Decision ID: ff99b3cf-4612-4e30-a3b4-4d159f7ce0b4
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969, war zuletzt als selbständiger Maurer
(Urk. 6/75/1) tätig, als er sich am 4. Juli 2006 unter Hinweis auf die im August 2004 erfolgte Entfernung des rechten Auges aufgrund eines Aderhautmelanoms bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmeldete (Urk. 6/4 S. 6 Ziff. 7.2
7.3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation (Urk. 6/8; Urk. 6/12; Urk. 6/17; Urk. 6/20) ab und verneinte daraufhin mit Verfügung vom 8. Januar 2008 (Urk. 6/23) infolge Verletzung der Mitwirkungspflicht sowohl die Kosten
übernahme für ein Glasauge als auch den Anspruch auf eine Invalidenrente. Die dagegen vom Versicherten in Bezug auf das Glasauge erhobene Beschwerde wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 28. Mai 2009 (Urk. 6/28; Verfahren Nr. IV.2008.00154) gutgeheissen mit der Feststellung, dass er Anspruch auf Übernahme der Kosten für eine Augenprothese im Betrag von Fr. 645.-- hat. In Umsetzung dieses Urteils erteilte die IV-Stelle die entsprechende Kostengut
sprache (vgl. Mitteilung vom 9. Oktober 2009, Urk. 6/35). Mit Mitteilung vom 17. April 2013 (Urk. 6/53) erteilte sie dem Versicherten schliesslich Kostengut
sprache für Augenprothesen nach ärztlicher Verordnung bis zum 31. Januar 2022.
1.2
Am 4. Juni 2013 meldete sich der Versicherte wiederum zum Leistungsbezug an (Urk. 6/58). Die IV-Stelle tätigte daher medizinische und erwerbliche Abklä
rungen (Urk. 6/63-65; Urk. 6/68; Urk. 6/74-75; Urk. 6/77; Urk. 6/87) und veran
lasste eine berufliche Abklärung, über welche am 16. Dezember 2013 berichtet wurde (Urk. 6/94). Im Februar 2014 erteilte sie dem Versicherten sodann Kostengutsprache für ein Arbeitstraining, welches allerdings bereits im Mai 2014 wieder abgebrochen wurde (vgl. Mitteilungen vom 25. Februar und 13. Mai 2014, Urk. 6/103 und Urk. 6/115), woraufhin die IV-Stelle weitere Abklärungen (Urk. 6/117-119; Urk. 6/121; Urk. 6/126-128; Urk. 6/132-133; Urk. 6/139; Urk. 6/142; Urk. 6/148; Urk. 6/161) tätigte und ein polydisziplinäres Gutachten veranlasste, welches am 23. Mai 2016 erstattet wurde (Urk. 6/160/2
28).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 6/164; Urk. 6/177;
Urk. 6/179) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 4. Oktober 2016 (Urk. 6/181 = Urk. 2) einen Rentenanspruch des Versicherten.
2.
Der Versicherte erhob am 31. Oktober 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom 4. Oktober 2016 (Urk. 2) und beantragte sinngemäss, diese sei aufzuheben und es sei ihm eine Invalidenrente zuzusprechen (Urk. 1). Die IV-Stelle bean
tragte mit Beschwerdeantwort vom 30. November 2016 (Urk. 5) die Abweisung der Beschwerde. Am 9. Mai 2017 reichte der Beschwerdeführer weitere Belege ein (Urk. 8; Urk. 9/1-9), welche der Beschwerdegegnerin am 30. Mai 2017 zur Kenntnis gebracht wurden (Urk. 10).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsren
te und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass der Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit als Maurer vollständig arbeitsunfähig sei. Eine ange
passte Tätigkeit sei ihm hingegen zu 80 % zumutbar. Nach Vornahme des Ein
kommensvergleichs resultiere ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad (S. 1 f.).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk. 1), er sei vollständig arbeitsunfähig. Die gutachterliche psychiatrische Beurteilung habe die durch Dr. med. Z._ respektive Dr. med. A._ gestellte Diagnose nicht berücksichtigt beziehungsweise aufgehoben. Eine solche retrograde Fern- und Fehldiagnose sei inakzeptabel. Er sei aktuell immer wieder schwer depressiv und die Schmerzen hätten stark zugenommen. Auch die Sehfähigkeit nehme immer mehr ab. Die Beschwerdegegnerin sei auf die Kritik nicht eingegangen, wodurch ihm das rechtliche Gehör verweigert worden sei (S. 1 f.). Aktuelle Arztberichte würden belegen, dass seine Schmerzen objektivierbar seien (Urk. 8).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
3.
3.1
Vorab gilt es die vom Beschwerdeführer gerügte Gehörsverletzung zu beurtei
len, wonach sich die Beschwerdegegnerin nicht mit den Einwänden auseinan
dergesetzt habe (vgl. Urk. 1 S. 2).
3.2
Ein Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör, wie er neben der explizi
ten gesetzlichen Regelung in Art. 42 ATSG auch in Art. 29 Abs. 2 der Bundes
verfassung (BV) garantiert wird, ist das Recht der versicherten Person, sich vor Erlass eines in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äus
sern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentli
cher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1).
Der Gehörsanspruch verpflichtet die Behörde, die Vorbringen der betroffenen Person auch tatsächlich zu hören, zu prüfen und in der Entscheidfindung zu berücksichtigen, weshalb sie ihren Entscheid zu begründen hat (BGE 134 I 83 E. 4.1). Die Beschwerdegegnerin darf ihre Begründung allerdings auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken und muss sich nicht aus
drücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Ein
wand auseinandersetzen (BGE 133 I 270 E. 3.1, 124 V 180 E. 1a); es ist nicht erforderlich, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (BGE 136 I 184 E. 2.2.1). Um den verfassungsrechtlichen Anforderungen zu genügen, muss die Begründung wenigstens kurz die Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde bei ihrem Entscheid hat leiten lassen und auf die sich der Entscheid stützt. Aus der Begründung muss jedenfalls ersichtlich werden, ob und weshalb die Behörde ein Vorbringen einer Partei für unzutreffend beziehungsweise unerheblich hält. Es muss erkennbar sein, ob die Behörde es überhaupt in Betracht gezogen hat. Sie darf sich nicht auf den Hinweis beschränken, die Überlegungen der versicherten Person seien zur Kenntnis genommen und geprüft worden (Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2015, N 56 zu Art. 49 ATSG, mit Hinweis auf BGE 124 V 182).
3.3
Dem Beschwerdeführer ist zwar insoweit beizupflichten, als die Beschwerde
gegnerin nicht konkret auf die einzelnen Vorbringen eingegangen ist. Dies ist im Lichte der vorgenannten Rechtsprechung indessen auch nicht zwingend erfor
derlich. Indem die Beschwerdegegnerin erklärte, dass sie sich für die Beur
teilung auf das Gutachten abgestützt habe (vgl. Urk. 2 S. 2), wurden die dem Entscheid zugrunde gelegten wesentlichen medizinischen Überlegungen zumin
dest kurz genannt, weshalb nicht von einer gewichtigen Verletzung des rechtli
chen Gehörs ausgegangen werden kann. Zudem hat der Beschwerdeführer die Gelegenheit erhalten, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüfen kann, womit auch eine allfällige Gehörsverletzung als geheilt betrachtet werden kann (BGE 132 V 387 E. 5.1, 124 V 180 E. 4a).
4.
4.1
Am 27. August 2004 erfolgte in der Augenklinik des B._ eine Enukleation und Implantation eines Silikonimplantates bei dringen
dem Verdacht auf ein Aderhautmelanom bei nicht nachweisbarer Metasta
sierung (vgl. Operationsbericht vom 27. August 2004, Urk. 6/148/4).
4.2
Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Arbeitsmedizin, nannte mit Bericht vom 18. Oktober 2013 (Urk. 6/87) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 Ziff. 1.1):
-
reaktive Depression bei Oligoasthenotestozoospermie Grad III sowie Sta
tus nach Trennung von der Ehefrau
-
Status nach Enukleation des rechten Auges bei Aderhautmelanom
Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erachtete er – hier gekürzt aufge
führt – einen Status nach erstgradig offener Unterschenkelfraktur rechts (S. 1 Ziff. 1.1). Der Beschwerdeführer sei vom 29. März bis 19. April 2013 in der bis
herigen Tätigkeit als Maurer vollständig arbeitsunfähig gewesen. Diese Tätigkeit sei ihm noch zu 50 % zumutbar. In einer angepassten Tätigkeit mit deutlich weniger physischer Belastung sei er ab sofort zu 100 % arbeitsfähig (S. 2 f. Ziff. 1.6-1.7, Ziff. 1.9).
4.3
Am 26. Februar 2014 wurde in der D._ aufgrund eines Tumors mit Kapsel im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) suboccipital auf der Mittellinie eine En-bloc-Resektion des Tumors von kutan bis subkuktan bis ins Fascia-Gewerbe vorgenommen. Das Histologie Resektat zerviko-occipital zeigte ein apokrines Hidrozytom (vgl. Operationsbericht vom 26. Februar 2014, Urk. 6/126/6-7).
4.4
Mit Bericht vom 3. Juni 2014 (Urk. 6/118/11) diagnostizierten die Ärzte der E._ ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit ischialgiformer Ausstrahlung links mit multisegmentalen ausgeprägten degene
rativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule (LWS) und Verdacht auf eine foraminale Kompression L5 links. Als Nebendiagnosen erwähnten sie einen Status nach unfallbedingter offener Unterschenkelfraktur rechts im Jahr 2007 (richtig: 2006) und Versorgung mit einer Plattenosteosynthese, einen Status nach Entfernung eines Melanoms am rechten Auge sowie einen Status nach Entfernung eines benignen Tumors nuchal vor einer Woche. Die bisherige Tätigkeit als Maurer sei dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar. Es werde eine leichte bis mittel
schwere, wechselbelastende Tätigkeit ohne länger dauernde oder repetitive Zwangshaltungen beziehungsweise länger vorgeneigte Arbeiten empfohlen.
4.5
Dr. med. Z._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, gab mit Bericht vom 10. Juni 2014 (Urk. 6/119/4-9) an, dass er den Beschwerdeführer seit dem 6. Januar 2014 behandle (S. 2 Ziff. 3.1) und eine gegenwärtig mittel
gradige bis schwere Episode einer rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10 F33.2) aufgrund schwerwiegender körperlicher Beeinträchtigungen und Operati
onen diagnostizieren könne (S. 1 Ziff. 1.1). Der Beschwerdeführer sei seit Februar 2014 sowohl in der bisherigen Tätigkeit als Maurer als auch in einer angepassten Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig (S. 1 Ziff. 2, S. 4 Ziff. 5.2). Eine Prognose sei erst auf längere Sicht möglich (S. 2 Ziff. 3.7).
4.6
Mit Bericht vom 23. September 2014 (Urk. 6/127) nannte Dr. med. F._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates sowie für Handchirurgie, folgende – hier gekürzt aufge
führte - Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 Ziff. 1.1):
-
Melanom am rechten Auge mit Status nach Exenteratio orbitae rechts zirka im Jahr 2004, unter vollständiger Remission
-
apokrines Hydrozytom suboccipital medial im Subkutangewebe bei Sta
tus nach Resektionsbiopsie am 26. Februar 2014
-
chronisches Lumbovertebralsyndrom mit Verdacht auf Bandscheibenlä
sion L2/3 und L3/5
-
Status nach Unterschenkelfraktur rechts im Jahr 2006 mit Tibiaplatten
osteosynthese und Revision mit Knochenspan
Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erachtete er im Wesentlichen ein Schwannom im Caput laterale des Musculus gastrocnemius links am Übergang zum Caput mediale des linken Unterschenkels bei Status nach am 16. Juni 2014 erfolgter En-bloc-Resektionsbiopsie (S. 1 Ziff. 1.1). Die Behandlung des Schwannoms sei am 3. September 2014 bei vollständiger Beschwerdefreiheit abgeschlossen worden (S. 2 Ziff. 1.5). Der Beschwerdeführer sei nach der am 16. Juni 2014 erfolgten Operation zwei Wochen lang vollständig arbeitsunfähig gewesen. Danach habe wieder eine volle Arbeitsfähigkeit bestanden (S. 3 Ziff. 1.6).
4.7
Dem Bericht der Ärzte der E._ vom 6. Oktober 2014 (Urk. 6/128) ist im Wesentlichen eine chronische Lumbalgie bei ausgeprägter multi
seg
mentaler Osteochondrose L1-5 zu entnehmen. Zudem beklage der Beschwerde
führer linksseitige Leistenschmerzen, wobei die Beckenübersichts
aufnahme vom Dezember 2013 eine beginnende Coxarthrose links zeige (S. 1 f.).
4.8
Dr. med. G._, Fachärztin für Neurochirurgie, stellte mit Bericht vom 12. Januar 2015 (Urk. 6/132) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 Ziff. 1.1):
-
Verdacht auf ein Lipom occipital auf der Mittellinie rechts
-
Status nach Exenteratio orbitae rechts aufgrund eines Melanoms, aktuell kein Verdacht auf ein Rezidiv
-
Status nach En-bloc-Resektion eines Tumors von kutan bis subkutan bis ins Fascia-Gewebe, Tumor mit Kapsel im HWS-Bereich suboccipital auf der Mittellinie (26. Februar 2014)
-
Histologie Resektat zerviko-occipital: apokrines Hidrozytom
-
Schwannom am Caput laterale des Musculus gastrocnemius links am Übergang des Caput mediale bei Status nach En-Bloc-Resektion des Tumors und En-Bloc-Biopsie am 16. Juni 2014
Die neurologische Untersuchung zeige keine residuellen neurologischen Defizite nach Entfernung des Neurinoms, sondern lediglich eine moderate Hypoästhesie am linken Unterschenkel (S. 2 Ziff. 1.4). Der Beschwerdeführer sei aufgrund der schweren Sehbehinderung bei Status nach Exenteratio orbitae rechts, der Diagnose eines Melanoms und den rezidivierenden Rückenschmerzen sowie der Hüftproblematik links zu 60 % arbeitsunfähig (S. 2 Ziff. 1.6).
4.9
Am 24. April 2015 wurde in der E._ bei diagnostizierter sympto
matischer mässiggradiger Coxarthrose links eine linke Hüfttotalprothese über einen direkten anterioren Zugang eingesetzt (vgl. Operationsbericht vom 24. April 2015, Urk. 6/139/7-8). Der postoperative Verlauf habe sich kompli
kations
los gestaltet. Die radiologische Bildgebung habe eine korrekte Lage der Implantate gezeigt. Der Beschwerdeführer sei am 30. April 2015 entlassen wor
den (vgl. Austrittsbericht vom 28. April 2015, Urk. 6/139/9-10).
4.10
Dr. med. H._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, E._, erklärte mit Bericht vom 9. Juli 2015 (Urk. 6/139/1-5), dass eine Rückkehr des Beschwerdeführers in die bisherige Tätigkeit als Maurer aufgrund der multiplen Diagnosen am Bewe
gungsapparat nicht möglich sei. In einer angepassten, wechselbelastenden Tätigkeit sei er zu 40 bis 50 % arbeitsfähig (S. 3 Ziff. 1.7-1.8, S. 5).
4.11
Mit Bericht vom 14. September 2015 (Urk. 6/142) diagnostizierte Dr. Z._ in psychiatri
scher Hinsicht eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode (ICD-10 F33.0-1), welche sich nach der erfolg
ten Hüftoperation ab Mai 2015 leicht verbessert habe (S. 1 Ziff. 1.2). Dem Beschwerdeführer sei keine Tätigkeit zumutbar (S. 1 Ziff. 2.1-2.2). Die Prognose sei schwierig und von der Rückenproblematik sowie den Problemen durch die Augenprothese abhängig (S. 2 Ziff. 3.3).
4.12
Am 23. Mai 2016 erstatteten die Gutachter des I._ ihr polydisziplinäres Gutachten in den Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Ophthalmologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie (Urk. 6/160/2-28). Dabei nannten sie folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 23 Ziff. 5.1):
-
chronische Beschwerden an der lumbalen Wirbelsäule und am dorsalen Beckenbereich beidseits mit/bei:
-
anamnestisch gutem Ansprechen auf Fazettengelenksinfiltration L2-4 beidseits am 15. April 2014 und L4/5 am 17. September 2014
-
anamnestisch gutem Ansprechen auf periradikuläre Infiltration L5 links am 1. Mai 2014
-
radiologisch deutlicher Osteochondrose L3-5 und Diskushernie L4/5 links mit Irritation der Nervenwurzel L5 links
-
chronisch intermittierende Beschwerden im Bereich des rechten Unter
schenkels mit/bei:
-
Status nach erstgradig offener Unterschenkelfraktur am 16. November 2006
-
Status nach Platten- und Schraubenosteosynthese der distalen Tibia am 16. November 2006
-
Erysipel am Unterschenkel im postoperativen Verlauf
-
Status nach Sequestrektomie und Spongiosaplastik tibial nach Knochenentnahme vor allem im Bereich des rechten Iliosakralgelenks am 16. Januar 2008 bei Pseudarthrose
-
klinisch vermehrter Aussenkreiselung des Unterschenkels mit Knick-Senk-Spreizfussdeformität
-
aufgehobene Sehfähigkeit rechts und leicht verminderte Sehfähigkeit links mit/bei:
-
anlagebedingter Fehlsichtigkeit (Myopie, Astigmatismus)
-
Presbyopie
-
Makropapille
-
Anophthalmus nach Aderhautmelanom
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0), bei Status nach mittelgradiger depressiver Episode im Jahr 2013 (ICD-10 F33.1)
Zudem nannten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (S. 24 Ziff. 5.2):
-
Status nach Implantation einer Hüfttotalprothese links über einen direk
ten anterioren Zugang am 24. April 2015 bei symptomatischer mässiggradiger Coxarthrose, radiologisch regelrechter und klinisch unauffälliger Befund
-
Status nach En-Bloc-Resektionsbiopsie einer Weichteilraumforderung am dorsalen linken Unterschenkel am 16. Juni 2014 bei einem Schwannom
-
arterielle Hypertonie
-
fortgesetzter Nikotinkonsum, schädlicher Gebrauch (ICD-10 F17.1)
-
Status nach konservativ behandelter Fraktur im Bereich des abdominan
ten linken Daumens vor Jahren, anamnestisch
-
Status nach En-Bloc-Resektion eines Tumors subokzipital in der Mittel
linie am 26. Februar 2014, histologisch apokrines Hidrozystom
-
neu aufgetretene, im Verlauf regrediente Gefühlsstörung an Vorderarm Hand der dominanten rechten Seite ulnar
Aus internistischer Sicht könne aufgrund des Vorliegens einer arteriellen Hyper
tonie und eines fortgesetzten Nikotinkonsums keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden (S. 8 Ziff. 3.4, S. 25 Ziff. 6.2).
Während der psychiatrischen Untersuchung sei ein leicht depressives Zustands
bild aufgefallen. Es lägen eine depressive Niedergestimmtheit sowie eine Schlaf
störung vor. Aktuell könne noch eine leichte Episode einer rezidivierenden depressiven Störung festgestellt werden, wogegen wohl in den Jahren 2013 und 2014 ein stärkeres depressives Zustandsbild mit einer Arbeitsunfähigkeit von wahrscheinlich 50 % vorgelegen habe. Der Beschwerdeführer habe in den letzten Jahren verschiedene Schicksalsschläge verkraften müssen, auf welche er mit einem depressiven Rückzug und einem Verlust des Antriebs reagiert habe. Aktuell könne aus psychiatrischer Sicht für sämtliche Tätigkeiten eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 % attestiert werden. Die Stützung durch die psychiatrische Behandlung sollte fortgesetzt werden. Er wirke etwas aufge
hellter, aber noch nicht völlig stabil (S. 11 ff. Ziff. 4.1.3.1-4.1.3.5, Ziff. 4.1.7; S. 25 Ziff. 6.2).
In orthopädischer Hinsicht würden sich die beklagten Beschwerden durch die klinischen und radiologischen Befunde weitgehend begründen lassen. Ange
sichts der deutlichen mehrsegmentalen Degeneration sei der lumbale Rücken
schmerz durchaus nachvollziehbar, während die Symptomatik im Bereich der dorsalen Beckenkämme eher myotendinotischer Natur zu sein scheine, eine Affektion des rechten Iliosakralgelenks bei möglichem positivem Mennell-Zeichen sei aber nicht auszuschliessen. Auch die Beschwerden an der rechten unteren Extremität seien angesichts der Fehlstellungen am Unterschenkel und Fuss nach wiederholt operativ behandelter Fraktur durchaus nachvollziehbar. In der bisherigen sowie anderen körperlich schweren und mittelschweren Tätigkei
ten bestehe spätestens seit dem 3. Juni 2014 eine volle Arbeitsunfähigkeit. In einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit liege dagegen seit jeher eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit vor. Das repetitive Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, das wiederholte Überwinden von Treppen und unebe
nem Grund sowie das häufige Bücken sollten dabei vermieden werden (S. 19 f. Ziff. 4.2.4-4.2.6; S. 25 Ziff. 6.2).
Aus ophthalmologischer Sicht sei im Jahr 2004 ein Aderhautmelanom im rechten Auge diagnostiziert und eine Enukleation durchgeführt worden (S. 21 Ziff. 4.3.1). Am linken Auge könne ein altersentsprechender intakter Befund erhoben werden. Aufgrund der Monokelsituation bestehe ein eingeschränktes Gesichtsfeld. Stereosehen sei nicht möglich. In allen Tätigkeiten, die durch
schnittliche Anforderungen an das Sehvermögen stellen würden, bestehe eine 10%ige Arbeitsunfähigkeit. Aufgrund der Einäugigkeit seien potentiell gefährli
che Arbeitsplätze nicht geeignet (S. 23 Ziff. 4.3.4-4.3.5; S. 25 Ziff. 6.2).
Zusammenfassend kamen die Gutachter zum Schluss, dass dem Beschwerde
führer sämtliche körperlich schweren und mittelschweren Tätigkeiten nicht mehr zumutbar seien. In einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne wiederholtes Treppensteigen oder Gehen auf unebenem Grund, ohne häu
figes Bücken, ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 kg sowie ohne Tätig
keiten, welche ein intaktes Gesichtsfeld oder Stereosehen erfordern würden, bestehe eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80 %. Das Pensum könne voll
schichtig umgesetzt werden mit erhöhtem Pausenbedarf. Die leichten Leistungs
einbussen aus somatischer und psychiatrischer Sicht seien nicht zu addieren, da die gleichen Zeitabschnitte für Pausen und Erholung genutzt werden könnten (S. 25 Ziff. 6.2). Die Unzumutbarkeit für körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten sei seit April 2014 anzunehmen. Bis Ende 2014 könne aufgrund eines andauernden höhergradigen depressiven Zustandsbildes mit mittelgradiger Episode auch in einer angepassten Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit angenommen werden. Seit Januar 2015 sei von der aktuell attestierten 80%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (S. 25 Ziff. 6.3). Von medizinischen Massnahmen sei eine Erhaltung, nicht aber eine Verbesserung der zumutbaren Arbeitsfähig
keit zu erwarten (S. 26 Ziff. 6.6).
4.13
Mit Stellungnahme vom 6. Juni 2016 empfahl med. pract. J._, Facharzt für Arbeitsmedizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), für die Beur
teilung auf das Gutachten abzustellen. Das Anforderungsprofil in der bisherigen Tätigkeit als Maurer übersteige die funktionelle Leistungsfähigkeit des Beschwer
de
führers. In dieser Tätigkeit sei er seit April 2014 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dauerhaft vollständig arbeitsunfähig. In einer angepassten Tätigkeit habe bis Ende 2014 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit vorgelegen. Seit Januar 2015 sei von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Dabei müsse es sich um eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne häufiges Treppensteigen oder Gehen auf unebenem Gelände, ohne häufiges Bücken, ohne Heben und Tragen von Lasten schwerer als 10 kg und ohne Arbeiten, welche ein intaktes Gesichtsfeld oder Stereosehen erfordern würden, handeln (vgl. Urk. 6/170 S. 7 f.).
4.14
Dem undatierten und am 9. Juni 2016 bei der Beschwerdegegnerin eingegange
nen Bericht (Urk. 6/161; vgl. Aktenverzeichnis zu Urk. 6 S. 7) von Dr. med. K._, Facharzt für Ophthalmologie, ist als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Monokelauge zu entnehmen. Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erwähnte er eine Myopie sowie einen Astigmatismus (S. 1 Ziff. 1.1). Der Beschwerdeführer erleide daher auf der rechten Seite eine Seh
feldeinschränkung. In einer angepassten Tätigkeit sei er zu fünf bis sechs Stun
den pro Tag arbeitsfähig (S. 2 f. Ziff. 1.7).
4.15
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens reichte der Beschwerdeführer unter ande
rem einen Bericht der Ärzte des B._ vom 16. März 2017 (Urk. 9/7) ein, worin folgende Diagnosen erwähnt werden (S. 1):
-
chronisch lumbales Schmerzsyndrom mit multisegmentaler Osteo
chon
dro
se L2/3, L3/4 und L4/5 mit/bei:
-
Status nach Steroidinfiltration am 28. November 2016
-
Status nach Mini-Lumbotomie links, Diskektomie L3/4 und ventraler Stab-/Cage-Spondylodese L3/4 sowie Biopsieentnahme am 2. Februar 2017
-
bisher keinem Keimnachweis
-
aktuell radikulärem Schmerz-/Ausfallsyndrom L3/4 links
-
Status nach Hüfttotalprothese links zirka 2014, anamnestisch
Im Bereich der lumbalen Wirbelsäule sei es zu einer Verbesserung der Schmerz
situation gekommen. Allerdings sei ein inkomplettes, akut sensomotorisches radiku
läres Ausfallsyndrom L3 bestätigt worden. Hinweise für eine Durch
trennung der Nervenwurzel ergäben sich in der elektrodiagnostischen Unter
suchung nicht (S. 2).
5.
5.1
Vorab ist festzuhalten, dass der Rentenanspruch des Beschwerdeführers im Rahmen der im Juli 2006 erfolgten erstmaligen Anmeldung zum Leistungsbezug infolge Verletzung der Mitwirkungspflicht materiell nicht geprüft wurde (vgl. Urk. 6/23), weshalb vorliegend nicht festzustellen ist, ob der Invalidi
täts
grad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung eine Veränderung erfahren hat, womit kein Nachweis eines Revisionsgrundes im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG erfolgen muss (vgl. hierzu BGE 133 V 108 E. 5.2-5.3, 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
5.2
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass das polydisziplinäre Gut
achten des I._ (Urk. 6/160/2-28) den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise (vorstehend E. 1.4) vollumfänglich entspricht, wes
halb für die Entscheidfindung – der RAD-Stellungnahme folgend (vgl. Urk. 6/170 S. 7 f.) – darauf abgestellt werden kann. So erweist es sich als für die strittigen Belange umfassend, werden die vorgenommenen Schlussfolge
rungen zu Gesundheitszustand sowie Arbeitsfähigkeit ausführlich begründet und beruht es auf den notwendigen Untersuchungen in internistischer, ortho
pädischer, ophthalmologischer sowie psychiatrischer Hinsicht mit jeweils aus
führli
cher Befundaufnahme (vgl. S. 8 Ziff. 3.2, S. 10 f. Ziff. 4.1.2, S. 16 ff. Ziff. 4.2.2, S. 21 f. Ziff. 4.3.2). Dabei wurden die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden (vgl. S. 6 f. Ziff. 3.1.1, S. 9 Ziff. 4.1.1.2, S. 14 f. Ziff. 4.2.1, S. 21 Ziff. 4.3.1) in angemessener Weise berücksichtigt und das Gutachten wurde in Kenntnis der Vorakten erstattet, wobei auch eine Auseinandersetzung mit den abweichenden medizinischen Einschätzungen erfolgte (vgl. S. 3 ff. Ziff. 2.1-2.2, S. 14 Ziff. 4.1.6, S. 20 f. Ziff. 4.2.8). Der konkreten medizinischen Situation trägt es angemessen Rechnung.
5.3
So legten die Gutachter in somatischer Hinsicht in nachvollziehbarer Weise dar, dass sich die orthopädisch beklagten Beschwerden durch die klinischen und radiologischen Befunde weitgehend begründen liessen, wobei insbesondere die hauptsächlich beklagten Rückenschmerzen angesichts der deutlichen mehr
segmentalen lumbalen Degeneration ohne Weiteres nachvollzogen werden können. Es erscheint plausibel, dass dem Beschwerdeführer deswegen die bishe
rige – körperlich belastende - Tätigkeit als Maurer nicht mehr zumutbar ist (vgl. S. 19 f. Ziff. 4.2.4-4.2.5). Auch die ophthalmologischen Einschränkungen auf
grund der Monokelsituation bei altersentsprechendem linken Auge erscheinen schlüssig (vgl. S. 23 Ziff. 4.3.4-4.3.5). Dass anlässlich der inter
nisti
schen Unter
suchung kein relevanter - die Arbeitsfähigkeit berührender - patholo
gischer Befund erhoben werden konnte (vgl. S. 8 Ziff. 3.2-3.4), stimmt auch mit der übrigen medizinischen Aktenlage überein. Die Einschätzung, wonach der Beschwerdeführer in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne wiederholtes Treppensteigen oder Gehen auf unebenem Grund, ohne häufiges Bücken, ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 kg sowie ohne Tätigkeiten, welche ein intaktes Gesichtsfeld oder Stereosehen erfordern wür
den, aus rein somatischer Sicht zu 90 % arbeitsfähig sei, wobei sich die prozen
tuale Einschränkung aus ophthalmologischer Sicht ergebe (vgl. S. 25 Ziff. 6.2), erweist sich in Kenntnis der erhobenen Befunde als gerechtfertigt und nimmt auf die zahlreichen körperlichen Beeinträchtigungen gebührend Rück
sicht. Die hiervon abweichenden Einschätzungen der behandelnden Ärzte ver
mögen daran nichts zu ändern. So begründete Neurochirurgin Dr. G._ ihre Einschätzung lediglich mit fachfremden Diagnosen (vgl. Urk. 6/132 S. 2 Ziff. 1.6) und Dr. H._ erstellte kein entsprechendes Belastungsprofil für eine angepasste Tätigkeit (vgl. Urk. 6/139/1-5 S. 3 Ziff. 1.7-1.8). Die durch Dr. K._ vorgenommene Einschätzung (vgl. Urk. 6/161 S. 2 f. Ziff. 1.7) weicht sodann nicht wesentlich von der gutachterlichen Beurteilung ab und vermag keine Zweifel daran aufkommen zu lassen, dies auch im Hinblick auf die Ver
schiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag und die Erfahrungs
tatsache, wonach behandelnde Ärzte aufgrund ihrer auftrags
rechtlichen Ver
trauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. statt vieler Urteil des Bundesgerichts 8C_1055/2010 vom 17. Februar 2011 E. 4.1).
5.4
Aus psychiatrischer Sicht überzeugt die gutachterliche Beurteilung (Urk. 6/160/2-28) angesichts des nahezu unauffälligen psychopathologischen Befunds ebenfalls, lagen doch einzig eine etwas bedrückte Stimmungslage sowie eine Schlafstörung vor (vgl. S. 10 f. Ziff. 4.1.2, Ziff. 4.1.3.1). Der beschriebe
ne rege Tagesablauf, wonach der Beschwerdeführer täglich mehrmals Spaziergänge mit dem Hund absolviere, sich im Haushalt nützlich mache und soziale Kontakte pflege sowie am Wochenende jeweils seine Eltern besuche (vgl. S. 10 Ziff. 4.1.1.2, S. 13 Ziff. 4.1.3.4), weist ebenso nicht auf ein derzeit schwe
res psychisches Leiden hin. Zudem fällt auf, dass sich die depressive Störung des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit mehreren Misserfolgen respekti
ve Schicksalsschlägen entwickelt hat. So wurden im Verlauf der Jahre mehrere Tumore entdeckt, wobei insbesondere ein Melanom am rechten Auge zur Enukleation und zum Einlegen eines Glasauges geführt hat. Ausserdem scheiterte die Ehe des Beschwerdeführers und auch die selbständige Tätigkeit als Maurer musste schliesslich aufgegeben werden. Hierauf habe der Beschwerde
führer zunehmend depressiv reagiert (vgl. Urk. 6/87 S. 1 Ziff. 1.1; Urk. 6/119/4-
9 S. 1 Ziff. 1.1; Urk. 6/142 S. 1 f. Ziff. 1.2, Ziff. 3.3; Urk. 6/160/2-28 S. 9 Ziff. 4.1.1.2, S. 11 ff. Ziff. 4.1.3.1
4.1.3.2, Ziff. 4.1.3.5). Somit haben sicherlich auch psychosoziale Belastungsfaktoren vorgelegen (vgl. hierzu BGE 127 V 294 E. 5a; Urteile des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.2 und 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2). Die Gutachter erachteten den Beschwer
deführer aufgrund der derzeit lediglich leichten depressiven Episode seit Januar 2015 in sämtlichen Tätigkeiten als zu 20 % arbeitsunfähig. Für die Zeit davor
während den Jahren 2013 und 2014 - könne aufgrund eines andauern
den höhergradigen depressiven Zustandsbildes mit mittelgradiger Episode eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit angenommen werden (vgl. Urk. 6/160/2-28 S. 14 Ziff. 4.1.7, S. 25 Ziff. 6.2-6.3).
5.5
Hinsichtlich des psychischen Leidens bleibt grundsätzlich noch dessen invalidi
sierende Wirkung zu beurteilen. Dabei handelt es sich um eine Rechtsfrage, deren Beantwortung den rechtsanwendenden Behörden obliegt und nicht den Ärztinnen und Ärzten. Es ist folglich mit der bundesgerichtlichen Rechtspre
chung vereinbar, einem Gutachten vollen Beweiswert zuzuerkennen, jedoch von der medizinischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung sozialversicherungsrechtlicher Aspekte abzuweichen (BGE 140 V 193 E. 3.1-3.2, 130 V 352 E. 3; Urteil des Bundesgerichts 9C_636/2007 vom 28. Juli 2008 E. 3.3.1). Das Bundesgericht hat in den kürzlich am 30. November 2017 ergange
nen Grundsatzurteilen 8C_841/2016 und 8C_130/2017 seine Praxis zur Beurtei
lung des Anspruchs auf eine Invalidenrente bei psychischen Leiden geändert. So findet die für somatoforme Schmerzstörungen entwickelte Recht
sprechung, wonach in einem strukturierten Beweisverfahren anhand von Indika
toren die tatsächliche Arbeits- und Leistungsfähigkeit der betroffenen Person zu ermitteln ist, künftig auf sämtliche psychischen Erkrankungen Anwen
dung. Dies bedeutet insbesondere für leichte bis mittelschwere Depressionen, dass dem bisherigen Kriterium der Therapieresistenz als Voraus
setzung für eine Invalidenrente nicht mehr die gleiche Bedeutung kommt (vgl. auch die Medienmitteilung des Bun
desgerichts vom 14. Dezember 2017).
Wie es sich damit verhält, kann vorliegend allerdings offen bleiben. So wür
de
wie sich nachfolgend zeigen wird (vgl. nachstehend E. 6.2) - ein all
fälli
ger Rentenanspruch frühestens ab Februar 2015 bestehen. In diesem Zeitpunkt wird bereits wieder eine 80%ige Arbeitsfähigkeit attestiert. Selbst wenn zuvor eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % aus psychischen Gründen anzunehmen wäre, hätte dies aus versicherungsrechtlicher Sicht somit keine Auswirkung, denn gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG muss nach Ablauf des Wartejahrs eine Invalidität von min
destens 40 % bestehen (vgl. vorstehend E. 1.2), was bei einer Arbeitsfähigkeit von 80 % nicht zu erwarten ist.
Auch die Frage, ob der gegenwärtig leichten Episode der rezidivierenden depressiven Störung eine invalidisierende Wirkung zukommt, braucht nicht abschliessend geklärt zu werden. Selbst bei Annahme einer solchen und somit einer 80%igen Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit, würde - wie der nachfolgende Ein
kommensvergleich zeigen wird (vgl. nachstehend E. 6) - kein Rentenan
spruch resultieren. Dass Dr. Z._ schliesslich bei diagnostizierter gegenwärtig leichter bis mittel
gradiger Episode einer rezidivierenden depressi
ven Störung – ohne Befunderhebung und ohne jegliche Begründung – weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten attestiert (vgl. Urk. 6/142 S. 1 Ziff. 1.2, Ziff. 2.1-2.2), ist nicht nachvollziehbar und vermag keine Zweifel an der gutachterlichen Einschätzung aufkommen zu lassen.
5.6
Die meisten der nachträglich vom Beschwerdeführer eingereichten Berichte (Urk. 9/1-9) sind im vorliegenden Verfahren nicht mehr zu berücksichtigen, beurteilt das Sozialversicherungsgericht nach ständiger Rechtsprechung die Gesetzmässigkeit von Verwaltungsverfügungen doch in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur Zeit des Verfügungserlasses – mithin am 4. Oktober 2016 – gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). Im Übrigen lässt sich den Berichten hinsichtlich den aus invalidenversiche
rungsrechtlicher Sicht entscheidenden Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. hierzu BGE 136 V 279 E. 3.2.1 mit Hinweis auf BGE 127 V 294) keine verlässliche Einschätzung entnehmen. Nach Lage der Akten wurde lediglich eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit attestiert und dabei keine Unterscheidung zwischen angepasster und ange
stammter Tätigkeit vorgenommen (vgl. Urk. 9/4 S. 3 unten; Urk. 9/5 S. 2 unten; Urk. 9/7 S. 2 unten). Sollte sich die medizinische Situation jedoch anhaltend verschlechtern, so steht es dem Beschwerdeführer frei, sich unter Vorlage beweiswertiger Arztberichte bei der Beschwerdegegnerin neu anzumelden.
5.7
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass der Beschwerdeführer gestützt auf die beweiskräftige gutachterliche Beurteilung des I._ seit April 2014 in der bisherigen Tätigkeit als Maurer nicht mehr arbeitsfähig ist. In einer angepassten Tätigkeit in Beachtung des Belastungsprofils besteht dagegen seit Januar 2015
eine Arbeitsfähigkeit von 80 %. Die prozentualen Einschränkungen aus
ophthal
mo
lo
gischer und psychiatrischer Sicht addieren sich dabei nach Ansicht der Gutachter nicht. Eine zuvor allfällig höhere Arbeitsun
fähigkeit ist aufgrund des massgebenden Zeitpunkts des allfälligen Renten
beginns unbeachtlich. Da selbst bei Annahme eines invalidisierenden psychi
schen Gesundheitsschadens kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resul
tiert, kann offen bleiben, ob es sich beim psychischen Leiden überhaupt um einen invalidisierenden Gesund
heits
schaden handelt.
6.
6.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen vorzunehmen, wobei der Beschwerdeführer aufgrund der Erwerbsbiographie unbestrittener
massen als zu 100 % Erwerbstätiger zu qualifizieren ist.
Somit ist ein Einkommensvergleich nach Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG vorzunehmen.
Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbsein
kommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Validen
einkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allge
meine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinwei
sen).
6.2
Hinsichtlich der Eröffnung des Wartejahres gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG (vorstehend E. 1.2), wozu es regelmässig einer überzeugenden medizinischen Einschätzung echtzeitlicher Natur bedarf (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_204/2012 vom 19. Juli 2012 E. 3.2), lässt sich anhand der vorhandenen Akten bis zu Beginn des Jahres 2014 keine erhebliche und ununterbrochene Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit erkennen. So liegen bis Ende 2012 keine relevanten, andauernden Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen vor und der Beschwerdeführer war bis zu diesem Zeitpunkt auch weiterhin erwerbstätig (vgl. Urk. 6/74/1). Am 30. April 2013 nahm Dr. C._ sodann zwar eine Beur
teilung der medizinischen Zumutbarkeit der Arbeit vor und kam zum Schluss, dass dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit seit dem 1. Januar 2013 nicht mehr zumutbar sei. Dieser Einschätzung liegt allerdings weder eine Diagnose noch eine Befundaufnahme zugrunde, womit die Beurteilung nicht nachvollzogen werden kann (vgl. Urk. 6/65/3). Sodann attestierte Dr. C._ mit Bericht vom 18. Oktober 2013 (Urk. 6/87) eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der bishe
rigen Tätigkeit vom 29. März bis 19. April 2013 und für die Zeit danach eine lediglich 50%ige Arbeitsfähigkeit. Allerdings erwähnte er als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit unter anderem eine reaktive Depression und somit eine fachfremde Diagnose. Auch mit dem zusätzlich auf
geführten Status nach Enukleation des rechten Auges lässt sich eine solche Arbeits
unfä
higkeit nicht zuverlässig begründen, war der Beschwerdeführer trotz dieser bereits im Jahr 2004 erfolgten Operation weiterhin während Jahren vollzeitlich erwerbstätig. Zudem begründete Dr. C._ die verminderte Leistungs
fähigkeit auch mit einer reduzierten physischen Belastbarkeit, erwähnte aller
dings keine entsprechende Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit (vgl. Urk. 6/87 S. 1 ff. Ziff. 1.1, Ziff. 1.6-1.7). Dieser Bericht vermag daher ebenso wenig zu überzeugen und ist für die Eröffnung des Wartejahres nicht geeignet. Ein weiterer echtzeitlicher Bericht, welcher für das Jahr 2013 einen ununterbro
chenen Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im benötigten Ausmass mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit belegen würde, liegt nicht vor. Erstmals ab Februar 2014 wird eine entsprechende Arbeitsunfähigkeit durch Dr. Z._ bestätigt, wobei auch eine Diagnosestellung und Befundaufnahme erfolgten (vgl. Urk. 6/119/4-9 S. 1 Ziff. 2). Für die Zeit danach ergibt sich schliesslich auch aus den weiteren medi
zinischen Berichten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit (vgl. Urk. 6/118/11; Urk. 6/132 S. 2; Urk. 6/137; Urk. 6/139/1-5 S. 2 Ziff. 1.6; Urk. 6/160/2-28 S. 25 Ziff. 6.2
6.3).
Es ist demnach davon auszugehen, dass seit Februar 2014 durchgehend eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde, womit das Wartejahr im Februar 2015 erfüllt war. In diesem Zeitpunkt war angesichts der am 6. Juni 2013 bei der Beschwerdegegnerin eingegangenen Anmeldung (vgl. Urk. 6/58; Urk. 6/61; Aktenverzeichnis zu Urk. 6 S. 2) auch die sechsmonatige Frist gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG abgelaufen. Ein Rentenanspruch würde somit frühestens ab dem 1. Februar 2015 bestehen. Für die Vornahme des Einkommensvergleichs ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des hypothetischen Renten
beginns, mithin auf das Jahr 2015, abzustellen (BGE 129 V 222).
6.3
Der Beschwerdeführer arbeitete zuletzt – nach einer mehrjährigen selbständigen Erwerbstätigkeit – vom 1. Oktober 2011 bis 31. Dezember 2012 als Bauarbeiter bei der L._. Diese Stelle wurde ihm mangels Aufträgen gekündigt (vgl. Urk. 6/74/1; Urk. 6/75 S. 1). Unter Berücksichtigung der Tat
sache, dass es sich dabei nicht um eine länger andauernde und konti
nuierliche Tätigkeit gehandelt hat und das Arbeitsverhältnis aus wirtschaftli
chen und nicht aus gesundheitlichen Gründen aufgelöst wurde, rechtfertigt es sich, für die Berechnung des Valideneinkommens auf die statistischen Werte der vom Bun
desamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstruktur
erhebung (LSE) und dabei auf die konkrete Branche abzustellen (vgl.
BGE 139 V 28 E. 3.3.2
; Urteile des Bundesgerichts
9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2,
9C
_192/2014 vom 23. September 2014 E. 3.2 und 9C_699/2010 vom 22. Dezember 2010 E. 3.2). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungs
zeit
punkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2
). Dies sind vorliegend die am 1
5.
April 2016 veröffentlichten Zahlen der LSE 201
4.
Das im Jahr 2014
durchschnittlich im Baugewerbe von Männern erwirtscha
ftete Einkommen betrug Fr. 5‘885
.--, wobei den fachlichen Fertigkeiten des Beschwerdeführers mit dem Kompetenzniveau 2
Rechnung getragen wird (LSE 2014
, Tabelle TA1
_tirage_skill_level, Ziff. 41-43, Kompetenzn
iveau 2).
Der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit
im Jahr 2015
von 41.7 Stun
den und der Nominallohnentwicklung
im Baugewerbe
2015 von
-
0.
2 %
ange
passt, ergibt dies ein hypothetisches Validenei
nkommen von rund Fr. 73‘474.--
im Jahr 2015 b
ei einem Vollzeitp
ensum (
Fr.
5‘88
5
.-- : 40 x 41.7 x 12
:
1.00
2
).
6.4
Da der Beschwerdeführer nach Lage der Akten derzeit keine Tätigkeit ausübt, ist – in Beachtung der Rechtsprechung (BGE 129 V 472 E. 4.2.1) – für die Bestim
mung des Invalideneinkommens ebenfalls auf die Tabellenlöhne der LSE und dabei auf den Zentralwert für mit einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art beschäftigte
Männer in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors abzustellen. Dieser betrug im Jahr 2014
Fr.
5‘312.-- (LSE 2014, TA1_tirage_skill_level, Total, Kompetenzniveau 1).
Wiederum der
durch
schnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit sowie der
allgemeinen
Nominal
lohn
entwicklung bei den Männern im Jahr 2015
(0.3 %)
angepasst, ergibt dies ein hypothe
tisches Invalideneinkommen von rund
Fr.
53‘322.-- für das Jahr 2015 bei einer ver
bliebenen Arbeitsfähigkeit von 80
%
(
Fr.
5‘312.-- : 40 x 41.7 x 12 x 1.003 x 0.8).
6.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage der LSE ermittelt, ist der ent
sprechende Tabellenlohn allenfalls zu kürzen. Ohne für jedes zur Anwendung gelangende Merkmal separat quantifizierte Abzüge vorzunehmen, ist der Ein
fluss aller Merkmale auf das Invalideneinkommen (leidensbedingte Einschrän
kung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungs
grad) unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug 25 % nicht übersteigen darf (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Die Beschwerdegegnerin gewährte vorliegend keinen Abzug vom Tabellenlohn, da die Einschränkungen schon mit dem redu
zierten Pensum von 80 % berücksichtigt worden seien (vgl. Urk. 6/162 S. 1). Ein solcher Abzug ist vorliegend auch nicht gerechtfertigt. So führt die gesundheit
lich bedingte Unmöglichkeit,
weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, nicht automatisch zu einer Verminderung des hypothetischen Invalidenlohnes, weil der Tabellenlohn im
tiefsten Kompetenzniveau
bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.4).
Die körperlichen und psychischen Einschränkungen wurden sodann bereits mit dem reduzierten Pensum berück
sichtigt, welches überdies vollschichtig mit erhöhtem Pausenbedarf umgesetzt werden kann (vgl. Urk. 6/160/2-28 S. 25 Ziff. 6.2; vgl. hierzu das Urteil des Bundesgerichts 9C_158/2016 vom 5. April 2016 E. 4.2.2
).
Weitere Gründe, wel
che einen Abzug rechtfertigen würden, sind nicht ersichtlich.
6.6
Wird das Valideneinkommen von
Fr.
73‘
474
.-- dem Invalideneinkommen von
Fr. 53‘322.-- gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 20‘152.-
-
und somit ein nicht rentenbegründender
Invaliditätsgrad von gerundet 27 %
.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 900.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerle
gen.