Decision ID: c7a59b0e-5549-5c98-a143-663f937d97bf
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._ und B._ C._,
Rekurrentinnen,
vertreten durch Gemeinde Z._,
gegen
Stiftung Opferhilfe der Kantone SG/AI/AR, Teufenerstrasse 11, Postfach, 9001 St.
Gallen,
Vorinstanz,
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betreffend
Soforthilfe (Kostengutsprache für Fremdplatzierung)
Sachverhalt:
A.
A.a Das Vormundschaftssekretariat der Gemeinde Z._ (Vormundschaftssekretariat)
stellte am 5. Februar 2007 bei der Stiftung Opferhilfe der Kantone SG/AI/AR ein
Gesuch um Kostengutsprache für den weiteren Aufenthalt der Geschwister A._ (geb.
2005) und B._ (geb. 2006) C._ im Kinderheim D._, nachdem die Geschwister am
16. Januar 2007 wegen dringenden Verdachts auf Kindsmisshandlung im Kinderspital
St. Gallen stationär aufgenommen und am 31. Januar 2007 ins Kinderheim D._
umplatziert worden waren. Dort verblieben sie bis zum 19. Dezember 2007 (act. G 3.1
und 3.16). Die Stiftung Opferhilfe hatte am 30. Januar 2007 Kostengutsprache für die
Notplatzierung im Umfang von Fr. 1'000.-- pro Kind erteilt (entsprechend vier Tagen).
A.b Mit Verfügung vom 11. April 2007 wies die Stiftung Opferhilfe das Gesuch ab,
wogegen das Vormundschaftssekretariat Rekurs erhob (act. G 3.5 und 3.6a). Im darauf
folgenden Gerichtsverfahren war im Wesentlichen die Frage zu klären, ob (und wie
lange) der Aufenthalt der Geschwister C._ im Kinderheim D._ adäquat kausal auf
die mutmassliche Kindsmisshandlung zurückzuführen war, oder ob der Aufenthalt auf
die schon vor der Einweisung bekannte Überforderung der Mutter in der Erziehung der
Kinder zurückzuführen war. Mit Entscheid vom 2. Oktober 2007 gelangte das Gericht
zum Schluss, dass die Frage auf Grund der Aktenlage nicht geklärt sei und ordnete
weitere Abklärungen durch die Stiftung Opferhilfe an. Insbesondere habe diese - unter
Beizug der Straf- und Vormundschaftsakten sowie eines Berichts des Kinderheims -
abzuklären, ob Straftaten vorgelegen haben und ob weiterhin eine
Gefährdungssituation gegeben sei (act. G 3.1/12).
A.c Nach Einholen der entsprechenden Akten erliess die Stiftung Opferhilfe am 6.
November 2008 eine neue Verfügung und wies den Anspruch auf Leistungen der
Opferhilfe erneut ab. Gemäss Strafbescheid vom 20. Juni 2007 sei die Mutter wegen
Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht verurteilt worden, wobei die
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Vernachlässigung in Bezug auf Nahrung, Unterkunft, Zuneigung und Liebe sowie
Pflege und nicht körperliche Misshandlungen im Vordergrund gestanden hätten. Bei
Fremdplatzierungen lägen oft Straftaten vor, es könne jedoch nicht Sinn und Zweck der
Opferhilfe sein, die Kosten der zum Teil jahrelangen Fremdplatzierungen zu
übernehmen. Vielmehr habe die Opferhilfe im Bereich des Kindesschutzes lediglich
Lücken zu schliessen. Bewirke eine durch die Vormundschaftsbehörde angeordnete
Massnahme einen hinreichenden Schutz des Kindes, bestehe kein Raum mehr für eine
Finanzierung durch die Opferhilfe (act. G 3.1/24).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich der vorliegende Rekurs vom 10. November
2008 mit dem Antrag, das Gesuch vom 5. Februar 2007 um Kostengutsprache für die
Platzierung von A._ und B._ C._ (im Kinderheim D._) sei gutzuheissen. Zur
Begründung wird vorgebracht, die Argumentation der Vorinstanz vermöge nicht zu
überzeugen, würde dies doch bedeuten, dass Minderjährige praktisch keine Hilfe nach
Art. 3 OHG in Anspruch nehmen könnten. So habe auch das Versicherungsgericht mit
Urteil vom 22. September 2005 (OH 2005/1) entschieden, dass die Leistungspflicht der
Opferhilfe nicht automatisch nach Tätigwerden der Vormundschaftsbehörde ende. Eine
Leistungspflicht der Opferhilfe könne sogar dann bestehen, wenn eine
Fremdplatzierung nicht nur aus opferhilferechtlichen, sondern auch aus
kindesschutzrechtlichen Gründen erfolge (act. G 1).
B.b Mit Vernehmlassung vom 9. Dezember 2008 beantragt die Vorinstanz Abweisung
des Rekurses. Ausser auf die Begründung in der angefochtenen Verfügung sei auch
darauf hinzuweisen, dass die Opferhilfe ohnehin nur die vom Opfer zu tragenden
Kosten übernehme (mithin das Kostgeld; act. G 3). Die Vertreterin der Rekurrentinnen
verzichtet auf eine materielle Replik (act. G 6).

Erwägungen:
1.
Die angefochtene Verfügung stützt sich auf das Bundesgesetz über die Hilfe an Opfern
von Straftaten (Opferhilfegesetz, OHG [SR 312.5] in der bis 31. Dezember 2008
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geltenden, im vorliegenden Fall anwendbaren Fassung). Verfügungen der
Beratungsstelle über Sofort- oder weitere Hilfe gemäss Art. 3 OHG können beim
Versicherungsgericht angefochten werden (vgl. Art. 49 des Kantonalen
Strafprozessgesetzes [sGS 962.1]). Auf den vorliegenden Rekurs ist daher einzutreten.
2.
2.1 Gemäss Art. 3 Abs. 2 lit. a OHG leisten und vermitteln die Beratungsstellen der
Opferhilfe dem Opfer medizinische, psychologische, soziale, materielle und juristische
Hilfe. Die Opferhilfe unterscheidet zwei Phasen: Die Soforthilfe soll so schnell wie
möglich wirksam werden und dem Opfer die zur Bewältigung der unmittelbaren Folgen
der Straftat notwendige Hilfe verschaffen (Art. 3 Abs. 2 und 3 OHG). Die längerfristigen
Massnahmen dienen demgegenüber insbesondere der Verarbeitung der Erlebnisse
durch das Opfer (BBl 1990 II 978 f.; Peter Gomm/Dominik Zehntner, Kommentar zum
Opferhilfegesetz, Bern 2005, Art. 3 N 50 ff.).
2.2 Opfer einer Straftat im Sinn des OHG erhalten gemäss Art. 2 Abs. 1 OHG Hilfe
unabhängig davon, ob der Täter oder die Täterin ermittelt worden ist und ob ein
schuldhaftes Verhalten gegeben ist. Anspruchsvoraussetzung für die Opferhilfe ist
damit grundsätzlich ein tatbestandsmässiges und rechtswidriges Verhalten, eine
schuldhafte Tatbegehung wird ausdrücklich nicht vorausgesetzt. Ob die
Voraussetzungen für das Vorliegen einer Straftat gegeben sind, bildet erst Gegenstand
des Strafverfahrens. Im Bereich der Beratung und der übrigen Hilfe gemäss Art. 3 OHG
wie auch für die Schutzrechte des Opfers gemäss Art. 5 ff. OHG ist daher nicht
vorauszusetzen, dass die Tatbestandsmässigkeit und die Rechtswidrigkeit einer
Straftat bereits erstellt sind.
2.3 Die Anforderungen an die Gewährung der Soforthilfe sind grundsätzlich nicht hoch
einzustufen, ist doch Sinn dieses Instrumentes gerade, die betroffenen Opfer in der
aktuellen Situation schnell und unbürokratisch zu unterstützen (BGE 125 II 265 E. 2 c/
aa; Eva Weishaupt, Die verfahrensrechtlichen Bestimmungen des Opferhilfegesetzes,
Zürich 1998, S. 44). Voraussetzung ist immerhin das Vorliegen einer Dringlichkeit und
ein enger Zusammenhang mit der Straftat (Ruth Bantli Keller/Ulrich Weder/Kurt Meier,
Anwendungsprobleme des Opferhilfegesetzes, in: plädoyer 5/95 S. 33; Gomm/
bis
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Zehntner, a.a.O., Art. 3 N 43 sowie N 47). Sind die Voraussetzungen für die Soforthilfe
erfüllt, ist diese für das Opfer unentgeltlich (Art. 3 Abs. 4 OHG). Die Empfehlungen zur
Anwendung des Opferhilfegesetzes sehen für die Gewährung einer Notunterkunft im
Rahmen der Soforthilfe ein Minimum von 14 Tagen vor. Das Bundesgericht hat jedoch
festgehalten, dass die Soforthilfe nicht auf eine bestimmte Dauer resp. einen
bestimmten Zeitraum zu begrenzen ist, auch wenn sie von Dritten erbracht wird und
Kosten verursacht (unveröffentlichtes Bundesgerichtsurteil 1A.38/1997 vom 17.
September 1997, Erw. 2). Damit ist im Einzelfall zu prüfen, ob weitere Hilfe zu leisten
ist, wenn das Opfer um diese Hilfe ersucht.
3.
3.1 Wie im Entscheid vom 2. Oktober 2007 (OH 2007/2) ausgeführt wurde, fiel zum
Zeitpunkt der Einweisung der Rekurrentinnen in das Kinderheim D._ eine Straftat wie
Tätlichkeit oder einfache Körperverletzung ohne weiteres in Betracht, auch wenn die
begangenen Straftaten nicht genauer dargelegt wurden. Ebenfalls wurde bereits
ausgeführt, dass der Eintritt erforderlich und dringlich war, so dass grundsätzlich eine
Pflicht der Vorinstanz zur Übernahme der entsprechenden Kosten besteht (Erw. 2d).
Die Vorinstanz bzw. die In Via hat denn auch bereits für den Aufenthalt im D._ für vier
Tage, d.h. bis 3. Februar 2007, Kostengutsprache erteilt; jene Verfügung vom 30.
Januar 2007 ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Umstritten ist im
vorliegenden Verfahren, wie lange die bis zum 19. Dezember 2007 dauernde
Platzierung der Geschwister im Kinderheim adäquat kausal auf die allfällige
Kindsmisshandlung zurückzuführen war (vgl. Urteil vom 2. Oktober 2007 [OH 2007/2]
Erw. 4b).
3.2 Diesbezüglich ergaben die weiteren, von der Vorinstanz beim
Vormundschaftssekretariat Goldach eingeholten Akten, dass nach dem zuletzt
vorhanden gewesenen Bericht des Kinderspitals vom 5. Februar 2007 am 6. Februar
2007 die Vormundschaftsbehörde wegen Verdachts auf Kindesmisshandlung eine
Strafanzeige gegen die Eltern eingereicht hatte. Daraus geht hervor, dass sich zu
diesem Zeitpunkt der Verdacht auf eine Kindesmisshandlung soweit erhärtet habe,
dass eine Rückplatzierung der Kinder auf keinen Fall in Frage kommen könne (act. g
3.1/14p). Das am 27. März 2007 vom Institut für Rechtsmedizin im Auftrag des
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Untersuchungsamtes St. Gallen erstattete Gutachten kam zum Schluss, dass die
grossflächigen Hautunterblutungen bei A._ C._ wahrscheinliche Folge von
Schlägen seien. Diese könnten dem Kind im Rahmen einer Misshandlung zugefügt
worden sein. Im Fall von B._ C._ fand das Rechtsmedizinische Institut eine kleine,
ältere Hautunterblutung, die als Bagatellverletzung eingestuft wurde, die nicht
zwangsläufig auf eine Misshandlung zurückzuführen sei (act. G 3.1/14q, S. 5).
Nachdem das rechtsmedizinische Gutachten eine Misshandlung (Tätlichkeit,
Körperverletzung) nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad belegen konnte, erliess die
Staatsanwaltschaft am 20. Juni 2007 gegen die Mutter einen Strafbescheid, mit
welchem diese wegen Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht (Art. 219 StGB)
zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen à Fr. 50.-- sowie zu einer Busse von
Fr. 300.-- verurteilt wurde (act. G 3.1/14t). Soweit aus den Akten ersichtlich, ist dieser
Strafbescheid in Rechtskraft erwachsen. Auf entsprechende Anfrage der Vorinstanz
führte sodann das Kinderheim D._ am 28. Januar 2008 aus, die Eltern hätten die
beiden Kinder bereits am zweiten Tag nach dem Eintritt im D._ besuchen dürfen. Am
Karfreitag (6. April 2007) seien die Kinder erstmals von 10 Uhr bis 16.30 Uhr bei den
Eltern zu Hause gewesen. Da die Kinder gut zurückgekommen seien, sei am
Ostersonntag (8. April 2007) nochmals die gleiche Regelung praktiziert worden. Zwar
seien die ersten Kontakte nicht gut verlaufen. So habe sich B._ sofort von den Eltern,
vor allem von der Mutter, abgewandt und unaufhörlich geschrien. Die nachfolgenden
Besuche hätten deshalb nur in Begleitung stattgefunden. Nach einiger Zeit hätten die
Eltern jedoch das Haus verlassen und Spaziergänge im Freien unternehmen dürfen. Die
Besuchszeiten seien von Anfang an Montag-, Mittwoch- und Freitagnachmittag je zwei
Stunden gewesen. Die Besuchszeiten hätten nie eingeschränkt werden müssen, da die
Besuche mit der Zeit immer besser verlaufen seien. Im Weiteren gab das Kinderheim
D._ an, die Mutter habe das Besuchsrecht oft nicht wahrgenommen und sei ohne die
Unterstützung ihrer Eltern oder des Ehemannes überfordert gewesen. Probleme habe
es nur im Zusammenhang mit den vormundschaftlichen Massnahmen gegeben. Die
Eltern, und vor allem die Grosseltern hätten sich nicht mit der Fremdplatzierung
abfinden können. Eine konstruktive Zusammenarbeit in Erziehungs- und
Ernährungsfragen etc. sei nicht möglich gewesen. Weitere Misshandlungen seien
jedoch nicht festgestellt worden (act. G 3.1/16).
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3.3 Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass eine Gefährdung der Kinder im
Sinn eines Missbrauchs (Tätlichkeiten, Körperverletzung) schon zu einem relativ frühen
Zeitpunkt in den Hintergrund getreten war. Immer deutlicher zeigte sich demgegenüber
die Überforderung der Eltern, insbesondere der Mutter. Namentlich das Anvertrauen
der Kinder ab Karfreitag 2007 zeigt, dass die zuständige Fachstelle ab diesem
Zeitpunkt nicht mehr von einer akuten Missbrauchsgefahr für die Kinder ausging. Im
Übrigen gelangte auch die Strafverfolgungsbehörde zum Schluss, dass nicht ein
Missbrauchstatbestand, sondern ein Vernachlässigungstatbestand erfüllt sei. Es
rechtfertigt sich somit, die anfänglich im Vordergrund stehenden mutmasslichen
Misshandlungen bis zum 6. April 2007 als adäquat kausal für den Aufenthalt von A._
und B._ C._ im Kinderheim D._ anzusehen. Ab dem 7. April 2007 ist
demgegenüber nicht mehr von einem adäquaten Kausalzusammenhang des
vermuteten Missbrauchs mit dem Aufenthalt auszugehen. Vielmehr erscheint der
Aufenthalt - nachdem die Eltern die Kinder nach Hause nehmen durften und keine
weiteren Misshandlungen mehr festgestellt wurden - ab dem 7. April 2007 vor allem als
durch die Erziehungsunfähigkeit der Eltern bedingt. Für den Heimaufenthalt ab diesem
Zeitpunkt hat demzufolge nicht mehr die Vorinstanz aufzukommen.
3.4 Gemäss Art. 16 Abs. 2 der Verordnung zur Interkantonalen Vereinbarung für
soziale Einrichtungen (IVSE [vormals Heimvereinbarung]; sGS 387.21) in Verbindung
mit Art. 43 Abs. 1 lit. a und b des Sozialhilfegesetzes (SHG; sGS 381.1) trägt die
zuständige politische Gemeinde bei zivilrechtlicher Unterbringung in ein Kinder- oder
Jugendheim sowohl das Kostgeld als auch einen Drittel des Betriebsdefizitbeitrags, der
Staat die verbleibenden Kosten (Abs. 2). Der Beitrag der Unterhaltspflichtigen
(Kostgeld) beträgt Fr. 25.-- (Art. 18 IVSE; vgl. auch Kostenteiler des Amtes für Soziales
[act. G 3.1/17]). Wie das Versicherungsgericht in seinem Entscheid vom 22. September
2005 (OH 2005/1, Erw. 3d) festgestellt hat, kann Gegenstand der Opferhilfe nur jener
Betrag sein, der ohne Opferhilfe den Opfern bzw. deren Unterhaltspflichtigen auferlegt
würde (Kostgeld). Bei den restlichen Kosten handelt es sich um Kosten, die gemäss
Art. 37, 38 und 43 SHG vom Kanton und den Gemeinden als gesetzliche Beiträge
dieser Gemeinwesen an die anerkannten Institutionen zu leisten sind. Umgekehrt geht
aber im Bereich des Kostgeldes die Leistungspflicht der Opferhilfe den
Fürsorgeleistungen der Gemeinde vor, soll doch die Opferhilfe das Opfer bzw. dessen
Unterhaltspflichtigen vor der Inanspruchnahme von Sozialhilfe bewahren (vgl. OH
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2005/1 Erw. 3b). Mithin entfällt die Leistungspflicht der Vorinstanz nicht auf Grund des
Umstandes, dass die Vertreterin der Rekurrentinnen von den Eltern mangels
wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit offenbar keinen Kostgeldanteil verlangt hat (act. G
3.1/19). Vielmehr kann in diesem Bereich die Opferhilfe als "anderer gesetzlicher
Kostenträger" gemäss Art. 43 Abs. 1 SHG herangezogen werden.
3.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz die Kosten für den Aufenthalt der
Rekurrentinnen im D._ - soweit noch streitig - vom 4. Februar 2007 bis und mit 6.
April 2007, somit im Umfang von Fr. 3'100.-- (62 Tage à Fr. 25.-- x 2), zu übernehmen.
4.
4.1 In teilweiser Gutheissung des Rekurses ist die angefochtene Verfügung vom 6.
November 2008 aufzuheben und die Vorinstanz zu verpflichten, an den Aufenthalt der
Rekurrentinnen im Kinderheim D._ Fr. 3'100.-- zu bezahlen.
4.2 Auf die Erhebung einer Entscheidgebühr ist gestützt auf Art. 97 VRP zu verzichten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht