Decision ID: b1a0e3fb-e19a-46c0-b62f-9d348a5a4022
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1974 geborene
X._
, ohne abgeschlossene Berufsausbil
dung
,
Mutter zweier
Töchter (geboren 1998, 20
1
5)
,
arbeitete zuletzt vom
2.
Mai 1996 bis 1
2.
September 2000 als
Coiffeuse
bei der
Y._
, Zürich, und war nebenbei
vom
1.
November 1999 bis 3
1.
Oktober 2000 als
Zeitungsverteile
rin
bei der
Z._
, Zürich,
angestellt (Urk.
11/2,
Urk.
11/16
)
.
Im
Februar 2001 meldete sich die Versicherte erstmals zum Leistungsbezug bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, an.
Mit Verfügung vom 2
8.
Januar 2002 wies die IV-Stelle das Leis
tungsbegehren ab (
Urk.
11/15)
,
hob
die Verfügung am
1
1.
März 2002
aber
wie
dererwägungsweise auf und stellte weitere Abklärungen in Aussicht
(
Urk.
11/28).
Mit Verfügung vom
3.
Oktober 2002 sprach die IV-Stelle der Ver
sicherten –
ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 100
%
–
mit Wirkung ab
1.
Februar 2001
eine ganze Rente der Invalidenversicherung zu (
Urk.
11/42).
1.2
Der Rentenanspruch wurde mit Mitteilung vom 2
2.
Mai 2003 (
Urk.
11/52) und Verfügung vom 2
7.
Juli 2005 bestätigt (
Urk.
11/55). Im Rahmen einer weiteren Rentenrevision erfolgte
mit Verfügung vom 1
0.
Januar 2006
– ausgehend von
einer verbesserten Erwerbsfähigkeit und
einem 60%igen Invaliditätsgrad – die Herabsetzung der ganzen auf eine
Dreiviertelsrente
mit Wirkung ab
1.
März 2006
(
Urk.
11/65
,
Urk.
11/64 [Verfügungsteil 2]
).
Mit Verfügung vom 5.
Dezember 2007 wurde die
Dreiviertelsrente
– unter Verweis auf einen ver
schlechterten Gesundheitszustand – mit Wirkung ab
1.
April 20
07 wieder auf eine ganze Rente
heraufgesetzt (
Urk.
11/94,
Urk.
11/92 [Verfügungsteil 2]).
1.3
Im Rahmen einer weiteren Rentenrevision liess die IV-Stelle
unter anderem
bei der
A._
ein
bidisziplinäres
Gut
achten erstellen, welches am 2
5.
Nove
mber 2009 erstattet wurde (Urk.
11/108).
Mit Mitteilung vom
2
2.
März 2011 bestätigte die IV-Stelle den Anspruch auf eine ganze Invalidenrente (
Urk.
11/126).
1.4
Die IV-Stelle leitete ein weiteres Revisionsverfahren ein und liess die Versicherte
unter anderem
bidisziplinär
begutachten (
Gutachten vom 1
8.
August 2015
[Urk.
11/187-
188).
Mit
Vorbescheid vom 1
5.
Oktober 2015
(
Urk.
11/190
) stellte die IV-Stelle der Versicherten – unter Verweis auf einen verbesserten Gesund
heitszustand und einen nunmehr 3%igen Invaliditätsgrad, die Einstellung der Invalidenrente
ab dem 3
0.
November 2016
in Aussicht. Die Versicherte erhob dagegen Einwände (
Einwand vom 1
1.
November 2015 [
Urk.
11/196], begründe
ter Einwand vom 1
8.
November 2015 [
Urk.
11/199])
.
1.5
Am 2
1.
Dezember 2015 brachte die Versicherte eine Tochter zur Welt (Urk.
11/202).
Nach dem Umzug der Versicherten in den Kanton Bern tätigte die
IV-Stelle
Bern auf Ersuchen der IV-Stelle Zürich Abklärungen
bezüglich der Beeinträchtigungen im Haushalt
vor Ort (Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 1
1.
Juli 2016
[
Urk.
11/215]). Die Versich
erte nahm mit Schreiben vom 23.
August und 2
1.
September 2016 erneut Stellung zu den Abklärungsergeb
nissen (
Urk.
11/218,
Urk.
11/222). Mit Verfügung vom 3.
Oktober 2016
stellte
die IV-Stelle wie vorbeschieden
die Rente ein
und entzog einer dagegen gerich
teten Beschwerde die aufschiebende Wirkung
(
Urk.
11/224 =
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am
2.
November 2016 Beschwerde
und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Beschwer
degegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin weiterhin die bisherige Invalidenrente über den 3
0.
November 2016 hinaus auszurichten. In prozessua
ler Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltli
chen Rechtspflege (
Urk.
2 S. 1).
Die Beschwerdeführerin
reichte
mit Eingabe vom
8.
Dezember 2016
Unterlagen zur Substantiierung
ihre
r
Bedürftigkeit
ein
(
Urk.
7-
9).
Die Beschwerdegegnerin beantragt
e
mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
Dezember 2016 Abweisun
g der Beschwerde (
Urk.
10), was der Beschwerde
führerin mit Verfügung vom 1
5.
Dezember 2016 mitgeteilt wurde (
Urk.
12). Am
8.
Juni 2017 reichte die Beschwerdeführerin einen Bericht der behandelnden Rheumatologin ein (
Urk.
15-16), welche
r
der Beschwerdegegnerin zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
17).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsren
te
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
onsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung
und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutach
tens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersu
chungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenen
falls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin
nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklar
heiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122
V
157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
1.6
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des
Art.
69
Abs.
2
der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]
; vgl. auch
Rz
. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Ein
schränkung im Haushalt dar (Urteil
des Bundesgerichts
9C_201/2011 vom 5. September 2011 E. 2, in: SVR 2012 IV Nr. 19 S. 86). Einer ärztlichen Fach
person, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahmefäl
len, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 2
8.
Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträch
tigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss
plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesge
richts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Haus
pflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinde
rung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfah
ren kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Grundsätzlich jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, das heisst wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht (AHI 2004 S. 137 E. 5.3). Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztli
chen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit
verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteile des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1,
9C_986/2009 vom 11. November 2010 E. 7.2 und 9C_631/2009 vom 2. Dezember 2009 E. 5.1.2, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin, die Abklärungen hätten ergeben, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ver
bessert habe
, da sie
seit Oktober 2013 dank konsequenter Therapie weitgehend schmerzfrei
sei
und nur selten Schmerzmittel
benötige
. Seit Oktober
2013 sei deshalb von einer vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit für sehr leichte bis leichte Tätigkeiten auszugehen. Unter konsequenter Therapie sei zu erwarten, dass
d
ie
Beschwerdeführerin
maximal an 10 bis 20 Tagen pro Jahr rheumatische Schübe
erleiden werde
, welche ihre Erwerbsunmöglichkeit währenddessen verunmög
lichten.
Die Haushaltsabklärung habe ergeben, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 50
%
erwerbstätig und zu 50
%
im Aufgabenbereich
tätig
wäre. Eine Einschränkung im Haushaltsbereich bestehe jedoch nicht. Mangels Ausbildung der Beschwerdeführerin sei sowohl beim Validen- als auch beim Invalideneinkommen auf den LSE-Tabellenlohn für Hilfsarbeiten abzustellen.
Es ergebe sich
ein
Invaliditätsgrad von 0
%
(Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte dagegen vor,
beim Vergleich des Gesundheits
zustands
des
Jahr
es 2009 mit demjenigen
zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung
ergebe sic
h keine massgebende Veränderung des Morbus Bechterew. Diese rheumatologische Erkrankung und auch deren Ausprägung sei
en
unver
ändert
, b
ei der Beurteilung durch
Dr.
med.
B._
, FMH Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie,
handle es sich um eine andere Beurteilung des im wesentlichen gleichgebliebenen Gesundheitszustands.
Dr.
B._
begründe die Verbesserung des Gesundheitszustands mit dem seit Oktober 2013
eingesetz
ten TNF-Hemmer Enbrel
, welcher
zwischenzeitlich
,
wegen Wirkungsverlust
,
wieder abgesetzt
habe werden müsse
n
, was dem Gutachten von
Dr.
B._
die Grundlage nehme
.
Nicht nachvollziehbar sei zudem, weshalb
Dr.
B._
in ihrem Teilg
utachten die bisher festgestellte Skoliose weglasse und die
Femoropatella
rar
th
r
ose
als
Nebendiagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit
einstufe.
Die Arthrose sei nicht plötzlich verschwunden und die Skoli
ose sei im Zusammenhang mit der Bechterew-Erkrankung eben doch wesent
lich.
Die Gutachterin
Dr.
B._
verweise in ihrem Gutachten
sodann
auf eine Stellungnahme des Rechts
diensts der Beschwerdegegnerin, weshalb d
as Resultat ihrer Abklärung
en
ohnehin
als vorweggenommen bezeichnet werden müsse
.
Die
wegen der Geburt der zweiten Tochter
dur
ch die Beschwerdegegnerin ange
wan
dte gemischte Methode sei durch den EGMR als diskriminierend und unzu
lässig erklärt worden.
Entgegen der Ansicht der Abklärungsperson bestünden auch im Haushaltsbereich Einschränkungen. Es sei weiterhin von einer maximal 30%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen, wobei fraglich sei, ob die Restarbeitsfähigkeit überhaupt verwertbar sei
(
Urk.
1)
.
3.
3.1
Streitig und zu prüfen ist zunächst, ob wegen einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes und der sich daraus ergebenden Arbeitsfähigkeit die Voraussetzungen für eine Revision der laufenden Rente gegeben sind. Zeitliche Vergleichsbasis zu den mit der angefochtenen Verfügung vom
3.
Oktober 2016 beurteilten Verhältnissen bildet der Sachverhalt, auf dessen Grundlage mit Mit
teilung vom 2
2.
März 2011 – nach erfolgter
bidisziplinärer
Begutachtung – der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine ganze Rente bestätigt worden war.
3.2
Die Verfügung vom 2
2.
März 2011 (
Urk.
11/126) basierte in medizinischer Hin
sicht auf dem
bidisziplinären
Medas
-Gutachten der
A._
vom 2
5.
November 2009 (
Urk.
11/108). Darin wurden folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
aufgeführt (
Urk.
11/108/25):
-
Morbus Bechterew, Erstdiagnosen 1998 (ICD-10 M45.09)
-
Status nach rezidivierenden
Coxitiden
beidseits
-
Entesiopathie
-
Sakroil
i
itis
beidseits
-
Status nach
Methotrexat-Therapie von
Oktober 2000 bis März 2003, Status nach
Salazopyrin
- Therapie
-
Status nach
Remicade
-Therapie
Januar 2003 bis August 2007
-
aktuell
Humira
-
Therapie seit über einem Jahr
-
HLA
-
B27 positiv
-
V
erdacht auf
Femoropatellararthrose
links (ICD10 M17.9)
-
Skoliose
(ICD10
M41.99)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
wurden folgende genannt:
-
Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10 F41.2)
-
Verdacht auf
zusätzliche auto
nom somatoforme Symptomb
ild
ung
-
a
namnestisch
Verdacht auf
rezidivierende depressive Episoden, gegenwärtig remittiert
(ICD-10 F33.4)
-
l
atente Tuberkulose (Status nach INH-Therapie 2002)
-
g
astroösophageale
Refluxkrankheit
-
Unverträglichke
i
t von NSAR (
Hämatochezie
)
Der
bidisziplinären
Konsensbeurteilung kann entnommen werden, f
ür die ange
stammte Arbeit als
Coiffeuse
w
e
rd
e
aus rheumatologischer Sicht eine
100%ige
Arbeitsunfähigkeit ge
sehen
, wobei dies
rheumatologischerseits
auf alle mittel
schweren und schweren körperlichen Arbeiten erweitert werden müsse.
Psychi
atrischerseits
würden keine Einschränkungen gesehen
. Betreffend
die Arbeitsfä
higkeit
in einer angepassten Tätigkeit sei insbesondere die rheumatologische Stellungnahme
relevant
. Im aktuellen zeitlichen Querschnitt lie
sse
sich nach der
rheumatologischen Stellungnahme lediglich eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte Tätigkeiten festhalten, die jedoch aufgrund des rezidivieren
den und progredienten Charakters der Erkrankung nicht als stabil einzuschätzen
sei
. Somit wäre als Ve
r
weistätigkeit lediglich eine körperlich leichte Tätigkeit in Erwägung zu ziehen. Es
sei
im psychiatrischen Fachgutachten darauf hingewie
sen
worden
, dass aktuell durch psychiatrische Diagnosen die Arbeitsfähigkeit nicht be
einträchtigt sei
. Es
sei
jedoch zu beachten, dass eine rezidivierende affektive Störung gesehen
worden sei
, die durchaus im Verlauf (auch reaktiv auf das somatische Krankheitsgeschehen) auf die Arb
eitsfähigkeit Einfluss neh
men könne
und dies in der Vergangenheit wahrscheinlich auch
getan habe
(Urk. 11/108/26)
.
Der rheumatologische Experte kam in seinem Teilgutachten zum Schluss,
bei der Beschwerdeführerin bestehe
ein sei
t
1998 diagnostizierter Morbus Bechter
ew, der schon in den Jahren zuvor Beschwerden verursacht ha
be
. An der Diag
nose besteh
e
anhand der geschilderten Symptomatik, der Laborwerte (HLA
-
B27 positiv) sowie der Bildgebung (
Iliosakralgelenks
[
ISG
]
-Arthritis in den mitgelie
fer
ten CT-Bildern) kein Zweifel. Als Folge dieser Erkrankung
sei
es zu einer ver
stärkten
Brustkyphosierung
gekommen sowie zu einer deutlich reduzierten Beweglichkeit der Wirbelsäule
.
Die von der
Beschwerdeführerin
beschriebenen Rückenschmerzen sowie Schmerzen im Bereich der Hände und F
ü
sse s
eien
ebenfalls durch den Morbus Bechterew erklärt. Insgesamt
sei
es zu einer schlei
chenden Ver
schlechterung der Beweglichkeit gekommen
. D
ie
Beschwerdeführe
rin
fühl
e
sich zunehmend im Alltag eingeschränkt. Wenn es zu einem Schmerz
schub komm
e
,
sei
sie auf fremde Hilfe angewiesen. Die Präsentation mit Zu
nah
me der
Rückenschmerzem
nach längerer Gehstrecke
sei
für den M
orbus
Bechterew a
t
ypisch, was daran lieg
e
, dass
beim
entzündlichen Schmerz zusätz
lich eine mechanische Komponente aufgrund der Skoliose vorlieg
e
. Diese führ
e
zu rezidivierenden muskulär bedingten Rückenschme
rz
en.
Die aktuell klinisch nachweisbaren
Myogelosen
s
eien
darauf zurückzuführen. Im Bereich des linken Knies besteh
e
der Verdacht auf eine beginn
ende
Femoropatellararthrose
mit
femoropatellarem
Reiben, dies spiel
e
jedoch für die Beurtei
l
ung der Arbei
t
s
fä
higkeit keine Rolle (
Urk.
11/108/7-8).
Aus rheumatologischer Sicht
sei
die
Beschwerdeführerin für
ihre bisherige Tätigkeit als
Coiffeuse
zu 100
%
arbeits
unf
ä
hig. Für
a
lle mittelschweren und schweren körperlichen Arbeiten besteh
e
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der bestehenden entzündlichen Grundkrankheit.
In einer
leichte
n
Tätigkeit
sei
die
Beschwerdeführerin
ebenfalls nur eingeschränkt arbeitsfähig
.
D
ies begründe sich
durch die
rezidivierend schubweise auftretenden Schmer
z
exazerbationen, während der die
Beschwerde
führerin
nicht arbei
t
sfähig
sei
. Aktuell besteh
e
für leichte körperliche Tä
t
igkei
ten eine 50%ige Arbeitsfähigkei
t.
Aufgrun
d des Verlaufes der Erkrankung sei
es für die
Beschwerdeführerin
nur sehr schwer möglich
,
eine Arbeitsstelle zu fin
den. In Zukunft
sei
mit einer zuneh
m
enden Reduktion der Arbeitsfähigkeit zu rechnen
(
Urk.
11/108/8)
.
3.
3
Zum aktuellen Gesundheitszustand ist den medizini
s
chen Akten folgendes zu entnehmen:
3.3
.1
Dem
bidisziplinären
Gutachten von
Dr.
B._
sowie Prof.
Dr.
med.
C._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, können folgende Diag
no
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit entnomme
n werden (Urk.
11/188/1):
-
keine psychiatrische Diagnose
-
ankylosierende
Spondylitis
-
Erstmanifestation etwa 1990, Erstdiagnose April 1998
-
HLA-B27 positiv mit
-
rezidivierenden
Coxitiden
beidseits mit
-
Basistherapien: parenterales Methotrexat ab September 2000 bis 2003 und verschiedene TNF-Hemmer ab Januar 2003 (
Remicade
,
Humira
, Enbrel) mit guter Wirkung der TNF-Hemmer-Therapie mit
Krankheits
schub im Juni 2015, etwa sechs Wochen nach Absetzen des
Enbrels
nach positivem Schwangerschaft-Test am 1
3.
Mai 2015 und Wieder
beginn mit
Remicade
am 2
6.
Juni 2015 und Infusionsreaktion am 1
5.
Juli 2015 (Juckreiz, Exanthem und
Lumbalgien) und seit Juli 2015
Certolizumab
(
Cimzia
)
-
bildgebend mit
subchondralen
Mehrsklerosierung
und Verdacht auf Erosionen beider ISGs jedoch ohne ISG-
Ankylosierung
,
-
ohne Syndesmophyten im Bereich der
Beckenwir
b
elsäule (
BWS
)
und der
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
und ohne «
shiny
corner
» (Röntgen Feb
ruar 2014)
In der
bidisziplinären
Zusammenfassung der Arbeitsunfähigkeit hielten die Gut
achter fest, eine angepasste Tätigkeit k
ö
nn
e
die Beschwerdeführerin
zu 100
% ausüben
, bezogen auf ein Vollpensum
. Sie k
ö
nn
e
mit
Lasten bis zu 7
,
5
kg han
tieren. Dabei
sei
zu erwarten, dass unter der konsequenten Therapie maximal während
zehn
bis 20 Tagen pro Jahr eine rheumatische Schubsituation auftre
ten k
ö
nn
e
, bei der sie keine Arbeit verrichten k
ö
nn
e
. Die attestierte Arbeitsfä
higkeit g
elte
spätestens ab
Oktober
201
3.
Die
Beschwerdeführerin sei im Okto
ber 2013 gemäss den Angaben der Rheumatologin PD
Dr.
D._
unter der The
rapie mit Enbrel weitgehend schmerzfrei un
d benötige nu
r selten ein Schmerz
mittel (
Urk.
11/188/1).
Dem psychiatrischen Teilgutachten
von
Dr.
C._
vom 1
5.
August 2015
ist zu entnehmen, dass keine psychiatrischen Erkrankungen vorlägen, welche geeignet wären, das positive Leistungsbild der Beschwerdeführerin im
IV-relevanten Sinn mittel- bis langfristig zu mindern (
Urk.
11/188/22). Der psychi
sche Gesundheitszustand sei im Wesentlichen unverändert, tendenziell verbes
sert, da keine psychopathologischen Symptome mehr bestünden, welche die Vordiagnose einer gemischten Störung aus Angst und Depression mehr recht
fertigten (
Urk.
11/188/23).
Dr.
B._
hielt im rheumatologischen Teilgutachten
vom
6.
August 2015 fest, die 41-Jährige Beschwerdeführerin sei HLA-B27 positiv zur Welt gekom
men. Dadurch sei die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung verschiedener rheu
matischer Erkrankungen deutlich erhöht gewesen. In ihrer Kindheit habe sie eine leichte
thorakolumbale
Skoliose entwickelt.
Im Alter von 16 Jahren habe sie über lumbale Schmerzen zu klagen
begonnen.
Im Rahmen ihrer ersten Schwangerschaft sei im April 1998 eine Spondylitis
ankylosans
(auch Morbus Bechterew genannt) diagnostiziert worden. Sie sei ab September 2000 mit dem Basismittel Methotrexat behandelt worden. Ab Januar 2003 habe sie verschie
dene TNF-Hemmer (
Remicade
,
Humira
bzw. Enbrel) erhalten.
Dadurch sei es zu einer deutlichen Besserung ihres Gesundheitszustands gekommen.
Die Beschwerdeführerin sei ab Januar 2013 unter einer Therapie mit Enbrel weitge
hend schmerzfrei
und
habe
nur selten ein Schmerzmittel
benötigt
. Bei Eintritt ihrer zweiten Schwangerschaft sei Enbrel
M
itte Mai 2015 abgesetzt worden. Etwa sechs Wochen danach sei Ende Juni 2015 ein rheumatischer Schub aufge
treten.
Bei der zweiten Infusion mit
Remicade
sei es zu einer Infusionsreaktion mit Juckreiz, Exanthem und Lumbalgien gekommen. Die Beschwerdeführerin sei daher ab Juli 2015 mit dem TNF-Hemmer
Cimzia
behandelt worden. Bei der aktuellen Untersuchung spüre sie minime lumbale Schmerzen, obwohl sie an diesem Tag allein m
it ihrem Auto von
L._
nach St. G
allen 200 Kilometer gefah
ren sei. In der klinischen Untersuchung sei der Gang normal wie auch der Zehen- und der Fersengang. Es bestehe eine leichte, s-förmige
thorakolumbale
Skoliose (lumbal links-konvex) und eine redressierbare Hyperkyphose der BWS. Das
Flèche
-Zeichen sei normal. Die Atemexkursion sei auf der Höhe des
4.
ICR gering vermindert. Die Beweglichkeit der LWS und der BWS sei leicht einge
schränkt. Die
Halswirbelsäule
sei normal beweglich. Radikuläre Zeichen seien nicht vorhanden. Der Lasègue sei beidseits normal. Alle grossen peripheren Gelenke
seien normal beweglich, auch beide Hüftgelenke
. Gelenksergüsse,
Synovitiden
oder überwärmte Gelenke seien nicht vorhanden. Die Röntgenun
tersuchungen der BWS und der LWS (Februar 2014) hätten im Bereich beider ISGs
subchondrale
Mehrsklerosierungen
sowie einen Verdacht auf
erosive
Ver
änderungen mehr links als rechts gezeigt. Die beiden ISGs würden keine
Anky
losierungen
aufweisen. Ausserdem seien in diesen Röntgenuntersuchungen erfreulicherweise weder Syndesmophyten noch «
shiny
corner
» erkennbar. Bild
gebend bestehe offensichtlich ein milder Verlauf der Spondylitis
ankylosans
(
Urk.
11/187/66).
Im Bereich der BWS und der LWS hätten die Röntgenuntersu
chungen (Februar 2014) ausser der leichten s-förmigen Skoliose mit einem maximalen Cobb-Winkel von 16° nur diskrete Facettengelenks-Arthrosen der distalen LWS gezeigt. Ein Cobb-Winkel von 16° en
t
spreche einer leichten Skoli
ose. Die Skoliose und die diskreten Facettengelenks-Arthrosen hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Die ausgedehnte Blutuntersuchung zeige unter anderem etwas erhöhte Entzündungszeichen, am ehesten im Rahmen der
Spon
dylitits
ankylosans
. Der Rheumafaktor und die Anti-
Citrulin
-Antikörper seien normal.
Zusammenfassend bestünden bei der Beschwerdeführerin struk
t
urelle Veränderu
n
gen durch eine Spondylitis
ankylosans
, die ihre Leistungsfähigkeit ei
n
schränkten. Die Erkrankung sei im April 1998 diagnostiziert worden und werde seither adäquat behandelt. Durch die Therapie mit verschiedenen
TNF-Hemmern ab Januar 2003 habe sich ihr Gesundheitszustand deutlich gebessert (
Urk.
11/187/67).
Zur Arbeitsfähigkeit führte die
rheumatologische
Expertin aus, die Beschwerde
führerin sei wegen der Spondylitis
ankylosans
limitiert, vor allem durch die eingeschränkte Funktion der Wirbelsäule und beider Hüftgelenke. Wegen der Spondylitis
ankylosans
könne sie nicht in Nässe, Kälte und unter grösseren Temperaturschwankungen arbeiten. Ausserdem könnten bei
ihr rheumatische Schubsituationen auftreten, die zu einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten führten. Durch die konsequente Therapie mit einem
TNF-Hemmer träten diese Schubsituationen selten auf und könnten
medika
-
mentös
und physiotherapeutisch be
h
andelt werden
. Die angestammte Tätigkeit als
Coif
feuse
sei nicht angepasst, denn sie finde hauptsächlich stehend statt. Auch die Tätigkeit als
Zeitungsvert
eilerin
sei nicht angepasst, denn die Beschwerdeführe
rin sei dabei Temperaturschwankungen und Nässe ausgesetzt. Möglicherweise sei die angestammte Tätigkeit bei der Firma
E._
angepasst, sofern die Beschwerdeführerin dabei keine Lasten
über 7,5 kg hantieren müsse (
Urk.
11/187/69). Die Beschwerdeführerin habe seit September 2014 keine Phy
siotherapie mehr gehabt. Sie habe seither auch nicht mehr an einer Bechterew-Gruppe teilgenommen. Zur Erhaltung ihrer Arbeitsfähigkeit sollte sie regelmäs
sig physiotherapeutisch betreut werden und an einer Bechterew-Gruppe teil
nehmen (
Urk.
11/187/74).
3.
3
.2
Dr.
B._
hielt in ihrer Stellungna
hm
e vom 2
6.
Januar 2016 zum Einwand der Beschwerdeführerin vom 1
8.
Novembe
r 2015
zu Händen der
Beschwerde
gegnerin (
Urk.
11/20
3)
fest
,
es treffe nicht zu, dass die Diagnose einer angebo
renen Skoliose nicht im Gutachten erscheine. Dem Gutachten sei zu entnehmen, dass sich in der Kindheit e
i
ne leichte
thorako
-lumbale Skoliose entwickelt habe. Die leichte
thorako
-lumbale s-förmige Skoliose mit einem lumbalen Cobb-Winkel von 16° und einem thorakalen Cobb-Winkel von 6° mit diskreten Facet
tengelenks-Arthrosen der distalen LWS (Röntgen Februar 2014) werde unter den Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt: Diese habe keinen Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit
.
Der Rheumatologe
Dr.
F._
berichte in seinem Teilgutachten vom 2
1.
Oktober 2009 tatsächlich von einer Skolios
e
. Er mache aber keine Angaben zum Ausmass der Skoliose. Wie die Röntgenabklä
rung des Insel-Spitals vom
6.
Februar 2014 ergebe,
handle
es sich um eine leichte Skoliose (Cobb-Winkel 16°), die keine Auswirkunge
n auf die Arbeitsfä
higkeit habe.
Dr.
F._
habe in seinem
Gutachten vom 2
1.
Oktober 2009 sodann einen Verdacht auf eine
Femoropatellar
-Arthrose links geäussert. Er habe dazu explizit ausgeführt, dass der Verdacht auf eine beginnende
Femoropatellar
-Arthrose keine Rolle für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit spiele.
Dr.
B._
teile diese Einschätzung.
Keine der nachbehandelnden Rheumato
loginnen
(
Frau
Dr.
G._
in Zürich und Frau PD
Dr.
D._
vom
H._
) hätten
einen Verdacht auf eine
Femoropatellar
-Arthrose
geäus
sert.
Auch bei
der aktuellen gutachterlichen
Untersuchung
habe
es dafür keine klinischen Hinweise
gegeben, weshalb kein Anlass dazu bestanden habe,
den Verdacht weiter abzuklären, insbesondere, da eine beginnende
Femoropatellar
-Arthrose im Ges
amtkontext mit der Hauptdiagnose einer
ankylosierenden
Spondylitis keinen Einf
l
uss auf die Arbeitsfähigkeit ha
be (
Urk.
11/203/1)
.
Es t
reffe zu, dass bei der Beschwerdeführerin im Sommer 2015 ein rheumatischer Schub aufgetreten sei. Sie habe nämlich, nachdem sie mit ihrem zweiten Kind schwanger worden sei, Mitte Mai 2015 den TNF-Hemmer Enbrel abgesetzt. Wie so oft, sei etwa sechs Wochen nach dem Absetzen des
Enbrels
ein Rheumaschub aufgetreten. Erfreulicherweise habe der Schub mit dem TNF-Hemmer
Cimzia
ab Juli 2015 behandelt werden können, sodass sie bei der Untersuchung am
3.
August 2015 nur minime lum
bale Schmerzen gespürt habe, obwohl sie
vor der Untersuchung bereits allein mit ihrem Auto von
L._
nach St. Gallen
200 Kilometer weit gefahren sei
.
Ihr Gesundheitszustand ha
be
sich seit der Begut
ach
tu
ng bei
Dr.
F._
im
Jahr
2009 offensichtlich stark gebessert. Schubsituati
onen
seien
spätestens seit
Oktober
2013 nur noch selten auf
getreten
und nicht, wie Dr.
F._
2009 postulierte
habe,
während 50
%
der Zeit
bzw. gut 180 Tagen pro Jahr.
Es sei zu erwarten
, dass
rheumatische Schubsituationen
–
wie bereits seit Oktober
2013 –
höchstens selten auft
reten wür
den, nämlich während zehn
bis 20 Tagen pro Jahr. Stellungnahmen
des Rechtsdiensts der Beschwerdegegne
rin führe
Dr.
B._
stets in die Anamnesen
der
Gutachten ein, damit die Unterlagen vollständig und chronologisch vorhanden
seien. Das
Bundesgericht verlang
e
explizit die Würdigung auch der n
i
chtmedizinischen Akten
.
Eine Beeinflussung
der
fachärztlichen Beurteilungen erg
ebe
sich aus der Rechtdienst-Stellungnahme nicht, da eine juristische Stellungnahme nichts mit
der
rheuma
to
logischen Beurteilung zu tun habe
, sondern fachfremd
sei
(Urk.
11/203/2)
.
3.
3
.3
Am 2
1.
Juni 2016 erfolgte im Rahmen eines Auftrags der Beschwerdegegnerin eine
Abklärung zu den Einschränkungen im
Haushalt vor Ort durch die
IV-Stell
e
Bern. Dem Abklärungsbericht Haushalt
/Erwerb vom 1
1.
Juli 2016 (Urk.
11/215) ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin
im Gesundheitsfall wohl bei der letzten Arbeits
s
telle geblieben wäre.
Am
Nachmittag kümmere sich ihr Ehemann um die
Tochter
I._
. Er habe nachmittags frei. Wenn sie einen Job finden würde, würde sie zwei bis drei Stunden arbeiten. Um die Betreuung von
I._
bezahlen zu können, würde sie wohl arbeiten gehen.
Heute über
nehme niemand mehr günstig oder zu einem Freundschaftspreis die Kinderbe
treuung. Im Moment sei es finanziell schwierig, da sie zwei Wohnungen hätten. Es werde eine gemeinsame Wohnung gesucht. Sie würde wohl drei bis vier Stunden arbeiten gehen,
währenddessen
der Ehemann auf
I._
aufpasse
(
Urk.
11/215/5)
.
Die Abklärungsperson qualifizierte die Beschwerdeführerin als zu 50
%
erwerbs
tätig und zu 50
%
im Aufgabenbereich tätig. Dies, da die Beschwerdeführerin geäussert habe, dass eine externe Kinderbetreuung zu teuer wäre. Der Ehemann arbeite bis um 13.00 oder 15.15 Uhr, womit es der Beschwerdeführerin möglich wäre, nachmittags einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachzugehen (
Urk.
11/215/5).
Es ergebe
sich ein
Statuswechsel, d
a die Beschwerdeführerin am 21.
Dezember 2016
(richtig: 2015)
wieder Mutter geworden sei, geheiratet habe und eine grössere Wohnung suche um zusammenzuziehen
(
Urk.
11/215/12)
.
3.
3
.4
I
m
zu Händen von
Dr.
med.
J._
, FMH Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie, erstellten
Bericht des
H._
, Universitätsklinik für Rheumatologie, Immunologie und Allergologie,
vom 13. September 2016 (
Urk.
3/4) wird ausgeführt, der Morbus Bechterew
sei bisher mit
Remicade
,
Humira
und Enbrel bis zum positiven Schwangerschaftstest am 1
3.
Mai 2015 behandelt worden
;
aufgrund eines Schubes erneut mit
Remicade
400mg bis zum 1
5.
Juli 201
5.
Abgebrochen worden sei die Behandlung dann wegen einer Infusionsreaktion. Es sei eine Therapierung mit
Cimzia
von Juli 2015 bis Juli 2016 erfolgt, welche wegen Wirkungsverlust abgebrochen worden sei. Anschliessend habe man die Beschwerdeführerin bis August 2016
erneut mit Enbrel
behandelt. Geplant sei aktuell ein Wechsel auf
Simponi
. Unter Enbrel sei es nicht zu einer Verbesserung der Krankheitsaktivität gekommen, eher zu einer Verschlechterung mit einer neu aufgetretenen
Enthesitis
an der linken Achillessehne, am linken Achillessehnenansatz ausgebildet. Aufgrund der hohen Krankheitsaktivität werde nun ein erneuter Wechsel der TNF-
Hemmertherapie
von Enbrel auf
Simponi
durchgeführt (
Urk.
3/4).
3.
3
.5
Dr.
med.
K._
, FMH Allgemeine Innere Med
izin und Rheumato
logie, hielt in dem
zu Händen der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin erstellten
Bericht vom 3
1.
Mai 2017
(
Urk.
16)
fest, zurzeit stehe die Beschwerde
führerin unter einer Therapie mit
Simponi
, eine In
j
ektion pro drei Wochen. Darunter sei die Erkrankung leicht aktiv. Aufgrund der
Enthesitiden
versuche die behandel
n
de Rheumatologin jedoch eine zusätzliche Therapie mit Methotr
exat. Die Beschwerdeführerin habe jedoch multiple Nebenwirkungen und die Wirksamkeit habe nicht sicher bewiesen werden können. Deshalb sei dieses Medikament wieder abgesetzt
worden.
Je nach Verlauf könne die Beschwerde
führerin von einem Therapiestrategiewechsel von einem TNF-Hemmer auf das Medikament
Secukinumab
(
Cosentyx
) profitieren. Die Beschwerdeführerin benö
tige jedenfalls auch weiterhin eine
Biologika
-Therapie. Bis jetzt hätten keine Ankylosen im Bereich der Wirbelsäule dokumentiert werden können. Die jetzige Arbeitsfähigkeit beurteilte
Dr.
K._
mit 50 % mit einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit, wobei Schübe jederzeit möglich seien
(
Urk.
16).
4.
4.1
Nicht strittig ist vorliegend, dass aus psychiatrischer Sicht keine Beeinträchti
gung des Gesundheitszustands vorliegt
– sowohl
zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung
als auch zum Vergleichszeitpunkt
. Stritt
ig hingegen ist, ob sich seit der letztmaligen materiellen Beurteilung
aus rheumatologischer Sicht eine massgebende Veränderung des Gesundheitszustands ergeben hat.
4.2
D
as
bidisziplinäre
Gutachten
der
Dres
.
B._
und
C._
vom 18.
August 2015 erfüllt die rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräf
tige ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl. E.
1.5
). Es beruht auf fachärztli
chen Untersuchungen durch die Gutachter und wurde in Kenntnis der relevan
ten
Vorakten
abgegeben. Es würdigt die vorhandenen Arztberichte sorgfältig, berücksichtigt die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen hinreichend auseinander. Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ist einleuchtend und die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar. Überdies sprechen sich die Gutachter ausreichend darüber aus, inwiefern eine effektive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden hat.
4.3
Die Beschwerdeführerin machte zunächst geltend, die Gutachterin
Dr.
B._
sei durch die Stellungnahme des Rechtsdiensts der Beschwerdegegnerin vom
3
1.
Juli 2014
in
ihrer gutachterlichen Einschätzung beeinflusst worden, weshalb das rheumatologische Gut
achten seinen Beweiswert verloren habe
.
Hierzu ist festzuhalten, dass
nicht ersichtlich
ist
, inwiefern die Stellungnahme des Rechts
diensts der Beschwerdegegnerin Einfluss auf die Beurteilung der rheum
a
tologi
schen Gutachterin gehabt haben soll. Wie diese zutreffend ausführt (vgl.
E.
3
.3.1
)
können
rechtliche Erwägungen keinen Bezug auf die medizinische Beur
teilung des Gesundheitszustands
einer versicherten Person haben
,
zumal
die Stellungnahme
des Rechtsdiensts gar nicht das vorliegende
Beweis
thema (Revi
sionsgrund, Verbesserung des Gesundheitszustands) sondern
die
mögliche Wie
dererwägung der Mitteilung vom 2
2.
März 2011
betraf
(
Urk.
11/154/3)
.
Die Stellungnahme ist
somit
in keiner Hinsicht
als «Auftrag»
an die Gutachterin zu
erachten
, eine vorgängig
seitens der Beschwerdegegnerin
bereits festgelegte medizinische Beurteilung abzugeben.
Einer allfälligen Befangenheit
der Gutach
terin
ist
deshalb
von Beginn
weg
der Boden entzogen.
Ebenfalls nicht zu bean
standen ist
,
dass ein
bidisziplinäre
s
Gutachten
bei den
Dres
.
B._
/
C._
anstatt ein
es
Verlaufsgutachten bei den bereits mit der Beschwerdeführerin befassten Gutachterpersonen
eingeholt wurde,
da
die Art und Weise der Abklä
rung des Gesundheitszustands im Ermess
en der Beschwerdegegnerin liegt.
4.4
Zum Vergleichszeitpunkt war der Beschwerdeführerin die Ausübung einer angepassten leichten Tätigkeit im Umfang von 50
%
zumutbar
. D
ies
e
Ein
schränkung
wurde mit den Auswirkungen der entzündlichen Grundkrankheit (Morbus Bechterew in Kombination mit den mechanischen Wirkungen der Sko
liose)
begründet,
da
die Beschwerdeführerin während de
s
Auftreten
s
der Rheu
maschübe als nicht arbeitsfähig beurteilt
wurde
(E. 3.2)
.
Zum Begutachtungs
zeitpunkt gingen die
Dres
.
B._
und
C._
von einer 100%igen Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (Hantieren von Lasten bis zu 7,5 kg
, leichtes bis sehr leichtes Belastungsprofil
)
seit Oktober 2013
aus, wobei unter konsequenter Therapie zu erwarten
sei
, dass lediglich während 10 bis 20 Tagen rheumatische Schubsituationen aufträten
(E. 3.3.1).
Angesichts dessen, dass die Therapierung
der Beschwerdeführerin
Wirkung
ge
zeigt
hat
, die Medikamente bei Nachlassen
/Wegfall
der Wirkung
jeweils
aus
getauscht werden können,
die Beschwerdeführerin nur während de
r
Rheu
maschübe als arbeitsunfähig erachtet wird
und die Beschwerdeführeri
n im Rahmen der klinischen
und bildgebenden
gutachterlichen
Untersuchung bei
Dr.
B._
selber angab, nur minime lumbale Schmerzen zu spüren, obwohl sie am selben Tag 200 km von
L._
nach St. Gallen gefahren war, überzeugt die aktuelle Beurteilung von
Dr.
B._
und es
ist gemäss ihrer Einschätzung
von einem milden Verlauf
der Spondylitis
ankylosans
auszugehen
(E. 3.3.1).
Ange
sichts der viel seltener zu erwartenden Rheumaschübe dank adäquater Behand
lung
(vgl.
Urk.
11/187/72)
kann ohne weiteres von einer deutlichen Verbesse
rung des Gesundheitszustands in rheumatologischer Hinsicht gesprochen wer
den.
Dass die Beschwerdeführerin im Juni 2015 einen Krankheitsschub durchlebte, ist insoweit
erklär
bar, als aufgrund eines positiven Schwangerschaftstests
der
TNF-Hemmer Enbrel
abgesetzt worden
war. Laut der B
eurteilung von
Dr.
B._
trat der Schub
nicht unerwartet
auf
, da das Absetzen eines
TNF-Hemmers die Wahrscheinlichkeit eines Krankheitsschubs erhöhe
. Der Krank
heitsschub konnte sodann mit
Cimzia
erfolgreich behandelt werden
und nur wenig später – während der gutachterlichen Untersuchung im August 2015 – klagte die Beschwerdeführerin nur noch über minime Schmerzen
(E.
3.3.1).
Aus dem Auftreten dieses Krankheitsschubs kann somit nicht geschlossen werden, es fehle an der erforderlichen Verbesserung des Gesundheitszustands.
Auf eine Verbesserung lässt schliesslich auch der verminderte
Leidensdruck
der Beschwerdeführerin
schliessen
. S
ie hatte zum Zeitpunkt der Begutachtung bei
Dr.
B._
im August 2015
seit September 2014 keine Physiotherapie mehr in Anspruch genommen und auch keine Bechterew-Gruppe mehr besucht
(E. 3.3.1)
. Zudem vergisst die Beschwerde
-
führerin gemäss ihren eigenen Angaben, die ihr empfohlenen Übungen durch
-
zuführen
(
Urk.
11/215/2)
.
Eine
regelmässige Inanspruchnahme
dieser Therapie
-
optionen
wäre
jedoch laut
Dr.
B._
zur Erhaltung der Arbeitsfähigkeit
anzuraten
.
Wenn die Beschwerdeführerin vorbringt, das Gutachten der
Dres
.
B._
sei nicht nachvollziehbar, da die zuvor noch gestellten Diagnosen einer
Femoropa
tellararthrose
sowie einer Skoliose
nicht mehr im Gutachten von Dr.
B._
erschienen, ist dem entge
genzu
halten – worauf auch Dr.
B._
in ihrer Stel
lungnahme vom 2
6.
Januar 2016 hinw
i
es –, dass bezüglich der
Femoropatellar
arthrose
lediglich eine Verdachtsdiagnose
bestanden ha
tte.
Zur Skoliose
bemerkte
Dr.
B._
, diese sei angeboren,
jedoch
aufgrund des lumbalen Cobb-Winkels von 16° und des thorakalen Cobb-Winkels von 6° von
leichter
Au
s
prägung
ohne
Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit
(Urk.
11/187/67
)
.
Aus dem Bericht von
Dr.
J._
(E. 3.3.4) vermag die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten abzuleiten, zumal diesem zu entnehmen ist, dass nach Wirkungsverlust
den TNF-Hemmers
eine Behandlung mit
Simponi
vorgesehen ist. Dem im Rahmen des Beschwerdeverfahren
s eingereichten Bericht von Dr.
K._
kann sodann entnommen werden, dass die Behandlung mit
Simponi
Wirkungen zeigt und die Erkrankung darunter leicht aktiv sei. Bei sich zeigendem Wirkungsnachlass bzw. –
verlust
werde ein Wechsel auf das Medi
kament
Secukinumab
vorgesehen (E. 3.3.5).
4.5
Aufgrund des Gesagten ist
gestützt auf das
b
idisziplinäre
Gutachten vom 18.
August 2015
der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu erachten, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der Begutachtung im November 2009 (
Urk.
10/108; Mitteilung vom
22.
März 2011 [
Urk.
11/126]) verbessert hat und davon auszugehen ist, dass sie in
einer
behin
derungsangepassten Tätigkeit spätestens ab
Oktober 2013 zu 100
%
arbeitsfähig ist.
5.
5.1
Sodann ist die Einschränkung im Aufgabenbereich zu ermitteln.
Nicht strittig ist die Statusfrage. Die
Parteien sind sich einig, dass die Beschwerdeführerin nach der Geburt ihrer zweiten Tochter im Gesundheitsfall zu 50
%
im Aufgabenbe
reich tätig gewesen wäre.
5.2
Die Beschwerdeführerin bestritt in ihrer Beschwerde die Einschätzungen der Abklärungsperson, wonach keine Einschränkung im Aufgabenbereich vorliege, machte aber nicht substantiiert geltend, die Abklärungsperson hätte falsche Feststellungen gemacht. Vielmehr knüpft sie ihr Vorbringen daran, dass auf die medizinische Beurteilung des Gesundheitszustands nicht abgestellt werden kön
ne und entsprechend auch Einschränkungen im Aufgabenbereich anzunehmen seien. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin hat die Abklärungsperson
die rheumatologischen Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin
im Rahmen der Haushaltsab
klärung eingehend berücksichtigt (vgl. E.
3.3
).
5.3
Die Abklärung der Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit im Haushalt vom 1
1.
Juli 2016 (Urk. 11/215) wurde in Kenntnis der Diagnosen und Beschwerden der Beschwerdeführerin vorgenommen (
Urk.
11/215/1-2). Der Bericht enthält eine eingehende Abklärung der Wohnverhältnisse sowie der im Haushalt der Beschwerdeführerin anfallenden Tätigkeiten. In Übereinstimmung mit der dies
bezüglichen Verwaltungspraxis wurden darin die im Haushalt anfallenden Tätigkeiten in sieben Aufgabenbereiche aufgeteilt (Haushaltführung, Ernährung, Wohnungspflege, Einkauf, Wäsche und Kleiderpflege, Betreuung von Kindern oder anderen Familienangehörigen, Verschiedenes). Die sieben Aufgabenberei
che wurden nach deren prozentualen Gewichtung im Vergleich zu sämtlichen anfallenden Tätigkeiten bewertet. Die Abklärungsperson ermittelte sodann für jeden der
sieben
Bereiche die konkrete Behinderung, woraus gesamthaft eine Einschränkung von 0 % resultierte. Die Abklärungsperson berücksichtigte dabei die Angaben der Beschwerdeführerin und begründete ihre Einschätzung aus
führlich, plausibel und
nachvollziehbar. Der Abklärungsbericht ist entsprechend voll beweiskräftig (vgl. E. 1.6).
5.4
Nach dem Gesagten steht fest, dass die Beschwerdeführerin im Aufgabenbereich nicht eingeschränkt ist.
6.
6.1
Hinsichtlich der Auswirkungen der eingeschränkten Leistungsfähigkeit im Erwerbsbereich machte die Beschwerdeführerin in erster Linie geltend, ange
sichts der rheumatologischen Beeinträchtigung
sei die Restarbeitsfähigkeit gar nicht verwertbar, da es keine Stellen gebe, welche
dem
Leistungsprofil der Beschwerdeführerin
entsprächen
(
Urk.
1 S. 12).
6.2
Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes ist ein theoretischer und abstrak
ter Begriff, welcher dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Er umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struk
tur her einen Fächer v
erschiedenartiger Stellen offen
hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten, und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991
S.
321 E. 3b und 1985 S. 462 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.2). An die Kon
kretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind praxisge
mäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen; diese hat vielmehr nur so weit zu gehen, als im Einzelfall eine zuverlässige Ermittlung des Invaliditäts
grades gewährleistet ist. Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzustel
len, ob
eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nützen könnte, wenn die verfügbaren Arbeits
plätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 290 f. E. 3b; Urteile des Bundesgerichts I 273/04 vom 29. März 2005, I 591/02 vom 5. Mai 2004, I 285/99 vom 1
3.
März 2000 und U 176/98 vom 1
7.
April 2000). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen vonseiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteile des Bun
desgerichts 9C_95/2007 vom 2
9.
August 2007 E. 4.3 und 9C_98/2014 vom 2
2.
April 2014 E. 3.1, je mit Hinweisen).
6.3
Das seitens der Gutachter formulierte Anforderungsprofil für eine – der Be
-
schwerdeführerin
nach dem Gesagten (vgl. E.
4
) seit Oktober 2013 zu 100
%
zumutbare – angepasste Tätigkeit lautet folgendermassen: Tätigkeit ohne
Nässe, Kälte und grössere Temperaturschwankungen, Hantieren von Gewichten bis 7,5 kg, sehr leichtes bis leichtes Belastungsniveau
(
vgl.
E. 3.
3
.1)
.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin darf vorliegend angenommen werden, dass auf dem hypothetischen Arbeitsmarkt genügend Tätigkeiten exis
tieren, welche diesem Anforderungsprofil entsprechen. Es gibt in Industrie und Gewerbe einfache Hilfsarbeiten, die den obigen Anforderungen zu genügen vermögen, zu denken ist dabei an Kontroll- und Überwachungsarbeiten. Inwie
fern solche Überwachungs- und Kontrollarbeiten nicht zumutbar sind, ist nicht ersic
htlich und wird von der Beschwerdeführerin nicht begründet.
Die Gutachter hielten denn auch die frühere Anstellung der Beschwerdeführerin
als Hilfskraft
bei der
E._
für zumutbar, sofern das Belastungsprofil eingehalten wer
de (
Urk.
11/187/69).
Es ist diesbezüglich
somit
nicht von realitätsfremden und in diesem Sinn unmöglichen oder
unzumutbaren Einsatzmöglichkeiten auszu
gehen. Es kann keineswegs gesagt werden, dass die zumutbare Tätigkeit nur
mehr in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entge
genkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Fin
den einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_82/2009 vom 9. Oktober 2009 E. 5.5 mit Hinweisen; ZAK 1989 S. 322 E. 4a).
7.
Unabhängig davon, ob der Invaliditätsgrad vorliegend in Anwendung der gemischten Methode oder ausschliesslich durch einen Einkommensvergleich ermittelt
wird
,
ergibt sich ein klar rentenausschliessender Invaliditätsgrad von
0
%
, da der Einkommensvergleich aufgrund des niedrigen
Valideneinkommens
der in angepasster Tätigkeit zu 100 % arbeitstätigen Beschwerdeführerin zu kei
ner Erwerbseinbusse führt und im Haushalt keine Einschränkung vorliegt.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
8
.
8
.1
Mit Beschwerde vom
2.
November 2016 ersuchte die Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (
Urk.
1 S. 2).
Vorliegend sind die Voraussetzungen zur Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss § 16 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsge
richt (
GSVGer
) erfüllt (vgl.
Urk.
3/6-10,
Urk.
8-9). Antragsgemäss ist der Beschwerdeführerin deshalb die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und Rechtsanwältin Sandra Nussbaumer, Bern, als unentgeltliche Rechtsvertre
terin für das vorliegende Verfahren zu bestellen.
8
.2
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die
Verweigerung von Leistungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.-- festzulegen. Ausgangsgemäss sind die Kosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtkasse zu nehmen.
8
.3
Mit Eingabe vom 2
1.
Dezember 2016 (
Urk.
13-14) machte Rechtsanwältin Nuss
baumer einen zeitlichen Aufwand von 11 Stunden und 50 Minuten sowie Bar
auslagen im Umfang von
Fr.
12
7
.10 zuzüglich Mehrwertsteuer geltend. Dieser Arbeitsaufwand erscheint der Bedeutung und der Schwierigkeit der Streitsache angemessen und ist aufgrund des gerichtsüblichen Ansatzes von Fr. 220.-- pro Stunde mit Fr. 2‘603.
35
zuzüglich Mehrwertsteuer von 8 % zu entschädigen. Barauslagen sind in der Höhe von Fr.
12
7
.10
zuzüglich Mehrwertsteuer von 8 % zu ersetzen. Rechtsanw
ä
lt
in Nussbaumer
ist demnach mit insgesamt Fr.
2‘94
8
.
90
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
8
.4
Die Beschwerdeführerin ist auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversi
cherungsgericht (
GSVGer
) hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Entschädigung an die unentgeltliche Rechtsvertreterin verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist
.