Decision ID: 78fb8a24-b52a-5c8c-9340-ff79047a8341
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer – ausgestattet mit einem verfälschten  Reisepass – am 10. März 2008 auf den Flughafen Zürich- gelangte, wo er am 11. März 2008 ein Asylgesuch einreichte,
dass dem Beschwerdeführer mit Verfügung des BFM vom 11. März 2008 die Einreise vorläufig verweigert und der Transitbereich des  Zürich als Aufenthaltsort zugewiesen wurde,
dass er am 15. März 2008 von der Flughafenpolizei Zürich-Kloten kurz befragt und am 19. März 2008 vom BFM, im Beisein eines , einlässlich zu seinen Gesuchsgründen angehört wurde,
dass er zu seiner Person angab, er habe stets in Yaounde im Quartier X._ gelebt, wo er bei seinem einzigen Verwandten – sein Onkel B._ – aufgewachsen sei, da seine Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen seien, als er noch ein Kind gewesen sei,
dass er nach Abschluss seiner Schulzeit (6 Jahre Primar- und 5 Jahre Sekundarschule) als Maurer im Stundenlohn auf verschiedenen  gearbeitet habe,
dass er ledig sei, mit seiner Freundin aber drei Kinder im Alter von vier, drei und einem Jahr habe, indes seine Freundin und die Kinder seit einiger Zeit verschwunden seien, da sich seine Freundin auf  ihrer Familie von ihm getrennt habe, weil er sie nicht geheiratet habe,
dass er zur Begründung seines Gesuches zur Hauptsache geltend machte, er bitte um Asyl respektive um Sicherheit und Schutz in der Schweiz, da er in seiner Heimat wegen der Ausschreitungen zwischen Ende Februar und März 2008 von der Regierung als Oppositioneller gesucht und verfolgt werde,
dass er in diesem Zusammenhang ausführte, in seiner Heimat sei es zu einem Streik und zu Demonstrationen gekommen, weil die Preise für die Grundnahrungsmittel abrupt gestiegen seien,
dass er an diesen Protosten im Rahmen einer friedlichen  teilgenommen habe, wobei er glaublich am 3. März 2008 – als ver-
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meintlicher Anführer der Gruppe, da er ein Transparent getragen und die Leute motiviert habe (act. A7, S. 9), respektive als Sprecher und Organisator eines eigenen Demonstrationszuges, welcher von den „Papas“ seines Quartiers angeregt worden sei (act. A10, S. 4 f.) – von Regierungskräften verhaftet worden sei,
dass die Polizei anlässlich der Verhaftung seine Personalien nicht  habe, sondern einzig von jedem der Verhafteten ein Foto  worden sei (act. A10, S. 8, Ziff. 45 ff.),
dass bei diesem Ereignis mehr als 100 Personen verhaftet worden , wobei man einen Teil der Leute noch in der gleichen Nacht in einen Gerichtssaal verbracht und einem Richter vorgeführt habe, wo  ein Teil von ihnen ohne ein ordentliches Verfahren verurteilt und ins Gefängnis geschickt worden seien,
dass man jene – darunter auch er – welche in jener Nacht noch nicht verurteilt worden seien, zum Polizeiposten zurück gebracht habe,  dort sechs Personen – darunter auch er – um vier Uhr in der Früh ausgewählt worden seien, um die Autos der Polizei zu waschen,
dass vier von ihnen diese Gelegenheit zu einem Fluchtversuch genutzt hätten, wobei ihm und einem andern die Flucht gelungen sei, wogegen die zwei andern erschossen worden seien,
dass er sich nach seiner Flucht bei seinem Onkel gemeldet habe,  sein Onkel seine Ausreise organisiert habe,
dass er sich in der Folge zuhause aufgehalten habe, bis er seine  am 9. März 2008 auf dem Luftweg verlassen habe, mit Ziel Paris, um in Frankreich ein Asylgesuch zu stellen,
dass im Rahmen einer Dokumentenprüfung der vom  vorgelegte belgische Reisepass als inhaltlich verfälscht erkannt wurde (Bildauswechslung),
dass der Beschwerdeführer dazu ausführte, er habe den Reisepass Ende Dezember 2007 respektive im Februar 2008 von einem  gekauft und sein Onkel habe das Einfügen seines Bildes erledigt (act. A7, S. 7 und 12),
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dass er ferner auf Frage hin angab, sein Flugticket habe er glaublich im Februar 2008 gekauft (act. A7, S. 11), respektive sein Onkel habe wohl das Datum des Tickets vorverlegt, damit bei der Ausreise kein Anlass zur Annahme bestehe, dass er wegen irgendwelchen  auf der Flucht sei (vgl. act. A10, S. 9, Ziff. 61),
dass er auf Frage nach dem Verbleib seiner Identitätspapiere angab, seine nationale Identitätskarte habe er bei sich zuhause  und er habe seinen Onkel bisher noch nicht erreichen können (act. A7, S. 6 und 8, sowie A10, S. 2 unten),
dass der Beschwerdeführer als Beweismittel verschiedene  von Anfang März 2008 über die politischen Ereignisse in seiner Heimat und insbesondere über verschiedene Massenverhaftungen und -verfahren zu den Akten reichte,
dass das BFM mit Verfügung vom 26. März 2008 – eröffnet am  Tag – das Asylgesuch des Beschwerdeführers abwies und  Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug ,
dass es in seinem Entscheid die Gesuchsvorbringen als unglaubhaft erkannte, wobei es vorab auf erhebliche Ungereimtheiten in den  des Beschwerdeführers verwies (Kauf eines Passes und  Flugtickets schon vor den angeblich ausreiserelevanten ),
dass es weiter festhielt, die Ausführungen des Beschwerdeführers  nicht nachvollziehbar auf eine persönliche Verfolgungssituation schliessen, und schliesslich auf eine über weite Strecken mangelnde Substanz der Gesuchsvorbringen verwies, welche nicht für ein  Erleben der geltend gemachten Ereignisse sprächen,
dass der Beschwerdeführer am 28. März 2008 bei der Flughafenpolizei Zürich-Kloten – zuhanden des Bundesverwaltungsgerichts – eine  gegen diesen Entscheid einreichte,
dass er in seiner Eingabe die Aufhebung des angefochtenen  und die Gewährung von Asyl, eventualiter die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme in der Schweiz wegen Unzulässigkeit,  oder Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzuges beantragte,
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dass er zudem um Anordnungen in Zusammenhang mit einer  vorsorglichen Wegweisung in einen Drittstaat respektive um einen Verbleib in der Schweiz während des Asylverfahrens ersuchte,
dass er schliesslich um unentgeltliche Rechtspflege sowie um  von der Kostenvorschusspflicht ersuchte,
dass er in seiner Eingabe vorab geltend machte, seine Angaben und Schilderungen seien vom BFM völlig durcheinandergebracht worden und er ersuche das Bundesverwaltungsgericht um eine Klärung,
dass er dabei vorbrachte, seine Angaben und Ausführungen zu seinen Gesuchsgründen habe er mit aller ihm möglichen Präzision dargelegt und insbesondere seine Datumsangaben seien in sich schlüssig,
dass er in diesem Zusammenhang geltend machte, er habe den  zwar im Dezember 2007 kennengelernt, sein Onkel habe den Pass aber erst im März 2008 gekauft, nachdem er sich zur  entschlossen habe,
dass zudem die Datierung seines Flugtickets (Kaufdatum im Februar) dem Verwischen der Spuren seiner Flucht gedient habe,
dass er in seinen weiteren Ausführungen an der geltend gemachten Gefährdung in Kamerun festhielt, da er von den Behörden als Anführer der Demonstrationsbewegung wahrgenommen werde, wobei auch zwei seiner Kollegen bei seiner Flucht getötet worden seien,
dass er zudem – als Vertreter seiner Gruppe – auch in den Medien aufgetreten sei und sich gegen die Änderung der Verfassung im Jahre 2011 ausgesprochen habe,
dass er im Falle einer Rückkehr nach Kamerun als Oppositioneller festgenommen würde, wobei sein Foto den Behörden für die  seiner Festnahme genüge,
dass ihm bei einer Festnahme das Gefängnis oder der Tod drohen würde, da ihm als Anführer eine noch schärfere Bestrafung drohe,
dass er abschliessend auf die in Afrika herrschenden Verhältnisse  und vorbrachte, er sei durch seine gesamten Erlebnisse ,
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dass die Beschwerdeeingabe sowie die Akten – vorab per Telefax – am 28. März 2008 beim Bundesverwaltungsgericht eintrafen (vgl. Art. 109 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]),

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden  Verfügungen des BFM auf dem Gebiet des Asyls entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 - 34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des  vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass der Beschwerdeführer legitimiert ist, weshalb auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 52 des  vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]),
dass die vorliegende Beschwerde – wie nachfolgend aufgezeigt –  unbegründet ist, weshalb darüber in einzelrichterlicher  mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e AsylG),
dass bei dieser Sachlage zudem auf einen Schriftenwechsel zu  und der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG),
dass die Beschwerdefrist am 2. April 2008 abläuft, ohnehin aber im vorliegenden Fall die Voraussetzungen für die Ausfällung eines  während noch laufender Beschwerdefrist  sind (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 13),
dass das BFM in seinem Entscheid nichts in Richtung einer  Wegweisung in eine Drittstaat angeordnet hat und die Beschwer-
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de aufschiebende Wirkung entfaltet, weshalb auf die diesbezüglichen Beschwerdebegehren nicht einzutreten ist,
dass mit vorliegendem Entscheid das Gesuch um Befreiung von der Kostenvorschusspflicht (gemäss Art. 63 Abs. 4 VwVG) gegenstandslos wird,
dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 AsylG), wobei als Flüchtling eine ausländische Person  wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu  bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen  ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG),
dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest  gemacht werden muss, wobei unglaubhaft insbesondere  sind, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder  auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG),
dass das BFM in seinem Entscheid die Gesuchsvorbringen des  als unglaubhaft erkannt hat, vorab zufolge  Ungereimheiten in dessen Angaben zum Zeitpunkt seiner , ferner aufgrund mangelnder Nachvollziehbarkeit der behaupteten Gefährdungslage sowie aufgrund insgesamt mangelnder Substanziierung seiner Schilderungen (vgl. Verfügung, ab S. 3 Mitte),
dass der Beschwerdeführer in seiner Eingabe an seinen  festhielt und die Vorhalte des BFM als unbegründet zurückwies,
dass die Beschwerdevorbringen nicht geeignet sind, die insgesamt  Erwägungen des BFM – auf welche anstelle einer  zu verweisen ist (vgl. Art. 6 und Art. 111 Abs. 3 AsylG i.V.m. Art. 109 Abs. 3 BGG) – zu entkräften,
dass die Ausführungen des Beschwerdeführers zu den angeblich  Ereignissen als wechselhaft und praktisch durchwegs oberflächlich zu erkennen sind, woraus sich nicht auf ein tatsächliches Erleben der behaupteten Sachverhaltsmomente schliessen lässt,
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dass vor diesem Hintergrund – sowie der insgesamt nicht  Angaben über den Zeitpunkt und die Umstände der Beschaffung eines verfälschten Reisepasses und eines bereits im Februar 2008 ausgestellten Flugtickets – nicht von einer Ausreise aus den geltend gemachten Gründen auszugehen ist,
dass aufgrund der Akten vielmehr von insgesamt konstruierten  auszugehen ist, die in der Presse von Kamerun  besprochenen Ereignissen nachempfunden wurden,
dass es dem Beschwerdeführer damit nicht gelingt, die  nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen,  die Abweisung seines Asylgesuches zu bestätigen ist,
dass die Anordnung der Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen ist (vgl. Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21),
dass bei dieser Sachlage zu prüfen bleibt, ob es Gründe gibt, die dem Vollzug der Wegweisung entgegenstehen, da die Vorinstanz eine  Aufnahme von Ausländern anzuordnen hat, wenn der Vollzug der Wegweisung als unzulässig, unzumutbar oder unmöglich zu  ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]),
dass aufgrund der Akten im Falle des Beschwerdeführers keine  ersichtlich sind, die in rechtserheblicher Weise gegen den vom BFM angeordneten Vollzug der Wegweisung sprechen, mithin von der , Zumutbarkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzuges auszugehen ist (vgl. Art. 83 Abs. 2 - 4 AuG),
dass der Vollzug der Wegweisung in Beachtung der massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da der  keine Hinweise auf Verfolgung darzulegen vermochte und auch keine glaubhaften Anhaltspunkte für eine  Behandlung im Sinne von Art. 3 der Europäischen  vom 4. November 1950 (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind,
dass ferner von der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges  ist, da im Falle des Beschwerdeführers – ein junger Mann, wel-
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cher über eine komplette Schulbildung verfügt, bereits  gesammelt hat und in Yaounde verwurzelt ist – keine  Vollzugshindernisse zu erblicken sind,
dass alleine die allgemeine Lage in Kamerun nicht gegen den  spricht,
dass letztlich auch von der Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs  ist, mithin der Beschwerdeführer verpflichtet ist, bei der  von Reisepapieren mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),
dass unter diesen Umständen die Anordnung einer vorläufigen  ausser Betracht fällt, womit der Wegweisungsvollzug zu Recht angeordnet wurde,
dass nach den vorstehenden Erwägungen die angefochtene Verfügung zu bestätigen und die eingereichte Beschwerde als offensichtlich  abzuweisen ist,
dass das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (vgl. Art. 65 VwVG) abzuweisen ist, da sich die Beschwerde von Anfang an als  erwiesen hat,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten des Verfahrens von Fr. 600.-- dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie Art. 1 - 3 des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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