Decision ID: 90077bcb-b252-5993-8a40-0ad52492022b
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich am 17. Januar 2012 unter Hinweis
auf seit vier Monaten bestehende Rückenschmerzen und nach einer am 5. Januar 2012
durchgeführten Rückenoperation zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung
(IV) an (IV-act. 1). Zu dieser Zeit war die Versicherte zu 100 % als Betriebs- bzw.
Produktionsmitarbeiterin bei der B._ AG angestellt (IV-act. 9). Dr. med. C._,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin hatte der Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit
von 100 % ab dem 25. August 2011, von 50 % ab dem 3. Oktober 2011 und von 100
% ab dem 4. Januar 2012 attestiert. Ab dem 19. März 2012 bescheinigte er ihr eine
50%-ige, ab dem 16. April 2012 eine 25%-ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 23).
A.a.
Am 21. September 2012 erlitt die Versicherte bei der Arbeit einen Unfall
(Versicherungsdeckung bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt [Suva]). Sie
geriet beim Ausrichten von Verbundbahnen zwischen die einzelnen Lagen und
quetschte sich die rechte Mittelhand (vgl. dazu ausführlich den Sachverhalt im
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. November 2020,
UV 2019/38). Am 28. Februar 2013 meldete sie sich bei Beeinträchtigungen an der
rechten Hand erneut bei der Invalidenversicherung an (IV-act. 25). Die IV-Stelle zog
fortlaufend die Akten der Suva bei und wartete vorerst deren Abklärungen ab (IV-act.
35-2).
A.b.
Vom 17. Februar bis 7. März 2014 liess sich die Versicherte in den Kliniken D._
stationär behandeln. Die verantwortlichen Ärzte bescheinigten ihr mit Bericht vom 24.
März 2014 bei Austritt eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit wie
auch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt (IV-act. 50). Am 30. Juni 2014 kündigte die
B._ AG der Versicherten per 30. September 2014 (IV-act. 56). Vom 28. Oktober bis
A.c.
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18. November 2014 hielt sich die Versicherte in der Rehaklinik Bellikon auf. Mit
Austrittsbericht vom 19. November 2014 attestierten ihr die Ärzte (bei erheblicher
Symptomausweitung) in angestammter und leichter Tätigkeit (bezogen auf die rechte
Hand: ohne häufig wiederholten Krafteinsatz; ohne Kälteexposition; ohne häufig
wiederholte, gleichförmige Bewegungen in hohem Tempo) eine 100%-ige
Arbeitsfähigkeit (act. 13-14 ff. Fremdakten). Mit Schreiben vom 19. November 2014
stellte die Suva die Taggeldleistungen per 30. November 2014 ein (act. 13-29
Fremdakten).
Am 11. April 2016 wurde die Versicherte durch med. pract. E._, Suva-
Kreisärztin, Fachärztin für Chirurgie, untersucht (act. 21 Fremdakten). Nach Einholung
weiterer Arztberichte kam diese mit Beurteilung vom 12. Mai 2016 zum Schluss, dass
der medizinische Endzustand erreicht und eine leichte Tätigkeit ganztags zumutbar sei
(act. 29 Fremdakten). Mit Verfügung vom 21. Juni 2016 lehnte die Suva einen
Rentenanspruch ab (act. 32 Fremdakten). Diese Verfügung blieb unangefochten.
A.d.
Der regionale ärztliche Dienst (RAD) der IV empfahl mit Stellungnahme vom 1.
März 2017 eine polydisziplinäre Begutachtung (IV-act. 92-2). Eine solche gab die IV-
Stelle in den Disziplinen Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie, Neuropsychologie und
Psychiatrie in der Folge bei der medizinischen Gutachterstelle medexperts ag in St.
Gallen (nachfolgend: medexperts) in Auftrag (IV-act. 94). Die Untersuchungen fanden
am 11., 12. und 13. Juli 2017 statt (IV-act. 97) und das Gutachten wurde am 11. August
2017 ausgefertigt (IV-act. 98). In der polydisziplinären Zusammenfassung wurden keine
Diagnosen / Befunde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (IV-act. 98-49).
Es bestehe keine Einschränkung für die angestammte mittelschwere Tätigkeit. Nicht
zumutbar seien körperlich schwere Tätigkeiten mit regelmässigem Heben über 15
Kilogramm, häufige Zwangshaltungen und häufiges Hocken oder Kauern (IV-act.
98-54). Nachdem die medexperts Rückfragen beantwortet hatte (IV-act. 100, 103),
erachtete der RAD das Gutachten für beweistauglich. Mit Vorbescheid vom 23. Februar
2018 wurde der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 0 % die Abweisung des
Leistungsbegehrens in Aussicht gestellt (IV-act. 107). Dagegen erhob der
Rechtsvertreter der Versicherten, Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana, St. Gallen,
am 28. Februar 2018 Einwand. Dabei reichte er Berichte der Neurologie des
Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) ein, in welchen als Diagnose ein komplexes
A.e.
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B.
regionales Schmerzsyndrom (CRPS) Typ I an der rechten Hand festgehalten wurde (IV-
act. 110).
Auf Anraten des RAD (IV-act. 128, 146) holte die IV-Stelle weitere Arztberichte ein
(IV-act. 131 ff.) und veranlasste bei medexperts ein (Verlaufs-)Gutachten unter
zusätzlichem Einbezug einer neurologischen Expertise (exklusive einer weiteren
neuropsychologischen Untersuchung; IV-act. 147). Dieses wurde am 24. Oktober 2019
ausgefertigt (Untersuchungsdaten 17., 18. und 19. September 2019; IV-act. 150 f.). Mit
Konsensbeurteilung hielten die Fachärzte als Diagnosen / Befunde mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit einen neuropathischen Schmerz und einen Verdacht auf zusätzliche
nozizeptive Schmerzen (mixed pain) an der rechten Hand nach Nervenschädigung
nach Quetschtrauma mit Mindergebrauch der rechten Hand durch Entwicklung eines
neglect like-Syndroms, eine Bewegungseinschränkung, Schmerzen und Schwellung an
der rechten Hand bei Status nach Quetschtrauma, differentialdiagnostisch am
wahrscheinlichsten Spätfolgen eines durchgemachten CRPS sowie eine Chondrose L3
bis L5 bei Status nach Diskushernienoperation L4/5 mit mikrochirurgischer
Dekompression Recessus lateralis L4/5 rechts und Foraminotomie L5/S1 fest (IV-act.
151-7). In der bisherigen Tätigkeit sei die Versicherte nicht mehr arbeitsfähig. In einer
angepassten Tätigkeit sei bei zeitlich voller Präsenz eine Arbeitsfähigkeit von 60 %
unter Berücksichtigung der Schmerzen zumutbar (IV-act. 151-10 f.).
A.f.
Nach Vorlage des Gutachtens beim RAD (IV-act. 153) ersetzte die IV-Stelle den
Vorbescheid vom 23. Februar 2018 mit einem solchen vom 4. Februar 2020 und stellte
erneut, bei einem Invaliditätsgrad von 37 %, die Abweisung des Rentenbegehrens in
Aussicht (IV-act. 156). Dagegen erhob Dr. Pedergnana am 5. Februar 2020 Einwand
(IV-act. 158). Mit Verfügung vom 12. Mai 2020 verneinte die IV-Stelle bei einem
Invaliditätsgrad von 37 % einen Rentenanspruch (IV-act. 160).
A.g.
Gegen die Verfügung vom 12. Mai 2020 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 8. Juni 2020. Der Rechtsvertreter der Versicherten (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) beantragte darin die Aufhebung der Verfügung und die Zusprache
einer ganzen, eventualiter halben Rente. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu
Lasten der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin). Es werde die Vereinigung
B.a.
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Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist ein Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin.
dieses Verfahrens mit dem Verfahren UV 2019/38 beantragt, sofern es dadurch nicht zu
einer grösseren Verzögerung komme (act. G 1).
Am 15. September 2020 teilte das Versicherungsgericht Dr. Pedergnana im
Verfahren UV 2019/38 mit, dass der beantragten Vereinigung nicht stattgegeben werde
(vgl. lit. D.d und D.e im Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
vom 16. November 2020, UV 2019/38).
B.b.
Mit Beschwerdeantwort vom 27. Oktober 2020 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Feststellung, dass die Beschwerdeführerin von September
2013 bis Februar 2015 Anspruch auf eine befristete Viertelsrente habe. Im Übrigen sei
die Beschwerde abzuweisen. Die Verfahren seien nicht zu vereinigen (act. G 6).
B.c.
Mit Replik vom 15. Februar 2021 beantragte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin, dass die Verfügung vom 12. Mai 2020 aufzuheben sei. Es sei der
Beschwerdeführerin eine ganze Rente, eventualiter eine Teilrente auszurichten. Es sei
der Beschwerdeführerin von September 2013 bis Februar 2015 eine halbe Rente
zuzusprechen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der
Beschwerdegegnerin (act. G 14).
B.d.
Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G
16).
B.e.
Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der
übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
B.f.
Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) wird unter Invalidität die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit
1.1.
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verstanden. Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird
gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das
Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der
Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 % invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50 % vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % auf eine Viertelsrente.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Für das
gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen
und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen
und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts
eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Den im Rahmen des
Verwaltungsverfahrens formgerecht eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten,
1.2.
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2.
In einem ersten Schritt ist zu prüfen, von welcher medizinisch-theoretischen
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen ist. Diesbezüglich stützen sich die
Parteien auf das Gutachten der medexperts vom 24. Oktober 2019 (IV-act. 151; vgl. im
Sachverhalt lit. A. f).
welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach
Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu
schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4).
Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen (vgl. Art. 43 Abs. 1 und Art.
61 lit. c ATSG). Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt,
ob über den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen
haben Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche
Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 f. E. 4a). Die Verwaltung resp. das
Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem
Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen
Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit
eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht
hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen
Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b mit
Hinweisen).
1.3.
Beim Gutachten der medexperts vom 24. Oktober 2019 handelt es sich um ein im
Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholtes Administrativgutachten von
versicherungsexternen Experten. Die Beurteilungen in den Disziplinen Allgemeine
Innere Medizin, Orthopädie, Neurologie und Psychiatrie ergingen nach ausführlichen
persönlichen Untersuchungen, scheinen für die streitigen Belange umfassend,
beantworten die Frage nach den gesundheitlichen Beeinträchtigungen der
Beschwerdeführerin und berücksichtigen die geklagten Beschwerden. Gestützt darauf
wurden schlüssig (neuropathische) Schmerzen und Bewegungseinschränkungen
2.1.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 8/15
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inklusive Schwellung an der rechten Hand, verursacht durch die Quetschverletzung
vom 21. September 2012, sowie Rückenschmerzen aufgrund einer Chondrose L3 bis
L5 bei Status nach einer Diskushernienoperation L4/5 festgehalten (IV-act. 151-7).
Diesen Befunden massen die Gutachter nachvollziehbar Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit zu. Einschränkungen in internistischer oder psychiatrischer Hinsicht
wurden keine erhoben (IV-act. 151-11). Das beschriebene Zumutbarkeitsprofil (IV-act.
151-11) bzw. die bescheinigte qualitative Arbeitsfähigkeit ist, soweit die Schmerzen /
Funktionsbeeinträchtigungen an der rechten Hand und am Rücken berücksichtigt sind
(kein Heben und Tragen von Lasten mit der rechten Hand, keine quetschende Tätigkeit
mit der rechten Hand [z.B. Auswinden von nassen Tüchern], keine Tätigkeiten mit
höheren Anforderungen an die manuelle Präzision und beidhändige Arbeiten,
Möglichkeit zu selbstbestimmten Pausen, keine Tätigkeit unter engem Zeitlimit,
wechselbelastende Tätigkeiten [Möglichkeit zum Absitzen von 15 Minuten nach 60-
minütiger stehender Arbeit], keine unphysiologische Stellung der Wirbelsäule),
überzeugend. Nicht einsehbar ist aber, weshalb gemäss Konsensbeurteilung
Tätigkeiten mit erhöhten nervlichen Belastungen und Überwachungstätigkeiten nicht
mehr möglich sein sollten (vgl. dazu IV-act. 151-11), zumal – wie erwähnt – keine
psychischen Befunde erhoben wurden, welche Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin zeitigen. Auch aus den Teilgutachten ergeben sich keine
Hinweise, weshalb solche Tätigkeiten nicht mehr zumutbar sein sollten (IV-act. 151-24
f., 33, 42). Letztlich führte selbst die Beschwerdeführerin aus, dass sie sich eine leichte
Kontrolltätigkeit durchaus vorstellen könne (IV-act. 98-31, 43, 53). Entsprechend sind
der Beschwerdeführerin Tätigkeiten im oben beschriebenen Umfang weiterhin
zumutbar.
Die zumutbare Arbeitsfähigkeit in quantitativer Hinsicht wird gemäss Gutachtern
hauptsächlich durch die neuropathische Schmerzproblematik in der rechten Hand
("Leistungsminderung unter Berücksichtigung der Schmerzen"; IV-act. 151-11) mit
dadurch verlangsamtem Arbeitstempo und gelegentlich notwendigen Pausen (IV-act.
151-10) begründet. Dies leuchtet ein, nachdem der Rücken der Beschwerdeführerin
nach der Operation im Jahr 2012 keine erheblich einschränkenden Befunde zeigt (IV-
act. 98-52, 151-2 f., 20) und die vorliegenden Belastungseinschränkungen der LWS im
Zumutbarkeitsprofil ausreichend berücksichtigt sind (vgl. dazu IV-act. 151-7). Dasselbe
gilt bezüglich der Bewegungseinschränkung der rechten Hand. Auch diese wird mit
dem erstellten Belastungsprofil hinreichend einbezogen. Die Einschätzung der
quantitativen Arbeitsfähigkeit aufgrund des neuropathischen Schmerzes mit
Mindergebrauch der rechten Hand durch ein neglect like-Syndrom (IV-act. 151-22)
oblag gestützt auf das Gesagte vorwiegend dem Neurologen Dr. med. F._, Facharzt
2.2.
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Neurologie FMH, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, zertifizierter
Arbeitsfähigkeitsassessor SIM. Dieser bescheinigte der Beschwerdeführerin nach
umfassender klinischer Abklärung, in Würdigung sämtlicher Umstände (IV-act. 151-15
ff.) und auch in der Annahme, dass nebst den neuropathischen zusätzlich nozizeptive
Schmerzen (mixed pain) bestehen (IV-act. 151-22), nachvollziehbar eine
Leistungsminderung von 20 % in adaptierter Tätigkeit bei zeitlich erhaltener Präsenz
(IV-act. 151-24 f.). Dieser neurologischen Einschätzung steht die Beurteilung vom
orthopädischen Gutachter Dr. med. G._, Facharzt Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, übernommen im Konsens
der Disziplinen, entgegen, welcher der Beschwerdeführerin bei zeitlich voller Präsenz
eine Leistungsfähigkeit von lediglich 60 % in angepassten Tätigkeiten attestiert (IV-act.
151-11, 33). Der Orthopäde begründet indes nicht, weshalb er bei – wie erwähnt –
hauptsächlich neurologischer Problematik in quantitativer Hinsicht von der
Einschätzung des Neurologen abweicht und eine weitere Leistungsminderung um 20
% aufgrund der orthopädischen Problematik veranschlagt. Diese zusätzliche
Leistungsminderung um 20 % vermag denn auch nicht zu überzeugen. Dies aus den
folgenden Gründen: Seit dem Quetschtrauma vom 21. September 2012 konnten in
keiner Untersuchung jemals Umfangsminderungen / Muskelabbauerscheinungen an
der rechten oberen Extremität inkl. Hand festgestellt werden (vgl. act. 21-7
Fremdakten, IV-at. 98-32, IV-act. 151-19). Dies deutet darauf hin, dass der
schmerzbedingte Mindergebrauch der rechten Hand nicht dermassen stark ins
Gewicht fällt, wie es Dr. G._ annimmt. Zwar wird im Gutachten dazu ausgeführt, dass
das fehlende Vorliegen von Muskelatrophien dadurch erklärbar sei, dass die rechte
Hand für leichte Tätigkeiten durchaus einige Minuten bewegt werden könne und nur
die Dauerbelastung schmerzhaft sei. Somit sei keine Dauerschonung eingetreten (IV-
act. 151-10). Wenn nun aber die Beschwerdeführerin im Alltag die rechte obere
Extremität derart einsetzen kann (unter anderem fährt sie auch kurze Strecken mit dem
Auto ohne Lenkkurbelhilfe und kann die Körperhygiene selbständig erledigen; IV-act.
151-17 f.), dass keine Atrophien zustande kommen, ist nicht ersichtlich, weshalb für
Tätigkeiten, welche die rechte Hand nicht belasten und schon gar keine
Dauerbelastungen beinhalten, nicht eine höhere als eine 60%-ige Arbeitsfähigkeit
bestehen sollte. Für diese Einschätzung sprechen auch die ablehnende Haltung der
Beschwerdeführerin gegen schmerzreduzierende infiltrative bzw. invasive Massnahmen
sowie Infusionen (IV-act. 142-6). Der schmerzbedingte Leidensdruck scheint bei
objektivierter Betrachtung nicht derart zu sein, wie ihn die Beschwerdeführerin
subjektiv empfindet. Dafür sprechen auch die Untersuchungsergebnisse anlässlich der
kreisärztlichen Untersuchung durch med. pract. E._ vom 11. April 2016 bei seither im
Wesentlichen unverändertem, allenfalls gar verbesserten Gesundheitszustand (vgl.
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3.
Die Beschwerdeführerin lässt die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bestreiten.
dazu E. 2.3 im Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen, UV
2019/38). Kreisärztin E._ konnte objektiv keine schonungsbedingte, messbare
Muskelminderung nachweisen und eine Minderbelastung der rechten Hand ergab sich
auch nicht durch eine Röntgenaufnahme beider Hände vom 22. April 2016, welche im
Seitenvergleich keine Differenzierung der Mineralisation ergab (vgl. act. 21, 28
Fremdakten). Entsprechend bescheinigte sie der Beschwerdeführerin aus
orthopädischer Sicht plausibel keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in quantitativer
Hinsicht. Zusammengefasst ist gestützt auf das Gesagte festzuhalten, dass die
Einschätzung von Dr. G._ trotz umfassender und ganzheitlicher Abklärung und auch
in Anbetracht dessen, dass die medizinische Folgenabschätzung zwangsläufig
Ermessenszüge trägt, nicht zu überzeugen vermag. Eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in 20 % übersteigendem Ausmass bleibt
beweislos. Im Folgenden ist damit seit dem ersten Gutachten der medexperts von
August 2017 (IV-act. 98) bei seither im Wesentlichen gleich gebliebenem
Gesundheitszustand (IV-act. 151-12) von einer 80%-igen Arbeitsfähigkeit in adaptierten
Tätigkeiten auszugehen.
Bei der Prüfung der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit darf
nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen und insbesondere dort
nicht von einer Arbeitsgelegenheit gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur
in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt
praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen
eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer
entsprechenden Stelle deshalb zum Vornherein als ausgeschlossen erscheint. Ferner
umfasst der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes nicht nur ein gewisses
Gleichgewicht zwischen dem Angebot und der Nachfrage nach Stellen, sondern
bezeichnet auch einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer
verschiedenartiger Stellen offenhält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten
beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen
Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob eine invalide
Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten, und ob sie ein
rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht. Für die
Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzustellen, ob ein Invalider unter den konkreten
Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob er die ihm
3.1.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 11/15
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4.
Ausgehend von einer verwertbaren 80%-igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit ist im Rahmen eines Einkommensvergleichs der Invaliditätsgrad zu ermitteln
(vgl. dazu vorstehende E. 1.1).
verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren
Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 23. Oktober 2007, 9C_610/2007, E. 4.1 f.).
Ohne Zweifel ist es für die Beschwerdeführerin in Beachtung des
Zumutbarkeitsprofils (vgl. dazu vorstehende E. 2.1) schwierig, auch auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt eine geeignete Stelle zu finden. Dass dies von vornherein
ausgeschlossen ist, kann jedoch nicht gesagt werden. So hat die bundesgerichtliche
Rechtsprechung wiederholt bestätigt, dass auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten selbst für Personen bestehen, die
funktionell als Einarmige zu betrachten sind und überdies nur noch leichte Arbeiten
verrichten können. Zu denken ist dabei an leichte handwerkliche Verrichtungen oder
die Bedienung von (halb-)automatischen Maschinen (vgl. dazu Urteil des
Bundesgerichts vom 17. Oktober 2016, 8C_451/2016, E. 5.1). Auch lassen die
somatischen Einschränkungen beispielsweise nach wie vor einfache
wechselbelastende Kontroll- und Prüftätigkeiten zu. In diesem Sinne äusserte sich
auch die Beschwerdeführerin (IV-act. 98-31, 43, 53). Von einer Unverwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit von 80 % ist demnach nicht auszugehen. Mit der Anforderung,
dass die Beschwerdeführerin nach 60 Minuten stehender Tätigkeit die Möglichkeit
haben sollte, sich 15 Minuten hinzusetzen, werden zudem keine, einem Arbeitgeber
nicht mehr zumutbare, zusätzlichen Pausen vorausgesetzt, welche nicht bereits in der
Einschätzung der Leistungsminderung um 20 % miteingeschlossen wären. Damit wird
lediglich ausgesagt, dass die Tätigkeit wechselbelastend sein sollte. Nach langem
Stehen von höchstens einer Stunde sollte die Beschwerdeführerin die Möglichkeit
haben, mindestens 15 Minuten sitzend zu arbeiten. Dass Tätigkeiten, welche diese
Anforderung erfüllen, auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht
mehr nachgefragt werden, ist in Anlehnung an die Rechtsprechung nicht erkennbar.
3.2.
Die Beschwerdeführerin hat als Ungelernte bei ihrer Tätigkeit als Betriebs- bzw.
Produktionsmitarbeiterin bei der B._ AG im Jahr 2011 ein Einkommen von monatlich
Fr. 3'900.-- (davon Fr. 220.-- Schichtzulage) erzielt (act. G 14.1). Dies ergibt ein
Jahreseinkommen von Fr. 50'480.-- (Fr. 3'680.-- x 13 + Fr. 220.-- x 12). Im Jahr 2017
4.1.
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5.
hätte das Einkommen nominallohnindexiert Fr. 52'679.-- betragen (Fr. 50'480.-- / 101.0
x 105.4; Nominallohnindex, Frauen 2011 - 2019).
Für das Invalideneinkommen ist mangels aktuell ausgeübter Erwerbstätigkeit
grundsätzlich auf den statistischen Zentralwert der schweizerischen
Lohnstrukturerhebung (LSE) abzustellen. Der LSE-Hilfsarbeiterinnenlohn (Tabelle TA1,
privater Sektor, Kompetenzniveau 1 [einfache Tätigkeiten körperlicher oder
handwerklicher Art], Totalwert) hat im Jahr 2017 Fr. 54'783.-- betragen (vgl. Anhang 2
der IVG-Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2019). Bei den LSE-
Daten handelt es sich allerdings lediglich um statistische Durchschnittswerte, was sich
daran zeigt, dass die Beschwerdeführerin im vorliegenden Fall als Gesunde in einem
Pensum von 100 % ein unter dem LSE-Wert liegendes Einkommen erzielt hat und
hätte. Da die Akten keinerlei Anhaltspunkte dafür liefern, dass die Beschwerdeführerin
freiwillig auf ein höheres Einkommen verzichtet hat, ist anzunehmen, dass die
Unterdurchschnittlichkeit ihres Validenlohns auf die für die Invaliditätsbemessung nicht
zu berücksichtigenden Zwänge des realen Arbeitsmarktes zurückzuführen ist. Aus
diesem Grund ist das Valideneinkommen auf den LSE-Lohn anzuheben. Da demnach
im vorliegenden Fall sowohl hinsichtlich des hypothetischen Valideneinkommens als
auch bezüglich des Invalideneinkommens derselbe Lohn für ein Pensum von 100 %
zugrunde zu legen ist, kann der Einkommensvergleich anhand eines sogenannten
Prozentvergleichs vorgenommen werden. Dabei entspricht der Invaliditätsgrad dem
Grad der Arbeitsunfähigkeit, allenfalls unter Berücksichtigung eines Abzugs vom
Tabellenlohn (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. Januar, 9C_734/2016, E. 4.1, mit
Hinweis). Bei einer Arbeitsfähigkeit von 80 % würde selbst bei Gewährung eines im
vorliegenden Fall maximal denkbaren Abzugs vom Tabellenlohn in der Höhe von 15 %
ab August 2017 (vgl. dazu vorstehende E. 2.2) kein rentenbegründender
Invaliditätsgrad resultieren (20 % + [80 % x 0.15] = 32 %). Gestützt darauf kann die
genaue Festsetzung des Tabellenlohnabzugs unterbleiben. Denn ein höherer Abzug ist
vor dem Hintergrund dessen, dass die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der
Beschwerdeführerin bereits durch die quantitative Leistungsminderung von 20 %
berücksichtigt sind und weitere Merkmale, welche Auswirkungen auf die Lohnhöhe
haben können, nicht erkennbar sind, jedenfalls zu hoch.
4.2.
Zu prüfen bleibt ein befristeter Rentenanspruch. Ein solcher wurde in der
Verfügung vom 12. Mai 2020 nicht gesprochen (IV-act. 160). Die Beschwerdegegnerin
beantragte mit Beschwerdeantwort vom 27. Oktober 2020 indes die Feststellung, dass
die Beschwerdeführerin von September 2013 bis Februar 2015 einen Anspruch auf
5.1.
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6.
eine befristete Viertelsrente habe (act. G 6 S. 2). Demgegenüber machte die
Beschwerdeführerin mit Replik vom 15. Februar 2021 einen Anspruch auf eine halbe
Rente von September 2013 bis Februar 2015 geltend (act. G 14 S. 2).
Den retrospektiven Verlauf von Arbeitsunfähigkeiten zu bestimmen, ist schwierig.
Es erscheint vertretbar, wie dies die Beschwerdegegnerin – seitens der
Beschwerdeführerin nicht bestritten – getan hat, diesbezüglich auf die bescheinigten
Arbeitsunfähigkeiten abzustellen. Zur Beurteilung steht der Zeitraum ab September
2013 (ein Jahr nach dem Unfall vom 21. September 2012, davor bestand zum
frühestmöglichen Rentenbeginn ab Juli 2012 [bei erstmaliger Anmeldung im Januar
2012] keine invalidenversicherungsrechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit [IV-act. 23-1];
vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b und Art. 29 Abs. 1 IVG) bis zur Annahme der 80%-igen
Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten ab August 2017. Der Beschwerdeführerin
wurde vom 21. September 2012 (Unfalldatum) bis 21. Januar 2013 eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert. Danach eine 50%-ige (act. 4-32, 4-46, 4-66, 4-143
Fremdakten; IV-act. 50-3). Entsprechend ist per möglichem Rentenbeginn im
September 2013 (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) von einer 50 %-igen Arbeitsunfähigkeit (in
adaptierter Tätigkeit) auszugehen. Per 30. November 2014 wird der
Beschwerdeführerin in adaptierter Tätigkeit keine Arbeitsunfähigkeit mehr attestiert,
weshalb die Suva das Taggeld per diesen Zeitpunkt eingestellt hat (act. 13-29
Fremdakten). Damit ist ab 1. Dezember 2014 keine invalidenversicherungsrechtlich
relevante Arbeitsunfähigkeit bzw. kein relevanter Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
mehr ausgewiesen.
5.2.
Mit Verweis auf die Begründung in der vorstehenden E. 4 ist der
Einkommensverglich zur Ermittlung des befristeten Rentenanspruchs wiederum
anhand eines Prozentvergleichs vorzunehmen. Auch diesbezüglich kann die genaue
Festsetzung des Tabellenlohnabzugs unterbleiben. Ein wiederum maximal denkbarer
Abzug von 15 % führte denn, wie auch gar kein Abzug vom Tabellenlohn, wie es die
Beschwerdegegnerin beantragt (act. G 6 S. 11), zu einem Anspruch auf eine halbe
Rente (50 % + [50 % x 0.15] = 57.5 %; vgl. Art. 28 Abs. 2 lit. b IVG). Dieser Anspruch
besteht für die Zeit von September 2013 bis Februar 2015 (vgl. dazu Art. 88a Abs. 1
der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
5.3.
Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
Verfügung vom 12. Mai 2020 insofern gutzuheissen, als der Beschwerdeführerin vom 1.
September 2013 bis 28. Februar 2015 eine halbe Rente zuzusprechen ist. Die Sache ist
6.1.
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