Decision ID: 10b7065c-171d-5904-b1db-32b471e842d9
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
H._,
Beschwerdeführerin,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
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A.
A.a H._, meldete sich im November 2004 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) an. Sie leide an systemischer Sklerodermie,
Mischkollagenose und Autoimmunerkrankung (IV-act. 1). Ihr Arbeitgeber Dr. A._ gab
im Fragebogen am 23. November 2004 an, die Versicherte habe ihr Pensum nach
Eintritt des Gesundheitsschadens erst von 100% auf 80% und schliesslich auf 50%
reduzieren müssen (IV-act. 8). Dr. med. B._ von der Dermatologie/Allergologie des
Kantonsspitals St. Gallen diagnostizierte im Bericht vom 14. Dezember 2004
insbesondere eine Mischkollagenose. Aktuell bestehe eine bleibende Einschränkung in
der Leistungsfähigkeit von 40%, wobei diese durch medizinische Massnahmen innert
Jahresfrist verbessert werden könne (IV-act. 10-3). Im Auftrag der IV-Stelle
begutachtete die Medizinische Abklärungsstelle (MEDAS) Ostschweiz die Versicherte.
Das Gutachten vom 23. März 2005 nennt die Diagnose der Mischkollagenose mit
Morbus Raynaud, rezidivierende Arthritiden an den Handgelenken und einigen
Fingergelenken, Teleangiektasien vorwiegend an der Gesichtshaut und Status nach
tiefer Morphea am rechten Unterschenkel. Weiter wird von entzündungsbedingter
chronischer Müdigkeit und von psychischen Faktoren in der Folge von
Verstimmungszuständen mit Angst und Sorgen bei einer chronisch entzündlichen
Erkrankung berichtet. Die Versicherte gehe als Praxisassistentin aktuell einer
geeigneten Tätigkeit nach. In dieser oder einer ähnlichen Tätigkeit im kaufmännischen
Bereich schätze man die Arbeitsfähigkeit auf 50%, dies besonders in Anbetracht der
unberechenbar auftretenden, chronisch entzündlichen Schübe bei einer
rheumatologischerseits nur sehr unbefriedigend zu behandelnden Erkrankung (IV-
act. 26).
A.b Am 19. August 2005 fragte die IV-Stelle den Arbeitgeber der Versicherten, in
welchem Pensum diese seit 1991 bei ihm angestellt gewesen sei (IV-act. 36). Der
Arbeitgeber bescheinigte am 26. August 2005 insbesondere, die Versicherte habe 1991
bis 1994 zu 100% bei ihm gearbeitet und habe nun noch ein Pensum von knapp 50%
(IV-act. 37). Am 20. Januar 2006 sandte die IV-Stelle der Versicherten einen
Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt, den diese am
31. Januar 2006 ausfüllte. Sie gab an, sie würde als Gesunde zu 100% arbeiten (IV-
act. 43). Die IV-Stelle fragte am 23. März 2006 beim Arbeitgeber nach, ob der im Jahr
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2001 der Versicherten ausbezahlte Lohn von Fr. 28'275.- tatsächlich einer 100%-
Anstellung entsprochen habe (IV-act. 46). Darauf antwortete Frau C._ am 28. März
2006 telefonisch und berichtete offenbar von einem Pensum von 60-70% zwischen
1995 und 1999 (IV-act. 47). Am 1. Juni 2006 führte die IV-Stelle eine Haushaltabklärung
bei der Versicherten durch, klassifizierte die Versicherte zu 40% als Hausfrau und zu
60% als Erwerbstätige und ermittelte bei einer gesundheitsbedingten Einschränkung
im Haushalt von 33.1% einen Behinderungsgrad von 13.24% (IV-act. 54).
A.c Mit Vorbescheid vom 27. Juli 2006 kündigte die IV-Stelle der Versicherten bei
einem Invaliditätsgrad von 26.4% die Abweisung eines Anspruchs auf eine
Invalidenrente an (IV-act. 59). Dazu nahm lic. oec. Roland Eberle von der procap
St. Gallen-Appenzell in Vertretung der Versicherten am 14. September 2006 Stellung.
Die Versicherte hätte als Gesunde immer 100% gearbeitet, wie sie dies auch bis ca.
1995 getan hätte. Ihr Arbeitgeber sei ihr Schwager. Die ganze Familie habe bei seinem
Praxisaufbau geholfen, wodurch der tiefe Lohn zu erklären sei. Von 1990 bis 1994/5
habe die Versicherte mit einem Pensum von 100% gearbeitet und einen Verdienst von
Fr. 2'200.- pro Monat erzielt. Die unberechenbar auftretenden chronisch entzündlichen
Schübe würden im Übrigen die Gewährung eines deutlichen Leidensabzugs als
gerechtfertigt erscheinen lassen (IV-act. 64-1 f.). Die IV-Stelle verfügte am 17. Oktober
2006 abschlägig über die Rentenfrage. Die Versicherte habe nie mehr als Fr. 28'275.-
pro Jahr erzielt. Somit sei nicht nachvollziehbar, dass sie als Vollerwerbstätige zu
qualifizieren sei (act. G 1.2).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 14. November 2006 einen an die
IV-Stelle gerichteten "Einspruch", den diese als Beschwerde zuständigkeitshalber ans
Versicherungsgericht weiterleitete (act. G 1). Die Beschwerdeführerin macht geltend,
nicht zu verstehen, weshalb sie als berufstätige, ledige, kinderlose Frau, die bei ihren
Eltern wohne, als Hausfrau eingestuft worden sei. Sie wohne bei ihren Eltern, da sie ja
gerade nicht in der Lage sei, selber ihren Haushalt zu führen (act. G 1.1). In einer als
Beschwerde bezeichneten Ergänzung vom 20. November 2006 beantragt die
Beschwerdeführerin die Aufhebung der Verfügung vom 17. Oktober 2006 sowie die
Übernahme der Prozesskosten. Bei ihrem Schwager habe sie anfänglich zu 100%
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arbeiten können, wobei er seine Praxis nicht immer geöffnet gehabt habe. Ab 1995
habe sie ihre Arbeitszeit gesundheitsbedingt reduzieren müssen. Ohne
Gesundheitsschaden hätte sie 100% arbeiten können, nachdem ihr Arbeitgeber dann
auch genügend Arbeit zu vergeben gehabt hätte (act. G 3). Am 27. Dezember 2006
reichte die Beschwerdeführerin ein Gesuchsformular für die unentgeltliche
Prozessführung vom 14. Dezember 2006 samt Beilagen ein (act. G 8).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 15. Januar 2007
die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin habe seit Anstellungsbeginn
im Jahr 1991 eine Lohnsumme von maximal Fr. 28'275.- erzielt, dies im Jahr 2001. Die
Einkommenszahlen würden nicht darauf schliessen lassen, dass die
Beschwerdeführerin je einmal mit einem Pensum von 100% gearbeitet habe. Die
Einteilung 40% Hausfrau und 60% Erwerbstätige gemäss Abklärungsbericht Haushalt
habe die Beschwerdeführerin am 19. Juni 2006 unterschriftlich bestätigt. Der
Invaliditätsgrad sei korrekt berechnet worden (act. G 9).
B.c Mit Entscheid vom 17. Januar 2007 wies der zuständige Abteilungspräsident des
Versicherungsgerichts das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung im Sinne der
Befreiung von Vorschüssen und Gerichtskosten ab (IV 2006/241 Z; act. G 10). Die
Beschwerdeführerin leistete daraufhin den Kostenvorschuss von Fr. 600.-.
B.d In der Replik vom 26. März 2007 betont die Beschwerdeführerin erneut, sie habe
keinen eigenen Haushalt und könne demzufolge auch nicht als Hausfrau eingestuft
werden. Die Haushaltabklärung vom 1. Juni 2006 habe sie falsch verstanden und sie
sei mit der Situation überfordert gewesen. Sie widerrufe, was sie damals unwissend
unterschrieben habe. Sie arbeite gar nicht im Haushalt, da ihre Mutter diesen erledige.
Weiter wirft sie die Frage auf, ob man einen Teilzeit arbeitenden Mann auch als
"Hausfrau" einstufen würde. Mit dem niedrigen Lohn bei ihrem Schwager sei sie
einverstanden gewesen, weil sie beim Aufbau der Praxis habe mithelfen wollen. Genau
dieser Idealismus werde ihr heute zum Verhängnis. Die ersten drei Jahre habe sie
100% gearbeitet. Die anderthalb Tage, an denen ihr Schwager jeweils in Zürich
gearbeitet habe, habe sie genutzt, um sich einzuarbeiten. Sie sei damals 100% in der
Praxis gewesen (act. G 14).
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B.e Die Beschwerdegegnerin hält mit Schreiben vom 30. März 2007 an ihrem Antrag
fest (act. G 16).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 Erw. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung vom 17. Oktober 2006 eingetretenen Sachverhalt abzustellen
ist (BGE 121 V 366 Erw. 1b), sind auf die angefochtene Verfügungdie bis zum
31. Dezember 2007 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden.
2.
Streitig und im vorliegenden Verfahren zu überprüfen ist insbesondere, ob die
Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin zu Recht zu 60% als Erwerbstätige und
zu 40% als Hausfrau eingestuft hat. Eine Arbeitsunfähigkeit von 50% für jegliche
Erwerbstätigkeit ist medizinisch nachvollziehbar belegt und wird von den Parteien auch
nicht bestritten.
3.
3.1 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht
zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt
gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
als Invalidität. Die Invalidität gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen
Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der
konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht
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geregelt. Diese Lücke füllt aArt. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20; Fassung bis 31. Dezember 2007): Es ist darauf
abzustellen, in welchem Mass die betreffende Person behindert ist, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen. Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person
gelten insbesondere die übliche Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie
gemeinnützige und künstlerische Tätigkeiten (Art. 27 der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). aArt. 28 Abs. 2 IVG regelt die so genannte
gemischte Methode der Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil erwerbstätig
und zum Teil im Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen "gemischten" Fall sind
der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich
festzulegen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden
Bereichen zu bemessen. Ist bei einer Person, die nur zum Teil erwerbstätig ist,
anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne den
Gesundheitsschaden vollzeitlich erwerbstätig wäre, so ist die Invaliditätsbemessung
ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu bemessen (Art. 27 IVV).
Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente (aArt. 28 Abs. 1 IVG).
3.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als
nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen
unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung
bestünde (BGE 125 V 150 Erw. 2c). Bei im Haushalt tätigen Versicherten im
Besonderen sind nach der Rechtsprechung die persönlichen, familiären, sozialen und
erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben
gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die
persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt
sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung
entwickelt hätten, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall
ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 150
Erw. 2c; BGE 117 V 194 f. Erw. 3b mit Hinweisen; AHI 1997 S. 288 ff. Erw. 2b, AHI
bis
ter
bis
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1996 S. 197 Erw. 1c, je mit Hinweisen). Das Gericht hat jener Sachverhaltsdarstellung
zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen unter den gegebenen
Umständen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 121 V 47 Erw. 2a).
3.3 Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, die Beschwerdeführerin
wäre als Gesunde nur im Ausmass von 60% erwerbstätig und würde im Übrigen als
Hausfrau arbeiten. Sie begründet dies mit dem gemäss IK-Auszug eher tiefen
Einkommen, das die Beschwerdeführerin auch als Gesunde erzielt hatte. Der IK-
Auszug allein ist keine taugliche Grundlage für den Beweis, dass die
Beschwerdeführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als Gesunde
teilerwerbstätige Hausfrau wäre. Die Beschwerdeführerin ist ledig, kinderlos und wohnt
bei ihren pensionierten Eltern, die mehrheitlich den Haushalt erledigen. Sie hat keine
Berufslehre gemacht. Schon allein diese konkreten Lebensumstände legen nahe, dass
sie als Gesunde – nicht zuletzt aus finanzieller Notwendigkeit – voll erwerbstätig wäre.
Als Gesunde wäre ihr eine volle Erwerbstätigkeit auch zumutbar. Bei Arbeitsantritt bei
ihrem Schwager war die Beschwerdeführerin 28 Jahre alt. Nach der obligatorischen
Schule hatte sie offenbar eine weitere Schule begonnen und wieder abgebrochen (vgl.
IV-act. 26-2 Ziff. 1.1.2). Im August 1985, also mit 23 Jahren, schloss sie die
Handelsschule ab (IV-act. 3-6). Anschliessend machte sie in den USA einen
Sprachaufenthalt und arbeitete danach während dreier Jahre in der Buchbinderei ihrer
Eltern mit, vorwiegend im Büro, aber auch im Betrieb (IV-act. 26-2 Ziff. 1.1.2). Dass sie
dabei offenbar kein nennenswertes Einkommen erzielte, ist nicht sonderlich
ungewöhnlich. Später bekleidete sie mehrere kürzere Temporärstellen, was sie
gegenüber den MEDAS-Gutachtern mit den wirtschaftlich schwieriger werdenden
Zeiten Ende der 80er-Jahre – und nicht etwa damit, nicht vollzeitlich arbeiten zu wollen
– begründete (IV-act. 26-2 Ziff. 1.1.2). Am 31. Januar 2006 gab die Beschwerdeführerin
im Fragebogen zu Erwerb und Haushalt an, als Gesunde würde sie voll arbeiten. Sie
habe sich schon oft um Stellen beworben, aber immer Absagen bekommen (IV-
act. 43-2). Diese Angaben machte sie zu einem Zeitpunkt, in dem ihr als juristisch nicht
geschulter Person noch nicht bewusst war, dass sie bei Qualifikation als
teilerwerbstätige Hausfrau möglicherweise keinen Rentenanspruch begründen würde.
Zu einer nicht der Wahrheit entsprechenden Aussage hatte sie keinerlei Veranlassung.
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3.4 Gerade vor dem Hintergrund, dass es der damals noch jungen
Beschwerdeführerin, die nicht über einen Berufsabschluss verfügte, offensichtlich
schwer gefallen war, vor 1990 eine vollzeitliche Festanstellung zu finden, ist
nachvollziehbar, dass sie die sich ihr durch die Praxisgründung ihres Schwagers
bietende Chance wahrnahm. Selbst wenn der Schwager ihr am Anfang kein volles
Arbeitspensum hätte bieten können – was nicht erwiesen ist, wie noch aufgezeigt wird
– wäre bei ihrer eher schwierigen beruflichen Entwicklung nachvollziehbar, dass sie
vorübergehend auch ein etwas reduziertes Pensum akzeptiert hätte in der Hoffnung,
das Pensum aufstocken zu können, sobald die Praxis über die Anfangsphase hinaus
gekommen wäre. Deshalb sowie nicht zuletzt auch aufgrund des bestehenden
Familienverhältnisses ist glaubhaft, dass die Beschwerdeführerin sich mit einem tiefen
Lohn zufrieden gab.
3.5 Diese Sachlage allein rechtfertigt es, die Beschwerdeführerin als Vollerwerbstätige
zu qualifizieren, wäre doch sehr unwahrscheinlich, dass sie als Gesunde ihr
Erwerbspensum zugunsten der Hausarbeit reduzieren würde. Dies würde bei den
genannten konkreten Gegebenheiten selbst dann gelten, wenn die Beschwerdeführerin
nie voll erwerbstätig gewesen wäre. Im Übrigen fehlt für letzteres der Nachweis (vgl.
nachfolgende Erw. 3.5.1 und 3.5.2).
3.5.1 Auf Anfrage der Beschwerdegegnerin hin führte der Arbeitgeber der
Beschwerdeführerin am 26. August 2005 aus, die Beschwerdeführerin habe von 1991
bis 1994 ein volles Arbeitspensum bei einem Arbeitseinsatz von 42 Stunden pro Woche
geleistet. Von 1995 bis 2001 habe sie 30 Stunden wöchentlich gearbeitet, von Januar
bis Mai 2002 24.5 Stunden pro Woche und seit Juni 2002 arbeite sie noch 20 Stunden
pro Woche, was einem Pensum von 47.62% entspreche (IV-act. 37). Die zuständige IV-
Sachbearbeiterin hielt in einer internen Notiz vom 3. März 2006 fest, die Krankheit der
Beschwerdeführerin sei sehr tückisch und beginne schleichend. Die
Beschwerdeführerin arbeite heute trotz grosser Schmerzen das ihr Mögliche. Es sei
durchaus glaubwürdig, dass sie aktuell ohne Gesundheitsschaden einer vollen
Erwerbstätigkeit nachgehen würde (IV-act. 44). Trotz dieser Stellungnahme entschloss
sich die Beschwerdegegnerin, wegen des im IK-Auszug der Beschwerdeführerin
ausgewiesenen tiefen Einkommens nochmals an ihren Arbeitgeber zu gelangen. Sie
fragte ihn am 23. März 2006 konkret, ob der im Jahr 2001 abgerechnete Lohn von
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Fr. 28'275.- tatsächlich einer 100%-Anstellung entsprochen habe (IV-act. 46). Diese
Anfrage ist in sich bereits fehlerhaft, wurde doch nie behauptet, dass die
Beschwerdeführerin im Jahr 2001 noch ein volles Arbeitspensum absolvierte. Auch der
vom Arbeitgeber am 23. November 2004 ausgefüllte Fragebogen enthält entgegen der
Ansicht der Beschwerdegegnerin keine derartige Auskunft. Auf die Anfrage vom
23. März 2006 reagierte Frau C._ telefonisch. Sie soll gemäss Notiz vom 28. März
2006 erklärt haben, dass die Praxis nur ca. zwei bis drei Tage offen gewesen sei, als
die Beschwerdeführerin dort anfing. Ab 1995 seien noch andere Mitarbeiter angestellt
worden, da die Praxis nun an viereinhalb Tagen offen sei. Es folgt eine Auflistung der
Pensen der Angestellten seit 1995 (IV-act. 47). Diese Telefonnotiz stellte die
Beschwerdegegnerin dem Arbeitgeber der Beschwerdeführerin mit der Bitte zu, die
Angaben zu bestätigen und allfällige Ergänzungen anzubringen (IV-act. 48).
Unterzeichnet wurde die Notiz nicht vom Arbeitgeber, sondern am 6. April 2006 von
Frau C._ (IV-act. 49).
3.5.2 Die Beschwerdegegnerin stützt sich bei ihrer Qualifikation der
Beschwerdeführerin als teilerwerbstätige Hausfrau im Wesentlichen auf diese
Telefonnotiz und den IK-Auszug. Die Notiz ist entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin nicht geeignet zu beweisen, dass die Beschwerdeführerin bei
ihrem aktuellen Arbeitgeber nie ein volles Pensum absolvierte. Augenfällig ist, dass der
Arbeitgeber selbst sich gegenüber der IV-Stelle zweimal schriftlich dahingehend
äusserte, dass die Beschwerdeführerin während mehrerer Jahre im vollen Pensum bei
ihm gearbeitet habe (IV-act. 37; 8-2). Frau C._ äusserte sich im Telefonat vom
28. März 2003 nicht zum Arbeitspensum der Beschwerdeführerin zwischen 1990 und
1994. Da offensichtlich nicht sie die Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin ist, ist ihre
Aussage ohnehin kaum beweistauglich. Die Beschwerdegegnerin hielt es nicht für
nötig, den Arbeitgeber selbst als Zeugen oder Auskunftsperson zu befragen. Vielmehr
gab sie sich mit einigen ungenauen, für einige Jahre keine konkreten Aussagen
enthaltenden telefonischen Angaben von Frau Mauret zufrieden.
3.5.3 Die Beschwerdeführerin macht geltend, in den ersten Jahren vollzeitlich zu einem
unterdurchschnittlichen Lohn bei ihrem Schwager gearbeitet zu haben, da sie beim
Aufbau der Praxis habe helfen wollen. An den anderthalb Tagen, an denen ihr
Schwager nicht in der Praxis gewesen sei, habe sie dennoch gearbeitet, zumal sie sich
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noch habe einarbeiten müssen. Die Beschwerdeführerin verfügt über einen
Sekundarschulabschluss und eine einjährige Handelsschulausbildung (IV-act. 1-4). Sie
hat also weder einen kaufmännischen Lehrabschluss noch ist sie gelernte
Praxisassistentin. Bei diesen Voraussetzungen benötigte sie für die Einarbeitung
klarerweise deutlich mehr Zeit als eine Berufsperson dieses Gebiets. Der tiefe Lohn
spricht bei dieser Sachlage nicht gegen eine Vollbeschäftigung in den ersten Jahren.
3.6 Insgesamt findet die These der Beschwerdegegnerin, dass die Beschwerdeführerin
als Gesunde zulasten eines vollen Arbeitspensums teilweise als Hausfrau tätig wäre, in
den Akten gemäss den vorstehenden Ausführungen keine Stütze. Wie erwähnt ist die
Beschwerdeführerin alleinstehend, kinderlos und wohnt bei ihren pensionierten Eltern,
die den Grossteil der Hausarbeit erledigen. Geht man von diesen äusseren Umständen
aus, so ist höchst unwahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin als Gesunde
zugunsten des Haushalts auf eine volle Erwerbstätigkeit verzichten würde. Nach den
konkreten Umständen und auch aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung ist
vielmehr überwiegend wahrscheinlich, dass sie als Gesunde voll arbeiten würde. Sie ist
demnach als Vollerwerbstätige zu qualifizieren.
3.7 Die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin den Abklärungsbericht Haushalt
unterschrieb, kann ihr nicht zum Nachteil gereichen. Der Bericht ist relativ umfangreich
und für einen Laien nicht ohne weiteres verständlich. Die Beschwerdeführerin macht
glaubhaft geltend, die Haushaltabklärung falsch verstanden zu haben und mit der
Situation überfordert gewesen zu sein. Da sie im Fragebogen zu Erwerbstätigkeit und
Haushalt vom 31. Januar 2006 ausgeführt hatte, als Gesunde wäre sie voll
erwerbstätig, wäre es Sache der Abklärungsperson gewesen, mit der
Beschwerdeführerin diesen Punkt detailliert zu besprechen und sie explizit darauf
hinzuweisen, dass man sie entgegen ihren klaren Angaben im Fragebogen als
teilerwerbstätige Hausfrau qualifiziere.
4.
4.1 Selbst wenn man mit der Beschwerdegegnerin davon ausgehen würde, dass die
Beschwerdeführerin als teilerwerbstätige Hausfrau einzustufen wäre, so ist die
Haushaltabklärung vom 1. Juni 2006 doch offensichtlich ungenügend. Beispielsweise
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ermittelte sie im Bereich Ernährung, den die Beschwerdegegnerin mit 34.34%
gewichtete, eine Einschränkung von lediglich 25%. Wie die Abklärungsperson auf
diese Annahme kam, ist nicht nachvollziehbar, zumal sie festhielt, dass die Mutter der
Beschwerdeführerin für das Kochen zuständig sei und die Beschwerdeführerin selbst
aufgrund ihrer Krankheit heute nicht einmal mehr beim Rüsten helfen könne. Im
Fragebogen vom 31. Januar 2006 gab die Beschwerdeführerin an, sie könne nicht
einmal mehr kleine Einkäufe erledigen, geschweige denn Grosseinkäufe (IV-act. 43-7).
Im Rahmen der Haushaltabklärung legte die Abklärungsperson die Einschränkung der
Beschwerdeführerin im Bereich Einkauf jedoch auf 0% fest. Dasselbe gilt für den
Bereich Wäsche und Kleiderpflege. Hier anerkannte die Abklärungsperson zwar, dass
die Beschwerdeführerin grundsätzlich zu 100% eingeschränkt sei, wies aber darauf
hin, dass die Mutter diese Arbeit erledigen könne, sodass sich eine Behinderung von
0% ergab. Im Bereich Garten- und Pflanzenpflege erwähnte die Abklärungsperson eine
Einschränkung der Beschwerdeführerin von 50%, anerkannte dann in der Berechnung
jedoch keine Einschränkung mit dem Hinweis, der Vater der Versicherten könne diese
Arbeiten übernehmen.
4.2 Mit dieser Einschätzung hat die Abklärungsperson die Schadenminderungspflicht
der Familienangehörigen masslos überstrapaziert. Keinesfalls darf unter dem Titel der
Schadenminderungspflicht die Bewältigung der Haushaltstätigkeit in einzelnen
Funktionen oder insgesamt auf die übrigen Familienmitglieder überwälzt werden mit
der Folge, dass gleichsam bei jeder festgestellten Einschränkung danach gefragt
werden müsste, ob sich ein Familienmitglied finden lässt, das allenfalls für eine
ersatzweise Ausführung der entsprechenden Teilfunktion in Frage kommt (EVGE
I 681/02 vom 11. August 2003, Erw. 4.4). Ginge man mit der Beschwerdegegnerin
davon aus, dass es zur Schadensminderungspflicht gehört, die behinderungsbedingt
fehlende Leistungsfähigkeit im Haushalt soweit als möglich durch die Mithilfe von
Familienangehörigen zu kompensieren, würde dies im Ergebnis dazu führen, dass nicht
die Invalidität der behinderten Person, sondern die Leistungsfähigkeit der Familie, zu
der die behinderte Person gehört, gemessen wird. Im Extremfall könnte die Mithilfe
einer vielköpfigen Familie im Haushalt so gross sein, dass selbst eine bettlägerige
Person im Haushalt als nicht invalid betrachtet werden müsste. Eine solche Praxis zur
Schadenminderungspflicht in der Form der Mithilfe von Familienangehörigen im
Haushalt wird dem – in Anlehnung an das Haftpflichtrecht (vgl. etwa Heinz Rey,
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Ausservertragliches Haftpflichtrecht, 3. Aufl., Rz 263) als normativ zu betrachtenden –
Invaliditätsbegriff nicht gerecht. Die Invalidität besteht in der behinderungsbedingten
Einbusse an persönlicher Leistungsfähigkeit. Sie muss deshalb ganz unabhängig von
der Verfügbarkeit mithelfender Familienangehöriger bemessen werden. Die
Schadenminderungspflicht hat sich also auf jene Vorkehren zu beschränken, die die
persönliche Leistungsfähigkeit der behinderten Person erhalten oder verbessern (vgl.
auch Hardy Landolt, Hauswirtschaftliche Schadenminderungspflicht von Angehörigen
bei der Invaliditätsbemessung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hg.],
Sozialversicherungsrechtstagung 2007, St. Gallen 2007, S. 143; Entscheid IV 2006/282
der Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. Mai 2007, Erw. 5b). Selbst
wenn man eine gewisse Mithilfe der Eltern der Beschwerdeführerin im Haushalt als
zumutbar und relevant erachten würde, wurde diese im Abklärungsbericht vom 21. Juni
2006 klarerweise überstrapaziert.
5.
Da vorliegend davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin als Gesunde voll
erwerbstätig wäre, ist der Invaliditätsgrad anhand der allgemeinen Methode des
Einkommensvergleichs zu bestimmen.
5.1 Die Beschwerdeführerin verdiente 2004 Fr. 24'500.- brutto, was sie gemäss
Angaben ihres Arbeitgebers auch als Gesunde mit einem Pensum von 50% erzielen
würde. Dieser Lohn entspreche nicht der Arbeitsleistung der Beschwerdeführerin (IV-
act. 8-2 Ziff. 13 und 16; 37). Bei vollem Pensum würde die Beschwerdeführerin als
Gesunde unbestrittenermassen Fr. 49'000.- erzielen. Auf diesen Betrag beläuft sich
also ihr Valideneinkommen im Jahr 2004.
5.2 Für den Einkommensvergleich sind für das Validen- und das Invalideneinkommen
Werte aus derselben Vergleichsperiode beizuziehen. Die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin beträgt auch für optimal dem Leiden angepasste Tätigkeiten 50%.
Bei ihrem aktuellen Arbeitgeber verdiente die Beschwerdeführerin 2004 wie erwähnt
Fr. 24'500.-, wobei dieser Betrag nach Angaben des Arbeitgebers eine von ihm nicht
bezifferte Soziallohnkomponente enthält. Frau Mauret wies beim Telefonat mit der
Beschwerdegegnerin am 28. März 2006 offenbar darauf hin, dass der
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leistungsadäquate Lohn 20% unter dem effektiv ausbezahlten liege (IV-act. 49). Ohne
die behauptete Soziallohnkomponente könnte die Beschwerdeführerin beim aktuellen
Arbeitgeber demnach etwa Fr. 19'600.- erzielen. Ob der Lohn der Beschwerdeführerin
tatsächlich eine Soziallohnkomponente enthält und wie hoch diese gegebenenfalls ist,
erscheint trotz der Aussage von Frau C._ als ungewiss. Der Nachweis von Soziallohn
unterliegt grundsätzlich strengen Anforderungen, weil erfahrungsgemäss ausbezahlte
Löhne normalerweise das Äquivalent einer entsprechend erbrachten Arbeitsleistung
darstellen. Bescheinigungen über Soziallohn sind im Rahmen der Beweiswürdigung mit
Vorsicht zu behandeln, zumal der Arbeitgeber u.U. ein eigenes Interesse daran haben
kann, die Bezahlung von Soziallohn zu behaupten (Ulrich Meyer-Blaser,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Zürich 1997, S. 201). Bestehen über die
Höhe des Invalideneinkommens Unsicherheiten, so kann es gerechtfertigt sein, auf die
Tabellenlöhne der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen
Lohnstrukturerhebung abzustellen. Gemäss diesen erzielte eine Frau im tiefsten
Anforderungsniveau im Jahr 2004 durchschnittlich Fr. 48'585.- bei vollem Pensum. Im
vorliegenden Fall erscheint die Gewährung eines Abzugs vom (anteilmässigen)
Tabellenlohn als angezeigt. Der oftmals als "Leidensabzug" bezeichnete Abzug hat
nichts mit dem Leiden zu tun. Vielmehr sollen damit jene Nachteile ausgeglichen
werden, die der versicherten Person – neben der Arbeitsunfähigkeit – auf dem
Arbeitsmarkt aufgrund ihrer Behinderteneigenschaft eine zusätzliche Lohneinbusse
verursachen. In BGE 126 V 75 neues Fenster ff. hat das Bundesgericht festgestellt,
dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalls
(leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie
und Beschäftigungsgrad) abhängig ist. Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das
Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, d.h.
dass nicht für jedes Merkmal der entsprechende Abzug zu quantifizieren ist und die
einzelnen Abzüge zusammenzuzählen sind. Schliesslich ist der Abzug auf höchstens
25% zu begrenzen. Bei der Überprüfung des gesamthaft vorzunehmenden Abzugs darf
das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle
desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen
können, die seine abweichende Ermessensausübung als nahe liegender erscheinen
lassen. Vorliegend fällt ins Gewicht, dass die Beschwerdeführerin gegenüber einem
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gesunden Konkurrenten für einen bestimmten Arbeitsplatz ein deutlich höheres
Krankheitsrisiko hat. Aus der Sicht eines ökonomisch denkenden Arbeitgebers senkt
dieses Risiko, dessen Verwirklichung die Gesamtlohnkosten des Betriebes erhöhen
würde, den "Wert" der Beschwerdeführerin als Arbeitnehmerin. Um dies zu
kompensieren und konkurrenzfähig zu bleiben, müsste die Beschwerdeführerin mit
einem entsprechend tieferen Lohn rechnen. Erschwerend kommt hinzu, dass die
chronisch entzündlichen Schübe der Beschwerdeführerin offenbar völlig
unberechenbar sind (IV-act. 26-9 Ziff. 5.2), was ihre Aussichten auf einen Arbeitsplatz
wesentlich schmälert. Ein Abzug von 15% erscheint unter diesen Voraussetzungen als
gerechtfertigt. Das Invalideneinkommen beläuft sich damit auf Fr. 20'649.- (Fr. 48'585.-
x 0.5 x 0.85).
5.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 49'000.- und einem Invalideneinkommen von
Fr. 20'649.- ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 58%. Die Beschwerdeführerin hat
demnach Anspruch auf eine halbe IV-Rente.
6.
Gemäss MEDAS-Gutachten vom 23. März 2005 begannen die entzündlichen
Krankheitssymptome der Beschwerdeführerin spätestens im Jahr 2001 (IV-act. 26-9).
Die einjährige Wartefrist gemäss aArt. 29 Abs. 1 IVG lief damit am 1. Januar 2002 ab.
Die Beschwerdeführerin meldete sich erst im November 2004 zum Bezug von IV-
Leistungen an. Liegt das Anmeldedatum mehr als zwölf Monate nach Entstehen des
Anspruchs, so werden die Leistungen nach aArt. 48 Abs. 2 IVG lediglich für die zwölf
der Anmeldung vorangehenden Monate ausgerichtet. Weitergehende Nachzahlungen
werden nur erbracht, wenn die versicherte Person den anspruchsbegründenden
Sachverhalt nicht kennen konnte und die Anmeldung innert zwölf Monaten nach
Kenntnisnahme vornimmt. Dies ist vorliegend nicht der Fall. Die Beschwerdeführerin
hat somit Anspruch auf Nachzahlung der Rente für die zwölf der Anmeldung
vorangegangenen Monate. Der Rentenbeginn ist damit auf den 1. November 2003
festzusetzen.
7.
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7.1 Die Beschwerde ist gemäss den Erwägungen unter Aufhebung der angefochtenen
Verfügung vom 17. Oktober 2006 gutzuheissen. Die Beschwerdeführerin hat ab 1.
November 2003 Anspruch auf eine halbe IV-Rente.
7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis
Fr. 1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint
als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt. Da sie gemäss Art. 3 Abs. 1 lit. b
des st. gallischen Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über die Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (sGS 350.1) Teil der
Sozialversicherungsanstalt und damit Teil einer selbstständigen öffentlich-rechtlichen
Anstalt ist, kommt Art. 95 Abs. 3 VRP (Befreiung von der Pflicht zur Übernahme
amtlicher Kosten) nicht zur Anwendung (vgl. Urs Peter Cavelti/Thomas Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., 2003, Rz 792). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb
die Gerichtsgebühr von Fr. 600.- zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von
Fr. 600.- ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG