Decision ID: 26b98b17-09b5-56f2-b615-59316b5dcb62
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1959 geborene
X._
war seit dem 1.
Juni 2011 als Hauswartin bei der
Z._
AG in einem 25
%-Pensum angestellt und bei der Basler Ver
si
cherung AG obligatorisch gegen die Folgen von Unf
ällen versichert, als sie am 1.
Januar 2018 im Rahmen von Hauswartungstätigkeiten
einen Unfall erlitt und sich eine Verletzung der linken Schulter zuzog
(Urk.
12/2/1
und Urk.
12/3/6
).
Die medizinische E
rstkonsultation erfolgte am 19.
Januar 201
8.
A
m 24. Januar 2018
wurde eine MR-
Arthrographie
der linken Schulter durchgeführt. Diese ergab
unter
anderem
die Diagnose
eine
r
antero
-superiore
n
Rotatorenmanschettenruptur
der
Schulter
links
(
Urk. 12/3/2 und
Urk.
12/3/6). Die Basler Versicherung AG er
brachte die gesetzlichen Leistungen.
In der Folge holte sie Stellungnahmen ihres beratenden Arztes ein
und stellte
m
it Verfügung vom 16.
Mai 2018
die Leis
tungen per 30.
Januar 2018 ein
(Urk. 12/5/1)
.
Dagegen erhob die Versicherte Ein
sprache.
Im Rahmen des
Einspracheverfahrens
holte
die Basler Versicherung AG
ein
orthopädisches
Aktengutachten bei
Dr.
A._
, Facharzt FMH für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates ein
, wel
ch
es am 19. August 2018 erstattet wurde
(Urk. 12/4/2)
. Gestützt
darauf
wies
die Basler Versicherung AG
die
Einsprache der Versicherten mit Entscheid vom
10.
Septem
ber 2018
ab (Urk.
12/
5/2
= Urk.
2
).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
10.
Oktober 2018
Beschwerde und beantragte,
der angefochten
e
Entscheid sei aufzuheben und die Beschwer
degegnerin sei zu
verpflichten, auch nach dem 30.
Januar 2018 die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Eventualiter sei die Sache zur neuen Beurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Subeventualiter
seien weitere medizinische Abklärungen zu tätigen und gestützt darauf über die Leistungsp
flicht neu zu ent
scheiden (Urk. 1 S.
2).
Der
Beschwerde
legte
die Beschwerdeführerin
Stellungnah
me
n
ihres behandelnden
Arztes
bei
(Urk.
3/3 = 12/3/21, Urk. 3/5 = Urk. 12/3/16 und Urk.
3/6).
Mit Beschwerdeantwort vom 24. Januar 2019 beantragte die Be
schwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 11) und reichte eine Stel
lungnahme des Gutachters ein (Urk. 14). Mit Verfügung vom 28. Januar 2019 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (Urk. 15).
Die Beschwerdeführerin verzichtete mit Eingabe vom 14. März 2019 auf die Erstattung einer Replik und
hielt an ihren Anträgen fest (
Urk. 18), was der Beschwerdegegn
erin mit Verfü
gung
vom 18. März 2019 mitgeteilt wurde (Urk. 19).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für
die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachf
olgenden Erwägungen einzuge
h
en.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidi
tät, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie
gen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher
Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang ge
geben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.4
Einem reinen Aktengutachten kommt voller Beweiswert zu, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht, mithin die direkte ärzt
liche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2016 vom 24. März 2017 E. 6.1 mit Hinweisen). Akten
gutachten sind insbesondere dann von Belang, wenn die relevanten Befunde mehr
fach und ohne wesentlichen Widerspruch bereits erhoben worden sind, aber die Zuordnung zu einer Diagnose oder der Kausalzusammenhang und das Aus
mass der Behinderung verschieden bewertet werden. In diesen Fällen kann in einem Aktengutachten das Für und Wider der verschiedenen Meinungen erwogen und die überwiegende Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Beurteilung deut
lich gemacht werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_540/2007 vom 27. März 2008 E. 3.2).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
Dr.
A._
sei im Aktengutachten vom 19.
August 2018 zum Ergebnis gekommen, dass unter Wür
digung der Vorzustände, des Unfallmechanismus und des Verlaufs nicht mit der
geforderten überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden könne,
dass
es bei dem Ereignis vom 1.
Januar 2018 zu einem frischen Abriss der
Subscapula
ris
sehne
gekommen sei. Auch anderweitige frische Verletzungen hätten weder kernspintomografisch noch intraoperativ nachgewiesen werden können. Das Ereig
nis sei lediglich geeignet gewesen, während vier Wochen Schmerzen hervor
zurufen. Der Status quo sine sei nach dieser Zeit erreicht worden. Es stehe somit fest, dass keine unfallkausalen Beschwerden mehr bestünden. Die Beschwerde
führerin leide an massiven krankheitsbedingten Vo
rzuständen. Das Ereignis vom 1.
Januar 2018 habe lediglich zu vorübergehenden Beschwerden geführt, nicht aber zu einer unfallkausalen strukturellen Körperschädigung
(Urk. 2 S. 3
f.)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin machte dagegen im Wesentlichen geltend,
im Bericht vom 12.
April 2018 beschreibe
Dr.
B._
einen eindeutigen intraoperativen Befund. Es zeige sich eine traumatische komplette Ruptur der
Subscapularissehne
. Aufgrund des frischen traumatischen Schadens sei die
arthroskopische
Reko
n
struk
tion der
anter
o
-superioren
Rotatorenmanschette
sowie die Tenotomie und
Tenodese
der langen
Bizepssehne
indiziert gewesen.
Dr.
A._
halte in seinem Aktengutachten fest, dass der intraoperative Befund der Beurteilung des Radio
l
ogen anlässlich des MRI von 24.
Januar 2018 widerspreche. Rein aufgrund des morphologischen Befundes intraoperativ sei es nicht mit der geforderten überwiegenden Wahrscheinlichkeit möglich, zwischen frischer und degenerativer Ruptur zu unterscheiden.
Dr.
B._
halte fest, dass häufig degenerative Läsionen der
posterosuperioren
Rotatorenmanschette
bestünden, ohne dass eine Degeneration der
Subscapularissehne
vorläge. Es könne also nicht bei vorlie
gen
der Supra-/
I
nfraspinatusdegeneration
automatisch auf eine vorbestehende
Sub
sca
pularisdegeneration
geschlossen werden. Die begründeten Stellungnahmen von
Dr.
B._
vermöchten im Mindesten geringe Zweifel an der Zuverlässig
keit und Schlüssigkeit des Aktengutachtens von
Dr.
A._
zu wecken. Auf das Aktengutachten von
Dr.
A._
könne nicht abgestellt w
erden (Urk.
1
S.
5 ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob über den
30. Januar 2018
hinaus Leistungen zu erbringen sind,
und in diesem Zusammenhang
insbesondere
,
ob die nach diesem Zeitpunkt geklagten Beschwerden in einem Kausalzusammenhang zum Unfall
ereig
nis vom
1. Januar 2018
stehen.
3.
3.1
Die Röntgen- und MR-
Arthrographie
des
Schultergelenkes links vom 24.
Januar 2018 ergab eine mässige AC-Arthrose mit deutlichen Aktivierungszeichen, eine ausgeprägte Degeneration der
Rotatorenmanschette
vor allem die
Supr
a
spinatus
- und die
Subscapularissehne
betreffend, eine chronische
Tendinopathie
, eine
trans
murale
Ruptur der
Supraspinatussehne
dorsal mit KM Durchtritt, eine Partialruptur auch der
Subscapularissehne
mit dringendem Verdacht auf
Pulley
-Läsion
und
beginnender Subluxation der
Bizepssehne
nach innen, kein
en rele
vanten
Labrum- oder Knorpelschaden, keine Muskelatrophie
sowie
keine
trauma
be
dingte
ossäre
Destruktion (Urk.
12/3/2).
3.2
Dr.
C._
, FMH orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Be
wegungsapparates,
nannte in seinem Be
richt vom 30.
Januar 2018 die folgenden Diagnosen:
Anterosuperiore
Rotatorenmanschettenruptur
Schulter links
-
w
ahrscheinlich frische Komplettruptur der
Subscapularissehne
mit media
ler
Bizepsinstabilit
ät
bei Status nach Trauma am 1.
Januar 2018
-
v
orbestehende Degeneration der
Supraspinatussehne
mit chronischer
Ten
dino
pathie
Dr.
C._
führte aus, die Hausärztin behandle die betroffene linke Schulter schon seit langer Zeit mit Infiltrationen. Eine vorbestehende Degeneration sei vorhan
den. Di
e Beschwerdeführerin habe am 1.
Januar 2018 in einen Öltank steigen müsse
n, um den Zählerstand abzulesen, wobei sich ein Fehltritt mit einem an
schliessenden Distraktionstrauma des linken Armes ereignet habe. Seither bestehe zusätzlich zur vorbestehenden Symptomatik eine Funktionseinschränkung in Elevation und im Schürzengriff. Es
zeige sich unbestrittenermassen eine behand
lungsrelevante
anterosuperiore
Rotatorenmanschettenruptur
links, wobei er auf
grund der Anamnese, der MRI-Bilder und der klinischen Befunde der Meinung sei, dass es sich bei der
Subscapularisruptur
um eine frische Verletzung im An
schluss an das erwähnte Trauma handle. Die
S
u
praspinatussehnenruptur
dürfte jedoch vorbestehend und
degenerativer Natur sein (Urk.
12/3/3).
3.3
Dr.
B._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
nannte in seinem Bericht vom 8.
Februar 2018 die Diag
nose einer
transmuralen
Ruptur von
Subscapularis
- und
Supraspinatussehne
S
chulter links nach Sturz vom 1.
Januar 201
8.
Er hielt fest, die Untersuchung zeige eine wahrscheinlich
traumabedingte
transmurale
Ruptur der
Subscapularis
sehne
sowie eine vorbestehende wahrscheinlich degenerativ bedingte
transmurale
Ruptur der
Supraspinatussehne
mit Retraktion bis au
f den
Humeruskopfscheitel
(Urk.
12/3/4).
3.4
Am 9.
Februar 2018 erfolgte eine diagnostische Schulter-Arthroskopie links, eine Tenotomie der langen
Bizepssehne
, eine Mobilisation
und Rekonstruktion der
Subscapularissehne
, ein
subakromiales
Débridement
und eine
Akromioplastik
so
wie eine plastische Rekonstruktion von Supra- und
Infraspinatuss
ehne
durch
Dr.
B._
(Urk.
12/3/5).
3.5
Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin
,
Dr.
D._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
hielt
in seiner Stellungnahme vom 13.
Februar 2018 fest, eine konklusive Beurteilung der Unfallkausalität sei aufgrund der eingeschränkten Aktenlage nicht möglich. Zur Beurteilung notwendig wäre der original
e
Befundberic
ht der MRI-Untersuchung
vom 24.
Januar 2018 sowie ein ausführlicher Bericht der Hausärztin der Beschwer
deführerin über die Diagnosen und die Beh
andlung vor dem Ereignis vom 1.
Januar 2018, insbesondere über frühere Bildgebung. Soweit unter Vorbehalt aus den vorliegenden Akten zu beur
teilen
,
seien die im MRI vom 24.
Januar 2018 festgestellten Körperschädigungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vorbe
steh
end und degenerativ und nicht unfallkausal. Gemäss Schadenmeldung habe die Beschwerdef
ührerin eindeutig ein Kontusionstrauma und nicht ein Distrak
tionstrauma der Schulter erlitten. Ein solches Kontusionstrauma sei nicht geeig
net, eine Ruptur der
Subscapu
larissehne
zu verursachen (Urk.
12/3/7).
3.6
Dr.
B._
hielt in seinem Bericht vom 22.
Februar 2018 fest, zwei Wochen postoperativ zeige sich ein erfreulicher Verlauf mit guter
Schmerzregredienz
, welche nach einer leichten Schulterdistorsion mit bandagiertem linken Arm wie
der etwas abgenommen habe (Urk.
12/3/8).
3.7
Die Hausärztin
Dr.
E._
, FMH Allgemeine Innere Medizin
,
nannte in ihrem
Bericht vom 25.
Februar 2018 zuhanden der Beschwerdegegnerin die folgenden Diagnosen:
Transmurale
Ruptur der
Supraspinatussehne
dorsal links
-
p
artiel
l
e Ruptur der
Subscapularissehne
mit dringendem Verdacht auf
Pulley
-Läsion und beginnender Subluxation der
Bizepssehne
nach innen
-
a
usgeprägte Degeneration der
Rotatorenmanschette
-
chronische
Tendinopathie
Dr.
E._
führte aus, am 11.
August 2015 habe die Beschwerdeführerin sehr starke Schmerzen in der linken Schulter gehabt. Klinisch habe sie eine Periar
thritis
humeroscapularis
links gehabt und es sei eine i.a. Injektion durchgeführt und NSAR per
os
gegeben wo
rden. Bei der Kontrolle vom 15.
September 2015 sei die Beschwerdeführerin diesbezüglich beschwerdefrei gewesen und es sei keine Bildgeb
ung durchgeführt worden. Am 25.
November 2016 habe die Beschwerde
führerin über Schmerzen an der Ansatzstelle des
musculus
deltoideus
links ge
klagt. Durch Physiotherapie und
Xefo
habe eine Schmerzfreiheit erzielt werden
können. Wiederum sei keine Bildgebung durchgeführt worden, da die Klinik ein
deutig gewesen sei.
Im März 2017 sei wiederum eine Periarthritis
humerosca
pularis
an der linken Schulter aufgetreten und das gleiche Procedere wie 2015 durchgeführt worden mit gutem Resultat. Gewisse Abnützungserscheinungen durch gleichförmige Bewegung bei den Reinigungsarbeiten seien nicht von der Hand zu weisen. Aus ihrer Sich
t sei das Unfallereignis vom 1.
Jan
uar 2018 jedoch eindeutig (Urk.
12/3/9).
3.8
Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin
,
Dr.
D._
,
führte
in seiner Stellung
nahme vom 1.
März 2018 aus, die im MRI vom 24.
Januar 2018 festgestellten
Körperschädigungen seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit rein degene
rat
iv verursacht und nich
t unfallkausal, insbesondere sei
die Läsion der
Subsca
pularis
sehne
gemäs
s MRI-Befund rein degenerativ; i
m MRI sei keine überwiegend wahr
scheinlich
unfallkausale strukturelle Körperschädigung nachgewiesen. Sowohl das in der Schadenmeldung angegebene reine Kontusionstrauma
noch das im Arztbericht vom 30.
Janua
r 2018 später angegebene Distra
ktionstrauma seien geeignet gewesen, die Läsionen der
Rotatorenmanschette
zu ve
rursachen. Beim Ereignis vom 1.
Januar 2018 habe die Beschwerdeführerin eine vorübergehende
nicht richtungweisende Verschlimmerung des degenerativen Vorzustandes erlitten.
Der Status quo sine sei
nach seiner Einschätzung
vier Wochen nach dem
Ereignis erreicht gewesen (
Urk.
12/3/10).
3.9
Dr.
B._
hielt in seinem Bericht vom 22.
März 2018 fest, sechs Wochen postoperativ zeige sich weiterhin ein positiver Verlauf mit bereits guter aktiver und
assistiver
Mobilität. Die akuten Schmerzereignisse so
llten im Verlauf abneh
men (Urk.
12/3/14).
3.10
In
seiner Stellungnahme
vom 12.
April 2018 zuhanden der Beschwerdegegnerin führte
Dr.
B._
aus, die Ablehnung der Kostenübernahme für die Behand
lung der posttraumatischen Pathologie im Bereich der rechten (recte: linken) Schulter der Beschwerdeführerin sei für ihn nicht nachvollziehbar. Auch wenn eine vorbestehende Degeneration im Bereich der rechten (recte: linken) Schulter bereits bekannt gewesen sei und behandelt worden sei, sei der intraoperative Befund eindeutig und zeige eine traumatisch
e komplette Ruptur der
Subscapu
l
a
rissehne
.
Vor d
em traumatischen Ereignis am 1.
Januar 2018 habe eine geringere Funktionseinschränkung der linken Schulter bestanden
. Bei der präoperativen klinischen Untersuchung habe sich ein positiver Lift-off und Bear-
hug
-Test als Zeichen der
Subscapularissehnen
-Ruptur gezeigt. Ebenso habe sich ein positiver und schmerzhafter
Jobe
-Test als Zeichen einer
Supraspinatussehnen
-Ruptur ge
zeigt. Die Aussenrotationskraft sei gut erhalten gewesen. Die Bilder des intraope
rativen Befundes zeigten eindeutig einen frischen Ausriss der
Subscapularissehne
und eine eher degenerativ bedingte Unterflächenläsion der
Supraspinatussehne
. Aufgrund des frischen traumatischen Schadens sei die
arthroskopische
Rekon
struk
tion der
antero
-superioren
Rotatorenmanschette
sowie die T
e
notomie und
Tenodese
der lan
g
en
Bizepssehne
indiziert gewesen.
Somit sei die Unfallkausalität für die S
chulterpathologie gegeben (Urk.
12/3/16
= Urk. 3/5
).
3.11
Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin,
Dr.
F._
, Facharzt Innere Medizin, hielt
in seiner Stellungnahme vom 13.
April 2018 fest, es sei kein objektivierbarer struktureller traumatischer Schaden nachweisbar. Es bestünden rein degenerative Faktoren. Im Sinne einer Kontusion sei es maximal zu einer vorübergehenden Verschlimmerung gekommen. Per Ende Januar 2018 sei der Status quo sine erreicht worden. Die Operation sei unfallfremd. Der behandelnde Orthopäde setze einen frischen Schaden einem Trauma gleich. Dies sei falsch. Es liege kein geeignetes Ereignis für das Zuziehen einer
Rotato
renmanschetten
-Ruptur vor (Urk.
12/3/17).
3.12
In seinem Bericht vom 3.
Mai 2018
nannte
Dr.
B._
die Diagn
o
s
e eines Verdachts auf ei
ne
inkomplette Heilung der
Subscapularissehne
Schulter links bei
Status nach Schulterarthroskopie links mit
Subscapularissehnen
-Naht und Rekon
struktion der Supra- und
Infraspinatusseh
n
en
sowie Tenotomie der langen
Bizep
s
sehne
und
Acromioplastik
am 9.
Februar 201
8.
Die Verlaufs-Sonographie der linken Schulter zeige eine inkomplette Heilung der
Subscapularissehne
der linken Schulter nach Rekonstruktion mit Naht-Ankern. Dies sei vermutlich die Ursache für die persistierenden Schmerzen. Die Be
schwerdeführerin rauche 2.5
Päck
li
pro Tag, was die Heil
ung kompromittieren könne (Urk.
12/3/18).
3.13
Dr.
B._
nan
nte in seinem Bericht vom 15. Mai 2018 die Diagn
o
s
e eines Anker-Ausrisses (wahrscheinlich traumatisch) und eine Re-Ruptur der
Subscapu
laris
sehne
Schulter
links bei Status nach Schulter
arthroskopie links mit
Subsca
pularissehnen-Naht
und Rekonstruktion der Supra- und
Infraspinatussehne
sowie Tenotomie der langen
Bizepssehne
und
Acromiopla
s
tik
am 9. Februar 201
8.
Das Verlaufs
-MRI der linken Schulter vom 9.
Mai 2018 zeige
einen Anker-Ausriss aus dem
Tuberculum
minus und eine Re-Ruptur der
arthroskopisch
rekonstruierten
Subscapularissehne
. Dies indiziere
die Revisions-Arthroskopie der linken Schulter sowie die Entfernung des freien Naht-Ankers und die erneute Rekonstruktion der
Subscapularissehne
(Urk. 12/3/19).
Diese Operation wurde am 18.
Mai 2018 durch
Dr.
B._
d
u
r
chgeführt (Urk. 12/3/20).
3.14
In seiner Stellungnahme vom 22. Mai 2018 zuhanden der Rechtsschutz
ver
siche
rung der Beschwerdeführerin führte
Dr.
B._
aus, wie er bereits in seiner Stellungnahme
an die Beschwerdegegnerin beschrieben habe, habe die
Subscapu
larissehne
eine eindeutig frische und traumatische Risskonfiguration gezeigt.
Diese sei durch einen erfahrenen Operateur eindeutig von degenerativen Seh
nenschädigungen zu unterscheiden. Gleichzeitig habe sich eine degenerativ ver
änderte
Supraspinatussehne
mit Unterflächenschaden gezeigt. Diese sei vorbe
stehend gewesen und sei bereits symptomatisch behandelt worden.
Durch das am 1. Januar 2018 aufgetretene Unfallereignis sei es jedoch zu einer posttrauma
tischen funktionellen Einschränkung gekommen. Diese sei vor dem Unfallereignis nicht gegeben gewesen.
In der Überweisung von
Dr.
C._
, welcher die Beschwer
deführerin initial gesehen habe, sei von einer Schulterdistraktion ausgegangen worden. Dies entspreche auch dem Unfallmechanismus, welcher eine
Subscapu
larissehnen-Ruptur
mechanisch auslösen könne
. Bei dem beschriebenen Sturz gegen eine Wand sei es reflexartig zu Abstützbewegungen mit den Armen ge
kommen, welche ein
e
plötzliche kraftvolle Aussendrehung und Distraktion verur
sachen könnten
(Urk. 12/3/21).
3.15
In seinem Bericht vom 31. Mai 2018 hielt
Dr.
B._
fest, zwei Wochen postoperativ zeige sich ein positiver Verlauf mit bereits guter
Regredienz
der postoperativen Restschmerzen
(Urk. 12/3/22
= Urk. 3/3
).
3.16
Im orthopädischen Aktengutachten vom 19. August 2018
nannte
Dr.
A._
fol
gen
de Diagnosen
(Urk. 12/
4/2 S. 11
f.)
:
-
Impingement
linke Schulter mit/bei
-
Acromionsporn
, AC-Gelenksarthrose
-
d
egenerative Läsion der
Supraspinatussehne
mit Rissbildung, degenerative Partialruptur der
Infraspinatus
- und
Subscapularissehne
, Degeneration der Teres minor-Sehne, Labrumdegeneration (SLAP II Läsion),
Auffaserung
lange
Bizepssehne
mit Instabilität, Bursitis
subacromialis
/
subdeltoidea
-
i
ntraartikuläre Injektionen 08/2015, 03/2017, Physiot
her
apie
-
diagnostische Schulterarthroskopie, Tenotomie der langen
Bizepssehne
, Mobilisation und Rekonstruktion der
Subscapularissehne
mit 2
Corkscrew
-Fadenankern,
subakriomiales
Débridement
und
Acromioplastik
, plastische Rekonstruktion der
Supra- und
Infraspinatussehne
09.02.2018
-
Ankerausriss und Re-Ruptur der
Subscapularissehne
21.02.2018
-
Re-Arthroskopie Schulter
, Ent
fernung des aus
gerissenen Ankers,
ausgiebiges N
arben-
Débridement
,
Kapsulotomie
und
Mobilisation der
Subscapularissehne
, erneute Naht der
Subscapularissehne
mit dreifach armiertem
Corkscrew
-Anker
18.05.2018
-
Prellung/Distraktion linke Schulter 01.01.2018
Der Gutachter führte
aus, bei der zum Zeitpunkt des Unfalles 58-jährigen Beschwerdeführerin fänden sich
degenerative Vorzustände/Krankheiten
. Sie sei wegen der linken Schulter schon seit langer Zeit bei der Ha
usärztin in Behandlung gewesen.
Des
weiteren
sei darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin
2.5
Päckli
Zigaretten rauche, was einen negativen Einfluss auf die Belastbarkeit und Heilung von Sehnen habe.
Anlässlich
d
er ersten MR-
Arthrographie
drei Wochen nach dem Ereignis hätten sich
mässiggradige
degenerative Verände
rungen am AC-Gelenk gezeigt, das Labrum habe degenerative Veränderungen vor allem ventral gezeigt. Die
Supraspinatussehne
sei massiv degeneriert gewesen mit grösserem
transmuralem
Riss mit Kontrastmittelaustritt in die Bursa. Die Sehne sei deutlich
mukoid
umgebaut und heterogen strukturiert gewesen. Es habe ein
e
chronische
Tendinopathie
bestanden. Die
Subscapularissehne
sei ebenfalls dege
neriert gewesen mit Partialruptur ohne vollständige
Avulsion
. Auch die Sehnen des
Infraspinatus
und des Teres minor hätten degenerative Veränderungen ge
zeigt ohne relevante Rissbildung.
Es müsse von einer ausgeprägten Degeneration der
Rotatorenmanschette
vor allem im
Supraspinatus
- und
Subscapularis
-Bereich vorbestehend ausgegangen werden.
Ursache dieser vorbestehenden Degeneration
sei eine
Impingement
-Situation:
Es habe sich anlässlich der ersten Operation am 9. Februar 2018 ein mässig grosser
Acromionsporn
gefunden, eine
Impingement
Marke habe sich am Ursprung des CA-Ligaments gezeigt. Im Weiteren sei vom Operateur anlässlich der ersten Operation am 9. Februar 2018 neben den erwäh
nten Läsionen der
Rotatorenmanschette
zusätzlich eine subtotale Ruptur der
Infraspinatussehne
, eine SLAP II-Läsion sowie eine degenerative
Auffaserung
der
langen
Bizepssehne
im
Sulcus
mit Instabilität sowie ein
e
subacromial
entzünd
lich-
hypertrophe Bursitis
subacromialis
/
subdeltoidea
beschrieben worden
;
somit seien auch intraoperativ noch weitere zusätzliche fortgeschrittene degenerative Verän
derungen verifiziert worden.
Bezüg
lich der Unfallursache werde einerseits in der UVG-Schadenmeldung vom 7. Februar 2018 berichtet, dass die Beschwerde
füh
rerin von einem Tankkessel habe runter
s
teigen wollen, das Gleichgewicht verlo
ren habe und in eine Wand geknallt sei, sich also eine Prellung der Schulter zugezogen habe. Im Arztzeugnis vom 15. Februar 2018 sei beschrieben worden, dass die Beschwerdeführerin beim Rückwärtsgehen bei einem Fehltritt mit dem linken Arm versucht habe, einen Sturz mit einem Distraktionstrauma zu ver
hindern.
Beide geschilderten Unfallmechanismen seien nicht geeignet, bei einer
Rotatorenmanschette
ohne vorbestehende fortgeschrittene degenerative Verände
rungen eine Rissbildung zu erzeugen. Es handle sich bei beiden Mechanismen um alltägliche Belastungen, welche
bei einer gesunden
Rotatorenmanschette
keine Verletzungen hervorriefen.
Der Operateur
Dr.
B._
habe in seinem ersten Operationsbericht vom 9. Februar 2018 beschrieben, dass die
Subscapularissehne
subtotal
frisch
rupturiert
gewesen sei
. Demgegenüber stehe die Beurteilung des Radiologen anlässlich des MRI vom 24. Januar 2018, welcher die
Subscapularis
sehne
als ebenfalls degeneriert mit Partialruptur beschreibe. Rein aufgrund des
morphologischen Befundes intraoperativ sei es nicht mit der geforderten über
wie
genden Wahrscheinlichkeit möglich, zwischen frischer und degenerativer Rup
tur zu unterscheiden. Die beili
e
genden intraoperativen Bilder zeigten jedenfalls stark ausgefranstes degeneriertes Sehnengewebe im Bereich der Läsion.
Typisch für die vorbestehende Degeneration des Sehnengewebes sei auch der weitere Verlauf. So sei es trotz sorgfältiger Re-Adaptation der Sehne bei einer ruckartigen Bagatell
bewegung mit fixiertem Arm in der Schlinge zwei Wochen postoperativ zu einem Ankerausriss und Ausriss der
Subscapularissehne
gekommen. Diese
Ausrisse trotz guter
Refixation
seien typisch bei Vorliegen von degeneriertem Sehnengewebe. Bei
frischen Rissbildungen mit noch guter Sehnenqualität komme es nicht bei Bagatellbewegungen mit fixiertem Arm am Körper zu derart grossen Sehnen
ab
rissen.
In der Zusammenschau unter Würdigung der Vorzustände, des Unfallme
cha
nismus und des Verlaufs könne nicht mit der geforderten überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden, dass es bei dem Ereignis vom
1.
Janu
ar 2018 zu einem frischen Abriss der
Subscapularissehne
gekommen sei. Auch
anderweitige frische Verletzungen hätten weder kernspintomografisch noch intra
operativ nachgewiesen werden können.
Somit sei davon auszugehen,
dass es an
lässlich des Unfallereignisses überwiegend wahrscheinlich nicht zu einer unfall
kausalen strukturellen Körperschädigung gekommen sei. Das
Ereignis habe ledig
lich zu
vorübergehenden Schmerzen
geführt, der
Status quo sine sei nac
h vier Wochen erreicht gewesen
(Urk. 12/4/2 S. 9 ff.).
3.17
Dr.
B._
führte in seinem E-Mail-Schreiben vom 26. September 2018 an die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin
zunächst
aus, im
Einspracheent
scheid
werde unter Sachverhalt Punkt 3 angegeben, dass im MRI
vom 24.
Januar
2018 eine sehr wahrscheinlich frische Komplettruptur der
Subscapularissehne
vor
liege.
Dr.
A._
benutze den Befund des initialen MRI für seine Argumentation einer Degeneration der
Subscapularissehne
. Diese Aussagen seien widersprüch
lich. Weiter moniert er, dass der Gutachter über schlechte Schwarzweisskopien der Fotodokumentation verfügt habe und ihm keine digitalen Bilder weiter
ge
geben worden seien. Schliesslich bezeichnet er die Aussage des Gutachters, wo
nach Ausrisse trotz guter
Refixation
typisch bei Vorliegen von degeneriertem Sehnengewebe seien, als falsch
und hält fest, bei einer ruckartigen Bewegung mit dem voroperierten Arm sei es zu einem Ausriss des Nahtankers aus dem Knochen gekommen und nicht zu einem Ausriss der Sehnen aus den Nähten, wie es bei degeneriertem Sehnengewebe vorkommen könne (Urk. 3/6).
3.18
In seiner Stellungnahme vom 26. Oktober 2018
nach Durchsicht der digitalen Bilddokumentation
führte
Dr.
A._
aus,
im Vergleich zu den ihm ursprünglich
vorliegenden Bildern mit schlechter Qualität erkenne man auf den farbigen Bild
ern
mit sehr guter Qualität wesentlich besser, dass die
Rissränder der
Rotato
ren
manschette
massiv ausgefranst seien, so wie man es bei einer erheblichen vorbe
stehenden Degeneration der
Rotatorenmanschette
erwarten würde. Eine solche erhebliche Degeneration der
Subscapularissehne
sei ja schon anlässlich der ersten MR-
Arthrographie
drei Wochen nach dem Ereignis (Bericht vom 24. Januar 2018) vom Radiologen beschrieben worden. Diesen Befund habe er auf den ihm vor
liegenden MRI-Bildern verifiziert
.
Der
im Schreiben vom 12.
April 2018 von
Dr.
B._
aufgestellte
n
Behauptung, die intraoperativen Bilder zeigten ein
deu
tig einen frische
n
Ausriss der
Subscapularissehne
,
müsse widersprochen werden
.
Ganz im Gegensatz zu seiner Beurteilung halte er den
Rissrand
im Bereich der
Subscapularissehne
als degenerativ entstanden bei erheblicher Ausfransung.
Im
Übrigen sei darauf hinzuwese
n, dass allein aufgrund des morphologischen Bildes nicht mit der geforderten überwiegenden Wahrscheinlichkeit festgestellt werden könne, ob es sich hier um einen frischen Riss oder um eine degenerative Läsion handle
. Hingegen könne
aufgrund der oben beschriebenen MRI-Untersuchungen überwiegend wahrscheinlich festgehalten werden, dass eine erhebliche Degene
ration der
Subscapularissehne
vorbestehend gewesen sei
. Nochmals sei auf die Gesamtschau hinzuweisen, dass aufgrund de
s
MRI eine erhebliche Läsion auch der übrigen Anteile der
Rotatorenmanschette
bestanden habe, insbesondere auch im Bereich der Supra- und
Infraspinatussehne
bei
Acromionsporn
. Auch hätten sich weitere degenerative Veränderungen wie eine SLAP-Läsion am Limbus, eine degenerative
Auffaserung
der langen
Bizepssehne
sowie eine entzündlich-hyper
trophe Bursitis
subacromialis
/
subdeltoidea
als Zeichen für zusätzlich fortge
schrittene degenerative Veränderungen des Schultergelenkes gefunden. Noch
mals sei auf die Anamnese mit vorbe
st
ehenden Schulterbeschwerden mit Bewe
gungseinschränkung und deswegen schon längerer ärztlicher Behandlung bei diese
r schweren Raucherin hinzuweisen. Es sei somit bei der 58-jährigen Be
schwerdeführerin von einem
erheblichen degenerativen Vorzustand der Schulter
auszugehen, der zu weit mehr als 50 % auf Abnützungen zurückzuführen sei.
In Bezug auf die
Aussa
g
en
von
Dr.
B._
in seinem E-Mail-Schreiben vom 25. September 2018
hielt
Dr.
A._
fest
, dass es bei ruckartigen Bewegungen bei einem voroperierten Arm zweifellos zu einem Ausriss des Nahtankers aus dem Knochen kommen könne. Nur sei im vorliegenden Fall der
Arm am Oberkörper fixiert gewesen
, so dass grössere ruckartige Bewegungen im Schultergelenk gar nicht hätten stattfinden können.
Dass es aber trotzdem zu einem Abriss der
refixierten
Sehne habe kommen können, sei eben typisch für das vorbestehend degenerativ veränderte Gewebe
, welches nicht am Knochen anwachsen könne trotz der fixierenden Anker, weil die Durchblutung bei einem derartig vorge
schädigten Gewebe nicht mehr in ausreichendem Mass gegeben sei, damit die
Heilvorgänge ablaufen könnten. So könne es trotz inadäquatem Trauma zu einem Ausriss entweder des Sehnengewebes aus den Fäden, welche durch den Anker im Knochen fixiert würden, kommen, oder es könne sogar zu einem Ausriss mitsamt Anker aus dem Knochen kommen, wie man es vor allem bei Patienten in fortgeschrittenem Alter bei e
i
nsetzender Oste
o
porose gerne sehe. Bezüglich des Läsionsortes
wies
Dr.
A._
darauf hin
,
dass kernspintomografisch nicht nur die Supra
-/
Infraspintus
-Sehne degeneriert gewesen sei, sondern auch ganz erheblich die
Subscapularissehne
(Urk. 14).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich
im angefochtenen Entschei
d
im Wesent
li
chen auf
das Aktengutachten
von Dr.
A._
vom 19
.
August
201
8
(vgl. E.
3.16)
.
Ein medizinischer Aktenbericht als
Entscheidgrundlage
ist zulässig, wen
n die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind; der Untersuchungsbefund muss lückenlos vorliegen, damit der Experte imstande ist, sich auf
grund der vorhan
denen Unterlagen ein vollständiges Bild zu verschaffen (Urteil des Bundesgerichts 8C_833/2009 vom 26. Januar 2010 E. 5.1 mit Hinweisen
, vgl. vorne E. 1.4
), was vorliegend der Fall ist.
Das Gutachten
von Dr.
A._
erfüllt die Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische
Entscheidgrundlage
(vgl. vorne E. 1.3)
.
Der Um
stand, dass der
Gutachter
keine eigene Untersuchung durchgeführt hat, vermag den Beweiswert seiner Beurteilung nicht zu schmälern, zumal es mit der Frage nach der Unfallkausalit
ät einen feststehenden medizini
schen Sachverhalt zu erörtern galt, ohne dass
zusätzliche Untersuchungen not
wendig gewesen wären.
Praxisgemäss
kann unter diesen Voraussetzungen auch ein reines Aktengutach
ten voll beweiswertig se
in (vgl. etwa Urteil des Bundes
gerichts 8C_325/2009 vom
23. September 2009 E. 3.4.1 mit Hinweisen)
. Aus den Ausführungen
von
Dr.
A._
ergibt sich denn auch, dass er über sämtliche für die Beurteilung der Unfall
kau
salität erforderlichen Unterlagen verfügte.
4.2
Dr.
A._
gelangt
in seiner sorgfältig begründeten Beurteilung unter eingehender Würdigung der medizinischen Berichte
sowie des Bildmaterials
zum Schluss,
dass
bei der zum Zeitpunkt des Unfalles 58-jährigen Beschwerdeführerin
degenerative Vorzustände
/Krankheiten
bestanden.
Die
erste MR-
Arthrographie
drei Wochen nach dem Ereignis
habe
eine
ausgeprägte
Degeneration der
Rotatorenmanschette
vor allem im
Supraspinatus
- und
Subscapularis
-Bereich
ergeben
.
So
hätten
sich
mässiggradige
degenerative Veränderungen am AC-Gelenk gezeigt, das Labrum habe degenerative Veränderungen vor allem ventral gezeigt. Die
Supraspinatus
sehne
sei massiv degeneriert gewesen mit grösserem
transmuralem
Riss mit
Kontrastmittelaustritt in die Bursa. Die Sehne sei deutlich
mukoid
umgebaut und heterogen strukturiert gewesen. Es habe ein
e
chronische
Tendinopathie
bestan
den. Die
Subscapularissehne
sei ebenfalls degeneriert gewesen mit Partialruptur ohne vollständige
Avulsion
. Auch die Sehnen des
Infraspinatus
und des Teres minor hätten degenerative Veränderungen ohne relevante Rissbildung gezeigt.
Ursache dieser vorbestehenden Degenerationen sei eine
Impingement
-Situation.
Intraoperativ seien noch zusätzliche fortgeschrittene degenerative Verände
run
gen verifiziert worden.
So habe sich anlässlich der ersten Operation am 9. Februar 2018 ein mässig grosser
Acromionsporn
gefunden und eine
Impingement
Marke habe sich am Ursprung des CA-Ligaments gezeigt. Im Weiteren sei
en
neben den erwähnten Läsionen der
Rotatorenmanschette
zusätzlich eine subtotale Ruptur der
Infraspinatussehne
, eine SLAP II-Läsion sowie eine degenerative
Auffaserung
der langen
Bizepssehne
im
Sulcus
mit Instabilität sowie eine
subacromial
ent
zünd
lich-hypertrophe Bursitis
subacromialis
/
subdeltoidea
beschrieben worden.
Die Aussage des Operateurs
Dr.
B._
, wonach die
Subscapularissehne
sub
total frisch
rupturiert
gewesen sei
n solle
, stehe im Widerspruch zur Beurteilung des Radiologen, welcher die
Subscapularissehne
als ebenfalls degeneriert mit Par
tialruptur beschreibe. Rein aufgrund des morphologischen Befundes intraope
rativ
sei es nicht mit
überwiegender
Wahrscheinlichkeit möglich, zwischen frischer u
nd degenerativer Ruptur zu unterscheiden. Die intraoperativen Bilder zeigten jeden
falls stark ausgefranstes degeneriertes Sehnengewebe im Bereich der Läsion.
Dr.
A._
hält
ausserdem
fest, dass
s
owohl
der
in der UVG-Schadenmeldung vom 7. Februar 2018
(Urk. 12/2/1)
berichtet
e Unfallmechanismus
,
wonach
die Be
schwer
de
führerin in eine Wand geknallt sei,
wie auch das im Arztzeugnis vom 15. Februar 2018
(Urk. 12/3/6)
geschilderte Distrakt
i
onstrauma nicht geeignet
seien
,
bei einer
gesunden
Rotatorenmanschette
ohne vorbestehende fortge
schrit
te
ne degenerative Veränderungen eine Rissbildung zu erzeugen
.
Somit
spricht
der
Unfallmechanismus vorliegend
in beiden Fällen
gegen eine traumatisch bedingte Schädigung und es kann
offen bleiben
, ob
überhaupt ein
Distraktionstrauma stattgefunden hat
.
Die Beschwerdeführerin selbst hat jedenfalls nie einen Sturz auf den ausgestreckten Arm
oder einen ähnlichen Verletzungsmechanismus
gel
tend gemacht.
Dr.
A._
weist
des
weiteren
darauf hin, dass auch der weitere Verlauf
typisch für die vorbestehende Degeneration des Sehnengewebes sei. So sei es trotz
guter
Refixation
der Sehne bei einer ruckartigen Bagatellbewegung mit fixiertem Arm in der Schlinge zwei Wochen postoperativ zu einem Anker
ausriss und Ausriss der
Subscapularissehne
gekommen. Bei frischen Rissbil
dungen mit noch guter Sehnenqualität komme es nicht bei Bagatellbewegungen mit fixiertem Arm am Körper zu derart grossen Sehnenabrissen.
Zusammen
fassend kommt
Dr.
A._
unter Würdigung der Vorzustände, des Unfallmecha
nismus und des Verlaufs
zum Schluss,
dass es beim Ereignis vom 1. Januar 2018
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
zu einem frischen Abriss der
Sub
scapularissehne
gekommen
ist
. Auch anderweitige frische Verletzungen
konnten
weder kernspintomografisch noch intraoperativ nachgewiesen werden
. Somit
ist gemäss
Dr.
A._
- und in Übereinstimmung mit den Schlussfolgerungen der versicherungsinternen Ärzte (vgl. vorne E. 3.8 und E. 3.11) -
davon auszugehen
, dass es nicht zu einer unfallkausalen strukturellen Körperschädigung gekommen
ist
, sondern lediglich zu einer vorübergehenden Verschlimmerung eines
degene
rativ bedingten
Vorzustandes
und
dass
d
er Status quo sine nach vier Wochen erreicht
war
(vgl. vorne E. 3.16).
Der behandelnde
Orthopäde
Dr.
B._
vermag
die
nachvollziehbare und
überzeugende Be
urteilung des Gutachters
Dr.
A._
nicht in Zweifel zu ziehen.
Dr.
B._
behauptet
, dass der intraoperative Befund eindeutig eine trauma
tische Ruptur der
Subscapularissehne
zeige
(vgl. vorne E. 3.10 und 3.14)
, ohne dies jedoch näher zu begründen und ohne
sich zu der dazu im Widerspruch stehenden
erheblichen Ausfransung der Rissränder im Bereich der
Subcapularis
sehne
zu äussern
,
welche
Dr.
A._
anhand
der
intraoperativen Bilder
beschrieb
.
Auch setzt
Dr.
B._
sich mit dem MRI Befu
nd vom 24.
Januar 2018 und
dem vorbestehenden ausgeprägten degenerativen Vorzustand der
Rotatorenman
schette
nicht
auseinander
.
Dr.
A._
entkräftet
mit
seiner Stellungnahme vom 26. Oktober 2018
denn auch
die Einwände von
Dr.
B._
.
Nach Durchsicht der digitalen Bilder
weist
er
darauf hin, dass man a
uf den farbigen Bildern mit sehr guter Qualität
noch
wesentlich besser
sehe
, dass die
Rissränder der
Rota
torenmanschette
massiv ausgefranst seien
,
wie es bei einer vorbestehenden erheblichen Degeneration der
Rotatorenmanschette
zu erwarten sei
.
Eine solche
erhebliche Degeneration der
Subscapularissehne
sei schon anlässlich der MR-
Arthrographie
drei Wochen nach dem Ereignis (Bericht vom 24. Januar 2018) v
om Radiologen beschrieben worden
und könne
anhand der MRI-Bilder verifi
ziert
werden
.
Der im Schreiben vom 12. April 2018 von
Dr.
B._
aufgestellte
n
Be
hauptung, die intraoperativen Bilder zeigten eindeutig einen frischen Ausriss der
Subscapularissehne
(vgl. vorne E. 3.10)
,
w
iderspricht
Dr.
A._
aufgrund der erhebli
chen Ausfransung der Rissränder
.
Er
weist
zudem
erneut
darauf
hin, dass
sich im MRI
auch
eine erhebliche Läsion der übrigen Anteile der
Rotatoren
man
schette
und weitere degenerative Veränderungen des Schultergelenkes
gefunden hätten
und
aufgrund der Anamnese
(vgl.
Bericht der Hausärztin vom 25. Februar 2018
vorne E. 3.7)
vorbestehende
Schulterbeschwerden
ausgewiesen seien.
Es sei
somit von einem
erheblichen degenerativen Vorzustand der Schulter
auszugehen.
Der
Aussage
von
Dr.
B._
, dass es bei
einer ruckartigen Bewegung mit dem
voroperierten Arm zu einem Ausriss des Nahtankers aus dem Knochen
gekommen sei und nicht zu einem Ausriss der Sehnen aus den Nähten
,
wie es bei dege
neriertem Sehnengewebe vorkommen könne (vgl. vorne E. 3.17),
hält
Dr.
A._
entgegen, dass es trotz fixiertem Arm am Oberkörper zu einem Abriss der
refi
xierten
Sehne
gekommen sei
,
sei
typisch für vorbe
stehend degenerativ verän
dertes Gewebe
. Dieses könne trotz der fixierenden Anker nicht am Knochen anwachsen, weil die Durchblutung bei einem derartig vorgeschädigten Gewebe nicht mehr in ausreichendem Mass gegeben sei.
So könne es bei einer Bagatell
bewegung zu einem Ausriss entweder des Sehnengewebes aus den Fäden, welche durch den Anker im Knochen fixiert würden oder zu einem Ausriss mitsamt Anker aus dem Knochen kommen (vgl. vorne E. 3.18).
Aus der allgemeinen Aus
sage von
Dr.
B._
, wonach häufig degenerative Läsionen der
posterosu
perioren
Rotatorenmanschette
ohne Degeneration der
Subscapularissehne
besteh
en sollen
, kann die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten ableiten, zumal
vorliegend
eine
Degeneration der
Subscapularissehne
bildgebend dokumentiert
ist
.
Die Kritik von
Dr.
B._
am Gutachten von
Dr.
A._
vermag
insgesamt
nicht zu überzeugen und er vermag damit die Schlussfolgerungen des Gutachters nicht in Frage zu stellen. Es entsteht vielmehr der Eindruck, dass er als be
han
delnder Spezialarzt aufgrund seiner auftragsrechtlichen Stellung zugunsten seine
r Patientin aussagt (vgl.
BGE 125 V 353 E. 3b/cc mit Hinweisen)
.
Der medizinische Sachverhalt ist hinreichend abgeklärt, weshalb es sich erübrigt,
ergänzende
Abklärungen
vorzunehmen.
4.3
Nach dem Gesagten ist ein Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom
1. Januar 2018
und den über den
30. Januar 2018
hinaus anhaltenden Be
schwerden der Beschwerdeführerin nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt. Somit
hat die Beschwerdegegne
rin den Anspruch der Beschwerde
führerin auf weitere Leistungen zu Recht verneint. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen.