Decision ID: 95e6b6c0-0fd9-5ebe-b641-66dbdfd5ed0e
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) verunfallte am 12. April 1996 mit einem von ihm
gelenkten Hubstapler und erlitt dabei ein schweres Polytrauma (Frakturen von BWK 6
und 7 sowie LWK 3, Rippenfrakturen links, Schambeinfraktur, Fibulaköpfchenfraktur
rechts, Schulterluxation rechts mit Glenoidfraktur, Zwerchfellfraktur beidseits und
Milzruptur; Suva-act. I-16-3). Gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung vom 5.
November 2003 sprach die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) dem
Versicherten mit Verfügung vom 13. Januar 2004 wegen bleibender Unfallfolgen – einer
mässigen Einschränkung der Wirbelsäulenfunktion bei Status nach Stabilisation
thorakal und lumbal – bei 100%-iger Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ab 1.
Februar 2004 eine Rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 24% zu (Suva-act.
I-16, 19, 409 f., 433-12 ff.). Als zumutbar wurde eine leichte, wechselbelastende,
abwechselnd stehende, gehende und sitzende Tätigkeit ohne Zwangshaltungen des
Oberkörpers und ohne wiederholtes Bücken erachtet, wobei das Heben von Gewichten
von vereinzelt bis 15 Kilogramm und wiederholt bis zehn Kilogramm möglich sein
sollte. Bereits am 23. Dezember 1999 war eine Integritätsentschädigung (bei einer
Integritätseinbusse von 25%) verfügt worden (Suva-act. I-281-4, 433-13).
B.
Am 21. September 2004 verunfallte der Versicherte erneut, als er sich bei einem
Sprung in einen Graben einen Knieschaden links (Kniedistorsion, Patellaluxation,
Chondromalazia patellae) zuzog (Suva-act. II-1 ff.). Die Suva war erneut
leistungspflichtig und schloss den Fall nach erfolgter kreisärztlicher
Abschlussuntersuchung vom 9. Juni 2006 (Suva-act. II-71) per 1. Juli 2006 bei voller
Arbeitsfähigkeit im Rahmen der vorgenannten Rente und Zusprache einer
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Integritätsentschädigung von Fr. 5'340.-- (bei einer Integritätseinbusse von 5%) ab
(Suva-act. II-76).
C.
Am 4. September 2013 unterzeichnete der Versicherte bei B._ einen
Arbeitsvertrag mit Beginn am 1. September 2013 und einem Pensum von 100% (Suva-
act. I-213). Dabei erzielte er gemäss IK-Auszug im Jahr 2014 ein Einkommen von Fr.
66'690.-- und im Jahr 2015 von Fr. 65'631.-- (Suva-act. I-234-8). Per März 2016 wurde
das Pensum wegen zunehmender Rückenschmerzen auf 80% reduziert (Suva-act.
I-212, 214-2, 216-1).
C.a.
Ab Juni 2016 kam es zu einer erheblichen Verschlechterung der
Rückenproblematik. Die Suva anerkannte am 6. September 2016 nach diversen
medizinischen Abklärungen (inklusive zwei MRI von Juli und August 2016 [Suva-at.
I-221, 226]) einen Rückfall ab 20. Juni 2016 zum Unfall vom 12. April 1996 und
erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Suva-act. I-239, 243, 271).
C.b.
Auf Ende September 2016 wurde das Arbeitsverhältnis bei B._ im gegenseitigen
Einvernehmen aufgelöst (Suva-act. I-244, 269). Am 13. Oktober 2016 wurde der
Versicherte durch den Kreisarzt Dr. med. C._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates, zur Beurteilung der Folgen der Unfälle
von 1996 und 2004 untersucht. Dieser führte aus, dass sich die unfallbedingte
Zumutbarkeit im Vergleich zum Jahr 2004 nicht wesentlich verändert habe. Aufgrund
der Unfallfolgen seien dem Versicherten Arbeiten mit Zwangshaltungen der
Wirbelsäule, mit repetitivem Tragen über zehn Kilogramm und gelegentlichen
Tragbelastungen von 15 Kilogramm nicht mehr zuzumuten. Weiterhin seien aufgrund
der Folgen bezüglich des rechten Schultergelenks repetitive Arbeiten mit
Gewichtsbelastungen körperfern in Horizontale und über Kopf über fünf Kilogramm
nicht zuzumuten. Das Anheben von Lasten auf Hüfthöhe werde durch die Zumutbarkeit
bezüglich der Wirbelsäule begrenzt. Dem Versicherten seien Tätigkeiten mit Knien,
Kauern oder Hocken sowie Arbeiten, die ausschliesslich im Stehen oder Gehen oder
auch im Sitzen durchgeführt werden müssten, nicht mehr zuzumuten. Er könne leichte
bis mittelschwere körperliche Arbeiten, optimalerweise in Wechselbelastung, unter
C.c.
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D.
Einhaltung der betriebsüblichen Pausen vollschichtig unter Berücksichtigung der
angeführten Einschränkungen ausüben (Suva-act. I-278).
Am 20. Oktober 2016 verfügte die Suva die rückwirkende temporäre Einstellung
der Rente von 24% vom 1. September 2013 bis 29. Februar 2016 (100%-ige
Arbeitstätigkeit bei B._), eine Rente von 23% ab 1. März 2016 bis 30. September
2016 (80%-ige Arbeitstätigkeit bei B._) sowie von 18% ab 1. Oktober 2016 (100%-
ige Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in adaptierter Tätigkeit) und
eine Rückforderung in der Höhe von Fr. 24'615.-- für bis 31. Oktober 2016 zuviel
erbrachte Rentenleistungen (vgl. dazu Suva-act. I-282). Weiter sprach die Suva dem
Versicherten eine um 5% erhöhte Integritätsentschädigung von Fr. 5'100.-- zu (pro
Unfall 2.5% mehr, vgl. Suva-act. I-279; Suva-act. I-283).
C.d.
Gegen diese Verfügung erhob der Rechtsvertreter des Versicherten, Rechtsanwalt
lic. iur. A. Lecki, mit Eingabe vom 18. November 2016 Einsprache (Suva-act. I-302).
C.e.
Am 17. November 2016 hatte der Versicherte einen Rückfall bezüglich der
Knieproblematik gemeldet (Suva-act. I-296). Gemäss dem Arztzeugnis UVG vom 22.
November 2016, erstellt durch med. pract. D._, Praktische Ärztin, war das linke Knie
geschwollen und der Gang schonend (Suva-act. II-137). Sie attestierte dem
Versicherten ab 19. November 2016 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act.
II-142). Ein am 23. November 2016 durchgeführtes MRT des linken Kniegelenks zeigte
eine fortgeschrittene aktivierte Femoropatellararthrose (Grad IV), ein grosses
Ganglienkonglomerat im Bereich des Hoffa'schen Fettkörpers, degenerative
Veränderungen des Aussenmeniskus (Grad II), eine initiale Chondropathie des lateralen
Kompartiments und eine geringe degenerative Veränderung des
Innenmeniskushinterhorns (Grad I; Suva-act. II-135). Die Suva anerkannte einen
Rückfall zum Unfall vom 21. September 2004 (act. G 5 S. 3) und erbrachte die
gesetzlichen Leistungen.
D.a.
Mit Bericht vom 21. Dezember 2016 des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG), Klinik
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, wurde
ausgeführt, dass es sich in erster Linie um eine fortgeschrittene Retropatellararthrose
D.b.
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linksseitig handle. Es sei die Möglichkeit einer Infiltration besprochen worden, welche
vom Versicherten aktuell abgelehnt werde (Suva-act. II-151).
Zur Behandlung der Rücken- und Kniegelenksprobleme, zur Leistungsevaluation
und zur psychologischen Mitbetreuung (Suva-act. II-152) begab sich der Versicherte
vom 9. Februar bis 9. März 2017 in die Rehaklinik Bellikon. Der Leiter und eine
Oberärztin der dortigen Arbeitsorientierten Rehabilitation führten im Austrittsbericht
vom 13. März 2017 aus, dass (mindestens) leichte Arbeit ganztags zumutbar sei. Eine
Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit als Bauarbeiter sei aufgrund der
unfallbedingten Verletzungsfolgen an der Schulter rechts und auch im Bereich der BWS
und LWS endgültig nicht mehr möglich. Zur Evaluation der weiteren beruflichen
Zukunft sei eine Vorstellung in der E._ erfolgt. Der Versicherte benötige eine neue,
angepasste Arbeitsstelle und sei an die Invaliden- und Arbeitslosenversicherung
verwiesen worden. Medizinisch werde ein selbständiges Training in einem
Fitnesscenter gemäss den Instruktionen des Trainingsprogramms empfohlen. Ziel
dabei seien eine weitere Verbesserung alltagsspezifischer Kraft- und
Ausdauerkomponenten und der Gelenks- und Muskelfunktion sowie eine
Schmerzlinderung (Suva-act. I-366).
D.c.
Mit Beurteilung vom 18. April 2017 kam der Kreisarzt Dr. C._ zum Schluss, dass
weiterhin leichte bis mittelschwere körperliche Arbeiten, optimalerweise unter
wechselbelastenden Bedingungen, vollschichtig zumutbar seien. Die Beurteilung des
Zumutbarkeitsprofils der Rehaklinik Bellikon entspreche der Beurteilung der
zumutbaren Belastungen, die anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 13.
Oktober 2016 formuliert worden seien (Suva-act. I-378).
D.d.
Am 24. April 2017 wurde der Versicherte von Dr. med. F._, Spezialarzt FMH für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, untersucht. Dieser kam zum Schluss,
dass die Beschwerden des Versicherten zweifelsfrei auf eine aktivierte
Retropatellararthrose mit Hoffitis und grossem Hoffaganglion zurückzuführen seien.
Primär werde, wie es bereits das KSSG ausgeführt habe, zunächst eine intraartikuläre
Triamcinolon-Applikation empfohlen. Bei gutem, nicht aber anhaltendem
Injektionseffekt erscheine beim noch jungen Alter des Versicherten eine
arthroskopische Behandlung mit Ausräumung des grossen Hoffaganglions und subtiler
D.e.
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E.
Mit Entscheid vom 29. September 2017 wies die Suva sowohl die Einsprache vom 18.
November 2016 (vgl. vorstehende lit. C.e) als auch jene vom 8. Juni 2017 (vgl.
Synovektomie vielversprechend. Sollte dieses Verfahren die Beschwerden nicht
durchgreifend bessern, sei ein Gelenksersatz unvermeidbar (Suva-act. I-381). Am 29.
Mai 2017 fand die empfohlene Infiltration des Knies links statt (Suva-act. I-387). Am 17.
Juli 2017 führte Dr. F._ aus, dass angesichts des schlechten Injektionseffekts eine
arthroskopische Gelenkrevision mit Synovektomie und Hoffaresektion angezeigt sei
(Suva-act. I-405). Mit Bericht vom 18. August 2017 von Dr. med. G._, Spezialarzt
FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, an die Uniklinik H._ wurde
ausgeführt, dass die ins Auge gefasste Radiosynoviorthese mangels Erfolgsaussichten
nicht durchgeführt werde, weshalb nur ein prothetischer Gelenksersatz, wenn möglich
isoliert retropatellar, in Frage komme (Suva-act. I-488).
Bereits am 5. Mai 2017 hatte die Suva bei medizinischem Endzustand in Bezug auf
beide anerkannten Rückfälle (gemäss Verfügung gestützt auf die Angaben der
Rehaklinik Bellikon und des kreisärztlichen Dienstes der Suva) und mangels relevanter
Arbeitsunfähigkeit nach einer Übergangsfrist die Einstellung des Taggeldes per 31. Juli
2017 verfügt. Weiter wurde – wohl bezogen auf den Unfall von 1996 – die Einstellung
der "Heilkosten" verfügt mit Ausnahme von maximal drei Serien Physiotherapie für die
Dauer von drei Jahren. Zudem wurde festgehalten, dass die Kniebeschwerden links
dem Unfall vom 21. September 2004 angelastet und weiterhin von der Suva
übernommen würden (Suva-act. I-384).
D.f.
Gegen diese Verfügung vom 5. Mai 2017 liess der Versicherte durch seinen
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 8. Juni 2017 Einsprache erheben. Er beantragte darin
die Aufhebung der Verfügung zufolge Verletzung des rechtlichen Gehörs und die
Weiterausrichtung der Taggelder auch nach dem 31. Juli 2017, nachdem der
medizinische Endzustand noch nicht erreicht worden sei (Suva-act. I-395). Am 11.
August 2017 stellte der Rechtsvertreter des Versicherten einen Antrag auf Erteilung der
aufschiebenden Wirkung der Einsprache (Suva-act. I-485). Am 25. August 2017 wurde
der Kreisarzt bezüglich Erreichens des medizinischen Endzustands angefragt (Suva-
act. I-491).
D.g.
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vorstehende lit. D.g) ab. Im Rahmen der hängigen Einspracheverfahren habe man den
Fall dem Kreisarzt nochmals vorgelegt. Dieser habe mit Beurteilung vom 6. September
2017 (Suva-act. II-208) den Endzustand und das Zumutbarkeitsprofil bestätigt (Suva-
act. I-496).
F.
Gegen den Einspracheentscheid vom 29. September 2017 liess der Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführer) am 2. November 2017 durch seinen Rechtsvertreter
Beschwerde erheben und beantragen, es sei der von der Suva (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) erlassene Einspracheentscheid aufzuheben und die
Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuwiesen, unter
Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin. In verfahrensmässiger
Hinsicht wurde beantragt, dass der Beschwerde bezüglich der Rückforderung
angeblich zuviel ausbezahlter Taggelder die aufschiebende Wirkung erteilt werde (act.
G 1).
F.a.
Mit Beschwerdeantwort vom 17. Januar 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde vom 2. November 2017. Mit der Durchsetzung des
Rückforderungsanspruchs werde bis zum Abschluss des Verfahrens zugewartet, womit
die beantragte Erteilung der aufschiebenden Wirkung obsolet sei (act. G 5).
F.b.
Mit Replik vom 12. Februar 2018 liess der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
an seinen Anträgen und deren Begründungen unverändert festhalten (act. G 7). Mit der
Replik reichte er weitere Aktenstücke ein (act. G 7.1 – G 7.6). Aus diesen geht hervor,
dass dem Beschwerdeführer am 5. Januar 2018 operativ eine patellofemorale
Knieprothese links eingesetzt worden war und die Kosten der Operation von der
Beschwerdegegnerin getragen worden waren (act. G 7.2 f.).
F.c.
Die Beschwerdegegnerin reichte am 13. März 2018 die Duplik ein und hielt an
ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde, auch unter Berücksichtigung der neu
eingereichten Akten, fest. Die Frage, ob dem Beschwerdeführer aufgrund der
Operation von Januar 2018 (Implantation der Knieprothese) ein Taggeldanspruch
zustehe, sei nicht Streitgegenstand des Einspracheentscheids gewesen und könne
somit auch nicht Gegenstand des vorliegenden Prozesses sein (act. G 9).
F.d.
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Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss den Übergangsbestimmungen werden
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor Inkrafttreten der Änderung ereignet
haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach
bisherigem Recht gewährt. Vorliegend stehen Folgen der Unfälle vom 12. April 1996
und 21. September 2004 zur Diskussion. Es finden daher die bis 31. Dezember 2016
gültigen Bestimmungen Anwendung.
Am 20. August 2018 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers weitere
Aktenstücke ein (act. G 11). Zum einen handelte es sich dabei um eine Verfügung der
Beschwerdegegnerin vom 16. August 2018, wonach dem Beschwerdeführer aufgrund
eines leidensbedingten Abzugs von neu 20% statt 15% ab 1. Juli 2018 eine
Invalidenrente von 23% statt 18% zugesprochen worden war. Weiter war die
Integritätseinbusse erhöht und eine entsprechende Integritätsentschädigung
festgesetzt worden (act. G 11.2).
F.e.
Die Beschwerdegegnerin nahm am 4. September 2018 zu den Eingaben der
Gegenpartei Stellung (act. G 13).
F.f.
Mit Schreiben vom 12. Dezember 2019 ersuchte das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen die Beschwerdegegnerin unter anderem um Auskunft darüber, ab
wann und im Zusammenhang mit welcher Rückfallmeldung bzw.
Gesundheitsschädigung (Rücken- [1. Unfall] und/oder Knieproblematik [2. Unfall]) die
Taggelder dem Beschwerdeführer in welcher Höhe ausgerichtet worden seien (act. G
18). In Beantwortung dieses Schreibens reichte die Beschwerdegegnerin unter
anderem ein Dokument ein, welches durchgehende 100%-ige Taggeldleistungen vom
20. Juni 2016 bis 31. Juli 2017 ausweist (act. G 19.5). Dieses wurde dem
Beschwerdeführer zur Kenntnis gebracht (act. G 20).
F.g.
Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der
übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
F.h.
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2.
Nachdem die Beschwerdegegnerin gemäss Beschwerdeantwort vom 17. Januar 2018
mit der Durchsetzung des Rückforderungsanspruchs bis zum Abschluss des
Verfahrens zuwartet, muss über den in der Beschwerdeschrift vom 2. November 2017
gestellten Verfahrensantrag (Erteilung aufschiebende Wirkung) nicht mehr befunden
werden.
3.
Zunächst ist die Rechtmässigkeit der Verfügung vom 20. Oktober 2016 (Suva-act.
I-283) bzw. des abweisenden Einspracheentscheids vom 29. September 2017 (Suva-
act. I-496) zu prüfen. Konkret steht die Rechtmässigkeit der Rentenanpassungen bzw.
der Rückforderung zur Beurteilung.
3.1.
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10% invalid (Art.
8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG; SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG).
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des
Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt
der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (sogenanntes Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).
3.2.
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur
Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die
geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen.
Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des
Gesundheitszustands, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen
Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustands erheblich
verändert haben (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Im Bereich der obligatorischen
Unfallversicherung ist die erforderliche Erheblichkeit der Sachverhaltsänderung
gegeben, wenn sich der Invaliditätsgrad um 5% verändert (BGE 140 V 87 E. 4.3).
3.3.
https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/042b0d3b-5456-43fd-b41a-c0571c3f6493/bec63398-1ea3-40a1-ab6c-91488c2831f9?source=document-link&SP=5|inysh0 https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/042b0d3b-5456-43fd-b41a-c0571c3f6493/58c5a559-c6a3-450d-9584-6ba472e794fd?source=document-link&SP=5|inysh0 https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/042b0d3b-5456-43fd-b41a-c0571c3f6493/45e08215-537c-4e51-8f58-d8b382198d48?source=document-link&SP=5|inysh0 https://www.swisslex.ch/Doc/ShowDocComingFromCitation/c4deb209-705e-435e-b41d-9ca2aa29635e?citationId=12329e78-8853-4edb-ab86-9ac540659092&source=document-link&SP=5|inysh0 https://www.swisslex.ch/Doc/ShowDocComingFromCitation/13f2b03d-ddd1-491f-8bb5-78f8119abd91?citationId=68f51938-ce36-493a-85d0-81922f79de46&source=document-link&SP=5|2zkqfs
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Der Beschwerdeführer bezog seit dem 1. Februar 2004 gestützt auf den ermittelten
Invaliditätsgrad von 24% (Valideneinkommen Fr. 57'771.--; Invalideneinkommen nach
LSE minus 25% "Leidensabzug" Fr. 43'958.--) eine entsprechende Rente der
Beschwerdegegnerin (vgl. Sachverhalt lit. A; Suva-act. I-433-13). Seit 1. September
2013 bis und mit Februar 2016 arbeitete der Beschwerdeführer in Festanstellung bei
B._ in einem Vollpensum und erzielte gemäss Lohnabrechnungen ein
entsprechendes Einkommen (vgl. Suva-act. I-213, 214-3 ff.). Im Jahr 2014 betrug
dieses gemäss IK-Auszug jährlich Fr. 66'690.--, im Jahr 2015 Fr. 65'631.-- (Suva-act.
I-234-8). Die wirtschaftlichen Verhältnisse haben sich in diesem Zeitraum erheblich
verändert (massiv höheres Invalideneinkommen), weshalb die Beschwerdegegnerin zu
Recht die Rente anpasste und bei einem Invaliditätsgrad von rund 4%
(Valideneinkommen nach LSE Fr. 68'405.--; effektiv erzieltes Invalideneinkommen Fr.
65'649.-- [vgl. Suva-act. I-281-3]) in diesem Zeitraum die Rente eingestellt hat. Die vom
Beschwerdeführer vorgebrachten Einwände, dass er in dieser Zeit viele Absenzen zu
verzeichnen gehabt habe und nicht in der Lage gewesen sei, ein Vollpensum zu leisten,
vermögen daran nichts zu ändern. Es sind keine Anhaltspunkte ersichtlich und es wird
auch nicht geltend gemacht, dass der Beschwerdeführer das ausgewiesene
Einkommen nicht auch erhalten hätte oder dass es eine Soziallohnkomponente
aufgewiesen hätte. Auf die beantragte Beweisabnahme (Einholung einer schriftlichen
Auskunft hinsichtlich des tatsächlichen Beschäftigungsgrades des Beschwerdeführers)
konnte die Beschwerdegegnerin damit verzichten und kann auch im
Beschwerdeverfahren verzichtet werden. Die Erwerbseinbusse bzw. der
Invaliditätsgrad betrug unter 10%, weshalb in diesem Zeitraum keine Rente geschuldet
war. Mit der Reduktion des Arbeitspensums um 20% bei B._ per März 2016 (Suva-
act. I-212, 214-1 f.) haben sich die wirtschaftlichen Verhältnisse erneut erheblich
verändert. Das effektiv erzielte Invalideneinkommen verringerte sich ab diesem
Zeitpunkt auf rund Fr. 53'352.-- (Suva-act. I-214-1, 283-2). Bei einem
Valideneinkommen von Fr. 69'445.-- resultierte ab diesem Zeitpunkt, wie die
Beschwerdegegnerin richtig ausführt, ein Invaliditätsgrad von 23%. Mit dem Ende des
Anstellungsverhältnisses bei B._ per 30. September 2016 trat eine weitere relevante
Veränderung der wirtschaftlichen Verhältnisse mit erheblichem Einfluss auf den
Invaliditätsgrad ein (Suva-act. I-269). Ab diesem Zeitpunkt ergibt der
Einkommensvergleich (Valideneinkommen nach LSE Fr. 69'445.--; Invalideneinkommen
nach LSE minus 15% "Leidensabzug" Fr. 56'938.--) einen Invaliditätsgrad von 18%.
3.4.
Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die Rentenanpassungen der
Beschwerdegegnerin rechtmässig und in Würdigung der tatsächlichen Verhältnisse
erfolgten, womit die Verfügung vom 20. Oktober 2016 bzw. der Einspracheentscheid
3.5.
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4.
vom 29. September 2017 diesbezüglich nicht zu beanstanden ist. Der
Beschwerdeführer erhebt denn auch keine substantiierten Einwendungen (betreffend
veränderte wirtschaftliche Verhältnisse, Einkommensvergleiche,
Arbeitsfähigkeitsschätzung in adaptierter Tätigkeit etc.). Damit wurden ihm ab 1.
September 2013 zu hohe Rentenbeträge ausgerichtet, welche zurückzuerstatten sind
(vgl. Art. 25 Abs. 1 ATSG). Die Höhe des Rückerstattungsbeitrags von Fr. 24'615.-- ist
bei Annahme der vorgenannten Invaliditätsgrade unbestritten und ergibt sich aus Suva-
act. I-282. Es sind den Akten keine Hinweise auf eine fehlerhafte Berechnung zu
entnehmen. Die Beschwerde ist damit auch in diesem Punkt (Rückforderung von Fr.
24'615.--) abzuweisen.
Zu prüfen bleibt weiter die Rechtmässigkeit der Verfügung vom 5. Mai 2017 (Suva-
act. I-384) bzw. des abweisenden Einspracheentscheids vom 29. September 2017
bezüglich der Einstellung der Taggelder per 31. Juli 2017 in Bezug auf die zwei
Rückfälle (Rücken- [1. Unfall] und Knieproblematik [2. Unfall]) und der
Heilbehandlungsleistungen per Verfügungsdatum in Bezug auf den ersten Rückfall
(Rückenproblematik; mit Ausnahme der Physiotherapie für drei Jahre). Für die
Knieproblematik links wurden mit Verfügung vom 5. Mai 2017 weiterhin
Heilbehandlungsleistungen zugesichert. Die Beschwerdegegnerin begründet die
Rechtmässigkeit der Einstellung der Versicherungsleistungen im obgenannten Umfang
zum einen damit, dass der medizinische Endzustand erreicht sei (vgl.
Einspracheentscheid [Suva-act. I-496-4] und Rechtsschriften der
Beschwerdegegnerin), und zum anderen damit, dass der Beschwerdeführer die
Arbeitsfähigkeit, die vor den Rückfällen bestanden habe, wiedererlangt habe (vgl.
Verfügung [Suva-act. I-384-2] und Einspracheentscheid [Suva-act. I-496-4]).
4.1.
4.2.
Die Unfallversicherer haben während der medizinisch instabilen Schadensphase
vorübergehende Leistungen zu erbringen. Darunter fallen die
Heilbehandlungsleistungen gemäss Art. 10 UVG und das Taggeld gemäss Art. 16 UVG.
Die Bestimmungen, welche den vorübergehenden Leistungen zugrunde liegen, legen
indes nicht fest, wann die medizinisch instabile Schadensphase bzw. der Anspruch auf
vorübergehende Leistungen endet. Das Ende der medizinisch instabilen
Schadensphase (der sogenannte medizinische Endzustand) wird in Art. 19 Abs. 1 UVG
geregelt. Dieser Zeitpunkt ist erreicht und die bisherigen Ansprüche auf
vorübergehende Leistungen erlöschen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen
4.2.1.
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Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten
Person mehr erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG; vgl. anstatt vieler das Urteil
des Bundesgerichts vom 18. September 2012, 8C_425/2012, E. 4.2).
Rechtsprechungsgemäss ist zu diesem Zeitpunkt der sogenannte "Fallabschluss" mit –
wie erwähnt – Einstellung der Heilbehandlung und der Taggeldleistungen sowie
Prüfung eines Anspruchs auf Invalidenrente und Integritätsentschädigung
vorzunehmen (Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 143). Ob eine namhafte
Besserung des Gesundheitszustands noch erwartet werden kann, bestimmt sich
insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung
der Arbeits- (BGE 134 V 115 E. 4.3) bzw. Funktionsfähigkeit (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 10. Juli 2014, 8C_354/2014, E. 3.2 f.), soweit diese unfallbedingt
beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffs „namhaft“ in Art. 19 Abs. 1 UVG
verdeutlicht, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinn von Art.
10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss (vgl. wiederum BGE 134 V
115 E. 4.3). Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen zu
erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen einen Anspruch auf
deren Durchführung (Urteil des Bundesgerichts vom 2. Mai 2014, 8C_888/2013, E. 4.1,
mit Hinweisen). Eine allfällige blosse Verbesserung allein des Leidens an sich, eine nur
kurzfristige Linderung, eine blosse Verbesserung der Befindlichkeit oder dass die
versicherte Person etwa von Physiotherapie profitieren kann, genügen nicht (Urteil des
Bundesgerichts vom 22. September 2016, 8C_306/2016, E. 5.3, mit Hinweisen). Auch
ärztliche Verlaufskontrollen, die Einnahme von Medikamenten sowie
manualtherapeutische Behandlungen gelten für sich allein noch nicht als
kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf eine namhafte Verbesserung des
Gesundheitszustands gerichtete ärztliche Behandlung im Sinne der Rechtsprechung
(Urteil des Bundesgerichts und 5. Oktober 2007, U 395/06, E. 5.3). Die Frage, ob von
einer ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands
erwartet werden kann, beurteilt sich gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nach
dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 21. Juli 2010, 8C_346/2010, E.
2.2). Es handelt sich um die Einschätzung einer zukünftigen Sachverhaltsentwicklung,
weshalb eine prospektive Beurteilung dieser Rechtsfrage zu erfolgen hat.
Entscheidgrundlagen bilden in erster Linie die Auskünfte medizinischer Fachpersonen
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zu den therapeutischen Möglichkeiten und der Gesundheitsentwicklung (Urteil des
Bundesgerichts vom 15. Dezember 2016, 8C_651/2016, E. 4.1).
Gestützt auf vorstehende Erwägung erging die Einstellung der
Versicherungsleistungen (wobei vorliegend insbesondere die Einstellung des Taggeldes
per 31. Juli 2017 umstritten ist) zu Recht, wenn spätestens ab 1. August 2017 von der
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers mehr erwartet werden konnte bzw. der
medizinische Endzustand aus prospektiver Sicht erreicht war. Die Beschwerdegegnerin
bejaht dies, während der Beschwerdeführer ausführen lässt, dass in Bezug auf die
Kniebeschwerden der medizinische Endzustand noch nicht erreicht gewesen sei.
4.2.2.
Vorab ist festzuhalten, dass nicht zur Diskussion steht, dass der medizinische
Endzustand bezüglich des ersten Rückfalls (insbesondere Rückenproblematik) im
Einstellungszeitpunkt erreicht war. Strittig und zu prüfen ist indessen, ob dies auch für
den zweiten Rückfall (Kniebeschwerden links) zu gelten hat. Diesbezüglich präsentiert
sich die medizinische Aktenlage ab dem Rückfallzeitpunkt (17. November 2016) wie
folgt. Am 21. Dezember 2016 führte das KSSG mit Schreiben an die Hausärztin med.
pract. D._ aus, dass es sich beim Gesundheitsschaden des Beschwerdeführes in
erster Linie um eine fortgeschrittene Retropatellararthrose linksseitig handle. Die
Möglichkeit einer Infiltration des Kniegelenks sei vom Beschwerdeführer abgelehnt
worden. Deshalb werde mit Physiotherapie begonnen. Sollte im Verlauf eine Infiltration
gewünscht werden, so könne sich der Beschwerdeführer melden. Ansonsten sei eine
klinische Nachkontrolle in zwei Monaten vorgesehen (Suva-act. II-151). Die
Verantwortlichen der Rehaklinik Bellikon,
in deren Behandlung bzw. Abklärung der Beschwerdeführer vom 9. Februar bis 9. März
2017 stand, empfahlen mit Austrittsbericht vom 13. März 2017 ein selbständiges
Training in einem Fitnesscenter zur weiteren Verbesserung alltagsspezifischer Kraft-
und Ausdauerkomponenten und der Gelenks- und Muskelfunktion sowie eine weitere
Schmerzlinderung (Suva-act. I-366-2). Im Bericht vom 27. April 2017 hielt Dr. F._
fest, dass zunächst primär eine intraartikuläre Triamcinolon-Applikation durchgeführt
werden sollte. Bei gutem, aber nicht anhaltendem Injektionseffekt erscheine aufgrund
des jungen Alters des Patienten eine arthroskopische Behandlung mit Ausräumung des
Hoffaganglions und subtiler Synovektomie vielversprechend. Sollte dieses Verfahren
die Beschwerden nicht durchgreifend bessern, sei ein Gelenksersatz unvermeidbar
(Suva-act. II-161-2). Im Bericht vom 17. Juli 2017 gab Dr. F._ an, dass die
durchgeführte Infiltration die Beschwerden nur für einen Tag leicht habe mildern
können. Ansonsten habe der Patient keinen grossen Effekt verspürt. Angesichts des
4.2.3.
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schlechten Injektionsergebnisses schlage er eine arthroskopische Gelenksrevision mit
Synovektomie vor (Suva-act. I-405). Am 18. August 2017 führte Dr. G._ aus, dass
eine schwere, isolierte Retropatellararthrose vorliege, welche eine weitere konservative
Therapie nicht zulasse. Es würden Risikofaktoren vorliegen, welche einen Eingriff
notwendig machten. Nach nochmaliger Beurteilung des letzten MRT komme nur ein
prothetischer Gelenksersatz, wenn möglich isoliert retropatellar, in Frage. Es werde um
ein baldiges Aufgebot zur Festlegung des weiteren Vorgehens gebeten (Suva-act.
I-488). Dr. C._ hielt in seiner Beurteilung vom 6. September 2017 fest, dass die
Ergebnisse der Szintigraphie vom 11. August 2017 zeigten, dass inzwischen eine eher
ruhige Phase des Arthroseverlaufs erreicht sei. Eine entzündlich synovialitische
Reaktion im Kniegelenk könne anhand der Bilder, die von ihm persönlich eingesehen
worden seien, ausgeschlossen werden. Dies bestätige den klassischen Verlauf einer
Arthrose mit intermittierenden synovialitischen Aktivierungszeichen in Abwechslung mit
Ruhephasen. Trotz intermittierend auftretender Arthrosebeschwerden des linken
Kniegelenkes ab November 2016 sei der medizinische Endzustand erreicht und werde
auch nicht durch den Vorschlag von Dr. G._ bezüglich einer endoprothetischen
Versorgung des Kniegelenks mit einer isolierten Arthroplastik des femoropatellaren
Gleitlagers ausser Kraft gesetzt (Suva-act. II-208).
Der beschriebene Verlauf ab dem Rückfallzeitpunkt zeigt, dass der
Beschwerdeführer aufgrund der Kniebeschwerden links in regelmässiger Behandlung
stand und mehrere Spezialisten aufsuchte, welche in einem ersten Schritt versuchten,
die Beschwerden konservativ (mittels Physiotherapie) zu mindern. Nachdem damit
nicht die gewünschte Schmerzlinderung/Beschwerdebesserung erzielt werden konnte,
wurde eine Infiltration durchgeführt und eine arthroskopische Behandlung besprochen,
welche letztlich seitens Dr. G._s als nicht erfolgsversprechend erachtet wurde,
weshalb – trotz jungen Alters des Beschwerdeführers – nur noch ein prothetischer
Gelenksersatz in Frage kam. Dass dieser mit Bericht vom 18. August 2017 konkret
vorgeschlagene und indizierte Gelenksersatz, welcher relativ zeitnah zur Empfehlung
am 5. Januar 2018 auch durchgeführt wurde, eine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers erwarten liess, scheint ausser Frage.
Bei dieser Empfehlung handelte es sich auch nicht um eine blosse Verbesserung allein
des Leidens an sich, eine nur kurzfristige Linderung oder eine blosse Verbesserung der
Befindlichkeit, sondern um eine auf eine namhafte Verbesserung des
Gesundheitszustands gerichtete ärztliche Behandlung. Gestützt auf das Gesagte war
der medizinische Endzustand im Sinne der Rechtsprechung im Zeitpunkt des
Einspracheentscheids (29. September 2017) noch nicht erreicht. Die anderslautende
4.2.4.
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Beurteilung von Dr. C._ vom 6. September 2017 leuchtet zwar auch ein (Suva-act.
II-208-8); indem aber auch er die zeitnahe Notwendigkeit eines Gelenkersatzes nicht in
Frage stellt, ist bezüglich medizinischer Endzustand auf dessen Beurteilung nicht
abzustellen.
4.3.
Die Feststellung, dass per Einstellungszeitpunkt noch eine namhafte Besserung
der Knieproblematik zu erwarten war, führt grundsätzlich dazu, dass die temporären
Leistungen (Heilbehandlung für die unfallkausalen Kniebeschwerden und Taggeld
aufgrund der unfallkausalen Arbeitsunfähigkeit) über dieses Datum hinaus bis zum
Erreichen des medizinischen Endzustands geschuldet sind. Heilbehandlung wird denn
auch – wie bereits erwähnt – in der Verfügung vom 5. Mai 2017 weiterhin zugesprochen
("...die Kniebeschwerden links [werden] dem Unfall vom 21. September 2004
angelastet und weiterhin von der Suva übernommen..." [Suva-act. I-384]). Taggelder
ab 31. Juli 2017 indes nicht mehr.
4.3.1.
Bei langer Dauer der Arbeitsunfähigkeit wird auch die zumutbare Tätigkeit in
einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 Satz 2 ATSG). Steht
fest, dass die versicherte Person unter dem Blickwinkel der Schadenminderungspflicht
einen Berufswechsel vorzunehmen hat, so hat der Versicherungsträger sie dazu
aufzufordern und ihr zur Anpassung an die veränderten Verhältnisse sowie zur
Stellensuche eine angemessene Übergangsfrist einzuräumen, während welcher das
bisherige Taggeld geschuldet bleibt. Diese Übergangsfrist bemisst sich nach den
jeweiligen Umständen des Einzelfalles und ist in der Regel auf drei bis fünf Monate
festzulegen. Nach deren Ablauf entspricht der für die Bemessung des Taggeldes
massgebende Arbeitsunfähigkeitsgrad der Differenz zwischen dem Einkommen, das
ohne Unfall im bisherigen Beruf verdient werden könnte, und dem Einkommen, das im
neuen Beruf zumutbarerweise zu erzielen wäre (Urteil des Bundesgerichts vom 23.
Februar 2015, 8C_889/2014, E. 3.2). Diese Grundsätze gelten (unter Vorbehalt der
Bestimmungen über die Koordination mit den Taggeldern der
Arbeitslosenversicherung) auch für arbeitslose Versicherte (Urteil des Bundesgerichts
vom 23. Februar 2015, 8C_889/2014, E. 3.2).
4.3.2.
Der Beschwerdeführer war, trotz der noch verbesserungsfähigen
Kniebeschwerden, bereits zum Verfügungszeitpunkt (5. Mai 2017) in adaptierter
Tätigkeit wie vor den Rückfällen wieder vollschichtig arbeitsfähig. Diesbezüglich kann
auf die Einschätzungen (Arbeitsfähigkeit und Zumutbarkeitsprofil) im Austrittsbericht
der Rehaklinik Bellikon vom 13. März 2017 (Suva-act. I-366) und jene des Kreisarztes
4.3.3.
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5.
Bezüglich des Einwands der Verletzung des rechtlichen Gehörs, soweit noch nicht
behandelt (vgl. dazu vorstehende E. 3.4 betreffend Beweisabnahme im
Verwaltungsverfahren), ist folgendes festzuhalten. Auch wenn nicht jeder der Einwände
im Einspracheentscheid eingehend behandelt worden ist und die Stellungnahme des
Kreisarztes vom 6. September 2017 (nach Verfügungserlass vom 5. Mai 2017) dem
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers vor dem Einspracheentscheid vom 29.
September 2017 hätte zugestellt werden müssen (spätestens im Einspracheverfahren
hat die Verwaltung die allgemeinen Grundsätze des rechtlichen Gehörs zu wahren und
folglich der versicherten Person oder ihrem Vertreter Einsicht in die Akten zu gewähren,
vom 18. April 2017 (Suva-act. I-378) verwiesen werden. Anderslautende (medizinische)
Beurteilungen liegen nicht im Recht und es leuchtet ein, dass der Beschwerdeführer
bei diesen Beschwerdebildern in optimal angepassten Tätigkeiten vollschichtig
arbeitsfähig war. Mit anderen Worten standen seit Verfügungsdatum arbeitsrelevante
Verbesserungen, anders als eine namhafte Verbesserung des Knieschadens, nicht
mehr im Raum. Im Weiteren war der Gesundheitszustand des linken Knies seit
Verfügungsdatum, trotz Operationsoption bzw. Prothesenindikation, stabil, womit es
dem Beschwerdeführer seither möglich und zumutbar war, in angepasster Tätigkeit zu
arbeiten. Entsprechend durfte die Beschwerdegegnerin die Taggelder, wenn auch nicht
mit Fallabschluss einstellen, so doch gestützt auf Art. 6 Satz 2 ATSG auf null kürzen.
Die dafür angesetzte Übergangsfrist bis Ende Juli 2017 ist zwar in Anlehnung an die
Rechtsprechung eher knapp bemessen, nachdem der Beschwerdeführer erst
anlässlich der Besprechung vom 3. Mai 2017 ausdrücklich auf die
Schadenminderungspflicht hingewiesen worden war (Suva-act. I-383); der
Beschwerdeführer wusste aber bereits seit der Berentung in den Jahren 2004 und
2006 bzw. nach den Rückfällen spätestens nach dem Austritt aus der Rehaklinik
Bellikon (März 2017; Suva-act. I-366: "da der Patient nicht an seine angestammte
Tätigkeit zurückkehren kann und eine neue angepasste Stelle benötigt, meldeten wir
ihn in unserer E._ an"), dass von ihm zumutbarerweise verlangt wird, die
Arbeitsfähigkeit wieder in einem leidensangepassten Beruf zu verwerten. Insgesamt
wurde damit in Würdigung der gegebenen Verhältnisse die gewährte Übergangsfrist
noch ausreichend bemessen.
Zusammengefasst ist festzuhalten, dass ab dem 1. August 2017 in Anwendung
von Art. 6 Satz 2 ATSG und der damit einhergehenden Rechtsprechung keine
Taggelder mehr geschuldet waren, womit die Verfügung vom 5. Mai 2017 im Ergebnis
nicht zu beanstanden ist.
4.4.
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auf deren Grundlage sie den Einspracheentscheid abstützt; vgl. RKUV 1992 Nr. U 152
S. 200 E. 3b), so ist dennoch nicht ersichtlich, inwiefern es dem Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers nicht möglich gewesen sein soll, den Einspracheentscheid
sachgerecht anzufechten. Im Falle der Annahme einer Gehörsverletzung würde diese
jedenfalls nicht besonders schwer wiegen, sodass sie als geheilt betrachtet werden
könnte, da das hiesige Gericht im vorliegenden Verfahren Sachverhalt und Rechtslage
frei überprüft und eine Rückweisung zu einer unnötigen Verfahrensverzögerung führen
würde (vgl. BGE 133 I 204 f. E. 2.2; Urteil des Bundesgerichts vom 16. September
2008, 8C_424/2008, E. 2.3, je mit Hinweisen).
6.
Gestützt auf vorstehende Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 29. September
2017 im Ergebnis nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde
abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.