Decision ID: d0a96d72-a330-4589-a5e0-763e07a53409
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war als Bewohner und Hilfsarbeiter bei der B._
in C._ durch die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch
gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 20. August 2015 auf einem Korridor
stürzte und sich eine mehrfragmentäre Fraktur C3/C4 zuzog, welche zu einer
sensomotorisch kompletten Tetraplegie führte (Suva-act. 1, 13-3, 37, 72-1).
A.b Nach der notfallmässigen Versorgung im Kantonsspital Winterthur (Suva-act. 44)
hielt sich der Versicherte vom 21. August 2015 bis 27. April 2016 im Schweizer
Paraplegiezentrum (SPZ) in Nottwil auf (Suva-act. 72). Danach trat er ins Pflegezentrum
D._ ein (Suva-act. 71). Von Juni bis September 2016 wurde er zudem aufgrund
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diverser gesundheitlicher Probleme zeitweise stationär im Spital E._, im
Kantonsspital St. Gallen und im SPZ behandelt (Suva-act. 178-1). In den
Austrittsberichten des SPZ vom 27. April und 2. September 2016 wurde beim
Versicherten nebst vielen somatischen Befunden in psychiatrischer Hinsicht eine
äthyltoxische Demenz mit deutlichen Orientierungsstörungen und kognitiv-mnestischen
Defiziten und eine Urteils- und Handlungsunfähigkeit für alle Bereiche einschliesslich
des Wohnens bei Status nach Äthyl- und Cannabisabusus diagnostiziert (Suva-act.
72-1 f., 148-1 f.).
A.c Mit Verfügung der Suva vom 7. November 2016 wurde dem Versicherten ab 1.
Dezember 2016 eine Invalidenrente von Fr. 354.75 aufgrund eines 100%-igen
Invaliditätsgrades und eines versicherten Jahresverdienstes von Fr. 5'321.--, eine
monatliche Hilflosenentschädigung für eine Hilflosigkeit schweren Grades von Fr.
2'436.--, ein monatlicher Beitrag an die Hauspflege in der Höhe von Fr. 6'368.-- sowie
eine 100%-ige Integritätsentschädigung von Fr. 126'000.-- zugesprochen (Suva-act.
193). Diese Verfügung blieb unangefochten.
B.
B.a Am 7. Januar 2016 hatte das SPZ eine ergotherapeutische Rollstuhlverordnung
(Spezialrollstuhl Quickie Iris) erlassen (Suva-act. 60) und eine Offerte über Fr. 13'475.55
eingereicht (Suva-act. 59). Am 28. Januar 2016 hatte das SPZ eine weitere Verordnung
(Elektrorollstuhl Permobil M400) erstellt und eine Offerte dazu über Fr. 39'046.80
vorgelegt (Suva-act. 55). Zur selbständigen Fortbewegung sei ein Elektrorollstuhl
notwendig. Das Bedienen des Elektrorollstuhls sei im klinischen Setting im
Innenbereich unter Supervision möglich. Im Aussenbereich werde der Versicherte
begleitet werden. An Tagen mit vermehrten Spasmen sei das sichere Fahren des
Elektrorollstuhls nicht gewährleistet. Der Versicherte könne aber selbständig
Positionsänderungen (Modusfunktion) vornehmen, um Schmerzen entgegenzuwirken.
Der Elektrorollstuhl ermögliche dem Versicherten nach Austritt ins Heim eine gewisse
Mobilität, welche massgeblich die Lebensqualität positiv beeinflusse (Suva-act. 54).
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B.b Die Offerten waren der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft Hilfsmittelberatung
für Behinderte und Betagte (SAHB) zur Prüfung der Einfachheit und Zweckmässigkeit
überwiesen worden (Suva-act. 76). Mit Bericht vom 20. Juni 2016 hatte die SAHB eine
Kostenbeteiligung von Fr. 13'157.85 an den Rollstuhl Quickie Iris empfohlen. Falls die
Anspruchsvoraussetzungen erfüllt seien, werde eine Kostenbeteiligung von Fr.
36'675.50 zzgl. Fr. 1'842.05 an den Elektrorollstuhl Permobil M400 empfohlen (Suva-
act. 101).
B.c Am 3. Oktober 2016 hatte die Suva Dr. med. F._, Fachärztin für Neurologie FMH,
Kreisärztin, um eine Stellungnahme bezüglich Indikation eines Elektrorollstuhls ersucht
(Suva-act. 166). Mit Bericht vom 12. Oktober 2016 war diese zum Schluss gekommen,
dass es aufgrund des Gesundheitszustands des Versicherten nicht zweckmässig und
sinnvoll sei, diesen mit einem Elektrorollstuhl auszustatten. Sinnvoll sei ein Rollstuhl,
der durch die notwendige Begleitperson gut zu handhaben sei, womit die Mobilität des
Versicherten erhalten bleibe (Suva-act. 178).
B.d Mit Verfügung vom 13. Dezember 2016 lehnte die Suva es ab, für den
Elektrorollstuhl Kostengutsprache zu erteilen. Dieser sei nicht sinnvoll und
zweckmässig (Suva-act. 207).
C.
C.a Gegen die Verfügung vom 13. Dezember 2016 liess der gesetzliche Vertreter des
Versicherten am 29. Januar 2017 (vorsorglich) Einsprache erheben. Es werde weiterhin
Kostengutsprache für den Elektrorollstuhl beantragt. Der Versicherte könne den
Rollstuhl bedienen (Suva-act. 219). Am 31. August 2017 liess der Versicherte nach
mehrfacher Fristverlängerung und Mandatierung eines Rechtsvertreters, Rechtsanwalt
MLaw Thomas Wehrlin, Biel, an der Einsprache festhalten und begründet beantragen,
dass die Kosten für den Elektrorollstuhl zu übernehmen seien. Nach einer kurzen
Eingewöhnungsphase, während der der Versicherte namentlich die ungewohnte
Steuerung per Kinn habe erlernen müssen, bewege er sich inner- und ausserhalb des
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Pflegeheims nur noch im Elektrorollstuhl. Er steuere den Rollstuhl selbständig und
sicher. Insgesamt sei der Elektrorollstuhl sinnvoll und zweckmässig (Suva-act. 253).
C.b Mit Einspracheentscheid vom 23. Oktober 2017 wies die Suva die Einsprache ab.
Der Versicherte könne sich trotz eines Elektrorollstuhls mit vertretbarem Unfallrisiko
nicht ohne Dritthilfe fortbewegen, was einen Anspruch auf einen Elektrorollstuhl
ausschliesse. Allenfalls könne davon ausgegangen werden, dass ein Elektrorollstuhl es
dem Versicherten ermögliche, sich in einem sehr beschränkten Umkreis ohne Dritthilfe
zu bewegen. Der damit verbundene Nutzen wäre aber im Verhältnis zu den Kosten sehr
gering, sodass ein Elektrorollstuhl nicht als einfach und zweckmässig gelten könne
(Suva-act. 258).
D.
D.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) am 22. November 2017 durch seinen Rechtsanwalt Beschwerde
erheben. Er beantragte darin, dass der Einspracheentscheid vom 23. Oktober 2017
aufzuheben und die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zu verpflichten sei, die
Kosten für den Elektrorollstuhl von Fr. 39'046.80 gemäss Offerte der Firma G._ vom
19. Januar 2016 vollumfänglich zu übernehmen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge (act. G 1).
D.b Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 5. Januar 2018
die Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des Einspracheentscheids vom 23.
Oktober 2017 (act. G 3).
D.c Mit Replik vom 20. April 2018 liess der Beschwerdeführer unverändert an seinen
Anträgen und deren Begründungen festhalten. Der Beschwerdeführer werde das
Pflegezentrum D._, das nicht auf seine Bedürfnisse zugeschnitten sei, demnächst
verlassen und ins H._ umziehen. Dort werde es dem Beschwerdeführer offenstehen,
sich jederzeit ausserhalb der Einrichtung zu bewegen (act. G 9).
D.d Die Beschwerdegegnerin reichte am 22. Mai 2018 eine kurze Stellungnahme ein.
Auf eine umfassende Duplik verzichtete sie (act. G 11).
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D.e Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in
den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden

Erwägungen eingegangen.
Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die aufgrund der 1. UVG-Revision geänderten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der
dazugehörenden Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft
getreten. Nachdem vorliegend Bestimmungen zur Anwendung gelangen, die mit der
Revision keine Änderung erfahren haben, erübrigt sich eine intertemporalrechtliche
Beurteilung.
2.
Zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin für die Kosten eines Elektrorollstuhls
aufzukommen hat.
2.1 Gemäss Art. 11 Abs. 1 UVG hat der Versicherte Anspruch auf die Hilfsmittel, die
(unfallbedingte) körperliche Schädigungen oder Funktionsausfälle ausgleichen. Der
Bundesrat erstellt die Liste dieser Hilfsmittel (vgl. dazu auch Art. 19 UVV, wonach diese
Kompetenz und der Erlass von Bestimmungen über die Abgabe von Hilfsmitteln dem
Eidgenössischen Departement des Inneren [EDI] übertragen wird, wovon mit der
Verordnung über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Unfallversicherung [HVUV; SR
832.205.12] Gebrauch gemacht wurde). Der Anspruch erstreckt sich auf die
notwendigen und dem Gesundheitsschaden angepassten Hilfsmittel in einfacher und
zweckmässiger Ausführung, das erforderliche Zubehör und die Anpassungen, die
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wegen des Gesundheitsschadens nötig sind. Ausstattung und Anzahl der Hilfsmittel
müssen den Anforderungen des privaten sowie des beruflichen Lebens entsprechen
(Art. 1 Abs. 2 HVUV; vgl. auch Art. 11 Abs. 2 UVG). Die Kriterien der Einfachheit und
Zweckmässigkeit, die das Verhältnismässigkeitsprinzip konkretisieren, setzen zum
einen voraus, dass die fragliche Leistung geeignet ist, den gesetzlichen Zweck zu
erreichen, und dass diese dazu notwendig und erforderlich erscheint. Zum anderen
verlangen sie, dass zwischen den Kosten des Hilfsmittels und seinem Nutzen ein
vernünftiges Verhältnis besteht, wobei sämtliche tatsächlichen und rechtlichen
Umstände des Einzelfalles zu berücksichtigen sind (BGE 141 V 34 E. 3.2.1; Urteil des
Bundesgerichts vom 10. Juli 2015, 8C_279/2014, E. 7.1, je mit Hinweisen).
2.2 Die Liste im Anhang zur HVUV führt Fahrstühle ohne motorischen Antrieb (Ziff.
9.01) und Fahrstühle mit elektromotorischem Antrieb, sofern gehunfähige Versicherte
infolge von Lähmungen oder anderen Gebrechen der oberen Extremitäten einen
gewöhnlichen Fahrstuhl nicht bedienen und sich nur dank elektromotorischem Antrieb
selbständig fortbewegen können (Ziff. 9.02), auf. Zu prüfen ist im Folgenden, ob die
angeführten Anspruchsvoraussetzungen in Bezug auf den beantragten Elektrorollstuhl
zum Zeitpunkt des Einspracheentscheids (23. Oktober 2017) gegeben waren.
Diesbezüglich sind die im Recht liegenden Dokumente und (medizinischen) Berichte zu
würdigen.
2.3
2.3.1 Nach der Arztvisite im SPZ vom 3. Februar 2016 wurde festgehalten, eine
vermehrte Spastik verhindere aktuell, dass der Beschwerdeführer den Elektrorollstuhl
benützen könne (Suva-act. 47).
2.3.2 Am 11. April 2016 teilte Dr. med. I._, Chefarzt Paraplegie des SPZ,
Rehabilitationsmedizin, Facharzt Physikalische Medizin und Rehabilitation, mit, dass
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der Beschwerdeführer das Handling mit dem Elektrorollstuhl beherrsche. Die Spastik
habe sich verbessert (Suva-act. 71).
2.3.3 Im Bericht der Ergotherapie des SPZ vom 6. Mai 2016 wurde erwähnt, dass
die Handhabung des Elektrorollstuhls im Innenbereich selbständig durch den
Beschwerdeführer erfolge. Je nach Tagesform / Spasmen sei die Bedienung im
klinischen Alltag nicht möglich. Im Aussenbereich sei der Versicherte im Klinikalltag
immer in Begleitung. Den Elektrorollstuhl habe er auf der Station allein bedient, auf
dem restlichen Gelände unter Supervision bzw. bei Bedarf mit Unterstützung (Suva-
act. 82-3).
2.3.4 J._, Stationsleiter des Pflegezentrums D._, wo der Beschwerdeführer seit
27. April 2016 und über den Zeitpunkt des Einspracheentscheid hinaus lebte, führte mit
Schreiben vom 31. August 2016 aus, dass sich der Beschwerdeführer ausschliesslich
auf der Station in seinem Elektrorollstuhl allein bewege. Wenn er die Station verlasse,
sei immer ein Mitarbeiter bei ihm. Er könne durch die integrierte und sichere
Bedieneinheit der Kinnsteuerung den Rollstuhl selbständig und allein fortbewegen. Es
bestehe keine Unfallgefahr. Das selbständige Fortbewegen auf der Station spare
Pflegepersonal ein und steigere die Lebensqualität des Beschwerdeführers in
erheblichem Masse. Der Handrollstuhl werde nur noch benutzt, wenn der
Elektrorollstuhl in der Wartung sei (act. G 1.7).
2.3.5 Im Bericht der Suva, welcher nach einem am 30. September 2016
durchgeführten Gespräch mit der stellvertretenden Stationsleiterin des Pflegezentrums
D._ (K._) erstellt wurde, wurde angegeben, dass der Beschwerdeführer im
Pflegeheim mehrheitlich in seinem konventionellen Rollstuhl "Quickie Iris" sei. Der
Beschwerdeführer sei in der Station für Demenzkranke stationiert, weshalb der
Elektrorollstuhl nach Ansicht von K._ für die übrigen Mitbewohner, aber auch für den
Beschwerdeführer selbst ein Risiko darstelle. Ausserdem sei der Radius, auf dem er
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sich selbständig bewegen könne, sehr klein. Den Lift könne der Beschwerdeführer
auch mit dem Elektrorollstuhl nicht selbständig betätigen. Auch die selbständigen
Positionswechsel, welche der Elektrorollstuhl als Vorteil mit sich bringen würde, könne
der Beschwerdeführer nicht selbständig vornehmen. Im Aussenbereich könne und
dürfe er nicht selbständig fahren. Dies sei klar zu gefährlich. Wenn man draussen mit
ihm unterwegs sei, sei immer eine Begleitperson dabei. Der Beschwerdeführer brauche
praktisch eine 24-Stunden-Überwachung (Suva-act. 165).
2.3.6 Dr. F._ führte mit Bericht vom 12. Oktober 2016 aus, dass der
Beschwerdeführer, welchem nicht nur eine sensomotorische komplette Tetraplegie,
sondern weiterhin auch eine äthyltoxische Demenz mit deutlichen
Orientierungsstörungen und kognitiv-mnestischen Defiziten mit Urteils- und
Handlungsunfähigkeit diagnostiziert wurde, ohne Aufsicht keinen Elektrorollstuhl
bedienen könne. Ohne Aufsicht resp. Begleitung bestehe eine erhöhte Unfallgefahr,
was bedeute, dass sich der Bewegungsradius durch einen Elektrorollstuhl ohne eine
Begleitperson nicht vergrössere. Schlussfolgernd erscheine es ihr nicht zweckmässig
und sinnvoll, den Beschwerdeführer überhaupt mit einem Elektrorollstuhl auszustatten.
Sinnvoll sei ein Rollstuhl, der durch die notwendige Begleitperson gut zu handhaben
sei, womit die Mobilität des Beschwerdeführers erhalten bleibe (Suva-act. 178).
2.3.7 J._ trug mit Bericht vom 19. Februar 2018 erneut vor, dass für den
Beschwerdeführer, die Bewohner und das Personal durch den Elektrorollstuhl keine
Unfallgefahr bestehe. Dieser sei für ihn ein sehr grosser Gewinn. Er sei auf der Station
unabhängig vom Personal und gewinne an Selbständigkeit und Autonomie. Dies sei
auch sehr wichtig für seine persönliche Stimmung (act. G 9.2).
2.3.8 Mit Bericht vom 12. April 2018 führte K._ von L._, die mit der Suche nach
einem passenden Wohnort für den Beschwerdeführer betraut war, aus, dass der
Beschwerdeführer das ihm bekannte System des Elektrorollstuhls einwandfrei und
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ohne allfällige Anzeichen von Unsicherheiten sowohl in Innenräumen als auch im
öffentlichen Raum sowie in Bezug auf Transfers in und aus Fahrzeugen (Rollstuhltaxi,
behindertengerechte Einstiegsmöglichkeiten in Zügen) bediene. Der Beschwerdeführer
werde künftig im H._ wohnen. Dort werde die Selbstbestimmung und somit die
Selbständigkeit der Bewohner aktiv gefördert und im Rahmen der jeweiligen
Möglichkeiten ausgeschöpft. Dies werde es dem Beschwerdeführer erlauben, sich
jederzeit frei zu entscheiden, ob und in welcher Form er sich ausserhalb der
Einrichtung bewegen möchte. Die Finanzierung eines entsprechend leistungsfähigen
Rollstuhls zu verneinen, erachte sie als Fehler und mittel- bis langfristig auch als teurer.
Ihre Einschätzung basiere auf mehrfachen Treffen mit dem Beschwerdeführer und ihren
dadurch gewonnenen Eindrücken seiner Mobilität in Innen- und Aussenräumen (act. G
9.1).
2.4 Die vorgenannte Aktenlage zeigt auf, dass sich der Beschwerdeführer nach
verständlichen anfänglichen gesundheitlichen und funktionellen Schwierigkeiten immer
besser an den Elektrorollstuhl gewöhnt hat und ein Fortbewegen auf seiner Station /
Etage im Pflegezentrum D._ selbständig erfolgen konnte. Daran ändern auch zwei
dokumentierte kleinere Zwischenfälle nichts (Suva-act. 255-2, 31). Es sind keine
Gründe ersichtlich, die Berichte der behandelnden Ärzte und Betreuer in Frage zu
stellen. Verständlich ist auch, dass in der Situation des Beschwerdeführers jegliche
noch so kleine Möglichkeit zu selbstbestimmtem Handeln die Lebensqualität steigern
und das psychische Befinden verbessern kann. Ein Anspruch auf Kostentragung durch
die Beschwerdegegnerin im Zeitpunkt des Einspracheentscheids ergibt sich dadurch
indes noch nicht. Diesbezüglich ist von Relevanz, dass sämtlichen Berichten zu
entnehmen ist, dass der Beschwerdeführer einzig auf seiner Station in der Lage war,
sich selbständig fortzubewegen. Weder konnte er ohne Hilfestellung den Lift betätigen,
um in andere Etagen, Ess- oder Aufenthaltsräume zu gelangen, noch konnte und durfte
er sich aufgrund seines Gesundheitszustandes, wobei diesbezüglich auch die
deutlichen Orientierungsstörungen und kognitiv-mnestischen Defizite mit Urteils- und
Handlungsunfähigkeit ins Gewicht fielen, ohne persönliche Betreuung ins Freie
begeben und sich dort selbständig fortbewegen. Gestützt auf das Gesagte war der
Beschwerdeführer damit zwar nur mit einem Elektrorollstuhl in der Lage, sich
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selbständig fortzubewegen, womit diese Bedingung nach Ziff. 9.02 des Anhanges zur
HVUV erfüllt war; der Umfang der sich daraus ergebenden Selbständigkeit war indes
zum damaligen Zeitpunkt nur gering, und bei der Abwägung von Kosten und Nutzen
sprechen die im Vergleich zu einem Rollstuhl ohne Antrieb deutlich höheren Kosten des
Elektrorollstuhls gegen die Kostenübernahme durch die Beschwerdegegnerin.
Während die Zweckmässigkeit des Elektrorollstuhls trotz anderslautenden
Beurteilungen von Dr. F._ grundsätzlich als gegeben hätte angesehen werden
können, war die Voraussetzung der Einfachheit bei den gegebenen Umständen nicht
erfüllt.
2.5 Sollte sich die Situation seit dem Einspracheentscheid vom 23. Oktober 2017 in
dem Sinne verändern bzw. bereits verändert haben, dass der Beschwerdeführer
aufgrund seines Gesundheitszustands und allenfalls auch bei veränderter
Wohnsituation, wie es K._ in ihrem Bericht angedeutet hat, in der Lage ist, sich in
grösserem Umfang selbständig und gegebenenfalls ohne durchgehende Betreuung
fortzubewegen, ist es ihm unbenommen, erneut einen Antrag auf Kostentragung des
zur Diskussion stehenden Elektrorollstuhls zu stellen. In einem solchen Fall müsste die
Beschwerdegegnerin die Anspruchsvoraussetzungen erneut, nötigenfalls vor Ort,
überprüfen, allenfalls auch unter Beizug eines Arztes, welcher seinerseits in Würdigung
sämtlicher gesundheitlicher Beeinträchtigungen die medizinische Indikation eines
Elektrorollstuhls zu beurteilen hätte.
3.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 23. Oktober
2017 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Ausgangsgemäss
hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
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