Decision ID: d6f55083-d3c6-4133-9fc4-e02ad1230cc4
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1959 geborene
X._
schloss
keine Berufsausbildung
ab
und arbei
tete
seit 1. Mai 1988
als Sachbearbeiter in einem 100%-Pensum bei der
A._
AG
und ab
1998
bei
der
Y._
AG
, welche die
A._
AG
übernommen
hatte
(Urk.
7
/2
,
Urk. 7/54/8
).
Das Arbeitsverhältnis wurde von
der Arbeitgeberin
im September 2014
per Ende Dezember 2014 aufgelöst (Urk. 7/22/1).
Am 23. Oktober 2014 wurde
der Versicherte
wegen einer depressi
ven Episode arbeitsunfähig geschrieben
(Urk. 7/7/7-8, Urk. 7/7/13).
Unter Hin
weis auf
psychische und somatische Beschwerden
meldete
er
sich am
10. April
2015 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
7
/2
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, traf erwerbliche und medizinische Abklärungen. Sie besorgte einen IK-Auszug (Urk.
7/1
), führte ein Standortgespräch durch (Urk.
7
/
14
),
liess einen Arbeitgeberfragebogen aus
füllen (Urk.
7
/
22
)
,
holte
zwei
Arztberichte ein (Urk.
7
/
13
, Urk.
7
/
26
)
und zog die Akten der Krankentaggeldversicherung
Sympany
Versicherungen AG bei (Urk. 7/7
/1-52
)
. Mit Mitteilung vom
14. August 2015
(Urk.
7
/
27
) erklärte die IV-Stelle, dass aufgrund des Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen Einglie
derungsmassnahmen möglich s
eien
. Danach zog
sie weitere Arztberichte (Urk.
7
/
29
, Urk.
7
/3
3
, Urk.
7
/
38
) bei
und ordnete eine polydisziplinäre internis
tische, rheumatologische,
angiologische
und psychiatrische Abklärung an
.
Der Auftrag wurde über die Plattform „
SuisseMED@P
” nach dem Zufallsprinzip der Begutachtungsstelle
„MEDAS
B._
” zugeteilt, welche das Gutachten am 29. Juli 2016 erstattete (Urk. 7/54).
Die IV-Stelle liess den Regionalen Ärzt
lichen Dienst (RAD) dazu Stellung nehmen (Urk. 7/63/5-6)
.
Gestützt auf
ihre
Abklärungen, insbesondere eine interne
Indikatorenprüfung
vom
27. September 2016
(Urk.
7/63/7
), stellte die IV-Stelle de
m
Versicherten mit Vorbescheid vom
17. November 2016
(Urk.
7
/
66
) die Verneinung des Anspruchs auf eine Invalidenrente in Aussicht.
Gleichzeitig machte sie den Versicherten
mit Schreiben vom 17. November 2016 (Urk. 7/64)
darauf aufmerksam, dass allfällige zukünftige Leistungsansprüche davon abhängen würden,
dass
der Versicherte
sich in
eine seinen Gesundheitszustand verbessernde psychiatrisch-psychothera
peutische Behandlung be
gebe
und eine aufbauende Kräftigung der Rumpf
muskulatur durchführe.
Gegen den Vorbescheid vom
17. November 2016 (Urk. 7/66) liess der
Versicherte
, vertreten durch Rechtsanwältin Ursula Reger-
Wyttenbach
,
am
21
.
Nove
mber
2016
Einwand (Urk.
7
/
67
)
erheben
und am
19
.
Januar 2017 eine
Einwandergänzung
(Urk.
7
/71)
einreichen
.
Zusammen mit der
Einwandergänzung
liess er einen
bereits aktenkundigen
Arztbericht
der behandelnden Psychiaterin einreichen, in welchem sie zu den gutachterlichen Ausführungen im psychiatrischen MEDAS-Teilgutachten und zur
Indikatoren
beurteilung
des Sachbearbeiters der IV-Stelle Stellung nahm
(
Urk. 3 =
Urk.
7/70
).
Mit Verfügung vom
7. April 2017
(Urk. 2 = Urk.
7
/73) verneinte die IV-Stelle den Anspruch auf eine Invalidenrente
im angekündigten Sinne
.
2.
Hiergegen
liess
der Versicherte
,
weiterhin
vertreten durch Rechtsanwältin Reger-
Wyttenbach
,
am
23. Mai
2017 Beschwerde
erheben
mit den Rechtsbegehren, die Verfügung vom
7. April 2017
sei aufzuheben und
es
sei
ih
m
ab
dem
1. Oktober 2015 eine ganze Invalidenrente auszurichten
.
Mit
Beschwerdeantwort
vom
30. Juni 2017
(Urk.
6
)
schloss
die IV-Stelle
auf
Abweisung der Beschwerde, was
dem Versicherten
am
3. Juli 2017
zur
Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8
).
Am 18. Mai 2018 forderte das Gericht die Parteien auf unter dem Gesichtspunkt der geänderten bundesgerichtlichen Praxis (BGE 143 V 409 und 143 V 418) zur Beurteilung des Anspruchs auf eine Rente der Invalidenversicherung bei psychi
schen Leiden Stellung zu nehmen (Urk. 9). Am 14. Juni 2018 liess der Versicherte seine Stellungnahme einreichen (Urk. 12). Die IV-Stelle nahm am 27. Juli 2018 innert zweifach erstreckter Frist Stellung (Urk. 11, Urk. 13-14).
Diese Eingaben wurden den Parteien am 2. August 2018 zur Kenntnis gebracht (Urk. 15).
Mit Verfügung vom 21. August 2018 (Urk. 16) wurde die Personalvorsorge
stiftung der
Y._
AG zum Prozess beigeladen. Sie reichte innert der 30tägigen Frist keine Stellungnahme ein, womit sie auf eine solche verzichtete.
Auf
die Vorbringen
und die eingereichten Unterlagen
der Parteien wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend
ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutacht
en, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in
ihrer rentenverneinenden
Verfügung auf den Standpunkt, dass die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Sachbearbeiter weder aus körperlicher noch aus psychischer Sicht eingeschränkt sei.
Der Beschwerdeführer könne körperliche leichte Arbeit im kaufmännischen Bereich zu 100 % verrichten.
Ferner würden die im Gutachten dargelegte post
traumatische Belastungsstörung
(PTBS)
und die rezidivierende depressive Störung aus ihrer Sicht die angestammte Tätigkeit als Sachbearbeiter nicht erheblich ein
schränken. Die im Gutachten dargelegten Befunde seien nicht erheblich genug und
überwindbar
. Mit Hilfe einer weiterführenden ambulanten Psychotherapie sei ihm die Tätigkeit als Sachbearbeiter zumutbar. Unter Bezugnahme auf die durch den Beschwerdeführer im
Vorbescheidverfahren
vorgebrachten Einwände ergänzte die Beschwerdegegnerin, dass die abschliessende Würdigung der Indi
katoren Aufgabe des Rechtsanwenders sei und ausserhalb des ärztlichen Kompe
tenzbereichs liege. Das Ergebnis der rechtlichen Prüfung könne
wie hier
von der medizinischen Einschätzung abweichen (Urk. 2).
2.2
D
er
Beschwerdeführer
lässt
in seiner
Beschwerde demgegenüber zusammenge
fasst
fest
halten
,
dass
auf die interne Ressourcenprüfung der Beschwerdegegnerin, wonach
die Befunde einer
PTBS
nicht ersichtlich
seien, nicht abgestellt werden
dürfe
, weil sie
in eklatantem Widerspruch
zu
r
Beurteilung im M
EDAS-Gutachten
stehe
.
Es sei
folglich
von einer PTBS auszugehen
, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirke (Urk. 1
S. 9-10).
Das MEDAS-Gutachten sei
dann
aber hinsichtlich der Einsc
hätzung der Arbeitsfähigkeit
nicht nachvollziehbar, weil angesichts der ein
drücklichen Darlegung der schweren Beeinträchtigungen eine 50%ige Arbeits
fähigkeit
in der angestammten und einer leidensangepassten Tätigkeit
nicht plau
sibel sei.
Vielmehr bestehe auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Arbeitsfähigkeit mehr
(Urk.
1 S. 11)
.
Falls von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % ausgegangen werde, sei diese aus diversen Gründen
nicht verwertbar (Urk. 1 S. 12). Selbst wenn eine verwertbare Restarbeitsfähigkeit von 50 % angenommen würde, würde dies ausgehend von einem
Valideneinkommen
für einen Verkaufsteamleiter von Fr. 103'000.-- und einem um 50 % gekürztes sowie um einen Leidensabzug von 15 % reduziertes Invalideneinkommen für Hilfsarbeiter von Fr. 25'839.-- zu einem Invaliditätsgrad von 75 % führen
(Urk. 1 S. 13). Dies ergebe einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.
Dieser Anspruch bestehe ab
1.
Oktober 2015, weil dann das im Oktober 2014 beginnende Wartejahr abgelaufen sei (Urk. 1 S. 14).
3.
3.1
Der Beschwerdeführer konsultierte di
e behandelnde Psychiaterin C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, im April 2013 infolge einer depressiven Stimmungslage und massiven diffusen Ängsten
(Urk. 7/26/2)
.
Dies
war die zweite Konsultation
, nachdem er im Jahr 2003 nach dem Tod
s
eines sehr geschätzten Chefs berei
ts im ambulanten Rahmen bei
C._
psychiatrische Hilfe in Anspruch
genommen
hatte (vgl. Urk. 7/54/41).
C._
hielt fest
, d
ie
aktuelle
Symptomatik habe sich in ausgeprägter innerer sowie auch psychomotorischer Unruhe und Schlafstörungen,
in
Schwierigkeiten zu entspannen
,
in
Hyperarousal
und in
Gedankenkreisen geäussert
(Urk. 7/26/2)
.
Diese Problematik
sei
nach Angaben des Beschwerdeführers
aufgetreten
, nach
dem 2013 ein Chefwechsel stattgefunden und der Stellenverlust gedroht ha
be
(Urk. 7/7/32)
.
In dieser Zeit sei
nach Angaben des Beschwerdeführers
auch ein Tinnitus rechts aufgetreten, der sich durch Brummen (wie Schiffsmotor) und zunehmend auch Pfeifen bemerkbar gemacht habe
(
vgl.
Urk. 7/7/32).
Gemäss
C._
wurde
dem Beschwerdeführer
dann
Ende September
per 31. Dezember 2014 gekündigt und er
wurde
freigestellt. Danach sei ein
psy
chische
r
Zusammenbruch mit Verstä
r
k
ung der vorbestehenden Symptome erfolgt
, was zu einer Arbeitsunfähigkeit seit
Ende September
2014 geführt habe
(Urk. 7/26/2
-3
).
3.2
Aufgrund seines Gesundheitszustandes
hielt sich
der Beschwerdeführer
vom 22. Januar bis 26. Februar 2015 erstmals zur
Hospitalisation
in der Privatklinik
D._
auf. Im Austrittsbericht vom 3. M
ärz
2015 (Urk. 7/26/11-15)
stellten
deren Ärzte die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode mit soma
tischem Syndrom (ICD-10 F33.11) nach Arbeitsplatzverlust (ICD-10 Z56.0).
Der Beschwerdeführer habe eine deprimierte Grundstimmung gezeigt, die er zu baga
tellisieren scheine.
Konzentrationsstörungen seien erst auf detailliertes Nachfra
gen geschildert worden. Vergesslichkeit sei vom Beschwerdeführer verneint, von dessen Ehefrau aber dargelegt worden.
Er
zeige
Freude
losigkeit
und Interesse
n
armut. Im Gespräch sei er plötzlich den Tränen nahe, was ihm peinlich sei. Es seien eine Reduktion von Selbstwertgefühl, Versagensgefühle und vereinzelte Wut festzustellen
gewesen. Weiter seien passive T
odeswünsche und aufkom
mende Suizidgedanken ohne Planung und Andrängen vorhanden, wobei anam
nestisch noch kein Suizidversuch stattgefunden habe.
Der Appetit sei vermindert und er habe über
5
kg Gewichtsverlust berichtet.
Weiter se
ien Schlafstörungen mit circa 4
Stunden fragmentiertem Schlaf gegeben. Die Psychomotorik und der Antrieb seien gesteigert
(Urk. 7/26/13)
.
Der Beschwerdeführer sei vom 22. Januar bis zum 8. März 2015 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen (Urk. 7/26/15).
3.3
Vom 1. April bis zum 20. Mai 2015
war der Beschwerdeführer zur
zweiten
stati
onären Behandlung in der Privatklinik
E._
. Deren Ärzte diagnostizierten im Austrittsbericht vom 27. Mai 2015 (
Urk. 7/13,
Urk. 7/26/6-10) eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2) nach Arbeits
platzverlust (ICD-10 Z56.0)
,
und
neu
eine
PTBS
(ICD-10 F43.1).
Aus somatischer Sicht sei eine schwere Herzoperation im Jahr 2005 nach Her
zinfarkt (genetische Belastung) mit
Y-
(
Stent)
Graft
-Implantation, eine
Meniskopathie
beidseit
ig, und ein Gehörsturz mit Tinn
itus und taubem rechten Ohr bestehend seit 2014 bekannt (Urk. 7/13/3-4).
Der Beschwerdeführer habe berichtet, dass er sich wertlos und alt fühle. Er habe seine Interessen und
seine Libido verloren. Der 5-wöchige Aufenthalt in der Klinik
D._
im Januar und Februar 2015 habe ihm nicht geholfen.
Er habe Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen geschildert. Im formalen Denken sei er auf Zukunftsängste eingeengt
(keine Stelle zu finden, Finanzen, Versicherun
gen)
und es bestehe eine Selbstwertkrise.
Im Affekt sei er stark deprimiert, hoff
nungslos, affektlabil (Weinen, latente Wut). Er
klage
über panische Angst in Men
schenmengen. Es sei eine Antriebslosigkeit im Wechsel mit agitierten, antriebs
gesteigerten Zuständen
vorhanden. Die Vitalgefühle seien gestört.
Anamnestisch seien latente Suizidgedanken vorhanden (Urk. 7/13/3).
Im Weiteren habe der Beschwerdeführer erstmals über schwere Traumatisierun
gen im Alter von 10 Jahren sprechen können, die in einem Klosterinternat statt
gefunden hätten. Diese Erfahrungen seien als wiederholter schwerer sexueller Missbrauch und körperliche Misshandlungen zu werten. Mit der Flucht aus dem Internat habe er sich damals aus der Situation retten können, ohne jemandem die Gründe für die Flucht zu nennen. Danach habe er zur Mutter in die Schweiz gehen können. Die Integration sei schwierig gewesen und er habe keine Berufsaus
bildung machen können. Der starke Überlebenswille und Kampf gegen widrige Lebensumstände, den der Beschwerdeführer seitdem durch das ganze Berufsleben und im hohen Engagement für die eigene Familie gezeigt habe, sei vor dem trau
matisierenden Hintergrund in der Kindheit als
Traumabewältigungsversuch
zu verstehen.
Mit dem plötzlichen Verlust der Arbeit sei dann die kompensatorische Funktion der Arbeit weggefallen und die innere Spannung habe nicht mehr in berufliches Engagement gelenkt werden können
(Urk. 7/13/4)
.
Die starken Angst- und Anspannungssymptome konnten als Teil einer
PTBS
mit
Hyperarousal
, Vermeidungsverhalten, Flashbacks und Alpträumen verstanden werden
(Urk. 7/13/4).
Diese depressive und posttraumatische Angstsymptomatik habe während des Aufenthalts deutlich reduziert werden können. Unter Alltagsbelas
tungen
(Konfrontation mit Zukunft bezüglich
Arbeit, Versicherungen) seien jedoch wieder stärkere Stimmungsschwankungen möglich. Unter leichten Leis
tungsanforderungen seien bei Fehlern
rasch Flashbacks mit Angst vor Bestrafung aktiviert.
Es bestehe
derzeit noch keine psychische Belastbarkeit für Leistungsbe
dingungen
(Urk. 7/13/5)
.
Zur Arbeitsfähigkeit
erwähnten
die Ärzte der Privatklinik
E._
, dass seit 22. Oktober 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe (Urk. 7/26/7).
3.
4
Im
Bericht vom 11. August 2015
(Urk. 7/26
/1-4
)
bestätigte
die
den Beschwerde
führer seit April 2013 behandelnde
Psychiaterin
C._
als
psychi
sche
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine rezidivierende mittelgradige de
pressive Episode (ICD-10 F33.2
: recte: F33.1
) und
eine
PTBS
(ICD-10 F43.1
;
Urk.
7/26/1
)
.
Nebst
den bisher erwähnten psychopathologischen Befunden
ergänzte die Psychiaterin, dass der Beschwerdeführer
eine Persönlich
keit mit ängstlich abhängigen
und
selbstunsicheren Zügen
habe
.
Der Beschwer
deführer sei leicht
logorrhoisch
, dabei nervös, unruhig, untergründig deutlich ängstlich und unsicher wirkend. Er habe hohe Ansprüche an sich selber
. Im Affekt
bestünden hoher Gefühlsdruck,
vorwiegend
Ängste und Ohnmacht.
Er lebe sozial zurückgezogen (Urk. 7/26/2)
.
Die Prognose bezüglich Wiedererlangen einer Arbeitsfähigkeit sei ungünstig, bei noch immer eingeschränkter psychischer Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit. Auf geringsten Druck hin erfolge eine Ver
schlechterung
(Urk. 7/26/2)
.
Er sei seit September 2014 zu 100 % arbeitsunfähig (Urk.
7
/26/
3).
3.
5
Am
8. September 2015
nannte
Dr.
F._
, Facharzt für Rheumatologie und Physikalische Medizin
sowie
Rehabilitation, als Diagnosen mit Auswirku
ng auf die Arbeitsfähigkeit ein
chronische
s
lumbovertebrales
b
eziehungsweise
lum
b
ospondylogenes
Schmerzsyndrom
(
LVS/LSS
)
bei Status nach D
iskushernien
-Operation
im Jahre
1997 und
nach
degenerative
n
Veränderungen
,
eine
Chondro
kalzinose
, eine periphere arterielle Verschlusskrankheit
(
p
AVK
) im
Stad
ium
I mit Status nach
einem
Y-
Craft
und
nach
einer perkutanen
transluminalen
Angio
plastie
(
PTA
) im Jahre
2005
, und einen Status nach
Meniskektomie
links im Jahre 201
5.
Aus rheumatologischer Sicht bestünden seit Jahren persistierende lumbale Rückenschmerzen mit intermittierenden akuten Exazerbationen. Im Februar 2015 sei der Beschwerdeführer gestü
rzt und ha
be eine Meniskusläsion erlitten, weshalb eine
Meniskektomie
erforderlich geworden sei. Prognostisch werde sich ein
chro
nifizierter
Schmerz- und Depressionszustand einstellen.
Der Beschwerdeführer sei seit dem 22. Oktober 2014 aus körperlichen (Rücken, Knie) und psychischen Gründen zu 100 % arbeitsunfähig und
zurzeit
sei keine behinderungsangepasste Tätigkeit möglich
(Urk. 7/29
/2-3
)
.
3.6
Im Arztbericht vom 19. November 2015 (Urk. 7/38) berichtete Dr.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, dass am 28. September 2015 eine
arthro
skopische
mediale und laterale
Teilmeniskektomie
stattgefunden habe. Es zeige sich ein erfreulicher Verlauf nach der Knieoperation.
Betreffend Gegenseite bestehe bei bekannter
Meniskuspahtologie
auch auf dem Boden der bekannten
Chondrokalzinose
aktuell kein grosser Leidensdruck, soda
ss zugewartet werde (Urk. 7/38/7
)
.
3.7
Am 14. Oktober 2015 erklärte
der Rheumatologe
Dr.
F._
, dass dem Beschwerdeführer eine behinderungsangepasste, wechselbelastende Tätigkeit aus rheumatologischer Sicht ab Januar 2016 in einem 50%-Pensum zumutbar sei (Urk. 7/36).
3.8
Der
Bericht des
Kantonsspital
s
H._
bestätigte
am 20. Oktober 2015
(Urk. 7/33)
ebenfalls
eine periphere arterielle Verschlusskrankheit
(
pAVK
)
im klinischen Stadium I nach Fontaine beidseits
(Urk. 7/33/1)
. Dies
bei
einem
Status nach Implantation einer
aorto-iliacalen
(rechts)
und
femoralen
(links) Y-Prothese bei akutem
Leriche
-Syndrom am 4. Mai 2015
und bei einem Status nach
kathetertechnischer
Rekanalisation
mittels perkutaner
transluminale
r
Angio
plastie
(PTA) und
Stenting
bei Verschluss der Beckenstrombahn links sowie einer Stenose der
Arteria
iliaca
communis
rechts am 26. Oktober 2004
(Urk. 7/33/2)
. Aus
angiologischer
Sicht bestehe
bei aktuell normaler Ruhedurchblutung beid
seits und gut eingestellten kardiovaskulären Risikofaktoren
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/33
/3
).
3.
9
3.9.1
Am 29. Juli 2016 erstattete die MEDAS
B._
ihr
p
olydisziplinär inter
nistisch, rheumatologisch,
angiologisch
und psychiatrisches Gutachten (Urk. 7/54).
Darin wurden die folgenden Diagnosen
mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt
(Urk.
7
/
54
/
19
)
:
-
P
osttraumatische Belastungsstörung
(ICD-10 F43.1)
-
Rezidivierende mittelgradige depressive Störung (ICD-10 F33.1)
-
Chronische
Gonalgie
beidseits,
-
Chronisches
lumbovertebragenes
/
lumbospondylogenes
Syndrom rechts,
-
Periphere arterielle Verschlusskrankheit b
ei
ds
eits (Stadium 1 nach Fontaine).
Als Diagnosen
ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende fest
gehalten (Urk.
7
/
54
/2
0
):
-
Fibromyalgiformes
Ganzkörperschmerzsyndrom ohne entsprechendes
organi
sches
Korrelat
-
Familiäre
Dyslipidämie
(anamnestisch), optimal behandelt
- Arterielle Hypertonie, wahrscheinlich „essentiell” behandelt
- Kontrastmittelallergie (MRI 2015)
3.9.2
Im rheumatologischen Fachgutachten vom 1. Juni
2016 (Urk. 7/54/27-39)
erklärte Dr.
I._
, Facharzt für Rheumatologie,
dass der Beschwer
deführer über Knie-, Rücken-, rechtsseitige Schulter- und Armschmerzen geklagt habe. Er habe auch von anhaltend sch
m
erzhaften muskulären Verspannungen der gesamten Nackenpartie
und von diffusen Kopfschmerzen
berichtet
.
Die bisher durchgeführten therapeutischen Massnahmen hätten nicht angesprochen.
Seine frühere Arbeit, wo er Lieferscheinabrechnungen am PC gemacht habe, habe er sitzend und stehend
durchgeführt. Der Arbeitsplatz sei ergonomisch optimal ein
gerichtet gewesen mit Stehpult und gutem Bürostuhl. Es habe sich um eine leichte Büroarbeit gehandelt. Bezüglich der Knie-, Schulter- und Rückenproblematik sei er in den letzten 27 Jahren nicht längere Zeit arbeitsunfähig gewesen (Urk. 7/54/29
-
30
; Urk. 7/54/36)
.
In seiner rheumatologischen Beurteilung äusserte sich Dr.
I._
dahin
gehend, dass sich die Untersuchung des Bewegungsapparates aufgrund des gro
tesk und stark dysfunktional anmutenden Schmerzverhaltens de
s Versicherten ausserordentlich
schwierig gestaltet habe. Im Vordergrund habe der Versicherte eine diffuse
Druckdolenz
am ganzen Körper akzentuiert im Bereich der Fibromy
algie-typischen Tenderpoints, des Achsenorgans, der stammnah
en Gelenke sowie der Kniegelenk
e beidseits präsentiert. Eine funktionelle Untersuchung des Achsenorgans wie der peripheren Gelenke sei aufgrund des erwähnten Schmerz
verhaltens mit zusätzlich massiver Abwehr nur rudimentär gelungen. Mit Sicher
heit könne aber gesagt werden, dass keine überwärmten ergusshaltigen Gelenke und damit keine Arthritis zum Zeitpunkt der Untersuchung bestanden habe.
Ebenfalls hätten keine Hinweise für eine
radikuläre
Reiz- und/oder sensomoto
rische Ausfallsymptomatik bestanden. Zudem seien keine Auffälligkeiten betref
fend die muskuläre
Trophik
festzustellen gewesen. Die radiologische Standortbe
stimmung habe altersentsprechend normale Schultergelenke mit fraglich minimer
Akromioklavikulargelenksarthrose
ohne aber Anhalt für eine aktuelle Tendinitis
calcarea
gezeigt. Bis auf eine
Chondrokalzinose
im Bereich beider Kniegelenke hätten sich dieselben
bland
und ohne Hinweise für eine Destruktion oder rele
vante Degeneration gezeigt.
Bezüglich Lendenwirbelsäule habe sich die bekannte Segmentdegeneration L5/S1, initial auch L2/L3 mit leichter, degenerativ beding
ter segmentaler
Gefügelockerung
bestätigt
.
Aufgefallen
sei eine erhebliche Dis
krepanz zwischen den geschilderten und als vollständig invalidisier
end erlebten Beschwerden und der
in der Untersuchungssituation
festgestellten
Funktionsein
schränkung
und
den klinischen Befunden mit diesbezüglich seitengleicher unauffälliger muskulärer
Tr
ophik
im Schultergürtelbereich
. Inkonsistent habe der Beschwerdeführer auch eine wesentlich bessere Funktion des Achsenorgans und der peripheren Gelenke beim
Ent
- und Ankleiden als in der Untersuchungssitua
tion gezeigt. Die
Chondrokalzinose
im Bereich der Kniegelenke
sei
ohne fassbare, sekundäre
arthrotische
Veränderungen, ohne Zeichen einer Destruktion und ohne klinische Hinweise für eine Arthritis
gewesen. Sie
h
abe
die vom Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden mit schwersten Funktionseinschränkungen nicht
erklärt
. Eine formal-radiologisch erkennbare
Chondrokalzinose
ohne erwähnte Folgen beziehungsweise Begleitumstände mache per se keine Beschwerden. Im Vordergrund stehe eine
fibromyalgiformes
Ganzkörperschmerzsyndrom ohne entsprechendes organisches Korrelat am Bewegungsapparat. Die vom Beschwer
deführer als völlig invalidisierend empfundenen Beschwerden am Bewegungs
apparat,
das
Verhalten des Versicherten im Rahmen der körperlichen Unter
suchung, das fehlende Ansprechen auf sämtliche therapeutische Massnahmen sowie die erwähnten Diskrepanzen und Inkonsistenzen würden im Wesentlichen auf eine nicht somatische Ursache dieser Beschwerde
n
hindeuten
(Urk. 7/54/37)
.
Zur Arbeitsfähigkeit führte Dr.
I._
an, dass
eine Minderbelastbarkeit des Achsenorgans im Lendenwirbelsäulenabschnitt bestehe, was sich auf körper
liche Schwerarbeiten
und auf
Arbeiten in rückenbelastenden Arbeitspositionen
auswirke
(häufig vorgeneigte oder abgedrehte
Haltung
und
Arbeiten in sitzenden oder stehenden Zwangshaltungen ohne die Möglichkeit
von
Pausen
)
. Im Weiteren sei der
Beschwerdeführer nicht geeignet für Tätigkeiten im Kauern
und Knien sowie
für Arbeiten ausschliesslich
in stehender
oder gehender Position insbe
s
on
dere in unebenem Gelände. Es best
ünden
überdies auch Einschränkungen hin
sichtlich Tätigkeiten, die verbunden seien mit häufigem Treppengehen wie auch Arbeiten auf vibrierenden Maschinen sowie auf Dächern oder Gerüsten. Ebenfalls seien dem Beschwerdeführer keine häufigen Tätigkeiten mit den Armen an beziehungsweise über der Schulterhorizontalen zumutbar.
D
er Beschwerdeführer
sei
zuletzt im kaufmännischen Bereich (Finanzabteilung) beschäftigt gewesen und
habe
dort körperlich leichte Arbeit an einem ergonomisch optimal eingerichteten Arbeitsplatz verrichtet.
Von rheumatologischer Seite her sei diese Tätigkeit ohne zeitliche oder leistungsmässige Einschränkungen zu 100 % zumutbar (Urk. 7/54/39).
3.9.3
Im Teil
gutachten vom 2. Juni 2016 (Urk. 7/54/40-46) hielt Dr.
J._
, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, fest,
der Beschwerdeführer
habe
betref
fend
seine Kindheit
erzählt, dass er im Internat praktisch vom ersten Tag an mit Abläufen konfrontiert worden sei, die er nicht habe einordnen können. Praktisch jeden Abend seien einzelne Knaben sexuell missbraucht worden und man habe nie gewusst, wen es treffe. Sie seien aufgefordert worden Stillschweigen zu bewahren und hätten in grosser Angst gelebt. Er habe sich dann zur Flucht ent
schieden (Urk. 7/54/41). Seit der Kündigung seiner langjährigen Stelle im Sep
tember 2014 habe er den Boden unter den Füssen verloren. Seither leide er unter
Schlafstörungen,
Angstträume
n, schreie immer wieder nachts und
wache schweissgebadet und zitternd auf
. Zu solche
n
Ereignissen komme es etwa 3-4
Mal
pro Woche.
Auch
tagsüber träten immer wieder intensivste, lebendige Erinnerun
gen an die die Internatszeit auf
(Urk. 7/54/42). Seit der Kündigung könne er sich auch nicht mehr konzentrieren. Er habe bei vielen Leuten auch Angstzustände entwickelt
(Urk. 7/54/41-4
2
).
Dr.
J._
erwähnte
, dass der Beschwerdeführer bei der Schilderung seiner
Traumatas
intensiv geweint habe (
Urk.
7/54/4
3
).
Er habe die klassischen Symp
tome der
PTBS
gezeigt
;
vegetative Reaktionen, Angstträume
und
Flash-Backs
. Im Wei
tere
n bemerkte Dr.
J._
, dass die Affektivität bei neutralen Themen ängstlich und bedrückt gewesen sei. Die Vitalgefühle seien reduziert gewesen. Die Fähigkeit Freude zu erleben und die Fähigkeit zu einer aktiven Alltagsgestaltung seien stark eingeschränkt gewesen. Im Rahm
en des Gesprächs sei
en Antrieb und Psychomo
torik unauffällig gewesen und im Alltag habe
der Beschwerdeführer
dort deut
liche Defizite beschrieben. Ein sozialer Rückzug finde insofern statt als er
Men
schenansammlungen
wenn immer möglich vermeide und sich nur unter dem Schutz der Ehefrau in der Öffentlichkeit wirklich frei bewegen könne
. Er habe auch Befürchtungen in Bezug auf einen frühen Tod wegen körperlicher Kompli
kationen geäussert (Urk. 7/54/43)
.
Dr.
J._
führte weiter aus
, dass der Ablauf der fristlosen Kündigung den Beschwerdeführer vollkommen unvorbereitet getroffen habe. Er habe nicht nur die
Traumatas
im Internat und im Zusammenleben mit den Eltern (beide 100 % erw
erbstätig, keine Zeit, keine Ge
b
o
rgenheit [Urk. 7/54/40-41]) zu tragen
gehabt, sondern es seien auch noch objektiviert körperliche Aspekte dazugekommen
(periphere arterielle Verschlusskrankheit [vgl.
angiologisches
Teilgutachten vom 9. Juni 2016; Urk. 7/54/49-52]), die ihn befürchten liessen, dass er nur noch kurze Zeit zu leben habe
(Urk. 7/54/44)
.
Nach dem Diagnosemanual handle es sich bei der PTBS um eine protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis mit ausser
gewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmass, die in unserem Kontext bei fast jedem Kind eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Prädis
ponierende Faktoren
seien
vorhanden
(fehlende Geborgenheit in der Kindheit)
.
Das Trauma werde wie gefordert wiederholt erlebt und es seien Nachhallerinne
rungen nachweisbar. Vegetative Begleiterscheinungen und Albträume würden ebenfalls wie gefordert vorliegen. Die Latenz bis zur Erstmanifestation der PTBS sei relativ lang. Sie umfasse Jahrzehnte. Dies sei zwar ungewöhnlich, dürfe aber die Diagnose nicht ausschliessen (Urk. 7/54/45). Die nach erstaunlich langer Zeit zum Vorschein gekommene PTBS
habe sich mit aller Heftigkeit manifestiert und schränke den Beschwerdeführer heute tatsächlich in seine Arbeitsfähigkeit ein. Er habe die Symptome plastisch geschildert
und mit intensiven Emotionen unterlegt, die keinen Zweifel an den Auswirkungen auf seinen Alltag lassen würden
(Urk. 7/54/44)
.
Auch die depressiven Phasen seien gut dokumentiert und würden sich heute mit der lehrbuchmässigen Symptomatik zeigen
(Urk. 7/54/45)
.
Die erste Depression habe sich 2002 ereignet, als er seinen ehemaligen Chef und Freund plötzlich durch einen Hirnschlag verloren ha
be. Schon damals habe er bei
C._
psychiatrische Hilfe im ambulanten Rahmen in Anspruch nehmen müs
sen (Urk. 7/54/41).
Das Zeitkriterium sei
auch jetzt
erfüllt:
die Episoden würden immer deutlich mehr als zwei Wochen dauern. Die Stimmung sei andauernd bedrückt und niedergeschlagen. Auch positive Erlebnisse könnten kaum etwas daran ändern. Im Weiteren s
ei eine Interessen- und Freudlosigkeit gefordert, was auch erfüllt sei. Der Antrieb sei wie gefordert vermindert und auch die Ermüdung erfolge rascher. Das Selbstvertrauen sei erschüttert. Gedanken an den Tod seien wie gefordert vorhanden
und würden durch die körperlichen Erkrankungen noch gefördert. Suizidideen seien nachweisbar. Damit sei die Diagnose einer depres
siven Störung in Übereinstimmung mit den Akten gerechtfertigt (Urk. 7/54/45).
Die angegebene Reihenfolge der
psychischen
Diagnosen sage nichts aus über die Gewichtung. Phasenweise dürfte die Depression mehr Auswirkungen zeigen und dann wieder die PTBS. Im Zeitpunkt des Gesprächs habe die PTBS im Vorder
grund gestanden
(Urk. 7/54/44)
.
Zur Arbeitsfähigkeit führte Dr.
J._
aus, die bisher ausgeübte Tätigkeit gebe es nicht mehr und selbst wenn eine vergleichbare Stelle angeboten würde, wäre er dabei in relevantem Umfang eingeschränkt. Die weiter oben dargelegten Symp
tome würden die Bewegungsfreiheit des Beschwerdeführers im Alltag einschrän
ken. Das Vermeidungsverhalten erschwere eine Arbeitsintegration ebenso wie seine Ängste und Unsicherheiten in Bezug auf das körperliche Wohlergehen. Den
noch gehe er von einer Restarbeitsfähigkeit aus. Eine angemessene Tätigkeit werde ihm helfen eine Kompensation der Defizite über die Ergebnisse
der Tätig
keit
zu erreichen. In diesem Sinne halte er eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für angemessen. In einer Verweisungstätigkeit würden die gleichen Überlegungen gelten. Da der Beschwerdeführer bis zu seiner fristlosen Kündigung vollumfäng
lich berufstätig gewesen sei, gehe er davon aus, dass die Einschränkung ab Sep
tember 2014
wirksam geworden seien
(Urk. 7/54/46).
3.9.4
Im
angiologischen
Teilgutachten vom 9. Juni 2016 (Urk. 7/54/49-51)
bestätigte
Dr.
K._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für
Angiologie
, dass beim Beschwerdeführer eine asymptomatische periphere arterielle Ver
schlusskrankheit im Stadium I nach Fontaine vom Beckentyp beid
s
eits bestehe.
Im Jahr 2004 habe eine
Angioplastie
mit
Stenting
der
iliacalen
Achsen beidseits stattgefunden.
Der 2005 implantierte Y-Graft wegen eines akuten
Leriche
-Syn
droms (rechts in
aorto-iliacaler
und links in
aorto-femoraler
Position
)
sei offen und intakt.
Aus
angiologischer
Sicht könne dem Beschwerdeführer keine Arbeits
unfähigkeit attestiert werden. Er sei für jede Tätigkeit jeder Art arbeitsfähig, die nicht mit regelmässigem Heben von schweren Lasten von über 25 kg verbunden sei. Dies gelte wegen des Y-
Graftes
(Urk. 7/54/52).
3.
10
In der Stellungnahme vom 6. Juni 2018
(Urk. 7/63/6)
erklärte der RAD-Arzt, Dr.
L._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, das MEDA
S-Gutac
hten beruhe auf eigenen Untersuchungen, erscheine schlüssig und berück
sichtige die gesamte Aktenlage sowie sämtliche Beschwerden und Symptome. Es sei darauf abzustellen
.
Es könne seit
dem 8. März 2015 von einem dauerhaften und invaliditätsrelevanten Gesundheitsschaden ausgegangen werden. Der Beschwerde
führer sei in der angestammten Tätigkeit, die einer körperlich leidens
adaptierten Tätigkeit entspreche,
aus psychischen Gründen zu 50 % einge
schränkt und
könne gesamthaft noch zu 50 %
arbeiten.
4.
4.1
4.1
.1
D
er
rheumatologische Gutachter Dr.
I._
diagnostizierte
mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit
im Wesentlichen
eine chronische
G
onalgie
beidseits
seit
August
20
15 und ein chronisches
lumbovertebragenes
und
lumbospondylo
genes
Syndrom rechts seit der
Diskushernienoperation
1995
und aufgrund der
Osteochondrose
L5/S1 sowie der
Spondylarthrosen
L4/L5
(Urk. 7/54/35). Er erachtete den Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit
i
m kaufmän
nischen Bereich
trotz dieser somatischen Beschwerden als zu 100
% arbeitsfähig (Urk. 7/54/39). Die Minderbelastbarkeit
des Achsenorgans im Lendenwirbelsäu
lenabschnitt
zeigt sich vor allem bei körperlichen Schwerarbeiten und bei
rücken
belaste
nden Arbeitspositionen, namentlich bei
Arbeiten in sitzenden oder stehen
den Zwangshaltungen ohne die Möglichkeit
von
Pausen
oder
Änderungen der Körperposition
(
Urk.
7/54/38). Die
von
Dr.
I
._
gestellten
Diagnosen stehen im Einklang mit den
jenigen
des
behandelnde
n
Rheumatologe
n
Dr.
F._
(vgl.
Urk.
7/29/1,
Urk.
7/54/35
). Hinsichtlich der
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit weicht
Dr.
F._
in dem Sinne
von der gutachterlichen Ein
schätzung ab,
als
er seit dem 2
2.
Oktober 2014 jegliche Tätigkeiten für
ausge
schlossen
hält
(
Urk.
7/29/2-3) und
angepasste
wechselbelastende Tätigkeit
en
erst
ab Januar 2016
in einem 50%-Pens
um für zumutbar erachtete (vgl.
Urk.
7/36).
Der Gutachter
Dr.
I._
hingegen geht aus
rheumatlogischer
Sicht von einer vollen Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten aus, wozu er auch die bisherige zählt (Urk. 7/54/38 f.), und er
hat gestützt auf Röntgenuntersuchungen der Lendenwirbelsäule und de
r beiden Knie (
Urk.
7/54/34-35) sowie gestützt auf
die rheumatologischen Befunde
nachvollziehbar
festgehalten und in seiner Beur
teilung überzeugend dargelegt, dass die vom Beschwerdeführer als invalidisierend empfundenen Beschwerden
am Bewegungsapparat in erster Linie nicht
auf eine somatische Ursache
zurückzuführen sind (Urk.
7/54/38)
. Dafür sprechen gemäss dem Gutachter auch
das Verhalten des Beschwerdeführers im Rahmen der kör
perlichen Untersuchung
mit zahlreichen Diskrepanzen und
das fehlende Anspre
chen auf
die bisherigen therapeutischen Massnahmen (Urk. 7/54/36f.).
Vor die
sem Hintergrund vermag die anderslautende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von
Dr.
F._
jene des Gutachters
Dr.
I._
nicht in Zweifel zu ziehen
.
Im Weiteren ist nicht ersichtlich und wird auch nicht geltend gemacht, dass sich die eingeschränkt
e Schultergelenksbeweglichkeit,
der asymptomatis
che Knick-Senk-Spreizfuss (vgl.
Urk.
7/54/36) und die periphere arterielle Verschlusskrankheit (
pAVK
) beidseits (vgl.
Urk.
7/54/19;
Urk.
7/54/49) auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit im
kaufmännischen Bereich auswirken
. Bezüglich
pAVK
kann
auch
auf das
angiologische
Teilgutachten von
Dr.
K._
vom
9.
Juni 2016 hingewiesen werden, in
welchem
er dem Beschwerdeführer keine Arbeits
unfähigkeit für leichte und mittelschwere Tätigkeiten attestierte (
Urk.
7/54/52). Das Gleiche geht aus dem Bericht des Kantonsspitals
H._
vom 2
0.
Oktober 2015 hervor, in
dem
die berichtenden Ärzte
ebenfalls erklärte
n
, aus
angiolo
gischer
Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/33/3).
4.1.2
Da die
MEDAS-Teilgutachten vom Rheumatologen
Dr.
I._
und vom
Angiologen
Dr.
K._
sämtliche von der Rechtsprechung verlang
ten Voraus
setzungen (BGE
134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3a) erfüll
en, inhaltlich überzeugen
und mit den weit
eren Arztberichten übereinstimmen
beziehungsweise von abweichenden ärztlichen Aussagen nicht
ernsthaft in Frage gestellt werden
, ist darauf abzustellen
. Somit
ist
aus rheumatologischer Sicht von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ohne zeitliche oder leistungsmässige Einschränkung
(vgl.
Urk. 7/54/39)
auszugehen
, und a
us
angiologischer
Sicht
ist eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit für Tätigkeiten jeder Art, die nicht mit regelmässigem Heben von schweren Lasten über 25 kg einhergehen (vgl. Urk. 7/54/52),
anzunehmen
.
4.2
4.2.1
Bezüglich der
psychischen Gesundheitssituation
stehen als Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit
im Wesentlichen
eine rezidivierende mittelgra
dige depressive Störung (ICD-10 F33.1) und eine posttraumatische Belastungs
störung (ICD-10 F43.1)
zur Diskussion
(
vgl.
Urk. 7/
54/44)
.
Die Diagnose einer rezidivierenden mittelschweren depressiven Störung (ICD-10 F33.1) w
urde
vom psychiatrischen
Gutachter
Dr.
J._
am 2. Juni 2016 detail
liert begründet
(Urk. 7/
54/44-45). Auch die behandelnde Psychiaterin hatte diese Diagnose gestellt (Urk. 7/26/1-4). RAD-Arzt Dr.
L._
erachtete die gut
achterlichen Ausführungen als schlüssig (vgl. Urk. 7/63/6). Die Ärzte der Privat
klinik
D._
und der Klinik
E._
gingen in ihren Berichten vom 3. März 2015 (Urk. 7/26/11-15) und vom 27. Mai 2015 (Urk. 7/13, Urk. 7/26/6-10) eben
falls von einer depressiven Störung aus, wenn auch teilweise mit anderem Schwe
regrad. Im Zeitpunkt der Begutachtung durch die Ärzte der MEDAS-
B._
präsentierte sich das Symptombild jedenfalls als mittelgradig (Urk. 7/54/43-45).
4.2.2
Die Diagnose einer PTBS wurde erstmals von den Ärzten der Privatklinik
E._
gestellt, wo sich der Beschwerdeführer vom 1. April bis zum 20. Mai 2015
zur stationären Behandlung aufgehalten hatte (Austrittsbericht vom 27. Mai 2015; Urk. 7/13, Urk. 7/26/6-10). Auch die behandelnde P
sychiaterin
C._
stellte die Diagnose im Bericht vom 11. August 2015 (Urk. 7/26/1-4). Der psychiatrische Gutachter Dr.
J._
diagnostizierte am 14. Juni 2016 ebenfalls eine PTBS unter Verweis auf die Diagnosekriterien der Internationalen Klassifikation psychischer Gesundheitsstörungen der Welt
gesundheitsorganisation (ICD-10 F43.1) und wies darauf hin, dass die Diagnose trotz der Jahrzehnte umfassenden Latenz bis zur Erstmanifestation nicht ausge
schlossen werden dürfe (Urk. 7/54/44 f.). Diese Beurteilung steht insofern im Widerspruch zu den genannten Diagnoserichtlinien, als diese vorgeben, späte und
chronifizierte
Folgen von extremer Belastung (nach Jahrzehnten) als andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung gemäss ICD-10 F62.0 zu erfassen (
Dilling
/
Mombour
/Schmidt,
Internationale
Klassifikation psychischer Gesund
heitsstörungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 1
0.
A., Bern 2015, S. 208).
Da
rechtsprechungsgemäss
nicht
die
diagnostische Einordnung eines Gesund
heitsschadens
im Vordergrund steht
, sondern
die
konkrete
n
Auswirkungen
eines Leidens
auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_273/2017 vom 9. April 2018 E. 3.2.2 mit Hinweis auf BGE
136 V 279
E.
3.2.1
)
und weil bei psychischen Leiden
die
ressourcenhemmenden Faktoren
im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens
zu prüfen sind, kann die genaue diagnos
tische Einordnung
offen bleiben
.
4.
2.3
Mit BGE
143 V 409 und 143 V 418 änderte das Bundesgericht seine Praxis zur Beurteilung des Anspruchs auf eine Invalidenrente bei psychischen Leiden dahingehend, dass es die für somatoforme Schmerzstörungen entwickelte Recht
sprechung, wonach in einem strukturierten Beweisverfahren anhand von Indika
toren die tatsächliche Arbeits- und Leistungsfähigkeit der betroffenen Person zu ermitteln ist (BGE 141 V 281), künftig im Grundsatz auf sämtliche psychischen Erkrankungen für anwendbar erklärte.
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer psychischen Erkran
kung sind die Indikatoren beachtlich, welche das Bundesgericht im Zusammen
hang mit der Beurteilung der Auswirkungen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psycho
somatischen Leidens ent
wickelt hat (BGE 141 V 281 E. 4.2). Das Bundesgericht erklärte
die folgenden Aspekte
als
massgebend (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
Funktioneller Schweregrad
-
Gesundheitsschädigung
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-
Komorbiditäten
-
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
-
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleich
ba
ren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungs
anamnestisch
ausgewiesener Leidens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindernder
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Ressour
cen) anderseits - das ta
tsächlich erreichbare Leistungs
vermögen einzuschätzen (BGE 141 V
281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_260/2017 vom 1. Dezember 2017 E. 4.2.3).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind
(BGE
1
41 V 281 E. 6; 141 V 547 E. 2). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzuneh
mende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1).
Gemäss
BGE 137 V 210
verlieren gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamt
haften Prüfung des Einzelf
alls mit seinen spezifischen Ge
gebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (E. 6 in
initio
).
Das Gutachten der MEDAS vom 29. Juli 2016 (Urk. 7/54) wurde zwar vor der mit BGE 143 V 409 und BGE
143 V 418
begründeten Praxis betreffend Beurteilung der inva
lidisierenden Auswirkung psychischer Leiden erstattet, jedoch bezog
Dr.
J._
die
bei Vorliegen eines psychischen Gesundheitsschadens in der Regel zu prüfen
den
Standardindikatoren
in seine Beurteilung mit ein, da diese bei bestimmten Leiden, darunter die PTBS, bereits damals zu beachten waren
(vgl.
BGE 142 V 342
)
.
4.2.4
Der psychiatrische Gutachter Dr.
J._
hat sich
an die
massgebenden
norma
tiven Rahmenbedingungen gehalten
, in dem er ein Gutachten erstellt hat, dass
sämtliche von der Rechtsprechung verlangten Voraussetzungen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3a) erfüllt,
inhaltlich überzeugt und mit weiteren Arztberichten
übereinstimmt
(Urk. 7/26/1-4)
beziehungsweise von abweichenden ärztlichen Aussagen
(vgl. Urk. 7/26/6-10; Urk. 7/26/11-15)
nicht ernsthaft in Frage gestellt wird
.
Die
diagnoserelevante
n
Befunde
sind mit andauernd bedrückter und niedergeschlagener Stimmung, Interessen- und Freudelosigkeit, vermindertem Antrieb, rascher Ermüdung, erschüttertem Selbstvertrauen, suizidalen Gedanken und mit dem Umstand, dass auch positive Erlebnisse nichts an der Grundstim
mung ändern
(vgl. Urk. 7/54/45)
, als nicht unerheblich einzustufen
. Hinsichtlich der Behandlungsthematik ist der psychiatrische Gutachter Dr.
J._
der Auffas
sung
, dass der Beschwerdeführer
insbesondere nach
zwei längere
n
psychiat
rische
n
Hospitalisationen
das Therapiepotential
ausgeschöpft
habe
. U
nter Fort
setzung der
ambulanten Psychotherapie könne
nur noch eine
langsame Steigerung der Arbeitsfähigkeit erhofft werden
, wobei diese im Umfang von wenigen Prozenten pro Jahr liegen dürfte
(vgl. Urk. 7/54/46)
. Bezüglich Komorbiditäten sind
solche somatischer
(Rücken- und Knieschmerzen sowie
arterielle Verschlusskrankheit;
Urk. 7/54/35, Urk. 7/54/49
und psychischer
(
Reaktion auf erlittene Traumata; Urk. 7/54/44-46
)
Natur festzuhalten
, die sich in Wechselwirkung mit der Depres
sion ressourcenhemmend auswirken
. Insgesamt kann insoweit von einer nicht unerheblichen Gesundheitsschädigung ausgegangen werden. Was den sozialen Kontext und die Persönlichkeit betrifft, so ist zwar ein
familiär
und kollegial
grundsätzlich
positive
r
soziale
r
Kontext
ersichtlich, indem von einem sehr guten Verhältnis zur Ehefrau, einer guten Beziehung
zu den erwachsenen Kindern
und einer guten Freundschaft mit zwei früheren Arbeitskollegen berichtet wird, mit denen er beinahe alle z
w
ei Tage telefoniert
(Urk. 7/54/8-9)
. Allerdings ist
seit der Kündigung ein Rückzugsverhalten ausserhalb des Familien- und Bekanntenkrei
ses festzu
stellen
, was sich darin zeigt, dass der Beschwerdeführer
Menschenan
sammlungen wenn immer möglich vermeidet und er sich nur unter dem Schutz der Ehefrau in der Öffentlichkeit frei bewegen kann
(vgl. Urk. 7/54/43)
. Zudem sind
infolge von Vermeidungsverhalten, Ängsten und Unsicherheiten in Bezug auf das körperliche Wohlergehen
wenig persönlichen Ressourcen
vorhanden
(vgl. Urk. 7/54/46)
. Nach dem Gesagten
ist ein gewisser funktioneller Schweregrad
des psychischen Leidens
nicht von der Hand zu weisen.
Hinzu kommt, dass der begutachtende Psychiater Dr.
J._
gleichmässige
Ein
schränkung des Aktivitätsniveaus
in allen Lebensbereichen bejaht
(vgl. Urk. 7/54/45), die unter den vorliegenden Umständen, wonach der psychiatrische Gutachter nicht eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit, sondern eine
teilweise
Ein
schränkung im Umfang von 50 % erkannt hat
(vgl. Urk. 7/54/46)
, nicht zu bean
standen
ist
.
Denn d
ie Schilderungen des Beschwerdeführers zum Tagesablauf (Urk. 7/54/9-10) und zum Sozialen (Urk. 7/54/8-9) stehen mit der attestierten Restarbeitsfähigkeit im Einklang.
So hat er zwar ein gewisses Aktionsniveau mit Mittagessen mit der Ehefrau in der Kantine ihres Arbeitsplatzes, mit Kleinein
käufen und mit der Zubereitung und
dem
Abräum
en des
Nachtessen
s
. Anderseits ist das Aktionsniveau mit geringen sonstigen Beschäftigungen auch nicht so, dass die gutachterlich attestierte 50%igen Arbeitsunfähigkeit
unverhältnismässig erscheine
.
Was den behandlungsanamnestischen Leidensdruck angeht, so sind zwei stationäre Aufenthalte in psychiatrischen Kliniken (Urk. 7/26/
6-10; Urk. 7/26/11-15)
und
eine
laufende ambulante
(vgl. Urk. 7/54/46)
und pharma
kologische T
herapie
(Urk. 7/54/14)
aktenkundig, was für einen ernsthaften Lei
densdruck spricht
. D
er psychiatrische Gutachter Dr.
J._
hielt
die
Konsistenz
denn auch ohne Ei
nschränkungen für erfüllt (Urk.
7/54/45). Auch wenn im rheu
matologischen Gutachten von
Inkonsistenten
die Rede ist
(vgl. Urk. 7/54/38)
, ist aus psychiatrischer Sicht eine solche hinsichtlich der psychischen Leiden nicht ausgewiesen
. Auch in den übrigen Akten
finden sich keine Anhaltspunkte
für ein inkonsistentes Verhalten des Beschwerdeführers was den psychischen Gesund
heitszustand anbelangt.
Die diesbezügliche
Kritik
der Beschwerdegegnerin,
ist
vor diesem Hintergrund nicht
begründet
(vgl. Urk. 14 S. 2).
Das Verhalten des Beschwerdeführers erscheint nach dem Gesagten im
entscheidenden
Bereich als konsistent.
Soweit
der Beschwerdeführer
an der gutachterlichen Einschätzung der Arbeits
fähigkeit kritisier
t
, es sei nicht von einer 50%igen, sondern von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (vgl.
Urk. 1 S. 11; vgl.
Urk. 7/70), überzeugt dies vor dem Hintergrund der Ausführungen
des psychiatrischen Gutachters
Dr.
J._
zur Arbeitsfähigkeit nicht. Dr.
J._
erklärte, die Arbeitsintegration sei wegen Vermeidungsverhalten und aufgrund von Ängsten und Unsicherheiten in Bezug auf das körperliche Wohlergehen eingeschränkt (Urk. 7/54/46). Er legt
e
einleuchtend dar, dass
der
Beschwerdeführer aus den soeben genannten Gründen und aufgrund der
im Gutachten dargelegten
Symptomatik im Alltag und in einer mit der früheren Stelle vergleichbaren Tätigkeit in relevantem Umfang einge
schränkt
ist
(Urk. 7/54/46).
Es ist aber auch
nachvollziehbar,
dass
Dr.
J._
die Überwindung gewisser Beeinträchtigungen (Vermeidungsverhalten, Ängste, Unsicherheiten) als möglich erachtet, weil positive Ergebnisse in einer angemes
senen Tätigkeit gewisse Defizite kompensieren würden (vgl. Urk. 7/54/46).
Dies erscheint insbesondere auch unter Berücksichtigung der Ausfüh
rungen im Bericht der Privatklinik
E._
vom 27.
Mai 2015 plausibel, in welchem die
Arbeit
stä
tigkeit
eine
kompensatorische Funktion
auf den Beschwerdeführer gehabt habe
,
da er dabei
die innere Spannung in berufliches Engagement
habe
lenken können (vgl. Urk. 7/13/4).
Deshalb
ist es überzeugend
,
dass nicht eine volle, sondern
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert wurde.
Insgesamt erlaubt das psychiatrische Gutachten von Dr.
J._
eine schlüssige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Lichte der massgeblichen Indikatoren. Aus deren Gesamtbetrachtung ergibt sich, das im psychiatrischen Fachgutachten sowohl eine gesundheitliche Beeinträchtigung von erheblichem Schweregrad als auch deren funktionelle Auswirkungen in Beruf und Erwerb objektiv, kohärent und
widerspruchsfrei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Mithin kann auf die gutachterliche Zumutbarkeitsbeurteilung (Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 %) abgestellt werden.
4.
3
Da die Teilgutachten
der MEDAS im Bereich Rheumatologie,
Angiologie
und Psy
chiatrie
beweiskräftig sind und das zusammenfassende
Gesamtgutachten
der MEDAS vor dem Hintergrund dieser schlüssigen Teilgutachten hinsichtlich des Tätigkeitsprofils plausibel
ist
, kann vom Belastungsprofil des Gesamtgutachtens ausgegangen werden. Demnach ist
für die angestammte Tätigkeit als regionaler Verkaufs-
Equipenchef
einer grossen Getränkefirma von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
auszugehen, die aus psychischen Gründen reduziert ist.
Dies gilt auch für alle anderen in Frage kommenden Tätigkeiten. Angepasst sind
körperlich
leichte und gelegentlich mittelschwere Verweisungstätigkeiten
ohne regelmässi
ges Heben von mehr als
25 kg, ohne körperliche Schwerarbeit, ohne rücken
belastende Arbeitspositionen in häufig vorgeneigter oder abgedrehter Körperstel
lung, ohne pausenlose sitzende oder stehende Zwangshaltungen, ohne Tätigkei
ten im Kauern und Knien, ohne solche in ausschliesslich stehender oder gehender Position, besonders in unebenem Gelände
,
s
owie ohne Tätigkeit mit häufigem
Treppengehen, ohne Beschäftigungen auf vibrierenden Maschinen, auf Dächern oder Gerüsten und ohne solche mit häufigem Hantieren an oder kranial der Schul
terhorizontalen (
Urk.
7/54/20).
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog.
allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothe
tischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invali
deneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass
zu berücksichtigen sind
(BGE 129 V 222 E.
4.1 und E. 4.2;
Urteil des Bundesgerichts
9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.1
).
Der Beschwerdeführer meldete sich am 10. April 2015 bei der Invalidenversiche
rung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/2). Da der Beschwerdeführer ab dem 23. Oktober 2014 arbeitsunfähig geschrieben war (
vgl.
Urk. 7/
7/23
)
und ab dann in einem Ausmass von mindestens 40
%
fortdauerte, war das Wartejahr Ende September 2015 bestanden (
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG). Zu diesem Zeitpunkt war auch die Wartefrist gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG bereits abgelaufen.
5.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik heraus
gegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persön
lichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
Der Jahresverdienst
hat gemäss Arbeitgeberfragebogen im
Jahre 200
7
Fr. 92'950.-- betragen (vgl. Urk. 7/22/2).
Dem
Beschwerdeführer
wurde
jedoch gestützt auf den Arbeitgeberfragebogen (Urk. 7/22/1) im September 201
4 nicht wegen gesundheitlichen Gründen, sondern wegen Umstrukturierungen gekün
digt.
Manifestiert wurde die
psychische Kran
kheit
des Beschwerdeführers
erst nach
der
Kündigung
(vgl.
Urk.
7/54/42,
Urk.
7/26/2)
. Daraus erhellt, dass er
die
se
Tätigkeit
auch ohne Gesundheitsschaden
nicht mehr
weiter
ausgeübt hätte
.
Zur Ermittlung des
Valideneinkommens
ist daher auf d
i
e LSE abzustellen.
Das
V
alideneinkommen
ist ausgehend vom Tabellenlohn gemäss der LSE 2014, Tabelle TA1_tirage_skill_level (Kompetenzniveau 1, Männer, Total, Fr. 5’312.-- pro Monat) auf Fr. 63'744.-- pro Jahr festzulegen.
Unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen (vom
Bundesamt für Statistik [
BFS
]
erhobenen) wöchentlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden im Jahr 2015 (
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Tabelle T 03.02.03.01.04.01, Abschnitt A-S, Total) und der
Nominallohnentwicklung (
NLE
)
von 2014 bis 2015 (
BFS
, Schweizerischer Lohnindex nach Wirtschaftszweigen,
Nominallohnindex [
NLI
]
Männer [2010 = 100, Tabelle T1.1.10], Total, 2014: 103.3, 2015: 103.7)
betrug das Durchschnittseinkommen im Jahr 2015 Fr. 66'710.45 (Fr. 63'744.--: 40 x 41,7 :
103.3
x
103.7
).
Dieser Verdienst
entspricht dem
Valideneinkommen
.
5.4
Auch das Invalideneinkommen ist praxisgemäss gestützt auf die Tabellenlöhne zu bestimmten (BGE 139 V 592 E. 2.3). Damit sind dieselben Grundsätze beacht
lich. Da die Restarbeitsfähigkeit von 50
%
gleichermassen für die angestammte als auch für andere angepasste Tätigkeiten gilt, entspricht das Invalideneinkom
men dem um die Einschränkung angepassten
Valideneinkommen
.
Gemessen am noch zumutbaren Pensum von
5
0 % resultiert
ein Invalideneinkommen von Fr.
33'355.2
5.
5.5
5.5.1
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungsp
flicht nicht mehr zumut
bar ist
(Urteil
des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 2 mit Hin
weisen, insbes
ondere auf BGE 107 V 17 E. 2c).
Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder
Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem ange
stammten Bereich sein (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.1 mit Hinweisen).
Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt auch davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Die im gesamten Bereich des Sozialversicherungsrechts geltende Schadenminderungspflicht und die daraus abgeleitete Selbsteingliederungslast gebieten grundsätzlich, die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit möglichst früh zu beantworten.
Für den Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähig
keit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, ist auf das Feststehen der medizi
nischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit abzustellen (BGE 138 V 457 E. 3.3).
Gemäss BGE 138 V 457 E. 3.4 steht die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (Urteil des Bundesgerichts
8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 3.1
).
5.5
.2
Eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung war möglich, nachdem die
MEDAS-
B._
am 29. Juli 2016 ihr den Anford
erungen an die Beweiskraft (BGE
134 V 231 E. 5.1) genügendes Gutachten (vgl. Urk. 7/54) erstattet hat
. Der Beschwerdeführer war Ende Juli 2016 56 Jahre und 9 Monat alt. Er hätte bis zum Erreichen des ordentlichen AHV-Alters noch mit einer Aktivitätsdauer von 8 Jah
ren und etwa 3 Monaten in einer angestammten oder leidensangepassten Tätig
keit
arbeiten können
, wenn er ab August 2016 eine zumutbare 50%ige Tätigkeit
aufgenommen hätte
.
Hinzu kommt, dass er zwar keine Berufsausbildung erlernt hat, aber dennoch
im Bürobereich grosse
Arbeitserfahrung aufweist (ver
schiedenste Tätigkeiten in der ehemaligen
A._
AG [Urk. 7/54/8]
; Liefer
scheinabrechnungen am PC [vgl. Urk. 7/54/29]; Zählen von Bargeld sowie Erfas
sen von Buchungen, Abrechnen und Scannen von Dokumenten, Beschaffen von fehlenden Dokumenten, sonstige Administration [Urk. 7/22/5]
), so dass
von
eine
r
gewisse
n
Anpassungsfähigkeit
auszugehen
ist.
Für den Beschwerdeführer kom
men in erster Linie ungelernte Tätigkeiten in Frage. Solche
werden
auch auf dem hypothetisch
ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig nach
gefragt (Urteil des Bundesgerichts 9C_134/2016 vom 12. April 2016 E. 5.3 mit Hinweisen). Derartige Tätigkeiten erfordern keinen spezifischen Berufsausbil
dungsabschluss und sind in der Regel auch nicht mit einem besonderen
Umstel
lungs
- oder Einarbeitungsaufwand verbunden.
Ferner
ist der Beschwerdeführer
zwar eingeschränkt (vgl. Urk. 7/54/20), diese Beeinträchtigungen sind aber mit Blick auf die geringeren Anforderungen bei einer
Hilfs-
Bürotätigkeit nicht derart gravieren
d, dass gesagt werden müsste, es
sei eine zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb von vornherein als ausgeschlossen erscheint. Denn für die Invaliditätsbemessung ist nicht mass
gebend, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbleibende Arbeitskraft noch nutzen könnte, wenn ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitsplätzen bestünde (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 4.3.2).
Die im August 2015 erfolgte Einstellung der Eingliede
rungsbemühungen (vgl.
Urk.
7/27) hat keine präjudizierende Wirkung. Sie basierte auf der seinerzeitigen Arbeitsunfähigkeitseinschätzung im Austrittsbe
richt der Klinik
E._
vom 27. Mai 2015 (Urk. 7726/6-10). Gemäss MEDAS-Gutachten besteht indessen inzwischen eine verwertbare Arbeitsfähigkeit von 50
%
. Unter diesen Umständen
geht
die Rüge des Beschwerdeführers, die Restar
beitsfähigkeit sei auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht mehr verwertbar (Urk. 1
S.
13),
ins Leere
.
5.
6
5.
6
.1
Letztlich ist zu prüfen, ob antragsgemäss ein
15%iger
Abzug vom Tabellenlohn zu gewähren ist
,
aufgrund
der besonderen Anforderungen an eine Arbeitsstelle,
wegen
des Alters und
aufgrund
der Teilzeittätigkeit
(vgl. Urk. 1 S. 13).
5.6.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Aus
wirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall gesamthaft zu
schätzen
und insgesamt auf höchstens 25
% des Tabellen
lohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invaliden
einkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist
.
Sind hingegen leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar, ist allein deswegen auch bei einge
schränkter Leistungsfähigkeit noch kein Abzug gerechtfertigt, weil der Tabellen
lohn im
Kompetenzniveau 1
bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschwe
ren Tätigkeiten umfasst
(Urteil des Bundesgerichts 9C_437/2015 vom 30. Novem
ber 2015
E. 2.2
mit Hinweis auf
BGE 126 V 75
E. 5a/
bb
).
Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit ent
haltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs
einfliessen
und so zu einer doppelten Anrechnung des
selben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 mit Hinweisen).
Ob das Merkmal "Alter" einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigt, ist jeweils unter Berücksichtigung aller konkreter Umstände des Einzelfalls zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_366/2015 vom 22. September 2015 E. 4.3.2 unter Hinweis auf 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.2). Dies gilt insbesondere im Bereich der Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG), wo sich ein fortgeschrittenes Alter nicht zwingend lohnsenkend auswir
ken muss. Hilfsarbeiten werden auf dem massgebenden ausgeglichenen Stellen
markt altersunabhängig nachgefragt (Urteile des Bundesgerichts 8C_403/2017 vom 25. August 2017 E. 4.4.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.3).
Laut der gestützt auf die LSE 201
4
erstellten Tabelle zu den nach Beschäftigungs
grad, Geschlecht und beruflicher Stellung differenzierten monatlichen Durch
schnittsbruttolöhnen
(vgl.
BFS, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Beschäftigungsgrad, beruflicher Stellung und Geschlecht [T18, im Internet abruf
bar], ohne Kaderfunktion, Männer)
rechtfertigt ein Beschäftigungsgrad von
50-74 % bei Männern auf der untersten Stufe der beruflichen Stellung (ohne Kader
funktion) keinen zusätzlichen Tabellenlohnabzug
.
Denn auf dieser Ebene besteht bei Männern zwischen dem Durchschnittslohn bei einem Teilzeitpensum von 50-74 % proportional bezogen auf ein 100 %-Pensum (Fr. 5‘714.--
)
und dem Durch
schnittslohn bei einem Vollzeitpensum (
Fr. 6‘069.--)
eine Differenz von Fr. 355.-- oder 5.85 %. Daraus ergibt sich jedoch keine überproportionale Lohneinbusse (
vgl.
Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.2 und 8C_12/2017 vom 28. Februar 2017 E. 5.5.2 mit Hinweisen).
5.6.3
Für den Beschwerdeführer ist gestützt auf das MEDAS-Gutachten in der ange
stammten Tätigkeit
im administrativen Bereich
von
einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
auszugehen, die aus psychischen Gründen reduziert ist. Für körperlich
leichte und gelegentlich mittelschwere Verweisungstätigkeiten
ohne regelmässi
ges Heben von über
25 kg, ohne körperliche Schwerarbeit, ohne rückenbelastende Arbeitspositionen in häufig vorgeneigter oder abgedrehter Körperstellung, ohne pausenlose sitzende
oder stehende Zwangshaltungen, ohne Tätigkeiten im Kauern und Knien, ohne solche in ausschliesslich stehender oder gehender Position, besonders in unebenem Gelände
,
sowie ohne Tätigkeit mit häufigen Treppen
gehen, ohne
Beschäftigungen auf vibrierenden Maschinen, auf Dächern oder Gerüsten und ohne solche mit häufigem Hantieren an oder kranial der Schulter
horizontalen (
Urk.
7/54/20).
Bei dieser medizinischen Ausgangslage ist der Beschwerdeführer
aufgrund des somatischen Gesundheitszustands
zwar bei
spielsweise für Hilfstätigkeiten im Verkauf, wo es häufig Regale aufzufüllen gilt und Waren getragen werden müssen, eingeschränkt.
Bei einer Bürotätigkeit
wie jener am letzten Arbeitsplatz, bei der er Arbeit
en am PC sitzend und stehend hat
durchführen können, weil der Arbeitsplatz ergonomisch optimal eingerichtet gewesen war mit Stehpult und gutem Bürostuhl (vgl. Urk. 7/54/29)
,
ist
der Beschwerdeführer aufgrund seines Belastungsprofils aber nicht erheblich einge
schränkt. Aus diesem Grund ist entgegen
des
Antrags
des Beschwerdeführers
auf
grund der Anforderungen an eine Ar
beitsstelle bei
Büroarbeiten
kein Tabellen
lohnabzug gerechtfertigt. Im Belastungsprofil dieser Tätigkeit sind die leidensbe
dingten Einschränkungen bereits berücksichtigt (vgl
.
Urteil des Bundesgerichts 8C_61/2018 vom 23. März 2018 E. 6.5)
.
Soweit der Beschwerdeführer infolge Alters einen Tabellen
l
ohnabzug geltend macht
(Urk. 1 S. 13), i
st dem
im Lichte der vorzitierten Rechtsprechung
entge
genzuhalten, dass sich das Alter bei Männern im Alterssegment
ab
40
Jahren
bei den
hier
zumutbaren Arbeiten im untersten Anforderungsniveau eher lohnerhö
hend auswirkt.
Zudem werden Hilfsarbeiten auf dem massgebenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (
Art.
16 ATSG) grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt (vgl. LSE-Tabellen T17 2012 und 2014; siehe
auch Urteil 8C_477/2016 vom 23.
November 2016 E. 4.2 sowie 8C_439/2017 vom
6.
Oktober 2017 E. 5.6.4).
Ausserdem rechtfert
igt
auch
das Teilzeitpensum von 50 %
keinen Tabellenlohn
abzug, weil sich darau
s
keine überproportionale Lohneinbusse
ergibt (vgl.
Urteile des
Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.2 und 8C_12/2017 vom 28. Februar 2017 E. 5.5.2 mit Hinweisen
).
Zusammenfassend ist kein Leidensabzug zu gewähren.
Selbst wenn
der bean
tragte
Leidensabzug von 15 % gewährt würde, würde sich der
nachfolgend berechnete
Rentenanspruch dadurch nicht erhöhen (vgl.
nachstehend E. 5.7
).
5.
7
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von
Fr. 66'710.45
mit dem Invalidenein
kommen von
Fr.
33'355.25 ergibt eine Einkommenseinbusse
von
Fr.
33'355.25 und damit einen Invaliditätsgrad von
50
%.
Somit hat der Beschwerdeführer rückwirkend ab Oktober 2015 Anspruch auf eine
halbe Rente
.
6.
Zusammenfassend ist das
MEDAS-Gutachten beweiskräftig. Ausgehend von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ist ein Einkommensvergleich durchzuführen,
der auf LSE-Tabellen basiert. Dabei gilt
die Restarbeitsfähigkeit
als
verwertbar und
es ist
k
ein Tabellenlohnabzug angezeigt
.
Dadurch ergibt sich ein Invaliditätsgrad von
50
%
.
Die Beschwerdegegnerin hat einen Rentenanspruch folglich zu Unrecht verneint. Die Verfügung vom 7. April 2017 ist
in
teilweiser
Gutheissung der Beschwerde aufzuheben
und
es ist dem Beschwerdeführer rückwirkend seit Okto
ber 2015 eine
halbe Rente
zuzusprechen
.
Im Übrigen
– der Beschwerdeführer lässt eine g
anze Rente verlangen (Urk. 1 S.
2)
ist die Beschwerde abzuweisen.
7.
7.1
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kostenpflich
tig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr. 800.-- anzusetzen.
Mit Blick auf die nachfolgenden Ausführungen zum Überklagen im Zusammenhang mit der Bemessung der Parteientschädigung (nachstehende E. 7.2) rechtfertigt es sich, die Gerichtsgebühr vollumfänglich der Beschwerde
gegnerin aufzuerlegen
.
7.2
Zudem hat der vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschä
digung. Diese ist ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen (§ 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht). In Wür
digung dieser Kriterien
und unter Berücksichtigung der durch den Beschwerde
führer eingereichten Honorarnote
vom 29. Oktober 2018 (Urk. 18-19)
erweist sich die beantragte
Prozessentschädigung von Fr.
2'
651
.
20
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer)
als angemessen
.
Obwohl dem Begehren
des Beschwerdeführers nur teilweise
entsprochen wurde, hat
sein
„Überklagen“ den Prozessaufwand nicht wesentlich beeinflusst. Von einer Kürzung der Prozessentschädigung ist damit abzusehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_568/2010 vom
3.
Dezember 2010 E. 4.1 mit weiteren Hinweisen).
D
as Gericht erkennt:
1.
In
teilweiser
Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom
7. April
201
7
aufgehoben, und es wird fest
gestellt, dass der Beschwerdeführer
ab
dem
1.
Oktober
201
5
Anspruch auf eine
halbe Rente
hat.
Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Prozessentschä
digung von Fr.
2'
651.20
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Ursula Reger-
Wyttenbach
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
-
Personalvorsorgestiftung der
Y._
AG
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.