Decision ID: 8dafdadd-a60a-4433-8a39-f5e7c3ec4957
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1973, wurde mit Verfügung vom 11. Februar 2004 der IV-Stelle des Kantons Appenzell Ausserrhoden mit Wirkung per 1. Februar 2002 eine halbe Invalidenrente zugesprochen (Urk. 7/1). Die dagegen erho
bene Beschwerde wurde letztinstanzlich vom Bundesgericht abgewiesen (Urteil I 646/05 vom 23. Mai 2006, Urk. 7/124). Im September 2005 bean
tragte die Versicherte die revisionsweise Erhöhung der Rente (Urk. 7/103). Die IV-Stelle AR veranlasste daraufhin eine bidisziplinäre rheumatologisch-psychiatrische Begutachtung der Versicherten (vgl. Urk. 7/117, Urk. 7/146, Urk. 7/147).
Mit Schreiben vom
23. Mai
2007 beantragte die Versicherte berufliche Massnahmen (Urk. 7/157)
.
Am 25. Mai 2007 teilte
die IV-Stelle AR de
r
Versicherten
mit, sie habe unverändert Anspruch
auf eine halbe Invali
denrente
(Urk. 7/158). Nach diversen Abklärungen (vgl. Urk. 7/188) schloss die mittlerweile zuständige Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, die Arbeitsvermittlung mit Mitteilung vom
14. März 2008 ohne Erfolg ab (Urk. 7/187) und stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom 19. März 2008 die Abweisung des Erhöhungsgesuches in Aussicht (Urk. 7/193). Nachdem diese dagegen Einwand erhoben hatte (Urk. 7/198), veranlasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre Begutachtung durch die MEDAS Y._
(Gutachten vom 27. November 2008, Urk. 7/229). Gestützt darauf
verfügte
die IV-Stelle
am
12. Juni 2009
die Abweisung des Rentene
rhöhungsgesuch
es
(Urk. 7/250). Die dagegen erhobene Beschwerde (Urk. 7/251) zog die Versicherte am
2. Mai 2011
wieder zurück, nachdem ihr das hiesige Gericht
mit Beschluss vom 9. März 2011 (Urk. 7/256)
vor dem H
in
tergrund e
in
er möglichen
reformatio
in
peius
Gele
genheit zum Rückzug
eingeräumt hatte
(Urk. 7/257; vgl. die Verfügung vom 4. Mai 2011,
IV.2009.00691
,
Urk. 7/260).
1.
2
Im Rahmen des im Juni 2011 von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsver
fahrens (vgl. Urk. 7/262-275) überprüfte die IV-Stelle den Rentenanspruch der Versicherten
erneut (vgl. Urk. 7/278
). Nach erlassenem Vorbescheid (Urk. 7/
279
) und dagegen erhobenem Einwand (Urk. 7/
284, Urk. 7/287-290
) hob die IV-Stelle die Rente mit Verfügung vom
6. November
2012 gestützt auf die
Schlussbestimmung
der Änderung des Bundesgesetzes über die Inva
lidenversicherung (IVG) vom 18. März 2011 auf (Urk. 7/
318
).
Auf die dage
gen erhobene Beschwerde trat das hiesige Gericht
nicht ein (Beschluss vom 21. Januar 2013, IV.2012.01283, Urk. 7/326). In der Folge gelangte die Versi
cherte an das Bundesgericht, welches die Beschwerde (Urk. 7/327) mit Urteil 9C_170/2013 vom 8. Juli 2013 abwies, soweit es darauf eintrat (Urk. 7/330).
1.3
Im Dezember 2013 meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 7/331-333). Nach medizinischen und beruflichen Abklärungen (Urk. 7/343-345, Urk. 7/352, Urk. 7/361, Urk. 7/365-367) stellte sie der Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 7/368). Nachdem diese am 14. Juni 2016 Akteneinsicht verlangt, aber in der Folge keinen Einwand erhoben hatte (Urk. 7/469), wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren am 29. Juni 2016 wie vorbeschieden ab (Urk. 2/1).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 19. August 2016 Beschwerde und bean
tragte sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprache einer Invalidenrente (Urk. 1). Mit Schreiben vom 2. September 2016 ersuchte die neu mandatierte Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin um Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels (Urk. 4). Mit
Beschwerde
antwort vom 4. Oktober 2016 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 6, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 7/1-373). Mit Verfügung vom
5. Oktober
2016 ordnete das hiesige Gericht einen
zweite
n
Schriftenwechsel
an (Urk. 8).
Mit
Replik vom
7. Dezember
2016 hielt
die Beschwerdeführerin insoweit an ihren Anträgen fest, als sie beantragte, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr ab Mai 2014 eine ganze Invali
denrente auszurichten (Urk. 10
), was der Beschwerdegegnerin
am 13. De
zember 2016
mitgeteilt wurde (Urk. 1
1
). Mit Schreiben vom
21. Dezember 2016
verzichtete diese auf eine Duplik (Urk. 1
2
), was de
r
Beschwerdeführer
in
am 3. Januar 2017 zur Kenntnis gebracht
wurde (Urk. 1
3
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn glaubhaft gemacht worden ist, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verord
nung über die Invalidenversicherung, IVV). Dies gilt gleichermassen für Neu
anmeldungen nach einer rückwirkend befristet zugesprochenen Rente (BGE 133 V 263) und nach einer revisionsweisen Aufhebung einer zuvor ausge
richteten unbefristeten Rente (vgl. etwa das Urteil des Sozialversicherungs
gerichts des Kantons Zürich IV.201
6
.00
238 vom 30. Januar 2017
E. 1.1
mit Hinweis
).
I
st die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invalidi
tätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.
2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
bezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgeho
ben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
ver
siche
rungsrechts; ATSG
).
Anlass zur Rentenrevision
gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invali
ditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbe
sondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesund
heits
zustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Aus
wirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheb
lich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Verände
rung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bil
den die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdi
gung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.3
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
1.4.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsge
mäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. No
vember 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeits
fähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.4.2
Alkoholismus und Medikamentenmissbrauch (wie auch Drogensucht) begrün
den nach ständiger Rechtsprechung keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Vielmehr wird eine solche Sucht invalidenversicherungsrechtlich erst bedeutsam, wenn sie ihrerseits eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder aber wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist, wel
chem Krankheitswert zukommt (vgl.
BGE 124 V 265
E. 3c; AHI 2002 S. 30, I
454/99 E. 2a). Was die krankheitsbedingten Ursachen der Alkoholsucht betrifft, ist für die invalidenversicherungsrechtliche Relevanz der Abhängig
keit erforderlich, dass dem Alkoholismus eine ausreichend schwere und ihrer Natur nach für die Entwicklung einer Suchtkrankheit geeignete Gesund
heitsstörung zugrunde liegt, welche zumindest eine erhebliche Teilursache der Alkoholsucht darstellt. Mit dem Erfordernis des Krankheitswerts einer allfälligen verursachenden psychischen Krankheit wird verlangt, dass diese die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit einschränkt
(vgl.
Urteile des Bundesge
richts 8C_906/2013 vom 23. Mai 2014 E. 2.2 und 9C_701/2012 vom 10. April 2013 E. 2 mit Hinweisen sowie 9C_706/2012 vom 1. Juli 2013 E. 3.2
mit Hinweis auf I
169/06 vom 8. August 2006 E. 2.2).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf
gabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung, es sei keine invalidenversicherungsrechtlich relevante Veränderung seit der Verfügung vom 6. November 2012 ausgewiesen. Neue somatische Diagnosen oder Sach
verhalte würden nicht berichtet. Es seien mit Ausnahme des berichteten schädlichen Gebrauchs von Alkohol keine neuen Sachverhalte hinzugetreten (Urk. 2/1).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte ihrerseits mit Verweis auf die Berichte ihrer behandelnden Ärzte eine relevante Verschlechterung ihres Gesundheitszu
standes geltend. Seit Dezember 2012 liege eine rezidivierende depressive Störung schweren Grades vor. In der Zwischenzeit seien ausserdem eine Abhängigkeit von Benzodiazepinen und ein schädlicher Gebrauch von Alko
hol aufgetreten. Dabei handle es sich um Folgeerscheinungen der depressiven Störung (Urk. 1, Urk. 10).
3.
3.1
Zeitliche Vergleichsbasis (vgl. E. 1.2) bildet die rentenaufhebende Verfügung vom 6. November 2012 (Urk. 7/318), welche auf einer umfassenden Prüfung des Sachverhalts im Nachgang zum Beschluss des hiesigen Gerichtes vom 9. März 2011 (vgl. insbesondere E. 1.1 des genannten Beschlusses) beruhte. Im
Zeitpunkt
dieser
Verfügung präsentierte sich die medizinische Aktenlage im Wesentlichen wie folgt:
3.1.1
Dr. med. Z._, Facharzt für Innere Medizin sowie Rheumatologie FMH, hielt im Bericht vom 23. März 2011 (Urk. 7/258/4-5) fest, aufgrund des mehrjährigen Krankheitsverlaufs mit Tendenz zur Beschwerdeintensivierung und Ausdehnung wie auch aufgrund des zunehmenden sozialen Rückzugs habe sich der Krankheitszustand der Beschwerdeführerin in den letzten Monaten wesentlich verschlechtert. Hinzu komme die sich über Jahre hinweg ziehende Unsicherheit betreffend die erwartete Unterstützung durch die Ver
sicherungen. Ebenso hinzu komme die Unsicherheit hinsichtlich finanzieller Unterstützung im Alltag bei Unfähigkeit, einer Arbeitstätigkeit nachzugehen. Ob diese Entwicklung für das Scheitern der bisherigen Rehabilitationsmass
nahmen wesentlich verantwortlich gewesen sei, könne nur vermutet werden. Allenfalls werde insofern eine Anpassung der therapeutischen Bemühungen im Sinne einer erneuten Rehabilitation angestrebt werden müssen.
3.1.2
Prof. Dr. med. A._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin sowie Psychiatrie und Psychotherapie FMH, stellte im Bericht vom 19. April 2011 (Urk. 7/258/1-3) folgende Diagnosen: Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), mittelgradig depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) sowie Chronic Fatigue Syndrom (ICD-10 G93.3). Prof. Dr. A._ führte aus, die seit 2009 bestehende Diagnose einer chronischen Schmerzstörung nach ICD-10 F45.41 treffe auf die Beschwerdeführerin unzweifelhaft zu. Das Chronic Fatigue Syndrom sei bei der Beschwerdeführerin als Komorbidität zur chro
nischen Schmerzstörung zu verstehen. Zusätzlich bestehe eine mittelschwere depressive Episode mit somatischem Syndrom. Die Beschwerdeführerin habe über eine niedergeschlagene Stimmung mit wiederholten Weinkrämpfen, Freudlosigkeit, psychomotorischer Antriebshemmung, Schlafstörungen, Appetit
ver
minderung, Konzentrations-, Aufmerksamkeits- und Gedächtnis
störungen, Schuldgefühlen gegenüber ihrem Ehemann, vermindertes Selbst
wertgefühl und Selbstvertrauen durch die Tatsache, nicht mehr am Erwerbs
leben teilnehmen zu können und ihre Leistungsfähigkeit gegenüber früher ganz eingeschränkt zu sehen, sowie über sehr pessimistische Zukunftsper
spektiven berichtet. Der Krankheitsverlauf müsse nun nach mehreren Jahren als unverändert beurteilt werden, dies trotz adäquater stationärer und ambu
lanter Therapie. Ebenfalls konstant habe ein sozialer Rückzug in allen Belan
gen des Lebens stattgefunden. Zudem seien die Ressourcen der Beschwerde
führerin über das normale Mass hinaus eingeschränkt.
3.1.3
Im Austrittsbericht vom 18. August 2011 über die psychosomatische Rehabi
li
tationsbehandlung der Beschwerdeführerin vom 21. Juni bis 18. Juli 2011 (Urk. 7/272/43-45) hielten die Ärzte der B._ fest, gesamthaft habe ein erfolgreicher Rehabilitationsaufenthalt verzeichnet wer
den können. Nach einem aufgrund der Schmerzlimitierung und der relativ ausgeprägten depressiven Symptomatik prolongierten Einstieg habe die Beschwerdeführerin zunehmend zur Ruhe finden, eigene Grenzen wahren und einhalten, eine Tagesstruktur für den Alltag erarbeiten sowie insbe
son
dere Schmerz – und Depressionsbewältigungsstrategien erlernen und ansatz
weise umsetzen können. Man habe die Beschwerdeführerin in einem verbes
serten Allgemeinzustand und bei ansatzweise gesteigerter psycho
physischer Belastbarkeit in das häusliche Umfeld entlassen können.
3.1.4
Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) führte in seiner Stellungnahme vom 8. Februar 2012 (Urk. 7/278/3-4) aus, den vorliegenden Akten seien keine objektivierbaren anatomischen Befunde zu entnehmen, welche aus versiche
rungsmedizinischer Sicht eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit begründen könnten. Es lägen keine Anhaltspunkte für eine psychiatrische Komorbidität oder sonstige schwere Funktionseinschränkungen vor. Bei den von Prof. Dr. A._ erhobenen Befunden handle es sich nicht um einen objektiven Psychostatus, sondern um die rein subjektive Einschätzung der Beschwerde
führerin.
3.2
Im Rahmen des vorliegenden
Neuanmeldung
sverfahrens präsentierte sich die medizinische Aktenlage
im Wesentlichen wie folgt
:
3.2.1
Im Bericht vom 6. Dezember 2012 (Urk. 7/332/28-32) hielt Prof. Dr. A._ zuhanden des damaligen Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin fest, dass der Beschwerdeführerin eine Erwerbstätigkeit nicht zumutbar sei. Auf
grund der chronifizierten Schmerzkrankheit mit zentraler Hypersensivität, anhaltend mittelgradig und nun schwerer depressiver Episode, stark einge
schränkter Belastungsfähigkeit sowie neuropsychologischer Defizite mit kog
nitiven Einschränkungen im Rahmen der genannten Diagnosen müsse bei einer erzwungenen Wiederaufnahme der Arbeitsfähigkeit von einer nicht zumutbaren Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausgegangen wer
den. Wie bereits mehrfach
festgehalten, besteh
e
seit Jahren eine mittelgradig depressive Episode mit somatischem Syndrom (
ICD-10
F32
.
11). Bei genau
er Konsultation der Depressionskriterie
n nach ICD-10
müsse
nun sogar von einer schweren depressiven Episode gesprochen werden.
Die Beschwerde
führerin erfülle
sämtliche drei Hauptkriterien sowie mindestens vier zusätzli
che Kriterien
von langer Dauer und Intensität
. Die
Beschwerdeführerin
bedürfe
offensichtlich ständiger Betreuung im ambulanten Setting. Die psychopharmakologische Therapie
habe
in den le
tz
ten Monaten soweit sub
jektiv verträglich zunehmend intensiviert werde
n müsse
n. Die vorliegende depressive Störung
nehme
seit mindestens fünf Jahren ein klinisch
relevantes Ausmass an
.
Zusammengefasst liege
somit eine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer vor.
Es liege
eine mittelschwere depressive Episode über mehrere Jahre vor, welche in den letzten Wochen nun die Kriterien für eine schwere depressive Episode gemäss ICD-10 F32.21
erfülle.
3.2.2
Prof. Dr. A._ hielt im Austrittsbericht vom 16. August 2013 (Urk. 7/344/4-11) über die stationäre Abklärung und Behandlung vom 3. bis 29. Juni 2013 fest, i
nsgesamt
habe die Beschwerdeführerin
gut von der mul
timodalen Schmerztherapie profitieren
können. Sie habe sich
sehr motiviert für einen Valium
-E
ntzug
gezeigt
.
Die Beschwerdeführerin sei während des Aufenthalts abstinent gewesen und habe sich motiviert gezeigt, eine Reduk
tion des Alkoholkonsums anzustreben.
Sie habe
auf Alkohol verzichten
können
, ohne dass Entzugssymptome
aufgetreten seien.
Bei Eintritt
habe sich die Beschwerdeführerin
für eine schwere depressive
Episode
qualifiziert.
Im klinischen Setting mit Reduktion von Valium und Steigerung von Trittico
habe
sich eine gewisse Besserung der depressiven Symptomatik
gezeigt
, so dass im Verlauf noch eine mittelgradige depressive Episode
vorgelegen habe
. Kurz vor Austritt
habe
die depressive Symptomatik wiederum zu
genommen
, vor allem weil sich die
Beschwerdeführerin
wieder vermehrt mit der für sie existenziell bedrohlichen ungelösten IV-Problematik konfrontiert
gesehen habe
.
3.2.3
Im Verlaufsbericht vom 18. Februar 2016 (Urk. 7/361/1-5) stellte Prof. Dr. A._ folgende Diagnosen: Schwere depressive Episode ohne psycho
tische Symptome, latente Suizidalität (ICD-10 F32.2, seit 12/2012), chroni
sche Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD
19 F45.41, seit 07/2009), chronisches, generalisiertes myofasziales Schmerzsyn
drom (seit 1998), Chronice Fatigue Syndrom (ICD-10 G93.3, seit 12/2007), Valium-Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F13.2, seit 11/2011), schädlicher Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.1, seit 08/2013) sowie akzentuierte Per
sönlichkeitszüge mit Überengagiertheit und -gewissen
haftig
keit (ICD-10 Z73.1, seit Adoleszenz, Diagnose 12/2007). Prof. Dr. A._ führte aus, die Beschwerdeführerin sei im Gespräch verlangsamt und die
Aufmerksam
keitsspanne und Konzentrationsfähigkeit
sei eingeschränkt gewesen
. Das Denken
sei
verlangsamt
gewesen mit
auffällige
n
Pausen im Redefluss, sprung
haft
em
Gedankengang,
und
inhaltlich
er Fixierung
auf die Erschöp
fung und Energielosigkeit sowie vielfältige Funktionsein
schränkun
gen im Alltag.
Es hätten eine s
tark gedrückte Stimmung und Freudlosigkeit
sowie a
usgeprägte pessimistische Zukunftsperspektiven mit Existenzängsten
bestanden
.
Das
Selbstwertgefühl
sei
st
ark vermindert gewesen
.
Es lägen s
omatische Symptome von starker Erschöpfung, Schlaf
stö
rungen und ver
mindertem Appetit vor.
Die Beschwerdeführerin sei p
sychomotorisch gehe
mmt infolge starker Erschöpfung
und
depressiver Symptomatik. Die Körperpflege
könne
nur noch an durchschnittlich zwei Tagen pro Woche durchgeführt werden.
Die Beschwerdeführerin sei während des Untersuchs mehrmals in Tränen ausgebrochen.
Der behandelnde Psychiater hielt fest, trotz
sehr motivierter
Beschwer
de
führe
rin könne
angesichts der höchst geringen Möglichkeiten zur Krankheits
bewältigung
u
n
d Therapieteilhabe
sowie der ausgeprägten und chronifi
zierten Funktionseinschränkungen in sämtlichen Bereichen des All
tags
nur eine
Stabilisierung auf tiefem Niveau erwartet werden. Dies
gelinge im Rahmen des für die Beschwerdeführerin
Zumutbaren
in den letzten
drei Jahren ungenügend
mit entsprechend schlechter Prognose
.
Die ambulan
te Physiotherapie
, die
ein- bis zweimal in der
Woche stattfinden müsste,
könne
die
Beschwerdeführerin
seit Sommer 2015 wegen zunehmender Erschöpfung nur noch
etwa einmal im Monat
aufsuchen.
3.2.4
Im Verlaufsbericht vom 11. April 2016 (Urk. 7/366/5-7) führte Dr. Z._
aus,
der Beschwerdeführerin sei
es seit Sommer 2015 kaum mehr möglich
,
mon
atlich in die Therapie zu gehen. Im
November 2015
sei die Therapie a
uf
grund der dramatischen Verschlechterung im Rahmen des Chronic Fatigue Syndroms
gänzlich sistiert worden
. Ebenso
habe
sich zunehmend eine Fixa
tion auf die etablierte Medikation im Rahmen der psychiatrischen Diagnosen
gezeigt
. Hinzu
sei
die Neigung zur Medikamentengewöhnung im Rahmen
der
Abhängigkeitsproblematik.
Es
sei es der Beschwerdeführerin
nicht mehr möglich, die Körperpflege täglich durchzuführen. Auch
sei
es ihr nicht mehr möglich
,
die kleinsten Haushaltsarbeiten auszuführen und täglich zu kochen. Aktuell und in näherer Zukunft
sei
keine Restarbeitsfähigkeit vorhanden. Diese Belastungsintoleranz ha
be
sich insbesondere im Verlaufe der letzten
ein bis zwei
Jahren massiv verschlechtert.
Aufgrund des Verlaufes
und ins
besondere auf
grund
des massiven Kräftezerfalls und der zunehmenden psychischen Dekompensation im Verlaufe der letzten
zwei
Jahre
müsse
von einer schlech
ten Prognose ausgegangen werden.
4.
4.1
Wie
in E. 1.1 und 1.2 dargelegt,
ist bei einer
Neuanmeldung
zunächst zu prü
fen,
ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und/oder dessen erwerbliche Auswirkung
seit Erlass der Verfügung vom
6. November 2012
, mit welcher die Invalidenrente
per Ende Dezember 2012
aufgehoben worden war (
Urk. 7/
318
),
derart wesentlich verändert haben, dass nunmehr
- wiede
rum -
Anspruch auf eine Invalidenrente
besteht
.
4.2
D
ie
Beschwerdeführer
in
macht
e
geltend, da neu eine schwere rezidivierende depressive Störung sowie zusätzlich eine Abhängigkeit von Alkohol und Medi
kamenten vorliege, habe sich ihr Gesundheitszustand erheblich verän
dert
(
E. 2.2
).
Die Beschwerdegegnerin erwog ihrerseits, es sei keine invaliden
versicherungsrechtlich relevante Verschlechterung ausgewiesen
(E. 2.1).
4.3
Für das Vorliegen einer erheblichen Sachverhaltsänderung genügt es nicht, dass der bereits bekannte, im Zeitpunkt der letzten Verfügung gegebene Sachverhalt anders bewertet wird und daraus andere Schlussfolgerungen gezogen werden als im früheren Verwaltungs- und/oder Beschwerdever
fahren. Vielmehr bedarf es neuer Elemente tatsächlicher Natur, die nach der letzten Verfügung eingetreten und zu dem damals gegebenen Sachverhalt hinzugekommen sind oder diesen verändert haben (vgl. E. 1.1, E. 1.2).
4.4
4.4.1
Hinsichtlich
der geltend gemachten erheblichen Verschlechterung der depressi
ven Erkrankung der Beschwerdeführerin zeigt der Vergleich der Beurteilungen des behandelnden Psychiaters Prof. Dr. A._ von 2011 mit den im vorliegenden Neuanmeldungsverfahren ergangenen Verlaufsbe
urteilungen, dass einzig eine - revisionsrechtlich nicht beachtliche (vgl. E. 4.3) - andere Beurteilung desselben Sachverhaltes vorliegt. Dies ist insbe
sondere daran ersichtlich, dass sich die von Prof. Dr. A._ damalig und aktuell erhobenen Befunde bei unterschiedlich festgestelltem Schwere
grad der diagnostizierten depressiven Störung nicht wesentlich unter
scheiden. Wie bereits in den der letztmaligen Verfügung zugrunde liegenden Berichten hielt der behandelnde Psychiater fest, die Beschwerdeführerin leide unter Freudlo
sigkeit, Schlaf- und Konzentrations
störungen, einem ver
min
der
ten Appetit, einem stark verminderten Selbst
wertgefühl, sei im Antrieb psychomotorisch gehemmt, berichte über pessimistische Zukunfts
perspekti
ven und eine ein
geschränkte Leistungs
fähigkeit und habe während der Unter
suchung mehr
mals geweint (E. 3.1.2, E. 3.2.3). Zudem hielt Prof. Dr. A._ bereits im Jahr 2011 einen sozialen Rückzug in allen Belangen des Lebens fest und erachtete die Beschwerdeführerin als in ihren Ressourcen in starkem Masse eingeschränkt (E. 3.1.2, E. 3.2.1, E. 3.2.3, vgl. auch
Urk. 7/344/1-3
). Eine erhebliche Verschlechterung der depressiven Sympto
matik der Beschwerde
führerin ergibt sich damit aus den Berichten von Prof. Dr. A._ nicht.
4.4.2
Im Übrigen ist die Diagnose einer anhaltenden schweren depressiven Störung mit Blick auf die vorliegende Aktenlage als nicht nachvollziehbar zu erach
ten. Den Akten zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin in den letzten Jahren nur noch alle zwei bis drei Monate für eine Stunde in psychothera
peutischer Behandlung war und im Jahr 2015 alle Therapien abbrach (E. 3.2.3, E. 3.2.4, Urk. 7/361/4).
Zudem ist nicht aktenkundig, dass seit
dem Jahr
201
3
eine erneute
(teil-)stati
onäre Behandlung stattgefunden hätte
, was
aufgrund des Umstandes, dass die stationären Aufenthalte im Jahr 2011 und 2013 zumindest vorübergehend jeweils zu einer Verbesserung der gesund
heitlichen Situation geführt hatten (vgl. E. 3.1.3, E. 3.2.2), sowie vor dem Hintergrund des berichteten schweren Verlaufs
respektive der geltend gemachten massiven Dekompensation der Beschwerdeführerin insbesondere in den letzten zwei Jahren
zu erwarten gewesen wäre.
Ferner ist festzuhalten, dass sich Prof. Dr. A._ – wie bereits in seinen früheren Beurteilungen (vgl. E. 3.1.2) – bei seinen Einschätzungen haupt
sächlich auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin stützte
und dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussa
gen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
4.5
Hinsichtlich der im Jahr 2013 erstmals gestellten Diagnose eines schädlichen Gebrauchs von Alkohol (vgl. E. 3.2) ist darauf hinzuweisen, dass das Vor
liegen einer neuen Diagnose an sich nicht bereits auf eine relevante Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes schliessen lässt. Wie bereits darge
legt, setzt d
er Nachweis einer Invalidität nach der Rechtsprechung eine gesundheitlich bedingte, erhebliche und evidente, dauerhafte und objekti
vierbare Beeinträchtigung
voraus
. Dieser Massstab gilt für sämtliche Leiden gleichermassen. Ein Suchtleiden vermag nach der Rechtsprechung für sich allein
e noch
keine Invalidität zu begründen
(
vgl. E. 1.4).
Dass
der diagnosti
zierte Alkoholmissbrauch
zu einer Gesundheitsschädigung
mit andauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
geführt
hätte
oder aus einer solchen entstanden wäre, ist
vorliegend nicht überwiegend wahrscheinlich belegt
. Selbst wenn eine gewisse Wechselwirkung zwischen dem
diagnostizierten schädlichen Gebrauch von Alkohol
und dem psychischen Leiden zu bejahen
wäre
,
wäre
die notwendige Schwere
im Sinne der genannten Rechtsprechung vorliegend nicht
erreicht.
Eine wesentliche Veränderung im Sinne von Art. 17 ATSG ist demnach auch aufgrund des neu diagnostizierten Suchtlei
dens nicht ausgewiesen.
4.6
Schliesslich vermögen auch die Berichte von Dr. Z._ (vgl. E. 3.2.4, Urk. 7/339/1-2), soweit sie überhaupt den Kriterien hinsichtlich des Beweis
wertes eines ärztlichen Berichtes (vgl. E. 1.6) entsprechen,
keine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes
der Beschwerdeführerin
seit
der letztmaligen Verfügung vom November
20
12
zu belegen
, zumal der Hausarzt eine solche Verschlechterung im Wesentlichen aus den anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin ableitete und sich auf die Berichte von Prof. Dr. A._ stützte.
4.7
Nach dem Gesagten ist eine wesentliche Änderung des
Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen
. Damit fehlt es
an einer Voraus
setzung, dass erneut ein Rentenanspruch entstehen kann.
5.
Die Verfügung vom
29. Juni 2016, mit welcher ein Rentenanspruch verneint worden war,
erweist sich somit als rechtens. Die Beschwerde ist abzuweisen.
6.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
6
00.-- festzusetzen und ausgangs
ge
mäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).