Decision ID: ffc8c3f3-b464-43ea-8eaf-1275c0c9a946
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1966,
Mutter von drei erwachsenen Kindern, arbeitete bis 2007
als Küchenhilfskraft i
n einem
Restaurant
. Unter Hinweis auf
psychische Beschwerden und chronisch rezidivierende Nierensteine
meldete sie sich am 2
9.
Februar 2008
erstmals bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab (
Urk.
7/5
-6
,
Urk.
7/8
,
Urk.
7/14).
Nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(Urk. 7/18) wies sie m
it Ver
fü
gung vom 1
2.
November 2008 (
Urk.
7/19) das
Leistungsbe
gehren
mangels Ein
reichung der geforderten Unterlagen (
Urk.
7/15) ab.
1.2
Seit 2009 war die Versicherte als Reinigungsfachfrau bei der
Y._
tätig. Am
5.
Dezember 2013 meldete sie sich unter Hin
weis auf psychische und physische Beschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug
neu
an (
Urk.
7/21). Mit Verfügung vom 1
7.
März
2014
(
Urk.
7/27) trat die IV-Stelle auf das neue Leistungsbegehren
nach Durchfüh
rung
des
Vorbescheidverfahrens
(Urk. 7/23)
mangels Glaub
haftmachung einer wesent
lichen Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse nicht ein.
Diese Verfügung hob die IV-Stelle nach Prüfung des
Wiedererwä
gungsgesuches
der Versicherten vom 3
0.
April
2014 (
Urk.
7/49) mit Verfügung vom 2
8.
Mai
2014 (
Urk.
7/54)
wieder
erwägungsweise
auf. Die
IV-Stelle klärte die medizinische und erwerb
liche Situation ab
(
Urk.
7/42-48,
Urk.
7/56,
Urk.
7/59,
Urk.
7/62
,
Urk.
7/65-66
)
, zog Akten der
Krankentaggeldversicherung
bei (
Urk.
7/57
) und holte bei
der
Begutachtungsstelle
Z._
,
ein polydisziplinäres Gutach
ten ein, das am
7.
April 2015
erstattet wurde (
Urk.
7/90
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/93
;
Urk.
7/94-98
)
und Ergä
n
zung des Gutachtens (
Urk.
7/101-102)
verneinte die IV-Stelle mit Verfü
gung vom
3
1.
August 2015 e
inen Rentenanspruch (
Urk.
7/104
=
Urk.
2)
2.
Die Versicherte erhob am
2
8.
September 2015
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
3
1.
August 2015
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zur Durchführung weiterer Ab
klärungen zurückzuweisen
, eventuell sei
ihr mindestens eine halbe Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen
(
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
6.
November 2015
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
2
7.
Novem
ber 2015
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ergibt die Prüfung
einer Neuanmeldung
durch die Verwaltung, dass die Vor
bringen der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärun
gen durch Nichteintreten. Tritt sie jedoch auf die Neuan
meldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu verge
wissern, ob die vom Antrag
steller oder der Antragstellerin glaubhaft gemachte Veränderung des
Invalidi
tätsgrades
(vgl. BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2) auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen. Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Ver
änderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätz
lich noch zu prüfen, ob die festgestellten Veränderungen genügen, um nun
mehr eine
anspruchsbegrün
dende
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall ob
liegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2a und b).
1.2
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledi
gen
, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
un
möglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351
E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung
, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
1.3
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des
Ein
kom
men
s
vergleichs
gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art.
16 ATSG grund
sätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Mass
gabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annähe
rungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorge
nommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annähe
rungs
werten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypotheti
sche Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das
Inva
liden
einkommen
auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog.
Pro
zent
ver
gleich
; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E.
10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E.
3a).
Der Invaliditätsgrad ist namentlich dann durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung der nach Mass
gabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen bewerteten hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Re
sultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die kon
kre
ten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und
Inva
li
denein
kommen
die für den Umfang des Rentenanspruchs massgebenden Grenz
wert
e von 70, 60, 50 und 40 % (Art. 28 Abs.
2 IVG) eindeutig über- oder untersch
r
ei
tet (Urteil des Bun
desgerichts 8C_333/2013 vom 11.
Dezember 2013 E. 5.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung qualifizierte die Beschwerdegegnerin die Be
schwerdeführerin
unter Berücksichtigung des
Arbeitgeberfragebogen
s
als zu 75
%
im Erwerb und zu 25
%
im Haushalt Tätige
. Mangels
einer
rentenbegrün
denden
Einschränkung
verzichtete sie
auf eine Abklärung vor Ort. Gestützt auf das
Z._
-Gutachten ging sie davon aus, dass die Beschwerdeführerin zu 10
%
arbeits- und erwerbsunfähig sei. Weiter hielt die Beschwerdegegnerin fest, dass auch das ergänzend durchgeführte MRI des
Neurokraniums
mit kranialer MR-Angiographie keine neuen Aspekte gebracht habe
(
Urk.
2 S. 2)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin wandte dagegen ein
, dass der rechtserhebliche Sachver
halt in Bezug auf
ihre
Qualifikation und in Bezug auf den medizinischen Sach
verhalt ungenügend abgeklärt worden sei.
Zu Unrecht sei auf einen
Haushalts
abklärungsbericht
verzichtet und weder das Validen- noch das
Invalidenein
kommen
bestimmt worden.
G
emäss
ihrer
Anmeldung
zum Leistungsbezug
,
ge
mäss
Auszug aus dem individuellen Konto und angesichts der Volljährigkeit ihrer Kinder
sei sie
als Vollerwerbstätige zu qualifizieren. Zudem hätten im Zeitpunkt des Verfügungserlasses massive Rückenschmerzen und
Rückendefor
mationen
bestanden, wie aus dem Bericht der
A._
über das MRI vom 3
1.
August 2015 (
Urk.
3) hervorgehe
.
Dennoch sei beim in Auftrag gegebenen, polydisziplinären Gutachten auf eine rheumatologische Abklärung verzichtet worden (
Urk.
1 S. 2 ff.).
2.3
Strit
tig und zu prüfen ist, ob sich der
Gesundheitszustand und damit auch der
Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin seit Erlass der rechtskräftigen Verfügung
vom 1
2.
November 2008 in
an
spruchsbegründender
Weise verändert hat
und in
diesem Zusammenhang ins
besondere, ob der
rechtserhebliche
Sachverhalt genü
gend abgeklärt wurde.
3.
3.
1
Die
rechtkräftige
Verfügung vom 1
2.
November 2008 (
Urk.
7/19) fusste im We
sentlichen auf folgendem medizinischen Sachverhalt:
3.2
Mit Bericht vom 1
8.
April 2008 (
Urk.
7/14/7-8) stellten die Ärzte des
B._
folgende Diagnosen:
rezidivierende
Nephrolithiasis
beidseits mit
zwei Konkrementen im Ureter links
desintegriertem Konkrement unter Kelchgruppe links
NBKS-Ektasie links
Status nach
Pigtaileinlage
links am 17.
März
2008 bei obstruktiver
Uroli
thiasis
links mit beginnender
Urosepsis
Status nach mehrmaliger ESWL Nieren beidseits, letztmals
August
2007 (
B._
)
nitritnegativem
Harnwegsinfekt
Status nach mehrfachen Lithotripsien
Adipositas
Die Ärzte
des
B._
hielten fest, dass als Therapie eine
extrakorporelle
Stoss
wellenlithotripsie
(ESWL) beim Harnleiter links am 1
4.
April 2008 mit
Pigtai
l
entfernung
am 1
6.
April 2008
und Antibiose
durchgeführt worden sei.
3.
3
Mit Bericht vom
2.
Mai 2008 (
Urk.
7/5/7-9) hielt
Dr.
med. C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, welcher die Beschwerdeführerin vom 1
8.
Juni 2001 bis 2
3.
Juni 2003 und seit
2.
März 2005 behandelte, als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine seit März 2005 bestehende Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10: F41.2) sowie ein chronisches
Nieren
steinleiden
fest. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er einen Status nach Zwangsstörung (ICD-10: F42) mit sekundärer Angst und depressi
ven Symptomen, bestehend von 2001 bis 200
3. Dr.
C._
attestierte eine Ar
beitsunfähigkeit
der Beschwerdeführerin
von 100
%
vom 1
2.
Juli
2007 bis 2
9.
Februar 2008, von 50
%
vom
1.
bis 1
3.
März 2008, von 100
%
vom 1
4.
bis 1
7.
April 2008 und von 50
%
seit dem 1
8.
April 2008 bis weiterhin
(
Urk.
7/5/7)
.
Zu den Befunden hielt
Dr.
C._
fest, dass der Zustand der Beschwerdeführerin stark schwanke. Manchmal verlasse sie das Haus nicht wegen Ängsten, plötzlich habe sie wieder vier schlaflose Nächte hintereinander, dann wieder Angstzu
stände. Eine Woche später denke sie daran, sich mittels einer Fabrikarbeit zur Gesundheit zu verhelfen. Die ganze Krankheit erlebe sie als unbeherrschbar. Dazwischen führten wegen Nierensteinzertrümmerung
notwendige
Spitalaufent
halte
zur psychischen Verschlechterung (
Urk.
7/5/8).
Zur Therapie und Prognose führte
Dr.
C._
aus,
dass
sich aktuell unter der
psycho
pharmakologischen
Behandlung der
Z
ustand soweit stabilisiert habe, dass wieder eine Arbeitstätigkeit zu 50
%
möglich sei. Psychotherapeutische Interventionen seien nur sehr beschränkt möglich, und eine weitere Arbeitswie
dereingliederung sei zurzeit nicht möglich. Nach wie vor halte er grundsätzlich nur Küchen- und Reinigungsarbeiten für möglich. Fabrikarbeiten würden die Beschwerdeführerin mit Stolz erfüllen, aber da sei er skeptisch. Die Einschrän
kungen seien psychischer Art (Leistungsvermögen, Ausdauer, Konstanz). Die bisherige Tätigkeit als Küchenhilfe sei grundsätzlich aus medizinischer Sicht zumutbar, aber nur
,
falls eine genügende Besserung eintrete. Dabei dürf
t
e eine verminderte Leistungsfähigkeit noch länger andauern (
Urk.
7/5/9).
4.
4.1
Im Rahmen der Neuanmeldung gingen folgende Arztberichte ein:
4.2
Dr.
med. D._
, Facharzt für
I
nnere Medizin, hielt in seinen Berichten
vom 2
1.
September
2013 (
Urk.
7/57/27-28) und vom
28
.
Mai
2014 (
Urk.
7/57/11
)
im Wesentlichen
folgende Diagnosen fest:
indirekte
Inguinalhernie
beidseits
atypische Gesichtsschmerzen links
Zustand nach Zahnextraktionen Oberkiefer links
myofasziales
Schmerzsyndrom linker Schultergürtel
Diabetes mellitus Typ 2
langjährige psychiatrische Störung mit Zwängen und depressiver Stim
mung
rezidivierende/andauernde
Urolithiasis
schwere
Hyperkalziurie
Die Behandlung der Leistenhernien sei abgeschlossen. Aktuell laufe ausserdem eine Behandlung an der
E._
wegen der Gesichtsschmerzen.
Die Arbeits
un
fähigkeit
betrage 100
%
von 1
5.
Juni bis 3
1.
Juli 2013 aus soma
ti
schen Gründen, seit
1.
August
2013 aus psychiatrischen Gründen gemäss
Dr.
C._
.
4.
3
Mit Bericht vom 1
9.
Juni 2014 (
Urk.
7/59) hielt
Dr.
C._
neben den bekannten Diagnosen (vorstehend E. 3.
2
) eine bisher unklare Schmerzsymptomatik in Kiefer, Gesicht und
cervical
links fest (
Urk.
7/59/7). Zum Befund führte er aus, dass dieser aktuell noch verschlechtert sei, unter anderem wegen einer total miss
glückten Zahnsanierung, die bei unklarer Indikation wegen den bis anhin
diag
nostisch nicht gesicherten Gesichtsschmerzen durchgeführt worden sei. Oh
ne Erfolg seien sämtliche Zähne und Zahnwurzeln gezogen worden, und die Be
schwerdeführerin habe nun ein künstliches, nicht fest sitzendes Gebiss, was sie körperlich und psychisch beeinträchtige. Die Gesichtsschmerzen hätten sich eher in den Vordergrund geschoben und bildeten nun neben den alten jahrelangen Gesundheitsproblemen (Niere und Psyche) eine weitere chronische
therapiere
sistente
Baustelle (
Urk.
7/59/8).
Dr.
C._
attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
seit 1
5.
Juni 2013 und führte aus, dass die bisherige Tätigkeit als
Reini
gungsangestellte
im eigenen Familienbetrieb die einzig mögliche
Arbeitstätig
keit
sei. Die Arbeit als Küchenhilfe familienextern sei schon lange nicht mehr möglich gewesen wegen der Angststörung. Aktuell sei die Beschwerdeführerin durch ihre psychischen Störungen stark eingeschränkt in ihrer Leistungsfähig
keit, sei unselbständig, energiearm, ängstlich, unkonzentriert und wenig aus
dauernd sowie instabil (
Urk.
7/59/9).
4.
4
Dr.
med. F._
, Fachärztin für Neurologie,
B._
, nannte mit Bericht vom 1
3.
August 2014 (
Urk.
7/65) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit einen anhaltenden, seit etwa zwei Jahren bestehenden, idiopathischen Gesichtsschmerz links sowie eine langjährige psychiatrische Erkrankung mit Zwängen und depressiver Verstimmung. Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vermerkte sie einen Diabetes mellitus Typ 2, eine rezidivie
rende
Urolithiasis
sowie einen Status nach Herniotomie beidseits (
Urk.
7/65/1). Bei ihr sei die Beschwerdeführerin wegen einer Schmerzerkrankung vorstellig gewesen, arbeitsrelevante körperliche Einschränkungen seien in diesem Zusam
menhang nicht beklagt worden und seien in der durchgeführten Untersuchung nicht aufgefallen. Zur Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
F._
aus, dass der atypische Gesichtsschmerz keine arbeitsrelevanten körperlichen Einschränkungen verursa
che, zur Einschätzung des Ausmasses der schmerzbedingten Einschränkung der Leistungs- und Arbeitsfähigkeit lägen ihr keine ausreichenden Informationen vor (
Urk.
7/65/4).
4.
5
Die Beschwerdeführerin wurde a
n der Begutachtungsstelle
Z._
, am
1.
Dezember
2014 internistisch durch
Dr.
med. G._
, Fach
arzt für
Allgemeinmedizin und Arbeitsmedizin
, neurologisch durch
Dr.
med. H._
, Fach
ä
rzt
in
für
Neurologie
, und am 1
5.
Januar 2015 psy
chiatrisch durch
Dr.
med. I._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psycho
the
rapie
, untersucht
. In ihrem Gutachten vo
m
7.
April 2015
(
Urk.
7/90)
nannten sie
als Diagnosen
(S. 20)
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit Schmerzen in der linken Gesichtshälfte (ICD-10 G50), differentialdiagnostisch im Rahmen ei
nes atypischen Gesichtsschmerzes links. Weiter nannten sie folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01)
c
hronisches Nierensteinleiden seit 1994
aktuell: liegender
Pigtail
-Katheter links
Status nach mehrmaliger ESWL Nieren beidseits
intermittierende leichte zervikale Schmerzen
a
ktuell keine Anhaltspunkte für eine
radikuläre
Reiz- oder sensomoto
rische Ausfallssymptomatik
m
etabolisches Syndrom
Adipositas
1.
Grades (BMI von 30.
9 kg/m3)
arterielle Hypertonie, nicht gut kontrolliert
Diabetes mellitus Typ 2, E
rstdiagnose
2008, ausreichend kontrolliert
Hypercholesterinämie, behandelt
Die Gutachter führten aus, dass bei der aktuellen Untersuchung für die Be
schwer
deführerin die psychischen Probleme im Vordergrund gestanden seien. Bei der
internmedizinischen
Untersuchung sei eine Adipositas aufgefallen, ob
wohl sie sage, dass sie aufgrund der Zahnschmerzen kaum essen könne. Die Zähne selbst seien vollprothetisch versorgt. Der Blutdruck sei diastolisch erhöht gewesen, hier sei die Medikation anzupassen. Die leichte Leukozytose passe zum Status nach einem
Pigtail
-Katheter in der linken Flanke. Die Nierenwerte seien unauffällig. Das HbA1c sei bei bekanntem Diabetes Typ 2 nur leicht erhöht mit 6.7
%
, was für eine gute Einstellung spreche. Bei der Überprüfung der
Immu
n
elektrophorese
sei das Gesamtprotein normal gewesen. Der Schilddrüsenwert sei
normal, die verordneten Antidepressiva und das angegebene Analgetikum hätten
im Serum nicht nachgewiesen werden können.
Zur psy
chiatrischen Untersuchung
hielten die Gutachter fest, dass
die ICD-10-Kriterien für eine Depression nicht erfüllt gewesen seien. Die Beschwerdeführe
rin sei gemäss ihren Angaben seit Jahren in psychiatrisch-psychotherapeuti
scher Behandlung, stehe theoretisch unter Dauermedikation mit Antidepressiva und habe sich gemäss der Untersuchung mit ihrer Kr
an
kenrolle in beträchtli
chem Ausmass identifiziert. Obwohl sie die Ängste schon seit Jahren habe, habe sie laut Befragung in den letzten Jahren immer fleissig an unterschiedlichen Stellen gearbeitet. Der Ausstieg aus dem Arbeitsleben 2013 werde auf das Nierenleiden zurückgeführt. Trotz der beklagten Ängste fahre die Beschwerde
füh
rerin selbständig Auto. Erwähnenswert sei, dass aus der Zeit zwischen 2008 bis 2013 keine Berichte des Psychiaters existierten; die vom Psychiater
Dr.
C._
am 1
9.
Juni 2014 „weiterhin“ attestierte Arbeitsunfähigkeit sei nicht nachvoll
zieh
bar, da in der Zwischenzeit keine psychotherapeutische Behandlung durch
ge
führt worden sei (S. 23).
Dennoch müsse man zusammenfassend eine
chroni
fi
zierte
Angststörung attestieren, die eher irrational mentalitätsbedingt erscheine. Die Psychopharmakotherapie habe hier aber keine wesentliche Besserung er
bracht. Davon auszugehen sei, dass unter einer psychotherapeutischen Inter
vention in der Muttersprache der Beschwerdeführerin eine erfolgsversprechende Behandlung möglich sei, wenn der Behandler auch mit den
e
thnokulturellen Prägungen vertraut sei. Aus rein psychiatrischer Sicht könne eine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit nicht begründet werden.
Zur neurologischen Untersuchung
führten
die Gutachter
aus
, dass die beklagten Schmerzen der linken Gesichtshälfte im Vordergrund gestanden seien. Die Be
schwerdeführerin gebe an, dass sie bisher keines der von neurologischer Seite empfohlenen Medikamente versucht habe. Am ehesten seien die geschilderten Schmerzen einem anhaltenden idiopathischen (atypischen) Gesichtsschmerz zu
zu
ordnen. Hierfü
r
spreche auch, dass sie erst Schmerzen nur im Bereich des lin
ken Kiefergelenks gehabt habe und es dann zur Ausbreitung der Beschwerden bis in die Gesichts- und Halsregion gekommen sei. Es seien sämtliche Zähne ge
zogen worden, eine Besserung der Beschwerden habe sich nicht eingestellt. Eine neurologische Ursache habe nicht gefunden werden können, auch nicht für die beklagten lokalen
Thoraxschmerzen
mit gelegentlicher Ausstrahlung in den linken Oberarm - dies bei unauffälliger Muskelkraft und seitengleich lebhaften Muskeleigenreflexen. Aus neurologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit um 10
%
eingeschränkt aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs wegen der fluktuierenden Gesichtsschmerzen links.
In der Gesamtschau sei festzustellen, dass die beklag
ten
B
eschwerden nicht objektivierbar seien.
Zur Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter fest, dass die Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Rein
igungsfach
frau aktuell zu 90
%
arbeits
fähig sei. Die Einschränkung ergebe sich aufgrund des erhöhten Pausenbedarfs wegen der beklagten fluktuierenden Gesichtsschmerzen links, was anamnestisch erho
ben worden sei. In einer körperlich leichten bis mittelschweren T
ä
tigkeit sei
die Beschwerdeführerin ebenfalls zu 90
%
arbeitsfähig. Körperlich schwere Tätig
keiten habe die Beschwerdeführerin bis jetzt nicht durchführen müssen
(S. 24)
.
Aktenanamnestisch sei die Beschwerdeführerin seit dem 2
0.
Juni 2013 zu 100
%
krankgeschrieben, allerdings vom Psychiater. Denkbar sei, dass sie nach der Extraktion der Zähne beziehungsweise im Rahmen der
Urolithiasis
vorüberge
hend zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen sei. Ansonsten habe sich seit der Ableh
nung
durch die Invalidenversicherung
vom 1
7.
März 2014 keine Änderung des Gesundheitszustandes ergeben. Die jetzt festgestellte Arbeitsfähigkeit müssen mit diesem Datum gesehen werden.
Als medizinische Massnahmen empfahlen die Gutachter die Fortführung einer guten Kontrolle des Diabetes mellitus und die bessere medikamentöse Einstel
lung der arteriellen Hypertonie. Aus psychiatrischer Sicht sei eine
störungsspe
zifische
psychotherapeutische Intervention durch einen die Muttersprache der
Beschwerdeführerin beherrschenden Spezialisten aufzunehmen, wenngleich auch
keine psychische Störung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit vorliege, damit sie lerne, angstf
r
eier mit gesundheitlichen Störungen umzugehen. Aus neurolo
gischer Sicht werde eine Optimierung der schmerzdistanzierenden Medi
kation
erneut empfohlen. Bei fortgesetzten Beschwerden könnte noch ein MRI des
Neu
rocraniums
durchgeführt werden
z
um sicheren Ausschluss einer symp
toma
ti
schen Genese (S. 25).
4.
6
Zur Ergänzung des Gutachtens liess d
ie Begutachtungsstelle
Z._
am 1
7.
und am 2
1.
Juli 2015 ein MRI des
Neurokraniums
mit kran
ialer MR-Angiographie
bei den
A._
durchführen
. D
eren Ärzte
vermerkten
in der Beurteilung belanglose Nebenbefunde und hielten
fest
, dass die Ursache des Gesicht
sschmerzes nicht
eruierbar
sei
(
Urk.
7/102). Gestützt darauf teilte der Neurologe des
Z._
mit Bericht vom
3
0.
Juli 20
15 (
Urk.
7/101)
mit, dass sich durch den MRI-Befund keine neuen Aspekte ergeben hätten und dass somit un
verändert auf die Beurteilungen und Folgerungen des Gutachtens von
Dr.
H._
abgestellt werden könne
.
4.
7
Am
3.
September 2015 berichtete
Dr.
med. J._
, Facharzt für Radio
logie, über das am 3
1.
August
2015 durchgeführte MRI der
Lendenwir
bel
säule
(
Urk.
3)
. Darin führte er aus, dass eine orientierende sagittale
Über
sichts
sequenz
durch die gesamte Wirbelsäule eine normale Segmentierung bei weit
gehend normaler
G
esamthaltung mit etwas betonter Kyphose der mittleren Brustwirbelsäule zeige sowie eine Streckhaltung der Halswirbelsäule mit leichter Bandscheibendegeneration und
Protrusion
bei C5/
6.
Der Spinalkanal
sei
ge
samt
haft normal weit und das
Myelon
orientierend unauffällig. An der
Lend
en
wirbelsäule
beste
he
eine flache, im unteren Abschnitt etwas
dysharmonische
Lordose und eine leichte knickartige linkskonvexe Skoliose L4/
5.
Die Verhält
nisse seien bis einschliesslich L2/3
thorakolumbal
unauffällig. Bei L3/4 bestehe ein normal hoher, randbetont etwas dehydrierter Diskus mit leichter z
i
rkulärer dorsaler
Protrusion
. Bei zusätzlich linkbetonter hypertrophischer
Spondylarth
rose
würden
das linke
Neuroforamen
und der linkslaterale
Rezessus
leicht be
engt und auch der Spinalkanal gering eingeengt, ohne eindeutige Alteration einer neuralen Struktur. Bei L4/5 liege eine ausgeprägte rechtsbetonte und hier auch
erosive
Osteochondrose
und Spondylose mit leichter
Retrolisthesis
von L4 und einer ausgeprägten zirkulären
Diskusprotrusion
vor. Es bestehe eine leichte beidseits hypertrophische
Spondylarthrose
mit leichter Beengung beider
Neu
roforamina
und erheblichem lateralen
Rezessus
mit hier möglicher Tangierung der Wurzeln L5 beidseits. Bei L5/S1 liege ein normal hoher, randbetont etwas inhomogener dehydrierter Diskus ohne Verlagerung vor, der Spinalkanal und
Neuroforamina
seien hier geräumig.
In der Beurteilung hielt
Dr.
J._
fest, dass eine deutliche
Segmentdegenera
tion
L4/5 mit leichter Spinalkanalstenose und vor allem beidseitiger
Rezessus
stenose
mit wahrscheinlicher Wurzelalteration L5 beidseits vorliege.
4.
8
Die weiteren aktenkundigen Arztberichte nehmen keine Stellung zur strittigen Arbeitsfähigkeit
beziehungsweise
liegen
zeitlich
weiter zurück
(
Urk.
7/42-
4
8,
Urk.
7/62,
Urk.
7/57/14-22,
Urk.
7/57/29-32
), weshalb darauf nicht weiter ein
zugehen ist.
5.
5.1
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass das
Gutachten des
Z._
vom
7.
April
2015 (
Urk.
7/90
, E.
4.5
)
mit ergänzender Stellungnahme vom
3
0.
Juli
2015
(
Urk.
7/101-102
, E. 4.6
) für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist. Es beruht auf den erforderlichen
internistischen, psy
chiatri
schen und neurologischen
Untersuchungen, berücksichtigt die von der Be
schwerdeführerin geklagten Beschwerden
(
Urk.
7/90/11-13,
Urk.
7/90/35,
Urk.
7/90/42-43)
, und ist in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(
Urk.
7/90/3-11)
erstattet.
Das Gutachten s
timmt
zudem
mit
den anderen Arztberichten weitgehend überein. Eine andere Einschätzung tr
af
zwar
der psychiatrische
Gutachter
Dr.
I._
in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht, welche
er
nicht für eingeschränkt hielt. Demgegenüber ging der behandelnde Psy
chiater
Dr.
C._
von einer vollen Arbeitsunfähigkeit
aus
(vorstehend E. 4.3).
Zutreffend wies
Dr.
I._
in diesem Zusammenhang darauf hin, dass eine volle Arbeitsunfähigkeit unter anderem im Lichte dessen, dass
Dr.
C._
keine psychotherapeutische Behandlung beschr
ieb
, nicht nachvollziehbar erschein
e
; zudem waren die verordneten Medikamente
im Serum nicht nachweisbar
. Hinzu kommt, dass
Dr.
C._
als der über längere Zeit behandelnde Psychiater auf
grund der durch die Behandlungsdauer entstehenden Vertrauensstellung eher zu Gunsten der Beschwerdeführerin aussagen dürfte und dessen Aussagen deshalb relativierend zu würdigen sind (vgl. BGE 125 V 353
Erw
. 3b/cc).
Weiter leuchtet
da
s
Gutachten
in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge ein
, und d
ie vo
n den
Gutachter
n
vorgenommenen Schlussfolgerungen sind ausführlich und nachvollziehbar begründet. Das Gutachten genügt damit
den praxisgemässen An
forderungen (vgl. vorstehend E
. 1.
1
) vollumfänglich, wes
halb darauf abzustellen ist.
5.2
Zum
Einwand
der Beschwerdeführerin
(
Urk.
1 S.
3 f.
)
, wonach
gemäss MRI vom 3
1.
August 2015 (
Urk.
3)
und damit
im Zeitpunkt des Verfügungserlasses mas
sive
Rückenbeschwerden
und Rückendeformationen bestanden hätten und das Gutachten
infolgedessen mangels
einer rheumatologischen Untersuchung un
vollständig sei, ist
F
olgendes festzustellen
:
Rückenbeschwerden
wurden in
keinem der
aktenkundigen
Arztberichte themati
siert
und im gesamten Krankheitsverlauf soweit ersichtlich
lediglich im Rahmen eines
myofaszialen
Schmerzsyndroms am linken Schultergürtel (E.
4.2) bezieh
ungs
weise einer unklaren Schmerzsymptomatik
cervical
links (E.
4.3)
beschrie
ben. Hinweis
e
auf über den Gesichtsschmerz hinausgehen
de, die Wirbelsäule betreffende
Schmerzen finden sich einzig in den Berichten der
E._
und
Dr.
D._
, welche differentialdiagnostisch einen
zervikospondylogenen
Schmerzanteil erw
o
gen
(
Urk.
7/47/2-3,
Urk.
7/57/27)
. Als
zervikogene
Schmer
z
en
betr
e
ff
en
diese jedoch
den Hals-, Nacken- und Kopfbereich
, nicht aber d
ie
mittels MRI
im unteren Bereich des Rückens festgestellte Segmentdegeneration
bei L4/5 beziehungsweise die mögliche Wurzelalteration bei L5 beidseits (
Urk.
3
).
Auch anlässlich der
gutachterlichen Untersuchung
klagte die
Beschwerde
führerin
nicht über Rückenschmerzen
(S.
11-13, S.
16-19)
. Im Vordergrund standen vielmehr der Gesichtsschmerz und die psychischen Probleme. Spezifisch gab sie
Schmerzen in den Nieren, im Gesicht, in der linken
Thoraxseite
, im linken Arm
und leichte intermittierende Schmerzen im Nacken an (
Urk.
7/90/35,
Urk.
7/90/43).
Ausdrücklich festgehalten wurde in der
internistischen
Untersu
chung, dass die
Wirbelsäule nicht klopfschmerzhaft
sei
(S. 15 unten)
.
Die a
ls
Diagnosen
ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
aufgeführten
,
intermittie
ren
de
n
leichte
n
zervikale
n
Schmerzen
(S. 20) sind
-
wi
e bereits
erwähnt
-
auf der Höhe der Halswirbelsäule und nicht dem unteren Bereich des Rückens zu ver
orten
.
Sodann
erhob die Beschwerdeführerin weder
Einwände
gegen die im Rahmen der Begutachtung angeordneten Fachrichtungen -
Allg
emeine
Innere
Medizin
, Neurologie
und
Psychiatrie
(
Urk.
7/69
) - noch gegen die für die einzelnen Fach
richtungen
vorgeschlagenen
Gutachter (
Urk.
7/74
)
.
Auch im
Vorbescheid
ver
fah
ren
beanstandete die Beschwerdeführerin nicht das Fehlen einer rheuma
tolo
gischen Untersuchung, sondern
das Fehlen der MRI-Untersuchung des
Neuro
kraniums
(
Urk.
7/96,
Urk.
7/98),
und wies zudem ausdrücklich darauf hin, dass es sich beim
Gesichtsschmerz
um ihr
Hauptproblem
handle
(
Urk.
7/94
).
A
ngesichts dessen
, dass die erst beschwerdeweise geltend gemachten
Rücken
b
eschwerden
im gesamten Krankheitsverlauf
bis zum Verfügungserlass
nicht ak
tenkundig
sind
,
dass
anlässlich der
gutachterlichen Untersuchung keine
dies
be
zügliche
Befunde erhoben oder Beschwerden geklagt wurden, welche weiter
führende Abklärungen hätten veranlassen müssen, und
dass vielmehr durch
gehend der
Gesichtsschmerz im Vordergrund
stand, erscheint nicht überwiegend wahrscheinlich,
dass
diese
Rückenbeschwerden im Zeitpunkt des
Verfügungs
erlasses
ein invalidisierendes Ausmass
erreichten
.
Damit ist nicht zu beanstanden, dass im polydisziplinären Gutachten auf eine rheumatologische Untersuchung verzichtet wurde.
Zudem besteht aufgrund des
schlüssigen Beweisergebnisses kein weiterer Abklärungsbedarf (antizipierte
Be
weis
würdigung
, BGE 122 V 157).
5.3
Zusammenfassend
ergibt sich, dass auf das Gutachten des
Z._
vom
7.
April
2015
(
Urk.
7/90)
mit ergänzender Stellungnahme vom
3
0.
Juli
2015 (
Urk.
7/101-
102)
abgestellt werden kann. Gestützt darauf ist vom Vorliegen von Schmerzen in der linken Gesichtshälfte (ICD-10: G50) und einer daraus resul
tierenden Arbeitsunfähigkeit von 10
%
in angestammter und angepasster Tätig
keit auszu
gehen.
6
.
Mit den neu hinzugekommenen Gesichtsschmerzen ist somit seit Erlass der rechts
kräftigen Verfügung vom
1
2.
November
2008
eine Veränderung des Ge
sundheitszustandes der Beschwerdeführerin eingetreten. Indessen ergibt die fest
gestellte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von lediglich 10
%
in ange
stam
mter wie in angepasster Tätigkeit ausgehend von einem Prozentvergleich (vor
stehend E. 1.3)
selbst unter Annahme einer Vollerwerbstätigkeit ohne
W
ei
teres einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad.
Die Beschwerdeführerin würde damit selbst bei einer Qualifikation als Voller
werbstätige keinen anspruchsbegründenden Invaliditätsgrad erreichen.
Unter diesen
Umständen erübrigt sich die Prüfung, ob die Beschwerdegegnerin auf
grund des Arbeitgeberberichts (
Urk.
7/66) zu Recht
von einer Qualifikation der Beschwerdeführerin
als zu 75
%
im Erwerb und zu 25
%
im Haushalt Tätige
ausging
,
oder ob sie vielmehr auf den Auszug des individuellen Kontos
(
Urk.
7/
56
) und den Umstand der Volljährigkeit der Kinder hätte abstellen müssen
.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S.
5) durfte die
Beschwerdegegnerin damit auch auf die Durchführung einer
Haushaltab
klärung
verzichten.
Ein Anspruch auf Festhalten aller
möglichen
Parameter für die Pen
sions
kasse (vgl. Urk. 1 S. 5)
besteht nicht
.
7
.
Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Entscheid als rechtens, wes
halb
die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
8
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Angesichts des Aufwands für das vorliegende Verfahren sind sie auf Fr. 800.-- festzulegen. Ausgangsgemäss sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.