Decision ID: 52f4ef91-f7e2-48f2-88de-692f63904c01
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dominik Gemperli, LL.M., Küng Rechtsanwälte,
Haldenstrasse 6/10, 9200 Gossau SG,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 4. Juni 2007 (Eingang IV-Stelle des Kantons St. Gallen)
wegen Rückenbeschwerden zum Bezug von IV-Leistungen an (act. G 4.1/1). Auf Grund
von Schmerzen im linken Bein mit Ausstrahlung über den lateralen Ober- und
Unterschenkel bis in die Grosszehe mit Kribbelparästhesien und Taubheitsgefühl war
die Versicherte vom 16. bis 25. März 2007 in der Neurochirurgie des Kantonsspitals
St. Gallen (KSSG) hospitalisiert, wo eine Nukleotomie und eine Fenestration L4/5 links
durchgeführt worden waren (act. G 4.1.22-8f.). Ihr Hausarzt Dr. med. B._ attestierte
ihr vom 26. Februar bis 6. Mai 2007 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, vom 7. bis 15.
Mai 2007 eine 50%ige, vom 16. Mai bis 13. Juni 2007 eine 100%ige und ab 14. Juni
2007 wiederum eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 4.1.22-2).
A.b Vom 9. Oktober bis 2. November 2007 war die Versicherte in der Klinik Valens
hospitalisiert. Als Diagnosen hielten die behandelnden Ärzte ein residuelles
lumboradikuläres Syndrom L5 links nach Nukleotomie und Sequesterektomie LWK 4/5
links 03/07 und bei muskulärer Insuffizienz sowie Dysbalance vor allem lumbal sowie
Adipositas fest. Nach einer vollen Arbeitsunfähigkeit während des Klinikaufenthalts
attestierten die Ärzte eine 50%ige Arbeitsfähigkeit ab 5. November bis 30. November
2007. Die weitere Arbeitsfähigkeitseinschätzung überliessen sie dem Hausarzt (act.
G 4.1.35-5f.). Im Arztbericht vom 19. Januar 2008 hielt dieser fest, die bisherige
Tätigkeit sei für 4h/Tag zumutbar. Da der Versicherten die Stelle gekündigt worden sei,
suche sie momentan eine neue Stelle. Ideal wäre eine Bürotätigkeit mit der Möglichkeit
von Positions- und Lagewechseln, ohne Heben und Tragen von schweren Lasten. Die
Arbeitsfähigkeit sei seines Erachtens als tätigkeitsbezogen einzustufen (act.
G 4.1.35-2f.).
A.c Im Schlussbericht der beruflichen Eingliederung vom 25. Februar 2009 gab der
Eingliederungsverantwortliche an, dass die Versicherte sicher für leichte Tätigkeiten
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eingesetzt werden könne. Sie sei motiviert zu arbeiten und habe sich immer sehr
kooperativ gezeigt. Auf Grund der Rückenschmerzen komme seines Erachtens
maximal eine 50%ige Tätigkeit in Frage. In Absprache mit der Versicherten und ihrer
RAV-Beraterin werde die Vermittlung über das RAV (Regionales
Arbeitsvermittlungszentrum) laufen. Zudem sei nun der Rentenanspruch zu prüfen (act.
G 4.1.49).
A.d Im Verlaufsbericht vom 4. März 2009 dokumentierte der Hausarzt einen
stationären Gesundheitszustand (act. G 4.1.51).
A.e Am 27. August 2009 fand eine Abklärung an Ort und Stelle (AOS) statt. Im
Abklärungsbericht vom 11. November 2009 hielt die Abklärungsperson fest, im
Haushalt sei unter Berücksichtigung eines 10%igen Anteils von einer Einschränkung
von 18% sowie einem Behinderungsgrad von 1.8% auszugehen. Zwar sei die
Versicherte der Ansicht, im Haushalt mindestens zu 50% eingeschränkt zu sein, sie
begründe dies aber nicht. Diese eigene Einschätzung widerspreche sowohl derjenigen,
welche an der AOS gemacht worden sei, als auch derjenigen, welche die Versicherte
im Fragebogen zur Haushaltsabklärung (vgl. act. G 4.1.58) abgegeben habe. Daher sei
davon auszugehen, dass bereits versicherungsrechtliche Überlegungen mitgespielt
hätten, weshalb an der festgestellten Einschränkung festgehalten werde (act. G 4.1.64).
A.f Am 1. und 2. Juli 2009 wurde durch das Departement Innere Medizin,
Rheumatologie und Rehabilitation des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) eine
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) durchgeführt (act. G 4.1.71.11ff.)
und am 24. Oktober 2009 fand ebenfalls am KSSG eine rheumatologische
Begutachtung statt. Im Bericht vom 1. April 2010 hielten die Gutachter fest, auf Grund
der EFL ergebe sich eine theoretische Zumutbarkeit für die bisherige berufliche
Tätigkeit als Büromitarbeiterin sowie andere berufliche Tätigkeiten in einem
Halbtagespensum mit sehr leichter Arbeit, vorwiegend sitzend. Dies entspreche der
Beurteilung durch Dr. B._, wie auch der eigenen Untersuchung. Eine
Steigerungsmöglichkeit bestehe nicht, da ein signifikantes Restsyndrom bestehe, wie
auch die neurologische Untersuchung bestätige (act. G 4.1.71-9). RAD-Arzt Dr. med.
C._ beurteilte das Gutachten bzw. die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die
Gutachter aus medizinischer Sicht als nachvollziehbar und plausibel. Bei der
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Versicherten sei somit in einer angepassten Tätigkeit bis auf weiteres nur noch eine
50%ige Arbeitsfähigkeit gegeben. Bezüglich der Einschränkung im Haushalt seien die
Rückenbeschwerden bei den körperlich strengeren Arbeiten offenbar grundsätzlich
berücksichtigt worden. Insofern erscheine der Bericht aus medizinischer Sicht
nachvollziehbar. Hinsichtlich des Zustandekommens der prozentualen
Einschränkungen könne jedoch keine abschliessende Beurteilung abgegeben werden
(act. G 4.1.79).
A.g Gemäss Auskunft der ehemaligen Arbeitgeberin der Versicherten war jene im
Zeitpunkt des Unfalls zu 90% angestellt. Für dieses Pensum würde sie aktuell ein
Jahreseinkommen von Fr. 45'500.-- erzielen (act. G 4.1.80). Nach Abklärungen
betreffend die Absenzen der Versicherten ab August 2006, als sie einen
Motorfahrradunfall erlitten hatte (act. G 4.1.81, 4.1.84, 4.1.85), kam Dr. C._ in der
Stellungnahme vom 26. April 2011 zum Schluss, dass der Beginn der langandauernden
Krankheit ab Februar 2007 anzunehmen sei (act. G 4.1.89).
A.h Mit Vorbescheid vom 9. Mai 2011 wurde der Versicherten eine Viertelsrente
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 42% ab 1. Februar 2008 in Aussicht gestellt (act.
G 4.1.94) und in der Verfügung vom 13. Juli 2011 bestätigt (act. G 4.1.99).
B.
B.a Dagegen richtet sich die Beschwerde der Versicherten vom 12. September 2011
mit dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Zusprache einer
mindestens halben Invalidenrente; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur
Begründung machte die Beschwerdeführerin geltend, dass ihr Valideneinkommen unter
dem anzuwendenden LSE-Durchschnittseinkommen liege, weshalb diese
Schlechterstellung mittels Parallelisierung der Einkommen auszugleichen sei. Auch
entbehre der festgestellte Teilinvaliditätsgrad für die Haushaltstätigkeit jeder sachlichen
Grundlage. Zudem sei ihr ein Leidensabzug von mindestens 20% zu gewähren, weil
die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit in körperlich leichten Tätigkeiten auf Grund
ihres bereits fortgeschrittenen Alters immer schwierig bleiben werde (act. G 1).
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B.b Mit Beschwerdeantwort vom 9. November 2011 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Selbst bei Berücksichtigung
eines Abzugs vom Tabellenlohn von 10% würde sich lediglich ein Invaliditätsgrad von
46.8% ergeben, womit die angefochtene Verfügung im Ergebnis immer noch korrekt
bleibe (act. G 4).
B.c Die Parteien verzichteten auf eine weitere Stellungnahme (act. G 6).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien ist die Höhe des Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin
streitig.
2.
2.1 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise Erwerbs
unfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht
zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt
gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
als Invalidität. Die Invalidität im Sinn von Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen
Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der
konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht
geregelt. Diese Lücke füllt Art. 28a Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20). Es ist darauf abzustellen, in welchem Mass die
betreffende Person behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Als
Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person gelten insbesondere die übliche
Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische
Tätigkeiten (Art. 27 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
Die Bestimmung von Art. 28a Abs. 3 IVG regelt die so genannte gemischte Methode
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der Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil erwerbstätig und zum Teil im
Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen "gemischten" Fall sind der Anteil der
Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der
Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen.
2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente,
wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
3.
3.1 Gestützt auf die medizinische Aktenlage ist der Invaliditätsgrad zu ermitteln. Auf
Grund des nachvollziehbaren, schlüssigen Gutachtens des KSSG vom 1. April 2010
kann mit den Parteien davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführerin die
bisherige berufliche Tätigkeit als Büromitarbeiterin sowie andere berufliche Tätigkeiten
in einem Halbtagespensum mit sehr leichter Arbeit, vorwiegend sitzend (vgl. act.
G 4.1.71-9), zumutbar sind.
3.2 Umstritten ist demgegenüber der Einkommensvergleich zur Berechnung des
Invaliditätsgrads, wobei insbesondere ein sog. leidensbedingter Abzug gefordert und
die Haushaltsabklärung gerügt wird.
3.3 Bei der Ermittlung des ohne Gesundheitsschaden mutmasslich erzielten
Verdienstes (Valideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung entscheidend, was die
versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im Gesundheitsfall tatsächlich
verdienen würde. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der
Teuerung und der Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es
empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Hat eine versicherte Person aus
invaliditätsfremden Gründen wie geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung,
mangelnde Deutschkenntnisse oder beschränkte Anstellungsmöglichkeiten zufolge
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Saisonnierstatus ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen bezogen, ist diesem
Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern
keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem
bescheideneren Einkommen begnügen wollte. Praxisgemäss wird diese so genannte
Parallelisierung der Vergleichseinkommen entweder auf Seiten des Valideneinkommens
durch eine entsprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Lohnes oder durch
Abstellen auf statistische Werte oder aber auf Seiten des trotz Invalidität realisierbaren
Verdienstes durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Werts
vorgenommen (BGE 135 V 297 E. 5.1). Den Erheblichkeitsgrenzwert der Abweichung
des ohne Gesundheitsschaden effektiv erzielten Verdienstes vom branchenüblichen
LSE-Tabellenlohn, ab welchem sich eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen
rechtfertige, setzte das Bundesgericht auf 5 % fest (BGE 135 V 297 E. 6.1.2).
3.4 Vorliegend ist unbestrittenermassen davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin als Gesunde im Umfang von 90% (vgl. act. G 4.1.64-3) in der
bisherigen Tätigkeit weitergearbeitet hätte. Daher bildet das zuletzt vor Eintritt des
Gesundheitsschadens erzielte Einkommen einen wichtigen Anhaltspunkt für die
Bestimmung des Valideneinkommens. Laut Abklärungen der Beschwerdegegnerin bei
der Arbeitgeberin hätte die Beschwerdeführerin im Jahr 2010 ohne die
gesundheitlichen Einschränkungen für ihr 90%-Pensum ein Jahreseinkommen von
Fr. 45'500.-- erzielen können (act. G 4.1.80). Zwar ist gemäss der Stellungnahme des
RAD-Arztes Dr. C._ vom 26. April 2011 der Beginn der langdauernden Krankheit ab
Februar 2007 anzunehmen (act. G 4.1.89), weshalb der Rentenbeginn ins Jahr 2008
fällt und für den Validenlohn grundsätzlich die Einkünfte des Jahres 2007 zu Grunde zu
legen bzw. diese auf das Jahr 2008 hochzurechnen wären. Da jedoch davon
ausgegangen werden kann, dass sich das Validen- und Invalideneinkommen in etwa
gleich entwickeln, und entscheidend für den Einkommensvergleich ist, dass stets
Werte aus derselben Vergleichsperiode beizuziehen sind, kann vorliegend auf die
konkreten Angaben der Arbeitgeberin für das Jahr 2010 abgestellt werden, wenn beim
Invalideneinkommen ebenfalls auf die Zahlen des Jahres 2010 abgestellt wird. Des
Weiteren erübrigt sich vorliegend eine Parallelisierung, nachdem das durchschnittliche
Jahreseinkommen für Hilfsarbeiterinnen auf der Grundlage des Jahres 2010 gestützt
auf die LSE-Tabellenlöhne, Anforderungsniveau 4, Fr. 52'790.-- beträgt und vom
konkret erzielten Einkommen, das hochgerechnet auf ein 100%-Pensum Fr. 50'556.--
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ergibt, mit einer Abweichung von 4.2% den Erheblichkeitsgrenzwert von 5% nicht
erreicht. Folglich ist von einem Valideneinkommen im Jahr 2010 von Fr. 45'500.--
auszugehen (= Fr. 50'556.-- x 0.9).
3.5 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Lediglich, wenn kein effektives Erwerbseinkommen gegeben ist, namentlich weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, können nach der
Rechtsprechung statistische Werte (Tabellenlöhne) beigezogen werden (BGE 129 V
472 E. 4.2.1, Bundesgerichtsentscheid vom 19. Juni 2008, 9C_81/2008). Die
Beschwerdeführerin arbeitet seit 1. Juli 2010 mit einem Pensum von 50% wieder bei
ihrer ehemaligen Arbeitgeberin und erzielt dabei ein Jahreseinkommen von
Fr. 24'960.-- (act. G 4.1.84). Von diesem Einkommen ist vorliegend auszugehen, auch
wenn die Beschwerdeführerin geltend macht, dass es sich hierbei nicht um eine
dauerhafte bzw. "sichere" Anstellung handle und sie als schwächstes Glied bei einem
wirtschaftlichen Abschwung oder einer Firmen-Umstrukturierung als Allererste
entlassen würde. Auf Grund der Aktenlage bestehen jedoch keine Hinweise für eine
lediglich befristete oder eine der Überbrückung dienende Anstellung. Zudem ist die
Beschwerdeführerin immerhin - unterbrochen einzig von März 2008 bis Juni 2010 (act.
G 4.1.32-1, 4.1.84) - bereits seit 1985 bei derselben Arbeitgeberin tätig (act.
G 4.1.17.1). Im Übrigen ist hinsichtlich der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin darauf hinzuweisen, dass ihr gemäss dem Gutachten des KSSG
vom 1. April 2010 sowohl die bisherige Tätigkeit als Büromitarbeiterin als auch andere
berufliche Tätigkeiten in einem Halbtagespensum mit sehr leichter Arbeit und
vorwiegend sitzend zumutbar sind (act. G 4.1.71-9). Diese Einschränkungen setzen ihr
nicht so enge Grenzen, dass auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt von
realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden müsste (vgl. Entscheid
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 5. September 2006, I 447/06, E. 2.1; ZAK 1991
S. 320 f. E. 3b). Damit erübrigt sich auch die Prüfung eines sogenannten
leidensbedingten Abzugs. Ein solcher wäre nur dann allenfalls vorzunehmen, wenn das
Invalideneinkommen anhand von Tabellenlöhnen festgelegt würde (Urteil des
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Bundesgerichts vom 7. August 2008, 9C_129/2008, E. 3.3.1 mit Hinweis auf BGE 126 V
79 E. 5b).
3.6 Gestützt auf obige Ausführungen ergibt sich unter Berücksichtigung eines
Validen-einkommens von Fr. 45'500.-- und eines Invalideneinkommens von
Fr. 24'960.-- eine Erwerbseinbusse von Fr. 20'540.-- (Fr. 45'500.-- - Fr. 24'960.--).
Daraus resultiert ein ungewichteter Teilinvaliditätsgrad von 45.14% ([Fr. 20'540.-- /
Fr. 45'500.--] x 100) bzw. gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ein auf das
90%ige Erwerbspensum bezogener Teilinvaliditätsgrad von 40.62% (45.14% x 0.9).
4.
4.1 Die gesundheitlich bedingte Einschränkung im Haushalt ist grundsätzlich mittels
Betätigungsvergleichs zu ermitteln (BGE 104 V 136 E. 2a). Die ärztliche Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit in diesem Aufgabenbereich bildet nur, aber immerhin eine
notwendige Grundlage hierfür und ist demzufolge von der Abklärungsperson zu
berücksichtigen (Urteil des EVG vom 21. August 2006, I 850/05, E. 4.3). Darauf kann
ebenso wie im erwerblichen Bereich lediglich in Ausnahmefällen direkt abgestellt
werden (SVR 2006 IV Nr. 42 S. 151 E. 6.2). Denn ausschlaggebend ist nicht die
medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit, sondern wie sich der
Gesundheitsschaden in der nichterwerblichen Betätigung konkret auswirkt, was durch
die Abklärung an Ort und Stelle zu erheben ist (Urteil des Bundesgerichts vom 30. Juni
2008, 9C_25/08, E. 4.2). Diese Abklärung erstreckt sich im Haushalt auch auf den
zumutbaren Umfang der Mithilfe von Familienangehörigen, die im Rahmen der
Schadenminderungspflicht zu berücksichtigen ist und weiter geht als die ohne
Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung (BGE 133 V 509 f.
E. 4.2 mit Hinweisen). Hinsichtlich der Einschränkung im Haushalt fand am 27. August
2009 eine Abklärung vor Ort statt (act. G 4.1.64). Gemäss dem Abklärungsbericht vom
11. November 2009 wurde eine Einschränkung von 18% ermittelt. Dagegen machte die
Beschwerdeführerin geltend, dass die Berechnung der Beeinträchtigung im Haushalt
nicht nachvollziehbar sei. Es sei mindestens eine Einschränkung im Bereich der ärztlich
attestierten Arbeitsunfähigkeit von 50% zu berücksichtigen (vgl. act. G 4.1.64-9f.).
Gestützt auf die Angaben der Beschwerdeführerin sowohl anlässlich der Abklärung an
Ort und Stelle sowie gestützt auf ihre Antworten im Fragebogen vom 19. Juni 2007
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(act. G 4.1.58) fehlen hingegen konkrete Anhaltspunkte für eine Nicht- bzw.
Falschberücksichtigung ihrer Angaben durch den Abklärungsverantwortlichen. Einzig
mit den Antworten im Fragebogen nicht konkludent ist (sodann) die Angabe der
Beschwerdeführerin von "ca. 100 Stunden pro Jahr", welche sie für Amtsstellen, Arzt,
Zahnarzt, Zahlungsverkehr, Versicherungen usw. aufwenden müsse (act. G 4.1.58-4).
Hier berücksichtigte der Abklärungsverantwortliche lediglich eine Anzahl von 12
Stunden pro Jahr (act. G 4.1.64-11). Da diese Abweichung auf das Gesamtergebnis
jedoch nur einen minimalen Einfluss hätte, kann eine Korrektur unterbleiben. Insgesamt
zeigt sich der Berichtstext grundsätzlich als beweistauglich (vgl. in der Amtlichen
Sammlung nicht veröffentlichte, aber in AHI 2003 S. 218 publizierte E. 2.3.2 des Urteils
BGE 129 V 67 [I 90/02 vom 30. Dezember 2002]; BGE 128 V 93). Dies zumal auch dem
Ehemann eine gewisse Mithilfe im Haushalt zumutbar ist (vgl. zur
Schadenminderungspflicht durch Mithilfe von Familienangehörigen: BGE 133 V 509),
weshalb eine Einschränkung von 50% - wie sie die Beschwerdeführerin verlangt hat -
vorliegend nicht in Betracht fällt. Wie nachfolgende Ausführungen zeigen, würde aber
selbst die Berücksichtigung einer 50%igen Einschränkung im Haushalt bzw. eines
gewichteten Teilinvaliditätsgrads von 5% (50% x 0.1) zu keinem anderen Resultat
führen.
4.2 Gestützt auf die Arbeitsunfähigkeit im Erwerb von 50% mit Teilinvaliditätsgrad
von 40.62% (vgl. E. 3.6) sowie eine Einschränkung im Haushalt von 18% mit
Teilinvaliditätsgrad von 1.8% (10% der 18%-Einschränkung) resultiert ab Februar 2008
folglich ein auf Grund der gemischten Methode eruierter Invaliditätsgrad von
abgerundet 42% (40.62% + 1.8%) und damit ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
Selbst die Berücksichtigung einer 50%igen Einschränkung im Haushalt würde lediglich
zu einem Invaliditätsgrad von aufgerundet 46% (40.62% + 5% [10% der 50%-
Einschränkung]) führen.
5.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Vorliegend erscheint eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- als angemessen. Diese ist der
bis
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unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen und mit dem geleisteten
Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP