Decision ID: e9bc38f8-30e5-47b2-abb6-8f9eb203978b
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1957, war seit November 2004 in seiner eigenen Firma als Maurer tätig und dadurch bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er sich am
5.
November 2013 am rechten Knie verletzte (
Urk.
9/1).
Am
2.
Mai 2015 zog er sich eine Verletzung an der linken Schulter zu (
Urk.
10/1). Die Suva erbrachte für beide Unfälle die gesetzlichen Leistungen.
Mit Verfügung vom
2.
Juli 2019 (
Urk.
9/319
=
Urk.
10/218
)
verneinte
die Suva
einen Rentenanspruch und
sprach
dem Versicherten eine Integritätsent
schädigung von 5
%
für die Schulterverletzung und
von
15
%
für die Kniever
letzung zu. Die dagegen am
3.
September 2019 (
Urk.
9/338
=
Urk.
10/229
) erhobene Einsprache wies die Suva mit Entscheid vom 3
0.
März 2020 (
Urk.
9/349
=
Urk.
10/248
=
Urk.
2) ab.
2.
Am 1
9.
Mai 2020 erhob der Versicherte Beschwerde gegen den
Einsprache
entscheid
vom 3
0.
März 2020 (
Urk.
2) und beantragte die Einholung eines ge
richtlichen Gutachtens und die erneute Beurteilung des Integritätsschadens (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 3
1.
August 2020 (
Urk.
8) beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerde
führer am 1
1.
September 2020 (
Urk.
11) mitgeteilt wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausge
brochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Die hier zu beurteilenden Unfälle haben sich am
5.
November 2013 und am
2.
Mai 2015 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens ab
gestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht; er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbs
fähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs
3.
Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der ge
samten Beeinträchtigung festgesetzt. Die Gesamtentschädigung darf den Höchst
betrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und bereits nach dem Gesetz bezogene Entschädigungen werden prozentual angerechnet (Abs. 3).
Vo
raussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens werden angemessen berücksichtigt.
Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Ver
schlimmerung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war (Abs. 4).
1.3
Die Schwere des Integritätsschadens beurteilt sich nach dem medizinischen Be
fund. Bei gleichem medizinischem Befund ist der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. Die Integritäts
entschädigung der Unfallversicherung unterscheidet sich daher von der privat
rechtlichen Genugtuung, mit welcher der immaterielle Nachteil individuell unter Würdigung der besonderen Umstände bemessen wird. Im Gegensatz zur Bemessung der Genugtuungssumme im Zivilrecht lassen sich ähnliche Unfall
folgen miteinander vergleichen und auf medizinischer Grundlage allgemein gültige Regeln zur Bemessung des Integritätsschadens aufstellen. Spezielle Behinderungen der Betroffenen durch den Integritätsschaden bleiben dabei un
berücksichtigt. Die Bemessung des Integritätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalles ab. Auch geht es bei ihr nicht um die Schätzung erlittener Unbill, sondern
um die medizinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, wo
bei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen sind (BGE 133 V 224 E. 5.1, 115 V 147 E. 1 mit Hinweisen).
1.4
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht ab
schliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet. Für die darin genannten Integritäts
schäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Ent
schädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (Ziff. 1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchs
unfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Ent
schädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrät
lichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für das Gericht nicht verbindlich, umso weniger als Ziff. 1 Abs. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens gelte im Regelfall, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV ver
einbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
1.5
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Be
fangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Be
stehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Zusprache einer Integritäts
entschädigung von insgesamt 20
%
wie folgt (
Urk.
2): Es bestehe kein Anlass, die schlüssig und widerspruchsfrei begründete Schätzung der Integritätsschäden durch den Kreisarzt in Frage zu stellen. Weder sei hinsichtlich des rechten Knies eine schwere Arthrose noch eine
dreikompartimentäre
Pangonarthrose
, welche allenfalls einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung von mehr als 15
%
begründen könnte, erkennbar. Da unbestrittenermassen keine
Pangonarthrose
vorliege, habe der Kreisarzt für den Knieschaden bereits den nach der Suva-Tabelle höchstmöglichen Wert für eine mässige Kniegelenksarthrose heran
gezogen, wobei eine Kumulierung mehrerer Werte, wie dies der Beschwerdeführer geltend mache, für den selben Körperschaden nicht zulässig sei (S. 8
lit
. b).
Betreffend das linke Schultergelenk sei die Suva-Tabelle 1 «Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten» massgebend. Hieraus ergebe sich, dass lediglich bei einer nur möglichen Flexion/Abduktion bis 120°
eine Integritätsentschädigung von 10
%
geschuldet sei. Wie der Kreisarzt zutreffend festgestellt habe, seien diese Werte jedoch seit 2017 stets besser gewesen. Damit sei die Einschätzung des Integritätsschadens in allen
Punkten zutreffend. Ein all
fälliger Kraftverlust sei bei einer Funktionsstörung bereits inbegriffen. Es seien keine weiteren Abklärungen zu treffen (S. 8
lit
. b).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend (
Urk.
1), es sei ein Integritätsschaden von mindestens 40
%
geschuldet (S. 4
Ziff.
6). Der Kreisarzt habe nicht begründet, weshalb eine mässige Kniearthrose bestehe oder weshalb diese mit 15
%
bemessen werden müsse
(S. 4
Ziff.
8)
. Der Schweregrad sei jedoch anhand der
Kellgren
-Lawrence-Skala zu beurteilen, welche die Einteilung auf
grund der Basis von objektiven Messungen nachvollziehbar erlaube (S. 4
Ziff.
9-
10). Bildgebend zeigten sich erhebliche
Arthrosezeichen
, weshalb sich die Frage stelle, ob diese als mässig oder schwer gemäss Suva-Tabelle zu qualifizieren seien. Zudem seien nicht nur das mediale Kniegelenkkompartiment, sondern auch das
Femoropatellargelenk
sowie der
Femurkondylus
und damit das gesamte Knie
gelenk betroffen. Dazu äussere sich der Kreisarzt nur knapp, indem er diese Schä
den als vorbestehend bezeichne und dies nicht weiter begründe (S. 5
Ziff.
14). Es sei aufgrund der stark fortgeschrittenen Arthrose eine Totalendoprothese geplant und der behandelnde Arzt habe betont, dass die
Arthrosezeichen
einer schweren Arthrose entsprächen
(S. 5
Ziff.
15). Es bestünden deshalb Zweifel an der Ein
schätzung durch den Kreisarzt (S. 6
Ziff.
18).
Auch hinsichtlich der Integritäts
entschädigung für das linke Schultergelenk habe er lediglich eine Feststellung und keine Begründung angebracht und habe den Kraftverlust nicht berück
sichtigt. Es sei ein höherer Integritätsschaden zu vermuten (S. 7
Ziff.
21-23).
Des
halb
seien weitere Abklärungen notwendig (S. 8
Ziff.
27).
2.3
Streitig und zu prüfen ist die Höhe der Integritätsentschädigung.
3.
3.1
Am
5.
Juni 2019 fand eine kreisärztliche Untersuchung des Beschwerdeführer
s
durch Kreisarzt med.
pract
.
Y._
, Facharzt für Chirurgie, statt. Mit Be
richt vom
7.
Juni 2019 (
Urk.
9/313) stellte med.
pract
Y._
folgende Diagnosen (S. 8):
-
Knie rechts:
Posteriomediale
Menis
k
usläsion rechts, Zerrung des medialen
Collateralbandes
-
Operation: Kniearthroskopie und arthroskopische
posteriomediale
Teil
meniskektomie
rechts vom 1
2.
Dezember 2013
-
Entwicklung einer posttraumatischen Arthrose
-
Schulter links: gelenknahe Teilruptur des M. supraspinatus bei noch er
haltener Kontinuität und einem grossen, zwischen Gelenkkapsel und Mus
kel lokalisiertem Hämatom
-
Arthroskopie,
Acromioplastik
,
Bursektomie
, AC-Gelenksresektion,
Tendinopathie
der langen Bizepssehne, Rekonstruktion Supraspinatus
sehne und kraniale
Infraspinatussehne
am 2
5.
Mai 2016
Beim rechten Knie sei es jetzt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einem stabilen Zustand gekommen. Es könne klinisch zwar doch eine Arthrose nach
gewiesen werden, diese sei auch klinisch symptomatisch, aber auf der positiven Seite sei zu vermerken, dass das Knie stabil sei, das Kniegelenk gut laufe, die Patella sauber zentriert sei und der Beschwerdeführer bei passiver Untersuchung nur wenig Schmerzen habe. In Anbetracht dessen wäre - obwohl eine Knie
prothese unfallkausal geschuldet sei - ein Zuwarten sicherlich noch sinnvoll. Bis zu dieser Kniegelenksprothesenimplantation könne von weiteren ärztlichen The
rapien keine Verbesserung mehr erreicht werden (S. 8 unten f.).
Hinsichtlich der linken Schulter sei der Beschwerdeführer soweit zufrieden, die Bewegung sei als ordentlich zu bezeichnen, immerhin sei die Flexion auf zirka 150°, wie üblich bleibe jedoch bei Bewegungen über der Horizontalen die Kraft
entwicklung gegenüber der Gegenseite deutlich zurück. Die Ellbogenbeweglich
keit sei gut und die H
andkraft ebenfalls (S. 9 oben).
Gestützt auf diese Unter
suchung nahm der Kreisarzt am
5.
Juni 2019 (
Urk.
9/312) eine Schätzung des Integritätsschadens vor. Der Beschwerdeführer habe eine radiologisch nach
weisbare posttraumatische
mässige Kniearthrose auf der rechten Seite medial betont. Diese sei gemäss Tabelle 5.2, Integritätsschäden bei Arthrose, zwischen 5 und 15
%
zu bewerten, wobei 15
%
in diesem Fall angemessen seien. Die vor dem Unfall vorbestehende Arthrose sei als vernachlässigbar gering anzusehen. Weiter sei
en
bei Status nach AC-Gelenksresektion bei der Schulteroperation links bei ansonsten guter Beweglichkeit noch einmal 5
%
Integritätsentschädigung ge
schuldet. Die beiden Integritätsentschädigungen könnten auch nach Berück
sichtigung des Quervergleichs zueinander addiert werden. Die gesamte Integritätsentschädigung
von 20
%
sei also zu gewähren.
3.2
Ein
e bildgebende Untersuchung vom
6.
August 2019 (
Urk.
9/333
/2 =
Urk.
9/334
=
Urk.
9/337/7
) ergab folgende Beurteilung:
Mässiggradige
Varusgonarthrose
, verglichen mit dem
5.
November 2014 ohne Anhaltspunkte für eine wesentliche Progredienz. Chondropathie des lateralen
Femurkondylus
Grad 2-
3.
Status nach medialer
Teilmeniskektomie
mit postoperativen Veränderungen ohne Anhalt für einen rezidivierenden gröberen E
inriss. Wenig Gelenksergus
s. Geringfügige Chondropathie der Patella Grad 1-
2.
Eine weitere Bildgebung vom
8.
August 2019 (
Urk.
9/
333/3
=
Urk.
9/335 =
Urk.
9/337/8
) ergab, dass der Gelenkspalt im medialen Kniekompartiment
sub
total aufgebraucht sei. Es bestehe eine vermehrte
subchondrale
Sklerosierung, vorhanden seien
osteophytäre
Randanbauten am medialen Gelenkspalt. Das laterale Kompartiment sei erhalten. Weiter fänden sich degenerative Veränderungen im
Femoropatellargelenk
mit
osteophytären
Randanbauten und der Gelenkspalt sei noch erhalten. Ein Gelenkserguss liege nicht vor. Es bestehe eine
Gonarthrose im medialen Kniekompartiment
rechts.
3.3
Dr.
med.
Z._
,
Facharzt für Chirurgie, diagnostizierte mit Bericht vom
8.
August 2019 («Rückfallmeldung»;
Urk.
9/333
/1
) eine schwere Gonarthrose rechts bei Status nach arthroskopischer
Teilmeniskektomie
medial rechts am 1
2.
Dezember 2013 wegen akuter Meniskusläsion und einen Status nach
Akromioplastik
, AC-Gelenksresektion, Tenotomie der langen Bizepssehne und RM-Rekonstruktion am 2
5.
Mai 201
6.
Mitte Juli hätten die Schmerzen im rechten Kniegelenk zugenommen. Es träten auch rezidivierende Schwellungen mit Flexionseinschränkungen auf. Der Befund habe differentialdiagnostisch einen medialen distalen Kniegelenkspalt, eine tanzende Patella und Schmerzen bei forcierter Flexion und Extension ergeben.
3.4
Dazu führte med.
pract
.
Y._
am 2
0.
September 2019 (
Urk.
9/336) aus, es könne an der Abschlussbeurteilung vom
5.
Juni 2019 festgehalten werden, da bild
gebend gegenüber 2014 keine signifikante Verschlechterung nachweisbar sei.
3.5
Dr.
Z._
hiel
t mit bei der Beschwerdegegnerin am
4.
September 2019 ein
gegangenem Zeugnis vom 2
5.
Juli 2019
(
Urk.
9/337/9) fest, es handle sich nicht um eine mässige, sondern um eine schwere Arthrose
des ganzen Knies
. Die Indikation zur
Totalendoprothesenoperation
sei ja auch von der Suva gestellt worden.
3.6
Med.
pract
.
Y._
nahm am 2
7.
März 2020 (
Urk.
9/348) Stellung und führte aus,
dem Zeugnis von
Dr.
Z._
könne in keiner Art und Weise gefolgt werden.
Dr.
Z._
behaupte, es handle sich um eine schwere Arthrose, nehme aber keinerlei Bezug auf die Röntgenbilder und begründe seine Aussage lediglich da
mit, dass die Indikation zur Totalendoprothese auch von der Suva gestellt worden sei. Er postuliere also einen Zustand, zu dessen Legitimierung er lediglich eine Vermutung über einen Therapievorschlag angebe, welcher von Dritten gestellt worden sei, und begehe damit einen Zirkelschluss: Es werde eine These in einem Argument durch Schlussfolgerung aus einer ungültigen oder irrelevanten Prämisse abgeleitet. In den bildgebenden Berichten vom August 2019 werde ent
weder von einer medialen oder von einer mässiggradigen Gonarthrose gespro
chen, wie sie auch zur Begründung der Integritätsentschädigung berücksichtigt worden sei (S. 2).
Hinsichtlich der Schulter sei festzuhalten, dass die Kraftlosig
keit nachgewiesen begründet sei. E
in sogenannter
painful
arc
, welcher je nach Schweregrad durch
aus eine Integritätsentschädigung begründen könnte, könne nicht eruiert werden. Die Bewegungsumfänge erreichten in keinem Punkt eine Einschränkung, nach welcher die Integritätsentschädigung angepasst werden müsste (S. 2).
4.
4.1
Kreisarzt med.
pract
.
Y._
, welcher als Facharzt für Chirurgie über die nötigen Fachkenntnisse zur Beurteilung der Integritätsentschädigung verfügt, hielt
auf
grund seiner Untersuchung vom
5.
Juni 2019
hinsichtlich des rechten Knies fest, es sei eine klinisch symptomatische Arthrose festzustellen, jedoch sei das Knie stabil und das Kniegelenk laufe gut. Obwohl eine Prothese unfallkausal ge
schuldet sei, könne angesichts der Befunde
damit zugewartet werden. Es be
stehe eine radiologisch nachweisbare mässige Kniearthrose medial betont (vgl. vorstehend E. 3.1). Diese Einschätzung wurde bildgebend im August 2019 nicht in Frage gestellt, wurde dabei doch eine mässiggradige
Varusgonarthrose
und eine Gonarthrose im medialen Kniekompartiment rechts festgestellt (vgl. vor
steh
end E. 3.2). Eine
Pangonarth
r
ose
,
welche Anspruch auf eine höhere Integritätsentschädigung begründen könnte,
besteht somit nicht.
Dass
Dr.
Z._
im August 2019
demgegenüber von einer schweren Gonarthrose ausging
(vgl. vorstehend E. 3.3
), wurde nicht genügend begründet, denn
eine signifikante Verschlechterung war bildgebend nicht ausgewiesen.
Der Umstand, wonach
möglicherweise eine Totalendoprothese
einzusetzen
ist, ändert an der Einschätzung durch den Kreisarzt nichts, denn es ist gemäss Suva-Tabelle 5.2 bei der Schätzung des Integritätsschadens auf den unkorrigierten Zustand und somit auf den Schweregrad der Arthrose vor der Prothesenimplantation abzustellen.
Die Integritätsentschädigung in Höhe von 15
%
für die Verletzungsfolgen am rechten Knie entspricht dem höchsten Wert für eine mässige und dem tiefsten Wert für eine schwere
Femorotibial
-Arthrose gemäss Tabelle 5.2 und ist damit nicht zu beanstanden.
4.2
Hinsichtlich der linken Schulter hat med.
pract
.
Y._
den Status nach AC-Gelenksresektion mit den gemäss Tabelle 5.2 für diese Fälle vorgesehenen 5
%
bewertet, was angesichts der guten Beweglichkeit
auch unter Berücksichtigung der Tabelle 1.2 (Integritätsschäden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten)
als angemessen erscheint.
Zwar besteht ein Kraftverlust, die Bewegungsumfänge erreichten jedoch keine anspruchsrelevante Einschränkung (vgl. vorstehend E.
3.6). Soweit der Beschwerdeführer ohne
objektive
medizinische Begründung behauptet
, es sei ein höherer Integritätsschaden zu ver
muten (vgl. vorstehend E. 2.2), genügt
dies
nicht.
4.3
Die Beurteilung einzelner Integritätsschäden bildet
rechtsprechungsgemäss
eine Tatfrage, die von einem Mediziner zu beantworten ist (Urteile des Bundesgerichts 8C_76/2013 vom 23. Juli 2013 E. 3.4.1 und U 344/01 vom 11. September 2002 E. 6, je mit Hinweisen).
Vorliegend wurde die Festsetzung der Integritätsent
schädigung nachvollziehbar und schlüssig begründet und es bestehen keine Zweifel an der Einschätzung durch med.
pract
.
Y._
.
Auf weitere Abklärungen kann deshalb in antizipierter Beweiswürdigung (
BGE 1
24 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d) verzichtet werden.
Der angefochtene Entscheid ist somit nicht zu beanstanden. Dies führt zur Ab
weisung der Beschwerde.