Decision ID: f56fce1a-5abf-59ac-94cd-cb428fc264ac
Year: 2007
Language: de
Court: BE_VB
Chamber: BE_VB_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt
1. Am 29. Juni 2006 stellte die Beschwerdeführerin ein Baugesuch für die Installation
von sechs Sonnenkollektoren mit einer Gesamtfläche von rund 14 m2 auf der südlichen
Dachhälfte der Liegenschaft B._ strasse 65 auf Parzelle Bern Gbbl. Nr.
C._. Die Bauparzelle liegt in der Wohnzone b / Bauklasse 5 offen innerhalb des
Perimeters der Überbauungsordnung (UeO) „Schutzplanung Lorraine“ vom 24. Februar
1983. Die Liegenschaft B._ strasse 65 ist im Bauinventar Lorraine als
erhaltenswert aufgeführt.
Mit Verfügung vom 19. Juni 2007 erteilte die Baubewilligungsbehörde der Stadt Bern der
Beschwerdeführerin den Bauabschlag. Sie erwog, das Vorhaben sei vom öffentlichen
Strassenraum aus sichtbar, beeinträchtige das betroffene Quartierbild erheblich und
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widerspreche daher den Vorschriften von Art. 9 Abs. 1 BauG1 und Art. 6 Abs. 1 BO2.
Ausserdem berühre das Bauvorhaben grundsätzliche denkmalpflegerische Interessen.
2. Gegen den Bauabschlag erhob die Beschwerdeführerin bei der kantonalen Bau-,
Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) am 19. Juli 2007 Beschwerde. Sie beantragt, der
Bauabschlag sei aufzuheben und der Bau der geplanten Solaranlage sei zu bewilligen. Für
den Fall, dass die Bewilligung nicht erteilt werden könne, sei das Beschwerdeverfahren zu
sistieren, bis die Motion Jenni vom 13. Juni 2007 „durch die Behörden umgesetzt“ sei. Die
Beschwerdeführerin macht geltend, das Erscheinungsbild des Gebäudes B._
strasse 65 und der Häuserzeile B._ strasse 63-75 werde durch die Solaranlage
nicht nachteilig verändert. Die Gestaltung der Anlage sei mit der Denkmalpflege
abgesprochen worden. Es sei vereinbart worden, die Anlage nicht auf den Dachziegeln,
sondern flächenbündig mit der Dacheindeckung zu erstellen. Der geplante Standort der
Anlage sei zudem vom Hauptdach der Häuserreihe zurückgesetzt. Die Dachlandschaft der
Häuserreihe werde optisch stark durch „willkürlich verstreute“ Dachflächenfenster geprägt,
welche das Orts- und Quartierbild erheblich mehr beeinträchtigten als die geplante Anlage.
Die Tatsache, dass das Vorhaben vom öffentlichen Strassenraum aus sichtbar sei,
rechtfertige noch keinen Bauabschlag. Anlagen zur Reduktion des fossilen
Energieverbrauchs seien heute dringend erforderlich und würden in Art. 6 KEnV3 sogar
vorgeschrieben.
3. Das Bauinspektorat der Stadt beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen und der
angefochtene Bauabschlag sei zu bestätigen. Die städtische Denkmalpflege habe sich
weder mündlich noch schriftlich mit der geplanten Solaranlage einverstanden erklärt. Sie
sei im Baubewilligungsverfahren zum Schluss gekommen, dass die Anlage die
zusammenhängende Dachlandschaft der fraglichen Gebäudezeile optisch unterbreche und
somit wesentlich beeinträchtige. Die Tatsache, dass die Dachlandschaft bereits störende
Elemente enthalte, bedeute keinen „Freipass“ für weitere nachteilige Eingriffe. Eine
Solaranlage trete zudem weitaus grösser und auffälliger in Erscheinung als einzelne
1 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721) 2 Bauordnung der Stadt Bern vom 24. September 2006 (BO) 3 Kantonale Energieverordnung vom 13. Januar 2003 (KEnV; BSG 741.111)
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Dachflächenfenster. Das Bauvorhaben sei gestützt auf Art. 36 BauG – ungeachtet der
Motion Jenni – nach dem heute geltenden Recht zu beurteilen.
4. Das Rechtsamt der BVE, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet4,
edierte die Vorakten und führte den Schriftenwechsel durch. Es führte mit den
Verfahrensbeteiligten und einem Vertreter der städtischen Denkmalpflege eine
Augenscheins- und Instruktionsverhandlung durch. Die Verfahrensbeteiligten erhielten
abschliessend Gelegenheit, zum Augenscheinprotokoll und zum Beweisergebnis Stellung
zu nehmen.
Auf die Rechtsschriften sowie das Ergebnis des Beweisverfahrens wird, soweit für den
Entscheid von Bedeutung, in den Erwägungen zurückzukommen sein.

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
Nach Art. 40 Abs. 1 BauG können Bauentscheide innert 30 Tagen seit Eröffnung mit
Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der
Beschwerde zuständig. Die Beschwerdeführerin ist als abgewiesene Baugesuchstellerin
durch die angefochtene Baubewilligung beschwert und somit unbestritten zur Beschwerde
befugt. Auf ihre form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
2. Ortsbild- und Denkmalschutz
a) Die Vorinstanz hat dem geplanten Bauvorhaben einzig aus Gründen des Ortsbild-
und Denkmalschutzes den Bauabschlag erteilt. Sie macht geltend, die geplanten
Sonnenkollektoren fügten sich nicht in das betroffene Quartierbild der Lorraine ein. Das
Bauvorhaben verletze somit die Vorschriften von Art. 9 Abs. 1 BauG und Art. 6 Abs. 1 BO.
Es beeinträchtige zudem das im Bauinventar als erhaltenswert eingestufte Gebäude
B._ strasse 65 sowie die Gebäudereihe B._ strasse 63-75 als Ganzes.
4 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
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b) Nach Art. 6 Abs. 1 BO sind Bauten, Gebäudeteile und Gestaltungen des öffentlichen
sowie privaten Aussenraums, die sich in ihrer Erscheinung nicht in das Stadt-, Quartier-
und Strassenbild sowie die Stadtsilhouette einfügen oder die Einheitlichkeit der
wesentlichen Merkmale der betreffenden Bebauung nicht wahren, unzulässig, auch wenn
sie den übrigen Bauvorschriften entsprechen. Art. 10 Abs. 5 BO bestimmt zudem, dass
sich Anlagen zur Gewinnung von Sonnenenergie unauffällig in die Dachlandschaft
einzugliedern haben. Diese kommunalen Ästhetikvorschriften enthalten ein über Art. 9 Abs.
1 BauG hinausgehendes positives Einfügungsgebot.
c) Besondere Bestimmungen gelten, wenn Bauvorhaben ein Denkmal im Sinn von Art.
10a BauG betreffen. Laut Art. 10a Abs. 1 BauG sind Baudenkmäler herausragende
Objekte und Ensembles von kulturellem, historischem oder ästhetischem Wert. Dazu
gehören namentlich Ortsbilder, Baugruppen, Bauten, Gärten, Anlagen, innere Bauteile,
Raumstrukturen und feste Ausstattungen. Sie dürfen nach den Bedürfnissen des heutigen
Lebens und Wohnens für bisherige oder passende neue Zwecke genutzt und unter
Berücksichtigung ihres Werts verändert werden. Sie dürfen durch Veränderungen in ihrer
Umgebung nicht beeinträchtigt werden (Art. 10b Abs. 1 BauG). Die Frage, ob bestimmte
Veränderungen im Sinn dieser Vorschrift ein Baudenkmal beeinträchtigen, richtet sich
entsprechend des Grads der Schutzwürdigkeit nach Art. 10a Abs. 2 und 3 BauG. Sofern
eine Beeinträchtigung vorliegt, können Projektänderungen verlangt und soweit nötig
Baubeschränkungen oder der Bauabschlag verfügt werden (Art. 10b Abs. 4 BauG). Die
Aufnahme der schützenswerten und der erhaltenswerten Baudenkmäler in das Bauinventar
ist Voraussetzung für den Schutz nach Art. 10b BauG (Art. 10e Abs. 1 BauG).
Bei der Liegenschaft B._ strasse 65 handelt es sich um ein erhaltenswertes
Baudenkmal. Während ein schützenswertes Baudenkmal ungeschmälert bewahrt werden
soll, ist ein erhaltenswertes Baudenkmal lediglich zu schonen (Art. 10a Abs. 2 und 3
BauG). Ein schützenswertes Baudenkmal darf nicht abgebrochen werden und seine
inneren Bauteile, die Raumstrukturen sowie seine festen Ausstattungen sind ihrer
Bedeutung entsprechend zu erhalten. Demgegenüber ist ein erhaltenswertes Baudenkmal
in seinem äusseren Bestand und mit seinen Raumstrukturen zu bewahren und ein Abbruch
ist möglich, wenn die Erhaltung unverhältnismässig ist (Art. 10b Abs. 2 und 3 BauG). Bei
erhaltenswerten Baudenkmälern sind Veränderungen zulässig, welche die erhaltenswerte
Baustruktur und Bausubstanz gestalterisch berücksichtigen. Vermieden werden sollen
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sogenannte „Brutalo-Renovationen“ und „Verunstaltungsumbauten“5.
d) Die Beschwerdeführerin plant, auf der südlichen Dachhälfte der Liegenschaft
B._ strasse 65 sechs Sonnenkollektoren mit einer Gesamtfläche von rund 14 m2
zu erstellen. Die Liegenschaft ist im Bauinventar Lorraine der Stadt Bern als erhaltenswert
aufgeführt. Sie ist Bestandteil der Häuserzeile B._ strasse 63-69, D._weg
1-5 und E._weg 51, welche im Inventar wie folgt umschrieben wird: „An der Stelle, wo früher die zum Lorrainegut gehörende Scheune stand, das sogenannte ‚Aernisheim’, erhebt sich heute ein symmetrisch komponierter, viergeschossiger Mehrfamilienblock mit Mansartdächern. Er besteht aus acht Einheiten, wobei die beiden Eckhäuser um 90° gegen Süden abgewinkelt sind. Auf der Südseite sind die Fluchten der einzelnen Häuser gestaffelt und zwar so, dass diejenigen der zwei Bauten in der Mitte am weitesten vorspringen. Die Anordnung der Fenster und Balkone ist genau symmetrisch. Auf der Nordseite polygonale oder rechteckige, turmartig ausgebildete Treppenhausachsen. Auf der Südseite Gärten. Umfangreicher, klar strukturierter Mehrfamilienblock der 20er-Jahre dieses Jahrhunderts, dessen zweimal abgewinkelter Grundriss eine gute Raumwirkung erzielt, was nicht zuletzt dem gegenüberliegenden Lorrainegut zugute kommt.“
e) Die Denkmalpflege der Stadt Bern hat bereits im vorinstanzlichen
Baubewilligungsverfahren zu den strittigen Sonnenkollektoren Stellung genommen. Sie
macht geltend, das Bauvorhaben berühre grundsätzliche denkmalpflegerische Interessen
des inventarisierten Gebäudes an der B._ strasse 65. Dieses sei Teil eines acht
Einheiten umfassenden U-förmigen Häuserblocks, der aus den Liegenschaften
B._ strasse 63-69, D._ weg 1-5 und E._ weg 51 bestehe. Die
gesamte Häuserzeile sei im Inventar als erhaltenswert eingestuft. Die geplante Solaranlage
beeinträchtige dieses Schutzobjekt, da sie vom öffentlichen Grund aus einsehbar sei.
Anlässlich des Augenscheins führte der Vertreter der städtischen Denkmalpflege aus, die
Gebäude des fraglichen Häuserblocks seien als Zeitzeugen aufgrund ihrer hohen
Bauqualität in das Bauinventar der Stadt Bern aufgenommen worden. Die städtische
Denkmalpflege habe in ihrer bisherigen Praxis Wert darauf gelegt, dass Sonnenkollektoren
vom öffentlichen Grund aus nicht oder nur sehr eingeschränkt, zum Beispiel aus einer
grossen Distanz, sichtbar seien. Dies treffe im vorliegenden Fall nicht zu: Die geplanten
Sonnenkollektoren wären vom öffentlichen Grund aus sehr gut einsehbar und würden
optisch wie ein riesiges Dachflächenfenster wirken. Das Erstellen der Kollektoren hätte zur
Folge, dass eine relativ grosse Fläche des aus Biberschwanzziegeln bestehenden Dachs
der Liegenschaft B._ strasse 65 nicht mehr sichtbar wäre. Farbe und
Materialisierung der Kollektoren änderten an dieser Beurteilung nichts. Auch die Tatsache,
dass die Kollektoren flächenbündig mit den Ziegeln erstellt werden sollen, bewirke keine
ästhetische Verbesserung. Die Kollektoren würden die Dachfläche, die in ihrer Gesamtheit
5 VGE 22651 vom 22.1.2007 i.S. B., E. 5.3 mit Hinweisen
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sehr einheitlich wirke, stark und nachhaltig beeinträchtigen. Ein alternativer Standort für die
Kollektoren, zum Beispiel entlang der Dachtraufe, scheide ebenfalls aus.
f) Es wurde bereits oben ausgeführt, dass Baudenkmäler nach den Bedürfnissen des
heutigen Lebens und Wohnens für bisherige oder passende neue Zwecke genutzt und
unter Berücksichtigung ihres Wertes verändert werden dürfen (Art. 10b Abs. 1 BauG).
Nach Art. 89 Abs. 1 BV6 setzen sich Bund und Kantone im Rahmen ihrer Zuständigkeiten
für eine ausreichende, breit gefächerte und sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche
Energieversorgung sowie für einen sparsamen und rationellen Energieverbrauch ein. Die
Förderung erneuerbarer Energien und die damit verbundenen Ziele wie das Energiesparen
sowie die Minderung der einseitigen Abhängigkeit der Energieversorgung von nicht
erneuerbaren Energiequellen sind anerkannte Zielsetzungen der Berner Energiepolitik (vgl.
Art. 35 Abs. 2 und Art. 31 Abs. 1 und 2 KV7 sowie Art. 1 und 24 EnG8). Der Einsatz
erneuerbarer Energien entspricht einem Bedürfnis nach einem möglichst sparsamen,
ökologischen und rationellen Energieverbrauch. Die geplanten Sonnenkollektoren stellen
somit ein Bedürfnis des heutigen Lebens im Sinn von Art. 10b Abs. 1 BauG dar. Zu prüfen
bleibt, ob der denkmalpflegerische Wert der Liegenschaft B._ strasse 65 und der
betroffenen Häuserzeile als Ganzes auch nach Realisierung der geplanten Solaranlage
erhalten bleibt.
g) Aus dem Bauinventar Lorraine geht hervor, dass der denkmalpflegerische Wert der
Liegenschaft B._ strasse 65 und der Häuserzeile als Ganzes hauptsächlich in der
Gebäudestruktur, das heisst den symmetrisch angeordneten Fassadenelementen (Fenster,
Balkone) und dem abgewinkelten Grundriss besteht. Die Dachlandschaft der Liegenschaft
und der Häuserzeile findet im Bauinventar dagegen keine besondere Erwähnung. Der
Augenschein hat gezeigt, dass die Liegenschaft B._ strasse 65 zusammen mit
den benachbarten Gebäuden (B._ strasse 63, 67 und 69 sowie D._ weg
1-5 und E._ weg 51) eine geschlossene U-förmige Gebäudegruppe bildet. Die
südliche Dachhälfte der Liegenschaft ist aufgrund ihrer Dachneigung vom öffentlichen
Raum aus betrachtet relativ gut einsehbar. Auf dem Dach der Liegenschaft befindet sich
bloss ein einzelnes kleines Dachflächenfenster. Es lässt sich zwar nicht bestreiten, dass
die Solaranlage einen verhältnismässig grossen Teil der Dachfläche des Gebäudes
beansprucht und die bislang ruhige Dachlandschaft in einem gewissen Mass optisch
6 Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV; SR 101) 7 Verfassung des Kantons Bern vom 6. Juni 1993 (KV; BSG 101.1) 8 Energiegesetz vom 14. Mai 1981 (EnG; BSG 741.1)
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verändern würde. Die Grösse des Bauvorhabens und dessen Einsehbarkeit vom
öffentlichen Raum aus vermögen allein jedoch noch keinen Bauabschlag zu rechtfertigen.
Im vorliegenden Fall ist bei der ästhetischen Beurteilung zu berücksichtigen, dass die
Kollektoren eine blau-schwarze Farbe aufweisen und von einer matten, nicht
reflektierenden Glasscheibe überdeckt werden9. Die dunkle Farbgebung und die
Materialisierung führen dazu, dass die Kollektoren in der bestehenden rot-braunen
Ziegeleindeckung kaum auffallen werden. Es sind im Bereich der Kollektoren auch keine
störenden Lichtreflexionen zu erwarten. Hinzu kommt, dass die Kollektoren flächenbündig
mit den Dachziegeln erstellt werden sollen. Das Bauvorhaben fügt sich dadurch optisch gut
in die Dachhaut der Liegenschaft ein. Die Kollektoren werden somit trotz ihrer Fläche von
rund 14 m2 nicht besonders auffallend in Erscheinung treten. Die gegenteilige Auffassung
der städtischen Denkmalpflege, wonach die Sonnenkollektoren wie ein einziges riesiges
Dachflächenfenster wirken und die Dachlandschaft erheblich beeinträchtigen würden, ist
nicht nachvollziehbar. Die erhaltenswerte Gebäudestruktur und die Bausubstanz, welche
gemäss Bauinventar den denkmalpflegerischen Wert der Liegenschaft und der ganzen
Häuserzeile ausmachen, werden durch das Bauvorhaben nicht nachteilig berührt.
h) Zusammenfassend folgt, dass die geplanten Sonnenkollektoren einem Bedürfnis des
heutigen Lebens im Sinn von Art. 10b Abs. 1 BauG entsprechen. Der denkmalpflegerische
Wert der Liegenschaft B._ strasse 65 und der betroffenen Häuserzeile als Ganzes
wird durch das Bauvorhaben nicht beeinträchtigt. Die Vorschriften von Art. 10b Abs. 1 und
3 BauG werden nicht verletzt. Die kommunalen Ästhetikvorschriften von Art. 6 Abs. 1 BO
und Art. 10 Abs. 5 BO werden ebenfalls eingehalten.
3. Zusammenfassung
Aus diesen Erwägungen folgt zusammenfassend, dass die Beschwerde gutzuheissen und
der vorinstanzliche Bauentscheid mit Ausnahme des Kostenpunkts aufzuheben ist. Die
Baubewilligung für das Errichten der Solaranlage wird erteilt.
9 vgl. Augenscheinprotokoll vom 26. September 2007, S. 2 (Votum X_); Broschüre  SOLTOP COBRA
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4. Kosten
a) Nach Art. 108 Abs. 1 VRPG10 werden die Verfahrenskosten der unterliegenden Partei
auferlegt, es sei denn, das prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere
Verlegung oder die besonderen Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu
erheben. Beim vorliegenden Verfahrensausgang obsiegt die Beschwerdeführerin. Da die
Vorinstanz nicht in ihren Vermögensinteressen betroffen ist, können ihr keine
Verfahrenskosten auferlegt werden (Art. 108 Abs. 2 i.V.m. Art. 2 Abs. 1 Bst. b VRPG). Die
Verfahrenskosten trägt somit der Kanton.
b) Parteikosten sind keine zu sprechen.