Decision ID: fddcfefd-daba-4da1-beb0-d63d6efab0e4
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Schmucki, Marktgasse 3, Postfach,
9004 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Fürsprecherin Dr. iur. Marianne Sonder, Rossimattstrasse 17,
3074 Muri b. Bern,
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betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
B._ war als Betriebsmitarbeiter/Pulverbeschichter bei der A._ tätig und dadurch bei
der Suva unfallversichert, als am 15. März 2007 ein Fenstermetallrahmen auf ihn kippte
und ihn an Kopf und Schulter traf (UV-act. 1). Anlässlich der Hospitalisation im Spital
Flawil vom 15. bis 19. März 2007 wurden eine Commotio cerebri, eine
Rissquetschwunde am Schädel und ein Zahnschaden (5 abgebrochene Zähne; UV-act.
15f) diagnostiziert. Eine cranio-cerebrale Computertomographie ergab keinen
Nachweis einer intracraniellen Hämorrhagie und keine Zeichen einer
Schädelkalottenfraktur (UV-act. 2). Nach Durchführung von stationärer und ambulanter
ärztlicher Behandlung/Therapie sowie weiteren Abklärungen - unter anderem einer
MEDAS-Begutachtung (UV-act. 103 - stellte die Suva mit Verfügung vom 10. Dezember
2008 die Leistungen auf Ende Dezember 2008 ein mit der Begründung, die noch
geklagten Beschwerden seien organisch als Folge des erlittenen Unfalls nicht mehr
erklär- und nachweisbar. Die Adäquanz sei zu verneinen. Die Beschwerden im
Lendenbereich stünden nicht in einem wahrscheinlichen Zusammenhang zum Unfall.
Die Voraussetzungen für die Ausrichtung von Rentenleistungen und einer
Integritätsentschädigung seien nicht erfüllt (UV-act. 115). Die gegen diese Verfügung
erhobene Einsprache (UV-act. 116) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 7. April
2009 ab (UV-act. 128).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Rechtsanwalt Dr. Peter Schmucki,
St. Gallen, für den Versicherten mit Eingabe vom 19. Mai 2009 Beschwerde mit den
Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben und es seien dem Beschwerdeführer die
gesetzlichen Versicherungsleistungen, eine Rente und eine Integritätsentschädigung
zuzusprechen. Mit Eingabe vom 9. Juni 2009 ergänzte der Rechtsvertreter die
Beschwerde. Zur Begründung legte er unter anderem dar, der Unfall vom 15. März
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2007 sei als schwer zu qualifizieren, allein schon wegen des Gewichts der insgesamt
drei Fensterrahmen, welche auf den Beschwerdeführer gefallen seien. Der Aufprall
habe zu Verletzungen am Kopf sowie an Schulter und Hals geführt. Zudem seien fünf
Zähne ausgeschlagen worden. Er sei nur knapp dem Tod entronnen. Selbst wenn
davon ausgegangen werde, dass ein mittelschwerer Unfall vorliege, sei ein gewichtiger
Teil der für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs erforderlichen
Kriterien erfüllt. Diesbezüglich werde auf die Einsprache verwiesen, deren Inhalt zum
integrierenden Bestandteil der Beschwerdeschrift erklärt werde. Der Beschwerdeführer
verkenne nicht, dass die heute bestehende Arbeitsunfähigkeit nicht in vollem Umfang
durch den streitigen Unfall verursacht worden sei. Er sei aber der Auffassung, dass
zumindest teilweise ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den
heutigen invalidisierenden Beschwerden bestehe. Auch bei Annahme einer Teilursache
sei die adäquate Kausalität zu bejahen.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 10. August 2009 beantragte Rechtsanwältin Dr.
M. Sonder, Muri, für die Beschwerdegegnerin vollumfängliche Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Darlegungen im angefochtenen
Entscheid und führte unter anderem aus, aufgrund des Geschehensablaufs, wie er sich
aus den Beschreibungen des Beschwerdeführers und der Zeugen ergebe, sei das
streitige Unfallereignis sicher nicht zu den schweren, sondern zu den mittelschweren
Unfällen im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen zu zählen. Eine Todesgefahr oder
-angst sei im Erstgespräch vom Beschwerdeführer nicht erwähnt worden. Es treffe
nicht zu, dass der Beschwerdeführer Orte oder Situationen vermeide. Das Kriterium der
Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung sei nicht erfüllt. Nach dem
Unfall sei keine fortgesetzt spezifische, den Beschwerdeführer belastende ärztliche
Behandlung notwendig gewesen. Gleiches gelte bezüglich der Kriterien der ärztlichen
Fehlbehandlung und eines schwierigen Heilungsverlaufs und erheblichen
Komplikationen. Das Kriterium der erheblichen Beschwerden sei zumindest nicht in
besonders ausgeprägter Weise erfüllt. Selbst wenn die festgestellte Arbeitsunfähigkeit
als erheblich angesehen werde, könnte dieses Kriterium nicht als in besonders
ausgeprägter Weise erfüllt betrachtet werden. Damit sei die Adäquanz des
Kausalzusammenhangs zu verneinen. Da dauernde organische Unfallfolgen nicht
nachgewiesen seien und die leistungseinschränkenden Beschwerden nicht mehr in
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einem adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfall stünden, fehle es auch an
einem durch die Beschwerdegegnerin zu entschädigenden Integritätsschaden.
B.c Mit Replik vom 2. September 2009 und Duplik vom 18. September 2009 hielten
die Parteien an ihren Anträgen und Ausführungen fest.

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig ist, ob die Leistungen, welche von der Beschwerdegegnerin aufgrund des
Unfallereignisses vom 15. März 2007 ausgerichtet wurden, auf den 31. Dezember 2008
eingestellt werden durften oder nicht. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers
entfällt, wenn das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen
eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es sich dabei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei
der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
- nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U
363 S. 46 Erw. 2 mit Hinweisen). Dabei muss der Unfallversicherer jedoch nicht den
Beweis für unfallfremde Ursachen erbringen. Welche Ursachen ein nach wie vor
geklagtes Leiden hat, ist unerheblich. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte
Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben (RKUV
1994 Nr. U 206 S. 329 Erw. 3b). Ebenso wenig hat der Unfallversicherer den negativen
Beweis zu erbringen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass die
versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteile des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 18. Dezember 2003 i/S Z. [U 258/02], vom 25. Oktober 2002 i/S
L. [U 143/02] und vom 31. August 2001 i/S O. [U 285/00]).
1.2 Gemäss ständiger Praxis des EVG kann ein nach einem versicherten Unfall neu
aufgetretenes Leiden nur dann als dessen Folge betrachtet werden, wenn und soweit
es sicher oder doch zumindest überwiegend wahrscheinlich von jenem Unfall herrührt
(natürliche Kausalität; BGE 115 V 133 sowie 117 V 359 und 134 V 109). Die blosse
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Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung des
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 Erw. 3.1; BGE 119 V 338 Erw. 1 und 118 V
289 Erw. 1b je mit Hinweisen). Der Unfallversicherer haftet sodann nur für jene Folgen,
die mit dem Unfall adäquat-kausal zusammenhängen (SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45).
Während es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen
Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Fragen nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang zu beurteilen (BGE 123 III 110 Erw. 3a). Im Bereich
klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen
Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit Bild gebenden
Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] nachgewiesen
werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE
127 V 103 Erw. 5b/bb, 123 V 102 Erw. 3b, 118 V 291 Erw. 3a, 117 V 365 Erw. 5d/bb
mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist
eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu
differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma bzw.
keine schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten, gelangt die Rechtsprechung
gemäss BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen
das Vorliegen einer Schleudertraumaverletzung, muss geprüft werden, ob die zum
typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen
zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den
Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE
115 V 140 Erw. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Folgen aufgestellten Grundsätze
massgebend (BGE 123 V 99 Erw. 2a). Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz
gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten
Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang
bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus
dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die
ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild
ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 Erw. 3b).
2.
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2.1 Im Nachgang zu einer neuropsychologischen Untersuchung im Kantonsspital St.
Gallen wurde im Bericht vom 14. Mai 2007 festgehalten, der Beschwerdeführer habe
ab der 2./3. Klasse eine Sonderschule besucht und eine zweijährige Anlehre absolviert.
Ein Teil der festgestellten Defizite (Schreiben, Rechnen, Lernen) dürfte deshalb
vorbestehend sein. Inwiefern durch den Unfall eine Verschlechterung der kognitiven
Leistungen vorliege, könne nicht beurteilt werden. Eine neuropsychologische Therapie
sei nicht indiziert; eventuell sei ein vorbereitendes Arbeitstraining sinnvoll (UV-act. 13).
Der Hausarzt Dr. med. C._, Innere Medizin FMH, erachtete am 29. Mai 2007 eine
psychotherapeutische Behandlung als erforderlich (UV-act. 17). Eine solche wurde in
der Folge aufgenommen (UV-act. 22, 65). Eine Kernspintomographie des Neuro
craniums vom 14. Juni 2007 ergab im Wesentlichen eine unauffällige Darstellung des
Gehirns ohne Anhalt für umschriebene oder diffuse Strukturdefekte (UV-act. 23). Vom
8. August bis 7. September 2007 hielt sich der Beschwerdeführer zur stationären
Rehabilitation in der Rehaklinik Bellikon auf, wo ein Arbeitsunfall vom 15. März 2007
mit leichter traumatischer Hirnverletzung, Rissquetschwunde am Kopf, Zahnschäden
und cervicobrachialem Schmerzsyndrom rechtsbetont sowie ein rezidivierendes
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bei Status nach Diskushernienoperation L4/L5
rechts am 4. Januar 2001 und ein Verdacht auf fluktuierende dissoziative Störung mit
mindestens einmaliger Episode von Depersonalisation und akzentuierten
Persönlichkeitszügen bei histrionischen Anteilen diagnostiziert wurden. Zusätzlich zu
den muskuloskelettal bedingten Einschränkungen liege eine leichte bis mittelschwere
kognitive Leistungsminderung infolge einer neuropsychologischen Funktionsstörung
vor, die nicht Folge einer primär hirnorganischen Schädigung sei. Eine klare Trennung
von unfallkausalen und nicht unfallkausalen Einschränkungen sei schwierig. Aufgrund
des Abbruchs der Hospitalisation durch den Patienten habe keine abschliessende
Testung und Beurteilung durchgeführt werden können. Infolge Selbstlimitierung und
Inkonsistenz seien die Resultate von physischen Leistungstests für die Beurteilung der
zumutbaren Belastbarkeit nur teilweise verwertbar. Es sei davon auszugehen, dass bei
gutem Effort eine bessere Leistung erbracht werden könnte, als bei den Tests und
Therapien gezeigt worden sei. Das Ausmass der demonstrierten physischen
Einschränkungen lasse sich mit den geringfügigen objektivierbaren pathologischen
Befunden der klinischen Untersuchung sowie der Diagnose aus somatischer Sicht
(bezüglich Kopf und Nacken) nur ungenügend erklären. Es sei nicht auszuschliessen,
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dass die vorbestehenden intermittierenden lumbalen Schmerzen mit Ausstrahlung in
die Beine durch den Unfall vom 15. März 2007 verschlechtert worden seien. Bei Eintritt
in die Klinik hätten allerdings die Kopfschmerzen klar im Vordergrund gestanden. LWS-
Beschwerden seien nur am Rand geklagt worden. Eine Exazerbation der lumbalen
Schmerzen sei während eines Wochenendurlaubs geschehen. Bei Klinikaustritt wurde
dem Beschwerdeführer - hinsichtlich der Folgen der erlittenen MTBI (bzw. Commotio
cerebri) - in der angestammten Tätigkeit wieder eine Arbeitsfähigkeit von 100 %
attestiert, wobei für den Wiedereinstieg während vier bis sechs Wochen eine reduzierte
Leistung von 50 % als gerechtfertigt erachtet wurde. Aufgrund der lumbalen
Problematik sei die teils schwere Arbeit nicht mehr vollumfänglich zumutbar. Zumutbar
seien aktuell leichte Arbeiten ohne rückenbelastende Zwangspositionen und ohne
längeres Gehen, Stehen und Sitzen am Stück während einer ganztägigen Arbeitszeit.
Diese Beurteilung sei im Rahmen einer BEFAS-Abklärung ähnlich festgelegt worden
(UV-act. 40). Im neuropsychologischen Bericht der Rehaklinik Bellikon wurde unter
anderem festgehalten, die kognitiven Schwierigkeiten seien sehr wahrscheinlich durch
multiple Faktoren bedingt, hauptsächlich jedoch wahrscheinlich durch die
Schmerzproblematik. Eine primär traumatisch-somatisch-organische Ursache sei
sechs Monate nach durchgemachter MTBI unwahrscheinlich, allenfalls möglich, stehe
aber, so vorhanden, mit hoher Wahrscheinlichkeit im Hintergrund (UV-act. 38).
2.2 Suva-Arzt Dr. med. D._ kam in seiner Beurteilung vom 27. September 2007
zum Schluss, aus dem Jahr 2001 sei eine Bandscheibenoperation bekannt. Bekannt
sei auch eine reduzierte körperliche Arbeitsfähigkeit wegen der Restproblematik mit
Rückenschmerzen unter Belastung und einer Ausstrahlungssymptomatik ins rechte
Bein. Der Unfall vom 15. März 2007 könne nicht die Ursache für den erneuten
Bandscheibenvorfall sein. Die Kostenübernahme für die vorgesehene Operation sei
deshalb abzulehnen (UV-act. 44). Die Arbeitgeberin löste das Arbeitsverhältnis mit dem
Beschwerdeführer auf Ende Oktober 2007 auf (UV-act. 45). Ende September 2007 war
im Spital Herisau eine Rückenoperation im LWS-Bereich vorgenommen worden (UV-
act. 53, 60). Eine Abklärung durch Dr. med. E._, Augenärztin FMH, ergab gemäss
Bericht vom 3. Dezember 2007 einen im Rahmen der ophthalmologischen
Untersuchung erhobenen altersentsprechenden und unauffälligen morphologischen
Befund. Auffällig sei eine Exophorie in die Nähe gewesen, die aber gut kompensiert
werden könne und die Beschwerden nicht erkläre. Einzig die Tränenaufreisszeit sei
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deutlich im Sinne einer Sicca-Symptomatik reduziert gewesen. Diesbezüglich werde
die Fortführung der Therapie empfohlen (UV-act. 59). Am 8. Dezember 2007 berichtete
Dr. C._, die postoperative Phase sei abgeschlossen und die von den Diskushernien
herrührenden Beschwerden seien deutlich abgeklungen. Unverändert heftig seien aber
die vom Unfall herrührenden Beschwerden (Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen,
Nebelsehen, Angstzustände). Ein Zusammenhang der Sehstörungen mit dem Unfall
habe nicht erhärtet werden können. Die bisherigen Behandlungsergebnisse seien
dürftig. Die erwähnten Beschwerden seien multifaktoriell bedingt und teilweise die
Folge einer schon vor dem Unfall bestehenden ungünstigen Disposition des Patienten
(UV-act. 60; act. G 9 Beilage 4). Suva-Arzt Dr. D._ hielt am 19. Dezember 2007 fest,
er sehe höchstens einen möglichen kausalen Zusammenhang zwischen der erneuten
Diskushernie und dem Trauma vom 15. März 2007, welches die mit grösster
Wahrscheinlichkeit schon vorher vorhandene Diskushernie möglicherweise klinisch
habe symptomatisch werden lassen. Jedenfalls habe die Rückenproblematik nach dem
Unfall nicht im Vordergrund der ärztlichen Bemühungen gestanden (UV-act. 63). Die
Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, lic. phil. F._, hielt im Bericht vom
14. Januar 2008 fest, mit dem Beschwerdeführer hätten im Juni 2007 zwei Sitzungen
stattgefunden; weitere vereinbarte Termine habe er nicht wahrgenommen. Es sei die
Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung zu stellen. Der Beschwerdeführer
wolle ohne Wiedereingliederungsmassnahmen eine Stelle suchen (UV-act. 68). Dr.
C._ bestätigte am 30. Januar 2008 eine unklare, teils lagerungsabhängige
rezidivierende Übelkeit (UV-act. 74). Eine Vestibularisabklärung im Kantonsspital St.
Gallen musste gemäss Bericht vom 27. Februar 2008 abgebrochen werden, nachdem
der Beschwerdeführer über eine massive Übelkeit klagte. Die Anamnese spreche aber
sicher gegen das Vorliegen einer peripher-vestibulären Störung (UV-act. 83). Suva-Arzt
Dr. med. G._, Facharzt für Ophthalmologie und Ophthalmochirurgie FMH, hielt im
Bericht vom 27. März 2008 fest, ein direktes Augentrauma könne vorliegend
ausgeschlossen werden. Bei der Sicca handle es sich um ein krankhaftes Geschehen.
Die Nahexophorie sei etwas sehr Häufiges in der Bevölkerung. Die Myopie und der
Astigmatismus seien angeboren. Die Siccasymptomatik, die Nahexophorie und die
Myopie stünden nicht mit genügender Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit dem
Unfall vom 16. März 2007. Eine weitere ophthalmologische Abklärung sei unfallbedingt
nicht indiziert (UV-act. 87).
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2.3 Eine multidisziplinäre MEDAS-Begutachtung des Beschwerdeführers ergab
gestützt auf Abklärungen vom Juni und Juli 2008 gemäss Bericht vom 21. August 2008
die Hauptdiagnosen (mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) eines (1) Status nach
leichter traumatischer Hirnverletzung, RQW Scheitel und Zahnschäden am 15. März
2007, (2) einer persistierenden Kopfschmerzproblematik bei MTBI und unklarer, teils
lagerungsabhängiger rezidivierender Übelkeit und Schwindelattacken schon bei
geringer körperlicher und geistiger Anstrengung, (3) einer multifaktoriell bedingten
leichten kognitiven Störung bei Status nach leichter traumatischer Hirnverletzung, (4)
von vorbestehenden habituellen kognitiven Teilleistungsschwächen, (5) eines
persistierenden lumbovertebralen Schmerzsyndroms und (6) einer psychischen
Überlagerung der Ganzkörperschmerzsymptomatik. Die Gutachter kamen unter
anderem zum Schluss, für die angelernte Tätigkeit als Plattenleger bestehe aus
orthopädischer Sicht wegen Rückenbeschwerden eine volle Arbeitsunfähigkeit. Für die
zuletzt ausgeübte Tätigkeit in der Pulverbeschichtung bestehe aus orthopädischer
Sicht unter Berücksichtigung der qualitativen Einschränkungen (keine Lasten
wiederholt über 25 kg heben, keine Arbeiten in Zwangshaltung) keine weitere
Einschränkung. Zusätzlich seien aufgrund der posttraumatischen
Kopfschmerzproblematik Einschränkungen im Ausmass von 10-20 % aufgrund nicht
voraussehbarer schmerz- und schwindelbedingter Ausfälle zu berücksichtigen.
Psychiatrischerseits werde eine ca. 20 %ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
bestätigt. Neuropsychologischerseits werde derzeit höchstens von leichten kognitiven
Störungen ausgegangen, welche bezüglich der bisherigen oder einer anderen
Hilfsarbeitertätigkeit theoretisch zu einer leichten Einschränkung (bis 20 %) in
leistungsmässiger Hinsicht führen könnten. Polydisziplinär werde von einer rund 20-30
%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten ab dem Zeitpunkt
der MEDAS-Untersuchung ausgegangen, wobei zuvor unfallbedingt ab 15. März 2007
volle Arbeitsunfähigkeiten zu berücksichtigen seien. Psychiatrischerseits würden
medizinische Massnahmen als kaum durchführbar beurteilt. Berufliche Massnahmen
seien im Rahmen einer BEFAS-Abklärung wünschenswert, um die weiteren
Möglichkeiten eines Arbeitseinsatzes zu prüfen. Somatischerseits ergäben sich keine
Empfehlungen, die zu einer wegweisenden Verbesserung der Arbeitsfähigkeit bzw.
einer namhaften Verbesserung des Gesundheitszustandes führen würden.
Orthopädischerseits sei keine weitere Behandlung notwendig. Bezüglich der
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Schmerzproblematik sei der Einsatz von Analgetika zu erwägen. Aus orthopädischer
Sicht werde festgehalten, dass es an typischen Nackenbeschwerden fehle. Eine
typische HWS-Distorsion sei mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht abgelaufen. Die
Beschwerden (Kopfschmerzen, Schwindel, Unverträglichkeit von lauten Geräuschen,
Müdigkeit, Schlafrhythmusstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten) seien als
typisch infolge eines protrahierten Verlaufs nach leichtem Schädel-Hirn-Trauma zu
beurteilen. Bezüglich Kopfschmerzproblematik könne ein morphologisches Korrelat
nicht gefunden werden. Eine Unfallkausalität der Kopfschmerzen könne nach
objektiven Kriterien weder bewiesen noch ausgeschlossen werden.
Orthopädischerseits bestünden keine unfallkausalen Beschwerden; die degenerativen
Veränderungen der LWS seien unfallfremd. Eine schwere, mit CTI oder MRI
nachweisbare Hirnverletzung habe nicht objektiviert werden können.
Ophthalmologischerseits unfallfremd seien die Sicca-Problematik, die leichtgradige
Exophorie und die leichte Myopie. Unfallfremd sei auch die psychische Problematik.
Die Gesundheitsstörungen im Zusammenhang mit dem typischen Beschwerdebild
nach HWS-Distorsionstrauma würden gegenüber den psychischen Beschwerden nicht
in den Hintergrund treten (UV-act. 103 S. 31-34). Am 2. September 2008 erklärte der
Beschwerdeführer unter anderem, die angegebenen Medikamente wolle er nicht
einnehmen, da er sich davon keine Verbesserung verspreche (Uv-act. 105). Am 4.
November 2008 berichtete das Psychiatrische Zentrum St. Gallen, zum aktuellen
Zeitpunkt werde keine ausreichende Motivation des Patienten für eine Behandlung
gesehen. Eine Behandlung werde von ihm nicht gewünscht (UV-act. 110). Dr. C._
wies im Schreiben vom 18. Dezember 2008 darauf hin, aus hausärztlicher Sicht sei
nachvollziehbar, dass die Beschwerdegegnerin einen Zusammenhang der
Lendenwirbelbeschwerden mit dem Unfall vom 15. März 2007 ablehne. Es bestünden
aber erhebliche Kopfschmerzen, Gedächtnisstörungen und eine bei Belastung
auftretende Übelkeit. In der Suva-Verfügung vom 10. Dezember 2008 sei nur auf
organisch nachweisbare Beschwerden abgestellt worden, nicht aber auf
psychosomatische Beschwerden. Das erhebliche Vermeidungsverhalten des Patienten
weise auf eine schwere psychische Beeinträchtigung durch den Unfall hin (Beilage zu
UV-act. 116). Mit Verfügung vom 21. April 2009 gab die IV-Stelle des Kantons St.
Gallen dem Versicherten bekannt, es werde Beratung und Unterstützung bei der
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Arbeitsplatzerhaltung und Stellensuche durch die Eingliederungsberaterin gewährt (UV-
act. 129).
3.
3.1 Von organisch-strukturell objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann erst dann
gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden
Abklärungen bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 9, 117 V 359 Erw. 5d/aa; SVR
2007 UV Nr. 25 S. 81 Erw. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]). Diese
Untersuchungsmethoden müssen zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V
231 Erw. 5.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008 i/S H.B.-
G. [8C_124/2008] mit vielen Hinweisen, sowie vom 7. Februar 2008 i/S D. [U 13/07]
Erw. 3.2 und 3.3). Nach Lage der medizinischen Akten fehlt es vorliegend an
somatisch-strukturellen Befunden, welche auf das Unfallereignis vom 15. März 2007
zurückzuführen sind. Hiervon geht auch der Beschwerdeführer aus (act. G 3 S. 3).
Ist ein Schleudertrauma der HWS oder eine äquivalente Verletzung (vorliegend: Status
nach leichter traumatischer Hirnverletzung) diagnostiziert und liegt kein fassbarer
organischer (unfallbedingter) Befund an der HWS vor, muss für die Bejahung der
natürlichen Kausalität ein typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von
Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und
Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit,
Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. gegeben sein (BGE 117 V 359
Erw. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 Erw. 3e; Bestätigung in BGE 134 V 109 Erw. 9).
3.2 Im Bericht des Spitals Flawil vom 22. März 2007 wurden im Nachgang zum
streitigen Unfall gestützt auf die Angaben des Beschwerdeführers unter anderem
Schmerzen am Schädel und an der Schulter mit Übelkeit und anterograder Amnesie
und ein vernebelter Visus sowie Kopf- und Nackenschmerzen vermerkt (UV-act. 2). Am
13. April 2007 gab der Beschwerdeführer an, er sei vielleicht eine Sekunde "weg"
gewesen. Eine Bewusstlosigkeit habe aber nicht bestanden (UV-act. 9). Gemäss
Bericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 12. April 2007 klagte der Beschwerdeführer
über typische Beschwerden eines protrahierten Verlaufs nach leichtem Schädel-
Hirntrauma wie Kopfschmerzen, Schwindel, Unverträglichkeit von lauten Geräuschen,
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Müdigkeit, Schlafrhythmusstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten (UV-act. 12).
Angesichts der geschilderten Aktenlage ist ohne weiteres vom Auftreten eines
typischen Beschwerdebilds mit einer Häufung von Beschwerden auszugehen.
Ärztlicherseits wurde sodann bei - allerdings höchstens kurzzeitiger - unfallbedingter
Bewusstseinsbeeinträchtigung/Amnesie und äusserlich sichtbarer Kopfverletzung
(Rissquetschwunde) eine leichte traumatische Hirnverletzung (MTBI) bestätigt (vgl.
dazu S. Johannes/R. Schaumann-von Stosch, Grundlegende Aspekte der leichten
traumatischen Hirnverletzung, Medizinische Mitteilungen der SUVA Nr. 78 [2007], 74ff).
Die Beschwerdegegnerin ging im Resultat von einer - wenn auch zeitlich befristeten -
Unfalleinwirkung aus, indem sie ihre Leistungspflicht für die Erst-Behandlung bis Ende
Dezember 2008 anerkannte.
Es gibt Fälle, in denen bei sonst unauffälligen Untersuchungsbefunden neuro
psychologische Abklärungen Hirnleistungsstörungen aufzeigen können und der
neuropsychologische Befund der einzig verlässliche Parameter ist (BGE 117 V 378
Erw. 3d). Jedenfalls bei eindeutigem, nicht diffusem Befund kann der
neuropsychologischen Diagnostik - im Rahmen einer neurologischen
Gesamtwürdigung - nach der Rechtsprechung auch bei der Kausalitätsbeurteilung ein
Aussagewert zukommen (BGE 119 V 343 Erw. 3c). Hingegen vermag es die
Neuropsychologie nach derzeitigem Wissensstand nicht, selbständig die Beurteilung
der Genese abschliessend vorzunehmen (RKUV 2000, 316 Erw. 3). Nach B.P. Radanov
(Über den Stellenwert der neuropsychologischen Diagnostik bei Patienten nach HWS-
Distorsion, SZS 1996, S. 471 ff) sind psychologische Probleme (und die
eingenommenen Medikamente) geeignet, die kognitiven Leistungen negativ zu
beeinflussen (S. 477). Psychologische Probleme bzw. die Interrelation psychologischer
und kognitiver Funktionen könnten die reduzierte Leistungsfähigkeit mit erklären (S.
475). - Aufgrund der in Erw. 2 dargelegten einschlägigen medizinischen Akten ist davon
auszugehen, dass die kognitiven Funktionen beim Beschwerdeführer durch
vorbestehende Defizite (im Schreiben, Rechnen, Lesen; UV-act. 13) und durch den
psychischen Befund (UV-act. 38 S. 6) sowie das Schmerzerleben (UV-act. 101) mit
beeinflusst wurden und die neuropsychologischen Einschränkungen damit eine
vielschichtige Ursache aufweisen. Damit können neuropsychologische Unfall-
Restfolgen im Sinn eines selbständigen, klar abgrenzbaren Befunds nicht als
nachgewiesen gelten. Neuropsychologische Einschränkungen können hingegen Teil
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des typischen Beschwerdebilds nach leichtem Schädelhirn-Trauma bilden. Inwiefern
dies konkret tatsächlich der Fall ist, kann offenbleiben, nachdem das typische
Beschwerdebild wie dargelegt unabhängig davon zu bejahen ist.
3.3 Die ärztliche Behandlung des Beschwerdeführers nach dem streitigen Unfall
zeigte geringe Ergebnisse (UV-act. 60) bzw. wurde teilweise vorzeitig abgebrochen
(UV-act. 40, 74). Gestützt auf das MEDAS-Gutachten ist davon auszugehen, dass per
Ende Dezember 2008 keine unfallbedingte Behandlungsbedürftigkeit mit der Aussicht
auf eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes mehr vorlag. Die
Beschwerdegegnerin nahm somit zu Recht den Fallabschluss im Sinn von Art. 19 Abs.
1 UVG - als Voraussetzung für die Adäquanzprüfung (BGE 134 V 109) - an. Das
Vorliegen eines Schädel-Hirntraumas, worunter sämtliche Hirnfunktionsstörungen mit
oder ohne morphologisch fassbare Schädigung des Gehirns und seiner Hüllen,
einschliesslich Gehirnschädel und Kopfschwarte subsumiert werden (Trentz/Bühren,
Checkliste Traumatologie, Stuttgart/New York 2001, S. 122 ff.), rechtfertigt die analoge
Anwendung der Schleudertrauma-Praxis nur, wenn die erlittene Hirnerschütterung
mindestens im Grenzbereich zwischen Commotio und Contusio cerebri liegt. Leichte
Hirnerschütterungen hingegen reichen hierfür nicht aus (Urteil des EVG i/S K. vom 6.
Mai 2003 [U 6/03]). Die Schwere eines Schädel-Hirntraumas wird üblicherweise nach
dem Punktwert in der Glasgow-Coma-Skala (GCS) eingeteilt. In dieser Skala erhält der
Patient für bestimmte Reaktionen (wie Augenöffnen, Reaktion auf Schmerzreize und
sprachliche Äusserungen) eine Anzahl von Punkten, welche zum Schluss addiert
werden. Der schlechteste Wert beträgt 3, der beste 15. Von einem leichten Schädel-
Hirntrauma spricht man bei einem GCS-Wert von 13 bis 15 (mittelschwer: 9 bis 13,
schwer: 3 bis 8; vgl. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 260. Aufl., Berlin/New York
2004, zu "Bewusstseinsstörung"; Trentz/Bühren, a.a.O., S. 123; Urteil des EVG vom 13.
Juni 2005 i/S S. [U 276/04] Erw. 2.2.1). Vorliegend ist nach Lage der Akten von einer
leichten traumatischen Hirnverletzung (UV-act. 40, 103) auszugehen, womit sich die
Anwendung der so genannten Schleudertraumapraxis rechtfertigt. Die Adäquanz
beurteilt sich damit nach Massgabe der in BGE 117 V 359 Erw. 6 entwickelten und in
BGE 134 V 109 Erw. 10 präzisierten Kriterien. Dabei ist auf eine Differenzierung
zwischen psychischen und physischen Komponenten zu verzichten, fehlt es doch nach
Lage der Akten (UV-act. 103 S. 33) an einer Dominanz psychischer Probleme (vgl. BGE
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123 V 98 Erw. 2a). Letzteres trifft sowohl bezogen auf den Zeitraum bis Ende 2008 als
auch für die Zeit danach zu.
4.
4.1 Der in Frage stehende Unfall - ein bzw. mehrere auf einen Transportwagen
geladene Fensterstahlrahmen mit einem Gesamtgewicht von 250-300 kg kippten
wegen mangelnder Sicherung auf die Seite, wobei einer davon den Beschwerdeführer
am Kopf und an der rechten Schulter traf (UV-act. 1, 9, 11, 57) - kann nicht als ein
ausserordentlich schweres, lebensbedrohliches Geschehen im Sinn der Praxis
(dargestellt in RKUV 1995, 91) eingestuft werden (vgl. auch Urteil des EVG vom 13. Juni
2005 [U 276/04] Erw. 2.3). Nach Darstellung des Beschwerdeführers schützten die von
ihm bereit gestellten Böcke (aus Holz) ihn davor, dass der (rund 100 kg schwere)
Fensterstahlrahmen auf ihn fiel (vgl. UV-act. 9); die Holzböcke hätten den Schlag auf
den Kopf abgefedert (act. G 3 S. 2) und damit tödliche Verletzungen verhindert (act. G
3 S. 3). Die Unterscheidung zwischen mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu den
schweren Unfällen und solchen im mittleren Bereich ist insofern von Bedeutung, als bei
Unfällen im mittelschweren Bereich nach der Praxis mehrere Zusatzkriterien erfüllt sein
müssen, um die Adäquanz bejahen zu können, wobei die Zahl um so geringer sein
kann, je näher das Ereignis bei den schweren Unfällen liegt (vgl. dazu BGE 115 V 133
Erw. 6c/bb). Es scheint konkret gerechtfertigt, von einem mittelschweren Unfall
auszugehen, allerdings - entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers - nicht im
Grenzbereich zu den schweren Ereignissen (vgl. dazu etwa die Sachverhalte in den
Urteilen des EVG vom 14. April 2000 i/S S. [U 257/99]) und vom 24. August 2007 i/S K.
[U 497/06] Erw. 4.2). Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs ist somit zu bejahen,
wenn ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders
ausgeprägter Weise vorliegt oder die zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder
auffallender Weise gegeben sind (BGE 117 V 359 Erw. 6b). Von besonders
dramatischen Begleitumständen oder einer besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls
kann nicht gesprochen werden. Sodann vermögen die Diagnosen eines leichten
Schädelhirn-Traumas mit Rissquetschwunde am Kopf sowie Höcker- und
Kronenfrakturen an fünf Zähnen - "ausgeschlagene" Zähne (act. G 3 S. 2) lagen nicht
vor (vgl. Bebilderung in UV-act. 15) - die Schwere oder besondere Art der Verletzung
für sich alleine nicht zu begründen. Es bedarf hierzu einer besonderen Schwere der für
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=Diskushernie+HWS&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-359%3Ade&number_of_ranks=0#page359
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Schädelhirn-Traumen typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das
Beschwerdebild beeinflussen können. Diese können beispielsweise in einer beim Unfall
eingenommenen Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen.
Solche Umstände sind hier nicht gegeben. Wenn der Beschwerdeführer geltend
machen lässt, er meide auch heute noch das Aufsuchen der Unfallstelle (act. G 3 S. 3),
ist dies mit seiner Angabe gegenüber den behandelnden Personen des Psychiatrischen
Zentrums, wonach ein Vermeiden von Orten und Situationen nicht vorliege (UV-act.
110), nicht in Einklang zu bringen. Es liegt auch keine besondere Schwere der für das
Schleudertrauma typischen Beschwerden vor (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 10.2.2 mit
Hinweisen).
4.2 Was das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen
Behandlung (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 10.2.3) betrifft, ist festzuhalten, dass der
Beschwerdeführer nach dem Unfall vom 15. März 2007 bis Ende 2008 in ärztlicher
Behandlung stand. Dabei handelte es sich zum einen um die Durchführung einer
Physiotherapie bzw. Osteopathie (vgl. zum Ganzen UV-act. 103 S. 6-12). Den
stationären Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon (UV-act. 40) brach der
Beschwerdeführer - gleich wie die psychotherapeutische Behandlung (UV-act. 68) -
vorzeitig ab. Die Ende September 2007 durchgeführte LWS-Operation (UV-act. 44, 53,
60) betraf keine Unfallfolgen. Weitere Abklärungsmassnahmen (UV-act. 59, 103)
ergaben die Unfallfremdheit des Augenbefundes und der psychischen Problematik. In
Anbetracht dieser Aktenlage kann eine fortgesetzt spezifische, den Beschwerdeführer
belastende ärztliche Behandlung im Sinn der Rechtsprechung (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 13. Juni 2008 i/S S. [8C_331/2007], Erw. 4.2.3) nicht bzw.
höchstens geringgradig als belegt gelten.
Adäquanzrelevant können im Weiteren in der Zeit zwischen dem Unfall und dem
Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unterbruch bestehende
erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften
Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die
Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.4). Der
Beschwerdeführer leidet gemäss den anamnestischen Angaben im
neuropsychologischen Konsiliargutachten vom 22. Juli 2008 an ständigen
Kopfschmerzen mit Ausstrahlung bis in den Nacken und die Schultern. Die Schmerzen
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würden hin und her gehen, seien überall. Er habe grosse Schwierigkeiten mit dem
Schlucken (Würgereiz). Im Zusammenhang mit den Kopfschmerzen habe er oft
Schwindel. Zudem habe er Rückenprobleme. Bei starken Kopfschmerzen sei jeweils
die ganze Konzentration weg (UV-act. 101 S. 4). Auch unter Ausklammerung der
unfallfremden Beschwerden im Rücken lässt sich das Kriterium der ohne wesentlichen
Unterbruch bestehenden erheblichen Beschwerden nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit in Abrede stellen, wobei der Beschwerdeführer jedoch weiterhin
Auto fahren und soziale Kontakte pflegen kann. Auch fünfstündige Fahrten sind mit
entsprechenden Pausen offenbar möglich (act. G 3 S. 4; UV-act. 102 S. 3, UV-act. 103
S. 24). Das Kriterium ist somit erfüllt, wenn auch in nicht sehr ausgeprägter Weise. Im
Weiteren können ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen nicht
schon dann angenommen werden, wenn die Therapien zu keinem Heilungserfolg
führten. Dieses Kriterium ist deshalb nicht erfüllt. Ebenso wenig kann von einer
ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat,
gesprochen werden.
4.3 Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsfähigkeit anbelangt, ist gemäss BGE
134 V 109 Erw. 10.2.7 dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis
mittelschweren Schleudertraumen der HWS und leichten Schädelhirntraumen ein
längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen
Standpunkt aus eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist
daher massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu
überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Konkret
muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder in
den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person
können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher
Unannehmlichkeiten manifestieren. Sodann können Bemühungen um alternative, der
gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht
fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in
erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag,
kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.7). - Nachdem Dr. C._ im
Nachgang zum Unfall eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert hatte (UV-act. 58), wurde
von Seiten der Rehaklinik Bellikon für die Zeit nach Klinikaustritt und nach einer
Wiedereinstiegszeit von vier bis sechs Wochen (50 %) von einer vollen Arbeitsfähigkeit
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ausgegangen (UV-act. 40). Die MEDAS-Gutachter erachteten - unter anderem mit
Hinweis auf die posttraumatische Kopfschmerzproblematik - Einschränkungen im
Ausmass von 10-20 % aufgrund nicht voraussehbarer schmerz- und
schwindelbedingter Ausfälle als gegeben (UV-act. 103 S. 31, wobei sie die bezüglich
Kopfschmerzproblematik geäusserten Beschwerden mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 15. März 2007 zurückführten (UV-act.
103 S. 33), andernorts jedoch ausführten, eine Unfallkausalität der Kopfschmerzen
könne nach objektiven Kriterien weder ausgeschlossen noch bewiesen werden (UV-
act. 103 S. 34). Im Schreiben an das RAV vom 9. Februar 2009 erachtete Dr. C._ den
Beschwerdeführer für eine leichte behinderungsadaptierte Arbeit vermittelbar (act. G 9
Beilage 5). Selbst wenn im hier streitigen Einstellungszeitpunkt von einer 20 %igen
unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit auszugehen wäre, könnte damit eine erhebliche
Arbeitsunfähigkeit nicht bejaht werden. Im Weiteren sind Anstrengungen im oben
erwähnten Sinn aus den Akten in keiner Form ersichtlich. Der Einwand des
Beschwerdeführers, die fehlenden Arbeitsversuche seien eine Folge der fehlenden
Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt (act. G 1 S. 4), hilft hier nicht weiter. Vielmehr
ergibt sich daraus, dass keine Wiedereingliederungs-Versuche unternommen wurden.
Wenn der Beschwerdeführer in der Beschwerde auf einen (damals geplanten)
Arbeitsversuch auf Veranlassung des RAV im Juni 2009 hinweisen lässt (act. G 1 S. 4),
so ist festzuhalten, dass dieser Sachverhalt an den fehlenden Bemühungen bis zum
Zeitpunkt des Behandlungsabschlusses bzw. der Adäquanzprüfung nichts zu ändern
vermag. Dementsprechend kann dieses Kriterium nicht als erfüllt gelten.
Dem Unfall vom 15. März 2007 kann somit - bei höchstens zwei eher geringgradig
erfüllten Kriterien - keine adäquanzrechtlich massgebende Bedeutung für die über den
31. Dezember 2008 hinaus andauernden Beschwerden mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit zugemessen werden. Eine weitere medizinische Begutachtung kann
bei diesem Ergebnis unterbleiben. Die Einstellung der Taggeldleistungen und
Heilungskosten auf Ende Dezember 2008 lässt sich demgemäss nicht beanstanden.
4.4 Den Anspruch auf Rente und Integritätsentschädigung verneinte die
Beschwerdegegnerin mit Hinweis auf den fehlenden adäquat-kausalen Zusammenhang
der noch bestehenden Beschwerden zum streitigen Unfall, ohne die weiteren
Anspruchsvoraussetzungen zu prüfen. Die MEDAS-Gutachter verneinten einen
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unfallbedingten Integritätsschaden mit dem Hinweis, dass orthopädischerseits die
Reduktion der Belastbarkeit der Wirbelsäule als unfallfremd zu bezeichnen sei.
Bezüglich der Kopfschmerzproblematik könne ein morphologisches Korrelat nicht
gefunden werden (UV-act. 103 S. 34). Anhaltspunkte, aufgrund welcher diese
Einschätzung in Frage zu stellen wäre, sind weder aus den Akten ersichtlich noch
werden solche geltend gemacht. Im Weiteren bejahten die MEDAS-Gutachter zwar wie
dargelegt - gleich wie Dr. C._ (act. G 9 Beilage 5) - eine natürliche Unfallkausalität der
Kopfschmerzproblematik bzw. bezeichneten eine solche nach objektiven Kriterien als
weder bewiesen noch ausgeschlossen (UV-act. 103 S. 33 oben und S. 34) und leiteten
hieraus folgend eine 10-20 %ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ab (UV-act. 103 S.
32). Rentenleistungen sind jedoch insofern nicht näher zu prüfen, als es an einem
morphologischen Korrelat für die Kopfschmerzen fehlt (UV-act. 103 S. 34) und die
Adäquanz der Beschwerden zu verneinen ist. Dabei ist hinsichtlich Arbeitsfähigkeit
auch zu berücksichtigen, dass Dr. C._ den Beschwerdeführer wie erwähnt für eine
leichte behinderungsadaptierte Arbeit als vermittelbar erachtete (act. G 9 Beilage 5).
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde in Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 7. April 2009 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG