Decision ID: af70df16-9565-4ca4-ae2c-7c71d81e10c2
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend Raub etc. und Widerruf
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf, II. Abteilung, vom
4. Februar 2014 (DG130005)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 26. Juli
2013 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. HD 48)
Urteil der Vorinstanz:
[Urk. 95, betreffend den Beschuldigten A._]
1. (...)
2. Der Beschuldigte A._ ist schuldig
− des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB,
− des mehrfachen Diebstahles im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB, teilweise des Versuchs hierzu im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB,
− der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB,
− der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB,
− des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB sowie
− des Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. d und g BetmG.
3.-4. (...)
5. a) Der Beschuldigte A._ wird bestraft mit 47 Monaten Freiheitsstrafe, wovon
bis und mit dem Tag der Urteilsfällung 425 Tage durch Haft erstanden sind.
b) Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.
6. Die mit Urteil des Obergerichts des Kanton Zürich vom 10. März 2011 gegen den Beschul-
digten A._ ausgefällte, bedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten wird widerrufen. Die
Freiheitsstrafe ist zu vollziehen.
7. (...)
8. Die Beschuldigten B._ und A._ werden verpflichtet, dem Privatkläger C._ un-
ter solidarischer Haftung den Betrag von Fr. 26'260.– zu bezahlen. Im
Übrigen wird die Schadenersatzforderung des Privatklägers C._ auf den Zivilweg ver-
wiesen.
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9. Der Beschuldigte A._ wird verpflichtet, dem Privatkläger D._ Schadenersatz
von Fr. 1'200.– zu bezahlen.
10. Es wird festgestellt, dass die Beschuldigten B._ und A._ dem Privat-kläger
E._ dem Grundsatze nach zu Schadenersatz verpflichtet sind. Bezüglich der
Höhe des Schadenersatzes wird der Privatkläger E._ mit seiner Forderung auf den
Zivilweg verwiesen.
11. Die Beschuldigten B._ und A._ werden verpflichtet, der F._ Versicherungs-
Gesellschaft AG unter solidarischer Haftung den Betrag von Fr. 4'564.45 zu bezahlen.
12. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers C._ wird abgewiesen.
13. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 6'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:
...
Fr. 705.00 Kosten der Kantonspolizei A._
...
Fr. 21'550.00 Auslagen Vorverfahren (US) A._
...
Fr. 3'000.00 Auslagen Strafuntersuchung A._
Fr. 675.00 Auslagen Dolmetscher
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
14. Die Entschädigung von:
a) (...)
b) Rechtsanwalt lic. iur. X._ für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten
A._ wird auf Fr. 47'075.25 festgesetzt, nämlich: Fr. 41'840.00 für den Aufwand,
Fr. 1'748.20 für Barauslagen und Fr. 3'487.05 für die Mehrwertsteuer.
Es wird vorgemerkt, dass bereits Akontozahlungen in Höhe von Fr. 20'000.– geleistet
worden sind.
15. Die Kosten werden den beiden Beschuldigten wie folgt auferlegt:
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a) (...)
b) A._
Fr. 3'000.00 ; Hälfte der Gerichtsgebühr
Fr. 705.00 Kosten der Kantonspolizei A._
Fr. 21'550.00 Auslagen Vorverfahren (US) A._
Fr. 3'000.00 Auslagen Strafuntersuchung A._
Fr. 675.00 Auslagen Dolmetscher
Fr. 28'930.00 Total für A._
16. Die Kosten der beiden amtlichen Verteidigungen werden auf die Gerichtskasse genommen;
vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
17. (Mitteilungen)
18. (Rechtsmittel)
Berufungsanträge:
a) Des Verteidigers des Beschuldigten (Urk. 134):
1. Es sei A._ von den ihm vorgeworfenen Delikten vollumfänglich freizu-
sprechen.
2. Es sei A._ für die entstandene Untersuchungs- und Sicherheitshaft so-
wie den vorzeitigen Strafvollzug von insgesamt 723 Tagen bis zum Datum
der heutigen Berufungsverhandlung eine angemessene Genugtuung nach
Art. 429 StPO zuzusprechen.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse.
Eventualantrag:
1. Eventualiter sei A._ zu verurteilen
− der Beihilfe zu mehrfachem Diebstahl, teilweise des Versuchs dazu, im
Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB;
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− der Beihilfe zu mehrfachem Hausfriedensbruch, teilweise des Versuchs
dazu, im Sinne von Art. 186 StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB;
− der Beihilfe zur Sachbeschädigung im Sinne von Art. 114 Abs. 1 StGB
in Verbindung mit Art. 25 StGB;
2. Von den anderen eingeklagten Delikten sei A._ vollumfänglich freizu-
sprechen.
3. Eventualiter sei A._ mit einer Freiheitsstrafe von nicht mehr als
18 Monaten zu bestrafen.
4. Die mit Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 10. März 2011
gegen A._ ausgefällte, bedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten sei zu
widerrufen und zu vollziehen.
5. Die Kosten des Verfahrens und der amtlichen Verteidigung seien mindes-
tens zur Hälfte auf die Gerichtskasse zu nehmen.
b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft (Urk. 135):
1. Die Berufung des Beschuldigten gegen das Urteil des Bezirksgerichts
Dielsdorf vom 4. Februar 2014 sei vollumfänglich abzuweisen und das Urteil
der Vorinstanz sei zu bestätigen, soweit dieses angefochten ist.
2. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien dem Berufungskläger aufzu-
erlegen.

Erwägungen:
1. Prozessgeschichte und Prozessuales
1.1. Das Bezirksgericht Dielsdorf sprach den Beschuldigten mit Urteil vom 4. Februar 2014 wegen verschiedener Vermögensdelikte etc. – wie oben zitiert –
schuldig und verurteilte ihn zu einer (unbedingten) Freiheitsstrafe von 47 Mona-
ten. Gleichzeitig widerrief es den bedingten Vollzug einer früheren Freiheitsstrafe
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von 18 Monaten (Urk. 95 S. 166 ff.). Bezüglich des genauen Verfahrensgangs bis
zu diesem Zeitpunkt kann auf die zutreffenden Ausführungen im vorinstanzlichen
Urteil verwiesen werden (Urk. 95 S. 10 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Gegen das der
Verteidigung schriftlich im Dispositiv eröffnete Urteil (Urk. 84/1) liess der Beschul-
digte rechtzeitig Berufung anmelden (Urk. 86). Nach Zustellung des begründeten
Urteils am 16. Juli 2014 reichte die Verteidigung am 5. August 2014 innert Frist
ihre Berufungserklärung ein und stellte Beweisanträge (Urk. 94/2, Urk. 96).
1.2. Nach Eingang der Akten am Obergericht am 8. Oktober 2014 wurde die  des Beschuldigten mit Präsidialverfügung vom 24. Oktober 2014
der Staatsanwaltschaft sowie der Privatklägerschaft zugestellt zwecks Stellung-
nahme zu den Beweisanträge sowie unter Hinweis auf die Möglichkeit einer
Anschlussberufung oder eines Nichteintretensantrags (Urk. 100). Mit Eingabe
vom 14. November 2014 verzichtete die Staatsanwaltschaft auf Anschluss-
berufung und beantragte die Abweisung der vom Beschuldigten gestellten
Beweisanträge (Urk. 102). Diese Eingabe wurde am 27. November 2014 der Ver-
teidigung zugestellt (Urk. 106) und wurde von ihr am 11. Dezember 2014 beant-
wortet (Urk. 110). Schliesslich entschied die Verfahrensleitung mit Präsidial-
verfügung vom 7. Januar 2015, dass die Beweisanträge des Beschuldigten auf
Einvernahme diverser Personen abgewiesen werden (Urk. 123). Anlässlich der
Berufungsverhandlung wiederholte die Verteidigung ihren Antrag, es seien
G._ und H._, vor Gericht als Zeuginnen einzuvernehmen (Prot. II
S. 9). Dies wurde erneut abgewiesen, worauf an geeigneter Stelle beim Sach-
verhalt zurückzukommen ist.
1.3. Der Beschuldigte lässt das vorinstanzliche Urteil vollumfänglich anfechten
(Urk. 96). Allerdings erklärte er an der Berufungsverhandlung, Ziff. 12 des vor-
instanzlichen Dispositivs (Abweisung Genugtuungsbegehren C._) sowie
Ziff. 13-14 (blosse Auflistung der Kosten), soweit sie den Beschuldigten A._
betreffen, seien nicht mehr angefochten (Prot. II S. 8). Somit ist im Sinne von
Art. 404 Abs. 1 StPO vorab festzustellen, dass der erstinstanzliche Entscheid in
diesen Punkten in Rechtskraft erwachsen ist.
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2. Sachverhalt
2.1. Allgemein
2.1.1. Dem Beschuldigten werden vier verschiedene Vorfälle vorgeworfen, bei welchen er zusammen mit B._ (und weiteren Personen) insbesondere Ver-
mögensdelikte begangen haben soll. Er bestreitet jegliche Teilnahme daran. So-
mit muss im Folgenden geprüft werden, ob die eingeklagten Sachverhalte auf-
grund der vorliegenden Beweismittel und Indizien nachgewiesen werden können.
Zu den Grundsätzen der Beweiswürdigung hat die Vorinstanz umfassende und
zutreffende Erwägungen gemacht, auf welche zwecks Vermeidung von Wieder-
holungen vollumfänglich verwiesen werden kann (Urk. 95 S. 17 ff.; Art. 82 Abs. 4
StPO). Zudem ist darauf hinzuweisen, dass gemäss ständiger Bundesgerichts-
praxis nicht erforderlich ist, dass sich das urteilende Gericht mit allen Parteistand-
punkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich
widerlegt. Vielmehr muss die Begründung so abgefasst sein, dass sich der
Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in
voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem
Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen
sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (anstatt
vieler: BGE 136 I 229 Erw. 5.2. mit Hinweisen). Sodann kann auch auf die
Erwägungen der Vorinstanz zur Glaubwürdigkeit der Beteiligten verwiesen
werden. Dabei ist allerdings zu präzisieren, dass Personen, welche unter der
strengen Strafandrohung von Art. 307 StGB aussagen, allein deshalb keine
erhöhte Glaubwürdigkeit zukommt (Urk. 95 S. 19 und S. 70). Dies ist indes ohne
Belang, denn massgeblich ist ohnehin die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen.
2.1.2. Die Anklage basiert zu einem grossen Teil auf den belastenden Aussagen des Mitbeschuldigten B._. Es stellt sich daher primär die Frage, ob er ein
Motiv haben könnte, einen Unschuldigen zu Unrecht zu belasten (vgl. auch Urk.
82 S. 9 ff.). Zunächst ist festzuhalten, dass – jedenfalls bis zu den belastenden
Aussagen durch B._ – keine Feindschaft zwischen den beiden
Beschuldigten bestand, im Gegenteil waren sie offenbar eher befreundet (vgl.
Urk. HD 30/60 S. 5, Urk. ND 4/11/4 S. 3, Urk. HD 12/1 S. 17f. und S. 21, Urk. 132
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S. 5). Festzuhalten ist auch, dass es nicht etwa der Mitbeschuldigte B._ war,
der den Verdacht auf den Beschuldigten lenkte und so ein Verfahren gegen die-
sen verursachte. Die Untersuchungsbehörden zogen die beiden
Beschuldigten vielmehr bereits zu Beginn gleichermassen als Täter in Betracht,
weil die beim Diebstahl gemäss ND 1 gestohlenen Handys bei Verwandten der
beiden Beschuldigten geortet werden konnten (Urk. HD 10/1 S. 6 ff.). Ein Rache-
akt von B._ gegenüber dem Beschuldigten ist somit auszuschliessen. Die
erst spät vorgebrachte Behauptung des Beschuldigten, B._ habe sich rächen
wollen, weil er ihm nach der Untersuchungshaft im November 2012 gesagt habe,
er soll ihm aus den Augen gehen, er (der Beschuldigte) werde
sagen, dass er die Telefone von B._ erhalten habe (Urk. HD 30/60
S. 5f., Urk. HD 11/10 S. 6), überzeugt nicht. Es ist nicht ersichtlich, weshalb der
Beschuldigte dies nicht längst zuvor geltend gemacht hätte (vgl. auch Urk.
HD 11/6 S. 3 oben). Im Gegenteil führte er selbst bei der belastenden Konfronta-
tionseinvernahme mit B._ vom 22. März 2013 noch aus, das Verhältnis zwi-
schen ihm und B._ sei bis heute nicht getrübt (Urk. HD 12/1 S. 22). An der
Hauptverhandlung behauptete er sodann erneut, B._ belaste ihn deshalb,
weil er Angst habe, den wahren Täter zu beschuldigen (Urk. 76b
S. 10). Selbst wenn die eine oder andere Behauptung des Beschuldigten bezüg-
lich Motiv einer Falschaussage von B._ zutreffen würde, so wäre B._
einzig bezüglich den Delikten zu Lasten von E._, dem die gestohlenen Han-
dys gehörten, in Erklärungsnotstand geraten (HD und ND 1, 2, 3). Einen Grund,
den Beschuldigten völlig zu Unrecht nunmehr auch betreffend ND 4 und 5 zu be-
lasten, ist nicht ansatzweise ersichtlich. Dazu ist vielmehr festzuhalten, dass sich
B._ bis zum Zeitpunkt, als er sich zu einem
Geständnis durchringen konnte, stets schützend vor den Beschuldigten stellte
und angab, dieser habe nichts mit den Delikten zu tun, selbst als dieser längst
unter Verdacht stand (Urk. ND 5/13/4 S. 1). Dass er zunächst geltend machte, die
Beute hälftig mit I._ geteilt zu haben (vgl. Urk. 82 S. 20, Urk. ND 5/13/3
S. 3), war die logische Konsequenz davon, dass er den Beschuldigten (noch)
nicht belastete. Mit der Vorinstanz ist die Argumentation der Verteidigung, wonach
sich B._ durch seine Belastungen selbst etwas aus der Schusslinie
habe nehmen wollen resp. Angst gehabt habe, dass sonst die beiden wahren
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Mittäter des Raubs gefunden würden, vor welchen sich B._ gefürchtet habe
(Urk. 82 S. 9f., Urk. 134 S. 7), als nicht stichhaltig zu bezeichnen (Urk. 95
S. 22f.). Genauso gut hätte B._ geltend machen können, auch den zweiten
Mittäter aus Angst nicht nennen zu wollen, oder er hätte eine nicht
existente Person namentlich erfinden können (vgl. Urk. HD 12/3 S. 2). Es wäre
geradezu dumm von B._ gewesen, gleich bezüglich mehrerer – zeitlich ver-
schiedener – Delikte einen unschuldigen identifizierbaren Bekannten zu belasten,
welcher möglicherweise ein hieb- und stichfestes Alibi für die Tatzeiten hätte auf-
weisen können. Dies hätte ihn nämlich als Lügner entlarvt und ihm ein Verfahren
wegen falscher Anschuldigung eingebracht. Durch sein Geständnis
belastete sich B._ sodann selbst ganz erheblich und er übernahm auch Ver-
antwortung für sein Handeln (z.B. dass er es war, der betr. ND 5 die Autoscheibe
eingeschlagen hatte, oder dass man beim Raubüberfall gemeinsam die Kabel
herausgerissen und das Opfer gefesselt habe; Urk. HD 12/1 S. 11). Sein
Geständnis erfolgte denn auch nicht etwa unter dem Druck einer Haftsituation,
sondern aus eigenem Antrieb und in Freiheit (Urk. HD 10/5 S. 1, HD 12/1 S. 1;
vgl. auch Urk. HD 6 S. 3). Insgesamt ist davon auszugehen, dass B._ kein
Motiv hatte, den Beschuldigten in dieser Weise falsch zu belasten, sondern er
vielmehr im Rahmen eines umfassenden Geständnisses diesen nicht mehr schüt-
zen wollte. Ob die Aussagen von B._ ausreichen, um die einzelnen Vorwürfe
zu erstellen, wird noch zu prüfen sein.
2.1.3. Bereits an dieser Stelle ist jedoch zu den Aussagen von B._  festzuhalten, dass diese – wie die Verteidigung geltend macht (Urk. 82 S.
11 ff., Urk. 134 S. 9 ff.) – nicht ohne Widersprüche blieben, auch nachdem er ein
Geständnis abgelegt hatte. Diese betreffen indes grösstenteils seine eigene Rolle
bei den Delikten, die er zum Teil abzuschwächen versuchte (vgl. u.a. Urk. 76a S.
15; Urk. HD 10/5 S. 4 und Urk. HD 12/1 S. 9 und S. 24 betr. Handschellen; Urk.
HD 10/5 S. 9f. und Urk. HD 12/1 S. 6 betr. "Erntematerial"; Urk. HD 12/1 S. 14,
wonach er das Hanf habe stehlen wollen und die Idee zum Überfall vom Beschul-
digten gekommen sei, vgl. auch Urk. 95 S. 23f.). Anderseits wirken seine Aussa-
gen auch lebensnah und selbsterlebt, wenn er etwa mehrfach davon erzählte,
man habe beim Einbruchsversuch in J._/AG noch darüber
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gewitzelt, dass K._ so elegant angezogen gewesen sei (Urk. ND 4/11/8 S. 3
und 4), welcher effektiv einen eleganten, schwarzen Anzug trug (Urk.
ND 4/11/9 S. 7; Urk. ND 4/11/13 S. 2), oder wenn B._ erklärte, dass er das
Geld aus dem parkierten Auto in L._ genommen habe, weil der
Beschuldigte zu dick und er selbst daher schneller sei (Urk. HD 10/5 S. 13), was
nachvollziehbar ist, wenn man die Statur der beiden vergleicht (Urk. HD 7/6).
Mehrfach übereinstimmend – und als lebensnahes Detail – führte er sodann aus,
beim Diebstahl gemäss ND 5 hätte man eigentlich das Auto des Beschuldigten
verwenden sollen, weil es nicht das Auto desjenigen sein sollte, der die Auto-
scheibe einschlug. Der Beschuldigte habe ihn dann aber "verarscht" und gesagt,
man müsse doch das Auto von B._ nehmen, da sein eigenes von
seiner Frau gebraucht würde (Urk. HD 10/14f., Urk. HD 10/5 S. 14f.). Als glaub-
haft erweist sich sodann die Aussage von B._, er habe vom Onkel
seines Schwagers, M._, der E._ von früher offenbar kannte (Urk. 82 S.
16), den Tipp erhalten, dass es bei E._ eine Hanfplantage gebe (Urk. HD
10/5 S. 1, Urk. HD 12/1 S. 2 ff.), denn in der Wohnung befand sich in der Tat eine
Indooranlage für Hanf (Urk. HD 6 S. 4, Urk. HD 18/5 Fotos,
vgl. Urk. HD 12/1 S. 4, Urk. HD 11/7 S. 2f.). Insgesamt sind die Aussagen von
B._ als grundsätzlich glaubhaft zu bezeichnen. Ob bestimmte Hintergründe
in der Person von E._ vorliegen, welche dazu führten, dass der Raub zu sei-
nem Nachteil verübt wurde, wozu B._ unklare bzw. gemäss Verteidigung wi-
dersprüchliche Aussagen machte (vgl. Urk. 134 S. 11), ist für die Beurteilung der
Glaubhaftigkeit der Aussagen bezüglich des Tatgeschehens nicht massgeblich.
Im Einzelnen ist zu den Aussagen ebenfalls auf die nachfolgenden Erwägungen
zu verweisen.
2.1.4. Zu den Aussagen des Beschuldigten hat die Vorinstanz zu Recht fest-
gehalten, dass diese als wenig verlässlich und widersprüchlich qualifiziert werden
müssen (Urk. 95 S. 30 ff., S. 60 ff., S. 73f., S. 101 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Mehr-
fach konnte der Beschuldigte der Lüge überführt werden: So gab er im Juli 2012
an, er kenne B._ erst seit 7-8 Monaten, wisse nicht viel über ihn und spreche
einfach mit ihm auf der Strasse (Urk. HD 11/1 S. 5), während sich herausstellte,
dass er bereits im September 2011 im Kanton Aargau eingeräumt
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hatte, B._ sei seit Jahren ein guter Kollege von ihm (Urk. ND 4/11/4
S. 3). Hinzuweisen ist auch auf die über mehrere Einvernahmen hinweg dauernde
Lügengeschichte, wonach er die bei E._ gestohlenen Handys auf
einem Flohmarkt gekauft haben wollte. Sodann behauptete er betreffend ND 4
zunächst, man sei von ... direkt nach Hause gefahren und unterwegs von der Po-
lizei gestoppt worden, während er später den Halt in J._/AG einräumen
musste (Urk. ND 4/11/4, Urk. HD 11/6). Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass
der Beschuldigte seine Aussagen offenkundig stets dem neuesten Kenntnisstand
der Ermittlungen anpasste und nur "tröpfchenweise" eigene Zugaben machte
(Urk. 95 S. 62). Sobald seine Erklärungen aufgrund der Beweislage offenkundig
unlogisch waren und entsprechend nachgefragt wurde, gab er an, sich nicht mehr
zu erinnern, wobei seine Erinnerungslücken sehr selektiv erscheinen (Urk. HD
11/5 S. 7f.; Urk. ND 5/14/1 S. 2 und S. 5, Urk. ND 5/16/2 S. 3f., Urk. ND 5/16/3 S.
16, Urk. 76b S. 13). Angesprochen auf Ungereimtheiten brachte der Beschuldigte
an der Berufungsverhandlung neu ins Spiel, dass B._ die Sache manipuliert
habe (Urk. 132 S. 9). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die Verteidigung
B._ u.a. deshalb als nicht glaubwürdig erachtet, weil er sich kurz nach dem
Diebstahl vom 4. Juni 2012 kaltblütig ein falsches Alibi verschafft habe (Urk. 82 S.
18f. mit Hinweisen). Dazu ist indes festzuhalten, dass auch der
Beschuldigte versuchte, seine alte, kranke Tante in Deutschland als Alibi zu
benützen (Urk. HD 11/1 S. 16 und HD 11/5 S. 8), obwohl er sich nachweislich in
der Schweiz befand (Urk. 95 S. 101f.). Darüber hinaus, brachte er auch seine
Kinder ins Spiel, als er behauptete, vielleicht hätten diese seine SIM-Karte in die
gestohlenen Handys, welche er auf einem Flohmarkt gekauft haben wollte, einge-
setzt (Urk. HD 11/5 S. 3). Betrachtet man das Aussageverhalten des Beschuldig-
ten im Einzelnen und insgesamt, so vermag seine Darstellung der Geschehnisse
nicht ansatzweise zu überzeugen.
2.2. Raub etc. (HD)
2.2.1. Zum Ablauf des Geschehens kann ohne weiteres auf die glaubhaften Aus-
sagen der überfallenen Opfer abgestellt werden, welche sich zudem weitgehend
mit der Darstellung des geständigen B._ decken. Nachdem der
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Beschuldigte an diesem Raubüberfall nicht beteiligt gewesen sein will, kann er
ihrer Darstellung selbstredend auch nicht widersprechen. Die Opfer konnten die
drei Täter nicht positiv identifizieren, weil diese von oben bis unten schwarz
gekleidet und maskiert gewesen seien; man habe nur die Augen gesehen. Die
Vorinstanz hat zutreffend darauf hingewiesen, dass aus den Täterbeschreibungen
der drei Geschädigten letztlich nichts abgeleitet werden kann, da sie nicht
deckungsgleich sind (Urk. 95 S. 24 ff. und S. 34 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Obwohl
sie die gleichen drei Täter beschrieben, sprach E._ von zwei kleineren und
einem grösseren Täter, die beiden Frauen hingegen von zwei grösseren und ei-
nem kleineren. G._ führte aus, alle drei Täter seien von sportlicher Statur
gewesen, während H._ festhielt, zwei seien kräftiger Statur und
einer schmaler gewesen. E._ schliesslich bezeichnete den grossen Täter als
schmal und die beiden kleineren als korpulent, aber nicht dick; einfach so, wie er
selbst, ohne seinen (eigenen) Bauch. Von "schlanken" Tätern, wie der Beschul-
digte behauptete (Urk. HD 11/10 S. 8 ff.), sprach niemand. Welcher der drei Opfer
nun die richtige Täterbeschreibung angegeben hat, lässt sich nicht
eruieren. Es kann jedenfalls nicht – wie die Verteidigung geltend macht – gesagt
werden, alle Opfer hätten ausgesagt, die drei Täter seien sportlich und nicht dick
gewesen (Urk. 82 S. 13). Nebst dem Umstand, dass Begriffe wie "kräftig" oder
"korpulent" wohl von der eigenen Wahrnehmung/Statur abhängen, kann gerade in
einem dynamischen Geschehen wie dem vorliegenden, bei welchem die Zeugen
zum Teil auch vom Betrachten der Täter abgehalten wurden (vgl. Urk. HD 9/2
S. 2, Urk. HD 8/1 S. 5), und welches jeden normalen Menschen in einen Schock
versetzen dürfte, nicht erwartet werden, dass einwandfreie Täterbeschreibungen
abgegeben werden. Auch wenn H._ den Beschuldigten zwar nicht mit
Sicherheit, aber doch aufgrund seiner Breite als Täter ausschloss (Urk. HD 9/4
S. 3f.), ist nicht automatisch nur darauf abzustellen, wie das die Verteidigung
vorbringt (vgl. Urk. 134 S. 5 f.). E._s Beschreibung eines Täters als korpu-
lent, so wie er, einfach ohne (E._s) Bauch, trifft das Aussehen des
Beschuldigten jedenfalls relativ gut (vgl. Fotos in Urk. HD 7/6), selbst wenn das
Gewicht der beiden Männer zur Tatzeit um ein paar Kilos abweichend gewesen
wäre. Auch wenn der Beschuldigte sicherlich kein Leichtgewicht ist, macht er
nicht den Eindruck eines fettleibigen, dicken Menschen - dies wohl umso weniger,
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wenn er von Kopf bis Fuss in schwarz gekleidet wäre. Korpulent, wie von E._
bezeichnet, erscheint vielmehr als zutreffende Beschreibung. Doch auch auf
diese Aussagen kann angesichts der anderen nicht vollumfänglich abgestellt
werden. Dass G._ – aus psychischen Gründen – nicht als Zeugin ein-
vernommen werden konnte (Urk. HD 8/7), gereicht dem Beschuldigten nicht zum
Nachteil, zumal ihre Aussagen weder das einzige noch ein wesentliches Beweis-
mittel sind. Da sie von sportlichen Tätern gesprochen hatte, waren ihre Aussagen
vielmehr zu Gunsten des Beschuldigten zu werten, was – entgegen der Ansicht
der Verteidigung (Urk. 110 S. 2) – zwecks Verwertbarkeit keiner formellen
Zeugeneinvernahme bedurfte und weshalb die Teilnahmerechte des Beschuldig-
ten entgegen dem Vorbringen der Verteidigung nicht verletzt wurden (Urk. 134
S. 4 ff.). Insgesamt ist festzuhalten, dass die Täterbeschreibungen der drei über-
fallenden Opfer in sich nicht schlüssig sind. Sie können sich daher weder zu
Lasten noch – entgegen der Verteidigung (Urk. 82 S. 13, Urk. 134 S. 16) – zu
Gunsten des Beschuldigten auswirken. Dazu kann auch auf die zutreffenden und
überzeugenden Ausführungen im Beschluss vom 30. August 2013 verwiesen
werden (Urk. 59 S. 10 ff.). Von der beantragten erneuten Einvernahme der drei
Geschädigten zum Erscheinungsbild der Täter wurde daher zu Recht abgesehen
(vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 6B_655/2012 vom 15. Februar 2013 E.2.2.
mit Hinweisen). Auch im heutigen Zeitpunkt wären keine neuen Erkenntnisse von
allfälligen Angaben der Opfer zu erwarten. Es kann nicht davon ausgegangen
werden, diese könnten sich heute, mithin rund 3 1⁄2 Jahre nach der Tat, detaillier-
ter und zuverlässiger an das Aussehen der Täter erinnern als bei ihren ersten
Befragungen (vgl. Urk. 123 S. 6). Damals schilderten jedenfalls alle drei Tat-
zeugen nichts, was den Beschuldigten positiv als Täter ausschliessen würde (z.B.
weibliche Täterin, dunkle Hautfarbe, asiatische Augenform, akzentfreies Hoch-
deutsch etc.). Der Beweisantrag der Verteidigung betreffend Einvernahme von
H._ und G._ ist nach dem Gesagten abzuweisen.
2.2.2. Im Weiteren ist festzuhalten, dass die Vorinstanz dazu eine ausgesprochen
gründliche und letztlich vollends überzeugende Beweiswürdigung vorgenommen
hat, auf welche zwecks Vermeidung unnötiger Wiederholungen verwiesen werden
kann (Urk. 95 S. 46 ff.). Sie hat die wesentlichen Aussagen der Zeugen und der
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beiden Beschuldigten korrekt zusammengefasst und ihr Aussageverhalten einer
kritischen Würdigung unterzogen. Insbesondere hat die Vorinstanz detailliert und
korrekt aufgezeigt, dass mit dem Ergebnis der rückwirkenden Teilnehmeridentifi-
kation ein wichtiges objektives Beweismittel gegen den Beschuldigten vorliegt.
Die – richterlich genehmigte (Urk. HD 16/14) – Überprüfung der Telefonkontakte
von B._ (mit der Rufnummer ... = entgegen der Vorinstanz in Urk. 95 S. 45;
Urk. HD 10/1 S. 3) ergab, dass B._ und der Beschuldigte (mit der Rufnum-
mer ..., Urk. HD 11/1 S. 14) bereits am Tag vor dem Raubüberfall sowie ab 04.30
Uhr des Tattags regen Kontakt miteinander hatten (Urk. HD 17/8 S. 24-26), was
der Beschuldigte nicht plausibel erklären bzw. woran er sich nicht mehr erinnern
konnte (Urk. 132 S. 9 f.). Während und nach der Tatzeit (um ca. 10.30 Uhr) finden
sich dahingegen bis zum Abend keine Kontakte mehr, bis auf zwei kurze Verbin-
dungen nachmittags. Aufgrund der Antennenstandorte steht sodann fest, wie sich
B._ von N._ via Aargau (wo der dritte Täter abgeholt wurde) an den
Tatort bewegte. Die Auswertung des Handys des Beschuldigten zeigt das gleiche
Bild (Urk. HD 17/9 S. 22-24). Dass sich der Beschuldigte an derart intensive Kon-
takte mit B._ nicht erinnern wollte und keine plausible Erklärung dafür hatte,
spricht Bände. Es dürfte auch für den Beschuldigten, der nicht müde wird zu be-
tonen, ein braver Familienvater zu sein, aussergewöhnlich sein, in einer Diens-
tagnacht bereits um 04.30 Uhr morgens mehrfach mit einem Kollegen zu spre-
chen. Die Vorinstanz hat zutreffend aufgezeigt, dass die Antennenortungen auch
beim Beschuldigten eine zeitgleiche Verschiebung von N._ in den Kanton
Aargau nachweist. Um 09.49 Uhr telefonierten die beiden Mitbeschuldigten mitei-
nander und wiesen beide den Standort ... in ... auf (a.a.O. S. 23). Dass dies ein
Zufall gewesen sein soll, kann nicht ernsthaft geltend gemacht werden. Es steht
ausser Frage, dass die beiden am Tattag wissentlich an den gleichen Ort fuhren.
Wenn der Beschuldigte anlässlich der Hauptverhandlung erstmals behauptete,
sein Mobiltelefon habe sich eben "ständig" resp. "oft" im Fahrzeug befunden, wel-
ches er an B._ ausgeliehen habe (Urk. 76b S. 11), so ist dies bereits per se
wenig glaubhaft. Die Vorinstanz hat zudem aufgezeigt, dass dies nicht zutreffen
kann. Darauf ist vollumfänglich zu verweisen (Urk. 95 S. 48 f.). Zudem ist wohl mit
Fug auszuschliessen, dass B._ am 19. Juli 2011 um 09.49 Uhr während 23
Sekunden mit dem im Auto liegenden Handy des Beschuldigten telefoniert hätte.
- 15 -
Der Beschuldigte machte diesbezüglich an der Berufungsverhandlung geltend,
B._ habe die Sache manipuliert (Urk. 132 S. 9), was als sehr gesuchte Aus-
flucht des Beschuldigten erscheint. Ein solches Vorgehen von B._ hätte für
ihn, nachdem es ihn nicht einmal zu entlasten vermocht hätte, schlicht keinen
Nutzen gehabt. Zudem hätte B._ schon im Tatzeitpunkt davon ausgehen
müssen, den Beschuldigten später zu Unrecht belasten zu wollen,
was sehr unwahrscheinlich erscheint. Die rückwirkende Teilnehmeridentifikation
belastet den Beschuldigten somit zusätzlich und deutlich. Wenn sein Verteidiger
geltend machte, der Beschuldigte sei möglicherweise bei der Tat lediglich als
Fahrer und Aufpasser dabei gewesen, oder dass er einfach B._ an jenem
Tag herumchauffierte, ohne etwas zu wissen (Urk. 82 S. 27), so widerspricht das
den bisherigen Aussagen des Beschuldigten selbst. Auch an der Berufungsver-
handlung hat der Beschuldigte solches nicht ausgesagt (vgl. Urk. 132).
2.2.3. Fraglich ist noch, ob die Täter beim Raub Geld oder Hanf oder beides
erbeuten wollten. B._ hat stets geltend gemacht (Urk. HD 10/5 S. 2, Urk. HD
12/1 S. 12, Urk. 76a S. 11 ff.), ihm sei es nur um das Hanf gegangen. Er habe
weder gehört noch gesehen, dass die anderen Geld verlangt und/oder an sich
genommen hätten; er sei nur auf das Hanf fokussiert gewesen. G._ und
E._ sprachen – entgegen der Vorinstanz (Urk. 95 S. 24) – nur
davon, dass die Täter nach Geld und dem Tresor gefragt hätten. Beim Plantagen-
inhaber E._ vermag diese Diskrepanz nicht zu überraschen (vgl. Urk. HD
13/5 S. 2, Urk. HD 7/4 S. 4). Durch die Zeugin H._ ist hingegen erstellt, dass
jedenfalls einer der Täter nach Gras resp. Hanf fragte. Ob dies
B._ war, der möglichweise nicht mitbekam, wie seine Mittäter Geld verlang-
ten und an sich nahmen, oder ob sich B._ auch hier in ein besseres Licht rü-
cken will, kann letztlich offen gelassen werden. Unverblümt hatte B._ jeden-
falls zugegeben, einige Tage zuvor in der Wohnung von E._ Geldmünzen im
Wert von rund Fr. 1'000.-- mitlaufen gelassen zu haben (Urk. 76a S. 12, Urk. HD
12/1 S. 6). Es ist somit nicht recht einzusehen, weshalb er dies bezüglich des Vor-
falls vom 19. Juli 2011 verschweigen sollte. Jedenfalls ist – entgegen der Ansicht
der Verteidigung (Urk. 82 S. 15) – erstellt, dass sowohl nach Hanf als auch nach
Geld gefragt wurde. Ob allenfalls noch weitere Motive hinter dem Überfall steck-
- 16 -
ten, wie E._ und die Verteidigung vermuten (a.a.O., Urk. HD 7/2 S. 7), muss
offen bleiben. Am Ablauf des Vorfalls und den Beteiligten ändert dies jedenfalls
nichts (vgl. Urk. 95 S. 24). Die Aussagen von B._ werden auch insofern be-
stätigt, als er behauptete, man habe in der Wohnung noch nach vakumiertem
Hanf gesucht (Urk. HD 12/1 S. 13), und die Zeugin H._ aussagte, derjenige,
der nach dem Gras gefragt habe, habe im Schrank in einem rotweissen Plastik-
sack herumgewühlt (Urk. HD 9/1 S. 9). Nicht gänzlich abwegig wäre auch die
Aussage von B._, der Beschuldigte habe gesagt, er
verfüge über Kontakte, um das Hanf zu verkaufen (Urk. HD 12/1 S. 15). Immerhin
wurde der Beschuldigte am 10. März 2011 zu 18 Monaten Freiheitsstrafe ver-
urteilt, weil er als Vermittler Kontakte zu einem Verkäufer eines Kilogramms
Heroin hergestellt hatte (vgl. beigez. Akten Prozess Nr. SB100653). Jedenfalls
sind die Aussagen von B._ auch zu den Details der Geschehnisse nicht un-
glaubhaft und werden durch weitere Umstände bestätigt.
2.2.4. Insgesamt erweist sich daher mit der Vorinstanz der unter HD eingeklagte Sachverhalt als erstellt. An der Beteiligung des Beschuldigten an diesem Überfall
bestehen aufgrund sämtlicher Umstände keine erheblichen Zweifel.
2.3. Einschleichdiebstahl (ND 1 und 2)
2.3.1. Vorgängig zum oben geschilderten Raub soll der Beschuldigte mit B._
über die offenstehende Balkontüre in die Wohnung des Privatklägers E._
eingestiegen zu sein, um zu erkunden, ob sich darin tatsächlich Hanfpflanzen be-
finden, welche man habe stehlen wollen. Bei dieser Gelegenheit habe der Be-
schuldigte noch vier Mobiltelefone des Privatklägers (und B._ rund Fr.
1'000.-- in Münzen) mitgenommen. Der Beschuldigte bestreitet wiederum seine
Beteiligung an dieser Tat; die Anklage beruht ebenfalls vor allem auf den belas-
tenden Aussagen des Mittäters B._. ND 3 betraf die einzig B._ vorge-
worfene Hehlerei und ist damit vorliegend nicht mehr von
Interesse.
2.3.2. Zunächst ist festzuhalten, dass die Behauptung von B._, der
Beschuldigte sei auch bei dieser Tat dabei gewesen, nur schon aus Gründen der
- 17 -
Logik plausibel erscheint: Da dieser Vorfall insbesondere der Erkundung des
Objekts diente, welches kurz darauf ausgeraubt werden sollte, ist davon auszu-
gehen, dass einer der beiden Mittäter des Raubs auch bei dieser Tat mitwirkte.
Dass es der Beschuldigte gewesen sein soll, wird von B._ behauptet. Mit der
Vorinstanz sind die Aussagen von B._ auch hier als realitätsnah und glaub-
haft zu bezeichnen (Urk. 95 S. 53). Plausibel erklärte B._ auch, man habe
die Wohnung rasch wieder verlassen müssen, weil man vom Balkon aus gesehen
habe, dass der Privatkläger E._ von der Tank-stelle zurückkehre (Urk. HD
12/1 S. 5 und S. 7). Dies erklärt, weshalb man die
inspizierten Hanfpflanzen nicht sogleich mitgenommen hat. Deckungsgleich sind
die Aussagen von B._ und des Privatklägers E._ etwa, wenn beide von
Fussabdrücken resp. Dreck auf dem Boden innerhalb der
Wohnung sprachen (Urk. HD 7/1 S. 8, Urk. HD 12/1 S. 4). Entgegen den Aus-
führungen der Vorinstanz (Urk. 95 S. 68) liegt mit den glaubhaften Aussagen von
B._ durchaus ein direkter Beweis für die Täterschaft des Beschuldigten vor.
Dass diese Aussagen insbesondere gestützt auf weitere äussere Umstände als
glaubhaft erscheinen, ändert daran nichts.
2.3.3. Demgegenüber sind die Aussagen des Beschuldigten auch hier nicht
glaubhaft. Die Vorinstanz hat zutreffend darauf hingewiesen, dass der Beschul-
digte – wie bereits oben erwähnt – bezüglich Herkunft der gestohlenen Handys
gelogen hatte und erst geltend machte, diese von B._ geschenkt
erhalten zu haben, als ihm nachgewiesen werden konnte, dass die entwendeten
Mobiltelefone mit SIM-Karten aus seinem familiären Umfeld benutzt worden
waren (Urk. 95 S. 60 f.). An dieser Stelle ist festzuhalten, dass die Aussagen der
Ehefrau des Beschuldigten, O._, bei der Polizei zu Lasten des
Beschuldigten unverwertbar sind, weil sie diese als Tatverdächtige einer Hehlerei
und damit ohne Hinweis auf ihr Zeugnisverweigerungsrecht deponierte (Urk.
HD 13/4 S. 1; BSK StPO, 2. A., N 14 ff. zu Art. 177 StPO). Anlässlich der staats-
anwaltschaftlichen Einvernahme machte sie sodann von ihrem Zeugnisverweige-
rungsrecht Gebrauch (Urk. HD 13/5). Somit entfallen alle vorinstanzlichen Erwä-
gungen, welche sich auf die Aussagen von O._ stützen (Urk. 95
S. 61f., S. 64, S. 66). Dies ist jedoch nicht weiter von Relevanz, da auch der
- 18 -
Beschuldigte selbst ausführte, seine Ehefrau sei im Sommer 2011 zur fraglichen
Zeit im Ausland gewesen (Urk. HD 11/5 S. 3), und erwiesen ist, dass die in einem
der gestohlenen Mobiltelefone eingesetzte SIM-Karte mit der Nummer ..., welche
gemäss Beschuldigtem damals von seiner Frau benutzt worden sei, nicht im Aus-
land, sondern in der Schweiz – meist in N._ – aktiviert wurde (Urk. HD 17/3),
weshalb die Aussage des Beschuldigten nicht stimmen kann. Mit der Vorinstanz
ist festzuhalten, dass unverständlich wäre, weshalb der Beschuldigt die Verwen-
dung der fraglichen Mobiltelefone derart vehement abstreiten
sollte, wenn er diese auf einem Flohmarkt gekauft oder tatsächlich von B._
als Geschenk für Gefälligkeiten erhalten hätte (Urk. 95 S. 67).
2.3.4. Die Vorinstanz hat zutreffend aufgezeigt, was die – richterlich genehmigte
(Urk. HD 15/30, Urk. HD 17/2) – rückwirkende Teilnehmeridentifikation der vier
bei E._ gestohlenen Mobiltelefone sowie derjenigen der beiden
Beschuldigten ergeben hat und wie dies zu würdigen ist. Durch diese Auswertung
der in die gestohlenen Handys eingesetzten SIM-Karten mit den entsprechenden
Rufnummern kamen der Beschuldigte und B._ überhaupt erst unter
Verdacht (vgl. Urk. 17/1 S. 2 ff. und Urk. HD 17/3-5). Den umfassenden Erwägun-
gen der Vorinstanz ist nichts hinzuzufügen (Urk. 95 S. 65 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
Somit besteht auch in diesem Punkt kein Zweifel an der Täterschaft des Beschul-
digten. Der eingeklagte relevante Sachverhalt ist erstellt.
2.4. Diebstahl etc. (ND 4)
2.4.1. Nicht bestritten und erstellt ist hier, dass B._ und K._ einen  auf einen Imbiss-Stand in J._/AG verübten, wobei sie von
Passanten überrascht und ohne Beute mit dem Auto flohen. Bestritten ist vom
Beschuldigten jedoch, dass er Kenntnis von diesem Delikt hatte und wissentlich
das Fluchtfahrzeug lenkte. Auch hier wird der Beschuldigte vor allem durch die
Aussagen von B._ belastet.
2.4.2. Zu beachten ist, dass B._ und K._ für diesen Diebstahlsversuch
bereits mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 25. Novem-
ber 2011 bestraft wurden (Urk. ND 4 18/4-5, Urk. 76a S. 4 und 17f.). Das Verfah-
- 19 -
ren gegen den Beschuldigten wurde damals eingestellt, weil
keine Beweise dafür vorlagen, dass er Kenntnis von den Handlungen seiner
Begleiter hatte (Urk. ND 4 18/3). Erst als B._ den Beschuldigten im Rahmen
seines umfassenden, vorab die anderen Delikte betreffenden Geständnisses
nunmehr doch belastete, wurde das Strafverfahren gegen diesen erneut eröffnet
(Urk. ND 4 10/8). Es stellt sich die Frage, welchen Mehrwert
B._ mit einer falschen Belastung des Beschuldigten in diesem Punkt hätte
erreichen können. Er selbst war längst rechtskräftig verurteilt und konnte durch
eine falsche Anschuldigung von A._ nichts gewinnen - ganz im Gegenteil.
Grundsätzlich hätte er bezüglich dieses Delikts – wie K._ – sogar als Zeuge
einvernommen werden können, wenn nicht noch weitere Delikte im Raum ge-
standen hätten (vgl. Urk. ND 4 11/8-9). Wie eingangs erwähnt ist kein Motiv
ersichtlich, weshalb B._ den Beschuldigten, welchen er im Aargauer Verfah-
ren stets in Schutz genommen hatte, plötzlich und gänzlich zu Unrecht
belasten sollte. Auch wenn seine Aussagen zweifelsohne darauf abzielten, sich
selbst in ein besseres Licht zu rücken (betr. Idee zum Delikt oder zur Beute-
verteilung; Urk. ND 4 11/8), so sind sie insgesamt dennoch recht konstant, wirken
selbsterlebt und werden durch andere Umstände bestätigt (vgl. Urk. 95 S. 77).
2.4.3. Demgegenüber sind die Aussagen des Beschuldigten auch hier alles ande-
re als glaubhaft. Zum einen führte er zunächst aus, noch nie im Leben in
J._/AG gewesen zu sein und damals auf dem Heimweg von ... bis zur Poli-
zei-kontrolle nie angehalten zu haben (Urk. ND 4 11/4 S. 3, ND 4 11/7 S. 3). Erst
geraume Zeit später, nachdem er von B._ belastet wurde, musste er einräu-
men, dass es einen Halt auf dem Parkplatz gegeben habe und er habe austreten
müssen (Urk. HD 11/7/ S. 5, Urk. ND 11/12 S. 4 ff., Urk. 76b S. 13 ff.). Die Vo-
rinstanz hat aufgezeigt, dass auch seine Aussagen zu Letzterem widersprüchlich
und unlogisch sind (Urk. 95 S. 73f. und S. 85). Sodann erweisen sich die
Behauptungen des Beschuldigten zur Bekanntschaft mit den beiden Mitbeschul-
digten als widersprüchlich (zu B._ s. oben Ziff. 2.1.4.), indem er im Septem-
ber 2011 vorerst geltend machte, er kenne auch K._ seit Jahren und dieser
sei ein guter Kollege (Urk. ND 4 11/4 S. 3), um im Juli 2012 zu behaupten, er
kenne diesen K._ schon länger, aber nicht gut (Urk. HD 11/1 S. 8).
- 20 -
2.4.4. Die Vorinstanz hat aufgezeigt, wie wenig verlässlich die Aussagen von
K._ zu diesem Vorfall sind. Zunächst belastete er B._ und den Beschul-
digten und stellte sich selbst als unschuldiges Opfer hin. Wörtlich führte er aus
"ich flehte A._ an, dies nicht zu tun" (Urk. ND 4 11/5 S. 3). Dann soll sich nur
B._ vom Auto weg und zum Imbissstand begeben haben (Urk. ND 4 11/9 S.
7), was K._ ein Verfahren wegen falschem Zeugnis einbrachte. Hierauf gab
er zu, gelogen zu haben und mitbeteiligt gewesen zu sein (Urk. ND 4 11/13 S. 2
u. 6). Schliesslich wurde er nochmals als Zeuge im Beisein des Beschuldigten
einvernommen und bestätigte, dass er sich mit B._ zur Imbissbude begab,
während der Beschuldigte beim Auto geblieben sei und dieses danach umgehend
vom Tatort weglenkte. Erneut führte er aus, er habe die beiden angefleht, die Tat
nicht zu begehen, und bestätigte, dass das Gespräch über den Einbruch zu dritt
im Auto auf dem Parkplatz vor der Tat stattfand (Urk. ND 4 11/19 S. 8 ff.). Die Vo-
rinstanz hat die relevante Passage zitiert (Urk. 95 S. 86). Insgesamt ist offenkun-
dig, dass K._ konstant die Schuld von sich zu weisen versuchte und nur zö-
gerlich Eingeständnisse machte, welche sich letztlich weitgehend mit den Aussa-
gen von B._ deckten. Ein Anlass, den – gemäss eigenen Aussagen völlig
unwissenden – Beschuldigten schliesslich doch zu belasten, ist auch bei K._,
welcher für diese Tat bereits rechtskräftig verurteilt worden war, schlicht nicht er-
sichtlich. Die Verteidigung brachte vor, dass die Einvernahme von K._ vom
29. Mai 2013 infolge der Verletzung von Teilnahmerechten des Beschuldigten ei-
ner Verwertung zu Lasten des Beschuldigten nicht offenstehe, was zutreffend ist
(vgl. Urk. 134 S. 20 f.). Jedoch sei erwähnt, dass die genannte Einvernahme für
die Erstellung des Sachverhalts, entgegen der Andeutung der Vorinstanz, für die
Erstellung des Sachverhalts nicht von Bedeutung und schon aus diesem Grund
ausser Acht zu lassen ist.
2.4.5. Schliesslich weist die Vorinstanz zu Recht auf die glaubhaften  von P._ hin (Urk. 95 S. 81 ff.), welcher beobachtet hatte, wie ein Auto
unmittelbar nach dem Wegrennen der zwei Einbrecher aus dem Parkplatz her-
ausfuhr, woraus er zeitlich schliesse, dass ein dritter Täter im Flucht-fahrzeug
gewartet haben müsse. Das rassig wegfahrende Auto habe er nur
fahrend gesehen, weil die Sicht auf den Parkplatz durch einen Busch verdeckt
- 21 -
gewesen sei (Urk. ND 4 11/1 S. 2f.; ND 4 11/17 S. 4). An den Beobachtungen des
Zeugen bestehen keinerlei Zweifel, denn es waren seine genauen Angaben, die
zur Anhaltung und Verhaftung der Täter führten (Urk. ND 4 1 S. 2). Auch B._
hatte – im Gegensatz zum Beschuldigten (Urk. 76b S. 14 u.a.) – ausgeführt, man
sei vom Tatort mit Vollgas weggefahren (ND 4 11/8 S. 4), was wiederum für seine
Darstellung der Dinge spricht.
2.4.6. Insgesamt kann auch vorliegend auf die Aussagen von B._,
welche durch jene von P._ und – im Kernpunkt – auch von K._ bestätigt
werden, abgestellt werden. Ein Anlass, den Beschuldigten zu
Unrecht zu belasten, ist nicht ersichtlich und mit Sicherheit nicht wahrscheinlicher,
als dass der Beschuldigte auch an dieser Tat beteiligt war. Der eingeklagte Sach-
verhalt ist erstellt.
2.5. Diebstahl (ND 5)
2.5.1. Schliesslich soll der Beschuldigte wiederum als Fahrer des Fluchtfahrzeugs
mitgewirkt haben, als B._ die Einnahmen der Q._-Filiale R._ aus
dem in L._ parkierten Fahrzeug des Filialleiters gestohlen habe. Den Tipp für
die Tat soll B._ von seinem Bekannten I._, welcher schon länger in der
besagten Filiale tätig war (vgl. Prot. I S. 16), erhalten haben. Auch damit will der
Beschuldigte nichts zu tun gehabt haben. Der äussere Ablauf der Tat kann auf-
grund der diesbezüglich deckungsgleichen Aussagen von B._ und I._
als erstellt erachtet werden (Urk. 95 S. 111f.). Umstritten ist die Beteiligung des
Beschuldigten.
2.5.2. Die Vorinstanz hat sich auch hier einlässlich und zutreffend mit den Aus-
sagen der verschiedenen Beteiligten auseinandergesetzt, worauf vollumfänglich
verwiesen werden kann (Urk. 95 S. 89 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Festzuhalten ist,
dass B._ den Beschuldigten, auch nachdem er seine eigene Tat-beteiligung
zugegeben hatte, zunächst nicht belastete, sondern über mehrere Ein-vernahmen
hinweg angab, diese dritte Person habe nichts mit dem Diebstahl zu tun. Erst im
Rahmen seines umfassenden Geständnisses vom 30. Januar 2013 gab er jene
Darstellung der Geschehnisse zu Protokoll, bei der er in der Folge im Wesentli-
- 22 -
chen und auch im Detail deckungsgleich blieb (Urk. HD 10/5 S. 13f.). Dass er sich
hier zunächst als Mitläufer bezeichnete und die Idee zur Tat den
beiden anderen zuschob, korrigierte er anlässlich der Hauptverhandlung und
übernahm diesbezüglich (Mit-)Verantwortung (Urk. 76a S. 18f.). Es ist wiederum
kein Anlass ersichtlich, weshalb B._ den Beschuldigten zunächst in Schutz
nehmen und nun völlig zu Unrecht beschuldigen sollte, zumal I._ nie von ei-
nem Dritttäter gesprochen hatte. Hätte sich B._ dadurch in ein besseres Licht
rücken wollen, hätte er ohne weiteres behaupten können, es sei der Beschuldigte
gewesen, der die Autoscheibe eingeschlagen habe. Das tat er von Anfang an –
und später mit plausibler Begründung (Urk. HD 10/5 S. 13) – nicht. Insgesamt
sind die Aussagen von B._ seit dem 30. Januar 2013 als überzeugend zu
bewerten (vgl. Urk. 95 S. 95 unten).
2.5.3. Das Aussageverhalten des Beschuldigten ist dagegen äusserst vage. Zunächst versicherte er, am 4. Juni 2012 in Deutschland bei seiner Tante ge-
wesen zu sein (wobei er dies zunächst "nicht sicher" und bald darauf "100%
sicher" wissen wollte) und sich nicht an eine Fahrt mit B._ nach
R._ zu erinnern vermochte. Einige Einvernahmen später wollte er sich nun-
mehr daran erinnern, dass er B._ einmal irgendwohin gefahren habe, was
vielleicht am 4. Juni 2012 gewesen sein könnte; er wisse aber nicht mehr, wieso
B._ nicht selbst gefahren sei, was ihm indes einige Monate
später wieder einfiel, nämlich weil B._ eine Verletzung am Bein gehabt habe.
An der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte schliesslich an, es sei mög-
lich, dass er dabei gewesen sei, er habe aber von den Vorgängen nichts mitbe-
kommen. Er habe weder einen Einbruch, noch einen Diebstahl gesehen
(Urk. 132 S. 13 f.). Der Beschuldigte sagte somit erwiesenermassen ver-
schiedentlich wahrheitswidrig aus, so auch bezüglich seiner Bekanntschaft mit
I._, den er zumindest einmal getroffen haben muss. Die Vorinstanz hat das
Notwendige dazu ausgeführt und die Aussagen des Beschuldigten als nicht
glaubhaft qualifiziert. Es kann darauf vollumfänglich verwiesen werden (Urk. 95
S. 101 ff.).
- 23 -
2.5.4. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz erscheinen die Aussagen von I._
nicht in jeder Hinsicht verlässlich (vgl. Urk. 95 S. 108). Zunächst erscheint bereits
seine Darstellung, sein Chef C._ sei wie ein Vater für ihn (Urk.
ND 5 12/1 S. 3), angesichts der folgenden Tat als reichlich übertrieben. Sodann
erweisen sich die Aussagen von I._ als wenig glaubhaft, wenn er zunächst
beteuerte, es sei nie jemand anders mit B._ mitgekommen, nur dessen Bru-
der sei einmal da gewesen (Urk. ND 5 12/1 S. 2, 4 und S. 6; Urk. ND 5
12/7-8), und schliesslich einräumte, er habe den Beschuldigten auch schon 2-3
Mal mit B._ gesehen, resp. dann wieder, er habe den Beschuldigten nur
einmal bei einer Tankstelle in R._ gesehen (Urk. ND 5 16/1 S. 16f.; Urk. ND
5 16/3 S. 3, vgl. auch Urk. HD 12/1 S. 24). Wenig überzeugend ist I._ auch,
wenn er einerseits ausführt, er habe ca. Fr. 80'000.-- Schulden gehabt und wegen
des Geldes schliesslich mitgemacht (Urk. ND 5 12/1 S. 3), dann aber
erklärt, er sei schliesslich mit bloss Fr. 2'000.-- Beuteanteil einverstanden
gewesen, obwohl dies nicht einmal die angeblich vereinbarten 20% der Beute
ausmachte (Urk. ND 5 16/2 S. 5f.). Und auch seine Darstellung, wonach er im
ganzen Geschehen eigentlich lediglich ein sms an B._ geschickt habe (u.a.
Urk. ND 5 16/1 S. 3), war offensichtlich untertrieben und musste von ihm auf Vor-
halt korrigiert werden (Urk. ND 5 16/3 S. 13). Demgegenüber schilderte B._,
wie C._ während einiger Zeit zunächst observiert wurde und die Vorberei-
tung keineswegs derart leicht gewesen sei (a.a.O. S. 14). Dies erscheint nicht un-
glaubhaft, denn dadurch belastete sich B._ auch selbst, indem er ohne Not
eine höhere kriminelle Energie zugab. Insgesamt kann auf die Aussagen von
I._ nur so weit abgestellt werden, als dass sie sich mit jenen von B._
decken. Eine erneute Einvernahme von I._, wie von der Verteidigung vor Vo-
rinstanz noch beantragt, erwies sich bereits aufgrund dieser Umstände als über-
flüssig (vgl. auch Urk. 95 S. 14f.).
2.5.5. Schliesslich hat die Vorinstanz auch in diesem Fall zutreffend aufgezeigt,
wie die – wiederum richterlich genehmigte (Urk. ND 5 18/5+18+24) – rückwirken-
de Teilnehmeridentifikation zu werten ist (Urk. 95 S. 109 ff. und S. 112 ff.).
Besonders auffällig ist, dass die ersten Telefonverbindungen am Tatmorgen just
zwischen B._ und dem Beschuldigten (mit der erst seit 1. Juni 2012
- 24 -
aktiven Rufnummer ...; vgl. Urk. ND 5 18/28) stattfanden (Urk. ND 5 18/29 S. 7,
ND 5 18/36 S. 3f.). Dies noch mit dem Standort N._. Um
08.26 Uhr zeigte das Mobiltelefon des Beschuldigten den Standort ..., kurz darauf
auch das Mobiltelefon von B._ (Urk. ND 5 18/36 S. 4), was kein Zufall sein
kann. Ob sie dabei in verschiedenen Fahrzeugen unterwegs
waren oder ob nicht vielmehr verschiedene Antennen angewählt wurden, weil die
beiden Nummern von verschiedenen Providern stammen (Urk. ND 5 18/28
Sunrise und Urk. HD 16/2 Orange), kann offen gelassen werden. Jedenfalls ist
diese gemeinsame zeitliche und örtliche Nähe zum Tatort ein deutliches Indiz für
die Beteiligung des Beschuldigten. Wenn die Verteidigung – wie zuletzt auch
anlässlich der Berufungsverhandlung – ausführte, Telefonkontakte zwischen dem
Beschuldigten und B._ seien vor allem am Abend vor dem Raub und am frü-
hen Morgen des Tattages zu verzeichnen, nicht aber für den eigentlichen Tatzeit-
raum (Urk. 82 S. 18, Urk. 134 S. 22), dann ist dies nicht mehr als logisch, denn
die beiden sassen jedenfalls dann im gleichen Auto. Demgemäss weisen auch die
telefonischen Verbindungen B._s zu seinem Bruder am Tattag, u.a. um
10.24 Uhr, eben gerade nicht auf eine Täterschaft des Bruders hin, denn wäre er
zur Tatzeit um ca. 10.10 Uhr bei ihm gewesen, hätte er nicht
mit B._ telefonieren müssen (a.a.O. S. 5). Die Argumentation der
Verteidigung ergibt hier keinen Sinn. Hingegen erweisen sich die immerhin
12 Verbindungen zwischen den beiden Beschuldigten am früheren Morgen des
5. Juni 2012 (ab 06.35 Uhr; sms und Gespräche) als äusserst verdächtig (Urk.
ND 5 18/27 S. 28f.). Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass nicht ersichtlich
wäre, weshalb B._ nach der Verhaftung seines Bruders um 06.20 Uhr prak-
tisch als erstes mit dem völlig unbeteiligten Beschuldigten hätte telefonieren sol-
len - noch dazu in dieser Häufigkeit (Urk. 95 S. 11). Schliesslich konnte durch die
Ermittlung der Antennenstandorte – und letztlich auch der Zugabe von I._,
man habe am Tatabend zu dritt mit dem Beschuldigten in der ... Bar in N._
etwas getrunken (Urk. ND 5 16/3 S. 5 ff.) – auch hier die
Darstellung von B._ zweifelsfrei bestätigt werden: Er hatte von sich aus aus-
geführt, nach der Übergabe der Fr. 2'000.-- an I._ in der ... Bar in N._
sei man anschliessend in die nahegelegene ... Bar gegangen, wo der Beschuldig-
te, welcher ihn dorthin chauffiert habe, auf sie gewartet habe und man zu dritt et-
- 25 -
was getrunken habe (Urk. ND 5 16/3 S. 6), was der
Beschuldigte konstant bestritten hat. Sowohl das Mobiltelefon des Beschuldigten
als auch jenes von I._ zeigten am Abend des 4. Juni 2012 gegen 22 Uhr den
Standort ...strasse ... N._, mithin in der Nähe der ... Bar (Urk. ND 5 18/29 S.
10, Urk. HD 17/15 S. 2, Urk. 17/1 S. 6f.). Und auch B._ befand sich in dieser
Gegend, wurde er doch an der ...strasse ... in N._ geortet (Urk. ND 5 18/27
S. 5).
2.5.6. Mit der Vorinstanz ist es als absolut unglaubhaft zu bezeichnen, dass der Beschuldigte, wäre er an der eingeklagten Tat nicht wissentlich beteiligt gewesen,
am frühen Morgen des Tattags mehrfach mit B._ kommunizierte,
diesen offenkundig an den Tatort begleitete, am gleichen Abend in unmittelbarer
Nähe der Beuteübergabe mit einem Mittäter von B._ und diesem etwas trin-
ken geht und am nächsten Morgen nach der Verhaftung von S._ wegen der
nämlichen Tat erneut intensiv telefonisch mit B._ kommuniziert.
Allerdings darf – entgegen der Vorinstanz (Urk. 95 S. 108f. und S. 114f.) – nicht
auf die Aussagen der Auskunftsperson T._ abgestellt werden. Dieser wurde
nie mit dem Beschuldigten konfrontiert, ja es liegen nicht einmal von der Aus-
kunftsperson unterzeichnete Protokolle vor. Aussagen, welche lediglich in
einem Polizeirapport festgehalten wurden (Urk. ND 5 1 S. 9f.), sind nicht unter
Wahrung der Teilnahmerechte entstanden und zu Lasten des Beschuldigten nicht
verwertbar (Art. 147 Abs. 4 StPO). Diese Aussagen sind indes ohnehin nicht von
Bedeutung. Angesichts sämtlicher Umstände – nicht zuletzt auch der oben bereits
erstellten weiteren Straftaten des Beschuldigten – besteht kein Zweifel daran,
dass der Beschuldigte auch bezüglich ND 5 als Fahrer des Fluchtfahrzeugs
wissentlich am Diebstahl der Q._-Einnahmen beteiligt war. Der Sach-verhalt
ist erstellt.
3. Rechtliche Würdigung
3.1. Zu Recht hat die Vorinstanz den Beschuldigten bezüglich aller ihm vorgewor-
fener Taten als Mittäter und nicht wie von der Verteidigung eventualiter beantragt,
als Gehilfe (Urk. 132 S. 25), von B._ qualifiziert, und zwar auch in
jenen Fällen, in denen der Beschuldigte das Fluchtfahrzeug lenkte. Auf diese um-
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fassenden und zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz kann zwecks Ver-
meidung unnötiger Wiederholungen vollumfänglich verwiesen werden (Urk. 95
S. 116 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Ergänzend kann einzig festgehalten werden, dass
ein weiterer Hinweis auf die Mittäterschaft des Beschuldigten darin erblickt
werden kann, dass er auch bezüglich ND 5 als Fahrer des Fluchtfahrzeugs die
Hälfte der restlichen Beute erhielt (vgl. Urk. 95 S. 120).
3.2. Auch bezüglich der rechtlichen Qualifikation der einzelnen Straftaten kann auf
die zutreffenden und umfassenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen
werden (Urk. 95 S. 120-131, Art. 82 Abs. 4 StPO). Es besteht kein Anlass, diese
Erwägungen im Einzelnen zu wiederholen. Indes sind nachfolgende Präzisierun-
gen anzubringen:
3.2.1. Zum Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz ist festzuhalten, dass
der Sachverhalt, welchen die Vorinstanz zugrunde legt, in der Anklage so nicht zu
finden ist (Urk. 95 S. 127 oben). Indes steht fest, dass die Beschuldigten mit ihrer
Frage nach dem Hanf anlässlich des Überfalls Anstalten trafen, Betäubungsmittel
zu erlangen (vgl. auch ND 1 und 2, wo festgehalten wird "in der Absicht, dieses
[das Hanf] stehlen zu können). Art. 19 Abs. 1 lit. d in Verbindung mit lit. g BetmG
ist somit erfüllt. Nicht nachvollziehbar ist die Feststellung der Vorinstanz, die
Anklage werfe dem Beschuldigten einen Verstoss gegen Art. 19 bis BetmG vor
und diese Bestimmung sei anwendbar (Urk. 95 S. 12). Diese Bestimmung, die die
Abgabe von Drogen an Minderjährige betrifft, findet sich an keiner Stelle in den
Akten – auch nicht im Dispositiv der Vorinstanz – und steht somit zweifellos nicht
zur Diskussion.
3.2.2. Bezüglich Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch zum Nachteil von
E._ geht die Vorinstanz aufgrund der Strafanzeigen letztlich zu Recht von
gestellten Strafanträgen aus. Hingegen wird sowohl in der Anklage als auch durch
die Vorinstanz erwähnt, der Beschuldigte habe diesbezüglich auch
zum Nachteil der Hausverwaltung U._ AG gehandelt (Urk. 48
S. 4 und 5, Urk. 95 S. 121 und 125). Hierzu ist jedoch zu beachten, dass die
U._ AG ihren gestellten Strafantrag offenbar wieder zurück-gezogen hat
(Urk. ND 1/1 S. 4, ND 2/1 S. 4; vgl. Urk. HD 1 S. 12). Somit ist zu Gunsten des
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Beschuldigten nicht von einem Delikt zu Lasten der Hausverwaltung auszugehen.
Indes liegen in Tateinheit die gleichen Delikte zu Lasten des Privatklägers
E._ vor, weshalb dies im Dispositiv nicht ausgeschieden
werden muss.
3.2.3. Zu Recht ist die Vorinstanz davon ausgegangen, dass es beim Einbruch gemäss ND 4 bei einem versuchten Hausfriedensbruch blieb (Urk. 95 S. 128 und
S. 131), was in der Anklage zwar im Sachverhalt so eingeklagt worden war, bei
der rechtlichen Würdigung indes vergessen ging (Urk. 48 S. 6 und 9). Auch im
Dispositiv der Vorinstanz fehlt – offenkundig aufgrund eines Irrtums – ein Hinweis
auf den Versuch, was daher heute nachzuholen ist.
4. Strafzumessung
4.1. Auf die korrekten theoretischen Ausführungen zur Strafzumessung der Vor-
instanz kann umfassend verwiesen werden (Urk. 95 S. 153 i.V.m. S. 133f.; Art. 82
Abs. 4 StPO). Zu Recht ging sie vom Raub als schwerstem Delikt aus und
betonte bei der objektiven Tatschwere die durch die professionelle Vorgehens-
weise manifestierte beachtliche kriminelle Energie des Beschuldigten. Zwar ist die
erzielte Beute eher bescheiden geblieben, was aber auch damit zu tun hat, dass
der gesuchte Tresor offenbar nicht vorhanden war. Schwer wiegt die bei der
Geschädigten G._ bewirkte posttraumatische Belastungsstörung, wobei
durchaus voraussehbar war, dass Opfer, welche von drei unbekannten, maskier-
ten Männern mit einer (echt aussehenden) Waffe am Kopf bedroht und zudem
gefesselt werden, nachhaltig traumatisiert sein können. Unter Beachtung des
weiten Strafrahmens von bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe und im Vergleich zu
anderen möglichen Fällen von (einfachem) Raub – zu denken ist etwa an einen
jungen Einzeltäter, der im Ausgang einem Gleichaltrigen mit blossen Droh-
gebärden ein Handy oder ein paar Franken abknüpft – wiegt das objektive Ver-
schulden des Beschuldigten entgegen der Vorinstanz (Urk. 95 S. 153) nicht mehr
bloss "nicht mehr leicht", sondern vielmehr bereits erheblich. Dass das subjektive
Verschulden daran nichts zu ändern vermag, hat die Vorinstanz richtig aufgezeigt.
Dem von ihr zitierten Bundesgerichtsentscheid ist jedoch nichts zu entnehmen,
wonach das Verschulden des mit Vorsatz handelnden Täters "wesentlich
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schwerer" wiege als das des eventualvorsätzlichen Handelnden, wobei die Vor-
instanz aber trotzdem zu einer nur "geringfügigen" Strafminderung unter diesem
Titel gelangt (Urk. 95 S. 154). Richtig muss sein, dass Eventualvorsatz als Form
des Vorsatzes im Normalfall nur, aber immerhin eine leichte Strafminderung nach
sich zieht. Selbst unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Strafrahmen in
der Praxis meist nicht nach oben ausgeschöpft wird (Urk. 95 S. 137 i.V.m.
S. 154), erweist sich angesichts des bereits erheblichen Verschuldens des
Beschuldigten eine Einsatzstrafe im Bereich von 4 Jahren Freiheitsstrafe als
angemessen.
4.2. Hinzu kommen die weiteren Delikte des Beschuldigten, welche von der  zutreffend und detailliert aufgeführt wurden, worauf zwecks Vermeidung
von Wiederholungen verwiesen werden kann (Urk. 95 S. 155 ff., Art. 82 Abs. 4
StPO). Ins Gewicht fällt dabei insbesondere der dreiste Diebstahl vom 4. Juni
2012, zumal an einem öffentlichen Ort tagsüber in ein Auto eingebrochen und
rund Fr. 28'000.-- gestohlen wurden. Die diversen Delikte des Beschuldigten
zeigen deutlich auf, wie wenig Respekt er vor dem Eigentum anderer hat und wie
leicht er sich bereit erklärt, an solchen Straftaten mitzuwirken. Eine Erhöhung der
genannten Einsatzstrafe um mindestens ein Jahr erweist sich damit zweifellos als
angemessen.
4.3. Zu den sog. Täterkomponenten hat sich die Vorinstanz zutreffend und umfassend geäussert. Darauf kann vollumfänglich verwiesen werden (Urk. 95
S. 159 ff., Art. 82 Abs. 4 StPO). Zu präzisieren ist einzig, dass die Vorstrafen des
Beschuldigten sowie sein erneutes Delinquieren während laufender Probezeit
erheblich straferhöhend zu werten sind (vgl. Urk. 95 S. 161). Zu seinen persönli-
chen Verhältnissen führte der Beschuldigte heute zudem aus, es sei richtig, dass
er zur Zeit in der Strafanstalt ... inhaftiert sei. Er erhalte jede Woche
Besuch von seiner Frau und seinen Kindern. Seine Frau arbeite 50%, im Übrigen
würde seine Familie von der Sozialhilfe unterstützt. Nach der Haft wolle er zu
seiner Familie zurückkehren und arbeiten, er habe auch konkret eine Stelle in
Aussicht (vgl. Urk. 132, Urk. 133/3). Aus den Angaben des Beschuldigten
ergeben sich nach wie vor keine strafzumessungsrelevanten Faktoren. Die von
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der Vorinstanz vorgenommene Straferhöhung um weitere 8 Monate aufgrund der
Täterkomponenten (Urk. 95 S. 161) ist jedenfalls nicht zu beanstanden.
4.4. Neu zu berücksichtigen ist indes, dass bezüglich des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens von einer leichten Verletzung des Beschleunigungsgebots
ausgegangen werden muss. Dass zwischen Anklageerhebung am 26. Juli 2013
und erstinstanzlichem Urteil vom 4. Februar 2014 ca. ein halbes Jahr verstrichen
ist, erweist sich angesichts des Aktenumfangs und den vorzuladenden Personen
als sehr speditiv und absolut problemlos. Dass zwischen der Fällung und Eröff-
nung des Urteils am 4. Februar 2014 und dem Versand des begründeten Urteils
am 17. Juli 2014 wiederum rund fünf Monate vergingen, entspricht zwar nicht
Art. 84 Abs. 4 StPO, erweist sich aber angesichts der umfangreichen Begründung
der Vorinstanz ebenfalls noch als nachvollziehbar (vgl. Urk. 104). Hingegen
vergingen zwischen dem Versand des begründeten Urteils der Vorinstanz und der
Aktenüberweisung an das Obergericht – entgegen Art. 399 Abs. 2 StPO – weitere
knapp drei Monate, ohne dass dafür ein sachlich zwingender Grund vorlag
(Urk. 108, 109, 118 S. 2 und 119A). Dies ist gerade bei einem Haftfall als – wenn
auch nicht erhebliche – Verletzung des Beschleunigungsgebot zu qualifizieren,
was strafmindernd zu berücksichtigen ist. Dies fällt angesichts der oben dargeleg-
ten, an sich angemessenen Freiheitsstrafe von rund 5 Jahren und 8 Monaten
aber nicht derart ins Gewicht, als dass eine niedrigere Strafe als die von der Vor-
instanz ausgefällte Freiheitsstrafe von 47 Monaten resultieren könnte.
4.5. Der Beschuldigte ist somit auch zweitinstanzlich mit 47 Monaten  zu bestrafen, zumal eine Erhöhung der Strafe aufgrund des Verbots der
reformatio in peius (Art. 391 Abs. 2 StPO) ausser Betracht fällt. Der Anrechnung
der vom Beschuldigten bisher verbüssten Haft (inkl. vorzeitigem Strafvollzug) von
bis heute 823 Tagen (= 2 1⁄4 Jahre) steht nichts entgegen.
5. Widerruf
5.1. Nachdem der Beschuldigte die vorliegend beurteilten Straftaten allesamt
während der ihm am 10. März 2011 angesetzten dreijährigen Probezeit begangen
hat (Urk. 99 S. 2), stellt sich die Frage nach dem Widerruf der damals bedingt
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ausgefällten Strafe von 18 Monaten Freiheitsstrafe. Die Vorinstanz ordnete
gestützt auf Art. 46 Abs. 1 StGB den Vollzug dieser früheren Strafe an (Urk. 95
S. 161).
5.2. Die Begehung eines Verbrechens oder Vergehens während der Probezeit
bildet einen möglichen Widerrufsgrund. Allerdings führt ein während der Probezeit
begangenes Verbrechen oder Vergehen nicht zwingend zum Widerruf des
bedingten Strafaufschubs. Dieser soll nach Art. 46 Abs. 1 StGB nur erfolgen,
wenn wegen der Begehung des neuen Deliktes zu erwarten ist, dass der Täter
weitere Straftaten verüben wird. Zu widerrufen ist nur dann, wenn aufgrund der
erneuten Straffälligkeit eine eigentliche Schlechtprognose besteht (BGE 134 IV
140 E. 4.3.). Die Prüfung der Bewährungsaussichten ist demgemäss anhand
einer Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen. In die
Beurteilung miteinzubeziehen sind neben den Tatumständen auch das Vorleben
und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den
Charakter des Täters und die Aussichten einer Bewährung zulassen. In die
Beurteilung der Bewährungsaussichten im Falle des Widerrufs des bedingten
Strafvollzuges einer Freiheitsstrafe ist im Rahmen der Gesamtwürdigung ins-
besondere auch mit einzubeziehen, ob die neue Strafe bedingt oder unbedingt
ausgesprochen wird. Dabei darf einzelnen Umständen keine vorrangige
Bedeutung beigemessen werden. Der Richter kann zum Schluss kommen, dass
vom Widerruf des bedingten Vollzuges für die frühere Strafe abgesehen werden
kann, wenn die neue Strafe vollzogen wird. Auch das Umgekehrte ist zulässig:
Wenn die frühere Strafe widerrufen wird, kann unter Berücksichtigung ihres nach-
träglichen Vollzugs eine Schlechtprognose für die neue Strafe im Sinne von
Art. 42 Abs. 1 StGB verneint und diese folglich bedingt ausgesprochen werden.
Art und Schwere der neuen Delinquenz haben für die Frage des Widerrufs inso-
weit Bedeutung, als das im Strafmass für die neue Tat zum Ausdruck kommende
Verschulden Rückschlüsse auf die Legalbewährung des Verurteilten erlaubt (BGE
134 IV 140 E. 4.5.).
5.3. Gegen eine günstige Prognose spricht selbstredend der Umstand, dass der Beschuldigte mehrfach vorbestraft ist (Urk. 99), wobei insbesondere die letzte
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Verurteilung vom 10. März 2011 durch das Obergericht des Kantons Zürich ins
Gewicht fällt. Damals wurde dem ungeständigen Beschuldigten vorgeworfen, an
der Vermittlung eines Heroingeschäfts im Umfang von einem Kilogramm mit-
gewirkt zu haben. Diese – in gewisser Weise einschlägige – erhebliche Vorstrafe
hielt ihn offenbar nicht davon ab, noch während der Probezeit erneut massiv zu
delinquieren. Auch im heutigen Verfahren zeigt sich der Beschuldigte in keiner
Weise geständig oder einsichtig, was ebenfalls grösste Zweifel an einer günstigen
Prognose aufkommen lässt. Dass der Beschuldigte verheiratet und Familienvater
ist und immer wieder einmal auch erwerbstätig war (vgl. Urk. 82 S. 1f.) bzw.
gemäss seinen Angaben eine Arbeitsstelle in Aussicht hat (vgl. Prot. II S. 13),
vermag daran nichts zu ändern, denn dies war bereits im Tatzeitpunkt der Fall
und bewahrte ihn nicht vor strafbaren Handlungen. Nachdem auch sonst keine
Umstände ersichtlich sind, welche auf eine günstige Prognose hinweisen könnten,
bestehen nach wie vor erhebliche Zweifel am künftigen Wohlverhalten des
Beschuldigten. Die gilt auch unter Berücksichtigung der in Zusammenhang mit
diesem Verfahren bereits erlittenen und noch zu verbüssenden Haft. Gestützt auf
diese Erwägungen ist mit dem heutigen Urteil, entsprechend dem vorinstanzli-
chen Entscheid, der Widerruf des bedingten Strafvollzugs der mit Urteil vom
10. März 2011 ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 18 Monaten anzuordnen.
6. Zivilforderungen
6.1. Die vorinstanzlichen Erwägungen zu den Zivilforderungen sind zu bestätigen
(Urk. 95 S. 162 ff.). Sie wurden von der Verteidigung denn auch nicht explizit an-
gefochten, sondern stehen aufgrund ihrer Konnexität zum beantragten Freispruch
der Überprüfung offen. Zu erwähnen ist einzig, dass die Vorinstanz bezüglich
ND 4 von einer Solidarhaftung der Mittäter absah und lediglich den Beschuldigten
verpflichtete, dem Privatkläger D._ Schadenersatz von Fr. 1'200.– zu
bezahlen. Dies liegt wohl darin begründet, dass aus unerfindlichen Gründen ledig-
lich ein Schadenersatzformular in Sachen A._ in den Akten liegt (Urk.
ND 4/5). Dies ändert indes nichts an der Schadenersatzpflicht des Beschuldigten
in dieser Höhe; Anordnungen betreffend B._ können vorliegend
ohnehin nicht mehr getroffen werden.
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6.2. Die Vorinstanz ging betreffend den vom Privatkläger C._ geforderten ca.
Fr. 35'000.-- (Urk. ND 5 22/2) davon aus, dass darin auch der Deliktsbetrag von
Fr. 28'260.-- (wovon Fr. 2'000.-- bereits zurückgezahlt wurden) enthalten sei. Dies
wurde vom Privatkläger an der Hauptverhandlung auf Frage hin bestätigt (Prot. I
S. 14). Da es sich beim gestohlenen Geld um Einkünfte aus der
Q._-Filiale R._ handelt, stellt sich die Frage, ob der Privatkläger
C._ überhaupt bevollmächtigt ist, dieses Schadenersatzbegehren zu stellen
resp. diesen Betrag in seinem Namen einzufordern. Da er jedoch gemäss
Anklage Lizenznehmer der Q._-Filiale ist, geltend machte, nur er sei
geschädigt (Urk. HD 11/10 S. 5), und seine Legitimation seitens der Verteidigung
nicht bestritten wurde, ist die vorinstanzliche Regelung dieses Schadenersatz-
begehrens zu bestätigen.
7. Kosten
7.1. Erstinstanz
7.1.1. Die Kostenauflage der Vorinstanz betreffend den Beschuldigten A._ (dort Ziffer 15b) ist fehlerhaft, weil die Regelung im erstinstanzlichen Protokoll
(sowie im ausgehändigten Urteilsdispositiv) nicht dem Dispositiv des begründeten
Urteils entspricht (Prot. I S. 22, Urk. 83 S. 6 sowie Urk. 95 S. 169). Der offensicht-
liche Fehler der Vorinstanz ist von Amtes wegen heute zu korrigieren. Die im Pro-
tokoll und Urteilsdispositiv der Vorinstanz festgehaltene Version von Ziff. 15b er-
weist sich – mit einer nachgenannten Ausnahme – als richtig: Von den im be-
gründeten Urteil erwähnten Fr. 21'550.-- an "Auslagen Vorverfahren" sind Fr.
10'000.--
bereits geleisteter Akkontozahlung an den amtlichen Verteidiger abzuziehen
(Urk. 44), denn diese Kosten wurden zu Recht (einstweilen) auf die Gerichtskasse
genommen (vgl. Ziff. 16 der Vorinstanz - ebenfalls in zwei verschiedenen, inhalt-
lich jedoch wenigstens deckungsgleichen Versionen). Nicht dem Beschuldigten
auferlegt werden können hingegen die Dolmetscherkosten von Fr. 675.--, welche
das vorinstanzliche Verfahren betrafen (Urk. 129; Art. 426 Abs. 3 lit. b StPO).
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7.1.2. Somit sind die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Ver-
fahrens dem Beschuldigten ausgangsgemäss wie folgt aufzuerlegen:
Fr. 3'000.00 ; Hälfte der Gerichtsgebühr
Fr. 705.00 Kosten der Kantonspolizei A._
Fr. 11'550.00 Auslagen Vorverfahren (US) A._
Fr. 3'000.00 Auslagen Strafuntersuchung A._
Fr. 18'255.-- Total für A._
7.1.3. Die von der Vorinstanz (unangefochten) auf Fr. 47'075.25 (= inkl. ) festgesetzten Kosten der amtlichen Verteidigung sind wiederum
(einstweilen) auf die Gerichtskasse zu nehmen; vorbehalten bleibt eine Nach-
forderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
7.2. Berufungsverfahren
7.2.1. Im Berufungsverfahren unterliegt der Beschuldigte vollumfänglich. Somit sind ihm auch die zweitinstanzlichen Verfahrenskosten vollumfänglich aufzu-
erlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO), wobei die Kosten der amtlichen Verteidigung
einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen sind. Dies unter Vorbehalt der
Rückzahlungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. Die
Gerichtsgebühr ist auf Fr. 4'000.-- festzusetzen.
7.2.2. Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten, Rechtsanwalt lic. iur. X._,
reichte dem Gericht für das Berufungsverfahren für die Zeit ab 7. Februar 2014
eine Honorarnote über Fr. 15'977.-- ein (Urk. 131). Nachdem die Akten erst am 8.
Oktober 2014 am Obergericht eingingen, betrifft ein erheblicher Teil der Aufwen-
dungen der Verteidigung an sich noch das erstinstanzliche Verfahren. Da sie dort
diese Aufwendungen noch nicht geltend gemacht hat (Urk. 78/1-2), sind sie der
Einfachheit halber in diesem Verfahren zu berücksichtigen. Der geltend gemachte
Betrag erscheint zwar – insbesondere angesichts der vor Vorinstanz bereits ent-
schädigten über Fr. 47'000.-- – als hoch, angesichts des Umfangs des Falles aber
letztlich als ausgewiesen und gerade noch vertretbar.
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Rechtsanwalt X._ ist demgemäss als amtlicher Verteidiger des Beschuldig-
ten im Berufungsverfahren für seine ausgewiesenen Aufwendungen und Ausla-
gen mit Fr. 15'977.-- (inkl. Barauslagen und MwSt.) aus der Gerichtskasse zu ent-
schädigen.