Decision ID: de60bd49-4655-4990-98a6-7fa8af504b81
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im März 2008 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum
Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Er gab an, an Morbus Bechterew zu leiden und
seit dem 18. August 2007 nicht mehr arbeitsfähig zu sein. In Z._ habe er die
Hauptschule und eine Ausbildung als Landmaschinentechniker absolviert.
A.b Die B._ AG berichtete am 13. März 2008 (IV-act. 17), dass sie dem Versicherten,
den sie seit dem 1. Mai 1995 beschäftigt habe, per Ende Mai 2008 gekündigt habe. Vor
dem Eintritt des Gesundheitsschadens sei der Versicherte als Lagermitarbeiter tätig
gewesen. Der letzte effektive Arbeitstag sei der 15. August 2007 gewesen. Am
selben Tag teilte Dr. med. C._, Arzt für Psychiatrie (Klinik E._), RAD-Ärztin Dr. med.
F._ mit, dass ein Zustand nach einer schweren depressiven Episode, gegenwärtig
remittiert, bestehe (IV-act. 7 und 19). Der Versicherte sei Schichtführer bei der B._
AG gewesen. Wegen Rückenschmerzen sei ihm ein adaptierter Arbeitsplatz in der
Abteilung „Verpackung“ zugewiesen worden. Aufgrund der Schmerzen habe er eine
schwere Depression entwickelt. Nach sechs Wochen Rehabilitation sei die Depression
remittiert und auch die Schmerzen hätten deutlich abgenommen. Aus psychiatrischer
Sicht sei der Versicherte zu 100 % arbeitsfähig. Am 31. März 2008 berichtete derselbe
Arzt, dass sich der Versicherte vom 7. Januar bis 22. Februar 2008 wegen einer
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Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (F43.21) in einer ambulanten
Rehabilitationsbehandlung in der Klinik E._ befunden habe (IV-act. 29-45 f.). Der
Versicherte habe über diverse Schmerzen geklagt, die sich auch negativ auf sein
psychisches Zustandsbild auswirkten. Obwohl er am Ende des Aufenthalts von
gleichbleibenden körperlichen Beschwerden berichtet habe, habe eine Verbesserung
seines psychischen Zustandsbildes festgestellt werden können. Aus psychiatrischer
Sicht sei der Versicherte zu 50 % arbeitsunfähig. Dr. med. G._, Allgemeine Medizin
FMH, berichtete am 5. Mai 2008 (IV-act. 29-1 ff.), dass der Versicherte bei der Arbeit
wie auch ohne körperliche Belastung über permanente Schmerzen, die seine
Beweglichkeit massiv einschränkten, klage. Ihm als Hausarzt falle es schwer, die
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit einzuschätzen. Versuchsweise sei eine
körperlich leichte Tätigkeit zu 50 % zumutbar.
A.c Am 30. September 2008 wurde der Versicherte rheumatologisch und psychiatrisch
begutachtet (Gutachten vom 29. Dezember 2008, IV-act. 51). Dr. med. H._, Facharzt
für Rheumatologie und Innere Medizin, und med. pract. I._, Fachärztin für Psychiatrie
und Psychotherapie FMH, gaben die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit an:
• Chronisches Panvertebralsyndrom bei/mit:
- Akzentuierung lumbal;
- Wirbelsäulenfehlhaltung;
- Diskushernie C5/6 ohne Neurokompression;
- Symptomausweitung mit Selbstlimitierung und Somatisierungstendenz bei
psychosozialer Problemkonstellation;
- DD entzündlicher Rückenschmerz bei Dg. 2 eher im Hintergrund;
• V. a. seronegative, HLA-B27-negative Spondarthropathie:
- Bilaterale Sacroiliitis (fragl. MRI-Befund 2005);
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- multilokuläre Dolenzen versus anamnestisch mögliche Enthesitiden;
- St. n. 4 Remicade-Infusionen ohne Effekt;
- keine humorale Entzündungsaktivität versus maximalster Schmerz;
- fehlende klinische Zeichen zur dargebotenen Einsteifung;
- Symptomausweitung i.S. Dg 1.
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten u.a. ein Tinnitus rechts, eine
undifferenzierte Somatisierungsstörung (F45.1) und Probleme in Verbindung mit
Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit (Z56). Der rheumatologische Gutachter erklärte,
dass ein organisch begründbares arbeitsmedizinisches Problem vor dem Hintergrund
der bestehenden Selbstlimitierung schwer zu umreissen sei. Bei nachgewiesener
zervikaler Diskushernie könne von einer gewissen Minderung der Belastbarkeit der
HWS für langdauernd sitzende Körperhaltungen, Arbeiten im Überkopfbereich mit
repetitiv HWS-rotierenden Stereotypien ab dem Jahr 2006 angenommen werden. Die
psychiatrische Gutachterin erklärte, dass sie keine Diagnosen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit angeben könne. Die vormals die Arbeitsfähigkeit limitierende
depressive Störung sei per März 2008 remittiert. Für das Vorliegen einer somatoformen
Schmerzstörung oder einer Hypochondrie bestünden keine Anhaltspunkte. Die
zahlreichen geschilderten und sehr diffus wirkenden Symptome entsprächen nicht dem
vollständigen und typischen klinischen Bild einer Somatisierungs-störung und würden
deshalb als undifferenzierte Somatisierungsstörung zusammengefasst. Diese und auch
die durch den Stellenverlust entstandenen, nachvollziehbaren psychosozialen
Probleme hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Die Überwindung der
Schmerzen könne dem Versicherten zugemutet werden. In bidisziplinärer Hinsicht
schätzten die Gutachter die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit wie
auch in einer körperlich mittelschweren Verweistätigkeit ohne HWS-Belastung auf 100
%.
A.d Mit Verfügung vom 23. März 2009 (IV-act. 59) wies die IV-Stelle das Gesuch um
berufliche Eingliederungsmassnahmen sowie das Rentengesuch mit der Begründung
ab, dass der Versicherte in seiner bisherigen Tätigkeit als Lagerist zu 100 %
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arbeitsfähig sei. Gegen diese Verfügung liess der Versicherte Beschwerde erheben (IV-
act. 73). Am 3. November 2009 widerrief die IV-Stelle die angefochtene Verfügung (IV-
act. 79). Das Beschwerdeverfahren wurde in der Folge abgeschrieben (IV-act. 83).
A.e Mit Verfügung vom 1. April 2010 (IV-act. 89 und 91) wurde dem Versicherten bei
einem IV-Grad von 50 % für den Zeitraum 1. August bis 31. Dezember 2008 eine
befristete halbe Rente zugesprochen. Zur Begründung führte die IV-Stelle an, dass der
Versicherte in der Zeit vom 16. August 2007 bis 13. März 2008 in sämtlichen
Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sei. Vom 14. März 2008 bis 29.
Dezember 2008 habe in einer leidensangepassten Tätigkeit eine zumutbare
Arbeitsfähigkeit von 50 % bestanden. Das Valideneinkommen setzte die IV-Stelle auf
Fr. 60‘000.-- und das Invalideneinkommen auf Fr. 30‘000.-- fest. Auch gegen diese
Verfügung liess der Versicherte Beschwerde erheben (IV-act. 95). Mit Entscheid vom 7.
Mai 2012 (IV 2010/200, IV-act. 104) hiess das kantonale Versicherungsgericht die
Beschwerde in dem Sinne gut, dass es die Sache zur weiteren Abklärung und zur
neuen Verfügung an die IV-Stelle zurückwies. Das Gericht erwog, es stehe mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der
Versicherte in der massgebenden Zeit nach Ablauf des Wartejahres (d.h. ab 1. August
2008) aus somatischer Sicht wie auch aus psychiatrischer Sicht in einer adaptierten
Erwerbstätigkeit voll arbeitsfähig gewesen sei. Allerdings habe es die IV-Stelle
unterlassen, den medizinischen Verlauf nach der Ende 2008 durchgeführten
bidisziplinären Begutachtung bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 1. April
2010 zu erheben. Zudem gehe aus den Akten hervor, dass der Versicherte bis zu
einem noch nicht genau bestimmten Zeitpunkt im Jahr 2003, eventuell 2004, entweder
als Schichtführer oder als Gruppenleiter in der Produktion gearbeitet habe. Diese
Tätigkeit habe er gemäss eigenen Angaben aus gesundheitlichen Gründen
(Rückenschmerzen, Tinnitus) aufgegeben. Falls eine Krankheit dazu geführt habe, dass
der Versicherte eine möglicherweise besser bezahlte Tätigkeit habe aufgeben müssen,
könne die zuletzt ausgeübte Arbeit im Lager nicht als Validenkarriere angesehen
werden.
A.f Dr. med. J._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, erklärte am 31. Mai 2012 (IV-
act. 110), dass sie keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit des Versicherten machen könne.
Bezüglich der Diagnosen verwies sie auf eine E-Mail vom 6. September 2011 an den
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Rechtsvertreter des Versicherten (IV-act. 110 7 ff.). Darin hatte sie angegeben, dass der
Versicherte von Januar bis April 2010 an einer anhaltenden ängstlich-depressiven
Störung, ggw. mittelschwere Ausprägung (F38.8), an einer Somatisierungsstörung
(F45.0) mit multiplen und wechselnden körperlichen Beschwerden und generalisierten
und andauernden intensiven Schmerzen und an akzentuierten ängstlich-paranoiden
Persönlichkeitszügen (Z73.1) gelitten habe. Der Gesundheitszustand sei chronifiziert.
Der Versicherte sei gedanklich stark auf seine Beschwerden, vorwiegend auf die
generalisierten Schmerzen, eingeengt. Jegliche Form der Belastung führe zu einer
Zunahme der Beschwerden sowie zu einer Intensivierung der depressiven
Symptomatik. Aktuell sei die depressive Symptomatik leicht ausgeprägt. Der Hausarzt
des Versicherten, Dr. med. G._, Allgemeine Medizin FMH, berichtete am 1. Juni 2012
über einen stationären Gesundheitszustand (IV-act. 109). Dr. C._ berichtete am 21.
Juni 2012, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten verschlechtert habe (IV-
act. 114). Als Diagnose nannte er eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradige bis schwere Episode mit somatischen Symptomen (F33.11/2). Der
Versicherte leide an einer reduzierten Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer, an einer
verlangsamten Psychomotorik und an einer raschen Ermüdbarkeit mit einem
vermehrten Erholungsbedarf. Die bisherige Tätigkeit wie auch eine adaptierte Tätigkeit
seien dem Versicherten noch zu 50 % bzw. ca. 4 bis 4.5 Stunden pro Tag zumutbar.
Eine adaptierte Tätigkeit dürfe keine sehr hohen Anforderungen an die psychische
Belastbarkeit stellen. Insbesondere Arbeiten unter vielen äusseren Reizen bzw. unter
Lärm und mit sehr hohen Anforderungen an die Konzentration seien dem Versicherten
nicht mehr zumutbar. Als adaptierte Tätigkeit komme beispielsweise eine
Fliessbandarbeit ohne Schichtarbeit in Frage.
A.g Die K._ AG (vormals B._ ag) erklärte am 26. Oktober 2012 (IV-act. 120-12),
dass der Versicherte am 1. April 2000 zum Gruppenleiter Produktion befördert worden
sei und sein monatliches Salär ab diesem Zeitpunkt Fr. 4‘200.-- zzgl. Schichtzulage
betragen habe. Am 11. August 2003 habe er in die Spedition gewechselt und ein
Einkommen von Fr. 4‘300.-- pro Monat erzielt. Hätte der Versicherte keine
gesundheitlichen Probleme gehabt und wäre er nicht in die Spedition gewechselt,
würde er heute als Gruppenleiter ca. Fr. 4‘850.-- brutto (zzgl. Fr. 1‘000.-- 4-
Schichtzulage/Fr. 500.-- 3-Schichtzulage) verdienen.
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A.h Am 19., 20. und 25. Februar sowie am 6. März 2013 wurde der Versicherte von der
Medas Zentralschweiz polydisziplinär (allgemein-internistisch, rheumatologisch,
otorhino-laryngologisch, dermatologisch und psychiatrisch) begutachtet (Gutachten
vom 29. Mai 2013, IV-act. 130). Als Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der
zumutbaren Arbeitsfähigkeit gaben die Gutachter an:
• Zervikospondylogenes Syndrom bei abgeflachter Zervikallordose und leicht bis
mässiggradiger rechtskonvexer Torsionsskoliose;
- mässige Segmentdegeneration C5/6 mit kernspintomographisch nicht neuro-
kompressiver medio-rechtslateraler Diskushernie;
• mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom (F32.10);
• Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung (F43.1);
• chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41).
Die Diagnosen ohne wesentliche Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit lauteten u.a.
(vollständige Liste siehe IV-act. 130-38 f.):
• Chronisches thorako-lumbo-iliosakrales Schmerzsyndrom;
• Innenohrschwerhörigkeit rechts;
• Tinnitus rechts;
• Schwindel unklarer Genese, wahrscheinlich unspezifischer Art;
• rezidivierende unklare Gesichtsschwellungen und Lidödeme beidseits
(anamnestisch).
Der Versicherte habe anlässlich der Begutachtung insbesondere über Schmerzen im
ganzen Körper, eine chronische Müdigkeit, eine innere Unruhe, einen Tinnitus und
Migräne geklagt. Dr. med. L._, Facharzt FMH für Rheumatologie, erklärte, dass ein
organisch nicht begründbares thorako-lumbo-iliosakrales Schmerzsyndrom im
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Vordergrund stehe, welches im Rahmen des chronifizierten, therapierefraktären
Ganzkörpersyndroms zu interpretieren sei. Er halte eine axiale Spondarthropathie als
Ursache für die Wirbelsäulenbeschwerden für sehr unwahrscheinlich. Insbesondere
seien die ASAS-Kriterien 2009 nicht erfüllt. Bis auf Dr. M._ hätten auch alle anderen
Rheumatologen die Diagnose einer Spondarthropathie für unwahrscheinlich erachtet.
Ein leichtes Kontrastmittel-Enhancement könne durchaus auch im Rahmen
degenerativer Veränderungen oder überlastungsbedingt auftreten. Aufgrund einer
isolierten Segmentdegeneration C5/C6 könnten dem Versicherten keine
ausschliesslichen körperlichen Schwerarbeiten wie auch keine ausschliesslichen bzw.
häufigen Arbeiten über Kopf mit reklinierter Halswirbelsäule zugemutet werden.
Gemäss dem Arbeitsprofil des letzten Arbeitsgebers habe der Versicherte nie schwere
Lasten heben oder transportieren und keine Überkopfarbeiten verrichten müssen. Die
angestammte Tätigkeit wie auch jede andere körperlich leichte, mittelschwere und
gelegentlich schwere Tätigkeit sei dem Versicherten unter Berücksichtigung der
vorgenannten Einschränkungen zu 100 % zumutbar. Auch retrospektiv sei in der
angestammten Tätigkeit aus rheumatologischer Sicht von einer vollen Arbeitsfähigkeit
auszugehen. Zu diesem Schluss sei auch Dr. H._ in seinem Gutachten vom 29.
Dezember 2008 gekommen. Dr. med. N._, HNO-Ärztin, hielt in ihrem Teilgutachten
fest, dass der Versicherte aus HNO-ärztlicher Sicht zu 100 % arbeitsfähig sei mit der
Einschränkung, dass er wegen des Tinnitus nicht im Lärm arbeiten dürfe und wegen
des Schwindels keine Arbeiten mit Sturzgefahr verrichten könne. Die dermatologische
Gutachterin Dr. med. O._ gab in ihrem Teilgutachten an, die Ursache der
anamnestisch rezidivierenden, zum Teil persistierenden Ödeme im Gesicht sei im
Moment nicht sicher geklärt. Im Untersuchungszeitpunkt seien sie nicht vorhanden
bzw. es seien höchstens fraglich leichte Lidschwellungen sichtbar gewesen. Die
Auswahl an Differentialdiagnosen bei Gesichtsschwellungen sei relativ gross. Aufgrund
der unklaren Diagnose könnten keine sicheren Angaben zur Prognose bezüglich der
Intensität und der Häufigkeit der Hautsymptome gemacht werden. Die Arbeitsfähigkeit
sei deshalb nur beschränkt beurteilbar. Gehe man davon aus, dass es sich um eine
Rosacea handle, sei der Versicherte durch die Hautveränderungen in der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit in der Spedition/als Staplerfahrer nicht eingeschränkt. Ob bei
einer Tätigkeit, bei welcher soziale Kontakte wichtig seien, wegen den
Gesichtsschwellungen allenfalls eine gewisse Einschränkung bestehe, müsste im
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konkreten Fall abgeklärt werden. Eine adaptierte Tätigkeit sollte eher nicht im Freien
stattfinden bzw. es sollte die Möglichkeit eines guten Sonnenschutzes bestehen. Der
psychiatrische Gutachter Dr. med. P._ hielt im psychiatrischen Teilgutachten fest, im
Alter von etwa 10 Jahren habe der Versicherte die Waffe seines Vaters genommen und
seinen 4- bis 5-jährigen Cousin unbeabsichtigt getroffen und getötet. Ein solch
schweres Trauma sei ohne professionelle Hilfe kaum zu bewältigen. Die grossen
Schuldgefühle hätten sich zu einer zunehmenden Depression entwickelt. Der
psychiatrische Gutachter gab weiter an, er habe bewusst darauf verzichtet, das
traumatisierende Erlebnis vertieft zu erheben, da dieses Ereignis den Versicherten
offensichtlich belaste und eine Konfrontation eine Retraumatisierung bewirken könnte.
Der Versicherte habe im Gespräch zudem Hinweise auf eine beginnende Dissoziation,
d.h. auf eine Abspaltung der Emotionen vom Erzählen der Geschichte, gezeigt. Aktuell
hätten sich noch Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung, wie sich
aufdrängende Erinnerungen und andauernde Gefühle von Betäubtsein und von
emotionaler Stumpfheit, gezeigt. Um die Diagnose definitiv stellen zu können, wäre
eine vertiefte Exploration mit einem professionellen Dolmetscher notwendig. Da die
Störung als solches eher gering ausgeprägt sei, dürfte sie jedoch kaum direkt, sondern
vor allem indirekt durch die Depression und die Schmerzen Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit haben. Bei der Evaluation der Depression über Depressionsskalen
hätten sich Werte im Bereich einer mittelschweren Depression ergeben. Gewisse
Symptome wie Reizbarkeit und Schlafstörungen könnten sowohl bei einer Depression
wie auch bei chronischen Schmerzen auftreten. Würden die entsprechenden
Symptome nicht mitgezählt, lägen die Werte im Bereich einer leichten Depression. Für
die Diagnose sei die klinische Beurteilung entscheidend, wo aktuell unter Behandlung
mit zwei Antidepressiva eine leichte bis mittelgradige Depression vorliege. Die
Serumspiegel zeigten, dass der Versicherte die Antidepressiva einnehme. Verglichen
mit den Vorberichten aus dem Jahr 2008 habe sich die Depression verschlechtert,
verglichen mit dem letzten Bericht von Dr. C._ etwas verbessert. Eine rezidivierende
Depression zeige typischerweise gewisse Schwankungen im Schweregrad. Für die
Beurteilung der anhaltenden Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit sei daher nicht nur
vom momentanen Schweregrad, sondern von einem durchschnittlichen Schweregrad,
d.h. in diesem Fall von einer mittelgradigen Depression, auszugehen. Im Moment sei es
eher schwierig, eine Prognose abzugeben. Der psychiatrische Gutachter erklärte
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weiter, dass die Schmerzstörung aus psychiatrischer Sicht eine gewisse
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu bewirken vermöge. Es bestünden eine
psychiatrische Komorbidität, ein mehrjähriger Krankheitsverlauf, ein sozialer Rückzug
und unbefriedigende ambulante und stationäre Behandlungsergebnisse. Eine an sich
missglückte, aber entlastende Konfliktbewältigung lasse sich zumindest als Hypothese
herausarbeiten: Dadurch, dass der Versicherte leide, könne er für seine Schuld sühnen.
Dieser Zusammenhang dürfte ihm allerdings weitgehend unbewusst sein. Die
Behandlungsoptionen seien noch nicht ausgeschöpft. Insbesondere fehle der Versuch
einer Systemtherapie und einer traumaspezifischen und lösungsorientierten
Psychotherapie. Aufgrund der Depression und der Schmerzen seien der Antrieb, die
Ausdauer, die Konzentrationsfähigkeit, das Selbstvertrauen, das Arbeitstempo und die
Kontakt- und Verkehrsfähigkeit des Versicherten beeinträchtigt. Er schlafe schlecht,
was die Regeneration erschwere und tagsüber zu einer vermehrten Müdigkeit führe.
Zurzeit sei eine Präsenzzeit von etwa 6.5 Stunden pro Tag (75 %) möglich. Die
Leistungen seien aktuell im Ausmass von etwa 40 % eingeschränkt. Zusammengefasst
könne aus psychiatrischer Sicht für die bisherige Tätigkeit als Gerätemonteur oder für
eine angepasste Tätigkeit von einer Arbeitsunfähigkeit von etwa 50 % ausgegangen
werden. Dr. C._ sei im Jahr 2008 vor allem aufgrund der damals leichten Depression
in jeglicher Tätigkeit von einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen. Weshalb er eine
für diese Diagnose relativ hohe Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bescheinigt habe,
habe er nicht dargelegt. Dr. F._ und Dr. I._ hätten im Jahr 2008 keine Depression
mehr feststellen können und die Arbeitsfähigkeit auf 100 % geschätzt. Im Jahr 2012
habe Dr. C._ eine mittelgradige bis schwere Depression diagnostiziert, so dass
seither von einer leichten Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgegangen
werden könne. Die Einschätzung von Dr. C._ habe sich ausschliesslich auf die
Depression bezogen. Aufgrund der Akten und der Anamnese könne retrospektiv keine
genaue Aussage gemacht werden, ob und wann sich der Gesundheitszustand und
damit die Arbeitsfähigkeit verändert hätten. Es sei jedoch anzunehmen, dass sich der
Gesundheitszustand seit dem Bericht von Dr. C._ vom 21. Juni 2012 gesamthaft
gesehen nicht wesentlich verändert habe, sodass die aktuelle Einschätzung ab etwa
Juni 2012 gelte. In polydisziplinärer Hinsicht erklärten die Gutachter, dass die bisherige
Tätigkeit als Maschinenführer/Lagerist/Staplerfahrer nicht mehr in Frage komme, da
diese Tätigkeit gemäss dem Versicherten enorm lärmbelastet sei resp. man für diese
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Arbeit über ein gutes Gehör verfügen müsse. In einer körperlich leichten,
mittelschweren und phasenweise auch in einer körperlich schweren Tätigkeit sei der
Versicherte aus psychiatrischer Sicht seit Juni 2012 zu 50 % arbeitsfähig, wobei die
folgenden Adaptionskriterien zu beachten seien: Keine ausschliessliche Schwerarbeit,
kein Lärm, keine Arbeiten auf Gerüsten und Leitern sowie an gefährlichen Maschinen
und keine ausschliesslich im Freien auszuübende Tätigkeiten. RAD-Arzt Dr. med. Q._
erklärte am 11. Juni 2013 sinngemäss, dass auf das Medas-Gutachten abgestellt
werden könne (IV-act. 131).
A.i Auf eine interne Anfrage hin erklärte ein Mitarbeiter des Rechtsdienstes am 17. Juni
2013 (IV-act. 134), aus den Angaben im Medas-Gutachten und in den medizinischen
Vorakten sei zu schliessen, dass es sich bei der depressiven Störung um eine
Begleiterscheinung zur Schmerzkrankheit handle. Rechtsprechungsgemäss stelle eine
mittelgradige depressive Episode keine von depressiven Verstimmungszuständen klar
unterscheidbare andauernde Depression im Sinne eines verselbständigten
Gesundheitsschadens dar, die es der betroffenen Person verunmöglichen würde, die
Folgen der Schmerzstörung zu überwinden. Im Lichte der Rechtsprechung stelle die im
Medas-Gutachten diagnostizierte mittelgradige depressive Episode keine psychische
Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer zur
Schmerzstörung dar, zumal zu berücksichtigen sei, dass leichte bis höchstens
mittelschwere psychische Störungen aus dem depressiven Formenkreis grundsätzlich
als therapeutisch angehbar gälten. Auch eine erhebliche körperliche Begleiterkrankung
liege nicht vor, da es an einem somatischen Korrelat für das syndromale Leiden fehle.
Laut dem psychiatrischen Teilgutachten verfüge der Versicherte über intakte
Beziehungen zu seiner Ehefrau und den Kindern und habe gelegentlich Kontakt zu
weiteren Personen. Ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens bestehe also
nicht. Mit Blick auf die Therapieempfehlungen des psychiatrischen Gutachters und
angesichts der angegebenen Diagnosen sei von einer therapeutischen Angehbarkeit
der psychischen Probleme auszugehen. Unter diesen Umständen bleibe in rechtlicher
Hinsicht kein Raum für die Annahme einer mit psychischen Leiden begründeten
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Für die Invaliditätsbemessung sei daher von einer
vollen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen.
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A.j Mit Vorbescheid vom 28. Juni 2013 (IV-act. 141) kündigte die IV-Stelle dem
Versicherten bei einem IV-Grad von 0 % die Abweisung des Rentengesuchs an. Zur
Begründung führte sie an, dass die Schmerzstörung mit einer mittelgradigen
depressiven Episode ohne somatisches Syndrom als nicht invalidisierend zu
qualifizieren sei, da die Foerster-Kriterien nicht erfüllt seien. Der Versicherte sei in
seiner angestammten wie auch in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig.
Das Validen- und Invalideneinkommen setzte die IV-Stelle auf Fr. 72‘800.-- fest
(Lagerist, Gruppenleiter, 2011, siehe IV-act. 139). Mit Verfügung vom 16. September
2013 (IV-act. 142) wies sie das Rentengesuch aus den im Vorbescheid genannten
Gründen ab.
B.
B.a Gegen diese Verfügung liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am
18. Oktober 2013 Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die
Aufhebung der Verfügung und die Zusprache einer ganzen Rente. Ausserdem stellte er
ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. Zur Begründung machte er geltend, die
IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) habe das Medas-Gutachten einseitig
gewürdigt und sei entsprechend zu falschen Schlüssen gekommen.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 3. Dezember 2013 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 3). In ihrer Begründung gab sie die Stellungnahme des
Rechtsdiensts vom 17. Juni 2013 wieder. Ergänzend führte sie aus, es sei nicht
ersichtlich, dass bereits im Sommer 2003 ein relevanter Gesundheitsschaden
vorgelegen haben könnte, welcher den Beschwerdeführer dazu gezwungen hätte, von
der besser bezahlten Tätigkeit als Schichtführer in die weniger gut bezahlte Tätigkeit
ins Lager zu wechseln. Das Valideneinkommen entspreche daher dem zuletzt als
Lagermitarbeiter erzielten Lohn. Dieser habe sich im Jahr 2006 auf Fr. 59‘923.--
belaufen. Angepasst an die Nominallohnentwicklung habe das Valideneinkommen im
Jahr 2008 Fr. 62‘244.-- betragen. Das Invalideneinkommen entspreche dem
durchschnittlichen Hilfsarbeiterlohn gemäss der Lohnstrukturerhebung des
Bundesamtes für Statistik des Jahres 2008, d.h. Fr. 59‘979.--. Umstände, die einen
Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigten, seien keine ersichtlich. Der IV-Grad betrage
folglich 4 %.
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B.c Am 9. Dezember 2013 bewilligte das Gericht das Gesuch um unentgeltliche
Rechts¬pflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) für das Beschwerdeverfahren (act. G 4).
B.d Mit Replik vom 4. Mai 2014 (act. G 14) änderte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers seine Anträge insoweit ab, als er die Zusprache einer
Invalidenrente basierend auf einem IV-Grad von mindestens 50 % verlangte. Er machte
geltend, dass der Beschwerdeführer an einer eigenständigen depressiven Störung
leide. Die depressive Störung sei auf das sehr traumatische Ereignis in der Kindheit
zurückzuführen. Der behandelnde Psychiater Dr. C._ gehe wie der Medas-Gutachter
von einer 50 %igen Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus. Es erstaune,
dass die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort auf ein bedeutend tieferes
Valideneinkommen abstelle als in der angefochtenen Verfügung. Nach der Auffassung
des Beschwerdeführers sei das Valideneinkommen auf Fr. 72‘000.-- und das
Invalideneinkommen auf Fr. 29‘990.-- (50 % von Fr. 59‘979.--) festzusetzen. Der IV-
Grad betrage folglich 58.81 %. Der Replik lag ein Bericht von Dr. C._ vom 17. März
2014 bei (act. G 14.1). Dieser hatte erklärt, dass sich der Zustand des
Beschwerdeführers seit der Behandlungsaufnahme im Jahr 2008 sehr schwankend,
geprägt durch wiederholte schwere depressive Dekompensationen, gezeigt habe. Die
Verschlechterung des Zustandes sei insbesondere im Jahr 2009 eingetreten, als der
Beschwerdeführer begonnen habe, sich mit dem traumatischen Ereignis im Jahr 1976
auseinanderzusetzen. Der Beschwerdeführer leide an einer eigenständigen depressiven
Störung. Diese sei ätiologisch auf das sehr traumatische Ereignis in der Kindheit
zurückzuführen und nicht als Anpassungsproblematik nach dem Ausbruch der
körperlichen Schmerzen zu werten. Seine Beurteilung decke sich mit jener der Medas.
Aufgrund der teilchronifizierten depressiven Störung bestünden eine depressiv
bedingte, anhaltend reduzierte Belastbarkeit, Konzentrationsausdauer und geistige
Flexibilität, anhaltende Antriebsstörungen, eine verlangsamte Psychomotorik sowie ein
depressiv bedingtes Morgentief. Die Arbeitsunfähigkeit betrage 50 %. Der
Beschwerdeführer könne die Restarbeitsfähigkeit wegen des Morgentiefs nur am
Nachmittag verwerten. Es lägen weder psychosoziale noch soziokulturelle
Belastungsfaktoren vor. Der Verlauf der depressiven Symptomatik bzw. die
Chronifizierung der depressiven Symptome deute auf eine rezidivierende depressive
Störung hin.
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B.e Mit Duplik vom 9. Mai 2014 (act. G 16) brachte die Beschwerdegegnerin vor, dass
ein organisch nicht begründbares thorako-lumbo-iliosakrales Schmerzsyndrom im
Vordergrund stehe. Eine depressive Episode unterscheide sich von einer depressiven
Störung hauptsächlich hinsichtlich ihrer Dauer, nicht aber bezüglich der Schwere der
Erkrankung. Es bestehe folglich keine relevante psychische Komorbidität.
B.f Am 11. Januar 2016 räumte das Gericht der Beschwerdegegnerin die Gelegenheit
ein, zur Änderung der Rechtsprechung zur invalidensversicherungsrechtlichen
Behandlung diagnostizierter anhaltender somatoformer Schmerzstörungen und
vergleichbarer Leiden Stellung zu nehmen (act. G 18). Die Beschwerdegegnerin
antwortete am 27. Januar 2016 (act. G 20), dass auch nach der Praxisänderung leichte
bis höchstens mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis in der Regel
als therapierbar gälten und deshalb invalidenversicherungsrechtlich zu keiner
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führten. Der Medas-Gutachter habe dargelegt, dass
beim Beschwerdeführer die Behandlungsoptionen noch nicht ausgeschöpft seien.
Somit fehle es an einer therapie¬resistenten, invalidisierenden psychischen Störung
und folglich auch an einer relevanten psychischen Komorbidität. Auch eine organische
Komorbidität könne ausgeschlossen werden. Dass die Arbeitsfähigkeit nicht in einem
rentenauslösenden Ausmass eingeschränkt sei, werde durch die weiteren relevanten
Indikatoren wie die (eher) günstigen persönlichen Ressourcen bestätigt. Der
Rechtsvertreter hielt in seiner Stellungnahme vom 14. April 2016 fest (act. G 28), dass
nach wie vor von einem eigenständigen, chronifizierten psychischen Leiden mit einem
erheblichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Sollte das Gericht zur
Überzeugung gelangen, dass der vorliegende Fall von der Praxisänderung betroffen
sei, müsste eine Neubegutachtung erfolgen. In einem beigelegten Bericht vom 25.
Februar 2016 (act. G 28.1) hatte Dr. C._ erklärt, dass aufgrund der jahrelangen
depressiven Symptomatik in unterschiedlichem Ausmass von einer rezidivierenden
depressiven Störung ausgegangen werden müsse. Der Beschwerdeführer stehe in
regelmässiger psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung, sodass von einer lege
artis durchgeführten Behandlung auszugehen sei. Dank einer Traumatherapie hätten
eine schwere psychische Dekompensation sowie akute Suizidphasen verhindert
werden können. Vor dem Ausbruch der depressiven Störung sei der Beschwerdeführer
den sozialen Anforderungen gewachsen gewesen. Er habe jahrelang eine konstante
Arbeitsleistung erbracht, zwischenmenschliche Beziehungen gepflegt und die
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Verantwortung für seine Familie übernommen. Aufgrund der vorwiegend
mittelschweren bis schweren depressiven Symptomatik sei weiterhin von einer
höchstens 50 %igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Die Beschwerdegegnerin verzichtete
auf eine Stellungnahme hierzu (act. G 30).
B.g Am 24. Mai 2016 bat das Gericht Dr. C._, den Verlauf der Arbeitsfähigkeit aus
psychiatrischer Sicht von Januar 2009 bis und mit Mai 2012 aufzuzeigen (act. G 34).
Dr. C._ antwortete am 21. Juni 2016, dass es aufgrund des schwankenden Verlaufs
der depressiven Symptomatik nicht möglich sei, einen detaillierten Verlauf der
Arbeitsfähigkeit anzugeben. In einer Längsschnittbeurteilung könne seit dem 23.
Februar 2008, d.h. seit dem Austritt aus der Tagesklinik, von einer anhaltenden 50
%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden. Die schweren emotionalen Konflikte,
die der Beschwerdeführer seit seiner Kindheit in sich getragen habe, habe er einerseits
stark verdrängt und andererseits aufgrund von Scham- und Schuldgefühlen erst im
März 2012 angesprochen. Das jahrelange Schweigen über den Ursprung der
persönlichen Probleme bestätige die jahrelangen psychischen Belastungen, die zur
Ausschöpfung der psychischen Ressourcen und zum Ausbruch der depressiven
Störung geführt hätten.
B.h Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers und die Beschwerdegegnerin
verzichteten auf eine Stellungnahme zum Bericht von Dr. C._ (act. G 36 f.).

Erwägungen
1.
1.1 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einen
Rentenanspruch des Beschwerdeführers abgelehnt. Strittig ist demnach, ob der
Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine Invalidenrente hat oder nicht.
1.2 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf
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dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss
Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der
durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.3 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad
grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
2.
2.1 Um den IV-Grad ermitteln zu können, muss die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
feststehen.
2.2 Das Versicherungsgericht hat in seinem Rückweisungsentscheid vom 7. Mai 2012
erwogen, es stehe mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer in der massgebenden Zeit nach
Ablauf des Wartejahres, d.h. ab 1. August 2008, aus somatischer wie auch aus
psychiatrischer Sicht in einer adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig gewesen sei.
Allerdings sei der Verlauf nach der Ende 2008 durchgeführten bidisziplinären
Begutachtung bis zum Verfügungserlass (1. April 2010) unklar. Dr. C._ hat in seinem
Bericht vom 21. Juni 2016 erklärt, dass rückwirkend betrachtet ab dem Jahr 2007/2008
nicht nur eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion, sondern eine
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depressive Störung bestanden habe, die mit einer 50 %igen Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit einhergegangen sei. Med. pract. I._ ist der Schiessunfall bei der
Ausfertigung ihres psychiatrischen Teilgutachtens (Dezember 2008) nicht bekannt
gewesen. Der psychiatrische Gutachter Dr. P._ hat im Medas-Gutachten vom Mai
2013 erklärt, dass die mit dem traumatischen Ereignis einhergehenden Symptome
einer posttraumatischen Belastungsstörung eher gering ausgeprägt seien, weshalb
sich diese kaum direkt, sondern vor allem indirekt durch die Depression und die
Schmerzen auf die Arbeitsfähigkeit auswirken dürften. Dr. C._ hat am 13. März 2008
gegenüber dem RAD angegeben, dass die depressive Episode gegenwärtig remittiert
sei. Eine Schmerzstörung oder ein ähnliches Leiden hat er nicht diagnostiziert. Med.
pract. I._ hat bei der Begutachtung im September 2008 ebenfalls keine depressive
Symptomatik mehr feststellen können. Auch für das Vorliegen einer chronischen
Schmerzstörung hat sie zum damaligen Zeitpunkt keine Anhaltspunkte finden können.
Die retrospektive Einschätzung von Dr. C._, dass bereits ab dem Jahr 2007/ 2008
eine 50 %ige Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht bestanden habe, überzeugt
vor dem Hintergrund, dass med. pract. I._ anlässlich ihrer Untersuchung keine
arbeitsfähigkeitsrelevanten Depressionssymptome hat erheben können, nicht.
Demzufolge ist weiterhin an den Erwägungen des Entscheides vom 7. Mai 2012
festzuhalten: Der Beschwerdeführer ist in der Zeit ab März 2008, d.h. ab dem
Zeitpunkt, als die Depression gemäss dem Bericht von Dr. C._ vom 13. März 2008
remittiert gewesen ist, aus somatischer wie auch aus psychiatrischer Sicht in einer
adaptierten Tätigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit voll arbeitsfähig gewesen.
Somit bleibt noch der Verlauf der Arbeitsfähigkeit für die Zeit nach der bidisziplinären
Begutachtung durch Dr. H._ und med. pract. I._, d.h. ab Januar 2009 bis und zum
Verfügungserlass (16. September 2013), zu beurteilen.
2.3 In somatischer Hinsicht hat Dr. H._ im Gutachten vom Dezember 2008 unter
anderem einen Verdacht auf eine Spondarthropathie angegeben. Dieser Verdacht hat
sich nicht bestätigt, denn Dr. L._ ist im Medas-Gutachten vom 29. Mai 2013 zum
Schluss gekommen, dass eine axiale Spondarthropathie als Ursache für die
Wirbelsäulenbeschwerden sehr unwahrscheinlich sei. Beide rheumatologischen
Gutachter haben die Arbeitsfähigkeit in der angestammten wie auch in jeder anderen
körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit auf 100 % geschätzt. Dr. L._ ist sogar
davon ausgegangen, dass dem Beschwerdeführer gelegentlich schwere Arbeiten
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zumutbar seien. Divergierende Arbeitsfähigkeitsschätzungen liegen nicht im Recht. Der
Beschwerdeführer hat bis März 2003 als Gruppenleiter Produktion (Schichtarbeit)
gearbeitet. Offenbar auf Anraten der Suva hat er diese Tätigkeit aufgegeben und
betriebsintern in die Spedition gewechselt (siehe Bericht der Klinik Valens vom 24.
Oktober 2007). Demzufolge handelt es sich bei der Tätigkeit als Gruppenleiter
Produktion, und nicht bei jener in der Spedition/im Lager, um die angestammte
Tätigkeit des Beschwerdeführers. Die Arbeit als Gruppenleiter Produktion hat die
Überwachung der Maschinenbedienung, Korrekturen und Fehlerkontrolle beinhaltet
(z.B. Kontrolle der Fläschchen auf Sprünge, IV-act. 130-27). Hierbei hat es sich also
nicht um eine körperlich schwere Tätigkeit gehandelt. Allerdings ist die Arbeit in der
Produktion lärmbelastend gewesen. Wegen seines Tinnitus darf der Beschwerdeführer
gemäss der HNO-Gutachterin Dr. N._ nicht mehr in lärmiger Umgebung arbeiten.
Aus somatischer Sicht ist der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als
Gruppenleiter Produktion daher spätestens seit dem Jahr 2003 (Wechsel in die
Spedition wegen des Tinnitus) voll arbeitsunfähig. Zu prüfen bleibt, ob es sich bei der
zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Lagermitarbeiter um eine adaptierte Tätigkeit
gehandelt hat. Die Medas-Gutachter haben erklärt, dass die Tätigkeit als
Maschinenführer/Lagerist/Staplerfahrer nicht mehr zumutbar sei, weil diese Tätigkeit
gemäss dem Beschwerdeführer ebenfalls enorm lärmbelastet sei und man über ein
gutes Gehör verfügen müsse. Der Beschwerdeführer hat ja gerade deshalb in die
Spedition gewechselt, weil ihm die Lärmbelastung in der Produktion zu gross gewesen
ist, weshalb das Argument mit der Lärmbelastung nicht überzeugt. Allerdings ist
nachvollziehbar, dass man als Maschinenführer/ Staplerfahrer über ein gutes Gehör
verfügen muss. Bei der zuletzt ausgeübten Tätigkeit in der Spedition/im Lager handelt
es sich somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht um eine optimal adaptierte
Tätigkeit. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer in einer
adaptierten, körperlich leichten bis mittelschweren Hilfsarbeit ohne Lärmbelastung,
ohne Arbeiten auf Gerüsten und Leitern und an gefährlichen Maschinen und ohne
ausschliesslich im Freien auszuübende Tätigkeiten ab Januar 2009 mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit weiterhin zu 100 % arbeitsfähig gewesen ist.
2.4 Zu prüfen bleibt die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht ab Januar 2009. Der
psychiatrische Gutachter Dr. P._ hat als Diagnosen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom,
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einen Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung und eine chronische
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren angegeben.
2.4.1 Dr. P._ hat erklärt, dass eine vertiefte Abklärung notwendig gewesen wäre, um
die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung definitiv stellen zu können. Er
hat dies jedoch nicht für notwendig erachtet, da die Störung eher gering ausgeprägt sei
und deshalb kaum einen direkten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe. Die Diagnose
wirke sich vor allem indirekt durch die Depression und die Schmerzen aus. Der
langjährige behandelnde Psychiater Dr. C._ hat keine posttraumatische
Belastungsstörung diagnostiziert. Mit Dr. P._ ist daher davon auszugehen, dass sich
die Folgen des traumatisierenden Erlebnisses höchstens indirekt, d.h. über die
depressiven Symptome und die Schmerzen, auf die Arbeitsfähigkeit auswirken.
2.4.2 Im Gegensatz zu Dr. P._ hat Dr. C._ eine rezidivierende depressive Störung
und nicht nur eine depressive Episode diagnostiziert. Mit der Beschwerdegegnerin ist
davon auszugehen, dass sich eine depressive Episode von einer depressiven Störung
hauptsächlich hinsichtlich ihrer Dauer, nicht aber bezüglich der Schwere der
Erkrankung unterscheidet. Im Übrigen hat Dr. P._ ebenfalls von einer rezidivierenden
Depression gesprochen. Dr. P._ hat erklärt, dass die depressive Symptomatik
(naturgemäss) Schwankungen unterworfen sei und den durchschnittlichen
Schweregrad auf mittelgradig eingeschätzt. Dr. J._ hat die Depression im September
2011 als mittelgradig eingestuft, Dr. C._ im Juni 2012 als mittel- bis schwergradig. In
seinem Bericht vom März 2014 hat Dr. C._ erklärt, dass der Zustand in den letzten
Monaten auf mittlerem Niveau einigermassen stabil gewesen sei. Dr. P._ und die
behandelnden Psychiater sind somit übereinstimmend von einem durchschnittlich
mittleren Schweregrad der Depression ausgegangen.
2.4.3 Mit BGE 141 V 281 vom 3. Juni 2015 hat das Bundesgericht seine Praxis zur
Beurteilung des Anspruchs auf eine Invalidenrente wegen somatoformer
Schmerzstörungen und vergleichbarer psychosomatischer Leiden geändert (vgl. z.B.
IV-Rundschreiben Nr. 334). Nach dem alten Verfahrensstandard eingeholte Gutachten
haben durch die Praxisänderung nicht per se ihren Beweiswert verloren. Vielmehr ist im
Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen
Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes
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Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält. In jedem
einzelnen Fall ist zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen und/oder
gerichtlichen Sachverständigengutachten ‒ gegebenenfalls im Kontext mit weiteren
fachärztlichen Berichten ‒ eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen
Indikatoren erlauben oder nicht (BGE 141 V 281 E. 8). Nachfolgend ist somit zu prüfen,
ob das Medas-Gutachten resp. das Teilgutachten von Dr. P._ mit Bezug auf die
Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen
Faktoren eine schlüssige Beurteilung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit im Lichte der
neuen Rechtsprechung erlaubt.
2.4.4 Das Bundesgericht hat mit BGE 141 V 281 die bisherige Vermutung, dass der
versicherten Person eine Willensanstrengung zuzumuten sei, mit welcher die Folgen
einer somatoformen Schmerzstörung oder eines vergleichbaren psychosomatischen
Leidens überwunden werden könnten, aufgegeben. Neu muss eine ergebnisoffene
symmetrische Beurteilung anhand eines Kataloges von Indikatoren des tatsächlich
erreichbaren Leistungsvermögens erfolgen. Die Handhabung des Katalogs muss stets
den Umständen des Einzelfalls gerecht werden; es handelt sich nicht um eine
"abhakbare Checkliste". Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren sind:
1. Funktioneller Schweregrad:
- Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome;
- Behandlungserfolg oder -resistenz;
- Komorbiditäten;
- "Persönlichkeit" (Persönlichkeitsentwicklung und -struktur, grundlegende psychische
Funktionen);
- sozialer Kontext.
2. Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens):
- Gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren
Lebensbereichen (sozialer Rückzug, Ressourcen);
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- Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen;
- Verhalten im Rahmen der beruflichen (Selbst-)Eingliederung.
Der Beschwerdeführer hat anlässlich der Begutachtung über Schmerzen im Nacken, im
Hinterkopf, über Kopfschmerzen, über Schmerzen in den Fingern, in der rechten
Schulter, im Kreuz, im Bauch, in den Fersen und von den Knien an abwärts geklagt.
Zudem leide er an einer chronischen Müdigkeit. Trotzdem ist der Beschwerdeführer
gemäss seinen eigenen Angaben in der Lage, zwei bis dreimal pro Woche schwimmen
zu gehen (IV-act. 130-29), kurze Spaziergänge zu machen und gewisse
Haushaltsarbeiten (z.B. staubsaugen) zu erledigen (IV-act. 130-73). Da der
Beschwerdeführer seinen Alltag trotz der geklagten Schmerzen und der angegebenen
chronischen Müdigkeit recht aktiv gestaltet, ist von einer leichten Ausprägung der
diagnoserelevanten Befunde und Symptome auszugehen. Dr. H._ hat im Gutachten
vom Dezember 2008 angegeben, dass eine Selbstlimitierung bestehe. Im Medas-
Gutachten vom Mai 2013 sind demgegenüber keine Angaben zum Vorliegen einer
allfälligen Selbstlimitation gemacht worden. Daraus kann der Schluss gezogen werden,
dass eine allfällige Verdeutlichung der Beschwerden oder Selbstlimitation geringfügig
ausgeprägt ist und daher kein Ausschlusskriterium ist (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1).
Der Beschwerdeführer befindet sich seit Anfang 2008 in regelmässiger psychiatrisch-
psychotherapeutischer Behandlung. Ein therapieresistenter Zustand hat − zumindest
im Verfügungszeitpunkt − jedoch nicht bestanden. Gemäss Dr. P._ sind die
Behandlungsoptionen noch nicht ausgeschöpft. In Bezug auf die Persönlichkeit hat Dr.
P._ keine pathologischen Auffälligkeiten erheben können. Insbesondere hat er keine
Hinweise auf das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung gefunden (IV-act. 130-78). Mit
der Beschwerdegegnerin ist davon auszugehen, dass die Kooperation und die
Eigeninitiative des Beschwerdeführers darauf hindeuten, dass er über gewisse
Ressourcen verfügt, die sich positiv auf sein Leistungsvermögen auswirken. Zwar
besteht mit der diagnostizierten mittelgradigen depressiven Episode eine psychische
Komorbidität. Angesichts der Tatsache, dass die diagnoserelevanten Befunde und
Symptome nur leicht ausgeprägt sind, kein therapieresistenter Zustand besteht und auf
der Persönlichkeitsebene erhebliche Ressourcen vorhanden sind, ist es dem
Beschwerdeführer trotzdem zumutbar, die von ihm empfundenen Schmerzen
willentlich zu überwinden und einer Arbeitstätigkeit nachzugehen. Die Schlussfolgerung
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von Dr. P._, dass die Schmerzstörung eine gewisse Einschränkung der Willenskraft
zu bewirken vermöge, überzeugt somit vor dem Hintergrund der neuen
bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht. Wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird, ist
dies jedoch im vorliegenden Fall nicht relevant, da bereits aufgrund der depressiven
Symptomatik eine 50 %ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit besteht.
2.4.5 Das Bundesgericht hat in seinem Urteil vom 14. Oktober 2016 (9C_530/2016)
erwogen, dass leichte bis mittelgradige depressive Störungen rezidivierender oder
episodischer Natur praxisgemäss einzig dann als invalidisierende Krankheiten in
Betracht fielen, wenn sie erwiesenermassen therapieresistent seien. Nur in dieser −
seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen
therapeutisch gut angehbar seien − gesetzlich verlangten Konstellation sei den
normativen Anforderungen des Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG Genüge getan. Zudem
müsse die Therapie in dem Sinne konsequent gewesen sein, als die aus fachärztlicher
Sicht indizierten zumutbaren Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal
und nachhaltig ausgeschöpft worden seien (Erw. 6.3). Diese Rechtsprechung ist nicht
gesetzeskonform. Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG ist Invalidität nämlich nicht nur die
voraussichtlich bleibende Erwerbsunfähigkeit, sondern auch die längere Zeit dauernde
Erwerbsunfähigkeit. Würde der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gefolgt, könnte
eine Invalidität wegen einer leichten oder mittelgradigen depressiven Episode/Störung
nur vorliegen, wenn die Erwerbsunfähigkeit bleibend wäre. Diese Interpretation
widerspricht dem klaren Wortlaut und dem Sinn und Zweck von Art. 8 Abs. 1 ATSG.
Eine weitere Schwäche dieser bundesgerichtlichen Rechtsprechung besteht darin,
dass sie nicht zu erklären vermag, weshalb sie nur die depressiven Leiden und nicht
alle anderen − therapierbaren Leiden − betrifft. Der zitierten bundesgerichtlichen
Rechtsprechung kann auch aus einem dritten Grund nicht gefolgt werden: Aus früheren
Entscheiden (siehe etwa Urteil des Bundesgerichts vom 7. Februar 2012, 9C_736/2011
E. 4.2.2.1) ist ersichtlich, dass sich die Aussage des Bundesgerichts, dass leichte bis
höchstens mittelschwere psychische Störungen grundsätzlich als therapeutisch gut
angehbar gälten, auf HABERMEYER/VENZLAFF, Affektive Störungen, in: Foerster/
Dressing (Hrsg.), Psychiatrische Begutachtung, 5. Auflage, München 2009, S. 193,
stützt. Zwar ist unbestritten, dass depressive Störungen grundsätzlich behandelbar
sind. Dieses Wissen beruht allerdings auf Studienergebnissen, d.h. auf
Gruppenergebnissen. Ob eine Störung im Einzelfall behandelbar ist, wie gut sich die
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Symptomatik zurückbildet und wie leistungsfähig eine Person wieder werden kann,
bedarf einer individuellen Prüfung (ULRIKE HOFFMANN-RICHTER, Psychische
Beeinträchtigungen in der Rechtsprechung: Ein Blick aus psychiatrischer Sicht, in: Ueli
Kieser (Hrsg.), Sozialversicherungsrechtstagung 2015, S. 78). Gemäss U. HOFFMANN-
RICHTER scheine die Pharmakotherapie gemäss den jüngsten Studienergebnissen nur
bei ca. 1/3 der Patienten die erwartete Wirkung zu zeigen. Zusätzliche Effekte seien
durch eine Psychotherapie erreichbar, aber auch diese wirke nicht in jedem Fall. An der
Prüfung im Einzelfall führe kein Weg vorbei (U. HOFFMANN-RICHTER, a.a.O., S. 78).
Nach HABERMEYER/VENZLAFF haben depressive Störungsbilder über Jahre hinweg
Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit. Etwa 70 % aller depressiven Erkrankungen
verliefen monopolar-depressiv, d.h. es komme zum rezidivierenden Auftreten
depressiver Krankheitsphasen. Die rezidivierenden depressiven Störungen seien nach
aktuellen Verlaufsstudien mit einer nicht unerheblichen Tendenz zur Chronifizierung
bzw. zur Ausbildung von Defekten verbunden. Ein Drittel der Fälle zeige lediglich
partielle Besserungen, in 55-65 % der Fälle komme es zu Rezidiven, etwa 10 %
chronifizierten (HABERMEYER/ VENZLAFF, a.a.O., S 190 mit Verweis auf Berger und v.
Calker 2003). Gemäss HABERMEYER/VENZLAFF sprechen nicht mehr als 50-60 %
der Patienten mit rezidivierenden depressiven Störungen auf eine antidepressive
Pharmakotherapie oder auf eine störungsspezifische Psychotherapie an. Die Raten der
Vollremission seien noch geringer. Hinsichtlich der Rückfallrate ein Jahr nach
Therapiebeendigung fänden sich in einer Metaanalyse Angaben von bis zu 60 % nach
antidepressiver Medikation (HABERMEYER/ VENZLAFF, a.a.O., S 193 mit Verweis auf
Gloaguen et al. 1998). Die Wirksamkeit therapeutischer Behandlungsbemühungen ist
bei depressiven Störungsbildern somit äusserst beschränkt. Die pauschale
Schlussfolgerung des Bundesgerichts, wonach leichte bis mittelgradige depressive
Störungen rezidivierender oder episodischer Natur nur dann invalidisierend seien, wenn
sie therapieresistent seien, ist also bereits deshalb unhaltbar, weil die Therapie in vielen
Fällen nicht, nur unzureichend oder nicht längerfristig anspricht. Vor diesem
Hintergrund ist nicht nachvollziehbar, weshalb das Bundesgericht davon ausgeht, es
sei eine gesicherte medizinische Erfahrungstatsache, dass Personen, die an einer
leichten bis mittelgradigen Depression leiden, in der Regel zumindest soweit geheilt
werden können, dass die Depression keinen wesentlichen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit mehr hat. Beim Beschwerdeführer besteht insoweit kein
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therapieresistenter Zustand, als gemäss Dr. P._ die Behandlungsoptionen noch nicht
ausgeschöpft sind. Namentlich schlägt er eine Systemtherapie und eine
traumaspezifische und lösungsorientierte Psychotherapie vor. Der Gutachter hat
allerdings auch erklärt, dass die bisherige Psychotherapie lege artis durchgeführt
worden sei und die Compliance des Beschwerdeführers, soweit beurteilbar, gut
gewesen sei (IV-act. 130-80). Dass der psychiatrische Gutachter keine
Therapieresistenz festgestellt hat, bedeutet nicht, dass er davon ausgegangen wäre,
dass sich die Arbeitsfähigkeit unter den vorgeschlagenen Therapien verbessern würde.
Vielmehr sind die Gutachter ausdrücklich davon ausgegangen, dass die
Arbeitsfähigkeit durch die vorgeschlagenen medizinischen Massnahmen mittelfristig
wahrscheinlich nicht verbessert, sondern lediglich auf dem von ihnen attestierten
Niveau stabilisiert werden könne (IV-act. 130-39). Auch vor diesem Hintergrund spricht
die Tatsache, dass (noch) keine Therapieresistenz vorliegt, im vorliegenden Fall nicht
gegen eine invalidisierende Wirkung der mittelgradigen depressiven Episode.
2.4.6 Die Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht hat Dr. P._ in jeglicher
Tätigkeit auf 50 % geschätzt. Begründet hat er diese Einschränkung mit einer
Beeinträchtigung des Antriebs, der Ausdauer, der Konzentrationsfähigkeit, des
Selbstvertrauens, des Arbeitstempos und der Kontakt- und Verkehrsfähigkeit. Zudem
erschwere der schlechte Schlaf die Regeneration und führe tagsüber zu einer
vermehrten Müdigkeit. Hierbei handelt es sich um depressionstypische
Einschränkungen. Demzufolge ist davon auszugehen, dass Dr. P._ hauptsächlich die
depressionsbedingten Einschränkungen in seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung
berücksichtigt hat. Die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung in quantitativer
Hinsicht wird zudem vom behandelnden Psychiater Dr. C._, der lediglich eine
Depression und keine somatoforme Störung diagnostiziert hat, gestützt. Eine
divergierende psychiatrische Einschätzung liegt nicht im Recht. Angesichts der vom
psychiatrischen Gutachter Dr. P._ umschriebenen Schwere der depressiven
Symptomatik muss davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer auch in
einer körperlich adaptierten Hilfsarbeit in seiner Leistungsfähigkeit erheblich
eingeschränkt wäre, d.h. dass er nicht in der Lage wäre, die Arbeitsleistung zu
erbringen, die ein gesunder Hilfsarbeiter erbringen könnte. Der Beschwerdeführer ist
somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zumindest seit dem
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Begutachtungszeitpunkt (Februar/März 2013) aus psychiatrischer Sicht in jeglicher
Tätigkeit zu 50 % arbeitsunfähig.
2.4.7 Zu prüfen bleibt, wann die Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit aus
psychiatrischer Sicht eingetreten ist. Dr. P._ ist davon ausgegangen, dass seine
Einschätzung seit etwa Juni 2012 gelte. Aufgrund der Akten und der Anamnese könne
retrospektiv keine genaue Aussage gemacht werden, ob und wann sich der
Gesundheitszustand und damit die Arbeitsfähigkeit verändert habe. Dr. C._ hat in
seinem Bericht vom 24. Mai 2016 zuhanden des Gerichts erklärt, dass seit Ende
Februar 2008 von einer 50 %igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. Wie in Erw. 2.2
ausgeführt, überzeugt diese Einschätzung nicht, da Dr. C._ im März 2008 noch
erklärt hatte, dass die Depression remittiert sei und da med. pract. I._ im September/
Dezember 2008 keine Depression hatte diagnostizieren können. Dr. C._ hat in
seinem Bericht vom 17. März 2014 erklärt, dass im Jahr 2009 eine Verschlechterung
des Zustandes eingetreten sei, als der Beschwerdeführer begonnen habe, sich mit dem
traumatischen Kindheitsereignis auseinanderzusetzen. Allerdings existiert kein
Arztbericht, der diese Einschätzung bestätigen würde. Die Klinik R._, in der sich der
Beschwerdeführer vom 20. April bis 2. Mai 2009 einer stationären psychosomatischen
Rehabilitation unterzogen hat, hat in ihrem Bericht vom 25. Juni 2009 (IV-act. 109-6 ff.)
angegeben, dass der Beschwerdeführer beim Eintritt im Affekt leicht deprimiert und
hoffnungslos, jammernd, jedoch modulations- und schwingungsfähig gewesen sei. In
Antrieb und Psychomotorik sei er eher etwas reduziert mit theatralisch wirkender
Symptompräsentation gewesen. Die depressive Symptomatik ist zum damaligen
Zeitpunkt also noch nicht ausgeprägt gewesen (im Bericht war auch keine Depression
diagnostiziert worden) und hat deshalb keine 50 %ige Arbeitsunfähigkeit zu begründen
vermocht. Bis am 29. Februar 2012 hat sich der Beschwerdeführer bei Dr. J._ in
Behandlung befunden. Dr. J._ hat sich trotz fünfjähriger Behandlungszeit nicht in der
Lage gesehen, eine Arbeitsfähigkeitsschätzung abzugeben (siehe IV-act. 110). Als
Diagnose hat sie eine anhaltende ängstlich-depressive Störung (F38.8) angegeben. Bei
dieser sonstigen, nicht näher bezeichneten affektiven Störung handelt es sich um eine
Restkategorie für Stimmungsstörungen, die die Kriterien der Kategorien F30-F34 in
Bezug auf die Ausprägung und die Dauer nicht erfüllen. Die Diagnose einer
rezidivierenden depressiven Störung wurde erstmals von Dr. C._ in seinem Bericht
vom Juni 2012 genannt. Darin hatte er angegeben, dass sich der Gesundheitszustand
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des Beschwerdeführers verschlechtert habe. Die Arbeitsunfähigkeit hatte er auf 50 %
geschätzt. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass eine 50 %ige Arbeitsunfähigkeit
erst ab Juni 2012 belegt ist. Für die Zeit davor muss aufgrund des Mangels an
Beweisen von einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht ausgegangen
werden, denn der Beschwerdeführer hat die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen. Mit
dem psychiatrischen Gutachter Dr. P._ ist daher davon auszugehen, dass seine
Einschätzung ab Juni 2012 gilt. Der Beschwerdeführer ist somit aus psychiatrischer
Sicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seit Juni 2012 zu 50 % arbeitsunfähig.
Eine medizinische Neubegutachtung ist nach dem Gesagten nicht erforderlich.
2.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer seit dem Jahr
2003 in seiner angestammten Tätigkeit als Gruppenleiter Produktion und seit dem Jahr
2007 in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Mitarbeiter in der Spedition/im Lager mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit voll arbeitsunfähig ist. In einer adaptierten Tätigkeit
ist seit Juni 2012 von einer psychisch bedingten, 50 %igen Arbeitsunfähigkeit
auszugehen.
3.
3.1 Somit bleibt der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Einkommensvergleich zu überprüfen. Der Beschwerdeführer hat bis ins Jahr 2003 als
Gruppenleiter Produktion gearbeitet. Er hat diese Tätigkeit aus gesundheitlichen
Gründen aufgegeben. Bei der Tätigkeit als Gruppenleiter Produktion handelt es sich
somit um die Validenkarriere. Gemäss seiner ehemaligen Arbeitgeberin hätte der
Beschwerdeführer als Gruppenleiter im Jahr 2012 einen Monatslohn von brutto Fr.
4'850.-- (zzgl. 13. Monatslohn und Fr. 1'000.-- 4-Schichtzulage/Fr. 500.-- 3-
Schichtzulage) erzielt. Ohne gesundheitliche Einschränkungen hätte er immer im
Vierschichtbetrieb arbeiten können. Zuzüglich Fr. 1'000.-- Schichtzulage pro Monat (12
x Fr. 1'000.--) beträgt das Valideneinkommen für das Jahr 2012 Fr. 75'050.--. ([13 x Fr.
4'850.--] + [12 x Fr. 1'000.--]). Der Beschwerdeführer ist auch in der zuletzt ausgeübten
Tätigkeit in der Spedition nicht mehr arbeitsfähig. Das Invalideneinkommen ist daher
ausgehend von Tabellenlöhnen zu ermitteln. Gemäss der Lohnstrukturerhebung des
Bundesamtes für Statistik hat der Durchschnittslohn eines Hilfsarbeiters im Jahr 2012,
aufgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden, Fr.
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65'177.-- betragen (siehe Anhang 2 der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV,
Ausgabe 2015). Ohne Tabellenlohnabzug hätte das Invalideneinkommen ab dem
Eintritt der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit von 50 %, d.h. ab Juni 2012, somit
Fr. 32'588.-- betragen. Zu prüfen bleibt, ob von diesem Tabellenlohn ein Abzug
vorzunehmen ist. Beim Tabellenlohn handelt es sich um einen statistischen
Durchschnittswert. Basis für den Tabellenlohn eines Hilfsarbeiters bilden die in dieser
Branche tatsächlich bezahlten Löhne. Die Höhe der tatsächlich bezahlten Löhne hängt
von unterschiedlichen betriebswirtschaftlichen bzw. ökonomischen Faktoren ab. Diese
Faktoren müssen daher auch bei der Ermittlung des Invalideneinkommens
berücksichtigt werden, sofern dafür Tabellenlöhne herangezogen werden. Aufgabe der
medizinischen Sachverständigen ist es, die zumutbare Arbeitsleistung aus
medizinischer Sicht festzustellen. In der Arbeitsfähigkeitsschätzung werden also nur die
direkten Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Erwerbsmöglichkeiten
berücksichtigt. Denn die medizinischen Sachverständigen verfügen offensichtlich nicht
über das Fachwissen, um auch die indirekten, d.h. die ökonomisch-
betriebswirtschaftlichen Folgen der Gesundheitsbeeinträchtigung auf die
Einkommenshöhe abschätzen zu können. Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens
sind daher einerseits indirekte krankheitsbedingte Nachteile, andererseits jedoch auch
qualifizierende Eigenschaften der versicherten Person, die sich auf die Lohnhöhe
auswirken, zu berücksichtigen (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons
St Gallen vom 8. Dezember 2015, IV 2013/118 E. 3.3). Der Beschwerdeführer leidet an
einer rezidivierenden depressiven Störung. Eine solche zeichnet sich durch wiederholte
depressive Episoden aus (siehe ICD-10: F33). Der Schweregrad der Depression ist in
der Regel schwankend, d.h. es kann immer wieder zu Exazerbationen kommen,
während denen mit Arbeitsausfällen zu rechnen ist. Zwar sind die wegen der
Depression bedingten Arbeitsausfälle an sich in der medizinisch-theoretischen
Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt. Nicht berücksichtigt ist jedoch die Tatsache,
dass der Beschwerdeführer für einen Arbeitgeber wegen des durch die Depression
bedingten erhöhten Ausfallsrisikos ein höheres Kostenrisiko als eine gesunde Person
darstellt. In der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeitsschätzung auch nicht
berücksichtigt ist, dass der Einsatz des Beschwerdeführers wegen den
depressionstypischen Schwankungen seiner Arbeitsleistung für einen Arbeitgeber
weniger planbar ist als der Einsatz eines gesunden Arbeitnehmers. Ein potentieller
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Arbeitgeber wird diesen erhöhten Risiken, die aus betriebswirtschaftlicher bzw.
ökonomischer Sicht als zusätzliche, bei einem gesunden Arbeitnehmer mit demselben
Beschäftigungsgrad von 50 % nicht auftretende Unkosten zu qualifizieren sind,
dadurch Rechnung tragen, dass er den Beschwerdeführer nur zu einem deutlich
unterdurchschnittlichen Lohn einstellt. Lohnerhöhend wirkt sich im vorliegenden Fall
aus, dass der Beschwerdeführer über langjährige Berufserfahrung als Hilfsarbeiter
respektive sogar als Gruppenleiter verfügt. Unter Abwägung dieser Vor- und Nachteile
im Vergleich zu einem gesunden, durchschnittlichen Hilfsarbeiter rechtfertigt sich im
vorliegenden Fall ein Tabellenlohnabzug von 10 %. Bei einem Valideneinkommen von
Fr. 75'050.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 29'329.-- resultiert ein IV-Grad
von aufgerundet 61 %.
3.2 Schliesslich ist noch zu klären, wann das Wartejahr zu laufen begonnen hat. Der
Beschwerdeführer ist spätestens seit dem Jahr 2003 in seiner angestammten Tätigkeit
als Gruppenleiter Produktion voll arbeitsunfähig. Seit dem Jahr 2007 besteht auch in
der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Lagermitarbeiter eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit.
Der Beschwerdeführer hat als Gruppenleiter Produktion ein relativ hohes Einkommen
erzielt. Da es sich bei dieser Tätigkeit dennoch um eine (qualifizierte) Hilfsarbeit
gehandelt hat, ist es ihm zumutbar gewesen, nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit als
Gruppenleiter Produktion eine weniger gut bezahlte, adaptierte Hilfsarbeit auszuüben.
Dies hat der Beschwerdeführer mit dem Wechsel in die Spedition auch getan. Ebenso
wäre es dem Beschwerdeführer nach dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit
in der Spedition im Jahr 2007 zumutbar gewesen, eine körperlich adaptierte Hilfsarbeit
anzunehmen. Der Beginn des Wartejahres ist daher anhand der Arbeitsfähigkeit in einer
optimal adaptierten Tätigkeit festzulegen. Diese hat bis und mit Mai 2012 100 %
betragen. Das Wartejahr wird erst bei einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von 20 % eröffnet
(AHI 1998 S. 124 E. 3c; Urteile des Bundesgerichts vom 21. Oktober 2013,
8C_174/2013 und 8C_178/2013 E. 3.2). Da der Lohn des Beschwerdeführers als
Gruppenleiter Produktion höher gewesen ist als der Durchschnittslohn eines
Hilfsarbeiters, wäre es möglich, dass bereits vor Juni 2012 eine Erwerbseinbusse von
20 % oder mehr bestanden hätte. Würde einzig auf die medizinische
Arbeitsfähigkeitsschätzung abgestellt, könnte das Wartejahr trotz einer erheblichen
Erwerbseinbusse von 20 % oder mehr nicht zu laufen begonnen haben, was stossend
wäre. Deshalb drängt sich auf, für die den Lauf des "Wartejahres" bewirkende
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Arbeitsunfähigkeit auf einen erwerblichen und nicht nur auf einen medizinisch-
funktionalen Arbeitsunfähigkeitsbegriff abzustellen. Nach dem entsprechenden
erwerblichen Arbeitsunfähigkeitsbegriff ist nicht die rein medizinisch ermittelte
funktionale Einschränkung, sondern der durch diese funktionale Einschränkung
bewirkte erwerbliche Nachteil massgebend (vgl. FRANZ SCHLAURI, Erwerblich-
praktische Vorgaben an eine medizinische Arbeitsunfähigkeitsschätzung, in: René
Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Eingliederung Behinderter, S.
171; vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. Oktober
2007, IV 2006/134 E. 4a). Die erwerbliche Arbeitsunfähigkeit ist anhand eines
vorläufigen Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dem vorläufigen
Invalideneinkommen ist nach dem Gesagten nicht die Arbeitsunfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit, sondern die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
zugrunde zu legen. Ein Hilfsarbeiter hat im Jahr 2011, ausgehend von der
betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden, durchschnittlich Fr.
61'910.-- verdient (siehe Anhang 2 der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV,
Ausgabe 2015). Wird zugunsten des Beschwerdeführers davon ausgegangen, dass er
im Jahr 2011 als Gruppenleiter Produktion den gleichen Lohn hätte erzielen können wie
im Jahr 2012, d.h. Fr. 75'050.--, resultiert für das Jahr 2011 ein vorläufiger erwerblicher
Arbeitsunfähigkeitsgrad von aufgerundet 18 %. Ein erwerblicher
Arbeitsunfähigkeitsgrad von 18 % reicht nicht aus, um den Beginn des Wartejahres
auszulösen. Das Wartejahr hat also erst mit dem Eintritt der psychisch bedingten
Arbeitsunfähigkeit im Juni 2012 zu laufen begonnen und ist folglich Ende Mai 2013
abgelaufen. Bei einem IV-Grad von 61 % hat der Beschwerdeführer rückwirkend ab
dem 1. Juni 2013 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente.
3.3 Demnach ist die angefochtene Verfügung in Gutheissung der Beschwerde
aufzuheben und dem Beschwerdeführer ist mit Wirkung ab 1. Juni 2013 eine
Dreiviertelsrente zuzusprechen. Die Sache ist zur Festsetzung der Rentenhöhe sowie
zur Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
4.
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4.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Diese ist um die
Kosten für die Einholung des Berichts bei Dr. C._ vom 21. Juni 2016 (act. G 35) im
Umfang von Fr. 80.-- zu erhöhen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die
Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 680.-- vollumfänglich der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
4.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Honorarnote eingereicht. In einem
Fall mit mittlerem Aufwand und Schwierigkeitsgrad wird praxisgemäss eine
Pauschalentschädigung von Fr. 3'500.-- ausgerichtet. Die Beschwerdegegnerin hat
den Beschwerdeführer entsprechend mit Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zu entschädigen.