Decision ID: 1ece586a-0840-42eb-89fd-d5c58c3deae3
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
R._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Andreas Wiget, Rosenbergstrasse 42b,
9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rentenrevision (Einstellung)
Sachverhalt:
A.
A.a R._, Jahrgang 1967, meldete sich im November 1999 erstmals zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 8). Dr. med. A._, Facharzt FMH
für Allgemeine Medizin, nannte im Arztbericht vom 11. Dezember 1999 die Diagnose
Diskushernie L5/S1. Nach einer Verbesserung des Gesundheitszustands belaufe sich
die Arbeitsunfähigkeit seit 8. September 1999 auf 35% (IV-act. 11-1 f.). Mit Verfügung
vom 20. April 2000 sprach die IV-Stelle dem Versicherten von April bis September 1999
eine halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad von 50% zu (IV-act. 22; 14).
A.b Im Februar 2002 meldete sich der Versicherte erneut zum IV-Leistungsbezug an.
Dr. A._ verwies im Arztbericht vom 22. Februar 2002 neben der bekannten
Diskushernie auf eine Instabilität der Patella mit Luxationen. Die Arbeitsfähigkeit
betrage seit 23. Juli 2001 50% (IV-act. 30). Mit zwei Verfügungen vom 5. September
2002 sprach die IV-Stelle dem Versicherten von Juli bis September 2001 eine
Viertelsrente und ab Oktober 2002 eine halbe Rente zu (IV-act. 37).
B.
B.a Dr. A._ wies die IV-Stelle mit Schreiben vom 23. Dezember 2003 auf eine weitere
Verschlechterung des Gesundheitszustands des Versicherten hin. Neu sei eine
zervikale Diskushernie aufgetreten. Seit Juli 2003 sei er voll arbeitsunfähig. Seine
Arbeitsstelle als Hilfsmechaniker bei der B._ sei ihm auf Ende März 2004 gekündigt
worden (IV-act. 39). Im Fragebogen für die Rentenrevision verwies auch der Versicherte
am 9. Januar 2004 auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustands seit April 2003
(IV-act. 42). Dr. med. C._, Facharzt FMH für Neurochirurgie, bescheinigte am 8. Juli
2004 eine volle Arbeitsunfähigkeit seit Behandlungsbeginn am 10. Mai 2004 (IV-
act. 57).
B.b Infolge Heirat am 14. Juni 2004 (IV-act. 54) berechnete die IV-Stelle die
Rentenhöhe unter Weglassung des Witwerrentenzuschlags neu und verfügte darüber
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am 26. August 2004 weiterhin ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 50% (IV-
act. 61).
B.c Im Auftrag der IV-Stelle verfassten Dr. med. D._, Facharzt FMH für Innere
Medizin sowie Physikalische Medizin und Rehabilitation, am 4. Januar 2006 und
Dr. med. E._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, am 23. Februar
2006 ein Gutachten. Dort finden sich die Diagnosen chronisches
Lumbovertebralsyndrom bei degenerativer Segmenterkrankung und Zustand nach
Diskektomie L5/S1, unspezifische Nackenbeschwerden bei radiologischer
Segmentdegeneration C5/6, rezidivierende mediale Patellaluxation des rechten Knies
bei Status nach mehrfachen Knieoperationen beidseits 1992-95 sowie Verdacht auf
sensible Neuropathie des Nervus ulnaris links bei chronischer Druckschädigung im
Sulcus nervi ulnaris. Aus somatischer Sicht bestehe für eine keine Zwangshaltungen
erforderlich machende, körperlich leichte Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 70%.
Dr. E._ nannte in seinem Teilgutachten Hinweise für die Entwicklung einer
akzentuierten Persönlichkeit mit gewissen kompensatorisch-narzisstischen Zügen.
Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit ergäben sich aus psychiatrischer Sicht nicht
(IV-act. 69).
B.d Am 2. Februar 2006 fand eine Operation der HWS am Kantonsspital St. Gallen
(KSSG) statt. Dr. med. F._ vom KSSG berichtete am 15. Mai 2006 von einer
gesundheitlichen Verbesserung. Der Versicherte habe in der ambulanten Sprechstunde
vom 25. April 2006 berichtet, dass sein Hausarzt die Arbeitsfähigkeit wieder auf 100%
heraufgesetzt habe. In Bezug auf die HWS bestehe im angestammten Beruf als
Elektro-Reparateur keine Einschränkung mehr (IV-act. 71).
B.e Am 24. August 2006 sprach die IV-Stelle der Ehefrau des Versicherten bei einem
Invaliditätsgrad von 100% eine ganze Rente rückwirkend ab September 2004 zu.
Gleichentags verfügte sie für den Versicherten eine halbe Rente bei einem
Invaliditätsgrad von 50% ab 1. September 2006 (IV-act. 74).
B.f Vor Erlass dieser Verfügungen hatte sich die IV-Stelle am 21. August 2006 mit
weiteren Fragen an Dr. A._ gewandt (IV-act. 75-5). Dieser berichtete am
11. September 2006, dass seitens der HWS sicherlich keine grosse Arbeitsunfähigkeit
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mehr bestehe. Aufgrund von Depression, Persönlichkeitsstörung, Kopfschmerzen und
Lumbalgien bestehe dennoch weiterhin eine volle Arbeitsunfähigkeit. Dr. A._
bezeichnete einen Arbeitsversuch im geschützten Rahmen als vorstellbar. Dies müsste
aber sehr vorsichtig vonstatten gehen, damit sich der Versicherte wieder langsam an
eine Belastung gewöhne (IV-act. 75-4).
B.g Aufgrund der unterschiedlichen Arbeitsfähigkeitsschätzungen veranlasste die IV-
Stelle am 19. September 2006 beim Zentrum für Medizinische Begutachtung in Basel
(ZMB) eine polydisziplinäre Begutachtung des Versicherten. Mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit werden im Gutachten vom 6. Dezember 2007 die Diagnosen
chronisches lumbovertebrales Syndrom bei Status nach Operation wegen Diskushernie
L5/S1 links 1999 mit geringgradigem sensorischem Ausfall L5 links und
intermittierendem L5-Reizsyndrom links genannt. Die übrigen Diagnosen, insbesondere
eine beginnende Femoropatellararthrose beidseits rechtsbetont, rezidivierende
Tendomyosen zervikal, Migräne ohne Aura, Status nach Sulcus ulnaris-Syndrom links
und akzentuierte narzisstisch-selbstunsichere Persönlichkeitszüge, hätten keinen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Für eine rückenadaptierte, wechselbelastende
Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80%. Um diese Leistung erbringen zu
können, brauche es allerdings die entsprechenden beruflichen Massnahmen bei der
Wiedereingliederung. Der Versicherte sei an und für sich motiviert, wieder einer
Erwerbstätigkeit nachzugehen. Aufgrund seiner eingeschränkten psychischen und
intellektuellen Ressourcen sollte ihm jedoch wegen drohender Invalidität eine begleitete
berufliche Wiedereingliederung ermöglicht werden. Auf sich allein gestellt drohe er bei
der Arbeitssuche und auch bei der Einarbeitung psychisch zu dekompensieren (IV-
act. 85-34, 85-36 f.).
B.h Mit Vorbescheid vom 12. März 2008 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Erhöhung der Rente ab Dezember 2003 auf eine ganze sowie deren vollständige
Einstellung auf den nächstmöglichen Termin in Aussicht (IV-act. 92). Dr. A._ wandte
sich am 9. April 2008 telefonisch an den IV-internen Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
und bat ausdrücklich um Unterstützung bei der Eingliederung des Versicherten (IV-
act. 94). Mit Schreiben vom 19. Mai 2008 wies die IV-Stelle den Versicherten darauf
hin, dass man am angekündigten Entscheid grundsätzlich festhalte. Man trage
allerdings dem Umstand Rechnung, dass der Versicherte über längere Zeit vom
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Arbeitsmarkt abwesend gewesen und bei der Stellensuche gesundheitsbedingt
eingeschränkt sei. Deshalb habe man den IV-Eingliederungsberater beauftragt, ihn bei
der beruflichen Wiedereingliederung und Stellensuche zu begleiten und zu
unterstützen. Trotzdem sei eine umgehende Anmeldung bei der Arbeitslosenkasse
angezeigt (IV-act. 98). Mit Schreiben vom 10. Juni 2008 lud der zuständige
Eingliederungsberater den Versicherten für ein Gespräch am 24. Juni 2008 ein (IV-
act. 104).
B.i Am 27. Juni 2008 verfügte die IV-Stelle bei einem Invaliditätsgrad von 20% die
Renteneinstellung auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats (IV-
act. 110). Mit Verfügungen vom 7. August 2008 wurde dem Versicherten von Dezember
2003 bis 31. Juli 2008 eine ganze Invalidenrente zugesprochen (IV-act. 112).
C.
C.a Gegen die Renteneinstellungsverfügung vom 27. Juni 2008 richtet sich die
Beschwerde des Versicherten vom 24. Juli 2008. Er beantragt die Aufhebung des
Entscheids und die Finanzierung und Begleitung der Wiedereingliederung durch die IV.
Er habe in den vergangenen Jahren immer wieder versucht, leichte Arbeit zu machen.
Bei der Baptistengemeinde habe er gewisse Aufgaben übernommen. An manchen
Tagen könne er ohne grössere Schwierigkeiten zwei bis drei Stunden arbeiten. Dann
gäbe es Tage, an denen er nach kurzer Zeit so grosse Schmerzen habe, dass er die
Arbeit beenden müsse. Noch immer müsse er starke Schmerzmittel einnehmen. Er
wäre froh, wenn er im geschützten Rahmen einer Arbeit nachgehen könnte. Er habe
schon im G._-Markt in H._ nachgefragt. Dort könnte er einsteigen, wenn eine
Mitfinanzierung durch die IV oder das RAV erfolge. Das RAV sei aber der Meinung,
dass dies Sache der IV sei (act. G 1).
C.b Am 11. August 2008 beantragte der Beschwerdeführer die Gewährung der
unentgeltlichen Prozessführung (act. G 4). Das entsprechende ausgefüllte
Gesuchsformular vom 2. September 2008 ging dem Gericht samt Beilagen am
5. September 2008 zu (act. G 7). Am 13. Oktober 2008 wurde der Beschwerdeführer
von der Bezahlung von Gerichtskosten befreit (act. G 10).
