Decision ID: f6e272a9-fe2a-59cc-bdda-a2c8ea45c49f
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
I._,
Klägerin,
gegen
ASGA Pensionskasse, Rosenbergstrasse 16, Postfach, 9001 St. Gallen,
Beklagte,
betreffend
Überschussverzinsung
Sachverhalt:
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St.Galler Gerichte
A.
Die I._ war seit dem 1. Januar 2002 bei der Sammelstiftung der ASGA Pensionskasse
(nachfolgend ASGA), St. Gallen, angeschlossen. Im November 2007 entschied der
Verwaltungsrat der ASGA, die am 31. Dezember 2006 vorhanden gewesenen
obligatorischen und überobligatorischen Altersguthaben der Versicherten für das Jahr
2007 neben dem BVG-Mindestzins von 2,5 % zusätzlich mit einer
Überschussverzinsung von 0,5 % zu verzinsen. Darüber wurde mit einem
Informationsschreiben informiert. Per 31. Dezember 2007 hatte die I._ den
Anschlussvertrag mit der Vorsorgeeinrichtung gekündigt (act. G 1; G 1.1). Bei den
Austrittsabrechnungen der beiden Anspruchsberechtigten wurde die
Überschussverzinsung nicht gutgeschrieben (act. G 1.4; G 1.5). Nachdem die ASGA
schriftlich aufgefordert wurde, die Verzinsung nachträglich zu gewähren (nicht in den
Akten, vgl. aber act. G 1), teilte sie der I._ mit Schreiben vom 27. Februar 2008 mit,
dass die Voraussetzungen für die Gewährung der Überschussverzinsung nicht erfüllt
seien. Neben dem per 31. Dezember 2006 vorhanden gewesenen Sparguthaben stelle
auch der per 31. Dezember 2007 ungekündigte Anschlussvertrag eine Voraussetzung
für die Gewährung der Gutschrift dar. Da der Anschlussvertrag per 31. Dezember 2007
gekündigt worden sei, sei es in Beachtung des Verwaltungsratsbeschlusses nicht
möglich, die Überschussgutschrift auszurichten (act. G 1.2).
B.
B.a Mit Klage vom 25. April 2008 beantragt die I._, die ASGA sei zu verpflichten, auf
die am 31. Dezember 2006 vorhanden gewesenen Altersguthaben ihrer beiden
Versicherten den Überschusszins von 0,5 % für das Jahr 2007 zu gewähren, unter
Kostenfolge zulasten der Beklagten. Als Begründung macht die Klägerin geltend, die
Voraussetzung, wonach der Anschlussvertrag per 31. Dezember 2007 nicht gekündigt
sein dürfe, sei dem versandten Informationsschreiben nicht zu entnehmen (act. G 1.1).
Daher habe sie gestützt auf den Vertrauensgrundsatz davon ausgehen dürfen, dass
auch sie in den Genuss der Überschussverzinsung komme. Zudem gelte die
Unklarheitsregel, wonach unklare und widersprüchliche Informationen oder Angaben
nicht zuungunsten der Versicherten ausgelegt werden dürften. Daneben verstosse die
strittige Regelung gegen das Gleichbehandlungsgebot, da einzelne Gruppen von
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Versicherten nicht zulasten anderer profitieren dürften. Schliesslich verlange der
Grundsatz von Treu und Glauben, dass das Personalvorsorgevermögen der
versicherten Person zu folgen habe. Der Verwaltungsrat verstosse mit seinem
Entscheid gegen diese Grundsätze und handle folglich willkürlich (act. G 1).
B.b Mit Klageantwort vom 22. Mai 2008 beantragt die Beklagte Abweisung der Klage.
Zur Begründung führt sie aus, es handle sich bei der Überschussverzinsung nicht um
eine gesetzliche Verpflichtung, sondern um eine freiwillige Zuwendung. Der
Verwaltungsrat regle gestützt auf Art. 37 des Kassenreglements eine mögliche
Überschussbeteiligung und lege die dafür massgebenden Kriterien fest. In diesem Sinn
sei beschlossen worden, dass der Anschlussvertrag am 1. Januar 2008 in Kraft sein
müsse resp. dass bei einem per 31. Dezember 2007 gekündigten Vertrag kein
Anspruch auf Überschussverzinsung bestehe (act. G 3).
B.c Die Klägerin hat keine Replik eingereicht (act. G 5).
B.d Mit Schreiben vom 29. Juli 2008 forderte das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen die Beklagte um Zustellung des Verwaltungsratsbeschlusses auf, in dem die
Kriterien für die Gewährung der Überschussverzinsung für das Jahr 2007 festgelegt
wurden (act. G 6). Dem nachgereichten Protokoll der Verwaltungsrats-Sitzung vom
19. November 2007 ist folgender Beschluss zu entnehmen: "Den Versicherten wird
Ende 2007 ein Gewinnbonus (Überschuss) von 0,25 % bis 0,75 % auf dem per
31. Dezember 2006 vorhandenen Sparguthaben gutgeschrieben, sofern der
Deckungsgrad 2 per 20.12.2007 mindestens 98 % beträgt. Der genaue Satz wird
situativ am Stichtag durch den Verwaltungsratspräsidenten festgelegt, wobei bei einem
Deckungsgrad 2 von mindestens 100 % der Satz von 0,75 % angewendet
wird." (act. G 7). Die eingeholten Unterlagen wurden der Klägerin zugestellt (act. G 8).
Diese hat keine Stellungnahme abgegeben.

Erwägungen:
1.
1.1 Die Klägerin kündigte den Anschlussvertrag auf den 31. Dezember 2007. In der
Folge konnten sich die beiden ehemaligen Vertragsparteien nicht über die Gewährung
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der Überschussverzinsung (Gewinnbonus) einigen. Streitig und zu prüfen ist, ob die
Beklagte den behaupteten Anspruch der Klägerin für das Jahr 2007 zu Recht verneint.
1.2 Gemäss Art. 73 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG; SR 831.40) bezeichnet jeder Kanton ein
Gericht, das als letzte kantonale Instanz über Streitigkeiten zwischen
Vorsorgeeinrichtungen, Arbeitgebern und Anspruchsberechtigten entscheidet. Im
Kanton St. Gallen ist nach Art. 65 Abs. 1 lit. e des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRP; sGS 951.1) i.V.m. Art. 15 Abs. 2 der
verfahrensrechtlichen Bestimmungen betreffend die Aufsicht über
Vorsorgeeinrichtungen und Stiftungen (AVS; sGS 355.11) das Versicherungsgericht
zuständig für Streitigkeiten nach Art. 73 BVG. Gerichtsstand nach Art. 73 Abs. 3 BVG
ist der schweizerische Sitz der Beklagten. Damit ist das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen sowohl in sachlicher als auch in örtlicher Hinsicht zuständig.
2.
Die Klägerin macht geltend, massgebend für die Frage nach dem streitigen Anspruch
sei allein die Mitteilung auf dem Informationsschreiben. Dieser sei zu entnehmen, dass
sämtliche per 31. Dezember 2006 vorhandenen obligatorischen und
überobligatorischen Altersguthaben verzinst würden (act. G 1.1). Der Hinweis, wonach
allenfalls einschränkende Anspruchsvoraussetzungen zu einem späteren Zeitpunkt
durch den Verwaltungsratspräsidenten festgelegt würden, fehlt. Sinn und Tragweite
des Schreibens erscheinen vom Wortlaut her klar und unmissverständlich. Nicht
aktenkundig ist allerdings, ob das Schreiben ausnahmslos allen angeschlossenen
Unternehmen zugestellt wurde oder ob die ASGA unter Berücksichtigung der
bevorstehenden Austritte infolge Kündigung des Anschlussvertrags den Versand der
Mitteilung selektiv vorgenommen hat. Offen ist zudem, wer für das Schreiben
verantwortlich zeichnete und wann es ausgestellt wurde. Mit Ausnahme des
Firmenlogos fehlen die entsprechenden Angaben: Weder sind dem Schreiben die dafür
zuständige Stelle sowie die Funktionsbezeichnungen und Unterschriften der
Verantwortlichen noch das Ausstellungsdatum und der Adressat zu entnehmen. Vor
diesem Hintergrund erweist sich das Schreiben keineswegs als verbindliche
Geschäftskorrespondenz zwischen der Beklagten und der Klägerin, sondern vielmehr
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als ein unverbindliches Informationsschreiben. Damit ist es grundsätzlich weder
geeignet, eine Vertrauensgrundlage zu schaffen, noch eine rechtserzeugende Wirkung
zu entfalten. Die Argumentation der Klägerin, wonach sie sich auf den
Vertrauensgrundsatz und die Unklarheitsregel berufen könne, vermag daher nicht zu
überzeugen. Sie kann aus dem Schreiben nichts zu ihren Gunsten ableiten.
3.
3.1 Zu prüfen bleibt, ob die Klägerin einen gesetzlichen Anspruch auf die streitige
Überschussverzinsung geltend machen kann.
3.2 Die Beklagte weist in ihrer Klageantwort darauf hin, dass die
Überschussverzinsung im Gegensatz zum BVG-Mindestzins keine gesetzliche
Verpflichtung, sondern eine freiwillige Zuwendung darstelle. Laut Art. 37 des
"Kassenreglements und Bestimmungen für die zusätzliche Vorsorge" (act. G
9; www.asga.ch, ausgedruckt am 28. Juli 2008), gültig ab 1. Januar 2007, besteht die
Überschussbeteiligung aus Beitragsreduktionen und/oder Leistungsverbesserungen.
Bei diesen sog. freien Mitteln handelt es sich um Vermögensanteile, die nicht durch
Forderungen der Destinatäre gebunden sind. Die Frage nach deren Verwendung ist
hauptsächlich bei Teil- und Gesamtliquidationen aktuell (Hans Michael Riemer /
Gabriela Riemer-Kafka, Das Recht der beruflichen Vorsorge in der Schweiz, 2. Aufl.,
Bern 2006, § 7 N 129). Die Voraussetzungen für eine Teilliquidation sind laut Art. 53b lit.
c BVG vermutungsweise erfüllt, wenn u.a. – wie vorliegend – der Anschlussvertrag
aufgelöst wird. Mit Art. 23 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Freizügigkeit in der
beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (FZG; SR 831.42) wurde der
Freizügigkeitsfall der Versicherten geordnet und eine ausdrückliche Regelung u.a. für
den Fall der Teilliquidation einer Vorsorgeeinrichtung getroffen. Danach besteht
grundsätzlich neben dem Anspruch auf Austrittsleistung zusätzlich ein individueller
oder kollektiver Anspruch auf freie Mittel. Ob die Beklagte diesen Anspruch in
Anwendung einer zulässigen Ausnahme zu Recht verneint, ist im Folgenden zu prüfen.
Im Übrigen regelt Art. 41 des Kassenreglements die "Auflösung des
Anschlussvertrags / Teilliquidation" im Sinn des BVG und FZG. Laut Abs. 2 werden den
Austretenden bei Auflösung des Anschlussvertrags neben der Austrittsleistung die
gutgeschriebenen Leistungsverbesserungen abzüglich die Auflösungskosten
http://www.asga.ch/
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mitgegeben. Dass ein voraussetzungsloser Anspruch auf einen allfälligen Bonus
besteht, ist aus dieser Bestimmung nicht abzuleiten.
3.3 Zunächst ist festzuhalten, dass die Vorsorgeeinrichtungen gemäss Art. 49 Abs. 1
BVG im Rahmen dieses Gesetzes in der Gestaltung ihrer Leistungen, in deren
Finanzierung und Organisation grundsätzlich frei sind. Fest steht überdies, dass sie die
aus Art. 5, 8 und 9 der Bundesverfassung (BV; SR 101) abgeleiteten Grundsätze –
Prinzip der Verhältnismässigkeit, Gleichbehandlungsgebot, Willkürverbot – zu beachten
haben. Demnach dürfen die Rechte der Versicherten nur soweit einschränkt werden,
als dies objektiv zur Durchführung der beruflichen Vorsorge notwendig ist (vgl. Hans-
Ulrich Stauffer, Die berufliche Vorsorge, in: Murer/Stauffer (Hrsg.), Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 2. Aufl., Zürich 2006, S. 114 mit
zahlreichen Hinweisen).
3.3.1 Der vom Bundesgericht entwickelte Gleichbehandlungsgrundsatz
verlangt, dass einzelne Destinatärgruppen nicht zu Lasten anderer bevorteilt werden
dürfen (Hans-Ulrich Stauffer, a.a.O., S. 114). Dieser vorsorgerechtliche Grundsatz ist
auch bei den freien Mitteln einzuhalten und verlangt, dass das
Personalvorsorgevermögen den bisherigen Destinatären zu folgen hat und dass jene
rechtsgleich zu behandeln sind (BGE 128 II 297 E. 3.3). Die Verteilung der freien Mittel
hat nach objektiven Kriterien zu erfolgen, die dem Vorsorgegedanken entsprechen
müssen. Als Verteilungskriterien fallen nach der Praxis des Bundesgerichts
hauptsächlich Dienst- und Lebensalter, Lohnhöhe und familienrechtliche
Verpflichtungen in Betracht. In der Praxis werden die freien Mittel bei Teilliquidationen
meist nach Dienstjahren oder gemäss Deckungskapital aufgeteilt. Grundsätzlich dürfen
nur Kriterien berücksichtigt werden, die bei der Mehrheit der Begünstigten angewendet
werden können (BGE 128 II 398 f. E 4.3 mit Hinweisen zur Lehre; E 4.4). Diesem
Grundsatz und dem Zweck der Vorsorgeeinrichtung entspricht, dass die geäufneten
freien Mittel unabhängig von der Organisationsform der Vorsorgeeinrichtung periodisch
umgesetzt, das heisst für jene Versicherten (Aktive und Passive) verwendet werden, die
an deren Äufnung beteiligt waren. Auf diese Weise lässt sich eine Überkapitalisierung
der Vorsorgeeinrichtung vermeiden, die unter dem Gesichtswinkel des
Gleichbehandlungsgrundsatzes problematisch erscheint, weil jene Versicherte, welche
vor Eintritt des Versicherungsfalls aus der Vorsorgeeinrichtung ausscheiden, lediglich
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die Freizügigkeitsleistung erhalten, ohne am Überschuss zu partizipieren, obwohl er
auch mit ihren Beiträgen erwirtschaftet worden ist (BGE 128 II 397 E. 3.2 mit
Hinweisen). Der Grundsatz der Gleichbehandlung der Destinatäre gilt jedoch nicht in
jedem Fall. Im Zusammenhang mit Teilliquidationen hat die Rechtsprechung wiederholt
entschieden, dass es den Grundsatz nicht verletze, wenn bei der Verteilung der freien
Mittel die freiwillig aus einer Vorsorgeeinrichtung Ausgeschiedenen nicht berücksichtigt
werden. Andernfalls hätten es Mitarbeitende, die freiwillig mehrfach den Arbeitgeber
wechselten, in der Hand, jedes Mal beim Ausscheiden aus der jeweiligen
Personalvorsorgeeinrichtung Anspruch auf einen Anteil an freien Mitteln zu erheben,
womit die gesetzlichen Bestimmungen über die Freizügigkeit und die entsprechenden
reglementarischen Bestimmungen ihren Sinn verlören (Urteil BGer B 5/07 vom
19. September 2007 E. 4.2.2 f. mit Hinweis auf BGE 128 II 401 f. E. 5.6). Vorliegend
sind die zwei betroffenen Mitarbeiter zwar nicht infolge freiwilliger Kündigung der
Arbeitsstelle aus der Vorsorgeeinrichtung ausgetreten, sondern indirekt aufgrund der
Kündigung des Anschlussvertrags. Vor dem Hintergrund, dass die beiden Destinatäre
die einzigen zwei versicherten Angestellten der Firma I._ sind, die aufgrund ihrer
Funktionen als Präsident und Mitglied des Verwaltungsrats mit Kollektivunterschrift zu
zweien für die Belange der Firma handeln (www.moneyhouse.ch, Handelsregister- und
Firmendaten, besucht am 5. November 2008), ist es vertretbar, ihre Austritte als
freiwillig zu betrachten und in der Folge die genannte Ausnahme analog anzuwenden.
Das Gleichbehandlungsgebot wurde demnach nicht verletzt.
3.3.2 Die Frage, ob der streitige Entscheid verhältnismässig sei, ist mit Blick auf
die nachhaltige Sicherstellung des Vorsorgezwecks unter dem Aspekt des
wirtschaftlichen Arguments zu beurteilen. Bei einer Vorsorgeeinrichtung müssen die
Ausgaben und Einnahmen grundsätzlich im Gleichgewicht stehen. Eine Regelung muss
resp. darf daher der finanziellen Lage der Kasse angepasst werden (vgl. BGE 132 V
283 f. E. 4.6). Um das Gebot der Verhältnismässigkeit zu erfüllen, muss eine
Massnahme resp. Regelung geeignet und erforderlich sein, um das in Frage stehende
Ziel zu erreichen. Zudem muss zwischen der Wirkung der Massnahme und dem Ziel ein
vernünftiges Verhältnis bestehen (Ueli Kieser, Das Verwaltungsverfahren in der
Sozialversicherung, Zürich 1999, S. 51 f. mit weiteren Hinweisen). Die Regelung der
ASGA, wonach die Destinatäre mit auslaufender Mitgliedschaft von der freiwilligen
Überschussverzinsung für das Jahr 2007 ausgeschlossen werden (vgl. E. 3.3.1),
http://www.moneyhouse.ch/
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erscheint vor diesem Hintergrund und im Hinblick auf die Sicherstellung des
Vorsorgezwecks durchaus vernünftig und den freiwillig ausscheidenden Destinatären
auch angesichts ihrer gegenläufigen Interessen zumutbar. Bei objektiver
Betrachtungsweise bewirkt diese Massnahme keine tief greifenden Auswirkungen auf
deren Rechtstellung gegenüber der Vorsorgeeinrichtung. Die Kriterien zur Verteilung
der freien Mittel erscheinen vernünftig und damit verhältnismässig.
3.3.3 Schliesslich stellt sich die Frage, ob das Willkürverbot verletzt wurde.
Willkür in der Rechtsanwendung liegt vor, wenn die Gesetzesverletzung offensichtlich
ist, wenn ein allgemeiner Rechtsgrundsatz offensichtlich missachtet wird, wenn ein
Entscheid an einem inneren, nicht auflösenden Widerspruch leidet, im Fall eines
stossenden Widerspruchs zum Gerechtigkeitsgedanken oder bei groben
Ermessensfehlern (vgl. Ulrich Häfelin / Georg Müller, a.a.O., N 524 ff.). Vorliegend fehlt
es sowohl an einer offensichtlichen Gesetzesverletzung, an der offensichtlichen
Missachtung eines allgemeinen Rechtsgrundsatzes, als auch – objektiv betrachtet – an
einem widersprüchlichen oder stossend ungerechten Entscheid. Da das
Kassenreglement laut Art. 37 mit der Formulierung "der Verwaltungsrat regelt" auf das
Ermessen jenes Organs verweist, das das Reglement anzuwenden hat, ist zu prüfen,
ob das Ermessen pflichtgemäss ausgeübt wurde. Fest steht, dass der Verwaltungsrat
den Gewinnbonus 2007 unter Berücksichtigung des finanziellen Aspekts nach
Massgabe der relevanten buchhalterischen Kennzahl pro Stichtag prozentual festgelegt
hat (act. G 7). Es ist nicht ersichtlich, dass die Beklagte ihr Ermessen missbraucht,
über- oder unterschritten hätte. Der besagte Verwaltungsratsbeschluss erscheint
weder unangemessen noch unhaltbar. Die Beklagte hat die gemäss Art. 37 des
Kassenreglements umschriebenen Voraussetzungen und Grenzen beachtet und
eingehalten und den eingeräumten Entscheidungsspielraum pflichtgemäss
wahrgenommen.
3.4 Nach dem Gesagten ist die Regelung der ASGA, wonach die
Überschussverzinsung 2007 bei bestehender, nicht jedoch bei auslaufender
Mitgliedschaft, gewährt wird, nicht zu beanstanden. Die geltend gemachten
Rechtsgrundsätze wurden nicht verletzt. Es besteht kein individueller, gerichtlich
durchsetzbarer Rechtsanspruch der Klägerin auf die Überschussbeteiligung. Die
Beklagte hat den Anspruch der Klägerin daher zu Recht verneint.
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4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Klage abzuweisen. Das Verfahren ist
kostenlos (Art. 73 Abs. 2 BVG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG