Decision ID: 50f7298e-aab6-5767-b7d9-294349fef00d
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im Januar 2016 zum Bezug von Ergänzungsleistungen zu einer
Entschädigung der Invalidenversicherung bei einer Hilflosigkeit leichten Grades an
(Dossier 1 [act. G 4.1], act. 68).
A.a.
Bis zu ihrem Umzug vom Kanton Zürich in den Kanton St. Gallen im Dezember
2015 hatte sie Zusatzleistungen bezogen (Dossier 1, act. 75). Diese Leistungen waren
per 1. Dezember 2015 aufgehoben worden (Dossier 1, act. 75–6). Der Ehemann der
Versicherten hatte im Juni 2015 Fr. 4’235.80, im Juli 2015 Fr. 2’527.--, im August 2015
Fr. 3’353.40, im September 2015 Fr. 5’179.--, im Oktober 2015 Fr. 4’151.-- und im
Dezember 2015 Fr. 3’197.80 Lohn erhalten, der sich jeweils aus einem Fixum von
Fr. 2’500.-- (im Juni 2015: Fr. 4’000.--) und einer Kommission zusammengesetzt hatte
(Dossier 1, act. 71). Der Ehemann der Versicherten machte in einem undatierten
Schreiben geltend (Dossier 1, act. 63–19 ff.), seine Ehefrau sei behinderungsbedingt
auf eine Betreuung der im März 2014 geborenen Tochter angewiesen. Sie erhalte zwar
einen entsprechenden Assistenzbeitrag, aber dieser reiche zur Finanzierung der
Betreuung nicht aus. Er selbst habe seine Arbeitsstelle per Ende Februar 2016 verloren.
Am 16. Februar 2016 wies eine Sachbearbeiterin der EL-Durchführungsstelle den
A.b.
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Ehemann darauf hin (Dossier 1, act. 62), dass die Differenz zwischen den tatsächlichen
Kinderbetreuungskosten und der Summe aus dem Assistenzbeitrag und der
Hilflosenentschädigung angesichts der besonderen Umstände bei der
Anspruchsberechnung als Lohngewinnungskosten berücksichtigt werde. Das gelte
aber nur, wenn der Ehemann eine Arbeitsstelle habe, an der er einen guten Verdienst
erziele. Mittelfristig müsse ein Einnahmenüberschuss angestrebt werden. Die
Berücksichtigung der Kinderbetreuungskosten werde neu überprüft, sobald die Tochter
etwas älter und damit auch selbständiger sei. Der Ehemann sei verpflichtet, sich ab
März 2016 bei der Arbeitslosenkasse als 100 % vermittlungsfähig zu melden. Für die
Dauer des Bezuges einer Arbeitslosenentschädigung könnten die
Kinderbetreuungskosten nicht als Gewinnungskosten berücksichtigt werden. Mit
Verfügung vom 20. Februar 2016 sprach die EL-Durchführungsstelle der Versicherten
für den Monat Dezember 2015 eine Ergänzungsleistung von Fr. 4’151.-- und für die Zeit
ab dem 1. Januar 2016 eine solche von Fr. 4’179.-- pro Monat zu (Dossier 1, act. 60).
Zur Begründung führte sie unter anderem an, sie habe als provisorisches
Erwerbseinkommen des Ehemannes den auf ein Jahr hochgerechneten Betrag des
bisherigen Erwerbseinkommens angerechnet. Als Gewinnungskosten habe sie die
Differenz zwischen den tatsächlichen Kosten für die Kinderbetreuung und der Summe
aus dem Assistenzbeitrag und der Hilflosenentschädigung berücksichtigt. Mit
Verfügung vom 21. Februar 2016 rechnete die EL-Durchführungsstelle ab dem 1.
Dezember 2015 nun definitiv den auf ein Jahr hochgerechneten Betrag des bisherigen
Erwerbseinkommens an (Dossier 1, act. 61). Dieser Betrag belief sich auf Fr. 39’201.--.
Davon zog die EL-Durchführungsstelle Fr. 3’540.-- für Sozialversicherungsabzüge und
Fr. 9’660.-- für Berufsauslagen ab. Unter Berücksichtigung der sogenannten
Privilegierung ergab sich ein anrechenbares Erwerbseinkommen von Fr. 16’334.-- (vgl.
Dossier 1, act. 58 f.).
Am 1. März 2016 teilte der Ehemann der Versicherten der EL-Durchführungsstelle
mit (vgl. Dossier 1, act. 48-6 f.), dass er seine Arbeitsstelle definitiv per Ende Februar
2016 verloren habe. Er werde sich nun bei der Arbeitslosenversicherung anmelden. Am
29. März 2016 teilte der Ehemann der EL-Durchführungsstelle mit, dass er sich
selbständig machen werde. Die Arbeitslosenkasse werde ihn in der Anfangszeit mit
Taggeldern unterstützen.
A.c.
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Am 29. April 2016 gingen die Taggeldabrechnungen der Arbeitslosenversicherung
vom März 2016 und April 2016 bei der EL-Durchführungsstelle ein (Dossier 1, act. 47).
Der versicherte Verdienst betrug Fr. 7'216.-- und das Taggeld Fr. 266.05. Der
Restanspruch betrug per 29. April 2016 noch 361 Tage.
A.d.
Mit Verfügung vom 29. April 2016 hob die EL-Durchführungsstelle die laufende
Ergänzungsleistung rückwirkend per 1. März 2016 infolge eines
Einnahmenüberschusses auf (Dossier 1, act. 44). Anstelle des Erwerbseinkommens des
Ehemannes rechnete die EL-Durchführungsstelle Arbeitslosentaggelder von Fr.
69'173.-- pro Jahr an. Sie forderte die bereits ausbezahlte Ergänzungsleistung für die
Monate März und April 2016 im Gesamtbetrag von Fr. 6’482.-- zurück. Dagegen erhob
die Versicherte am 26. Mai 2016 eine Einsprache (Dossier 1, act. 35).
A.e.
Am 25. Mai 2016 hatte der Ehemann der Versicherten der EL-Durchführungsstelle
mitgeteilt, dass er seine selbständige Erwerbstätigkeit aufgenommen und sich per 31.
Mai 2016 von der Arbeitsvermittlung des RAV abgemeldet habe (Dossier 1, act. 41).
Am 23. Juni 2016 teilte die EL-Durchführungsstelle dem Ehemann mit (Dossier 1, act.
30), sie habe von der Arbeitslosenkasse erfahren, dass diese die selbständige
Erwerbstätigkeit wegen der schlechten Erfolgsaussichten nicht unterstütze. Unter
diesen Umständen werde die EL-Durchführungsstelle die Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens prüfen müssen. Nachdem der Ehemann diverse
Unterlagen betreffend seine selbständige Erwerbstätigkeit eingereicht hatte, notierte
eine Sachbearbeiterin der EL-Durchführungsstelle am 27. Juli 2016 (Dossier 1, act. 13),
man werde dem Ehemann die Chance geben, zu beweisen, dass die negativen
Prognosen falsch gewesen seien. Dafür werde bei der Anspruchsberechnung das
bisherige Nettoerwerbseinkommen angerechnet, bis der tatsächlich erzielte Gewinn
höher ausfalle. Mit der Freizügigkeitsleistung der beruflichen Vorsorge werde sich die
Familie gut eineinhalb Jahre über Wasser halten können.
A.f.
Mit Verfügung vom 2. August 2016 sprach die EL-Durchführungsstelle der Ver
sicherten mit Wirkung ab dem 1. Juni 2016 eine monatliche Ergänzungsleistung von Fr.
4’179.-- zu (Dossier 1, act.11). In der Anspruchsberechnung berücksichtigte sie ein
hypothetisches Erwerbseinkommen des Ehemannes von Fr. 39’021.--, abzüglich
Sozialversicherungsbeiträge von Fr. 3’540.-- und Gewinnungskosten von Fr. 9'660.--
A.g.
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("Fr. 2’160.-- Verpflegung und Fr. 7’500.-- Kinderbetreuung“). Nach Abzug des
Freibetrages von Fr. 1'500.-- und der 2/3-Privilegierung belief sich das anrechenbare
hypothetische Einkommen auf Fr. 16'334.--. Dagegen erhob die Versicherte am 23.
August 2016 Einsprache (Dossier 1, act. 8). Sie beantragte die Neuberechnung der
Ergänzungsleistung ohne die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens.
Mit Verfügung vom 16. September 2016 wies die EL-Durchführungsstelle das (im
Rahmen der Einsprache vom 26. Mai 2016 gestellte) Begehren um die Vergütung der
Kinderbetreuungs- und Haushaltshilfekosten als Krankheits- und Behinderungskosten
ab (Dossier 1, act. 3). Dagegen liess die nun anwaltlich vertretene Versicherte am 17.
Oktober 2016 Einsprache erheben (Dossier 2 [act. G 4.2], act. 27). Am 9. Dezember
2016 teilte die EL-Durchführungsstelle der Versicherten mit, dass sie alle drei hängigen
Einsprachen in einem Entscheid vereinigen werde (Dossier 2, act. 22). Mit Verfügung
vom 19. Dezember 2016 erhöhte sie die laufende Ergänzungsleistung wegen einer
Erhöhung der kantonalen Durchschnittsprämie für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung per 1. Januar 2017 auf Fr. 4’218.-- pro Monat (Dossier 2,
act. 21). Am 28. Februar 2017 liess die Versicherte eine Konkursandrohung betreffend
das Unternehmen des Ehemannes einreichen (Dossier 2, act. 10).
A.h.
Mit Entscheid vom 2. März 2017 wies die EL-Durchführungsstelle die Einsprachen
gegen die Verfügungen vom 29. April 2016, 2. August 2016 und 16. September 2016
ab (Dossier 2, act. 9). Zur Begründung hielt sie unter anderem fest, der Ehemann der
Versicherten habe auf den Weiterbzug der Arbeitslosenentschädigung verzichtet,
indem er trotz der schlechten Erfolgsaussichten und ohne eine Unterstützung durch die
Arbeitslosenversicherung eine selbständige Erwerbstätigkeit aufgenommen habe. An
sich hätte ihm deshalb die Arbeitslosenentschädigung fiktiv weiter angerechnet werden
müssen. Die EL-Durchführungsstelle habe ihm „kulanterweise“ nur ein tieferes
hypothetisches Einkommen angerechnet, um ihm die Chance zu geben, seine
Selbständigkeit zu verwirklichen. Die Kinderbetreuungskosten könnten nicht als
Gewinnungskosten berücksichtigt werden, da der Ehemann nun ja selbständig
erwerbstätig sei. Sie könnten auch nicht als Krankheits- und Behinderungskosten
qualifiziert werden, denn weder der abschliessende bundesrechtliche Leistungskatalog
noch die – ebenfalls abschliessende – kantonalrechtliche Liste der Krankheits- und
Behinderungskosten sähen eine entsprechende Position vor.
A.i.
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B.
Dagegen liess die Versicherte am 31. März 2017 Beschwerde erheben (Dossier 2,
act. 6-2 ff.).
B.a.
Am 2. Mai 2017 forderte die EL-Durchführungsstelle vom Ehemann der
Versicherten die Bilanz- und Erfolgsrechnung per 21. Dezember 2016 an (Dossier 2,
act. 4). Am 25. Juli 2017 reichte der Ehemann eine "Vorabversion" seiner Buchhaltung
ein (Dossier 3 [act. G 4.3], act. 101). Der Unternehmensverlust belief sich per 31.
Dezember 2016 auf Fr. 19'707.-- (Dossier 3, act. 103). Am 28. Juli 2017 teilte die EL-
Durchführungsstelle der Versicherten mit, dass weiterhin das hypothetische
Einkommen in der Höhe von Fr. 26'001.-- in der EL-Berechnung berücksichtigt werde,
da die selbständige Erwerbstätigkeit ihres Ehemannes noch keinen Gewinn abwerfe
(Dossier 3, act. 100).
B.b.
Am 14. Dezember 2017 liess die Versicherte ein Gesuch um die Ausscheidung der
Kinderzulagen stellen, da ein Anspruch auf Kinderzulagen für die Zeit ab 1. Januar
2016 wegen des zu tiefen Einkommens aus der selbständigen Erwerbstätigkeit verneint
worden war (Dossier 3, act. 86). Am 26. Januar 2018 sistierte die EL-
Durchführungsstelle dieses Gesuch bis zum Erhalt des rechtskräftigen Entscheides des
Rechtsmittelverfahrens über das hypothetische Einkommen (Dossier 3, act. 85).
B.c.
Mit Verfügung vom 18. Dezember 2017 erhöhte die EL-Durchführungsstelle die
laufende Ergänzungsleistung wegen einer Erhöhung der kantonalen
Durchschnittsprämie für die obligatorische Krankenpflegeversicherung per 1. Januar
2018 auf Fr. 4'249.-- pro Monat (Dossier 3, act. 89).
B.d.
Am 27. Februar 2018 wies das Versicherungsgericht die Versicherte darauf hin
(Dossier 3, act. 83), dass möglicherweise anstelle eines hypothetischen
Erwerbseinkommens ein – nicht privilegiert anrechenbares und damit entsprechend
höheres – hypothetisches Taggeld der Arbeitslosenversicherung hätte angerechnet
werden müssen. Folglich drohe eine reformatio in peius, weshalb der Versicherten die
Möglichkeit zur Stellungnahme oder zum Rückzug der Beschwerde gegeben werde.
Die Versicherte hielt an der Beschwerde fest (vgl. Dossier 3, act. 78-2 ff.).
B.e.
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Am 26. April 2018 forderte die EL-Durchführungsstelle die Versicherte auf, die
Bilanz und die Erfolgsrechnung der selbständigen Erwerbstätigkeit ihres Ehemannes
des Jahres 2017 einzureichen (Dossier 3, act. 79). Die am 10. Juli 2018 eingereichte
Bilanz und Erfolgsrechnung 2017 wies einen Unternehmensgewinn von Fr. 8'007.--
aus. Mit Verfügung vom 17. Juli 2018 eröffnete die EL-Durchführungsstelle der
Versicherten (Dossier 3, act. 68), dass das im Jahr 2017 erzielte Einkommen weiterhin
deutlich unter dem angerechneten hypothetischen Erwerbseinkommen liege. An der
Anrechnung des hypothetischen Erwerbseinkommens werde daher festgehalten.
B.f.
Mit Entscheid vom 18. Juli 2018 (EL 2017/13) hob das Gericht den angefochtenen
Einspracheentscheid vom 2. März 2017 auf, soweit er den Anspruch auf eine jährliche
Ergänzungsleistung ab dem 1. Juni 2016 betraf, und wies die Sache zur
Neuberechnung der Ergänzungsleistung und zur neuen Verfügung im Sinne der
Erwägungen an die EL-Durchführungsstelle zurück (Dossier 3, act. 66). Die
Beschwerde gegen den das Begehren um die Vergütung von Kinderbetreuungskosten
als Krankheits- und Behinderungskosten betreffenden Teil des Einspracheentscheides
vom 2. März 2017 wies es ab. Das Gericht erwog, dass sich das Beschwerdeverfahren
auf die Prüfung der Rechtmässigkeit der "erstmaligen" Zusprache einer jährlichen
Ergänzungsleistung mit Wirkung ab dem 1. Juni 2016 und auf die Prüfung der
Rechtmässigkeit der Abweisung des Begehrens um die Vergütung von
Kinderbetreuungskosten als Krankheits- und Behinderungskosten beschränke. Die
Aussichten, mittels der selbständigen Erwerbstätigkeit ein existenzsicherndes
Einkommen erzielen zu können, hätten deutlich schlechter gestanden als die Chancen,
eine Anstellung als Arbeitnehmer zu finden. Der Entscheid des Ehemannes der
Versicherten, zu versuchen, eine selbständige Erwerbstätigkeit aufzubauen, sei unter
diesen Umständen betriebswirtschaftlich-ökonomisch nicht sinnvoll gewesen.
Ergänzungsleistungsrechtlich sei dieser Entscheid deshalb als ein Verzicht auf die
Arbeitslosenentschädigung im Sinne von Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG zu qualifizieren. Die
Ergänzungsleistung müsse deshalb für die Zeit ab 1. Juni 2016 unter Berücksichtigung
einer hypothetischen Arbeitslosenentschädigung anstelle eines hypothetischen
Erwerbseinkommens aus einer (hypothetischen) unselbständigen Erwerbstätigkeit neu
berechnet werden. Die Frage, ob sich der Restanspruch auf weitere Taggeldleistungen
des Ehemannes der Versicherten im Zuge der Fiktion des Weiterbezuges der
B.g.
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Arbeitslosenentschädigung fiktiv reduziere, gehöre nicht zum Gegenstand dieses
Beschwerdeverfahrens. Im Sinne eines obiter dictum sei aber darauf hinzuweisen, dass
keine Gründe ersichtlich seien, die gegen eine konsequente Anwendung der Fiktion
sprechen würden, dass der Ehemann der Versicherten seinen Restanspruch restlos
verbrauche. Der fiktive Verbrauch des Restanspruchs könnte sich allerdings nur auf
den Anspruch in dieser Rahmenfrist beziehen. Auf die gegen diesen Entscheid
erhobene Beschwerde der Versicherten (Dossier 3, act. 64) trat das Bundesgericht mit
Urteil vom 9. Oktober 2018 (9C_806/2018) nicht ein (Dossier 3, act. 62). Es erwog, dass
ein Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG erst dann irreparabel sei, wenn er
nicht später mit einem günstigen Endurteil in der Sache behoben werden könne.
Mit Verfügung vom 20. Dezember 2018 erhöhte die EL-Durchführungsstelle die
Ergänzungsleistungen aufgrund der Erhöhung der kantonalen Durchschnittsprämie für
die obligatorische Krankenpflegeversicherung per 1. Januar 2019 auf Fr. 4'297.-- pro
Monat (Dossier 3, act. 60).
B.h.
Am 18. Dezember 2018 fragte eine EL-Sachbearbeiterin die Arbeitslosenkasse an,
ob es richtig sei, dass der Ehemann der Versicherten per 31. Mai 2016 noch 339 Tag
gelder zu Gute gehabt habe und deshalb bis und mit August 2017 Taggelder von Fr.
266.05 plus Kinderzulagen erhalten hätte (die Rahmenfrist sei bis 28. Februar 2018
gelaufen), wenn er sich nicht per 1. Juni 2016 von der Arbeitsvermittlung abgemeldet
hätte (Dossier 3, act. 56). Die zuständige Sachbearbeiterin der Arbeitslosenkasse
antwortete am 29. Januar 2019, dass der Ehemann ab 1. Juni 2016 tatsächlich noch
339 Taggelder zugute gehabt hätte. Wie lange diese gereicht hätten, könne sie nicht
sagen, da es Faktoren gebe, die dies hätten beeinflussen können (Dossier 3, act. 54).
Die EL-Sachbearbeiterin vermerkte hierzu, dass die Sachbearbeiterin der
Arbeitslosenkasse Faktoren gemeint habe, welche die Dauer der Ausrichtung
beeinflussen könnten wie beispielsweise Unterbruchgründe oder Zwischenverdienste.
B.i.
Mit Verfügung vom 6. Februar 2019 (Dossier 3, act. 53) setzte die EL-Durch
führungsstelle die Ergänzungsleistungen rückwirkend für den Zeitraum 1. Juni 2016 bis
31. August 2017 neu fest. Es resultierte lediglich noch ein Anspruch auf die sog.
Minimalgarantie (Prämienpauschale Krankenversicherung). Die Rückforderung belief
sich auf insgesamt Fr. 48'615.--. Die EL-Durchführungsstelle hielt zur Begründung fest,
B.j.
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dass sie die Ergänzungsleistungen aufgrund des Urteils EL 2017/13 neu berechnet
habe. Bei der Neuberechnung habe sie ein Arbeitslosentaggeld von Fr. 244.10
berücksichtigt. Das Arbeitslosentaggeld werde an 260 Tagen pro Jahr ausgerichtet,
woraus sich eine Taggeldsumme von Fr. 63'466.-- ergebe. Per 1. Juni 2016 habe noch
ein Restanspruch von 339 Taggeldern bestanden. Bei einem normalen Bezug ohne
Unterbrechung oder Zwischenverdienst wären die Arbeitslosentaggelder somit bis
Mitte September 2017 ausgerichtet worden. Zu Gunsten des Versicherten würden die
Taggelder nur bis Ende August 2017 in der EL-Berechnung berücksichtigt.
Mit Verfügung vom 7. Februar 2019 (Dossier 3, act. 52) nahm die EL-Durch
führungsstelle eine Neuberechnung der Ergänzungsleistungen rückwirkend ab 1.
September 2017 vor. Für den Zeitraum 1. September 2017 bis 28. Februar 2019
resultierte eine Rückforderung von Fr. 55'188.--. Die EL-Durchführungsstelle führte zur
Begründung aus, dass sich der Ehemann der Versicherten ab September 2017,
nachdem seine Arbeitslosentaggelder ausgeschöpft gewesen wären, um eine
Arbeitsstelle hätte bemühen müssen. Da er weiterhin eine selbständige
Erwerbstätigkeit ausgeübt habe, werde ihm ein hypothetisches Erwerbseinkommen
angerechnet. Dieses sei wie folgt berechnet worden: Bruttolohn (versicherter Verdienst
ALK): Fr. 7'215.-- x 12 = Fr. 86'580.--. Abzüge: Fr. 449.15 (6.225 %) = Fr. 5'389.80.
Ausserdem würden (hypothetische) Kinderzulagen in der Höhe von Fr. 2'400.-- pro
Jahr angerechnet, da dem Ehemann diese bei der Erzielung eines Bruttoeinkommens
von Fr. 86'580.-- zustehen würden.
B.k.
Gegen die Verfügungen vom 6. und 7. Februar 2019 liess die Versicherte am 7.
März 2019 Einsprache erheben (Dossier 3, act. 36). Ihr Rechtsvertreter machte geltend,
dass nur das effektiv erzielte Einkommen des Ehemannes der Versicherten aus seiner
selbständigen Erwerbstätigkeit angerechnet werden dürfe. Es handle sich hierbei um
eine betriebswirtschaftlich-ökonomisch sinnvolle Tätigkeit. Dem Ehemann dürften
somit ab 1. Juni 2016 auch keine hypothetischen Leistungen der
Arbeitslosenversicherung angerechnet werden. Und wenn überhaupt, wäre dem
Ehemann auch nach der hypothetischen Aussteuerung ein Einkommen basierend auf
dem zuletzt bei der B._AG erwirtschafteten Einkommen und nicht dasjenige
basierend auf dem von der Arbeitslosenkasse ermittelten versicherten Verdienst
anzurechnen.
B.l.
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Mit Entscheid vom 14. Juni 2019 wies die EL-Durchführungsstelle die Einsprache
gegen die Verfügung vom 6. Februar 2019 ab (nachfolgend: "Einspracheentscheid 1";
Dossier 3, act. 14). Zur Begründung hielt sie fest, dass die Ergänzungsleistungen
gemäss dem Urteil EL 2017/13 für die Zeit ab 1. Juni 2016 unter Berücksichtigung
einer hypothetischen Arbeitslosenentschädigung anstelle eines hypothetischen
Erwerbseinkommens aus einer (hypothetischen) (un)selbständigen Erwerbstätigkeit neu
zu berechnen sei. Dies habe sie so umgesetzt. Mit Entscheid vom selben Tag
(nachfolgend: "Einspracheentscheid 2") wies die EL-Durchführungsstelle auch die
Einsprache gegen die Verfügung vom 7. Februar 2019 ab (Dossier 3, act. 13). Zur
Begründung führte sie aus, dass die Situation der Familie gemäss dem Entscheid EL
2017/13 so beurteilt werden müsse, als wenn der Ehemann der Versicherten die
selbständige Erwerbstätigkeit nicht aufgenommen hätte. Das Arbeitslosentaggeld sei
somit so lange in der EL-Berechnung zu berücksichtigen, bis dieses ausgeschöpft sei.
Im Anschluss sei davon auszugehen, dass der Ehemann ein existenzsicherndes
Einkommen hätte erzielen können. Die Höhe des hypothetischen Einkommens anhand
des versicherten Verdienstes gemäss ALV festzulegen, sei realistisch, da der Ehemann
dieses Einkommen in der Vergangenheit tatsächlich erzielt habe.
B.m.
Gegen die beiden Einspracheentscheide vom 14. Juni 2019 liess die Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 8. August 2019 Beschwerde erheben (act. G 1).
Ihr Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der Einspracheentscheide; der
Beschwerdeführerin seien ab Juni 2016 monatliche Ergänzungsleistungen von Fr.
5'738.25, ab September 2017 von Fr. 5'778.25, ab Januar 2018 von Fr. 5'809.25 und
ab Januar 2019 von Fr. 5'857.75 zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zur
Neufestlegung der Ergänzungsleistungen im Sinne der nachfolgenden Erwägungen an
die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen. Des
Weiteren sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin nicht zur Rückerstattung von
bereits bezogenen Ergänzungsleistungen verpflichtet sei. Verfahrensrechtlich
beantragte der Rechtsvertreter die Vereinigung der Beschwerdeverfahren betreffend
die beiden Einspracheentscheide vom 14. Juni 2019 sowie die Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung. Neben den bereits im Einspracheverfahren
angeführten Argumenten machte der Rechtsvertreter geltend, es sei nicht
anzunehmen, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin nach seiner hypothetischen
B.n.
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Erwägungen
1.
Die verfahrensleitende Richterin hat die Beschwerden gegen die beiden Einsprache
entscheide vom 14. Juni 2019 vereinigt. Die Beschwerdegegnerin hat mit der
Verfügung vom 6. Februar 2019 die Ergänzungsleistungen rückwirkend ab 1. Juni 2016
bis 31. August 2017 und mit der Verfügung vom 7. Februar 2019 rückwirkend ab 1.
September 2017 neu berechnet und zu viel bezahlte Ergänzungsleistungen
zurückgefordert. Diese beiden Verfügungen liegen den angefochtenen
Einspracheentscheiden vom 14. Juni 2019 zugrunde. Die beiden Einspracheentscheide
resp. die ihnen zugrunde liegenden Verfügungen haben also unterschiedliche
Zeiträume betroffen. Bei beiden handelt es sich jedoch um eine Umsetzung des
Rückweisungsurteils EL 2017/13. Die Beschwerdebegründung ist in beiden Fällen im
Wesentlichen dieselbe, nämlich dass dem Ehemann der Beschwerdeführerin ab 1. Juni
2016 lediglich das Einkommen aus der selbständigen Erwerbstätigkeit (und nicht ab 1.
Juni 2016 hypothetische Arbeitslosentaggelder und ab 1. September 2017 ein
hypothetisches Erwerbseinkommen aus einer unselbständigen Tätigkeit) hätte
angerechnet werden dürfen. Würde der Argumentation des Rechtsvertreters der
Beschwerdeführerin gefolgt, so könnten bei einer getrennten Beurteilung
widersprüchliche Entscheide resultieren. Die Verfahrensvereinigung ist deshalb
unerlässlich gewesen.
Aussteuerung einen Verdienst hätte erzielen können, der so hoch gewesen wäre wie
derjenige, den er vor der Tätigkeit bei der B._AG erzielt habe. Im Übrigen handle es
sich bei der seit Juni 2016 ausgeübten selbständigen Erwerbstätigkeit um eine
betriebswirtschaftlich-ökonomisch sinnvolle Tätigkeit. Die Kunden des Ehemannes
seien sehr zufrieden mit dessen Dienstleistung und es seien weitere Aufträge in
Aussicht. Die Schulden, die fast zum Konkurs geführt hätten, stünden nicht in
Zusammenhang mit der selbständigen Erwerbstätigkeit.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 27. August 2019 die Abweisung der
beiden Beschwerden (act. G 4).
B.o.
Das Gericht bewilligte am 13. November 2019 das Gesuch um die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung für das Beschwerdeverfahren (act. G 12).
B.p.
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2.
3.
Als Eintretensvoraussetzung zu prüfen ist, ob die 30-tägige Beschwerdefrist (Art.
60 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1) zur Anfechtung der beiden
Einspracheentscheide eingehalten worden ist. Die Einspracheentscheide vom 14. Juni
2019 sind dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am 19. Juni 2019 zugestellt
worden. Die Beschwerdefrist hat somit am 20. Juni 2019 zu laufen begonnen. Vom 15.
Juli bis und mit dem 15. August hat die Frist stillgestanden (Art. 38 Abs. 4 lit. b ATSG).
Bis zum Beginn der Gerichtsferien waren 25 Tage der Frist verstrichen. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat die Beschwerden am 8. August 2019, das
heisst noch während des Fristenstillstands, erhoben. Auf die beiden Beschwerden ist
somit einzutreten.
2.1.
Mit der dem Einspracheentscheid 1 zugrundeliegenden Verfügung vom 6. Februar
2019 hat die Beschwerdegegnerin rückwirkend für die Zeit vom 1. Juni 2016 bis 31.
August 2017 eine hypothetische Arbeitslosenentschädigung des Ehemannes in der
Anspruchsberechnung angerechnet. Das Gericht hat in seinem
Rückweisungsentscheid vom 18. Juli 2018 (EL 2017/13) festgehalten, dass der
Entscheid des Ehemannes der Beschwerdeführerin, zu versuchen, eine selbständige
Erwerbstätigkeit aufzubauen, betriebswirtschaftlich-ökonomisch nicht sinnvoll gewesen
sei. Ergänzungsleistungsrechtlich sei dieser Entscheid deshalb als ein Verzicht auf die
Arbeitslosenentschädigung im Sinne von Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG zu qualifizieren. Die
Ergänzungsleistung müsse deshalb für die Zeit ab 1. Juni 2016 unter Berücksichtigung
einer hypothetischen Arbeitslosenentschädigung anstelle eines hypothetischen
Erwerbseinkommens aus einer (fiktiven) unselbständigen Erwerbstätigkeit neu
berechnet werden. Die Beschwerdegegnerin ist bei ihrer neuen Entscheidung an diese
Rechtsauffassung gebunden gewesen (Art. 56 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, VRP, sGS 951.1). Auch das Gericht ist an diese verbindlichen
Feststellungen gebunden. Es kann also nicht, wie der Rechtsvertreter es verlangt, noch
einmal überprüfen, ob es sich bei der seit Juni 2016 vom Ehemann der
Beschwerdeführerin ausgeübten selbständigen Erwerbstätigkeit um eine
betriebswirtschaftlich-ökonomisch sinnvolle Tätigkeit gehandelt hat bzw. ob ihm ab
dem 1. Juni 2016 das effektive Einkommen aus der selbständigen Erwerbstätigkeit
(statt einer hypothetischen Arbeitslosenentschädigung) anzurechnen gewesen wäre.
Nachfolgend ist somit mit Bezug auf den Einspracheentscheid 1 (Verfügung vom 6.
3.1.
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Februar 2019) lediglich zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin die hypothetische
Arbeitslosenentschädigung korrekt angerechnet hat.
Die Beschwerdegegnerin hat im Zeitraum 1. Juni 2016 bis 31. August 2017 eine
hypothetische Arbeitslosenentschädigung von Fr. 63'466.-- pro Jahr angerechnet. Der
Ehemann der Beschwerdeführerin hat ab dem 1. März 2016 ein Arbeitslosentaggeld
von Fr. 266.05 bezogen (Dossier 1, act. 47). Abzüglich der Beiträge an die AHV/IV/EO
(5.125 %), der Prämie für die Nichtberufsunfallversicherung (2.63 %) und der BVG-
Risikoprämie (Fr. 1.283 pro Tag) hat sich das Arbeitslosentaggeld auf netto Fr. 244.14
resp. abgerundet auf Fr. 244.10 belaufen. Das Arbeitslosentaggeld wird an 260 Tagen
pro Jahr ausgerichtet (365 / 7 x 5). Auf ein Jahr hochgerechnet hat sich das
Arbeitslosentaggeld des Ehemannes der Beschwerdeführerin somit auf Fr. 63'466.--
belaufen (260 x Fr. 244.10). Die Beschwerdegegnerin hat somit ab dem 1. Juni 2016
richtigerweise eine hypothetische Arbeitslosenentschädigung von Fr. 63'466.-- pro
Jahr als Einnahme angerechnet. Das Gericht hat im Entscheid vom 18. Juli 2018 (EL
2017/13) in einem obiter dictum festgehalten, dass keine Gründe ersichtlich seien, die
gegen eine konsequente Anwendung der Fiktion sprechen würden, dass der Ehemann
der Beschwerdeführerin seinen Restanspruch auf Arbeitslosentaggelder restlos
verbrauchen würde (Erw. 2.6). Der Ehemann der Beschwerdeführerin hätte per 31. Mai
2016 noch Anspruch auf 339 Taggelder gehabt. Per 31. Mai 2017 hätte der
Restanspruch noch 79 Taggelder betragen (339-260), per 30. Juni 2017 noch 57 Tage
(-22 Tage), per 31. Juli 2017 noch 36 Tage (-21 Tage) und per 31. August 2017 noch 13
Tage (-23). Hätte sich der Ehemann der Beschwerdeführerin per 31. Mai 2016 also
nicht bei der Arbeitslosenkasse abgemeldet, hätte er bis und mit 19. September 2017
einen Anspruch auf Arbeitslosentaggelder gehabt. Die Beschwerdegegnerin hat dem
Ehemann der Beschwerdeführerin somit im Zeitraum 1. Juni 2016 bis 31. August 2016
zu Recht das volle hypothetische Arbeitslosentaggeld in der Höhe von jährlich
Fr. 63'466.-- angerechnet. Der Ehemann der Beschwerdeführerin hat ab dem 1. März
2016 neben den Arbeitslosentaggeldern Anspruch auf einen Zuschlag für
Familienzulagen gehabt (siehe Dossier 1, act. 47; vgl. auch Art. 22 Abs. 1 AVIG i.V.m.
Art. 34 AVIV). Daher ist auch die Anrechnung der Ausbildungszulage von Fr. 200.-- pro
Monat (Fr. 2'400.-- pro Jahr) als Einnahme korrekt gewesen. Bei einem jährlichen
Ausgabenüberschuss von Fr. 3'005.-- (ab 1. Juni 2016) resp. von Fr. 3'473.-- (ab 1.
Januar 2017) hat die Beschwerdeführerin für die Zeit vom 1. Juni 2016 bis 31. August
2017 lediglich Anspruch auf die sog. Minimalgarantie (entspricht den
Prämienpauschalen für die Krankenversicherung; siehe EL-Berechnungsblätter:
Dossier 3, act. 46 f.). Die Beschwerdeführerin hat im Zeitraum 1. Juni 2016 bis 31.
August 2017 somit Ergänzungsleistungen in der Höhe von Fr. 48'615.-- (15 x
3.2.
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Fr. 3'241.--) zu viel bezogen (siehe Dossier 1, act. 11 und Dossier 2, act. 21). Die
Rückforderung im Betrag von Fr. 48'615.-- (Dossier 3, act. 53) für den Zeitraum 1. Juni
2016 bis 31. August 2017 erweist sich daher als rechtmässig.
Der Ehemann der Beschwerdeführerin hat per 31. August 2017 noch einen Rest
anspruch auf 13 Taggelder der Arbeitslosenversicherung gehabt. Die
Beschwerdegegnerin hat in der Verfügung vom 6. Februar 2019 festgehalten, dass die
Taggelder "zu Gunsten" der Beschwerdeführerin nur bis Ende August 2017 in der EL-
Berechnung berücksichtigt würden. Bereits im Rückweisungsentscheid vom 18. Juli
2018 ist darauf hingewiesen worden, dass dem Sozialversicherungsrecht jede Form
von „Kulanz“ fremd sei, da eine solche sowohl gegen das Legalitätsprinzip als auch
gegen das Gleichbehandlungsgebot verstossen würde. Die Beschwerdegegnerin ist
verpflichtet, das materielle Recht im Einzelfall objektiv anzuwenden, was eine „Kulanz“
resp. einen Entscheid "zu Gunsten" der versicherten Person zum Vorneherein
ausschliesst (vgl. Erw. 2.5). In Anwendung der Fiktion ist davon auszugehen, dass der
Ehemann der Beschwerdeführerin seinen Restanspruch auf Arbeitslosentaggelder
restlos verbraucht hätte. Für den Monat September 2017 sind somit 13 Taggelder
anzurechnen, was auf ein Jahr hochgerechnet einer Arbeitslosenentschädigung von Fr.
38'079.-- entspricht (12 Mt. x [13 Tg. x Fr. 244.10]. Für diese 13 Tage sind auch
hypothetische Kinderzulagen anzurechnen (siehe Art. 22 Abs. 1 AVIG). Die
hypothetische Kinderzulage hat sich pro Tag auf (abgerundet) Fr. 9.20 belaufen (siehe
EL-act. 46 f.). Aufs Jahr hochgerechnet sind für den September 2017 somit
Kinderzulagen in der Höhe von Fr. 1'435.-- anzurechnen (12 x [13 x Fr. 9.20]). Für die
Zeit des hypothetischen Arbeitslosentaggeldbezugs ist davon auszugehen, dass sich
der Ehemann der Beschwerdeführerin ausreichend um eine Arbeitsstelle bemüht hat.
Da fingiert wird, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin Mitte September 2017
ausgesteuert gewesen ist, kann ab diesem Zeitpunkt nicht mehr davon ausgegangen
werden, dass er sich ausreichend um eine Arbeitsstelle bemüht habe. Der Ehemann
der Beschwerdeführerin ist nämlich nach der hypothetischen Aussteuerung der (nicht
aussichtsreichen) selbständigen Erwerbstätigkeit nachgegangen und hat keine
Arbeitsbemühungen getätigt. Es wäre äusserst unwahrscheinlich, dass der Ehemann
der Beschwerdeführerin, hätte er sich auch nach der Aussteuerung ernsthaft weiter
beworben, so schnell eine Arbeitsstelle gefunden hätte, dass er schon auf den
nächsten Monat, also per 1. Oktober 2017, einer Erwerbstätigkeit hätte nachgehen
können. Vielmehr ist davon auszugehen, dass er im November 2017 eine Arbeitsstelle
gefunden hätte und dass er diese per 1. Dezember 2017 hätte antreten können. Da er
den ersten Lohn erst Ende Dezember 2017 erhalten hätte, ist ihm erst ab dem 1.
Januar 2018 ein hypothetisches Erwerbseinkommen aus einer unselbständigen
3.3.
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Erwerbstätigkeit anzurechnen. Wirtschaftlich betrachtet kann der Lohn nämlich erst zur
Deckung des Bedarfs verwendet werden, wenn er ausbezahlt worden ist (Entscheid
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. Mai 2016, EL 2014/51 E.
3.4; Entscheid vom 5. November 2019, EL 2018/18 E. 4.1.1). Die Beschwerdegegnerin
hat dem Ehemann der Beschwerdeführerin im Zeitraum 1. Oktober 2017 bis 31.
Dezember 2017 somit zu Unrecht ein hypothetisches Erwerbseinkommen aus einer
unselbständigen Erwerbstätigkeit angerechnet. Für diesen Zeitraum sind auch keine
Kinderzulagen anzurechnen, da diese an eine Erwerbstätigkeit oder den Bezug von
Arbeitslosentaggelder gebunden sind.
Bei einem Ausgabentotal von Fr. 69'339.-- (siehe Dossier 3, act. 49) und einem
Einnahmentotal von Fr. 39'514.-- (hypothetische Arbeitslosentaggelder von jährlich Fr.
38'079.-- und hypothetische Kinderzulagen von jährlich Fr. 1'435.--) beläuft sich der
Ausgabenüberschuss im September 2017 auf Fr. 29'825.-- pro Jahr. Die Beschwerde
führerin hat im Monat September 2017 somit Anspruch auf eine Ergänzungsleistung
von Fr. 2'486.-- (inkl. Prämienpauschalen Krankenversicherung) resp. von Fr. 1'509.--
pro Monat (exkl. Prämienpauschalen Krankenversicherung). Für den Zeitraum
1. Oktober 2017 bis 31. Dezember 2017 beläuft sich das Ausgabentotal ebenfalls auf
Fr. 69'339.-- pro Jahr (Dossier 3, act. 49). Da die Fiktion konsequent umgesetzt werden
muss, dürfen für diesen Zeitraum keine Einnahmen − auch nicht allfällige tatsächliche
Einnahmen des Ehemannes der Beschwerdeführerin aus der selbständigen
Erwerbstätigkeit − angerechnet werden. Bei einem Ausgabenüberschuss von Fr.
69'339.-- beläuft sich die monatliche Ergänzungsleistung im Zeitraum 1. Oktober 2017
bis 31. Dezember 2017 auf Fr. 5'779.-- (inkl. Prämienpauschalen Krankenversicherung)
resp. auf Fr. 4'802.-- (exkl. Prämienpauschalen Krankenversicherung). Für den Monat
September 2017 resultiert somit eine Rückforderung in der Höhe von Fr. 1'732.-- (Fr.
3'241.-- - Fr. 1'509.--, siehe Dossier 2, act. 21) und für den Zeitraum 1. Oktober 2017
bis 31. Dezember 2017 eine Nachzahlung in der Höhe von insgesamt Fr. 4'683.-- (3 x
[Fr. 3'241.-- - Fr. 4'802.--]).
3.4.
Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin die Höhe des ab 1. Januar 2018 (und
nicht bereits ab 1. September 2017) dem Ehemann der Beschwerdeführerin
anzurechnenden hypothetischen Einkommens aus einer unselbständigen
Erwerbstätigkeit korrekt ermittelt hat. Die Beschwerdegegnerin hat das hypothetische
Erwerbseinkommen gestützt auf den versicherten Verdienst der
Arbeitslosenversicherung festgelegt. Bei einem versicherten Verdienst von monatlich
Fr. 7'215.-- (richtig: Fr. 7'216.--; Dossier 1, act. 47) ist ein hypothetisches
Jahreseinkommen von brutto Fr. 86'580.-- (resp. netto Fr. 81'190.--) resultiert. Der
3.5.
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Ehemann der Beschwerdeführerin ist von Beruf "Sales Engineer" (Dossier 1, act. 75-3).
Angaben zu seiner Ausbildung finden sich in den Akten nicht. Vom 1. Mai 2015 bis 29.
Februar 2016 hat er in einem Pensum von 100 % als Aussendienstmitarbeiter für die
B._ gearbeitet (Dossier 1, act. 63-17, act. 71). Der Lohn hatte eine fixe und eine
variable Komponente. Im Zeitraum 1. Mai 2015 bis 31. Dezember 2015 hatte er Fr.
27'734.-- verdient, d.h. durchschnittlich nur Fr. 3'466.-- pro Monat. Der Ehemann der
Beschwerdeführerin hat gegenüber der Beschwerdegegnerin angegeben, dass er
seinen Job verloren habe, da er häufig gefehlt habe (Dossier 1, act. 48-6). Das in der
zuletzt ausgeübten Tätigkeit erzielte Erwerbseinkommen ist deshalb − insbesondere
weil es einen Provisionsanteil enthalten hat − für die Ermittlung der Höhe des
anrechenbaren hypothetischen Erwerbseinkommens nicht aussagekräftig. Auch hat die
Arbeitslosenkasse den versicherten Verdienst (von Fr. 7'216.--) offensichtlich nicht
anhand des aus dieser zuletzt ausgeübten unselbständigen Erwerbstätigkeit erzielten
Einkommens ermittelt. Bezüglich der vom Ehemann der Beschwerdeführerin vor der
Tätigkeit für die Rechtsschutzversicherung ausgeübten Tätigkeit enthalten die Akten
praktisch keine Angaben. Einzig dem Auszug der Einwohnerkontrolle Z._, ist zu
entnehmen, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin früher für ein IT-Unternehmen,
C._ GmbH gearbeitet hatte (Dossier 1, act. 75-3). Demnach steht die Höhe des vom
Ehemann der Beschwerdeführerin ab 1. Januar 2018 erzielbaren hypothetischen
Erwerbseinkommens nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
fest. Diesbezüglich ist die Sache gestützt auf Art. 43 Abs. 1 ATSG zur weiteren
Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Beschwerdegegnerin wird
zur Abklärung des zumutbaren Erwerbseinkommens des Ehemannes der
Beschwerdeführerin eine Fachperson aus dem Bereich der Berufsberatung
(idealerweise der IV-Stelle St. Gallen) beziehen. Der Vollständigkeit halber bleibt
anzumerken, dass gemäss der Praxis des Versicherungsgerichts des Kantons St.
Gallen vom hypothetischen Bruttoerwerbseinkommen nicht nur die AHV-/IV-/EO-
Beiträge, sondern auch die Kosten für die Beiträge an die obligatorische
Nichtberufsunfallversicherung und die Beiträge an die berufliche Vorsorge abgezogen
werden müssen (siehe z.B. Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
vom 2. September 2019, EL 2018/11 E. 2.7.2).
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin dem Ehemann
der Beschwerdeführerin vom 1. Juni 2016 bis 31. August 2017 zu Recht eine
hypothetische Arbeitslosenentschädigung von jährlich Fr. 63'466.-- angerechnet hat.
Für den Zeitraum 1. Juni 2016 bis 31. August 2017 resultiert eine Rückforderung von
insgesamt Fr. 48'615.--. Für den Monat September 2017 sind eine hypothetische
Arbeitslosenentschädigung von Fr. 38'079.-- und hypothetische Kinderzulagen in der
3.6.
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4.
Höhe von Fr. 1'435.-- anzurechnen. Der EL-Anspruch für den Monat September 2017
beträgt Fr. 2'486.-- (inkl. Prämienpauschale Krankenversicherung) resp. Fr. 1'509.-- pro
Monat (exkl. Prämienpauschale Krankenversicherung). Für den Monat September 2017
resultiert eine Rückforderung in der Höhe von Fr. 1'732.--. In der Zeit vom 1. Oktober
2017 bis 31. Dezember 2017 sind weder eine hypothetische
Arbeitslosenentschädigung noch ein hypothetisches Erwerbseinkommen aus einer
unselbständigen Erwerbstätigkeit des Ehemannes zu berücksichtigen. Für diesen
Zeitraum beläuft sich die monatliche Ergänzungsleistung auf Fr. 5'779.-- (inkl.
Prämienpauschale Krankenversicherung) resp. auf Fr. 4'802.-- (exkl. Prämienpauschale
Krankenversicherung). Für den Zeitraum 1. Oktober 2017 bis 31. Dezember 2017
resultiert eine Nachzahlung von insgesamt Fr. 4'683.--. Die Höhe des ab 1. Januar
2018 anzurechnenden hypothetischen Erwerbseinkommens des Ehemannes aus einer
unselbständigen Erwerbstätigkeit steht noch nicht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest. Die Beschwerdegegnerin wird diesbezüglich
den Sachverhalt weiter abklären.
Demnach ist die Beschwerde dahingehend gutzuheissen, dass die Sache zur
Weiterführung des Verwaltungsverfahrens an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
ist.
3.7.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember
2020 gültigen, für das vorliegende Verfahren gemäss Art. 83 ATSG noch anwendbaren
Fassung).
4.1.
Wird die angefochtene Verfügung bzw. der angefochtene Einspracheentscheid
aufgehoben, so liegt in Bezug auf die Verfahrenskosten immer ein vollumfängliches
Obsiegen vor, d.h. die Verwaltung bezahlt eine volle Parteientschädigung (Entscheid
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 1. Juli 2010, IV 2010/256 E. 2).
Die Beschwerdeführerin hat somit einen Anspruch auf eine volle Parteientschädigung.
Diese Parteientschädigung wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g
ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar
vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal
Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. In einem durchschnittlichen EL-Fall spricht das
Versicherungsgericht regelmässig eine pauschale Parteientschädigung Fr. 3'000.-- zu.
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Honorarnote eingereicht. Der
Rechtsvertreter hat die Beschwerdeführerin bereits im Verfahren EL 2017/13 vertreten.
4.2.
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