Decision ID: 15243aee-4910-403e-a18f-f1e9ea61760c
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1956
verfügt über einen eidgenössischen Fähig
keitsausweis als
Offsetkopist-Ausdrucker
(
Urk.
7/7/1) und über eine
Ausbildung zum Sachbearbeiter (
Urk.
7/7/2).
Unter Angabe von seit zehn Jahren bestehen
den und seit zwei Jahren akuten gesundheitlichen Beeinträchtigungen aufgrund einer autoimmunen Pankreatitis, generellen Gefässerkrankung
en
und einer Psoriasis meldete er sich am 3
0.
Januar 2014
bei der Inva
lidenversicherung zum Leistungsbe
zug an (
Urk.
7/9).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte Abklärungen in
medizinischer und
erwerblicher Hin
sicht und
zog
hierzu
nebst
den
IK
Auszügen
Aus
künfte des Arbeitgebers (
Urk.
7/16) sowie die B
erichte
der behandelnden Ärzte bei (
Urk.
7/14,
Urk.
7/1
5 und
Urk.
7/22-26)
.
Weiter
gab
sie
bei
der
Är
ztlichen Begutachtungs-Institut
GmbH
(
Y._
)
in
Basel ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag, welches am 1
9.
Mai 2015 (
Urk.
7
/
35) erstattet wurde. Ge
stützt darauf sprach die IV-Stelle dem Versi
cherten nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/39 und
Urk.
7/62) mit Ver
fü
gungen vom
8.
Juni 2016
(
Urk.
2) ab
1.
August 2014
eine
halbe Rente
basierend auf einem Invaliditätsgrad von
50
%
zu.
2.
Hiergegen erhob
X._
am 1
1.
Juli 2016 Beschwerde (
Urk.
1) und be
antragte
(S. 2)
, die
Verfügung
vom
8.
Juni 2016 sei
aufzuheben und ihm sei
ab Juli 2014
eine
ganze Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen. In pr
o
zessualer Hinsicht ersuchte er
um Gewährung der unentgeltlichen Prozess
führung.
Di
e IV-Stelle schloss in ihrer Be
schwerdeantwort vom
12
.
September 2016 (
Urk.
6
)
auf Abweisung der Beschwerde
.
Mit Replik vom
26.
September 2016
(
Urk.
9
)
hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
fest, während die Beschwerdegegnerin am 3
1.
Oktober 2016 (
Urk.
11) auf das Einreichen einer
Duplik verzichtete. Davon
wurde dem Beschwerdeführer am
2.
November 2016 Kenntnis gegeben (
Urk.
12)
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsren
te
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkom
mensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) auf den Standpunkt, der Beschwerdeführer sei
seit 1
1.
August 2013
in seiner
Arbeits
fähigkeit erheblich eingeschränkt
. Davor hätten zwar bereits Arbeitsun
fähigkeiten bestanden,
diese seien
aber
-
nachdem das ursprüngliche Arbeits
p
ensum immer wieder während mehr als 30 Tagen
habe durch
geführt werden
können
-
unterbrochen worden.
Der
Beginn der
Wartezeit sei daher auf den 11.
August 2013 festzusetzen.
Aus den medizinischen Abklärungen
(
Y._
Gut
achten)
gehe hervor, dass der Beschwerdeführer im bisherigen ange
passten Beruf als Grafiker
zu 50
% arbeitsfähig sei.
Das Belastungsprofil leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne Gehstrecken von mehr als einem Kilometer könne als Grafiker erfüllt werden und
die Verwertung
sei im freien Arbeitsmarkt in einem Pensum von 50
%
möglich und realisierbar.
Er
sei auch
in der Lage
,
während dreier ganzer
Tage
in der Woche einer Arbeit
im „geschützten” Bereich
nachzugehen und es scheine so zu sein, dass er
dabei
seine Ressourcen nicht ausschöpfe,
da
er sich
einerseits
bei
seiner derzeitigen
Arbeit unterfordert
fühle
und anderseits noch
über
genügend
Ressourcen
für verschiedene Freizeitaktivitäten
verfüge
(
Urk.
6 S. 2).
2.2
Dagegen brachte der Beschwerdeführer vor, auf d
as
Y._
-
Gutachten
könne nicht abgestellt werden.
E
ine Restarbeitsfähigkeit von 50
%
sei b
ei dauerhaft ent
zündlicher Aktivität mit milden/schweren Schüben und zusätzlicher Opiat
be
dürftigkeit nicht möglich
.
Im Gutachten
sei nicht berücksichtigt worden, dass auch mildere Schübe vorliegen würden,
die zwar
keine
Hospitalisationen
erfor
derlich machten,
aber auch
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit verursachten, wie d
ies
der behandelnde
PD
Dr.
med.
Z._
, leitender Arzt an der Klinik für Gast
roenterologie und Hepatologie am
A._
,
in seinem Bericht
dargelegt habe
(
Urk.
1
S.
6
f.
)
.
Bei
seiner
Anstellung
handle
es sich um eine
n
geschützte
n Arbeitsplatz
bei den s
ozialen Einrichtungen und Betrieben der Stadt
B._
, welche
r
nicht mit einer Stelle im ersten Arbeitsmarkt verglichen werden könne
.
Er sei auch nicht als Grafiker, sondern zur Graffitientfernung angestellt und er sei in den letzten Jahren aufgrund diverser gesundheitsbedingter Abwesenheiten nicht in der Lage
gewesen
, die im Arbeitsvertrag vorgesehene Anwesenheit v
on
24 Stunden pro Woche zu erbringen.
Seine
gelegentlichen Freizeitaktivitäten
sprächen
nicht gegen die
vom
behandelnden Arzt attestierte 1
00%ige Arbeitsunfähigkeit
, da er diesen Aktivitäten
dann nachgehen
könne
, wenn er nicht gerade
eine
n
Pankrea
titisschub
erleide. Auch
handle
es
sich bei den
Aktivitäten
wie
b
aden und Boule spielen
um solche, die eine sehr geringe körperliche Leistungsfähigkeit erforder
ten
und nicht mit einer Arbeitstätigkeit verglichen werden könn
t
en
(S. 8 f.).
Eine ideale
Arbeitsstelle müsste es
zulassen, dass er re
gelmässig,
mindestens ein- bis
zweimal pro Monat,
für
mehrere Tage bis zu zwei Wochen kra
nkheits
bedingt dem Arbeitsplatz fernbleibe
. W
ährend seiner Anwesenheit
sei er zudem
nicht voll
leistungsfähig. Für den Arbeitgeber
sei damit
eine Arbeitsplanung nicht
möglich, da er keine verlässlichen Informationen über
die
Anwesenheit
habe
. D
er ausgeglichene Arbeitsmarkt
kenne eine solche Arbeitsstelle
nich
t und
sofern
eine Restarbeitsfähigkeit
zu attestieren sei,
sei diese wirtschaftlich nicht verwertbar
. D
amit liege eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründe (S. 10 f.).
Der Beginn des Wartejahres
sei
spätestens im Jahr 2012
festzulegen
und
das Wartejahr damit im
Zeitpunkt der IV-Anmeldung vom 3
0.
Januar 2014
bereits
abgelaufen
. Der
Rente
nanspruch
beginne damit
sechs
Monate nach der IV
Anmeldung
ab Juli 2014 (S. 11 f.).
3.
3.1
Dr.
med.
C._
, Facharzt für
I
nnere Medizin FMH, spez. Gefässkrankheiten (Angiologie)
,
wies
im Formularbericht zu Händen der Beschwerdegegnerin vom 1
7.
Februar 2014
(
Urk.
7/14/1-4) darauf hin, dass er den Beschwerdeführer im Zeitraum vom 1
9.
Dezember 2
008 bis
2.
April 2013
im Zusammenhang mit einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit und
Stentversorgungen
(vgl.
Urk.
7/14/5-6)
behandelt habe
. Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit
nannte
er eine chronische Pankreatit
i
s unklarer Ätiologie mi
t Erstdiag
nose im Jahr 200
0.
Er
hielt fest
,
aus angiologischer Sicht bestehe aktuell keine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit
,
diese
müsse von einem Facharzt für Gastroenterologie festgelegt werden.
3.2
PD
Dr.
med.
Z._
berichtete am 2
6.
Februar 2014 (
Urk.
7/15)
, er betreue den Beschwerdeführer sei
t
dem Jahr 2011 intermittierend ambulant.
Dieser
leide seit dem Jahre 2000 an rezidivierenden
Pankreatitisschüben
mit bisher
schwerste
m
Schub im August 2012
,
wobei er
lange habe hospitalisiert werden müsse
n
. Es sei zu einer Abszedierung
gekommen und
eine
chirurgische Exploration mit
Dé
bridement
sei notwendig geworden
. Aktuell
sei
er beschwerdefrei, das Abdo
men sei weich u
nd von abdominaler Seite best
ehe
eine reizlose Narbe und
sonst
keine Auffälligkeiten
.
Aufgrund der rezidivierenden Pankreatiti
s
, die
seit min
destens dreizehn
Jahren
bestehe,
sei jederzeit mit einem erneuten Schub unter
schiedlicher Stärke zu rechnen. Die Prognose sei somit nicht sicher
. Es finde aber
betreffend die Pankreatitis
momentan
keine Therapie statt und eine Substi
tutionstherapie von Enzymen oder eine Insulintherapie sei nicht indiziert.
I
m Juli 2012
habe er letztmals
ein ärztliches Zeugnis ausgestellt und damals eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vom 2
5.
Juni bis 2
7.
Juni 2012 attestiert. Anschliessend habe der Beschwerdeführer jedoch
wegen
der Pankreatitis
und der nachfolgenden Rekonvaleszenz
wiederholt zu 100
%
arbeitsunfähig gesch
rieben werden
müssen
. Aufgrund der zum Teil schweren
Pankreatitis
schübe
bleibe eine verminderte Leistungsfähigkeit bestehen. Der Beschwerde
führer werde zeitlich weniger arbeiten können und zusätzlich sei die Leistungs
fähigkeit vermindert. Er sei jedoch häufig
zu
100
%
arbeitsunfähig.
3.3
Im Austrittsbericht der Klinik für Gastroenterologie des
A._
vom 2
3.
Juli 2014
(
Urk.
7/22/6-11)
über die
Hospitalisation
vom
9.
bis 1
7.
Juli 2014
wurden folgende Diagnosen festgehalten:
1.
Rezidivierende Schübe einer chronisch-rezidivierenden Pankreatitis unklarer Ätiologie, Erstdiagnose 2000
2.
Verdacht auf
entzü
ndlichen Pseudotumor (3x2cm) zwischen
Pankreas
kopf und A. mesenterica
sup
. Erstdiagnose Mai 2014
3.
Akute passagere mittelschw
ere Niereninsuffizienz am
9.
Juli 2014
4.
Leichte
normozytäre
normochrome
Anämie unklarer Ätiologie
5.
Generalisierte
obliterierende
At
h
erosklerose
6.
Psoriasis
vulgaris
, Typ l Erstdiagnose 1987
Die
Ärzte wiesen darauf hin, die
notfallmässige Selbstzuweisung des Beschwer
deführers sei aufgrund einer akuten Pankreatitis
,
nunmehr der fünfund
zwanzigste
Schub
,
erfolgt. Mangels erhöhter
Cholesta
sezeichen
sei auf eine Bildgebung verzichtet worden. Unter
Rehydratation
und Analgesie mit
Noval
gin
, Dafalgan und
Pethidin
hätten sich die Beschwerden initial rasch, bei
regre
dienten
Pankreasenzymen gebessert.
Im Verlauf sei es, wahrscheinlich infolge rasche
n
Beginn
s
der en
teralen Ernährung auf W
unsch
des Beschwerdeführers hin,
zu einer prolongierten Sc
hmerzproblematik
bei zunächst fluktuierendem, später rückläufigem CRP
(
C-Reaktives Protein
)
bei stets normwertigem Calcium gekommen.
Die initiale Niereninsuffizienz
sei
unter adäquater Hydrierung rasch
regredient
gewesen und eine leichte
Hypokaliämie vor Entlassung
sei
bei Wiederbeginn der enteralen Ernährung nicht substituiert
worden.
Dem
Beschwerdeführer sei
eine strikte Alkohol- und Nikotinkarenz zum wiederholten Male nahegelegt
worden
.
3.4
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin
,
berichtete am
23.
August
2014 (
Urk.
7/22/1-5)
, dass er den Beschwerdeführer seit November 1998 behandle. Als Diagnose
n
mit Auswirkung auf die Arb
eitsfähigkeit nannte
er rezidiv
i
e
rende Schübe einer chronischen Pankreatitis bestehend sei dem Jahr 2000 und eine generalisierte Arteriosklerose
bestehend seit dem Jahr 201
0.
Der Beschwerdeführer könne a
ufgrund des schlechten Gesundheitszustandes die bisherige
Tätigkeit nicht mehr ausüben
und arbeite schon seit Jahren nicht mehr. Es wurde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem Jahr 2000 bis auf weiteres attestiert
.
3.5
3.5.1
Im
Y._
-Gutachten vom
1
9.
Mai 2015
(
Urk.
7/35/2-26), beruhend auf a
llge
meininternistischen (S. 5 ff.), psychiatrischen (S. 9 ff.),
angiologischen (S.
12 ff.),
gastroenterologischen (S. 14 f.) und dermatologischen Unter
suchungen
(S.
15 f.)
, stellten die Sachverständigen die folgenden Diagnosen (S. 16 f.):
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
1.
Chronische Pankreatitis (ICD-10 K 86.0)
-
rezidivierende
Pankreatitisschübe
seit 15 Jahren
-
ursprünglich
aethylische
Genese
-
Status nach
Laparatomie
mit Drainage und
Débridement
mit
gleichzeitiger
Cholezystektomie
am
8.
August 2012
-
sekundärer Diabetes mellitus
2.
Generalisierte Atherosklerose
-
PAVK Stadium
IIa
beidseits (ICD-10 I70.2)
-
aktuell:
Mässiggradige
Restenosen
in den Stents in der A. iliaca
communis
beidseits bei
Status nach PTA und
Stenting
A. iliaca
communis
beidseits
am
15. Januar 2009
Status nach PTA und
Stenting
A. iliaca
communis
beidseits
am
2
7.
April 201
1
Status nach
PTA von In-Stent Stenosen beidseits
Status nach
PTA und
Stenting
A.
renalis
sinistra
am
1
4.
März
2012
Status nach
lokaler
Thrombolyse
, Aspiration und PTA der A. iliaca
communis
, der A.
poplitea und des
Truncus
tibio-fibularis
rechts
sowie PTA der A. iliaca
communis
links
am
1
4.
Januar
2014
-
k
oronare Herzkrankheit (ICD-10 I
25.9)
-
Status nach zweimal AKB 1
8.
April 2012
-
erhaltene EF im April 2012
-
kardiovaskuläre Risikofaktoren
-
arterielle Hypertonie,
medikamentös behandelt (ICD-10 I
10)
-
Dyslipidämie
, medikamentös behandelt (ICD-10 E78.2)
-
Diabetes mellitus Typ II
-
fortgesetzter leichter Nikotinkonsum (ICD-10 F17.1)
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
1.
Pankreatopriver
Diabetes mellitus Typ II (ICD-10 E10.9)
-
insulinpflichtig; ordentlich eingestellt
2.
Psoriasis
vulgaris
vom chronisch stationären Typ (L40.0)
3.
Status nach depressiver Episode vor ca. 7-8 Jahren
4.
Rezidivierende
gastritische
Beschwerden (ICD-10 K29.7)
-
Dauerbehandlung mit PPI
5.
Leichte, labormässige Niereninsuffizienz, kontrollbedürftig
-
bei vaskulärer Verschlusskrankheit, Diabetes mellitus
3.5.2
In ihrer Gesamtb
eurteilung führten die
Experten
aus (S. 17
),
d
er
Beschwerde
führer
habe
eine
Lehre zum Offset-Kopisten
und später
die
Aus
bildung zum Sach
be
arbeiter
mit Diplom ab
geschlossen. Er sei in
mehrjährige
n
Anstellungen im angestammten
Bereich bis 1996 tätig gewesen und habe im Anschluss
erst
mals Arbeitslosenentschädigungen
bezogen
und s
päter noch kürzere Anstellungen
bis ins Jahr 2000
innegehabt
.
Diese Stellen habe er, auch berufsbedi
ngt, auf
grund von
Arbeitsmangel und Stell
enreduktion verloren. Zudem
habe
in jener Zeit ein erhöhter
Ae
thylkonsum
bestanden
. Zuletzt
sei er
ab Juli 2000 bis Juni 2002 arbeitslos
gewesen,
danach
in eine
geschützte Anstellung via Stadt
B._
gekommen und
habe
p
arallel Einkünfte vom Sozialamt
bezogen
.
I
n diesem
ergänzenden Arbeitsmarkt,
ein städtischer Betrieb,
sei er nach wie vor mit drei
Ta
gen Präsenz, jeweils von Montag
bis Mittwoch
tätig
. Er habe dort diverse Spezialaufgaben und würde bei
spielsweise
Graffitis bei einem
Bahnhof auf
nehmen und Offerten zur Entfernung einholen. Eigentl
ich fühle er sich dort
unterfordert. Er habe so einen Zusatzverdienst, der einer
Verdoppelung seiner Zuwendungen
vom Sozialamt entspreche.
Er glaube
nicht, dass er noch eine Chance auf einen Job in der freien Wirtschaft habe. Er gehe deshalb davon aus, weiter in dieser aktuellen
Anstellung
tätig zu sein.
Aus
gastroenterologischer Sicht
wurde ausgeführt
(S. 18)
, im
Vordergrund stün
den
subjektiv und objektiv eine gravierende Situation bezüglich rezidivierender Pankreatitiden
mit
multiplen
Pankreatitisschübe
n
. Diese
bestünden seit 15
Jahren und treten jährlich sechs bis ze
hnmal auf. Beim Auftreten der
Schübe
sei der Beschwerdeführer währen
d
ein bis zwei Wochen hospital
isiert und
w
ä
hrend diesen Tagen und etwas
darüber hinaus gänzlich arbeitsunfähig. Üb
er die Zeit gemittelt resultiere
allein aufgrund der
Ausfallfrequenz eine Ein
schränkung von 35
%
. I
m
Intervall bestehe
nach einer Adaptation eine
ver
wertbare Arbeitsfä
higkeit, so dass auch in diesem I
ntervall die Leistungs
fähigkeit eingeschränkt sei
. Insgesamt resultiere
aus gastroenterolo
gischer Sic
ht über die Zeit gemittelt eine
Gesamtleistungsfähigkeit für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten von 50
%
.
Aus angiologischer Sicht
hielt die Expertin
fest, es bestehe
eine
gut dokumen
tierte Situation mit
verschiedenen Voreingriffen bei verschiedenen Gefässen. Derzeit
seien noch
mässiggradige
Restenosen
im Bereich der Stents der
Arteria
iliaca
communis
beid
seits vorhanden mit subjektiver
Gehstrecke von etwa einem Kilometer. Für leichte bis
mittelschwere Tätigkeiten ohne
Gehstrec
ken über einen Kilometer bestehe
aus angiologischer Sicht keine Ein
schränkung der
Arbeitsfähigkeit.
Aus
allgemeininternistische
r
Sicht wurde
auf die koronare Herzkra
nkheit ver
w
i
esen, welche bei
erhaltener
Auswurffraktion (EF) und subjektiver Beschwerde
fr
eiheit die Arbeitsfähigkeit für
leichte bis mittelschwere Tätigkeite
n nicht ein
schränke.
Bei gut e
ingestelltem Diabetes mellitus und ebenfalls subjek
tiv
er
Be
schwerdefrei
heit könne
auch kein
e wesentliche Einschränkung der
Arbeits
fähigkeit attestiert werden.
Aus dermatologischer Sicht
könne
eine Psoriasis
vulgaris
vom chronisch-statio
nären Typ
festgestellt werden, welche unter Therapie mit
Hum
ira
als stabil einzuschätzen sei und in diesem
gut behandelten Zustand die Ar
beitsfähigkeit nicht einschränke
.
Aus psychiatrischer Sicht liege
keine aktuelle Einschränkung oder Diagnose vor, ein S
tatus nach
depressiver Episode k
önne dabei
zur Kenntnis genommen werden.
Zusammenfassend
hielten die Experten fest,
aus
polydisziplinärer Sicht
ergebe sich
, dass beim
Beschwerdeführer für leichte bis
mittelschwere Tätigkeiten eine Gesamtarbeits- und Leistungsfähigkeit über die Zeit gemittelt von
50
%
bestehe
. Dabei
sei
en
die regelmässig
e Ausfallfrequenz und die
Leistu
ngseinbusse im Arbeitsintervall einbezogen.
Diese Einschätzung gelte mit Sicherheit ab März 2015, sei aber aufgrund der gut dokumentierten Aktensituation seit mehreren Jahren in ähnlichem Ausmass anzunehmen.
3.6
Auf Anfrage der
Rechts
vertreterin
des Beschwerdeführers nahm
PD
Dr.
Z._
am 2
8.
August 2015 (
Urk.
7/49
) zum
Y._
-Gutachten
Stellung.
Er
erklärte,
das Gutachten sei von technischer Seite her nachvollziehbar
,
aus seiner Sicht
aber nicht vollständig
,
und werde der komplexen Po
lymorbidität
des Beschwerde
führers nicht gerecht.
Die gastroenterologische Beurteilung
berücksichtige nicht, dass der Beschwerdeführer
zwischen den
Hospitalisationen
auch
milde Sch
übe erleide
, welche er zu Hause
aussitze. D
ie Beurteilung betreffend Arbeitsfähigkeit
sei damit
unvollständi
g. Bei dauerhaft entzündlicher
Ak
tivität mit mil
den/schwe
ren Schü
ben und zusätzlicher Opiat
be
dürftigkeit
sei eine Rest
arbeits
fähigkeit von
50
%
nicht möglich und
es sei
von einer hochgrad
igen Arbeitsun
fähigkeit auszugeh
en
. Aufgrund des intermittierend auftretenden
Analgetikabedarfs
sei der Beschwerdeführer ungenügend ernährt und somit rein körperlich nicht leistungsfähig.
Die Schmerzen und die
s
tarken Analgetika (Opiate) erschwerten die
K
onzentration für eine intellektuelle
Arbeit
und die gesamte Konstellation mit
zusätzlich ausgeprägter generalisierter Arterio
sklerose, welche B
auch und auch die Beine betreffe, verunmögliche
eine k
ontinuierliche Arbeits
fähigkeit.
Einzig von Seiten der Psoriasis
sei der Beschwerdeführer unter
der
Adalimumab
-Therapie gut behandelt. Aus s
einer Sicht
sei der Beschwerdeführer
zu 100
%
arbeitsunfähig.
Es wurde festgehalten, d
er Gesundheitszustand habe sich nicht verschlechtert und es komme nach wie vor zu regelmässigen
Pankreatitisschüben
. Der Beschwerdeführer
habe deshalb am 2
1.
April 2015 und
am 1
4.
Juni 2015 ambu
lant auf der Notfallstation beurteilt werden müssen und vom 1
4.
bis 2
7.
Juni 2015
und vom 1
7.
bis
2
1.
Juli 2015 habe er
w
ieder stationär im
A._
hospitalisiert werden müssen (S. 2).
3.7
Am
1
0.
Dezember 2015
äusserte
n
sich
die
Y._
-Gutachter
zur
Kritik
von
PD
Dr.
Z._
vom 2
8.
August 2015
und
führte
n
aus (
Urk.
7/52), ihres Erachtens seien
die
Zeiten zwischen den intensiven Schüben
bezogen auf das Jahresmittel genügend berücksichtigt worden,
indem
die
Arbeitsunfähigkeit von 35 auf 50
%
erhöht
worden sei
.
Es sei auch anzumerken, dass die 35%ige Einschränkung aufgrund der
Hospitalisationen
eher grosszügig eingestuft worden sei. Dies l
a
sse sich beispielsweise anhand der aktuellen Situation feststellen, indem zwischen März und Ende August 2015 gemäss
den ärztlichen
Aussage
n
während
etwa
zwei Wochen
behandelt worden sei, was bei der
Zeit von 20 Wochen
etwa
10
%
entspreche.
Es
könne auch noch eine gewisse Nachrekonvaleszenz
einbezogen werden, doch insgesamt sei
en
die 50
%
sicher nicht knapp bemessen.
4.
4.1
Das
Y._
-Gutachten
erfüllt die Anforderungen an eine beweiskräftige medizini
sche Entscheidungsgrundlage (E. 1.4). Es ist für die strittige Frage nach dem Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit umfassend, beruht auf eingehenden fachärztlichen Untersu
chungen, berücksichtigt die relevanten
Vorakten
wie auch die geklagten Beschwerden und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Verhältn
isse und in der Begründung
ein. Anhand der Aktenlage ergeben sich keine Anhaltspunk
te dafür, dass die Sachverständigen
entscheidwesentliche
Tatsachen nicht berücksichtigt hätten oder nicht lege
artis
vorgegangen wären.
Dementspre
chend u
nbestritten
geblieben
und
auch
nicht zu beanstanden sind
d
ie
anlässlich der Begutachtung erhobenen
Unters
uchungsbefunde und die Diagnosestellung
. Insbesondere zeigen sich
keine wesentlichen Diskrepanzen zur übrigen medizi
nischen
Aktenlage
(vgl.
Urk.
7/35 S. 18 f.) und es
ergeben sich
auch
keine Anhaltspunkte für ein
e
Veränderung
(Verschlechterung)
des Gesundheitszu
standes seit der Begutachtung im
Y._
(vgl.
Urk.
7/49 S. 2).
Mit Blick
auf die Akten ist der
medizinische
Sachverhalt in der Hinsicht
erstellt
,
als
bezüglich
der Arbeitsfähigkeit
eine gravierende gastroenterologische Situa
tion
mit rezidivierenden
Pankreatitiden
und
multiplen
Pankreatitisschüben
im Vordergrund
steht,
die
den Beschwerdeführer
subjektiv und objektiv
in seiner
Leistungsfähigkeit einschränkt
(vgl. E. 3.5
.2
)
.
4.2
Uneins
sind sich
die Gutachter und behandelnde Ärzte darüber
,
in welchem Ausmass sich diese Beschwerden auf die Restarbeitsfähigkeit auswirken.
Während die medizinischen Gutachter die
Gesamtarb
eits- und Leistungs
fähig
keit mit
50
%
bewerten
(E. 3.5
.2
)
, erachte
n
die behandelnden Ä
rzt
e
PD
Dr.
Z._
(E. 3.6)
und davor auch schon
Dr.
D._
(E. 3.4) den Beschwer
de
führer als zu 100
% arbeitsunfähig.
Die Gutachter erklärten in diesem Zusammenhang nachvollziehbar, dass
bereits die Berücksichtigung einer
35%ige
n
Einschränkung aufgrund
von
Hospitali
sationen
als grosszügig zu erachten ist
.
Denn
zwischen März und Ende August 2015
seien
Hospitalisationen
während etwa 10
%
d
er Zeit
ausgewiesen, so dass
auch unter Einbezug einer
gewisse
n
Nachrekonva
leszenz
insgesamt eine
50
%
Leistungsfähigkeit als angemessen erscheint
.
D
ie
Gutachter
setzten sich sodann auch einlässlich mit
der
Erwerbsbiografie des Beschwerdeführers auseinander, die einen Einbruch in der Berufskar
r
iere mit Arbeitslosigkeit, Ausste
uerung, Sozialhilfeabhängigkeit und
Anstellung
im erweiterten Arbeitsmarkt aufzeigt, die bereits im Jahr 1996 und damit etliche Jahre vor dem Eintritt des Gesund
heitsschadens ein
gesetzt hat
.
Im Weiteren nahmen sie auch Bezug auf
die
aktu
elle
Berufs- und Alltagssituation des
Beschwerdeführers und
wiesen zu Recht darauf hin,
dass
nicht klar
nachvollziehbar
ist
, weshalb
der Beschwerdeführer lediglich
von M
ontag bis Mittwoch arbeiten k
ann
, und dann nicht mehr
,
obwohl
er
rege
und
regelmässig
Freizeitaktivität
en
ausübt
(
Urk.
7/52/2).
E
ine andauernde 100%ige Arbeitsunfähigkeit, wie sie von
den
behandelnden Ärzten
attestiert
wird
,
vermag demgegenüber bereits
in der Hinsicht nicht
zu überzeugen,
dass der Beschwerdeführer tatsächli
ch einer
Arbeitstätigkeit
im geschützten Rahmen
von 24 Stunden pro Woche
verteilt auf
die Wochentage Montag bis Mittwoch
nachgeht (
Urk.
7/57)
.
Der Beschwerdeführer selbst erläuterte dem begutachtenden Internisten, die Schmerzen im Zusammenhang mit den
Pankreatiden
dauerten jeweils etwa
eine Woche, manchmal auch länger. Zwischendurch sei er beschwerdefrei. Die Schübe träten etwa einmal im Monat auf (
Urk.
7/35 S. 5 und S. 9 und S. 14). Im Lichte dieser Darstellung erscheint die von PD Dr.
Z._
bescheinigte 100%ige Arbeitsunfähigkeit nicht plausibel, lässt sie doch die beschwerdefreien Intervalle gänzlich ausser Acht.
Die
Einschätzung
der behandelnden Ärzte
nimmt auch kein
en
Bezug zur Anamnese (Biographie) und setzt
sich nicht damit
auseinander, dass noch etli
che
Ressourcen fü
r Freizeitaktivitäten bestehen (
vgl.
Urk.
7/35 S. 6 f.).
Damit handelt es sich
nicht
um eine
nach
objektive
n
Kriterien erfolgte
Beurteilung der Leistungsfähigkeit unter Berücksichtigung
des
positiven und negativen Leistungsbild
s
, weshalb nicht darauf abgestellt werden kann
. Letztlich ist
aber
auch der Erfahrungstatsache R
echnung zu tragen
, dass Hausärzte wie auch andere behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens
stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
4.3
Nach dem Gesagten besteht kein Anlass, von der nachvollziehbaren und schlüs
sigen
und aus gesamtmedizinischer Sicht erfolgten Beurteilung
zur Restarbeits
fähigkeit gemäss
dem
Y._
-Gutachten
abzug
ehen (zum Bew
eiswert vgl. E. 1.4), wonach dem
Beschwerdeführer
spätestens
ab der Untersuchung
im
März 2015
für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten eine Gesamtarbeits- und Leistungsfä
higkeit über die
Zeit gemittelt von 50
%
zu attestieren ist
.
5.
5.1
Was
die erwerblichen Auswirkungen dieser Einschränkung anbelangt
, i
st
nach dem hiervor Gesagten
festzustellen, dass
der
Einbruch in der Berufskar
r
iere mit Arbeitslosigkeit, Aussteuerung, Sozialhilfeabhängigkeit
und Tätigkeiten im erweiterten Arbeitsmarkt bereits im Jahr 1996 und damit etliche Jahre vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens einsetzte
, erwähnten doch die behandelnden Ärzte übereinstimmend eine Erstdiagnose im Jahr 2000 (E. 3.1-2).
Nach dem Jahr 1996 war
der Beschwerdeführer
nur noch während weniger Monate in kür
zeren Anstellungsverhältnissen
,
letztmals
von Januar bis Juni 2000
bei
der
E._
,
im ersten Arbeitsmarkt erwerbstätig (vgl.
IK-Auszug,
Urk.
7/13
/
2).
Der Verlust dieser
Anst
ellungen
war betrieblich
bedingt
,
aufgrund
Arbeitsmangel und Stellenreduktion
(vgl.
Urk.
7/35 S.
6)
.
Aus dem
IK-Auszug ergibt sich
im Weiteren
, dass ab Juli 2000 bis Juni 2002 Leistungen der Arbeits
losenversicherung bezogen
und ab dem Ja
nuar
2004 bis Oktober 2007 Beiträge als Nichterwerbstätiger
abgerechnet wurden. Den Angaben des Beschwerde
führers zufolge
ist
er nach seiner Arbeitslosigkeit im Juni 2002 in eine geschützte Anstellung bei der
Stadt
B._
gekommen und hat
daneben
Ein
künfte vom Sozialamt bezogen
(
Urk.
7/35 S. 19).
5.2
Die Beschwerde
gegnerin ermittelte den Invaliditätsgrad aufgrund eines Prozent
vergleichs mit der Begründung
,
der Beschwerdeführer habe in seiner früheren Tätigkeit
zunächst
ein hohes und danach vor Eintritt des Gesundheitsschadens ein sehr geringes Einkommen erzielt (
Urk.
7/37).
Die
s
ist
nach dem hiervor Gesagten
insofern nicht zu beanstanden
als
der Gesundheitsschaden
,
welcher
die
Leistungsfähigkeit
des Beschwerdeführers
beeinträchtigt
,
in e
inem Zeitpunkt eingetreten
ist
, in welchem
er
seit längerem
keine
r
Erwerbstätigkeit
mehr im
ersten
Arbeitsmarkt
nachgegangen ist
.
Die Invaliditätsbemessung an sich wurde daher vom Beschwerdeführer zu Recht nicht bemängelt.
Soweit dieser geltend machte, die Restarbeitsfähigkeit sei auf dem ersten Arbeitsmarkt wirtschaftlich nicht verwertbar, kann ihm nicht gefolgt werden. Denn für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzustellen, ob
eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt wer
den kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nützen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 290 f. E. 3b; Urteile des Bundesgerichts I 273/04 vom 2
9.
März 2005, I 591/02 vom
5.
Mai 2004, I
285/99 vom 1
3.
März 2000 und U 176/98 vom 1
7.
April 2000). Der ausgegli
chene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegen
kommen vonseiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteile des Bundesge
richts 9C_95/2007 vom 2
9.
August 2007 E. 4.3 und 9C_98/2014 vom 2
2.
April 2014 E. 3.1, je mit Hinweisen).
Wenn auch der Beschwerdeführer wegen der immer wiederkehrenden Arbeits
unfähigkeit auf einen verständnisvollen Arbeitgeber angewiesen ist, kann praxisgemäss nicht gesagt werden, dass unter den gegebenen Umständen die Restarbeitsfähigkeit gar nicht mehr verwertbar ist.
5.3
Im Weiteren rügt der Beschwerdeführer
den Beginn des Leistungsanspruchs. Die Beschwerdegegnerin setzte diesen
per
1.
August 2014 fest, während der Beschwerdeführer einen Anspruch ab Juli 2014 geltend macht.
Die Anmeldung zum Leistungsbezug ging bei der Beschwerde
gegne
rin am 30. Januar 2014 ein (vgl.
Urk.
7/9 und Aktenverzeichnis vom 1
1.
August 2016). Ein Rentenanspruch fällt damit unter Berücksichtigung von
Art.
29
Abs.
1
IVG
frühestens ab
1.
Juli 2014 in Betracht. Die
Beschwerdegegnerin
eröffnete das
Wartejahr per 11. August 2013 aufgrund
der
stationären Behandlung vom 11. August bis
4.
Dezember 2013 (
Urk.
7/37/4).
Dem Beschwerdeführer ist beizupflichten, dass die
Y._
-Gutachter darlegten, die von ihnen ermittelte Arbeitsunfähigkeit von 50
%
gelte unter Berücksichtigung
der
Hospitalisationen
mit Sicherheit ab März 2015, wohl aber seit mehreren Jahren in ähnlichem Ausmass (E. 3.5.2
hievor
). Dies stellte die Beschwerde
gegnerin nicht in Abrede. Es ist daher
davon auszugehen, dass das Wartejahr im Zeitpunkt der Anmeldung vom 3
0.
Januar 2014 bereits abgelaufen war, was zum Rentenanspruch ab
1.
Juli 2014
und
diesbezüglich
zur teilweisen Gut
heissung der Beschwerde
führt.
Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
6.
6.1
Das Verfahren ist kostenpflichtig und die Gerichtskosten sind dabei nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG)
und vorliegend
auf
Fr.
800.-- anzusetzen.
Nach
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens.
Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze und in Anbetracht dessen, da
ss
es sich nur um ein seh
r geringes Obsiegen handelt, sind
dem Beschwerdeführer
die
gesamten
Gerichtskosten aufzuerlegen und
es ist
ihm
keine Entschädigung zuzusprechen
.
6.2
Die Voraussetzungen zur Gewährung der unentg
eltlichen Rechtspflege gemäss §
16
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) sind vorliegend erfüllt (vgl.
Urk.
1 S. 2 und
Urk.
3), weshalb dem
Beschwerdef
ührer
antragsgemäss die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen ist.
Z
ufolge Ge
währung der unentgeltlichen Prozessführung
sind die
ihm
auf
erleg
t
en
Ge
richtskosten
einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.3
Der
Beschwerdefüh
rer
ist auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er
zur Nachzahlung der Prozesskosten
verpflichtet ist, sobald er
dazu in der Lage ist.
Das Gericht beschliesst
:
In Bewilligung des Gesuchs vom
11
. Ju
l
i 2016 wird dem Beschwerdeführer die unent
geltliche Prozessführung
gewährt;
und erkennt:
1.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde
wird die Verfügung
der Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, vom
8.
Juni 2016
insoweit abgeändert als
festgestellt
wird
, dass der Beschwerdeführer ab
1.
Juli 2014
Anspruch auf
eine halbe
Invalidenr
ente hat.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt,
zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen. Der Beschwerdeführer wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss
§
16
Abs.
4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Es wird keine
Prozessentschä
digung
zugesprochen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Stadt Zürich Soziale Dienste
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5
.