Decision ID: 97b8ec94-3b3e-5e34-8934-e9c039e2c633
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X besitzt den Führerausweis für die Fahrzeugkategorien A1, B, D1, BE und D1E seit
13. Dezember 1995. Am 14. November 2005 lenkte er in angetrunkenem Zustand einen
Personenwagen mit einer minimalen Blutalkoholkonzentration von 1,09
Gewichtspromille. Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen
sprach deswegen am 18. Januar 2006 einen Führerausweisentzug von vier Monaten
aus (Vollzug vom 14. November 2005 bis 13. März 2006). Am 19. Dezember 2008
beging X eine weitere Trunkenheitsfahrt (mit minimal 0,57 Gewichtspromille), weshalb
er am 24. Februar 2009 vom Strassenverkehrsamt verwarnt wurde. Nachdem er am
15. November 2010 ein drittes Mal alkoholisiert ein Fahrzeug gelenkt hatte (minimal
0,56 Gewichtspromille), ordnete das Strassenverkehrsamt am 21. Januar 2011 eine
verkehrsmedizinische und verkehrspsychologische Begutachtung an. Die
entsprechenden Untersuchungen fanden am 18. März 2011 beim Institut für
Rechtsmedizin (IRM) am Kantonsspital St. Gallen statt. In ihrem Bericht vom 19. Mai
2011 kamen die Verkehrsmediziner zum Schluss, dass bei X von einer
verkehrsrelevanten Alkoholproblematik mit der bisherigen Unfähigkeit, Trinken und
Fahren trennen zu können, auszugehen sei, und die Fahreignung nur unter Auflagen
befürwortet werden könne. Gestützt auf dieses Gutachten versah das
Strassenverkehrsamt den Führerausweis von X am 21. Juni 2011 mit den Auflagen,
dass er eine vollständige, kontrollierte Alkoholabstinenz (Haaranalyse alle sechs
Monate im IRM und Fachtherapie bei einer Suchtfachstelle) einzuhalten und
halbjährlich (Ende November und Ende Mai) Berichte der betreuenden Stellen
einzureichen habe. Es wurde festgehalten, dass die Auflagen auf unbestimmte Zeit
Gültigkeit haben, eine Lockerung der Auflagen frühestens in einem Jahr und die
Aufhebung der Auflagen frühestens in zwei Jahren geprüft werden könne. Für den Fall
der Missachtung der Auflagen wurde der Entzug des Führerausweises – allenfalls auf
unbestimmte Zeit – angedroht. Bereits am 16. Juni 2011 hatte sich der damals
anwaltlich vertretene X im Rahmen des rechtlichen Gehörs mit diesen Auflagen
einverstanden erklärt. Mit Verfügung vom 26. Juli 2011 entzog das
Strassenverkehrsamt X den Führerausweis wegen der Trunkenheitsfahrt vom
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15. November 2010 für die Dauer eines Monats (Vollzug vom 30. November bis
29. Dezember 2011).
B.- Am 24. November 2011 fand im IRM die erste Abstinenzkontrolle statt. Dabei
wurde in der Haarprobe von X kein Ethylglucuronid (EtG) nachgewiesen. Da er seinen
Aussagen zufolge aber ab und zu am Feierabend ein Bier getrunken habe und er somit
die ihm obliegende Totalabstinenzauflage nicht eingehalten hatte, erteilte ihm das
Strassenverkehrsamt am 17. Januar 2012 eine Verwarnung. Aufgrund des positiven
Verlaufsberichts der Beratungsstelle hob das Strassenverkehrsamt am 6. März 2012
die Auflage zum Besuch der Suchtfachstelle auf.
C.- Mit Verfügung vom 27. Juni 2012 entzog das Strassenverkehrsamt X den
Führerausweis wegen Nichteinhaltens des fälligen Kontrolltermins beim IRM
vorsorglich ab sofort. Auf Gesuch seines damaligen Rechtsvertreters hin widerrief das
Strassenverkehrsamt diese Verfügung am 4. Juli 2012. Am 17. Juli 2012 fand im IRM
die zweite Abstinenzkontrolle statt. Das Ergebnis der Haaranalyse stand auch diesmal
nicht im Widerspruch zu einer Alkoholabstinenz. X gestand indessen wiederum ein,
gelegentlich Alkohol konsumiert zu haben. Obschon er die Abstinenzauflage somit
weiterhin nicht eingehalten hatte, sah das Strassenverkehrsamt am 13. August 2012 im
Sinne einer letzten Chancengewährung von einer Administrativmassnahme ab.
D.- Nachdem X den Termin für die dritte Kontrolluntersuchung beim IRM zunächst
krankheitsbedingt verschoben und dann unentschuldigt verpasst hatte, entzog das
Strassenverkehrsamt ihm den Führerausweis mit Verfügung vom 25. März 2013
nochmals vorsorglich ab sofort. Am 10. April 2013 reichte der damalige Rechtsvertreter
von X beim Strassenverkehrsamt erneut ein Wiedererwägungsgesuch ein, welches mit
Verfügung vom 16. April 2013 gutgeheissen wurde. Bei der dritten Abstinenzkontrolle
im IRM vom 26. April 2013 wurde bei X EtG im Ausmass von 14 pg/mg nachgewiesen.
Im ergänzenden Bericht vom 16. September 2013 führte das IRM aus, die
homöopathischen Medikamente von X könnten diesen Wert nicht erklären. Da aber
nicht ausgeschlossen werden könne, dass die gemessene EtG-Konzentration durch
den Konsum von grösseren Mengen Frucht- und Gemüsesaft zustande gekommen sei,
verzichtete das Strassenverkehrsamt am 19. September 2013 auf weitere
Massnahmen.
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E.- In der Haarprobe vom 3. Februar 2014 stellte das IRM bei X EtG in einer
Konzentration von 33 pg/mg (0 bis 3 cm ab Haut) und 15 pg/mg (3 bis 5 cm ab Haut)
fest. Mit Verfügung vom 25. Februar 2014 verbot das Strassenverkehrsamt ihm
deshalb das Führen von Fahrzeugen vorsorglich ab sofort. Am 7. April 2014 entzog das
Strassenverkehrsamt den Führerausweis auf unbestimmte Zeit und ordnete aufgrund
eines von X am 26. Dezember 2013 verursachten Verkehrsunfalls mit Sachschaden
eine Sperrfrist von einem Monat an (25. Februar bis 24. März 2014). Als Bedingung für
die Aufhebung des Führerausweisentzuges wurden eine kontrollierte und fachlich
betreute Alkoholabstinenz (Haaranalyse und Beratungsstelle) von mindestens sechs
Monaten (gemäss Info-Blatt) sowie eine verkehrsmedizinische Kontrolluntersuchung
vorgeschrieben. Die Verfügung vom 7. April 2014 erwuchs unangefochten in
Rechtskraft.
F.- Trotz seines auf unbestimmte Zeit gültigen Führerausweisentzuges lenkte X am
13. März 2015 ein Fahrzeug. Wegen dieser Widerhandlung gegen das
Strassenverkehrsgesetz verfügte das Strassenverkehrsamt am 30. April 2015 eine
Sperrfrist von sechs Monaten (13. März 2015 bis 15. September 2015).
G.- Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 24. April 2015 ersuchte X das
Strassenverkehrsamt um Wiedererwägung und Aufhebung der Verfügung vom 7. April
2014 sowie um Aushändigung seines Führerausweises. Mit Verfügung vom 29. April
2015 trat das Strassenverkehrsamt auf das Wiedererwägungsgesuch nicht ein. Den
dagegen bei der Verwaltungsrekurskommission eingereichten Rekurs zog X am
12. Juni 2015 zurück, weshalb die Verwaltungsrekurskommission den Rekurs
gleichentags als erledigt abschrieb.
H.- Am 11. August 2015 stellte der Rechtsvertreter von X beim Strassenverkehrsamt
ein Gesuch um Wiedererteilung des Führerausweises. Am 11. September 2015 reichte
er eine ergänzende Begründung nach. Mit Verfügung vom 15. September 2015
(zugestellt am 18. September 2015) wies das Strassenverkehrsamt das Gesuch um
Wiedererteilung des Führerausweises ab.
I.- Gegen die Verfügung des Strassenverkehrsamtes vom 15. September 2015 erhob X
mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 2. Oktober 2015 Rekurs bei der
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Verwaltungsrekurskommission. Er beantragte, es sei die angefochtene Verfügung
aufzuheben und ihm der Führerausweis ab sofort wieder auszuhändigen. Für eine
Zusatzbegründung sei ihm eine Nachfrist von zwanzig Tagen zu gewähren und das
Rekursverfahren sei nach Eingang der Zusatzbegründung zu sistieren, bis ein
rechtskräftiger Entscheid des Strafgerichts vorliege; alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zu Lasten der Vorinstanz. Innert erstreckter Frist reichte der
Rechtsvertreter von X am 30. Oktober 2015 eine ergänzende Stellungnahme ein. Das
Strassenverkehrsamt verzichtete mit Schreiben vom 23. November 2015 auf eine
Vernehmlassung. Am 12. April 2016 zog der Rechtsvertreter von X den
Sistierungsantrag zurück.
Auf die Ausführungen des Rekurrenten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rechtsmittelerhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 2. Oktober 2015 ist rechtzeitig
eingereicht worden und erfüllt zusammen mit der Rekursergänzung vom 30. Oktober
2015 in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit.
g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1,
abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- a) Die Vorinstanz wies das Gesuch des Rekurrenten um Wiedererteilung des
Führerausweises im Wesentlichen mit der Begründung ab, dass die Verfügung vom
7. April 2014 unangefochten in Rechtskraft erwachsen sei. Ein Gesuch um
Wiedererteilung des Führerausweises werde daher erst Erfolg haben, wenn die darin
angeordneten Wiedererteilungsbedingungen erfüllt seien. Die Verfügung vom 7. April
2014 verstosse weder gegen den Grundsatz von Treu und Glauben noch erweise sich
deren Inhalt als rechtswidrig, weshalb sie auch nicht nichtig sei. Der Führerausweis
müsse bei Missachtung der Auflagen von Gesetzes wegen entzogen werden. Eine
bis
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erneute verkehrsmedizinische Abklärung hinsichtlich der Fahreignung sei in diesem Fall
nicht notwendig (act. 2).
b) Der Rekurrent macht geltend, die Verfügung des Strassenverkehrsamtes vom
7. April 2014 verletze in derart krasser Weise das Verhältnismässigkeitsprinzip, dass sie
nichtig sei. Es könne daher jederzeit ein Gesuch um Wiedererteilung des
Führerausweises eingereicht werden. Er sei einzig am 14. November 2005 mit einem
Alkoholgehalt von mehr als einer Gewichtspromille angehalten worden. Die weiteren
Verfehlungen vom 19. Dezember 2008 und 15. November 2010 bestünden aus einer
Alkoholfahrt mit "nur" 0,57 und 0,56 Gewichtspromille. Die Auflage einer vollständigen
Alkoholabstinenz sei daher nicht gerechtfertigt gewesen und die gemessenen EtG-
Werte vom 3. Februar 2014 seien auf die Einnahme homöopathischer und
alkoholhaltiger Medikamente sowie das Trinken von täglich rund zwei Litern Frucht-
und Gemüsesaft zurückzuführen. Die verfügten Auflagen würden insgesamt
rechtswidrig erscheinen (act. 1 und 7).
3.- a) Eine Grundvoraussetzung für die Erteilung des Führerausweises ist die
Fahreignung. Dieser Begriff umschreibt die körperlichen und geistigen
Voraussetzungen, um ein Fahrzeug im Strassenverkehr sicher lenken zu können. Die
Fahreignung muss grundsätzlich dauernd vorliegen (BGE 133 II 384 E. 3.1). Nach
Art. 14 Abs. 2 lit. c des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: SVG) verfügt
über die Fahreignung, wer frei von einer Sucht ist, die das sichere Führen von
Motorfahrzeugen beeinträchtigt. Wird nachträglich festgestellt, dass die gesetzlichen
Anforderungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen, ist der Führerausweis zu
entziehen (Art. 16 Abs. 1 SVG). Gemäss Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG wird der
Führerausweis einer Person auf unbestimmte Zeit entzogen, wenn sie an einer Sucht
leidet, welche die Fahreignung ausschliesst. Die Rechtsprechung bejaht eine
Trunksucht, wenn die betroffene Person regelmässig so viel Alkohol konsumiert, dass
ihre Fahrfähigkeit vermindert wird und sie diese Neigung zum übermässigen
Alkoholgenuss durch den eigenen Willen nicht zu überwinden oder zu kontrollieren
vermag. Auf eine fehlende Fahreignung darf geschlossen werden, wenn die Person
nicht mehr in der Lage ist, Alkoholkonsum und Strassenverkehr ausreichend zu
trennen, oder wenn die nahe liegende Gefahr besteht, dass sie im akuten
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Rauschzustand am motorisierten Strassenverkehr teilnimmt (BGE 127 II 122 E. 3c;
Philippe Weissenberger, Kommentar SVG und OBG, 2. Aufl. 2015, Art. 16d N 28).
Nach allgemeinen verwaltungsrechtlichen Grundsätzen ist es im Rahmen der
Verhältnismässigkeit zulässig, aus besonderen Gründen den Führerausweis mit
Auflagen zu versehen, wenn diese der Sicherstellung der Fahreignung und damit der
Verkehrssicherheit dienen sowie mit dem Wesen der Fahrerlaubnis im Einklang stehen
(vgl. Botschaft, in: BBl 1999, S. 4482). Die Anordnung von Auflagen kommt dann in
Frage, wenn der Lenker die gesetzlichen Anforderungen an die Fahreignung bei
Einhaltung bestimmter Massnahmen erfüllt; ein Entzugsgrund nach Art. 16 SVG muss
dabei nicht gegeben sein. Erforderlich ist zudem, dass sich die Fahreignung nur mit
dieser Massnahme aufrechterhalten lässt und die Auflagen erfüll- und kontrollierbar
sind (BGE 131 II 248 E. 6).
b) Missachtet die betroffene Person die Auflagen, so ist der Ausweis wieder zu
entziehen (Art. 17 Abs. 5 SVG). Während beim Sicherungsentzug nach Art. 16d Abs. 1
lit. b SVG sorgfältigen verkehrsmedizinischen Abklärungen grosse Bedeutung zukommt
(BGE 129 II 82 E. 6.2; Urteil des Bundesgerichts [BGer] 1C_150/2010 vom
25. November 2010 E. 5), rechtfertigt die Nichteinhaltung einer mit der Wiedererteilung
des Führerausweises verknüpften Bedingung den erneuten Entzug des Ausweises,
ohne dass zuvor noch einmal verkehrsmedizinische Abklärungen hinsichtlich der
Fahreignung notwendig sind (BGer 1C_26/2011 vom 25. Juli 2011 E. 4.1). Der auf
unbestimmte Zeit entzogene Führerausweis kann bedingt und unter Auflagen
wiedererteilt werden, wenn eine allfällige gesetzliche oder verfügte Sperrfrist
abgelaufen ist und die betroffene Person die Behebung des Mangels nachweist, der
die Fahreignung ausgeschlossen hat (Art. 17 Abs. 3 SVG).
c) Fehlerhafte Verwaltungsakte sind in aller Regel nicht nichtig, sondern bloss
anfechtbar, und sie erwachsen dementsprechend durch Nichtanfechtung in
Rechtskraft. Nichtigkeit, das heisst absolute Unwirksamkeit einer Verfügung, wird nur
angenommen, wenn der ihr anhaftende Fehler besonders schwer wiegt, wenn er
offensichtlich oder zumindest leicht erkennbar ist und wenn zudem die
Rechtssicherheit durch die Annahme der Nichtigkeit nicht ernsthaft gefährdet wird
(BGE 133 II 366 E. 3.2). Die Nichtigkeit eines Entscheids ist von sämtlichen
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rechtsanwendenden Behörden jederzeit von Amtes wegen zu beachten und kann von
jedermann jederzeit, das heisst auch noch im Vollstreckungsverfahren, geltend
gemacht werden (BGE 138 II 501 E. 3.1 mit Hinweisen; Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 555).
4.- a) Der Rekurrent wurde in der Zeit von November 2005 bis November 2010 dreimal
mit Alkohol am Steuer erwischt: Am 14. November 2005 mit mindestens 1,09
Gewichtspromille (act. 13/8), am 19. Dezember 2008 mit mindestens 0,57
Gewichtspromille (act. 13/12) und am 15. November 2010 mit mindestens 0,56
Gewichtspromille (act. 13/21). Am 18. März 2011 wurde er deshalb – mit seinem
Einverständnis (act. 12/23) – im IRM verkehrsmedizinisch und verkehrspsychologisch
untersucht. Im Gutachten vom 19. Mai 2011 gingen die Verkehrsmediziner von einer
verkehrsrelevanten Alkoholproblematik mit der Unfähigkeit, Trinken und Fahren trennen
zu können, aus und befürworteten die Fahreignung daher nur unter Auflagen
(act. 13/24 ff). Gestützt auf dieses Gutachten versah das Strassenverkehrsamt den
Führerausweis des Rekurrenten am 21. Juni 2011 mit der Auflage einer vollständig
kontrollierten Alkoholabstinenz mit Haaranalyse alle sechs Monate im IRM und einer
Fachtherapie bei einer Suchtfachstelle (act. 13/50 f.). Der anwaltlich vertretene
Rekurrent stimmte diesen Auflagen ausdrücklich zu (act. 12/23). Entsprechend
erwuchs die Verfügung vom 21. Juni 2011 unangefochten in Rechtskraft.
Wenn der Rekurrent nun vorbringt, die Abstinenzauflage sei "keinesfalls gerechtfertigt
gewesen", weil zwei der drei Trunkenheitsfahrten "nur" leichte Widerhandlungen gegen
die Strassenverkehrsvorschriften gewesen seien (act. 1, S. 4), verhält er sich
widersprüchlich. Zudem kann er daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten, da bei
sichernden Massnahmen nicht ausschlaggebend ist, ob eine Person eine Verkehrsregel
verletzt hat oder ein Verschulden vorliegt; es kommt einzig auf die fehlende
Fahreignung an (vgl. Philippe Weissenberger, a.a.O., Vorbemerkungen zu Art. 16 ff.
N 7). Das IRM stellte anlässlich der vom Rekurrenten akzeptierten Untersuchung vom
18. März 2011 eine verkehrsrelevante Alkoholproblematik fest (act. 13/24 ff.). Das
Ergebnis des Gutachtens ist unbestritten und erscheint nachvollziehbar,
widerspruchsfrei und schlüssig. Es erscheint deshalb sachgerecht und
verhältnismässig, wenn das Strassenverkehrsamt die Fahrerlaubnis des Rekurrenten
von der Einhaltung einer fachlich kontrollierten, vollständigen Alkoholabstinenz
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abhängig machte (vgl. BGE 131 II 248 E. 6.3). Der Rekurrent akzeptierte die
Abstinenzauflage und die Verfügung vom 21. Juni 2011 erwuchs unangefochten in
Rechtskraft. Den darin angeordneten Auflagen kam er nach. Er besuchte die
Suchtfachstelle und liess seine Haare im IRM untersuchen (vgl. E. 4 lit. b/aa). Die
Verfügung vom 21. Juni 2011 und die damit angeordnete Abstinenzauflage sind im
vorliegenden Verfahren daher nicht in Frage zu stellen.
b/aa) Bei der ersten Abstinenzkontrolle des Rekurrenten vom 24. November 2011
verlief die Haaranalyse auf EtG negativ. Weil er aber eingestand, ab und zu am
Feierabend ein Bier getrunken zu haben, und erklärte, darauf nicht verzichten zu
wollen, musste die Vorinstanz annehmen, dass der Rekurrent die Abstinenzauflage
nicht eingehalten hatte (act. 13/76 f.). Beim zweiten Untersuch vom 17. Juli 2012 wurde
ein EtG-Wert von unter 7 pg/mg gemessen. Obschon dieser Wert gemäss Angaben
des IRM nicht im Widerspruch zu einer Alkoholabstinenz stehen würde, musste
aufgrund der Aussagen des Rekurrenten wiederum angenommen werden, dass er die
Alkoholabstinenzauflage nicht erfüllt hatte (act. 13/105 f.). In der dritten Haarprobe vom
26. April 2013 wurde EtG im Umfang von 14 pg/mg nachgewiesen, was gemäss IRM
für einen moderaten Alkoholkonsum spreche und nicht mit einer Abstinenz zu
vereinbaren sei (act. 13/120 ff.). Weil laut Stellungnahme des IRM vom 16. September
2013 jedoch nicht ausgeschlossen werden konnte, dass dieser Wert durch den
Konsum grösserer Mengen Frucht- und Gemüsesaft zustande gekommen war – ein
Zusammenhang mit den alkoholhaltigen und homöopathischen Medikamenten des
Rekurrenten wurde vom IRM verneint – (act. 13/125 f.), sah das Strassenverkehrsamt
von weiteren Massnahmen ab. Dabei riet es dem Rekurrenten jedoch, auf jeglichen
Alkoholkonsum und auf die Einnahme von alkoholhaltigen Getränken und
Medikamenten unverzüglich zu verzichten, damit die nächste Haaranalyse günstig für
ihn ausfalle und die Auflagen korrekt eingehalten werden könnten. Für den Fall einer
erneuten positiven Haaranalyse stellte es eine Administrativmassnahme in Aussicht
(act. 13/123). In der (soweit ersichtlich letzten) Haarprobe des Rekurrenten vom
3. Februar 2014 stellte das IRM eine EtG-Konzentration von 33 pg/mg (0 bis 3 cm ab
Haut) und 15 pg/mg (3 bis 5 cm ab Haut) fest (act. 13/155 f.). Das Strassenverkehrsamt
entzog ihm deshalb den Führerausweis wegen Missachtung der Auflagen auf
unbestimmte Zeit und machte die Wiedererteilung des Führerausweises von einer
kontrollierten und fachlich betreuten Alkoholabstinenz (Beratungsstelle und
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Haaranalyse) von mindestens sechs Monaten sowie einer verkehrsmedizinischen
Kontrolluntersuchung abhängig (act. 13/169 f.). Diese Verfügung vom 7. April 2014
erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
bb) Das Bundesgericht anerkennt die Haaranalyse als geeignetes Mittel sowohl zum
Nachweis eines übermässigen Alkoholkonsums als auch der Einhaltung einer
Abstinenzverpflichtung (BGer 1C_809/2013 vom 13. Juni 2014 E. 3). Die
Untersuchungsberichte des IRM belegen damit, dass der Rekurrent nicht fähig oder
willens war, die von ihm akzeptierte und rechtskräftig verfügte Alkoholabstinenz
einzuhalten. Dabei weist die in der letzten Haarprobe des Rekurrenten festgestellte
EtG-Konzentration von 33 pg/mg gar auf einen risikoreichen und übermässigen
Alkoholkonsum von täglich rund 60 Gramm Ethanol in den drei der Haarentnahme im
Februar 2014 vorausgehenden Monaten hin (vgl. BGE 140 II 334 E. 7; Consensus of the
society of hair Testin on hair testing for chronic excessive alkohol consumption 2009,
in: Toxichem Krimtech 76/2009 S.252, www.gtfch.org). Es bestehen keine
Anhaltspunkte dafür, an den Berichten des IRM und insbesondere am Resultat der
Abstinenzkontrolle vom Februar 2014 zu zweifeln. Solche werden vom Rekurrenten
auch nicht vorgebracht. Er macht indessen geltend, der hohe EtG-Wert vom Februar
2014 sei aufgrund seines täglichen Konsums von bis zu zwei Litern Frucht- und
Gemüsesaft sowie der Einnahme von alkoholhaltigen Medikamenten entstanden (act. 1
S. 4 f.). Ob die gemessene EtG-Konzentration von 33 pg/mg allein oder im
Wesentlichen auf den Konsum von Frucht- und Gemüsesäften sowie alkoholhaltigen
Medikamenten zurückgeführt werden kann, vermag an der Feststellung eines
übermässigen Alkoholkonsums und damit an der Verletzung der Abstinenzauflage
durch den Rekurrenten jedoch nichts zu ändern. Denn für die Feststellung der Tatsache
eines risikoreichen, zumindest starken Alkoholkonsums ist nicht von Bedeutung, in
welcher Form er Alkohol konsumierte (Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons
St. Gallen B 2014/237 vom 28. Mai 2015 E. 2, abrufbar unter: www.gerichte.sg.ch).
Abgesehen davon erscheint ausgeschlossen, dass ein EtG-Wert von 33 pg/mg mit
einem täglichen Konsum von rund zwei Litern Frucht- und Gemüsesaft (welche einen
Ethylalkoholgehalt von höchstens 0,5 Volumenprozent aufweisen dürfen, vgl. Art. 2 der
Verordnung des EDI über alkoholfreie Getränke, SR 817.022.111) und alkoholhaltigen
Medikamenten erklärt werden kann. Zudem wusste der Rekurrent, dass er die
Verantwortung für die Einhaltung der Abstinenzauflage trägt. Er macht indessen nicht
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geltend, dass er sein Konsumverhalten geändert oder dies zumindest versucht habe.
Es ist somit gerechtfertigt, dass die Vorinstanz ihm mit Verfügung vom 7. April 2014
den Führerausweis auf unbestimmte Zeit entzog (Art. 16 Abs. 1 Satz 2 und Art. 17 Abs.
5 SVG), und zwar ohne vorgängige erneute verkehrsmedizinische Abklärung der
Fahreignung (BGer 1C_523/2011 vom 5. März 2012 E. 2.5). Offensichtliche und
besonders schwerwiegende Mängel, welche den Führerausweisentzug als nichtig
erscheinen lassen würden, sind in keiner Weise ersichtlich. Dass die Vorinstanz die
Wiedererteilung des Führerausweises von einer kontrollierten und fachlich betreuten
Alkoholabstinenz (Haaranalyse und Suchtfachstelle) von mindestens sechs Monaten
sowie einer verkehrsmedizinischen Kontrolluntersuchung abhängig machte, ist
ebenfalls nicht zu beanstanden. Mit Blick auf die Vorgeschichte stellt dies vielmehr ein
geeignetes, notwendiges und verhältnismässiges Mittel zur Gewährleistung der
Verkehrssicherheit dar. Der Rekurrent hat den ihm obliegenden Nachweis für die
Überwindung der verkehrsrelevanten Alkoholproblematik nicht erbracht. Im Gegenteil
hat er die Alkoholabstinenzauflage mehrfach missachtet und weisen die im IRM
gemessenen EtG-Werte auf eine Steigerung seines Alkoholkonsums hin (vgl. E. 4 lit. b/
aa). Es ist daher anzunehmen, dass er die verkehrsrelevante Alkoholproblematik noch
nicht erfolgreich überwunden hat (vgl. BGE 140 II 334 E. 2; BGer 1C_26/2011 vom 25.
Juli 2011 E. 4.1). Insofern vermag die Tatsache, dass der Rekurrent "einzig vor rund
zehn Jahren mit einem Alkoholgehalt von mehr als einer Gewichtspromille aufgehalten
wurde" (act. 7 S. 2), auch keine Unverhältnismässigkeit zu begründen. Die
Verkehrssicherheit geht den persönlichen Interessen des Rekurrenten vor. Von
rechtswidrigen oder unverhältnismässigen Auflagen kann keine Rede sein. Die mit
Verfügung vom 7. April 2014 angeordneten Auflagen sind somit trotz des damit
verbundenen Eingriffs in die persönliche Freiheit des Rekurrenten gerechtfertigt und
verbindlich (BGer 1C_523/2011 vom 5. März 2012 E. 2.5 und 1C_116/2015 vom
16. Juli 2015 E. 2).
c) Zusammenfassend liegen keine Gründe vor, wonach die in Rechtskraft erwachsene
Verfügung vom 7. April 2014 als nichtig anzusehen wäre. Vielmehr sind der damit
verfügte Führerausweisentzug auf unbestimmte Zeit gerechtfertigt und die darin
angeordneten Auflagen zur Wiedererteilung des Führerausweises sachgerecht und
verhältnismässig. Der Rekurrent hat die mit Verfügung vom 7. April 2014 angeordneten
Auflagen noch nicht erfüllt und damit den ihm obliegenden Nachweis für die
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Überwindung der verkehrsrelevanten Alkoholproblematik nicht erbracht. Die Vorinstanz
verweigerte dem Rekurrenten die Wiedererteilung des Führerausweises deshalb zu
Recht. Solange der Rekurrent die Wiedererteilungsbedingungen gemäss Verfügung
vom 7. April 2014 nicht erfüllt, kann ihm der Führerausweis – gegebenenfalls unter
Auflagen – nicht wiedererteilt werden. Der Rekurs ist abzuweisen.
5.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.– erscheint
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist zu verrechnen.
Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf Entschädigung der
ausseramtlichen Kosten (Art. 98 VRP).