Decision ID: 69d6a41f-8f4f-442a-8d8f-1bdaa93661d3
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Obhutsentzug
Beschwerde gegen ein Urteil des Bezirksrates Dietikon vom 30. Juli 2014 i.S. C._, geb. tt.mm.2011; VO.2014.15 (Kindes- und  ...)
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Entscheid der KESB Bezirk ... vom 20. Mai 2014 (act. 9/2/3 = act. 9/5/52):
1. A._ und B._ wird im Sinne von Art. 310 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 445 Abs. 1
die Obhut über C._ vorsorglich entzogen.
2. C._ wird in einer SOS-Pflegefamilie (D._, ... E._/AG) platziert.
C._ darf vom betreffenden Ort ohne ausdrückliche Zustimmung der KESB Be-
zirk ... oder der Beiständin nicht weggenommen werden. Bei einer Versetzung ist
die KESB Bezirk ... umgehend zu benachrichtigen.
3. Für A._ und B._ wird gegenüber C._ ein begleitetes, vierzehntägli-
ches Besuchsrecht (jeweils ein bis zwei Stunden) für die Dauer der vorsorglichen
Massnahme angeordnet. Dabei ist der Sicherheit von C._ besondere Beach-
tung zu schenken.
4. Der Aufgabenbereich der Beiständin F._, ..., ... [Adresse], wird dahingehend
ergänzt,
- das begleitete Besuchsrecht zu organisieren und zu überwachen,
- die Platzierung von C._ in einer geeigneten Institution bzw. Pflegefamilie
zu organisieren, zu begleiten und zu überwachen und
- der KESB Bezirk ... Antrag und Bericht über die definitive Platzierung zu er-
statten
5. Allfällige Gebühren und Kosten werden nach Abschluss des ordentlichen Verfah-
rens erhoben.
6. Einer allfälligen Beschwerde wird die aufschiebende Wirkung entzogen.
7./8. Rechtsmittel / Mitteilung
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Beschluss und Urteil des Bezirksrates Dietikon vom 30. Juli 2014 (act. 8 = act. 9/16):
Der Bezirksrat beschliesst:
1./2. (...)
und erkennt:
3. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird Dispositiv-Ziffer 3 des Entscheides
der Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde ... vom 20. Mai 2014 aufgehoben und
es wird A._ und B._ für die Dauer des vorsorglich angeordneten Entzuges
ihrer Obhut über C._ ein unbegleitetes Besuchsrecht gewährt, das sie jeden
Dienstagnachmittag oder Dienstagabend und jeden Samstag nach vorgängiger Ab-
sprache der konkreten Besuchszeiten mit der Pflegemutter D._ wahrnehmen
können.
Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit auf sie eingetreten wird und
sie sich nicht als gegenstandslos erweist.
4./5. Rechtsmittel / Mitteilung

Erwägungen:
1.1 C._, geboren tt.mm.2011, ist das Kind von A._ und B._. Die
Eltern AB._ leben im gemeinsamen Haushalt und haben im Oktober 2012
das gemeinsame Sorgerecht über C._ vereinbart. Bereits vor Geburt von
C._ wurde auf Antrag der Oberärztin des Universitätsspitals Zürich bei be-
kannter Polytoxikomanie von A._ der Erlass von Kindesschutzmassnahmen
thematisiert, weil im Drogenscreening des Urins Beikonsum verschiedener
Suchtmittel (illegale Drogen und Alkohol) nachgewiesen werden konnte (act.
9/5/1, act. 9/5/2). A._ ist seit 2009 in Opiatsubstitutionsbehandlung (zuletzt in
Prot. S. 9).
Im Zuge der nach der Geburt von C._ eingeleiteten Überprüfung der familiä-
ren Verhältnisse durch die Jugend- und Familienberatung ... stellte der für den
Austrittsbericht aus der Wochenbettstation zuständige Oberarzt nach Rückspra-
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che mit der Hebamme keine Kindsgefährdung fest (act. 9/5/6, act. 9/5/7). A._
würde die Bedürfnisse der neugeborenen Tochter wahrnehmen und den Dienst
der Mütterberatung in Anspruch nehmen. Gemäss der fallbetreuenden Sozialar-
beiterin der Jugend- und Familienberatung ... seien Rückmeldungen der Mütter-
beratung positiv (act. 9/5/9, act. 9/5/16).
Im gleichen Zeitraum im November 2011 hielt der A._ psychiatrisch sowie in-
ternistisch behandelnde Klinikarzt der Poliklinik ... des G._ Zürich auf Auffor-
derung der Jugend- und Familienberatung ... fest, dass A._ seit Februar
2009 in der Poliklinik in Behandlung sei. Die Patientin habe das verordnete Subu-
tex unregelmässig eingenommen und die Gesprächstermine unzuverlässig wahr-
genommen (act. 9/5/8). Im Rahmen der Substitutionsbehandlung habe der Bei-
konsum illegaler Drogen nicht reduziert werden können, so scheine die Patientin
beispielsweise im letzten Trimenon ihrer Schwangerschaft täglich Heroin konsu-
miert zu haben. Weiter diagnostiziert die Poliklinik eine Kokainabhängigkeit bei
episodischem Substanzgebrauch sowie eine Alkohol- und Nikotinabhängigkeit bei
ständigem Substanzgebrauch (act. 9/5/8). Ob A._ ihrer Verantwortung als
Erziehungsberechtigte nachkommen könne, so der Klinikarzt des G._ in sei-
nem Bericht vom 3. November 2011 weiter, hange nicht nur von beeinträchtigen-
den psychiatrischen Störungen ab, über welche sie, die Ärzte der Poliklinik, für ei-
ne derartige Beurteilung gegenwärtig in jedem Fall noch zu wenig wüssten, son-
dern auch von einer Beurteilung des Funktionsniveaus von A._ im Alltag,
welche sie, die Ärzte, weder kennen würden noch verifizieren könnten. Eine Ab-
klärung der Erziehungsfähigkeit wurde als dringlich erachtet. Rund 1 1⁄2 Monate
später brachte der frühere Arbeitgeber von B._ mit Schreiben vom
20. Dezember 2011 an die damalige Vormundschaftsbehörde H._ eine Ge-
fährdungsmeldung vor und ersuchte die Behörde um Prüfung von Kindesschutz-
massnahmen (act. 9/5/10). Anlässlich des firmeninternen Weihnachtsessens ha-
be sich der Vater von C._ sehr auffällig und ausfällig gezeigt. Er sei stark be-
trunken gewesen, habe hemmungslos gekifft und Tabletten konsumiert. Er habe
auch mit einem aufklappbarem "Schmetterlingsmesser" gespielt; sein Verhalten
sei erschreckend gewesen. Der Kindsvater habe fristlos entlassen werden müs-
sen. Der Kindsvater habe auch berichtet, dass die Mutter wegen Drogenkonsums
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nicht stillen dürfe. Infolge Geldmangels hätten sie C._ Kuhmilch gegeben.
C._ habe geschrien, ein Termin beim Kinderarzt habe die Mutter dann aber
verschlafen. Die Mutter habe sodann stolz ein Handyfoto in der Runde präsentiert
und geprahlt, wie sie ihr Kind beruhige, wenn es weine. Auf dem Foto sei C._
mit einem Nuggi im Mund zu sehen gewesen. Der Nuggi sei mit Klebeband über
die Backen festgemacht gewesen (act. 9/5/10). Anlässlich der Anhörung vom 11.
September 2014 an ihrem Wohnort durch eine Gerichtsdelegation haben A._
und B._ diese Darstellungen stark relativiert. Während B._ geltend
machte, sein ehemaliger Chef habe ihn mit dieser Gefährdungsmeldung fertig
machen wollen, weil er ihn in einer kompromittierenden Situation angetroffen ha-
be (Prot. S. 5 oben), stellte A._ mit Vehemenz in Abrede, jemals den Nuggi
mit Klebeband auf dem Gesicht von C._ fixiert zu haben (Prot. S. 7 unten).
Am 28. März 2012 meldeten Nachbarn der Einsatzzentrale der Kantonspolizei Zü-
rich einen lauten und heftigen Streit zwischen den Eltern von C._. Die sofort
ausgerückte Polizei fand eine eskalierte Situation und stark alkoholisierte Eltern
vor. Die Kindseltern schilderten der Polizei, dass es zu einer langen verbalen
Auseinandersetzung gekommen sei, in deren Verlauf diverse Gegenstände zu
Boden geworfen worden seien. Sie hätten schon seit langer Zeit Beziehungsprob-
leme und hätten auch schon Beratungen in Anspruch genommen (act. 9/5/13 S. 3
des Berichtes). Der vor Ort vorgenommene Atemlufttest ergab einen Wert von
2.59 Promille Alkohol bei A._ und einen solchen von 0.96 Promille bei
B._. Die Polizei riet dringend zur Anordnung von vormundschaftlichen Mass-
nahmen. Eine aufgrund dieses Vorfalles vorbereitete Fremdplatzierung von
C._ durch die (damalige) Vormundschaftsbehörde H._ konnten die El-
tern abwenden, indem sie sich zur Kooperation mit den Behörden und u.a. zur so-
fortigen Fremdbetreuung von C._ an drei Tagen pro Woche bereit erklärten
(act. 9/5/14, act. 9/5/17).
Per 3. April 2012 fand der Kindsvater wieder eine Stelle als Elektromonteur in ....
Am gleichen Tag, dem 3. April 2012, fand eine Anhörung von A._ und
B._ durch die damalige Vormundschaftsbehörde (Sozialbehörde) statt (act.
9/5/17). Die Eltern erschienen pünktlich mit C._ zur Anhörung. Angespro-
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chen auf den Vorfall vom 28. März 2012 äusserten sie sich vage dahingehend,
dass sich die familiäre Situation mit der dauernden Präsenz des Vaters wegen der
vorübergehenden Arbeitslosigkeit je länger je mehr angespannt hätte und an die-
sem Abend, dem 28. März 2012, die Situation eskaliert sei (act. 9/5/17 S. 1).
Am 12. April 2012 lag der Abklärungsbericht der verantwortlichen Sozialarbeiterin
der Jugend- und Familienberatung ... über die Situation von C._ vor
(act. 9/5/18). Die im Abklärungsbericht geäusserten Empfehlungen lauten im We-
sentlichen auf Errichtung einer Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2
ZGB, die Erteilung einer Weisung, wonach C._ an mindestens drei Tagen
pro Woche in der Kinderkrippe fremdbetreut werden müsse, sowie die Sicherstel-
lung, dass A._ das Opiatsubstitut auch tatsächlich einnimmt (act. 9/5/16).
1.2. Mit Beschluss vom 23. April 2012 errichtete die Vormundschaftsbehörde
H._ eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB. Sie ordnete eine
ausserfamiliäre Kinderbetreuung von C._ an drei Tagen pro Woche durch die
Kita an, vierzehntägliche Gespräche der Eltern bei der Mütter- und Väterberatung
sowie eine regelmässige Suchtbehandlung der Mutter in der Poliklinik G._.
Zur Beiständin wurde F._, c/o Jugend- und Familienberatung ..., ernannt
(act. 9/5/19). Die Beiständin wurde im Wesentlichen beauftragt, die Mutter mit Rat
und Tat zu unterstützen und den Eltern von C._ als Ansprechpartnerin zur
Verfügung zu stehen sowie der Vormundschaftsbehörde Antrag zu unterbreiten,
falls weitere Kindesschutzmassnahmen erforderlich seien. In diesem Sinne wur-
den die Eltern angehalten, alle vier Monate die aktuelle Situation mit der Beistän-
din zu besprechen (9/5/19 S. 2 Dispositivziffer 4). Am 20. August 2012 rückte die
Polizei erneut an den Wohnort der Kindseltern aus. Nachbarn hatten der Einsatz-
zentrale lauten und heftigen Streit in der Wohnung von A._ und B._ ge-
meldet (act. 9/5/22).
Im Zuge der Einführung des neuen Kindes- und Erwachsenenschutzrechtes per
1. Januar 2013 wurde das vorliegende Dossier von der kommunalen Vormund-
schaftsbehörde H._ der neuen regionalen Kindes- und Erwachsenenschutz-
behörde Bezirk ... übergeben (§§ 2 ff. EG KESR i.V.m. Art. 14a Abs. 1 SchlT
ZGB). Dokumentiert ist dieser Vorgang in den Akten nicht. Überhaupt finden sich
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in den Akten für den Zeitraum von 21. August 2012 bis 16. Mai 2013 keine Einträ-
ge, was nur schon deshalb erstaunt, weil gemäss Beschluss der Vormund-
schaftsbehörde H._ vom 23. April 2012 alle vier Monate Standortgespräche
vorzunehmen gewesen wären (act. 9/5/19 S. 2 Dispositiv-ziffer 4).
Für den 14. Mai 2013 rapportierte dann die Kantonspolizei Zürich, eine Fusspat-
rouille der Stadtpolizei Schlieren habe im Zentrum von ... gegen Mitternacht ge-
genüber des Coop pronto wie jeden Abend stark betrunkene Personen angetrof-
fen. Auch A._ sei zugegen gewesen mit ihrer im Reise-Buggy sitzenden und
stark weinenden Tochter C._. A._ habe mit einer Flasche Wein in der
Hand betrunken der Polizei gegenüber verlauten lassen, das mit ihrer Tochter ge-
he sie, die Polizei, überhaupt nichts an, sie, die Tochter, sei sich das gewohnt und
sie, A._, wolle jetzt ohnehin nach Hause gehen (act. 9/5/23). Ein Atemlufttest
war nicht durchführbar. Der Polizeibericht gibt sodann eine Aussage einer Coop
Mitarbeiterin wieder, wonach sich A._ bereits seit ca. 2 Stunden vor dem
Coop im Beisein ihrer Tochter aufhalte und Alkohol trinke. Das Mädchen sei dau-
ernd am Schreien und Weinen gewesen. Am 10. Juni 2013 hörte das neu für den
Fall zuständige Behördenmitglied der KESB Bezirk ... im Beisein der Beiständin
A._ und B._ zum Vorfall vom 14. Mai 2013 und zum weiteren Vorgehen
an (act. 9/5/29). A._ und B._ erklärten sich mit einer Suchtberatung mit
Urinstatus sowie mit einer Fremdbetreuung von C._ während 5 Tagen pro
Woche in einer Kita einverstanden.
1.3. Mit Entscheid der KESB ... vom 4. Juli 2013 wurde beiden Eltern gestützt auf
Art. 307 Abs. 3 ZGB die Weisung erteilt, die Suchtberatung von ... zu besuchen
und C._ an fünf Tagen pro Woche in einer Kita fremdbetreuen zu lassen (act.
9/5/31). Im Folgenden erteilte der Gemeinderat H._ Kostengutsprache für
ausserfamiliäre Betreuung von C._ von Fr. 2'500.-- im Monat (act. 9/5/32).
Am 20. Dezember 2013 kam es zum bislang letzten, in die polizeilichen Akten
eingegangen Vorfall (act. 9/5/34). Nachbarn meldeten kurz vor Mitternacht der
Kantonspolizei Zürich, dass aus der Wohnung AB._ und vor deren Wohn-
haus ein lauter und heftiger Streit im Gange sei. Die ausgerückten Polizeibeamten
fanden die Hauseingangstüre in Scherben zerschlagen am Boden vor. Es stellte
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sich heraus, dass B._ in seiner Wut die Türe zuschlug, worauf das Glas zer-
schellte. B._ wird als stark betrunken rapportiert. Er, B._, habe angege-
ben, es sei zu einer lauten Auseinandersetzung mit seinem "Erzfeind" gekommen,
welcher zuvor seine Freundin (gemeint A._) besucht habe. In der Wohnung
fand die Polizei laut Rapport die angetrunkene A._ vor, ihre Kollegin sowie
deren kleinen Buben. C._ schlief in ihrem Zimmer. Die Polizeibeamten hiel-
ten fest, dass die Wohnung verglichen mit dem Fotobogen des Berichts von März
2012 (vgl. act. 9/5/13 im Anhang) noch immer in demselben desaströsen Zustand
sei (act. 9/5/34). Die Polizeibeamten rieten dringend zu weiteren geeigneten Kin-
desschutzmassnahmen.
Mit Bericht vom 22. Februar 2014 rapportierte I._, Suchtberatung ..., über
den Verlauf der bisherigen (Alkohol-)Suchtberatung (act. 9/5/36). Gemäss ihrem
Dafürhalten hätten sich die Paargespräche schwierig gestaltet. Sie habe indes in
den Einzelgesprächen zu Frau A._ ein gutes Verhältnis aufbauen können.
Sie empfehle daher regelmässige, nämlich wöchentliche, Einzelgespräche, die
zwingend einzuhalten seien, und in einem grösseren Zeitabstand, nämlich ein Mal
pro Monat, Paargespräche. Sodann empfiehlt Frau I._ Alkoholkontrollen
durch den Hausarzt anordnen zu lassen, weil aus fachlicher Sicht davon auszu-
gehen sei, dass die Gewaltvorfälle immer mit Alkoholkonsum in Verbindung stan-
den. Am 14. März 2014 kam es auf der KESB zu einer internen Fallbesprechung
(act. 9/5/38). Der internen Aktennotiz lässt sich Folgendes entnehmen: "Ein Ob-
hutsentzug wird befürwortet. Das Kindswohl ist klar gefährdet, wenn auch die un-
mittelbare Gefahr kein sofortiges Eingreifen verlangt. Die Stabilität des Familien-
systems ist jedoch laut Beiständin und I._ von der Suchtberatung in absolut
ungenügendem Masse vorhanden, worauf die regelmässigen Berichte über häus-
liche Gewalt durch die KAPO hindeuten. Die Eltern können C._ keine in ge-
nügendem Masse Sicherheit und Stabilität bieten. Es ist auch kaum eine Entwick-
lung sichtbar. Keine der unterstützenden Massnahmen (Suchtberatung, Kinder-
krippe, Beistandschaft) hat bisher die erhoffte Wirkung erzielt" (act. 9/5/38 S. 2
unten).
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1.4. Mit Einzelverfügung der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde des Be-
zirks ... vom 13. Mai 2014 (act. 9/5/40) wurde C._ nach vorheriger Anhörung
der Eltern (act. 9/5/42) unter Aufhebung der elterlichen Obhut der Eltern im Sinne
einer superprovisorischen Massnahme vorläufig, das heisst bis zu einem definiti-
ven Entscheid der KESB ... (bzw. einer Rechtsmittelinstanz) in einer SOS-
Pflegefamilie platziert (act. 9/5/40). Mit Entscheid vom 20. Mai 2014 bestätigte die
KESB ... nach nochmaliger Anhörung der Eltern die Anordnungen in der Einzel-
verfügung vom 13. Mai 2014 und ordnete für die Dauer des Verfahrens den vor-
sorglichen Entzug der Obhut über C._ und die Unterbringung von C._
bei der SOS-Pflegefamilie D._ in E._ AG an (act. 5/6 = 9/5/51). Die
KESB ordnete für die Eltern während der Dauer des Verfahrens ein begleitetes
vierzehntägliches Besuchsrecht an, jeweils für insgesamt ein bis zwei Stunden,
und teilte der bereits bestellten Beiständin zusätzliche Aufgaben zu, nämlich das
begleitete Besuchsrecht zu überwachen und der KESB Anträge und Bericht über
die definitive Platzierung zu erstatten.
2.1. Der Bezirksrat Dietikon gewährte mit Urteil vom 30. Juli 2014 den Eltern für
die Dauer des vorsorglich angeordneten Entzugs der Obhut über C._ ein un-
begleitetes Besuchsrecht für jeden Dienstagnachmittag oder Dienstagabend und
für jeden Samstag (act. 8 S. 10 Dispositivziffer 3 = act. 16), und wies im Übrigen
die Beschwerde ab, nachdem die Eltern dem Bezirksrat die Aufhebung des Ent-
zuges der Obhut beantragt hatten (act. 9/1). Der Bezirksrat begründete seinen
Entscheid im Wesentlichen damit, dass zwar seit dem 20. Dezember 2013 kein
Vorfall mehr verzeichnet werden konnte, welcher eine polizeiliche Intervention er-
fordert hätte. Indessen habe die Beiständin am 13. März 2014 in einer E-Mail an
das fallführende KESB Mitglied festgehalten (act. 9/5/37), dass sich das Familien-
system immer wieder als unzuverlässig und undurchsichtig gezeigt habe, und
dadurch auch unberechenbar sei. Zudem habe I._, Suchtberatung ..., ge-
mäss einer Aktennotiz vom 16. Mai 2014 gegenüber dem fallführenden KESB-
Mitglied telefonisch festgehalten, dass A._ die Termine einhalte, man hinge-
gen zu B._ keinen Zugang finde. Gemäss I._ würden starke Konflikte
zwischen den Eltern von C._ bestehen und sie könne sich nicht vorstellen,
wie die beiden mit diesen konstruktiv umgehen könnten. Sie, I._, erlebe
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A._ unter starkem Druck. Sie denke, dass eine Auszeit durch die vorsorgli-
che Platzierung von C._ für A._ sehr entlastend sein könnte (act.
9/5/53). In Anbetracht dieses häufig von Streit und Alkoholkonsum begleiteten
Zusammenlebens der Eltern sei ein Obhutsentzug, jedenfalls als vorsorgliche
Massnahme bis zur gründlichen Untersuchung der gesamten Familienumstände,
gerechtfertigt (act. 8 S. 5 f.). Als Rechtsmittel wurde korrekt die Beschwerde be-
lehrt, verbunden mit dem Hinweis, dass die Frist während der Gerichtsferien nicht
still stehe, allerdings wurde die Frist fälschlicherweise mit 30 Tagen belehrt (act. 8
S. 11, Dispositivziffer 4; vgl. Art. 445 Abs. 3 ZGB).
2.2. Mit Eingabe vom 15. August 2014 (vgl. act. 2 f.), welcher der Post auch an
diesem Tag übergeben wurde, liessen die Beschwerdeführer rechtzeitig innert
10 Tagen Beschwerde am Obergericht erheben (act. 2 i.V.m. act. 16B). Der
Schriftsatz ging am 19. August 2014 bei der Kammer ein. Daraufhin wurde der
Beizug der vorinstanzlichen Akten sowie der Akten der Kindes- und Erwachse-
nenschutzbehörde veranlasst (vgl. act. 9/1-17 und act. 9/5/1-59).
Mit der Beschwerde verlangen die Eltern im Hauptantrag, es sei der Entscheid
der KESB ... vom 20. Mai 2014 aufzuheben, und es sei ihnen die Obhut über ihre
gemeinsame Tochter C._ zu belassen und das Kind bei ihnen unterzubrin-
gen. In prozessualer Hinsicht verlangen die Eltern, es sei der Beschwerde im Um-
fang des ihnen gewährten Besuchsrechts die aufschiebende Wirkung zu entzie-
hen (act. 2 S. 3, S. 18), und ersuchten zudem um Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege (Kostenbefreiung, unentgeltliche Rechtsverbeiständung) für das Be-
rufungsverfahren (ebenda). Mit Beschluss vom 3. September 2014 wurde der Be-
schwerde im Umfang des vom Bezirksrat angeordneten Besuchsrecht die auf-
schiebende Wirkung entzogen und das Armenrechtsgesuch abgewiesen (act. 10).
Die Anhörung der Beschwerdeführer fand nach vorheriger Absprache mit der
Rechtsvertreterin am 11. September 2014 an deren, der Beschwerdeführer,
Wohnort statt (Prot. S. 3 ff.). Die von der Kammer eingeholten Auskünfte wurden
den Beschwerdeführern (act. 12 - act. 16) samt Protokoll der Anhörung vom 11.
September 2014 in Wahrung des rechtlichen Gehörs zur Kenntnisnahme zuge-
stellt (act. 17). Mit Eingabe vom 18. September 2014 nahmen die Beschwerdefüh-
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rer zu den Protokollen der Anhörung und den diversen Aktennotizen (act. 12-16)
Stellung (act. 21). Der Prozess ist spruchreif.
II.
1.1. Nach dem Wortlaut von Art. 310 Abs. 1 ZGB – "Kann der Gefährdung des
Kindes nicht anders begegnet werden, so hat die Vormundschaftsbehörde es den
Eltern oder, wenn es sich bei Dritten befindet, diesen wegzunehmen und in an-
gemessener Weise unterzubringen" – müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein
für die Aufhebung der elterlichen Obhut: Es muss eine Gefährdung des Kindes
gegeben sein und dieser Gefährdung kann nicht anders begegnet werden. Die
Gefährdung des Kindes, die Anlass zur Wegnahme von den es betreuenden El-
tern gibt, muss darin liegen, dass das Kind in der elterlichen Obhut nicht so ge-
schützt und gefördert wird, wie es für seine körperliche, geistige und sittliche Ent-
faltung nötig wäre. Die Gefährdung allein berechtigt noch nicht zum Eingreifen;
Gefährdungssituationen gehören zum Leben von Kindern und Erwachsenen.
Rechtlich relevant wird die Gefährdung erst, wenn die Eltern nicht von sich aus für
Abhilfe sorgen oder dazu ausserstande sind, sei es durch eigenes Handeln oder
durch die Inanspruchnahme von freiwilliger Beratung. Damit ist auch gesagt, dass
für die Aufhebung der elterlichen Obhut erforderlich ist, dass der Gefährdung nicht
mit anderen, weniger einschneidenden Kindesschutzmassnahmen begegnet wer-
den kann. Aus dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit folgt die Subsidiarität der
einzelnen Kinderschutzmassnahmen untereinander; sind verschiedene Mass-
nahmen gleichermassen geeignet, den angestrebten Zweck zu erreichen, so ist
diejenige zu wählen, welche am wenigstens einschränkend ist. Die Entziehung
der Obhut ist nur dann zulässig, wenn andere Massnahmen ohne Erfolg geblie-
ben sind oder von Vornherein als ungenügend erscheinen. Die Handhabung der
Kindesschutzmassnahme des Obhutsentzuges ist anspruchsvoll. An die Würdi-
gung der Umstände ist ein strenger Massstab zu legen. Massgebend sind die
Verhältnisse im Zeitpunkt der Entziehung.
1.2. Beim angefochtenen Entscheid geht es um den vorläufigen Entzug der elter-
lichen Obhut mit Fremdplatzierung in einer SOS-Pflegefamilie als vorsorgliche
Kindesschutzmassnahme. Als dauerhafte Lösung ist diese Kindesschutzmass-
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nahme nicht beabsichtigt. Dies zeigen auch die tatsächlichen Gegebenheiten des
vorliegenden Falles: SOS-Platzierungen dauern in der Regel sechs Monate
(act. 15). Für C._, welche seit dem 13. Mai 2014 bei der SOS-Pflegefamilie
D._ in E._ platziert ist, zeichnet sich deshalb gegen Ende Jahr so oder
anders eine Umplatzierung ab (act. 15). Gerade weil Umplatzierungen eines
Kleinkindes auch während der Dauer eines Verfahrens zu vermeiden und kontinu-
ierliche Verhältnisse anzustreben sind, setzt die Anordnung eines vorsorglichen
Obhutsentzuges eine günstige Hauptsachenprognose voraus. Bereits die Rechts-
vertreterin der Beschwerdeführerin führte aus, dass je zweifelhafter der Verfah-
rensausgang und je einschneidender die vorsorgliche Massnahme ist, desto hö-
here Anforderungen seien an die Dringlichkeit und den für die Verfahrensdauer zu
beseitigenden Nachteil sowie die Verhältnismässigkeit der Anordnung zu stellen
(act. 2 S. 7 unten). Gestützt darauf machen die Beschwerdeführer geltend, dass
der Obhutsentzug vom 20. Mai 2014 ungerechtfertigt sei, weil das Kindswohl nicht
gefährdet gewesen sei. Zudem erweise sich dieser in sachlicher und zeitlicher
Hinsicht als unverhältnismässig (act. 2 S. 4 ff., S. 14 ff.).
2.1. Die Voraussetzungen für einen (vorsorglichen) Ohhutsentzug sind nicht ge-
geben. Zunächst ist festzuhalten, dass die (angebliche) Hinweise von Frau
I._, Suchtberatung ..., auf die sich der Entscheid der Vorinstanz massgeblich
stützt, zu relativieren sind. Frau I._ distanziert sich von den in der Aktennotiz
der KESB vom 16. Mai 2014 wiedergegebenen Äusserungen (act. 9/5/53). Sie
habe ihm Mai 2014 keine Fremdplatzierung von C._ empfohlen (act. 13). Im
Gegenteil habe sie sich dahingehend geäussert, den Eltern Zeit zu lassen, um ih-
re Entwicklung und Stabilisierung weiter unter Beweis zu stellen. Tatsächlich hat
Frau I._ in ihrem Bericht vom 22. Februar 2014 Massnahmen formuliert, wel-
che die Beschwerdeführer in ihrer Erziehung von C._ erfolgversprechend un-
terstützen können (sozialarbeiterische bzw. psychoedukative Einzel- und alsdann
auch Paargespräche; Alkoholkontrollen durch den Hausarzt; act. 9/5/36, act. 13).
Der Polizeieinsatz vom 20. Dezember 2013 (act. 9/5/34) kann nicht fünf Monate
später zur Begründung einer aktuelle Dringlichkeit für die Anordnung eines vor-
sorglichen Obhutsentzuges dienen.
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Die Anordnung des Obhutsentzuges findet aber auch in den übrigen Akten keine
Stütze. Die Einschätzung der Beiständin am 13. März 2014 in einer elektroni-
schen Nachricht an das fallführende Behördenmitglied der KESB, dass sich das
Familiensystem immer wieder als unzuverlässig gezeigt habe, es undurchsichtig
und dadurch auch unberechenbar sei (act. 9/5/37), reicht nicht aus, um eine
Kindswohlgefährdung zu begründen, die einen (sofortigen) Obhutsentzug recht-
fertigt. Es wären konkrete Gründe für diese gewonnene Einschätzung oder inzwi-
schen eingeholte exakte Informationen zu nennen gewesen, um die dringliche
und einschneidende Kindesschutzmassnahme des Obhutsentzuges nachvoll-
ziehbar zu machen, zumal gemäss Journalausdruck der KESB ... die Beiständin
gegenüber dem fallführenden Behördenmitglied am 11. Februar 2014 die Situati-
on als "nicht akut gefährdend" einstuft (act. 5/7). Dem nächstfolgenden Eintrag im
besagten Journal vom 1. April 2014 lässt sich dann entnehmen, dass "[sie, Frau
F._] ein Platz über J._ gefunden hat. Obhutsentzug ist geplant auf
22. oder 23. April, im Sinne einer superprovisorischen Verfügung. Anhörung pa-
rallel zu der Platzierung" (act. 5/5). Es ist in den Akten nicht dokumentiert, wie es
zu diesem Meinungsumschwung kam. In den Akten finden sich für die Zeit nach
dem 20. Dezember 2013 (act. 9/5/34) keine weiteren Vorkommnisse einer akuten
Kindswohlgefährdung.
2.2. Die 41-jährige Beschwerdeführerin konnte im Arbeitsmarkt wieder Fuss fas-
sen und arbeitet als Serviceangestellte derzeit wenn möglich im Vollzeitpensum in
einem von ihrem Wohnort nicht weit entfernt liegenden Gasthof. Der 34-jährige
Beschwerdeführer arbeitet in Festanstellung und in einem vollen Arbeitspensum
in seinem erlernten Beruf als Elektromonteur. Der Beschwerdeführer konnte sich
nach der fristlosen Entlassung im Dezember 2011 (act. 9/5/10) nur wenige Mona-
te später wieder eine Festanstellung erarbeiten. Die Beschwerdeführer verfügen
zusammen über ein monatliches Nettoeinkommen, mit dem sie ihre laufenden
Ausgaben decken können. Die Beschwerdeführer sind bestrebt, ihre finanzielle
Situation zu ordnen und alte Schulden zu begleichen, derzeit bestehen noch
Lohnpfändungen. Die Beschwerdeführer bewohnen eine 4-Zimmer-Wohnung, die
den Ansprüchen eines Kindes bezüglich Ausstattung und Lage vollumfänglich ge-
nügt.
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Die Beschwerdeführer bestreiten die Probleme, welche zum Obhutsentzug ge-
führt haben, insbesondere die Drogen- und Alkoholabhängigkeit, aber auch die
lauten, für C._ schädliche, Streitereien, nicht (Prot. S. 3 ff.). Sie ergeben sich
aus den (vorinstanzlich) erhobenen Akten (9/5/13, act. 9/5/8, 9/5/2). Die Be-
schwerdeführer tendieren allerdings dazu, ihre Sucht und die sich daraus erge-
benden Probleme in Bezug auf ihre Erziehungsfähigkeit schön zu reden. Die teil-
weise erschreckenden Einträge in die polizeilichen Akten werden wenig überzeu-
gend abgetan, oder die Vorfälle aus ihrer, der Beschwerdeführer, Verantwortung
gewiesen (zuletzt in Prot. S. 5).
Es kann allerdings nicht gesagt werden, dass es den Beschwerdeführern an Ko-
operationswillen und - fähigkeit fehlt. Die Beschwerdeführer sind insgesamt in der
Lage gewesen, den ihnen von den Behörden mit Entscheiden vom 23. April 2012
bzw. 4. Juli 2013 auferlegten Anweisungen Folge zu leisten (act. 9/5/19 S. 2,
act. 9/5/31 S. 2 f.). Die Beschwerdeführer lassen an fünf Tagen pro Woche, von
jeweils Montag bis Freitag, C._ in der Krippe ausserfamiliär betreuen. Die
verantwortlichen Betreuungspersonen der Krippe attestieren C._ eine gute
Entwicklung. Nicht geltend gemacht wird etwa, dass C._ unregelmässig oder
unpünktlich in die Krippe gebracht wird (vgl. act. 9/5/42 S. 1, act. 14). C._ hat
mit ihren beiden Geschwistern mütterlicherseits Kontakt. Es ist von liebevollem
Umgang der Eltern mit C._ die Rede (act. 9/5/12, act. 9/5/11). Der von der
Beiständin gewonnene Eindruck, C._ würde sich nur vordergründig gut ver-
halten, erbringe im Gegenteil eine enorme Anpassungsleistung, um das Familien-
leben und die äussere Welt in Übereinstimmung zu bringen, was letztlich ihrem
Wohl abträglich sei, muss konzis mittels erhärteter Fakten begründet werden, um
als Grundlage für einen Obhutsentzug dienen zu können (vgl. act. 14). Die Be-
schwerdeführer erklären, dass es C._ bei der Familie D._ gut geht. Die
bisher stattgefundenen Besuchstage bei der SOS-Pflegefamilie geben zu keinen
negativen Bemerkungen Anlass.
Die Suchtberatung der Beschwerdeführer als Paar hat bislang nicht funktioniert
(act. 9/5/36), einzeln ist A._ jedoch zur Suchtberatung erschienen (act. 13),
und hat sich zur Suchtberatung mit Harnkontrolle einverstanden erklärt (act.
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9/5/29 S. 2). Frau I._ von der Suchtberatung attestiert A._ einen guten
Beziehungsaufbau (act. 13). B._ erscheint mittlerweile auch zur Suchtbera-
tung (act. 16). Zu Recht weisen die Suchtberater mit Nachdruck darauf hin, dass
die Beschwerdeführer Eigenverantwortung zu übernehmen haben. Dazu gehört
die Weiterführung der Therapie der Suchterkrankung, insbesondere diejenige des
schweren Trinkens, und zwar insbesondere auch in regelmässigen Einzelgesprä-
chen. Psychosoziale Gespräche führen nachgewiesenermassen zu besseren Re-
sultaten. In diesem Zusammenhang ist der Hinweis anzubringen, dass die KESB
die autoritative Anordnung von Alkoholkontrollen (etwa durch den Hausarzt) zu
prüfen haben wird.
Frau A._ nimmt verlässlich das Opiatsubstitutionsmittel Sevre Long im
G._ ein (Prot. S. 9). Frau A._ verneint einen Beikonsum anderer psy-
chotroper Substanzen. Die Therapeutin von A._ im G._, Frau K._,
kann diese Angabe nicht aufgrund faktenbasierten Wissens bestätigen, hält aber
fest, dass A._ gesund sei und verlässlich zur Abgabe des Heroinersatzmit-
tels erscheine. Die von A._ eingenommene Menge Sevre Long sei keine all-
zu grosse Dosis und recht konstant. Gemäss Frau K._ würden Drogenscree-
nings nur auf Anordnung des Gerichts (oder einer anderen Behörden) gemacht.
Die Forensik würde dann Haaranalysen machen (Prot. S. 9).
3.1. Unter diesen Umständen ist keine Gefährdung von C._ anzunehmen,
die einen dringlichen Obhutsentzug erfordern würde. Wie bereits die Rechtsver-
treterin der Beschwerdeführer zu Recht festhielt, hat die KESB, sieht sie weiteren
Handlungsbedarf, weniger einschneidende Massnahmen zu ergreifen. In der Tat
ist beispielsweise nicht ersichtlich und geht aus den Akten nicht hervor, dass die
Beiständin die Familie regelmässig besucht oder kontaktiert hätte, so wie im Be-
schluss der Vormundschaftsbehörde H._ vom 23. April 2012 aufgetragen. Es
ist weiter beispielsweise auch nicht ersichtlich, weshalb auf ärztliche Nachweise
eines kontrollierten Alkoholkonsums verzichtet wurde. Weil der psychologische
Effekt derartiger Kontrollen nicht zu unterschätzen ist und die Berater in erster Li-
nie ein Vertrauensverhältnis zu ihren Patienten aufzubauen haben, sind derartige
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Kontrollen nicht im Ermessen der Beiständin oder gar der Suchtberaterin zu ge-
ben, sondern die KESB hat diese autoritativ anzuordnen.
3.2. Zusammengefasst folgt aus diesen Erwägungen, dass die Beschwerde gut-
zuheissen ist und damit der von der KESB ... vom 20. Mai 2014 verfügte vorsorg-
liche Entzug der Obhut und die Fremdplatzierung von C._ aufzuheben ist.
Die Rückübertragung der Obhut muss vorbereitet werden und soll nicht abrupt er-
folgen. Einerseits hat C._ eine gute Beziehung zu ihrer Pflegemutter, bei der
sie nun dann bald fünf Monate gelebt hat. Andererseits werden die Beschwerde-
führer (gegebenenfalls zusammen mit der Beiständin) beispielsweise wieder für
einen Platz für C._ in der Kinderkrippe ... besorgt sein müssen. A._ wird
vermutlich ihr Arbeitspensum reduzieren wollen, um in der Lage zu sein, mindes-
tens teilweise am Morgen oder am Abend für C._ da zu sein. Aus diesen
Gründen ist C._ per 11. Oktober 2014 wieder unter die Obhut der Beschwer-
deführer zu stellen.
III.
Bei diesem Verfahrensausgang sind für das Beschwerdeverfahren keine Kosten
zu erheben. Für die Zusprechung einer Parteientschädigung an die Beschwerde-
führer besteht keine Rechtsgrundlage.
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