Decision ID: 3cb93a97-ba68-4f7b-a05f-3f59c193398e
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war seit dem 25. August 2014 als Behälterbauer
bei der B._ AG tätig und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt
(nachfolgend: Suva) gegen die Folgen von Unfällen versichert (Suva-act. 1).
A.a.
Am 14. Januar 2016 wollte der Versicherte bei einer Industrie-Putzmaschine eine
Störung beheben, wobei er sich die rechte Hand einklemmte und sich eine
Rissquetschwunde am Handrücken mit/bei einer Läsion des Nervus radialis, einer
Durchtrennung der Strecksehnen des Dig. II und einer Teildurchtrennung (25%) der
Strecksehne des Dig. III zuzog. Die Verletzungen wurden am selben Tag in der Klinik für
Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des Kantonsspitals St. Gallen
(nachfolgend: KSSG) mit Strecksehnennähten am Dig. II und Dig. III, einer Exploration
und Wundspülung sowie einer Wundversorgung operativ behandelt (Suva-act. 1, 5 f.,
46-3). Am 20. Januar 2016 musste im KSSG wegen einer Strecksehnenreruptur rechts
am Dig. II eine Re-Naht der Strecksehne durchgeführt werden (Suva-act. 9). Die Suva
sprach dem Versicherten für die Folgen des Berufsunfalls vom 14. Januar 2016 die
gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) zu (Suva-act. 11).
A.b.
Aufgrund des Heilverlaufs wurde der Versicherte am 22. August 2016 im Auftrag
der Suva für eine Standortbestimmung und Zumutbarkeitsbeurteilung durch Suva-
Kreisärztin med. pract. C._, Fachärztin für Chirurgie, untersucht (Suva-act. 77, 81).
A.c.
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B.
Am 23. November 2016 stellte Dr. med. D._, Facharzt FMH Handchirurgie,
Facharzt FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
beim Versicherten die Diagnose eines dorsalen Handgelenksganglions rechts (Suva-
act. 91; vgl. dazu auch Suva-act. 102), welches am 4. September 2017 durch Dr. D._
exzidiert wurde (Suva-act. 118). Nach einer Kausalitätsabklärung durch ihren Kreisarzt
Dr. med. E._, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie (Suva-act. 100,
113), lehnte die Suva die Ausrichtung von Versicherungsleistungen aus der
Unfallversicherung für das Ganglion mangels Zusammenhangs mit dem Unfall vom 14.
Januar 2016 mit Verfügung vom 7. September 2017 ab (Suva-act. 120). Der
Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. R. Zahner, St. Gallen, erhob gegen
diese Verfügung Einsprache (Suva-act. 121), die mit Einspracheentscheid vom 5.
Januar 2018 abgewiesen wurde (Suva-act. 135). Der Einspracheentscheid erwuchs
unangefochten in Rechtskraft.
A.d.
Mit Schreiben vom 29. März 2019 beantragte Rechtsanwalt Zahner für den
Versicherten eine kreisärztliche Untersuchung zur Beurteilung des Integritätsschadens
bezüglich der am 14. Januar 2016 erlittenen Handverletzung rechts mit Narbe auf der
Handoberfläche (Suva-act. 141). Die Suva legte daraufhin den Schadenfall ihrer
Abteilung Versicherungsmedizin zur Integritätsschadensschätzung vor (Suva-act. 142),
welche am 15./29. April 2019 durch Kreisarzt Dr. med. F._, Facharzt für Chirurgie,
spez. Unfallchirurgie, vorgenommen wurde. Der Kreisarzt ging im Analog- und
Quervergleich mit den Suva-Feinrastertabellen 1 (Integritätsschaden bei
Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten), 3 (Integritätsschaden bei einfachen
oder kombinierten Finger-, Hand- und Armverlusten) und 5 (Integritätsschaden bei
Arthrosen) sowie der Suva-Feinrastertabelle 18 (Integritätsschaden bei Schädigung der
Haut) von einem Integritätsschaden von 0% aus (Suva-act. 145).
A.e.
Gestützt auf die kreisärztliche Integritätsschadensbeurteilung verneinte die Suva
mit Verfügung vom 1. Mai 2019 einen Anspruch des Versicherten auf eine
Integritätsentschädigung (Suva-act. 146).
A.f.
Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt Zahner für den Versicherten mit
Eingabe vom 29. Mai 2019 Einsprache mit dem Antrag, es sei die Verfügung vom 1.
B.a.
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C.
Mai 2019 aufzuheben und dem Versicherten eine Integritätsentschädigung in der Höhe
von 5% auszurichten, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Suva (Suva-act. 148).
Mit Einspracheentscheid vom 22. Juli 2019 wies die Suva die Einsprache des
Versicherten ab (Suva-act. 151).
B.b.
Gegen den Einspracheentscheid vom 22. Juli 2019 erhob Rechtsanwalt Zahner für
den Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 16. September
2019 Beschwerde mit folgenden Anträgen: 1. Es sei der Einspracheentscheid der Suva
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 22. Juli 2019 aufzuheben und dem
Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung in der Höhe von 5% auszurichten. 2.
Eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. 3. Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung durch den unterzeichnenden Rechtsanwalt zu gewähren. 4.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (act.
G 1). Zusammen mit der Beschwerde reichte der Rechtsvertreter eine
Fotodokumentation der rechten Hand des Beschwerdeführers ein (act. G 1.3, G 1.3.1
f.).
C.a.
Mit Beschwerdeantwort vom 4. Dezember 2019 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 22. Juli 2019 (act. G 7).
C.b.
Mit Schreiben vom 9. Dezember 2019 entsprach die verfahrensleitende Richterin
dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung durch
Rechtsanwalt Zahner (act. G 8).
C.c.
In seiner Replik vom 13. Januar 2020 hielt der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers an den Beschwerdeanträgen fest (act. G 10).
C.d.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (vgl. act. G
12).
C.e.
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Erwägungen
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Integritätsentschädigung hat. Während die Beschwerdegegnerin einen solchen gestützt
auf die Integritätsschadensbeurteilung von Dr. F._ vom 15./29. April 2019 verneint
(Suva-act. 146 und 151), geht der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers von einem
Anspruch auf eine Integritätsentschädigung entsprechend einem Integritätsschaden
von 5% aus und verweist dabei auf die Rechtspraxis, die in vergleichbaren Fällen die
Ausrichtung einer Integritätsentschädigung als ausgewiesen erachtet habe. Zudem
seien in Analogie zur Suva-Feinrastertabelle 18 andere Quervergleiche, als sie Dr. F._
angestellt habe, naheliegender (act. G 1).
2.
Gemäss Art. 24 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemessene
Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche
Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Nach Art.
36 Abs. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) gilt ein
Integritätsschaden als dauernd, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens
mindestens in gleichem Umfang besteht (Satz 1); er ist erheblich, wenn die körperliche,
geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig
oder stark beeinträchtigt wird (Satz 2). Fallen mehrere körperliche, geistige oder
psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird
die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung festgesetzt (Art. 36
Abs. 3 Satz 1 UVV).
2.1.
Laut Art. 25 Abs. 1 UVG wird die Integritätsentschädigung in Form einer
Kapitalleistung gewährt. Sie wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens
abgestuft, wobei sie den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten
Jahresverdienstes nicht übersteigen darf. Letzteres gilt auch, wenn eine
Gesamtentschädigung für mehrere körperliche, geistige oder psychische
Integritätsschäden zur Ausrichtung gelangt (Art. 36 Abs. 3 Satz 2 UVV). Nach Art. 25
Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser
Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Gemäss Abs. 2 dieser Vorschrift
gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3.
Darin hat der Bundesrat in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden
2.2.
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Skala (BGE 113 V 219 E. 2a; RKUV 1988 Nr. U 48 S. 236 E. 2a mit Hinweisen) häufig
vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet.
Für die im Anhang 3 zur UVV genannten Integritätsschäden entspricht die
Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des
versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht
aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert
abgeleitet. Das gilt auch für das Zusammenfallen mehrerer körperlicher, geistiger und
psychischer Integritätsschäden (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die gemäss der
Skala 5% nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (Ziff. 1 Abs. 3).
Demgemäss ist davon auszugehen, dass ein Schaden erheblich im Sinne von Art. 24
Abs. 1 UVG ist, wenn er den Wert von mindesten 5% erreicht (Thomas Frei, N 24 zu
Art. 24, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018
[nachfolgend zitiert: KOSS UVG]). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird
dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit
wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch
ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5% des Höchstbetrages des
versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
2.3.
Die medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der bundesrätlichen
Skala zusätzliche Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Feinraster)
erarbeitet. Diese in den Mitteilungen der Medizinischen Abteilung der SUVA Nr. 57 bis
59 herausgegebenen Tabellen (teilweise geändert und ergänzt in den Mitteilungen Nr.
60, 62 und 66) sind, soweit sie lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die
Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, mit dem Anhang 3 zur
UVV vereinbar (BGE 124 V 32 E. 1c, 116 V 157 E. 3a mit Hinweis).
2.4.
Trotz des Feinrasters der Suva-Tabellen gibt es Integritätsschäden, die sich nicht
direkt einer Position der Skala von Anhang 3 zur UVV oder der Suva-Tabellen zuordnen
lassen. In diesen Fällen ist in direkter oder analoger Anwendung von Ziff. 1 Abs. 2 von
Anhang 3 zur UVV der Grad der Schwere für spezielle oder nicht aufgeführte
Integritätsschäden vom Skalenwert bzw. von Positionen der Suva-Tabellen abzuleiten.
Zuerst ist mithin zu prüfen, ob ein Integritätsschaden in der Skala von Anhang 3 zur
UVV figuriert. Falls dies nicht zutrifft, ist in den Suva-Tabellen eine passende Position
zu suchen. Bei negativem Ausgang der Suche ist schliesslich die Schwere des
Integritätsschadens mittels Vergleich zu den Werten in der Skala von Anhang 3 zur UVV
oder der Suva-Tabellen abzuleiten (KOSS UVG-Frei, N 17 f. zu Art. 25).
2.5.
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3.
Der Beschwerdeführer hat sich beim Unfall vom 14. Januar 2016 unbestrittenermassen
eine Rissquetschwunde am Handrücken mit/bei einer Läsion des Nervus radialis, einer
Durchtrennung der Strecksehnen des Dig. II und einer Teildurchtrennung (25%) der
Strecksehne des Dig. III zugezogen (Suva-act. 5 f.). Anlässlich der kreisärztlichen
Untersuchung durch Dr. F._ vom 15. April 2019 klagte der Beschwerdeführer über
nach wie vor bewegungs- und belastungsabhängig zunehmende, ziehende Schmerzen
am rechten Handrücken über dem zweiten und dritten Mittelhandknochen. Auch störe
die Narbe über dem rechten Handrücken. Zusätzlich verspüre er eine
Druckschmerzhaftigkeit und ein gelegentliches Stechen im Bereich des Knotens an der
Zeigefingerstrecksehne. Dazu habe er unverändert fortbestehend bewegungs- und
belastungsabhängige Schmerzen auf der Beugeseite des rechten Handgelenks, auch
seit der Operation, und führe diese Schmerzen, wie auch die durchgeführte
Ganglionoperation selbst unverändert auf den Unfall zurück. Bei Extremstellungen des
rechten Handgelenks in Überstreckung und maximaler Beugung könne er auch den
Zeigefinger nicht vollständig beugen. Dr. F._ erhob in der
Integritätsschadensbeurteilung vom 15./29. April 2019 folgende Befunde: eine 7 cm
lange und 2 mm breite, reizlose, schräg verlaufende Narbe über die Metacarpalia von
Die Schwere des Integritätsschadens beurteilt sich einzig nach dem medizinischen
Befund, womit die Beurteilung des Integritätsschadens eine ärztliche Aufgabe darstellt
(KOSS UVG-Frei, N 5 zu Art. 25; Max B. Berger, N 13 zu Art. 25, in: Ghislaine Frésard-
Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler
Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK UVG]). Dem Gericht ist es nicht möglich,
die Beurteilung aufgrund der aktenkundigen Diagnosen selber vorzunehmen, da die
Ausschöpfung des in den Tabellen offen gelassenen Bemessungsspielraums
entsprechende Fachkenntnisse voraussetzt und von einem medizinischen Laien eine
zuverlässige Zuordnung nicht erwartet werden kann (Urteil des Bundesgerichts vom
23. April 2007, U 121/06, E. 4.2 mit Hinweisen).
2.6.
Die Schätzung der Integritätseinbusse einer versicherten Person ist ein
Ermessensentscheid. Bei dessen Überprüfung geht es um die Frage, ob der Entscheid,
den die Behörde nach dem ihr zustehenden Ermessen im Einklang mit den allgemeinen
Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht zweckmässigerweise
anders hätte ausfallen sollen. Das Sozialversicherungsgericht darf sein Ermessen nicht
ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich auf
Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als
naheliegender erscheinen lassen (vgl. BGE 126 V 81 E. 6 mit Hinweis).
2.7.
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radial-proximal nach distal-ulnar reichend, ohne Adhäsionen zum darunterliegenden
Gewebe, regelrecht verschieblich und vom Kolorit leicht hellrötlich im Vergleich zur
physiologisch regelrecht pigmentierten Haut; die Strecksehnen sämtlich durchgängig
mit kräftig erhaltener Kontinuität palpabel, mit ungestörtem und regelrechtem
Gleitverhalten über der Metacarpalia; nahe der Narbe gelegen eine druckschmerzhafte
palpable Knotenbildung im Bereich der Zeigefingerstrecksehne, passend zum
Nahtknoten mit bleibendem Prolene-Material, aufgrund der
Sekundärsehnenrekonstruktion vom 20. Januar 2016; im Bereich des rechten
Handgelenks palmar eine kaum sichtbare reizlose Operationsnarbe von der
Ganglionentfernung; ansonsten Hautverhältnisse im Bereich der rechten Hand, des
rechten Handgelenks und Arms bezüglich Farbe, Temperatur, Feuchtigkeitsgehalt und
Behaarung physiologisch regelrecht ungestört ausgebildet; eine seitengleiche freie
Beweglichkeit im rechten Handgelenk und identisch zur unverletzten Gegenseite
bezüglich Extension, Flexion, Radialduktion, Ulnarduktion, Pronation und Supination;
eine seitengleich physiologische Handflächenbeschwielung beidseits, eine beidseits
regelrecht und kräftig ausgebildete Thenar-, Hypothenar- und Handbinnenmuskulatur;
eine aktiv freie Beweglichkeit des Daumens und der vier Langfinger der rechten Hand
in allen Gelenken und Bewegungsebenen mit uneingeschränktem vollständigem
Faustschluss und identischem Ausmass zur linken Gegenseite; nur bei maximaler
Flexion und Extension im rechten Handgelenk zeige der Beschwerdeführer eine
verzögerte Zeigefingerbeugung bei gegebener Flexionsfähigkeit; insgesamt liege von
den klinischen Befunden her keine messbare oder objektiv feststellbare Änderung zu
den unfallkausalen Vorbefunden vom 10. August 2017 vor (Suva-act. 145-1 f.). Dr.
F._ erwähnte Restbeschwerden nach Riss-Quetschwunde vom 14. Januar 2016 mit
Sehnenbeteiligung, Naht der Strecksehnen Dig. II und III vom 14. Januar 2016 sowie
Revision mit erneuter Naht Strecksehne Dig. II am 20. Januar 2016 (Suva-act. 145-2).
Beurteilend hielt er fest, dass die vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden
belastungsabhängig und im Bereich des palpablen Nahtknotens über der Strecksehne
im Bereich der Narbe am zweiten Mittelhandknochen medizinisch bis zu einem
gewissen Grad nachvollziehbar unfallkausal begründet seien. Aus medizinischer Sicht
liege angesichts der unfallkausalen Verletzung ein funktionell günstiges
Ausheilungsergebnis vor, mit ungestörter, regelrechter und kraftvoller Funktions- und
Kraftübertragung der Strecksehnen am rechten Handrücken mit dauerhaft stabiler
guter und voll belastbarer Ausheilung. Versicherungsmedizinisch sei keine dauerhafte
unfallkausale Gesundheitsschädigung der rechten Hand durch das Unfallereignis vom
14. Januar 2016 in erheblichen Ausmass festzustellen (Suva-act. 145-2).
4.
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Zunächst ist festzuhalten, dass das dorsale Handgelenksganglion rechts und die vom
Beschwerdeführer beklagten unverändert fortbestehend bewegungs- und
belastungsabhängigen Schmerzen auf der Beugeseite des rechten Handgelenks, auch
seit der Operation, im Rahmen der Integritätsschadensschätzung mangels
Unfallkausalität nicht zu berücksichtigen sind. Ein entsprechender Einspracheentscheid
erging durch die Beschwerdegegnerin am 5. Januar 2018 (Suva-act. 135) und erwuchs
unangefochten in Rechtskraft. Auch wenn Dr. F._ sodann hinsichtlich der
unfallkausalen Verletzungen von einem funktionell günstigen Ausheilungsergebnis
ausging, berücksichtigte er dennoch die vom Beschwerdeführer geklagten
belastungsabhängigen und im Bereich des Knotens bzw. der Narbe an der
Zeigefingerstrecksehne beschriebenen Beschwerden. In der klinischen Untersuchung
bestätigte sich ihm schliesslich - ebenfalls entsprechend den Angaben des
Beschwerdeführers - eine verzögerte Zeigefingerbeugung bei maximaler Flexion und
Extension im rechten Handgelenk, wobei Dr. F._ von einer gegebenen
Flexionsfähigkeit, der Beschwerdeführer hingegen von einer nicht möglichen
vollständigen Beugung spricht. Auch die vom Beschwerdeführer beklagte störende
Narbe über dem rechten Handrücken wurde schliesslich von Dr. F._ aus ästhetischer
und funktioneller Sicht beurteilt. Aus dem Gesagten ergibt sich zunächst, dass Dr.
F._ die vom Beschwerdeführer beklagten bzw. empfundenen Beschwerden klinisch
geprüft sowie beurteilt und in seine Integritätsschadensschätzung vom 15./29. April
2019 (Suva-act. 145) miteinbezogen hat. Wie die nachfolgenden Erwägungen 5.1 ff.
zeigen, kam er jedoch zum überzeugenden Schluss, dass weder in Bezug auf die
beklagten Beschwerden noch mit Blick auf den kosmetischen Aspekt der Narbe ein
erheblicher Integritätsschaden veranschlagt werden könne.
5.
Nachfolgend ist die konkrete kreisärztliche Schätzung des Integritätsschadens des
Beschwerdeführers zu prüfen. Unbestritten ist im vorliegenden Fall, dass für die
Situation des Beschwerdeführers keine eigentlichen Tabellenwerte vorliegen, weshalb -
wie von Dr. F._ gemäss Ziff. 1 Abs. 2 Anhang 3 zur UVV getan - analoge
Vergleichswerte heranzuziehen sind.
5.1.
Wie in Erwägung 3 f. dargelegt, hat Dr. F._ die Funktionsstörung der aktiven
Zeigefingerbeweglichkeit des Beschwerdeführers in seine
Integritätsschadensschätzung miteinbezogen. Auch Dr. E._ hatte in seiner
5.1.1.
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kreisärztlichen Untersuchung vom 10. August 2017 bei volar flektiertem Handgelenk
rechts ein "etwas" Nachhinken des Zeigefingers bei Flexion im Grundgelenk
festgestellt. Doch gelinge es dem Beschwerdeführer, aktiv eine symmetrische Flexion
zu erreichen (Suva-act. 113-4). Dr. F._ nimmt diesbezüglich zunächst eine
Integritätsschadensschätzung im Vergleich zu den Schäden in der Suva-Tabelle 1
("Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten") vor und
stellt fest, dass einzig bei extremen Handgelenksstellungen in Überstreckung oder
Überbeugung bei ansonsten freier physiologischer Funktion einer Hand und der Finger
ohne Einschränkung oder Störung ein Integritätsschaden resultiere. Gemäss Tabelle 1
beträgt der Integritätsschaden bei einer Steifheit in Beugung und Streckung von 45°
30%. Ein Tabellenwert von 30% gewährt für eine analoge Herleitung des Grades des
Integritätsschadens aus der Gliederskala für den konkreten Gesundheitsschaden
reichlich Spielraum. Insofern kann der Feststellung von Dr. F._, es resultiere "einzig"
bei einer extremen Handgelenksstreckung in Überstreckung oder Überbeugung (von
45°) ein entschädigungspflichtiger Integritätsschaden, nicht ohne weiteres gefolgt
werden. In der Schlussfolgerung ist die kreisärztliche Beurteilung jedoch überzeugend
und nachvollziehbar und Dr. F._ hat zu Recht keine Entschädigungspflicht aus der
Tabelle 1 abgeleitet. Bei einer volaren Beugung des Handgelenks vollziehen zwar die
fünf Finger nicht synchron dieselbe Bewegung, doch kann der Beschwerdeführer -
wenn auch zeitlich verzögert - den Zeigefinger aktiv nachziehen. Dr. F._ geht hier
angemessen von einer leichten Funktionsstörung aus. Tatsächlich erscheint die
beschriebene Funktionsstörung sehr begrenzt und die Funktion der ganzen Hand nicht
bedeutsam beeinträchtigt. So ist bei der Ausübung verschiedener Verrichtungen im
Rahmen der volaren Beugung des Handgelenks eine vollkommen uneingeschränkte
Funktion aller fünf Finger nicht unabdingbar. Die konkrete Zeigefingerproblematik
kommt im Analogvergleich zum obgenannten Integritätsschadenswert von 30% der
Tabelle 1 keinem Integritätsschaden von mindestens 5% gleich.
Die Suva-Tabelle 3, welche Dr. F._ ebenfalls für die Zeigefingerproblematik
heranzieht, betrifft Fingerverluste. Allgemein ist festzuhalten, dass eine
Funktionseinschränkung eines Körperteils bzw. Organs in der Regel weniger schwer
wiegt als dessen Verlust. Wie bereits erwähnt (vgl. Erwägung 2.3), wird nur die völlige
Gebrauchsunfähigkeit eines Organs dem Verlust gleichgestellt. Bei teilweisem Verlust
oder bei teilweiser Gebrauchsunfähigkeit ist der Integritätsschaden entsprechend
geringer (vgl. Ziff. 2 von Anhang 3 zur UVV). Die Höhe des Integritätsschadens ist von
der Bedeutung des Fingers bzw. Fingergliedes für die Funktion der ganzen Hand
abhängig. Gemäss der Skala in Anhang 3 zur UVV beträgt der Integritätsschaden beim
5.1.2.
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Verlust von mindestens zwei Gliedern eines Langfingers oder eines Gliedes des
Daumens 5%, während er beim Verlust eines Daumens 20% beträgt. Der (Teil-)Verlust
eines Daumens wiegt mithin schwerer als derjenige eines Langfingers. Gemäss Suva-
Tabelle 3 müssten nach der Abbildung 6 beim Zeigefinger zwei Gelenke vom Verlust
betroffen sein, damit ein entschädigungspflichtiger Integritätsschaden bejaht werden
könnte. Der Beschwerdeführer weist keinen Verlust, sondern lediglich ein begrenztes
Bewegungsdefizit des rechten Zeigefingers auf. Der Betrachtung von Dr. F._, dass
der Beschwerdeführer im Analogvergleich gegenüber einem Zeigefingerendgliedverlust
mit einem Wert von 0% sogar bessergestellt sei, erscheint gesamthaft betrachtet
überzeugend. Ihr ist nichts beizufügen.
Tabelle 5 betrifft Arthrosen. Eine entsprechende Diagnose ist nicht aktenkundig,
doch bilden gerade Symptome einer Arthrose Belastungs- und Dauerschmerzen, eine
Steifheit und Einschränkung der Beweglichkeit sowie Fehlstellungen bzw. Deformitäten
(vgl. Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. 2005, S. 579
ff., 764 ff.; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. 2017, S. 152 f.; Roche
Lexikon, Medizin, 5. Aufl. 2003, S. 134). Bei der vorliegenden Funktionseinschränkung
des Zeigefingers erweist sich damit die Bestimmung des Integritätsschadens anhand
der Arthrosen-Tabelle besonders passend. Doch auch in Anwendung der Suva-Tabelle
5 ist die Einschätzung von Dr. F._, wonach die Erheblichkeitsgrenze zur Ausrichtung
einer Integritätsentschädigung nicht erreicht sei, nicht zu beanstanden. So bemisst sich
eine Fingergelenksarthrose, Fingergelenksresektion, Fingergelenksarthrodese und
Fingergelenkendoprothese mit gutem oder schlechtem Erfolg jeweils mit 0%. Die
Feststellung von Dr. F._, der Beschwerdeführer sei auch hier bessergestellt,
erscheint ohne Weiteres schlüssig, womit selbst bei Annahme einer gleich schweren
Beeinträchtigung noch keine Entschädigungspflicht aus der Tabelle 5 resultieren
würde. Die vom Beschwerdeführer zusätzlich beklagte Druckschmerzhaftigkeit und ein
gelegentliches Stechen im Bereich des Nahtknotens an der Zeigefingerstrecksehne
vermögen an dieser Beurteilung nichts zu ändern. Dr. F._ äussert sich zwar nicht
näher dazu, doch zeigen sich diese Beschwerden lediglich bei Druck oder punktuell,
womit ihnen offensichtlich mit Blick auf die hier vergleichsweise anwendbaren
Tabellenwerte ebenfalls kein Erheblichkeitswert zukommt. So ist davon auszugehen,
dass auch ein Finger mit Gelenksarthrose schmerzbedingt nicht immer voll belastbar
ist, der Integritätsschaden aber - wie dargelegt - auch hier lediglich 0% beträgt. Damit
wird nicht gesagt, dass keine Gesundheitsschädigung vorliegt. Diese ist jedoch zu
wenig schwerwiegend, um zu einer Entschädigung zu berechtigten (vgl. dazu
Erwägung 2.3).
5.1.3.
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5.2.
Der Beschwerdeführer beklagt sodann, wie bereits erwähnt, bewegungs- und
belastungsabhängig zunehmende, ziehende Schmerzen am rechten Handrücken über
dem zweiten und dritten Mittelhandknochen. Dr. F._ bezeichnet diese Beschwerden
bis zu einem gewissen Grad als nachvollziehbarerweise unfallkausal. Einen
Quervergleich zu einer bestimmten Suva-Tabelle nimmt er nicht vor, stellt jedoch fest,
dass die beim Beschwerdeführer verbliebene, reizlose Narbe über dem rechten
Handrücken funktionell weder störend noch einschränkend sei. Die von ihm bezüglich
Narbe, Beweglichkeit im rechten Handgelenk und der Finger sowie der
Handmuskulatur erhobenen Befunde (vgl. Erwägung 3) zeigten sich - abgesehen von
der Zeigefingerproblematik (vgl. Erwägung 3 und 5.1) - allesamt regelrecht und Dr.
F._ hielt abschliessend fest, dass insgesamt hinsichtlich der klinischen Befunde keine
messbare oder objektiv feststellbare Änderung zu den unfallkausalen Vorbefunden vom
10. August 2017 bestehe. Zuvor hatte med. pract. C._ in ihrem Bericht vom 25.
August 2016 über die kreisärztliche Untersuchung vom 22. August 2016 eine subjektiv
angegebene störende Hyposensiblität über dem Handrücken rechts sowie
belastungsabhängig progrediente Beschwerden festgehalten. Objektiv hatten sich ihr
eine reizlose Narbe und eine angedeutete Restschwellung über dem Handrücken mit
auch Hyposensibilität isoliert distal der Narbe inklusive der dorsalen Grundphalangen
der Finger II bis IV gezeigt. Die Fingerfunktionen seien im Wesentlichen
uneingeschränkt, es bestehe ein voller Faustschluss, eine volle Langfingerextension
und eine volle Fingerspreizung. Die Palmarflexion des Handgelenks sei diskret
eingeschränkt. Eine gewisse Kraftminderung rechts sei nachzuvollziehen, jedoch nicht
im demonstrierten Ausmass (Jamar; Suva-act. 81-4]). Während der Beschwerdeführer
anlässlich einer Untersuchung vom 9. Juni 2017 durch Dr. D._ angegeben hatte,
dass die ursprünglich geäusserten Schmerzen dorsal am Handgelenk regredient seien
und die Schmerzen im Bereich des Ganglions im Vordergrund stehen würden (Suva-
act. 99-2), klagte er sodann am 10. August 2017 gegenüber Dr. E._ wieder über
unveränderte Schmerzen am Handrücken rechts. Diese würden jeweils in der Intensität
etwas wechseln. Er gab jedoch an, dass die Beweglichkeit der Hand mittlerweile gut
sei. Dr. E._ untersuchte den aktiven Bewegungsumfang (vorsichtig unterstützt),
wobei sich keine auffälligen Befunde ergaben. Die geklagten Schmerzen am
Handrücken bezeichnete er als subjektiv (Suva-act. 113-4 f.).
5.2.1.
Vor dem Hintergrund dieser Aktenlage erscheint ebenfalls kein erheblicher
Integritätsschaden von mindestens 5% ausgewiesen. Kreisärztin med. pract. C._
sowie die Kreisärzte Dr. E._ und Dr. F._ vermochten, abgesehen von einer
5.2.2.
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isolierten Hypersensibilität über dem rechten Handrücken, übereinstimmend keine
Befunde zu erheben, welche die vom Beschwerdeführer subjektiv geklagten
Beschwerden hinreichend erklären würden. Weil der Integritätsschaden einzig nach
dem medizinischen Befund und unabhängig von subjektiven Faktoren zu beurteilen ist,
können Schmerzen nur berücksichtigt werden, soweit sie sich durch ein organisches
Substrat erklären lassen (Urteile des Bundesgerichts vom 23. April 2014, 8C_49/2014,
E. 4, und 7. April 2010, 8C_389/2009, E. 5.3; KOSS UVG-Frei, N 6 zu Art. 25). Der
Einwand des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers in der Beschwerde vom 16.
September 2019, der Integritätsschadensschätzung von Dr. F._ würden die
konkreten Erhebungen bzw. konkreten Gradzahlen der Beweglichkeit des Handgelenks
aktiv, eine Kraftmessung sowie die Messung der Faustschlusskraft (alles übliche
Standarduntersuchungen) fehlen, ist ungerechtfertigt. Dem kreisärztlichen
Untersuchungsbericht vom 29. April 2019 zufolge hat Dr. F._ die geltend gemachten
Funktionen sowie die Fingerbeweglichkeit klinisch untersucht (Suva-act. 145-2). Er
hatte jedoch angesichts der unauffälligen Untersuchungsergebnisse (seitengleiche freie
Beweglichkeit im rechten Handgelenk und identisch zur unverletzten Gegenseite
bezüglich Extension, Flexion, Radialduktion, Ulnarduktion, Pronation und Supination;
beidseits regelrecht und kräftig ausgebildete Thenar-, Hypothenar- und
Handbinnenmuskulatur; aktiv freie Beweglichkeit des Daumens und der vier Langfinger
der rechten Hand in allen Gelenken und Bewegungsebenen mit uneingeschränktem
vollständigem Faustschluss und identischem Ausmass zur linken Gegenseite) keine
Veranlassung, bestimmte Messwerte anzuführen.
Im Sinne der Erwägung 5.2.2 kann im Rahmen der Integritätsschadensschätzung
auch der vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit der Beschwerde vom 16.
September 2019 vorgebrachte Umstand, dass die Beschwerden im Tagesverlauf des in
beruflicher Hinsicht körperlich tätigen Beschwerdeführers zunehmen würden, keine
Berücksichtigung finden. Mit der Integritätsentschädigung werden konkrete,
objektivierbare gesundheitliche Schäden und nicht die im Einzelfall subjektiv als
störend empfundenen Einschränkungen oder individuellen Besonderheiten
berücksichtigt. Die Schwere des Integritätsschadens beurteilt sich allein nach dem
medizinischen Befund (BGE 115 V 147 E. 1, 113 V 221 E. 4b mit Hinweisen; KOSS
UVG-Frei, N 3 f. zu Art. 25). Schmerzen können also beispielsweise im Zusammenhang
mit einer "Sehr starke[n] schmerzhafte[n] Funktionseinschränkung der Wirbelsäule"
gemäss Suva-Tabelle 7 ("Integritätsschaden bei Wirbelsäulenaffektionen") nur
berücksichtigt werden, soweit sie sich durch ein organisches Substrat erklären lassen
(KOSS UVG-Frei, N 6 zu Art. 25). Wie die Beschwerdegegnerin in der
5.2.3.
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Beschwerdeantwort vom 4. Dezember 2019 (act. G 7) zutreffend feststellt, ist
demgemäss für die Schätzung des Integritätsschadens auch keine Aufnahme einer
einzelfallbezogenen beruflichen Anamnese erforderlich. Qualitativen und/oder
quantitativen Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit, wie den geltend gemachten
Umständen, wird gegebenenfalls im Rahmen der Invaliditätsbemessung bzw.
Arbeitsfähigkeitsschätzung und der Beurteilung, welche Tätigkeiten dem
Beschwerdeführer noch zumutbar sind, Rechnung getragen (KOSS UVG-Markus
Schmid, N 1 ff. zu Art. 16; BSK UVG-Thomas Flückiger, N 35 zu Art. 18; Alexandra
Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in: Erwin
Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 123 f.). Demgemäss hat med. pract. C._ in
ihrem kreisärztlichen Untersuchungsbericht festgelegt, dass dem Beschwerdeführer
gesamthaft nur noch eine mittelschwere Tätigkeit ganztags zumutbar sei, ohne
dauerhaftes Tragen von Lasten von mehr als 15 kg, auch nicht mit beiden Händen,
ohne Schläge und Vibrationen auf die rechte obere Extremität, keine dauerhaft
hämmernden oder vibrierenden Arbeiten und keine Arbeiten in extremer Kälte (Suva-
act. 81-5).
An der obigen Beurteilung ändert schliesslich auch der vom Beschwerdeführer
angeführte Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung
Sozialversicherungsrecht, vom 28. Februar 2013 (725 12 214 / 37, E. 5.4) nichts. Der
versicherten Person wurde darin eine Integritätsentschädigung von 5% für
belastungsabhängige Handgelenksbeschwerden, eine leichte
Bewegungseinschränkung, eine reduzierte Belastbarkeit und eine unschöne Narbe
zugesprochen. Abgesehen davon, dass sich aus dem vorgenannten Entscheid nicht
exakt ableiten lässt, ob dessen Konstellation in medizinischer Hinsicht überhaupt mit
derjenigen des vorliegenden Falles übereinstimmt, ist darauf hinzuweisen, dass die
Integritätsschadenschätzung lediglich damit begründet wurde, es sei keine
rechtsfehlerhafte Handhabung des Ermessens ersichtlich und es bestehe für das
Gericht kein Anlass, in den Bemessungsspielraum des Facharztes einzugreifen (vgl.
Erwägung 2.7).
5.2.4.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass trotz der Anerkennung der
Unfallkausalität der vom Beschwerdeführer am Handrücken beklagten Beschwerden
den Akten keine Anhaltspunkte für eine Unrichtigkeit bzw. für eine auf falschen
Grundlagen beruhende Ermessensausübung bei der Integritätsschadensschätzung von
Dr. F._ zu entnehmen sind. Auch ist nicht erkennbar, dass diese nicht in Anwendung
der einschlägigen Gesetzesbestimmungen des Schweizerischen
5.2.5.
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Unfallversicherungsrechts, der einschlägigen Suva-Tabellen sowie unter
Berücksichtigung der einschlägigen Rechtsprechung erfolgt wäre.
5.3.
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers macht sodann eine
Integritätsentschädigung wegen eines ästhetischen Schadens im Zusammenhang mit
der - nach seiner Betrachtung - grossen, gut sichtbaren und unschönen Narbe an der
rechten Hand des Beschwerdeführers geltend.
5.3.1.
Ästhetische Aspekte stellen - wie Schmerzen - persönliche Umstände des
Einzelfalls dar, von denen die Bemessung des Integritätsschadens nicht abhängt (vgl.
Erwägungen 5.2.2 f.; vgl. KOSS UVG-Frei, N 3 ff. zu Art. 25). Sie werden einzig in der
Suva-Tabelle 18 ("Integritätsschaden bei Schädigung der Haut") berücksichtigt.
Bewertet werden vor allem Dermatosen und Verbrennungsnarben. Da spezifische
dermatologische Diagnosen darin nicht aufgeführt sind, muss der entsprechende
Integritätsschaden durch Quervergleich mit in der Liste aufgeführten Integritätsschäden
ermittelt werden. Der maximale Integritätsschaden für ein dermatologisches Leiden
kann nicht höher als die sehr schwere Entstellung im Gesicht bewertet werden, welche
in der Tabelle mit 50% bewertet wird. Die untere Grenze eines zu entschädigenden
Hautschadens müsste im Schweregrad dem Verlust eines Fingers oder einer
Grosszehe entsprechen (5%). Bei den Verbrennungsnarben geht es vor allem um den
kosmetischen bzw. ästhetischen Schaden. Bei Narben können neben dem
kosmetischen Aspekt auch funktionelle Beeinträchtigungen im Zusammenhang mit den
Narben ins Gewicht fallen, so durch Kontrakturen, nachweisbare verminderte
mechanische Belastbarkeit der Haut sowie eine dauernde Herabsetzung der
Hautsensibilität. Die Teilschäden werden analog zu den Funktionsstörungen der
Extremitäten eingeschätzt (Suva-Tabellen 1 und 2).
5.3.2.
Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 15. April 2019 zeigte sich Dr.
F._ über dem rechten Handrücken eine 7 cm lange und 2 mm breite, reizlose, schräg
verlaufende Narbe über die Metacarpalia von radial-proximal nach distal-ulnar
reichend, ohne Adhäsionen zum darunterliegenden Gewebe, regelrecht verschieblich
und vom Kolorit leicht hellrötlich im Vergleich zur physiologisch regelrecht
pigmentierten Haut (Suva-act. 145-1). Laut kreisärztlichem Untersuchungsbericht vom
25. August 2016 hatte med. pract. C._ inspektorisch bereits am 22. August 2016 eine
über dem Handrücken in Höhe Metacarpale II bis IV verlaufende, reizlose und
unauffällige, allenfalls noch leicht gerötete Narbe festgestellt (Suva-act. 81-4).
5.3.3.
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Die Aussage des Beschwerdeführers gegenüber Dr. F._, ihn störe die Narbe
(Suva-act. 145-1), ist eine rein subjektive Betrachtung, welche jedoch - wie bereits
dargelegt - bei der Bemessung des Integritätsschadens nicht berücksichtig werden
kann, sofern keine organische Störung als Grundlage - eine schwere Entstellung oder
funktionelle Beeinträchtigung - nachweisbar ist (vgl. Erwägungen 5.2.2; vgl. KOSS
UVG-Frei, N 3 ff. zu Art. 25). Hieran vermögen auch die in der Beschwerde angeführten
Urteile nichts zu ändern (act. G 1 Ziff. 4.3). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
fordert in der Beschwerde (act. G 1 Ziff. 4.2) einen Analogie- und Quervergleich mit
einer Dermatose am Handrücken, für welche in der Suva-Tabelle 18 ein Wert von 10%
vorgesehen ist, oder mit einer Hauterkrankung an der Handinnenfläche, welche einem
Integritätsschaden von 5% entspricht. Er übersieht jedoch, dass der
Integritätsschadenswert nicht nur dem blossen Vorhandensein einer Dermatose bzw.
einer Narbe gilt, welche sich an der Hand und damit nicht an einer bedeckten
Körperpartie befindet, sondern dass diese einen erheblichen Schweregrad - bei
Dermatosen dem Verlust eines Fingers oder einer Grosszehe entsprechend - aufweisen
müssen, um die Werte von 5 und 10% zu erreichen. Dr. F._ hält im kreisärztlichen
Untersuchungsbericht vom 29. April 2019 fest, dass die beim Beschwerdeführer
verbliebene, reizlose und funktionell weder störende noch einschränkende Narbe über
dem rechten Handrücken aus medizinischer wie auch ästhetischer Sicht im
Analogvergleich in keiner Weise dem Verlust eines Fingers oder einer Grosszehe
entspreche (Suva-act. 145-3). Wie von der Beschwerdegegnerin in der
Beschwerdeantwort (act. G 7) zutreffend festgestellt, erscheint diese Schlussfolgerung
schlüssig und überzeugend, indem sich aus den in Erwägung 5.3.3 angeführten
Befunden kein Schweregrad ableiten lässt, der den obgenannten, vom Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers herangezogenen Integritätsschäden entsprechen würde.
Weder aus medizinischer noch ästhetischer Sicht ist ein erheblicher Integritätsschaden
von mindestens 5% ausgewiesen. Die von ihm mit der Beschwerde eingereichte
Fotodokumentation (act. G 1.3, G 1.3.1 f.), welche kurz nach dem Unfall vor und nach
der Operation erstellt wurde, ist sodann unbehelflich und kann nicht zu einer anderen
Beurteilung führen. So sollen etwa gemäss Suva-Tabelle 18 Hautnarben nach tieferen
Verbrennungen erst dann beurteilt werden, wenn sie ausgeheilt sind und sich in Farbe
und mechanischer Beschaffenheit voraussichtlich nicht mehr wesentlich verändern.
Dies hat auch bei der vorliegenden Art der Verletzung zu gelten.
5.3.4.
Dr. F._ stellt im kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 29. April 2019 fest,
dass zusammengefasst aus der unfallkausalen Schädigung der rechten Hand vom 14.
Januar 2016 kein dauerhafter erheblicher Gesundheitsschaden beim Beschwerdeführer
und somit kein unfallkausaler Integritätsschaden resultiere. Der Schaden sei im Analog-
5.4.
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6.