Decision ID: 2d9b7d42-5d08-4e4f-9eb7-daf2c6bf6a10
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1960, war
seit dem 8.
September 2003
bei der
Y._
als Verkäufer tätig
(Urk. 9/12)
.
Ab dem 12.
Januar 2011
war
er
wegen Lungenbeschwerden
zu 100
% arbeitsunfähig
(Urk. 9/16/2)
.
Am 30.
März 2011 meldete der Versicherte
sich bei der Eidgenössischen Invali
denversicherung für die berufliche Integration und zum Rentenbezug an (Urk.
9/1).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
nahm medizinische und erwerbliche
Abklärungen vor
(
Urk.
9/7, Urk.
9/9/6,
Urk.
9/11, Urk.
9/12, Urk.
9/19, Urk.
9/22
, Urk
.
9/25
)
, lud den Versicherten zu einem per
sönlichen Gespräch ein (Urk.
9/10) und zog die Akten der
Swica
Krankenversi
cherung AG bei (Urk.
9/16)
.
Am
7.
Juli 2011 teilte die IV-Stelle dem Versicher
ten mit, dass keine
beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk.
9/21).
Mit Vorbescheid vom 3.
Mai 2012
stellte die
IV-Stelle dem Versi
cherten
die Ausrichtung
eine
r
Dreiviertel
sr
ente
ab 1. Januar 2012
in Aussicht, wobei von einer Ar
beitsfähigkeit von 50
% in einer angepassten Tätigkeit und einem Invaliditätsgrad von 63
% ausgegangen wurde (Urk.
9/27)
.
Dagegen
er
hob
der Versicherte
mittels einer Stellungnahme seines
Hausarzt
es
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Inne
re Medizin,
am 23. Mai 2012
Einwand erheben und beantragte
die Ausrichtung
eine
r
ganze
n
Invalidenrente
(Urk.
9/31
).
Die
A._
erhob am 23.
Mai 2012 ebenfalls Einwand und führte am 19.
Juli 2012 aus, das berechnete
Validene
inkommen
sei zu hoch (Urk.
9/3
0
, Urk.
9/38).
Die IV-Stelle zog weitere Arztberichte bei (Urk.
9/34, Urk.
9/37)
und hielt mit Verfügung vom 6. Dezember 2012 an ihrem Vorbescheid fest (Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 6.
Dezember 2012 erhob der Versicherte
, vertreten durch die CAP Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG,
am
22.
Januar 2013 Beschwerde und stellte den Antrag
,
es sei ihm ab 1.
Januar 2012 eine ganze Rente auszurichten. Eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren medizini
schen Abklärung an die IV-Stelle zurückzuweisen (Urk.
1).
Am 1.
Februar 2013 liess der Beschwerdeführer ein Schreiben des
B._
vom 19.
Dezember 2012 nachreichen (Urk.
5, Urk.
6).
Mit
Beschwerdeantwort vom 25.
Februar 2013 schloss
die Beschwerdegegnerin auf Beschwerdeabweisung (Urk.
8). Der Beschwerdeführer liess mit Eingabe vom 14.
August 2013 einen Bericht der Klinik für Pneumologie des
C._
vom 27.
Juni 2013 einreichen (Urk.
11, Urk.
12).
Am
27.
August 2013
teilte die
Beschwerde
gegnerin
mit, auf eine
Stellungnahme zu dieser Eingabe zu verzichten (Urk.
14).
Auf die einzelnen Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten
,
wird soweit nötig
,
in den nachfolge
nden Erwägungen Bezug genommen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art.
8 Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1 IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art.
7 Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art.
7 Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art.
28 Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG] Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40
Prozent invalid (Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art.
28 Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art.
16 ATSG in Verbindung mit Art.
28a Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalidenein
-
kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden
hypothetischen Erwerbseinkommen ziffern
mässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, wo
rauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommens
-
vergleichs; BGE 130 V 343 E.
3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes ist ein theoretischer und abstrak
ter Begriff, welcher dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Er umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraus
setzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Mög
lichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten, und ob sie ein
renten
ausschliessendes
Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110
V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 321 E. 3b und 1985 S. 462 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 343 E.
3.2). An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und
Verdienstaus
sichten
sind praxisgemäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen; diese hat vielmehr nur
soweit
zu gehen, als im Einzelfall eine zuverlässige Ermittlung des Invaliditätsgrades gewährleistet ist. Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzustellen, ob eine invalide Person unter den konkreten
Arbeitsmarkt
verhältnissen
vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr ver
bliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nützen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entspreche
n würden (AHI 1998
S. 290 f. E.
3b; Urteile des Bundesgerichts I 273/04 vom 29. März 2005, I 591/02 vom 5.
Mai 2004, I 285/99
vom
13.
März 2000 und U 176/98 vom 17.
April 2000).
1.
5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E.
4 mit Hinweisen; AHI 2002 S.
70 E.
4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der Verfügung vom
6.
Dezember 2012 aus, dem Versicherten sei zwar seine bisherige Tätigkeit als Verkäufer nicht mehr möglich, doch ihm sei eine rein sitzende Tätigkeit mit der Möglichkeit
,
das
Sau
erstoffgerät jederzeit zu benutzen
,
zu 50
% zumutbar. Es kämen beispiels
-
weise leichte Montage- oder Verpackungsarbeiten in Frage.
In Bezug auf den Einwand der
A._
führte die Beschwerdegegnerin zudem aus,
es sei
neben dem
Haupter
werb
gemäss Auszug aus dem
I
ndividuellen Konto (IK-Auszug)
zur Bestimmung des
Valideneinkommens
noch ein kleine
r
Nebenerwerb zu berück
-
sichtigen (Urk.
2).
2.2
Dem hielt der Beschwerdeführer entgegen,
es müsse
auch in einer angepassten Tätigkeit
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
ausgegangen werden.
Selbst
Montage- oder Verpackungsarbeiten
seien
viel zu anstrengend und er verfüge über keine Ausbildung für eine Bürotätigkeit (Urk.
1).
3.
3.1
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie,
hielt am 18.
November 2010
(Urk.
9/9/
7
)
unter anderem die Diagnose eines Verdachts auf idiopathische interstitielle
Pneumopathie
fest.
V
om 1
2.
bis 21.
Januar 2011
erfolgte eine
Hospitaliation
im
E._
,
während
welcher eine
Thoraskopie
rechts und
eine
Biopsieentnahme
erfolgten (Urk.
9/16/5).
Anschliessend hielt
Dr.
D._
am 24.
März 2011 folgende Diagnosen fest (Urk.
9/9/13
-15
):
Idiopathische intersti
tielle
Pneumop
athie
, wahrscheinlich vom Typ
Usual Interstitial Pneumonia
(UIP
= gewöhnliche interstitielle Pneumonie)
Schwere interstitielle
Fibrose
und Gefässverschlüsse
Postoperativ
P
leura
empyem
rechts nach
Wedge
-Resektion, offene
Empy
emdekortikation
rechts
Aktuell unter systemischer Steroidtherapie
Oberlappenemphysem
Nikotinabusus
kumulativ 45
pack
years
(
py
= Packungsjahre
)
Koronare Zweigefässerkrankung
Status nach in
f
eriorem Myokardinfarkt
mit
Stenting
des
Ramus
circum
flexus
(RCX)
Mitralklappenprolaps
mit minimer
Mitralinsuffizienz
und erhaltener
Auswurffraktion (EF)
kardiovaskuläre Risikofaktoren (
cvRF
)
: Nikotin,
Dyslipidämie
(
Trippel
therapie
)
.
Weiter hielt
Dr.
D._
fest, schon kleine Belastungen wie zum Beispiel
Haushaltsar
beiten
in der Küche führten zu ausgeprägter
Tach
y
dyspnoe
. Der
Versicherte habe die Arbeit in der
Y._
noch nicht wieder aufgenommen, diesbezügliche Abklärungen seien im Gange und die ungewisse Zukunft habe
ihn
schon während der
Hospitalisation
stark beeinträchtigt. Bei genügender
Ruheoxygenation
solle die Sauerstofftherapie nur bei Belastungen angewendet werden, was schon kleinste körperliche Belastungen erfasse. Im
Gehtest
lasse sich eine
Desaturation
als Ausdruck der schwer eingeschränkten
Gasaustausch
f
ähigkeit
erfassen.
3.2
Nach aufgetretener Pneumonie mit
Hospitalisationsbedürftigkeit
im April 2011
berichtete
Dr.
D._
am 12.
April 2011, die Arbeitsfähigkeit
scheine
nun auch für sitzende Tätigkeiten nicht mehr gegeben zu sein, was den Versicherten im Gegensatz zu den vorherigen Konsultationen nich
t mehr psychisch beeinträch
tige. Er scheine sich mit der Konstellation abgefunden zu haben, über kurz oder lang nur durch eine Lungentransplantation überleben zu können
(Urk.
9/9/11-12).
A
m 19.
Mai 2011
hielt
Dr.
Z._
zuhanden der IV-Stelle fest, dass dem Versicherten die bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei und mit keiner Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit gerechnet werden könne. Die 100%ige Arbeitsunfähigkeit gelte mindestens für zwei Jahre (Urk.
9/11
/11-12
).
3.3
Am 28.
Juni 2011
erklärte
Dr.
D._
gegenüber
der IV-Stelle, die körperliche Leistungsfähigkeit sei stark eingeschränkt, wobei der Arbeitsweg bereits eine deutliche körperliche Betätigung darstelle. Eine rein sitzende Tätigkeit sei dem Versicherten zumutbar, sofern es eine reine Schreibtischtätigkeit sei. Unter die
sen Umständen könnte ein Pensum von 50
% möglich sein. In Zukunft sei auf
grund der progredienten Grunderkrankung mit gehäuften Arbeitsunfähigkeiten zu rechnen (Urk.
9/19).
3.
4
Med.
pract
.
F._
, Fachärztin für Innere Medizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) hielt in ihrer Stellungnahme vom 7.
Juli 2011 fest,
es sei mit einer progredienten Lungenerkrankung mit Luftnot bei kleinster Belastung ein Gesundheitsschaden ausgewiesen und es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit in der bisherigen Tätigkeit. Für eine angepasste sitzende Tätigkeit mit der Möglichkeit
,
jederzeit das Sauerstoffgerät zu benutzen, bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (Urk.
9/25/3-4). Am 6.
März 2012 hielt med.
pract
.
F._
an dieser Stellungnahme vom 7.
Juli 2011 fest und ergänzte, aus dem Arztz
eugnis von
Dr.
Z._
vom 19.
September 2011
(Urk.
9/22)
ergäben sich keine neuen medizinischen Aspekte, da
er auf das Arztzeugnis vom 19.
Mai 2011
(Urk.
9/11)
verweise, welches bereits
berücksichtigt worden sei (Urk.
9/25/5).
3.5
Am 26.
April 2012 hielt
Dr.
D._
fest, es fänden sich stabile Verhältnisse. Die Dauersauerstofftherapie werde vor allem bei Spaziergängen und Anstrengungen konsequent genutzt. Der aktuelle
S
echs
-
Minuten
-
Gehtest
sei im Vergleich zu
einer Voruntersuchung vom Dezember 2011 leicht schlechter, doch dies sei auf die irrtümliche Aufforderung zur Verlangsamung des Tempos
wegen
Desatu
rierung
durch die
Medizinisch-Technische Assistentin
(
MTA
)
zurückzuführen (
Urk.
9/
3
9/
4-5
).
3.
6
Im Einwand vom 23.
Mai 2012
führte
Dr.
Z._
aus
, die idiopathische
Lungen
fibrose
habe nun ein Ausmass angenommen, welches gemäss der
New York H
eart
Association-Classification
(
NYHA-Klassifizierung)
dem
Grad IV
entspreche
. Konkret bedeute dies, dass eine Sprechdyspnoe bestehe
und
ei
ne Dyspnoe beim längeren Stehen,
d
ie
s unter permanenter Inhalation von Sauer
stoff. Aufgrund dieser Verschlechterung sei keine Form von beruflicher
Tätig
keit denkbar (Urk.
9/31).
4.
4.1
Erstellt ist aufgrund der Arztberichte, dass der Beschwerdeführer unter Lungen
-
be
schwerden
leidet, welche seine Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen
.
Die bisherige
Tätigkeit als Verkäufer
ist nicht mehr zumutbar
. Im Folgenden ist zu prüfen, ob und in welchem Ausmass der Versicherte einer angepassten Tätigkeit nachgehen kann.
4.2
Die IV-Stelle stützte ihre Verfügung vom 6.
Dezember 2012 (Urk.
2) insbeson
dere auf die Stellungnahme von
Dr.
D._
vom 28.
Juni 2011 (Urk.
9/19) ab. Gemäss dieser Stellungnahme ist dem Beschwerdeführer eine sitzende Tätigkeit zumutbar, sofern es sich um eine reine Schreibtischtätigkeit handelt, wobei ein Pensum von 50
% möglich sei. Dieser Ansicht widersprac
h
Dr.
Z._
im Ein
wand vom
2
3.
Mai 2012 (
Urk.
9/31)
.
Bei
Dr.
Z._
handelt es sich um den behandelnden Hausarzt des Beschwerde
führers
(
Urk.
9/31)
. In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
Dr.
D._
ist zwar ebenfalls behandelnder Arzt. An
ders als der Hausarzt, ein Facharzt für Innere Medizin, ist
Dr.
D._
Facharzt für Pneumologie, was ihn aus objektiver Sicht in erster Linie befähigt, die
Lungen
problematik
des Beschwerdeführers zu beurteilen und zu den Auswirkungen auf die erwerbliche Leistungsfähigkeit zuverlässige Angaben zu machen.
Nachdem sich gemäss den Feststellungen von
Dr.
D._
das Lungenleiden des Beschwerdeführers bis April 2011 derart verschlechtert hatte, dass der Arzt an einer verwertbaren Restarbeitsfähigkeit selbst in einer sitzenden Tätigkeit zwei
felte (vgl. vorstehende
Erw
. 3.2), stabilisierte sich die Situation in der Folge da
hingehend, dass
Dr.
D._
zunächst Ende Juni 2011 und hernach im April 2012 zum Schluss kam, in einer rein sitzenden Tätigkeit sei ein Pensum von 50 % zumutbar. Der Beschwerdeführer nutze bei Spaziergängen und bei Anstrengun
gen konsequent die Dauersauerstofftherapie (vgl. vorstehende
Erw
. 3.3 und 3.5). Die Einschätzung von
Dr.
D._
lässt sich anhand der Befunde nachvollziehen. Der Hausarzt
Dr.
Z._
verneinte eine Restarbeitsfähigkeit gänzlich, ging aber vom gleichen klinischen Zustandsbild aus, insbesondere auch unter Berufung auf
Dr.
D._
(vgl.
Urk.
9/31/1). Da die Ausführungen von
Dr.
D._
objektiv begründet sind, ist auf diese abzustellen.
Dr.
Z._
hingegen berücksichtigte offensichtlich eher die subjektive Sicht des Beschwerdeführers, der sich selber nicht mehr arbeitsfähig sieht, auch nicht in einer körperlich leichtesten Tätig
keit. Entscheidend ist indessen nicht die subjektive Sicht, sondern die sich auf
die objektive
Gegebenheiten stützende medizinisch-theoretische Einschätzung
.
4.
3
Der Beschwerdeführer liess geltend machen, seine idiopathische
Lungenfibrose
habe gemäss den Ausführungen von
Dr.
Z._
ein Ausmass entsprechend der NYHA-Klassifizierung des Grades IV
erreicht
(Urk.
1 S.
3).
Die Skala der NYHA (die Abkürzung steht für New York Heart
Association
) bezieht sich indessen nicht auf Erkrankungen der Lungen und ihre Folgen, sondern auf Herzleiden (vgl.
Urk.
3/2). Im Vordergrund steht vorliegend aber das Lungenleiden. Dieses wirkt sich auf die Erwerbsfähigkeit aus. Inwiefern die Skalen NYHA mit den nach Schweregrad abgestuften Erkrankungsstadien auf das Leiden des Beschwerdeführers übertragbar sind, ist nicht beantwortet. Dazu nahm auch
Dr.
Z._
, der im
Einwandschreiben
vom 2
3.
Mai 2012 auf diese Skalen ver
wies und daraus in Bezug auf die Restarbeitsfähigkeit Schlussfolgerungen zog, nicht Stellung. Im Übrigen kam auch
Dr.
Z._
in der erwähnten Stellung
nahme - wie auch
Dr.
D._
- zum Schluss, der Beschwerdeführer leide rasch unter einer Anstrengungsdyspnoe. Basierend auf dieser Erkenntnis erachtete
Dr.
D._
nur noch eine rein sitzende Tätigkeit, und selbst eine solche nur limi
tiert, das heisst im Umfang von 50
%
für zumutbar und nicht gar keine Tätig
keit mehr.
Es liegen somit keinerlei är
z
t
liche Belege vor, welche für eine Bettläg
e
rigkeit des Beschwerdeführers sprechen oder dessen Fähigkeit zu sitzen verneinen.
Dr.
D._
hielt
am 26.
April 2012 fest, dass der Versicherte sich sowohl im Haushalt als auch mit längeren Spaziergängen ausser Haus regelmässig körper
lich betätige (Urk.
9/39/4), was durch den Versicherten nicht in Abrede geste
llt wurde (Urk.
1 S.
6).
4.4
Weiter liess der Versicherte ausführen, dass sein Resultat beim
S
echs
-
Minuten
-
Gehtest
klar unter dem Minimalwert liege (Urk.
1 S.
5). Dies ist zutreffend und
entsprechend
wird auch
von der IV-Stelle
und
Dr.
D._
davon ausgegangen,
dass dem Versicherten keinerlei körperlich anstrengende Tätigkeiten zumutbar sind
sowie
seine Arbeitsfähigkeit auch in einer sitzenden Tätigkeit auf 50
%
eingeschränkt ist
(
Urk.
2)
.
Vom Versicherten
wurde
bemängelt,
Dr.
D._
gehe
in seinem Bericht vom 2
6.
April 2012
(Urk. 9/39/4-5)
nicht auf seine Arbeitsfähig
keit ein und äussere sich nicht dazu, ob eine Verschlechterung seines Zustandes eingetreten sei (Urk.
1 S.
4).
Dr.
D._
hielt in diesem Bericht bei der Zwischenanamnese generelles Wohlbefinden ohne Exazerbationen fest. Ausserdem beurteilte er die Verhältnisse als stabil (
Urk.
9/39/4-5). Dies genügt
,
um davon auszugehen, dass auch die Arbeitsfähigkeit weiterhin gleich
einzuschätzen ist
wie am 28. Juni 201
1.
4.5
In der Beschwerde wurde zudem
vorgebracht
, der Versicherte müsse sich am 6.
März 2013 einer Hüftoperation unterziehen, was seinen gesundheitlichen Zustand noch mehr verschlechtere (Urk.
1 S.
7).
Dazu ist anzumerken, dass für
die richterliche Beurteilung eines Falles grundsätzlich die tatsächlichen Verhält
nisse zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens massgebend
sind
. Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, sind nur insoweit zu berücksichti
gen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beeinflus
sen (BGE 121 V 362 E. 1b; 99 V 98).
Die Hüftoperation vom März 2013
und deren Auswirkungen
konnte
n
von der IV-Stelle in der Verfügung vom 6.
Dezember 2012
(Urk. 2)
nicht berücksichtigt werden
. Im
Verwaltungsverfah
ren
waren stets die Lungen
- und Herz
beschwerden Thema
. Zudem wurde im Bericht der Klinik für Pneumologie,
C._
, vom 27.
Juni 2013
festgehalten, der Eingriff zur Sanierung der
Femurkopfnekrose
rechts sei problemlos verlaufen (Urk.
11).
Es fehlt
daher
an Anzeichen dafür
, dass der gesundheitliche Zustand des Beschwerdeführers sich
aufgrund der
Hüftopera
tion
verschlechterte.
Näher kann und braucht die Frage der möglichen Auswir
kungen des Hüftleidens auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit vorliegend nicht beantwortet zu werden.
4.6
Am 14.
August 2013 wurde im
vom Beschwerdeführer zuhanden des hiesigen Gerichts eingereichten
Bericht der Klinik für Pneumologie des
C._
festgehalten, dass beim Versicherten insgesamt eine stabile bis leicht progrediente Situation bei einer pulmonal deutlichen Limitation im Rahmen der Grundkrankheit bestehe. Damit die für die Listung im Hinblick auf eine
Lun
gentransplantation
notwendigen stationären Untersuchungen durchgeführt werden könnten, müsse der Versicherte mit einem aktuellen BMI von
32 kg/m2 allerdings noch weiterhin Gewicht reduzieren, da die
Langzeiter
-
gebnisse
nach Lungentransplantation bei adipösen Patienten durch die chronische
Entzün
dungsreaktion
und Aspirationsereignisse deutlich reduziert seien. Es stehe eine Evaluation der Arbeitsunfähigkeit bevor, wobei aufgrund
der
Dauersauer
stofftherapie
und deutlicher
Desaturierung
bei Anst
rengung
ver
-
mutlich
eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit medizinisch gerechtfertigt sei (Urk.
11).
Dieser nachträglich eingereichte ärztliche Bericht
ändert
an den vorherigen Aus
führungen nichts. Die
geäusserte
Vermutung einer 100%igen Arbeitsunfä
higkeit wird auf die Dauersauerstofftherapie und die deutliche
Desaturierung
bei Anstrengung gestützt
, welche bereits bekannt waren und
in der Verfügung der IV-Stelle vom
6.
Dezember 2012
berücksichtigt wurden
. Es ist
nämlich
unbe
stritten, dass der Versicherte keiner anstrengenden Tätigkeit nachgehen kann und er die Möglichkeit haben muss,
an seinem Arbeitsplatz
mit Sauerstoff ver
sorgt zu werden.
Es geht aus diesem
neusten ärztlichen
Bericht nicht hervor, weshalb dem Versicherten eine
rein
sitzende
Tätigkeit zu 50
%
nicht zumutbar
sein sollte.
Da die medizinischen Verhältnisse hinreichend abgeklärt wurden, um eine Arbeitsfähigkeit im Umfang von 50
%
für
körperlich nicht anstren
gende
sitzende Tätigkeiten
nachvollziehbar und objektiv begründet
festzustel
len, erübrigt sich auch die eventualiter beantragte Rückweisung für weitere medizinische Abklärungen
.
4.7
Es ist
zusammenfassend
von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer
rein
sitzen
den Tätigkeit auszugehen. Dabei fallen Tätigkeiten in der Montage und Verpackung durchaus in Betracht, sie dürfen
jedoch
nicht mit körperlicher An
strengung verbunden sein. Zu denken ist etwa an Kontrolltätigkeiten im Mon
tagebereich. Aufgrund einer fehlenden diesbezüglichen Ausbildung kommt eine Bürotätigkeit
im engeren Sinne
nicht in Betracht. Was die gemäss Dr.
D._
zu erwartenden gehäuften Arbeitsunfähigkeiten aufgrund der fortschreitenden Grunderkrankung betrifft (Urk.
9/19),
ist festzuhalten, dass diese mögliche ungünstige Entwicklung zum jetzigen Zeitpunkt nicht berücksichtigt werden kann
. Dies ist umso
mehr
der Fall,
als
die Prognose
offen lässt, in welchem Zeit
punkt
ein
e Verschlechterung zu erwarten ist
.
4.8
Der Versicherte liess in der Beschwerde
weiter
geltend machen,
wenn
von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit für sitzende Tätigkeiten
ausgegangen werde
, werde
er
aufgrund seines Alters, seiner behinderungsbedingten Einschränkungen in Bezug auf die Leistungsfähigkeit sowie der
Umständlichkeiten
mit dem Sauer
stoffgerät
und in Anbetracht seines Ausbildungshintergrunds auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt im Rahmen der Selbsteingliederung
realistischer
weise
keinen Arbeitgeber finden, welcher ihn einstelle. Sei eine medizinisch-theoretisch verbleibende Restarbeitsfähigkeit wirtschaftlich nicht mehr verwert
bar, liege eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor (Urk.
1 S.
7 f.).
Der Versi
cherte kann seine verbliebene Arbeitskraft auf einem ausgeglichenen Arbeits
markt (vgl.
Erwägung
1.4)
jedoch
nutzen, da er im Rahmen einer sitzenden Tätigkeit durchaus Leistungen erbringen kann und ein Sauerstoffgerät in einer Tätigkeit ohne Publikumskontakt kein Problem darstellt. Was die
gesundheitlich bedingte
Einschränkung seiner Leistungsfähigkeit betrifft, so ist diese im Rah
men des
leidensbedingten Abzugs
bei der Bestimmung des
Invalideneinkom
mens
(vgl. Erwägung
5.1
) zu berücksichtigen.
5
.
5.1
Gemäss angefochtener Verfügung beträgt das
Valideneinkommen
Fr.
63‘720.-- (
Urk.
2). Ausgehend von den Angaben im IK-Auszug errechnete die
Beschwer
degegnerin
den Durschnitt der zwischen 2008 bis 2010 erzielten Einkommen und passte diesen der Nominallohnentwicklung bis 2012 an (vgl.
Urk.
2 S. 3,
Urk.
9/24). Die Durchschnittsberechnung über verschiedene Jahre drängte sich aufgrund der unterschiedlichen Jahreseinkommen des Beschwerdeführers auf (vgl.
Urk.
7/1). Das
Valideneinkommen
enthält auch den vom Beschwerdeführer vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielten Nebenverdienst (vgl.
Urk.
7/1,
Urk.
7/4,
Urk.
7/40). Die Berechnung erfolgte korrekt und wurde vom Beschwerdeführer auch nicht beanstandet.
5.2
Der Beschwerdeführer erzielt derzeit kein Einkommen, weswegen die
Beschwerde
gegnerin
das Invalideneinkommen hypothetisch ermittelte. Sie stützte sich hierbei praxisgemäss auf die periodisch publizierten Tabellenlöhne der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE; vgl. dazu BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Den Durchschnittslohn für Männer in einer Tätigkeit auf einfachem Anforderungsniveau des Jahres 2010 in der Höhe von
Fr.
4‘901.-- (vgl. Die Volkswirtschaft 4-2014, S. 91, Tab. B 10.1, Total) passte die Beschwerdegegnerin der 2012 üblichen
Wochen
arbeitszeit
und der Nominallohnentwicklung bis dahin an und errechnete auf diese Weise bezogen auf das noch mögliche Pensum von 50 % und unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 25 % ein
Invalidenein
kommen
von Fr. 23‘259.-- (
Urk.
9/24/2). Der leidensbedingte Abzug von 25 % entspricht dem praxisgemäss höchstzulässigen (vgl. BGE 126 V 75), der vorlie
gend angesichts der nur sehr limitierten Einsetzbarkeit des Beschwerdeführers auch in einer angepassten Tätigkeit in jeder Hinsicht angemessen ist.
5.3
Die Differenz der beiden Vergleichseinkommen entspricht einem
Invaliditäts
grad
von 63 %. Die Berechnung der Beschwerdegegnerin ist korrekt (Urk. 2 S. 4,
Urk.
9/24/1). Der durch die IV-Stelle ebenfalls korrekt auf den 1. Januar 2012 festgelegte Rentenbeginn ist unbestritten.
Aufgrund des Invaliditätsgrads von 63
% hat der Versicherte somit ab 1.
Januar 201
2 Anspruch auf eine
Dreiviertel
s
rente
sowie die dazugehörende Kinderrente.
Dies entspricht der Verfügung vom 6.
Dezember 2012
(Urk.
2)
, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (Art.
69 Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
600.-- festzulegen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten dem Beschwer
deführer aufzuerlegen.