Decision ID: cc8759ad-7d81-4198-ae7f-aedf77734b0d
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1961 geborene X._
war vom
1.
November 2016 bis 3
0.
April
2017 und vom
1.
November 2017 bis zur Kündigung per 3
1.
August 2018 im Rahmen von Zwischenverdiensteinsätzen während laufender Rahmenfrist für den Leis
tungsbezug bei der Arbeitslosenve
rsicherung bei der Y._
GmbH als Gipser angestellt
(
Urk.
15/9
/1
06
und
Urk.
15/51/385
).
Am
9.
August 2018
stürzte er
beim Jetskifahren im Meer
und brach sich den rechten Fuss,
was
am
11.
September
2018
zur operativen Versorgung
im
Spital Z._
führte
(
Urk.
15/9/106 und
Urk.
15/9
/
95).
Die Suva erbrachte
als obligatorischer Unfallversicherer
die gesetzlichen Leistungen (Hei
lbehandlung
und Taggeld
[
Urk.
15/9/51 und
Urk.
15/9/49
]
).
Im Weiteren sprach sie dem Versicherten
basierend auf einer Integritätseinbusse von 10
%
eine Integritätsentschädi
gung von Fr.
14'820.
--
zu
(
Urk.
15/
35
)
. I
ndes
verneint
e
die S
uva
den Anspruch auf eine Invalidenrente
(
Urk.
15/
50
)
, was mit Urteil des hiesigen
Gerichts
UV.2020.00206 vom 1
5.
September
2021 bestätigt wurde.
1.2
Zwischenzeitlich
hatte
sich der Versicherte
am 2
2.
Januar
2019
bei der
Invali
denversicherung zum Leistungsbezug an
gemeldet
(
Urk.
15/6). Die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen und zog die Akten der
Suva
bei
. Am
9.
Juni 2019 teilte sie mit, dass keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien und der Rentenanspruch separat geprüft werde (
Urk.
15/16).
Nach Eingang verschiedener medizinischer Berichte (vgl.
Urk.
15/28, 15/41, 15/49) legte die IV-Stelle den Fall ihrem regionalen ärzt
lichen Dienst (RAD),
Dr.
med.
A._
, Facharzt für
O
rthopädische Chirurgie und Traumatologie
,
vor (S
tellungnahme vom 19.
August 2020 [
Urk.
15/54/5-7
]
). Mit Vorbescheid vom 1
7.
September 2020 stellte die IV-Stelle die Verneinung eines Anspruchs auf eine Invalidenrente in Aussicht (
Urk.
15/55). Daran hielt sie nach erhobenem Einwand (
Urk.
15/58 und
Urk.
15/63)
mit Verfügung vom 2
7.
April 2021 fest (
Urk.
2).
2.
Dagegen
erhob der Versicherte am
2
8.
Mai 2021
(
Urk.
1)
Beschwerde mit folgen
den Anträgen:
«
1.
Die Verfügung der SVA Zürich vom 27.04.2021 sei aufzuheben.
2.
Es sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer einen Rechtsanspruch auf die Zusprechung einer angemessenen Invalidenrente, rückwirkend ab dem 09.08.2018 hat.
3.
Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine Genugtuung in Höhe von CHF 2'000.00 sowie die ihm entstande
nen rechtsanwaltlichen Kosten gemäss nachzureichender Honorarnote zu bezahlen.
4.
Dem Beschwerdeführer sei unter Ansetzung einer angemessenen Frist zum Nachweis der Bedürftigkeit die unentgeltliche Rechtspflege sowie der Anspruch auf einen unentgeltlichen Rechtsbeistand zu gewähren.
5.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Beschwer
degegnerin.
»
Am
7.
Juli 2021 (
Urk.
10) legte er weitere Berichte (
Urk.
11/1-2) auf.
Die Be
schwerde
gegnerin beantragte
in ihrer Beschwerdeantwort vom 1
6.
September 2021 (
Urk.
14
)
die teilweise Gutheissung im Sinne einer Rückweisung zu weiteren Abklärungen.
Mit
Replik vom 2
4.
November 2021 (
Urk.
20) ergänzte der Be
schwerdeführer seine Anträge dahingehend, dass das Rückweisungsbegehren abzuweisen sei, eventualiter, dass das Sozialversicherungsgericht eine Begutach
tung in Auftrag zu geben habe und
ihm eine
Frist für Fragen an die Sachverstän
digen einzurä
umen sei. Die Beschwerdegegnerin
verzichtet
e
am
9.
Dezember 2021 (
Urk.
22) auf
Duplik
, was dem Beschwerdeführer am 1
3.
Dezember 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
23).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und
Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.2
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (E.
7.2; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1).
Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurtei
lungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfä
higkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 unter Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2
; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3
).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
IVG
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben die Beweise frei, das
heisst
ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflicht
gemäss
zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestat
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und
die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizi
nische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) ab
gegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 1
0.
Juni 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründet
e
ihre leistungsabweisende
Verfügung (
Urk.
2)
damit, dass
sie
die Akten der Suva einge
sehen
habe
und ein Bericht bei
Dr.
med.
B._
e
ingeholt worden
sei
. Seit dem Unfall vom
9.
August 2018 sei der Beschwerdeführer als Gipser zu 100 Prozent arbeitsunfähig. Eine angepasste, vorwiegend sitzende Tätigkeit sei ihm aber aus somatischer Sicht vollschichtig zumutbar. Die Würdigung des psychiatrischen Berichts ergebe, dass keine IV
relevante gesundheitliche Einschränkung ausgewiesen sei, da
der Arzt
mehr
heit
lich Belastungen
aus dem sozialen Umfeld
aufführe,
die
subjektive
Ansicht des Beschwerdeführers
wiedergebe
und
auch
keine dem geltend gemachten Leiden angepasste Therapie erfolge.
Der Beschwerdeführer
habe
als angelernter Bauar
beiter in den letzten Jahren über kein stabiles Arbeitsverhältnis verfügt
und
als Hilfsarbeiter
bestünden die gleichen
Verdienst
aussichten
in einer
angepassten Tä
tigkeit. Es rechtfertige sich aber
,
ein
en
leidensbedingte
n
Abzug von 10 Prozent
zu berücksichtigen
, da
vorwiegend nur noch sit
zende Tätigkeiten möglich seien. Dies entspreche folglich dem Invaliditätsgrad
und
damit bestehe
keine re
nten
tangierende Einschränkung
.
Im Ra
hmen der Beschwerdeantwort vom 1
6.
September
2021
führt
e
sie
aus
(
Urk.
14
)
,
in
der versicherungs
medizinischen
Beurteilung des
RAD-Arztes
Dr.
A._
vom
1
9.
August 2020
sei man zum
Schluss
gekommen
,
dass
eine inter
disziplinäre Begutachtung zu beauftragen
sei. Dies sei jedoch
vor Erlass der
an
gefochtenen Verfügung
ohne nachvoll
ziehbare Gründe unterblieben
.
Deshalb werde die teil
weise Gutheissung im Sinne einer Rückweisung der Sache zu wei
teren Abkl
ä
run
gen beantragt
.
2.2
Der Beschwerdeführer beantragt
e
hauptsächlich die
Zusprache
einer Invaliden
rente
(
Urk.
1 S. 2 und
Urk.
20 S. 1).
D
abei stellt
er sich im Wesentlichen auf den
Standpunkt (vgl.
Urk.
1
Ziff.
20)
, es seien
spezialärztliche
Fachmeinungen vor
handen
, die
die
bestehende
n
Beschwerden auf das Unfallereignis zurückführ
t
en.
Dr.
med.
B._
bescheinige in
seinem
Bericht vom 27.
Mai
2021
eine
an
haltende Schmerzstörung
und die Annahme der Beschwerdegegnerin, er könne eine sitzende Tätigkeit ausüben, sei bis auf Weiteres unrealistisch.
Die Beschwer
degegnerin
habe sich
dabei
mit den Diagnosen
nicht auseinandergesetzt.
Den E
ventualantrag
,
es sei
ein
Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben
,
begründete der Beschwerdeführer damit (
Urk.
20 S. 2)
,
dass ein weiteres Gutachten bei Vor
liegen von überzeugenden fachärztlichen Meinungen, die den adäquaten Kausal
zusammenhang zwischen dem Unfallgeschehen und den noch andauernden Be
schwerden bestätigen, nicht erforderlich
sei
und die Aussetzung des Verfahrens zu einer zeitlichen Verzögerung führe.
3.
RAD-Arzt
Dr.
A._
legte
in seiner Stellungnahme vom 1
9.
August
2020 (
Urk.
15/54/5-7) auf die Fragen, liegt ein unfallfremder Gesundheitsschaden vor und wie beurteilen sie die Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit und in ange
passter Tätigkeit im Verlauf,
dar,
die
vorhandenen Arztberichte
bescheinigten dem 59jährigen Beschwerdeführer
ein
en
unfallbedingte
n
und ein
en
unfallfrem
de
n
, somatische
n
Gesundheitsschaden
.
Der RAD-Arzt nannte f
olgen
de Diagno
sen
:
1.
Chronisches Schmerzsyndrom rechter Fuss
bei
-
Lisfranc
-Arthrose TMT II und III mit schmerzhafter Funktions
-
einschrän
kung
-
Zustand nach
Lisfranc
-Verletzung
rechter Fuss vom
9.
August 2018
mit
-
gering dislozierter mehrfragmentärer Fraktur der Basis des Os
metatar
sale
II und III,
mehrfragmentärer Fraktur der
Ossa
cuneiforme
mediale bis laterale und nach
laterokaudal
dislozierte Fragmente des Os
cuboi
deum
, osteosynthetisch versorgt
2.
Chronische
Lumbofemoralgie
rechts bei
-
isthmischer
Spondylolisthese
L3/4
Meyerding
Grad 1
Diese b
eide
n Gesundheitsschäden
seien
derzeit weitgehend stabil.
Dazu gebe
es noch weitere, eindeutig unfallfremde Diagnosen,
die
n
och nicht vollständig ab
geklärt
seien
und
deren Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit unklar sei. Darunter:
3.
kognitive Einschränkung
unklarer Ä
tiologie seit zirka November
2018 mit/bei
-
Hinweisen auf nicht-valide Testergebnisse
(!)
-
Anklängen an eine Pseudodemenz
4.
Nächtliche migräneforme Kopfschmerzen mit teilweise assoziierter
Sensorik
störung
im linken Arm
–
DD (
Differ
e
ntialdiagnostisch
)
: Migräne mit Aura;
Hypnic
Headache
5.
Somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) mit akzentuierter depressiver Stimmungslage (ICD-10 F32.1)
Nachdem einerseits die kreisärztliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sich aus
drücklich nur auf Einschränkungen durch den unfallbedingten Gesundheitsscha
den bezogen habe, andererseits aber gerade eben die hier erstgenannte, zusätzli
che Diagnose medizintheoretisch durchaus einen entscheidenden Einfluss auf die funktionelle Leistungsfähigkeit haben könn
t
e, bedürfe e
s hier zwingend weiter
führender
medizinischer Abklärung in Form einer polydisziplinären Begutach
tung
, da eine Beurteilung rein nach
Aktenlag
e nicht möglich sei
.
Zum Procedere hielt der RAD-Arzt fest, es sei ein polydisziplinäres Gutachten der Fachrichtungen Allgemein
e
Innere Medizin, Orthopädie, Neurologie, Psychiatrie und Neuropsychologie in Auftrag zu geben
,
mit der Beantwortung vor allem f
ol
gender Frage: Wie beurteilen s
ie die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer behinderungsangepassten Tätigkeit, sowohl aktuell als auch retrospek
tiv im Verlauf seit August 2018?
Wie ist das Belastungsprofil einer solchen Tätigkeit zu formul
ieren?
4.
Die Ausführungen des RAD-Arzte
s
sind plausibel. Nachdem unfallfremde
Dia
gnosen im Raum stehen
,
konnte
die Beschwerde
gegnerin
ohne eigene Abklä
rungen nicht auf
die kreisärztliche Einschätzung der Suva abstellen. Zur entsprechenden Einschätzung gelangte auch die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort. Dass weitere medizinische Abklärungen zur Leistungsbeur
teilung notwendig sind, entspricht sodann auch dem Eventualstandpunkt des Be
schwerdeführers.
Da es die
Beschwerdegegnerin
diesbezüglich
im Verwaltungs
ver
fahren
unterlassen
hat
,
eigene medizinische
Abklärungen
zu tätigen
,
und es
damit
bei einer unzureichen
den Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ohne
rechtsge
nügliche
Auseinandersetzung mit der Aktenlage bewenden liess, rechtfertigt es sich im Lichte der bundesge
richtlichen Rechtsprechung (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4)
jedoch
nicht, bereits zu diesem Zeitpunkt der Abklärungen ein geri
chtliches Gutachten einzuholen.
Die Sache ist damit unter Aufhebung de
r angefochtenen Verfügung vom 2
7.
April 2021
(
Urk.
2) an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen, damit sie die notwen
digen Abklärungen veranlasse und hernach über den
Leistungsanspruch des Be
schwerdeführers neu verfüge. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
Anzufügen bleibt, dass für die vom Beschwerdeführer beantragte
Rentenzu
sprache
bei gegebener Aktenlage kein Raum besteht. Selbst der behandelnde
Dr.
med. C._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, befand am
2.
Juli
2021 (
Urk.
11/2) eine sitzende Tätigkeit mit kurzen Gehstrecken als zumutbar, wobei keine detail
lierte Auseinandersetzung mit der thematisierten mittelschweren Depression er
folgte. Die Einschätzung von
Dr.
med. D._
, Facharzt für Chirurgie FMH, vom 2
6.
Juni 2021 (
Urk.
11/1) lässt sodann die Frage unbeant
wortet, aus welchen Gründen eine angepasste Tätigkeit nicht einmal teilzeitlich zumutbar sein sollte. Das bildet keine verlässliche medizinische Grundlage.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskos
ten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzule
gen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
400.-- festzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Die Rückweisung einer Sache kommt einem Obsiegen des Beschwerdeführers gleich. Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin demnach zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwendung von
Art.
61
lit
. g ATSG, namentlich unter Berücksichti
gung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf
Fr.
1'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird das Gesuch betreffend Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung gegenstandslos.
Keine Begründung lieferte der Beschwerdeführer im Weiteren zum Antrag einer Genugtuung in Höhe von
Fr.
2'000.--. Mangels jeglicher Begründung, ohne Nen
nung einer Rechtsgrundlage und
angesichts
eines fehlenden
Erkenntnisses
in
der
angefochtenen
Verfügung
ist darauf nicht einzutreten
.