Decision ID: 6bdab9dd-fa6c-4ccd-8168-2d9e91f859fa
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X besitzt den Führerausweis der Kategorie B seit 1981. Wegen Fahrens in
angetrunkenem Zustand, begangen am 18. März 2007 mit einer
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Blutalkoholkonzentration von mindestens 1,26 und höchstens 1,62 Gew.-‰ (Mittelwert
1,44 Gew.-‰) und am 12. Mai 2008 mit einer nach einer Atemluftprobe umgerechneten
Blutalkoholkonzentration von 0,55 Gew.-‰, war er ihm für die Dauer von drei Monaten
vom 18. März bis 17. Juni 2007 und von einem Monat vom 14. Juli bis 13. August 2008
entzogen.
B.- Am Sonntag, 20. November 2011, wurde X um 1.05 Uhr von der Kantonspolizei St.
Gallen anlässlich einer Verkehrskontrolle in H als Lenker seines Personenwagens
Toyota Avensis mit dem amtlichen Kennzeichen SG 000 angehalten. Der Atemlufttest
wegen Alkoholmundgeruchs verlief belastend. Der Führerausweis wurde X auf der
Stelle abgenommen. Die Analyse der daraufhin entnommenen Blutprobe ergab für den
Zeitpunkt der Kontrolle eine Blutalkoholkonzentration von mindestens 2,09 und
höchstens 2,61 Gew.-‰ (Mittelwert 2,35 Gew.-‰). Mit Strafbefehl vom 15. Dezember
2011 verurteilte ihn das Untersuchungsamt U wegen Fahrens in angetrunkenem
Zustand mit einer qualifizierten Blutalkoholkonzentration zu einer Geldstrafe von 160
Tagessätzen zu je Fr. 200.--, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von vier Jahren,
und zu einer Busse von Fr. 4'500.--.
Am 2. Dezember 2011 eröffnete das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des
Kantons St. Gallen gegen X ein Verfahren zur Abklärung der Fahreignung und entzog
ihm den Führerausweis vorsorglich. Am 12. Januar 2012 ordnete das
Strassenverkehrsamt eine verkehrsmedizinische Untersuchung an. Einem Rekurs
wurde die aufschiebende Wirkung entzogen.
C.- Gegen die Zwischenverfügung vom 12. Januar 2012 erhob X durch seinen
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 26. Januar 2012 Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge und Gewährung der aufschiebenden Wirkung sei von der
Anordnung einer verkehrsmedizinischen Untersuchung abzusehen. Mit
Vernehmlassung vom 21. Februar 2012 beantragte die Vorinstanz die Abweisung des
Rekurses. Zusammen mit einer zusätzlichen Eingabe vom 7. März 2012 reichte der
Rekurrent ein Zeugnis des Verwaltungsrates seiner Arbeitgeberin vom 5. März 2012
und die Ergebnisse einer Blutuntersuchung vom 24. Februar 2012 ein. Am 16. März
2012 ging zudem ein Zeugnis der Hausärztin des Rekurrenten vom 8. Februar
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(vermutlich März) 2012 ein. Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur

Begründung ihrer Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 26. Januar 2012 ist rechtzeitig
eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Im Rekurs ist umstritten, ob die Vorinstanz zu Recht an der Fahreignung des
Rekurrenten zweifelte und mit der angefochtenen Zwischenverfügung eine
verkehrsmedizinische Untersuchung anordnete.
a) Führerausweise dürfen nicht erteilt werden, wenn der Bewerber an einer die
Fahreignung ausschliessenden Sucht leidet (Art. 14 Abs. 2 lit. c des
Strassenverkehrsgesetzes; SR 741.01, abgekürzt: SVG). Sie sind zu entziehen, wenn
festgestellt wird, dass die gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht
mehr bestehen (Art. 16 Abs. 1 SVG). Wegen fehlender Fahreignung wird einer Person
der Führerausweis auf unbestimmte Zeit entzogen, wenn sie an einer Sucht leidet,
welche die Fahreignung ausschliesst (Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG), wie beispielsweise
Alkohol-, Betäubungs- und Arzneimittelabhängigkeit (vgl. Botschaft zur Änderung des
Strassenverkehrsgesetzes vom 31. März 1999, in: BBl 1999 S. 4462 ff., S. 4491).
Trunksucht ist anzunehmen, wenn die betroffene Person regelmässig so viel Alkohol
konsumiert, dass ihre Fahrfähigkeit vermindert wird und sie diese Neigung zum
übermässigen Alkoholgenuss durch den eigenen Willen nicht zu überwinden oder zu
kontrollieren vermag. Auf eine fehlende Fahreignung darf geschlossen werden, wenn
die Person nicht mehr in der Lage ist, Alkoholkonsum und Strassenverkehr
ausreichend zu trennen, oder wenn die nahe liegende Gefahr besteht, dass sie im
akuten Rauschzustand am motorisierten Strassenverkehr teilnimmt (vgl. BGE 129 II 82
E. 4.1). Der Suchtbegriff des Verkehrsrechts deckt sich somit nicht mit dem
medizinischen Begriff der Alkoholabhängigkeit. Dieses Verständnis der Trunksucht
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erlaubt, auch bloss suchtgefährdete Personen, bei denen aber jedenfalls ein
Alkoholmissbrauch vorliegt, vom Führen eines Motorfahrzeuges fernzuhalten (vgl.
Urteile des Bundesgerichts 1C_140/2007 vom 7. Januar 2008 E. 2.1; 6A.31/2003 vom
4. August 2003 E. 5.1; BGE 129 II 82 E. 4.1).
b) Bestehen Bedenken über die Eignung eines Fahrzeugführers, so ist er gemäss
Art. 14 Abs. 3 SVG einer neuen Prüfung zu unterwerfen. Eine verkehrsmedizinische
Anordnung darf nur angeordnet werden, wenn konkrete Anhaltspunkte vorliegen, die
ernsthafte Zweifel an der Fahreignung des Betroffenen wecken (vgl. Urteile des
Bundesgerichts 1C_327/2011 vom 19. Oktober 2011 E. 2.2 und 1C_356/2011 vom
17. Januar 2012 E. 2.1). Vorausgesetzt werden Anhaltspunkte dafür, dass der fragliche
Inhaber des Führerausweises mehr als jede andere Person der Gefahr ausgesetzt ist,
sich in einem Zustand ans Steuer eines Fahrzeuges zu setzen, der das sichere Führen
nicht mehr gewährleistet (vgl. BGE 127 II 122 E. 3c; 124 II 559 E. 3d, je mit Hinweisen).
Da der Sicherungsentzug tief in den Persönlichkeitsbereich des Betroffenen eingreift,
ist eine genaue Abklärung des Vorliegens von Trunksucht in jedem Fall und von Amtes
wegen vorzunehmen. Nach der Rechtsprechung gehören zu den für den Nachweis der
Trunksucht erforderlichen Abklärungen etwa eine gründliche Prüfung der persönlichen
Verhältnisse, welche namentlich die Einholung von Fremdberichten von Hausarzt,
Arbeitgeber und Familienangehörigen umfasst, eine einlässliche Aufarbeitung der
konkreten Trunkenheitsfahrten, eine Alkoholanamnese, d.h. die Erforschung des
Trinkverhaltens (Trinkgewohnheiten und Trinkmuster) des Betroffenen und seine
subjektive Einstellung dazu sowie eine umfassende, eigens vorzunehmende körperliche
Untersuchung mit besonderer Berücksichtigung von alkoholbedingten
Hautveränderungen usw. (BGE 129 II 82 E. 6.2.2; 124 II 559 E. 4d-g und E. 5a; Urteil
des Bundesgerichts 6A.8/2007 vom 1. Mai 2007 E. 2.5). Das Ausmass der
behördlichen Nachforschungen, namentlich die Frage, ob ein medizinisches Gutachten
eingeholt werden soll, richtet sich grundsätzlich nach den Umständen des Einzelfalls
und liegt im pflichtgemässen Ermessen der Entzugsbehörde (BGE 129 II 82 E. 2.2). Das
Bundesgericht hat die Notwendigkeit der Einholung eines medizinischen Gutachtens
bejaht bei einem kombinierten Konsum von Alkohol und verschiedenen
Betäubungsmitteln (BGE 129 II 335 E. 4c), bei einem Fahrzeuglenker mit einer
Blutalkoholkonzentration von 2,5 Gew.-‰ und mehr, auch wenn sich der Betroffene
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während der letzten fünf Jahre vor der aktuellen Trunkenheitsfahrt keine einschlägige
Widerhandlung zu Schulden kommen liess (BGE 129 II 82 E. 4.2), bei einem
Fahrzeuglenker, der mit mindestens 1,74 Gewichtspromillen gefahren und ein Jahr
später mit mindestens 1,79 Gewichtspromillen rückfällig geworden war (BGE 126 II 361
E. 3c) sowie bei einem Fahrzeuglenker mit einer Blutalkoholkonzentration von
mindestens 3 Gewichtspromillen, der bereits früher Alkoholwerte in dieser
Grössenordnung aufgewiesen hatte (BGE 125 II 396 E. 2).
Nach dem von der Expertengruppe Verkehrssicherheit herausgegebenen Leitfaden für
die Administrativ-, Justiz- und Polizeibehörden vom 26. April 2000 ist bei Personen, die
während der letzten zehn Jahre vor der aktuellen Trunkenheitsfahrt bereits zweimal in
angetrunkenem Zustand gefahren sind, die Fahreignung abzuklären, da der begründete
Verdacht besteht, dass sie Trinken und Fahren nicht trennen können, auch wenn die
Blutalkoholkonzentration nicht massiv über dem Grenzwert liegt (Ziff. II/1). Dieser
Leitfaden ist für Verwaltungs- und Gerichtsbehörden nicht verbindlich, gibt jedoch
Hinweise auf allfällige Verhaltensweisen, die im Hinblick auf die Fahreignungsprüfung
dienlich sein könnten (Urteile des Bundesgerichts 1C_140/2007 vom 7. Januar 2008 E.
2.4; 6A.38/2003 vom 12. August 2003 E. 4). Bei der Frage, von welchem
Blutalkoholgehalt im Verfahren des Sicherungsentzugs auszugehen ist, findet der
Grundsatz der Unschuldsvermutung – anders als beim Schuldspruch wegen Fahrens in
angetrunkenem Zustand und beim Warnungsentzug, der eine schuldhafte Verletzung
einer Verkehrsregel voraussetzt – angesichts der unterschiedlichen Zielsetzung keine
Anwendung (Urteil des Bundesgerichts 1C_98/2007 vom 13. September 2007 E. 3.2).
Unter Umständen ist auch nicht entscheidend, ob die mittels Atemlufttests
festgestellten Alkoholisierungen die strafrechtlich massgebenden Grenzwerte
überschritten oder geringfügig, allenfalls sogar deutlich, darunter lagen, wenn
zumindest der dringende Verdacht besteht, dass vor dem Fahren in erheblichem Mass
Alkohol konsumiert worden ist (VerwGE B 2009/127 vom 28. Januar 2010 E. 2.2).
c) Der Rekurrent besitzt den Führerausweis der Kategorie B seit 1981. In den
vergangenen rund fünf Jahren lenkte er dreimal einen Personenwagen unter
Alkoholeinfluss, nämlich am 18. März 2007 mit einer Blutalkoholkonzentration von 1,44
Gew.-‰ (Mittelwert), am 12. Mai 2008 mit einer Blutalkoholkonzentration von 0,55
Gew.-‰ (umgerechneter Atemluftwert) und am 20. November 2011 mit einer
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Blutalkoholkonzentration von 2,35 Gew.-‰ (Mittelwert). Die Voraussetzungen gemäss
verkehrsmedizinischer Lehre und Leitfaden für die Abklärung der Fahreignung sind
damit erfüllt. Ins Gewicht fällt zudem, dass sich die Fahrten auf eine wesentliche
kürzere Dauer als zehn Jahre verteilten und die Alkoholisierung am 20. November 2011
massiv war. Das Verhaltensmuster deckte sich im Übrigen in allen drei Fällen. Der
Rekurrent fiel jeweils in der Nacht vom Samstag auf den Sonntag auf und gab – bei
sehr unterschiedlichen Blutalkoholkonzentrationen – regelmässig an, er habe drei Bier
getrunken. Insgesamt muss davon ausgegangen werden, dass er sich in den
vergangenen fünf Jahren zumindest dreimal nach teilweise beträchtlichem
Alkoholkonsum ans Steuer eines Motorfahrzeugs setzte.
Die Umstände der Fahrt in angetrunkenem Zustand vom 20. November 2011
verstärken die Zweifel an der Fahreignung des Rekurrenten zufolge einer
verkehrsrelevanten Alkoholproblematik oder einer erhöhten Suchtgefährdung. In den
meisten europäischen Ländern ist eine Begutachtung nach einer Verkehrsauffälligkeit
mit einer Blutalkoholkonzentration von 1,6 Gew.-‰ indiziert. Aus
verkehrsmedizinischer Sicht sind selbst bei einer erstmaligen Alkoholauffälligkeit im
Strassenverkehr Verdachtsgründe für eine fehlende Fahreignung gegeben, wenn die
Blutalkoholkonzentration 2,0 Gew.-‰ oder mehr betrug oder wenn bei
Blutalkoholkonzentrationen zwischen 1,60 und 1,99 Gew.-‰ bestimmte Kriterien, wie
beispielsweise fehlende Alkoholisierungszeichen, auffällige Alkoholstigmata, Tageszeit
der Angetrunkenheit und der Fahrt, Trinken über einen langen Zeitraum, den
Verdachtsgrund einer Alkoholproblematik verstärken (vgl. M. Haag-Dawoud,
Fahreignungsbegutachtung – Indikation und Fragestellung aus verkehrsmedizinischer
Sicht, in: Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2009, St. Gallen 2009, S. 28-30). Der
Rekurrent wies im Zeitpunkt des Unfalls eine Blutalkoholkonzentration zwischen 2,09
und 2,61 Gew.-‰ (Mittelwert 2,35 Gew.-‰) auf. Zu diesem Alkoholisierungsgrad
stehen seine Angaben zu der über die Zeit zwischen 1600 und 2400 Uhr verteilten
Trinkmenge von drei Spezli Bier in offensichtlichem Widerspruch. Dies deutet
daraufhin, dass der Rekurrent seinen Alkoholkonsum beschönigt oder die Kontrolle
darüber verloren hat. Das Verhalten des Rekurrenten anlässlich der Kontrolle wird von
der Polizei als unruhig/aufgeregt beschrieben. Dieses Verhalten muss nicht notwendig
alkoholbedingt gewesen sein, sondern kann seinen Grund auch darin haben, dass er
bereits zum dritten Mal als alkoholisierter Fahrzeuglenker polizeilich kontrolliert wurde.
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Im Übrigen waren beim Rekurrenten keine deutlichen Anzeichen einer starken
Alkoholisierung zu verzeichnen. Insbesondere erschien sein Gleichgewicht nicht
gestört. Er war auch ohne Weiteres in der Lage, einen Personenwagen von S bis nach
H, mithin über eine Strecke von über 20 Kilometern unfallfrei zu lenken. Dies lässt eine
erhebliche Alkoholgewöhnung vermuten.
Die vom Rekurrenten eingereichten Unterlagen vermögen die ernsthaften Zweifel an
seiner Fahreignung nicht auszuräumen. Bei den von der Hausärztin des Rekurrenten
erhobenen Werten (GGT, GOT und GPT) handelt es sich um biologische
Alkohol(missbrauchs)marker. Pathologisch erhöhte Werte gelten als Ausdruck einer
Schädigung der Leberzellen. Die Marker sind daher indirekte Indikatoren für
überhöhten Alkoholkonsum, da eine Organschädigung vorliegen muss, ehe im Blut ein
entsprechender Anstieg sichtbar wird (vgl. BGE 129 II 82 E. 6.2.1). Da es sich um
indirekte Indikatoren handelt, die bereits eine Organschädigung voraussetzen, sind
unauffällige Analyseergebnisse nicht geeignet, eine Alkoholmissbrauchsproblematik
auszuschliessen. Zudem wurde von der Hausärztin der CDT-Wert nicht erhoben, was
unüblich ist. Dieser Marker knüpft daran an, dass nach regelmässigem Alkoholgenuss
von täglich mehr als 60 Gramm reinem Alkohol über eine relativ kurze Trinkdauer (etwa
14 Tage) im Blut vermehrt beschädigte Moleküle des eisentransportierenden Proteins
Transferrin gefunden werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6A.72/2003 vom
13. Februar 2004 E. 2.21; BGE 129 II 82 E. 6.2.1). Selbst ein unauffälliger CDT-Wert
schlösse angesichts des hohen Anteils von Personen, bei denen trotz bekanntem
Alkoholüberkonsum keine Erhöhung festzustellen ist, eine
Alkoholmissbrauchsproblematik nicht aus (vgl. VRKE IV-2011/14 vom 18. August 2011
E. 2b/dd; VRKE IV-2011/20 vom 12. Mai 2011 E. 2c/bb mit Hinweisen, publiziert auf
www.gerichte.sg.ch). Aus dem Zeugnis der Hausärztin des Rekurrenten vom 8. Februar
2012 ergibt sich lediglich, dass die – erwähnten und wenig aussagekräftigen –
Leberwerte im Normbereich liegen und "somit" keine chronische Alkoholabhängigkeit
vorliegt. Hingegen enthält das Zeugnis weder Angaben über die Häufigkeit, mit welcher
der Rekurrent in der Sprechstunde war, noch eine persönliche Einschätzung durch die
Ärztin. Auch die Bestätigung des Verwaltungsrates der Arbeitgeberin, wonach der
Rekurrent seit 1988 die Geschäftsführung übernommen habe und nie alkoholauffällig
gewesen sei, schliesst eine Alkoholproblematik nicht aus. Insbesondere enthält sie
keine Angaben zur Intensität der beruflichen Kontakte zwischen dem Rekurrenten und
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dem unterzeichnenden Mitglied des Verwaltungsrates, das hauptberuflich als
Geschäftsführer und Verwaltungsratspräsident eines Treuhandunternehmens tätig ist.
d) Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurrent innerhalb von weniger als fünf
Jahren dreimal nach Alkoholkonsum als Motorfahrzeuglenker auffällig wurde. Da
insbesondere auch die Umstände des dritten Vorfalls für sich betrachtet Bedenken an
der Eignung des Rekurrenten als Fahrzeuglenker wecken, fällt nicht ins Gewicht, dass
das Ausmass der Alkoholisierung beim zweiten Vorfall vom 12. Mai 2008 mit 0,55
Gew.-‰ relativ gering war. Die Vorinstanz hat deshalb zu Recht mit der angefochtenen
Verfügung vom 12. Januar 2012 eine verkehrsmedizinische Untersuchung des
Rekurrenten angeordnet. Dementsprechend ist der Rekurs abzuweisen. Da mit der
verkehrsmedizinischen Untersuchung praxisgemäss bis zum Abschluss des
Gerichtsverfahrens zugewartet wird, ist auf das Gesuch, dem Rekurs die
aufschiebende Wirkung zu erteilen, nicht weiter einzugehen.
3.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.-- erscheint
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'200.-- ist zu verrechnen.