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C.c Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 6. Oktober

2008 die Abweisung der Beschwerde im Sinn der Erwägungen. Man habe zu Recht auf
das ZMB-Gutachten abgestellt. Dort werde erwähnt, dass der Beschwerdeführer eine
"psychagogische Führung" auf dem Weg zum Wiedereinstieg ins Erwerbsleben
benötige. Diese Aussage sei für die Invaliditätsbemessung jedoch nicht relevant, da es
nicht Aufgabe des Arztes sei, dazu Stellung zu nehmen, wie sich die
invaliditätsbedingten Faktoren auf die Vermittlungsfähigkeit und die
Erwerbsmöglichkeiten auswirken würden. Aufgrund der Ausführungen im ZMB-
Gutachten sei zweifelhaft, ob sich der Gesundheitszustand im Vergleich zur Situation,
wie sie sich bei der erstmaligen Rentenzusprache im September 2002 präsentiert habe,
erheblich verändert habe. Die Frage, ob ein Revisionsgrund vorliege, könne letztlich
aber offen gelassen werden, weil eine wiedererwägungsweise Einstellung der Rente
gerechtfertigt sei. Die Rentenverfügung vom 5. September 2002 stütze sich auf den
Arztbericht von Dr. A._ vom 22. Februar 2002. Der Bericht liefere keine plausible
Erklärung, weshalb dem Beschwerdeführer die damals ausgeübte Tätigkeit als
Gerätereparateur bei der B._ nur noch im Umfang von 50% zumutbar gewesen sein
sollte. Unklar bleibe, ob die zuletzt ausgeübte Tätigkeit einer leidensangepassten
Tätigkeit entsprochen habe. Dazu komme, dass der im Arztbericht knapp beschriebene
Befund die dramatisch beschriebenen Rückenbeschwerden nicht hinreichend habe
erklären können, sei doch insbesondere das Vorliegen von neurologischen Ausfällen
verneint worden. Damit sei offensichtlich gewesen, dass sich Dr. A._ bei der
Arbeitsfähigkeitsschätzung vorwiegend von der subjektiven Schmerzschilderung des
Beschwerdeführers habe leiten lassen, ohne diese in Anbetracht der nicht
schwerwiegenden somatischen Befunde einer kritischen Würdigung zu unterziehen.
Dadurch habe der Bericht von Dr. A._ keine genügende Grundlage für eine
Rentenzusprache dargestellt. In diesem Sinn sei die ursprüngliche Rentenzusprache
vom 5. September 2002 zweifellos unrichtig gewesen (act. G 8).
C.d In Ergänzung zur Verfügung vom 13. Oktober 2008 dehnte der zuständige
Abteilungspräsident des Versicherungsgerichts die bewilligte unentgeltliche
Rechtspflege auf die unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwalt Dr. iur.
Andreas Wiget aus (act. G 14).
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C.e Innert erstreckter Frist beantragt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers in der
Replik vom 12. Dezember 2008 die Aufhebung der Verfügung vom 27. Juni bzw.
7. August 2008 bezüglich Leistungseinstellung und die Weiterausrichtung der
bisherigen Rente. Einen Antrag zur Höhe der Rentenbeträge behalte sich der
Beschwerdeführer vor. Das Krankheitsbild habe sich gegenüber dem Zeitpunkt der
ursprünglichen Rentenverfügung aus dem Jahr 2000 nicht verändert, und die
Arbeitsfähigkeit habe sich nicht vergrössert, sondern vermindert. Die bis ins Jahr 1996
zurückreichenden Arztberichte würden das Bild eines Mannes von ausgeprägter
Polymorbidität zeichnen: Verschiedenste Krankheitsbilder in unterschiedlicher
Intensität und unterschiedlich häufigem Auftreten seien zutage getreten, von
Hörschwierigkeiten über Kurzsichtigkeit, Knieproblemen und Diskushernien zu weiteren
neurologischen, orthopädischen und rheumatologischen Problemen mit Rücken-,
Nacken- und Kopfschmerzen sowie Schwindelanfällen, Taubheitsgefühl und
Kribbelparästhesien und schliesslich auch psychischen Auffälligkeiten. Dr. D._
blende in seinem Gutachten das ständige Auf und Ab aus, das den Beschwerdeführer
anfänglich noch voll arbeiten lassen habe, ihm aber seit etwa zehn Jahren immer
wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht und die Arbeitsfähigkeit ständig habe
schwanken lassen. Mit den Erkenntnissen des Hausarztes Dr. A._ setze sich
Dr. D._ gar nicht auseinander. Er wie auch Dr. E._ liessen völlig ausser Acht, dass
sich der Beschwerdeführer nach Angaben des Hausarztes gar nicht richtig ausdrücken
könne. Nach Dr. A._ könne der Beschwerdeführer höchstens 30 Minuten in der
gleichen Stellung bleiben. Diese Einschätzung decke sich mit den Erfahrungen des
RAV, das mit dem Beschwerdeführer erfolglose Arbeitsversuche durchgeführt habe,
ihn für nicht vermittelbar halte und demzufolge keine Taggelder ausrichte. Die
Einschätzung im ZMB-Gutachten stehe schliesslich in völligem Widerspruch zu den
früheren ärztlichen Feststellungen und vor allem auch der Tatsache, dass der
Beschwerdeführer über all die Jahre stets aus den unterschiedlichsten Gründen über
kürzere oder längere Zeit arbeitsunfähig gewesen sei. Der erfolgreichen Operation der
Diskushernie ordne das ZMB eine überragende Bedeutung zu ohne zu berücksichtigen,
dass es nicht eine einzige Ursache gewesen sei, die dem Beschwerdeführer die Arbeit
jeweils verunmöglicht habe. Im Übrigen hätten die Gutachter zu sehr den Angaben des
Beschwerdeführers vertraut, der seinem Ziel, arbeiten zu können, alles unterordne und
sich als arbeitsfähiger darstelle, als er tatsächlich sei. Das Gutachten sei nicht
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schlüssig und widerspruchsfrei und daher unbeachtlich. Die Referenzsituation sei nicht
auf Herbst 2001, sondern auf Herbst 2004 anzusetzen, als dem Beschwerdeführer
rückwirkend eine ganze Rente ausgerichtet worden sei. Heute sei weiterhin von einer
vollständigen Arbeitsunfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt auszugehen.
Eventualiter sei von der Verfügung von 2002 als massgeblicher Rentenzusprache
auszugehen. Selbst die Beschwerdegegnerin und der RAD würden einen gegenüber
damals im Wesentlichen unveränderten Zustand sehen. Daher stehe dem
Beschwerdeführer weiterhin eine halbe Rente zu. Weiter lässt der Beschwerdeführer
darauf hinweisen, dass gemäss ZMB-Gutachten die Wiedereingliederung nur mit
entsprechenden beruflichen Massnahmen möglich sei. Als weiteren
Eventualstandpunkt lässt der Beschwerdeführer darauf hinweisen, dass für den
Einkommensvergleich beim Invalideneinkommen ein Abzug von 25% zu
berücksichtigen sei, sodass sich ein Invaliditätsgrad von 40% ergebe (act. G 17).
C.f Die Beschwerdegegnerin hält mit Schreiben vom 8. Januar 2009 an ihrem Antrag
fest und verzichtet auf eine weitere Stellungnahme (act. G 19).
C.g Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers machte mit Schreiben vom 3. März
2009 geltend, angesichts der umfangreichen Akten und des komplexen
Beschwerdebilds des Beschwerdeführers sei ihm ein Aufwand von rund 17 Stunden
angefallen, weshalb er für den Fall des Obsiegens eine Parteientschädigung von
Fr. 3'500.- beantragte (act. G 21).
Erwägungen:
1.
1.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente.
1.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
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entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur
Rentenrevision gibt nach der Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist nicht nur bei einer wesentlichen
Veränderung des Gesundheitszustands, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die
erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes
erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. Erw. 3.5). Eine bloss unterschiedliche
Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts stellt dagegen
praxisgemäss keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 Erw. 2b; SVR
1996 IV Nr. 70 S. 203). Ob eine revisionsbegründende Änderung eingetreten ist,
beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten (der
versicherten Person eröffneten) rechtskräftigen Verfügung bestand, die auf einer
materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten
für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht
(BGE 133 V 108), mit demjenigen zur Zeit der streitigen Neubeurteilung (BGE 130 V 351
E. 3.5.2; BGE 125 V 369 E. 2).
1.3 Nach Art. 88a IVV ist eine anspruchsbeeinflussende Änderung bei einer
Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen, sobald sie ohne
wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat (Abs. 2), bei einer
Verbesserung von dem Zeitpunkt an, in dem angenommen werden kann, dass sie
voraussichtlich längere Zeit dauern wird, in jedem Fall nachdem sie ohne wesentliche
Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern
wird (Abs. 1).
2.
2.1 Dem Beschwerdeführer wurde mit Verfügung vom 20. April 2000 rückwirkend für
den Zeitraum April bis September 1999 eine halbe Invalidenrente zugesprochen (IV-
act. 22). Ab dem 8. September 1999 belief sich seine Arbeitsunfähigkeit nach
Einschätzung von Dr. A._ noch auf 35% (IV-act. 11-1). Unmittelbar nach diesem
Datum erhöhte der Beschwerdeführer sein Arbeitspensum bei der B._ denn auch
wieder auf 65% (IV-act. 10-4). Damit war er rentenausschliessend eingegliedert,
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weshalb die Rente zu Recht nur befristet zugesprochen wurde. Die zweite
Rentenzusprache erfolgte nach einer mit Neuanmeldung geltend gemachten
Verschlechterung des Gesundheitszustands am 5. September 2002 rückwirkend per
1. Juli 2001 (IV-act. 37; 26). Das Revisionsverfahren, das mit der angefochtenen
Verfügung vom 27. Juni 2008 abgeschlossen wurde, wurde bereits im Dezember 2003
nach einer glaubhaft geltend gemachten Verschlechterung des Gesundheitszustands
des Beschwerdeführers eingeleitet (IV-act. 42). Die Rentenverfügungen vom 26. August
2004 und vom 24. August 2006 erfolgten lediglich wegen neuer
Berechnungsgrundlagen (Heirat bzw. Zusprache einer ganzen Rente für die Ehefrau;
IV-act. 61; 74) und beruhten nicht auf einer revisionsrechtlichen Sachverhaltsabklärung.
2.2 Dr. A._ hatte nach der Neuanmeldung des Beschwerdeführers im Februar 2002
auf die Problematik der LWS sowie auf die Instabilität der Kniescheiben mit Luxationen
hingewiesen. Seit Juli 2001 habe sich die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers
von 35% auf 50% erhöht. Der Hausarzt bezeichnete die vom Beschwerdeführer
damals noch im Ausmass von 50% ausgeführte Arbeit als Hilfsmechaniker bei der
B._ als optimal (IV-act. 30; 31-16). Andere Arbeitsfähigkeitsschätzungen aus dieser
Zeit liegen nicht vor. Die Gutachter Dr. D._ und Dr. E._ äusserten sich nicht zur
Entwicklung der Arbeitsfähigkeit und stellten keine rückwirkenden Schätzungen an. Die
ZMB-Gutachter hielten fest, der Beschwerdeführer sei nach Auftreten der Diskushernie
C5/6 nicht mehr arbeitsfähig gewesen; dies bis zum Abschluss der medizinischen
rehabilitativen Massnahmen ca. ein halbes Jahr nach der Operation vom 2. Februar
2006, also bis August 2006 (IV-act. 85-35 f.). Die Diskushernie C5/6 wurde in MRT-Auf
nahmen vom September 2003 erstmals dokumentiert. Die ZMB-Gutachter gingen von
einer Arbeitsfähigkeit von 50% für optimal adaptierte Tätigkeiten bis Juni 2003 aus und
verwiesen diesbezüglich auf den Austrittsbericht der Rheinburgklinik Walzenhausen
(S. 35 des Gutachtens). Dort hatte sich der Beschwerdeführer vom 19. Mai bis 10. Juni
2003 zur stationären Rehabilitation aufgehalten. Die Diskushernie C5/6 war damals
noch nicht erkannt worden. Sie war aber offenbar bereits vorhanden, wurden im
Bericht vom 18. Juni 2003 doch Schmerzexazerbationen im Bereich der linken Schulter
mit Kribbelparästhesien im Kleinfinger links erwähnt, die wohl als Folge der
Diskushernie auftraten. Weiter wird von einer seit März 2003 bestehenden vollen
Arbeitsunfähigkeit berichtet (IV-act. 39-3). Seit jenem Monat war der Beschwerdeführer
bei der B._ als voll arbeitsunfähig gemeldet. Bereits am 11. Juni 2003, dem Tag nach
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dem Austritt aus der Rheinburgklinik Walzenhausen, nahm er seine Arbeit bei der B._
zu 50% wieder auf, musste jedoch ab 8. Juli 2003 wieder voll arbeitsunfähig
geschrieben werden (IV-act. 43-14). Bei dieser Aktenlage erscheint eine
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50% ab Juli 2001 bis etwa Juni 2003 als
hinreichend ausgewiesen (vgl. IV-act. 30-1). Diesbezüglich kann auf den Arztbericht
von Dr. A._ vom 22. Februar 2002 und die plausiblen Schlussfolgerungen im ZMB-
Gutachten abgestellt werden.
2.3 Entgegen der von der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort
geäusserten Ansicht ist eine Wiedererwägung der Verfügung vom 5. September 2002
bei einer solchen Aktenlage nicht zulässig. Von einer zweifellosen Unrichtigkeit der
Rentenzusprache vom 5. September 2002 kann keine Rede sein. Die von Dr. A._
damals echtzeitlich attestierte Arbeitsunfähigkeit bezeichneten auch die ZMB-Gut
achter rückwirkend als plausibel. Wann die neurologisch aktive Diskushernie C5/6
auftrat, kann heute nicht mehr objektiviert werden. Sie ergänzte die übrigen
Beschwerden jedoch offenbar in einer Weise, die sogar gemäss ZMB-Gutachten
jegliche Arbeitsfähigkeit zwischen spätestens September 2003 und August 2006
ausschloss. Dass bereits vor dem Sommer 2003 eine Einschränkung von 50% vorlag,
ist plausibel und wird auch von den ZMB-Gutachtern nicht grundsätzlich bezweifelt.
Die Verfügung vom 5. September 2002 kann also nicht als zweifellos unrichtig
betrachtet werden. Ebenfalls liegt keine damalige klare Verletzung der
Untersuchungspflicht der Beschwerdegegnerin vor.
3.
3.1 Zu prüfen ist somit im Weiteren, ob die Voraussetzungen für Rentenrevisionen
gegeben waren. Mit Verfügungen vom 7. August 2008 wurde dem Beschwerdeführer
rückwirkend für die Zeit vom 1. Dezember 2003 bis 30. Juli 2008 eine ganze
Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 100% zugesprochen. Für die
Rentenheraufsetzung per Dezember 2003 massgebend ist der Vergleich des
Sachverhalts bei der ursprünglichen Rentenzusprache vom September 2002 mit jenem
bei Einleitung des Revisionsverfahrens nach im Dezember 2003 glaubhaft gemachter
Verschlechterung. In diesem Zeitraum erscheint die Verschlechterung als ausgewiesen,
wie die oben vorgenommene Aktenwürdigung verdeutlicht. Das ZMB-Gutachter
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bestätigt eine volle Arbeitsunfähigkeit spätestens ab September 2003. Unter
Berücksichtigung der dreimonatigen Verzögerung des Art. 88a Abs. 1 IVV hat die
Beschwerdegegnerin die bis dahin laufende halbe Rente zu Recht auf den 1. Dezember
2003 auf eine ganze heraufgesetzt.
3.2 Nach der HWS-Operation vom Februar 2006 trat nach Lage der Akten eine
Verbesserung der diesbezüglichen Schmerzsituation ein. Gegenüber Dr. E._ gab der
Beschwerdeführer am 22. Februar 2006 an, er habe weiterhin Rückenschmerzen im
Bereich der LWS. Der Schmerz sei stechend, nicht ständig da und bei Bewegungen oft
auch weniger als in Ruhe. Zum Teil pulsiere der Schmerz und nehme bei
Überanstrengungen zu. Wenn der Schmerz so bleibe, könne er damit umgehen, dann
sei es gut. Unklar ist, ob sich diese letzte Aussage nur auf die HWS oder auf die
Schmerzsituation insgesamt bezog (IV-act. 69-14; 69-16). Dr. F._ hielt am 15. Mai
2006 fest, bei der Untersuchung vom 25. April 2006 sei der Beschwerdeführer
vollständig beschwerdefrei gewesen; dies wohl nur in Bezug auf die HWS, was sich
dem Bericht jedoch nicht ganz schlüssig entnehmen lässt. Physiotherapie sei zu jenem
Zeitpunkt durchgeführt worden, vor allem aber bezüglich der LWS (IV-act. 71). Dr.
A._ attestierte am 11. September 2006 eine volle Arbeitsunfähigkeit "auf Grund der
Depression, Persönlichkeitsstörung, Kopfschmerzen und Lumbalgien" (IV-act. 75-4,
Ziff. 2). In Ziff. 3 des Berichts setzte er die Kopfschmerzen ins Zentrum der
Begründung. Daneben bestehe ein Lumbovertebralsyndrom, das zwischendurch mit
Tramal behandelt werden müsse.
3.3 Der psychiatrische ZMB-Teilgutachter Dr. I._ hielt fest, der Beschwerdeführer sei
nicht darauf aus gewesen, sich von Vornherein als invalid darstellen zu wollen. Die
Beschwerden müssten erfragt werden, er sei weder klagsam noch jammerig. Hinweise
für bewusste demonstrative oder aggravatorische Tendenzen würden sich nicht finden.
Bei der Besprechung von Zukunftsaussichten und möglichen Massnahmen der
Wiedereingliederung habe er eher ängstlich gewirkt. Er könne aber auch abgelenkt
werden und sei zu einem Scherz bereit. Der Antrieb sei genügend, der
Beschwerdeführer wirke spontan. Das Denken bleibe formal unauffällig, logisch und
kohärent, weder gesperrt noch zerfahren, auch nicht depressiv eingeengt. Die Angaben
des Beschwerdeführers gab Dr. I._ dahingehend wieder, dass die Rückenschmerzen
anhaltend vorhanden seien und unter Belastung exazerbierten, während unbelastete
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Bewegungen und Wechseln der Körperhaltungen die Schmerzen eher linderten. In
seiner Beurteilung hielt Dr. I._ fest, beim Beschwerdeführer bestünden narzisstisch-
selbstunsichere Persönlichkeitszüge, die akzentuiert seien. Er berichtet von einer
besonderen psychischen Vulnerabilität, die durchgemachte Anpassungsstörungen des
Beschwerdeführers in psychischen Belastungssituationen ohne weiteres erkläre. Die
Selbstunsicherheit des Beschwerdeführers und leichte hypochondrische Züge fielen
ebenfalls in dieses Gebiet (IV-act. 85-31 ff.).
3.4 Betreffend Knie, Nacken und Schultergürtel zeigten sich bei der ZMB-
Begutachtung stabile Verhältnisse (IV-act. 85-36). Betreffend LWS beschrieb der
Beschwerdeführer die Schmerzen insbesondere als belastungsabhängig. Er könne
keine schweren Lasten tragen, beim kürzlich erfolgten Zügeln habe er durch die
vermehrte Belastung auch vermehrte Rücken- und Beinschmerzen links verspürt. Der
rheumatologische ZMB-Gutachter Dr. med. K._ hielt fest, der Beschwerdeführer
nehme regelmässig 3x30 Tramal Tropfen pro Tag wegen der Rückenschmerzen (IV-
act. 85-24). Der neurologische Teilgutachter Dr. med. L._ berichtete von der
Einnahme von Tramal-Tabletten gegen die Rückenschmerzen. Wegen zunehmendem
Schmerzmittelkonsum wäre dringend eine Basisbehandlung zu empfehlen, um dem in
letzter Zeit bestehenden Übergebrauch an Schmerzmedikation entgegenzuwirken. Als
empfehlenswert erachtete er eine Basisbehandlung mit Sibelium oder einem
Betablocker (IV-act. 85-30).
3.5 Vor dem Hintergrund der Schmerzsituation ist fraglich, ob eine Realisierung der
Arbeitsfähigkeit im Ausmass von 80%, wie die ZMB-Gutachter in ihrer
Gesamtbeurteilung festhielten, tatsächlich realistisch ist. Es ist davon auszugehen,
dass die Arbeitsfähigkeit von 80% nach Ansicht der Gutachter nur unter der Bedingung
einer optimalen, dem Beschwerdeführer im Rahmen seiner Schadenminderungspflicht
zumutbaren Schmerzbekämpfung mittels Schmerzmitteleinnahme realisiert werden
kann. Andererseits erkannte Dr. L._ einen Schmerzmittelüberkonsum und empfahl
dringend die Reduktion. Eine solche Reduktion der Schmerzmittel würde jedoch wohl
zu vermehrten Schmerzen führen, was die attestierte Arbeitsfähigkeit von 80% negativ
beeinflussen könnte. Ob die geschätzte Arbeitsfähigkeit von 80% gesamthaft
betrachtet zu hoch griff, braucht jedoch nicht abschliessend beantwortet zu werden,
wie nachfolgend zu zeigen ist.
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3.6 Die Aktenlage weist ingesamt zwar auf eine Verbesserung der Gesamtsituation und
damit einer Wiedererlangung jedenfalls einer gewissen Restarbeitsfähigkeit etwa seit
Sommer 2006 hin. Bevor eine zweite Rentenrevision durchgeführt werden kann, ist
jedoch der Grundsatz "Eingliederung vor Rentenrevision" zu überprüfen. Dr. A._
betonte bereits am 10. September 2006, es sei sicher denkbar, dass wieder eine
Arbeitsfähigkeit eintreten werde. Man müsste nun versuchen, den Beschwerdeführer
sehr vorsichtig einzugliedern. Dies müsste in einem geschützten Rahmen stattfinden.
Ob es erfolgreich sein werde, könne zurzeit nicht gesagt werden (IV-act. 75-3). Am
9. April 2008 betonte Dr. A._ gegenüber einem Arzt des RAD, der Beschwerdeführer
sei zwar motiviert, aufgrund seiner eingeschränkten psychischen und intellektuellen
Ressourcen bestehe bei nicht ausreichend begleiteter beruflicher Wiedereingliederung
jedoch eine drohende Invalidität (IV-act. 94). Im ZMB-Gutachten war entsprechendes
festgehalten worden. In einer optimal adaptierten Tätigkeit bestehe "grundsätzlich"
eine Arbeitsfähigkeit von 80%, der Beschwerdeführer bräuchte dazu allerdings die
entsprechenden beruflichen Massnahmen bei der Wiedereingliederung (IV-act. 85-37).
Auch die ZMB-Gutachter beschrieben den Beschwerdeführer als "an und für sich
motiviert, wieder einer Erwerbstätigkeit nachzugehen". Aufgrund seiner
eingeschränkten psychischen und intellektuellen Ressourcen sollte ihm jedoch wegen
drohender Invalidität eine begleitete berufliche Wiedereingliederung ermöglicht werden.
Auf sich allein gestellt drohe der Beschwerdeführer bei der Arbeitssuche und dann
auch bei der Einarbeitung psychisch zu dekompensieren. In diesem Sinn seien
berufliche Massnahmen angezeigt (IV-act. 85-36 f.).
3.7 Ein IV-Sachbearbeiter schlug gemäss einer internen Notiz vom 17. Dezember 2007
vor zu prüfen, ob Massnahmen im Sinn der Frühintervention bzw.
Integrationsmassnahmen angezeigt seien. Erst danach sollte abschliessend zum
weiteren Rentenanspruch Stellung genommen werden (IV-act. 87-2). Eine andere
Sachbearbeiterin wies den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 19. Mai 2008 darauf
hin, dass eine gesundheitsbedingte Einschränkung bei der Stellensuche gegeben sei,
weshalb der IV-Eingliederungsdienst beauftragt worden sei, den Beschwerdeführer bei
der beruflichen Wiedereingliederung und der Stellensuche zu begleiten und zu
unterstützen (IV-act. 98). Der Beschwerdeführer wurde denn auch für den 24. Juni 2008
zur Eingliederungsberatung aufgeboten (IV-act. 104). Ergebnisse der
Eingliederungsprüfung sind nicht aktenkundig. Die Beschwerdegegnerin verfügte
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bereits am 27. Juni 2008 die Renteneinstellung. Dieses Vorgehen ist unzulässig und
missachtet den Grundsatz "Eingliederung vor Rentenrevision" (vgl. etwa die
Bundesgerichtsurteile 9C_720/2007 vom 28. April 2008, Erw. 4.1 f.; 9C_24/2008 vom
27. Mai 2008, Erw. 4.2). Die medizinischen Akten belegen hinreichend, dass es im
vorliegenden Fall mit etwas Unterstützung bei der Stellensuche nicht getan ist. Die
ZMB-Gutachter und der Hausarzt befürchten sogar eine eigentliche psychische
Dekompensation, wenn nicht bei der Stellensuche und bei der Einarbeitung
Unterstützung durch die IV erfolge. Die auf 80% geschätzte Arbeitsfähigkeit kann nach
Ansicht der ZMB-Gutachter nur bei begleiteter Eingliederung überhaupt realisiert
werden. Somit geht es nicht an, die Rente ohne weiteres und vor Anhandnahme
konkreter Eingliederungsmassnahmen einzustellen. Der Beschwerdeführer selbst
machte in der Beschwerde geltend, er könne im G._-Markt in H._ arbeiten, wenn
das RAV oder die IV ihn dabei finanziell unterstütze. Die Gewährung von
Einarbeitungszuschüssen durch die IV drängt sich bei dieser Sachlage geradezu auf.
Einarbeitungszuschüsse können gemäss Art. 18a Abs. 1 IVG während der
erforderlichen Anlern- oder Einarbeitungszeit längstens während 180 Tagen gewährt
werden. Gemäss Botschaft des Bundesrats vom 22. Juni 2005 zur Änderung des IVG
(5. IVG-Revision) soll sichergestellt werden, dass die versicherte Person und ihr
Arbeitgeber gerade auch in der Anfangsphase eines neuen Arbeitsverhältnisses auf die
Unterstützung von Fachpersonen aus der IV zählen können. Durch
Einarbeitungszuschüsse soll in der konkreten Situation abgeklärt werden, ob die
versicherte Person den Anforderungen einer konkreten Arbeitsstelle gewachsen ist (BBl
2005 4565). Weil der Beschwerdeführer gemäss ärztlicher Ansicht nicht nur für die
Stellenvermittlung, sondern auch für die Einarbeitung auf die vielzitierte kompetente
Beratung und Unterstützung der Fachleute der IV angewiesen ist, und unter
Berücksichtigung der Tatsache, dass er diese Wiedereingliederung ohne solche
Unterstützung nach Ansicht der Gutachter nicht schafft, hat die Beschwerdegegnerin
die Rente verfrüht eingestellt. Sollte es ihr nicht gelingen, dem Beschwerdeführer ohne
weiteres eine zumutbare Arbeitsstelle zu vermitteln, so wäre für eine geeignete Stelle
die Gewährung von Einarbeitungszuschüssen zu prüfen. In Frage käme im Übrigen
möglicherweise auch eine Umschulung in Form einer Anlehre. Der Beschwerdeführer
gab in der ersten IV-Anmeldung an, von 1983 bis 1985 eine zweijährige Ausbildung
zum Autoservicemann absolviert zu haben (IV-act. 8-4). Dr. D._ berichtete in seinem
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Gutachten vom 4. Januar 2006 in der Berufsanamnese von einer abgeschlossenen
Lehre zum Automonteur (IV-act. 69-4), die ZMB-Gutachter von einer abgeschlossenen
Lehre im Autoservice (IV-act. 85-19). Verfügt der Beschwerdeführer also über einen
Berufsabschluss, so ist die Finanzierung zumindest einer Anlehre durch die IV nicht
ausgeschlossen.
3.8 Ohne eine durch die IV geförderte Eingliederung des Beschwerdeführers kann die
Rente nach dem Gesagten nicht eingestellt werden. Die ganze Rente ist weiter
auszurichten, bis die Beschwerdegegnerin ihrer Eingliederungspflicht nachkommt und
die Rente allenfalls durch Einarbeitungszuschüsse oder durch Taggelder abgelöst
werden kann. Im Rahmen der Eingliederung werden sich gegebenenfalls weitere
medizinischen Abklärungen aufdrängen, sofern sich zeigen sollte, dass der
Beschwerdeführer auch unter idealen Bedingungen nicht in der Lage ist, die Leistung
von 80% eines Vollpensums zu erbringen. Weil ihm die bei Begutachtung durch das
ZMB verwendete Schmerzmittelquantität nach Ansicht von Dr. L._ nicht zumutbar ist,
liegt die effektiv realisierbare Arbeitsfähigkeit bei im Vergleich zum
Begutachtungszeitpunkt reduzierter Schmerzmitteleinnahme möglicherweise unter
80%.
4.
4.1 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung
der angefochtenen Verfügung gutzuheissen. Bis zur Wiedereingliederung hat der
Beschwerdeführer weiterhin Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Die Sache ist an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese ihrer Eingliederungspflicht
nachkomme und den Beschwerdeführer gegebenenfalls unter Gewährung von
Einarbeitungszuschüssen beruflich wiedereingliedere. Zu prüfen wäre allenfalls auch
eine geeignete Umschulung in Form einer Anlehre. Bis zur erfolgreichen Eingliederung
bzw. bis zur allfälligen Gewährung von Einarbeitungszuschüssen oder Taggeldern hat
die Beschwerdegegnerin die ganze Rente grundsätzlich weiterzubezahlen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis
Fr. 1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint bis
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als angemessen. Diese ist der unterliegenden Beschwerdegegnerin als nicht von der
Pflicht zur Übernahme amtlicher Kosten befreiter selbstständiger öffentlich-rechtlicher
Anstalt aufzuerlegen.
4.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird
(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter
wurde erst nach Beschwerdeerhebung mandatiert und reichte mit der Replik lediglich
noch eine Rechtsschrift ein. Dazu musste er jedoch die umfangreichen Akten
eingehend studieren. Die von ihm am 3. März 2009 beantragte Parteientschädigung
von Fr. 3'500.- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) liegt noch in einem
angemessenen Rahmen, weshalb ihm dieser Betrag zu gewähren ist. Die bereits
bewilligte unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und
unentgeltliche Rechtsverbeiständung) wird bei diesem Verfahrensausgang hinfällig.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG