Decision ID: a1f7ca31-f734-51cc-a153-6e61e108ec84
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Bolt, Auerstrasse 2, Postfach 91,
9435 Heerbrugg,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 13. Mai 2008 zum Bezug einer Rente bei der IV-Stelle des
Kantons St. Gallen an (IV-act. 1-1 ff.). Gemäss Austrittsbericht der Klinik für
Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vom 14. Februar 2008
war der Versicherte vom 8. bis 13. Februar 2008 im KSSG hospitalisiert gewesen. Im
Austrittsbericht wurde ein subacromiales Impingement der Schulter rechts
diagnostiziert und eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit vom 8. bis 26. Februar 2008
attestiert (Fremdakten G 4.2, M8/1).
A.b Am 3. Juni 2008 erstattete das KSSG einen Bericht. Darin wird ausgeführt, dem
Versicherten sei eine leichte Arbeit ohne Überkopfarbeit oder Tragen und Heben von
Gewichten von mehr als 5 kg im Ausmass von 50 % zumutbar (Fremdakten G 4.2, M9).
A.c In einem Protokoll vom 10. Juni 2008 nannte Dr. med. B._ vom IV-internen
regionalen ärztlichen Dienst (RAD) nach einem gleichentags geführten Gespräch mit
dem behandelnden Arzt Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, die die
Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden Diagnosen eines Status nach Schulter-Operation
vom 11. Februar 2008 (arthroskopische subacromiale Dekompression) sowie eines
ubiquitären Schmerzsyndroms (Schulter, LWS, Knie), DD somatoforme
Schmerzstörung, und wies darauf hin, der seit ca. Frühling 2007 gesundheitlich
beeinträchtigte Versicherte könne ca. vier Stunden täglich eine körperlich leichte,
schulterschonende Tätigkeit ausüben. Dr. C._ unterzeichnete das Protokoll am
16. Juni 2008 und ergänzte handschriftlich, ca. vier Stunden Arbeit sollten möglich
sein, aktuelle medizinische Behandlungen seien noch abzuwarten (IV-act. 24).
A.d Mit Schreiben vom 12. Juni 2008 (IV-act. 21-15) reichte die Firma D._ einen
Arbeitgeberbericht vom 11. Juni 2008 ein (IV-act. 21-1 ff.). Darin wird ausgeführt, dass
der Versicherte seit dem 20. Januar 2000 als Betriebsmitarbeiter im Unternehmen tätig,
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jedoch seit dem 19. April 2007 krankheitsbedingt abwesend sei. Dem Versicherten
könne ein adaptierter Arbeitsplatz praktisch ohne physische Belastung zur Verfügung
gestellt werden (IV-act. 21-7). Mit Schreiben vom 16. Juni 2008 forderte die
Arbeitgeberin den Versicherten aufgrund der ärztlich attestierten Zumutbarkeit einer
angepassten Tätigkeit dazu auf, die Arbeit im Unternehmen unverzüglich wieder
aufzunehmen (IV-act. 25-1).
A.e Am 3. Juli 2008 erstattete das KSSG erneut einen Bericht. Darin werden die
Diagnose einer Gonarthrose links und die Nebendiagnose einer Omarthrose rechts
genannt. Das Angebot einer Kniearthroskopie mit einer Erfolgsaussicht von 40 % auf
Schmerzlinderung werde aktuell vom Patienten abgelehnt (IV-act. 28-1 f.).
A.f Im Auftrag der involvierten Krankentaggeldversicherung führte die Zentrum für
Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene (AEH) AG am 3./4. Juli 2008 eine
Funktionsorientierte Medizinische Abklärung (FOMA) durch. Im Bericht vom 17. Juli
2008 stellten die Gutachter folgende Diagnosen: Ein myofaszial betontes Nacken-
Schulter-Arm-Schmerzsyndrom rechts, eine Periarthropathia genu mit Betonung des
vorderen Kompartimentes sowie eine anamnestische Hypertonie, medikamentös
behandelbar. Sie attestierten eine 75 %ige Arbeitsfähigkeit in konkret angebotener
angepasster Tätigkeit, steigerbar bei weiterer Angewöhnung und Behandlung der
Kniebeschwerden links. Eine wechselpositionierte Tätigkeit und nur kurzzeitige
Überkopfarbeit im leichten bis mittelschweren Bereich sei dem Versicherten ganztags
ohne vermehrte Pausen und ohne weitere Leistungsreduktion zumutbar (Fremdakten G
4.2, M 10/1 ff.)
A.g Mit Schreiben vom 6. August 2008 und 26. September 2008 forderte die Arbeit
geberin den Versicherten auf, aufgrund seiner durch die AEH AG festgelegten, nun im
Pensum von mindestens 75 % zumutbaren Arbeitsfähigkeit die ihm angebotene
adaptierte Tätigkeit im Unternehmen unverzüglich bzw. bis spätestens am 6. Oktober
2008 aufzunehmen (IV-act. 30-1 f., 37-1). Aufgrund der mündlichen Beteuerung des
Versicherten vom 6. Oktober 2008, der Arbeit nicht nachgehen zu können und diese
nicht mehr aufzunehmen, stellte ihm die Arbeitgeberin die ordentliche Kündigung per
Ende 2008 zu (IV-act. 38-5).
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A.h Im Auftrag der IV-Stelle erstattete Hausarzt Dr. C._ am 6. März 2009 einen
Bericht (IV-act. 45-2 ff.). Er stellte eine eher schlechte Prognose, führte aus, die
Schmerzen seien fixiert und nun seien auch psychische Probleme hinzugekommen,
und verwies u.a. auf den beigelegten Arztbericht des KSSG vom 13. August 2008 (IV-
act. 45-6 f.). Darin wurden die Diagnosen einer beginnenden Gonarthrose links, einer
Omarthrose rechts sowie eines vertebrogenes Schmerzsyndroms genannt (IV-
act. 45-6).
A.i Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 11. Mai 2009 mit, dass die Arbeitsver
mittlung abgeschlossen werde (IV-act. 44-1).
A.j Im Auftrag der IV-Stelle erstattete das Psychiatrie-Zentrum Rheintal am
24. Dezember 2009 einen Bericht (IV-act. 53-2 ff.). Darin wurde ausgeführt, der Ver
sicherte sei seit dem 20. Mai 2008 in ambulanter Behandlung; es wurden folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, bestehend seit Frühling 2008,
genannt: eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) sowie eine
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21). Dem Ver
sicherten wurde aus psychiatrischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um
ca. 30 % attestiert; ausschlaggebend sei das somatische Leiden des Patienten (IV-
act. 53-3).
A.k Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Medizinische Abklärungsstelle (MEDAS)
Ostschweiz am 1. Juli 2010 ein polydisziplinäres Gutachten inkl. psychiatrischem
Consiliargutachten mit Untersuchungsdaten 25. und 26. Mai 2010 (IV-act. 58-1 ff.). Die
Gutachter stellten folgende Hauptdiagnosen (mit Einschränkung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit): eine leichte bis mittelgradige depressive Störung ohne somatisches
Syndrom sowie ein generalisiertes chronisches Schmerzsyndrom mit vielen vegetativen
Begleitbeschwerden (IV-act. 58-10). Die Gutachter führten aus, dass für körperlich eher
leichtere bis vereinzelt mittelschwere rückenadaptierte Tätigkeiten eine geschätzte Ein
schränkung von 30 % vorwiegend aufgrund der aufgeführten psychischen Faktoren
bestehe (IV-act. 58-12).
A.l Dr. med. E._ vom RAD hielt am 6. Juli 2010 in einer internen Stellungnahme
fest, dass das MEDAS-Gutachten in sich widerspruchsfrei sei und die Schluss
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folgerungen versicherungsmedizinisch plausibel nachvollziehbar seien; es bestehe eine
Arbeitsunfähigkeit von 30 % aus psychiatrischen Gründen. Als Adaptationskriterien
nannte Dr. E._ körperlich leichtere bis vereinzelt mittelschwere rückenadaptierte
Tätigkeiten mit Wechselbelastung ohne ausgesprochene Stressbelastung (IV-act.
59-1).
A.m Mit Vorbescheid vom 19. Juli 2010 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Ab
weisung des Leistungsgesuchs in Aussicht (IV-act. 62-1 f.). Der Invaliditätsgrad betrage
31 % (Valideneinkommen: Fr. 59'973.--, Invalideneinkommen Fr. 41'438.--).
A.n Der Versicherte liess am 10. September 2010 Einwand gegen den Vorbescheid
erheben (IV-act. 63-1 f.). Er beantragte die Zusprache einer Dreiviertelsrente, basierend
auf einem Invaliditätsgrad von 61 %, und bemängelte hauptsächlich, das MEDAS-
Gutachten habe die somatischen Einschränkungen kaum berücksichtigt. Dem Einwand
wurde ein Bericht von Dr. C._ vom 22. August 2010 beigelegt, welcher dem Ver
sicherten eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % attestierte (IV-act. 63-5).
A.o Mit Verfügung vom 1. Oktober 2010 wies die IV-Stelle das Rentengesuch des Ver
sicherten bei einem errechneten Invaliditätsgrad von 31 % ab (IV-act. 64-1 ff.).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die am 8. November 2010 erhobene Be
schwerde. Darin wird beantragt, es sei die Verfügung vom 1. Oktober 2010 aufzuheben
und dem Beschwerdeführer eine Dreiviertelsrente ab 1. April 2008 zuzusprechen. In der
Beschwerdebegründung wird im Wesentlichen ausgeführt, es sei davon auszugehen,
dass die Beschwerden des Beschwerdeführers fälschlicherweise zentral auf
psychische Umstände zurückgeführt würden und demnach dessen Arbeitsunfähigkeit
falsch beziffert werde, da dessen belegte somatische Beschwerden zu wenig
Beachtung gefunden hätten. Folglich sei der Beurteilung von Dr. C._ zu folgen,
wonach die somatischen Beschwerden für die Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers zentral seien. Die Arbeitsunfähigkeit sei unter Berücksichtigung
sämtlicher Beschwerden, insbesondere der somatischen, mit 50 % zu beziffern. Dem
Beschwerdeführer müsse im Weiteren aufgrund seines fortgeschrittenen Alters, der
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schlechten Integration mit sehr beschränkten Deutschkenntnissen, seiner minimalen
Schulbildung und der Tatsache, dass er nur noch leichte Hilfstätigkeit verrichten könne,
ein Leidensabzug von 15-20 % gewährt werden. Zudem stehe ihm aufgrund der
Attestierung einer 50 %igen Arbeitsunfähigkeit durch seinen Hausarzt ein Teilzeitabzug
von 10 % zu. Im Ergebnis rechtfertige sich damit ein Abzug von 25 %. Der
Invaliditätsgrad betrage mithin 64 % (Valideneinkommen: Fr. 59'973.--,
Invalideneinkommen Fr. 21'294.--). Damit habe der Beschwerdeführer Anspruch auf
Ausrichtung einer Dreiviertelsrente ab 1. April 2008 (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 23. Dezember 2010 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie im
Wesentlichen aus, das MEDAS-Gutachten habe wegen der relativ harmlosen
somatischen Befundlage die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu Recht als
lediglich qualitativ eingeschränkt taxiert und diesem in einer körperlich leichten bis
vereinzelt mittelschweren rückenadaptierten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit,
welche Schätzung zudem mit derjenigen im AEH-Gutachten übereinstimme, attestiert.
Die Einwände im Schreiben C._ seien nicht stichhaltig. Entgegen der
Arbeitsfähigkeitsschätzung des MEDAS-Gutachten im somatischen Bereich stehe die
psychiatrisch festgesetzte Arbeitsfähigkeit von lediglich 30 % nicht im Einklang mit der
Rechtsprechung des Bundesgerichts. Bei der beim Beschwerdeführer diagnostizierten
leichten bis mittelgradigen depressiven Störung handle es sich um eine reaktive
Begleiterscheinung zur Schmerzstörung. Eine solche Depression stelle gemäss der
aktuellen Bundesgerichtsrechtsprechung von vornherein keine Komorbidität dar, weil
kein von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbarer verselbständigter
und pathologischer Gesundheitsschaden vorliege. Das von der MEDAS diagnostizierte
chronische Schmerzsyndrom sei nicht invalidisierend, weil keine psychische
Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer ersichtlich sei. Auch
andere Faktoren, welche die ansonsten zumutbare Willensanstrengung für die
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit behindern könnten, lägen beim Beschwerdeführer
nicht in der notwendigen Intensität vor. Demnach sei gemäss der vom Bundesgericht
seit Urteil vom 12. März 2004 gefestigten Praxis von einer vollen Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers aus psychischen Gründen in einer rückenadaptierten Tätigkeit
auszugehen. Das invalidisierende Ereignis sei beim Beschwerdeführer etwa im Frühling
2007 eingetreten. Demnach könne das von ihm im Jahr 2006 erzielte
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Erwerbseinkommen von Fr. 59'973.-- als Valideneinkommen festgesetzt werden. Vom
statistisch erhobenen Tabellenlohn 2006 (Qualifikationsstufe 4) von Fr. 59'197.-- könne
ein Leidensabzug von 10 % gewährt werden, was ein Invalideneinkommen von Fr.
53'277.-- ergäbe. Daraus resultiere ein Invaliditätsgrad von 12 %, welcher keinen
Anspruch auf eine IV-Rente entstehen lasse (act. G 4).
B.c In der Replik vom 24. Januar 2011 lässt der Beschwerdeführer an seinen
Anträgen festhalten. Er führt im Wesentlichen aus, das MEDAS-Gutachten und die
Beschwerdegegnerin liessen das im Bericht des KSSG vom 14. Februar 2008 belegte
subacromiale Impingement Schulter rechts völlig unbeachtet. Zudem weiche das
MEDAS-Gutachten auch erheblich von der Einschätzung des behandelnden Arztes Dr.
C._ ab. Daher sei das Gutachten in Bezug auf die somatischen Beschwerden
zumindest ungenügend und somit rechtsfehlerhaft. Es sei daher die Frage der
Auswirkung der somatischen Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers in einem umfassenden weiteren medizinischen Gutachten zu
beantworten. Es gehe zudem weder aus dem MEDAS-Gutachten noch aus dem
Bericht des psychiatrischen Zentrums vom Dezember 2009 hervor, weshalb es sich bei
den psychiatrischen Beschwerden des Beschwerdeführers nur um eine reaktive
Begleiterscheinungen zur Schmerzstörung handeln solle, wie dies die
Beschwerdegegnerin darlege. Der Tabellenlohn gemäss LSE 2006 Niveau IV betrage
im Übrigen Fr. 56'784.-- und nicht Fr. 59'197.--. Der Beschwerdeführer habe Anspruch
auf einen Leidens-/Teilzeitabzug von gesamthaft 25 %. Bei einem Valideneinkommen
von Fr. 59'973.-- und einer Ausgangsbasis für das Invalideneinkommen von Fr.
56'784.--, einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 50 % und einem Abzug von 25 %
ergebe sich ein Invaliditätsgrad von insgesamt 64 %. Der Beschwerdeführer habe
somit Anspruch auf eine Dreiviertelsrente ab 1. April 2008 (act. G 7).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 9).

Erwägungen:
1.
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1.1 Als Invalidität gilt gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder
länger dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat
die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %,
auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn
sie mindestens zu 50 % oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 %
invalid ist.
1.2 Grundlage der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens ist die
Arbeitsfähigkeitsschätzung. Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und
somit den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die
Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar
erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten
Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im
Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten,
die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in
die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen
Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V
351 E. 3b/bb).
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin stützt sich in der angefochtenen Verfügung auf die Be
gutachtung durch die MEDAS Ostschweiz (IV-act. 58-1 ff.).
2.1.1 Die Gesamtbeurteilung hat nach der Untersuchung des Beschwerdeführers
im Mai 2010 am 1. Juli 2010 als Hauptdiagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
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eine leichte bis mittelgradige depressive Störung ohne somatisches Syndrom sowie
ein generalisiertes chronisches Schmerzsyndrom mit vielen vegetativen Begleit
beschwerden ergeben. Als Nebendiagnosen ohne wesentliche Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit werden eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, ein Status
nach arthroskopischem Eingriff mit subacromialer Dekompression rechte Schulter bei
mässigen degenerativen Veränderungen, eine Femoropatellararthrose links, eine
Adipositas sowie eine medikamentös kontrollierte arterielle Hypertonie genannt (IV-act.
58-10). Die Gutachter führten aus, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
durch ein generalisiertes chronisches Schmerzsyndrom, welches klinisch und bild
gebend wenig objektivierbar sei, eingeschränkt werde. Trotzdem würden körperliche
Schwerarbeit oder Tätigkeiten mit ausgesprochener Stressbelastung entfallen. Für
körperlich eher leichtere bis vereinzelt mittelschwere rückenadaptierte Tätigkeiten
bestehe eine geschätzte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 %, vorwiegend
aufgrund der aufgeführten psychischen Faktoren. Die Gutachter machten geltend, dass
im Bericht/Gutachten des AEH vom Juli 2008 gleichartige Beschwerden betont
würden. Trotz der schon einige Monate vorher begonnenen psychiatrischen
Behandlung habe im AEH-Gutachten keine psychiatrische Beurteilung stattgefunden.
In somatischer Hinsicht fehle im AEH-Gutachten ein Körper-Status, es seien lediglich
partiell Lokalbefunde des Bewegungsapparates beschrieben. Die Arbeitsprognose
bezeichneten die (MEDAS-) Gutachter als schlecht. Es spielten dabei auch viele
psychosoziale, IV-rechtlich invaliditätsfremde Faktoren eine Rolle (IV-act. 58-12).
2.1.2 Das psychiatrische Consiliargutachten von med. pract. F._,
eidg. Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ergab die Diagnose einer leichten
bis mittelgradigen depressiven Störung ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.00/10)
sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4). Der Gutachter
führte aus, dass er, wie auch das Psychiatrie-Zentrum aktuell, aus rein psychiatrischer
Sicht in einer dem körperlichen Leiden adaptierten Tätigkeit von einer Einschränkung
von 30 % ausgehe. Dies unter Berücksichtigung der Foerster-Kriterien, wie aber auch
der IV-fremden Faktoren wie Sprache, Ausbildung, Alter und Krankenrolle.
Rückwirkend sei es schwierig zu beurteilen, seit wann diese depressive Störung
bestehe. Psychiatrisch handle es sich um eine Umkodierung von der Anpassungs
störung zur leichten bis mittelgradigen depressiven Erkrankung, die gemäss ICD nach
zwei Jahren erfolgen müsse. Der Gutachter ist der Meinung, dass im Gutachten der
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AEH AG ohne fachärztliche Beurteilung die psychische Seite als unauffällig beurteilt
werde, obwohl der Beschwerdeführer bereits in psychiatrischer Behandlung gewesen
sei, gemäss Psychiatrie-Zentrum unter einer Anpassungsstörung mit längerer
depressiver Stimmung gelitten habe und zu 30 % in der Arbeitsfähigkeit als
eingeschränkt beurteilt worden sei. Die Prognose sei im Übrigen ungünstig (IV-act.
58-20 f.).
2.2 Im MEDAS-Gutachten wurde festgehalten, dass die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers durch ein generalisiertes chronisches Schmerzsyndrom, welches
klinisch und bildgebend wenig objektivierbar sei, eingeschränkt werde. Für körperlich
eher leichtere bis vereinzelt mittelschwere rückenadaptierte Tätigkeiten bestehe eine
geschätzte Einschränkung von 30 %, jedoch vorwiegend aufgrund der psychischen
Faktoren (IV-act. 58-11 f.). Im Austrittsbericht des KSSG vom 14. Februar 2008
diagnostizierten die behandelnden Ärzte ein subacromiales Impingement der Schulter
rechts (Fremdakten G 4.2, M8/1). Die Gutachter der AEH AG hielten am 17. Juli 2008
fest, ein spezifisches Impingement bestehe nicht mehr. Hinsichtlich der rechten
Schulter wird ausgeführt, dass in objektiver Hinsicht in Elevation und Aussenrotation
jeweils leichtgradige Beweglichkeitseinschränkungen mit deutlicher Diskrepanz
zwischen der Beobachtung in der klinischen Untersuchung und der Spontanbewegung
sowohl im Gespräch, bei sonstigen Körperaktivitäten wie auch Überkopftätigkeit in der
arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit bestünden. Die isometrischen
restriktiven Tests seien in allen Richtungen identisch schmerzhaft und die
Krafteinschränkung nicht definitiv beurteilbar gewesen, jedoch bei negativen Leg-Tests
ohne Hinweise auf vollständige Rotatorenmanschettenruptur. In Bezug auf das linke
Knie bestehe eine beginnende Gonarthrose etwas medial und femoropatellär betont bei
sonst intakten Meniszi und ligamentären Verhältnissen und ohne Hinweis auf eine
Synovitis. Trotz diffuser Problematik, welche Folge der Krankheitsentwicklung sein
dürfte, bestünden strukturelle Veränderungen, die unter Abstraktion des aktuellen
Verhaltens zumindest für schwerere und Überkopfarbeiten Einschränkungen bedeuten
dürften. Ebenso seien die Kniebeschwerden links zu deuten, welche im beschränkten
Masse vorhandene strukturelle Veränderungen zeitigten und ebenfalls unter
Abstraktion der Symptomausweitung gewisse Einschränkungen insbesondere beim
längeren Gehen und Stehen und bei Tätigkeiten in knieender Position, welche aktuell
zwar nicht relevant seien, begründen könnten (Fremdakten G 4.2, M 10/3 f.). In einer
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wechselseitigen Tätigkeit im Sinne des Wechsels zwischen Sitzen und Stehen und nur
kurzzeitiger Überkopfarbeit im leicht bis mittelschweren Bereich (Hantieren von Lasten
bei 15 kg) attestierten die Gutachter der AEH AG dem Beschwerdeführer eine
ganztägige Arbeitsfähigkeit ohne vermehrte Pausen und ohne weitere
Leistungsreduktion (Fremdakten G 4.2, M 10/6). Auch unter Berücksichtigung dieser
medizinischen Akten erscheinen die Schlussfolgerungen und die
Arbeitsfähigkeitsschätzung der MEDAS-Gutachter in somatischer Hinsicht begründet
und nachvollziehbar.
2.3 In psychischer Hinsicht ist jedoch festzustellen, dass die Ausführungen im psy
chiatrischen Consiliargutachten teilweise widersprüchlich bzw. unklar erscheinen:
Einerseits besteht gemäss Gutachter explizit keine ausreichende psychische
Komorbidität, welche die Schmerzüberwindung des Beschwerdeführers hindern
könnte, andererseits attestierte der psychiatrische Gutachter trotzdem allein wegen der
psychischen Erkrankung eine Arbeitsunfähigkeit von 30 %. Der Gutachter stützte sich
hierbei unter anderem auf den Bericht des Psychiatrie-Zentrums vom 24. Dezember
2009 (IV-act. 58-21, 53-3). Zudem bemängelte er, dass im Gutachten der AEH AG kein
Hinweis auf die bereits bestandene psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung
zu finden sei. Ohne fachärztliche Beurteilung hätten die Gutachter der AEH AG die
psychische Situation dahingehend beurteilt, dass keine Hinweise auf eine namhafte
Depression oder Angststörung vorlägen. Dagegen sei der Beschwerdeführer bereits
seit Mai 2008 in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung und im Rahmen
dieser sei eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion diagnostiziert
worden, die eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 % gemäss Bericht des
Psychiatrie-Zentrums nach sich ziehe. Der psychiatrische Gutachter der MEDAS ging
folglich davon aus, dass das Gutachten der AEH AG nicht vollständig sei und eine Be
urteilung des psychischen Zustandsbildes grundsätzlich nicht erfolgt war (IV-act.
58-10). Jedoch scheint die Ausführung hinsichtlich einer damals schon seit Monaten
andauernden psychiatrischen Behandlung im Psychiatrie-Zentrum nicht zutreffend zu
sein: Gemäss Aktennotiz des RAD vom 10. Juni 2008 war der Beschwerdeführer
nämlich zum damaligen Zeitpunkt noch gar nicht in psychiatrischer Behandlung. Der
RAD-Arzt führte nach Einholung einer telefonischen Auskunft bei Dr. G._ des
Psychiatrie-Zentrum aus, der Beschwerdeführer sei am 20. Mai 2008 auf Veranlassung
seiner dort in Behandlung stehenden Ehefrau beim Psychiatrie-Zentrum vorstellig
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geworden, jedoch habe sich daraus kein weiterer diagnostischer/therapeutischer
Ansatz ergeben (IV-act. 17-1). Eine dauerhafte ambulante psychiatrisch-
psychotherapeutische Behandlung wurde folglich erst später aufgenommen. Insgesamt
erscheint die Begründung der im Ausmass von 30 % eingeschränkten Zumutbarkeit
zur Willensanstrengung, trotz der Schmerzen einer Arbeit nachzugehen, nicht
hinreichend nachvollziehbar. Die Höhe der effektiven Einschränkung kann vorliegend
jedoch offen bleiben, da der Einkommensvergleich (vgl. Ziff. 3) selbst unter
Berücksichtigung einer 30 %igen Arbeitsunfähigkeit keinen Anspruch auf eine Rente
ergibt.
3.
3.1 Auf der Basis des gutachterlich attestierten Arbeitsfähigkeitsgrades für eine
leidensadaptierte Tätigkeit ist im Folgenden der Invaliditätsgrad zu bemessen.
Rechtsprechungsgemäss ist bei der Ermittlung des Valideneinkommens entscheidend,
was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Da nach
empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weiter
geführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Validenein
kommens grundsätzlich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte,
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepasste Ver
dienst (vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S. K. vom 23. März 2009, 8C_515/2008). Es
rechtfertigt sich daher, von den Einkommensverhältnissen im letzten Jahr vor Eintritt
der gesundheitlichen Beeinträchtigung, nämlich 2006, auszugehen. Der
Beschwerdeführer erzielte im Jahr 2006 ein Einkommen von Fr. 59'973.-- (IV-act. 15-1),
das unbestrittenermassen als Valideneinkommen bezeichnet werden kann.
3.2 Nach Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung stehen dem
Beschwerdeführer gemäss dem Begutachtungsergebnis noch verschiedene
Hilfstätigkeiten offen. Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret
steht. Hat sie nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an
sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen (vgl. IV-act. 122-11), so können
nach der Rechtsprechung statistische Werte (Tabellenlöhne) beigezogen werden (BGE
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129 V 472 E. 4.2.1, Bundesgerichtsentscheid i/S C. vom 19. Juni 2008, 9C_81/2008).
Der durchschnittliche Tabellenlohn gemäss LSE 2006 (TA1, Niveau 4 Männer) betrug
unter Berücksichtigung der durchschnittlichen betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7
Stunden im Jahr Fr. 59'197.30 (Fr. 4'732.-- x 12 x [41.7/40], Niveau 4).
3.3 Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre
gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur
mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist ein Abzug von den
Tabellenlöhnen zu machen. Mit dem behinderungsbedingten Abzug wird in der Praxis
dem Umstand Rechnung getragen, dass versicherte Personen, die in ihrer letzten
Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten, nach Eintritt des Gesundheitsschadens
auch für leichtere Arbeiten nur beschränkt einsatzfähig sind, dass sie - unabhängig von
der früher ausgeübten Tätigkeit - als gesundheitlich Beeinträchtigte im Rahmen leichter
Hilfsarbeitertätigkeiten nicht mehr voll leistungsfähig sind oder dass weitere
persönliche und berufliche Merkmale wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit,
Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die
Höhe des Lohnes haben können. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der
Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter
Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf
höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen. (vgl. zum Ganzen: BGE 134 V 322
E. 5.2 und BGE 126 V 75). - Die medizinisch bedingten Einschränkungen des
Beschwerdeführers sind bei der Festsetzung der Arbeitsfähigkeit bereits berücksichtigt
worden. Alter, Migrationshintergrund, schlechte Sprachkenntnisse sowie
Ausbildungsstand bieten ebenfalls nicht Grund für einen Abzug, weil sie sich auf das
Validen- wie auf das Invalideneinkommen gleichermassen auswirken. Vorliegend ist
allerdings zu beachten, dass der Beschwerdeführer als Hilfsarbeiter nur noch für
körperlich eher leichtere bis vereinzelt mittelschwere rückenadaptierte Tätigkeiten
arbeitsfähig ist. Überdies ist er aufgrund seiner psychischen Einschränkungen mit
reduzierter emotionaler Belastbarkeit (Stresstoleranz) auf besonderes Verständnis
seitens des Arbeitgebers und der Arbeitskollegen angewiesen. Es ist deshalb damit zu
rechnen, dass der Beschwerdeführer im Vergleich zu gesunden Mitbewerbern um eine
entsprechende Stelle auf dem Arbeitsmarkt ein geringeres Einkommen erzielen wird.
Tabellenlöhne werden bei gesunden Arbeitnehmern erhoben. In Würdigung der hier
konkreten Umstände erscheint ein Tabellenlohnabzug von 10 % angemessen. - Das
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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St.Galler Gerichte
Durchschnittseinkommen ist somit auf Fr. 53'277.60 herabzusetzen. Bei einer
Arbeitsfähigkeit von lediglich 70 % ergäbe sich ein zumutbares Invalideneinkommen
von Fr. 37'294.30.
3.4 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 59'973.-- und einem zumutbaren
Invalideneinkommen von Fr. 37'294.30 würde sich der Invaliditätsgrad auf rund 38 %
belaufen. Somit besteht selbst beim Abstellen auf eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 70
% kein Anspruch auf eine Rente.
4.
4.1 Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festgelegt.
Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint vorliegend angemessen. Nach Art. 95
Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren
ganz oder teilweise abgewiesen werden. Angesichts des vollen Unterliegens des Be
schwerdeführers rechtfertigt es sich, ihm die Gerichtskosten unter Verrechnung mit
dem von ihm in selbiger Höhe geleisteten Kostenvorschuss gesamthaft aufzuerlegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP