Decision ID: 909b87ab-6bbe-58fb-97c0-efc6db0f68c6
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich am 25. Februar 2016 unter Hinweis
auf drei erlittene Herzinfarkte und eine Gefässerkrankung der Arterien im
Leistenbereich erneut bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (IV-
act. 114). Vorgängig waren dem gelernten Autoservicemann (IV-act. 4) aufgrund einer
am 23. Januar 1997 erlittenen Wirbelfraktur (LWK 1, Arztzeugnis UVG vom 6. März
1997, Fremdakten, act. 2-32) eine Umschulung zum Technischen Kaufmann
(Verfügungen vom 2. Oktober 1998, IV-act. 30, vom 17. Februar 1999, IV-act. 36 und
vom 4. Januar 2001, IV-act. 60) sowie mit Wirkung vom 1. Januar 1998 bis 31. Januar
1999 eine befristete halbe Rente (Verfügung vom 16. August 2001, IV-act. 71)
zugesprochen worden. Ein weiteres Gesuch, das der Versicherte aufgrund zweier
Herzinfarkte 2008 und 2010 eingereicht hatte (IV-act. 73), war mit Verfügung vom
18. März 2013 (IV-act. 113) abgewiesen worden, nachdem der Versicherte das
Arbeitspensum wieder auf das ursprüngliche Pensum hatte steigern können (vgl. auch
Mitteilung vom 13. Februar 2012 betreffend berufliche Massnahmen, IV-act. 103).
A.a.
Der Versicherte hatte am 2. Oktober 2015 einen weiteren Herzinfarkt (subakuter
Nicht-ST-Hebungsinfarkt [NSTEMI]; Austrittsbericht Klinik für Kardiologie des
Kantonsspitals St. Gallen [KSSG] vom 26. Oktober 2015, IV-act. 122-33 ff.) erlitten.
Weiter war beim Versicherten eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK)
beidseits, Stadium II a, bedingt durch eine hochgradige Stenose der A. iliaca
communis rechts und eine relevante Stenose der A. iliaca communis links festgestellt
A.b.
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worden, die zu einer Zunahme der Wadenclaudicatio nach einer Gehstrecke von
weniger als 200 m geführt hatte, wobei einerseits der vorgesehene endovaskuläre
Eingriff kardiologisch bedingt nicht durchgeführt werden konnte und andererseits die
durch die PAVK verursachten Beschwerden eine suffiziente kardiale Rehabilitation
verhinderten (Austrittsbericht Klinik für Kardiologie KSSG vom 26. Oktober 2015, IV-
act. 122-33 ff.; Bericht Klinik für Gefässchirurgie KSSG vom 8. Januar 2016, IV-
act. 122-6 ff.).
Nachdem beim Versicherten eine Coxarthrose beidseits, links mehr als rechts,
diagnostiziert und links erfolgreich infiltriert worden war (Bericht Klinik für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates KSSG vom
6. Juni 2016, IV-act. 130-13 f.) und er wegen einer rezidivierenden depressiven
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), für eine stationäre
Therapie in der psychiatrischen Tagesklinik angemeldet worden war (Bericht Klinik für
Psychosomatik KSSG vom 20. Juni 2016, IV-act. 130-15 ff.; Arztbericht med. pract.
B._, Facharzt für Allgemeine Medizin vom 29. Juni 2016, IV-act. 130-1 ff.), erliess die
IV-Stelle am 16. September 2016 die Mitteilung, aufgrund des Gesundheitszustandes
seien zurzeit keine beruflichen Massnahmen möglich (IV-act. 134).
A.c.
Die behandelnde Dr. med. C._, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie,
bestätigte mit Arztbericht vom 19. Januar 2017 die Diagnose einer depressiven
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom, und berichtete
insbesondere, dass eine regelmässige Arbeitstätigkeit aufgrund des sozialen Rückzugs
aktuell nicht vorstellbar sei. Die Anpassungs- und Belastungsfähigkeit seien
mittelgradig eingeschränkt (IV-act. 144). Im Verlaufsbericht vom 24. Mai 2017 hielt sie
fest, aufgrund der depressiven Symptomatik in Verbindung mit dem chronischen
Schmerzsyndrom fühle sich der Versicherte nicht mehr in der Lage, einer Tätigkeit
nachzukommen (IV-act. 152). Der Hausarzt äusserte gegenüber dem RAD, er halte den
Versicherten ab sofort für zu 50 % eingliederungsfähig (Stellungnahme Dr. med. D._,
praktische Ärztin, vom 13. Juni 2017, IV-act. 154). Im Assessment vom 23. Juni 2017
führte der Versicherte im Wesentlichen aus, er könne nicht lange stehen, sei permanent
müde, leide unter Belastungsschmerzen und ganzheitlichen Einschränkungen. Im
Haushalt werde er von seiner 81-jährigen Mutter unterstützt. Die Arbeit als
Sachbearbeiter sei problematisch, weil er vergesslich geworden sei. Er wünsche die
A.d.
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- ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit/bei Status nach
Berstungsbruch LWK 2 nach Sturz am 24. Januar 1997, nach transpedikulärer
Spondylodese L1 auf L3 und nach Osteosynthesematerialentfernung am 14. Januar
1998
- ein chronisches thorakales Schmerzsyndrom bei Status nach in Keilwirbelbildung
knöchern ausgeheiltem BWK 8 sowie knöchern konsolidierter BWK 6-Deckplatten-
Impressionsfraktur
- eine Coxarthrose beidseits mit/bei Chondropathie Grad III links und Grad II rechts
nach Kellgren
- eine Belastungseinschränkung im Bereich des rechten Schultergelenks bei
fortgeschrittener AC-Gelenksarthrose mit einer Chondropathie Grad III nach Kellgren
- eine medial betonte Gonarthrose beidseits mit einer Chondropathie Grad II nach
Kellgren.
Ohne Einfluss auf die (quantitative) Arbeitsfähigkeit seien
- eine koronare Dreigefässerkrankung mit/bei Status nach akutem posterolateralem
Myocardinfarkt am 9. April 2008, nach posterolateralem NSTEMI am 24. März 2010,
Rentenprüfung (IV-act. 162). Mit Mitteilung vom 7. Juli 2017 schloss die IV-Stelle die
Prüfung beruflicher Massnahmen ab, da sich der Versicherte nicht mehr in der Lage
fühle, an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen (IV-act. 165).
RAD-Ärztin Dr. D._ schlug am 24. November 2017 eine polydisziplinäre
Begutachtung vor (IV-act. 175), die dem Zentrum für interdisziplinäre medizinische
Begutachtungen AG Schwyz (ZIMB) zugelost wurde (Gutachten vom 13. Juni 2018;
Dr. med. E._, Allgemeine Innere Medizin; Dr. med. F._, Kardiologie; Dr. med. G._,
Orthopädie; Prof. Dr. med. H._, Psychiatrie und Psychotherapie; Untersuchungen
12., 23. und 26. März 2018; IV-act. 201-1 bis 104). Die Gutachter diagnostizierten
folgende Gesundheitsbeeinträchtigungen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (IV-
act. 201-6 f.):
A.e.
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nach subakutem NSTEMI am 9. Oktober 2015 mit aktuell leicht eingeschränkter
linksventrikulärer Pumpfunktion bei infero-posteriorer Infarktnarbe
- eine peripher-arterielle Verschlusskrankheit vom Beckentyp beidseits mit/bei
Claudicatio intermittens Stadium II b, Status nach PTA und Stenting der Arteria iliaca
communis links und der Arteria iliaca communis rechts am 11. Januar 2010 und Status
nach erneutem PTA und Stenting der Arteria communis rechts und links am 22. Januar
2016
- eine chronische, alkoholtoxische, kalzifizierende Pankreatitis
- eine Osteopenie
- ein Abhängigkeitssyndrom durch Gebrauch von Tabak (ICD-10: F17.2)
- ein schädlicher Gebrauch von Alkohol (ICD-10: F10.1), differenzialdiagnostisch
Abhängigkeit.
Der kardiologische Gutachter führte dazu aus, die erhobenen Befunde rechtfertigten
eine andauernde Arbeitsunfähigkeit keinesfalls, zumal auch die Befunde der aktuellen
Ergometrie mit massiver Hyperventilation auf eine fehlende Motivation, sich
auszubelasten, hinweisen würden (IV-act. 201-10). Aus interdisziplinärer Sicht
attestierten die Gutachter infolge der reduzierten Belastbarkeit und Durchhaltefähigkeit
sowie vermehrten Pausenbedarfs und reduzierter Arbeitsschnelligkeit in der bisherigen
sowie in angepassten Tätigkeiten eine Einschränkung von 30 % (IV-act. 201-13).
A.f. RAD-Ärztin Dr. D._ nahm am 19. Juni und 10. Juli 2018 Stellung: Die
Schlussfolgerungen der interdisziplinären Konsensbeurteilung seien umfassend und die
zu prüfenden Indikatoren würden berücksichtigt, so dass die Arbeitsfähigkeit auf dieser
Grundlage zuverlässig beurteilt werden könne. In einer adaptierten Tätigkeit sei der
Versicherte seit Januar 2016 zu 70 % arbeitsfähig. Die bisherigen Tätigkeiten als
Sachbearbeiter bzw. technischer Kaufmann entsprächen hinsichtlich der körperlichen
Anforderungen den adaptierten Konditionen. Die Arbeitsfähigkeit von 70 % gelte
demnach auch hier (IV-act. 202). Der Versicherte könne die Arbeitsfähigkeit ganztägig
verwerten (IV-act. 204).
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A.g. Mit Vorbescheid vom 11. Juli 2018 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten das
rechtliche Gehör zur vorgesehenen Abweisung des Leistungsbegehrens hinsichtlich
Rente (IV-act. 207). Mit Einwand vom 17. September 2018 machte der Versicherte im
Wesentlichen geltend, er sei aufgrund all seiner Einschränkungen im freien
Arbeitsmarkt nicht mehr vermittlungsfähig. Für die Bemessung des
Valideneinkommens sei auf das zuletzt vor seinem zweiten Herzinfarkt erzielte
Einkommen bei der I._ AG abzustellen, da er während seiner Tätigkeiten bei der
J._ AG und bei der K._ AG bereits gesundheitlich beeinträchtigt gewesen sei.
Selbst wenn auf das ZIMB-Gutachten abgestellt würde, hätte er Anspruch auf eine
halbe Rente (IV-act. 212).
A.h. Mit Verfügung vom 25. September 2018 wies die IV-Stelle das Leistungsgesuch
bezüglich Rente ab. Der Versicherte habe sich von seinem zweiten Herzinfarkt gut
erholt und sei ab dem 2. Januar 2012 wieder voll einsatzfähig gewesen. Der geltend
gemachte Lohn könne daher nicht als Basis herangezogen werden. Ungeachtet der
herangezogenen Validenbasis sei er in der Lage, bei Ausübung der bisherigen Tätigkeit
als technischer Kaufmann 70 % des jeweiligen Lohnes zu erzielen, was dem
errechneten Invaliditätsgrad von 30 % entspreche (IV-act. 214).
B.
B.a. Mit Beschwerde vom 29. Oktober 2018 beantragt A._ (nachfolgend:
Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. R. Strehler, die Verfügung
vom 25. September 2018 sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen aufzuheben und
es sei ihm eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, weitere fachärztliche Abklärungen vornehmen zu
lassen bzw. eine erneute polydisziplinäre Begutachtung durchzuführen. Gestützt auf
eine Stellungnahme von med. pract. B._ vom 24. Oktober 2018 (act. G 1.2) macht er
geltend, er sei aufgrund einer kurzzeitigen Bewusstlosigkeit beim Lungenfunktionstest
auf der Liege sitzend nach vorne auf den Boden gestürzt. Dabei habe er sich eine
(später festgestellte) Schlüsselbeinfraktur zugezogen. Bei der gleich anschliessend
vorgenommenen Belastungsergometrie habe er sich deshalb - und nicht mangels
Motivation - nicht auslasten können. Vor diesem Hintergrund könne auf das
kardiologische Gutachten im Speziellen und auf das Gutachten gesamthaft nicht
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abgestellt werden. Ohne gesundheitliche Beeinträchtigung hätte er 2015 mindestens
ein Einkommen von Fr. 94'686.-- erzielt, weshalb dieser Betrag als Valideneinkommen
zu berücksichtigen sei. Unter Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzuges von 10 %
ergäbe sich, selbst wenn auf das ZIMB-Gutachten abgestellt würde, ein Anspruch auf
eine halbe Rente. Zusammenfassend sei festzuhalten, dass er aktuell aufgrund seiner
multiplen Beschwerden nicht mehr in der Lage sei, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen
(act. G 1).
B.b. Mit Beschwerdeantwort vom 28. November 2018 beantragt die
Beschwerdegegnerin, die Beschwerde sei abzuweisen. Das ZIMB-Gutachten sei
schlüssig und nachvollziehbar. Gemäss dem kardiologischen Gutachter rechtfertigten
die von ihm erhobenen Befunde eine andauernde Arbeitsunfähigkeit keinesfalls. Ferner
bringe der Rechtsvertreter den angeblich vertuschten Schlüsselbeinbruch erst im
Gerichtsverfahren vor, obwohl er ihm bereits im Einwandverfahren hätte bekannt sein
müssen, und reiche erst jetzt ein Arztzeugnis dazu ein. Für die kardiologische
Beurteilung spielten die echokardiographische und die klinische Untersuchung, welche
nur eine leichtgradige Einschränkung ergeben hätten, eine übergeordnete Rolle. Es sei
sehr unwahrscheinlich, dass sich das Leistungsniveau seit der letzten Messung im Jahr
2016 arbeitsfähigkeitsrelevant verschlechtert habe. Trotz der behaupteten
Beschwerden könne sich der Beschwerdeführer intensiv um seine Mutter kümmern.
Auf die subjektiv geltend gemachten Beschwerden könne nur beschränkt abgestellt
werden, da der psychiatrische Gutachter erhebliche Diskrepanzen festgestellt habe
(act. G 4).
B.c. Mit Replik vom 15. Januar 2019 bringt der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor,
die Dimension der Beeinträchtigung des Begutachtungsergebnisses habe sich erst mit
dem Bericht von med. pract. B._ vom 24. Oktober 2018 manifestiert. Das
Abklärungsergebnis sei durch die angeblich fehlende Motivation, sich auszubelasten,
erheblich beeinflusst worden. Ebenso sei offensichtlich, dass der Kollaps und der
darauf folgende schmerzhafte Schlüsselbeinbruch ihn bei der Spiroergometrie
beeinträchtigt hätten. Es sei davon auszugehen, dass sich das Leistungsniveau seit
den Messungen von 2015 und 2016 weiter verschlechtert habe. Dass er sich intensiv
um seine Mutter kümmere, treffe nicht zu. Im Gegenteil werde er von ihr unterstützt
(act. G 6).
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B.d. Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 22. Januar 2019 auf eine Duplik (act. G 8).

Erwägungen
1.
Die Beschwerdegegnerin hat eine erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades gemäss
Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201)
als glaubhaft gemacht erachtet, indem sie auf das Gesuch vom 25. Februar 2016 (IV-
act. 114) eingetreten ist und schliesslich eine Begutachtung angeordnet hat. Da ein
Rentenanspruch mit rechtskräftig gewordener Verfügung vom 18. März 2013
abgewiesen worden war (IV-act. 113), besteht ein allfälliger Rentenanspruch aufgrund
der Neuanmeldung frühestens ab 1. August 2016 (Art. 29 Abs. 1 und 3 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]) bzw. nach Ablauf
des Wartejahres gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG (BGE 142 V 550 f. E. 3.1 f.; Urteil des
Bundesgerichts vom 18. Februar 2016, 9C_942/2015, E. 3.3.3). Der Beschwerdeführer
war ab 21. September 2015 arbeitsunfähig (IV-act. 124-3; Fremdakten, act. 11-9 ff.).
Somit besteht ein allfälliger Rentenanspruch ab 1. September 2016.
2.
Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.1.
Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine
Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des
Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
2.2.
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3.
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie
ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
2.3.
Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V
360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
2.4.
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Vorerst ist zu prüfen, ob auf das Gutachten der ZIMB AG vom 13. Juni 2018 abgestellt
werden kann.
3.1.
Zur umstrittenen spiroergometrischen Untersuchung hielt der kardiologische
Gutachter fest, diese sei vorzeitig wegen Angabe allgemeiner Erschöpfung
abgebrochen worden (IV-act. 201-9). Das Ergebnis sei durch massive Hyperventilation
bereits in der Aufwärmphase massiv verfälscht. Bei 30 % des Solls hätten sich keine
Hinweise für eine kardiale Ischämie ergeben. Alle spiroergometrischen Parameter
hätten auf eine fehlende Motivation hingewiesen, sich auszubelasten. Im Rahmen der
kardiologischen Untersuchung seien lediglich atypische Thoraxschmerzen geschildert
worden, eine typische Angina pectoris bestehe nicht. Echokardiographisch sei die
linksventrikuläre Funktion leichtgradig mit 42 % biplan eingeschränkt, jedoch ohne
relevantes Klappenvitium bzw. pulmonal-arterielle Hypertonie. Klinisch und
echokardiographisch sei der Versicherte kardiopulmonal kompensiert. In einer bis
mittelschweren körperlichen Tätigkeit rechtfertigten die erhobenen Befunde eine
andauernde Arbeitsunfähigkeit keinesfalls (IV-act. 201-9, 53 ff.). Med. pract. B._
führte in seiner Stellungnahme vom 24. Oktober 2018 aus, der Beschwerdeführer habe
beim vorab angefertigten Lungenfunktionstest einen Kollaps erlitten und habe sich
dabei eine Schlüsselbeinfraktur zugezogen, die er - med. pract. B._ - am 27. März
2018 diagnostiziert und behandelt habe. Die im Gutachten vermerkte massive
Hyperventilation sei aller Wahrscheinlichkeit nach auf die extrem schmerzhafte frische
Schlüsselbeinfraktur zurückzuführen. Somit bestehe formal keine objektive aktuelle
Aussage über die kardiologische Belastbarkeit des Beschwerdeführers (act. G 1.2).
3.1.1.
In den Ausführungen des kardiologischen Gutachters zur Abwicklung des
Gutachtensauftrages bzw. zur kardiologischen Untersuchung vom 26. März 2018 (IV-
act. 201-49) findet sich kein Hinweis auf den geschilderten Vorfall. Der
deutschsprachige und nicht unbeholfene Beschwerdeführer macht auch nicht geltend,
dass er dem kardiologischen Gutachter gegenüber den Vorfall und/oder die Schmerzen
im Schlüsselbein erwähnt hätte. Die (kleine) Lungenfunktionsprüfung wurde sodann -
anders als den Angaben des Beschwerdeführers zu entnehmen - nicht im Rahmen der
kardiologischen, sondern bereits am 12. März 2018 anlässlich der internistischen
Begutachtung durchgeführt (IV-act. 201-40); im Rahmen der kardiologischen
Begutachtung wurden lediglich ein Ruhe EKG, eine transthorakale Echokardiographie
sowie die besagte Spiroergometrie durchgeführt (IV-act. 201-50, 53). Fragwürdig
erscheint zudem, dass der Vorfall im Hinblick auf die Einschätzung der kardiologischen
3.1.2.
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Belastbarkeit nicht schon im Einwandverfahren vorgebracht wurde. Die in der Replik
hierfür angeführte Erklärung, die Dimension der Beeinträchtigung des
Begutachtungsergebnisses habe sich erst mit dem Bericht von med. pract. B._ vom
24. Oktober 2018 manifestiert (act. G 6), vermag nicht zu überzeugen: Med. pract.
B._ diagnostizierte gemäss diesem Bericht den Schlüsselbeinbruch nämlich bereits
am 27. März 2018, also am Tag nach der kardiologischen Begutachtung, und der
Beschwerdeführer rief am 28. März 2018 bei der IV-Stelle an, schilderte den Vorfall und
teilte mit, es sei unklar, ob er dafür unfallversichert sei, weshalb er weitere Abklärungen
unternehme und auch das ZIMB informieren werde (Telefonnotiz vom 28. März 2018,
IV-act. 194). Der Beschwerdeführer und sein Rechtsvertreter hatten zudem bereits im
Zeitpunkt der Einwanderhebung Kenntnis vom Gutachten (IV-act. 209). Hinzu kommt,
dass der Beschwerdeführer gegenüber dem internistischen Gutachter angab, dass er
von Seiten des Herzens keine Beschwerden mehr habe, insbesondere keine Angina
pectoris (IV-act. 201-33, 43). Mit Blick darauf und auf die den Gutachterstellen von der
Rechtsprechung zuerkannte, durch das Zufallsvergabeprinzip gewährleistete
Unabhängigkeit (vgl. dazu BGE 137 V 239 E. 2.4.3 f. und S. 242 E. 3.1.1 sowie Urteil
des Bundesgerichts vom 20. April 2020, 9C_25/2020, E. 5.1.2.2) kann weder als
rechtsgenüglich erstellt angenommen werden, dass die Gutachterstelle den vom
Beschwerdeführer geltend gemachten Vorfall bewusst verschwiegen hätte, noch dass
der kardiologische Gutachter aufgrund der - aus welchem Grund auch immer - nicht
regelrecht bis zum Schluss durchführbaren Spiroergometrie keine schlüssigen
Erkenntnisse betreffend die Arbeitsfähigkeit aus kardiologischer Sicht hätte machen
können. Insofern bildet dieser keinen Grund, dem Gutachten von Vornherein die
Beweistauglichkeit abzusprechen.
Der kardiologische Gutachter hielt als weitere Befunde atypische
Thoraxschmerzen sowie eine leichtgradig eingeschränkte linksventrikuläre Funktion
von 42 % ohne relevantes Klappenvitium bzw. pulmonal-arterielle Hypertonie fest (IV-
act. 201-9). Er schlussfolgerte, die erhobenen kardiologischen Befunde mit nur leicht
eingeschränkter linksventrikulärer Funktion rechtfertigten eine andauernde
Arbeitsunfähigkeit keinesfalls, zumal auch die Befunde der aktuellen Ergometrie mit
massiver Hyperventilation auf eine fehlende Motivation, sich auszubelasten, hinweisen
würden (IV-act. 201-55). Dabei wies er auf die ergometrischen Voruntersuchungen vom
15. Oktober 2015 und 3. Februar 2016 hin, in denen Leistungen bei 71 % bzw. 77 %
des Solls erreicht und die im Übrigen aufgrund von Beschwerden in den Beinen
ebenfalls vorzeitig abgebrochen worden waren (vgl. IV-act. 122-34, 21). Aus
kardiologischer Sicht seien dem Beschwerdeführer Tätigkeiten mit bis zu
3.1.3.
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mittelschwerer körperlicher Belastung bzw. wechselnd mittelschwer belastende
Tätigkeiten zu 100 % zumutbar (IV-act. 201-56). Entscheidend für seine Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit waren somit das Ausmass der Einschränkung der
linksventrikulären Funktion, die Tatsache, dass die ergometrische Untersuchung nicht
aufgrund des Erreichens der kardial möglichen Leistung, sondern aus einem anderen
Grund (unabhängig davon, ob Schmerzen der Beine, des Schlüsselbeins oder fehlende
Motivation) abgebrochen wurde und dass die spiroergometrische Leistungsfähigkeit
ohne Vorliegen solcher einschränkender Faktoren bei 71 % bzw. 77 % des Solls liegen
würde. Auch wurde im Sprechstundenbericht der Klinik für Kardiologie des KSSG vom
1. Dezember 2015 festgehalten, aus kardiologischer Sicht sei der Beschwerdeführer
arbeitsfähig. Es bestünden keine pectanginösen Beschwerden, er sei jedoch im Alltag
durch Bein-Claudicatiobeschwerden stark eingeschränkt (IV-act. 122-25 ff.). Demnach
erscheint die kardiologische Arbeitsfähigkeitsschätzung nachvollziehbar und schlüssig
begründet.
3.2.
An psychischen Beeinträchtigungen beschrieb der Beschwerdeführer Scham,
das Fehlen eines Lebensstatus und einer Zukunftsplanung, eine ihn am meisten
störende Vergesslichkeit, einen sozialen Rückzug und einen schlechten Schlaf mit
Albträumen. Er lebe seit sechs Monaten vom Ersparten und kümmere sich um seine im
selben Haus lebende Mutter. Den Tag verbringe er vormittags und nachmittags mit
Fernsehen und abends mit seiner Mutter. Hobbys habe er keine mehr (IV-act. 201-36,
90 ff.).
3.2.1.
Der psychiatrische Gutachter konnte keine Reduktion des
Konzentrationsvermögens und keine gravierende Störung des Denkens oder der
Merkfähigkeit feststellen (IV-act. 201-95). Störungen der Affektivität im eigentlichen
Sinn seien nicht nachweisbar, der Antrieb sei nivelliert, werde jedoch vom
Beschwerdeführer als kraftlos erlebt (IV-act. 201-95 f.). Dem psychopathologischen
Befund könne kein relevanter depressiver Zustand von grösserem Ausmass
entnommen werden. Nach den geforderten Kriterien der ICD-10 könne eine depressive
Episode ausgeschlossen werden. Auch eine sonstige, arbeitsrelevante psychische
Störung sei nicht ausgewiesen (IV-act. 201-10, 11). Im Gegensatz dazu war dem
Beschwerdeführer vorgängig zur Begutachtung eine rezidivierende depressive Störung,
mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), diagnostiziert worden (Bericht Klinik für
Psychosomatik KSSG vom 20. Juni 2016, IV-act. 130-15 ff., und Arzt- und
Verlaufsbericht Dr. C._ vom 19. Januar 2017, IV-act. 144, und vom 24. Mai 2017, IV-
3.2.2.
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act. 152). Diese Auffassung teilt der psychiatrische Gutachter im Wesentlichen nicht,
weil ausser einer leicht eingeschränkten Schwingungsfähigkeit bzw. ausser einer
Affektstörung die übrigen Diagnosekriterien wie insbesondere eine Antriebsstörung
nicht beschrieben würden (IV-act. 201-99 f.). Aus psychiatrischer Sicht seien keine
Beeinträchtigungen von Fähigkeiten auszumachen. Der Beschwerdeführer gebe an,
sich vermehrt um seine Mutter zu kümmern, und sehe sich selbst auch nicht mehr als
arbeitsfähig. Insgesamt liege ein vordergründiges Leistungsbegehren vor, weshalb die
Ressourcen als schlecht zu beurteilen seien. Sodann formulierte der psychiatrische
Gutachter verschiedene Aspekte von Inkonsistenzen bzw. Diskrepanzen, etwa
zwischen den Schilderungen massiver Beschwerden und dem Verhalten und der
Untersuchung, zwischen der geschilderten Intensität der Beschwerden und der Vagheit
der Schilderung einzelner Symptome, zwischen dem Ausmass der geltend gemachten
Beschwerden und der Inanspruchnahme therapeutischer Hilfe; weiter sei das
Funktionsniveau bei der Alltagsbewältigung weitgehend intakt, wichen die Angaben
des Beschwerdeführers von der Aktenlage ab und habe in der Gegenübertragung das
Gefühl des Gekränktseins ausgelöst werden können. In der bisherigen Tätigkeit und in
angepassten Tätigkeiten bestehe aus psychiatrischer Sicht eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 201-101 ff.). Dr. C._ erwähnte, der Beschwerdeführer habe
sich aufgrund der Schmerzen zurückgezogen (IV-act. 144-3) und er fühle sich aufgrund
der depressiven Symptomatik in Verbindung mit dem chronischen Schmerzsyndrom
nicht mehr in der Lage, einer Tätigkeit nachzukommen (IV-act. 152-2). Im Bericht der
Klinik für Psychosomatik des KSSG vom 20. Juni 2016 werden Antriebslosigkeit,
Unzufriedenheit, Freud- und Lustlosigkeit, innere Nervosität und Unruhe sowie
abendliche Grübelneigung als subjektiv berichtet und nicht als objektivierte Befunde
festgehalten (IV-act. 130-16). Dies stützt die Argumentation des Gutachters.
3.3.
Der orthopädische Gutachter gab eine ausführliche Anamnese der Beschwerden
des Beschwerdeführers wieder. Dieser beschreibt im Wesentlichen
lumbospondylogene, vor allem ins linke Bein ausstrahlende, belastungsabhängige und
nach längerem Sitzen, Gehen oder Stehen auftretende Schmerzen. Beim vermehrten
Treppengehen und Gehen auf unebenem Untergrund verspüre er ausgeprägte
Schmerzen im Bereich des linken Hüftgelenks. Er könne nicht länger als eine Stunde
sitzen, lediglich zwei bis drei Minuten an Ort stehen bleiben und beschwerdefrei eine
Strecke von 300 m bis 400 m zurücklegen. Seit über 10 Jahren bestünden
zunehmende belastungsabhängige Schmerzen in den Kniegelenken, aktuell links mehr
als rechts. Seit einigen Jahren habe er zunehmend deutlich einschränkende Schmerzen
3.3.1.
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im rechten Schultergelenk. So könne er im Haushalt nahezu keine Tätigkeiten über
Schulterniveau mehr verrichten (IV-act. 201-60 ff.). Der orthopädische Gutachter erhob
ebenso detailliert klinische Befunde (IV-act. 201-67 ff.) sowie radiologische
Zusatzbefunde (LWS, BWS, Becken, Knie, rechte Schulter, IV-act. 201-79 ff.) und
formulierte ein Zumutbarkeitsprofil: Aufgrund der Einschränkungen von Seiten des
Bewegungsapparates mit verminderter Belastbarkeit der Wirbelsäule (BWS und LWS),
der rechten Schulter sowie beider Knie- und Hüftgelenke bestehe eine limitierte
Arbeitsfähigkeit für überwiegend stehend und im gehen ausgeübte Tätigkeiten sowie
Tätigkeiten, welche kniend oder im Hocksitz ausgeführt würden. Tätigkeiten mit
beidhändigem Heben von körperfern über 5 kg und körpernah über 10 kg sollten
gemieden werden. Auch das mehr als gelegentliche Treppensteigen sowie Tätigkeiten
auf Leitern, Gerüsten oder schrägen Ebenen sollten vermieden werden. Ferner sollten
Tätigkeiten wie Pressen und Stemmen, die zu einer intraspinalen Druckerhöhung
führten, sowie das Verrichten von Arbeiten über die Horizontale hinaus vermieden
werden. Hinsichtlich des rechten Schultergelenkes sollten Tätigkeiten sowie kraftvolle
Drehbewegungen des rechten Armes auf Schulterhöhe gemieden werden. Ferner
sollten Tätigkeiten im Freien ohne Schutz vor Kälte, Zugluft, Nässe sowie Tätigkeiten
auf regennassem und eisglatten, unebenem Untergrund vermieden werden. Sowohl in
der bisherigen Tätigkeit als auch in einer angepassten, wechselbelastenden,
überwiegend sitzend ausgeübten Tätigkeit bestehe aus versicherungsmedizinischer
orthopädischer Sicht eine quantitativ limitierte Arbeitsfähigkeit von 70 % (IV-
act. 201-11, 85 ff.). Sowohl in einer derart angepassten als auch in der bisherigen
Tätigkeit attestierte er eine Arbeitsfähigkeit von 70 % und begründete die
Einschränkung mit einer reduzierten Belastbarkeit und Durchhaltefähigkeit, dem Bedarf
nach vermehrten Pausen und mit einem reduzierten Arbeitstempo (IV-act. 201-11,
85 f.). Diese Einschätzung erscheint plausibel und wird durch die übrigen
medizinischen Akten nicht in Frage gestellt.
Zur peripheren arteriellen Verschlusskrankheit führte der internistische Gutachter
aus, am 22. Januar 2016 seien eine (nach dem Jahr 2010 eine weitere) PTA und ein
Stenting der Arteria iliaca communis beidseits durchgeführt worden (IV-act. 201-44;
vgl. auch Bericht kardiologische Konsultation Spital L._ vom 5. Februar 2016, IV-
act. 122-19). Im erwähnten Bericht des Spitals L._ wurde vermerkt, im Alltag spüre
der Beschwerdeführer bei stärkerer Belastung immer noch das linke Bein (IV-
act. 122-21). Der internistische Gutachter fand keine Hinweise für eine kritische
Ischämie im Bereich der unteren Extremitäten (IV-act. 201-8 f., 45). Er hielt, wie
med. pract. B._ (Arztbericht vom 29. Juni 2016, IV-act. 130-1 f.), fest, im Vordergrund
3.3.2.
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4.
stehe aktuell die beidseitige Coxarthrose, die zu einer Gehbehinderung führe; ob noch
eine Claudicatio-Symptomatik vorliege, könne nicht eruiert werden (IV-act. 201-44).
Das ZIMB-Gutachten vom 13. Juni 2018 berücksichtigt die geklagten
Beschwerden und die relevanten medizinischen Akten vollständig und ist
nachvollziehbar und schlüssig. Zwar wird die quantitative Einschränkung von 30 % von
den Gutachtern ausschliesslich mit den orthopädischen
Gesundheitsbeeinträchtigungen begründet (IV-act. 201-11), während RAD-Ärztin
Dr. D._ in ihrer Stellungnahme vom 19. Juni 2018 festhielt, die koronare
Herzkrankheit, die PAVK sowie eine weiter diagnostizierte chronische alkoholtoxische
Pankreatitis wirkten sich infolge reduzierter Belastbarkeit, Durchhaltefähigkeit und
Arbeitsgeschwindigkeit sowie vermehrten Pausenbedarfs mindernd auf die
Leistungsfähigkeit aus. Dennoch kam sie übereinstimmend mit den Gutachtern zum
Schluss, in einer interdisziplinär angepassten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit
von 70 % (IV-act. 202). Dies ist insofern nachvollziehbar, als die Leistungsfähigkeit aus
kardiologischer und internistischer Sicht durch dieselben Faktoren eingeschränkt sind
wie aus orthopädischer Sicht. Insofern sind gesamtbetrachtend in der interdisziplinären
Einschätzung der Gutachter insbesondere auch die kardiologischen Einschränkungen
berücksichtigt bzw. begründen diese keine höhere Arbeitsunfähigkeit. Ebenfalls in die
Arbeitsfähigkeitsschätzung einbezogen werden die vom psychiatrischen Gutachter
aufgezeigten Inkonsistenzen. Der orthopädische Gutachter datiert den Eintritt der von
ihm attestierten Arbeitsunfähigkeit von 30 % mit der Diagnosestellung der Rücken- und
Hüftproblematik Anfang 2016 (IV-act. 201-87). Aus Sicht der übrigen Gutachter hat
retrospektiv nie eine längerfristige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen (internistisch: IV-
act. 201-47; kardiologisch: IV-act. 201-57). Dass aus psychiatrisch-gutachterlicher
Sicht auch rückwirkend keine längerfristige Arbeitsunfähigkeit bestand, ergibt sich aus
der Begründung, wonach die attestierten Diagnosen und Arbeitsunfähigkeiten nicht auf
sie rechtfertigenden Befunden beruht hätten (vgl. E. 3.2). Mit dem RAD (Stellungnahme
vom 19. Juni 2018, IV-act. 202) ist daher seit 1. Januar 2016 von einer 70%igen
Arbeitsfähigkeit auszugehen.
3.4.
Der Beschwerdeführer war vom 10. Juli 2000 bis zum 30. September 2012 in der
Planung, Disposition und AVOR Webereivorbereitung bei der M._ AG und der N._
AG tätig, die diesen Bereich von der M._ AG übernommen hatte. Er wurde zunächst
Leiter Auftragsplanung und Steuerung Versorgungscenter und später Head of
production planning in der Abteilung Planung, Disposition und AVOR
Webereivorbereitung. Die Stelle war ihm wegen Verlagerung des
4.1.
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Produktionsstandortes gekündigt worden (Arbeitszeugnis N._ AG vom 8. Oktober
2012, IV-act. 161-5 f.; Angaben N._ AG vom 17. September 2010, IV-act. 85). Vom
1. Juli 2013 bis 30. September 2014 war er als technischer Einkäufer für die J._ AG
L._ tätig. Dieser Arbeitsplatz wurde ihm wegen persönlicher Probleme mit einer
Mitarbeiterin gekündigt (Angaben Arbeitgeberin vom 11. Mai 2016, IV-act. 126-2 ff.).
Zuletzt arbeitete der Beschwerdeführer als Bürokaufmann bei der K._ AG. Dieses
Arbeitsverhältnis verlor er krankheitsbedingt (undatierte Angaben der Arbeitgeberin, IV-
act. 124-3 ff.).
Für die Bemessung des Valideneinkommens ist auf das bei der M._ AG bzw. bei
der N._ AG erzielte Einkommen abzustellen. Das im Auszug aus dem individuellen
Konto (IK) verzeichnete Einkommen des Jahres 2009 von Fr. 91'260.-- (IV-act. 119-1;
vgl. auch Angaben der Arbeitgeberin vom 17. September 2010, IV-act. 85) beläuft sich
unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis zum Jahr 2016 auf
Fr. 95'622.-- (Bundesamt für Statistik [BFS], T 39, Entwicklung der Nominallöhne;
Indices Männer 2009: 2136, 2016: 2239). Da der Beschwerdeführer die Stelle bei der
N._ AG nicht zufolge Krankheit, sondern wegen der Produktionsauslagerung verloren
hat, aber dieselbe Arbeit an einem anderen Arbeitsplatz weiterhin ausüben könnte,
kann das Invalideneinkommen nach dem entsprechenden Tabellenlohn bemessen
werden. Gibt man im Lohnrechner Salarium des BFS die entsprechenden Parameter
ein, ergibt sich ein Jahreseinkommen von Fr. 7'305.-- x 12 = Fr. 87'660.--. Bei 70%iger
Arbeitsfähigkeit entspricht das Invalideneinkommen ohne Tabellenlohnabzug.
4.2.
4.3.
Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25 %
gekürzt werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit
einer gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau
nicht erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg
zu verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen
behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung
hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen - auch von invaliditätsfremden
Faktoren - des konkreten Einzelfalles ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung,
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Eine schematische
Vornahme des Leidensabzuges ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt in AHI
4.3.1.
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2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Gesundheitliche
Einschränkungen, die bereits bei der Beurteilung des medizinischen
Zumutbarkeitsprofils enthalten sind, nicht zusätzlich in die Bemessung des
leidensbedingten Abzuges einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung
desselben Gesichtspunktes führen (Urteile 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1;
8C_536/2014 vom 20. Januar 2015 E. 4.3; je mit Hinweisen). Wurde in einem
umfassenden polydisziplinären Gutachten sämtlichen gesundheitsbedingten
Einschränkungen Rechnung getragen, kann eine bestehende Polymorbidität keinen
(zusätzlichen) Tabellenlohnabzug rechtfertigen, da diese bereits in die
Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter eingeflossen ist (Urteile des Bundesgerichts
vom 30. November 2015, 9C_437/2015, E. 2.4, und vom 6. Oktober 2016,
8C_450/2016, E. 5.3.1). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug
auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen
körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist
(BGE 126 V 75 E. 5a/bb S. 78). Sind hingegen leichte bis mittelschwere Arbeiten
zumutbar, ist allein deswegen auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit noch kein
Abzug gerechtfertigt, weil der Tabellenlohn Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl
von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts vom
22. März 2017. 8C_805/2016, E. 3.4.2).
Aus medizinischer Sicht besteht die 30%ige Arbeitsunfähigkeit ausschliesslich
wegen der verminderten Belastbarkeit der Wirbelsäule, der linken Schulter sowie beider
Knie- und Hüftgelenke. Es bestehen eine Gewichtslimite von körperfern 5 kg und
körpernah 10 kg sowie Einschränkungen in überwiegend im Stehen oder Gehen,
kniend oder im Hocksitz auszuführende, mit mehr als gelegentlichem Treppensteigen,
Pressen und Stemmen, über der Horizontale auszuführende, kraftvolle
Drehbewegungen des rechten Armes erfordernde und in Kälte, Zugluft oder Nässe zu
verrichtende Tätigkeiten (IV-act. 201-11, 85). Dieses Zumutbarkeitsprofil geht über
dasjenige körperlich leichter Tätigkeiten hinaus. Die koronare Dreigefässerkrankung,
die peripher-arterielle Verschlusskrankheit, die chronische Pankreatitis und der
schädliche Gebrauch von Alkohol wirken sich zwar gemäss den Gutachtern
medizinisch-theoretisch nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus (IV-act. 201-7 f.). Ein
möglicher Arbeitgeber wäre in Anbetracht dieser gesundheitlichen Problemfelder kaum
bereit, dem Beschwerdeführer einen Lohn zu bezahlen, der der medizinisch attestierten
Arbeitsfähigkeit bzw. dem ihm zumutbaren Arbeitspensum entspricht. Diesbezüglich
fällt beim Beschwerdeführer der wenn auch inzwischen drastisch reduzierte
Alkoholkonsum (IV-act. 201-9) ins Gewicht. Zudem geht er zwar zügig, aber hinkend
4.3.2.
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5.
(IV-act. 201-39, 68). Zur Verbesserung der Gehfähigkeit steht ein alloprothetischer
Hüftgelenkersatz zur Diskussion (IV-act. 201-88) und es bestehen kardiovaskuläre
Risikofaktoren (IV-act. 201-7), was das Risiko künftigere Arbeitsunfähigkeiten erhöht.
Diese Faktoren dürften einen potentiellen Arbeitgeber davon abhalten, dem
Beschwerdeführer einen Lohn zu bezahlen, der einem 70 %-Pensum entspricht.
Dementsprechend rechtfertigt es sich dem Beschwerdeführer einen Tabellenlohnabzug
von 10 % zu gewähren. Ein zusätzlicher Teilzeitabzug fällt bei ganztägiger
Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit vorliegend nicht in Betracht (Urteil des
Bundesgerichts vom 19. Juni 2017, 8C_148/2017, E. 6.2.2). Damit beläuft sich das
Invalideneinkommen auf Fr. 55'226.-- (0,9 x Fr. 61'362.--). Bei einem
Valideneinkommen von Fr. 95'622.-- resultiert ein Invaliditätsgrad von 42,2 %
([Fr. 95'622.-- - Fr. 55'226.--]: Fr. 95'622.--). Damit hat der Beschwerdeführer ab
1. September 2016 (vgl. E. 1) Anspruch auf eine Viertelsrente.
Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 25. September 2018 in
teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und der Beschwerdeführer hat ab
1. September 2016 Anspruch auf eine Viertelsrente. Die Sache ist zur Festsetzung und
Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.1.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen.
Hinsichtlich der Beschwerde gegen die Rentenverfügung gilt es zu beachten, dass
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zur Überklagung in
sozialversicherungsrechtlichen Rentenfällen im vorliegenden Fall von einem
vollständigen Obsiegen der Beschwerdeführerin auszugehen ist (Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Januar 2016, 9C_288/2015, E. 4.2). Die Beschwerdegegnerin
hat daher die gesamten Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.
5.2.
bis
Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der
5.3.
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