Decision ID: c6778a76-edcc-4fcf-8784-2f5a10221bc3
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
AXA Versicherungen AG, General Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Taggeldleistungen
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 2/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war durch seine Tätigkeit im Bewachungsdienst
bei der B._ AG, St. Gallen, bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend: AXA)
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Mit Bagatellunfallmeldung UVG
vom 12. Oktober 2011 meldete die Arbeitgeberin der AXA einen Unfall. Der Versicherte
sei am 7. Oktober 2011 in der Notschlafstelle des C._ im Einsatz gewesen, als das
Kipptor durch einen Windstoss nach unten gedrückt worden und ihm ins Gesicht
geknallt sei. Als Folge davon habe er sich eine Schnittwunde über dem Nasenbein
zugezogen (act. G 10.1/A1). Der Versicherte hatte sich noch am Unfalltag im Spital
D._ behandeln lassen, wo eine Nasenbeinkontusion, eine Rissquetschwunde (RQW)
des Nasenrückens sowie eine Schulterprellung diagnostiziert worden waren (act. G
10.1/M4 f.). Am 11. November 2011 wurden auf Zuweisung des Hausarztes des
Versicherten, Dr. med. E._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, und mit dessen
Indikationsangaben "Trauma am 6. Oktober 2011, Kopfschmerzen, Schulterverletzung,
Abklärung? Sturz Knieverletzung mit VKB-Ruptur rechts 2007; zur Zeit Schmerzen und
Instabilität, Abklärung?" im Röntgeninstitut Rodiag, Diagnostic Centers (nachfolgend:
Röntgeninstitut Rodiag), MRI-Untersuchungen des Neurokranium, der rechten Schulter
sowie des rechten Knies durchgeführt (act. G 10.1/M6). Am 21. November 2011 wies
Dr. E._ den Versicherten Dr. med. F._, Spezialarzt Orthopädische Chirurgie FMH,
Sportmedizin (SGSM), mit den Diagnosen einer höhergradigen Partialruptur der
Subscapularissehne rechts und eines Status nach subtotaler VKB-Ruptur zur
orthopädischen Abklärung zu (act. G 10.1/M10), welche am 2. Dezember 2011
stattfand (act. G 10.1/M3 und M7). Am 9. Dezember 2011 folgte eine weitere Meldung
des Ereignisses vom 7. November (richtig: Oktober) 2011 durch die Arbeitgeberin (act.
G 10.1/A5).
A.b Nach Einholung von Berichten beim Spital C._ (act. G 10.1/M5) sowie bei Dr.
E._ (act. G 10.1/M8) und Dr. F._ (act. G 10.1/M3 und M11) legte die AXA den
Schadenfall ihrem beratenden Arzt Dr. med. G._, Facharzt FMH für Chirurgie,
Sportmedizin SGSM, Leiter medizinischer Dienst, zur Beurteilung vor. Nachdem dieser
am 27. Februar 2012 Stellung genommen hatte (act. G 10.1/M14), eröffnete die AXA
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
dem Versicherten mit Verfügung vom 6. März 2012, dass ab dem 12. November 2011
betreffend Schulterbeschwerden rechts kein Anspruch auf Leistungen aus der
obligatorischen Unfallversicherung mehr bestehe, und verneinte einen Anspruch auf
Leistungen für die Kniebeschwerden rechts aus der obligatorischen Unfallversicherung
(act. G 10.1/A12).
B.
Die von der Stadt H._, Departement Soziales, Jugend und Alter, Soziale Dienste (vgl.
dazu act. G 10.1/A15 f.), für den Versicherten gegen diese Verfügung am 11. April 2012
eingereichte (act. G 10.1/A13) sowie am 11. und 18. Mai 2012 begründete Einsprache
(act. G 10.1/A17 f.) wies die AXA mit Einspracheentscheid vom 26. September 2012 ab
(act. G 10.1/A19).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob I._, Rechtsberatung J._, für den
Versicherten am 27. Oktober 2012 Beschwerde mit den Anträgen, die Beschwerde sei
gutzuheissen, der Einspracheentscheid vom 26. September 2012 sei aufzuheben und
dem Beschwerdeführer seien weiterhin die gesetzlichen Leistungen, d.h. das Taggeld
auf der Basis einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit ab 7. Oktober 2011, zu erbringen.
Angesichts der Beschwerdebegründung wurde sinngemäss auch ein Antrag auf
Heilbehandlungsleistungen gestellt. Eventuell seien zusätzliche fachärztliche Expertisen
zur Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit des Beschwerdeführers anzuordnen, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge.
C.b Mit Schreiben vom 30. Oktober 2012 teilte das Versicherungsgericht I._ mit,
dass die berufsmässige Vertretung vor Gericht im Kanton St. Gallen - abgesehen von
wenigen, hier nicht zutreffenden Ausnahmen - den Rechtsanwälten mit Anwaltspatent
vorbehalten sei. I._ sei damit nicht berechtigt, den Beschwerdeführer vor
Versicherungsgericht zu vertreten. Dessen Vertretung sei entweder an einen
Rechtsanwalt mit Anwaltspatent zu substituieren oder I._ habe sich auf eine
Beratung ohne weitere Präsenz im vorliegenden Verfahren zu beschränken (act. G 2).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
C.c In der Beschwerdeantwort vom 21. Februar 2013 beantragte die Beschwerde
gegnerin Abweisung der Beschwerde (act. G 10).
C.d Mit Replik vom 11. April 2013 hielt der fortan nicht mehr vertretene
Beschwerdeführer an den in der Beschwerde vom 27. Oktober 2012 gestellten
Anträgen - hier offenbar vorsorglich erweitert um den Antrag auf Rente und
Integritätsentschädigung - fest. Zusätzlich zum Taggeld beantragte er, es sei durch das
Gericht ein verwaltungsexternes, polydisziplinäres, unabhängiges Gutachten
anzuordnen (act. G 12).
C.e Mit Duplik vom 14. August 2013 bestätigte die Beschwerdegegnerin ihren Antrag
auf Beschwerdeabweisung (act. G 18).
C.f Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in
den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden

Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20)
werden die Versicherungsleistungen, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, bei
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. Gemäss Art. 4 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) gilt als Unfall die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine
Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge
hat. Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer sodann bei Vorliegen
eines Unfalls für einen Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als
dieser in einem natürlichen sowie adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten
Ereignis steht (BGE 129 V 181 E. 3.1 ff. mit Hinweisen). Bei physischen Unfallfolgen hat
allerdings die Adäquanz gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch
keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 3a). Die Rechtsfrage, ob die
Voraussetzungen für eine Zusprechung der konkreten Leistungsarten erfüllt sind (der
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
angefochtene Einspracheentscheid enthält grundsätzlich die Ablehnung eines Gesuchs
auf Heilbehandlung und Taggeld und begründet diese mit der Verneinung der
Kausalität zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis vom 7.
Oktober 2011 bzw. eines Unfallereignisses an sich in Bezug auf das rechte Knie) und
ob die Akten überhaupt eine genügende Beweislage dafür bilden, stellt sich erst bzw.
überhaupt nur, wenn das Geschehen eines Unfallereignisses sowie die Bejahung
kausaler Unfallrestfolgen bejaht werden können.
2.
Im konkreten Fall ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer am 7. Oktober 2011
einen Unfall erlitten hat, wobei er sich auch die rechte Schulter verletzte. Die
Beschwerdegegnerin hat dafür ihre Leistungspflicht anerkannt und
Versicherungsleistungen (Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen) erbracht. Streitig
und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin einen Kausalzusammenhang zwischen
der fortdauernd geklagten gesundheitlichen Beeinträchtigung an der rechten Schulter
und dem Unfall vom 7. Oktober 2011 zu Recht ab 12. November 2011 verneint und
damit eine Leistungspflicht ab diesem Datum abgelehnt hat. Der Beschwerdeführer
beklagt zudem Kniebeschwerden rechts, wofür die Beschwerdegegnerin eine
Leistungspflicht von Grund auf abgelehnt hat. Diesbezüglich stellt sich die strittige
Frage, ob der Beschwerdeführer ein Unfallereignis genügend glaubhaft gemacht hat
bzw. beim Unfall vom 7. Oktober 2011 von einem Geschehnis auszugehen ist, bei
welchem er sich auch das rechte Knie verletzt hat.
3.
3.1 Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind von der
leistungsansprechenden Person glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser Forderung
nicht nach, indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht,
die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig erscheinen
lassen, besteht keine Leistungspflicht der Unfallversicherung. Im Streitfall obliegt es
dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt
sind; zu diesem Zweck hat es den Sachverhalt von Amtes wegen zu untersuchen, kann
aber die Mitwirkung der Parteien beanspruchen (RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50). Bei sich
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
widersprechenden Angaben der versicherten Person über den Unfallhergang kann
praxisgemäss auf die Beweismaxime abgestellt werden, wonach die so genannten
spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger
sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen
Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können. Wenn
die versicherte Person ihre Darstellung im Lauf der Zeit wechselt, kommt den Angaben,
die sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, in der Regel grösseres Gewicht zu als jenen
nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des Versicherers (BGE 121 V 47 E. 2a mit
Hinweisen). Das Gericht stellt auf jene Sachverhaltsdarstellung ab, die es von allen
möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt. Der
Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast
begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall
der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel kommt zur
Anwendung, wenn im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes kein wahrscheinlicher
Sachverhalt ermittelt werden kann (BGE 114 V 305 E. 5b). Wird also auf dem Weg der
Beweiserhebung das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht wenigstens mit
Wahrscheinlichkeit erstellt - die blosse Möglichkeit genügt nicht (Th. Locher, Grundriss
des Sozialversicherungsrechts, Bern 2003, 3. Aufl., S. 451 f.) - so hat dieses als
unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der den Anspruch erhebenden Person
auswirkt.
3.2 Der mangelnde Nachweis einer ungewöhnlichen äusseren Einwirkung und somit
eines Unfalls lässt sich nur selten durch medizinische Feststellungen bzw. Befunde
ersetzen. Diese dienen mitunter aber als Indizien im Beweis für oder gegen das
Vorliegen eines Unfalls (Urteil des Bundesgerichts vom 1. März 2012, 8C_50/2012, E.
5.2 mit Hinweis auf BGE 134 V 72 E. 4.3.2.2).
3.3 Laut ambulantem Behandlungsbericht des Spitals C._ vom 7. Oktober 2011 hatte
beim Beschwerdeführer noch am Tag des Geschehens eine ambulante
Wundversorgung mit Steristrips und eine Analgesie stattgefunden. Diagnostiziert
wurden eine Nasenbeinkontusion, eine RQW des Nasenrückens und eine
Schulterprellung. Anamnestisch wurde festgehalten, der Beschwerdeführer habe sich
um 2 Uhr auf dem Notfall im Spital C._ vorgestellt. Er arbeite als Securitas-
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Angestellter und habe sich um ca. 1:20 Uhr den Kopf und die rechte Schulter an einem
sich (durch den Wind?) schliessenden Garagentor gestossen. Initial habe der
Beschwerdeführer Nasenbluten gehabt und aktuell über erträgliche Nasen- sowie
Schulterschmerzen rechts berichtet (act. G 10.1/M4). Laut Bagatell-Unfallmeldung der
Arbeitgeberin vom 12. Oktober 2011 war der Beschwerdeführer am 7. Oktober 2011 in
einer Notschlafstelle im Einsatz, als ein Kipptor durch einen Windstoss nach unten
gedrückt wurde und ihm ins Gesicht knallte. Als betroffener Körperteil wurde die Nase
und als Art der Schädigung eine tiefe Schnittwunde über dem Nasenbein angegeben
(act. G 10.1/A 1). Die Arbeitgeberin hatte am 7. Oktober 2011 einen Ereignisrapport
erstellt. Um 1 Uhr habe der Dienstwechsel in der Loge stattgefunden. Der
Beschwerdeführer habe mit der Aussenkontrolle der Unterkunft begonnen und habe
sich danach in die Unterkunft begeben. Kurz darauf habe er die Logentür mit
blutüberströmtem Gesicht geöffnet. Laut Aussagen des Beschwerdeführers sei das
Kipptor zur Unterkunft durch einen Windstoss nach unten gedrückt worden und sei ihm
ins Gesicht geknallt. Der Beschwerdeführer habe über Schmerzen in der rechten
Schulter, nicht jedoch im Gesicht geklagt. Die Wunde sei quer über das Nasenbein
verlaufen und sei relativ tief gewesen. Nach der Erstversorgung habe sich der
Beschwerdeführer ins Spital C._ begeben. Er habe hierfür das Auto genommen und
darauf bestanden, allein zu fahren. Um 2:50 Uhr sei der Beschwerdeführer aus dem
Spital zurückgekehrt. Die Wunde sei versorgt worden und er habe Schmerzmittel
bekommen. Der Beschwerdeführer habe seinen Dienst fortsetzen können, habe aber
bei Ausdehnung der Schmerzen oder erneutem Bluten den Arzt konsultieren müssen
(act. G 10.1/A 2). Die MRI-Untersuchung vom 11. November 2011 im Röntgeninstitut
Rodiag wegen Beschwerden im rechten Knie zeigte einen Status nach subtotaler
Ruptur des vorderen Kreuzbandes (VKB), einen kleinvolumigen Gelenkerguss sowie ein
Ganglion ventro-lateral (act. G 10.1/M 6). Am 9. Dezember 2011 reichte die
Arbeitgeberin des Beschwerdeführers eine weitere Meldung des Ereignisses vom 7.
November (richtig: Oktober) 2011 mit der Bemerkung ein, dass die ganze
Angelegenheit etwas suspekt sei und um genaue Nachforschungen ersucht werde. Als
betroffene Körperteile wurden diesmal der Kopf, die Nase sowie die Schulter respektive
der Oberarm vermerkt. Unter der Rubrik "Art der Schädigung" wurden gerissene
Kreuzbänder, eine gebrochene Nase und ein gebrochener rechter Oberarm genannt
(act. G 10.1/A5). Ein Kollege des Beschwerdeführers informierte die
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Beschwerdegegnerin am 13. Dezember 2011 telefonisch dahingehend, dass der
Beschwerdeführer aufgrund des Ereignisses vom 7. Oktober 2011 arbeitsunfähig sei.
Der Grund dafür sei jedoch nicht die Verletzung an der Nase, sondern ausserdem
erlittene Verletzungen an Schulter und Bein. Durch den Schlag des Tores habe er auch
einen Sturz erlitten (act. G 10.1/A3). Am 2. Dezember 2011 fand eine Erstkonsultation
bei Dr. F._ statt. Auf die Frage der Beschwerdegegnerin, welche unfallbedingten
Beschwerden/Schmerzen der Beschwerdeführer geäussert habe, gab er im Bericht
vom 20. Dezember 2011 an, dass der Beschwerdeführer vor zwei Monaten gestürzt
sei, als er von einem Garagentor getroffen worden sei. Seither würden ruhe- und
belastungsabhängige Schmerzen in der rechten Schulter bestehen. Der
Beschwerdeführer habe sich zudem das rechte Knie verdreht. Seitdem würden auch
belastungsabhängige Schmerzen lateral im rechten Knie mit Schwellung desselben da
sein. Als Diagnosen vermerkte Dr. F._ eine Läsion der Subscapularissehne sowie
eine Luxation der Bicepssehne rechts und eine subtotale vordere Kreuzbandruptur mit
lateralem Meniskusganglion rechts (act. G 10.1/M3). Mit Dr. F._ übereinstimmend
berichtete Dr. E._ zwar am 9. Januar 2012, der Beschwerdeführer sei am 7. Oktober
2011 gestürzt, als er von einem Garagentor getroffen worden sei, erwähnte dann aber
keine Knieschmerzen und stellte auch keine entsprechende Diagnose. Der
Beschwerdeführer sei erstmals am 7. November 2011 bei ihm in Behandlung gewesen.
Seit dem Ereignis vom 7. Oktober 2011 leide er unter ruhe- und belastungsabhängigen
Schulterschmerzen rechts und Kopfschmerzen. Entsprechend führte er als Diagnosen
eine Läsion der Subscapularissehne sowie eine Luxation der Bicepssehne rechts an
(act. G 10.1/M8). Inzwischen hatte der Kollege des Beschwerdeführers am 4. Januar
2012 nochmals geschildert, dass das elektrische Garagentor eventuell durch einen
Windstoss unerwartet zugegangen sei und den Beschwerdeführer an Nase und
Schulter getroffen habe. Zudem habe ein Sturz stattgefunden, wodurch die
Kniebeschwerden rechts reaktiviert worden seien (act. G 10.1/A6). Mit Verfügung vom
6. März 2012 erfolgte schliesslich die Verneinung eines Leistungsanspruchs aus der
obligatorischen Unfallversicherung für die Kniebeschwerden rechts mit der
Begründung, diese stünden nicht in Zusammenhang mit dem Ereignis vom 7. Oktober
2011, weil sie bei der Notfallaufnahme im Spital Zweisimmen nicht erwähnt worden
seien (act. G 10.1/A12). In der Einsprachebegründung vom 11. Mai 2012 und der
Beschwerde vom 27. Oktober 2012 hielt der Beschwerdeführer schliesslich daran fest,
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
dass er am 7. Oktober 2011 gestürzt sei bzw. die Verdrehung und der Sturz vom 7.
Oktober 2011 zu den heutigen Knieproblemen geführt hätten (act. G 10.1/A17, act. G
1).
3.4 Im konkreten Fall ist unbestritten, dass am 7. Oktober 2011 ein Kipptor -
wahrscheinlich durch einen Windstoss - nach unten gedrückt worden ist und den
Beschwerdeführer im Gesicht und an der rechten Schulter getroffen hat, worauf dieser
über Schmerzen in der rechten Schulter geklagt und eine RQW im Gesicht erlitten hat.
Dieser Geschehensablauf erfüllt unbestrittenermassen die Merkmale des Unfallbegriffs,
insbesondere diejenigen des ungewöhnlichen äusseren Faktors mit schädigender
Einwirkung auf den menschlichen Körper (vgl. Art. 4 ATSG). Klar ist, dass in Bezug auf
das rechte Knie des Beschwerdeführers allein durch dieses Unfallgeschehen noch kein
Unfall stattgefunden hat. Ein solcher wäre zu bejahen, wenn der Beschwerdeführer -
wie geltend gemacht - zudem gestürzt wäre, sich dabei das rechte Knie verdreht und
eine Knieläsion erlitten hätte (vgl. dazu A. Rumo-Jungo/A. P. Holzer, Rechtsprechung
des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 40; A. Maurer, Schweizerisches
Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 176). Aufgrund der in Erwägung 3.3
dargelegten Sachlage ist jedoch ein Unfallereignis bzw. ein Sturz am 7. Oktober 2011
mit Schädigung des rechten Knies nicht mit der nötigen Glaubwürdigkeit dargelegt.
3.5 Zwar sind in den Akten ein Sturz und Beschwerden im rechten Knie bereits vor
Erlass der Verfügung vom 6. März 2012 erwähnt. Demgemäß kann zumindest nicht
gesagt werden, diese Darstellung sei erst in Kenntnis des ablehnenden Entscheids
abgegeben worden und eine Beeinflussung durch nachträgliche Überlegungen
versicherungsrechtlicher Art sei somit nicht auszuschliessen. Dennoch ist zu sagen,
dass die fragliche Sachverhaltsschilderung mit Sturz und Kniebeschwerden eine
persönliche Schilderung des Beschwerdeführers darstellt, welche nicht durch eine
weitere anwesende Person bestätigt ist. Der Kollege des Beschwerdeführers, der
gegenüber der Beschwerdegegnerin ebenfalls einen Sturz erwähnte, war offensichtlich
beim Ereignis vom 7. Oktober 2011 nicht anwesend, womit seine Aussage nicht als
eigene Wahrnehmung des Ereignisablaufs angenommen werden kann. Ein Sachverhalt
mit Sturz und Kniebeschwerden erweist sich jedoch vor allem insofern nicht als
überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen, als er in den anfänglichen Unfallakten - in
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
der Unfallmeldung, im Behandlungsbericht des Spitals C._ und im Ereignisrapport
der Arbeitgeberin - nicht dokumentiert ist. Seine Zuverlässigkeit wird damit bereits in
zeitlicher Hinsicht in Frage gestellt, zumal nicht einleuchtet, warum ein derart
bedeutsamer Umstand wie ein Sturz als Schadensursache wiederholt in
massgebenden Unfallakten unerwähnt geblieben sein sollte. Die Zweifel am Geschehen
eines Sturzes und insbesondere an einer Unfalleinwirkung auf das Knie werden noch
dadurch verstärkt, dass der Beschwerdeführer nach dem Unfall allein ins Spital C._
gefahren ist, obwohl das Funktionieren des rechten Beins beim Autofahren - selbst bei
einem automatischen Getriebe - unerlässlich ist. Im Übrigen ist auf den Umstand
hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer nach dem Ereignis vom 7. Oktober 2011
seine Arbeit wieder aufnahm, erstmals am 7. November 2011 seinen Hausarzt Dr. E._
aufsuchte und dieser ihm ab diesem Datum eine volle Arbeitsunfähigkeit attestierte
(act. G 10.1/A2, M2, M8). In der Unfallmeldung vom 9. Dezember 2011 wurde sogar
festgehalten, der Beschwerdeführer habe das letzte Mal am 27. November 2011
gearbeitet. Auch dieser zeitliche Ablauf spricht gegen eine Kniebeteiligung anlässlich
des Ereignisses vom 7. Oktober 2011. Der fehlende Beweis eines Unfallereignisses
wird im vorliegenden Fall auch nicht durch die medizinischen Feststellungen bzw.
Befunde ersetzt. Im Rahmen der MRI-Untersuchung im Röntgeninstitut Rodiag wurde
insbesondere auch nach der Ursache der Beschwerden im rechten Knie geforscht. Der
radiologische Nachweis einer zumindest mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch
einen Unfall erfolgten Läsion würde ein massgebendes Indiz für ein Unfallgeschehen
darstellen. Während es sich beim kleinvolumigen Gelenkerguss und dem Ganglion um
Begleiterkrankungen degenerativer Kniegelenkserkrankungen handelt (vgl. dazu
Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch 2013, 264. Aufl. Berlin 2012, S. 748 unter
"Gelenkerguss"; A. M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern
2005, S. 1088), stellt eine VKB-Ruptur grundsätzlich eine typische Unfallverletzung dar.
Doch gründet die entsprechende Diagnose im MRI-Untersuchungsbericht
offensichtlich nicht auf dem Ereignis vom 7. Oktober 2011. Laut medizinischen Akten
hat der Beschwerdeführer bei einem früheren Unfall vom 18. November 2007 mit Sturz
auf das rechte Bein eine VKB-Ruptur erlitten (vgl. act. G 10.1/M12). Demgemäss wurde
im MRI-Untersuchungsbericht als Indikation die VKB-Ruptur aus dem Jahr 2007
vermerkt und als Befund eine alte VKB-Ruptur festgehalten. Allein diese Diagnose -
und gerade keine andere unfalltypische Diagnose - findet sich denn auch in den
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Berichten von Dr. F._ (act. G 10.1/M7, M11). Es besteht kein überzeugender Grund
für die Annahme einer, ausgerechnet am 7. Oktober 2011, nochmals erlittenen VKB-
Ruptur. Insofern als Dr. F._ im Bericht vom 24. Januar 2012 (act. G 10.1/M11) die
Frage nach dem Bestehen eines Vorzustandes betreffend dem rechten Knie mit nein
beantwortet, vermag seine Verneinung unfallfremder Faktoren in keiner Weise zu
überzeugen bzw. zu einer anderen Beurteilung zu führen.
3.6 Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass am 7. Oktober 2011 mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit kein Unfallereignis mit einer
natürlich und adäquat kausalen Schädigung des rechten Knies stattgefunden hat,
weshalb die Beschwerdegegnerin eine Leistungspflicht für die geltend gemachten
Kniebeschwerden zu Recht verneint hat. Auch eine Verschlimmerung fällt aus diesen
Gründen ausser Betracht.
4.
4.1 Ist - wie hinsichtlich der am 7. Oktober 2011 erlittenen Schulterverletzung rechts -
der Kausalzusammenhang einmal gegeben und anerkannt, bleibt der Versicherer -
anders als beim Beweis eines Unfallereignisses als solches wie auch hinsichtlich der
(natürlichen) Unfallkausalität des Gesundheitsschadens - leistungspflichtig, sofern sich
nicht hinreichend nachweisen lässt, dass er zu einem späteren Zeitpunkt dahingefallen
ist (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45, 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b). Letzteres trifft dann zu,
wenn der (krankhafte) Gesundheitszustand erreicht ist, wie er unmittelbar vor dem
Unfall bestanden hat (status quo ante) oder wie er sich nach dem schicksalsmässigen
Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt
hätte (status quo sine; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b mit Hinweisen). Das
Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens muss ebenfalls mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender ursächlicher
Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine
anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast beim
Unfallversicherer (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
4.2 Die Einstellung der Versicherungsleistungen mit Wirkung per 12. November 2011
bezüglich der rechten Schulter mangels (natürlichem) Kausalzusammenhang zwischen
dem Unfall vom 7. Oktober 2011 und den über das Leistungseinstellungsdatum hinaus
fortbestehenden Symptomen ist gestützt auf die Beurteilung des beratenden Arztes der
Beschwerdegegnerin, Dr. G._, vom 27. Februar 2012 (act. G 10.1/M14) erfolgt.
Dieser bejaht das Vorliegen unfallfremder Faktoren/Vorzustände bzw. verweist auf das
Ergebnis der MRI-Untersuchung der rechten Schulter des Röntgeninstituts Rodiag vom
11. November 2011, welches eindeutig degenerative Veränderungen (Status nach
Boxerkarriere), nämlich etwas Flüssigkeit in der Bursa subacromialis sowie subcutan
kranio-lateral, kleine interstitielle Rissbildungen der Supra- und Infraspinatussehne,
eine höhergradige Auffaserung der Subscapularissehne im oberen und mittleren Drittel,
sowie eine konsekutive Luxation der langen Bicepssehne gegen medial zeige. Von
Bedeutung ist für den beratenden Arzt in diesem Zusammenhang auch, dass die
klinische Schulteruntersuchung rechts am Unfalltag im Spital C._ unauffällig gewesen
sei. Die dortigen Ärzte hätten am 7. Oktober 2011 die Diagnosen Nasenbeinkontusion,
RQW Nasenrücken sowie Schulterprellung rechts gestellt (act. G 10.1/M4). Die
Schulterfunktion sei uneingeschränkt beweglich gewesen. Angaben zu weiteren
Beschwerden, insbesondere solche zu Kniebeschwerden und entsprechenden
Befunden, seien keine gemacht worden. Der Status quo sine sei demzufolge mit dem
Zeitpunkt des Schulter-MRI, welches als Ursache degenerative Veränderungen zeige,
erreicht, d.h. inkl. 11. November 2011. Dr. F._ sowie Dr. E._ diagnostizierten in
ihren Berichten vom 5. und 20. Dezember 2011 sowie 9. und 24. Januar 2012 ebenfalls
entsprechend dem MRI-Untersuchungsergebnis eine Läsion (Partialruptur, Einriss) der
Subscapularissehne sowie eine Luxation der Bicepssehne rechts (act. G 10.1/M3, M7
f., M11). Es handelt sich dabei sowohl um Befunde im Rahmen eines degenerativen
Prozesses, aber auch unfallkausal auftretende gesundheitliche Störungen (vgl. dazu
Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 1681 unter "Sehnenriss", S. 1142 f.
unter "Luxation"; Debrunner, a.a.O., S. 628, S. 635 f.; Pschyrembel, a.a.O., S. 1913
unter "Sehnenruptur", S. 1247 f. unter "Luxation"). Während Dr. G._, wie gesagt, von
degenerativen Prozessen ausgeht, verneinen Dr. F._ und Dr. E._ das Vorliegen
unfallfremder Faktoren.
4.3 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert
eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels
noch die Bezeichnung der eingetretenen oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als
Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Den Berichten
versicherungsinterner Ärzte oder Ärztinnen kann rechtsprechungsgemäss gleichfalls
Beweiswert beigemessen werden, sofern sie schlüssig erscheinen, nachvollziehbar
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 469 f. E. 4.4 mit Hinweisen; RKUV 1991 Nr. U 133
S. 311). Der Umstand, dass Dr. G._ seine Beurteilung vom 27. Februar 2012 (act. G
10.1/M14) aufgrund der Akten abgegeben und den Beschwerdeführer nicht selbst
untersucht hat, steht ihrem Beweiswert nicht entgegen. Für die Beweistauglichkeit
entscheidend ist, dass genügend Unterlagen von persönlichen Untersuchungen
vorliegen (RKUV 1988 Nr. U 56 S. 370 E. 5b).
4.4 Seinen Ausführungen zufolge hat Dr. G._ seine Einschätzung in Kenntnis der
vorliegenden Vorakten abgegeben. Sie umfasst zunächst das für eine Beurteilung der
Unfallkausalität richtungweisende Beurteilungskriterium der ursprünglich gestellten
Unfalldiagnose, welche ihrerseits auf den ursprünglich erhobenen Befunden basiert.
Die echtzeitliche Unfalldiagnose im Spital C._ in Bezug auf die rechte Schulter lautete
"Schulterprellung". Allein durch diese Diagnose lassen sich jedoch keine fortdauernden
unfallkausalen Beschwerden erklären. Bei einer Prellung handelt es sich um eine
Weichteilverletzung ohne strukturelle Schädigung der Gelenke und Knochen, die auch
ohne spezifische Behandlung immer innert kurzer Zeit folgenlos ausheilt (vgl.
Debrunner, a.a.O., S. 412). Zwar wurde seinerzeit im Spital C._ keine radiologische
Abklärung durchgeführt. Nachdem sich jedoch die klinische Befunderhebung
vollkommen unauffällig zeigte - Schulter rechts frei beweglich, Funktionstest unauffällig
- bestand offensichtlich auch kein weiterer Abklärungsbedarf. Unfallverletzungen - im
konkreten Fall traumatisch bedingte Sehnenrupturen und Sehnenluxationen - zeigen
sich in der Regel unmittelbar nach dem Unfall am auffälligsten, d.h. präsentieren sich
mit den entsprechenden Schmerzen und Funktionseinschränkungen und werden damit
zumindest klinisch vermutet. Der Umstand, dass sich die Befunderhebung im
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
konkreten Fall als vollkommen unauffällig zeigte, aber auch das geschilderte
Unfallereignis - rechte Schulter an einem sich schliessenden Garagentor gestossen -,
stimmt mit der Diagnose einer Schulterprellung ohne fortdauernde Verletzungsfolgen
ohne weiteres überein und beinhaltet keinen Hinweis auf ein Geschehen der
vorgenannten strukturellen Läsionen. Gerade auch in der Gesamtheit der in der MRI-
Untersuchung hervorgebrachten, häufig degenerativ bedingten Gesundheitsschäden
ist ein Hinweis auf einen umfassenden degenerativen Prozess zu sehen. Solche im MRI
allgemein sichtbare, typische Kontusionsfolgen wie Hämatome und Schwellungen (vgl.
Debrunner, a.a.O., S. 234) werden demgegenüber im MRI-Untersuchungsbericht nicht
erwähnt. Angesichts der dargelegten Sachlage darf - wie von Dr. G._ angenommen
und schlüssig begründet - mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
davon ausgegangen werden, dass der Status quo sine bzw. ante im Zeitpunkt der
Leistungseinstellung bzw. MRI-Untersuchung erreicht war. Die nicht begründete
Verneinung unfallfremder Faktoren bei Diagnostizierung einer Läsion der
Subscapularissehne sowie Luxation der Bicepssehne rechts bzw. fehlende Auslegung
des Ergebnisses der MRI-Untersuchung durch Dr. F._ und Dr. E._ (act. G 10.1/M 3,
M8, M11) vermag nicht zu genügen. Ihre Feststellung vermag damit die Beurteilung von
Dr. G._ nicht in Frage zu stellen.
4.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Nachweis für das Dahinfallen der
Kausalität zwischen dem Unfall vom 7. Oktober 2011 und den im Bereich der rechten
Schulter geklagten Beschwerden ab 12. November 2011 mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit dargetan und davon auszugehen ist, dass diese auf unfallfremde
Faktoren zurückzuführen sind. Die Einstellung der Leistungen erweist sich damit als
gerechtfertigt.
5.
Dem Begehren, es sei durch das Gericht ein verwaltungsexternes, polydisziplinäres,
unabhängiges Gutachten anzuordnen, ist nach dem Gesagten nicht stattzugeben. Da
nicht anzunehmen ist, dass weitere medizinische Abklärungen für die Beurteilung der
hier relevanten Rechtsfragen des Vorliegens eines Unfallereignisses (rechtes Knie)
sowie eines natürlichen Kausalzusammenhangs (rechte Schulter) neue Erkenntnisse
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
bringen, kann darauf verzichtet werden (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 131 I
157 E. 3 und Urteil des Bundesgerichts vom 9. März 2010, 8C_956/2009, E. 4.2).
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
angefochtenen Einspracheentscheids vom 26. September 2012 abzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39