Decision ID: 60f6ec73-558f-4bbf-9a8f-ff789c478c1b
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X. (geb. 1957) und Y. (geb. 1958) sind in B. wohnhaft. Sie haben vier Söhne im Alter
von 23 bis 27 Jahren. Ihr Sohn Z.. (geb. 1990) schloss im Jahr 2009 die Mittelschule ab
und leistete anschliessend Militärdienst als Durchdiener, bevor er im Jahr 2010 sein
Studium an der Universität St. Gallen aufnahm.
X. und Y. machten in der Steuererklärung 2010 Abzüge für Kinder in Schule oder
Ausbildung in der Höhe von Fr. 40'800.-- sowie für Versicherungsprämien und
Sparzinsen in der Höhe von Fr. 7'200.-- geltend. Im Weiteren brachten sie
Ausbildungskosten im Betrag von Fr. 31'818.-- in Abzug. Die Veranlagungsbehörde
liess die Abzüge für Z. nicht zu und reduzierte sie auf Fr. 30'600.-- (Kinderabzug),
6'600.-- (Versicherungsprämien und Sparzinsen) und Fr. 28'178.-- (Ausbildungskosten).
Sie befand, Z. habe seinen Unterhalt aus selbst erzieltem Einkommen von rund
Fr. 25'000.-- zur Hauptsache selbst bestreiten können. Das Ehepaar wurde für die
Kantons- und Gemeindesteuer 2010 mit einem steuerbaren Einkommen von
Fr. 101'400.-- und einem steuerbaren Vermögen in der Höhe von Fr. 258'000.--
veranlagt. Für die direkte Bundessteuer 2010 wurde das steuerbare Einkommen auf
Fr. 129'000.-- festgelegt. Die dagegen erhobenen Einsprachen wies das kantonale
Steueramt mit Einsprache-Entscheiden vom 8. November 2012 ab.
B.- Mit Eingabe vom 29. November 2012 erhoben X. und Y. Rekurs und Beschwerde
gegen die Einsprache-Entscheide des kantonalen Steueramts. Sie beantragten, die
Einsprache-Entscheide vom 8. November 2012 seien aufzuheben; es seien die für M.
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geltend gemachten Abzüge zuzulassen und das steuerbare Einkommen für die Staats-
und Gemeindesteuer 2010 sowie für die direkte Bundessteuer 2010 entsprechend zu
reduzieren; unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Das kantonale Steueramt liess sich am 17. Januar 2013 vernehmen und beantragte die
kostenfällige Abweisung des Rekurses und der Beschwerde. X. und Y. erhielten
Gelegenheit, sich zur Stellungnahme der Vorinstanz zu äussern. Mit Schreiben vom 25.
Januar 2013 verzichteten sie darauf. Die Beschwerdebeteiligte verzichtete
stillschweigend auf eine Vernehmlassung zur Beschwerde.
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit erforderlich, in

den Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Angefochten sind die Einsprache-Entscheide hinsichtlich der Veranlagungen der
Kantons- und Gemeindesteuer 2010 sowie der direkten Bundessteuer 2010. Zwar
müssen für Rekurs und Beschwerde verschiedene Entscheide ergehen; sie können
indessen in einem einzigen Dokument mit Verweisungen und einem gemeinsamen Dis
positiv, das die beiden Steuern allerdings auseinanderhält, enthalten sein (vgl. BGE 130
II 509 = Pra 2005 Nr. 114 E. 8.3, BGE 135 II 260 = Pra 2010 Nr. 37 E. 1.3.1).
2.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurs- bzw. Beschwerdeerhebung ist gegeben. Rekurs und Beschwerde vom 29.
November 2012 (Poststempel) sind rechtzeitig eingereicht worden. Sie erfüllen in
formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 des
Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG; Art. 140 Abs. 2 des Bundesgesetzes über
die direkte Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG; Art. 7 der Verordnung zum
Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 41 lit. h Ziff. 1 und
Art. 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP).
Auf den Rekurs und die Beschwerde ist einzutreten.
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3.- Vorab ist festzuhalten, dass die Abzüge, welche Kinder betreffen, bei der direkten
Bundessteuer und bei der kantonalen Steuer nicht identisch sind. So kennt die direkte
Bundessteuer keinen Abzug für Ausbildungskosten der Kinder, die in der schulischen
oder beruflichen Ausbildung stehen. Die Vorinstanz hat daher zu Recht die unter
Ziff. 25.3 der Steuererklärung deklarierten Aufwendungen bei der direkten
Bundessteuer nicht berücksichtigt.
4.- Anfechtungsobjekte sind die Einsprache-Entscheide der Vorinstanz vom
8. November 2012. Dabei ist umstritten, ob die Vorinstanz den Kinderabzug bzw. einen
erhöhten Abzug für Versicherungsprämien und Sparzinsen für den Sohn Z. zu Recht
verweigerte und in der Folge für die Kantons- und Gemeindesteuer auch keinen Abzug
der Ausbildungskosten zuliess.
a) Die Rekurrenten und Beschwerdeführer machen im Wesentlichen geltend, es stehe
ausser Frage, dass ihr Sohn Z. am 31. Dezember 2010 als Student der Universität St.
Gallen in Ausbildung gewesen sei und sie seit Studienbeginn für den Unterhalt
aufkämen. Ebenso sei nicht streitig, dass ihr Sohn im Jahr 2010 als Durchdiener ein
nicht unerhebliches Einkommen in der Höhe von rund Fr. 25'000.-- erzielt habe. Unter
Verweis auf die verwaltungsgerichtliche Rechtsprechung machen sie hingegen geltend,
auf die Einkünfte vor Aufnahme des Studiums komme es nicht an. Vielmehr sei auf jene
Periode abzustellen, in der die am Stichtag geltenden Statusmerkmale vorhanden
gewesen seien. Die Vorinstanz stimmt dem zu, bringt jedoch vor, der Sohn der
Steuerpflichtigen habe sich während des ganzen Jahres 2010 im Ausbildungsstatus
befunden. Ein Kind befinde sich auch dann noch in der beruflichen Ausbildung, wenn
es den eigentlichen Ausbildungsgang vorübergehend unterbrochen habe. Z. habe nach
Beendigung der Mittelschule im Jahre 2009 und Absolvierung des Militärdienstes das
Studium an der Universität St. Gallen aufgenommen. Deshalb sei die gesamte
Steuerperiode in die Beurteilung einzubeziehen. Aufgrund des erzielten
Erwerbseinkommens von rund Fr. 25'000.-- sei es Z. möglich gewesen, in der
Steuerperiode 2010 selber zur Hauptsache für den Lebensunterhalt aufzukommen.
b) Gemäss Art. 213 Abs. 1 lit. a DBG in Verbindung mit Art. 7 lit. a der Verordnung über
den Ausgleich der Folgen der kalten Progression für die natürlichen Personen bei der
direkten Bundessteuer (in der bis zum 31. Dezember 2010 gültigen Fassung, AS 2005
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1937, SR 642.119.2, abgekürzt: VKP) werden für jedes minderjährige oder in der
beruflichen Ausbildung stehende Kind, für dessen Unterhalt der Steuerpflichtige sorgt,
Fr. 6'100.-- vom Einkommen abgezogen. Das kantonale Recht sieht einen Abzug von
Fr. 10'200.-- vor (Art. 48 Abs. 1 lit. a Ziff. 2 StG; vgl. zur damals gültigen Fassung nGS
44-120). Die Voraussetzungen für die Geltendmachung von Kinderabzügen sind nach
dem kantonalen Recht und nach dem Recht der direkten Bundessteuer
unterschiedlich. Während das kantonale Recht für die Zulässigkeit der Kinderabzüge
verlangt, dass der Steuerpflichtige für den Unterhalt zur Hauptsache aufkommt und
keinen Abzug nach Art. 45 Abs. 1 lit. c StG beansprucht (Art. 48 Abs. 1 lit. a StG),
genügt es nach dem Recht der direkten Bundessteuer, wenn der Steuerpflichtige für
den Unterhalt des Kindes sorgt (Art. 213 Abs. 1 lit. a DBG), wobei es gemäss Praxis
ausreicht, wenn der Steuerpflichtige mindestens Kosten im Umfang des geltend
gemachten Kinderabzugs trägt (vgl. I. P. Baumgartner, in: Kommentar zum
Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2a, 2. Aufl. 2008, N 14a zu Art. 35 DBG). Der
erhöhte Abzug für Versicherungsprämien und Sparzinsen nach Art. 212 Abs. 1 DBG in
Verbindung mit Art. 6 Abs. 2 VKP (in der bis zum 31. Dezember 2010 gültigen Fassung,
AS 1996 1118, SR 642.119.2) beträgt Fr. 700.-- und kann nur gewährt werden, wenn
ein Abzug nach Art. 213 Abs. 1 lit. a oder b DBG geltend gemacht werden kann. Auf
kantonaler Ebene betragen diese Abzüge Fr. 4'800.-- bzw. Fr. 600.-- (Art. 45 Abs. 1 lit.
g StG). Die Sozialabzüge werden nach den Verhältnissen am Ende der Steuerperiode
oder der Steuerpflicht festgesetzt (Art. 48 Abs. 2 StG, Art. 213 Abs. 2 DBG).
Massgebend ist im vorliegenden Fall somit der 31. Dezember 2010.
Für volljährige Kinder wird ein Kinderabzug nur gewährt, wenn sich das Kind noch in
der beruflichen oder schulischen Ausbildung befindet. Darunter ist jeder berufliche
Ausbildungsgang zu verstehen, welcher mittelbar oder unmittelbar dazu dient, in erster
Linie die Erstausbildung abzuschliessen. Diese ist dann als abgeschlossen zu
betrachten, wenn ein Abschluss erlangt wird, der für die Ausübung eines bestimmten
Berufs erforderlich ist und somit die Aufnahme einer angemessenen beruflichen
Tätigkeit erlaubt. Dies kann beispielsweise ein Hochschulabschluss sein (vgl. Richner/
Frei/Kaufmann/ Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, N 40 zu Art. 213
DBG). Ein Kind steht auch dann noch in der beruflichen Ausbildung, wenn es den
eigentlichen Ausbildungsgang vorübergehend unterbrochen hat. Der Unterbruch darf
jedoch nicht grösseren Umfangs sein und sollte zweckgerichtet benützt werden,
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namentlich um Militär-, Zivil- oder Zivilschutzdienstpflicht zu erfüllen, ergänzende Kurse
zu besuchen oder Prüfungen angemessen vorzubereiten. Der Unterbruch muss so aus
objektiven Gründen erfolgen und auf die Ausbildung ausgerichtet sein. Soweit der
Unterbruch der Ausbildung für Tätigkeiten genutzt wird, welche nicht Voraussetzung
oder notwendige Ergänzung der eigentlichen Ausbildung darstellen (z.B. Praktika,
welche nur darauf ausgelegt sind, die Chancen am Arbeitsmarkt nach der eigentlichen
Ausbildung zu erhöhen), muss davon ausgegangen werden, dass sich das Kind
während diesem Unterbruch nicht in Ausbildung befindet. Fällt ein solcher Unterbruch
auf einen Stichtag, so ist der Kinderabzug zu negieren (vgl. Baumgartner, a.a.O., N 9 zu
Art. 35 DBG).
c) Die Verfahrensbeteiligten sind sich darin einig, dass der Sohn der Steuerpflichtigen
am 31. Dezember 2010 in Ausbildung war. Er nahm sein Studium an der Universität
St. Gallen im Verlaufe des Jahres 2010 (September) auf, nachdem er zuvor als
Durchdiener während mindestens 300 Tagen Militärdienst leistete; über die genaue
Dauer der Dienstleistung ist den Akten nichts zu entnehmen. Einen Teil absolvierte er
jedoch als Unteroffizier (act. 2/6), was auf eine Dienstzeit von 430 Tagen schliessen
lässt (vgl. Art. 10 der Verordnung über die Militärdienstpflicht, SR 512.21, abgekürzt:
MDV). Dabei dürfte er ein Mindesteinkommen von Fr. 44'970.-- erzielt haben (vgl.
Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport,
Durchdiener: Minimalverdienst nach Graden, unter: www.vtg.admin.ch). Damit kann
aber nicht mehr von einer nur kurzen Unterbrechung der Ausbildung gesprochen
werden. Die Situation stellt sich grundlegend anders dar als bei einem Studenten, der
seine Militärdienstpflicht - inklusive der Beförderungsdienste - in den Semesterferien
erfüllt und seine Ausbildung in der Regel für lediglich 18 bzw. 21 Wochen unterbricht.
Der Sohn der Rekurrenten und Beschwerdeführer entschied sich für das Durchdiener-
Modell und damit auch dafür, den Beginn des Universitätsstudiums zugunsten der
vollständigen Erfüllung der Militärdienstpflicht hinauszuschieben. Damit fehlte es an der
Zweckgerichtetheit des Unterbruchs, denn der Unterbruch der Ausbildung diente
weder der Ausbildung selbst noch der Erfüllung unabwendbarer Pflichten. Dies wäre
zum Beispiel dann der Fall gewesen, wenn Z. im Jahr 2010 die Rekrutenschule
absolviert hätte. Ins Gewicht fällt auch, dass der Sohn der Pflichtigen, wie erwähnt,
während der gesamten Dienstleistung ein Einkommen erzielte, das ihm - unter
Berücksichtigung freier Kost und Logis - die eigenständige Finanzierung seines
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Lebensunterhalts ermöglichte. Alleine im Jahr 2010 beliefen sich die Einkünfte nach
übereinstimmenden Aussagen der Verfahrensbeteiligten auf rund Fr. 25'000.--. Damit
ist diese freiwillige Dienstleistung mit einem nicht durch die Ausbildung bedingten
Praktikum zu vergleichen, das ein Student im Hinblick auf seine künftigen
Berufschancen absolviert oder einer sonstigen beruflichen Tätigkeit, die im Hinblick auf
das berufliche Fortkommen oder die Finanzierung eines späteren Studiums ergriffen
wird. Die Verwaltungsrekurskommission erwog in diesem Zusammenhang in einem
Entscheid aus dem Jahre 2012, objektive Gründe für einen Unterbruch lägen nicht vor,
wenn der Unterbruch der Ausbildung für Tätigkeiten genutzt werde, welche nicht
Voraussetzung oder notwendige Ergänzung der eigentlichen Ausbildung darstellten.
Wenn ein Kind aus freien Stücken und nur deswegen ein Praktikum besuche, weil
dieses die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern könne, sei davon auszugehen,
dass sich das Kind während dieses Unterbruchs nicht in Ausbildung befinde (VRKE I/
1-2011/29 vom 14. Februar 2012 E. 3c/aa, unter: www.gerichte.sg.ch). Gleich wie das
erwähnte Praktikum weist auch der Durchdiener-Militärdienst eine nicht zu
vernachlässigende karrierefördernde Komponente auf. Das Eidgenössisches
Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport weist deshalb auf der
Internetseite für Durchdiener ausdrücklich darauf hin, diese Art der Militärdienstleistung
sei attraktiv für den Arbeitgeber, denn es fielen später keine Absenzen wegen
Militärdienst mehr an (www.vtg.admin.ch).
Somit ist festzustellen, dass sich Z. während seiner Militärdienstzeit nach Beendigung
der Mittelschule im Jahre 2009 bis zur Aufnahme des Studiums in St. Gallen im
folgenden Jahr nicht in Ausbildung befand. Unbestritten ist der Ausbildungsstatus
hingegen per 31. Dezember 2010, so dass die Rekurrenten und Beschwerdeführer für
die Steuerperiode 2010 gestützt auf Art. 213 Abs. 2 DBG grundsätzlich einen Anspruch
auf einen Kinderabzug und einen erhöhten Abzug für Versicherungsprämien und
Sparzinsen für ihren Sohn Z. haben. Anders verhielte es sich nur, wenn ihr Sohn in der
Lage gewesen wäre, zur Hauptsache selber für seinen Lebensunterhalt aufzukommen.
Dies scheint nicht der Fall zu sein. Aus den Akten ergeben sich jedenfalls keine
Hinweise auf nennenswerte Erwerbseinkünfte nach der Aufnahme des Studiums, und
die Einkünfte vor der Zeitspanne, in der sich der Sohn in der Ausbildung befand, sind
nicht zu berücksichtigen. Wird in Anwendung des Stichtagspinzips darauf abgestellt,
ob die Ausbildung am Ende der Steuerperiode noch besteht, ist es folgerichtig, wenn
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auch die Frage des hauptsächlichen Unterhalts lediglich in Bezug auf jenen Zeitraum
beurteilt wird, in dem das Kind in Ausbildung stand (VerwGE B 2007/142 vom
12. Februar 2008 E. 2.3.3, unter: www.gerichte.sg.ch). Somit kann offen bleiben, ob der
Sohn Z. bezogen auf das gesamte Jahr 2010 tatsächlich zur Hauptsache für seinen
Unterhalt aufkam bzw. ob die Eltern Unterstützung im Umfang des Sozialabzugs von
Fr. 6'100.-- leisteten. Die Vorinstanz hat dazu auch keine Berechnungen angestellt.
Entscheidend ist vielmehr, dass der Sohn während seines Studiums im Jahr 2010 kein
Einkommen erzielte und die Eltern den Kinderabzug deshalb zu Recht beanspruchten.
d) Gemäss Art. 13 Abs. 1 lit. a Ziff. 3 StG können unter diesen Umständen bei der
Kantons- und Gemeindesteuer höchstens weitere Fr. 13'000.-- für Ausbildungskosten
geltend gemacht werden. Die Pflichtigen taten dies für ihren Sohn Z. im Umfang von
Fr. 3'640.-- (Auswärtige Verpflegung: Fr. 1'600.--, Studiengebühren: Fr. 2'040.--,
Fahrkosten: Fr. 1'500.--, Bücher und Schulmaterial: Fr. 1'500.--). Diese Kosten
erscheinen im Vergleich mit den für die anderen Kinder der Pflichtigen zum Abzug
zugelassenen Ausbildungskosten als angemessen. Sie sind deshalb ebenfalls zum
Abzug zuzulassen.
e) Die Beschwerde und der Rekurs sind somit gutzuheissen. Die Einsprache-
Entscheide der Vorinstanz vom 8. November 2012 sind aufzuheben. Unter
Berücksichtigung eines zusätzlichen Kinderabzugs in der Höhe von Fr. 10'200.--, eines
um Fr. 600.-- erhöhten Abzugs für Versicherungsprämien und Sparzinsen sowie
zusätzlicher Ausbildungskosten in der Höhe von Fr. 3'640.-- sind die Rekurrenten und
Beschwerdeführer für die Kantons- und Gemeindesteuer 2010 mit einem steuerbaren
Einkommen von Fr. 87'000.-- und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 258'000.-- zu
veranlagen. Bei der direkten Bundessteuer 2010 sind der Abzug für
Versicherungsprämien und Sparzinsen um Fr. 700.-- und der Sozialabzug für Kinder
um Fr. 6'100.-- zu erhöhen. Daraus ergibt sich ein steuerbares Einkommen von
Fr. 122'200.--.
5.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten vom Staat zu
tragen (Art. 144 Abs. 1 DBG; Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 800.--
erscheint angemessen (vgl. Art. 144 Abs. 5 DBG in Verbindung mit Art. 7 Ziff. 122 der
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Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 800.-- ist den
Rekurrenten und Beschwerdeführern zurückzuerstatten.
Die Rekurrenten und Beschwerdeführer haben die Anträge unter Entschädigungsfolge
gestellt. Sie haben Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung (Art. 98 VRP).
Eine Kostennote wurde nicht eingereicht. Unter Berücksichtigung sämtlicher
Umstände, insbesondere des Aufwandes für die Rekurs- und Beschwerdeeingabe
erscheint eine Umtriebsentschädigung von Fr. 500.-- als angemessen.
Entschädigungspflichtig ist der Staat (kantonales Steueramt).