Decision ID: 8181270c-bf53-5182-81a3-2b9e52efa15d
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A._, geb. 1989, Mazedonischer Staatsangehöriger, reiste am 15. August 1991 im
Rahmen des Familiennachzugs (Verbleib bei den Eltern) in die Schweiz ein. Er ist der
jüngste Sohn von B._ (geb. 1958) und von C._ (geb. 1958). Seine Geschwister D._
(geb. 1982), E._ (geb. 1985) und F._ (geb. 1987) leben ebenfalls in der Schweiz (s.
Vorakten Migrationsamt [fortan: Dossier], S. 10 ff.). A._ verfügt über die
Niederlassungsbewilligung C, deren Kontrollfrist letztmals bis zum 5. März 2015
verlängert wurde (Dossier, S. 355).
A._ trat in der Schweiz strafrechtlich folgendermassen in Erscheinung:
- Mit Urteil der Jugendanwaltschaft St. Gallen vom 29. September 2004 wurde er
wegen einem geringfügigen Vermögensdelikt (Hehlerei und Anstiftung zu Diebstahl)
schuldig erklärt und zu 2 Halbtagen Arbeitsleistung verurteilt (Dossier, S. 43 f.);
- mit Strafverfügung der Jugendanwaltschaft Thurgau vom 6. April 2006 wurde er
wegen Störung der öffentlichen Ordnung verurteilt und mit einem Verweis bestraft
(Dossier, S. 45 f.);
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- mit Urteil der Jugendanwaltschaft St. Gallen vom 12. April 2006 wurde er wegen
einfacher Körperverletzung und Tätlichkeiten schuldig erklärt und zu 10 Tagen
Arbeitsleistung verpflichtet (Dossier, S. 50 ff.);
- mit Urteil der Jugendanwaltschaft St. Gallen vom 5. März 2007 wurde er wegen
Nötigung, einfacher Körperverletzung und Übertretung des Bundesgesetzes über die
Betäubungsmittel schuldig erklärt und zu einem bedingten Freiheitsentzug von 30
Tagen bei einer Probezeit von 2 Jahren sowie zu einer Busse von CHF 300 verurteilt.
Für die Dauer der Probezeit wurde eine Bewährungsbegleitung angeordnet (Dossier, S.
119 f.);
- mit Strafverfügung der Jugendanwaltschaft Thurgau vom 10. Juli 2007 wurde er
wegen einer Widerhandlung gegen das Transportgesetz verurteilt und mit einem
Verweis bestraft (Dossier, S. 124 ff.);
- mit Strafverfügung des Bezirksamts Bischofszell vom 17. August 2007 wurde er
wegen Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz (Führen eines
Personenwagens in angetrunkenem Zustand) zu einer Busse von CHF 500
(Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen bei Nichtbezahlung) verurteilt (Dossier, S. 127);
- mit Zusatzurteil vom 11. Dezember 2007 wurde er von der Jugendanwaltschaft St.
Gallen wegen Angriffs schuldig erklärt und in Zusatz zum Urteil vom 1. März 2007 mit
einem bedingten Freiheitsentzug von 30 Tagen bei einer Probezeit von 11⁄2 Jahren und
einer Busse von CHF 500 bestraft. Für die Dauer der Probezeit wurde die
Bewährungsbegleitung angeordnet (Dossier, S. 128 f.);
- mit Bussenverfügung vom 28. Januar 2008 wurde er von der Staatsanwaltschaft St.
Gallen wegen Führens eines nicht betriebssicheren Fahrzeuges schuldig erklärt und mit
einer Busse von CHF 450 (bei schuldhaftem Nichtbezahlen einer Ersatzfreiheitsstrafe
von 5 Tagen) bestraft (Dossier, S. 130);
- mit Strafbescheid der Staatsanwaltschaft St. Gallen, Untersuchungsamt Altstätten,
vom 21. Juli 2009 wurde er wegen Angriffs und mehrfach versuchter Nötigung schuldig
gesprochen und in teilweisem Zusatz zum Strafbescheid vom 8. Juni 2009 zu einer
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Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je CHF 30 verurteilt. Anstelle der Geldstrafe wurden
240 Stunden gemeinnützige Arbeit angeordnet (Dossier, S. 343 ff.);
- mit Strafmandat des Kreispräsidenten Alvaschein vom 4. Dezember 2009 wurde er
wegen Verletzung von Verkehrsregeln zu einer Busse von CHF 250 (bei schuldhafter
Nichtbezahlung 3 Tage Ersatzfreiheitsstrafe) verurteilt (Dossier, S. 346 f.);
- mit Entscheid des Kreisgerichts St. Gallen vom 24. Mai 2013 wurde er wegen
Raubes, Nötigung, Hausfriedensbruchs, Vergehens gegen das Waffengesetz,
Raufhandels, einfacher Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand,
Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz (mehrfach), Beschimpfung (mehrfach),
falscher Anschuldigung, einfacher und grober Verletzung der Verkehrsregeln, Fahrens
in fahrunfähigem Zustand, Fahrens trotz Entzugs (mehrfach) und Nichtabgabe des
Führerausweises trotz behördlicher Aufforderung schuldig gesprochen. In teilweisem
Zusatz zum Strafbescheid des Untersuchungsamts Altstätten vom 21. Juli 2009 wurde
er hierfür zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 3 Monaten verurteilt. 9
Monate wurden für vollziehbar erklärt, für 18 Monate wurde der Vollzug bei einer
Probezeit von 4 Jahren aufgeschoben. Weiter wurde er zu einer Geldstrafe von 10
Tagessätzen zu je CHF 100 bei einer Probezeit von 2 Jahren sowie zu einer Busse von
CHF 250 (bei schuldhaftem Nichtbezahlen Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen) verurteilt
(Dossier, S 434 ff.).
Das Kantonsgericht St. Gallen bestätigte mit Entscheid vom 3. Juli 2014 die
Schuldsprüche sowie Geldstrafe und Busse des Entscheids des Kreisgerichts St.
Gallen vom 24. Mai 2013. Die vom Kreisgericht St. Gallen ausgesprochene
Freiheitsstrafe wurde aufgehoben und der Beschwerdeführer zu einer teilbedingten
Freiheitsstrafe von 27 Monaten, davon 6 Monate vollziehbar, verurteilt. Bei 21 Monaten
wurde der Vollzug aufgeschoben mit einer Probezeit von 3 Jahren (Dossier, S. 439 ff.).
B. Mit Mitteilung des Migrationsamts vom 12. Juni 2007 wurde A._ verwarnt, da sein
Verhalten zu strafrechtlichen Klagen geführt habe. Er wurde angehalten, sich inskünftig
in jeder Beziehung klaglos zu verhalten, ansonsten fremdenpolizeiliche Massnahmen
verfügt werden müssten (Dossier, S. 122 f.).
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Mit Verfügung vom 15. Dezember 2014 widerrief das Migrationsamt die
Niederlassungsbewilligung von A._ und ordnete dessen Wegweisung unter Ansetzung
einer Ausreisefrist bis zum 24. Februar 2015 an (Dossier, S. 644 ff.). Dagegen
rekurrierte A._ durch seinen Rechtsvertreter am 21. Januar 2015 beim Sicherheits-
und Justizdepartement. In der Hauptsache wurde die Aufhebung der Verfügung des
Migrationsamts vom 15. Dezember 2014, das heisst das Absehen von einem Widerruf
der Niederlassungsbewilligung, beantragt. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde
zudem ein Fristwiederherstellungsgesuch gestellt und beantragt, dass innert einer
angemessenen Frist eine Rekursergänzung erfolgen könne (act. 13/1). Mit Verfügung
vom 9. Februar 2015 wurde das Gesuch um Wiederherstellung der Rekursfrist
gutgeheissen und A._ eingeladen, die Rekurseingabe bis zum 6. März 2015 zu
ergänzen (act. 13/4). Mit Eingabe vom 2. März 2015 erfolgte die Rekursergänzung,
wobei an den Anträgen in der Hauptsache festgehalten wurde (act. 13/5). Mit Entscheid
vom 17. November 2016 wies das Sicherheits- und Justizdepartement den Rekurs ab
und lud das Migrationsamt ein, A._ eine neue Ausreisefrist anzusetzen.
C. A._ (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 21. November 2016 versandten
Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) durch seinen
Rechtsvertreter am 30. November 2016 Beschwerde ans Verwaltungsgericht mit den
Rechtsbegehren, es seien unter Kosten- und Entschädigungsfolge der Entscheid des
Sicherheits- und Justizdepartements vom 17. November 2016 beziehungsweise die
Verfügung des Migrationsamts vom 15. Dezember 2014 vollumfänglich aufzuheben
und es sei festzustellen, dass die Voraussetzungen für den Widerruf der
Niederlassungsbewilligung nicht gegeben seien beziehungsweise dass von einem
Widerruf der Niederlassung abzusehen und diese ordentlich zu verlängern sei.
Eventualiter wurde beantragt, gegenüber dem Beschwerdeführer lediglich eine
Verwarnung auszusprechen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde verlangt, dass eine
angemessene Nachfrist zur Beschwerdeergänzung ab Erhalt der Akten angesetzt
werde. Am 23. Dezember 2016 erfolgte die Beschwerdeergänzung, wobei an den
Anträgen in der Hauptsache festgehalten wurde.
Mit Vernehmlassung vom 9. Januar 2017 schloss die Vorinstanz auf Abweisung der
Beschwerde. Sie verzichtete auf ergänzende Bemerkungen und verwies auf die
Erwägungen im Entscheid vom 17. November 2016. Mit Schreiben vom 8. August 2017
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stellte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers dem Verwaltungsgericht einen
Auszug aus dem Betreibungsregister des Betreibungsamts S._ vom 7. August 2017
und am 5. Februar 2018 ein Zwischenzeugnis der T. AG zu.
Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen des
Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge sowie die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde gegen den am 21. November
2016 versandten Rekursentscheid der Vorinstanz wurde mit Eingabe vom
30. November 2016 rechtzeitig erhoben und erfüllt zusammen mit der ergänzenden
Begründung vom 23. Dezember 2016 formal und inhaltlich die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP).
Auf die Beschwerde ist somit grundsätzlich einzutreten.
Nicht einzutreten ist darauf, soweit der Beschwerdeführer beantragt, die Verfügung des
Migrationsamts vom 15. Dezember 2014 sei aufzuheben. Denn diese erstinstanzliche
Verfügung ist durch den angefochtenen Entscheid ersetzt worden beziehungsweise gilt
inhaltlich als mitangefochten (Devolutiveffekt, BGer 2C_249/2014 vom 27. März 2015
E. 1.3 mit Hinweis auf BGE 138 II 169 E. 3.3).
2. Die Niederlassungsbewilligung kann bei Ausländern wie dem Beschwerdeführer, die
sich seit mehr als 15 Jahren ununterbrochen und ordnungsgemäss in der Schweiz
aufhalten, nur widerrufen werden, wenn sie in schwerwiegender Weise gegen die
öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen oder
diese gefährden (Art. 63 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 63 Abs. 1 lit. b Bundesgesetz
über die Ausländerinnen und Ausländer; Ausländergesetz, SR 142.20, AuG) oder wenn
sie zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt werden (Art. 63 Abs. 2 in Verbindung
mit Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG). Eine längerfristige Freiheitsstrafe wird bejaht, wenn diese,
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bedingt oder unbedingt ausgefällt, mehr als ein Jahr beträgt (vgl. BGE 135 II 377
E. 4.2).
Der Beschwerdeführer wurde mit Urteil des Kantonsgerichts St. Gallen vom 3. Juli
2014 zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 27 Monaten, davon 6 Monate
vollziehbar, verurteilt. Damit ist der Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 2 in Verbindung mit
Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG (Verurteilung zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe) gemäss
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung offensichtlich erfüllt.
3.
3.1. Zu prüfen bleibt die Verhältnismässigkeit der Massnahme im Sinn von Art. 96
Abs. 1 AuG, wonach die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse
sowie der Grad der Integration zu berücksichtigen sind.
Die Vorinstanz hält in diesem Zusammenhang fest, dass das ausländerrechtliche
Verschulden, welches in der Verurteilung des Kantonsgerichts St. Gallen vom 3. Juli
2014 zum Ausdruck komme, schwer wiege. Indem der Beschwerdeführer zusammen
mit drei Kollegen maskiert und unter Verwendung einer echt scheinenden
Pistolenattrappe am 4. Mai 2010 in die Wohnung von G._ eindrang, die Attrappe
gegen ihren Kopf hielt und die Herausgabe von Geld und Drogen forderte, habe er
diese in Todesangst versetzt und deren psychische Unversehrtheit in massiver Art und
Weise beeinträchtigt. Dabei sei das Vorgehen unter den Kollegen geplant und gut
organisiert gewesen, weshalb dieses rücksichtslose Tatvorgehen von einer erheblichen
kriminellen Energie des Beschwerdeführers als Anführer der Gruppe zeuge. Weiter
habe er anlässlich des Vorfalls vom 30. Mai 2008 mit einer Eisenstange gegen den
Kopf von H._ geschlagen, worauf sich dieser mehrere Gesichtsfrakturen und eine
schwere Kontusion des rechten Augapfels zugezogen habe. Aus diesen Delikten sowie
den weiteren Vorstrafen manifestiere sich der Hang des Beschwerdeführers, seit seiner
Jugendzeit intensive Gewalttaten zu begehen. Aus ausländerrechtlicher Sicht stehe das
Interesse der öffentlichen Ordnung und Sicherheit im Vordergrund. Dabei sei das Risiko
eines Rückfalls umso weniger hinzunehmen, je schwerer die Tat wiege, welche die
ausländische Person begangen habe. Der Beschwerdeführer habe seit seinem
Jugendalter während mehrerer Jahre schwerwiegende Straftaten begangen – neben
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Betäubungsmitteldelikten vorwiegend Gewaltdelikte. Dabei erscheine er uneinsichtig
und unbelehrbar. Unter diesen Umständen könne aus generalpräventiven
Gesichtspunkten selbst ein relativ geringes Restrisiko eines Rückfalls nicht
hingenommen werden. Es bestehe somit ein erhebliches öffentliches Interesse am
Widerruf der Niederlassungsbewilligung und an der Wegweisung des
Beschwerdeführers.
Bei den privaten Interessen sei zwar zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer im
Jahr 1991 als Zweijähriger in die Schweiz gekommen sei und seither rund 25 Jahre hier
lebe. Die Vielzahl der Verurteilungen spreche allerdings gegen eine gelungene
Integration. Auch seine berufliche und finanzielle Situation vermöge nicht restlos zu
überzeugen. Der Beschwerdeführer habe sodann Ferien in Mazedonien verbracht und
die heimatliche Sprache und Kultur dürfte ihm vom Elternhaus her vertraut sein. Den
Kontakt zu seiner Familie und seinen Freunden in der Schweiz könne er durch Besuche
und moderne Kommunikationsmittel aufrechterhalten. Insgesamt sei ihm daher eine
Rückkehr ins Heimatland zuzumuten. Damit überwiege das öffentliche Interesse am
Widerruf der Niederlassungsbewilligung die privaten Interessen des
Beschwerdeführers, in der Schweiz bleiben zu dürfen. Da bereits am 12. Juni 2007 eine
Verwarnung erfolgt sei, rechtfertige es sich auch nicht mehr, ihn lediglich erneut zu
verwarnen.
Dem hält der Beschwerdeführer entgegen, dass aufgrund der Tatsache, dass beim
Vorfall vom 4. Mai 2010 lediglich eine Pistolenattrappe verwendet worden sei, zu
keinem Zeitpunkt die Gefahr bestanden habe, dass die Situation ausser Kontrolle
gerate, was sich in Bezug auf diesen Vorfall verschuldensmindernd auswirken müsse.
Weiter sei unberücksichtigt geblieben, dass der Beschwerdeführer ein Geständnis
abgelegt, im Strafverfahren kooperiert und eine offene, ehrlich bekundete Reue gezeigt
habe. Zu beachten sei weiter, dass die vom Kantonsgericht im Urteil vom 3. Juli 2014
beurteilte schwerste Tat bereits am 4. Mai 2010 begangen worden sei und somit
mehrere Jahre zurückliege. Seit April 2011 sei der Beschwerdeführer vollkommen
straffrei und lebe in stabilen sozialen Verhältnissen. Entsprechend wiege das
Verschulden nicht derart schwer, wie dies im Entscheid der Vorinstanz dargetan werde,
was umso mehr gelte, wenn die vom Kantonsgericht festgestellte günstige Prognose
berücksichtigt werde. Somit stehe gestützt auf die Akten fest, dass der
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Beschwerdeführer geläutert sei und von ihm gegenwärtig überhaupt keine Gefährdung
der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ausgehe. Aufgrund des lang andauernden
Wohlverhaltens (mehr als ein halbes Jahrzehnt) könne von einer inneren Umkehr des
Beschwerdeführers ausgegangen werden. Die anderweitigen Feststellungen der
Vorinstanz, der Beschwerdeführer sei uneinsichtig und unbelehrbar, würden so für den
heutigen Zeitpunkt nicht mehr zutreffen. Beim Beschwerdeführer müsse vielmehr von
einer nun bereits Jahre anhaltenden Stabilisierung des Lebenswandels ausgegangen
werden. Zudem sei zu berücksichtigen, dass er sämtliche Delikte entweder während
seiner Jugendzeit oder zu Beginn seines Erwachsenenlebens begangen habe.
Mit Blick auf seine privaten Interessen sei – trotz seiner Delinquenz ab dem 16. bis zum
20. Altersjahr – von einer gelungenen Integration auszugehen. Dies gelte einerseits für
seine berufliche Situation, andererseits aber auch für seine soziale Integration. Zuletzt
habe er auch seine finanzielle Situation in den Griff bekommen und im Rahmen seiner
Möglichkeiten seine Schulden stetig abgetragen. Der Lebensmittelpunkt des
Beschwerdeführers befinde sich klarerweise in der Schweiz, wo auch seine engste
Familie (das heisst seine Geschwister und die Mutter) lebten. Dagegen bestünden
kaum Berührungspunkte mehr mit seinem Herkunftsstaat Mazedonien. Insgesamt
würden daher die privaten Interessen des Beschwerdeführers am weiteren Verbleib in
der Schweiz das öffentliche Interesse an der Wegweisung deutlich überwiegen.
3.2. Ein Widerruf der Niederlassungsbewilligung rechtfertigt sich selbst bei Vorliegen
eines Widerrufsgrundes nur, wenn die im Einzelfall vorzunehmende
Interessenabwägung den Widerruf auch als verhältnismässig erscheinen lässt (Art. 5
Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101, BV;
Art. 96 Abs. 1 AuG). Der Widerruf setzt also voraus, dass das öffentliche Interesse an
der Wegweisung die privaten Interessen der betroffenen Person an deren Verbleib in
der Schweiz übersteigt. Bei dieser Interessenabwägung zu berücksichtigen sind laut
konstanter Praxis des Bundesgerichts insbesondere die Schwere des Verschuldens
des Ausländers, die Dauer seiner Anwesenheit in der Schweiz und seine Integration
sowie die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile. Der Widerruf der
Niederlassungsbewilligung hat zu unterbleiben, wenn der verfolgte Zweck mit einer
weniger einschneidenden Massnahme, z.B. mit einer Androhung des Widerrufs der
Bewilligung, erreicht werden kann (BGE 135 II 377 E. 4.3; Weisungen des
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Staatssekretariates für Migration, I. Ausländerbereich, Version 25.10.2013 Stand:
18. Juli 2016, Ziff. 8.3, www.bfm.admin.ch).
Ausgangspunkt und Massstab der Überprüfung ist das Verschulden des
Beschwerdeführers im Zusammenhang mit den von ihm begangenen Straftaten und
damit die verhängten Strafen beziehungsweise das in den entsprechenden Strafurteilen
zum Ausdruck kommende Verschulden. Dabei hat sich das Verwaltungsgericht mit den
Erwägungen der entscheidenden Strafbehörden auseinanderzusetzen, um zu einem
eigenen Schluss betreffend die Schwere des Verschuldens und die Gefahrenprognose
zu gelangen (VerwGE B 2011/58 vom 11. August 2011 E. 3.1, www.gerichte.sg.ch).
Denn beim Entscheid über den Widerruf der Niederlassungsbewilligung stehen weniger
der Resozialisierungsgedanke oder die Prognose über das künftige Wohlverhalten als
vielmehr das allgemeine Interesse an der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit
und Ordnung im Vordergrund. Der Beurteilungsmassstab ist damit vorliegend im
Vergleich zu den Strafbehörden strenger. Zu beachten ist dabei jedoch, dass laut
Bundesgericht umso strengere Anforderungen an eine fremdenpolizeiliche Massnahme
zu stellen sind, je länger eine ausländische Person in der Schweiz anwesend war. Die
Niederlassungsbewilligung eines Ausländers, der sich schon seit langer Zeit hier
aufhält, soll zwar nur mit besonderer Zurückhaltung widerrufen werden, doch ist dies
bei wiederholter beziehungsweise schwerer Straffälligkeit selbst dann nicht
ausgeschlossen, wenn er hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben im Land
verbracht hat (BGE 139 I 16 E. 2.2.1; BGE 130 II 176 E. 4.4.2).
3.3. Der Beschwerdeführer wurde vom Kantonsgericht St. Gallen mit Urteil vom 3. Juli
2014 zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 27 Monaten, davon sechs Monate
vollziehbar, verurteilt. Bei 21 Monaten wurde der Vollzug aufgeschoben mit einer
Probezeit von drei Jahren. Im Rahmen dieser Verurteilung fallen insbesondere der
Raub vom 4. Mai 2010 und die Verurteilung wegen einfacher Körperverletzung mit
gefährlichem Gegenstand und Raufhandel (das heisst der Vorfall auf dem Parkplatz des
Seerestaurants in X._ vom 30. Mai 2008) ins Gewicht. Dabei ist mit der Vorinstanz und
dem Kantonsgericht festzuhalten, dass das Verschulden des Beschwerdeführers in
Bezug auf den unternommenen Raub schwer wiegt. Gemäss den Ausführungen des
Kantonsgerichts drang der Beschwerdeführer mit seinen Kollegen völlig überraschend
und unerwartet in die Wohnung von G._ ein. Dabei seien alle vier maskiert gewesen
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und der Beschwerdeführer habe eine Softgun mitgeführt, welche echt aussah
beziehungsweise für das Opfer nicht als Attrappe erkennbar gewesen sei. Er selbst
habe die echt scheinende Pistolenattrappe gegen die Frau gerichtet und er sei es auch
gewesen, der in der Folge von ihr die Herausgabe von Geld und Drogen verlangt habe.
Somit sei dem Beschwerdeführer bei dieser Unternehmung eine führende Rolle
zugekommen. Der ganze Vorfall versetzte die allein anwesende G._ nachvollziehbar in
grosse Angst. Daran ändern auch die Ausführungen des Beschwerdeführers nichts,
dass es sich lediglich um eine Pistolenattrappe gehandelt habe. Entscheidend ist
vielmehr, dass die mitgeführte Softgun für das Opfer als echte Handfeuerwaffe
wahrgenommen wurde und es deshalb in Angst und Schrecken versetzt wurde.
Insgesamt ist daher, wie vom Kantonsgericht ausgeführt, von einem rücksichtslosen
Tatvorgehen auszugehen, das von einer erheblichen kriminellen Energie des
Beschwerdeführers zeugt. Auch beim Vorfall in X._ vom 30. Mai 2008, bei welchem
der Beschwerdeführer im Rahmen eines Raufhandels einem Kontrahenten mit einer
Eisenstange gegen den Kopf schlug (und dieser dabei mehrere Frakturen im Gesicht
und eine Kontusion des Augapfels erlitt), ist von einem erheblichen Verschulden des
Beschwerdeführers auszugehen. So ist ihm, im Zeitpunkt der genannten Vorfälle, eine
erhebliche kriminelle Energie zu attestieren. Anders lassen sich auch die verschiedenen
weiteren Verurteilungen seit dem Jahr 2004 nicht deuten.
Bei der vorzunehmenden Interessenabwägung ist das Alter im Zeitpunkt der
Tatbegehung sowie die seit der Tatbegehung verstrichene Zeit und das Verhalten der
Person während dieser zu berücksichtigen (BGer 2C_94/2016 vom 2. November 2016
E. 3.1). In diesem Zusammenhang macht der Beschwerdeführer geltend, er sei im
Zeitpunkt der Tatbegehung (im Mai 2008 beziehungsweise Mai 2010) ein junger
Erwachsener gewesen und beim überwiegenden Teil der Vorstrafen handle es sich um
jugendstrafrechtliche Verurteilungen. Daraus kann der Beschwerdeführer jedoch wenig
zu seinen Gunsten ableiten. Die Rechtsprechung, dass für im Aufnahmestaat
sozialisierte junge Erwachsene nur wenig Raum für eine Aufenthaltsbeendigung
bestehe, greift nach der bundesgerichtlichen Praxis nur in Fällen mit überwiegend nicht
gewalttätigen Delikten (BGer 2C_34/2016 vom 7. Juni 2016 E. 2.4 mit Hinweisen). Dies
ist beim Beschwerdeführer, der unter anderem wegen Raub, Raufhandel und einfacher
Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand verurteilt wurde, nicht der Fall.
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Demgegenüber ist dem Beschwerdeführer zugute zu halten, dass die Verurteilung
wegen Raub auf das Jahr 2010 und die Verurteilung wegen des Vorfalls in X._
(Raufhandel, qualifizierte einfache Körperverletzung mit einem gefährlichen
Gegenstand) auf das Jahr 2008 zurückgeht. Der zeitlich letzte strafrechtlich relevante
Vorfall datiert vom April 2011. Seither ist der Beschwerdeführer nicht mehr
strafrechtlich in Erscheinung getreten. Ein entsprechendes Wohlverhalten darf zwar
ausländerrechtlich erwartet werden. Aufgrund der nun doch bereits über sieben Jahre
anhaltenden Straffreiheit, die zeitlich vor die Verurteilung des Kantonsgerichts und
Verbüssung seiner sechsmonatigen Freiheitsstrafe in Halbgefangenschaft zurückgeht,
kann von einer charakterlichen Reifung des Beschwerdeführers ausgegangen werden.
Dies ist im Rahmen des öffentlichen Interesses insofern zu berücksichtigen, als dass
beim Beschwerdeführer eine günstige Prognose mit Blick auf die Verübung weiterer
Straftaten gestellt werden kann. Dies wurde so bereits im Entscheid des
Kantonsgerichts St. Gallen vom 3. Juli 2014 festgestellt, weshalb der zu vollziehende
Teil der Freiheitsstrafe auf das Minimum von sechs Monaten festgelegt wurde. Auch
wenn aus ausländerrechtlicher Sicht generalpräventive Gesichtspunkte zu
berücksichtigen sind (VerwGE B 2013/40 vom 27. August 2013 E. 2.2.1 mit weiteren
Hinweisen, www.gerichte.sg.ch), ist die derzeit gute Legalprognose des
Beschwerdeführers im Rahmen der Interessenabwägung positiv zu würdigen. Der
Vorinstanz ist jedoch beizupflichten, dass aus generalpräventiven Überlegungen ein
öffentliches Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung des
Beschwerdeführers besteht. Festzuhalten ist aber auch, dass der Widerruf der
Niederlassungsbewilligung keinen Strafcharakter hat, sondern als
verwaltungsrechtliche Massnahme vor künftigen Gefährdungen wichtiger Rechtsgüter
schützen soll (M. Spescha, in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli/Hruschka (Hrsg.), Kommentar
Migrationsrecht 4. Aufl. 2015, Rz. 3 zu Art. 63 AuG).
Dem genannten öffentlichen Interesse gegenüberzustellen sind die privaten Interessen
des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz. Der Beschwerdeführer lebt seit
rund 27 Jahren in der Schweiz (Einreisedatum 15. August 1991). Die Einreise erfolgte
als Familiennachzug im Alter von gut zwei Jahren. Er verbrachte somit die prägende
Kinder- und Jugendzeit in der Schweiz und hat hier die obligatorische Schulzeit
absolviert. Nach der Sekundarschule hat er eine dreijährige Lehre als Logistiker EFZ
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abgeschlossen. Mit Blick auf seine Ausbildung und Sprachkenntnisse ist der
Beschwerdeführer integriert.
Die Vorinstanz führte insbesondere gestützt auf die Verurteilungen des
Beschwerdeführers aus, dass dennoch nicht von einer gelungenen Integration
gesprochen werden könne. Zudem sei aufgrund der Tatsache, dass der
Beschwerdeführer lediglich Temporärstellen belege, nicht von einer vollständigen
beruflichen Integration auszugehen. Der Beschwerdeführer hält dazu in einem
persönlich verfassten Schreiben fest, dass er 16 Jahre alt gewesen sei, als sein Vater
verstorben sei. Damals sei er jung und dumm gewesen und schnell auf die falsche
Bahn geraten. Er habe Alkohol getrunken, Marihuana geraucht und härtere Drogen
konsumiert. Er habe viele Probleme verursacht und bereue seine Taten seit mehreren
Jahren zutiefst. Seit mehr als fünf Jahren sei er jedoch clean, trinke keinen Alkohol und
konsumiere keine Drogen. Nach seiner dreijährigen Lehre als Logistiker EFZ sei er stets
einer Arbeit nachgegangen (act. 13/11 Beilage 1). In den eingereichten
Arbeitszeugnissen der V. AG (Dossier S. 569), der W. GmbH (act. 13/11 Beilage 3) und
der T. AG (act. 18) werden dem Beschwerdeführer stets gute Arbeitsleistungen und ein
freundliches und korrektes Verhalten gegenüber Mitarbeitern und Vorgesetzten
attestiert. Gestützt auf diese Bestätigungen kann beim Beschwerdeführer ohne
weiteres von einer beruflichen Integration ausgegangen werden. Auch sozial scheint
der Beschwerdeführer integriert zu sein. Nach seinen Angaben treibe er in seiner
Freizeit Sport, fahre viel Fahrrad, gehe regelmässig ins Fitnessstudio und spiele
Fussball in einem Firmenverein. Zusammenfassend kann daher im heutigen Zeitpunkt –
trotz seiner Delinquenz im Jugend- und jungen Erwachsenenalter – von einer
einigermassen gefestigten Integration in der Schweiz gesprochen werden.
In finanzieller Hinsicht hat der Beschwerdeführer zwischenzeitlich seine Schulden
konstant abgebaut und sämtliche Verlustscheine abgelöst, was sich aus dem Auszug
aus dem Betreibungsregister vom 7. August 2017 ergibt (act. 16). Somit kann auch
diesbezüglich davon gesprochen werden, dass er sein Leben – wie es der
Beschwerdeführer ausführt – „in den Griff bekommen“ und die Altlasten aus seiner Zeit
als junger Erwachsener erledigt hat. Zuletzt ist bei den privaten Interessen zu
berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer sein Herkunftsland lediglich von
Ferienaufenthalten kennt, wobei nach seinen Angaben nach dem Tod seines Vaters
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kaum noch Reisen nach Mazedonien erfolgt seien. Zu berücksichtigen ist in diesem
Zusammenhang auch, dass sich die nächsten Verwandten (das heisst seine
Geschwister und seine Mutter) sowie sein Freundeskreis in der Schweiz befinden. Auch
wenn sich der volljährige Beschwerdeführer gestützt auf seine Beziehung zu seiner
Mutter und den Geschwistern grundsätzlich nicht auf den Schutzbereich von Art. 8
Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR
0.101, EMRK) berufen kann, ist davon auszugehen, dass aufgrund der fehlenden
familiären und sozialen Beziehungen im Herkunftsland die Ausweisung mit einer
grossen Härte verbunden wäre.
Zusammenfassend überwiegen die genannten privaten Interessen des
Beschwerdeführers die öffentlichen Interessen an der generalpräventiven Wirkung
eines Widerrufs der Niederlassungsbewilligung. Um der ausländerrechtlichen
Bedeutung des strafbaren Verhaltens des Beschwerdeführers dennoch Nachdruck zu
verleihen, ist er im Sinne einer milderen Massnahme gestützt auf Art. 96 Abs. 2 AuG
unter Androhung des Widerrufs der Niederlassungsbewilligung zu verwarnen. Eine
solche (nochmalige) Verwarnung erscheint unter den erwähnten Gegebenheiten
(insbesondere des nunmehr über sieben Jahre anhaltenden Wohlverhaltens) als mildere
Massnahme geeignet zu sein, den Beschwerdeführer von künftigen Straftaten
abzuhalten und das Rückfallrisiko – soweit ein solches heute noch besteht – auf ein
Minimum zu reduzieren. Die Beschwerde ist damit teilweise gutzuheissen und der
angefochtene Entscheid der Vorinstanz aufzuheben.
4. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des Rekurs- und
des Beschwerdeverfahrens zu drei Vierteln vom Staat zu tragen; ein Viertel der Kosten
ist dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Die von der Vorinstanz
festgesetzte Entscheidgebühr von CHF 1‘000 ist unbestritten und nicht zu
beanstanden. Für den Beschwerdeentscheid ist eine Gebühr von CHF 2‘000
angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Die dem
Beschwerdeführer für das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren auferlegten Anteile
sind mit den von ihm in diesen Verfahren geleisteten Kostenvorschüssen von
CHF 1‘000 und von CHF 2‘000 zu verrechnen. Die Vorinstanz ist anzuweisen, dem
Beschwerdeführer CHF 750 zurückzuerstatten. Im Beschwerdeverfahren sind ihm
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/16
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St.Galler Gerichte
CHF 1‘500 zurückzuerstatten. Auf die Erhebung der vom Staat zu tragenden Anteile ist
zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
Der Beschwerdeführer ist für das Rekurs- und Beschwerdeverfahren ausseramtlich zu
entschädigen (Art. 98 Abs. 1 und Art. 98 VRP). Sein Rechtsvertreter hat keine
Kostennote eingereicht. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar pauschal
CHF 500 bis CHF 6‘000 vor Verwaltungsbehörden und CHF 1‘000 bis CHF 12‘000 vor
Verwaltungsgericht, Verwaltungsrekurskommission und Versicherungsgericht (Art. 22
Abs. 1 lit. a und b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten; sGS
963.75, HonO). Innerhalb dieses Rahmens wird das Grundhonorar nach den
besonderen Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der
Schwierigkeit des Falles und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten
bemessen (Art. 19 HonO). Die Pauschale in ausländerrechtlichen Verfahren, in denen
über das Anwesenheitsrecht zu befinden ist, bewegt sich in der Regel für das
Rekursverfahren in der Grössenordnung von CHF 1‘000 bis CHF 2‘500 und für das
Beschwerdeverfahren in der Grössenordnung von CHF 2‘000.00. Mit diesen
Pauschalansätzen wird der Art und dem Umfang der üblicherweise erforderlichen
Bemühungen Rechnung getragen. Gründe, um vorliegend von diesen
Pauschalansätzen abzuweichen, sind nicht ersichtlich. Entsprechend wären sowohl für
das Rekursverfahren vor der Vorinstanz als auch im Beschwerdeverfahren vor
Verwaltungsgericht je eine Pauschalentschädigung von CHF 2‘000 zuzüglich CHF 80
Pauschale Barauslagen (4 Prozent von CHF 2‘000) und Mehrwertsteuer angemessen.
Entsprechend dem Verfahrensausgang sind dem Beschwerdeführer die
ausseramtlichen Kosten einzig zur Hälfte zu entschädigen. Der Staat (Migrationsamt)
hat den Beschwerdeführer dementsprechend für das Rekurs- und
Beschwerdeverfahren mit CHF 2‘000 zuzüglich CHF 80 Barauslagen und 8 Prozent –
die anwaltlichen Leistungen wurden im Wesentlichen noch vor dem 1. Januar 2018
erbracht (vgl. Ziff. 2.1 der MWST-Info 19 zur Steuersatzänderung per 1. Januar 2018,
www.estv.admin.ch) – Mehrwertsteuer zu entschädigen.