Decision ID: 12843cde-b241-5d04-8e6a-01f8a1b773bd
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
P._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh, Waisenhausstrasse 17, Postfach,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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St.Galler Gerichte
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a P._ meldete sich am 3. Juni 2004 zum Bezug von Hilfsmitteln der IV an
(Brustprothese; act. G 10.1/1). Mit Verfügung vom 16. Juni 2004 wurde der Antrag
gutgeheissen (act. G 10.1/4). Mit einer weiteren Anmeldung vom 10. August 2004
beantragte sie zusätzlich Arbeitsvermittlung und Rente, da sie infolge eines
halbseitigen Schmerzsyndroms myofascial mit Betonung der rechten Schulter sowie
eines Mammakarzinoms und Mammaamputation rechts im Februar/März 2004 zu 70 %
arbeitsunfähig sei (act. G 10.1/7). Mit Arztbericht vom 24. August 2004 diagnostizierte
der Hausarzt der Versicherten, Dr. med. A._, Innere Medizin, ein bifokales, mässig
differenziertes, invasiv duktales Mammakarzinom rechts im Bereich des oberen
äusseren Quadranten sowie rezidivierende Schübe eines Lumbovertebralsyndroms. Er
attestierte der Versicherten ab 2. Februar 2004 eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit und
ab dem 11. Mai 2004 eine solche von 50 %. Er hielt die bisherige Tätigkeit (als
Küchenhilfe bei B._) bei ca. 6 Stunden pro Tag für zumutbar. Bei einem weniger
hektischen Arbeitsplatz sei sogar eine vollständige Arbeitsfähigkeit möglich (act. G
10.1/16.5ff.). Mit Arztbericht vom 2. Oktober 2004 diagnostizierte Dr. med. C._,
Innere Medizin, ein chronisches Schmerzsyndrom im rechten Schultergürtelbereich, ein
Mammakarzinom rechts sowie einen Verdacht auf Anpassungsstörung. Er ging von
einer Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit von 100 % ab 1. Mai 2004
aus. Im Weiteren hielt er eine Teilarbeitsfähigkeit in einer adaptierten Umgebung und
unter Vermeidung schwerer Lasten für zumutbar (act. G 10.1/23.1ff). Ein weiterer
Arztbericht der Dres. D._ und E._, Klinik Valens, Rheuma- und
Rehabilitationszentrum, vom 14. Oktober 2004 (betreffend Aufenthalt vom 27. Juli bis
21. August 2004) diagnostizierte ein halbseitiges Schmerzsyndrom rechts, eine
Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion sowie ein bifokales, mässig
differenziertes Mammakarzinom rechts. Die Klinikärzte gingen davon aus, dass der
Versicherten die angestammte Tätigkeit noch zumutbar sei wie auch eine andere
wechselbelastende leichte Tätigkeit ohne zeitlichen und psychischen Druck. Es
bestehe aber eine zeitliche Einschränkung auf maximal 30 % oder rund 2,5 Stunden
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pro Tag (act. G 10.1/25). Zusammenfassend ging der RAD in seiner Stellungnahme
vom 21. Februar 2005 von einer mindestens 50 %igen Arbeitsfähigkeit für eine der
verminderten Schultergelenksbeweglichkeit sowie der verminderten Stresstoleranz
angepasste Tätigkeit aus (act. G 10.1/26). Am 29. April 2005 beantragte der
Eingliederungsberater die Rentenprüfung (act. G 10.1/29).
A.b Im Gutachten vom 11. Mai 2006 diagnostizierte die MEDAS Zentralschweiz mit
Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit eine milde posttraumatische
Belastungsstörung mit Akzentuierung der Symptomatik nach körperlicher Erkrankung.
Als Diagnose ohne Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führt das Gutachten einen
Status nach Ablatio mammae rechts mit axillärer Lymphknotenausräumung wegen
Mammakarzinom, ein Halbseitenschmerzsyndrom rechts ohne adäquates somatisches
Korrelat sowie einen Nikotinabusus an. In der bisherigen Tätigkeit als Hilfskraft im
Gastgewerbe und auch als Reinigungsfrau hielten die Gutachter die Versicherte noch
zu 50 % arbeitsfähig, wobei nur die psychopathologischen Befunde limitierend seien.
Auch eine andere vergleichbare Tätigkeit sei der Versicherten ebenfalls aus
psychopathologischen Gründen noch zu 50 % zumutbar. Den Beginn der
Arbeitsunfähigkeit legte die MEDAS auf den 13. April 2006 fest (act. G 10.1/37.13-14).
Nach einer Abklärung an Ort und Stelle, die die Qualifikation als Erwerbstätige
bestätigte, und diversen Stellungnahmen des RAD teilte die IV-Stelle St Gallen der
Versicherten mit Vorbescheid vom 21. November 2006 mit, dass sie bei einem
Invaliditätsgrad von 50 % ab 1. Dezember 2004 Anspruch auf eine halbe Rente habe
(act. G 10.1/52). Gleichzeitig wurde der Versicherten mitgeteilt, dass eine
Arbeitsvermittlung zur Zeit nicht möglich sei, da sie sich nicht in der Lage fühle, einer
beruflichen Tätigkeit nachzugehen (act. G 10.1/50 - 52).
A.c Mit (verspätetem) Einwand vom 16. Januar 2007 machte der Rechtsvertreter der
Versicherten geltend, dass sich gemäss Angaben des RAD vom 1. Juli 2005 der
psychische Befund deutlich verschlechtert habe und wohl nicht mehr von einer 50
%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Vielmehr liege der Arbeitsunfähigkeitsgrad über
50 %. Zudem sei bei der Invaliditätsberechnung neben einem grosszügigen
Leidensabzug auch ein Teilzeitabzug angezeigt, so dass ohne weiteres von einem
Invaliditätsgrad von 70 % auszugehen sei (act. G 10.1/58). Am 15. März 2007 verfügte
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die IV-Stelle sodann im angekündigten Sinn und sprach der Versicherten ab 1.
Dezember 2004 eine halbe Invalidenrente zu (act. G 10.1/60).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 18. April/30. Mai 2007 mit
den Anträgen, die Verfügung sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin sei eine
ganze Rente zuzusprechen. Ausserdem sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche
Rechtspflege zu gewähren. Zur Begründung wird ausgeführt, der RAD sei am 1. Juni
2005 zum Schluss gelangt, dass sich bei der Beschwerdeführerin der psychische
Befund deutlich verschlechtert habe und entsprechend nicht mehr von einer 50 %igen
Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Die MEDAS-Gutachter seien sodann davon
ausgegangen, dass mit stützender Psychotherapie, mit antidepressiver Behandlung
und mit verständnisvollem Arbeitgeber ein Arbeitseinsatz von 50 % möglich sei. Die
MEDAS-Schätzung sei somit von diversen unsicheren Faktoren abhängig, wobei
unwahrscheinlich sei, dass die Beschwerdeführerin auf Grund ihrer Invalidität und ihres
fortgeschrittenen Alters auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt einen verständnisvollen
Arbeitgeber finden werde. Auf Grund der schwierigen psychischen Situation und unter
Berücksichtigung eines Leidensabzugs sei von einem Invaliditätsgrad von (mindestens)
70 % auszugehen (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 6. August 2007 beantragt die Verwaltung Abweisung
der Beschwerde. Gestützt auf die Ausführungen von MEDAS und RAD sei davon
auszugehen, dass die Beschwerdeführerin die 50 %ige Arbeitsfähigkeit verwerten
könne. Mit der Formulierung des verständnisvollen Arbeitgebers sei gemeint, dass die
Beschwerdeführerin keinem grossen Leistungsdruck ausgesetzt werden könne. In
Frage kämen einfache Montage-, Bedienungs- oder Überwachungsarbeiten sowie
wenig anstrengende Hilfstätigkeiten im Dienstleistungsbereich. Solche Stellen seien in
ausreichender Zahl vorhanden. Bei der Beschwerdeführerin entspreche der
Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit, so dass ein Invaliditätsgrad von 50 %
resultiere (act. G 10).
B.c Mit Replik vom 20. September 2007 bestreitet der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin, dass sich auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ein
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verständnisvoller Arbeitgeber finden lasse. Vielmehr lägen der Annahme des
ausgeglichenen Arbeitsmarktes durchschnittliche Arbeitgeber zu Grunde, welche nicht
spezielle Rücksicht auf die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Arbeitnehmer
nähmen. Auch seien Hilfskräfte regelmässig einem grossen Leistungsdruck ausgesetzt.
Die von der MEDAS festgestellte Arbeitsfähigkeit beziehe sich nicht auf den
ausgeglichenen Arbeitsmarkt, es würden vielmehr ganz spezifische Anforderungen an
einen möglichen Arbeitgeber gestellt. Entsprechend liege die bei der Berechnung des
Invaliditätsgrades zu berücksichtigende Arbeitsfähigkeit tiefer. Mindestens sei aber der
Beschwerdeführerin auf Grund ihres Alters und der schlechten gesundheitlichen
Situation ein Leidensabzug zuzubilligen (act. G 15).
B.d Mit Duplik vom 8. Oktober 2007 hält die Beschwerdegegnerin an ihrer Auffassung
fest, dass die Restarbeitsfähigkeit verwertbar sei. Das Alter sei kein Grund für einen
Abzug, da sich das Alter in keiner Tätigkeit lohnsenkend auswirke (act. G 17).
B.e Mit Präsidialverfügung vom 14. August 2007 wurde der Beschwerdeführerin die
unentgeltliche Prozessführung bewilligt (act. G 12).

Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung vom 15. März 2007 eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist
(BGE 121 V 366 E. 1b), sind vorliegenddie bis zum 31. Dezember 2007 geltenden
materiellen Bestimmungen anwendbar.
Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
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besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente (aArt. 28 Abs. 1 IVG).
1.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich
des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a).
2.
2.1 Vorliegend bestreitet der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin die Beurteilung
der medizinischen Situation im Gutachten. So sei der Regionalärztliche Dienst am 1.
Juli 2005 zum Schluss gelangt, dass sich bei der Beschwerdeführerin der psychische
Befund deutlich verschlechtert habe und entsprechend nicht mehr von einer 50 %igen
Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Dies trifft zwar zu (act. G 10.1/32). Indessen führte
gerade diese Einschätzung zum Gutachtenauftrag an die MEDAS Zentralschweiz. Als
Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit führte das
Gutachten eine milde posttraumatische Belastungsstörung mit Akzentuierung der
Symptomatik nach körperlicher Erkrankung auf. Als Diagnosen ohne wesentliche
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert, wurden unter anderem ein
Status nach Ablatio mammae rechts mit axillärer Lymphknotenausräumung wegen
Mammakarzinom am 4. März 2004 sowie ein Halbseitenschmerzsyndrom rechts ohne
adäquates somatisches Korrelat genannt. Die Arbeitsfähigkeit wurde sowohl für die
angestammte Tätigkeit als Hilfskraft im Gastgewerbe und als Reinigungsfrau wie auch
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für andere, vergleichbare Tätigkeiten auf 50 % festgelegt, wobei einzig die
psychopathologischen Befunde limitierend seien (act. G 10.1/37.13). Im
entsprechenden psychiatrischen Konsilium führte Dr. med. F._, FMH für Psychiatrie
und Psychotherapie, aus, die Kriegsereignisse in Bosnien stellten den entscheidenden
Faktor in der Biographie der Beschwerdeführerin dar. Ihr Mann sei im Krieg
umgekommen. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod habe intensive
Erinnerungen an den Mann geweckt und die in den Akten beschriebene depressive
Entwicklung begünstigt. Die Beschwerdeführerin habe überzeugend darlegen können,
dass sie nach dem Tod des Mannes keine Möglichkeit gehabt habe, sich mit den
Ereignissen auseinander zu setzen, und dass diese bis zum heutigen Tag belastend
seien. Die relativ milden körperlichen Folgen der Karzinomerkrankung, die allerdings
auch persistierenden Zukunftsängste in Bezug auf die Prognose akzentuierten die
Thematik und erklärten die persistierenden Beschwerden. Die ambulante
Psychotherapie sei begonnen worden, werde aber nach der stattgefundenen
Chronifizierung der Störung keine raschen Erfolge bringen (act. G 10.1/.37.25).
Mit der Beschwerdegegnerin ist davon auszugehen, dass das Gutachten in
medizinischer Hinsicht nachvollziehbar erscheint. Insbesondere ist festzustellen, dass
der psychiatrische Gutachter Kenntnis hatte über die Behandlung im Psychiatrischen
Zentrum St. Gallen, nahm er doch mit der betreuenden Psychologin Rücksprache.
Dabei stellte sich ein Konsens in Bezug auf das Vorliegen einer posttraumatischen
Belastungsstörung heraus. Im Weiteren war sich der Gutachter im Klaren über die in
den Akten beschriebene depressive Entwicklung (vgl. act. G 10.1/37.24 f.). Wenn auch
die Klinik Gais zuletzt eine schwere depressive Episode mit somatischen Symptomen
im Rahmen einer depressiven Anpassungsstörung diagnostizierte (vgl. act. G
10.1/37.6), so bedeutet dies keineswegs, dass die Beurteilung durch Dr. F._ nicht
überzeugend oder gar unhaltbar wäre. Zum einen relativierte die Klinik Gais ihre
Diagnose selber wieder, indem sie bei der Beurteilung und dem Verlauf des
Klinikaufenthaltes lediglich von einer mittelgradigen depressiven Episode bzw. sogar
nur von einer depressiven Verstimmung ausging (act. G 10.1/37.6). Zum anderen wird
das Vorliegen eines depressiven Geschehens auch vom Gutachter anerkannt (vgl. act.
G 10.1/37.25). Mit dem RAD ist somit davon auszugehen, dass die psychische
Problematik im Gutachten adäquat berücksichtigt wurde und jedenfalls nicht durch
andere fachärztliche Berichte ernstlich erschüttert werden könnte. Mit dem RAD ist
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sodann davon auszugehen, dass sich die vom MEDAS-Gutachten attestierte 50 %ige
Arbeitsunfähigkeit - unabhängig von der genauen Subsumierung unter eine
psychiatrische Diagnose (posttraumatische Belastungsstörung, Anpassungsstörung
mit depressiver Reaktion oder depressive Episode) - plausibel nachvollziehen lässt.
Dem steht auch nicht entgegen, dass der psychiatrische Konsiliargutachter eine
stützende Psychotherapie mit antidepressiver Behandlung und verständnisvollem
Arbeitgeber für wünschenswert hält. Entgegen der Ansicht des Rechtsvertreters geht
das Gutachten nicht davon aus, dass die 50 %ige Arbeitsfähigkeit in der
angestammten oder einer ähnlichen Tätigkeit erst nach erfolgreichem Abschluss einer
Psychotherapie und einer antidepressiven Behandlung erlangt werden könne. Vielmehr
soll die empfohlene Therapie dazu dienen, die noch (bzw. bereits) vorhandene
Arbeitsfähigkeit zu stützen und damit eine weitere Verschlechterung zu verhindern.
Entsprechend wurde auch der Konsensbeurteilung kein Erfordernis einer erfolgreich
absolvierten Therapie zu Grunde gelegt. Ebenso wenig wurde der Konsensschätzung
das Erfordernis eines speziell verständnisvollen Arbeitgebers in dem Sinn zu Grunde
gelegt, dass dieser irgendwelche spezifischen Anforderungen zu erfüllen hätte.
Vielmehr erachteten die Gutachter die Beschwerdeführerin sogar in den angestammten
Tätigkeiten als Hilfskraft im Gastgewerbe sowie als Reinigungsfrau als zu 50 %
arbeitsfähig. Zusammenfassend ist festzustellen, dass auf das Gutachten
vollumfänglich abgestellt werden kann.
2.2 Schliesslich beantragt der Rechtsvertreter in der Replik, es sei beim
Invalideneinkommen ein Leidensabzug von 15 % vorzunehmen. Zwar wäre nach der
Rechtsprechung nicht ausgeschlossen, das Erfordernis eines verständnisvollen
Umfeldes über einen Leidensabzug zu berücksichtigen (vgl. Entscheid des
Bundesgerichts vom 29. Mai 2008 [8C_778/2007]). Angesichts der Tatsache, dass
bereits beim Valideneinkommen infolge Minderverdienstes eine Parallelisierung mit
dem Invalideneinkommen stattgefunden hat (vgl. act. G 10.1/29.1), könnte ein solcher
Leidensabzug wohl nicht mehr als 10 % betragen. Die Frage kann jedoch offen
bleiben, würde doch selbst der beantragte Leidensabzug von 15 % nicht zu einer
höheren Rente führen (IV-Grad 57,5 % anstatt 50 %).
Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen.
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3.
3.1 Der Beschwerdeführerin wurde die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung am 14. August 2007 bewilligt. Wenn die wirtschaftlichen
Verhältnisse der Beschwerdeführerin es gestatten, kann sie jedoch zur Nachzahlung
der Gerichtskosten, der Auslagen für die Vertretung und der vom Staat entschädigten
Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/
SG).
3.2 Der unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von
Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung
zu befreien.
3.3 Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die
Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen. Die
Parteientschädigung bemisst sich nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses (Art. 61 lit. g Satz 2 ATSG). Unter Berücksichtigung dieser
Kriterien erweist sich eine Parteientschädigung von Fr. 3500.-- (inklusive Barauslagen
und Mehrwertsteuer) als angemessen. Diese Entschädigung ist bei der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung um einen Fünftel herabzusetzen (Art. 31 Abs. 3 des st.
gallischen Anwaltsgesetzes). Die Entschädigung beträgt somit Fr. 2800.-- (inkl.
Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht