Decision ID: ab76a84b-6bfc-5f0b-a763-68c22085158d
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
R._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Paul Rechsteiner, Oberer Graben 44,
9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Der aus Serbien und Montenegro stammende R._, geboren 1956, meldete sich
am 2. Juni 2004 wegen Rückenproblemen mit Ausstrahlung in Nacken, Kopf und Beine
bei der Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen an und beantragte
sowohl Berufsberatung als auch Rente. Die Behinderung habe 2001 begonnen, seit
Januar 2003 bestünden grosse Einschränkungen. Behandelt werde er von jeher von Dr.
med. A._. Seit dem 25. Februar 2004 sei er zu 75% arbeitsunfähig. Vorher (ab dem
12. April 2003) habe seine Arbeitsunfähigkeit zwischen 100% und 50% geschwankt
(act. G 4.1.1).
A.b Dr. med. B._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, teilte am 11. August 2003
Dr. med. C._, Allgemein Medizin FMH, nachdem jene ihn gebeten hatte, zu klären
wieweit die Beschwerden des Versicherten (Chron. Lumbovertebralsyndrom,
Belastungsdyspnoe mit Husten, chron. schmerzbedingte Schlafstörung) psychisch
bedingt sein könnten, mit, dass der Vesicherte nachts regelmässig Angstträume habe
und in diesen von Menschen mit Waffen bedroht werde. Der Versicherte habe ab 1978
in der Schweiz gearbeitet und für seine Familie ein Haus im Kosovo gebaut. Dort sei er
von Serben schikaniert und etwa 1994 von Polizisten niedergeschlagen und vor seiner
Ehefrau gedemütigt worden. Während des Bürgerkriegs sei sein Haus, in das er
sämtliche Ersparnisse gesteckt habe, abgebrannt worden und in der Verwandtschaft
seien Tote zu beklagen gewesen. Die seit zweieinhalb Jahren bestehenden
Rückenschmerzen würden den Versicherten in seiner Arbeitsfähigkeit und somit in
seiner Existenz bedrohen, was vor dem Hintergrund der beschriebenen traumatischen
Erfahrung eine Angst machende Situation sei. Die Angst erlebe der Versicherte zwar
regelmässig in Träumen, aber nicht als Gefühl im Wachen. Dort würde diese
somatisiert als Atemnot und die unterdrückte Aggression zeige sich im Husten. Die
Kosovaren hätten bezüglich ihrer Emotionen andere Tabus als Mitteleuropäer und
müssten anderen gesellschaftlichen Vorstellungen entsprechen. Sie könnten sich nicht
über längere Zeit klagend und weinend zeigen, verdrängten diese Gefühle ins
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Somatische und würden körperlich krank werden. Wegen starken emotionalen Tabus
und sprachlichen Problemen sei eine Psychotherapie in solchen Fällen kaum
erfolgreich. Als Behandlungsmöglichkeit würden stützende Gespräche und
Medikamente bleiben (act. G 4.1.8 bis 11).
A.c Dr. C._ berichtete der IV-Stelle mit Arztbericht vom 28. Juli 2004, dass mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit folgende Diagnosen bestünden: seit 2004
chronisches Lumbovertebralsyndrom bei Spondylolisthesis L5/S1 sowie
Osteochondrose cervical mit Cephalea und Nackenschmerzen und seit 2002 eine
posttraumatische Depression. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden
noch eine leichte chronische Bronchitis (seit 2002), eine Prostatahyperplasie sowie eine
chron. rezidiv. Prostatitis (seit 2001). Seit dem 25. April 2004 sei der Versicherte bis auf
weiteres zu 75% arbeitsunfähig, wobei ein Lastenhebeverbot für über 10 kg bestehe.
Zurzeit arbeite er im Reinigungsdienst der D._ und nicht mehr im Gepäckdienst. Der
Zustand sei stationär bis sich verschlechternd. Die gesundheitliche Störung wirke sich
bei der bisherigen Tätigkeit aus, durch Schmerzen, Erschöpfbarkeit, Depression,
Schwindel, Tremor und Konzentrationsstörungen. Der derzeitige Putzdienst bei der
D._ von zwei Stunden täglich gehe ordentlich und der Versicherte profitiere
psychisch sehr von der Berufstätigkeit. Zumutbar seien ihm Tätigkeiten, die körperlich
nicht anstrengend seien, mit Lasten von max. 10 kg, ideal wäre ein Wechsel zwischen
Stehen, Laufen und Sitzen, wobei es sich um keine intellektuell anstrengenden
Tätigkeiten handeln dürfe. Je nach Tätigkeit dürfte eine verminderte Leistungsfähigkeit
bestehen. Ob er bei Teilzeitarbeit eine volle Leistung erbringen könnte, könne nicht
hervorgesagt werden. In der jetzigen Tätigkeit bestehe eine bleibende Einschränkung
von mindestens 20% (act. G 4.1.8-1).
A.d Gemäss Fragebogen für den Arbeitgeber vom 2. August 2004 arbeitete der
Versicherte ab dem 1. Juni 1989 als Betriebsangestellter bei der D._. Vor Eintritt des
Gesundheitsschadens, bis am 19. Januar 2003, habe er im Gepäck-Ein-, Aus- und
Umladedienst gearbeitet. Nach Eintritt des Gesundheitsschadens, ab dem 22. Oktober
2003, habe der Versicherte in der Büroreinigung gearbeitet. Die Normalarbeitszeit im
Betrieb betrage 39 Stunden pro Woche (7.8 Std./Tag). Der Versicherte arbeite seit dem
18. Juni 2003 zwei Stunden pro Tag. Seit dem 1. Januar 2004 betrage der AHV-
pflichtige Lohn des Versicherten Fr. 62'435.-- pro Jahr, wobei der Lohn nicht der
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Arbeitsleistung entspreche. Seit dem 18. Juni 2003 würde ein Lohn von Fr. 15'608.--
pro Jahr der Arbeitsleistung entsprechen. Ohne Gesundheitsschaden würde der
Versicherte Fr. 70'200.-- pro Jahr verdienen. Ebenfalls am 2. August 2004 teilte die
Arbeitgeberin der IV-Stelle mit, dass sie beabsichtige, das Arbeitsverhältnis per Ende
Januar 2005 wegen mangelnder medizinischer Tauglichkeit aufzulösen, und bat um die
Prüfung der Rentenfrage, da eine Berufsberatung aufgrund der gesundheitlichen
Situation und des beschränkten Entwicklungspotentials des Versicherten sehr
schwierig sei (act. G 4.1.9).
A.e Am 5. Oktober 2004 teilte Dr. C._ auf Nachfrage der IV-Stelle mit, dass die
Arbeitsfähigkeit des Versicherten in einer der Behinderung angepassten Tätigkeit
maximal 20% betrage (act. G 4.1.15).
A.f Am 15. Oktober 2004 löste die Arbeitgeberin des Versicherten das Arbeitsverhältnis
unter Einhaltung der sechsmonatigen Kündigungsfrist wegen mangelnder
medizinischer Tauglichkeit auf den 30. April 2005 auf (act. G 4.1.19).
A.g Gemäss dem polydisziplinären Gutachten der Ärztliches Begutachtungsinstitut
GmbH (ABI) vom 25. August 2005 stellten deren Gutachter, Dr. med. E._, Innere
Medizin, Dr. F._, Rheumatologie, und Dr. G._, Psychiatrie, folgende Diagnosen mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: 1. Chronisches lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bds. (ICD-10 M54.4), radiomorphologisch bekannte Spondylolyse L5
bds. mit Spondylolisthesis Grad l nach Meyerding, mittelgradige foraminale Einengung
bds. rechtsbetont, mässige Chondrose L5/S1; 2. Chronisches cervico-cephales
Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.0), radiomorphologisch Osteochondrose C5/6 mit
kleiner mediorechtslateraler Diskushernie ohne Nervenwurzelkompression, allgemeine
Dekonditionierung; 3. leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0): 4. Anhaltende
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4). Beim Versicherten sei eine
Arbeitsunfähigkeit von maximal 50% in der angestammten Tätigkeit ab dem 20. Januar
2003 anzunehmen. Körperlich leichte bis mittelschwere, adaptierte berufliche
Tätigkeiten seien dem Exploranden jedoch ganztägig mit einer Leistungseinbusse von
20% zumutbar. Medizinische Massnahmen zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit und
berufliche Massnahmen könnten aufgrund fehlender Erfolgsaussichten nicht empfohlen
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werden. Aufgefallen sei, dass der Versicherte beinahe während der ganzen Anamnese
und Untersuchung geweint oder gestöhnt habe (act. G 4.1.25).
A.h Dr. B._ teilte der Sozialversicherungsanstalt am 19. Dezember 2005 mit, dass
die Gutachter der ABI die Konversionsstörung (ICD-40 F44) des Versicherten nicht
diagnostizierten hätten, die sehr wohl eine rentenwirksame Arbeitsunfähigkeit
begründe. Im Gutachten würden zudem objektivierbare Befunde - anhaltender Husten
und Zähneknirschen - nicht erwähnt, weil diese wohl als passager eingeschätzt worden
seien und so der Bezug zu der von ihm gestellten Diagnose nicht gesehen worden sei.
Obwohl er den Versicherten seit dem 25. Juli 2003 mit kurzem Unterbruch behandle,
sei er von der IV-Stelle nie direkt betreffend dessen Arbeitsunfähigkeit angefragt
worden. Seine von Dr. C._ weitergereichte Ersteinschätzung vom 11. August 2003
beinhalte keine genügend fundierte Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit (act. G 4.1.34).
A.i Gemäss Bericht vom 2. Mai 2006 nahm der Versicherte zur Abklärung und
Förderung der Arbeitsfähigkeit vom 1. März 2006 bis 28. April 2006 an einem
Verzahnungsprogramm der Arbeitslosenversicherung teil (Pensum 50%). Während der
Präsenzzeit mit einer Pause von 15 Minuten sowie einer Ruhepause von 10-15 Minuten
habe er einen Leistungsgrad von 25% gezeigt. Bei den Tätigkeiten habe es sich um
Hauswartung, Reinigungsdienst und Kantinenbetreuung gehandelt. Der Versicherte sei
psychisch sehr labil. Bei einer Tätigkeit in der freien Wirtschaft würde es sich um
selbständiges Arbeiten ohne Zeitdruck handeln müssen, wie z.B. im Reinigungsdienst
oder Hauswartungsdienst. Die Belastbarkeit sei gering und lasse schon bei geringem
Druck nach, auch wenn der Versicherte sehr motiviert sei (act. G 4.1.39).
A.j Am 27. März 2006 nahm die ABI Stellung zum Arztbericht von Dr. B._ vom
19. Dezember 2005. Dieser diagnostiziere als behandelnder Psychiater in diesem
Bericht eine Konversionsstörung, die eine rentenwirksame Arbeitsunfähigkeit
begründen würde. Nähere Angaben zur Konversionsstörung würden nicht gemacht.
Die einzigen psychopathologischen Symptome, die allenfalls die Diagnose einer
Konversionsstörung begründen würden, seien die beobachteten Gedächtnisstörungen.
Der Versicherte habe sich nicht an Jahreszahlen erinnern können und meinte, sich nicht
an seine Kindheit erinnern zu können. Gedächtnisstörungen, die bei dissoziativen
Störungen auftreten (dissoziative Amnesie), würden aber meistens wichtige, kurz
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zurückliegende Ereignisse, die als traumatisierend erlebt würden, z.B. Unfälle,
unerwartete Trauerfälle, betreffen und im Allgemeinen nicht frühkindliche Erfahrungen.
Die beim Versicherten beobachteten Gedächtnisstörungen würden also nicht auf eine
Konversionsstörung hindeuten, sondern seien vielmehr auf den Versuch, seinen
schlechten psychischen Gesundheitszustand zu verdeutlichen, zurückzuführen. Ausser
den beobachteten Gedächtnisstörungen seien keinerlei psychiatrische Symptome
feststellbar gewesen, die auf das Vorliegen einer Konversionsstörung hindeuten
würden. Daher könne die Diagnose einer Konversionsstörung nicht gestellt werden. Der
Bericht trage keine neuen Aspekte zum Bild des Gesundheitsschadens bei, weshalb
sie an ihrer Beurteilung festhalte (act. G 4.1.38).
A.k Am 3. August 2006 erklärte das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV)
St. Gallen den Versicherten für nicht mehr vermittlungsfähig ab 13. Juli 2006. Die
Wiedereingliederungsphase sei per 12. Juli 2006 abgebrochen worden, unter anderem
aufgrund eines Arztzeugnisses von Dr. B._ vom 23. Juni 2006, welches ihm eine
voraussichtlich dauernde Arbeitsunfähigkeit von 100% ab Juli 2003 bescheinige.
Ausserdem sei ein Ende der Arbeitsunfähigkeit nicht absehbar (act. G 4.1.45). Mit
Vorbescheid vom 20. September 2006 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass
die Arbeitsvermittlung abgeschlossen werden würde, da er sich nicht in der Lage fühle,
die mögliche Arbeitsfähigkeit zu verwerten, und auf die Stellensuche verzichten
möchte, und schloss diese mit Verfügung vom 27. Oktober 2006 schliesslich ab (act. G
4.1.52 und 58).
A.l Mit Vorbescheid vom 21. September 2006 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
dass ihm gemäss ihren Abklärungen eine leidensangepasste Tätigkeit zu 80%
zumutbar sei und sie, da beim Einkommensvergleich nur ein Invaliditätsgrad von 35%
(Valideneinkommen Fr. 71'604.--, Invalideneinkommen Fr. 46'656.--) resultiere, das
Leistungsbegehren abweisen werde (act. G 4.1.50). Mit Verfügung vom 27. Oktober
2006 wies sie das Leistungsbegehren ab (act. G 4.1.59).
A.m Dr. B._ teilte dem Vertreter des Versicherten am 22. Oktober 2006 mit, er habe
nie behauptet, dass beim Versicherten aufgrund einer dissoziativen Gedächtnisstörung
eine Konversionsstörung diagnostiziert werden könne. Sinn seines Schreibens vom
19. Dezember 2005 sei gewesen, von der IV endlich um seine Beurteilung des
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Versicherten angefragt zu werden. Es würde natürlich keinen Sinn machen, diese sonst
nichts sagenden Zeilen an die ABI zur Beurteilung weiterzuleiten. Das Gedächtnis des
Versicherten sei auffällig, was verschieden verstanden werden könne. Die vom ABI
aufgeführte Begründung sei eine mögliche, schliesse aber die Möglichkeit einer
dissoziativen Gedächtnisstörung nicht aus. Dafür wisse man zu wenig vom
Versicherten. Wenn der Versicherte in seine Praxis komme, um zum x-ten Mal gleich
wie beim ersten Mal über seine Schmerzen zu klagen, höre er ihn schon 300m entfernt
husten. Weil er immer zu früh komme, huste er dann noch 10 Minuten im Wartezimmer,
dann während der Zeit, da er seine Klagen weinend und hustend vorbringe, bis er sich
wieder hustend von der Praxis entferne. Wenn er hartnäckiger nachfrage, knirsche der
Versicherte mit den Zähnen, so dass es ihm (dem Arzt) wehtue und die Zähne zu
zerspringen drohten. Wenn er weiter nachfrage, habe der Versicherte sich schon öfter
das Hemd vom Leib gerissen, so dass die Knöpfe im ganzen Sprechzimmer verstreut
gelegen seien. Der Husten sei psychogen und nicht Folge einer allfälligen leichten
chronischen Bronchitis. Husten, Zähneknirschen und sich das Hemd vom Leib Reissen
erachte er, in der Art wie es der Versicherte mache, als Konversionssymptome als
Folge eines verdrängten Konfliktes mit aggressivem Inhalt. Im Auftreten sei der
Versicherte unterwürfig. Das Husten und Zähneknirschen habe sicher auch der
Gutachter beobachtet. Letzteres habe dieser nicht erwähnt. Diesem habe der
Gutachter zu wenig Beachtung geschenkt und den Zusammenhang mit der übrigen
Symptomatik nicht gesehen, den auch er (Dr. B._) lange nicht gesehen habe. Er habe
ihn bis Mitte April 2005 als Patient mit schlechtem coping bei somatischem Schmerz
(Bandscheibe) behandelt, habe eine allfällige Arbeitsunfähigkeit als somatisch bedingt
erachtet und sich deshalb nicht dazu geäussert. Es sei nicht einmal eine leichte
Depression zu diagnostizieren gewesen. Erst das ABI-Gutachten habe ihm klar
gemacht, dass der Versicherte an einer somatoformen Schmerzstörung leide. Das
Verhalten des Versicherten sei extrem demonstrativ, er sei aber nicht bewusst
manipulativ. Der psychiatrische Gutachter der ABI sei im Gegensatz zu ihm der
Auffassung, dass der Versicherte zu 80% arbeiten könne, wenn er wolle, dass er
aggraviere oder bis zu einem gewissen Grad auch simuliere. Er habe diesen Verdacht
zunächst auch gehabt, sei heute aber der Überzeugung, dass der Versicherte aufgrund
einer somatoformen Schmerzstörung und einer Konversionsstörung zu 100%
arbeitsunfähig sei. Es bleibe vieles unklar. Der Versicherte könne sich verbal nicht
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genügend mitteilen. Introspektionsfähigkeit gehe ihm völlig ab. Seine Ausdrucksform
sei der Schmerz, körperlich und psychisch. Sein Schmerz sei nicht behandelbar, nicht
medikamentös und schon gar nicht psychotherapeutisch. Über die psychiatrische
Behandlung wisse der Gutachter nur, was der Versicherte ihm gesagt habe, er sei nie
dazu angefragt worden, weder von der IV noch von der ABI. Der Versicherte sei mit
verschiedenen Antidepressiva, auch in Kombination über Wochen und Monate
behandelt worden, nicht wegen der Depression - die als Problem völlig im Hintergrund
gewesen sei - sondern in der Hoffnung, so die Schmerzsymptomatik zu mindern und
den Schlaf zu verbessern. Er habe es mehrere Monate mit Cipralex (1 Tbl. morgens)
und Surmontil bzw. Saroten (50mg abends) probiert. Später habe es Dr. C._ noch
über längere Zeit mit Zoloft (50 mg) versucht. Wenn der Versicherte die Medikamente
überhaupt vertragen habe, so habe er nie eine beobachtbare Besserung der Symptome
feststellen können, übrigens auch nie bei Schmerz- oder Schlafmitteln. Der Versicherte
komme noch alle drei bis vier Wochen in seine Praxis, um für 30 Minuten zu klagen;
dieser sage die "Gespräche" würden ihm helfen. Er (Dr. B._) habe davon nie etwas
gespürt. Da die Medikamente nie etwas gebracht hätten, verordne er keine mehr. Er sei
heute der Auffassung, dass es dem Versicherten gar nicht besser gehen dürfe, weil
dieser sonst in eine für ihn noch schwierigere Lage kommen würde. So könne er seine
Ehre oder was auch immer aufrechterhalten. Der Versicherte sei von der ABI sorgfältig
untersucht worden und das Gutachten sei basierend auf den zur Verfügung stehenden
Angaben nachvollziehbar und schlüssig. Als Gutachter wäre er zu den selben
Schlüssen gelangt. Der Mangel liege darin, dass er nie von der IV um eine Beurteilung
des Versicherten angefragt worden sei, und dass auch die ABI nicht auf die fehlenden
Unterlagen hingewiesen habe (act. G 4.1.61).
A.n Zum Vorbescheid liess der Versicherte am 23. Oktober 2006 Stellung nehmen und
die Einholung eines ergänzenden und unabhängigen psychiatrischen Berichts
beantragen. Bezüglich massgebender Diagnose und Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit bestünden erhebliche Diskrepanzen, womit nicht ohne weiteres auf das
Gutachten der ABI abgestellt werden könne. Er verwies dabei insbesondere auf das
von ihm eingereichte Schreiben von Dr. B._ vom 23. Oktober 2006 sowie den
Abklärungsbericht des Verzahnungsprogramms (act. G 4.1.60).
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A.o Die IV-Stelle bat daraufhin den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) am 9. November
2006 um Stellungnahme betreffend den zusätzlichen Bericht von Dr. B._. Der RAD
befand am 20. Dezember 2006, dass weiterhin auf das ABI-Gutachten abgestützt
werden könne. Es handle sich bei dem nachträglich eingegangenen Bericht von
Dr. B._ um eine unterschiedliche Beurteilung desselben Sachverhalts. Eine
Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands sei damit nicht ausgewiesen.
Die Qualität des psychiatrischen Gutachtens könne nicht deshalb in Frage gestellt
werden, weil der Gutachter keine Rücksprache mit dem behandelnden Psychiater
aufgenommen habe. Der Versicherte habe sich zum Zeitpunkt der
Gutachtenserstellung nicht in psychiatrischer Behandlung befunden und auch keine
Psychopharmaka eingenommen. Dies werde auch in dem Schreiben von Dr. B._ vom
22. Oktober 2006 bestätigt, in welchem er berichte, dass der Versicherte von Mitte
April bis Ende August 2005 psychiatrisch nicht behandelt worden sei. Daraus könne
geschlossen werden, dass der Versicherte nicht einen so grossen Leidensdruck
aufgewiesen habe, dass er eine psychiatrische Behandlung für erforderlich gehalten
habe (act. 4.1.65).
A.p Mit Verfügung vom 4. Januar 2007, welche die Verfügung vom 27. Oktober 2006
ersetzte, lehnte die IV-Stelle das Leistungsbegehren des Versicherten ab. Sie habe den
Rentenanspruch aufgrund der Einwände des Versicherten nochmals überprüft. Bei dem
von Dr. B._ eingereichten Bericht handle es sich nur um eine unterschiedliche
Beurteilung desselben Sachverhaltes. Sie würde sich nach wie vor auf das ABI-
Gutachten stützen, wonach dem Versicherten eine 80%-ige Tätigkeit zumutbar sei (act.
G 4.1.66).
B.
B.a Gegen diese Verfügung lässt der Versicherte am 6. Februar 2007 Beschwerde
erheben und beantragen, die Verfügung vom 4. Januar 2007 sei aufzuheben und die
Sache zu neuem Entscheid an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Eventualiter
sei eine neue psychiatrische Begutachtung anzuordnen. Subeventualiter sei dem
Beschwerdeführer eine halbe, eventuell eine Viertelsrente der IV zuzusprechen, unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen. Die Verfügung sei zunächst aus formellen Gründen
aufzuheben, denn sie beschränke sich auf die Feststellung, dass die Einwände geprüft
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worden seien und an der Verfügung festgehalten werde, weil der von Dr. B._
eingereichte Bericht nur eine unterschiedliche Beurteilung desselben Sachverhaltes sei.
Gemäss Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts dürfe sich die
IV-Stelle jedoch nicht darauf beschränken, die Einwände des Versicherten zur Kenntnis
zu nehmen und zu prüfen, sondern sie habe in der ablehnenden Verfügung auch die
Gründe anzugeben, weshalb sie diesen nicht folge. Vorliegend habe sie einzig
mitgeteilt, dass sie am ABI-Gutachten festhalte, weil der Bericht von Dr. B._ nur den
Sachverhalt anders beurteile. Eine Auseinandersetzung mit den vorgebrachten
Argumenten erfolge nicht. Verletze die angefochtene Verfügung Art. 74 Abs. 2 IVV und
die Grundsätze über das rechtliche Gehör, so sei sie ohne weiteres aufzuheben und die
Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Die somatischen Beschwerden seien im vorliegenden Fall unbestritten. Umstritten sei
aber der psychiatrische Befund. Während bezüglich der diagnostizierten anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung (i.V.m. einer leichten depressiven Episode) aufgrund
der Akten keine Differenzen bestünden, stelle sich laut dem ausführlichen Bericht des
behandelnden Psychiaters Dr. B._ vom 22. Oktober 2006 die Frage einer
Konversionsstörung im Sinne von ICD 10-F 44. Dr. B._ formuliere eine Reihe von
Symptomen, welche die Diagnose der Konversionsstörung (als Folge eines verdrängten
Konflikts mit aggressivem Inhalt) begründen würde. Er begründe, weshalb er der
Auffassung sei, dass der festgestellte psychiatrische Zustand im Gegensatz zu den
Annahmen des ABI-Gutachtens nicht aggraviert bzw. simuliert sei, d.h. nicht der
willentlichen Steuerung unterliege. Die Beschwerdegegnerin habe sich mit den
Feststellungen des behandelnden Psychiaters nicht adäquat auseinandergesetzt. Die
ergänzende Stellungnahme des ABI vom 27. März 2006 behandle die
Konversionsstörung einzig unter dem Gesichtspunkt der dissoziativen Amnesie, wovon
im Bericht von Dr. B._ nicht die Rede sei. Verfehle diese ergänzende Stellungnahme
der ABI offensichtlich den Gegenstand und verteidige sie im Wesentlichen die gestellte
Diagnose, so bleibe die mit dem Bericht des behandelnden Psychiaters aufgeworfene
Diagnose der Konversionsstörung offen. Auch die Kurzstellungnahme des RAD gehe
nicht in adäquater Form auf den Arztbericht von Dr. B._ ein, sondern verkürze die
Diagnose auf wenige Beispiele. Zwar komme einem Bericht des behandelnden
Psychiaters im Sozialversicherungsprozess nicht derselbe Stellenwert zu wie einem
Gerichtsgutachten. Dennoch könne ein vom behandelnden Psychiater vorgebrachter
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Befund nicht einfach mit der Floskel vom Tisch gewischt werden, dass dieser den
Sachverhalt einfach anders beurteile als das Gutachten. Die Behörden und der Richter
seien gehalten, die Triftigkeit abweichender Meinungsäusserungen nach dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung nach ihrer Schlüssigkeit zu prüfen. Könne ein in
einem Arztbericht vorgebrachter Grund nicht einfach von der Hand gewiesen werden,
sei gegebenenfalls eine Überprüfung durch einen Oberexperten notwendig. Das ABI-
Gutachten habe die Beobachtungen des behandelnden Psychiaters überhaupt nicht
einbezogen, obschon dieser den Beschwerdeführer vom Juli 2003 bis zum heutigen
Zeitpunkt (mit einem mehrmonatigen Unterbruch zum Zeitpunkt der Erstellung des
Gutachtens im Jahr 2005) behandle, was Dr. B._ zu Recht beanstande. Die
Beobachtungen des behandelnden Psychiaters seien umso ernster zu nehmen, als sie
durch den inzwischen ebenfalls vorliegenden Abklärungsbericht
Verzahnungsprogramm vom 2. Mai 2006 mit konkreten und detaillierten
Beobachtungen gestützt würden. Das ABI-Gutachten sei schon deshalb
ergänzungsbedürftig, weil es als Grundlage für den Entscheid über die Berentung auf
einer zu schmalen Grundlage beruhe. Triftige Gründe, eine Oberexpertise bezüglich
des psychiatrischen Befunds zu veranlassen, würden sich indessen auch durch die
ergänzende und detailliert begründete Diagnose der Konversionsstörung ergeben.
Der Anspruch auf eine halbe oder mindestens einer Viertelsrente der IV ergebe sich
unabhängig von den prozeduralen Anliegen. Ausgehend von einem Valideneinkommen
von Fr. 71'604.-- sei über die von der Beschwerdegegnerin angenommene
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für einfache und repetitive Tätigkeiten hinaus ein so
genannter Leidensabzug einzusetzen. Nach der Rechtsprechung seien dabei sämtliche
einkommensbeeinflussenden Merkmale zu berücksichtigen. Vorliegend seien
diesbezüglich nur negative Faktoren zu verzeichnen. Denn gemäss ABI-Gutachten
müssten bei wechselbelastenden beruflichen Tätigkeiten das wiederholte Heben und
Tragen von schweren Lasten, eine fixierte Arbeitsposition und die Durchführung von
fliessbandähnlichen stereotypen Bewegungen vermieden werden. Im Hinblick auf die
Verwertung seiner Arbeitskraft sei der Beschwerdeführer massiv eingeschränkt. Bei
einem Leidensabzug von 25% sei auch bei Zugrundelegung des ABI-Gutachtens der
Anspruch auf eine halbe Invalidenrente ausgewiesen (bei einem Invalideneinkommen
nach Vornahme des Leidensabzugs von Fr. 34'992.--). Werde der Leidensabzug tiefer
veranschlagt, so bleibe immerhin der Anspruch auf eine Viertelsrente (act. G 1).
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B.b Mit Beschwerdeantwort vom 28. März 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Sie habe ihre Begründungspflicht wahrgenommen und
das rechtliche Gehör nicht verletzt. Die Begründungspflicht bedeute nicht, dass sich
die Behörde ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtliche
Einwand auseinandersetzen müsse. Vielmehr könne sie sich auf die für den Entscheid
wesentlichen Gesichtspunkte beschränken. Die IV-Stelle habe sich mit dem Bericht
von Dr. B._ auseinandergesetzt, indem sie den RAD angefragt habe. Die RAD-Ärztin
Dr. H._ habe zum Bericht von Dr. B._ ausführlich Stellung genommen und sei zum
Schluss gekommen, dass weiterhin auf das ABI-Gutachten abgestützt werden könne.
In der Verfügung habe sich die IV-Stelle auf den wichtigsten Punkt der Stellungnahme
der RAD-Ärztin, nämlich, dass es sich beim eingereichten Bericht nur um eine
unterschiedliche Betrachtung desselben Sachverhaltes handle, beschränkt.
Betreffend den Beweiswert des ABI-Gutachtens und des Berichts des behandelnden
Arztes könne festgestellt werden, dass der Bericht des behandelnden Arztes aufgrund
der auftragsrechtlichen Vertrauensstellung zu den Patienten mit Vorbehalt zu würdigen
sei. Infolgedessen vermöge der Bericht von Dr. B._ nicht zu überzeugen und es sei
auf das ABI-Gutachten abzustellen. Der Einkommensvergleich sei korrekt erfolgt. Ein
Abzug vom Invalideneinkommen könne nicht vorgenommen werden, da dem
Beschwerdeführer körperlich leichte bis mittelschwere, adaptierte Tätigkeiten zumutbar
seien. Auf die weitere Begründung wird soweit notwendig in den Erwägungen
eingegangen (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 4. Mai 2007 hält der Beschwerdeführer an seinen Begehren und
Ausführungen fest. Was die Mängel der Begutachtung (bezüglich des psychiatrischen
Befunds) betreffe, so gehe die Beschwerdeantwort nicht auf die mit der Beschwerde
vorgebrachte Kritik und die Notwendigkeit einer neuen und unabhängigen
psychiatrischen Beurteilung ein, sondern beschränke sich im Wesentlichen auf die
Wiedergabe der Stellungnahme der RAD-Ärztin. Unverständlich bleibe schliesslich
auch, weshalb bei den doch erheblichen Einschränkungen ein Leidensabzug
verweigert werde. Es sei fraglich, welchem Arbeitgeber der Beschwerdeführer mit
seinen Einschränkungen zugemutet werden könne. Gemäss beiliegendem Arztzeugnis
von Dr. C._ vom 14./19. März 2007 bestehe aus hausärztlicher Sicht nach wie vor
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (act. G 6).
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B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 15. Mai 2007 auf eine Duplik und hält an
ihren Anträgen und Ausführungen fest (act. G 8).
B.e Am 17. Oktober 2007 teilt Dr. B._ dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
mit, dass er seinen Bericht vom 22. Oktober 2006 ergänzen könne. Es sei ihm endlich
gelungen, Zugang zu den den Beschwerdeführer belastenden Erlebnissen im Kosovo
zu bekommen.
Der Beschwerdeführer sei 1992 oder 1993 mit seiner Familie mit dem Auto im Kosovo
unterwegs gewesen, als er von der Polizei angehalten worden sei und habe aussteigen
müssen. Als er die Busse von Fr. 2000.-- bis 3000.-- nicht habe bezahlen können, sei
er mit dem Gewehrkolben niedergeschlagen, wieder hochgerissen und festgehalten
worden, und es sei ihm ein Messer an die Kehle gesetzt bzw. die Messerspitze seitlich
in den Hals gedrückt worden. Dabei habe er eine Schnittwunde erlitten und vor allem
Todesangst ausgestanden, weil er gehört habe, dass Kosovaren von der Polizei
massakriert würden. Zudem habe er um das Leben seiner im Auto sitzenden Frau und
Kinder (11, 6 und 5 Jahre) gefürchtet. Gemäss dem ältesten Sohn, der sich noch gut an
den Vorfall erinnere, habe sich der Beschwerdeführer danach verändert, sei
zurückgezogener gewesen.
1999 sei der Beschwerdeführer nach dem Einmarsch der Nato nach Kosovo gereist,
um nach seinem Haus zu sehen, von dem er gehört habe, dass es in Brand gesteckt
worden sei. Er sei nach Mazedonien geflogen und von dort aus mit Bus, Taxi und per
Anhalter zu seinem Haus gelangt. Auf den Strassen seien Tote mit durchgeschnittener
Kehle, herausgeschnittenen Augen gelegen, einem Mann sei ein Teil der Haut
abgezogen gewesen. An den Leichen hätten schon Hunde und Vögel gefressen. Wenn
der Beschwerdeführer von diesen Bildern zögerlich spreche, werde seine Schilderung
von Pausen unterbrochen, er sitze dann mit geschlossenen Augen da, wenn er diese
wieder öffne, sei es, als ob er aus tiefem Schlaf erwache. Er brauche einige Sekunden,
um sich zu orientieren. Dies entspreche eindeutig einem dissoziativen
Bewusstseinszustand, der auf eine anhaltende bzw. chronische posttraumatische
Belastungsstörung (ICD-10:F43) zurückzuführen sei. Der Sohn des Beschwerdeführers
sage, dass diese Erfahrungen seinen Vater völlig fertig gemacht hätten. Seither sei er
niedergeschlagen und habe zunehmend über körperliche Schmerzen geklagt. Der
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Beschwerdeführer sage heute, dass die immer wieder auftauchenden Bilder schlimmer
seien als die körperlichen Schmerzen, und wenn er daran denke, sich das Leben zu
nehmen, gehe es ihm vor allem darum, die Bilder loszuwerden. Er (Dr. B._) sehe die
körperlichen Beschwerden heute mehr den je als Konversionssymptome einer
schweren dissoziativen Störung (ICD-10:F44), die Folge einer anhaltenden
posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10:F43) seien. Die Entstehung der
somatischen Konversionssymptomatik erkläre er sich vorerst folgendermassen: Nach
dem Erlebnis im Kosovo 1999 sei es dem Beschwerdeführer schlecht ergangen und
wie viele traumatisierte Menschen habe er nicht über das Erlebte sprechen wollen, bei
der Arbeit habe er das vermutlich auch nicht gekonnt. Sein seelischer Schmerz sei ins
Körperliche verdrängt worden als zunehmender Rückenschmerz. Der
Beschwerdeführer sei ein gebrochener Mann. Wenn er über die belastenden Bilder
spreche, werde er ruhiger und huste die ganze Zeit nicht. Da er heute Zugang zum
Beschwerdeführer gefunden habe, versuche er erneut eine unterstützende
medikamentöse Behandlung mit dem manchmal gut gegen Körperschmerzen
wirkenden Antidepressivum "Cymbalta" (act. G 10.1).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 6. Oktober 2006, der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 28. September 2007 und des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in
Kraft getreten. In materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine
übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu
legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt
gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt
verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E. 1 neues Fenster, 126 V 136 E. 4b neues
Fenster, je mit Hinweisen). Weil die angefochtene Verfügung am 4. Januar 2007 erging,
gelangen die revidierten materiellen Vorschriften des IVG, der IVV und des ATSG im
vorliegenden Fall noch nicht zur Anwendung. Bei den im Folgenden zitierten Gesetzes-
und Verordnungsbestimmungen handelt es sich deshalb
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx127xVx466_474&AnchorTarget=E1 https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx134_138&AnchorTarget=E4b https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx134_138&AnchorTarget=E4b
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- soweit nichts anderes vermerkt wird - um die Fassungen, wie sie bis Ende 2007 in
Kraft gewesen sind.
2.
Zunächst ist der Rüge des Beschwerdeführers nachzugehen, sein Anspruch auf
rechtliches Gehör sei verletzt worden.
2.1 Es entspricht allgemeinen rechtsstaatlichen Prinzipien, insbesondere dem
verfassungsrechtlichen Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 neues Fenster Abs. 2
BV neues Fenster), dass die Entscheidungsgründe den Betroffenen bekanntgegeben
werden (BGE 117 Ia 3 E. 3 neues Fenster, 116 II 632 neues Fenster mit Hinweisen; vgl.
auch BGE 117 Ib 492 E. 6b/bb neues Fenster mit Hinweisen). Die Begründung muss so
abgefasst sein, dass die betroffene Person den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht
anfechten kann, weshalb zumindest kurz die Überlegungen genannt werden müssen,
von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sie ihren Entscheid stützt (BGE
119 I 269 E. 4d). Das bedeutet nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder
tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen
muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte
beschränken (BGE 117 Ib 86 neues Fenster, 492 E. 6b/bb neues Fenster, je mit
Hinweisen; vgl. ferner BGE 99 V 188 neues Fenster; RKUV 1988 Nr. U 36 S. 44 f., 1996
Nr. U 245 S. 156 sowie in BGE 120 V 378 neues Fenster nicht veröffentlichte E. 1a).
2.2 Die Beschwerdegegnerin beschränkte sich vorliegend auf folgende Begründung:
"Bei dem von Dr. B._ eingereichten Bericht handelt es sich lediglich um eine
unterschiedliche Beurteilung desselben Sachverhaltes. Wir stützen uns nach wie vor
auf das ABI-Gutachten... ." Damit hat sie die Überlegung genannt, von der sie sich
leiten liess. Die Begründung ist darum knapp, weil unversöhnliche, unterschiedliche
medizinische Auffassungen aufeinander stossen. Eine Verletzung der
Begründungspflicht und damit des rechtlichen Gehörs liegt nicht vor, wenn die
fachliche Auseinandersetzung missrät. Vielmehr fragt sich, ob alle Aspekte des
Sachverhalts richtig gewürdigt wurden und dabei von einem ausreichend erwiesenen
Tatbestand ausgegangen werden kann.
3.
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx101xA29&AnchorTarget= https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx101&AnchorTarget= https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx117xIAx1_5&AnchorTarget=E3 https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx116xIIx625_634&AnchorTarget=BGEx116xIIx632 https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx117xIBx481_496&AnchorTarget=E6b https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx117xIBx64_93&AnchorTarget=BGEx117xIBx86 https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx117xIBx64_93&AnchorTarget=E6b https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx99xVx188&AnchorTarget=BGEx99xVx188 https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx120xVx378_385&AnchorTarget=BGEx120xVx378
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3.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, und derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente. Unter Invalidität wird die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
3.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird nach Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen) in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
3.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. In diesem
Rahmen haben Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsrichter zusätzliche
Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hiezu aufgrund der
Parteivorbringen
oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass
besteht (BGE 117 V 282 E. 4a; BGE 100 V 52 = ZAK 1985, 53, E. 4a mit Hinweisen). In
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beweisrechtlicher Hinsicht gilt in Bezug auf alle Unterlagen der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung (BGE 122 V 157; BGE 123 V 331 E. 1c).
4.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Notwendigkeit besteht, den Beschwerdeführer erneut
psychiatrisch begutachten zu lassen, oder ob aufgrund der vorliegenden Akten ein
Entscheid möglich ist, bzw. der Sachverhalt genügend abgeklärt worden ist (Verletzung
des Untersuchungsgrundsatzes).
4.1 Zum Zeitpunkt der Verfügung lagen der Beschwerdegegnerin die Arztberichte des
Dr. B._ vom 11. August 2003, vom 19. Dezember 2005 und vom 22. Oktober 2006,
von Dr. C._ vom 28. Juli 2004 und vom 5. Oktober 2004, der ABI vom 25. August
2005 und vom 27. März 2006 und des Dr. I._, Orthopädie am Rosenberg, St. Gallen,
vom 20. Februar 2003 sowie die Stellungnahme des RAD vom 20. Dezember 2006 vor.
4.2 Dr. C._ beurteilte die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer
leidensadaptierten Tätigkeit am 28. Juli 2004 mit 25% und am 5. Oktober 2004 mit
maximal 20%. Psychiatrisch diagnostizierte sie im Jahr 2004 eine posttraumatische
Depression. Bereits 2003 hatte sie den Beschwerdeführer an den Psychiater Dr. B._
überwiesen, weil sie den Verdacht hegte, dass seine körperlichen Beschwerden
psychisch überlagert sein könnten. Dem damaligen Bericht von Dr. B._ lässt sich
keine psychiatrische Diagnose entnehmen. Jedoch wurde bereits damals festgehalten,
dass die Angst, die der Beschwerdeführer zwar regelmässig in Träumen erlebe, im
Wachen als Atemnot somatisiert werde und die unterdrückte Aggression sich im
Husten zeige (act. G 4.1.8). Die ABI diagnostizierte im August 2005 eine leichte
depressive Episode sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Aus
psychiaterischer Sicht bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20%. Der
Beschwerdeführer erlebe seine Schmerzen als nicht veränderbar und sehe seine
Zukunft entsprechend pessimistisch. In diesem Zusammenhang falle aber auf, dass im
Rahmen einer stationären Therapie in der Klinik in Walzenhausen unter einer
konsequenten Führung doch eine Verbesserung der Beschwerden habe erreicht
werden können (act. G 4.1.25). Gemäss einer handschriftlichen Notiz auf dem Bericht
von Dr. I._, Orthopädie am Rosenberg, St. Gallen, an Dr. C._, vom 20. Februar
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2003 war der Rehabilitationsaufenthalt in der Rheinburg Klinik in Walzenhausen jedoch
kein Erfolg (act. G 4.1.8). Da der Bericht der Rheinburg Klinik, der im Aktenverzeichnis
der ABI fehlt, nicht in den Akten ist, lassen sich diese widersprüchlichen Angaben
durch das Gericht nicht verifizieren.
4.3 Am 19. Dezember 2005 stellte Dr. B._ erstmals die Verdachtsdiagnose der
Konversionsstörung (ICD-10 F 44). Er wies dabei auf die objektivierbaren Befunde -
anhaltender Husten und Zähneknirschen - hin. Zu der aus der Konversionsstörung
resultierenden Arbeitsunfähigkeit äusserte er sich nur insofern, als sie nach seiner
Ansicht einen Anspruch auf eine Rente begründen würde (act. G 4.1.34). Sinn dieses
Schreiben sei es gewesen, von der IV um seine Beurteilung des Beschwerdeführers
angefragt zu werden. Es würde keinen Sinn machen, diese sonst nichts sagenden
Zeilen an die ABI zur Beurteilung weiterzuleiten (act. G 4.1.65) Als die ABI zu diesem
Kurzbericht Stellung nahm, hielt sie fest, dass der behandelnde Psychiater keine
näheren Angaben zur Konversionsstörung gemacht habe, ausser den beobachteten
Gedächtnisstörungen keinerlei psychiatrische Symptome feststellbar gewesen seien,
diese aber nicht auf eine Konversionsstörung hindeuten würden, sondern vielmehr auf
den Versuch, den schlechten Gesundheitszustand zu verdeutlichen. Denn die
Gedächtnisstörungen, dissoziative Amnesie, würden meistens wichtige, kurz
zurückliegende Ereignisse, die als traumatisierend erlebt würden, betreffen und nicht
wie beim Beschwerdeführer frühkindliche Erfahrungen. Daraufhin reagierte Dr. B._
unter anderem damit, er habe nie behauptet, dass beim Beschwerdeführer eine
Konversionsstörung aufgrund einer dissoziativen Gedächtnisstörung diagnostiziert
werden könne. Der Beschwerdeführer sei von der ABI sorgfältig untersucht worden und
das Gutachten sei basierend auf den zur Verfügung stehenden Angaben
nachvollziehbar und schlüssig. Als Gutachter wäre er zu denselben Schlüssen gelangt.
Der Mangel liege darin, dass er nie von der IV um eine Beurteilung des
Beschwerdeführers angefragt worden sei und dass auch die ABI nicht auf die
fehlenden Unterlagen hingewiesen habe (act. G 4.1.61). Dieser Bericht wurde der ABI
nicht mehr vorgelegt. Stattdessen wurde er dem RAD unterbreitet. Dieser befand, dass
es sich bei diesem Bericht von Dr. B._ nur um eine unterschiedliche Beurteilung
desselben Sachverhaltes handle und eine Verschlechterung des psychischen
Gesundheitszustandes damit nicht ausgewiesen sei. Damit könne weiterhin auf das
ABI-Gutachten abgestellt werden. Vorliegend handelt es sich jedoch nicht um eine
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Rentenrevision, bei welcher eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
nachgewiesen werden müsste, sondern um eine erstmalige Rentenprüfung, bei der
festzustellen ist, woran der Beschwerdeführer leidet und wie sich dies auf seine
Arbeitsfähigkeit auswirkt. Die Stellungnahme des RAD geht daher in die falsche
Richtung.
4.4 Natürlich kann, wie der RAD in seiner Stellungnahme zutreffend ausführte, die
Qualität des psychiatrischen Gutachtens nicht nur deshalb in Frage gestellt werden,
weil der Gutachter keine Rücksprache mit dem behandelnden Psychiater genommen
hat oder zu einer unterschiedlichen Einschätzung gelangt. Wenn aber wie hier, der
behandelnde Psychiater objektiv feststellbare Gesichtpunkte (Husten, Zähneknirschen)
vorbringt, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben sind, so sind Zweifel
an der Vollständigkeit des Gutachtens berechtigt. Das Gericht ist von seiner
Schlüssigkeit nicht überzeugt (vgl. BGE I 514/06 vom 25. Mai 2007 E.2.2.1 mit Hinweis
auf EVG I 783/05 vom 18. April 2006 E. 2.2). Die Anordnung einer ergänzenden
psychiatrischen Begutachtung erscheint daher sinnvoll. Es ist gerichtsnotorisch, dass
heutzutage kein generelles fachliches Kompetenzgefälle zwischen Gutachtern und
behandelnden Ärzte vorhanden ist. Daher ist auch deren Diagnosestellung
grundsätzlich gleichwertig. Dass eine ergänzende psychiatrische Begutachtung sinnvoll
ist, wird schliesslich dadurch bestätigt, dass Dr. B._ nach Abschluss des
Schriftenwechsels vor dem Versicherungsgericht mitgeteilt hat, dass er inzwischen
näheren Zugang zu den den Beschwerdeführer belastenden Ereignissen bekommen
habe und die körperlichen Beschwerden deutlicher als Konversionssymptome einer
schweren dissoziativen Störung sehe, die Folge einer anhaltenden posttraumatischen
Belastungsstörung sei. Insgesamt ist das Gericht nicht
überzeugt, dass der massgebende Sachverhalt in allen Teilen ausreichend erhellt ist.
Eine vertiefende psychiatrische Abklärung erscheint bei diesem komplexen
Schadensbild als geboten.
4.5 Die Sache ist daher zur ergänzenden psychiatrischen Abklärung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen und die angefochtene Verfügung aufzuheben.
5.
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5.1 Gemäss dem seit 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Art. 69 neues Fenster Abs. 1
IVG neues Fenster ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung
oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen
Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61 neues Fenster lit. a ATSG neues
Fenster kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt.
5.2 Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr. 600.-- als angemessen. Die
Kosten sind bei vollem Obsiegen des Beschwerdeführers der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen und dem Beschwerdeführer ist der Kostenvorschuss zurückzuerstatten.
5.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird
(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung der
Streitsache und dem Aufwand angemessen erscheint eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 3'500.- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG