Decision ID: 86f5d075-58cb-5967-979c-00af7eaf9b47
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Fürsprecher Luigi R. Rossi, Oberer Graben 3, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente (Verrechnung)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 22. Oktober 2007 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 1).
A.b Mit Taggeldverfügung vom 17. Dezember 2008 (IV-act. 44) wurde dem
Versicherten wegen einer beruflichen Abklärung im B._ für die Zeit vom 27. Oktober
bis 20. November 2008 ein Taggeld in der Höhe von Fr. 170.80 bzw. am Wochenende
in der Höhe von Fr. 180.80 (Grundentschädigung vor AHV/IV/EO/ALV-Abzügen)
zugesprochen. Für die Periode 27. bis 31. Oktober 2008 belief sich der
Taggeldanspruch nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge auf Fr. 802.35. Dieser
Betrag wurde dem Versicherten jedoch nicht ausbezahlt, sondern mit einer
Rückforderung der AXA Winterthur verrechnet. Der Taggeldanspruch für die Periode 1.
bis 20. November 2008 belief sich nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge auf
Fr. 3'284.50 (act. G 8.1 Beilage 2). Dieser Betrag wurde dem Versicherten ausbezahlt.
A.c Mit Taggeldverfügung vom 5. März 2009 (IV-act. 51) wurde dem Versicherten
wegen einer Berufswahlabklärung für die Zeit vom 1. Februar bis 26. April 2009 ein
Taggeld in der Höhe von Fr. 180.80 (Grundentschädigung vor AHV/IV/EO/ALV-Ab
zügen) zugesprochen. Die Berufswahlabklärung wurde vorzeitig per 1. April 2009
abgebrochen (IV-act. 57 und 59). Dem Versicherten wurden für die Zeit vom 1. bis
28. Februar 2009 Fr. 4'756.10 (act. G 8.1 Beilage 4), für die Zeit vom 1. bis 31. März
2009 Fr. 5'242.40 (act. G 8.1 Beilage 5) und für den 1. April 2009 Fr. 169.10 (act. G 8.1
Beilage 6) vergütet. Das nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge ausbezahlte
Taggeld belief sich somit für die Zeit vom 1. Februar bis 1. April 2009 auf insgesamt
Fr. 10'167.60.
A.d Mit Verfügung vom 10. März 2010 (Verfügung Nr. 4, IV-act. 77) sprach die IV-Stelle
dem Versicherten mit Wirkung ab 1. Dezember 2007 eine Viertelsrente zu, setzte die
Rentenhöhe auf monatlich Fr. 798.-- (inkl. Kinderrente) fest und ordnete die
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Nachzahlung für den Monat März 2010 an. Gegen diese Verfügung liess der
Versicherte Beschwerde erheben (IV-act. 79).
A.e Obwohl die Rentenverfügung noch nicht in Rechtskraft erwachsen war, ordnete
die IV-Stelle mit Verfügung Nr. 1 vom 29. März 2010 (IV-act. 83) die Nachzahlung der
Viertelsrente (inkl. Kinderrente) für den Zeitraum Dezember 2007 bis Dezember 2008
(13 x Fr. 774.-- = Fr. 10'062.--) und für Januar 2009 (Fr. 798.--) an. Davon zog sie für
die Zeit vom 27. Oktober bis 20. November 2008, während welcher der Versicherte ein
IV-Taggeld bezogen hatte, einen Dreissigstel des Rentenbetrags (der Viertelsrente inkl.
Kinderrente), d.h. insgesamt Fr. 645.--, ab (Fr. 774.-- / 30 = Fr. 25.80 x 25 Tage). Sie
verrechnete die gesamte Nachzahlung von Fr. 10'215.-- mit einer Rückforderung der
AXA Winterthur. Mit Verfügung Nr. 2 vom 29. März 2010 (IV-act. 84) ordnete die IV-
Stelle die Nachzahlung der Viertelsrente und Kinderrenten für den Zeitraum Februar bis
Mai 2009 (4 x Fr. 1'026.-- = Fr. 4'104.--) an. Davon zog sie für die Zeit vom 1. Februar
bis 1. April 2009, während welcher der Versicherte ein IV-Taggeld bezogen hatte, einen
Dreissigstel des Rentenbetrags (der Viertelsrente inkl. Kinderrenten), d.h. insgesamt
Fr. 2'052.--, ab (Fr. 1'026.-- / 30 = Fr. 34.20 x 60 Tage). Der Restbetrag von Fr. 2'052.--
wurde dem Versicherten ausbezahlt. Mit Verfügung Nr. 3 vom 29. März 2010 (IV-
act. 85) ordnete die IV-Stelle die Nachzahlung der Viertelsrente und der Kinderrente für
den Zeitraum Juni 2009 bis Februar 2010 (9 x Fr. 798.-- = Fr. 7'182.--) zuzüglich
Verzugszinsen von Fr. 85.-- an. Gleichzeitig verrechnete sie Fr. 3'817.45 der
Nachzahlung mit einer Rückforderung der AXA Winterthur. Der dem Versicherten
ausbezahlte Betrag belief sich auf Fr. 3'449.55.
A.f Mit Entscheid vom 12. Dezember 2011 (IV-act. 101) hob das Versicherungsgericht
die Verfügungen vom 10. und 29. März 2010 auf. Es wies die Sache zur ergänzenden
Abklärung und zur neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurück. Mit Verfügung
Nr. 16 vom 13. Februar 2013 sprach die IV-Stelle dem Versicherten für die Zukunft, d.h.
für die Zeit ab 1. März 2013, eine ganze Rente zzgl. Kinderrente zu (IV-act. 128).
A.g Mit Verfügung Nr. 9 vom 12. Juni 2013 (IV-act. 131) sprach die IV-Stelle dem
Versicherten für den Zeitraum Dezember 2007 bis Januar 2009 die ganze Rente (zzgl.
Kinderrente) zu. Die Nachzahlung belief sich auf Fr. 43'414.-- (13 x Fr. 3'094.-- + 1 x
Fr. 3'192.--). Davon zog die IV-Stelle die bereits gestützt auf die Verfügung Nr. 1
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ausbezahlten Rentenleistungen für diesen Zeitraum (Fr. 10'860.--) und einen
Dreissigstel des Rentenbetrages (der ganzen Rente plus Kinderrente) für den Zeitraum
des Taggeldbezuges vom 27. Oktober bis 20. November 2008, d.h. Fr. 2'577.50, ab
(Fr. 3'094.-- / 30 = Fr. 103.10 x 25 Tage). Die bereits mit Verfügung Nr. 1 für den
Zeitraum des Taggeldbezuges vorgenommene Kürzung der Viertelsrente (plus
Kinderrente) in der Höhe von Fr. 645.-- rechnete sie der Nachzahlung wieder an. Der
dem Versicherten ausbezahlte Betrag (nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge)
belief sich auf Fr. 30'621.50.
A.h Mit Verfügung Nr. 10 vom 12. Juni 2013 (IV-act. 132) wurde dem Versicherten für
den Zeitraum Februar bis Mai 2009 die ganze Rente (plus zwei Kinderrenten) zuge
sprochen. Die Nachzahlung belief sich auf Fr. 16'416.-- (4 x Fr. 4'104.--). Davon zog die
IV-Stelle die bereits gestützt auf die Verfügung Nr. 2 ausbezahlten Rentenleistungen für
diesen Zeitraum (Fr. 4'104.--) und einen Dreissigstel des Rentenbetrages (der ganzen
Rente inkl. Kinderrenten) für den Zeitraum des Taggeldbezugs vom 1. Februar bis
1. April 2009, d.h. Fr. 8'208.--, ab (Fr. 4'104.-- / 30 = Fr. 136.80 x 60 Tage). Die bereits
mit Verfügung Nr. 2 für den Zeitraum des Taggeldbezuges vorgenommene Kürzung der
Viertelsrente (inkl. Kinderrenten) in der Höhe von Fr. 2'052.-- rechnete sie der
Nachzahlung wieder an. Der dem Versicherten ausbezahlte Betrag belief sich auf Fr.
6'156.--.
A.i Mit Verfügung Nr. 11 vom 12. Juni 2013 (IV-act. 133) ordnete die IV-Stelle die
Ausrichtung der ganzen Rente (plus Kinderrente) für den Zeitraum Juni 2009 bis Januar
2010 an. Die Nachzahlung machte Fr. 25'536.-- aus (8 x Fr. 3'192.--). Davon zog die IV-
Stelle die bereits gestützt auf die Verfügung Nr. 3 bezahlten Rentenleistungen für den
gleichen Zeitraum (Fr. 6'384.--) ab. Der dem Versicherten ausbezahlte Betrag belief
sich auf Fr. 19'152.--.
A.j Mit Verfügung Nr. 12 vom 2. Juni 2013 (IV-act. 134) sprach die IV-Stelle die ganze
Rente (plus zwei Kinderrenten) für den Zeitraum Februar 2010 bis Februar 2011 zu. Es
resultierte eine Nachzahlung von Fr. 53'496.-- (11 x Fr. 4'104.-- + 2 x Fr. 4'176.--).
Davon zog die IV-Stelle die bereits gestützt auf die Verfügungen Nr. 3 und 4 für diesen
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Zeitraum ausbezahlten Rentenleistungen (Fr.13'374.--) ab. Den Rest der Nachzahlung
(Fr. 40'122.--) verrechnete sie mit einer Rückforderung der Arbeitslosenkasse C._.
A.k Mit Verfügung Nr. 13 vom 12. Juni 2013 (IV-act. 135) ordnete die IV-Stelle die
Ausrichtung der ganzen Rente (plus Kinderrente) für den Zeitraum März bis September
2011 an. Dies ergab eine Nachzahlung von Fr. 22'736.-- (7 x Fr. 3'248.--). Davon zog
die IV-Stelle die bereits gestützt auf die Verfügung Nr. 4 für diesen Zeitraum
ausbezahlten Rentenleistungen (Fr. 5'684.--) ab. Sodann verrechnete sie Fr. 1'089.35
der Nachforderung mit einer Rückforderung der Arbeitslosenkasse C._. Der dem
Versicherten ausbezahlte Betrag belief sich auf Fr. 15'962.65.
A.l Mit Verfügung Nr. 14 vom 12. Juni 2013 (IV-act. 136) sprach die IV-Stelle die ganze
Rente (zzgl. zwei Kinderrenten) für den Zeitraum Oktober 2011 bis September 2012 zu.
Das ergab eine Nachzahlung von Fr. 50'112.-- (12 x Fr. 4'176.--). Diese Nachzahlung
wurde um die bereits gestützt auf die Verfügung Nr. 4 für diesen Zeitraum ausbezahlten
Rentenleistungen (Fr. 12'528.--) reduziert. Die IV-Stelle verrechnete Fr. 685.90 mit einer
Rückforderung des Sozialamtes der Stadt D._. Der dem Versicherten ausbezahlte
Betrag belief sich auf Fr. 36'898.10.
A.m Mit Verfügung Nr. 15 vom 12. Juni 2013 (IV-act. 137) sprach die IV-Stelle dem
Versicherten schliesslich auch die ganze Rente (plus Kinderrente) für den Zeitraum
Oktober 2012 bis Februar 2013 zu. Die Nachzahlung belief sich auf Fr. 16'296.-- (3 x
Fr. 3'248.-- + 2 x Fr. 3'276.-). Hinzu kamen Verzugszinsen von Fr. 15'146.--.
Abgezogen wurden die bereits gestützt auf die Verfügung Nr. 4 für diesen Zeitraum
ausbezahlten Rentenleistungen von Fr. 4'074.--. Der dem Versicherten ausbezahlte
Betrag belief sich auf Fr. 27'368.--.
B.
B.a Gegen die Verfügungen Nr. 9, 10 und 11 vom 12. Juni 2013 liess der Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführer) Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter
beantragte die Aufhebung der Verfügungen und die Nichtanrechnung der bereits
bezahlten Rentenleistungen (Fr. 10'860.--, Fr. 4'104.-- und Fr. 6'384.--) an die
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Nachzahlungen. Der Rechtsvertreter machte weiter geltend, dass der
Beschwerdeführer im Zeitraum Februar bis Mai 2009 keine IV-Leistungen in der Höhe
von Fr. 4'104.-- (Verfügung Nr. 10) erhalten habe. Ihm seien auch keine IV-Taggelder in
der Höhe von Fr. 6'384.-- (Verfügung Nr. 11) ausgerichtet worden. Sodann habe der
Beschwerdeführer die von den Nachzahlungen abgezogenen Beträge von Fr. 2'577.50
(Verfügung Nr. 9) und von Fr. 8'208.-- (Verfügung Nr. 10) seiner ehemaligen
Arbeitgeberin, der E._ AG (vgl. IV-act. 12, nachfolgend: Arbeitgeberin), überweisen
müssen. Diese habe die entsprechenden Beträge der IV-Stelle (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) zurückzahlen müssen. Der Beschwerde lag eine Postquittung
bei, gemäss welcher der Versicherte seiner Arbeitgeberin im Juni 2009 Fr. 10'167.60
überwiesen hatte (act. G 1.1 Beilage 5).
B.b Innert zweimal erstreckter Frist beantragte die IV-Stelle am 29. November 2013 die
Abweisung der Beschwerde (act. G 8). Zur Begründung verwies sie auf die beigelegte
Stellungnahme der Ausgleichskasse F._ (act. G 8.1, nachfolgend: Ausgleichskasse).
Die Stellungnahme enthielt eine detaillierte Begründung betreffend die Berechnung der
Nachzahlungen für den Zeitraum Dezember 2007 bis Januar 2010. Zudem machte die
Ausgleichskasse geltend, dass sie von der Arbeitgeberin keine IV-Taggelder in der
Höhe von Fr. 10'167.60 zurückgefordert habe (S. 4 letzter Absatz). In einem E-Mail vom
23. September 2013 (act. G 8.1 Beilage 22) hatte die Arbeitgeberin erklärt, dass es sich
beim Betrag von Fr. 10'167.60 um die IV-Taggelder für den Zeitraum 1. Februar bis
1. April 2009 handle. Da sie dem Beschwerdeführer in dieser Zeit einen vollen Lohn
ausbezahlt habe, habe dieser ihr die IV-Taggeldzahlungen überweisen müssen.
B.c Mit Replik vom 26. Februar 2014 erklärte der Rechtsvertreter, dass der Be
schwerdeführer an den mit der Beschwerde gestellten Anträgen festhalte (act. G 12). Er
machte erneut geltend, dass der Beschwerdeführer die Beträge von Fr. 2'577.50 und
Fr. 8'208.-- seiner Arbeitgeberin zurückerstattet habe. Deshalb könne nicht davon
ausgegangen werden, dass die Beschwerdegegnerin diese Beträge dem
Beschwerdeführer bereits überwiesen habe. Es sei vielmehr davon auszugehen, dass
die Arbeitgeberin diese Beträge der Ausgleichskasse rückerstattet habe. Gemäss den
Ausführungen der Ausgleichskasse seien der AXA Winterthur Beträge in der Höhe von
Fr. 10'860.-- (Verfügung Nr. 9) sowie Fr. 4'104.-- (Verfügung Nr. 10) ausbezahlt worden.
Die AXA Winterthur habe den Erhalt dieser Zahlungen bis heute nicht bestätigt. Im
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Übrigen seien die Ausführungen der Ausgleichskasse in Bezug auf die erfolgten
Kürzungen betreffend die Verfügung Nr. 9 und Nr. 10 unverständlich.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 14).

Erwägungen:
1.
1.1 Mit der Verfügung Nr. 9 vom 12. Juni 2013 hat die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer für die Zeit von Dezember 2007 bis und mit Januar 2009 eine ganze
Invalidenrente (plus Kinderrente) zugesprochen. Die Summe der Rentenleistungen für
diese Periode beläuft sich auf Fr. 43'414.--. Die Beschwerdegegnerin hat dem
Beschwerdeführer aber nicht diesen Betrag ausgerichtet. Sie hat vielmehr Fr. 2'577.50
und Fr. 10'215.-- (Fr. 10'860.-- abzüglich Fr. 645.--) abgezogen und nur Fr. 30'621.50
ausbezahlt. Diese beiden Reduktionen der Rentennachzahlung für Dezember 2007 bis
und mit Januar 2009 sind vom Beschwerdeführer als rechtswidrig gerügt worden.
1.2 Den Abzug von Fr. 2'577.50 hat die Beschwerdegegnerin mit "bereits bezogene IV-
Taggelder vom 27.10.2008 bis 20.11.2008" begründet. Sie hatte dem
Beschwerdeführer für diese Periode nämlich ein Taggeld zugesprochen und
ausgerichtet. Zweck der Reduktion der Rentennachzahlung ist es offensichtlich
gewesen, eine Überentschädigung des Beschwerdeführers als Folge der Ausrichtung
sowohl eines Taggeldes als auch einer ganzen Invalidenrente zu verhindern, d.h. es
steht die Anwendung einer Koordinationsbestimmung zur Diskussion. Gemäss Art. 43
Abs. 2 Satz 1 IVG besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn die
Anspruchsvoraussetzungen für ein Taggeld der Invalidenversicherung erfüllt sind. Eine
Anwendung dieser Bestimmung (die eine Überentschädigung mit dem Mittel der
Exklusivität einer Leistungskategorie verhindert) hätte bedeutet, dass die
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer für die Monate Oktober und November
2008 keine Invalidenrente hätte zusprechen dürfen. Tatsächlich hat die
Beschwerdegegnerin aber einen Rentenanspruch auch für diese beiden Monate bejaht.
Sie hat die drohende Überentschädigung nicht durch die Koordinationsmethode der
Exklusivität, sondern durch diejenige der Leistungskürzung verhindert. Dazu hat sie das
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damals formell rechtskräftig zugesprochene Taggeld und nicht etwa die
nachzuzahlende ganze Rente gekürzt. Dabei hat sie sich auf Art. 47 IVG abgestützt.
Gemäss dem Abs. 1 dieser Bestimmung kann eine Rente auch während der
Durchführung von Abklärungs- und Eingliederungsmassnahmen weiter gewährt
werden, allerdings nur längstens bis zum Ende des dritten vollen Kalendermonats, der
dem Beginn der Massnahme folgt (Art. 47 Abs. 1 lit. b IVG). Das Taggeld wird zwar
während diesen längstens drei Monaten ebenfalls ausgerichtet, aber es muss um einen
Dreissigstel des Rentenbetrages gekürzt werden (Art. 47 Abs. 1 IVG). Diese
Kürzungsbestimmung unterstellt, dass das Taggeld bereits gekürzt zugesprochen
werden kann. Fälle wie der vorliegend zu beurteilende, in denen in der Vergangenheit
formell rechtskräftig ein ungekürztes Taggeld zugesprochen worden ist, weil damals
noch gar keine Rente ausgerichtet wurde, sind also nicht vorgesehen, fallen aber
trotzdem unter diese Kürzungsbestimmung. Allerdings fehlt eine Regelung des
Verfahrens, mit dem das ungekürzt zugesprochene Taggeld nachträglich noch gekürzt
werden kann. Die Kürzung kann nicht selbständig verfügt werden, denn sie beeinflusst
die Taggeldhöhe. Diese ist aber im Jahr 2008 formell rechtskräftig festgesetzt worden.
In das Dispositiv der formell rechtskräftigen Taggeldverfügung kann nur eingegriffen
werden, indem diese Taggeldverfügung korrigiert, d.h. aufgehoben und durch die
Zusprache eines gekürzten Taggeldes ersetzt wird. Auf den ersten Blick erweist sich
die prozessuale Revision wegen einer neuen Tatsache (Art. 53 Abs. 1 ATSG) als das
geeignetste Korrekturinstrument, da die Rentenzusprache für Oktober und November
2008 eine qualifiziert neue Tatsache zu sein scheint. Allerdings hat der
Beschwerdeführer damals effektiv keine Rente erhalten, d.h. er ist damals auf ein
ungekürztes Taggeld angewiesen gewesen. Von einer qualifiziert neuen Tatsache i.S.
von Art. 53 Abs. 1 ATSG in der Form der Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente
zuzüglich Kinderrente von insgesamt Fr. 3'094.-- monatlich kann also nur ausgegangen
werden, wenn fingiert werden kann, dass diese Rente nicht nachbezahlt, sondern ab
1. Dezember 2007 laufend monatlich ausbezahlt worden sei. Für diese Fiktion fehlt
aber eine ausdrückliche gesetzliche Grundlage im IV-Koordinationsrecht. Da die
Taggeldkürzung zur Vermeidung einer Überentschädigung aus Gründen der
Gleichbehandlung aller Taggeldbezüger nicht am Fehlen einer entsprechenden
Bestimmung des Koordinationsverfahrensrechts scheitern darf, muss von einer aus
füllungsbedürftigen (echten) Gesetzeslücke ausgegangen werden. Diese Lücke ist mit
bis
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der Anordnung zu füllen, es sei zu fingieren, dass die mit dem Taggeld zu
koordinierende Invalidenrente ab dem Anspruchsbeginn laufend ausgerichtet worden
sei. Damit hat gestützt auf Art. 53 Abs. 1 ATSG eine prozessuale Revision der
Taggeldverfügung vom 17. Dezember 2008 (vgl. IV-act. 44) erfolgen können. Die
Beschwerdegegnerin hat zu Recht das Taggeld für die Periode 27. Oktober bis 20.
November 2008 in Anwendung von Art. 47 Abs. 1 IVG um einen Dreissigstel der
ganzen Invalidenrente plus Kinderrente von Fr. 3'094.-- gekürzt. Dass bereits bei der
(später aufgehobenen) Zusprache einer Viertelsrente eine Kürzung des Taggeldes um
einen Dreissigstel der Rente von Fr. 774.-- erfolgt war (vgl. IV-act. 83-3), was insgesamt
Fr. 645.-- ausgemacht hatte, ist dadurch kompensiert worden, dass das Resultat der
Kürzung um einen Dreissigstel der ganzen Rente plus Kinderrente (Fr. 2'577.50) selbst
wieder um das Resultat der früheren Kürzung um einen Dreissigstel der Viertelsrente
plus Kinderrente (Fr. 645.--) reduziert worden ist. Die Korrektur der Taggeldverfügung
vom 17. Dezember 2008 auf dem Weg der prozessualen Revision bedeutet, dass der
Beschwerdeführer im Jahr 2008 i.S. von Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG unrechtmässig
Taggeldleistungen bezogen hat. Die angefochtene Rentenverfügung Nr. 9 vom 12. Juni
2013 muss deshalb so interpretiert werden, dass ihr eigentliches Dispositiv neben der
Rentenzusprache nicht nur eine prozessuale Revision der Taggeldverfügung vom 17.
Dezember 2008, sondern auch eine aus dieser prozessualen Revision resultierende
Taggeldrückforderung sowie die Anordnung der Verrechnung dieser
Taggeldrückforderung mit der Rentennachzahlung enthält. Die Verfügung Nr. 9 vom 12.
Juni 2013 erweist sich damit in allen diesen Teilen als rechtmässig.
1.3 Die Beschwerdegegnerin hatte mit ihrer Verfügung Nr. 1 vom 29. März 2010 mit
Wirkung ab 1. Dezember 2007 eine Viertelsrente plus Kinderrente (bis 31. Dezember
2008 von Fr. 774.--, danach von Fr. 798.--) zugesprochen. Sie hatte die entsprechende
Nachzahlung unmittelbar nach der Eröffnung dieser Verfügung dem Beschwerdeführer
ausgerichtet. Diese Rentenverfügung wurde durch das Gericht am 12. Dezember 2011
aufgehoben (vgl. IV-act. 101). Wäre die Nachzahlung mit dem Wegfall der
Verfügungsgrundlage i.S. von Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG unrechtmässig geworden,
hätte die entsprechende Rückforderung innert eines Jahres nach dem Aufhebungsurteil
(Art. 25 Abs. 2 Satz 1 ATSG) verfügt werden müssen, damit sie nicht verwirkt wäre. Die
angefochtene Verfügung Nr. 9 vom 12. Juni 2013, mit der die Rückforderung
angeordnet worden ist, ist aber erst nach mehr als einem Jahr ergangen. Nun setzt die
ter
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Unrechtmässigkeit einer Leistung i.S. von Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG nicht nur das
Fehlen einer Leistungsverfügung voraus. Vielmehr muss die ausgerichtete Leistung
auch materiell ungerechtfertigt gewesen sein, d.h. der Sachverhalt muss ungeeignet
gewesen sein, überhaupt einen Leistungsanspruch oder einen Anspruch auf eine
Leistung in der ausgerichteten Höhe zu begründen. Auf den ersten Blick liegt eine
materielle Rechtfertigung für die damals sofort nachbezahlte Viertelsrente vor, denn
effektiv hat der Beschwerdeführer ja für jenen Zeitraum sogar einen Anspruch auf eine
ganze Rente. Nun gilt es aber zu beachten, dass die Auszahlung der Viertelsrente
aufgrund der Aufhebung der Verfügung Nr. 1 vom 29. März 2010 als Ausrichtung eines
Vorschusses auf die erst am 12. Juni 2013 verfügte ganze Rente qualifiziert werden
muss. Gemäss Art. 19 Abs. 4 ATSG muss der Leistungsanspruch (im Umfang der
Vorschussleistung) als nachgewiesen erscheinen. Diese Bedingung war im
vorliegenden Fall erfüllt, denn es war zu erwarten, dass die weiteren Abklärungen der
Beschwerdegegnerin einen höheren Rentenanspruch, mindestens aber wieder einen
Anspruch auf eine Viertelsrente ab 1. Dezember 2007 ergeben würden. Deshalb
bestand keine Notwendigkeit, die bereits ausgerichtete Nachzahlung der Viertelsrente
innert eines Jahres seit der Eröffnung des Urteils vom 12. Dezember 2011 als
unrechtmässig bezogen zurückzufordern, denn an die Stelle der Anspruchs auf eine
Viertelsrente war der Anspruch auf eine Vorschussleistung im Umfang einer
Viertelsrente getreten. Auch in diesem Punkt erweist sich die Verfügung Nr. 9 vom 12.
Juni 2013 als rechtmässig. Dass die Renten-Vorschussleistung nicht an den
Beschwerdeführer ausbezahlt, sondern mit Rückforderungen der AXA Winterthur
verrechnet worden ist, ändert nichts an der erfolgten Leistungsausrichtung zu Gunsten
des Beschwerdeführers. Die Verrechnungsverfügungen waren alle rechtskräftig.
2.
2.1 Mit der Verfügung Nr. 10 vom 12. Juni 2013 hat die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer für die Zeit von Februar bis Mai 2009 eine ganze Invalidenrente plus
zwei Kinderrenten von insgesamt Fr. 4'104.-- monatlich zugesprochen. Die Summe der
Rentenleistungen für diese Zeit beläuft sich auf Fr. 16'416.--. Ausgerichtet worden ist
dem Beschwerdeführer aber ein Betrag von Fr. 6'156.--. Die Beschwerdegegnerin hat
"bereits bezogene IV-Taggelder vom 01.02.2009 bis 01.04.2009" von insgesamt
Fr. 8'208.-- und "bereits bezahlte Leistungen" von Fr. 4'104.-- abgezogen und ein
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"bereits bezogenes IV-TG" von Fr. 2'052.-- wieder aufgerechnet. Der Betrag von Fr.
8'208.-- hat aus einer nachträglichen Kürzung des mit der Verfügung vom 5. März 2009
(vgl. IV-act. 51) ausgerichteten Taggeldes um einen Dreissigstel der ganzen
Invalidenrente (plus Kinderrenten) resultiert. Dieser Kürzungsbetrag ist um die bereits
bei der (aufgehobenen) Zusprache einer Viertelsrente vorgenommenen nachträglichen
Kürzung des Taggeldes um einen Dreissigstel der Viertelsrente (plus Kinderrenten), also
um Fr. 2'052.--, zu reduzieren gewesen, da es sonst zu einer teilweise doppelten
Kürzung des Taggeldes gekommen wäre. Der Betrag von Fr. 4'104.-- entspricht der
Summe der früher für Februar bis Mai 2009 ausgerichteten Viertelsrente (plus
Kinderrenten). In Bezug auf die rechtlichen Grundlagen dieser Abzüge vom
Nachzahlungsbetrag wird auf die Ausführungen in der Erw. 1 verwiesen.
2.2 Mit der Verfügung Nr. 11 vom 12. Juni 2013 ist dem Beschwerdeführer für die
Periode Juni 2009 bis und mit Januar 2010 eine ganze Invalidenrente plus Kinderrente
von insgesamt Fr. 3'192.-- zugesprochen worden. Auch hier hat die
Beschwerdegegnerin nicht den Gesamtbetrag (Fr. 25'536.--), sondern nur einen
reduzierten Betrag (Fr. 19'152.--) ausbezahlt. Sie hat "bereits bezahlte Leistungen" von
Fr. 6'384.-- abgezogen. Dabei handelt es sich um die früher für die Zeit vom 1. Juni
2009 bis zum 31. Januar 2010 ausbezahlte Viertelsrente mit Kinderrente. Die
rechtlichen Grundlagen dieser ‒ rechtmässigen ‒ Vorgehensweise der
Beschwerdegegnerin lassen sich der Erw. 1 entnehmen.
3.
Der Beschwerdeführer hat weiter geltend gemacht, er habe die abgezogenen Beträge
von Fr. 2'577.50 (Verfügung Nr. 9) und Fr. 8'205.-- (Verfügung Nr. 10) seiner ehe
maligen Arbeitgeberin überweisen müssen, denn diese habe diese Beträge an die
Beschwerdegegnerin zurückzahlen müssen. Gemäss der Postquittung vom Juni 2009
(vgl. act. G 1.1 Beilage 5) hat der Beschwerdeführer seiner Arbeitgeberin damals
Fr. 10'167.60 überwiesen. Dies entspricht nicht der Summe aus den in den beiden
Verfügungen Nr. 9 und Nr. 10 abgezogenen Beträgen, sondern der Summe der für
diePeriode 1. Februar bis 1. April 2009 ursprünglich (netto) ausbezahlten Taggelder
(vgl. act. G 8.1 Beilagen 4-6). Die Arbeitgeberin hatte dem Beschwerdeführer offenbar
(auch) für Februar bis April 2009 den Lohn weiter ausbezahlt. Statt bei der
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Beschwerdegegnerin um eine Drittauszahlung der Taggelder nachzusuchen hatte sie
wohl den durch die Weiterauszahlung des Lohnes und die gleichzeitige Ausrichtung
eines Taggeldes überentschädigten Beschwerdeführer dazu gebracht, im Umfang der
damals (netto) ausbezahlten Taggelder den weiter ausgerichteten Lohn
zurückzuerstatten. Da diese Taggelder in der Verfügung Nr. 10 gekürzt worden sind,
scheint der Beschwerdeführer auf den ersten Blick zuviel an seine Arbeitgeberin
zurückbezahlt zu haben. Effektiv hat er aber neben den gekürzten Taggeldern eine
ganze Invalidenrente erhalten, so dass die Summe aus dieser Rente und den gekürzten
Taggeldern kaum tiefer als das ursprünglich ausgerichtete Taggeld gewesen sein
dürfte. Die Frage, ob der Beschwerdeführer seiner Arbeitgeberin trotz der
nachträglichen Taggeldkürzung den richtigen Betrag zurückerstattet hat, muss aber
offen bleiben, denn sie betrifft nur das Vertragsverhältnis zwischen diesen beiden
Personen. Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist
ausschliesslich das Verhältnis zwischen der Beschwerdegegnerin und dem
Beschwerdeführer. Dieses ist durch das Verhältnis zwischen dem Beschwerdeführer
und seiner ehemaligen Arbeitgeberin nicht tangiert. Strittig ist deshalb nur die Höhe der
dem Beschwerdeführer zustehenden Taggelder. Im Übrigen hat die beteiligte AHV-
Ausgleichskasse überzeugend dargelegt, dass die ehemalige Arbeitgeberin des
Beschwerdeführers ihr bzw. der Beschwerdegegnerin nichts bezahlt habe (vgl. act. G
8.1 S. 4). Es wäre auch gar nicht einzusehen, wie es zu einem
Rückerstattungsanspruch der Beschwerdegegnerin (bzw. der intern zuständigen AHV-
Ausgleichskasse) hätte kommen können, denn der Arbeitgeberin ist nie eine
Taggeldleistung des Beschwerdeführers drittausbezahlt worden. Auch in diesem Punkt
erweisen sich die angefochtenen Verfügungen als rechtmässig.
4.
Demnach ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Praxisgemäss erweist sich eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- als angemessen. Diese
ist vom vollumfänglich unterliegenden Beschwerdeführer zu bezahlen. Sie ist durch den
vom Beschwerdeführer geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- gedeckt. Der
bis
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vollumfänglich unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP