Decision ID: 5b67edfb-90c3-44ae-96d2-e11d2e040017
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1954
, arbeitete seit dem
1.
April 1990 für die
Y._
als Betriebsangestellter
und war in dieser Eigen
schaft bei der Schweizerischen Unfal
lversicherung (SUVA) gegen die F
olgen von Unfällen versichert
(
Urk.
9/1)
.
Ab 1
8.
Februar 2013
schrieb der Hausarzt des Versicherten diesen
zu 100
%
arbeitsunfähig
(
Urk.
9/7) und überwies ihn zur Abklärung der angegebenen Schmerzen im Bereich des ganzen linken Armes und Gefühlstörungen im Bereich des Klein- und Ringfingers der linken Hand an
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH Neurologie (
Urk.
9/4 S. 2).
Nach
seiner neurolog
ischen und elektrodiagnostischen
Untersuchung vom 7. März 2013 diagnostizierte
Dr.
Z._
eine Schä
digung des
Nervus
ulnaris
links
(Urk.
9/4 S. 2).
Mit Unfallmeldung vom 2
5.
März 2013 lie
ss
d
er
Versi
cherte
der SUVA melden, dass er am
8.
Mai 2012
nach der Reinigung eines
Eisenbahn
wagens
beim Aussteigen den Klapptritt verfehlt habe und Kopf voran auf das Perron gefallen sei. Er habe sich auffangen wolle
n und sei zuerst auf beide Ell
bogen gestürzt (
Urk.
9/1).
Nach
der
Ultraschall
untersuchung
vom 26.
März 2013
im
A._
wurde
dem Ver
sicherten eine Dekompression des Nervs
empfohlen
(
Urk.
9/8 S. 2).
Alsdann
wurde
er
am 12. April 2013 im
A._
operiert (
Urk.
9/14, Urk. 9/30).
In der Folge
klagte der Versicherte auch über Schmerzen im Bereich des linken Handgelenks und im Nacken (
Urk.
9/60 S. 2), weshalb weitere Untersuchungen im
A._
durch
ge
führt wurden (vgl.
Urk.
9/59-60
,
Urk.
9/66-68
).
I
n der Klinik für Unfallchirurgie des
A._
wurde
eine sympto
matische Spinalkanalstenose C4-7 mit
Myleopathie
C5/6 diagnostiziert
(Urk.
9/6
6
S. 1
), weswegen der Versicherte am 2
4.
März 2014 im
A._
operiert wurde (
Urk.
9/71).
Die SUVA holte die neurologische Beurteilun
g ihres Ver
sicherungsmediziners
vom 17.
Juni 2014 ein (
Urk.
9/79).
Gestützt darauf ver
neinte
sie
mit Verfü
gung vom 2
5.
Juni
2014
ihre
Leistungspflicht (Urk.
9/82)
, wogegen der Versicherte
a
m
4.
Juli 2014 Einsprache erheben
liess
(Urk.
9/84
, mit
Einsprachebe
grün
dung
vom 2.
September 2014 [
Urk.
9/91]
)
.
Am
1
9.
Mai 2015
nahm der
SUVA-Versi
cherungsmediziner
zu den
neu
einge
reichten
Arzt
berichten
(
Urk.
9/91 S. 12-13,
Urk.
9/94-95, Urk.
9/100, Urk. 9/103
) Stel
lung (
Urk.
9/107). Hernach wies die SUVA die Einsprache von
X._
m
it
Einsprache
entscheid
vom 21. Mai 2015 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 29. Juni 2015 Beschwerde und liess beantragen, in Aufhebung der Verfügung vom 25. Juni 2014 und des
Einspracheentscheids
vom 21. Mai 2015 seien ihm die gesetzlichen Leistungen nach UVG - Taggelder, Heilkosten; eventuell Rente und I
ntegritätsentschädigung - auszu
richten. Even
tualiter sei ein neutrales neurologisches Gutachten zu erstellen (Urk. 1 S. 2).
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
3.
September 2015
Abweisung der Beschwerde (Urk. 8, unter Beilage der SUVA-Akten [
Urk.
9/1-118]), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
7.
September 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Unfall
versicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungs
leistun
gen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfälle
n und Berufskrankheiten gewährt
.
1.2
1.2.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2.2
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adä
quater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhn
lichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich ge
eignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Ein
tritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt er
scheint (BGE 129
V
177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtser
hebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.3
1.3.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden be
rück
sichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134
V
231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.3.2
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
1.3.3
Auf Aktenberichte kann abgestellt werden, wenn ein lückenloser Befund vor
liegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht (Urteil des Bundesgerichts 8C_608/2015 vom 1
7.
Dezember 2015 E. 3.3.3 mit weiteren Hinweisen).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die vom Beschwerdeführer
geklagten
Be
schwerden in eine
m
natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zu den
geltend ge
machten
Unfallereignissen vom
8.
Mai 2012
und Oktober 2012 (
Urk.
1 S. 4)
ste
hen.
2.2
Mit angefochtenem
Einspracheentscheid
vom 21. Mai 2015 erwog die
Be
schwer
degegnerin
, aufgrund der neurologischen Beurteilungen ihres
Ver
siche
rungsmediziners
vom 17. Juni 2014 und vom 19. Mai 2015 könne fest
gestellt werden, dass die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden nicht als unfallbedingt einzustu
fen seien. Damit sei nicht zu beanstanden, dass mit Ver
fügung vom 25. Juni 2014 eine Leistungspflicht verneint worden sei (Urk. 2 S.
5).
2.3
Der Beschwerdeführer lässt demgegenüber im Wesentlichen vorbringen, anhand der vorhandenen medizinischen Unterlagen und den vorgenommenen -
bildge
benden
- Abklärungen sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Unfall vom
8.
Mai 2012 bei ihm eine Verletzung des
Nervus
ulnaris
bewirkt habe (
Urk.
1 S. 12).
Die Beschwerdegegnerin habe sodann zu Unrecht keine umfassende Abklärung aller Differentialdiag
n
osen vorgenommen (
Urk.
1 S. 6, 10, 14). Zu bemängeln sei ebenfalls, dass der Ver
sicherungsarzt eine
Akten
beur
teilung
verfasst und ihn nie persönlich untersucht habe (
Urk.
1 S. 8, 10). Die Beschwerdegegnerin habe den medizinischen Sachverhalt somit nicht umfas
send abgeklärt (
Urk.
1 S. 10).
3.
3.1
3.1.1
Dr.
Z._
diagnostizierte
i
n seinem Bericht vom 7. März 2013
eine
schmerz
hafte motorische und sensorische, fokale,
axonale
Schädigung des
Nervus
ulna
ris
links mit/bei Lokalisation: El
l
bogen/proximaler Unterarm, Ätiologie am ehesten traumatisch in Folge
Sturzereignis
ses
vom
Oktober 2012
, klinisch: schwere Parese und Atrophie der
ulnarisversorgten
intrinsischen
Handmusku
latur
(
Urk.
9/4
S. 2
). In seiner Beurteilung hi
elt er sodann fest, dass die aktuell vor
handenen klinischen Befunde mit schwerer Atrophie der
ulnaris
ver
sorgten
intrinsischen neuropathischen Sc
hmerzen und Hypästhesie im medi
a
l
en Unter
arm und der
ulnaren
linken Hand auf eine, am ehesten
kontusions
bedingte
, traumatische Schädigung des
Nervus
ulnaris
im distalen
Sulcus
bereich
/Über
gang zum proximalen Unterarm links zurückgeführt werden könne.
Aufgrund der anamnesti
schen Angaben und der aktuellen Befunde müsse davon aus
ge
gangen werden, dass die aktuellen Beschwerden posttraumatisch, das heisse als Folge des Sturzereignisses vom Oktober 2012 aufgetreten seien. Anhand der Vorunter
suchung vom März 2012 habe sich eine normale
Ulnaris
neuro
pathie
gezeigt. Paresen und Atrophien seien damals nicht dokumentiert worden (Urk. 9/4
S. 2
).
3.1.2
Nach der neurologischen Verlaufskontrolle vom 11. Oktober 2013 schrieb
Dr.
Z._
, dass sich im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) multisegmentale, de
generative Veränderungen im HWS-Bereich mit Spinalkanalstenose
ohne Nach
weis einer Myelopathie sowie eine
Foraminal
-Stenose C8/TH1, allerdings ohne relevante Wurzelkompression, gezeigt
hätten
(
Urk.
9/60). Sodann
sei
in der elektrodiagnostischen Untersuchung eine Verschlechterung einer
senso
-motorischen
axonalen
Schädigung des
Nervus
ulnaris
links
feststellbar ge
wesen
.
Zusätzlich hätten sich in den nicht
ulnaris
-innervierten C8-Muskeln leichtgra
dige, chro
nisch neurogene Veränderungen ohne Zeichen einer akut neurogenen Schä
digung (pathologische Spontanaktivität nicht vor
handen) gezeigt. Bei die
sen Befunden müsse nach wie vor davon ausgegangen werden, dass der wesentliche Teil der klinischen Befunde durch die traumatische
Ulnaris
-Patho
logie am Ell
bogen links verursacht worden sei.
Eine gewisse Komponente einer
radi
ku
lären
Irritation C8 im Sinne eines double-
crush
-Synd
roms könne
jedoch
nicht vollständig ausgeschlossen werden
(
Urk.
9/60 S. 2).
3.2
In seiner neurologischen Beurteilung vom 1
7.
Juni 2014 schrieb
der
SUVA-Versi
cherungsmediziner
Dr.
med. B._
, Facharzt für Neurologie FMH, MAS Versicherungsmedizin
, aus versicherungsmedizinischer und neurologischer Sicht würden sich aufgrund der zur Verfügung stehenden medizinischen Akten keine zuverlässigen Hinweise dafür ergeben, dass sich der Beschwerdeführer beim Sturz vom
8.
Mai 2012 eine Läsion des peripheren Nervensystems, näm
lich des
Nervus
ulnaris
links im
Sulcus
ulnaris
links, zugezogen habe.
Zeitnah zum Unfall aufgetretene sensible oder motorische Störungen seien nicht doku
mentiert. Offensichtlich sei der Beschwerdeführer in der Lage gewesen, seine Tätigkeit als Wagenreiniger bei der
Y._
im Anschluss an den Unfall weiter zu verrichten. Die wesentlich später auf neurologischem Fachgebiet erho
benen Befunde im Bereich des linken Arms seien nicht ausreichen
d
spezifisch, um einen Kausalzusammenhang mi
t
dem Sturz zehn Monate früher mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit belegen zu können. Ein objektivierbarer unfallbedingter Befund, beispielsweise eine Fraktur im Bereich des
Sulcus
ulnaris
links oder eine relevante Vernarbung, habe bis heute nicht nachgewiesen werden können. Mit dem Nachweis des Osborn Ligaments
(= angeborene anatomische Normvariante) sei anderseits eine geeignete anato
mi
sche Ursache für eine
Kompressionsneuro
pathie
des
Nervus
ulnaris
links nach
gewiesen, die in keinem kausalen Zusam
menhang zum Unfall stehe. Bei einer erhöhten Vulnerabilität und bekanntem Diabetes mellitus für eine Funktions
störung peripherer Nerven könne beispiels
weise allein durch eine starke Flexion im Schlaf eine Symptomatik wie im Fall des Besc
hwerdeführers ausgelöst wer
den.
Zusammenfassend sei der Kausalzusammenhang der Be
schwerden im lin
ken Arm zum Ereignis vom
8.
Mai 2012 unsicher und höchstens möglich (
Urk.
9
/79 S. 7).
4.
4.1
Der Beschwerdeführer macht geltend, dass
er
am
8.
Mai 2012 auf beide Ellbo
gen gefallen sei. Zudem sei er im Oktober 2012 bei der Arbeit in ein Loch getreten und erneut gestürzt (
Urk.
1 S. 4).
Die Beschwerdegegnerin bringt vor, dass die Schadenmeldung vom 2
5.
März 2013 (
Urk.
9/1) erst über zehn Monate nach dem fraglichen Ereignis vom
8.
Mai
2012 erfolgt sei (
Urk.
8
S. 4) und bestreitet zudem, dass der geltend gemachten Unfall vom Oktobe
r 2012 statt
gefunden
habe
(
Urk.
8
S. 5).
Am 1
6.
Mai 2013 hat der Beschwerdeführer ange
geben, dass im Oktober 2012 seine Beschwerden im Bereich des linken Ellbo
gens stärker ge
worden seien (
Urk.
9/16 S. 2). Dass es
im Oktober 2012 aber auch
zu einem weiteren Unfall gekommen sei
n soll
, hat er nicht erwähnt.
Es ist Sache des Beschwerdeführers
,
das Vorliegen eines
Unfalls
glaubhaft zu machen (vgl. RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50). In den eingereichten Akten finden sich keine echtzeitlich
en
Dokumente zu
den
geltend gemachten Unfallereignissen. Auf die Abnahme zusätzlicher Beweis
mit
tel
, wie beispielsweise eine Befragung des Vor
gesetzten des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
9/16 S. 2),
kann jedoch verzichtet werden, wie die nachfolgen
den Erwägungen zeigen.
4.2
4.2.1
Auch bezüglich der Frage, ob die Beschwerden des Beschwerdeführers überwie
gend wahrscheinlich auf eines der geltend gemachten Unfallereignisse zurück
zuführen sind, ist zu berücksichtigen, dass echtzeitlich keine Befunde dokumen
tiert sind. Bei der Befragung durch den Aussendienstmitarbeiter der
Beschwer
degegnerin
vom
1
6.
Mai 2013 führte der Beschwerdeführer aus,
dass er sich nach
dem
U
n
fall
vom
8.
Mai 201
2
nicht zum Arzt begeben habe und nur dem Vorgesetzten vom Unfall berichtet habe. Weiter hat der Be
schwerdeführer ange
geben, dass er
nach dem Sturz vom
8.
Mai 2012 am linken Ellbogen eine „eher leichte“ Prellung, jedoch keinen Bluterguss und keine Ab
schürfung, festgestellt
habe
. Der linke Ellbogen sei
jedoch
deutlich gerötet ge
wesen.
Er habe weiter arbeiten können und die Schmerzen hätten innerhalb von drei Wochen abge
nommen (
Urk.
9/16 S. 2).
Zu
berücksichtigen ist ferner
, dass bei der Operation vom 1
2.
April 2013
zur Dekompression des
Nervus
u
lnaris
im
Sulcus
nervi
ulnaris
links
mit Exploration nach distal und proximal keine be
ziehungs
weise keine wesentliche Deformierung der Nerven festgestellt wurde (
Urk.
9/30 S. 2).
Dr.
B._
weist darauf hin, dass ob
jektivierbare
residuelle
Unfallfolgen
, wie beispielsweise
Hinweise auf Fraktu
ren oder intraoperative Vernarbung im
Bereich des
Nervus
ulnaris
links, nicht nach
weisbar gewesen seien (
Urk.
9/107
S. 4)
. Der behandelnde Arzt
Dr.
Z._
hielt
sodann fest, dass die
Ultra
schall
untersuchung
im
A._
vom 2
6.
März 2013
(
Urk.
9/8)
keine pathologischen Befunde gezeigt habe und hinsichtlich
intraoperative
r
Befunde keine grössere Nervenläsion sichtbar gewesen sei (
Urk.
9/91 S. 12).
4.
2.2
Bei der Befragung vom 1
6.
Mai 2013 erwähnte der Beschwerdeführer ebenfalls, dass
er
vor dem Unfallereignis vom
8.
Mai 2012 bereits seit etwa zwei Jahren leichte, ziehende Schmerzen im linken Ellbogen verspürt hab
e. Deswegen sei er im März 2012
von
Dr.
Z._
, Neurologie FMH,
untersucht
worden (Urk. 9/16 S. 1
;
vgl. auch
den
Bericht
von
Dr.
Z._
vom
7.
März 2013 [
Urk.
9/4 S. 2]). Dieser schrieb in seinem vom 2
9.
März 2012 datierten Bericht, dass sich eine eindeutige Kompressionsneuropathie respektive
Demyeli
nisierung
elektro
diagnostisch nicht objektivieren lasse. Phänomenologisch liege hier eine
Media
nusreizung
vor, verursacht sehr wahrscheinlich durch eine
Blut
druck
man
schette
während 24
Stunden
am linken Oberarm. Die leicht ver
lang
samte
n
sensible
n
Leitge
schwindigkeiten
würden eine geringfügige
Poly
neuro
pathie
, sehr wahr
schein
lich im Rahmen
eines
Diabetes mellitus, belegen (
Urk.
9/40 S. 1).
Als eine beim Beschwerdeführer bestehende frühere Erkrankung gab sein Hausarzt
,
Dr.
med.
C._
, Allgemeine Innere Medizin,
einen
Diabetes mellitus Typ 2
an
. Fraglich sei zudem eine diabetische Neuro
pa
thie (
Urk.
9/7 S. 1).
Hierzu
hielt Dr.
B._
fest
, dass
im Bericht von Dr.
Z._
vom
2
9.
März 2012
nicht normale Befunde, sondern gering
fügige Ver
änderung
en
dokumentiert worden seien. E
in Diabetes mellitus
könne
langfristig zu einer gemischt
demyelinisierenden
und
axo
nalen
Polyneuropathie führen. Häu
fig würden Schäden peripherer Ner
ven jedoch durch mechanische Noxen ver
ursacht. Die peripheren Nerven der Extremitäten seien bei allen Bewegungen des täglichen Lebens ständig Dehnungs- und Druckbelastungen ausgesetzt. Ins
besondere verursache eine Beu
gung im Ell
bo
gengelenk eine relevante
Deh
nungsbelastung
des
Nervus
ulnaris
im
Sulcus
ul
naris
. Es sei allge
mein unbe
stritten, dass bei Patienten mit
Poly
neuro
pathien
eine ver
mehrte Disposition gegenüber Druck und
Dehnungsein
wirkung
bestehe. Zum Beispiel würde ein Diabetes mellitus den
axonalen
Transport unter Druck
be
lastung verstärk
en
. Würden mehrere Risikofaktoren, beispielsweise ein Diabetes mellitus und ein anatomisch bedingter Engpass durch ein unfallfremdes Osborne Ligament
-
welches im Bericht zur Operation vom 1
2.
April 2013 be
schrieben worden sei (
Urk.
9/79 S. 7) -
vorliegen
, könne allein durch eine ungünstige Lagerung in Beugestellung des Ellbogens, zum Beispiel beim Schlafen, eine Funktionsstö
rung des
Nervus
ulnaris
im
Sulcus
ulnaris
ausgelöst werden (Urk.
9/107
S. 4
).
Für
Dr.
B._
ist ein Kausalzusammenhang zwischen dem geltend gemachten Unfall vom
8.
Mai 2012 und der überwiegend
a
xonalen
Schädigung des
Nervus
u
lnaris
links daher nur möglich, nicht jedoch überwiegend wahrscheinlich
(E.
3.2).
4.
2.3
Dr.
Z._
sch
r
ieb in seiner Stel
lungnahme vom
4.
August 2014, dass die
neuro
logische
Beurteilung von
Dr.
B._
vom 17. Juni 2014 (
Urk.
9/79)
„gewisse Unsicherheiten bezüglich der Interpretation der elektrodiagnostischen Befunde“
aufweise, weil
es sich um
eine über
wiegend
axonale
Schädigung des
Nervus
ulnaris
und nicht eine
demyelinisie
rende
Läsion handle (
Urk.
9/91).
Dr.
B._
hat in seiner neurologischen Beurteilung vom 1
7.
Mai 2014 die von
Dr.
Z._
erhobene
axonale
Schädigung des
Nervus
ulnaris
mitberücksichtigt (vgl.
Urk.
8/79 S. 3)
. Dass
Dr.
B._
- unter Berücksichtigung der Berichte der behan
delnden und untersuchenden Ärzte und den
den
Akten zu entnehmenden Angaben des Be
schwerdeführers -
d
ie Unfallkausalität der Beschwerden
nach seiner fachlichen Meinung trotzdem
als nicht überwiegend
wahrscheinlich beurteilt, macht seine Beurteilung nicht mangelhaft.
Dr.
B._
hielt am 19.
Mai 2015 überdies fest, dass er in seiner vorgängigen Beurteilung eine über
wiegend
axo
nale
Schädigung des
Nervus
ulnaris
links nicht in Zweifel gezogen habe
(
Urk.
9/107 S. 3)
. In seiner Kausalitätsbeurteilung habe er viel
mehr den Vorzustand des Beschwerdeführers (seit 2010 bekannter Diabetes mellitus ver
bunden mit geringfügiger Polyneuropathie im Februar 2012, unfallfremdes Osborne Ligament links) und
eine damit einhergehende erhöhte Vulnerabilität für eine unfallfremde Schädigung des
Nervus
ulnaris
links berücksichtigt (Urk.
9/107 S. 3-4).
Dr.
Z._
führte z
ur Begründung seiner Einschätzung, wo
nach die Beschwerden des Beschwerdeführers in einem natür
lichen Kausalzu
samm
enhang zum geltend gemachten Unfall vom
8.
Mai 2012 stehen würden
(
Urk.
9/91 S. 13)
,
sodann
aus, dass eine Ver
schlech
terung der Befunde der
Ulnaris
neurografie
vom 2
9.
März 2012 bis zum
7.
März 2013 do
kumentiert und
der Unfall
in der Zwischenzeit aufgetreten sei (
Urk.
9/91 S. 13).
Dagegen ist ein
zuwenden, dass die Rechtsfigur „
post
hoc, ergo
propter
hoc“, bei der eine Schä
digung bereits deshalb als durch einen Unfall verursacht erachtet wird, weil sie nach diesem aufgetreten ist (vgl. Alfred Maurer, Schweizerisches
Unfallver
siche
rungsrecht
, 2.
Auflage, Bern 1989, S. 460, Anm. 1205), für die Annahme eines Kausalzusammenhangs
rechtspre
chungsgemäss
nicht genügt (BGE 119 V 335 E.
2b/
bb
).
Sodann rechtfertigt es sich
,
Berich
te von behandelnden Ärzten mit Z
urückhaltung
zu gewichten, da sie
mitunter im Hinblick auf ihre
auftrags
rechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patien
tin
nen und Patienten aussagen
(
BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E.
3b/cc;
Urteil des Bundesgerichts U 585/06 vom 1
1.
September 2007 E.
5.2 mit Hin
weis).
Anzufügen ist, dass die
Ärzte der Klinik für Unfallchirurgie des
A._
in ihrem Bericht vom 2
6.
Februar 2014 zwar festhielten, dass sich die Läh
mungen und sensiblen Ausfälle
im
vom
Nervus
ulnaris
versorgten Gebiet sicher durch die trau
matische
axonale
Schädi
gung vom Oktober 2012 erklären lassen könnten (
Urk.
9/67 S. 2), hierbei aber von der Diagnosestellung von
Dr.
Z._
aus
gin
gen
(vgl.
Urk.
9/67 S. 1).
4.
2
.4
Die neurologischen Beurteilungen von
Dr.
B._
vom 1
7.
Mai 2014 (Urk. 9/79) und 1
9.
Mai 2015 (
Urk.
9/107)
sind schlüssig und überzeugend und die Berichte der behandelnden Ärzte vermögen nach dem Gesagten keine Zweifel an diesen Beurteilungen zu begründen.
Demnach
kann
nicht
erstellt
werden
, dass die
B
eschwerden des Beschwerde
führers
bezüglich
Nervus
ulnaris
auf die geltend gemachten Unfallereignisse zurückzuführen sind oder durc
h diese v
er
schlimmert wurden
.
4.
3
Eine Unfallkausalität ist auch bezüglich der übrigen geltend gemachten Be
schwer
den zu verneinen. Aus den Ausführungen von
Dr.
Z._
geht hervor, dass die multisegmentale degenerative Pathologie im Bereich der HWS
des Beschwerdeführers
durch den Unfall vom
8.
Mai 2012 nicht verschlimmert wurde, da sie erst nach der Operation vom 1
2.
April 2013 zunehmend sympto
matisch geworden sei
. Er hielt dazu fest, dass in der initialen MRI-Unter
suchung der HWS vom 17. Oktober 2013 eine relevante Kompression der
Ner
venwurzel
nicht habe nachgewiesen werden können. In der
Ver
laufs
unter
suchung
vom
3.
März 2014 habe sich analog der Klinik eine Verschlechterung gezeigt (
Urk.
9/91 S. 13).
Dr.
B._
hielt in seiner neurologischen Beurteilung vom 1
7.
Mai 2014 sodann fest, dass abgestützt auf den klinischen Verlauf und den Verlauf der bildgebenden Befund
e
der HWS eine richtunggebende Ver
schlim
merung
un
fallfremder
degenerativer Veränderungen der HWS infolge des gel
tend ge
machten Unfalls vom
8.
Mai 2012 nicht überwiegend wahrscheinlich anzu
nehmen sei (
Urk.
9/79 S. 7).
Bezüglich des mul
t
ifaktoriellen
Schmerz
syn
droms
der linken oberen Extremität (vgl. den Bericht von
Dr.
Z._
vom 2.
Dezember 2014 [
Urk.
8/100 S. 1]), die persistierenden
myofaszialen
Schmer
zen und die Schmerzverarbeitungsstörung (vgl. den Bericht der Klinik für Un
fallchirurgie des
A._
vom 2
0.
März 2015 [
Urk.
8/103 S. 2]) besteht ebenfalls keine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin.
Weitere medizinische
Abklärungen
sind nach dem
Gesagten
nicht vor
zuneh
men.
5.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.