Decision ID: 345cef5a-9abf-537f-a4da-3e779a7c0a99
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 17. Oktober 2013 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (berufliche Integration/Rente). Er gab an, seit dem 25. Februar
2013 an Herzproblemen zu leiden (act. G 4.1/1). Aus dem Austrittsbericht des
Kantonsspitals vom 12. März 2013 geht hervor, dass der Versicherte am 25. Februar
2013 einen akuten NSTEMI (Myokardinfarkt) bei koronarer Zweigefässerkrankung
erlitten hatte (act. G 4.1/15.5 ff.). Anschliessend befand er sich vom 7. März bis zum 6.
April 2013 in der stationären Rehabilitation in der Klinik B._ (act. G 4.1/15.12). Der
Hausarzt Dr. med. C._ gab in seinem ärztlichen Bericht zur Eingliederung am 2.
November 2013 an, der Versicherte könne nur noch körperlich leichte Tätigkeiten
halbtags verrichten. Als alleinstehender, selbstständiger Landwirt sei er nicht mehr
arbeitsfähig. Der Versicherte habe den Betrieb aufgelöst. Es bleibe eine lebenslängliche
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 50 % bestehen, weshalb er, Dr. C._, die
Ausrichtung einer halben IV-Rente vorschlage (act. G 4.1/15.1 f.).
A.b Der Versicherte gab am 26. November 2013 gegenüber der IV-Stelle St. Gallen
telefonisch an, er habe den Landwirtschaftsbetrieb verpachtet und das Vieh verkauft.
Momentan könne er vom Ersparten und vom Krankentaggeld leben. Er wünsche keine
Unterstützung in Form von beruflichen Massnahmen, da er momentan nicht arbeiten
wolle (act. G 4.1/19). In der Folge teilte die IV-Stelle St. Gallen dem Versicherten am 28.
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November 2013 mit, es bestehe kein Anspruch auf berufliche Massnahmen (act. G
4.1/21).
A.c Mit Stellungnahme vom 17. Januar 2014 ging der RAD Ostschweiz davon aus,
dass der Versicherte in der angestammten Tätigkeit als selbstständiger Landwirt nicht
mehr arbeitsfähig sei. In einer körperlich leichten Tätigkeit, in der keine langen
Gehstrecken und keine grossen Steigungen zu bewältigen seien, sei der Versicherte
dagegen zu 100 % arbeitsfähig (act. G 4.1/25.2).
A.d Nachdem die IV-Stelle St. Gallen noch die Erfolgsrechnungen der Jahre 2008 bis
2012 sowie den IK-Auszug beigezogen hatte, teilte sie dem Versicherten mit
Vorbescheid vom 5. Februar 2014 mit, es sei die Abweisung des Rentengesuchs
vorgesehen. In einer körperlich optimal angepassten Tätigkeit könne er gemäss
Lohnstrukturerhebung ein jährliches Bruttoeinkommen von Fr. 61'776.-- erzielen,
mindestens aber ein gleich hohes Einkommen wie das jetzige in Höhe von
durchschnittlich Fr. 17'000.--.
A.e Mit Einwand der CAP-Rechtsschutzversicherung vom 11. März 2014 und
Ergänzung vom 2. April 2014 liess der Versicherte geltend machen, es sei ihm ein
Anspruch auf eine ganze IV-Rente zuzusprechen. Die IV-Stelle habe im Vorbescheid
richtigerweise die Einkommen parallelisiert, da nicht anzunehmen sei, dass eine
versicherte Person, die als Gesunde ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen
erzielt habe, als Invalide den üblichen Tabellenlohn erzielen könnte. Beim Einsprecher
sei keine verwertbare Resterwerbsfähigkeit mehr vorhanden. Selbst wenn dem so
wäre, sei gemäss den Angaben von Dr. C._ und der Klinik B._ von einer
Arbeitsfähigkeit von lediglich 50 % in einer leichten Tätigkeit auszugehen. Es sei aus
den Akten nicht ersichtlich, weshalb der RAD von einer Arbeitsfähigkeit von 100 %
ausgehe. Auf Grund dieser Diskrepanzen sei ein umfassendes Gutachten in Auftrag zu
geben. Weiter sei dem Beschwerdeführer ein Leidensabzug zu gewähren, der in
Anbetracht der blossen Teilerwerbsfähigkeit und des hohen Alters auf 25 %
festzusetzen sei (act. G 4.1/33 und 35).
A.f Am 7. April 2014 verfügte die IV-Stelle wie angekündigt und wies das
Rentengesuch ab. Auch unter Annahme einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit könne der
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Einsprecher ein jährliches Bruttoeinkommen von Fr. 30'888.-- erzielen und selbst bei
Gewährung eines 25 %igen Leidensabzugs wäre immer noch ein
rentenausschliessendes Invalideneinkommen von Fr. 23'166.-- zumutbar, mindestens
aber gleich viel wie bisher. In keinem der vorhandenen Berichte werde erwähnt, dass
die attestierte Arbeitsfähigkeit nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt umgesetzt werden
könne. Direkt nach der Erstversorgung werde wieder von einer Arbeitsfähigkeit von 50
% berichtet. Der Vorschlag von Dr. C._ sei ohne Berücksichtigung eines
Einkommensvergleichs erfolgt (act. G 4.1/36).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 15. Mai 2014
mit dem Antrag auf deren Aufhebung. Es sei dem Beschwerdeführer sodann eine
ganze IV-Rente zuzusprechen, eventualiter seien weitere Abklärungen vorzunehmen.
Die Beschwerdegegnerin erkläre nicht, weshalb der Beschwerdeführer gemäss
Einschätzung des RAD in angepasster Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sein soll,
während sowohl der Hausarzt als auch die Klinik B._ von einer 50 %igen
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ausgingen. Das angenommene
Valideneinkommen von Fr. 17'000.-- hätte hinterfragt werden müssen. Es sei nicht
ersichtlich, dass der Beschwerdeführer freiwillig nicht seine ganze Arbeitskraft
ausgenützt habe. Das Valideneinkommen scheine die Beschwerdegegnerin aus dem
IK-Auszug abzuleiten. Es sei aber darauf hinzuweisen, dass schon das steuerbare
Einkommen nach Abzug des Steuerfreibetrags deutlich über diesem Wert liege. Zudem
sei die Buchhaltung steueroptimiert und bedürfe auch auf Grund des Eigenverbrauchs
einer Korrektur. Mit einem jährlichen Einkommen von Fr. 17'000.-- sei nicht einmal das
existenzrechtliche Minimum gedeckt. Schliesslich sei die potenzielle
Resterwerbsfähigkeit angesichts des fortgeschrittenen Lebensalters des
Beschwerdeführers, der im 63. Lebensjahr stehe, nicht mehr verwertbar (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 25. Juli 2014 beantragt die Verwaltung Abweisung
der Beschwerde. Gemäss Austrittsbericht der Klinik B._ vom 16. April 2013 habe
beim Beschwerdeführer das Rehabilitationsziel erreicht werden können, dass er ohne
Atemnot die täglich anfallenden Aktivitäten wieder habe bewältigen können. Daraus sei
zu folgern, dass er in einer körperlich leichten Tätigkeit ohne längere Laufleistung voll
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arbeitsfähig sei, wie dies der RAD in seiner Stellungnahme vom 17. Januar 2014
ausgeführt habe. Weshalb der Beschwerdeführer nur noch zu 50 % arbeitsfähig sein
soll, werde im Arztbericht C._ nicht nachvollziehbar begründet, zumal die
kardiologische Befundlage nicht so "dramatisch" sei. Beim Valideneinkommen sei von
der bisherigen Tätigkeit als selbstständiger Landwirt auszugehen, wo der
Beschwerdeführer seit 2007 ein Erwerbseinkommen in der Grössenordnung von Fr.
17'000.-- erzielt habe. Da der Beschwerdeführer nicht mehr arbeite, sei das
Invalideneinkommen anhand der Lohnstrukturerhebung des Bundes vorzunehmen.
Hilfsarbeitern ständen eine Vielzahl von Stellen im Produktions- und
Dienstleistungssektor offen, so auch für den Beschwerdeführer geeignete leichtere
Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten und
leichtere Arbeiten bei der Lager- und Ersatzteilbewirtschaftung. Der Tabellenlohn
betrage Fr. 61'414.--. Die genaue Höhe des Abzugs könne offen bleiben, weil auf jeden
Fall kein Rentenanspruch resultiere (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 11. August 2014 macht der Beschwerdeführer geltend, bei der
Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG sei eine Parallelisierung der
Vergleichseinkommen vorzunehmen, wenn die versicherte Person aus
invaliditätsfremden Gründen ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen bezogen
habe. In Bezug auf das Invalideneinkommen habe sich die Beschwerdegegnerin nicht
konkret mit dem Argument auseinandergesetzt, dass der Beschwerdeführer kurz vor
der Pensionierung stehe und seine Restarbeitsfähigkeit nicht mehr verwerten könne. Es
sei die Frage zu stellen, ob ein potentieller Arbeitgeber objektiv in Erwägung ziehen
würde, die versicherte Person unter Berücksichtigung ihres Alters, ihrer
gesundheitlichen Einschränkungen, mit ihrer Ausbildung und Erfahrung sowie ihrer
sozialen Situation anzustellen. Die Beschwerdegegnerin habe sich zudem nicht mit der
konkreten Situation des Beschwerdeführers auseinander gesetzt, sondern zähle nur
textbausteinartig verschiedene Tätigkeiten auf, die für ihn geeignet sein sollen. Der
Beschwerdeführer habe fast 50 Jahre lang auf seinem Bauernhof gearbeitet, ohne je
eine andere Tätigkeit auszuüben oder zu erlernen. Es fehle ihm vollständig an einer
beruflichen Ausbildung. Er habe nie entlöhnt in einer Unternehmung gearbeitet, so dass
er keinerlei Erfahrung im beruflichen sozialen Umfeld habe (act. G 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 8).
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Erwägungen
1.
1.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
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2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin geht von einem Valideneinkommen 2011 von Fr.
17'000.-- aus. Dabei stützt sie sich auf den IK-Auszug, wonach der Beschwerdeführer
im Jahr 2011 ein Einkommen von Fr. 16'600.-- erzielt hatte (act. G 4.1/7.1 und 26).
Dazu macht der Beschwerdeführer geltend, das Valideneinkommen hätte von der
Beschwerdegegnerin hinterfragt werden müssen und dass schon das steuerbare
Einkommen deutlich über diesem Wert liege. Zwar sei zutreffend, dass auch die
Geschäftsabschlüsse des Beschwerdeführers ein relativ geringes Einkommen
präsentierten. Gerade in landwirtschaftlichen Betrieben könne aber nicht tel quel auf
die Buchhaltung abgestellt werden, weil diese einerseits steueroptimiert sei und
andererseits auf Grund des Eigenverbrauchs einer Korrektur bedürfe. Jedenfalls sei
darauf hinzuweisen, dass mit einem jährlichen Einkommen von Fr. 17'000.-- nicht
einmal das betreibungsrechtliche Existenzminimum erreicht werde. Nachdem der
Beschwerdeführer keine Sozialhilfe oder andere Unterstützung bezogen habe, sei
tatsächlich von einem deutlich höheren Einkommen auszugehen. Dem
Beschwerdeführer ist insofern Recht zu geben, als er mit dem teilweisen Verlust der
Arbeitsfähigkeit nicht nur das relativ geringe Bareinkommen verloren hat, sondern -
nachdem er den Hof unbestrittenermassen nicht mehr selbst bewirtschaften kann -
auch die Fähigkeit zur Selbstversorgung. Zieht man hilfsweise die Ansätze der AHV für
mitarbeitende Familienmitglieder heran, ist zum Bareinkommen von rund Fr. 17'000.--
noch ein Betrag von rund Fr. 12'000.-- für Kost und Logis hinzuzurechnen
(Tagespauschale Fr. 33.-- x 30 x 12 [Art. 11 Abs. 1 AHVV]), was somit ein
Valideneinkommen von Fr. 29'000.-- ergibt. Zu einem ähnlichen Ergebnis gelangt man,
wenn man vom Pauschalbetrag gemäss Art. 14 Abs. 3 lit. a AHVV ausgeht (Fr. 2'070.--
pro Monat). Dies ergibt einen Betrag von knapp Fr. 25'000.-- pro Jahr für ein
mitarbeitendes Familienmitglied in der Landwirtschaft (bis Ende 2011 noch für alle
Familienmitglieder). Für ein "Familienoberhaupt" erscheint eine Aufrundung auf Fr.
30'000.-- gerechtfertigt. Nicht gefolgt werden kann dem Beschwerdeführer jedoch
darin, dass die Berücksichtigung der steuerbaren Einkommen (vgl. act. G 4.1/8) zu
einem höheren Valideneinkommen führen würde. Vielmehr waren die allein durch die
Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers erzielten Einkünfte deutlich geringer als der in
der Erfolgsrechnung ausgewiesene und versteuerte Betriebsgewinn. So bestand der
grösste Einnahmenposten jeweils in den Subventionen (Direktzahlungen). Weiter war
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ein Miet- und Pachtertrag enthalten, der als Kapitalertrag zu werten und mit dem
Herzinfarkt nicht weggefallen ist (act. G 4.1/10 - 14). Selbst unter Weglassung der nicht
cash-wirksamen Positionen (Naturalbezüge und Eigenmietwert auf der Ertragsseite,
Abschreibungen auf der Aufwandseite), was in der Regel zu einem höheren
Einkommen führen würde, kann mangels Nachweises und damit fehlender
überwiegender Wahrscheinlichkeit keinesfalls von einem Valideneinkommen
ausgegangen werden, das die Marke von Fr. 30'000.-- übersteigt oder gar mehr als
einer Verdoppelung des Bareinkommens entspricht. Vielmehr würde ohne
Direktzahlungen und Pachteinnahmen regelmässig ein negatives, nur ausnahmsweise
ein knapp positives Ergebnis erzielt. Es ist mithin von einem Valideneinkommen von
maximal Fr. 30'000.-- auszugehen, wobei die genaue Definition entfallen kann, wie die
nachfolgenden Ausführungen zeigen.
2.2 Beim Invalideneinkommen ging die Beschwerdegegnerin im Einkommensvergleich
vom 23. Januar 2014 davon aus, dass der Beschwerdeführer ein Invalideneinkommen
von Fr. 61'776.-- erzielen könne. Dieser Annahme legte sie den Tabellenlohn der
Lohnstrukturerhebung des Bundes, Privater Sektor, Niveau 4, 2011, zu Grunde und
ging von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit aus (act. G 4.1/26).
In der Verfügung vom 7. April 2014 ging sie davon aus, dass der Beschwerdeführer
auch in einer adaptierten Tätigkeit zumindest das von ihr angenommene
Valideneinkommen von Fr. 17'000.-- erzielen könne, wodurch ebenfalls ein
Invaliditätsgrad von 0 % resultierte. Entgegen der Ansicht der ehemaligen Vertreterin
des Beschwerdeführers nahm die Beschwerdegegnerin damit keine echte
Parallelisierung vor, sondern ging lediglich davon aus, dass dieses Einkommen unter
allen Umständen, also unabhängig von einer allenfalls bestehenden Arbeitsunfähigkeit
in einer adaptierten Tätigkeit (die von der Beschwerdegegnerin allerdings in Abrede
gestellt wird) und der Berücksichtigung eines allfälligen Leidensabzugs (der von der
Beschwerdegegnerin ebenfalls abgelehnt wird) erzielbar ist. Dies ergibt sich aus den
Erwägungen zum Einwand, wo die Beschwerdegegnerin implizit von einem nicht
parallelisierten Tabelleneinkommen von Fr. 61'776.-- ausging und feststellte, dass der
Beschwerdeführer selbst unter Annahme einer lediglich 50 %igen Arbeitsfähigkeit und
eines Leidensabzugs von 25 % noch Fr. 23'166.--, mindestens aber gleich viel wie
bisher, erzielen könnte (act. G 4.1/36.2).
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2.3 Nachdem nunmehr von einem Valideneinkommen von maximal Fr. 30'000.--
auszugehen ist (vgl. vorstehende Erwägung 2.1), gewinnt die Frage der Parallelisierung
erneut an Bedeutung. Zu parallelisieren ist, wenn anzunehmen ist, dass die versicherte
Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche
Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse, beschränkte Anstellungsmöglichkeiten
wegen Saisonnierstatus) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen erzielt hat,
sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem
bescheideneren Einkommensniveau begnügen wollte (BGE 134 V 322 E. 4 S. 326; BGE
125 V 146 E. 5c/bb S. 157 mit Hinweisen). Vorliegend liegt jedoch kein solcher
Sachverhalt vor. Zwar mag zutreffen, dass der Beschwerdeführer bereits in jungen
Jahren auf dem väterlichen Hof mitgearbeitet, diesen später übernommen und
insgesamt fast 50 Jahre dort gearbeitet hat. Zusammen mit dem Umstand der geltend
gemachten fehlenden Ausbildung (gemäss Angaben der Eingliederungsberatung hat er
jedoch eine Ausbildung zum Landwirt absolviert [act. G 4.1/20.2]) und der ländlichen
Verhältnisse mag eine gewisse - nicht selbst gewählte - "Vorbestimmung" für die
Laufbahn als selbstständiger Landwirt auf dem eigenen Hof bestanden haben.
Nichtsdestotrotz wäre es dem Beschwerdeführer aus IV-rechtlicher Sicht in all den
Jahren jedoch offen gestanden, eine besser bezahlte (Hilfs-)Tätigkeit in
unselbstständiger Stellung anzunehmen. Indem er darauf verzichtet und sich mit der
bestehenden Situation zufrieden gegeben hat, ist darin ein selbstgewählter Verzicht auf
ein höheres Einkommen zu erblicken. Auf eine Parallelisierung des
Invalideneinkommens ist damit grundsätzlich zu verzichten. Aus den vorliegenden
Akten ergeben sich sodann keine Hinweise für eine dauerhaft und wesentlich
eingeschränkte Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit. Vielmehr scheint der
Beschwerdeführer die Operation gut überstanden zu haben und ging auch selber
davon aus, später wieder zu arbeiten (act. G 4.1/19). Die Klinik B._ geht von einer
stufenweisen Wiederaufnahme der Arbeit ab Mai 2013 aus, beginnend mit einem
Pensum von 50 %. Im Weiteren empfiehlt sie regelmässige Bewegung, d.h. ein
regelmässiges aerobes Ausdauertraining am besten täglich sowie ein leichtes
dynamisches Kraftausdauer- bzw. Muskelaufbautraining (Austrittsbericht der Klinik
B._ vom 16. April 2013; act. G 4.1/15.15). Auch Dr. D._ beschreibt im Bericht vom
20. Juni 2013 einen deutlich gebesserten Zustand. Daraus geht auch hervor, dass der
Beschwerdeführer offenbar wieder mehr oder weniger wie gewohnt auf dem - nun
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verpachteten - Hof arbeitet (act. G 4.2). Demgegenüber geht der Hausarzt noch im
November 2013 von einer lebenslang anhaltenden 50 %igen Arbeitsunfähigkeit aus
(act. G 4.1/15.2).
2.4 Im Weiteren lässt der Beschwerdeführer vortragen, seine Restarbeitsfähigkeit sei
auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr verwertbar. Er stehe kurz vor der Pensionierung. Er
habe in sehr ländlichen Verhältnissen lediglich die Grundschule absolviert und habe
keine Lehre, nicht einmal eine Anlehre antreten können. Er habe zeitlebens bzw. seit
fast 50 Jahren auf seinem Hof gearbeitet, ohne je eine andere Tätigkeit auszuüben oder
zu erlernen. Es fehle ihm somit an einer beruflichen Ausbildung. Er habe nie entlöhnt in
einer Unternehmung gearbeitet, so dass er keinerlei Erfahrung im beruflichen sozialen
Umgang habe. Diesen habe er auch in der Familie nicht erlernen können. Er sei ein
zurückgezogener, alleinstehender Junggeselle, der weder in Haus noch Hof auf andere
Menschen achten müsse. Vor diesem Hintergrund sei unwahrscheinlich, dass ein
potentieller Arbeitgeber ernsthaft in Erwägung ziehen würde, den Beschwerdeführer
mit seinem ihm eigenen speziellen "Rucksack" anzustellen. Jegliche Formen von
Dienstleistungsbetrieben fielen von vornherein ausser Betracht. Produktions- und
Industriebetriebe wiesen hierarchische Strukturen auf, in die sich zu integrieren der
Beschwerdeführer nie gelernt und erfahren habe. Der Beschwerdeführer habe nie einen
Lehrmeister gehabt und könne realistischerweise auch kaum mehr in eine neue
Tätigkeit eingearbeitet werden. Der Beschwerdeführer wohne in E._ und könne das
Haus schon aus finanziellen Gründen nicht aufgeben. Er wäre also auf einen
Arbeitgeber im Umfeld von E._ angewiesen.
2.5 Der Beschwerdeführer war zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses im April 2014
knapp 62 1⁄2-jährig. Im massgebenden Zeitpunkt, als medizinisch eine mindestens 50
%ige Arbeitsfähigkeit möglich war (vgl. BGE 138 V 457 E. 3.4; act. G 4.1/15.15), d.h. ab
Mai 2013, war der Beschwerdeführer 61 1⁄2-jährig. Um von einer Unverwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit auszugehen, sind nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts
nebst dem Alter weitere persönliche und berufliche Gegebenheiten zu berücksichtigen.
Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer
allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalls ab.
Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner
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Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem
Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und
Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von
Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V 457 E. 3.1, mit
Hinweisen auf die Urteile 9C_153/2011 vom 22. März 2012 E. 3.1 und 9C_918/2008
vom 28. Mai 2009 E. 4.2.2). Sodann wird auch Selbstständigerwerbenden und
Landwirten in der Regel der Wechsel in eine unselbstständige Erwerbstätigkeit
zugemutet. In seiner telefonischen Stellungnahme vom 26. November 2013 schloss der
Beschwerdeführer selber eine abhängige Beschäftigung nicht aus (act. G 4.1/19). Beim
Beschwerdeführer besteht die einzige medizinische Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
unbestrittenermassen darin, dass schwere körperliche Tätigkeiten oder solche, die mit
Gehen auf steilen Wegen oder langen Gehstrecken verbunden sind und damit das Herz
belasten, ausgeschlossen sind. Selbst unter Annahme einer lediglich 50 %igen
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit stehen dem Beschwerdeführer auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt verschiedene Möglichkeiten offen. Als erfahrenem
Landwirt sind ihm manuelle Tätigkeiten und der Umgang mit diversen Maschinen
vertraut. Denkbar wären - nebst anderen - etwa leichtere Gartenbautätigkeiten oder
Tätigkeiten bei einem kommunalen Werkhof. Aber auch Tätigkeiten in der Industrie sind
nicht ausgeschlossen. Diesbezüglich ist nicht davon auszugehen, dass die geltend
gemachten sozialen Besonderheiten bei den für den Beschwerdeführer in Betracht
fallenden Tätigkeiten derart negativ ins Gewicht fallen, dass eine Anstellung als nahezu
unmöglich erscheint. Gemäss Angaben des Kantonsspitals St. Gallen tanzt der
Beschwerdeführer in der Freizeit immerhin im Trachtentanzverein, so dass auch unter
diesem Aspekt nicht von einer vollständigen Entwöhnung vom sozialen Leben
auszugehen ist (Austrittsbericht vom 12. März 2013 [act. G 4.1/15.8]). Ebenso ergeben
sich aus dem Bericht der Klinik B._ vom 16. April 2013 keine Hinweise auf ein
sozialunverträgliches Verhalten. So nahm der Beschwerdeführer problemlos an
diversen Gruppentrainings teil (act. G 4.1/15.14). Im Übrigen kann von den Versicherten
im Zug der Schadenminderungspflicht ein gewisses Mass an Anpassungsfähigkeit
vorausgesetzt und verlangt werden. Die Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
erweist sich damit als verwertbar. Als Ausgangsbasis für die Bemessung des
Invalideneinkommens ist grundsätzlich auf das Tabelleneinkommen abzustellen. Dieses
beträgt gemäss Lohnstrukturerhebung des Bundes (2010, Tabelle TA1, Privater Sektor,
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Männer, Anforderungsniveau 4) Fr. 61'164.-- (Gesamtdurchschnitt Fr. 4'901.-- x 12 : 40
x 41,6 Wochenstunden [vgl. auch Anhang 2 in der IVG-Ausgabe der Informationsstelle
AHV/IV]). Die Beschwerdegegnerin rechnete für 2011 offenbar eine Teuerung von 1 %
hinzu, was ein Einkommen 2011 von Fr. 61'776.-- ergibt. Selbst unter Annahme eines
weit unterdurchschnittlichen Ausgangswerts von Fr. 50'000.--, eines vom
Beschwerdeführer zugestandenen Arbeitsfähigkeitsgrads von lediglich 50 % und eines
maximalen Leidensabzugs von 25 % würde kein Rentenanspruch entstehen
(Invalideneinkommen: Fr. 18'750.-- [Fr. 50'000.-- x 50 % x 75 %]; Inva¬liditätsgrad:
37,5 %). Vielmehr ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in einer
adaptierten Tätigkeit ein rentenausschliessendes Einkommen von mindestens Fr.
18'001.-- im Jahr (grösser als 60 % von Fr. 30'000.--) erzielen könnte.
3.
3.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
3.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer anzurechnen.
3.3 Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.