Decision ID: e84c7ed5-9977-40e4-8a78-66dc09cbcf1e
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X lenkte am 25. Juli 2009 in Altstätten ein Motorrad mit einer
Blutalkoholkonzentration von mindestens 1,22 Gewichtspromille und abgelaufenem
Lernfahrausweis. Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen
entzog ihm deswegen mit Verfügung vom 25. September 2009 den Führerausweis für
die Dauer von fünf Monaten (25. Juli bis 24. Dezember 2009). Wegen Fahrens unter
Drogeneinfluss (Cannabis), begangen am 14. Februar 2011, wurde ihm der
Führerausweis auf Probe mit Verfügung vom 31. März 2011 für die Dauer von zwölf
Monaten (mit Wirkung ab 14. Februar 2011) entzogen und die Probezeit um ein Jahr
verlängert. Die Polizei hatte den Führerausweis am 14. Februar 2011 auf der Stelle
abgenommen. Das Strassenverkehrsamt teilte X am 18. Februar 2011 mit, dass die
polizeiliche Abnahme des Führerausweises die gleiche Wirkung habe wie ein
Führerausweisentzug durch die Administrativbehörde. Trotzdem lenkte er am 20. März
2011 ein Motorfahrzeug. Da dies nach Erlass des zwölfmonatigen
Führerausweisentzugs geschehen war, ordnete das Strassenverkehrsamt im Zusatz zur
Verfügung vom 31. März 2011 einen Führerausweisentzug von sechs Monaten an,
welcher im Anschluss an den zwölfmonatigen Entzug vollzogen wurde und bis am
12. August 2012 dauerte (Verfügung vom 5. Mai 2011).
B.- X war am 2. Oktober 2013 um 20 Uhr mit einem Personenwagen in einem
Wohngebiet in Buchs unterwegs, als er polizeilich kontrolliert wurde. Bei der
Fahrzeugdurchsuchung stiessen die Polizisten unter dem Fahrersitz auf ein leeres,
nach Cannabis riechendes Minigripsäckchen. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert
von 0,31 Gewichtspromille. X erklärte gegenüber der Polizei, dass er in der Zeit von
Februar bis September 2013 jeweils dreimal Amphetamin und Kokain konsumiert habe.
Seit seinem 18. Lebensjahr rauche er zudem monatlich drei Joints mit je 0,3 Gramm
Marihuana, welches er von diversen Lieferanten kaufe. In der Folge wurde X mit
Strafbefehl des Untersuchungsamts Altstätten vom 5. November 2013 wegen
mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes durch Erwerb, Besitz und
Konsum von Marihuana, Kokain und Amphetamin zu einer Busse von Fr. 200.–
verurteilt. Am 1. April 2014 zog X eine dagegen erhobene Einsprache wieder zurück.
C.- Das Strassenverkehrsamt eröffnete nach Eingang des Berichts der Kantonspolizei
St. Gallen am 23. Oktober 2013 ein Verfahren zur Abklärung der Fahreignung und
kündigte die Anordnung einer verkehrsmedizinischen Untersuchung an. Gleichzeitig
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verbot es X das Führen von Motorfahrzeugen aller Kategorien vorsorglich ab sofort.
Einem allfälligen Rekurs wurde die aufschiebende Wirkung entzogen. Dagegen liess X
am 4. November 2013 Rekurs erheben mit den Anträgen, die angefochtene Verfügung
aufzuheben und den Führerausweis sofort wieder herauszugeben; zusätzlich wurde
darum ersucht, dem Rekurs die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Am 29. November
2013 wies der Abteilungspräsident der Verwaltungsrekurskommission das Gesuch um
Erteilung der aufschiebenden Wirkung ab, was der Präsident des Verwaltungsgerichts
des Kantons St. Gallen am 15. Januar 2014 bestätigte, soweit er darauf eintrat (vgl.
VerwGE B 2013/256). Den gegen den vorsorglichen Führerausweisentzug erhobenen
Rekurs wies der Abteilungspräsident der Verwaltungsrekurskommission mit Entscheid
vom 27. März 2014 ab (vgl. VRKE IV-2013/148).
D.- Die am 29. Januar 2014 angeordnete spezialärztliche Untersuchung wurde am
6. März 2014 an der verkehrsmedizinischen Abteilung des Instituts für Rechtsmedizin
des Kantonsspitals St. Gallen (im Folgenden: IRM) durchgeführt. Im Gutachten vom
23. Mai 2014 wird festgestellt, die Fahreignung könne aus verkehrsmedizinischer Sicht
wegen eines verkehrsrelevanten Drogenmissbrauchs mit Suchtgefährdung nicht
befürwortet werden. Genügend konkrete Anhaltspunkte für eine Abhängigkeit gemäss
ICD-10 lägen nicht vor, eine derartige Problematik könne aber auch nicht
ausgeschlossen werden. Am 30. Mai 2014 wurde dem Rechtsvertreter das rechtliche
Gehör gewährt. Mit Eingabe vom 25. Juni 2014 nahm dieser zur verkehrsmedizinischen
Begutachtung und zum angedrohten Führerausweisentzug Stellung.
E.- Mit Verfügung vom 3. Juli 2014 (zugestellt am 8. Juli 2014) entzog das
Strassenverkehrsamt X den Führerausweis gestützt auf Art. 16d Abs. 1 lit. b und Art. 17
Abs. 3 SVG in Verbindung mit Art. 33 VZV auf unbestimmte Zeit. Als Bedingungen für
die Aufhebung des Entzugs wurden eine kontrollierte und fachlich betreute
Drogenabstinenz (Arzt, Beratungsstelle, Haaranalyse) von mindestens sechs Monaten
(gemäss Info-Blatt) und eine verkehrsmedizinische Untersuchung genannt. Einem
allfälligen Rekurs wurde die aufschiebende Wirkung entzogen. X wurde zudem darauf
hingewiesen, dass die Abstinenz bis zur Neubeurteilung bzw. Wiedererteilung des
Führerausweises fortgesetzt werden sollte, zumal mit entsprechenden Auflagen zu
rechnen sei.
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F.- Gegen diese Verfügung erhob X mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 21. Juli
2014 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit den Anträgen, unter Kosten-
und Entschädigungsfolge sei die angefochtene Verfügung aufzuheben, es sei von
einem Entzug des Führerausweises (insbesondere auch auf unbestimmte Zeit)
abzusehen und es sei dem Rekurrenten der Führerausweis unverzüglich (unter
allfälligen Auflagen) herauszugeben bzw. wieder zu erteilen. Zudem stellte er diverse
Eventualbegehren (unter anderem Einholung Gegenexpertise und Obergutachten,
Fragenkatalog an Gutachter, Rückweisung zur Neubeurteilung). Die innert Frist
nachgereichte Rekursergänzung datiert vom 31. Juli 2014. Die Vorinstanz verzichtete
am 19. August 2014 auf eine Vernehmlassung. Am 4. September 2014 nahm der
Rekurrent unaufgefordert zu den vorinstanzlichen Akten Stellung und reichte eine
Honorarnote für das vorinstanzliche und das Rekursverfahren ein.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit erforderlich, in den

Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- a) Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 21. Juli 2014 ist rechtzeitig eingereicht
worden und erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 31. Juli 2014 in formeller und
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den
Rekurs ist einzutreten.
b) Gegenstand der angefochtenen Verfügung vom 3. Juli 2014 ist der
Führerausweisentzug auf unbestimmte Zeit (Sicherungsentzug). Die Verfügung vom
29. Januar 2014, mit welcher die Anordnung einer verkehrsmedizinischen
Untersuchung angeordnet wird, sowie diejenige vom 23. Oktober 2013, mit welcher der
Führerausweis vorsorglich entzogen wurde, sind rechtskräftig. Soweit sich die Rügen
auf jene Verfahren beziehen, ist darauf im vorliegenden Verfahren nicht einzutreten. Das
Verfahren vor der Vorinstanz und der Verwaltungsrekurskommission richtet sich nach
dem VRP, weshalb die überaus zahlreichen Verweisungen des Rekurrenten auf die
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ZPO und die StPO an der Sache vorbei gehen. Ein Rückgriff auf andere
Prozessgesetze wäre nur dann angezeigt, wenn im VRP eine entsprechende
Verweisungsnorm besteht oder das VRP und die dazu entwickelte
verwaltungsverfahrensrechtliche Rechtsprechung keine Antwort auf eine sich stellende
Rechtsfrage gibt.
c) Es ist ein allgemeiner Grundsatz des Strafprozessrechts, dass niemand zu seiner
Belastung beitragen muss und dass vom Aussageverweigerungsrecht ohne Nachteil
Gebrauch gemacht werden darf. Damit im Zusammenhang steht die Pflicht der
Behörden, den Beschuldigten über sein Aussageverweigerungsrecht aufzuklären.
Diese Regeln leiten sich aus den Verfassungsbestimmungen von Art. 31 und 32 BV
(SR 101) ab und gelten für das Strafverfahren. Das vorliegende Administrativverfahren
zu einem allfälligen Sicherheitsentzug des Führerausweises ist kein Strafverfahren im
Sinne der genannten Verfassungsbestimmungen. Es steht nicht eine Sanktion als Folge
eines bestimmten Verhaltens, sondern die Sicherheit im Strassenverkehr in Frage. Die
Rüge der Unverwertbarkeit der vom Rekurrenten gemachten Aussagen geht somit fehl
(Urteil des Bundesgerichts [BGer] 1C_248/2011 vom 30. Januar 2012 E. 2.3).
d) Da es sich vorliegend um ein rein administratives, und nicht um ein strafrechtliches
Verfahren oder um ein solches, in dem massgebliche "civil rights" in Frage stehen,
handelt (BGer 1C_242/2013 vom 17. Mai 2013 E. 2.2), besteht kein Anspruch auf eine
mündliche Verhandlung. Hinzu kommt, dass die Durchführung einer solchen zur
Wahrung der Parteirechte weder notwendig noch zweckmässig erscheint (vgl. Art. 55
Abs. 1 VRP).
2.- Im Rekurs wird unter anderem die Verletzung der Ausstandsregeln durch den
stellvertretenden Fachbereichsleiter der Forensischen Toxikologie, den vorinstanzlichen
Sachbearbeiter und eine Assistenzärztin des IRM, welche die verkehrsmedizinische
Begutachtung durchführte, geltend gemacht. Wie es sich damit verhält, ist vorab zu
prüfen.
a) Nach Art. 7 Abs. 1 VRP haben Behördenmitglieder, Beamte, öffentliche Angestellte
und amtlich bestellte Sachverständige von sich aus in den Ausstand zu treten, wenn
sie selbst, Verlobte, Ehegatten oder Verwandte etc. an der Angelegenheit persönlich
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beteiligt sind (lit. a), wenn sie Vertreter, Beauftrage, Angestellte oder Organe einer an
der Angelegenheit beteiligten Person sind oder in der Sache einen Auftrag erteilt haben
(lit. b) oder wenn sie aus anderen Gründen befangen erscheinen (lit. c). Befangenheit ist
anzunehmen, wenn Umstände vorliegen, die geeignet sind, Misstrauen in die
Unparteilichkeit zu erwecken. Bei der Befangenheit handelt es sich allerdings um einen
inneren Zustand, der nur schwer bewiesen werden kann. Es braucht daher für die
Ablehnung nicht nachgewiesen werden, dass das Gerichts- oder Behördenmitglied,
oder die sachverständige Person tatsächlich befangen ist. Es genügt vielmehr, wenn
Umstände vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und der Gefahr der
Voreingenommenheit zu begründen vermögen. Bei der Beurteilung des Anscheins der
Befangenheit und die Gewichtung solcher Umstände kann jedoch nicht auf das
subjektive Empfinden einer Partei abgestellt werden. Das Misstrauen muss vielmehr in
objektiver Weise als begründet erscheinen (BGer 4A_269/2013 vom 7. Oktober 2013
E. 2.1). Keine Ausstandspflicht besteht grundsätzlich, wenn ein Gerichts- oder
Behördenmitglied bzw. ein Sachverständiger in einer anderen Sache derselben Partei
bereits früher entschieden hat oder wenn über eine sich stellende Rechtsfrage schon
einmal ein Entscheid getroffen wurde (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im
Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 194).
b) aa) Die Beurteilung des Rekurrenten in einem früheren Verfahren alleine stellt noch
keinen Anschein der Befangenheit des stellvertretenden Fachbereichsleiter der
Forensischen Toxikologie dar. Es wäre am Rekurrenten gelegen, darzulegen, inwiefern
die Berichterstattungen in den Jahren 2009 und 2011 im konkreten Fall die Gefahr der
Voreingenommenheit begründen.
bb) Sofern der Rekurrent die Zulässigkeit der verkehrsmedizinischen Untersuchung und
die Nichtberücksichtigung der Stellungnahme vom 9. Dezember 2013 bemängelt, ist
darauf nicht weiter einzugehen (vgl. E. 1b). Beanstandungen im Zusammenhang mit
der Verfügung der Vorinstanz vom 29. Januar 2014 wären dort zu rügen gewesen. Die
entsprechende Verfügung wurde jedoch unangefochten rechtskräftig. Unerfindlich ist
weiter, inwiefern der Umstand, dass der vorinstanzliche Sachbearbeiter den
Verkehrsmedizinern keine Frist für die Erstellung des Gutachtens ansetzte, den
Anschein der Befangenheit des Sachbearbeiters zu begründen vermag. Im Übrigen
wurde das Gutachten am 29. Januar 2014 in Auftrag gegeben (act. 14/3/11) und am
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23. Mai 2014 erstattet; dabei handelt es sich um eine angemessene Bearbeitungszeit.
Das verkehrsmedizinische Gutachten war für die Vorinstanz das wichtigste
Beweismittel. Entsprechend wurde in der angefochtenen Verfügung begründet,
weshalb es nachvollziehbar sei, und damit Stellung genommen auf die Kritik des
Rechtsvertreters in der Eingabe vom 25. Juni 2014. Die Vorinstanz war nur verpflichtet,
auf die wesentlichen Einwände des Rekurrenten einzugehen, weshalb nicht zu
beanstanden ist, dass sie nicht auf sämtliche, meist weitschweifigen Vorbringen
eingegangen ist. Schliesslich erscheint absurd, dem Leiter der Abteilung Toxikologie
fehlende Unvoreingenommenheit vorzuwerfen, nur weil er in den Jahren 2009 und 2011
verantwortlich für die chemisch-toxikologische Untersuchung der Blut- und Urinproben
des Rekurrenten war (act. 15/82 f.) und auch im Jahr 2014 in der gleichen Funktion
mitwirkte.
cc) Die Vorinstanz erteilte am 29. Januar 2014 dem IRM den Auftrag, den Rekurrenten
verkehrsmedizinisch zu untersuchen. Als Auftragsgrund wurde "Drogen" angegeben
(act. 14/3/12). Um einen allfälligen Drogenkonsum nachzuweisen, ist grundsätzlich eine
Haaranalyse vorzunehmen. Der Auftrag an die Gutachter umfasst folglich auch eine
Haarprobenentnahme. Zudem wurde auf die bevorstehende Haarprobennahme bereits
in der Verfügung zum vorsorglichen Führerausweisentzug vom 23. Oktober 2010
hingewiesen (act. 14/10).
c) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Ausstandsvorschriften nicht verletzt wurden.
Sofern der Rekurrent die Befangenheit des IRM des Kantons St. Gallen geltend macht,
ist er darauf hinzuweisen, dass sich ein Ausstandsbegehren gegen einzelne oder
sämtliche Personen einer Behörde, nicht aber gegen eine Behörde als solche zu richten
hat (BGE 139 I 121 E. 4.3). Hinzu kommt, dass dem Rekurrenten bereits mit
Zwischenverfügung vom 29. Januar 2014 bekannt war, dass das IRM die
Begutachtung durchführen wird. Im Übrigen wurde der Auftrag zur Begutachtung
korrekt erteilt; insbesondere ist die Fragestellung nicht zu beanstanden.
3.- Der Rekurrent rügt in formeller Hinsicht mehrfach eine Verletzung des rechtlichen
Gehörs. Soweit sich die Rügen ohnehin nicht als haltlos erweisen, sind sie
unbegründet.
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Der Rekurrent verkennt unter anderem, dass im Administrativverfahren keine
Konfrontationsbefragungen vorgesehen sind. Er kann sich vielmehr schriftlich zum
Gutachten äussern, was er auch gemacht hat. Weiter geht das Argument, für die
Haaranalyse sei mindestens eine 5 cm lange Haarprobe nötig, fehl. Das von ihm zitierte
Info-Blatt bezieht sich auf den Nachweis einer Abstinenzauflage. Ist das Haar kürzer als
5 cm, ist der Nachweis nicht geglückt und der Führerausweis aufgrund der Verletzung
der Auflagen zu entziehen bzw. nicht wiederzuerteilen; darum geht es aber nicht.
Richtig ist zwar, dass die im Haar eingelagerten Substanzen gegenüber
Umwelteinflüssen nicht stabil sind; durch kosmetische Behandlungen wie Bleichen,
Färben, Dauerwelle etc. werden die Substanzen jedoch abgebaut oder zerstört
(M. Baumgartner, Nachweis des Konsums von psychotropen Substanzen und Alkohol
mittels Haaranalyse, in: Therapeutische Umschau 2011, S. 269, abrufbar auf: http://
www.irm.uzh.ch/downloads/zfh/literatur/Haaranalyse.pdf), und nicht etwa erhöht. Auch
der Vorwurf, der Hausarzt des Rekurrenten sei nicht zur Fahreignung befragt worden,
erweist sich als unbehelflich, da es sich dabei nicht um einen Arzt der Verkehrsmedizin
handelt. Zwar trifft es zu, dass die Strafbefehle der Ereignisse aus den Jahren 2009 und
2011 nicht vorhanden sind und damit auch den Gutachtern nicht vorgelegen haben.
Die Sachlage geht jedoch aus den Akten klar hervor und der Rekurrent hatte anlässlich
der verkehrsmedizinischen Untersuchung Gelegenheit, sich dazu zu äussern.
Schliesslich nahm die Vorinstanz die umfangreiche 22-seitige Eingabe des
Rechtsvertreters im Rahmen des rechtlichen Gehörs zur Kenntnis. Da es sich beim
Verfahren vor der Vorinstanz um ein Massengeschäft handelt, war sie nicht verpflichtet,
die teils schwer verständlichen Rügen detailliert abzuhandeln.
4.- Im Rekursverfahren ist umstritten, ob das Ergebnis des verkehrsmedizinischen
Gutachtens vom 23. Mai 2014, das von einem verkehrsrelevanten Drogenmissbrauch
mit Suchtgefährdung und damit einer mangelnden Fahreignung ausgeht, zutrifft oder
nicht.
a) Gemäss Art. 14 Abs. 2 lit. c SVG fehlt es unter anderem bei demjenigen an der
Fahreignung, der nicht frei ist von einer Sucht, die das sichere Führen von
Motorfahrzeugen beeinträchtigt. Wird nachträglich festgestellt, dass die gesetzlichen
Voraussetzungen nicht oder nicht mehr bestehen, sind Führerausweise zu entziehen
(Art. 16 Abs. 1 SVG). Art. 16d SVG regelt den Führerausweisentzug wegen fehlender
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Fahreignung. Danach werden der Lernfahr- oder Führerausweis einer Person auf
unbestimmte Zeit unter anderem dann entzogen, wenn sie an einer Sucht leidet,
welche die Fahreignung ausschliesst (Abs. 1 lit. b). Ein solcher Sicherungsentzug
bezweckt, die zu befürchtende Gefährdung der Verkehrssicherheit durch einen
ungeeigneten Fahrzeugführer in Zukunft zu verhindern. Es geht nicht darum, den
Betroffenen wegen einer begangenen Verkehrsregelverletzung zu bestrafen;
entsprechend setzt der Sicherungsentzug keine schuldhafte Widerhandlung im
Strassenverkehr voraus (BGer 1C_74/2011 vom 17. Mai 2011 E. 2.2). Drogensucht wird
nach der Rechtsprechung bejaht, wenn die Abhängigkeit von Suchtmitteln derart ist,
dass der Betroffene mehr als jede andere Person der Gefahr ausgesetzt ist, sich in
einem Zustand ans Steuer zu setzen, der das sichere Führen nicht mehr gewährleistet.
Allgemein darf auf fehlende Fahreignung geschlossen werden, wenn die Person nicht
mehr in der Lage ist, Drogenkonsum und Strassenverkehr ausreichend zu trennen,
oder wenn die naheliegende Gefahr besteht, dass sie im akuten Rauschzustand am
motorisierten Verkehr teilnimmt (BGer 1C_328/2013 vom 18. September 2013 E. 3.1
mit Hinweis auf BGE 127 II 122 E. 3c).
MDMA und MDA gehören zu den Methylendioxyamphetaminen, die unter dem
Sammelbegriff Ecstasy zusammengefasst werden. Amphetamin- und Designer-
Amphetamin-Konsum führen zu einer Überschätzung der körperlichen
Leistungsfähigkeit, einem übersteigerten Selbstwertgefühl, Fehleinschätzungen
gegebener Situationen, Unruhe, Fahrigkeit, mangelnder zielgerichteter Aufmerksamkeit,
Nervosität und erhöhter Blendempfindlichkeit der Augen aufgrund erweiterter Pupillen
und Akkommodationsschwierigkeiten. Hinzu kommen häufig eine gewisse Reizbarkeit
und Aggressivität, eine nachlassende Konzentrationsfähigkeit bei Ideenflucht und somit
eine verminderte Aufmerksamkeit. Bei den festzustellenden Fahrauffälligkeiten steht in
der akuten Wirkphase die enthemmte und risikobereite Fahrweise mit unangepasst
hoher Geschwindigkeit im Vordergrund, wobei der Fahrzeuglenker das eigene
Leistungsvermögen überschätzt. In der abklingenden Phase der Amphetaminwirkung
kommt es aufgrund des körperlichen Erschöpfungszustands zu grosser Müdigkeit und
depressiven Verstimmungen und häufig zu Orientierungslosigkeit und Verwirrtheit,
Realitätsverlust bis hin zu psychotischen Zuständen (Musshoff/Madea, in: Madea/
Musshoff/Berghaus [Hrsg.], Verkehrsmedizin, 2. Aufl. 2012, S. 512, 517).
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b) Die Haaranalytik ist ein laboranalytisches Verfahren, welches angewendet wird für
das Konsum-Monotoring psychotropischer Substanzen inkl. Trinkalkohol. Die
Untersuchung von Haarproben ist für diesen Zweck geeignet, da diese durch
zeitaufgelöste Speicherung von Drogen, Medikamenten, deren Metabolite oder von
Alkohol-Markern einen retrospektiven Überblick über einen grösseren Zeitraum
ermöglichen. Haaranalyse-Befunde geben Auskunft über das Konsummuster einer
solchen Substanz. Das Verfahren ist geeignet, die Abstinenz einer Substanz gegenüber
einer wiederholten Einnahme zu differenzieren. Auch kann – bei nachgewiesenem
Konsum – mit Einschränkung eine grobe Aussage zum Konsumverhalten gemacht
werden. Die primäre Aussage einer Haaranalyse ist "Konsum nachgewiesen" oder
"Konsum nicht nachweisbar". Fachverbände, wissenschaftliche Fachgesellschaften
oder die Literatur geben entsprechende Empfehlungen zu den Substanzspezifischen
Cut off-Werten ab. Ein einmaliger oder vereinzelter Substanzkonsum innerhalb eines
längeren Zeitraums ergibt einen negativen Befund. Ein wiederholter Konsum kann
quantitativ erfasst werden und ergibt einen positiven Befund (vgl. M. Baumgartner,
a.a.O., S. 269 ff.). Die Schweizerische Gesellschaft für Rechtsmedizin (SGRM) legt den
Cut off-Wert bei Stimulanzien, wozu Amphetamin, MDMA und MDA zu zählen sind, auf
200 pg/mg fest (SGRM, Bestimmung von Drogen und Medikamenten in Haarproben,
Version 2014, abrufbar auf: www.sgrm.ch).
c) Das verkehrsmedizinische Gutachten vom 23. Mai 2014 stützt sich einerseits auf die
Vorgeschichte und das Ergebnis der verkehrsmedizinischen Untersuchung sowie die
Angaben des Rekurrenten, insbesondere zu seinem Alkohol- und Drogenkonsum,
andererseits auf die Resultate der Laboruntersuchungen (Urin- und Haaranalysen) und
Fremdauskünfte ab. Die körperliche Untersuchung verlief in verkehrsmedizinischer
Hinsicht unauffällig, ebenso die immunologische Untersuchung der Urinprobe auf
gängige Drogen. Die Analyse der Haarprobe vom 17. April 2014 ergab einen MDA-Wert
von 470 pg/mg, einen MDMA-Wert von 7'400 pg/mg und einen PMMA-Wert von
11 pg/mg. Übrige Substanzen wurden nicht nachgewiesen.
In der Beurteilung wird ausgeführt, gemäss Angaben des Rekurrenten habe er bis
August 2013 mit Unterbrüchen monatlich maximal einmal Cannabis konsumiert. Cocain
und Amphetamin habe er im Oktober 2013 einmalig genommen. Am 23. April 2014
habe der Rekurrent telefonisch mitgeteilt, dass er keine Auswertung der Haar- und
http://www.sgrm.ch
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Urinprobe vom 17. April 2014 wünsche, da er einerseits Cannabis konsumiert habe und
andererseits sicher sei, dass ihm jemand "etwas ins Glas" getan habe. Die
Haarprobenanalyse sei positiv auf Drogen (MDA 470 pg/mg, MDMA 7'400 pg/mg,
PMMA 11 pg/mg) ausgefallen. Dabei sei ein Zeitraum von ca. drei bis vier Monaten vor
der Probeentnahme erfasst. Das Resultat der Haaranalyse spreche nicht für einen
einmaligen, sondern vielmehr für einen wiederholten Konsum der genannten
Substanzen. Ein einmaliger Konsum von Ecstasy oder Amphetaminderivaten spiegle
sich grundsätzlich nicht in der Haaranalyse wieder. Beim nachgewiesenen
Amphetaminderivat PMMA handle es sich um eine Substanz, die unter anderem in
Tablettenform in Umlauf gebracht und nicht selten als Ecstasy (MDMA) deklariert
werde, aber toxischer wirke als MDMA und unter anderem zu einem Anstieg des
Blutdrucks, des Puls' und der Körpertemperatur sowie zu Herzrhythmusstörungen,
Krampfanfällen und Bewusstlosigkeit bis hin zu letalem Ausgang führen könne. Trotz
des Ereignisses vom 14. Februar 2011 und der geschilderten Abstinenzabsicht sei der
Rekurrent nicht in der Lage gewesen, auf den Konsum verschiedener Drogen zu
verzichten. Insgesamt sei daher von einem verkehrsrelevanten Drogenmissbrauch
auszugehen (act. 14/5/1).
In der Untersuchung vom 6. März 2014 gab der Rekurrent an, er habe bislang nur
Cannabis und Cocain gemischt mit Amphetamin probiert. Cannabis habe er erstmals
an seinem 18. Geburtstag konsumiert; seitdem rauche er maximal einmal im Monat ein
paar Züge von einem Joint mit. Nach dem FuD (Fahren unter Drogeneinfluss)-Ereignis
im Jahr 2011 habe er ein Jahr lang auf Cannabis verzichtet, dann aber aus Langeweile
wieder angefangen. Der letzte Cannabiskonsum sei am 18. August 2013 gewesen.
Seither habe er nicht mehr gekifft, weil er kein Verlangen danach gehabt habe. Sein
Zukunftsziel sei es, nicht mehr zu kiffen, da es sich angesichts der Folgen nicht lohne.
Jeden Donnerstag sei er in seiner Pokerrunde jedoch Passivkonsum ausgesetzt. Das
sei kein Problem für ihn, da kein Gruppenzwang bestehe. Cocain und Amphetamin
habe er nur einmal gesnifft, und zwar fünf Tage vor der Polizeikontrolle im Oktober
2013. Seine Freundin habe es damals probieren wollen und ihn überredet
mitzumachen. Da er Herzrasen bekommen habe, habe er die Einnahme von Cocain
und Amphetamin nicht gut gefunden. Ein solches Erlebnis wolle er nicht wiederholen.
Einen Passivkonsum von Cocain und Amphetamin gebe es nicht (act. 14/5/1).
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d) Die Ausführungen im verkehrsmedizinischen Gutachten sind nachvollziehbar und die
dagegen erhobenen Einwände unbegründet. Entsprechend ist der Eventualantrag auf
Einholung eines neuen Gutachtens abzuweisen. So wurden die Analysen entsprechend
den Empfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin (SGRM)
durchgeführt (vgl. act. 14/5/2). Konkrete Hinweise, dass sich das IRM nicht an diese
Empfehlungen gehalten hat, sind nicht ersichtlich. Der Nachweis von 470 pg/mg MDA
und 7'400 pg/mg MDMA im Haar widerspricht klar den Angaben des Rekurrenten,
wonach er lediglich einmalig Amphetamin (gemischt mit Cocain) gesnifft haben will.
Aufgrund der weit über dem Cut-off liegenden Werte ist die telefonische Mitteilung vom
23. April 2014, er habe neulich im Ausgang unwissentlich harte Drogen verabreicht
bekommen, weshalb er keine Auswertung der Haarprobe vom 17. April 2014 wünsche
(act. 14/5/1), als Schutzbehauptung zu werten. Insbesondere ist unerklärlich, weshalb
er dies nicht bereits bei der verkehrsmedizinischen Untersuchung angegeben hat.
Allein schon die hohen MDMA- und MSA-Werte sprechen für einen Drogenmissbrauch
mit Suchtgefährdung. Inwiefern PMMA in Acrylglas vorkommt und ob der Rekurrent im
Rahmen seiner Arbeitstätigkeit diese Substanz aufgenommen hat, kann daher offen
bleiben. Dies bedeutet indessen noch nicht, dass zwingend ein Sicherungsentzug
anzuordnen ist.
e) Gestützt auf die Angaben des Rekurrenten ist davon auszugehen, dass er während
etwa eineinhalb Jahren (ab Anfang August 2009) Cannabis konsumierte. Nachdem er
im Februar 2011 unter Drogeneinfluss ein Fahrzeug gelenkt hatte, verzichtete er ein
Jahr lang auf Cannabis. Unbestritten ist weiter, dass er nach der einjährigen Pause aus
Langeweile wieder mit dem Kiffen begann und letztmals am 18. August 2013 Cannabis
konsumierte. Vorübergehend schaffte er es gemäss eigenen Angaben, aus eigener
Willenskraft ein Jahr auf den Cannabiskonsum zu verzichten; etwas anderes wurde ihm
nicht nachgewiesen und ist nicht aktenkundig. Die Urinproben vom 6. März und
17. April 2014 verliefen unauffällig. Da sich die über den Urin ausgeschiedene THC-
Carbonsäure als Abbauprodukt von Cannabis noch nach einem Zeitraum von bis zu
vier Wochen nach dem Konsum nachweisen lässt, ist davon auszugehen, dass kein
chronischer Cannabis-Konsum vorliegt. Er scheint zwischen Cannabiskonsum und
Teilnahme am Strassenverkehr trennen zu können. Der zugegebene einmalige
Cannabiskonsum im April 2014 ändert daran nichts. Zwar ist aufgrund der
verkehrsmedizinischen Untersuchung erwiesen, dass der Rekurrent in einem Zeitraum
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von ca. drei bis vier Monaten vor der Haarprobenentnahme vom 17. April 2014
wiederholt Amphetamin konsumierte. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass er im
Zusammenhang mit diesen Substanzen nie im Strassenverkehr aufgefallen ist.
Anlässlich der Polizeikontrolle vom 2. Oktober 2013 stand er nicht unter Drogeneinfluss
und legte in der anschliessenden Befragung seine Konsumgewohnheiten offen, die
durch die verschiedenen technischen Untersuchungen im Wesentlichen bestätigt
wurden. Unter diesen Umständen erscheint ein Sicherungsentzug als
unverhältnismässig; dies auch aufgrund der langen Zeit, seitdem ihm der
Führerausweis entzogen ist. Insbesondere gibt es eine andere, weniger einschneidende
Massnahme, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, worauf im Folgenden
einzugehen ist.
5.- Nach den allgemeinen verwaltungsrechtlichen Grundsätzen ist es im Rahmen der
Verhältnismässigkeit zulässig, aus besonderen Gründen den Lern- oder Führerausweis
mit Auflagen zu versehen, wenn diese der Sicherstellung der Fahreignung und damit
der Verkehrssicherheit dienen sowie mit dem Wesen der Fahrerlaubnis im Einklang
stehen (vgl. Botschaft, in BBl 1999 S. 4482). Erforderlich ist zudem, dass sich die
Fahreignung nur mit dieser Massnahme aufrechterhalten lässt und die Auflagen erfüll-
und kontrollierbar sind (BGE 131 II 248 E. 6).
Am 25. Juli 2009 fiel der Rekurrent im Strassenverkehr mit einer
Blutalkoholkonzentration von mindestens 1,22 Gewichtspromille auf, weswegen ihm
der Führerausweis entzogen wurde. Am 14. Februar 2011 fuhr er sodann ein
Motorfahrzeug unter Cannabiseinfluss mit einem THC-Wert von 9,5 μg/l. Zwar konnte
er in der Vergangenheit immerhin ein Jahr lang auf den Konsum von Cannabis
verzichten, begann jedoch aus Langeweile wieder, bevor er erneut damit aufgehört hat.
Danach konsumierte er mindestens einmal Cocain und wiederholt Amphetamin. Es ist
daher nicht ausgeschlossen, dass der Rekurrent bei Verzicht auf ein Suchtmittel in der
Vergangenheit auf ein anderes umgestiegen ist. Es liegen damit besondere Gründe vor,
die die Anordnung von Auflagen zur Kontrolle der Fahreignung rechtfertigen. Der
Rekurrent beantragt zudem im Eventualantrag selbst, ihm sei der Führerausweis unter
allfälligen Auflagen wiederzuerteilen. Sollte er gegen die Auflage verstossen, wäre dies
angesichts der geltend gemachten beruflichen Angewiesenheit auf den Führerausweis
unverständlich, und die Vorinstanz käme um die Anordnung eines Sicherungsentzugs
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
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kaum mehr umhin (vgl. Art. 16 Abs. 1 SVG). Es besteht keine mildere Massnahme, um
zu gewährleisten, dass der Rekurrent nicht in fahruntüchtigem Zustand am Verkehr
teilnimmt (BGer 6A.11/2006 vom 13. April 2006 E. 3).
6.- Zusammenfassend ergibt sich, dass die Voraussetzungen für die Anordnung eines
Sicherungsentzugs nicht erfüllt sind. Entsprechend ist die Verfügung der Vorinstanz
vom 3. Juli 2014 aufzuheben. Die Angelegenheit ist an die Vorinstanz zurückzuweisen,
damit sie dem Rekurrenten den Führerausweis mit der Auflage einer kontrollierten und
fachlich betreuten Drogenabstinenz während mindestens sechs Monaten wieder
aushändigt (vgl. Ziff. 5 der angefochtenen Verfügung).
7.- Mit den Auflagen soll sichergestellt werden, dass der Rekurrent zum Schutz der
Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer nur in fahrfähigem Zustand ein
Motorfahrzeug lenkt. Dieser Zweck wäre gefährdet, müsste der Rekurrent diese
Auflagen nicht einhalten. Einer allfälligen Beschwerde ist deshalb die vom Gesetz
vorgesehene aufschiebende Wirkung zu entziehen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 51
VRP).
8.- Der Rekurrent unterliegt mit dem Hauptantrag und dringt mit dem Eventualantrag
durch. Dies entspricht einer teilweisen Gutheissung des Rekurses. Des Weiteren
unterliegt er mit sämtlichen formellen Rügen, die mehrheitlich an der Grenze zur
Trölerei liegen. Bei diesem Verfahrensausgang sind die amtlichen Kosten zu zwei
Dritteln dem Rekurrenten und zu einem Drittel dem Staat aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1
VRP). Aufgrund der umfangreichen Eingaben des Rekurrenten von ca. 80 Seiten mit
zahlreichen Ausführungen, welche nicht mit dem Administrativverfahren
zusammenhängen, erscheint eine Entscheidgebühr von Fr. 1'800.– als angemessen
(vgl. Art. 95 Abs. 2 VRP; Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12).
Der Kostenvorschuss von Fr. 1'500.– ist zu verrechnen und dem Rekurrenten im
Restbetrag von Fr. 300.– zurückzuerstatten. Ein Anspruch auf eine ausseramtliche
Entschädigung besteht nicht (vgl. Rebecca Hirt, Die Regelung der Kosten nach st.
gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Lachen/St. Gallen 2004, S. 183).