Decision ID: 20b51878-2e8e-4168-96bf-03575fc17012
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1966,
hat vor seiner Einreise in die Schweiz im Mai 1997 in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA)
verschiedene Studien
gänge besucht
, ohne
jedoch
einen Universitätsa
bschluss zu erlangen.
Ab
dem 14.
September 2006 war er bei der
Y._
als Geschäftsführer
, Teilinhaber
und Sprachlehrer tätig
.
Ab dem
1.
September 2014
nahm er noch ein Teilzeitpensum als Sprachlehrer wahr
(
Urk.
7/4,
7/6,
7/21 und 7/31)
. Am 9.
September 2014 meldete er sich unter Hinweis auf ein psychisches Leiden bei der Invalidenversicher
ung zum Leistungsbezug an (Urk.
7/4). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte nebst Auszügen aus dem individuellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
7/2, 7/10 und 7/21) insbesondere einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
7/31), die Akten des Krankentaggeldversicherers (
Urk.
7/12 f., 7/26 und 7/32) sowie Berichte der behandelnden Ärzte ein (Urk. 7/8,
7/22 und 7/29/6 f.).
Des Weiteren gab sie bei der
Z._
ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag (
Z._
-Gutachten vom
1.
März 2016,
Urk.
7/46).
Mit Vorbescheid vom
8.
April 2016 stellte sie dem Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
7/54),
wogegen jener unter Beilage diverser medizinischer und erwerblicher Unterlagen Einwand erhob (
Urk.
7/59 ff., 7/67 ff. und 7/72 ff.).
Nachdem die IV-Stelle weitere Arztberichte einge
holt hatte (
Urk.
7/77, 7/80,
7/84
f.
und 7/87
), nahm der Versicherte hierzu am
5.
Mai 2017 Stellung (
Urk.
7/91).
Mit Schreiben vom
6.
Juni 2017 orientierte die IV-Stelle den Versicherten sodann
da
rüber, dass sie eine medizinische Verlaufsbegutachtung
bei der
Z._
für not
wen
dig erachte (
Urk.
7/93)
, womit
er
sich nicht einverstanden erklärte (Urk. 7/94 f.).
Mit Eingabe vom 2
6.
Juni 2017 (
Urk.
7/98) opponierte er ferner gegen das Schrei
ben der IV-Stelle vom 2
2.
Juni 2017, womit ihm mitgeteilt worden war, dass an der Verlaufsbegutachtung festgehalten werde (
Urk.
7/96). Mit Schreiben vom 2
9.
Juni und 2
8.
Juli 2017 wurden dem Versicherten die vorgesehenen Gutachter bekannt gegeben (
Urk.
7/100, 7/102).
Am 2
0.
September 2017 hielt die IV-Stelle in Form einer Zwischenverfügung fest, dass
an der
Verlaufsbegutachtung durch das
Z._
festgehalten werde (
Urk.
7/105).
Mit E-Mail vom 2
1.
September 2017 teilte ihr der Versicherte mit, dass er mit der Zwischenverfügung zwar nicht einverstanden sei, diese jedoch nicht anfechten werde
, um einen weiteren Zeit
verlust zu vermeiden
(
Urk.
7/107).
Am 1
9.
März 2018 legte die
Z._
ihr polydis
ziplinäres Verlaufsgutachten vor (
Urk.
7/114)
, wozu der Versicherte am 1
9.
April 2018 Stellung bezog (
Urk.
7/122). Mit Schreiben gleichen Datums äusserten sich die Gutachter
ergänzend zur Arbeitsfähigkeit im angestammten Tätigkeitsbereich (
Urk.
7/124). Am
4.
Mai 2018 verfügte die IV-Stelle schliesslich im
Sinne des Vorbescheids
(
Urk.
7/127 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
8.
Mai 2018 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihm sei ab März 2015 eine Rente der Invalidenversicherung auszurichten. Eventualiter sei die Angelegenheit zur beweiswertigen Abklärung des medizinischen Sachverhalts an die IV-Stelle zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
5.
Juli 2018 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6).
Mit Replik vom 1
8.
Juli 2018 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest (
Urk.
9), worauf die Beschwerdegegnerin mit
Eingabe
vom 2
7.
August 2018 mit
teilte, auf das Einreichen einer Duplik zu verzichten (
Urk.
12). Darüber wurde der
Beschwerdeführer mit Verfügung vom 3
0.
August 2018 in Kenntnis gesetzt (
Urk.
13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
IVG
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidi
tät. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio
logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der ver
sicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom
4.
Mai 2018 (
Urk.
2) erwog die Beschwer
degegnerin zusammengefasst,
die medizinische Verlaufsbegutachtung durch die
Z._
habe ergeben, dass der Beschwerdeführer als Englischlehrer zu 80 % arbeits
fähig sei, was auch für jede andere berufliche Tätigkeit wie etwa diejenige als Direktor und Teilhaber der
Y._
gelte. Das
Z._
-Gut
achten sei plausibel und es könne darauf abgestellt werden. Ausgehend von der Zumutbarkeit eines 80%-Pensums sei es dem Beschwerdeführer möglich, ein ren
tenausschliessendes Einkommen zu erzielen
.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift vom
28. Mai 2018 im Wesentlichen geltend,
weder auf das
Z._
-Gutachten vom 1. März
2016
noch
auf das Verlaufsgutachten vom 1
9.
März 2018 könne abgestellt wer
den. Indem
einseitig und gegen seinen Willen erneut
bei der
Z._
eine Expertise in Auftrag gegeben worden sei, habe
die Beschwerdegegnerin den Vorschlag igno
riert,
die Untersuchung durch eine andere Begutachtungsstelle wie die MEDAS
A._
oder das
B._
durchführen zu lassen. Dadurch sei nicht nur gegen den Grundsatz der gleich langen Spiesse im Verwaltungsverfahren ge
mäss
Art.
6 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) und
Art.
29 der Schweizerischen Bundesverfassung (BV), sondern auch gegen
Art.
72
bis
der Ver
ord
nung über die Invalidenversicherung (IVV)
verstossen worden. Da zudem auch das Verlaufsgutachten nicht beweiskräftig sei, habe die Beschwerdegegnerin eine beweiswertige Auseinandersetzung mit dem Begutachtungsthema innert nützli
cher Frist verhindert und
damit den Tatbestand der Rechtsverweigerung und -verzögerung erfüllt
. Die Gutachter hätten sich insbesondere nicht oder nur unzu
reichend mit den Beurteilungen der verschiedenen behandelnden Ärzte ausein
andergesetzt
(
Urk.
1 S. 7 ff.).
Darüber hinaus
sei die Beschwerdegegnerin nicht auf die Stellungnahme vom 1
9.
April 2018 eingegangen und sei dadurch ihrer Begründungspflicht in Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör nicht nach
gekommen.
Im Ergebnis sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit im ange
stammten Tätigkeitsbereich und von einer 70%igen Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen, weshalb ab März 2015 Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe. Allenfalls sei ein gerichtliches Gutachten zu veranlassen oder – falls dies nicht für möglich erachtet werde – die Sache zur beweiswertigen Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 11 f.).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort vom
5.
Juli 2018
(
Urk.
6)
betonte die Beschwer
de
gegnerin
,
dass auf das polydisziplinäre Verlaufsgutachten abgestellt werden könne
und ein Einkommensvergleich zu einem nicht rentenbegründenden Invaliditäts
grad von unter 40
%
führe.
2.4
Mit Replik vom 1
8.
Juli 2018 hielt der Beschwerdeführer daran fest, dass das
Z._
-Verlaufsgutachten nicht als Grundlage für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und des Invaliditätsgrades herangezogen werden könne. Namentlich erweise sich die psychiatrische Teilexpertise als relativ oberflächlich und
sie
stehe i
m
Wider
spruch zu den nachvollziehbaren Einschätzungen der anderen involvierten Psy
chiater (
Urk.
9 S. 2 ff.). Im Übrigen sei nicht überzeugend, dass die Beschwer
degegnerin im Rahmen der Durchführung des Einkommensvergleichs keinen leidensbedingten Abzug vom Invalidene
inkommen gewährt habe
(
Urk.
9 S.
5 f.).
3.
3.1
Zunächst ist —
da formeller Natur (vgl. BGE 132 V 387 E. 5.1, 127 V 431
E. 3d/
aa
) —
die Rüge des Beschwerdeführers
zu prüfen
, wonach die Beschwerde
gegnerin
in der angefochtenen Verfügung
auf seine Stellungnahme vom 19. April 2018 nicht eingegangen sei und sich nicht überzeugend mit den zahlreichen vom Gutachten abweichenden ärztlichen Beurteilungen auseinandergesetzt habe. Dadurch sei
der Anspruch auf rechtliches Gehör ve
rletzt worden
(
Urk.
1 S. 11).
3.2
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Partei
en nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten, das heisst eine Darstellung des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachverhaltes und der recht
lichen Erwä
gungen (
Art.
49
Abs.
3 Satz 2 ATSG). Die Begründung eines Ent
scheides muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person ihn gegebenenfalls anfechten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechts
mittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder
tatbeständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Ein
wand auseinan
der
setzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Ge
sichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/
dd
mit Hinweis, 118 V 56 E. 5b).
Der Mangel eines nicht oder nur ungenügend begründeten Entscheides kann gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung im Rechtsmittelverfahren geheilt wer
den, sofern die fehlende Begründung in der Vernehmlassung der entschei
den
den Behörde zum Rechtsmittel enthalten ist oder den
beschwerdeführenden
Par
teien auf andere Weise zur Kenntnis gebracht wird, diese dazu Stellung nehmen können und der Rechtsmittelinstanz volle Kognition zukommt (BGE 107
Ia
1).
3.3
Die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs hat insoweit grundsätzlich ihre Berechtigung, als die angefochtene Verfügung vom
4.
Mai 2018 (
Urk.
2) nicht die zu erwartende Begründungsdichte aufweist.
Zwar darf sich die Beschwerde
geg
nerin auf die für den Entscheid
massgebenden
Gesichtspunkte beschränken. Kon
kret
wäre
jedoch
eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 1
9.
April 2018 (
Urk.
7/122) zu erwarten gewesen.
Eine schwere, die Heilung des Verfahrensmangels ausschliessende Gehörsver
letzung, welche von Amtes wegen zur Aufhebung der mit dem Verfahrensfehler behafteten
Verfügung führen würde (vgl. BGE 124 V 180 E. 4a mit Hinweisen
)
, liegt allerdings aus verschiedenen Gründen nicht vor.
Zum einen präzisierte die Beschwerdegegnerin den angefochtenen Entscheid im Rahmen des Rechtsmittel
verfahrens (
Urk.
6), wozu der Beschwerdeführer in der Folge in Kenntnis sämt
licher Aktenstücke Stellung nehmen konnte (
Urk.
9). Es war ihm somit möglich, sein Anliegen sachgerecht vor dem Sozialversicherungsgericht, welches sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüft
(vgl.
§
18a des Gesetzes
über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
)
, darzulegen.
Zum anderen
sprechen
verfahrensökonomische Gründe gegen die Aufhebung der angefochtenen Verfü
gung verbunden mit einer Rückweisung zur Gewährung des rechtlichen Gehörs. In Anbetracht der konkreten Gegebenheiten würde ein solches Vorgehen zu einem formalistischen Leerlauf und unnötigen Verzögerungen führen, was mit dem Interesse der versicherten Person an einer möglichst
beförderlichen
Beurtei
lung ihres Anspruchs nicht zu vereinbaren wäre (vgl. BGE 142 II 218 E. 2.8.1, 137 I 195 E. 2.3.2, je mit Hinweisen).
Eine Rückweisung zur Gewährung des rechtlichen Gehörs wird vom Beschwerdeführer denn auch nicht verlangt (
Urk.
1 S. 11).
4.
4.1
4.1.1
In medizinischer Hinsicht ist
im Wesentlichen
aktenkundig, dass der Beschwer
deführer vom 12. August bis
2
2.
September 2014 eine stationäre psychiatrische Behandlung in der
C._
in Anspruch nahm. Mit Bericht vom 1
7.
Februar 2015 wurden folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähig
keit gestellt (
Urk.
7/26/3):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte (unter Behand
lung) bis mittelgradige Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10
F33.11)
-
andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0)
-
Erschöpfungssyndrom (Burnout-Syndrom, ICD-10 Z73.0).
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, dass seit dem 1
6.
Dezember 2014 wieder die Möglichkeit bestehe, einzelne Schulstunden im Rahmen eines 20%-Pensums zu halten. Ab März 2015 sei eine Erhöhung auf ein 40 bis
60%-Pen
sum in Betracht zu ziehen (
Urk.
7/26/5 f.; vgl. zudem
Urk.
7/18).
4.1.2
Dr.
med. D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, zog diese Einschätzung in mehreren zuhanden des Krankentaggeldversicherers erstellten Stellungnahmen in
Zweifel
. Mit Bericht vom
5.
Juli 2014
äusserte
er
sich
erstmals
dahingehend
, dass kein
plausibler Grund dafür bestehe, weiterhin eine Arbeits
un
fähigkeit zu bescheinigen
, zumal weitaus überwiegend krankheitsfremde Um
stände am Zustandekommen respektive der Aufrechterhaltung des Beschwerde
bil
des beteiligt gewesen seien (
Urk.
7/12/28).
An dieser Einschätzung hielt
Dr.
D._
im weiteren Verlauf fest (vgl.
Urk.
7/12/13 f., 7/13/5 und 7/26/11 f.).
4.1.3
Der Krankentaggeldversicherer gab sodann bei
Dr.
med.
E._
, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ein Gutachten in Auftrag, welches am 2
2.
Mai 2015 vorgelegt wurde (
Urk.
7/32/3 ff.).
Dr.
E._
diagnostizierte in erster Linie eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung, welche als kom
binierte Persönlichkeitsstörung zu klassifizieren sei (ICD-10 F61.0). Zudem liege nebst einer Neurasthenie (ICD-10 F48.0) eine aktuell leichte depressive Episode vor (ICD-10 F32.0;
Urk.
7/32/19).
Die geklagte Erschöpfungssymptomatik könne nachvollzogen werden und insgesamt könne davon ausgegangen werden, dass die Fähigkeiten für die komplexen Tätigkeiten als Geschäftsführer immer noch deutlich stärker eingeschränkt seien als für die Tätigkeit als Lehrperson, welche der Beschwerdeführer seit dem Ende der
Hospitalisation
teilzeitlich bewältige.
Eine weitere Steigerung der Leistungsfähigkeit sei realistisch und solle im Rahmen
der therapeutischen Begleitung schrittweise erfolgen. In den nächsten sechs Monaten sei das Erreichen der früheren Arbeitsfähigkeit realistisch (Urk. 7/32/23).
4.2
Die medizinischen Sachverständigen der
Z._
stellten in ihrem polydisziplinären Gutachten vom
1.
März 2016 folgende Diagnosen mit
Auswirkungen
auf die Arbeits
fähigkeit (
Urk.
7/46/26):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode (ICD-10 F33.0/F33.1)
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
chronisches unspezifisches
multilokuläres
Schmerzsyndrom (ICD-10 R52.9).
Demgegenüber wurde bezüglich folgender Diagnosen ein Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit verneint (
Urk.
7/46/26):
-
chronische
Epicondylopa
t
hia
humeri
radialis
und
ulnaris
beidseits (ICD-10 M77.1/M77.0), anamnestisch kurzfristig gutes Ansprechen auf beids
eitige Infiltration im April 2014
-
anamnestisch Status nach arthroskopischer Meniskusentfernung Knie link
s 2011 (ICD-10 Z98.8)
-
Zustand nach malignem Melanom (ICD-10 C43)
-
Zustand nach
nodulärem
Basalzellkarzinom (ICD-10 C44)
-
aktinische Keratosen (ICD-10 L57.0)
-
atypische
Nävuszellnävi
(ICD-10 D22.9)
-
seborrhoische Keratosen (ICD-10 L82)
-
Adipositas (BMI 30 kg/m
2
, ICD-10 E66.0).
Aus interdisziplinärer Sicht gelangten die Gutachter zur Auffassung, dass dem Beschwerdeführer keine körperlich schwer belastenden Tätigkeiten mehr zumut
bar seien. Für körperlich leichte bis mittelschwere angepasste Tätigkeiten bestehe ebenso wie für die angestammte Tätigkeit als Englischlehrer
seit Mai 2014
eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80
%
, welche mit der Möglichkeit zu ver
mehrten Pausen ganztags realisierbar sei. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in quantitativer Hinsicht sei auf die psychischen Erkrankungen zurückzuführen (
Urk.
7/46/27
f.
).
4.3
4.3.1
Nach der erstmaligen Begutachtung durch das
Z._
begab sich der Beschwerde
füh
rer aufgrund anhaltender
mult
i
lokulärer
Schmerzen in
ambulante
neurolo
gische Behandlung (vgl.
Urk.
7/49, 7/77). Seitens der Ärzte des
F._
wurde im Bericht vom 2
2.
September 2016 eine Small-Fiber-Neuropathie un
klarer Ätiologie diagnostiziert. Zur Arbeitsfähigkeit konnte keine Stellung ge
nommen werden (
Urk.
7/77/2, 7/77/10
; vgl. ferner auch Urk. 7/87/1 f.
).
Mit Be
richt vom 1
2.
Juli 2017 wurde vermerkt, dass eine Polyneuropathie habe objek
tiviert werden können, welche im Alltag erhebliche Beschwerden verursache mit therapierefr
a
ktären Schmerzen und autonomen Störungen (Blasen- und Mast
darm
störungen). Diese Symptome hätten eine Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit und die Lebensqualität (
Urk.
7/114/42).
4.3.2
Zusätzlich traten im Verlauf urologische Probleme in Form eines internen
Rek
tum
prolapses
— welcher im Oktober 2016 operativ
versorgt
wurde (vgl. Urk.
7/84/1
, 7/114/15) —
sowie einer akuten Zysti
t
is nach akutem Harnverhalt auf. Letztere wurde insbesondere mittels Dauerkatheter und antibiotischer Therapie behandelt. Seitens des
G._
wurde mit Bericht vom 1
8.
Oktober 2016
vom 1
5.
bis 1
8.
September 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (
Urk.
7/80
).
Eine Verlaufskontrolle durch
Dr.
med. H._
, Fachärztin für Urologie, habe gemäss Bericht vom 2
5.
April 2017 ergeben, dass eine diskrete neurogene Blasenstörung im Sinne einer hyposensitiven Harnblase bei Small-
Fibre
-Neuropathie mit Status nach Harnverhalt vorliege. Aktuell habe sich die Blasenfunktion wieder erholt und die Harnblase könne — bei tolerablem Restharn — wieder gut entleert werden (Urk. 7/114/38 f.).
4.3.3
Aus psychiatrischer Sicht wurde seitens der Fachkräfte der
C._
am
2.
April und 2
5.
Mai 2016 eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert, da die chronischen gesundheitlichen
Beeinträchtigungen objektiv nicht überwindbar seien (Urk. 7/59/1, 7/67/3).
Dr.
E._
hielt mit Bericht vom 1
9.
August 2016 an seinen früheren Beurteilungen und insbesondere an der Diagnose einer kom
binierten Persönlichkeitsstörung fest (
Urk.
7/73/3 f.).
Zur Arbeitsfähigkeit führte er aus, dazu nach zweijährigem Verlauf ohne eigene Untersuchung nicht fundiert Stellung beziehen zu können (
Urk.
7/73/5).
Ab dem 1
4.
Juni 2016 begab sich der Beschwerdeführer bei
I._
, Psychotherapeut, in Behandlung. Dieser hielt mit Bericht vom
4.
Februar 2017 fest, dass nebst einer rezidivierenden de
pressiven Störung mit gegenwärtig schwerer Episode ohne psychotische Symp
tome (ICD-10 F33.2) eine andauernde Persönlichkeitsstörung nach Extrembelas
tung vorliege (ICD-10 F62.0).
Es sei bereits eine Chronifizierung vorhanden und es hätten nur marginale Fortschritte erzielt werden können. Derzeit sei ein Arbeitseinsatz in einem Pensum von über 10 bis 20
%
nicht zumutbar (
Urk.
7/85).
4.4
Im
polydisziplinären
Z._
-Verlaufsgutachten vom 1
9.
März 2018 w
u
rd
e
als Diag
nose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig leichter Episode (ICD-
10 F33.0)
aufgeführt. Im Weiteren lassen sich der Expertise im Wesentlichen folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit entnehmen (
Urk.
7/114/33 f.):
-
narzisstische Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1)
-
Schmerzverarbeitungsstörung
-
chronisches
multilokuläres
Schmerzsyndrom (ICD-10 R52.9)
-
chronische Polyarthralgien/Polymyalgien (ICD-10 M25.5)
-
Periarthropathia
coxae
links (ICD-10 M24.8)
-
Zustand nach zweimaligem malignem Melanom (ICD-10 C43)
-
Zustand nach
nodulärem
Basalzellkarzinom (ICD-10 C44)
-
aktinische Keratosen (ICD-10 L57.0)
-
atypische
Nävuszellnävi
(ICD-10 D22.9)
-
seborrhoische Keratosen (ICD-10 L82)
-
chronische Obstipation (ICD-10 K59.0) mit Status nach
Rektumoperation
bei internem
Rektumprolaps
-
Adipositas (BMI 32 kg/m
2
; ICD-10 E66.0).
Dr.
med. J._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, hielt in seiner Teilexpertise fest, dass
der Beschwerdeführer seit der letzten Begutachtung am Darm operiert worden sei. D
ie klinischen allgemeininternistischen Befunde
seien aktuell —
bis auf die Adipositas
—
unauffällig gewesen. Die Laborwerte hätt
en ebenfalls im Normbereich gelegen. Folglich
bestehe aus allgemeininternistischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Aufgrund der geklagten Stuhl- und Miktionsprobleme sei eine Toilette in der Nähe des Arbeitsplatzes ideal
(
Urk.
7/114/14).
Anlässlich der psychiatrischen Exploration durch
Dr.
med. K._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
habe der Beschwerdeführer berichtet, im Oktober 2016 aufgrund eines
Rektumprolaps
es
operiert worden zu sein. Die Prob
leme mit seinem Rektum hätten ihn stark belastet. Wiederholt sei es im Zu
sam
menhang
mit dieser Erkrankung auch zu einem Harnverhalt
gekommen. Ferner leide er seit 2006 unter Schmerzen an den Füssen, Knien, Hüften sowie im unteren Bereich der Wirbelsäule. Im
Thoraxbereich
seien Muskelverspannungen vorhan
den. Im März 2014 habe er ein Burnout erlitten und starke Schmerzen gehabt. Von dieser Krise habe er sich nur langsam erholt und er sei immer noch vermin
dert belastbar. Seit September 2014 unterrichte er neun Stunden pro Woche, wobei er nach der Arbeit jeweils müde und erschöpft sei (
Urk.
7/114/15).
D
er Beschwerdeführer
habe
einen gepflegten Eindruck gemacht; er sei freundlich und kooperativ gewesen. Er habe vorwiegend über seine somatischen Beschwerden und seine verminderte Belastbarkeit geklagt. Die Stimmung sei etwas herabge
setzt,
klagsam
, gelegentlich auch leichtgradig depressiv gewesen. Eine Verminde
rung des Antriebs habe sich nicht feststellen lassen.
Im Weiteren sei der Be
schwer
de
führer wach, bewusstseinsklar sowie zeitlich, örtlich, situativ und zur eigenen Person gut orientiert gewesen. Während der Untersuchung hätten sich keine Zeichen von Konzentrationsschwäche gezeigt. Die Merkfähigkeit und die Gedächtnisleistungen seien ebenfalls intakt gewesen.
Das Denken sei nicht ein
geengt gewesen und der Beschwerdeführer habe einen klaren und guten Bezug zur Realität und zu seiner Person gehabt. Er habe ausserdem weder über Ängste oder Ph
obien noch über Zwangsgedanken
oder
-
handlungen geklagt. Hinweise auf Veränderungen der Stimmung und des Antriebs im Laufe des Tages seien nicht
eruierbar
gewesen, ebenso wenig wie Suizidgedan
ken oder -impulse (
Urk.
7/114/17 f.
).
Die geklagten
körperlichen
Beschwerden seien
durch die soma
tischen Befunde nicht hinreichend objektivierbar, weshalb von einer psychischen Überlagerung auszugehen sei. Trotz der geklagten Beschwerden gestalte der Be
schwerdeführer sei
n
en Alltag jedoch recht aktiv, indem er Englisch unterrichte,
praktisch alleine einen Zweipersonenhaushalt führe und
sich
regelmässig mit seinen
Kollegen treffe. Folglich sei er
nicht durch schwere und quälende Schmer
zen eingeschränkt, weshalb keine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, son
dern eine Schmerzverarbeitungsstörung zu diagnostizieren sei. Des Weiteren liege eine rezidivierende depressive Störung vor, die derzeit leichtgradig ausgeprägt sei.
Zudem seien narzisstische Persönlichkeitszüge vorhanden, da der Beschwer
deführer auf mangelnde Zuwendung sehr empfindlich reagiere. Die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung könne allerdings nicht gestellt werden. Insgesamt bestehe aus psychiatrischer Sicht seit August 2014 unverändert eine 80%ige Arbeitsfähigkeit, was sowohl für die bisherige
n
als auch für angepasste Tätig
keiten gelte (
Urk.
7/114/19 f.).
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Rheuma
tologie, äussert sich in seinem Teilgutachten dahingehend, dass
sich im klinisch rheumatologischen Status nur eine diskrete Einschränkung der lumbalen Bewe
gungsfähigkeit ohne relevante Schmerzprovokation bei weitgehend normaler tho
rakaler und zervikaler Bewegungsprüfung gezeigt habe.
Die Untersuchung der oberen Extremitäten habe keine Bewegungseinschränkung ergeben. Der Hüft
ge
lenksstatus rechts sei regelrecht, während linksseitig eine
myogelotisch
bedingte
Periarthropathia
coxae
vorliege. Der weitere periphere Gelenksstatus
an den unteren Extremitäten sei unauffällig gewesen. Der
rein kursorisch
durchgeführte neurologische Status habe keine offensichtlichen motorischen oder sensiblen Defizite bei einer weitgehend normalen Auslösung der peripheren Muskel
eigen
reflexe ergeben. Mangels relevanter objektivierbarer
pathoanatomischer
Befunde am Bewegungsapparat bestehe in der angestammten und zuletzt ausgeführten Tätigkeit als Englischlehrer sowie für sonstige körperlich leichte bis intermittie
rend mittelschwere und wechselbelastende Tätigkeiten eine normale Arbeits- und Leistungsfähigkeit (
Urk.
7/114/27).
Aus d
em
Teilgutachten von
Dr.
med.
M._
, Fachärztin für Dermato
lo
gie und Venerologie, geht hervor, dass beim Beschwerdeführer eine stark akti
nisc
h geschädigte Haut am gesamten Integument bei Zustand nach starker Sonnen
exposition in der Kindheit und Jugend und daraus resultierenden rezidivierenden Malignomen vorliege. Trotz intensivem Sonnenschutz sowie
Vermeidung
direkter Sonnenexposition träten immer wieder neue Läsionen auf, zuletzt in Form eines malignen Melanoms im Jahr 201
6.
Aktuell bestehe kein Anhaltspunkt für
Fern
metastasen oder neue Malignome. Aus dermatologischer Sicht bestehe weiterhin eine volle Arbeitsfähigkeit bei leichten, mittelschweren und schweren Tätigkeiten. Lediglich Tätigkeit
en
mit starker Sonnenexposition seien zu vermeiden (
Urk.
7/114/29).
Dr.
med.
N._
, Facharzt für Neurologie, hielt in seiner Teil
expertise fest, dass anlässlich der aktuellen Untersuchung von Beschwerden mit über
aus wechselnder Lokalisation berichtet worden sei, wobei aber initial vor allem die Gelenke im Sinne von Polyarthralgien genannt worden seien. Dies sei bereit
s
im
Z._
-Gutachten von 2016 beurteilt worden. Zwischenzeitlich habe bei anhaltenden Schmerzen eine Vielzahl von
Abklärungen stattgefunden. Zuletzt sei von einer Polyneuropathie ausgegangen worden. Dabei sei jedoch ausgeblendet worden, dass seit mindestens fünf bis sechs Jahren sehr variable
multilokuläre
Schmerzen geklagt würden
, dass eine psychiatrische Komorbidität angenommen
werde und dass alle klinischen neurologischen Untersuchungen sowie letztlich auch
eine intensive neurologische Zusatzdiagnostik unauffällig ausgefallen seien.
D
er räumlich und zeitlich fluktu
ierende Charakter der Beschwerden sowie die
Hauptlokalisation in den Gelenken spr
ächen
gegen eine organische Nervener
kran
kung.
Aus neurologischer Sicht ergebe sich keine Einschränkung der Arbeits
fähig
keit. Die Auswirkungen der nicht durch eine Neuropathie erklärbaren Schmer
zen
seien unter der Annahme einer somatoformen Schmerzstörung von psy
chiatri
scher
Seite zu beurteilen (
Urk.
7/114/33).
Im interdisziplinären Konsens gelangten die medizinischen Sachverständigen zu
m Schluss, dass der Beschwerdeführer sowohl für die angestammte Tätigkeit als Englischlehrer als auch
für andere körperlich leichte bis intermittierend mittel
schwere, wechselbelastende Tätigkeiten zu 80
%
arbeits- und leistungsfähig sei. Diese Arbeitsfähigkeit sei in einem ganztägigen Pensum mit etwas vermehrten Pausen verwertbar (
Urk.
7/114/35 f.).
Mit Stellungnahme vom 19. April 2018 hiel
ten die Gutachter ergänzend fest, dass die attestierte Arbeitsfähigkeit auch für die Tätigkeit als Direktor und Teilinhaber der
Y._
Geltung habe (
Urk.
7/124).
5.
5.1
Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, dass auf die
Z._
-Gutachten nicht abgestellt werden könne.
Er rügt in formeller Hinsicht, dass das
Z._
nicht mit der Verlaufsbegutachtung hätte beauftragt werden dürfen. Vielmehr hätte die Gutachtensstelle in gegensei
tiger Absprache oder mittels Zufallsprinzip
bestimmt werden müssen (
Urk.
1 S. 7 ff.
,
Urk.
9 S. 2
f.
).
5.2
Die bundesgerichtliche Rechtsprechung verlangt gestützt auf den Grundsatz von
Treu und Glauben sowie das Verbot des Rechtsmissbrauchs (
Art.
5
Abs.
3 BV), dass
verfahrensrechtliche Einwendungen so früh wie möglich, das heisst nach Kennt
nis
nahme eines Mangels bei erster Gelegenheit, vorzubringen sind. Es verstösst gegen Treu und Glauben, Mängel dieser Art erst in einem späteren Verfahrens
stadium oder sogar erst in einem nachfolgenden Verfahren geltend zu machen, wenn der Einwand schon vorher hätte festgestellt und gerügt werden können. Wer sich auf das Verfahren einlässt, ohne einen Verfahrensmangel bei erster Gelegenheit vorzubringen, verwirkt in der Regel den
Anspruch auf spätere An
rufung der vermeintlich verletzten Verfahrensvorschrift (BGE 143 V 66 E. 4.3 mit Hinweisen).
Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer
im Vorfeld mit Schreiben vom
6.
Juni 2017
unter Beilage des Fragekatalogs
darüber orientiert, dass sie gedenke, bei der
Z._
ein Verlaufsgutachten in Auftrag zu geben (
Urk.
7/93). In der Folge teilte sie ihm ausserdem mit, welche
Gutachter für welche Disziplinen vorgesehen
seien
und
wies ihn auf
die Möglichkeit
hin
, dagegen Einwände
zu erheben
(
Schreiben vom 2
9.
Juni und 2
8.
Juli 2017 [korrigierte Version],
Urk.
7/100, 7/102).
Alsdann erliess die Beschwerdegegnerin am 2
0.
September 2017 eine ver
fahrensleitende Verfügung betreffend die Anordnung der Verlaufsbegutachtung (
Urk.
7/105).
Damit erklärte sich der Beschwerdeführer zwar mit E-Mail vom 2
1.
September 2017 nicht einverstanden
,
er verzichtete indes
ausdrücklich
auf eine Anfechtung der Zwischenverfügung
, um einen weiteren Zeitverlust zu ver
meiden
(
Urk.
7/107).
Die Auftragsvergabe an das
Z._
nun erst im Beschwerde
ver
fahren
gegen die rentenablehnende Verfügung
zu hinterfragen, verstösst
mit Blick auf die
zitierte bundesgerichtliche Praxis gegen Treu und Glauben.
Die Rüge erweist sich als verspätet und
ist daher
nicht
zu hören
.
5.3
Davon abgesehen ist einerseits anzumerken, dass
eine Partei nicht zu einer ein
vernehmlichen Gutachtenseinholung verpflichtet werden kann und kein Rechts
an
spruch auf konsensuale Bestimmung der Gutachterstelle besteht (Urteil des Bundesgerichts
8C_512/2013 vom 1
3.
Januar 2014 E. 3.5). Andererseits
ist fest
zuhalten, dass
Art.
72
bis
Abs.
2 IVV zwar vorschreibt, dass die Vergabe von poly
disziplinären Gutachten nach dem Zufallsprinzip zu erfolgen hat.
Allerdings weist das Bundesamt für Sozialversicherungen im Kreisschreiben über das Verfahren in der Invalidenversicherung (KSVI [Stand:
1.
Januar 2018]) auf die Möglichkeit hin, Verlaufsgutachten bei derselben Gutachterstelle in Auftrag
zu
geben, die be
reits das erste polydisziplinäre Gutachten erstellt ha
t
, vorausgesetzt jenes sei über die Plattform
SuisseMED@P
vergeben worden (
Rz
2077.5 1/18).
Dies ist vor
lie
gend der Fall (vgl.
Urk.
7/38).
Zudem wurde von kantonalen Gerichten verschie
dentlich entschieden, dass auch unter Geltung der genannten Verordnungs
be
stimmung dieselbe Gutachtensstelle für ein Verlaufsgutachten beigezogen werden k
ann
(vgl. Urteil
des Sozialversicherungsgerichts IV.2016.01035 vom 2
7.
März 2017 E. 6, Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 2
3.
April 2014 [TVR 2014 Nr. 32]
und 1
0.
April 2013 [TVR 2013 Nr. 35] sowie Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom 1
9.
Oktober 2017 [720 17 55 / 273] E. 2.5 mit Hinweisen
; vgl. ferner BGE 132 V 93 E. 7.2.2
).
Auch
unter diesem Aspekt
ist somit
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die
Z._
mit der poly
disziplinären Verlaufsbegutachtung beauftragt hat.
6
.
6
.1
Der Beschwerdeführer macht im Weiteren geltend,
die
Z._
-Gutachten
würden die Voraussetzungen für eine beweiswertige Expertise nicht erfüllen und seien auch inhaltlich nicht
nachvollziehbar
.
Insbesondere sei keine hinreichende Ausein
an
dersetzung mit den überzeugenden Einschätzungen der behandelnden Fachärzte erfolgt (
Urk.
1 S. 4 ff. und S. 9 ff.,
Urk.
9 S. 3 ff.).
6
.2
Entgegen der Argumentation des Beschwerdeführers erfüllen beide
Z._
-Gutach
ten
(
Urk.
7/46, 7/114)
die von der Rechtsprechung gestellten formellen Anforde
rungen an eine beweiswertige
medizinische
Expertise
(vgl. E. 1.4 vorstehend)
.
Sie basieren auf umfassenden internistischen, orthopädisch-rheumatologischen, psy
chia
trischen
sowie
dermatologischen
und zuletzt auch neurologischen
Unter
su
chungen und wurden in detaillierter Kenntnis der
Vorakten
erstellt (Urk. 7/46/4 ff.
,
7/46/30 ff.
, 7/114/4 ff.
und 7/114/38 ff.
). Der Beschwerdeführer konnte gegenüber
den einzelnen Sachverständigen seine aktuellen Beschwerden schildern und wurde
von diesen
— namentlich eingehend von psychiatrischer Seite —
zu d
iversen The
menbereichen befragt (
Urk.
7/46/12 ff., 7/114/15 ff.).
Die geklagten Leiden fan
den
sodann im Rahmen der Diagnostik Berücksichtigung, wobei sowohl diese als auch die aus medizinischer Sicht resultierenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit dargelegt und nachvollziehbar erläutert wurden (
Urk.
7/46/26 ff., 7/114/
33 ff.). Die Gutachter bezogen ausserdem
ausführlich
Stellung zu vorangegangenen ärzt
lichen Beurteilungen
(
Urk.
7/46/17 f., 7/46/23 f., 7/46/25 f., 7/114/
14, 7/114/
20 f.
, 7/114/28 f. und 7/114/32 f.).
6.3
6.3.1
In Bezug auf die Einwände des Beschwerdeführers ist vorwegzuschicken, dass
ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten
nicht
stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen
ist
, wenn die behandelnden Arztper
sonen
beziehungsweise
Therapiekräfte
— welche im Hinblick auf ihre auftrags
recht
liche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE
135 V
465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc) —
zu anderslautenden Ein
schätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abwei
chen
de Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder
ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
6.3.2
Soweit ersichtlich
zieht der Beschwerdeführer die orthopädischen und rheuma
to
logischen
Z._
-Teilgutachten nicht in Zweifel. Weiterungen erübrigen sich in diesem Zusammenhang auch in Anbetracht dessen, dass keine fachärztlichen
Berichte vorliegen, welche den gutachterlichen
Beurteilungen
widersprechen.
Aus
gewiesen ist dementsprechend, dass dem Beschwerdeführer sowohl die bisher aus
geübten Tätigkeiten als auch andere leichte bis intermittierend mittelschwere
,
wechselbelastende Tätigkeiten
von orthopädisch-rheumatologischer Seite unein
ge
schränkt zumutbar sind (
Urk.
7/46/23, 7/114/27).
In Bezug auf die Teilexpertisen von
Dr.
M._
bringt der Beschwerdeführer vor, dass die dermatologische Vorgeschichte nicht berücksichtigt worden sei und die zweite Begutachtung insbesondere mit Blick auf die Dauer der Untersuchung sehr oberflächlich erfolgt sei (
Urk.
1 S. 5 f.,
Urk.
9 S. 4).
Diesbezüglich ist festzuhalten, dass es nach der Rechtsprechung grundsätzlich nicht auf die Dauer der jeweiligen Untersuchung ankommt, sondern vielmehr massgebend ist, ob die darauf basie
renden ärztlichen Folgerungen inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_354/2018 vom 2
0.
Dezember 2018 E. 4.2 und 8C_848/2012 vom 1
6.
April 2013 E. 3.2.2 mit Hinweisen).
Im Weiteren hatte
Dr.
M._
Kenntnis vom dermatologischen Krankheitsverlauf, namentlich dem vom Beschwerdeführer zitierten Bericht von
Dr.
med.
O._
, Fachärztin für Dermatolo
gie, vom 2
8.
Oktober 2014 (Urk.
7/26/18
f.
,
7/46/5 und 7/114/9 f.).
Es ist zwar nachvollziehbar, dass die
rezidivierend
auf
tretenden Malignome und die damit verbundenen Behandlungen den Beschwer
de
führer belasten. Weshalb die Arbeitsfähigkeit ausser für Tätigkeiten mit starker Sonnenexposition (Urk. 7/46/25, 7/114/29) durch die Hauterkrankungen indes dauer
haft eingeschränkt sein sollte, ist nicht ersichtlich und wurde auch von der behandelnden Ärztin nicht dargetan.
Auch auf die internistischen Teilexpertisen kann abgestellt werden. Dem Be
schwer
deführer ist zwar zuzustimmen (vgl.
Urk.
1 S. 7), dass nicht alle Arzt
be
richte zu den
drei
ab August 2016
akut
aufgetretenen Harnverhalten sowie der operativen Sanierung des internen
Rektumprolapses
im Oktober 2016 akten
kun
dig sind (vgl.
Urk.
7/80, 7/84/1).
Dr.
J._
war
en diese Gegebenheiten
wie auch die chronische Obstipation und die anhaltenden Probleme beim Wasserlösen
allerdings
aus dem Aktenstudium
und der persönlichen Befragung des Beschwer
de
führers
trotzdem hinreichend
beka
nnt, weshalb sie im Rahmen seiner Beurtei
lung auch Berücksichtigung fanden
(Urk.
7/114/4, 7/114/7
und 7/114/14).
Über
dies
ist auf den Bericht von Dr.
H._
vom 2
5.
April 2017 hinzuweisen, wonach nur noch eine diskrete Blasenfunktionsstörung im Sinne einer hyposensitiven Blase habe festgestellt werden können (
Urk.
7/114/39).
Insgesamt ist daher nach
vollziehbar, dass Dr.
J._
aus allgemeininternistischer Sicht keine Arbeits
unfähigkeit attestierte und
lediglich
eine Toilette in der Nähe des Arbeitsplatzes für ideal erachtete (
Urk.
7/114/14).
Kritik übt der Beschwerdeführer des Weiteren an der neurologischen Beurteilung von
Dr.
N._
, wobei er den zunächst erhobenen Vorwurf, dass sich der Sachverständige nicht mit dem Bericht des
F._
vom 1
2.
Juli 2017 auseinandergesetzt habe, in der Beschwerdeantwort
zu Recht
relativierte (
Urk.
1 S. 9 f.,
Urk.
9 S. 5).
Soweit er geltend macht, dass die von den behandeln
den Ärzten diagnostizierte Small-Fiber-Neuropathie beträchtliche Einschrän
kung
en der Leistungsfähigkeit nach sich ziehe, ist ihm entgegenzuhalten, dass
Dr.
N._
mit überzeugender Begründung zum Schluss gelangte, dass
eine organische Nervenerkrankung nicht eindeutig habe festgestellt werden können
.
E
r verwies namentlich darauf, dass eine
leicht verminderte Nerven
faser
dichte in dieser Hinsicht nicht
genüge und der räumlich sowie zeitlich fluktu
ierende
Charakter der Beschwerden sowie die Hauptlokalisation in den Gelenken
gegen eine Neuropathie spr
ä
che
n
. Ferner bezog er die Unauffälligkeit der klini
schen
neurologischen Befunde in seine Beurteilung mit ein (
Urk.
7/114/32 f.,
7/114/35).
Der im Beschwerdeverfahren eingereichte Bericht des
F._
vom
8.
Mai 2018 (
Urk.
3/12) vermag im Übrigen ebenfalls keine Zweifel an der gutachterlichen Einschätzung zu wecken, da diesem keine neuen medizi
ni
schen Erkenntnisse oder objektive Befunde zu entnehmen sind.
Zudem setzten sich die behandelnden Ärzte nicht mit der
schlüssigen
Argumentation von
Dr.
N._
auseinander.
Nach dem Gesagten kann festgehalten werden, dass kein Anlass besteht, von den somatischen Teilgutachten abzuweichen oder
in
Bezug auf den körperlichen Ge
sundheitszustand
ergänzende
Abklärungen
vorzunehmen.
Aus rein somatischer Sicht sind dem Beschwerdeführer folglich nebst den angestammten auch dem medi
zinischen Belastungsprofil angepasste Tätigkeiten uneingeschränkt zumut
bar (
Urk.
7/46/26 ff., 7/114/34 ff. und 7/124).
6.
4
6.4.1
Uneinigkeit besteht des Weiteren hinsichtlich der Frage, ob auf die Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit durch die psychiatrischen Gutachter
Dr.
med. P._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie
Dr.
K._
abge
stellt werden kann. In diesem
Kontext ist vorab festzuhalten, dass das Bundes
gericht in BGE 143 V 418 erkannt hat, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen
sind. Indes verlieren gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten nicht
per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen ent
scheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrund
lagen vor Bundesgeri
cht
standhält (vgl. BGE 137 V 210 E. 6).
6.
4.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
6.4
.3
Dies
e Standardindikatoren erlauben –
unter Berücksichtigung leistungshin
dern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Res
so
urcen) anderseits –
das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schät
zen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_260/2017 vom 1. Dezember 2017 E. 4.2.3). Die Anerkennung eines rentenbe
gründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und
wid
erspruchsfrei mit
(zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran
, hat
die Folgen der Beweislosigkeit
nach
wie vor
die
materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; 141 V 547 E. 2).
6.5
6.5
.1
Zum Komplex «Gesundheitsschädigung» ist festzuhalten, dass
Dr.
K._
nebst einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig
leichte
Episode (ICD-10 F33.0),
narzisstische Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) sowie eine Schmerzver
arbeitungsstörung (ICD-10 F54)
diagnostizierte (
Urk.
7/
114/20
).
Anlässlich
der Vor
begutachtung
durch
Dr.
P._
im Jahr 2016
war
en
noch
eine leicht- bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.0/F33.1) sowie eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45
.4) diagnostiziert worden (Urk.
7/46/
17).
Dem Beschwerdeführer ist somit grundsätzlich beizupflichten, dass Differenzen zwischen den beiden psychiatrischen Gutachten bestehen. Diese erweisen sich jedoch nicht als derart schwerwiegend, dass am Beweiswert der Expertisen ge
zweifelt werden müsste.
Einerseits liegen rund zwei Jahre zwischen den Be
gut
achtungszeitpunkten, weshalb
eine abweichende Beurteilung des Schweregrades der
depressiven Episode nicht erstaunt.
Dr.
K._
hat ausserdem nachvoll
zieh
bar dargelegt, weshalb er mangels schwerer und quälender Schmerzen nicht an
der vom Vorgutachter diagnostizierten anhaltenden somatoformen Schmerzstö
run
g festhalten kann (
Urk.
7/114/21).
Andererseits
kann die ärztliche Einschätz
ung, abhängig von der Gutachterperson und von den Umständen der Begutach
tung, eine grosse Varianz aufweisen. Die ärztliche Beurteilung trägt von der Natur der Sache her unausweichlich Ermessenszüge, die es zu respektieren gilt (Urteil des Bundesgerichts 9C_397/2015 vom
6.
August 2015 E. 5.3).
Überdies ist nicht die diagnostische Einordnung eines Gesundheitsschadens entscheidend, sondern dessen konkrete Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 mit Hinweis).
Entscheidend und zusätzlich zu prüfen ist rechtsprechungsgemäss
somit
, ob nach den übrigen Standardindikatoren auf einen funktionellen Schweregrad der psy
chischen Störung zu schliessen ist, der sich nach dessen konkreten Auswirkungen und insbesondere danach beurteilt, wie stark die versicherte Person in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen dadurch beeinträchtigt ist (BGE 143 V 418 E. 5.2.3).
6.5
.2
Zum Indikator der «Therapieresistenz» ist vorab anzumerken, dass allein die fehlende Ausschöpfung aller Behandlungsmöglichkeiten nicht mehr ausreicht, um einen invalidisierenden Gesundheitsschaden zu verneinen. Dennoch ist auch in Nachachtung der aktuellen bundesgerichtlichen Praxis zu berücksichtigen, dass in Bezug auf die depressive Störung die therapeutischen Möglichkeiten
— namentlich medikamentös — noch nicht ausgeschöpft wurden (
Urk.
7/46/16, 7/114/
23).
Anhaltspunkte für eine
Therapieresistenz bestehen auch in Bezug auf die übrigen psychischen Erkrankungen nicht
. So kann gemäss Beschwerdeführer durch Medikamente eine Schmerzlinderung erzielt werden (
Urk.
7/114/11). Zudem profitiert er von den Gesprächen mit seinem Psychologen
, welcher ihm auch Fachliteratur zur Verfügung stellt, um den Umgang mit den Beschwerden zu erleichtern
(
Urk.
7/114/15).
Zum Eingliederungserfolg respektive zur Eingliederungsresistenz ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer
seit September 2014 in einem Teilzeitpensum als Englischlehrer arbeitet (vgl.
Urk.
7/31/2, 7/41, 7/46/10 und 7/114/12) und
somit gewisse Anstrengungen unternommen
hat
, um
auf dem
Arbeitsmarkt
aktiv zu bleiben
.
Aus medizinisch-theoretischer Sicht wird eine
Pensumserhöhung
entge
gen der Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers allerdings
aufgrund der vor
han
denen Ressourcen
für möglich erachtet (7/46/28, 7/114/35 f.).
6.5
.3
In Bezug auf den Indikator «Komorbiditäten» ist zu bemerken, dass
die leichten depressiven Verstimmungen den Beschwerdeführer aus gutachterlicher Sicht im Umgang mit den körperlichen Beschwerden nicht eins
chränken (
Urk.
7/114/20).
6.5
.4
Was den Komplex «Persönlichkeit anbelangt, gilt es zu beachten, dass
narziss
tische Persönlichkeitszüge vorliegen
(ICD-10 Z73.1)
.
Das Vorhandensein einer Persönlichkeitsstörung beziehungsweise eine
r
andauernden
Persönlichkeitsän
de
rung nach Extrembelastung verneinten die Gutachter
dagegen
in überzeugender Weise.
Sie wiesen dabei namentlich auf die — trotz lebensgeschichtlich frühen Belastungen — normale Sozialisation, die bis ins höhere Erwachsenenalter be
stan
dene volle Leistungsfähigkeit sowie die fehlende emotionale Abstumpfung gegenüber der Umgebung hin (
Urk.
7/46/15
, 7/46/17 und 7/114/20 f.
).
Die akzentuierten Persönlichkeitszüge wirken sich in dem Sinne ressourcenhemmend aus, dass Schwierigkeiten in Beziehungen auftreten können, da der Beschwer
de
führer auf mangelnde Zuwendung sehr empfindlich reagiert (Urk. 7/114/20).
6.5
.5
Zum sozialen Lebenskontext
ist aktenkundig, dass der Beschwerdeführer mit seiner Ehefrau zusammenlebt, mit welcher er seit 2013 verheiratet ist.
Es handle
sich um eine stabile Beziehung, welche
allerdings du
rch die angespannte finan
zielle
Situation und das geringe Verständnis der Ehefrau für
seine
körperlichen Einschränku
ngen belastet sei
.
Eher selten gehe er mit ihr ins Kino; meistens würden sie
die
Abende
zu Hause
vor dem Fernseher verbringen
. Er pflege
überdies
noch zahlreiche Kontakte mit Kollegen und trinke gele
gentlich einen Kaffee mit ihnen
(
Urk.
7/46/13 ff.
, 7/114/17). Im Weiteren sind
mit Blick auf die berufliche
Tätigkeit als Englischlehrer
naturgemäss
Kontakte zu den
Schülern vorhanden.
Gesamthaft verfügt der Beschwerdeführer somit trotz seiner gesundheitlichen Ein
schränkungen über ein Beziehungsnetz mit potentiell günstigen Ressourcen
. Ein
erheblicher
krankheitsbedingter sozialer Rückzug ist nicht
eruierbar
.
6.5
.6
Hinsichtlich der beweisrechtlich entscheidenden Kategorie «Konsistenz» ist fest
zu
halten, dass der Beschwerdeführer
seiner beruflichen Tätigkeit als Englisch
lehrer in einem Teilzeitpensum nachgeht. Zudem erledigt er die meisten Haus
haltsarbeite
n, übernimmt die Einkäufe und kocht
regelmässig
. Seitens der Ehefrau erhält er
in dieser Hinsicht
wenig Unterstützung.
Wie bereits erwähnt besucht er mit ihr selten das Kino und sieht häufig abends fern. Ferner trifft er sich
in seiner Freizeit
gelegentlich mit Kollegen
, unternimmt
kürzere Spaziergänge
und liest (
Urk.
7/46/14, 7/46/19 f., 7/114/17 und 7/114/19)
. Gewisse
Limitierungen
im Akti
vitätsniveau sind dahingehend erkennbar, dass der Beschwerdeführer seinen
früher ausgeübten
sportlichen
Aktivitäten wie Segeln und Schwimmen nicht mehr nachgeht.
Dies steht allerdings nur teilweise in Zusammenhang mit den psychischen Beschwerden, sondern auch mit der damit verbundenen Sonnen
ex
position, welche aufgrund der Hauterkrankungen vermieden werden sollte (
Urk.
7/50/4, 7/114/17).
Gesamthaft ist keine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen erkennbar.
Ein gewisser Leidensdruck ist dagegen behandlungsanamnestisch
ausgewiesen;
d
er Beschwerd
eführer nimmt seit Jahren psych
o
therapeutische
Hilfe in Anspruch. Im
Jahr 2016 begab er sich alle zwei bis drei Wochen in Behandlung (Urk.
7/46/10
). Anlässlich der
Z._
-Verlaufsbegutachtung teilte er mit, seit Anfang 2017 einmal pro Woche eine Sitzun
g beim Psychologen wahrzunehmen, was von
Dr.
K._
als adäquat beurteilt wurde
(Urk. 7/114/15
, 7/114/23
).
Darüber hin
aus greift der Beschwerdeführer auf Schmerzmedikamente zurück (Urk. 7/46/10, 7/114/13). Bezüglich der Antidepressiva ist festzuhalten, dass diese gemäss
den
Ergebnissen der
Blutuntersuchungen nicht regelmässig eingenommen werden (Urk. 7/114/14, 7/114/23), was den Leidensdruck in dieser Hinsicht relativiert.
6.6
Nach dem Gesagten ist in Anbetracht der geprüften Standardindikatoren und deren Gesamtwürdigung festzuhalten, dass die Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit durch die
Dres
.
P._
und
K._
zu überzeugen vermag.
Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ist erstellt, dass der Beschwerdeführer sowohl die ange
stam
mten Tätigkeiten als Direktor, Teilhaber einer Sprachschule und Englischlehrer sowie körperlich angepasst
e
Tätigkeiten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seit Mai 2014 ganztägig bei einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit von 80
%
ausüben kann (
Urk.
7/46/28, 7/114/36 und 7/124).
Für eine
nur
in geringfügigem Masse relevante
funktionelle
Leistungsbeeinträchtigung spricht
insbesondere
das mehrheitlich erhaltene Aktivitätsniveau in sämtlichen Lebensbereichen mit vor
handener Tagesstruktur. Im Weiteren ist kein erheblicher krankheitsbedingter sozialer Rückzug erkennbar. Ein gewisser Leidensdruck ist mit Blick auf die wahr
genommene
n Behandlungen
zwar
vorhanden; eine Therapieresistenz mit über
wie
gender Wahrscheinlichkeit
allerdings
nicht.
Unter weiterer Berücksichtigung dessen, dass die psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann und dem begutachtenden Psychiater praktisch immer einen gewissen Spielraum eröffnet, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern lege
artis
vorgegangen wird (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_146/2017 vom 7. Juli 2017 E. 4.2.2 mit Hinweis), besteht kein begründeter Anlass, von der
nachvollziehbaren
gutachterlichen Beurteilung abzuweichen
.
7.
Ausgehend von den obigen Ausführungen
sind das Validen- und Inva
liden
ein
kommen gestützt auf die
selbe Bemessungsgrundlage und der Invaliditätsgrad anhand eines Prozentvergleichs zu bestimmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_463/2012 vom
3.
August 2012 E. 4.2). Der Invaliditätsgrad liegt demnach bei nicht rentenbegründenden 20
%
(vgl. E. 1.2 vorstehend).
Der Vollständigkeit halber bleibt anzufügen, dass die Beschwerdegegnerin
in ihrer Beschwerdeantwort (
Urk.
6) — ausgehend von einer 80%igen Arbeitsfähig
keit für die Tätigkeit als Englischlehrer — einen Einkommensvergleich vorge
nom
men hat. Dieser ergab ebenfalls einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von unter 40
%
, was der Beschwerdeführer mit Replik vom
1
8.
Juli 2018 grund
sätzlich auch nicht in Frage stellte.
Er brachte in diesem Kontext einzig vor, dass zu Unrecht kein leidensbedingter Abzug gewährt worden sei (
Urk.
9 S. 5 f.). Sein Hinweis auf Nebenwirkungen der Medikamente und die Einschränkungen durch die Urin- und Mastdarmstörungen ist jedoch nicht stichhaltig,
da
namentlich der internistische Gutachter
Kenntnis von den verwendeten Pharmazeutika
sowie
den urologischen Beeinträchtigungen hatte und dies in seine Beurteilung einbezog (vgl. Urk. 7/114/13 f.).
Auch
abgesehen davon
sind keine Gründe für einen Leidensabzug vom Invalideneinkommen ersichtlich. Namentlich der Umstand, dass
der Beschwerdeführer die bescheinigte Arbeitsfähigkeit von 80
%
bei vermehrtem Pausenbedarf
selbst in der angestammten Tätigkeit
vollschichtig aus
üben kann, rechtfertigt
keinen
solchen
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_158/2016 vom
5.
April 2016 E. 4.2.2 und 8C_558/2013 vom
2.
April 2014 E.
4.3).
8
.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch des Be
schwer
deführers in der angefochtenen Verfügung vom
4.
Mai 2018 (
Urk.
2) zu Recht verneint, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
9
.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
I
VG) und ermessensweise auf
Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.