Decision ID: e92804a5-d94b-42e2-a34d-6f8aa4b87126
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Linda Keller, Waisenhausstrasse 17, Postfach,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rentenrevision (Einstellung)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 28. April 2005 aufgrund schwerer Kontaktängste
gegenüber fremden Personen, zunehmend vor allem seit dem Jahr 2003, zum Bezug
von Leistungen der Invalidenversicherung – namentlich für eine Kostenbeteiligung an
einem Kurs des Schweizerischen Roten Kreuzes – bei der IV-Stelle des Kantons
St. Gallen an (IV-act. 1).
A.b Am 13. Juni 2005 erstattete Dr. med. B._, Facharzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, einen Arztbericht. Er diagnostizierte eine Angststörung, eine leichte
Depression sowie eine leichte Zwangsstörung und attestierte eine ca. 50%ige
Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere körperliche Arbeiten in ruhigem und
verständnisvollem Arbeitsklima, wobei er darauf hinwies, dass die Versicherte situativ
unverhofft mit Angstreaktionen konfrontiert sein könne. Die Versicherte sei als Kleinkind
von der Grossmutter aufgezogen und im Alter von zehn Jahren von den Eltern in die
Schweiz geholt worden. Die ersten Jahre hier habe sie wegen Hänseleien durch die
Mitschüler und mangelnder Anerkennung als Fremde als schwierig empfunden. Im
17. Altersjahr sei sie von einem Bekannten vergewaltigt worden, woraufhin sich eine
Angststörung entwickelt habe (IV-act. 6). Am 12. Juni 2005 hatte Dr. med. C._ einen
Arztbericht erstattet, in dem er schwere Berührungs- und Kontaktängste diagnostiziert
und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert, zugleich aber darauf hingewiesen hatte,
dass die Versicherte gegenüber älteren Personen weniger Ängste verspüre, weshalb
sie auch aus eigener Initiative einen Kurs des Schweizerischen Roten Kreuzes
absolviere, der von Februar bis Juli 2005 daure. Die IV-Stelle werde um Kostenüber
nahme ersucht; in der zukünftigen Tätigkeit dürfte volle Arbeitsfähigkeit erlangt werden,
so Dr. C._ (IV-act. 7). Auf entsprechende Nachfrage der IV-Stelle hin (vgl. IV-
act. 16 f.) bestätigte Dr. C._, dass die Versicherte eine begonnene Berufslehre aus
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gesundheitlichen Gründen nach drei Monaten bzw. innerhalb der Probezeit abge
brochen habe (IV-act. 18).
A.c Die zuständige Berufsberaterin der IV-Stelle versuchte im Anschluss an ein am
30. August 2005 erfolgtes Erstgespräch, eine Praktikumsstelle als Pflegerin für die
Versicherte zu finden. Die Bemühungen wurden Ende Januar 2006 eingestellt,
nachdem die Versicherte bzw. ihr behandelnder Hausarzt mitgeteilt hatten, dass die
Versicherte eine Entzugsbehandlung in der Psychiatrischen Klinik D._ absolvieren
werde (IV-act. 21).
A.d Am 8. März 2006 erstatteten die Ärzte der Psychiatrischen Klinik D._ einen Arzt
bericht. Sie diagnostizierten Störungen durch multiplen Substanzgebrauch (Benzo
diazepine, Kokain und Alkohol) mit Abhängigkeitssyndrom, in beschützender
Umgebung abstinent, vermutlich vor dem Hintergrund einer Persönlichkeitsstörung mit
emotional instabilen, abhängigen und narzisstischen Anteilen sowie dissoziativen
Störungen bei traumatisierend erlebter Kindheit und Jugend. Die Versicherte stamme
aus einem konflikthaften, vernachlässigend und traumatisierend erlebten familiären
Umfeld. Ihre Kindheit und Jugend seien durch viele Brüche geprägt gewesen. Im Alter
von 15/16 Jahren sei erstmals eine von der Versicherten beschreibbare Symptomatik
aufgetreten, und es sei zu ersten Versuchen, diese Symptome durch den Konsum
psychotroper Substanzen zu kontrollieren, gekommen. Die Versicherte sei fest davon
überzeugt, dass die depressive Symptomatik, die Suizidalität und die Entfremdungs
gefühle durch schwarze Magie verursacht würden. Sie sei am 26. Januar 2006 zur
stationären Entzugsbehandlung in die Psychiatrische Klinik D._ ein- und am
11. Februar 2006 auf eigenen Wunsch (vorzeitig) wieder ausgetreten, nachdem es zu
Beziehungskonflikten mit dem Partner, der sich gleichzeitig einer Entzugsbehandlung
unterzogen hatte, gekommen war (IV-act. 24).
A.e Am 22. April 2006 erstattete Dr. B._ einen Verlaufsbericht. Der Zustand sei
insgesamt stationär, die Versicherte habe aber den Helferinnen-Kurs des Schweize
rischen Roten Kreuzes sowie ein im Herbst 2005 absolviertes Pflegepraktikum erfolg
reich zu Ende bringen können (IV-act. 28). Am 15. Mai 2006 teilte Dr. B._ telefonisch
mit, dass die Versicherte schwanger sei, weshalb die Medikation angepasst werden
müsse und berufliche Eingliederungsmassnahmen momentan nicht sinnvoll seien (IV-
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act. 29). Am 16. Mai 2006 teilte die Versicherte telefonisch mit, die Umstellung der
Medikation habe zu einer erheblichen Verbesserung des Befindens geführt, weshalb sie
nun dringlich wieder arbeiten möchte. Sie fragte die Berufsberaterin der IV-Stelle
deshalb an, ob sie ihr zu einer Einarbeitungsstelle verhelfen könne. Die Berufsberaterin
antwortete der Versicherten, dies sei im Moment nicht sinnvoll; die beruflichen Mass
nahmen würden einstweilen abgebrochen (vgl. IV-act. 31).
A.f Mit Vorbescheid vom 13. Juli 2006 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass
berufliche Massnahmen nicht angezeigt seien, sie sich aber nach der Niederkunft
wieder melden könne (IV-act. 33). Am 18. Juli 2006 antwortete die Versicherte, sie habe
eine Fehlgeburt gehabt; ihr Gesundheitszustand verschlechtere sich allmählich wieder.
Sie sei immer noch arbeitslos und arbeitssuchend und bitte um Kontaktaufnahme
durch die IV-Stelle (IV-act. 35).
A.g Mit Verlaufsbericht vom 24. August 2006 teilte Dr. B._ mit, der Gesundheits
zustand der Versicherten habe sich in den vergangenen Wochen verschlechtert; die
Prognose sei ungünstig (IV-act. 36). Auf entsprechende Nachfrage der IV-Stelle hin (vgl.
IV-act. 37) teilte Dr. B._ am 24. Oktober 2006 ergänzend mit, an berufliche Mass
nahmen sei im Moment nicht zu denken (IV-act. 38).
A.h Am 5. März 2007 liess Dr. med. E._, Facharzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, der IV-Stelle eine Kopie seines Consiliarberichtes vom 1. Januar 2007
zugehen. In diesem hatte er ausgeführt, das depressive, adynamische, abulische
Krankheitsbild sei diagnostisch schwer einzuordnen. Die Gewissheit der Versicherten,
von schwarzer Magie verhext worden zu sein, habe gewiss den Charakter einer über
wertigen Idee, wenn nicht sogar einer Wahnidee. Der langdauernde massive Drogen
abusus habe vermutlich zu einer gewissen Gleichgültigkeit geführt. Von einer psychi
atrischen Hospitalisierung sei dringend abzuraten; eine einigermassen intensive ambu
lante Psychotherapie mit medikamentösen Versuchen könnte der Versicherten
allenfalls längerfristig helfen (IV-act. 49).
A.i Im Auftrag der IV-Stelle erstattete Dr. med. F._, Oberärztin in der Klinik G._
am 5. September 2007 ein fachärztliches Gutachten. Sie diagnostizierte eine
rezidivierende depressive Störung mit damals schwerer Episode, ohne psychotische
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Symptome, eine kombinierte Persönlichkeitsstörung, eine generalisierte Angststörung
sowie eine Störung durch Sedativa bzw. ein Abhängigkeitssyndrom. Momentan seien
der Versicherten keine Erwerbstätigkeiten zumutbar. Im optimalen Fall könne eine
Arbeit ohne intensiven Kontakt zu anderen Menschen und mit verständnisvollem,
einfühlsamem und mittragendem Arbeitsklima halbtags angefangen werden, wobei in
der ersten Phase die Leistungsfähigkeit wohl um einen Drittel reduziert wäre (IV-
act. 59).
A.j Gestützt darauf verfügte die IV-Stelle am 6. Mai 2008 nach durchgeführtem Vor
bescheidsverfahren (vgl. IV-act. 71 f.) die Zusprache einer ganzen Rente mit Wirkung
ab dem 1. April 2004 (IV-act. 75).
B.
Mit Verfügung vom 23. April 2009 wurde der Versicherten mit Wirkung ab dem 1. März
2009 eine Kinderrente zu ihrer Invalidenrente zugesprochen (IV-act. 76).
C.
C.a Im Januar 2011 eröffnete die IV-Stelle ein Revisionsverfahren von Amtes wegen
und bat die Versicherte um Beantwortung eines entsprechenden Fragebogens (IV-
act. 78). Die Versicherte gab an, ihr Gesundheitszustand habe sich zwar etwas ge
bessert, aber die Aufnahme einer Arbeitstätigkeit sei noch nicht möglich (IV-act. 77).
C.b Dr. med. H._ bestätigte mit Bericht vom 7. März 2011 einen im Wesentlichen
unveränderten Gesundheitszustand (IV-act. 80–1 f.).
C.c Am 14. April 2011 nahm Dr. med. I._ vom IV-internen regionalen ärztlichen
Dienst (RAD) Stellung zum Gutachten von Dr. F._ vom 5. September 2007 und zum
Arztbericht von Dr. H._ vom 7. März 2011. Das Gutachten von Dr. F._ sei
retrospektiv nicht nachvollziehbar, und es sei unverständlich, wie Dr. H._ zur
Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung gelange, zumal eine solche in
den älteren Akten nicht diagnostiziert worden sei. Es sei deshalb ein weiteres psychi
atrisches Gutachten einzuholen (IV-act. 81).
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C.d Anlässlich eines Telefonates mit der Versicherten erfuhr eine Sachbearbeiterin der
IV-Stelle am 13. Mai 2011, dass die Versicherte zwischenzeitlich eine Tochter geboren
hatte. Sie hielt daraufhin fest, es müsse überprüft werden, ob die Versicherte ohne
Gesundheitsbeeinträchtigung weiterhin zu 100 % erwerbstätig wäre (IV-act. 86). Am
17. Mai 2011 ersuchte die IV-Stelle die Versicherte deshalb unter anderem, einen
entsprechenden Fragebogen auszufüllen und unterschrieben zu retournieren (IV-
act. 87).
C.e Am 10. Juni 2011 sprachen die Versicherte und ihr Ehemann persönlich bei der
IV-Stelle vor. Offenbar ersuchten sie um Hilfe beim Ausfüllen des Fragebogens
„Haushalt“. Der Fragebogen wurde in der Folge augenscheinlich von einem Mitarbeiter
der IV-Stelle ausgefüllt, versehen mit der Bemerkung: „Mit Herrn und Frau J._ am
Schalter besprochen!“ Unter anderem wurde die Frage: „Würden Sie heute – ohne
Behinderung – eine Erwerbstätigkeit ausüben?“ mittels Ankreuzens eines
entsprechenden Kästchens verneint. Unterschrieben wurde das Formular nicht (IV-
act. 92).
C.f Ebenfalls am 10. Juni 2011 erstattete der Psychiater Dr. med. K._ im Auftrag
der IV-Stelle ein fachärztliches Gutachten. Er diagnostizierte eine rezidivierende
depressive Störung mit überwiegend mittelgradigen depressiven Episoden, eine
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen Anteilen vom Borderline-
Typus und abhängige Persönlichkeitszüge sowie – ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit – einen Zustand nach multiplem Substanzgebrauch. Der
Gesundheitszustand habe sich seit etwa Januar 2008 etwas gebessert; die Versicherte
sei seit dem Jahr 2007 alkohol- und drogenabstinent. In einer angepassten Tätigkeit
könne aus psychiatrischer Sicht eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bei vollem
Stundenpensum seit etwa Januar 2008 angenommen werden (IV-act. 95–1 ff.).
C.g Mit Vorbescheid vom 24. Juni 2011 teilte die IV-Stelle mit, dass die Einstellung
der Invalidenrente mit Wirkung ab dem 1. April 2009 vorgesehen sei. Da die Versicherte
die Geburt ihrer Tochter im März 2009 nicht gemeldet habe, liege eine Meldepflicht
verletzung vor, welche die rückwirkende revisionsweise Einstellung der Invalidenrente
rechtfertige. Gemäss Angaben im Fragebogen „Haushalt“ wäre die Versicherte nicht
erwerbstätig, weshalb entscheidend sei, ob sie in der Haushaltsführung eingeschränkt
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sei; da diesbezüglich keine wesentlichen Einschränkungen ausgewiesen seien, bestehe
kein Anspruch mehr auf eine Invalidenrente (IV-act. 101).
C.h Am 27. Juni 2011 erhob die Versicherte mündlich Einwand gegen den vorge
sehenen Entscheid. Sie habe der IV-Stelle die Schwangerschaft gemeldet und den
Geburtsschein zugesandt. Sie habe nie gesagt, dass sie ohne Behinderung nicht mehr
arbeiten würde; das entsprechende Häkchen auf dem Fragebogen stamme nicht von
ihr, sondern vom Mitarbeiter der IV-Stelle (IV-act. 102).
C.i Auf ein entsprechendes Schreiben der IV-Stelle vom 15. Juni 2011 hin führte
Dr. K._ am 27. Juni 2011 ergänzend aus, im Aufgabenbereich liege eine Ein
schränkung von etwa 20 % vor (IV-act. 103).
C.j Am 5. August 2011 liess die nun anwaltlich vertretene Versicherte ihren Einwand
ergänzen. Sie habe die Geburt ihrer Tochter am 5. März 2009 umgehend der AHV-
Zweigstelle gemeldet und erhalte entsprechend auch seit diesem Zeitpunkt eine
Kinderrente. Den Fragebogen „Haushalt“ habe nicht sie, sondern der Sachbearbeiter
der IV-Stelle ausgefüllt. Als alleinerziehende Mutter wäre sie verpflichtet, einer
Erwerbstätigkeit nachzugehen, wenn sie nicht gesundheitlich beeinträchtigt wäre,
wobei ein Teilzeitpensum wohl kaum ausreichend wäre. Die Eltern der Versicherten
würden ganz in der Nähe wohnen, weshalb die Betreuung der Tochter der Versicherten
sichergestellt wäre (IV-act. 107).
C.k Mit Vorbescheid vom 25. August 2011 teilte die IV-Stelle mit, dass die Einstellung
der Rente erst auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats vor
gesehen sei. Es liege keine Meldepflichtverletzung vor. Bezüglich Qualifikation sei
grundsätzlich auf die Angabe im Fragebogen abzustellen. Es werde aber davon
ausgegangen, dass die Versicherte aus finanziellen Gründen teilzeitig erwerbstätig
wäre. Weil die Tochter erst zweieinhalb Jahre alt und der Ehemann von Gesetzes
wegen unterhaltspflichtig sei, könne kein vollzeitiges Erwerbspensum anerkannt
werden. Die Versicherte werde daher als zu 50 % erwerbstätig qualifiziert. Ein renten
begründender Invaliditätsgrad resultiere dadurch allerdings nicht (IV-act. 113).
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C.l Dagegen liess die Versicherte am 3. Oktober 2011 Einwand erheben. Ihr
Ehemann sei zwischenzeitlich in die Schweiz eingereist und könne sich daher
zusätzlich um die gemeinsame Tochter kümmern. Aus finanziellen Gründen wäre die
Versicherte allerdings ohne gesundheitliche Einschränkungen verpflichtet, einer
vollzeitigen Erwerbstätigkeit bzw. mindestens einer 50%igen Erwerbstätigkeit
nachzugehen. Werde von einem 50%igen Pensum ausgegangen, könne nicht ohne
Weiteres davon ausgegangen werden, die Versicherte könne dabei volle Leistung
erbringen – das Gutachten von Dr. K._ attestiere lediglich eine 50%ige
Leistungsfähigkeit bei vollem Pensum, also wohl auch eine entsprechend verminderte
Leistungsfähigkeit bei einem Teilpensum (IV-act. 115).
C.m Am 5. Oktober 2011 verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid vom 25. August
2011 (IV-act. 116).
D.
D.a Dagegen richtet sich die am 7. November 2011 erhobene Beschwerde, mit der
die Weiterausrichtung der bisherigen ganzen Invalidenrente sowie eventualiter die Aus
richtung einer Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens
50 % beantragt werden und zur Begründung im Wesentlichen ausgeführt wird, auf den
Fragebogen „Haushalt“ könne nicht abgestellt werden, da er von einem Sachbearbeiter
der Beschwerdegegnerin und dazu nur unvollständig ausgefüllt worden sei; die Be
schwerdeführerin wäre ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen zu 100 % erwerbs
tätig, um sich ihre Selbständigkeit und Unabhängigkeit bewahren zu können und weil
das tiefe Einkommen des Ehemannes nicht zur Bestreitung des Lebensbedarfes
ausreiche; die Betreuung der Tochter wäre gewährleistet. Aus dem Gutachten von
Dr. K._ könne nicht ohne Weiteres geschlossen werden, dass die Beschwerde
führerin in einem 50%igen Pensum voll leistungsfähig wäre. Es sei ohnehin fraglich, ob
überhaupt eine relevante Verbesserung des Gesundheitszustandes vorliege (act. G 1).
D.b Die Beschwerdegegnerin schliesst auf Abweisung der Beschwerde. In ihrer Be
schwerdeantwort vom 15. Dezember 2011 führte sie zur Begründung im Wesentlichen
aus, die Beschwerdeführerin sei bezüglich Qualifikation auf ihrer ersten Aussage zu
behaften. Es sei davon auszugehen, dass die Frage vom Sachbearbeiter der IV-Stelle
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erläutert und mit ihr besprochen worden sei. Weitere Abklärungen diesbezüglich sowie
bezüglich der Einschränkung im Haushalt seien unnötig; aufgrund des Gutachtens von
Dr. K._ sei eine relevante Einschränkung im Haushalt ohne Weiteres zu verneinen.
Auf das Gutachten von Dr. K._ sei sodann abzustellen, und es sei von einer Ver
besserung des Gesundheitszustandes auszugehen – eine Änderung der Diagnosen sei
für eine solche Annahme nicht notwendig (act. G 5).
D.c Mit Replik vom 2. Februar 2012 liess die Beschwerdeführerin an den mit Be
schwerde vom 7. November 2011 gestellten Anträgen festhalten (act. G 9). Der Replik
legte sie einen Bericht von Dr. E._ vom 5. Dezember 2011 bei, in welchem eine 40–
50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert worden war (act. G 9.1).
D.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete sinngemäss auf eine Duplik (act. G 11).
D.e Am 12. Juli 2012 liess die Beschwerdeführerin darauf hinweisen, dass sie per
1. April 2012 eine Arbeitsstelle angetreten habe (act. G 13). Gemäss beigelegtem
Arbeitsvertrag betrug das Pensum 20–49 % einer betriebsüblichen Arbeitszeit von
42 Stunden pro Woche (act. G 13.1); gemäss den Lohnabrechnungen für die Monate
April, Mai und Juni 2012 hatte die Beschwerdeführerin in diesen Monaten 36,23
(act. G 13.4), 79,67 (act. G 13.3) bzw. 59,42 Stunden (act. G 13.2) gearbeitet.
D.f Am 20. September 2012 liess die Beschwerdeführerin darauf hinweisen, dass
sie ihre Arbeitsstelle bereits wieder verloren habe (act. G 15). Der Eingabe lag das
Kündigungsschreiben vom 20. Juli 2012 bei, wonach das Arbeitsverhältnis aufgrund
ungenügender Arbeitsleistung und Reklamationen von Kunden betreffend
Freundlichkeit per 31. August 2012 gekündigt worden war (act. G 15.1).

Erwägungen:
1.
1.1 Auf formell rechtskräftige Verfügungen betreffend Dauerleistungen einer
Sozialversicherung kann nur unter eingeschränkten Voraussetzungen
zurückgekommen werden. Das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) sieht einerseits zwei Korrekturinstrumente
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für Fälle qualifizierter, von Beginn weg bestehender Unrichtigkeit einer Verfügung (sog.
prozessuale Revision und Wiedererwägung; Art. 53 Abs. 1 und 2 ATSG) und
andererseits die Möglichkeit der Anpassung einer Verfügung ex nunc et pro futuro an
nachträgliche Sachverhaltsveränderungen (missverständlicherweise ebenfalls als
„Revision“ bezeichnet; Art. 17 ATSG) vor. Die Anpassung einer Verfügung an
nachträgliche Sachverhaltsveränderungen unterscheidet sich dabei grundlegend von
der revisions- oder wiedererwägungsweisen Korrektur, denn die formell rechtskräftige
Verfügung wird nicht durch eine neue Verfügung ersetzt, sondern bleibt grundsätzlich
bestehen; allerdings wird ihre Wirksamkeit befristet und für die Zeit nach Ablauf der
Befristung eine angepasste Regelung aufgestellt, die den zwischenzeitlichen
Abweichungen der tatsächlichen Gegebenheiten von der ursprünglichen Prognose
angemessen Rechnung trägt. Liegt weder eine qualifizierte Unrichtigkeit der
ursprünglichen Verfügung, die eine Revision oder eine Wiedererwägung notwendig
erscheinen lässt, noch eine relevante Sachverhaltsveränderung vor, sind also die
Voraussetzungen von Art. 17, Art. 53 Abs. 1 und Art. 53 Abs. 2 ATSG nicht erfüllt, ist
eine Abänderung einer formell rechtskräftigen Verfügung betreffend Dauerleistungen
einer Sozialversicherung grundsätzlich ausgeschlossen – die Verfügung ist für die
Versicherten, die Versicherungsträger und die Gerichte verbindlich.
1.2 Vorliegend steht unbestrittenermassen einzig eine Anpassung der Invalidenrente
im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG zur Diskussion. Fraglich und zu prüfen ist mithin, ob
sich die tatsächlichen Verhältnisse nach Zusprache der Invalidenrente mittels
Verfügung vom 6. Mai 2008 rentenrelevant verändert haben. Dafür werden in den Akten
zwei mögliche Anhaltspunkte genannt: Erstens hielt Dr. K._ dafür, der Gesundheits
zustand habe sich etwa per Anfang 2008 verbessert, zweitens hat die Beschwerde
führerin am 5. März 2009 eine Tochter geboren, was gemäss Ansicht der Beschwerde
gegnerin Zweifel an der Annahme, die Beschwerdeführerin wäre ohne gesundheitliche
Beeinträchtigungen weiterhin zu 100 % erwerbstätig gewesen, aufkommen lässt.
2.
Was die Geburt der Tochter als möglichen Anpassungsgrund betrifft, so ist
festzuhalten, dass dieser Umstand die Annahme, die Beschwerdeführerin wäre ohne
gesundheitliche Beeinträchtigung zu 100 % erwerbstätig gewesen, nicht ohne Weiteres
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als unrichtig erscheinen lässt. Nicht wenige Mütter von Kleinkindern gehen nach dem
regulären Mutterschaftsurlaub wieder einer vollzeitigen Erwerbstätigkeit nach, vor
allem, wenn sie aufgrund der finanziellen Verhältnisse dazu gezwungen sind. Die
finanziellen Verhältnisse der Beschwerdeführerin waren und sind eng genug, um die
Annahme, sie wäre ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen nach der Geburt ihrer
Tochter einer vollzeitigen Erwerbstätigkeit nachgegangen, als möglich, jedenfalls aber
nicht als unwahrscheinlich erscheinen zu lassen, zumal das Einkommen des
Ehemannes bescheiden ist (vgl. act. G 4.1.1). Zu berücksichtigen ist diesbezüglich
auch, dass die Eltern der Beschwerdeführerin in der Nähe wohnen und daher die
Kinderbetreuung grundsätzlich hätten gewährleisten können. Auf die anderslautende
Angabe im Fragebogen kann schliesslich nicht abgestellt werden, da offenbar nicht die
Beschwerdeführerin, sondern vielmehr ein Mitarbeiter der Beschwerdegegnerin den
Fragebogen ausgefüllt hat und der Fragebogen von der Beschwerdeführerin nicht
unterschrieben wurde. Ausserdem kann lediglich gemutmasst werden, der Mitarbeiter
habe die Beschwerdeführerin über Bedeutung und Tragweite der Angaben aufgeklärt –
belegt ist diesbezüglich nichts. Dem Fragebogen kommt vor diesem Hintergrund kein
Beweiswert zu. Gesamthaft ist daher unverändert davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin trotz Geburt ihrer Tochter im hypothetischen Gesundheitsfall einer
vollzeitigen Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Entsprechend besteht insofern kein
Anpassungsbedarf.
3.
3.1 Was die Verbesserung des Gesundheitszustandes betrifft, so lassen sich dem
Gutachten von Dr. K._ nur vage Angaben entnehmen. Er führte aus, die Persönlich
keitsstörung habe sich gebessert, bezüglich der depressiven Episoden lägen längere
beschwerdefreie Intervalle vor, und der Substanzgebrauch habe abgenommen bzw. sei
sistiert worden. Wie aber auch Dr. E._ in seinem Bericht vom 5. Dezember 2011
bestätigt, hat die Intensität der depressiven Störung abgenommen und ist der
Substanzgebrauch zurückgegangen. Dr. E._ führte in seinem Bericht vom
5. Dezember 2011 explizit aus, der Beschwerdeführerin scheine es verglichen mit den
anlässlich der Untersuchung im Jahr 2006 gewonnenen Eindrücken deutlich besser zu
gehen. Sowohl Dr. K._ als auch Dr. E._ attestierten eine 40–50%ige
Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten, was auf eine Verbesserung des
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Gesundheitszustandes zurückzuführen sei und entsprechend nicht bloss als
anderslautende Beurteilung eines an sich unveränderten Sachverhalts zu qualifizieren
ist, wie die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin geltend macht. In den Monaten
April bis und mit Juni 2012 arbeitete die Beschwerdeführerin denn auch in einem
durchschnittlichen Pensum von gut 30 % (effektiv gearbeitete Stunden im Verhältnis zu
einer durchschnittlichen Arbeitszeit von 8,4 Stunden pro Tag, multipliziert mit dreimal
21,7 Arbeitstagen). Zwar verlor die Beschwerdeführerin die Arbeitsstelle bereits nach
wenigen Monaten, doch kann nicht ohne Weiteres davon ausgegangen werden, die
Kündigung sei ausschliesslich oder auch nur vorwiegend gesundheitsbedingt erfolgt.
Auch dies spricht für eine Verbesserung des Gesundheitszustandes.
3.2 Dr. K._ datierte die Verbesserung des Gesundheitszustandes auf Anfang 2008.
Dies erscheint nicht allzu überzeugend, war die Beschwerdeführerin erst Ende August
2007 stationär begutachtet worden und erscheint eine erhebliche Verbesserung des
Gesundheitszustandes innerhalb weniger Monate bei der ausgewiesenen langwierigen
Gesundheitsproblematik eher unwahrscheinlich. Es liegen denn auch keine echt
zeitlichen medizinischen Berichte für den Zeitraum zwischen September 2007 und Juni
2011 (Zeitpunkt der Untersuchung durch Dr. K._) im Recht, anhand derer die
Annahme von Dr. K._ verifiziert werden könnte. Das Gutachten von Dr. K._ enthält
mit anderen Worten die erste Feststellung einer relevanten Verbesserung durch einen
Facharzt. Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin muss sich also vor der
Begutachtung im Juni 2011 wesentlich verbessert haben, doch ist diese Verbesserung
erst ab dem Begutachtungszeitpunkt belegt. Gesamthaft ist jedenfalls mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, die Verbesserung sei nach
Erlass der rentenzusprechenden Verfügung eingetreten. Der genaue Zeitpunkt kann
allerdings offen bleiben, denn eine Herabsetzung oder Aufhebung einer Rente der
Invalidenversicherung gemäss Art. 88 Abs. 2 lit. a der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV; SR 831.201) entfaltet grundsätzlich frühestens vom ersten Tag des
zweiten der Zustellung der Anpassungsverfügung folgenden Monats an Wirkung, was
vorliegend bedeutet, dass die Herabsetzung der Rente unabhängig vom genauen
Zeitpunkt des Eintritts der Verbesserung erst mit Wirkung per 1. Dezember 2011
erfolgt.
bis
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3.3 Aufgrund des im Übrigen schlüssigen Gutachtens von Dr. K._, das bezüg
lich seiner Schlussfolgerungen weitgehend mit dem Bericht von Dr. E._ vom
5. Dezember 2011 übereinstimmt, ist von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in leidens
adaptierten Tätigkeiten auszugehen. Die Beschwerdegegnerin hat den Invaliditätsgrad
im erwerblichen Bereich im Ergebnis anhand eines so genannten Prozentvergleichs
ermittelt, was nicht zu beanstanden ist, da der Ausgangswert des
Invalideneinkommens dem Valideneinkommen entspricht. Da jedoch der
Invaliditätsgrad gesamthaft nicht anhand der gemischten Methode, sondern –
ausgehend von einer hypothetischen vollzeitigen Erwerbstätigkeit – anhand eines
Einkommensvergleichs zu ermitteln ist, ergibt sich nicht ein Invaliditätsgrad von neu
0 %, sondern ein solcher von 50 %.
3.4 Die Beschwerdeführerin hat mithin ab dem 1. Dezember 2011 Anspruch auf eine
halbe Rente.
4.
Die angefochtene Verfügung ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben.
Die Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine halbe Rente ab dem 1. Dezember 2011.
Die Angelegenheit ist zur Festsetzung des Rentenbetrages an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Da damit dem Eventualantrag der Beschwerdeführerin gefolgt wird
und sie insofern obsiegt, hat die Beschwerdegegnerin die gemäss Art. 69 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) zu erhebenden und
angesichts des durchschnittlichen Aufwandes auf Fr. 600.-- festzusetzenden Gerichts
kosten zu bezahlen und die Beschwerdeführerin mit einer Pauschale von Fr. 3’500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen. Der Beschwerde
führerin ist der von ihr geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP