Decision ID: c92d7292-d6d0-584f-b7c6-fe4b451fa5c1
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
T._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Filiz-Félice Aydemir, Rosenbergstrasse 87,
9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
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A.
A.a Die 1959 geborene T._ beantragte bei der Invalidenversicherung am 11. Juni
2004 eine Rente. Sie gab an, von Juli 1991 bis September 2000 in einem Alters- und
Pflegeheim als Küchenhilfe mit einem Pensum von 80 % gearbeitet zu haben und dann
zwei Jahre lang arbeitslos und ab November 2002 bis August 2003 noch zu 20 % im
Reinigungsdienst einer Unternehmung tätig gewesen zu sein. Sie leide an starken
Rückenschmerzen trotz Diskushernienoperation und an psychischen Beschwerden
(Depression). Die Behinderung bestehe seit März 2001. Sie benötige eine Haushalthilfe.
Seit August 2003 sei sie vollständig arbeitsunfähig (IV-act. 1).
A.b Am 19. August 2003 war die Versicherte in der Klinik für Neurochirurgie des
Kantonsspitals St. Gallen wegen einer Diskushernie LW5/SW1 medio-rechtslateral
operiert worden (IV-act. 8-13/13). Weil trotz komplikationslosem postoperativem
Verlauf (vgl. Bericht in IV-act. 8-10/13) stärkere Rückenschmerzen beklagt worden
waren, war am 6. November 2003 eine radiologische Kontrolle erfolgt (IV-act. 8-12/13).
Diese hatte eine Diskusdegeneration sowie eine breitbasige, leicht rechtsbetonte
Diskushernie im Niveau LWK4/5 mit rezessaler Einengung v.a. rechts und Kompression
der Nervenwurzel L5 rechts, eine Osteochondrose L5/S1, eine leichte Retropositio von
L5 über S1, einen Status nach Fenestration L5/S1 rechts mit entsprechenden Defekten,
eine residuelle Diskushernierung L5/S1 mit kleinvolumiger kompressiver
Restdiskushernie L5/S1 rechts mit kurzstreckiger Verlagerung und Kompression der
Nervenwurzel S1 rechts bei Zustand nach Fenestration und Ligamentum-flavum-
Resektion L5/S1 rechts, eine peridurale und die Nervenwurzel S1 einbeziehende
Narbenbildung, eine Narbenbildung ebenfalls im Bereich der Anulus-fibrosus-
Rupturstelle entlang der posterioren Hemizirkumferenz der Bandscheibe L5/S1, ferner
Tarlovzysten sakral beidseits und ein Wirbelkörperhämangiom L3 gezeigt. A._, Arzt
für Allgemeinmedizin FMH, bei welchem die Versicherte seit Dezember 2003 in
Behandlung steht, hatte aufgrund dieser Befunde einen stationären Therapieaufenthalt
in der Klinik Valens veranlasst. Gemäss dem vorläufigen Austrittsbericht vom 23.
Januar 2004 waren dort (erstens) ein lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit einer
möglichen kleinvolumigen Rest-/Rezidivhernie L5/S1 mit Kompression Nervenwurzel
S1 re und einem St. n. Fenestration L5/S1 am 19. August 2003, (zweitens) eine
Depression, behandelt, (drittens) eine Migräne und (viertens) muskuläre Beschwerden
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im Schulter-/Nackenbereich diagnostiziert worden. Im Verlauf des Aufenthalts habe
eine leichte Besserung beobachtet werden können. Klinisch hätten keine Hinweise für
eine radikuläre Ätiologie der Beschwerden bestanden. Aus rheumatologischer Sicht
bestehe für eine leichte Arbeit eine Arbeitsfähigkeit von 100 %. Zu empfehlen seien ein
Wechsel des Antidepressivums (Citalopram), die Weiterführung des Heimprogramms
und einer MTT sowie eines Aquafitprogramms und eines allgemeinen Fitnesstrainings
(IV-act. 8-7/13).
A.c Mit Bericht vom 24. Juni 2004 erklärte A._ die Versicherte seit 19. August 2003
als Reinigungsangestellte für zu 100 % arbeitsunfähig bei stationärem
Gesundheitszustand. Es lägen ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom
bei St. n. Fenestration L5/S1 August 03 und ein Verdacht auf Rezidivhernie mit Irritation
der Nervenwurzel S1 rechts vor. Anstelle einer weiteren Operation sei konservativ
behandelt worden, womit eine vorübergehende Besserung habe erreicht werden
können. Beim Versuch, im Frühling die frühere Tätigkeit während vier Stunden täglich
wieder aufzunehmen und später in der Verpackerei leichte Arbeit auszuüben, habe die
theoretisch vorgesehene Arbeitsfähigkeit nicht erreicht werden können und nach zwei
Wochen sei der Versuch abgebrochen worden. Im Beiblatt vom 25. Juni 2004 gab der
Arzt an, die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar, da die Schmerzen ein längeres
Arbeiten auch bei leichter Arbeit verhindern würden. Das Heben schon von kleineren
Lasten verursache Schmerzen, ebenso das repetitive Drehen oder leichtes Bücken.
Aber auch längeres Sitzen (über eine halbe Stunde lang) sei kaum möglich. Das Stehen
und Bücken verursache nach einer bis zwei Stunden starke Rückenschmerzen. Kürzere
Arbeitseinsätze könne der Arbeitgeber nicht anbieten. Eine ganztägige Arbeit mit
reduzierter Leistung sei nach den gegenwärtigen Erfahrungen kaum möglich.
Körperlich wirklich leichte Tätigkeiten, die bezüglich Steh- und Sitzperioden vielseitig
seien, kämen im Ausmass von ein- bis zweimal pro Woche täglich eine bis zwei
Stunden lang in Frage. Das Problem sei die fehlende Ausbildung der Versicherten,
weshalb gegenwärtig auch Büroarbeiten nicht möglich seien (IV-act. 8).
A.d Dr. med. B._, Neurologie, berichtete der Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des
Kantons St. Gallen Ende August 2004, er behandle die Versicherte seit dem 15. April
2002. Er gab als Diagnosen einerseits eine langdauernde mittelgradige Depression bei
Ehekonflikt, körperlichen Beschwerden und überempfindlicher und unsicherer
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Persönlichkeit (aufgetreten vor vier Jahren), und andererseits ein chronisches
therapieresistentes Lumbovertebralsyndrom mit Wurzelreizungen (L5 und S1 rechts)
bei Status nach Diskushernien-Operation L5/S1 (19.8.03; seit März 2001) an. Die
Arbeitsunfähigkeit der Versicherten als Hilfsarbeiterin betrage aktuell über 70 % und
könne in einem Jahr neu beurteilt werden. Die bisherige Tätigkeit sei täglich für
eineinhalb bis zwei Stunden zumutbar, wobei eine verminderte Leistungsfähigkeit von
30 bis 40 % bestehe. Es wirkten sich eine reduzierte Belastbarkeit und Ausdauer,
Antriebsarmut, Konzentrationsstörungen und starke Schmerzen im Rücken- und
Beinbereich negativ aus. Bei einer Rückbildung der Depression könnte die
Arbeitsfähigkeit eventuell gesteigert werden. Andere leichte und einfache körperliche
Tätigkeiten seien der Versicherten an täglich eineinhalb bis zweieinhalb Stunden bei
einer Einschränkung um 30 bis 40 % zumutbar (IV-act. 13).
A.e Die Arbeitgeberin bescheinigte am 1. September 2004, die Versicherte sei seit dem
1. November 2002 angestellt. Bis zum 16. August 2003 sei sie als Mitarbeiterin in der
Raumpflege beschäftigt gewesen, ab dem 22. März 2004 als Packerin an einer
Verpackungsanlage. Ihr letzter Arbeitstag sei der 2. April 2004 gewesen. Vom
20. August 2003 bis 21. März 2004 sei sie zu 100 % arbeitsunfähig gewesen und seit
dem 3. April 2004 sei sie es wiederum. Auch die wesentlich geringer belastende
Tätigkeit in der Produktion habe die Versicherte aufgrund ihrer Rückenprobleme nicht
mehr ausüben können.
A.f Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung schlug am 16.
November 2004 eine polydisziplinäre Begutachtung vor, womit am 9. Dezember 2004
das Begutachtungsinstitut ABI beauftragt wurde (IV-act. 17). Mit Verfügung vom 14.
Januar 2005 hielt die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle, nachdem die damalige
Rechtsvertreterin der Versicherten eine Begutachtung auch in rückenchirurgischer
Hinsicht und (wegen Unzumutbarkeit der langen Reise an den gewählten Ort und des
erforderlichen mehrtägigen Aufenthalts) in der MEDAS St. Gallen beantragt hatte, an
ihrem Begutachtungsauftrag fest.
A.g Am 5. und 12. Juli 2005 unterzog sich die Versicherte der angeordneten
medizinischen Begutachtung. Im Gutachten vom 17. August 2005 wurden als
Diagnosen festgehalten: (erstens) chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom,
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aktuell ohne radikuläre Symptomatik, bei Status nach Fenestration bei Diskushernie L5/
S1 rechts und klinisch residuellem sensiblem Ausfallsyndrom S1 rechts, (zweitens) eine
leichte depressive Episode und (drittens) eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei eine abhängige,
selbstunsichere Persönlichkeit. In der Gesamtbeurteilung hielten die Gutachter dafür, in
der angestammten Tätigkeit im Reinigungs- und Küchendienst bestehe eine volle
Arbeitsunfähigkeit seit August 2003. Seit dem Abschluss der Rehabilitation in der Klinik
Valens Ende Januar 2004 bestehe für jede angepasste körperlich leichte bis
mittelschwere Tätigkeit ohne schwere Anteile und ohne länger dauernde
Zwangshaltungen der unteren Wirbelsäule aus orthopädischer und internistischer Sicht
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aus psychiatrischer hingegen eine solche von
20 % bei vollzeitlichem Pensum (infolge einer gewissen Verlangsamung des
Arbeitstempos). In einem durchschnittlichen Haushalt sei von einer vollen
Arbeitsfähigkeit auszugehen, da dort üblicherweise kaum körperlich schwere Arbeiten
vorkämen (IV-act. 31).
A.h Die IV-Stelle stellte der Versicherten am 11. Januar 2006 einen Fragebogen zur
Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt zu, den die Versicherte am
25. Januar 2006 ausfüllte (IV-act. 33). Anlässlich einer Abklärung an Ort und Stelle im
Haushalt am 12. Mai 2006 ermittelte der IV-Sachbearbeiter bei einem Haushaltanteil
von 20 % eine Einschränkung von 13.11 %, wobei dem Ehemann und den Kindern im
Rahmen der gesetzlichen Schadenminderungspflicht eine Mithilfe zugemutet wurde.
Für den erwerblichen Teil (80 %) resultierte, basierend auf der
Arbeitsunfähigkeitsschätzung des Gutachtens, keine Einschränkung. Validen- und
Invalideneinkommen machten beide gleichermassen Fr. 37'968.-- aus (IV-act. 38).
A.i Mit Verfügung vom 19. Juni 2006 wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des
Kantons St. Gallen das Leistungsgesuch der Versicherten ab. Der Invaliditätsgrad
mache 2.62 % aus, weshalb kein Rentenanspruch bestehe (IV-act. 42).
A.j Die Beschwerde, welche die Versicherte am 21. August 2006 hiergegen einreichen
und worin sie Zusprechung einer Rente, eventualiter die Rückweisung zur Abklärung,
beantragen liess, überwies das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit
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Entscheid vom 25. August 2006 zur Durchführung des Einspracheverfahrens an die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle (IV-act. 47).
A.k Der RAD erklärte am 23. Oktober 2006, es könne weiterhin auf das ABI-Gutachten
abgestellt werden. Es gebe keine objektiven Gründe, dieses für nicht mehr gültig zu
erklären. Der Sachverhalt sei im Gutachten lege artis geprüft worden (IV-act. 51).
A.l Mit Entscheid vom 27. November 2006 wies der Rechtsdienst der
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle die Einsprache ab. Es sei auf das überzeugende
Gutachten abzustellen, das der Versicherten eine Arbeitsfähigkeit von 80 % attestiere,
und nicht auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung des Hausarztes (10 %) oder des
behandelnden Neurologen (30 %; IV-act. 53).
B.
Gegen diesen Einspracheentscheid vom 27. November 2006 richtet sich die von
Rechtsanwältin lic. iur. Filiz-Félice Aydemir für die Betroffene am 12. Januar 2007
erhobene Beschwerde. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin beantragt die
Aufhebung des angefochtenen Entscheids, die Feststellung, dass die
Beschwerdeführerin einen Rentenanspruch habe, die Einholung eines Zweitgutachtens
bei der MEDAS St. Gallen und eine erneute Abklärung der Einschränkung der
Beschwerdeführerin im Haushalt, eventualiter die Rückweisung der Angelegenheit zur
weiteren Sachverhaltsabklärung. Die Beschwerdeführerin habe sich um ein
Privatgutachten bei der MEDAS St. Gallen (recte: Neurochirurgie am Kantonsspital
St. Gallen) bemüht, worauf eine ambulante Untersuchung und eine schriftliche
Beurteilung durch Neurochirurgie, Dr. med. C._, erfolgt seien. Diese habe festgestellt,
dass die Beschwerdeführerin reduziert und depressiv gewirkt habe, und dass für eine
erneute Abklärung dringend Röntgenaufnahmen der LWS einschliesslich MRI
notwendig wären. Aus finanziellen und zeitlichen Gründen habe bisher ein (privater)
Gutachterauftrag nicht erteilt werden können. Angesichts der Möglichkeit, dass
Untergutachten abgeändert worden wären, sei notwendig, ein Zweitgutachten
einzuholen. Das ABI habe ausserdem eine alte MR-Tomographie aus dem Jahr 2003
beigezogen. Aufgrund von orthopädisch isoliert betrachteten Übungsabläufen könne
eine radikuläre Symptomatik - wie neurologisch festgestellt - nicht klinisch
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weitestgehend ausgeschlossen werden. Die Abklärung hätte vielmehr in
rückenchirurgischer und neurologischer Hinsicht erfolgen müssen. Es gehe nicht an,
aus der Lebensgeschichte auf die Leistungsfähigkeit zu schliessen, wie es im
Gutachten bei der Auseinandersetzung mit anderen ärztlichen Einschätzungen getan
worden sei. Die Beschwerdeführerin simuliere ihre Schmerzen nicht. Der Psychiater
habe seine Erkenntnisse und Schlussfolgerungen nur aufgrund von
Vergangenheitsgesprächen und Gedankengängen der Beschwerdeführerin gewonnen.
Testverfahren seien nicht durchgeführt worden. Würden die Schmerzen simuliert,
würde eine psychotherapeutische Behandlung langfristig durchaus Erfolg zeitigen,
könne einem professionellen Therapeuten doch niemand auf lange Sicht falsche
Tatsachen vorspiegeln. Die Beschwerdeführerin nehme regelmässig Brufen, Spedifen,
Citalopram, Risperdal und Stilnox ein. A._ und der neurologische Facharzt Dr. B._
seien zu Arbeitsfähigkeitsschätzungen von ca. 10 % und von 30 % gelangt. Auch der
Bericht der Klinik Valens vermöge dagegen nicht anzukommen. Die
Beschwerdeführerin habe eine Rückenoperation durchführen lassen, unterziehe sich
diversen neurologischen Therapien, nehme die verschriebenen Medikamente
regelmässig ein und habe immer wieder versucht, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen,
habe sich gegen die Wiedereingliederungsmassnahmen des RAV nicht gewehrt und
auch versuchsweise in der Verpackungsabteilung gearbeitet. Inwiefern sie weitere
Schadenminderungsmöglichkeiten hätte, sei nicht ersichtlich. Eine permanente Hilfe
aller Familienangehörigen sei auf lange Sicht unzumutbar. Es gehe um die
höchstpersönliche Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Dr. C._ hatte in ihrem
Bericht vom 22. Dezember 2006 über ihre Untersuchung der Beschwerdeführerin vom
Vortag berichtet, es lägen ein St. n. LDH-Operation L5/S1 rechts am 19. August 2003
und eine Depression vor. Nach der Operation sei es zu erneuten Schmerzen im rechten
Bein gekommen, so dass nach einem erneuten MRI mit der Diagnose einer
kleinvolumigen Rest- oder Rezidivhernie eine Reoperation empfohlen worden sei. Dazu
habe sich die Beschwerdeführerin nicht entschliessen können. Zu einem Gutachten
müsste sie (die Ärztin) offiziell aufgefordert werden. Vorher könnten wegen der
möglichen Kostenfolgen auch die für eine erneute Abklärung dringend notwendigen
Röntgenaufnahmen der LWS einschliesslich MRI nicht angemeldet werden. Sie habe
der Tochter der Beschwerdeführerin geraten, zunächst bei der IV Einspruch zu
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erheben. Es scheine eine deutliche psychische Komponente vorhanden zu sein, die sie
von neurochirurgischer Seite nicht beeinflussen und auch schlecht beurteilen könne.
C.
Mit Beschwerdeantwort vom 23. Januar 2007 beantragt die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde. Dem Gutachten seien keinerlei Anzeichen von strafbaren
Handlungen im Sinn einer Falschbegutachtung zu entnehmen. Es sei schlüssig und voll
beweistauglich im Sinne der Rechtsprechung.
D.
Replicando erklärt die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin am 7. Februar 2007,
die zu den ärztlichen Bescheinigungen von Dr. B._ und A._ diametral verschieden
ausgefallene ABI-Begutachtung lasse eine eindeutige Festlegung des
Invaliditätsgrades nicht zu. Dazu komme, dass Dr. C._ neue Röntgenaufnahmen der
LWS als für die Beurteilung des gegenwärtigen Gesundheitszustandes der
Beschwerdeführerin unbedingt notwendig erachte.
E.
Die Beschwerdegegnerin hat am 12. Februar 2007 auf eine Duplik verzichtet.
F.
Auf Anfrage hat A._ dem Gericht am 23. Juni 2008 sein Schreiben vom 23. Juni 2008
(recte: 12. Dezember 2006; erwähnt in act. 6 der Beschwerdeführerin) eingereicht, mit
welchem er die Beschwerdeführerin an die Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital
St. Gallen überwiesen hatte.

Erwägungen:
1.
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1.1 Da ein Sachverhalt zu beurteilen ist, wie er sich bis zum Erlass des angefochtenen
Einspracheentscheids am 27. November 2006 entwickelt hat, sind die auf den
1. Januar 2008 in Kraft getretenen Rechtsänderungen nicht anwendbar.
1.2 Mit dem angefochtenen Entscheid hat die Beschwerdegegnerin die Einsprache
gegen ihre Verfügung abgewiesen, mit welcher sie das Leistungsgesuch der
Beschwerdeführerin abgelehnt hatte. Die Beschwerdeführerin lässt in diesem Verfahren
einzig Rentenleistungen beantragen. Streitgegenstand bildet daher der allfällige
Rentenanspruch. Ergäbe sich allerdings, dass ohne Eingliederungsmassnahmen ein
solcher in Frage stünde, so gehörte zum Streitgegenstand notwendigerweise auch die
Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet und eine
allfällige Pflicht der Beschwerdeführerin zu Massnahmen korrekt in Anspruch
genommen habe.
2.
2.1 Für die Invaliditätsbemessung, welche das Mass der Zurücksetzung der
erwerblichen Leistungsfähigkeit infolge gesundheitlicher Beeinträchtigung ergeben soll,
sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen von Bedeutung. Aufgabe des Arztes
oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beschreiben und dazu Stellung zu
nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person
arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in der Folge eine wichtige Grundlage
für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch
zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte
Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch tatsächlich ausübt, ist für die
Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046 KSIH des vom Bundesamt für
Sozialversicherung erlassenen Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in
der Invalidenversicherung = KSIH).
2.2 Die bisherige Tätigkeit (Reinigungs- und Küchendienst) ist für die
Beschwerdeführerin angesichts ihres (operativ behandelten) Rückenleidens nach
übereinstimmender ärztlicher Einschätzung nicht mehr geeignet. Was allerdings die
Arbeitsfähigkeit in einer leichten Arbeit betrifft, gehen die Arbeitsfähigkeitsschätzungen
weit auseinander. Die Klinik Valens hatte der Beschwerdeführerin am 23. Januar 2004
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für eine solche Arbeit aus rheumatologischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert.
A._ hatte dagegen am 25. Juni 2004 erklärt, möglich wäre der Beschwerdeführerin
allenfalls eine Teilzeitarbeit mit voller Leistung im Ausmass von ein- bis zweimal pro
Woche täglich eine bis zwei Stunden lang (im Durchschnitt entsprechend rund 5 % von
42 Stunden pro Woche) in einer körperlich leichten Tätigkeit, die bezüglich Steh- und
Sitzperioden vielseitig sei. Der Arzt hatte diese Arbeitsfähigkeitsschätzung mit rein
somatischen Leiden und Einschränkungen beim Heben, repetitiven Drehen, leichten
Bücken und längeren Stehen und Sitzen begründet. Dr. B._ war Ende August 2004
für angepasste (körperlich leichte und einfache) Tätigkeiten zu einer Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit mit weniger als 30 % bzw. rund 15 % gelangt (täglich eineinhalb bis
zweieinhalb Stunden bei einer Einschränkung um 30 bis 40 %). Er hatte eine
langdauernde mittelgradige Depression bei Ehekonflikt, körperlichen Beschwerden und
überempfindlicher und unsicherer Persönlichkeit sowie ein chronisches
therapieresistentes Lumbovertebralsyndrom mit Wurzelreizungen (L5 und S1 rechts)
diagnostiziert. Die Beschwerdeführerin bange um ihre Ehe, die vor einigen Jahren eine
starke Zerrüttung erfahren habe, sie habe Angst, allein zu leben, fühle sich einsam, sei
antriebsarm, zurückgezogen und deutlich reduziert belastbar und zeige keine
Lebhaftigkeit. Bei einer Rückbildung der Depression könnte die Arbeitsfähigkeit
eventuell gesteigert werden. Psychische Faktoren spielten bei der erheblichen
Arbeitsunfähigkeit eine wichtige Rolle. Bei der Begutachtung (Gutachten vom
17. August 2005) schliesslich ergab sich, dass die Beschwerdeführerin für angepasste
körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne schwere Anteile und ohne länger
dauernde Zwangshaltungen der unteren Wirbelsäule aus orthopädischer und
internistischer Sicht in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt sei, aus
psychiatrischer Sicht aber um 20 % (bei vollzeitlichem Pensum, wegen einer
Verlangsamung des Arbeitstempos).
2.3 Die Beschwerdegegnerin stellte in der Beurteilung des Leistungsanspruchs auf
diese letztgenannte Einschätzung ab. Das Gutachten wurde aufgrund einer
Kenntnisnahme von den Vorakten und nach Untersuchungen in orthopädischer und
psychiatrischer Hinsicht und nach einer internistischen Besprechung erstellt. Die
Gutachter haben die Anamnese erhoben und die Angaben der Beschwerdeführerin zu
ihrem Leiden erfragt. Die orthopädische Untersuchung ergab, dass die von der
Beschwerdeführerin anamnestisch angegebenen völlig therapieresistenten Schmerzen
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durch die Untersuchungsbefunde nur teilweise erklärt werden könnten. Sicherlich
bestehe eine etwas verminderte Belastbarkeit der unteren Wirbelsäule aufgrund der
degenerativen Veränderungen und des postoperativen Zustandes. Unter körperlich
leichter Belastung sollten jedoch keine relevanten Schmerzen auftreten oder diese
wenigstens durch entsprechende Analgetika gut beherrschbar sein. In jedem Fall
bestehe eine deutliche Selbstlimitierung bei der Bewegung. Es bestehe eine erhebliche
Diskrepanz zwischen dem subjektiven Schmerzerleben und den objektivierbaren
Befunden. Der psychiatrische Experte legte dar, es seien nur leichte depressive
Verstimmungen feststellbar gewesen, ausserdem ein gewisses Gedankenkreisen und
eine leicht verminderte psychische Belastbarkeit, hingegen nicht Konzentrations- oder
Antriebsstörungen. Der leichten depressiven Episode und einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung wegen sei die Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin zu 20 % eingeschränkt. Im Vorfeld der Schmerzerkrankung sei die
Beschwerdeführerin durch die zunehmend schwierige Beziehung zum Ehemann und
Konflikte am Arbeitsplatz belastet gewesen. Die psychische Überlagerung der
geklagten Beschwerden könne auf diesem psychosozialen Hintergrund gesehen
werden. Hinweise auf unbewusste Konflikte und ein primärer Krankheitsgewinn seien
nicht auszumachen. Es bestünden aber eine subjektive Krankheitsüberzeugung und ein
sekundärer Krankheitsgewinn. Dass die Beschwerdeführerin die Schmerzen simuliere,
ist ihr nicht unterstellt worden.
2.4 Die Ausführungen im Gutachten sind umfassend und die medizinischen
Zusammenhänge sind einleuchtend begründet. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass die
psychiatrische Exploration nicht (auch ohne Testverfahren) ausreichend oder nicht
fachgerecht durchgeführt worden wäre oder dass die Begutachtung mangels Beizugs
eines Rückenchirurgen unvollständig wäre. Auf die Schlussfolgerungen der Experten
kann daher abgestellt werden. Das im multidisziplinären Konsens gefundene Ergebnis
überzeugt. Den davon abweichenden Beurteilungen der beiden behandelnden Ärzte
kommt kein vergleichbarer Beweiswert zu. In rheumatologischer Hinsicht liegt
ausserdem weitgehende Übereinstimmung mit der Beurteilung durch die Klinik Valens
(mit ebenfalls voller Arbeitsfähigkeit für - allerdings lediglich - leichte Arbeit) vor, die
nach einem stationären Rehabilitationsaufenthalt abgegeben worden ist. Die
Diskrepanz zur Arbeitsfähigkeitsbeurteilung durch den Neurologen wird im Gutachten
im Übrigen mit der Annahme erklärt, als empathisch tätiger Vertrauensarzt der
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Beschwerdeführerin habe dieser bei seiner Beurteilung in viel grösserem Umfang das
subjektive Schmerzempfinden der Beschwerdeführerin berücksichtigt, was durchaus
möglich wäre. Jedenfalls lässt sich nicht annehmen, dass die behandelnden Ärzte
objektiv feststellbare Gesichtspunkte berücksichtigt hätten, die im Rahmen der
Begutachtung zu Unrecht ausser Acht gelassen worden wären.
2.5 Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Gutachter hätten eine alte MR-
Tomographie beigezogen und Dr. C._ habe festgestellt, für eine erneute Abklärung
wären dringend Röntgenaufnahmen der LWS mit MRI erforderlich. Die Gutachter
hatten eine MR-Tomographie vom 6. November 2003 - also eine nachoperative
Aufnahme - berücksichtigt. Der Orthopäde legte dazu dar, es habe sich neurologisch
einzig ein Hinweis auf ein rezidivierendes sensibles Ausfallsyndrom S1 ergeben.
Insbesondere könne eine akute radikuläre Symptomatik klinisch weitestgehend
ausgeschlossen werden bei normalem Lasègue und unauffälliger motorischer Funktion.
Die MR-Tomographie der LWS zeige Residuen nach erfolgter Diskushernien-Operation.
Vermutlich sei die Nervenwurzel S1 rechts im Narbengewebe etwas gefangen,
wodurch sich die residuelle sensible Ausfallssymptomatik erklärten könnte. Hinweise
für das Vorliegen einer relevanten Kompressionssymptomatik bestünden nicht, was
nach wie vor in guter Übereinstimmung auch mit dem aktuellen klinischen Bild stehe.
Neue Aufnahmen hielten die Gutachter offensichtlich nicht für erforderlich, was nicht zu
beanstanden ist. Aus dem Überweisungsschreiben von A._ vom 12. Dezember 2006
an die Klinik für Neurologie und dem Bericht von Dr. C._ vom 22. Dezember 2006
lässt sich ebenfalls keine Notwendigkeit ergänzender Abklärung herauslesen. Die
Zuweisung war erfolgt, weil die Beschwerdeführerin mit dem Verfügungs- bzw.
Begutachtungsergebnis nicht einverstanden war, und nicht etwa deswegen, weil neue
Störungen aufgetreten wären, welche abzuklären und zu behandeln gewesen wären.
Lediglich um ein solches Gutachten im Sinne einer Zweitbegutachtung bzw. einer
Überprüfung des Ergebnisses des vorhandenen ABI-Gutachtens zu erstellen, hatte
Dr. C._ gemäss ihrem Bericht neue Röntgenbilder für nötig gehalten. Allein der
Umstand, dass die Ärztin für eine Zweitbegutachtung neue Bilder hätte anfertigen
wollen, bedeutet nicht, dass es ein Mangel der ABI-Begutachtung war, ohne neue
Aufnahmen auf die MR-Tomographie vom November 2003 abzustellen. Die ärztliche
Abklärung durch die Gutachter kann auch in diesem Punkt als vollständig betrachtet
werden.
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2.6 Die von der Beschwerdeführerin gegenüber dem Gutachten generell geäusserte
Skepsis schliesslich ist nur pauschal gehalten und wird durch keinen konkreten
Anhaltspunkt gestützt.
2.7 Zusammenfassend kann vollumfänglich auf das Gutachten vom 17. August 2005
abgestellt werden und es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin für
angepasste körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten zu 80 % arbeitsfähig ist,
nämlich vollzeitlich mit einer um 20 % reduzierten Leistung. Das Gericht verkennt dabei
nicht, dass in Sachverhalten wie dem hier strittigen erhebliche Schmerzzustände
auftreten können, die eine intensive ärztlich überwachte Schmerzbehandlung durch
den Hausarzt oder Rheumatologen verlangen, soll die zugemutete Leistung auch
tatsächlich erreicht werden (zur Zumutbarkeit des Einsatzes von Schmerzmitteln der
Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S S. vom 22. April 2005, U
417/04 E. 4.5).
3.
Bei dieser Sachlage ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin keine
rentenbegründende invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse hinzunehmen hat, ohne dass
die Arbeitsunfähigkeit im Haushalt von Bedeutung wäre.
4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG, vgl. Rechtslage vor der Änderung des IVG
vom 16. Dezember 2005, lit. a der betreffenden Übergangsbestimmungen).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG