Decision ID: 9260f3bf-8c11-448d-8566-2d956f775d34
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1975, ist gelernter Landschaftsgärtner (Urk.
9
/2). Als solcher arbeitete er bis Ende 2002 mit Unterbrüchen für diverse Arbeitgeber (Urk.
9
/45). Zuletzt war er
von März 2002
bis August 2004 zu 60 bis 100 % im Verkauf von Gartenprodukten tätig (Urk.
9
/14/2
und 9
/34). Danach bezog er bis März 2006 Arbeitslosentaggelder bei einer Vermittlungsfähigkeit von 100 % (Urk.
9
/36).
1.2
Wegen Rückenbeschwerden meldete sich der Versicherte im Dezember 2004 erst
mals bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nach
folgend: IV-Stelle)
,
zum Leistungsbezug an (Urk.
9
/3). Diese verneinte mit Verfü
gung vom 22. September 2005 einen Anspruch auf berufliche Massnah
men zufolge Berufserfahrung als Verkäufer und primär nicht gesundheitlich bedingter Schwierigkeiten bei der Stellensuche (Urk.
9/
20).
In der Neuanmeldung vom Mai 2007 machte der Versicherte eine massive Ver
schlechterung von Muskelbeschwerden seit Mitte 2006 geltend (Urk.
9/
30). In der Folge gab die IV-Stelle ein polydisziplinäres Gutachten bei der MEDAS
Y._
in Auf
trag, das am
5.
Januar 2008 erstattet wurde (Urk.
9/
66). Die IV
Stelle lehnte hierauf eine Kostengutsprache für berufliche Massnahmen
erneut
ab (Urk.
9/
51) und sprach dem Versicherten
wegen psychischer Beschwerden
mit Verfügung vom 2
6.
März 2009 rückwirkend ab April 2007 eine ganze Invaliden
rente zu (Urk.
9/
75 und
9/
84).
Sie bestätigte diese Rente
mit formloser Mitteilung vom 2
5.
März 2010
(Urk.
9/
120).
Auch die im Jahr 2012 eingeleitete Renten
revision endete mit einer Mitteilung vom
7.
Septem
ber 2012, mit der die
bisherige ganze Invalidenrente
bestätigt wurde (
Urk.
9/
127), unter gleichzeitiger Auferle
gung ein
er Schadenminderungspflicht in F
o
rm einer Facharztbehandlung
der Richtung
Psychiatrie mit einer stationären diagnostisch-therapeutischen Abklärung (
Urk.
9/128).
1.3
Der Versicherte meldete in der Folge der IV-Stelle
den Beginn
einer ambulanten Therapie bei der
Z._
und zwar durch m
ed. prakt.
A._
.
Die IV-Stelle nahm wieder ein Renten
revisionsverfahren auf (
Urk.
9/134)
und
gab ein polydisziplinäres Gutachten der Fachrichtungen Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie und Rheumatologie in Auftrag (Urk.
9/
140), das am 3
0.
Juni 2014 von der
B._
erstattet wurde (Urk.
9/
143
). Mit
Verfügung vom 20. Januar 2015
stellte sie die Rente
per Ende des der Zustellung folgenden Monats
ein (
Urk.
9/161).
Die dagegen vom Versicherten eingereichte Beschwerde hiess das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
im Verfahren IV.2015.00243
mit Urteil vom 3
0.
September 2016 in dem Sinne gut, dass es die Sache an die
IV
Stelle zurückwies, um in stationärer Umgebung den medizinischen Sachverhalt abzuklären und über den Rentenanspruch hernach neu zu verfügen
. Den Entzug der aufschiebenden Wirkung
der Beschwerde liess es während der Dauer der Abklärung bestehen
(
Urk.
9/174).
1.4
Im Nachgang des Urteils holte die IV-Stelle
bei der behandelnden Ärztin med.
pract
.
C._
den Bericht vom 2
9.
März 2017 ein (
Urk.
9/182).
Sie veranlasste bei der
D._
ein
e stationäre Begutachtung. Das
Gutachten
von
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und Fachärztin Neurologie, datiert vom 2
8.
September 2018 (
Urk.
9/202/21).
Die IV-Stelle nahm in der Folge Eingliederungsbemühungen an Hand, die sie jedoch mit Mitteilung vom
1.
Februar 2019 abschloss, nachdem der Versicherte die Bereitschafts
erklärung zur Teilnahme an beruflichen Massnahmen zur Wiedereingliederung
nicht unterschrieben hatte (
Urk.
9/213).
Nach Einholung weiterer Berichte der behandelnden Therapeutin kündigte die IV-Stelle dem Versicherten im Vorbe
scheid vom 1
0.
Mai 2019 die Beibehaltung der Einstellung der Rente per Ende Februar 2015 an (
Urk.
9/218). Daran hielt sie in der Verfügung
vom
8.
November 2019
fest
(
Urk.
2).
2.
Gegen diesen Entscheid erhob der Versicherte am
1
2.
Dezember 2019
Beschwerde und beantragte,
es sei
ihm über
den 2
8.
Februar 2015 hinaus
eine ganze Rente zuzu
sprechen
und diese sei unter Zahlung von Verzugszinsen nachzuzahlen (
Urk.
1 S. 14).
Weiter verlangte er die Übernahme der Ko
sten der Stellungnahme von
med.
pract
.
C._
vom
5.
Dezember 2019 im Betrag von
Fr.
187.50 durch die IV-Stelle
, welche er mit der Beschwerde eingereicht hatte
(Urk. 1
,
Urk.
3
). In der Beschwerdeantwort vom
1
7.
Februar 2020
schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
8
).
Dies wurde dem Beschwerdeführer am 1
8.
Februar 2020 mitgeteilt (
Urk.
10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
17 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche
rungsrechts (ATSG) sind laufende Renten für die Zukunft zu erhöhen, herabzu
setzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Ände
rung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und
damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszu
stands, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkun
gen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustands erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unver
ändert gebliebenen Gesundheits
zustands auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen materiellen Revisionsgrund dar. Die Frage der wesentlichen Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten rechtskräftigen und auf einer materiellen Prüfung des Renten
anspruchs (mit rechtskonformer Sachverhaltsab
klärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung) beruhenden Verfügung bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (BGE 134 V 131 E. 3, 133 V 108 E. 5.4; vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts
9C_490/2014 vom 23.
Januar 2
015
E.
4.1).
1.2
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können,
sind Verwaltung und Gericht
auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist es, den Gesundheitszu
stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc)
. Dabei gilt es zu beachten, dass
j
ede psychogene Störung, ob ein
fache oder neurotische Form, im Einzelfall Krankheitswert haben
kann
, weshalb jeder Einzelfall sorgfältig geprüft werden muss. Notwendig sind in jedem Fall ein ausführlicher ärztlicher Bericht oder ein entsprechendes fachärztliches Gut
achten sowie die Abklärung der erwerblichen Umstände (AHI 1997 S. 43 E. 5c).
1.3
Für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist ent
scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforder
li
chen allsei
tigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berück
sichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person aus
einander setzt, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abge
geben worden ist und in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ferner ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsan
wendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, und der Experte nicht aus
zu
räumende Unsicher
heiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder
verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozial
versicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
1.4
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.5
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht
am 3
0.
November 2017
, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen)
anderer
seits
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundes
gerichts 9C_590/2017 vom 15
.
Februar 2018 E.
5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrund
lage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchs
frei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung
Ende Novem
ber 2017
noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_
580/2017 vom 16. Januar 2018 E.
3.1 mit Hinweisen).
1.6
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.7
Dabei ist
die
medizinische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit eine wichtige Grundlage für die anschliessende juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistung der versicherten Person noch zumutbar ist (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195). Daher haben sich medizinische Sachverständige und rech
tsanwendende Stellen bei ihrer
Einschätzung und Beurteilung des Leistungsvermögens an den normativen Vorgaben zu orientieren, wie sie BGE 141 V 281 als Bindeglied zwischen Beweisverfahren und Rechtsanwendung, d.h. als gemeinsamer Nenner von Medizin und Recht, formuliert hat.
Idealiter
gehen die medizinisch-psychiatri
schen Gutachter gemäss den entsprechend formulierten Frage
stellungen vor (BGE 141 V 281 E. 5.2 S. 306 f.).
In allen Fällen ist sodann im Beschwerdefall durch das Gericht zu prüfen, ob und inwieweit die ärztlichen Experten ihre Arbeitsunfähigkeitsschätzung unter Beachtung der massgebenden Indikatoren (Beweisthemen) hinreichend und nach
vollziehbar begründet haben. Dazu ist erforderlich, dass die Sachverständigen den
Bogen schlagen zum vorausgehenden medizinisch-psychiatrischen Gutachtens
teil (mit Aktenauszug, Anamnese, Befunden, Diagnosen usw.), d.h. sie haben im Einzelnen Bezug zu nehmen auf die in ihre Kompetenz fallenden erhobenen medizinisch-psychiatrischen Ergebnisse fachgerechter klinischer Prüfung und Exploration. Ärztlicherseits ist also
substanziiert
darzulegen, aus welchen medi
zinisch-psychiatrischen Gründen die erhobenen Befunde das funktionelle Leistungsvermögen und die psychischen Ressourcen in qualitativer, quantitativer und zeitlicher Hinsicht zu schmälern vermögen (BGE 143 V 418 E. 6 S. 427). Kommen die Experten dieser Aufgabe unter Berücksichtigung der durch BGE 141 V 281 normierten Beweisthemen überzeugend nach, wird die medizinisch-psychiatrische Folgenabschätzung auch aus der juristischen Sicht des Rechts
anwenders - Durchführungsstelle oder Gericht - Bestand haben. Andernfalls liegt ein triftiger Grund vor, der rechtlich ein Abweichen davon gebietet (BGE 145 V 361 E. 4.3).
1.8
Übergangsrechtlich ist
jedoch
bedeutsam, dass die vor der Rechtsprechungs
änderung eingeholten Gutachten nicht einfach ihren Beweiswert verlieren. Viel
mehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundes
recht standhält (BGE 141 V 281 E. 8 unter Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 6). Mithin ist im konkreten Fall zu klären, ob die beigezogenen Gutachten – allenfalls zusammen mit weiteren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige Beurteilung anhand der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht. Je nach Abklärungs
tiefe und -dichte kann zudem unter Umständen eine punktuelle Ergänzung genügen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E.
5.2.2 und 8C_300/2017 vom
1.
Februar 2018 E. 4.2).
2.
2.1
Die Einstellung der Invalidenrente per Ende Februar 2015
b
egründete die Beschwerdegegnerin
zusammenfassend
damit,
dass eine Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetreten sei. Der Besch
werdeführer habe eine adäquate C
oping-Strategie zum Umgang mit Schmerzen entwickelt
und die vormalige Depression habe sich verbessert. Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit von 2008 bis 2018, wie
sie
im
Gutachten der
D._
für die angestammte Tätigkeit als Verkäufer/Kundenberater im Gartenbau
mit
eine
r
Arbeitsunfähigkeit von 20
%
attestiert worden sei
, sei nachvollziehbar
. Eine Tätigkeit in Eigen
verantwortung bei einem wohlwollenden Arbeitgeber, wo er vermehrt auch Pausen machen
könne und wenig in
Teamarbeit eingebunden sei, sei dem Beschwerdeführer
zu 100
%
zumutbar, wobei
diesfalls
eine Leistungseinbusse von 20
%
vorhanden sei.
Die Neuberechnung der Invalidenrente habe bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
66'878.— und einem Invalideneinkommen von Fr.
49'186.
—
einen Invaliditätsgrad von 26
%
ergeben (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer
bringt in der Beschwerde dagegen
zusammengefasst
vor, der Gesundheitszustand, der
im Jahr 2009,
dargelegt im MEDAS-Gutachten vom
5.
Januar 2008,
zur ganzen Rente
geführt habe, habe sich nicht verändert. Die Beschwerden seien im Gutachten der
D._
gleich beschrieben worden, er leide noch immer an einer Somatisierungsstörung und an einer Persönlichkeitsstörung.
Das Gutachten zeige nicht auf, wie sich im Verlauf der Gesundheitszustand verbessert habe
; allein
eine
mit einem Nachlas
sen/Verschwinden der –
bereits
früher fraglichen – depressiven Symptomatik und einem besseren Umgang mit den Schmerzen begründete Verbesserung der Arbeitsfähigkeit von
früher
0
%
in freier Wirtschaft
zu
heute 80
%
sei
bei seinem
chronifizierten
Beschwerdebild
nicht nachvollziehbar
(
Urk.
1 S. 11).
Vielmehr liege eine andere Beurteilung des im
W
esentlichen gleichen Sachverhaltes vor
, was irrelevant sei (
Urk.
1 S. 14).
3.
3.1
Zu vergleichen ist
unbestrittenermassen (
Urk.
1 S. 5)
der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers
im Zeitpunkt der
rentenzusprechenden Verfügung vom
26.
März 2009
mit demjenigen im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 8.
November 201
9.
Zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand in rentenrele
vanter
Weise verbessert hat.
3.2
Basis der Rentenzusprechung war das Gutachten der MEDAS
Y._
vom
5.
November 2008 (
Urk.
9/66).
Anlässlich der Begutachtung durch die MEDAS standen im Vordergrund Klagen über eine grosse Müdigkeit und Muskelschwäche sowie über Rückenschmerzen (
Urk.
9/66/13 f.).
Die rheumatolog
ische Untersuchung brachte
damals
ein chronisches
thora
kolumbales
Schmerzsyndrom bei einer Haltungsinsuffizienz und einer
lumbo
sakralen
Übergangsanomalie mit
Hemisakralisation
L5 und rudimentärer Band
scheibe
lumbosakral
hervor,
welchen Befunden
jedoch
keine
Bedeutung für die Arbeits
fähigkeit beigemessen wurde
. Der Rheumatologe stellte fest, die Beschwer
den seien rheumatologisch nicht zu erklären, es scheine eine erhebliche funk
tionelle Überlagerung vorzuliegen
(
Urk.
9/66/31).
Neurologisch wurde keine
relevante Diagnose
gestellt (
Urk.
9/66/37).
In der psychiatrischen Untersuchung gelangte der Facharzt
Dr.
med.
F._
zum Schluss, der Versicherte leide an einer mittelschweren depressiven Störung
bei
Alexithymie
und ausgeprägter Somatisierung (ICD-10 F32.1).
Er erklärte damit den verminderten Antrieb, die subjektive Müdigkeit, das tiefe Selbstwertgefühl, die soziale Isolierung mit Beziehungsarmut und die geringe Motivation
des Ver
sicherten
. Die Somatisierung sei Ausdruck der affektiven Störung. Der Psychiater erachtete eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als gegeben, die Störung habe Krank
heitswert.
Dem Versicherten sei
en
weder eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft noch berufliche Massnahmen zumutbar, dringend notwendig sei eine Psychothe
rapie, um sein Beziehungsdefizit zu erkennen
,
um die psychosomatische Schmerzk
rankheit überwinden zu können und um in den Berufsalltag zurückzu
finden (
Urk.
9/66/36).
In der Gesamtbetrachtung
diagnostizierten die Gutachter eine mittelschwere depressive Störung bei
Alexithymie
,
bei
ausgeprägter Somatisierung
und
chroni
scher Mü
digkeit
/Muskelschwäche ohne objek
t
ivierbares somatisches Korrelat. Di
esen Diagnosen massen sie
Krankheitswert be
i und sie
hielten dafür, dass
sie di
e Arbeitsfähigkeit einschränkten
. Mit Krankheitswert, aber ohne Auswirkungen für die Arbeitsfähigkeit, diagnostizierten sie ein chronisches
thorakolumbales
Schmerzsyndrom bei Haltungsinsuffizienz und
lumbosakraler
Übergangs
anomalie und Kopfschmerzen vom Spannungstyp. Sowohl für die letzte Tätigkeit als Samen- und Pflanzenverkäufer, wie auch als gelernter Landschaftsgärtner erachteten sie eine momentane Arbeitsfähigkeit von 0
%
der Norm, dies aus
schliesslich aus psychiatrischen Gründen.
Das Gleiche
gelte a
uch für jegliche
in Frage kommende Verweistätigkeit
. Die Prognose hielten sie für ungewiss, sie hänge in erster Linie vom Erfolg einer psychiatrischen Behandlung ab
(
Urk.
9/66/20
).
3.3
3.3.1
Das hiesige Gericht hat in seinem Urteil vom 3
0.
September 2016 verlangt, dass der Beschwerdeführer zur hinreichenden Abklärung des gegenwärtigen Gesund
heitszustandes entsprechend der damaligen Empfehlung des beha
ndelnden Arztes
Dr.
med.
G._
im Rahmen eines stationären Aufenthaltes begutachtet werde (
Urk.
9/174/19). Dem kam die IV-Stelle nach (
Urk.
9/187). Der Beschwerdeführer wurde
im Rahmen eines Aufenthaltes
in der
D._
am 3
0.
Januar und am
1.
Februar 2018
neuropsychologisch durch
lic
. phil.
H._
, Fachpsycho
loge für Neuropsychologie (
Urk.
9/202/1-19)
,
am 31.
Januar und am
2.
Februar 2018 ergotherapeutisch durch
dipl.
Ergotherapeutin
I._
(
Urk.
9/202/80-88) und
am 29., 3
1.
Januar und am
1.
Feb
r
uar 2018 psychiatrisch durch
Dr.
E._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und Fachärztin für Neurologie
(
Urk.
9/202/21-79)
,
untersucht und abgeklärt.
Ihr
psychiatrische
s
G
utachten
, das sie unter Einschluss der neuropsychologischen und ergotherapeutischen Abklä
rungen
erstellte,
datiert schliesslich vom 28.
September 2019 (
Urk.
9/202/21 ff).
3.3.2
Die Psychiaterin legte im Gutachten dar, in der Untersuchung hätten anam
nestisch unregelmässig auftretende Schmerzen im Vordergrund gestanden, zusätzlich Schwindel und Gleichgewichtsstörungen. Die frühere Müdigkeit sei als gebessert angegeben worden. Auf Nachfrage hin habe der Beschwerdeführer somat
ische Beschwerden der Lunge, des
Magen
s
,
mit dem Appetit
und beim Stuhlgang berichtet. Psychische Beschwerden habe der Versicherte auch auf Nachfrage hin nicht angegeben.
In der klinischen Exploration respektive im psychopathologischen Befund mit Verhaltensbeobachtung habe sich ein kooperativer, aktiv wirkender Versicherter ohne Anzeichen eines beobachtbaren Schmerzverhaltens gezeigt. Leichte Auf
fälligkeiten hätten nach dem AMPD-System
nur im Bereich der Affektivität (affektarm, euphorische, gesteigerte Selbstwertgefühle) mit leichter
Logorrhoe
und leichter Distanzlosigkeit bestanden.
Es habe eine erkennbare Tendenz zur übertriebenen Darstellung der somatischen Beschwerden mit Betonung eines «Sich-Rechtfertigen-Müssens» gegeben, ohne dass ein Leide
nsdruck einfühlbar gewesen sei (
Urk.
9/202/61).
Die Psychiaterin beschrieb
verschiedene psychologische Testverfahren
, die zur Anwendung
gekommen
waren
.
Sie berichtete, d
iese
hätten
zum einen vorwiegend somatische Beschwerden und eine leichte allgemeine subjektive Belastung und kognitive Beschwerden gezeigt, die in der Anamnese nicht vorgebracht worden seien. Die Testung der depressiven Symptome
habe
leichtgradige subjektive depressive Symptome gezeigt, die jedoch bei der Betrachtung der Einzelitems durch die Schmerzwahrnehmung bedingt gewesen seien und
nicht objektiviert worden seien.
Es habe auch im psychopathologischen Befund keine depressive Symptomatik vorgelegen. Zur Sicherung der Diagnose einer Somatisierungs
störung sei ein Testverfahren durchgeführt worden, das die Diagnose bestätigt habe.
Hinsichtlich der Frage der Krankheitsbewältigung sei ein Selbstbewert
ungs
instrument verwendet worden, das sowohl im Bereich
der Schmerzbewä
l
t
igung als auc
h im Bereich der schmerzbedingten psychischen Beeinträc
htigung N
orm
werte gezeigt habe, was
dafür
spreche
, dass der Versicherte adäquate
Coping
strategien
zum Umgang mit seinem Schmerz gefunden habe
. Bei der Beurteilung seines Funktionsniveaus habe eine Testung hervorgebracht, dass der Versicherte seine Beeinträchtigung in allen Bereichen als sehr hoch eingestuft habe, was in
deutlicher Diskrepanz zu seinem kompetenten Verhalten während des Aufenthal
tes in der Klinik und der Beschreibung eines durchaus aktiven Freizeitverhaltens gestanden habe
(Urk.
9/202/61 f.).
Die neuropsychologische Untersuchung ergab einen unspezifischen Befund bei wahrscheinlich nicht-authentischer Präsentation einer neuropsy
chologischen St
ö
r
ung mit Übertreibung von Gedächtnisproblemen und somatischen Beschwer
den bei vorliegender Somatisierungsstörung und akzentuierten Persönlichkeits
zügen mit leichter
Disinhibition
(Enthemmung)
, Hinweisen auf
atte
n
tionale
Prob
leme mit Unaufmerksamkeit.
Zur Auswirkung dieser Befunde stellte
lic
. phil
.
H._
fest, der Versicherte sei auf eine
n
sehr verständnisv
ollen
Arbeitgeber angewiesen. Der Ver
sicherte
lehne jedoch eine mögliche Arbeitstätigkeit kategorisch ab, was für eine Integration hinderlich sein dürfte. Aus rein neu
ropsychologischer Sicht sollten einfachere Tätigkeiten ohne höhere kognitive Anforderungen ausführbar sein (
Urk.
9/202/19).
Die ergotherapeutische Abklärung brachte ebenfalls Inkonsistenzen hervor. Der Versicherte habe sehr starke Schmerzen in verschiedenen Gelenken und ein Schwächegefühl geschildert.
Diese Schmerzen hätten aber nicht beobachtet werden können. Die Handkraft habe beidseits unter der Norm gelegen, wobei die Resultate b
eidseits sehr geschwankt hätten; die Resultate seien nicht erklärbar.
Der Versicherte habe sich fraglich
testcompliant
gezeigt
. Die Resultate der Tests seien schwierig zu werten und es lasse sich nicht eruieren, ob der Versicherte nicht könne oder nicht wolle. Aus ergotherapeutischer Sicht sei der Versicherte in der Lage, eine leichte körperliche und kognitive Tätigkeit (zum Beispiel a
l
s Verkäufer) auszuführen, die Arbeit solle Möglichkeit zu Pausen und Positions
wechsel bieten
(
Urk.
9/202/88).
Die
psychiatrische
Gutachter
in
stellte
in ihrer Gesamtbetrachtung
aufgrund der Biographie des B
eschwerdeführers, der Akten, des
Behandlungsverlauf
s und der Untersuchungsergebnisse
die Diagnosen einer kombinierten Persönlichkeits
störung (ICD-10 F61.0) mit narzisstischen, schizoiden und zwanghaften Zügen und die e
iner
Soma
tisierungsstörung (ICD-10 F45.0; Urk
.
9/202/58).
Sie erörterte, dass trotz der teilweise nicht authentischen Präsentation von der Diagnose einer Somatisierungsstörung in leichtgradigem Ausmass auszugehen sei
,
und sie berücksichtigte diese bei der Bewertung der Arbeitsfähigkeit. Sie erachtete aller
dings diese Bewertung als schwierig, weil aufgrund des Verhaltens des Versicher
ten eine valide Einschätzung der Durchhaltefähigkeit und der zeitlichen Belast
barkeit erschwert sei und nur medizinisch-theoretisch möglich sei. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Verkäufer könne eine ganztägige Präsenz erwartet wer
den, wenn ihm vermehrt Pausen zugestanden würden. Hinsichtlich der
Persönlichkeits
problematik sei der letzte
Arbeitsplatz op
t
i
mal angepasst gewesen.
Der erhöhte Pausenbedarf ergebe eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit von 20
%
.
Diese Arbeitsfähigkeit bestehe mindestens seit dem letzten Gutachten des
B._
im Jahr 201
4.
Auch in einer körperlich angepassten Tätigkeit ging die Gut
achterin von einer gleichen Arbeitsfähigkeit aus. Aufgrund der Persönlichkeits
störung brauche der Versicherte einen wohlwollenden Arbeitgeber und Tätigkei
ten überwiegend in Eigenverantwortung mit geringen Ansprüchen an seine Teamfähigkeiten, damit ein längerdauerndes Arbeitsverhältnis aufrechterhalten werden könne. Er benötige vermehrte Pausen,
die frei wählbar sein sollten (
Urk.
9/202/77).
Die Gutachterin erklärte, es liege eine Verbesserung des Gesundheitszustandes vor, indem die vorbeschriebene depressive Symptomatik nachgelassen habe bzw. verschwunden sei und ein besserer Umgang mit Schmerzen durch körperliche Übungen erfolgt sei.
Es komme aber auch eine hier nachgewiesene Aggravation der Beschwerden dazu; inwiefern eine solche auch 2008 vorgelegen habe, könne nicht gesagt werden. Eine Persönlichkeitsstörung habe auch 2008 vorgelegen und diesbezüglich
aggraviere
der Versicherte auch nicht.
Damit sei der Versicherte allerdings bis zuletzt arbeitsfähig gewes
en, so dass die Persönlichkeits
störung nicht geeignet sei, eine Arbeitsunfähigkeit zu begründen (
Urk.
9/202/78).
3.3.3
Nachdem
in der Folge
der Beschwerdeführer
sich
einer Eingliederungsberatung durch die IV-Stelle widersetzt hatte (
Urk.
9/214), reichte die behandelnde Psychiate
rin med.
pract
.
C._
am 1
2.
Februar 2019
in Ke
nntnis des Gutach
tens der
D._
einen ärztlichen Bericht ein.
Sie diagnostiz
i
erte neben einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) eine Angststörung (ICD-10 F41.9; differentialdiagnostisch
:
soziale Phobie ICD-10 F40.1) und eine schizoide Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.1).
Der Beschwer
deführer habe aufgrund seiner Biographie kein Vertrauen zu andern Menschen. Er habe auch zu Ärzten und Behörden kein Vertrauen. Er sei aufgrund seiner Kindheitsprägung nicht in der Lage, über seine Versagens- und Zukunftsängste oder sonstige innerpsychische Vorgänge zu berichten. Sein Leidensdruck werde deshalb auch nicht ernst genommen, auch weil er aus Abwehr eine laute Stimme entwickelt habe, auf die die anderen Personen mit Ablehnung reagierten. Er werde also insgesamt überschätzt.
Aufgrund mangelnden Vertrauens und gerin
ger Introspektionsfähigkeit könne auch nicht wirklich psychotherapeutisch gear
beitet werden.
Der Versicherte sei durch den Termin bei der Sozialversicherungsanstalt so sehr unter Druck geraten, dass er
sie als
behandelnde Ärztin um Hilfe geben habe, da er nicht in der Lage gewesen sei, diesen Termin wahrzunehmen. Dieser Druck
habe zu einem deutlich sichtbaren Gewichtsverlust geführt in dieser Zeit. Selbst wenn es gelingen sollte, eine Tätigkeit zu finden, die der Versicherte trotz der Schmerzen ausüben könne, werde die Eingliederung ins Arbeitsleben zum jetzi
gen Zeitpunkt vor allem an der mangelnden sozialen Kompetenz, seinen Ängsten, die er nicht artikulieren könne
,
und seiner
Unflexibilität
scheitern, also an seiner akzentuierten schizoiden Persönlichkeitsstruktur
(
Urk.
9/215/7).
3.3.4
Die RAD-Ärztin
Dr.
med.
J._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera
pie, äusserte sich am 3
0.
Oktober 2019 zum Gutachten und am 1
7.
April 2019 zum Bericht der Therapeutin.
Sie befand das Gutachten für schlüssig und über
zeugend
,
und auch nach Kenntnisnahme des Berichts der Therapeutin empfahl sie
,
darauf abzustellen (
Urk.
9/217/7
f.).
4.
4.1
Die Rentenzusprechung erfolgte 2009 unbestrittenermassen (vgl.
Urk.
1 S. 6) aus psychiatrischen Gründen. Somatisch
(rheumatologisch und neurologisch)
waren keine Befunde erhoben und
Diagnosen gestellt worden, welche
die vom Beschwerdeführer bereits damals geklagten körperlichen
Beschwerden
erklärt hätten, so wurde dem chronischen
thorakolumbalen
Schmerzsyndrom bei Haltungsinsuffizienz und
lumbosakraler
Übergangsanomalie keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen (
Urk.
9/66/19).
Dies hatte das Gericht in seinem Urteil festgestellt und auch dargelegt, dass
somatischerseits
keine neuen Abklärungen notwendig seien (
Urk.
9/174/8).
Die vom Beschwerdeführer
den damaligen MEDAS-Gutachtern
gegenüber geklagte übermässige Müdigkeit, sein verminderter Antrieb, das tiefe Selbstwertgefühl, die soziale Isolierung und die geringe Motivation
bildeten die Basis für die
Einschätzung einer mittelschweren depressiven Störung (ICD-10 F32.1) bei
Alexithymie
(«Gefühlsblindheit», Unfä
higkeit Gefühle wahrzunehmen und auszudrücken) und ausgeprägter Somati
sierung,
die
als
Ausdruck der affektiven Störung
gesehen wurde
; diese affektive, krankheitswertige Störung
hatte aus ärztlicher Sicht
eine
Arbeitsunfähigkeit
im angestammten und in einer angepassten Tätigkeit
zur Folge
.
Diese übermässige Müdigkeit war gemäss den damaligen Gutachtern das zentrale Element, die Hauptklage des Versicherten, die sich in seiner Darstellung allerdings von einem allgemeinen Muskelschwächegefühl im Körper kaum trennen liess. Der Beschwer
deführer berichtete damals von dieser allgemeinen Müdigkeit, die unvorhersehbar auftreten könne, die keinem Tagesfahrplan folge, von einer Ganzkörpersch
wäche, die ihm Pausen abverlang
e (
Urk.
9/66/16); sie war damals täglich präsent
(
Urk.
9/66/14). Diese Müdigkeit bzw. Schwäche hinderte ihn an den vormals aus
geübten Sportarten wie ausgiebigem Schwimmen und Velofahren; daneben hielt der Beschwerdeführer dafür, dass er als Begleitphänomene dieses Zustandes nichts mehr ertrage, er sich immer mehr zurückziehe und
er
zu nichts mehr Lust habe (
Urk.
9/66/14).
Auch die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit konnte er sich
so
nicht vorstellen (
Urk.
9/66/15). Zusammen mit der psychiatrischen Ein
schätzung, dass der
Beschwerdeführer isoliert
sei
, ohne Bezug zur Umwelt, in seinem Selbstbild gestört und leidend wirkend,
aufgrund seiner Entwicklung
mit wenig Zugang zu seinen Gefühlen
und nicht fähig
sei
, seine psychische Situation einzuschätzen
und deshalb die körperlichen Schmerzen stellvertretend für das seelische Leiden
nehme
(
Urk.
9/66/35),
führte
dies zur erwähnten
kombinierten psychiatrischen
Diagnose
mit der Hauptdiagnose der mittelschweren depressiven Störung
und zur damaligen Einschätzung
der Fachärzte
einer gänzlichen Arbeits
unfähigkeit
, wobei im Gesamtgutachten betont wurde, dass es sich um eine «mo
mentane» Arbeitsunfähigkeit handle
.
Sodann betonten die Gutachter die grosse Wichtigkeit einer psychotherapeutischen Behandlung
auch
für die berufliche Wiedereingliederung (
Urk.
9/66/20).
4.2
Wie das Gericht in seine
m Urteil
angewiesen hatte, erfolgte das neue
psychiatri
sche
Gutachten
der
D._
unter stationären Bedingungen, so dass das Verhalten des Beschwerdeführers über einen gewissen Zeitraum hinweg beobachtet werden konnte,
damit
nicht ausschliesslich seine Darlegungen für die Beurteilung
des
Gesundheitszustandes, sondern daneben auch die Beobachtungen in der Klinik dienen konnten. Das Gutachten kam
somit
unter Berücksichtigung der
Vorakten
, eigener
Beobachtungen,
zahlreicher Untersuchungen
,
Test
ungen
von
verschiedenen Disziplinen und unter Berücksichtigung des vom Beschwerde
führer Vorgebrachten zu
S
tand
e.
Die vom Beschwerdeführer in der Vergangenheit beschriebene und wie erwähnt als Hauptproblempunkt erkannte
,
vormalige affektive Störung
mit der grossen Müdigkeit bzw. körperlichen Schwäche
war in der neuen Begutachtungssituation
nicht mehr zentral
. D
er Beschwerdeführer selber berichtete von einer Besserung
diesbezüglich seit einem bis eineinhalb Jahren (
Urk.
9/202/36)
. Auch die
durch
geführten
Tests
und die Befragungen des Versicherten
objektivierte
n
keine
rele
vante
Depression
mehr (
Urk.
9/202/
51+52
: Beck Depression-Inventar-II
: leichter subjektiver Schweregrad, Montgomery-
Asperg
Depression Rating
Scale
: Kein Schweregrad in der Frem
dbeurteilung).
In der Verhaltensbeobachtung wurde der Beschwerdeführer als kooperative, aktiv wirkende Person
wahrgenommen, er wurde im Affekt als eher euphorisch mit gesteigertem Selbstwertgefühl beschrieben
, mit leichter Distanzlosigkeit und
Logorrhoe
(
Urk.
9/202/61).
Im Vordergrund standen
hingegen nun
deutliche
Klagen
über
unregelmässige
Schmerzen,
auch Schwindel und Gleichgewichtsstörungen (
Urk.
9/202/36),
ohne dass der Beschwerdeführer
aber
Anzeichen eines beobachtbaren Schmerzverhal
tens zeigte (
Urk.
9/202/61).
Die Gutachterin b
eschrieb, der Versicherte beweg
e sich ohne sichtbare körperliche Einschränkungen, im Sitzen habe e
r kein Schmerzverhalten und keine
Positionswechsel gezeigt (Urk.
9/202/46).
Auch das
psychologische
Test
verfahren SCL-90
R
-S brachte
vor allem somatisch wahrge
nommene
Beschwerden und eine leichte allgemeine subjektive Belastung zu Tage (
Urk.
9/202/61).
Die im Testverfahren erhobenen leichtgradigen
,
subjektiven depressiven Symptome wurde
n
als durch diese im Vordergrund stehende Schmerzwahr
nehmung gesehen, ein
Testverfahren zur Somatisierungsstörung bestätigte diese (
Urk.
9/202/62).
4.3
D
ie Gutachterin
stellte
mittels
der biographischen
Vorakten
, der
Tests,
der
Ver
haltensbeobachtung und
der
Befragung
die sorgfältig erhobene
und nach der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-diagn
ostische Leitlinien, begründete
Diagnose einer Somatisierungs
störung (ICD-10 F45.0
;
9.
A., S. 225
), die nun das Erleben und die Klagen des Beschwerdeführers bestim
mte.
Dazu gehör
en die geklagten körperlichen Symp
tome, die umfassend somatisch abgeklärt wurden, für die jedoch keine Ursache gefunden werden konnten. Die Beschwerden waren multipel und häufig wech
selnd
(
chronische Gelenk- und Muskelschmerzen, Rückenschmerzen, Schwindel, Sehstörungen, Gleichgewichtsstörungen, Kopfweh, Magenbeschwerden, Lungen
funktionsstörungen, Schlafstörungen, Essstörungen, Rötungen der Haut, Wärme
empfindungen
),
typischerweise klagte der Versicherte auch über gastrointestinale Beschwerden (
Urk.
9/202/37
, 9/202/56
).
Durch dies
e
Beschwerden erachtete sich der Beschwerdeführer in seinen Möglichkeiten stark
lim
itiert
(
Urk.
9/202/56)
.
Dies
e
Somatisierungsstörung sah die Gutachterin auf dem Boden der ebenfalls diagnostizierten kombinierten Persönlichkeitsstörung
mit
narzis
stischen, schi
zoiden und zwanghaften Zügen
(ICD-10 F61.0)
, die sie ebenfalls aufgrund der Biographie des Versicherten, der Akten, dem Behandlungsverlauf und den klini
schen wie auch mittels Tests erhobenen Untersuchungsbefunden
diagnosti
zierte.
Sie testete auch direkt das Vorliegen einer spezifischen Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60)
, wobei der
cut
-off für eine solche nicht erreicht wurde. Hingegen waren Auffälligkeiten (vier Items für eine narzisstische Störung, zwei für eine zwanghafte Störung und zwei Items für eine schizoide Störung) vorhanden, was zur erwähnten kombinierten Persönlichkeitsstörung führte (
Urk.
9/202/63).
Diese Beurteilung überzeugt. Die behandelnde Psychotherapeutin med.
pract
.
C._
wich davon in ihrem Bericht vom
5.
Dezember 2019 in dem Sinne ab, dass
sie neben einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
, eine Angststörung
, nicht näher bezeichnet
(ICD-10 F41.9), allenfalls eine soziale Phobie (ICD-10 F40.1) und eine spezifische Persönlichkeitsstörung im Sinne einer schizoiden Störung (ICD-10 F60.1) diagnostizierte (
Urk.
3)
, räumte aber ein, dass keine psychologischen Tests angewendet wurden.
Wie soeben gezeigt wurde, erreichte die Testung in
D._
eben gerade das Mass einer eigenständigen spezifisch
en Persönlichkeitsstörung nicht. Auch nach einer eigentlichen Angst
störung wurde im Rahmen der Erhebung des Psychostatus nach AMPD
ge
forscht, eine solche wurde vom Versicherten explizit verneint (
Urk.
9/202/47).
Im Rahmen eines Selbstbeurteilungsinstruments zur Erfassung psychischer und körperlicher Symptombelastung in den letzten 7 T
ag
en (SCL-90
R
-S) fanden sich deutliche Auf
fälligkeiten für eine phobische Angst
im Sinne einer Abneigung gegen Menschen
mengen
und auch leichte
Auffälligkeiten
bei der Ängstlichkeit
(
Urk.
9/202/55).
Die Gutachterin erwähnte eine solche eige
n
ständige Diagnose
trotzdem nicht, im Unterschied zur behandelnden Ärztin, die im Besonderen auf das abwehrende Verhalten des Versicherten hinsichtlich der Terminwahrnehmung mit der Behörde verwies, wohin sie ihn schliesslich begleitete
,
und auf seinen Lebensstil, der auf weitere
Ängste
hin
weise
(
Urk.
3).
Worauf sie damit anspielte, ist unklar
.
Davon, dass
eine eigentliche Angststörung vorliegt, die den
Beschwerdeführer
am Funk
tionieren
im Alltag massgeblich
hindern würde
, i
st aufgrund der Darlegungen im Guta
chten nicht auszugehen, eine solche wurde auch in den
psychiatrischen
Vorakten
nicht erw
ähnt.
Im
Rahmen des Aufenthaltes
in der Kl
inik in
D._
mit den zahlreichen Untersuchungssituationen und dem Kontakt mit den anderen Patienten
fiel der Versicherte
in keiner Weise
als
zurückhaltend oder ängstlich
auf
(
Urk.
9/202/46)
. Auf die abweichende Diagnosestellung durch die behan
delnde Ärztin ist mithin nicht abzustellen.
Sowieso gilt es zu beachten, dass
es
invalidenversicherungs
rechtlich nicht
so sehr
auf die Diagnose
ankommt
, son
dern einzig darauf an, welche Auswirkungen eine Erkrankung auf die Arbeitsfä
higkeit hat (BGE 136 V 279 E. 3.2.1
;
Urteil
e
des Bundesgerichts
9C_353/2015 vom 2
4.
November 2015 E. 4.1
, 9C_634/2015, 9C_665/2015
vom 1
5.
März 2016 E. 6.1).
Trotz Wegfalls der Depression attestierte die Gutach
t
erin dem Beschwerdeführer
nun
eine
quantitativ
eingeschränkte Arbeitsfähigkeit
im Rahmen
einer ganztägi
gen Anwesenheit
von 20
%
wegen eines vermehrten Pausenbedarfes
, dies für die Somatisierungsstörung
;
wegen der Persönlichkeitsstörung
sei
eine Tätigkeit über
wiegend in Eigenverantwortung, mit geringen Ansprüchen an die Teamfähigkeit
und mit einem wohlwollenden Arbeitgeber
notwendig
(
Urk.
9/202/76 f.).
4.4
Wenn bei dieser Sachlage die Beschwerdegegnerin zur Auffassung gelangte, dass es im rentenrelevanten Punkt zu einer massgeblichen Besserung der Gesundheit seit der Begutachtung durch die MEDAS gekommen ist, ist das nachvollziehbar. Der laufenden Rente lag klar die affektive Krankheit zu Grunde, mit den beschriebenen relevanten Auswirkungen auf das Befinden des Beschwerde
führers, der gar eine gänzliche Arbeitsunfähigkeit beigemessen worden war.
Der Beschwerdeführer berichtete damals von einem
sehr
zurückgezogenen Leben
in seinem Einpersonenhaushalt
,
über eine aktive Freizeitgestaltung und Interessen berichtete er nicht (
Urk.
9/66/34).
Wegen seiner übermässigen Müdigkeit müsse er Pausen machen und absitzen, gegen die geklagten Rückenschmerzen mache er Übungen, die aber nichts nützten (
Urk.
9/66/14).
Demgegenüber konnte die Gutachterin in
D._
keine beeinträchtigende
depressive Störung mehr
feststellen
und eine solche wurde vom Beschwerde
führer auch als nicht mehr gegeben bestätigt (
Urk.
9/202/49, 9/202/78).
Die Gutachterin beschrieb, es bestehe keine anhaltend depressive St
immungslage, kein vermin
derter A
ntrieb und keine Interessenlosigkeit (
Urk.
9/202/66).
Nach wie vor lebt
e
der Versicherte zwar
alleine
und auch zurückgezogen
; aufgrund seiner Aus
führungen zu seinem Alltag wurde
jedoch
ein aktiver geführtes Leben sichtbar; so berichtete er von
s
einem Hobby zu fotografieren, seinem Interesse an Natur
sendungen, Musiksendungen und Sport im Fernsehen und seinem Interesse am Basteln, das er zu Hause mache
,
und von
wöchentlichem
Ausgang in eine Bar
(
Urk.
9/202/43).
Während des
Aufenthalts in
D._
konnte
auch
festgestellt werden
, dass der Beschwerdeführer zu Mitpatienten einen unkomplizierten Kontakt aufnehmen konnte und
er
auch
humorvoll
war (
Urk.
9/202/
45, 9/202/76
, 9/202/43
).
Er berichtete sodann von täglichen Körperübungen am Morgen und am Abend, um gegen seine Schmerzen anzugehen
, und er zeigte sie auch vor (
Urk.
9/202/36).
Diese Übungen empfand er
als
sehr entlastend, diese hätten ihm neuen Lebensmut gegeben (
Urk.
9/202/35).
Auch die durchgeführten Tests zur Beurteilung des Funktionsniveaus und der Krankheitsbewältigung brachten her
vor, dass der Versicherte adäquate
Copingstrategien
zum Umgang mit Schmerz gefunden hatte (
Urk.
9/202/62).
Damit ist der
Schluss
der Gutachterin,
dass sich die gesundheitliche Situation zwischen dem Zeitpunkt der Rentenzusprechung und der neuerlichen Begu
tachtung verbessert habe
(
Urk.
9/202/78)
, nachvoll
ziehbar und begründet
und es kann nicht von einer
nur anderen Beurteilung der gleichen Situation gesprochen werden, wie dies vom Beschwerdeführer geltend gemacht wurde (
Urk.
1 S. 13).
Die Tatsache, dass die Gutachterin die Diagnose der Persönlichkeitsstörung bereits im vormaligen Zeitpunkt als gegeben erachtet
e
(
Urk.
9/202/78), obwohl dies im Gutachten der MEDAS so nicht diagnostiziert
worden war,
sie mithin in diesem Punkt
tatsächlich
eine andere Beurteilung vor
nahm,
ändert daran nichts.
Sie legte
richtig und
schlüssig dar, dass das von
Dr.
F._
für die somatoforme Symptomatik verwendete Konstrukt einer
Alexithymie
kein
en
Eingang in die ICD-10 gefunden habe
,
und korrigierte dies in
diesem
Sinne (
Urk.
9/202/67).
Zusammenfassend ist damit festzustellen, dass
im Zeitpunkt der Begutachtung durch die Gutachter in
D._
im Vergleich zur Situation bei Rentenbeginn eine Besserung in der ursprünglich für die Rente entscheidende
n
Diagnostik und
in
den Auswirkungen
eingetreten war
, womit ein Revisionsgrund gegeben ist.
5.
5.1
Die Gutachterin
attestierte
bei einer ganztägigen Präsenz
eine 20%ige Ein
schränkung in der Arbeitsfähigkeit als ehemaliger Verkäufer aufgrund
eines erhöhten Pausenbedarfs bei
Somatisierungsstörung, legte aber gleichzeitig dar, dass
aufgrund der nicht-authentischen Präsentation verschiedener Beschwerden und Einschränkungen eine valide Einschätzung der Durchhaltefähigkeit und der zeitlichen Belastbar
keit erschwert und nur medizinisch-the
oretisch sei. Hinsicht
lich der Persönlichkeitsstörung sei der letzte Arbeitsplatz optimal angepasst gewesen.
Auch in einer anderen körperlich angepassten Tätigkeit sei eine ganz
tägige Präsenz mit einer 20%igen Einschränkung zumutbar, wobei jedoch
der Versicherte
wegen der Persönlichkeitsstörung
auf
ein
en wohlwollenden
Arbe
i
t
geber
a
n
gewiesen sei (
Urk.
9/202/77).
Ob diese eingeschränkte Arbeitsfähigkeit überzeugt, ist im Folgenden anhand der dargelegten Rechtsprechung
zu den psychischen Beei
n
trächtigungen
(
oben
E.
1.5, 1.6
)
zu überprüfen.
Das Gutachten mit
der
attestierten Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit wurde nach der Rechtsprechungsänderung Ende 2017 erstellt, es folgte jedoch nicht den
konkreten
Vorgaben
der Rechtsprechung. Dies schadet dann nicht, wenn der gezogene Schluss auf die Arbeitsfähigkeit anhand der durch das Gericht überprüften Indikatoren mithilfe des Gutachtens oder allenfalls anderer medizinischer Berichte überzeu
gend erscheint (vgl. oben E. 1.8
).
5.2
Im Rahmen der Analyse des Indikators «funktioneller
Schweregrad
» ist zunächst über die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome zu befin
den.
Mit der Diagnose einer Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0)
all
ein
ist noch nichts über den Schweregrad der Störung gesagt, nimmt doch die Diagnose
stellung auf keinen Schwere
grad Bezug (vgl. BGE 143 V 418 E
. 5.2.1).
Der Beschwerdeführer berichtete über unregelmässig auftretende, täglich wech
selnde multiple Beschwerden wie Rückenschmerzen, Lungenfunktionsstörungen, Schwindel und Gleichgewichtsstörungen mit Kopfschmerzen, Magenprobleme,
Verdauungsprobleme und unklare
Muskelversteifungen, Schlafstörungen und Hautprobleme (
Urk.
9/202/37)
und dies seit langer Zeit, denen keine somatischen Ursachen zugewiesen werden konnten, trotz vielfältiger Abklärungen.
Schmerz
freie Tage seien keine vorhanden (
Urk.
9/202/36).
Trotz der Überzeugung des
Beschwerdeführers
, durch
diese
diverse
n
wechselhafte
n
Bes
chwerden in einem erheblichen
Mass
eingeschränkt
zu sein und deshalb auch keine berufliche T
ätig
keit ausüben zu können (
Urk.
9/202/41)
,
- was sich
auch in durchgeführten Tests mit einem Resultat von 7-9/10
Punkten
zeigte
(
Urk.
9/202/62)
-
war kein
beobachtbares Schmerzverhalten
oder ein
Leidensdruck
des aktiv wirkenden
Beschwerdeführer
s zu erkennen
. Der Fragebogen zur Erfassung der Schmerzver
arbeitung (FESV)
als Selbstbeurteilungsinstrument
liess
auf adäquate
Copingstra
tegien
im Umgang mit Schmerz schliessen, lagen die
Resultate
hinsichtlich
der Schmerzbewältigung und der schmerzbedingten psychischen Beeinträchtigung
doch
im Normbereich (
Urk.
9/202/62
).
Die Psychiaterin wies denn auch auf das während des
Klinikaufenthaltes beobachtete kompetente
Verhalten und das beschriebene aktive Freizeitverhalten
hin,
was nicht auf
grosse Einschränkung
en
hindeutete und als diskrepant bezeichnet wurde.
Damit ist der Schluss zu ziehen, dass die Gesundheitsstörung eher gering ausgeprägt ist.
5.3
Die Bedeutung der Komplexe »Komorbiditäten
» und «
Persönlichkeit des Beschwerdeführers
» sind zusammen zu betrachten. Es besteht
mit der zusätzli
chen Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0) mit narzisstischen, schizoiden und zwanghaften Zügen
eine
Komorbidität
und Auf
fälligkeit
die Persönlichkeit betreffend
, die für den Beschwerdeführer keine Ressource
,
sondern eine Behinderung darstellt. Aufgrund der Darstellung der Gut
achterin muss bei einer Gesamtbetrachtung von einer unguten Wechselwirkung zwischen den beiden Diagnosen ausgegangen werden, indem die Persönlichkeits
störung mit narzisstischen Anteilen die Entwicklung einer Somatisierungsstörung mitbegünstigt
und bei der Gestaltung des Arbeitsumfeldes berücksichtigt werden muss
(
Urk.
9/202/63).
5.4
Der soziale Kontext des Beschwerdeführers hält
von aussen betrachtet
wenige Ressourcen
für
ihn
bereit. So lebt der Beschwerdeführer alleine und ohne feste und ihn stützende Beziehung
.
Auch die Beziehungen innerhalb der noch existieren
den Familie scheinen dürftig, indem der Beschwerdeführer nur noch zu
einem nahe wohnenden Bruder
sporadischen Kontakt hat
, hingegen praktisch
keine Kontakte zu den andern beiden Brüdern und dem Vater pflegt
.
Im Gesamt
kontext ist dagegen festzustellen, dass sich der Beschwerdeführer mit seiner Lebenssituation abgefunden zu haben schein
t, indem er sich nicht über fehlende Kontakte beschwert,
sich nicht als unwohl fühlend, vielmehr
sich selber als
selbst
bestimm
t
bezeichnet
;
so
muss
das geringe soziale Netz auch nicht
unbedingt
als Belastung angesehen werden (
Urk.
9/202/42
).
5.5
Unter dem beweisrechtlich entscheidenden Aspekt des konsistenten Verhaltens (BGE 143 V 281 E. 4.4) ist festzustellen, dass
sich der Beschwerdeführer
als gänz
lich unfähig für eine denkbare
Arbeit sieht, gemäss Gutachter zeigte
er
sich keiner sachlichen Diskussion
darüber
zugäng
lich (
Urk.
9/202/51), er habe
eine mögliche Arbeitstätigkeit kategorisch
wegen der Unregelmässigkeit seiner erheblichen geklagten Beschwerden im ganzen Körper
ab
gelehnt
, auch berufli
che Eingliede
rungsversuche hätten
nie stattgefunden
(
Urk.
9/202/19
, 9/202/36
)
.
Allerdings
vermochten die Gutachter während der Begutachtung
und des Aufenthaltes in der Klinik
kein beobachtbares Schmerzverhalten erkennen, es habe eine erkenn
bare Tendenz zur übertriebenen Darstellung der somatischen Beschwerden bestanden, ohne dass ein Leidensdruck erkennbar gewesen sei (
Urk.
9/202/61).
Diese Inkongruenz zeigt
sich auch darin, dass
sich der Beschwerdeführer
als
durch die somatischen Beschwerden
sehr eingeschränkt
empfindet, jedoch ein durchaus aktives, selbstbestimmtes Leben führt
, wie die Gutachter darlegten. Der Beschwer
deführer gestaltet seinen Alltag nach seinen Interessen und kommt auch seinen
haushälterischen
Pflichten in seinem Einpersonenhaushalt nach. Er
achtet auf
gesund
e Ernährung
, er fotografiert und bearbeitet die Bilder a
m
Computer,
bastelt,
er bewegt sich und
geht wöchentlich einmal in den Ausgang (
Urk.
9/202/43).
Auch wenn er früher mehr Dinge unternom
men hat
und damit eine gewisse Einschränkung erlebt
– nach seinen Angaben
habe er
viel Sport auf hohem Niveau
gemacht
(
Urk.
9/202/43
)
–
kann nicht von einem eigentlichen sozialen Rückzug gesprochen werden
, vielmehr scheint der Beschwerdeführer immer schon ein etwas einzelgängerisches Verhalten gezeigt zu haben
, was sich auch aus den Darlegungen eines ehemaligen Arbeitgebers ergibt (
Urk.
9/202/27).
Von eine
m
durchgehend k
onsisten
ten Verhalten
kann daher nicht gesprochen werden.
Da
zu gehört auch
, dass sich der Beschwerdeführer zwar über Jahre immer wieder in psychotherapeutische wie auch somatische Therapien begab
. D
iese
werden
seitens der begutachtenden Ärzte
hinsichtlich der
Intervalle
, der Art der Therapie
und auch mangels einer regelrechten Medikation
jedoch als ungenügend und
dem
geltend gemachten
grossen
schmerzbedingten
Leidensdruck
-
mit der selber
erklärten gänzlich
en
U
nmöglich
keit
jeglicher Arbeitstätigkeit
-
als
ni
cht
korre
lierend
beurteilt
(
Urk.
9/202/66).
Dem ist
zuzustimmen und
es
ist als Teil des nicht ganz konsistenten Verhaltens zu würdigen.
5.6
Aus dem Gesagten folgt, dass die ärztlich
e Einschätzung einer grundsätzlich 100%igen
Präsenz bei einer
Tätigkeit im Verkauf
– wie in der Vergangenheit ausgeübt -
grundsätzlich überzeugt. Wenn dabei der nicht zu vernachlässigenden Komorbidität mit der
ungünstigen Persönlichkeitsstruktur
und der einhergehen
den
und in einem gewissen Mass
gelebten körperlichen Einschränkung im Alltag
mit einem erhöhten Pausenbedarf
-
und damit einer Einschränkung
der Leistungsfähigkeit
von 20
%
-
sowie
mit der Forderung nach
einer grösseren Rücksichtnahme
durch einen
künftigen Arbeitgeber
Rechnung getragen wird, ist das nicht zu beanstanden; dieser ärztlichen Einschätzung ist
zu folgen. Sie gilt, wie dargetan, mindestens ab dem Zeitpunkt der Erstellung des Gutachtens des
B._
im J
ahr 2014
(
Urk.
9/202/77).
6.
6.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
6.2
Die Beschwerdegegnerin hat
in der Verfügung ein
Valideneinkommen
für das Jahr 2015 von
Fr.
66'878.-- und ein Invalideneinkommen von
Fr.
49'186.
ermit
telt, beide
gestützt auf lohnstatistische Angaben
des Bundes
amtes für Statistik und ohne weitere Abzüge beim Invalideneinkommen
,
als die 20
%
Einschränkung aufgrund des Pausenbedarfes vorzunehmen (
Urk.
2). Der Beschwerdeführer äusserte sich dazu nicht
(
Urk.
1).
6.3
Es ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin für die Frage, welche Tätigkeit der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall Ende 2014 ausüben und wel
chen Lohn er dabei verdienen würde,
auf allgemein
e
Grundlagen abgestellt
hat
und nicht auf d
as
letzte
Arbeitsverhältnis
bei der
K._
, d
as
2004
aufgelöst worden
war.
Seither ging der Beschwerdeführer keiner Tätigkeit mehr nach (vgl.
IK-Auszüge vom 1
8.
Oktober 2017,
Urk.
9/188).
Das so gestützt auf die
Schwei
zerische Lohnstrukturerhebung
(LSE)
2014, TA1, monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Männer, Kompetenz
niveau 2 (praktische Tätigkeiten wie Verkauf etc.)
, Ziffer 77-82 (sonstige wirt
schaftliche Dienstleistungen)
,
umgerechnet auf einen Jahreslohn (
Fr.
5'
330
.
-
:
40 x 41.7 x 12)
,
ermittelte
Valideneinkommen
ergibt
für 2014
Fr.
66'678.30.
6.4
6.4.1
Bei der Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer eine Leistungseinbusse von 20
%
hat. Sodann i
st er
auf dem ersten Arbeitsmarkt einsetzbar,
jedoch sollte er einen wohlwollenden Arbeitgeber haben und Tätigkeiten
überwiegend in Eigenverantwortung mit geringen Anforderungen
an Teamfähigkeit
ausüben können; der letzte Arbeitge
ber
bei der
Verkaufstätigkeit im Gartenbereich wurde als ideal bezeichnet (
Urk.
9/202/77).
Weil vorliegend der
ausgeglichene Arbeitsmarkt
entscheidend ist
, auf welchen bei der Invaliditätsbemessung im Sinne eines objektiven Tatbestandselements (BGE
140 V 267 E. 5.3; zum Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes siehe BGE
110 V 273 E. 4b) abzustellen ist (
Art.
16 ATSG),
darf davon ausgegangen werden, dass dieser
solche Stellen kennt (Urteil des Bundesgerichts 9C_758/2015 vom
9.
Dezember 2015 E. 4).
Da die Gutachter
mithin die
Validentätigkeit
auch
als
eine
zumutbare
Invalid
en
tätigkeit bezeichnen, kann das
Valideneinkommen
, reduziert um 20
%
,
auch als Inva
lideneinkommen genommen werden, was ein Invalideneinkommen von
Fr.
53'342.60 ergibt.
Die Beschwerdegegnerin
verwen
dete
dagegen bei der erwähnten LSE
2014, Tabelle TA1, die Kategorie 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art) und dabei das Total, was bei korrekter Anwendung der Kategorie Männer (
Fr.
5'312
.-
-
, und nicht Männer und Frauen zusammen
, wie das die Beschwerdegegnerin gemacht hat
) ein
leicht
tieferes jährliches Invalideneinkommen von
Fr.
53'162.50 ergibt.
6.4.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellen
lohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass
persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäf
tigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE
124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE
126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bun
desgerichtes 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
6.4.3
Der vermehrte Pausenbedarf wurde bereits als reduziertes Pensum berücksichtigt und kann daher nicht mehr Gegenstand eines weiteren Abzuges sein. Nach der
Gerichtspraxis
ist sodann
in der Regel eine psychisch bedingte verstärkte Rück
sichtnahme seitens Vorgesetzter und Arbeitskollegen nicht als eigenständiger Abzugsgrund anerkannt (Urteile des Bundesgerichts 9C_266/2017 vom 2
9.
Mai 2018 E. 3.4.2, 9C_366/2015 vo
m 2
2.
September 2015 E. 4.3.1), wenn davon aus
zugehen ist, dass auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ein genügendes Spektrum an zumutbaren Tätigkeiten vorhanden ist. Das ist vor
liegend mit dem
nicht sehr eingeschränkten Profil
einer Tätigkeit im Verkauf, allenfalls im Zusammenhang
mit Garten- oder
L
andschaftsbau
,
gegeben. Weitere Gründe für einen allfälligen Abzug sind nicht erkennbar und wurden auch nicht geltend gemacht.
Damit ist bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
66'678.30 und bei einem Invali
deneinkommen von
Fr.
53'342.60 oder auch von
Fr.
53'162.50 kein rentenbe
gründender Invaliditätsgrad von mindestens 40
%
gegeben, weshalb die Rente zu Recht aufgehoben wurde.
Die Beschwerde ist abzuweisen.
7.
7.1
Abweichend von
Art.
61
lit
.
a ATSG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkei
ten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht
nach
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im
Rahmen von 200–1000 Franken festgelegt
.
Vorliegend sind Fr.
800.
angemessen
und sie sind dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzu
erlegen.
7.2
Da dem unterliegenden Beschwerdeführer keine Prozessentschädigung zuzuspre
chen ist, sind auch die Kosten
von
Fr.
187.50
für die Einholung des ärztlichen Berichts
, der in keiner Weise für das Resultat relevant war
,
nicht
zu ersetzen
, sondern vom Beschwerdeführer zu tragen
.