Decision ID: 89e8f97f-2429-4def-a9fa-8f784593244a
Year: 2022
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

I. Sachverhalt:
1. A._, geboren B._, war zuletzt als Prozessfachmann tätig.
Am 1. Januar 2020 meldete er einen Anspruch auf
Arbeitslosenversicherungstaggeld im Umfang von 100 % ab selbigem
Datum an.
2. Mit Verfügung vom 30. Oktober 2020 teilte das Amt für Industrie, Gewerbe
und Arbeit Graubünden (nachfolgend KIGA) A._ mit, dass seine
Vermittlungsfähigkeit ab Aufnahme des Teilzeitstudiums per 2. Oktober
2020 bis zum Abschluss seines Teilzeitstudiums an der Fachhochschule
X._ von 100 % auf 80 % reduziert werde.
3. Gegen diese Verfügung erhob A._ am 27. November 2020
Einsprache mit dem Begehren, es seien ihm die
Arbeitslosenversicherungstaggelder bei einer Vermittlungsfähigkeit von
100 % ab 2. Oktober 2020 auszurichten, eventualiter bei mehr als 95 %.
4. Mit Entscheid vom 15. Dezember 2020 wies das KIGA die Einsprache von
A._ ab.
5. Dagegen erhob A._ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 28.
Januar 2021 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden mit folgenden Rechtsbegehren:
1. Der Einspracheentscheid vom 15. Dezember 2020 sei aufzuheben.
2. Die Verfügung vom 30. Oktober 2020 sei aufzuheben.
3. Dem Beschwerdeführer seien sämtliche ihm zustehenden Ansprüche zu gewähren,
insbesondere sei ihm die Arbeitslosenentschädigung für eine Vermittlungsfähigkeit von
100 % ab 2. Oktober 2020 auszurichten.
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin.
Zur Begründung brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, er
beziehe seit Januar 2020 Arbeitslosenentschädigung von 100 %. Um
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seine Arbeitsmarktchancen zu erhöhen, absolviere er in Eigeninitiative
und mittels eigener Finanzierung (rund CHF 20'000.--) an der
Fachhochschule X._ ein berufsbegleitendes Studium zur Erlangung
eines
Executive Master of Business Administration (EMBA) in Smart and Digital
Marketing in Z._ im Studienjahr 2020/2021, ab September 2020 bis
Oktober 2021, wobei der Präsenz-Unterricht vom 2. Oktober 2020 bis 9.
Juli 2021 stattfinde. Gemäss Lehre und Rechtsprechung sei u.a. zu
unterscheiden zwischen vollzeitlichem Bachelor-Studium und
berufsbegleitender Weiterbildung. Seine Weiterbildung erlaube es ihm,
weiterhin zu 100 % vermittlungsfähig zu sein. Er benötige nicht 60 ECTS-
Punkte, wie das KIGA fälschlicherweise annehme, sondern lediglich 36
ECTS-Punkte (Direkteinstieg ins EMBA-Studium ohne vorgängige
Absolvierung von DAS [Diploma of Advanced Studies] und MAS [Master
of Advanced Studies]). Die Unterrichtszeiten im Zeitraum von weniger als
10 Monaten könnten über Ferien und Arbeitszeitkompensationen
ausgeglichen werden.
6. Mit Beschwerdeantwort vom 8. Februar 2021 beantragte das KIGA
(nachfolgend Beschwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde.
Begründend wurde vorgebracht, der Beschwerdeführer verkenne, dass es
nicht auf die Studienrichtung ankomme. Fachhochschulen seien
Universitäten gleichgesetzt, was auch bei der Vergabe der ECTS-Punkte
berücksichtigt werde. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung sei somit
gleichermassen auf Studiengänge an Fachhochschulen anzuwenden.
Nicht massgebend sei die auf der Homepage der Studieneinrichtung
publizierte Werbung, das Studium sei berufsbegleitend auf eine
Vollzeitbeschäftigung konzipiert. Auch der Verweis auf die Qualifikation als
Werkstudent sei unbehelflich, da der Beschwerdeführer sein Studium erst
während seiner Arbeitslosigkeit aufgenommen habe. Das Vorbringen in
der Beschwerde, wonach der Beschwerdeführer aufgrund der Befreiung
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von der Vorstufe MAS lediglich 36 ECTS-Punkte und nicht 60 ECTS-
Punkte erzielen müsse, ändere – soweit er denn zutreffe – nichts an der
Beurteilung betreffend Vermittlungsumfang, dass der Beschwerdeführer
dem Arbeitsmarkt nicht uneingeschränkt zur Verfügung stehe. Unter
Berücksichtigung des Präsenzunterrichts – jeden zweiten
Freitagnachmittag und jeden Samstag – und der erforderlichen
Prüfungsvorbereitungs-, Vor- und Nachbereitungszeit sei der
Vermittlungsumfang zu Recht auf 80 % einer Vollzeitstelle reduziert
worden.
7. Am 19. Februar 2021 verzichtete der Beschwerdeführer - unter
Einreichung der Honorarnote - auf eine Replik.
8. Am 29. Dezember 2021 verlangte das Gericht vom Beschwerdegegner die
Edition von Akten, die bei Gericht am 7. Januar 2022 eingingen
(Gerichtsakten F1-F3) und gleichentags als Beilage dem
Beschwerdeführer zur freigestellten Stellungnahme zugesandt wurden.
9. Nachdem der Beschwerdeführer zuvor mit Schreiben vom 13. Januar
2022 noch den Verzicht auf eine Stellungnahme erklärt hatte, reichte er
am 19. Januar 2022 eine Eingabe mit Beilagen ein, was wiederum dem
Beschwerdegegner am 20. Januar 2022 zur freigestellten Stellungnahme
mitgeteilt wurde.
10. Mit Schreiben vom 27. Januar 2022 verzichtete der Beschwerdegegner
auf die Einreichung einer neuerlichen Stellungnahme.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften, auf
den angefochtenen Einspracheentscheid vom 15. Dezember 2020 sowie
auf die im Recht liegenden Beweismittel wird, soweit rechtserheblich, in
den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
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II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet der
Einspracheentscheid des Beschwerdegegners vom 15. Dezember 2020,
womit er die Einsprache des Beschwerdeführers gegen die Verfügung
vom 30. Oktober 2020 abwies und damit das Begehren des
Beschwerdeführers auf Arbeitslosenentschädigung für eine
Vermittlungsfähigkeit von 100 % ab 2. Oktober 2020 ablehnte. Nach Art.
1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR
837.0) i.V.m. Art. 2 sowie Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) kann gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der
Arbeitslosenversicherung Beschwerde beim kantonalen
Versicherungsgericht erhoben werden. Nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m.
Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV; SR
837.02) ist für die Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen
(Einspracheentscheide) einer kantonalen Amtsstelle das
Verwaltungsgericht desselben Kantons örtlich zuständig. Der
angefochtene Einspracheentscheid wurde vom Beschwerdegegner als
kantonale Amtsstelle im Sinne von Art. 85 AVIG erlassen, sodass die
örtliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts gegeben ist. Die
sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons
Graubünden ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR
370.100).
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1.2. Als Adressat des angefochtenen Einspracheentscheids ist der
Beschwerdeführer berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an
dessen Aufhebung oder Änderung auf, weshalb er zur
Beschwerdeerhebung legitimiert ist (Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist-
und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG)
ist daher – mit Ausnahme des Beschwerdebegehrens gemäss Ziff. 2
(nachfolgend E.1.3.) – einzutreten.
1.3. Bei Erhebung einer Einsprache wird das Verwaltungsverfahren erst durch
den Einspracheentscheid abgeschlossen, welcher die ursprüngliche
Verfügung ersetzt. Für eine spätere richterliche Beurteilung sind denn auch
grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Erlasses des
strittigen Einspracheentscheids massgebend (BGE 142 V 337 E.3.2.1 in
fine, 140 V 70 E.4.2, 133 V 50 E.4.2.2, 132 V 368 E.6.1 in fine, 131 V 407
E.2.1.2.1). Auf das Begehren um Aufhebung der Verfügung vom 30.
Oktober 2020 laut Ziff. 2 in der Beschwerde ist deshalb nicht einzutreten
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_648/2020 vom 21. Januar 2021 E.1.2).
2. Streitig und zu prüfen ist der anrechenbare Arbeitsausfall als
Anspruchsvoraussetzung für Arbeitslosenentschädigung des
Beschwerdeführers ab Aufnahme des Teilzeitstudiums per 2. Oktober 2020
bis zum Abschluss seines Teilzeitstudiums an der Fachhochschule
X._. Dabei geht der Beschwerdegegner von einem Umfang von 80 %,
der Beschwerdeführer dagegen von einem solchen von 100 % einer
Vollzeitstelle aus.
3.1.1. Zunächst darf festgestellt werden, dass vorliegendenfalls die
Vermittlungsfähigkeit als eine der Anspruchsvoraussetzungen für
Arbeitslosenentschädigung (Art. 8 Abs. 1 lit. f AVIG) gemäss Verfügung
vom 30. Oktober 2020 nicht strittig ist (vgl. Akten des Beschwerdegegners
[Bg-act.] 6). Vermittlungsfähig ist, wer bereit, in der Lage und berechtigt ist,
eine zumutbare Arbeit anzunehmen und an Eingliederungsmassnahmen
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teilzunehmen (Art. 15 Abs. 1 AVIG). Der Begriff der Vermittlungsfähigkeit
enthält folgende Elemente, welche kumulativ erfüllt sein müssen: Die
Vermittlungsbereitschaft (subjektives Element), die Arbeitsfähigkeit
(objektives Element), die Arbeitsberechtigung (objektives Element) sowie
die Bereitschaft zur Teilnahme an Eingliederungsmassnahmen (Praxis
über die Arbeitslosenentschädigung [AVIG-Praxis ALE], vom Januar 2022,
herausgegeben vom Staatssekretariat für Wirtschaft [SECO], Rz. B215).
Die Teilelemente der Vermittlungsfähigkeit (Bereitschaft, in der Lage sein,
Berechtigung) sind aufgrund der persönlichen Umstände der betreffenden
versicherten Person abzuklären und zu bestimmen (KUPFER BUCHER,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum AVIG, 5. Aufl.,
Zürich/Basel/Genf 2019, S. 89). Der Begriff der Vermittlungsfähigkeit
schliesst gemäss Rechtsprechung graduelle Abstufungen aus. Kann die
versicherte Person nur im Umfang von weniger als 20 % einer
Vollzeitbeschäftigung eine Arbeit annehmen, liegt Vermittlungsunfähigkeit
vor (AVIG-Praxis ALE, Rz. B218; BGE 145 V 399 E.2.2; 136 V 95 E.5.1;
Urteil des Bundesgerichts 8C_486/2021 vom 24. August 2021 E.3.2; vgl.
auch Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] S 17
43 vom 22. Mai 2017 E.3.a).
3.1.2. Bei Studierenden gelten nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts nur
diejenigen Studierenden als vermittlungsfähig, welche als eigentliche
Werkstudenten bereit und in der Lage sind - allenfalls unter Inkaufnahme
eines zeitlich erheblich verlängerten Studienganges -, neben dem Studium
einem dauerhaften Voll- oder Teilzeiterwerb nachzugehen (BGE 120 V 385
E.3b, 4a). Dies sind Studierende, welche vor Eintritt der Arbeitslosigkeit
erwerbstätig gewesen sind, das Studium nebenbei absolvieren und
weiterhin zu einer dauerhaften Erwerbstätigkeit bereit und im Stande sind.
Bei einem Werkstudenten kann die Vermittlungsfähigkeit bejaht werden,
wenn eindeutig feststeht, dass er bereit und in der Lage ist, sein Studium
als berufsbegleitendes Studium zu organisieren. Dies ist aufgrund
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objektiver Kriterien zu prüfen, die Willensäusserung des Versicherten allein
genügt nicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_404/2016 vom 5.
Dezember 2016 E.4.4; BGE 122 V 265 E.4). Nicht vermittlungsfähig sind
hingegen Studierende, welche nur für kürzere Zeitspannen oder
sporadisch (beispielsweise während der Semesterferien) eine Arbeit
ausüben wollen (vgl. BGE 136 V 231 E.6.2, 120 V 385 E.4c/cc; Urteil des
Bundesgerichts 8C_404/2016 vom 5. Dezember 2016 E.3.3). Die
Vermittlungsfähigkeit des Beschwerdeführers während des
Teilzeitstudiums an der Fachhochschule X._ zur Erlangung eines
Executive Master of Business Administration (EMBA) in Smart and Digital
Marketing ist – wie bereits gesagt – vorliegend nicht strittig und zu bejahen.
3.2. Die Vermittlungsfähigkeit ist zu unterscheiden vom anrechenbaren
Arbeitsausfall. Dabei handelt es sich um eine Anspruchsvoraussetzung
(Art. 8 Abs. 1 lit. b AVIG), welche erfüllt ist, wenn der Arbeitsausfall einen
Verdienstausfall zur Folge hat und mindestens zwei aufeinanderfolgende
volle Arbeitstage dauert (Art. 11 Abs. 1 AVIG). Andererseits ist der
anrechenbare Arbeitsausfall auch eine Regelung über die
Entschädigungsbemessung, indem sich Dauer und Ausmass des
Arbeitsausfalls auf den Umfang des Taggeldanspruchs auswirken (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_126/2014 vom 8. Juli 2014 E.5.1.1 m.H.).
Der anrechenbare Arbeitsausfall bestimmt sich grundsätzlich im Vergleich
zum letzten Arbeitsverhältnis vor Eintritt der (Teil-)Arbeitslosigkeit (vgl.
BGE 143 V 168 E.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_674/2014 vom 5. Mai
2015 E.4.2.3, 8C_126/2014 vom 8. Juli 2014 E.5.1.2; BGE 125 V 51
E.6c/aa; KUPFER BUCHER, a.a.O., S. 90 und 93 f.). Der Arbeitsausfall ist in
der Regel aufgrund der im Beruf oder im Erwerbszweig des Versicherten
allgemein üblichen Arbeitszeit zu ermitteln (KUPFER BUCHER, a.a.O., S. 46).
Es wird geprüft, was der Versicherte "an Verdienst einbringender
Arbeitszeit verloren hat" (GERHARDS, Kommentar zum
Arbeitslosenversicherungsgesetz (AVIG), Bd. I [Art. 1-58], 1988, Art. 11 Rz.
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14). Es kommt weiter darauf an, in welchem zeitlichen Umfang die
versicherte Person bereit, berechtigt und in der Lage ist, eine zumutbare
Arbeit aufzunehmen und an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen
(vgl. dazu Urteile des Bundesgerichts 8C_674/2014 vom 5. Mai 2015
E.4.2.3; 8C_126/2014 vom 8. Juli 2014 E.5.1.2; VGU S 15 69 vom 3. Mai
2016 E.4).
3.3. Nach Art. 21 AVIG wird die Arbeitslosenentschädigung als Taggeld
ausgerichtet. Für eine Woche werden fünf Taggelder ausbezahlt (AVIG-
Praxis ALE Rz. C68). Die Arbeitslosenversicherung entschädigt somit fünf
von sieben Wochentagen. Kann sich ein Versicherter während eines Tages
pro Woche nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen, so wird dieser
Tag von den fünf Arbeitstagen abgezogen, nicht von den zwei Freitagen.
Als ausgefallener voller Arbeitstag gilt jeder Wochentag von Montag bis
Freitag, an dem der arbeitslose Versicherte ganz arbeitslos ist.
3.4. Nach Auffassung des Gerichts ist der anrechenbare Arbeitsausfall eines
vollzeitlichen Bachelor-Studenten einer mathematisch-
naturwissenschaftlichen Fakultät einer Universität, für den eine
Vermittlungsfähigkeit verneint wurde (vgl. Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts C 116/06 vom 8. August 2006), nicht gleichzusetzen
mit einem wie vorliegendenfalls berufsbegleitenden Weiterbildungsstudium
an einer Fachhochschule, bei dem ein Studierender nebst dem Studium
voll berufstätig ist bzw. sein kann und das rund 10 Monate dauert (vgl. dazu
Executive Master of Business Administration [EMBA] - Smart and Digital
Marketing an der Fachhochschule X._
https://www.fhgr.ch/weiterbildung/management/executive-mba/smart-and-
digital-marketing/; letztmals besucht am 1. Februar 2022). Die
Argumentation des Beschwerdegegners im angefochtenen
Einspracheentscheid, dass es nicht auf die Studienrichtung ankomme, weil
Fachhochschulen Universitäten "anerkanntermassen gleichgesetzt" seien,
https://www.fhgr.ch/weiterbildung/management/executive-mba/smart-and-digital-marketing/ https://www.fhgr.ch/weiterbildung/management/executive-mba/smart-and-digital-marketing/
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was auch bei der Vergabe von ECTS-Punkten berücksichtigt werde, geht
fehl, weil nicht die Vergabe von ECTS-Punkten oder die Studieneinrichtung
einer Universität bzw. einer Fachhochschule eine Gleichsetzung
repräsentieren, sondern weil der konkret notwendige Arbeitsaufwand den
Unterschied macht zwischen einem vollzeitlichen Bachelorstudium mit 60
ECTS-Punkten jährlich einerseits und einem berufsbegleitenden
Weiterbildungsstudium mit 36 ECTS-Punkten insgesamt andererseits
(siehe obigen Link der Fachhochschule X._ zum EMBA in Smart and
Digital Marketing in Erwägung 3.4.). Die für den fachhochschulischen
EMBA notwendigen 36 ECTS-Punkte gliedern sich in 24 ECTS-Punkte für
die fünf Unterrichts-Module inklusive Intensivwoche und in 12 ECTS-
Punkte für die Master Thesis. Der EMBA richtet sich an Studierende, die
bereits über vertiefte Managementkenntnisse verfügen und entweder
vorgängig die zweite Stufe (MAS) absolviert haben oder aufgrund ihrer
Vorbildung oder ihres Erfahrungsschatzes über das erforderliche Wissen
und entsprechende Fähigkeiten verfügen. Ein Direkteinstieg auf Stufe
EMBA ist somit möglich. Der Beschwerdeführer wurde direkt zum EMBA-
Studium zugelassen, ohne vorgängig das Diploma of Advanced Studies
(DAS) und/oder den Master of Advanced Studies (MAS) absolvieren zu
müssen, da er aufgrund seiner Vorbildung über entsprechendes Wissen
und entsprechende Fähigkeiten verfügt, was der Beschwerdegegner in
seiner Einschätzung verkannte. Ein ECTS-Punkt entspricht einem
durchschnittlichen Arbeitsaufwand (Workload) von 30 Stunden (so
ebenfalls Urteil des Bundesgerichts 8C_674/2014 vom 5. Mai 2015
E.4.2.3). Dies zeigt, dass der Arbeitsaufwand für die vorliegend zu
beurteilende Weiterbildung (36 ECTS-Punkte insgesamt) wesentlich
geringer ist als für ein Vollzeitstudium (60 ECTS-Punkte jährlich).
3.5. Kennzeichnend für eine berufsbegleitende Weiterbildung ist, dass sie
neben einer Erwerbstätigkeit, d.h. während der Freizeit, absolviert wird.
Absolventen einer berufsbegleitenden Weiterbildung stehen dem
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Arbeitsmarkt im gleichen Umfang zur Verfügung, wie sie vor Verlust der
Arbeitsstelle bzw. in einem Zwischenverdienst tätig waren (KUPFER
BUCHER, a.a.O., S. 94). Dass der Beschwerdeführer einen Grossteil der
Weiterbildung in der Freizeit absolvierte, ist vorliegend zweifellos und
unbestrittenermassen der Fall, besuchte er den Unterricht ab dem 2.
Oktober 2020 bis am 9. Juli 2021 knapp alle zwei Wochen teils freitags
nachmittags von 13.30 bis 19.30 Uhr, teils samstags von 08.30 bis 15.30
Uhr in Z._. Letzteres fiel unbestrittenermassen in die Freizeit.
3.6. Das Studium EMBA in Smart and Digital Marketing an der Fachhochschule
X._ umfasst 37 Unterrichtstage inklusive einem Blocktag und einer
Intensivwoche (Montag bis Freitag). Der Unterricht findet in der Regel
freitags von 13.30 bis 19.30 Uhr und samstags von 8.30 bis 15.30 Uhr statt
– wenn auch gemäss Stundenplan (vgl. Akten des Beschwerdeführers [Bf-
act.] 4) nur ca. alle zwei Wochen. Das Studium begann im September 2020
mit einem Kick-off – konkret im Studienjahr 2020/2021 am Samstag, 5.
September 2020 – und der (Präsenz-)Unterricht endete im Juli des
darauffolgenden Jahres – konkret dauerte der (Präsenz-)Unterricht vom
Freitag 2. Oktober 2020 bis am Freitag, 9. Juli 2021. Abgabetermin für die
Master Thesis war der 31. Oktober 2021.
3.7. Der Beschwerdegegner sieht es als erwiesen an, dass der
Beschwerdeführer dem Arbeitsmarkt nicht uneingeschränkt zur Verfügung
stand, nämlich nicht aufgrund belegter Abwesenheiten vom
Einsatzprogramm KADES am 2., 16. und 30. Oktober 2020 sowie aufgrund
des Unterrichts an jedem zweiten Freitagnachmittag und jedem Samstag
sowie aufgrund der erforderlichen Prüfungsvorbereitungs-, Vor- und
Nachbereitungszeit.
3.7.1. Dazu ist festzustellen, dass die Abwesenheiten des Beschwerdeführers
vom Einsatzprogramm KADES tatsächlich belegt sind und an den
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betreffenden drei Freitagnachmittagen am 2., 16. und 30. Oktober 2020 als
"Ferien" vermerkt wurden (Bf-act. 5 und 6 sowie edierte Gerichtsakte F2).
Für den Monat Oktober 2020 ist somit ausgewiesen, dass der
Beschwerdeführer im Einsatzprogramm KADES war und nicht aufgrund
seiner Weiterbildung an der Annahme einer zumutbaren Arbeitsstelle
gehindert wurde. Zudem hat er sich im Oktober 2020 auf 10 Vollzeitstellen
beworben, so dass er seinen Pflichten vollumfänglich nachkam (Bf-act. 8).
Dass der Beschwerdeführer seine Arbeitsbemühungen vernachlässigt oder
andere arbeitslosenversicherungsrechtliche Pflichten verletzt hätte, ist
nicht behauptet und es bestehen auch keine Hinweise darauf.
3.7.2. Der Arbeitsaufwand für den EMBA beinhaltet mit den 36 ECTS-Punkten
neben dem Besuch der Lehrveranstaltungen auch die Zeiten für Vor- und
Nachbereitung der Veranstaltungen, Prüfungen und die Zeit des
Selbststudiums (siehe obigen Link der Fachhochschule X._ zum
EMBA in Smart and Digital Marketing in Erwägung 3.4.). Die Darstellung
des Beschwerdeführers, wonach die Anzahl Prüfungen sehr gering ist und
die Notenvergabe für jedes Modul hauptsächlich auf Basis von
Gruppenarbeiten erfolgt, die während der Schulung präsentiert werden,
blieb von Seiten des Beschwerdegegners unwidersprochen und es liegen
keine Hinweise darauf vor, dass sie unrichtig wäre. Deswegen gab es keine
Prüfung mit entsprechend benötigter zusätzlicher Prüfungszeit, wie vom
Beschwerdegegner angenommen, sondern es galt, den Unterricht in den
fünf Modulen zwischen Oktober 2020 und Juli 2021 zu besuchen, was
zusammen mit Vor- und Nachbereitung oder Selbststudium einen
Arbeitsaufwand von 24 ECTS-Punkten bedeutete, und (anschliessend)
eine Masterarbeit zu verfassen, welche in den insgesamt 36 ECTS-
Punkten mit 12 ECTS-Punkten mitenthalten war (siehe obigen Link der
Fachhochschule X._ zum EMBA in Smart and Digital Marketing in
Erwägung 3.4.). Somit gab es keine zusätzlichen Zeiten für
Prüfungsvorbereitung oder Vor- und Nachbereitung zu berücksichtigen.
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Die diesbezügliche Argumentation des Beschwerdegegners für einen
anrechenbaren Arbeitsausfall von 80 % geht fehl.
3.7.3. Es ist – abweichend vom Vorbringen des Beschwerdegegners –
festzustellen, dass der Beschwerdeführer nicht jeden zweiten Freitag-
Nachmittag und jeden Samstag am Unterricht teilzunehmen hatte. Geht es
um die Bestimmung des anrechenbaren Ausfalls an den Werktagen (Art.
21 AVIG), sind folgende Unterrichtszeiten massgebend:
Im ersten Studienmonat (Oktober 2020) fanden jeweils an den drei Freitag-
Nachmittagen 2., 16. und 30. Oktober 2020 Vorlesungen statt, an denen
der Beschwerdeführer teilnahm und sich dafür vom Einsatzprogramm
KADES dispensieren liess ("Ferien"; "AM-Bescheinigung" gemäss edierter
Gerichtsakte F2).
Weitere dreizehn Freitag-Nachmittage mit Unterricht waren der 13.
November 2020, 15. Januar 2021, 29. Januar, 12. Februar, 26. Februar,
12. März, 26. März, 16. April, 7. Mai, 28. Mai, 11. Juni, 2. Juli, 9. Juli.
Am 5. Februar 2021 und 4. Juni 2021 waren zwei Reserve-Freitag-
Nachmittage vorgesehen.
Hinzu kamen 1 Blocktag am Donnerstag 12. November 2020 sowie 5
Blocktage von Montag bis Freitag 30. November bis 4. Dezember 2020.
3.7.4. Der Beschwerdeführer hatte somit in den 41 Studienwochen vom 2.
Oktober 2020 bis 9. Juli 2021 an 16 Freitag-Nachmittagen Unterricht zu
absolvieren, unter Ausserachtlassung der jeweiligen Samstage, die den
Grossteil der Unterrichtszeiten ausmachten und in die Freizeit fielen (Bf-
act. 4). Rechnet man auch die zwei Reserve-Freitag-Nachmittage hinzu,
sind es 18 Freitag-Nachmittage in 41 Studienwochen (Bf-act. 4). Zusätzlich
fand Unterricht an 6 Blocktagen statt, d.h. werktags am Donnerstag 12.
November 2020 und in der Woche vom Montag bis Freitag 30. November
2020 bis 4. Dezember 2020 (Bf-act. 4). Im Übrigen darf davon
ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer die Masterarbeit in der
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Freizeit ab Juli 2021 verfasste und sie spätestens am Abgabetermin 31.
Oktober 2021 einreichte.
3.7.5. Gemäss Urteil des Bundesgerichts 8C_674/2014 vom 5. Mai 2015 E.4.2.3
ist die Absolvierung eines vierjährigen Fernstudiums in Betriebsökonomie
an einer Fachhochschule, welches 45 ECTS-Punkte pro Jahr erfordert,
nebst einem 100 %-Arbeitspensum möglich; es wurde ein voller
anrechenbarer Arbeitsausfall bejaht. Zwar handelt es sich vorliegend nicht
um ein Fernstudium ohne Anwesenheitspflicht wie im obgenannten
Bundesgerichtsentscheid, welches gänzlich orts- und zeitunabhängig von
statten geht, sondern um ein Studium mit Unterricht. Gleichzeitig handelt
es sich aber – wie soeben gezeigt - um einen wesentlich kürzeren,
berufsbegleitenden Teilzeit-Studiengang von rund 1 Jahr, davon
Unterrichtszeiten in weniger als 10 Monaten, der überdies auch bloss 36
ETCS-Punkte erfordert. Ein MBA-Titel wird häufig berufsbegleitend und
auch nach langjähriger Berufstätigkeit erworben. Die Studienbroschüre des
EMBA in Smart and Digital Marketing der Fachhochschule X._ hält
denn auch explizit fest, dass die Organisation des
Weiterbildungsprogramms berücksichtigt, dass die Teilnehmenden
während des Studiums voll berufstätig sind (siehe obigen Link der
Fachhochschule X._ zum EMBA in Smart and Digital Marketing in
Erwägung 3.4.). Ein MBA-Titel zielt darauf ab, durch Erlangung zusätzlicher
Kenntnisse die Berufsaussichten zu verbessern. Der Beschwerdeführer
wurde direkt ins EMBA-Programm zugelassen, weil er über vertiefte
Managementkenntnisse verfügte und aufgrund seiner Vorbildung
entsprechendes Wissen und entsprechende Fähigkeiten im Bereich
Marketing 4.0 besass. Die von ihm aufgenommene Weiterbildung EMBA in
Smart and Digital Marketing darf als praxisbezogener Lehrgang zur
berufsbegleitenden Weiterbildung und Vertiefung verstanden werden, in
welchem die Teilnehmenden ihre Erfahrungen aus dem betrieblichen
Umfeld einbringen und ihrem Unternehmen durch das erlangte Wissen zu
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grösserer Wettbewerbsfähigkeit verhelfen können (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_922/2014 vom 26. Mai 2015 E.4.2). Diese
gegenseitige Nutzbringung ist auch im vorliegenden Fall zu bejahen, war
der Beschwerdeführer doch in letzter Anstellung als "Senior Process
Analyst Sales & Marketing" bei Y._ tätig und der thematische
Sachzusammenhang mit seiner vorliegend zu beurteilenden Weiterbildung
ohne weiteres ersichtlich. Bei dieser Sachlage ist überwiegend
wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer mit einem neuen Arbeitgeber
eine Einigung gefunden hätte, um ihm den Besuch der noch ausstehenden
Unterrichtseinheiten bis im Sommer 2021 zu ermöglichen. Da dies auch für
einen neuen Arbeitgeber von Nutzen gewesen wäre, ist überwiegend
wahrscheinlich, dass dieser ihm den Bezug von Ferien oder unbezahlten
Urlaubstagen oder Arbeitszeitkompensation bzw. Home-Office-Tätigkeit
bewilligt hätte. So wäre der Annahme einer neuen Vollzeitstelle nichts im
Wege gestanden und der Beschwerdeführer hätte auch vor Ende seiner
EMBA-Weiterbildung eine neue Vollzeitstelle antreten können, ohne seine
Weiterbildung abbrechen zu müssen. Die vom Beschwerdeführer
entwickelte Eigeninitiative, auf eigene Kosten seine Chancen auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt zu wahren oder zu verbessern, ist achtenswert
und es ist im vorliegenden Einzelfall kein Grund erkennbar, sie zu
sanktionieren. Zudem ist keine Disposition ersichtlich, dass der
Beschwerdeführer seine Vermittlungsfähigkeit reduziert hätte oder dass er
aufgrund seiner Weiterbildung eine zumutbare Stelle nicht angenommen
hätte. Überblickt man im besagten Zeitraum von knapp 9 1⁄2 Monaten die
Präsenzzeiten des Beschwerdeführers für seine berufsbegleitende EMBA-
Weiterbildung, so ist überwiegend wahrscheinlich, dass diese
Weiterbildung den Beschwerdeführer nicht davon abhielt, eine
Vollzeitstelle anzunehmen, denn er war dazu subjektiv bereit, und objektiv
dazu berechtigt und in der Lage. Folglich ist ein voller anrechenbarer
Arbeitsausfall zu bejahen.
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3.8. In antizipierter Beweiswürdigung kann auf Zeugenbefragungen des
Studienleiters und von Kommilitonen/Innen sowie auf eine Parteibefragung
verzichtet werden, da sie keine entscheidrelevanten Erkenntnisse zu liefern
vermögen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_831/2019 vom 13. Februar
2020 E.3.2.1).
3.9. Es ist somit die Anspruchsberechtigung auf Arbeitslosenentschädigung
des Beschwerdeführers ab Aufnahme des Teilzeitstudiums per 2. Oktober
2020 bis zum Abschluss seines Teilzeitstudiums an der Fachhochschule
X._ beruhend auf einer Vermittlungsfähigkeit von 100 % und auf
einem vollen anrechenbaren Arbeitsausfall von 100 % zu bejahen.
4.1. In Gutheissung der Beschwerde ist der Einspracheentscheid des
Beschwerdegegners vom 15. Dezember 2020 aufzuheben und es ist
festzustellen, dass der Anspruch des Beschwerdeführers auf
Arbeitslosenentschädigung ab Aufnahme der Weiterbildung Executive
Master of Business Administration (EMBA) an der Fachhochschule
X._ per 2. Oktober 2020 auf einer Vermittlungsfähigkeit von 100 %
und auf einem vollen anrechenbaren Arbeitsausfall von 100 % beruht. Im
Übrigen ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.
4.2. Nach Art. 61 lit. fbis ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren bei
Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen
Einzelgesetz vorgesehen ist; sieht das Einzelgesetz keine Kostenpflicht
bei solchen Streitigkeiten vor, so kann das Gericht einer Partei, die sich
mutwillig oder leichtsinnig verhält, Gerichtskosten auferlegen. Da das
AVIG keine Kostenpflicht statuiert und Mutwilligkeit oder Leichtsinn nicht
vorliegen, sind dem Beschwerdegegner keine Kosten aufzuerlegen.
4.3. Aussergerichtlich hat der Beschwerdegegner den durch die CAP
Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG vertretenen
- 17 -
Beschwerdeführer nach Art. 61 lit. g ATSG zu entschädigen. Die ins Recht
gelegte Honorarnote vom 19. Februar 2021 in der Höhe von CHF 5'229.65
für einen Aufwand von 20.3 Std. à CHF 230.-- zuzüglich Spesen 4 % und
Mehrwertsteuer (MWST) ist nicht detailliert aufgeschlüsselt und umfasst
zahlreiche Positionen aus der Zeit vor dem angefochtenen
Einspracheentscheid vom 15. Dezember 2020. Auch die 4 % Barauslagen
übersteigen die Praxis des Verwaltungsgerichts Graubünden von 3 %
(statt vieler: vgl. VGU S 2019 23 vom 3. Juni 2020 E.12.2.2.). Zudem ist
der Wortlaut der Beschwerde in weiten Teilen deckungsgleich mit der
Einsprache vom 27. November 2020. Es ist somit gerechtfertigt, von der
Honorarnote abzuweichen. Das Gericht erachtet eine Pauschale von CHF
1'500.-- (inkl. Barauslagen und MWST) für angemessen.