Decision ID: 57114ea4-53cd-503c-8065-aec042a82de1
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
B._ (nachfolgend: Versicherter) war seit dem 29. Dezember 1978 bei der C._
AG tätig und bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva)
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Das Arbeitsverhältnis bestand
nach der ordentlichen Pensionierung weiter. Am 26. Februar 2014 liess er der Suva
melden, er sei am 1. Januar 2014 anlässlich eines Aufenthalts im Kantonsspital St.
Gallen (KSSG) im Krankenzimmer gestürzt (act. G 3.3-3). Der Versicherte war am 26.
Dezember 2013 ins KSSG eingetreten und blieb dort bis 4. Februar 2014 hospitalisiert.
Die Ärzte diagnostizierten mit Bericht vom 5. Februar 2014 (Suva-act. II-7) 1. ein
diffuses Subduralhämatom mit Falxbeteiligung nach Sturzereignis vom 1. Januar 2014
unter ASS, Plavix und prophylaktisch Liquemin, 2. rezidivierende Synkopen ohne
Prodromi unklarer Genese, 3. ein Erysipel Unterschenkel links, 4. eine dialysebedürftige
Niereninsuffizienz, 5. eine hypertensive, valvuläre und koronare Herzkrankheit und 6.
ein normokardes Vorhofflimmern (ED: 28. Januar 2013). Am 4. Februar 2014 war der
Versicherte in die Geriatrie des KSSG verlegt worden (act. G 3.3-7), wo er bis zum 3.
April 2014 hospitalisiert blieb (act. G 3.2-8). Danach wurde er der Rehaklinik E._
zugewiesen (act. G 3.3-41). Die Suva erbrachte für den Sturz vom 1. Januar 2014 die
gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld; act. G 3.3-25).
A.a.
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Während des Rehabilitationsaufenthalts in der Rehaklinik E._ stürzte der
Versicherte am 14. August 2014 aus dem Rollstuhl (act. G 3.2-2). Beim Kopfanprall
erlitt er u.a. eine leichte intracranielle Blutung, was die ihn zu dieser Zeit behandelnden
Ärzte im Spital F._ dazu bewog, die gegen die Lungenembolien geführte Therapie mit
oraler Antikoagulation zwecks Vermeidung einer erneuten intracraniellen Blutung
abzusetzen (act. G 3.2-9).
A.b.
Am 27. August 2014 kam es in der Rehaklinik E._ plötzlich zu einer unerwarteten
Verschlechterung des Allgemeinzustands des Versicherten. Man entschied sich für ein
palliatives Vorgehen, stoppte die vorherige Medikation, verabreichte Morphin und
stellte die Peritonealdialyse ein. Am 28. August 2014 verstarb der Versicherte (act. G
3.2-8).
A.c.
Mit Verfügung vom 15. Juli 2015 lehnte es die Suva ab, A._, als Witwe des
Verstorbenen, eine Hinterlassenenrente auszurichten mit der Begründung, der Tod sei
nicht auf einen Unfall zurückzuführen (act. G 3.2-21). Daran hielt die Suva mit
Einspracheentscheid vom 4. Februar 2016 fest (act. G 3.2-26). Die dagegen erhobene
Beschwerde vom 7. März 2016 (act. G 3.2-34) wurde vom Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 2. Mai 2018 gutgeheissen, der
Einspracheentscheid vom 4. Februar 2016 wurde aufgehoben und die Sache wurde zur
Prüfung und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen (Hinterlassenenrente) an die
Suva zurückgewiesen (act. G 3.2-48). Gegen diesen Entscheid führte die Suva
Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ans Bundesgericht mit dem
Antrag auf Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids (act. G 3.2-49). Mit Urteil vom
20. Mai 2019, 8C_437/2018, wies das Bundesgericht die Beschwerde ab (act. G
3.2-52).
A.d.
Am 25. Juni 2019 ersuchte die Suva ihre Abteilung Versicherungsmedizin zur Höhe
des Kausalitätsanteils des unfallbedingten Faktors am Tod des Versicherten Stellung
zu nehmen (act. G 3.2-54). Am 10. September 2019 teilte die Suva dem Rechtsvertreter
von A._, Rechtsanwalt lic. rer. publ. M. Graf, St. Gallen, mit, dass aufgrund der
neurologischen Beurteilung von Dr. med. G._, Facharzt für Neurologie, Abteilung
Versicherungsmedizin der Suva, vom 13. August 2019 (act. G 3.2-56) von einem
A.e.
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B.
Gegen diese Verfügung erhob der Rechtsvertreter von A._ am 23. Januar 2020
Einsprache (act. G 3.2-74). Mit Entscheid vom 3. Juni 2020 wies die Suva die
Einsprache ab (act. G 3.2-77).
C.
unfallbedingten Anteil von einem Drittel auszugehen sei respektive die
Leistungskürzung zwei Drittel betragen werde (act. G 3.2-57).
Nachdem der Rechtsvertreter von A._ mit Schreiben vom 23. September 2019
zur obgenannten Mitteilung der Suva Stellung genommen und sich auf den Standpunkt
gestellt hatte, dass für eine Kürzung der Hinterlassenenrente keine Grundlage bestehe
(act. G 3.2-59), sprach die Suva A._ mit Verfügung vom 18. Dezember 2019 eine
Hinterlassenenrente ab 1. September 2014 mit einer Kürzung um 66.66% zu (act. G
3.2-71).
A.f.
Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Graf für A._ (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 3. Juli 2020 Beschwerde mit folgenden
Anträgen: 1. Der Einspracheentscheid der Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin)
vom 3. Juni 2020 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der
Beschwerdeführerin ab 1. September 2014 eine (ungekürzte) Hinterlassenenrente von
Fr. 4'000.--auszurichten. 2. Die Beschwerdegegnerin sei eventualiter zu verpflichten,
der Beschwerdeführerin ab 1. September 2014 eine Hinterlassenenrente von Fr.
2'000.-- pro Monat auszurichten. 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten
der Beschwerdegegnerin (act. G 1).
C.a.
In der Beschwerdeantwort vom 4. September 2020 beantragte die
Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. S. Baumann Wey,
Luzern, die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
C.b.
Mit Schreiben vom 11. September 2020 verzichtete der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin auf eine Replik (act. G 5).
C.c.
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Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss den Übergangsbestimmungen werden
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor Inkrafttreten der Änderung ereignet
haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach
bisherigem Recht gewährt. Vorliegend steht ein Unfall aus dem Jahr 2014 zur
Diskussion. Es finden daher die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen
Anwendung.
2.
Anfechtungsgegenstand der vorliegenden Beschwerde bildet der Einspracheentscheid
vom 3. Juni 2020 (act. G 3.2-77), worin die Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 36
Abs. 2 UVG die Hinterlassenenrente der Beschwerdeführerin um 66.66% gekürzt hat.
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin hiermit rechtens vorging.
Gemäss der vorgenannten Gesetzesbestimmung werden u.a. die Hinterlassenenrenten
angemessen gekürzt, wenn die Gesundheitsschädigung oder der Tod nur teilweise die
Folge eines Unfalles ist. Gesundheitsschädigungen vor dem Unfall, die zu keiner
Verminderung der Erwerbsfähigkeit geführt haben, werden dabei nicht berücksichtigt.
3.
Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die weiteren
Ausführungen in den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
C.d.
Die Anwendung von Art. 36 Abs. 2 UVG bedingt zunächst überhaupt einen
Anspruch der Beschwerdeführerin gegenüber der Beschwerdegegnerin auf eine
Hinterlassenenrente. Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen
Unfallversicherung und damit auch auf eine Hinterlassenenrente setzt grundsätzlich
das Vorliegen eines Berufsunfalls, Nichtberufsunfalls oder einer Berufskrankheit voraus
(Art. 6 Abs. 1 UVG). Der Unfallversicherer hat ausserdem bei Vorliegen eines Unfalls
gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) für einen Gesundheitsschaden nur
insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser in einem natürlichen und adäquaten
3.1.
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Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht (BGE 129 V 181 E. 3.1 f. mit
Hinweisen; siehe dazu André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser
[Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen
Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 63 ff.
zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Barbara Klett/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli
[Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK
UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Nicht
erforderlich ist, dass der Unfall die alleinige oder die unmittelbare Ursache der
gesundheitlichen Schädigung ist; es genügt, dass das Unfallereignis zusammen mit
anderen Bedingungen zu dieser Folge geführt hat, der Unfall mit anderen Worten als
Teilursache nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene Folge
entfiele (vgl. BGE 119 V 337 f. E. 1 mit Hinweisen). Stirbt eine versicherte Person an
den Folgen eines versicherten Unfalls, so hat - unter anderem - der überlebende
Ehegatte grundsätzlich Anspruch auf eine Hinterlassenenrente (Art. 28 f. UVG).
Streitgegenstand des Entscheids des Versicherungsgerichts des Kantons St.
Gallen vom 2. Mai 2018 (UV 2016/27; act. G 3.2-48) sowie des Urteils des
Bundesgerichts vom 20. Mai 2019 (8C_437/2018; act. G 3.2-52) war die Prüfung, ob
der zweite anerkannte Unfall, der Sturz aus dem Rollstuhl vom 14. August 2014, als
natürlich kausale (Teil)Ursache für den am 28. August 2014 eingetretenen Tod des
Versicherten zu qualifizieren ist. Der Entscheid des Versicherungsgerichts sowie das
Bundesgerichtsurteil bilden demnach die Vorentscheide für den im vorliegenden
Beschwerdeverfahren zu treffenden Entscheid. Darin beurteilte Rechtsfragen sind in
materielle Rechtskraft erwachsen. Ihnen kommt Massgeblichkeit in jeder späteren
Auseinandersetzung zwischen den gleichen Parteien zu. Sie sind inhaltlich
unbestreitbar und unabänderlich. Das rechtskräftig Entschiedene hat Bindungswirkung
und stellt eine res iudicata dar (René Rhinow/Heinrich Koller/Christian Kiss/Daniela
Thurnherr/Denise Brühl-Moser, Öffentliches Prozessrecht, 3. Aufl. 2014, § 14 Rz. 955;
vgl. auch Ulrich Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7.
Aufl. 2016, § 15 Rz. 1093; Alfred Kölz/Isabelle Häner/Martin Bertschi,
Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl 2013, S. 230
Rz. 665; Urteil des Bundesgerichts vom 25. Februar 2013, 4A_496/2012, E. 3.1).
3.2.
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin weist richtig darauf hin, dass
grundsätzlich das Dispositiv Rechtskraftwirkung entwickelt. Seine Feststellung, die
rechtliche Urteilsbegründung sei nicht ausdrücklich anfechtbar und habe somit keine
3.3.
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4.
In den Erwägungen 3.2 und 3.3 des Entscheids vom 2. Mai 2018 (act. 3.2-48) stellte
das Versicherungsgericht fest, dass die Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 6 Abs. 1
UVG grundsätzlich leistungspflichtig sei und auch gestützt auf Art. 6 Abs. 3 UVG eine
Hinterlassenenrente zu erbringen hätte (vgl. dazu auch nachfolgende Erwägung 5). Im
Dispositiv Ziff. 1 wies es sodann die Sache zur Prüfung und Ausrichtung der
geschuldeten Leistungen (Hinterlassenenrente) an die Beschwerdegegnerin zurück. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hält zwar zutreffend fest, im Dispositiv werde
nicht erwähnt, dass die Hinterlassenenrente zu kürzen sei. Entgegen seiner
Feststellung wurde jedoch im Dispositiv Ziff. 1 - wie gerade gesagt - entschieden, dass
die Sache zur Prüfung und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen
(Hinterlassenenrente) an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen sei. Weil die
Vorinstanz im Verwaltungsverfahren einen Leistungsanspruch bzw. eine
Leistungspflicht verneint hatte, hatte sie über die Leistungshöhe selbstredend noch gar
nicht befinden müssen. Die Bejahung eines Leistungsanspruchs bedeutet nicht in
jedem Fall ein Anspruch auf uneingeschränkte Versicherungsleistungen. Ob ein
Leistungsanspruch an sich besteht und welche Höhe dieser gegebenenfalls hat, sind
zwei voneinander zu unterscheidende Rechtsfragen. Weil das Versicherungsgericht
nun mit dem Entscheid vom 2. Mai 2018 einen Leistungsanspruch der
Beschwerdeführerin auf eine Hinterlassenenrente grundsätzlich bejahte, wurde die
Beschwerdegegnerin verpflichtet, über die geschuldeten Leistungen zu entscheiden.
Bedeutung, sofern im Dispositiv nicht auf die Erwägungen verwiesen werde, stimmt
jedoch nicht in dieser Einschränkung. Auch wenn das Dispositiv, insbesondere eines
Rückweisungsentscheids, keinen ausdrücklichen Verweis auf die Erwägungen enthält,
ist das Versicherungsgericht - entgegen der vereinzelten Rechtsprechung des
Bundesgerichts betreffend Unverbindlichkeit der Erwägungen bei Fehlen des
Hinweises "im Sinn der Erwägungen" im Dispositiv (Urteil des Bundesgerichts vom 30.
Oktober 2009, 9C_703/2009, E. 2.2 und E. 2.3; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts
vom 10. November 2010, 8C_359/2010, E. 5.2) - an die Begründung in den
Erwägungen des Rückweisungsentscheids gebunden. Denn wie jede Rechtshandlung
sind auch Dispositive auszulegen. Zur Auslegung des Dispositivs ist die Begründung
zwangsläufig heranzuziehen (BGE 131 II 17 E. 2.3). In Bezug auf den konkreten Fall ist
sodann zu bemerken, dass zwar im Entscheiddispositiv des Versicherungsgerichts
vom 2. Mai 2018 (act. G 3.2-48) im Zusammenhang mit der Gutheissung der
Beschwerde und der Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids der Hinweis
"gemäss den vorstehenden Erwägungen" fehlt, dieser jedoch in der Schlusserwägung
4.1 ausdrücklich angeführt wurde.
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Diese Prüfung hat selbstverständlich in Anwendung der rechtsfragespezifischen
Gesetzesbestimmungen zu erfolgen.
5.
Gemäss Art. 6 Abs. 3 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen für
Schädigungen, die dem Verunfallten bei der Heilbehandlung von Unfallfolgen zugefügt
werden (Art. 10 UVG).
5.1.
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin stellt in der Beschwerde vom 3. Juli
2020, wie bereits erwähnt, richtig fest, dass das Versicherungsgericht im Vorentscheid
vom 2. Mai 2018 (act. G 3.2-48, Erwägung 3.3) (auch) die grundsätzliche
Leistungspflicht gestützt auf Art. 6 Abs. 3 UVG bejaht hat. Die Bejahung erfolgte jedoch
nicht "sogar ausdrücklich" (vgl. act. G 1, IV/Ziff. 11), sondern nur im Sinne einer
"selbst-wenn"-Argumentation, d.h. in der Annahme, dass die Adäquanz zu verneinen
wäre, weil die Lungenembolie sowie der Tod des Versicherten auch wesentlich durch
den krankhaften Vorzustand begünstigt worden seien und es nicht der allgemeinen
Erfahrung entspreche, dass die unfallkausalen Beeinträchtigungen die vorliegende
Kausalkette ausgelöst hätten. Ginge man von diesem Sachverhalt aus, habe eine
Versicherung gemäss Art. 6 Abs. 3 UVG Leistungen für Schädigungen zu erbringen, die
einem Verunfallten bei der Heilbehandlung von Unfallfolgen zugefügt worden seien. Ein
adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der bei der unfallbedingten
Heilbehandlung aufgetretenen Komplikation sei nicht erforderlich (vgl. Rumo-Jungo/
Holzer, a.a.O., S. 85; KOSS UVG-Nabold, N 85 zu Art. 6). Die orale Antikoagulation sei
wegen der Folgen des Sturzereignisses vom 14. August 2014 (intracranielle Blutung)
anlässlich der Heilbehandlung gestoppt worden. Unter anderem aufgrund dessen sei
es während der Heilbehandlung überwiegend wahrscheinlich zur Lungenembolie bzw.
kurze Zeit später zum Tod des Versicherten gekommen (vgl. dazu auch nachfolgende
Erwägung 5.3). Art. 6 Abs. 3 UVG komme daher zur Anwendung, selbst wenn letztlich
der Tod auch wesentlich auf krankhafte Vorzustände zurückzuführen sei (BGE 118 V
286). Die Beschwerdegegnerin hätte damit auch gestützt auf Art. 6 Abs. 3 UVG eine
Hinterlassenenrente zu erbringen.
5.2.
Die Frage, ob im vorliegenden Fall ein Anspruch auf eine Hinterlassenenrente in
Anwendung von Art. 6 Abs. 1 oder in Anwendung von Art. 6 Art. 3 UVG zu bejahen ist,
kann jedoch offengelassen werden. Im Zusammenhang mit Art. 6 Abs. 1 UVG hielt das
Versicherungsgericht im Vorentscheid vom 2. Mai 2018 (act. G 3.2, Erwägung 3.2)
hinsichtlich natürlicher Unfallkausalität fest, es sei erstellt, dass wegen des
Unfallereignisses vom 14. August 2014 und der Folgen daraus (intracranielle Blutung)
5.3.
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die indizierte Medikation (orale Antikoagulation) sistiert worden sei. Gemäss den
Arztberichten von Prof. Dr. med. H._, Facharzt für Neurologie FMH, Zug, und Dr.
med. I._, Fachärztin für Neurologie FMH, Suva Versicherungsmedizin, habe am
wahrscheinlichsten unter anderem diese Sistierung zu einer Lungenembolie geführt
(dafür würden das akute Auftreten und die gestauten Halsvenen sprechen), welche
letztlich das palliative Vorgehen und den Tod zur Folge gehabt hätten. Damit sei das
Sturzereignis vom 14. August 2014 überwiegend wahrscheinlich zumindest mittelbar
teilursächlich für den am 28. August 2014 eingetretenen Tod des Versicherten
gewesen. Ein Unterschied gegenüber der im Zusammenhang mit Art. 6 Abs. 3 UVG
angeführten Kausalitätsargumentation (vgl. vorstehende Erwägung 5.2) ist damit nicht
zu erkennen.
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hält in der Beschwerde vom 3. Juli
2020 auch unzutreffend fest, dass für Schädigungen aufgrund einer unfallbedingten
Heilbehandlung eine uneingeschränkte Leistungspflicht des Unfallversicherers bestehe
und die Erbringung von Leistungen gestützt auf Art. 6 Abs. 3 UVG ohne Anwendung
von Art. 36 Abs. 2 UVG erfolge.
5.4.
Art. 6 Abs. 3 UVG gewährleistet, dass bei Schädigungen im Zusammenhang mit
einer unfallbedingten Heilbehandlung, die nie direkte, sondern immer mittelbare
Unfallfolge ist (vgl. BSK UVG-Nabold, N 110 zu Art. 6), eine Leistungspflicht des
Unfallversicherers besteht. In diesem Sinne hielt das Versicherungsgericht in seinem
Entscheid vom 2. Mai 2018 zu Art. 6 Abs. 3 UVG auch fest, dass diese Bestimmung
selbst dann zur Anwendung komme, wenn letztlich der Tod auch wesentlich auf
krankhafte Vorzustände zurückzuführen sei (act. G 3.2-48, Erwägung 3.3; vgl. dazu
auch BGE 118 V 286).
5.4.1.
Es besteht jedoch kein Grund, den Kürzungstatbestand von Art. 36 Abs. 2 UVG
nicht auch in Bezug auf Sachverhalte gemäss Art. 6 Abs. 3 UVG anzuwenden. Soweit
das UVG nichts anderes bestimmt, werden die Versicherungsleistungen bei
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Art. 6 Abs. 1 UVG).
Eine Schädigung gemäss Art. 6 Abs. 3 UVG, die dem Verunfallten bei der
Heilbehandlung von Unfallfolgen zugefügt wird, ist neben dem in der
Unfallversicherung zentralen Ereignis des Unfalls gemäss Art. 4 ATSG, ein besonderes
vom UVG bestimmtes versichertes Ereignis. Weitere solche versicherten Ereignisse
sind die unfallähnlichen Körperschädigungen (vgl. Art. 6 Abs. 2 UVG). Der Unfallbegriff
in Art. 36 Abs. 2 UVG ist im Sinne des gemäss UVG versicherten Ereignisses zu
verstehen (vgl. KOSS UVG-Hardy Landolt, N 9 zu Art. 36 "das gemäss UVG versicherte
5.4.2.
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6.
Ereignis"). So ist Art. 36 Abs. 2 UVG beispielsweise auch bei Berufskrankheiten
anwendbar (BSK UVG-Doris Vollenweider/Andreas Brunner, N 29 zu Art. 36; Rumo-
Jungo/Holzer, a.a.O., S. 192; Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juli 2010,
8C_474/2010).
Art. 36 UVG geht von der Annahme aus, dass nicht bloss ein Unfall, sondern
zusammen mit ihm auch andere (unfallfremde) Faktoren eine bestimmte
Gesundheitsschädigung bewirken können. Die Regelung von Art. 36 Abs. 2 UVG nimmt
den Grundsatz auf, dass die Unfallversicherung nur für die Folgen von Unfällen
aufzukommen hat. Entsprechend diesem Kausalitätsprinzip sieht Art. 36 Abs. 2 Satz 1
UVG u.a. bei Hinterlassenenrenten eine Leistungskürzung bei Einwirkung unfallfremder
Faktoren vor bzw. wenn das gemäss UVG versicherte Ereignis lediglich eine Teil- bzw.
Mitursache für die Gesundheitsschädigung oder den Tod darstellt (vgl. KOSS UVG-
Landolt, N 9 zu Art. 36). Ob der Unfall vom 14. August 2014 überwiegend
wahrscheinlich zumindest mittelbar teilursächlich für den am 28. August 2014
eingetretenen Tod des Versicherten war, beurteilte das Versicherungsgericht, wie
bereits erwähnt, in seinem Entscheid vom 2. Mai 2018 (vgl. insbesondere Erwägung
3.2) und bejahte dies (act. G 3.2-48; vgl. vorangehende Erwägung 5.3). Auch das
Bundesgericht betrachtete die mittelbare Teilursächlichkeit des Unfalls für den Tod mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als erstellt und stellte fest,
dass der vorinstanzliche Entscheid rechtens sei (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 20.
Mai 2019, Erwägung 4.6; act. G 3.2-52). In seinem Entscheid vom 2. Mai 2018 (act. G
3.2-48, Erwägung 3.4) hielt das Versicherungsgericht fest, damit werde die
Beschwerdegegnerin über eine allfällige Kürzung der Witwenrente im Sinne von Art. 36
Abs. 2 zu befinden haben. Dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ist jedoch
darin zuzustimmen, dass, insbesondere mit der Formulierung "allfällige Kürzung", die
Vornahme einer solchen nicht bereits angeordnet wurde. Vielmehr wurde die
Beschwerdegegnerin verhalten zu prüfen, ob eine Kürzung vorzunehmen sei (act. G 1,
IV/Ziff. 11; vgl. auch vorangehende Erwägung 4).
6.1.
Gemäss Art. 36 Abs. 2 UVG ist bei einer hinreichend nachgewiesenen Teil- bzw.
Mitverursachung eine "angemessene" Kürzung vorzunehmen. Beim Zusammentreffen
verschiedener Schadensursachen richtet sich gemäss Art. 47 UVV das Mass der
Kürzung von Renten und Integritätsentschädigungen beim Vorliegen unfallfremder
Ursachen nach deren Bedeutung für die Gesundheitsschädigung oder den Tod, wobei
den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen der berechtigten Person ebenfalls
Rechnung getragen werden kann. Primär ist dabei zu berücksichtigen, inwieweit die
6.2.
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unfallfremden Ursachen aus medizinischer Sicht für die eingetretene
Gesundheitsschädigung oder den Tod ins Gewicht fallen. Diese Beurteilung bedingt
eine fachärztliche Einschätzung. Zu beachten ist allerdings, dass keine streng
proportionale, sondern eben eine angemessene Kürzung vorzunehmen ist (BSK UVG-
Vollenweider/Brunner, N 34 f. zu Art. 36).
Die Beschwerdegegnerin kürzte die Hinterlassenenrente der Beschwerdeführerin
um zwei Drittel. Sie sah mithin den Unfall vom 14. August 2014 nur zu einem Drittel für
den Tod des Versicherten verantwortlich. Dabei stützte sie sich auf die neurologische
Beurteilung von Dr. G._ vom 13. August 2019 (act. G 3.2-56). Der Rechtsvertreter der
Beschwerdegegnerin stellt sich demgegenüber in der Beschwerde vom 3. Juli 2020 auf
den Standpunkt, die Beschwerdegegnerin habe den Beweis nicht erbracht, dass
unfallfremde Zustände überwiegend wahrscheinlich ursächlich für den Tod des
Versicherten gewesen seien. Entsprechend dürfe die Hinterlassenenrente nicht gekürzt
werden. Jedenfalls erscheine eine Kürzung von zwei Dritteln zum Vornherein nicht
angemessen (act. G 1, IV./Ziff. 17). In seiner Begründung stellt er zwar richtig fest, dass
das Bundesgericht die Lungenembolie als die wahrscheinlichste Todesursache ansehe.
Ebenfalls zutreffend ist, dass das Bundesgericht die Lungenembolie wiederum der
unfallbedingt abgesetzten oralen Koagulation zuschreibt. Nicht ursächlich sei für das
Bundesgericht die Beendigung der Dialyse und damit die eigentliche Krankheit
gewesen. Die Schlussfolgerung des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin, das
Bundesgericht habe demnach eine Krankheit als Teilursache für den Tod nicht als
überwiegend wahrscheinlich betrachtet (vgl. zu allem Erwägung 4.6 des
Bundesgerichtsurteils vom 20. Mai 2019 (act. G 3.2-52), trifft sodann zwar im
Grundsatz ebenfalls zu, doch schliesst diese Schlussfolgerung eine Kürzung der
Hinterlassenenrente nicht aus.
6.3.
So ist zu beachten, dass es bei der Kürzung der Hinterlassenenrente nicht um die
Frage der konkreten Todesursache des Verstorbenen geht, sondern um das
Zusammenspiel von krankheits- und unfallbedingten Umständen, welche letztlich zum
Tod geführt haben. Dass krankheitsbedingte Umstände keinen Ursachenanteil am Tod
des Versicherten gehabt hätten, kann im vorliegenden Fall definitiv nicht gesagt
werden. So wird offensichtlich weder im Entscheid des Versicherungsgerichts noch im
Urteil des Bundesgerichts von einer ausschliesslichen Ursächlichkeit des Unfalls vom
14. August 2014 ausgegangen. Das Versicherungsgericht hielt in Erwägung 3.4 seines
Entscheids fest, dass insbesondere die vielen krankhaften Vorzustände - rezidivierende
Synkopen ohne Prodromi unklarer Genese; eine dialysebedürftige Niereninsuffizienz;
eine hypertensive, valvuläre und koronare Herzkrankheit und ein normokardes
6.4.
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Vorhofflimmern (vgl. Sachverhalt lit. A.b in act. G 3.2-48; zum umfassenden
krankheitsbedingten Vorzustand vgl. auch die Beurteilung von Dr. G._ vom 13.
August 2019 [act. G 3.2-56-7]) - dazu geführt hätten, dass das Absetzen der indizierten
Medikation wegen des Unfalls vom 14. August 2014 die Lungenembolie als
wahrscheinlichste Todesursache und den Tod des Versicherten hätten bewirken
können. In diesem Sinne sei das Ableben des Versicherten nur teilweise auf ein
versichertes Risiko zurückzuführen. Laut neurologischer Beurteilung von Dr. I._ vom
29. August 2014 (act. G 3.3-67) war der Versicherte nicht wegen des Unfalls oral
antikoaguliert, sondern wegen seiner 2013 implantierten Aortenklappenprothese (vgl.
act. G 3.3-56-9 f., G 3.3-56-13 ff.) und offenbar auch wegen des Vorhofflimmerns (vgl.
act. G 3.3-41-2). Dr. I._ führt aus, dass eine orale Antikoagulation auch bei optimaler
ärztlicher Führung mit entsprechenden regelmässigen Laborkontrollen mit einem
erhöhten Risiko für spontane Blutungen, insbesondere auch für spontane
intracerebrale Blutungen, beispielsweise auch ein Subduralhämatom, verbunden sei
(act. G 3.3-67). Übereinstimmend hält auch Dr. G._ in seiner neurologischen
Beurteilung vom 13. August 2019 (act. G 3.2-56) in Bezug auf den vorliegenden Fall
fest, dass die notwendig gewordene Therapieentscheidung infolge des Sturzes vom
14. August 2014, nämlich das Sistieren der oralen Antikoagulation, eine entscheidende
Rolle für den Tod des Versicherten am 28. August 2014 gespielt habe. Dr. I._ hält im
Weiteren fest, dass die Diagnoseauflistung im Schreiben der Klinik E._, datiert vom
25. Juli 2014 (act. G 3.3-63), den Einfluss schwerwiegender Krankheiten und der
stattgehabten subduralen Hämatome auf die aktuellen Einschränkungen bzw. die
aktuelle Behandlungsbedürftigkeit zum Ausdruck bringe. Das heisse, dass die
vorbestehenden Erkrankungen zweifelsohne einen hohen Beitrag am aktuellen Zustand
hätten. Schliesslich spricht Dr. I._ von einer Gesamtkonstellation und einer
gegenseitigen Beeinflussung der krankheitsbedingten und unfallbedingten Faktoren
(act. G 3.3-67). Vor dem Hintergrund ihrer überzeugenden und schlüssigen
Ausführungen und denjenigen von Dr. G._ kann eine Teilursächlichkeit der
Krankheiten des Versicherten an seinem Tod nicht ausgeschlossen werden. Vielmehr
liegt, wie von Dr. I._ formuliert, eine Gesamtkonstellation von Ursachenanteilen vor.
Wäre der Versicherte insbesondere nicht herzkrank gewesen, wäre er nicht
antikoaguliert worden, hätte infolge des Unfalls die Antikoagulation nicht sistiert
werden müssen und hätte er schliesslich infolge dieser Sistierung keine Lungenembolie
erlitten. Die Kausalkette beinhaltet somit unfallbedingte-, aber auch krankheitsbedingte
Faktoren, womit von einer gemeinsamen Verursachung des Unfalls mit den
vorbestehenden Krankheiten auszugehen ist.
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6.5.
Hinsichtlich des Kausalitätsanteils des unfallbedingten Faktors am Tod hält Dr.
G._ in seiner Beurteilung vom 13. August 2019 (act. G 3.2-56-8) fest, dass in dieser
komplexen Situation mit Berücksichtigung eines teilkausalen Zusammenhangs
zwischen dem Tod des Versicherten und dem Sturz vom 14. August 2014 sowie des
bereits vorbestehend erheblich beeinträchtigten Gesundheitszustands des Versicherten
der Kausalitätsanteil des unfallbedingten Faktors nur medizinisch-theoretisch geschätzt
werden könne. Bereits Prof. H._ sei zum Schluss gekommen, dass eine prozentuale
Verteilung der Ursache am Tod des Versicherten weder retrospektiv noch anlässlich
seiner Beurteilung vom 19. Juli 2016 (vgl. act. G 3.2-43) habe gemacht werden können.
In Anbetracht des zweifellos schwerwiegenden unfallfremden Vorzustandes des
Versicherten sei der grössere Anteil den unfallfremden Faktoren zuzumessen.
Pragmatisch werde eine Aufteilung ein Drittel unfallbedingt und zwei Drittel unfallfremd
für angemessen erachtet.
6.5.1.
Die Kürzung der Hinterlassenenrente ist ein Ermessensentscheid, bei der sich die
Verwaltung, wie bereits erwähnt, auf eine fachärztliche Beurteilung abstützt (vgl.
Erwägung 6.2). Dies ergibt sich bereits aus dem Wortlaut von Art. 36 UVG, der eine
angemessene Kürzung vorschreibt. Bei der Überprüfung des Ermessensentscheids
geht es um die Frage, ob der Entscheid, den die Behörde nach dem ihr zustehenden
Ermessen im Einklang mit den allgemeinen Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall
getroffen hat, nicht zweckmässigerweise anders hätte ausfallen sollen. Das
Sozialversicherungsgericht darf sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle
desjenigen der Verwaltung bzw. der fachärztlichen Beurteilung setzen; es muss sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung
als naheliegender erscheinen lassen (vgl. BGE 126 V 81 E. 6 mit Hinweis).
6.5.2.
Angesichts des in Erwägung 6.4 dargelegten medizinischen Sachverhalts
erscheint die von Dr. G._ festgelegte prozentuale Höhe des unfall- sowie
krankheitsbedingten Ursachenanteils im Rahmen von 33.33 bzw. 66.66% einleuchtend,
sachgerecht und angemessen. Anhaltspunkte für eine Unrichtigkeit seiner
Einschätzung bzw. eine rechtsfehlerhafte Handhabung des Ermessens sind nicht
ersichtlich und es besteht für das Gericht kein Anlass, in den Ermessensspielraum des
Facharztes einzugreifen. Die von der Beschwerdegegnerin basierend auf der
Beurteilung von Dr. G._ vorgenommene 66.66%ige Kürzung der Hinterlassenenrente
der Beschwerdeführerin ist mithin nicht zu beanstanden. Die nicht weiter begründete
Feststellung des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 3.
6.5.3.
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7.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen
Anspruch auf eine Parteientschädigung.