Decision ID: cf2c2aa3-4c44-4fbf-9099-378fbfe5a885
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 5. September 2013 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-
act. 2). Der behandelnde Dr. med. B._, Facharzt für Innere Medizin, gab im Bericht
vom 2. Oktober 2013 an, der Versicherte leide an einem Status nach Polytrauma am
17. Mai 2013 mit komplexer Unterschenkelfraktur rechts sowie einem Verdacht auf
Rotatorenmanschettenmassenruptur an der Schulter rechts und einem obstruktiven
Schlafapnoesyndrom bei Adipositas (BMI 40kg/m2). Er bescheinigte ihm eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 8). Die IV-Stelle nahm in der Folge berufliche Abklärungen
und weitere medizinische Abklärungen vor.
A.b Am 26. Mai 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, sie übernehme die
Kosten für eine polydisziplinäre medizinische Untersuchung. In der Beilage orientierte
sie ihn über die von ihr vorgesehenen Fragen an die Gutachterstelle (IV-act. 159; zum
Fragekatalog siehe IV-act. 158).
A.c In der Stellungnahme vom 27. Mai 2016 zeigte sich der Versicherte mit der
Verwendung des vom Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) entwickelten
Fragenkatalogs nicht einverstanden. Dieser enthalte unnötig komplexe und in Bezug
auf den konkreten Fall diverse überflüssige Fragen (z.B. bezüglich Suchtleiden). Der
vom BSV entworfene Fragekatalog werde auch fachärztlich kritisiert (IV-act. 160).
A.d Die IV-Stelle bestätigte in der Zwischenverfügung vom 7. Juni 2016 die
Durchführung der Begutachtung mit dem vorgesehenen Fragekatalog. Dieser sei vom
BSV mit dem IV-Rundschreiben für verbindlich erklärt worden (IV-act. 163).
B.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
B.a Gegen die Zwischenverfügung vom 7. Juni 2016 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 8. Juni 2016. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten-
und Entschädigungsfolge deren Aufhebung. Die Beschwerdegegnerin sei im Hinblick
auf die geplante polydisziplinäre Begutachtung zu verpflichten, auf die Anwendung des
Fragekatalogs gemäss IV-Rundschreiben Nr. 339 vom 9. September 2015 zu
verzichten. Sie sei sodann zu verpflichten, einen einfacheren, alternativen Fragekatalog
anzuwenden. Im Wesentlichen bringt er zur Begründung vor, der vom BSV erstellte
Fragekatalog richte sich nach dem Indikatorenkatalog gemäss der neuen
Rechtsprechung (BGE 141 V 281) zu somatoformen Schmerzstörungen. Diese
Rechtsprechung betreffe ausschliesslich psychosomatische Leiden. Sofern keine
derartige Diagnose gestellt werde, sei der Fragekatalog des BSV nicht anzuwenden.
Vorliegend stünden orthopädische Einschränkungen im Vordergrund. Sodann sei der
Fragebogen unnötig lang und äusserst komplex (act. G 1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 11. Juli 2016 beantragt die Beschwerdegegnerin,
auf die Beschwerde sei nicht einzutreten. Eventualiter sei sie abzuweisen. Sie macht
geltend, mit dem vorgesehenen Fragekatalog entstehe dem Beschwerdeführer kein
nicht wieder gutzumachender Nachteil. Sollte das Gericht wider Erwarten dennoch auf
die Beschwerde eintreten, wäre in materieller Hinsicht dem Umstand Rechnung zu
tragen, dass es im Ermessen des Versicherungsträgers liege, darüber zu befinden, mit
welchen Mitteln die Sachverhaltsabklärung zu erfolgen habe. Vorliegend sei nicht
ersichtlich, inwiefern die Verwendung des Fragekatalogs des BSV eine
rechtsfehlerhafte Ermessensbetätigung darstellen könnte (act. G 3).
B.c Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat am 21. Juli 2016 mitgeteilt, auf
eine Akteneinsicht werde verzichtet, und eine Honorarnote eingereicht (act. G 5.1).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten ist die Rechtmässigkeit der Fragestellungen gemäss
dem Fragekatalog "Auftrag für ein medizinisches Gutachten" (IV-act. 158).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
1.1 Bei der Anordnung eines Gutachtens handelt es sich um eine Zwischenverfügung
(Art. 55 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG] in Verbindung mit Art. 5 Abs. 2 und Art. 46 des
Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 172.021]). Eine solche
kann unter anderem dann angefochten werden, wenn ein nicht wieder gutzumachender
Nachteil droht (Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. April
2010, B 2009/197, E. 2.5; vgl. auch BGE 138 V 275 E. 1.2.1). Für die Beurteilung des
nicht wieder gutzumachenden Nachteils im Kontext des sozialversicherungsrechtlichen
Abklärungsverfahrens mit seinen spezifischen Gegebenheiten ist zu beachten, dass
das medizinische Administrativgutachten in der Regel die wichtigste medizinische
Entscheidgrundlage im Beschwerdeverfahren bildet. Die Mitwirkungsrechte der
versicherten Personen müssen daher bereits vor der Begutachtung durchgesetzt
werden können, bevor präjudizierende Effekte eintreten. Mit Blick auf das begrenzte
Überprüfungsvermögen der rechtsanwendenden Behörden genügt es daher nicht, die
Mitwirkungsrechte erst nachträglich, bei der Beweiswürdigung im Verwaltungs- und
Beschwerdeverfahren, einzuräumen (vgl. BGE 138 V 276 E. 1.2.2).
1.2 Betreffend die von der Verwaltung vorgesehenen Gutachterfragen gilt es zu
beachten, dass die versicherte Person gemäss BGE 137 V 258 E. 3.4.2.9 und 141 V
336 E. 4.1 einen Anspruch auf eine vorgängige Unterbreitung und eine Stellungnahme
hat. Die an den medizinischen Experten gerichteten Fragen beziehen sich regelmässig
auf die klinischen Grundlagen, deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit in der
bisherigen oder in einer angepassten Tätigkeit und auf die Eingliederungsfähigkeit.
Dazu kommen allenfalls Spezialfragen, die einen Bezug zur konkreten Situation der zu
begutachtenden Person aufweisen, also auf den Einzelfall zugeschnitten sind (BGE 141
V 336 E. 4.1). Durch die Fragen wird das Beweisthema festgelegt (BGE 141 V 336 E.
4.2). Daraus kann indessen für sich allein nicht der Schluss gezogen werden, ein
drohender nicht wieder gutzumachender Nachteil sei grundsätzlich bei jeder
Fragestellung unabhängig des konkreten Inhalts zu bejahen. Eine Zurückhaltung bei
der Annahme eines nicht wieder gutzumachenden Nachteils aufgrund der
Fragestellung allein rechtfertigt sich, weil der versicherten Person mit Blick auf eine
fachgerechte Begutachtung die Beschwerdemöglichkeit gegen die Anordnung des
Gutachtens an sich (bzw. der Disziplinen) und gegen die Person der Experten offen
steht (vgl. BGE 141 V 341 E. 7.2.1). Ein nicht wieder gutzumachender Nachteil ist aber
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
dann zu bejahen, wenn sich Anhaltspunkte ergeben, wonach die Fragestellung von
vornherein untauglich angelegt ist oder sich der Versicherungsträger von sachfremden
Motiven leiten liess (vgl. Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung
Sozialversicherungsrecht, vom 17. Januar 2013 [725 12 109/6]).
2.
Zunächst ist im Rahmen der Eintretensprüfung die Frage zu beurteilen, ob die von der
Beschwerdegegnerin vorgesehene Fragestellung oder Teile davon geeignet sind, einen
nicht wieder gutzumachenden Nachteil zulasten des Beschwerdeführers zu begründen.
2.1 Unter dem Aspekt der Fachtauglichkeit des Fragekatalogs ist von Bedeutung, dass
darin eingangs ausgeführt wird, der Aufbau des medizinischen Gutachtens habe sich
grundsätzlich an den fachspezifischen Qualitätsleitlinien zu orientieren. Für Fachgebiete
ohne schweizerische Leitlinien würden die Qualitätsleitlinien für psychiatrische
Gutachten sinngemäss gelten (IV-act. 158-1, oben; sie auch die geforderte
"leitliniengerechte Anamneseerhebung durch alle beteiligten Gutachter" in Ziff. II.1 des
Fragekatalogs, IV-act. 158-1). Die mit der Begutachtung beauftragten medizinischen
Fachpersonen können und sollen sich demnach bei der Erarbeitung ihrer Einschätzung
und der Beantwortung der Fragen an die jeweils gültige, einschlägige Fachkunde
halten. Folglich ist gewährleistet, dass je nach einzubeziehender Fachdisziplin die
jeweilige Leitlinie massgebend ist und nicht - unbesehen um das konkret zu
beurteilende Leiden - eine generell psychosomatische Betrachtungsweise Platz greift.
Dies lässt die von Vertretern der psychosomatischen Medizin im "Öffentlichen Brief" in
der Schweizerischen Ärztezeitung geäusserte Kritik, der vom Bundesamt für
Sozialversicherung entworfene Kriterienkatalog ignoriere die internationalen
schmerzmedizinischen Begutachtungsleitlinien (SAEZ, 2016; 97[11]:416-417; IV-act.
160-10 f.), unberücksichtigt. Ohnehin steht vorliegend nach der Darstellung des
Beschwerdeführers kein psychosomatisches Leiden im Vordergrund (act. G 1, Rz 16 f.),
weshalb offen bleiben kann, ob die sich an der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
orientierende Fragestellung (BGE 141 V 281) vor den Ansprüchen der
psychosomatischen Fachkunde an eine Begutachtung der (Rest-)Arbeitsfähigkeit
Stand hält. Unter dem Aspekt der Fachkunde ist deshalb kein drohender, nicht wieder
gutzumachender Nachteil erkennbar.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
2.2 Aus dem Vorbringen, es rechtfertige sich nicht, der versicherten Person
zuzumuten, sich zuerst von einem für den relevanten Fachbereich unqualifizierten
Sachverständigen untersuchen zu lassen (act. G 1, Rz 15), vermag der
Beschwerdeführer für den vorliegenden Fall nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Denn
vorliegend ist nicht die Person des/der Sachverständigen bzw. dessen/deren
Fachkunde Gegenstand der angefochtenen Zwischenverfügung. Des Weiteren steht es
dem Beschwerdeführer frei, nach Bekanntgabe der Experten die ihm zustehenden
Mitwirkungsrechte wahrzunehmen (siehe hierzu vorstehende E. 1.2).
2.3 Der Beschwerdeführer rügt sodann, der vom Bundesamt für Sozialversicherung
entwickelte Fragebogen sei unnötig lang und äusserst komplex. Er enthalte ausserdem
überflüssige Fragen (act. G 1, Rz 18). Der Fragebogen enthält 27 Einzelfragen bzw.
Aspekte, "die bei der Gutachtenserstellung zu berücksichtigen sind" (IV-act. 158-1). Er
geht weder quantitativ oder inhaltlich über den Umfang hinaus, der in den bisher
gebräuchlichen Fragebogen der IV-Stellen Gegenstand bildete oder der praxisgemäss
als Gliederung in medizinischen Gutachten anzutreffen ist. Zwar enthält er
verschiedene redundant anmutende Fragestellungen/Aspekte. So folgt etwa auf Ziff. II.
1. (Leitliniengerechte Anamneseerhebung durch alle beteiligten Gutachter) die
Aufforderung in Ziff.II.2., der Alltag und das Umfeld der versicherten Person seien
detailliert zu beschreiben (IV-act. 158-1). Denn zu einer lege artis durchgeführten
vollständigen Begutachtung gehört, dass sich die sachverständige Person ein Bild über
die funktionellen Einschränkungen unter allen Aspekten der beruflichen sowie
alltäglichen Aktivitäten macht (Tagesablauf, berufliche Tätigkeiten, Freizeitverhalten
usw.) und dieses in die Expertise einfliessen lässt. Auch die unter dem Aspekt der
"Konsistenz" aufgeführten Teilfragen (Ziff. V.1. ff.) erscheinen insoweit nicht als
unerlässlich, als davon ausgegangen werden kann, dass die darin genannten
Gesichtspunkte im Rahmen einer für die Beurteilung der (Rest-)Arbeitsfähigkeit
erforderlichen vollständigen Konsistenzprüfung durch den Sachverständigen
zwangsläufig zu berücksichtigen sind. Dabei ist eine Konsistenzprüfung der
funktionellen Einschränkungen bzw. der Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit in
Nachachtung von Art. 7 Abs. 2 ATSG unabhängig davon, welcher medizinischen
Fachdisziplin das/die Leiden zuzurechnen sind, vorzunehmen. Gleiches gilt unter dem
Blickwinkel der verbliebenen Ressourcen. Aus dem Gesagten geht zwar hervor, dass
der hier zu beurteilende Fragebogen hinsichtlich des Umfangs über das hinaus geht,
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
was hinsichtlich der im Vordergrund stehenden Fragen nach dem gesundheitlichen
Leiden und dessen Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit notwendig ist. Die dadurch
resultierende formell komplexe Struktur vermag allerdings keinen nicht wieder
gutzumachenden Nachteil zu begründen, geht sie doch weder über den erforderlichen
Inhalt einer medizinischen Begutachtung hinaus noch enthält sie Aspekte, welche eine
Gefahr für die Tauglichkeit der gutachterlichen Einschätzung zu begründen vermögen.
Der vorliegende Katalog enthält ausserdem keine Fragen, deren Beantwortung
geeignet wäre, sachfremde Einflüsse auf die gutachterliche Einschätzung der
(Rest-)Arbeitsfähigkeit zu bewirken. Daran vermag nichts zu ändern, dass der
Fragekatalog im Nachgang zu BGE 141 V 281 und in Nachachtung von Art. 7 Abs. 2
ATSG das Schwergewicht formell auf die - bei jedem gesundheitlichen Leiden zu
beachtende - umfassende Prüfung der Konsistenz und Ressourcen legt. Diese hat
auch das im Rahmen von Therapiemassnahmen gezeigte Verhalten der versicherten
Person nicht ausser Acht zu lassen. Der Beschwerdeführer legt denn auch nicht
konkret dar, aus welchen unnötigen oder überflüssigen Fragen ihm ein nicht wieder
gutzumachender Nachteil droht. Dies gilt namentlich für den nicht näher
substanziierten Verweis "bezüglich Suchtleiden" (act. G 1, Rz 8). Liegt ein
Suchtgeschehen (etwa Drogen-, Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit) nach der
Einschätzung der sachverständigen Person nicht vor, wird sie es bei deren Verneinung
belassen. Bejaht sie hingegen das Vorliegen eines Suchtleidens, ist es unabdingbar,
dass sie sich näher damit und dessen Auswirkungen auseinandersetzt. Lediglich der
Vollständigkeit halber ist zu ergänzen, dass zumindest aus den früheren Akten ein
erheblicher Alkoholkonsum des Beschwerdeführers hervorgeht (siehe die Berichte des
Kantonsspitals St. Gallen vom 11. Juli 2006, worin als Diagnose ein
"Alkoholüberkonsum" erwähnt wird, IV-act. 8-8, und vom 19. Januar 2009, worin von
einem chronischen Alkoholüberkonsum - wenn auch aktuell "wahrscheinlich" abstinent
- gesprochen wird, IV-act. 157-1).
2.4 Im Licht dieser Umstände bestehen keine Anhaltspunkte, dass dem
Beschwerdeführer durch die Verwendung des Fragekatalogs bzw. einzelner Fragen der
Beschwerdegegnerin ein nicht wieder gutzumachender Nachteil droht, womit auf die
Beschwerde nicht einzutreten ist. An dieser Sichtweise ändert der vom
Beschwerdeführer ins Feld geführte Beschluss des Versicherungsgerichts des Kantons
Aargau vom 18. Mai 2016 (act. G 1.3) nichts, beschlägt dieser doch nicht die von der
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
IV-Stelle bei der Administrativbegutachtung vorgesehenen Fragen, sondern die von der
Verwaltung im Rahmen einer gerichtlichen Begutachtung von ihr anbegehrten
Ergänzungsfragen. Die Thematik des nicht wieder gutzumachenden Nachteils bildete
denn auch nicht Gegenstand dieses Beschlusses. Gleiches gilt für das vom
Beschwerdeführer eingereichte, ein anderes Verfahren betreffende Schreiben eines
Gerichtsschreibers des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. April
2016 (act. G 1.4), worin dieser sich unter dem Aspekt des Umfangs kritisch hinsichtlich
des Fragekatalogs geäussert hat. Auch wenn das hiesige Gericht es regelmässig
vorzieht, den Sachverständigen bei der Anordnung von Gerichtsgutachten eine eigene,
kompakter formulierte Fragestellung zur Beantwortung vorzulegen und auf eine Vorlage
des BSV-Katalogs - auch auf Antrag der Beschwerdegegnerin hin - zu verzichten,
bedeutet dies nicht, dass die Vorgehensweise der Verwaltung zum Vornherein zu
einem nicht wieder gut zu machenden Nachteil führen würde. Der Grund des Verzichts
auf den umstrittenen Fragekatalog bei Gerichtsgutachten liegt darin, dass sich das
Gericht aus dem umstrittenen Fragekatalog keinen zusätzlichen Erkenntnisgewinn zu
den Fragen des Gerichts verspricht.
2.5 Da auf die Beschwerde nicht einzutreten ist, erübrigt sich zu prüfen, ob die
Beschwerdegegnerin das ihr im Rahmen der Gestaltung von Abklärungsmassnahmen
zustehende Ermessen überschritten hat (Art. 43 Abs. 1 ATSG; zum grossen
Ermessenspielraum siehe statt vieler: Urteil des Bundesgerichts vom 10. Oktober 2011,
9C_1037/2010, E. 5.1).
3.
3.1 Nach dem Gesagten ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.
3.2 Bei Streitigkeiten betreffend die Anordnung für eine Begutachtung im
Verwaltungsverfahren sind keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Da es
sich vorliegend nicht um eine Streitigkeit betreffend "IV-Leistungen" handelt, findet die
Kostenregelung von Art. 69 Abs. 1bis des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) keine Anwendung.
3.3 Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte