Decision ID: b626a4f5-8183-59b4-95cd-ebabf2e66836
Year: 2010
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Am 30. März 2009 beantragten die beiden kosovarischen  Z._ und N._ (geboren am 2. März 1969 und 26. September 1972; nachfolgend: Gesuchsteller) bei der  Botschaft in Pristina ein Visum für einen 30-tägigen  bei D._ (ebenfalls kosovarischer Staatsangehöriger mit Niederlassungsbewilligung C; nachfolgend: Beschwerdeführer bzw. Gastgeber) in V._. Die Schweizerische Vertretung verweigerte das Visum und übermittelte das Gesuch zur Prüfung und zum  an die Vorinstanz.
B. Nachdem das Migrationsamt des Kantons Aargau beim Gastgeber weitere Abklärungen veranlasst und an die Vorinstanz weitergeleitet hatte, wies diese das Gesuch um Bewilligung der Einreise mit  vom 12. Mai 2009 ab. Dies im Wesentlichen mit der Begründung, es bestünde nicht genügend Gewähr für eine fristgerechte  nach einem Besuchsaufenthalt. Das Ehepaar stamme aus einer Region, aus welcher der Zuwanderungsdruck als Folge der dort  wirtschaftlichen und soziokulturellen Verhältnisse  nach wie vor stark anhalte. Erfahrungsgemäss versuchten vor allem jüngere Personen sich insbesondere im westlichen Ausland eine vermeintlich bessere Zukunft aufzubauen. Bestünde dort bereits ein gewisses familiäres Beziehungsnetz, müsse das Risiko einer nicht anstandslosen Rückkehr als grundsätzlich hoch eingestuft werden. Nachweise, dass den Gesuchstellern besondere berufliche, familiäre oder gesellschaftliche Verpflichtungen oblägen, welche trotz der  Verhältnisse Gewähr für eine Wiederausreise bieten würden, ergäben sich keine. Zudem seien die beiden Gesuchsteller gemäss deren eigenen Angaben zur Zeit auch nicht erwerbstätig; dies  den Ausführungen des Gastgebers, der bekräftige, seine Gäste würden mit Bestimmtheit in den Kosovo zurückkehren, da sie dort  seien, wofür er jedoch keinerlei Belege eingereicht hätte. Des Weiteren lägen auch keine besonderen, beispielsweise humanitären Gründe vor, welche eine Einreise in die Schweiz trotzdem als  notwendig erscheinen liessen.
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C. Mit Rechtsmitteleingabe vom 20. Mai 2009 erhob der Gastgeber beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragt implizit die  der vorinstanzlichen Verfügung und die Erteilung des  Besuchervisums an die Gesuchsteller. Zur Begründung macht er im Wesentlichen geltend, als Gastgeber garantiere er für  fristgerechte Rückkehr und Ausreise aus der Schweiz; das von der Vorinstanz als hoch eingeschätze Risiko einer nicht gesicherten  der Eingeladenen sei unbegründet. Zudem behauptet er, die Gesuchsteller besässen einen eigenen Pharmabetrieb im Kosovo, der von ihnen dringend weitergeführt werden müsse. Nachdem das Bundesverwaltungsgericht den Beschwerdeführer aufgefordert hatte, mit entsprechenden Beweismittel die behauptete selbständige  der beiden Gesuchsteller zu belegen, reichte dieser mit Schreiben vom 22. August 2009 einen Arbeitsvertrag im Original  einer Übersetzung in deutscher Sprache ein.
D. Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 12. November 2009 auf Abweisung der Beschwerde. Die Verfügung sei nach  und sorgfältiger Prüfung des Einreisebegehrens vom 30. März 2009, der diesbezüglichen Einschätzung der Schweizer  in Pristina, welche im Übrigen mit den Verhältnissen vor Ort  vertraut sei, sowie der Unterlagen der kantonalen  ergangen. Entgegen den Behauptungen in der  belege der eingereichte Arbeitsvertrag nicht, dass die Gesuchsteller im Kosovo beruflich verwurzelt seien. Aufgrund der Abklärungen bei der Schweizer Vertretung handle es sich vielmehr um einen Gefälligkeitsvertrag, der einfach beschafft werden könne. Es fehlten die im Kosovo notwendigen Steuerzertifikate und , ohne welche dem eingereichten Arbeitsvertrag keine  zukomme. Die Verpflichtungserklärung des Gastgebers allein  nicht, um eine fristgerechte Wiederausreise der beiden  zu garantieren; es bestehe für die Vorinstanz aber keinerlei Anlass, an der Integrität und Seriosität des Gastgebers zu zweifeln.
E. Vom dazu gewährten Recht zur Stellungnahme machte der  innert angesetzter Frist keinen Gebrauch.
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F. Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den  eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden  Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen u.a. Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der , welche vom Bundesverwaltungsgericht endgültig  werden (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Sofern das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt, richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem VwVG (Art. 37 VGG).
1.3 Der Beschwerdeführer ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  berechtigt. Auf die frist- und formgerechte Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).
2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des  Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im  das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist  Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht  und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Rechts- und Sachlage zum Zeitpunkt seines  (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten  2A.451/2002 vom 28. März 2003).
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3. Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie alle anderen  auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und  die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher  handelt es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).
4. 4.1 Ausländerinnen und Ausländer benötigen zur Einreise in die Schweiz bzw. den Schengenraum für einen Aufenthalt von höchstens drei Monaten gültige Reisedokumente, die zum Grenzübertritt , und ein Visum, sofern dieses erforderlich ist (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die  und Ausländer [AuG, SR 142.20], Art. 2 Abs. 1 der  vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumerteilung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b der Verordnung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener Grenzkodex, SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32]).
4.2 Im Weiteren müssen sie den Zweck und die Umstände ihres  Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichende  Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK, Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG); sie dürfen zudem nicht im Schengener Informationssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mitgliedstaats darstellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK, Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG). Namentlich müssen Ausländerinnen und Ausländer für die gesicherte  Gewähr bieten, wenn nur ein vorübergehender Aufenthalt  ist (Art. 5 Abs. 2 AuG, vgl. dazu Urteile des  C-1509/2008 vom 13. Februar 2009 E. 5.2 und E. 5.3 sowie C-3013/2008 vom 14. Februar 2009 E. 5.2 und E. 5.3). Hinsichtlich der in Frage kommenden Belege zur Glaubhaftmachung des  verweist Art. 5 Abs. 2 SGK auf den Anhang I. Art. 5 Abs. 3 SGK sowie Art. 2 Abs. 2 und Art. 7–11 VEV regeln ausführlich das Einreiseerfordernis der ausreichenden finanziellen Mittel.
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5. Gemäss Anhang I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001 (ABl. L 81 vom 21.03.2001, S. 1–7) unterliegen die  der Visumpflicht.
6. 6.1 Vorliegend ist zu überprüfen, ob die Vorinstanz unter  der Verhältnisse im Herkunftsland und der persönlichen  einen ermessensfehlerfreien Entscheid getroffen hat. Dabei rechtfertigt es sich, Einreisegesuchen von Personen aus Staaten mit politisch oder wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen mit einer gewissen Zurückhaltung zu begegnen, da die persönliche  in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck  zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht.
6.2 Die Gesuchsteller leben im inzwischen unabhängigen und von der Schweiz als Staat anerkannten Kosovo. Die Sicherheitslage in dieser Region konnte zwar im Verlaufe der letzten Jahre weitgehend  werden und der Wiederaufbau von Administration und  ist unter Beteiligung internationaler Organisationen und  in Gang gekommen. Aus wirtschaftlicher Sicht ist es aber trotz grosser internationaler Unterstützung bisher nicht gelungen, eine Wachstumsdynamik im Kosovo einzuleiten; es herrscht  Stagnation und die Arbeitslosigkeit bleibt hartnäckig hoch. So sind mehr als die Hälfte der Erwerbsfähigen ohne oder zumindest ohne regelmässiges Einkommen. Der Armutsanteil der Bevölkerung im Kosovo liegt bei 45%; 15% der Staatsbürger leben sogar in extremer Armut (vgl. <http:// www.worldbank.org >, Countries > Europe and Central Asia > Kosovo > Overview > Country Brief – November 2009, besucht im Januar 2010). Der Zuwanderungsdruck aus dieser Region ist dementsprechend hoch, was sich auch in der schweizerischen Asylstatistik widerspiegelt. So stammten im Jahr 2008 7.8% der  aus dem Gebiet von Serbien und dem Kosovo. Diese  stand damit in der Statistik der Asylgesuche nach Nationen an vierter Stelle (vgl. kommentierte BFM-Asylstatistik 2008, S. 9). Seit dem 1. April 2009 gelten Serbien und Kosovo zwar als  Staaten (Safe Countries), dies gemäss Beschluss des Bundesrates vom 6. März 2009. Es wird sich aber zeigen müssen, ob und falls ja, welchen Einfluss dies auf künftige Asylbewerberzahlen  wird. Immerhin stellten im 2. Quartal 2009 noch 142 Personen aus dem Kosovo hier ein Asylgesuch. Im 3. Quartal stieg die Zahl auf 179
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http://www.worldbank.org/ http://www.worldbank.org/
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Gesuche. Im 4. Quartal waren es 151 Gesuche. Kosovo liegt damit in der Quartalsstatistik der Asylgesuche nach Nationen an achter Stelle (vgl. Asylstatistik des BFM 4. Quartal 2009, S. 6).
6.3 In Anbetracht der vorerwähnten Verhältnisse im Kosovo und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Bereitschaft zur Emigration erfahrungsgemäss dort begünstigt wird, wo bereits Verwandte oder Bekannte im Ausland leben, ist die Beurteilung der Vorinstanz, die das Risiko einer nicht fristgerechten Wiederausreise als relativ hoch , nicht zu beanstanden. Es wäre jedoch zu schematisch und nicht haltbar, generell und ohne spezifische Anhaltspunkte  aufgrund der allgemeinen Lage in der Herkunftsregion auf eine nicht hinreichend gesicherte Wiederausreise zu schliessen. Die vorerwähnten Verhältnisse entbinden die Vorinstanz nicht von einer einzelfallbezogenen Beurteilung. Namentlich können berufliche,  oder familiäre Verpflichtungen die Prognose einer  Wiederausreise begünstigen.
7. 7.1 Bei den Gesuchstellern handelt es sich um einen 40-jährigen Mann und eine 37-jährige Frau, die miteinander verheiratet sind. Über ihre persönliche Situation ist bekannt, dass sie mit dem  verwandt bzw. verschwägert sind. Gemäss Akten obliegen ihnen jedoch keine familiären Verpflichtungen (wie insbesondere gegenüber eigenen Kindern). Die beiden Ehepartner hielten sich noch nie in der Schweiz auf und auch keiner von ihnen erhielt bisher ein Schengen- ausgestellt.
7.2 Die beiden Gesuchsteller waren laut eigenen Angaben zum  der Visumantragsstellung arbeitslos (jeweils Ziff. 19: "No job"). Im Gegensatz hierzu liegen jedoch widersprüchliche Aussagen des Beschwerdeführers vor, der seinerseits behauptet, die beiden  müssten aufgrund ihrer selbständigen Erwerbstätigkeit  nach Beendigung ihres Besuchaufenthaltes wieder in ihr  zurückkehren. Die Feststellung der Vorinstanz, diese  Angaben stellten ein Indiz für einen unklaren Aufenthaltszweck dar, wird durch den von der Schweizer Vertretung in Pristina als  qualifizierten Arbeitsvertrag, der von den  im Verlaufe des Beschwerdeverfahrens als Beweismittel  worden ist, bestätigt. Ausserdem liegen keine Belege vor, die  Rückschlüsse auf die wirtschaftlichen Verhältnisse ziehen
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lassen, in denen die Gesuchsteller leben. Aufgrund der vorliegenden Akten kann jedenfalls nicht davon ausgegangen werden, die  befänden sich in vorteilhaften und stabilen wirtschaftlichen , die sie nachhaltig davon abzuhalten vermöchten, eine Emigration in die Schweiz in Erwägung zu ziehen.
8. An dieser Risikoeinschätzung vermögen auch die vom  eingereichten Belege betreffend seine persönliche finanzielle Situation sowie seine Garantieerklärung vom 23. April 2009 nichts zu ändern. Die Integrität des Beschwerdeführers in seiner Eigenschaft als Gastgeber wird nicht in Zweifel gezogen. Indessen sind bei der  des Risikos einer nicht fristgerechten Wiederausreise nicht so sehr die Einstellung und Absichten des Gastgebers, sondern in erster Linie das mögliche Verhalten des Gastes selbst von Bedeutung. Nur Letzterer ist in der Lage, hinreichend Gewähr für eine fristgerechte und anstandslose Wiederausreise zu bieten. Der Gastgeber kann zwar für gewisse finanzielle Risiken Garantie leisten, nicht aber – mangels rechtlicher und faktischer Durchsetzbarkeit – für ein bestimmtes  des Gastes (vgl. anstelle vieler: Urteil des  C-6950/2007 vom 7. November 2008 E. 8).
9. Folglich ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das öffentliche Interesse sowie die Beachtung der geltenden Bestimmungen  gewichtete und den Gesuchstellern die Einreise verweigerte. Die angefochtene Verfügung verletzt daher das Bundesrecht nicht.  für das vorliegende Urteil massgebend, wurde der  Sachverhalt richtig und vollständig festgestellt, und die Vorinstanz hat das ihr zustehende Ermessen pflichtgemäss ausgeübt (vgl. Art. 49 VwVG).
10. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die  sind auf Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).
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