Decision ID: ddd3575e-b198-5c40-9b7b-eac5f07c658d
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
H._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Haus zur alten Dorfbank,
9313 Muolen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a Der 1964 geborene H._ war als Abteilungsleiter bei der A._ tätig und dadurch
bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 24.
Oktober 2004 als Lenker eines Personenwagens in einen Auffahrunfall verwickelt
wurde. Der Versicherte musste sein Fahrzeug vor einem Fussgängerstreifen bis zum
Stillstand abbremsen. Der nachfolgende Fahrzeuglenker bemerkte dies zu spät und
prallte, trotz sofort eingeleiteter Vollbremsung, mit seiner Front gegen das Heck des
Fahrzeugs des Versicherten (Suva-act. I 1 und 3). An der am Unfalltag durchgeführten
Untersuchung im Spital Rorschach wurde eine HWS-Distorsion diagnostiziert. Der
Röntgenbefund ergab neben einer "alten" Querfortsatzfraktur HWK 7 rechts keine
Anzeichen für eine frische ossäre Läsion (Suva-act. I 2). Nach dem Unfall bestand eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit. Ein Arbeitsversuch ab 5. November 2004 in einem 50%
Pensum musste am 23. Dezember 2004 wieder abgebrochen werden. Ab 5. Januar
2005 wurde dem Versicherten eine 30%ige Arbeitsfähigkeit attestiert (Suva-act. I 4 und
5).
A.b Mit Verfügung vom 23. Januar 2006 (Suva-act. I 64) teilte die Suva dem
Versicherten mit, dass die Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) per 31.
Januar 2006 eingestellt würden. Das bestehende Beschwerdebild sei nicht mehr
unfallbedingt, sondern ausschliesslich krankhafter Natur. Gegen die Verfügung erhob
der Versicherte am 31. Januar 2006 Einsprache (Suva-act. I 69).
A.c Am 3. Juni 2006 erlitt der Versicherte einen weiteren Verkehrsunfall. Beim
Anfahren hatte die Unfallverursacherin den von rechts herannahenden Versicherten
übersehen. Dieser konnte mit seinem Fahrzeug noch ausweichen, weshalb es lediglich
zu einer Streifkollision kam (Suva-act. II 1 und 4). Im ärztlichen Zeugnis vom 7.
September 2006 wurde durch das Spital Rorschach die Diagnose einer HWS-
Distorsion gestellt. Die Röntgenuntersuchung ergab keine frischen ossären
Verletzungszeichen. Es wurde keine Arbeitsunfähigkeit attestiert (Suva-act. II 3).
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A.d Die Suva beauftragte am 14. Juli 2006 die Schulthess Klinik, Zürich, mit einer
Begutachtung des Versicherten (Suva-act. II 95). Im Gutachten vom 4. April 2006
(richtig: 2007; Eingang Suva 25. April 2007) wurde u.a. ein chronisches zervikozephales
und spondylogenes Syndrom beidseits bei Status nach zweimaligen HWS-
Distorsionstraumen vom 31. Juli 2000 und 24. Oktober 2004 diagnostiziert.
A.e Am 11. April 2007 wurde der Versicherte als Lenker eines Personenwagens erneut
in einen Verkehrsunfall verwickelt. Der Versicherte kollidierte mit einer Geschwindigkeit
von 50 bis 60 km/h seitlich frontal mit einem nicht vortrittsberechtigten anderen
Personenwagen (Suva-act. III 2 und 16). Eine Notfallkonsultation am Unfalltag im Spital
Rorschach ergab die Diagnose eines kraniozervikalen Beschleunigungstraumas (Suva-
act. III 8). Dr. med. B._, Arzt für Neurologie, St. Gallen, diagnostizierte im Bericht vom
26. April 2007 einen Status nach Autounfall vom 11. April 2007 mit Verdacht auf
Commotio cerebri, erneutem HWS-Distorsionstrauma mit neu aufgetretener zervikaler
Diskushernie C6/7 und dadurch verstärktem zervikoradikulärem Reizsyndrom C6/7.
Dem Versicherten wurde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Suva-act. III 11).
A.f Dr. med. C._, Facharzt für Neurochirurgie, verfasste am 13. März 2008 im
Auftrag des Versicherten ein neurochirurgisches Fachgutachten. Er teilte mit, dass der
Versicherte eine degenerative Wirbelsäulenproblematik aufweise. Durch die erlittenen
Unfälle habe sich diese richtungsweisend verschlimmert (Suva-act. III 39). Dr. med.
D._, Kreisarzt Suva, hielt in einer ergänzenden Stellungnahme vom 8. April 2008 fest,
dass die aktuellen Beschwerden wahrscheinlich nicht mehr auf das Unfallereignis vom
11. April 2007 zurückzuführen seien. Das Ereignis habe zu einer vorübergehenden
Traumatisierung eines vorbestehenden Zustands geführt (Suva-act. III 41). Dr. med.
E._, Facharzt für orthopädische Chirurgie FMH, Versicherungsmedizin Suva, führte
am 13. Mai 2008 aus, dass vier Kernspintomogramme über einen Zeitraum von acht
Jahren eine Zunahme von degenerativen Veränderungen an der HWS mit Ausbildung
von breitbasigen Hernien respektive Protrusionen in den Segmenten C5/C6 und C6/C7
zeigen würden. Diese Veränderungen seien nicht durch einen bei der Suva versicherten
Unfall entstanden (Suva-act. III 44).
A.g Mit Verfügung vom 4. Juli 2008 eröffnete die Suva dem Versicherten, dass die
Versicherungsleistungen für die Unfälle vom 24. Oktober 2004, 3. Juni 2006 und 11.
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April 2007 per 31. Mai 2008 eingestellt würden (Suva-act. III 48). Am 9. Juli 2008
meldete die Arbeitgeberin des Versicherten einen weiteren Unfall vom 3. Juni 2008 mit
Schädigung der Halswirbelsäule (act. G 3.1). Die gegen die Verfügung vom 4. Juli 2008
erhobene Einsprache (Suva-act. I 139 und 142) wies die Suva mit Einspracheentscheid
vom 9. Oktober 2008 (Suva-act. III 58) ab.
B.
B.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die von Rechtsanwalt Dr. iur. K. Glavas,
Muolen, im Namen des Versicherten eingereichte Beschwerde vom 10. November
2008 mit den Anträgen, der angefochtene Einspracheentscheid vom 9. Oktober 2008
sei aufzuheben, die Suva sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer sämtliche UVG-
Leistungen unverzüglich und weiterhin zu gewähren und eventualiter sei eine
polydisziplinäre Abklärung in Auftrag zu geben; unter Kosten- und Entschädigungsfolge
zu Lasten der Beschwerdegegnerin. In formeller Hinsicht sei zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin den Verkehrsunfall vom 3. Juni 2008 ohne entsprechende
Abklärung als Bagatellunfall behandle. Die medizinischen Abklärungen seien nicht für
alle Verkehrsunfälle durchgeführt worden. Die Beschwerdegegnerin begnüge sich mit
einer äusserst fragwürdigen (Teil-)Abklärung bei der Schulthess Klinik. Bei dieser
Abklärung sei der ursprüngliche Experte ohne Zustimmung des Beschwerdeführers
ausgetauscht worden. Das Gutachten habe sich nicht mit allen Unfällen und auch nicht
mit sämtlichen Vorakten befasst, weshalb darauf nicht abgestellt werden könne. Die
Beschwerdegegnerin habe nicht zu allen Vorbringen in der Einsprachebegründung
Stellung genommen und dadurch ihre Begründungspflicht und das rechtliche Gehör
verletzt. Es handle sich um einen klassischen Anwendungsfall von Art. 36 UVG,
weshalb die Beschwerdegegnerin verpflichtet sei, sämtliche Unfallfolgen zu tragen,
nachdem der Beschwerdeführer vor dem ersten Unfallereignis voll gearbeitet habe.
Prof. F._ habe als Experte überzeugend dargelegt, wie sich mechanisch äussere
Einwirkungen auf die bereits angeschlagenen Bandscheiben auswirken könnten. Dr.
C._ habe in seiner Beurteilung von einer richtungsweisenden Verschlimmerung der
Rückenproblematik gesprochen, weshalb somatische Unfallfolgen nachgewiesen
seien. Aufgrund psychischer Probleme befinde sich der Beschwerdeführer seit längerer
Zeit in Behandlung. Es sei erstellt, dass unmittelbar nach jedem Verkehrsunfall eine
neue (Diskus-)Hernie zum Vorschein gekommen sei.
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B.b In der Beschwerdeantwort vom 10. Dezember 2008 beantragt die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Der
Unfall vom 3. Juni 2008 sei nicht Streitgegenstand des Einspracheverfahrens gewesen
und könne somit im vorliegenden Prozess nicht Gegenstand einer materiellen Prüfung
sein. Im Zeitpunkt der Leistungseinstellung sei der Status quo sine bzw. ante in Bezug
auf den Unfall vom 24. Oktober 2004 bereits seit mehreren Jahren eingetreten.
Konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens der Schulthess Klinik seien
nicht auszumachen. Hingegen sei das Parteigutachten von Dr. C._ beweismässig
unbeachtlich. Der Unfall vom 3. Juni 2006 stelle keinen Unfall im Rechtssinn dar. Der
behandelnde Arzt habe selbst bei Annahme eines Unfalls den Status quo ante per Mitte
Juli 2006 bestätigt. Der Unfall vom 11. April 2007 habe höchstens eine vorübergehende
Verschlimmerung des Vorzustands an der Halswirbelsäule bewirkt. Im April 2008 sei
der Status quo sine ärztlicherseits bestätigt worden. Der Unfall vom 11. April 2007 wäre
als mittelschweres Ereignis zu qualifizieren, wobei die massgebenden
Adäquanzkriterien nach BGE 134 V 109 nicht erfüllt wären.
B.c Mit Replik vom 16. Januar 2009 hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
an den gestellten Rechtsbegehren unverändert fest.
B.d Mit Duplik vom 11. Februar 2009 hielt auch die Beschwerdegegnerin an ihrem
Antrag fest.

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig und zu prüfen ist, ob nach dem 31. Mai 2008 noch natürliche und
adäquate Unfallfolgen bezüglich der Unfälle vom 24. Oktober 2004, 3. Juni 2006 und
11. April 2007 vorliegen oder ob die Beschwerdegegnerin die Versicherungsleistungen
zu Recht auf diesen Zeitpunkt eingestellt hat.
1.2 Als Anfechtungsgegenstand gilt das Objekt des angefochtenen
Einspracheentscheids. Dieses ist abzugrenzen gegenüber Gegenständen, über welche
im strittigen Entscheid nicht entschieden wurde. Nach der Rechtsprechung kann aus
prozessökonomischen Gründen eine Ausdehnung des Beschwerdeverfahrens auf eine
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ausserhalb des Anfechtungsgegenstands liegende Frage erfolgen. Dabei müssen
bestimmte Voraussetzungen kumulativ erfüllt sein; die neue Frage muss spruchreif sein
und mit dem bisherigen Streitgegenstand eng zusammenhängen, und es muss sich der
Versicherungsträger mindestens in Form einer Prozesserklärung geäussert haben (Ueli
Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 2009, Art. 61 Rz. 56). Das Unfallereignis vom 3. Juni
2008 bildete im Einspracheentscheid vom 9. Oktober 2008 nicht Gegenstand des
Verfahrens. Die diesbezüglichen Abklärungen der Beschwerdegegnerin sind den
vorliegenden Akten nicht zu entnehmen, weshalb darüber im vorliegenden Verfahren
nicht entschieden werden kann. Insofern der Beschwerdeführer Ansprüche aus dem
Unfall vom 3. Juni 2008 geltend macht, kann darauf nicht eingetreten werden.
2.
Der Beschwerdeführer macht formell eine Verletzung der Begründungspflicht sowie
des rechtlichen Gehörs geltend, da die Beschwerdegegnerin nicht zu allen Vorbringen
in der Einsprachebegründung Stellung genommen habe. Die Begründung einer
Verfügung bzw. eines Einspracheentscheids entspricht den Anforderungen an das
rechtliche Gehör, wenn die betroffene Person dadurch in die Lage versetzt wird, die
Tragweite der Entscheidung zu beurteilen und sie in Kenntnis der Umstände an eine
höhere Instanz weiterzuziehen. Die Behörde ist aber nicht verpflichtet, sich zu allen
Rechtsvorbringen der Parteien zu äussern. Es genügt, wenn ersichtlich ist, von welchen
Überlegungen sich die Behörde leiten liess (vgl. Ulrich Häfelin/Georg Müller/Felix
Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl. Zürich 2006, Rz. 1706). Die
Beschwerdegegnerin legt ihren Standpunkt im Einspracheentscheid ausführlich und
umfassend dar. Insbesondere ist ersichtlich, auf welche medizinischen Berichte sie ihre
Schlussfolgerungen stützt. Die Beschwerdegegnerin hat die ihr obliegende
Begründungspflicht und somit das rechtliche Gehör nicht verletzt.
3.
3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt zunächst voraus, dass
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zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher
Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinn des natürlichen
Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der
eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht
zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Für die Bejahung des natürlichen
Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder
unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende
Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität
der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht
weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung
entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die
Verwaltung oder im Beschwerdefall das Gericht nach dem im Sozialversicherungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die
blosse Möglichkeit eines Kausalzusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181, BGE 119 V 337 f. E. 1). Die Leistungspflicht
des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und
dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der
Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten,
wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen
Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen
herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis allgemein als
begünstigt erscheint (BGE 129 V 181, 119 V 337 f. E. 1). Aufgabe des Arztes ist es
dabei, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, während es dem Gericht
obliegt, die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (PVG
1984 Nr. 82, 174).
3.2 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem durch den Unfall
verschlimmerten oder überhaupt manifest gewordenen krankhaften Vorzustand entfällt
erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache des
Gesundheitsschadens darstellt, wenn also letzterer nur noch und ausschliesslich auf
unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte)
Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo
ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf
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eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte
(Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 Erw. 3b mit Hinweisen).
Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das
Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Da es sich um
eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der
Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist -
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U
363 S. 46 Erw. 2 mit Hinweisen). Dabei muss nicht etwa der Beweis für unfallfremde
Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat,
ob es Krankheitsursachen, ein Geburtsgebrechen oder degenerative Veränderungen
sind, ist unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der Unfallversicherer bei einmal
bejahter Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde Ursachen nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag. Entscheidend ist allein, ob
unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren
haben, also dahin gefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 Erw. 3b).
3.3 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei
einander widersprechenden Arztberichten den Prozess nicht erledigen, ohne das
gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die
eine und nicht die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts
eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten
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begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist
grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten
(BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen).
4.
4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass die jeweils nach den Unfällen
bildgebend festgestellten Diskushernien somatische Unfallfolgen darstellen würden
und somit die Adäquanz ohne weitere Prüfung bejaht werden könne. Die
Beschwerdegegnerin ist hingegen der Ansicht, dass die Unfallereignisse höchstens
eine vorübergehende Verschlimmerung des Vorzustands an der Halswirbelsäule
bewirkt hätten und der Status quo sine auch bezüglich des Unfalls vom 11. April 2007
im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (31. Mai 2008) erreicht gewesen sei.
4.2
4.2.1 In der ärztlichen Beurteilung vom 22. Dezember 2005 (Suva-act. I 62) teilte
Dr. E._ mit, es sei völlig unplausibel, dass die Heckkollision vom 22. Oktober 2004
(richtig: 24. Oktober 2004) zu einer Verletzung der Bandscheibe C5/C6 mit namhafter
Auswirkung bis über ein Jahr nach dem Unfall hinaus geführt habe.
4.2.2 Im Gutachten der Schulthess Klinik wird festgehalten, dass das
Unfallereignis vom 24. Oktober 2004 möglicherweise und vorübergehend für die
geklagten Symptome, d.h. für den chronisch ungerichteten Schwindel, die diffusen
Ausstrahlungen in beide Hände, das Wärmegefühl im Bereich des Nackens, die
subjektiven Schlafstörungen sowie die diffusen Hinterkopfbeschwerden, verantwortlich
sei. Die Symptome wie Nackenschmerzen und Verspannungen der Halswirbelsäule
könnten durch einen Unfall verursacht werden. Beim Ereignis vom 24. Oktober 2004
handle es sich aufgrund der Unfallanalyse um eine harmlose Heckkollision bei
biomechanisch relevanten bisegmentalen degenerativen Veränderungen an der
mittleren Halswirbelsäule, schwerpunktmässig im Sinn einer Osteochondrose C5/C6.
Auch wenn es durch den Unfall zu einer Aktivierung dieser degenerativen
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Veränderungen gekommen wäre, sei innerhalb von wenigen Wochen der Status quo
ante wieder erreicht bzw. danach der Status quo sine zu postulieren gewesen.
4.2.3 Im Bericht vom 6. März 2008 diagnostizierte Dr. B._ einen Status nach
Autounfall vom 11. April 2007 und ausgeprägte degenerative HWS-Veränderungen,
teilweise mitbedingt durch mehrere vorangegangene HWS-Distorsionen und mit
Diskushernien C5/6, etwas weniger auch C4/5. In prognostischer Hinsicht sei aufgrund
der multikausal entstandenen (sicherlich nur zu einem - aber auch nicht
vernachlässigbaren - Teil aufgrund der multiplen HWS-Distorsionen) von einer Basis-
Invalidität von 50% auszugehen.
4.2.4 Dr. C._ hält im Gutachten vom 13. März 2008 fest, dass die
Diskushernien C5/6 sowie C6/7 lediglich einen Teil der Veränderungen der
Halswirbelsäule darstellen würden. Ob die genannten Diskushernien bei den Unfällen
vom 24. Oktober 2004 und 11. April 2007 entstanden seien, könne er aufgrund der
zugänglichen Unterlagen und Informationen nicht sagen. Die erlittenen Unfälle hätten in
der Summe, mit kumulativer Wirkung zumindest die Vergrösserung, wenn nicht das
Entstehen der Diskushernien wesentlich begünstigt. Beim Beschwerdeführer handle es
sich um einen grossgewachsenen Menschen, für den aufgrund seiner Körpergrösse die
Nackenstützen der meisten Fahrzeuge nur eine bedingte Schutzfunktion hätten. Der
klinische Befund, mit ausgeprägter Fehlhaltung der Hals- und Brustwirbelsäule
(Kyphoskoliose) und mehreren Diskushernien gehe deutlich über das Ausmass hinaus,
das rein durch die relativ gering ausgeprägten degenerativen Veränderungen erklärbar
wäre. Durch die erlittenen Unfälle habe sich die degenerative Wirbelsäulenproblematik
richtungsweisend verschlimmert. Eine prozentuale Aufteilung der Beteiligung der
einzelnen erlittenen Unfälle sei nicht möglich. Es sei jedoch mit hoher
Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass der Unfall vom 11. April 2007 die grösste Rolle
gespielt habe. Der aktuelle klinische Befund habe sich im Vergleich mit diesem aus der
Dokumentation verschlechtert. Auch biomechanisch scheine der letzte Unfall die
stärkste Auswirkung auf die Halswirbelsäule gehabt zu haben.
4.2.5 In der Stellungnahme vom 8. April 2008 hält Dr. D._ fest, dass die
aktuellen Beschwerden nicht mehr in wahrscheinlichem Rahmen auf das Unfallereignis
vom 11. April 2007 zurückzuführen seien. Der Unfall habe zu einer vorübergehenden
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Traumatisierung eines vorbestehenden degenerativen Zustands geführt.
Selbstverständlich könne medizinisch nicht ein Teil ausgeschlossen werden, dies
verbleibe aber in möglichem Rahmen, wie auch aus der Beurteilung von der Dr. B._
vom 6. März 2008 hervorgehe.
4.2.6 In der ärztlichen Beurteilung vom 13. Mai 2008 hält Dr. E._ fest, dass der
Beschwerdeführer degenerative Bandscheibenveränderungen an der Halswirbelsäule
aufweise, welche kernspintomographisch mit MRI's vom Jahr 2000 bis März 2008
verfolgt werden könnten. Vom MRI vom 16. August 2000 liege lediglich der
Befundbericht vor. Dr. G._ vom Medizinischen-Radiologischen Zentrum der Klinik
Stephanshorn in St. Gallen habe Degenerationen der zervikalen Bandscheiben C4 bis
C7 in Form einer leichten Dehydration beschrieben. Zudem habe er den Verdacht auf
einen peripheren radiären Einriss des dorsalen Anulus fibrosus median der
Bandscheibe C5/C6 ohne assoziierte Diskushernie geäussert. Weiter habe er eine
kleinste subligamentäre mediane Diskushernie im Segment darunter (C6/C7) ohne
Kontakt zu den austretenden Nervenwurzeln beschrieben. Sichtbare Verletzungen,
welche auf ein "Schleudertrauma" vom 30. Juli 2000 zurückzuführen wären, hätten
somit ausgeschlossen werden können. Eine weitere MRI-Untersuchung vom 10.
August 2005 habe die degenerativen Veränderungen der Bandscheibe in den
Segmenten C5/C6 und C6/C7 bestätigt. Am 21. Juni 2006 sei ein weiteres MRI
durchgeführt worden. Im Vergleich zur Untersuchung vom 10. August 2005 sei eine
leichte Grössenregredienz der vormals beschriebenen medianen sowie
mediorechtslateralen Diskushernie C5/C6 feststellbar. Die Diskusprotrusionen im
darunter liegenden degenerativen Segment C6/C7 seien als unverändert eingestuft
worden. Diese kernspintomographische Untersuchung habe keine Einwirkungen des
Unfalls vom 3. Juni 2006 gezeigt. In zwei weiteren Kernspintomogrammen vom
20. April 2007 und 3. März 2008 habe weiterhin die Mehrsegment-Degeneration der
Bandscheiben an der Halswirbelsäule, mit Schwergewicht bei C6/C7 vor C5/C6 mit
Protrusionen und leichter Eindellung des Spinalraums von ventral her, gezeigt werden
können. Auch dieser Untersuchung sei kurz zuvor ein HWS-Distorsionstrauma
vorangegangen. Von diesem Ereignis vom 11. April 2007 seien im MRI keine frischen
Verletzungen dargestellt worden. Neu sei indessen die deutliche breitbasige Protrusion
C6/C7 mit starker Einengung des Duralschlauches und aufgehobenem Liquorsaum.
Zusammenfassend gebe es keinen plausiblen Grund anzunehmen, dass die
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festgestellten Veränderungen durch einen bei der Suva versicherten Unfall entstanden
seien. Dies treffe insbesondere auf das Ereignis vom 11. April 2007 zu. Da jeweils nur
kurze Zeit nach den Unfallereignissen Kernspintomogramme durchgeführt worden
seien, könne mit hoher Zuverlässigkeit ausgesagt werden, dass die dort gefundenen
Veränderungen an den Bandscheiben schon vor den jeweiligen Ereignissen
vorbestanden hätten, mit anderen Worten radiologisch ein Status quo ante dargestellt
worden sei.
4.3 Aufgrund der medizinischen Aktenlage ist rechtsgenüglich erstellt und
grundsätzlich unbestritten geblieben, dass der Beschwerdeführer an gewissen
degenerativen Veränderungen an der Halswirbelsäule leidet. Uneinigkeit besteht
hingegen bezüglich der Entstehung, respektive über die Auswirkungen der erlittenen
Unfälle auf die festgestellten Diskushernien.
Dr. B._ erachtet die mehreren erlittenen HWS-Distorsionen zumindest als
teilursächlich für die ausgeprägten degenerativen HWS-Veränderungen. Dr. C._ lässt
die Frage offen, ob die Diskushernien durch die Unfälle entstanden sind, teilt hingegen
mit Dr. B._ die Meinung, dass die Unfälle in ihrer Summe zumindest die Entstehung
wesentlich begünstigt haben und stellt zusätzlich eine richtungsweisende
Verschlimmerung fest. Dr. D._ hält in seinen Stellungnahmen eine unfallbedingte
vorübergehende Traumatisierung der degenerativen Beschwerden fest, wobei
sinngemäss von einem Status quo sine ausgegangen wird. Dr. E._ äussert sich
dahingehend, dass die festgestellten Veränderungen an den Bandscheiben nicht auf
die Unfälle zurückzuführen sind.
Das Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts) hatte sich wiederholt mit der Unfallkausalität von
Bandscheibenverletzungen auseinanderzusetzen. Es entspreche einer medizinischen
Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts, dass praktisch alle
Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und
ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als
eigentliche Ursache in Betracht fällt. So kann eine Diskushernie als weitgehend
unfallbedingt betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und
geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome
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der Diskushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und mit
sofortiger Arbeitsunfähigkeit aufgetreten sind (RKUV 2000 Nr. U 378 S. 190, Nr. U 379
S. 192; SZIER 2001 S. 346 [U 4/00]; Urteil K. vom 3. Januar 2005, U 332/03, Erw. 1;
vgl. auch Debrunner, Orthopädie, orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S. 880
unten; Debrunner/Ramseier, Die Begutachtung von Rückenschäden, Bern 1990, S. 54
ff., insbesondere S. 56; Baur/Nigst, Versicherungsmedizin, 2. Aufl. Bern 1985, S. 162
ff.; Mollowitz, Der Unfallmann, 11. Aufl. Berlin 1993, S. 164 ff.). Ein Unfall ist somit nur
in Ausnahmefällen geeignet, eine Bandscheibenverletzung hervorzurufen, zumal eine
gesunde Bandscheibe derart widerstandsfähig ist, dass unter Gewalteinwirkung eher
die Wirbelknochen brechen, als dass die Bandscheibe verletzt würde (Urteile F. vom
13. Juni 2005, U 441/04, Erw. 3.1, und K. vom 3. Januar 2005, U 332/03, Erw. 2 mit
Hinweis). Im medizinischen Versuch konnte die isolierte Verletzung einer Bandscheibe
durch einen Unfall lediglich bei rein axialer Belastung der Wirbelsäule, nicht aber bei
Rotations-, Hyperextensions- oder Hyperflexionsbewegungen herbeigeführt werden
(Urteil F. vom 13. Juni 2005, U 441/04, Erw. 3.1 mit Hinweis auf Mollowitz, a.a.O., S.
165). Bezüglich der Verschlimmerung eines vorbestehenden Gesundheitsschadens
gelten dieselben Kriterien, was dazu führt, dass eine Unfallkausalität nur
ausnahmsweise und insbesondere nur dann in Frage kommt, wenn der Unfall auch
geeignet gewesen wäre, eine gesunde Bandscheibe zu verletzen (Urteil F. vom 13. Juni
2005, U 441/04, Erw. 3.1 in fine).
Die vom Beschwerdeführer erlittenen Unfälle weisen isoliert betrachtet die erforderliche
besondere Schwere nicht auf, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen.
Dr. C._ teilte im Gutachten vom 13. März 2008 allerdings mit, dass im vorliegenden
Fall die kumulative Wirkung der Unfälle zu berücksichtigen sei. Diese Aussage ist
durchaus nachvollziehbar und stimmt mit der Rechtsprechung bei mehreren HWS-
Distorsionen überein. Es entspricht der allgemeinen Erfahrung, dass pathologische
Zustände nach HWS-Verletzungen bei erneuter Traumatisierung ausserordentlich stark
exazerbieren können. Eine HWS-Distorsion, welche eine bereits durch einen früheren
versicherten Unfall erheblich vorgeschädigte HWS trifft, ist demnach speziell geeignet,
die "typischen" Symptome hervorzurufen, und deshalb als Verletzung besonderer Art
qualifiziert zu werden (vgl. Urteil vom 26. April 2006 [U 39/04], Erw. 3.4.2). Den
medizinischen Akten ist eine erhebliche Vorschädigung der HWS zu entnehmen. Ob
diese unfallbedingt ist oder nicht, ist gerade umstritten. Es kann jedoch festgehalten
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werden, dass die kumulative Wirkung der verschiedenen Unfälle bei der Beurteilung auf
jeden Fall zu berücksichtigen ist. Dr. D._ beurteilt in seiner Stellungnahme vom 8.
April 2008 das Unfallereignis vom 11. April 2007 lediglich isoliert betrachtet. Kumulative
Auswirkungen der verschiedenen Unfälle werden in die Überlegungen nicht
miteinbezogen. Dr. E._ äussert sich zwar in der ärztlichen Beurteilung vom 13. Mai
2008 zu sämtlichen Unfallereignissen, allerdings ist der Stellungnahme ebenfalls keine
Aussage bezüglich einer kumulativen Auswirkung der erlittenen Unfälle zu entnehmen.
Der massgebende medizinische Sachverhalt kann somit nicht als rechtsgenüglich
abgeklärt gelten. Aufgrund der vorliegenden Aktenlage kann nicht abschliessend
entschieden werden, ob die festgestellten Diskushernien durch die erlittenen Unfälle
entstanden sind, ob es zu einer richtungsweisenden Verschlimmerung von
degenerativen Vorzuständen gekommen ist oder ob der Status quo sine bei einer
vorübergehenden Traumatisierung von bestehenden Beschwerden erreicht ist.
Diesbezüglich ist ein umfassendes Gutachten zu erstellen, welches eine mögliche
kumulative Wirkung der bei den verschiedenen Unfällen erlittenen Beschwerden
berücksichtigt. Sollten die Gutachter Zweifel an der degenerativen Genese der
Diskushernie äussern, wären diese einlässlich zu begründen. Sodann sollen sie sich
über den Zeitpunkt der Erreichung des Status quo sine bei einer allfälligen
vorübergehenden Verschlechterung äussern. Ebenfalls gilt es im Gutachten,
entsprechend den Ausführungen von Dr. C._, den Umstand zu berücksichtigen, dass
sich beim Beschwerdeführer aufgrund seiner Körpergrösse von 198 cm und der
deswegen fehlenden Schutzfunktion der Nackenstützen allenfalls ein zusätzlicher
negativer Effekt ergeben haben könnte. Die Streitsache ist somit zur Einholung des
erforderlichen Gutachtens und anschliessender neuer Verfügung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Ob das Gutachten auch die Abklärung psychischer Beschwerden zu beinhalten hat,
kann aufgrund der vorliegenden Akten nicht entschieden werden. Der
Beschwerdeführer machte erstmals in der Einsprache vom 9. September 2008 solche
Beschwerden geltend. In der Beschwerde vom 10. November 2008 teilte er mit, dass
er sich in psychiatrische Behandlung begeben habe. Allerdings ist nicht ersichtlich, ob
die psychischen Beschwerden als Reaktion auf den Unfall vom 3. Juni 2008
entstanden sind oder bereits vor diesem Zeitpunkt existierten. Da dieses Unfallereignis
nicht Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist, sind diesbezüglich
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keine Abklärungen notwendig. Bei der Abklärung des Unfalls vom 3. Juni 2008 könnten
diesbezüglich allerdings weitere Untersuchungen angezeigt sein.
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
angefochtenen Einspracheentscheids vom 9. Oktober 2008 teilweise gutzuheissen und
die Streitsache zu ergänzender medizinischer Abklärung im Sinn der Erwägungen und
anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei
hingegen Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Als volles Obsiegen gilt auch die
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen (BGE 127
V 234 E. 2b/bb). Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache sowie der
Schwierigkeit des Prozesses rechtfertigt es sich, die Parteientschädigung auf pauschal
Fr. 4'000.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG