Decision ID: d699e66e-dad3-5971-924d-a8f4cfe45651
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 30. Januar 2020 beim Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung an (act. G3.1/50) und stellte
Antrag auf Arbeitslosenentschädigung ab demselben Datum bei der Kantonalen
Arbeitslosenkasse (Kasse; act. G3.1/40). Der zuständigen Beraterin beim RAV erklärte
er anlässlich eines Beratungsgesprächs vom 3. Februar 2020, er hätte per 1. Februar
2020 eine Arbeitsstelle gehabt, am 3. Januar 2020 habe er sich jedoch die linke Hand
gebrochen (act. G3.1/48; vgl. auch Stellungnahme des Versicherten vom 8. Februar
2020 in act. G3.1/29). Gleichzeitig reichte er der RAV-Beraterin ein
Arbeitsunfähigkeitszeugnis über 100 % für die Dauer vom 13. Januar bis 1. März 2020
ein (act. G3.1/47). Sie erklärte ihm bei diesem Gespräch, dass bei einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit keine Arbeitsbemühungen geschuldet seien (act. G3.1/48 S. 2).
Hinsichtlich der Berufsdaten des Versicherten erfasste die RAV-Beraterin "X._" (act.
G3.1/49 S. 2).
A.a.
Am 19. Februar 2020 ging ein Arztzeugnis betreffend den Versicherten bei der
Kasse ein, mit welchem er auch vom 1. bis 10. März 2020 zu 100 % arbeitsunfähig
geschrieben wurde (act. G3.1/23).
A.b.
Die Kasse eröffnete eine Rahmenfrist für den Leistungsbezug ab 30. Januar 2020
und rechnete betreffend den Versicherten am 20. Februar 2020 für den Monat Januar
2020 zwei Wartetage ab. In der entsprechenden Taggeldabrechnung wies die Kasse
den Versicherten darauf hin, dass eine rückwirkende Unfallmeldung nicht möglich sei.
Sie könne ihm während maximal 30 Kalendertagen Taggelder ausrichten (act. G3.1/22).
Am 3. März 2020 rechnete die Kasse für den Monat Februar 2020 drei Wartetage und
siebzehn Krankentaggelder betreffend den Versicherten ab (act. G3.1/18).
A.c.
Per 31. März 2020 wurde der Versicherte von der Arbeitsvermittlung abgemeldet,
da er per 1. April 2020 eine Stelle gefunden habe (act. G3.1/19).
A.d.
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B.
Am 14. April 2020 ersuchte der Versicherte die Kasse um eine Abrechnung mit
schriftlicher Verfügung für den Monat März 2020, da er nicht damit einverstanden war,
dass für diesen Monat keine Taggelder ausbezahlt wurden. Dabei erklärte er unter
anderem, er habe eine zusätzliche Ausbildung in Betriebswirtschaft und hätte ab März
2020 gut arbeiten können (act. G3.1/16).
A.e.
Mit Schreiben vom 20. April 2020 ersuchte die Kasse den Versicherten um
Einreichung eines Arztzeugnisses über seine Arbeitsunfähigkeit in Prozent im Zeitraum
vom 11. bis 31. März 2020 oder ein Arztzeugnis, aus welchem ersichtlich sei, seit wann
(genaues Datum) und in welchem Umfang (Prozent) er in einer leidensadaptierten
Tätigkeit hätte arbeiten können (act. G3.1/14). Daraufhin liess der Versicherte der
Kasse ein Arztzeugnis vom 10. März 2020 zukommen, laut welchem er auch vom 11.
bis 31. März 2020 zu 100 % arbeitsunfähig war (act. G3.1/13).
A.f.
Mit Verfügung vom 15. Mai 2020 verneinte die Kasse einen Anspruch des
Versicherten auf Arbeitslosenentschädigung für die Zeit vom 1. bis 31. März 2020
(act. G3.1/12).
A.g.
Dagegen erhob der Versicherte am 10./20. Juni 2020 Einsprache und ersuchte um
Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung für März 2020. Er machte geltend, er habe
zwar durch seine behandelnde Ärztin ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis für den Monat
März 2020 erhalten. Dies bedeute jedoch nicht, dass er arbeitsunfähig gewesen sei, da
er erstens eine zusätzliche Ausbildung in Betriebswirtschaft habe und somit ab März
2020 gut hätte arbeiten können und zweitens vorher schon aktiv auf Arbeitssuche
gewesen sei. Seiner Zweitausbildung in Betriebswirtschaft sei im Arztzeugnis nicht
Rechnung getragen worden. Er habe eine Arbeit gesucht, welche stark bürolastig sei,
und eine solche auch an der Universität B._ gefunden. Wäre diese Arbeitsstelle auf
den Monat März 2020 ausgeschrieben gewesen, hätte er schon in diesem Monat
begonnen, obwohl er durch das Arztzeugnis noch krankgeschrieben gewesen sei. Im
Monat März 2020 seien seine Vermittlungsfähigkeit und die Kontrollvorschriften erfüllt
gewesen, sonst hätte er Ende Februar 2020 kaum eine neue Arbeitsstelle gefunden,
obwohl er krankgeschrieben gewesen sei. Aufgrund der Kommunikation des RAV habe
B.a.
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C.
er für diesen einen Monat jedoch keine andere Arbeitsstelle gesucht (act. G3.1/11 und
9).
Am 11. August 2020 ersuchte der Rechtsdienst der Kasse den Versicherten unter
Fristansetzung mit per A+ versandtem Schreiben um Auskünfte und nochmals um
Einreichung eines Arztzeugnisses, welches seine Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte
Tätigkeiten für März 2020 bestätige (act. G3.1/8). Diese Frist verstrich unbenutzt (vgl.
act. G3.1/4 S. 2).
B.b.
Mit Einspracheentscheid vom 31. August 2020 wies die Kasse die Einsprache ab.
Zur Begründung führte sie an, der Versicherte sei gemäss Arztzeugnis vom 4. Januar
bis 1. April 2020 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Trotz zweimaliger Aufforderung
von Seiten Kasse habe er kein Arztzeugnis beigebracht, welches die geltend gemachte
Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten Tätigkeiten für März 2020 belege (act. G3.1/4).
B.c.
Gegen den Einspracheentscheid vom 31. August 2020 richtet sich die vorliegend
zu beurteilende Beschwerde vom 29. September 2020 mit dem Antrag, die Ausfalltage
vom 11. bis 31. März 2020 zu entschädigen. Zur Begründung wiederholt der
Beschwerdeführer seine Argumente gemäss Einsprache (vgl. vorstehend Sachverhalt
B.a) und macht unter Einreichung einer Bestätigung der Orthopädie C._ vom 29.
September 2020, gemäss welcher er vom 11. bis 31. März 2020 zu 100 %
arbeitsunfähig für praktische Tätigkeiten und zu 0 % arbeitsunfähig für Bürotätigkeiten
gewesen sei, geltend, ihm seien für den Zeitraum vom 11. bis 31. März 2020 15
Taggelder à Fr. 140.-- zu bezahlen. Aus den jeweiligen Schreiben der Kasse sei nicht
klar ersichtlich gewesen, dass seine Arbeitsfähigkeit mittels eines
Arbeitsfähigkeitszeugnisses bewiesen werden müsse, dies sei erst mit dem
Einspracheentscheid vom 31. August 2020 klar kommuniziert worden. Er habe jedoch
mehrfach sein Arztzeugnis eingereicht und erklärt, dass dies für eine X._-che
Tätigkeit, nicht jedoch für eine Arbeit im Büro ausgestellt worden sei (act. G1 und
G1.8).
C.a.
Mit Beschwerdeantwort vom 27. Oktober 2020 beantragt die
Beschwerdegegnerin unter Verweis auf den Einspracheentscheid vom 31. August 2020
die Abweisung der Beschwerde (act. G3).
C.b.
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Erwägungen
1.
Der Beschwerdeführer bekundet am 25. November 2020 seinen Unmut über die
fehlenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort und
verweist auf sein Beschwerdeschreiben (act. G5).
C.c.
Vorliegend streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf
Taggelder der Arbeitslosenversicherung vom 11. bis 31. März 2020.
1.1.
Eine der Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ist die
Vermittlungsfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 lit. f des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0]). Die
arbeitslose Person ist vermittlungsfähig, wenn sie bereit, in der Lage und berechtigt ist,
eine zumutbare Arbeit anzunehmen und an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen
(Art. 15 Abs. 1 AVIG). Zur Vermittlungsfähigkeit gehört demnach auch die persönliche
Bereitschaft, die Arbeitskraft entsprechend den persönlichen Verhältnissen während
der üblichen Arbeitszeit einzusetzen (BGE 120 V 388 E. 3a mit Hinweisen). Die Frage
der Vermittlungsfähigkeit beurteilt sich prospektiv, d.h. vom Zeitpunkt der
Antragstellung aus und unter Würdigung jener Verhältnisse, die bei Erlass des
angefochtenen Verwaltungsakts, das heisst des Einspracheentscheides vom 31.
August 2020, bestanden haben (vgl. BGE 120 V 385 f. E. 2 mit weiteren Hinweisen).
1.2.
Nach Art. 28 Abs. 1 AVIG haben versicherte Personen, die wegen Krankheit (Art. 3
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]), Unfall (Art. 4 ATSG) oder Schwangerschaft vorübergehend nicht oder nur
vermindert arbeits- und vermittlungsfähig sind und deshalb die Kontrollvorschriften
nicht erfüllen können, sofern sie die übrigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllen,
Anspruch auf das volle Taggeld. Dieser dauert längstens bis zum 30. Tag nach Beginn
der ganzen oder teilweisen Arbeitsunfähigkeit und ist innerhalb der Rahmenfrist auf 44
Taggelder beschränkt.
1.3.
Die Koordinationsvorschrift von Art. 28 AVIG stellt eine Ausnahme vom
Grundprinzip der Arbeitslosenversicherung dar, wonach Leistungen nur bei
Vermittlungsfähigkeit der versicherten Person in Betracht kommen. Zur Vermeidung
von Härtefällen, Schliessung von Lücken im Bereich der "Nahtstellen" zwischen ihr und
anderen Zweigen der Sozialversicherung, insbesondere der Krankenversicherung,
vorab aber im Interesse der Verbesserung der sozialen Sicherung Arbeitsloser im Falle
1.4.
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2.
von Krankheit, Unfall und Schwangerschaft wurde durch diese Sonderregelung für
beschränkte Zeit auf das Erfordernis der Vermittlungsfähigkeit und der Kontrollpflicht
verzichtet und ein zeitlich limitiertes Taggeld eingeräumt (Thomas Nussbaumer,
Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band XIV,
Soziale Sicherheit, 3. Aufl., Rz 434). Dem Ausnahmecharakter entsprechend erbringt
die Arbeitslosenversicherung somit lediglich während einer beschränkten Zeit
Taggeldleistungen für einen Grund, den eigentlich ein anderer
Sozialversicherungszweig entschädigen müsste. So kommt Art. 28 Abs. 1 AVIG nur
während der ersten 30 Kalendertage nach Beginn der ganzen oder teilweisen
Arbeitsunfähigkeit zur Anwendung. Abgestellt wird auf den Beginn der
Arbeitsunfähigkeit, frühestens aber auf den Beginn der tatsächlichen Arbeitslosigkeit
und nicht etwa auf den Beginn der kontrollierten Arbeitslosigkeit (Thomas Nussbaumer,
a.a.O., Rz 441). Ist eine versicherte Person nach 30 Tagen weiterhin arbeitsunfähig, fällt
der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ohne Weiteres dahin (SVR ALV 1999 Nr.
9 S. 24 E. 3a).
Nach der im Sozialversicherungsrecht geltenden Schadenminderungspflicht (vgl.
Art. 17 Abs. 1 AVIG) muss eine versicherte Person, die Versicherungsleistungen
beanspruchen will, alles Zumutbare unternehmen, um den Eintritt der Arbeitslosigkeit
zu vermeiden oder deren Dauer zu verkürzen.
1.5.
Der Beschwerdeführer war im Zeitpunkt seiner Anspruchserhebung bei der
Arbeitslosenversicherung am 30. Januar 2020 zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben
(act. G3.1/47). Nach seinem Gespräch mit seiner Beraterin beim RAV vom 3. Februar
2020 notierte diese als Erwartungshaltung des Beschwerdeführers "Lohnausfall infolge
Unfall". Unter dem Titel berufliche Biographie protokollierte die RAV-Beraterin nach
dem Gespräch "Studium X._.". Anlässlich dieses Gesprächs wies die zuständige
RAV-Beraterin den Beschwerdeführer darauf hin, dass bei einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit keine Arbeitsbemühungen geschuldet seien. Dem Verlaufsprotokoll
ist keinerlei Hinweis darauf zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer eine weitere
Ausbildung erwähnt hätte (act. G3.1/48). Somit ist es nicht zu beanstanden, dass die
Kasse den Beschwerdeführer aufgrund fehlender Arbeitsfähigkeit als nicht
vermittlungsfähig einstufte und die Taggelder deshalb über Art. 28 Abs. 1 AVIG
ausrichtete. Gestützt auf Art. 28 Abs. 1 AVIG dauert der Anspruch auf das Taggeld der
Arbeitslosenversicherung längstens bis zum 30. Tag nach dessen Beginn (30. Januar
2020) und somit bis zum 28. Februar 2020. Am 17. Februar 2020 hatte der Versicherte
der Kasse ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 14. Februar 2020 über 100 % auch für
2.1.
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die Zeit vom 1. bis 10. März 2020 zukommen lassen (act. G3.1/23 und 25). Die Kasse
unterrichtete den Versicherten mit der Taggeldabrechnung für den Monat Januar 2020
am 20. Februar 2020 darüber, dass eine rückwirkende Unfallmeldung nicht möglich sei
und sie ihm während maximal 30 Kalendertagen Taggelder ausrichten könne (act.
G3.1/21). Am 14. April 2020 erkundigte der Beschwerdeführer sich telefonisch bei der
Kasse nach Taggeld und Abrechnung für März 2020. Nachdem ihm anlässlich dieses
Telefonats erklärt worden war, dass er lediglich während 30 Tagen Anspruch auf ein
Taggeld habe, wandte er sich gleichentags schriftlich an die Kasse und erklärte
erstmals, dass er zwar durch seine behandelnde Ärztin für März 2020 ein Arztzeugnis
ausgehändigt erhalten habe, dies jedoch nicht bedeute, dass er arbeitsunfähig
gewesen sei. Einerseits habe er eine zusätzliche Ausbildung in Betriebswirtschaft
(Universität D._) und hätte somit ab März 2020 gut arbeiten können und andererseits
sei er schon vorher aktiv auf Stellensuche gewesen (act. G3.1/16). Am 20. April 2020
ersuchte die Kasse den Beschwerdeführer, für die Zeit vom 11. bis 31. März 2020 ein
Arztzeugnis über seine Arbeitsunfähigkeit oder ein Arztzeugnis, aus welchem
ersichtlich sei, seit wann und in welchem Umfang er in einer leidensadaptierten
Tätigkeit hätte arbeiten können, einzureichen (act. G3.1/14). Daraufhin liess der
Beschwerdeführer der Kasse ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 10. März 2020 über
100 % auch für die Zeit vom 11. bis 31. März 2020 zukommen und erklärte erneut,
dass dies nicht bedeute, dass er arbeitsunfähig gewesen sei, da er eine zusätzliche
Ausbildung in Betriebswirtschaft habe und somit ab März 2020 gut hätte arbeiten
können (act. G3.1/13).
Unbestrittenermassen endete der Anspruch des Beschwerdeführers auf
Arbeitslosentaggelder infolge teilweiser oder ganzer Arbeitsunfähigkeit mit dem Ablauf
der 30-Tages-Frist per 28. Februar 2020. Dass er vom 1. bis 10. März 2020 angesichts
seiner andauernden Arbeitsunfähigkeit und aufgrund des erschöpften Anspruchs nach
Art. 28 AVIG keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hatte, anerkennt der
Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren. Für die Zeit vom 11. bis 30. März 2020
macht er demgegenüber unter Berufung auf ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 29.
September 2020 geltend, er wäre für Bürotätigkeiten in diesem Zeitraum arbeitsfähig
gewesen (act. G1 und G1.8). Um seinen Zweck zu erfüllen und dazu zu führen, dass
der Beschwerdeführer bei der Arbeitslosenversicherung wieder als vermittlungsfähig
gelten kann, hätte dieses Arztzeugnis jedoch echtzeitlich beigebracht werden müssen.
Der Beschwerdeführer war von der Kasse bereits am 20. Februar 2020 darauf
hingewiesen worden, dass lediglich während 30 Kalendertagen Anspruch auf
Taggelder bestehen kann (act. G3.1/21 resp. 22). Zu diesem Zeitpunkt wäre dem
Beschwerdeführer eine Reaktion in Form des Hinweises auf seine Zweitausbildung und
2.2.
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eine voraussichtlich bald auftretende Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten möglich
gewesen. Wäre der Beschwerdeführer wirklich bereit gewesen, eine adaptierte
Tätigkeit ausserhalb des X._-berufs anzunehmen, hätte von ihm erwartet werden
können, dass er dies im Rahmen seiner Schadenminderungspflicht (vgl. E. 1.5) aktiv
mitteilt. Die Angaben des Beschwerdeführers am Gespräch beim RAV - er suche
Erwerbsersatz, fehlende Erwähnung seiner später ins Feld geführten
betriebswirtschaftlichen Ausbildung - lassen jedenfalls nicht vermuten, dass der
Beschwerdeführer vorhatte, seine Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten zu nutzen.
Auch in seinen Stellungnahmen zur Verschuldensabklärung wegen Selbstkündigung
des letzten Arbeitsverhältnisses war einzig von Verhandlungen mit verschiedenen X._
im Hinblick auf eine berufliche Weiterbildung in X._er Chirurgie die Rede (act.
G3.1/29). Echtzeitlich durfte und musste die Kasse mangels Hinweis auf eine
Zweitausbildung und mangels bekannter Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten von
einer fehlenden Vermittlungsfähigkeit des Beschwerdeführers ausgehen. Das erst weit
nach der fraglichen Kontrollperiode ausgestellte Arztzeugnis vom 29. September 2020,
welches nicht durch die behandelnde Ärztin unterzeichnet ist, vermag hieran nichts zu
ändern (vgl. zum Beweiswert von nachträglich ausgestellten Arztzeugnissen ARV 2005
Nr. 3, S. 54 ff.). Dass der Beschwerdeführer das Schreiben der Beschwerdegegnerin
vom 11. August 2020 nicht verstanden hätte, erscheint angesichts seiner Ausbildung
nicht nachvollziehbar. Auch ein medizinisches Gutachten, wie dies vom
Beschwerdeführer als Beweis offeriert wird (act. G1 S.2), vermöchte am Umstand
nichts zu ändern, dass der Beschwerdeführer sich dem RAV und der Kasse gegenüber
echtzeitlich, d.h. im Februar und März 2020, als voll arbeitsunfähig auswies. Und auch
der Umstand, dass der Beschwerdeführer Stellen mit hohem Administrativanteil suchte
und offenbar eine solche per 1. April 2020 gefunden hat (vgl. act. G3.1/11 sowie act.
G1.9), ist unbehelflich, zumal er wie gesagt echtzeitlich Arbeitsunfähigkeitszeugnisse
einreichte und seine ihm zufolge am 1. März 2020 (vgl. act. G3.1/16, G3.1/13, G3.1/11)
und laut nachträglichem Arztzeugnis am 11. März 2020 (vgl. act. G1.8) wiedererlangte
Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten weder der Kasse noch dem RAV mitteilte.
Hierfür stellt auch der vom Beschwerdeführer ins Feld geführte Umstand, dass die
RAV-Beraterin ihn für März 2020 aufgrund seines Stellenantritts am 1. April 2020 von
den Kontrollvorschriften befreit habe (vgl. act. G3.1/16), keine Rechtfertigung dar. Denn
laut der vom Beschwerdeführer angeführten AVIG-Praxis ALE, Rz. B320, muss auch im
Falle des Verzichts auf den Nachweis von Arbeitsbemühungen die Bereitschaft zur
Annahme einer zugewiesenen zumutbaren Arbeit gegeben sein. Der Beschwerdeführer
versetzte jedoch durch seine fehlende Mitteilung einer Arbeitsfähigkeit in adaptierten
Tätigkeiten die RAV-Beraterin gar nicht in die Lage, ihm eine Stelle zuzuweisen.
Zusammenfassend ist unter Berücksichtigung der echtzeitlichen Krankschreibung des
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3.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).