen sei auch die bisherige Tätigkeit zumutbar
(S. 28).
Abschliessend führten die Gutachter aus, es handle sich offensichtlich um ein fixierte
s Leiden, welches trotz diverser therapeutischer
Bemühungen nicht habe beeinflusst werden könne
n
. Eine wesentliche Verschlechterung lasse
sich auf
grund der verfügbaren Informationen nicht postulieren. Gemäss den Akten be
stehe offensichtlich seit mindestens 1999 eine chronische subjektive Beein
trächtigung, welche durchaus im Rahmen einer chronischen Schmerzkrankheit zu interpretieren sei. Dieses d
e facto stets gleich gebliebene
Beschwerdebild sei in den Akten teilweise mit unterschiedlichen diagnostischen Kategorien spezifi
ziert worden. Gemeinsam am ganzen Verlauf seien die Symptome ohne eine ausreichende strukturelle Grundlage, wie dies im Rahmen einer
somatoformen
Störung typisch sei beziehungsweise sich zuletzt im Sinne einer chronisch
en Schmerzkrankheit manifestiert habe
(S. 3
2 f.
).
5
.5
Der
H
ausarzt Dr.
Z._
stellte im Bericht
vom 16. April 2013 (Urk. 7/99)
fol
gende, angepasste Diagnosen:
-
Chronisches
Panvertebralsyndrom
mit massiven Muskelverspannungen
-
Kleine paramediane Diskushernie C5/6
-
Schulterschmerzen links bei Partialruptur der
Supraspinatus
-Sehne
-
Knieschmerzen links bei Kno
rpelschäden
-
Chronische Magenschmerzen (NERD)
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
-
Amyothrophe
Schulter links seit Jahren
Weiter gab er an, die Beschwerdeführerin
klage
über massive
cervikale
und lum
bale Schmerzen sowie Schulter- und Knieschmerzen links.
Sodann
bestün
den rezidivierende Magenschmerzen, wahrscheinlich bedingt durch die Schmerzmittelmedikation. Im MRI der Halswirbelsäule sei eine
Diskopathie
mit kleiner
Herniation
sichtbar. Ebenso
seien
im MRI des linken Knies
arthrotische
Veränderungen sichtbar.
Durch die Schmerzproblematik sei sicherlich von einer leichten reaktiven Depression zu sprechen. Eine diesbezügliche Therapie sei nicht indiziert.
Die seit Jahren bestehenden multiplen Beschwerden seien im Wesentlichen
unverändert. Auf verschiedene gezielte therapeutische
Massnah
men habe die Beschwerdeführerin nicht angesprochen
. Angesichts der doch er
heblichen somatischen und psychischen Beschwerden sei eine gewisse Verein
samung aufgetreten, obwohl die Beschwerdeführerin in der Familie völlig inte
griert sei.
Es könne ihr e
ine 50 %
ige
Arbeitsfähigkeit
a
n einem angepassten Ar
beitsplatz
zugemutet werden.
E
in volles Arbeitspensum sei
allerdings
nicht möglich.
6
.
6
.1
Gegen das Gutachten der Klinik
Y._
vom
28. Dezember 2011 wendet die Beschwerdeführerin
zunächst
ein, der psychiatrische Gutachter habe keine
Test
untersuchungen
durchgeführt und sie lächerlich gemacht
, indem er ihre unzu
reichende Aussprache mehrfach wörtlich zitiert habe. Weiter habe er sich mit der in den
Vorakten
diagnostizierten Depression nicht auseinander gesetzt (Urk. 1 S. 5 f.).
D
ie Kritik,
im Rahmen der
psychiatrischen Abklärung seien keine
Testuntersu
chungen
durchgeführt worden,
stösst
i
ns Leere
,
da die Rechtsprechung solchen Testverfahren höchstens ergän
z
ende Funktion zuerkennt, während die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und
Verhaltensbe
obachtung
entscheidend bleibt (Urteil des damaligen Eidgenössischen
Versi
che
rungsgerichts
[EVG] I 391/06 vom 9. August 2006 E. 3.2.2 sowie
Bundesge
richtsurteile
9C_458/2008 vom 23. September 2008 E. 4.2, 8C_266/2012 vom 2. Juli 2012 E. 4.1 und
9C_344/2013 vom 16. Oktober 2013 E. 3.1.5)
.
Weiter
legt die Beschwerdeführerin nicht dar, inwiefern
der psychiatrische Gut
achter
mit Blick auf die medizinischen Einschätzungen und Gegebenheiten als voreingenommen zu betrachten wäre (wenngleich die
Hervorhebung der infolge
mangelnder Sprachkenntnisse
fehlerhaften Aussprache
der ansonsten überzeu
gende
n gutachterlichen Stellungnahme
unbestrittenermassen
nicht weiter dien
lich ist
).
Schliesslich
ist h
insichtlich der
früher gestellten Diagnose einer depressiven Stö
rung festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der psychiatrischen Untersuchung eine Depressivität ausdrücklich verneint
e
(Urk. 7/88 S. 8). Selbst der Hausarzt Dr.
Z._
b
erichtete
nur noch
von sich auf die Arbeitsfähigkeit nicht auswirkenden depressiven Verstimmungen
(Urk. 7/67)
beziehungsweise von einer
leichten
reaktiven Depression
ohne Indikation für eine Pharmakothe
rapie
(Urk. 7/99)
, was im Einklang mit dem dokumentierten Verlauf der affekti
ven Störung im Rahmen der ersten beiden Rentenrevisionen steht (vgl. E. 2.2-3
hievor
)
.
Mit Bezug auf den von der Beschwerdeführerin angegebenen Bericht des
F._
, Institut für Anästhesiologie, vom 29. Juli 2011 (Urk. 7/82 S. 1 ff.; vgl. Urk. 1 S. 6) ist festzuhalten, dass es sich dabei um einen Antrag an den Krankenversicherer
auf
Kostengutsprache für eine stationäre in
terdisziplinäre Schmerztherapie
handelt
.
Weder äusserten sich d
ie
unterzeich
nenden Ärzte zum
erhobenen Psychostatus noch zu Dauer und Schweregrad der diagnostizierten depressiven Episode mit Antriebsarmut, Interessenverlust, Schlaf- und Konzentrationsstörungen geschweige denn zur deren Auswirkun
gen auf die Arbeitsfähigkeit. Die Angaben in diesem Schreiben genügen somit nicht, um den sich aus den übrigen
medizinischen Akten ergebenden
Verlauf der depressiven Störung in Frage zu stellen.
Angesichts
der
vom behandelnden Arzt im mehrjährigen Verlauf dokumentierten Besserung der depressiven Symptomatik kann die Evidenz einer
positiven
Veränderung der gesundheitli
chen Verhältnisse nicht angezweifelt werden
(vgl. dazu
SVR 2012 IV Nr. 18 S. 81,
Bundesgerichtsurteil 9C_418/2010
vom 29. August 2011
E. 4.2
i.f
.
sowie Bundesgerichtsurteil 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 6.1.2
i.f
.
)
. Unter diesen Umständen
genügt
e
die Bemerkung des psychiatrischen Gutachters,
dass
keine affektive Störung gemäss ICD-10 oder DSM IV postuliert werden könne (Urk. 7/88 S. 26, vgl. auch S. 20).
Das Absehen von einer eingehenden Ausei
nandersetzung mit
älteren, eine depressive Erkrankung
noch
attestierenden
Stellungnahmen
aus der Zeit der Rentenzusprechung
schadet
demzufolge
der Beweiskraft des
überzeugenden
psychiatrischen Teilgutachtens
nicht.
6
.2
Dem orthopädischen Teilgutachter wirft die Beschwerdeführerin sodann vor, invalidisierende Diagnosen zu Unrecht verneint zu haben
(Urk. 1 S. 6 f.)
.
Dem ist zu entgegnen, dass
selbst die behandelnden Ärzte der
Klinik B._
trotz
allseitiger
Untersuchungen kein anatomisch-morphologisches Korrelat für die geklagten Schulterbeschwerden
finden konnten
(Urk. 7/69, Urk. 7/73, Urk. 7/76).
Weiter
sind degenerative
Veränderungen am linken Knie
offenbar
seit einer 2008 durchgeführten Arthroskopie bekannt (Urk. 7/67 S. 1). Während der stationären Rehabilitation in der Klinik
G._
Ende 2009 waren Kniebeschwerden
allerdings
nicht
Gegenstand
der Behandlung (
vgl.
Bericht vom 3. Dezember 2009, Urk. 7/67 S. 12 f.).
Sodann konzentrierte sich d
ie Schmerzbehandlung im
F._
, Institut für Anästhesiolo
gie, in den Jahren 2010/2011 auf die im Vordergrund stehenden
Schulter
schmerzen
. Die
Beschwerdeführerin selbst bezeichnete die
Knieschmerzen
aus
drücklich
als zweitrangig. Diagnostisch wurden sie als chronische Knieschmer
zen links bei
beginnende
r
Femoropatellar
- und
Varusgonarthrose
ohne
Operati
onsindikation
klassifiziert (Urk. 7/82, insbes. S. 1 und S. 7)
, was nicht
für das Vorliegen von invalidisierenden
Beschwerden
spricht
.
Hinsichtlich der
Dis
kushernie
C5/C6 links
ist schliesslich festzuhalten, dass
die Gutachter
der Klinik
Y._
davon Kenntnis hatten, sie aber nicht als Erklärung für Be
schwerden
in diesem Bereich ansahen
(Urk. 7/88 S. 26).
Selbst Dr.
Z._
be
schrieb sie als
Diskopathie
mit
kleiner
Herniation
,
was gegen ihre Eigenschaft als Quelle invalidisierender Beschwerden spricht.
6
.
3
Auch im Übrigen erfüllt d
as Gutachten
der Klinik
Y._
vom
28. Dezember 2011 die
Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische
Entscheidungs
grundlage
: Es beruht auf einer eingehenden orthopädischen
,
wirbelsäulenchi
rurgischen
und psychiatrischen Untersuchung, berücksichtigt die geklagten Be
schwerden, setzt sich mit diesen und dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge sowie in Bezug auf die gezogenen Schlussfolgerungen ein.
Demgegenüber haben sich die behandelnden Ärzte in erster Linie auf die Behand
lung zu konzentrieren. Deren Berichte verfolgen nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die von der Rechtsprechung aufgestellten materiellen Anforderungen an ein Gutachten. Sodann ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass sie mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zwei
felsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5). Dies gilt für den Hausarzt wie für den behandelnden Spezialarzt mit ihrem besonde
ren Vertrauensverhältnis (vgl.
bereits
Bundesgerichtsurteil I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweisen). Dadurch lässt sich die Diskrepanz zwi
schen der Einschätzung der Gutachter
der Klinik
Y._
einerseits und der
jenigen
des Hausarztes Dr.
Z._
andererseits
, welcher bei gleicher
Befund
lage
von einer maximal 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgeht,
erklären.
6
.4
Gestützt auf das
beweiskräftige
Gutachten der Klinik
Y._
vom 28. Dezember 2011 ist daher davon auszugehen, dass die im Zeitpunkt der Rentenzusprechung noch vorhanden gewesene depressive Störung inzwischen remittiert ist
und sich nicht mehr
einschränkend
auf die Arbeitsfähigkeit aus
wirkt
.
Hinsichtlich der depressiven Beschwerde
n
, welche im Umfang einer um 30 % reduzierten Arbeitsfähigkeit zur Berentung geführt hatten, ist eine we
sentliche Besserung
im Sinne von Art. 17 ATSG eingetreten.
6.5
6.5.1
Die geklagten
somatoformen
Schmerzen lassen sich nach wie vor nicht objekti
vieren
.
Seit der
Remission
der depressiven Beschwerden liegt nun ausschliess
lich ein unklares Beschwerdebild vor.
I
n Anwendung
von
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG 6. IV-Revision und unter Beachtung der dazu ergangenen Rechtsprechung
(insbesondere
BGE 139 V 547
und
BGE 140 V 197
)
ist
daher
zu prüfen, ob
diese Beschwerde
n
zumutbarerweise
überwindbar sind
.
6
.5
.2
D
er Beschwerdeführerin
kann
nicht gefolgt werden, wenn sie
geltend macht
, die Förster-Kriterien seien überwiegend erfüllt
(Urk. 1 S. 7 ff.).
Die Förster-Kriterien umschreiben Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, und den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen können, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Im Vor
dergrund steht die Feststellung einer psychischen
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer. Die bei der Rentenzusprechung di
agnostizierte
mittelschwere
depressive
Störung
hat sich in den letzten Jahren zurückgebildet. Selbst unter Annahme einer weiterhin vorhandenen
(
sich auf die Arbeitsfähigkeit nicht mehr auswirkenden
)
leichten
(
reaktiven
)
depressiven Verstimmung
könnte
rechtsprechungsgemäss
keine relevante
beziehungsweise krankheitswertige
psychische
Komorbidität
bejaht werden
(
Bundesgerichtsur
teile
8C_581/2013 vom 10. Dezember 2013 E. 4.2 sowie 8C_213/2012 vom 13. April 2013 E. 3.2, je mit Hinweisen
).
Weiter sind
vorliegend keine massgeblichen chronischen körperlichen
Begleiter
krankungen
ausgewiesen. Zwar ist davon auszugehen, dass die Beschwerde
führerin insbesondere seit dem krankheitsbedingten Verlust der Arbeitsstelle wichtige soziale Kontakte verloren hat. Doch kann angesichts der nach wie vor vorhandenen Teilnahme am Familienleben nicht von einem schwerwiegenden, nahezu umfassenden sozialen Rückzug mit gleichsam apathischem Verharren in sozialer Isolierung gesprochen werden. Ferner besteht im Lichte der Aktenlage kein Grund zur Annahme eines ausgeprägten, therapeutisch nicht mehr
angeh
baren
primären Krankheitsgewinns; ein sekundärer Krankheitsgewinn (Schmerz etwa als Entlastung von Pflichten) wäre hingegen rechtlich unbeachtlich. Schliesslich wiegt der Umstand, dass die Behandlungsergebnisse trotz wieder
holter, längerer Therapieversuche insgesamt nicht wie erhofft ausfielen, in Wür
digung der Gesamtsituation nicht derart schwer, dass dies zusammen mit dem inzwischen
chronifizierten
Krankheitsverlauf die Unzumutbarkeit einer
Schmerz
überwindung
rechtfertigen lässt. Aus rechtlicher Sicht sprechen somit keine hinreichenden Gründe
(
mehr
)
dafür, dass die psychischen Ressourcen es der Beschwerdeführerin nicht erlaubten, trotz ihrer Schmerzen
einer
vollzeitli
che
n
Erwerbstätigkeit
nachzugehen
.
6
.
6
Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
nach
Remission der im Zeitpunkt der Rentenzusprechung noch vorhanden gewesenen depressiven Störung nun
über genügend psychische
Ressourcen verfüg
t
, um ihre chronischen Schmerzen zu überwinden und
die
an
gestammte
Tätigkeit wieder vollzeitlich aufzunehmen.
Aufgrund des verbesserten Gesundheitszu
standes
mit Bezug auf die bei der Rentenzusprechung noch
vorgelegene
mittel
gradige depressive
Störung
war im Zeitpunkt der strittigen rentenaufhebenden Verfügung
weder hinsichtlich der
nicht mehr krankheitswertigen
depressiven Beschwerden noch der
überwindbaren
somatoformen
Schmerzen
eine
Inva
lidität ausgewiesen
;
die angefochtene Verfügung
hält daher
im Ergebnis
stand
.
7
.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
800
.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).