Decision ID: ce6fdbff-d5db-4c87-9fdd-9d3c315fafd6
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1967 und gelernter Zimmermann, meldete sich am 8. Juli 2011 (Eingangsdatum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf diverse somatische und psychische Probleme zum Leistungsbezug an (Urk. 7/13). Die IV-Stelle tätigte erste medizinische und erwerb
liche Abklärungen und teilte dem Versicherten am 30. November 2011 mit, dass berufliche Eingliederungsmassnahmen noch nicht angezeigt seien, da der aktuelle Gesundheitszustand noch nicht ausreichend beurteilt werden könne (Urk. 7/30). In der Folge holte die IV-Stelle das bidisziplinäre Gutachten von Dr. Y._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. Z._, Facharzt für Neurochirurgie, vom 20. Dezember 2012 ein (Urk. 7/52).
Mit Mitteilung vom 22. Juli 2013 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining (Urk. 7/60), welche sie allerdings nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt am 20. August 2013 widerrief (Urk. 7/65). Am 2. Oktober 2014 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass die Arbeits
ver
mittlung abgeschlossen werde (Urk. 7/80). Die IV-Stelle tätigte weitere Abklä
rungen und holte insbesondere das psychiatrisch-rheumatologische Gutachten von A._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. B._, Facharzt für Rheumatologie/Innere Medizin, vom 27. Januar 2016 ein (Urk. 7/103). Mit Schreiben vom 10. Oktober 2016 auferlegte die IV-Stelle dem Versicherten eine dahingehende Schadenminderungspflicht, dass er die rheumatologische Behandlung fortführen, das Antidepressivum wechseln und eine erneute psychotherapeutische Behandlung anzustreben habe (Urk. 7/111).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Vorbescheid vom 10. Oktober 2016, Urk. 7/113; Einwand vom 24. November 2016, Urk. 7/121) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügungen vom 11. Juli 2017 vom 1. März 2012 bis 31. Oktober 2014 eine halbe und vom 1. November 2014 bis am 30. September 2015 eine ganze Invalidenrente zu. Danach bestehe kein Rentenanspruch mehr (Urk. 2/1-2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 11. September 2017 Beschwerde und bean
tragte, es sei ihm (zusätzlich zur ganzen Rente vom 1. November 2014 bis 30. September 2015) auch für die Zeit vom 1. März 2012 bis 31. Oktober 2014 und ab 1. Oktober 2015 bis auf Weiteres eine ganze, eventuell eine Teilrente aus
zurichten (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 19. Oktober 2017 (Urk. 6 unter Beilage ihrer Akten, Urk. 7/1-159) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abwei
sung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 23. Oktober 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8). Der Beschwerdeführer nahm am 13. November
2017 erneut Stellung und reichte weitere Unterlagen ein (Urk. 9 und Urk. 10/1-2
), was der Beschwerdegegnerin am 15. November 2017 mitgeteilt wurde (Urk. 11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung dafür (Urk. 2), dass auf das psychiatrisch-rheumatologische Gutachten vom 27. Januar 2016 ab
gestellt werden könne. Entsprechend sei die angestammte Tätigkeit als Zimmer
mann/Schreiner seit dem 21. März 2011 nicht mehr zumutbar. Nach Ablauf der Wartezeit sei gestützt auf das Gutachten eine angepasste Tätigkeit zu 50 % zumutbar gewesen. Da sich der Gesundheitszustand ab dem 14. August 2014 verschlechtert habe, sei auch eine angepasste Tätigkeit nur noch zu 30 % möglich gewesen. Aufgrund der Intensivierung der Therapie habe sich der Gesundheits
zustand dann wieder verbessert und ab Juli 2015 sei eine angepasste Tätigkeit wieder zu 70 % zumutbar. Bei dieser Einschätzung würden die Einschränkungen aus psychiatrischer Sicht nicht berücksichtigt, da diese aufgrund der Therapier
barkeit und der nicht ausgeschöpften Massnahmen nicht ausgewiesen seien.
Das Valideneinkommen sei, da der Beschwerdeführer nur in einem Teilzeit
pensum erwerbstätig gewesen sei, gestützt auf die Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE), Herstellung von Holzwaren, Niveau 2, festz
u
setzen (LSE 2012 TA 1 Ziff. 16-18), für das Invalideneinkommen werde der Lohn für Hilfsarbeiter herangezogen (LSE 2012, TA1, Total, Männer). Stelle man die jeweiligen Einkommen gegenüber und berücksichtige man in der Zeit, in welchem nur eine 30%ige Restarbeitsfähigkeit vorgelegen habe, einen Leidensabzug von 10 %, resultierten ein Anspruch auf eine halbe Rente ab dem 1. März 2012 und eine ganze Rente vom 1. November 2014 bis zum 30. September 2015. Danach bestehe kein Rentenanspruch mehr.
1.2
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber im Wesentlichen vor (Urk. 1), dass er eine langjährige Krankheitsgeschichte vorweise und somatisch als auch psy
chiatrisch Gesundheitsprobleme habe. Da Arztberichte vorgelegen hätten, die eine volle Arbeitsunfähigkeit vom 21. März bis zum 15. Juni 2011 bescheinigten, habe er auch Krankentaggelder erhalten. Der Beschwerdeführer sei bis heute nicht arbeitsfähig, was auch durch eine Vielzahl an medizinischen Berichten belegt werde.
Es sei nicht nachvollziehbar, dass sich der Gesundheitszustand im Jahr 2015 ver
bessert haben und eine angepasste Tätigkeit wieder voll zumutbar sein solle. Auch die Nichtberücksichtigung des psychischen Gesundheitsschadens stehe in Wider
spruch zu sämtlichen medizinischen Unterlagen. Da eine kombinierte Persönlich
keitsstörung seit vielen Jahren vorliege, müsste die somatische und die psychische Einschränkung zusammengezählt werden, so dass eine 80%ige Arbeitsunfähig
keit resultiere. Selbst ohne Berücksichtigung der psychischen Einschränkungen sei gestützt auf die Berichte des Universitätsspitals C._ von einer maximalen 50%igen Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht auszugehen. Auch habe sich der Gesundheitszustand nach dem Aufenthalt in der Klinik D._ nicht verbessert, so hätten die Ärzte in ihrem Austrittsbericht weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Der Hausarzt Dr. E._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, bestätige grundsätzlich die Ausfüh
rungen im MGZ-Gutachten und in den Berichten des Universitätsspitals C._, halte aber fest, dass eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit von 25 auf 50 % keineswegs sicher sei. Damit sei ihm auch über den Sommer 2015 hinaus eine unbefristete Rente zu gewähren.
Auch bezüglich des Rentenanspruches vom 1. März 2012 bis zum 31. Oktober 2014 sei festzuhalten, dass die kombinierte Persönlichkeitsstörung bereits seit mehreren Jahren bestehe. Sämtliche Arztberichte attestierten eine hochprozentige Arbeitsunfähigkeit, so auch der Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes. Gestützt auf den Bericht des Universitätsspitals C._ sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer sicher ab 2014 bereits aus somatischen Gründen zumindest 70 % eingeschränkt gewesen sei. Auch für die Periode März 2012 bis Oktober 2014 sei von einer durchgehenden mindestens 70%igen Arbeitsunfähigkeit aus
zu
gehen.
Beim Einkommensvergleich sei das Valideneinkommen nicht gestützt auf die LSE festzusetzen, sondern es sei sein zuletzt erzieltes Einkommen auf 100 % aufzu
rechnen, womit ohnehin – selbst ohne Berücksichtigung eines zu gewährenden Leidensabzuges - zumindest eine Viertelsrente resultiere.
1.3
In ihrer Vernehmlassung zur Beschwerde führte die Beschwerdegegnerin aus, dass die Persönlichkeitsstörung aufgrund der im Wesentlichen unauffälligen Befunde, des weitgehend uneingeschränkten Tagesablaufs sowie der jahrelangen vollstän
digen Integration im Erwerbsleben als invalidenversicherungsrechtlich ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu werten sei. Bei den Berichten des Uni
versi
tätsspitals C._ handle es sich um eine andere Beurteilung eines im Wesent
lichen unveränderten Sachverhaltes, womit auch in somatischer Hinsicht keiner
lei Gründe bestünden, von der gutachterlichen Einschätzung abzuweichen (Urk. 6).
1.4
Mit Schreiben vom 13. November 2017 wies der Beschwerdeführer erneut darauf hin, dass gestützt auf Dr. E._ die Persönlichkeitsstörung zu berücksichtigen sei und sich die Gesamtsituation der somatischen Beschwerden verschlechtert habe (Urk. 9).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausge
gliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
2.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE
141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbe
grün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im
Regel
fall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281
)
hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
-
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
2.2.3
Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann die ärztliche Arbeits
fähig
keitsschätzung, zumindest ohne einlässliche Befassung mit den spezifischen normativen Vorgaben und ohne entsprechende Begründung, zwar den rechtlich geforderten Beweis des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 Abs. 2 ATSG) nicht erbringen, weil sie weitgehend vom Ermessen des medizinisch-psychia
trischen Sachverständigen abhängt. Die medizinische Einschätzung der Arbeits
fähigkeit ist aber eine wichtige Grundlage für die anschliessende juristische Beur
teilung der Frage, welche Arbeitsleistung der versicherten Person noch zugemutet werden kann (BGE 140 V 193 E. 3.2). Dabei gilt, dass die versicherte Person als
grundsätzlich gesund anzusehen ist und sie ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen kann
(vgl. BGE 141 V 281 E. 3.7.2). Hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit haben sich sowohl die medizinischen Sachverständigen als auch die Organe der Rechtsanwendung bei ihrer Einschätzung des Leistungsvermögens an den norma
tiven Vorgaben zu orientieren; die Gutachter im Idealfall gemäss der entspre
chend formulierten Fragestellung (BGE 141 V 281 E. 5.2). Die Rechtsanwender prüfen die medizinischen Angaben frei insbesondere daraufhin, ob die Ärzte sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der rechtser
heb
lichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (BGE 143 V 418 E. 6). Im Rahmen der Beweiswürdigung obliegt es den Rechtsanwendern zu überprüfen, ob in concreto ausschliesslich funktionelle Ausfälle bei der medizinischen Ein
schätzung berücksichtigt wurden und ob die Zumutbarkeitsbeurteilung auf einer objektivierten Grundlage erfolgte (BGE 141 V 281 E. 5.2.2; Art. 7 Abs. 2 ATSG). Es soll keine losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des struk
turierten Beweisverfahrens stattfinden (BGE 141 V 281 E. 5.2.3; vgl. auch A
ndreas Traub, in: Ueli Kieser [Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2016, S.
142
Ziff.
3.3.3), sondern im Rahmen der Beweiswürdigung überprüft werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen Vorgaben Rech
nung tragen (BGE 141 V 281 E. 6; Urteil des Bundesgerichts 8C_260/2017 vom 1. Dezember 2017 E. 4.2.4). Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung, welche im Rahmen des Sozialversi
che
rungsrechts abschliessend nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann. Nach BGE 141 V 281 kann somit der Beweis für eine lang andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit nur dann als geleistet betrach
tet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach den Regeln über die (materielle) Beweislast zuungunsten der rentenanspre
chenden Person auswirkt (BGE 144 V 50 E. 4.3, 143 V 418 E. 6
).
2.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des ana
log anwend
baren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/dd mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditäts
grades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur
Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E.
2d
am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen ange
fochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittel
ver
fahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugs
zeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E.
2d mit Hin
weisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zuspre
chung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, waru
m es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Ver
halten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Ausein
andersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolge
rungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechts
anwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
3.
Die medizinische Aktenlage stellt sich im Wesentlichen folgendermassen dar:
3.1
Dr. F._, Oberärztin am Universitätsspital C._, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin (folgend: Rheumaklinik C._), notierte in ihrem Bericht vom 11. Mai 2011 folgende, gekürzt wiedergegebenen Diagnosen (Urk. 7/18/5 f.):
-
Morbus Wegener
-
Cervicospondylogenes Schmerzsyndrom
-
Kiefergelenks-Arthrose rechts mehr als links, rechts rezidivierend aktiviert
-
Lumbo-vertebrales Schmerzsyndrom
-
Unspezifische Noduli im linken posterobasalen Unterlappen sowie im rechten apikalen Oberlappen
-
COPD GOLD Stadium I
-
Rezidivierende Knieschmerzen
-
Status nach Vitamin B12-Mangel
-
Chronischer Nikotinkonsum (1 pack/day)
-
Anpassungsstörung mit vorwiegender Störung von anderen Gefühlen: Besorgnis, Anspannung, Ärger, Angst (ICD-10 F43.22)
Was die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Zimmermann be
treffe, sei der Beschwerdeführer für schwere Arbeiten aufgrund der zervikolumbo
vertebralen Probleme sowie Gonarthrosen arbeitsunfähig. Allerdings sei eine Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere Arbeiten in ergonomischer Position ohne repetitive Belastungen gut möglich, vorausgesetzt die Nebenwirkungen der laufenden Therapie mit Methotrexat seien in den Griff zu bekommen und die psychische Situation stabilisiere sich.
3.2
Am 30. Mai 2011 erfolgte aufgrund eines Hallux rigidus rechts und einem Status nach Exostosenabtragung und Cheilektomie rechts 2003 eine Cheilektomie MP I rechts bei Dr. G._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates (Urk. 7/24/4 f.). Dr. G._ führte in seinem Bericht vom 19. Juli 2011 aus, dass der Beschwerdeführer nun intensiv die Bewegungs- und Dehnungsübungen gemäss Instruktion täglich durchführen müsse, dann werde sich die Beweglichkeit wieder verbessern, so dass er wieder normal Laufen könne. Im Moment belaste er beim Gehen noch vermehrt den late
ralen Fussrand (Urk. 7/24/1).
3.3
Dr. Y._ und Dr. Z._ hielten in ihrem von der Beschwerdegegnerin ein
geholten Gutachten vom 20. Dezember 2012 folgende Diagnosen mit Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit fest (Urk. 7/52/29):
-
Lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei:
-
Status nach Morbus Scheuermann
:
Im Rahmen der Fehlstellung mit tiefsitzender Kyphose Scheitelpunkt der
Brustwirbelsäule (BWS)
und sekundärer symptomatischer Instabilität der oberen
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
, symptomatische Facettengelenksarthrose bei:
-
MRI-mässig nachgewiesene
n osteodiskoligamentär bedingter fora
mi
naler
Stenose mit Kompression der Nerv
enwurzel L3 links und der L5 beidseits
und diskre
ten ödematösen Veränderungen an
grenzend an Schmorl'sche Deckplattenveränderungen in LWK1 und LWK5 und multisegmentalen schweren Spondylarthrosen, betont der unte
ren LWS
-
Cervicospondylogenes Schmerzsyndrom:
-
Differentialdiagnostisch
: cervicoradikulär C8 links, 6/12; MRI HWS 25.03.11: Breitbasige Diskusprotrusionen
C4/5 linksbetont sowie 05/6 beidseits
ohne Kontakt
zu den Nervenwurzeln aber Einengungen der Foramina interverte
bralia, keine Affektion von C8 beidseits. Osteo
sklerose des Proc. spino
sus C4 unklarer Genese. Ventrale Spondylose der oberen
Halswirbelsäule (
HWS
)
-
Mittelschwere eher schwere affektive Störung ängstlich-depressiver Prä
gung: differentialdiagnostisch anhaltende, gemischte a
ffektive Stö
rung (ICD-10 F34.0); differentialdia
gnostisch länger dauernde Anpas
sungs
stö
rung mit Depression und Beeinträchtigung von anderen Ge
fühlen (ICD-10 F43.23) respektive
mit Depression und Beeinträchtigung von anderen Gefühlen und Störung des Sozialverhaltens (ICD-10 F43.25) bei:
-
Erheblichen, seit Jahren bestehenden psychosozialen Belastungen be
treffend: Beziehung zur Ehepartnerin (ICD-10 Z63.0); Probleme in Verbin
dung mit Arbeit und (zuletzt) Arbeitslosigkeit (ICD-10
Z56
); Probleme in Verbindung mit ökonomischen Verhältnissen (zuletzt Bezug von Sozial
leistungen) bei:
-
Verdacht auf gemischte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8)
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hielten sie folgende Diagnosen fest:
-
Sporadischer schädlicher Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.1) und Cannabinoi
den (ICDE
-10 F12.1)
-
Chronische Polyangitis und Gra
nulomatose (vormals M. Wegener)
-
Kiefergelenk-Arthrose rechts mehr als l
inks, rechts rezidivierend akti
viert
-
Periarthropathie humeroscapularis beidseits
-
Medialseitig betonte Gonarthrose beidseits
-
Unspezifische Noduli im linken posterobasalen Unterlappen sowie im recht
en apikalen Oberlappen, CT 03/11; CT Thorax 10/11
-
COPD GOLD Sta
dium 1: Nikotinabusus 1 Pack/d
-
Status nach
Vitamin B12 Mangel (247 ng/l vom 03/2011)
-
V
itamin D3 Mangel
Der
Beschwerdeführer befinde sich
seit längerer Zeit
in einer wenig stabilen Phase
, die aufgrund seiner Entwickl
ungsbedingungen verständlich sei. Es kö
nn
e
damit gerechnet werden, dass
er
unter adäquate
n und seinen Fähigkeiten und
besonderen Begabungen angepassten Arbeitsbedingungen die Beschwerden in den
Griff
bekäme und
eine
psychische Stabilität erreichen würde
. Diese würde sich sowohl auf psychischer wie auf kognitiver Ebene voraussichtlich so auswirken, dass keine Beeinträchtigunge
n zu erwarten wä
ren. Somit wäre unter adäquaten Bedingungen (siehe auch Ausführungen zur angepassten bzw. zumutbaren Tätig
keit) keine negative Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Im gegen
wärtigen Zustand
sei seine psychisc
he Befindlichkeit zweifellos psychisch und kognitiv nicht belastbar und die Auswirkung
en auf die Arbeitsfähigkeit seien
erheblich.
Auf körperlicher Ebene bestehe
eine deutliche Einschränkung für schwere (über 15 kg) Arbeiten, welche Heben und Tragen von Lasten beding
ten, ins
besondere bei repetitiven Tätigkeiten, Tragen von Lasten auf Treppen oder Leitern,
bei
häufige
m
Bücken, stehende
n
Täti
gkeiten etc. Diese Einschränkun
gen resultier
ten aus strukturell
en Veränderu
ngen der Lumbal- und der Halswir
bel
säule, wobei sich die letzteren auch ne
gativ auf Beschwerden des Schul
tergürtels auswirk
t
en. Im sozialen Bereich be
stünden
offenbar seit Jahren erhebliche Probleme. Diese führ
t
en zu Einschränkungen im sozialen Bereich
, insbesondere auf
grund der ver
dachtsweise geäusserten Diagnose de
r Persönlichkeitsstörung (Urk. 7/52/34 f.).
Die bisherige Tätigkeit sei aufgrund der somatischen Beschwerden und der nega
tiven Beeinflussung der psychischen Probleme nicht mehr zumutbar (Urk. 7/52/35).
Die Anforderungen an den Arbeitsplatz
bezüglich einer angepassten Tätigkeit
soll
t
en sich an den Erkenntnissen bei der Arbeitserprobung (BEFAS) orientieren. Aus diesem Grund w
erde
diese Massnahme auch empfohlen. Eine pauschale Dar
legung eines mutmassliche
n Zumutbarkeitsprofils, bei welchem
die Fähigkeiten und besonderen Begabungen des
Beschwerdeführers nicht berücksichtigt wü
rden,
sei nicht adäquat und orientiere
sich lediglich an evidenten Einschränkungen. Bezogen auf die Tatsache, dass der
Beschwerdeführer trotz offensichtlich seit Jah
ren bestehenden multiplen gesundheitlichen Problemen bis März 2011
voll gearbeitet habe, lasse
zumindest annehmen, dass an seiner Motivation,
in einer zumutbaren Tätigkeit weiterzuarbeiten, nicht ernsthaft gezweifelt wer
den dü
rf
e
. Somit
sei davon auszugehen, dass unter adä
quaten Arbeitsbedingungen künftig eine 100%
ige
Arbeitsfähigkeit erreicht
werden kö
nn
e. Diese Prognose kö
nn
te
unter Umständen gefährdet werden in Abhängigkeit der Entwicklung der
syste
mischen Erkrankung des Ge
fässsystems (Morbus Wegener
; Urk. 7/52/38
).
3.4
Dr. H._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt in seinem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Bericht vom 23. Oktober 2013 folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest (Urk. 7/69):
-
Kombinierte Persönlichkeitsstörung (querulatorische, implusive – Typ Borderline – abhängige, anankastische Züge)
-
Vermutlich mittelgradig depressiver Zustand
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte er einen Zustand nach Cannabis-Abhängigkeit bis Juni 2012 und eine Nikotin-Abhängigkeit. Es hätten fünf Konsultationen stattgefunden, wobei der Beschwerdeführer keinen kurativen Auftrag formuliert habe. Er habe den Eindruck gewonnen, dass der Beschwerde
führer unter Anderem zur «Absicherung» bezüglich Versicherungsfragen erschie
nen sei. Eine Modifikation der Persönlichkeitszüge sei grundsätzlich möglich, jedoch sei seitens des Beschwerdeführers kein Interesse vorhanden.
Der Beschwerdeführer scheine nur halbtags einsatzfähig, wobei eine mittlere Leistungsfähigkeit bestehe. Aus psychiatrischer Sicht seien die Einschränkungen verminderbar durch eine Teilzeittätigkeit im geschützten Rahmen und eine ver
sichertenorientierte Psychotherapie, so dass die Arbeitsfähigkeit dereinst halb
tätig in der freien Wirtschaft verwendbar sei.
Dr. H._ konstatierte, dass er beim Beschwerdeführer kein Interesse an einer Tätigkeit in der freien Wirtschaft habe feststellen können.
3.5
Die Ärzte der Klinik für Rheumatologie des C._ notierten in ihrem von der Be
schwerdegegnerin eingeholten Bericht vom 5. Dezember 2013 folgende, gekürzt
wiedergegebenen Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/71/1
f.):
-
Chronische Polyangiitis und Granulomatose (vormals M. Wegener)
-
Kiefergelenks-Arthrose rechts mehr als links, rechts rezidivierend aktiviert
-
Zervikospondylogenes Schmerzsyndrom
-
Lumbovertebrales Schmerzsyndrom
-
Periarthropatie humeroscapularis beidseits
-
Medialseitig betonte Gonarthrose beidseits
-
Anpassungsstörung mit vorwiegender Störung von anderen Gefühlen
Als Schreiner bestehe ab März 2011 eine volle Arbeitsunfähigkeit. Aufgrund der degenerativen Veränderungen seien Tätigkeiten langdauernd über Schulterhöhe sowie das Hantieren von Lasten über 25 kg nicht mehr zumutbar. Aufgrund des M. Wegener sei zudem die bei der Arbeit auftretende Holzstaubexposition un
günstig.
In einer mittelschweren Arbeit sei er gemäss Arbeitsassessment mindestens zu 50 % leistungsfähig. In einer solchen Tätigkeit wäre eine Präsenz ganztags zwar möglich, aufgrund sich im Tagesverlauf kumulierender Beschwerden an multi
plen Körperregionen mit degenerativen Veränderungen aber nur mit zusätzlichen Kurzpausen von 2 Stunden täglich entsprechend einer Leistungseinbusse von 25 %. Zudem bestehe bei Therapieresistenz auf alle bisherigen Trainings
mass
nahmen auch eine Beschwerdekumulation im Wochenverlauf, die durch einen zusätzlichen freien Tag aufgefangen werden könne, was einer Leistungseinbusse von 20 % entspreche. Daraus resultiere eine Arbeitsfähigkeit von derzeit 55 %.
3.6
Die Ärzte der Klinik für Rheumatologie führten in ihrem von der Beschwerde
gegnerin eingeholten Bericht vom 14. August 2014 (Urk. 7/78) aus, dass aufgrund der degenerativen Veränderungen im Bereich von HWS, LWS und den Kniege
lenken eine verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule und Kniegelenke mit verminderter muskulärer Wirbelsäulen-/Rumpf- und Kniestabilisationsfähigkeit bestehe. Aufgrund der Polyangiitis und Granulomatose sei zudem die Arbeit als Schreiner aufgrund der auftretenden Holzstaubexposition als sehr ungünstig zu beurteilen. Aufgrund der degenerativen Veränderungen seien langandauernde und repetitive Tätigkeiten über Schulterhöhe sowie Hantieren von Lasten über 10 kg nicht zumutbar.
In einer angepassten, leicht belastenden Tätigkeit sei der Beschwerdeführer aktuell zwei Tage die Woche mit Einhalten von zwei Stunden Zusatzpausen pro Tag und Vermeidung von repetitiven Arbeiten, insbesondere über Schulterhöhe und Heben/Transfer von Lasten über 10 kg einsetzbar.
3.7
Der Beschwerdeführer konsultierte am 26. Juni 2014 erneut Dr. H._. Dr. H._ führte darüber in seinem Bericht vom 29. Juni 2015 aus (Urk. 7/83/6 f.), dass die anamnestischen Angaben und Befunde seines Erachtens das Vorliegen einer kombinierten Persönlichkeitsstörung (mit verminderter Flexi
bilität usw.) bestätigten. Der Schweregrad einer allfälligen Depression könne er nicht einschätzen. Eine Behandlung habe seit Herbst 2013 nicht stattgefunden (im Sinne einer Modifikation der Persönlichkeitszüge und Adaption ans soziale Leben).
3.8
Vom 2. März bis zum 23. März 2015 befand sich der Beschwerdeführer in statio
närer Behandlung in der Klinik für Rheumatologie (Austrittsbericht vom 23. März 2015, Urk. 7/105/5 ff.) und im Anschluss daran vom 23. März bis zum 16. April 2015 in der Klinik D._. Die behandelnden Ärzte der D._ hielten im Austrittsbericht vom 30. April 2015 1) eine chro
ni
sche Polyangiitis und Granulomatose, 2) ein lumbovertebrales Schmerz
syn
drom
linksbetont, 3) ein cervicospondylogenes Schmerzsyndrom und 4) eine Periar
thro
pathie humeroscapularis beidseits fest (Urk. 7/95).
Der Beschwerdeführer habe bereits zu Beginn des stationären Aufenthaltes über Ruhe- und Belastungsschmerzen an wechselnden Schmerzpunkten (Schultern beidseits, HWS, LWS mit Ausstrahlungen bis ins linke ein bis Fuss, Hüftgelenke und Kniegelenke beidseits) mit einer Intensität von VAS 4-7/10 geklagt. Die Beweglichkeit der LWS, HWS, des Kniegelenkes links und der Schultergelenke beidseits hätten sich bei Eintritt schmerzhaft gezeigt. Ausserdem seien die HWS-
Beweglichkeit massiv und die Schultergelenke beidseits schmerzhaft einge
schränkt
gewesen. In den Schultern sei keine endgradige Flexion möglich gewesen. Beim Austritt seien die Schmerzen in Ruhe bei VAS 4/10 gelegen, die Druckschmerzen an Wirbeln seien geringer und die Kopfneigung, Beweglichkeit der Hände, Füsse und Hüfte sei besser möglich gewesen – unter Cortison hätten sich die Be
schwer
den somit gebessert. Er habe ein Heimprogramm erkannt und könne es selbstän
dig anwenden.
Im Rahmen der psychologischen Behandlung habe er an verhaltensthera
peu
tischen und ressourcenorientierten Einzelgesprächen teilgenommen. Thematisch seien die Krankheitsverarbeitung, die Vermittlung von Schmerzbewältigungs
stra
tegien sowie Entspannungsverfahren und eine psychotherapeutische Beglei
tung während des Aufenthaltes im Vordergrund der psychologischen Behandlung ge
standen. Es seien Selbstmanagementstrategien mit Mikropausen-Einsatz erarbei
tet worden. Zur weiteren Stabilisierung und Rückfallprophylaxe empfählen sie die Aufnahme einer ambulanten Psychotherapie. Der Beschwerdeführer möchte selber für die ambulante Nachbehandlung sorgen und diese per C._ aufgleisen.
3.9
3.9.1
A._ und Dr. B._ notierten in ihrem Gut
achten vom 27. Januar 2016
folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/103/37):
-
Chronische Polyangiitis und Granulomatose
(vormals Morbus Wegener) mit Erstmanifestation
08/2010
und Erstdiagnose
03/2011
-
Status nach rezid
ivierenden nasalen Krustenbild
ungen, Nasenseptum
perforation Erstdiagnose
10/2013
-
r
ezidivierende Polyarthralgien im Bereiche der Fingergrund- und Mittelgelenke, ohne Nachweis gesicherter Synovitiden
-
aktuell ohne Hinwei
se weder für eine autoimmunent
zündliche Mitbe
teiligung der Na
senschleimhäute und des Septums noch Hinweise für eine entzündliche Aktivität im Bereiche der Finger- und Handgelenke beidseits
-
Bewegungs- und belastungsabhängige Schmerzen betont am rechten Schultergelenk bei
-
Arthro-MRI-dokumentierter Tendinopathie der Supraspinatussehne und des kranialen Anteils der Subskapularissehne ohne Rotatoren
man
schetten-Läsion
-
Belastungsabhängige zervikovertebrale und lumbovertebrale Schmerzen
-
o
hne Facettengelenks- oder radikuläre Symptomatik bei
-
Diskusprotrusion C4/C5 ohne Kontakt zur Nervenwurzel
-
Status nach Morbus Scheuermann der lumbalen Wirbelsäule mit schmorl'schen Deckplattenveränderungen
Lendenwirbelkörper (
LWK
)
1 und LWK 5, foraminale Stenosebildung mit Kompression der Nerven
wurzel L3 links und L5 beidseits
-
a
ktuell ohne Hinweise für eine anhaltende Nervenwurzel
-
sympto
matik oder Kompression
-
M
edial betonte beginnende Gonarthrosen beidseits
-
Aktuell ohne Hinwei
se für eine entzündliche Komponente mit guter Kompensation bei
-
Status nach Teilmeniskektomie links 1992, wieder
holter Teilmeniskek
tomie mit Ba
ker-Zysten-Exzision 2006
-
Status nach arthroskopischer Teilmeniskektomie r
echte mit offener Baker-Zysten-
Exzision Mai 2008, Kniearthroskopie rechts mit medialer Teilmeniskektomie Oktober 2007
-
Belastungsbeschwerden im Bereiche der Grossze
hengrundgelenkes am rechten Fuss
bei
-
Status nach Cheilektomie MP l rechts am 30.05.2011
-
Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit paranoiden und narzisstischen Zügen
(ICD-10
F61.0)
-
Mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit notierten sie eine Kiefergelenks
ar
throse beidseits rechtsbetont, rechtsseitig Status nach wiederholter Entzün
dungs
aktivität, anteriore Disluxation Kiefergelenk rechts.
3.9.2
A._ führte aus (Urk. 7/103/21 f.), es bestehe
ein mittelschwerer bis schwerer (Komorbidität) psychischer Gesundheitsschaden, der durch die Kon
si
stenz der Äusserungen des Beschwerdeführers und die Differenziertheit der Schilderungen als objektiviert betrachtet werden müsse,
zumal es
keine Hinweise auf eine Dramati
sierung der Beschwerden
,
auf Aggrava
tion oder Selbstlimi
tie
rung gebe. Zusätzlich bestünden
ausserdem objektive B
eschwerden im Bereich des Beweg
ungsapparates (siehe rheumatologische Beurteilung unter 5.2).
Es gebe
eine Reihe von Therapieoptionen aus psychiatrischer Sicht, die nicht wahr
genommen
wü
rden, wob
ei sachlich angenommen werden mü
ss
e, dass es nicht gelungen sei, zum Psychi
ater
Dr. H._
eine tragfähige stabile thera
peutische Beziehung herzustellen. Misslingen einer therapeutischen
Beziehung gebe
es gerade in der Psychiatrie, ohne dass dies schuldhaft einem der beiden beteiligten Personen vorgeworfen werden k
ö
nn
e
. Für den
Beschwerdeführer sei
es aufgrund der diagnostizierten Persönlichkeitsstörung also krankheitsbedingt nur schwer möglich, Vertrauen zu fassen und eine Beziehung stabil aufrechtzu
erhalten. Er (und
seine Frau) hätte
n den Eindruck, dass die psychiatrische Be
handlung nichts br
inge und die Beurteilung von Dr. H._ klinge
aus
gutachterlicher Sicht
auch nicht so, als ob eine gute Beziehung hätte hergestellt werden können. Die Compliance
des Beschwerdeführers sei
bezügli
ch der antide
pressiven Pharmako
therapie nicht gegeben, da er keine positive Wirkung der Medikation
habe
fests
tellen können
und da er oh
nehin krankheitsbedingt Mühe habe
mit Autoritäten, die ihm sagen
würden
, was er zu tun habe. Diese Malcom
pliance
werde
aber nicht verschwiegen, sondern sofort und offen mitgeteilt. Eine grundsätzliche Beeinträchtigung der Behand
lungscompliance sei
aber nicht zu konstatieren, da
er
die somatischen Be
handlungen zuverlässig wahrnehme
, sonst wäre keine - auch vom
Beschwerdeführer
angegebene - Besserung eingetreten.
Die fehlende medikamentöse Compliance
werde inhaltlich nachvoll
ziehbar be
gründet. Wenn er eine gute therapeutische Beziehung hätte, kö
nnte er dies mit seinem Psychiater besprechen. Dies sei
nicht möglich, weil es keine entsprechende Beziehung zu einem
Psychiater gebe
, was wahrscheinlich auch auf die bestehende Persönlichkeitsstörung zurückzuführen
sei
. Die Fä
higkeit zur Therapieadhärenz sei
daher in diesem Kontext als krankheitsbedingt eingeschränkt zu beurteilen.
Die von den anderen Vorbeurteilern genannten psychosozialen Faktoren (Bezieh
ung zur Ehefrau, Arbeitslosigkeit, enge öko
nomische Verhältnisse) seien nicht als ursächlich zu be
trachten, sondern
seien
die Folge der festgestellten Persönlich
keits
störung bzw. teilweise auch die Folge der
so
matisch bedingten Beeinträch
ti
g
ung der Arbeitsunfähigkeit.
3.9.3
Dr. B._ erläuterte (Urk. 7/103/34 f.), der Beschwerdeführer leide
an einer Mehretagenbelas
tungs-Schmerzproblematik. Einer
seits
bedingt
im Rahmen einer chronischen Polyangiitis und Granulomatose mit Erstdiagnose im März 2011, andererseits bedingt durch degenerative Ver
änderungen im Bereiche Schulter
gelenke rechtsbetont, Kniegelenke, im Bereiche des Grosszehengrundgelenkes bei Status nach Cheilektomie MP l, HWS- und LWS-Segmente.
Zum Zeitpunk
t der heutigen Untersuchung sei
der B
ewegungsapparat gut kom
pensiert.
Seit der halbjährlichen Behandlung mit Mabthera, zusätzlich täglich Arava-Einnahme von 20 mg, kombinier
t mit Prednison täglich 5 mg habe
sich
die Entzündungsaktivität weitestgehend beruhigt. Der Beschwerdeführer bestätige
, dass er seit der halbjährlichen Mabtherainfusion
weder entzündliche Verände
rungen im Bereiche der Nasenschleimhäute und des Septums habe, noch im Bereiche der Hände. Dies
sei so,
seit er nach der Entlassung aus dem stationären Aufenthalt der Klinik
D._
diese Kombination der immun
suppressiven Behandlung anwende
.
Die Betreuung finde
am Universitätsspital
C._
statt. Vor de
m Eintritt in die erwähnte Reha
Klinik
sei
die Entzündungsaktivität wesentlich ausgeprägter
gewesen, das sei der Anlass gewesen,
die Behandlungsfrequenz mit
Mabthera zu verkürzen. Dies habe
offensichtlich einen Erfolg vermittelt, indem seither, d.h.
seit gut einem halben
Jahr keine Entzündungsaktivität weder objek
tivierbar noch subjektiv wahrnehmbar mehr besteh
e
.
Betreffend d
i
e degenerati
v bedingten Beschwerdeetagen sei die Situation eben
falls or
dentlich bis gut kompensiert, unter Einhalten von Schonkriterie
n sei
es bis
her nicht zu einer Dekompe
nsation gekommen, dies bestätige
auch das spon
tane Bewegungsverhalten und die Befunderhebung bei der Untersuchung
. Z
wecks Aufrechter
halten einer vorläufig nicht be
handlungsbedürftigen Problematik an den erwähnten verschiedenen Etagen
sei
aber das Einhalten von Schonkriterien unabdingbar, mit der Möglic
hkeit, immer wieder Pausen einzuhalten.
Zusammenfassend bestehe
seit mehreren Monaten anhaltend bis heute ein zufriedenstellender Verlauf, wesentlich besser als vorausge
hend. Eingeschränkt müsse
erwähnt werden, dass die Autoimmunerkrankung der Polyangiitis und Granu
lomatose schubartig verlaufen kö
nn
e
mit nicht zu vermeidenden oder vor
aussehbaren Exazerbationen, aufgrund aber des Verlaufes
seit einem halben Jahr kö
nn
e
davon ausgegangen werden, dass auch mittel- bis längerfristig eine s
tabile Situation bestehen bleibe
.
Betre
ffend zumutbare Belastungen sei
die zuletzt durchgeführte Tätigkeit als Schreiner, auch die vorausgegangenen beruflichen Aktivitäten zu anstrengend und die weiter unten ausgeführten Schonkriterien zu wenig berücksichtigend. Mit Blick auf alle erwähnten degene
rativ respektiv
postoperativ bedingten Etagen
und der früher wesentlich aktiv
eren Autoi
mmunerkrankung ergä
ben sich folgende Schonkriterien:
-
Keine grobmanuellen Tätigkeiten
-
Ideal Wechsel zwischen sitzenden, stehenden Arbeitsabläufen mit zwischen
zeitlich kurzen Wegstrecken
-
Keine repetitiv vornüber gebückten Arbeitsabläufe, keine wiederholten
Gewichtsbe
lastungen über 20 kg
-
Keine repetitiven Überkopfarbeiten mit dem rechten Arm, keine repe
ti
tiven knienden Arbeitspositionen
Unter
Einhalten dieser Schonkriterien
bezogen auf eine leichte bis zeitweise mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit
,
bezogen auf ein volles Pensum
sei eine 70%ige Arbeitsfähigkeit
zumutbar und ausgewiesen.
Die verbleiben
de 30%ige Arbeitsunfähigkeit sei
deshalb notwendig, um wieder
holte Arbeitsunterbrüche und Pausen einhalten zu können, resp
ektive
um nicht
eine Überlastung und damit mögliche Dekompensation zu provozieren. Mittel- bis
längerfristig sei
nicht von einer zusätzlichen
Verbesserung des Gesund
heits
zu
standes auszugeh
en, aber auch nicht von einer Verschlechterung, da die dege
ne
ra
tiven Veränderungen
,
wie s
ie radiologisch beschrieben seien,
nur
sehr lang
sam voranschreiten würden
.
3.9.4
Bidisziplinär führten die Gutachter zur Arbeitsfähigkeit aus (Urk. 7/103/38), dass a
us rein rheumatologischer Sicht für die ursprüngliche Tätigkeit als Zimmermann bzw. im Gartenbau eine völlige Arbeitsunfähigkeit
bestehe
. Für alle anderen, die rheumatologischen Schonkriterien berücksichtigenden Ver
weistätigkeiten hinge
gen bestehe
eine 30%ige Arbeitsunfähigkei
t.
Aus re
in psychiatrischer Sicht bestehe
mindestens eine 50%ige Arbeitsun
fähig
keit für die bisherige Tätigkeit und allfällige Verweistätig
keiten. Im vorliegenden Fall lä
gen aus psychiatrischer Sicht und aus somatischer Sicht voneinander klar unterscheidbare Erkrankungen vor, deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sich daher addier
t
en. Die depressive Störung und die somatische Erkrankung beein
fluss
ten einan
der in negativer Weise. Die kombinierte Persönl
ichkeits
stö
rung hingegen bestehe
erheblich länger
und sei
davon ehe
r unabhängig. Sie beein
trächtige
die grundsätzliche Arbeitsfähigkeit, insbesondere die Zumutbarkeit des
Beschwerdeführers
für andere Arbeitgeber und Mita
rbeitende und sie beeinträchtige
seine
Ressourcen und somit seine Resilienz, also die Fähigkeit
,
die bestehenden Beschwerden (zumindest
teilweise) zu bewältigen. Es sei
nicht ungewöhnlich, dass eine Persönlichkeitsstörung übe
r viele Jahre kompensiert bleibe
und erst im späteren Leben in die Arbeitsfähigkeit beeint
rächtigender Weise dekompensiere. Es sei daher in die
sem Fall die psychiatrischerseits fest
gestellte Arbeitsunfähigkeit zur rheumatologischerseits festgestellten Arbeitsun
fähigkeit zu addieren, so dass in
sgesamt eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe
. Die verbleibende Restarbeitsfähigkeit von 20
%
g
e
lt
e
für Tätigkeiten, die den rheumatologischerseits
genannten Schonkriterien entsprä
chen.
3.10
Die behandelnden Ärzte der Klinik für Rheumatologie des C._ hielten in ihrem IV-Arztbericht vom 18. März 2016 fest, dass bei der bekannten chronisch-ent
zündlichen Systemerkrankung aufgrund der schnelleren Erschöpfbarkeit sowie weiterhin noch persistierender Anthralgien nur eine leichte körperliche Tätigkeit zumutbar sei, ebenfalls seien bei multiplen degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule sowie insbesondere der Schulter- und Kniegelenke keine schweren körperlichen Arbeiten mehr zumutbar. Aufgrund der entzündlichen Grunderkran
kung und der degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule und Gelenke sei von einer Beschwerde-Akkumulation im Tages- und Wochenverlauf auszugehen, was auch in einer verminderten Leistungsfähigkeit resultiere. Insgesamt sei aktuell von einer Arbeitsfähigkeit in einer leichten körperlichen Tätigkeit mit Wechsel
belastung von 25 % auszugehen.
Im Verlauf sei von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten mit Wechselbelastung auszugehen (Urk. 7/105/3 f.).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass der Beschwerdeführer seit Ablauf des Wartejahres (März 2012) in einer behinde
rungsangepassten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig sei (Urk. 2/2). Der Beschwerde
führer brachte demgegenüber vor, dass dabei die psychischen Beschwerden unbe
rücksichtigt geblieben seien. Auch sei die Einschätzung der Ärzte der Klinik für Rheumatologie vom 14. August 2014, in welcher sie eine 70%ige Arbeitsun
fähig
keit attestierten, aufgrund der Behandlung vom 29. Januar bis zum 15. Juli 2014 erfolgt, womit erstellt sei, dass er auch im Zeitraum vom 1. März 2012 bis zum 31. Oktober 2014 Anspruch auf eine ganze Rente habe (Urk. 1).
Dr. Y._ und Dr. Z._ gingen im Gutachten vom 20. Dezember 2012 da
von aus, dass der Beschwerdeführer unter adäquaten Arbeitsbedingungen eine volle Arbeitsfähigkeit erreichen könnte – die Prognose könnte in Abhängigkeit der systemischen Erkrankung gefährdet werden (vgl. E. 3.3). Diese Einschätzung
entspricht auch der zuvor gemachten Aussagen von Dr.
F._
vom 11. Mai 2011,
welche - die Stabilisierung der psychischen Situation und die erfolgreiche
Be
handlung der Nebenwirkungen der Therapie mit Methotrexat vorausgesetzt
-
von
einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausging (vgl. E. 3.1). Nach dem Arbeitsassessment konstatierten die Ärzte der Klinik für Rheumatologie des C._ im Bericht vom 5. Dezember 2013, dass der Beschwerdeführer in einer mittelschweren Tätigkeit gemäss Arbeitsassessment zu mindestens 50 % arbeits- bzw. leistungsfähig sei (E. 3.5).
Dr. H._ attestierte dem Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht in seinem Bericht vom 23. Oktober 2013 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit – führte aller
dings gleichzeitig aus, dass er beim Beschwerdeführer kein Interesse an einer Tätigkeit in der freien Wirtschaft habe feststellen können (E. 3.4). Ob die von Dr. H._ attestierte psychiatrische Einschränkung überhaupt invaliden
versi
cherungsrechtlich relevant und beachtlich ist, kann offen bleiben, da die attestierte Arbeitsunfähigkeit nicht zum somatischen Gesundheitsschaden zu kumulieren ist sondern in diesem aufgeht, so dass ohnehin maximal von einer 50%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus
zugehen ist.
Zusammenfassend ist gestützt auf die Berichte der behandelnden Ärzte der Klinik für Rheumatologie des C._ sowie das Gutachten von Dr. Y._ und Dr. Z._ nach Ablauf des Wartejahres von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
4.2
Im Bericht vom 14. August 2014 attestierten die behandelnden Ärzte der Klinik für Rheumatologie des C._ eine verbleibende Restarbeitsfähigkeit von 30 % (vgl.
E. 3.6) und damit eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Der Beschwer
deführer wurde des Weiteren vom 2. März bis zum 16. April 2015 stationär behandelt (vgl. E. 3.8).
Die Ärzte der Klinik für Rheumatologie des C._ attestierten die Verschlechterung im Bericht vom 14. August 2014 – die letzte Kontrolle vor dem Bericht erfolgte allerdings bereits am 15. Juli 2014 (Urk. 7/78/3). Damit ist von einer Verschlech
terung des Gesundheitszustandes ab 15. Juli 2014 auszugehen, womit die 30%ige Arbeitsfähigkeit bereits ab dem 1. Oktober 2014 zu berücksichtigen ist (vgl. Art. 88a IVV).
4.3
Zu prüfen bleibt, wie sich der Gesundheitszustand bzw. die Arbeitsfähigkeit im Folgenden entwickelte:
4.3.1
Das bidisziplinäre Gutachten vom 27. Januar 2016
erfüllt sämtliche recht
spre
chungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entschei
dung
s
grundlagen (vgl. E. 2.
3
). Es beruht auf fachärztlichen Untersuchungen durch die Gutachter (
Urk. 7/103/9
ff.
; Urk. 7/103/45 ff.
) und wurde in Kenntnis der rele
vanten Vorakten (
Urk. 7/103/3 ff.; Urk. 7/103/40
ff.) abgegeben. Es würdigt die vorh
andenen Arztberichte sorgfältig
(
Urk. 7/103/23 ff.
7/103/52
). Es berücksich
tigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen hinreichend auseinander. Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ist
grundsätzlich
einleuchtend und das Gutachten ist
dem Grundsatz nach
schlüssig.
4.3.2
A._ und Dr. B._ führten in ihrem Gutachten vom 27. Januar 2016 aus, dass der Bewegungsapparat gut kompensiert sei im Zeitpunkt der Untersuchung und der Beschwerdeführer bestätige, dass seit gut einem halben Jahr weder objektivierbar noch subjektiv wahrnehmbar eine Entzündungs
aktivi
tät bestehe (E. 3.9.3). Damit ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass sich der somatische Gesundheitszustand ca. 6 Monate vor der rheumato
logischen Untersuchung vom 8. Dezember 2016 (vgl. Urk. 7/103/2) wesentlich verbessert hat.
In der Beschwerde brachte der Beschwerdeführer dagegen vor, dass die behan
delnden Ärzte der Klinik für Rheumatologie des C._ im Bericht vom 18. März 2016 von einer 25%igen Arbeitsfähigkeit ausgingen (Urk. 1 S. 4). Gemäss bundes
gerichtlicher Rechtsprechung vermag allerdings der Umstand allein
, dass behan
delnde Fachärzte eine vom eingeholten Gutachten abweichende Meinung äussern,
nicht Anl
ass zu weiteren Abklärungen geben
oder das Gutachten in Frage zu s
tellen
;
anders würde es sich verhalten, wenn die behandelnden Ärzte konkrete, objektiv fassbare Aspekte namhaft machen, die dem ärztlichen Experten entgan
gen sind oder mit denen er sich nicht befasst hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
2.
August 2006 U 58/06 E. 2.2) - was vorliegend allerdings
klarerweise
nicht der Fall ist.
Die Berichte der behandelnden Ärzte der Klinik für Rheumatologie
des
C._
vom 18. März 2016 (vgl. E. 3.10) und vom 5. April 2016 (Urk. 7/120/19 ff.
) vermögen damit nichts an der somatischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. B._ zu ändern. Im Bericht vom 31. August 2017 (Urk. 3/4) äussern sich die behandelnden Ärzte der Klinik für Rheumatologie des C._ nicht zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers oder den konkreten Einschränkungen, womit dieser Bericht eine erhebliche Verschlechterung seit dem Gutachten nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu belegen vermag.
Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers führt auch die Berücksich
tigung der Berichte von Dr. E._ vom 16. November 2016 (Urk. 7/120/23 f.), 21. September und 9. November 2017 (Urk. 10/1-2) nicht zu einer aus soma
ti
scher Sicht abweichenden Einschätzung, so sind darin keinerlei objektiv fass
baren Aspekte namhaft gemacht, welche Dr. B._ entgangen wären. Des Weite
ren ist in Bezug auf Berichte von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). Hinzu kommt, dass Dr. E._ jeweils ausführlich zur psychia
trischen Situation und deren Auswirkungen Stellung nimmt, wozu er
als Facharzt
für Allgemeine Innere Medizin nicht berufen ist.
Aus somatischer Sicht ist zusammenfassend von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit seit Juni 2015 auszugehen. Damit ist eine wesentliche Verbesserung eingetreten, womit ein Revisionsgrund gegeben und
der Rentenanspruch
ab dem 1. Oktober 2015 (vgl. Art. 88a IVV) entsprechend
umfassend zu prüfen
ist (vgl. E. 2.3
).
4.3.3
Im Rahmen der Beweiswürdigung obliegt es den Rechtsanwendern zu überprüfen, ob in concreto ausschliesslich funktionelle Ausfälle bei der medizinischen Einschätzung berücksichtigt wurden und ob die Zumutbarkeitsbeurteilung auf einer objektivierten Grundlage erfolgte (vgl. E.
2.2.3).
Entsprechend ist die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht durch A._ anhand der Standardindikatoren zu prüfen:
4.3.3.1
Die durch
A._
erhobenen Befunde sind nicht als besonders schwer zu beurteilen
. Im wesentlichen erhob er eine reduzierte affektive Schwin
gungsfähigkeit und eine reduzierte Psychomotorik (vgl. Urk. 7/103/14 ff.). Hinzu
kommt, dass
A._
verschiedene Belastungsfaktoren (Bezieh
ungs
probleme, Urk. 7/103/12; finanzielle Probleme, Urk. 7/103/10 und Urk. 7/103/13
) nannte die das Beschwerdebild mitprägen. Damit sind die diag
no
se
relevanten Befunde als lediglich mässig und nicht besonders schwer zu beur
teilen.
Zum Behandlungserfolg führte
A._
aus, dass die mittelfristige Prognose betreffend der diagnostizierten Persönlichkeitsstörung ungünstig sei, da die Therapie von Persönlichkeitsstörungen eine längere Zeit und ein gutes thera
peutisches Bündnis benötige, was offenbar bisher nicht zustande gekommen sei. Die langfristige Prognose sei – bei
einer gelingenden Psychotherapie der Persön
lichkeitsstörung – als vorsichtig günstig zu beurteilen. Es sei also möglich aber nicht sicher, dass die auch die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers beein
trächtigenden Beschwerden sich in der späteren Zukunft verringern könnten (Urk. 7/103/19). Bezüglich der mittelgradigen depressiven Episode führte A._ aus, dass er klinisch den Eindruck habe, dass diese Störung sich verbessern könnte (Urk. 7/103/18). Damit ist von einem potentiell guten Behand
lungserfolg auszugehen
, sofern sich der Beschwerdeführer langfristig in Behand
lung begibt.
A._ führte darüber hinaus aus, dass es aufgrund der biogra
phischen Anamnese und dem Inhalt des Explorationsgespräches deutliche Hin
weise auf das Vorliegen von akzentuierten Persönlichkeitszügen oder gar einer Persönlichkeitsstörung gebe (Urk. 7/103/17) und diagnostizierte eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit paranoiden und passiv narzisstischen Zügen, welche seine sozialen Fähigkeiten, die Ressourcen und die Resilienz erheblich beein
trächtige (Urk. 7/103/19).
Als Ressource zu werten ist die gute Beziehung zu seinen beiden Söhnen, zu welchen er regelmässigen Kontakt habe (Urk. 7/103/13).
4.3.3.2
Zu prüfen bleibt der beweisrechtlich entscheidende Aspekt der Konsistenz. Dabei ist festzuhalten, dass
ausweislich seiner Angaben anlässlich der Begutachtung
der Beschwerdeführer über ein g
ewiss
es Aktivitätsniveau ver
fügt:
Er steht
morgens um 7.00 Uhr auf und frühstücke dann gemeinsam mit seiner Ehefrau. Danach lege er sich eventuell noch einmal hin. Zwischen 8.00 Uhr und 9.00 Uhr trinke er noch einen Kaffee bei den Nachbarn, danach lege er sich noch mal etwas hin. Es gäbe Tage, an denen er nur schlafen möchte. Wenn er alleine sei, esse er nicht zu einer bestimmten Zeit zu Mittag, wenn er Hunger hätte, würde er eine Kleinigkeit zu sich nehmen.
Am Nachmittag besuche er seine 83-jährige Mutter im Pflegeheim. Diese sei dement und würde ihn nur noch manchmal erkennen. Danach erledige er Haushaltsarbeiten. Er koche für den Sohn und die Frau das Abendessen, welches dann getrennt eingenommen wer
de. Der Sohn esse bereits um 18.
00 Uhr, seine Frau k
äme später und nehme oft ihr Es
sen und gehe dann TV schauen. Am Abend schaue er TV, zappe viel herum, es interessiere ihn nicht viel. Zwischen 22.00 Uhr und 01.00 Uhr gehe er ins Bett. Er habe regelmässig Einschlafstörungen und liege noch bis zu 2 Stunden wach im Bett, da er
Schmerzen habe, da seine Gedan
ken kreisen würden und er über ihn belastende
Termine nachdenke. Wegen der Schmerzen komme es auch vor, dass er nachts alle 1 - 2 Stunden aufwache,
aber das sei seltener der Fall (Urk. 7/103/10 f.). Daneben pflege er noch Bonsai-Bäume (Urk. 7/103/11).
Zur Behandlung führte der Beschwerdeführer aus, er sei drei oder viermal bei Dr. H._ in Behandlung gewesen, aber seine Frau sage, das bringe nichts und koste nur Geld, Dr. H._ könne seine Probleme auch nicht lösen. Eine stationäre psychiatrische Behandlung käme für ihn nie in Frage. Eine ambulante Therapie nehme die Probleme nicht weg, das stimme für ihn nicht. Vielleicht käme das später in Frage, wenn es ihm erheblich besser gehe (Urk. 7/103/13). A._ führte zwar aus, dass es für die Behandlung von Persön
lichkeitsstörungen besonders bedeutsam sei, ein gutes therapeutisches Bündnis herzustellen, wofür die Fähigkeit als krankheitsbedingt eingeschränkt zu beurtei
len sei – schloss die Fähigkeit des Beschwerdeführers dazu allerdings nicht grundsätzlich aus und empfahl entsprechend eine psychiatrisch-psychothera
peu
tische Behandlung (Urk. 7/103/22). Auch beurteilte A._ eine stationäre Behandlung als sinnvoll und möglich – wobei dies vom Beschwerde
führer gegenwärtig abgelehnt werde (Urk. 7/103/23). Behandlungsanamnestisch ist damit kein Leidensdruck ausgewiesen.
Der Beschwerdeführer reichte im Rahmen des Beschwerdeverfahrens den Bericht der Psychiatrischen Universitätsklinik C._ vom 28. Juli 2017 ein, gemäss welchem er seit dem 6. Juli 2017 hospitalisiert und vollumfänglich arbeitsunfähig sei (Urk. 3/3). Dieser Bericht vermag keinen behandlungsanamnestischen Lei
dens
druck zu erstellen, da d
ie Inanspruchnahm
e von therapeutischen Optionen
nur
solange auf den tatsächlichen Leidensdruck hinweist
, solange das betreffende Verhalten nicht durch das laufende Versich
erungsverfahren beeinflusst ist
(BGE 141 V 281 E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.2).
Zudem vermag dieser Bericht aufgrund des Fehlens von objektiven Befunden und einer nachvollziehbaren Begründung auch keine andauernde Verschlechterung zu begründen.
4.3.3.3
Entsprechend
sind funktionelle Auswirkungen der mittelgradigen depressiven Episode und der kombinierten Persönlichkeitsstörung unter Berücksichtigung der nicht als besonders schweren diagnoserelevanten Befunde, des
vorhandenen
Akti
vitätsniveaus und des behandlungsanamnestisch nicht ausgewiesenen Leidens
druckes nicht überwiegend wahrscheinlich. Damit ist
nicht überwiegend wahrscheinlich von einer
aus psychiatrischer Sicht
über die somatisch attestierte Arbeitsunfähigkeit von 30 % hinzukommende Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
4.4
Zusammenfassend ist – unter Berücksichtigung von Art. 88a IVV - vom 1. März 2012 bis zum 30. September 2014 von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit, vom 1. Oktober 2014 bis zum 30. September 2015 von einer 70%igen Arbeitsun
fähig
keit und ab dem 1. Oktober 2015 von einer 30%igen Arbeitsunfähigkeit auszu
gehen.
5.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der medizinisch begründeten Arbeitsunfähigkeiten:
5.1
5.1.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.1.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/aa). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/aa). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/bb-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/bb). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbe
dingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteile des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 mit Hin
weisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
Eine psychisch bedingt verstärkte Rücksichtnahme seitens Vorgesetzter und Arbeitskollegen kann nach der Gerichtspraxis in der Regel nicht als eigen
stän
diger Abzugsgrund anerkannt werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_366/2015 E. 4.3.1 mit Hinweisen), ebenso wenig etwa das Risiko von vermehrten gesund
heit
lichen Absenzen, ein grösserer Betreuungsaufwand oder weniger Flexibilität, was das Leisten von Überstunden etwa bei Verhinderung eines Mitarbeiters anbetrifft (Urteile des Bundesgerichts 9C_437/2015 vom 30. November 2015 E. 2.4; 8C_712/2012 vom 30. November 2012 E. 4.2.1 und 9C_708/2009 vom 19. November 2009 E. 2.3.2; vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_146/2017 vom 7. Juli 2017 E. 5.2.2
).
Die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, führt nicht automatisch zu einer V
erminderung
des hypothetischen Invalidenlohns. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte bis mittel
schwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungs
fähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 (bis LSE 2010 Anforderungsniveau 4) bereits eine Viel
zahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundes
ge
richts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.2 unter Hinweis auf 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.4 und 9C_386/2012 vom 18. September 2012 E. 5.2).
5.2
5.2.1
Für das Valideneinkommen zog die Beschwerdegegnerin den Tabellenlohn der Lohnstrukturerhebung 2012 des Bundesamtes für Statistik (LSE 2012) für die Herstellung von Holzwaren im Kompetenzniveau 2 (Praktische Tätigkeiten wie Verkauf/Pflege/Datenverarbeitung und Administration/Bedienen von Maschinen und elektronischen Geräten/Sicherheitsdienst/Fahrdienst) in Höhe von monatlich Fr. 5'790.-- heran (TA1 Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschafts
zweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor). Daraus resultiert für das Jahr 2012 bereinigt um die übliche Wochenarbeitszeit (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Ziff. 16-18, 2012 = 41.4) ein anrechenbares Valideneinkommen in einem vollen Pensum von Fr. 71'911.80 (Fr. 5'790.-- : 40 x 41.4 x 12).
Da der Beschwerdeführer zuletzt nicht in einem vollen Pensum arbeitete, kann – entgegen seinen Ausführungen – das zuletzt erzielte Einkommen nicht zur Bemessung seines Valideneinkommens herangezogen werden. Hinzu kommt, dass mit Blick auf den Auszug aus dem individuellen Konto (Urk. 7/82) die Festsetzung des Valideneinkommens gestützt auf diesen Tabellenlohn sicherlich nicht zu Ungunsten des Beschwerdeführers ist, so erzielte er lediglich in den Jahren 2003-2005 ein ähnlich hohes Einkommen.
5.2.2
Für das Invalideneinkommen zog die Beschwerdegegnerin den Lohn für Hilfs
arbeiter heran, was auch seitens des Beschwerdeführers nicht beanstandet wurde. Dieser betrug im Jahr 2012 Fr. 5'210.-- (
TA1 Monatlicher Bruttolohn [Zentral
wert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sekt
or
; Total, Männer, Kompetenzniveau 1 [Einfache Tätigkeiten körperlicher oder hand
werklicher Art]). Bereinigt um die übliche Wochenarbeitszeit
(Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche,
Total, 2012 = 41.7
)
resultiert dabei bei einem vollen Pensum ein Invalideneinkommen für das Jahr 2012 in Höhe von Fr. 65'177.10 (Fr. 5'210.-- : 40 x 41.7 x 12).
Dem Beschwerdeführer ist vom 1. März 2012 bis zum 30. September 2014 in einer mittelschweren Arbeit (Gewichtshantierung 10 bis maximal 25 kg), mit Arbeit über Schulterhöhe maximal während einer halben Stunde pro Tag (vgl. E. 4.1; Urk. 7/71/10; Urk. 7/71/5) eine Arbeitsfähigkeit von 50 % anzurechenen (vgl. E. 4.4). Bei dieser Einschätzung wurden bereits zusätzliche Pausen und eine Leistungseinbusse berücksichtigt, womit sich kein weiterer Leidensabzug recht
fertigt (vgl. E. 5.1.2).
Im Zeitraum vom 1. März 2012 bis zum 30. September 2014 ist dem Beschwer
deführer damit ein Invalideneinkommen in Höhe von Fr. 32'588.55 anzurechnen (Fr. 65'177.10 : 2).
5.2.3
Stellt man das Valideneinkommen in Höhe von Fr. 71'911.80 dem Invaliden
einkommen in Höhe von Fr. 32'588.55 gegenüber resultiert eine Einkommens
einbusse in Höhe von Fr. 39'323.25, was einem Invaliditätsgrad von rund 55 % (Fr. 39'323.25 : Fr. 71'911.80) entspricht.
Der Beschwerdeführer hat damit vom 1. März 2012 bis zum 30. September 2014 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente.
5.3
Ab dem 1. Oktober 2014 ist die Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers, welche zu einer Arbeitsunfähigkeit von 70 % führte, zu berück
sichtigen.
Das Valideneinkommen für das Jahr 2014 ist bereinigt um die Nominallohn
ent
wicklung und die betriebsübliche Wochenarbeitszeit in Höhe von Fr. 73'540.65 festzusetzen (Fr. 5'790.-- : 40 x 41.6 : 101.5 x 103.3 x 12; [
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stun
den pro Woche, Ziff. 16-18, 2014 = 41.6]; [T1.1.10 Nominallohnindex, Männer, Verarbeitendes Gewerbe/Her
stellung von Waren, Stand 2012 = 101.5; Stand 2014 = 103.3]).
In einem Pensum von 30 % betrug das Invalideneinkommen für das Jahr 2014 bereinigt um die Nominallohnentwicklung und die betriebsübliche Wochen
arbeits
zeit Fr. 19'841.50 (Fr. 5'210.-- : 40 x 41.7 : 101.7 x 103.2 x 12 x 0.3;
[Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche,
Total
, 2014 =
41.7]
;
[
T1.1.10 Nominallohnindex, Männer,
Total
, Stand 2012 =
101.7
; Stand 2014 =
103.2
]).
Stellt man das Valideneinkommen in Höhe von Fr. 73‘540.65 dem Invaliden
einkommen in Höhe von Fr. 19‘841.50 gegenüber resultiert eine Einkommen
s
einbusse von Fr. 53‘699.15, was einem Invaliditätsgrad von 73 % entspricht. Damit hat der Beschwerdeführer vom 1. Oktober 2014 bis zum 30. September 2015 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung.
5.4
Ab Juni 2015 ist von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes und einer Arbeitsfähigkeit von rund 70 % auszugehen, womit der Rentenanspruch ab dem 1. Oktober 2015 neu zu berechnen ist (vgl. E. 4.3; Art. 88a IVV).
5.4.1
Das Valideneinkommen für das Jahr 2015 ist bereinigt um die Nominal
lohn
entwicklung und die betriebsübliche Wochenarbeitszeit in Höhe von
Fr. 74'216.95
festzusetzen (
Fr.
5'790.-- : 40 x 41.7 : 101.5 x 104 x 12; [Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche,
Ziff.
16-18, 2015 = 41.7]; [T1.1.10 Nominallohnindex, Männer, Verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren, Stand 2012 = 101.5; Stand 2015 = 104]).
5.4.2
In einem Pensum von 70
%
betrug das Invalideneinkommen für das Jahr 2014 bereinigt um die Nominallohnentwicklung und die betriebsübliche Wochen
arbeitszeit
Fr. 46'431.45
(
Fr.
5'210.-- : 40 x 41.7 : 101.7 x 103.5 x 12 x 0.7; [Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Total, 2015 = 41.7]; [T1.1.10 Nominallohnindex, Männer, Total, Stand
2012 = 101.7; Stand 2015 = 103.5]).
Dr. B._ führte bezüglich des Zumutbarkeitsprofils aus, dass dem Beschwerde
führer eine Arbeitstätigkeit ohne grobmanuellen Tätigkeiten, idealerweise im
Wechsel zwischen sitzenden, stehenden Arbeitsabläufen mit zwis
chenzeitlich kurzen Wegstrecken, ohne repetitiv vornüber gebückte
Arbeitsabläufe,
ohne wieder
holte
Gewichtsbe
lastungen über 20 kg und ohne repetitive
Überk
opf
arbei
ten mit dem rechten Arm und
repetitiven knienden Arbeitspositionen
zumutbar sei.
Unter Einhalten dieser Schonkriterien bezogen auf eine leichte bis zeitweise mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit, bezogen auf ein volles Pensum sei eine 70%ige Arbeitsfähigkeit
zumutbar und ausgewiesen, wobei d
ie verbleiben
de 30%ige Arbeitsunfähigkeit
deshalb notwendig
sei
, um wiederholte Arbeitsunter
brüche und Pausen einhalten zu können, respektive um nicht eine Überlastung
und damit mögliche Dekompensation zu provozieren (vgl. Urk. 7/103/35; E. 3.9.3).
Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers ist gestützt auf dieses Zu
mut
barkeitsprofil kein Leidensabzug geschuldet, da dem Beschwerdeführer auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt weiterhin zahlreiche Tätigkeiten mit dem ent
sprechenden Zumutbarkeitsprofil offenstehen (vgl. E. 5.1.2).
5.4.3
Stellt man das Valideneinkommen in Höhe von
Fr.
74‘216.95 dem Invaliden
einkommen in Höhe von
Fr.
46‘431.45 gegenüber resultiert eine Einkommens
einbusse von
Fr.
27‘785.50, was einem Invaliditätsgrad von rund 37
% entspricht. Damit hat der Beschwerdeführer ab dem
1.
Oktober 2015 keinen Anspruch mehr auf eine Invalidenrente.
6.
Zusammenfassend ist die Beschwerde in dem Sinne teilweise gutzuheissen, dass der Beschwerdeführer vom 1. März 2012 bis zum 30. September 2014 Anspruch auf eine halbe Rente und vom 1. Oktober 2014 bis zum 30. September 2015 An
spruch auf eine ganze Rente hat. Danach besteht kein Anspruch mehr auf eine Rente der Invalidenversicherung.
7
.
7
.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von L
eistungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unab
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr.
200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt.
Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr.
1’0
00.-- als angemessen. Da der Beschwerdeführer
nur zu einem äusserst geringen
Teil obsiegt, sind ihm die Kosten zu
vier Fünfteln
und der Beschwerdegegnerin zu einem
Fünftel
aufzu
erlegen.
7
.2
Der vertretene Beschwerdeführer hat sodann gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungs
gericht (GSVGer) Anspruch auf eine entsprechend reduzierte Prozessentschädi
gung. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr.
5
00.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Bar
auslagen) festzusetzen.