Decision ID: f453a4b6-8f05-5d74-9410-7fcd218d8292
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Christine Kessi, c/o procap, Froburgstrasse 4,
Postfach, 4601 Olten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente (Wiedererwägung)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 24. März 2003 (richtig. 2004) zum Bezug von IV-Leistungen
an (IV-act. 1). Die B._ AG teilte der IV-Stelle am 21. April 2004 mit (IV-act. 13), die
Versicherte habe Reinigungsarbeiten ausgeführt. Das Arbeitsverhältnis sei per 30.
September 2003 aus betrieblichen Gründen aufgelöst worden. Der aktuelle Lohn würde
Fr. 4'180.-- (x13) betragen. Dr. med. C._, Innere Medizin FMH, reichte der IV-Stelle
zusammen mit seinem Bericht vom 30. April 2004 (IV-act. 19) diverse medizinische
Vorakten ein. Dazu gehörte auch der Austrittsbericht der Klinik Valens vom 20. Januar
2004 über einen dreiwöchigen Rehabilitationsaufenthalt der Versicherten im Dezember
2003. Gemäss diesem Austrittsbericht war die Versicherte aus rheumatologischer Sicht
für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten mit Wechselbelastung ab Januar 2004 zu
100% arbeitsfähig (IV-act. 19-7). Gegenüber dem RAV hatte die Abteilungsärztin Dr.
med. D._ am 23. Dezember 2003 eine Arbeitsunfähigkeit der Versicherten ab
5. Januar 2004 von 50% angegeben (IV-act. 19-19). Dr. C._ führte in seinem Bericht
aus (IV-act. 19-1 ff.), er habe folgende Diagnosen erhoben: Chronisches
lumbospondylogenes bzw. belastungsbedingt auch lumboradikuläres
Schmerzsyndrom links (bei grosser medio-linkslateraler Diskushernie L5/S1,
phasenweiser radikulärer Reizsymptomatik, vereinbar mit Wurzel S1 links ohne
neurologische Ausfälle, muskulären Dysbalancen und Wirbelsäulenfehlform mit
linkskonvexer lumbaler Skoliose), zervikozephales Schmerzsyndrom bds. (bei
zervikalen Ansatztendinosen und Tendomyosen mit muskulärer Dysbalance) und -
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit - Adipositas permagna, COPD mit asthmoider
Komponente bei Nikotinabusus, rezidivierende Dyspepsie vom Säuretyp bei Reflux,
Menomethrorrhagien sowie klimakterische Beschwerden und Cephalea vom
Spannungstyp. Dr. C._ gab weiter an, als Reinigungsangestellte sei die Versicherte
vom 3. Juni 2003 bis 4. Januar 2004 zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Seither bestehe
eine Arbeitsfähigkeit von 50%. Die Versicherte klage über belastungsabhängige
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Schmerzen im Kopf, beim Bücken und Tragen auch im rechten Gesäss und im
dorsolateralen Oberschenkel, über eine schnelle Ermüdbarkeit im Rücken mit
Schmerzen bei längerem Sitzen, beim Bücken und beim Tragen, und über fast
chronisch auftretende Nacken-, Schulter- und Armschmerzen rechtsbetont. Zur Zeit
arbeite sie in einem Einsatzprogramm des RAV zu 50%. Bei einer leichten,
leidensadaptierten, rückenschonenden Tätigkeit könnte die Arbeitsbelastung eventuell
noch etwas gesteigert werden. In einer internen Notiz hielt die IV-Stelle am 17. Juni
2004 fest (IV-act. 22), bei einer körperlich leichten Arbeit sei die Versicherte zu 100%
arbeitsfähig. Die Erwerbseinbusse betrage 26%. Die Eingliederungsberaterin der IV-
Stelle notierte am 28. Juli 2004 (IV-act. 25), die Versicherte arbeite im Rahmen eines
Einsatzprogramms des RAV zu 50% im E._. Dieses Einsatzprogramm sei am besten
geeignet, die Versicherte auf eine berufliche Wiedereingliederung vorzubereiten. Der
Fall werde deshalb seitens der Eingliederungsberatung mit einem
Einkommensvergleich abgeschlossen. Der errechnete Invaliditätsgrad betrage
ausgehend von einer um 50% eingeschränkten Arbeitsfähigkeit 62%. Die
Sachbearbeiterin der IV-Stelle hielt am 5. August 2004 fest (IV-act. 26), gemäss einer
Besprechung mit dem RAD könne nicht von einer Arbeitsunfähigkeit von 50% für
behinderungsadaptierte Arbeiten ausgegangen werden. Ausschlaggebend sei nämlich
nicht der Bericht von Dr. C._, sondern die Beurteilung durch die Klinik Valens (100%
arbeitsfähig für adaptierte Tätigkeiten). Dr. med. F._ vom RAD gab am 12. August
2004 an (IV-act. 27), nach einer nochmaligen Würdigung aller medizinischen
Dokumente und nach einer Besprechung mit der Eingliederungsberaterin müsse die
RAD-Stellungnahme vom 25. Mai 2004 revidiert werden. Die Klinik Valens habe der
versicherten Person "gemäss Arbeitszeugnis" eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in einer
leichten adaptierten Tätigkeit bestätigt. Diese Arbeitsfähigkeit sei im Verlauf auch vom
Hausarzt bestätigt und übernommen worden. Deshalb müsse auch der
Einkommensvergleich auf einer Arbeitsfähigkeit von 50% beruhen, wenn keine
berufliche Massnahme in Frage komme. Die IV-Stelle ermittelte ausgehend von einer
Arbeitsfähigkeit von 50% einen Invaliditätsgrad von 62,56% (IV-act. 32-2). Mit einer
Verfügung vom 31. März 2005 sprach sie der Versicherten rückwirkend ab 1. Juni 2004
eine Dreiviertelsrente zu (IV-act. 40).
A.b Die Versicherte stellte am 29. November 2006 ein Rentenrevisionsgesuch (IV-act.
42). Sie reichte zwei Zeugnisse von Dr. C._ ein, laut denen sie seit dem 16. August
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2006 zu 100% arbeitsunfähig war (IV-act. 45-1). Gemäss Berichten der Neurochirurgie
des Kantonsspitals St. Gallen vom 25. August und 29. September 2006 (IV-act. 45-2
bis 5) hatte sie sich aufgrund eines Ependymoms einer Laminektomie L5 mit
Tumorexstirpation unterziehen müssen. Gemäss dem zweiten Bericht hatte die
Operation ein erfreuliches Ergebnis gezeitigt. Die Hypaesthesie an der seitlichen
Oberschenkelaussenseite hatte allerdings persistiert. Die Versicherte war für vier
Wochen nach dem Klinikaustritt zu 100% arbeitsunfähig geschrieben worden. Die
Ärzte hatten angenommen, sie werde anschliessend wieder ihre Tätigkeit aufnehmen
können. Dr. C._ berichtete der IV-Stelle am 19. Januar 2007 (IV-act. 51), er habe
folgende Diagnosen erhoben: St. n. Resektion eines Ependymoms mit Laminektomie
L5 am 17. August 2006 (mit residueller leichter Muskelschwäche am rechten
Oberschenkel und grösserer Hypästhesiezone am Oberschenkel links mit muskulärer
Schwäche beim Treppensteigen und beim Gehen über 20 Min.), chronisches
lumbospondylogenes bzw. lumboradikuläres Schmerz- und Ausfallsyndrom bds. (bei
muskulärer Dysbalance, Wirbelsäulenfehlform und Skoliose sowie grosser medio-
linkslateraler Diskushernie L5/S1 mit Wurzelkompression S1 links), Adipositas
permagna, chronische obstruktive Pneumopathie bei anhaltendem Nikotinabusus mit
Anstrengungsdyspnoe, chronische Dyspepsie vom Refluxtyp bei Hiatushernie,
zervikozephales Syndrom, Katarakt (Op. geplant). Dr. C._ führte dazu aus, im
Frühsommer 2006 sei es zu einer Schmerzzunahme mit einer langsam progredienten
radikulären Ausfallsymptomatik im Sinne einer Hypaesthesie links sowie einer
Krafteinbusse an beiden Oberschenkeln gekommen. Radiologisch sei ein Ependymom
intradural auf Höhe LWK 5 nachgewiesen worden. Zusätzlich sei eine (im Vergleich zur
Voruntersuchung eher leicht grössenregrediente) breitbasige Diskushernie L5/S1
festgestellt worden. Das Ependymom sei erfolgreich entfernt worden. Die
Einschränkung im Bereich des Bewegungsapparates habe sich seit 2005 durch die
zwischenzeitlich notwendige Operation nochmals deutlich verschlechtert. Die
Versicherte sei weniger mobil und klage über chronische belastungsabhängige
Schmerzen vorwiegend im Bereich lumbal und in beiden Oberschenkeln, teilweise auch
im Bereich des Nackens. Am 2. Februar 2007 berichtete Dr. C._ (IV-act. 51-3 f.), die
Prognose hinsichtlich der sinnvollen Verwertung der Restarbeitsfähigkeit von aktuell
knapp 40% gemäss der letzten Revision sei schlecht. Auf die Frage der IV-Stelle, wie
hoch er die Arbeitsfähigkeit der Versicherten in einer leidensadaptierten Tätigkeit
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schätze (IV-act. 53), antwortete Dr. C._ am 28. März 2007 (IV-act. 54), eine
leidensadaptierte Tätigkeit (leicht, wechselbelastend) sei mit Unterbrüchen während
maximal zwei Stunden pro Tag denkbar. Bei Exazerbationen wäre allerdings mit einer
gänzlichen Arbeitsniederlegung zu rechnen. In einem Bericht zuhanden ausländischer
Sozialversicherer gab Dr. C._ am 6. Oktober 2008 u.a. an, es bestehe eine deutliche
verminderte Belastbarkeit infolge chronischer lumbaler und zervikaler
Rückenschmerzen. Bereits bei kürzeren Gehstrecken komme es zu einer
Schmerzausstrahlung linksbetont im Bein. Neben den degenerativen
Wirbelsäulenveränderungen mit Diskushernie bestünden ein Impingement der rechten
Schulter, Knieschmerzen bei beginnender Gonarthrose mit retropatellärer
Chondropathie bds. und eine verminderte respiratorische Belastbarkeit bei COPD mit
asthmoider Komponente bei persistierendem Nikotinabusus.
A.c Am 10. Juni 2009 beauftragte die IV-Stelle die ABI Ärztliches
Begutachtungsinstitut GmbH in Basel mit einer polydisziplinären Abklärung (IV-act. 85).
Dr. med. G._, Facharzt Pneumologie, hatte in einem Konsilium vom 26. November
2008 berichtet (IV-act. 86), es bestehe lediglich eine chronische Bronchitis mit
möglicherweise beginnender COPD (DD: Asthma bronchiale). Aus rein
pneumologischer Sicht sei die Versicherte für leichte bis höchstens mittelschwere
Arbeiten arbeitsfähig. Die Sachverständigen der ABI GmbH hielten in ihrem Gutachten
vom 3. Dezember 2009 fest (IV-act. 91), die Versicherte habe als Hauptproblem
Schmerzen im Lumbalbereich mit Ausstrahlung in das linke Bein, seit einigen Monaten
auch in den rechten Oberschenkel, angegeben. Hinzu kämen Schmerzen und
muskuläre Verspannungen im Schulter-/Nackenbereich und belastungsabhängige
Schmerzen im Bereich beider Kniegelenke. Die internistische/allgemeinmedizinische
Untersuchung habe mit Ausnahme eines diffusen Druckschmerzes im gesamten
Abdomen mit Punctum maximum linker Unterbauch ohne Abwehrspannung und ohne
palpable Resistenzen keine Anzeichen für eine Erkrankung geliefert. Bei der
psychiatrischen Abklärung habe die Versicherte angegeben, ihre Hauptprobleme seien
das Asthma und die Rückenschmerzen. Sie sei auch immer wieder vergesslich. Der
psychiatrische Sachverständige führte aus, die klinische Untersuchung habe keine
Beeinträchtigung von Wahrnehmung, Auffassung und Gedächtnis gezeigt. Die
komplexen Ich-Funktionen seien intakt gewesen. Die Versicherte habe die
Konzentration und die Aufmerksamkeit während der gesamten Untersuchung aufrecht
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erhalten können. Da keine pathologischen Befunde vorlägen, könne keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden. Der rheumatologische
Sachverständige führte aus, die Versicherte habe über Dauerschmerzen im
Lumbalbereich mit Ausstrahlung in das linke Bein bis in die Zehen mit Kribbeln und
Taubheitsgefühl sowie über intermittierende Ausstrahlungen in die Lateralseite des
rechten Oberschenkels geklagt. Ausserdem habe sie ein Taubheitsgefühl an der
Lateralseite des linken Oberschenkels und Schmerzen sowie muskuläre
Verspannungen in der Schulter-/Nackenmuskulatur und gelegentlich auftretende
belastungsabhängige Schmerzen im Bereich beider Kniegelenke angegeben. Der
rheumatologische Sachverständige hielt dazu fest, er habe keine klinischen Hinweise
für eine radikuläre oder eine Wurzelkompressionssymptomatik gefunden. Das korreliere
mit dem Befund der kernspintomographischen Abklärung vom April 2008. Es fehle
auch ein Hinweis auf ein allfälliges Rezidiv des am 17. August 2006 entfernten
Ependymoms. Die neuen Röntgenaufnahmen zeigten einen regelrechten
postoperativen Befund. Sämtliche Waddellzeichen seien positiv gewesen.
Zusammenfassend gebe es für die geklagten Schmerzen und
Funktionseinschränkungen von Seiten des Bewegungsapparates nur zum Teil ein
morphologisches Korrelat. Für leichte wechselbelastende Tätigkeiten ohne
wirbelsäulenbelastende Zwangshaltungen und ohne häufiges Arbeiten über Kopf
bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80%. Die im Bericht der Klinik Valens gestellte
Diagnose sei zum damaligen Zeitpunkt korrekt gewesen. Das gelte auch für die
angegebene Arbeitsfähigkeit von 100% in einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit.
Mittlerweile sei es zu einer objektivierbaren Verschlechterung im Lumbalbereich
gekommen (St. n. op. Entfernung eines Ependymoms im August 2006). Daraus
resultiere die Arbeitsunfähigkeit von 20%. Die im Bericht der Neurochirurgie des
Kantonsspitals St. Gallen attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100% im Rahmen der
postoperativen Rekonvaleszenz decke sich mit seiner Einschätzung. Die
Arbeitsunfähigkeit von 20% bestehe seit Februar 2007. Die von Dr. C._ in den
Berichten vom 19. Januar 2007 und 6. Oktober 2008 angegebenen Diagnosen deckten
sich weitestgehend mit der aktuellen Diagnose. Das gelte aber nicht für die von Dr.
C._ angegebene Arbeitsunfähigkeit von 75%. Weder somatisch noch psychiatrisch
lasse sich diese Einschätzung anhand von objektiven Befunden nachvollziehen.
Ursächlich für diese Diskrepanz sei wohl in erster Linie die schwierige Rolle des
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behandelnden Hausarztes, der bemüht sei, seinen Patienten zu helfen und sie zu
beschützen.
A.d Dr. H._ vom RAD hielt am 19. Dezember 2009 fest (IV-act. 92), im Rahmen der
Rentenzusprache seien die Abklärungen bezüglich Arbeitsfähigkeit in einer
leidensangepassten Tätigkeit erfolgt. Der RAD habe am 12. August 2004 festgehalten,
dass 50% leidensadaptiert gerechtfertigt seien. Der Vergleich der seinerzeitigen
Berichte lasse keine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes, namentlich
nicht im Sinne einer Verbesserung, erkennen. Die IV-Stelle bezifferte das
Valideneinkommen 2009 (ausgehend vom letzten Lohn der Versicherten als
Reinigungsangestellte) mit Fr. 61'278.-. Dem stellte sie ein anhand statistischer
Angaben ermitteltes Einkommen 2009 bei einem Beschäftigungsgrad von 80% von Fr.
39'514.- gegenüber. Nach einem weiteren Abzug von 10% verblieben Fr. 35'502.-, was
einem Invaliditätsgrad von 41,97% entsprach (IV-act. 93). Mit einem Vorbescheid vom
18. Januar 2010 kündigte die IV-Stelle der Versicherten eine wiedererwägungsweise
Aufhebung der Verfügung vom 31. März 2005 und eine Herabsetzung der laufenden
Dreiviertelsrente auf eine Viertelsrente mit Wirkung ab dem zweiten auf die
Verfügungszustellung folgenden Monat an. Sie hielt ausserdem fest, dass
ausnahmsweise auf eine Rückforderung verzichtet werde (IV-act. 94). Die Versicherte
liess am 16. Februar 2010 insbesondere einwenden (IV-act. 103), der RAD habe am 12.
August 2004 in Kenntnis des Berichts der Klinik Valens, des Arztzeugnisses zuhanden
des RAV und der Abklärungen der beruflichen Eingliederung eine Arbeitsfähigkeit von
50% anerkannt. Am 11. Dezember 2009 habe der RAD angegeben, die Situation habe
sich nicht verändert. Somit liege ein Sachverhalt vor, der nicht zweifellos unrichtig sei.
Am 25. Februar 2010 erging die angekündigte Wiedererwägungsverfügung (IV-act.
105). Zum Einwand der Versicherten hielt die IV-Stelle in der Verfügungsbegründung
insbesondere fest, der "IV-ärztliche Dienst" gebe nur Empfehlungen zuhanden der IV-
Stelle ab. Die Klinik Valens habe am 20. Januar 2004 für eine leichte bis mittelschwere
Tätigkeit eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit bestätigt. Die früheren Angaben
zuhanden des RAV seien retrospektiv gesehen nicht nachvollziehbar, weil sie die
attestierte Arbeitsfähigkeit nicht nur auf leichte Tätigkeiten beschränkt hätten.
B.
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B.a Die Versicherte liess am 29. März 2010 Beschwerde erheben (act. G 1) und die
Aufhebung der Verfügung vom 25. Februar 2010 sowie die weitere Ausrichtung der
Dreiviertelsrente beantragen. Sie ersuchte ausserdem um die Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege. Zur Begründung liess sie insbesondere geltend machen,
die Beschwerdegegnerin sei beim Erlass der Verfügung vom 31. März 2005 trotz
widersprüchlicher Berichte bewusst von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in
einer adaptierten Tätigkeit von 50% ausgegangen. Sie hätte auch anders vorgehen
können. Beispielsweise hätte sie bei der Klinik Valens um eine Erklärung der
widersprüchlichen Angaben nachsuchen können. Die Beschwerdegegnerin habe
stattdessen auf eine solche Nachfrage verzichtet und sich auf die Angaben des
Hausarztes und der Klinik Valens zuhanden des RAV abgestützt. Die Behauptung, die
damalige Einschätzung durch den RAD und die Sachbearbeitung sei falsch gewesen,
sei zweifellos unrichtig. Die Annahme einer Arbeitsfähigkeit von 50% sei damals nicht
zweifellos unrichtig gewesen. Die neue Rechtsprechung zur somatoformen
Schmerzstörung habe sich erst 2004/2005 durchzusetzen begonnen. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung durch die ABI GmbH sei unter Berücksichtigung dieser
neuen Rechtsprechung bzw. der geänderten Fassung des Art. 7 ATSG erfolgt. Im
Zeitpunkt des Verfügungserlasses habe der Entscheid des RAD, von einer 50%igen
Arbeitsfähigkeit auszugehen, nicht beanstandet werden können. Bei diesem Entscheid
habe zudem ein gewisser Ermessensspielraum bestanden. Dieser Spielraum sei korrekt
ausgefüllt worden. Bei einer unzutreffenden Ermessensausübung sei eine zweifellose
Unrichtigkeit ausgeschlossen. Die Rechtsprechungsänderung zur somatoformen
Schmerzstörung rechtfertige keine Anpassung der laufenden Dreiviertelsrente. Die von
der ABI GmbH bestätigte Verschlechterung rechtfertige keine Revision nach Art. 17
ATSG.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 12. Mai 2010 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 6). Sie führte zur Begründung aus, sie sei sich damals im Klaren
darüber gewesen, dass widersprüchliche Angaben vorgelegen hätten. Gemäss dem
Bericht der Klinik Valens sei die Beschwerdeführerin zu 100% erwerbsfähig gewesen.
Das werde nun durch das Gutachten untermauert. Den Berichten zweier anerkannter
Kliniken müsse ein höheres Gewicht beigemessen werden als einem Zeugnis zuhanden
des RAV. Auf die Angaben von Dr. C._ zur Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit könne nicht abgestellt werden, weil seine Einschätzung auf den subjektiven
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Angaben der Beschwerdeführerin beruht habe. Nach einer objektiven Betrachtung des
Sachverhalts könne kein Zweifel an der Unrichtigkeit der Rentenverfügung bestehen.
Sie habe den Untersuchungsgrundsatz verletzt, indem sie den Widerspruch in den
Angaben der Klinik Valens nicht ausgeräumt habe. In dieser Situation erübrige es sich,
den damaligen rechtserheblichen Sachverhalt weiter abzuklären. Es genüge, den
Invaliditätsgrad auf der nunmehr hinreichenden Sachverhaltsgrundlage zu ermitteln.
B.c Die Gerichtsleitung bewilligte am 18. Mai 2010 die unentgeltliche Prozessführung
(act. G 8).
B.d Die Beschwerdeführerin liess in ihrer Replik vom 13. Juli 2010 einwenden (act. G
13), die Beschwerdegegnerin habe im Rahmen ihres Ermessens geurteilt, als sie eine
eigenständige Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vorgenommen habe. Weitere
Abklärungen seien damals nicht zwingend notwendig gewesen. Die
Beschwerdegegnerin habe darauf verzichtet. Deshalb könne nicht von einer
zweifellosen Unrichtigkeit gesprochen werden.
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 22. Juli 2010 auf eine Duplik (act. G 15).

Erwägungen:
1.
Ein Versicherungsträger kann auf formell rechtskräftige Verfügungen zurückkommen,
wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher
Bedeutung ist (Art. 53 Abs. 2 ATSG). Zweifellos unrichtig ist eine Verfügung, wenn kein
vernünftiger Zweifel daran besteht, dass eine Unrichtigkeit vorliegt. Es darf nur ein
einziger Schluss, derjenige auf eine Unrichtigkeit, möglich sein (vgl. U. Kieser, ATSG-
Kommentar, 2. A., N. 31 zu Art. 53 ATSG). Gemäss der höchstrichterlichen
Rechtsprechung gilt diese Interpretation des Begriffs der zweifellosen Unrichtigkeit
dann nicht, wenn die Wiedererwägung einer formell rechtskräftigen
Dauerleistungsverfügung mit Wirkung ex nunc et pro futuro zur Diskussion steht, d.h.
wenn erst für die Zeit nach der Eröffnung der Wiedererwägungsverfügung eine
Herabsetzung oder Aufhebung der Dauerleistung angeordnet wird. In einem solchen
Fall liegt bereits dann eine zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen
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Dauerleistungszusprache vor, wenn damals der massgebende leistungsrelevante
Sachverhalt unrichtig festgestellt worden ist. Es erübrigt sich, "den damals
rechtserheblichen Sachverhalt weiter abzuklären und auf dieser nunmehr
hinreichenden tatsächlichen Grundlage den Invaliditätsgrad zu ermitteln. Abgesehen
davon, dass einen weiter zurückliegenden Zeitraum betreffende Abklärungen häufig
keine verwertbaren Ergebnisse zu liefern vermögen, geht es im Kontext darum, mit
Wirkung ex nunc et pro futuro einen rechtskonformen Zustand
herzustellen" (Bundesgerichtsurteil vom 29. April 2008, 9C_19/2008, Erw. 2.1). Diese
Rechtsprechung ist zwar im Zusammenhang mit der gerichtlichen Substitution der
Begründung einer mangels nachträglicher erheblicher Sachverhaltsveränderung (Art.
17 ATSG) rechtswidrigen Revisionsverfügung entwickelt worden, muss aber
notwendigerweise auch auf Fälle wie den vorliegenden, d.h. auf "originäre"
Wiedererwägungen angewendet werden. Die rechtsprechungskonforme Interpretation
des Art. 53 Abs. 2 ATSG kann nämlich nicht davon abhängen, dass das Gericht in
einem gegen eine mangels nachträglicher Sachverhaltsveränderung (Art. 17 ATSG)
gerichteten Beschwerdeverfahren eine Wiedererwägung ex nunc et pro futuro
anordnet. Auch die Verwaltung muss sich auf diese Interpretation abstützen können.
Stellt ein Versicherungsträger fest, dass aktuell kein Anspruch auf eine früher formell
rechtskräftig zugesprochene Dauerleistung mehr besteht oder dass der aktuelle
Sachverhalt nur noch die Ausrichtung einer tieferen Dauerleistung rechtfertigt, genügt
es also, wenn er zusätzlich nachweist, dass sich die ursprüngliche
Dauerleistungszusprache auf einen nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit erstellten Sachverhalt abgestützt hat, denn bei einer
Wiedererwägung ex nunc et pro futuro genügt bereits dieser Fehler, um jene
Dauerleistungszusprache als zweifellos unrichtig erscheinen zu lassen.
2.
Die Beschwerdegegnerin hat gestützt auf den nach der höchstrichterlichen
Rechtsprechung in jenen Fällen, in denen die zweifellose Unrichtigkeit einer IV-
spezifischen Komponente der formell rechtskräftigen Verfügung zur Diskussion steht,
auch auf die Wiedererwägung anwendbaren Art. 88 Abs. 2 lit. a IVV (vgl. etwa das
Bundesgerichtsurteil vom 16. Juli 2001, I 293/00, Erw. 2 m.H.), zu Recht eine
wiedererwägungsweise Herabsetzung der Dreiviertelsrente auf eine Viertelsrente ex
bis
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nunc et pro futuro, d.h. auf den ersten Tag des zweiten auf die Verfügungseröffnung
folgenden Monats angeordnet. Es liegt also ein Anwendungsfall der oben dargestellten
bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu den Voraussetzungen einer Wiedererwägung
ex nunc et pro futuro vor.
2.1 Das bedeutet, dass im vorliegenden Fall als erstes zu prüfen ist, ob der
Sachverhalt, auf den sich die Zusprache einer Dreiviertelsrente am 31. März 2005
gestützt hat, unrichtig festgestellt, d.h. nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen worden ist. Der Beschwerdegegnerin haben damals
drei auf eine adaptierte Erwerbstätigkeit bezogene Arbeitsfähigkeitsschätzungen
vorgelegen. Im Austrittsbericht der Klinik Valens ist der Beschwerdeführerin von der
Abteilungsärztin Dr. D._ eine Arbeitsfähigkeit ab Anfang 2004 von 100% attestiert
worden. Dieselbe Abteilungsärztin hatte dem RAV nur wenige Wochen vor der
Erstellung des Austrittsberichts eine Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ab
Anfang 2004 von lediglich 50% attestiert. Der Hausarzt hat ebenfalls eine
Arbeitsunfähigkeit von 50% bestätigt. Angesichts der Widersprüchlichkeit der Angaben
der Klinik Valens (die durch die Angaben des Hausarztes nicht behoben worden ist, da
Hausärzte die Arbeitsfähigkeit ihrer Patienten kaum je objektiv einschätzen) wäre es
zwingend nötig gewesen, wenigstens bei der Klinik Valens nach dem Grund für diese
erhebliche Abweichung zu fragen. Sinnvoller wäre es allerdings gewesen, die
Arbeitsfähigkeitsschätzung eines unabhängigen medizinischen Sachverständigen
einzuholen. Aufgrund der damaligen Aktenlage stand die Arbeitsfähigkeit von 50% also
genauso wenig mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit fest wie die Arbeitsfähigkeit von 100%. Entgegen der Auffassung
der Beschwerdeführerin hat es nicht im Ermessen der Beschwerdegegnerin gelegen,
die eine oder die andere Arbeitsfähigkeitsschätzung als überwiegend wahrscheinlich
richtig zu qualifizieren. Vielmehr ist von einer eindeutigen Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes auszugehen. Die erste Voraussetzung der Wiedererwägung
ex nunc et pro futuro, nämlich eine durch eine ungenügende Sachverhaltsabklärung
begründete zweifellose Unrichtigkeit, ist somit erfüllt.
2.2 Zu prüfen bleibt die Invaliditätsbemessung im Rahmen der Wiedererwägung.
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2.2.1 Im Rahmen des aufgrund des Rentenrevisionsgesuchs eröffneten und mit
der angefochtenen Wiedererwägungsverfügung abgeschlossenen
Verwaltungsverfahrens hat Dr. C._ am 28. März 2007 eine Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin in einer sehr leichten Tätigkeit mit der Möglichkeit, die Arbeit zu
unterbrechen, von zwei Stunden pro Tag angegeben. Er hat dies bereits am 19. Januar
2007 damit begründet, dass sich die gesundheitliche Situation trotz der Operation
weiter verschlechtert habe. Die Beschwerdeführerin sei weniger mobil und klage über
chronische belastungsabhängige Schmerzen vorwiegend lumbal und in beiden
Oberschenkeln, teilweise auch im Bereich des Nackens. Dementsprechend hat die
Beschwerdeführerin anlässlich der Untersuchung durch den rheumatologischen
Sachverständigen der ABI GmbH über Dauerschmerzen im Lumbalbereich mit
Ausstrahlung in das linke Bein bis in sämtliche Zehen des linken Fusses mit Kribbeln
und Taubheitsgefühl, intermittierend auch mit Ausstrahlung in die Lateralseite des
rechten Oberschenkels, geklagt. Für die Lateralseite des linken Oberschenkels hat sie
ein Taubheitsgefühl angegeben. Sie hat weiter über Schmerzen und muskuläre
Verspannungen in der Schulter-/Nackenmuskulatur und über gelegentlich auftretende
belastungsabhängige Schmerzen im Bereich beider Knie geklagt. Bei der
Untersuchung des lumbalen Bereichs der Wirbelsäule hat der rheumatologische
Sachverständige aber keine klinischen Hinweise auf eine radikuläre oder
Wurzelkompressionssymptomatik wie Reflexausfälle oder die Abschwächung von
Kennmuskeln gefunden. Sowohl eine Kernspintomographie vom April 2008 als auch
neu erstellte Röntgenaufnahmen haben das Ergebnis der klinischen Untersuchung
bestätigt. Auch in Bezug auf das zervikospondylogene Schmerzsyndrom hat der
rheumatologische Sachverständige keine Hinweiszeichen für eine radikuläre oder
Wurzelkompressionssymptomatik finden können. Die klinische Untersuchung der
beiden Kniegelenke ist ebenfalls völlig unauffällig gewesen. Es sind keine
Hinweiszeichen für eine Meniskusläsion oder Bandinstabilität entdeckt worden.
Hingegen sind sämtliche Waddellzeichen positiv gewesen. Abschliessend hat der
rheumatologische Sachverständige festgehalten, dass nur zum Teil ein
morphologisches Korrelat für die geklagten Schmerzen vorhanden gewesen sei.
Daraus hat er auf eine Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Erwerbstätigkeit von 80%
geschlossen. Diese Einschätzung beruht auf einer umfassenden und sorgfältigen
Untersuchung durch einen qualifizierten Sachverständigen. Sie ist mit überwiegender
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Wahrscheinlichkeit richtig. Dasselbe gilt für die Abklärung durch den psychiatrischen
Sachverständigen der ABI GmbH. Diese hat keine pathologischen Befunde zutage
gefördert, die eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirken würden. Die
interdisziplinäre Gesamtbeurteilung durch die Sachverständigen der ABI GmbH,
nämlich eine Arbeitsfähigkeit von 80% in einer behinderungsadaptierten
Erwerbstätigkeit, erweist sich als überwiegend wahrscheinlich richtig, obwohl sie
erheblich von der Einschätzung durch Dr. C._ abweicht. Erfahrungsgemäss pflegen
Hausärzte ihre Arbeitsfähigkeitsschätzungen nicht ausschliesslich anhand objektiver
Kriterien zu entwickeln. Vielmehr lassen sie die Selbsteinschätzung ihrer Patienten bzw.
deren Schmerz- und Beschwerdeschilderungen einfliessen, so dass die
Arbeitsfähigkeitsschätzung regelmässig zu pessimistisch ausfällt. Nichts lässt darauf
schliessen, dass dies bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. C._ aus dem Jahr
2007 nicht auch der Fall gewesen ist. Seine Arbeitsfähigkeitsschätzung vermag
deshalb nicht zu überzeugen oder auch nur die Überzeugungskraft der Einschätzung
der Sachverständigen der ABI GmbH zu erschüttern. Inwiefern sich hier die
Praxisänderung zur Arbeitsfähigkeit bei somatoformen Schmerzstörungen und
vergleichbaren Krankheiten ausgewirkt haben sollte, wie die Beschwerdeführerin
behauptet, ist nicht nachzuvollziehen. Bei der Ermittlung des zumutbaren
Invalideneinkommens ist deshalb von einem Arbeitsfähigkeitsgrad in einer adaptierten
Tätigkeit von 80% auszugehen.
2.2.2 Stünde eine "reguläre" Wiedererwägung mit Wirkung ex tunc, also unter
Aufhebung der Verfügung vom 31. März 2005 und mit Wirkung ab 1. Juni 2004, zur
Diskussion, müsste der Invaliditätsgrad zwischen 2004 und 2010 neu ermittelt werden,
d.h. die Vorgehensweise wäre vergleichbar mit derjenigen bei einer im Jahr 2010
erfolgenden rückwirkenden Rentenzusprache ab Juni 2004. Effektiv liegt aber eine
Wiedererwägung ex nunc et pro futuro vor, bei der die Verfügung vom 31. März 2005
zwar als zweifellos unrichtig bzw. auf eine ungenügenden Sachverhaltsabklärung
beruhend qualifiziert, aber nicht aufgehoben, sondern nur ex nunc et pro futuro durch
eine korrigierte Rentenverfügung "abgelöst" wird. Die Situation ist also vergleichbar mit
einer erstmaligen Rentenzusprache ab 2010. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb zu
Recht einen Einkommensvergleich auf der Grundlage der Einkommenszahlen für das
Jahr 2009 (und der Arbeitsfähigkeit 2009) ermittelt. Bei der Rentenzusprache im Jahr
2005 ist die Beschwerdegegnerin von einem Valideneinkommen von Fr. 57'335.--
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ausgegangen. Das entsprach dem im individuellen Beitragskonto (IK) für das Jahr 2002
verbuchten Erwerbseinkommen. Entsprechend der Nominallohnentwicklung
(Durchschnitt aller Branchen) von 2002 bis 2009 hätte die Beschwerdeführerin zuletzt
Fr. 63'443.-- verdienen können, wenn sie gesund geblieben wäre. Dieser Betrag ist
deshalb als Valideneinkommen in den Einkommensvergleich (Art. 16 ATSG)
einzusetzen. Das durchschnittliche Einkommen der Hilfsarbeiterinnen aller Branchen
betrug gemäss den Angaben im Anhang 4 zu der von der Informationsstelle AHV/IV
herausgegebenen Textausgabe des IVG im Jahr 2009 Fr. 50'436.--, bei einem Arbeits-
bzw. Beschäftigungsgrad von 80% also Fr. 40'349.--. Da die Beschwerdeführerin
gegenüber gesunden Hilfsarbeiterinnen gewisse indirekt behinderungsbedingte
Konkurrenznachteile in Kauf zu nehmen hätte, die durch einen entsprechenden
Lohnnachteil kompensiert werden müssten (Gefahr überdurchschnittlicher
Krankheitsabsenzen, verminderte Flexibilität betreffend tägliche Arbeitszeit und
Arbeitsplatzgestaltung u.ä.), rechtfertigt sich praxisgemäss ein zusätzlicher Abzug von
10%. Damit beläuft sich das zumutbare Invalideneinkommen auf Fr. 36'314.--. Die
Erwerbseinbusse von Fr. 27'129.-- entspricht einem Invaliditätsgrad von aufgerundet
43%. Die Beschwerdeführerin hat also einen Anspruch auf eine Viertelsrente. Die
Beschwerdegegnerin hat demnach im Rahmen der Wiedererwägung ex nunc et pro
futuro zu Recht die laufende Dreiviertelsrente auf den ersten Tag des zweiten auf die
Verfügungseröffnung folgenden Monats auf eine Viertelsrente herabgesetzt.
3.
Dementsprechend ist die Beschwerde abzuweisen. Da die Beschwerdeführerin
unterliegt, ist auch ihr Begehren um die Zusprache einer Parteientschädigung
abzuweisen. Allerdings ist ihr die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden, so
dass der Staat für die Vertretungskosten aufzukommen hat. Die entsprechende
Entschädigung des Rechtsbeistands beträgt aber nur 80% der Parteientschädigung
(Art. 31 Abs. 3 des st. gallischen Anwaltsgesetzes). Da es sich um ein
durchschnittliches Beschwerdeverfahren handelt, würde die Parteientschädigung
praxisgemäss Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) betragen. Der
Staat entschädigt den Rechtsbeistand der Beschwerdeführerin also mit Fr. 2'800.--.
Das Beschwerdeverfahren in IV-Sachen ist kostenpflichtig. Die Höhe der
Gerichtsgebühr richtet sich nach dem Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1 IVG). Bei bis
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einem durchschnittlichen Verfahrensaufwand wird die Gerichtsgebühr praxisgemäss
auf Fr. 600.-- festgesetzt. Sie wäre an sich von der unterliegenden Beschwerdeführerin
zu bezahlen. Zufolge der Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird die
Beschwerdeführerin aber von dieser Pflicht befreit. Wenn sich die wirtschaftlichen
Verhältnisse der Beschwerdeführerin in der Zukunft so verändern sollten, dass sie nicht
mehr als bedürftig zu betrachten wäre, müsste sie die Gerichtsgebühr und die dem
Rechtsbeistand ausgerichtete Entschädigung aber nachzahlen (Art. 99 Abs. 2 VRP
i.V.m. Art. 123 Abs. 1 ZPO).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP