Decision ID: ed284fb9-6be4-43c5-a039-90225f4bcd21
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich am 3. Oktober 2012 wegen
Gelenkschmerzen, Ischias, Schwindelgefühlen und Depressionen zum Bezug von
Leistungen bei der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Seit 1988 war er als
Selbständigerwerbender und später als Gesellschafter und Geschäftsführer der B._
GmbH in der C._branche tätig (vgl. IV-act. 5-4, 9 und 11).
A.a.
Da der Versicherte zur Linderung seiner Beschwerden für mehrere Monate nach
D._ verreist war (vgl. IV-act. 33-3 und 38 ff.), teilte die IV-Stelle ihm am 15. April 2013
mit, dass keine beruflichen Massnahmen möglich seien (IV-act. 42).
A.b.
Am 20. November 2013 führte die IV-Stelle eine Abklärung vor Ort durch (IV-
act. 68). Der Abklärungsbericht wurde durch die Stellungnahme der Z._ Treuhand AG
im Namen des Versicherten ergänzt (IV-act. 64; vgl. auch IV-act. 67).
A.c.
Mit Vorbescheid vom 12. März 2014 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (IV-act. 73). Gegen diesen Vorbescheid
erhob der Versicherte, nun vertreten durch Rechtsanwalt Reto Diggelmann, am 2. Mai
2014 Einwand (IV-act. 74). In der Folge fand am 6. Oktober 2014 eine Abklärung beim
A.d.
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Regionalen ärztlichen Dienst (nachfolgend: RAD) statt (vgl. IV-act. 89 ff.). Mit zweiter
Anhörung vom 5. Januar 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie am
Vorbescheid vom 12. März 2014 festhalte (IV-act. 96). Dazu nahm der Versicherte am
16. Februar 2015 Stellung (IV-act. 99). Mit Verfügung vom 23. März 2015 wies die IV-
Stelle das Leistungsbegehren des Versicherten ab (IV-act. 104). Gegen diese
Verfügung erhob der Versicherte am 11. Mai 2015 Beschwerde (IV-act. 107). Mit
Entscheid vom 26. Mai 2017 hiess das Versicherungsgericht die Beschwerde gut und
wies die Sache zu weiteren Abklärungen an die IV-Stelle zurück (IV 2015/155; IV-
act. 128).
Nach Aktualisierung der medizinischen Unterlagen (vgl. IV-act 138 ff.) ordnete die
IV-Stelle am 6. Dezember 2017 eine polydisziplinäre Begutachtung an (Allgemeine
Innere Medizin, Rheumatologie, Neurologie, Neuropsychologie und Psychiatrie; IV-
act. 149). Mit der Begutachtung wurde die Medizinische Abklärungsstelle Bern ZVMB
GmbH (nachfolgend: ZVMB) beauftragt (vgl. IV-act. 155 und 158). Nach persönlichen
Untersuchen im Juli 2018 attestierten die ZVMB-Gutachter dem Versicherten am
17. Dezember 2018 in der angestammten Tätigkeit bis Dezember 2014 eine
Arbeitsfähigkeit von 50 %, danach keine Arbeitsfähigkeit mehr. In einer adaptierten
Tätigkeit attestierten sie ihm bis Dezember 2014 eine volle Arbeitsfähigkeit, danach
phasenweise, letztmals ab dem Gutachtenszeitpunkt (Juli 2018) eine Reduktion der
Arbeitsfähigkeit um 50 % (IV-act. 202-13 und 202-15).
A.e.
Nach erneutem Vorbescheidverfahren (IV-act. 211 ff.) sprach die IV-Stelle dem
Versicherten mit Verfügung vom 17. Mai 2019 eine halbe Rente ab 1. Juli 2016 zu (IV-
act. 220 f.). Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 2. September 2019
Beschwerde (IV-act. 226). Anlässlich einer erneuten Anfrage hielt der RAD fest, dass es
im Juni 2019 zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes gekommen sei,
weshalb seither eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorliege (IV-act. 231). Die IV-Stelle
widerrief die Verfügung vom 25. Juni 2019 deshalb am 28. November 2019 (IV-
act. 235). Mit Stellungnahme vom 8. Januar 2020 führte der RAD aus, der Versicherte
werde wohl keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr erlangen (IV-act. 357). Am
6. Februar 2020 schrieb das Versicherungsgericht das Beschwerdeverfahren als
gegenstandslos ab (IV-act. 258).
A.f.
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B.
Nach neuerlichem Vorbescheidverfahren (IV-act. 262 ff.) sprach die IV-Stelle dem
Versicherten mit Verfügung vom 14. Mai 2020 ab 1. Juli 2016 eine halbe und ab
1. September 2019 eine ganze Rente zu (IV-act. 266 f.).
A.g.
Gegen diese Verfügung erhebt der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer),
weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Reto Diggelmann, am 17. Juni 2020
Beschwerde. Er beantragt, die Verfügung vom 14. Mai 2020 sei insoweit aufzuheben,
als ihm für den Zeitraum ab 1. Juli 2016 bis 31. August 2019 lediglich eine halbe
Invalidenrente zugesprochen worden sei. Ihm sei ab dem 1. Januar 2015 eine
unbefristete ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur
weiteren Sachverhaltsabklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung bringt er im Wesentlichen vor, die
Beschwerdegegnerin habe das Valideneinkommen fehlerhaft errechnet. Sie habe bei
der Ermittlung des Valideneinkommens auf das Nettoeinkommen gemäss
Steuerdeklaration abgestellt, statt auf das Bruttoeinkommen und nicht das gesamte
massgebliche Einkommen berücksichtigt. Namentlich habe sie nicht beachtet, dass die
Steuerbehörde seine Repräsentationsspesen nicht vollumfänglich anerkannt und
diesbezüglich eine Aufrechnung des steuerbaren Einkommens vorgenommen habe.
Zudem habe der Beschwerdeführer in den Jahren 2010 und 2011 nebst seinem
Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit auch noch ein Einkommen aus
selbständiger Erwerbstätigkeit erzielt. Zum Valideneinkommen seien sodann die
Geschäftsgewinne hinzuzurechnen. Auf Seiten des Invalideneinkommens sei der
maximale Leidensabzug von 25 % zuzugestehen. Auch das ZVMB-Gutachten halte
fest, dass bereits ab Januar 2015 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % bestanden habe,
sodass dem Beschwerdeführer ab diesem Zeitpunkt bereits eine ganze Rente
auszurichten sei (act. G1).
B.a.
Am 23. Juni 2020 reicht der Beschwerdeführer ein Schreiben der Steuerbehörde
ein, in welchem diese bestätigt, dass ihre Meldung an die SVA St. Gallen vom
19. Februar 2019 die Nettolöhne der Jahre 2008 bis 2011 und 2015 bis 2017 der
Haupterwerbstätigkeit des Beschwerdeführers enthalte (act. G2 und G2.1).
B.b.
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Mit Beschwerdeantwort vom 21. September 2020 beantragt die Beschwerdegeg
nerin, es sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer von Januar bis August 2015, von
Oktober 2016 bis Januar 2018 und von Oktober 2018 bis August 2019 Anspruch auf
eine befristete Dreiviertelsrente sowie ab September 2019 Anspruch auf eine
unbefristete ganze Rente habe. Im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen. Zur
Begründung führt sie im Wesentlichen aus, übereinstimmend mit dem beweiskräftigen
ZVMB-Gutachten sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in
leidensadaptierter Tätigkeit von Januar bis Mai 2015, von Juli 2016 bis Oktober 2017
und von Juli 2018 bis Mai 2019 zu 50 %, und ab Juni 2019 voll arbeitsunfähig gewesen
sei. Dass die Gutachter die zwischenzeitlich vorliegenden höheren Arbeitsfähigkeiten
nicht näher hätten bestimmen können, liege am aggravierenden Verhalten des
Beschwerdeführers. Dass dieser die Winter mehrheitlich im Ausland verbracht habe,
erschwere eine rückwirkende Arbeitsfähigkeitsschätzung ebenfalls. Er habe die Folgen
der Beweislosigkeit zu tragen. Wie der Beschwerdeführer zu Recht ausführe, sei beim
Valideneinkommen vom Bruttolohn gemäss den Einträgen im individuellen Konto
(nachfolgend: IK) auszugehen. Die nicht beitragspflichtigen Spesen könnten dabei nicht
berücksichtigt werden, allerdings sei das Einkommen aus selbständiger
Erwerbstätigkeit von je Fr. 5'000.-- in den Jahren 2010 und 2011 zu berücksichtigen.
Da der Betriebserfolg stark schwankend und in der beachteten Zeitperiode von drei
Jahren sogar zweimal negativ gewesen sei, sei er bei der Bemessung des
Valideneinkommens nicht zu berücksichtigen. Das Valideneinkommen betrage
demnach Fr. 89'333.35, unter Anpassung der Nominallohnentwicklung bis 2014 somit
Fr. 91'404.--. Für das Invalideneinkommen sei auf die Tabelle TA1 der gemäss den vom
Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
abzustellen. Im Jahr 2014 habe der durchschnittliche Bruttolohn für Männer im
Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art)
Fr. 66'453.-- betragen. Bei einer 50%igen Arbeitsfähigkeit sei damit das
Invalideneinkommen ohne Leidensabzug auf Fr. 33'227.-- zu veranschlagen. In
Übereinstimmung mit dem Beschwerdeführer sei davon auszugehen, dass er mit
seinen gesundheitlichen Einschränkungen mit schubweisem Verlauf und auch aufgrund
des Teilzeitpensums eine gewisse Reduktion des üblichen Lohnniveaus in Kauf
nehmen müsse. Gerechtfertigt erscheine ein Abzug vom Tabellenlohn in der Höhe von
10 %. Damit resultiere ein Invalideneinkommen von gerundet Fr. 29'904.--. Ins
B.c.
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Verhältnis gesetzt mit dem Valideneinkommen von Fr. 91'404.-- ergebe dies einen
Invaliditätsgrad von 67 %. Demnach sei die angefochtene Rentenverfügung
entsprechend zu korrigieren und dem Beschwerdeführer seien von Januar bis August
2015, von Oktober 2016 bis Januar 2018 und von Oktober 2018 bis August 2019
befristete Dreiviertelsrenten zuzusprechen (act. G5).
Mit Replik vom 9. Dezember 2020 führt der Beschwerdeführer aus, er verlange
nicht die vollumfängliche Hinzurechnung der Spesenpauschalen, sondern nur
desjenigen Anteils, auf welchem er schliesslich auch Einkommenssteuern bezahlt habe.
Es sei kein Grund ersichtlich, weshalb die steuerliche Beurteilung anders ausfallen
sollte als die sozialversicherungsrechtliche. Wieso die Geschäftsgewinne von
durchschnittlich Fr. 23'090.85 im Jahr für die Bemessung des Valideneinkommens
unbeachtlich sein sollten, sei ebenfalls nicht nachvollziehbar. Entscheidend sei, was die
versicherte Person im massgeblichen Zeitpunkt aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten
und ihrer persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit ohne Gesundheitsschaden tatsächlich verdient hätte, wobei die
Einkommensermittlung so konkret wie möglich zu erfolgen habe. Das Bundesgericht
habe festgehalten, dass bei Selbständigerwerbenden zumeist auf die IK-Einträge im
individuellen Konto (nachfolgend: IK) abzustellen sei. Dies sei demnach nicht generell
der Fall. Für einen maximalen Tabellenlohnabzug würden die im massgeblichen
Zeitraum schubartig verlaufende Krankheit, der Umstand, dass auch gemäss
Ausführungen der Beschwerdegegnerin lediglich Teilzeitarbeit möglich gewesen sei,
die unbestrittene Tatsache, dass der Beschwerdeführer an Legasthenie leide und auch
sein fortgeschrittenes Alter sprechen. Im Weiteren sei zu berücksichtigen, dass der
Beschwerdeführer seit Jahren als faktisch Selbständigerwerbender im eigenen
Unternehmen tätig gewesen sei, was eine anderweitige Beschäftigung im
massgeblichen Zeitraum erschwert hätte. Dass die Beschwerdegegnerin von einer
stark schwankenden Arbeitsfähigkeit im massgeblichen Zeitraum ausgehe, rechtfertige
einen maximalen Tabellenlohnabzug. In der angefochtenen Verfügung solle gemäss der
Beschwerdegegnerin ab 1. Juli 2016 bis 31. August 2019 eine gleichbleibende
Arbeitsunfähigkeit bestanden haben, weshalb der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
halbe Rente habe. In der Beschwerdeantwort behaupte die Beschwerdegegnerin nun
plötzlich, für einige Zeiträume sei eine volle Arbeitsfähigkeit zu berücksichtigen. Diese
B.d.
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Erwägungen
1.
widersprüchliche Argumentation verstosse gegen Treu und Glauben. Im ZVMB-
Gutachten werde festgehalten, im Dezember 2014 habe sich der Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers verschlechtert. Ab Juni 2015 bis Sommer 2016 habe eine
bessere Arbeitsfähigkeit resultiert, welche aber nicht näher bestimmbar sei. Mit
wirksamer Schmerzbehandlung mit dem Medikament Y._ habe zumindest eine
Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer leidensadaptierten Tätigkeit bestanden, angeblich
"mit zunehmend besserer Wirkung". Diese Angaben seien völlig unbestimmt und nicht
verwertbar, weshalb die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung auch
nicht darauf abgestellt habe. Der weitere Verlauf und die zunehmende
Verschlechterung seines Gesundheitszustands würden zeigen, dass entgegen den
Angaben im ZVMB-Gutachten von "deutlich überzeichneten Schmerzäusserungen"
und dergleichen keine Rede sein könne. Der Vorwurf, weil er die Winter mehrheitlich im
Ausland verbracht habe, würden echtzeitliche Arztberichte fehlen, sei nicht
nachvollziehbar. Entsprechendes werde im ZVMB-Gutachten nicht festgehalten. Der
Beschwerdeführer habe die Winter nur deshalb in D._ verbracht, weil das wärmere
Klima für eine Linderung seiner Beschwerden gesorgt habe. Hätte die
Beschwerdegegnerin Arztberichte als erforderlich betrachtet, hätte sie solche seit
Beginn des Verfahrens 2012 jederzeit einholen bzw. ärztliche Untersuchungen
anordnen können (act. G9).
Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine einlässliche Duplik (vgl. act. G11).B.e.
Am 1. Januar 2022 sind mit der Revision zur Weiterentwicklung der
Invalidenversicherung verschiedene Änderungen des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher Hinsicht
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu
Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben, und weil ferner das
Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis
zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (hier: 14. Mai 2020) eingetretenen
Sachverhalt abstellt, sind im vorliegenden Fall die bis zum 31. Dezember 2021 gültig
gewesenen materiellen Bestimmungen anwendbar (vgl. hierzu BGE 132 V 215 E. 3.1.1
mit weiteren Hinweisen).
1.1.
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Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern
können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.
Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.3.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4).
1.4.
Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz (Art. 61 lit. c ATSG).
Verwaltung und Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen.
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
1.5.
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2.
hinreichender Anlass besteht (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., Bern/St. Gallen/
Zürich 2020, Art. 61 N 107). Im Sozialversicherungsprozess tragen die Parteien in der
Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu
Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt
Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als
unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer
Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit
für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 218 E. 6 mit Hinweisen).
Die urteilenden Instanzen haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen (Art. 61 lit. c ATSG).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen). Auf von
Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholte, den Anforderungen
der Rechtsprechung entsprechende Gutachten externer Spezialärzte (sogenannte
Administrativgutachten) ist abzustellen, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 135 V 466 E. 4.4;
Urteil des Bundesgerichts vom 15. Juli 2020, 8C_335/2020, E. 4.1, und vom
13. Februar 2019, 8C_801/2018, E. 4.3).
1.6.
Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz
nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit
Hinweisen).
1.7.
Der Beschwerdeführer meldete sich am 3. Oktober 2012 zum Bezug von
Leistungen an. Die sechsmonatige Karenzfrist nach Art. 29 Abs. 1 IVG ist demnach per
3. April 2013 abgelaufen. Das in diesem Punkt nicht bestrittene, beweiskräftige ZVMB-
Gutachten verweist betreffend Arbeitsunfähigkeit bis Oktober 2014 auf die RAD-
Stellungnahme vom 5. November 2014 (IV-act. 202-15 i.V.m. 95-2). Gemäss dieser
Stellungnahme war der Beschwerdeführer von Mai bis Juli 2012 wegen eines
polyarthritischen Schubs voll arbeitsunfähig. Anschliessend habe der rheumatologische
Behandler keine weiteren Arbeitsunfähigkeitszeugnisse mehr ausgestellt und den
2.1.
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Beschwerdeführer ab Juli 2012 für leichtere körperliche Tätigkeiten für vollumfänglich
arbeitsfähig in seiner eigenen Firma gehalten. Die Ärztin der Klinik E._ sowie der
behandelnde Hausarzt hätten dem Beschwerdeführer hingegen weiterhin eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % auch in einer adaptierten Tätigkeit
bescheinigt. Seit September 2012 sei der Beschwerdeführer in seiner angestammten
Tätigkeit durchgehend zu 50 % arbeitsunfähig (vgl. ärztlicher Bericht der RAD-
Abklärung vom 6. Oktober 2014, IV-act. 94-5 f.; vgl. auch frühere RAD-Stellungnahme
vom 25. Oktober 2012, IV-act. 14-1).
Sollte der Beschwerdeführer, wie der RAD mit Verweis auf den behandelnden
Rheumatologen annahm, während der zweiten Hälfte des Julis und des gesamten
Augusts 2012 in seiner angestammten Tätigkeit voll arbeitsfähig gewesen sein, so
würde dies einen wesentlichen Unterbruch des Wartejahres darstellen (vgl. Art. 28
Abs. 1 lit. b IVG i.V.m. Art. 29 IVV, wonach ein wesentlicher Unterbruch der
Arbeitsunfähigkeit vorliegt, wenn die versicherte Person an mindestens
30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war). Das Wartejahr gemäss Art. 28
Abs. 1 lit. b IVG könnte demnach erst im August 2012 zu laufen beginnen und würde
im August 2013 enden, sodass der Beschwerdeführer frühestens per 1. September
2013 Anspruch auf eine allfällige Rente der Invalidenversicherung haben könnte. Würde
hingegen auf die Einschätzung des Hausarztes und der Ärztin der Klinik E._
abgestellt, wie dies auch der Krankentaggeldversicherer des Beschwerdeführers tat
(dieser ging von einer Arbeitsunfähigkeit von 80 % im Juli 2012, von 50 % vom
1. August bis 3. September 2012, danach wieder von einer Arbeitsunfähigkeit von
80 % aus, vgl. act. G5.2/1-2), so wäre das Wartejahr bereits Ende April 2013 erfüllt,
sodass ein allfälliger Rentenanspruch frühestens ab 1. Mai 2013 hätte entstehen
können. Da die angestammte Tätigkeit des Beschwerdeführers keine durchgehend
leichte körperliche Tätigkeit ist und der behandelnde Rheumatologe anlässlich seines
Berichts vom 19. November 2012 mitteilte, es sei ihm bei diesem speziellen Patienten
nicht (mehr) möglich, eine wirkliche Arbeitsfähigkeitsbescheinigung zu geben (vgl. IV-
act. 21-3), ist entgegen der Ansicht des RAD im Juli und August 2012 mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit auszugehen, sodass das Wartejahr per Ende April 2013 als
abgelaufen zu betrachten ist. Wie sich aus den nachfolgenden Ausführungen ergeben
wird, ist für die vorliegende Angelegenheit indes nicht relevant, ob das Wartejahr per
1. Mai oder per 1. September 2013 erfüllt war.
2.2.
ter
Streitig und zu prüfen sind der Beginn und die Höhe des Rentenanspruchs des
Beschwerdeführers vor dem 31. August 2019. Für den Zeitraum danach hat der
2.3.
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3.
Beschwerdeführer unstreitig Anspruch auf eine unbefristete ganze Rente. Während der
Beschwerdeführer eine durchgehende ganze Rente ab 1. Januar 2015 fordert, hat die
Beschwerdegegnerin im Beschwerdeverfahren eine teilweise Gutheissung beantragt,
indem sie sich für eine Zusprache einer Dreiviertelsrente vom 1. Januar 2015 bis
31. August 2015, 1. Oktober 2016 bis 31. Januar 2018 und 1. Oktober 2018 bis
31. August 2019 ausgesprochen hat (act. G5). Zu klären sind demnach Rentenbeginn
sowie Rentenhöhe im zu prüfenden Zeitraum vom 1. Mai 2013 bis 31. August 2019.
Beide Parteien sehen das ZVMB-Gutachten als beweiskräftig an. Es entspricht
denn auch den seitens der Rechtsprechung verlangten Beweisanforderungen (vgl.
hierzu E. 1.5 vorstehend). In einigen Punkten stellt der Beschwerdeführer die
Ergebnisse der Begutachtung indes in Frage und beantragt eventualiter die
Rückweisung zu weiteren Abklärungen. Nachfolgend ist deshalb die Kritik des
Beschwerdeführers am ZVMB-Gutachten zu prüfen.
3.1.
Während die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung für eine
adaptierte Tätigkeit noch eine durchgehende Arbeitsunfähigkeit von 50 % vom 1. Juli
2016 bis 31. Mai 2019 und ab Juni 2019 eine deutliche Verschlechterung der
Arbeitsfähigkeit annahm (vgl. IV-act. 262-2 und 266 f.), macht sie im vorliegenden
Beschwerdeverfahren Unterbrüche in der Anspruchsberechtigung vom 1. September
2015 bis 30. September 2016 und vom 1. Februar 2018 bis 30. September 2018
geltend. Sie geht für die massgeblichen Zeiträume davon aus, dass die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers sich verbesserte, wobei das genaue Ausmass der
Verbesserung beweislos bleibe (vgl. act. G5). Der Beschwerdeführer hingegen
bestreitet, dass seine Arbeitsfähigkeit phasenweise höher als 50 % war bzw. macht
geltend, dass er während der fraglichen Zeiträume sicher nicht vollständig arbeitsfähig
gewesen sei (vgl. act. G9).
3.2.
Die ZVMB-Gutachter hielten unter Bezugnahme auf die echtzeitlichen
medizinischen Akten fest, im Dezember 2014 sei eine Verschlechterung des
Gesundheitszustands eingetreten, indem der Beschwerdeführer einen polyarthritischen
Schub erlitten und sich als Behandlungsfolge ab Januar 2015 eine Neuropathie
entwickelt habe. Die Entzündungsaktivität sei Anfang 2015 und in echtzeitlichen
Behandlerberichten vom Juni und August 2015 bereits als gebessert beschrieben
worden. Die Schmerzbehandlung mit Y._ sei wirksam gewesen, sodass ab Juni 2015
eine Arbeitsfähigkeit von zumindest 50 % bestanden habe, mit zunehmend besserer
Wirkung der Schmerzbehandlung rückblickend sogar eher höher. Insbesondere könne
3.3.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 12/29
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(vgl. zum Ganzen IV-act. 202-15; vgl. auch IV-act. 202-9)
3.4. Zwar bescheinigten die Behandler dem Beschwerdeführer zeitweise und teilweise
weitergehende Arbeitsunfähigkeiten. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
lässt die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen
(Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag der amtlich bestellten
fachmedizinischen Expertin anderseits es jedoch nicht zu, ein Administrativ- oder
Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu
nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen.
aus heutiger Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit leidensadaptiert durch die
Neuropathie begründet werden. Somit wäre nach effektiver Behandlung der
angegebenen sensiblen Überempfindlichkeiten in den schubfreien Phasen
leidensadaptiert eine höhere Arbeitsfähigkeit möglich gewesen, wobei angesichts der
Inkonsistenzen das Ausmass des tatsächlich möglichen Leistungsniveaus nicht genau
bestimmbar sei. Immerhin habe der Beschwerdeführer auch selbst beschrieben, in
D._ grossteils beschwerdefrei gewesen zu sein. Diese Verlagerung des
Lebensmittelpunkts habe aber auch eine adäquate Therapie erschwert, die
therapeutischen Optionen seien noch nicht ausgeschöpft. Erst im Sommer 2016 sei es
zu einem neuen Entzündungsschub gekommen (Laborbefunde Juli 2016). Zum
30. August 2017 hätten die humoral-entzündlichen Aktivitäten sich wieder normalisiert,
wobei sich der sicherlich fluktuierende Verlauf in diesem Zeitraum nicht näher
bestimmen lasse. Erst mit der aktuellen Untersuchung vom Juli 2018 seien erneut
Entzündungsaktivitäten gemessen worden und gelte das aktuelle Funktionsprofil und
Arbeitsfähigkeitsbewertung. In Zusammenfassung bleibe folgende, durch deutliche
Inkonsistenzen überlagerte Bewertung in einer leidensadaptierten Verweistätigkeit:
ab Januar 2015 bis und mit Mai 2015: 50 % Arbeitsunfähigkeit–
ab Juni 2015 bis Sommer 2016: bessere Arbeitsfähigkeit, nicht näher bestimmbar
(wegen Inkonsistenz)
–
ab Sommer 2016 bis Oktober 2017: 50 % Arbeitsunfähigkeit (Schub) bis Oktober
2017 (keine Entzündungswerte mehr)
–
ab November 2017: wieder bessere Arbeitsfähigkeit, nicht näher bestimmbar
(wegen Inkonsistenz)
–
ab Juli 2018 (Begutachtung): wieder 50 % Arbeitsunfähigkeit–
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Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil
die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation
entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder
ungewürdigt geblieben sind (statt vieler: Urteile des Bundesgerichts vom 17. Februar
2021, 8C_783/2020, E. 5.2, und vom 3. Mai 2021, 8C_164/2021, E. 3.2.1, je mit
Hinweisen). Vorliegend nannten die behandelnden Ärzte keine solchen Aspekte, welche
im ZVMB-Gutachten unberücksichtigt geblieben wären. Dementsprechend vermögen
ihre abweichenden Arbeitsfähigkeitsschätzungen keine relevanten Zweifel an den
Ergebnissen der Begutachtung zu wecken.
3.5. Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, entgegen der Behauptung der
Beschwerdegegnerin könnten ihm keine Inkonsistenzen vorgehalten werden, ist darauf
hinzuweisen, dass namentlich der neurologische Gutachter und der für die
neuropsychologische Begutachtung beigezogene Fachpsychologe Inkonsistenzen
dokumentierten und der psychiatrische Gutachter ein teilweise demonstrativ
anmutendes Verhalten beschrieb. Im Einzelnen beschrieb der neurologische Gutachter,
der Beschwerdeführer habe mit dem zur Untersuchung mitgebrachten, ca. 13 kg
schweren Rucksack zügig und ohne jeglichen Schmerzausdruck hantiert und seine
diversen Utensilien mit gutem Zupacken sortiert. Zum Beispiel habe er zwei
mitgebrachte schwere Ordner gut gegriffen und verstaut und den Reissverschluss gut
greifen und zuziehen können. Dieses allgemeine gute Bewegungsrepertoire sei im
deutlichen Widerspruch zu Auffälligkeiten während der gezielten klinischen
Untersuchung gestanden, bei welcher der Beschwerdeführer immer wieder aufgesetzt
und plakativ inszeniert wirkende Stöhn-, Ächz- und Au-Geräusche gezeigt habe,
welche in keiner Weise mit einem echten Schmerzverhalten korrespondiert hätten. So
sei beispielsweise ein überzeichnetes Stöhnen und Ächzen geäussert worden bei der
direkten Sensibilitätsprüfung an Fusssohlen, Fussrücken und Unterschenkeln. Bei
anderem Untersuchungsschwerpunkt, beispielsweise bei der Überprüfung der
Beinlängendifferenz und gleichzeitiger Berührung an Fusssohlen, Fussrücken und
Unterschenkeln seien hingegen in keiner Weise solche Schmerzäusserungen
dargeboten worden. Auch die angegebene überaus inaktive Lebensführung mit 20 bis
22 Stunden Liegen täglich habe keine Spuren im Sinne einer Atrophie der Arme und
Beine hinterlassen. Der Beschwerdeführer habe bei der Überprüfung des Gaenslen-
Zeichens gestöhnt, kontrastierend dazu sei der Händedruck bei der Verabschiedung
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normal möglich gewesen, ohne Schmerzangaben und mit normaler Kraft. Die
vigorimetrische Bestimmung der Faustschlusskraft habe null Bar ergeben, was
diskrepant sei zum Hantieren mit dem Rucksack und dem normalen Händedruck (IV-
act. 202-85 f. und 202-89). Der neuropsychologische Gutachter beobachtete ein
insgesamt demonstratives Verhalten und hielt fest, die Validität der gezeigten
Leistungen sei eingeschränkt, zumal die Resultate in einem Performanzvalidierungstest
grenzwertig und in einem weiteren Verfahren deutlich auffällig gewesen seien. Er
beschrieb detailliert Inkonsistenzen innerhalb und zwischen Tests, zwischen klinischer
Beobachtung und Testdiagnostik sowie zwischen klinischen Beobachtungen und
subjektiven Beschwerden und erklärte, wegen der schwankenden
Anstrengungsbereitschaft würden die unterdurchschnittlichen Ergebnisse invalid
bleiben (vgl. IV-act. 202-96 f. und 202-99 f.). Auch der psychiatrische Gutachter hielt
ein teilweise demonstrativ anmutendes Verhalten fest (vgl. IV-act. 202-111). Daraus
schlossen die ZVMB-Gutachter in der interdisziplinären Beurteilung, es erscheine
schwierig, die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers bezüglich der
Schmerzausprägung und funktionalen Störungen vollumfänglich zu bewerten, da sich
Befundinkonsistenzen beobachten liessen und auch auf die im Rahmen der früheren
RAD-Untersuchung im Oktober 2014 beobachteten Auffälligkeiten hingewiesen werden
müsse. Andeutungen des Beschwerdeführers hinsichtlich seines "Kampfes um
Gerechtigkeit" würden auffallen. Dies möge verständlich sein, erschwere aber die
medizinische Bewertung erheblich (IV-act. 202-9).
3.6. Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers sind die Angaben der
Gutachter somit nicht unbestimmt. Vielmehr ist mit den Gutachtern davon auszugehen,
dass das objektiv bestehende Fähigkeitsprofil des Beschwerdeführers im Zeitpunkt der
Begutachtung höher gelegen haben dürfte als er es beschrieb respektive zeigte,
sodass das tatsächliche Ausmass angesichts dieser Überlagerung nur schwer
bestimmbar war (vgl. hierzu IV-act. 202-10). Auch kann aus dem weiteren
gesundheitlichen Verlauf bzw. der von ihm geltend gemachten zunehmenden
Verschlechterung nicht darauf geschlossen werden, seine Schmerzäusserungen seien
anlässlich der ZVMB-Begutachtung nicht überzeichnet gewesen. Nicht zu beanstanden
ist in diesem Zusammenhang auch die gutachterliche Feststellung, eine rheumatoide
Arthritis sei zwar zweifelsfrei zu bestätigen, habe aber bislang kaum zu destruktiven
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Veränderungen an den Gelenken geführt, und es könne lediglich eine leichte
Polyneuropathie objektiviert werden (vgl. IV-act. 202-11 und 202-14).
3.7. Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, der Vorwurf, weil er die Winter
mehrheitlich im Ausland verbracht habe, würden echtzeitliche Arztberichte fehlen, sei
nicht nachvollziehbar. Der Beschwerdeführer verbrachte seit seiner IV-Anmeldung
jeweils vier bis acht Monate jährlich von Herbst/Winter bis Frühling/Frühsommer in
D._ (vgl. beispielhaft IV-act. 33-3, 68-1 f., 97, 148). Den Gutachtern war bekannt,
dass die Behandler diese Aufenthalte in einer warmen Klimazone befürworteten und als
für den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers förderlich ansahen. Dennoch
hielten sie sachlich fest, dass diese Aufenthalte in D._ die Behandlung und
Therapieadhärenz erschwerten. Dies ist nicht zu beanstanden, zumal der
Beschwerdeführer während seiner Auslandaufenthalte keine Termine bei den Ärzten,
die ihn in der Schweiz behandelten, wahrnehmen konnte und teilweise die
medikamentöse Behandlung absetzte bzw. absetzen musste (vgl. zum Ganzen IV-act.
202-5, 202-10, 202-13, 202-15, 202-56 und 202-60).
3.8. Die Beschwerdegegnerin war nicht verpflichtet, während der
Auslandabwesenheiten des Beschwerdeführers medizinische Unterlagen bei diesem
einzuholen, zumal er sich – abgesehen von einer Behandlung Ende 2014 aufgrund
eines Schubs (vgl. hierzu etwa IV-act. 123-11) – in D._ nicht in regelmässiger
ärztlicher Behandlung befand und geltend machte, es gehe ihm aufgrund des Klimas in
D._ besser. Folge der behandlungsarmen Zeiträume in Verbindung mit den
festgestellten Inkonsistenzen im Verhalten und in den Angaben des Beschwerdeführers
ist jedoch, dass es den ZVMB-Gutachtern nicht möglich war, die Arbeitsfähigkeit für
diese genau zu bestimmen (vgl. IV-act. 202-15). Eine genauere Bestimmung der
Arbeitsfähigkeit wäre auch durch weitere Abklärungen nicht möglich. Auf die
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die Behandler und den Beschwerdeführer
kann, wie bereits ausgeführt, nicht abgestellt werden. Namentlich ist in diesem
Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass auch die Behandler den Beschwerdeführer
während seiner Auslandabwesenheiten nicht untersuchen und keine Entzündungswerte
im Zusammenhang mit der Arthritis bestimmen konnten, sodass eine Anpassung der
Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht erfolgen konnte bzw. sich einzig auf die – wegen der
anlässlich der Begutachtung festgestellten Inkonsistenzen nicht verlässlichen –
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subjektiven Angaben des Beschwerdeführers gestützt hätte (vgl. hierzu auch IV-
act. 40-2). Führen von der versicherten Person zu verantwortende Inkonsistenzen
verbunden mit den wiederkehrenden Auslandabwesenheiten dazu, dass ein
erhebliches krankheitswertes Geschehen nicht mehr mit ausreichender
Wahrscheinlichkeit festgestellt werden kann, so wirkt sich die daraus resultierende
Beweislosigkeit zum Nachteil der versicherten Person aus (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 20. September 2018, 9C_659/2017, E. 4.1 und 4.4 mit Hinweisen
sowie Urteil des Bundesgerichts vom 20. September 2018, 9C_659/2017, E. 4.2 ff.).
Die Gutachter stellten keine andauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit durch die
Neuropathie fest. Allfällige Entzündungswerte können nicht mehr echtzeitlich bestimmt
werden. Von zusätzlichen Abklärungen sind deshalb keine wesentlichen
Erkenntnisgewinne mehr zu erwarten. Der Beschwerdeführer trägt, da eine genauere
Bestimmung der Arbeitsfähigkeit wegen des von ihm gezeigten Verhaltens sowie seiner
Auslandabwesenheiten nicht möglich ist, die Folgen der Beweislosigkeit für die
Phasen, für welche die Gutachter die Arbeitsfähigkeit nicht näher bestimmen konnten.
3.9. Nach dem Gesagten ist auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung der ZVMB-Gutachter
abzustellen und für die Zeiträume, in welchen sie die Arbeitsfähigkeit nicht näher
bestimmen konnten, von einer Beweislosigkeit zum Nachteil des Beschwerdeführers
auszugehen.
4.
4.1. Zwischen den Parteien streitig und nachfolgend zu prüfen ist die Berechnung des
Invaliditätsgrades. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).
4.2. Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des
frühestmöglichen Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und
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Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige
rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu
berücksichtigen sind (BGE 129 V 222 E. 4.1 f. mit Hinweisen). Der
Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden
hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und
einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditätsgrad bestimmen lässt (Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2021,
9C_354/2021, E. 4.1; BGE 128 V 29 E. 1). Es ist bei beiden Einkommen von
Bruttobeträgen auszugehen. Denn das Abstellen einerseits auf ein Brutto-Einkommen
für das Invaliden- und andererseits auf ein Netto-Einkommen für das
Valideneinkommen würde zu einem verzerrten Bild der Einkommenseinbusse und einer
Verfälschung des Erwerbsunfähigkeitsgrads führen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
24. März 2003, 5P.464/2002, E. 3.2.1 f.).
4.3. Für die Bemessung des Valideneinkommens entscheidend ist, was die versicherte
Person im massgebenden Zeitpunkt auf Grund ihrer beruflichen Fähigkeiten und
persönlichen Umstände als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Da nach empirischer
Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt
worden wäre, ist grundsätzlich vom letzten vor Eintritt der gesundheitlichen
Beeinträchtigung erzielten, der Teuerung sowie der realen Einkommensentwicklung
angepassten Verdienst auszugehen. Ausnahmen müssen mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit erstellt sein (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Oktober 2020,
8C_703/2019, E. 4.1, mit Hinweis auf BGE 139 V 28 E. 3.3.2).
4.4. Als Erwerbseinkommen gelten mutmassliche jährliche Erwerbseinkommen, von
denen Beiträge gemäss dem Bundesgesetz über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) erhoben würden. Nicht dazu gehören
insbesondere Leistungen des Arbeitgebers für den Lohnausfall infolge Unfall oder
Krankheit bei ausgewiesener Arbeitsunfähigkeit (Art. 25 Abs. 1 lit. a der Verordnung
über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Nebeneinkünfte, für welche eine
AHV-Beitragspflicht besteht, sind ebenfalls zu berücksichtigen (vgl. Kieser, a.a.O.,
Art. 16 N 51). Nebenerwerb aus der Vermietung von Wohnungen gehört hingegen nicht
zum massgebenden Einkommen, solange die Vermietung keinen gewerblichen
Charakter aufweist (vgl. Ulrich Meyer/Marco Reichmuth, Bundesgesetz über die
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=01.01.2020&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=soz&query_words=Verh%E4ltnisse+im+Zeitpunkt+des+Beginns+des+Rentenanspruchs+&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-V-28%3Ade&number_of_ranks=0#page28
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Invalidenversicherung [IVG], in Hans-Ulrich Stauffer/Basile Cardinaux [Hrsg.],
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 3. Aufl., Zürich/
Basel/Genf 2014, Art. 28a N 15).
4.5.
4.5.1. Bei Selbständigerwerbenden kann für die Ermittlung des Valideneinkommens in
der Regel auf die Einträge im IK abgestellt werden. Dabei ist bei stärkeren
Schwankungen ein Durchschnittswert zu wählen. Letztlich sind aber die effektiven
Verhältnisse massgebend, wobei in Bezug auf Selbständigerwerbende deren
Möglichkeiten zur Steueroptimierung in Rechnung zu stellen sind. Der versicherten
Person steht deshalb der Gegenbeweis offen, dass die verabgabten Einkünfte allenfalls
erheblich vom tatsächlich erzielten Verdienst abweichen. Bei der Ermittlung der
Vergleichseinkommen der Selbständigerwerbenden ist der Zinsertrag vom investierten
Eigenkapital abzuziehen und es sind die von der versicherten Person in einem
Geschäftsjahr effektiv bezahlten AHV/IV/EO-Beträge zum Betriebsgewinn
hinzuzuzählen (vgl. Kieser, a.a.O., Art. 16 N 33; Meyer/Reichmuth, a.a.O., Art. 28a N 16
ff.).
4.5.2. Ist die versicherte Person als wirtschaftlich Berechtigte an der Gesellschaft, bei
der sie angestellt ist, anzusehen, bilden neben ihrem in der Erfolgsrechnung
verbuchten und der SVA als Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit
gemeldeten Lohn grundsätzlich auch die Geschäftsgewinne Bestandteil des
Valideneinkommens. Das als Gewinnvortrag in die Bilanz des folgenden
Geschäftsjahres übernommene Betriebsergebnis stellt dabei eine Reinvestition in die
Firma dar. Allerdings kann der von einer Gesellschaft erwirtschaftete Gewinn nicht
einfach dem Erwerbseinkommen des geschäftsführenden alleinigen Gesellschafters
(unter Aufrechnung des bezogenen Eigenlohns) gleichgesetzt werden, weil diesem
dadurch auch jener Teil des Betriebsgewinns zugerechnet würde, welcher nach den
zwingenden aktienrechtlichen Vorschriften als Reservekapital in der Gesellschaft
verbleiben muss und nicht als Dividende ausgeschüttet werden darf (Meyer/Reichmuth,
a.a.O., Art. 28a N 16 ff. mit Hinweis auf Urteil des Bundegerichs vom 21. Juli 2009,
9C_111/2009, E. 2.1).
5.
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5.1. Vorliegend ist der frühestmögliche Zeitpunkt eines Rentenbeginns der 1. Mai 2013
(Ablauf des Wartejahrs und der Karenzfrist, vgl. E. 2.2 vorstehend). Dementsprechend
sind die Verhältnisse im Jahr 2013 für den Einkommensvergleich massgebend (vgl.
E. 4.2 vorstehend).
5.2. Der Beschwerdeführer war zwar zuletzt angestellter Arbeitnehmer. Er war indes als
weitestgehend alleiniger Arbeitnehmer (vgl. hierzu die Lohnkosten gemäss
Erfolgsrechnung der GmbH, IV-act. 30, und die Lohnausweise des Beschwerdeführers,
IV-act. 124) bei seiner eigenen GmbH als einziger Gesellschafter mit Einzelunterschrift
und Geschäftsführer angestellt (vgl. IV-act. 9, 26 und 68). Faktisch bestimmte er somit
als wirtschaftlich Berechtigter an seiner Arbeitgeberin vergleichbar wie ein
Selbständigerwerbender darüber, welche Aufträge die GmbH annahm und welches
Einkommen sie ihm auszahlte.
5.3. Die Beschwerdegegnerin anerkennt im vorliegenden Verfahren inzwischen, dass es
sich bei den von ihr bis zum Verfügungszeitpunkt verwendeten Angaben der Steuer
behörden um nicht heranzuziehendes Nettoeinkommen handelt (vgl. IV-act. 266 f. und
G2.1) und stattdessen auf das Bruttoeinkommen abzustellen ist (vgl. hierzu auch E. 4.2
vorstehend). Gemäss IK-Auszug war der Beschwerdeführer bis ins Jahr 2007
selbständig erwerbstätig und erzielte stark schwankende Einkommen. Ab 2008 war er
bei seiner eigenen GmbH angestellt und sein Einkommen wurde regelmässiger.
Gemäss IK-Auszug erzielte der Beschwerdeführer in den Jahren 2008 bis 2010 ein
jährliches Bruttoeinkommen von Fr. 90'000.-- und im Jahr 2011 ein solches von
Fr. 78'000.-- (IV-act. 131). Zwar weist der IK-Auszug auch für das Jahr 2012 ein
Einkommen von Fr. 90'000.-- aus, in jenem Jahr war der Beschwerdeführer jedoch
bereits gesundheitlich eingeschränkt und erhielt Krankentaggelder (vgl. IV-act. 1-3,
68-6 und 124-6 sowie E. 2.1 vorstehend), sodass dieses Jahr für die Festsetzung des
Valideneinkommens nicht mehr berücksichtigt werden kann.
5.4. Die Beschwerdegegnerin stellt lediglich auf die Jahre 2009 bis 2011 ab, ohne dies
vertieft zu begründen (vgl. act. G5, S. 5 f.). Vorliegend ist jedoch die Verwendung eines
Durchschnittswerts über die gesamte Zeitdauer der Anstellung des Beschwerdeführers
bei seiner GmbH angezeigt, denn daraus wird klar, dass der Beschwerdeführer
anstrebte, sich dauerhaft einen Jahreslohn von Fr. 90'000.-- auszuzahlen. Dies gelang
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im Jahr 2011 offenbar nicht, wobei auffällt, dass die GmbH in jenem Jahr einen Gewinn
von Fr. 23'801.42 auswies (siehe Erfolgsrechnung, IV-act. 30). Der Durchschnittswert
über vier Jahre ergibt daher vorliegend ein repräsentativeres Abbild des Einkommens,
das im Gesundheitsfall (weiterhin) erzielt worden wäre als ein Durchschnittswert über
drei Jahre.
6.
6.1. Der Beschwerdeführer liess sich von seiner GmbH ab 2008 effektive Spesen, ab
2009 unter dem Titel "Repräsentationsspesen" jährlich Fr. 12'000.-- auszahlen (vgl. IV-
act. 124 und act. G1.1.2). Er macht geltend, dass diese Beträge von der Steuerbehörde
nicht in vollem Umfang als Spesen anerkannt und deshalb in der Steuerveranlagung
teilweise zum Einkommen dazugeschlagen worden seien. Diesbezüglich reicht er die
Veranlagungsberechnungen des Steueramtes für die Jahre 2008 bis 2012 ein. Diesen
ist zu entnehmen, dass dem Beschwerdeführer im Jahr 2008 Fr. 8'000.-- pauschale
Spesenvergütung, in den Jahren 2009 bis 2011 Fr. 7'000.- pauschale Spesenvergütung
an das Einkommen aus unselbständigem Haupterwerb angerechnet wurden
(act. G1.1.3).
6.2. Bei echten pauschalen Spesen sind keine Sozialversicherungsbeiträge geschuldet.
Spesenpauschalen hingegen, denen keine effektiven Auslagen gegenüberstehen,
dienen mitunter der Einsparung von Steuern und Sozialleistungen und stellen
verkappten Lohn dar (vgl. Ullin Streiff/Adrian von Kaenel/Roger Rudolph,
Arbeitsvertrag, Praxiskommentar zu Art. 319-362 OR, 7. Auflage, Zürich/Basel/Genf
2012, Art. 327a N 3 f.). Die Steuerbehörde prüft daher die Rechtmässigkeit von
pauschal geleisteten Spesen. Die SVA erhält die Steuermeldung von der
Steuerbehörde und veranlagt nach deren Vorliegen die definitiven Beiträge. Die
Differenz wird nachgefordert (vgl. zur Festsetzung der AHV-Beiträge von
Selbstständigerwerbenden insbesondere Art. 24 - 27 der Verordnung über die Alters-
und Hinterlassenenversicherung [AHVV; SR 831.101]; vgl. auch Wegleitung über die
Beiträge der Selbstständigerwerbenden und Nichterwerbstätigen in der AHV, IV und
EO [WSN] Ziff. 1144 ff., 1185 ff.).
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6.3. Vorliegend steht unstreitig fest, dass die Steuerbehörde die vom
Beschwerdeführer geltend gemachten Beträge nicht in vollem Umfang als Spesen
anerkannte, sondern einen Teil davon zu den Einkünften aus unselbständigem
Haupterwerb hinzurechnete. Damit handelt es sich bei diesem Teilbetrag um
beitragspflichtiges Einkommen, das dementsprechend auf Seiten des
Valideneinkommens zu berücksichtigen ist. Demnach sind Fr. 8'000.-- für das Jahr
2008 und je Fr. 7'000.-- für die Jahre 2009 bis 2011 zum Valideneinkommen
hinzuzurechnen (vgl. act. G1.1.3).
7.
7.1. Nebst dem Einkommen aus unselbständigem Haupterwerb in seiner eigenen
GmbH erzielte der Beschwerdeführer in den Jahren 2010 und 2011 unstreitig ein
Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit in Höhe von jeweils Fr. 5'000.-- (vgl. IV-
act. 207). Die Beschwerdegegnerin hat im vorliegenden Verfahren zu Recht anerkannt,
dass diese Einkünfte ebenfalls zum Valideneinkommen hinzuzurechnen sind.
7.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, die Geschäftsgewinne seiner GmbH seien
ebenfalls zum Valideneinkommen zu addieren (vgl. act. G1). Die Beschwerdegegnerin
bringt dagegen vor, in zwei der drei von ihr berücksichtigten Jahre sei ein Verlust ein
getreten. Der Betriebserfolg sei dermassen schwankend, dass er nicht berücksichtigt
werden dürfe (vgl. act. G5).
7.3. Die Erfolgsrechnung der entsprechenden Jahre weist für das Jahr 2008, in
welchem der Beschwerdeführer das Arbeitsverhältnis mit seiner GmbH aufnahm, einen
Gewinn von Fr. 79'187.39 aus. Für die beiden folgenden Jahre weist sie Verluste von
Fr. 5'648.31 bzw. 5'261.20 aus, für das Jahr 2011 einen Gewinn von Fr. 23'801.42 und
für das Jahr 2012 wiederum einen Verlust von Fr. 30'726.85. Auffallend ist, dass der
Beschwerdeführer sich im Jahr 2011 – in welchem die GmbH einen Gewinn von
Fr. 23'801.42 schrieb – ein tieferes Einkommen auszahlte (Fr. 78'000.-- statt
Fr. 90'000.--) und dass im Jahr darauf ein deutlich höherer Verlust eintrat, wobei die
gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers sich in jenem Jahr verschlechtert
hatte. Zudem fällt auf, dass nur im Jahr 2008 Fr. 20'000.-- den Reserven der GmbH
zugewiesen wurden. In den Folgejahren wurden weder Reserven gebildet noch
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Dividenden ausgeschüttet (vgl. IV-act. 30). Mit Blick auf diese grossen Differenzen bei
den Gewinnen und die Tatsache, dass der Beschwerdeführer sich kein einziges Mal
eine Dividende ausschütten liess, kann nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
festgestellt werden, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall zusätzlich zu
seinen Lohneinkünften auch von Geschäftsgewinnen profitiert hätte. Die
Geschäftsgewinne sind deshalb für die Bestimmung des Valideneinkommens nicht zu
berücksichtigen.
7.4. Nach dem Gesagten ergeben sich folgende, jeweils aus unselbständigem Erwerb,
nicht als Spesen anerkanntem zusätzlichem Einkommen und selbständigem Erwerb
bestehende Jahreseinkommen:
2008: Fr. 90'000.-- + Fr. 8'000.-- = Fr. 98'000.--
2009: Fr. 90'000.-- + Fr. 7'000.-- = Fr. 97'000.--
2010: Fr. 90'000.-- + Fr. 7'000.-- + Fr. 5'000.-- = Fr. 102'000.--
2011: Fr. 78'000.-- + Fr. 7'000.-- + Fr. 5'000.-- = Fr. 90'000.--
7.5. Diese einzelnen Einkommen der Jahre 2008 bis 2011 sind vor der Berechnung des
Durchschnittswertes der Nominallohnentwicklung für Männer bis 2013 gemäss der
Tabelle "T39 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der
Reallöhne" der LSE anzupassen (vgl. E. 4.3 vorstehend und Urteil des Bundesgerichts
vom 13. Oktober 2015, 8C_233/2015, E. 3.4). Dies ergibt die folgenden Beträge:
Indexierung 2008 auf 2013: Fr. 98'000.-- / 2'092 x 2'204 = Fr. 103'246.65
Indexierung 2009 auf 2013: Fr. 97'000.-- / 2'136 x 2'204 = Fr. 100'088.00
Indexierung 2010 auf 2013: Fr. 102'000.-- / 2'151 x 2'204 = Fr. 104'513.25
Indexierung 2011 auf 2013: Fr. 90'000.-- / 2'171 x 2'204 = Fr. 91'368.05
Total Fr. 399'215.95
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Der an die Nominallohnentwicklung angepasste Durchschnittswert beträgt demnach
Fr. 99'804.00. Dieser Betrag ist für die vorliegende Berechnung als Valideneinkommen
einzusetzen.
8.
8.1. Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist
kein effektives Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person
nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich
zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung statistische Werte, insbesondere LSE, beigezogen werden (BGE 139
V 592 E. 2.3).
8.2. Vorliegend sind die Parteien für das Invalideneinkommen zu Recht von den Werten
der Tabelle TA1 der LSE, Total sämtliche Wirtschaftszweige, Kompetenzniveau 1,
Männer, ausgegangen. Der Jahreslohn 2013 für ein Vollzeitpensum betrug gemäss
dieser Tabelle Fr. 65'654.-- (siehe Anhang 2 der von der Informationsstelle AHV/IV
herausgegebenen IV-Textausgabe, Ausgabe 2019, S. 228, basierend auf der
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung LSE des Bundesamtes für Statistik).
8.3. Während der Beschwerdeführer von diesem Tabellenlohn einen Abzug von 25 %
fordert, beantragt die Beschwerdegegnerin im Beschwerdeverfahren einen solchen von
10 %. Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich
beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind,
im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden
Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit unterdurchschnittlichen
Lohnansätzen rechnen müssen. Ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne
herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen
des konkreten Einzelfalls (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre,
Nationalität, Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) ab (BGE 126 V 75). Bereits
in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche
Einschränkungen dürfen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten
Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts
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führen. Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, d.h. dass nicht für jedes Merkmal
der entsprechende Abzug zu quantifizieren ist und die einzelnen Abzüge
zusammenzuzählen sind. Der Abzug ist auf höchstens 25 % begrenzt (Urteil des
Bundesgerichts vom 20. April 2018, 9C_833/2017, E. 2.2; BGE 134 V 327 E. 5.2).
8.4. Referenzpunkt für die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit ist nicht der
tatsächliche, sondern der hypothetisch ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1
ATSG). Nach der Rechtsprechung handelt es sich dabei um einen theoretischen und
abstrakten Begriff, der dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von
demjenigen der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der Begriff umschliesst
einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der
Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner
Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält und zwar sowohl
bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie
auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt
sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche
Erwerbsfähigkeit zu verwerten, und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu
erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b). Daraus
folgt, dass für die Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide
Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern
einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte,
wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen
würden (AHI-Praxis 6/1998 S. 291).
8.5. Der Beschwerdeführer war ab April 2012 (vgl. E. 2.2 vorstehend) in seiner
angestammten Tätigkeit nur noch 50 % arbeitsfähig, wobei jedoch bis Dezember 2014
in einer adaptierten Tätigkeit noch eine Arbeitsfähigkeit von 100 % bestand. Danach
bestand in der angestammten Tätigkeit gar keine Arbeitsfähigkeit mehr und in einer
adaptierten Tätigkeit phasenweise nur noch eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Bis zum
Eintritt der vollständigen Arbeitsunfähigkeit auch in einer adaptierten Tätigkeit im Juni
2019 waren ihm gemäss dem Adaptionsprofil im ZVMB-Gutachten manuell sehr
leichte, feinmotorisch einfache Arbeiten mit den Händen im Greifraum bis Brusthöhe
möglich. Zumutbar waren Tätigkeiten ohne höhere Steh- und Gehbelastung und ohne
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Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, sodass wechselbelastende, überwiegend sitzende
Tätigkeiten besser geeignet waren. Zu berücksichtigen war eine Lese- und
Rechtschreibeschwäche, welche den bisherigen beruflichen Werdegang indes nicht
massgebend beeinträchtigt hatte (vgl. IV-act. 202-12 f. und 202-15).
8.6. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze,
also Arbeitsangebote, bei welchen Menschen mit Behinderungen mit einem sozialen
Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Von einer
Arbeitsgelegenheit kann dann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare
Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene
Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt, oder sie nur unter nicht realistischem
Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden
einer entsprechenden Stelle daher von vornherein ausgeschlossen erscheint (siehe
zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 24. April 2012, 8C_869/2011, E. 4.3.5 mit
Hinweisen).
8.7. Zum Zeitpunkt des ZVMB-Gutachtens war der Beschwerdeführer 5_ Jahre alt. Aus
den Akten ergibt sich, dass er in seiner angestammten Tätigkeit eine körperlich
anspruchsvolle handwerkliche Tätigkeit ausgeübt hatte. Das war ihm nach Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit nicht mehr möglich. Administrative Tätigkeiten kamen mangels
Ausbildung und wegen seiner Lese- und Rechtschreibeschwäche für den
Beschwerdeführer nicht in Frage. Eine berufliche Umorientierung wäre deshalb auf dem
damaligen Arbeitsmarkt zweifellos nicht einfach gewesen (vgl. BGE 146 V 16 E. 4.1).
Auf dem für das vorliegende Verfahren relevanten hypothetisch ausgeglichenen
Arbeitsmarkt standen dem Beschwerdeführer aber eine Vielzahl von möglichen
Arbeitsstellen offen. Zu denken ist etwa an einfache Kontroll-, Überwachungs-,
Sortier-, Verpackungs-, Recycling-, (De-)Montage- sowie
Maschinenbedienungsarbeiten, welche keine hohen Anforderungen an seine
Gehfähigkeit und Kraft oder Feinmotorik der Hände stellten und – mit Rücksicht auf die
Arthritis des Beschwerdeführers – keine Exposition an Kälte, Nässe oder Zugluft
beinhalteten. Dafür hätte der Beschwerdeführer keine besondere Berufserfahrung oder
Fachkenntnisse benötigt und auch die von ihm geltend gemachte Legasthenie wäre
einer solchen Tätigkeit nicht im Wege gestanden. Gemäss der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung werden Hilfsarbeiter sodann altersunabhängig nachgefragt (vgl. Urteil
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des Bundesgerichts vom 29. Juni 2018, 9C_862/2017, E. 3.3). Dass aufgrund der
arthritischen Schübe des Beschwerdeführers gehäuft mit Arbeitsausfällen zu rechnen
war, hätte das Finden einer Stelle zwar nicht verunmöglicht, aber doch erschwert, und
ist im Rahmen des Tabellenlohnabzugs ebenfalls zu berücksichtigen, da ein potentieller
Arbeitgeber mit immer wieder auftretenden Arbeitsausfällen hätte rechnen müssen (vgl.
hierzu Urteile des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 3.3.1,
und 9C_941/2012 vom 20. März 2013 E. 4.3.1 f.). Männer in Teilzeitarbeit verdienen
sodann statistisch betrachtet weniger als Männer in einem Vollzeitpensum (vgl. Tabelle
T18 der LSE 2012 bis 2018).
8.8. Insgesamt erscheint ein Tabellenlohnabzug von 15 % somit für den Zeitraum, ab
welchem der Beschwerdeführer auch in einer adaptierten Tätigkeit nur noch teilzeitlich
arbeitsfähig war, angemessen. Mit Blick auf die strenge bundesgerichtliche
Rechtsprechung lässt sich der vom Beschwerdeführer beantragte Tabellenlohnabzug
von 25 % hingegen nicht rechtfertigen. Der Jahreslohn gemäss LSE 2013 ist demnach
um 15 % zu kürzen, woraus ein Einkommen von Fr. 55'805.90 (Fr. 65'654.-- x 0.85) bei
einem Vollzeitpensum bzw. Fr. 27'902.95 für ein Pensum von 50 % resultiert.
9.
9.1. In einer ersten Phase vom 1. Mai 2013 (Beginn eines allfälligen Rentenanspruchs
nach Erfüllung der Karenzfrist und des Wartejahrs) bis 31. Dezember 2014 bestand in
einer adaptierten Tätigkeit noch eine Arbeitsfähigkeit von 100 %, sodass kein
Teilzeitabzug berücksichtigt werden und höchstens ein Tabellenlohnabzug von 5 %
erfolgen kann. Aus der Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 99'804.00
und des Invalideneinkommens von Fr. 62'371.30 (Fr. 65'654.-- x 0.95) ergibt sich ein
Invaliditätsgrad von gerundet 38 % (100 - [Fr. 62'371.30 / Fr. 99'804.00 x 100]; zu den
Rundungsregeln des Invaliditätsgrades vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 30. Januar
2019, 8C_575/2018, E. 7.1, mit Hinweis auf BGE 130 V 121 E. 3.2). Damit hat der
Beschwerdeführer für diesen Zeitraum keinen Anspruch auf eine Rente. Davon gehen
auch beide Parteien übereinstimmend aus.
9.2. Mit Eintritt der gesundheitlichen Verschlechterung per 1. Januar 2015 beträgt der
Invaliditätsgrad gerundet 72 % (100 - [Fr. 27'902.95 / Fr. 99'804.00 x 100]). Damit hat
der Beschwerdeführer ab diesem Datum Anspruch auf eine ganze Rente.
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9.3. Eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, ist für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung
von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie
voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen,
nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und
voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a Abs. 1 IVV). Eine Verschlechterung
der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen ist zu
berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat
(Art. 88a Abs. 2 IVV). Der Gesetzgeber hat mit Art. 88a IVV somit eine abstrakte Regel
geschaffen, ab wann eine Verbesserung oder Verschlechterung des
Gesundheitszustands grundsätzlich zu berücksichtigen ist. Soweit der
Beschwerdeführer moniert, eine Arbeitsfähigkeit von wenigen Monaten sei nicht
verwertbar und deshalb nicht zu berücksichtigen, kann ihm nicht zugestimmt werden.
Nach eigenen Angaben war der Beschwerdeführer ab 2015 nicht mehr in seiner
eigenen GmbH arbeitsfähig, sodass ihm eine Aufgabe dieser nicht mehr möglichen
Tätigkeit ohne Weiteres zumutbar war. Die auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ihm
zumutbaren Hilfsarbeitertätigkeiten hätte er auch für die Dauer von relativ kurzen
Zeiträumen annehmen können, zumal er hierfür beachtliche Ressourcen mitbrachte
(handwerkliche Erfahrung, selbständige Arbeitsweise, gute Schulbildung, Deutsch als
Muttersprache etc.) und Hilfstätigkeiten in der Regel keine langen Einarbeitungszeiten
bedingen.
9.4. Gestützt auf die voranstehenden Erwägungen hat der Beschwerdeführer die
Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (vgl. E. 3.8 vorstehend). Aufgrund der im Juni
2015 eingetretenen, nicht näher bestimmbaren Verbesserung des
Gesundheitszustands (vgl. IV-act. 144-7 ff. und E. 3.3 vorstehend) ist der
Rentenanspruch per 30. September 2015 wieder aufzuheben. Im Sommer 2016 kam es
zu einer erneuten Verschlechterung des Gesundheitszustands, sodass ab 1. Juli 2016
erneut ein Anspruch auf eine ganze Rente besteht. Ab November 2017 ist wiederum
von verbesserten bzw. einer unbestimmbaren Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
auszugehen, sodass der Rentenanspruch per 31. Januar 2018 wiederum aufgehoben
ist. Ab der Begutachtung im Juli 2018 ist erneut eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %
ausgewiesen, sodass ab 1. Juli 2018 wieder Anspruch auf eine ganze Rente besteht.
Danach kam es zu einer weiteren gesundheitlichen Verschlechterung im Juni 2019,
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sodass der Invaliditätsgrad sich per 1. September 2019 erhöhte. Da bereits durch die
zuvor bestehende Arbeitsunfähigkeit von 50 % Anspruch auf eine ganze Rente besteht,
hat diese Verschlechterung des Gesundheitszustands keine Auswirkung auf die
Rentenhöhe mehr. Zusammengefasst hat der Beschwerdeführer demnach wie folgt
Anspruch auf eine ganze Rente:
In diesem Umfang ist die Beschwerde demnach gutzuheissen. Der weitergehende
Antrag auf eine durchgehende unbefristete ganze Rente ab 1. Januar 2015 ist dagegen
abzuweisen. Die Sache ist zur Berechnung und Ausrichtung der Rentenleistungen an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
10.
10.1. Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie
vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. betreffend Überklagung das
Urteil des Bundesgerichts vom 7. Januar 2016, 9C_288/2015, E. 4.2). Die
Beschwerdegegnerin hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu
bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer
zurückzuerstatten.
10.2. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis
Fr. 15'000.--. Der Beschwerdeführer hat so weitgehend obsiegt, dass sich die
vom 1. Januar 2015 bis 30. September 2015–
vom 1. Juli 2016 bis 31. Januar 2018–
ab 1. Juli 2018 unbefristet–
bis
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Zusprache einer ungekürzten Parteientschädigung rechtfertigt. Eine durchschnittliche
pauschale Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) erscheint angemessen.