Decision ID: 3c91b975-32bc-5ad3-b542-fcdb30017e23
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben am 1. Februar 2020 in
die Schweiz einreiste und am 26. Februar 2020 um Asyl nachsuchte,
dass er gemäss den Erkenntnissen aus einem Abgleich mit der europäi-
schen Fingerabdruck-Datenbank (Zentraleinheit Eurodac) am 24. Februar
2020 in Deutschland ein Asylgesuch eingereicht hatte,
dass am 4. März 2020 seine Personalien aufgenommen wurden,
dass er anlässlich des am 10. März 2020 durchgeführten persönlichen Ge-
sprächs nach Art. 5 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen
Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien
und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-
nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-
gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist
(nachfolgend: Dublin-III-VO) unter anderem geltend machte, er sei im Ok-
tober 2017 in Italien (Sardinien) eingetroffen, habe dort aber kein Asylge-
such gestellt,
dass er weiter ausführte, er sei nur wenige Tage in Italien geblieben und
sogleich weiter nach Frankreich gereist wo er sich fast eineinhalb Jahre
aufgehalten habe,
dass er am 23. März 2019 in die Schweiz gelangt sei und, von Abstechern
nach Frankreich abgesehen, hier sechs bis acht Monate gelebt habe,
dass er angewiesen worden sei, sich im Bundesasylzentrum (BAZ) zu mel-
den, was er auch getan habe, dort aber schlecht behandelt worden sei,
weshalb er nach Deutschland gegangen sei,
dass er dort kein Asylgesuch gestellt habe, sondern wieder in die Schweiz
zurückgekehrt sei,
dass ihm anlässlich dieses Gesprächs das rechtliche Gehör zur mutmass-
lichen Zuständigkeit Frankreichs und Deutschlands für die Behandlung sei-
nes Asylgesuchs sowie zu seinem Gesundheitszustand gewährt wurde,
dass die Vorinstanz am 20. März 2020 die deutschen Behörden um Über-
nahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-
VO ersuchte und jene das Übernahmeersuchen in Anwendung von Art. 18
Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO am 1. April 2020 guthiessen,
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dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 8. April 2020 – eröffnet am 14. April
2020 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das
Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Deutsch-
land anordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz spä-
testens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen,
dass sie gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den
Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung
der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwer-
deführer verfügte,
dass die dem Beschwerdeführer zugewiesene Rechtsvertretung ihr Man-
dat am 14. April 2020 niederlegte,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 21. April 2020 – neu vertreten
durch Mlaw Sabina Tirendi – gegen diesen Entscheid beim Bundesverwal-
tungsgericht Beschwerde erhob und beantragte, die angefochtene Verfü-
gung sei aufzuheben und auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers sei
einzutreten; eventualiter sei die vorinstanzliche Verfügung vom 8. April
2020 zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung an die Vorinstanz zu-
rückzuweisen,
dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Wiederherstellung der auf-
schiebenden Wirkung der Beschwerde ersuchte; die Vollzugsbehörden
seien anzuweisen, von einer Überstellung nach Deutschland abzusehen,
bis das Bundesverwaltungsgericht über den Suspensiveffekt der einge-
reichten Beschwerde entschieden habe; die unentgeltliche Prozessführung
sei zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu ver-
zichten,
dass die Instruktionsrichterin mit superprovisorischer Massnahme vom
22. April 2020 den Vollzug der Überstellung einstweilen aussetzte,
dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am
23. April 2020 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG),

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-
gen (Art. 5 VwVG) der Vorinstanz entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m.
Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
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dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105
AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-
treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich,
wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-
teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-
zichtet wurde,
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass der Beschwerdeführer eine Verletzung des rechtlichen Gehörs gel-
tend macht, da ihm nicht vollumfängliche Akteneinsicht gewährt worden sei
(vgl. Beschwerde B II Pkt. 14),
dass es sich dabei um Akten vom 5. August 2019 aus dem Tessin sowie
um das Eintrittsblatt der Loge [...] (1/26, 2/2, 3/1, 4/1) handle,
dass weiter der Anfrage der Vorinstanz um Übernahme des Beschwerde-
führers an die deutschen Behörden zu entnehmen sei, dass sie im Besitze
weiterer Akten verschiedener Schweizer Kantone sei, die das Asylverfah-
ren des Beschwerdeführers betreffen würden (vgl. 24/5, 25/2), welche ihm
ebenfalls nicht ausgehändigt worden seien,
dass die Akteneinsicht unter Beachtung der Art. 27 f. VwVG zu gewähren
ist; sofern die Einsichtnahme in ein Aktenstück verweigert wird, darf auf
dieses zum Nachteil der Partei nur abgestellt werden, wenn ihr die Behörde
vom wesentlichen Inhalt Kenntnis und ihr ausserdem Gelegenheit gegeben
hat, sich zu äussern und Gegenbeweismittel zu bezeichnen (Art. 28
VwVG),
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dass aus dem Aktenverzeichnis der vorinstanzlichen Akten (N 716934) er-
sichtlich ist, dass es sich bei den Aktenstücken 2/2 und 3/1 um zur Edition
freigegebene Akten handelt und dem Beschwerdeführer Einsicht in die ent-
sprechenden Dokumente gewährt wurde (vgl. auch Dispositiv Ziff. 5 der
vorinstanzlichen Verfügung vom 8. April 2020),
dass es sich beim Aktenstück 1/26 («Atti polizia e varie») gemäss dem Ak-
tenverzeichnis um Akten anderer Behörden handelt, die für die Entscheid-
findung keine Relevanz hatten,
dass die Vorinstanz die Aktenstücke 4/1 («Foglio Entrata Loge [...]») und
14/3 («AFIS Resultat 10F») aufgrund überwiegender öffentlicher oder pri-
vater Interessen an der Geheimhaltung (Art. 27 Abs. 1 Bst. a und b VwVG)
als nicht der Edition unterliegend einstufte (vgl. Aktenverzeichnis); ob dies
zutrifft kann offenbleiben, da sich die angefochtene Verfügung nicht auf
diese Dokumente abstützt,
dass die Vorinstanz demnach das Akteneinsichtsrecht nicht verletzt hat
und auch auf Beschwerdeebene keine Veranlassung besteht, dem Be-
schwerdeführer Einsicht in die erwähnten Aktenstücke zu gewähren,
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG),
dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt,
dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-
gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III
(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch
Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO),
dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-
geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt
wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO),
dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge)
die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort
aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien;
vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden sind, und dabei von der Situ-
ation in demjenigen Zeitpunkt auszugehen ist, in dem der Asylsuchende
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erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat (Art. 7 Abs. 2 Dub-
lin-III-VO; vgl. BVGE 2012/4 E. 3.2); im Rahmen eines Wiederaufnahme-
verfahrens (engl.: take back) findet demgegenüber grundsätzlich keine (er-
neute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III statt (vgl. EuGH [Grosse
Kammer] vom 2. April 2019, H. und R., C-582/17 und C-583/17,
EU:C:2019:280, Rn. 61, 67, 80, 84; BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1
m.w.H.),
dass der Anwendungsbereich des Wiederaufnahmeverfahrens unter ande-
rem Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO erfasst, demgemäss der zuständige
Mitgliedstaat verpflichtet ist, einen Antragsteller, der während der Prüfung
seines Antrags in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat
oder der sich im Hoheitsgebiet eines anderen Mitgliedstaats ohne Aufent-
haltstitel aufhält, nach Massgabe der Artikel 23, 24, 25 und 29 wieder auf-
zunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO),
dass beschwerdeweise geltend gemacht wird, die Vorinstanz stelle sich zu
Unrecht auf den Standpunkt, es sei nicht nachweislich, dass sich der Be-
schwerdeführer mindestens fünf Monate ununterbrochen in der Schweiz
aufgehalten habe und deswegen Deutschland für sein Asylgesuch zustän-
dig sei (vgl. B II Pkt. 10),
dass es unbestritten sei, dass er sich vom 24. bis 26. Februar 2020 in
Deutschland aufgehalten habe; am 24. Februar 2020 sei er von den Be-
hörden aufgegriffen und daktyloskopiert worden, er habe allerdings kein
Asylgesuch gestellt (vgl. Beschwerde B II Pkt. 11),
dass er sich in diesem Zusammenhang auf Art. 13 Abs. 2 Dublin-III-VO
berief und dazu ausführte, er könne beweisen oder zumindest glaubhaft
darstellen, dass er sich, bevor er nach Deutschland gereist sei, über fünf
Monate ununterbrochen in der Schweiz aufgehalten habe und damit die
Schweiz für die Prüfung seines Asylgesuchs zuständig sei (vgl. Be-
schwerde B II Pkt. 8 und Pkt. 18),
dass er dabei verkennt, dass das SEM auf sein Asylgesuch nicht eintrat,
weil er am 24. Februar 2020 in Deutschland ein Asylgesuch gestellt hatte,
dass nämlich – entgegen der pauschalen und gegenteiligen Aussage – in
der Eurodac-Datenbank ein am 24. Februar 2020 in Deutschland gestelltes
Asylgesuch des Beschwerdeführers erfasst ist (vgl. Hit Eurodac [Akten des
SEM 15/1]),
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dass gemäss Art. 4 der Verordnung (EG) Nr. 1560/2003 der Kommission
vom 2. September 2003 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung
(EG) Nr. 343/2003 des Rates zur Festlegung der Kriterien und Verfahren
zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem
Drittstaatsangehörigen in einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zu-
ständig ist (DVO) der ersuchte Mitgliedstaat seine Zuständigkeit anerkennt,
wenn sich ein Wiederaufnahmegesuch auf Daten stützt, die die Eurodac-
Zentraleinheit zur Verfügung gestellt und die der ersuchende Mitgliedstaat
nach Maßgabe von Artikel 4 Absatz 6 der Verordnung (EG) Nr. 2725/2000
geprüft hat, sofern die von ihm durchgeführten Überprüfungen nicht erge-
ben haben, dass seine Zuständigkeit gemäß Artikel 4 Absatz 5 Unterabsatz
2 (= Art. 20 Abs. 5 Unterabsatz 2 Dublin-III-VO) bzw. Artikel 16 Absätze 2,
3 oder 4 der Verordnung (EG) Nr. 343/2003 (= Art. 19 Abs. 1, Abs. 2 Un-
terabsatz 1 und Abs. 3 Dublin-III-VO) erloschen ist,
dass demzufolge auf den Eintrag in der Eurodac-Datenbank abzustellen
ist,
dass das SEM – wie bereits erwähnt (vgl. S. 6 oben) – im Rahmen des
Wiederaufnahmeverfahrens nicht verpflichtet war, die Zuständigkeit
Deutschlands nach Art. 13 Abs. 2 Dublin-III-VO zu prüfen,
dass gestützt darauf das SEM die deutschen Behörden zu Recht um Rück-
übernahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-
III-VO ersuchte,
dass in diesem Sinne Deutschland seine Zustimmung zur Wiederauf-
nahme gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. a (recte: Bst. b) Dublin-III-VO vorbehalt-
los erteilte,
dass damit die Ausführungen des Beschwerdeführers bezüglich der an-
geblichen Dauer seines früheren Aufenthalts in der Schweiz unbehelflich
sind und es sich mithin erübrigt, die – wie beschwerdeweise beantragt –
Akten betreffend seinen Gefängnisaufenthalt in Genf zu edieren,
dass die grundsätzliche Zuständigkeit Deutschlands somit gegeben ist,
dass weiter davon ausgegangen werden darf, Deutschland anerkenne und
schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des
Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013
zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-
ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom
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26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen,
die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben,
dass die Mitgliedstaaten in diesem Sinn den Antragstellenden die notwen-
dige medizinische Versorgung, welche zumindest die Notversorgung und
die unbedingt erforderliche Behandlung von Krankheiten und schweren
psychischen Störungen umfasst, zugänglich machen müssen (Art. 19 Abs.
1 Aufnahmerichtlinie),
dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2
Dublin-III-VO vorliegend nicht gerechtfertigt ist,
dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann,
einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestell-
ten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in
dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist
(Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO),
dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a
Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311)
konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-
mung "aus humanitären Gründen" auch dann behandeln kann, wenn dafür
gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre,
dass ohne Weiteres davon ausgegangen werden darf, der Beschwerde-
führer finde in Deutschland bezüglich seiner im Dublin-Gespräch geltend
gemachten, gesundheitlichen Beschwerden (Nervenverletzung [gemäss
Bericht des Universitätsspitals Y._ vom 21. April 2020: [...]]; fühlt
sich «psychisch angeschlagen») Zugang zu adäquater medizinischer Be-
handlung,
dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen
zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine
gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG)
durch die Vorinstanz zu entnehmen sind,
dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer
Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält,
dass die Vorinstanz demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1
Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten
ist und – weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufent-
halts- oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44
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AsylG die Überstellung nach Deutschland angeordnet hat (Art. 32 Bst. a
AsylV 1),
dass die Beschwerde demnach abzuweisen ist, womit der Antrag auf Ge-
währung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde gegenstandslos
geworden ist,
dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus
den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen
sind, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt
sind,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1‒
3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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