Decision ID: c33b28ad-9a16-4e11-8fbb-dbdd3c148129
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die im Jahre
1970 geborene
X._ besuchte in Z._
die Grundschule und reiste am 2
4.
Juni 2000 in die Schweiz ein, wo sie in der Folge Hilfsarbeiter
tätigkeiten ausübte (
Urk.
10/1,
Urk.
10/45). Im Zusammenhang mit einer seit dem 1
2.
Januar 2004 bestehenden depressiven Entwicklung meldete sich die Versicherte am 1
5.
Februar 2005 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/1 S. 6-8). Nach erfolgten Abklärungen sprach diese der Versicherten per Dezember 2004 eine ganze Rente und vom
1.
Januar bis 3
1.
März
2005 eine halbe Rente zu (Urk.
10/16). In den Jahren 2005 bis 2017 war die Versicherte wiederum als Hilfsarbeiterin erwerbs
tätig oder bezog Arbeitslosenentschädigung (
Urk.
10/45).
1.2
Infolge somatischer und psychischer Beschwerden meldete sich die Versicherte am
9.
Januar 2018 erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/25).
Mit Mitteilung vom
5.
September 2018 informierte die IV-Stelle dahingehend, dass Arbeitsvermittlung zurzeit nicht möglich sei (
Urk.
10/48). In der Folge zog sie die Akten der Kollektiv-Kranken
taggeld
versicherung bei (
Urk.
10/51). Mit Vorbescheid vom 1
2.
November 2018 stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
10/54) und hielt an dieser Einschätzung mit Verfügung vom 2
3.
Oktober 2020 fest (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Vertreterin der Versicherten am 1
3.
November 2020 Beschwerde und beantragte, es sei die Sache nach Eintreffen des in Auftrag gegebenen psychiatrischen Gutachtens zur weiteren Anspruchsprüfung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; alles unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1 S. 1).
Mit Schreiben vom
6.
Januar 2021 reichte die Vertreterin der Beschwerdeführerin das psychiatrische Gutachten vom 2
1.
Dezember 2020 zu den Akten (
Urk.
7 f.).
Mit Beschwerdeantwort vom
8.
Januar 2021 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9). Mit Verfügung vom 1
1.
Januar 2021 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (
Urk.
11), wobei die Vertreter
i
n der Beschwerdeführerin mit Replik vom 2
0.
Januar 2021 an den bereits gestellten Anträgen festhielt (
Urk.
12).
Mit Duplik vom 1
1.
Februar 2021 beantragte die Beschwerdegegnerin weiterhin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
20), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 1
6.
Februar 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
21). Mit Verfügung vom 1
0.
Juni 2021 wurde die Schweizerische Mobiliar zum Prozess beigeladen (
Urk.
22),
welche
auf eine Stellungnahme verzichtete (
Urk.
25).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1,
130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es
der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass
zurzeit eine Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit dem psychischen Leiden nachvollziehbar sei. Es handle sich jedoch nicht um eine langdauernde gesund
heitliche Beeinträchtigung, zudem sei die bisher erfolgte Therapie nicht
aus
reichend und die Medikation sei nicht optimal. Ursache für die psychischen Symptome seien hauptsächlich psychosoziale Faktoren; das Verhalten lasse nicht auf einen hohen Leidensdruck schliessen. Dies führe ohne weitere Abklärungen zur Abweisung des Leistungsbegehrens (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte die Vertreterin der Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, dass ihre Mandantin offensichtlich an schwe
ren psychischen Problemen leide,
mehrere Suizidversuche hinter sich habe und keine Tagesstruktur auf die Reihe bringe. Seit Oktober 2018 sei eine Erwerbsfähigkeit undenkbar, die Beschwerdeführer mache einen sehr labilen Eindruck, meistens weine sie und zittere am ganzen Körper. Sie könne sich kaum konzentrieren und mache einen niedergeschlagenen und antriebslosen Eindruck. Nach Eingang des in Auftrag gegebenen Gutachtens sei eine Neubeurteilung der Situation durch die Beschwer
degegnerin angezeigt (
Urk.
1). An diese
r
Einschätzung hielt die Vertreterin der Beschwerdeführer
i
n auch nach Eingang des psychiatrischen Gutachtens fest (
Urk.
12).
2.3
Hinsichtlich des neu eingegangenen psychiatrischen Gutachtens machte die Beschwerdegegnerin geltend, dass med.
pract
.
A._
die
psychosozialen und soziokulturellen Faktoren vollständig ausser Acht lasse. Weiter lasse sich die als schwer beschriebene Depression mit der sehr geringen Behandlungsfrequenz und der erfolgten Medikation nicht vereinbaren. Zusammenfassend handle es sich vorwiegend um eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhalts, zumal die erhobene Diagnose sowie die Befunde nicht grundlegend von den Berichten der
Psychiatrischen Universitätsklinik B._
sowie des
Medizinischen Zentrums C._
abweichen würden (
Urk.
20).
3.
3.1
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Radiologie, beurteilte das MRI der LWS vom 1
0.
April 2018 dahingehend, dass als Hauptbefund im Segment L5/S1 von einer
Osteochondrose
mit Bandscheibendegeneration und zirkulärer
Prolabierung
links bis
foraminal
reichend auszugehen sei, weiter von einer
Recessusstenose
für S1 links ausgeprägter als rechts bei beginnender Stenose für L5 links, auch bestehe eine linkskonvexe Skoliose (
Urk.
10/40).
3.2
Die für den Bericht des
Medizinischen Zentrums C._
vom 2
3.
April 2018 verantwortlichen Fach
personen
diagnostizierten eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1). In einer angepassten Tätigkeit ohne hohen Anforderungen an das Reaktions-
,
Konzentra
tions
- und Auffassungsvermögen sowie ohne langes Stehen mit Wechselbelas
tung sei ausserhalb des bisherigen
Arbeitsplatzes
eine
versuchsweise
Arbeits
fähigkeit von 50
%
gegeben (
Urk.
10/37/7-10).
3.3
Die für das
E._
-Assessment Psychiatrie vom
7.
August 2018 verantwortlichen Fachärzte stellten keine Diagnose. Vor dem Hintergrund einer Anpassungs
störung im Rahmen eines familiären Konfliktes sei eine Krankschreibung für die Dauer von drei Monaten angezeigt gewesen. Danach lasse sich eine Krankschrei
bung aus psychiatrischer Sicht nicht mehr begründen. Sie würden davon
aus
gehen, dass die Arbeitsfähigkeit zu 100
%
gegeben sei. Dass die Beschwerde
füh
rerin aus persönlichen Gründen nicht mehr im Geschäft des Ehemanns arbeiten könne
,
sei ein soziales Problem (
Urk.
10/51/7-14).
3.4
Die für den Kurzaustrittsbericht vom 3
0.
Januar 2019 verantwortlichen Fachärzte der
Psychiatrischen Universitätsklinik B._
gingen von den folgenden psychiatrischen Diagnosen aus:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2) bei Status nach multiplen Suizid
versuchen
-
Verdacht auf Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
Verdacht auf Agoraphobie mit Panikstörung
-
Verdacht auf Somatisierungsstörung
Die Beschwerdeführerin habe bei ihnen seit dem
6.
Dezember 2018 in stationärer Behandlung gestanden. Die Beschwerdeführerin habe sich auf die begonnene Traumatherapie nur bedingt einlassen können. Skills hätten ihr zur Spannungs
reduktion leicht geholfen (
Urk.
10/66).
3.5
Die für den Austrittsbericht vom 2
1.
August 2019 verantwortlichen Fachärzte der
Psychiatrischen Universitätsklinik B._
gingen aus psychiatrischer Sicht von unveränderten Diagnosen aus. Die Beschwerdeführer
in
sei in ihrer Klinik in der Zeit vom 2
7.
Februar bis
9.
April 2019 hospitalisiert gewesen. Am 2
6.
März 2019 habe die Beschwerdeführerin in nicht-sicher suizidaler Intention eine Medikation von 1250 mg
Sequase
einge
nommen. Die klinische
Auffindsituation
sei dabei deutlich von demonstrativ-appellativen Zügen geprägt gewesen. Psychopathologisch habe sich die Beschwerdeführer
in
im weiteren Verlauf nur teilweise stabilisieren lassen. Deutliches Vermeidungsverhalten und stress-assoziierte dissoziative Gesten hätten eine zielführende psychotherapeutische Behandlung verhindert (
Urk.
10/75).
3.6
In ihrem Bericht
vom 1
6.
Dezember 2019
zu
Handen
der Beschwerdegegnerin führten die Fachärzte der
Psychiatrischen Universitätsklinik B._
– bei weiterhin unveränderter Diagnosestellung – aus, dass
aktuell sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit keine Arbeit möglich sei (
Urk.
10/77 S. 7).
3.7
Die für den Bericht vom 1
4.
Februar 2020 verantwortlichen Fachärzte des
Medizinischen Zentrums C._
diagnostizierten eine mittelgradige depressive Störung (ICD-10 F32.1) mit Panikattacken, DD: psychotisches Geschehen, sowie einen Verdacht auf emotional-instabile Persönlichkeitsstörung (nähere Abklärungen notwendig), DD: PTBS (Konflikt mit Ehemann
exazerbiert
im Juli 2017).
Seit dem 2
1.
Juli 2017 sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen, eine Verbesserung sei trotz Medikation und der psychiatrisch-psychotherapeu
tischen Behandlung nicht eingetreten. Eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe auch in einer angepassten Tätigkeit, der Alltag sei nur mit Hilfe zu bewältigen. Die Prognose sei schlecht, zudem bestehe ein deutlicher Verdacht auf eine fragliche symptomarme Psychose (
Urk.
10/79).
3.8
Med.
pract
.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ging in seinem Gutachten vom 2
1.
Dezember 2020 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit von den folgenden Diagnosen aus
(
Urk.
8 S. 22)
:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittel bis schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2)
-
Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0)
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit würden die folgenden Diagnosen bleiben:
-
Status nach multiplen Suizidversuchen (ICD-10 Z91.8)
-
Tablettenintoxikation (ICD-10 T50.9)
-
Diabetes mellitus (ICD-10 E11.9)
-
Nasenfraktur nach tätlicher Auseinandersetzung am
5.
April 2019
-
Chronisches
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom links mit sensiblen Ausfällen im
Dermatom
L5 linksseitig; keine sicheren Hinweise für eine relevante Läsion einer lumbalen oder sakralen Wurzel
Aufgrund der Schwere der Erkrankung liege eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor, sowohl für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Restaurantservicekraft wie auch
für
jegliche Verweistätigkeiten. Trotz der
ambulanten sowie stationären Behandlun
gen sei es bisher zu keiner wirklichen Verbesserung gekommen. Die Behandlung sei seines Erachtens nicht optimiert, sowohl hinsichtlich der Behandlungs
frequenz als auch der Medikation. Aufgrund des ausgeprägten und komplexen Krankheitsgeschehen wäre seines Erachtens eine psychosomatische stationäre Rehabilitationsmassnahme dringend indiziert und notwendig, die Beschwerde
führerin wäre für eine solche Massnahme offen und zugänglich (S. 25 f.).
4.
4.1
Med.
pract
.
A._
legt den medizinischen Sachverhalt in einer schlüssigen und nachvollziehbaren Weise dar, nicht ohne die Einschätzung der Fachärzte der
Psychiatrischen Universitätsklinik B._
sowie des
Medizinischen Zentrums C._
einer kritischen Würdigung zu unterziehen (
Urk.
8 S. 23). Dennoch geht auch er von einer schweren Erkrankung der Beschwerdeführerin aus. Aufgrund der im Dezember 2018 erstmals gestellten Diagnose einer schweren depressiven Episode sowie des weitgehend unveränderten Verlaufs bis zur Begut
achtung von med.
pract
.
A._
können die Beschwerden entgegen der Einschätzung der Beschwerdegegnerin nicht mehr mit psychosozialen und soziokulturellen Faktoren erklärt werden, zumal der Auslöser der Beschwerden im Juli 2017 schon sehr lange zurückliegt.
Weiter ist darauf hinzuweisen, dass allein aufgrund noch bestehender Therapieoptionen nach der neueren Recht
sprechung eine Invalidität nicht mehr per se verneint werden kann, vielmehr ist die fachärztliche Einschätzung einer umfassenden
Indikatorenprüfung
zu unter
ziehen. Zuletzt ist darauf hinzuweisen, dass die Wendung «eine andere Beurtei
lung des gleichen Sachverhalts» allein bei einer revisionsweisen Überprüfung des Leistungsanspruchs Anwendung findet; ein solcher Sachverhalt ist vorliegend nicht gegeben.
Zusammenfassend ist demnach ab der ersten stationären Behandlung am
6.
Dezember 2018 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
Eine
zwischenzeitliche wesentliche Verbesserung bis zum Gutachten vom 2
1.
Dezem
ber 2020 ist den medizinischen Akten nicht zu entnehmen.
4.2
Bezüglich des Verlaufs der Beschwerden äussert sich
med.
pract
.
A._
nicht eingehend. Aufgrund des Krankheitsbeginns am 2
1.
Juli 2017 (
Urk.
10/42 S. 3) ist dabei von einem früh
e
stmöglichen Rentenbeginn per
1.
J
uli 2018 auszugehen, sodass der Verlauf in der Zeit bis Ende November 2018 anhand der echtzeitlichen Akten zu ermitteln ist.
Dabei erscheint es überwiegend wahrscheinlich, dass der gesundheitliche Zustand in diesem Zeitraum noch nicht derart schlecht war wie im Zeitpunkt der ersten stationären Unterbringung.
So hielten die
Fachärzte des
Medizinischen Zentrums C._
in ihrem Bericht vom 2
3.
August 2018 einen Arbeitsversuch bei einem Pensum von 50
%
für zumutbar (E. 3.2). Auch der Vertrauensarzt des Kranken
taggeld
versicherers ging in seiner Einschätzung vom 3
1.
Mai 2018 von einer 50%igen Leistungsfähigkeit aus (
Urk.
10/51/16). Demgegenüber erscheint die Einschätzung der Fachärzte des
E._
aufgrund des nunmehr bekannten Verlaufs der Erkrankung nicht mehr überzeugend. So gingen diese in ihrer Kurzbeurtei
lung vom
7.
August 2018 von einer erheblichen Aggravation respektive Simula
tion aus (
Urk.
10/51/13). Auch wenn die Untersuchungsbefunde im Zeitpunkt der
damaligen
Untersuchung (vgl.
Urk.
10/51/10) noch weniger auffällig waren wie beispielsweise im Zeitpunkt de
r Abklärungen von med.
pract
.
A._
Ende
2020, erscheint eine volle Leistungsfähigkeit aufgrund der kurz danach eingetretenen deutlichen Verschlechterung der gesundheitlichen Lage als wenig wahrscheinlich.
Zu berücksichtigen ist dabei
zudem
, dass die Beschwerdeführerin in jener Zeit auch an relevanten Rückenbeschwerden litt. So ging
Dr.
med.
F._
, Assistenzärztin am
Universitätsspital G._
, Klinik für Rheu
matologie, für die Zeit vom
9.
b
is 3
1.
Juli 2018 von einer Arbeitsfähigkeit in einer leichten und wechselbe
lastenden Tätigkeit mit ausreichenden Pausen von 50
%
aus (
Urk.
10/41/3). Weiter war in der Zeit ab 2
8.
August 2018 ein stationärer Aufenthalt an der Rheumaklinik des
Universitätsspital
s
G._
geplant (
Urk.
10/47).
In einer Gesamtschau der vorliegenden echtzeitlichen Akten erscheint es über
wiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin in der Zeit vom
1.
Juli bis Ende November 2018 in einer angepassten Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig war.
5.
5.1
Während im Zeitraum von Juli bis November 2018 die Arbeitsfähigkeit neben der psychischen Situation auch durch die objektivierten Rückenbeschwerden mass
geblich eingeschränkt war, st
and
ab Dezember 2
0
18 die depressive Erkrankung deutlich im Vordergrund.
Entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin kann dabei nicht mehr allein auf noch bestehende Therapieoptionen hingewiesen werden, sondern es ist eine umfassende
Indikatorenprüfung
vorzunehmen.
5.2
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlich
keit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweis
belastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
6.
6.1
Gestützt auf das Gutachten
von med.
pract
.
A._
ist weiterhin davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer an psychischen Problemen leidet, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken.
Dabei ist davon abzusehen, einzelne Beschw
erden und Störungen ohne Einzel
fall
prüfung wegen grundsätzlich fehlender invalidenversicherungsrechtlicher Relevanz
auszuscheiden (vgl. BGE 143 V 418 E. 8.1). Indes gilt unverändert, dass ein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden nur gegeben sein kann, wenn das klinische Beschwerdebild nicht einzig
in psychosozialen und sozio
kul
turellen Umständen seine Erklärung findet, so
ndern davon psychiatrisch unter
scheidbare Befunde umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_732/2017 vom
5.
März 2018 E.
4.3.1 mit Hinweis).
Aufgrund des Gutachtens ist dabei davon auszugehen, dass die Einschränkung in der Leistungsfähigkeit auf die festgestellten psychiatrischen Befunde zurückgeführt werden können; es finden sich
aktuell
keine Hinweise auf soziokulturelle oder psychosoziale Faktoren
mehr
(Urk. 8/142/12).
6.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen
im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
6.3
6.3.1
Gestützt auf das
Gutachten von
med.
pract
.
A._
sowie d
i
e stationären Aufenthalte im Zeitraum Dezember 2018 bis April 2019
ist mittlerweile von einem mehrjährigen Verlauf der psychischen Erkrankung auszugehen. Die Relevanz
und Schwere
des Krankheitsgeschehens ergibt sich auch aus der Empfehlung, die psychiatrische Behandlung zu intensivieren und die Medikation zu
optimieren (
Urk.
8 S. 25
). Dementsprechend ist von einer
deutlichen
Ausprä
gung der diagnoserelevanten psychiatrischen Befunde auszugehen.
Aufgrund der Befundaufnahme im Gutachten von
med.
pract
.
A._
ist dabei auf einen erheblichen Leidensdruck zu s
chliessen (vgl.
Urk.
8 S. 18)
.
6.3.2
Den möglichen Nutzen von weiteren therape
utischen Möglichkeiten schätzt
e
med.
pract
.
A._
als weiterhin gegeben ein. So sei aus therapeutischer Sicht eine Intensivierung der psychiatrischen Behandlung und
Optimierung
der depres
siven Medika
tion indiziert (
Urk.
8 S. 25
).
6.3.3
Bezüglich der Komorbidität ist vorauszuschicken, dass l
aut BGE 143 V 418
Stö
rungen unabhängig von ihrer Diagnose bereits dann als rechtlich bedeutsame Komorbidität in Betracht
fallen, wenn ihnen im konkreten Fall ressourcen
hem
mende Wirkung zukommt (E. 8.1, Präzisierung der Rechtsprechung; vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 5.1 und E.
7.2 mit
Hin
weis).
Aufgrund
der medizinischen Akten
ist davon auszugehen, dass
die Beschwerde
führerin neben den psychischen Beschwerden auch an einem objektivierten chronischen
lumboradikulären
Schmerzsyndrom leidet, daneben auch an
zervi
kospondylogenen
und
thorakovertebralen
Beschwerden wie auch an einer beginnenden medialen Gonarthrose beidseits (
Urk.
10/75 S. 1).
Eine Komorbidität ist damit ausgewiesen.
6.3.4
Was den Komplex «Persönlichk
eit» betrifft, ist aufgrund des im
Rahmen des Gutachtens erstellten Mini-ICF-Rating
von
deutlich
eingeschränkten Ressourcen auszugehen
(
Urk.
8 S. 22)
. Auch aufgrund des Tagesablaufs kann nicht auf ein erhebliches Aktivitätsniveau geschlossen werden (S.
18).
6.3.5
Bei der Beurteilung des sozialen Kontexts
ist zu berücksichtigen, dass die
Beschwerdeführer
in
über kein
Familienleben
verfügt und auch in den Bereichen Kontaktfähigkeit zu Dritten und Gruppenfähigkeit deutlich beeinträchtigt ist (Urk. 8 S. 22).
6.3.6
Dem Gutachten von
med.
pract
.
A._
sind keine Hinweise für
Inkonsisten
zen zu entnehmen, vielmehr geht er in Übereinstimmung der Einschätzung der Fachärzte der
Psychiatrischen Universitätsklinik B._
von einer schweren Erkrankung der Beschwerdeführerin aus. Auch aus dem Tagesablauf ergeben sich keine
Anhaltspunkte, dass die
Beschwer
deführer
in
im Alltag über wesentliche Ressourcen verfügt, die
sie
im Rahmen einer Arbeitstätigkeit nutzen könnte (
vgl.
Urk.
8 S. 18
). Insgesamt ergeben sich damit keine Inko
nsistenzen dahingehend, dass die
Beschwerdeführer
in
wesent
lich mehr zu leisten im Stande wäre, als dies im Rahmen des Gutachtens attestiert wurde.
6.4
In einer Gesamtwürdigung der massgebenden Standardindikatoren ist die Einschätzung des Leistungsvermögens durch
med.
pract
.
A._
nicht zu beanstanden.
Auch wenn noch ein gewisses therapeutisches Potential besteht, ist aufgrund der
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
sowie des langjähri
gen Verlaufs nur mit längerfristigen Verbesserungen zu rechnen. So empfiehlt
med.
pract
.
A._
auch eine stationäre Massnahme.
Insgesamt ist
auf
die Einschätzung der Leistungsfähigkeit durch
med.
pract
.
A._
abzustellen
.
Aufgrund der weiteren echtzeitlichen Akten ist dabei in der Zeit vom
1.
Juli bis 3
0.
November 2018 von einer 50%igen und danach von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
7.
7.1
Aufgrund der Erwerbsbi
ographie der Beschwerdeführerin (Urk. 10/45
)
sowie
des nur wenige Monate dauernden letzten Anstellungsverhältnisses
im Geschäft ihres damaligen
Ehem
annes (
Urk.
10/27
/1
)
erscheint es angezeigt, sowohl
das Validen- als auch das Invalideneinko
mmen anhand statistischer Durch
schnittswerte zu ermitteln. Dabei kann rechnerisch ein Prozentvergleich erfolgen;
diesfalls
entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berück
sichtigung eines (allfälligen) Abzugs vom Tabellenlohn (vgl. etwa Bundes
gerichtsurteil 9C_532/2016 vom 25. November 2016 E. 3.1 mit Hin
weis; Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl. 2014 N 35 f. zu Art. 28a).
7.2
Rechtsprechungsgemäss ist
dabei
der Umstand allein, dass nur noch leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungsfähig
keit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_507/2020 vom 29. Oktober 2020 E. 3.3.3.2 mit Hinweisen).
Eine
psychisch bedingt verstärkte Rücksichtnahme seitens Vorgesetzter und Arbeitskollegen kann nach der Gerichtspraxis in der Regel nicht als eigenständiger Abzugsgrund anerkannt werden, ebenso wenig etwa das Risiko von vermehrten gesundheitlichen Absenzen, ein grösserer Betreuungsaufwand oder weniger Flexibilität, was das
Leisten von Überstunden etwa bei Verhinderung eines Mitarbeiters anbetrifft (Urteil des Bundesgerichts 9C_266/2017 vom 29. Mai 2018 E. 3.4.2; vgl. auch Urteil 9C_233/2018 vom 11. April 2019 E. 3.2 mit Hinweisen).
Ein leidensbedingter Abzug fällt dabei unter Berücksichtigung der zitierten Rechtsprechung ausser Betracht.
7.3
Die Beschwerdeführerin hat dementsprechend für die Zeit ab
1.
Juli 2018 bis zum 2
8.
Februar 2019 Anspruch auf eine halbe Rente und ab
1.
März 2019 Anspruch auf eine ganze Rente (
Art.
88a
Abs.
2 IVG). Dies führt in Gutheissung der Beschwerde zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung.
8.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.