Decision ID: adf9482b-02ca-4155-a5d9-ecb8c7b7073e
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1966 und Mutter eines 2009 geborenen Sohnes, arbeite
te seit dem 2
2.
September 2008 als Eingliederungsberaterin bei der IV-Stelle
Y._
, seit
1.
November 2008 als Teamleiterin Eingliederung, anfänglich vollzeitlich, ab
1.
April 2010 in einem 80%-Pensum (
Urk.
6/26/7,
Urk.
6/2/10-13,
Urk.
16/8). Am 1
4.
Juli 2011 kündigte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhält
nis (
Urk.
6/2/9), welches schliesslich per 2
9.
Februar 2012 (vgl.
Urk.
6/26/6,
Urk.
6/19 S. 2) aufgelöst wurde.
Am 21. März 2012 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 6/4). Die IV-Stelle klärte die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab und holte
Berichte
der behandelnden Ärzte (Urk.
6/8, Urk. 6/9 und
Urk. 6/33
) sowie einen Auszug aus dem Individuellen Konto der Versicherten (IK-Auszug, Urk.
6/37 und
Urk. 6/38)
ein.
Zur Klärung der beruflichen Situation fand erstmals am
21. Mai 2012
ein per
sönliches Gespräch statt (Urk.
6/12
).
In der Folge wurde der Versicherten am 26. Juli 2012 ein Arbeitsversuch
in einem Delikatessengeschäft
mit Job Coaching zugesprochen (Urk. 6/17).
Der Arbeitsversuch dauerte vom
1. August 2012 bis 31.
Dezember
2012
, wobei die Präsenzzeit an vier Tagen die Woche von anfangs
zwei
Stunden pro Tag auf
letztlich
drei und vier Stunden pro Tag gesteigert werden sollte.
Die beabsichtigte Pensum-Steigerung von zwei auf vier Stunden konnte die Versicherte aus gesundheitlichen Gründen nicht vollziehen (Zielvereinbarung, Urk. 6/16, Urk. 6/25 und Urk. 6/23).
Mit Schreiben vom 29. Januar 2013 beendete die IV-Stelle den Arbeitsversuch per 31. Dezember 2012
(Urk. 6/31)
.
D
ie IV-Stelle veranlasste in der Folge eine
aktenbasierte Ein
schätzung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD).
Dr. med.
Z._
, All
gemeine Innere Medizin FMH, nahm am 14. Februar 2013 Stellung (Urk. 6/40). Mit Verfügung vom 23. Juli 2013 sprach die IV-Stelle der Versicherten wie vor
beschieden eine
ganze
Invalidenrente
ab dem 1. September 2012
zu (Urk. 6/54).
2.
Im Rahmen
einer im August 2015 eingeleiteten revisionsweisen Überprüfung nahm die IV-Stelle erneut Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hin
sicht vor. Sie holte wiederum Berichte der behan
delnden Ärzte (Urk. 6/62 und Urk
. 6/63) sowie einen
IK-
Auszug (Urk. 6/61) ein. Des Weiteren veranlasste die IV-Stelle eine psychiatrische Begutachtung durch Dr. med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, über welche am 19. September 2016 berich
tet wurde (Urk. 6/77). RAD-Arzt Dr. med. univ.
B._
, Facharzt für Neurologie
sowie Zertifizierter Medizinischer Gutachter SIM,
nahm am 20. September 2016 Stellung (Urk. 6/78
/5
). Mit Vorbescheid vom
12. Oktober 2016 wurde der Versi
cherten die Einstellung der Invalidenrente mitgeteilt (Urk. 6/80). Dagegen erhob die Versicherte mit Schreiben vom 26. Oktober 2016 sowie ergänzend am 14. Dezember 2016 Einwand (Urk. 6/83 und Urk. 6/89).
Die IV-Stelle
verfügte am 20. Januar 2017 wie vorbeschieden die Einstellung der Invalidenrente
per Ende Februar 2017
(Urk. 2).
3
.
Hiergegen erhob die
Versicherte
am
22. Februar 2017
Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, die Verfügung vom
20. Januar 2017
sei aufzuheben
und es sei ihr ab dem
28. Februar 2017
weiterhin
eine ganze Invalidenrente
(mitsamt der ent
sprechenden Kinderrente)
zuzusprechen. Eventualiter sei
eine unabhängige medizinische Begutachtung vorzunehmen,
subeventualiter
seien berufliche Eingliederungsmassnahmen zu prüfen und
durchzuführen
. In prozessualer Hin
sicht beantragte sie
einen zweiten Schriftenwechsel.
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
3. April 2017
(Urk. 5)
auf Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom
4. April 2017
wur
de der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt (Urk.
7), woraufhin die Beschwerdeführerin
mit Eingabe
vom 24. April 2017 an ihren in der Beschwerde gestellten Rechtsbegehren festhielt und in prozessualer Hinsicht zusätzlich die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung beantragte
(Urk. 8)
.
Diese Eingabe wurde der Beschwerdegegnerin zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
9)
4.
In der Fol
ge lud das hiesige Gericht am 20
. April 2018 zur Hauptverhandlung am 22. Mai 2018 vor, wobei der Beschwerdegegnerin das persönliche Erschei
nen freigestellt wurde (Urk. 11). Mit Eingabe vom 7. Mai 2018 (Urk. 13)
teilte die Beschwerdegegnerin mit, dass sie auf die Teilnahme an der öffentlichen Hauptverhandlung verzichte (Urk. 13).
Anlässlich der Hauptverhandlung vom
22. Mai 2018
hielt die Beschwerdeführerin an ihrem Rechtsbegehren fest. Sub-
eventualter
beantragte sie neu die
Zusprache
einer halben Rente
(
Plädoyernoti
zen
, Urk. 15
,
sowie Protokoll
S. 4
-
15
).
5
.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
onsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein
psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkom
men zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2,
141 V 281 E. 2.1
, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio
logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143
V
409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hin
weisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
Gemäss
BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (E. 7.2; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1).
Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 unter Hinweis auf BGE
141 V 281 E. 3.7.2
; vgl.
BGE 144 V 50 E. 4.3
).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens ist davon abzusehen, einzelne Beschwerden und Störungen ohne Einzelfallprüfung wegen grundsätzlich feh
lender
invalidenversicherungsrechtlicher
Relevanz auszuscheiden (vgl. BGE 143 V 418 E. 8.1). Indes gilt unverändert, dass ein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden nur gegeben sein kann, wenn das klinische Beschwerdebild nicht einzig in psychosozialen
und soziokulturellen Umständen seine Erklärung findet, sondern davon psychiatrisch unterscheidbare Befunde umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_732/2017 vom
5.
März 2018 E. 4.3.1 mit Hinweis).
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und allfälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depressiven Störung auszugehen ist, die nicht schon als chronifizert gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines strukturierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134
V
231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Der Beweiswert eines Zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt wesentlich davon ab, ob es sich aus
reichend auf das Beweisthema – erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts – bezieht (vgl. SVR 2012 IV Nr. 18 S. 81).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) vom
20. Januar 2017
hielt die Beschwerdegegnerin fest, gemäss psychiatrischer Beurteilung
vom 19. September 2016
(Urk. 6/77)
sei bei der Beschwerdeführerin
kein beeinträch
tigender invalidisierender Gesundheitsschaden
mehr
ausgewiesen, der die Arbeitsunfähigkeit längerfristig einschränke.
Der Gesundheitszustand habe sich verbessert
.
Entsprechend habe d
ie Beschwerdeführerin ab
Ende Februar 2017
keinen Anspruch mehr auf eine Invalidenrente.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom
22. Februar 2017
(Urk.
1
) zusammengefasst geltend,
der Gesundheitszustande habe sich
seit der Rentenverfügung
im
Jahr 2013 (Urk. 6/54)
nicht relevant
ver
bessert,
entsprechend
sei
auch kein Revisionsgrund gegeben
.
Ihr
s
ei deshalb ab dem 28. Februar 2017 weiterhin eine volle Invalidenrente auszurichten
. E
ventu
ell sei
eine unabhängige medizinische Begutachtung vorzunehmen, subeventuell seien berufliche Eingliederungsmassnahmen zu prüfen.
2.3
Anlässlich der öffentlichen Hauptverhandlung hielt die Beschwerdeführerin fest,
sie halte an den in der Beschwerde g
emachten Ausführungen fest und
beantrage
subeventualiter
die Zusprechung einer halben Invalidenrente.
Alternativ schlug sie vor, angesichts ihres Entwicklungsprozesses solle man
ihr
die jetzige Invali
denrente belassen und im Rahmen einer nächsten revisionsweisen Überprüfung in ein bis zwei Jahren eine neue Begutachtung durchführen
(vgl. Protokoll S.
14f.
)
.
Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, das Gutachten von
Dr.
A._
sei weder schlüssig noch vollständig noch – insbesondere hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit –
rechtsgenüglich
begründet und teilweise unverständlich.
Ihr
Gesundheitszustand habe sich nicht relevant verbessert, sondern
Dr.
A._
beurteile
denselben Zustand anders. Die Prüfung der nach BGE 142 V 418 massgebenden Standardindikatoren
lasse
auf nach wie vor erhebliche Ein
schränkungen schliessen. Die angebliche Remission der Depression vermöge nicht darüber hinwegzutäuschen, dass das Grundleiden, nämlich
eine langan
dauernde und therapeutisch bekanntlich schwierig anzugehende Persönlich
keitsstörung als Hauptursache der konsistenten Einschränkungen weiterhin bestehe.
2.4
Streitig und zu prüfen ist,
ob die Beschwerdeführerin auch über den 28. Februar 2017 hinaus Anspruch auf eine
ganze
Invalidenrente hat.
Zeitliche Vergleichs
basis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditäts
grades bildet dabei die Rentenverfügung vom 2
3.
Juli 2013 (
Urk.
6/54).
3.
3.1
Dr. med.
C._
,
Facharzt für Innere Medizin,
bei dem die Beschwerdeführerin seit dem Jahr 2001 in hausärztlicher Behandlung
ist
, führte in seinem Arztbe
richt vom 5. April 2012 (Urk. 6/8)
zu Händen der
IV-Stelle aus, die Beschwerde
führerin sei seit dem 19. Mai 2011 wegen depressiver Beschwerden in Behand
lung.
Ausserdem
hätte
er ihren Eisenmangel bei
Hypermenorrhoe
mit einer Eisenfusion
behandelt
. Trotz Normalisierung des Eisenspiegels hätten sich die Beschwerden nicht verändert.
Während einer weiteren Konsultation am 25. Juli 2011 sei die Beschwerdeführerin sichtbar und spürbar erschöpft und deprimiert gewesen. Dr.
C._
verschrieb ihr Citalopram und verwies sie an Dr. med.
D._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, zur Psychotherapie. Ausserdem schrieb er sie ab dem 25. Juli 2011 bis zu
m
24. August 2011 zu 50 % arbeitsun
fähig
(Urk. 6/2/1)
.
3.2
Seit dem 11. August 2011 ist die Beschwerdeführerin bei Dr.
D._
in Behand
lung. Dieser diagnostizierte in seinem Arztbericht vom 16. April 2012
zu Hän
den der IV-Stelle (Urk. 6/9)
eine rezidivierende depressive Episode,
gegenwärtig abklingende schwere Episode ohne psychotische Symptome
(ICD-10: F33.2). Die Beschwerdeführerin wirke etwas müde, bewusstseinsklar
und allseits orientiert. Sie denke formal logisch und geordnet, jedoch eingeengt auf die unklare beruf
liche Situation
und auf die der Beschwerdeführerin völlig unklar erscheinende Zukunft
.
Ihr Antrieb sei leicht vermindert. Tätigkeiten, wie beispielsweise zum Sohn schauen oder den Haushalt erledigen, würden sie extrem ermüden.
Dr.
D._
behandelte die Beschwerdeführerin im Rahmen einer integrierten psy
chiatrischen Behandlung mit ein bis zwei Sitzungen pro Monat.
Vom 24. Januar bis 14. Februar 2012 sei eine stationäre Behandlung im Kurhaus
E._
erfolgt.
Des Weiteren verschrieb er ihr das Medikament Citalopram (20mg)
und
attestierte der Beschwerdeführerin
seit Behandlungsbeginn bis zum Zeitpunkt der Berichterstattung
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
vgl. auch
Urk. 6/2/2ff.).
Die Beschwerdeführerin sei nach wie vor durch die depressive Störung beeinträchtigt. Es bestünden eine verringerte allgemeine Belastbarkeit, geringe Selbstwirksamkeitsüberzeugung, Ängste, eine depressive Stimmung und das rasche Gefühl der Überforderung.
Integrationsmassnahmen seien der Beschwerdeführerin g
leichwohl
zuzutrauen.
Ab dem 16. April 2012 sei eine behinderungsangepasste Tätigkeit während etwa drei Stunden pro Tag möglich (Urk. 6/9).
3.3
Des Weiteren diagnostizierte Dr.
D._
am 4. Februar 2013
in seinem Arztbe
richt zu Händen der IV-Stelle
(Urk. 6/33) eine neurasthenische Symptomatik im Rahmen einer langsam abklingenden schweren depressiven Episode bei rezidi
vierender depressiver Störung (ICD-10: F33.2), maladaptive Persönlichkeitszüge mit hohen Leistungsansprüchen, mangelnder Selbstfürsorge, hohe Aufopfe
rungsbereitschaft, zum Teil unscharfem Selbstbild (ICD-10: Z73.1) sowie psy
chosoziale Belastungsfaktoren, wie Stellenverlust Ende 2011
, Arbeitsunfähig
keit, Scheidung oder
teilweise Überforderung in der Mutterrolle.
Dr.
D._
gab an, die Beschwerdeführerin wirke etwas müde und erschöpft, wäre jedoch zu jederzeit
allseits orientiert und bewusstseinsklar. Der Antrieb erscheine nach wie vor leicht vermindert. Die Prognose sei grundsätzlich positiv. Eine relevante Arbeitsfähigkeit im ersten Markt zu erlangen
,
würde jedoch viel Zeit benötigen. Entsprechend erscheine es ihm sinnvoll, dass die Beschwerdeführerin vorüber
gehend berentet würde, sodass sie sich ganz auf den therapeutischen Prozess und die Genesung konzentrieren könne.
Er empfahl die ambulante Behandlung zu intensivieren
, wobei o
hne relevante Zustandsverbesserung eine teilstationäre oder stationäre psychotherapeutische Behandlung indiziert
wäre
.
3.4
Zu den gesamten medizinischen
Vorakten
nahm RAD-Ärztin Dr.
Z._
am 14. Februar 2013 Stellung (Urk. 6/40) und hielt gestützt auf die Einschätzungen der die Beschwerdeführerin behandelnden Ärzte fest, es werde
nachvollziehbar ausgewiesen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund
einer rezidivierenden
depressiven Problematik im Rahmen einer schweren depressiven Episode seit dem 25. Juli 2011
zu 50 %
und
ab dem 25. August 2011 und weiterhin andau
ernd zu 100 %
sowohl in bisheriger als auch in angepasster Tätigkeit arbeitsun
fähig sei
.
Das psychische Krankheitsbild stehe im Vordergrund.
Eine Integrati
onsmassnahme
habe
aufgrund der ungenügenden Belastbarkeit abgebrochen werden müssen.
Eine erneute Beurteilung sei in 12 bis 18 Monaten empfohlen.
4.
4.1
Im Rahmen der revisionsweisen Überprüfung der Invalidenrente hielt
Dr.
D._
in seinem Arztbericht vom 28. September 2015 (Urk. 6/62) an die IV-Stelle fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest:
-
Neurasthenie (F48.0)
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (F33.4)
-
Auf dem Boden einer Persönlichkeitsstörung mit diffusem Selbstbild, stark eingeschränkter Selbstwahrnehmung, mangelhafter Abgrenzungsfähigkeit und kaum vorhandenen Selbstwirksamkeitsüberzeugungen (F60.8)
Im Vergleich zum Herbst 2012 sei die depressive Symptomatik abgeklungen. Die Beschwerdeführerin habe deutliche Fortschritte gemacht. Sie wisse nun besser, wer sie sei, was sie wolle und habe auch gelernt
,
ihre Grenzen besser wahrzu
nehmen und sich von anderen Menschen abzugrenzen. Das Konzentrationsver
mögen der Beschwerdeführerin lasse mit Fortdauer der Gespräche jeweils nach, sie habe aber keine Auffassungsprobleme und denke formal logisch und geord
net, wobei sie immer wieder auf
die
als teils übermächtig empfundene
n
Alltags
probleme eingeengt sei.
Ihr Schlafbedürfnis sei noch immer sehr ausgeprägt, es würde ihr jedoch gelingen, sich tagsüber nicht mehr ins Bett zu legen.
Die Stimmung der Beschwerdeführerin sei ausgeglichen und sie
gebe
an, sich etwas leistungsfähiger zu fühlen. Sie sei in der Lage
,
ihren Lebensalltag, ihren Haus
halt sowie ihre persönlichen, finanziellen und administrativen Angelegenheiten alleine zu meistern. In der Betreuung ihres Sohnes benötige sie noch immer externe Unterstützung.
Die Beschwerdeführerin nehme
Venlafaxin
(150mg) und habe regelmässige Therapiesitzungen bei Cécile
F._
, Trauma-, Körper- und Gesprächstherapie
. Hinsichtlich der Prognose äusserte sich Dr.
D._
dahinge
hend
, dass die Beschwerdeführerin in den letzten Jahren deutliche Fortschritte gemacht habe und seines Erachtens auch weiterhin Fortschritte machen werde. Es lasse sich im Moment jedoch nicht sagen, ob daraus jemals wieder eine ver
wertbare Arbeitsfähigkeit res
ultiere
.
Eine Belastbarkeit für Massnahmen der Wiedereingliederung im Umfang von mindestens zwei Stunden pro Tag würde nicht bestehen.
4.2
Seit September 2013 besuchte d
ie Beschwerdeführerin
F._
zur wöchentli
chen Therapie. In ihrem Bericht vom 23. September 2015 zu Händen von
Dr.
D._
(Urk. 6/62) gab sie an,
die Beschwerdeführerin leide unter einem mangelnden Selbstkontakt und dem Kontakt zu eigenen Emotionen. Sie habe einen tiefen Selbstwert und kein Gefühl für gesunde Grenzen. Die Beschwerde
führerin müsse an ihrer Persönlichkeitsreifung arbeiten.
Dafür seien Entlastun
gen
,
wie beispielsweise Hort oder Babysitter
,
notwendig.
F._
empfahl
,
die Invalidenrente weiterzuführen und der Beschwerdeführerin einen Schonraum zu gewähren.
4.3
Hausarzt Dr.
C._
hielt in seinem Arztbericht vom 18. November 2015 (Urk. 6/63) zu Händen der IV-Stelle fest, er behandle die
Krankheiten
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit, namentlich die arterielle Hypertonie,
die
Adipositas und
Dyslipidämie
sowie den wiederholten Eisenmangel.
Die Depres
sion betreffend
werde die Beschwerdeführerin von Dr.
D._
betreut. Sowohl die Psychotherapie als auch die Medikation werde von ihm veranlasst. Dr.
C._
gab keine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ab.
4.4
Dr.
A._
erstatte am 19. September 2016 (Urk. 6/77) im Auftrag der Beschwer
degegnerin ein psychiatrisches Gutachten. Seine Untersuchung fand am 4. April 2016 statt.
Dr.
A._
diagnostizierte keine Beeinträchtigung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Die ehemals festgestellte Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung könne nicht mehr vergeben werden. Diese Störung sei remittiert. Ausserdem könne aus gutachterlicher Sicht auch keine Persönlich
keitsstörung überzeugend nachgewiesen werden. Das Vorliegen einer von den
Vorbehandlern
genannten Neurasthenie (ICD-10: F48.0), also ein anhaltendes und quälendes Erschöpfungsgefühl nach geistiger Anstrengung oder anhaltende quälende
Müdigkeit und Schwäche nach nur geringer körperlicher Anstrengung kombiniert mit Symptomen einer akuten oder chronischen Muskel-Schmerzsymptomatik, Benommenheit oder Spannungskopfschmerz, Unfähigkeit zu einem
[
un
]
gestörten Schlaf und Reizbarkeit, könne aus seiner Sicht nicht bestätigt werden. Dies liege einerseits an den Aktivitäten, die die Beschwerde
führerin durchführen könne (MTT, Auslandreisen), andererseits an der von ihm festgestellten Verdeutlichungstendenz im affektiven Bereich und der hiesigen klinischen Befundung (Urk. 6/77 S. 57f.).
Der Gutachter führte aus, das wesentliche Problem sei nach Angaben der Beschwerdeführerin ihre Tagesmüdigkeit (sie schlafe 11-12 Stunden nachts, sowie tagsüber 3-5 Stunden, je nach Situation bzw. Aktivität; vgl. auch
Urk.
6/77 S. 29). Ferner gebe sie an, nicht viele Menschen um sich haben zu können und unkonzentriert zu sein. Aus der in Anlehnung an die AMDP-Richtlinien erhobenen psychopathologischen Befundung (
Urk.
6/77 S. 33ff.) werde ersichtlich, dass ausser der Störung der Vitalgefühle und dem Umstand, dass es der Beschwerdeführerin abends schlechter gehe, keine nennenswerten pathologischen Befundungen erhebbar gewesen seien (
Urk.
6/77 S. 36).
Auch die nach der Hamilton-
Depressions
Skala (HAMD) getesteten Bereiche hätten das Vorliegen einer Depression ausgeschlossen (
Urk.
6/77 S. 38). Aufgrund des strukturierten klinischen Interviews und ergänzender Testdiagnose habe keine Persönlichkeitsstörung ermittelt werden können. Es stehe eine selbstunsichere Persönlichkeitsstörung im Raum, welche jedoch nach klinischer Prüfung
gut
achterlicherseits
diagnostisch nicht habe bestätigt werden können. Es sei nicht nachzuweisen, dass eine Selbstunsicherheit seit später Kindheit oder Jugend durchgängig vorgelegen habe. Zudem spreche die relativ erfolgreiche Karriere mit der Leitung eines Teams gegen
die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6/77 S. 40).
Z
ur
Abgrenzung von nicht auf eine Gesundheitsschädigung zurückzuführende Funktionseinschränkungen
führte
Dr.
A._
aus, ehemals habe das depressive Syndrom Krankheitswert mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erreicht. Als invaliditätsfremde Komponente habe überwiegend wahrscheinlich auch eine gewisse berufliche Unzufriedenheit eine Rolle gespielt. Ferner schienen in der Vergangenheit auch familiäre Verhältnisse eine Rolle gespielt zu haben. Konkret die Geburt des Sohnes im Alter von 42 Jahren und in der Folge die relativ gros
se Herausforderung für die Beschwerdeführerin. Auch sei die Scheidung, womit
Perspektiven
bezüglich die Unterstützung bei der Erziehung weggefallen sei
en
, aus gutachterlicher Sicht förderlich für eine depressive Entwicklung (
Urk.
6/77 S. 46).
Aus versicherungsmedizinischer Sicht seien Probleme am Arbeitsplatz oder familiäre Probleme mit Überforderung ohne psychiatrische Diagnose jedoch keine ausreichende Begründung für eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit (Urk. 6/77 S. 68).
Im Rahmen der Überprüfung möglicher Verzerrungs- oder Verfälschungsten
denzen in der Selbstbeurteilung
hält
Dr.
A._
grundsätzlich
keine bedeutsame
n
negative
n
Antwortverzerrungen
fest
. Die Unterskala Affektivität sei
jedoch
auf
fällig bezüglich der Aggravation (Urk. 6/77 S.
37
).
Eine Aggravation schwerer Art schloss
Dr.
A._
aber
aus (
Urk.
6/77 S. 47).
Ein depressives Syndrom würde von der Beschwerdeführerin über
deutlich dargestellt werden. Das
Vorbringen der Klagen
wirke
denn auch
appellativ
, demonstrativ oder theatralisch, wodurch das Gefühl des Unechten und des Falschen entstehe, so beispielsweise indem die Beschwerdeführerin mehrere Male relativ laut, fast theatralisch anmutend
gegähnt habe,
um auf die angegebene Tagesmüdigkeit hinzuweisen. Im Ver
gleich zu depressiven Patienten
oder auch Patienten
mit Fatigue-
Syndrom
erscheine ihm
dieses Verhalten als zu deutlich (Urk. 6/77 S. 47f.).
Ausserdem
würde
der die Beschwerdeführerin behandelnde Psychiater Dr.
D._
in seinem Bericht vom 28. September 2015 (Urk. 6/62)
erwähnen
, die Beschwerdeführerin müsse sich tagsüber nicht mehr hinlegen.
Insofern
sei
die Beschwerdeschilde
rung unterschiedlich zu den Angaben der Beschwerdeführerin in der Untersu
chungssituation (Urk. 6/77 S. 61).
Generell würde zwischen der massiven sub
jektiven Beschwerdeschilderung und dem Verhalten in der Untersuchungssitua
tion eine auffällige Diskrepanz bestehen. Das Ausmass der geschilderten Beschwerden würde d
e
nn auch nicht in Übereinstimmung mit einer entspre
chenden Inanspruchnahme therapeutischer Hilfe stehen (Urk. 6/77 S. 47).
Im Rahmen der
Beurteilung des Fähigkeitsstatus der Beschwerdeführerin wurde die funktionelle Leistungsfähigkeit zum Untersuchungszeitpunkt eingeschätzt. Gemäss Dr.
A._
liege im Aktivitäts- und Partizipationsniveau eine Beeinträch
tigung von 12 % vor. Die Beschwerdeführerin habe entsprechend ein gesamt
haft funktionierendes Aktivitäts- und Partizipationsniveau von 88 %, gleicher
massen für den Tätigkeitsbereich und auch für den privaten/ Freizeitbereich. Das
Aktivitätenniveau
von früher scheine überwiegend wieder erreicht zu sein (Urk. 6/77 S. 62-65).
Zur Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
A._
aus, die Beschwerdeführerin sei von Mai 2011 bis April 2012 für die Tätigkeit als Teamleiterin in der Eingliederungsbera
tung nachvollziehbar zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Die schwerpunktmässig hierfür zuständige depressive Episode habe überwiegend wahrscheinlich in Zusammenhang mit sozialen Belastungen gestanden, wobei sie in diesem Zeit
raum die Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht habe ausführen können. Ab Dezember 2012 bis zum Untersuchungsdatum gehe es der Versicherten kon
tinuierlich oder
diskontinuierlich (zeitlich nicht exakt belegbar) gesundheitlich besser mit aus seiner Sicht positiver Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Den
noch erscheine es aus seiner Sicht so, dass der Beschwerdeführerin nicht emp
fohlen werden sollte, eine Leitungsposition in Ämtern oder in der Wirtschaft a priori wahrzunehmen.
Dies deshalb, weil die bisherigen Erfahrungen gezeigt hätten, dass eine Führungsposition im Zusammenspiel mit psychosozialen Fak
toren, beispielsweise familiärer Art, für eine Führungsposition im vorliegenden Fall hinderlich seien.
Es sei jedoch nicht ausgeschlossen, dass bei einer weiter bestehenden Remission der depressiven Episode im Rahmen einer Anpassungs
störung, beispielsweise über 1-2 Jahre, wieder eine Leitungsposition ausgeführt werden könne
(
Urk.
6/77 S. 64
, S. 68f.
).
Ferner verwies
Dr.
A._
diesbezüglich auf
Inkonsisten
zen innerhalb der Aktenlage, insbesondere den
Bericht von Dr.
D._
vom 28. September 2015 (Urk. 6/62). In diesem würde Dr.
D._
einer
seits
von einer Remission der depressiven Symptomatik sowie einer gesteigerten Leistungsfähigkeit
sprechen
, andererseits aber die Belastbarkeit für Massnahmen der Wiedereingliederung von mindestens zwei Stunden pro Tag
vernein
e
n.
Aus versicherungspsychiatrischer Sicht seien keine wesentlichen Probleme einer
Wiedereingliederung erkennbar
(Urk. 6/77 S. 60)
.
5.
5.1
Entgegen den Vorbringen der Beschwerde
führerin
(
Urk.
1 S. 6
,
Urk.
15
) ist eine Verbesserung des Gesundheitsschadens im Sinne eines Revisionsgrundes nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG aufgrund der vorliegenden Akten ausgewiesen. Zu diesem Schluss kam nicht nur der Gutachter, sondern auch der behandelnde Psychiater, welcher im
September 2015 berichtete, dass
die rezidivierende depre
ssive Stö
rung remittiert sei und im Vergleich zum Herbst 2012 die depressive Sympto
matik
abgeklungen sei.
I
nsbesondere
sei
kein Tagesschlaf mehr sowie eine gesteigerte Leistungsfähigkeit
zu verzeichnen
(E. 4.1
).
Bereits in diese
r
Ausfüh
rung und ungeachtet des Umstandes, dass aufgrund der psychiatrischen Unter
suchung
kein Leiden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
mehr bestätigt werden konnte, ist eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse zu erblicken, welche es erlaubt, unter dem Titel von
Art.
17
Abs.
1 ATSG den Inva
liditätsgrad neu und ohne Bindung an die frühere Invaliditätsschätzung zu ermitteln
(vgl.
BGE 141 V 9
)
.
Nicht abgestellt werden kann auf die Einschät
zung von
Dr.
D._
, dass sich die Arbeitsfähigkeit nicht verbessert habe und gar die Belastbarkeit für Wiedereingliederungsmassnahmen im Umfang
der
ursprünglich attestierten zwei Stunden pro Tag (vgl. E. 3.2) nicht mehr bestehen würde (
Urk.
6/62). Dieser Schluss ist weder begründet noch aufgrund seiner Ausführungen zum gebesserten Befinden nachvollziehbar.
5.2
Während
Dr.
D._
im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
noch eine neurastheni
sche Symptomatik im Rahmen einer langsam abklingenden schweren depressi
ven Episode bei rezidivierender depressiver Störung (ICD-10: F.33.2)
, maladap
tive Persönlichkeitszüge
mit hohen Leistungsansprüchen, mangelnder Selbstfür
sorge, hoher Aufopferungsbereitschaft, zum Teil unscharfem Selbstbild (ICD-10: Z73.1)
diagnostiziert
e (E. 3.3),
konnte
Dr.
A._
im Gutachten
vom 19. September 2016 keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
mehr
)
stellen
.
Aufgrund der im psychiatrischen Gutachten angeführten Befunde
(vgl. E. 4.4)
ist
nachvollziehbar, dass kein relevantes depressives Geschehen mehr vorliegt.
Neben den durchgeführten Tests,
deren Anwendung im Ermessen der
medizini
schen
Fachperson liegt (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_350/2015 vom
6.
Januar 2016 E. 5.2
)
,
führt
e
der Gutachter seine eigenen klinischen Befunde auf
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_252/2012 vom
7.
September 2012 E. 8.3 und 8C_55/2018 vom 3
0.
Mai 2018 E. 6.4.1)
, die entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin
(vgl. Urk. 6/77 S. 39f.)
nicht offensichtlich haltlos sind. Ins
besondere wird die geklagte Müdigkeit sehr wohl berücksichtigt, was nicht identisch mit dem medizinischen Begriff einer Schlafstörung
sein muss
(
Urk.
6/77 S
. 35, S. 39); dasselbe gilt für nachvollziehbare Schuldgefühle in Zusammenhang mit der Fremdbetreuung des Sohnes.
Der Gutachter
fand objek
tiv
keine Aufmerksamkeits- ode
r Konzentrationsstörun
gen
.
Die
Konzentrations
fähigkeit der Beschwerdeführerin
sei im gutachterlichen Gespräch, welches circa drei Stunden dauerte, gut gewesen (Urk. 6/77 S. 45).
Die Beschwerdeführerin
habe
ein adäquates Auftreten, mit sehr guten kommunikativen Fähigkeiten gezeigt
und die Fragen jeweils zielgerichtet beantwortet
(Urk. 6/77 S. 50
und S. 60
).
Im Rahmen der spezifischen Testung der Persönlichkeit resultierten Züge einer selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung, welche von Dr.
A._
jedoch diagnos
tisch nicht bestätigt werden konnte. Aus versicherungsmedizinischer Sicht wür
de eine berufliche Karriere, wie sie die Beschwerdeführerin vorzuweisen hätte, mit einer selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung mit wesentlicher Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nicht einhergehen (Urk. 6/77 S. 49). Dies erweist sich als nachvollziehbar. Auch die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung weist, wie die meisten Diagnosen, keine direkte Korrelation zu einer Arbeitsunfähigkeit auf (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.1). Vorliegend vermag die – nachträglich gestellte (vgl. E. 4.1 und E. 3.2/3.3) – Diagnose einer Persönlichkeitsstörung – würde sie zutreffen – umso weniger
eo
ipso eine Arbeitsunfähigkeit zu begründen, als die Beschwerdeführerin mit dem erstmals 2015 erhobenen Leiden jahrelang einer vollzeitlichen, anspruchsvollen Erwerbstätigkeit und beruflichen Weiterbildun
gen nachgehen konnte (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_473/2015 vom 2
0.
April 2016 E. 2.5).
5.3
Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin (
Urk.
15 S. 2) schloss der Gutachter Aggravation aus.
Wenn
Dr.
A._
seine objektiven Befunde dem
sub
jektiven Empfinden der Beschwerdeführerin entgegensetzt, ist darin nichts Widersprüchliches zu erkennen
.
D
ass der behandelnde Psychiater das Antwort
verhalten der Beschwerdeführerin in anderer Weise beurteilt und bewertet als ein Gutachter
, ist auch
dem
unterschiedlichen Auftrag zuzuschreiben, wobei der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen
ist
, dass Hausärzte
und behandelnde Fachärzte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE
125 V 351
E.
3b/cc).
Die geschilderten Konzentrationsstörungen, die Tagesmüdigkeit sowie die selbstunsicheren Persönlichkeitszüge konnte
Dr.
A._
nicht im geklagten Umfang bestätigen bzw. konnte ihnen keine psychiatrische Krankheit zugrunde legen, weshalb die Schlussfolgerung einer grundsätzlich
zumutbaren
vollzeitli
ch
en
Arbeitstätigkeit
schlüssig ist.
Neben den objektiv
erhobenen Befunde
wie
sen im Zeitpunkt der Begutachtung auch die effektiv unternommenen Ausland
reisen nach Kuba, Nicaragua oder Costa Rica – ungeachtet ihres Zweckes - und die regelmässigen Kontakte mit Freunden und ihrer Schwester sowie die gesell
schaftlichen Aktivitäten darauf hin, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin gegenüber Herbst 2012 verbessert hat. Ausserdem bemüht sich die Beschwerdeführerin um einen strukturierten Tagesablauf, erledigt einen Teil des Haushaltes, beschäftigt sich zeitweise mit ihrem Sohn und nimmt regelmässig an der Psychotherapie teil (Urk. 6/77 S. 56f.).
5.4
Schliesslich ist auch der Einwand der Beschwerdeführerin, das psychiatrische Gutachten sei nicht nach den neuen Leitlinien der Schweizerischen
Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP) verfasst worden, nicht stichhaltig und vermag
den Beweiswert nicht zu mindern
. Weder Gesetz noch Rechtspre
chung schreiben den Psychiatern eine Begutachtung nach den entsprechenden Richtlinien vor (Urteile 8C_433/2017 vom 12. September 2017 E. 3.4.1; 8C_734/2016 vom 12. Juli 2017 E. 3.9;
8C_105/2017 vom 6. Juni 2017 E. 4.4; 9C_715/2016 vom 24. Januar 2017 E. 3.2
). Die Leitlinien stellen eine Orientie
rungshilfe für die gutachtenden Fachpersonen dar und sollen die Gutachtens
praxis im Hinblick auf die normativ massgeblichen Gesichtspunkte konkretisie
rend anleiten (
Hans-Jakob Mosimann
, Beitrag der Leitlinien für die Rechtspre
chung, SZS 2016 S. 513). Ferner ist das Gutachten einem sorgfältigen Leser durchaus verständlich, auch wenn – worauf die Beschwerdeführerin
teilweise
zu Recht hinweist – sprachliche Fehler vorkommen (beispielsweise
Urk.
6/77 S. 45).
Der Schlüssigkeit der Einschätzungen tut dies keinen Abbruch.
5.5
Zusammenfassend ist festzustellen, dass sich Dr.
A._
im psychiatrischen Gut
achten vom 19. September 2016 (Urk. 6/77) mit allen Aspekten der geklagten Beeinträchtigungen auseinandersetzt, seine Befunde und den Krankheitsverlauf einschliesslich der Verbesserung nachvollziehbar darlegt und die Diagnostik begründet. Er berücksichtig
t
auch sämtliche bis dahin angefallenen ärztlichen Untersuchungsberichte und setzt sich mit den anderslautenden Einschätzungen auseinander. Insgesamt ist das Gutachten umfassend und vermag zu überzeu
gen. Es wurde einleuchtend dargelegt, dass aufgrund der psychiatrischen Unter
suchungen eine nach ICD-10 klassifizierte psychiatrische Diagnose mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit nicht mehr vorliegt und insofern von einer Remis
sion der depressiven Symptomatik auszugehen ist. In diesem Sinne ist ohne weiteres nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin –
angesichts der geschil
derten psychiatrischen Befunde und der gestellten Diagnose – in ihrer Arbeits
fähigkeit nicht erheblich eingeschränkt ist.
Angesichts der vorhandenen psycho
sozialen Belastungsfaktoren (Stellenverlust,
alleinerziehend
, teilweise Überfor
derung in der Mutterrolle) ist es nicht widersprüchlich, dass der psychiatrische Experte
– obwohl keine
krankheitswertige psychische Störung
vorliegt -
eine weitere psychiatrische Begleitung und
den Wiedereinstieg in einer angepassten Tätigkeit, d.h. einer Tätigkeit ohne Leitungsfunktion, empfahl.
Damit
ist
auf das
p
sychiatrische Gutachten von Dr.
A._
abzustellen und
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
Von weiteren medizinischen Abklärungen kann daher abgesehen werden (BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d).
6.
6.1
Streitig ist ausserdem der Umfang der Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall.
Die Beschwerdeführerin gab in ihrer Beschwerde v
om 22. Februar 2017 (Urk. 1)
an, sie
würde im Gesundheitsfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein 100 % Pensum bewältigen.
Im Rahmen der Befragung in der Hauptverhandlung war von 90 % die Rede (vgl. Protokoll S. 13f.).
Vor Ein
tritt der Invalidität war die Beschwerdeführerin in einem 80 % Pensum erwerbs
tätig.
Die Beschwerdegegnerin hatte keinen Einkommensvergleich erstellt, was von der Beschwerdeführerin moniert wurde. Weil die bisherige, angestammte Tätig
keit mit Führungsfunktion nicht mehr zumutbar sei, sei mit einer Erwerbsein
busse zu rechnen. Entsprechend sei ein Einkommensvergleich vorzunehmen.
Nachkommend wird der Erwerbsvergleich mit einem 100 % Pensum durchge
führt, wobei
angesichts des eindeutigen Resultats
offen
gelassen werden kann, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin tatsächlich erwerbstätig
wäre
.
6.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkom
mensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.3
6.3.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frü
hestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensent
wicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
6.3.2Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b/aa).
Ist die Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich, können
f
ür die Bestimmung des Invalideneinkommens nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohn
strukturerhebungen
(LSE) herangezogen werden (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3,
135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlich
ten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5
.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1).
6.3.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und
Ausmass
der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können
(BGE 124 V 321 E.
3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten
(BGE 126 V 75 E.
5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht
automatisch erfolgen. Er ist unter Würdi
gung der Umstände im Einzelfall nach
pflichtgemässem
Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.
2; 134 V 322 E.
5.2 und
126 V 75 E.
5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfä
higkeit eingeschränkt ist
(BGE 126 V 75 E.
5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthalte
ne gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des lei
densbedingten Abzugs
einfliessen
und so zu einer doppelten Anrechnung des
selben Gesichtspunkts führen dür
fen (Urteile des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E.
3.1
mit Hinweisen
).
6.4
6.4.1
Nach Lage der Akten
war die Beschwerdeführerin
letztmals
im Jahr 2009
ganz
jährig
vollzeitlich
erwerbstätig
, wobei sie
gemäss IK-Auszug (Urk. 6/38)
ein Einkommen in der Höhe von Fr. 117'260.-- erzielt hat, welches als
Validenein
kommen
heranzuziehen ist. Der Nominallohnerhöhung
entsprechend aufgerech
net (
Bundesamt für Statistik, T 39 Entwicklung der Nominallöhne 1976-2016, Frauen;
Stand
2009
:
2552
,
Stand 2016: 2709)
,
ergibt sich ein
Valideneinkom
men
von Fr. 124'473.87
(vgl. E. 6.4.3
am Schluss
)
.
6.4.2
Zur Bemessung des Invalideneinkommens ist das standardisierte monatliche Einkommen von
Fr.
6
'
202
.-- für weibliche Angestellte gemäss den vom Bundes
amt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE 2014, TOTAL in de
r Tabelle TA1
) heranzuziehen.
Entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 14) verfügt sie über den Fähigkeitsausweis Betriebssekretärin (
Urk.
6/2/26) und besuchte drei
Jahre die Diplommittelschule (Urk.
6/2/27), weshalb nicht davon gesprochen werden kann,
dass
sie
keine kaufmännische Ausbildung respektive k
ein KV-
Fähigkeitszeugnis
vorweisen könne
.
V
or dem Hintergrund ihrer beruflichen Karriere sowie diverser Weiter
bildungen speziell im kaufmännischen und betriebswirtschaftlichen Umfeld
(
Urk.
6/2/22ff.) sind keine Gründe ersichtlich,
weshalb eine Arbeit in diesem Bereich nur als Hilfskraft in Frage käme.
Bei der Beschwerdeführerin liegen kei
ne gesundheitlichen Einschränkungen vor, die sie in der Ausübung komplexer praktischer Tätigkeiten beeinträchtigen würden.
Es
ist anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer beruflichen Ausbildung und Erfahrungen mindestens eine Tätigkeit gemäss Kompetenzniveau 3 ausüben kann.
Auf solche Stellen hat sie sich – wie der Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen darlegt – auch beworben (
Urk.
16/5).
Das standardisierte monatliche Einkom
men von
Fr.
6
'
202
.-- ist unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeits
zeit im Jahr
2016
von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Q 8) sowie der Nomi
nallohnentwicklung bis ins
Jahr 2016
(Bundesamt für Statistik, T 39 Entwick
lung der Nominallöhne 1976-2016, Frauen;
Stand 201
4
: 26
73
,
Stand 2016: 2709) auf ein Jahreseinkommen
von
Fr. 78'681.96
hochzurechnen (Fr. 6
'
202
.-- x 12 : 40 x 41,7 : 26
73
x 2709). Das anzurechnende Invalideneinkommen beträgt somit
Fr.
78'631.9
6.
6.4.3
Die Beschwerdegegnerin gewährte keinen leidensbedingten Abzug, was von der Beschwerdeführerin beanstandet wurde. Diese forderte einen leidensbedingten Abzug von mindestens 10 % (Urk. 1 S. 15), wobei sie nicht näher ausführte, welche Gründe einen Abzug rechtfertigen würden. In Anbetracht der Gesamt
umstände ist ein Leidensabzug denn auch nicht gerechtfertigt. So ist die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. Der Umstand, dass der Beschwerdeführerin eine Tätigkeit mit Führungsfunktion vorübergehend nicht empfohlen wird, führt nicht automatisch zu einer Vermin
derung des hypothetischen Invalidenlohnes, wird dem vorübergehenden tieferen Lohnniveau doch dadurch Rechnung getragen, dass auf den Tabellenlohn im Kompetenzniveau 3 abgestützt wurde. Es zeigen sich keinerlei Anhaltspunkte, dass die Beschwerdeführerin ihre Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt gesundheitlich bedingt nur mit unterdurchschnittlichem erwerbli
chem Erfolg verwerten kann (vgl. dazu BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
).
6.4.4
Wird das
Valideneinkommen
s
(100
%
-Pensum) von Fr.
1
24
'
473
.87 (
E. 6.4.1
) dem Invalideneinkommen gegenübergestellt, resultie
rt eine Erwerbseinbusse von Fr.
45
'
841.90
oder ein Invaliditätsgrad von
36,
83
%
, was
gerundet
3
7
% ent
spricht.
Eine Aufrechnung des Invaliden- und
Valideneinkommen
auf das Jahr 2017 erübrigt sich, da e
s am Verhältnis dieser beiden Werte zueinander nichts ändert
.
6.4.
5
Im Rahmen
der Hauptverhandlung
teilte die Beschwerdeführerin mit, sie sei seit August 2017
(befristet für ein Jahr, mit Aussicht auf Verlängerung)
als Klassen
assistentin in einem 37,14%-Pensum
angestellt
.
In diesem Zusammenhang reichte sie
die Anstellungsverfügung der
G._
vom 11. Juli 2017
zu den Akten
(vgl. Protokoll S. 5; Urk. 16/
3
). Daraus ist er
sichtlich, dass sie in einem 37,
14%-Pensum ein
en
Monatslohn von Fr. 2'195.60 erzielt
e
.
Auf ein 100%-
Pensum aufgerechnet
,
ergäb
e
sich ein Jahreseinkommen in der Höhe
von Fr. 76'851.91 (Fr. 2'195.60
: 37,14
x
100
x
13
). Stellt man dieses Invalidenein
kommen dem
Valideneinkommen
von
Fr. 124'473.87
(vgl. E. 6.4.3)
gegenüber, resultiert eine Erwerbseinbusse im Umfang von Fr. 47'621.96
bzw. ein
Invalidi
tätsgrad von 3
8,26 % respektive gerundet 38 %, was ebenfalls kein Rentenan
spruch mehr begründete.
6.5
Unter
Berücksichtigung von
Art.
88a
Abs.
1
der
Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV)
besteht
nach dem Gesagten
ab dem
1.
März 2017 kein Anspruch auf die Invalidenrente mehr.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Die Beschwerdeführerin beantragte eventuell die
Zusprache
von beruflichen Massnahmen, namentlich die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen.
7.1
Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz allgemein der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vor
zukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen). Dieses Gebot der Selbsteingliederung ist Ausdruck des in der ganzen Sozialversicherung geltenden Grundsatzes der Schadenmin
derungspflicht (vgl. BGE 120 V 368 E. 6b, 117 V 275 E. 2b), wobei jedoch von der versicherten Person nur Vorkehren verlangt werden können, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung; ZAK 1989 S. 214 E. 1c). Als Ausdruck der allgemeinen Scha
denminderungspflicht geht die Pflicht, die notwendigen Schritte zur Selbstein
gliederung zu unternehmen, nicht nur dem Renten-, sondern auch dem gesetzli
chen
Eingliederungsanspruch vor (Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.1 mit Hinweisen auf Urteile I 116/03 vom 10. November 2003 E. 3.1 und I 145/01 vom 12. September 2001 E. 2b).
Das Bundesgericht geht vom Regelfall aus, dass eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteinglie
derung verwertbar ist
.
Bei Versicherten, die bei der revisions- oder wiedererwä
gungsweisen Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente das 5
5.
Altersjahr vollendet haben oder eine Rentenbezugsdauer von mindestens 15 Jahren aufweisen, ist – von Ausnahmen abgesehen – eine Selbsteingliederung indessen nicht mehr zumutbar (Urteil 9C_231/2015 vom 7. September 2015 E. 2 mit Hinweis auf SVR 2011 IV Nr. 73 S. 220; 9C_228/2010 E. 3).
7.2
Die am 8. Dezember 1966 geborene Beschwerdeführerin war im relevanten Zeitpunkt (Vorliegen des Gutachtens vom 19. September 2016; vgl. BGE 138 V 457 E. 3.3) 49
Jahre alt und hat während rund vier
Jahren eine Rente bezogen. Sie fällt damit unbestritten nicht unter die erwähnte Rechtsprechung.
Des Wei
teren
liegen bei der Beschwerdeführerin keine gesundheitlichen Einschränkun
gen vor, die ihre Arbeitssuche beschränken würden.
Ein
e Prüfung erforderlicher Wiedere
ingliederungsmassnahmen
vor der Rentenaufhebung
erübrigt
e
sich
daher
.
8.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr. 1’0
00.--
anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerle
gen.