Decision ID: 2751102f-6823-4955-b63a-61815355657b
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 6./10. Januar 2012 (IV-act. 1) bei der
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung an. Sie, Mutter _ Kinder (geboren [...]) und seit Juni 2011
getrennt vom Ehegatten lebend, sei diplomierte Lehrerin (Ausbildung von 199_ bis
2002) und mit einem Pensum von 40 % an ihrer 2006 angetretenen gegenwärtigen
Stelle in einer B._ als solche angestellt. Schon seit 2001 leide sie an einem
postenzephalitischen Erschöpfungssyndrom.
A.a.
Dr. med. C._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, gab einem Arzt des
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der Invalidenversicherung gemäss dessen
Gesprächsprotokoll vom 13. Januar 2012 (IV-act. 6) an, bei der Versicherten bestehe
eine schwere depressive Episode. Seit einer FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
im Jahr 2001 sei sie nie mehr voll arbeitsfähig gewesen. Sie habe ihr Pensum zunächst
auf eigene Kosten reduziert. Zuletzt sei es aufgrund einer schwierigen Situation am
Arbeitsplatz und einer Ehetrennung und -krise zu Überlastung und Dekompensation mit
voller Arbeitsunfähigkeit ab Juli 2011 gekommen. Ab November 2011 habe die
Versicherte versucht, zu 40 % zu arbeiten, was aber wegen Anspannung,
Schlafstörungen (zusätzlich auch noch verursacht durch Bedürfnisse der _ kleinen
Kinder der alleinerziehenden Mutter), negativer Zukunftsperspektiven, Antriebsstörung
und Selbstwertstörung nicht möglich sei. Zurzeit sei sie wieder mit einer Präsenzzeit
von 40 % und etwas reduzierter Leistungsfähigkeit erwerbstätig. Eine
neuropsychologische Abklärung wäre dringend notwendig. - Der RAD-Arzt
befürwortete wegen einer möglichen früheren gesundheitsbedingten Pensenreduktion
zeitlich zurückreichende weitere Abklärungen (IV-act. 7).
A.b.
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Die Versicherte gab auf telefonische Anfrage am 17. Januar 2012 (IV-act. 9) an, sie
habe ihr Pensum bereits aus gesundheitlichen Gründen auf 40 % reduziert gehabt.
Nach dem Arbeitsversuch vom November 2011 habe sie nochmals einen Monat Urlaub
genommen und werde ab Februar 2012 wieder einzusteigen versuchen. Ohne
Gesundheitsschädigung wäre sie zu 60 bis 80 % erwerbstätig.
A.c.
Die B._ gab - [...] - in ihrer Arbeitgeberbescheinigung vom 19. Januar 2012 (IV-
act. 16) an, die Versicherte sei seit August 2006 (nach Eintritt des
Gesundheitsschadens) als _lehrerin angestellt und habe eine Arbeitszeit von vier bis
sieben Lektionen pro Tag bzw. von _ Lektionen pro Woche anstelle von
28 betriebsüblichen Lektionen (30 Lektionen mit Präsenzverpflichtung). [...]
A.d.
Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen holte diverse
Berichte und Akten ein. Den Akten der Taggeldversicherung (Fremd-act.) war zu
entnehmen, dass Dr. med. D._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
am 18. April 2010 (Fremd-act. 1-9 f.) berichtet hatte, die Versicherte habe vom
31. August 2007 bis 4. Mai 2009 wegen Depressionen, eines Angstsyndroms und
Beziehungsschwierigkeiten in seiner ambulanten Behandlung gestanden. Nach der
Geburt des _ Kindes im _ 20_ habe sich ein zunehmender Ehekonflikt entwickelt,
auf welchen die Versicherte mit Stimmungstief, Energie- und Antriebsverlust,
Verzweiflung, Weinen, bewusster Angst, innerer Unruhe, Muskelverspannungen und
zum Teil Benommenheit reagiert habe. Diagnostisch liege eine reaktive ängstlich-
depressive Krise vor dem Hintergrund einer Neurose vor. Am 13. März 2010 sei die
Therapie wieder aufgenommen worden. Die Arbeitsunfähigkeit betrage (seither) 100 %.
Vor März 2010 sei die Arbeitsfähigkeit durch Dr. med. E._, Facharzt FMH für
Allgemeine Medizin, beurteilt worden. - Wie Dr. D._ am 4. Juni 2010 (Fremd-
act. 1-12) angegeben hatte, dauerte die betreffende volle Arbeitsunfähigkeit bis zu
jenem Tag (4. Juni 2010). - Am 9. Mai 2011 trat gemäss einem Arztzeugnis von
Dr. med. F._, Facharzt Allgemeine Medizin FMH, vom 30. September 2011 (Fremd-
act. 1-18) erneut eine volle Arbeitsunfähigkeit ein. Sie habe bis 8. Juli 2011 gedauert
und sei durch eine Pneumonie rechts und einen Erschöpfungszustand mit depressiver
Entwicklung bei psychosozialer Überlastungssituation verursacht gewesen. - Auch
Dr. E._ hatte der Versicherten in einem Arztzeugnis vom 30. August 2011 (Fremd-
act. 1-17) eine volle Arbeitsunfähigkeit (ab 16. Juni 2011) attestiert. Diagnostiziert hatte
A.e.
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Dr. E._ ein Burn-out-Syndrom, eine chronische Depression und einen psychosozialen
Ausnahmezustand. Die Versicherte leide schon seit Jahren an einer chronischen
Depression. Die aktuelle Entgleisung mit psychischem Ausnahmezustand sei wegen
des Verhaltens des Ehemannes entstanden. Die psychische Dekompensation sei aber
auch Folge der Meningoenzephalitis und einer Erkrankung an Dengue-Fieber. - In
einem Bericht zuhanden der Taggeldversicherung vom 21. Oktober 2011 (Fremd-
act. 1-22 f.) hatte Dr. C._ als Rückfall zu einer Arbeitsunfähigkeit ab 22. Februar 2010
eine schwere depressive Episode diagnostiziert (mit einem Score von 27 im Beck-
Depressions-Inventar, bei Cut-off bei 18) und bezogen auf ein Pensum von 40 %
sowohl in der bisherigen wie in einer angepassten Tätigkeit seit 11. Juli 2011 eine volle
Arbeitsunfähigkeit attestiert. Ab dem 1. November 2011 sei - wiederum auf das gleiche
Pensum bezogen - volle Arbeitsfähigkeit anzunehmen, bei Arbeit mit dem aktuellen _
allerdings weiterhin volle Arbeitsunfähigkeit. - Die Schadenspezialistin der
Taggeldversicherung hielt am 29. Januar 2011 (recte wohl: 2012; Fremd-act. 1-3 bis 5)
aufgrund einer Besprechung mit der Versicherten vom 30. November 2011 unter
anderem fest, diese habe die _lehrerinnen-Ausbildung bei Schülern einer _klasse
gemacht. Im letzten Studienjahr sei die Krankheit ausgebrochen. Sie habe nur ein Jahr
lang zu 100 % arbeiten können. Für ein halbes Jahr habe sie in einem _ in G._
gearbeitet. Anschliessend habe sie Stellvertretungen gemacht und seit 2006 sei sie für
die _ (wohl: für die B._, _) tätig, und zwar zuerst in einem Pensum von 60 %,
zuletzt zu 40 %. Seit 1. November 2011 bestehe bis auf weiteres eine
Arbeitsunfähigkeit von 50 %.
Am 20. Januar 2012 (IV-act. 19-1 f.) hatte Dr. C._ (in Abänderung des
Gesprächsprotokolls vom 13. Januar 2012) erklärt, der Arbeitsversuch habe ein
Pensum von nur 20 % umfasst und sei nicht unmöglich, sondern eingeschränkt
möglich gewesen. Die Versicherte sei seit Ende Oktober 2011 zu 80 % arbeitsunfähig
und sei zu 20 % wieder erwerbstätig. Ab Mitte Februar 2012 sei eine Erwerbstätigkeit
von 30 bis 40 % geplant. - Der RAD-Arzt hielt am 1. Februar 2012 (IV-act. 20) dafür, die
Auffassung von Dr. C._, eine Doppelbelastung (Berufstätigkeit und Erziehung der
Kinder) sei medizinisch nicht zumutbar, sei nachvollziehbar. - _ Dr. med. H._,
Praktischer Arzt, berichtete am 1. Februar 2012 (IV-act. 21), bei einer Behandlung vom
13. Januar 2012 habe er bei der Versicherten ein Überforderungssyndrom festgestellt.
A.f.
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Sie sei nach der ME (wohl: Meningoenzephalitis) deutlich leistungsgemindert und nicht
mehr so belastbar. Zurzeit könne nicht gesagt werden, wann mit einer Wiederaufnahme
der Erwerbstätigkeit gerechnet werden könne. - Prof. Dr. med. I._, Allgemeine Innere
Medizin und _, gab in seinem Arztbericht vom 5. März 2012 (IV-act. 27) an, es liege
ein postenzephalitisches Syndrom nach einer Frühsommer-Meningitis im Mai 2001 vor.
Seither bestünden eine pathologische Erschöpfbarkeit, chronische Kopfschmerzen und
eine auffällige Vergesslichkeit. Seit August 2001 bestehe eine Arbeitsfähigkeit im
angestammten Beruf von geschätzt 50 %. Es bestehe eine reduzierte
Leistungsfähigkeit. Die bisherige Tätigkeit sei noch zumutbar, aber mit reduzierter
Belastung, in ca. einem 50 %-Pensum.
Bei einem Gespräch vom 14. März 2012 wurde gemäss Assessmentprotokoll (IV-
act. 30) angegeben, die Versicherte arbeite wieder im angestammten Pensum von
40 % ([...]) und erziele das übliche Einkommen. Sie habe eine Klasse übernommen, die
nicht so viel Unterstützung benötige wie die vorherige, und es stehe ihr eine N._ bei.
Ein höheres Pensum könne sie sich zurzeit nicht vorstellen. - Am 13. April 2012 (IV-
act. 34) wurde der Versicherten mitgeteilt, weitere berufliche Massnahmen seien nicht
angezeigt, da sie wieder im ursprünglichen Pensum arbeiten könne und eine
Pensensteigerung nicht möglich sei (vgl. auch IV-act. 29).
A.g.
Die Versicherte füllte am 8. Mai 2012 den Fragebogen zur Rentenabklärung
betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt (IV-act. 37) aus und gab unter anderem an, sie sei
bis 2001 zu 100 % erwerbstätig gewesen, danach aus gesundheitlichen Gründen zu
ungefähr 60 %. Seit 2008 sei sie nun aus persönlichen/familiären Gründen noch zu
40 % erwerbstätig. Ohne Gesundheitsschaden wäre sie seit 2011 aus finanziellen
Gründen zu 80 bis 100 % als K._ tätig.
A.h.
Am 15. August 2012 erfolgte eine Abklärung an Ort und Stelle. Die Versicherte gab
gemäss dem Bericht (IV-act. 42-1 bis 6) an, den Zeckenbiss habe sie im letzten Jahr
der Lehrerausbildung erlitten. Nach nur noch halbtägigem Schulbesuch habe sie die
Prüfung bestanden und danach voll gearbeitet. Im Jahr 2004 habe sie das Pensum auf
Anordnung von Prof. I._ reduziert und habe bis 2006 vereinzelt Stellvertretungen
gemacht. 2006 habe sie zu 60 %, 2007 zu 80 % gearbeitet. Anfangs 200_ habe sie das
Pensum gesundheitsbedingt (auf nicht mehr bekannten Anteil) gekürzt und im Jahr
A.i.
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20_ habe sie ab der Geburt wegen des Kindes auf 40 % reduziert. Da sie in der B._
arbeite, müsse sie einmal die Ausbildung zur K._ machen. Ohne Scheidung würde
sie zu ca. 60 % arbeiten, andernfalls zu 80 %. - Am 7. September 2012 brachte die
Versicherte am Bericht diverse Korrekturen und Anmerkungen an (IV-act. 42-2 und
42-5 ff.), unter anderem, dass die Beeinträchtigung im Haushalt, wenn man die
Erholungspausen mitrechne, 60 % ausmache. Die Reduktion des Pensums auf 40 %
wegen des Kindes sei nicht 200_, sondern 200_ erfolgt. Sie würde, wenn sie gesund
wäre, gern zu 80 % arbeiten und daneben den Haushalt führen. Ihr aktueller Zustand
lasse aber höchstens eine Belastung von 50 % zu. Bei einem Zeitpensum von 80 %
könne sie daher lediglich ein Arbeitspensum von 30 % erledigen (bei Berücksichtigung
von 50 % Erholungszeit). - Die Abklärungsperson erhob schliesslich (IV-act. 42-10 ff.)
eine Einschränkung im (30 % ausmachenden) Aufgabenbereich des Haushalts von
14.8 % (sc. was einem Teilinvaliditätsgrad von 4.44 % entspräche).
Von Seiten der Arbeitgeberin war am 17. August 2012 (IV-act. 40) mitgeteilt
worden, der Lohn der Versicherten würde bei einem 100 %-Pensum mit
13. Monatslohn nicht Fr. 8_'_.-- (wie am 19. Januar 2012 angegeben, IV-act. 16-3),
sondern Fr. 9_'_.-- betragen.
A.j.
Auf Anraten der RAD-Ärztin wurde ein Verlaufsbericht von Dr. C._ eingeholt. Der
Arzt erklärte am 4. März 2013 (IV-act. 46), der Gesundheitszustand der Versicherten
habe sich verbessert, die Diagnose sich verändert. Es bestünden rezidivierende
depressive Episoden, bei V.a. saisonale Depression. Der psychische Zustand
schwanke. Nach Remissionen kämen immer wieder, vor allem über die Winterzeit,
wochenlange depressive Phasen vor. Die Versicherte habe seit bald einem Jahr ihrer
Anstellung von 40 % als Lehrerin vollumfänglich nachkommen können. Die bisherige
Tätigkeit sei ihr ohne Verminderung zumutbar. In depressiven Phasen trete verstärkte
Müdigkeit auf, dann benötige die Versicherte stundenweise Hilfe im Haushalt. - Die
RAD-Ärztin hielt am 12. März 2013 (IV-act. 47) dafür, es gebe keine Hinweise auf
anhaltende Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit der Versicherten mehr.
A.k.
Mit Vorbescheid vom 27. März 2013 (IV-act. 50 f.) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Versicherten eine Abweisung des
Leistungsgesuchs (namentlich des Rentenanspruchs) in Aussicht, da weder im
A.l.
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Erwerbs- (70 %) noch im Haushaltbereich (30 %) eine invaliditätsbedingte Einbusse zu
verzeichnen sei. - Am 3. Mai 2013 (IV-act. 52) liess die Versicherte Einwand erheben
und am 11. Juni 2013 (IV-act. 58) diesen begründen. Wie die Leistungsfähigkeit der
Versicherten in einem Pensum von 80 bis 100 % aussähe, habe Dr. C._ nicht
beurteilt. - Dieser Arzt gab auf Ergänzungsfragen hin mit Bericht vom 4. Oktober 2013
(IV-act. 65; unter Beilage eines Berichts von Prof. I._ vom 23. Dezember 2011) unter
anderem bekannt, die Versicherte könnte als Lehrerin 50 % leisten, ebenso wie in einer
leidensangepassten Tätigkeit. Im Haushalt bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100 %,
sofern keine andere berufliche Tätigkeit dazu komme. - Prof. I._ hatte am
23. Dezember 2011 (IV-act. 65-3 f.) berichtet, die Versicherte habe sich von der
Enzephalopathie nie richtig erholt. Bei der letzten Konsultation bei ihm im Jahr 2004
habe sie das Pensum auf 80 % reduziert gehabt, habe dann später noch während zwei
Jahren Stellvertretungen gemacht und 2006 ein 60 %-Pensum aufgenommen. Im Jahr
20_ habe sie erneut versucht, das Pensum auf 80 % zu erhöhen, sei dann aber
schwanger geworden und habe im _ 200_ ihr erstes Kind geboren. Danach habe sie
im 60 %-Pensum gearbeitet, sei aber immer wieder krankheitsbedingt ausgefallen.
Bezüglich der psychischen Dekompensation während des Wochenbetts beim _ Kind
habe man der Versicherten gegenüber von einer Erschöpfungsdepression gesprochen.
Der gesamte Verlauf mit dem klar dokumentierten Auslöser der FSME sei aber eher
typisch für eine akute Dekompensation im Rahmen eines länger dauernden
postenzephalitischen Syndroms. Eine Verbesserung des Allgemeinbefindens sei nur
von Verhaltensänderungen und psychiatrischer Unterstützung zu erwarten.
In einem zweiten Vorbescheid vom 13. November 2013 (IV-act. 68) sah die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle wiederum die Abweisung des Rentengesuchs vor.
Wie der RAD am 31. Oktober 2013 (IV-act. 67) festgehalten hatte, erwähnte sie, seit
Mai 2001 liege in angestammter und adaptierter Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von
50 % vor. Von Mitte Juli 2011 bis November 2011 habe eine vorübergehende volle
Arbeitsunfähigkeit bestanden. In der Tätigkeit als Hausfrau sei die Versicherte
medizinisch nicht wesentlich eingeschränkt. Bei einer Aufteilung in Anteile von 70 %
Erwerb und 30 % Haushalt liege mit einem Ausmass von 25 % (Erwerb: Einkommen
bei vollem Pensum als _lehrerin Fr. 95'000.--, Valideneinkommen bei 70 %,
Invalideneinkommen bei 50 %, Ausfall 29 %; Haushalt: 15 % Einschränkung) kein
A.m.
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rentenbegründender Invaliditätsgrad vor. Dasselbe wäre - bei dann 33 % - der Fall,
wenn eine Aufteilung in 80 % Erwerbstätigkeit und 20 % Haushalt anzunehmen wäre. -
Auf telefonischen Einwand der Rechtsvertreterin der Versicherten vom 20. November
2013, dass die Arbeitsfähigkeit von 50 % auf ein Pensum von 80 % - entsprechend der
IV-rechtlichen Qualifikation - zu beziehen sei (IV-act. 69), erklärte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle mit Schreiben vom 20. November 2013 (IV-
act. 70), bei der Berechnung des Valideneinkommens werde das Einkommen der
Qualifikation (70 % Erwerbstätigkeit) angepasst, bei derjenigen des
Invalideneinkommens werde die Arbeitsfähigkeit auf ein Pensum von 100 % bezogen.
Mit Schreiben vom 12. Dezember 2013 (IV-act. 71) hielt die Rechtsvertreterin der
Versicherten unter anderem fest, eine volle Arbeitsunfähigkeit für die Zeit von Juli bis
November 2011 sei anerkannt worden. Die Versicherte habe zudem zur ersten Stunde
unbeeinflusst und ohne anwaltliche Vertretung ausgesagt und unterschriftlich bestätigt,
sie wäre ohne Behinderung zu 80 bis 100 % erwerbstätig. Sie sei als Vollerwerbstätige
zu betrachten.
Mit Verfügung vom 22. Januar 2014 (IV-act. 73) wies die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle das Leistungsgesuch um eine Rente ab. Der
Einkommensvergleich ergebe (sc. für die Zeit einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit im
Erwerb von 50 %) 38 %. Denn das Valideneinkommen bei 80 % betrage Fr. 76'000.--,
das Invalideneinkommen bei 50 % Fr. 47'500.--. Bezogen auf 80 %
Erwerbstätigkeitsanteil resultiere ein Teilinvaliditätsgrad von 30 % (0.8-mal 38 %). Die
Einschränkung im Haushalt mache (rund) 15 % aus, der Teilinvaliditätsgrad 3 % (0.2-
mal 15 %). Seit (wohl: nach) Juli 2011 habe sich der Gesundheitszustand gebessert, so
dass nunmehr (im Erwerb wie im Haushalt) keine relevante Einschränkung in der
Arbeitsfähigkeit mehr bestehe (Invaliditätsgrad null).
A.n.
Mit Beschwerde vom 4. März 2014 (aus IV-act. 78) liess die Versicherte
beantragen, ihr vom 1. Juli 2011 bis 30. November 2011 eine ganze und ab
1. Dezember 2011 eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Dr. C._ habe mit dem
beigelegten Schreiben vom 13. Januar 2014 ausdrücklich bestätigt, dass die
Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin 50 % betrage, und zwar bezogen auf alle
Tätigkeiten und auf 100 %, nicht auf 80 %. Dass die Abklärungsperson nur noch von
80 % statt von 80 bis 100 % Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall gesprochen habe, sei
A.o.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 9/30
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der Beschwerdeführerin nicht aufgefallen. Es sei offensichtlich, dass sie in ihrer
wirtschaftlichen Situation einer vollen Erwerbstätigkeit nachgehen müsste. Der
Haushalt müsse nach einer Arbeitstätigkeit von 40 % gemacht werden. Aufgrund der
grossen Müdigkeit der Beschwerdeführerin betrage die Einschränkung auch im
Haushalt mindestens 50 %, wie es Dr. C._ ausdrücklich bestätigt habe. Dass eine
Teilerwerbstätige ihre gesamte verbleibende Arbeitskraft für die Erwerbstätigkeit
einsetzen könne, ohne dass das Einfluss auf die Leistungsfähigkeit im Haushalt habe,
sei eine fiktive Konstruktion. Zur Zeit der vollen Arbeitsunfähigkeit im Juli 2011 sei das
Wartejahr bereits vergangen gewesen. Mit Replik vom 16. Juni 2014 hielt die
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin dafür, die sehr anstrengende
Haushalttätigkeit der alleinerziehenden Mutter _ Kinder im Alter von damals [...] in [...]
besitze eine Wechselwirkung auf ihre Leistungsfähigkeit im beruflichen Bereich. Nach
den SAKE-Tabellen 2010 betrage der wöchentliche Aufwand einer alleinerziehenden
Mutter, deren jüngstes Kind unter sechs Jahre alt sei, bei einer Erwerbstätigkeit bis zu
49 % 58.9 Stunden pro Woche oder 8.4 Stunden pro Tag, bei einer Erwerbstätigkeit
von 90 bis 100 % 49 Stunden pro Woche oder sieben Stunden pro Tag. Auf die
Kinderbetreuung entfielen 29.3 bzw. 20.5 Stunden pro Woche. Der statistisch erhobene
Aufwand für die Betreuung von Kindern dieses Alters liege also zwischen 50 und 42 %.
Ein solcher Haushalt stelle neben einer Erwerbstätigkeit und mit gesundheitlicher
Beeinträchtigung einen eigentlichen Kraftakt dar. Die erhöhte Ermüdbarkeit wirke sich
mindestens zu 50 % einschränkend aus. Selbst bei Annahme einer Teilerwerbstätigkeit
bestünde ein Rentenanspruch, da Dr. C._ bestätigt habe, dass die
Beschwerdeführerin zu 40 % von 100 % arbeitsfähig sei, bei einem Pensum von
100 % also zu 60 % arbeitsunfähig, bei 90 % zu 55.55 % und bei 80 % zu 50 %
arbeitsunfähig. Zum Rentenanspruch während der anerkannten vollen
Arbeitsunfähigkeit habe sich die Beschwerdegegnerin nicht geäussert. - Das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hob die Verfügung vom 22. Januar 2014
mit Entscheid vom _. _ 20_ (IV-act. 78) auf und wies die Sache zu ergänzenden
Abklärungen im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurück. Die
Arbeitsfähigkeit der Versicherten im zurückliegenden Verlauf seit 2001 sei ergänzend
abzuklären. Aber auch auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung zur Zeit der aktenkundigen
infektiologischen Beurteilungen (vom Dezember 2011/März 2012) könne mangels
ausreichend nachvollziehbarer Begründung nicht ohne weiteres abgestellt werden. Es
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fehle weiter der bidisziplinäre Einbezug einer Abklärung der beschriebenen
psychiatrischen Beeinträchtigungen mit Klärung der diesbezüglichen diagnostischen
Sachlage. Ob eine neuropsychologische Abklärung erforderlich sei, werde sich bei den
Abklärungen zeigen.
Prof. I._ gab am 24. April 2017 (IV-act. 90) bekannt, er habe die Versicherte seit
seinem letzten Bericht vom 5. März 2012 nicht mehr gesehen. - Die B._ gab in ihrer
Arbeitgeberbescheinigung vom 2. Juni 2017 (IV-act. 93) an, die Versicherte sei seit
30. Januar 2016 und noch bis _. _ 201_ angestellt. Sie habe gekündigt, weil nach
ihrer Ansicht nicht klar gewesen sei, ob es genügend Schüler für eine Klasse habe. Der
Monatslohn habe seit Februar 2017 - bei einem Pensum von 6_._ % (2_._ von
42 Stunden pro Woche) - Fr. 5'_._ ausgemacht. Im Jahr 2015 habe die Versicherte
Fr. 4_'_._ und im Jahr 2016 habe sie Fr. 5_'_._ verdient. Im Jahr 2016 sei sie an
einem Tag, im Jahr 2017 vom 28. April bis 4. Mai arbeitsunfähig gewesen. - Dr. F._
teilte im IV-Arztbericht vom 28. Juni 2017 (IV-act. 95) mit, es habe vom 9. Mai 2011 bis
8. Juli 2011 eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden. Der Versicherten wäre, soweit
beurteilbar, ein Pensum von höchstens 40 %, allenfalls 50 %, zumutbar. Es bestünden
(verkürzt wiedergegeben) ein postenzephalitisches Erschöpfungssyndrom,
rezidivierende depressive Störungen (zum Teil reaktiv im Rahmen von Konflikten, zum
Teil bei Übelastungssituationen) und episodisch paroxysmale Angst - Panikstörungen
im Zusammenhang mit Palpitationen (zum Teil frei flotierend). Somatisch bestünden
nebst den Palpitationen eine Spannungscephalea und episodisch Nausea, psychisch
Schlafstörungen, nächtliche Angstzustände, chronische Erschöpfung,
Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmung, Reizbarkeit und ausgeprägte
Selbstzweifel. - Die Versicherte gab in einem Fragebogen zur Rentenabklärung
betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt am 14. Juli 2017 (IV-act. 97) an, sie sei zurzeit zu
53.3 % erwerbstätig (17 Lektionen). Die Reduktion (seit 2001) sei gesundheitlich
bedingt. Ohne Beeinträchtigung wäre sie voll erwerbstätig. _ L._ der Kinder
würden diese diesfalls betreuen wie auch jetzt oft. Sie würden ihr im Haushalt -
unregelmässig, wenn sie damit nicht mehr durchkomme - helfen. Ihre (der Versicherten)
Einschränkung sei es, dass sie zwischendurch mehr Pausen benötige. Einzig den
Haushalt zu führen und zu den Kindern zu schauen, würde gehen, da sie die Zeit dann
selbst einteilen könnte.
A.p.
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Gegen die Anordnung einer infektiologischen und psychiatrischen Abklärung beim
Begutachtungsinstitut [...] (IV-act. 103) liess die Versicherte u.a. einwenden, es sei ihr
als Mutter _ Kinder der Weg dorthin nicht zumutbar und der vorgesehene Psychiater
sei als Hardliner bekannt (IV-act. 104), später auch, für die Beurteilung der
Auswirkungen der Arbeitsfähigkeit wäre eine neurologische Untersuchung besser
geeignet als eine infektiologische (IV-act. 107). Dem Einwand zur Kinderbetreuung
folgte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle angesichts der geltend gemachten vollen
Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall mit Betreuungsmöglichkeit der Kinder durch _
L._ nicht (IV-act. 108). In der Folge wurde ein Auftrag zu einer polydisziplinären
Begutachtung (einschliesslich internistischem und neurologischem Teil, nach Ermessen
zusätzlich mit Neuropsychologie) an die asim Begutachtung, Universitätsspital Basel
erteilt, die via med@p ermittelt worden war (IV-act. 121, vgl. IV-act. 125, 127).
A.q.
Im Gutachten vom 11. Juni 2018 (IV-act. 128; Begutachtungen zwischen
6. Februar und 8. März 2018) gab die asim Begutachtung, Universitätsspital Basel,
bekannt, als relevante Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit liege ein Status
nach Frühsommer-Meningoenzephalitis im Jahr 2001 vor, bei (einerseits) residueller
hirnorganischer Fatigue/postenzephalitischem Syndrom mit Konzentrationsstörungen
und Gedächtnisstörungen, allgemein verminderter Leistungsfähigkeit und rascher
Erschöpfbarkeit, und (anderseits) EEG vom 08.03.2018 mit normaler Grundaktivität mit
Zeichen der Schläfrigkeit, Funktionsstörung frontotemporal rechts, intermittierendem
Herdbefund frontotemporal links und seltenen epilepsieverdächtigen Potentialen links
frontotemporal. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien u.a. eine schwere
depressive Episode, gegenwärtig remittiert, und eine episodische Migräne ohne Aura.
In der Tätigkeit als _lehrerin sei die Versicherte zu maximal 50 % - wie derzeit
ausgeübt - arbeitsfähig. Durch ihren Wechsel in eine Arbeit mit kleineren
Kindergruppen sei die berufliche Tätigkeit bereits an das Beschwerdebild angepasst
worden. Eine höhere Arbeitsfähigkeit könne in adaptierter Tätigkeit nicht angenommen
werden. Die Arbeitsunfähigkeit liege seit Erkrankungsbeginn nach Abklingen der
Akutphase vor. Das von der Versicherten vorübergehend ausgeübte höhere Pensum
könne retrospektiv klar als Überforderungssituation interpretiert werden.
A.r.
Der RAD-Arzt hielt am 15. Juni 2018 (IV-act. 129) fest, weder infektiologisch noch
psychiatrisch oder neurologisch betrachtet hätten relevante Einschränkungen
A.s.
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objektiviert werden können. Aus psychiatrischer Sicht sei eine Remission der
depressiven Symptomatik festgestellt worden. Von infektiologischer Seite sei auf das
neuropsychologische Teilgutachten verwiesen worden, wo jedoch eine normale
kognitive Leistungsfähigkeit festgestellt worden sei. In allen Teilgutachten habe die
psychosoziale Belastung im Vordergrund gestanden.
Am 13. Juli 2018 (IV-act. 133) stellte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des
Kantons St. Gallen der Rechtsvertreterin der Versicherten eine Abweisung ihres
Gesuchs in Aussicht. Ein Invaliditätsgrad habe sich (bei Anwendung der gemischten
Methode mit Aufteilung 80 % - 20 %) nicht ergeben.
A.t.
Die Rechtsvertreterin wandte am 20. September 2018 (IV-act. 136) für die
Versicherte ein, in der Verfügung vom 22. Januar 2014 sei von der
Beschwerdegegnerin immerhin ab Mai 2001 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % und von
Juli bis November 2011 eine volle Arbeitsunfähigkeit anerkannt worden. Daher bestehe
- nach vom Bundesgericht korrigierter Berechnungsart der gemischten Methode -
spätestens ab Juli 2012 ein Rentenanspruch, und zwar auf eine halbe Rente. Der
Vorbescheid habe sich nicht vertieft mit dem Gutachten auseinandergesetzt. Dort sei
ausdrücklich festgehalten worden, der Umstand, dass die Fatigue im gutachterlichen
Setting nicht habe reproduziert werden können, stelle keinen Widerspruch zum
Ergebnis dar. Die seit Juni 2011 vom Ehemann getrennt lebende Versicherte habe am
8. Mai 2012 angegeben, sie würde ohne Behinderung aus finanziellen Gründen zu 80
bis 100 % einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Die bei der Abklärung im Haushalt
protokollierte Aussage, sie würde, sofern sie sich scheiden lasse, einer Erwerbstätigkeit
von 80 % nachgehen, sei nicht unterschriftlich bestätigt worden und mache auch
keinen Sinn, denn die Scheidung hätte an der Situation nichts geändert. Die
Versicherte habe lediglich angegeben, sie würde in einem Pensum von 60 %
ausserhäuslich arbeiten, wenn die Ehegatten wieder zusammen kämen. Seit _ 201_
seien sie nun geschieden. Die Versicherte sei als Vollerwerbstätige einzustufen.
A.u.
Auf Ersuchen, zur RAD-Beurteilung vom 15. Juni 2018 (samt einem
Besprechungsprotokoll vom 8. Januar 2019, IV-act. 137) Stellung zu nehmen (IV-
act. 138), antwortete die asim Begutachtung am 30. April 2019 (IV-act. 142), die
Versicherte sei hochmotiviert und stehe im Berufsleben. Frei von Inkonsistenzen und
A.v.
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glaubhaft habe sie angegeben, früher viel aktiver gewesen zu sein und nun
Konzentrationsstörungen und Gedächtnisprobleme zu haben. Die Beschwerden zögen
sich gleichmässig durch Arbeitsalltag, Privatleben und Freizeit. Eine
neuropsychologische Testung sei in einer Vielzahl von Fällen nicht geeignet,
fatiguebedingte Einschränkungen abzubilden. Die entsprechende Begutachtung zeige
stets nur eine Momentaufnahme und sei stark von der Tagesform abhängig. Die
Ergebnisse würden ausserdem durch den Zeitpunkt der Untersuchung - hier am
Morgen, wenn die Versicherte nach ihren Angaben noch leistungsfähig sei -, die
Möglichkeit und die Dauer einer vorangehenden Erholungsphase sowie durch die
vorangehende Beanspruchung durch kognitive Leistungsanforderungen positiv oder
negativ beeinflusst. Die Auswirkungen einer Belastung über einen längeren Zeitraum
hinweg oder kumulativ in einer Arbeitswoche könnten damit nicht ermittelt oder
objektiviert werden. Der kognitive Normalbefund sei Ausdruck einer guten Kooperation
und Leistungsbereitschaft der Versicherten. Die in der Fatigue begründeten
Leistungseinschränkungen würden aber mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch in
den einzelnen Fachgutachten postuliert. Neurologisch seien die Beschwerden
überwiegend wahrscheinlich als hirnorganische Fatigue beurteilt worden, die im EEG
habe objektiviert werden können. Es liege überwiegend wahrscheinlich eine
Einschränkung der Leistungsfähigkeit um 50 % vor. Eine messbare "Objektivierung"
der Einschränkungen sei mit den in einer Begutachtung zur Verfügung stehenden
Mitteln nicht möglich; sie könne allenfalls mit einer Testung unter echtzeitlicher
längerfristiger Belastung entsprechend den Anforderungen einer Arbeitswoche
erfolgen.
Die ehemalige Arbeitgeberin teilte am 3. Mai 2019 (IV-act. 143) mit, die
Versicherte habe zuletzt in Teilzeit als K._ gearbeitet und sei auf _. _ 201_
ausgetreten. Mit vollem Pensum könnte sie derzeit 13-mal Fr. 8'_._ (Fr. 11_'_.--
pro Jahr) verdienen. - Die Versicherte erklärte damals (a.a.O.), sie arbeite seit _ 201_
als _ K._ bei einer M._ in einem Pensum von 5_ % und unterrichte [...]. - Am
10. Mai 2019 (IV-act. 146) gab sie an, nach ihren Berechnungen arbeite sie etwa zu
5_ % und betrage ihr Bruttolohn Fr. 5'_._. - Im IK-Auszug (IV-act. 147) war für die
fünf Arbeitsmonate im Jahr 2017 ein Einkommen von Fr. 23'407.-- verzeichnet.
A.w.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 14/30
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Im Protokoll über die Besprechung vom 7. Mai 2019 (mit Datum vom 10. Mai 2019,
IV-act. 144) wurde festgehalten, die Antwort der asim vom 30. April 2019 sei aus
medizinischer Sicht in sich konsistent. Die gutachterliche Arbeitsunfähigkeitsschätzung
stütze sich jedoch weiterhin auf die subjektiven Angaben der Versicherten. Es werde
bestätigt, dass eine messbare Objektivierung mit den zur Verfügung stehenden Mitteln
nicht möglich sei. Die Versicherte gebe zwar an, sich für die Erreichung des
Normalbefunds in der neuropsychologischen Begutachtung überdurchschnittlich
angestrengt haben zu müssen. Diese Anstrengung sei aus der Verhaltensbeobachtung
allerdings explizit nicht hervorgegangen. Es habe weder der Erschöpfungsprozess
noch eine konkrete Einschränkung objektiviert werden können. Die gewählten
Untersuchungsmethoden seien durchaus geeignet, schwere Fälle von frühzeitiger
Erschöpfung und konsekutiver kognitiver Leistungsminderung darzustellen. Die
erwähnte Möglichkeit, die Einschränkungen über eine Arbeitswoche hinweg
echtzeitlich zu erheben, stelle weder ein Routineverfahren dar noch existiere ein
standardisiertes Verfahren, das eine individuelle, subjektiv als überdurchschnittlich
erlebte Erschöpfung durch eine Evaluation der durchschnittlichen Erschöpfung nach
einem Arbeitstag, der Haushalterledigung und der Kinderbetreuung in einer
Vergleichspopulation zu quantifizieren vermöchte. Die aktuellem Erkenntnisstand
entsprechenden medizinisch-wissenschaftlichen Verfahren zur Objektivierung einer
relevanten Beeinträchtigung seien umfassend durchgeführt worden. Rechtlich gesehen
spreche das Aktivitätenniveau der Versicherten nicht für eine Arbeitsunfähigkeit, arbeite
sie doch morgens als K._ und betreue sie nachmittags die Kinder und verrichte den
Haushalt.
A.x.
Auf Anfrage vom 10. Mai 2019 (IV-act. 145) nach einer Beschreibung des
Tagesablaufs, dem Stundenplan, dem aktuellen Arbeitsvertrag und den
Lohnabrechnungen ab Januar 2018 reichte die Rechtsvertreterin der Versicherten am
4. Juli 2019 (IV-act. 148) Unterlagen ein und teilte mit, das vertragliche Pensum von 40
bis 60 % werde dauernd - je nach Anzahl von [...]-Kindern - angepasst. Von den _
von der Versicherten betreuten Klassen hätten _ ein Kind mit [...]. Der _ sei ein sehr
anstrengender Tag. - Im Anstellungsentscheid vom 25. April 2017 (IV-act. 148-6 f.) war
festgehalten worden, das Arbeitsverhältnis beginne am 1. _ 201_ und umfasse ein
A.y.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 15/30
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B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwältin lic. iur. Regula Schmid für
die Betroffene am 13. Januar 2020 erhobene Beschwerde (act. G 1). Die
Rechtsvertreterin beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der
Beschwerdeführerin sei ab 1. August 2012 eine halbe Rente zuzusprechen, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge. Die Beschwerdegegnerin sei bei der Anerkennung
einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % in angestammter und adaptierter Tätigkeit ab Mai
Pensum von mindestens 1_ Lektionen (4_._ %) und maximal 1_ Lektionen (60 %). Der
Lohn betrage im Vollpensum Fr. 1_'_._.
Mit Verfügung vom 26. November 2019 (IV-act. 149) wies die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Gesuch der
Versicherten vom 10. Januar 2012 ab. Gemäss dem Gutachten bestünden einzig die
Folgen der FSME-Erkrankung. Die Fatigue sei jedoch weder in der
neuropsychologischen Untersuchung noch in der Verhaltensbeobachtung
reproduzierbar gewesen. Es sei von keinen erheblichen anhaltenden Einschränkungen
der Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Versicherten im Erwerb auszugehen. Der
aktuelle Tagesablauf bestätige ein hohes Aktivitätenniveau, was gegen das Vorliegen
eines relevanten Gesundheitsschadens spreche. Die Versicherte sei selbst als
Lehrperson voll arbeitsfähig. Bei voller Leistungsfähigkeit könnte sie ein
Jahreseinkommen von Fr. 1_'_.-- erzielen. Das sei auch mit der Einschränkung
zumutbar. Die Vollerwerbstätigkeit im Gesundheitsfall werde anerkannt. Die
Besprechungsprotokolle vom 7. Mai 2019 und vom 15. August 2019 enthielten die
genaue Begründung und bildeten integrierenden Bestandteil der Verfügung. - Im
Protokoll über die Besprechung vom 15. August 2019 (datiert vom 26. November 2019,
IV-act. 150) war festgehalten worden, gemäss dem RAD-Arzt könne aufgrund des
Antwortschreibens vom 7. Juli 2019 und der Beschreibung des Tagesablaufs bestätigt
werden, dass die Versicherte ein hohes Aktivitätenniveau aufweise. Sie habe zwar
gemäss Laboranalyse früher eine Borreliose (recte wohl: FSME) durchgemacht, doch
sei nicht objektivierbar, dass sie deswegen derzeit in der Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt
sei. Rechtlich ergebe sich, dass das Leistungsvermögen der Versicherten mit der (sc.
aktuellen) Lehrertätigkeit noch nicht ausgeschöpft sei; dieses müsse über 60 % liegen.
Die Auswirkung der Fatigue auf die Ressourcen sei nur gering.
A.z.
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2001 und einer vollen Arbeitsunfähigkeit von Juli bis November 2011 in der Verfügung
vom 22. Januar 2014 zumindest für die Vergangenheit zu behaften. Die Beurteilung
habe sich auf die überzeugenden Berichte von Prof. I._ und Dr. C._ gestützt und
der Anspruch bestehe mindestens bis zur asim-Begutachtung vom 11. Juni 2018.
Danach könne auf das in der Schlussfolgerung eindeutige Gutachten abgestellt
werden. Entgegen der Auffassung ihres RAD vom 7. Mai 2019, wonach die
medizinischen Verfahren zur Objektivierung einer Beeinträchtigung bei der
Begutachtung umfassend durchgeführt worden seien, habe die Beschwerdegegnerin
noch weitere Abklärungen gemacht. Aufgrund eines hohen Aktivitätenniveaus der
Beschwerdeführerin habe sie dann, die Schlussfolgerungen des Gutachtens ersetzend,
geschlossen, ein besonders schweres, invalidisierendes Leiden könne bei der
Beschwerdeführerin ausgeschlossen werden. Das gehe nicht an. Die von der
Beschwerdegegnerin geschilderten Aussagen könnten dem Aktivitätsprotokoll der
Beschwerdeführerin nicht entnommen werden, zumal diese erwähne, Hilfe von _
L._ der Kinder zu bekommen. Am _, _ und oft auch am _ ässen die Kinder bei
_ L._. _ sprängen auch sonst oft ein, übernähmen oft auch die Fahrdienste (zum
_) und unterstützten die Beschwerdeführerin finanziell, im Haushalt und bei der
Kinderbetreuung. Die Beschwerdeführerin habe diese Hilfe bei der Begutachtung und
bei der Abklärung an Ort und Stelle erwähnt. Ferner bekomme sie von einer weiteren
Person an rund vier Stunden pro Monat Hilfe. Die Beschwerdeführerin habe auch
regelmässige Pausen. Sie (die Rechtsvertreterin) habe zudem mitgeteilt, die Schule sei
grosszügig und bezahle einige Lektionen, in denen die Beschwerdeführerin Gespräche
und Beratungen mit Lehrpersonen abhalten und Vorbereitungen machen könne. Es
handle sich nicht um [...]. Aus den zusätzlichen Abklärungen der Beschwerdegegnerin
gehe hervor, dass die Beschwerdeführerin nicht nur bis zum Gutachten vom Juni 2018
zu 50 % arbeitsunfähig gewesen sei, sondern dass sie es auch danach und bis auf
weiteres sei.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 24. Februar 2020 (act. G 4) beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verweist sie auf
die Erwägungen in der Verfügung, auf beigelegte Ausführungen des Fachbereichs vom
29. Januar 2020 (IV-act. 154) und insbesondere auf das Besprechungsprotokoll vom
26. November 2019 (IV-act. 150). - Der Fachbereich hatte dargelegt, der RAD habe
nachvollziehbar begründet, weshalb die Arbeitsunfähigkeitsschätzung des Gutachtens
nicht zutreffend sein könne. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin habe nicht
explizit begründet, weshalb doch Funktionsausfälle vorlägen, die im Alltag zu einer
Arbeitsunfähigkeit führten. In der aufgehobenen Verfügung vom 22. Januar 2014 habe
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 17/30
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der damalige Sachbearbeiter erwähnt, eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit als
Lehrerin sei nachvollziehbar. Es sei aber dennoch keine rentenbegründende Invalidität
festgelegt worden.
D.
Mit Replik vom 1. April 2020 (act. G 6) bringt die Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin vor, die Beschwerdegegnerin mache geltend, die Verfügung vom
22. Januar 2014 sei wegen der Aufhebung durch das Versicherungsgericht formell
nichtig. Tatsächlich sei aber in der Rentenberechnung anerkannt worden, dass eine
Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin als Lehrerin von 50 % bestehe. Das
Leistungsgesuch sei nur deswegen abgewiesen worden, weil fälschlicherweise nur von
einem Erwerbspensum von 80 % ausgegangen und die gemischte Methode
angewandt worden sei. In der angefochtenen Verfügung werde endlich der Status der
Beschwerdeführerin als Vollerwerbstätige anerkannt, aber nun plötzlich die
Begründung insofern geändert, als die Beschwerdeführerin voll arbeitsfähig sei. Dieser
Umschwung in der Begründung sei gegen Treu und Glauben, zumal die Begründung
dem Gutachten widerspreche. Entgegen den detaillierten Abklärungen mit
polydisziplinärem Gutachten und Haushaltabklärung stütze sich die
Beschwerdegegnerin einzig auf den von der Beschwerdeführerin in Tabellenform
dargestellten Tagesablauf, um zu beweisen, dass es an den erheblichen Auswirkungen
der Fatigue auf die Alltagsaktivitäten fehle. Die Hilfe _ L._ der Kinder bleibe
unerwähnt. Der Rentenanspruch ab August 2012 könne nicht einfach mit dem Hinweis
auf den angeblichen aktuellen Tagesablauf weggewischt werden.
E.
Die Beschwerdegegnerin hat am 23. April 2020 (act. G 8) auf die Erstattung einer
Duplik verzichtet.

Erwägungen
1.
Im Streit liegt die Verfügung vom 26. November 2019, mit welcher die
Beschwerdegegnerin das Leistungsgesuch der Beschwerdeführerin vom 10. Januar
2012, namentlich den Rentenanspruch, bei - nach reinem Einkommensvergleich
bemessen - nicht vorhandenem Invaliditätsgrad abgelehnt hat. - Am 13. April 2012 war
der Beschwerdeführerin mitgeteilt worden, weitere berufliche Massnahmen seien nicht
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angezeigt, da sie wieder im ursprünglichen Pensum arbeiten könne und eine
Pensensteigerung nicht möglich sei. - Die Beschwerdeführerin lässt (wie schon mit der
früheren Beschwerde) einzig Rentenleistungen beantragen. Sollte sich jedoch zeigen,
dass ohne Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in Frage kommt, so
gehörte zum Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die
Beschwerdegegnerin den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet und eine
allfällige Pflicht der Beschwerdeführerin zu Massnahmen ausreichend in Anspruch
genommen habe.
2.
Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder
verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1) gewesen sind (lit. b)
und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c).
Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsfähigkeit im Sinn von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG
liegt vor, wenn die versicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen
voll arbeitsfähig war (Art. 29 IVV; Bundesgerichtsentscheide vom 16. Februar 2018,
8C_633/2017 E. 3.4, und vom 10. August 2016, 9C_289/2016 E. 3.2). - Nach Art. 28
Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch
auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch
auf eine Viertelsrente.
2.1.
ter
Nach Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht ein Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von
sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1
ATSG. Die Schaffung dieser Bestimmung hat keine Veränderung des (nämlich in Art. 4
IVG und Art. 28 IVG geregelten) Zeitpunkts des Eintritts des Versicherungsfalls mit sich
gebracht (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 14. Dezember 2015, 9C_655/2015 E. 4;
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. Mai 2016,
IV 2013/641 E. 1.1).
2.2.
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich
die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
2.3.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 19/30
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3.
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG, vgl. auch BGE 102 V 165). - Sämtliche
psychischen Erkrankungen sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl.
BGE 143 V 418 E. 7.1 f.) grundsätzlich (bei Ausnahmen nach dem jeweiligen
Beweisbedarf) einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu
unterziehen. Die funktionellen Folgen der Gesundheitsschädigung sind danach
qualitativ zu erfassen und quantitativ einzuschätzen. Für die Beurteilung des
funktionellen Leistungsvermögens sind in der Regel diverse Standardindikatoren
beachtlich, die in zwei Kategorien systematisiert werden, nämlich einerseits in der
Kategorie des funktionellen Schweregrads und anderseits in jener der Konsistenz. -
Durch den Versicherungsträger und im Beschwerdefall durch das Gericht ist zu prüfen,
ob und inwieweit bei einer Begutachtung die ärztlichen Experten ihre
Arbeitsunfähigkeitsschätzung unter Beachtung der massgebenden Indikatoren
(Beweisthemen) hinreichend und nachvollziehbar begründet haben (vgl. BGE 145 V 361
E. 4.3). Kommen die medizinischen Experten dieser Aufgabe unter Berücksichtigung
der durch BGE 141 V 281 normierten Beweisthemen überzeugend nach, wird die
medizinisch-psychiatrische Folgenabschätzung auch aus der juristischen Sicht des
Rechtsanwenders - Durchführungsstelle oder Gericht - Bestand haben. Andernfalls
liegt ein triftiger Grund vor, der rechtlich ein Abweichen davon gebietet (vgl. BGE 145 V
361 E. 4.3). Dabei gilt als Leitschnur, dass die ärztliche Beurteilung - von der Natur der
Sache her unausweichlich - Ermessenszüge aufweist, die auch den Rechtsanwender
begrenzen (vgl. BGE 145 V 361 E. 4.3).
Was zunächst den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin betrifft, wurden diese im Februar und März 2018 einer
polydisziplinären medizinischen Begutachtung unterzogen.
3.1.
Die allgemein internistische Begutachtung ergab keine Erkrankungen mit Einfluss
auf die funktionelle Leistungsfähigkeit (vgl. IV-act. 128-26).
3.1.1.
Bei der neuropsychologischen Fachbegutachtung gab die Beschwerdeführerin
an, sie fühle sich bereits morgens nach dem Aufstehen nicht ausgeruht; die Müdigkeit
baue sich während des Tages immer mehr auf. Wenn sie eine Pause mache, gehe es
anschliessend wieder etwas besser. Die Müdigkeit sei jedoch dauernd latent da. Sie sei
auch stimmungsabhängig. Im ersten Jahr (der Erkrankung) 2001 sei sie sehr stark
ausgeprägt gewesen, dann sei es besser geworden und habe sich auf dem
gegenwärtigen Niveau stabilisiert (vgl. IV-act. 128-83). - Bei den Befunden (vgl. IV-
act. 128-80 f., Ziff. 2.3) wurden eine leichte Verminderung (im Vergleich zum
3.1.2.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 20/30
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Normbereich) beim Aktivierungsniveau der Aufmerksamkeit (Alertness) und eine
mittelschwere Verminderung beim Arbeitstempo verzeichnet (vgl. IV-act. 128-81). Die
als Gutachterin amtierende Fachpsychologin für Neuropsychologie hielt fest, die
Belastbarkeit der Beschwerdeführerin im Rahmen der Untersuchung habe vorgelegen;
auf ihren Wunsch seien zwei kurze Pausen gemacht worden. Sie habe im Antrieb etwas
reduziert und wenig schwingungsfähig, affektiv aber stabil gewirkt. Das Sprechtempo
in verbalen Aufgaben sei mittelgradig verlangsamt und die Aktivierbarkeit leicht
reduziert gewesen. Die übrigen kognitiven Funktionsbereiche seien innerhalb der
unauffälligen Norm gewesen. Die Fachpsychologin erklärte, die lediglich zwei
auffälligen Parameter bei etwas mehr als 50 erhobenen Kennwerten seien - im Wissen
um das Auftreten von auffälligen Testbefunden bei kognitiv gesunden Personen - als
kognitiver Normalbefund (vgl. Diagnose IV-act. 128-82) zu beurteilen (vgl. IV-
act. 128-84). Das Antwortverhalten in den Beschwerdevalidierungstests (DMT und
TBFN) sei unauffällig gewesen. Von einer Symptomverdeutlichung oder Aggravation
müsse nicht ausgegangen werden (vgl. IV-act. 128-84). Die Fatigue-Prüfung nach der
Skala für Motorik und Kognition (FSMC) habe kognitiv und motorisch und im
Gesamtwert eine schwere Fatigue ergeben (vgl. IV-act. 128-80). Die Fachpsychologin
legte dar, in der mehrstündigen und belastungsreichen neuropsychologischen Testung
sei keine auffällige Ermüdung (Fatigue) der Beschwerdeführerin erkennbar gewesen.
Ob eine solche Ermüdung bei ganztägigen Arbeitseinsätzen an mehreren Tagen pro
Woche aufträte, könne nicht schlüssig beurteilt werden (vgl. IV-act. 128-84 f.). Im
Vergleich zur Voruntersuchung 2003 habe sich eine Verbesserung gezeigt.
Neuropsychologisch gesehen sei die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsfähig, bei
vorausgesetzter Selbstbestimmung des Arbeitstaktes und der Pausengestaltung.
Bei der neurologischen Begutachtung gab die Beschwerdeführerin an, vor 2001
sehr aktiv gewesen zu sein und fast jeden Tag Hobbys ausgeübt zu haben, diese dann
aber wegen der fehlenden Energie aufgegeben zu haben (vgl. IV-act. 128-64). Die
Gutachter der Neurologie hielten fest, bei der klinisch-neurologischen Untersuchung
habe sich mit Ausnahme der Angabe einer dezenten residuellen Hypästhesie im
Bereich der medialen Grosszehe links kein fokal-neurologisches Defizit erheben lassen.
Im MRI des Neurokraniums habe sich ein unauffälliger Befund gezeigt mit nur sehr
wenigen, kleinsten Marklagerläsionen. Eine FSME gehe typischerweise nicht mit
solchen Läsionen einher, weshalb eine post-infektiöse Ätiologie sehr unwahrscheinlich
sei. Im EEG (vgl. IV-act. 128-35) habe sich eine normale Grundaktivität mit Zeichen der
Schläfrigkeit gezeigt, ausserdem eine Funktionsstörung frontotemporal rechts und ein
intermittierender Herdbefund frontotemporal links mit dort auch selten
3.1.3.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 21/30
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epilepsieverdächtigen Potentialen. Diese Veränderungen würden als Ausdruck einer
organischen Veränderung gewertet, so dass in Zusammenschau mit den genannten
Beschwerden ein organisches Fatiguesyndrom als Folge der FSME zu postulieren sei
(vgl. IV-act. 128-71). Der kognitive Normalbefund in der aktuellen
neuropsychologischen Testung sei nicht in Widerspruch zu diesem organischen
Fatiguesyndrom zu sehen. Er sei vielmehr Ausdruck einer guten Kooperation (vgl. IV-
act. 128-71). Das Vorliegen einer residuellen hirnorganischen Fatigue sei plausibel.
Anhand der Auskünfte über die bisherigen Arbeitspensen und über die Arbeitsfähigkeit
als Lehrerin sei eine Arbeitsunfähigkeitsschätzung von 50 % bei reduzierter
Belastbarkeit gerechtfertigt (vgl. IV-act. 128-72). Die Kopfschmerzen und das
Taubheitsgefühl an der medialen Grosszehe links seien für die Arbeitsfähigkeit nicht
relevant (vgl. IV-act. 128-71). Aus neurologischer Sicht wurde hauptsächlich der Status
nach Frühsommer-Meningoenzephalitis mit residueller hirnorganischer Fatigue (A84.9;
gemäss ICD-10: Virusenzephalitis, durch Zecken übertragen, nicht näher bezeichnet)
diagnostiziert (vgl. IV-act. 128-69).
Bei der infektiologischen Begutachtung gab die Beschwerdeführerin an, die
Müdigkeit und die Erschöpfung seien an jedem Tag zu spüren und sie fühle sich bereits
beim Aufstehen am Morgen müde und erschöpft (vgl. IV-act. 128-89 und 128-91). Seit
2013 sei es nicht mehr zu Verschlechterungen gekommen, sei sie psychisch stabil und
habe sich wieder eine leichte Besserung der Leistungsfähigkeit gezeigt. Seit zwei bis
drei Jahren sei die Symptomatik stabil (vgl. IV-act. 128-94). - Die Gutachter der
Infektiologie gaben an, die Verschlechterung der Leistungsfähigkeit, die seit 2001
bestehe und sich bis 2006 wieder langsam gebessert habe, werde als überwiegend
wahrscheinlich durch die FSME-Erkrankung verursacht beurteilt. Nach 2006 sei es
anamnestisch zu zusätzlichen vorübergehenden Verschlechterungen gekommen, die
(bei der FSME-Prädisposition) überwiegend wahrscheinlich durch die psychosozialen
Belastungsfaktoren bzw. psychiatrische Leiden verursacht worden seien. Aufgrund der
aktuellen Angaben der Beschwerdeführerin und des zeitlichen Verlaufs werde der
grösste Teil der aktuellen Leistungsminderung wahrscheinlich durch die FSME-
Erkrankung verursacht (vgl. IV-act. 128-94). Die Beschwerdeführerin habe bei der
Begutachtung einen nicht gestressten Eindruck gemacht (vgl. IV-act. 128-92). Für die
funktionellen Auswirkungen der Befunde und die Diagnosen (vgl. IV-act. 128-94) bzw.
für die Quantifizierung der aus der Diagnose eines postenzephalitischen Syndroms
nach FSME-Erkrankung 2001 abzuleitenden Defizite sowie die zumutbare
Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-act. 128-95) wurde auf die neuropsychologische Testung
verwiesen (vgl. IV-act. 128-94; IV-act. 128-95, dort auch auf die Konsensbeurteilung).
3.1.4.
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Bei der psychiatrischen Begutachtung erklärte die Beschwerdeführerin, sie habe
das vom [...] (sc. 201_) vorgeschriebene Pensum von 60 % nicht dauerhaft einhalten
können, zumal sie keine _ [Bereich K._] Ausbildung gehabt habe. Das Pensum von
50 % an einer _schule [...] könne sie gut leisten (vgl. IV-act. 128-50). Sie gab aber
auch an, mit diesem Pensum am Limit zu sein. Sie könne zwar mehr arbeiten, aber
dann könne sie nicht mehr auftanken. Eigentlich würde sie gern etwas weniger arbeiten
(vgl. IV-act. 128-51). - Die Gutachterin der Psychiatrie hielt fest, aufgrund mangelnder
Umgangs- und Bewältigungsstrategien der Beschwerdeführerin sei es möglich, dass
eine gewisse, willentlich nicht beeinflussbare Verdeutlichungstendenz, insbesondere
der kognitiven Beschwerden, bestehe (vgl. IV-act. 128-56). Sowohl in der bisherigen
wie in einer angepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin aus fachpsychiatrischer
Sicht zu 40 % in der Arbeitsfähigkeit reduziert, und zwar wegen einer
Residualsymptomatik bei Status nach postenzephalitischem Syndrom und wegen
vorbestehender schwer depressiver Entwicklung bei derzeit unzureichender
psychiatrischer ambulanter und medikamentöser Behandlung. Es bestehe fortwährend
das Risiko einer erneuten schwer depressiven Entwicklung, die eine volle und
längerdauernde Arbeitsunfähigkeit nach sich ziehen könne. Die Einschränkung betreffe
auch die Präsenzzeit (vgl. IV-act. 128-57). Eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit durch
medizinische Massnahmen sei möglich (vgl. IV-act. 128-58).
3.1.5.
Polydisziplinär wurde festgehalten, das von der Beschwerdeführerin aktuell
ausgeübte Pensum von 50 % könne nachvollziehbar als Leistungsmaximum
angenommen werden. Die Beschwerdeführerin könne keine 50 % übersteigende
Arbeitsfähigkeit erreichen. Das ergebe sich aufgrund der funktionellen
Einschränkungen bei organisch bedingter Fatigue-Symptomatik konsensual aus
infektiologisch-neurologischer Sicht. Die psychiatrische Symptomatik sei dabei
mitberücksichtigt (vgl. IV-act. 128-7 f.). Persönlichkeitsaspekte spielten keine Rolle (vgl.
IV-act. 128-7).
3.1.6.
Bei einer diesbezüglichen Würdigung kann zunächst festgehalten werden, dass bei
der Gesamtbeurteilung als relevante Diagnose mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit ein Status nach Frühsommer-Meningoenzephalitis im Jahr 2001 mit
(u.a.) einer residuellen hirnorganischen Fatigue/einem postenzephalitischen Syndrom
angenommen wurde. Auch die Gutachterin der Psychiatrie, welche die Diagnose eines
Status nach einem postenzephalitischen Syndrom, Residualsyndrom (F07.1), stellte
(während die Diagnose des Syndroms als solches gemäss der Gutachterin der
Psychiatrie gemäss ICD-10 eine anhaltende unspezifische und uneinheitliche
Verhaltensänderung nach einer Enzephalitis umschreibt und - als Hauptunterschied zu
3.2.
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den organisch bedingten Persönlichkeitsstörungen - reversibel ist und selten länger als
24 Monate andauert, vgl. IV-act. 128-55), favorisierte die Annahme einer organischen
Komponente des Krankheitsbildes (vgl. IV-act. 128-57 oben).
Was die zu prüfenden Standardindikatoren betrifft, ist festzuhalten, dass sich die
Gutachter mit den entsprechenden Faktoren auseinandergesetzt haben. Sie haben
unter Hinweis auf das Vorliegen einer ausgeprägten Fatigue-Symptomatik im Rahmen
eines postenzephalitischen Syndroms eine Einschränkung der funktionellen
Leistungsfähigkeit beschrieben (vgl. IV-act. 128-6).
3.3.
Es wurden im Einzelnen die Belastungsfaktoren und Ressourcen gutachterlich
beschrieben. Dabei war bei der psychiatrischen Teilbegutachtung berücksichtigt
worden, dass den Beeinträchtigungen eine Vielzahl von Ressourcen
gegenüberstünden. Die Beschwerdeführerin könne einen ausgefüllten Tagesablauf
aufrechterhalten und die Kinder und den Haushalt versorgen, dies allerdings nur im
Rahmen der vielfältigen Unterstützung durch die Familie (vgl. IV-act. 128-57). - Bei den
Belastungen waren namentlich die psychosozialen Faktoren zu werten. Denn die
funktionellen Folgen von Gesundheitsschädigungen werden nach der Rechtsprechung
(im Rahmen der Standardindikatorenprüfung) auch mit Blick auf psychosoziale und
soziokulturelle Belastungsfaktoren abgeschätzt, welche den Wirkungsgrad der Folgen
einer Gesundheitsschädigung beeinflussen. Soweit diese Belastungsfaktoren direkt
negative funktionelle Folgen zeitigen, haben sie ausser Acht zu bleiben. Hingegen
können sie mittelbar zur Invalidität beitragen, wenn und soweit sie zu einer
ausgewiesenen Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit als solcher mit
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geführt haben, wenn sie also einen
verselbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner
- unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden - Folgen
verschlimmern (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 20. Januar 2020, 8C_559/2019 E. 3.2).
Gemäss der psychiatrischen Begutachtung hatte bei der Beschwerdeführerin im Jahr
2011 eine Vielzahl von psychosozialen Belastungssymptomen (körperliche Erkrankung,
Trennung vom Partner, Überforderung am Arbeitsplatz bei zusätzlicher Betreuung von
_ Kleinkindern und Residualsymptomatik) eine depressive Episode bewirkt (vgl. IV-
act. 128-56). Im Gutachten wurde dies berücksichtigt und es wurde dazu festgehalten,
die Doppelbelastung als alleinerziehende Mutter und Erwerbstätige habe zumindest
vorübergehend mit der organisch bedingten Fatigue-Symptomatik interagiert. Derzeit
werde die Beschwerdeführerin aber durch die Familie gut unterstützt und teilweise
auch von der Kindererziehung und von Haushalttätigkeiten entlastet. Insgesamt sei
vom Vorliegen eines eigenständigen, unabhängig von den Belastungsfaktoren
3.3.1.
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bestehenden Krankheitsbildes auszugehen (vgl. IV-act. 128-7). Es ist nicht ersichtlich,
dass diese medizinisch-gutachterliche Würdigung unzutreffend sein könnte.
Unter dem Aspekt der Konsistenzprüfung lässt sich festhalten, dass gemäss der
Begutachtung keine Hinweise für Inkonsistenzen vorgefunden wurden (vgl. IV-act.
128-7). Die Gutachterin der Psychiatrie hielt eine gewisse Verdeutlichungstendenz,
insbesondere der kognitiven Beschwerden, für möglich, bezeichnete diese jedoch als
willentlich nicht beeinflussbar (vgl. IV-act. 128-56). Namentlich kann darauf
hingewiesen werden, dass in der Beschwerdevalidierung der neuropsychologischen
Abklärung (in beiden Tests) keine Auffälligkeiten festgestellt wurden. Aufgrund der
Verhaltensbeobachtungen sei auch die Leistungsbereitschaft unauffällig gewesen. Die
Testbefunde seien zudem mit der eigenanamnestisch beschriebenen Alltags- und
Berufsfunktionalität konsistent gewesen. Von einer Symptomverdeutlichung oder
Aggravation müsse nicht ausgegangen werden (vgl. IV-act. 128-84). Der Umstand,
dass die Beschwerdevalidierung unauffällig ausfiel, erscheint auch bei einem
insgesamt angenommenen kognitiven Normalbefund für die Frage der Zuverlässigkeit
bedeutsam.
3.3.2.
Der Hinweis des RAD, dass keine relevanten Einschränkungen hätten objektiviert
werden können, veranlasste die Gutachterin der Allgemeinen Inneren Medizin, in der
Stellungnahme vom 30. April 2019 darzulegen, dass die Beschwerden in allen
Untersuchungen authentisch vorgetragen worden seien und die medizinische
Evidenzlage die Angaben spiegle. Die Beschwerdeführerin habe glaubhaft und
plausibel angegeben, früher viel aktiver gewesen zu sein und nun
Konzentrationsstörungen und Gedächtnisprobleme zu haben (vgl. IV-act. 142-1 f.).
3.3.3.
Was die letzteren klinischen Befunde betrifft (vgl. im Weiteren E. 4.1), wies die
Fachpsychologin darauf hin, dass in der mehrstündigen und belastungsreichen neuro
psychologischen Testung keine auffällige Ermüdung (Fatigue) der Beschwerdeführerin
erkennbar gewesen sei. Es habe sich zu Beginn und am Ende in der Aufgabe Alertness
keine Veränderung objektivieren lassen (vgl. IV-act. 128-84). Die Gutachterin der
Psychiatrie hielt ebenfalls fest, im Lauf des Gesprächs seien keine
Ermüdungserscheinungen aufgetreten. Die Beschwerdeführerin habe auch keine Pause
machen wollen (vgl. IV-act. 128-52). - Die Fachpsychologin erklärte, dass nicht
schlüssig beurteilt werden könne, ob eine (sc. vermehrte) Ermüdung bei ganztägigen
Arbeitseinsätzen über mehrere Tage pro Woche aufträte (vgl. IV-act. 128-84 f.). In der
nachträglichen Stellungnahme erläuterte die Gutachterin der Allgemeinen Inneren
Medizin diesbezüglich, die neuropsychologische Untersuchung bilde lediglich eine
3.3.4.
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Momentaufnahme ab (vgl. IV-act. 142-2) und Auswirkungen über einen längeren
Zeitraum hinweg oder kumulativ in einer Arbeitswoche könnten darin nicht objektiviert
werden. - Die Gutachter haben sich bereits im Gutachten ausdrücklich mit dem
Umstand befasst, dass sich bei der damaligen neuropsychologischen Untersuchung
keine kognitiven Defizite im engeren Sinn hatten objektiveren lassen. Sie hielten fest,
das widerspreche nicht (sc. ihrer Annahme) einer erhöhten Ermüdbarkeit bei längeren
Belastungen (vgl. IV-act. 128-6).
Die Gutachter stellten fest, die Anstrengungsbereitschaft und die Motivation der
Beschwerdeführerin für eine Berufstätigkeit seien als hoch einzuschätzen (vgl. IV-
act. 128-7). Ihre hohe Motivation habe der Beschwerdeführerin ermöglicht, ihre
Tätigkeit bisher - in den letzten Jahren - in einem Pensum von maximal 50 %
aufrechtzuerhalten (vgl. IV-act. 128-6). Das derzeit durchgeführte Pensum von 50 %
stelle ein Leistungsmaximum dar (vgl. IV-act. 128-7 und -6).
3.3.5.
Die Gutachter haben ferner - zur weiteren Objektivierung - auch einen Vergleich
mit den Alltagsaktivitäten gezogen, wie er rechtsprechungsgemäss vorgesehen ist. Sie
schlossen, das geschilderte Beschwerdebild sei kongruent mit der geschilderten
Alltagsfunktionalität (vgl. IV-act. 128-7). - Aus den Angaben in der
Arbeitgeberbescheinigung vom 2. Juni 2017 (IV-act. 93) wird ein namhaftes - jedoch
nicht volles - Leistungsniveau der Beschwerdeführerin erkennbar. Am 13. März 2017
(IV-act. 82) gab sie an, in einem Beschäftigungsgrad von 40 bis 60 % tätig zu sein. Das
Arbeitsverhältnis endete im _ 201_. Gemäss dem Anstellungsentscheid für die Zeit
ab _ 201_ (IV-act. 148-6 f.) betrug ihr Pensum in der Folge dort mindestens 46.7 %
und maximal 60 %. Bei der neuropsychologischen Begutachtung vom Februar 2018
erklärte die Beschwerdeführerin, sie arbeite seit _ 201_ an vier halben Tagen pro
Woche, zu einem Pensum von 50 % (vgl. IV-act. 128-78). - Nach der Aktenlage ist
anzunehmen, dass das Pensum der Beschwerdeführerin auch schon mehr als 50 %
betrug, dass es aber auch Schwankungen bzw. einen Spielraum (4_._ % bis 60 %)
aufwies und kaum je über ein ganzes Jahr durchgehalten wurde. Hierauf deuten auch
die Einträge im IK-Auszug hin, welche während der insgesamt aufgezeichneten Jahre
erhebliche Differenzen in den jeweiligen Einkommen der Beschwerdeführerin aufzeigen.
3.3.6.
Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang insbesondere, dass gemäss
den Gutachtern bei einer Pensensteigerung über 50 % hinaus mit einer deutlich
erhöhten Vulnerabilität für das Wiederauftreten einer psychiatrischen
Beschwerdesymptomatik zu rechnen ist. Die Experten erachteten eine solche
Erhöhung als für eine Exazerbation der organisch bedingten Fatigue-Symptomatik
3.3.7.
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4.
prädisponierend (vgl. IV-act. 128-7). Nach ihrer gutachterlichen Beurteilung beträgt die
medizinische Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin daher maximal 50 % (a.a.O.). -
Unter diesen Umständen ist bei der vorliegenden konkreten Sachverhaltslage davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführerin eine Tätigkeit mit einem 50 %
übersteigenden Pensum zu massgeblicher Zeit aus medizinischer Sicht nicht zumutbar
war.
Zusammenfassend ist, was die Befundebene betrifft, darauf hinzuweisen, dass
beim psychiatrischen Befund - wenn auch, soweit ersichtlich, in den übrigen
Begutachtungen nicht wiederholt - festgehalten wurde, die von der
Beschwerdeführerin geklagten Wortfindungsstörungen und das Gedankenabreissen
seien im Gespräch erkennbar gewesen. Es habe auch eine gewisse Affektlabilität
bestanden (vgl. IV-act. 128-52). Zudem ist gutachterlich eine Einschränkung der
Fähigkeiten, die Arbeits- bzw. Alltagsaufgaben zu strukturieren, zu planen und zeitlich
angemessen auszuführen, sich an wechselnde Situationen anzupassen und spontane
Aktivitäten (ausserhalb beruflicher Verpflichtungen) zu initiieren, angenommen worden
(vgl. IV-act. 128-57). Für eine erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin sprechen auch insbesondere die neurologischen Befunde. Die in
einem EEG vorgefundenen - somit objektivierten - Veränderungen wurden als Ausdruck
einer organischen Veränderung betrachtet. Ein fokal-neurologisches Defizit liess sich
bei der klinisch-neurologischen Untersuchung dagegen nicht erheben (vgl. IV-
act. 128-71). Daneben wurden die Beeinträchtigung der Aktivierbarkeit und ein
mittelgradig vermindertes Arbeitstempo vorgefunden (vgl. IV-act. 128-81, vgl. auch IV-
act. 128-84: betreffend Sprechtempo; vgl. auch das Ergebnis des FSMC-Tests), die
allerdings wie erwähnt insgesamt als kognitiver Normalbefund beurteilt wurden.
4.1.
Das Ergebnis einer Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin von 50 % wurde mit
für die Gutachter nachvollziehbaren, die Beschwerdeführerin in ihrer beruflichen
Tätigkeit deutlich beeinträchtigenden residuellen Symptomen (vgl. IV-act. 128-5)
begründet. Die Gutachter haben gemäss der Darlegung ihres polydisziplinären
Konsenses - unter Mitwirkung der Fachpsychologin - festgehalten, es bestünden bei
der Beschwerdeführerin eine rasche Erschöpfbarkeit, eine reduzierte Belastbarkeit und
Einschränkungen der Konzentrations- und Merkfähigkeit, vor allem bei längeren
Belastungsphasen. Die von ihr geschilderte deutliche Ermüdbarkeit und der deutlich
erhöhte Pausenbedarf bzw. die erhöhte erforderliche Erholungszeit seien aus
infektiologisch-neurologischer Sicht nachvollziehbar (vgl. IV-act. 128-6).
4.2.
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Die Arbeitsunfähigkeit ergab sich, was die Teilgutachten betrifft, aus
psychiatrischer (40 %) und aus neurologischer (50 %) Sicht. Dieses Zusammenfallen ist
als gewisses Erschwernis zu bezeichnen. Im psychiatrischen Teil des Gutachtens war
denn auch darauf hingewiesen worden, dass eine kombinierte Symptomatik vorliege
bzw. dass die verschiedenen Diagnosen sich hinsichtlich der Funktionalität negativ
beeinflussten (vgl. IV-act. 128-57). Aus dem infektiologischen Gutachten als solchem
lässt sich indessen keine (quantitative) Arbeitsunfähigkeit lesen, da für die Defizite und
die Arbeitsunfähigkeit auf die Ergebnisse der neuropsychologischen Untersuchung
verwiesen wurde (vgl. IV-act. 128-95), wo sich keine Arbeitsunfähigkeit ergab (vgl. IV-
act. 128-84), Letzteres allerdings wie erwähnt nur unter der Voraussetzung, dass die
Beschwerdeführerin den Arbeitstakt und die Pausengestaltung selbst bestimmen kann.
4.3.
Die Beschwerdegegnerin hat den ehemals gemäss dem früheren Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen als unzureichend abgeklärt zu
betrachtenden Sachverhalt wie vorgesehen durch eine medizinische Begutachtung
ergänzend abklären lassen. Die Gutachter haben sich wie erwähnt mit den
erforderlichen Standardindikatoren auseinandergesetzt und gehen vom Vorliegen eines
eigenständigen, unabhängig von Belastungsfaktoren bestehenden Krankheitsbildes
aus (vgl. IV-act. 128-7). Auf diese konsensuale polydisziplinäre medizinische
Würdigung des Gutachtergremiums auf der Grundlage einer vollständigen
Begutachtung mit Aktenkenntnis und Untersuchungen kann daher mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit abgestellt werden. Jede ärztliche Begutachtung beinhaltet
zwangsläufig einen gewissen Ermessensspielraum. Eine losgelöste juristische
Parallelüberprüfung nach Massgabe des strukturierten Beweisverfahrens soll nicht
stattfinden (vgl. Bundesgerichtsurteil 9C_10/2021 vom 15. Juni 2021 E. 3.3.2). Im
Übrigen könnten von ergänzenden Abklärungen mit noch längerem zeitlichem Abstand
zum medizinischen Sachverhalt, der sich zurück bis ins Jahr 2001, mindestens aber
zurück bis 2011, erstreckt, voraussichtlich auch nicht mehr zuverlässigere Erkenntnisse
erwartet werden. Auch der RAD-Arzt hat am 15. Juni 2018 dafürgehalten, aus
medizinischer Sicht könne keine weitere "Schärfung" des Sachverhalts angeboten
werden (vgl. IV-act. 129-2).
4.4.
Die Gutachter nehmen die Arbeitsunfähigkeit auch für die zurückliegende Zeit ab
dem Abklingen der Akutphase bei Erkrankungsbeginn an (das vorübergehend
ausgeübte höhere Pensum sei retrospektiv klar als Überforderungssituation zu
interpretieren, vgl. IV-act. 128-8). Auch von dieser Einschätzung ist dementsprechend
auszugehen. Dieser Zeitpunkt liegt jedenfalls lange vor dem frühestmöglichen Beginn
4.5.
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5.
einer Rentenzahlung gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG vom Juli 2012, so dass von einem
damals bereits vorhandenen Ablauf der einjährigen Wartezeit mit ausreichender
durchschnittlicher Arbeitsunfähigkeit (von 50 %) und anschliessender entsprechender
Invalidität (vgl. unten E. 5) ausgegangen werden kann. Dr. F._ etwa hielt im Übrigen
am 30. September 2011 fest, eine (damals als voll bezeichnete) Arbeitsunfähigkeit sei
(erneut) am 9. Mai 2011 eingetreten. Gemäss den ärztlichen Angaben von Prof. I._
vom März 2012 lag seit August 2001 eine Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin
von 50 % vor; eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % nahm auch Dr. C._ im Oktober 2013
und im Januar 2014 an.
Eine Veränderung des medizinischen Sachverhalts nach der Begutachtung ist nicht
anzunehmen.
4.6.
Was die Methode der Invaliditätsbemessung betrifft, machte die
Beschwerdeführerin ihre Aussage der ersten Stunde zu ihrem Status im hypothetischen
Fall voller Gesundheit im Januar 2012 telefonisch. Sie lautete auf ein Pensum von 60
bis 80 % (vgl. IV-act. 9). Im Mai 2012 erwähnte die Beschwerdeführerin ein Pensum
von 80 % bis 100 % und bei Abklärung im Haushalt für den Scheidungsfall ein solches
von 80 %. Im Jahr 2012 waren die _ Kinder der Beschwerdeführerin noch rund
[...]jährig. Die damalige Angabe der Beschwerdeführerin, ohne gesundheitliche
Beeinträchtigung ein Teilpensum zu erfüllen, erscheint unter diesem Aspekt
nachvollziehbar. Die Beschwerdeführerin berief sich allerdings auf finanzielle Gründe
und auf Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder. Möglich wäre zudem, dass sie sich -
angesichts des damals bereits weit zurückliegenden Krankheitseintritts - einen Zustand
als vollständig Gesunde nicht realistisch vorzustellen vermochte. Die
Beschwerdegegnerin geht in der angefochtenen Verfügung jedenfalls nunmehr von der
Anwendbarkeit der Bemessungsmethode des reinen Einkommensvergleichs aus. Bei
Würdigung der gesamten Umstände ist dies nicht zu beanstanden.
5.1.
Die medizinisch gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung von (maximal) 50 %
bezieht sich zudem auf die von der Beschwerdeführerin ausgeübte Tätigkeit, die
gleichzeitig als angepasst gelten kann. Gemäss dem Gutachten kann eine höhere
Arbeitsfähigkeit nicht erreicht werden. Da eine hälftige Arbeitsfähigkeit vorliegt, ist im
Einkommensvergleich davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit einen invaliditätsbedingten Erwerbsausfall erleidet,
der dem Grad dieser Arbeitsunfähigkeit von 50 % entspricht. Dass berufliche
Massnahmen den Invaliditätsgrad zu massgeblicher Zeit relevant hätten reduzieren
5.2.
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6.