Decision ID: 859c105f-3f24-551e-9be1-ad9e5fac5ca1
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Rosenbergstrasse 51, Postfach 1121,
9001 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, Marktplatz 4, 9004 St. Gallen,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1961 geborene B._ war für die A._ als Betriebsmechaniker tätig und
dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am
16. Februar 2001 stolperte er während seiner Ferien in C._ über einen
Gartenschlauch und fiel mit dem Bauch voran auf ein Kokosnussspaltmesser (Suva-
act. 1). Nach einer Notoperation und einem ca. zehntägigen Aufenthalt im Hospital in
C._, suchte der Versicherte, zurück in der Schweiz, seinen Hausarzt Dr. med. D._
Arzt für Allgemeine Medizin FMH, auf und liess weitere Abklärungen im Kantonalen
Spital Rorschach vornehmen (Suva-act. 1, 2 und 3.6). Auf Grund von persistierenden
rechtsseitigen Oberbauchschmerzen wurde am 3. April 2001 im Röntgeninstitut Dr.
med. E._ eine abdominale Computertomographie (CT) durchgeführt. Diese ergab den
Verdacht auf eine entero-kutane Fistel (Suva-act. 6 und 3.6). Da die Beschwerden in
der Folge jedoch abnahmen und die Laborwerte normale Befunde ergaben, wurde auf
eine Revisions-Laparotomie verzichtet (Suva-act. 7). Die Suva erbrachte die
gesetzlichen Versicherungsleistungen (Heilkosten- und Taggeldleistungen). Am 14. Mai
2001 konnte der Versicherte seine Arbeit wieder zu 100 % aufnehmen (Suva-act. 8.1).
A.b Am 30. April 2007 meldete der Versicherte der Suva, dass er seit zwei Jahren
wiederum an den Folgen des Unfallereignisses leide (Suva-act. 13). Mit
Schadenmeldung vom 11. Mai 2007 machte seine neue Arbeitgeberin geltend, dass er
ab dem 15. Juni 2006 erneut, zum Teil infolge des Unfalls aus dem Jahr 2001,
arbeitsunfähig geworden sei. Seit dem 14. Dezember 2006 habe er Taggelder der
Krankenkasse bezogen (Suva-act. 11). Per 28. Februar 2007 löste die Arbeitgeberin
das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten auf (Suva-act. 11 und 21 S. 13). Dr.
med. F._, neuer Hausarzt des Versicherten, machte gemäss Bericht vom 6. März
2007 neben chronischen Abdominalbeschwerden bei Verwachsungsbauch eine
anhaltend reaktive depressive Episode für die Arbeitsunfähigkeit verantwortlich (Suva-
act. 22). Eine Sonographie des Abdomens vom 23. Mai 2007 ergab keine Hinweise für
eine schwerwiegende gastrointestinale Pathologie. Der untersuchende Arzt hielt als
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Diagnose ein Colon irritabile (Reizdarm) sowie eine chronisch psychische
Belastungssituation fest (Suva-act. 23 S. 5 f.). Im Zeugnis vom 1. Juni 2007 attestierte
Dr. F._ dem Versicherten eine volle Arbeitsunfähigkeit ab 15. Juni 2006; als Datum
der Erstbehandlung gab er den 10. Januar 2007 an (Suva-act. 12). Mit Bericht vom
2. Juli 2007 beurteilte Suva-Kreisarzt Dr. med. G._, Facharzt für Chirurgie, den
geltend gemachten Rückfall gestützt auf die medizinischen Akten. Er kam zum
Schluss, dass die Untersuchungsergebnisse vom 23. Mai 2007 keinerlei strukturelle
Läsionen im Bauchraum erkennen liessen und auch die früheren sonographischen
Veränderungen um die Gallenblase nicht mehr vorhanden seien. Somit zeigten sich
keine strukturellen Veränderungen mehr, welche mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
auf das Ereignis vom 16. Februar 2001 zurückgeführt werden könnten. Die im Rahmen
des Rückfalls geltend gemachten Beschwerden seien aus medizinischer Sicht nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 16. Februar 2001
zurückzuführen (Suva-act. 27). Mit Verfügung vom 4. September 2007 lehnte die Suva
eine Leistungspflicht bezüglich der als Rückfall zum Unfall vom 16. Februar 2001
gemeldeten Mittelbauchbeschwerden ab. Sie begründete dies damit, dass die
aktuellen Beschwerden in keinem sicheren oder wahrscheinlichen
Kausalzusammenhang zum Unfallereignis stünden. Die geklagten Beschwerden seien
vielmehr krankheitsbedingt (Suva-act. 28). Die Verfügung erwuchs unangefochten in
Rechtskraft.
A.c Am 29. August 2007 wurde der Versicherte im Rahmen einer MEDAS-Abklärung
psychiatrisch von Dr. med. H._, FMH Psychiatrie Psychotherapie, begutachtet. Im
Bericht vom 16. Oktober 2007 hielt Dr. H._ als Diagnosen mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige bis schwere depressive Episode (ICD 10 - F32.2)
und eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD 10 - F43.1) sowie als Diagnose
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit einen Verdacht auf episodischen
Alkoholüberkonsum (ICD 10 - F10.26) in emotional belastenden Situationen fest. Dabei
sei die vom Hausarzt festgelegte Arbeitsunfähigkeit von 100 % ab Juni 2006
nachvollziehbar. Gemäss dem Bericht des Röntgeninstituts und MR-Zentrums,
St. Gallen, vom 17. September 2007 ergab eine CT von Abdomen-Becken einen Status
nach Leberlazeration mit diskreten Strukturalterationen in den Segmenten IV und VIII
der Leber, daneben jedoch keine Auffälligkeiten. Am 11. September 2007 wurde der
Versicherte von Dr. med. I._, Facharzt FMH Chirurgie, speziell Viszeralchirurgie,
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untersucht. Ihm gegenüber äusserte der Versicherte, dass seine
Abdominalbeschwerden nicht wesentlich zur Arbeitsunfähigkeit beitragen würden. Eine
Operationsindikation sah der Arzt als nicht gegeben. Das MEDAS-Gutachten vom 14.
November 2007 enthielt neben den bereits psychiatrisch festgestellten Diagnosen den
Verdacht auf phasenweisen Äthylüberkonsum mit Lebersteatose als wesentliche
Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit. Der Gutachter Dr. med. J._ befand
den Versicherten sowohl als Mechaniker wie auch in allen anderen Tätigkeiten auf
Grund der psychischen Störungen aktuell als nicht arbeitsfähig. Da der Versicherte
jedoch bereits zu einer Psychotherapie/Psychopharmakotherapie angemeldet und die
Prognose für eine vollständige Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit gut sei, empfahl
er, die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in spätestens einem Jahr einer Revision zu
unterziehen (Suva-act. 34). Gestützt auf das MEDAS-Gutachten erliess die IV-Stelle
des Kantons St. Gallen am 16. Juni 2008 die Mitteilung ihres Beschlusses, dass der
Invaliditätsgrad des Versicherten ab 15. Juni 2007 100 % betrage (Suva-act. 37).
A.d Mit Verfügung vom 3. Juli 2008 eröffnete die Suva dem Versicherten, dass nach
Prüfung der massgebenden Kriterien gemäss BGE 115 V 133 die Adäquanz zwischen
seinen Beschwerden und dem früheren Unfallereignis zu verneinen sei, weshalb kein
Anspruch auf Versicherungsleistungen bestehe.
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob die CSS Versicherung als zuständige Krankenkasse
mit Schreiben vom 9. Juli 2008 vorsorglich Einsprache (Suva-act. 39), zog diese am
28. Juli 2008 aber wieder zurück (Suva-act. 45).
B.b Am 30. Juli 2008 erhob auch Rechtsanwalt Daniel Küng, St. Gallen, für den
Versicherten Einsprache (Suva-act. 44). Diese wies die Suva mit Einspracheentscheid
vom 3. September 2008 ab (Suva-act. 47).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 3. September 2008 richtet sich die vom
Rechtsvertreter im Namen des Versicherten erhobene Beschwerde vom 1. Oktober
2008. Der Rechtsanwalt beantragt die Aufhebung des Einspracheentscheids und der
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diesem zu Grunde liegenden Verfügung vom 3. Juli 2008. Dem Beschwerdeführer seien
aus dem Ereignis vom 16. Februar 2001 die gesetzlichen Leistungen zu erbringen.
Insbesondere sei eine ganze Invalidenrente zu entrichten und es seien die Kosten der
medizinischen Massnahmen zu übernehmen. Eventualiter sei die Angelegenheit
zwecks Vornahme weiterer Abklärungen im Sinn der Beschwerdeerwägungen und
anschliessender Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur Beschwerdeergänzung sei ihm eine
zusätzliche Frist einzuräumen. Zur Begründung bringt der Rechtsvertreter im
Wesentlichen vor, dass von einem schweren Unfall auszugehen sei. Selbst wenn
lediglich von einem mittelschweren Fall ausgegangen würde, reiche es für die Bejahung
der Adäquanz aus, wenn ein einzelnes Kriterium erfüllt sei. Nachdem vorliegend bereits
der Unfall selbst derart dramatisch abgelaufen sei, müsse die Adäquanz schon von da
her bejaht werden. Mit Beschwerdeergänzung vom 29. Oktober 2008 beantragt der
Rechtsvertreter zusätzlich die Entrichtung einer "Integritätsentschädigung basierend
auf einem Invaliditätsgrad von 100 %". Ausserdem ersucht er um Beizug der IV-Akten
und hält fest, dass nichts dagegen spreche, die Abklärungsergebnisse der MEDAS
Zentralschweiz als medizinische Grundlage für das vorliegende Verfahren
heranzuziehen. Da der Beschwerdeführer immer noch an unfallbedingten somatischen
Beschwerden leide, könne auch nicht davon gesprochen werden, dass die
somatischen Beeinträchtigungen lediglich von untergeordneter Bedeutung und im
Vergleich zum psychisch erlittenen Schaden in den Hintergrund getreten seien. Zudem
sei die Adäquanz auch auf Grund des erlittenen Schreckerlebnisses gemäss der
Bundesgerichtspraxis BGE 129 V 177 erfüllt.
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 11. Dezember 2008 beantragt Rechtsanwalt Dr. iur.
Urs Glaus, St. Gallen, für die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur
Begründung führt er aus, dass es sich lediglich um einen mittelschweren Unfall handle
und die Kriterien zur Adäquanzbejahung weder in besonders ausgeprägter noch in
gehäufter oder auffallender Weise erfüllt seien. Schliesslich sei auch kein
Schreckereignis, welches sich gemäss Rechtsprechung als seelische Einwirkung durch
einen gewaltsamen Vorfall ohne körperliche Verletzung definiere, gegeben.
C.c Mit Replik vom 11. März 2009 (act. G 13) und Duplik vom 23. Mai 2009 (act. G 15)
bestätigten die Parteien ihre Standpunkte.
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C.d Auf die weiteren Begründungen und Ausführungen in den einzelnen
Rechtsschriften und den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig und zu prüfen ist, ob für die Zeit ab 15. Juni 2006 ein
Gesundheitsschaden auszumachen ist, der in natürlich- und adäquat-kausaler Weise
auf den Unfall vom 16. Februar 2001 zurückzuführen ist und die Beschwerdegegnerin
somit zur Ausrichtung von Versicherungsleistungen verpflichtet. Unbestritten dabei ist,
dass die Beschwerdegegnerin den Grundfall vom 16. Februar 2001 anerkannte und die
gesetzlichen Leistungen erbrachte. Nicht zu prüfen ist die Kausalität zwischen dem
Unfallereignis und den erneut aufgetretenen Beschwerden im Mittelbauchbereich, da
eine solche mit Verfügung vom 4. September 2007 bereits rechtskräftig verneint wurde
(Suva-act. 28).
1.2 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt zunächst voraus, dass
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher
Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinn des natürlichen
Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der
eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht
zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Für die Bejahung des natürlichen
Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder
unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende
Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität
der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht
weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung
entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die
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Verwaltung oder im Beschwerdefall das Gericht nach dem im Sozialversicherungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die
blosse Möglichkeit eines Kausalzusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181, 119 V 337 f. E. 1). Die Leistungspflicht des
Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und
dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der
Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten,
wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen
Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen
herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis allgemein als
begünstigt erscheint (BGE 129 V 181, 119 V 337 f. E. 1). Aufgabe des Arztes oder der
Ärztin ist es dabei, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, während es
dem Gericht obliegt, die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu
beantworten (PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen hat jedoch die
Adäquanz gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine
selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 3a).
1.3 Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202)
werden Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt. Rückfälle
und Spätfolgen stellen besondere revisionsrechtliche Tatbestände dar (Art. 22 UVG;
BGE 127 V 457 E. 4b, 118 V 297 E. 2d; SVR 2003 UV Nr. 14 S. 43 E. 4.2).
Praxisgemäss handelt es sich bei einem Rückfall um das Wiederaufflackern einer
vermeintlich geheilten Krankheit, sodass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise
sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt, während von Spätfolgen dann
gesprochen wird, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Lauf längerer Zeit organische
oder psychische Folgen bewirkt, die zu einem andersgearteten Krankheitsbild führen
können. Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich somit begrifflich an ein bestehendes
Unfallereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht des (damaligen)
Unfallversicherers nur dann auslösen, wenn zwischen den erneut vorgebrachten
Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen
Gesundheitsschädigung ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang
besteht (BGE 118 V 296 f. E. 2c; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 327 E. 2; SVR 2003 UV
Nr. 14 S. 43 E. 4 Ingress). Festzuhalten ist in diesem Zusammenhang, dass die für den
Grundfall an sich massgebenden kausalen Faktoren mit der Zeit wegfallen können,
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weshalb der Unfallversicherer bei einem Rückfall nicht automatisch an seiner
damaligen Leistungszusage behaftet werden kann. Es obliegt vielmehr dem
Leistungsansprecher, den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem neuen
Beschwerdebild und dem ursprünglichen Unfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nachzuweisen. Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz
beherrscht. Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes
wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts
zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat
in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a und 121 V 210 E. 6c, je
mit Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn der
Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen
mithin die Parteien in der Regel die Beweislast nur insofern, als im Fall der
Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 117 V 264 E. 3b mit
Hinweisen). Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung liegt die Beweislast bei
anspruchsbegründenden Tatfragen demzufolge bei der Partei, welche den Anspruch
geltend macht. Bei anspruchsaufhebenden Tatfragen liegt sie bei der Partei, welche
sich auf das Dahinfallen des Anspruchs beruft. Diese Beweisregel greift allerdings erst
Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes
auf Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die
Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (RKUV 1994 U 206 S.
327 f. E. 1 mit Hinweis und E. 3b). Ferner ist zu beachten, dass umso strengere
Anforderungen an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen
Kausalzusammenhangs zu stellen sind, je grösser der zeitliche Abstand zwischen
Unfall und Eintritt gesundheitlicher Störungen ist (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E. 1c).
2.
2.1 Sowohl nach dem MEDAS-Gutachten als auch gemäss dem Bericht von Dr. F._
vom 6. März 2007 sind für die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers im Wesentlichen psychische Beschwerden verantwortlich.
2.1.1 Hinsichtlich dieser psychischen Beschwerden lässt sich aus den Akten eine
natürliche Unfall-Teilkausalität ableiten (Suva-act. 34 Konsiliarbericht vom 16. Oktober
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2007 S. 9 f.). Gegenüber Dr. H._ schilderte der Beschwerdeführer am 29. August
2007 zum Unfallgeschehen, dass er stark geblutet und die Fahrt ins Krankenhaus nicht
immer bei vollem Bewusstsein erlebt habe. In Wachphasen habe er Todesängste
ausgestanden, weil er befürchtet habe, auf Grund der starken Blutungen das Spital
nicht mehr lebend zu erreichen. Im Rahmen der MEDAS-Begutachtung durch Dr. J._
berichtete der Beschwerdeführer ausserdem, dass der Chirurg nach der Operation
blutüberspritzt gewesen sei, es auch an den Wänden Blut gehabt habe und um ihn
herum mehrere Transfusionen gehangen hätten. Dr. H._ befand auf Grund seiner
Untersuchungen, dass es beim Beschwerdeführer im Rahmen des Unfallereignisses zu
einer psychischen Traumatisierung gekommen sei. Er habe vom Zeitpunkt der
Verletzung bis zur ersten wirkungsvollen Intervention unter Todesängsten gelitten und
befürchtet, an den Folgen des starken Blutverlusts zu sterben. Der Beschwerdeführer
erfülle die diagnostischen Kriterien einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD -
F43.1) und leide nach wie vor darunter. Dies äussere sich einerseits in intrusiven
Erinnerungen in Form von Alpträumen und manifestiere sich andererseits in
krampfartigen Oberbauchbeschwerden, die begleitet seien von wiederkehrenden
Bildern des Unfallgeschehens, einem Gefühl von Todesangst und vegetativen
Erscheinungen wie Herzrasen und Schweissausbrüchen.
2.1.2 Rechtsprechung und Lehre haben schreckbedingte plötzliche Einflüsse auf
die Psyche seit jeher als Einwirkung auf den menschlichen Körper (im Sinn des
geltenden Unfallbegriffs) anerkannt und für ihre unfallversicherungsrechtliche
Behandlung besondere Regeln entwickelt. Danach setzt die Annahme eines Unfalls
voraus, dass es sich um ein aussergewöhnliches Schreckereignis, verbunden mit
einem entsprechenden psychischen Schock, handelt; die seelische Einwirkung muss
durch einen gewaltsamen, in der unmittelbaren Gegenwart des Versicherten sich
abspielenden Vorfall ausgelöst werden und in ihrer überraschenden Heftigkeit geeignet
sein, auch bei einem gesunden Menschen durch Störung des seelischen
Gleichgewichts typische Angst- und Schreckwirkungen (wie Lähmungen, Herzschlag
etc.) hervorzurufen. In jüngerer Zeit wurde diese Rechtsprechung bestätigt und dahin
gehend präzisiert, dass auch bei Schreckereignissen nicht nur die Reaktion eines
(psychisch) gesunden Menschen als Vergleichsgrösse dienen kann, sondern in diesem
Zusammenhang ebenfalls auf eine "weite Bandbreite" von Versicherten abzustellen ist
(BGE 129 V 177 E. 2.1; SVR 2008 UV Nr. 7 S. 22 E. 2.2). Die Beurteilung der Adäquanz
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zwischen Schreckereignissen, bei welchen die versicherte Person zwar (auch)
körperliche Beeinträchtigungen davon trägt, letztere indessen nicht entscheidend ins
Gewicht fallen, und psychischen Schäden hat nach der allgemeinen Adäquanzformel
(gewöhnlicher Lauf der Dinge und allgemeine Lebenserfahrung) zu erfolgen (SVR 2008
UV Nr. 7 S. 22 E. 2.4 mit Hinweisen). An den adäquaten Kausalzusammenhang
zwischen Schreckereignissen und nachfolgenden psychischen Beschwerden werden
hohe Anforderungen gestellt. Andererseits ist der Versicherungsschutz einer weiten
Bandbreite von Versicherten zu gewähren (BGE 129 V 177 E. 3.3 mit Hinweisen). Damit
sind die strengen Anforderungen insbesondere an den Beweis der Tatsachen, die das
Schreckereignis ausgelöst haben, und an die Aussergewöhnlichkeit dieses Ereignisses
sowie den entsprechenden psychischen Schock zu stellen. Aus der Formulierung,
wonach das aussergewöhnliche Schreckereignis mit einem entsprechenden
psychischen Schock verbunden sein muss, folgt, dass der psychische Schock eine
unmittelbare Folge des Schreckereignisses sein muss. Die typischen Angst- und
Schreckwirkungen haben in zeitlicher Nähe zum Unfallereignis aufzutreten (vgl. David
Weiss, Die Qualifikation eines Schreckereignisses als Unfall nach Art. 4 ATSG, in: SZS
51/2007 S. 47). Nach der Rechtsprechung besteht die übliche und einigermassen
typische Reaktion auf solche Ereignisse erfahrungsgemäss darin, dass zwar eine
Traumatisierung stattfindet, diese aber vom Opfer in aller Regel innert Wochen oder
Monaten überwunden wird (BGE 129 V 177, SVR 2008 UV Nr. 7 S. 22 E. 2.5, je mit
Hinweisen).
2.1.3 In den Berichten des nachbehandelnden Hausarztes (Suva-act. 3.1, 3.2
und 8.1) und des Spitals Rorschach (Suva-act. 3.6, 7 und 8.2) wurden weder ein
psychischer Schock noch andere psychische Auffälligkeiten oder typische Angst- und
Schreckwirkungen beschrieben. Auch von Seiten des Spitals in C._, in welchem der
Beschwerdeführer notfallmässig operiert worden war, sind keine diesbezüglichen
Hinweise vorhanden, insbesondere kann dem relativ unleserlichen Operationsbericht,
dem einzigen echtzeitlichen Aktenstück, nichts derartiges entnommen werden (Suva-
act. 5). Dass beim Beschwerdeführer eine Depression aufgetreten ist, wird erstmals im
Bericht von Dr. F._ vom 6. März 2007 erwähnt (Suva-act. 22), also sechs Jahre nach
dem Unfallereignis. Dr. F._ diagnostizierte dabei eine anhaltend reaktive depressive
Episode und vermerkte, dass der Beschwerdeführer unter Antriebslosigkeit, Inappetenz
(Appetitlosigkeit) und Angstzuständen leide. Gegenüber dem Psychiater Dr. H._
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schilderte der Beschwerdeführer, an Schlaflosigkeit sowie unter Antriebs- und
Freudlosigkeit zu leiden. Als Beginn der Depression nannte er zuerst das Frühjahr
2006. Er beschrieb den Beginn als schleichend, kam dann jedoch auf den Unfall von
2001 zu sprechen und äusserte den Eindruck, dass die psychischen Beschwerden
bereits damals begonnen hätten. Ab jenem Zeitpunkt habe er immer wieder unter
Alpträumen gelitten, aus denen er nachts schweissgebadet, mit Herzklopfen und
starken Angstgefühlen erwacht sei (Suva-act. 34 Konsiliarbericht S. 2). Ungeachtet
dieser Schilderungen kann auf Grund der Berichte, dem guten Heilungsverlauf (Suva-
act. 34 MEDAS-Gutachten vom 14. November 2007 S. 11) sowie der drei Monate nach
dem Unfall erfolgten Wiederaufnahme der Arbeit nicht von einem Schreckereignis mit
den qualifizierten Merkmalen eines Unfalls im dargelegten Sinn ausgegangen werden.
Allein auf Grund der Angabe von Dr. H._ im Konsiliarbericht, wonach eine
posttraumatische Belastungsstörung bestehe, welche bei der Schmerzgenese der
persistierenden andauernden leichten Abdominalschmerzen nach Unfall eine Rolle
spiele, kann ein Schreckereignis im Rechtssinn nicht bejaht werden, zumal der
Psychiater den Beschwerdeführer nie zuvor behandelt, sondern lediglich am
29. August 2007 gutachterlich abgeklärt hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3.
September 2008 [8C_720/2007] i/S S., E. 7.2).
2.1.4 Aber selbst wenn ein Schreckereignis im Rechtssinn vorliegen sollte, wäre
die Adäquanz unter den gegebenen Umständen zu verneinen. Zwar ist dem
Unfallgeschehen eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abzusprechen und es ist auch
nachvollziehbar, dass es vom Beschwerdeführer subjektiv als sehr bedrohlich
wahrgenommen wurde. Dennoch erscheint es nach der allgemeinen Lebenserfahrung -
auch unter Berücksichtigung einer "weiten Bandbreite" von Versicherten - nicht
geeignet, nach jahrelanger symptomfreier Zeit psychische Störungen mit einer
vollständigen Erwerbsunfähigkeit auszulösen (vgl. Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 30. November 2004 [U 31/03 und U 342/03] i/S P., E. 5.4), zumal
an den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen psychischen Beschwerden und
Schreckereignissen wie bereits erwähnt hohe Anforderungen gestellt werden müssen
(vgl. auch erwähntes Urteil vom 3. September 2008 E. 7).
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2.2 Zu prüfen ist somit die Adäquanz der jetzt (noch) vorliegenden Beschwerden des
Beschwerdeführers gemäss Rechtsprechung zu psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V
133). Die Beschwerdegegnerin ist bezüglich der dabei vorzunehmenden
Katalogisierung von einem mittelschweren Ereignis ausgegangen. Der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers stufte demgegenüber den Unfall als schwer ein. Die Schwere
des Unfalls bestimmt sich rechtsprechungsgemäss nach dem augenfälligen
Geschehensablauf. Zu prüfen ist im Rahmen einer objektivierten Betrachtungsweise,
ob der Unfall eher als leicht, als mittelschwer oder als schwer erscheint, wobei im
mittleren Bereich gegebenenfalls eine weitere Differenzierung nach der Nähe zu den
leichten oder schweren Unfällen erfolgt. Massgebend sind der augenfällige
Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften, nicht jedoch Folgen des
Unfalls oder Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet
werden können. Derartigen dem eigentlichen Unfallgeschehen nicht zuzuordnenden
Faktoren ist gegebenenfalls bei den Adäquanzkriterien Rechnung zu tragen. Dies gilt
etwa für die - ein eigenes Kriterium bildenden - Verletzungen, welche sich die
versicherte Person zuzieht, aber auch für - unter dem Gesichtspunkt der besonders
dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls zu
prüfende - äussere Umstände, wie eine allfällige Dunkelheit im Unfallzeitpunkt oder
Verletzungs- resp. gar Todesfolgen, die der Unfall für andere Personen nach sich zieht
(Urteile des Bundesgerichts vom 28. Januar 2009 [8C_519/2008] i/S M., E. 5.2.1; vom
19. November 2007 [U 2/07] i/S Z., E. 5.3.1; SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26). Nach der in
RKUV 1995 Nr. U 215 S. 90 ff. enthaltenen Übersicht wurden als schwere Unfälle etwa
qualifiziert: Eine Frontalkollision, bei welcher die versicherte Person schwere
Verletzungen erlitt und ein anderer Fahrzeuginsasse starb (nicht veröffentlichtes Urteil I.
vom 15. Dezember 1994 [U 145/94]), der Zusammenstoss einer Autofahrerin mit einem
Zug mit Verlust des Unterschenkels (nicht veröffentlichtes Urteil T. vom 13. Dezember
1994 [U 141/94]), ein Unfall auf der Autobahn mit schweren Verletzungen (nicht
veröffentlichtes Urteil A. vom 11. Januar 1990 [U 77/89]) sowie der Fall eines Arbeiters,
der von einem mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h vorbeifahrenden Lastwagen am
Kopf getroffen und weggeschleudert wurde und dabei eine schwere Commotio cerebri
erlitt (nicht veröffentlichtes Urteil F. vom 17. Oktober 1989 [U 53/86]). Demgegenüber
hat das Bundesgericht bzw. das EVG im Fall eines Gipsers, der von einem Baugerüst
kopfüber ein Stockwerk in die Tiefe fiel, wobei er mit dem Gesicht auf einem Gerät
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aufschlug und sich eine Kieferfraktur zuzog (Urteil W. vom 9. April 2009
[8C_825/2008]), bei einem Zweiradfahrer, der von einem Personenwagen frontal
erfasst, auf die Motorhaube gehoben und auf das Trottoir geworfen wurde
(unveröffentlichtes Urteil C. vom 23. Dezember 1991 [U 90/90]) sowie im Fall einer
Mofafahrerin, die sich bei einem Zusammenstoss mit einem Personenwagen eine
Tibiakopffraktur zuzog (unveröffentlichtes Urteil P. vom 14. Dezember 1989 [U 91/87];
vgl. auch die Zusammenstellung der Rechtsprechung in RKUV 2003 Nr. U 481 S. 204
E. 3.3.2) das Unfallereignis jeweils dem mittleren Bereich zugeordnet. In einem neueren
Urteil hatte sich das Bundesgericht wie vorliegend ebenfalls mit einem Unfall mit
Stichverletzungen in der Bauchgegend zu befassen (erwähntes Urteil vom 28. Januar
2009 E. 5.2.2). Dabei hatte es eine tätliche Auseinandersetzung zu beurteilen, in deren
Verlauf der versicherten Person ein grosses Fleischmesser in den Magen gestochen
wurde. Das Bundesgericht erwog, dass mit einem erheblichen Schaden zu rechnen
gewesen sei, da der Messerstecher in Tötungsabsicht oder zumindest unter
Inkaufnahme einer Tötung des Versicherten zugestochen hatte. Unter diesen
Voraussetzungen qualifizierte es das Ereignis, "wenn nicht als schwer, so doch als
mindestens mittelschwer im Grenzbereich zu den schweren Unfällen". Im Unterschied
zu jenem Sachverhalt verlief der hier zur Diskussion stehende Unfall ohne jegliche
Tötungsabsicht oder Gewaltanwendung. Vielmehr stolperte der Beschwerdeführer im
Garten über einen Gartenschlauch und stürzte auf einen am Boden liegenden
Baumstamm, in dessen Oberseite ein Kokosnussspaltmesser steckte. Ohne dieses
Messer würde man wohl von einem ziemlich harmlosen Geschehen ausgehen. Beim
Sturz auf ein Messer kann man sich jedoch ganz erheblich verletzen. Allein deswegen
kann das Ereignis beim gegebenen Unfallhergang aber noch nicht als ausserordentlich
schweres, lebensbedrohliches Geschehen im Sinn der Praxis eingestuft werden.
Vielmehr ist es dem mittleren Bereich und auch hier wiederum dem mittleren Bereich,
keinesfalls aber dem Grenzbereich zu den schweren Unfällen zuzuordnen.
2.2.1 Die Unterscheidung zwischen mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu
den schweren Unfällen und solchen im mittleren Bereich ist insofern von Bedeutung,
als bei Unfällen im mittelschweren Bereich praxisgemäss grundsätzlich mehrere
Zusatzkriterien erfüllt sein müssen, um die Adäquanz bejahen zu können, wobei die
Zahl um so geringer sein kann, je näher das Ereignis bei den schweren Unfällen liegt
(vgl. dazu BGE 115 V 133 E. 6c/bb).
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2.2.2 Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder
besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls ist objektiv zu beurteilen und nicht auf Grund
des subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person (RKUV 1999
Nr. U 335 S. 207, U 287/97 E. 3b/cc; Urteil U 56/07 vom 25. Januar 2008 E. 6.1). Zu
beachten ist, dass jedem mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist,
welche somit allein noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreicht (Urteil
8C_799/2008 vom 11. Februar 2009 E. 3.2.3 mit Hinweis). Der Beschwerdeführer
macht geltend, dass zwischen dem Unfallgeschehen und dem ersten ärztlichen
Tätigwerden Stunden vergangen seien, während denen er zusätzlich viel Blut verloren
und Todesängste ausgestanden habe. Angesichts dieser Umstände ist, obwohl
ausschliesslich auf die Schilderungen des Beschwerdeführers abgestellt werden kann,
durchaus von dramatischen Begleitumständen auszugehen; eine besondere
Eindrücklichkeit des eigentlichen Unfallereignisses liegt bei objektiver Beurteilung aber
nicht vor.
2.2.3 Die Verletzungen waren nicht von der Art, dass sie speziell geeignet wären,
psychische Fehlentwicklungen auszulösen. Ein konkreter Nachweis für
lebensbedrohliche Verletzungen bzw. eine konkrete Lebensgefahr waren vorliegend
ebenfalls nicht gegeben. Gemäss den in der Schweiz erstellten Befunden (Stichwunden
im Oberbauch mit Verletzung der Gallenblasenwand und des Lebergewebes; Suva-
act. 3.4) scheinen die erlittenen Verletzungen auch nicht besonders schwer gewesen zu
sein. Dafür spricht auch, dass der Beschwerdeführer das brasilianische Spital bereits
nach kurzer Zeit - er berichtete laut Mitteilung der Arbeitgeberin im Jahr 2001 zuerst
von einem ca. zehn- und später während der MEDAS-Begutachtung im Jahr 2007 von
einem vier- bis fünftägigen Spitalaufenthalt (Suva-act. 2 und 34 MEDAS-Gutachten
S. 11) - wieder verlassen konnte. Selbst wenn das Kriterium der besonderen Schwere
der erlittenen Verletzungen angesichts der betroffenen lebensnotwendigen Organe
bejaht würde, würde sich am Ergebnis, wie nachfolgend zu zeigen sein wird, nichts
ändern. Die Frage der Erfüllung dieses Kriteriums muss hier daher nicht abschliessend
beurteilt werden.
2.2.4 Gemäss Dr. D._ erfolgte bereits am 21. Mai 2001, d.h. gut drei Monate
nach den Stichverletzungen, keine Behandlung mehr (Suva-act. 8.1). Das Kriterium der
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ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung ist somit ebenfalls nicht
gegeben.
2.2.5 Im ärztlichen Zwischenbericht vom 21. Mai 2001 ging Dr. D._ zwar noch
davon aus, dass wohl zeitlebens Adhäsionsbeschwerden bestehen würden. Gemäss
der ärztlichen Beurteilung von Kreisarzt Dr. G._ vom 2. Juli 2007 zeigen sich jedoch
heute keine strukturellen Veränderungen mehr, welche mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis zurückzuführen wären (Suva-act. 27). Im
Rahmen der MEDAS-Abklärungen beschrieb der Beschwerdeführer aktuell einen
konstanten, oft eher leichten Schmerz, ein drückendes Gefühl ca. in der
Gallenblasenregion, welches er jedoch als erträglichen Grundschmerz empfand.
Daneben könne es bei gewissen Bewegungen aber auch zu Beschwerden kommen,
welche "wie ein Blitz" einfahren würden, wobei der Krampf dann nur wenige Minuten
daure (Suva-act. 34 MEDAS-Gutachten S. 11). Dass der Beschwerdeführer
demgegenüber seit dem Unfallereignis dauernd an erheblichen Schmerzen leiden
würde, geht aus den Akten nicht hervor. Zusammenfassend verursachen die organisch
nachgewiesenen Unfallfolgen somit keine Dauerbeschwerden von solcher
Erheblichkeit, dass sie den Beschwerdeführer im Lebensalltag massgeblich
beeinträchtigen würden. Folglich ist auch dieses Kriterium nicht erfüllt.
2.2.6 Anzeichen für eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen
erheblich verschlimmert hat, sind aus den medizinischen Akten nicht ersichtlich und
werden auch nicht geltend gemacht. Es bleibt jedoch festzuhalten, dass sich aus dem
Bericht der Notfallchirurgie in C._ weder die genauen Verletzungen noch die
konkreten Operationshandlungen eruieren lassen. Obgleich der Beschwerdeführer
nach seiner Rückkehr in die Schweiz weiter unter persistierenden Schmerzen litt, lässt
sich allein daraus aber noch kein Schluss auf eine die Unfallfolgen erheblich
verschlechternde ärztliche Behandlung schliessen.
2.2.7 Sodann lagen - aus somatischer Sicht - weder ein schwieriger
Heilungsverlauf noch erhebliche Komplikationen vor. Der Beschwerdeführer schilderte
gegenüber dem MEDAS-Gutachter einen guten Heilungsverlauf nach der Operation.
Auch konnte er das brasilianische Spital gemäss eigenen Angaben bereits nach vier
bzw. zehn Tagen (vgl. E. 2.2.3 sowie Suva-act. 2 und 34 MEDAS-Gutachten S. 11)
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wieder verlassen und nach vierzehn Tagen die Heimreise in die Schweiz antreten. Drei
Monate nach dem Unfall ging er wieder ganztägig seiner Arbeit nach und in etwa zur
selben Zeit wurde die ärztliche Behandlung abgeschlossen. Erst fünf Jahre später
beklagte der Beschwerdeführer erneut Schmerzen im Bauchbereich und kamen die
Ärzte schliesslich zur Feststellung einer psychiatrischen Behandlungsbedürftigkeit (vgl.
Suva-act. 8.1, 12, 22, 34 Konsiliarbericht).
2.2.8 Ebenfalls nicht gegeben ist das Kriterium von Grad und Dauer der physisch
bedingten Arbeitsunfähigkeit, da der Beschwerdeführer seine Arbeit als
Betriebsmechaniker bereits am 14. Mai 2001 wieder voll aufnahm und bis zum 15. Juni
2006 als vollständig arbeitsfähig galt.
2.3 Da vorliegend somit selbst bei Bejahung der besonderen Schwere der erlittenen
Verletzungen höchstens zwei der massgebenden Kriterien erfüllt sind, allerdings nicht
in besonders ausgeprägter Weise, ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen
dem Unfallereignis vom Februar 2001 und den ab 15. Juni 2006 geklagten,
psychischen Beschwerden klarerweise zu verneinen. Damit besteht weder ein
Anspruch auf Taggelder und Heilkosten, noch auf eine Rente oder eine
Integritätsentschädigung, auch wenn die Erwerbsunfähigkeit andauern sollte.
3.
Dem Eventualbegehren, die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen an die
Vorinstanz zurückzuweisen, ist nicht stattzugeben. Da nicht anzunehmen ist, dass
weitere medizinische Abklärungen für die Beurteilung des vorliegend relevanten
Sachverhalts neue Erkenntnisse bringen und auf das schlüssige und nachvollziehbare
MEDAS-Gutachten vom 14. November 2007 abgestellt werden kann, kann darauf
verzichtet werden (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 124 V 94 E. 4b; Pra 88 Nr.
117; SVR 1996 UV Nr. 62 S. 211). Auf Grund des Vorliegens des durch die IV-Stelle in
Auftrag gegebenen MEDAS-Gutachtens, in welchem die medizinisch wesentlichen
Unterlagen unbestrittenermassen nachvollziehbar wiedergegeben und zusammenfasst
werden, kann von einem Beizug der übrigen IV-Akten abgesehen werden.
4.
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Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG