Decision ID: 785bd0c2-ad93-5b8f-b07a-982f8865a22d
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. George Hunziker, LL.M., Haus zum Raben,
Hechtplatz/Schifflände 5, Postfach 614, 8024 Zürich,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a M._ meldete sich am 15. Mai 2004 zum Bezug einer IV-Rente an (act. G 7.1/1).
Im Arztbericht vom 2. Juni 2004 gab der Hausarzt, Dr. med. A._, Allgemeine Medizin,
an, es beständen seit 1990 Rückenschmerzen mit diversen funktionellen Störungen
und körperlicher Behinderung, seit 1989 schwere psychische Störungen, besonders
Depressionen, seit 2000 eine Scaphoidpseudarthrose an der linken Hand sowie seit
1997 ein Diabetes Mellitus. Im Weiteren bescheinigte Dr. A._ eine 100 %-ige
Arbeitsunfähigkeit ab 13. Februar 2004 für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit bei der B._
AG. Auf Grund eines kompletten körperlichen und seelischen Zusammenbruchs sei
auch eine andere Tätigkeit nicht mehr zumutbar (act. G 7.1/23). Das in der Folge durch
die IV-Stelle St. Gallen veranlasste MEDAS-Gutachten ergab die Hauptdiagnosen eines
chronischen cervico- und lumbovertebralen Schmerzsyndroms, einer
Scaphoidpseudarthrose links, eines Diabetes mellitus Typ 2, einer Angst- und
depressiven Störung, einer somatoformen Schmerzstörung sowie einer psychogenen
Überlagerung der somatischen Beschwerden. Das Gutachten attestiert dem
Versicherten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für schwere körperliche Arbeit,
beginnend ab 13. Februar 2004. Für eine andere Tätigkeit erachtete die MEDAS
Ostschweiz den Versicherten polydisziplinär auf Grund seiner Polymorbidität zu rund
60 % in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt, wobei sie aus rein orthopädischer Sicht von
einer Beschränkung auf Lasten bis 15 kg und einer Einschränkung der zeitlichen
Präsenz um 20 % ausging. Qualitativ ging sie von einer Einschränkung aus, als
Tätigkeiten unter Dauerstress und solche im Schichtwechsel nicht empfohlen werden
könnten (act. G 7.1/43.17).
A.b Für den Einkommensvergleich ging die IV-Stelle von den Angaben der
Arbeitgeberin aus, wonach der Versicherte im Jahr 2004 Fr. 60'574.-- (13 X Fr. 4'618.--)
verdient hätte (Valideneinkommen). Beim Invalideneinkommen stellte sie auf die
Lohnstrukturerhebung 2005, Männer, Niveau 4 ab. Dies ergab einen Wert von Fr.
20'167.-- (12 X Fr. 4'943.-- X 40 % - Leidensabzug von 15 %; act. G 7.1/45). Gestützt
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darauf errechnete die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 67 % und sprach dem
Versicherten mit Verfügung vom 7. Juli 2006 eine Dreiviertelsrente beginnend am 1.
August 2006 zu (act. G 7.1/56). Mit Verfügung vom 19. September 2006 sprach sie ihm
- gestützt auf die gleichen Grundlagen - ergänzend eine Dreiviertelsrente für den
Zeitraum vom 1. Februar 2005 bis zum 31. Juli 2006 zu (act. G 7.1/76).
B.
B.a Gegen diese Verfügungen richten sich die Beschwerden vom 11. September 2006
und 4. Oktober 2006, mit welchen der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers die
Zusprache einer ganzen Rente verlangt. Ausserdem wird die Vereinigung beider
Verfahren beantragt. Zur Begründung wird vorgebracht, dass sowohl das Validen- als
auch das Invalideneinkommen anzupassen seien. So sei beim Valideneinkommen zu
berücksichtigen, dass der von der Beschwerdegegnerin berücksichtigte Lohn aus einer
Zeit stamme, in der sich die Invalidität bereits massiv auf das Einkommen des
Beschwerdeführers ausgewirkt habe. Korrekt sei jedoch das Einkommen des letzten
Jahres mit voller Erwerbsfähigkeit, 2003, heranzuziehen. Berücksichtige man noch die
Teuerung, ergebe dies ein massgebliches Valideneinkommen von Fr. 67'728.30. Beim
Invalideneinkommen macht der Rechtsvertreter im Wesentlichen geltend, es sei auf die
LSE 2004, TA1, privater Sektor, Männer, abzustellen (Fr. 4'586.--). Teuerungsbereinigt
und unter Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 20 % ergebe dies ein
Invalideneinkommen von Fr. 17'786.40 und damit einen Invaliditätsgrad von 73,25 %
(act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 14. Dezember 2006 beantragt die Verwaltung
Abweisung der Beschwerden. Gemäss Bestätigung der ehemaligen Arbeitgeberin habe
der Beschwerdeführer 2004 ein geringeres Einkommen erzielt, weil in der ganzen
Abteilung keine Schichtarbeit mehr geleistet worden sei. Gemäss Arbeitgeberbericht
vom 4. Juni 2004 hätte der Beschwerdeführer in diesem Jahr ein (Validen-)Einkommen
von Fr. 60'034.-- (13 X Fr. 4'618.--) erzielen können. Für den Beschwerdeführer
geeignete Tätigkeiten seien etwa leichtere Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier,
Prüf- sowie Verpackungsarbeiten. Der Beschwerdeführer könne auch körperlich
mittelschwere Tätigkeiten ausüben. Der entsprechende Durchschnittslohn habe 2004
Fr. 57'258.-- betragen. Abzüge seien keine vorzunehmen, weshalb das massgebende
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Invalideneinkommen Fr. 22'903.-- (Fr. 57'258.-- X 40 %) betrage. Daraus resultiere ein
Invaliditätsgrad von 62 % (act. G 7).
B.c Mit Replik vom 22. Januar 2007 macht der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
geltend, dass die Auskunft der Arbeitgeberin vom 14. November 2006 nicht erkläre,
weshalb der Beschwerdeführer bereits 2003 eine Lohnreduktion bei gleichzeitigem
massivem Rückgang der Arbeitszeit erlitten habe. Selbst wenn man darauf abstellen
könnte, müsste von einem Valideneinkommen von Fr. 62'400.-- ausgegangen werden
(13 X [Fr. 4'450.-- + Fr. 350.--]). Beim nun von der Beschwerdegegnerin zugestandenen
Invalideneinkommen von Fr. 57'258.-- sei sodann ein Abzug vorzunehmen. Es
beständen mehrere Anhaltspunkte, dass eine verminderte Leistungsfähigkeit vorliege.
Insbesondere lasse sich dem MEDAS-Gutachten nicht entnehmen, dass der
Beschwerdeführer auch mittelschwere Tätigkeiten ausüben könne (act. G 12). Die
Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 15).

Erwägungen:
1.
Da beiden Beschwerden derselbe Sachverhalt zu Grunde liegt, sich die gleichen
Rechtsfragen stellen und sich die angefochtenen Verfügungen lediglich im Zeitraum der
Verfügungswirkung unterscheiden, rechtfertigt es sich, die beiden Verfahren
antragsgemäss zu vereinigen und in einem einzigen Urteil zu erledigen (BGE 128 V 126
Erw. 1 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 128 V 194 Erw. 1).
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht ab einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
Anspruch auf eine Viertels-, ab einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine
halbe, ab 60 % auf eine Dreiviertels- und ab 70 % auf eine ganze Invalidenrente.
2.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
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Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen; sog. allgemeine Methode). Die Differenz entspricht der
invaliditätsbedingten Erwerbseinbusse oder - in Prozenten des Valideneinkommens
ausgedrückt - dem Invaliditätsgrad.
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin legte den angefochtenen Verfügungen ursprünglich ein
Valideneinkommen von Fr. 60'574.-- zu Grunde. Dieses berücksichtigt die Angaben der
Arbeitgeberin vom 4. Juni 2004, wonach der Beschwerdeführer ab 1. Januar 2004
Fr. 4'618.--/Mt. X 13 verdient hätte, zuzüglich einer Teuerungsrate von 0,9 % (act. G
7.1/16.2 und 45). In der Beschwerdeantwort liess sie die Teuerung weg, so dass ein
Valideneinkommen von Fr. 60'034.-- resultierte. Demgegenüber macht der
Rechtsvertreter geltend, dass sich im Jahr 2004 die Invalidität des Beschwerdeführers
bereits massiv bemerkbar gemacht und sich negativ auf das Erwerbseinkommen
ausgewirkt habe. Sowohl der Hausarzt als auch die MEDAS seien von einer spätestens
ab 13. Februar 2004 bestehenden Arbeitsunfähigkeit von 60 % ausgegangen. Gemäss
Fragebogen für den Arbeitgeber habe der Beschwerdeführer 2002 einen
Jahresverdienst von Fr. 65'755.65 und 2003 einen solchen von Fr. 63'727.30 erzielt.
Der Rückgang lasse sich nicht anders als durch den gesundheitlich bedingten
Leistungsabbau bzw. die zeitweisen Ersatzzahlungen von Taggeldern erklären. Es sei
somit vom letzten Jahresverdienst bei voller, uneingeschränkter Erwerbsfähigkeit
auszugehen. Obwohl der Rechtsvertreter das Jahr 2003 als massgebend erklärt, legt er
seiner Berechnung dann doch das Einkommen des Jahres 2002 zu Grunde, nämlich Fr.
65'755.65. Zu diesem Einkommen seien sodann die aufgelaufene Teuerung von
mindestens 3 % hinzuzurechnen, so dass schliesslich ein Valideneinkommen von Fr.
67'728.30 resultiere.
Die Arbeitgeberin gab in ihrer Bescheinigung vom 4. Juni 2004 an, der
Beschwerdeführer hätte ab 1. Januar 2004 ohne Gesundheitsschaden Fr. 4'618.-- (inkl.
Prämie) verdient (act. G 7.1/16.2). Auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin, weshalb
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der Lohn 2004 geringer gewesen sei als in den beiden Jahren zuvor, gab die
Arbeitgeberin am 14. November 2006 an, dass die ganze Abteilung ab Januar 2004
keine Schichtarbeit mehr geleistet habe. Heute (2006) würde der Beschwerdeführer bei
voller Gesundheit einen Monatslohn von Fr. 4'450.-- zuzüglich Fr. 350.-- Prämien (total
somit Fr. 4'800.--) erhalten. Die Schichtzulage habe im Durchschnitt 7,5 % des
Monatslohns betragen (act. G 7.1/85). Zwar trifft zu, dass es sich bei der weggefallenen
Schichtzulage um einen invaliditätsfremden Faktor handelte. Wie jedoch dem IK-
Auszug zu entnehmen ist, erzielte der Beschwerdeführer in den letzten sechs Jahren
vor seinem invaliditätsbedingten Ausscheiden bei der B._ AG, also von 1998 bis
2003, ein durchschnittliches Jahreseinkommen von Fr. 66'324.-- (act. G 7.1/66.2). Im
Übrigen wurde ihm selbst im Januar 2004 noch Fr. 4'992.-- ausgerichtet und nicht
bloss Fr. 4'618.-- (act. G 7.1/16.2). Nachdem der Beschwerdeführer den im Jahr 2004
erlittenen Einkommensrückgang (Wegfall der Schichtzulage) wohl nicht zuletzt wegen
der bereits fortgeschrittenen Invalidisierung hinnehmen musste, bzw. durch die ab
Februar 2004 bestehende deutlich reduzierte Arbeitsfähigkeit nicht mehr durch einen
Stellenwechsel ausgleichen konnte, rechtfertigt es sich, auf diesen mehrjährigen
Durchschnitt abzustellen. Das Valideneinkommen beträgt demnach Fr. 66'324.--.
3.2
3.2.1 In Bezug auf das Invalideneinkommen ging die Beschwerdegegnerin ursprünglich
von einem Einkommen von Fr. 20'167.-- aus. Dabei ging sie von der provisorischen
Lohnstrukturerhebung 2005, Privater Sektor, Männer, Niveau 4, aus (12 X Fr. 4'943 X
40 % - 15 % Leidensabzug; act. G 7.1/45). In der Beschwerdeantwort ging sie sodann
von der LSE 2004, Privater Sektor, Männer, Niveau 4, hochgerechnet von 40 auf 41,6
Wochenstunden aus (vgl. IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Anhang 2), somit
von einem Invalideneinkommen von 22'903.-- (Fr. 57'258.-- X 40 %). Einen
Leidensabzug nahm sie nicht mehr vor, da die gesundheitlichen Einschränkungen des
Beschwerdeführers mit 60 % ausreichend berücksichtigt worden seien. Der
Beschwerdeführer könne noch Lasten bis 15 kg heben und damit körperlich
mittelschwere Tätigkeiten ausüben. Der Beschwerdeführer geht zwar grundsätzlich
ebenfalls davon aus, dass auf die Tabelle TA1 der LSE 2004 abzustellen sei.
Unbestritten ist sodann die im MEDAS-Gutachten ermittelte Arbeitsfähigkeitsschätzung
von 40 % in einer leidensadaptierten Tätigkeit. Im Gegensatz zur Beschwerdegegnerin
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beantragt der Beschwerdeführer jedoch einerseits die Anwendung der spezifischen
Tabelle für die Ostschweiz, welche zudem in Bezug auf die Wochenstundenzahl nicht
abzustimmen sei, da der Beschwerdeführer im Schnitt ebenfalls rund 40 Stunden pro
Wochen habe arbeiten müssen. Zum anderen hält er die Berücksichtigung eines
Leidensabzugs von mindestens 20 %, wenn nicht sogar 25 % für angemessen. Zu
berücksichtigen seien diesbezüglich der Ausschluss einer (Schwer-) Arbeit im
angestammten Erfahrungsbereich, die diagnostizierte Polymorbidität, die
Dauermedikation mit verschiedenen Mitteln, das Alter sowie das Diskriminierungsrisiko
infolge der serbischen Herkunft des Beschwerdeführers.
3.2.2 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist für den Einkommensvergleich
auf die Tabelle TA1 der gesamtschweizerischen LSE abzustellen (BGE U 75/03 Erw.
7.3). Im Übrigen hätte auch die Anwendung der Ostschweizer Tabelle kaum einen
Einfluss auf den IV-Grad hat (2004: Fr. 4'586.-- anstatt gesamtschweizerisch Fr.
4'588.--). Indessen ist entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers die
Stundenzahl auf 41,6 Wochenstunden anzupassen, da auf die durchschnittliche
Arbeitszeit an einem hypothetischen Arbeitsplatz abzustellen ist und nicht auf die
konkrete Arbeitszeit an der letzten Stelle. Wäre dies der Fall, wäre vorliegend sogar auf
42 Stunden aufzurechnen (vgl. act. G 7.1/16.2 Ziff. 9). Unter Zugrundelegung von
Tabelle TA 1 LSE 2004 (Anforderungsniveau 4, Männer, Total) ergibt sich ohne
Berücksichtigung eines Leidensabzugs ein Invalideneinkommen von Fr. 22'903.-- (Fr.
4'588.-- X 12 X 40 % : 40 X 41,6).
3.2.3 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen
Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn)
allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass
persönliche und berufliche Merkmale einer versicherten Person, wie Art und Ausmass
der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E.
3b/aa S. 323). Der Abzug hat nicht automatisch, sondern dann zu erfolgen, wenn im
Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder
mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg
verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ist
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sodann nicht in der Weise vorzugehen, dass für jedes in Betracht fallende Merkmal
separat eine Reduktion vorgenommen wird, weil damit Wechselwirkungen
ausgeblendet würden. Vielmehr ist der Einfluss aller Merkmale auf das
Invalideneinkommen (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität,
Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) unter Würdigung der Umstände im
Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Dabei ist der
Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen (Urteil des Bundesgerichts vom 14.
September 2007 [9C 164/2007] E. 4.2; BGE 126 V 75 E. 5b/aa-cc S. 79 f.).
3.2.4 Vorliegend geht das MEDAS-Gutachten vom 22. März 2006 davon aus, dass
schwere körperliche Tätigkeiten nicht mehr zumutbar seien. Orthopädischerseits seien
Arbeiten ausschliesslich im Stehen oder solche mit Inklination des Oberkörpers nicht
möglich. Zudem dürften nicht wiederholt Lasten über 15 kg gehoben werden. Das
Heben von leichteren Lasten oder das gelegentliche Heben von Lasten über 15 kg
schliesst das Gutachten jedoch nicht aus. Zudem habe die Arbeit häufige
Positionswechsel zu beinhalten. Zeitlich bestehe eine Einschränkung der Präsenz von
20 %. Da eine körperlich schwere Tätigkeit ohnehin ausgeschlossen sei, sei damit
auch die verminderte Belastbarkeit der linken Hand berücksichtigt. Internistischerseits
beständen qualitative Einschränkungen, indem Tätigkeiten unter Dauerstress
(Fliessband-, Akkordarbeit) und Tätigkeiten im Schichtwechsel nicht empfehlenswert
seien. Ausserdem seien dem Beschwerdeführer für das Selbstmanagement des
insulinpflichtigen Diabetes mellitus allfällige zeitliche Unterbrüche zu gewähren.
Psychiatrischerseits geht das Gutachten davon aus, dass der Beschwerdeführer unter
Angst leide, verbunden mit einem Mischbild aus depressiven Symptomen somatischer
Art, aber auch von Symptomen wie Spannung, Sorge, Verzweiflung, Zukunftsangst und
Perspektivlosigkeit. Eine Wiedereingliederung sei zwar theoretisch zumutbar, praktisch
aber wohl nicht durchführbar, da der Beschwerdeführer dafür eine vollständige
Genesung voraussetze (act. G 7.1/43.16 - 18).
3.2.5 Mit der Beschwerdegegnerin ist davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer
auch jetzt noch leichte, wechselbelastende Tätigkeiten im Bereich
Maschinenbedienungs- Kontroll-, Sortier, Prüf- oder Verpackungsarbeiten oder
leichtere Arbeiten bei der Lager und Ersatzteilbewirtschaftung möglich sind. Indessen
ist zu erwarten, dass der Beschwerdeführer seine gesundheitlich bedingte
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Restarbeitsfähigkeit nur noch mit unterdurchschnittlichem Erfolg wirtschaftlich
verwerten kann. Ins Gewicht fallen diesbezüglich vor allem das Alter (58 Jahre), die
psychische Krankheit und die zu erwartende höhere Krankheitsanfälligkeit gegenüber
einem gesunden Angestellten mit dem gleichen Beschäftigungsgrad. Weiter ist zu
berücksichtigen, dass teilzeitbeschäftigte Männer in der Regel überproportional
weniger als ihre vollzeitlich angestellten männlichen Kollegen verdienen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 22. Mai 2007 [I 305/06], Erw. 4.2). Nicht zu berücksichtigen ist
dagegen die Ausländereigenschaft des Beschwerdeführers, hat er doch auch vor der
Invalidität ein Einkommen erzielt, das demjenigen gemäss Lohnstrukturerhebung
entspricht (act. G 7.1/16.2; vgl. LSE 2004, TA1, Privater Sektor, Männer, Total, oder
auch Ziff. 27 [Metallbe- und Verarbeitung] oder 36 [sonstiges verarbeitendes
Gewerbe]). Ausserdem lebt der Beschwerdeführer schon seit 1990 in der Schweiz und
verfügt über die Niederlassungsbewilligung C (act. G 7.1/11.1). Insgesamt erscheint ein
Leidensabzug von 15 % als gerechtfertigt, wie dies auch die Beschwerdegegnerin in
der den angefochtenen Verfügungen zu Grunde liegenden Berechnung ursprünglich
angenommen hat. Das Invalideneinkommen beträgt damit Fr. 19'468.-- (Fr. 22'903.-- -
15 %).
3.2.6 Zusammenfassend ergibt sich somit ein IV-Grad von 70,65 %
(Valideneinkommen: Fr. 66'324.-- [Erw. 3a], Invalideneinkommen: 19'468.--). Der
Beschwerdeführer hat damit ab 1. Februar 2005 Anspruch auf eine ganze IV-Rente.
4.
4.1 Nach dem Gesagten sind die Beschwerden gutzuheissen und die angefochtenen
Verfügungen sind aufzuheben.
4.2 Als unterliegende Partei hat die Beschwerdegegnerin die Gerichtskosten zu
bezahlen, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im
Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1bis IVG, vgl.
Art. 95 Abs. 1 VRP). Diese sind ermessensweise auf Fr. 600.-- zu veranschlagen. Dem
Beschwerdeführer ist der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.
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4.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61
lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung der Streitsache
und dem Aufwand erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.- (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG