Decision ID: d9973f01-1357-4782-87a2-f3e1c467661c
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
SWICA Krankenversicherung AG, Rechtsdienst, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur,
Beschwerdeführerin,
gegen
Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG, Bundesgasse 35, Postfach,
3001 Bern,
Beschwerdegegnerin,
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vertreten durch Fürsprecherin Barbara Künzi-Egli, Thunstrasse 84, Postfach 256,
3074 Muri b. Bern,
und
A._,
Beigeladene,
vertreten durch Soziale Dienste Z._, Amtsvormund B._,
betreffend
Versicherungsleistungen (i.S. Revision / A._)
Sachverhalt:
A.
A.a Die 1990 geborene A._ war seit 4. August 2010 bei C._, Gasthof D._, als
Serviceangestellte tätig und dadurch bei der Schweizerischen Mobiliar
Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Mobiliar) gegen die Folgen von Unfällen
versichert. Am 7. September 2010 meldete der Arbeitgeber der Mobiliar einen "Unfall
mit Pferd", den die Versicherte am 31. August 2010 im Stall E._ erlitten habe. Unter
der Rubrik "erstbehandelnder Arzt bzw. Spital/Klinik" wurden die Angaben "Helikopter"
sowie "Kant. Spital Chur" gemacht und als nachbehandelndes Spital wurde das
Kantonsspital St. Gallen (nachfolgend: KSSG) genannt. Weitere Auskünfte könnten bei
der sich zur Zeit im KSSG aufhaltenden Versicherten eingeholt werden (act. G 5.2/1 ff.).
Am 13. September 2010 ging bei der Mobiliar das Einweisungsformular des KSSG vom
6. September 2010 zur klinisch-stationären Behandlung/Rehabiliation in der Klinik
Valens ein (act. G 5.2/13-15). Mit Schreiben vom 14. September 2010 ersuchte die
Mobiliar die Versicherte insbesondere um eine präzise Beschreibung des Hergangs des
Ereignisses vom 31. August 2010 sowie um Angabe der erlittenen Verletzungen und
des Grundes für die aufgebotene Rega (act. G 5.2/4). Am 15. September 2010 teilte die
Sachbearbeiterin des Krankenversicherers von A._, der Swica Krankenversicherung
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AG (nachfolgend: Swica), telefonisch mit, dass bei der Versicherten gemäss Auskunft
der behandelnden Ärztin des KSSG von einer Rückenprellung bei psychischer
Überlagerung auszugehen, auf dem MRI jedoch nicht viel zu sehen sei. Die Swica gehe
von ihrer Vorleistungspflicht aus und werde die Indikation sowie die Ziele, die zum
vorgesehenen Rehabilitationsaufenhalt in der Klinik Valens führen sollten, abklären. Die
Mobiliar erklärte ebenfalls, weitere Abklärungen vorzunehmen (act. G 5.2/5). Mit
Schreiben vom 15. September 2010 teilte die Mobiliar dem Kantonsspital Graubünden,
dem KSSG sowie der Klinik Valens mit, dass sie zur Zeit ihre Leistungspflicht aus der
obligatorischen Unfallversicherung prüfe und zu dieser Frage abschliessend Stellung
nehmen könne, sobald sie im Besitz sämtlicher Abklärungsergebnisse sei. Im Weiteren
wies sie die Spitäler bzw. die Klinik auf die in Art. 70 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsgesetzes (ATSG; SR 830.1) statuierte
Vorleistungspflicht der Krankenversicherung hin, wenn die Übernahme für
Sachleistungen und Taggelder durch die Kranken- und die Unfallversicherung
umstritten sei (act. G 5.2/6, G 5.2/7, G 5.2/10). Am 13. Oktober 2010 bestätigte die
Mobiliar gegenüber der Klinik Valens nochmals telefonisch die Vorleistungspflicht des
Krankenversicherers und verlangte die zur Abklärung ihrer Leistungspflicht benötigten
Berichte der Kantonsspitäler Graubünden und St. Gallen sowie der Klinik Valens (act. G
5.2/11). In einer Telefonnotiz vom 16. Oktober 2010 hielt die Mobiliar fest, die
Versicherte habe kurz nach Erhalt ihres Schreibens vom 14. September 2010 bei ihr
angerufen und sei darüber informiert worden, dass sie - die Mobiliar - für die
Beurteilung ihrer Leistungspflicht auf die verlangten Angaben angewiesen sei. Die
Versicherte habe zugesichert, diese in den nächsten Tagen zuzustellen (act. G 5.2/12).
Mit Schreiben vom 26. Oktober 2010 erinnerte die Mobiliar die Versicherte an die
unerledigte Beantwortung ihrer Fragen und erbat diese innerhalb der nächsten zehn
Tage (act. G 5.2/16). Mit eingeschriebenem Brief vom 17. November 2010 mahnte die
Mobiliar die Versicherte unter Hinweis auf Art. 43 Abs. 3 ATSG bzw. die Möglichkeit
des Versicherungsträgers, auf Grund der Akten zu verfügen oder die Erhebungen
einzustellen und Nichteintreten zu beschliessen, wenn die versicherte Person ihrer
Auskunfts- und Mitwirkungspflicht in unentschuldbarer Weise nicht nachkomme, die
am 26. Oktober 2010 innert zehn Tagen angeforderten Antworten spätestens bis zum
28. November 2010 einzureichen (act. G 5.2/17 f.). Die Versicherte holte den
Einschreibbrief bei der Post nicht ab (act. G 5.2/26).
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A.b Mit Verfügung vom 3. Dezember 2010 lehnte die Mobiliar eine Leistungspflicht aus
der obligatorischen Unfallversicherung für das Ereignis vom 31. August 2010 ab. Aus
den vorliegenden medizinischen Unterlagen sei weder ein Unfallereignis ersichtlich,
noch hätten ihr Verletzungsfolgen genannt werden können, welche auf ein solches
schliessen lassen würden (act. G 5.2/19 f.). Die Verfügung wurde sowohl der
Versicherten als auch der Swica per Einschreiben zugestellt (act. G 5.2/19, G 5.2/25).
Nachdem von der Versicherten auch die Verfügung bei der Poststelle nicht abgeholt
worden war (act. G 5.2/29), stellte ihr die Mobiliar das Schreiben vom 17. November
2010 und die Verfügung nochmals mit einfacher Post zu (act. G 5.2/27, G 5.2/30).
A.c Am 10. Oktober 2011 meldeten die Sozialen Dienste Z._, Amtsvormundschaft,
der Swica einen Unfall der Versicherten vom 31. August 2010. Sie habe hinter einem
Pferd gestanden, welches sich erschreckt und mit den Hinterhufen ausgeschlagen
habe. Die Versicherte sei dabei getroffen worden und habe sich am Rücken und an den
Beinen eine Prellung sowie eine Nervenschädigung zugezogen (act. G 5.2/35 f.). Die
Swica beantragte daraufhin bei der Mobiliar Akteneinsicht (act. G 5.2/32), welche ihr
mit Schreiben vom 19. Oktober 2011 gewährt wurde (act. G 5.2/33).
A.d Mit Schreiben vom 20. Dezember 2011 stellte die Swica, insbesondere unter
Beibringung der ihr eingereichten Unfallmeldung vom 10. Oktober 2011 (act. G 5.2/35f.)
und des Austrittsberichts der Klinik Valens vom 29. Oktober 2010 (act. G 5.2/38 f.), ein
Revisions- sowie ein Wiedererwägungsgesuch betreffend die Verfügung der Mobiliar
vom 3. Dezember 2010 (act. G 5.2/40 f.). Am 4. Januar 2012 reichte sie den
Austrittsbericht des Kantonsspitals Graubünden vom 5. September 2010 nach (act. G
5.2/42 ff.).
A.e Am 9. Januar 2012 legte die Schweizerische Rettungsflugwacht (nachfolgend:
Rega) der Mobiliar die von ihr einverlangten Unterlagen - den Medizinischen Rapport
Heli sowie die ärztliche Bestätigung, beide vom 31. August 2010 (act. G 5.2/47 f.) - vor
(act. G 5.2/49).
A.f Am 9. Februar 2012 verfügte die Mobiliar das Nichteintreten auf das
Revisionsgesuch. Das Wiedererwägungsgesuch wurde abgewiesen (act. G 5.2/65 ff.).
B.
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B.a Mit Eingabe vom 14. Februar 2012 erhob die Swica gegen diese Verfügung
Einsprache (act. G 5.2/69 ff.)
B.b Mit Schreiben vom 12. März 2012 bestätigten die Sozialen Dienste Z._ der
Mobiliar, dass mit Beschluss der Vormundschaftsbehörde Y._ vom 5. Mai 2011 (act.
G 5.2/76f.) für die Versicherte gemäss Art. 372 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches
(ZGB; SR 210) eine Vormundschaft errichtet worden sei (act. G 5.2/78).
B.c Mit Entscheid vom 3. April 2012 wies die Mobiliar die Einsprache vom 14. Februar
2012 ab (act. G 5.2/79 ff.).
C.
C.a Dagegen richtet sich die von der Swica eingereichte Beschwerde vom 20. April
2012 mit dem Antrag, der Einspracheentscheid vom 3. April 2012 sei aufzuheben und
die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, Versicherungsleistungen für den Unfall
vom 31. August 2010 zu erbringen (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 18. Juni 2012 beantragt die Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwältin Barbara Künzi-Egli, Muri b. Bern, Abweisung der
Beschwerde unter Kostenfolge (act. G 5).
C.c Von der ihr mit Schreiben vom 16. Juli 2012 eingeräumten Möglichkeit zur
Stellungnahme hat die vom Gericht zum Verfahren beigeladene Amtsvormundschaft,
Soziale Dienste Z._, keinen Gebrauch gemacht (act. G 7). Der Amtsvormund der
Versicherten, B._, Vormundschaftsbehörde Y._, hat dem Gericht lediglich die
Unterlagen zu den aktuellen Vormundschaftsverhältnissen zukommen lassen (act. G 8).
C.d Auf die näheren Begründungen in den Rechtsschriften sowie die Ausführungen in
den weiteren Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden

Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
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1.1 Soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, werden die Versicherungsleistungen
bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Art. 6 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Art. 4 ATSG
umschreibt als Unfall die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine
Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge
hat. Das Geschehnis wird also in der Definition als "Einwirkung ... eines Faktors auf
den menschlichen Körper" bezeichnet. Diese Einwirkung muss die Ursache der
gesundheitlichen Störung sein, d.h. zwischen Einwirkung und Störung wird ein
Kausalzusammenhang gefordert. Die Versicherung wird somit im Weiteren nur
leistungspflichtig, wenn der Unfall solche Auswirkungen verursacht hat (Alfred Maurer,
Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 164 f.). Gemäss
gefestigter Praxis des Bundesgerichts kann ein nach einem versicherten Unfall
aufgetretenes Leiden nur dann als dessen Folge betrachtet werden, wenn und soweit
es sicher oder doch zumindest überwiegend wahrscheinlich von jenem Unfall herrührt
(natürliche Kausalität). Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1, 119 V 338 E. 1,
118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2 Im Sozialversicherungsprozess herrscht der Grundsatz der Untersuchungspflicht.
Laut Art. 43 Abs. 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die
notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte
ein. Allerdings ist die leistungsansprechende Person gesetzlich verpflichtet, dabei
mitzuwirken (vgl. dazu auch Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 2009, Art. 43 N 9
ff., Art. 43 N 47 ff.). Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgericht haben
zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a in fine). Der
Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn der Beweisführungslast
begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die
Beweislast insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener
Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten
wollte. Vorliegend obliegt es der Leistungsansprecherin, das Vorliegen eines Unfalls
sowie des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und dem
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Beschwerdebild nachzuweisen. Nur wenn diese beiden Tatbestandsmerkmale mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sind, entsteht eine Leistungspflicht des
Unfallversicherers. Im Falle der Beweislosigkeit fällt der Entscheid nach den
dargestellten Grundsätzen zu Lasten der versicherten Person bzw. vorliegend der
Beschwerdeführerin als Krankenversicherer aus, die aus dem unbewiesen gebliebenen
Unfall und natürlichen Kausalzusammenhang als anspruchsbegründenden Tatsachen
Rechte ableiten wollte (vgl. BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206
S. 327 f. E. 1, 3b).
1.3 Nach Art. 43 Abs. 3 ATSG kann der Versicherungsträger, wenn die versicherte
Person oder andere Personen, die Leistungen beanspruchen, den Auskunfts- oder
Mitwirkungspflichten in unentschuldbarer Weise nicht nachkommen, aufgrund der
Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen. Er
muss diese Personen vorher schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hinweisen;
ihnen ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Ein Entscheid aufgrund der
Akten bedeutet, dass aufgrund der vorhandenen (unvollständigen) Akten - ohne das
Ergebnis, welches wegen der fehlenden Mitwirkung nicht zustande kam - materiell über
den Anspruch zu entscheiden ist (Urteil des Bundesgerichts vom 8. August 2007, I
874/06, E. 5.1). Eine Verfügung nach Art. 43 Abs. 3 ATSG stellt mithin eine
Sanktionsverfügung dar, welche erst nach Durchführung eines Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens erlassen werden kann, und ausschliesslich auf einer Verletzung
der Mitwirkungspflicht bei der Sachverhaltsabklärung beruht (vgl. dazu Kieser, a.a.O.,
Art. 43 N 47 ff.).
1.4 Nach Art. 53 Abs. 1 ATSG müssen formell rechtskräftige Verfügungen in Revision
gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der Versicherungsträger nach
deren Erlass erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren
Beibringung zuvor nicht möglich war (sog. prozessuale Revision). Damit können
Tatsachen und Beweismittel angerufen werden, die trotz hinreichender Sorgfalt bisher
nicht bekannt waren bzw. nicht in das Verfahren eingebracht werden konnten (vgl.
Kieser, a.a.O., N 18 zu Art. 53; vgl. dazu auch BGE 122 V 273 E. 4). Der Revisionsgrund
der erheblichen neuen Tatsachen setzt voraus, dass die Tatsache bei Fällung des
Entscheids bereits bestanden haben musste (Kieser, a.a.O., N 12 zu Art. 53). Das in
Art. 53 Abs. 1 ATSG genannte Beweismittel muss dazu dienen, eine erhebliche neue
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oder eine "alte", d.h. eine früher bereits erkannte oder erkennbare, aber
unverschuldeterweise unbewiesen gebliebene Tatsache zu beweisen (Urteil des
Bundesgerichts vom 15. Februar 2011, 8C_717/2010, E. 7.1.2; BGE 110 V 141 E. 2).
Liegt ein solches Beweismittel vor und konnte dieses im Vorfeld des Erlasses der
ursprünglichen Verfügung noch nicht beigebracht werden, so spielt es ausnahmsweise
keine Rolle, ob die letztlich relevante Tatsache qualifiziert neu ist oder gegebenenfalls
bereits früher behauptet wurde oder hätte erkannt (aber noch nicht bewiesen) werden
können. Gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG kann die Verwaltung sodann eine formell
rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung
gebildet hat, in Wiedererwägung ziehen, wenn sie zweifellos unrichtig und ihre
Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 127 V 469 E. 2c mit Hinweisen).
2. Die Beschwerdegegnerin hat mit Verfügung vom 3. Dezember 2010 eine
Leistungspflicht aus der obligatorischen Unfallversicherung für das Ereignis vom 31.
August 2010 abgelehnt. Aus den vorliegenden medizinischen Akten sei weder ein
Unfallereignis ersichtlich noch hätten Verletzungsfolgen genannt werden können,
welche auf ein solches schliessen lassen würden (act. G 5.2/19). Diese Verfügung stellt
eine Sanktionsverfügung gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG dar, welche die
Beschwerdegegnerin infolge Verletzung der Auskunfts- und Mitwirkungspflicht der
Versicherten nach Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens (vgl. dazu act. G
5.2/12, act. G 5.2/16 ff.), auf Grund der Akten erlassen hat. Diese Verfügung ist
unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Mit Eingabe vom 20. Dezember 2011 (act. G
5.2/40 f.) beantragte nun die Beschwerdeführerin, bezüglich der Verfügung vom 3.
Dezember 2010 sei eine prozessuale Revision bzw. eine Wiedererwägung
vorzunehmen (act. G 5.2/40 f.). Mit Verfügung vom 9. Februar 2012 trat die
Beschwerdegegnerin auf das Gesuch um Revision nicht ein. Hinsichtlich des
Wiedererwägungsgesuchs erliess sie einen neuen Sachentscheid und wies das Gesuch
um Wiedererwägung materiell ab (act. G 5.2/65 ff.). Im angefochtenen
Einspracheentscheid vom 3. April 2012 bestätigte die Beschwerdegegnerin ihre
Verfügung vom 9. Februar 2012 (act. G 5.2/79 ff.).
3.
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3.1 Das Revisionsverfahren umfasst zunächst die Eintretensprüfung und
gegebenenfalls nachfolgend eine neue materiell-rechtliche Entscheidung in der Sache.
Wird von der versicherten Person ein Gesuch um Revision eingereicht, gilt es zunächst
das Verwaltungsverfahren zu eröffnen und dabei insbesondere zu prüfen, ob das
Revisionsbegehren in formeller Hinsicht den Eintretensvoraussetzungen genügt.
Gemäss Art. 55 Abs. 1 ATSG bestimmen sich die in den Art. 27-54 ATSG oder in den
Einzelgesetzen nicht abschliessend geregelten Verfahrensbereiche nach dem
Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVG; SR 172.021). In Verbindung mit Art. 67 VwVG ist
das Revisionsbegehren nach Art. 53 Abs. 1 ATSG innert 90 Tagen nach Entdeckung
des Revisionsgrundes, spätestens aber innert 10 Jahren nach Eröffnung der
rechtskräftigen Verfügung bzw. des rechtskräftigen Einspracheentscheids schriftlich
einzureichen (vgl. Kieser, a.a.O., N 23 zu Art. 53). Grundsätzlich bestimmt sich der
Zeitpunkt, in welchem die Partei den angerufenen Revisionsgrund hätte entdecken
können, nach dem Prinzip von Treu und Glauben. Mit "Entdecken" ist die sichere
Kenntnis der früher unbekannten Tatsachen und Beweismittel gemeint. Blosse
Ahnungen oder Vermutungen über erst nachträglich entdeckte Tatsachen oder
Beweismittel genügen dafür nicht. Wird ein Revisionsgesuch erst nach Ablauf der
relativen oder der absoluten Frist eingereicht, so ist darauf nicht einzutreten
(Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Auer/Müller/
Schindler [Hrsg.], Art. 67 N 2 und N 5; Praxiskommentar VwVG, Waldmann/
Weissenberger [Hrsg.], Art. 67 N 4).
3.2 Die Vormundschaftsbehörde Y._ meldete der Beschwerdeführerin am 10.
Oktober 2011, d.h. mehr als ein Jahr nach Erlass der rechtskräftigen Verfügung vom
3. Dezember 2010 einen Unfall vom 31. August 2010, worin beschrieben wurde, die
Versicherte habe hinter einem Pferd gestanden, welches sich erschreckt, mit den
Hinterhufen ausgeschlagen und die Versicherte getroffen habe. Angeblich war der
Beschwerdeführerin zudem im März 2011 eine Rechnung der Rega eingereicht worden,
welche einen Primärtransport am 31. August 2010 beinhaltete (act. G 5.2/34). Nach der
Unfallmeldung verlangte die Beschwerdeführerin vom Kantonsspital Graubünden und
der Klinik Valens die Austrittsberichte vom 5. September bzw. 29. Oktober 2010,
welche bei ihr beide im Dezember 2011 eingingen (act. G 5.2/38 f., act. G 5.2/42 f.). Die
Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, aufgrund der Abklärungspflicht des
Unfallversicherers als zuständigem Versicherungsträger habe sie davon ausgehen
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dürfen, dass die Verfügung vom 3. Dezember 2010 richtig gewesen sei. Erst in Folge
der bei ihr eingereichten Unfallmeldung sei sie dem fraglichen Ereignis nachgegangen.
Die 90-tägige Frist für die Einreichung des Revisionsbegehrens habe erst im Zeitpunkt
der Einreichung der Austrittsberichte des Kantonsspitals Graubünden und der Klinik
Valens, in welchen ein Pferdetritt als Unfallereignis erwähnt werde, zu laufen begonnen.
3.3 Ist bei Krankheit oder Unfall die Leistungspflicht der Unfallversicherung nach UVG
oder der Militärversicherung zweifelhaft, so darf der Krankenversicherer - wie im
konkreten Fall unbestrittenermassen geschehen - die bei ihm versicherten Leistungen
ohne Antrag bei voller Wahrung seiner Rückerstattungsrechte von sich aus vorläufig
ausrichten (Art. 112 Abs. 1 der Verordnung über die Krankenversicherung [KVV; SR
832.102]). Erlässt ein Versicherungsträger eine Verfügung, welche die Leistungspflicht
eines anderen Trägers berührt, so hat er auch ihm die Verfügung zu eröffnen. Dieser
kann die gleichen Rechtsmittel ergreifen wie die versicherte Person (Art. 49 Abs. 4
ATSG). Es liegt in der Natur verschiedener Gesundheitsschäden, dass diese sowohl
traumatisch als auch krankheitsbedingt auftreten können. Hinzu kommt, dass Zweifel
darüber bestehen können, ob ein Ereignis einen Unfall im Rechtssinne (Art. 4 ATSG)
darstellt oder nicht. Lehnt ein Unfallversicherer in Bezug auf ein Ereignis oder einen
Gesundheitsschaden seine Leistungspflicht ab, wird in der Regel der
Krankenversicherer leistungspflichtig. Insofern ist letzterer von einer ablehnenden
Leistungsverfügung des Unfallversicherers berührt. Mit Verfügung vom 3. Dezember
2010 verneinte die Beschwerdegegnerin sowohl das Vorliegen eines Unfalls als auch
einer bei einem Unfall erlittenen Verletzung, weshalb sie die Verfügung richtigerweise
nicht nur der Versicherten, sondern auch der Beschwerdeführerin zustellte (act. G
5.2/19). Letztere hatte damit sichere Kenntnis vom ablehnenden Entscheid bzw. der
sich daraus grundsätzlich nunmehr ergebenden Konsequenz ihrer Leistungspflicht,
verbunden mit dem Ausschluss einer Rückvergütung der im Rahmen ihrer
Vorleistungspflicht erbrachten Leistungen (vgl. Art. 117 Abs. 1 KVV). Bekannt war aber
auch dessen Begründung, dass aufgrund der fehlenden Mitwirkung der Versicherten
bei der Sachverhaltsermittlung die Entscheidfindung gestützt auf die zur Verfügung
stehenden Akten erfolgt ist. Die Verneinung der Leistungspflicht der
Beschwerdeführerin konnte einzig über die Bejahung eines Unfallereignisses bzw.
unfallkausaler Verletzungsfolgen erfolgen. Angesichts dieses Umstandes wäre die
vorsorgliche Einspracheerhebung verbunden mit einem Gesuch um Akteneinsicht
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durch die Beschwerdeführerin die logische Reaktion gewesen. Eine solche war jedoch
bereits unterblieben. Spätestens mit der Zustellung der Verfügung hätte die
Beschwerdeführerin jedoch gestützt auf ihre Vorleistungspflicht aktiv werden bzw. ihrer
Abklärungspflicht gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG nachkommen müssen. Eine solche kam
ihr aufgrund ihrer Vorleistungspflicht und möglichen definitiven Leistungspflicht -
unabhängig davon, ob parallel auch der Unfallversicherer gestützt auf eine
Unfallmeldung abklärungspflichtig war - zu. Die Beschwerdeführerin war über die
verschiedenen Leistungserbringer im Falle der Versicherten genau informiert und
erbrachte die entsprechenden Versicherungsleistungen (vgl. dazu act. G 5.2/34). Die
Beschwerdegegnerin war mit der Sachbearbeiterin der Beschwerdeführerin zudem am
15. September 2010 telefonisch so verblieben, dass diese die Indikation sowie die Ziele
betreffend den vorgesehenen Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik Valens abklären
werde (act. G 5.2/5). Wäre sie ihrer Abklärungspflicht nachgekommen, hätte die
Beschwerdeführerin die von ihr mit dem Revisionsgesuch vom 20. Dezember 2011
eingereichten Akten - den Austrittsbericht des Kantonsspitals Graubünden und der
Klinik Valens - mit überwiegender Wahrscheinlichkeit innerhalb von 90 Tagen nach
Zustellung der Verfügung vom 3. Oktober 2010 entdeckt und diese revisionsweise
beibringen bzw. im Rahmen eines Revisionsgesuchs reagieren können.
3.4 In Anbetracht des Gesagten ist festzuhalten, dass die Eintretensvoraussetzung der
Fristwahrung gemäss Art. 67 VwVG für die Einreichung eines Revisionsbegehrens nicht
erfüllt ist und die Beschwerdegegnerin damit zu Recht auf das am 20. Dezember 2011
von der Beschwerdeführerin eingereichte Revisionsgesuch nicht eingetreten ist.
3.5 Selbst wenn auf das Revisionsgesuch hätte eingetreten werden können, wären
jedoch die Revisionsvoraussetzungen zu verneinen. Eine Revision ist zum vornherein
ausgeschlossen, wenn die vorgebrachten neuen Tatsachen und Beweismittel bereits
im Rahmen des vorangehenden Verfahrens oder auf dem Weg der Beschwerde hätten
geltend gemacht werden können (BGE 110 V 141 E. 2; RKUV 2001 Nr. KV 150 S. 68,
1991 Nr. K 855 S. 16, je mit Hinweisen; SVR 1997 IV Nr. 104 S. 319; Thomas Locher,
Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl. Bern 2003, S. 467 f.). Sie soll
grundsätzlich nicht dazu dienen, eine vermeidbare Nachlässigkeit nachzuholen (Kieser,
a.a.O., Art. 53 N 18). Die Austrittsberichte der Klinik Valens und des Kantonsspitals
Graubünden lagen bei Erlass der ursprünglichen Verfügung vom 3. Dezember 2010
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bereits vor und deren Beibringung durch die Beschwerdeführerin wäre, hätte sie ihre
Abklärungspflicht sorgfältig wahrgenommen, im Rahmen des Einspracheverfahrens
ohne weiteres möglich gewesen. Die erst am 10. Oktober 2011 bei der
Beschwerdeführerin eingegangene Unfallmeldung der Versicherten (act. G 5.2/35 f.)
vermag an dieser Beurteilung nichts zu ändern. Der darin beschriebene Unfallhergang
war hinsichtlich der wesentlichen Punkte vergleichbar in den Austrittsberichten
festgehalten: Trauma nach Pferdetritt/Pferdetritt 31. August 2010/Pferd schlug mit den
Hinterhufen aus und traf die Versicherte; Contusio spinalis, schlaffe Parese der Beine
mit sensibler Querschnittssymptomatik/Commotio cerebri et spinalis, intermittierend
Paraplegie und sensorischer Ausfall ab Th 12/Prellung und Nervenschädigung. Als
Indiz für ein Trauma war darin zudem eine Bewusstlosigkeit bzw. eine retrograde
Amnesie erwähnt.
3.6 Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass aufgrund der Erwägungen 3.3 und
3.5 keine Möglichkeit einer prozessualen Revision besteht. Diesbezüglich ist die
Beschwerde abzuweisen.
4.
4.1 Nachdem die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid bzw.
der Verfügung vom 9. Februar 2012 auf das Wiedererwägungsgesuch der
Beschwerdeführerin eingetreten ist, gilt es demnach im Folgenden zu prüfen, ob
bezüglich der Verfügung vom 3. Dezember 2010 die Voraussetzungen für eine
Wiedererwägung erfüllt sind bzw. ob sich die Verneinung der Leistungspflicht
hinsichtlich des Ereignisses vom 31. August 2010 mit der Begründung, es seien weder
ein Unfallereignis noch natürlich kausale Verletzungsfolgen nachgewiesen, als
zweifellos unrichtig erweist und die Berichtigung der Verfügung vom 3. Dezember 2010
von erheblicher Bedeutung ist (Art. 53 Abs. 2 ATSG). Würde dies bejaht und ist deshalb
auf die entsprechende Entscheidung zurückzukommen, wäre in einem zweiten Schritt
unter Berücksichtigung der massgebenden Umstände ein erneuter Entscheid zu fällen
(Kieser, a.a.O., Art. 53 N 43).
4.2 Weil das Vorliegen eines Unfallereignisses und der Kausalität zwischen Unfall und
gesundheitlichen Beschwerden Grundvoraussetzungen für eine Leistungspflicht des
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Unfallversicherers bilden, ist die Wiedererwägungsvoraussetzung der erheblichen
Bedeutung der Berichtigung im vorliegenden Fall offensichtlich erfüllt. Zu prüfen bleibt
mithin die Wiedererwägungsvoraussetzung der zweifellosen Unrichtigkeit der
Verfügung vom 3. Dezember 2010. Wann die Unrichtigkeit zweifellos ist, beurteilt sich
nicht nach der Grobheit des Fehlers. Massgebend muss vielmehr das Ausmass der
Überzeugung sein, dass die bisherige Entscheidung unrichtig war. Mit "zweifellos" wird
dabei ein hoher Grad umschrieben. Es darf kein vernünftiger Zweifel daran möglich
sein, dass eine Unrichtigkeit vorliegt; es ist ein einziger Schluss - eben derjenige auf
eine Unrichtigkeit - möglich. Die Frage der Unrichtigkeit beurteilt sich dabei nach dem
ursprünglichen Sachverhalt und nach dem im Zeitpunkt des Verfügungserlasses
herrschenden Rechtszustand, wozu auch die seinerzeitige Rechtspraxis gehört (Kieser,
a.a.O, Art. 53 N 31; René Schaffhauser/Franz Schlauri, Die Revision von
Dauerleistungen in der Sozialversicherung, Veröffentlichungen des Schweizerischen
Instituts für Verwaltungskurse an der Universität St. Gallen, Neue Reihe, St. Gallen
1999, S. 22 f.; BGE 117 V 17 E. 2c).
4.3
4.3.1 Die von der Beschwerdegegnerin am 3. Dezember 2010 auf Grund der Akten
erlassene Sanktionsverfügung gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG mit Ablehnung ihrer
Leistungspflicht erfolgte mit der Begründung, die Versicherte habe ihre Auskunfts- und
Mitwirkungspflicht verletzt, indem sie den ihr von der Beschwerdegegnerin am 14.
September 2010 zugestellten Fragenkatalog auch nach vorschriftsgemässer
Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens nicht eingereicht habe. Insofern
stellt sich in Bezug auf die Unrichtigkeit der fraglichen Verfügung im
wiedererwägungsrechtlichen Sinn zunächst die Frage, ob die Beantwortung des
Fragenkatalogs zur Abklärung des Anspruchs erforderlich war (vgl. dazu Art. 28 Abs. 2
ATSG) oder ob der rechtserhebliche Sachverhalt genauso von der
Beschwerdegegnerin im Rahmen ihrer Untersuchungspflicht hätte erhoben werden
können (vgl. dazu Art. 43 Abs. 1 ATSG). Hierbei ist erheblich, ob die
Beschwerdegegnerin ihrer Untersuchungspflicht genügend nachgekommen ist bzw.
ihre Abklärungspflicht erschöpft war. Die Beschwerdegegnerin durfte aufgrund der ihr
vorliegenden Akten entscheiden, wenn sie den Untersuchungsgrundsatz nicht verletzt
hat bzw. die Beantwortung des Fragenkatalogs durch die Versicherte erforderlich war.
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4.3.2 Die versicherte Person muss die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens
glaubhaft machen. Kommt sie dieser Forderung nicht nach, indem sie unvollständige,
ungenaue oder widersprüchliche - oder gar keine - Angaben macht, die das Bestehen
eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen, besteht keine
Leistungspflicht des Unfallversicherers (BGE 114 V 305 E. 5b; RKUV 1990 Nr. U 86 S.
50). Zur Glaubhaftmachung eines Unfalls genügt es nicht, einen Gesundheitsschaden
nachzuweisen, der möglicherweise auf ein Unfallereignis zurückgehen könnte, sondern
es müssen über das konkrete Geschehen wahre, genaue und wenn möglich ins
Einzelne gehende Daten namhaft gemacht werden, aufgrund derer der Versicherer in
die Lage versetzt wird, sich über die Tatumstände ein Bild zu machen und diese in
objektiver Weise abzuklären (Alexandra Rumo-Jungo, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 3. Aufl. Zürich 2003, S. 20 f.). Weil die versicherte Person den Unfall
erleidet und damit im Regelfall dessen konkrete Umstände am besten kennt, ist deren
Aufforderung zur weiteren Substantiierung des gemeldeten Geschehens notwendig
und wird von den Unfallversicherern gewohnheitsmässig durchgeführt. Die
tatsächlichen Verhältnisse werden - wie im konkreten Fall getätigt - üblicherweise
mittels eines Fragenkatalogs detailliert erhoben. Im Vordergrund stehen die Fragen
betreffend die für die Leistungspflicht des Unfallversicherers massgebenden
Voraussetzungen des Unfallgeschehens sowie der zugezogenen Verletzungen (vgl.
Erwägung 1.1 und act. G 5.2/4, Ziff. 1 und 2). Aufgrund des Gesagten ist die
Beantwortung eines Fragenkatalogs für eine umfassende Prüfung der Leistungspflicht
des Unfallversicherers unerlässlich, womit bei dessen Nichteinreichung von einer
Verletzung der Mitwirkungs- und Auskunftspflicht der versicherten Person
ausgegangen werden müsste, was im Regelfall - nach vorschriftsgemässer
Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens - zu einer Verfügung aufgrund der
Akten berechtigen würde.
4.3.3 Anhand der vorliegenden Akten lässt sich nun aber nicht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststellen, ob die Versicherte ihrer Auskunfts- und
Mitwirkungspflicht überhaupt nachzukommen vermochte, und ob es sich darum um
eine schuldhafte Verletzung dieser Pflicht handeln konnte, was jedoch eine
Voraussetzung für den Erlass einer Sanktionsverfügung gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG
und damit deren Richtigkeit bildet (vgl. Kieser, a.a.O, N 51 zu Art. 43). Die
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Beschwerdeführerin bringt vor, die Versicherte sei schon im Zeitpunkt der Abklärungen
der Beschwerdegegnerin psychisch beeinträchtigt gewesen und habe die Bedeutung
des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht verstanden.
Tatsächlich lassen sich den medizinischen Akten Anzeichen bzw. Hinweise auf eine
(stattgefundene) psychische Problematik - die Diagnose (Begleiterkrankung) einer
Borderline-Störung, eine Hospitalisation in Littenheid 2007 sowie die
Differentialdiagnose einer funktionellen Überlagerung/Somatisierungsstörung (act. G
5.2/15, G 5.2/39, G 5.2/43) - entnehmen. Dass die Fähigkeit der Versicherten, ihre
Angelegenheiten adäquat zu erledigen, beeinträchtigt sein konnte, ergibt sich auch aus
der kurze Zeit nach Erlass der Verfügung und weniger als ein Jahr nach dem Unfall
erfolgten Bevormundung. Die genauen Umstände der Bevormundung sind zwar nicht
aktenkundig, es darf jedoch festgehalten werden, dass allein die Tatsache der
Bevormundung zeigt, dass bei der Versicherten eine gravierende Hilfsbedürftigkeit
vorliegt und wahrscheinlich schon einige Zeit vor der Bevormundung vorgelegen hat.
Insgesamt liegt damit ein abklärungsbedürftiger Sachverhalt vor. Die Frage der
Entschuldbarkeit der Verletzung der Auskunfts- und Mitwirkungspflicht rückt jedoch
insofern in den Hintergrund, als sich die Sanktionsverfügung - wie die nachfolgenden
Erwägungen (Ziff. 4.4.1 ff.) zeigen - unabhängig von der Versicherten bzw. ihrem
Verhalten im Verwaltungsverfahren als zweifellos unrichtig erweist.
4.4
4.4.1 So hätte der rechtserhebliche Sachverhalt von der Beschwerdegegnerin im
Rahmen ihrer Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) erhoben werden können
bzw. wurden von ihr von Amtes wegen notwendige Abklärungen vor Erlass der
Sanktionsverfügung nicht getätigt. Im Rahmen des Erlasses der Verfügung vom 3.
Dezember 2010 lag der Beschwerdegegnerin neben der Unfallmeldung das von ihr
eingeholte Einweisungsformular des KSSG vom 6. September 2010 zur klinisch-
stationären Behandlung/Rehabilitation in der Klinik Valens vor (act. G 5.2/13 f.).
Nachdem ihr damit bekannt war, dass ein Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik Valens
vorgesehen war (vgl. dazu auch act. G 5.2/5), und aus der Unfallmeldung hervorging,
dass die Versicherte am Ereignistag mit dem Helikopter der Rega ins Kantonale Spital
Chur gebracht worden war, hätten zur Prüfung der Unfall- sowie Verletzungs- bzw.
Kausalitätsfrage auch die entsprechenden Berichte der vorgenannten Beteiligten
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gehört. Die Beschwerdegegnerin hat zwar vor Erlass der Verfügung auch das
Kantonsspital Chur sowie die Klinik Valens angeschrieben und sie auf die Prüfung ihrer
Leistungspflicht aus der obligatorischen Unfallversicherung sowie die
Vorleistungspflicht des Krankenversicherers hingewiesen, hat jedoch nicht explizit die
Einreichung ihrer Berichte verlangt (act. G 5.2/6, G 5.2/10). Ein medizinischer Rapport
der Rega wurde von der Beschwerdegegnerin vor Erlass der Verfügung ebenfalls nicht
einverlangt. Die fraglichen Beweismittel lagen der Beschwerdegegnerin erst nach
Erlass der Verfügung vor (act. G 5.2/37 ff., G 5.2/42 f., G 5.2/47 ff.). Zusammenfassend
ist damit festzuhalten, dass die Abklärungspflicht der Beschwerdegegnerin im
Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom 3. Dezember 2010 nicht erschöpft war.
Damit war ein Sachverhalt, von dem auf Grund der Akten - dabei muss es sich mit
Blick auf die Untersuchungspflicht der Beschwerdegegnerin um sämtliche für die
Abklärung ihrer Leistungspflicht massgebende Akten handeln - mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit hätte angenommen werden können, er treffe zu, nicht
rechtsgenüglich erhoben. Massgebend ist jedoch letztlich auch, dass sich bei Vorliegen
der vollständigen Akten ein anderer materiell-rechtlicher Entscheid ergeben hätte. So
hätte ein Unfallereignis bejaht werden müssen und das Vorliegen natürlich kausaler
Verletzungsfolgen nicht ohne weitere Abklärungen verneint werden dürfen.
4.4.2 Im Einsatzbericht der Rega vom 31. August 2010 sind die Verdachtsdiagnosen
einer Rückenverletzung mit Paraplegie Th 12 sowie einer Thorax-/Beckenverletzung
vermerkt. Unter der Rubrik "Ereignis" ist festgehalten "In Koje von Pferd getreten/an
Zaun gedrückt? Mechanismus unklar/unbeobachtet. Keine Bewusslosigkeit, aber
Amnesie für Ereignis. Liegt auf Bauch." (act. G 5.2/47). In der ärztlichen Bestätigung
der Rega-Ärztin vom 31. August 2010 sind die Diagnosen Rückenverletzung mit
Paraplegie sowie Verdacht auf Rippenverletzung angeführt (act. G 5.2/48). Die
Versicherte wurde mit der Rega ins Kantonsspital Graubünden geflogen, wo sie sich
laut Austrittsbericht vom 5. September 2010 (act. G 5.2/42 f.) bis 2. September 2010
stationär aufhielt. Diagnostiziert wurde eine Commotio cerebri et spinalis durch
Pferdetritt am 31. August 2010 mit/bei intermittierender Paraplegie sowie sensorischem
Ausfall ab Th 12, retrograder Amnesie, Differentialdiagnose Somatisierungsstörung.
Unter der Rubrik "Anamnese und Befund" wurde ausgeführt, die Patientin sei von der
Rega gebracht worden. Die Notärztin habe berichtet, die Patientin sei in einem
Pferdestall unbeobachtet bei ihrem Pferd in der Box gewesen, sei dann in der Folge
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reglos auf dem Bauch liegend aufgefunden worden. Bei Eintreffen der Rega sei die
Patientin ansprechbar gewesen, habe jedoch ab Niveau Th 12 einen kompletten
sensomotorischen Ausfall gehabt. Bei Eintreffen auf der Notfallstation sei die Patientin
ebenfalls ansprechbar gewesen, habe jedoch keine Auskunft über den genauen
Unfallhergang geben können. Im Verlauf der Untersuchungen habe sie angegeben, sich
daran erinnern zu können, dass sich eine Katze in der Pferdebox aufgehalten und das
Pferd daraufhin ausgeschlagen habe. Die radiologischen Abklärungen (Röntgen Thorax
und Becken; CT Schädel, HWS, und BWS; MRI Wirbelsäule) hätten keinen
pathologischen Befund ergeben. Die Patientin habe stets einen Sensibilitätsverlust ab
Höhe Th 12 angegeben. Bezüglich Motorik habe sie nur noch leicht die Zehen bewegt.
Ansonsten habe sie eine Lähmung bis Th 12 aufgewiesen. Wärme/Kälte-Gefühl,
Vibrationssinn sowie Schmerzsinn seien nicht mehr vorhanden gewesen. Abgesehen
von einem beidseits abgeschwächten Händedruck seien die oberen Extremitäten
unauffällig gewesen. Am 2. September 2010 wurde die Versicherte zur
Weiterbehandlung ins KSSG verlegt. Auf dessen Einweisungsformular vom 6.
September 2010 zur klinisch-stationären Behandlung/Rehabiliation in der Klinik Valens
(act. G 5.2/13 ff.) sind die Diagnosen einer Querschnittssymptomatik mit/bei schlaffer
Paraparese, sensorischem Ausfall ab Th 11; Status nach Trauma mit fraglich Pferdetritt
am 31. August 2010; Differentialdiagnose funktionelle Überlagerung/
Somatisierungsstörung bei Dg 2 sowie einer Borderline-Störung mit/bei anamnestisch
aktueller Beschwerdefreiheit und Status nach Hospitalisation in Littenheid 2007
vermerkt. Auf dem Zusatzblatt zum Einweisungsformular wurde eine mittelschwere
Aggressivität/Euphorie/Depression/
Apathie/Unruhe angekreuzt und bemerkt, dass sich die Versicherte sehr kindlich
benehme, Stimmungsschwankungen, ein bekanntes Borderline-Syndrom und dass sie
bereits einen Aufenthalt in einer Psychiatrie hinter sich habe. Das Vorliegen von
Wunden und Verletzungen wurde verneint. Der Austrittsbericht der Klinik Valens vom
29. Oktober 2010 (act. G 5.2/38 f.) enthält im Grundsatz die gleichen, nur etwas anders
formulierten Diagnosen. Ausserdem wird ausgeführt, die Zuweisung sei mit der
Diagnose einer Contusio spinalis in Folge eines berichteten Traumas nach Pferdetritt
am 31. August 2010 erfolgt. Hierbei habe die Patientin auch das Bewusstsein verloren.
Klinisch hätten initial eine schlaffe Paraparese der Beine mit sensibler
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Querschnittssymptomatik sub Th 11 sowie eine anamnestische Blasenfunktionsstörung
imponiert.
4.4.3 Wird eine Person von einem ausschlagenden Pferd getroffen und erleidet
dadurch einen Gesundheitsschaden, stellt dies unstreitig einen Unfall im Sinne von Art.
4 ATSG dar. Die in Erwägung 4.4.2 angeführten medizinischen Akten enthalten
eindeutige Indizien, aufgrund derer ein Unfall bzw. ein Pferdetritt als mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen gelten kann. Das
fragliche Ereignis hat sich zwar ohne Zeugen abgespielt. Ein Unfall "unter Ausschluss
von Zeugen" gilt jedoch nicht an sich als unbewiesen. Doch müssen die Aussagen der
versicherten Person als glaubwürdig erscheinen, dürfen keine Widersprüche aufweisen
und müssen mit den vorhandenen Indizien im Wesentlichen übereinstimmen (Rumo-
Jungo, a.a.O., S. 21). Im konkreten Fall liegen ereignisnah die Eindrücke der Rega vor,
welche die Versicherte reglos auf dem Bauch liegend in der Koje ihres Pferdes vorfand.
Die Rega-Ärztin, Dr. med. X._, hielt zwar fest, dass der Mechanismus unklar sei,
erwog jedoch aufgrund der angetroffenen Situation, dass die Versicherte "in der Koje
von Pferd getreten / an Zaun gedrückt?" wurde. Die Schilderung der Versicherten im
Verlauf der Untersuchungen auf der Notfallstation des Kantonsspitals Graubünden geht
sodann mit dem von der Rega-Ärztin gedeuteten Sachverhaltsablauf vollständig
zusammen. Dass die Beschwerdeführerin vom Pferd getreten oder gegen die Koje
gedrückt wurde, erscheint denn auch bei der von der Rega angetroffenen Situation in
keiner Weise rätselhaft, sondern rundum einleuchtend. Insgesamt muss damit die
Verneinung eines Unfalls bezogen auf das Ereignis vom 31. August 2010 durch die
Beschwerdegegnerin als zweifellos unrichtig bezeichnet werden.
4.4.4 Als ebenso unrichtig erweist sich die in der Sanktionsverfügung vom 3. Dezember
2010 angenommene Verneinung des Nachweises natürlich kausaler Unfallfolgen. Aus
den üblicherweise als traumatisch angesehenen Verletzungen im Bereich Rücken,
Rippen, Thorax und Becken sowie aus der Contusio spinalis kann zwar zunächst nicht
auf das Vorliegen organischer Unfallfolgen geschlossen werden. Die
"Verletzungs-"Diagnosen wurden von der Rega lediglich als Verdachtsdiagnosen
gestellt. Für die Annahme unfallkausaler somatischer Gesundheitsschäden wird im
Regelfall eine radiologisch objektivierte strukturelle Läsion verlangt. Die anschliessend
an die Verdachtsdiagnosen im Kantonsspital Graubünden durchgeführten
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radiologischen Abklärungen (Röntgen Thorax und Becken, HWS, und BWS sowie MRI
Wirbelsäule) zeigten jedoch keine pathologischen Befunde, womit sich diesbezügliche
traumatische Verletzungen mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
ausschliessen lassen. Den infolge einer Contusio spinalis auftretenden bzw. durch sie
ausgelösten Beschwerden ist zwar eigen, dass sie im Rahmen des posttraumatischen
Verlaufs nie wirklich - d.h. in Form struktureller Läsionen - sichtbar gemacht werden
können. Dennoch ist dies ein Faktum, welches gegen massgebende Verletzungsfolgen
spricht. Typische klinische Befunde - wie Wunden, Schürfungen, Prellmarken,
Hämatome etc. - fanden sich sodann ebenfalls keine. Die fragliche Diagnose wurde
wohl als Folge des berichteten Traumas - Pferdetritt - oder des aufgrund der
vorgefundenen Situation mutmasslichen Traumas gestellt. Auch die im Austrittsbericht
des Kantonsspitals Graubünden vom 5. September 2010 angeführte Diagnose einer
Commotio cerebri muss sodann nicht mit einer radiologisch feststellbaren strukturellen
Läsion in Verbindung stehen. Entsprechend blieb auch die CT-Untersuchung des
Schädels ohne Befund. Dennoch handelt es sich bei der Commotio cerebri um eine
traumatische Verletzung bzw. Diagnose, die anhand spezifischer Untersuchungen,
beispielsweise durch eine - wie im konkreten Fall erfolgte (vgl. act. G 5.2/47) -
Abschätzung der Bewusstseinsstörung nach dem Punkte-Bewertungsschema der
Glasgow-Koma-Skala [GCS], gesichert werden kann. Als Erstbefund erhob die Rega-
Ärztin bei der Versicherten 12 Punkte, was einem mittelschweren Schädelhirntrauma
entspricht. Als massgebendes Indiz für eine Commotio cerebri ist im Übrigen die bei
der Versicherten nach dem Ereignis vom 31. August 2010 aufgetretene Amnesie für
das Ereignis zu werten (vgl. dazu Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 262. Aufl. Berlin
2010, S. 400; http://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%A4del-Hirn-Trauma; http://
www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de/npin/npinkrankheit/show.php3?
p=2&id=125&nodeid =24, beide abgerufen am 18. April 2013). Die Versicherte wies
sodann echtzeitlich eine intermittierende Paraplegie und einen sensorischen Ausfall ab
Th 12 auf, wobei es sich nicht um eigentliche Gesundheitsschäden, sondern vielmehr
um Symptome handelt, welche nicht in jedem Fall einem organischen
Gesundheitsschaden zuzuordnen sind. Auch eine psychogene Ursache ist denkbar
(vgl. dazu; https://de.wikipedia.org/wiki/Querschnittl%C3%A4hmung; http://
www.dgn.org/leitlinien-online-2012/inhalte-nach-kapitel/2412-ll-71-2012-
querschnittlaehmung.html; http://books.google.ch/books?
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id=WYx0IJWiEK8C&pg=PA308&lpg=PA308&dq=psychogene
+paraplegie&source=bl&ots=-
y6CymYsO1&sig=QZHqqgOWY5Q7GvKWucxbLUyGISc&hl=de&sa=X&ei=MCNxUZnE
NOqL4ASZwoDABQ&sqi=2&ved=0CF8Q6AEwBQ#v=onepage&q=psychogene
%20paraplegie&f=false, alle abgerufen am 19. April 2013). In den Austrittsberichten
des Kantonsspitals Graubünden und der Klinik Valens sowie im Einweisungsformular
des KSSG sind Hinweise auf eine psychische Komponente der Versicherten enthalten.
Entsprechend führten das Kantonsspital Graubünden und das KSSG im
Zusammenhang mit ihren Diagnosen der Commotio cerebri et spinalis bzw.
Querschnittssymptomatik die Differenzialdiagnose einer funktionellen Überlagerung/
Somatisierungsstörung an, womit als Ursache für die im Stall von der Rega
angetroffene Situation sowie die Beschwerden der Versicherten (Paraparese,
sensorischer Ausfall) offensichtlich auch von den Medizinern eine psychische
Komponente in Erwägung gezogen wurde. Nachdem laut Ausführungen in Erwägung
4.4.3 ein Unfall am 31. August 2010 mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als nachgewiesen zu gelten hat, lässt sich damit im konkreten Fall
nicht ausschliessen, dass die bei der Versicherten aufgetretenen gesundheitlichen
Störungen im Sinne einer psychischen Reaktion auf das Unfallereignis aufgetreten sein
könnten. Immerhin ist im Austrittsbericht des Kantonsspitals Graubünden vom 5.
September 2010 im Zusammenhang mit der Diagnose einer Commotio cerebri et
spinalis durch Pferdetritt 31. August 2010 ein Status nach ähnlicher Episode im
Rahmen eines Schlittelunfalls 2008 angeführt (vgl. act. G 5.2/43). Eine abschliessende
Beurteilung der Frage, ob die Paraplegie und der sensorische Ausfall der Versicherten
eine psychische Reaktion auf das Unfallereignis darstellt, lässt sich auch anhand der
vorliegenden medizinischen Akten nicht vornehmen. Vielmehr drängt sich hierzu die
Durchführung weiterer Abklärungen bzw. einer psychiatrischen Kausalitätsbeurteilung
auf. Indem die Beschwerdegegnerin eine solche unterliess, vermochte sie die Frage,
inwiefern die Versicherte als Folge des Ereignisses vom 31. August 2010 psychisch
bedingte Unfallfolgen aufwies, nicht abschliessend zu beantworten, womit sich die
Verneinung des Nachweises natürlich kausaler Unfallfolgen in der Verfügung vom 3.
Dezember 2010 auch unter diesem Aspekt als unrichtig erweist.
4.4.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass in Bezug auf die organischen
Unfallfolgen - Commotio cerebri - ein überwiegend wahrscheinlicher Sachverhalt als
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ausgewiesen gilt. Hinsichtlich allfälliger psychischer Unfallfolgen steht hingegen der
massgebende Sachverhalt nicht ausreichend fest bzw. kann der Schadenfall nicht
abschliessend beurteilt werden. Die Beschwerdegegnerin wird dazu weitere
Abklärungen vorzunehmen haben, wozu die Sache an sie zurückzuweisen ist.
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde in Bezug auf die
Möglichkeit einer prozessualen Revision unter Bestätigung des Einspracheentscheids
vom 3. April 2012 abzuweisen. Hinsichtlich der Wiedererwägung ist die Beschwerde
hingegen gutzuheissen und der Einspracheentscheid vom 3. April 2012 aufzuheben.
Die Sache wird im Sinne der Erwägungen zu weiteren Abklärungen und zur neuen
Verfügung im Wiedererwägungsverfahren an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
5.3 Da sich die Sanktionsverfügung vom 3. Dezember 2010 als unrichtig bzw.
rechtswidrig herausgestellt hat, ist dieser Verfahrensausgang als Unterliegen der
Beschwerdegegnerin zu werten. Der Beschwerdeführerin steht jedoch, als mit
öffentlich-rechtlichen Aufgaben betraute Institution, keine Parteientschädigung zu (vgl.
BGE 128 V 133 f. E. 5b).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39