Decision ID: 71e34542-f888-50da-b279-f8d70aab1b5f
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
R._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Eliano Mussato, Bellevuestrasse 1b, Postfach,
9401 Rorschach,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision (Einstellung IV-Rente)
Sachverhalt:
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A.
Der 1965 geborene R._ meldete sich am 19. Februar/2. März 1998 wegen seit Juli
1997 bestehender Rückenprobleme (Bandscheibe operiert) zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung an und beantragte namentlich Umschulung und eventuell
eine Rente. Die Arbeitgeberin bescheinigte am 12. März 1998, der Versicherte sei seit
dem 14. August 1989 als Bauarbeiter angestellt. Seit 1997 erziele er einen Stundenlohn
von Fr. 21.95. Im Jahr 1995 habe er Fr. 50'218.--, im Jahr 1996 Fr. 55'100.-- und im
Jahr 1997 Fr. 45'597.-- verdient. Dr. med. A._, Allgemeinmedizin FMH, gab in seinem
Arztbericht vom 11. März 1998 an, der Versicherte leide an einem lumbovertebralen
Syndrom nach Diskushernienoperation L5/S1 am 21. August 1997. Er sei vom
11. August 1997 bis 11. Januar 1998 zu 100 % und anschliessend bis 16. Januar 1998
zu 50 % arbeitsunfähig gewesen. Seither sei er zu 100 % arbeitsunfähig. Es scheine
sinnvoll, den Versicherten in eine den Rücken weniger belastende Arbeit umzuschulen.
Der IV-Berufsberater berichtete, es sei eine Abklärung von drei Monaten zur Prüfung
einer beruflichen Massnahme im Bereich Metallbearbeitung vorgesehen. Daraufhin
wurde vorgeschlagen, den Versicherten zum CNC-Fräser umzuschulen. Am
23. November 1998 sprach die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle ihm eine
Umschulung in Form einer Einarbeitung an CNC-Fräsmaschinen für die Zeit vom 1. No
vember 1998 bis 31. Oktober 1999 zu, die sie am 29. November 1999 noch bis Ende
Mai 2000 verlängerte. Am 18. Juli 2000 (act. 33) hielt der IV-Berufsberater fest, die
Umschulung sei beendet und der Versicherte könne als eingegliedert betrachtet
werden. Er habe zwar noch keine Stelle. Der Arbeitsmarkt für ausgebildete und
angelernte Metallbearbeiter sei aber zurzeit relativ gut. Es sei mit einem
Invalideneinkommen von Fr. 3'500.-- bis Fr. 3'800.-- pro Monat zu rechnen. Mit
Verfügung vom 24. Juli 2000 stellte die IV-Stelle fest, der Versicherte sei
rentenausschliessend eingegliedert. Am 21. August 2000 (act. 35) meldete die
Sozialhilfestelle bezugnehmend auf diese Verfügung, der Versicherte habe einen
Rückfall erlitten und sei seit dem 10. Juli 2000 wieder voll arbeitsunfähig. Nach
Angaben von Dr. A._ werde er sich voraussichtlich nochmals einer Rückenoperation
unterziehen müssen. Es sei der weitere Anspruch auf Massnahmen und Leistungen zu
prüfen. Dr. A._ (am 17. August 2000) und Dr. med. B._, Spezialarzt FMH für
orthopädische Chirurgie (am 14. November 2000), attestierten dem Versicherten eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 %, Prof. Dr. med. C._, Facharzt für Neurochirurgie FMH,
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berichtete am 21. März 2001 von einer Operation vom 8. September 2000, Dr. med.
D._, Sozialpsychiatrische Beratungsstelle, attestierte dem Versicherten am 11. April
2001 ebenfalls eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (ab 14. August 2000; act. 42-2/2) und
Dr. med. E._, Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen, erklärte am
23. April 2001, die Arbeitsfähigkeit für leichte, rückengerechte Tätigkeit liege bei 50 %
(ohne repetitives Heben von schweren Lasten und langdauernde Arbeiten in gebeugter
Stellung). Im Arztbericht vom 8. Juni 2001 (act. 44) gab Dr. A._ in der Folge an, es
lägen eine Depression und eine Lumboischialgie links bei St. n. lumbaler
Hemilaminektomie L5/S1 links am 21.08.97 und Refenestration L5/S1 links mit
Renukleotomie in mikrochirurgischer Technik am 08.09.2000 bei Discushernienrezidiv
L5/S1 vor. Aktuell sei kein Discushernienrezidiv nachweisbar. Seit dem 14. August
2000 sei der Versicherte voll arbeitsunfähig. Von der Klinik für Neurochirurgie sei er ab
9. Januar 2001 zwar unter dem Aspekt des Rückenleidens wieder für zu 50 %
arbeitsfähig erklärt worden, doch bestehe aufgrund der Gesamtsituation eine reaktive
Depression. Vom behandelnden Psychiater sei eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %
bestätigt worden. Eine Prognose sei gegenwärtig schwierig abzuschätzen. Sollte sich
die Situation wieder verbessern, sei die Arbeitsfähigkeit als CNC-Fräser wieder
gegeben. Dem beigelegten Bericht der Schulthess Klinik vom 4. Mai 2001 war zu
entnehmen gewesen, dass von einer Operation im Bereich der Lendenwirbelsäule
abzuraten sei. Es habe sich kein Diskushernienrezidiv, sondern eine massive
Vernarbung gezeigt, welche die Wurzel, laterale Aspekte des Duralsackes, Reste des
Lig. flavum und die Bandscheibenfläche einbeziehe. Der Versicherte beschreibe
Schmerzen, die sowohl auf eine Beeinträchtigung der Wurzel S1 als auch als
Deafferentationsbeschwerden zu Lasten der linken Wurzel S1 zu deuten seien.
Dr. D._ attestierte dem Versicherten in einem Arztbericht vom 6. Juli 2001 (act. 45) für
die Zeit ab 1. September 2000 - bei der Diagnose einer undifferenzierten
Somatisierungsstörung seit ca. Juni 2000 - eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % als
CNC-Fräser und in allen anderen Tätigkeiten. Auch berufliche Massnahmen seien
zurzeit nicht möglich. Bis zum 31. Mai 2000 habe der Versicherte in einer Werkstatt für
Behinderte gearbeitet. Nachdem er arbeitslos geworden sei, hätten sich die
Beschwerden verstärkt. Sein Gesundheitszustand habe sich seit Juni 2000 leicht, seit
September 2000 stark verschlechtert (Re-Operation wegen Discushernie). Eine
Überprüfung in einem Jahr sei empfehlenswert (act. 45-5/5). Mit Vorbescheid vom
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30. Juli 2001 stellte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Versicherten die
Ausrichtung einer ganzen Rente ab August 2001 in Aussicht. Der Versicherte wandte
ein, er sei bereits seit 1997 arbeitsunfähig und sei es auch nach der Umschulung
wieder gewesen. Die Rente sei ab Juni (oder spätestens ab September) 2000
auszurichten. Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle stellte dem Versicherten mit
einem neuen Vorbescheid vom 17. August 2001 (act. 50) eine Rente ab August 2000 in
Aussicht. In einem Verlaufsbericht vom 28. September 2001 gab Dr. A._ unter
anderem bekannt, zurzeit sei aufgrund der Rückenbeschwerden und der
psychiatrischen Diagnosen nicht mit einer Wiederaufnahme der Arbeit zu rechnen.
Allenfalls könnten leichtere Tätigkeiten wieder versucht werden. Nach Auskunft des
Psychiaters und aufgrund des Verlaufes handle es sich indessen am ehesten um eine
Somatisierungsstörung. Trotz intensiver psychiatrischer Behandlung einschliesslich
Psychopharmaka-Therapie und trotz Schmerztherapie hätten sich die Beschwerden
nicht wesentlich geändert. Daraufhin erliess die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle am
30. Oktober 2001 einen weiteren Vorbescheid, wonach dem Versicherten vom
13. August 1997 bis August 2000 leichte angepasste Tätigkeiten voll zumutbar
gewesen seien. Im August 2000 habe sich eine Verschlechterung ergeben, sodass der
Rentenanspruch im August 2001 beginne. Auf seine Einwände hin erklärte die IV-Stelle
dem Versicherten, nach gegenwärtiger Rechtslage hätte er bei voller Arbeitsfähigkeit
keinen Anspruch auf Umschulung gehabt. Am 14. Dezember 2001 sprach die IV-Stelle
dem Versicherten ab 1. August 2001 eine ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von
100 % zu.
B.
B.a Im Fragebogen für die Revision der Invalidenrente gab der Versicherte am
23. September 2006 (act. 66) an, sein Zustand sei gleich geblieben.
B.b Dr. A._ erklärte in seinem Verlaufsbericht vom 10. November 2006 (act. 69) unter
Beilage verschiedener spezialärztlicher Berichte, der Gesundheitszustand des
Versicherten sei stationär bis sich verschlechternd. Es lägen (geändert) folgende
Diagnosen vor: (erstens) ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom bei St. n.
Discushernienoperation L5/S1 links im August 1992 und Reoperation im September
2000, bei Rest-/Rezidivdiscushernie L5/S1 und depressiver Reaktion, (zweitens)
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chronische Spannungstypkopfschmerzen und (drittens) eine Dyspepsie. Es
persistierten lumbale Rückenschmerzen mit Ausstrahlung ins linke Bein und teilweise
Schwäche im linken Bein. Es seien immer wieder Exazerbationen aufgetreten, die
jeweils längere Pausen bei einer Arbeit erfordern würden. Der Versicherte sei stark auf
das Krankheitsbild fixiert und unfähig, sich davon zu distanzieren und etwas zu
unternehmen. Es bestünden eine zunehmende Regression und Passivität. Eine
psychotherapeutische Behandlung sei vom Versicherten abgebrochen worden. Die
Arbeit als CNC-Fräser an rückenadaptiertem Arbeitsplatz wäre theoretisch aus
somatischen Gründen wahrscheinlich zu ca. 50 % noch zumutbar, doch sei der
Versicherte vom damals behandelnden Psychiater voll arbeitsunfähig geschrieben
worden. Eine leichtere Hilfstätigkeit an einem rückenadaptierten Arbeitsplatz wäre
möglicherweise bis maximal drei bis vier Stunden pro Tag zumutbar. Das müsste in
einem Arbeitsversuch (in geschützter Werkstätte?) probiert werden. Der Versicherte sei
dabei wahrscheinlich durch Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen
beeinträchtigt.
B.c Auf Vorschlag des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der Invalidenversicherung
wurde am 29. Mai 2007 eine interdisziplinäre Begutachtung veranlasst. Im Gutachten
vom 17. Dezember 2007 (act. 82) gab das Ärztliche Begutachtungsinstitut (ABI) als
Hauptdiagnosen an:
1. Chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom linksbetont
- DD: chronisches residuelles sensomotorisches Ausfallsyndrom L5/S1 links
- radiomorphologisch Rest- respektive Rezidivdiscushernie L5/S1 mit beglei-
tendem postoperativem Narben- und Granulationsgewebe entlang der discalen
Resektionsstelle medio-linkslateral mit möglicher Wurzelirritation S1 links,
anlagebedingt eher engem ossärem Spinalkanal im mittleren LWS-Bereich mit
spondylogener mässiger Foraminaleinengung L5 bds. und möglicher Wurzelirritation L5
bds., Multietagen-Spondylarthrose
- muskuläre Dysbalance mit Abschwächung der abdominellen und rückenstabi-
lisierenden Muskulatur
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- St. n. DH Operation L5/S1 links 8/1997 und 8.9.2000
- Verdacht auf deutliche psychosoziale Überlagerung
2. Chronisches rezidivierendes cervico-cephales Schmerzsyndrom
- leicht ausgeprägte Myogelose der Suboccipital- und Trapeziusmuskulatur
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien (erstens) eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung, (zweitens) ein inkomplettes metabolisches Syndrom und (drittens)
chronisch-rezidivierende Kopfschmerzen. Für eine körperlich leichte bis mittelschwere,
in Wechselbelastung auszuübende Tätigkeit ohne längeres fixiertes Stehen oder Sitzen
an Ort und ohne stereotype Rotationsbewegungen von HWS und LWS und für die
Tätigkeit als CNC-Fräser bestehe eine medizinisch-theoretische Leistungsfähigkeit von
50 %. Körperlich leichte, gemäss den genannten Kriterien adaptierte Tätigkeiten seien
mit einer Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80 % (ganztägige Arbeitsfähigkeit mit
einer Leistungseinbusse von 20 %) zumutbar. Diese liege sicherlich ab September
2007 vor. Seit 2001 habe sich offensichtlich aus psychiatrischer Sicht eine erhebliche
Verbesserung eingestellt, während die somatische Situation relativ unverändert
geblieben sei. Der Versicherte halte sich für nicht mehr arbeitsfähig. Diese Diskrepanz
zur medizinischen Einschätzung rühre von der somatoformen Schmerzstörung, die mit
einer deutlichen Selbstlimitierung einhergehe. Da relevante psychiatrische Diagnosen
fehlten, sei dem Versicherten die Willensanstrengung zumutbar, sich beruflich zu
reintegrieren. Ausserdem seien bei der Untersuchung Inkonsistenzen aufgefallen. Es
bestehe eine deutliche Diskrepanz zwischen den subjektiv geschilderten Beschwerden
und den objektivierbaren Befunden. Mit der Einschätzung durch Dr. A._ bestehe eine
gute Übereinstimmung, hingegen nicht mit derjenigen der Sozialpsychiatrischen
Beratungsstelle. Es liege nämlich keine Somatisierungsstörung, sondern eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung vor. Da sich diese definitionsgemäss beim
Fehlen relevanter psychopathologischer Symptome nicht auf die Arbeitsfähigkeit
auswirke, könne jene Einschätzung nicht nachvollzogen werden. Da die damaligen
Berichte ungenügend erscheinen würden und die Arbeitsfähigkeit schlecht
eingeschätzt worden sei, habe sich seither
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- mindestens auf medizinisch-theoretischer Ebene - eine erhebliche Verbesserung
eingestellt. Berufliche Massnahmen seien nicht zu empfehlen.
B.d Der RAD befürwortete, von einer relevanten Verbesserung des
Gesundheitszustandes auszugehen.
B.e Mit Vorbescheid vom 23. Januar 2008 kündigte die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle dem Versicherten an, seine Rente einzustellen, da bei einer Arbeitsfähigkeit
von 80 % ein Invaliditätsgrad von 28 % bestehe.
B.f Der Versicherte liess am 8. März 2008 einwenden, die Gutachten hätten alle
somatischen Leiden und die weitgehende Therapieresistenz der chronifizierten
Schmerzen bestätigt. Die Arbeitsfähigkeit werde einfach anders beurteilt, die extreme
Schmerzproblematik werde völlig unterbewertet. In der rheumatologischen Beurteilung
werde aber klar festgehalten, dass es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit
nicht gelingen werde, den Versicherten in den Arbeitsprozess zu reintegrieren. Wie
dabei eine volle Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischen Gründen attestiert werden könne,
sei nicht nachvollziehbar. Spezialärztliche Gutachten könnten innert Frist nicht
beigebracht werden. Sie würden aber im Rechtsmittelverfahren dann vorliegen.
B.g Der RAD wies am 25. März 2008 darauf hin, dass die Gutachter erklärt hätten, dass
der Versicherte Ressourcen aufweise, sodass die Arbeitsfähigkeit nicht verunmöglicht
sei.
B.h Mit Verfügung vom 25. März 2008 (act. 101) stellte die IV-Stelle den
Rentenanspruch des Versicherten auf das Ende des der Zustellung der Verfügung
folgenden Monats hin ein.
C.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Eliano Mussato für
den Betroffenen am 28. April 2008 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, eventuell
sei die Sache zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen,
subeventuell sei ein ergänzendes Gutachten anzuordnen. Die Begründung des
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Gutachtens erscheine fehlerhaft, die Diagnose wenig einleuchtend, die Beurteilung
widersprüchlich. Die Symptome seien vorhanden und trotzdem sollte der
Beschwerdeführer gesund sein. Der Beizug des Berichts eines Psychiaters sei für die
Beschwerdebegründung unerlässlich. In der Beschwerdeergänzung vom 22. Mai 2008
bringt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers vor, Dr. med. F._, Psychiatrie und
Psychotherapie, habe den Beschwerdeführer inzwischen untersucht, aber kein
schriftliches Gutachten erstellen können. Die telefonisch dem Rechtsvertreter
gegenüber abgegebene Beurteilung sei in der Beschwerdebegründung verarbeitet. Die
ABI-Gutachter hätten in somatischer Hinsicht festgehalten, der Beschwerdeführer wäre
als CNC-Fräser theoretisch zu 50 % arbeitsfähig. Aufgrund der Arbeitsunfähigkeit seit
zehn Jahren und der Berentung mit einer ganzen Rente seit sieben Jahren sei diese
Arbeitsfähigkeit aber rein theoretischer Natur. Der begutachtende Psychiater finde
keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, attestiere aber eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung. Während der Rheumatologe zu Recht eine wesentliche
psychische Problematik vermute, finde der Psychiater keine. Das dürfe aber nicht zur
Annahme führen, der Beschwerdeführer sei arbeitsfähig. Dass er es nicht sei, zeigten
die bisherigen beruflichen Massnahmen und Arbeitsversuche. Dass die Reintegration in
die Arbeitswelt gescheitert sei, habe einen psychischen Grund. Mit der ausgeprägten
Selbstlimitierung setze sich der Psychiater zu Unrecht nicht auseinander. Bei der
Selbstlimitierung handle es sich um ein psychiatrisches Phänomen, das als andauernde
Persönlichkeitsveränderung (nicht als Folge einer Schädigung oder Erkrankung des
Gehirns) zu qualifizieren sei. Dieser Zustand habe sich seit 2001 nicht gebessert; der
Beschwerdeführer sei unverändert zu 100 % arbeitsunfähig.
D.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 18./23. Juni 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Es gehe nicht an, die Arbeitsfähigkeit aufgrund der
Ergebnisse einer beruflichen Abklärung festzulegen. Die gescheiterten Arbeitsversuche
würden nicht beweisen, dass der Beschwerdeführer arbeitsunfähig sei, zumal er
aufgrund der pessimistischen Selbsteinschätzung diese Massnahmen wohl nur dazu
benutze, seine Arbeitsunfähigkeit zu "beweisen". Da keine erheblichen psycho-
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pathologischen Befunde erhoben worden seien, habe das ABI zu Recht keine
invalidisierende psychiatrische Diagnose gestellt. Die Spekulationen des
Beschwerdeführers, er leide an einer invalidisierenden Persönlichkeitsveränderung,
besässen keine Basis. Insbesondere führe auch die Sozialpsychiatrische
Beratungsstelle keine solche Diagnose auf. Die Selbstlimitierung sei nicht pathologisch,
sondern wäre überwindbar. Der Beschwerdeführer sei ausserdem durch ein deutlich
inkonsistentes Verhalten aufgefallen. Das ABI habe die Arbeitsfähigkeit schlüssig
festgelegt. Weitere Abklärungen seien nicht nötig. Die Sozialpsychiatrische
Beratungsstelle habe einzig eine Somatisierungsstörung diagnostiziert, weshalb von
einer unwesentlichen depressiven Symptomatik auszugehen sei. Die Befundlage sei
nur spärlich beschrieben worden. Die Stelle habe die Arbeitsfähigkeitsschätzung vor
allem auf die pessimistische Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers abgestützt.
Es gebe dafür keine schlüssige Herleitung. Da vieles dafür spreche, dass sich der
psychische Gesundheitszustand nicht verbessert habe, sondern der Beschwerdeführer
schon bei Erlass der ursprünglichen Verfügung psychiatrisch gesehen voll arbeitsfähig
gewesen sei, sei zweifelhaft, ob ein Revisionsgrund vorliege. Eine
Anpassungsverfügung könne aber auch mit der substituierten Begründung der
Wiedererwägung geschützt werden. Eine somatoforme Schmerzstörung oder ein
ähnliches Leiden schränke die Arbeitsfähigkeit nur ein, wenn eine psychische
Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer vorliege. Der
invalidisierende Charakter sei ausserdem von vornherein ausgeschlossen, wenn die
Symptomatik auf einer Aggravation oder einer ähnlichen Konstellation beruhe, was
beim Beschwerdeführer ausgeprägt der Fall sei. Die Beratungsstelle habe dem
Beschwerdeführer zu Unrecht eine invalidisierende psychiatrische Diagnose gestellt.
Die ursprüngliche Verfügung sei daher zweifellos unrichtig. Ein Rentenanspruch hätte
damals angesichts der Rechtsprechung abgewiesen werden müssen. Diese Verfügung
könne auf jeden Fall durch Wiedererwägung aufgehoben werden. Die angefochtene
Verfügung sei rechtmässig, auch bezüglich des Zeitpunkts der Renteneinstellung. Auf
den Einkommensvergleich brauche gemäss dem Rügeprinzip nicht eingegangen zu
werden.
E.
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Mit Eingabe vom 18. September 2008 teilt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
mit, dieser sei seit Februar 2008 bei Dr. D._ in Behandlung. Der Arzt beurteile die
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers wie Dr. F._ mit 100 % aus psychischen
Gründen. Er (der Rechtsvertreter) habe den Arzt um einen Bericht gebeten, der
abzuwarten sei.
F.
Am 24. Februar 2009 hat der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers dem Gericht im
Sinne einer Replik einen Bericht von Dr. D._ vom 5. Februar 2009 zugestellt. Darin
diagnostiziere er eine somatoforme Schmerzstörung wie das ABI, daneben aber klar
zusätzliche psychopathologische Symptome. Es liege eine eigentliche Depression vor.
Die Arbeitsunfähigkeit liege bei ca. 80 %. Dr. D._ habe sich auch mit dem Gutachten
des ABI auseinandergesetzt und auf Widersprüche und problematische
Schlussfolgerungen in der Beurteilung hingewiesen. Der ABI-Bericht sei daher nicht
schlüssig. Die Sache sei an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen oder es sei eine
Oberbegutachtung anzuordnen. Dr. D._ hatte in dem Bericht erklärt, es lägen eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung und eine depressive Episode vor. Es handle
sich um ein gereizt-depressives Zustandsbild. Die Depression scheine dadurch
begründet, dass der Beschwerdeführer die körperlich-medizinischen Probleme
psychisch nicht verarbeiten könne. Die Symptome seien Ausdruck eines
Selbstwertverlusts aufgrund der Erkrankung (denn davor hätten noch keine
Eheprobleme bestanden). Die psychischen Beschwerden seien zwar z.B. in der Freizeit
weniger stark ausgeprägt als unter dem Leistungsdruck an einem Arbeitsplatz. Und es
möge sein, dass sich die Beschwerdesituation aufgrund der finanziellen Entlastung
durch die Rente mit der Zeit stabilisiert habe. Das erlaube aber nicht den
Umkehrschluss, dass die Belastbarkeit zugenommen habe. Es bestehe vielmehr der
Eindruck, dass diese noch genau so gering sei wie zurzeit des ersten IV-Berichts im
Juli 2001.
G.
Die Beschwerdegegnerin hat am 2. März 2009 auf eine Duplik verzichtet.

Erwägungen:
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1.
1.1 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin den Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine ganze Rente anpassungsweise eingestellt.
1.2 Über berufliche Massnahmen hat die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen
Verfügung nicht ausdrücklich entschieden. Sie hat lediglich ausgeführt, der
Beschwerdeführer sei in einer angepassten Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig und falls er
bei der Stellensuche Hilfe benötige, könne er sich an die Beschwerdegegnerin wenden.
Andere berufliche Massnahmen hat sie demnach wohl ausgeschlossen. Denn bevor
eine Rente revisionsweise aufgehoben werden kann, musste sie prüfen, ob die
Verwertbarkeit der wiedererlangten Arbeitsfähigkeit auf einem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt gegeben sei oder ob es hierzu vorerst beruflicher Massnahmen bedürfe
(vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S S. vom 28. April 2008, 9C_720/07). Sowohl die
Rentenfrage als auch die Frage eines allfälligen Anspruchs auf berufliche Massnahmen
bilden vorliegend demnach Anfechtungsgegenstand.
2.
2.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur
Rentenrevision gibt nach der Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Eine bloss unterschiedliche
Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes stellt dagegen
praxisgemäss keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2b; SVR
1996 IV Nr. 70 S. 203). Ob eine revisionsbegründende Änderung eingetreten ist,
beurteilt sich nach einer neuen Rechtsprechung durch Vergleich des Sachverhalts, wie
er im Zeitpunkt der letzten (der versicherten Person eröffneten) rechtskräftigen
Verfügung bestand, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen
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Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108), mit demjenigen zur
Zeit der streitigen Neubeurteilung (BGE 130 V 351 E. 3.5.2; BGE 125 V 369 E. 2).
2.2 Bei der Zusprechung der ganzen Rente (nach der Umschulung) hatte der
Beschwerdegegnerin ein Arztbericht von Dr. A._ vorgelegen, der dem
Beschwerdeführer in einer Gesamtbetrachtung eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert
und dabei auch spezialärztliche Einschätzungen des Neurochirurgen und des
behandelnden Psychiaters (Sozialpsychiatrische Beratungsstelle, Dr. D._) in Betracht
gezogen hatte. Dr. D._ hatte den Beschwerdeführer aufgrund einer undifferenzierten
Somatisierungsstörung für voll arbeitsunfähig gehalten. Aus neurochirurgischer Sicht
war der Beschwerdeführer gemäss Dr. E._ für angepasste Tätigkeiten zu 50 %
arbeitsfähig gewesen.
3.
3.1 Bei der Aufnahme des Revisionsverfahrens bezeichnete der Beschwerdeführer
seinen Zustand als gleich geblieben. Dr. A._ hielt im November 2006 fest, der
Zustand sei stationär bis sich verschlechternd. Wesentliche Veränderungen hätten sich
nicht ergeben. Es sei aber immer wieder zu Exazerbationen der Rückenschmerzen
gekommen. Ausserdem zeige sich eine zunehmende Regression und Passivität. Es
liege eine starke Fixierung auf das Krankheitsbild vor und eine Unfähigkeit, sich davon
zu distanzieren. Der Beschwerdeführer stehe in analgetischer und antidepressiver
Behandlung. Bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit hielt der Arzt dafür, eine
leichtere Hilfstätigkeit an einem rückenadaptierten Arbeitsplatz an bis zu maximal drei
bis vier Stunden sei möglicherweise zumutbar, doch müsste das in einem
Arbeitsversuch getestet werden. Die Leistungsfähigkeit sei dabei ausserdem
wahrscheinlich durch Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen beeinträchtigt.
3.2 Bei der Begutachtung imponierte unter rheumatologischem Aspekt eine
ausgeprägte schmerzbedingte Einschränkung der Bewegungsfähigkeit im Bereich der
LWS und BWS, wobei ein ausgeprägtes Schmerzgebaren und eine deutliche
Gegeninnervation festgestellt wurden. Im Bereich des Nackenschultergürtels konnte
eine leichte Myogelose der Suboccipital- und Trapeziusmuskulatur objektiviert werden.
An der linken unteren Extremität fand sich eine diffuse zirkuläre Hyposensibilität
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inguinal bis nach distal in den Fuss. Die Kraftprüfung habe keine eindeutigen sicheren
motorischen Defizite im Bereich L5 bis S1 ergeben. Was die Arbeitsfähigkeit aus
rheumatologischer Sicht betrifft, ergab sich, dass körperlich belastende Tätigkeiten wie
jene als Bauarbeiter dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar seien. Eine Arbeit als
CNC-Fräser wäre ihm aus theoretisch-rheumatologischer Sicht ganztägig zu 50 %
zumutbar, wenn er seine Arbeitsposition regelmässig selbständig wechseln könne, d.h.
längeres fixiertes Sitzen und Stehen an Ort und längere Zeit dauernde
Oberkörpervorneigeposition vermeiden könne. Ausserdem seien stereotype
Rotationsbewegungen der HWS und der LWS ungünstig. In die Gesamtbeurteilung
fand diese Einschätzung insofern Eingang, als sie für die Tätigkeit als CNC-Fräser und
für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten übernommen wurde. Insofern
besteht auch eine Übereinstimmung mit der Beurteilung durch Dr. A._. Für körperlich
leichte, gemäss den genannten Kriterien adaptierte Tätigkeiten liegt die Arbeits- und
Leistungsfähigkeit nach dem Ergebnis des Gutachtens jedoch bei 80 % (ganztägige
Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungseinbusse von 20 %). Der rheumatologische
Gutachter selber hatte allerdings keine höhere Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten
angegeben. Der Unterschied zwischen der Arbeitsfähigkeit in leichter bis
mittelschwerer adaptierter Tätigkeit von 50 % und einer solchen von 80 % in ebenfalls
adaptierter leichter Tätigkeit erscheint auch nicht ohne weiteres nachvollziehbar, da
diese doch im Übrigen den gleichen Arbeitsplatzbedingungen zu entsprechen haben.
Es sind auch keine Hinweise auf eine Entwicklung (Verbesserung) im
rheumatologischen Sachverhalt ersichtlich, welche eine entsprechende Steigerung der
Arbeitsfähigkeit (von früher 50 % auf 80 %) erklärbar machen könnte. Welches die
zumutbare Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers unter rheumatologischem
Gesichtspunkt ist, wird aus den vorhandenen Akten demnach nicht ausreichend klar.
3.3 Der rheumatologische Gutachter hatte ferner festgehalten, aufgrund der
vorliegenden bildgebenden Untersuchung, vor allem des MRT der LWS vom März
2006, könne eine residuelle sensomotorische radikuläre Ausfallsymptomatik L5/S1
links nicht völlig ausgeschlossen werden. Eine fachärztliche neurologische Beurteilung
mit einer Elektromyo- und Elektroneurographie könnte allfällige chronische
Denervationszeichen in den Dermatomen L5 bis S1 feststellen. Wenn der Gutachter
dafürhält, solche Massnahmen dürften auf die zumutbare oder vor allem auf die
umsetzbare Arbeitsfähigkeit kaum einen Einfluss haben, so ist das vor dem Hintergrund
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zu sehen, dass er die postulierte Arbeitsfähigkeit (wegen der Arbeitsunfähigkeit seit
zehn und der Berentung mit einer ganzen Rente seit sieben Jahren) als rein
theoretischer Natur betrachtet und es nach seiner Auffassung mit an Sicherheit
grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr gelingen werde, den Beschwerdeführer in
den Arbeitsprozess zu integrieren. Es lässt sich deshalb nicht ausschliessen, dass
davon nicht nur eine verbesserte Befunderhebung, sondern auch ein Einfluss auf die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ergeben könnte. - Im Übrigen ist notorisch, dass nach
einer Diskushernienoperation sehr oft anhaltende Beschwerden bestehen bleiben und
dass die Ergebnisse der Behandlung des postoperativen so genannten "failed back
surgery syndrome" oft nicht zufriedenstellend sind (W. Miehle/K. Fehr, Rheumatologie
in Praxis und Klinik 2. A. 2000, S. 1180).
3.4 Bei der rheumatologischen Begutachtung wurde angenommen, dass die lokal
fassbaren pathologischen Befunde am Bewegungsapparat das gesamte Ausmass der
Schmerzchronifizierung und die weitgehend komplette Therapieresistenz nicht
vollständig zu erklären vermöchten, so dass von einer psychosozialen Überlagerung
des gesamten Beschwerdebildes auszugehen sei.
4.
4.1 Die Begutachtung in psychiatrischer Hinsicht ergab indessen keine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Es sei einzig eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung zu diagnostizieren. Bei der Begutachtung hätten Klagen
über Schmerzen im Bewegungsapparat im Vordergrund gestanden, während bei einer
undifferenzierten Somatisierungsstörung multiple Beschwerden vorhanden wären. Bei
einer schweren Störung wäre ausserdem eine höhere Dosierung des Antidepressivums
zu erwarten. Der Beschwerdeführer leide nicht unter deutlichen psychopathologischen
Symptomen. Er leide darunter, seine Arbeit und Leistungsfähigkeit verloren zu haben.
Die erwartete, aber nicht eingetretene Besserung der Beschwerden trotz operativen
Eingriffen habe psychisch zu Verunsicherung und Enttäuschung geführt und deshalb
komme es zu regressiven Verhaltensweisen und kompensatorisch zu verbal
aggressiven Reaktionen innerhalb der Familie. Eine Arbeitsunfähigkeit sei aus
psychiatrischer Sicht nicht gerechtfertigt. Eine Arbeit könnte auch zu einem besseren
Umgang des Beschwerdeführers mit Schmerz und Behinderung und zu einem
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besseren Selbstwert beitragen. Eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung
wäre notwendig.
4.2 Die vorliegenden gutachterlichen Befundbeschreibungen deuten auf eine gewisse
Verbesserung des psychischen Zustandes des Beschwerdeführers hin, da keine
Hinweise auf eine depressive Erkrankung oder auf unbewusste Konflikte gefunden
wurden. Vegetative Symptome seien nicht erkennbar gewesen. Eine Angststörung liege
nicht vor; ein primärer Krankheitsgewinn sei nicht vorhanden. Der Beschwerdeführer
reagiere auf seine Krankheit und den Verlust seiner Leistungsfähigkeit durchaus
dynamisch, aber falsch kanalisiert. Im Juli 2001 dagegen war der Beschwerdeführer
noch als depressiv, klagsam und hoffnungslos beschrieben worden. Er hatte danach
unter schweren Insuffizienzgefühlen gelitten. Damals stand er auch in psychiatrischer
Behandlung. Zur Zeit der Begutachtung indessen war trotz subjektiv starker
Beschwerden keine psychiatrische Behandlung mehr im Gang. Im Gutachten wurde
denn auch festgehalten, offensichtlich habe sich seit 2001 eine erhebliche
Verbesserung aus psychiatrischer Sicht eingestellt. Dr. A._ hatte im November 2006
zwar eine zunehmende Regression und Passivität des Beschwerdeführers und eine
starke Fixierung auf das Krankheitsbild vorgefunden, war aber dennoch davon
ausgegangen, dass eine leichtere Hilfstätigkeit an einem rückenadaptierten Arbeitsplatz
an bis zu maximal drei bis vier Stunden möglicherweise zumutbar sei. Dr. D._ hat in
seinem nachträglichen Bericht vom 5. Februar 2009 zwar erklärt, die Belastbarkeit des
Beschwerdeführers habe nicht zugenommen, dennoch hat er ihm mit 20 % eine
gewisse (wiederaufgelebte) Arbeitsfähigkeit attestiert. Mit der Möglichkeit einer
Verbesserung innert einiger Zeit hatte offenbar bereits im Juli 2001 gerechnet werden
können. Denn damals hatte Dr. D._ berichtet, nach der Reoperation (vom September
2000) habe sich das psychosomatische Leiden so verstärkt, dass der
Beschwerdeführer arbeitsunfähig geworden sei, er hatte jedoch empfohlen, den
"Rentengrad" nach einem Jahr zu überprüfen.
5.
5.1 Im Gutachten wurde eine somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert. Es ist aber
zu beachten, dass hier keine reine Schmerzsymptomatik vorliegt, sondern
unbestrittenermassen nicht unerhebliche objektivierbare Schädigungen und
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Beeinträchtigungen bestehen. Der rheumatologische Gutachter erklärte, es könnten
eindeutig somatisch objektivierbare pathologische Befunde im Bereich der LWS
festgestellt werden. Es ist also nicht von einem weitgehenden Fehlen eines
somatischen Befundes auszugehen, zu welchen Tatbeständen die Rechtsprechung
festhält, dass die (rein) psychiatrische Erklärbarkeit einer Schmerzsymptomatik allein
für eine sozialversicherungsrechtliche Leistungsbegründung nicht genüge (vgl.
Bundesgerichtsentscheid i/S M. vom 29. Juli 2008, 9C_830/07; Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S N. vom 12. Dezember 2005, I 324/05; BGE
130 V 352). Ein organisches Substrat liegt hier (zumindest für einen wesentlichen Teil
der Beschwerden) vor.
5.2 Wenn der psychiatrische Gutachter festhält, lediglich aufgrund einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung ohne deutliche psychiatrische Komorbidität könne
keine Arbeitsunfähigkeit attestiert werden, so nimmt er damit allerdings Bezug auf
gerade die oben erwähnte Rechtsprechung zu diesen Störungen (und den
Foerster'schen Kriterien). Es liegt der Schluss nahe, dass die Gutachter aus juristischen
Gründen, wegen Fehlens relevanter psychiatrischer Diagnosen, unbewusster Konflikte
und eines primären Krankheitsgewinns eine "anrechenbare" Arbeitsfähigkeit definiert
haben könnten, was hier nach dem Dargelegten nicht anginge.
5.3 Dazu kommt, dass die Rentenzusprechung in psychiatrischer Hinsicht aufgrund
der Diagnose einer Somatisierungsstörung erfolgt war und diese Diagnose, wie das
Eidgenössische Versicherungsgericht in einem Entscheid (i/S S. vom 30. Januar 2006;
I 89/05) erwogen hat, der Sache nach einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung entspricht. Die Gutachter setzen sich mit der früheren
Arbeitsfähigkeitsschätzung, die zur Rentenzusprechung geführt hatte, auseinander,
indem sie schreiben: "Da sich diese [anhaltende somatoforme Schmerzstörung] jedoch
definitionsgemäss beim Fehlen relevanter psychopathologischer Symptome nicht auf
die Arbeitsfähigkeit auswirkt, können wir diese [frühere] Einschätzung nicht
nachvollziehen". Diesbezüglich ist anzumerken, dass die Rechtsprechung gemäss BGE
130 V 352 - wie das Bundesgericht in BGE 135 V 201 festhielt - keinen hinreichenden
Anlass bildet, um unter dem Titel der Anpassung an eine geänderte Gerichtspraxis auf
Renten zurückzukommen, welche zu einem früheren Zeitpunkt mittels formell
rechtskräftiger Verfügung zugesprochen wurden.
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6.
6.1 Eine ausreichend zuverlässige Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers ist demnach ohne ergänzende Abklärungen nicht möglich. Es wird
nochmals eine bidisziplinäre (rheumatologische und psychiatrische) Begutachtung
anzuordnen sein.
6.2 Sollte sich ergeben, dass die Arbeitsfähigkeit, die dem Beschwerdeführer
zumutbar ist, angestiegen ist, so wird - bevor eine Rentenanpassung erfolgen kann -
des Weiteren abzuklären sein, ob und unter welchen Voraussetzungen er in der Lage
ist, die wieder eingetretene Arbeitsfähigkeit von sich aus (durch Selbsteingliederung)
erwerblich zu verwerten oder inwiefern er bei den konkreten Verhältnissen (nach dem
mehrjährigen Rentenbezug) hierzu beruflicher Massnahmen bedarf ("Eingliederung vor
Rentenrevision"). Im vorliegenden Gutachten ist die rheumatologisch gegebene
Arbeitsfähigkeit wie erwähnt als rein theoretische bezeichnet worden. Ob eine
Reintegration in den Arbeitsprozess gelingen werde, ist dort stark bezweifelt worden.
Abzustellen ist allerdings nicht auf die Vermittelbarkeit auf dem tatsächlichen
Arbeitsmarkt. Massgebend sind aber die konkreten Möglichkeiten des
Beschwerdeführers zur erwerblichen Verwertung des ärztlich attestierten funktionellen
Leistungsvermögens auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vgl. den
oben erwähnten Bundesgerichtsentscheid 9C_720/07).
7.
7.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 25. März 2008 teilweise zu schützen und die Sache ist
zu weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu entsprechender neuer
Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
7.2 Eine Rückweisung zur weiteren Abklärung der Streitsache und anschliessender
neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin stellt praxisgemäss aus prozessualer
Sicht in Bezug auf die Kosten ein vollständiges Obsiegen dar (vgl. SVR 1995 IV Nr. 51
S. 143; ZAK 1987 S. 266 E. 5a). Angesichts des Unterliegens der Beschwerdegegnerin
rechtfertigt es sich, ihr die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und
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unabhängig vom Streitwert festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1 IVG), gesamthaft
aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.--
erscheint angemessen. Dem Beschwerdeführer ist der restliche Kostenvorschuss von
Fr. 400.-- (nach Abzug der Gerichtsgebühr von Fr. 200.-- für den Zwischenentscheid
betreffend die aufschiebende Wirkung) zurückzuerstatten.
7.3 Der Beschwerdeführer hat bei vollem Obsiegen Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61
lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) erscheint als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht