Decision ID: 7d822546-5919-464d-b360-44381cbf8f70
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_005
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt:
1. A._ reichte am 8. September 2020 beim Bauamt der Gemeinde
B._ ein Vorprojekt zum Um- und Ausbau des Dreifamilienhauses
«D._», Parzelle E._, ein. Mit dem Projekt sollen die drei
bisherigen Wohnungen erhalten bleiben, renoviert und im Stallbereich
erweitert werden. Sie reichte diesbezüglich ein Vorprojekt ein, um
insbesondere die Parkplatzsituation zu klären. Bislang wies das
Grundstück einen Parkplatz auf, vorgesehen sind neu drei Parkplätze.
2. Nachdem am 18. September 2020 eine Begehung mit einem Vertreter
des Tiefbauamtes Graubünden und der Verkehrstechnik (Kantonspolizei
Graubünden) stattfand, stellte das Tiefbauamt Graubünden mit
Vorabklärung vom 12. Oktober 2020 A._ eine Zusatzbewilligung für
das Bauvorhaben gemäss Art. 51 f. des Strassengesetzes des Kantons
Graubünden in Aussicht. Dies unter der Voraussetzung, dass die
bestehend ungenügenden Sichtverhältnisse bei der Einfahrt in die
Kantonsstrasse durch das Anbringen eines Verkehrsspiegels auf der
gegenüberliegenden Seite der Kantonsstrasse (am Kandelaber auf dem
Grundstück F._) verbessert werden. Des Weiteren sei ein
Wendeplatz im Innenhof erforderlich. Es dürfe nur vorwärts von der
Kantonsstrasse auf die Liegenschaft D._ und von dort aus in die
Kantonsstrasse hinein gefahren werden.
3. Die Eigentümer des gegenüber Parzelle E._ liegenden Grundstücks
Parzelle F._ äusserten keine Einwände gegen das Anbringen eines
Verkehrsspiegels.
4. Am 18. November 2020 reichte A._ schliesslich ein Baugesuch
(Baugesuch-Nr. G._) bei der Gemeinde B._ ein, um einen Um-
und Ausbau des Mehrfamilienhauses im D._ (Parzelle E._) zu
realisieren.
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5. Mit Verfügung vom 23. November 2020 bewilligte das Tiefbauamt des
Kantons Graubünden (TBA) den Anschluss an die Kantonsstrasse unter
Bedingungen und Auflagen. So wird die Gesuchstellerin u.a. verpflichtet,
gegenüber der Zufahrt einen Verkehrsspiegel anzubringen. Die
Genehmigung erfolgte unter dem Vorbehalt des Bewilligungsverfahrens
der Gemeinde.
6. Nachdem die Gemeinde B._ den Bauberater der Gemeinde, den
Architekten H._, zur Begutachtung der Baueingabeakten vom 18.
November 2020 aufgefordert hatte, nahm dieser am 1. Dezember 2020
dazu Stellung. Dabei führte er u.a. aus, dass es sich beim vorliegenden
Baugesuch zwar um eine Umbaute, um Zweckänderungen und um
Abbrüche handle. Die gesamte Intervention werde aber im bestehenden
Volumen selbst abgehandelt. Es seien keine Massnahmen geplant, die
das Umfeld in irgendeiner Weise beträfen, ausser einer partiellen
Änderung der Fassadengestaltung. Die Parkierung erscheine als zu
knapp, aber funktionell möglich bemessen. Der Spiegel zur Erhöhung der
Verkehrssicherheit auf der anderen Seite sei aus gestalterischer Sicht
bedenkenlos.
7. Mit Schreiben vom 11. Dezember 2020 teilte die Gemeindeverwaltung
B._ A._ mit, dass aufgrund der gefährlichen Ausfahrt auf die
Kantonsstrasse D._ nur wie bisher ein Parkplatz zugestanden
werden könne. Auf Parkplatz 1 und 2 müsse verzichtet werden. Für die
zwei fehlenden Pflichtparkplätze sei gemäss Baugesetz Art. 59 eine
entsprechende Ersatzabgabe zu leisten. Diese Auflage bestehe solange,
bis die Pflichtparkplätze auf dem Grundstück oder in angemessener
Distanz nachgewiesen werden können. Gleichzeitig gewährte der
Gemeindevorstand A._ im Rahmen des rechtlichen Gehörs die
Möglichkeit, bis zum 21. Dezember 2021 dazu Stellung zu nehmen.
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8. A._ machte von dieser Möglichkeit Gebrauch und nahm am 15.
Dezember 2020 Stellung. Sie habe am 23. November 2020 eine
Verfügung des TBA erhalten, in welcher die Parkplätze bewilligt werden.
Deshalb sei keine Ersatzabgabe zu entrichten. Es sei erstellt, dass mit
dem Verkehrsspiegel die Verkehrssicherheit gewährleistet sei – diese
gerade auch im Hinblick auf die Wendemöglichkeit. Des Weiteren sei –
wenn die Verkehrssicherheit grundsätzlich gegeben sei – unerheblich, ob
ein Auto oder drei Autos die Ein- und Ausfahrt benützten. Die
Gesuchstellerin betonte nochmals, dass anlässlich der Begehung mit
einem Vertreter der Kantonspolizei bzw. des TBA bestätigt worden sei,
dass mit einem Verkehrsspiegel und der Wendemöglichkeit alle
notwendigen Anforderungen für drei bis vier Parkplätze gegeben seien.
9. Mit Beschluss vom 15., mitgeteilt am 29. Dezember 2020, erteilte der
Gemeindevorstand B._ A._ die Baubewilligung mit Auflagen für
den Um- und Ausbau eines Mehrfamilienhauses auf Parzelle E._ in
7023 B._ (Baugesuch-Nr. G._). In Ziff. 6 wurde der
Gesuchstellerin nur ein Parkplatz zugestanden. Für die beiden anderen
Parkplätze sei sie verpflichtet, eine Ersatzabgabe zu leisten, sofern keine
Pflichtparkplätze auf dem Grundstück oder in angemessener Distanz
nachgewiesen würden. Zusätzlich wurden A._ in Ziff. 19
provisorische Anschlussgebühren für Wasser und Abwasser auferlegt.
10. Gegen die Ziff. 6 der Baubewilligung (Nichtgewährung von zwei
zusätzlichen Parkplätzen bzw. Leistung einer Ersatzabgabe) und Ziff. 19
(Gebühren) erhob die nun anwaltlich vertretene A._ (nachfolgend:
Beschwerdeführerin), am. 29. Januar 2021 Beschwerde ans
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Sie beantragte was folgt:
1. Ziffer 6 der von der Gemeinde B._ erlassenen Baubewilligung vom
29.12.2020, mitgeteilt am 30.12.2020, zum Baugesuch-Nr. G._ sei aufzuheben
und es seien die Parkplätze wie sie in dem Baugesuch eingegeben wurden, zu
bewilligen.
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2. Ziff. 19 der von der Gemeinde B._ erlassenen Baubewilligung vom
29.12.2020, mitgeteilt am 30.12.2020, zum Baugesuch-Nr. G._ sei bezüglich
der Anschlussgebühren im Umfang von total CHF 14 ́766.00 aufzuheben bzw. zu
reduzieren.
3. Unter amtlicher und ausseramtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. MwSt.
gemäss Gesetz.
Sie rügte, dass es in der Baubewilligung an einer Begründung fehle,
woraus sich an der Kantonsstrasse D._ eine gefährliche Ausfahrt
ergeben soll. Die Ausfahrt sei keinesfalls gefährlich. Sowohl Art. 56 des
Baugesetzes der Gemeinde B._ sowie Art. 52 des
Strassengesetzes des Kantons Graubünden bezweckten die
Gewährleistung bei Zu- und Ausfahrten in Kantonsstrassen. Die
Experten – also die Kantonspolizei Graubünden und das TBA – hätten
beide die Zu- und Ausfahrt als rechtlich zulässig und damit die
Verkehrssicherheit als nicht beeinträchtigend erachtet. Das TBA habe als
Auflage das Anbringen eines Verkehrsspiegels verfügt. Damit sei im
vorliegenden Fall keineswegs ersichtlich, inwiefern die bestehende Ein-
und Ausfahrt gefährlich sein soll, zumal die bereits bestehende Ein- und
Ausfahrt durch den Verkehrssicherheitsspiegel noch sicherer gemacht
werde. Sogar der Bauberater der Gemeinde B._ habe die Zu- und
Ausfahrt als sicher betrachtet. Wäre die Ausfahrt tatsächlich gefährlich,
könnte auch nicht nur ein Parkplatz bewilligt werden. Als willkürlich
erscheine zudem der Umgang der Baubehörde mit der Stellungnahme
der Beschwerdeführerin. Nachdem die Gemeindeverwaltung die
Beschwerdeführerin zur Stellungnahme aufgefordert gehabt habe, sei
diese dieser Aufforderung am 15. Dezember 2020 nachgekommen. Noch
gleichentags habe die Gemeinde den Beschluss gefasst, welcher den
exakt gleichen Wortlaut enthalte wie im Schreiben vom 11. Dezember
2020, ohne auch nur mit einer Silbe auf die Stellungnahme einzugehen.
Es sei zu bezweifeln, dass die Baubehörde überhaupt ausreichend
Kenntnis von der Stellungnahme genommen habe. Zu Wahrung des
rechtlichen Gehörs gehöre es, dass die Gemeinde sich mit den
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Argumenten der Beschwerdeführerin auseinandersetze und diese
würdige. Die Gemeinde habe das rechtliche Gehör der
Beschwerdeführerin eindeutig verletzt. Auch unter dem Blickwinkel des
Vertrauensschutzes vermöge Ziff. 6 der Baubewilligung nicht zu
genügen. Die Gemeinde habe sich, trotz des von der
Beschwerdeführerin eingereichten ausführlichen Vorprojektes, nie
negativ zu den Parkplätzen geäussert, sondern erst nach Einreichung
eines formellen Baugesuches. Zudem sei die Bewilligung in sich nicht
stimmig und willkürlich, da Ziff. 6 dem integralen Bestandteil der
Baubewilligung und somit den Fachmeinungen widerspreche, ohne dies
zu begründen. Was die von der Gemeinde in Ziff. 19 verfügten
Anschlussgebühren betreffe, so sei infolge der Fusion der Gemeinde
B._ mit der Stadt C._ das Gesetz über die Abwasseranlagen
der Stadt C._ anwendbar. Gemäss Art. 11 Abs. 2 Ziff. 2bis des
Abwassergesetzes sei ein einmaliger Kanalbeitrag in Form einer
Anschlussgebühr zu bezahlen. Bei baulichen Veränderungen, die einen
Mehranfall von abzuleitendem Wasser mit sich bringen, müsse ein
angemessener zusätzlicher Betrag entrichtet werden. Die
Beschwerdeführerin wolle die Liegenschaft umbauen bzw. renovieren.
Es werde daher kein Mehranfall von abzuleitendem Wasser verursacht.
Somit fielen keine Gebühren an, sodass die verfügten Gebühren in Ziff.
19 nicht geschuldet seien.
11. Mit Vernehmlassung vom 15. Februar 2021 beantragte die Stadt
C._ (nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der
Beschwerde unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge. Sie
führte aus, dass sowohl Art. 52 Abs. 1 des kantonalen Strassengesetzes
als auch die Verfügung des TBA mit Blick auf das kommunale
Bewilligungsverfahren ausdrücklich einen Vorbehalt statuierten.
Anderseits sei Art. 56 BauG-B._ strenger ausgestaltet als die
kantonale Strassengesetzgebung, da Ausfahrten die Benützerinnen und
Benützer der Verkehrsanlagen ganz allgemein nicht gefährden dürften.
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Die Situation vor Ort sei gefährlich und unübersichtlich, der motorisierte
Strassenverkehr, der Langsamverkehr sowie die zahlreichen Schulkinder
verlangten mit Blick auf die Verkehrssicherheit nach einem strengen
Regime. Der Verkehrsspiegel lasse die Grösse der Objekte und die
Distanzen falsch einschätzen und gaukle eine Sicherheit vor, die nicht
bestehe. Das rechtliche Gehör sei nicht verletzt, da die umfangreiche
Beschwerdeeingabe ans Verwaltungsgericht zeige, dass sich die
Beschwerdeführerin anhand der Darlegungen der Baukommission und
der Baubehörde ein klares Bild habe machen können, weshalb ihr
Baugesuch für zwei zusätzliche Parkplätze abgelehnt worden sei und
von welchen Überlegungen sich die Gemeinde habe leiten lassen. Die
Berufung auf den Vertrauensschutz sei unbegründet, da weder die
vorläufige Prüfung, die vorläufige Beurteilung noch die öffentliche
Auflage Anspruch auf Erteilung der Baubewilligung geben. Ebenso wenig
werde dadurch die entscheidende Behörde in irgendeiner Weise bei der
Beurteilung des ordentlichen Baugesuchs und allfälliger Einsprachen
eingeschränkt. Schliesslich lasse sich weder aus der Verfügung des TBA
noch aus dem Gutachten des Bauberaters entnehmen, dass die beiden
neuen Autoabstellplätze zwingend bewilligt werden müssten. Was die
Anschlussgebühren betreffe, so bleibe das einschlägige Recht der
Gemeinde B._, auf welches sich die Gebühren stützten, weiterhin
anwendbar, da gemäss Art. 89 Abs. 2 KRG Baugesuche nach dem
Recht beurteilt würden, welches zur Zeit des Entscheides gelte. Falls das
Verwaltungsgericht wider Erwarten zum Schluss kommen sollte, dass die
Anschlussgebühren neu nach städtischem Recht festzulegen seien, so
wäre die Angelegenheit an die Stadt C._ zur Neubeurteilung
zurückzuweisen. Ergänzend sei aber bereits festgehalten, dass es
aufgrund der Baueingabepläne offensichtlich zu einem Mehranfall an
abzuleitendem Wasser kommen werde. Es sei kaum davon auszugehen,
dass für den geplanten Um- und Ausbau keine Gebühren anfallen
würden. Ob die Anschlussgebühren tiefer, gleich oder höher als die
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besagten Fr. 14 ́766.-- ausfallen würden, wäre in einem separaten
Verfahren zu beurteilen.
12. In ihrer Replik vom 31. März 2021 hielt die Beschwerdeführerin
unverändert an ihren Anträgen fest und ergänzte ihre Argumentation. Es
könne nicht sein, dass der Verkehrsspiegel so ungeeignet sei, wie von
der Beschwerdegegnerin dargestellt, ansonsten käme diese
Sicherheitsvorkehrung wohl kaum derart häufig zum Einsatz und würde
auch nicht von Verkehrsfachleuten wie dem TBA und der Kantonspolizei
empfohlen. Bezüglich der Fussgänger sei festzuhalten, dass bei der
Ausfahrt von Parzelle E._ kein Trottoir verlaufe, sodass die Ein-
/Ausfahrt auch aus dieser Sicht unproblematisch sei. Schliesslich sei die
umstrittene Zufahrt keineswegs neu, sondern habe bereits seit jeher als
Zufahrt für Fahrzeuge gedient.
13. Duplizierend hielt die Beschwerdegegnerin ebenfalls ans ihren Anträgen
fest und ergänzte, dass es bezüglich der Verkehrssituation einzig darum
gehe, zu verhindern, dass mit den zwei neu beantragten Parkplätzen die
Verkehrssicherheit aller anderen Verkehrsteilnehmenden bei der Ein-
und Ausfahrt massiv gefährdet werde.
14. Mit Schreiben vom 22. Oktober 2021 ersuchte der Instruktionsrichter die
Beschwerdegegnerin, dem Gericht die entsprechenden Gesetze, nach
denen die frühere Gemeinde B._ die Gebühren in Ziff. 19 der
Baubewilligung G._ vom 15., mitgeteilt am 29. Dezember 2020,
festgelegt hatte, zu edieren.
15. Daraufhin reichte die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 1.
November 2021 die Gebührenordnung, das Gesetz über die
Wasserversorgung, das Gesetz über die Abwasserbehandlung sowie
das Gebühren- und Kostenreglement der früheren Gemeinde B._
ein. Sie merkte an, dass die Gebühren in Ziffer 19 der Baubewilligung
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G._ provisorischer Natur seien und nach Abschluss des
Bauvorhabens definitiv verfügt bzw. in Rechnung gestellt würden.
Auf die weiteren Vorbringen und Argumente der Parteien wird – soweit
erforderlich – in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt ist vorliegend der Entscheid vom 15., mitgeteilt am
29. Dezember 2020, worin die Beschwerdegegnerin der
Beschwerdeführerin die Baubewilligung für das Baugesuch Nr. G._
(Um- und Ausbau Mehrfamilienhaus auf Parzelle E._) unter
Auflagen erteilte. Mit den Ziff. 6 (Nichtgewährung von zwei zusätzlichen
Parkplätzen bzw. Leistung einer Ersatzgabe) und Ziff. 19
(Anschlussgebühren) konnte sich die Beschwerdeführerin nicht
einverstanden erklären, weshalb sie dagegen am 29. Januar 2021
Beschwerde ans Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden erhob. Es
geht also um die Rechtmässigkeit des strittigen Entscheids.
1.1. Die örtliche, sachliche und funktionale Zuständigkeit des streitberufenen
Verwaltungsgerichts ist vorliegend gegeben. Nach Art. 49 Abs. 1 lit. a
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100)
beurteilt das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden Beschwerden
gegen Entscheide von Gemeinden, soweit diese nicht bei einer anderen
Instanz angefochten werden können oder nach kantonalem oder
eidgenössischem Recht endgültig sind. Der vorliegend angefochtene
kommunale Entscheid vom 15., mitgeteilt am 29. Dezember 2020, ist
weder endgültig noch kann er bei einer anderen Instanz angefochten
werden und bildet damit ein taugliches Anfechtungsobjekt im Sinne von
Art. 49 Abs. 1 lit. a VRG.
1.2. Als formelle und materielle Adressatin des angefochtenen Entscheids ist
die Beschwerdeführerin durch den Entscheid besonders berührt und hat
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ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung,
weshalb sie zur Beschwerde legitimiert ist (Art. 50 Abs. 1 VRG). Die frist-
und formgerecht eingereichte Beschwerde gibt zu keinen weiteren
Bemerkungen Anlass, sodass darauf einzutreten ist (Art. 52 Abs. 1
VRG).
1.3. Die Durchführung eines Augenscheins gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. e VRG
zur weiteren Beweismittelerhebung ist nicht notwendig, da sich die
tatsächlichen Verhältnisse und der Sachverhalt hinreichend aus den
Akten ergeben und ausschliesslich Rechtsfragen zu beantworten sind.
2. Vorab ist die Rüge der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör
zu prüfen, da dieses Recht formeller Natur ist. Die Verletzung des durch
Art. 29 Abs. 2 BV und auf kantonaler Ebene Art. 16 VRG gewährleisteten
Gehörsanspruchs führt, ungeachtet der Erfolgsaussichten der
Beschwerde in der Sache selbst, zur Aufhebung des angefochtenen
Entscheides (BGe 144 I 11 E. 5.3., BGE 132 V 387 E. 5.1 S. 390). Nach
der Rechtsprechung kann ein Verfahrensmangel, insbesondere eine
Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör, zwar geheilt werden,
wenn die Kognition der urteilenden Instanz nicht eingeschränkt ist und
den Beschwerdeführern daraus auch kein Nachteil erwächst. Eine
Heilung ist demgegenüber aber immer dann ausgeschlossen, wenn es
sich um eine besonders schwerwiegende Verletzung der Parteirechte
handelt; zudem soll sie die Ausnahme bleiben (BGE 134 I 335, E. 3.1;
126 I 72, E. 2 mit Hinweisen; PVG 2008 Nr. 1). Verfügungen oder
Entscheide, die unter Missachtung des rechtlichen Gehörs ergangen
sind, sind daher grundsätzlich aufzuheben und zur Durchführung eines
ordnungsgemässen Verwaltungsverfahrens an die Verwaltungsbehörden
zurückzuweisen (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts R 17 95 E. 7.1 f. mit
weiteren Hinweisen). Nur wenn es sich aus verfahrensökonomischen
Gründen geradezu aufdrängt, ist die Heilung einer allfälligen
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Gehörsverletzung im Rechtsmittelverfahren nach der zitierten Praxis
ausnahmsweise zuzulassen.
2.1. Die Beschwerdeführerin rügt einen willkürlichen Umgang der
Beschwerdegegnerin mit der eingereichten Stellungnahme vom 15.
Dezember 2020. Angesichts der Tatsache, dass am selben Tag der
Baubeschluss mit dem exakt gleichen Wortlaut gefällt wurde, sei zu
bezweifeln, dass sich die Beschwerdegegnerin mit der Parkplatzsituation
ausreichend auseinandergesetzt habe. Damit habe sie das rechtliche
Gehör der Beschwerdeführerin verletzt.
2.2. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV folgt
ein Mindestanspruch auf Begründung eines hoheitlichen Aktes, wobei
sich diese Begründungspflicht für kantonale Behörden aus dem
kantonalen Verfahrensrecht ergibt. In diesem Sinne schreibt Art. 22 Abs.
1 VRG ausdrücklich vor, Entscheide zu begründen. Der Bürger soll
wissen, warum die Behörde entgegen seinem Antrag entschieden hat.
Die Begründung eines Entscheides muss deshalb so abgefasst sein,
dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann.
Dies ist nur möglich, wenn sowohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz
sich über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können. In
diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt
werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sich ihr
Entscheid stützt (BGE 129 I 232 E. 3.2; 126 I 97, E. 2b). Immerhin darf
sich die Behörde auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte
beschränken. Es ist nicht nötig, dass sich die Behörde mit jeder
tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand
auseinandersetzt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid
wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 133 I 277 mit weiteren
Hinweisen). Ob die Begründung dann auch rechtlich zutreffend und
haltbar ist, ist nicht eine Frage des formellen Anspruches auf rechtliches
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Gehör, sondern der materiellen Beurteilung der Streitfrage (Urteil des
Verwaltungsgerichts R 19 52 vom 15. Februar 2011, E. 2.2.).
Auch wenn die Beurteilung äusserst knapp gehalten ist und die
Stellungnahme tatsächlich keinen Eingang in den angefochtenen
Baubeschluss gefunden hat, ist die Gemeinde vorliegend ihrer
Begründungspflicht in hinreichendem Masse nachgekommen. So lässt
sich dem angefochtenen Entscheid entnehmen, dass bezüglich Ziff. 6 vor
allem Aspekte der Verkehrssicherheit, konkret die gefährliche Ausfahrt
auf die Kantonsstrasse D._, relevant waren. Diesbezüglich war es
für die Beschwerdeführerin hinreichend klar, von welchen Überlegungen
sich die Gemeinde im angefochtenen Entscheid hat leiten lassen. Zudem
zeigt die Eingabe der Beschwerdeführerin, dass sie ohne Weiteres in der
Lage war, den missliebigen Entscheid frist-, form- und sachgerecht
anzufechten.
2.3. Selbst wenn mit Blick auf die Begründungsdichte sowie die fehlende
Berücksichtigung eine Verletzung des rechtlichen Gehörs bejaht werden
müsste, dürfte der Mangel als nachträglich geheilt qualifiziert werden,
weil es sich aufgrund des eben geschilderten um keine schwerwiegende
Verletzung der Parteirechte handelte und sich die Beschwerdeführer im
vorliegenden Verfahren im Rahmen eines doppelten Schriftenwechsels
ausführlich zu allen Fragen äussern konnten. Gegen eine Rückweisung
sprechen entsprechend auch verfahrensökonomische Überlegungen.
Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist daher nicht verletzt (vgl. Urteil
des Verwaltungsgerichts R 17 3 vom 4. Juli 2017, E. 2e).
3. Des Weiteren ist sodann festzuhalten, dass die Gemeinde B._ und
die Stadt C._ per 1. Januar 2021 fusioniert haben. Sowohl die
Beschwerdeführerin wie die Beschwerdegegnerin machen bezüglich der
einzelnen Punkte Ausführungen zum anwendbaren Recht, weshalb es
vorliegend Sinn macht, dies einleitend zu klären.
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3.1. Was die strittige Ziff. 6 betrifft, so sind sich sowohl die
Beschwerdeführerin als auch die Beschwerdegegnerin einig, dass das
Baugesetz der Gemeinde B._ zur Anwendung gelange. Bezüglich
Ziff. 19 (Gebühren) ist die Beschwerdeführerin der Ansicht, das Gesetz
über die Abwasseranlagen der Stadt C._ gelange zur Anwendung,
während die Beschwerdegegnerin argumentiert, dass für die zu
beurteilende Gebührenregelung das einschlägige Recht der ehemaligen
Gemeinde B._ anwendbar sei.
3.2. Art. 89 Abs. 2 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden
(KRG; BR 801.100) hält fest, dass Baugesuche nach dem Recht beurteilt
werden, das zur Zeit des Entscheides gilt. Nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung wird das Interesse am Schutz des Vertrauens der
Betroffenen auf die Weitergeltung des bisherigen Rechts und an der
Rechtssicherheit am besten gewahrt, wenn das im Zeitpunkt der
Einleitung des Verfahrens geltende Recht angewendet wird
(HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl.,
Zürich/St. Gallen 2020, Rz. 292 f.). Es sollen jene Bestimmungen auf
hängige Verfahren Anwendung finden, welche im Zeitpunkt der
Verwirklichung des Sachverhaltes Geltung haben. Dabei sei nur auf
jenen Sachverhalt bzw. Tatbestand abzustellen, der rechtlich zu
würdigen ist oder der zur Rechtsfolge führt (WIEDERKEHR/RICHLI, Praxis
des allgemeinen Verwaltungsrechts, Band 1, Bern 2012, Rz. 777 und
783 mit ausführlichem Verweis auf die bundesgerichtliche
Rechtsprechung; BGE 137 V 105 E.5.3.1 = Pra. 100 [2011] Nr. 110
E.5.3.1; BGE 130 V 329 E.2.2 und E.2.3 = Pra. 94 [2005] Nr. 95 E.2.2
und E.2.3; 129 V 1, E.1.2).
Der vorliegend angefochtene Beschluss datiert vom 15. Dezember 2020.
Der Sachverhalt hat sich somit zu einem Zeitpunkt verwirklicht, in
welchem die Fusion noch nicht vollzogen und somit das einschlägige
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Recht der damals noch unabhängigen Gemeinde B._ gegolten hat,
und zwar sowohl in Bezug auf das kommunale Baurecht (die
angefochtene Ziff. 6) sowie das kommunale Wasser- und Abwasserrecht
(die angefochtene Ziff. 19) Die Botschaft zum Zusammenschluss
zwischen der Gemeinde B._ und der Stadt C._ sowie der
Zusammenschlussvertrag sind diesbezüglich irrelevant, da der
angefochtene Beschluss vor Inkrafttreten der Fusion gefällt wurde. Es
kann somit festgehalten werden, dass für die Beantwortung der
nachstehenden Fragen einzig das Recht der ehemaligen Gemeinde
B._, konkret das kommunale Baugesetz sowie das kommunale
Gesetz über die Wasserversorgung (nachfolgend: WvG) und das
kommunale Gesetz über die Abwasserbehandlung (AbwG) und die
entsprechenden kommunalen Gebührenregelungen, anwendbar ist.
4. In materieller Hinsicht ist zunächst zu prüfen, ob die
Beschwerdegegnerin die Auflage in Ziff. 6 des angefochtenen Entscheids
zurecht verfügt hat.
4.1. Gemäss Art. 51 Abs. 3 des Strassengesetzes des Kantons Graubünden
(StrG; BR 807.100) sind von den Grundeigentümerinnen und
Grundeigentümern auf eigene Kosten hinsichtlich des Standortes des
Anschlusses sowie der Art und Ausgestaltung des Verkehrsknotens zu
treffen, sofern es die Verkehrssicherheit erfordert. Dabei bedürfen die
Erstellung und die Änderung von Zugängen und Zufahrten an
Kantonsstrassen nebst der Baubewilligung eine Bewilligung des
Tiefbauamtes (Art. 52 Abs. 1 StrG). Eine Bewilligung ist auch
erforderlich, wenn ein bestehender Anschluss einem wesentlich
grösseren oder andersartigen Verkehr dienen soll (Art. 52 Abs. 2 StrG).
4.2. Vorliegend hat das TBA der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom
12. Oktober 2020 eine solche Zusatzbewilligung in Aussicht gestellt und
mit Verfügung vom 23. November 2020 unter Vorbehalt der kommunalen
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Baubewilligung erteilt. Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den
Standpunkt, das kommunale Baugesetz, im Speziellen Art. 56 Abs. 1, sei
strenger ausgestaltet als das kantonale Strassengesetz. Bereits eine
geringe (und nicht eine wesentliche) Gefährdung genüge, um von einer
ungenügenden Erschliessung bzw. Verletzung der Verkehrssicherheit
auszugehen.
4.3. Art. 56 Abs. 1 BauG-B._ lautet wie folgt: Bauliche Anlagen wie Einmündungen, Ausfahrten und Ausgänge auf Strassen,
Wege und Plätze dürfen die Benützerinnen und Benützer der Verkehrsanlagen
nicht gefährden. Die Baubehörde kann die Anpassung oder Beseitigung
gefährlicher Anlagen auf Kosten der Eigentümerin oder des Eigentümers der
Anlage verfügen.
Bei der vorliegenden Strasse handelt es sich unbestritten um eine
Kantonsstrasse. In Bezug auf Aspekte der Verkehrssicherheit bei
Kantonsstrassen verkennt die Beschwerdegegnerin, dass diesbezüglich
einzig das kantonale Tiefbaumt zuständig ist, nicht aber die Gemeinde
(vgl. Urteil des Verwaltungsgericht R 03 04 vom 25. März 2003, E. 3b).
Somit fällt die Beurteilung der Verkehrssicherheit nicht in den
Autonomiebereich der Gemeinde und diese durfte daher nicht strengeres
Recht anwenden, als es das kantonale Strassengesetz vorsieht. Dabei
sind die Ausführungen der Beschwerdegegnerin, wonach sowohl Art. 52
Abs. 1 StrG sowie die Bewilligung des TBA vom 23. November 2020
einen Vorbehalt bezüglich der kommunalen Baubewilligung statuieren,
insoweit unbehelflich, da sie der Gemeinde keinen Vorbehalt bezüglich
der zu beurteilenden Verkehrssicherheit einräumen. Diese Beurteilung
liegt, wie bereits ausgeführt, ausschliesslich bei der kantonalen
Fachstelle. Der genannte Vorbehalt bezieht sich auf andere Aspekte der
Baubewilligung, welche in den Hoheitsbereich der Gemeinde fallen.
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5. Somit ist erstellt, dass die Beschwerdegegnerin vorliegend Ziff. 6 nicht
verfügen durfte, da die Beurteilung der Verkehrssicherheit nicht in ihrer
Zuständigkeit lag, sondern bereits in positiver Form durch das kantonale
Tiefbauamt erfolgte. Die Beschwerdegegnerin beging somit eine
Rechtsverletzung, weshalb die Beschwerde in diesem Punkt
gutzuheissen ist.
6. Des Weiteren stellt sich die Frage, ob die Beschwerdegegnerin die
Anschlussgebühren in Höhe von CHF 14'766.00 (=CHF 16'366.00 [Total]
– CHF 1'600.00 [Baubewilligung]) zu Recht verfügt hatte.
6.1. Wie bereits festgehalten wurde, ist das einschlägige Recht der
ehemaligen Gemeinde B._ diesbezüglich anwendbar.
6.2. Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass es sich vorliegend um
einen Umbau handelt. Es würden keine neuen Wohnungen oder weitere
Badezimmer eingebaut, sodass kein Mehranfall von abzuleitendem
Wasser verursacht werde. Damit fielen im vorliegenden Fall keine
Gebühren für die bereits an das Abwassernetz angeschlossene
Kanalisation an.
6.3. Die Beschwerdegegnerin führt diesbezüglich aus, dass aus den
Baueingabeplänen ersichtlich sei, dass in den Wohnungen neue
Nasszellen eingerichtet werden, was offensichtlich einen Mehranfall an
abzuleitendem Wasser zur Folge habe.
6.4. Die Anschlussgebühr ist eine öffentlichrechtliche Gegenleistung für die
Gewährung des Anschlusses an das betreffende öffentliche
Leitungsnetz. Als solche ist sie eine Benutzungsgebühr im Sinne einer
Gegenleistung des Grundeigentümers dafür, dass er das Recht erhält,
die betreffende Ver- oder Entsorgungsanlage zu benützen (BGE 112 Ia
263 E. 5a). Die Anschlussgebühr ist nach ihrem Zweck als eine
einmalige Abgabe (taxe unique) konzipiert (BGE 112 Ia 263 E. 5a, 97 I
341 E. 2a). Für den Fall, dass eine angeschlossene Liegenschaft
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nachträglich um- oder ausgebaut wird, kann die Erhebung ergänzender
Anschlussgebühren vorgesehen werden (vgl. VGU A 04 16 vom 26. April
2004 E.4). Sinn und Zweck einer solchen ergänzenden Anschlussgebühr
liegt in der Regel darin, dass jemand, der zuerst ein Haus für einen
bestimmten Betrag erstellt und anschliessend zu einem späteren
Zeitpunkt den Ausbaustandard erhöht, nicht besser gestellt werden sollte
gegenüber denjenigen, welche direkt den gehobenen Ausbaustandard
ausbauen (vgl. Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons
Graubünden A 14 43 vom 15. Oktober 2015 E.2c und A 05 1 vom
24. Mai 2005 E.2c). Eine nachträgliche Anschlussgebühr ist gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig. Soweit es die
massgeblichen Vorschriften vorsehen, darf auch bei nachträglichen
baulichen Veränderungen (wie Umbau oder Erweiterung), welche den
Gebäudeversicherungswert erhöhen, eine ergänzende Anschlussgebühr
erhoben werden, ohne dass es auf die zu erwartende Mehr- oder
Minderbelastung der öffentlichen Versorgungs- und Entsorgungsnetze
ankäme (Urteil des Bundesgerichts 2C_656/2008 vom 29. Mai 2009
E.3.3 m.w.H.). Zudem darf für die Berechnung der Anschlussgebühr auf
den Gebäudeversicherungswert oder den Schätzwert abgestellt werden.
Bei Wohnbauten bringt der Gebäudeversicherungswert (oder ein anderer
vergleichbarer Wert, wie der amtliche Steuerwert) der angeschlossenen
Liegenschaft den Vorteil, welcher dem Grundeigentümer aus der
Wasserversorgung bzw. der Abwasserentsorgung des Gebäudes
erwächst, regelmässig zuverlässig zum Ausdruck, ohne dass zusätzlich
auf das Mass der mutmasslichen Inanspruchnahme der
Versorgungsnetze abgestellt werden müsste (Urteil des Bundesgerichts
2C_656/2008 vom 29. Mai 2009 E.3.3 m.w.H.). Im Übrigen ist es gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung aus Praktikabilitätsgründen
zulässig, für die Bemessung der Anschlussgebühren auf eine
Schematisierung zurückzugreifen. Ein Abgehen von dieser
Schematisierung ist nach der Rechtsprechung nur geboten, wenn im
konkreten Fall bei den gegebenen Baukosten die Abweichung von der
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durchschnittlichen Inanspruchnahme der Infrastrukturanlagen besonders
gross ist, also ein eigentliches Missverhältnis zwischen dem
Gebäudeversicherungswert und dem Nutzungspotenzial des Wasser-
und Abwasseranschlusses besteht oder umgekehrt, wenn der
Grundeigentümer besondere Massnahmen trifft, um den
Wasserverbrauch oder Abwasseranfall viel tiefer zu halten als in
durchschnittlichen Verhältnissen (Urteil des Bundesgerichts
2C_847/2008 vom 8. September 2009 E.2.2).
6.5. Gemäss Art. 26 Abs. 1 WvG sowie Art. 24 Abs. 1 AbwG der ehemaligen
Gemeinde B._ ist für Gebäude, die erstmals an die öffentlichen
Wasseranlagen angeschlossen werden, ist eine einmalige Wasser- -und
Abwasseranschlussgebühr zu bezahlen. Werden angeschlossene
Gebäude erweitert, umgebaut, renoviert oder ersetzt, ist eine
Nachzahlung zu leisten Zur Bemessung der Anschlussgebühr wird die
Differenz zwischen dem indexierten Neuwert des Gebäudes gemäss
letzter amtlicher Schätzung berechnet (Abs. 2). In Bagatellfällen kann der
Gemeindevorstand auf eine Nachzahlung verzichten (Abs. 3).
Vorliegend besteht somit eine erforderliche gesetzliche Grundlage, um
auch bei Umbauten Anschlussgebühren zu erheben.
6.6. Nach Art. 27 WvG und Art. 25 AbwG werden die Anschlussgebühren für
neue Gebäude sowie Nachzahlungen bei Erteilung der Baubewilligung
auf Grund der Angaben im Baugesuch provisorisch veranlagt. Die
definitive Veranlagung erfolgt auf Basis des Neuwertes der amtlichen
Schätzung (Abs. 1). Aufgrund dieser Gesetzesbestimmungen ergibt sich,
dass dem definitiven Veranlagungsverfahren das provisorische
Veranlagungsverfahren vorgelagert ist. Aus diesem Grund erhob die
Beschwerdegegnerin von der Beschwerdeführerin auch zu Recht
provisorische Anschlussgebühren. Anlass für die Erhebung der
provisorischen Anschlussgebühren bildete das mit Entscheid vom 15.,
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mitgeteilt am 29. Dezember 2020 bewilligte Baugesuch der
Beschwerdeführerin.
6.7. In Bezug auf die Fälligkeit halten Art. 28 WvG sowie Art. 26 AbwG fest,
dass die Rechnungsstellung der ersten Hälfte der Gebühren mit
Baubewilligung erfolgt und der Rest nach Vorliegen der amtlichen
Schätzung. Die Wasser- und Abwasseranschlussgebühren werden mit
Baubeginn zur Zahlung fällig (Abs. 1). Provisorisch oder definitiv
veranlagte Anschlussgebühren sind innert 30 Tagen seit Zustellung der
entsprechenden Gebührenrechnung zu bezahlen. Bei verspäteter
Zahlung wird ein Verzugszins in der Höhe der jeweils geltenden
kantonalen Ansätze berechnet (Abs. 2). Gegen Gebührenrechnungen
kann innert 30 Tagen beim Gemeindevorstand schriftlich Einsprache
erhoben werden (Art. 32 Abs. 1 WvG; Art. 29 Abs. 1 AbwG)
Daraus ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin gestützt auf die
entsprechenden gesetzlichen Grundlagen eine provisorische
Veranlagung der provisorischen Anschlussgebühren für Wasser und
Abwasser veranlagen durfte. Ob diese in der Höhe zu Recht erfolgt sind,
ist vorliegend nicht Beschwerdethema, da die Rechnungsstellung noch
nicht erfolgt und die damit verbundene Fälligkeit noch nicht eingetreten
ist. Die Beschwerde erweist sich somit in diesem Punkt als unbegründet.
7. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde somit teilweise gutzuheissen,
indem die Ziff. 6 der Baubewilligung für das Baugesuch Nr. G._ vom
15., mitgeteilt am 21. Dezember 2020 aufgehoben wird. Ziff. 19 der
Baubewilligung ist allerdings nicht zu beanstanden, sodass die
Beschwerde in diesem Punkt abgewiesen wird.
8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens rechtfertigt es sich, die Kosten des
Verfahrens je hälftig der Beschwerdeführerin sowie der
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Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 73 Abs. 1 VRG). Die
Staatsgebühr wird vorliegend auf Fr. 2'000.-- festgesetzt.
Gemäss demselben Verteilungsschlüssel hat die Beschwerdegegnerin
die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin aussergerichtlich zu
entschädigen (Art. 78 Abs. 1 VRG). Die Beschwerdeführerin hat mit
Schreiben vom 10. Mai 2021 ausgeführt, dass sie auf das Einreichen
einer detaillierten Kostennote verzichte. Folglich legt das Gericht die
Entschädigung nach Ermessen fest (Art. 2-4 der Verordnung über die
Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte
[Honorarverordnung, HV; BR 310.250]). Im vorliegenden Fall wird die
aussergerichtliche Parteientschädigung nach richterlichem Ermessen
pauschal auf Fr. 3'000.-- (inkl. Spesen und MWST) festgesetzt. Die
Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin im Umfang ihres
Unterliegens zur Hälfte mit Fr. 1'500.-- zu entschädigen. Sie selbst erhält
keine Parteientschädigung, da sie lediglich in ihrem amtlichen
Wirkungskreis obsiegt hat (Art. 78 Abs. 2 VRG).