Decision ID: 09557074-f4d6-4d64-b5a0-d7026d7ed657
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 21. Januar 2006 wegen eines Schleudertraumas nach
Auffahrkollision vom 1. Oktober 2002 bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (IV-act.
1). Im von der Unfallversicherung veranlassten Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom
12. Oktober 2004 wurden ein Cerviko-Vertebralsyndrom, ein Zustand nach HWS-
Distorsion (PW-Unfall vom 1. Oktober 2002), eine posttraumatische
Anpassungsstörung vorwiegend in Form von Angst mit zwingend dabei auftretenden
körperlichen Affektäquivalenten, welche subjektiv als körperliche Beschwerden
wahrgenommen würden, bei einer leistungsorientierten, zwanghaft strukturierten
Persönlichkeit (ICD-10: F43.23/Z73.1) sowie ein Zustand nach Panvertebral- und
Costotransversalsyndrom, fibromyalgiforme Beschwerden und depressive
Verstimmungen (anamnestisch seit 1995/1998) diagnostiziert (IV-Fremdakten,
Gutachten S. 17).
A.b Nachdem die Versicherte zwei Teilzeitstellen angenommen, die IV-Stelle weitere
Arztberichte eingeholt hatte und die Eingliederungsberatung am 7. Januar 2007
abgeschlossen worden war (vgl. IV-act. 15, 24, 47), lehnte die IV-Stelle einen Anspruch
auf Invalidenleistungen mit Verfügung vom 13. März 2008 ab (IV-act. 57). Dagegen liess
die Versicherte durch ihren Rechtsvertreter am 24. April 2008 Beschwerde ans
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen erheben und eine halbe bzw. jedenfalls
eine Viertelsrente, eventualiter die Rückweisung an die IV-Stelle beantragen (IV-act.
59). Das Versicherungsgericht hiess die Beschwerde mit Entscheid vom 8. Januar 2010
teilweise gut, hob die angefochtene Verfügung auf und wies die Sache zur weiteren

Abklärung im Sinne der Erwägungen und anschliessender neuer Verfügung an die IV-
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Stelle zurück. Insbesondere verlangte es in psychiatrischer Hinsicht die Einholung
eines Verlaufsgutachtens. Zudem bemängelte es hinsichtlich des
Einkommensvergleichs sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen; hierzu
müssten andere Grundlagen beigezogen werden (IV-act. 76).
A.c Nachdem B._, Eidg. Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, die
Versicherte untersucht hatte, diagnostizierte er im psychiatrischen Consiliargutachten
vom 28. Oktober 2010 eine (leichte bis) mittelgradige depressive Störung mit
somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11), eine akzentuierte Persönlichkeit mit
leistungsorientierten, zwanghaften sowie hypochondrischen Anteilen (ICD-10: Z73.1)
sowie eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Formen
(ICD-10: F45.41). Er ging davon aus, dass die Versicherte seit der letzten Begutachtung
durchschnittlich zu 40% in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war (IV-act. 83-31). Unter
Berücksichtigung dieser Einschätzung sowie weiterer ärztlicher Berichte und dem
aktuellen Untersuchungsbefund wurde im MEDAS-Gutachten vom 15. Juli 2010 bei der
Versicherten von einer, seit der letzten Begutachtung unveränderten Arbeitsunfähigkeit
von 40% ausgegangen (IV-act. 83).
A.d Im Arztbericht vom 21. Oktober 2010 attestierte Prof. Dr. med. C._,
Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG), eine Arbeitsunfähigkeit von 50%
(IV-act. 106-5). Mit Bericht vom 25. November 2010 führte er als neue Diagnose einen
Bandscheibenvorfall LWK 2/3 gemäss Kernspintomographie 23.08.10 auf (IV-act.
108-2). RAD-Arzt Dr. med. D._ befand gestützt darauf, dass die Situation zurzeit zu
unstabil sei, um endgültig zur Rentenfrage Stellung zu nehmen (IV-act. 110). Nach
Abwarten der Entwicklung führte der RAD-Arzt am 12. April 2011 gestützt auf den
Bericht des Hausarztes Dr. med. E._ vom 16. März 2011 aus, es sei eine relevante
(somatische) Verschlechterung eingetreten. Ab August 2010 sei eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen (IV-act. 116, 114).
A.e Mit Verfügungen vom 10. August 2011 sprach die IV-Stelle der Versicherten ab 1.
Januar 2005 eine Viertelsrente und ab 1. November 2010 eine halbe Rente zu (IV-act.
132f.; vgl. auch IV-act. 123).
B.
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B.a Im Bericht vom 3. Oktober 2013 teilte Prof. C._ der IV-Stelle mit, dass bei der
Versicherten am 29. April 2013 eine lumbale Diskushernienoperation durchgeführt
worden und am 4. September 2013 die operative Behandlung einer Osteochondrose
HWK4-7 erfolgt sei. Die bedeutenden Restbeschwerden in Form spinaler Schmerzen
würden eine berufliche Belastung momentan nicht zulassen. Es sei davon auszugehen,
dass diese Situation bestehen bleibe und zur Arbeitsunfähigkeit der Versicherten
führen werde (IV-act. 137).
B.b Am 14. Oktober 2013 ersuchte die Versicherte die IV-Stelle um eine
Rentenüberprüfung (IV-act. 139). Prof. C._ gab im Verlaufsbericht vom 24. April 2014
an, es bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bei einem chronifizierten
Schmerzsyndrom im Bereich der cervico-dorso-lumbalen Wirbelsäule (IV-act. 155).
B.c Am 23. April und 8. Mai 2015 wurde die Versicherte durch das Swiss Medical
Assessment- and Business-Center (SMAB AG) psychiatrisch und rheumatologisch
begutachtet. Die bidisziplinäre Beurteilung ergab im Ergebnis eine unveränderte
Arbeitsunfähigkeit von 50% sowohl in der bisherigen wie auch in leidensangepassten
Tätigkeiten. Aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte ausser für Tätigkeiten, die
eine sehr hohe emotionale Belastbarkeit voraussetzen würden, in der Arbeitsfähigkeit
nicht eingeschränkt. In der Zeit von April 2013 bis April 2014 sei die Arbeitsfähigkeit
mehr als 50% eingeschränkt gewesen (IV-act. 175-21). RAD-Arzt Dr. med. F._
befand, es könne auf die Arbeitsfähigkeits-Schätzung abgestellt werden und für den
Zeitraum von April 2013 bis April 2014 von einer Arbeitsfähigkeit adaptiert von 25%
sowie vorher und nachher von einer solchen von 50% ausgegangen werden (IV-act.
178).
B.d Mit Vorbescheid vom 5. August 2015 stellte die IV-Stelle der Versicherten ab 1.
Oktober 2013 bis 31. Juli 2014 eine ganze Rente und ab 1. August 2014 eine halbe
Rente in Aussicht (IV-act. 184).
B.e Am 14. September 2015 liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin lic.
iur. Ch. Rempfler, gegen den Vorbescheid Einwand erheben und ab 1. Oktober 2013
eine ganze Rente beantragen. Als Eventualbegehren beantragte sie, dass eine BEFAS-
Abklärung bzw. eine EFL über mehrere Wochen durchzuführen sei (IV-act. 189).
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B.f Mit Verfügung vom 27. Oktober 2015 sprach die IV-Stelle der Versicherten vom 1.
Oktober 2013 bis 31. Juli 2014 eine ganze Rente zu (IV-act. 198). Ebenfalls am 27.
Oktober 2015 verfügte sie die Herabsetzung der Rente ab 1. August 2014 auf eine
halbe und eine Rückforderung unrechtmässig bezogener Leistungen (IV-act. 200).
C.
C.a Gegen die Verfügung vom 27. Oktober 2015 bezüglich der Herabsetzung auf eine
halbe Rente ab 1. August 2014 richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 26.
November 2015 mit dem Begehren um deren Aufhebung und Zusprache einer ganzen
Rente (auch) ab 1. August 2014. Eventualiter beantragt die Beschwerdeführerin die
Durchführung einer BEFAS-Abklärung bzw. einer EFL; unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Zur Begründung macht die Rechtsvertreterin geltend, die
Beschwerdegegnerin habe das rechtliche Gehör verletzt, indem sie mit keinem Wort
auf die Vorbringen in der „Einsprache“ vom 14. September 2015 eingegangen sei.
Zudem habe sie ihre Untersuchungspflicht verletzt, weil sie trotz der Empfehlung der
medizinischen Fachpersonen keine BEFAS- oder EFL-Abklärung vorgenommen habe.
Schliesslich sei das Gutachten nicht verwertbar, weil die Beschwerdeführerin nicht nur
bidisziplinär, sondern vielmehr polydisziplinär hätte untersucht werden müssen, es
auch der neuen bundesgerichtlichen Schmerzrechtsprechung sowie der Beurteilung
von Prof. C._ und der Krankentaggeldversicherung widerspreche (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 27. Januar 2016 beantragt die Beschwerdegegnerin
unter ausführlicher Begründung die Abweisung der Beschwerde (act. G 5).
C.c Am 1. Februar 2016 bewilligt die Abteilungspräsidentin des Versicherungsgerichts
das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege (act. G 6).
C.d Mit Replik vom 18. April 2016 hält die Beschwerdeführerin an ihren Begehren fest
(act. G 10).
C.e Die Beschwerdegegnerin verzichtet mit Schreiben vom 25. April 2016 auf die
Einreichung einer Duplik (act. G 12).
Erwägungen
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1.
1.1 Die Beschwerdeführerin macht vorab eine Verletzung des rechtlichen Gehörs
geltend. Die von ihr vorgebrachten Begründungen würden in der Verfügung lediglich
lapidar und mit Verweis auf eine kurze und nicht nachvollziehbare Stellungnahme des
RAD abgetan. Dadurch werde die Beschwerdeführerin in ein kostenpflichtiges
Beschwerdeverfahren gedrückt, weshalb eine Gehörsverletzung offensichtlich sei.
1.2 Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll
entsprechen (Art. 49 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die grundsätzliche Pflicht einer Behörde,
ihren Entscheid zu begründen, folgt aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör. Dabei
darf sich die Verwaltung nicht damit begnügen, die von der betroffenen Person
vorgebrachten Einwendungen zur Kenntnis zu nehmen und zu prüfen. Die Verwaltung
hat vielmehr ihre Überlegungen auch namhaft zu machen und sich dabei ausdrücklich
mit den konkreten Einwendungen auseinander zu setzen oder zumindest die Gründe
anzugeben, weshalb sie gewisse Gesichtspunkte nicht berücksichtigen kann (BGE 124
V 183 E. 2b).
1.3 Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin den Einwand vom 14. September 2015
hinsichtlich der Frage der Notwendigkeit einer EFL-Abklärung sowie einer
polydisziplinären Begutachtung ihrem RAD-Arzt Dr. F._ vorgelegt. Dieser nahm dazu
am 7. Oktober 2015 Stellung (vgl. IV-act. 191), worauf die Beschwerdegegnerin in der
Begründung zur angefochtenen Verfügung vom 27. Oktober 2015 verwiesen hat (vgl.
IV-act. 193). Zwar ist die Stellungnahme des RAD relativ kurz gehalten, sie ist jedoch
hinsichtlich der beiden ihm vorgelegten Streitpunkte vollständig, nachvollziehbar und
mit den nötigen Aktenhinweisen versehen. Indem die Beschwerdegegnerin auf diese
Ausführungen verwiesen hat, ist sie ihrer Begründungspflicht genügend
nachgekommen und eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist zu verneinen.
2.
2.1 In materieller Hinsicht streitig und zu prüfen ist, ob und inwiefern sich der
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin verändert hat.
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2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist
somit nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. E.
3.5). Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung
bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht; vorbehalten bleibt die
Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E.
5.4). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im
Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustands auf die Arbeitsfähigkeit
für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar
(Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2008, 9C_562/08, E. 2.1).
2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
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Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
3.
3.1 Ausgangspunkt für die Beurteilung des gesundheitlichen Verlaufs bildet im
vorliegenden Revisionsverfahren die ursprüngliche Rentenzusprache gestützt auf die
Verfügungen vom 10. August 2011 (IV-act. 132f.; vgl. auch IV-act. 123). Hinsichtlich der
geltend gemachten Veränderung des Gesundheitszustands ist in erster Linie
umstritten, welche Schlüsse aus den vorhandenen ärztlichen Unterlagen zu ziehen sind
bzw. ob der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ausreichend medizinisch
abgeklärt ist. Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Invaliditätsbemessung
vorwiegend auf das Gutachten der SMAB vom 9. Juni 2015.
3.2 Die Rechtsvertreterin rügt vorab in formeller Hinsicht, dass die Beschwerdeführerin
neben der rheumatologischen und psychiatrischen Begutachtung auch in
orthopädischer und neurologischer Hinsicht hätte abgeklärt werden müssen. Dabei
stützt sie sich auf den von der Krankentaggeldversicherung im Vorfeld vorgebrachten
Vorschlag einer polydisziplinären Begutachtung sowie auf eine RAD-Notiz vom 2. März
2015, die aber offenbar falsch interpretiert wird. Wörtlich hielt RAD-Arzt Dr. F._ fest:
„Dem Vorschlag der GA-Stelle einen Wechsel von Rheumatologie auf Orthopädie wird
nicht nachgekommen. Der RAD ist darüber informiert, dass die rheumatologische
Teilbegutachtung erst im Mai 2015 stattfinden wird“ (IV-act. 163). Wie Dr. F._ in
seiner Stellungnahme vom 7. Oktober 2015 weiter ausführte, habe die
Untersuchungsstelle aus Kapazitätsgründen (anstelle einer rheumatologischen) eine
orthopädische Begutachtung in Erwägung gezogen. Angesichts des beklagten
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Schmerzsyndroms hielt der RAD jedoch an einer rheumatologischen Begutachtung fest
(vgl. IV-act. 191). Dies obgleich das rheumatologische Teilgutachten gemäss Auskunft
der Gutachterstelle von Februar 2015 erst auf Mai 2015 angesetzt werden konnte (vgl.
IV-act. 163). Dass demgegenüber eine Ausweitung auf weitere Disziplinen, wie
insbesondere eine orthopädische und eine neurologische Begutachtung, für die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit notwendig gewesen wäre, wird von keinem Mediziner
behauptet. Damit ist die Beweiskraft des bidisziplinären Gutachtens aus formellen
Gründen nicht zu beanstanden.
3.3 Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielten die SMAB-Gutachter
ein chronisches lumbovertebrales Syndrom bei einem Status nach Fenestration und
mikrochirurgischer Nukleotomie L2/3 links bei Diskushernie 29.04.2013 sowie ein
chronisches cervikovertebrales Syndrom bei Status nach ventraler Dekompression und
Fusion C4-C7 (Cage-System) bei Osteochondrose und Einengung der Neuroforamina
am 04.09.2013 und Status nach Revisionseingriff bei Wundinfekt am 13.10.2013 fest.
Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit befanden sie Anpassungsstörungen, eine
längere depressive Reaktion (ICD-10 F43.21), akzentuierte (zwanghafte)
Persönlichkeitszüge (Z73) sowie anamnestisch einen Status nach Distorsion HWS
10.02 (IV-act. 175-19). Hinsichtlich der psychiatrischen Komponente hielten die
Gutachter fest, dass sich bei der Beschwerdeführerin nach einem am 1. Oktober 2002
erlittenen Autounfall (Heckauffahrunfall) eine posttraumatische Anpassungsstörung
entwickelt habe, die wieder abgeklungen sei. Im Rahmen einer MEDAS-Begutachtung
2010 seien neben einer Persönlichkeitsakzentuierung eine somatoforme
Schmerzstörung, die als überwindbar eingeschätzt worden sei, und eine leichte bis
mittelgradige depressive Episode diagnostiziert worden. Es sei eine psychiatrisch
bedingte Arbeitsunfähigkeit von 40% geschätzt worden. Unter Berücksichtigung der
Akten und der Anamnese sei die depressive Episode abgeklungen und die
Beschwerdeführerin habe sich in psychischer Hinsicht deutlich stabilisiert. Zu einer
Zunahme psychischer Beschwerden sei es 2013, vor dem Hintergrund wieder
zunehmender wirbelsäulenbedingter Schmerzen und zweier (aus Sicht der
Beschwerdeführerin) nicht erfolgreich verlaufener Operationen gekommen. Es habe
sich ein depressiv-dysphorisches Syndrom im Sinne einer Anpassungsstörung
entwickelt, in leichter Ausprägung, an der Grenze zur normalpsychologischen Reaktion
auf schwere körperliche Erkrankungen. Die Gutachter befanden, dass sich aus dieser
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Anpassungsstörung keine quantitative Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit ergebe.
Ebenfalls wiesen sie darauf hin, dass akzentuierte (zwanghafte) Persönlichkeitszüge
vorlägen, die die Arbeitsfähigkeit ebenfalls nicht in quantitativer Hinsicht
beeinträchtigen würden. Weiter hielten sie fest, dass sich eine noch 2010
diagnostizierte somatoforme Schmerzstörung zurückgebildet habe bzw. aktuell nicht
mehr zu diagnostizieren sei. Der Rheumatologe Dr. med. G._, Facharzt für
Rheumatologie FMH, Zertifizierter Medizinischer Gutachter SIM, stellte anlässlich
seiner Begutachtung ein chronisches lumbovertebrales Syndrom und ein chronisches
zervikovertebrales Syndrom fest, mit erheblicher, nachvollziehbarer
Schmerzsymptomatik (Hinweise für eine Symptomausweitung würden nicht vorliegen),
darüber hinaus mit deutlicher Einschränkung der Beweglichkeit der HWS und der LWS.
Die Belastbarkeit des Achsenskeletts sei auf Grund der vorliegenden
Wirbelsäulenpathologie reduziert. Medizintheoretisch könne die Beschwerdeführerin
höchstens 50%, entsprechend halbtags, eine körperlich leichte wechselbelastende
Tätigkeit ausüben, bei der sie sich die Arbeit möglichst selbst einteilen können müsse.
Sowohl in der bisherigen als auch in einer Verweistätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit
50% (IV-act. 175-19f.). Hinsichtlich des Belastungs-/Ressourcenprofils kamen die
Gutachter zum Schluss, dass aus psychiatrischer Sicht Tätigkeiten nicht geeignet
seien, die eine sehr hohe emotionale Belastbarkeit (z.B. therapeutische und bestimmte
soziale Tätigkeiten) voraussetzen würden. Ansonsten würden sich keine
Einschränkungen ergeben. Aus rheumatologischer Sicht könne die Beschwerdeführerin
eine körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeit ausüben, bei der sie sich die
Arbeit möglichst selbst einteilen könne. Abwechselnd gehen, stehen und sitzen sei
geeignet. Das Heben von Lasten über 5 bis 10 kg sei ausgeschlossen, ebenso
haltungsmonotone und bewegungsstereotype manuelle Verrichtungen (IV-act. 175-21).
Zum zeitlichen Verlauf gaben die Gutachter im Weiteren an, dass die anlässlich der
MEDAS-Begutachtung geschätzte Arbeitsunfähigkeit von 40% nachvollziehbar sei und
es danach zu einer Verschlechterung in somatischer Hinsicht gekommen sei; gemäss
RAD-Beurteilung vom 12. April 2011 sei ab August 2010 eine angestammte und
adaptierte Arbeitsunfähigkeit von 50% ausgewiesen gewesen. In psychischer Hinsicht
habe sich die von 2010 diagnostizierte leichte bis mittelgradige depressive Episode
gebessert, jedoch sei hier der zeitliche Verlauf nicht mehr nachvollziehbar. Eine
eindeutige Besserung der somatischen Beschwerden ergebe sich aus den Unterlagen
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nicht. Vermutlich habe von August 2010 bis März 2013 im Wesentlichen eine
Arbeitsunfähigkeit von 50% vorgelegen. Ab 2013 habe sich die Schmerzsymptomatik
wieder verschlechtert, es sei zu operativen Eingriffen (im April, September und Oktober
2013) gekommen und vorübergehend habe die Arbeitsunfähigkeit sicher 100%
betragen. Im April 2014 habe der behandelnde Schmerzmediziner eine Evaluation der
funktionalen Leistungsfähigkeit empfohlen und sei zu diesem Zeitpunkt von einer
verwertbaren Restarbeitsfähigkeit ausgegangen. Im Rahmen der rheumatologischen
Begutachtung wies Dr. G._ darauf hin, dass der weitere Verlauf nicht dokumentiert
sei. Seine eigene Einschätzung einer Arbeitsunfähigkeit von 50% gelte daher ab
Untersuchungsdatum vom 8. Mai 2015. Im Gesamtgutachten kamen die Gutachter
zum Schluss, es könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit angenommen werden,
dass sich seit April 2014 keine wesentliche Änderung des Gesundheitszustands mehr
ergeben habe und die heute beurteilte Arbeitsfähigkeit aus bidisziplinärer Sicht seit
April 2014 Gültigkeit habe. Zusammenfassend hielten die Gutachter fest, dass von
August 2010 bis März 2013 die Arbeitsfähigkeit überwiegend ca. 50% betragen habe;
von April 2013 bis April 2014 habe sie mehrheitlich zwischen 0 und 50% gelegen,
genauer sei dies nicht quantifizierbar. Ab April 2014 betrage die Arbeitsfähigkeit wieder
50% (IV-act. 175-21f.).
3.4 RAD-Arzt Dr. F._ bemängelte am SMAB-Gutachten hinsichtlich des
übermittelten Psychostatus „multiple sprachliche Unklarheiten“. So setzte er
Fragezeichen hinter die folgenden Ausführungen von Gutachter Dr. med. H._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie: dass die Antriebslage „ausreichend“, die
Gestik...Mimik „überwiegend ruhig“, die affektive Stimmungsfähigkeit... „leicht
eingeschränkt“ und die Beschwerdeführerin von der Persönlichkeit her „durchaus
verträglich“ sei (vgl. IV-act. 178). Zwar wirken diese Umschreibungen tatsächlich etwas
unklar. Indessen vermögen sie an der gesamthaften Beurteilung keine relevanten
Zweifel zu wecken. So stellte auch RAD-Arzt Dr. F._ letztlich darauf ab. Auch die
Beschwerdeführerin macht nicht geltend, dass und inwiefern das Gutachten in
psychiatrischer Hinsicht wesentliche Mängel aufweise. Zur
Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung von Dr. med. I._, FMH Psychiatrie und
Psychotherapie, SAPPM Psychosomatische und Psychosoziale Medizin, im Bericht
vom 17. März 2014, der zu diesem Zeitpunkt noch von einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit auf Grund eines chronischen Schmerzsyndroms der cervico-dorso-
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lumbalen Wirbelsäule mit Anpassungsstörung (ICD-10: F43.22) bei Zustand nach HWS-
Schleudertrauma (2002) ausging (vgl. IV-Fremdakten), befand Dr. H._, dass sie
insoweit nicht nachvollziehbar sei, als die psychiatrische Diagnose praktisch nur noch
als Anhängsel zur somatisch (fachfremd) begründeten Diagnose stehe. Im Zeitpunkt
seiner Begutachtung habe nur eine mässig ausgeprägte Anpassungsstörung
vorgelegen. Zudem lägen keine Hinweise dafür vor, dass diese Störung im März 2014
deutlich ausgeprägter gewesen sei. Damit sei die Einschätzung, es habe damals eine
100%ige, psychiatrisch begründete Arbeitsunfähigkeit vorgelegen, nicht
nachvollziehbar. Im Übrigen spreche auch die niedrige Therapiefrequenz bei Dr. I._
(ein bis zwei Termine in drei Monaten) gegen eine stärker ausgeprägte depressive
Symptomatik (IV-act. 175-36). Dies erscheint nachvollziehbar. Dass der
Gesundheitszustand in psychischer Hinsicht durch eine volle oder teilweise
Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit gefährdet worden wäre, wie es Dr. I._
beurteilte (vgl. Bericht vom 17. März 2014, IV-Fremdakten), erscheint demgegenüber
nicht plausibel.
3.5 Die Beschwerdeführerin machte bezüglich der rheumatologischen Beurteilung
durch Dr. G._ geltend, sie würde nicht mit der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von Prof.
C._ übereinstimmen. Dieser berichtete im Schreiben vom 3. Oktober 2013, dass am
29. April 2013 eine lumbale Diskushernienoperation und am 4. September 2013 eine
operative Behandlung einer Osteochondrose HWK4-7 durchgeführt worden seien. Die
Situation habe sich in medizinischer Sicht derart entwickelt, dass weiterhin eine
Arbeitsunfähigkeit auf Grund von bedeutenden Restbeschwerden in Form von spinalen
Schmerzen bestehe. Er gehe davon aus, dass diese Situation bestehen bleibe und sie
zur Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin führen werde (IV-act. 137). Nachdem
sich bei der Beschwerdeführerin ein Wundinfekt cervical entwickelt hatte, attestierte
Prof. C._ im Arztbericht vom 6. November 2013 weiterhin eine volle
Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 143-1). Auch im Verlaufsbericht vom 24. April 2014 hielt er
fest, dass die gegenwärtige gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin keine
Belastung durch eine wie auch immer geartete Tätigkeit erlaube. Sie sei im Moment
und bis auf Weiteres zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 155-4). Die behandelnden Ärzte
der Schmerzklinik des KSSG hielten im Bericht vom 10. April 2014 fest, aus
schmerztherapeutischer Sicht sei eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit leider nicht
möglich (IV-act. 156-5). Im Bericht vom 28. April 2014 empfahlen sie zur Beantwortung
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der Fragen nach der Arbeitsfähigkeit in zumutbaren Tätigkeiten und nach
medizinischen Eingliederungsmöglichkeiten die Durchführung einer Evaluation der
funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) durch die Kollegen der Physiotherapie im
Fachbereich Rheumatologie/Rehabilitationsmedizin des KSSG (IV-act. 156-2). Dass sie
mit dieser Empfehlung jedoch implizit auch von einer erheblichen Veränderung bzw.
Erhöhung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen wären, wie es die SMAB-Gutachter
folgerten, ist durch nichts belegt. Viel eher dürften sie - als Schmerzmediziner - sich
nicht in der Lage gesehen haben, eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abgeben zu
können. Lediglich daraus eine erhebliche Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu folgern,
ist nicht plausibel. Da gemäss Dr. G._ der weitere Verlauf bzw. der konkrete
Zeitpunkt der Erhöhung der Arbeitsfähigkeit nicht dokumentiert ist, kann eine
Arbeitsfähigkeit von 50% erst ab Datum der rheumatologischen Untersuchung vom 8.
Mai 2015 als überwiegend wahrscheinlich angenommen werden (vgl. IV-act. 175-43).
4.
4.1 Die Rechtsvertreterin rügt weiter, dass die Beschwerdegegnerin nicht auf die
Empfehlungen der Schmerzmediziner und der Gutachter eingegangen sei und keine
EFL veranlasst habe. Das System „Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit“
beinhaltet eine umfassende ergonomische Leistungserprobung mittels standardisierter
funktioneller Leistungstests wie beispielsweise Heben, Tragen, Überkopf-Arbeit, Leiter
steigen, Handkraft und -koordination. Ziel dieser Untersuchung ist eine
realitätsgerechte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit/Zumutbarkeit und
Arbeitsmöglichkeiten und eine detaillierte Erfassung der physischen Fähigkeiten und
Defizite zur Planung einer beruflichen Rehabilitation. EFL wird von der Schweizerische
Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation SAR und der Schweizerischen Gesellschaft für
Physikalische Medizin und Rehabilitation SGPMR als Standard-Assessmentmethode
unterstützt (https://www.mtk-ctm.ch/de/tarife/evaluation-der-funktionellen-
leistungsfaehigkeit-efl/, Medizinaltarif-Kommission UVG, Liste der anerkannten EFL-
Institutionen, Abfrage vom 18. August 2016). Aus Effizienz- und Kostengründen dauert
eine EFL in der Regel ein bis zwei Tage bzw. Halbtage. Im SMAB-Gutachten wird die
Möglichkeit einer EFL - entgegen die Vorbringen der Beschwerdeführerin - lediglich im
Kontext mit der sofortigen beruflichen Eingliederung aufgeführt. Konkret hält es fest,
der Rheumatologe weise darauf hin, dass die Beschwerdeführerin sehr kooperativ sei
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und dass daher zur genauen Einschätzung der Frage, „welche beruflichen Tätigkeiten
in körperlicher Hinsicht geeignet/zumutbar seien“, eine EFL diskutiert werden könne
(IV-act. 175-24; vgl. auch das Teilgutachten von Dr. G._, IV-act. 175-43). Wie RAD-
Arzt Dr. F._ in der Stellungnahme vom 7. Oktober 2015 jedoch festhielt, war für eine
Beurteilung der Höhe der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin die
rheumatologische Begutachtung ausreichend (vgl. IV-act. 191). Nichts anderes lässt
sich auch dem Gutachten entnehmen. Nachdem die Gutachter somit die Höhe der
verbliebenen Arbeitsfähigkeit unabhängig von der Durchführung einer EFL beurteilen
konnten und eine EFL lediglich eine Möglichkeit zur differenzierteren Einschätzung der
Einsatzmöglichkeiten der Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin wäre, kann auf
weitere Abklärungen verzichtet werden.
4.2 Inwiefern das Gutachten vom 9. Juni 2015 der bundesgerichtlichen
Schmerzrechtsprechung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2015,
9C_492/2014) widersprechen sollte, wie die Rechtsvertreterin behauptet, wird in der
Beschwerde weder begründet noch ist dies ersichtlich. Es geht denn auch nicht um die
Beurteilung unklarer, psychosomatischer Beschwerden. Insgesamt kann daher
grundsätzlich bzw. mit Ausnahme des Zeitpunkts der Erhöhung der Arbeitsfähigkeit
von 25 auf 50% auf das Gutachten des SMAB abgestellt werden. Damit ist mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin für
leidensangepasste Tätigkeiten von August 2010 bis März 2013 zu 50%, von April 2013
bis Mai 2015 durchschnittlich zu 25% und ab Juni 2015 wieder zu 50% arbeitsfähig
war.
5.
5.1 Zu prüfen bleiben damit die erwerblichen Auswirkungen der 25%igen bzw.
50%igen Restarbeitsfähigkeit.
5.2 Angesichts dessen, dass die Beschwerdeführerin als Gesunde im Vergleich zum
durchschnittlichen Hilfsarbeiterinnenlohn kein überdurchschnittliches Einkommen
erzielte (siehe IV-act. 94) und sie die ihr medizinisch-theoretisch zumutbare 25%ige
bzw. 50%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten heute nicht mehr
verwertet, ist es nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin in der
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angefochtenen Verfügung die Vergleichseinkommen gestützt auf die gleiche
betragliche Grundlage ermittelte (IV-act. 193). Dies führt faktisch zu einem
Prozentvergleich. Inwiefern ein solcher den Feststellungen im Urteil des
Versicherungsgerichts vom 8. Januar 2010, IV 2008/192, widersprechen sollte, ist
ebenfalls nicht ersichtlich.
5.3 Hinsichtlich der Festsetzung des Invalideneinkommens verbleibt damit noch die
Prüfung eines allfälligen Tabellenlohnabzugs. Die Beschwerdeführerin hält einen Abzug
auf Grund ihres Alters und der fehlenden Berufsausbildung für gerechtfertigt (act. G 1),
während dem die Beschwerdegegnerin keinen Anlass für einen Abzug sieht (act. G 5).
5.4 Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich
beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind,
im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden
Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit unterdurchschnittlichen
Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand Rechnung getragen, dass
weitere persönliche und berufliche Merkmale einer versicherten Person, wie Alter,
Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie
Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 129 V 481
E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2).
5.5 Vorliegend war die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Verbesserung ihrer
Arbeitsfähigkeit (Juni 2015) über 50 Jahre alt (Jahrgang 1963). Wie das Gutachten
ergab, sind ihr aus somatischer Sicht lediglich noch körperlich leichte und
wechselbelastende Tätigkeiten zumutbar. Weitere Gründe, die bezüglich Hilfsarbeiten
einen Lohnnachteil befürchten liessen, sind weder ersichtlich noch substanziiert
dargetan. Namentlich ist kein lohnrelevantes erhöhtes Absenzenrisiko ausgewiesen.
Ein lohnwirksamer Nachteil auf Grund der geltend gemachten fehlenden Ausbildung ist
angesichts der in Frage stehenden Hilfsarbeitertätigkeiten ebenfalls nicht
nachvollziehbar. Insgesamt ist daher auf Grund des Alters und der nur noch
zumutbaren körperlich leichten und wechselbelastenden Tätigkeiten höchstens ein
Tabellenlohnabzug von 10% gerechtfertigt.
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5.6 Auf die rückwirkende Zusprache einer abgestuften und/oder befristeten
Invalidenrente sind die für die Rentenrevision geltenden Normen (Art. 17 ATSG i.V.m.
Art. 88a IVV) analog anzuwenden (BGE 121 V 264 E. 6b/dd mit Hinweis, BGE 109 V
125 E. 4a). Wird rückwirkend eine derartige Rente zugesprochen, sind daher einerseits
der Moment des Rentenbeginns und andererseits der in Anwendung der
Dreimonatsfrist von Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzende Zeitpunkt der
Rentenherabsetzung oder -aufhebung die massgebenden zeitlichen Vergleichsgrössen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 2010, 8C_468/2010, E. 2 sowie vom
25. Mai 2010, 8C_834/2009, E. 2 mit Hinweis). Ist auf Grund eines Gutachtens
überwiegend wahrscheinlich, dass sich der Gesundheitszustand verbessert hat, nicht
aber ersichtlich, in welchem Zeitpunkt diese Besserung stattgefunden hat, so kann es
sich jedoch rechtfertigen, die Rente bereits auf den Zeitpunkt des Gutachtens hin
herabzusetzen oder aufzuheben (Urteil vom 10. Februar 2012, 8C_670/2011, E. 5.1 mit
Hinweisen). Vorliegend besteht somit ab 1. Juni 2015 gestützt auf einen Invaliditätsgrad
von 55% (100% - [50% x 0.9]) wiederum ein Anspruch auf eine halbe Rente.
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinne teilweise gutzuheissen, als
die angefochtene Verfügung vom 27. Oktober 2015 aufgehoben und der
Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Oktober 2013 bis 31. Mai 2015 eine ganze
Rente und ab 1. Juni 2015 eine halbe Rente zugesprochen wird. Die Sache wird zur
Festsetzung der Rentenhöhe sowie zur Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Im Verhältnis ihres
Unterliegens sind die Gerichtskosten der Beschwerdeführerin zu zwei Dritteln, d.h. in
Höhe von Fr. 400.--, und der Beschwerdegegnerin zu einem Drittel, also in Höhe von
Fr. 200.--, aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist die
Beschwerdeführerin von der Bezahlung zu befreien.
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6.3 Im Rahmen von Obsiegen/Unterliegen hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf
eine Parteientschädigung. Im Übrigen bezahlt der Staat zufolge unentgeltlicher
Rechtsverbeiständung die Kosten der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat keine Kostennote
eingereicht. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 3'600.-- angemessen. Davon bezahlt die
Beschwerdegegnerin Fr. 1‘200.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer). Die
restlichen Parteikosten von Fr. 2‘400.-- sind um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3
des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit hat der Staat die Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin pauschal mit Fr. 1'920.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
6.4 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).