Decision ID: ca7e430c-6db2-45af-a043-d980ddd17011
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend Geldwäscherei etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 8. Abteilung, vom 14. Juli 2020 (DG190351)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl vom 4. Dezember 2019
(Urk. 18) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 55 S. 52 f.)
1. Der Beschuldigte ist schuldig der Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis
Ziff. 1 StGB.
2. Vom Vorwurf der Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 Abs. 1 StGB wird der
Beschuldigte freigesprochen.
3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 14 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis
und mit heute 31 Tage durch Haft erstanden sind.
4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2
Jahre festgesetzt.
5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._ Schadenersatz
von Fr. 17'780.00 zu bezahlen.
6. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 1'500.00 ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 3'500.00 Gebühr für das Vorverfahren;
Fr. 11'578.00 Entschädigung amtliche Verteidigung.
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-
nommen die Kosten der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten
auferlegt.
8. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-
nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4
StPO.
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9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._ eine Prozess-
entschädigung von Fr. 2'100.00 zu bezahlen.
10. [Mitteilungen]
11. [Rechtsmittel]
Berufungsanträge:
a) Der amtlichen Verteidigung:
(Urk. 57 S. 2)
1. Der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe freizusprechen.
2. Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers B._ sei abzuwei-
sen bzw. auf den Zivilweg zu verweisen. Es sei ihm keine Prozessent-
schädigung zuzusprechen.
3. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens seien
auf die Gerichtskasse zu nehmen.
4. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien vorbehaltlos auf die Ge-
richtskasse zu nehmen.
b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft:
(Urk. 69 S. 1 f.)
1. Es sei der vorinstanzliche Schuldspruch betreffend Geldwäscherei zu
bestätigen.
2. Zusätzlich sei der Beschuldigte der Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff.
1 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.
3. Der Beschuldigte sei mit einer Strafe von 16 Monaten Freiheitsstrafe,
abzüglich 31 Tage erstandene Haft, zu belegen.
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4. Es sei ihm der bedingte Vollzug zu gewähren, unter Ansetzung einer
Probezeit von 2 Jahren.
5. Im Übrigen sei das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen.
6. Unter Kostenfolge für das zweitinstanzliche Verfahren zulasten des
Beschuldigten.
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Erwägungen:
I. Prozessuales
1. Gegen das eingangs wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichtes Zürich mel-
dete der Beschuldigte mit Eingabe vom 17. Juli 2020 die Berufung an (Urk. 51).
Mit Eingabe vom 15. September 2020 reichte er rechtzeitig die Berufungserklä-
rung ein und beantragte einen Freispruch (Urk. 57). In der Folge wurde dem Pri-
vatkläger und der Staatsanwaltschaft mit Verfügung vom 21. September 2020
Frist angesetzt, um zu erklären, ob sie Anschlussberufung erheben oder ein
Nichteintreten auf die Berufung beantragen (Urk. 58). Innert Frist teilte der Privat-
kläger mit, er verzichte auf eine Anschlussberufung (Urk. 60). Die Staatsanwalt-
schaft erhob mit Eingabe vom 30. September 2020 fristgerecht Anschlussberu-
fung (Urk. 61). Ebenfalls mit Verfügung vom 21. September 2020 wurde der Be-
schuldigte aufgefordert, das Datenerfassungsblatt und Unterlagen zu seinen fi-
nanziellen Verhältnissen einzureichen (Urk. 58). Am 15. Oktober 2020 reichte er
das ausgefüllte Datenerfassungsblatt und die Steuererklärungen 2017 und 2018
ein (Urk. 64/1-3). Mit seinen Berufungsanträgen ficht der Beschuldigte das vo-
rinstanzliche Urteil vollumfänglich an. Die Staatsanwaltschaft verlangt einen
Schuldspruch betreffend Hehlerei, eine höhere Bestrafung des Beschuldigten und
im Übrigen die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. Nicht angefochten ist
einzig die Kostenfestsetzung gemäss Dispositivziffer 6 und damit in Rechtskraft
erwachsen. Davon ist vorab mittels Beschlusses Vormerk zu nehmen (Art. 404
Abs. 1 in Verbindung mit Art. 402 StPO).
2. Die Verteidigung beantragte anlässlich der Berufungsverhandlung, es seien die
Akten des Strafverfahrens gegen C._, welches eingestellt worden sei, beizu-
ziehen (Urk. 70 S. 5). Die Verteidigung begründete nicht, zu welchem Zweck der
Aktenbeizug erfolgen soll. Zudem ist nicht ersichtlich, inwieweit ein solcher einen
Erkenntnisgewinn herbeiführen bzw. für den Ausgang des Verfahrens erheblich
sein könnte. Die Aussagen sämtlicher Mitbeschuldigten sowie auch die Einstel-
lungsverfügung im Strafverfahren gegen C._ sind Bestandteil der Akten.
Somit ist von einem Beizug der Akten aus dem Strafverfahren gegen C._ ab-
zusehen.
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3. Zudem stellte sich die Verteidigung auf den Standpunkt, die Konfrontationsein-
vernahme des Mitbeschuldigten D._ mit den weiteren Mitbeschuldigten so-
wie dem Beschuldigten (Urk. 5/6) sei nicht verwertbar, da der Mitbeschuldigte
D._ nicht auf die Wahrheitspflicht bzw. auf das Verbot von falschen Aussa-
gen aufmerksam gemacht worden sei (Prot. II S. 32).
Der Mitbeschuldigte D._ wurde in vorgenannter Einvernahme als beschuldig-
te Person einvernommen. In dieser Parteirolle ist er einzig auf das Aussage- und
Mitwirkungsverweigerungsrecht hinzuweisen (Art. 113 StPO und Art. 158 Abs. 1
StPO). Dieser Hinweis ist erfolgt (Urk. 5/6 S. 1). Die Konfrontationseinvernahme
ist damit verwertbar.
II. Sachverhalt
1. Der Anklage liegt zusammengefasst folgender Sachverhalt zugrunde: E._
und D._ hätten Ende Dezember 2017 in Zürich ca. 8,5 Kilogramm Gold-
schmuck deliktischer Herkunft entgegengenommen. Diesen Goldschmuck hätten
die Beiden Anfang Januar 2018 im Atelier von D._ in F._ zu 80 bis 90
Stück Goldnuggets à je 100 Gramm geschmolzen, um die Herkunft und das Auf-
finden des Goldschmuckes zu vereiteln. Am 3. Februar 2018 habe E._ den
Beschuldigten erstmals getroffen, damit dieser ihm bei der Verwertung von 8 bis 9
Kilogramm Goldnuggets behilflich sei. E._ habe dem Beschuldigten gesagt,
bei den Goldnuggets handle es sich um Altgold aus Rumänien. Der Beschuldigte
habe weder nach Quittungen noch Belegen hinsichtlich der Goldnuggets gefragt.
Später habe D._ dem Beschuldigten erklärt, das Gold stamme aus einem
Kunstgegenstand. Aufgrund der divergierenden Angaben zur Herkunft des Goldes
und der ungewöhnlichen Umstände des Geschäfts habe der Beschuldigte davon
ausgehen müssen, dass die Goldnuggets deliktischer Herkunft seien. Indem er
weitere Abklärungen zur Herkunft des Goldes unterlassen und nie nach Quittun-
gen oder Belegen gefragt habe, habe er bewusst in Kauf genommen, dass das
Gold aus einem Verbrechen stamme und er durch die Vermittlung der Einschmel-
zung der Goldnuggets in Goldbarren wesentlich zu Vereitelung der Herkunft des
Goldes beitragen würde. Am 5. Februar 2018 habe der Beschuldigte E._ und
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D._ zum Sitz der Firma von C._ nach G._ geführt, wo E._ und
D._ alle Goldnuggets unter Anleitung des Beschuldigten C._ übergeben
hätten. C._ habe die Goldnuggets in der Folge zu Goldbarren geschmolzen
und mit seinem Schmelzsiegel versehen, wodurch die Herkunft des Goldes erneut
vereitelt worden sei, was der Beschuldigte bewusst habe herbeiführen wollen.
C._ habe seine Goldbarren durch die Raffinerie H._ SA in I._ zu
handelsüblichen reinen Goldbarren verarbeiten lassen, wobei netto 7,447 Kilo-
gramm reines Gold zum damaligen Wert von Fr. 297'926.80 habe gewonnen
werden können. Von C._ habe der Beschuldigte Geld und Goldbarren erhal-
ten, wovon er schliesslich 4,5 Kilogramm Goldbarren und Fr. 80'000.– D._
ausgehändigt habe. Um die beiden 1 Kilogramm Goldbarren verkaufen zu kön-
nen, hätten der Beschuldigte und D._ einen Scheinkaufvertrag (vier Bilder
gegen zwei Kilogramm Goldbarren) als Quittung abgeschlossen, um die Herkunft
des Goldes bzw. dessen Erlös zu verschleiern (Urk. 18).
2. Der Beschuldigte anerkennt den ihm in der Anklage vorgeworfenen Sachver-
halt in weiten Teilen. Bestritten sind seine Beteiligung am Verkaufserlös sowie der
Abschluss des Scheinkaufvertrages zwecks Verschleierung der Herkunft des
Goldes bzw. dessen Erlös. Vollumfänglich vom Beschuldigten bestritten wird, er
habe durch unterlassene Abklärungen zur Herkunft des Goldes zumindest in Kauf
genommen, dass das Gold aus einem Verbrechen stammen könnte, und er habe
durch die Vermittlung der Einschmelzung der Goldnuggets in Goldbarren wesent-
lich zur Vereitelung der Herkunft des Goldes beigetragen. Es ist daher nachfol-
gend zu eruieren, ob sich dieser Sachverhalt mit den vorhandenen Beweismitteln
erstellen lässt.
3. Die Vorinstanz hat zutreffend aufgezeigt, wie bei der Sachverhaltserstellung
vorzugehen ist und welche Grundsätze bei der Beweiswürdigung zu berücksichti-
gen sind (Urk. 55 S. 10 f.). Darauf kann vollumfänglich verwiesen werden (Art. 82
Abs. 4 StPO). Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die
urteilende Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinanderset-
zen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (vgl. BGE 136 I
229 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichtes 6B_1130/2014 vom 8. Juni 2015 E. 4). Die
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Berufungsinstanz kann sich somit auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte
beschränken.
4. Dem Beschuldigten wird Geldwäscherei und Hehlerei vorgeworfen. Beide Tat-
bestände setzen voraus, dass das Tatobjekt aus einer strafbaren Handlung gegen
das Vermögen (Art. 160 Ziff. 1 Abs. 1 StGB) bzw. aus einem Verbrechen
(Art. 305bis Ziff. 1 StGB) herrührt. Mit überzeugender Begründung wies die Vo-
rinstanz nach, dass am 27. Dezember 2017 das Pfandleihgeschäft / J._ an
der K._-Passage ... in L._ (Geschäft von B._) überfallen und Gold-
schmuck mit einem Gewicht von knapp 20 Kilogramm erbeutet wurden. Von die-
sem Goldschmuck nahmen E._ und D._ am 28. Dezember 2017 in den
Räumlichkeiten der M._ GmbH an der N._-strasse ... in Zürich rund 8,5
Kilogramm entgegen. Anfang Januar 2018 schmolzen die beiden den Gold-
schmuck im Atelier von D._ an der O._-strasse ... in F._ zu 80 bis
90 Goldnuggets mit einem Gewicht von je 100 Gramm. Diese Goldnuggets wur-
den sodann auf Vermittlung des Beschuldigten zu Goldbarren gegossen. Folglich
steht fest, dass das Material der Goldbarren aus dem in L._ geraubten Gold-
schmuck stammt. Es kann vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen der
Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 55 S. 11 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Der Be-
schuldigte hat die Vortat und somit die deliktische Herkunft des Goldes nie bestrit-
ten. Er bestreitet nur, im Zeitpunkt seines Handelns davon gewusst zu haben.
5. Zum Geschehensablauf der Tatbeteiligung des Beschuldigten wurden der Be-
schuldigte, der Beschuldigte E._ sowie der Beschuldigte D._ im Rah-
men des Vorverfahrens und vor Vorinstanz befragt (Urk. 4/1-3; Urk. 33; Urk. 4/6;
Urk. 5/7-9; Urk. 32; Urk. 5/4-6; Urk. 31). Was die einzelnen Aussagen des Be-
schuldigten zum Geschehensablauf betrifft, kann zur Vermeidung von Wiederho-
lungen auf ihre Wiedergabe in der Begründung des vorinstanzlichen Entscheides
verwiesen werden (Urk. 55 S. 15 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
6. In den Verfahrensakten liegen nebst den Aussagen des Beschuldigten, des
Beschuldigten E._ und des Beschuldigten D._ auch die Aussagen des
Mitbeschuldigten C._ (Urk. 5/1-3). Auch auf seine im Vorverfahren gemach-
ten Aussagen zum Geschehensablauf kann zur Vermeidung von Wiederholungen
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auf ihre Wiedergabe im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden (Urk. 55 S. 25 f.;
Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Akten enthalten auch diverse objektive Beweismittel. So
liegen diverse Urkunden und Polizeibilder in den Akten. Von Bedeutung sind na-
mentlich die bei C._ sichergestellten Urkunden (vgl. Anhang zu den Urk. 4/3;
Urk. 5/3; Urk. 5/6; Urk. 5/9), ein Kaufvertrag zwischen D._ und dem Beschul-
digten, eine Rechnung vom 10. März 2018 (Urk. 5/6 Beilage 19 und 20) und eine
als "Declaration of Ultimate Beneficial Owner" bezeichnete Urkunde (Anhänge zu
Urk. 5/3 und zu Urk. 4/3 je Beilage 1).
7. Die Vorinstanz hielt fest, dass die Aussagen des Beschuldigten einen zwiespäl-
tigen Eindruck hinterliessen. Wiederholt führe er Begründungen statt Fakten auf,
was für die Unwahrheit seiner Darstellungen spreche. Zudem entstehe der Ein-
druck, er passe seine Aussagen dem aktuellen Untersuchungsergebnis an. Auch
würden die Aussagen des Beschuldigten einige relevante Widersprüche enthalten
(Urk. 55 S. 19 f.). Demgegenüber hätten sich E._ und D._ von Anfang
an geständig gezeigt und wesentlich zur Aufklärung des Sachverhalts beigetra-
gen. Deren Aussagen seien konstant und weitestgehend widerspruchsfrei. Ihre
Schilderungen des Vorfalls würden sachlich wirken, seien nicht übertrieben und
würden übereinstimmen. Zudem hätten sie stets angegeben, wenn sie sich an
etwas nicht erinnern konnten und hätten den Beschuldigten nicht übermässig be-
lastet. Ihre Aussagen seien daher insgesamt sehr glaubhaft. Für C._ sei von
grosser Wichtigkeit gewesen, dass der Beschuldigte sein Kunde, der Besitzer und
wirtschaftlich Berechtigte am Gold gewesen sei, dies in Übereinstimmung mit den
Angaben in der "Declaration of Ultimate Beneficial Owner". C._s Aussagen
würden auch Widersprüche enthalten. Insgesamt seien seine Aussagen mit der
notwendigen Zurückhaltung zu würdigen. Diesen vorinstanzlichen Erwägungen
kann beigepflichtet, und es kann vollständig auf sie verwiesen werden (Urk. 55 S.
19 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
8. Was die Herkunft des Goldes anbelangt, so gab D._ in der Untersuchung
an, er habe den Beschuldigten vorher nicht gekannt. Über die Herkunft des Gol-
des sei mit dem Beschuldigten nicht viel gesprochen worden. Der Beschuldigte
habe nicht gewusst, woher die Goldnuggets stammen würden. Er (D._) habe
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dem Beschuldigten nie gesagt, das Gold stamme aus einem Kunstgegenstand
bzw. es stamme aus Rumänien und sei 40 Jahre alt. Er habe den Beschuldigten
das erste Mal in G._ gesehen. Dort sei das Gespräch eigentlich nur zwi-
schen dem Beschuldigten und C._ geführt worden. Welche Abklärungen der
Beschuldigte in Bezug auf die Herkunft der Goldnuggets getroffen habe, wisse er
nicht (Urk. 5/6 S. 9 ff.). Vor Vorinstanz führte D._ dann aus, der Beschuldigte
habe sich bei ihm nicht erkundigt, woher das Gold stamme. Dieser habe gar nicht
nach der Herkunft des Goldes gefragt. Er habe dem Beschuldigten nichts über die
Herkunft des Goldes gesagt, insbesondere habe er ihm auch nicht gesagt, das
Gold stamme aus einem Kunstgegenstand oder aus einem Bild/Bilderrahmen aus
Osteuropa. Beim ersten Treffen sei der Beschuldigte zu ihm ins Geschäft ge-
kommen (Urk. 31 S. 4 f.).
8.1. E._ führte in der Hafteinvernahme aus, er wisse nicht mehr, ob der Be-
schuldigte bzw. C._ Fragen über die Herkunft des Goldes gestellt hätten
(Urk. 5/8 S. 5). In einer späteren Einvernahme sagte E._ aus, er habe dem
Beschuldigten beim ersten Treffen gesagt, sie hätten 8 bis 9 Kilogramm in Nug-
gets zum Schmelzen. Der Beschuldigte habe gefragt, woher diese Nuggets
stammen würden, worauf er ihm etwas von Rumänien erzählt habe. Das Gold
komme aus Rumänien und sei über 40 Jahre alt. Er könne sich nicht mehr daran
erinnern, ob der Beschuldigte noch genauere Angaben über die Herkunft der
Goldnuggets gewollt habe (Urk. 5/9 S. 14 f.).
8.2. Gemäss C._ hat sich das Geschäft zwischen ihm und dem Beschuldig-
ten abgespielt. Der Beschuldigte habe ihm gesagt, das Gold stamme aus Rumä-
nien und sei ungefähr 40 Jahre alt (Urk. 5/1 S. 2). Der Beschuldigte habe dekla-
riert, dass es sich um Altgold aus Rumänien handle (Urk. 5/2 S. 3). Bereits im
Vorfeld des Treffens mit der Übergabe des Goldes habe der Beschuldigte ihm ge-
sagt, dass das Material aus Rumänien stamme und ca. 40 Jahre alt sei. Das sei
auch so deklariert worden. Das Formular "Declaration of Ultimate Beneficial Ow-
ner" habe er mit dem Beschuldigten ausgefüllt, welcher das Formular auch unter-
zeichnet habe. Das Formular weise den wirtschaftlich Berechtigten aus (Urk. 5/3
S. 4 ff.).
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Der Beschuldigte erklärte anfänglich zur Herkunft des Goldes, E._ habe von
einer Kunstsammlung ein Bild gehabt, welches mit Goldsteinen kreiert worden
sei. E._ habe ihn angefragt, er habe das Gold verkaufen wollen. Es seien
Goldnuggets gewesen. Kunstteile aus einem Kunstgegenstand. E._ habe
gesagt, diese stammten aus einem Bild. D._ sei ihm von E._ als dessen
Partner vorgestellt worden. Er, der Beschuldigte, habe die Herkunft des Goldes
erfragt, und da sei ihm gesagt worden, das Gold gehöre ihnen und stamme aus
einem Kunstgegenstand. Er habe dann die Compliance und die Kundengeschich-
te gemacht und es für in Ordnung befunden. Er habe den Beiden seine Fragen
gestellt. C._ habe er dann gesagt, das Gold sei gut (Urk. 4/1 S. 2 ff.). In der
Einvernahme vom 14. Mai 2019 erklärte der Beschuldigte, E._ und D._
hätten ihm glaubhaft erklärt, das Gold gehöre ihnen und sei in der Schweiz.
D._ habe ihm eine detaillierte Erklärung zu den Goldnuggets gegeben, dass
diese aus einem Bild stammen. Das sei ihm etwas komisch vorgekommen, aber
dann habe dieser ihm erklärt, dass zur Zeit des Eisernen Vorhangs im Osten so
die Leute ihr Gold in Bildern versteckt hätten. Das erste Treffen zwischen ihm,
E._ und D._ habe bei C._ stattgefunden bei der Übergabe der
Goldnuggets. Er glaube, es sei ein Vertrag oder etwas Ähnliches zwischen ihm
und C._ aufgesetzt worden. Er habe diesem etwas unterschrieben. Er habe
C._ eine Quittung unterschrieben. Das Formular "Declaration of Ultimate Be-
neficial Owner" habe nicht er unterzeichnet. Das sei nicht seine Unterschrift. Die
Fragen des Formulars hätten sie durchgemacht. Er habe C._ mitgeteilt, das
Gold stamme aus der Zeit des Eisernen Vorhangs aus dem Osten. Er habe nicht
gewusst, aus welchem Land das Gold gewesen sei. Osten sei definiert gewesen.
Es sei dann mit Rumänien in Verbindung gebracht worden. Er habe eine Quittung
für die Kommission unterschrieben (Urk. 4/3). Vor Vorinstanz machte der Be-
schuldigte geltend, E._ habe ihm am ersten Treffen gesagt, das Gold sei Alt-
gold aus Osteuropa im Besitz von D._. Weitere Überprüfungen habe er nicht
vorgenommen. Das Gold sei in der Schweiz gewesen, weshalb er keine weiteren
Verpflichtungen gehabt habe. Das habe ihm genügt, um seine Sorgfaltspflichten
zu erfüllen. Die Angaben von E._ habe er dann an C._ weitergeleitet.
Die Verbindung mit Rumänien sei entstanden, da der Ostblock viel Altgold gehabt
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habe. Das sei ihm so gesagt worden. Er habe dem Glauben geschenkt. Später
habe er auch mit D._ darüber gesprochen und ihm Glauben geschenkt (Urk.
33).
9. Aus den glaubhaften Aussagen von D._ ergibt sich, dass dieser mit dem
Beschuldigten nicht über die Herkunft des Goldes sprach. Dies ist nachvollzieh-
bar, da der Kontakt zum Beschuldigten durch E._ hergestellt wurde und die-
ser ein erstes Treffen mit dem Beschuldigten hatte. Gerade zwei Tage später fand
dann das Treffen bei C._ in G._ statt. Bei diesem Treffen will der Be-
schuldigten gemäss eigenen Aussagen D._ das erste Mal getroffen haben.
Auch wenn D._ vor Vorinstanz ausführte, das erste Treffen habe bei ihm im
Geschäft stattgefunden, es sei so lange her, unterstreicht er damit, sich nicht
mehr genau erinnern zu können, ist davon auszugehen, dass das erste Treffen
bei C._ stattgefunden hat. Dies, zumal der Beschuldigte in den zwei Tagen
auch noch den Kontakt zu C._ herstellen musste. Gestützt auf die glaubhafte
Aussage von E._ ist davon auszugehen, dass er dem Beschuldigten beim
ersten Treffen beim Kebab-Stand 8 bis 9 Kilogramm Gold zum Einschmelzen an-
bot und ihm erklärt hat, das Gold stamme aus Rumänien und sei über 40 Jahre
alt. Die Aussage von E._ anlässlich seiner Hafteinvernahme, wonach er nicht
mehr wisse, ob der Beschuldigte oder C._ Fragen über die Herkunft des
Goldes gestellt hätten, ändert daran nichts, da aus dem Kontext dieser Aussage
klar ist, dass sie sich auf das Treffen bei C._ bezieht. Auch die Aussage von
C._ stützt die Aussage betreffend Herkunft und Alter des Goldes von
E._. So soll der Beschuldigte bereits im Vorfeld des Treffens bei C._
diesem die Herkunft und das Alter des Goldes mitgeteilt haben, was entspre-
chend Eingang in das Formular "Declaration of Ultimate Beneficial Owner" fand.
Es bestehen daher keine unüberwindbaren Zweifel im Sinne von Art. 10 Abs. 3
StPO daran, dass E._ dem Beschuldigten die Herkunft des Goldes mit Ru-
mänien angegeben hat, wie dies in der Anklageschrift umschrieben worden ist.
Ob und wer dem Beschuldigten mitgeteilt hat, dass es sich bei den Goldnuggets
um solche aus einem Kunstgegenstand handelt, kann - wie die Vorinstanz richtig
erkannt hat - nicht erstellt werden. Der Beschuldigte selber schilderte die Herkunft
und die Eigentümerschaft des Goldes widersprüchlich. Er konnte daher keine ein-
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heitlichen und verlässlichen Angaben zur Herkunft und Eigentümerschaft des
Goldes haben.
9.1. Zur Beteiligung des Beschuldigten am Verkaufserlös erwog die Vorinstanz,
dass sich aufgrund der Aussagen von E._ nicht erstellen lasse, dass eine
Beteiligung des Beschuldigten am Verkaufserlös der Goldnuggets von 10 % ver-
einbart worden sei. Vielmehr habe E._ erklärt, die 10 % seien inklusive des
Anteils für C._ gewesen für Vermittlung, Schmelzen, Verkauf etc. D._
könne zur Beteiligung des Beschuldigen am Erlös sodann keine Aussage ma-
chen. Aufgrund der Aussagen der beiden Mitbeschuldigten, D._ habe vom
Beschuldigten Fr. 80'000.– in bar erhalten, sowie den bei den Akten liegenden
unstrittig korrekten Quittungen über die Entgegennahme von Bargeld durch den
Beschuldigten von C._ über Fr. 88'000.– und Fr. 9'708.– sei aber erstellt,
dass der Beschuldigte von diesem Fr. 8'000.– und Fr. 9'708.–, mithin insgesamt
Fr. 17'708.– für sich behalten habe. Dies entspreche bei einem Gesamterlös aus
dem Goldverkauf von Fr. 297'926.80 abzüglich der Kosten für die Raffinerie
H._ SA samt Lieferkosten von Fr. 772.45 und Fr. 273.60 (= 281.60 abzüglich
MwSt; Urk. 5/3 Beilage 3, Beilage 11: Kontoauszug St. Galler Kantonalbank und
Beilage 19) mithin einem Nettoerlös von Fr. 296'880.75 und damit einer Beteili-
gung von rund 6 %. Diesen vorinstanzlichen Erwägungen kann vollumfänglich
beigepflichtet werden (Urk. 55 S. 29 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
9.2. Zum bei den Akten liegenden "Kaufvertrag" zwischen dem Beschuldigten und
D._ sowie der entsprechenden Rechnung von vier Bildern gegen 2000
Gramm Gold erwog die Vorinstanz, der Beschuldige habe bis zur Hauptverhand-
lung keine Aussagen gemacht. Die Aussagen des Beschuldigten anlässlich der
Hauptverhandlung, wonach der Vertrag nichts mit dem vorliegenden Geschäft zu
tun habe, würden indes nicht überzeugen. Der zeitliche Zusammenhang mit dem
vorliegenden Geschäft sowie der übereinstimmende Betrag von Fr. 80'000.– sei
evident. Hervorzuheben sei ausserdem, dass der Beschuldigte anlässlich der
Hafteinvernahme vom 25. April 2019 ausgesagt habe, es sei ihm nach dem Ge-
schäft mit C._ aufgrund der Verhaltensweisen der beiden Herren klar gewor-
den, dass etwas nicht stimme (Urk. 4/2 S. 4). Auch seien ihm nach diesem Ge-
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schäft bezüglich Seriosität der Beiden Zweifel aufgekommen, da er auch von an-
deren Schlechtes über sie gehört habe (Urk. 4/1 S. 6). Weshalb er sich dennoch
auf weitere Geschäfte mit D._ eingelassen haben soll, erhelle vor diesem
Hintergrund nicht. Sowohl E._ als auch D._ hätten indes auf Vorhalt ei-
nes diesbezüglichen Telefongesprächs von ihnen unabhängig und übereinstim-
mend ausgesagt, es habe sich dabei um einen fiktiven Vertrag gehandelt, um die
Herkunft der zwei (Ein-)Kilobarren Gold für deren Weiterverkauf belegen zu kön-
nen. Dies sei überzeugend, weshalb im Folgenden davon auszugehen sei. Die-
sen Erwägungen ist nichts mehr beizufügen (Urk. 55 S. 30; Art. 82 Abs. 4 StPO).
9.3. Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass der Sachverhalt gemäss
Anklageschrift mit Ausnahme einer vereinbarten Beteiligung des Beschuldigten
von 10 % am Verkaufserlös und der Erklärung von D._, wonach das Gold
aus einem Kunstgegenstand stammt, erstellt ist.
10. In Bezug auf den inneren Sachverhalt ist aufgrund der konstanten und glaub-
haften Aussagen von E._ und D._ erstellt, dass der Beschuldigte nicht
über die tatsächliche Herkunft des Goldes informiert wurde und daher auch nicht
wusste, dass das Gold aus einem Verbrechen stammte. Es ist jedoch zu beach-
ten, dass der Beschuldigte über eine 10-jährige Berufserfahrung im Goldhandel
verfügt. Er traf den ihm zuvor unbekannten E._ an einem Kebab-Stand in Zü-
rich. Dieser fragte ihn unter Vorlage eines Goldnuggets, ob er ihm bei der Verwer-
tung von 8 bis 9 Kilogramm Goldnuggets, welche Altgold aus Rumänien seien,
behilflich sein könnte. Der Beschuldigte hatte gemäss eigenen Ausführungen un-
terschiedliche Angaben zur Herkunft des Goldes wie auch zur Eigentümerschaft.
So hielt er zunächst E._ für den Eigentümer, dann E._ und D._
gemeinsam und schliesslich D._ alleine. Auch D._ war ihm vorher nicht
bekannt. Trotzdem hat er als erfahrener Berufsmann in der Goldbranche, keinerlei
Abklärungen oder Überprüfungen über die Herkunft des Goldes vorgenommen.
Wohl war der Beschuldigte nicht zur Einhaltung der Vorschriften der Edelmetall-
kontrolle verpflichtet, doch war ihm bekannt, dass er Sorgfaltspflichten hatte,
sprach er doch immer wieder davon, er habe die Compliance und die Due Dili-
gence wahrgenommen und entsprechende Abklärungen vorgenommen, obwohl
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er letztlich zugeben musste, keinerlei Abklärungen und Überprüfungen hinsichtlich
der Herkunft vorgenommen zu haben. Obwohl ihm die Geschichte mit dem Gold
aus einem Kunstgegenstand anfänglich komisch vorkam und damit Verdachts-
momente vorlagen, unterliess es der Beschuldigte, Belege und Dokumente über
die Herkunft und die wirtschaftliche Berechtigung einzuverlangen. Der Beschul-
digte gab an der Berufungsverhandlung an, er habe Nachforschungen dahinge-
hend angestellt, dass D._ in P._ in einem schönen Haus wohne und ei-
nen Ferrari fahre. D._ habe einen guten Lebensstandard. Herr E._ habe
auch im Bankbereich gearbeitet. Das habe für ihn alles Sinn gemacht. Das sei für
ihn ausreichend gewesen, um eine Vermittlung mit gutem Gewissen machen zu
können (Prot. II S. 20). Diese vom Beschuldigten erwähnten Nachforschungen,
welche einzig, und dies lediglich sehr oberflächlich, die Lebensumstände von
D._ zu beleuchten vermögen, sind offensichtlich nicht geeignet, um glaubhaft
zu machen, der Beschuldigte habe hinreichende Abklärungen betreffend die Her-
kunft des Goldes getroffen. Ebenfalls gab er selber an, es sei für ihn unüblich ge-
wesen, dass Goldnuggets in einem Kunstrahmen enthalten seien. Da D._ im
Kunstbereich tätig und ein anerkannter Künstler sei, habe es für ihn schlussend-
lich Sinn gemacht. Jedoch sei es ihm auch komisch vorgekommen (Prot. II S. 21).
Durch diese Ausführungen gab der Beschuldigte selber zu erkennen, hinsichtlich
der Herkunft des Goldes Zweifel gehabt zu haben.
10.1. Der Beschuldigte war gemäss eigenen Ausführungen Vertragspartner von
C._, wobei glaublich ein Vertrag oder etwas Ähnliches aufgesetzt worden sei
und er etwas (ev. eine Quittung) unterschrieben haben will. Das einzige Doku-
ment, welches im sorgfältig dokumentierten Geschäft von C._ die Unter-
schrift des Beschuldigten trägt, ist die "Declaration of Ultimate Beneficial Owner".
Und diese will der Beschuldigte gerade nicht unterschrieben haben. Es bleibt un-
erfindlich, was er denn unterschrieben hat. Als Vertragspartner von C._ wur-
de dem Beschuldigten der Erhalt der Goldnuggets unterschriftlich bestätigt. Spä-
ter quittierte der Beschuldigte gegenüber C._ den Erhalt von Bargeld und
Goldbarren. Der Beschuldigte selbst hat von seinen Transaktionen zwischen ihm
und E._ sowie D._ keinerlei unterschriebene Belege, Quittungen oder
Dokumente. Und das für ein Geschäft mit ihm unbekannten Geschäftspartnern,
- 16 -
das zunächst an einem Kebab-Stand abgewickelt wurde und ein Geschäftsvolu-
men von rund Fr. 300'000.– aufweist. Dass es weder der Beschuldigte noch seine
Geschäftspartner für notwendig erachteten, das Geschäft zu verschriftlichen, ist
auffällig und höchst ungewöhnlich.
10.2. Auch die wiederholte Äusserung des Beschuldigten, wonach ihm nach dem
Geschäft Zweifel an der Seriosität von E._ und D._ gekommen sind
bzw. ihm aufgrund der Verhaltensweisen der Beiden im Nachhinein klar geworden
sei, dass etwas nicht stimmen könne, lässt aufhorchen. Der Beschuldigte traf sich
zunächst mit E._ alleine und zwei Tage später trafen sich der Beschuldigte,
E._ und D._ bei C._. D._ traf er dort zum ersten Mal. Abklä-
rungen zur Herkunft des Goldes hat er keine gemacht. Im Zeitpunkt der Abwick-
lung des Geschäfts bei C._ kannte der Beschuldigte E._ und D._
gar noch nicht bzw. nicht richtig. Wie hätte er in diesem Zeitpunkt um deren Seri-
osität wissen können bzw. Kenntnis haben können, ob etwas nicht stimmt, zumal
er, obwohl ihm die Geschichte mit dem Kunstgegenstand anfänglich komisch vor-
kam, keinerlei Abklärungen tätigte. Und obwohl dem Beschuldigten im Nachhinein
Zweifel aufkamen, verlangte er immer noch keine Dokumente über die Herkunft
bzw. Eigentümerschaft des Goldes oder Auskünfte von seinen Vertragspartnern.
Vielmehr schloss der Beschuldigte noch einen Scheinkaufvertrag mit D._ ab,
um diesem bei der Veräusserung der beiden 1 Kilogramm Goldbarren behilflich
zu sein, als dieser sich mit den Goldbarren nicht zufrieden zeigte, und verhalf ihm
damit zu einer verkehrsfähigen Quittung für den Weiterverkauf.
10.3. Der Beschuldigte hätte gemäss seinen Ausführungen für die Vermittlung
des Goldes an C._ eine Kommission von Fr. 5'000.– bis Fr. 8'000.– bzw. 2 %
bis 4% erhalten sollen. Erstellt ist jedoch, dass der Beschuldigte insgesamt
Fr. 17'708.– (6 %) erhielt bzw. für sich behalten hat. Dieser Betrag liegt ein Vielfa-
ches über der nach den anfänglichen Angaben des Beschuldigten abgemachten
Kommission.
10.4. Weiter ist in Betracht zu ziehen, dass es doch eher unüblich erscheint, dass
Privatpersonen Goldnuggets besitzen. Die üblichen physischen Handelsformen
von Gold sind Münzen oder Barren.
- 17 -
10.5. Insgesamt bestehen aufgrund des Verhaltens des Beschuldigten sowie von
E._ und D._ sowie sämtlicher oben erwähnten Umstände (zuvor unbe-
kannte Personen, unübliche Handelsform, Menge, Treffen an einem Kebab-
Stand, Verzicht auf Schriftlichkeit, Scheinkaufvertrag), der fehlenden bzw. unein-
heitlichen Angaben zur Herkunft des Goldes bzw. seiner Eigentümerschaft, des
Verzichts Dokumente und Belege zur Herkunft und Eigentümerschaft einzuver-
langen und der anfänglichen Skepsis zur Herkunftsgeschichte keine unüberwind-
baren Zweifel (Art. 10 Abs. 3 StPO) daran, dass der Beschuldigte zwar keine si-
chere Kenntnis über die deliktische Herkunft der Goldnuggets hatte, jedoch davon
ausging, dass sie deliktischer Herkunft waren und/oder aus einem Verbrechen
stammen könnten. Damit ist auch der innere Sachverhalt rechtsgenügend erstellt.
- 18 -
III. Rechtliche Würdigung
1. Die Vorinstanz würdigt das Verhalten des Beschuldigten als Geldwäscherei im
Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB. Vom Vorwurf der Hehlerei im Sinne von
Art. 160 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sprach sie den Beschuldigten frei. Die Verteidigung
weist darauf hin, dass bei der Vortat Goldschmuck geraubt worden sei. Der Be-
schuldigte sei jedoch mit Goldnuggets in Kontakt gekommen. Die Goldnuggets
würden Surrogate darstellen, weshalb der objektive Tatbestand der Hehlerei nicht
erfüllt und der Beschuldigte freizusprechen sei. Der Beschuldigte habe E._
und D._ zu C._ gebracht. Dieser verfüge über eine Lizenz für Goldhan-
del und sei einer Selbstregulierungsorganisation gemäss Geldwäschereigesetz
unterstellt. Die Strafuntersuchung gegen C._ sei eingestellt worden. Der Ent-
scheid sei rechtskräftig. Der Beschuldigte habe genau das Richtige gemacht, in-
dem er die beiden zu C._ gebracht habe. Damit sei alles in Ordnung. Auch
beim Beschuldigten sei weder der objektive noch der subjektive Tatbestand der
Geldwäscherei gegeben, weshalb er freizusprechen sei (Urk. 43).
2. Nach Art. 305bis Ziff. 1 StGB macht sich strafbar, wer eine Handlung vornimmt,
die geeignet ist, die Ermittlung der Herkunft, die Auffindung oder die Einziehung
von Vermögenswerten zu vereiteln, die, wie er weiss oder annehmen muss, aus
einem Verbrechen herrührt.
2.1. Der objektive Tatbestand der Geldwäscherei umfasst sämtliche Handlungen,
welche geeignet sind, die Einziehung von Vermögenswerten zu vereiteln oder
auch nur zu erschweren. Durch die strafbare Handlung wird der Zugriff der Straf-
behörde auf die aus einem Verbrechen stammende Beute behindert. Das strafba-
re Verhalten liegt in der Sicherung der durch die Vortat unrechtmässig erlangten
Vermögenswerte. Der Tatbestand schützt in erster Linie die Rechtspflege in der
Durchsetzung des staatlichen Einziehungsanspruchs bzw. das öffentliche Interes-
se an einem reibungslosen Funktionieren der Strafrechtspflege (BGE 129 IV 322
E. 2.2.4). Nach der Rechtsprechung dient der Tatbestand in Fällen, in denen die
der Einziehung unterliegenden Vermögenswerte aus Delikten gegen das Vermö-
gen herrühren, neben dem Einziehungsinteresse des Staates auch dem Schutz
der individuell durch die Vortat Geschädigten (Urteile des Bundesgerichtes
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6B_1199/2018 vom 6. August 2019 E. 2.1 und 6B_1208/2018 vom 6. August
2019 E. 3.1).
2.2. Es handelt sich somit um ein abstraktes Gefährdungsdelikt. Der Nachweis ei-
ner konkreten Vereitelungsgefahr oder einer gelungenen Vereitelung ist demnach
nicht erforderlich (Urteil des Bundesgerichts 6B_295/2019 vom 8. August 2019
E. 1.3).
2.3. Unter den Begriff der Vermögenswerte im Sinne von Art. 305bis StGB sind
sodann nicht nur Gelder zu subsumieren, sondern sämtliche Gegenstände und
Rechte, welchen ein wirtschaftlicher Wert zukommt (OFK/StGB-Donatsch,
20. Auflage, 2018, Art. 305bis N 11). Vorausgesetzt ist einzig, dass die Vermö-
genswerte aus einem Verbrechen im Sinne von Art. 10 Abs. 2 StGB herrühren.
2.4. Gemäss dem erstellten Anklagesachverhalt stammte das ursprünglich in
Form von Schmuck vorliegende Gold aus einem Raub in L._. Im Wissen um
die deliktische Herkunft des Schmuckes kauften D._ und E._ diesen
und schmolzen ihn zu Goldnuggets, womit sie sich zumindest der Hehlerei straf-
bar machten und damit eines Verbrechens im Sinne von Art. 10 Abs. 2 StGB. Der
Beschuldigte seinerseits sorgte dafür, dass die Goldnuggets einem offiziellen
Goldschmelzer übergeben und mit einem Schmelzsiegel versehen wurden.
Dadurch wurde die Herkunft des Goldes verschleiert. Anschliessend wurden die
mit einem Schmelzsiegel versehenen Goldbarren durch eine Raffinerie zu han-
delsüblichen reinen Goldbarren verarbeitet, um sie auf scheinbar legale Weise in
Verkehr zu bringen. Sodann hat der Beschuldigte durch den Abschluss eines
Scheinkaufvertrages erneut darauf hingewirkt, die Herkunft des Goldes zu verei-
teln. Damit hat der Beschuldigte durch diverse Handlungen die Ermittlung der
Herkunft des Goldes und damit seine Einziehung vereitelt. Dass der Beschuldigte
erst mit den Goldnuggets in Kontakt kam, spielt für die Strafbarkeit seiner Hand-
lungen keine Rolle, zumal zweifelsfrei feststeht, dass das Gold, mit welchem er
Vereitelungshandlungen vornahm, aus dem Schmuckraub von L._ stammte
und die Surrogatsgeldwäscherei auch strafbar ist (OFK/StGB-Donatsch, a.a.O.,
Art. 305bis N 11a). Somit sind alle objektiven Tatbestandselemente erfüllt.
- 20 -
2.5. Der subjektive Tatbestand erfordert Vorsatz, wobei Eventualvorsatz genügt.
Dem Täter muss dabei mindestens in der üblicherweise geforderten "Parallelwer-
tung in der Laiensphäre" (BGE 138 IV 140) bewusst sein, dass die Vermögens-
werte aus einer schwerwiegenden Vortat stammen, die erhebliche Sanktionen
nach sich zieht. Die genauen Umstände der Vortat muss der Täter nicht kennen
(OFK/StGB-Donatsch, a.a.O., Art. 305bis N 20). Vorsätzlich begeht ein Verbrechen
oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt. Vorsätzlich handelt
bereits, wer die Verwirklichung der Tat für möglich hält und in Kauf nimmt (Art. 12
Abs. 2 StGB). Nach ständiger Rechtsprechung ist Eventualvorsatz gegeben,
wenn der Täter mit der Tatbestandsverwirklichung rechnet, aber dennoch handelt,
weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt und sich mit ihm ab-
findet, mag er ihm auch unerwünscht sein (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3). Nicht verlangt
ist, dass er den Erfolg "billigt" (BGE 133 IV 9 E. 4.1). Ob der Täter die Tatbe-
standsverwirklichung im Sinne eines Eventualvorsatzes in Kauf genommen hat,
muss das Gericht bei Fehlen eines Geständnisses aufgrund der Umstände ent-
scheiden. Dazu gehören die Grösse des dem Täter bekannten Risikos der Tatbe-
standsverwirklichung, die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung, die Beweggrün-
de des Täters und die Art der Tathandlung. Je grösser die Wahrscheinlichkeit der
Tatbestandsverwirklichung ist und je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung
wiegt, desto näher liegt die Schlussfolgerung, der Täter habe die Tatbestands-
verwirklichung in Kauf genommen. Das Gericht darf vom Wissen des Täters auf
den Willen schliessen, wenn sich dem Täter der Eintritt des tatbestandsmässigen
Erfolges als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als Folge
hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme desselben Erfolges ausge-
legt werden kann (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3).
2.6. Es kann zunächst auf die Erstellung des inneren Sachverhaltes verwiesen
werden. Aufgrund der Art und Weise des Vermittlungsgeschäftes musste für den
Beschuldigten als Fachperson die Herkunft der Goldnuggets misstrauisch stim-
men und sie taten es auch. Weitere Abklärungen hätten sich aufgedrängt. Der
Beschuldigte unterliess indes solche und nahm trotz Bedenken das Vermittlungs-
geschäft und später den Abschluss eines Scheinkaufvertrages vor. Die Herkunft
des Goldes war ihm im Ergebnis gleichgültig bzw. machte er sich diese zunutze,
- 21 -
indem er eine Kommission von ca. 6 % für sich behielt. Er hat den verbrecheri-
schen Ursprung des Goldes für möglich gehalten bzw. musste dieser sich ihm ge-
radezu aufdrängen. Damit hat er die Herkunft des Goldes aus einem Verbre-
chensvortat eventualvorsätzlich in Kauf genommen.
2.7. Mit der Anklageschrift verlangte die Staatsanwaltschaft eine Bestrafung des
Beschuldigten wegen gewerbsmässiger Geldwäscherei. Die Vorinstanz sprach
den Beschuldigten im Sinne des Grundtatbestandes der Geldwäscherei schuldig.
Nachdem die Staatsanwaltschaft in diesem Punkt die Bestätigung des vorinstanz-
lichen Urteils beantragt, erübrigen sich Erwägungen zur Gewerbsmässigkeit zu
machen.
2.8. Nur am Rande sei vermerkt, dass sich die Situation des Beschuldigten nicht
mit jener von C._ vergleichen lässt. Gemäss den Feststellungen der Einstel-
lungsverfügung im Strafverfahren gegen C._ hat dieser für das gesamte Ge-
schehen, in welches er involviert war, die Rückverfolgbarkeit sowohl für das Gold,
wie auch für einen allfälligen Verkaufserlös jederzeit und vollständig sichergestellt
und auch dokumentiert. Damit lag objektiv keine nachweisbare Behinderung der
Einziehung vor. In subjektiver Hinsicht hat C._ die Herkunft des Goldes
rechtsgenügend abgeklärt, indem er das Geschäft mit dem ihm persönlich be-
kannten im Goldhandel tätigen Beschuldigten abgeschlossen habe, welcher ihm
erklärt habe, das Gold stamme aus Rumänien und sei ca. 40 Jahre alt. C._
habe das Geschäft gemacht und keinen Verdacht geschöpft, weil das Gold schon
in der Schweiz gewesen sei. Zudem habe er das Geschäft der Edelmetallkontrolle
der SRO vorgelegt, welche das Geschäft für in Ordnung befunden hat (Urk. 44).
Demgegenüber hat der Beschuldigte weder die Rückverfolgbarkeit des Goldes
noch des Erlöses sichergestellt noch die Herkunft des Goldes und seiner Eigen-
tümerschaft abgeklärt.
3. Der Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 StGB macht sich strafbar, wer eine
Sache, von der er weiss oder annehmen muss, dass sie ein anderer durch eine
strafbare Handlung gegen das Vermögen erlangt hat, erwirbt, sich schenken
lässt, zum Pfande nimmt, verheimlicht oder veräussern hilft. Die Sache muss
durch eine strafbare Handlung gegen das Vermögen erlangt sein, einschliesslich
- 22 -
Hehlerei (PK StGB-TRECHSEL/CRAMERI, Art. 160 N 4 m.w.H.). Die Vortat muss so-
dann zu einem dinglichen Herausgabeanspruch des Verletzten führen, auch wenn
dieser den Anspruch nicht geltend macht (BSK StGB-WEISSENBERGER, Art. 160
N 26). Aus dem Erfordernis eines dinglichen Restitutionsanspruchs folgt, dass
Hehlerei nur an einer unmittelbar durch die Vortat erlangten Sache selber möglich
ist, nicht auch an der durch Veräusserung der Sache erzielten Gegenleistung
bzw. an den Surrogaten. Die sog. Ersatz- oder Erlöshehlerei ist somit straflos (h.
M.; BGE 116 IV 193, 198, E. 3 m. w. N.; 95 IV 6, 8, E. IIIa; 69 IV 69, 71 f. E. 4; 68
IV 136, 138). Gegenüber Surrogaten bestehen allenfalls Wertansprüche, nicht je-
doch Herausgabeansprüche. Vom Grundsatz, dass nur unmittelbar aus der Vortat
stammende Sachen gehehlt werden können, weichen die Praxis und die überwie-
gende Lehre bei Geld ab: An Umtausch- oder Wechselgeld derselben Währung
soll Hehlerei möglich sein. Der Hehlereitatbestand schützt den Anspruch des
durch die Vortat Verletzten auf Herausgabe der deliktisch entzogenen Sache
(BGE 116 IV 193, E. 3; BSK StGB-WeissENBERGER, Art. 160 N 32 m.w.H.).
3.1. Die Tatbeteiligung des Beschuldigten setzte erst dann ein, als E._ und
D._ den ursprünglich durch einen Raubüberfall erbeuteten Goldschmuck be-
reits zu Goldnuggets geschmolzen hatten. Es ist daher zunächst zu klären, ob die
Goldnuggets noch als unmittelbar durch die Vortat erlangte Sache zu qualifizieren
sind, oder ob sie bereits der Hehlerei nicht mehr zugängliche Surrogate darstel-
len. Feststeht, dass die C._ übergebenen Goldnuggets aus dem ursprünglich
erbeuteten Goldschmuck stammen. Damit besteht zweifelsohne Identität der Sa-
che. Es handelt sich um die gleichen Moleküle. Feststeht auch, dass der gesamte
geraubte Goldschmuck Eigentum des Privatklägers B._ war. Dieser betrieb
einen Altgoldhandel mit meist hochkarätigem Goldschmuck. Er kaufte den
Schmuck immer an und gewährte den Verkäufern unverbindliche Reservations-
fristen, innert welchen diese den Schmuck zurückkaufen konnten. Der Privatklä-
ger betrieb somit einen Goldhandel mit Pfandleihcharakter. Rückkäufe durch die
ursprünglichen Verkäufer erfolgten selten. Es sammelte sich folglich beim Privat-
kläger über die Jahre ein beträchtlicher Goldschmuckvorrat an, der von ihm zur
Deckung der laufenden Geschäftskosten jeweils an eine Edelmetallschmelzerei
verkauft wurde (Urk.40/1). Der Privatkläger besass den Goldschmuck somit nicht
- 23 -
um des Schmuckes/der Kunst willen, sondern einzig als Wertanlage. Damit stellte
das Gold eine Währung dar, als welche sie auch wirtschaftlich behandelt wird.
Selbst wenn es sich beim Privatkläger um einen klassischen Pfandleiher gehan-
delt hätte, käme dem Schmuck/der Kunst mit wenigen Ausnahmen keine über-
wiegende Bedeutung zu. Goldschmuck stellt eine Wertanlage dar und das Wert-
haltige ist das Gold. Somit stellen vorliegend die Goldnuggets keine Surrogate
des Goldschmuckes dar. Selbst wenn die Goldnuggets nicht aus dem gleichen
Gold wie der Goldschmuck bestanden hätten, müsste allenfalls eine analoge An-
wendung zum Geldwechsel in gleicher Währung in Betracht gezogen werden.
3.2. E._ und D._ schmolzen den Goldschmuck zu Goldnuggets. Dies
stellt keine Veräusserung im Sinne des Gesetzes dar, weil Personenidentität der
Besitzer bestand und kein Erlös anfiel. Vielmehr diente diese Handlung der Ver-
schleierung der Herkunft und der Sicherung des Deliktsgutes. Diese Zustands-
veränderung des Goldes stellt eine Verarbeitung im Sinne von Art. 726 ZGB dar.
Danach gehört bei der Verarbeitung einer fremden Sache die Sache dem Eigen-
tümer des Stoffes, sofern der Stoff kostbarer ist als die Arbeit. Fremd ist die Sa-
che unter anderem, wenn sie gestohlen worden ist. Beim Einschmelzen von 8,5
Kilogramm Goldschmuck zu Goldnuggets kommt dem verarbeiteten Material
zweifelsohne der höhere Wert zu. Der Wert der Schmelzarbeit ist von untergeord-
neter Bedeutung. Somit blieb der Privatkläger Eigentümer des Goldes und hatte
damit einen Herausgabeanspruch an den Goldnuggets gegenüber dem jeweiligen
Besitzer. Dieser Herausgabeanspruch fiel erst mit der Übertragung der Goldnug-
gets an C._ dahin, da dieser als gutgläubiger Erwerber anzusehen ist. Ge-
genüber dem Beschuldigten hatte der Privatkläger, wie erwähnt, einen Herausga-
beanspruch. Der Beschuldigte wäre in der Lage gewesen, die Goldnuggets zu-
rückzugeben. Er war aber gerade an der Vereitelung dieses Herausgabean-
spruchs beteiligt, womit er den Tatbestand der Hehlerei erfüllt hat. Im Übrigen
kann auf die zutreffenden Erwägungen zur Minderheitsmeinung im angefochtenen
Entscheid verwiesen werden (Urk. 55 S. 37 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Zudem kann
auf das zur Geldwäscherei Erwogene verwiesen werden.
- 24 -
4. Art. 160 StGB und Art. 305bis StGB schützen unterschiedliche Rechtsgüter. Die
Hehlerei schützt den Restitutionsanspruch des durch die Vortat Verletzten, wäh-
rend die Geldwäscherei unter anderem das öffentliche Interesse an der Einzie-
hung des Deliktgutes schützt. Nach Rechtsprechung und herrschender Lehre ste-
hen sie daher im Verhältnis echter Konkurrenz zueinander (BGE 127 IV 79, E. 2e;
vgl. Weissenberger in: BSK Strafrecht II, 4. Auflage, Basel 2019, Art. 160 N 106).
Somit ist der Beschuldigte der Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 Abs. 1 StGB
und der Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen.
IV. Strafzumessung
1. Vorbemerkungen
1.1 Die Vorinstanz hat die allgemeinen Regeln sowie Grundsätze der Strafzu-
messung zutreffend wiedergegeben (Urk. 55 S. 43 f). Der Beschuldigte hat sich
der Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und der Geldwäscherei im
Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB schuldig gemacht. Es liegt daher ein Fall von
Art. 49 Abs. 1 StGB vor.
1.2. Da der Beschuldigte wegen einer Mehrzahl von Delikten zu bestrafen ist,
wird nachfolgend zunächst basierend auf der Tatkomponente die Einsatzstrafe für
das schwerste Delikt, also die Hehlerei, zu bestimmen sein. In einem weiteren
Schritt ist das weitere Delikt, die Geldwäscherei, wiederum basierend auf der Tat-
komponente zu beurteilen, und es ist dafür unter Berücksichtigung der jeweiligen
Umstände die hypothetische Strafe zu ermitteln. Sodann ist bei gleichartigen Stra-
fen unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips die hypothetische Gesamt-
strafe für sämtliche dieser Delikte festzulegen (Art. 49 Abs. 1 StGB; Urteil des
Bundesgerichtes 6B_808/2017 vom 16. Oktober 2017 E. 2.1.1; BGE 138 IV 120
E. 5.2). Nach der Festlegung der hypothetischen Gesamtstrafe für sämtliche De-
likte sind schliesslich die Täterkomponente und weitere tatunabhängige Zumes-
sungsfaktoren zu berücksichtigen (Urteile des Bundesgerichtes 6B_865/2009 vom
25. März 2010 E. 1.6.1 und 6B_496/2011 vom 19. November 2012 E. 2 und E.
4.2).
- 25 -
1.3. Die bisherige bundesgerichtliche Rechtsprechung liess es bei der Bildung
der Gesamtstrafe unter gewissen Konstellationen ausnahmsweise zu, nicht für je-
des Delikt eine Einsatzstrafe festzusetzen (vgl. z.B. Urteile des Bundesgerichtes
6B_499/2013 vom 22. Oktober 2013 E. 1.8 und 6B_1011/2014 vom 16. März
2015 E. 4.4). Die neuere bundesgerichtliche Rechtsprechung fordert aber aus-
nahmslos die Bildung von hypothetischen Einzelstrafen (BGE 144 IV 217 E.
3.5.4.; Urteil des Bundesgerichtes 6B_409/2018 vom 7. Juni 2019 E. 2.3), wobei
nach neuesten Entscheiden aus dem Urteil hervorgehen muss, welche Einzelstra-
fen für die verschiedenen Straftaten festgesetzt werden (Urteil des Bundesgerich-
tes 6B_1071/2019 vom 5. November 2019 E. 3.3.2.), die lediglich gedankliche
Bildung von Einzelstrafen als nicht (mehr) genügt. Dem ist im Folgenden Rech-
nung zu tragen. Zu bemerken ist allerdings, dass die Bildung von Einzelstrafen
u.a. in Fällen, in denen ein Täter wie vorliegend mehrere Tatbestände bei gleicher
Gelegenheit erfüllte, an Grenzen stossen kann, weil für die Verschuldensbewer-
tung relevante Aspekte einschliesslich der Folgen der Tat unter Umständen nicht
logisch zwingend den einzelnen Tatbeständen zugeordnet werden können. Dop-
pelverwertung bzw. Überschneidungen lassen sich zwar theoretisch im Rahmen
der Asperation korrigieren. Auch diese folgt allerdings nicht eindeutigen Regeln,
sodass sich vorbestehende Unschärfen praktisch auch auf diesem Weg kaum
überzeugend auflösen lassen und dann letztlich doch nur eine vergleichende Ein-
ordnung des Gesamtgeschehens unter Berücksichtigung des Strafrahmens bleibt,
was im Ergebnis einer (sachgerechten) Bildung von Deliktsgruppen bei der Straf-
zumessung entspricht. Vorab ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass aufgrund
des Verschuldens des Beschuldigten eine Freiheitsstrafe auszufällen ist (Urk. 55
S. 43).
2. Ausgangspunkt bildet der Strafrahmen der Hehlerei, welcher Freiheitsstrafe bis
zu fünf Jahren oder Geldstrafe vorsieht.
3. Innerhalb des massgebenden Strafrahmens ist die Strafe nach dem Verschul-
den des Täters zu bemessen, wobei das Vorleben und die persönlichen Verhält-
nisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters zu berücksichtigen
sind (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verlet-
- 26 -
zung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des
Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie
weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die
Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB).
3.1. Der Begriff des Verschuldens muss sich jedenfalls auf den gesamten Un-
rechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat beziehen. Zu unterscheiden ist
zwischen der Tat- und der Täterkomponente (Heimgartner in: Do-
natsch/Flachsmann/Hug/-Weder, Schweizerisches Strafgesetzbuch, 20. Auflage,
Zürich 2018, Art. 47 N 6).
3.2. Bei der Tatkomponente sind das Ausmass des verschuldeten tatbestands-
mässigen Erfolges, die Art und Weise der Herbeiführung dieses Erfolges, die Wil-
lensrichtung, mit welcher der Täter gehandelt hat, und die Beweggründe des
Schuldigen zu beachten. Sodann sind für das Verschulden auch das "Mass an
Entscheidungsfreiheit" beim Täter sowie die Intensität des deliktischen Willens
bedeutsam (Donatsch/Flachs-mann/Hug/Weder, a.a.O., Art. 47 N 11). Je leichter
es für ihn gewesen wäre, die Norm zu respektieren, desto schwerer wiegt die
Entscheidung gegen sie (Wiprächtiger/Keller in: BSK Strafrecht I, 4. Auflage, Ba-
sel 2019, Art. 47 N 85).
3.2.1. Zunächst ist die objektive Tatschwere als Ausgangskriterium für die Ver-
schuldensbewertung festzulegen und zu bemessen. Es ist zu prüfen, wie stark
das strafrechtlich geschützte Rechtsgut überhaupt beeinträchtigt worden ist. Da-
runter fallen das Ausmass des tatbestandsmässigen Erfolges, die Gefährdung,
das Risiko sowie die Art und Weise des Vorgehens. Von Bedeutung ist auch die
kriminelle Energie, wie sie durch die Tat und die Tatausführung offenbart wird,
ebenso die Grösse des Tatbeitrages bei mehreren Tätern und die hierarchische
Stellung (Wiprächtiger/Keller in: BSK Strafrecht I, a.a.O., Art. 47 N 91 ff.).
Bei der objektiven Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte mit
seinen Vermittlungstätigkeiten in erheblichem Mass dazu beigetragen hat, den
Herausgabeanspruch des Privatklägers betreffend das Gold im Gesamtwert von
etwa Fr. 300'000.– zu vereiteln. Dies setzt etliche kriminelle Energie und Tatpla-
- 27 -
nung voraus. Der Beschuldigte wurde wohl aufgrund seiner Kontakte im Gold-
handel ausgewählt und war damit nicht die treibende Kraft, jedoch war er an allen
Schritten der Tatausführung beteiligt und hat einen wesentlichen Teil der Tat or-
ganisiert. Sein Tatbeitrag beschränkte sich nicht etwa auf die Vermittlung der wei-
teren Beteiligten und die Entgegennahme der Provision. Vielmehr hat er an diver-
sen Treffen teilgenommen, mehrere Telefonate geführt und war bei der Transak-
tion mit C._ die Hauptansprechperson. Zudem hat er mehrere Male Bargeld
sowie Goldbarren bzw. den deliktisch erlangten Erlös entgegengenommen und
war aktiv bei der Veräusserung des Goldes behilflich.
Insgesamt ist die objektive Tatschwere und damit die Schwere des Verschuldens
als nicht mehr leicht zu gewichten.
3.2.2. Bei der subjektiven Tatschwere ist festzustellen, wie dem Täter die objekti-
ve Tatschwere tatsächlich anzurechnen ist. Zum subjektiven Verschulden gehö-
ren etwa die Frage der Schuldfähigkeit, die Intensität des verbrecherischen Wil-
lens, das Motiv sowie das Mass an Entscheidungsfreiheit.
a) Es bestehen keine Anhaltspunkte für eine verminderte Schuldfähigkeit. Dies
wurde auch nicht geltend gemacht.
b) Was die Intensität des verbrecherischen Willens anbelangt, handelte der Be-
schuldigte mit Eventualvorsatz.
c) Zu seinen Beweggründen äusserte er sich nicht. Nachdem er jedoch eine
Kommission für sich behielt, die ein Vielfaches der ursprünglich aus seiner Sicht
abgemachten entsprach, ist einzig von finanziellen und somit egoistischen Grün-
den auszugehen.
d) Weiter ist das Mass an Entscheidungsfreiheit des Beschuldigten zu berücksich-
tigen. Je leichter es für ihn gewesen wäre, die von ihm übertretene Norm zu res-
pektieren, desto schwerer wiegt seine Entscheidung gegen sie und damit seine
Schuld (BGE 127 IV 101 E. 2a). Der Beschuldigte handelte weder in schwerer
Bedrängnis noch unter dem Eindruck einer schweren Drohung. Es bestehen auch
keine Anhaltspunkte für ein Handeln in schwerer Bedrängnis.
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e) Insgesamt wird die objektive Tatschwere durch die subjektiven Komponenten
nicht relativiert aber auch nicht erhöht.
3.2.3. Zusammenfassend ist das Verschulden des Beschuldigten in Anbetracht
des vorgegebenen weiten Strafrahmens als nicht mehr leicht zu qualifizieren. Die
hypothetischen Einsatzstrafe aufgrund der Tatkomponente liegt für die Hehlerei
im Bereich von 12 Monaten Freiheitsstrafe.
3.2.4. Hinsichtlich der Geldwäscherei fällt bei der objektiven Tatschwere ins Ge-
wicht, dass es sich beim gewaschenen Deliktsgut um Gold im Gesamtwert von
knapp Fr. 300'000.– handelt. Somit wurde die Einziehung einer beträchtlichen
Summe verunmöglicht. Dem engen Konnex zur Tatbegehung der Hehlerei wird
als dann bei der Bildung der Gesamtstrafe im Rahmen der Asperation Rechnung
zu tragen sein. Zu Gunsten des Beschuldigten wirkt sich hingegen aus, dass sich
die Tatbegehung nicht über einen längeren Zeitraum erstreckt. Es liegt ein nicht
mehr leichtes Tatverschulden vor. Das Motiv des Beschuldigten war auch beim
Vorwurf der Geldwäscherei einzig finanzieller Natur. Zweck der Handlungen war
die Sicherung des Deliktserlöses. Auch hier ist ein Handeln aus einer irgendwie
gearteten Notlage zu verneinen. Die subjektive Tatschwere vermag keine Ver-
schuldensminderung herbeizuführen. Isoliert betrachtet erscheint eine hypotheti-
sche Einsatzstrafe von 12 Monaten als verschuldensangemessen.
3.2.5. Hinsichtlich der zu verhängenden Freiheitsstrafe ist von einer Einsatzstrafe
von 12 Monaten Freiheitsstrafe für die Hehlerei auszugehen, welche entspre-
chend zu erhöhen ist. Da die qualifizierte Geldwäscherei in einem engen Konnex
zur Hehlerei steht, hat die straferhöhende Wirkung der Geldwäscherei sehr gering
zu sein, da ein Grossteil des Unrechts der Tat bereits durch die hypothetische
Einsatzstrafe für die Hehlerei abgegolten wird. Von den 12 Monaten Freiheitsstra-
fe für die Geldwäscherei sind daher unter Berücksichtigung des Asperationsprin-
zips nur 3 Monate straferhöhend zu berücksichtigen. Insgesamt ergibt sich so ei-
ne Gesamtfreiheitsstrafe von 15 Monaten.
3.3. Täterkomponente
3.3.1. Die Täterkomponente umfasst das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse,
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die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters sowie das Verhalten nach der
Tat und im Strafverfahren (vgl. Art. 47 Abs. 1 Satz 2 StGB). Bei der Beurteilung
des Vorlebens fallen einerseits früheres Wohlverhalten, andererseits Zahl,
Schwere und Zeitpunkt von Vorstrafen ins Gewicht. Unter dem Gesichtspunkt der
persönlichen Verhältnisse ist etwa zu berücksichtigen, ob sich der Täter im Straf-
verfahren kooperativ verhielt, ob er Reue und Einsicht zeigt sowie ob er mehr o-
der weniger strafempfindlich ist.
3.3.2. Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen kann auf die Untersu-
chungsakten und die Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden
(Urk. 55 S. 46). Zusammenfassend ist Folgendes festzuhalten: Der am tt. Sep-
tember 1972 in Zürich geborene Beschuldigte hat eine ältere Schwester und ei-
nen älteren Bruder. Nach dem Besuch der Primar- und Sekundarschule besuchte
er eine katholische Schule. Danach absolvierte er eine kaufmännische Lehre bei
der Q._ und arbeitete dort für zehn Jahre, wobei er sich intern weiterbildete.
Dann war er bei der Firma R._ Zürich in der Vermögensverwaltung tätig,
machte sich mit der S._ selbständig, beteiligte sich anschliessend an der
T._ Management und danach an der U._. Danach war er in V._ bei
der W._ und in AA._ bei einer AB._ tätig. Zurzeit beschäftigt er sich
mit dem Aufbau einer eigenen Firma, erzielt jedoch noch kein Einkommen. Er lebt
bei seiner Mutter und ist auf ihre finanzielle Hilfe angewiesen. Er ist verheiratet
und hat vier Kinder. Der Beschuldigte und seine Ehefrau erwarten zudem ein wei-
teres Kind.
Aus dem Werdegang des Beschuldigten und seinen persönlichen Verhältnissen
ergeben sich keine strafzumessungsrelevanten Faktoren.
3.3.3. Vorstrafen
Der Beschuldigte weist sodann keine Vorstrafen auf (Urk. 56), was neutral zu
würdigen ist (BGE 136 IV 1).
3.3.4. Nachtatverhalten
Bei der Strafzumessung ist auch das Nachtatverhalten eines Täters zu beachten.
Darunter fallen das Verhalten nach der Tat sowie im Strafverfahren. Insbesondere
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wirken ein Geständnis, das kooperative Verhalten eines Täters bei der Aufklärung
von Straftaten sowie die Einsicht und aufrichtige Reue strafmindernd (Wiprächti-
ger/Keller in: BSK Strafrecht I, a.a.O., Art. 47 N 169).
Das Nachtatverhalten (fehlendes Geständnis, fehlende Reue und Einsicht) wirkt
sich nicht straferhöhend aus.
3.3.5. Und schliesslich liegt keine Konstellation mit aussergewöhnlichen Umstän-
den vor, woraus heute irgendeine besondere Strafempfindlichkeit aus persönli-
chen, familiären oder beruflichen Gründen resultieren würde.
3.3.6. Die Täterkomponente ist insgesamt strafzumessungsneutral zu gewichten.
3.4. Ergebnis der Strafzumessung
In Würdigung aller massgebenden Strafzumessungsfaktoren erscheint daher eine
Freiheitsstrafe von 15 Monaten angemessen. Der Anrechnung der erstandenen
Haft von 31 Tagen steht nichts entgegen.
4. Vollzug
Vorliegend sind - wie die Vorinstanz korrekt ausführte (Urk. 55 S. 47 f.) - die Vo-
raussetzungen für die Gewährung des bedingten Vollzuges der Freiheitsstrafe im
Sinne von Art. 42 Abs. 1 StGB ohne Weiteres gegeben. Die Probezeit ist auf das
gesetzliche Minimum von zwei Jahren festzusetzen (Art. 44 Abs. 1 StGB).
V. Zivilansprüche
Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten, dem Privatkläger B._ Scha-
denersatz von Fr. 17'780.– zu bezahlen. Der Privatkläger hat weder Berufung
noch Anschlussberufung erhoben.
Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen zur Anmeldung von Zivilansprüchen so-
wie zur Zusprechung von Schadenersatz treffend dargelegt; darauf kann verwie-
sen werden. Ebenfalls hat die Vorinstanz mit zutreffender Begründung, auf wel-
che vollumfänglich zu verweisen ist, Schadenersatz im Betrag von Fr. 17'780.–
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zugesprochen (Urk. 55 S. 48 ff.). Diese vorinstanzlichen Erwägungen bedürfen
keiner Ergänzung.
VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Nachdem das Urteil der Vorinstanz durch einen Schuldspruch betreffend Heh-
lerei ergänzt und im Übrigen bestätigt wird, ist die erstinstanzliche Kostenauflage
zu bestätigen.
2. Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres
Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt
mit seinen Anträgen vollumfänglich. Die Staatsanwaltschaft obsiegt mit ihren An-
trägen grösstenteils. Der Beschuldigte wird antragsgemäss schuldig gesprochen,
und es wird eine Freiheitsstrafe ausgefällt, die nur knapp unter der beantragten
Freiheitsstrafe liegt. Somit rechtfertigt es sich in einer Gesamtbetrachtung, die
Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen für die amtlichen Ver-
teidigung, dem Beschuldigten aufzuerlegen.
Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'500.– anzusetzen
(Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 Abs. 1 lit. b GebV
OG).
Die von der Verteidigung geltend gemachten Aufwendungen erweisen sich ange-
sichts des Aktenumfangs und der Komplexität des Falles als angemessen. Der
amtliche Verteidiger ist für das Berufungsverfahren pauschal mit Fr. 6'200.–
(inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Die Rückzahlungspflicht
des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten.
3. Der Privatkläger hat gegenüber dem Beschuldigten Anspruch auf eine ange-
messene Entschädigung für seine notwendigen Aufwendungen im Verfahren, ei-
nerseits wenn er im Straf- und/oder Zivilpunkt obsiegt, andererseits, wenn der Be-
schuldigte nach Art. 426 Abs. 2 StPO kostenpflichtig ist (Art. 433 Abs. 1 StPO).
Die Entschädigungsforderung ist zu beantragen, zu beziffern und zu belegen
(Art. 433 Abs. 2 StPO). Die zu entschädigenden Aufwendungen eines Privatklä-
gers für die Teilnahme am Verfahren müssen einen gewissen Umfang erreichen,
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nicht unnötig und durch ein schutzwürdiges Interesse gedeckt sein (Schmid, Pra-
xiskommentar zur StPO, 2. Auflage, Zürich 2013, N 1830).
Dem Privatkläger wurde für das erstinstanzliche Verfahren eine Prozessentschä-
digung von Fr. 2'100.– zugesprochen, was einem Drittel der ausgewiesenen und
belegten Kosten des Rechtsvertreters entspricht (Urk. 55 S. 51; Urk. 49). Da die
Voraussetzung von Art. 433 Abs. 1 StPO erfüllt ist, ist der vorinstanzliche Ent-
schädigungsentscheid zu bestätigen und dem Privatkläger eine Prozessentschä-
digung von Fr. 2'100.– zuzusprechen.