Decision ID: ea9fa203-3a2b-5b9a-94f9-70b1b0c1f36e
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dietmar Rudloff, Sorge 2, DE-07545 Gera,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach
4358, 6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin
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betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Der 19_ geborene A._ (nachfolgend: Versicherter) war seit 10. September 2001
bei der B._ als Vorarbeiter tätig und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen
versichert, als er am 2. August 2004 als Motorradfahrer einen Verkehrsunfall erlitt. Ein
auf der rechten Fahrbahn fahrendes Auto wechselte unerwartet auf die linke Fahrbahn
des Versicherten und kollidierte mit diesem (Suva-act. 1, 3). Der Versicherte wurde
noch am Unfalltag in die Klinik C._ eingewiesen, wo die behandelnden Ärzte
insbesondere eine ausgedehnte Weichteilverletzung im Bereich des rechten
Kniegelenks mit Durchtrennung des Haut-Weichteil-Mantels an der Aussen-, Vorder-
und Innenseite des rechten Beins diagnostizierten. Die Wunde wurde operativ versorgt.
Aufgrund der Ausgedehntheit des Befundes kam es zu einer sekundären Haut-Fett-
Gewebsnekrose von ca. 8 x 10 cm Ausdehnung unmittelbar präpatellar, weshalb eine
Nekrektomie durchgeführt werden musste. Im Weiteren waren verschiedene
Vakuumversiegelungen planmässig notwendig. Am 7. September 2004 erfolgte
schliesslich eine Spalthautplastik. Am 15. September 2004 konnte der Versicherte bei
reizloser, vollständig eingeheilter Spalthautplastik mit angelegtem Verband aus der
Klinik entlassen werden (Suva-act. 4, 6, 9). Mit ärztlichem Zwischenbericht vom 31.
Januar 2005 teilte der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. D._ der Suva mit, dass
der Versicherte seine Arbeit am 11. Oktober 2004 wieder zu 100% aufgenommen habe
und die Behandlung am 3. Dezember 2004 abgeschlossen worden sei (Suva-act. 12,
vgl. auch Suva-act. 28, 32).
A.b Am 17. Juli 2012 liess der Versicherte einen Rückfall zum Unfallereignis vom
2. August 2004 melden (Suva-act. 13). Nach Eingang eines Arztzeugnisses UVG des
behandelnden Arztes, Dr. med. E._, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, vom
20. Dezember 2012 (Suva-act. 27) und einer Besprechung mit dem Versicherten am 23.
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Januar 2013 (Suva-act. 32) liess die Suva die Frage der Rückfallkausalität am 21. März
2013 kreisärztlich durch Dr. med. F._, Facharzt für Chirurgie FMH, beurteilen (Suva-
act. 33).
A.c Gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung eröffnete die Suva dem Versicherten mit
Verfügung vom 25. März 2013, dass die Kausalität zwischen den gemeldeten
Kniebeschwerden rechts und dem Unfall vom 2. August 2004 nicht sicher oder
mindestens überwiegend wahrscheinlich gegeben sei. Die Suva sei demzufolge nicht
leistungspflichtig (Suva-act. 50).
B.
Die gegen diese Verfügung vom Versicherten am 14. April 2013 erhobene Einsprache
(Suva-act. 51) wies die Suva nach Rückfrage bei Dr. F._, ob weiterhin an der
Leistungsablehnung festgehalten werden könne (Suva-act. 53 f.), mit
Einspracheentscheid vom 24. Mai 2013 ab (Suva-act. 56).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte durch Rechtsanwalt
D. Rudloff, Gera, mit Eingabe vom 24. Juni 2013 Beschwerde erheben (act. G 1). Am
3. Juli 2013 reichte dieser die vom Versicherungsgericht geforderte, verbesserte
Beschwerdeschrift (act. G 2, G 5) und am 30. August 2013 - nach Einsicht in die Suva-
Akten - eine Beschwerdeergänzung ein (act. G 8 f.). In der Beschwerde vom 24. Juni
2013 wurde beantragt, die Verfügung vom 25. März 2013 in der Gestalt des
Einspracheentscheids vom 24. Mai 2013, je der Beschwerdegegnerin, seien
abzuändern und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer
gemäss seiner Rückfallmeldung vom 17. Juli 2012 aufgrund des Verkehrsunfalls vom 2.
August 2004 Versicherungsleistungen auszurichten, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge (act. G 1). In der Beschwerdeergänzung vom 3. Juli 2013
beantragte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zum Beweis der Richtigkeit
seiner Ausführungen und damit zum Beweis des Vorliegens eines Rückfalls bzw. der
Kausalität der aktuellen Kniebeschwerden zur ursprünglichen Unfallverletzung die
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Einholung eines medizinischen Sachverständigengutachtens durch einen Facharzt der
Orthopädie und Unfallchirurgie nach Wahl des Gerichts (act. G 9).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 26. September 2013 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 24. Mai 2013 (act. G 11).
C.c Mit Replik vom 15. November 2013 bekräftigte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers seinen Antrag auf Einholung eines Sachverständigengutachtens,
sollte das Versicherungsgericht die Rückfallkausalität als nicht gegeben ansehen (act.
G 13). Zusammen mit der Replik legte er einen Bericht von Dr. med. G._, Dr. med.
H._ und I._, Gemeinschaftspraxis Radiologie/Nuklearmedizin, über eine am
4. November 2013 durchgeführte kernspintomographische (MRT-)Untersuchung des
rechten Kniegelenks des Beschwerdeführers vor (act. G 13.1).
C.d Mit Duplik vom 29. November 2013 hielt die Beschwerdegegnerin ihrerseits an
ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest (act. G 15).
C.e Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in
den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
1.1 Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die auch
bei Rückfällen und Spätfolgen (Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung
[UVV; SR 832.202]) geltende rechtliche Voraussetzung des für eine Leistungspflicht des
Unfallversicherers erforderlichen natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs
zwischen einem Unfall und in dessen Folge eingetretener Gesundheitsschädigungen
(Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]; BGE
129 V 181 E. 3.1) zutreffend dar. Darauf ist zu verweisen. Die Beurteilung des
natürlichen Kausalzusammenhangs erfolgt aufgrund der Feststellungen bei den
medizinischen Untersuchungen und ist Aufgabe des Arztes oder der Ärztin.
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Demgegenüber obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem adäquaten
Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 110 und BGE 112 V 30; PVG 1984
Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen hat allerdings die Adäquanz gegenüber dem
natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 138 V
250 f. E. 4 mit Hinweisen, BGE 118 V 291 f. E. 3a).
1.2 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert
eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels
noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als
Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Den
Berichten versicherungsinterner Ärzte kann rechtsprechungsgemäss gleichfalls
Beweiswert beigemessen werden, sofern sie schlüssig erscheinen, nachvollziehbar
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre
Zuverlässigkeit bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 312 f. E. 1b).
1.3 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach haben die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, BGE 122 V 158 E. 1a, je mit
Hinweisen; vgl. auch BGE 130 I 183 f. E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst
die Beweislast im Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im
Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als
im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus
dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Bei der hinsichtlich
Rückfall zu erfüllenden Anspruchsvoraussetzung eines erneuten natürlichen
Kausalzusammenhangs handelt es sich um eine anspruchsbegründende Tatsache. Die
diesbezüglichen Konsequenzen bei Beweislosigkeit trägt damit die versicherte Person
(RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer,
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Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 4, 79). Die Verwaltung
als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht dürfen eine Tatsache nur
dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im
Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts
Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung
eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1, BGE 119 V 337 E. 1, BGE 118
V 289 E. 1b, BGE 117 V 360 E. 4a mit Hinweisen).
2.
Streitig und zu prüfen ist, ob zwischen den beim Beschwerdeführer seit Frühling 2012
progredient aufgetretenen, ab Juli 2012 behandlungsbedürftigen (Suva-act. 32) und am
17. Juli 2012 gemeldeten (Suva-act. 13) belastungsabhängigen Knieschmerzen rechts
(vgl. Suva-act. 27) und seinem am 2. August 2004 erlittenen Verkehrsunfall ein
natürlicher Kausalzusammenhang besteht, so dass ein Rückfall bejaht werden kann.
Diese Frage wird von der Beschwerdegegnerin gestützt auf die Beurteilungen ihres
Kreisarztes Dr. F._ vom 21. März und 15. Mai 2013 (Suva-act. 33, 54) verneint.
3.
3.1 Wie bereits in seiner Beurteilung vom 21. März 2013 (Suva-act. 33) hält Dr. F._
auch in seiner Beurteilung vom 15. Mai 2013 (Suva-act. 54) etwas ausführlicher fest,
dass beim Beschwerdeführer anlässlich des Unfalls vom 2. August 2004 nur eine
Weichteilverletzung aufgetreten sei, die nach partieller Nekroseentwicklung mittels
Spalthauttransplantation behandelt worden sei. Eine Kniebinnenschädigung sei in
keinem der vorliegenden Arztberichte erwähnt oder dokumentiert. Ein reines
Weichteiltrauma führe jedoch nicht zu einer Gonarthrose. Die von Dr. I._
festgehaltene mediale Gonarthrose sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die
von ihm beschriebene Varusfehlstellung zurückzuführen, welche jedoch in keinem
Zusammenhang mit dem Unfall stehe. Ein Rückfall sei somit nicht überwiegend
wahrscheinlich.
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3.2 Der Umstand, dass Dr. F._ seine Beurteilungen ausschliesslich aufgrund der
Akten abgegeben und den Beschwerdeführer nicht selbst untersucht hat, steht dem
Beweiswert seiner Beurteilung nicht entgegen (vgl. dazu PVG 1996, 267 E. 3b; RKUV
1988 Nr. U 56 S. 371 E. 5b). Der Kreisarzt legt die Anamnese ("aktenmässiger Verlauf")
bzw. die Ergebnisse der im konkreten Fall durchgeführten persönlichen ärztlichen
Untersuchungen - die MRT-Untersuchung vom 4. November 2013 erfolgte erst nach
seiner Beurteilung (act. G 13.1) - lückenlos dar. Im Weiteren beziehen sich seine
Ausführungen auf die im Rahmen der Beurteilung einer Rückfallkausalität
massgebenden Beurteilungskriterien, nämlich die ursprünglich gestellte Unfalldiagnose
als massgebender Ausgangspunkt für traumatische Folgeschäden, die im Rahmen des
Rückfalls erhobene Diagnose sowie das Ergebnis der radiologischen Untersuchung
betreffend Vorliegen relevanter unfallkausaler somatischer Befunde im Sinn
struktureller Veränderungen.
3.3
3.3.1 Der Befund der MRT-Untersuchung des rechten Kniegelenks vom 4.
November 2013 benennt eine höhergradige mediane Gonarthrose bei komplexem Riss
des Innenmeniskus, eine Ruptur des vorderen Kreuzbandes, eine Enthesiopathie der
Patellarsehne, eine Chondrose femoropatellar sowie ein kleines Enchondrom im
Bereich der Femurepiphyse bzw. distalen Metaphyse (act. G 13.1). Bei diesen
Gesundheitsschäden handelt es sich zweifelsohne um klare organische, strukturelle
Substrate, die grundsätzlich als Ursache der fortwährend geklagten Schmerzen im
Bereich des Kniegelenks in Frage kommen. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers stellt sich auf den Standpunkt, mit dem vorgenannten MRT-Befund
sei belegt, dass der Beschwerdeführer anlässlich des Unfalls vom 2. August 2004 eine
Ruptur des vorderen Kreuzbandes sowie einen Meniskusriss erlitten habe. Tatsächlich
vermögen zwar beide Gesundheitsschäden ohne weiteres als Folge eines Traumas
aufzutreten, doch können sie eben auch degenerative Erkrankungen darstellen (vgl.
dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S.
1056 f., S. 1100). Grundsätzlich sind mithin beide Kausalitäten denkbar. Nachfolgend
ist damit zu entscheiden, von welcher Kausalität (Krankheits- oder Unfallkausalität) mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auszugehen ist.
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3.3.2 Laut Berichten der erstbehandelnden Ärzte der Klinik C._ vom 3. und
14. September 2004 erlitt der Beschwerdeführer anlässlich des Unfalls vom 2. August
2004 eine ausgedehnte Weichteilverletzung im Bereich des rechten Kniegelenks (Suva-
act. 4, 9). Dr. D._ führte in seinem ärztlichen Zwischenbericht vom 31. Januar 2005
gleichfalls (nur) die Diagnose einer ausgedehnten Weichteilverletzung am rechten Knie
mit sekundärer Haut-Fett-Gewebsnekrose an (Suva-act. 12). Laut Dr. F._ vermag ein
Weichteiltrauma nicht zu einer Gonarthrose zu führen. Bei der Arthrose handelt es sich
um eine degenerative Gelenkkrankheit. Als unfallkausaler Gesundheitsschaden kann
sie lediglich sekundär, d.h. als Spätfolge einer primären Verletzung - beispielsweise
nach einer schlecht verheilten intraartikulären Fraktur, geheilt ohne anatomisch exakte
Reposition, aber auch nach einem Kreuzband- oder Meniskusriss - auftreten
(Debrunner, a.a.O., S. 579 ff., S. 1056 ff., S. 1068, S. 1100). Laut medizinischer Literatur
stellen Bänder - und damit auch das Kreuzband - Weichteile dar (vgl. dazu
Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch 2013, 264. Aufl. Berlin 2012, S. 270 f.:
"Bindegewebe", S. 2254: "Weichteile"; Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl. München 2003,
S. 1967). Insofern könnte der obgenannten kreisärztlichen Schlussfolgerung nur dann
uneingeschränkt gefolgt werden, wenn der Beschwerdeführer anlässlich des Unfalls
vom 2. August 2004 keinen Kreuzbandriss erlitten hätte. Im konkreten Fall umfasste die
ausgedehnte Weichteilverletzung mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit keinen solchen. Auch andere Kniebinnenschädigungen erlitt der
Beschwerdeführer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine. Gemäss der
Feststellung von Dr. F._ - es sei in keinem der vorliegenden Arztberichte eine
Kniebinnenschädigung erwähnt oder dokumentiert - ist im Bericht der Klinik C._ vom
14. September 2004 ausdrücklich festgehalten, dass die Gelenk- und Sehnenanteile
nicht verletzt gewesen seien. Auch im Rahmen der anschliessenden
Hautweichteilnekrose sei das Kniegelenk selbst nicht eröffnet gewesen (Suva-act. 9).
Entsprechend wird die Ruptur des vorderen Kreuzbandes im MRT-
Untersuchungsbericht explizit als degenerativ bezeichnet. Eine darauf
zurückzuführende Gonarthrose muss damit automatisch auch rein degenerativ bedingt
sein. Von der Formulierung im MRT-Untersuchungsbericht "Gonarthrose bei
komplexem Riss des Innenmeniskus" darf demzufolge kein nicht degeneratives
Geschehen abgeleitet werden. Als weitere ergänzende Befunde, die eine umfassende
degenerative Problematik im Bereich des Kniegelenks darstellen, schliessen sich die im
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radiologischen Bericht aufgeführte degenerative Erkrankung der Chondrose sowie die
Enthesiopathie, als schmerzhafte chronische Entzündung in degenerativen
Veränderungen (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 628, S. 854; Pschyrembel, a.a.O., S.
2042: "Tendopathie", S. 576: "Enthesiopathie"), an. Gesamthaft betrachtet, können die
mit der MRT-Untersuchung sichtbar gewordenen Gesundheitsschäden deshalb nur als
degenerativ bedingt eingestuft werden, weshalb nicht von einer überwiegend
wahrscheinlichen Unfallkausalität der Gonarthrose auszugehen. Die Argumentation des
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers - die Nichteröffnung des Kniegelenks möge
seinerzeit den traumatischen Weichteilverletzungen geschuldet gewesen sein, doch mit
dem MRT-Untersuchungsbericht vom 4. November 2013 (act. G 13.1) sei nun belegt,
dass der Beschwerdeführer durch den Unfall eine Ruptur des vorderen Kreuzbandes
sowie einen kompletten Riss des Innenmeniskus erlitten habe - vermag diese
Beurteilung nicht in Frage zu stellen bzw. den Bestand einer Rückfallkausalität der am
17. Juli 2012 gemeldeten Kniegelenksbeschwerden zum Unfallereignis vom 2. August
2004 nicht als überwiegend wahrscheinlich erscheinen zu lassen. Unfallverletzungen
bzw. traumatisch bedingte Kreuzband- und Meniskusrisse zeigen sich in der Regel
unmittelbar nach dem Unfall am auffälligsten, d.h. präsentieren sich mit den
entsprechenden Schmerzen und Funktionseinschränkungen und werden damit
zumindest klinisch vermutet. Insofern erscheint es wenig plausibel bzw. zumindest
nicht überwiegend wahrscheinlich, dass insbesondere eine solch massgebliche
Verletzung wie ein kombinierter Kreuzband- und Innenmeniskusriss - trotz vorliegenden
anderweitigen Weichteilverletzungen - nicht erkannt worden wäre und am 3. Dezember
2004 ohne weitere gezielte Therapie zu einem Behandlungsabschluss geführt hätte.
3.3.3 Nichts daran zu ändern vermag auch das Arztzeugnis UVG von Dr. E._
vom 20. Dezember 2012 (Suva-act. 27). Entsprechend den Ausführungen der
Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 26. September 2013 (act. G 11)
ist zunächst allgemein zu beachten, dass ein behandelnder Arzt eine wesentlich andere
Sicht auf seinen Patienten als ein Gutachter auf eine explorierende Person hat. Der
Auftrag eines behandelnden Arztes ist ein therapeutischer, er konzentriert sich auf die
Behandlung und steht in einem Vertrauensverhältnis zu seinem Patienten. Hingegen
entsteht dadurch, dass beim Gutachter ein Behandlungsauftrag fehlt, eine grössere
Distanz zum Exploranden. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist daher der
Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Spezialärzte aufgrund
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dieser auftragsrechtlichen Vertrauensstellung in Zweifelsfällen tendenziell eher zu
Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc; Urteil des Bundesgerichts
vom 24. März 2009, 8C_871/2008, E. 3.2 mit Hinweisen). Aus der Tatsache, dass Dr.
E._ die radiologisch erhobene Gonarthrose als posttraumatisch bezeichnet hat, kann
sodann keine Bestätigung der Unfallkausalität abgeleitet werden (Alfred Maurer,
Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460 N 1205). Der
fragliche Ausdruck sagt lediglich aus, dass gewisse Beschwerden bzw. gesundheitliche
Störungen nach einem Unfall aufgetreten sind. Je grösser der zeitliche Abstand
zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist,
desto strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen
Kausalzusammenhangs zu stellen (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E. 1c). Im konkreten
Fall ist von einem rund acht Jahre dauernden Intervall zwischen dem Unfallereignis (2.
August 2004) und der Rückfallmeldung (17. Juli 2012) ohne aktenmässig dokumentierte
Behandlung oder Kontrolle und mit durchgehender Arbeitsfähigkeit auf dem Bau
auszugehen. Ohne solche dokumentierten Brückensymptome lässt diese mehrjährige
Latenzzeit eine Rückfallkausalität als unwahrscheinlich erscheinen. Die vom
Beschwerdeführer gegenüber der Beschwerdegegnerin am 23. Januar 2013
geschilderten Brückensymptome (vgl. Suva-act. 32) sind nicht nachgewiesen. Die
Folgen der Beweislosigkeit von Brückensymptomen wirken sich zu Lasten des
Beschwerdeführers aus (vgl. Erwägung 1.3). Im Übrigen ist zu wiederholen, dass
unfallkausale Rupturen von Kreuzband- und Innenmeniskus eine unfallnahe,
spezifische Heilbehandlung notwendig gemacht hätten. Insgesamt bestehen somit
keine überzeugenden Gründe für die Annahme solcher, beim Unfall vom 2. August
2004 erlittener Kniebinnenschädigungen bzw. Folgeschäden derselben, wie sie
anlässlich der MRT-Untersuchung vom 4. November 2013 (act. G 13.1) erhoben
wurden. Angesichts des Gesagten kann auch der von Dr. E._ im Arztzeugnis UVG
erhobene Befund einer Varusstellung des rechten Kniegelenks nicht mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als unfallkausal betrachtet werden,
indem die Kausalitätskette mit einer ursprünglichen Kniebinnenläsion mit der
Folgeerscheinung einer Varusstellung des Kniegelenks überwiegend wahrscheinlich
ausser Betracht fällt. Angesichts der mehrjährigen Latenzzeit ohne dokumentierte
Brückensymptome vermag schliesslich auch die vom Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers dargestellte Kausalitätskette - massive Weichteilverletzung im
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Bereich der Kniescheibe als ursprüngliche traumatische Gesundheitsschädigung/nicht
vollständig wieder hergestellte Funktionalität und daraus folgend Dysbalance beider
Kniegelenke/Entwicklung einer Varusstellung am rechten Kniegelenk/durch die Summe
aller Faktoren Ausbildung einer posttraumatischen Gonarthrose (vgl. act. G 9, S. 3) -
lediglich die Möglichkeit einer Rückfallkausalität darzutun, nicht aber deren
überwiegende Wahrscheinlichkeit zu beweisen. Gegen Letztere spricht im Übrigen
auch, dass die Entwicklung einer Gonarthrose infolge einer Achsenfehlstellung ein
häufiger Alterungs- bzw. Degenerationsprozess ist (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S.
1068 ff.). Selbst von Dr. E._ wird im Zusammenhang mit der Varusstellung des
Beschwerdeführers nicht auf eine traumatische Ursache hingewiesen.
3.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich - wie von Dr. F._ angenommen
und schlüssig begründet - aufgrund der ursprünglich gestellten Unfalldiagnose, der im
Rahmen des Rückfalls erhobenen Diagnosen bzw. radiologischen
Untersuchungsergebnisse sowie des zeitlichen Ablaufs keine Anhaltspunkte für eine
natürliche Unfallkausalität der am 17. Juli 2012 gemeldeten Kniegelenksbeschweden
ergeben. Hinsichtlich der radiologisch erhobenen Gesundheitsschäden, insbesondere
der Gonarthrose, ist von degenerativen Gesundheitsschäden auszugehen. Damit hat
die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht aus der obligatorischen
Unfallversicherung zu Recht verneint. Was den Antrag des Rechtsvertreters des
Beschwerdeführers auf Einholung eines medizinischen Sachverständigengutachtens
durch einen Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie betrifft, ist diesem nicht
stattzugeben. Bei der vorliegenden Ausgangslage sind von weiteren medizinischen
Abklärungen respektive einem medizinischen Gutachten keine entscheidrelevanten
neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abgesehen werden kann (antizipierte
Beweiswürdigung; BGE 136 I 236 E. 5.3, BGE 134 I 140 E. 5.3 und BGE 124 V 94 E.
4b).
4.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 5. März 2013 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
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Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Ausgangsgemäss hat der
Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP