Decision ID: ee06d9fc-6cd7-587d-85bd-5fe069a2dda3
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ arbeitete vom 1. April 2009 bis 31. Januar 2012 als Sachbearbeiterin bei der
B._ AG, und war dadurch bei der ASGA Pensionskasse Genossenschaft
(nachfolgend: ASGA), St.Gallen, berufsvorsorgeversichert (act. G 1.1, 1.2, 1.24).
A.b Am 14. Juni 2010 schrieb Dr. med. C._, FMH Allgemeinmedizin, D._ infolge
Krankheit zu 100% arbeitsunfähig (act. G 1.7). Vom 21. bis 29. Juni 2010 war sie in der
neurologischen Klinik des Kantonsspitals D._, hospitalisiert. Während dieses
Spitalaufenthalts wurde erstmals die Diagnose Multiple Sklerose gestellt. Seit
Dezember 2009 habe D._ bereits 3 Schübe erlitten. Sie gelte aufgrund manifester
Sensibilitätsstörungen des rechten Oberschenkels und der Finger der rechten Hand,
Retrobulbärneuritis links sowie Einschränkungen des Gehens als ausgeprägt betroffen
(act. G 1.4, 1.8).
A.c Vom 29. Juni bis 17. Juli 2010 war D._ in der Reha E._ hospitalisiert. Während
des Aufenthalts verbesserte sich die physische Leistungsfähigkeit insgesamt sowie der
Visus des linken Auges. Die behandelnden Ärzte schrieben sie bis mindestens 31. Juli
2010 zu 100% arbeitsunfähig (act. G 1.5, 1.6, 1.9).
A.d Infolge der Krankheit wurde D._ vom 1. bis 31. August 2010 von Prof. Dr. med.
F._, Chefarzt Neurologische Klinik, Kantonsspital D._, zu 100% arbeitsunfähig
geschrieben (act. G 1.10). Dr. med. G._, FMH Allgemeinmedizin, attestierte ihr in der
Folge vom 1. September bis 14. November 2010 eine Arbeitsunfähigkeit von 80%. Sie
könne ca. 4 Stunden morgens an 2 Tagen pro Woche arbeiten (act. G 1.11, 1.12, 1.13).
Vom 15. November 2010 bis 13. März 2011 attestierte er eine Arbeitsunfähigkeit von
60%, wobei die Einsätze 4 Mal morgens während 4 Stunden auszuführen seien (act. G
1.13 – 1.17). Vom 14. März 2011 bis 31. Mai 2012 bescheinigte er eine
Arbeitsunfähigkeit von 50% (act. G 1.17 ff.; act. G 8.1.81 ff.).
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A.e Am 3. September 2010 hatte sich D._ zur Früherfassung bei der Invalidenstelle
des Kantons D._ (nachfolgend: IV-Stelle) angemeldet (act. G 1.21). Gemäss Protokoll
des telefonischen Erstgesprächs vom 1. Oktober 2010 hatte ihr Arzt sie dazu
aufgefordert sich bei der IV-Stelle anzumelden. Gesundheitlich gehe es ihr besser und
sie arbeite bereits wieder an 2 Morgen pro Woche (act. G 1.22).
A.f Am 21. November 2010 meldete sich D._ zum Bezug von IV-Leistungen (act. G
1.23) sowie für berufliche Integration/Rente (act. G 1.24) an.
A.g Dr. med. H._, Oberarzt an der neurologischen Klinik des Kantonsspitals D._,
hielt in seinem Bericht vom 16. Januar 2011 fest, dass sich D._ vom Schub im Juni
2010 weiter erhole, langfristig jedoch mit weiteren Schüben und zunehmender
Behinderung gerechnet werden müsse. Die Arbeitsfähigkeit betrage seit November
2010 40%. Aufgrund der Krankheit bestehe eine verminderte körperliche und
psychische Belastbarkeit, welche sich in Form von vermehrter Ermüdbarkeit auf die
Arbeit als Sachbearbeiterin auswirke, dennoch sei die Tätigkeit aus medizinischer Sicht
auch künftig zumutbar (vgl. act. G 1.25).
A.h Im Telefonat vom 26. Januar 2011 mit der IV-Stelle berichtete D._, dass sie
jeweils 4 Tage pro Woche morgens arbeite und dieses Pensum gut bewältigen könne,
allerdings sei sie aufgrund der Sehschwäche etwas in ihrer Arbeit beeinträchtigt. Die
Arbeitgeberin unterstütze sie bei der Arbeit, es bestehe auch die Möglichkeit einer
Pensumsreduktion, der Arbeitsplatz sei nicht gefährdet. Zudem versuche sie ihr
Vollpensum von 100% wieder zu erreichen (vgl. act. G 1.26).
A.i Die Arbeitgeberin gab im Fragebogen vom 1. Februar 2011 an, dass D._ seit
dem 1. April 2009 in einem 100% Pensum (was einer Wochenarbeitszeit von 42.5
Stunden entspreche) als Sachbearbeiterin angestellt sei. Aufgrund der Krankheit
arbeite sie seit dem 15. November 2010 jeweils noch 4 x 4.25 Stunden pro Woche. Bei
der Arbeit handle es sich um einen typischen kaufmännischen Bürojob, der sorgfältig
ausgeübt werden müsse und grosse Konzentration sowie Aufmerksamkeit
voraussetze. Umplatzierungsmöglichkeiten würden innerhalb des Betriebs keine
bestehen (vgl. act. G 1.27).
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A.j Mit Schreiben vom 20. Juli 2011 wurde D._ von ihrer Arbeitgeberin verwarnt und
darauf aufmerksam gemacht, dass, wenn sie ihre Leistung künftig nicht erbringe, das
Arbeitsverhältnis aufgelöst werde (act. G 1.28). D._ wandte sich infolge der
angedrohten Kündigung am 21. Juli 2011 telefonisch an die IV-Stelle. Ihr sei mitgeteilt
worden, dass sie trotz 50%-iger Arbeitsfähigkeit die geforderte Leistung nicht erbringe.
Das frühere Verständnis der Arbeitgeberin für ihre Erkrankung sei nicht mehr
vorhanden, dennoch sei sie auch weiterhin motiviert dort zu arbeiten. Momentan fühle
sie sich jedoch nicht im Stande mehr als 50% zu arbeiten. Sie leide unter starker
Müdigkeit und brauche die freie Zeit jeweils um sich zu erholen. Gerne würde sie
künftig wieder ihr bisheriges Vollpensum von 100% aufnehmen (act. G 1.29).
A.k Dr. G._ hielt in seinem Bericht vom 9. September 2011 (Eingang bei der IV-Stelle
am 14. September 2011) fest, dass bei D._ eine verminderte körperliche sowie
geistige Leistungsfähigkeit in Kombination mit rascher Ermüdung und
Konzentrationsstörungen bestehe, was sich bei der Arbeit durch verminderte
Belastbarkeit äussere. Aus medizinischer Sicht sei die Tätigkeit als Sachbearbeiterin
aktuell im Umfang von ca. 4 Stunden pro Tag zumutbar bzw. möglich, wobei eine leicht
verminderte Leistungsfähigkeit bestehe. Es könne jedoch mit einer Erhöhung der
Arbeitsfähigkeit gerechnet werden, aktuell sei allerdings noch nicht absehbar in
welchem Umfang (vgl. act. G 1.31).
A.l Die Arbeitgeberin kündigte das Arbeitsverhältnis per 31. Januar 2012 (vgl. act. G
1-5 Ziff. 6). Am 1. Juni 2012 trat D._ eine vollzeitliche Stelle als Sachbearbeitern
Verkaufsinnendienst bei der I._ AG an (act. G 1.35). Zuvor, am 21. Mai 2012, hatte sie
der IV-Stelle mitgeteilt, dass es sich dabei um einen Arbeitsversuch handle, da sie noch
nicht abschätzen könne, ob sie in der Lage sei ein 100% Pensum zu bewältigen (act. G
1.36).
A.m Dr. H._ hielt in seinem Bericht vom 31. Oktober 2012 fest, dass sich aus
klinischer und radiologischer Sicht weiterhin ein stabiler Verlauf der vormals sehr
aktiven Multiplen Sklerose zeige. Einschränkend wirkten sich nach wie vor die Fatigue
und die wahrscheinlich sekundär dazu auftretende Konzentrationsstörung aus. In der
neuen 100%igen Arbeitstätigkeit komme D._ dadurch sehr an ihre Grenzen. Er sei
sich nicht sicher, dass diese Belastung mittelfristig aufrechterhalten werden könne,
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insbesondere wenn die Schonfrist für neue Mitarbeitende vorbei sei. Des Weiteren
habe sich aufgrund einer Blutuntersuchung gezeigt, dass sie Trägerin des JC-Virus sei,
wodurch ein erhöhtes Risiko für eine schwere opportunistische Hirninfektion (PML)
bestehe, der am meisten gefürchteten Nebenwirkung einer Therapie mit Tysabri.
Dennoch werde die Therapie mit Tysabri fortgesetzt, da sie das Medikament gut
vertrage, es sehr wirksam sei und eine wirklich gute Alternative fehle. Zur genaueren
Überwachung werde nun halbjährlich ein Schädel-MRI durchgeführt (vgl. act. 1.38).
A.n Am 6. Dezember 2012 reichten Dr. med. J._, Neurologe, Luzern, und Dr. med.
Dipl.-Psych. K._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ein für die IV erstelltes
neurologisch-psychiatrisches Gutachten ein. Gemäss der neurologischen Beurteilung
bestehe aufgrund der Ermüdbarkeit (ein typisches Symptom der Multiplen Sklerose,
welches sich therapeutisch nicht befriedigend bekämpfen lasse) und des damit
zusammenhängenden Konzentrationsverlusts sowie der verstärkten Fehleranfälligkeit
eine gegenwärtige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 15% sowohl in der
bisherigen Tätigkeit, welche grundsätzlich einer angepassten Tätigkeit entspreche, als
auch in anderen der Ausbildung von D._ angepassten Tätigkeiten. Dies entspreche
ungefähr einer Stunde pro Arbeitstag und könne sich als erhöhter Pausenbedarf oder
als verminderter Arbeitsumsatz äussern. Für die Zukunft müsse aufgrund des
natürlichen Krankheitsverlaufs mit einer Reduktion des Pensums gerechnet werden.
Aus psychiatrischer Sicht sei D._ zu 100% arbeitsfähig. Allgemein wurde
festgehalten, dass die klinische Manifestation der Multiplen Sklerose den Beginn der
verminderten Arbeitsfähigkeit darstelle; diese bestehe somit seit Ende 2009 (act. G
1.39).
A.o Mit Vorbescheid vom 18. Dezember 2012 stellte die IV-Stelle D._ die Abweisung
des Rentenbegehrens in Aussicht (vgl. act. G 1.40).
A.p Mit Schreiben vom 15. Januar 2013 wandte sich die damalige Rechtsvertreterin
von D._, die Coop Rechtsschutz AG, Aarau, an die IV-Stelle und beantragte die
"Aufhebung" des Vorbescheids sowie die Neubeurteilung der gesetzlichen Ansprüche
(vgl. act. G 1.41).
A.q Mit Verfügung vom 25. März 2013 wies die IV-Stelle das Rentengesuch ab (act. G
1.42).
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A.r Mit Schreiben vom 14. November 2013 informierte D._ die IV-Stelle darüber,
dass sie aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation ihr Arbeitspensum bei der I._ AG
per 1. Januar 2014 auf 80% reduzieren werde (act. G 1.45).
A.s Am 5. April 2014 suchte D._ aufgrund einer seit einem Monat bestehenden
Gangunsicherheit notfallmässig die neurologische Klinik des Kantonsspitals D._ auf.
Die dort behandelnden Ärzte äusserten den Verdacht auf einen erneuten MS-Schub
und starteten eine Kortisonstosstherapie (act. G 1.47). Am 29. April 2014 begab sie
sich zu einer ambulanten neurologischen Untersuchung abermals in die neurologische
Klinik des Kantonsspitals D._. Dabei wurde festgestellt, dass ein erneuter MS-Schub
aufgrund des MRI-Befundes vom 11. April 2014 eher unwahrscheinlich sei. Eine
Verschlechterung der bereits vorher immer wieder aufgetretenen diffusen Unsicherheit
und Fatigue schienen im Rahmen des Vitamin-B12- und Folsäuremangels oder
eventueller äusserer Stressfaktoren als möglich (act. G 1.48). D._ war vom 1. April bis
18. Mai 2014 zu 100% (vgl. act. G 1.49, 1.51, 1.52, 1.53) und vom 19. Mai bis 14.
November 2014 zu 50% (vgl. act. G 1.54, 1.55, 1.56, 1.57, 1.58) arbeitsunfähig.
A.t Am 24. November 2014 wurde D._ von Dr. med. L._, FMH Neurologie,
untersucht, welcher ein MRI anordnete. Weiter empfahl er infolge der deutlichen
psychischen Belastung eine psychotherapeutische Betreuung (act. G 1. 62). In seinem
Bericht vom 11. Dezember 2014 hielt er unter Bezugnahme auch auf die MRI-
Bildgebung vom 4. Dezember 2014 fest, dass sich aktuell keine klaren Hinweise für
eine relevante Krankheitsaktivität finden liessen (act. G 1.63).
A.u Am 15. Januar 2015 meldete sich D._ erneut zur Früherfassung bei der IV-Stelle
an (act. G 1.64). Die I._ AG gab im Arbeitgeberfragebogen vom 4. Februar 2015 an,
dass D._ seit dem 1. Juni 2012 in einem 100% Pensum (was einer Wochenarbeitszeit
von 40 Stunden entspreche) als Sachbearbeiterin angestellt gewesen sei. Seit dem 24.
März 2014 arbeite sie noch 20 Stunden pro Woche. Umplatzierungsmöglichkeiten
würden im Betrieb keine bestehen (vgl. act. G 1.66). Aus einer Telefonnotiz vom 11.
Februar 2015 der IV-Stelle mit einer Vertreterin der I._ AG geht hervor, dass D._
eine sehr gute Mitarbeiterin sei; mit ihrer Arbeit sei man sehr zufrieden und wolle sie
auch weiterhin behalten, auch wenn sie nur noch 50% arbeiten könne. Sie wolle
unbedingt arbeiten, man müsse sie eher etwas "bremsen", damit sie nicht zu viel bzw.
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zu lange arbeite. Von ihrer MS-Erkrankung habe man bereits zum Anstellungszeitpunkt
Kenntnis gehabt. Des Weiteren sei aus Arbeitgebersicht eine Steigerung der
Arbeitsfähigkeit wahrscheinlich nicht möglich, weil es dann immer wieder zu vollen
Ausfällen käme. Daher wäre für den Arbeitgeber ein stabiles Pensum wichtig (vgl. act.
G 1.67). Dr. L._ hielt in seinem Bericht vom 5. März 2015 fest, dass D._ aufgrund
ihrer Krankheit seit November 2014 in ihrer Tätigkeit als Sachbearbeiterin lediglich
noch zu 50% arbeitsfähig sei. Aufgrund der durch die Krankheit versursachten
Einschränkungen seien für sie längeres Gehen und Stehen sowie längeres
angestrengtes Schauen mit einer vermehrten Erschöpfungssymptomatik verbunden.
Diese ausgeprägte Fatiguesymptomatik führe zu einer allgemein eingeschränkten
körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit sowie zu einer eingeschränkten
Ausdauer. Die Tätigkeit als Sachbearbeiterin, welche einer behinderungsangepassten
Tätigkeit entspreche, sei ihr auch künftig zumutbar in einem Pensum von 50%. Mit
einer Erhöhung der Einsatzfähigkeit sei nicht zu rechnen (vgl. act. G 1.65).
A.v Am 21. April 2015 nahm der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Stellung zum Fall.
RAD-Arzt Dr. med. M._, Facharzt für Allgemeine Medizin und Facharzt für
Frauenheilkunde und Geburtshilfe, erachtete eine Arbeitsfähigkeit von 50% in der
angestammten Tätigkeit als aktuell realistisch. Da die Erkrankung schubweise
progredient verlaufen könne, sei eine Aussage über den weiteren Verlauf nicht möglich.
Eine Besserung oder Heilung sei allerdings nicht zu erwarten. Die Tätigkeit als
Sachbearbeiterin mit überwiegend administrativen Aufgaben ohne körperliche
Belastung stelle bereits eine behinderungsangepasste Tätigkeit dar. Auch in anderen
beruflichen Tätigkeiten könne keine höhere Arbeits- und Leistungsfähigkeit erzielt
werden (vgl. act. G 1.69).
A.w Nach Vorbescheid vom 27. Juli 2015 (act. G 1.71) sprach die IV-Stelle Aargau
D._ mit Verfügung vom 9. Oktober 2015 ab dem 1. Juli 2015 bei einem
Invaliditätsgrad von 50% eine halbe Rente zu (act. G 1.72). Diese Verfügung blieb
unangefochten.
B.
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B.a Mit Schreiben vom 15. Januar bzw. 21. Januar 2016 wandte sich der damalige
Rechtsvertreter von D._ an die ASGA und forderte diese auf den Rentenanspruch
von D._ zu berechnen und ihr die entsprechende Invalidenrente auszurichten (vgl.
act. G. 1.73).
B.b Mit Schreiben vom 30. März 2016 verneinte die ASGA ihre Leistungspflicht
gegenüber D._. Vom 1. April 2009 bis 31. Dezember 2012 sei sie zwar über die B._
AG bei ihr versichert gewesen, zum Zeitpunkt der relevanten Arbeitsunfähigkeit, welche
gemäss der IV-Stelle am 1. April 2014 begonnen habe, sei sie jedoch schon lange nicht
mehr bei der ASGA versichert gewesen. Im Übrigen sei auch keine durchgehende
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20% ausgewiesen, was für eine Unterbrechung des
zeitlichen Konnexes spreche (vgl. act. G 1.74).
B.c Mit Schreiben vom 9. November 2016 wandte sich Prof. Dr. iur. Marc Hürzeler,
Basel, als Rechtsvertreter von D._ an die ASGA und teilte dieser mit, es habe sich
bereits seit längerem gezeigt, dass ein Arbeitspensum von 100% krankheitsbedingt zu
viel für D._ sei; dies lasse sich den Arztberichten von Dr. G._ und Dr. H._
entnehmen. Der zeitliche Zusammenhang zu der bereits während der Versicherungszeit
bei der ASGA eingetretenen Arbeitsunfähigkeit sei nie unterbrochen gewesen, da D._
in der Folge lediglich versucht habe wieder eine Vollzeittätigkeit zu erlangen. Aus
diesem Grund sei die ASGA leistungspflichtig (vgl. act. G 1.77).
B.d Die ASGA teilte mit Schreiben vom 23. Januar 2017 mit, dass sie eine
Leistungspflicht nach wie vor ablehne. Zudem beurteile sie die volle Erwerbstätigkeit
von D._ insbesondere deshalb nicht als Versuch zur Wiederaufnahme einer
Vollzeittätigkeit, weil D._ während mehr als 1 1⁄2 Jahren ein Vollzeitpensum ohne
massgebende Leistungseinbussen bewältigt habe. Damit sei der enge zeitliche
Zusammenhang zur eingetretenen Invalidität eindeutig unterbrochen (vgl. act. G 1.78).
C.
C.a Mit Klageschrift vom 26. Mai 2017 (Eingang beim Versicherungsgericht St.Gallen
am 31. Mai 2017) gelangten die Rechtsvertreter von D._ (nachfolgend: Klägerin),
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Rechtsanwalt Markus Schmid, Fachanwalt SAV Haftpflicht- und Versicherungsrecht,
Basel, und Prof. Hürzeler, an das Versicherungsgericht des Kantons St.Gallen mit dem
Rechtsbegehren, die ASGA (nachfolgend: Beklagte) sei zu verpflichten, der Klägerin mit
Wirkung ab 1. Juli 2015 eine halbe Invalidenrente aus beruflicher Vorsorge zuzüglich
Verzugszinsen zu 5% ab Klageerhebung auf den verfallenen Rentenbetreffnissen sowie
alle gebührenden Leistungen, d.h. die gesetzlichen und reglementarischen
Invalidenleistungen sowie die Beitragsbefreiung bei einem ab 1. Juli 2015
ausgewiesenen Invaliditätsgrad von 50%, auszurichten; unter o/e-Kostenfolge (act. G
1). Zur Begründung wurde ausgeführt, dass der Eintritt der relevanten
Arbeitsunfähigkeit im Juni 2010 gewesen sei, zu einem Zeitpunkt also, als die Klägerin
noch bei der Beklagten vorsorgeversichert gewesen sei. In der Folge sei sie nicht mehr
voll leistungsfähig gewesen. Die verminderte Leistungsfähigkeit sei ebenso von der
B._ AG bemerkt worden, insbesondere auch bei einem Arbeitspensum von lediglich
50%, weshalb die Kündigung angedroht und letztendlich ausgesprochen worden sei
(act. G 1-14 f.). Auch nach der Entlassung habe die Klägerin gesundheitsbedingt
während längerer Zeit nur ein reduziertes Arbeitspensum von 50% erfüllen können (vgl.
act. G 1.54 – 1.61, 1.65, 1.68). Sie habe die Stelle bei der I._ AG eigentlich in einem
Arbeitspensum von 80% antreten wollen, möglich sei aber nur eine 100%ige
Anstellung im Rahmen eines Arbeitsversuchs gewesen. Bereits vor Stellenantritt sei die
Klägerin skeptisch gewesen, ob sie in der Lage sein würde ein 100% Pensum zu
bewältigen. Nur wenige Monate nach Stellenantritt habe sich gezeigt, dass sie
aufgrund des 100% Pensums an ihre Grenzen stosse, weshalb sie krankheitsbedingt
wieder öfters ausgefallen sei. Aufgrund der gesundheitlichen Situation sei das Pensum
dann per 1. Januar 2014 auf 80% reduziert worden. Eine volle Leistungsfähigkeit habe
aber seit Juni 2010 nicht mehr bestanden; der zeitliche Zusammenhang sei somit nie
unterbrochen gewesen. Dass die Klägerin kurzfristig in einem 100% Pensum angestellt
gewesen sei bzw. gearbeitet habe, vermöge daran nichts zu ändern (vgl. act. G 1-16
ff.).
C.b Mit Schreiben vom 6. Juni 2017 teilte Rechtsanwalt Jan Hermann, Fachanwalt SAV
Haftpflicht- und Versicherungsrecht, Basel, dem Versicherungsgericht St.Gallen mit,
dass er die Vertretung der Klägerin übernommen habe (act. G 2).
C.c Am 7. Juni 2017 wurde die Bâloise-Sammelstiftung für die obligatorische berufliche
Vorsorge (nachfolgend: Bâloise), Basel, dem Verfahren beigeladen (act. G 3).
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C.d Mit Klageantwort vom 6. Juli 2017 beantragte die Beklagte die Abweisung der
Klage unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin (act. G 5). Zur
Begründung wurde ausgeführt, dass die Klägerin zum Zeitpunkt des Stellenantritts bei
der I._ AG wieder voll leistungsfähig gewesen sei. Sie habe dort zu einem
marktüblichen Lohn in einem 100% Pensum gearbeitet. Die Klägerin müsse sich
folglich vom ersten Krankheitsschub soweit erholt gehabt haben, dass sie wieder im
Stande gewesen sei eine Erwerbstätigkeit mit voller Leistungsfähigkeit auszuüben.
Während rund 18 Monaten habe die Klägerin ohne Krankheitsausfälle aufgrund ihrer
MS-Erkrankung bei der I._ AG arbeiten können. Sie habe somit nach ihrem Austritt
aus der B._ AG und auch aus dem Versicherungsverhältnis mit der Beklagten eine
volle Leistungsfähigkeit in ihrer beruflichen Tätigkeit wiedererlangt. Dies habe zur
Folge, dass der zeitliche Zusammenhang unterbrochen worden sei und die Beklagte für
die eingetretene Invalidität nicht leistungspflichtig sei (vgl. act. G 5-5 f.).
C.e Mit Schreiben vom 11. Juli 2017 informierte die Bâloise das Versicherungsgericht
St.Gallen darüber, dass die Klägerin nie bei ihr versichert gewesen sei (act. G 6).
C.f Am 12. Juli 2017 forderte das Versicherungsgericht St.Gallen den Rechtsvertreter
der Klägerin dazu auf, eine allfällige Replik einzureichen sowie Stellung zum Schreiben
der Bâloise zu nehmen bzw. die allfällig beizuladende Pensionskasse der I._ AG zu
bezeichnen (act. G 7).
C.g Mit Replik vom 12. September 2017 stellte die Klägerin neu die folgenden
Rechtsbegehren: "1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin mit Wirkung ab 1.
Juni 2011 bis 31. Mai 2012 und mit Wirkung ab 1. Juli 2015 eine halbe Invalidenrente
aus beruflicher Vorsorge zuzüglich Verzugszinsen zu 5% ab Klageerhebung auf den
verfallenen Rentenbetreffnissen sowie alle Gebühren und Leistungen, d.h. die
gesetzlichen und reglementarischen Invalidenleistungen sowie die Beitragsbefreiung
bei einem ab 1. Juni 2011 bis 31. Mai 2012 und ab 1. Juli 2015 ausgewiesenen
Invaliditätsgrad von 50% auszurichten. 2. Unter o/e-Kostenfolge". Weiter wurde
beantragt die Bâloise als Beigeladene zu entlassen und stattdessen die Pensionskasse
Franke, Aarburg, beizuladen. Begründet wurde die Klageänderung damit, dass die
Verfügung der IV-Stelle vom 25. März 2013 offensichtlich unrichtig sei (vgl. act. G 8).
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C.h Am 19. September 2017 lud das Versicherungsgericht die Pensionskasse Franke
(nachfolgend: Beigeladene) dem Verfahren bei (act. G 10).
C.i Am 31. Oktober 2017 wurde die Beigeladene darüber informiert, dass die Beklagte
auf eine Duplik verzichtet habe und nunmehr die Beigeladene selbst Gelegenheit zur
Einreichung einer Stellungnahme habe (act. G 11).
C.j Mit Schreiben vom 6. November 2017 verzichtete die Beigeladene auf eine
Stellungnahme.

Erwägungen
1.
Gemäss Art. 73 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen-
und Invalidenvorsorge (BVG; SR 831.40) bezeichnet jeder Kanton ein Gericht, das als
letzte kantonale Instanz über Streitigkeiten unter anderem zwischen
Vorsorgeeinrichtungen und Anspruchsberechtigten entscheidet. Im Kanton St. Gallen
ist nach Art. 65 Abs. 1 lit. ebis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRP;
sGS 951.1) das Versicherungsgericht zuständig für Streitigkeiten nach Art. 73 BVG.
Gerichtsstand ist nach Art. 73 Abs. 3 BVG der Sitz oder Wohnsitz des Beklagten oder
der Ort des Betriebes, bei dem die versicherte Person angestellt wurde. Vorliegend ist
die örtliche Zuständigkeit des Versicherungsgerichts zu bejahen, weil der Sitz der
Beklagten St.Gallen ist. Da auch sämtliche übrigen prozessualen Voraussetzungen
erfüllt sind, ist auf die Klage einzutreten.
2.
Vorliegend streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Klägerin auf eine Invalidenrente
aus beruflicher Vorsorge gegenüber der Beklagten.
2.1
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2.1.1 Anspruch auf Invalidenleistungen haben gemäss Art. 23 lit. a BVG Personen,
die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40% invalid sind und bei Eintritt
der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Das
gemäss Art. 23 BVG versicherte Ereignis ist einzig der Eintritt der relevanten
Arbeitsunfähigkeit, unabhängig davon, in welchem Zeitpunkt und in welchem Masse
daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen entsteht. Die Versicherteneigenschaft
muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht
notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der
Invalidität. Für eine einmal aus während der Versicherungsdauer aufgetretene
Arbeitsunfähigkeit geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrichtung somit
leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses der
Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der
Versicherteneigenschaft keinen Erlöschungsgrund (Art. 26 Abs. 3 BVG e contrario; BGE
123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5). Art. 23 BVG kommt darüber hinaus die Funktion zu, die
jeweilige Haftung mehrerer Vorsorgeeinrichtungen gegeneinander abzugrenzen, wenn
eine in ihrer Arbeitsfähigkeit bereits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle
(und damit auch die Vorsorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der
Invalidenversicherung zugesprochen wird. Der Anspruch auf Invalidenleistungen
entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen Vorsorgeeinrichtung, sondern
gegenüber derjenigen, welcher die Person im Zeitpunkt des Eintritts der
invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit angehörte, sofern zwischen der Arbeitsunfähigkeit
und der Invalidität auch ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht
(BGE 130 V 270 E. 4.1; 123 V 262 E. 1c).
2.1.2 Der sachliche Zusammenhang ist gegeben, wenn der der Invalidität
zugrundeliegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, wie derjenige,
der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Der zeitliche Zusammenhang setzt voraus, dass
die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit
wieder arbeitsfähig geworden ist (BGE 123 V 262 E. 1c mit Hinweisen). Bei der Prüfung
dieser Frage sind die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles zu
berücksichtigen, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognostische
Beurteilung durch den Arzt sowie die Beweggründe, welche die versicherte Person zur
Wiederaufnahme oder Nichtwiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben (BGE 134 V
20 E. 3.2.1). Zu den für die Beurteilung des zeitlichen Konnexes relevanten Umständen
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zählen auch die in der Arbeitswelt nach aussen in Erscheinung tretenden Verhältnisse,
wie etwa die Tatsache, dass eine versicherte Person über längere Zeit hinweg als voll
vermittlungsfähige Stellensuchende Taggelder der Arbeitslosenversicherung bezieht
(Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 26. Mai 2003, B
100/02, E. 4.1, und vom 18. Oktober 2006, B 18/06, E. 4.2.1 in fine mit Hinweisen).
Allerdings kann solchen Zeiten nicht die gleiche Bedeutung beigemessen werden wie
Zeiten effektiver Erwerbstätigkeit. Mit Bezug auf die Dauer der den zeitlichen Konnex
unterbrechenden Arbeitsfähigkeit kann die Regel von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) als Richtschnur gelten. Nach dieser
Bestimmung ist eine anspruchsbeeinflussende Verbesserung der Erwerbsfähigkeit in
jedem Fall zu berücksichtigen, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate
gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Grundsätzlich entscheidend
ist dabei, ob die versicherte Person während der fraglichen Zeitspanne wirklich eine
volle Leistung erbracht hat und ob die dauerhafte Wiedererlangung der
Erwerbsfähigkeit als objektiv wahrscheinlich erscheint (vgl. Urteil des Bundesgerichtes
vom 20. Februar 2018, 9C_147/2017, E. 4; ISABELLE VETTER-SCHREIBER, BVG FZG
Kommentar, Berufliche Vorsorge, 3. Aufl., Zürich 2013, N 37 zu Art. 23 BVG).
2.2 Die Arbeitsunfähigkeit ist grundsätzlich relevant, wenn sie mindestens 20% beträgt
und sich auf das Arbeitsverhältnis sinnfällig auswirkt oder ausgewirkt hat (vgl. HANS-
ULRICH STAUFFER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Die berufliche Vorsorge, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2013,
S. 74 mit Hinweisen). Es muss arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die
versicherte Person im bisherigen Beruf an Leistungsvermögen eingebüsst hat, so etwa
durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar
Ermahnung des Arbeitgebers oder durch gehäufte, gesundheitlich bedingte
Arbeitsausfälle (Urteil des Bundesgerichts vom 18. Juli 2012, 9C_394/2012, E. 3.1; vom
11. September 2008, 9C_368/2008, E. 2). Der Zeitpunkt des Eintritts der
berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
grundsätzlich echtzeitlich nachgewiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch
nachträgliche Annahmen und spekulative Überlegungen ersetzt werden (Urteil des
Bundesgerichts vom 17. Juni 2013, 9C_91/2013, E. 4.1.2).
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2.3 Eine Reduktion des Arbeitspensums aus gesundheitlichen Gründen ist ein
gewichtiges Indiz für das Vorliegen einer berufsvorsorgerechtlich relevanten
Arbeitsunfähigkeit (vgl. Urteil des EVG vom 10. Oktober 2001, B 27/00, E. 5), genügt
allein in der Regel jedoch nicht für den Nachweis einer funktionellen Leistungseinbusse.
Dies gilt insbesondere, wenn die Reduktion aus einem subjektiven Krankheitsgefühl
heraus erfolgt oder wenn konkurrierende Gründe bestehen, wie mehr Zeit für
bestimmte (Freizeit-)Aktivitäten zu haben oder eine berufsbegleitende Weiterbildung zu
absolvieren (Urteil des EVG vom 8. Juni 2006, B 34/05, E. 3.2). Es braucht
grundsätzlich eine echtzeitliche ärztliche Bestätigung, dass die Pensenreduktion
gesundheitlich bedingt notwendig ist (Urteil des Bundesgerichts vom 11. September
2008, 9C_368/2008, E. 3.1 und 4.3), u.a. wenn die weitere Verrichtung der Berufsarbeit
nur unter der Gefahr der Verschlimmerung des Gesundheitszustands möglich ist (BGE
130 V 345 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts vom 6. Oktober 2010, 9C_452/2010, E. 4.1
f.). Davon kann nur abgesehen werden, wenn aufgrund anderer Umstände, etwa
krankheitsbedingter Absenzen vor der Arbeitszeitreduktion, davon auszugehen ist,
dass dieser Schritt auch objektiv betrachtet aus gesundheitlichen Gründen erfolgt und
insoweit eine arbeitsrechtlich in Erscheinung getretene (sinnfällige) Leistungseinbusse
zu bejahen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 2010, 9C_340/2010, E.
5.2.2). In diesem Sinne verlangt die Rechtsprechung nicht zwingend eine echtzeitlich
ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit zum rechtsgenüglichen Nachweis einer
berufsvorsorgerechtlich relevanten Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 3. März 2017, 9C_658/2016, E. 6.3).
3.
3.1 Den im Recht liegenden Akten lässt sich entnehmen, dass die Klägerin ab dem 14.
Juni 2010 zu 100% arbeitsunfähig geschrieben war (act G 1.7). Während des
Spitalaufenthalts in der neurologischen Klinik des Kantonsspitals D._ wurde die
Krankheit Multiple Sklerose diagnostiziert (act. G 1.4). Die Klägerin war in der Folge
vom 14. Juni bis 31. August 2010 zu 100% (act. G 1.7 – 1.10), vom 1. September bis
14. November 2010 zu 80% (act. G 1.11 – 1.13), vom 15. November 2010 bis 13. März
2011 zu 60% (act. G 1.13 – 1.17) und vom 14. März 2011 bis 31. Mai 2012 zu 50%
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(act. G 1.17 – 1.20; act. G 8 1.81 – 1.89) arbeitsunfähig. Ab 1. Januar 2014 hatte die
Klägerin aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation ein Arbeitspensum von 80% inne
(act. G 1.44). Da sich die gesundheitliche Situation trotz Reduktion des Arbeitspensums
verschlechterte (vgl. act. G 1.49 – 1.53), war und ist die Klägerin seit dem 19. Mai 2014
dauerhaft in ihrer angestammten Tätigkeit als Sachbearbeiterin, bei welcher es sich
gleichzeitig um eine leidensadaptierte Tätigkeit handelt, zu 50% arbeitsunfähig (vgl.
insbesondere act. G 1.68 und act. G 1.65; act. G 1.54 – 1.61). Dass die MS-Erkrankung
letztlich zur Invalidität der Klägerin führte, ist aktenkundig und blieb zu Recht
unbestritten.
3.2 Den im Recht liegenden Akten lässt sich entnehmen, dass die Klägerin vom 1. April
2009 bis 31. Januar 2012 (zuzüglich Nachdeckungsfrist) aufgrund ihres
Arbeitsverhältnisses mit der B._ AG bei der Beklagten berufsvorsorgeversichert war
(vgl. act. G 1.1, 1.2). Nach der Kündigung durch die B._ AG meldete sich die Klägerin
per 1. Februar 2012 bei der Arbeitslosenkasse des Kantons Aargau an (vgl. act G 1.33).
Diese ging von einer 50%igen Vermittlungs- und Arbeitsfähigkeit der Klägerin aus (act.
G 1.34). Am 1. Juni 2012 nahm die Klägerin eine Tätigkeit als Sachbearbeiterin
Verkaufsinnendienst Schweiz bei der I._ AG in einem 100% Pensum auf (vgl. act. G
1.35). Gemäss Angaben der Klägerin vor Stellenantritt handelte es sich bei dieser
Tätigkeit um einen Arbeitsversuch, da sie noch nicht abschätzen könne, ob sie in der
Lage sei aufgrund ihrer Konzentrationsstörungen und der Müdigkeit ein 100% Pensum
zu bewältigen. Da die I._ AG ihr aufgrund ihres Gesundheitszustandes sehr viel
Verständnis entgegenbringe, wolle sie versuchen ein 100% Pensum zu erfüllen (vgl. act
G 1.36). Gemäss Arztbericht vom 31. Oktober 2012 teilte die Klägerin Dr. H._ mit,
dass ihr die Arbeit nicht leichtfalle, sie stosse häufig wegen ihrer Müdigkeit an ihre
Grenzen. Sie schreibe sich immer alles auf und vergesse trotzdem vieles, insbesondere
habe sie Mühe die neuen Abläufe zu verstehen, dies wiederum führe zu vermehrter
Lustlosigkeit, Aggressivität und Traurigkeit. Abends sei sie jeweils so müde, dass sie
nur noch im Stande sei zu essen und zu duschen. Dr. H._ hielt daraufhin fest, dass
sich die Fatigue sowie die damit sekundär einhergehenden Konzentrationsstörungen
nach wie vor einschränkend auswirken würden; dadurch komme die Klägerin in ihrer
100%igen Arbeitstätigkeit sehr an ihre Grenzen. Er sei zudem nicht sicher, dass die
Klägerin diese Belastung mittelfristig aufrechterhalten könne (vgl. act. G 1.38). Auch
das Zeiterfassungsprotokoll der I._ AG lässt darauf schliessen, dass die Klägerin
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während der Zeit des Vollpensums an ihre Grenzen stiess. Gemäss diesem hätte die
Klägerin ihrem 100% Pensum entsprechend eine Tagesarbeitszeit von 8.30 Stunden
leisten müssen. In ihrem ersten Anstellungsmonat, dem Juni 2012, erfüllte sie diese
Arbeitszeit nur an insgesamt 2 Tagen (act. G 8.1.107), zudem war sie binnen dieses
Monats an 3 Tagen krank (act. G 8.1.91; vgl. auch act. G 8.1.107). Bereits per 1. Juli
2012 betrug die tägliche Sollzeit der Klägerin nur noch 8.15 Stunden. Per 1. Oktober
2012 wurde die Sollzeit wiederum um eine Viertelstunde verkürzt, so dass die Klägerin
nur noch 8.00 Stunden pro Tag arbeiten musste. Trotz dieser zeitlichen Reduktionen
war die Klägerin nicht imstande auch nur einen einzigen Monat ohne Krankheitsausfälle
zu arbeiten (vgl. act. G 8.1.107 f.). Aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation wurde ihr
Pensum per 1. Januar 2014 auf 80% reduziert (act. G 1.44, 1.45). In Anbetracht der
Tatsache, dass die I._ AG über die MS-Erkrankung der Klägerin Bescheid wusste,
und aufgrund der rasch nach Stellenantritt erfolgten zweimaligen Reduktion der Sollzeit
ist davon auszugehen, dass die Klägerin bereits während ihrer formell als vollzeitlich
bezeichneten Anstellung (1. Juni 2012 bis 31. Dezember 2013) aufgrund ihrer
Erkrankung keine volle Leistung erbrachte bzw. nicht über eine uneingeschränkte
Leistungsfähigkeit verfügte. Dafür spricht auch das IV-Gutachten von Dr. J._ und Dr.
K._ vom 6. Dezember 2012, in welchem diese der Klägerin infolge ihrer Erkrankung
und insbesondere der damit einhergehenden Fatiguesymptomatik und der
Konzentrationsstörungen eine permanente Leistungseinbusse von mindestens 15%
attestierten. Weiter führten sie aus, dass aufgrund des Krankheitsverlaufs künftig mit
einer Beschränkung des Pensums gerechnet werden müsse (act. G 1. 39-17).
Hinzuweisen ist ferner auf die Praxis, wonach bei der Sachverhaltswürdigung dem
Wesen einer Schubkrankheit wie MS besonders Rechnung getragen werden muss.
Gerade beim Krankheitsbild der MS, das sich nicht immer gleich manifestiert und
unterschiedliche Verläufe aufweist, kommt den gesamten Umständen des Einzelfalls
besondere Bedeutung zu, wie die Rechtsvertretung der Klägerin zu Recht betont (vgl.
m.w.H. auf die Rechtsprechung act. G 1 S. 13). In Anbetracht der Gesamtsituation ist
nach dem Gesagten mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
ausgewiesen, dass die Klägerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einer
adaptierten Tätigkeit, welche vorliegend ihrer angestammten Tätigkeit entspricht, seit
2010 nie mehr uneingeschränkt arbeitsfähig war. Eine Unterbrechung des zeitlichen
Konnexes liegt nicht vor, weshalb die Beklagte leistungspflichtig ist.
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4.
4.1 Da sich die Beklagte bislang weder zum Rentenbeginn und zu allfälligen
Rentenabstufungen noch zum betraglichen Umfang eines Rentenanspruchs geäussert
hat (act. G 5), rechtfertigt sich allein schon mit Blick auf die Verfahrensökonomie die
Beschränkung des Entscheids auf die grundsätzliche Feststellung der
leistungspflichtigen Vorsorgeeinrichtung (vgl. BGE 129 V 453 E. 3.4 f.). Die Sache ist
zur Berechnung und Ausrichtung der Invalidenrente sowie zur Prüfung der
Beitragsbefreiung an die Beklagte zu überweisen.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG).
4.3 Dem Verfahrensausgang entsprechend sind der obsiegenden Klägerin in
Anwendung von Art. 98 Abs. 1 und Art. 98bis VRP die Parteikosten von der
unterliegenden Beklagten zu erstatten. Das Versicherungsgericht des Kantons St.
Gallen spricht in BVG-Prozessen gestützt auf Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung
für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75) bei vollem Obsiegen
regelmässig eine pauschale Entschädigung zwischen Fr. 1'500.00 und Fr. 15'000.00
zu. Vorliegend ist bei doppeltem Schriftenwechsel insgesamt von einem
durchschnittlichen Aufwand auszugehen, weshalb das Honorar auf Fr. 3'500.00
festzusetzen ist.
4.4 Da die Gerichtsschreiberin verhindert ist, das Urteil zu unterzeichnen, wird die
zweite Unterschrift von einer am Entscheid mitwirkenden Richterin geleistet (Art. 39ter
Abs. 2 VRP).