Decision ID: 420a195f-7b36-5017-aa85-bfd9edc1c12a
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X erwarb den Führerausweis für die Kategorien A1, B, D1, BE und D1E am 16. April
1981. Am 2. Februar 2005 führte er einen Personenwagen in stark alkoholisiertem
Zustand (mindestens 2,45 und maximal 2,98 Gewichtspromille). Das Strassenverkehrs-
und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen entzog ihm den Führerausweis deswegen
mit Verfügung vom 11. Februar 2005 vorsorglich, verbot ihm das Führen von
Motorfahrzeugen aller Kategorien ab sofort und gab ihm Gelegenheit zu einer
Stellungnahme zur in Aussicht gestellten verkehrsmedizinischen Untersuchung. Dies
verband sie mit dem Hinweis, dass die Untersuchung erst durchgeführt werden könne,
wenn er einen Kostenvorschuss von Fr. 800.– bezahlt habe. Mit Zwischenverfügung
vom 14. März 2005 ordnete das Strassenverkehrsamt eine verkehrsmedizinische
Untersuchung an. Das Untersuchungsamt St. Gallen verurteilte X wegen des Vorfalls
vom 2. Februar 2005 mit Strafbescheid vom 12. September 2005 wegen Führens eines
Motorfahrzeugs in angetrunkenem Zustand und Nichtänderns der Adresse im
Führerausweis zu einer bedingt aufgeschobenen Gefängnisstrafe von acht Wochen
und einer Busse von Fr. 1'500.–. Am 4. November 2005, nach Eingang des
Kostenvorschusses, setzte das Strassenverkehrsamt das Administrativverfahren fort
und forderte X auf, sich mit dem Institut für Rechtsmedizin (IRM) am Kantonsspital St.
Gallen zwecks Terminvereinbarung in Verbindung zu setzen. Der Gutachter
befürwortete die Fahreignung im Bericht vom 27. Januar 2006 nur bedingt und empfahl
eine ärztlich kontrollierte und fachtherapeutisch betreute Alkoholabstinenz. Diese
wurde mit Verfügung des Strassenverkehrsamts vom 10. Februar 2006 angeordnet. X
wurde zudem verpflichtet, halbjährlich Berichte der betreuenden Stellen einzureichen,
erstmals am 10. August 2006. Die Auflagen wurden auf unbestimmte Zeit, mindestens
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für die Dauer eines Jahres, verfügt. Am 22. Februar 2006 sprach das
Strassenverkehrsamt wegen der Trunkenheitsfahrt vom 2. Februar 2005 einen
sechsmonatigen Führerausweisentzug aus (sog. Warnungsentzug). Diese Massnahme
war im Verfügungszeitpunkt bereits vollzogen.
B.- Mit Bericht vom 28. August 2007 teilte die Suchtfachstelle St. Gallen dem
Strassenverkehrsamt mit, sie unterstütze die Aufhebung der Auflagen für X. Das
Strassenverkehrsamt nahm diese Mitteilung als Gesuch um Aufhebung der Auflagen
entgegen und forderte X mit Schreiben vom 30. August 2007 auf, innert zehn Tagen
einen aktuellen Arztbericht inklusive Laborwerte einzureichen. Nachdem innert Frist
kein Bericht eingegangen war, betrachtete das Strassenverkehrsamt das Gesuch
androhungsgemäss als zurückgezogen.
C.- Mit Schreiben vom 25. September und 24. Oktober 2007 forderte das
Strassenverkehrsamt X auf, den fälligen Arztbericht einzureichen. Im zweiten
Erinnerungsschreiben, welches eingeschrieben versandt wurde, teilte es X mit, im
Säumnisfall werde der Führerausweis vorsorglich entzogen und eine spezialärztliche
Fahreignungsabklärung angeordnet. Da X den eingeschriebenen Brief nicht abholte,
wurde er ihm am 9. November 2007 ein zweites Mal per A-Post zugestellt. Das
Strassenverkehrsamt erhielt den Bericht auch nach diesem Schreiben nicht. Deshalb
verbot es X mit Verfügung vom 29. November 2007 das Führen von Motorfahrzeugen
vorsorglich ab sofort. Es forderte ihn auf, den Führerausweis und allfällige weitere
Ausweise bis spätestens am zweiten Tag nach der Eröffnung der Verfügung abzugeben
oder einzusenden. Andernfalls werde die Polizei mit dem Einzug beauftragt. Diese
eingeschrieben versandte Verfügung wurde von X auf der Post nicht abgeholt. Das
Strassenverkehrsamt stellte sie ihm deshalb mit Schreiben vom 17. Dezember 2007
nochmals per A-Post zu.
D.- Am 30. Juli 2014 reiste X mit einem Motorfahrzeug beim Grenzübergang Martina in
die Schweiz ein, als er vom Grenzwachtkorps angehalten und kontrolliert wurde. Da er
über keine gültige Fahrerlaubnis verfügte, wurde sein Führerausweis von der
Kantonspolizei Graubünden vorläufig abgenommen. X gab gegenüber der Polizei an,
von der Entzugsverfügung vom 29. November 2007 nichts gewusst zu haben. Seit
November 2007 sei er mehr oder weniger täglich gefahren und habe rund 65'000 km
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zurückgelegt. Sein Antrag auf Wiederaushändigung des Führerausweises wurde vom
Strassenverkehrsamt mit Schreiben vom 10. September 2014 abgelehnt. Die
Staatsanwaltschaft Graubünden verurteilte X am 11. September 2014 wegen
mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung, Entzugs oder
Aberkennung des erforderlichen Ausweises zu einer bedingt aufgeschobenen
Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 140.– und einer Busse von Fr. 800.–. Mit
Zwischenverfügung vom 20. Oktober 2014 ordnete das Strassenverkehrsamt beim IRM
St. Gallen eine verkehrsmedizinische Untersuchung an. Zusätzlich wies es darauf hin,
aufgrund der fehlenden Fahrpraxis seit dem 29. November 2007 sei bei positivem
Ausgang der Fahreignungsabklärung eine neue Führerprüfung für die Kategorie B
(Verkehrskundeunterricht, Theorie- und praktische Führerprüfung) zu absolvieren.
Gegen letzteren Hinweis erhob der damalige Rechtsvertreter von X mit Eingabe vom
3. November 2014 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission. Mit Entscheid
IV-2014/151 vom 28. Mai 2015 trat die Verwaltungsrekurskommission auf den Rekurs
nicht ein.
E.- Am 31. Oktober 2014 wurde X beim IRM verkehrsmedizinisch untersucht. Er
verzichtete auf eine umfassende Begutachtung. Im Kurzgutachten vom 10. Dezember
2014 wurde ausgeführt, X habe die Abstinenzauflage nicht erfüllt, weshalb die
Fahreignung aus verkehrsmedizinischer Sicht nicht zu befürworten sei. Der Gutachter
empfahl vor einer verkehrsmedizinschen Neubeurteilung eine kontrollierte und
fachtherapeutisch begleitete Alkoholabstinenz von mindestens sechs Monaten.
F.- Am 22. Juni 2015 wurde X im IRM ein weiteres Mal verkehrsmedizinisch untersucht.
Im Gutachten vom 16. Juli 2015 wurde festgestellt, die Resultate der Haaranalyse und
Urinprobe seien mit der geltend gemachten Alkoholabstinenz seit Dezember 2014
vereinbar. Die Fahreignung könne unter der Auflage einer fachtherapeutisch betreuten
und kontrollierten Alkoholabstinenz mit Einreichen von Verlaufsberichten alle sechs
Monate befürwortet werden. In der Folge verfügte das Strassenverkehrsamt am 27. Juli
2015 die Wiedererteilung des Führerausweises per 30. Juli 2015 (Ziffer 1 des
Rechtsspruchs). Gleichzeitig ordnete es aufgrund der langen Fahrabstinenz von über
fünf Jahren eine neue komplette Führerprüfung für die Kategorie B
(Verkehrskundeunterricht, Theorie- und praktische Führerprüfung) an (Ziff. 2). Es versah
den Lernfahrausweis (Ziff. 3) mit den Auflagen, dass X unter fachlicher Betreuung
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(Suchtfachstelle) eine vollständige, kontrollierte Alkoholabstinenz gemäss Info-Blatt
einzuhalten habe, die Abstinenzkontrolle inklusive Haaranalyse alle sechs Monate
(Dezember und Juni) im IRM durchzuführen und im Dezember 2015 ein kardiologischer
Verlaufsbericht einzureichen sei (Ziff. 4 lit. a und b). Weiter wurde festgehalten, dass die
Auflagen auf unbestimmte Zeit Gültigkeit haben, eine Aufhebung der Auflagen
frühestens in zwei Jahren geprüft werden könne (Ziff. 4 lit. c) und bei Missachten der
Auflagen mit dem Entzug des Führerausweises – allenfalls auf unbestimmte Zeit – zu
rechnen sei (Ziff. 4 lit. d). Nach Bestehen der Führerprüfung werde ein neuer
Führerausweis ausgestellt und die Verfügung vom 29. November 2007 vollständig
aufgehoben (Ziff. 4 erster Satz). Aufgrund des mehrfachen Fahrens trotz
Führerausweisentzugs seit Ende November 2007 bis 30. Juli 2014 wurde der
Führerausweis mit separater Verfügung des Strassenverkehrsamtes vom 27. Juli 2015
für die Dauer von zwölf Monaten (Warnungsentzug), mit Wirkung ab 30. Juli 2014 bis
und mit 29. Juli 2015, entzogen.
G.- Gegen die Verfügung des Strassenverkehrsamtes vom 27. Juli 2015
(Wiedererteilung des Führerausweises, Anordnung einer neuen Führerprüfung für die
Kategorie B, Erteilung des Lernfahrausweises unter Auflagen) erhob X mit Eingabe
seiner Rechtsvertreterin vom 21. August 2015 Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission. Er beantragte, die angefochtene Verfügung sei insofern
aufzuheben, als dass darin eine neue Führerprüfung für die Kategorie B und die
Auflage einer Totalabstinenz angeordnet worden seien. Es sei ihm der Führerausweis,
mit der Auflage einer Fahrabstinenz für die Dauer von drei Jahren, wiederzuerteilen,
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Mit Vernehmlassung vom 17. September
2015 beantragte die Vorinstanz die Abweisung des Rekurses.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit erforderlich, in den
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
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1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 21. August 2015 ist unter
Berücksichtigung der vom 15. Juli bis 15. August 2015 dauernden Gerichtsferien
rechtzeitig eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP; Art. 58 Abs. 1 und Art. 30 VRP in
Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 lit. b der Schweizerischen Zivilprozessordnung, SR 272,
abgekürzt: ZPO). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Der Rekurrent rügt in formeller Hinsicht, die Vorinstanz habe mit der Verfügung vom
27. Juli
2015 die Begründungspflicht und damit seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt.
a) Art. 29 Abs. 2 BV gewährt den Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Daraus
leitet das Bundesgericht in ständiger Rechtsprechung die Pflicht der Behörde ab, ihre
Verfügungen und Entscheide zu begründen (vgl. BGE 133 III 439 E. 3.3, 133 I 270 E.
3.1, 129 I 236 E. 3.2, 126 I 102 E. 2b). Als persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht
verlangt dieser Grundsatz, dass die Behörde die Vorbringen der vom Entscheid oder
der Verfügung in ihrer Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und
berücksichtigt und ihren Entscheid vor diesem Hintergrund begründet (vgl. Steinmann,
St. Galler Kommentar, 3. Aufl. 2014, N 49 zu Art. 29 BV). Der von einem Entscheid oder
einer Verfügung Betroffene soll wissen, warum die Behörde entgegen seinem Antrag
entschieden hat; die Begründung muss deshalb so abgefasst sein, dass er den
Entscheid oder die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann (BGE 133 III
439 E. 3.3, 129 I 232 E. 3.2; vgl. auch Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 6. Aufl. 2010, Rz. 1706). Dies ist nur möglich, wenn sowohl der
Betroffene als auch die Rechtsmittel-instanz sich über die Tragweite des Entscheids
ein Bild machen können; in diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen
genannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sich ihr
Entscheid stützt. Allerdings bedeutet dies nicht, dass sich die Behörde ausdrücklich
mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand
auseinandersetzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen
bis
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Gesichtspunkte beschränken (BGE 133 I 270 E. 3.1; Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O.,
Rz. 1706). Umfang und Dichte der Begründung richten sich generell nach den
Umständen (Steinmann, a.a.O., N 49 zu Art. 29 BV). Ist die Sachlage klar und sind die
anwendbaren Normen bestimmt, kann ein Hinweis auf diese Rechtsnormen genügen,
während ein weiter Spielraum der Behörde – aufgrund von Ermessen oder
unbestimmten Rechtsbegriffen – und eine Vielzahl von in Betracht fallenden
Sachverhaltselementen eine ausführliche Begründung gebieten (BGE 112 Ia 110 E. 2b,
104 Ia 213 E. 5g; Steinmann, a.a.O., N 49 zu Art. 29 BV; Tschannen/Zimmerli,
Allgemeines Verwaltungsrecht, 2. Aufl. 2005, § 29 N 13). Die Begründungspflicht,
welche aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV fliesst,
hat der st. gallische Gesetzgeber für Verfügungen in Art. 24 Abs. 1 lit. a VRP
ausdrücklich festgehalten; nach dieser Bestimmung soll die Verfügung unter anderem
die Gründe enthalten, auf die sie sich stützt (vgl. zum Ganzen Urteil des
Verwaltungsgerichts [VerwGE] des Kantons St. Gallen B 2009/211 vom 18. März 2010
E. 2.1, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch).
b) Der Rekurrent nahm mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 23. Juli 2015
ausführlich zum verkehrsmedizinischen Gutachten vom 16. Juli 2015 und zur geplanten
Wiedererteilung des Führerausweises unter Auflagen Stellung. Dabei brachte er vor, die
Verfügung vom 29. Juli (richtig: November) 2007 nie erhalten zu haben. Weil der
Zustellnachweis nicht erbracht worden sei, verlange er Einsicht in den
Einschreibebeleg sowie den Beleg über den Zustellversuch. Er rügte die lange
ʺvorsorgliche Verfahrensdauerʺ von über sieben Jahren sowie die Empfehlungen im
Gutachten vom 10. Dezember 2014. Ferner sei ihm im Rahmen der
verkehrsmedizinischen Untersuchung vom 22. Juni 2015 lediglich eine Haarprobe
entnommen worden; ein Gespräch habe dort nicht stattgefunden. Umso erstaunlicher
und wenig überzeugend sei deshalb, dass aufgrund seiner abgesunkenen Leberwerte
von einem ʺBagatellisieren der tatsächlichen Alkoholkonsumgewohnheitenʺ
ausgegangen werde. Zudem liege es nicht in der Kompetenz des Verkehrsmediziners,
eine psychologische Einschätzung vorzunehmen. Es gebe keinen Anhaltspunkt für
einen unkontrollierten Alkoholkonsum. Bereits die Untersuchung im Jahr 2014 habe
ergeben, dass keine wesentlichen, verkehrsmedizinisch relevanten Besonderheiten
vorliegen würden. Es sei festgestellt worden, dass seine erhöhten Leberwerte aufgrund
einer Fettleber-Hepatitis interpretiert worden seien. Die Suchtfachstelle attestiere ihm,
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seit acht Jahren Fahren und Trinken gut trennen zu können und einen bewussten
Umgang zu alkoholischen Getränken zu pflegen. Weshalb er eine Totalabstinenz
einhalten solle, obschon er bereits von März 2006 bis August 2007 und aktuell mittels
Haaranalyse erneut den Abstinenzbeweis während sechs Monaten erbracht habe, sei
nicht nachvollziehbar. Die Voraussetzungen für die Auflage seien nicht gegeben. Er
habe mehr als zehn Jahre unter Beweis gestellt, dass er Fahren und Trinken trennen
könne; er sei seit dem Vorfall vom 2. Februar 2005 nie wieder auffällig geworden
(act. 2/14 und 4/138 ff.).
Die Vorinstanz führte in der angefochtenen Verfügung aus, dem Antrag auf Erbringung
eines Zustellnachweises für die Verfügung vom 29. November 2007 könne nicht
entsprochen werden, da eine Nachverfolgung der Sendung nach über sieben Jahren
nicht mehr möglich sei. Dies sei aber auch nicht nötig, weil bei jedem Einschreiben eine
zweite Zustellung erfolge. Wäre die Zweitzustellung erfolglos gewesen, wäre die
Aushändigung durch die Polizei in die Wege geleitet worden. Der Rekurrent sei zudem
seit dem 1. Mai 2003 an der Y-Strasse in St. Gallen gemeldet, weshalb auch keine
Ausschreibung im Amtsblatt erfolgt sei. Weiter habe der Rekurrent die Strafverfügung
der Staatsanwaltschaft Graubünden nicht angefochten und damit den Tatbestand des
Fahrens trotz Führerausweisentzugs offenbar anerkannt. Am 22. Juni 2015 habe nicht
nur eine Haaranalyse, sondern auch ein Gespräch stattgefunden; dies sei auf Seite
zwei des Untersuchungsprotokolls klar festgehalten. Da dem Rekurrenten der
Führerausweis mit rechtskräftiger Verfügung vom 29. November 2007 entzogen
worden sei, habe – ohne Nachweis der Fahreignung – für sie kein Grund bestanden, an
dieser Situation etwas zu ändern. Ferner könne das verkehrsmedizinische Gutachten
vom 10. Dezember 2014 (Datum der Untersuchung: 31. Oktober 2014) nicht
nachträglich bemängelt werden. Insgesamt vermöge der Rekurrent keine
substantiierten Mängel darzutun, die das Gutachten vom 16. Juli 2015 ernsthaft in
Frage stellen würden. Das Gutachten erscheine schlüssig. Es sei nachvollziehbar
begründet und widerspruchsfrei, weshalb darauf abgestellt werden könne (act. 2/2 und
4/144 ff.).
c) Die Vorinstanz äusserte sich in der Verfügung zwar zur Stellungnahme des
Rekurrenten. Mit den Einwänden des Rekurrenten zur Abstinenzauflage setzte sie sich
indes nicht näher auseinander. Ebenso wurde nicht aufgezeigt, weshalb auf das
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Gutachten abgestützt werde. Der pauschale Hinweis, dass das Gutachten schlüssig
sei, ersetzt eine eigene Würdigung des Gutachtens, die durchaus kurz ausfallen kann,
nicht. Damit verletzte die Vorinstanz den Anspruch des Rekurrenten auf rechtliches
Gehör. Auf die Rückweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz zu neuer Verfügung
kann aber verzichtet werden, da die Gehörsverletzung im vorliegenden
Rekursverfahren geheilt werden kann. Das Gericht verfügt über volle
Überprüfungsbefugnis (Art. 46 Abs. 1 VRP). Der Umstand, dass die Vorinstanz die
angefochtene Verfügung nicht hinreichend begründete, ist jedoch bei der
Kostenverlegung zu berücksichtigen. Dabei ist zu beachten, dass dem Rekurrenten das
verkehrsmedizinische Gutachten vom 16. Juli 2015, auf dessen Empfehlungen sich die
Vorinstanz stützt, vorlag. Es war ihm deshalb trotz mangelhafter Begründung möglich,
die Verfügung sachgerecht anzufechten.
3.- Der Rekurrent bringt weiter vor, er habe die Schreiben der Vorinstanz vom
30. August, 25. September, 24. Oktober und 9. November 2007 nie erhalten.
Insbesondere sei ihm auch die Verfügung der Vorinstanz vom 29. November 2007 nicht
zugestellt worden, weshalb er keine Kenntnis vom vorsorglichen Führerausweisentzug
gehabt habe und die Verfügung vom 29. November 2007 nicht habe in Rechtskraft
erwachsen können.
a) Die Eröffnung einer Verfügung ist eine empfangsbedürftige, nicht aber eine
annahmebedürftige einseitige Rechtshandlung. Ihre Rechtswirkungen entfaltet die
Verfügung vom Zeitpunkt der ordnungsgemässen Zustellung an. Unerheblich ist, ob
der Betroffene vom Verfügungsinhalt tatsächlich Kenntnis nimmt oder nicht (Urteil des
Bundesgerichts [BGer] 9C_282/2014 vom 25. März 2015 E. 3.2 mit Hinweis auf BGE
119 V 89 E. 4c).
Als zugestellt gilt eine eingeschrieben versandte Verfügung grundsätzlich vom
Zeitpunkt an, in dem sie durch den Adressaten tatsächlich in Empfang genommen
wird. Wird der Adressat nicht angetroffen, wird eine Abholeinladung in seinen
Briefkasten oder sein Postfach gelegt. Die Sendung gilt als zugestellt, sobald sie vom
Adressaten auf der Post abgeholt wird. Wird die Sendung nicht abgeholt, so gilt sie am
siebten Tag nach dem erfolglosen Zustellversuch als zugestellt, sofern die Person mit
einer Zustellung rechnen musste (vgl. Art. 30 VRP in Verbindung mit Art. 138 ZPO; BSK
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ZPO-Gschwend/Bornatico, 2. Auflage 2013, Art. 138 N 14 f.). Die Annahme dieser
"Zustellungsfiktion" rechtfertigt sich in der Regel, wenn jemand an einem Verfahren
beteiligt und dadurch aus dem Grundsatz von Treu und Glauben verpflichtet ist, dafür
zu sorgen, dass ihm behördlichen Akte zugestellt werden können. Auch während eines
laufenden Verfahrens hat sie nur dann Gültigkeit, wenn die betroffene Person mit der
Zustellung eines behördlichen Entscheids oder einer Verfügung mit einer gewissen
Wahrscheinlichkeit rechnen musste und ihr nach erfolglosem Zustellungsversuch
tatsächlich eine postalische Abholungseinladung mit Fristangabe ordnungsgemäss in
ihren Briefkasten oder in ihr Postfach gelegt wurde, was im Sinne einer – widerlegbaren
– Vermutung angenommen wird (BGer 9C_396/2015 vom 10. Juli 2015 E. 3.2; BGE 130
III 396 E. 1.2.3 mit Hinweisen). Es findet also in diesem Fall hinsichtlich der Ausstellung
der Abholungseinladung eine Umkehr der Beweislast in dem Sinne statt, als im Falle
der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten des Empfängers ausfälllt, der den
Erhalt der Abholungseinladung bestreitet (vgl. die Nachweise der bisherigen
Rechtsprechung in: BSK BGG-Kathrin Amstutz/Peter Arnold, 2. Auflage 2011, Art. 44
N 31). Diese Vermutung kann allerdings vom Empfänger widerlegt werden, wobei kein
Beweis des Gegenteils erforderlich ist, sondern eine Entkräftung durch den
Gegenbeweis möglich ist. So wurde verschiedentlich erklärt, die Vermutung des
Zugangs der Abholungseinladung gelte, sofern nicht besondere Umstände für eine
Pflichtwidrigkeit des Postangestellten sprächen. Es erscheint auch sachlich
gerechtfertigt, zur Widerlegung der fraglichen Vermutung keinen strikten Beweis zu
verlangen, sondern den Nachweis einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit von Fehlern
bei der Zustellung genügen zu lassen. Denn der Nichtzugang einer
Abholungseinladung ist eine negative Tatsache, für die naturgemäss kaum je der volle
Beweis erbracht werden kann (BGer 1C_129/2015 vom 9. Juli 2015 E. 3.1 mit
Hinweisen zur Rechtsprechung).
b) Unbestritten ist, dass dem Rekurrenten die Verfügung der Vorinstanz vom
10. Februar 2006 ordnungsgemäss zugestellt wurde und in Rechtskraft erwuchs.
Zudem erklärte der Rekurrent ausdrücklich, mit den darin festgehaltenen Auflagen
einverstanden zu sein (act. 4/12). Somit war ihm bekannt und bewusst, dass er bis zur
Lockerung oder Aufhebung der Auflagen verpflichtet war, alle sechs Monate
Verlaufsberichte der ihn betreuenden Stellen einzureichen und ihm bei Missachtung
dieser Auflage ein Führerausweisentzug – allenfalls auf unbestimmte Zeit – drohen
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würde (vgl. act. 4/41). Nachdem er gleichwohl Ende August 2007 den fälligen Bericht
des ihn betreuenden Arztes nicht einreichte, musste er daher mit einer behördlichen
Kontaktaufnahme rechnen. Insbesondere durfte er auch nicht ohne weiteres darauf
vertrauen, sein Arzt werde den Bericht für ihn einreichen (vgl. act. 1 Rz. 14), war ihm
doch bekannt, dass diese Pflicht ihm und nicht seinem Arzt oblag. Ausserdem gibt er
selbst an, aufgrund des Berichtes der Suchtfachstelle vom 28. August 2007 davon
ausgegangen zu sein, dass die Vorinstanz die Aufhebung der Auflagen in die Wege
leiten werde (act. 1 Rz. 14). Im Wissen um das laufende Verfahren hätte er somit dafür
besorgt sein müssen, dass ihm oder einem Stellvertreter behördliche Akte zugestellt
werden können (vgl. VerwGE B 2011/188 vom 17. Januar 2012 E. 3.1.3). Statt dessen
wird im Rekurs ausgeführt, dass er seine persönlichen Belange aufgrund einer finanziell
und familiär sehr belastenden, auch im Jahr 2007 noch anhaltenden Situation nach der
Trennung von der Lebenspartnerin im Jahr 2004 stark vernachlässigt und insbesondere
die Post teilweise nicht gelesen sowie eingeschriebene Briefe auf der Post nicht
abgeholt habe (act. 1 Rz. 16). Daraus kann er hinsichtlich seiner Pflicht, die Zustellung
behördlicher Post zu ermöglichen, nichts zu seinen Gunsten ableiten. Die
Entzugsverfügung vom 29. November 2007 wurde dem Rekurrenten per Einschreiben
(act. 4/67 f.) und am 17. Dezember 2007 per A-Post (act. 4/69) zugestellt. Vorgängig
war er mit eingeschriebenem Brief vom 24. Oktober 2007 (mit Kopie an den
behandelnden Arzt; act. 4/45) und uneingeschriebener Zweitzustellung vom
9. November 2007 (act. 4/46) zur Einreichung des fälligen Arztberichtes bereits
gemahnt sowie der vorsorgliche Führerausweisentzug bei Nichteinreichen des Berichts
angedroht worden. In den Akten befinden sich keine Sendungsnachverfolgungen
(Track & Trace) für die eingeschriebenen Sendungen. Dennoch liegen genügend
Indizien vor, dass von einer Zustellung der Entzugsverfügung vom 29. November 2007
ausgegangen werden kann. So wurden sämtliche Schreiben der Vorinstanz an die Y-
Strasse in St. Gallen gesendet, wo der Rekurrent nach eigenen Angaben seit
1. Dezember 2004 (act. 4/87) bzw. 2. Februar 2005 (act. 4/27) wohnt und gemäss den
Ausführungen der Vorinstanz seit 1. Mai 2003 ununterbrochen gemeldet ist (act. 2/2
und 4/145). Weiter wurde in den jeweiligen Zweitzustellungen der Vorinstanz
ausdrücklich festgehalten, dass die Einschreibesendungen mit dem Vermerk ʺnicht
abgeholtʺ zurückgekommen seien und deshalb eine zweite Zustellung ausgelöst
worden sei. Wäre keine eingeschriebene Erstsendung erfolgt, hätte die Vorinstanz gar
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nie erfahren, dass der Rekurrent die Verfügung nicht entgegengenommen hatte.
Dementsprechend wäre es auch nicht zu einer zweiten, diesmal nicht eingeschriebenen
Zustellung gekommen. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Verfügung vom
29. November 2007 mittels eingeschriebener Postsendung an den Rekurrenten
versendet wurde. Es liegen keine Anhaltspunkte vor, die Zweifel an der
ordnungsgemässen Zustellung aufkommen lassen. Insbesondere gibt es nicht den
geringsten Hinweis, dass nach dem erfolglosen Zustellversuch keine Abholeinladung in
seinen Briefkasten oder sein Postfach gelegt wurde. Dass der Rekurrent seinen
Führerausweis nicht abgab und die Vorinstanz trotz Androhung weiterer Massnahmen
(Einzug des Führerausweises durch die Polizei, Strafanzeige wegen Nichtabgabe des
Führerausweises; act. 4/67 f.) nichts unternahm, ist inkonsequent. Dies vermag aber
letztlich nichts daran zu ändern, dass die Verfügung vom 29. November 2007 als
zugestellt zu gelten hat und sie zufolge unbenützten Ablaufs der Rechtsmittelfrist
rechtskräftig wurde. Dies bedeutet, dass das Fahrverbot wirksam war, selbst wenn der
Rekurrent davon nichts gewusst haben sollte. Die zweite, nicht eingeschriebene
Zustellung der Verfügung diente nur der Information des Rekurrenten; sie entfaltete
keinerlei Rechtswirkungen und löste insbesondere keine Fristen aus (vgl. BSK BGG-
Kathrin Amstutz/Peter Arnold, a.a.O., Art. 44 N 27). Hinzu kommt, dass er den
Schuldspruch wegen Fahrens trotz Führerausweisentzugs (Strafbefehl der
Staatsanwaltschaft Graubünden vom 11. September 2014, act. 4/148 f.) und den von
der Vorinstanz am 27. Juli 2015 verfügten Warnungsentzug von zwölf Monaten
(act. 4/141 f.) akzeptierte. Da die Missachtung des Fahrverbots in beiden Fällen die
Tatbestandsmässigkeit des Verhaltens begründete, ist es widersprüchlich, wenn im
vorliegenden Verfahren die korrekte Zustellung des vorsorglichen
Führerausweisentzugs gerügt und damit bestritten wird, dass diese Massnahme eine
Wirkung entfaltet habe. Da ein vorsorglicher Führerausweisentzug einen
Zwischenschritt auf dem Weg zur Endverfügung – hinsichtlich des Sicherungsentzugs –
und damit eine Zwischenverfügung darstellt (BGE 125 II 396 E. 3), ist zwar
ungewöhnlich, dass die Vorinstanz, nachdem die Berichte nicht eingegangen waren,
keinen Sicherungsentzug verfügte. Letztlich ändert dies indessen nichts daran, dass
der Rekurrent ab dem 29. November 2007 nicht mehr fahrberechtigt war. Aus der
Verfügung vom 10. Februar 2006, womit der Führerausweis mit einer
Alkoholabstinenzauflage versehen wurde, ging klar hervor, dass die Frage einer
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Lockerung oder Aufhebung der Auflagen frühestens nach einem Jahr und nur auf ein
schriftliches Gesuch hin geprüft werde (act. 4/41). Der letzte Bericht der
Suchtfachstelle datiert vom 28. August 2007 (act. 4/49 ff.). Das Blut wurde letztmals am
9. Mai 2007 kontrolliert (act. 4/54). Der Rekurrent macht nicht geltend, dass er die
Auflagen nachher noch eingehalten habe. Davon ist auch deshalb nicht auszugehen,
weil die Vorinstanz davon mit Sicherheit Kenntnis erhalten hätte. Da er sich über die
Auflagen hinwegsetzte und diese nicht mehr einhielt, konnte er nicht in guten Treuen
davon ausgehen, wieder fahrberechtigt zu sein. Die entsprechende Aussage gegenüber
der Kantonspolizei Graubünden vom 30. Juli 2014 stellte deshalb eine
Schutzbehauptung dar (vgl. act. 4/79 f.).
4.- In materieller Hinsicht ist umstritten, ob die Anordnung der Vorinstanz, wonach der
Rekurrent aufgrund einer langen Fahrabstinenz von über fünf Jahren eine neue
komplette Führerprüfung für die Kategorie B (Verkehrskundeunterricht, Theorie- und
praktische Führerprüfung) zu bestehen habe, zu Recht erfolgte.
a) Der Rekurrent führt hierzu aus, keinen langen Unterbruch in der Fahrpraxis gehabt zu
haben. Vielmehr habe er, entsprechend dem rechtskräftigen Strafbefehl der
Staatsanwaltschaft Graubünden vom 11. September 2014, vom 29. November 2007
bis 30. Juli 2014 fast täglich ein Motorfahrzeug gelenkt. Dabei habe er rund 65‘000 km
zurückgelegt, was er bereits anlässlich der ersten polizeilichen Befragung zugegeben
habe. Die Vorinstanz sei an die Sachverhaltsdarstellung im Strafbefehl gebunden, da
sie keine zusätzlichen Beweise erhoben habe oder ihr Tatsachen vorliegen würden, die
der Staatsanwaltschaft nicht bekannt gewesen seien. Darüber hinaus verletze die
Anordnung einer neuen Führerprüfung den Grundsatz der Verhältnismässigkeit. Es
stehe eine breite Palette von Möglichkeiten zur Verfügung, die bei Zweifeln an der
Fahrkompetenz angewendet werden könnten und es sei immer die mildest mögliche
Massnahme anzuordnen. Er habe während mehreren Jahren absolut
verkehrsunauffällig ein Motorfahrzeug geführt. Wenn die Vorinstanz an den
Feststellungen im Strafbefehl oder seiner Fahrkompetenz zweifle, könne sie
beispielsweise eine Kontrollfahrt anordnen. Mit einer einstündigen Kontrollfahrt liessen
sich ohne weiteres allfällige Zweifel beseitigen oder feststellen, ob Zweifel an seiner
Fahrkompetenz berechtigt seien (vgl. act. 1).
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Die Vorinstanz hält dem entgegen, sie habe aufgrund der langen Fahrabstinenz und
somit der fehlenden Fahrkompetenz des Rekurrenten von über fünf Jahren mit
pflichtgemässem Ermessen eine neue komplette Führerprüfung angeordnet. Die vom
Rekurrenten geltend gemachte Fahrpraxis von rund 65‘000 km habe er sich, wenn
überhaupt, unrechtmässig angeeignet, da er seit dem 29. November 2007 nicht mehr
zum Führen von Motorfahrzeugen berechtigt gewesen sei. Eine zu Unrecht erlangte
Fahrpraxis könne bei der Frage nach der nötigen Fahrkompetenz nie angerechnet
werden (vgl. act. 11).
b) Nach Art. 14 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: SVG)
müssen Motorfahrzeugführer über Fahreignung und Fahrkompetenz verfügen. Über
Fahrkompetenz verfügt, wer die Verkehrsregeln kennt und Fahrzeuge der Kategorie, für
die der Ausweis gilt, sicher führen kann (Art. 14 Abs. 3 SVG). Bestehen Zweifel an der
Fahrkompetenz einer Person, so kann diese einer Kontrollfahrt, einer Theorieprüfung,
einer praktischen Führerprüfung oder einer anderen Massnahme wie einer Aus- oder
Weiterbildung oder einer Nachschulung unterzogen werden (Art. 15d Abs. 5 SVG).
Nach der Rechtsprechung können Bedenken über die Fahrkompetenz des
Motorfahrzeugführers gerechtfertigt sein, wenn der Führer seit längerer Zeit kein
Fahrzeug mehr gelenkt hat (BGer 1C_646/2007 vom 22. Mai 2008 E. 3.3 mit Hinweisen;
Philippe Weissenberger, Kommentar SVG und OBG, 2. Aufl. 2015, Art. 15d N 110).
Dabei darf jedoch nicht schematisiert werden. Zu würdigen sind die konkreten
Umstände des Einzelfalls. Die Behörde entscheidet nach pflichtgemässem Ermessen
(BGer 1C_464/2007 vom 22. Mai 2008 E. 3.3 mit Hinweis auf BGE 108 Ib 62 E. 3b).
c) Im vorliegenden Verfahren geht es nicht darum, dass ein Fahrzeuglenker während
längerer Zeit kein Motorfahrzeug gelenkt hat und deshalb Zweifel an der Fahreignung
bestehen. In Übereinstimmung mit dem Strafbefehl der Staatsanwaltschaft
Graubünden vom 11. September 2014 (act. 4/148 f.) ist davon auszugehen, dass der
Rekurrent in der Zeit von November 2007 bis Juli 2014 mehr oder weniger täglich mit
einem Motorfahrzeug unterwegs war. Aus dem fraglichen Strafverfahren ergab sich auf
der anderen Seite aber auch, dass sämtliche Fahrten im fraglichen Zeitraum aufgrund
des Fahrverbots vom 29. November 2007 widerrechtlich waren. Aus Gründen der
Einheit der Rechtsordnung kann deshalb der Rekurrent daraus nichts zu seinen
Gunsten ableiten. Insbesondere können sämtliche Fahrten während dieser Zeit nicht
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berücksichtigt werden und müssen als nicht geschehen betrachtet werden. Die
Fahrerlaubnis war vom 29. November 2007 bis und mit 29. Juli 2015 entzogen. Das
Bundesgericht erachtete in BGE 108 Ib 62 die Anordnung einer neuen Führerprüfung
als gerechtfertigt, weil der Inhaber eines Führerausweises während rund fünf Jahren
wegen eines Sicherungsentzuges kein Motorfahrzeug geführt hatte und vorher nur drei
Jahre im Besitz des Führerausweises gewesen war. Gleich entschied das
Bundesgericht bei einem Lenker mit einem Alkoholproblem, der den Führerausweis im
Jahre 1965 erworben und während rund fünf Jahren vor dem Entscheid kein
Motorfahrzeug mehr geführt hatte (BGer 2A.146/1993 vom 31. August 1994) sowie bei
fehlender Fahrpraxis während über elf Jahren (BGer 1C_464/2007 vom 22. Mai 2008).
Die (legale) Fahrpraxis des Rekurrenten war während mehr als siebeneinhalb Jahren
unterbrochen. Dies stellt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine Dauer
dar, welche die Anordnung einer neuen kompletten Führerprüfung rechtfertigt;
insbesondere kann eine unrechtmässig erlangte Fahrpraxis nicht angerechnet werden
(vgl. VerwGE des Kantons Zürich VB.2010.00498 vom 15. Dezember 2010 E. 4.4,
abrufbar unter www.zh.ch/internet/verwaltungsgericht/de/home.html). Auch wenn der
Rekurrent vor dem Fahrverbot lange Zeit gefahren ist, kann nicht ohne weiteres gesagt
werden, dass er auch im heutigen Zeitpunkt über die notwendige Fahrkompetenz
verfügt; denn der vorbestandenen Fahrpraxis ist weniger Gewicht beizumessen, je
länger der Ausweisentzug gedauert hat (vgl. VerwGE des Kantons Zürich VB.
2007.00270 vom 7. November 2007 E. 3.2; Weissenberger, a.a.O., Art. 15d N 111).
d) Zusammengefasst erweist sich die Anordnung einer neuen kompletten
Führerprüfung für die Kategorie B (Verkehrskundeunterricht, Theorie- und praktische
Führerprüfung) als rechtmässig. Der Rekurrent hatte im Verfügungszeitpunkt seit über
siebeneinhalb Jahren keine (rechtmässige) Fahrpraxis mehr. Er ist so zu behandeln, wie
ein Betroffener, der sich in der gleichen Situation an ein Fahrverbot gehalten hätte.
Entsprechend kommt eine Kontrollfahrt zur Prüfung der Fahrkompetenz nicht in Frage.
Anders entscheiden hiesse, gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz zu verstossen.
Nach einem derart langen Unterbruch ist sowohl eine praktische als auch eine
theoretische Führerprüfung anzuordnen (vgl. BGer 1C_464/2007 vom 22. Mai 2008
E. 3.3 mit Hinweisen; Weissenberger, a.a.O., Art. 15d N 111). Die angeordnete neue
Führerprüfung ist somit auch im Lichte der Verhältnismässigkeit nicht zu beanstanden.
Der Rekurs ist daher in diesem Punkt abzuweisen.
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e) Da der Rekurrent eine neue komplette Führerprüfung zu absolvieren hat, ist die in
der angefochtenen Verfügung festgelegte Wiedererteilung des Führerausweises per
30. Juli 2015 (Ziff. 1) aufzuheben. Die Vorinstanz ordnete in Ziff. 4 erster Satz zudem
an, dass nach Bestehen der Führerprüfung ein neuer Führerausweis ausgestellt und die
Verfügung vom 29. November 2007 vollständig aufgehoben werde. Die vorsorgliche
Entzugsverfügung vom 29. November 2007 ist indes bereits mit der neuen Verfügung
vom 27. Juli 2015 gegenstandslos geworden. Dass nach Bestehen der neuen
Führerprüfung ein neuer Führerausweis erteilt wird, ergibt sich sodann aus dem Gesetz
(Art. 14 ff. SVG). Dementsprechend ist auch Ziff. 4 erster Satz (Ausstellung eines neuen
Führerausweises und vollständige Aufhebung der Verfügung vom 29. November 2007
nach Bestehen der Führerprüfung) der angefochtenen Verfügung aufzuheben.
5.- Schliesslich ist umstritten, ob die Vorinstanz den Lernfahrausweis des Rekurrenten
zu Recht mit der Auflage einer fachlich betreuten (Suchtfachstelle) und mittels
Haaranalyse kontrollierten vollständigen Alkoholabstinenz verbunden hat. Da die
übrigen Punkte, insbesondere die Auflage zur Einreichung eines kardiologischen
Verlaufsberichtes, nicht angefochten wurden, ist darauf nicht weiter einzugehen.
a) Der Rekurrent wendet ein, es liege kein problematischer und verkehrsrelevanter
Alkoholkonsum vor. Es seien auch keine Anhaltspunkte für einen unkontrollierten
Konsum vorhanden. Bereits im Gutachten vom 10. Dezember 2014 sei festgehalten
worden, dass die körperliche Untersuchung ʺkeine wesentlichen, verkehrsmedizinisch
relevanten Besonderheitenʺ ergeben habe. Die Untersuchung vom 22. Juni 2015 habe
zudem gezeigt, dass er problemlos eine sechsmonatige Abstinenz einhalten konnte.
Die Ergebnisse der körperlichen Untersuchung würden mit dem Bericht der
Fachtherapie übereinstimmen. Diese Tatsache könne auch durch die persönliche
Einschätzung des Gutachters, wonach eine Bagatellisierungstendenz gegeben sei,
nicht umgestossen werden, zumal die psychologische Einschätzung dem
Fachtherapeuten und nicht dem Verkehrsmediziner obliege. Die Gefahr einer
Trunkenheitsfahrt sei bei ihm nicht grösser als bei jedem anderen durchschnittlichen
Automobilisten auch. Sollte der Befürchtung der Bagatellisierungstendenz trotzdem
Rechnung zu tragen sein, werde eine dreijährige Fahrabstinenz beantragt (vgl. act. 1).
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b) Eine Grundvoraussetzung für die Erteilung des Führerausweises ist – neben der
Fahrkompetenz (vgl. E. 4 lit. b) – die Fahreignung. Dieser Begriff umschreibt die
körperlichen und geistigen Voraussetzungen, um ein Fahrzeug im Strassenverkehr
sicher lenken zu können. Die Fahreignung muss grundsätzlich dauernd vorliegen (BGE
133 II 384 E. 3.1). Nach Art. 14 Abs. 2 lit. c SVG verfügt über die Fahreignung, wer frei
von einer Sucht ist, die das sichere Führen von Motorfahrzeugen beeinträchtigt. Wird
nachträglich festgestellt, dass die gesetzlichen Anforderungen zur Erteilung nicht oder
nicht mehr bestehen, ist der Führerausweis zu entziehen (Art. 16 Abs. 1 SVG). Gemäss
Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG wird der Führerausweis einer Person auf unbestimmte Zeit
entzogen, wenn sie an einer Sucht leidet, welche die Fahreignung ausschliesst.
Nach den allgemeinen verwaltungsrechtlichen Grundsätzen ist es im Rahmen der
Verhältnismässigkeit zulässig, aus besonderen Gründen den Führerausweis mit
Auflagen zu versehen, wenn diese der Sicherstellung der Fahreignung und damit der
Verkehrssicherheit dienen sowie mit dem Wesen der Fahrerlaubnis im Einklang stehen
(vgl. Botschaft, in: BBl 1999 S. 4482). Die Anordnung von Auflagen kommt dann in
Frage, wenn der Lenker die gesetzlichen Anforderungen an die Fahreignung bei
Einhaltung bestimmter Massnahmen erfüllt; ein Entzugsgrund nach Art. 16 SVG muss
dabei nicht gegeben sein. Erforderlich ist zudem, dass sich die Fahreignung nur mit
dieser Massnahme aufrechterhalten lässt und die Auflagen erfüll- und kontrollierbar
sind (BGE 131 II 248 E. 6).
Ob eine Alkoholsucht oder ein verkehrsrelevanter Alkoholmissbrauch dauerhaft
erfolgreich überwunden wurden, bedarf nach der Wiedererteilung des Führerausweises
in der Regel einer weiteren, vier bis fünf Jahre dauernden Kontrolle der Einhaltung einer
vollständigen Alkoholabstinenz und der therapeutischen Begleitung. Dazu sind
regelmässige Laboruntersuchungen der alkoholrelevanten Blut- und Leberwerte
erforderlich. Bei günstigem Verlauf kann der Betroffene frühestens drei Jahre nach
Wiedererteilung des Führerausweises aus den Auflagen und der verkehrsmedizinischen
Kontrolle entlassen werden. Es bedarf nach der Wiedererteilung des Führerausweises
noch während mindestens dreier Jahre einer verkehrsmedizinisch kontrollierten
gänzlichen Alkoholabstinenz. Darüber hinaus muss eine Suchttherapie während
mindestens zwei Jahren durchgeführt werden. Die betroffene Person hat dazu
regelmässig eine Beratungs- oder Therapiestelle (Suchtberatung, Psychologe,
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Psychiater, Hausarzt usw.) für Beratungsgespräche aufzusuchen. Sofern eine
vollständige Alkoholabstinenz eingehalten wurde, die Laboruntersuchungen
regelmässig erfolgten und die Suchttherapie erfolgreich verlief, kann nach frühestens
zwei Jahren die Therapie sistiert werden, und es müssen dann nur noch die
Laborkontrollen durchgeführt werden (BGer 6A.61/2005 vom 12. Januar 2006 E. 2.1
mit Hinweis auf R. Seeger, Alkohol und Fahreignung, in: Handbuch der
verkehrsmedizinischen Begutachtung, Bern 2005, S. 29; bestätigt in BGer
1C_342/2009 vom 23. März 2010).
c) Nach der Trunkenheitsfahrt vom 2. Februar 2005 wurde der Rekurrent am
7. Dezember 2005 erstmals verkehrsmedizinisch untersucht. Im Bericht vom 27. Januar
2006 hielt der Gutachter fest, es sei von einem zumindest missbräuchlichen und
schädlichen Konsum von Alkohol auszugehen. Die Fahreignung könne nur bedingt und
unter Durchführung einer ärztlich und fachtherapeutisch kontrollierten Alkoholabstinenz
befürwortet werden (act. 4/5 ff.). Im Bericht der Suchtfachstelle St. Gallen vom
28. August 2007 wurde der Beratungsprozess des Rekurrenten positiv beurteilt und die
Aufhebung der Alkoholabstinenzauflage unterstützt (act. 4/49 f.). Da der Rekurrent in
der Folge jedoch keinen Arztbericht einreichte und damit ein ärztlicher Nachweis für die
Alkoholabstinenz des Rekurrenten fehlte und er die Auflagen missachtete, verbot die
Vorinstanz ihm am 29. November 2007 das Führen vom Motorfahrzeugen bis zur
Abklärung der Ausschlussgründe vorsorglich per sofort (act. 4/67 f.). Nachdem die
Vorinstanz mit Zwischenverfügung vom 20. Oktober 2014 eine erneute
verkehrsmedizinische Untersuchung angeordnet hatte, wurde der Rekurrent am
31. Oktober 2014 ein weiteres Mal verkehrsmedizinisch untersucht. Eine Haaranalyse
konnte dabei nicht durchgeführt werden, da der Rekurrent seine Haare gefärbt hatte
(act. 2/2 und 4/130). Die Blutuntersuchung auf die für Alkohol relevanten Parameter
(GOT, GPT, GGT, CDT und MCV) lieferte durchwegs erhöhte Resultate. Diese Werte
sind zwar lediglich indirekte Indikatoren für einen Konsum von Alkohol und vermögen
deshalb für sich alleine noch keinen sicheren Nachweis für einen Alkoholkonsum
darzustellen (vgl. BGer 1C_809/2013 vom 13. Juni 2014 E. 3). Der Rekurrent gab
jedoch selbst an, nach Einhaltung einer einjährigen Abstinenz im Jahr 2006, zwei- bis
dreimal in der Woche ein bis zwei Dosen Bier à 0.3 Liter zu trinken (act. 4/107).
Demnach gelang es ihm – zumindest zu diesem Zeitpunkt – offenbar nicht, die Auflage
der Totalabstinenz einzuhalten. Daran vermag die Interpretation des Hausarztes,
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welcher die erhöhten Leberwerte im Zusammenhang mit einer vermuteten Fettleber-
Hepatitis sah (act. 4/103), oder die in verkehrsmedizinischer Hinsicht unauffällige
körperliche Untersuchung vom 31. Oktober 2014, nichts zu ändern. Dass der Rekurrent
die Auflagen nicht einhielt, war denn auch der Grund, weshalb er auf eine umfassende
verkehrsmedizinische Begutachtung verzichtete (act. 4/101). Schliesslich wurde im
Kurzgutachten vom 10. Dezember 2014 festgehalten, die Fahreignung des Rekurrenten
könne wegen Nichterfüllung der Alkoholabstinenzauflage nicht befürwortet werden
(act. 4/102 ff.). Im Zwischenbericht der Suchtfachstelle vom 29. Juni und 4. Dezember
2015 wurde der Beratungsprozess des Rekurrenten wiederum positiv beurteilt. Es
wurde unter anderem darauf hingewiesen, dass der Rekurrent zu jedem Termin
pünktlich gekommen sei und keinen Termin verpasst habe. Er pflege einen bewussten
Umgang zu alkoholischen Getränken und habe seit acht Jahren das Autofahren und
Trinken gut trennen können (act. 4/120 f.). Dass beim Rekurrenten eine Verbesserung
im Umgang mit Alkohol eingetreten ist, bestätigen auch das verkehrsmedizinische
Gutachten vom 16. Juli 2015 (act. 4/124 ff.) und das Auflagenzeugnis vom 15. Januar
2016 (act. 13/1). So konnten weder bei der Haaranalyse vom 22. Juni 2015 noch bei
der Abstinenzkontrolle vom 21. Dezember 2015 Werte festgestellt werden, die auf
einen regelmässigen relevanten Alkoholkonsum des Rekurrenten hinweisen würden.
Sowohl im Gutachten als auch im Verlaufszeugnis führten die Gutachter aus, dass die
Resultate der Haaranalyse mit der vom Rekurrenten geltend gemachten Abstinenz seit
Dezember 2014 vereinbar seien. Indes ist zu berücksichtigen, dass in der Haarprobe
vom 22. Juni 2015 ein Ethylglucuronid-Gehalt von weniger als 7 pg/mg gemessen
wurde. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist nur bei Werten von unter 2
pg/mg EtG von der Einhaltung einer Abstinenzverpflichtung auszugehen. Bei Werten
zwischen 2 und 7 pg/mg ist es möglich, dass der Proband abstinent gelebt hat, aber
nicht erstellt, während bei höheren Werten von einem Bruch der Abstinenzverpflichtung
ausgegangen werden kann (BGer 1C_809/2013 vom 13. Juni 2014 E. 7).
Demzufolge betrug der Abstinenznachweis des Rekurrenten im Zeitpunkt der
angefochtenen Verfügung vom 27. Juli 2015 erst rund ein halbes Jahr. Die Zeitspanne
von 2006 bis 2007 ist nicht mehr zu berücksichtigen, da wegen Nichteinhaltens der
Auflagen nicht nachvollzogen werden kann, wie der Alkoholkonsum des Rekurrenten
zwischen 2007 und 2014 aussah. Dazu gab er selbst an, seine Auflage zur
Totalabstinenz von 2007 bis 2014 missachtet zu haben. Die Erteilung des
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Lernfahrausweises unter der Auflage einer vollständigen Alkoholabstinenz ist daher
nicht zu beanstanden. Bei einer (im heutigen Zeitpunkt) erst etwas mehr als einjährigen
Alkoholabstinenz kann eine erhebliche Rückfallgefahr nicht ausgeschlossen werden.
Entsprechend kann nur die Einhaltung einer vollständigen Alkoholabstinenz die
Fahreignung des Rekurrenten sowie die Verkehrssicherheit gewährleisten (vgl. BGer
1C_342/2009 vom 23. März 2010 E. 2.4). Die Auflage einer Totalabstinenz ist erfüll- und
kontrollierbar. Die Vornahme von halbjährlichen Haaranalysen entspricht der geltenden
Praxis, die auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht und vom
Bundesgericht anerkannt wird (vgl. BGer 1C_342/2009 vom 23. März 2010 E. 3.3 und
1C_809/2013 vom 13. Juni 2014 E. 3).
d) Mit der Formulierung, dass die Auflagen auf unbestimmte Zeit Gültigkeit haben, wird
lediglich klargestellt, dass diese nicht auf eine bestimmte Dauer befristet sind. Wäre
Letzteres der Fall, hätte dies zur Folge, dass die Auflagen nach Fristablauf einfach
dahinfallen würden, und zwar unabhängig davon, ob noch Bedenken an der
Fahreignung bestehen oder nicht. Vielmehr ist die Aufhebung der Auflagen nach einer
gewissen Frist zu überprüfen. Im Folgenden ist daher zu prüfen, ob die von der
Vorinstanz für die frühestmögliche Überprüfung angesetzte Frist von zwei Jahren
angemessen ist.
Entsprechend der bundesgerichtlichen Rechtsprechung wäre eine Entlassung aus den
Auflagen oder aus der verkehrsmedizinischen Kontrolle frühestens in drei Jahren nach
Wiedererteilung des Führerausweises möglich. Eigentlich stellt dies eine Mindestdauer
dar, um eine erfolgreiche Einhaltung der Alkoholabstinenz nachzuweisen. Daneben
muss zwingend während mindestens zwei Jahren eine Suchttherapie durchgeführt
werden (vgl. BGer 6A.61/2005 vom 12. Januar 2006 E. 2.1). Die von der Vorinstanz
angeordneten Auflagen (vollständige Alkoholabstinenz während mindestens zwei
Jahren, zweimal jährliche Überprüfung mittels Haaranalysen, Besuch einer
Suchtfachstelle) liegen folglich unter dem üblichen Rahmen. Zu berücksichtigen ist
jedoch, dass der Rekurrent seit Dezember 2014 durchgehend alkoholabstinent ist und
ihm auch die Zwischenberichte der Suchtfachstelle St. Gallen vom 29. Juni und
4. Dezember 2015 einen positiven Verlauf sowie eine Verhaltensänderung
bescheinigen. Zudem liegt das Ausgangsereignis bereits mehrere Jahre zurück. Damit
ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz eine Aufhebung der Abstinenzkontrolle
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frühestens in zwei Jahren überprüft. Der Rekurs ist somit auch in diesem Punkt
abzuweisen.
6.- Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurs abzuweisen ist und Ziff. 1
(Wiedererteilung des Führerausweises per 30. Juli 2015) sowie Ziff. 4 erster Satz
(Ausstellung eines neuen Führerausweises und vollständige Aufhebung der Verfügung
vom 29. November 2007 nach Bestehen der Führerprüfung) der angefochtenen
Verfügung aufzuheben sind.
7.- Mit den Auflagen soll sichergestellt werden, dass der Rekurrent zum Schutz der
Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer nur in fahrfähigem Zustand ein
Motorfahrzeug lenkt. Dieser Zweck wäre gefährdet, müsste er diese Auflagen während
eines Beschwerdeverfahrens nicht einhalten. Einer allfälligen Beschwerde ist deshalb
die vom Gesetz vorgesehene aufschiebende Wirkung zu entziehen (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 51 VRP).
8.- Dem Verfahrensausgang entsprechend wären die amtlichen Kosten dem
Rekurrenten vollumfänglich aufzuerlegen, denn er unterliegt mit seinen Begehren
(Art. 95 Abs. 1 VRP). Die Anpassungen am vorinstanzlichen Rechtsspruch sind im
Wesentlichen redaktioneller Natur und sind nicht die Folgen einer allfälligen teilweisen
Gutheissung des Rekurses. Infolge der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches
Gehör durch die Vorinstanz rechtfertigt es sich jedoch, die amtlichen Kosten dem Staat
zu einem Fünftel und dem Rekurrenten zu vier Fünfteln aufzuerlegen. Eine
Entscheidgebühr von Fr. 1'200.– erscheint angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist zu
verrechnen und dem Rekurrenten im Restbetrag von Fr. 240.– zurückzuerstatten.
Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf Entschädigung der
ausseramtlichen Kosten (Art. 98 VRP).