Decision ID: 1a18ee24-7767-4e2b-bb60-57f071ba14b1
Year: 2018
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Sachverhalt:
A. Die Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine (nachfolgend "Generalstaatsan-
waltschaft") führt ein Strafverfahren gegen den ukrainischen Staatsangehö-
rigen F. wegen Macht- bzw. Amtsmissbrauchs. In diesem Zusammenhang
gelangte die Generalstaatsanwaltschaft mit Rechtshilfeersuchen vom 9. Ap-
ril 2015 und Ergänzung vom 9. Oktober 2015 an die Schweiz. Namentlich
ersuchte sie um Beschlagnahme und Herausgabe bestimmter Unterlagen zu
folgenden Konten bei der Bank G. AG in Genf (nachfolgend "Bank"):
- Nr. 1, lautend auf A. Ltd,
- Nr. 2, lautend auf C. S.A.,
- Nr. 3, lautend auf B. Ltd,
- Nr. 4, lautend auf E.
sowie um Herausgabe relevanter Akten aus dem gegen D. bei der Bundes-
anwaltschaft (nachfolgend "BA") unter dem Aktenzeichen SV.14-0448 ge-
führten Ermittlungsverfahren (RR.2017.118–121, act. 7.1, act. 7.2;
RR.2017.122, act. 6.1, act. 6.2).
Mit Eintretensverfügung vom 23. Dezember 2015 entsprach das Bundesamt
für Justiz (nachfolgend "BJ") dem Rechtshilfeersuchen vom 9. April 2015 und
dessen Ergänzung vom 9. Oktober 2015 grundsätzlich und übertrug den
Vollzug der BA (RR.2017.118–121, act. 7.3; RR.2017.122, act. 6.3).
B. Mit ergänzendem Ersuchen vom 27. Mai 2016 bat die Generalstaatsanwalt-
schaft weiter um Beschlagnahme der Vermögenswerte auf den erwähnten
Kontostämmen (RR.2017.118–121, act. 7.5; RR.2017.122, act. 6.5). Mit er-
gänzender Eintretens- und Zwischenverfügung vom 3. Juni 2016 entsprach
das BJ auch diesem Ersuchen und sperrte die erwähnten Kontostämme per
sofort bis zum Abschluss des Rechtshilfeverfahrens (RR.2017.118–121,
act. 7.6; RR.2017.122, act. 6.6). Gegen diese Verfügung reichten A. Ltd,
B. Ltd, C. S.A. und E. am 24. Juni 2016 beim Bundesstrafgericht gemein-
same Beschwerde ein, auf welche die Beschwerdekammer mit Entscheid
RR.2016.109 vom 31. August 2016 nicht eintrat. Der Entscheid blieb unan-
gefochten.
C. Mit Schlussverfügungen vom 12. April 2017 entsprach das BJ dem Rechts-
hilfeersuchen vom 9. April 2015 und dessen Ergänzungen vom 9. Okto-
ber 2015 sowie 27. Mai 2016. Sie verfügte insbesondere, dass sämtliche aus
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dem bei der BA geführten Verfahren SV.14-0448 beigezogenen Unterlagen
sowie bei der Bank erhobenen Dokumente betreffend die erwähnten Kon-
tostämme für den Zeitraum ab deren Eröffnung bis 23. Dezember 2015 inkl.
Eröffnungsunterlagen, Korrespondenz und Einträgen zu Kundenkontakten
an die ersuchende Behörde herausgegeben werden, und dass sämtliche aus
dem bei der BA geführten Verfahren SV.14-0448 beigezogenen Unterlagen,
die Auskunft über den Stand des betreffenden Verfahrens geben, inklusive
des Protokolls der Einvernahme mit D. vom 20. Januar 2015, an die ersu-
chende Behörde herausgegeben werden. Weiter liess es die Sperre der er-
wähnten Kontostämme aufrechterhalten bis entweder ein rechtskräftiger und
vollstreckbarer Entscheid des ersuchenden Staates vorliegt oder der ersu-
chende Staat der zuständigen ausführenden Behörde mitteilt, dass ein sol-
cher Entscheid nach dem Recht dieses Staates nicht mehr erfolgen kann
(RR.2017.118–121, act. 1.1, act. 7.14; RR.2017.122, act. 1.1, act. 6.13).
D. Hiergegen gelangten A. Ltd, B. Ltd, C. S.A. und D., alle vertreten durch
Rechtsanwalt Olivier Cramer, mit gemeinsamer Beschwerde vom
15. Mai 2017 (RR.2017.118–121, act. 1) sowie E., vertreten durch Rechts-
anwalt Olivier Cramer, mit Beschwerde ebenfalls vom 15. Mai 2017
(RR.2017.122, act. 1) an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts.
Sie beantragen hauptsächlich, die Schlussverfügungen vom 12. April 2017
seien unter Kosten- und Entschädigungsfolgen aufzuheben. In prozessualer
Hinsicht beantragen sie die Vereinigung der Beschwerdeverfahren sowie
den Beizug der Verfahrensakten SV.14-0448 bei der BA.
E. Mit Beschwerdeantworten je vom 9. Juni 2017 beantragt das BJ, die jeweili-
gen Beschwerden seien unter Kostenfolge abzuweisen (RR.2017.118–121,
act. 7; RR.2017.122, act. 6). Replicando halten die A. Ltd, B. Ltd, C. S.A., D.
und E. an ihren Anträgen fest (RR.2017.118–121, act. 9; RR.2017.122,
act. 9). Mit Schreiben je vom 30. Juni 2017 teilte das BJ mit, dass es auf die
Einreichung einer Beschwerdeduplik verzichte und an seinen Anträgen fest-
halte (RR.2017.118–121, act. 11; RR.2017.122, act. 11), was den Beschwer-
deführern am 3. Juli 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (RR.2017.118–121,
act. 12; RR.2017.122, act. 12). Die unaufgeforderten Stellungnahmen der
Beschwerdeführer je vom 12. Juli 2017 (RR.2017.118–121, act. 13;
RR.2017.122, act. 13) wurden dem BJ am 13. Juli 2017 zur Kenntnis ge-
bracht (RR.2017.118–121, act. 14; RR.2017.122, act. 14).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen.
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Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1.
1.1 Für die Rechtshilfe zwischen der Ukraine und der Schweiz sind in erster Linie
massgebend das Europäische Übereinkommen vom 20. April 1959 über die
Rechtshilfe in Strafsachen (EUeR; SR 0.351.1), das hierzu ergangene
zweite Zusatzprotokoll vom 8. November 2001 (ZPII EUeR; SR 0.351.12)
und das Übereinkommen vom 8. November 1990 über Geldwäscherei sowie
Ermittlung, Beschlagnahme und Einziehung von Erträgen aus Straftaten
(GwUe; SR 0.311.53; dazu BGE 133 IV 215 E. 2.1; 123 II 134 E. 5b; Urteil
des Bundesgerichts 1C_513/2010 vom 11. März 2011 E. 3.2).
1.2 Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen nicht abschliessend regeln,
gelangen das Bundesgesetz vom 20. März 1981 über internationale Rechts-
hilfe in Strafsachen (Rechtshilfegesetz, IRSG; SR 351.1) und die Verord-
nung vom 24. Februar 1982 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen
(Rechtshilfeverordnung, IRSV; SR 351.11) zur Anwendung. Das innerstaat-
liche Recht gelangt nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann zur Anwen-
dung, wenn dieses geringere Anforderungen an die Rechtshilfe stellt
(BGE 137 IV 33 E. 2.2.2 m.w.H.). Vorbehalten bleibt die Wahrung der Men-
schenrechte (BGE 135 IV 212 E. 2.3; TPF 2008 24 E. 1.1; je m.w.H.).
1.3 Auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten
sind zudem die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz,
VwVG; SR 172.021) anwendbar (Art. 12 Abs. 1 IRSG, Art. 39 Abs. 2 lit. b
i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 des Bundesgesetzes vom 19. März 2010
über die Organisation der Strafbehörden des Bundes [Strafbehördenorgani-
sationsgesetz, StBOG; SR 173.71]).
2.
2.1 Nach dem Grundsatz der Prozessökonomie sind Verfahren möglichst ein-
fach, rasch und zweckmässig zum Abschluss zu bringen. Dieser Grundsatz
kann es gebieten, Verfahren zu vereinigen oder zu trennen (vgl. zuletzt u.a.
Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2016.245 vom 19. Mai 2017 E. 2.1;
RR.2016.332 vom 16. März 2017 E. 2; je m.w.H.).
2.2 Die angefochtenen Verfügungen gehen auf dieselben Rechtshilfeersuchen
zurück und die dagegen erhobenen Beschwerden werfen dieselben Rechts-
fragen auf. Die Verfahren RR.2017.118–121 und RR.2017.122 sind – wie
auch von sämtlichen Beschwerdeführern beantragt – zu vereinigen und mit
einem einzigen Entscheid zu erledigen.
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3. Die der Beschwerdekammer vorliegenden Akten ermöglichen einen Ent-
scheid über die erhobenen Beschwerden bzw. die damit aufgeworfenen Fra-
gestellungen. Auf den beantragten Beizug der Verfahrensakten SV.14-0448
bei der BA kann deshalb verzichtet werden.
4.
4.1 Die Verfügung der ausführenden kantonalen Behörde oder der ausführen-
den Bundesbehörde, mit der das Rechtshilfeverfahren abgeschlossen wird,
unterliegt zusammen mit den vorangehenden Zwischenverfügungen der Be-
schwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts (Art. 25
Abs. 1 und Art. 80e Abs. 1 IRSG i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 StBOG).
Die Beschwerdefrist gegen die Schlussverfügung beträgt 30 Tage ab der
schriftlichen Mitteilung der Verfügung (Art. 80k IRSG).
Die vorliegenden Beschwerden vom 15. Mai 2017 gegen die Schlussverfü-
gungen vom 12. April 2017 wurden form- und fristgerecht eingereicht.
4.2 Zur Beschwerde ist berechtigt, wer persönlich und direkt von einer Rechts-
hilfemassnahme betroffen ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren
Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b IRSG). Die Praxis des Bundes-
gerichts verlangt für die Anerkennung der Beschwerdelegitimation eine vom
einschlägigen Bundesrecht erfasste "spezifische Beziehungsnähe" des
Rechtsuchenden zur angefochtenen Schlussverfügung. Eine blosse mittel-
bare Betroffenheit genügt hingegen nicht (BGE 137 IV 134 E. 5.2.1; vgl. zu-
letzt u.a. Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2016.180 vom 19. Dezem-
ber 2016 E. 3.1; je m.w.H.).
Ob die Legitimation zum Verfahren vorliegt, ist von Amtes wegen zu prüfen.
Ist sie nicht ohne Weiteres ersichtlich, muss der Beschwerdeführer sie ein-
gehend erörtern und belegen, wofür er beweisbelastet ist (Entscheide des
Bundesstrafgerichts RR.2016.283 vom 26. Mai 2017 E. 2.2; RR.2016.160
vom 27. Februar 2017 E. 2.2.3; RR.2016.272 vom 10. Januar 2017;
RR.2016.84 vom 20. September 2016 E. 2.3).
4.2.1 Als persönlich und direkt betroffen wird im Falle der Herausgabe von Kon-
teninformationen an den ersuchenden Staat bzw. bei Kontensperren der je-
weilige Kontoinhaber angesehen (vgl. Art. 9a lit. a IRSV; BGE 137 IV 134
E. 5.2.1; TPF 2007 79 E. 1.6; je m.w.H.), dies auch dann, wenn die Kontoin-
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formationen im Rahmen eines schweizerischen Strafverfahrens ediert wur-
den (Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2016.45 vom 22. Juli 2016
E. 3.1 m.w.H.).
Vorliegend sind die Beschwerdeführerinnen 1–3 und die Beschwerdeführe-
rin 5 je in dem Umfang zur Beschwerde berechtigt, als mit den angefochte-
nen Verfügungen die Herausgabe von Unterlagen betreffend auf sie lauten-
den Konten bzw. die Aufrechterhaltung der Sperre von auf sie lautenden
Konten angeordnet wird.
Demgegenüber ist der Beschwerdeführer 4 – wie er selbst ausführt
(RR.2017.118–121, act. 1 S. 25) – nicht zur Beschwerde gegen die Heraus-
gabe von Unterlagen betreffend der Konten der Beschwerdeführerinnen
1–3 bzw. die Aufrechterhaltung der Sperre der Konten der Beschwerdefüh-
rerinnen 1–3 berechtigt und ist insoweit auf seine Beschwerde nicht einzu-
treten. Die diesbezügliche Ausführung, er sei hinsichtlich der im Rahmen der
Beschwerde vorgebrachten Rüge im Zusammenhang mit Art. 2 lit. a IRSG
zur Beschwerde legitimiert, auf welche Bestimmung sich die Beschwerde-
führerinnen 1–3 nicht berufen könnten (RR.2017.118–121, act. 1 S. 25), er-
weist sich im Ergebnis (vgl. hinten E. 6.3–6.5) als unbehelflich.
4.2.2 Die Praxis bejaht insbesondere die Beschwerdelegitimation jener Person,
gegen die unmittelbar eine Zwangsmassnahme angeordnet wurde. Für bloss
indirekt Betroffene, insbesondere Personen, die zwar in den erhobenen Un-
terlagen erwähnt werden, aber nicht direkt von Zwangsmassnahmen betrof-
fen bzw. Inhaber von sichergestellten Dokumenten sind, ist die Beschwerde-
befugnis grundsätzlich zu verneinen (BGE 137 IV 134 E. 5.2.2 m.w.H.).
Mit einer der angefochtenen Verfügungen (RR.2017.118–121, act. 1.1,
act. 7.14) wird auch die Herausgabe aus einem bei der BA geführten Verfah-
ren beigezogener Unterlagen angeordnet, die Auskunft über den Stand des
betreffenden Verfahrens geben, inklusive des Protokolls der Einvernahme
mit dem Beschwerdeführer 4 vom 20. Januar 2015. Konkret handelt es sich
um folgende Dokumente:
- Vorladung vom 7. Januar 2015 (SV.14.0448, pag. 13.001-0001 ff.)
- Protokoll der Einvernahme als beschuldigte Person mit dem Beschwer-
deführer 4 vom 20. Januar 2015 (SV.14.0448, pag. 13.001-0006 ff.)
- Schema (Entwurf), das der Beschwerdeführer 4 anlässlich der Einver-
nahme vom 20. Januar 2015 zur Erläuterung seiner damaligen Firmen-
struktur/Gesellschaften zu den Akten gab (SV.14.0448, pag. 13.001-
0025)
- 7 -
- Schreiben von RA Olivier Cramer an die BA vom 2. April 2015 betreffend
die Einvernahme vom 20. Januar 2015 (ohne Beilagen; SV.14.0448,
pag. 13.001-0026 ff.)
Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts und Bundesstrafgerichts
stellt die Übermittlung von Beweismitteln, die sich im Zeitpunkt des Rechts-
hilfeersuchens bereits im Besitz der schweizerischen Untersuchungsbehör-
den befinden, keine Zwangsmassnahme dar (BGE 139 IV 137 E. 5.1.3; 126
II 462 E. 4b; Urteile des Bundesgerichts 1C_624/2014 vom 18. Februar 2015
E. 1.2; 1A.89/2005 vom 15. Juli 2005 E. 4.2; TPF 2007 79; zuletzt u.a. Ent-
scheid des Bundesstrafgerichts RR.2016.45 vom 22. Juli 2016 E. 3.1; je
m.w.H.). Die hier konkret zur Herausgabe bestimmten Dokumente waren im
Zeitpunkt des Rechtshilfeersuchens allesamt bereits im Besitz der BA, wes-
halb die Beschwerdeführer 1–4 gegen ihre rechtshilfeweise Herausgabe
grundsätzlich nicht beschwerdelegitimiert sind.
Nach der Rechtsprechung wird die Beschwerdelegitimation ausnahmsweise
in Bezug auf Einvernahmeprotokolle bejaht, wenn sich der Beschuldigte
während den Einvernahmen im Rahmen des nationalen Verfahrens ausführ-
lich zu seiner eigenen Situation (namentlich die persönliche, familiäre sowie
berufliche Situation) und zu seinen Beziehungen zu im ausländischen Ver-
fahren beschuldigten Personen geäussert hat (Urteil des Bundesgerichts
1A.268/2004 vom 11. Februar 2005 E. 2.2; Entscheid des Bundesstrafge-
richts RR.2012.206 vom 19. Dezember 2012 E. 2.2). Dies trifft im Fall des
Protokolls der Einvernahme als beschuldigte Person mit dem Beschwerde-
führer 4 vom 20. Januar 2015 zu, weshalb der Beschwerdeführer 4 diesbe-
züglich zur Beschwerde legitimiert ist und insoweit auf seine Beschwerde
einzutreten ist. Hinsichtlich der Herausgabe der übrigen erwähnten Doku-
mente bleibt den Beschwerdeführern 1–4 die Beschwerdelegitimation abzu-
sprechen und ist insoweit auf ihre Beschwerde (RR.2017.118–121) nicht ein-
zutreten.
4.3 Nach dem Gesagten ist auf die Beschwerde der Beschwerdeführer 1–4 je in
dem Umfang einzutreten, als sie die Herausgabe von Unterlagen betreffend
auf sie lautenden Konten bzw. die Aufrechterhaltung der Sperre von auf sie
lautenden Konten anfechten; soweit vom Beschwerdeführer 4 geführt, ist auf
die Beschwerde in dem Umfang einzutreten, als er auch die Herausgabe des
Protokolls der Einvernahme als beschuldigte Person vom 20. Januar 2015
(SV.14.0448, pag. 13.001-0006 ff.) anficht. Auf die Beschwerde der Be-
schwerdeführerin 5 ist einzutreten.
- 8 -
5.
5.1 In einer ersten Rüge wird die Verletzung der Grundsätze "ne bis in idem" und
"res iudicata" geltend gemacht (RR.2017.118–121, act. 1 S. 25 ff., act. 9
S. 4 f.; RR.2017.122, act. 1 S. 26 ff., act. 9 S. 4 f.). Mit Verfügung vom
24. Juli 2015 habe die BA das Strafverfahren gegen den Beschwerdefüh-
rer 4 wegen Verdachts der Geldwäscherei (Art. 305bis StGB) in Anwendung
von Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO eingestellt (RR.2017.118–121, act. 1.2). Eine
rechtskräftige Einstellungsverfügung gestützt auf Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO
komme einem freisprechenden Endentscheid gleich (Art. 320 Abs. 4 StPO).
Auch wenn jenes Verfahren alleine gegen der Beschwerdeführer 4 geführt
worden sei, sei offensichtlich, dass es sich auch gegen F. und die Ehefrau
des Beschwerdeführers 4, Beschwerdeführerin 5, gerichtet habe. Die einge-
stellte Strafuntersuchung sei mit dem in der Ukraine und dem Rechtshilfeer-
suchen zugrundeliegenden Strafverfahren identisch. Gemäss Vorbehalt der
Schweiz zu Art. 2 EUeR (lit. a) und Art. 5 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 IRSG dürfe dem
Ersuchen deshalb nicht entsprochen werden.
5.2 Das EUeR sieht keine Ablehnung der Rechtshilfe wegen des Grundsatzes
"ne bis in idem" vor. Die Schweiz hat jedoch zu Art. 2 EUeR einen Vorbehalt
erklärt. Danach behält sie sich das Recht vor, die Rechtshilfe auch dann ab-
zulehnen, wenn wegen der dem Ersuchen zu Grunde liegenden Handlung
gegen denselben Beschuldigten in der Schweiz ebenfalls ein Strafverfahren
durchgeführt wird oder eine strafrechtliche Entscheidung ergangen ist, mit
der diese Tat und seine Schuld materiell beurteilt worden sind (lit. a). Ge-
mäss Art. 5 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 IRSG wird einem Ersuchen nicht entsprochen,
wenn in der Schweiz oder im Tatortstaat der Richter aus materiell-rechtlichen
Gründen den Verfolgten freigesprochen oder das Verfahren eingestellt hat.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist Art. 5 Abs. 1 lit. a IRSG in
Fällen, in denen sich die Voraussetzungen der Rechtshilfe – wie hier
(vgl. vorn E. 1.1) – nach dem EUeR richten, nicht anwendbar. Für die Frage,
ob der Grundsatz "ne bis in idem" der Rechtshilfe entgegensteht, ist vielmehr
allein der schweizerische Vorbehalt zu Art. 2 EUeR massgebend. Dabei han-
delt es sich um eine "Kann-Bestimmung", weshalb nach der Rechtsprechung
die Leistung von Rechtshilfe selbst dann möglich ist, wenn die darin um-
schriebenen Voraussetzungen erfüllt sind (Urteil des Bundesgerichts
1C_605/2015 vom 24. November 2015 E. 1.2 m.w.H.).
Entscheiden über den Verzicht auf Strafverfolgung (Einstellung, Nichtan-
handnahme), welche eine Wiederaufnahme des Verfahrens für den Fall des
Auftauchens neuer Beweise oder Tatsachen nicht ausschliessen, kommt ge-
mäss ständiger Rechtsprechung im Rechtshilfeverkehr keine Sperrwirkung
im Sinne des Grundsatzes "ne bis in idem" zu (BGE 110 Ib 385 E. 2b;
- 9 -
TPF 2010 91 E. 2.2 und E. 2.3; vgl. zuletzt u.a. Entscheid des Bundesstraf-
gerichts RR.2016.252 vom 27. Januar 2017 E. 6.6.3 m.w.H.).
5.3 Die Rüge der Beschwerdeführer geht gleich in mehrfacher Hinsicht fehl. Die
Beschwerdeführerinnen 1–3 und 5 waren im eingestellten Strafverfahren
nicht beschuldigt, weshalb ihnen eine Berufung auf den Grundsatz "ne bis in
idem" schon von vornherein verwehrt bleibt. Der Beschwerdeführer 4 war im
eingestellten Strafverfahren zwar beschuldigt. Aber selbst wenn die einge-
stellte Strafuntersuchung mit dem in der Ukraine geführten und dem Rechts-
hilfeersuchen zugrundeliegenden Strafverfahren identisch gewesen wäre,
kommt der rechtskräftig verfügten Einstellung keine Sperrwirkung zu (vgl.
Art. 323 Abs. 1 StPO). Schliesslich wäre die Leistung von Rechtshilfe selbst
dann noch möglich, wenn die im Vorbehalt zu Art. 2 EUeR umschriebenen
Voraussetzungen erfüllt wären.
5.4 Die Beschwerden erweisen sich in diesem Punkt als unbegründet.
6.
6.1 Weiter werden schwere Mängel im Sinne von Art. 2 IRSG des ukrainischen
Verfahrens geltend gemacht (RR.2017.118–121, act. 1 S. 30 f., S. 31 ff.,
S. 37 ff., act. 9 S. 2 f., S. 5 f., S. 6 f., S. 7 f.; RR.2017.122, act. 1 S. 31 f.,
S. 32 ff., S. 38 ff., act. 9 S. 2 f., S. 5 f., S. 6 f., S. 7 f.). Namentlich habe mit
Entscheid des Appellationsgerichts Kiew vom 15. März 2017 sich das gegen
F. – und faktisch auch gegen die Beschwerdeführer 4 und 5 – geführte uk-
rainische Strafverfahren als nichtig erwiesen. Das ukrainische Strafverfahren
sei rein politisch motiviert und diene der Entfernung eines politischen Geg-
ners. Es seien zahlreiche Verletzungen elementarer Verfahrensrechte von
F. im gegen diesen geführten Verfahren festzustellen.
6.2 Gemäss ständiger Rechtsprechung können sich grundsätzlich nur natürliche
Personen auf Art. 2 IRSG berufen, deren Auslieferung an einen anderen
Staat oder deren Überweisung an einen internationalen Gerichtshof bean-
tragt wurde. Geht es um die Herausgabe von Beweismitteln, kann sich nur
der Beschuldigte auf Art. 2 IRSG berufen, der sich auf dem Gebiet des ersu-
chenden Staates aufhält, sofern er geltend machen kann, konkret der Gefahr
einer Verletzung seiner Verfahrensrechte ausgesetzt zu sein. Dagegen kön-
nen sich Personen, welche sich im Ausland aufhalten oder sich auf dem Ge-
biet des ersuchenden Staates befinden, ohne dort einer Gefahr ausgesetzt
zu sein, grundsätzlich nicht auf Art. 2 IRSG berufen (BGE 130 II 217 E. 8.2;
129 II 268 E. 6 m.w.H.). Ihre Rügemöglichkeit beschränkt sich auf die Ver-
letzung des Rechts auf ein faires Verfahren nach Art. 6 EMRK (TPF 2016
- 10 -
138 E. 4.3; Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2007.161 vom 14. Feb-
ruar 2008 E. 5.3 unter Verweisung auf das Urteil des Bundesgerichts
1A.212/2000 vom 19. September 2000 E. 3a/cc). Juristische Personen sind
gemäss gefestigter Praxis per se nicht legitimiert, sich auf Art. 2 IRSG zu
berufen (BGE 130 II 217 E. 8.2; 129 II 268 E. 6 m.w.H.; vgl. TPF 2016 138
E. 4.2 m.w.H.). Gemäss Rechtsprechung der Beschwerdekammer kann sich
indes auch eine juristische Person auf Art. 2 IRSG berufen, wenn sie selbst
im ausländischen Verfahren beschuldigt ist. Ihre Rügemöglichkeit be-
schränkt sich dabei naturgemäss aber auf die Verletzung des Rechts auf ein
faires Verfahren nach Art. 6 EMRK (TPF 2016 138 E. 4.2 und E. 4.3; vgl.
zuletzt u.a. Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2016.271 vom 4. Mai
2017 E. 12.2; RR.2016.209 vom 2. Mai 2017 E. 6).
Die geltend gemachten Mängel des ausländischen Verfahrens sind glaub-
haft zu machen (BGE 130 II 217 E. 8 m.w.H.). Abstrakte Behauptungen ge-
nügen nicht. Die Vorbringen sind im Einzelnen zu präzisieren (Entscheid des
Bundesstrafgerichts RR.2016.271 vom 4. Mai 2017 E. 12.2 m.w.H.).
6.3 Die Beschwerdeführerinnen 1–3 können sich als juristische Personen vorlie-
gend nicht auf Art. 2 IRSG berufen. Es ist namentlich nicht erkennbar, inwie-
fern die Beschwerdeführerinnen 1–3, die ihre Sitze auf den Britischen Jung-
ferninseln, in Kanada bzw. in Zypern haben (SV.14.0448 B07,
pag. 101.001.01.E-0001 ff., pag. 101.002.01.E-0001 ff., pag. 101.003.01.E-
0001 ff.) und im ersuchenden Staat nicht beschuldigt sind, in eigenen schutz-
würdigen Interessen betroffen sein sollen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
1C_376/2016 vom 5. Oktober 2016 E. 2.2). Ihre Rüge ist mithin nicht zu hö-
ren.
6.4 Die Beschwerdeführer 4 und 5 können sich vorliegend ebenfalls nicht auf
Art. 2 IRSG berufen. Sie sind weder im ukrainischen Strafverfahren beschul-
digt noch vermögen sie mit den eingelegten Medienberichten (RR.2017.122,
in: act. 1.3, in: act. 9.2), dem eingelegten Jahresbericht 2016 des Europäi-
schen Gerichtshofs für Menschenrechte (RR.2017.122, act. 1.4) und dem
eingelegten Bericht zur Menschenrechtslage in der Ukraine des Büros des
UNO-Hochkommissars für Menschrechte vom 16. Februar bis 15. Mai 2017
(RR.2017.122, act. 9.1) glaubhaft zu machen, dass sie – in einem hypothe-
tischen Abwesenheitsverfahren – objektiv und ernsthaft eine schwerwie-
gende Verletzung ihrer individuellen Verfahrensrechte im ersuchenden Staat
zu befürchten hätten. Auch ihre Rüge ist mithin nicht zu hören.
6.5 Im Übrigen ist es nicht Aufgabe der schweizerischen Behörden, in der Zwi-
schenzeit im ersuchenden Staat ergangene Entscheide, wie den von den
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Beschwerdeführern in diesem Zusammenhang angeführten Entscheid des
Appellationsgerichts Kiew (RR.2017.118–121, in: act. 1.3; RR.2017.122,
in: act. 1.3), der die provisorische Haft von F. für unrechtmässig befunden
habe, zu interpretieren. Solange das Rechtshilfeersuchen nicht zurückgezo-
gen worden ist, ist es zu vollziehen (vgl. Urteile des Bundesgerichts
1C_559/2009 vom 11. Februar 2010 E. 1; 1A.218/2003 vom 17. Dezem-
ber 2003 E. 3.5). Dass dieses zurückgezogen worden wäre, ergibt sich aus
den Akten nicht. Vielmehr liegt eine Bestätigung der Generalstaatsanwalt-
schaft der Ukraine vom 28. April 2017 im Recht, wonach am Rechtshilfeer-
suchen festgehalten wird (RR.2017.118–121, act. 7.17; RR.2017.122, act.
6.16). Dass diese – von den Beschwerdeführern moniert (RR.2017.118–121,
act. 9 S. 2; RR.2017.122, act. 9 S. 2) – nach Rechtshängigkeit der Be-
schwerde vom Beschwerdegegner eingeholt wurde, macht diese nicht un-
beachtlich. Nach dem Prinzip des Devolutiveffekts geht die Zuständigkeit
zum Entscheid über eine angefochtene Verfügung zwar grundsätzlich an die
Beschwerdeinstanz über (vgl. Art. 54 VwVG); mit der Rechtshängigkeit wird
der Verwaltung mit andern Worten die Herrschaft über den Streitgegenstand,
insbesondere auch in Bezug auf die tatsächlichen Verfügungs- und Ent-
scheidungsgrundlagen, grundsätzlich entzogen (BGE 130 V 138 E. 4.2). An-
gesichts der Ausnahmeregelung von Art. 58 VwVG sind Abklärungsmass-
nahmen der Verwaltung lite pendente jedoch nicht schlechthin ausgeschlos-
sen. Punktuelle Abklärungen – wie die vorliegend in Frage stehende – wer-
den in aller Regel als zulässig betrachtet (BGE 127 V 228 E. 2b/bb; vgl. TPF
2016 84 E. 2.1.6).
6.6 Die Beschwerden erweisen sich auch in diesem Punkt als unbegründet.
7.
7.1 Weiter wird eine Verletzung von Art. 2 lit. a EUeR bzw. Art. 3 Abs. 1 IRSG
geltend gemacht (RR.2017.118–121, act. 1 S. 31 ff., act. 9 S. 7 f.;
RR.2017.122, act. 1 S. 32 ff., act. 9 S. 7 f.). Das ukrainische Strafverfahren
sei – wie auch im Zusammenhang mit Art. 2 IRSG vorgebracht – rein poli-
tisch motiviert und diene der Entfernung eines politischen Gegners.
7.2 Die Überlegungen zur Rügemöglichkeit hinsichtlich Art. 2 IRSG gelten
gleichermassen hinsichtlich der Rüge des politischen Charakters der Unter-
suchung (BGE 133 IV 30 E. 7.3 erster Satz; Entscheid des Bundesstrafge-
richts RR.2013.358 vom 21. März 2014 E. 7.2 am Ende). Nachdem den Be-
schwerdeführern die Rügemöglichkeit hinsichtlich Art. 2 IRSG abzusprechen
ist, ist sie ihnen auch hinsichtlich der Rüge des politischen Charakters der
Untersuchung abzusprechen.
- 12 -
7.3 Die Beschwerden erweisen sich auch in diesem Punkt als unbegründet.
8.
8.1 Schliesslich wird geltend gemacht, der Beschwerdegegner verfalle in Willkür,
indem er den Sachverhalt im Ersuchen übernehme, obwohl dieser haltlos
und aktenwidrig sei. Der Sachverhaltsvorwurf sei vorliegend konstruiert zu
rein politischen Zwecken (RR.2017.118–121, act. 1 passim, insbesondere
S. 4 f., S. 20, S. 29 f., act. 9 S. 3; RR.2017.122, act. 1 passim, insbesondere
S. 4 f., S. 21, S. 30, act. 9 S. 3). Er könne indes ohnehin weder unter Art. 312
noch unter Art. 314 StGB subsumiert werden, insbesondere weil F. im Zeit-
raum [...] weder Mitglied einer Behörde noch Beamter gewesen sei, sondern
ausschliesslich sein Mandat als demokratisch gewählter Parlamentarier und
Mitglied der „Partei H.“, die nie die Mehrheit im ukrainischen Parlament ge-
habt habe, ausgeübt habe. Ebenso wenig erscheine der Vorwurf gemäss
Art. 191 bzw. Art. 364 des ukrainischen Strafgesetzbuches strafbar. Mithin
sei die Rechtshilfevoraussetzung der doppelten Strafbarkeit nicht gegeben
(RR.2017.118–121, act. 1 S. 34 ff., act. 9 S. 9; RR.2017.122, act. 1 S. 35 ff.,
act. 9 S. 8 f.).
8.2 Für die Frage der beidseitigen Strafbarkeit nach schweizerischem Recht ist
der im Ersuchen dargelegte Sachverhalt so zu subsumieren, wie wenn die
Schweiz wegen des analogen Sachverhalts ein Strafverfahren eingeleitet
hätte (BGE 132 II 81 E. 2.7.2). Es gilt der Grundsatz der abstrakten beidsei-
tigen Strafbarkeit (BGE 136 IV 179 E. 2.3.4). Das Rechtshilfegericht prüft
bloss, ob der ausländische Sachverhaltsvorwurf, sofern er – analog – in der
Schweiz begangen worden wäre, auf den ersten Blick (prima facie) die Tat-
bestandsmerkmale einer schweizerischen Strafnorm erfüllen würde. Die
Strafnormen brauchen nach den Rechtssystemen der Schweiz und des er-
suchenden Staates nicht identisch zu sein; es genügt, dass die im Rechts-
hilfeersuchen umschriebenen Tatsachen in der Rechtsordnung sowohl des
ersuchenden als auch des ersuchten Staates einen Straftatbestand erfüllen
(BGE 139 IV 137 E. 5.1.1; 126 II 409 E. 6c/cc; Urteil des Bundesgerichts
1A.125/2006 vom 10. August 2006 E. 2.1; TPF 2012 114 E. 7.3 und E. 7.4;
vgl. zuletzt u.a. Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2015.238 vom 9. Mai
2016 E. 4.2 m.w.H.).
Dabei hat das Rechtshilfegericht weder Tat- noch Schuldfragen zu prüfen
und grundsätzlich auch keine Beweiswürdigung vorzunehmen, sondern ist
vielmehr an die Sachdarstellung im Ersuchen gebunden, soweit sie nicht
- 13 -
durch offensichtliche Fehler, Lücken oder Widersprüche sofort entkräftet
wird (vgl. BGE 132 II 81 E. 2.1; TPF 2007 150 E. 3.2.4; je m.w.H.).
8.3 Im Rechtshilfeersuchen wird der Sachverhalt im Wesentlichen wie folgt dar-
gestellt (RR.2017.118–121, act. 7.1, act. 7.2, act. 7.5; RR.2017.122, act. 6.1,
act. 6.2, act. 6.5):
F. habe von [...] dem ukrainischen Parlament angehört und dort die parla-
mentarische Partei H. vertreten, welche zu jener Zeit die Mehrheit im Parla-
ment gehabt habe und an der Macht gewesen sei. Als Parlamentsmitglied
habe F. seine Macht eingesetzt, Direktoren staatlicher Rohstoffunternehmen
und anderer Unternehmen widerrechtlich zu beeinflussen, um sich Staats-
gelder anzueignen. Seine Position als Parlamentsmitglied nutzend habe er
die Direktoren der staatlichen Rohstoffunternehmen "I.", "J." und "K." unter
Androhung ihrer Entlassung gezwungen, Verträge abzuschliessen mit
L. GmbH (Stammkapital zu 70% dem Sohn von F., Beschwerdeführer 4, ge-
hörend), M. GmbH (Stammkapital zu 40% der Frau des Beschwerdeführers
4, Beschwerdeführerin 5, gehörend) und dem privaten Unternehmen "N."
(Stammkapital zu 100% dem bulgarischen Staatsangehörigen O., Ge-
schäftspartner von F., gehörend). Die vereinbarten Preise hätten als Folge
des widerrechtlichen Einflusses von F. über den üblichen Marktpreisen ge-
legen. Wirtschaftlich betrachtet seien die Verträge für die nationalen Roh-
stoffunternehmen mithin nachteilig gewesen. Im Februar 2012 habe das
staatliche Unternehmen "I." Verträge über umgerechnet CHF 26.6 Mio. ab-
geschlossen, wovon CHF 9.3 Mio. der L. GmbH, CHF 144'200.– der "N." und
CHF 16.2 Mio. der M. GmbH zugefallen seien. Dies, obwohl die offerierten
Preise anderer Anbieter viel tiefer ausgefallen seien. Die "I." habe etwa ein
Angebot der "P." (Angebot zu 3.3 Mio. Ukrainische Hrywnja) zu Gunsten der
L. GmbH (Angebot zu 9 Mio. Ukrainische Hrywnja) ausgeschlagen, welche
für die gleiche Leistung 5.7 Mio. Ukrainische Hrywnja oder umgerechnet
CHF 652'300.– mehr verlangt habe. Allein in diesem Fall habe sich die
L. GmbH Staatsvermögen in entsprechender Höhe unrechtmässig angeeig-
net. Gemäss Ermittlungen habe die L. GmbH im Zeitraum 2010–2013 öffent-
liche Ausschreibungen der staatlichen Rohstoffunternehmen "I." und "J." im
Gegenwert von umgerechnet insgesamt CHF 149 Mio. gewonnen. Die
M. GmbH habe im Zeitraum 2008–2014 öffentliche Ausschreibungen dersel-
ben Unternehmen im Gegenwert von umgerechnet insgesamt CHF 179 Mio.
gewonnen. Das Unternehmen "N." habe im Zeitraum 2011–2014 öffentliche
Ausschreibungen staatlicher Rohstoffunternehmen im Wert von umgerech-
net insgesamt CHF 46.1 Mio. gewonnen. Die widerrechtliche Einflussnahme
von F. als Parlamentsmitglied auf die Direktoren der staatlichen Rohstoffun-
ternehmen "I.", "J." und "K." mittels Androhung ihrer Entlassung sei für diese
- 14 -
Zuschläge ursächlich gewesen, wie auch für die Vereinbarung der massiv
überhöhten Preise. Folglich hätten die ausführenden Unternehmen entspre-
chende Zahlungen widerrechtlich erhalten und die staatlichen Unternehmen
geschädigt.
Darüber hinaus werde eine eventuelle Beteiligung von F. beim Transfer von
Staatsvermögen ins Ausland im Zeitraum [...], insbesondere jener Vermö-
genswerte im vorstehenden Zusammenhang, untersucht. Mutmasslich hät-
ten F. und der Beschwerdeführer 4 widerrechtlich erlangte Vermögenswerte
mit der Beteiligung von Q. und der Unterstützung von R. ins Ausland trans-
feriert. Gemäss Informationen von R. habe dieser 2006 in den Vereinigten
Staaten die Gesellschaft "S." registriert. Diese sei Eigentümerin sämtlicher
Aktiven von Q. und F. geworden, namentlich der Bank "T.", deren Aktivitäten
eng mit der L. GmbH, M. GmbH und der "N." verbunden seien, die bei dieser
Bank Konten eröffnet hätten. Die Kontrolle über die Aktiven sei über die ver-
bundene Gesellschaft "AA." erfolgt, die von R. auf den Britischen Jungferni-
nseln registriert worden sei. R. habe die Gesellschaften im Auftrag von Q.
registriert, der selbst für F. gehandelt habe. Gemäss Aussagen von R. sei
die Gesellschaft "S." zum Zweck des Transfers der von der Ukraine wider-
rechtlich erlangten Gelder ins Ausland gegründet worden, wobei diese Infor-
mation von Q. stamme. F., der Beschwerdeführer 4 und Q. hätten ihre Ver-
mögenswerte 2006–2013 via Filiale der Bank T. in Sofia und via die Gesell-
schaft "BB. Limited" auf die Gesellschaften "CC. Corp", "DD." und andere
verschoben, deren Berechtigter R. gewesen sei. Namentlich habe der Be-
schwerdeführer 4 im Jahr 2006 via "BB. Limited" den Betrag von
USD 1'099'870.– auf ein Konto bei der Bank "EE." in Riga, lautend auf "DD.",
überwiesen. Die Ermittler gingen davon aus, dass es sich dabei um deliktisch
erlangte Vermögenswerte der Ukraine handle. Gemäss Informationen der
schweizerischen Meldestelle für Geldwäscherei seien Vermögenswerte in
der Höhe von insgesamt CHF 33 Mio. auf die Konten, die Gegenstand des
Rechtshilfeersuchens sind, überwiesen worden. Es werde davon ausgegan-
gen, dass es sich dabei um von F., vom Beschwerdeführer 4 und Q. delik-
tisch erlangte Vermögenswerte der Ukraine handle.
8.4 Die Sachverhaltsdarstellung wird nicht durch offensichtliche Fehler, Lücken
oder Widersprüche sofort entkräftet, weshalb die ersuchte Behörde daran
gebunden ist. Soweit mit den Beschwerden der Sachverhaltsdarstellung eine
Gegendarstellung über den im Ausland untersuchten Sachverhalt vorge-
bracht wird, vermag dies kein Rechtshilfehindernis zu begründen.
- 15 -
8.5
8.5.1 Der Beschwerdegegner sieht im Sachverhalt prima facie insbesondere die
Straftatbestände der Art. 312 StGB (Amtsmissbrauch) und Art. 314 StGB
(Ungetreue Amtsführung) erfüllt.
8.5.2 Nach Art. 312 werden Mitglieder einer Behörde oder Beamte, die ihre Amts-
gewalt missbrauchen, um sich oder einem andern einen unrechtmässigen
Vorteil zu verschaffen oder einem andern einen Nachteil zuzufügen, mit Frei-
heitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft. Nach Art. 314 StGB
werden Mitglieder einer Behörde oder Beamte, die bei einem Rechtsge-
schäft die von ihnen zu wahrenden öffentlichen Interessen schädigen, um
sich oder einem andern einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen, mit
Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft; mit der Frei-
heitsstrafe ist eine Geldstrafe zu verbinden.
Wer jemanden vorsätzlich zu dem von diesem verübten Verbrechen oder
Vergehen bestimmt hat, wird nach der Strafandrohung, die auf den Täter
Anwendung findet, bestraft (Art. 24 Abs. 1 StGB). Wird die Strafbarkeit durch
eine besondere Pflicht begründet oder erhöht, so wird der Teilnehmer, dem
diese Pflicht nicht obliegt, milder bestraft (Art. 26 StGB).
8.5.3 Amtsmissbrauch nach Art. 312 StGB zeichnet sich durch den zweckentfrem-
deten Einsatz staatlicher Macht aus (BGE 127 IV 209 E. 1b). Als Parlamen-
tarier und damit Mitglied einer Behörde (vgl. HEIMGARTNER, Basler Kommen-
tar, 3. Aufl. 2013, Vor Art. 285 StGB N. 5; PIETH, Basler Kommentar, a.a.O.,
Art. 322ter StGB N. 16; vgl. auch CORBOZ, Les infractions en droit suisse,
Volume II, 3. Aufl. 2010, Art. 312 StGB N. 1, Art. 320 StGB N. 7) erfüllt F.
prima facie die Tätereigenschaft. Gemäss Sachverhaltsdarstellung wurde F.
durch seine Mitgliedschaft im ukrainischen Parlament und die Ausnützung
seiner daraus fliessenden Machtstellung ermöglicht, auf die Direktoren der
staatlichen Ressourcenunternehmen Zwang auszuüben. Indem er diesen
Zwang ausübte, um sich (indirekt) Staatsgelder anzueignen, erfüllte er prima
facie den Straftatbestand des Art. 312 StGB.
8.5.4 Ausserdem ist dem Sachverhalt des Rechtshilfeersuchens zu entnehmen,
dass die entscheidkompetenten Direktoren der staatlichen Rohstoffunter-
nehmen unter Missachtung der Regeln des öffentlichen Beschaffungswe-
sens Werkverträge zu massiv überhöhten Preisen an private Gesellschaften
vergaben, was bei den staatlichen Rohstoffunternehmen zu einem – noch
genau zu bestimmenden – Schaden führte. Dieser Sachverhalt erfüllt prima
facie den Tatbestand des Art. 314 StGB. Gemäss Sachverhalt veranlasste
- 16 -
F. die Direktoren mittels Androhung ihrer Entlassung zu diesem Verhalten,
was prima facie eine Anstiftung i.S.v. Art. 24 Abs. 1 StGB darstellt.
8.5.5 Bei diesem Stand kann offen bleiben, ob noch weitere Straftatbestände des
schweizerischen Rechtes erfüllt sein könnten.
8.6 Wie im Ersuchen und dessen Beilagen erwähnt wird, ist der inkriminierte
Sachverhalt auch nach dem Recht des ersuchenden Staates strafbar. Fra-
gen der Strafbarkeit nach ausländischem Recht sind – vorbehältlich Fälle
offensichtlichen Missbrauchs – nicht vom Rechtshilferichter zu prüfen, son-
dern (im Falle einer Anklageerhebung) vom erkennenden Strafgericht (vgl.
BGE 116 Ib 89 E. 3c/aa; Urteile des Bundesgerichts 1A.7/2007 vom
3. Juli 2007 E. 6.2; 1A.125/2006 vom 10. August 2006 E. 2.8; vgl. auch zu-
letzt u.a. Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2015.299 vom 2. Au-
gust 2016 E. 4.2; RR.2016.45 vom 22. Juli 2016 E. 5.2). Das Rechtshilfeer-
fordernis der beidseitigen Strafbarkeit (Art. 5 Ziff. 1 lit. a EUeR) ist damit vor-
liegend gegeben.
9.
9.1 In einem weiteren Punkt wird sinngemäss vorgebracht, der Grundsatz der
Spezialität sei verletzt (RR.2017.118–121, act. 1 S. 31; RR.2017.122, act. 1
S. 32).
9.2 Der Beschwerdegegner hält im Dispositiv der angefochtenen Schlussverfü-
gungen fest, dass die Rechtshilfeleistung dem Spezialitätsvorbehalt gemäss
Art. 2 EUeR unterliege. Danach kann die Rechtshilfe u.a. verweigert werden,
wenn sich das Ersuchen auf strafbare Handlungen bezieht, die vom ersuch-
ten Staat als politische, als mit solchen zusammenhängende oder als fiska-
lische strafbare Handlungen angesehen werden (Art. 2 lit. a EUeR). Die Ein-
haltung des Spezialitätsprinzips durch die Vertragsstaaten des EUeR wird
nach dem völkerrechtlichen Vertrauensprinzip als selbstverständlich voraus-
gesetzt (vgl. BGE 115 Ib 373 E. 8). Es bestehen vorliegend keine Anhalts-
punkte, dass die Ukraine den Spezialitätsvorbehalt missachten wird. Die Be-
schwerde erweist sich auch in diesem Punkt als unbegründet.
10.
10.1 In einem letzten Punkt wird schliesslich vorgebracht, das Verhältnismässig-
keitsprinzip sei verletzt, wenn der Beschwerdegegner feststelle, dass die
Prüfung der erhobenen Unterlagen ergeben habe, dass über die sie betref-
fenden Bankbeziehungen Transaktionen abgewickelt worden seien, die sich
- 17 -
auf den im Rechtshilfeersuchen dargelegten Sachverhalt bezögen
(RR.2017.118–121, act. 9 S. 9; RR.2017.122, act. 9 S. 9).
10.2 Rechtshilfemassnahmen haben generell dem Prinzip der Verhältnismässig-
keit zu genügen (siehe statt vieler den Entscheid des Bundesstrafgerichts
RR.2011.193 vom 9. Juli 2012 E. 8.2). Die internationale Zusammenarbeit
kann nur abgelehnt werden, wenn die verlangten Unterlagen mit der verfolg-
ten Straftat in keinem Zusammenhang stehen und offensichtlich ungeeignet
sind, die Untersuchung voranzutreiben, so dass das Ersuchen nur als Vor-
wand für eine unzulässige Beweisausforschung ("fishing expedition") er-
scheint (BGE 142 II 161 E. 2.1.2; 139 II 404 E. 7.2.2; 136 IV 82 E. 4.1). Ob
die verlangten Auskünfte für das Strafverfahren im ersuchenden Staat nötig
oder nützlich sind, ist eine Frage, deren Beantwortung grundsätzlich dem
Ermessen der Behörden dieses Staates anheimgestellt ist. Da der ersuchte
Staat im Allgemeinen nicht über die Mittel verfügt, die es ihm erlauben wür-
den, sich über die Zweckmässigkeit bestimmter Beweise im ausländischen
Verfahren auszusprechen, hat er insoweit die Würdigung der mit der Unter-
suchung befassten Behörde nicht durch seine eigene zu ersetzen und ist
verpflichtet, dem ersuchenden Staat alle diejenigen Aktenstücke zu übermit-
teln, die sich auf den im Rechtshilfeersuchen dargelegten Sachverhalt be-
ziehen können (sog. potentielle Erheblichkeit); nicht zu übermitteln sind nur
diejenigen Akten, die für das ausländische Strafverfahren mit Sicherheit nicht
erheblich sind (BGE 136 IV 82 E. 4.4; 134 II 318 E. 6.4; 128 II 407 E. 6.3.1;
TPF 2009 161 E. 5.1 m.w.H.).
Zielt das Rechtshilfeersuchen auf die Ermittlung ab, auf welchem Weg Geld-
mittel möglicherweise strafbarer Herkunft verschoben worden sind, so sind
die Behörden des ersuchenden Staates grundsätzlich über alle Transaktio-
nen zu informieren, die von Gesellschaften und über Konten getätigt worden
sind, welche in die Angelegenheit verwickelt sind (BGE 121 II 241 E. 3c;
Urteil des Bundesgerichts 1A.7/2007 vom 3. Juli 2008 E. 7.2; TPF 2011 97
E. 5.1; je m.w.H.).
10.3 Der Beschwerdegegner zeigt in den angefochtenen Schlussverfügungen
nachvollziehbar auf, dass die betreffenden Bankbeziehungen in die Angele-
genheit, die Gegenstand des ausländischen Strafverfahrens ist, verwickelt
sind (RR.2017.118–121, act. 1.1 Ziff. V.8; RR.2017.122, act. 1.1 Ziff. V.8).
Damit setzen sich die Beschwerdeführer nicht auseinander. Das ukrainische
Rechtshilfeersuchen zielt zudem auf die Ermittlung ab, auf welchem Weg
Geldmittel möglicherweise strafbarer Herkunft verschoben worden sind,
weshalb die ukrainischen Behörden grundsätzlich über alle Transaktionen
zu informieren sind. Die Würdigung der ukrainischen Behörden hat die
- 18 -
Schweiz nicht durch ihre eigene zu ersetzen, wie das die Beschwerdeführer
suggerieren, wenn sie auf die eingestellte Strafuntersuchung der BA verwei-
sen. Die potentielle Erheblichkeit der ersuchten Unterlagen für das ukraini-
sche Strafverfahren ist demnach ohne Weiteres zu bejahen.
10.4 Im Übrigen handelt es sich bei den aktuell gesperrten Vermögenswerten
mutmasslich jedenfalls zu Teilen um Vermögenswerte im Sinne von Art. 74a
Abs. 2 IRSG. Als solche haben sie grundsätzlich beschlagnahmt zu bleiben
bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen und vollstreckbaren Einziehungs-
bzw. Rückerstattungsentscheids bzw. bis der ersuchende Staat mitteilt, dass
ein solcher Entscheid nicht mehr erfolgen kann (vgl. Art. 11 und 12 GwUe;
Art. 33a IRSV). Die Untersuchung in der Ukraine wird zeigen müssen, ob es
sich bei den beschlagnahmten Vermögenswerten um solche deliktischer
Herkunft handelt. Bis diese Frage geklärt ist, müssen die angefochtenen
Kontosperren aufrechterhalten bleiben. Diese bestehen erst seit dem
3. Juni 2016, was noch keine unverhältnismässige Dauer darstellt.
11. Nach dem Gesagten erweisen sich die Beschwerden in allen Punkten als
unbegründet, soweit darauf einzutreten ist. Andere Rechtshilfehindernisse
sind nicht ersichtlich. Die Beschwerden sind demnach vollumfänglich abzu-
weisen, soweit auf sie einzutreten ist.
12. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten unter solidari-
scher Haftbarkeit für den gesamten Betrag den Beschwerdeführern je zu ei-
nem Fünftel aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr ist auf
Fr. 10'000.– festzusetzen (Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG sowie
Art. 5 und Art. 8 Abs. 3 lit. b des Reglements des Bundesstrafgerichts vom
31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bun-
desstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]), unter Anrechnung des ent-
sprechenden Betrages aus den geleisteten Kostenvorschüssen von insge-
samt Fr. 10'000.–.
- 19 -