Decision ID: 9127d16e-6947-499a-9446-b34ff3b8cb9f
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- A. am 21. Juli 2020 bei der Polizeistation Affoltern/ZH eine Strafanzeige ge-
gen C. wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung, begangen zwischen 1. Sep-
tember 2016 und 21. Juli 2020, erhob (Verfahrensakten Kanton Zug, Ordner
Lasche 1);
- mit Schreiben vom 21. Oktober 2020 die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis
die Staatsanwaltschaft Zug um Übernahme der Strafsache gegen B. er-
suchte mit der Begründung, der Tatort befinde sich im Kanton Zug (Verfah-
rensakten Kanton Zug, Ordner Lasche 7);
- mit Verfügung vom 3. November 2020 die Staatsanwaltschaft Zug die Straf-
untersuchung gegen B. übernommen und mit Abtretungsverfügung vom
5. November 2020 die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis die Strafuntersu-
chung gegen B. an die Staatsanwaltschaft Zug abgetreten hat (Verfahrens-
akten Kanton Zug, Ordner Lasche 7);
- dagegen A. mit Beschwerde vom 12. November 2020 an die Beschwerde-
kammer des Bundesstrafgerichts gelangte; sie beantragt, es sei die Staats-
anwaltschaft des Kantons Zürich für zuständig zu erklären (act. 1);
- die Staatsanwaltschaften der Kantone Zürich und Zug mit Schreiben vom
25. November und 1. Dezember 2020 je auf eine Beschwerdeantwort ver-
zichtet haben, was A. am 3. Dezember 2020 zur Kenntnis gebracht worden
ist (act. 4-6);
- am 4. Dezember 2020 bei der Beschwerdekammer ein nicht datiertes
Schreiben von A. mit diversen Beilagen eingegangen ist, das als Ergänzung
zur Beschwerde vom 12. November 2020 entgegengenommen worden ist
(act. 7 und 7.1).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- eine Partei, die die Zuständigkeit der mit dem Strafverfahren befassten Be-
hörde anfechten will, dieser unverzüglich die Überweisung des Falles an die
zuständige Strafbehörde zu beantragen hat (Art. 41 Abs. 1 StPO); die mit
dem Antrag befasste Behörde gegebenenfalls einen Meinungsaustausch im
Sinne von Art. 39 Abs. 2 StPO einzuleiten oder direkt eine ihre eigenen Zu-
ständigkeit bestätigende Verfügung zu erlassen hat; gegen eine von den am
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allfälligen Meinungsaustausch beteiligten Staatsanwaltschaften getroffene
Entscheidung über den Gerichtsstand sich die Parteien innert zehn Tagen
beschweren können (Art. 41 Abs. 2 StPO);
- vorliegend die Frage, ob ein Überweisungsverfahren durchzuführen gewe-
sen wäre, offenbleiben kann, da sich die Beschwerde – wie sogleich zu zei-
gen sein wird – als unbegründet erweist;
- sich die Anzeige wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung gegen die (ehema-
lige) Beiständin der Beschwerdeführerin richtet, und diese für die KESB Zug
tätig gewesen sei;
- demzufolge anzunehmen ist, die vorgeworfenen Tathandlungen seien im
Kanton Zug begangen worden und sich somit auch der mutmassliche Tatort
dort befinde;
- daher davon auszugehen ist, dass sich die Strafverfolgungsbehörden zuläs-
sigerweise und wie von Art. 31 Abs. 1 StPO vorgesehen, auf den Ort einig-
ten, an dem die Tathandlungen gemäss Anzeige vorgenommen worden sind
und dieser auch dem gesetzlichen Gerichtsstand entspricht;
- vom ordentlichen Gerichtsstand abgewichen werden kann, wenn der
Schwerpunkt der deliktischen Tätigkeit oder die persönlichen Verhältnisse
der beschuldigten Person es erfordern oder andere triftige Gründe vorliegen
(Art. 38 Abs. 1 StPO);
- es sich dabei um prozessökonomische Gründe oder um Zweckmässigkeits-
überlegungen handeln muss;
- die allfällige Voreingenommenheit von Strafverfolgungsbehörden keinen
Grund im Sinne von Art. 38 Abs. 1 StPO darstellt, der ein Abweichen vom
ordentlichen Gerichtsstand rechtfertigt;
- allfällige Ausstandsgründe vielmehr in einem Ausstandsverfahren gemäss
den Bestimmungen der Art. 56 ff. StPO geltend zu machen sind;
- damit die vorliegende Beschwerde als unbegründet abzuweisen ist;
- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Beschwerdeführerin die Kosten zu
tragen hat (Art. 428 Abs. 1 StPO);
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- diese auf das gesetzliche und reglementarische Minimum von Fr. 200.-- fest-
zusetzen sind (Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 1 BStrKR).
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