Decision ID: 8fe7a573-113b-4427-b47d-0873834fb07d
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1962
, Mutter von
zwei
Kindern (Jahrgang
1990 und 1992
),
arbeitet
e
seit Februar 2000
als Hilfsköchin
im Alterswohnheim
Y._
der Gemeinde
Z._
(
Urk.
7/7)
, wobei sie seit dem 2.
April
2011 zu 100
%
krankgeschrieben
war
(
Urk.
7/6 S. 14)
.
Am
7.
Oktober
2011
meldete sie sich bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/7).
Die
Sozi
al
versicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
holte
einen Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
7/11), Arztberichte (
Urk.
7/12,
Urk.
7/14,
Urk.
7/15,
Urk.
7/17) sowie einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
7/16) ein.
Am
2.
Dezember
201
1
teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass
keine berufli
chen Eingliederungsmassnahmen möglich seien
, da
sie sich derzeit nicht in der Lage fühle, eine Erwerbstätigkeit auszuüben
(
Urk.
7/
21
).
Am 1
3.
Juni 2012 teilte die IV-Stelle der Versicherten
abermals mit, dass keine Integrationsmassnahmen möglich seien und das Leistungsbegehren abgewiesen werde (
Urk.
7/28).
So
dann holte sie
weitere Arztberichte (Urk
.
7/31,
Urk.
7/32,
Urk.
7/41) sowie
ein
bidisziplinäres
Gutachten ein, das am
6.
April 2013
erstattet wurde (
Urk.
7/46
).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
7/49,
Urk.
7/52,
Urk.
7/58,
Urk.
7/65
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
1
4.
Oktober 2013
(
Urk.
7/67
=
Urk.
2
)
einen Anspruch de
r
Versicherten auf Leistungen der Invali
denversicherung.
2.
D
i
e Versicherte erhob am
1
1.
November 2013
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
1
4.
Oktober 2013
(
Urk.
2) und beantragte,
diese sei aufzuheben und es sei
ihr
eine angemessene Rente
zuzusprechen
, eventuell seien medizinische und berufliche Abklärungen vorzunehmen
(
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
3.
Dezember 2013
(Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
7.
Januar 2014
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen, insbesondere das Gutachten vom
6.
April 2013 (
Urk.
7/46)
, davon aus, dass der Beschwerdeführerin
die bisherige sowie
eine
angepasste Tätigkeit uneingeschränkt möglich und zumutbar seien
, und verneinte einen Anspruch
auf Leistungen der Invalidenversicherung.
2.2
Die
Beschwerdeführer
in
bestritt beschwerdeweise (
Urk.
1) die von der Beschwer
de
gegnerin angenommene volle Arbeitsfähigkeit und machte geltend,
sie sei sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit lediglich
zu
60
%
arbeitsfähig, wie dies dem Bericht des behandelnden Psychiaters
zu entnehmen sei
(S. 3 f.
Ziff.
8)
.
Sie
leide zudem an einer Pulley-Läsion. Ob und in welchem Ausmass sich dies auf die Arbeitsfähigkeit auswirke, sei noch Gegenstand weiterer Abklärungen (S. 4
Ziff.
10
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit
,
wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit
der
Beschwer
deführer
in verhält und ob zur Beantwortung dieser Frage auf das Gut
achten (
Urk.
7/46) abgestellt werden kann.
3
.
3.1
Prof.
Dr.
med.
A._
, Facharzt
für
Radiologie, speziell Neuroradio
logie, Klinik
B._
,
berichtete am
2.
September 2011 (
Urk.
7/6/1)
über eine
Magnetresonanztomografie-Untersuchung
der Lendenwirbelsäule (LWS) und gab folgende Beurteilung ab
:
beginnende Chondrose L2/3 und kleine mediane Diskushernie ohne wesentlich raumfordernde Wirkung (ohne Nervenwurzelkompression)
bei L4/5 leicht dehydrierte Bandscheibe, nicht höhengemindert oder ausge
weitet
in LWK 3 und LWK 5 kleine benigne Hämangiome
beim rechten Facettengelenk von L3/4 und beidseitig bei L4/5 vernach
lässigbar wenig deutlicher sichtbare Gelenkflüssigkeit
ansonsten normale LWS
3.2
Dr.
med. C._
,
Fachärztin
für
Allgemeine Innere Medizin,
nannte
im Bericht vom 2
6.
Oktober 2011 (
Urk.
7/14)
als
Diagnose mit Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit einen S
pannungskopfschmerz
aufgrund von Fibromyalgien in Nacken- und Schulterbereich
,
und als Diagnose
n
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach Cholezystektomie (
April
2011) sowie einen Status nach Varizen-Operation
2002 und 2011
(
Ziff.
1.1
). Sie führte weiter aus, die Beschwerdeführerin könne durch die Schmerzsymptomatik im Schulterbe
reich körperlich eingeschränkt sein, jedoch nicht dauernd.
In der zuletzt ausge
übten Tätigkeit als Putzkraft bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Zur Belastbarkeit führte sie lediglich aus, sie vermute eine passagere
(also
nur vorübergehend auftretende
)
schmerzbedingte Einschränkung
(
Ziff.
1.7)
.
3.3
Am 2
7.
Oktober 2011 berichtete
Dr.
med.
D._
, Facharzt
für
Chirurgie und praktischer Arzt
(
Urk.
7/15)
,
und nannte als Diagnose mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Zustand nach Varizen-Operation des linken B
eines (3
1.
Mai
2011) sowie als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Zustand nach Varizen-Operation
2002
(
Ziff.
1.1
).
Die Beschwerdeführerin sei
vom 3
1.
Mai bis 2
9.
Juni 2011
zu 100
%
arbeitsunfähig
gewesen
(
Ziff.
1.6)
.
Seit
dem 3
0.
Juni 2011 sei sie
zu 100
%
arbeitsfähig
(
Ziff.
1.9)
.
3.4
Dr.
med.
E._
, praktische Ärztin,
führte
in ihrem Bericht vom 2
4.
November 2011 (
Urk.
7/17)
aus, sie behandle die Beschwerdeführerin seit Januar 2008 (
Ziff.
1.2) und nannte
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit ein LWS-Syndrom, ein HWS-Schulter-Arm-Syndrom links sowie eine kleine Diskushernie L2/3 Chondrose
,
und als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Migräne
und je
einen Zustand nach Cholezystek
tomie
sowie nach Varizen-Operation
(
Ziff.
1.1)
. Sie führte weiter aus, die Beschwerdeführerin sei
seit dem
2.
April 2011 arbeitsunfähig
(
Ziff.
1.6)
. In wel
chem Rahmen und Umfang die Beschwerdeführerin eingeschränkt sei, führte sie nicht aus.
Auch zu einer angepassten Tätigkeit nahm
Dr.
E._
keine Stellung
; die Frage, ob
mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit gerechnet werden
könne, bejahte sie (
Ziff.
1.9)
.
3.5
Am
3.
Ju
l
i 2012 berichteten die Ärzte des Stadtspitals
D._
(
Urk.
7/31
,
vgl.
Urk.
7/32/12-19
), wo die Beschwerdeführerin vom 2
0.
April bis
7.
Mai 2012 in stationärer Behandlung gewesen war
(
Ziff.
1.3)
, und nannten folgende Diagno
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
c
hronisch rezidivierendes, lumbal betontes Panvertebralsyndrom seit 2011
Diskushernie L2/3 ohne Neurokompression, Chondrose L4/5, begin
nende Spondylarthrosen im Bereich der unteren LWS (MRI
September
2011)
Verdacht auf Schmerzverarbeitungsstörung mit ängstlich-depressiver Schmerzverarbeitung und Vermeidungsverhalten
Generalisierungstendenz
c
hronische Periarthropathia humeroscapularis tendinopathica rechts seit 2008 m
it
/
b
ei
Arthrosonographie Schulter beidseitig
April
2012: links Verkalkung Ansatzsehne Subscapularissehne, rechts Ruptur der Supraspinatus
sehne mit noch sichtbaren Sehnenenden, Erguss im Bereich der lan
gen Bizepssehne
Die Ärzte
attestierten eine Arbeitsunfähigkeit vom 2
0.
April bis
7.
Mai 2012 (
Ziff.
1.6) und eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
ab
7.
Mai 2012 (
Ziff.
1.9)
.
3.6
Vom
7.
Mai bis 2
6.
Mai 2012 weilte die Beschwerdeführerin in der Rehaklinik
F._
, worüber am 2
7.
Juli 2012 berichtet wurde (
Urk.
7/32/1-6).
Dabei wurden
die identischen Diagnosen wie
im Bericht
der
Ärzte des Stadt
spitals
D._
aufgeführt
.
I
m Rahmen der stationären Rehabilitation
attes
tierten die Ärzte eine 100%ige A
rbeitsunfähig
keit
(
Ziff.
1.6)
.
M
edizinisch-theo
retisch
sei
eine leichte
bis mittelschwere
Arbeit in wechselbelastender Tätigkeit
hinge
gen
möglich
. Eine Durchführung einer Evaluation der funktionellen Leis
tungs
fähigkeit werde empfohlen (
Ziff.
1.7).
3.7
Dr.
med.
G._
, Facharzt
für
Psychiatrie und Psychotherapie, nannte in seinem Bericht vom 1
8.
Dezmeber 2012
(
Urk.
7/40 = Urk 7/41)
als
psychiatrische
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine rekur
rente depressive Erkrankung, aktuell schwergradige Episode (ICD-10 F33.3). Die Beschwerdeführerin sei vom 2
5.
Juni bis 1
8.
Dezember 2012 zu 100
%
und seit
dem
1
9.
Dezember 2012 sei sie zu 80
%
arbeitsunfähig (Lit. B)
.
Längerfristig erscheine aufgrund der psychiatrischen Erkrankung eine Arbeits
fähigkeit von maximal circa 30
bis 50
%
als realistisch
(Lit. D.3)
.
3.8
Dr.
G._
nannte in seinem Bericht vom 2
2.
Februar 2013
(
Urk.
7/45)
als psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf
die
Arbeitsfähigkeit eine rekur
rente depressive Erkrankung, aktuell leichtgradige Episode (ICD-10 F33.0).
Die Beschwerdeführerin sei aufgrund des fortbestehenden psychiatrischen Leidens ab 2
3.
Februar bis 2
2.
März 2013 zu 60 bis 70
%
arbeitsunfähig. Aufgrund der bekanntlich hohen Rückfallgefahr der rekurrenten Depression
werde
dieses Pensum über einen Zeitraum von
zirka
18 bis 24 Monaten empfohlen
,
bevor eine weiter
e
Steigerung auf eventuell 50
%
vorgenommen werden
könne
.
3.9
Dr.
med.
H._
,
Facharzt
für
Rheumatologie und Allgemeine Innere Medi
zin, und
Dr.
med.
I._
,
Facharzt
für
Psychiatrie und Psychothera
pie, erstatteten das von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene bidiszipli
näre Gutachten am
6.
April 2013 (
Urk.
7/46) nach Untersuchung
en
der Be
schwerdeführerin am 1
8.
und 2
5.
März 2013
(S. 1)
.
Die Gutachter
nannten
folgende
rheumatologische
Diagnosen
(
S. 35)
:
Ganzkörperschmerzsyndrom mit/bei
Schlafstörungen
Fehlhaltung
muskulärer Dysbalance
Verdacht auf Dekonditionierung
diskreten degenera
tiven Veränderungen lumbal (MRI
September
2011)
Migräne anamnestisch
Adipositas (BMI 32 kg/m2)
a
rterielle Hypertonie
Vitamin D-Mangel
Sie nannten folgende
psychiatrische Diagnosen
(S. 35)
:
Somatisierungsstörung F45.0
Dysthymie F34.1
h
ypochondrische Ängste F45.2
Was den somatischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin anbelangt, so gelangte der Gutachter
Dr.
H._
aus rheumatologischer Sicht zum Schluss, dass abgesehen von einer Adipositas die somatischen Befunde sehr spärlich seien. Die Beschwerdeführerin zeige eine Fehlhaltung mit vermehrten sagittalen Krümmungen, jedoch keine lokalisierbare und gerichtete Schmerzhaftigkeit im Bereich des ganzen Achsenskelettes. Die rechte Schulter sei passiv ohne erkenn
baren Bewegungsschmerz absolut frei beweglich gewesen. Aktive Bewegungen seien jedoch weitgehen
d
vermieden worden. Die resistiven Tests seien ohne Krafteinsatz erfolgt. Der Faustschluss sei beidseits mit nicht messbarer Kraft durchgeführt worden. Im Bereich des Bewegungsapparates seien keine sicheren pathologischen Befunde festgestellt worden. Eine somatische Ursache könne ausgeschlossen werden. Schon der konstant maximale Schmerz ohne Variation lasse eine Schmerzverarbeitungsstörung vermuten. Auch die Diskrepanzen zwischen den angegebenen Beschwerden und Limitierungen sowie fehlenden korrelierenden somatischen Befunden spreche ebenfalls dafür. Solange die Beschwerdeführerin ihr Schon- und Vermeidungsverhalten nicht aufgebe und Bewältigungsstrategien entwickle, seien somatisch orientierte Therapieansätze nicht erfolgsversprechend. Nötig wären eine gewisse Gewichtsreduktion sowie eine konsequente muskuläre und auch kardiovaskuläre Rekonditionierung. Bei offensichtlich fehlendem Ansprechen der Schmerzen a
uf alle abgegebenen
Medikamente
müsste eigentlich auf Analgetika und Antirheumatika verzichtet werden können
(S. 23
ff.
Ziff.
4)
.
Aus psychiatrischer Sicht legte der Gutachter
Dr.
I._
dar, dass
sich
die Beschwerden der Beschwerdeführerin anhand der Akten sowie der eigenen Untersuchung nicht genügend erklären liessen. In den Akten fänden sich bis zum Behandlungsbeginn bei
Dr.
G._
keine dokumentierten psychischen Leiden. Weder die Ärzte der behandelnden Spitäler noch die Hausärztin
Dr.
E._
hätten zugrunde liegende psychische Störungen aufgeführt oder fest
gestellt. Der behandelnde Psychiater Dr.
G._
habe zwar zuerst eine schwergradige depressive Episode diagnostiziert, diese aber nicht mit klinischen psychopathologischen Befunden unterlegt, und er habe keine psychiatrische Vorgeschichte erhoben, die eine Chronifizierung nahelegen würde.
Dr.
I._
hielt dazu
weiter
fest, im Rahmen der Untersuchung weise die Beschwerdefüh
rerin weder anamnestisch noch klinisch eine eigentliche depressive Symptoma
tik auf. Trotz der Angabe einer konstant maximalen Schmerzintensität seien ihr klinisch kein Leidensdruck und kein schmerzbedingter Stresszustand anzumer
ken gewesen. Zudem zeigten die Aktivitäten der Beschwerdeführerin tagsüber sowie in der breiten Kontaktpflege keine Stresserscheinungen, wie zum Beispiel Konzentrationsstörungen. Darüber hinaus
bestünden
weitere Erscheinun
gen einer Somatisierungsstörung
, wie die Schwäche im rechten Arm, der von der Beschwerdeführerin beschriebene Ohnmachtsanfall und möglicherweise die Kopfschmerzen. Da jedoch keine brisanten psychischen Konflikte und kein Stresszustand ersichtlich seien, die einen dissoziativen Mechanismus hätten verursachen können, könne keine dissoziative Störung diagnostiziert werden. Die Somatisierungsstörung könne demzufolge ebenfalls keinen schweren Krank
heitsgrad haben
(S. 33
f.
)
.
Zusammenfassend kamen die Gutachter zum Schluss, das Krankheitsverhalten der Beschwerdeführerin lasse sich medizinisch nicht erklären, weder durch eine rheumatologische noch durch eine psychiatrische Erkrankung.
Eine Arbeitsun
fähigkeit lasse sich somit nicht begründen (S. 35 oben).
Aus rheumatologischer Sicht fänden sich keine objektiven Befunde, die mit der angestammten Tätigkeit als Küchenmitarbeiterin nicht vereinbar wären. Eine solche sei der Beschwerdeführerin wie auch eine angepasste, körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeit aus internistisch-rheumatologischer Sicht un
eingeschränkt möglich und auch zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht hätten die Diagnosen höchstens einen leichten IV-relevanten Krankheitswert, sodass heute keine nennenswerte Arbeitsunfähigkeit anzunehmen sei. Retrospektiv könne die
früher attestierte Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen nicht bestätigt werden (S. 36
Ziff.
2).
3.10
Dr.
med.
J._
,
Facharzt
Anästhesiologie
, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte am 2
6.
April 2012 (richtig 2013) aus (
Urk.
7/47/5-6), die Beurtei
lung der medizinischen Zusammenhänge im bidisziplinären Gutachten sei um
fassend und die medizinischen Schlussfolgerungen seien begründet.
4
.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte ihren abweisenden Entscheid auf das bidiszipli
näre Gutachten, wonach bei der Beschwerdeführerin von einer vollen Arbeits
fähigkeit in ihrer jetzigen Tätigkeit auszugehen sei
(vorstehend E. 3.9)
.
4.2
Das
bidisziplinäre Gutachten
beruht
auf für die strittigen Belange umfassenden Untersuchungen und
berücksichtigt
die von der Beschwerdeführerin geklagten
Beschwerden
in angemessener Weise. Sodann wurde es in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den Vorakten erstattet und trägt der konkreten medizi
nischen Situation Rechnung.
Das Gutachten leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich begründet. So zeigten die Gutachter auf, dass aufgrund der erhobenen, objektiven somatischen Befunde und der
fehlen
den klinisch relevanten, leistungsbeeinträchtigenden psychischen Störung das Krankheitsverhalten der Beschwerdeführerin nicht erklärbar sei und sich daraus eine Arbeitsunfähigkeit nicht begründen liesse.
Das Gutachten ist für die Beantwortung der Fragen umfassend und erfüllt die praxisgemässen Kriterien (vgl. vorstehend E. 1.4) vollumfänglich, so dass für die Entscheidfindung darauf abgestellt werden kann.
4.3
Die rheumatologische Beurteilung
des Gutachters
deckt sich mit derjenigen der Ärzte des Stadtspitals
D._
sowie der Rehaklinik
F._
. Die Ärzte des Stadtspitals
D._
erachteten die Beschwerdeführerin nach Austritt als
zu
100
%
arbeitsfähig (vorstehend E. 3.5). So gelangten auch die Ärzte der Rehaklinik
F._
zum Schluss, dass medizinisch-theoretisch eine leichte bis mittelschwere
Arbeit
in wechselbelastender Tätigkeit möglich ist (vorstehend E. 3.6).
4.
4
Soweit die
Beschwerdeführerin
geltend macht
,
der Gutachter habe den erfolgrei
chen Verlauf der Behandlung der drei akuten Episoden der rekurrenten Depres
sion im vergangenen Jahr übersehen,
vermag dies nicht zu überzeugen
.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin führte der psychiatrische Gutach
ter nachvollziehbar aus,
weshalb eine Chronifizierung nicht
in Betracht falle (vorstehend E.
3.9). Die Beurteilung des psychiatrischen Gutachters
erscheint schliesslich auch
insofer
n
als plausibel und nachvollziehbar, als der behandelnde Psychiater den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin trotz
der von ihm
genannten Diagnosen immer als besserungsfähig bezeichnete. Von einer eigent
lichen Chronifizierung kann dah
er wohl kaum gesprochen werden.
Die
Einschätzung
durch
Dr.
G._
vermag die Beurteilung de
s
Gutachter
s
nicht in Frage zu stellen.
Einerseits liegt es in der Natur der Sache, dass einer psychiatrischen Einschätzung notwendigerweise ein erheblicher Beurteilungs- und Ermessensspielraum inhärent ist. Andererseits ist es wegen der unterschied
lichen Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten medizinischen Experten
rechtsprechungsgemäss
nicht geboten, ein Administrativ- oder Gerichtsgutach
ten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderen Einschätzungen gelangen. Vorbehal
ten bleiben Fälle, in denen sich eine klärende Ergänzung des medizinischen Dossiers oder direkt eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behan
delnden Ärzte wichtige, nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entsprin
gende Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl.
Urteil des Bundesgerichts
9C_252/2012 vom
7.
September 2012 E. 8.4). Solches liegt hier nicht vor, berücksichtigten die bei
den Gutachter doch sämtliche von der Beschwerdeführerin anlässlich der Untersuchungen geklagten Beschwerden sowie die von den behandelnden Ärz
ten erhobenen Befunde.
Die von Dr.
G._
postulierte reduzierte Arbeitsfähigkeit vermag die anders
lautende fachärztliche Einschätzung de
r
Gutachter nicht zu widerlegen.
Nicht nachvollziehbar ist dabei
seine
Beurteilung
, dass die Beschwerdeführerin trotz der
Anpassung des Schweregrads der
Diagnose von einer
schwergradigen Episode
auf eine leichtgradige
in ihrer Arbeitsfähigkeit
dennoch
ver
hältnis
mässig
hoch eingeschränkt sein soll
. Angesicht einer derart
erheblichen
Einschränkung
ist es zudem
wenig
plausibel,
dass
die Beschwerdeführerin
in den alltäglichen Lebensverrichtungen
wiederum
gar
nicht
eingeschränkt sein soll.
Der abweichende Standpunkt von Dr.
G._
erklärt sich wohl auch mit dem Unterschied zwischen medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag. Dr.
G._
nannte keine objektiv feststellbaren Gesichtspunkte, welche Zweifel am Gutachten begründen würden.
Bei der Würdigung seiner Beurtei
lung
ist
somit
die Erfahrungstatsache
zu berücksichtigen
, dass
Hausärztinnen und
Hausärzten wie überhaupt behandelnde Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstel
lung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussa
gen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
4.5
Die Beurteilung und Einschätzung
durch die
beiden
Gutachter wird
zudem
durch den Umstand
gestützt
, dass
sich
die Beschwerdeführerin offenbar keiner
konsequenten ambulanten Depressionsbehandlung unterzieht.
Gemäss Gutach
ten
besuche
die
Beschwerdeführerin alle 3 Wochen
ihren behandelnden
Psychi
ater.
Von einer
konsequenten Depressionsbehandlung
kann
daher
rechtsprechungs
gemäss
nicht ausgegangen werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_454/2013 vom 2
9.
Oktober 2013 E. 4.1).
Auch in somatischer Hinsicht ist
davon auszugehen
, dass sich die Beschwerdeführerin
k
einer adäquaten und konsequenten Therapie unterzieht.
In diesem Zusammenhang
führt
e
der Gutachter aus, dass die Beschwerdeführerin zwar regelmässig
die Physiotherapie besuche, dort jedoch ausschliesslich passiv behandelt werde
und keine Übungen mache
.
Die
Beschwer
deführerin
müsse
ihr Schon- und Vermeidungsverhalten aufgebe
n
und
Bewältigungsstrategien entwick
e
ln
,
sonst seien
somatisch orientierte Therapie
ansätze
nicht erfolgsversprechend.
Das Verhalten der Beschwerdeführerin
lässt
auf einen fehlenden erh
eblichen Leidensdruck schliessen
. Zumindest
muss davon ausgegangen werden,
dass
dieser
nicht derart
ausgeprägt
ist
,
dass
die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdefüh
rerin
davon
erheblich und dauerhaft
eingeschränkt
wird
.
4.6
D
ie Beschwerdeführerin
brachte
schliesslich
vor, es sei noch Gegenstand weite
rer Abklärung, ob sich der neu vorgebrachte Befund einer Pulley-Läsion au
f die Arbeitsfähigkeit auswirke.
Dazu kann festgehalten werden, dass
sich
d
ie Befun
de der Arthrografie vom September 2013 im Wesentlichen nicht von denjenigen der Arthrosonografie vom April 2012
beziehungsweise
der Sonografie vom Mai 2012
unterscheiden
.
D
ie
Befund
e
der
Ruptur der Supraspinatussehne
sowie
die Befunde
der langen Bizepssehne
rechts
war
en
bereits bekannt und führte
n
in der Beurteilung der Ärzte
zu keiner
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
. Ein Bericht über die entsprechend
genannten
Abklärungen wurde durch die Be
schwerdeführerin nicht nachgereicht, weshalb ein diesbezüglicher Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auch nicht zu erwarten ist
.
5.
Zusammenfassend
kann
somit
auf die Beurteilung der Ärzte des bidisziplinären Gutachtens abgestellt werden, welche zum Schluss kamen, dass keine Beein
trächtigung der Arbeitsfähigkeit besteht.
Der medizinische Sachverhalt erweist
sich als hinreichend klar und ist als in diesem Sinne erstellt zu betrachten. Weitere Abklärungen sind somit nicht notwendig.
Demnach hat die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung verneint, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Da es um Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf
Fr.
700
.
--
anzusetzen und der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.