Decision ID: de74298e-34e3-5842-ac4b-f594908f1b57
Year: 2007
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Der 1981 im Kosovo geborene M._ beantragte am 14. April 2006 beim Schweizerischen Verbindungsbüro in Pristina ein Visum für einen einmonatigen Besuchsaufenthalt bei seinem im Kanton  wohnhaften Cousin K._ (Beschwerdeführer). Nach  Verweigerung übermittelte die Schweizerische Vertretung das  zur Prüfung und zum Entscheid an die Vorinstanz.
B. Nachdem das Amt für Migration Basel-Landschaft beim  ergänzende Auskünfte eingeholt hatte, wies die Vorinstanz mit Verfügung vom 5. Juli 2006 das Einreisegesuch mit der Begründung ab, der Gesuchsteller stamme aus einer Region, aus welcher der  als Folge der dort herrschenden wirtschaftlichen und soziokulturellen Verhältnisse bekannterweise nach wie vor stark anhalte. Viele seiner Landsleute versuchten, ihren Aufenthalt in der Schweiz durch Ausschöpfung sämtlicher rechtlicher Mittel zu , um sich so in Umgehung der bundesrätlichen  eine vermeintlich bessere Zukunft aufzubauen. Im  oblägen dem Eingeladenen in seinem Ursprungsland weder  familiäre Verantwortlichkeiten noch gesellschaftliche , die gegebenenfalls Gewähr für eine fristgerechte Rückkehr bieten könnten.
C. Mit Verwaltungsbeschwerde an das Eidgenössische Justiz- und  (EJPD) vom 14. Juli 2006 beantragt der  sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Erteilung eines Visums für einen zweimonatigen . Zur Begründung verweist er auf den gleichzeitig eingereichten  des Gesuchstellers vom 1. Januar 2006 und garantiert, dass sein Cousin nach Ablauf der Bewilligung aus der Schweiz  und in seine Heimat zurückkehren werde.
D. In ihrer Vernehmlassung vom 17. August 2006 spricht sich die  für die Abweisung der Beschwerde aus und hält ergänzend fest, dass Gründe, welche einzig auf der Seite des Beschwerdeführers lie-
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gen würden, für sich allein betrachtet keine Gewähr für eine  Wiederausreise des Gastes bieten könnten.
E. Mit verfahrensleitender Anordnung vom 23. August 2006 wurde dem Beschwerdeführer die Möglichkeit gewährt, zur Vernehmlassung der Vorinstanz Stellung zu nehmen. Die hierfür gesetzte Frist verstrich  ungenutzt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der  unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über  und Niederlassung der Ausländer [ANAG, SR 142.20] i.V.m. 31 und Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]. Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des  bereits beim EJPD hängige Rechtsmittelverfahren werden vom Bundesverwaltungsgericht übernommen. Die Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 VGG). Das Urteil ist  (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des  vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren nach dem Bundesgesetz vom 20.  1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021).
2. Der Beschwerdeführer ist als "Mitbeteiligter" (Cousin und zugleich Gastgeber) gemäss Art. 20 Abs. 2 ANAG zur Beschwerde legitimiert; auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 48 ff. VwVG).
3. Ausländer/-innen sind zur Anwesenheit in der Schweiz berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitzen oder wenn sie keiner solchen bedürfen (vgl. Art. 1a ANAG). Die  entscheidet, im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und der  mit dem Ausland, nach freiem Ermessen über die Bewilligung von Aufenthalt oder Niederlassung (Art. 4 ANAG). Daher räumt das schweizerische Recht weder einen Anspruch auf Einreise noch auf Er-
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teilung eines Visums ein (vgl. PETER UEBERSAX, Einreise und , in: PETER UEBERSAX/PETER MÜNCH/THOMAS GEISER/MARTIN ARNOLD (Hrsg.), Ausländerrecht, Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Steuerrecht und Sozialrecht der Schweiz, Basel/Genf/München 2002, S. 143). Dem behördlichen Ermessen steht somit im Falle der Erteilung einer Einreisebewilligung ein weiterer Spielraum offen als beispielsweise bei der Verlängerung einer  den Vertrauensschutz verfestigenden Anwesenheitserlaubnis.
4. 4.1 Ausländerinnen und Ausländer benötigen zur Einreise in die Schweiz neben einem Pass ein Visum, sofern sie nicht aufgrund  Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (vgl. Art. 1, Art. 3 und Art. 4 der Verordnung vom 14. Januar 1998 über  und Anmeldung von Ausländerinnen und Ausländern [VEA, SR 142.211]). Der Gesuchsteller kann sich auf keine Ausnahmeregelung berufen; er ist aufgrund seiner Staatsangehörigkeit visumpflichtig.
4.2 Das Visum kann erteilt werden, wenn die Ausländerin oder der Ausländer die Einreisevoraussetzungen nach Art. 1 VEA erfüllt (vgl. Art. 9 Abs. 1 VEA, Art. 14 Abs. 1 VEA e contrario). So müssen , die in die Schweiz reisen möchten, unter anderem Gewähr , dass sie fristgerecht wieder ausreisen werden (Art. 1 Abs. 2 Bst. c. VEA). Dazu lassen sich jedoch, da ein künftiges Verhalten zu  ist, in der Regel keine gesicherten Feststellungen, sondern  Voraussagen machen. Dabei sind sämtliche Umstände des  Einzelfalles zu würdigen.
5. Anhaltspunkte zur Beurteilung der fristgerechten Wiederausreise  sich aus der allgemeinen Lage im Herkunftsland der Besucherin oder des Besuchers ergeben. Dabei rechtfertigt es sich durchaus,  von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten oder  mit politisch respektive wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen zum Vornherein mit Zurückhaltung zu begegnen, da die persönliche Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht. Daneben sind aber auch sämtliche Gesichtspunkte des  Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einem Gesuchsteller bzw. einer Gesuchstellerin im Heimatstaat beispielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser
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Umstand durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. Umgekehrt muss bei Gesuchstellern und Gesuchstellerinnen, die in ihrer Heimat keine der erwähnten Verpflichtungen haben, die sie von einer möglichen Emigration abhalten könnten, aufgrund entsprechender Erfahrungen das Risiko eines fremdenpolizeilich nicht vorschriftsgemässen Verhaltens (nach bewilligter Einreise zu einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden.
5.1 Die politische und wirtschaftliche Situation in Serbien und in der von der UNMIK verwalteten Provinz Kosovo ist weiterhin schwierig. Die Arbeitslosigkeit ist hoch (2005: Serbien rund 20 %, Provinz Kosovo mehr als 40 %) und 37 % der Bevölkerung der Provinz Kosovo lebten gemäss den Zahlen der Weltbank für das Jahr 2006 unter der  (vgl. Country Brief 2006, auf der Website der Weltbank >  > Kosovo > Overview > Economy, <http://www.worldbank.org>, besucht am 5. November 2007). Der Zuwanderungsdruck ist daher hoch, was sich auch in der schweizerischen Asylstatistik widerspiegelt, in der Serbien im Jahre 2006 mit 11.6 % die grösste Gruppe von  stellte. Dabei sind insbesondere die jüngeren  von der schwierigen Wirtschaftslage betroffen.
5.2 Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung, dass die  auszuwandern, erfahrungsgemäss dort begünstigt wird, wo bereits Verwandte oder Bekannte im Ausland leben, ist die Beurteilung der Vorinstanz, die das Risiko einer nicht fristgerechten  als relativ hoch einschätzte, nicht zu beanstanden. Es wäre jedoch zu schematisch und nicht haltbar, generell und ohne spezifische  ausschliesslich aufgrund der allgemeinen Lage im  auf eine nicht hinreichend gesicherte Wiederausreise zu schliessen.
5.3 Beim Gesuchsteller handelt es sich um einen 26-jährigen, ledigen und kinderlosen Mann, der in seiner Heimat offensichtlich keine familiären und gesellschaftlichen Verpflichtungen hat. Zwar geht er  Erwerbstätigkeit nach. Aus den Akten ergibt sich diesbezüglich, dass er beim Unternehmen S._ in Gjakova als "Arbeiter im " mit einem monatlichen Einkommen von 250 Euro  ist. Aus dem eingereichten Arbeitsvertrag vom 1. Januar 2006 geht jedoch nicht hervor, was genau die Aufgaben des Gesuchstellers in diesem Unternehmen sind. Aufgrund der vorgenannten Umschrei-
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bung und des Lohnes, der dem monatlichen Durchschnittseinkommen eines Arbeiters in Serbien entspricht, dürfte es sich dabei aber nicht um eine qualifizierte Arbeit handeln, welche auf dem Arbeitsmarkt in Kosovo besonders gefragt ist. Ausserdem ist der Arbeitsvertrag bis zum 31. Dezember 2007 befristet. Von einer beruflichen Festigung und somit von einem gesicherten wirtschaftlichen Fortkommen im  kann demnach beim Gesuchsteller nicht die Rede sein. Damit sind keine persönlichen Verhältnisse auszumachen, die geeignet , ihn von einer Emigration abzuhalten.
5.4 Der Beschwerdeführer garantiert ferner ausdrücklich, dass der Gesuchsteller die Schweiz wieder rechtzeitig verlassen werde, und macht geltend, die volle Verantwortung für alle Pflichten, die aus  Einreise entstehen, zu übernehmen. Die Integrität des Beschwerdeführers in seiner Eigenschaft als  wird in keiner Art und Weise in Zweifel gezogen. Indessen sind bei der Abwägung des Risikos einer nicht fristgerechten  nicht so sehr die Einstellung oder die Absichten des Gastgebers, sondern in erster Linie das mögliche Verhalten des Gastes selbst von Bedeutung. Nur Letzterer ist in der Lage, hinreichend Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise zu bieten. Der Gastgeber kann zwar für gewisse finanzielle Risiken Garantie leisten, nicht aber � mangels rechtlicher und faktischer Durchsetzbarkeit � für ein bestimmtes  des Gastes.
6. Nach dem Gesagten durfte die Vorinstanz davon ausgehen, die  Wiederausreise sei nicht gewährleistet (vgl. Art. 14 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 2 Bst. c. VEA). Zwar lässt sich diese Prognose nicht zu einer gesicherten Feststellung verdichten; sie reicht aber aus, um die Erteilung einer Einreisebewilligung � auf welche wie bereits  ohnehin kein Rechtsanspruch besteht � abzulehnen. Daraus folgt, dass die angefochtene Verfügung rechtmässig ist (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
7. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind dem  die Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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