Decision ID: c9d92ec9-fa44-46b8-add6-a7d2ea902714
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1956 geborene
X._
arbeitete seit
dem
2
9.
März 2010 bei der
Y._
AG als Fassadenisoleur und war dadurch bei der Schweizerischen Unfall
versicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versi
chert, als er am 2
3.
November 2010 bei der Arbeit ausrutschte und sich sein rechtes Knie verrenkte. Die erstbehandelnde
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin FMH für Allgemeine Innere Medizin, diagnostizierte einen Verdacht auf eine traumatische Meniskusläsion des rechten Knies und attestierte
X._
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Arztzeugnis vom
4.
Dezember 2010,
Urk.
8/29/36). Die SUVA richtete Taggelder aus und kam für die Heilbehand
lung auf (vgl. Taggeldabrechnungen,
Urk.
8/29/3-15). Nachdem
X._
am 1
0.
Juni 2011 von Kreisarzt
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, untersucht worden war (Bericht vom 1
4.
Juni 2011,
Urk.
8/47/11-15), verfügte die SUVA am 1
0.
November 2011 die Leistungseins
tellung per 1
1.
Juli 2011 (Urk.
8/29/16-18)
, was sie mit Einspracheentscheid vom 3
1.
Januar 2012 bestätigte
.
Noch vor Mitteilung der Leistungseinstellung durch die SUVA meldete sich
X._
a
m 1
0.
November 2011 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/14). Die IV-Stelle führte in der Folge in Kenntnis des Verfahrensstand
s
im unfallversicherungs
rechtlichen Verfahren (vgl. Aktennotiz vom 22. November 2011,
Urk.
8/15) am
6.
Dezember 2011 ein Ressourcengespräch durch (Urk.
8/17), holte einen Arbeitgeberbericht der
Y._
AG ein (Bericht vom 11.
Januar 2012,
Urk.
8/26) und zog die A
kten der SUVA bei (
Urk.
8/29).
Am 14.
Februar 2012 teilte die IV
Stelle
X._
mit, dass sie im Sinne einer Frühinterventionsmassnahme die Kosten
für eine Standortbestimmung in der Firma C._
vom 1
5.
Februar bis 1
4.
März 2012 im Betrag von Fr. 1‘400.-- übernehme (
Urk.
8/31). Mit Mitteilung vom 1
5.
März 2012 schloss die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung ab, da
X._
vom Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum bei der Stellensuche unter
stützt werde (
Urk.
8/36). In der Folge zog die IV-Stelle einen Arztbericht von
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie,
(Bericht vom
8.
Juni 2012, Urk.
8/47/9-10)
bei
. Mit Vorbescheid vom 10. Juni 2012 (
Urk.
8/53) stellte die IV-Stelle
X._
in Aussicht, sein Begehren um Ausrichtung einer Invalidenrente abzuweisen. Nachdem
X._
hiergegen am 1
9.
September 2012 Einwand erhoben hatte (Urk. 8/60), wurde er am
3.
Januar 2013 von med. pract.
D._
, Fachärztin für Orthopädi
sche Chirurgie und Traumatologie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) untersucht (Bericht vom 2
4.
Januar 2013,
Urk.
8/72). Die gleichentags von
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
RAD durchgeführte psychiatrische Untersuchung wurde aufgrund fehlen
der Sprachkenntnisse von
X._
abgebrochen (Bericht vom 2
4.
Januar 2013,
Urk.
8/73) und am 2
5.
Februar 2013 von RAD-Arzt med. pract.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
unter Beizug eines Dolmetschers
ergänzt
(Bericht vom 2
2.
März 2013,
Urk.
8/79).
Mit Urteil vom 2
8.
Januar 2013 (Prozess Nr. UV.2012.00043) wies das hiesige Gericht die von
X._
gegen den Einspracheentscheid d
er SUVA vom 31. Januar 2012 erhobene Beschwerde ab.
Nachdem sich
X._
am 1
7.
Mai 2013 zu den Berichten der
RAD-
Ärzte hatte vernehmen lassen (
Urk.
8/84) und
Dr.
B._
am
7.
August 2013 einen Bericht eingereicht hatte (
Urk.
8/87), wies die IV-Stelle mit Verfügung vom 29.
Oktober 2013 das Rentenbegehren von
X._
ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen liess
X._
am
2.
Dezember 2013 durch Rechtsanwalt Thomas U.K. Brunner Beschwerde erheben (
Urk.
1) und stellte folgende Anträge:
„1.
Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2
9.
Oktober 2013 sei
vollumfänglich aufzuheben.
2.
Es seien dem Beschwerdeführer mindestens eine halbe Rente
zuzusprechen oder allenfalls Eingliederungsmassnahmen zu bewilligen.
3.
Eventualiter sei das Verfahren zu sistieren, und es sei der
Beschwerdeführer von einer unabhängigen Fachstelle orthopädisch sowie
insbesondere psychiatrisch zu begutachten.
4.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der
Beschwerdegegnerin.“
In prozessualer Hinsicht beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Pro
zessführung und die Bestellung von Rechtsanwalt Thomas U.K. Brunner als unentgeltlichen Rechtsvertreter.
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
0.
Januar 2014 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Mit Verfügung vom 1
3.
Januar 2014 (
Urk.
9) wurde
n
dem Beschwerdeführer das Formular zur Abklärung der pro
zessualen Bedürftigkeit sowie die Beschwerdeantwort zugestellt. Am 21. Februar 2014 reichte der Beschwerdeführer das Formular (
Urk.
12) samt Beilagen (
Urk.
13/1-2) ein.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.
2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40
%
arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40
%
invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40
%
besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50
%
auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60
%
auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70
%
auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise
begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H. Fredenhagen, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Kreisarzt
Dr.
A._
erklärte mit Bericht vom 1
4.
Juni 2011 (
Urk.
8/47/11-15), betreffend das rechte Knie sei der Status quo sine erreicht. Die Tätigkeit als Fassadenisoleur sei dem Beschwerdeführer aufgrund der vorbestehenden Befunde nicht mehr möglich. Eine wechselbelastende, bis mittelschwere
Arbeit
, ohne
Tätigkeiten
mit Absturzgefahr, auf Gerüsten und Leitern und
mit
nur sel
ten kauernd oder kniend
zu verrichtenden Tätigkeiten
,
sei dem Beschwerde
führer auch unter Berücksichtigung der krankheitsbedingten Einschränkungen noch vollzeitig zumutbar.
2.2
Dr.
B._
berichtete der SUVA am 1
3.
Oktober 2011, dem Gutachten von Dr.
A._
sei selbstverständlich nichts beizufügen. In der aktuellen Situation, aber auch in einer möglichen Situation nach einer durchgeführten grösseren Kniegelenksoperation, sei der Beschwerdeführer für seine bisherige Tätigkeit im Baugewerbe nicht mehr einsetzbar (
Urk.
8/29/18).
2.3
Mit Bericht vom 1
6.
Dezember 2011 (
Urk.
8/47/16) erklärte
Dr.
B._
, er erachte die Beurteilung der SUVA als korrekt. In einer anderen als der ange
stammten Tätigkeit, zum Beispiel in einer rein sitzend, oder auch wechselnd-stehend-gehend ohne Gewichtsbelastungen auszuübenden Tätigkeit
,
könne eine 50%ige Arbeitsfähigkeit erreicht werden. Der Beschwerdeführer sei allerdings praktisch ohne Schulbildung, ohne eigentliche Ausbildung, und sprachlich schlecht dotiert für irgendeine anderweitige als rein körperliche Tätigkeit. Der Beschwerdeführer könne daher auch von Seiten des
Regionalen Arbeitsvermitt
lungszentrums (RAV)
als nicht vermittelbar betrachtet werden.
2.4
Mit Bericht an die Beschwerdegegnerin vom
8.
Juni 2012 (
Urk.
8/47/9-10) hielt
Dr.
B._
als Diagnosen eine manifeste Gonarthrose rechts, medial betont
,
und eine beginnende Gonarthrose links fest. In der angestammten Tätigkeit bestehe seit dem Unfallereignis vom 2
3.
November 2010 weiter
hin
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Eingliederungsmassn
a
hmen dürften an der fehlenden schulischen Ausbildung und den intellektuellen Fähigkeiten des Beschwerde
führers scheitern.
2.5
Dr.
med.
G._
, Oberärztin, und
Dr.
med.
H._
vom Ambulato
rium
in I._
der
J._
AG, diagnostizierten mit Bericht vom 1
8.
September 2012 (
Urk.
8/58):
mittelgradige depressive Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F32.1)
Probleme in Verbindung mit Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit (ICD-10 Z56)
Probleme in Verbindung mit Wohnbedingungen und ökonomischen Ver
hältnissen (ICD-10 Z59)
nicht insulinabhängiger Diabetes mellitus
Arthrose im Knie rechts
arterielle Hypertonie
Aufgrund des aktuellen psychischen Leidens des Beschwerdeführers sei seine Arbeitsfähigkeit bis auf Weiteres zu 100
%
eingeschränkt.
2.6
Med. pract.
D._
hielt mit Bericht vom 2
4.
Januar 2013 (
Urk.
8/72) als Diag
nosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine Zervikozephalgie und eine Gonarthrose rechts mehr als links fest. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien Senk-Spreiz-Füsse. Anlässlich der Untersuchung im RAD sei eine Bestimmung der Plasmaspiegel der vom Beschwerdeführer angegebenen Schmerzmittel sowie der psychoaktiven Substanzen durchgeführt worden. Im Ergebnis habe keines der angegebenen Schmerzmittel nachgewiesen werden können. Von den psychoaktiven Präparaten sei allein Zyprexa nachweisbar gewesen. Beim Beschwerdeführer sei ein somatischer Gesundheitsschaden aus
gewiesen, der die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige. In seiner bisherigen Tätigkeit als Fassadenisoleur sei er seit November 2010 zu 100
%
arbeitsunfähig. In einer körperlich leichten, wechselbelastende
n
Tätigkeit, ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10 Kilogramm, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige halswirbelsäulenbelastende und kniegelenksbelastende Zwangshaltungen (Bücken, Hocken, Knien, Überkopfar
beit, Arbeiten in Armvorhalte), ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände, ohne andauernde Vibrationsbelastungen und ohne Nässe-/Kälteexposition sei der Beschwerdeführer seit Juli 2011 zu 100
%
arbeitsfähig.
2.7
Nachdem
Dr.
E._
aufgrund fehlender Sprachkenntnisse des Beschwerde
führers im Rahmen seiner Untersuchung vom
3.
Januar 2013 weder Diagnosen stellen noch sich zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers äussern konnte (
Urk.
8/73), hielt med. pract.
F._
mit Bericht vom 2
2.
März 2013 (
Urk.
8/79) als Diagnose eine leichtgradige Depression fest. Es sei kein dauer
hafter Gesundheitsschaden ausgewiesen. Die Laborbefunde hätten eine Non
compliance
bezüglich der vorgeschriebenen Medikamente ergeben. Aus psychi
atrischer Sicht bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
2.8
Dr.
B._
erklärte mit Bericht vom
7.
August 2013 (
Urk.
8/87) der Beschwerde
führer sei mit Sicherheit zu mindestens 70
%
arbeitsunfähig.
2.9
Med. pract.
K._
, Oberarzt
,
und med. pract.
L._
, Assistenz
arzt der Privatklinik der
J._
AG, in welcher der Beschwerdeführer vom 1
7.
Oktober bis
1.
November 2013 hospitalisiert war, nannten mit Bericht vom
7.
November 2013 (
Urk.
3/6) als psychiatrische Diagno
sen und Belastungsfaktoren:
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
psychische und Verhaltensstörung durch Tabak: Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F17.2)
Kontaktanlässe mit Bezug auf das Wohnumfeld oder die wirtschaftliche Lage (ICD-10 Z59)
Kontaktanlässe mit Bezug auf das Berufsleben (ICD-10 Z56).
Zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers machten med. pract.
K._
und med. pract.
L._
in ihrem Bericht keine konkreten Angaben. Sie empfahlen jedoch zur Erhaltung einer stützenden Tagesstruktur regelmässige ergothera
peutische Massnahmen im ambulanten oder teilstationären Setting mit dem mittelfristigen Ziel eines Arbeitsantrittes innerhalb eines geschützten Arbeits
platzes.
Dr.
med.
M._
, Oberärztin des Psychiatriezentrums
N._
der
J._
AG, bzw. med. pract.
K._
, attestierten dem Beschwerdeführer folgende Arbeitsunfähigkeiten: vom 1
8.
Juni bis 2
7.
August 2013: 100
%
(Arztzeugnisse vom 1
8.
Juni und vom 1
5.
Juli 2013,
Urk.
3/5/5-6), vom 28. August bis 26.
September 2013: 50
%
(Arztzeugnis vom 2
7.
August 2013,
Urk.
3/5/4), vom 27.
September bis 3
1.
Oktober 2013: 100
%
(Arztzeugnis vom 2
6.
September 2013,
Urk.
3/5/3) und 1
7.
Oktober bis 1
8.
Dezember 2013: 50
%
(undatiertes Arztzeugnis und Arztzeugnis vom 1
5.
November 2013
,
Urk.
3/5-1-2).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der Verfügung vom 2
9.
Oktober 2013 (
Urk.
2) aus medizinischer Sicht davon aus, dass der Beschwerdeführer in der ange
stammten Tätigkeit nicht mehr, in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
jedoch
zu 100
%
arbeitsfähig sei. Sie stützte sich dabei im Wesentlichen auf die
Berichte von med. pract.
D._
vom 2
4.
Januar 2013 (E. 2.
6
) und von
Dr.
E._
vom 2
4.
Januar 2013 bzw.
med. pract.
F._
vom 2
2.
März 2013 (E. 2.
7
).
3.2
RAD-Untersuchungsberichte
haben
, sofern sie de
n
materiellen und formellen Anforderungen
nach einem strengen Massstab
(E.
1.4
) genügen, einen ver
gleichbaren Beweiswert wie ein anderes Gutachten (Urteil des Bundesgerichts 9C_323/2009 vom 1
4.
Juli 2009 E.
4.3
.2
mit Hinweisen
,
BGE 135 V 465 E. 4.4, BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
).
Die Berichte von med. pract.
D._
(E. 2.
6
) und von
Dr.
E._
bzw.
med. pract.
F._
(E. 2.7)
erfüllen die rechtspre
chungsgemässen Anforderungen, welche an beweistaugliche medizinische Berichte gestellt werden: Die Berichte sind für die streitigen Belange umfassend, beruhen auf eingehender Untersuchung, berücksichtigen die geklagten Beschwerden, sind in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden, leuchten in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die darin enthaltenen Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begründet (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a). Die orthopädische Einschätzung von med. pract.
D._
steht zudem in voll
ständiger Übereinstimmung mit der Beurteilung von Kreisarzt
Dr.
A._
vom
1
4.
Juni 2011 (E. 2.1). Der Beschwerdeführer bringt denn auch nichts Konkretes gegen die Berichte
von med. pract.
D._
und von
Dr.
E._
bzw.
med. pract.
F._
vor, sondern beschränkt sich im Wesentlichen auf den Hin
weis, dass die Berichte den Einschätzungen von Dr.
B._
und der Ärzte der
J._
AG widersprechen würden (
Urk.
1 S. 6-7). Soweit er geltend macht, der Bericht von
Dr.
E._
sei nicht vollständig (
Urk.
1 S. 7), verkennt er, dass die Untersuchung durch med. pract.
F._
unter Beizug eines Dolmetschers vervollständigt wurde (vgl. E. 2.7).
3.3
3.3.1
Dr.
B._
attestierte dem Beschwerdeführer mit Bericht vom 1
6.
Dezember 2011 (E. 2.3) in einer behinderungsangepassten Tätigkeit ein 50%ige Arbeitsfähigkeit. Gleichzeitig erklärte er, er erachte die Einschätzung von Kreisarzt Dr.
A._
vom 14. Juni 2011 (E. 2.1) als korrekt (
Urk.
8/47/16), obwohl dieser dem Beschwerdeführer für eine behinderungsangepasste Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert
hatte
. Da
Dr.
B._
nicht erläuterte, weshalb er von der Einschätzung von
Dr.
A._
abweicht
,
ist sein Bericht vom 1
6.
Dezember 2011 nicht nachvollziehbar. Dies gilt umso mehr, als
Dr.
B._
im Bericht an die SUVA vom 1
3.
Oktober 2011 (E. 2.2) auch betreffend die Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit keine Einwände gegen die Ein
schätzung von
Dr.
A._
vorbrachte.
Der Bericht von
Dr.
B._
vom
8.
Juni 2012 (E. 2.4) stellt die Einschätzung der Ärzte des RAD ebenfalls nicht in Frage, da er sich nur konkret zur Arbeitsfähig
keit des Beschwerdeführers in der angestammten Tätigkeit äussert und betref
fend Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit lediglich festhält, dass Eingliederungsmassnahmen wegen der fehlenden schulischen Ausbil
dung und der intellektuellen Fähigkeiten des Beschwerdeführers scheitern dürf
ten.
Im Bericht vom
7.
August 2013 (E. 2.8) äusserte sich
Dr.
B._
lediglich gene
rell zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ohne zwischen der angestamm
ten und einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu unterscheiden. Dieser Bericht gibt daher ebenfalls keinen Anlass
,
von der Einschätzung der Ärzte des RAD abzuweichen.
3.3.2
Die Ärzte der
J._
AG attestierten dem Beschwerdeführer in ihre
m
Bericht vom 1
8.
September 2012 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (E. 2.5). Im Bericht vom
7.
November 2013 machten sie zwar keine konkreten Angaben zur Arbeitsfähigkeit, nannten als Ziel jedoch lediglich eine Arbeitstätigkeit inner
halb eines geschützten Arbeitsplatzes. Zudem attestierten sie dem Beschwerde
führer in diversen Arztzeugnissen eine 50- bzw. 100%ige Arbeitsunfähigkeit (E.
2.9). Die Ärzte der
J._
AG nannten in ihren Berichten vom 1
8.
September 2012 und vom
7.
November 2013 psychosoziale Faktoren, wel
che den Beschwerdeführer belasteten, namentlich im Zusammenhang mit seinen sozialversicherungsrechtlichen Verfahren. Hierbei gilt es zu beachten, dass je stär
ker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein
muss
. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psy
chiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depres
sion im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unter
scheidende und in diesem Sinne verselbstständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychoso
zialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesund
heitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E.
5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Die Ärzte der
J._
AG erklärten nicht, inwieweit unabhängig von der belastenden Situation des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit seinen sozialversicherungsrechtlichen Ansprüchen eine psychische Erkrankung mit Krankheitswert vorliegt. Vielmehr führten sie im Bericht vom
7.
November 2013 (
Urk.
3/6) an, dass versucht worden sei, dem Beschwerdeführer zu erörtern, dass sich ein baldiger „kniegerechter“ Arbeitseintritt prognostisch günstig auf seine dep
ressive Störung auswirken würde. Ein
e
Krankheitsremission werde durch
die anhaltende Unsicherheit im Rahmen der ausstehenden IV-Beurteilung
erschwert und könne durch
Medikamente nur bedingt beeinflusst werden.
Im Übrigen gilt es bei der Würdigung der Berichte der Ärzte der
J._
AG auch zu beachten, dass das Gericht in Bezug auf Berichte von Haus
ärztinnen und Hausärzten und auch von behandelnden Spezialärzten der Erfahrungstatsache Rechnung tragen darf und soll, dass diese mitunter im Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc und Urteil des Bundesgerichts I 853/06 vom
3.
Oktober 2007 E. 4.1).
3.4
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin davon ausgegangen ist, dass der Beschwerdeführer in der angestammten Tätig
keit zu 100
%
arbeitsunfähig und in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig
ist
.
4.
4.1
Zur Ermittlung der erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlich bedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist ein Einkommensvergleich vorzunehmen.
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothe
tischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invali
deneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind.
Der hypothetische Rentenbeginn ist in dem Zeitpunkt, in welchem der Beschwerdeführer
während eines Jahres ohne wesentlichen Unter
bruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen war und sich daran eine Erwerbsunfähigkeit in mindestens gleicher Höhe anschliesst, frühestens jedoch sechs Monate nach Geltendmachung des Anspruchs (Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 Abs. 1 IVG).
Der Beschwerdeführer ist in der angestammten Tätigkeit seit dem Unfallereignis vom
2
3.
November 2010
zu 100 % arbeitsun
fähig. Nachdem er sich am 1
0.
November 2011 (
Urk.
8/14) zum Leistungsbezug angemeldet hat, ist der der hypothetische Rentenbeginn im Mai 201
2.
Zu
diesem Zeitpunkt war der Beschwerdeführer in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig.
4.2
Massgebend für den Einkommensvergleich ist somit Mai 201
2.
Der Beschwerde
führer arbeitete im Zeitpunkt des Unfallereignisses vom 23. November 2010 bei der
Y._
AG. G
emäss Arbeitgeberauskunft (Urk.
8/26/1) dauerte das Arbeits
verhältnis bis am 2
0.
Dezember 2010, da
e
s
befristet war. Dies wird vom Beschwerdeführer nicht in Frage gestellt. Das Arbeitsverhältnis des Beschwer
deführers mit der
Y._
AG wurde folglich aus invaliditätsfremden Gründen aufgelöst. Das Valideneinkommen des Beschwerdeführers ist daher – wie von der Beschwerdegegnerin gemacht – gestützt auf die Tabellenlöhne der Schwei
zerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamts für Statistik zu bestim
men. Die Beschwerdegegnerin erachtet dabei den Lohn im Baugewerbe gemäss Anforderungsniveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) als massge
bend (
Urk.
2 und
Urk.
8/50). Es kann offen bleiben, ob nicht auf das Anforde
rungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) abzustellen wäre, da der Beschwerdeführer lediglich eine Anlehre absolviert hat (
Urk.
8/14/4), hat der Beschwerdeführer doch so oder
anders
keinen Rentenanspruch. Aus der LSE 2010 ergibt sich für Arbeitnehmer des Anforderungsniveaus 3 im Baugewerbe ein Bruttomonatslohn von Fr. 5‘742.--
(Tabelle TA1 S. 26 Ziffer 41-43).
In Anpassung an die Nominallohnentwicklung (
Nominallohnindex nach Geschlecht, 2011-2013, des Bundesamtes für Statistik, Tabelle T1.1.10, F
) und in Anbetracht der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit im Baugewerbe im Jahr 2012 von 41,5 Stunden (vgl. Die Volkswirtschaft 6/2014 S. 84, Tabelle B 9.2) ergibt dies für das Jahr 2012 ein Jahreseinkommen von Fr. 72‘703.-- (Fr. 5‘742.-- x 12 : 100 x 101,7 : 40 x 41,5). Dieses Einkommen ist praktisch identisch mit dem vom Beschwerdeführer bei seiner Anmeldung selber angege
benen (Fr. 5‘550.-- [
Urk.
8/14] x 13 : 101 x 101,7 [
Nominallohnindex nach Geschlecht, 2011-2013, des Bundesamtes für Statistik, Tabelle T1.1.10, F] = Fr. 72‘650.--).
4.3
4.3.1
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich
der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b/aa mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts I 850/05 vom 21.
August 2006 E. 4.2).
Vorliegend rechtfertigt es sich, auf die Tabellenlöhne abzustellen, da der Beschwerdeführer keine neue Tätigkeit aufgenommen hat und die ursprüngliche Tätigkeit nicht mehr ausüben kann. Aus der LSE ergibt sich für Arbeitnehmer des Anforderungsniveaus 4 im privaten Sektor für das Jahr 2010 ein Bruttomonatslohn von Fr. 4'901.--
(Tabelle TA1 S. 26).
In Anbe
tracht der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2012 für alle Sektoren von 41,7 Stunden (vgl. Die Volkswirtschaft 6/2014 S. 84, Tabelle B 9.2) und in Anpassung an die Nominallohnentwicklung (
Nominallohnindex nach Geschlecht, 2011-2013, des Bundesamtes für Statistik, Tabelle T1.1.10, Total) ergibt
dies für das Jahr 2012 ein Jahreseinkommen von Fr. 62‘354.-- (Fr. 4‘901.-- x 12 : 40 x 41,7 : 100 x 101,7).
4.3.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nurmehr beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, ha
t die Beschwerdeinstanz
den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E
.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
Der Beschwerdeführer kann nur noch körperlich leichte, wechselbelastende Tätig
keiten, ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10
Kilo
gramm, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Trep
pensteigen, ohne häufige halswirbelsäulenbelastende und kniegelenksbelastende Zwangs
haltungen (Bücken, Hocken, Knien, Überkopfarbeit, Arbeiten in Arm
vorhalte), ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände, ohne andauernde Vibrations
belastungen und ohne Nässe-/Kälteexposition ausüben (vgl. E. 2.6). Da der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns zudem bereits 56 Jahre alt war, scheint ein Abzug vom Tabellenlohn von 15
%
gerechtfertigt.
Es resultierte so ein Invalideneinkommen im Jahr 2012 von Fr. 53‘000.-- (Fr. 62‘354.-- x 0,85).
4.4
Bei einem Valideneinkommen von
Fr. 72‘703.--
und einem Invalideneinkom
men von Fr. 53‘000.-- resultiert eine Einkommenseinbusse von Fr. 19‘703.-- (
Fr. 72‘703.-- -
Fr. 53‘000.--) und ein Invaliditätsgrad von
gerundet
27 % (Fr. 19‘703.-- :
Fr. 72‘703.--)
. Der Beschwerdeführer hat daher keinen Renten
anspruch.
4.5
Betreffend den vom Beschwerdeführer geltend gemachten Anspruch auf Ein
glie
derungsmass
nahme
n gilt es zu beachten, dass Gegenstand der ange
fochtenen Verfügung vom 2
9.
Oktober 2013 (
Urk.
2) der Anspruch des Beschwerdeführers auf Rentenleistungen war, nicht hingegen ein Anspruch auf Eingliede
rungs
massnahmen gemäss
Art.
8 ff. IVG. Den Anspruch des Beschwerdeführers auf Eingliederungsmassnahmen hätte die Beschwerde
gegnerin nur dann zwingend vor bzw. mit dem Anspruch auf Rentenleistungen prüfen müssen, wenn sie einen Rentenanspruch bejaht hätte (vgl. E. 1.
2
; Meyer in: Murer/Stauffer
[Hrsg.]
, IVG,
2.
Auflage, S. 173 mit Hinweisen). Da dies nicht der Fall war, sind all
fällige Eingliederungsmassnahmen nicht Gegenstand des vorliegenden Ver
fahrens, weshalb auf den Antrag auf Zusprache von Ein
gliederungsmassnahmen nicht eingetreten werden
kann
.
Nach
dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie, soweit auf sie einzutreten ist, abzuweisen ist.
5
.
5
.1
Da der vorliegende Prozess nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden kann und der Beschwerdeführer bedürftig ist
(
Budget
der Sozialbehörde
,
Urk.
13/2), ist ihm antragsgemäss (
Urk.
1) die unentgeltliche Prozessführung zu
bewilligen und
,
da auch die Voraussetzungen zur Bestellung eines unentgeltli
chen Rechtsvertreters gemäss
§
16 des Gesetzes über das Sozialversicherungs
gericht
(GSVGer)
erfüllt
sind
, in
der Person von Rechtsanwalt Dr. T
homas U.K. Brun
n
er ein unentgeltlich
er Rechtsvertreter zu bestellen
.
5
.2
Das vorliegende Verfahren geht um
die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen,
es ist daher
kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind
dabei
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzule
gen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
) und auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5.3
Rechtsanwalt Thomas U.K. Brunner machte mit seiner Honorarnote vom
2.
Juli 2014
einen Aufwand von
9,42 Stunden
und Barauslagen von
Fr.
17
.-- geltend (
Urk.
14
). Der geltend gemachte Aufwand erweist sich im Hinblick auf die Bedeutung der Streitsache, den Schwierigkeiten des Prozesses und im Vergleich zu gleichgelagerten Fällen als angemessen. Die Entschädigung ist bei einem gerichtsüblichen Stundenansatz von
Fr.
200.-- auf insgesamt Fr
. 2‘053.10
(inkl. Barauslagen und MWSt) festzusetzen.