Decision ID: 0de1e6e8-c7fd-4c5e-9eb3-0e5a513f6fbe
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1977 geborene
X._
arbeitete seit dem 1
5.
März 2010 bei der
Y._
AG als Kundendienstberater und war dabei bei der Schweizeri
schen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 3
0.
August 2010 auf einem Motorroller sitzend von hinten von einem Personenwagen angefahren und gegen die Windschutz
scheibe geschleudert wurde (Schadenmeldung vom 2. September 2010,
Urk.
11/11/215).
X._
wurde noch am Unfalltag im
Z._
behandelt. Dabei wurden folgende Diagnosen gestellt:
(1)
Schädel
prellung
, (2) HWS-Distorsion zweiten Grades, (3) OSG-Distorsion rechts und (4) oberflächliche Schürfwunde Ellbogen links.
Das
Z._
attestierte
X._
vom 3
0.
August bis 1
2.
September 2010 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
X._
nahm am 1
3.
September 2010 die Arbeit wieder zu 100
%
auf (Arztzeugnis vom 3
0.
September 2010,
Urk.
11/11/182-183).
Im Februar 2011 wurde bei
X._
aufgrund von Schulterbeschwerden rechts
im
Z._
eine
subacromiale
Infiltration durch
geführt
(Bericht vom
11
.
März 2011,
Urk.
11/11/143-144
). Mit Verfügung vom
3.
Oktober 2011
(Urk.
11/11/114-115)
bzw.
Einspracheentscheid
vom 1
9.
Januar 2012 (
Urk.
11/11/78-
84
)
hielt die SUVA fest, dass kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 3
0.
August 2010 und den Schulterbeschwerden rechts bestehe, weshalb sie hierfür keine Leistungen er
bringen könne
.
Für die seit
7.
Oktober 2011 attestierte Arbeitsfähigkeit kam in der Folge der Krankentaggeldversicherer auf (vgl.
Urk.
11/17).
1.2
A
m
7.
März 2012 (Eingangsdatum)
meldete sich der Versicherte
bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum
Leistungsbezug an (
Urk.
11/5). In der Folge führte die IV-Stelle am 2
2.
März 2012 mit
X._
ein Ressourcengespräch durch (
Urk.
11/8), liess einen Auszug aus dem individu
ellen Konto erstellen (IK-Auszug vom 2
2.
März 2012,
Urk.
11/10), zog die Akten der SUVA (
Urk.
11/11)
und der Krankentaggeldversicherung AXA Winterthur (
Urk.
11/14)
bei
und holte Arztberichte der
Klinik A._
(Bericht vom 2
6.
März 2012,
Urk.
11/12)
und von
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Innere Medizin und für Rheumatologie, (Bericht vom
4.
April 2012,
Urk.
11/16) sowie einen Arbeitgeberbericht der
Y._
AG (
Urk.
11/17) ein. Mit
Mitteilung
vom 2
6.
April 2012 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen (
Urk.
11/18).
Nach
dem die Ärzte der
Klinik A._
der IV-Stelle erneut
berichtet hatten (Berichte vom 3
0.
Mai, vom
6.
August und vom
4.
u
nd
1
6.
Oktober 2012,
Urk.
11/19-20+2
3
)
,
zog die IV-Stelle weitere Akten der SUVA (
Urk.
11/24) und der AXA Winterthur (
Urk.
11/27) bei.
Bei der
IV-Stelle ging zudem
ein
Ver
laufsbericht
der
Ärzte der
Klinik A._
ein (
Urk.
11/25)
, und die IV-Stelle holte
einen weiteren Bericht von
Dr.
B._
ein (Bericht vom
6.
März 2013,
Urk.
11/29)
. Vom 1
3.
bis 2
6.
Februar 2013 war der Versicherte in der
Klinik C._
hospitalisiert (
Austrittsbericht vom
1.
März 2013
,
Urk.
11/32). Mit Urteil vom 18.
März 2013 wies das hiesige Gericht die vom Versicherten gegen den
Einspracheentschei
d
der SUVA vom 1
9.
Januar 2012 erhobene Beschwerde ab
(
Pr
.
Nr. UV.2012.00045)
.
Mit Vorbescheid vom 1
9.
September 2013 stellte die IV-Stelle
dem Versicherten
in Aussicht, eine vom
1.
Oktober 2012 bis 3
1.
Mai 2013 befristete ganze Invalidenrente zuzusprechen (
Urk.
11/38). Hierge
gen erhob der Versicherte am
4.
Oktober 2013 (
Urk.
11/42) bzw. 1
9.
November 2013 (
Urk.
11/45)
durch Rechtsanwalt
Kreso
Glavas
Einwand.
Am
2.
Januar 2014 teilte der Versicherte der IV-Stelle unter Beilage eines Berichts der Klinik für Urologie des
Z._
(Bericht vom
9.
Dezember 2013,
Urk.
11/49/2)
mit, dass bei ihm ein Tumor festgestellt worden sei (
Urk.
11/
50
).
Die IV-Stelle holte daraufhin bei der Klinik für Urologie des
Z._
einen Bericht ein (
Bericht vom 1
2.
Februar 2014, Urk.
11/53). Am 2
1.
März 2014 (
Urk.
11/62) stellte der Versi
cherte der IV-Stelle einen Bericht von
Dr.
med.
D._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 2
6.
März 2014
zu (
Urk.
11/61).
Am 1
0.
Juni 2014 bestellte die IV-Stelle Rechtsanwalt
Kreso
Glavas
als unentgeltli
chen Rechtsvertreter des Versicherten (
Urk.
11/68). Mit Verfügung vom
4.
August 2014 sprach die IV-Stelle dem Versicherten für die Zeit vom
1.
Oktober 2012 bis 3
1.
Mai 2013 eine befristete ganze Rente zu (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 1
2.
September 2014 durch Rechtsanwalt
Kreso
Glavas
Beschwerde und beantragte, es sei ihm auch nach dem 3
1.
Mai 2013 weiterhin eine ganze Rente auszurichten, eventualiter sei die
Beschwerde
gegnerin
zu verpflichten, eine polydisziplinäre Abklärung durchzuführen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen
Prozess
führung
und um Bestellung von Rechtsanwalt
Kreso
Glavas
als unentgeltlichen Rechtsvertreter
sowie um Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels
(
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin b
eantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
7.
Oktober 2014 die
Abweisung der Beschwerde (Urk.
10). Mit Verfügung vom 2
1.
Oktober 2014 wurde
das
Gesuch
um Gewährung der unentgeltlichen
Pro
zessführung
und um Bestellung von Rechtsanwalt
Kreso
Glavas
als unentgeltli
chen Rechtsvertreter abgewiesen. Gleichzeitig wurde festgehalten, dass kein formeller zweiter Schriftenwechsel angeordnet werde (
Urk.
12).
Am 2
3.
Oktober 2014 liess der Beschwerdeführer mitteilen, dass er wegen einer Krebserkrankung eine Chemotherapie habe beginnen müssen (
Urk.
13). Am 2
8.
Oktober 2014 er
g
änzte er seine Eingabe und ersuchte um Vornahme der erforderlichen medizi
nischen Abklärungen (
Urk.
15). Am 2
9.
Oktober 2014 reichte Rechtsanwalt
Kreso
Glavas
eine Honorarnote ein (
Urk.
17). Die Beschwerdegegnerin hielt mit Stellungnahme vom 2
5.
November 2014 an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest (
Urk.
20). Der Beschwerdeführer reichte hierzu am 2
8.
November 2014 eine Stellungnahme ein (
Urk.
22), was der
Beschwerdegeg
nerin
am
2.
Dezember 2014 mitgeteilt wurde (
Urk.
23).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin bringt zur Begründung der Befristung der Rente des Beschwerdeführers vo
r, nachdem dem Beschwerdeführer
nach Ablauf des ein
jährigen Wartejahres
keine Tätigkeit in der freien Wirtschaft mehr zumutbar gewesen sei, habe sich sein Gesundheitszustand ab dem 2
6.
Februar 2013, das heiss
e
dem Zeitpunkt
des
Austritt
s
aus der
Klinik C._
, wesentlich ver
bessert. Ab diesem Zeitpunkt
sei
ihm
e
ine
mittelschwere
Tätigkeit
ohne länger
dauernde Überkopfarbeit rechts und ohne Ersteigen von Leitern und Gerüsten zu 100
%
zumutbar (
Urk.
2). Eine depressive Episode sei gut behandelbar, wes
halb sie kein dauerhafter Gesundheitsschaden darstelle. Eine posttraumatische Belastungsstörung sei zu verneinen, da der Unfall vom 3
1.
August 2010 nicht die erforderliche Schwere
gehabt
habe, um eine solche auszulösen (
Urk.
10).
Im Zeitpunkt des Erlasses der angef
ochtenen Verfügung hätten keine Hinweise auf eine mögliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes vorgelegen. Auch in der Beschwerdeschrift seien keine entsprechenden Ausführungen gemacht worden. Das nun eingereichte ärztliche Zeugnis vom 2
7.
Oktober 2014 attestiere dem Beschwerdeführer ebenfalls erst ab dem 2
0.
Oktober 2014,
somit
mehr als zwei Monate nach Erlass der Verfügung eine Arbeitsunfähigkeit. Eine Verschlechterung sei zudem erst zu berücksichtigen, wenn sie mehr als drei Monate gedauert habe. Die nun offenbar eingetretene Verschlechterung wäre in einem neuen Verfahren zu prüfen (
Urk.
20).
1.2
Der Beschwerdeführer lässt hiergegen im Wesentlichen
vorbringen, es sei er
stell
t
, dass er an somatischen und an psychischen Beschwerden leide und vor
erst nicht in der Lage sei, ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen.
Nachdem der Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes
(RAD)
der
Beschwerde
geg
nerin
selber der Meinung gewesen sei, dass eine
gesamtbetrachtende
Exper
tise notwendig sei, bleib
e diese unverzichtbar. Es gehe
nicht an, dass die Beur
tei
lung
anhand von
einzelnen Bericht
en
, die keine Gesamtschau ergäben, vor
ge
nom
men werde. Es sei daher eine polydisziplinäre Abklärung vor
zu
neh
men (
Urk.
1).
Es sei bei ihm
eine
Metastase in den Lymphknoten der Bauchhöh
l
e aufgetreten. Er müsse mehrere Phasen Chemotherapie über sich ergehen lassen. Die Beschwerdegegnerin habe in Unkenntnis des wahren Sachverhalts und auf der Basis der falschen medizinischen Bericht
e
(Hodenkrebs ohne Folge) zumindest zu früh verfügt.
Diese
uner
freuliche Entwicklung habe auch tiefgreifende psy
chische Probleme verursacht. Man müsse davon ausgehen, dass der primäre Hodentumor die Metastasen in d
en Lymphknoten verursacht habe
(
Urk.
15).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
2.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen gu
ten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden
kön
nte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchti
gung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbs
unfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der
Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
2.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen
einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a).
3.
3.1
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der ver
sicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blei
ben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat viel
mehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
3.2
Wurde die Rente nach Verminderung des Invaliditätsgrades aufgehoben, er
reicht dieser jedoch in den folgenden drei Jahren wegen einer auf dasselbe Lei
den zurückzuführenden Arbeitsunfähigkeit erneut ein rentenbegründendes
Ausmass, so werden gemäss
Art.
29
bis
IVV bei der Berechnung der Wartezeit nach
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG früher zurückgelegte Zeiten angerechnet.
3.3
Vorliegend strittig ist, ob im Februar 2013 insoweit eine Verbesserung des Ge
sundheitszustandes eingetreten war, dass drei Monate später (vgl.
Art.
88a IVV) kein rentenbegründender Invaliditätsgrad mehr bestand bis zum hier zu beur
teilenden massgebenden Zeitpunkt der Rentenverfügung (
4.
August 2014).
4
.
4
.1
Nachdem die Ärzte der
Klinik A._
beim Beschwerdeführer
am
7.
Oktober 2011
eine Arthroskopie der rechten Schulter
mit SLAP-
Repair
und
subacromia
ler
Dekompression/
Acromioplastik
vorgenommen hatten (Operationsbericht,
Urk.
11/11/103), berichteten sie der Beschwerdegegnerin am 2
6.
März 2012, beim Beschwerdeführer bestehe nach wie vor eine ausgeprägte
Frozen
shoulder
postoperativ. Dies sei für den Beschwerdeführer sehr unangenehm auch hin
sichtlich seiner Arbeitsfähigkeit in der Postzustellung. Der Beschwerdeführer sei weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig
(
Urk.
11/12).
4
.2
Dr.
B._
diagnostizierte mit Bericht vom
4.
April 2012
:
Status nach Verkehrsunfall am 3
1.
August 2010
HWS-Akzelerations-/
Dezelerationstrauma
SLAP-Läsion rechte Schulter mit SLAP
Repair
am
7.
Oktober 2011; da
nach
Frozen
shoulder
Kniekon
tusion mit Verdacht auf mediale
Meniskusläsi
on/Ver
schlech
te
rung
einer
Femoropatellararthrose
Nephrolithiasis
rechts (2007)
Der Beschwerdeführer sei vom 3
1.
August 2010 bis
6.
Oktober 2011 zwischen 50 und 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Seit dem
7.
Oktob
er 2011 sei er zu 100
% arbeits
unfähig
(
Urk.
11/16).
4
.3
Die Ärzte der
Klinik A._
berichteten
der Beschwerdegegnerin
am 3
0.
Mai 2012, die Schulter des Beschwerdeführers sei weiterhin schmerzhaft. Er sei wei
ter
hin zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
11/19). Am
6.
August 2012 berichteten sie, beim Beschwerdeführer scheine die
Frozenshoulder
nun endgültig
vollständig
abgeheilt. Er zeige ein
glenohumeral
nahezu freies Bewegungsmuster. In der
aktuellen
Untersuchung
falle nun vor allem eine massiv
eingeschränkte
Sca
pu
la
führung
auf. Der Beschwerdeführer sei nicht in der Lage, die
Scapula
am Thorax zu halten, es komme zu einem Hochstand des Mar
go
medialis
bei Ab
duktion und Elevation. Sie würden mit diesen neuen Erkenntnissen eine weitere Abklärung in die Wege leiten, um diese
s
k
apulothorakale
Dyskin
e
sie
besser zu verstehen und behandeln zu können (
Urk.
11/20
). Am 1
6.
Oktober 2012 berich
teten die Ärzte der
Klinik A._
, es finde sich weiterhin auffäl
lig eine aus
geprägte
S
k
apuladyskinesie
ohne eine stark eingeschränkte
gleno
humerale
pas
sive Beweglichkeit mit Schmerzen bei Elevation und Abduktion des A
rm
es im Bereich des
Deltoideus
. Da der Beschwerdeführe
r
auf die letzte Infiltration
glenohumeral
mit
E
pistaxis und Herzpalpitation reagiert habe, wür
den
sie aktu
ell
keine Infiltration
subacromial
durchführen. Sie würden eine
Arthro
-MRI-Untersuchung
zur Beurteilung der
Rotatorenmanschette
und zum Ausschluss eines SLAP-Rezidivs wie auch
der
Beurteilung der Muskulatur des
Se
rratu
s
an
terior
veranlassen. Bis zur Nachkontrolle bestehe eine Arbeitsun
fä
higkeit in kör
perlich belastenden Tätigkeiten.
E
ine Bürotätigkeit wäre prinzipiell möglich, sei dem Beschwerdeführer aus betrieblichen Gründen jedoch nicht angeboten wor
den. Aktuell sei es schwierig vorauszusagen, ob sie dem Beschwer
deführer kurz- oder langfristig helfen könn
t
en
im Sinne
, dass
er
eine
freie Ele
vation und Ab
duktion für eine körperlich belastende Tätigkeit
hätte
(
Urk.
11/23).
Am 12.
Dezem
ber 2012 berichteten die Ärzte der
Klinik A._
der
Beschwerde
ge
gnerin
, in der durchgeführten
Arthro
-MRI
-
Untersuchung der rechten Schulter zeige sich eine
bursalseitige
Partialruptur der
Supraspinatus
sehne
. Dies könne durchaus Schulterschmerzen auslösen, ihnen seien jedoch die erheblichen Ein
schränkungen des Beschwerdeführers dadurch nicht ganz er
klärbar. Sie inter
pretierten die
S
k
apuladyskinesie
in erster Linie als reaktiv auf die Schmerzen. Die möglichen Therapieoptionen würden besprochen. Eine wei
tere Infiltration möchte der Beschwerdef
ührer nicht durchführen lassen. Die bis
herigen Infiltra
tionen hätten
auch nur wenig Erfolg gebracht. Auf die Opera
ti
o
n habe der Be
schwerdeführer nicht gut angesprochen, nun bereits 13
Monat
e
postoperativ. Eine Möglichkeit wäre sicherlich der Ausbau der
Schmerzmedika
tion
und allen
falls als
ultima
ratio
die Durchführung e
iner stationären Physio
therapie
durch das Physiotherapieteam bei ihnen im Haus. Aufgrund der Tatsa
che, dass der Beschwerdeführer an diversen Körperregionen schmerzgeplagt sei, bäten sie den behandelnden Rheumatol
og
en
Dr.
B._
um eine Beurteilung und allfällige Therapieübernahme des Beschwerdeführers (
Urk.
11/25)
.
4
.4
Nachdem der Beschwerdeführer in der Rheumasprechstunde der
Klinik A._
untersucht worden war, diagnostizierten die Ärzte der
Klinik A._
mit Bericht vom 2
2.
Januar 2013
neu ein chronisches
lumbovertebral
e
s
Schmerz
syndrom
, intermittierend
spondylogen
bei leichter SIG-Arthrose, lum
bale
Streck
haltung
. Sie hielten dazu fest, dass der Beschwerdeführer telefonisch über die unauffälligen LWS-Röntgenbilder informiert worden sei. Aufgrund der komple
xen Gesamtsituation mit anhaltender Arbeitsunfähigkeit seit dem
Roller
unfall
im Jahr 2010
mit anhaltenden Schulterbeschwerden sowie nun
lumbos
pondy
logenen
Beschwerden und Kniebeschwerden seit
der
Kniekontusion links, erach
te
te
n sie, auch nach Rücksprache mit
Dr.
B._
,
eine stationäre Reha
bilita
tion und Beurteilung der Belastbarkeit/Arbeitsfähigkeit
für sinnvoll.
Sie würden den Beschwerdeführer in der
Klinik C._
anmelden, bei ihnen seien keine weiteren Termine geplant (
Urk.
11/29/5-6).
4
.5
Die Ärzte der
Klinik C._
, in welcher der Beschwerdeführer vom 1
3.
bis 2
6.
Fe
bruar 2013 hospitalisiert
gewesen war
, diagnostizierten mit Bericht vom
1.
März 2013
Unfall vom 3
1.
August 2010 mit Roller mit
SLAP-Läsion Typ II
und
subakromiales
Impingement
7.
Oktober 2011 Arthroskopie rechte Schulter, SLAP-
Repair
und
sub
akromiale
Dekompression/
Akromioplastik
Status nach durchgemachter
Frozen
shoulder
rechts
1
0.
Oktober 2012
n
eurologische Untersuchung in der
Klinik A._
:
Scapula
alata
rechts.
Myographisch
und neurographisch kein Hinweis auf neurogene Läsion. Kein Hinweis auf proximale Schädigung, zum Beispiel im Sinne einer
Plexusneuritis
5.
November 2012
Arthro
-MRI Schulter rechts,
Klinik A._
:
b
urs
a
seitige
Partia
lruptur der
Supraspinatussehne
.
Supraspi
na
tus
tendinose
. TAG Anker in situ, kein SLAP-Rezidiv. Eutrophe
Rota
to
ren
manschettenmuskulatur
a
ktuell:
1
9.
Februar 2013
Arthro
-MRI Schulter rechts: Verglichen mit der ex
ternen Voruntersuchung vom
5.
N
ovember 2012 weitgehend sta
tio
näre Befunde.
Tendinopathie
der
Supraspinatussehne
. Regel
rech
te Darstellung der übrigen Sehnen der
Rotatorenmanschette
. Lange
Bizepssehne
mit regelrechtem Signal und abgesehen von einer geringen Subluxationsstel
lung auf Höhe des
Bizepspulleys
regel
rechtem Verlauf im
Sulcus
intertubercularis
. Postoperativ regelrechte Darstellung des
glenoidalen
Labrums bei Status nach SLAP
Repair
. Leicht enger
Recessus
axillaris
, im Übrigen keine Hinweise auf eine adhäsive
Kapsulitis
2
0.
Februar 2013
o
rthopädisches Konsilium,
Klinik C._
: Die subjektiv geklagten Beschwerden sind medizinisch nicht nach
vollziehbar und können mit den erhobenen kl
i
nischen und radio
logischen B
efu
n
d
en nicht in Einklang gebracht werden
Status nach Kniekontusion links
Status nach HWS-Distorsion
chronisches
lumbovertebral
e
s
Schmerzsyndrom
l
eichte SIG-Arthrose, lumbale Streckhaltung
1
6.
Januar 2013 Röntgen LWS inklusive Funktionsaufnahmen:
l
um
bale Streckhaltung. Intaktes Alignement der Wirbelkörper. Keine
Spondylolyse
. Keine Wirbelkörperfraktur. Keine substanzielle
Spon
dylarthrose
. Kein pathologi
sches Wirbelgleiten, kein K
laffen von
Zwischen
wirbelräumen
. Beidseits leicht
e
ISG Arthrose
Status nach
Klavikulafraktur
rechts vor zehn
Jahren, konservativ behan
delt
Dem Beschwerdeführer seien mittelschwere Tätigkeiten ganztags zumutbar. Nicht möglich seien längerdauernde rechtseitige Tätigkeiten über Kopfhöhe und das Ersteigen von Leitern und Gerüsten (
Urk.
11/32).
4
.6
Dr.
B._
nannte mit Bericht vom
6.
März 2013 als Diagnose wie die Ärzte der
Klinik A._
neu ein chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom bei SIG-Arthrose. Er attestierte dem Beschwerdeführer weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und erklärte, dass eine polydisziplinäre Abklärung
sinnvoll wäre (
Urk.
11/29/1-4).
4
.7
Dr.
med.
E._
, Oberarzt der Klinik für Urologie des
Z._
, diagnostizierte mit Bericht vom 1
2.
Februar 2014 aus urologischer Sicht ein
Seminom
Hoden links pT1, VO L0 (Erstdiagnose Dezember 2013). Der Beschwerdeführer sei vom
9.
b
is
am
2
2.
Dezember 2013 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Derzeit bestehe aus urologischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
11/53/5-6).
4
.8
Dr.
D._
berichtete der AXA Winterthur am 2
6.
März 2014 und hielt dabei als Diagnosen eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2) und eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) nach einem Verkehrsunfall mit dem Roller am 3
1.
August 2010 fest. Der Beschwerdeführer sei aktuell aus psychiatrischer Sicht zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
11/61).
4
.9
Med.
pract
.
F._
, Oberarzt, und
Dr.
med.
G._
, Assistenzärztin, von der
Klinik H._
, in welch
er der Beschwerdeführer vom 12.
Juni bis
8.
Juli 2014 hospitalisiert war, diagn
ostizierten mit Bericht vom 17.
August 2014:
c
hronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
„
Frozen
shoulder
“ rechts
Status nach Verkehrsunfall
d
epressive Episode, zuletzt mittelgradig (ICD-10 F32.1)
Status nach
Seminom
-Hoden links mit Operation im Dezember 2013 (Stadium
Ia
)
P
osttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
n
ach einem Verkehrsunfall mit dem Roller am 3
1.
August
2010
Status nach HWS Distorsionstrauma beim Verkehrsunfall mit Roller am 3
1.
August 2010
Status nach Arthroskopie rechte Schulte
r SLAP-
Repair
und
subakromia
ler
Dekompression/
Akromioplastik
Schulter rechts am
7.
Oktober 2011
i
ntrapulmonaler Modus in Abklärung
Bronchoskopie
am 2
0.
Mai 2014 durchgeführt, CT Thorax Dezember 2013
Status nach Nierenkolik vor etwa sieben bis acht Jahren
Status nach
Klavikulafraktur
rechts vor etwa
zehn
Jahren
k
onservativ behandelt
Status nach Kniekontusion links
Sie attestierten
dem Beschwerdeführer
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vom 1
2.
Juni bis 1
7.
August 201
4.
Eine berufliche R
ei
ntegration im freien Markt scheine anhand der schon seit 2010 bestehenden Arbeitsunfähigkeit und der persistierenden Limitation der Schulter kurzfristig unrealistisch. Mit Hilfe der Invalidenversicherung wäre eine Integration im tiefen Pensum für (sehr) leichte Tätigkeiten schon aus therapeutischer Sicht sehr wünschenswert (
Urk.
3/10)
4
.10
Dr.
med.
I._
, Oberarzt der Klinik für Onkologie
des
Z._
, attestierte dem Beschwerdeführer mit Arztzeugnis vom 2
7.
Ok
tober 2014 für die Zeit vom 20.
Oktober 2014 bis 3
1.
Dezember 2014 eine 1
00%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk.
16/2).
5
.
5
.1
5
.1.1
Die Beschwerdegegnerin stützte ihre Leistungseinstellung per Ende Mai 2013 im Wesentlichen auf den Bericht der
Klinik C._
vom
1.
März 2013 (
vgl. E.
1.1
bzw.
E. 3.5)
.
Die Ärzte der
Klinik C._
nahmen am 1
9.
Februar 2013 eine
Arthro
-MRI-Untersuchung des rechten Schultergelenks vor. Es
war
dabei im Vergleich zur Untersuchung vom
5.
November 2012 ein weitgehend stationärer Befund
ersichtlich
. Es zeigte sich eine
Tendinopathie
der
Supraspinatussehne
. Des Wei
te
ren war eine regelrechte Darstellung der übrigen Sehnen der
Rotatorenman
schette
bei Partialruptur der
Supraspinatussehne
zu sehen. Die lange
Bizepsseh
ne
zeigte sich
mit regelrechtem Signal und abgesehen von einer geringen Subluxationsstellung auf Höhe des Bizeps-
Pulley
mit
regelrechtem Verla
uf im
Sulcus
intertubercularis
.
Die
k
linische Untersuchung der rechten Schulter ergab
eine reizlose Operations
narbe, keine Entzündungszeichen, Verspannung der schulterführenden Musku
lat
ur, Druckschmerz
subakromial
und
auf
das
AC-Gelenk rechts. Die
Schulter
funktion
rechts betrug: Anteversion/Retroversion
aktiv
50-0-20°, passiv 80
20
30° mit Schmerzangabe, Abduktion/Adduktion aktiv 45-0-20°, passi
v 75-0-30° mit Endphasenschmerz,
Aussenrotation/Innenrotation bei anliegen
dem Arm 30-0-40°, passiv 50-0-60° mit Endphasenschmerz.
Ein
Nackengriff rechts
war dem Beschwerdeführer
nicht möglich,
er konnte
kaum
das
Ohrläpp
chen m
it
der
Fin
gerspitze berühren. Der
Schürzengriff links
war ihm
bis
zum
Gesäss links
mög
lich
.
Die i
sometrische
n
Tests für Abduktion, Anteversion, Aussenrotation
und
Innenrotation
waren
schmerzhaft.
Der
Jobe
-Test
war
posi
tiv,
der Drop-
Sign
-Test negativ und der Lift-Off-Test positiv rechts.
Der
Umfang des
rechte
n
Arm
s
war 10 cm über
dem
Olekranon
36 cm, über dem
Olekranon
32,0 cm und 10 cm unterhalb des
Olekranon
31,5 cm. Der Umfang des linken Arms mass 10 cm über dem
Olekranon
35,4 cm, über dem
Olekranon
31,7 cm und 10 cm unterhalb des
Olekranon
31,2 cm. Ellbogen
g
elenk und Handgelenk rechts waren frei, der Faustschluss rechts komplett. Die HWS
zeigte eine leichte
Protraktion
und leichte muskuläre Verspannung. Der Kinn-Ster
num-Abstand war
4/17 cm. Die Seitneigung rechts/links war 30-0-30°, die Rotation rechts/links 60-0-60° mit Endphasenschmerz.
Der Beschwerdeführer klagte über
Druckschmerzen über de
m
Musculus
trap
ezius
descend
ens
und
ascendens
beidseits.
Bei der Untersuchung der
BWS/LWS
zeigte
n
sich
ein Schulterhochstand links von einem
Zentimeter
,
eine
mässige Skoliose,
ei
n
Beckengeradstand, Druckschmerzen über
dem
SIG beidseits und
der
unteren LWS paravertebral.
Der
Finger-Boden-Abstand
war
42 cm mit Schmerzangabe a
n der
unter
en LWS und im
SIG-Bereich be
i
dseits. Der
Schober
lumbalis
war 10/14 cm und die
Ott-Zeichen 30/32,5 cm.
Die
Oberkörper Seitneigung rechts/links
betrug
15-0-15°
und die Oberkörperrotation rechts/links 20-0-20°. Das Knie wies keine Auffälligkeiten auf: kein Knieerguss, kein Druckschmerz über medialem Gelenkspalt, keine Bandinstabilität, Flexion/Extension 135-0-0° und keine Schmerzen.
Die Schulter links, Ellbogen, Handgelenk links, Hüftgelenke, rechtes Knie und Sprunggelenke beidseits
waren
frei beweglich.
Die Ärzte der
Klinik C._
kamen gestützt auf diese Befunde zum Schluss,
dass das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen sich mit
d
en objektivierbaren pathologischen Befunden nur ungenügend erklären
lasse (
Urk.
11/32/3+4)
.
Entsprechend erstellten
sie
das Zumutbarkeitsprofil auch nicht gestützt auf die durchgeführten Belastungstests. Dies erweist sich als
nachvollziehbar
, zeigte der Beschwerdeführer in den
Belastungstests
doch
teil
weise groteske
Körperhaltungen und verweigerte auch geringe körperliche Belastungen
(Urk. 11/32/8)
. Das von den Ärzten der
Klinik C._
erstellte Belastungsprofil, gemäss welchem dem
Beschwerdeführer mittelschwere Tätigkeiten ganztags zumutbar
sind
, wobei
längerdauernde rechtseitige Tätig
keiten über Kopfhöhe und das Ersteigen von Leitern und Gerüsten
nicht mög
lich sei
en
, erweist sich gestützt auf die erhobenen Befunde
aus somatischer Sicht
als schlüssig.
5
.
1.2
Die Ärzte der
Klinik A._
bestätigten die Einschätzung der Ärzte der
Klinik C._
, dass die vom Beschwerdeführer geklagten erheblichen Beschwerden nicht nachvollziehbar seien und sahen deshalb auch von weiteren Therapieoptionen ab (E.
4
.3 und E.
4
.4)
. Die Ärzte der
Klinik A._
erach
teten zudem aus rein medizinischer Sicht eine körperlich nicht belastende Tätigkeit für zumutbar (
Urk.
11/23).
5
.
1.
3
Dr.
B._
attestierte dem Beschwerdeführer mit Bericht vom
6.
März 2013 für die angestammte Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (E. 3.6). Diese Einschätzung steht in Übereinstimmung mit der Einschätzung der Ärzte der
Klinik C._
und der
Klinik A._
. Betreffend Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit erachtete
Dr.
B._
eine Abklä
rung
für notwendig,
weshalb seine Einschätzung nicht im Widerspruch zu der
jenigen der
Klinik C._
steht.
5
.1.4
Nach dem Gesagten
steht fest
, dass der Beschwerdeführer
spätestens
ab Februar 2013
aus somatischer Sicht
in einer behinderungsangepassten Tätigkeit wi
eder zu 100
%
arbeitsfähig war.
5
.2
Im Dezember 2013 wurde beim Beschwerdeführer Hodenkrebs diagnostiziert. Dieser führte aus urologischer Sicht zu einer Arbeitsunfähigkeit vom
9.
b
is
22.
Dezember 2013 (vgl. E.
4
.7).
Mit
Zeugnis vom 2
7.
Oktober 2014 attestierte
Dr.
I._
von der Klinik für Onkologie des
Z._
dem Beschwerdeführer
vom 2
0.
Oktober bis 3
1.
Dezember 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (E.
4
.
10
). Nähere Angaben zur Art der Erkrankung machte
Dr.
I._
nicht. Gemäss Angaben des Beschwerdeführers
ist
eine Metastase in den Lymphknoten in der Bauchhöhle aufgetreten
(
Urk.
15)
.
Metastasen in den Lymphknoten des
Bauch
raumes
sind im Zusammenhang mit einer Hodenkrebserkrankung häufig
(vgl. Pschyrembel, 26
3.
Auflage, S. 901; Springer Lexikon Medizin, S. 903)
.
Wann solche
Metastasen Auswirkungen
zeitigten und welche
, wurde medizinisch nicht abgeklärt. Der somatische Gesundheitszustand
in Bezug auf die
Krebserkran
kung
wurde daher von der Beschwerdegegnerin für die Zeit ab Dezember 2013 ungenügend abgeklärt.
5
.3
Wenige Wochen nach der Erstdiagnose des Hodenkrebses begab sich der Beschwerdeführer bei
Dr.
D._
in psychiatrische Behandlung (E.
4
.8). Diese hielt fest, dass sich der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nach der Diagnosestellung verschlechtert habe und attestierte dem Beschwer
deführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Dr.
D._
nannte dabei als Diag
nosen
eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2) und eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1).
In Anbetracht, dass eine posttraumatische Belastungsstörung
eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmasses entsteht, die in fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen wü
rde, wozu
eine durch Naturereignisse oder von Menschen verursachte Katastrophe, eine Kampfhand
lung, ein schwerer Unfall oder der Umstand, Zeuge des gewaltsamen Todes anderer oder selbst Opfer von Folterung, Terrorismus, Vergewaltigung oder anderer Verbrechen zu sein
, gehört (Weltgesundheitsorganisation, Internatio
nale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-diag
nostische Leitlinien,
9.
Auflage,
2014
, S.
207
f.), scheint
ä
usserst
fraglich, ob der Rollerunfall des Beschwerdeführers vom 3
1.
August 2010 geeignet war, eine posttraumatische Belastungsstörung zu verursachen.
Nichtsdestotrotz
bestehen Hinweise, dass der Beschwerdeführer
noch vor Erlass der angefochtenen Verfü
gung
tatsächlich psychisch erkrankt und dadurch in der Arbeitsfähigkeit einge
schränkt ist. So attestierte
n
neben
Dr.
D._
(E.
4
.8) auch die Ärzte der
Klinik H._
dem Beschwerdeführer eine Einschränkung der Arbeits
fähig
keit aus psychiatrischer Sicht (E.
4
.9).
Es erscheint zudem
,
wie von
Dr.
D._
angeführt, durchaus
nachvollziehbar
, dass es beim Beschwerdefüh
rer nach der Krebserkrankung und dadurch notwendiger Semikastration, auch wenn diese grundsätzlich weder Auswirkungen auf Sexualität und Potenz noch auf die Fähigkeit, Kinder zu zeugen hat, zu einer Verschlechterung des psychi
schen Gesundheitszustandes gekommen ist.
Mit diesen Aspekten setzte sich
Dr.
med.
J._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom
RAD
der Beschwerdegegnerin in seiner internen Stellung
nahme vom 2
3.
Juni 2014 in keiner Weise auseinander (
Urk.
11
/69), sondern er beschränkt sich pauschal auf die Feststellung, dass eine depressive Episode gut behandelbar sei und eine gute Prognose habe, weshalb kein auf Dauer die Arbeitsfähigkeit tangierender Gesundheitsschaden
ersichtlich sei
.
Diese Fest
stellung ist mangels weiterer Begründung nicht nachvollziehbar,
insbesondere auch da
Dr.
D._
eine schwere depressive Episode
diagnostizierte.
5
.4
Nach dem Gesagten
erweist sich neben dem somatischen Gesundheitszustand ab Dezember 2013 auch der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers als ungenügend abgeklärt.
Dies führt betreffend Rentenanspruch des Beschwer
deführers ab
1.
Juni 2013
zur Aufhebung der angefochten
en Verfügung vom
4.
August 2014
und zur Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin
(BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4)
. Diese hat den somatischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ab Dezember 2013 sowie den psychischen Gesundheitszu
stand vollumfänglich abzuklären
und hernach über den Leistungsanspruch ab
1.
Juni 2013 neu zu entscheiden
.
6
.
6
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen.
6
.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die Gerichtskosten entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
6
.3
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
). Vorliegend erscheinen
der von Rechtsanwalt
Kreso
Glavas
mit Honorarnote vom 2
9.
Oktober 2014
(
Urk.
17)
geltend gemach
te
Aufwand
von 9,07 Stunden
und Barauslagen von Fr. 79.80
als ange
messen. Bei einem
gerichtsüblichen Stundenansatz von Fr. 200.-- ergibt sich so eine Entschädigung von
Fr.
2‘045.30
(inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen).