Decision ID: d4e7656c-b01e-4ee0-8758-50560bb9472a
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
E._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch seinen Vater,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Hilflosenentschädigung
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
E._ (Jg. 93) wurde am 16. Januar 1997 zum Bezug von IV-Leistungen für
Minderjährige angemeldet. Es wurden u.a. Pflegebeiträge bei einer mittelgradigen
Hilflosigkeit zugesprochen, da der Versicherte beim An- und Auskleiden, bei der
Körperpflege, beim Verrichten der Notdurft und bei der Fortbewegung im Haus und im
Freien hilflos war. In der Folge ergaben revisionsweise Überprüfungen, dass sich nichts
geändert hatte. Am 10. April 2002 erfolgte eine Abklärung an Ort und Stelle. Dabei
wurde festgestellt, dass sich der Versicherte nun selbständig an- und ausziehen
konnte. Er musste zum Tragen der Brille und der Hörgeräte angehalten werden. Auch
musste er dazu gebracht werden, sich zu waschen und die Zähne zu putzen. Beim
Verrichten der Notdurft war er weiterhin auf Hilfe angewiesen. Im Freien benötigte er
einen gesicherten Spielplatz. In der Wohnung musste er dauernd beaufsichtigt werden,
da er sonst gegenüber seinen Geschwistern recht aggressiv sein konnte. Die
Abklärungsperson ging von einer Hilflosigkeit in den alltäglichen Lebensverrichtungen
Körperpflege, Notdurftverrichtung und Fortbewegung aus. Ausserdem betrachtete sie
eine dauernde intensive Überwachung als notwendig. Es blieb bei der Ausrichtung von
Pflegebeiträgen bei einer mittelgradigen Hilflosigkeit. Die 4. IV-Revision veranlasste die
IV-Stelle, erneut ein Revisionsverfahren durchzuführen. Am 23. September 2004
erfolgte eine Abklärung an Ort und Stelle. Dabei wurde festgestellt, dass der
Versicherte nach wie dazu gebracht werden musste, sich zu waschen, da er dies
täglich verweigerte. Er nässte weiterhin häufig ein. Zwar konnte er sich nun selbständig
im Freien bewegen, aber zur Pflege gesellschaftlicher Kontakte benötigte er weiterhin
Hilfe. Es war keine dauernde persönliche Überwachung mehr notwendig. Damit
bestand nur noch in drei alltäglichen Lebensverrichtungen eine Hilflosigkeit. Mit
Wirkung ab 1. Januar 2005 sprach die IV-Stelle dem Versicherten neu eine
Entschädigung für eine Hilflosigkeit leichten Grades zu.
B.
Der Vater des Versicherten füllte am 14. Juli 2007 im Rahmen eines erneuten
Revisionsverfahrens einen Fragebogen für die Hilflosenentschädigung aus. Er gab an,
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der Versicherte müsse erinnert und gedrängt werden, sich zu duschen. Zur Pflege
gesellschaftlicher Kontakte hielt der Vater fest, man müsse auf den Versicherten
eingehen und ihm vieles erklären, weil er einen Grossteil der Wörter nicht verstehe. Dr.
med. A._ berichtete am 1. Februar 2008, der Versicherte leide an einem allgemeinen
kognitiven Entwicklungsrückstand, an einer Spracherwerbstörung bei Schwerhörigkeit
beidseits mit Cochleaimplantat und an grob- und feinmotorischen Auffälligkeiten. Die
Angaben des Vaters stimmten mit den ärztlichen Feststellungen überein. Der Zustand
sei besserungsfähig. Die IV-Stelle nahm am 30. April 2008 eine Abklärung an Ort und
Stelle vor. Im entsprechenden Bericht wurde festgehalten, der Versicherte besuche seit
ca. zwei Jahren eine Sonderschule für Schwerhörige in B._. An den Wochenenden
komme er allein mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause. Er müsse nach wie vor
aufgefordert werden, sich die Hände und das Gesicht zu waschen und sich zu
duschen. Er sträube sich gegen eine Nachkontrolle nach dem Zähneputzen. Beim
Verrichten der Notdurft sei der Versicherte nun völlig selbständig. In der Wohnung und
im Freien könne er sich selbständig bewegen. Er kenne die Gefahren des
Strassenverkehrs und er könne allein mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Schule
fahren. Auch einkaufen könne er allein. Er könne sich nur in einfachen Sätzen äussern,
wobei aussenstehende Personen allerdings Mühe hätten, ihn zu verstehen. Zwar werde
er zuhause immer nur für kurze Zeit allein gelassen, aber er wisse, was er tun dürfe und
was nicht. Es bestehe weder eine Fremd- noch eine Eigengefährdung. Die
Abklärungsperson der IV-Stelle erkundigte sich telephonisch bei der Sonderschule.
Dort wurde bestätigt, dass der Versicherte keine regelmässige Hilfe bei den alltäglichen
Lebensverrichtungen mehr benötige. Abschliessend hielt die Abklärungsperson fest,
dass kleinere Aufforderungen nicht erheblich seien. Mit einem Vorbescheid vom 6. Juni
2008 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie die laufende
Hilflosenentschädigung einzustellen gedenke, weil keine regelmässige und erhebliche
Hilfe bei den alltäglichen Lebensverrichtungen mehr notwendig seien.
C.
Der Vater wandte am 7. Juni 2008 ein, der Versicherte könne nur durch erhebliche
regelmässige Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen. Er müsse
begleitet werden, damit man ihm bei der Kontaktaufnahme und bei der Verständigung
helfen könne. Er legte einen Bericht des Kinderspitals Zürich vom 14. August 2007 bei.
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Darin war u.a. festgestellt worden, dass der Versicherte sehr einfache, kurze Sätze
spreche und häufig sogar nur einzelne Wörter benutze, wobei er zudem nur schwer
verständlich sei. Er habe zudem deutliche Schwierigkeiten im Sprachverständnis.
Anlässlich einer telephonischen Abklärung gab der Vater am 22. September 2008 an,
der Versicherte reise selbständig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von und zur
Schule. Da er ein Generalabonnement habe, erübrige sich das Lösen eines Billets. In
aussergewöhnlichen Situationen setze sich der Versicherte mit seinem Handy mit den
Eltern in Verbindung. Der Versicherte pflege weder zuhause noch im Internat
regelmässigen Kontakt mit anderen Kindern. Er sei eher ein Einzelgänger. Er sei fähig,
einzelne Wörter zu verstehen. Die Eltern wendeten an den Wochenenden und in den
Ferien regelmässig erhebliche Zeit auf, um den Versicherten in der Kommunikations-
und Gesellschaftsfähigkeit zu fördern, Fragen zu beantworten, ihn zum Karatetraining
zu begleiten und ihn zum Bogenschiessen mitzunehmen. Die IV-Stelle richtete am 6.
November 2008 folgende vier Fragen an die Sonderschule in B._: Allgemein: Wie
erfolgt die Kommunikation? Hat E._ unterdessen gelernt, mit dem CI sich mitzuteilen
und einem Gespräch folgen zu können? Wie kommuniziert er mit seinen "Gspänli"
innerhalb der Schule, gegenüber Fremden und Familie (Gebärden/Lippenlesen)? Sind
zur Zeit spezielle Fördermassnahmen zu Hause zur Unterstützung der Kommunikation
notwendig (Erlernen Gebärdensprache, Lernen von den Lippen abzulesen), wenn ja mit
welchem zeitlichen Aufwand muss gerechnet werden? Die Klassenlehrerin des
Versicherten erstellte am 24. November 2008 einen "Schulbericht". Darin gab sie u.a.
an, der Versicherte setze die beiden Cochlea-Implantate selbständig und zuverlässig
ein. Damit sei er momentan optimal versorgt. Die auditive Aufnahme und eine gute
Verständigung im (schwerhörigengerechten) Schulunterricht und in seinem Umfeld
seien damit gewährleistet. Die Kommunikation sei allerdings z.T. erschwert durch eine
zentrale Verarbeitungs- und Wahrnehmungsproblematik. Der Versicherte benötige
weder die Gebärdensprache noch spezielle Förderungsmassnahmen zuhause. Mit
einer Verfügung vom 13. Januar 2009 stellte die IV-Stelle die Ausrichtung der laufenden
Entschädigung für eine leichtgradige Hilflosigkeit per 28. Februar 2009 ein. Sie
begründete dies damit, dass keine erhebliche und dauernde Hilfe bei den alltäglichen
Lebensverrichtungen mehr nötig sei. Ausserdem sei es dem Versicherten grundsätzlich
möglich, ohne Hilfe gesellschaftliche Kontakte zu pflegen. Dabei benötige er nur noch
vereinzelt Hilfe.
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D.
Der Vater des Versicherten erhob am 2. Februar 2009 Beschwerde gegen diese
Verfügung. Er beantragte die Weiterausrichtung der Hilflosenentschädigung. Zur
Begründung machte er geltend, der Versicherte benötige zuhause wegen Eigen- und
Fremdgefährdung eine dauernde persönliche Überwachung. Im Internat habe er die
Hand gebrochen. Zuhause müsse darauf geachtet werden, dass er die jüngeren
Geschwister nicht verletze, da er die möglichen Gefahren für sich und für die anderen
nicht richtig einschätzen könne. Man dürfe ihn deshalb nicht mit seinen Geschwistern
allein lassen. Ausserdem benötige er wegen seines verminderten Wortschatzes und
wegen seiner undeutlichen Aussprache Hilfe bei der Pflege sozialer Kontakte. Am 5.
Februar 2009 reichte der Vater des Versicherten ein E-Mail der Lehrerin vom 12.
November 2008 ein, laut dem ein Berufsweltpraktikum hatte abgebrochen werden
müssen. Der Versicherte hätte eine Einzelbetreuung benötigt, denn er konnte sich nicht
in das Team einfügen. Sein teilweise irrationales Verhalten hatte zu mehreren
gefährlichen Situationen geführt. Die Vorarbeiter hatten ihn nach zwei Tagen nicht mehr
mitnehmen wollen.
E.
Die IV-Stelle beantragte am 20. März 2009 die Abweisung der Beschwerde. Sie machte
geltend, die Angaben des Vaters des Versicherten in der Beschwerde wichen von
dessen ursprünglichen Angaben ab. Im Mai 2008 habe der Vater noch angegeben, der
Versicherte wisse genau, was er tun dürfe und was nicht; es bestehe keine Fremd- und
keine Eigengefährdung. Weiter führte die IV-Stelle aus, die Tatsache, dass der
Versicherte den Weg von C._ nach B._ mit den öffentlichen Verkehrsmitteln allein
bewältigen könne und dass er bei Problemen mit seinem Handy den Rat der Eltern
einholen könne, zeige, dass keine Hilflosigkeit vorliege. Der Fahrt dauere nämlich
mindestens zwei Stunden und der Versicherte müsse zwei- oder dreimal umsteigen.
F.
Der Vater des Versicherten wandte am 14. April 2009 ein, der Versicherte sei grösser
und stärker geworden. Er sei zeitweise recht brutal zu seinen Geschwistern und dürfe
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nicht mit ihnen allein gelassen werden. Der Vater gab weiter an, er sei den Schulweg
mehrmals mit dem Versicherten angefahren, damit dieser wisse, wie er zu fahren habe.
Ausserdem habe der Versicherte ein Generalabonnement der ersten Klasse, damit er
möglichst allein sitzen könne und es nicht zu Konflikten komme. Zu Hause sei eine
dauernde Überwachung notwendig. Der Versicherte brauche Hilfe bei der Pflege
gesellschaftlicher Kontakte.
G.
Die IV-Stelle verzichtete am 22. April 2009 auf eine weitere Stellungnahme.

Erwägungen:
1.
Als hilflos gilt, wer wegen der Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche
Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung
bedarf (Art. 9 ATSG). Hilflose Personen haben einen Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung. Es ist zu unterscheiden zwischen schwerer, mittelschwerer
und leichter Hilflosigkeit (Art. 42 Abs. 1 und 2 IVG). Grundsätzlich besteht bei einem
Aufenthalt in einer Institution zur Durchführung von beruflichen
Eingliederungsmassnahmen kein Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung, es sei
denn, die versicherte Person könne wegen einer schweren Sinnesschädigung nur dank
regelmässigen und erheblichen Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte
pflegen (Art. 42 Abs. 5 IVG). Minderjährige hilflose Personen haben nur an den Tagen
einen Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung, an denen sie sich nicht in einer
Institution zur Durchführung von Eingliederungsmassnahmen aufhalten (Art. 42 Abs.
4 IVG). Diese Beschränkung gilt nicht für minderjährige Versicherte, die wegen einer
schweren Sinnesschädigung nur dank regelmässigen und erheblichen Dienstleistungen
Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen können (Art. 35 Abs. 4 IVV). Hält sich die
hilflose Person in einem Heim auf, beträgt die Hilflosenentschädigung die Hälfte des in
Art. 42bis Abs. 4 IVG vorgesehenen Ansatzes (Art. 42 Abs. 2 IVG). Eine leichte
Hilflosigkeit liegt insbesondere vor, wenn eine versicherte Person einer dauernden
persönlichen Überwachung bedarf (Art. 37 Abs. 3 lit. b IVV) oder wenn eine versicherte
bis
bis
ter
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Person nur dank regelmässigen und erheblichen Dienstleistungen Dritter
gesellschaftliche Kontakte pflegen kann (Art. 37 Abs. 3 lit. d IVV).
2.
Eine dauernde persönliche Überwachungsbedürftigkeit besteht, wenn eine Drittperson
mit kleinen Unterbrüchen bei der versicherten Person anwesend sein muss, da letztere
nicht allein gelassen werden kann (vgl. Rz 8035 KSHI). Es mag sein, dass der
Beschwerdeführer immer dann überwacht werden muss, wenn er mit seinen jüngeren
Geschwistern zusammen ist. Dabei handelt es sich aber nicht um eine dauernde
Überwachung, denn der Beschwerdeführer ist ja nicht immer im gleichen Zimmer wie
seine jüngeren Geschwister. Sitzt er z.B. vor dem Computer, muss er nicht überwacht
werden. Es besteht also keine unentwegt anhaltende Fremdgefährdung. Dass in der
elterlichen Wohnung oder im Internat eine anhaltende Eigengefährdung bestehen
würde, die eine dauernde Überwachung erforderlich machen würde, ist nicht
nachgewiesen. Bestünde eine derartige Eigengefährdung, wäre es ausgeschlossen,
den Beschwerdeführer den Schulweg mit den öffentlichen Verkehrsmitteln allein
zurücklegen zu lassen. Dies spricht auch gegen eine Fremdgefährdung, die mehr als
ein allzu brachialer Umgang mit den jüngeren Geschwistern wäre. Damit steht fest,
dass der Beschwerdeführer nicht im Sinne von Art. 37 Abs. 3 lit. b IVV hilflos ist.
3.
3.1 Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer wegen seiner beidseitigen
Schwerhörigkeit nur dank erheblicher und regelmässiger Dienstleistungen
gesellschaftliche Kontakte pflegen kann. Entgegen der Auffassung der
Beschwerdegegnerin ist es irrelevant, ob der Beschwerdeführer den Schulweg, der ein
mehrmaliges Umsteigen erfordert, allein bewältigen kann, denn dazu braucht es keine
sprachliche Kommunikation. Der Beschwerdeführer muss kein Billet lösen und er ist
beim Umsteigen nicht auf die Lautsprecheransagen angewiesen, weil er sich auskennt.
Während des Aufenthalts im Internat die Woche über benötigt der Beschwerdeführer
wohl schon deshalb keine Dienstleistungen Dritter, weil die Institution, die das Internat
und die Schule führt, auf Hörbehinderte ausgerichtet ist und deshalb die
Kommunikation mit und unter Schülern so organisiert hat, dass den
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Verständigungsproblemen bestmöglich Rechnung getragen ist. Auch innerhalb der
Familie dürften die Verständigungsprobleme gering sein. Im Übrigen handelt es sich bei
den direkten Familienangehörigen des Beschwerdeführers um dessen direkte
Kommunikationspartner und nicht um helfende Drittpersonen. Es ist nicht bekannt,
inwieweit der Beschwerdeführer in der Lage ist, sich gegenüber aussenstehenden
Personen, die ihn nicht kennen oder die zumindest im Umgang mit seinen
Kommunikationsproblemen nicht geübt sind, sprachlich so zu äussern, dass er rein
akustisch verstanden wird und dass der Angesprochene auch den Sinn der Äusserung
des Beschwerdeführers versteht. Die Schwierigkeiten des Beschwerdeführers beim
Sprechen bestehen ja bekanntlich nicht nur in seiner undeutlichen Aussprache,
sondern auch in seiner Unfähigkeit, Sätze zu bilden. Der Beschwerdeführer ist zudem
nicht nur beim Sprechen behindert, sondern auch, was schwerer wiegen dürfte, beim
Verstehen des von anderen Personen Gesprochenen. Auch hier besteht eine doppelte
Beeinträchtigung, einerseits durch die starke beidseitige Schwerhörigkeit und
andererseits durch die Unfähigkeit des Beschwerdeführers, den Inhalt komplexerer
Aussagen zu erfassen. Es liegt demnach nicht nur ein akustisches, sondern auch ein
intellektuelles Problem vor. Die an den Beschwerdeführer gerichtete Mitteilung muss
demnach nicht nur ausreichend laut und deutlich, sondern auch einfach und klar sein.
3.2 Wie weit der Beschwerdeführer bis zum massgebenden Zeitpunkt des Erlasses der
angefochtenen Verfügung beim Sprechen und beim Verstehen Fortschritte gemacht
hat und welches Niveau er erreicht hat, hätte nach dem Plan der Beschwerdegegnerin
durch die Antworten der Schule in B._ auf die am 6. November 2008 gestellten vier
Fragen geklärt werden sollen. Der Schulbericht vom 8. Dezember 2008 hat diese
Fragen aber nicht beantwortet, insbesondere weil er sich ausschliesslich auf die
Situation im schulischen Umfeld, also auf jene Personen beschränkt hat, die darin
geübt sind, mit schwerhörigen, in der Sprachkompetenz eingeschränkten Kindern und
Jugendlichen umzugehen. Zu ermitteln sind gerade nicht die Fähigkeiten der verbalen
Kommunikation des Beschwerdeführers in einem "geschützten" Umfeld, sondern
diejenigen im Umgang mit Aussenstehenden bzw. Fremden. Es ist unverständlich, dass
die Beschwerdegegnerin die Abklärung des massgebenden Sachverhalts nach dem –
gescheiterten – Versuch, von der Schule in B._ aussagekräftige Antworten zu
erhalten, einfach abgebrochen hat. Die angefochtene Aufhebungsverfügung stützt sich
somit auf eine in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes nicht mit dem Beweisgrad
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der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erhobenen Sachverhalt. Die angefochtene
Verfügung ist deshalb als rechtswidrig aufzuheben und die Sache ist zur weiteren
Sachverhaltsabklärung und zur anschliessenden neuen Verfügung zum Abschluss des
Revisionsverfahrens an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die
Beschwerdegegnerin wird dabei mit Vorteil nicht (nur) auf Auskünfte von Personen aus
dem schulischen oder familiären Umfeld des Beschwerdeführers abstellen, sondern die
aktive und passive Kommunikationsfähigkeit des Beschwerdeführers durch eine
sachverständige Person im direkten Gespräch (und gegebenenfalls in anderen
typischen Situationen) austesten lassen.
4.
Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen.
Praxisgemäss ist dieser Verfahrensausgang in bezug auf die Gerichtskosten als
vollumfängliches Unterliegen der Beschwerdegegnerin zu qualifizieren. Die
Beschwerdegegnerin trägt deshalb die gesamten Gerichtskosten. Diese belaufen sich
entsprechend dem unterdurchschnittlichen Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1 IVG)
auf Fr. 400.-. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- ist dem Vater des
Beschwerdeführers vollumfänglich zurückzuerstatten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG