Decision ID: 4e523bec-1fc2-4d54-825d-b0d8cf4895b8
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1977, ist gelernte Schneiderin und lebt seit 2000
in der Schweiz. Sie ist Mutter
drei
er
in den Jahren 1
996 und 2001 geborener Kinder.
Seit 2007 ist sie geschieden. Sie war etliche Jahre
als Hilfskraft
in verschiedenen Berufszweigen erwerbstätig, zuletzt als Mitarbeiterin in der Flugzeugreinigung. Ab 2014 ging sie keiner Erwerbstätigkeit mehr nach (
Urk.
7/2 f.,
Urk.
7/5 ff.). Am 2
7.
September 2017 meldete sie sich unter Hinweis auf chronische Rücken
schmerzen nach einem Sturz im Jahr 2007 und auf Handschmerzen
links
nach einem Sturz im Jahr 2012 erstmals bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (
Urk.
7/7). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, führte daraufhin Abklärungen zu den erwerblichen und den gesundheitlichen Verhältnissen durch (vgl.
Urk.
7/10 ff.). Mit Vorbescheid vom 1
2.
April 2018 orientierte die IV-Stelle die Versicherte darüber, dass sie aufgrund ihrer Erkennt
nisse aus dem Abklärungsverfahren (vgl.
Urk.
7/28) zum Schluss gekommen sei, es bestehe kein Anspruch auf eine Rente, weswegen sie das Leistungsgesuch ab
zuweisen gedenke (
Urk.
7/29). Gegen den vorgesehenen Entscheid erhob die Ver
sicherte Einwände, was die IV
-Stelle zu weiteren Sachverhaltsabklärungen
veranlasste (
vgl.
Urk.
7/30 ff.). Namentlich
gab
die IV-Stelle eine
bidisziplinäre
(psychiatrische und rheumatologische) Begutachtung
durch
Dr.
med. A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Neurologie, und durch
Dr.
med. B._
, Fachärztin für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin
, in Auftrag
(
Urk.
7/54
).
Nach Eingang der
Expertisen
vom 2
8.
August und
2.
September 2019 unter Einschluss
einer inter
disziplinären Konsensbeurteilung der beteiligten Experten
vom 1
9.
und 2
3.
August 2019 (
Urk.
8/
68
/1-88,
Urk.
8/
69
/1-25, Urk. 7/69/26 ff.
) erhielt die
Versicherte
die Gelegenheit, zum Beweisergebnis Stellung zu nehmen (
Urk.
7/70). Trotz erstreckter Frist (
Urk.
7/75) ging in der Folge
keine Stellungnahme
ein. Nach Einholung einer
Beurteilung der Ärzte
des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD),
Dr.
med. C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und T
rauma
tologie, und
Dr.
med. D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
1.
September 2019 (
Urk.
7/81/4 f.), erliess die IV-Stelle am 3
0.
Dezember 2019 die Verfügung, mit der sie einen Anspruch
der Versicherten
auf Leistungen der Invali
denversicherung verneinte (Urk.
7/84).
Diese Verfügung blieb unan
gefochten.
1.2
Mit Eingabe vom 2
8.
August
2020 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
7/
88).
Mit Schreiben vom 10.
September 2020 gab die IV-Stelle der Versicherten die Gelegenheit, die zur Glaubhaftmachung einer für den Anspruch wesentlichen
Sachverhaltsänderung
erforderlichen Beweismittel einzureichen (
Urk.
7/90). In der Folge reichte die Ver
sicherte einen ärztlichen Kurzbericht von
Dr.
med. E._
, Fach
ärztin für Allgemeine Innere Medizin, vom
7.
Oktober 2020
(
Urk.
7/91)
und
Bericht
e des Universitätsspitals F._
, I
nstitut für Anästhesiologie
,
Klinik für Endo
krinologie, Diabetologie
und
Klinische Ernährung
sowie
Klinik
für
Konsiliar
psychiatrie
und Psychosomatik
,
ein (
Urk.
7/92/1-22).
Die IV-Stelle holte zu
den
eingereichten Unterlagen
eine Stellungnahme des
RAD
ein (
Urk.
7/98) und erliess am 2
5.
November 2020 den Vorbescheid, mit dem sie die Versicherte darüber in Kenntnis setzte, sie werde voraussichtlich auf die Neuanmeldung nicht eintreten (
Urk.
7/99). Mit
einer weiteren Stellungnahme
von
Dr.
E._
vom
4.
Dezember 2020 und den
zusätzlichen
Berichten des
Zentrums
G._
vom 1
1.
Mai 2020 und des F._
, Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische
Ernährung, vom 2
5.
August 2020
gingen bei der IV-Stelle weitere ärztliche Unterlagen ein (
Urk.
7/104/1-14).
Mit E
ingabe
vom 11.
Januar 2021 erfolgten durch die Versicherte förmliche Einwände gegen den
mit dem Vorbescheid in Aussicht gestellten Entscheid (
Urk.
7/105 f.).
Mit Ver
fügung vom 1
6.
Februar 2021
trat
die IV-Stelle
auf das Begehren nicht ein
(
Urk.
2 =
Urk.
7/114).
2.
Gegen die Verfügung vom 1
6.
Februar 2021 erhob die Versicherte mit Eingabe vom 1
9.
März 2021 Beschwerde
(
Urk.
1). Sie beantragte
, es sei ihr in Aufhebung des angefochtenen Entscheides eine ganze Rente zuzusprechen; eventualiter sei die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen. Ferner ersuchte die Versicherte um Gewährung
der
unentgeltliche
n
Prozess
führung und um die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters
(
Urk.
1
S. 2 u. S. 5
f.
).
Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort
vom 1
0.
Juni 2021
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Davon wurde der Versicherten mit gerichtlicher Verfügung vom 2
5.
Juni 2021 Kenntnis gegeben. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wurde bewilligt, dasjenige betreffend Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes abgewiesen (
Urk.
9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Erwerbsunfähigkeit ist gemäss Art. 7 des Bundesgesetzes über d
en
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu
mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver
lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Abs. 1). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähig
keit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG)
.
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Gemäss Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
muss
mit einer Neuanmeldung glaubhaft gemacht werden, dass sich der
Invaliditätsgrad anspruchsrelevant verändert hat. Der versicherten Person kommt ausnahmsweise eine Beweisführungslast zu (vgl. BGE 130 V 64 E. 5.2.5). Die
Ein
tretensvoraussetzung
des Glaubhaftmachens soll verhindern, dass sich die Ver
waltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründeten, mithin keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1). Dies gilt auch für eine erneute Anmeldung nach einer vorangegangenen, aber befristeten
Rentenzusprache
(BGE 133 V 263 E. 6.1; siehe auch Frey/
Mosimann
/Bollinger [Hrsg.], AHVG/IVG Kommentar, 2018,
Mosimann
, N 20 zu Art. 17 ATSG).
Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht dahingehend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes Anspruchselement betreffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen Leistungs
abweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Per
son zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem gesamten für die Rentenberechtigung erheblichen Tatsachenspektrum glaubwürdig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungsbegehren einzu
treten und es in tatsächlicher (wie selbstverständlich auch in rechtlicher) Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2).
Ist die Änderung nicht glaubhaft gemacht, wird auf das Revisionsgesuch oder die erneute Anmeldung nicht eingetreten (BGE 133 V 64 E. 5.2.5). Dabei wird die Verwaltung unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen. Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Behandlung der
Eintretensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn d
ie Verwaltung gestützt auf Art. 87 Abs.
3 IVV
Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt
(BGE 109 V 108 E. 2b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
2.1.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung aus, die P
rüfung der
Neuanmeldung
und der dazu eingereichten Unterlagen habe ergeben, dass
nicht von einer Veränderung der massgeblichen Verhältnisse auszugehen sei. Die
vorgelegten ärztlichen Berichte seien bereits
zuvor
bekannt gewesen. Auf das erneute Gesuch sei somit nicht einzutreten (
Urk.
2 S. 1).
2.1.2
In der Vernehmlassung ergänzte die Beschwerdegegnerin,
Grundlage der Ver
fügung vom 3
0.
Dezember 2019 sei die
bidisziplinäre
Expertise der
Dres
.
A._
und
B._
gewesen. Die nunmehr vorgelegten Berichte zeigten keinerlei Veränderung des gesundheitlichen Zustandes seither auf.
Die von den Ärzten des F._
erwähnten chronischen
muskuloskelettalen
Beschwerden seien Folge einer Haltungsinsuffizienz, die bereits im Zeitpunkt der Begutachtung durch die
Dres
.
A._
und
B._
manifest gewesen s
ei. Die in den Berichten des F._
ebenfalls erwähnten Beschwerden
endokrinologischer
Art seien Folge mangelnder Compliance bei der Behandlung des seit 2016 bestehenden Diabetes mellitus als Folge des Übergewichts. Die von den Ärzte
n des
Zentrums
G._
geäusserte Kritik an der Expertise der
Dres
.
A._
und
B._
sodann
stelle eine abweichende
medizinische
Beurteilung dar, die revisionsrechtlich nicht relevant sei.
Eine
effektive
Sachverhaltsveränderung hätten
die Ärzte des
Zentrums
G._
nicht beschrieben.
Im Bericht der Klinik für
Konsiliarpsychi
atrie
und Psychosomatik des F._
schliess
lich
sei allein der Verdacht auf eine schwere depressive Episode beschrieben wor
den, die auf den Diabetes mellitus als möglicher Vulnerabilitätsfaktor zurück
geführt werde.
Eine Verdachtsdiagnose allein sei
jedoch
kein genügender Nach
weis für eine dauerhafte Gesundheitsschädigung im invalidenversicherungs
rechtlichen Sinne (
Urk.
7 S. 1 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin macht geltend,
ihr gesundheitlicher Zustand habe sich seit Erlass der Verfügung vom 3
0.
Dezember 2019 verschlechtert. Indem die Beschwerdegegnerin auf das erneute Leistungsgesuch nicht eingetreten sei, habe sie
die
gesetzliche Pflicht verletzt, den Sachverhalt vollständig abzuklären
, wozu sie aufgrund der gegebenen Verhältnisse gehalten gewesen wäre
. Die vorgelegten Berichte legten nahe, dass aufgrund der physischen und psychischen Beeinträchtigungen in der angestammten Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben sei. Da sie nie eine Berufsausbildung absolviert habe, sei sie nicht in der Lage, eine andere und angepasste Tätigkeit auszuüben. Auch die deutsche Sprache beherrsche s
ie schlecht. In der angefochtenen Verfügung sei nicht auf die Möglichkeiten der Ausübung einer anderen Tätigkeit eingegangen worden. Aus allen diesen Gründen sei es angezeigt, eine Rente zuzusprechen oder gegebenenfalls den Sachverhalt weiter abzuklären (
Urk.
1 S. 2 ff.).
3.
3.1
3.1.1
Der Verfügung vom 3
0.
Dezember 2019 lagen die Erkenntnisse der
bidisziplinären
B
egutachtung durch die
Dres
.
A._
und
B._
zu Grunde.
Der Psychiater
Dr.
A._
und die Rheumatologin und Internistin
Dr.
B._
hatten
in ihrer
interdisziplinären Konsensbeurteilung
auf der Grundlage
der
je separa
t verfassten Expertisen
, die auch eine neuropsychologische Ab
klärung
beinhaltete
n
(Urk.
8/68/1 ff.
u.
Urk.
8/69/1 ff.
,
Urk.
8/68/75 ff.),
als rheumatologische Diagnosen Handgelenks
chmerzen links bei Status nach
C
arpal
boss
(ICD-10 M
25), symptomatisch nach Unfall
am 3
1.
Mai 2012
,
und chronische
z
ervikothorakolumbale
Schmerzen primär
myofaszial
(ICD-10 M54.02) genannt und als psychiatrische Diagnosen eine chronische Schmerzstörung mit soma
tischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10 F41.2), Probleme verbunden mit Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung im Sinne von
histrionisch
akzentuierten P
ersönlichk
eitszügen (
ICD-10 Z73.1) und
spezifische (isolierte) Phobien (Spinnenphobie und Platzangst
[
ICD-10 F40.2
];
Urk.
8/
69/31
f.
).
3.
1.
2
Zu den gestellten Diagnose
n
erläuterten sie
aus
rheumatologischer Sich
t
,
beim
C
arpal
boss
handle es sich um eine Schwellung im Bereich des Übergangs de
r
Ossa
carpalia
zu den
Ossa
metacarpalia
II oder III. Die tumorartige Vorwölbung entstehe durch knöcherne Anbauten, wobei sich eine
pseudoarthrotische
Über
brückung ausbilden könne. In den meisten Fällen sei der
Carpal
boss
asympto
matisch. Infolge von Sport oder durch Traumata könne das Leiden allerdings symptomatisch werden. Differenzialdiagnostisch hätten eine Arth
rose im Hand
gelenk, entzündlich
-rheumatische Veränderungen, Frakturen oder Bänderrisse als Ursache der Beschwerden ausgeschlossen werden können. Die wahrscheinlichste Ursache für die Beschwerden sei der
Carpal
boss
.
Darüber hinaus lägen bei der Beschwerdeführerin altersentsprechende Veränderungen an der Hals- und der Lendenwirbelsäule vor, ohne dass diese die in der Untersuchung objektivierbaren Bewegungseinschränkungen und muskulären
Dysbalancen
erklären könnten. Hinweise für eine Neurokompression hätten weder die MRI-Untersuchung der Hals- noch diejenige der Lendenwirbelsäule gezeigt. Hingegen
hätten
sich
Hin
weise für ein
aggravatorisches
Verhalt
en
ergeben
. In der Untersuchung sei die Beweglic
hkeit im Handgelenk vollständig
aufgehoben gewesen, dennoch habe sich die Beschwerdeführerin mit den
Händen
in Dorsalextension
auf der Unter
suchungsliege
abstützen können. Bei der Untersuchung des Rückens sei in erheb
lichem Ausmass eine Bewegungseinschränkung demonstriert worden, die in Kenntnis der objektiven Untersuchungsbefunde ni
cht erklärbar gewesen sei (Urk.
8/69/21 u. 27 f.).
3.
1.
3
Aus psychiatrischer Sicht h
ielten die Gutachter fest, sowohl aufgrund der medizinischen
Vorakten
als auch aufgrund der anlässlich der Begutachtung er
hobenen Befunde zeige sich, dass bei der Beschwerdeführerin klinisch ein sub
jektives Schmerzsyndrom bestehe. Sie erlebe sich dadurch insuffizient und im Selbstwertgefühl reduziert. Aufgrund der von der Beschwerdeführerin angegebenen körperlichen Schmerzen und Missempfindungen, der beklagten Intensität u
nd
der nicht ausreichenden Erklärbarkeit durch ein somatisches Korrelat sei gemäss den Kriterien nach ICD-10 eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren zu diagnostizieren (F45.41)
. Die differentialdiagnostisch erwogene Diagnose einer anhaltenden Sch
merzstörung gemäss ICD-10 F45.4
könne nicht gestellt werden. Insbesondere fehle es bei der
Beschwerdeführerin
an der für die Diagnose erforderliche
n
andauernden
Darbietung körperlicher
Symptome in Verbindung
mit hartnäckig
en Forderungen nach medizinischen Untersuchungen trotz wiederholter negativer Ergebnisse und der Versicherung der Ärzte, dass die Symptome nicht körperlich begründbar seien. Es lasse sich
auch kein andauernder, schwerer und quälender Schmerz ob
jektivieren, der durch einen physiologischen Prozess oder eine körperliche Störung nicht vollständig erklärt werden könne. Ebenso wenig lägen gravierende emotionale Konflikte oder psychosoziale Belastungen vor, die schwerwiegend genug seien
,
um als entscheidende ursächliche Faktoren gelten zu können.
Auf
grund des Gang- und Bewegungsbildes in unbeobachteten Momenten, aufgrund von demonstrativen Positionswechseln während der Untersuchung und dem gleichzeitigen Fehlen von entlastenden Köperbewegungen lägen Anzeichen für zumindest eine Symptomausweitung vor. Die geklagte Intensität der Beschwerden, seit Jahren zwischen 8-9/10 auf der
visuellen Analogskala (
VAS
)
angegeben
,
sei objektiv nicht nachvollziehbar und auch mit der im Jahr 2017 unternommenen Reise nach Ghana nicht vereinbar. Sodann befinde sich die Beschwerdeführerin weder in einer schmerztherapeutischen noch in einer psychotherapeutischen Behandlung. Ein erheblicher Leidensdruck müsse vor diesem Hintergrund verneint werden
.
Die
akzentuierten Persönlichkeitszüge begründeten als sogenannte Z-Diagnose aus versicherungsmedizinischer Sicht keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. Des Weiteren sei zu beachten, dass hinsichtlich der geklagten depressiven Symptome und der geschilderten Ängste weder die Hauptsymptome für die Diagnose einer Depression vorhanden seien noch die Ängste
ein Ausmass
erreichte
n,
um von einer Angststörung ausgehen zu können, weswegen die Diagnose Angst und de
pressive Störung gemischt zu stellen sei. Vorhanden seien
sodann
isolierte
Phobien
in der Form einer Angst vor Spinnen und in
der
Form einer P
latzangst
(
Urk.
8/69/
28-31
).
3.
1.
4
Insgesamt gelangten die Gutachter zum Schluss,
weder aus rheumatologischer noch aus psychiatrischer Sicht seien die Untersuchungsergebnisse valide gewesen.
Die Präsentation einer vollständigen Behinderung ohne die Möglichkeit der Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit stehe nicht im Einklang mit der Ver
haltensbeobachtung und den erhobenen Befunden. Die erhobenen Befunde ergäben bei kritischer Würdigung ein in sich unschlüssiges,
inkonsistentes Bild. Bezüglich
beider untersuchten Fachgebiete lasse sich
im Ergebnis
keine Arbeits
unfähigkeit begründen (
Urk.
8/69/32 f.).
3.2
Nach Eingang der Expertise von
Dr.
A._
und
Dr.
B._
legte die
Beschwerdegegnerin
diese
den Ärzten des RAD,
Dr.
C._
und
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
vor. Diese hielten am 11.
September 2019 fest, das umfangreiche Gutach
t
en sei unter vollständiger Würdigung der vorhanden medizinischen Akten
,
nach ausführlicher Anamneseerhebung,
nach
genauem Eingehen auf die geschilderten Beschwerden und
gestützt auf eine umfassende
Untersuchung
verfasst
worden.
Die Gutachter seien nach ausführlicher fachspezifischer Diskussion in einer interdisziplinären Zusammenfassung zu plausiblen Diagnosen und nachvollziehbaren Schluss
folgerungen hinsichtlich der bestehenden Leistungsfähigkeit der Beschwerde
führerin gelangt. Auf das Gutachten könne abgestellt werden, was konkret bedeute, dass einerseits in Bestätigung der bisherigen Aktenbeurteilung
kein die Arbeitsfähigkeit einschränkende
r
somatischer Gesundheitsschaden vorliege, aber auch aus den psychischen Leiden keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resultiere (
Urk.
8/81/5). Diese Einschätzung teilte die Beschwerdegegnerin in der Folge in ihrer Verfügung vom 3
0.
Dezember 2019 indem sie festhielt, es lägen keine Befunde und Diagnosen vor,
die eine länger dauernde oder dauerhafte Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit begründeten. Es liege demnach kein invalidisierender Gesundheitsschaden vor (
Urk.
8/84/2).
3.3
3.3.1
Nach erfolgter Neuanmeldung (
Urk.
8/88) und Aufforderung durch die Beschwerdegegnerin (
Urk.
8/90) reichte die Beschwerdeführerin die Stellung
nahm
e
von
Dr.
E._
vom
7.
Ok
tober 2020 ein, in welcher die Ärztin
aus
führte, sie betreue die Beschwerdeführerin seit März 2020 als Hausärztin. Auf
grund der chronischen Schmerzsituation habe sie eine Überweisung der Beschwerdeführerin
ans Schmerzambulatorium des F._
getätigt
. Sodann leide die Beschwerdeführerin unter einem schwer einstellbaren Diabetes mellitus. Dies
bezüglich sei die Überweisung an die K
linik für Endokrinologie des F._
erfolgt.
Schliesslich werde die Beschwerdeführerin a
uch regelmässig im
Zentrum
G._
psychotherapeutisch betreut.
Über die
Zeit
vor
März 2020
könn
t
e
n
keine Angaben
gemacht werden (
Urk.
8/91)
.
Am
4.
Dezember 2020 hielt
Dr.
E._
fest, die Behandlung durch die Ärzte des Schmerzambulatoriums und durch diejenigen der K
linik für Endokrinologie des F._
daure an, ebenso die psychotherapeuti
sche Behandlung im
Zentrum
G._
(
Urk.
8/104/1).
3.3.2
Die Ärzte des
Schmerzambulatoriums des
Institutes für Anästhesiologie
am F._
, die die Beschwerdeführerin schmerztherapeutisch behandeln, berichteten
am 25.
August 2020, die Beschwerdeführerin leide unter chronischen sekundären
muskuloskelettalen
Schmerzen (ICD-11 MG30.3) mit/bei
chronischem
zervikothorakalem
Schmerzsyndrom,
lumbovertebralem
Schmerzsyndrom und chronischen Handgelenksschmerzen.
Die geklagten
Beschwerden seien als sekun
däre
muskuloskelettale
Schmerzen im Rahmen einer jahrelangen Haltungs
insuffizienz und daraus entstandener Fehlbelastung und Schonhaltung zu inter
pretieren.
Die Wiederaufnahme einer physiotherapeutischen Behandlung sei an
gezeigt. Bei deutlicher Schmerzausweitung mit Hyperalgesie werde mit einer
topischen
Anwendung von
Lidocain
zur
Schmerzmodulierung
begonnen. Im An
schluss könne mit einem TEN
S
-Gerät die weitere
Detonisierung
und Modulierung erfolgen.
Auch e
ine schmerzmodulier
e
nde und gleichzeitig schlafanstossende Therapie mit nicht retardierendem
Surmontil
zur Nacht sei angezeigt
(
Urk.
8/104/
5 f.
).
A
m
9.
September 2020
berichteten die Ärzte des
Schmerzambulatoriums
, die Beschwerdeführerin habe nach der Einnahme des schmerzdistanzierenden Medikaments
Surmontil
Palpationen verspürt, so dass sie es nach hausärztlicher Rücksprache sistiert habe. Nunmehr sei die Beschwerdeführerin in der Anwen
dung des TENS-Gerätes instruiert worden, um eine weitere
Detonisierun
g
der Muskulatur zu erreichen. E
in
entsprechendes
Leihgerät sei zur Anwendung zu Hause mitgegeben worden. Im Falle eines positiven Effektes könnte eine Verordnung für ein eigenes Gerät ausgestellt werden (
Urk.
8/92/5).
Am 2
9.
September 2020 berichteten die Ärzte des Schmerzambulatoriums
,
mittlerweile habe die Beschwerdeführerin
über die Testphase mit dem TEN
S
-Gerät
berichtet. S
ie habe dieses anwenden können und habe dadurch jeweils zumindest kurzzeitig einen positiven Effekt bezüglich ihrer Schmerzen verspürt.
Somit werde eine Verordnung für ein eigenes Gerät ausgestellt. Des Weiteren habe die Beschwerdeführerin
geäussert
, sie habe die begonnene physiotherapeutische Behandlung unterbrechen müssen. Mit einer weiteren medikamentösen Ein
stellung ihrer Schmerzsituation, vor allem mit einer vorgängigen Austestung
intravenös verabreichter Medikamente (
Ketamin
,
Lidocain
), wolle die Beschwerdeführerin
sodann
zum gegenwärtigen Zeitpunkt zuwarten. Eine weitere Verlaufskontrolle sei für November 2020 vorgesehen (
Urk.
8/92/7).
3.3.3
Die
Ärzte der Klinik für Endokrinologie
des F._
führten
im Bericht vom 25.
August 2020
aus
, die Beschwerdeführerin
sei zur Behandlung ihres
Diabetes
zugewiesen worden. Der Typ-2 Diabetes bestehe seit fünf Jahren. Bis anhin seien keine Spätkomplikationen bekannt. Das Medikament
Metformin
vertrage sie nicht besonders gut und es bestehe eine ungenügende Blutzuckerkontrolle. Da die Beschwerdeführerin übergewichtig sei (Adipositas Grad II nach WHO)
,
s
ei zur Blutzucker- und Gewichtso
ptimierung eine Behandlung mit
Semaglutid
oral begonnen worden (
Urk.
8/92/9).
Im Bericht vom 1
8.
September 2020 hielten die Ärzte der K
linik für Endokrinologie des F._
fest, die Beschwerdeführerin habe das zur Blutzucker- und Gewichtsoptimierung verordnete
Semaglutid
oral nach kurzer Zeit wieder abgesetzt.
Sie sei aber damit einverstanden, einen weiteren Versuch zu wagen. Gegebenenfalls würden die Nebenwirkungen nach Gewöhnung rasch weggehen. Inzwischen habe mittels Laboruntersuchung nachgewiesen werden können, dass bislang keine Spätkomplikationen der Diabeteserk
rankung aufgetreten seien (Urk.
8/92/13).
3.3.4
Am 1
1.
Mai 2020 nahmen med. pract. H._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie
Dr.
phil.
klin
. psych. I._
, Klinische Psychologie,
vom
Zentrum
G._
Stellung zur psychiatrischen Begut
achtung durch
Dr.
A._
. Sie hielten fest, die Untersuchung habe nicht in
deutscher
Sprache mit
Dolmetscher
stattgefunden, sondern auf Englisch.
Gleich
wohl
habe die Beschwerdeführerin
aber
vieles nicht verstanden. Damit sei das Gutachten
von
v
ornherein nicht verwertbar. Sodann sei festzustellen, dass es dem Gutachter nicht um eine objektive Untersuchung gegangen sei, sondern um Spitz
findigkeiten, was bei
diesem Gutachter bekannt sei. D
azu passe die ausschliess
liche Nennung
des wesentlich
leichteren Unfalles aus dem Jahr 2012 (Hand ein
geklemmt)
unter
Vernachlässigung des Unfalles aus dem Jahr 2007 (Ausrutschen vor dem Briefkasten) mit nachfolgend starken Schmerzen im Bereich der H
a
l
s
wirbelsäule.
Die
Befunde
seien o
berflächlich aufgenommen worden. Der psycho
pathologische Befund laute wie folgt: Die Beschwerdeführerin sei bewusstseins
klar und allseits orientiert, in der emotionellen Kontaktaufnahme abwartend, sachlich und aktiv im Spontanverhalten. Die Stimmung sei depressiv-resigniert, affektiv sei die Beschwerdeführerin kontrollier
t und im Gespräch sei sie mit
teilungsaktiv. Es bestehe eine kognitive Verlangsamung betreffend Aufmerk
samkeit, Konzentration, Merkfähigkeit und Gedächtnis. Es bestehe auch eine deutliche
Vergesslichkeit. Anhaltspunkte für psychotische Erlebnisweisen (Wahn, Wahrnehmungs- oder Ich-Störungen) lägen nicht vor und es bestünden auch keine Anzeichen für eine Suizidalität. Psychiatrisch sei die Diagnose einer An
passungsstörung zu stellen (ICD-10 F43.2). Die Beschwerdeführerin sei nicht mehr in der Lage, den Alltag selbständig zu bewältigen. Sämtliche Pflichten würden vom 18-jährigen Sohn erledigt (Waschen, Kochen, Einkaufen, Putzen). Insgesamt sei die Expertise von
Dr.
A._
oberflächlich,
selektiv und unter Vernachlässigung der tatsächlichen Möglichkeiten der Beschwerdeführerin ausgefallen (
Urk.
8/92/17 f
f
.).
4.
4.1
Ausgangspunkt für die Beurteilung der hier massgeblichen Frage, ob eine wesentliche Tatsachenänderung seit Erlass der Verfügung vom 3
0.
Dezember 2019 (vgl.
Urk.
8/84) glaubhaft gemacht wurde, ist der jenem Entscheid zu Grunde gelegte Sachverhalt. Die
Verfügung vom
3
0.
Dezember 2019
bli
e
b unan
gefochten und ist in Rechtskraft erwachsen.
Die beschwerdeweise geltend gemachten Mängel an der
Sachverhaltsa
bklärung
v
or Erlass der Verfügung vom 30.
Dezember 2019
respektive
am seinerzeitigen Entscheid sind
verspätet.
Auf die betreffenden Rügen in der Beschwerdeschrift ist demnach nicht einzugehen. Ebenso wenig
sind
die kritischen Äusserun
gen der Ärzte des
Zentrums
G._
zur Expertise von
Dr.
A._
in diesem Verfahren
zu
prüfen
.
Vorbehalten
sind
die
gesetzlich
vorgesehenen
Rückkommensgründe
der prozessualen Revision oder der Wiedererwägung im Sinne von
Art.
53 ATSG. Entsprechende Gesuche sind an die verfügende Behörde zu richten.
Hier
zu prüfen ist allein, ob mit der Neuanmeldung
eine seit
dem
Erlass der Verfügung vom
3
0.
Dezember 2019
eingetretene Sachverhaltsänderung glaubhaft gemacht wurde.
4.2
Die
chronischen
muskuloskelettalen
Schmerzen mit
zervikothorakalem
Schmerzsyndrom,
lumbovertebralem
Schmerzsyndrom und chronischen Hand
gelenksschmerzen über deren schmerztherapeutische Behandlung die
Ärzte
des Schmerzambulatoriums des F._
berichteten
(
Urk.
8/92/1-7)
,
waren bei Erlass der Verfügung vom 3
0.
Dezember 2019 bereits manifest
und wurden bei der Ab
klärung der gesundheitlichen Verhältnisse v
or Erlass der Verfügung vom 30.
Dezember 2019 berücksichtigt
. Die rheumatologische Expertin
Dr.
B._
äussert
e
sich ausführlich hierzu
in ihrem Gutachten vom 2
8.
August 2019
(
Urk.
8/69/17 ff.
). Im Unterschied zu damals
(vgl.
Urk.
8/69/
14)
findet
inzwischen eine
spezifisch
schmerztherapeutische Behandlung
durch die Ärzte des
Schmerzambulatoriums des F._
statt
, worüber diese in ihren Berichten
informier
t
en
(
Urk.
8/92/
5
). Dass sich das Leiden
jedoch
seit der letzten Sach
verhaltsbeurteilung
qualitativ
ver
ändert
hat, ergibt sich aus den Bericht
en
der Ärzte des Schmerzambulatoriums nicht.
4.3
Die Ärzte der K
linik für Endokrinologie des F._
behandeln die Folgen der Diabeteserkrankung der Beschwerdeführerin (
Urk.
8/92/
8-16
).
Die Erkrankung selber besteht seit mehreren Jahren (
Urk.
8/92/9) und fand in den
anlässlich der
Erstbeurteilung eingeholten Arztberichten berei
ts Erwähnung (
Urk.
8/52/2, Urk.
8/52/5,
Urk.
8/52/16 u. 19). Ein neues, seit Erlass d
er Verfügung vom 30.
November 2019 aufgetretenes Krankheitsbild liegt somit nicht vor
; ins
besondere sind keine Spätkomplikationen der
Diabeteserkrankung
bekannt (
Urk.
8/92/13)
.
Hinzu kommt, dass weder seinerzeit noch in den aktuel
len Berichten der Ärzte des F._
in diesem Zusammenhang eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit attestiert wurde.
4.4
Aus psychiatrischer Sicht hatten die Experten
Dr.
A._
und
Dr.
B._
gestützt auf ihre Konsensbeurteilung vom 1
9.
und 2
3.
August 2019 nebst der Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
als Diagnose
Angst und depressive Störung gemischt genannt
(
Urk.
8/69/31), dies nach Würdigung der
Befunde (
Urk.
8/69/
30 f.),
die
Dr.
A._
anlässlich seiner Untersuchung der Beschwerdeführer
in
erhoben hatte (
Urk.
8/68/45 ff. u. 55 ff.). Inwiefern sich daran auf Dauer etwas geändert hat, erhellt
aufgrund der nicht wesentlich verändert beschriebenen
Befunde
im
Bericht von med.
pract
.
H._
und
Dr.
phil.
I._
nicht. Die abweichend von den Gutachtern
Dr.
A._
und
Dr.
B._
gestellte Diagnose einer Anpassungsstörung stellt vor diesem Hintergrund ledig
lich
eine
andere
Beurteilung
des
an sich unveränderten Sachverhaltes dar, was revisionsrechtlich nicht von Bedeutung ist.
Auch die von den Ärzten der Klinik für
Konsiliarpsychiatrie
und Psychosomatik
des F._
in deren
Bericht erwähnte Verdachtsdiagnose einer schweren depressiven Episode mit psychotischen Symptomen vermag eine für den Anspruch wesentliche Änderung des Gesund
heitszustandes nicht hinreichend glaubhaft zu machen. Die Verdachtsdiagnose fusst
einzig
auf ei
ner Notfallkonsultation vom 19.
August 202
0.
Anlass
hierzu
gaben einmalig
aufgetretene
akustische Halluzinationen.
Auch im Übrigen
erho
ben die Ärzte keine schwerwiegenden Befunde
,
und es
ergab sich weder eine Fremd- noch eine Eigengefährdung
.
Eine weitere ärztliche
Intervention
zog die Notfallkonsultation
sodann
nicht
nach sich
(Urk.
8/92/20 f.).
4.5
Zusammenfassend ergibt sich, dass
die Beschwerdegegnerin bei Erlass der ange
fochtenen Verfügung richti
gerweise zum Schluss gelangte
, dass eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse seit Erlass der Verfügung vom 3
0.
Dezember 2019 nicht hinreichend dargetan worden sei, was zur Folge habe,
dass auf die Neuanmeldung vom 3
1.
August 2020 n
icht einzutreten sei (vgl. Urk.
2 S. 1). Unter diesen Gesichtspunkten erweist sich die gegen die Verfügung vom 1
6.
Februar 2021 erhobene Beschwerde als unbegründet und
sie
ist abzu
weisen.
5.
Gemäss
Art.
61
lit
.
f
bis
ATSG
in Verbindung mit
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festgesetzt. Vorliegend erweist si
ch eine Kostenpauschale von Fr.
700
.-- als angemessen. Ausgangsgemäss sind die Kosten
der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Die Beschwerdeführerin ist auf
§
16
Abs.
4
des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht (
GSVGer
)
hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Gerichtskosten verpflichtet werden kann, sofern sie dazu in der Lage ist.