Decision ID: 547fe25e-581c-4cae-9090-92451a609eb9
Year: 2015
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

Sachverhaltsdarstellung als unbewiesen betrachte. Gemäss Angaben von
A._ sei die festgeklemmte Schot Ursache des Ereignisses gewesen.
Das Lösen der Schot sei mangels Ungewöhnlichkeit sowie mangels
äusseren Faktors nicht als Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG zu
betrachten. Ebenso wenig liege eine unfallähnliche Körperschädigung im
Sinne von Art. 9 UVV vor.
3. Dagegen erhob A._ (nachfolgend Beschwerdeführerin) am
2. Oktober 2014 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden mit den Anträgen auf Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids und Verpflichtung der B._ AG, ihr die
versicherten Leistungen gemäss UVG aus dem Unfall vom 11. Juli 2013
auszurichten. Zur Begründung brachte sie vor, dass ihr rechtliches Gehör
durch das Nichteintreten auf das offerierte Zeugnis der Augenzeugin bzw.
- 4 -
durch die Nichtbeachtung deren schriftlicher Unfallschilderung verletzt sei.
Sodann würden die Anforderungen an den Unfallnachweis übersteigert,
weil die B._ AG einen raschen, hektischen und kaum zu trennenden
Geschehensablauf in einzelne Bestandteile zerlege und diese isoliert auf
ihre Unfallqualität untersuche. Als Rechtsunkundige habe sie nicht
gewusst, welche Elemente des Geschehensablaufs wichtig seien und
deshalb darauf verzichtet, den Unfallhergang vollständig zu schildern. Da
sie aber eine glaubwürdige Zeugin habe, sei sie nicht auf ihre
anfänglichen, zu knappen und unvollständigen
Sachverhaltsschilderungen zu behaften. Der gesamte Geschehensablauf
vom Auffahren auf das Hindernis bis zum gewaltsamen Lösen der Schot
lasse sich nur künstlich aufteilen und sei als Unfallgesamtgeschehen zu
betrachten. Der gegenteiligen Argumentation der B._ AG, wonach
Beweislosigkeit bestehe, weil nicht klar sei, ob die Verletzung durch den
Schlag der Pinne auf das Handgelenk oder das gewaltsame Reissen an
der Schot geschehen sei, sei nicht zu folgen. Aber selbst wenn die
Verletzung ausschliesslich Folge des heftigen Losreissens der
festgeklemmten Schot wäre, wäre ein Unfall zu bejahen, weil im Kontext
des gesamten Geschehensablaufs eine ganz ausserordentliche
Kraftaufwendung erfolgt sei, womit der äussere Faktor zu bejahen sei.
Gemäss Rechtsprechung sei die Ungewöhnlichkeit bei
Körperbewegungen und/oder Überanstrengungen zu bejahen, wenn ein
ganz ausserordentlicher Kraftaufwand erfolge und zu einer Schädigung
führe.
4. Die B._ AG (nachfolgend Beschwerdegegnerin) beantragte in ihrer
Beschwerdeantwort vom 24. Oktober 2014 die Abweisung der
Beschwerde. Die beschwerdeführerischen Aussagen der ersten Stunde
seien glaubwürdig und schlüssig. Hingegen schienen die späteren
Angaben von versicherungstechnischen Gegebenheiten beeinflusst zu
sein. Es sei nicht nachvollziehbar, dass ein sehr einprägsames Ereignis
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wie das angebliche Auffahren auf einen unbekannten Gegenstand mit
massiven Krafteinwirkungen auf das Ruder nicht bereits in der ersten
Stunde geschildert worden sei. Für die Prüfung der Anspruchsgrundlage
sei deshalb auf die erste Schilderung abzustellen, wonach das starke
Ziehen an der Schot ausschlaggebend gewesen sei. Ein
ausserordentlicher Kraftaufwand werde nur in sehr seltenen Fällen als
ungewöhnlicher äusserer Faktor im Sinne von Art. 4 ATSG eingestuft. Bei
Körperbewegungen gelte der Grundsatz, dass das Erfordernis der
äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt sei, wenn ein in der Aussenwelt
begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung
gleichsam programmwidrig beeinflusst habe. Das Verklemmen oder
Lösen von Seilen auf einem Boot sei keinesfalls ungewöhnlich bzw.
programmwidrig. Vielmehr zähle das Lösen von unvorhergesehenen
Knoten oder verklemmten Leinen zu den normalen Verrichtungen eines
Skippers. Von einem ungewöhnlichen äusseren Faktor könne keine Rede
sein, auch wenn mit grosser Kraft an einer Leine gezogen werde. Ein
Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG habe sich nicht zugetragen. Falls das
Gericht wider Erwarten der Schilderung der Beschwerdeführerin folge,
wonach das Boot auf einen unbekannten Gegenstand im Wasser
aufgefahren sei und dies wiederum einen Schlag über das Ruder und die
Pinne auf die Hand der Beschwerdeführerin ausgelöst habe, würde dies
ebenfalls keinen Anspruch aus der Unfallversicherung auslösen.
Einerseits wäre die physikalische Kraft, die auf die Hand gewirkt habe,
allein damit nicht bewiesen und könnte nachträglich auch nicht mehr
eruiert werden. Anderseits wäre ebenso unbewiesen, ob das Ziehen an
der Schot zur Verletzung geführt habe oder der angebliche Schlag ans
Ruder. Von weiteren Abklärungen wie der Zeugeneinvernahme der
Segelpartnerin seien keine neuen Erkenntnisse zu erwarten. Der
Argumentation der Beschwerdeführerin, wonach der ganze
Geschehensablauf als Einheit zu betrachten sei, könne nicht gefolgt
werden. Zuerst sei das allfällige Anschlagen des Ruders mit dem Schlag
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auf die Hand gewesen. Erst mehrere Sekunden später habe die
Beschwerdeführerin versucht, die Schot zu lösen. Die beiden Ereignisse
seien aus versicherungstechnischer Sicht isoliert zu betrachten. Die
Beschwerdeführerin sei ursprünglich der Meinung gewesen, dass das
Reissen an der Schot zur Verletzung geführt habe. Heute könnte es aus
ihrer Sicht auch das Anschlagen des Ruders gewesen sein. Sie führe
zwei mögliche Ursachen ins Feld, die zeitlich und sachlich klar
auseinanderlägen. Von einem Unfall könne nur dann gesprochen werden,
wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bewiesen wäre, dass das
Anschlagen des Ruders ursächlich gewesen sei. Dieser Beweis sei auch
mit den zusätzlichen Erhebungen nicht zu erbringen. Die Folgen dieser
Beweislosigkeit trage die Beschwerdeführerin.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften
sowie auf den angefochtenen Einspracheentscheid vom 2. September
2014 wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung
(UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen
Einspracheentscheide Beschwerde beim Versicherungsgericht
desjenigen Kantons erhoben werden, in dem die versicherte Person zur
Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Vorliegend hat die
Beschwerdeführerin Wohnsitz in Y._, weshalb die örtliche
Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes des Kantons Graubünden
gegeben ist. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes ergibt
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sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100), wonach das
Verwaltungsgericht als kantonales Versicherungsgericht Beschwerden
gegen Einspracheentscheide und Verfügungen in
Sozialversicherungssachen beurteilt, die gemäss Bundesrecht der
Beschwerde unterliegen. Der Einspracheentscheid vom 2. September
2014, mit welchem die Beschwerdegegnerin die Einsprache der heutigen
Beschwerdeführerin abgewiesen hat, stellt demnach ein taugliches
Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht dar. Als
formelle und materielle Adressatin des angefochtenen
Einspracheentscheids ist die Beschwerdeführerin berührt und weist ein
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung auf (Art. 59 ATSG). Auf
die zudem frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit
einzutreten.
2. In formeller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung des
rechtlichen Gehörs, indem die Beschwerdegegnerin auf die offerierte
Einvernahme ihrer Segelpartnerin nicht eingetreten sei bzw. deren
schriftliche Unfallschilderung nicht beachtet habe.
a) Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (BR; SR 101) i.V.m. Art. 42 ATSG haben die Parteien
Anspruch auf rechtliches Gehörs. Das rechtliche Gehör dient einerseits
der Sachaufklärung, anderseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes
Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die
Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere das
Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden
Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen,
Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört
zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise mitzuwirken oder
sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet
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ist, den Entscheid zu beeinflussen (vgl. BGE 132 V 368 E.3.1 mit weiteren
Hinweisen).
b) Gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträger (und gemäss
Art. 61 lit. c ATSG auch das Sozialversicherungsgericht) den
rechtserheblichen Sachverhalt nach dem Untersuchungsgrundsatz richtig
und vollständig abzuklären, so dass gestützt darauf die Verfügung über
die jeweils in Frage stehende Leistung ergehen kann (Art. 49 ATSG; BGE
136 V 376 E.4.1.1). Die Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über
die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen
hinreichend Klarheit besteht. Der Untersuchungsgrundsatz weist enge
Bezüge zum − auf Verwaltungs- und Gerichtsstufe geltenden − Grundsatz
der freien Beweiswürdigung auf. Führen die im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes von Amtes wegen vorzunehmenden
Abklärungen den Versicherungsträger oder das Gericht bei umfassender,
sorgfältiger, objektiver und inhaltsbezogener Beweiswürdigung (BGE
132 V 393 E.4.1) zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als
überwiegend wahrscheinlich (BGE 126 V 353 E.5b; 125 V 193 E.2, je mit
Hinweisen) zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an
diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so liegt im Verzicht
auf die Abnahme weiterer Beweise keine Verletzung des Anspruchs auf
rechtliches Gehör (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 134 I 140 E.5.3,
124 V 90 E.4b). Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an Vollständigkeit
und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung
bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen
Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche Erkenntnisse zu
erwarten sind (SVR 2010 AlV Nr. 2 S. 3 E.2.2 mit Hinweis).
c) Vorliegend trifft es zwar zu, dass die Beschwerdegegnerin die von der
Beschwerdeführerin offerierte Augenzeugin nicht angehört hat, obschon
die Beschwerdeführerin in ihrer Einspracheergänzung vom 26. Juni 2014
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- 9 -
der Beschwerdegegnerin den von der Segelpartnerin schriftlich
geschilderten Unfallhergang eingereicht und gleichzeitig offeriert hat, dass
diese als Zeugin befragt werden könne. Nicht richtig ist indes, dass die
Beschwerdegegnerin deren Schilderung des Unfallhergangs vom 25. Juni
2014 nicht beachtet hat. Denn im angefochtenen Einspracheentscheid
vom 2. September 2014 wird − zwar nicht explizit, aber doch sinngemäss
− auf die schriftliche Schilderung des Unfallhergangs der Segelpartnerin
Bezug genommen, indem ausgeführt wird, dass aufgrund der
nachgereichten Unfallschilderung (gemeint ist hier wohl die nachgereichte
Unfallschilderung in der Einsprache vom 12. Juni 2014, welche indes mit
jener in der Einspracheergänzung vom 26. Juni 2014 sowie − und dies ist
entscheidend − mit der schriftlichen Schilderung des Unfallhergangs der
Segelpartnerin vom 25. Juni 2014 übereinstimmt) unklar und somit
unbewiesen sei, ob die Verletzung auf den Schlag am Ruder oder die
erhöhte Krafteinwirkung an der Schot zurückzuführen sei. Könne eine
Verletzung keinem Ereignis klar zugeordnet werden, so liege
Beweislosigkeit vor, welche zur Ablehnung des Anspruchs aus der
Unfallversicherung führe. Vor diesem Hintergrund bestand für die
Beschwerdegegnerin denn auch kein Anlass, die Segelpartnerin der
Beschwerdeführerin auch noch mündlich anzuhören, zumal die
Beschwerdegegnerin davon ausgehen konnte, dass ein allfälliges
Zeugnis der Segelpartnerin kaum Abweichungen gegenüber dem bereits
schriftlich geschilderten Unfallhergang enthalten dürfte, weshalb von einer
zusätzlichen Einvernahme der Segelpartnerin auch keine neuen
wesentlichen Erkenntnisse zu erwarten gewesen wären. Folglich durfte
aber die Beschwerdegegnerin in Anwendung der antizipierten
Beweiswürdigung auf die Einvernahme der offerierten Zeugin verzichten.
Darin ist − wie vorstehend dargestellt (vgl. E.2b) − keine Verletzung des
Anspruchs auf rechtliches Gehör zu sehen.
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3. In materieller Hinsicht streitig und zu prüfen ist die Frage, ob die
Beschwerdegegnerin für die Folgen des Ereignisses vom 11. Juli 2013
gestützt auf das Vorliegen eines Unfalls im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG
i.V.m. Art. 4 ATSG oder einer unfallähnlichen Körperschädigung im Sinne
von Art. 6 Abs. 2 UVG i.V.m. Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) leistungspflichtig ist.
a) Die Unfallversicherung erbringt gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG
Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und
Berufskrankheiten, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt. Gemäss
der Legaldefinition von Art. 4 ATSG versteht man unter einem Unfall die
plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
b) Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der
Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern
auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist
somit, ob der äussere Faktor allenfalls schwer wiegende, unerwartete
Folgen nach sich zieht. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den
Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen
überschreitet. Dies ist grundsätzlich nach objektiven Gesichtspunkten zu
beurteilen (BGE 134 V 72 E.4.1; RKUV 2000 Nr. U 368 S. 99 f. E.2b;
RUMO-JUNGO/HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung
[UVG], 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, Art. 6 S. 31).
c) Das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann nach Lehre
und Rechtsprechung auch in einer unkoordinierten Bewegung (RKUV
2000 Nr. U 368 S. 100 E.2d mit Hinweisen) oder in einer (im Hinblick auf
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die Konstitution und berufliche oder ausserberufliche Gewöhnung der
betreffenden Person) ausserordentlichen Überanstrengung bestehen.
Insbesondere wird das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors
bejaht, wenn beim Heben oder Verschieben einer Last ein ganz
ausserordentlicher Kraftaufwand erfolgt und zu einer Schädigung führt. Es
ist jedoch von Fall zu Fall zu prüfen, ob die Anstrengung im Hinblick auf
Konstitution und berufliche oder ausserberufliche Gewöhnung der
betreffenden Person ausserordentlicher Art war (BGE 116 V 136 E.3b;
RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38 E.2; vgl. zur Kasuistik: RUMO-JUNGO/HOLZER,
a.a.O., Art. 6 S. 44 ff.). Allgemein gilt bei Körperbewegungen der
Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann
erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den
natürlichen Bewegungsablauf durch etwas Programmwidriges wie z.B. ein
Ausgleiten, Stolpern oder ein reflexartiges Abwehren eines Sturzes etc.
beeinflusst hat. Bei einer derart unkoordinierten Bewegung ist der
ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor −
Veränderung zwischen Körper und Aussenwelt − ist wegen der erwähnten
Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichtes U 322/02 vom 7. Oktober 2003
E.2.2). Sportunfälle, die durch mechanische Einwirkung eines äusseren
Faktors auf den Körper (Sturz, Zusammenstoss, etc.) zustande kommen,
erfüllen grundsätzlich den Unfallbegriff (SVR 1999 UV Nr. 9 S. 28 f.
E.3c/dd). Kein Unfall wird hingegen angenommen bei einer gewöhnlichen,
in der betreffenden Sportart üblichen und unter vertrauten Umständen
ausgeführten Bewegung sowie in Fällen, wo sich lediglich das einer
sportlichen Übung inhärente Risiko einer Verletzung verwirklicht hat.
Ebenso wenig wird auf einen Unfall erkannt, wenn die Übung zwar nicht
ideal verläuft, die Art der Ausführung sich aber noch in der Spannweite
des Üblichen bewegt (erwähntes Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichtes U 322/02 vom 7. Oktober 2003 E.4.3 und 4.4; vgl.
zum Ganzen: RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6 S. 40 ff.).
- 12 -
4. a) Vorliegend ist in sachverhaltlicher Hinsicht unbestritten und anhand der
bei den Akten liegenden Unterlagen ohne Weiteres verifizierbar, dass die
beschwerdeführerische Schilderung des Ereignisses vom 11. Juli 2013 in
der Bagatellunfall-Meldung UVG vom 7. März 2014 sowie im Fragebogen
vom 11. April 2014 zum Ereignis vom 11. Juli 2013 von derjenigen in der
Einsprache vom 12./26. Juni 2014 und auch in der Beschwerde vom
2. Oktober 2014 abweicht. Im Wesentlichen unterscheidet sich die
Schilderung hinsichtlich des auslösenden Faktors bzw. der Ursache für
die eingetretenen Schmerzen im rechten Handgelenk.
 In der Bagatellunfall-Meldung UVG vom 7. März 2014 gab die Beschwerdeführerin an, sie habe anlässlich eines Segeltörns in der X._ "beim Versuch zum Lösen des Schot (Seil) einen stechenden Schmerz im Handgelenk verspürt".
 Im Fragebogen vom 11. April 2014 zum Ereignis vom 11. Juli 2013 führte die Beschwerdeführerin auf die Frage, wie sich der Unfall im Detail zugetragen habe, aus, dass sie während eines Segeltörns beim Versuch des Lösens der Schot aus dem Traveller wegen der Krafteinwirkung einen stechenden Schmerz in ihr rechtes Handgelenk erhalten habe. Auf die Frage nach der Ursache des Ereignisses gab sie an: "Festgeklemmte Schot im Traveller, die sich nicht sofort lösen liess."
 In der Einsprache vom 12. Juni 2014 führte die Beschwerdeführerin hinsichtlich des massgeblichen Geschehensablaufs sodann aus, dass der Katamaran plötzlich auf einen unter der Wasseroberfläche schwimmenden unsichtbaren Gegenstand aufgefahren sei. Das Ruder habe hart an diesen Gegenstand angeschlagen und durch die Hebelwirkung der Pinne habe es einen heftigen Ruck und einen Schlag auf ihre Hand und ihr Handgelenk gegeben. Der unbekannte Gegenstand habe das Ruder blockiert und das Boot sei im selben Moment nicht mehr steuerbar gewesen. Um das Grosssegel zur Reduktion der Geschwindigkeit und damit auch der Gefahr in den Wind zu stellen, habe sie mit der linken Hand an der Schot gezogen, die aber im Traveller festgeklemmt gewesen sei und sich nicht sofort habe lösen lassen. Sie habe dann die Ruderpinne loslassen müssen, was problemlos gewesen sei, weil das Ruder nicht mehr habe bewegt werden können, und mit beiden Händen die Schot frei gezogen. Dies alles sei in einem einzigen raschen Vorgang geschehen, der weniger als eine Minute gedauert habe. Als die Situation deeskalierte, habe sie einen stechenden Schmerz im rechten Handgelenk verspürt. Ob die Läsion bereits durch den Schlag der Pinne gegen das Handgelenk oder erst durch das angesichts der Gefährdungssituation heftige Reissen an der Schot erfolgt sei, sei unerheblich und wahrscheinlich auch nicht mehr rekonstruierbar.
b) Bei sich widersprechenden Angaben der Versicherten über den
Geschehensablaufs des zur Diskussion stehenden Ereignisses − was
- 13 -
vorliegend offenkundig der Fall ist − ist der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung zufolge auf die Beweismaxime abzustellen, wonach die
sogenannten "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener
und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder
unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher
oder anderer Art beeinflusst sein können. Wenn die versicherte Person
ihre Darstellung im Laufe der Zeit wechselt, kommt den Angaben, die sie
kurz nach dem Unfall gemacht hat, meistens grösseres Gewicht zu, als
jenen, die sie nach einer Ablehnungsverfügung des Versicherers getan
hat (BGE 121 V 45 E.2a, 115 V 133 E.8c; RKUV 1988 Nr. U 55 S. 363
E.3b/aa). Dabei handelt es sich indessen nicht um eine förmliche
Beweisregel, sondern lediglich um eine im Rahmen der freien
Beweiswürdigung zu berücksichtigende Entscheidungshilfe. Sie kann
zudem nur dann zur Anwendung gelangen, wenn von zusätzlichen
Beweismassnahmen keine neuen Erkenntnisse mehr zu erwarten sind
(Urteile des Bundesgerichtes 8C_50/2012 vom 1. März 2012 E.5.1,
8C_827/2007 vom 22. September 2008 E.5; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O.,
Art. 6 S. 29 f.).
c) Vorliegend gilt es im Zusammenhang mit der Beweismaxime, wonach die
sogenannten "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener
und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder
unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher
oder anderer Art beeinflusst sein können, indes zu beachten, dass die
Bagatellunfall-Meldung UVG vom 7. März 2014 erst rund acht Monate
nach dem Ereignis erfolgte, weshalb der angerufenen Beweisregel bloss
untergeordnete Bedeutung zukommen kann (vgl. Urteil des
Bundesgerichtes 8C_50/2012 vom 1. März 2012 E.5.5). Richtig ist
allerdings, dass die nach dem Erlass der angefochtenen, ablehnenden
Verfügung vom 14. Mai 2014 von der Beschwerdeführerin gemachten
Angaben zum Geschehensablauf in der Einsprache vom 12./26. Juni
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2014 sowie in der Beschwerde vom 2. Oktober 2014 von Überlegungen
versicherungsrechtlicher Art beeinflusst sein könnten.
d) Vor dem Hintergrund der vorstehenden Ausführungen erachtet das
streitberufene Gericht die anfängliche Schilderung der
Beschwerdeführerin, wonach sie anlässlich eines Segeltörns in der
X._ beim Versuch zum Lösen der Schot einen stechenden Schmerz
im Handgelenk verspürt habe, als glaubwürdiger als die nach der
ablehnenden Verfügung vom 14. Mai 2014 gemachten Aussagen.
Insbesondere ist es − wie bereits die Beschwerdegegnerin in ihrer
Beschwerdeantwort vom 24. Oktober 2014 zu Recht ausgeführt hat −
nicht nachvollziehbar, dass das erstmals in der Einsprache vom 12. Juni
2014 geschilderte Auffahren des Katamarans auf einen unbekannten
Gegenstand mit massiver Krafteinwirkung auf das Ruder nicht bereits in
der ersten Stunde, mithin in der Bagatellunfall-Meldung UVG vom 7. März
2014 und insbesondere auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin im
entsprechenden Fragebogen vom 11. April 2014 zum Ereignis vom
11. Juli 2013, geschildert wurde, zumal es sich hierbei um ein
eindrückliches und einprägsames Ereignis handelt. Daran vermag der
beschwerdeführerische Einwand, wonach es auf dem Fragebogen zum
Ereignis vom 11. Juli 2013 zu wenig Platz gehabt habe, um den
vollständigen Geschehensablauf zu schildern, nichts zu ändern. Denn es
hätte zweifelsohne die Möglichkeit bestanden, auf der Rückseite des
Fragebogens oder auf einem zusätzlichen Blatt ergänzende
Ausführungen zu machen. Auch aus der beschwerdeführerischen E-Mail
vom 9. Mai 2014 ergibt sich nichts anderes. Denn auch dort hat die
Beschwerdeführerin den später anders geschilderten Hergang nicht
erwähnt, verweist sie doch darin auf das Falldossier und damit auf ihre
bisherigen Schilderungen des Ereignisses. Lediglich aus der
Klammerbemerkung "übertragener Schlag durch Krafteinwirkung ins
Handgelenk" lässt sich entgegen den beschwerdeführerischen
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Ausführungen nicht schliessen, dass die Beschwerdeführerin
unmissverständlich auf den später geschilderten Hergang verwiesen hat.
Vor diesem Hintergrund ist für die Beurteilung der Frage, ob die
Beschwerdeführerin am 11. Juli 2013 einen Unfall im Sinne von Art. 6
Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 4 ATSG erlitten hat, mit der Beschwerdegegnerin
auf die beschwerdeführerische Sachverhaltsdarstellung in der
Bagatellunfall-Meldung UVG vom 7. März 2014 sowie im Fragebogen
vom 11. April 2014 zum Ereignis vom 11. Juli 2013 abzustellen. Dies
zumal vorliegend auch der beschwerdeführerischen Argumentation,
wonach der ganze Geschehensablauf als Einheit zu betrachten sei, nicht
gefolgt werden kann. Vielmehr erfolgte zuerst das allfällige Auffahren des
Katamarans auf einen unter der Wasseroberfläche schwimmenden
Gegenstand bzw. das allfällige Anschlagen des Ruders mit dem Schlag
auf das Handgelenk der Beschwerdeführerin. Erst später versuchte die
Beschwerdeführerin, die Schot aus dem Traveller zu lösen. Diese beiden
Ereignisse sind − wie die Beschwerdegegnerin in ihrer
Beschwerdeantwort vom 24. Oktober 2014 zu Recht ausführte − aus
versicherungstechnischer Sicht isoliert zu betrachten.
e) Doch selbst dann, wenn − auch unter Berücksichtigung der knapp ein
Jahr nach dem Ereignis verfassten schriftlichen Darlegung des
Geschehensablaufs der Segelpartnerin vom 25. Juni 2014 − von den
nachträglich in der Einsprache vom 12./26. Juni 2014 und auch in der
Beschwerde vom 2. Oktober 2014 gemachten Schilderungen zum
Ereignis ausgegangen würde, wonach der Katamaran auf einen unter der
Wasseroberfläche schwimmenden unsichtbaren Gegenstand aufgefahren
sei und dies einen Schlag über das Ruder und die Pinne auf die Hand der
Beschwerdeführern ausgelöst hätte, würde dies − wie nachfolgend noch
zu zeigen sein wird − im Ergebnis nichts ändern bzw. keinen Anspruch
der Beschwerdeführerin aus der Unfallversicherung auslösen (vgl. dazu
nachstehend E.5c).
- 16 -
5. a) Es ist somit nachfolgend zu prüfen, ob das Lösen der verklemmten Schot
aus dem Traveller mit anschliessendem stechenden Schmerz im
Handgelenk gemäss Sachverhaltsdarstellung der Beschwerdeführerin in
der Bagatellunfall-Meldung UVG vom 7. März 2014 sowie im Fragebogen
vom 11. April 2014 zum Ereignis vom 11. Juli 2013 als Unfall im Sinne
von Art. 6 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 4 ATSG zu qualifizieren ist. Dabei ist
insbesondere strittig, ob ein ungewöhnlicher äusserer Faktor im Sinne
einer den normalen, üblichen Bewegungsablauf störenden
"Programmwidrigkeit" auf den Körper der Beschwerdeführerin eingewirkt
hat (vgl. zum ungewöhnlichen äusseren Faktor vorstehend E.3c).
b) Vorliegend fehlt es an einem ungewöhnlichen äusseren Faktor bzw. an
der soeben erwähnten "Programmwidrigkeit". Insbesondere ergeben sich
aus der Sachverhaltsdarstellung der Beschwerdeführerin keine äusseren
Einwirkungen auf den Körper, die im Bereich des Segelsports nicht üblich
wären. Vielmehr gehört das Lösen der im Traveller verklemmten Schot −
wie allgemein das Lösen von verklemmten Seilen auf einem Boot − zu
den üblichen und alltäglichen Handgriffen im Segelsport. Dass dabei ein
erhöhter Kraftaufwand erforderlich war, um die Schot aus dem Traveller
zu lösen, vermag an diesem Ergebnis nichts zu ändern. Denn mit Blick
auf vergleichbare Fälle bedürfte es hinsichtlich des ausserordentlichen
Kraftaufwandes erheblich grösserer Anstrengungen als das blosse Lösen
der verklemmten Schot aus dem Traveller. So waren die entsprechenden
Voraussetzungen nach der Rechtsprechung etwa auch beim Heben einer
30 kg schweren Lautsprecherbox (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichtes U 65/02 vom 13. Dezember 2002), einer 85 kg
schweren Steinplatte (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes
U 7/00 vom 27. Juli 2001), eines 100 kg schweren Radiators (Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichtes U 110/99 vom 12. April 2000)
oder einer 200 kg schweren Glasscheibe (Urteil des Eidgenössischen
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Versicherungsgerichtes U 214/95 vom 23. Dezember 1996) nicht erfüllt.
Überdies ist die Person, die mit erhöhtem Kraftaufwand an einem Seil
zieht, sowohl auf die erhöhte Kraftanstrengung als auch auf ein allfälliges
plötzliches Nachlassen des Widerstands vorbereitet, wie auch die
Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort vom 24. Oktober 2014
zu Recht ausführt. Zusammenfassend bietet der Geschehensablauf
gemäss Sachverhaltsdarstellung der Beschwerdeführerin in der
Bagatellunfall-Meldung UVG vom 7. März 2014 sowie im Fragebogen
vom 11. April 2014 zum Ereignis vom 11. Juli 2013 keine Anhaltspunkte
für die Annahme einer unkoordinierten Bewegung, die als ungewöhnlicher
äusserer Faktor in Frage käme. Auch eine augenfällige Überanstrengung
ist angesichts der Tatsache, dass es sich bei der Beschwerdeführerin
gemäss eigenen Angaben um eine geschulte Seglerin handelt und sie
dementsprechend mit dem Lösen von verklemmten Seilen auf einem Boot
vertraut sein dürfte, zu verneinen. Mangels äusseren Faktors sowie
mangels Ungewöhnlichkeit ist das Lösen der verklemmten Schot aus dem
Traveller somit nicht als Unfallereignis im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG
i.V.m. Art. 4 ATSG zu qualifizieren.
c) Nichts anderes ergäbe sich, wenn von den nachträglich in der Einsprache
vom 12./26. Juni 2014 und auch in der Beschwerde vom 2. Oktober 2014
gemachten Schilderungen der Beschwerdeführerin zum Ereignis
ausgegangen würde, wonach der Katamaran auf einen unter der
Wasseroberfläche schwimmenden unsichtbaren Gegenstand aufgefahren
sei und dies einen Schlag über das Ruder und die Pinne auf die Hand der
Beschwerdeführern ausgelöst habe. Denn einerseits lässt sich die
effektive physikalische Kraft, die aufgrund des allfälligen Auffahrens des
Katamarans auf einen unter der Wasseroberfläche schwimmenden
Gegenstand bzw. aufgrund des allfälligen Schlages über das Ruder und
die Pinne auf die rechte Hand der Beschwerdeführerin gewirkt hat,
aufgrund der vagen Aussagen der Beschwerdeführerin und ihrer
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Segelpartnerin nicht ermitteln. Anderseits wäre ebenso unbewiesen, ob
tatsächlich der angebliche Schlag ans Ruder und die Pinne oder doch das
Lösen der verklemmten Schot aus dem Traveller zur Verletzung des
rechten Handgelenks der Beschwerdeführerin geführt hat. Die
Beschwerdeführerin hielt in ihrer Einsprache vom 12. Juni 2014 denn
auch selbst fest, dass sich der hektische Vorgang innert weniger als einer
Minute abgespielt und sie den stechenden Schmerz im rechten
Handgelenk erst gespürt habe, als die Situation deeskalierte. Ob die
Läsion bereits durch den Schlag der Pinne gegen das Handgelenk oder
erst durch das angesichts der Gefährdungssituation heftige Reissen an
der Schot erfolgt sei, sei letztlich unerheblich und auch nicht mehr
rekonstruierbar. Folglich geht aber auch die Beschwerdeführerin von zwei
möglichen Ursachen für die Verletzung am rechten Handgelenk aus, die
jedoch, wie die Beschwerdegegnerin richtig argumentiert, zeitlich und
sachlich auseinanderliegen und nicht als Einheit betrachtet werden
können (vgl. dazu vorstehend E.4d in fine). Von einem Unfallereignis im
Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 4 ATSG kann aber bloss dann
ausgegangen werden, wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
bewiesen wäre, dass der Schlag auf das Ruder und die Pinne ursächlich
für die Verletzung der Beschwerdeführerin war. Dieser Beweis ist
vorliegend aber auch mit der Einvernahme der Segelpartnerin der
Beschwerdeführerin als Zeugin nicht zu erbringen. Denn es ist nicht zu
erwarten, dass diese Aussagen zur effektiven Ursache der zugezogenen
Verletzung, mithin, ob die Handgelenksverletzung vom Lösen der
verklemmten Schot oder vom Schlag ans Ruder und die Pinne herrührt,
machen könnte. Folglich verzichtet das streitberufene Gericht in
Anwendung der antizipierten Beweiswürdigung auf die Einvernahme der
Segelpartnerin als Zeugin (vgl. zur antizipierten Beweiswürdigung
vorstehend E.2b). Da im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu
Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen
Sachverhalt Rechte ableiten wollte (vgl. RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O.,
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Art. 6 S. 29), hat vorliegend die Beschwerdeführerin die Folge der
Beweislosigkeit zu tragen. Selbst wenn somit von den nachträglich in der
Einsprache vom 12./26. Juni 2014 und in der Beschwerde vom 2. Oktober
2014 gemachten Schilderungen zum Ereignis vom 11. Juli 2013
ausgegangen würde, würde dies einerseits mangels Nachweises der
effektiven physikalischen Kraft, die auf die rechte Hand der
Beschwerdeführerin gewirkt hat, sowie anderseits infolge Beweislosigkeit
keinen Anspruch der Beschwerdeführerin aus der Unfallversicherung
auslösen.
6. Zu prüfen bleibt, ob die beim Ereignis vom 11. Juli 2013 erlittene
Gesundheitsschädigung eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne
von Art. 6 Abs. 2 UVG i.V.m. Art. 9 Abs. 2 UVV darstellt.
a) Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die
den Folgen eines Unfalls ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen.
Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 UVV Gebrauch
gemacht und verschiedene Körperschädigungen, sofern sie nicht
eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen
sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen
gleichgestellt. Dazu zählen Knochenbrüche (lit. a), Verrenkungen von
Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse (lit. d),
Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g) und
Trommelfellverletzungen (lit. h). Diese Aufzählung der den Unfällen
gleichgestellten Körperschädigungen ist abschliessend (BGE 123 V 43
E.2b, 116 V 145 E.2b).
Bei unfallähnlichen Körperschädigungen müssen zur Begründung der
Leistungspflicht des Unfallversicherers mit Ausnahme der
Ungewöhnlichkeit die übrigen Tatbestandsmerkmale des Unfalls erfüllt
sein. Besondere Bedeutung kommt hierbei der Voraussetzung des
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äusseren Ereignisses zu, d.h. eines ausserhalb des Körpers liegenden,
objektiv feststellbaren, sinnfälligen, eben unfallähnlichen Vorfalls (BGE
129 V 466 E.2.2). Die schädigende äussere Einwirkung kann in einer
körpereigenen Bewegung bestehen (BGE 129 V 466 E.4.1; RUMO-
JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6 S. 80).
b) Vorliegend ist dem Arztbericht über die Erstbehandlung vom
19. Dezember 2013 von Dr. med. C._ vom 17. März 2014 die
Diagnose "Läsion des triangulären fibrocartilaginären Komplexes (TFCC)"
zu entnehmen. Im Arztbericht vom 19. Mai 2014 bestätigte Dr. med.
C._ die Diagnose einer TFCC-Läsion und führte aus, dass das
Röntgenbild eine leichtgradige Ulnaplusvarianz und das MRI eine TFCC-
Läsion zeige. Weitere medizinische Berichte sind nicht aktenkundig.
Aus den medizinischen Akten ergibt sich somit, dass vorliegend keine der
in Art. 9 Abs. 2 UVV abschliessend aufgezählten Körperschädigungen
diagnostiziert wurde und dementsprechend auch keine unfallähnliche
Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV vorliegt. Dass es sich
bei einer TFCC-Läsion nicht um eine Listenverletzung im Sinne von Art. 9
Abs. 2 UVV handelt, wurde im Übrigen auch schon vom Bundesgericht
bestätigt (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_141/2013 vom 8. Mai 2013
E.5). Gegenteiliges wird von der Beschwerdeführerin denn auch zu Recht
nicht geltend gemacht. Da es vorliegend somit bereits an einer
Listenverletzung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV mangelt, brauchen die
übrigen Tatbestandsmerkmale des Unfallbegriffs − insbesondere die
Voraussetzung eines äusseren Ereignisses − nicht mehr geprüft zu
werden.
7. a) Nachdem vorliegend weder ein Unfall im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG
i.V.m. Art. 4 ATSG noch eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne
von Art. 6 Abs. 2 UVG i.V.m. Art. 9 Abs. 2 UVV vorliegen, hat die
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Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht zu Recht verneint. Der
angefochtene Einspracheentscheid vom 2. September 2014 erweist sich
somit als rechtens, was zur vollumfänglichen Abweisung der dagegen
erhobenen Beschwerde führt.
b) Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in
Sozialversicherungssachen − ausser bei leichtsinniger oder mutwilliger
Prozessführung − für die Parteien kostenlos. Demnach werden für das
vorliegenden Beschwerdeverfahren keine Kosten erhoben. Der
obsiegenden Beschwerdegegnerin steht überdies kein Anspruch auf
Ersatz der Parteikosten zu (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).
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