Decision ID: 0e00988d-f81d-4805-8f02-2c91b45f030e
Year: 2016
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

Begutachtung durchzuführen. Er rügte, der Sachverhalt sei von der IV-
Stelle nicht genügend abgeklärt worden. Er sei höchstens zu 50 %
arbeitsfähig. Indes nicht bestritten wurde die Einkommensberechnung auf
Basis der Schweizerischen Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes
für Statistik (LSE). Dennoch sei die Einkommensberechnung zu
überarbeiten, da die aufgeführten Zahlen nicht übereinstimmten und
aufgrund der geltend gemachten Einwände eine 60 %ige Arbeitsfähigkeit
einzukalkulieren sei. Unter Berücksichtigung eines Leidensabzugs von
10 % und eines Teilzeitabzugs bei Männern von mindestens 5 %
resultiere daraus ein Invaliditätsgrad von mehr als 50 %.
6. Mit Verfügung vom 20. November 2014 hielt die IV-Stelle vollumfänglich
an ihrem Vorbescheid und der diesbezüglichen Begründung fest.
7. Dagegen erhob A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 5. Januar
2015 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden
(nachfolgend: Verwaltungsgericht) mit folgenden Rechtsbegehren: "1. Es sei die Verfügung vom 20.11.2014 aufzuheben und es sei die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer Leistungen nach IVG, namentlich eine Rente nach Gesetz, auszurichten.
2. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen und diese sei zu verpflichten weitere Abklärungen, namentlich eine verwaltungsexterne unabhängige polydisziplinäre Begutachtung – unter Einbezug eines Orthopäden, eines Rheumatologen und eines Psychiaters – durchzuführen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. MWST zulasten der Beschwerdegegnerin."
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Zur Begründung wurde ausgeführt, dass zur Ermittlung seiner
Arbeitsfähigkeit nicht auf die RAD-Abklärung abgestellt werden könne, da
aufgrund der Widersprüchlichkeit der verschiedenen Arztberichte
vorliegend Zweifel an der Beurteilung durch die versicherungsinternen
Ärzte bestünden. Zudem gründe der Einkommensvergleich zur
Bestimmung des Invaliditätsgrads auf falschen Annahmen. Der
Beschwerdeführer machte geltend, er verfüge über ein Studium der
Geschichte und sei in seiner Heimat als Lehrer und danach als Konditor
tätig gewesen. Dementsprechend sei es vorliegend nicht gerechtfertigt für
das Valideneinkommen vom LSE-Anforderungsniveau 4 (einfache und
repetitive Tätigkeiten) auszugehen. Schliesslich sei die Berechnung des
Invaliditätsgrads auch aufgrund eines zu geringen Leidensabzugs nicht
korrekt erfolgt
8. In ihrer Vernehmlassung vom 26. Januar 2015 beantragte die IV-
Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der
Beschwerde. Bezüglich der Arztberichte führte sie aus, dass
hinsichtlich der ärztlichen Befunde vorliegend keine erheblichen
Divergenzen auszumachen seien. Sowohl die behandelnden als auch
die RAD-Ärzte kämen übereinstimmend zum Schluss, dass es dem
Beschwerdeführer aufgrund seiner Knieproblematik nicht mehr
zumutbar sei, in seiner angestammten Tätigkeit zu arbeiten. Zudem
würden ihm auch seine behandelnden Ärzte keine Arbeitsunfähigkeit
in einer adaptieren Tätigkeit bescheinigen. Bei der Ermittlung des
hypothetischen Valideneinkommens sei entscheidend, was die
versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde
tatsächlich verdient habe, und nicht, was sie als Gesunde bestenfalls
verdienen könnte. Vorliegend lägen keine Anhaltspunkte dafür vor,
dass der Beschwerdeführer ohne gesundheitliche Beeinträchtigung
ein höheres Valideneinkommen hätte erzielen können. Auch seien
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keine Gründe ersichtlich, welche einen höheren Leidensabzug als
10 % rechtfertigten.
9. In seiner Replik vom 24. Februar 2015 machte der Beschwerdeführer
erneut geltend, es bestünden zumindest geringe Zweifel an der RAD-
Beurteilung. Insbesondere die Bezugnahme der RAD-Ärzte auf die
Vorakten aus dem SUVA-Verfahren, welches sich nicht auf die Frage der
Arbeitsfähigkeit bezogen habe, sondern nur thematisiert habe, ob die
Beschwerden noch unfallkausal seien, sei zu kritisieren. Der
Beschwerdeführer legte seiner Replik zudem einen neuen Arztbericht
vom 27. Januar 2015 bei. Hinsichtlich des hypothetischen
Valideneinkommens bringt er vor, dass er sich als Gesunder aufgrund
seines Ausbildungsstandes nicht auf Dauer mit einer bescheidenen
Erwerbstätigkeit begnügen würde. Insofern sei LSE-Anforderungsniveau
3 als Bemessungsgrundlage gerechtfertigt. Schliesslich fordert er, dass
seinem fortgeschrittenen Alter beim Leidensabzug mehr Gewicht
beizumessen sei.
10. Die IV-Stelle hielt in ihrer Duplik vom 3. März 2015 grundsätzlich an ihren
Standpunkten gemäss Vernehmlassung fest und betonte, dass auch der
neue Arztbericht die Beurteilung des RAD bestätige.
11. Mit Schreiben vom 16. März 2015, 12. Mai 2015 und 11. Juni 2015 reichte
der Beschwerdeführer weitere Arztberichte ein, welche nach seinem
Dafürhalten allesamt die Richtigkeit der RAD-Abklärung in Zweifel ziehen
und die Durchführung einer polydisziplinären Begutachtung indizieren.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften
sowie auf die angefochtene Verfügung vom 20. November 2014 wird,
soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
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Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet die
Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 20. November 2014. Das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ist aufgrund von Art. 69
Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) zur Beurteilung der
erhobenen Beschwerde sachlich und örtlich zuständig. Als
Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer von der angefochtenen
Verfügung ausserdem unmittelbar betroffen und hat ein schutzwürdiges
Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung. Demnach ist er zur
Beschwerdeführung berechtigt (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinden Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Auf die im Übrigen frist-
und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m.
Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG) ist demnach einzutreten.
2. Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob die Beschwerdegegnerin in ihrer
Verfügung vom 20. November 2014 den Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente zu Recht verneint hat. Im
Zentrum stehen dabei die rechtsgenügende Feststellung des
medizinischen Sachverhalts, die korrekte Berechnung des Validen- und
Invalideneinkommens, insbesondere die Festsetzung des Leidensabzugs
und der daraus resultierende Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers.
3. a) Zur Beurteilung der gesundheitlichen Verfassung des Beschwerdeführers
beauftragte die Beschwerdegegnerin den RAD mit einer psychiatrischen
sowie rheumatologischen Untersuchung desselben. Der RAD-Arzt Dr.
med. B._, Facharzt für Psychiatrie- und Psychotherapie FMH,
zertifizierter Gutachter SIM, untersuchte den Beschwerdeführer zu
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diesem Zweck am 26. März 2014. Die rheumatologische Untersuchung
führte die RAD-Ärztin, med. pract. C._, Fachärztin für Physikalische
Medizin und Rehabilitation, zertifizierte Gutachterin SIM, am 26. Februar
2014 durch. Auf der Grundlage dieser persönlichen Untersuchungen und
der medizinischen Vorakten verfassten die involvierten RAD-Ärzte am
7. April 2014 sowie am 8. Mai 2014 ihre Einzelbeurteilungen und daran
anschliessend eine Konsensbeurteilung unbekannten Datums als
Ergebnis der angeordneten bidisziplinären RAD-Abklärung (zum Ganzen
IV-act. 48, S.1 ff.).
b) Der Beweiswert der durch diese Beweisvorkehren gewonnenen ärztlichen
Stellungnahmen hängt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
davon ab, ob sie für die streitigen Belange umfassend sind, auf allseitigen
Untersuchungen beruhen, die vom Beschwerdeführer geklagten
Beschwerden berücksichtigen, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben wurden, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchten und in den
daraus gezogenen Schlussfolgerungen zu überzeugen vermögen.
Ausschlaggebend für den Beweiswert ärztlicher Stellungnahmen ist
folglich grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch
dessen Bezeichnung als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 134 V 231
E.5.1, 125 V 351 E.3a, 122 V 160 E.1c). Dennoch hat es das
Bundesgericht mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als
vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer
Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen.
Danach haben Gutachten versicherungsexterner Ärzte, insbesondere
solche von der interdisziplinären medizinischen Gutachterstellen
(MEDAS) der Invalidenversicherung, vollen Beweiswert, wenn sie die
vorgenannten Anforderungen erfüllen und nicht konkrete Indizien gegen
deren Zuverlässigkeit sprechen (BGE 125 V 351 E.3b/bb). In Bezug auf
Berichte von Hausärzten darf und soll das Gericht hingegen der
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Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im
Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen
eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 351 E.3a mit
Hinweisen). Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner
Ärzte kommt schliesslich Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig
erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind
und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache
allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum
Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität
und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer
Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung
objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche
Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein
strenger Massstab anzulegen (vgl. zum Ganzen BGE 125 V 351 E.3b;
122 V 157 E.1c mit Hinweisen). Stützt sich eine angefochtene Verfügung
indes im Wesentlichen oder ausschliesslich auf solche
Beweisgrundlagen, sind an die Beweiswürdigung höhere Anforderungen
zu stellen. Bestehen in einem solchen Fall auch nur geringe Zweifel an
der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen,
erweist sich das fragliche Gutachten nicht als voll beweiskräftig und es
sind weitere Beweiserhebungen zu veranlassen (BGE 135 V 465 E.4.4;
Urteil des Bundesgerichts I 142/04 vom 20. November 2007 E.3.2.1;
MÜLLER, Das Verwaltungsverfahren in der Invalidenversicherung, Bern
2010, N. 1730; FLÜCKIGER, in: STEIGER-SACKMANN/MOSIMANN [Hrsg.],
Recht der Sozialen Sicherheit, Basel 2014, N. 4.146).
c) Als unbestritten gilt vorliegend die 100%ige Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers in seiner angestammten Tätigkeit als Reinigungskraft.
Hingegen ist seine Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit umstritten. Die
zuständige Ärztin des RAD, Dr. med. D._, gab in ihrer
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Abschlussbeurteilung vom 8. Mai 2014 an, dass beim Beschwerdeführer
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit seit Dezember
2013 bestehe (IV-act. 65, S. 11). Der Beschwerdeführer rügt, die von ihm
vorgelegten Arztberichte würden hinsichtlich der Diagnose mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit weitergehen als diejenige der RAD-
Ärzte, was Zweifel an der Richtigkeit der RAD-Arztberichte hervorrufe und
weitere Abklärungen erforderlich mache. Zudem seien die bildgebenden
Abklärungen nicht ausreichend.
aa) In der RAD-Konsensbeurteilung vom 17. Juli 2013 stellten die RAD-Ärzte,
Dr. med. B._ sowie med. pract. C._, als Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine reduzierte Belastbarkeit des
rechten Kniegelenks bei erheblichem Knorpeldefekt der distalen
Trochleaanteile (Chondropathie Grad IV sowie retropatelläre
Chondropathie Grad II) fest (IV-act. 48, S. 24). Als Diagnosen ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellten sie eine beidseitige
Coxarthrose, welche jedoch für adaptierte Tätigkeiten einen
ausreichenden Funktionszustand habe, eine arterielle Hypertonie,
Adipositas Grad II (BMI 35), ein medikamentös behandeltes Asthma
bronchiale, Verdacht auf eine kleine Hiathushernie aufgrund des CT vom
Juli 2012 sowie eine Entwicklung körperlicher Symptome aus
psychischen Gründen fest (IV-act. 48, S. 24). Hinsichtlich der daraus
resultierenden Leistungsfähigkeitseinschätzung kommen sie aus
bidisziplinärer Sicht zum Schluss, dass sich ausschliesslich die
rheumatologische Problematik arbeitsfähigkeitslimitierend auswirke,
während aus psychiatrischer Sicht keine Diagnose mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit gestellt werden könne (IV-act. 48, S. 24). Auf dieser
Grundlage kommen sie zum Schluss, dass für angepasste, leichte
körperliche Tätigkeiten mit überwiegender Sitzmöglichkeit, ohne Hocken
und Knien, ohne Gehen auf unebenem Gelände und ohne repetitives
Treppensteigen eine 100%ige Arbeitsfähigkeit vorliege (IV-act. 65, S. 11).
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bb) Die behandelnden Ärzte nehmen zur Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers nicht explizit oder nur zurückhaltend Stellung. Der
Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. med. E._, Facharzt FMH für
Innere Medizin, hält allerdings fest, dass seinem Patienten eine rein
sitzende Tätigkeit zumutbar sei (IV-act. 23, S. 5). Dies steht somit in
Übereinstimmung mit der Einschätzung der RAD-Ärzte, welche ebenfalls
eine vorwiegend sitzende, leichte Tätigkeit als zumutbar erachten. Auch
hinsichtlich der Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
gehen die Berichte der behandelnden Ärzte entgegen der Behauptung
des Beschwerdeführers nicht erheblich weiter als diejenigen des RAD,
sondern bestätigen diese. Im RAD-Bericht wurde, wie oben in Erw.3c/aa
dargelegt, ein erheblicher Knorpeldefekt der distalen Trochleaanteile
festgestellt, welcher zu einer reduzierten Belastbarkeit des rechten
Kniegelenks führt. Die MRI-Untersuchung von Dr. med. F._,
Facharzt FMH Radiologie, dokumentiert einen "deutliche[n]
Knorpelschaden am lateralen Femurkondylus und in der Trochlea bei
zusätzlich leichter Trochleadyslapsie" (IV-act. 36, S. 1). Auch Dr. med.
G._, FMH Orthopädische Chirurgie, kann diese Befunde gemäss
seinen Berichten vom 24. September 2013 und 4. Dezember 2013
aufgrund zweier bildgebender Untersuchungen bestätigen. Am 24. Januar
2014 hat gemäss Bericht von Dr. med. H._, Facharzt Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie FMH, eine weitere MRI-Untersuchung
stattgefunden und es wurden Röntgenbilder angefertigt, weil der
Beschwerdeführer zusätzlich Schmerzen in der rechten Flanke beklagt
habe (vgl. (IV-act. 46, S. 1). Auch in diesem Bericht werden glaubhafte
Schmerzen im rechten Kniegelenk dokumentiert. Bezüglich der sonstigen
Schmerzen hätten sich im MRI jedoch weder ein Bandscheibenvorfall
noch eine relevante Einengung der foramina gezeigt (IV-act. 44, S. 1). Am
11. Juni 2014 hielten die beiden Orthopädischen Chirurgen Dres. med.
G._ und H._, fest, die geltend gemachten Beschwerden seien
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weitgehend unverändert. Es bestehe in erster Linie ein schmerzhaftes
rechtes Knie mit Ausstrahlung und entsprechender funktioneller
Einschränkung. Gleichzeitig würden Hüftbeschwerden rechts und
Rückenbeschwerden vorwiegend im lumbalen Bereich sowie zunehmend
auch Schulterbeschwerden linksseitig beschrieben. Die beiden Fachärzte
kommen zum Schluss, dass es sich hierbei um ein chronisches
Lumbovertebral-Syndrom, Coxarthrosen beidseits, sowie um eine
Periathropatia humerus scapularis links handle. Bezüglich des rechten
Kniegelenks könne der posttraumatische Kniearthopathiebefund mit
Knorpelschaden bestätigt werden (IV-act. 59, S. 8). Die beiden Ärzte
lassen offen, ob und welche Auswirkungen dieser Befund auf die
Arbeitsfähigkeit zeitigt.
Auch der vom Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren eingereichte
Arztbericht von Dr. med. I._, Oberarzt Orthopädie in einer
Universitätsklinik, vom 27. Januar 2015, vermag die Beweiskraft der RAD-
Abklärung nicht in Zweifel zu ziehen. Wie die RAD-Ärzte hielt auch er fest,
dass radiologisch von leichten bis moderaten degenerativen
Veränderungen des linken Knies auszugehen sei. Er äusserte sich indes
nicht zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers und attestierte ihm
keine Arbeitsunfähigkeit in adaptierter Tätigkeit. Auch die
Sprechstundenberichte vom 19. März 2015 und vom 15. April 2015 der
Dres. med. K._ und L._, beide Spitalfachärztinnen einer
Universitätsklinik, geben keinen Anlass für weitere Abklärungen. Der
Beschwerdeführer verweist explizit auf folgende Passage: "Bezüglich der Arbeitsfähigkeit kann aufgrund von 1-2 Konsultationen keine abschliessende Beurteilung abgegeben werden. Grundsätzlich kann bisher festgehalten werden, dass aufgrund degenerativer Veränderungen eine verminderte Belastbarkeit für die Wirbelsäule und untere Extremitäten besteht. Für sitzende Tätigkeiten mit der Möglichkeit gelegentlich Aufzustehen ist wahrscheinlich eine  möglich. Es muss jedoch berücksichtigt werden, dass aufgrund des Alters, der mehrjährigen Arbeitslosigkeit und des Ausbildungsstandes das Finden einer solchen Tätigkeit schwierig ist. [...]."
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Daraus kann der Beschwerdeführer allerdings nichts für sich ableiten.
Allein die Erwähnung einer möglichen Teilarbeitsfähigkeit ohne nähere
Spezifizierung und Quantifizierung reicht nicht aus, um geringe Zweifel an
der RAD-Beurteilung zu erwecken.
cc) Auch der vom Beschwerdeführer gegen dieses Beweisergebnis erhobene
Einwand, die RAD-Ärzte hätten Vorakten aus dem SUVA-Verfahren
berücksichtigt, rechtfertigt keine andere Betrachtungsweise. Soweit er
vorbringt, in den SUVA-Akten sei eine andere Frage behandelt worden,
nämlich diejenige nach der Unfallkausalität, kann ihm insoweit nicht
gefolgt werden, als die Ärzte auf dieses Material nicht hätten abstellen
dürfen. Medizinische Vorakten zu einer anderen Frage vermögen einen
Untersuchungsbefund nicht zu verfälschen, sondern können zur
Vervollständigung der Krankheitsgeschichte sogar sachdienlich sein.
d) Zusammenfassend ist festzustellen, dass bezüglich der Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers in einer adaptierten Tätigkeit keine Widersprüche
vorliegen. In Würdigung der gesamten medizinischen Aktenlage ist das
Gericht zur Überzeugung gelangt, dass kein weiterer Abklärungsbedarf
besteht. Die Arztberichte des Hausarztes und weiterer behandelnder
Ärzte des Beschwerdeführers vermögen keinen Zweifel an der
Beurteilung des RAD hervorzurufen, weshalb ihr volle Beweiskraft
zukommt. Insbesondere auch bildgebend erweist sich der medizinische
Sachverhalt als genügend abgeklärt.
4. a) Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität
abgestuft. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht
Anspruch auf eine Viertelsrente, ab 50 % auf eine halbe Rente, ab 60 %
auf eine Dreiviertelsrente und ab 70 % auf eine ganze Rente. Für die
Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Invalideneinkommen
(Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der
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Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte) in Beziehung
gesetzt zum Valideneinkommen (Erwerbseinkommen, dass sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre [Art. 16 ATSG]).
Unerheblich ist, ob eine zumutbare Tätigkeit tatsächlich ausgeübt wird.
b/aa) Gemäss Art. 16 ATSG gilt als Valideneinkommen das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre. Das heisst, zur Berechnung des
Invaliditätsgrads ist die erwerbliche Situation zu ermitteln, in der sich die
versicherte Person vor Eintritt des Gesundheitsschadens befand oder
zum Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns überwiegend
wahrscheinlich befunden hätte. Ausgangspunkt für die Ermittlung des
Valideneinkommens ist daher der vor Eintritt des Gesundheitsschadens
zuletzt erzielte Lohn. Da sich die Ermittlung des Valideneinkommens
vorliegend nach Auffassung der Beschwerdegegnerin relativ schwierig
gestaltete, zumal die in den letzten Jahren erzielten Einkommen keine
verlässliche Grundlage lieferten, wurde das Valideneinkommen in der zu
beurteilenden Verfügung vom 20. November 2014 auf Grundlage der LSE
berechnet. Demnach belief sich der monatliche Bruttolohn (Zentralwert)
bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden für einfache und
repetitive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) gemäss Tabelle TA 1 der
LSE 2010 im privaten Sektor im Wirtschaftszweig 96 "Sonst. persönliche
Dienstleistungen" bei Männern im Jahr 2010 auf Fr. 4'256.--. Auf der
Basis der üblichen durchschnittlichen Arbeitszeit von 41,6
Wochenstunden und unter Berücksichtigung der massgeblichen
durchschnittlichen Lohnentwicklung berechnete die Vorinstanz ein
Valideneinkommen von Fr. 55'156.54 (zum Ganzen IV-act. 52).
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bb) Gegen dieses Valideneinkommen wendet der Beschwerdeführer ein,
dass fälschlicherweise von Anforderungsniveau 4 anstatt 3 ausgegangen
worden sei, was zu einem zu tiefen Valideneinkommen geführt habe. Der
Beschwerdeführer habe ein Studium der Geschichte vorzuweisen und sei
in seinem Heimatland als Lehrer und Konditor tätig gewesen. Dies
rechtfertige es nicht, für das Valideneinkommen vom Anforderungsniveau
4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) auszugehen, da dies bedeutete,
dass der Beschwerdeführer lediglich Hilfsarbeiten ausführen könne.
Zudem sei nicht nachvollziehbar, weshalb beim Valideneinkommen der
Wirtschaftszweig der "Sonst. Persönlichen Dienstleistungen"
herangezogen worden sei. Vielmehr sei hier das Total aller
Wirtschaftszweige bzw. der Zentralwert massgebend. Auf dieser
Grundlage ergebe sich nominallohnindexiert für 2014 korrekterweise ein
Valideneinkommen von Fr. 76'391.60.
cc) Dem Vorbringen des Beschwerdeführers bezüglich der Ermittlung seines
Valideneinkommens kann nicht beigepflichtet werden. Er arbeitete vor
seinem Unfall in der Schweiz als Reinigungskraft von Fahrzeugen. Bereits
in seiner Heimat hatte er trotz eines abgeschlossenen
Geschichtsstudiums gemäss eigenen Angaben vorwiegend im
familieneigenen Konditoreibetrieb gearbeitet. In der Schweiz gestaltete
sich die Suche einer Arbeitsstelle sodann als schwierig. Es ist durchaus
üblich, dass Arbeitssuchende in einer vergleichbaren Situation nur
Arbeiten finden, die unter ihrem ausländischen Bildungsniveau liegen.
Insofern trägt das Argument nicht, der Beschwerdeführer hätte sich
längerfristig nicht mit seiner Arbeitsstelle zufrieden gegeben, sondern
diese nur vorübergehend in Kauf genommen. Vorliegend ist
praxisgemäss deshalb von der tatsächlich ausgeübten Tätigkeit
auszugehen und nicht vom bestenfalls erzielbaren Valideneinkommen.
Das Abstellen der Beschwerdegegnerin auf den Tabellenlohn (LSE 2010,
TA1, Ziffer 96, Männer, Anforderungsniveau 4, gerechnet mit 41.6
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Wochenstunden, nominallohnindexiert auf 2014) ist vor diesem
Hintergrund nicht zu beanstanden. Verglichen mit dem Einkommen des
Beschwerdeführers, welches er in den Jahren vor seinem Unfall
tatsächlich erwirtschaftet hat, fällt der von der Beschwerdegegnerin
herangezogene Tabellenlohn deutlich höher aus (vgl. IV-act. 26, S. 9).
c/aa) Als Invalideneinkommen gilt nach Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Beim
Invalideneinkommen handelt es sich deshalb nicht um ein tatsächliches,
sondern um ein normatives Einkommen, welches dazu dient, den
invalidenrechtlich kompensationsfähigen Nachteil für den jeweiligen
Einzelfall zu konkretisieren. Sofern die versicherte Person nach Eintritt
des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine neue ihr zumutbare
Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so kann auf lohnstatistische
Annahmen abgestellt werden (SIKI, Invalidität und Sozialversicherung,
Zürich 2012, S. 166 f). Da der Beschwerdeführer keine Arbeit
aufgenommen hat, ist die Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung vom
20. November 2014 zur Berechnung des Invalideneinkommens von der
LSE-Tabelle ausgegangen. Ihre Berechnung hat die Beschwerdegegnerin
auf Basis der LSE 2010, allgemeine Tabelle TA1, Anforderungsniveau 4,
einfache und repetitive Tätigkeiten, männlich, bei einer Leistungsfähigkeit
von 100 % angestellt. Unter Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung und eines Leidensabzugs in Höhe von 10 %
führte dies zu einem Invalideneinkommen von Fr. 57'164.-- (vgl. IV-
act. 68, S. 2).
bb) Der Beschwerdeführer rügt in seiner Beschwerdeschrift, es sei vorliegend
nicht vom Total aller Wirtschaftszweige auszugehen, sondern vom
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Tabellenlohn der "Sonst. persönlichen Dienstleistungen" (Ziff. 96). Dies
führe zu einem Invalideneinkommen von Fr. 53'242.60. Davon sei
aufgrund der aktenkundigen erheblichen gesundheitlichen bzw. auch
ergonomischen Einschränkungen, des Aufenthaltsstatus F, der Tatsache,
dass keine schweren Arbeiten mehr verrichtet werden könnten und
ebenfalls aufgrund des Alters und der Sprachkenntnisse ein
Leidensabzug von mindestens 20 % zu gewähren. Daraus resultiere ein
Invalideneinkommen von Fr. 44'017.05.
cc) Dem kann nicht gefolgt werden. Wie die Beschwerdegegnerin richtig
ausführt, gibt es auch im Sektor Produktion körperlich leichte bis
mittelschwere und sitzende Tätigkeiten. Es ist üblich und entspricht im
Übrigen der Schadenminderungspflicht, in diesen Fällen zur Errechnung
des Invalideneinkommens auf den Tabellenlohn TA1 aus dem Total aller
Wirtschaftszweige abzustellen (vgl. etwa BGE 141 III 407 E.6.1). Das
heisst, der Beschwerdeführer hat sich zur Berechnung seines
Invalideneinkommens den Medianlohn aus sämtlichen
Wirtschaftszweigen aus dem Sektor Produktion anrechnen zu lassen. Es
kann hier nicht – wie von ihm verlangt – auf den Medianlohn nur aus
einem bestimmten Wirtschaftszweig abgestellt werden.
d/aa) Zu klären bleibt damit noch die Frage nach der Berechtigung eines
allfälligen Leidensabzugs, der vom ermittelten Invalideneinkommen in
Abzug zu bringen wäre und deshalb für die Höhe des Invaliditätsgrades
von Bedeutung sein könnte. Die Frage, ob und in welchem Ausmass die
Tabellenlöhne für die Ermittlung des Invalideneinkommens herabzusetzen
sind, hängt von allen persönlichen und beruflichen Umständen des
konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter,
Dienstjahre, Nationalität, Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad),
die nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind (BGE
126 V 75 E.5b/aa; Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons
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Graubünden S 09 161 vom 16. März 2010 E.3a) Es kann dabei höchstens
ein Leidensabzug von 25 % zugelassen werden. Ein Abzug soll aber nicht
automatisch erfolgen, sondern nur dann, wenn im Einzelfall genügend
Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Versicherte wegen eines oder
mehrerer der genannten Merkmale seine gesundheitlich bedingte (Rest-
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur noch mit
unterdurchschnittlichem Erwerbserfolg verwerten kann (BGE 129 V 472
E.4.2.3; 126 V 75 E.5b; Urteil des Bundesgerichts 8C_559/2008 vom
15. Dezember 2013 E.4).
bb) Mit Blick auf den Leidensabzug bringt die Beschwerdegegnerin vor, dass
die gesundheitlichen Probleme des Beschwerdeführers in Höhe von 10 %
berücksichtigt worden seien. Es ist der Beschwerdegegnerin darin
zuzustimmen, dass die gesundheitlichen Einschränkungen für leichte
Tätigkeiten keinen höheren Leidensabzug als 10 % rechtfertigen (vgl.
etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013
E.4.4). Der Beschwerdeführer hält diesen Leidensabzug mit Blick auf sein
Alter, die Sprachkenntnisse, den Aufenthaltsstatus und seine
Schwierigkeiten bei der Arbeitssuche für zu gering. Diesbezüglich zeigt
die Rechtsprechung folgendes Bild: Vom Bundesgericht von vornherein
nicht als lohnmindernde Kriterien anerkannt sind bei zumutbarer
Erwerbstätigkeit im Anforderungsniveau 4 die vom Beschwerdeführer
geltend gemachten sprachlichen Schwierigkeiten (Urteil des
Bundesgerichts 8C_594/2011 vom 20. Oktober 2011 E.5) sowie die
erwähnten Schwierigkeiten bei der Arbeitssuche (Urteil des
Bundesgerichts 8C_10/2011 vom 10. August 2011 E.7). Die übrigen vom
Beschwerdeführer vorgebrachten Kriterien, Alter und Aufenthaltsstatus,
werden vom Bundesgericht bekanntlich theoretisch zwar als
Abzugsgründe aufgeführt (vgl. BGE 126 V 75 E.5b/bb), in der Praxis aber
kaum je gewährt. Wie die Kasuistik zeigt, ist zwar anerkannt, dass das
Alter die Stellensuche faktisch negativ beeinflussen kann, doch muss es
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als invaliditätsfremder Faktor grundsätzlich unberücksichtigt bleiben
(Urteil des Bundesgerichts 8C_594/2011 vom 20. Oktober 2011 E.5). Da
sich der Faktor Alter bislang in keinem Fall lohnsenkend ausgewirkt hat,
besteht auch vorliegend kein Anlass, unter dem Titel des Alters einen
höheren Leidensabzug zu gewähren (Abzug mit Blick auf Alter 57 etwa
verneint in Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013
E.4.2; vgl. auch die Urteile des Bundesgerichts 9C_130/2010 vom 14.
April 2010 E.3.3.3, 8C_328/2011 vom 7. Dezember 2011 E.10.2, wonach
Hilfsarbeiten grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt werden;
abweichend Urteil des Bundesgerichts 9C_334/2013 vom 24. Juli 2013
E.3). Auch die Nationalität und die Aufenthaltskategorie führen nicht
zwingend zu einem Abzug (vgl. 8C_594/2011E. 5, I 39/98 E.2c.dd). Kein
Leidensabzug ist jedenfalls zu gewähren bei erworbenem Schweizer
Bürgerrecht (Urteil des Bundesgerichts 9C_187/2011 vom 30. Mai 2011
E.4.2). Nur im Fall einer zu 50 % erwerbsfähigen Ausländerin,
Analphabetin, mit schlechten Französischkenntnissen hat das
Bundesgericht einen Leidensabzug von 20 % als nicht willkürlich
befunden (Urteil des Bundesgerichts 9C_449/2012 vom 3. Oktober 2012
E.3.5). Im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind im
konkreten Fall keine getrennten Abzüge für die je massgeblichen Kriterien
vorzunehmen, sondern ist der Leidensabzug gesamthaft unter Würdigung
der Umstände nach pflichtgemässem Ermessen zu schätzen (BGE 126 V
75 E.5b/bb).
cc) Vorliegend erscheint ein Leidensabzug von 10 % als gerechtfertigt. Vor
dem Hintergrund der bundesgerichtlichen Rechtsprechung erfüllt der
Beschwerdeführer die Kriterien für einen darüber hinausgehenden
Leidensabzug nicht. Dass der Beschwerdeführer bei Antrag auf IV-Rente
54-jährig war, hat wie gesehen grundsätzlich unberücksichtigt zu bleiben.
Soweit sich der Beschwerdeführer auf die Faktoren Aufenthaltsstatus und
seine mangelhaften Sprachkenntnisse beruft, ist ihm entgegenzuhalten,
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dass er bereits zum Zeitpunkt seines Antrags auf IV-Rente seit einigen
Jahren in der Schweiz lebte und seine Sprachkenntnisse, welche
zusammen mit dem Aufenthaltsstatus zu berücksichtigen sind,
offensichtlich schon früher für eine über dreijährige Erwerbstätigkeit in der
Schweiz ausgereicht haben. Zudem wurde der Invalidenlohn in casu
gemäss Anforderungsniveau 4 berechnet, welches diesen beiden
Faktoren ebenfalls Rechnung trägt.
5. a) Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass der medizinisch
relevante Sachverhalt hinreichend abgeklärt ist und sowohl das Validen-
als auch das Invalideneinkommen von der Beschwerdegegnerin korrekt
ermittelt wurden. Der Invaliditätsgrad liegt vorliegend somit unter 40 %.
Der Beschwerdeführer hat deshalb keinen Anspruch auf eine IV-Rente
und seine Beschwerde ist somit abzuweisen.
b) Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei
Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen
vor dem kantonalen Versicherungsgericht abweichend von Art. 61 lit. a
ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-
festgelegt. Vorliegend erscheint ein Kostenansatz von Fr. 700.--
angemessen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens gehen die
Kosten im Sinne von Art. 73 VRG zulasten des unterliegenden
Beschwerdeführers. Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat keinen
Anspruch auf eine aussergerichtliche Entschädigung (Art. 61 lit. g ATSG e
contrario).