Decision ID: a9549875-c781-4af1-8d5b-af27c1433acc
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1952 geborene
X._
ersuchte mit entsprechendem Antrags
formular vom 20. April 2016 (Urk. 7/5) um Vorausberechnung seiner AHV-Rente für den Fall des Bezugs bei Eintritt des ordentlichen Rentenalters von 65 Jahren. Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
, Ausgleichskasse,
teilte ihm mit Schreiben vom 1
3.
Juni 2016 mit,
es stehe
ihm ab 1.
September 2017 voraus
sichtlich eine monatliche Rente in der Höhe von Fr. 1'787.--
zu
(Urk. 7/8
)
.
Mit ausgefülltem Formular meldete sich
X._
am 20. April 2017 (Eingangsdatum) zum Bezug
der
Altersrente an (Urk. 7/10).
Mit Verfügung vom 15. August 2017 sprach die Ausgleichskasse
X._
eine Alters
rente von monatlich Fr. 1'725.-- ab
1.
September 2017 zu (Urk. 7/28). Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben vom 24. August 2017 Einsprache (Urk. 7/31), welche er mit Eingabe vom 31. Oktober 2017
ergänzend
begründete (Urk. 7/49). Mit Entscheid vom 13. März 2018 wies die Ausgleichskasse die Einsprache ab (Urk. 2 [= 7/60]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 30. April 2018 Beschwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen auszurichten (Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 31. Mai 2018 schloss die Ausgleichskasse auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 6. Juni 2018 angezeigt wurde (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anspruch auf eine ordentliche Alters- und
Hinterlassenenrente
haben
gemäss
Art. 29
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenen
ver
siche
rung
(AHVG) diejenigen rentenberechtigten Personen, denen für mindestens ein volles Jahr Einkommen, Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften ange
rechnet werden können, oder ihre Hinterlassenen. Die ordentlichen Renten werden nach
Art.
29
Abs.
2 AHVG für Versicherte mit vollständiger Beitragsdauer als Vollren
ten (
lit
. a) und für Versicherte mit unvollständiger Beitragsdauer als Teilrenten (
lit
. b) ausgerichtet.
Die Beitragsdauer ist gemäss
Art.
29
ter
Abs.
1 AHVG vollständig, wenn eine Per
son gleich viele Beitragsjahre aufweist wie ihr Jahrgang. Als Beitragsjahre gelten gemäss
Art.
29
ter
Abs.
2 AHVG Zeiten, in welchen eine Person Beiträge geleistet hat (
lit
. a), in welchen der Ehegatte gemäss
Art.
3
Abs.
3 AHVG mindestens den doppelten Mindestbeitrag entrichtet hat (
lit
. b) und für die Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften (vgl.
Art.
29
sexies
und
Art.
29
septies
AHVG) angerechnet werden können (
lit
. c). Ein volles Beitragsjahr liegt gemäss
Art.
50 der Verord
nung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVV) vor, wenn eine Person insgesamt länger als elf Monate im Sinne von
Art.
1a oder 2 AHVG ver
sichert war und während dieser Zeit den Mindestbeitrag bezahlt hat oder Bei
tragszeiten im Sinne von
Art.
29
ter
Abs.
2
lit
. b und c AHVG aufweist.
1.2
Gemäss
Art.
30
ter
Abs.
1
AHVG
werden
für
jeden beitragspflichtigen Versicherten individuelle Konten
geführt, in welche die für die Berechnung der ordentlichen Renten erforderlichen Angaben eingetragen werden.
Nach
Art.
141
AHVV
hat der Versicherte das Recht, bei jeder Ausgleichskasse, die für ihn ein individuelles Konto führt, einen Auszug über die darin gemachten Eintragungen unter Angabe allfälliger Arbeitgeber zu verlangen (
Abs.
1). Versi
cherte können innert 30 Tagen seit Zustellung des Kontenauszuges bei der Aus
gleichskasse eine Berichtigung verlangen (
Abs.
2). Wird kein Kontenauszug oder keine Berichtigung verlangt, oder wird das Berichtigungsbegehren abgelehnt, so kann bei Eintritt des Versicherungsfalles die Berichtigung von Eintragungen im individuellen Konto nur verlangt werden, soweit deren Unrichtigkeit offenkundig ist oder dafür der volle Beweis erbracht wird (
Abs.
3). Das gilt nicht nur für unrichtige, sondern auch für unvollständige Eintragungen im individuellen Konto, wie beispielsweise die Nichtregistrierung tatsächlich geleisteter Zahlun
gen. Diese Kontenbereinigung erstreckt sich alsdann auf die gesamte Beitrags
dauer des Versicherten, betrifft also auch jene Beitragsjahre, für welche gemäss
Art.
16
Abs.
1 AHVG jede Nachzahlung von Beiträgen ausgeschlossen ist (BGE
117 V 261 E. 3a S. 262 f. mit Hinweisen).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen,
in den IK-Auszügen der Jahre 1999, 2007, 2012 sowie 2016 seien die Monate Januar bis Dezember des Jahres 1980 fälschlicherweise als freiwillig versichert aufgeführt worden. Beim Zusammenruf des individuellen Kontos für die definitive Berechnung der Altersrente sei die
Versicherungszeit bei der
freiwillige
n
Versicherung noch einmal überprüft wor
den. Dabei habe sich herausgestellt, dass lediglich für die Monate November und Dezember des Jahres 1980
Beiträge entrichtet worden seien
. Daher seien von
Januar bis Oktober 1980 Beitragslücken entstanden, die sich auf die Höhe der Altersrente auswirken würden (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend,
in den IK-Auszügen der Jahre 1999, 2007, 2012 und 2016 sei korrekt angegeben worden, dass er von Januar bis Dezember 1980 bei der freiwilligen Versicherung für Auslandschwei
zer versichert gewesen sei. Es sei unzulässig, dass sich die Ausgleichskasse über sämtliche bisherigen Auszüge hinwegsetze. Nach Eintritt des Versicherungsfalls könnten Eintragungen
im individuellen Konto nur beri
chtigt werden, wenn
sie offenkundig unrichtig seien oder dafür der volle Beweis erbracht werde, was vor
liegend nicht der Fall sei (Urk. 1).
3.
In den Unterlagen finden sich IK-Auszüge des Versicherten der Jahre 1999, 2007, 2012 und 201
6.
In allen vier Auszügen wird das Jahr 1980 aufgeführt, wobei unter der Spalte 4 (Beitragsmonate) «1-12» und unter der Spalte 6 (Einkommen) ein Betrag von Fr. 1'350.--
eingetragen wurde
(Urk. 7/29).
Unbestrittenermassen blieben diese Auszüge unangefochten. Eine Berichtigung derselben ist daher nur bei offenkundiger Unrichtigkeit möglich oder wenn dafür der volle Beweis erbracht wird.
Gemäss Rechtsprechung obliegt der Nachweis der Unrichtigkeit dabei demjenigen, der sie geltend macht (BGE 117 V 261 E. 3c).
Die Ausgleichskasse macht geltend, dem Beitragskontrollblatt aus dem Jahr 1980 könne entnommen werden, dass lediglich für die Monate November und Dezember des Jahres 1980 Be
i
träge geleistet worden seien, weshalb
belegt sei, dass in den früheren IK-Auszügen zu Unrecht 12 Monate als versichert aufgeführt worden seien
(Urk. 6).
Im
entsprechenden Beitragskontrollblatt
findet sich
unter der Spalte «Text»
die handschriftliche Bemerkung «Bei Nov.-Dez. 80»
, wobei die Höhe des versicherten Einkommens mit demjenigen der IK-Einträge übereinstimmt
(Urk. 7/39)
. Weitere Eintragungen zum Jahr 1980 fehlen,
was darauf hindeutet, dass in den IK
Auszügen fälschlicherweise die Monate «1-12» statt «11-12» aufgeführt wurden.
Auch der Umstand, dass der im Jahr 1980 vermerkte Betrag von Fr. 1'350.-- exakt
einen
Sechstel desjenigen des Jahres 1981 von Fr. 8'100.--
ausmacht
(Urk. 7/29 S. 1), spricht dafür, dass
im Jahr 1980
lediglich
Beiträge für
zwei Beitragsmonate entrichtet wurden.
Entscheidend kommt hinzu, dass sich gemäss
den Beitragsta
bellen zur freiwilligen Versicherung für Auslandschweizer
der IK
Ein
trag zum Mindestbeitrag für Erwerbstätige im Jahr 1980 auf Fr. 4'200.
und derjenige für Nichterwerbstätige auf Fr. 2'000.--
belief (vgl. S. 5 und 18 der Beitragstabellen zur freiwilligen Versicherung für Auslandschweizer, 1980/81).
Dass die Monate «1-12» des Jahres 1980 bei einem Einkommen von
Fr. 1'350.-- als versichert auf
geführt wurden, ist daher als offenkundig unrichtig anzusehen. Die Ausgleichs
kasse rechnete dem Versicherten zu Recht lediglich die Monate November und Dezember des Jahres 1980 als versichert an.
Im Übrigen würde sich für den Beschwerdeführer nichts ändern, wenn von der Gültigkeit der früheren IK-Auszüge ausgegangen würde.
Wie bereits ausgeführt (E. 1.1) liegt ein
volles Beitragsjahr gemäss Art.
50 AHVV
nur dann
vor, wenn eine Person insgesamt länger als elf Monate im Sinne von
Art.
1a oder 2 AHVG versichert war und während dieser Zeit den Mindestbeitrag bezahlt hat oder Bei
tragszeiten im Sinne von
Art.
29
ter
Abs.
2
lit
. b und c AHVG aufweist.
Aus den Unterlagen geht hervor, dass die E
hefrau des Beschwerdeführers im
Jahr
1980 keine AHV-B
eiträge leistete und der Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt noch keine Kinder hatte (Urk. 7/23 S. 3). Um ein volles Beitragsjahr
angerechnet zu erhalten
, hätte er demnach
– neben der Erfüllung der Versicherungszeit von min
destens 11 Monaten
–
den Mindestbeitrag
entrichten müssen. Da dieser
im betreffenden Jahr
sowohl für erwerbstätige als auch für nichterwerbstätige Ver
sicherte höher als Fr. 1'350.
-- war (S. 5 und 18 der Beitragstabellen zur freiwilli
gen Versicherung für Auslandschweizer, 1980/81)
, rechnete ihm die Ausgleichs
kasse zu Recht kein volles Beitragsjahr an. Daran ändert nichts, dass er schriftlich bestätigte, für das ganze Jahr 1980 die notwendigen Beiträge entrichtet zu haben (Urk. 3). Da er die IK-Auszüge in den Jahren
1999, 2007, 2012 und 2016
nicht anfocht, würde es an ihm liegen, den vollen Beweis dafür zu erbringen, dass er im Jahr 1980 höhere Beiträge
beza
hlte und demgemäss ein Einkommen von mehr als Fr. 1'350.-- versichert war. Dafür wären entsprechende
Zahlungsbelege erfor
derlich, über die er gemäss eigenen Aussagen nicht verfügt (
Urk.
1 S. 3).
4.
Nach dem Gesagten rechnete die Ausgleichskasse dem Versicherten im Jahr 1980 zu Recht kein volles Beitragsjahr an.
Hinweise für eine fehlerhafte Berechnung der Altersrente liegen nicht vor und wurden vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht. Der angefochtene Entscheid erweist sich als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.