Decision ID: b369a3aa-ce06-413d-b7e8-093c38e7aec5
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 20.03.2012 Art. 16 Abs. 1 und Art. 30 Abs. 3 AVIG. Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen unterlassener Bewerbung um eine zugewiesene Stelle (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. März 2012, AVI 2011/53).Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterin Marie Löhrer, a.o. Versicherungsrichter Christian Zingg; a.o. Gerichtsschreiberin Annina BaltisserEntscheid vom 20. März 2012in SachenA._,Beschwerdeführer,gegenRAV St. Gallen, Unterstrasse 4, Postfach, 9001 St. Gallen,Beschwerdegegner,vertreten durch Amt für Arbeit, Unterstrasse 22, 9001 St. Gallen,betreffendEinstellung in der Anspruchsberechtigung (zumutbare Arbeit)Sachverhalt:
A.
A.a A._ bezog in einer am 1. Dezember 2010 eröffneten Rahmenfrist Leistungen der
Arbeitslosenversicherung (act. G 3/B4, act. G 3/B13). Mit Schreiben vom 14. Februar
2011 wies das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) St. Gallen dem
Versicherten eine Stelle als "Disponent/Sachbearbeiter" zu und forderte ihn auf, sich
bis zum 17. Februar 2011 brieflich bei der B._ zu bewerben (act. G 3/A35).
A.b Im RAV-Formular "Ergebnis der Zuweisung" vom 4. März 2011 gab der Versicherte
an, dass er sich nicht für die zugewiesene Stelle bei der B._ beworben habe, da ein
kaufmännischer Angestellter ohne 4-jährige technische Lehre mit einigen Jahren
Erfahrung in der Baubranche und nicht im Maschinenbau gesucht werde (act. G 3/
A42).
A.c Am 14. April 2011 forderte das RAV den Versicherten auf, zu der Nichtbewerbung
auf die zugewiesene Stelle bei der B._ Stellung zu nehmen. Eine Nichtbewerbung auf
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eine vom RAV zugewiesene Stelle komme der Ablehnung einer zumutbaren Arbeit
gleich. Er müsse daher mit einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung für 31 Tage
rechnen (act. G 3/A61).
A.d In der Stellungnahme vom 29. April 2011 führte der Versicherte aus, er habe bereits
im Juli 2010 eine Stelle zugewiesen bekommen, deren Anforderungen er nicht erfüllt
habe, und eine Nichtbewerbung sei damals akzeptiert worden. Vorliegend sei er gleich
vorgegangen und habe darüber hinaus die zuständige Beraterin telefonisch informiert,
dass er sich nicht bewerben werde. Diese habe nicht interveniert, und es sei ihm
dadurch nicht innert nützlicher Frist die Möglichkeit gegeben worden, sich nochmals zu
bewerben (act. G 3/A68).
A.e Am 13. Mai 2011 verfügte das RAV, dass der Versicherte ab 18. Februar 2011 für
31 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt werde. Er sei bereits in der
Zuweisung darauf hingewiesen worden, dass er bei Nichtbewerbung mit einer
Einstellung in der Anspruchsberechtigung rechnen müsse, weshalb die Beraterin nicht
verpflichtet gewesen sei, ihn auf die Versäumnisfolgen aufmerksam zu machen. Indem
sich der Versicherte nicht auf die Stelle beworben habe, habe er zur Fortdauer der
Arbeitslosigkeit beigetragen, was als schweres Verschulden beurteilt werden müsse
(act. G 3/A73).
A.f Gegen diese Verfügung vom 13. Mai 2011 erhob der Versicherte am 6. Juni 2011
Einsprache und beantragte sinngemäss die Aufhebung der Verfügung. Zur Begründung
führte er im Wesentlichen das bereits in der Stellungnahme Vorgebrachte an. Im
Weiteren habe er aufgrund seiner fehlenden Qualifikationen davon ausgehen können,
dass er die Stelle auch bei durchgeführtem Bewerbungsgespräch nicht hätte antreten
können. Er sei sich aufgrund des Vertrauensverhältnisses zu seiner Beraterin, welche
nicht intervenierte, und dadurch, dass schon einmal eine fehlerhafte Zuweisung
erfolgte, nicht bewusst gewesen, falsch gehandelt zu haben (act. G 3/A84).
A.g In einer Telefonnotiz vom 1. Juli 2011 hielt der Leiter des Rechtsdienstes des
Amtes für Arbeit fest, der Versicherte habe am 30. Juni 2011 mitgeteilt, der
Personalberaterin am 18. Februar 2011 gemeldet zu haben, dass er sich nicht
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bewerbe, weil er überqualifiziert sei. Die Personalberaterin habe ihn nicht
zurückgerufen und aufgefordert, sich doch noch zu bewerben (act. G 3/A92).
A.h Mit Einspracheentscheid vom 1. Juli 2011 hiess das RAV die Einsprache teilweise
gut. Dass eine versicherte Person nicht perfekt in das Anforderungsprofil des
potentiellen Arbeitgebers passe, rechtfertige einen Verzicht auf eine Bewerbung nicht.
Dass der Versicherte nicht in der Baubranche tätig gewesen sei, sei zwar ein Nachteil,
hätte eine Anstellung jedoch nicht von vornherein ausgeschlossen. Zudem sei die
telefonische Rückmeldung an die Beraterin bereits nach Ablauf der Bewerbungsfrist
ergangen, weshalb der Versicherte die Bewerbungsfrist auch bei einem Rückruf mit
Hinweis auf die drohenden Rechtsfolgen nicht eingehalten hätte. Immerhin sei in
Betracht zu ziehen, dass bei einem Rückruf der Beraterin und sofortiger Bewerbung am
18. Februar 2011 möglicherweise noch eine Einladung für ein Vorstellungsgespräch
erfolgt wäre. Schuldmindernd sei ausserdem zu berücksichtigen, dass der Versicherte
allenfalls damit habe rechnen dürfen, dass ein Verzicht auf eine Bewerbung wiederum
keine gravierenden Folgen nach sich ziehen würde. Dadurch rechtfertige sich eine
Reduktion auf 16 Einstelltage (act. G 3/A93).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid vom 1. Juli 2011 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 30. Juli 2011 (Datum Postaufgabe). Der Beschwerdeführer beantragt
sinngemäss die Aufhebung des Entscheides. Die Begründung deckt sich im
Wesentlichen mit der im Einspracheverfahren vorgebrachten. Der Beschwerdeführer
gibt an, er habe die Stellenzuweisung mit Datum vom 14. Februar 2011 erst am 18.
Februar 2011 erhalten und gleichentags versucht, seine Beraterin zu kontaktieren.
Nach acht Versuchen habe er ihr auf den Anrufbeantworter gesprochen. Als er beim
folgenden Beratungsgespräch vom 8. März 2011 nochmals aufgezählt habe, weshalb
er sich nicht beworben habe, sei ihm gesagt worden, "man werde es weiterleiten". Er
habe vor dem Hintergrund, dass die Beraterin auch auf mehrmalige Nachfrage, ob die
Begründung für einen Bewerbungsverzicht genüge, nicht interveniert habe,
angenommen, es sei abgesegnet worden, dass die Stelle unzumutbar sei (act. G 1).
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B.b In der Beschwerdeantwort vom 14. September 2011 beantragt der
Beschwerdegegner die Abweisung der Beschwerde. Die vom Beschwerdeführer
erwähnten Telefonate seien unbeachtlich, da in diesem Zusammenhang kein
Verbindungsnachweis eingereicht worden sei. Im Weiteren könne der
Beschwerdeführer aus dem Umstand, dass er die Zuweisung erst am 18. Februar 2011
zur Kenntnis genommen habe, nichts zu seinen Gunsten ableiten, da er innert 24
Stunden erreichbar sein müsse. Es werde auf die Begründung im Einspracheentscheid
verwiesen (act. G 3).
B.c Mit Replik vom 15. Oktober 2011 (Postaufgabe) hält der Beschwerdeführer an
seinem Antrag unverändert fest (act. G 5). Er reicht zudem die Verbindungsnachweise
Festnetz und Mobiltelefon vom Februar 2011 nach (act. G 5.1).

Erwägungen:
1.
Strittig und vorliegend zu prüfen ist, ob der Beschwerdegegner den Beschwerdeführer
zu Recht wegen Ablehnung einer zumutbaren Arbeit in der Anspruchsberechtigung für
16 Tage eingestellt hat.
2.
2.1 Eine versicherte Person, die Versicherungsleistungen beanspruchen will, muss
nach Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) mit
Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um
Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Sie muss zur Schadenminderung
grundsätzlich jede zumutbare Arbeit unverzüglich annehmen (Art. 16 Abs. 1 und 2
AVIG). Nach Art. 30 Abs.1 lit. d AVIG ist eine versicherte Person sodann in der
Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie die Kontrollvorschriften oder die
Weisungen des Arbeitsamtes nicht befolgt, namentlich eine ihr zugewiesene zumutbare
Arbeit nicht annimmt. Dieser Einstellungstatbestand ist auch dann erfüllt, wenn sie die
Arbeit zwar nicht ausdrücklich ablehnt, es aber durch ihr Verhalten in Kauf nimmt, dass
die Stelle anderweitig besetzt wird. Arbeitslose Versicherte haben bei den
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Verhandlungen mit einem künftigen Arbeitgeber klar und eindeutig die Bereitschaft zu
einem Vertragsabschluss zu bekunden, um die Beendigung der Arbeitslosigkeit nicht
zu gefährden (BGE 122 V 38 E. 3b). Eine Ablehnung einer zumutbaren Arbeit liegt
zudem vor, wenn der Versicherte der Aufforderung des RAV, sich bei einer bestimmten
Firma um eine Stelle zu bewerben, nicht oder nicht rechtzeitig nachkommt (ARV 1986
Nr. 5 S. 22 f. E. 1a).
2.2 Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung dient dazu, die
Schadenminderungspflicht der Versicherten durchzusetzen (BGE 126 V 130 E. 1). Sie
hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versicherung für Schäden, welche die
Versicherten hätten vermeiden oder vermindern können. Ein Selbstverschulden der
versicherten Person liegt vor, wenn und soweit der Eintritt oder das Andauern der
Arbeitslosigkeit nicht objektiven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach
den persönlichen Umständen und Verhältnissen vermeidbaren Verhalten der
versicherten Person liegt, für das die Versicherung die Haftung nicht übernimmt (Urteil
des Bundesgerichts vom 8. Januar 2007, C 30/06, E. 3.2 mit Hinweisen).
3.
3.1 Der Beschwerdeführer gibt an, er habe sich nicht beworben, da er nicht in das
Anforderungsprofil der zugewiesenen Stelle gepasst habe, ihm die zugewiesene
Arbeitsstelle mithin nicht zumutbar gewesen sei.
3.2 Gemäss Art. 16 Abs. 2 lit. b AVIG ist eine Arbeit dann unzumutbar, wenn sie nicht
angemessen auf die Fähigkeiten oder auf die bisherige Tätigkeit der versicherten
Person Rücksicht nimmt. Die gesetzliche Forderung nach angemessener
Rücksichtnahme auf die Fähigkeiten zielt auch darauf hin, dass die versicherte Person
in der Lage sein muss, die angebotene Arbeit sachgerecht ausführen zu können, weil
sich die Arbeitgebenden andernfalls getäuscht sehen und das Arbeitsverhältnis wieder
auflösen könnten. Die Arbeit darf das Fähigkeits- und Fertigkeitsniveau der
versicherten Person unterbeanspruchen, sie darf sie aber nicht überfordern. Ein hohes
Fähigkeitsniveau erweitert die Möglichkeiten der Vermittlung von zumutbarer Arbeit
(Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007:
Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 6. Februar 2004, C 130/03,
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E. 2.3 mit Hinweis auf: Gerhard Gerhards, Kommentar zum
Arbeitslosenversicherungsgesetz, Band I, N 15b zu Art. 16). Sowohl bezüglich der
konkreten Fähigkeiten als auch hinsichtlich der an die Ausbildung und die
Berufserfahrung zu stellenden Erfordernisse gilt grundsätzlich, dass im
Bewerbungsverfahren zu prüfen ist, ob die betreffende Person die Anforderungen für
die zugewiesene Stelle erfüllt, oder ob sie sie unter- oder überschreitet (vgl. Urteil des
EVG vom 6. Februar 2004, C 130/03., E. 2.4). Die geforderte Rücksichtnahme auf die
bisherige Tätigkeit soll schliesslich verhindern, dass die versicherte Person ihre bereits
vorhandenen beruflichen Qualifikationen verliert, weil ihr eine ausserberufliche Arbeit
zugewiesen wird. Besonders bedeutsam ist dies bei hoch qualifizierten Berufsleuten
(Gerhards, a.a.O., N 18 zu Art. 16) sowie in Berufen mit schnell änderndem Fachwissen
(Urteil des EVG vom 29. Oktober 2003, C 133/03, E. 3.3).
3.3 Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer nach einer
Mechanikerlehre hauptsächlich als "Sachbearbeiter AVOR" bei verschiedenen
Unternehmungen tätig war (vgl. den Lebenslauf, act. G 3/A33). Dass sich die
zugewiesene Stelle "Disponent/Sachbearbeiter" an einen kaufmännischen Angestellten
mit Grundausbildung in einem technischen Betrieb, vorteilhafterweise mit Erfahrung in
der Bau- oder Baunebenbranche, richtet (vgl. den Stellenbeschrieb, act. G 3/A42) und
somit nicht ganz mit seinen früheren Tätigkeiten übereinstimmt, befreit den
Versicherten aus arbeitslosenversicherungsrechtlicher Sicht allerdings nicht von einer
Bewerbung. Er hat vielmehr den Entscheid des potentiellen Arbeitgebers abzuwarten
und nicht von vornherein einzuwenden, er sei für diese Stelle per se nicht geeignet. Es
müsste in objektiver Hinsicht nachgewiesen sein, dass der Beschwerdeführer für die
zugewiesene Stelle ungeeignet gewesen wäre. Daran fehlt es vorliegend, zumal sich
viele der im Stellenbeschrieb aufgeführten Tätigkeiten mit den Aufgaben
überschneiden, welche der Beschwerdeführer bei früheren Arbeitgebern in gleicher
oder ähnlicher Weise erledigte, wie zum Beispiel das Erstellen von technischen
Berichten, und er darüber hinaus auch schon einmal eine vergleichbare Tätigkeit als
Disponent inne hatte. Dass sich die zugewiesene Stelle gemäss den Angaben des
Beschwerdeführers eher für einen Lehrabgänger ohne langjährige Erfahrung in AVOR
eigne und nicht im Maschinenbau sondern in der Baubranche angesiedelt sei, hat keine
Unzumutbarkeit zur Folge.
4.
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4.1 Der Beschwerdeführer macht im Weiteren geltend, seine Beraterin habe ihre
Auskunftspflicht verletzt, indem sie nicht auf seine Anrufe reagiert und ihn auch im
späteren Beratungsgespräch nicht auf die möglichen Rechtsfolgen hinsichtlich seiner
Nichtbewerbung aufmerksam gemacht habe.
4.2 Dem Beschwerdegegner ist grundsätzlich beizupflichten, dass die Rechtsfolgen
bei Verzicht auf eine Bewerbung bereits im Zuweisungsschreiben aufgezeigt werden
und diese dem Beschwerdeführer somit auch ohne nochmaligen Hinweis seiner
Beraterin als bekannt vorausgesetzt werden durften. Dennoch ist in diesem
Zusammenhang fraglich, ob ein Rückruf seitens der Beraterin vor dem Hintergrund
ihrer Beratungspflichten nicht angezeigt gewesen wäre, zumal der Beschwerdeführer
mehrmals versucht hatte, diese zu erreichen (vgl. die Verbindungsnachweise,
act. G 5.1). Das durchaus als fragwürdig zu bezeichnende Verhalten der Beraterin
befreit den Beschwerdeführer jedoch nicht vom Vorwurf, sich durch den Verzicht auf
eine Bewerbung fehlerhaft verhalten zu haben, zumal er, wie vom Beschwerdegegner
geltend gemacht, aus dem Umstand, dass seine Beraterin nicht zurückrief, nicht
ableiten konnte, sich nicht auf die zugewiesene Stelle bewerben zu müssen.
4.3 Was die zwischen den Parteien strittige Frage betrifft, wann dem
Beschwerdeführer das Zuweisungsschreiben vom 14. Februar 2011 zugestellt wurde,
so gilt es zu berücksichtigen, dass der Ablauf der Frist die versicherte Person nicht
ohne Weiteres von einer Bewerbung entbindet. Mit dem Setzen einer Bewerbungsfrist
soll vielmehr zum Ausdruck gebracht werden, dass sich der Versicherte so rasch als
möglich zu bewerben hat und bei Fristablauf entsprechende Rechtsfolgen in Kauf
nimmt. Ein Verzicht auf eine Bewerbung wäre lediglich dann angezeigt, wenn die Stelle
zum fraglichen Datum bereits vergeben gewesen wäre. Entsprechende Anhaltspunkte,
dass die zugewiesene Stelle am 18. Februar 2011 nicht mehr zur Verfügung gestanden
haben könnte, sind den Akten nicht zu entnehmen. Der Beschwerdeführer hätte sich
somit, auch wenn er die Zuweisung, wie von ihm dargelegt, erst am 18. Februar 2011
erhalten hat, auf die Stelle bewerben müssen.
4.4 Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer durch
sein Verhalten die Schadenminderungspflicht verletzt und im Sinne der
Rechtsprechung die Annahme einer zumutbaren Stelle vereitelt hat, indem er sich gar
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nicht erst dafür beworben hat. Damit ist die Einstellung in der Anspruchsberechtigung
grundsätzlich zu Recht erfolgt.
5.
Zu prüfen bleibt, ob die vom Beschwerdegegner verhängten 16 Einstelltage
angemessen sind.
5.1 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30
Abs. 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei
mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 2 der
Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02] in der hier anwendbaren, bis zum 31. März
2011 geltenden Fassung). Bei der Bemessung der Einstellungsdauer wegen nicht
erfolgter Bewerbung für eine Anstellung ist rechtsprechungsgemäss der gleiche
Verschuldensmassstab anzulegen wie im Fall der Ablehnung einer nach Art. 16 Abs. 1
AVIG zumutbaren Arbeit (BGE 122 V 38 E. 3b). In dieser Hinsicht sieht Art. 45 Abs. 3
AVIV vor, dass die Ablehnung einer zumutbaren Arbeit - und somit auch das
Nichtbewerben auf eine konkrete Stelle - grundsätzlich ein schweres Verschulden
darstellt. Die Rechtsprechung hat jedoch entschieden, dass im konkreten Fall Gründe
vorliegen können, die das schwere Verschulden als leichter erscheinen lassen (BGE
130 V 130 E. 3.4.3), wobei hinsichtlich der subjektiven Situation der betroffenen Person
etwa gesundheitliche Probleme, auf der objektiven Seite etwa die Befristung einer
Stelle berücksichtigt wurde (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 8. Januar
2007, C 30/06, E. 6.1).
5.2 Der Beschwerdegegner hat bei der Bemessung der Einstelltage einerseits
berücksichtigt, dass der Beschwerdeführer bereits einmal auf eine Bewerbung
verzichtete und dies keine Rechtsfolgen nach sich gezogen hatte und dass er
andererseits bei einem Rückruf seiner Beraterin am 18. Februar 2011 möglicherweise
noch eine Chance auf ein Vorstellungsgespräch gehabt hätte. Dies rechtfertige eine
Reduktion der Einstelldauer auf 16 Tage (act. G 3/A93). Damit wurden insbesondere
das zumindest fragwürdige Verhalten der Beraterin berücksichtigt und zudem dem
Umstand Rechnung getragen, dass schon einmal eine Nichtbewerbung toleriert und
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der Beschwerdeführer bei der Zuweisung vom 14. Februar 2011 von einer
Fehlzuweisung ausgegangen ist. Weitere verschuldensmindernde Gründe sind keine
ersichtlich, weshalb kein Anlass besteht, in den Ermessensbereich der Verwaltung
einzugreifen.
6.
6.1 Im Sinne der obigen Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
6.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht