Decision ID: 0aca8d76-6219-5802-be28-8e5ba7647763
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a
Der Beschwerdeführer verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben zu-
folge am (...) Januar 2020 auf dem Luftweg in die Türkei und reiste via
Griechenland und ein weiteres Land am 14. Februar 2020 in die Schweiz
ein, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte. Am 18. Februar 2020 fand im
Bundesasylzentrum (BAZ) Region B._ die Personalienaufnahme
(PA) statt.
A.b Der Beschwerdeführer wurde – im Beisein seiner zugewiesenen
Rechtsvertretung – am 19. März 2020 gemäss Art. 29 AsylG (SR 142.31)
zu seinen Asylgründen angehört. Am 5. Juni 2020 wurde er – im Beisein
der rubrizierten Rechtsvertreterin – nach Zuweisung ins erweiterte Verfah-
ren ergänzend angehört. Dabei machte er im Wesentlichen folgenden
Sachverhalt geltend:
A.c Am (...) November 2019 sei er von Mitgliedern der Al-Shabaab
zwangsrekrutiert und in eines ihrer Ausbildungslager verbracht worden.
Nach einwöchigem Aufenthalt im Lager sei er mit zwei Kollegen von dort
geflohen. Einer der beiden sei entgegen ihres Ratschlags zurück in ihren
Heimatort C._, Provinz D._, geflohen. Er selbst und der an-
dere Kollege seien bei seiner Grossmutter im nomadischen Gebiet unter-
gekommen. Sein kleiner Bruder sei daraufhin zur Grossmutter gekommen
um sie zu warnen, da ihr dritter Kollege in C._ von der Al-Shabaab
getötet worden sei und diese auch nach ihnen suchen würden. Er und sein
Kollege seien deshalb im Dezember 2019 nach Mogadischu geflohen, wo
er von seinem Onkel mütterlicherseits aufgenommen worden sei. Die Al-
Shabaab habe ihn etwa zwei Wochen nach seiner Ankunft in Mogadischu
einmal telefonisch bedroht, wobei er diesen Anruf für einen Scherz gehal-
ten habe. Als er sich am 1. Januar 2020 mit seinem Cousin und dem Kol-
legen, mit dem er aus dem Lager geflohen sei, in einem Park aufgehalten
habe sei auf sie geschossen worden. Er sei unversehrt geblieben, sein
Cousin und der Kollege seien jedoch getötet worden. Nach diesem Angriff
habe die Al-Shabaab sich wiederum telefonisch bei ihm gemeldet und mit-
geteilt, sie wüssten von seinem Entkommen, weshalb feststehe, dass die
Al-Shabaab hinter dem Angriff stecke. Am selben Abend habe er seinen
Onkel über den Anruf unterrichtet, woraufhin dieser seine Ausreise organi-
siert habe.
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Während seines Aufenthalts in Mogadischu habe er ausserdem am
(...) Dezember 2019 gegen den Willen seiner Familienangehörigen eine
Frau geheiratet. Sie gehöre einem Minderheitenclan an, weshalb er von
seiner Familie zur Scheidung gedrängt worden sei. Er habe mit seiner Frau
zusammen bei seinem Onkel gewohnt, der jedoch nichts gegen die Ehe
einzuwenden gehabt habe. Sein Onkel habe ihm berichtet, dass die Frau
nach seiner Ausreise von seiner Familie bedroht worden sei und deshalb
ihrerseits das Land habe verlassen müssen. Er habe keinen Kontakt mehr
zu seiner Frau und wisse nicht über deren aktuellen Aufenthaltsort Be-
scheid.
Ebenfalls nach seiner Ausreise habe er von seinem Onkel erfahren, dass
die Regierung seit seiner Ausreise nach ihm suche. Er sei bei seinem On-
kel gesucht worden, weshalb dieser festgenommen und zwei Tage lang
befragt worden sei. Die Regierung habe wohl den Verdacht, er habe Ver-
bindungen zur Al-Shabaab und ermittle wegen des Angriffs vom 1. Januar
2020.
Überdies seien sein Vater und zwei seiner Geschwister im Sommer 2019
von der Al-Shabaab mitgenommen worden, weil sein Vater sich geweigert
habe, die Schwester des Beschwerdeführers mit einem Al-Shabaab Kom-
mandanten zu verheiraten. Auch seine Mutter und er seien mitgenommen,
nach einem Tag jedoch wieder freigelassen worden. Über den Verbleib der
übrigen Familienangehörigen, die mitgenommen worden seien, seien sie
bis heute in Unkenntnis.
B.
Mit Verfügung vom 19. Juni 2020 – eröffnet am 24. Juni 2020 – stellte die
Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft
nicht, lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der
Schweiz an, wobei sie den Vollzug zugunsten einer vorläufigen Aufnahme
aufschob.
C.
Mit Eingabe vom 23. Juli 2020 erhob der Beschwerdeführer durch seine
Rechtsvertreterin am Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen die
Verfügung der Vorinstanz und beantragte darin, die vorinstanzliche Verfü-
gung sei aufzuheben und ihm sei unter Anerkennung seiner Flüchtlingsei-
genschaft in der Schweiz Asyl zu gewähren, eventualiter sei er als Flücht-
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ling vorläufig aufzunehmen, subeventualiter sei die Sache zur hinreichen-
den Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts an die Vorinstanz zu-
rückzuweisen.
C.a In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltli-
chen Prozessführung einschliesslich Verzichts auf die Erhebung eines
Kostenvorschusses sowie um Beiordnung seiner Rechtsvertreterin als
amtliche Rechtsbeiständin.
D.
Am 24. Juli 2020 wurde dem Beschwerdeführer der Eingang seiner Be-
schwerde bestätigt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgül-
tig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-
schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG und
Art. 108 Abs. 2; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist somit einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26
E. 5).
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3.
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
4.
4.1 In der Beschwerde wird zunächst die formelle Rüge der Gehörsverlet-
zung (Art. 29 VwVG) erhoben, welche vorab zu beurteilen ist, da sie gege-
benenfalls geeignet ist, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu
bewirken.
4.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches
Gehör, welches als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer
Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt
wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1; BVGE
2013/23 E. 6.1 m.H.). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der
Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in
ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich
ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich aus-
einandersetzt und jedes einzelne Vorbringen widerlegt (vgl. BGE 136 I 184
E. 2.2.1).
5.
5.1 Vorliegend erblickt der Beschwerdeführer eine Verletzung seines recht-
lichen Gehörs darin, dass die Vorinstanz keinerlei Elemente, die für seine
Glaubhaftigkeit sprechen würden, in ihre Erwägungen miteinbezogen habe
und die Glaubhaftigkeit somit nicht im Sinn einer Gesamtbetrachtung be-
urteilt worden sei. Die Vorhalte der Vorinstanz würden bisweilen willkürlich
erscheinen, weshalb auch die Begründungspflicht verletzt worden sei.
5.2 Diesbezüglich ist festzuhalten, dass die Vorinstanz sich in ihren Erwä-
gungen mit den vorgebrachten Sachverhaltselementen auseinanderge-
setzt und diese ausreichend gewürdigt hat. Dass die Vorinstanz in ihrer
Glaubhaftigkeitsbeurteilung der Sachverhaltselemente eine andere Auffas-
sung als der Beschwerdeführer vertritt, weist nicht daraufhin, dass sie Ar-
gumente, die für die Glaubhaftigkeit des Beschwerdeführers sprechen
könnten, ausgeklammert hat. Vielmehr gelangte die Vorinstanz aus den
von ihr aufgeführten sachlichen Gründen und in nachvollziehbarer Weise
zum Schluss, die Vorbringen des Beschwerdeführers seien in einer Ge-
samtschau als unglaubhaft zu bezeichnen. Die Rüge in der Rechtsmitte-
leingabe ist demnach als Kritik an der Würdigung und mithin Kritik in der
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Sache selbst zu verstehen. Die Darlegung der entsprechend anderen Ein-
schätzung ist somit Gegenstand der materiellen Würdigung. Zudem war es
dem Beschwerdeführer auch möglich, die Verfügung zu verstehen und so-
mit sachgerecht anzufechten. Die formelle Rüge geht somit fehl. Auch für
eine willkürliche Würdigung der Vorbringen durch die Vorinstanz finden sich
vorliegend keine Anhaltspunkte. Eine Rückweisung des Verfahrens unter
diesem Aspekt rechtfertigt sich nicht.
6.
6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
6.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-
machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt
dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE
2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.).
7.
Die Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Entscheid im Wesentlichen
mit der mangelnden Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdefüh-
rers. So seien etwa seine Ausführungen betreffend die geltend gemachte
Zwangsrekrutierung vage ausgefallen und er habe trotz mehrmaliger Ge-
legenheit nicht ausführlich schildern können, wie die Mitnahme durch die
Al-Shabaab vonstattengegangen sei, respektive wie er diese persönlich er-
lebt habe. Ebenfalls frei von persönlicher Färbung und weitgehend unsub-
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stanziiert erscheine seine Darstellung des Lagers, in das er verbracht wor-
den sein soll, des dort herrschenden Alltags sowie der Flucht aus dem La-
ger. Auch die anschliessenden gegen ihn gerichteten Verfolgungshandlun-
gen der Al-Shabaab in Mogadischu habe er lediglich oberflächlich vorge-
tragen, weshalb auch diesbezüglich nicht der Eindruck entstehe, es handle
sich um tatsächlich Erlebtes. Angesichts der mangelnden Glaubhaftigkeit
der Zwangsrekrutierung erübrige es sich, auf die daraus resultierenden
weiteren Ereignisse – insbesondere die Verfolgungsmassnahmen der so-
malischen Behörden – einzugehen, da diesen Vorbringen jegliche Grund-
lage entzogen sei. Überdies sei das anlässlich der ergänzenden Anhörung
geltend gemachte Verfolgungsinteresse der somalischen Behörden als
nachgeschoben zu qualifizieren und es werde auch aufgrund des Sachvor-
trags nicht ersichtlich, weshalb die somalische Regierung ihn aufgrund des
geschilderten Angriffs der Zusammenarbeit mit der Al-Shabaab verdächti-
gen sollte. Aufgrund der vagen und nachgeschobenen Angaben hinsicht-
lich der Bedrohung, die aufgrund seiner Heirat von seiner Familie ausgehe,
sei auch dieses Vorbringen als unglaubhaft zu qualifizieren. Soweit der Be-
schwerdeführer zudem geltend mache, im Sommer 2019 von der Al-
Shabaab einen Tag lang festgehalten worden zu sein, fehle es diesem Vor-
bringen an asylrechtlicher Relevanz. Der Beschwerdeführer habe keine
spezielle Gefährdung aufgrund dieses Ereignisses geltend gemacht und er
sei nach dieser Mitnahme ausserdem weitere sechs Monate in C._
wohnhaft gewesen, ohne deswegen behelligt worden zu sein.
7.1 Der Beschwerdeführer hält dieser Einschätzung der Vorinstanz im We-
sentlichen entgegen, seine Fluchtgeschichte sei komplex. Er habe anläss-
lich der ersten Anhörung ausführlich und in freier Erzählung seine Flucht-
gründe dargelegt. Bei der zweiten Anhörung sei er der Aufforderung nach-
gekommen, seine Fluchtgründe nochmals zusammengefasst darzutun. Auf
die Frage hin, ob er sämtliche Vorbringen noch einmal ausführlich schildern
solle oder ihm zu einzelnen Punkten Nachfragen gestellt würden, habe sich
der Sachbearbeiter implizit für Letzteres entschieden, indem er zu konkre-
ten Nachfragen angesetzt habe. Insofern könne die Vorinstanz ihm nun
nicht vorhalten, er habe gewisse Punkte nicht von sich aus zur Sprache
gebracht. Aus den Anhörungsprotokollen gehe hervor, dass er – entgegen
der vorinstanzlichen Darstellung – detailliert und substanziiert über seine
Mitnahme durch die Al-Shabaab, seinen Alltag im Camp sowie seiner
Flucht von dort berichtet habe. Er habe zunächst jeweils die Ereignisab-
läufe genau beschrieben und anschliessend genügend ausführlich auf Ver-
tiefungsfragen geantwortet. Ferner seien auch seine Ausführungen zum
Angriff in Mogadischu umfassend ausgefallen und die von der Vorinstanz
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behauptete Oberflächlichkeit finde in den Akten keine Stütze. Hinsichtlich
der Verfolgung durch die somalischen Behörden stütze sich die vorinstanz-
liche Argumentation einzig auf die Plausibilität des Vorbringens, was für die
Beurteilung der Glaubhaftigkeit jedoch nicht angehe. Es sei im somali-
schen Kontext in keiner Weise unplausibel, dass er von den Behörden ver-
dächtigt werde, in den Anschlag verwickelt zu sein, obwohl es dafür keine
Beweise gebe und er dabei seinen Cousin und seinen Kollegen verloren
habe. Der Vorwurf der Vorinstanz, dass die familiäre Bedrohung des Be-
schwerdeführers aufgrund seiner Heirat nachgeschoben sei, sei haltlos.
Aus dem Protokoll der ersten Anhörung gehe deutlich hervor, dass er – der
kurzen Befragungszeit infolge seines Gesundheitszustands unter dem Ge-
sichtspunkt der Corona-Pandemie geschuldet – nicht alle seine Flucht-
gründe habe erwähnen können und dies im Einverständnis mit der Vor-
instanz erfolgt sei. Sodann habe er die familiäre Bedrohung denn auch
gleich zu Beginn der zweiten Anhörung angesprochen, wobei er diese ge-
genüber seinem zugewiesenen Rechtsvertreter bereits früher thematisiert
habe. Unter diesen Umständen seien Zweifel am diesbezüglichen Vorbrin-
gen einzig aufgrund des Zeitpunkts dessen erstmaliger Erwähnung unan-
gebracht.
8.
8.1 Nach Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum
Schluss, dass die Vorinstanz die Vorbringen des Beschwerdeführers zu
Recht als unglaubhaft respektive nicht asylrelevant qualifiziert hat. Der Be-
schwerdeführer vermag mit seinen Ausführungen in der Beschwerdeschrift
den Erwägungen des SEM nichts entgegenzusetzen, was geeignet wäre
zu einer anderen Einschätzung zu führen. Somit kann vorab auf die zutref-
fenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden
(vgl. act. [...]-29/11 Ziff. II S. 3 ff.).
8.2 Ergänzend ist Folgendes festzuhalten:
8.2.1 Der Vorinstanz ist darin zuzustimmen, dass die Ausführungen des
Beschwerdeführers zur Mitnahme durch die Al-Shabaab, zum einwöchigen
Aufenthalt in einem Ausbildungslager sowie zur Flucht aus diesem Lager
durchweg unsubstanziiert blieben. Den Schilderungen fehlt es an persön-
licher Färbung, die darauf schliessen lassen, dass es sich dabei tatsächlich
um eigene Erlebnisse des Beschwerdeführers handelt.
8.2.2 Der Beschwerdeführer berichtete nur vage und unsubstanziiert von
der Mitnahme durch die Al-Shabaab aus seinem Heimatdorf (vgl. act. [...]-
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Seite 9
26/22 [nachfolgend: A26/22] F23 ff.). Auf mehrfache Nachfrage hin machte
er zwar etwas detailliertere Angaben, dabei fällt jedoch auf, dass sich diese
Angaben nicht zu einem schlüssigen Bild zusammenfügen. Zunächst
führte der Beschwerdeführer aus, während eines Spaziergangs mit seinem
Freund festgenommen und zu einem Auto gebracht worden zu sein, in dem
sich bereits mehrere Jugendliche befunden hätten (vgl. act. A26/22 F24).
Er und sein Freund seien gezwungen und mit Gewalt mitgenommen wor-
den (vgl. act. A26/22 F25). Anschliessend gab der Beschwerdeführer je-
doch an, das Auto, in welchem bereits andere Jugendliche gewesen seien,
habe angehalten, als er auf der Strasse gelaufen sei. Soldaten seien aus-
gestiegen und hätten sie aufgefordert einzusteigen. Auf ihre Nachfrage,
weshalb sie einsteigen sollten, sei ihnen entgegnet worden: "Es gibt kein
Warum, einfach einsteigen!" (vgl. act. A26/22 F26). Sie hätten gemacht
was von ihnen verlangt worden sei, weil "wenn jemand bewaffnet ist, ist er
stärker als du" (vgl. act. A26/22 F26). Der Beschwerdeführer vermittelte
zwar einigermassen überzeugend, dass er in der Vergangenheit kein Inte-
resse an anderweitigen Anwerbungsversuchen der Al-Shabaab gezeigt
habe (vgl. act. A26/22 F25). Es gelang ihm jedoch nicht, den Ablauf der
behaupteten Zwangsrekrutierung schlüssig und widerspruchsfrei zu schil-
dern oder aufzuzeigen, weshalb er davon ausgehe entführt worden zu sein,
weil er bis dahin nicht auf Rekrutierungsbemühungen der Al-Shabaab ein-
gegangen sei (vgl. act. A26/22 F25).
8.2.3 Die allgemein gehaltenen Schilderungen des Beschwerdeführers
zum Alltag und seinen persönlichen Erlebnissen und Eindrücken im Aus-
bildungslager lassen sich nicht durch seinen angeblich lediglich einwöchi-
gen Aufenthalt dort erklären (vgl. act. A26/22 F29). Auch auf wiederholte
Nachfrage hin machte der Beschwerdeführer nur rudimentäre Angaben
zum Tagesablauf im Lager und war nicht in der Lage, die ihm in dieser Zeit
vermittelten Inhalte wiederzugeben. So beschränkte er sich im Wesentli-
chen darauf pauschal und ohne weitere Konkretisierung von "Religionsun-
terricht" und "Schiesstraining" zu berichten (vgl. act. A26/22 F33 ff. und
F37). Der Beschwerdeführer schilderte keine persönlichen Erlebnisse oder
Befindlichkeiten aus seiner Zeit im Ausbildungslager oder aus den Unter-
richtsstunden, die immerhin den Grossteil des Tages in Anspruch genom-
men haben dürften. Insgesamt entsteht somit nicht der Eindruck, der Be-
schwerdeführer hätte eine Woche in einem solchen Lager gelebt oder sei
gezwungen gewesen, dem Unterricht beizuwohnen.
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8.3 Die unpersönliche und pauschale Erzählweise des Beschwerdeführers
setzte sich auch in Bezug auf dessen Darstellung der Flucht aus dem Aus-
bildungslager fort. Es gelang ihm insbesondere angesichts des von Reali-
tätskennzeichen freien Vortrages nicht, seine Flucht aus dem üblicher-
weise bewachten Lager glaubhaft darzutun (vgl. act. A26/22 F31, F41 und
F48).
8.4 Angesichts der festgestellten Unglaubhaftigkeit der Vorbringen zur
Zwangsrekrutierung durch die Al-Shabaab und der anschliessenden Flucht
aus deren Ausbildungslager ist den weiteren geltend gemachten Bedro-
hungen durch die Al-Shabaab in Mogadischu zwar bereits die Grundlage
entzogen. Dennoch kann dazu ergänzend Folgendes bemerkt werden:
8.4.1 Soweit der Beschwerdeführer vorbrachte, etwa zwei Wochen nach
seiner Ankunft in Mogadischu einen Drohanruf der Al-Shabaab erhalten zu
haben, bei welchem man ihm mitgeteilt habe, man wisse wo er sich auf-
halte, ist zumindest erstaunlich, dass die Al-Shabaab den Beschwerdefüh-
rer innert kürzester Zeit an dessen genauen Aufenthaltsort in der mehrere
hundert Kilometer entfernten und dicht besiedelten Hauptstadt ausfindig
gemacht haben konnte (vgl. act. [...]-A17/12 [nachfolgend: A17/12] F74 so-
wie A26/22 F90). Ebenso wenig nachvollziehbar erscheint die Reaktion
des Beschwerdeführers auf diesen ersten Drohanruf, bei dem er mit dem
Tod bedroht worden sei, sofern er nicht in das Ausbildungslager zurück-
kehre und mit der Al-Shabaab zusammenarbeite. So gab der Beschwerde-
führer an, diesen Anruf für einen Scherz eines anderen Jugendlichen ge-
halten zu haben (vgl. act. A17/12 F74 und act. A26/22 F91). Im Lichte der
angeblich vorangehenden Ereignisse (Flucht aus dem Ausbildungslager
und Tötung seines Fluchtgefährten im Heimatdorf) weckt diese Darstel-
lungsweise erhebliche Zweifel am Vorbringen und es wird nicht deutlich,
weshalb sich der Beschwerdeführer durch diesen Anruf in keiner Hinsicht
bedroht gefühlt haben sollte.
8.4.2 Wie bereits dargelegt bestehen erhebliche Zweifel daran, dass der
Beschwerdeführer aufgrund seiner angeblichen Desertion aus einem Aus-
bildungslager der Al-Shabaab Opfer eines gezielten Angriffs derselben ge-
worden sein soll. Auch die unsubstanziierten Angaben des Beschwerde-
führers zur angeblichen Schiesserei vermögen diese Zweifel nicht auszu-
räumen. So gab der Beschwerdeführer zum Ereignishergang im Wesentli-
chen wiederholt und kaum erlebnisgeprägt zu Protokoll, er sei einige Meter
abseits am Telefon gewesen, als der Angriff erfolgt und sein Cousin sowie
sein Kollege getötet worden seien (vgl. act. A26/22 F96 ff.).
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Seite 11
8.5 Dem geltend gemachten staatlichen Verfolgungsinteresse ist aufgrund
des Sachzusammenhangs zur unglaubhaften Zwangsrekrutierung und De-
sertion bereits die Grundlage entzogen. Auch gesondert betrachtet liegen
keine konkreten Anhaltspunkte dafür vor, dass der Beschwerdeführer aus
asylrechtlich relevanten Gründen von den staatlichen Behörden gesucht
worden sein sollte. Dem Beschwerdeführer gelang es insbesondere nicht,
allfällige Gründe für ein staatliches Verfolgungsinteresse darzutun. Er be-
schränkte sich im Wesentlichen auf die Aussage, die Behörden würden re-
gelmässig aufgrund falscher Hinweise und grundloser Beschuldigungen
gegen die Zivilbevölkerung vorgehen, ohne jedoch einen konkreten per-
sönlichen Anknüpfungspunkt nennen zu können (vgl. act. A26/22 F126 und
F130). Selbst wenn der Beschwerdeführer tatsächlich in eine Schiesserei
verwickelt gewesen sein sollte, ist nicht auszuschliessen, dass den behörd-
lichen Massnahmen ein legitimes Interesse an der Ermittlung des Sachver-
halts zugrunde liegt. Jedenfalls lässt die vom Beschwerdeführer geschil-
derte angebliche Befragung seines Onkels und die folgende dreitägige
Festhaltung nicht auf eine asylrelevante Verfolgung des Beschwerdefüh-
rers durch die somalische Regierung schliessen. Festzuhalten ist sodann,
dass der Beschwerdeführer diese Probleme erst im Rahmen der ergän-
zenden Anhörung erwähnte. Sofern er in diesem Zusammenhang geltend
macht, er sei durch seinen Onkel über die Suche erst informiert worden,
nachdem er in Griechenland gewesen sei, da sein Onkel ihn nicht habe
beunruhigen wollen (vgl. act. A26/22 F12), ist dieses Vorbringen nicht plau-
sibel. Der Zeitpunkt seiner Kenntnisnahme war nach Aussagen des Be-
schwerdeführers noch vor der Einreise in die Schweiz.
8.6
8.6.1 Auch hinsichtlich der geltend gemachten familiären Probleme infolge
der Heirat des Beschwerdeführers mit einer Frau, die einem Minderheiten-
clan angehöre, bestehen – ungeachtet ihrer erstmaligen Erwähnung an-
lässlich der ergänzenden Anhörung – erhebliche Zweifel. Angesichts der
Umstände unter denen die erste Anhörung vom 19. März 2020 endete
(Vermerk des Beschwerdeführers, dass er noch nicht sämtliche Asylgründe
habe darlegen können, seine gesundheitlichen Beschwerden [Husten] im
Lichte der in diesem Zeitpunkt herrschenden Corona-Pandemie jedoch zu
Vorsicht geböten und deshalb eine weitere Anhörung anzusetzen sei) wird
zutreffend vom Beschwerdeführer moniert, dass es nicht sachgerecht ist,
wenn sich die Vorinstanz in ihrer diesbezüglichen Unglaubhaftigkeitsargu-
mentation zu einem wesentlichen Teil darauf stützt, das entsprechende
Vorbringen sei nachgeschoben.
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Seite 12
8.6.2 Die Schilderungen des Beschwerdeführers zu den Umständen seiner
Heirat, den angeblichen Bedrohungen seiner Familie sowohl ihm als auch
seiner Frau gegenüber, sind ebenfalls nicht substanziiert. Der Beschwer-
deführer bezeichnete die Drohungen seiner Familienmitglieder ihm gegen-
über erst nach mehrmaliger Nachfrage als Todesdrohungen, ohne diese
jedoch zeitlich zu verorten oder die konkreten Umstände einer derartigen
Drohung überzeugend wiedergeben zu können (vgl. act. A26/22 F83). Zu-
dem erstaunt im soziokulturellen Kontext Somalias – und vor dem Hinter-
grund, dass die Frau aus dem selben Ort stammen soll wie der Beschwer-
deführer – die Aussage des Beschwerdeführers, er habe seinen Onkel vä-
terlicherseits um Erlaubnis für die Heirat gefragt, habe den Clan seiner
Freundin allerdings nicht gekannt (vgl. act. A26/22 F67 und F46). Insge-
samt gelingt es dem Beschwerdeführer nicht, glaubhaft zu machen, dass
er oder seine angebliche Ehefrau aufgrund ihrer Heirat von Familienmit-
gliedern bedroht waren.
8.6.3 Ferner wird anhand der Ausführungen des Beschwerdeführers nicht
nachvollziehbar, weshalb er keinen Kontakt mehr zu seiner Frau hat. Da-
rauf angesprochen, weshalb sie nicht gemeinsam ausreisten gab er an, die
Frau hätte im Zeitpunkt seiner Ausreise keine grösseren Probleme gehabt
und er habe nicht über die finanziellen Möglichkeiten für ihre gemeinsame
Ausreise verfügt (vgl. act. A26/22 F74). Sie hätten jedoch gemeinsam ab-
gemacht, dass er sie nachhole, sobald er irgendwo angekommen sei (vgl.
act. A26/22 F74 und F113). Insofern erscheint zumindest fraglich, weshalb
die Frau den Beschwerdeführer nicht über die Verschärfung ihrer Lage und
ihre Fluchtabsicht informiert haben sollte, sondern diese Information ihn
über seinen Onkel erreichte, und er keinerlei Anhaltspunkte ihren aktuellen
Aufenthaltsort betreffend haben will (vgl. act. A26/22 F19).
8.7 Soweit der Beschwerdeführer schliesslich angab, im Sommer 2019 von
der Al-Shabaab mitgenommen und kurzzeitig festgehalten worden zu sein,
nachdem sein Vater einem der Kommandanten die Heirat mit der Schwes-
ter des Beschwerdeführers verweigert habe, ist auch dieses Vorbringen
nicht glaubhaft, blieb der Beschwerdeführer doch auch diesbezüglich sub-
stanziierte Ausführungen schuldig. Dies betrifft insbesondere auch die Aus-
führungen zum Verbleib seiner Familienangehörigen (vgl. act. A17/12 F47
und F84). Der Beschwerdeführer machte seinerseits keine Kausalität die-
ser Ereignisse für seine Ausreise geltend (vgl. act. A17/12 F74). Aus den
Akten gehen zudem keine weiteren Behelligungen oder Beeinträchtigun-
gen des Beschwerdeführers diesbezüglich hervor, obwohl er danach noch
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Seite 13
rund sechs Monate in seinem Heimatdorf wohnhaft war (vgl. act. A17/12
F37).
8.8 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer
nicht gelingt, seine Flüchtlingseigenschaft glaubhaft zu machen. Die Vor-
instanz hat diese daher zu Recht verneint und sein Asylgesuch abgewie-
sen.
9.
Lehnt das SEM ein Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt
es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug
an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44
AsylG).
Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent-
haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die
Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE
2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
10.
Nachdem das SEM in seiner Verfügung vom 19. Juni 2020 angesichts der
Lage in Mittel- und Südsomalia die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll-
zugs festgestellt und die vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers an-
geordnet hat, erübrigen sich praxisgemäss weitere Ausführungen zur Zu-
lässigkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs.
11.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig
sowie vollständig feststellt.
Die Beschwerde ist abzuweisen.
12.
12.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da seine Rechtsbe-
gehren indes nicht als zum vornherein aussichtslos zu bezeichnen waren
und er aufgrund der Aktenlage als bedürftig zu erachten ist, ist ihm die un-
entgeltliche Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG zu gewähren. Es
sind daher keine Verfahrenskosten zu erheben. Das Gesuch um Verzicht
auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wird mit dem vorliegenden Ent-
scheid gegenstandslos.
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12.2 Nachdem der Antrag auf unentgeltliche Prozessführung gutgeheissen
wurde und das Bundesverwaltungsgericht nach Art. 102m Abs. 1 Bst. a
AsylG der asylsuchenden Person, welche von der Bezahlung der Verfah-
renskosten befreit wurde, auf Antrag eine amtliche Rechtsbeiständin oder
einen amtlichen Rechtsbeistand bestellt, ist auch das Gesuch um Gewäh-
rung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung gutzuheissen und antrags-
gemäss MLaw Nora Maria Riss als amtliche Rechtsbeiständin des Be-
schwerdeführers einzusetzen. Ihr ist ein amtliches Honorar zu entrichten.
Mit Kostennote vom 23. Juli 2020 wurde ein Honorar in Höhe von
Fr. 2'433.30 geltend gemacht. Es wurde hierbei ein Stundenansatz von
Fr. 200.– veranschlagt, wobei die Rechtsvertretung bereits in der Kosten-
note festhält, im Falle des Unterliegens mit einer Reduktion des Stunden-
ansatzes auf Fr. 150.– einverstanden zu sein. Der ausgewiesene zeitliche
Aufwand von 12 Stunden erscheint zu hoch. Die Rechtsmittelschrift be-
schränkt sich über weite Teile darauf, die vorinstanzlichen Erwägungen
wiederzugeben sowie diesen Erwägungen die Aussagen des Beschwerde-
führers anlässlich der Anhörungen in unveränderter Weise gegenüber zu
stellen, ohne sich inhaltlich oder analytisch damit auseinanderzusetzen. In
Anbetracht sämtlicher Aspekte des vorliegenden Falles ist ein Aufwand von
pauschal neun Stunden als angemessen zu veranschlagen. Der Rechts-
beiständin ist somit vom Bundesverwaltungsgericht ein Honorar in der
Höhe von insgesamt Fr. 1'383.30 auszurichten.
(Dispositiv nächste Seite)
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