Decision ID: d0e03a49-75ed-4641-9dea-8aafe3d2f8d7
Year: 2022
Language: de
Court: AG_OG
Chamber: AG_OG_006
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten:
A.
1.
Die A. AG (nachfolgend: Beschwerdeführerin) betreibt eine Autogarage
und handelt mit Leasingfahrzeugen. Vor ihrer Umfirmierung per 12.
Dezember 2019 lautete ihr Handelsregisterauszug auf E. AG..
2.
2.1.
Der seit dem 9. März 2019 auf dem Leasingfahrzeug "Volkswagen Tiguan
Comfortline" (nachfolgend: VW Tiguan) lastende Leasingvertrag
PL- 1675393 (Kontrollschild Nr. AG aaa) wurde per 8. November 2019
vorzeitig aufgelöst. Die Annullierung des zugehörigen Fahrzeugausweises
erfolgte am 24. Oktober 2019 um 11.24 Uhr. Da im Annullierungszeitpunkt
einstweilen keine Übertragung des Fahrzeuges auf einen neuen Halter
stattfand, unterblieb die Löschung des sog. Code 178 ("Halterwechsel ver-
boten") im Fahrzeugausweis.
2.2.
In Zusammenhang mit der Auflösung des besagten Leasingvertrages
stellte die Leasinggesellschaft F. AG. der als Fahrzeuglieferantin
agierenden E. AG. (richtig: A. AG bzw. Beschwerdeführerin) am
25. Oktober 2019 zwecks Belastung des Auflösungspreises eine
Rechnung über Fr. 37'112.95 (Beschwerdebeilage [BB] 3). Auf dieser
Rechnung war folgender Hinweis vermerkt:
Wir haben die Freigabe für die Löschung des Codes 178 "Halterwechsel verboten" mit dieser Rechnung beim Strassenverkehrsamt in Auftrag gegeben. Sie können den Code 178 beim Strassenverkehrsamt ab sofort austragen lassen.
2.3.
Die Freigabe zur Löschung durch die F. AG. wurde am 25. Oktober 2019,
10.16 Uhr, bei der zuständigen Clearingstelle "eCode178" registriert. Um
12.17 Uhr desselben Tages wurde der VW Tiguan sodann auf die
Beschwerdeführerin zugelassen (Kontrollschild Nr. AG bbb).
3.
Mit E-Mail vom 4. Januar 2020 (Vorakten Beilage [VB] 4) beschwerte sich
B., Verwaltungsratspräsident der Beschwerdeführerin, beim
Strassenverkehrsamt des Kantons Aargau (StVA) über in Rechnung
gestellte Gebühren von Fr. 22.00 für die Position "Löschung Verfügung
178" (vgl. auch VB 10). Es folgte ein umfangreicher Schriftenwechsel per
E-Mail zwischen B. und dem StVA (VB 4).
- 3 -
4.
Am 12. Februar 2020 wurde der Beschwerdeführerin eine neue Bewilligung
für Kollektivfahrzeugausweise (Händlerschilder) erteilt und mit Fr. 200.00
in Rechnung gestellt.
5.
5.1.
Mit als "Beschwerde über Gebührenerhebung Strassenverkehrsamt" be-
zeichneter Eingabe wandte sich die Beschwerdeführerin am 26. März 2020
an den Rechtsdienst des Regierungsrates, welcher das Schreiben zustän-
digkeitshalber an das Departement Volkswirtschaft und Inneres (DVI) wei-
terleitete.
5.2.
Das DVI, Generalsekretariat, informierte die Beschwerdeführerin mit
Schreiben vom 8. April 2020 darüber, dass die angefochtenen Rech-
nungen kein taugliches Beschwerdeobjekt darstellen würden und sie statt-
dessen den Erlass einer anfechtbaren Verfügung verlangen müsse.
B.
1.
Mit Verfügungen ("2. Mahnung") vom 25. August 2020 stellte das StVA der
Beschwerdeführerin folgende Beträge in Rechnung:
Rechnung Nr. 46-19 Ursprüngliches Rechnungsdatum: 10. Januar 2020 1. Mahnung: 21. Juli 2020
Beträge: Löschung Verfügung 178 Fr. 22.00 Mahngebühr Fr. 35.00 Total Fr. 57.00
Rechnung Nr. 18-20 Ursprüngliches Rechnungsdatum: 12. Februar 2020 1. Mahnung: 21. Juli 2020
Beträge: Händlerschilder Fr. 200.00 Mahngebühr Fr. 35.00 Total Fr. 235.00
C.
Gegen die Verfügungen vom 25. August 2020 erhob die Beschwerdefüh-
rerin am 25. September 2020 Beschwerde beim DVI, Generalsekretariat,
welches am 4. März 2021 (zunächst nur im Dispositiv) entschied:
- 4 -
1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden darf.
2. Die Beschwerdeführerin hat die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'000.— sowie den Kanzleikosten und den Auslagen von Fr. 228.20, zusammen Fr. 1'228.20, zu bezahlen.
3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.
D.
1.
Mit Eingabe vom 13. Oktober 2021 gelangte die Beschwerdeführerin an
das Verwaltungsgericht und stellte folgende Anträge:
1. Der Entscheid des Departement Volkswirtschaft und Inneres vom 4. März 2021 [sic] sei aufzuheben;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
2.
Das DVI, Generalsekretariat, verwies in seiner Eingabe vom 3. November
2021 auf den angefochtenen Entscheid und beantragte die kostenfällige
Abweisung der Beschwerde.
3.
Das Verwaltungsgericht hat den Fall am 2. März 2022 beraten und ent-
schieden.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:
I.
1.
Das Verwaltungsgericht entscheidet als zweite Rechtsmittelinstanz über
Beschwerden gegen Entscheide des StVA (§ 54 Abs. 1 des Gesetzes über
die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezember 2007 [VRPG;
SAR 271.200]; § 50 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 VRPG i.V.m. § 10 Abs. 1 lit. d
der Verordnung über die Delegation von Kompetenzen des Regierungsrats
vom 10. April 2013 [DelV; SAR 153.113]). Es ist damit zur Behandlung der
vorliegenden Falls zuständig und überprüft den angefochtenen Entscheid
im Rahmen der Beschwerdeanträge auf unrichtige oder unvollständige
Feststellung des Sachverhalts sowie Rechtsverletzungen (§ 48 Abs. 2 und
§ 55 Abs. 1 VRPG).
- 5 -
2.
Die übrigen Prozessvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen An-
lass.
II.
1.
1.1.
Streitgegenstand bildet zunächst die Frage, ob die Gebühren für die
Löschung des Codes 178 zu Recht der Beschwerdeführerin zur Bezahlung
auferlegt worden sind. Die Gebührenhöhe ist dagegen nicht mehr umstrit-
ten, weshalb sich Ausführungen dazu erübrigen.
1.2.
Die Vorinstanz hat die Kostenpflicht der Beschwerdeführerin im Wesent-
lichen mit der Begründung bejaht, dass es bezüglich der Kostenauflage für
die Löschung des Codes 178 auf die Haltereigenschaft i.S.v. Art. 11 Abs. 3
des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958 (SVG; SR 741.01)
ankomme. Das Gesuch für einen neuen Fahrzeugausweis sei bei einem
Halterwechsel von der neuen Halterin, vorliegend der Beschwerdeführerin,
einzureichen, weshalb sie auch die damit verbundenen Gebühren zu tra-
gen habe.
1.3.
Dagegen wendet die Beschwerdeführerin zusammengefasst ein, dass es
die Leasinggeberin sei, die den Auftrag zur Löschung des Codes 178
erteile, und dass ohne letztere das Fahrzeug auch nicht auf einen neuen
Halter übertragen werden könne. Dieser "Auftrag zur Löschung" sei gleich-
wertig mit dem Begriff der "Freigabe" und er sei vorliegend mit der Meldung
vom 25. Oktober 2019 um 10.16 Uhr durch die F. AG. beim StVA erfolgt.
Es sei folglich auch die F. AG. gewesen, welche "nach dem
Verursacherprinzip" eine Amtshandlung veranlasst habe. Dagegen habe
die Beschwerdeführerin durch die am 25. Oktober 2019 um 12.17 Uhr
beantragte Zulassung des Fahrzeugs auf sich selbst lediglich die
Ausstellung eines neuen Fahrzeugausweises, nicht aber die Löschung des
Codes 178 veranlasst.
2.
2.1.
Geht das Fahrzeug auf einen anderen Halter über, ist gemäss Art. 11
Abs. 3 SVG ein neuer Fahrzeugausweis einzuholen. Das Gesuch für die
Immatrikulation des Fahrzeuges auf den neuen Halter ist bei Halterwechsel
durch den neuen Halter einzureichen (PETER SPRENGER, in: MARCEL
ALEXANDER NIGGLI/THOMAS PROBST/BERNHARD WALDMANN [Hrsg.], Basler
Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, 2014 [BSK SVG], N 11 zu
Art. 11). Zuständig für die Ausstellung des Fahrzeugausweises ist die Zu-
- 6 -
lassungsbehörde des Standortkantons. Handelt es sich um ein bereits im-
matrikuliertes Fahrzeug, erteilt die Zulassungsbehörde dem (neuen) Halter
bei Halterwechsel den Fahrzeugausweis, wenn ihr der entsprechende Ver-
sicherungsnachweis sowie der alte Fahrzeugausweis zur Verfügung
stehen (Art. 74 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 der Verordnung über die Zulassung von
Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr vom 27. Oktober 1976
[VZV; SR 741.51]; zur Definition des Halters: Art. 78 VZV). Der Fahrzeug-
ausweis gilt als erteilt, sobald eine amtliche Verfügung über dessen Ertei-
lung erlassen ist (DORIS BÜHLMANN, in: BSK SVG, N 34 zu Art. 96).
2.2.
Gemäss Art. 80 Abs. 4 VZV kann ein Halter, der sein Fahrzeug least oder
häufig oder dauernd Dritten überlässt, bei der Zulassungsbehörde mit
einem amtlichen elektronischen Formular beantragen, dass ein Halter-
wechsel seiner Zustimmung bedarf.
Der Vermerk "Halterwechsel verboten" wird in der Praxis als Code 178 be-
zeichnet. Die administrative Abwicklung der Eintragungen und Löschungen
erfolgt seit November 2013 grösstenteils auf elektronischem Weg über die
vom Verein zur Führung einer Zentralstelle für Kreditinformationen (ZEK)
bewirtschaftete Clearingstelle für den "eCode178" (nachfolgend: CLS-
ZEK). Dabei werden Modifikationen in der Halterwechselbeschränkung
(Eintrag, Mutation, Löschung) in einem ersten Schritt durch die CLS-ZEK
verarbeitet. Soll ein Code 178 in einem Fahrzeugausweis eingetragen wer-
den, haben die Berechtigten (Garagen, Leasinggesellschaften etc.) dies
folglich bei der CLS-ZEK (elektronisch) zu beantragen. Diese Information
steht den kantonalen Zulassungsbehörden in der Folge unmittelbar zur
Verfügung und wird von letzteren weiter in die Fahrzeugdatenbank des
Bundes (sog. IVZ-Fahrzeuge; vgl. Art. 2 lit. a der Verordnung über das In-
formationssystem Verkehrszulassung [IVZ] vom 30. November 2018
[IVZV; SR 741.58]) übertragen, wodurch der Eintrag in Kraft gesetzt wird
(Art. 80 Abs. 4 VZV). Gleiches gilt für Mutationen und Löschungen: Auch
diese werden von den Berechtigten via CLS-ZEK initialisiert, aber erst in
einem zweiten Schritt durch die Zulassungsbehörden effektiv in Kraft ge-
setzt. In Abweichung vom geschilderten Verfahren besteht zudem die Mög-
lichkeit, dass sog. Dritte (d.h. bei der ZEK nicht akkreditierte Berechtigte)
den Antrag auf Eintrag, Modifikation bzw. Löschung des Codes 178 mittels
amtlichen Formulars in Papierform nicht bei der CLS-ZEK, sondern direkt
bei der Zulassungsbehörde stellen, worauf diese die entsprechende An-
passung im Namen des Antragsstellers in der Clearingstelle vermerkt (zum
Ganzen: Wegleitung für Kunden zur Verfügung "178 Halterwechsel verbo-
ten" ["Code 178]" der Vereinigung der Strassenverkehrsämter [asa],
vom Mai 2013 [nachfolgend: Wegleitung], abrufbar unter:
https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/djsg/stva/Documents/
Leasingeinlösungen_(Code_178)_DE.pdf; zuletzt besucht am 8. Februar
2022; siehe auch: https://www.zek.ch/de-ch/verfugung-178).
- 7 -
2.3.
Wird ein Fahrzeug ausser Verkehr gesetzt oder durch ein anderes Fahr-
zeug ersetzt, so hat der Halter den Fahrzeugausweis durch die Behörde
annullieren zu lassen (Art. 81 Abs. 1 VZV). Wird der Zulassungsbehörde
ein Fahrzeugausweis vorgelegt, der einen Eintrag nach Art. 80 Abs. 4 VZV
enthält, so verweigert sie die Ausstellung des Fahrzeugausweises auf
einen neuen Halter (Art. 81 Abs. 2 lit. a VZV) bzw. die Löschung des Ein-
trags (Art. 81 Abs. 2 lit. b VZV). Liegt die schriftliche oder elektronische Zu-
stimmung der im Formular genannten Person vor, ist die Verweigerung hin-
fällig (Art. 81 Abs. 3 VZV).
Der einmal eingetragene Code 178 gilt erst als gelöscht, wenn er nicht mehr
im Fahrzeugausweis eingetragen ist. Dementsprechend behält der Code
178 auch bei einem annullierten Fahrzeugausweis seine Gültigkeit und die
Löschung des Codes 178 ist folglich immer mit der Ausstellung eines neuen
Fahrzeugausweises verbunden (Wegleitung, Ziff. 13). Handelt es sich um
ein geleastes Fahrzeug und möchte der Leasingnehmer den Code 178
nach Beendigung des Leasingvertrages löschen, hat er dies bei der
Leasing-Gesellschaft zu beantragen, welche die Freigabe bei gegebenen
Voraussetzungen in der CLS-ZEK vermerkt (vgl. Anweisungen zum Vor-
gehen auf https://www.zh.ch/de/mobilitaet/fahrzeuge-kontrollschilder/
code-178-halterwechsel-verboten.html, zuletzt besucht am 8. Februar
2022).
2.4.
Sowohl für den Eintrag als auch für eine allfällige Löschung des Codes 178
erhebt das StVA eine Gebühr. Diese wird praxisgemäss dem Fahrzeug-
halter in Rechnung gestellt (Wegleitung, Ziff. 7) und beträgt im Kanton
Aargau zwischen Fr. 10.00 und Fr. 50.00 (§ 8 Abs. 1 lit. i der Verordnung
über die Steuern, Abgaben und Gebühren im Strassenverkehr vom 5. No-
vember 1984 [nachfolgend: Gebührenverordnung; SAR 755.111]).
2.5.
Im vorliegenden Fall annullierte der frühere Halter des streitgegenständ-
lichen VW Tiguan den betreffenden Fahrzeugausweis am 24. Oktober
2019 und kam damit der in Art. 81 Abs. 1 VZV vorgeschriebenen Annullie-
rungspflicht nach. Ausweislich der Akten wurde die Löschung des Codes
178 dabei nicht beantragt, womit dessen Gültigkeit von der Annullierung
des Fahrzeugausweises unberührt blieb. Wie der Rechnung der F. AG.
vom 25. Oktober 2019 an die Beschwerdeführerin entnommen werden
kann, gab erstere die Freigabe für die Löschung des Codes 178 erst im
Zeitpunkt der Rechnungstellung an die (vormals bloss als Fahr-
zeuglieferantin agierende) Beschwerdeführerin, d.h. am Folgetag nach der
Annullierung des Fahrzeugausweises, beim StVA in Auftrag. Durch diese
– im System der CLS-ZEK am 25. Oktober 2019 um 10.16 Uhr registrierte
- 8 -
– Freigabe erteilte die F. AG. allerdings lediglich ihr Einverständnis, dass
ein allfälliger neuer Halter die Ausstellung eines auf ihn lautenden
Fahrzeugausweises verlangen kann bzw. die Ausstellung desselben
aufgrund des nach wie vor im alten Fahrzeugausweis aufgeführten Codes
178 nicht (mehr) verweigert werden darf (Art. 80 Abs. 4 i.V.m. Art. 81
Abs. 2 lit. a und Abs. 3 VZV). Der eigentliche Löschvorgang erfolgte
dagegen erst rund zwei Stunden nach der Freigabe im Zuge der Zulassung
des Fahrzeuges auf die Beschwerdeführerin bzw. der damit verbundenen
Ausstellung des auf sie lautenden, neuen und insbesondere verfügungs-
beschränkungsfreien Fahrzeugausweises (vgl. Art. 11 Abs. 3 SVG).
Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass der Beschwerdeführerin als
neue Halterin des VW Tiguan die Rolle der Gesuchstellerin zukam, da sie
zwecks Ausstellung des Fahrzeugausweises um die effektive Löschung
des auf dem Fahrzeug nach wie vor lastenden Codes 178 ersuchen musste
(vgl. auch Formulierung auf der Rechnung der F. AG. vom 25. Oktober
2019, wonach die Beschwerdeführerin "den Code 178 beim
Strassenverkehrsamt ab sofort austragen lassen" könne). Sie war es, wel-
che die definitive Löschung initiierte, wobei diese zwar nur gewährt werden
konnte, weil die dafür nötige Freigabe durch die Leasinggesellschaft bereits
vorlag. Dies ändert indessen nichts an der Tatsache, dass die Beschwer-
deführerin eigentliche Veranlasserin der finalen Löschung war, deren un-
mittelbare Wirkung (Ausstellung eines unbelasteten Fahrzeugausweises)
auch der Beschwerdeführerin und nicht etwa der F. AG. zugekommen ist.
Bei dieser Sachlage entspricht es dem Verursacherprinzip und überdies
auch dem praxisgemässen Vorgehen (vgl. Wegleitung, Ziff. 7), dass die
gestützt auf § 8 Abs. 1 lit. i Gebührenverordnung zu erhebende (und
bezüglich der Höhe nicht beanstandete) Gebühr der Beschwerdeführerin
in Rechnung gestellt wurde. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt
folglich als unbegründet.
3.
3.1.
Umstritten ist ferner, ob der Beschwerdeführerin für die Ausstellung einer
neuen Bewilligung für Kollektivfahrzeugausweise mit Händlerschildern zu
Recht eine Gebühr von Fr. 200.00 in Rechnung gestellt wurde.
3.2.
3.2.1.
Dies ist aus folgenden Gründen zu bejahen: Wie erwähnt, erfolgte bei der
Beschwerdeführerin 2019 eine Umfirmierung von E. AG. in A. AG. Aus der
Tatsache, dass in den Rechtsmitteleingaben die Begriffe "operative
Übernahme" und "Zusammenschluss" verwendet wurden (vgl. bspw.
Beschwerde vom 13. Oktober 2021, S. 6 Ziff. 3.1), ist zu schliessen, dass
mit der Umfirmierung auch ein Wechsel im Aktionariat der
Beschwerdeführerin verbunden war. Auf eine eigentliche Übernahme /
- 9 -
Fusion im gesellschafts- bzw. registerrechtlichen Sinne lässt der
Handelsregisterauszug (BB 5) der Beschwerdeführerin dagegen nicht
schliessen. Doch auch bei einer blossen Umfirmierung
("Namensänderung") wird naturgemäss eine Erneuerung der bisher auf die
Firma E. AG. lautenden Bewilligungen zugunsten der Beschwerdeführerin
erforderlich. So musste auch die vom 7. Februar 1985 datierte und auf die
E. AG. ausgestellte Bewilligung "Kollektiv-Fahrzeugausweise in Verbin-
dung mit Händlerschildern" auf die Beschwerdeführerin übertragen wer-
den. Selbstredend kann eine derartige Übertragung nur gewährt werden,
wenn die Voraussetzungen für die Bewilligungserteilung auch bei der unter
neuem Namen auftretenden Gesellschaft (hier: der Beschwerdeführerin)
erfüllt sind. Um dies zu prüfen, liess das StVA der Beschwerdeführerin das
Formular "Kollektivfahrzeugausweis und Händlerschilder – Selbst-
deklaration" zukommen, welches diese aufforderungsgemäss ausfüllte
(vgl. Schreiben des StVA vom 10. Januar 2020 und ausgefüllte Selbst-
deklaration vom 14. Januar 2020).
Die generelle Zulässigkeit dieses Vorgehens des StVA ergibt sich bereits
aus § 11 Abs. 2 Gebührenverordnung, welcher die Kontrolle der Inhaber
von Kollektivfahrzeugausweisen explizit vorsieht. Dass die vom StVA un-
ternommenen Schritte auch im konkreten Fall nicht zu beanstanden sind,
ist ferner aus der Tatsache zu schliessen, dass mit Änderungen im
Aktionariat (bzw. "operativen" Übernahmen, wie die Beschwerdeführerin es
nennt) regelmässig personelle Veränderungen innerhalb des betroffenen
Betriebs einhergehen und vorliegend nicht ohne Weiteres klar war, wie sich
die Verantwortlichkeiten bei der Beschwerdeführerin nach den erfolgten
Änderungen auswirken werden. Eine Überprüfung der internen Verhält-
nisse war daher angezeigt. Daran vermag auch der Einwand der Be-
schwerdeführerin, mit dem sie geltend zu machen scheint, dem Handels-
registerauszug hätte entnommen werden können, dass C. und D.
unverändert Inhaber und Verantwortliche der Beschwerdeführerin seien,
nichts zu ändern. So gibt der Handelsregisterauszug einer
Aktiengesellschaft zum einen lediglich Auskunft über die Verwaltungsrats-
mandate, nicht aber über die betriebsinternen Zuständigkeiten und Ge-
schäftsführungsbefugnisse. Es wäre folglich auch denkbar gewesen, dass
C. und D. zwar Verwaltungsratsmandate innehatten, die für die Ausstellung
der umstrittenen Bewilligung offenzulegende Betriebsverantwortlichkeit
jedoch einer Drittperson oblag. Zum anderen umfasste die via
Selbstdeklarationsformular durchgeführte Betriebsprüfung durch das StVA
auch weitere Betriebsdaten (Betriebseinrichtungen, Versicherungen etc.),
welche sich nicht aus dem Handelsregisterauszug erschliessen lassen.
Schliesslich spricht auch die am 10. Januar 2020 zugunsten der Beschwer-
deführerin ausgestellte Selbstabnahmebewilligung nicht gegen die Zuläs-
sigkeit der vom StVA im Zusammenhang mit der Bewilligung für Kollektiv-
fahrzeugausweise mit Händlerschildern durchgeführte Betriebsprüfung.
- 10 -
Nicht nur handelt es sich dabei um eine andere Bewilligung mit anderen
Voraussetzungen (vgl. Art. 32 der Verordnung über die technischen Anfor-
derungen an Strassenfahrzeuge vom 19. Juni 1995 [VTS; 741.41]). Ge-
stützt auf die Akten ist darüber hinaus davon auszugehen, dass im Rahmen
der Ausstellung der Selbstabnahmebewilligung keine Betriebsüberprüfung
durchgeführt wurde, wodurch sich die Frage der Rechtfertigung eines er-
neuten Überprüfungsverfahrens von vornherein nicht stellt.
3.2.2.
Steht folglich fest, dass das StVA berechtigt war, bei der Beschwerdefüh-
rerin im Zusammenhang mit der Bewilligung für Kollektivfahrzeugausweise
mit Händlerschildern eine Betriebsprüfung durchzuführen, stellt sich ab-
schliessend die Frage nach der Verhältnismässigkeit der in Rechnung ge-
stellten Gebühr.
Vorliegend sah das StVA von der Durchführung einer physischen Betriebs-
prüfung vor Ort ab und entschied sich stattdessen dafür, die besagte Be-
willigung lediglich gestützt auf die Selbstdeklaration der Beschwerde-
führerin auszustellen. Das StVA wählte folglich das Vorgehen mit dem
geringsten zeitlichen und administrativen Aufwand und verrechnete dafür
Fr. 200.00. Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, entspricht dies in An-
wendung von § 11 Abs. 2 i.V.m. § 1 Abs. 1 lit. a Gebührenverordnung
einem Arbeitsaufwand von etwas mehr als zwei Stunden. Dies erscheint
unter Berücksichtigung des beim StVA angefallenen Arbeitsaufwandes
(Einholen und Überprüfen der Selbstdeklaration, Korrespondenz, Ausstel-
len der Bewilligung) ohne Weiteres als verhältnismässig. Demzufolge ver-
mögen die Vorbringen der Beschwerdeführerin auch in diesem Punkt nicht
zu überzeugen.
4.
Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen erweist sich die Beschwerde
als unbegründet. Sie ist vollumfänglich abzuweisen.
III.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin kosten-
pflichtig (§ 31 Abs. 2 VRPG). Parteikostenersatz fällt ausser Betracht (§ 32
Abs. 2 VRPG).