Decision ID: 01895212-c3d5-43f0-8e6a-fec491561450
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
ist bei der Helsana Versicherungen AG (Helsana) für die Leistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung versichert (vgl.
die
Korrespon
denz zwischen der
X._
und der Helsana in
Urk.
6/1
ff.).
Nachdem die Prämien für die Monate Oktober 2011 bis Juni 2012 Gegenstand von
Betreibungen
gewesen waren
(vgl. den Prozess Nr. KV.2013
.00010)
, for
derte die Helsana
X._
mit Zahlungsbefehl vom 1
2.
November 2012 (Be
treibung Nr. 131269 des Betreibungsamtes
Y._
) zur Bezahlung der Prämien für die Monate Juli, August und Septem
ber 2012 im Gesam
t
betrag von Fr.
675.60 auf, nebst Zins zu 5
%
seit dem
1.
August 2012 und zuzüglich Bearbeitungsgebühren in der Höhe von
Fr.
100.-- (
Urk.
6/9; vgl. auch das Betreibungsbegehren in
Urk.
6/8). Mit Verfügung vom
1
0.
Januar 2013
bestätigte die Helsana die in Betreibung gesetzte Forderung, zuzüglich der Betreibungskosten in der Höhe von
Fr.
53.--, und hob den Rechtsvorschlag
von
X._
auf (
Urk.
6/10
).
X._
erhob am
2
0.
Februar 2013
Einsprache
(
Urk.
6/11
).
Mit Entscheid vom 2
2.
Februar 2013 hob di
e Helsana die Verfügung vom 10.
Januar 2013 in Bezug auf die darin festgelegten Betreibungskosten auf und wies die Einsprache im Übrigen ab (
Urk.
2/1 =
Urk.
6/12). Der Entscheid wurde der Helsana von der Post retourniert, worauf
sie ihn der Versicherten am 13.
März 2013 nochmals zustellte (vgl. den B
egleitbrief der Helsana vom 13.
März 2013,
Urk.
2/2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
2.
Februar 201
3
erhob
X._
mit Eingabe vom 2
9.
April 2013 Beschwerde (
Urk.
1). Sinngemäss beantragte sie, von der erhobenen Forderung sei abzusehen, bis die Helsana vollumfänglich Auskunft gegeben habe über ihre Rolle beim Entstehen und bei der Entschädigung der Operationsfolgen, die sie am
S
pital Z
._
erlitten habe, ferner sei sie für eine mindestens 90%ige Invalidität zu entschädigen und es sei ihr ein Schadenersatz von acht Millionen zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2 ff.). Die Helsana erstattete mit E
ingabe vom 1
5.
Mai
2013 die Beschwerdeantwort und beantragte, auf die Beschwerde sei infolge Fehlens eines ausreichenden Rechtsbegehrens und mangelhafter Begründung nicht einzutreten, eventualiter sei die Beschwerde abzuweisen
(
Urk.
5). Ausserdem stellte sie den Antrag auf Vereinigung des Verfahrens mit dem bereits
hängigen
Verfahren betreffend die Prämien für die Zeit von Oktober 2011 bis Juni 2012 (Prozess Nr. KV.201
3
.00010; vgl.
Urk.
5 S. 2). Mit Verfügung vom 2
1.
Mai 2013
hielt das Gericht fest, die Beschwerdeschrift vom
2
9.
April 2013 entspreche
den
gesetzlichen Anforderun
gen
grund
sätzlich
(
Urk.
7)
. Das Gericht machte die Versicherte jedoch darauf aufmerksam, dass der
Gegenstand des vorliegenden Verfahrens
auf den
Inhalt des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom
22.
Februar 2013
beschränkt sei
, also
auf
die Pflicht zur Bezahlung der darin genannten Präm
ien, und gab der Versicherten G
elegenheit, zu dieser Frage, zu den Ausführungen der
Helsana hierzu und zu
den eingereichte
n Unterlagen Stellung zu nehmen.
X._
nahm am 2
6.
Juni
2013 Akteneinsicht (vgl.
Urk.
9
), und das Gericht verlangte anschliessend von der Helsana die Versicherungsbedingungen nach (
Urk.
1
1; vgl.
die Eingabe der Helsana vom 27.
Juni 2012,
Urk.
10). Mit Eingabe vom
2.
Oktober 2
013 (
Urk.
1
5) und den damit eingereichten Unterlagen (
Urk.
1
6
/
1-23) erstattete
X._
ihre Stellungnahme. Diese wurde der Helsana mit Be
gleitbrief vom
7.
Oktober 2013 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
1
7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 2
2.
Februar 2013 wurde der
Be
schwerdegegnerin
beim ersten Zustellungsversuch am 1
1.
März 2013 mit dem Vermerk „Nicht abgeholt“ retourniert (vgl.
Urk.
6/14).
Wird der Adressat eines Entscheids anlässlich einer versuchten Zustellung nicht angetroffen und legt die Post deshalb eine Abholeinladung in den Briefkasten, so gilt die Sendung n
ach der Rechtsprechung des Bundesgerichts in jenem Zeit
punkt als zugestellt, in welchem
sie auf der Post abgeholt wird. G
eschieht dies
jedoch
nicht innert der Abholfrist von sieben Tagen, so gilt die Sendung als am letzten Tag dieser Frist zugestellt (
Urteil des Bundesgerichts 9C_129/2013 vom
6.
März 2013 mit den Hinweisen auf BGE 130 III 396 E. 1.2.3 und
BGE 134 V 49 E. 4). Diese sogenannte Zustellungsfiktion hat zur Folge, dass
die Rechts
mittelfrist
zu laufen beginnt, obwohl der Adressat den Entscheid noch nicht er
halten hat. Eine Ausnahme von dieser Rechtsfolge besteht nach der Rechtspre
chung dort, wo der Verfasser des Entscheids noch vor Ablauf der Rechtsmittel
frist eine erneute Zustellung vornimmt, ohne einen Hinweis auf die bereits lau
fende Rechtsmittelfrist anzubringen (BGE 115
Ia
12 E.
4, Urteil des Bundesge
richts I 868/02 vom 2
1.
März 2003, E. 4).
Eine derartige Ausnahme liegt hier vor, denn die Beschwerdegegnerin wies im Brief vom 1
3.
März 2013, mit dem sie der Beschwerdeführerin den
Einspracheentscheid
ein zweites Mal zustellte (
Urk.
2/2), nicht auf den Fristenlauf hin. Die Beschwerde vom 2
9.
April 2013 erweist sich damit unter Berücksichtigung des Friststillstandes vom 2
4.
März bis zum
7.
April 2013 (vgl.
Art.
60 des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] in Verbindung mit
Art.
38 ATSG) als rechtzeitig erhoben. Es ist deshalb darauf einzutreten.
2.
Nach
Art.
61
Abs.
1 Satz 1 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) legt der Versicherer die Prämien fest.
Die Prämien sind gemäss
Art.
90 der Verordnung über die Krankenversicherung (KVV) im Voraus und in der Regel monatlich zu bezahlen. Ausstehende Prämien und Kostenbeteiligungen sind zu mahnen und in Betreibung zu setzen (
Art.
64a
Abs.
1 KVG und
Art.
105b KVV
).
3
.
3
.1
Gegenstand des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom
2
2.
Februar 2013
sind die Prämien für die Zeit von
Juli bis September 201
2.
Die Prämienhöhe von monatlich
Fr.
225.20 (vgl.
das
Dossierbl
a
tt
der Beschwerdegegnerin in Urk.
6
/
19) wird
von der Beschwerdeführerin nicht bestritten, und es besteht kein Anlass, sie von Amtes wegen in Frage zu stellen. Die Beschwerdeführerin macht ferner nicht geltend, die genannten Prämien bereits bezahlt zu haben, sondern bringt vielmehr vor, die Beschwerdegegnerin habe ihr gegenüber gewisse Ver
säumnisse begangen, und will die Bezahlung der Prämien sistieren, bis die Beschwerdegegnerin das Versäumte nachgeholt hat (vgl.
Urk.
1 S. 2 ff.,
Urk.
1
5).
Indessen ist nicht ersichtlich, inwiefern die Auskünfte, welche die Beschwerde
-
führerin von der Beschwerdegegnerin verlangt, die Prämienzahlungspflicht beeinflussen könnten. Namentlich ist es den versicherten Personen verwehrt,
ausstehende Prämien oder Kostenbeteiligungen mit beanspruchten Leistungen zu verrechnen (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_379/2009 vom
4.
Juni 2009 mit Hinweis auf SVR 2007 KV Nr.
14, K 7/06
, E.
3.2). Die Prämien im Gesamtbetrag von
Fr.
675.60 für Juli bis September 201
2
sind somit geschuldet.
3.2
Ebenfalls geschuldet
ist der erhobene 5%ige Verzugszins ab dem Datum des mittle
ren Verfalls, nämlich ab dem
1.
August 201
2.
Die Rechtsgrundlage hierfür findet sich in
Art.
26
Abs.
1
ATSG
und in
Art.
105a KVV.
3.3
Gleichermassen gerechtfertigt ist die Erhebung
der Bearbeitungskosten von Fr.
100.--, die sich gemäss der Begründung des angefochtenen
Einspracheentscheids
aus Mahnspesen von Fr. 40.-- und
Umtriebsspesen
von Fr. 60.-- zusammensetzen (vgl.
Urk.
2/1 S. 4). Gesetzliche Grundlage ist hi
er
Art.
105b
Abs.
2 KVV
, und die erforderliche reglementarische Regelung findet
sich in Art. 5.5 der Versicherungsbedingungen der
Beschwerdegegnerin (Urk.
11). Fer
ner sind die Kosten durch Zahlungserinnerungen und Mah
nungen ausreichend belegt (Urk.
6/3,
Urk.
6/5,
Urk.
6/6,
Urk.
6/7), und deren Höhe ist als angemes
sen zu beurteilen.
3.4
Aufgrund dieser Erwägungen ist der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 22.
Februar 2013 zu bestätigen, und die Beschwerde ist in Bezug auf die darin festgesetzte
Forderung
abzuweisen.
Eine Vereinigung mit dem Prozess Nr.
KV.
2013.00010, wie sie die Beschwerdegegnerin beantragt (vgl.
Urk.
5 S. 2), erübrigt sich.
4.
Wie das Gericht in der Verfügung vom 2
1.
Mai 2013 (
Urk.
7
) bereits festgehal
ten hat,
ist
Gegenstand des vorliegenden Verf
ahrens lediglich die Forderung
, über die mit dem angefochtenen
Einspracheentscheid
befunden worden ist. Da
her kann weder auf den Antrag der Beschwerdeführerin, die
Beschwerdegegne
rin
zu Auskünften zu verpflichten, noch auf das Schadenersatzbegehren einge
treten werden. Ebenfalls nicht einzutreten ist auf den Antrag auf Entschädigung wegen Invalidität, da die Invalidität wohl Gegenstand des
zur Zeit
hängigen
Verfahrens Nr. IV.2012.01151 ist, nicht hingegen des vorliegenden Verfahrens.