Decision ID: f26890ca-f10d-4023-9158-d8cc3ed0d744
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 19
76
,
angelernte Fahrrad- und
Motorfahrradre
parateurin
, war seit November 1996 als Mitarbeiterin Zustellung bei der
Y._
tätig, seit April 2004 mit einem Pensum von 50 % (vgl.
Urk.
7/20;
Urk.
7/30). Daneben führte sie eine eigene Velowerkstatt im Umfang von etwa 20
% (vgl.
Urk.
7/20
Ziff.
5.5).
Unter Hinweis auf
psychische B
e
schwerden
meldete sich die Versicherte am 2
8.
Juli 2009 bei der Invalidenversi
cherung zum
Leistungsbezug an (Urk. 7/20). Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
,
IV-Stelle,
sprach ihr mit
Verfügung
en
vom 1
0.
Dezember 2010
und 11.
Januar 2011
bei einem Invaliditätsgrad von 65 % eine
Dreiviertelsrente
ab
1.
Juli 2010 zu (
Urk. 7/47-49
).
1.2
Am
2
1.
Mai 2013 meldete sich die Versicherte wegen Problemen am Arbeits
platz telefonisch bei der IV-Stelle; in der Folge leitete die IV-Stelle ein
Revisi
onsverfahren
ein (vgl. Urk. 7/50;
Urk.
7/52). Vom
1.
Januar 2014 bis 3
0.
Juni 2014 wurde die Versicherte im Rahmen eines Job Coachings betreut (vgl.
Urk.
7/63). Nach einem erfolgreichen Arbeitstraining wurde sie ab dem
1.
Juli 2014
bei der Maschinenfabrik
Z._
AG mit einem Pensum von 60 % in der
Rei
nigung angestellt (vgl. Abschlussbericht,
Urk.
7/73, sowie Einsatzvertrag,
Urk.
7/74).
Die IV-Stelle hob nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/79
;
Urk.
7/81
)
mit Verfügung vom
7.
November 2014
die bisher ausge
richtete Rente auf
(
Urk. 7/85
=
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am
5.
Dezember 2014
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
7.
November 2014
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und der Invaliditätsgrad sei nach den tatsächlichen und aktuellen Einnahmen zu be
rech
nen (
Urk.
1 S. 2 Mitte). In prozessualer Hinsicht ersuchte die Versicherte um Ge
währung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 1 S. 2 Mitte), machte indes
sen innert angesetzter Frist (vgl.
Urk.
4) keine Angaben zu ihrer finanziellen Situa
tion. Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
Januar 2015 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin reichte mit Ein
gabe vom 2
9.
Januar 2015 (
Urk.
8) einen aktuellen medizinischen Bericht ins Recht
(
Urk.
9).
Diese Eingaben wurden der jeweiligen Gegenpartei am 1
3.
April 2015 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
11).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die
massgebenden
rechtlichen Grundlagen, insbesondere betreffend die
Invalidi
tätsbemessung
(Art. 16
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts,
ATSG) und den Rentenanspruch (Art. 28
des Bundes
ge
setzes über die Invalidenversicherung,
IVG), sind im angefochtenen Entscheid zu
treffend wiedergegeben (Urk. 2 S. 1). Darauf kann, mit den nach
stehenden Ergän
zungen, verwiesen werden.
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG
).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
säch
lichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Ren
tenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
des
gerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. Augus
t 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszu
stan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im
Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung
einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte
rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, wel
che
oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit
rechts
konformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundes
ge
richts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
te
n
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a,
122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Strittig
und zu prüfen
ist, ob
die Beschwerdegegnerin die bisherige
Dreiviertels
rente
der Beschwerdefüh
rerin zu Recht aufgehoben hat
.
Für die Beurteilung der Frage, ob eine anspruchserhebliche Änderung eingetreten ist, wird der Sachver
halt zur Zeit
der strittigen Einstellung der
Rente (hier: November 2014) vergli
chen mit dem Sachverhalt, wie er im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
(hier: De
zember 2010) bestanden hat.
2.2
Die Beschwerdegegnerin ging in ihrer Verfügung vom
7.
November 2014 (Urk. 2)
davon aus, dass
es der Beschwerdeführerin zumutbar sei, ein Einkom
men von
Fr.
46‘220.-- zu erzielen. Dieses Einkommen berechnete
die Beschwer
deführerin
aus dem Lohn der neuen Tätigkeit bei
der Maschinenfabrik
Z._
AG, welchen sie mit
Fr.
34‘070.-- bezifferte, und dem früheren Einkommen aus der
Velo
werk
statt
von
Fr.
12‘149.--
(S.
2
unten
).
Dazu
führte sie aus
, dass aus medi
zinischer Sicht keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausge
wiesen sei, weshalb es der Beschwerdeführerin möglich sein sollte, in ihrer
Ve
lowerk
statt
ein ähnliches Einkommen wie bei der letzten Abklärung zu erzielen (S. 3 unten).
2.3
Die Beschwerdeführerin machte
im Einwand (
Urk.
7/81) gegen d
en Vorbescheid geltend, dass das Pensum von
60 % bei der
Z._
AG das Maximum sei
, das sie gesundheitlich leisten könne. Mit diesem Job sei sie psychisch und physisch ausgelastet; es sei ihr daher nicht möglich, geregelt in
der Velowerkstatt zu ar
beiten. D
ie Werkstatt sei mehr ein Hobby, es gebe keine geregelten Öffnungs
zeiten. In der Beschwerde (
Urk.
1) führte sie an, dass sie nun einen längeren
Ar
beitsweg
habe (S. 1). Zudem beruhe der angerechnete Zusatzverdienst auf alten Zahlen; dazumal habe sie etliche Verkäufe im Bekannten- und Verwandtenkreis tätigen können (S. 2).
3.
3.1
Dr.
med.
A._
,
Facharzt für Innere Medizin
,
führte mit
Bericht vom 1
3.
August 2009
zuhanden der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
7/24/6)
aus, dass er die Beschwerdeführerin
seit rund 10 Jahren
hausärztlich betreue. Als Diagnose bestehe eine depressive Verstimmung bei Überlastungsproblematik und ein Dia
betes mellitus. Von Seiten des
Diabetes mellitus
sei die Situation
stabil und gut eingestel
lt. B
etreffend Arbeitsfähigkeit
verwies
Dr.
A._
auf
den
Psychiater
Dr.
B._
.
3.2
Am 2
9.
und 3
0.
Juli 2009 fand eine
Testdiagnostische Untersuchung
im Psychi
atrie-Zentrum
C._
statt.
Im entsprechenden Bericht vom 1
9.
August 2009 (
Urk.
7/29/4-7) wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin habe im Wechsler
In
telligenztest
für Erwachsene im Vergleich zu ihrer Altersgruppe mit Gesamt-IQ von 70-82 ein unterdurchschnittliches Ergebnis erzielt.
Die diagnostischen Kri
terien einer leichten Intelligenzminderung nach ICD-10 seien nicht gegeben. Die
berichteten Konzentrationsschwierigkeiten und die langsame Arbeitsweise hätten
sich auch testdiagnostisch abgebildet
. Arbeitsgedächtnis und
Arbeitsge
schwin
dig
keit
seien reduziert, ebenso die spontane Flexibilität. Hirnorganisch deuteten diese Befunde auf eine leichte frontalbetonte Dysfunktion hin
(S. 3).
Die Be
schwerdeführerin sei zweifellos weniger belastbar als dies ihre Alters
gruppe im Durchschnitt sei. Ihr Arbeitstempo sei langsam und ihre Konzentra
tion ein
ge
schränkt. Wenn sie mehrere Informationen gleichzeitig verarbeiten müsse, falle die Leistung ab und es gebe Flüchtigkeitsfehler. Unter Druck zeig
ten sich die
Defizite deutlicher. Günstig für sie sei ein Arbeitsumfeld mit gerin
gem Leistungs
druck, einfacheren Routineabläufen, wenig Störungen und viel Spielraum für ihr eigenes Tempo (S. 4).
3.3
Dr.
med.
B._
,
Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie,
nannte im
Bericht
vom 2
8.
August 2009
zuhanden der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
7/29/1-3)
folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die A
rbeitsfähigkeit
(
Ziff.
1.1):
leichte Intelligenzminderung
, IQ 70-80
Persönlichkeit
mit emotional instabilen Zügen
rezidivi
erende depressive Verstimmungen
Überforderung in psychosozialem Rahmen (gesteigerte Leistungsanf
orde
rungen seitens Arbeitgeber)
Dr.
B._
gab an, v
on Sommer 2009 bis auf
weiteres
bestehe
in der bisherigen Tätigkeit als Postzustell-Angestellte
eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
1.6).
Die Beschwerdeführerin sei i
n geschützter Umgebung mit gut strukturierten Auf
gaben beschrä
nkt leistungsfähig. S
eit der A
rbeitgeber
die
Leistungsanfor
de
rung
en
gesteigert habe, sei
sie
unter Druck massiv verunsichert und nicht mehr zu
ver
lässig einsatzfähig (Ziff. 1.4).
Als Einschränkungen nannte er
ver
langsamtes
Denken, mangelnde Flexibilität und
Anpassungsfähigkeit, fordernde Hilflo
sig
keit und emotionale Labilität. D
ie bisherige Tätigkeit sei
der Beschwer
deführerin
aus medizinisc
her Sicht nicht mehr zumutbar. E
ine
behinderungsan
gepasste
Tätigkeit in geschütztem Rahmen in der
Anlehrtätigkeit
als
Velorepa
rateurin
sei zu 50 % möglich (
Ziff.
1.7). E
ine berufliche Neuorientierung sei nö
tig (
Ziff.
1.9)
.
3.
4
Dem
Bericht vom 2
7.
August 20
10
über die
A
bklärung
der beeinträchtigten Ar
beitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (
Urk.
7/36) ist eine
Qualifikation
der Be
schwerdeführerin
als
80 % A
ngestellt
e
und 20 %
Selbständigerwerbende
zu ent
nehmen
(S. 3
Ziff.
2.5)
.
Im Bereich der selbständigen Erwerbstätigkeit
wurde
keine
gesundheitsbedingte
Einschränkung
festgestellt. Das
Valideneinkommen
aus der selbständigen Erwerbstätigkeit
von Fr. 11‘745.-- wurde aufgrund der
Ein
kommen
der Jahre
2006-2008 (
im Jahr
2009
war der Gewinn
gesundheits
be
dingt
etwa
30 % tiefer) von
durchschnittlich
Fr.
11‘160
.--
zuzüglich
AHV-Bei
träge von
Fr.
585
.--
festgelegt
(
S. 5
Ziff.
3.7)
.
3.
5
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.1)
gab im
Bericht vom 1
9.
Juni 2013
zuhanden der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/53/6) an, die
Beschwerdeführerin
leide seit vielen Jahren an einer depressiven Verstimmung, einem Diabetes mellitus sowie einer Hi
rnleistungsschwäche (
Ziff.
1.4).
B
etreffend
Arbeitsfähigkeit verwies er auf Dr.
B._
(
Ziff.
1.6)
.
3.
6
Dr.
B._
(vorstehend E.
3.
3
)
gab am
9.
August 2013 zuhanden der
Beschwer
de
gegnerin
(Urk. 7/56)
telefonisch
an, dass
er den Arztbericht nicht ausfüllen könne, da
er die Beschwerdeführerin
seit dem
5.
September 2009 nicht mehr gesehen habe.
3.
7
Lic
. phil. I
D._
, Fachp
sychologe für Psychotherapie
,
nannt
e im Bericht vom 2
2.
Dezember 2014
zuhanden der Beschwerdeführerin
(
Urk.
9)
– in Ab
sprache mit
Dr.
B._
–
folgende Diagnosen (S. 1):
leichte Intelligenzminderung (IQ 70-80)
Persönlichkeit mit emotional instabilen Zügen
rezidivierende depressive Verstimmung
Überforderung im psychosozialen Kontext
Der Psychologe
D._
führte aus, die Beschwerdeführerin habe sich seit 1996 in verschiedenen Behandlungsabschnitten in
der Praxisgemeinschaft in psy
cho
therapeutischer Behandlung befunden, zuletzt vom 2
7.
September 2013 bis 2
4.
Jul
i 201
4.
Es hätten sich keine diagnostisch relevanten neuen Gesichts
punkte ergeben (S. 1). Die Beschwerdeführerin sei mit reduziertem Pensum (zu
nächst 50 %) bei der Firma
Z._
angestellt. Die Klärung der Arbeitssituation habe
zu einer deutlichen psychischen Stabilisierung geführt. Arbeitspensum, An
forderungen und Aufwand für den Arbeitsweg entsprächen offensichtlich recht präzis dem Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin. Eine weitere Stei
ge
rung der beruflichen Leistungsfähigkeit bezüglich zeitlichem Umfang und Belastungsniveau sei mit Zeitpunkt Juli 2014 nicht gegeben (S. 2).
4.
4.1
Die
Rentenzusprache
erfolgte im Wesentlichen gestützt auf den Bericht des be
handelnden Psychiaters
Dr.
B._
vom August 200
9.
RAD-Arzt
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt in seiner Stellungnahme vom 2
5.
November 2009
(
Urk.
7/38 S. 3) fest,
die Diagnose einer leichten Intelligenzminderung werde vom vorliegenden neuropsychologischen Bericht nicht gestützt. Auch gebe es keinen psychopathologischen Befund, der die Ableitung einer rezidivierenden depressiven Störung zulasse. Dennoch wür
den im Bericht von
Dr.
B._
und im Bericht des Psychiatrie-Zentrums
C._
psychische Beeinträchtigungen aufgrund des unterdurchschnittlichen Gesamt-IQ nachvollziehbar so dargestellt, dass von einer Arbeitsunfähigkeit von 60 %
in der bisherigen Tätigkeit
als Postzustellerin
seit dem
1.
Juli 2
0
09 ausgegangen werden könne.
In einer angepassten Tätigkeit mit insbesondere geringem Leis
tungsdruck und einfachen Routineabläufen betrage die Arbeitsfähigkeit 50 %. Aus versicherungsmedizinischer Sicht bedinge die Umsetzung der beurteilten Arbeitsfähigkeit
nicht
zwingend einen
geschützte
n Rahmen
.
Zum Einkommensvergleich anlässlich der
Rentenzusprache
ist festzuhalten, dass
sich das
Invalideneinkommen
von
Fr.
24‘675.--
aus dem Einkommen aus der Velo-Werkstatt von Fr. 11‘745
.--
(vgl. E. 3.4)
sowie einem h
ypothetischen Ein
kommen von Fr.
12‘930
.-- zusammensetzte. Letzteres
berechnete die
Beschwer
degegnerin
gestützt auf die Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statis
tik, ausgehend von
einem 30%igen Restpensum
und
unter Berücksichtigun
g ei
nes Leidensabzuges von 20 % (vgl.
Urk.
7/37).
4.2
Bei der Ren
tenaufhebung stützte sich die Beschwerdegegner
in zur Berechnung des Invalideneinkommens a
uf das aktuelle Einkommen der Beschwerdeführer
in
bei der
Z._
AG
, welches sie
– ausgehend vo
n eine
m Stundenlohn von
Fr.
26.--
und
einem
Pensum von 60 %
(vgl. Einsatzvertrag,
Urk.
7/74)
–
mit Fr.
34‘070.-- bezifferte
(vgl.
Urk.
7/77 S. 2)
.
Zusätzlich rechnete
sie
der
Be
schwerdeführerin
das früher erzielte Einkommen aus der
Velowerkstatt von
Fr.
12‘149.-- (ange
passt an die Nominallohnentwicklung) an
(vgl.
Urk.
7/77), womit sich ein
Inva
lideneinkommen
von
Fr.
46
‘
220.--
und entsprechend ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad ergab
.
4.3
Nach dem Gesagten beruhte
das Invalideneinkommen bei der
Rentenzusprache
auf einem Besch
äftigungsgrad von gesamthaft 50
%,
während
es bei der
Ren
tenaufhebung
auf einem Pensum von 80
%
basierte
.
In medizinischer Hinsicht ist festzuhalten, dass im Zeitpunkt der
Rentenaufhe
bung
kein aktueller Bericht eines Psychiaters oder Psychologen vorlag.
Der Psy
chiater
Dr.
B._
teilte
der Beschwerdegegnerin (Urk. 7/56) im August 2013 mit, dass er die Beschwerdeführerin seit dem
5.
September 2009 nicht mehr ge
sehen
habe
(vgl. E. 3.6). Vom 2
7.
September 2013 bis 2
4.
Juli 2014
befand sich d
ie Beschwerdeführerin
wieder in
psychotherapeutischer Behandlung
.
Aus d
em
im Rahmen des vorliegenden Verfahrens eingereichten
Bericht des behandeln
den Psychologen
D._
ergibt sich
im Wesentlichen
ein stationärer
Ge
sundheitszustand
; g
leichzeitig ist aber von einer
deutlichen psychischen Stabi
lisierung die Rede
(vgl. vorstehend E. 3.7)
.
Wie
bereits
Dr.
B._
im August 2009
attestierte auch der Psychologe
D._
der Beschwerdeführerin
eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit.
4.4
Dass sich die
Beschwerdegegnerin zur Berechnung des Invalideneinkommens
auf
den Lohn
bei der
Z._
AG
im aktuellen
Pensum von 60 % stützte, er
scheint richtig, zumal die
Beschwerdeführerin
bewiesen hat, dass sie dieses Pensum zu leisten vermag.
Indessen geht es nicht an,
ohne aktuellen medizini
schen Bericht davon aus
zu
gehen, dass es der
Beschwerdeführerin
neben dem 60%-Pensum bei der
Z._
AG
weiterhin möglich
sei
,
im Umfang von 20 % für die Velowerkstatt zu arbeiten und
ein vergleichbares Einkommen
wie früher
(2006-2008)
zu erzielen
.
Zu bemerken ist, dass sie gegenwärtig viel geringere Einkünfte ausweist (vgl. Urk. 7/80/4 für das Jahr 2012).
Auf den
aktuellen Bericht des behandelnden Psychologen
D._
kann
nicht ohne weiteres abgestellt werden, zumal darin
keine Befunde genannt wer
den
und die (lediglich) 50%ige Leistungsfähigkeit nicht näher begründet wird
.
Angesichts dessen
ist
eine Beurteilung der aktuellen psychischen Beeinträchti
gungen sowie deren Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit
anhand der vorlie
genden Berichte nicht möglich.
Somit ist
insbesondere
fraglich, ob die
Be
schwer
degegnerin
der Beschwerdeführerin neben dem 60%-Pensum bei der
Z._
AG auch noch ein Einkommen aus der Velowerkstatt anrechnen durfte.
4.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die
Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den
Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine
Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Be
gehren über
haupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abge
lehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrele
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
4.6
Da sich der psychische Gesundheitszustand und dessen Einfluss auf die Arbeits
fä
higkeit der Beschwerdeführerin aufgrund der Aktenlage nicht beurtei
len
lässt
,
erweist sich die vorliegende Streitsache als nicht spruchreif und bedarf weiterer ergänzender neutraler Abklärungen. Si
e ist deshalb an die
Beschwerde
gegnerin
zurückzuweisen. Diese wird ein
en psychiatrischen Bericht einzuholen haben,
wel
cher
die noch offenen Fragen beantwortet.
Gleichzeitig
hat
die
Be
schwerde
geg
nerin
das
aktuelle Einkommen der Beschwerdeführeri
n bei der
Z._
AG abzu
klären, berechnete sie das Jahreseinkommen doch aufgrund des Stunden
lohnes, ohne Berücksichtigung von Ferien (vgl.
Urk.
7/77/2).
Gestützt
auf diese Abklärungen
wird sie über den Rentenanspruch der Beschwerdeführe
rin neu zu entscheiden haben.
In diesem Sinne ist die Beschwerde in Aufhebung der an
ge
fochtenen Verfügung vom
7.
November 2014
gutzuheissen
.
5.
Die Verfahrenskosten
gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 500.-- festzusetzen und
ausgangsgemäss
der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
Damit erweist sich das Gesuch de
r Beschwerdeführerin
um unentgeltliche Prozessführung als gegenstandslos.
Da
sich
die Beschwerdeführerin
nicht vertreten liess
,
erweist sich auch
ihr
Ge
such um unentgeltliche Rechtsvertretung als gegenstandslos.