Decision ID: 6878838b-6b2e-5c8a-9ae1-c5a26047b47d
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) ist seit dem 1. Februar 2006 bei der B._ AG
(nachfolgend: Arbeitgeberin) angestellt und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und
Nichtberufsunfällen versichert (Suva-act. 1). Mit Schadenmeldung UVG vom
13. Juni 2017 liess der Versicherte durch seine Arbeitgeberin melden, er habe sich am
6. Juni 2017 bei einer Turnübung den Fuss "verknackst" (Suva-act. 1). Eine
Erstbehandlung hatte am 8. Juni 2017 bei med. pract. C._, Gesundheitszentrum
D._, stattgefunden, der als Befund einen Druckschmerz am Ansatz der Achillessehne
erhoben, eine Reizung des Achillessehnenansatzes diagnostiziert und dem
Versicherten ab dem 8. Juni 2017 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hatte
(Suva-act. 5, 25-1). Mit Schreiben vom 15. Juni 2017 sprach die Suva dem
Versicherten für die Folgen des "Nichtberufsunfalls vom 6. Juni 2017" die gesetzlichen
Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) zu (Suva-act. 3).
A.a.
Am 26. Juni 2017 konsultierte der Versicherte Dr. med. E._, FMH Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, der die Verdachtsdiagnose
einer Partialruptur Achillessehne links stellte und ein MRT des linken Fusses anordnete
A.b.
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(Suva-act. 35). Laut Untersuchungsbericht der Radiologie F._, Diagnosezentrum
G._, vom 27. Juni 2017 hatte sich in der gleichentags durchgeführten MRT-
Untersuchung eine leichtgradige hypertrophe Tendinopathie der Achillessehne mit
spindelförmiger Auftreibung auf Höhe des OSG (oberes Sprunggelenk) mit einem
maximalen a.p.-Durchmesser von bis zu 8mm mit diskreter longitudinaler interstitieller
Partialruptur auf Höhe des OSG zentrolateral gelegen mit deutlichem Ödem im
präachillären Fettgewebe, mit mittelgradiger Bursitis suprakalkanea und auch
leichtgradigem Knochenmarksödem im Calcaneus posterokranial gezeigt. Im
Untersuchungsbericht wurde sodann die Differentialdiagnose einer kleinen Bone
bruise-Zone und der Befund eines deutlichen subkutanen Ödems am Fussrücken
akzentuiert festgehalten (Suva-act. 14).
Mit Schreiben vom 6. Juli 2017 reichte die Hirslanden H._ der Suva ein
Kostengutsprachegesuch für einen stationären Aufenthalt zur Durchführung einer
Achillessehnennaht links und eine postoperative Gipsschiene links ein (Suva-act. 7-3),
worauf die Suva Dr. E._ mit Schreiben vom 10. Juli 2017 um Zustellung sämtlicher
medizinischer Berichte, inklusive MRT-Befundbericht, ersuchte (Suva-act. 8). Mit
Schreiben vom 11. Juli 2017 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass weitere
Abklärungen betreffend die Versicherungsleistungen der Suva durchzuführen seien.
Danach orientiere man über die Leistungspflicht (Suva-act. 13).
A.c.
Am 13. Juli 2017 führte Dr. E._ beim Versicherten eine offene
Achillessehnenrevision links mit Refixation der Partialruptur mittels Mitek-Anker durch
(Suva-act. 17-2).
A.d.
Am 20. Juli 2017 machte der Versicherte in einem Fragebogen der Suva nähere
Angaben zum Hergang des Ereignisses vom 6. Juni 2017 (Suva-act. 18). Dem
Beschwerdeführer war von Dr. E._ seit 26. Juni 2017 bleibend eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit bescheinigt worden (Suva-act. 28, 37, 39).
A.e.
Am 4. September 2017 legte die Suva den Schadenfall ihrer Kreisärztin Dr. med.
I._, Fachärztin für Allgemeinchirurgie und Traumatologie, zur Beantwortung der Frage
vor, ob es sich bei der festgestellten Beschwerdeursache um eine unfallähnliche
Körperschädigung (UKS-Listendiagnose) handle, welche nicht vorwiegend auf
A.f.
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Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sei. Dr. I._ antwortete gleichentags,
dass sich im MRT degenerative Veränderungen der Achillessehne gezeigt hätten.
Zudem werde in den Akten das Ereignis verschieden beschrieben (Suva-act. 32).
Anlässlich der Verlaufskontrolle vom 11. September 2017 stellte Dr. E._ fest,
dass es dem Patienten sukzessive besser gehe, und es wurde die Wiederaufnahme der
Arbeit zu 50% per 18. September 2017 vereinbart (Suva-act. 40; vgl. dazu Suva-
act. 39).
A.g.
Am 25. September 2017 legte die Suva den Schadenfall erneut mit derselben
Frage wie am 4. September 2017 (vgl. A.f) Kreisärztin Dr. I._ vor. Diese verneinte
gleichentags das Vorliegen einer UKS-Listendiagnose und stellte fest, dass die Ruptur
aufgrund der degenerativen Veränderungen erfolgt sei (Suva-act. 38).
A.h.
Mit Schreiben 25. September 2017 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass die
Fussbeschwerden links weder auf einen Unfall noch auf eine unfallähnliche
Körperschädigung zurückzuführen seien. Die angefragten Versicherungsleistungen
könnten demnach nicht erbracht werden (Suva-act. 41).
A.i.
Mit Schreiben vom 28. Dezember 2017 reichte die Rechtsvertreterin des
Versicherten, Rechtsanwältin lic. iur. D. Bilgeri, St. Gallen, einen Bericht von Dr. E._
vom 18. Dezember 2017 zu den Akten und ersuchte die Suva, auf ihre
Leistungsablehnung zurückzukommen und die Leistungen aus der Unfallversicherung
zu erbringen. Dr. E._ hatte im vorgenannten Bericht erklärt, dass der MRT-Befund
einer 1.6 cm langen, geringgradigen Partialruptur im distalen Anteil der Achillessehne
zum Ansatz reichend mit gerringgradiger Ablösung am Calcaneus und
entsprechendem mässigen locoregionären Knochenmarksödem ganz klar einem
traumatischen Geschehen entspreche (Suva-act. 50-2).
A.j.
Am 29. Dezember 2017 ersuchte die Suva Kreisärztin Dr. I._ um eine
ausführliche Beurteilung, ob sie angesichts des Berichts von Dr. E._ an ihrer
Beurteilung vom 25. September 2017 weiterhin festhalte (Suva-act. 51). Nachdem Dr.
I._ ihre Beurteilung - worin sie an ihrer Stellungnahme vom 25. September 2017
festgehalten hatte - am 8. Januar 2018 eingereicht hatte (Suva-act. 52), eröffnete die
A.k.
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B.
Die gegen diese Verfügung von der Rechtsvertreterin des Versicherten am
12. Februar 2018 erhobene Einsprache (Suva-act. 55) wurde von der Suva mit
Einspracheentscheid vom 1. März 2018 abgewiesen (Suva-act. 59).
C.
Suva dem Versicherten mit Verfügung vom 10. Januar 2018, dass sie einen Anspruch
auf Versicherungsleistungen ablehne (Suva-act. 53).
Gegen den Einspracheentscheid erhob die Rechtsvertreterin des Versicherten
(nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 12. April 2018 Beschwerde mit den
Anträgen, der Einspracheentscheid vom 1. März 2018 sei aufzuheben und es seien die
gesetzlichen Leistungen, insbesondere die Kosten für die Heilbehandlungen und die
Taggelder, aus dem Unfallereignis vom 6. Juni 2017 zu erbringen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge (act. G 1). Mit der Beschwerde reichte sie ein Schreiben von Dr.
E._ vom 26. Februar 2018 ein, worin dieser seinerseits an der Beurteilung festhielt,
dass es sich beim MRT-Befund der Partialruptur ganz klar um eine traumatische
Schädigung handle (act. G 1.3).
C.a.
Mit Beschwerdeantwort vom 15. Juni 2018 beantragte die Suva (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des
Einspracheentscheids. Sie stützt sich dabei auf eine von PD Dr. med. J._, Facharzt
für Orthopädische Chirurgie von der Abteilung Versicherungsmedizin der
Beschwerdegegnerin, am 7. Juni 2018 erstellte orthopädisch-chirurgische Beurteilung
(Suva-act. 66).
C.b.
In der Replik vom 13. August 2018 hielt der neue Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers, Rechtsanwalt lic. iur. M. Dähler, St. Gallen, an den Anträgen der
Beschwerde fest. Zusätzlich beantragte er die Durchführung einer mündlichen
Verhandlung sowie die Anhörung und die Befragung des Beschwerdeführers zum
Sachverhalt (act. G 9).
C.c.
Mit Schreiben vom 30. August 2018 hielt die Beschwerdegegnerin sinngemäss an
dem in der Beschwerdeantwort gestellten Antrag fest, verzichtete auf die Einreichung
C.d.
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Erwägungen
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin für das Ereignis vom
6. Juni 2017 und die in der Folge beim Beschwerdeführer am 13. Juli 2017 operativ
therapierte Gesundheitsschädigung - laut Operationsbericht von Dr. E._ vom
13. Juli 2017 eine ansatznahe Partialruptur der Achillessehne links (Suva-act. 17) -
leistungspflichtig ist. Bei Bejahung dieser Frage hätte die Beschwerdegegnerin bis zur
Heilung der Operationsfolgen (Wundheilung, postoperative Schmerzphase, Einnahme
von Medikamenten, Schonungsphase mit möglicher Arbeitsunfähigkeit usw.)
Versicherungsleistungen zu erbringen.
2.
einer umfassenden Duplik, brachte zur Replik aber dennoch verschiedene Einwände an
(act. G 11).
Mit Schreiben vom 25. Februar 2020 lehnte das Versicherungsgericht die
Durchführung einer mündlichen Verhandlung ab (act. G 13).
C.e.
Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung in der seit
1. Januar 2017 geltenden Fassung (UVG; SR 832.20) werden Versicherungsleistungen
bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das
Gesetz nichts anderes bestimmt. Als Unfall gilt nach Art. 4 des Bundesgesetztes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche,
nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors
auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen
oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Dabei bezieht sich das
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors,
sondern auf den Faktor selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist
somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach
sich gezogen hat. Ein äusserer Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im
jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft,
beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht
fallen (ANDRÉ NABOLD, in: Kommentar zum Schweizerischen
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung [UVG], Bern 2018,
N 42 zu Art. 6; BSK UVG-Irene Hofer, Basel 2019, N 32 ff. zu Art. 6; Alexandra Rumo-
Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
2.1.
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Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 31; RKUV 2000 Nr. U 368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen; BGE
122 V 233 E. 1, 121 V 38 E. 1a, je mit Hinweisen). Das für den Unfallbegriff wesentliche
Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann nach Lehre und Rechtsprechung
auch in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei unkoordinierten Bewegungen
ist das Merkmal der Ungewöhnlichkeit erfüllt, wenn ein in der Aussenwelt begründeter
Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam „programmwidrig“
beeinflusst hat, was beispielsweise dann zutrifft, wenn die versicherte Person stolpert,
ausgleitet oder an einen Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu
verhindern, eine reflexartige Abwehrbewegung ausführt oder auszuführen versucht.
Dass es tatsächlich zu einem Sturz kommt, wird mithin nicht vorausgesetzt. Immerhin
ist festzuhalten, dass der Nachweis eines Unfalls bei Schädigungen, die sich auf das
Körperinnere beschränken, insofern strengen Anforderungen unterliegt, als die
unmittelbare Ursache der Schädigung unter besonders sinnfälligen Umständen gesetzt
werden muss; denn ein Unfallereignis manifestiert sich in der Regel in einer äusserlich
wahrnehmbaren Schädigung, während bei deren Fehlen eine erhöhte
Wahrscheinlichkeit rein krankheitsbedingter Ursachen besteht (vgl. BGE 134 V 80
E. 4.3.2.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 25. März 2011, 8C_693/2010,
E. 5; RKUV 1999 Nr. U 333 S. 199 E. 3c/aa und Nr. U 345 S. 422 E. 2b, RKUV 1996 Nr.
U 253 S. 204 E. 4d; UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 32 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer,
a.a.O., N 38 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 40 f.; Alfred Maurer,
Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 176 f.). Die Frage, ob
die einzelnen Unfallbegriffsmerkmale im Sinne von Art. 4 ATSG erfüllt sind, ist eine
Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu
beurteilen ist (vgl. dazu RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50).
Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer sodann bei Vorliegen
eines Unfalls für einen Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als
dieser in einem natürlichen sowie adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten
Ereignis steht (BGE 129 V 181 E. 3.1 ff. mit Hinweisen; UVG Kommentar-Nabold,
a.a.O., N 48 ff. zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 63 ff. zu Art. 6; Rumo-Jungo/
Holzer, a.a.O., S. 55; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom
22. Februar 2007, U 37/06, E. 5.2). Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem
Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in
der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage
nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die
vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (vgl.
UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 53, 59 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 66 zu
2.2.
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Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 58; BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3.2 sowie in
BGE 135 V 465 nicht publizierte E. 2 des Urteils 8C_216/2009 vom 28. Oktober 2009,
je mit Hinweisen). Die Adäquanz spielt im Bereich organisch objektiv ausgewiesener
Unfallfolgen indessen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit
der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2).
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG (in Kraft seit 1. Januar 2017) erbringt die Versicherung
ihre Leistungen auch bei den folgenden, abschliessend aufgelisteten
Körperschädigungen (vgl. dazu UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., Art. 6 N 42), sofern
sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: a.
Knochenbrüche, b. Verrenkungen von Gelenken; c. Meniskusrisse; d. Muskelrisse, e.
Muskelzerrungen; f. Sehnenrisse; g. Bandläsionen; h. Trommelfellverletzungen. Mit
Art. 6 Abs. 2 lit. a bis h UVG wird die gesetzliche (Kausalitäts-)Vermutung statuiert,
dass der Unfallversicherer bei erfüllter Listendiagnose leistungspflichtig ist. Dieser kann
sich aber von seiner Leistungspflicht befreien, wenn er den Nachweis erbringt, dass die
Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist
(Botschaft vom 30. Mai 2008, BBl 2008 S. 5411, und Zusatzbotschaft vom
19. September 2014, BBl 2014 S. 7922; SZS 2017 S. 33). Auf das Kriterium des
äusseren Faktors wird explizit verzichtet (BBl 2014 S. 7922). Der Gegenbeweis der
vorwiegend abnützungs- oder krankheitsbedingten Verursachung beschlägt den
natürlichen Kausalzusammenhang. Nur der Nachweis eines rechtsgenügenden, d.h.
vorwiegend degenerativ oder krankhaft verursachten Schadens, kann zu einer
Verneinung des natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. der Leistungspflicht des
Unfallversicherers führen (SZS 2018 S. 358). Der (Gegen-)Beweis der vorwiegend
krankhaften oder degenerativen Pathogenese der Listendiagnose ist erbracht, wenn für
die Richtigkeit einer degenerativ oder krankhaft begründeten Listenverletzung mehr
Indikatoren vorliegen als für die traumatische Pathogenese (BGE 133 III 88 f. E. 4.2.2,
132 III 720 E. 3.1, 130 III 325 E. 3.2 f.; Urteil des Bundesgerichts vom 9. Juli 2010,
4A_48/2010, E. 7.1; SZS 2018 S. 355 f., SZS 2017 S. 34). Zur Feststellung der
medizinischen Verhältnisse, konkret zur Beurteilung der Tatfrage, ob eine Schädigung
vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist, ist die
rechtsanwendende Behörde auf Unterlagen angewiesen, die ihr von Ärzten und
Ärztinnen zur Verfügung zu stellen sind (vgl. BGE 122 V 157 E. 1b mit zahlreichen
Hinweisen; vgl. auch UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 53 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer,
a.a.O., N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55; SZS 2018 S. 357 f.).
2.3.
Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
2.4.
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die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a, 121 V 210 E. 6c). Der
Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast
begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall
der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen,
138 V 221 f. E. 6). Die Verwaltung respektive das Gericht dürfen eine Tatsache nur
dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Die Frage,
ob sich ein Unfallereignis im Rechtssinn ereignet hat (vgl. Erwägung 2.1), und falls ja,
die weitere Frage, ob zwischen dem Unfallereignis und einer gesundheitlichen Störung
ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist (vgl. Erwägung 2.2), und ebenso die
Frage, ob eine Schädigung vorwiegend durch Abnützung oder Krankheit verursacht ist
(vgl. Erwägung 2.3), beurteilt sich nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines
Sachverhalts genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs bzw. für die
Verneinung einer Leistungspflicht nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen; vgl.
Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl.
Bern 2014, § 70 N 58 f.). Die obgenannte Beweislastregel kommt allerdings erst zur
Anwendung, wenn im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes hinsichtlich der
vorgenannten Fragen kein überwiegend wahrscheinlicher Sachverhalt ermittelt werden
kann (BGE 138 V 221 f. E. 6, BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen, 114 V 298 E. 5b).
Wird auf dem Weg der Beweiserhebung das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht
wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was
sich zu Lasten der den Anspruch erhebenden Person auswirkt (BGE 116 V 136 E. 4b;
RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50). Bei der Frage, ob ein Kausalzusammenhang eines
Gesundheitsschadens zu einem Unfallereignis überhaupt jemals gegeben ist, ist
ebenfalls die versicherte Person beweisbelastet. Die Beweislast für einen behaupteten
Wegfall einer durch den Unfallversicherer anerkannten Unfallkausalität trägt hingegen
der Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326; Urteil des Bundesgerichts vom
6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2; BGE 117 V 264 E. 3b; Rumo-Jungo/Holzer,
a.a.O., S. 54 f.). Dieser Grundsatz gilt aber nur für Verletzungen, welche thematisiert
worden waren und somit Gegenstand der Anerkennung bildeten (Urteil des
Bundesgerichts vom 20. August 2009, 8C_363/2009, E. 1; Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG] vom 27. April 2005, U 6/05, auszugsweise publiziert in:
AJP 2006 S. 1290 ff.). Selbstredend trägt die Beweislast in Bezug auf den Nachweis
der vorwiegend krankhaften oder degenerativen Verursachung einer in Art. 6 Abs. 2
lit. a bis h UVG aufgelisteten Körperschädigungen ebenfalls der Unfallversicherer.
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3.
Mit Schadenmeldung UVG vom 13. Juni 2017 liess der Beschwerdeführer der
Beschwerdegegnerin durch seine Arbeitgeberin melden, er habe sich am 6. Juni 2017
bei einer Turnübung den linken Fuss "verknackst". Eine Erstbehandlung sei im
Gesundheitszentrum D._ erfolgt und es bestehe seit dem 8. Juni 2017 eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 1). Angesichts dieser Ereignisschilderung ging die
Beschwerdegegnerin von einem Nichtberufsunfall aus und sicherte dem
Beschwerdeführer mit formlosem Schreiben vom 15. Juni 2017 die gesetzlichen
Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) zu (Suva-act. 3). Es ist jedoch offensichtlich,
dass die Anerkennung einer Leistungspflicht durch die Beschwerdegegnerin zu diesem
Zeitpunkt ohne weitere Angaben medizinischer Fachpersonen, welche ihr Auskunft
über den konkreten Gesundheitszustand des Beschwerdeführers gegeben hätten,
erfolgt ist, und die Beschwerdegegnerin einstweilen nur von einer innert kurzer Zeit
ausheilenden Überdehnung des Fusses, also von einer Distorsionsverletzung ausging.
Erst nach Eingang eines Kostengutsprachegesuchs am 10. Juli 2017 für eine operative
Behandlung einer Partialruptur der Achillessehne links durch Dr. E._ im Juli 2017
(Suva-act. 7) verlangte die Beschwerdegegnerin zur Überprüfung ihrer Leistungspflicht,
insbesondere im Hinblick auf den geplanten Eingriff, mit Schreiben vom 10. und
11. Juli 2017 von Dr. E._ und von Hausarzt Dr. C._ sämtliche medizinischen
Berichte, inklusive MRI-Befundbericht, und ein Arztzeugnis UVG ein (Suva-act. 8 f.).
Zeitgleich kündigte sie dem Beschwerdeführer an, dass sie zu den
Versicherungsleistungen noch nicht endgültig Stellung nehmen könne und ihn nach
Durchführung der Abklärungen über ihre Leistungspflicht orientieren werde (Suva-
act. 10). Weiter ersuchte sie ihn um Beantwortung eines Fragebogens zum Ereignis
vom 6. Juni 2017 (Suva-act. 18). Die von ihr eingeholten medizinischen Unterlagen
legte die Beschwerdegegnerin schliesslich ihrer Kreisärztin Dr. I._ zur Beurteilung der
Frage vor, ob es sich bei der festgestellten Beschwerdeursache um eine UKS-
Listendiagnose handle, welche nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung
zurückzuführen sei, was diese verneinte (vgl. Suva-act. 32; vgl. insbesondere auch
Suva-act. 52). Dass das Ereignis vom 6. Juni 2017 die Tatbestandsmerkmale des
Unfallbegriffs gemäss Art. 4 ATSG nach Auffassung der Beschwerdegegnerin entgegen
ihrer ersten Annahme dann doch nicht erfüllte, klärte sich offensichtlich erst mit den
Angaben des Beschwerdeführers im Fragebogen. Gestützt auf sämtliche von ihr
eingeholten Unterlagen lehnte die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom
10. Januar 2018 (Suva-act. 53) eine Leistungspflicht mit der Begründung ab, es sei
weder nachgewiesen, dass die Fussbeschwerden rechts auf ein Unfallereignis im Sinne
3.1.
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4.
Zu prüfen ist zunächst, ob das Ereignis vom 6. Juni 2017 als Unfall zu qualifizieren ist,
und dabei insbesondere, ob im Sinne der Legaldefinition des Unfalls gemäss Art. 4
ATSG von einem ungewöhnlichen äusseren Faktor gesprochen werden kann.
von Art. 4 ATSG zurückzuführen seien, noch liege eine unfallähnliche
Körperschädigung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG vor.
Nach dem Gesagten kann also nicht angenommen werden, dass die
Beschwerdegegnerin mit ihrem formlosen Schreiben vom 15. Juni 2017 (Suva-act. 3)
eine Leistungspflicht für eine unfallbedingte strukturelle, operativ zu therapierende
Schädigung der Achillessehne oder eine unfallähnliche Körperschädigung gemäss
Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG, d.h. einen Sehnenriss, anerkannt hätte. Insofern war eine
diesbezügliche erstmalige Ablehnung einer Leistungspflicht mit Verfügung vom
10. Januar 2018 (Suva-act. 53; vgl. dazu Art. 49 Abs. 1 ATSG) formell-rechtlich ohne
Weiteres möglich. Hinsichtlich der Leistungszusprechung für einen Nichtberufsunfall
mit Schreiben vom 15. Juni 2017 ist sodann zu sagen, dass die Beschwerdegegnerin
die bisher ausgerichteten Leistungen unangetastet liess und Verfügungsgegenstand
nur die zukünftigen Leistungen waren. Der Unfallversicherer hat praxisgemäss die
Möglichkeit, die durch Ausrichtung von Heilkostenleistungen und Taggeldern
anerkannte Leistungspflicht ohne Geltendmachung von Rückforderungsansprüchen mit
Wirkung ex nunc et pro futuro ohne Berufung auf den Rückkommenstitel der
Wiedererwägung oder der prozessualen Revision (vgl. dazu Art. 53 ATSG) einzustellen,
d.h. den Fall abzuschliessen, dies mit der Begründung, ein versichertes Ereignis liege -
bei richtiger Betrachtungsweise - gar nicht vor (BGE 130 V 380). Auch diesbezüglich ist
damit von einem formell-rechtlich korrekten Vorgehen der Beschwerdegegnerin
auszugehen.
3.2.
Damit beurteilt werden kann, ob das Ereignis vom 6. Juni 2017 einen Unfall im
Rechtssinn darstellt, ist zunächst festzulegen, von welchem Geschehensablauf
auszugehen ist. Die leistungsansprechende Person muss die einzelnen Umstände des
Unfallgeschehens glaubhaft machen. Zur Glaubhaftmachung genügt es nicht, einen
Gesundheitsschaden nachzuweisen, der möglicherweise auf ein Unfallereignis
zurückgehen könnte, sondern es müssen über das konkrete Geschehen wahre, genaue
und wenn möglich ins Einzelne gehende Daten namhaft gemacht werden, aufgrund
derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich über die Umstände des Ereignisses
ein Bild zu machen und diese in objektiver Weise abzuklären. Im Streitfall obliegt es
dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt
sind. Zu diesem Zweck hat es den Sachverhalt von Amtes wegen zu untersuchen, kann
4.1.
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aber die Mitwirkung der Parteien beanspruchen (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG; Locher/
Gächter, a.a.O., § 70 N 2 ff., N 20; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 29; RKUV 1990 Nr. U
86 S. 50; UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 9 zu Art. 6). Das Gericht stellt auf jene
Sachverhaltsdarstellung ab, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die
Wahrscheinlichste würdigt (vgl. dazu Locher/Gächter, a.a.O., § 70 N. 58 f.; vgl. auch
Erwägung 2.4). Bei sich widersprechenden Angaben der versicherten Person über den
Unfallhergang kann praxisgemäss auf die Beweismaxime abgestellt werden, wonach
die so genannten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener
und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von
nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst
sein können (RKUV 1988 Nr. U 23 S. 363 E. 3b/aa; BGE 115 V 143 E. 8c und 121 V 47
E. 2a). Wenn die versicherte Person ihre Darstellung im Lauf der Zeit wechselt, kommt
den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, in der Regel grösseres
Gewicht zu als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des Versicherers (BGE
121 V 47 E. 1a mit Hinweisen; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 29 f.).
Die Arbeitgeberin des Beschwerdeführers schilderte in der Schadenmeldung UVG
vom 13. Juni 2017, der Beschwerdeführer habe sich am 6. Juni 2017 bei einer
Turnübung den linken Fuss "verknackst" (Suva-act. 1). Im Fragebogen der
Beschwerdegegnerin hielt der Beschwerdeführer zur Frage, bei welcher Tätigkeit oder
unter welchen Umständen die geltend gemachten Beschwerden aufgetreten seien, am
20. Juli 2018 fest, es sei in der Gruppenfitnessstunde beim Aufwärmtraining bei einer
seitlichen Fussbewegung ein stechender Schmerz in der Fussgegend erfolgt (Suva-
act. 18). Im Operationsbericht vom 13. Juli 2017 hielt Dr. E._ unter der Rubrik
"Indikation" fest, der Beschwerdeführer habe am 6. Juni 2017 einen Fehltritt mit dem
linken Fuss gemacht. Dabei sei es sofort zu Schmerzen gekommen (Suva-act. 17).
Hausarzt Dr. C._ schrieb sodann im Arztzeugnis UVG vom 27. Juli 2017 unter der
Rubrik "Angaben des Patienten" "Beim Fitnesstraining den linken Fuss ungünstig
belastet und in der Folge Schmerzen am Fersenbein." (Suva-act. 25). In der Einsprache
vom 12. Februar 2018 (Suva-act. 55) und in den Eingaben des Beschwerdeverfahrens
(Beschwerde vom 12. April 2018 [act. G 1], Replik vom 13. August 2018 [act. G 9])
machte die damalige Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers geltend, bei der Frage,
ob im konkreten Fall ein Unfall gemäss Art. 4 ATSG vorliege, sei sachverhaltsmässig
von einem "Verknacksen" des Fusses bzw. von einem "Fehltritt" auszugehen. In der
Beschwerde vom 12. April 2018 schilderte sie ausserdem, der Beschwerdeführer sei im
Rahmen eines Circuit-Trainings nach einer absolvierten Trainingseinheit auf den neuen
Trainingsposten zugelaufen und mit einer seitlichen Fussbewegung in den
"Hampelmann" gesprungen. Dabei habe er sich den Fuss übertreten respektive
4.2.
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"verknackst" (act. G 1). In der Replik vom 13. August 2018 führte der neue
Rechtsvertreter aus, der Beschwerdeführer sei bei einer "Hampelmann-Übung" als
Folge eines Misstritts mit dem linken Fuss über die äussere Fusskante abgeknickt (act.
G 9).
Zunächst ist festzustellen, dass ein umgangsprachliches "Verknacksen" als
Fehltritt, d.h. als falscher, ungeschickter Tritt mit misslungenem Aufsetzen des Fusses,
verstanden werden darf, eine bloss ungünstige Belastung des Fusses indes nicht ohne
Weiteres einem solchen gleichgesetzt werden kann. Sachverhaltsmässig unbestritten
ist, dass der Beschwerdeführer Schmerzen im linken Fuss bei der Ausübung einer
Turnübung im Fitnesstraining vom 6. Juni 2017 verspürt hat. Nicht anzuzweifeln ist,
dass er dabei den sogenannten "Hampelmann" gemacht hat. Dabei werden die Arme
und Beine gleichzeitig jeweils zusammen oder auseinandergeführt, während man leicht
in die Luft springt. Es scheint nachvollziehbar, dass es im Verlauf dieser Übung zu
einem "Verknacksen" oder einem Fehltritt kommen kann. Mit Blick auf die Erwägung
4.2 ist weiter festzustellen, dass in den Akten bereits früh, vor der Mitteilung der
Beschwerdegegnerin vom 25. September 2017 (Suva-act. 41) und der
Ablehnungsverfügung vom 10. Januar 2018 (Suva-act. 53), ein "Verknacksen" bzw. ein
Fehltritt beschrieben worden sind (vgl. Suva-act. 1, 17). Der Sachverhaltsbeschreibung
im Fragebogen, mit welchem dem Beschwerdeführer erstmals eine Gelegenheit zur
persönlichen Äusserung zum Ereignis vom 6. Juni 2017 geboten worden war, ist
allerdings keiner der vorgenannten Begriffe, auch kein sinngleicher, zu entnehmen.
4.3.
Der Fragebogen dient dem Unfallversicherer zur detaillierten Erhebung der
tatsächlichen Verhältnisse bei der leistungsansprechenden Person. Im Vordergrund
stehen entsprechend Fragen betreffend die für die Leistungspflicht des
Unfallversicherers massgebenden Voraussetzungen des Unfallgeschehens. Sofern der
Unfallversicherer die tatsächlichen Verhältnisse mittels Frageblättern detailliert erhoben
hat, ist er seiner Verpflichtung zur richtigen und vollständigen Feststellung des
rechtserheblichen Sachverhalts grundsätzlich rechtsgenüglich nachgekommen
(Untersuchungsgrundsatz Erwägung 2.4). Der Unfallversicherer ist nicht gehalten, die
versicherte Person im Nachgang zu umfassenden Erhebungen zur weiteren
Substantiierung des gemeldeten Geschehnisses aufzufordern (Urteil des EVG vom
26. Februar 2004, U 64/2002, E. 2.2.3, und vom 27. Juni 2002, U 148/01, E. 2.b). Vor
diesem Hintergrund kommt damit den Angaben der versicherten Person im
Fragebogen des Unfallversicherers im Rahmen der Beweiswürdigung hinsichtlich des
Nachweises des überwiegend wahrscheinlichen Geschehensablaufs grundsätzlich eine
entscheidende Bedeutung zu.
4.4.
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Die Beschwerdegegnerin sieht laut Einspracheentscheid vom 1. März 2018 (Suva-
act. 59) im Umstand, dass ein Fehltritt in ihrem Fragebogen vom Beschwerdeführer
unerwähnt geblieben ist, einen entscheidenden Hinweis dafür, dass sich auch kein
solcher ereignet habe, andernfalls der Beschwerdeführer dies in seiner
Sachverhaltsbeschreibung so festgehalten hätte. Der Argumentation der
Beschwerdegegnerin kann jedoch nicht gefolgt werden. In Bezug auf den vorliegenden
Fall lässt sich, wie bereits erwähnt, feststellen, dass ein "Verknacksen" bzw. ein
Fehltritt nicht erst in der gegen die leistungsablehnende Verfügung vom
10. Januar 2018 (Suva-act. 53) erhobenen Einsprache, sondern bereits in den
ereignisnahen Akten erwähnt sind und die Schadenmeldung in der Regel zumindest
anhand der Angaben des versicherten Arbeitnehmers ausgefüllt wird (vgl. dazu Urteil
des Bundesgerichts vom 24. September 2019, 8C_321/2019, E. 5.1.1). Eine Ausnahme
hiervon ist vorliegend nicht ersichtlich. Vielmehr fällt auf, dass in der von der
Arbeitgeberin ausgefüllten Schadenmeldung der Begriff "verknackst" in Anführungs-
und Schlusszeichen gesetzt worden ist, womit in der Regel gekennzeichnet wird, dass
es sich um eine wortwörtliche Wiedergabe des Gesagten (vorliegend des
Beschwerdeführers als Arbeitnehmer) handelt. In Bezug auf den bereits erwähnten
Fragebogen (Suva-act. 18) ist sodann festzustellen, dass vom Beschwerdeführer zwar
in Frage 1 eine "genaue Beschreibung des Sachverhalts" verlangt worden ist, ihm die
weitere - in den Fragebögen von Unfallversicherern regelmässig enthaltene und
entscheidrelevante - Frage, ob sich beim gemeldeten Ereignis etwas Besonderes,
Unvorhergesehenes (z.B. Ausrutschen, Sturz, Anstossen usw.?) ereignet habe, nicht
gestellt worden ist. Gerade diese Frage dient dazu, der versicherten Person zu
vermitteln, worauf sie das Hauptaugenmerk bei ihrer Sachverhaltsbeschreibung zu
legen hat bzw. was für den Unfallversicherer für seine Entscheidfindung von Bedeutung
ist. Wenn die ehemalige Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers also in der
Beschwerde vom 12. April 2018 geltend machte - dieser sei davon ausgegangen, dass
seine ersten - gegenüber der Arbeitgeberin getätigten - Angaben lediglich zu ergänzen
seien, weshalb er im Hinblick auf die Hampelmann-Übung konkretisierend die seitliche
Fussbewegung erwähnt habe - erscheint dies durchaus plausibel. Dies zumal es sich
bei der Ergänzung um einen wichtigen Aspekt der erwähnten Turnübung handelt.
4.5.
Angesichts der vorangehenden Darlegungen ist im Folgenden mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit von einem Sachverhalt auszugehen, wonach
sich der Beschwerdeführer am 6. Juni 2017 bei der Ausübung einer Hampelmann-
Übung den linken Fuss "verknackst" bzw. einen Fehltritt gemacht hat.
4.6.
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Für die Bejahung eines Unfallereignisses ist nicht vorausgesetzt, dass es
tatsächlich zu einem Sturz kommt. Entsprechend ist die Aufzählung programmwidriger
Bewegungsabläufe in der Rechtsprechung (SVR 1999 UV Nr. 9 S. 28 E. 3c/aa; RKUV
2000 Nr. U 368 S. 100 E. 2d, 1999 Nr. U 345 S. 422 E. 2b, 1996 Nr. U 253 S. 204 E. 4c)
und Literatur (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 40; Maurer, a.a.O., S. 176; UVG
Kommentar-Nabold, a.a.O., N 32 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 37 zu Art. 6) nur
eine beispielhafte ("z.B.", beispielsweise"; "wie"). Dennoch muss im Einzelfall ein einem
Sturz vergleichbarer Vorfall passiert sein. Im Allgemeinen handelt es sich bei einer
seitlichen Bewegung des Fusses um eine normale Körperbewegung (vgl. BGE
129 V 466 E. 4.1; vgl. dazu auch Alfred M. Debrunner, Orthopädie, orthopädische
Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S. 1122). Es ist eine Erfahrungstatsache, dass bei sehr
vielen Bewegungsabläufen mässige Verdrehungen oder ein gewisser Zug auf Sehnen,
Muskeln, Bänder und Gelenke vorkommen und nichts Aussergewöhnliches darstellen,
sondern die genannten Körperteile, indem sie dies problemlos tolerieren, ein
Funktionieren im täglichen Leben gewährleisten. Bei einer Sportverletzung ist ohne
besonderes Vorkommnis das Merkmal der Ungewöhnlichkeit und damit das Vorliegen
eines Unfalls zu verneinen (BGE 130 V 188 E. 2.2 mit Hinweis). So begründet auch
nicht jede noch so geringfügige Abweichung vom optimalen Verlauf einer Turnübung
einen Unfall im Rechtssinn (Urteil des EVG vom 21. September 2001, U 134/00, E. 2b).
Hingegen ist bei sportlichen Betätigungen ein Unfall im Rechtssinn dann anzunehmen,
wenn eine Übung anders verläuft als geplant (RKUV 1992 Nr. U 156 S. 256; BSK UVG-
Hofer, a.a.O., N 41 zu Art. 6; vgl. zur Kasuistik siehe Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 41,
43) und nicht in die Bandbreite der gewöhnlichen Bewegungsmuster des betreffenden
Sports fällt (BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 41 zu Art. 6 mit Hinweisen). Wird ein Fehltritt
oder ein "Verknacksen" des Fusses beschrieben mit der Folge, dass Beschwerden
auftreten, kann eine solche Bewegung weder im Alltag noch im Rahmen der
sportlichen Betätigung als normale, übliche und unter gewohnten Umständen erfolgte
Dehnung des betroffenen Gelenks aufgefasst werden. Das "Verknacksen" oder der
Fehltritt vermögen als zusätzliche Faktoren den Rahmen einer normalen
Dehnbewegung und somit einer programmmässigen Turnübung zu sprengen und das
Ereignis zu einem unphysiologischen werden zu lassen. Demgemäss ist auch im
konkreten Fall von einem Überschreiten der physiologischen Bewegungsgrenze
auszugehen. Die Bejahung eines Unfalls im Sinn von Art. 4 ATSG darf allgemein nicht
von der Schwere der dabei erlittenen Verletzung abhängig gemacht werden. Wird der
natürliche Ablauf durch ein besonderes Vorkommnis, d.h. eine Programmwidrigkeit,
gestört, ist für die Annahme eines Unfalls lediglich gefordert, dass das Vorkommnis
schädigend auf den Körper der versicherten Person eingewirkt und dadurch eine
kausale Beeinträchtigung ihrer Gesundheit zur Folge gehabt hat. Genauso wie es für
4.7.
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5.
die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ohne Belang ist, dass der äussere Faktor allenfalls
schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich gezogen hat, kann nicht entscheidend
sein, dass die Folgen nur leicht ausgefallen sind. Vorliegend hat das geschilderte
Ereignis schädigend auf den Körper des Beschwerdeführers eingewirkt. Insgesamt ist
mithin der Unfallbegriff erfüllt. Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass der
Unfallbegriff gemäss Art. 4 ATSG erfüllt ist.
Der Umstand allein, dass bestimmte Ereignisse, wie ein Fehltritt mit dem Fuss,
potentiell geeignet sind, körperliche Verletzungen herbeizuführen, bedeutet jedoch
nicht, dass zwingend für alle Beschwerden im Bereich eines vom konkreten Unfall
betroffenen Körperteils dieser Unfall verantwortlich sein muss und damit auch natürlich
kausale Unfallfolgen vorliegen (vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG). Mit dem alleinigen Vorliegen
eines Gesundheitsschadens ist demnach nicht in jedem Fall auch mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit dessen Unfallkausalität ausgewiesen (vgl. dazu
Erwägung 2.2). Im konkreten Fall ist streitig und zu prüfen, ob der Unfall die Ursache
der Schädigung der Achillessehne links gewesen ist.
5.1.
Die internen Ärzte der Beschwerdegegnerin Dr. I._ und Dr. J._, auf deren
ärztliche Beurteilungen vom 8. Januar 2018 (Suva-act. 52) bzw. 7. Juni 2018 (Suva-
act. 66) die Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht die Ablehnung ihrer
Leistungspflicht abgestützt hat, wurden nicht zur Frage der natürlichen Kausalität
zwischen der Körperschädigung und dem Ereignis vom 6. Juni 2017, sondern zum
Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG
befragt. Wie bereits erwähnt (vgl. Erwägung 2.3), beschlägt jedoch der Gegenbeweis
der vorwiegend abnützungs- oder krankheitsbedingten Verursachung einer
Listenverletzung auch den natürlichen Kausalzusammenhang. Vor diesem Hintergrund
kann den Beurteilungen von Dr. I._ und Dr. J._ auch Beweiskraft für die Frage der
Unfallkausalität der Achillessehnenproblematik des Beschwerdeführers zukommen. Bei
der Prüfung der Leistungspflicht des Unfallversicherers für unfallkausale
Gesundheitsschäden ist Folgendes zu beachten: Es genügt bereits, dass das
schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen, wozu insbesondere auch
degenerative oder krankheitsbedingte Ursachen gehören, die körperliche oder geistige
Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat (Teilkausalität), der Unfall mit
anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene
gesundheitliche Störung entfiele (vgl. BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 65 zu Art. 6; UVG
Kommentar-Nabold, N 52 zu Art. 6; BGE 129 V 181 E .1, 117 V 376 E. 3a; SVR 2007
UV Nr. 28 S. 94, E. 4.1). Betreffend Teilursächlichkeit wurde weder vom EVG oder
5.2.
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Bundesgericht noch vom Gesetzgeber ein Mindestsatz bestimmt. Auch in Art. 36
Abs. 1 UVG wird von einer solchen Regelung abgesehen. Der Unfallversicherer ist also
nur dann nicht leistungspflichtig, wenn der Gesundheitsschaden ausschliesslich auf
unfallfremden Ursachen beruht. Im Folgenden ist zu prüfen, ob die vorhandenen
medizinischen Akten in Bezug auf das zuvor Gesagte den Nachweis für einen
überwiegend wahrscheinlichen Sachverhalt liefern.
Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln,
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit
Hinweis). Den Berichten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kann
rechtsprechungsgemäss gleichfalls Beweiswert beigemessen werden, sofern sie
schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind
und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 467 ff. E. 4 und
BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). Art. 8 der Bundesverfassung (BV; SR 101)
und Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101)
geben keinen formellen Anspruch auf versicherungsexterne Begutachtung, wenn
Leistungsansprüche streitig sind. Erachtet das Sozialversicherungsgericht die
rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidungsgrundlagen bei pflichtgemässer
Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne Weiterungen - insbesondere
ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens - abschliessen. In solchen Fällen sind an die
Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit eines Berichts oder Gutachtens eines
versicherungsinternen Arztes, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE
135 V 470 E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt in den Urteilen des Bundesgerichts vom
23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3, und vom 3. Oktober 2008, 8C_510/2007, E.
7.5.4). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass auch reine Beurteilungen aufgrund der
Akten, wie sie vorliegend von Dr. I._ und von Dr. J._ erstellt wurden (Suva-act. 52,
66), beweiskräftig sein können, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im
5.3.
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6.
Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden
medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der
versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom
18. Juni 2014, 9C_196/2014, E. 5.1.1). Die nachfolgend bedeutsamen ärztlichen
Beurteilungen von Dr. I._ vom 8. Januar 2018 (Suva-act. 52) und Dr. J._ vom
7. Juni 2018 (Suva-act. 66) wurden in Kenntnis der Vorakten ("Aktenmässiger Verlauf";
"Vorgeschichte nach Aktenlage") abgegeben und enthalten ausführliche Erwägungen
zur Kausalitätsfrage der Achillessehnenproblematik des Beschwerdeführers. Weiter ist
festzustellen, dass Dr. I._ als Fachärztin für Chirurgie und Dr. J._ als Facharzt für
orthopädische Chirurgie die fachliche Qualifikation für die medizinische Würdigung des
konkreten Falles nicht abgesprochen werden kann. Die Kreisärzte und Kreisärztinnen
der Beschwerdegegnerin bzw. deren Ärzte und Ärztinnen der Abteilung
Versicherungsmedizin sind ausserdem nach ihrer Funktion und beruflichen Stellung
Fachärzte bzw. Fachärztinnen im Bereich der Unfallmedizin. Da sie ausschliesslich
Unfallpatienten, unfallähnliche Körperschädigungen und Berufskrankheiten
diagnostisch beurteilen sowie Heil- und Therapieverläufe prüfend beobachten bzw.
diesbezüglich Empfehlungen und Einschätzungen abgeben, verfügen sie über
besonders ausgeprägte traumatologische Kenntnisse und Erfahrungen (Urteil des
Bundesgerichts vom 3. Oktober 2008, 8C_510/2007, E. 7.5.4.), welche im konkreten
Fall gefragt sind. Nach dem bisher Gesagten sprechen noch keine formell-rechtlichen
Gründe gegen den Einbezug der Aktenbeurteilungen von Dr. I._ und Dr. J._.
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers macht in der Replik vom
13. August 2018 (act. G 9) allerdings geltend, dass die Beschwerdegegnerin die
orthopädische-chirurgische Beurteilung von Dr. J._ vom 7. Juni 2018 (Suva-act. 66)
unter Missachtung des Devolutiveffekts nachgereicht habe und diese daher im
vorliegenden Verfahren nicht berücksichtigt werden könne.
6.1.
Vorliegend liess die Beschwerdegegnerin den medizinischen Sachverhalt zunächst
durch die Kreisärztin Dr. I._ untersuchen und verneinte die Leistungspflicht mit
Verfügung vom 10. Januar 2018 (Suva-act. 53) bzw. angefochtenem
Einspracheentscheid vom 1. März 2018 (Suva-act. 59). Erst nach Eingang der
Beschwerde am 12. April 2018 (act. G 1) reichte sie zusammen mit der
Beschwerdeantwort vom 15. Juni 2018 (act. G 5) die orthopädisch-chirurgische
Beurteilung vom 7. Juni 2018 von Dr. J._ (Suva-act. 66) ein. Es ist deshalb auch noch
formell zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin den Grundsatz des Devolutiveffekts
verletzt hat, als sie die Beurteilung von Dr. J._ einholte.
6.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 19/26
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Als ordentlichem Rechtsmittel kommt der Beschwerde nach Art. 56 ATSG
Devolutiveffekt zu. Der Devolutiveffekt besagt grundsätzlich, dass mit der Einreichung
einer Beschwerde die Entscheidzuständigkeit von der Vorinstanz auf die
Beschwerdeinstanz übergeht (Ulrich Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 7. Aufl. Zürich 2016, N 1194). Eingeschränkt wird der Devolutiveffekt
durch Art. 53 Abs. 3 ATSG, welcher bestimmt, der Versicherungsträger könne eine
Verfügung oder einen Einspracheentscheid, gegen den die Beschwerde erhoben
wurde, solange wiedererwägen, bis er gegenüber der Beschwerdebehörde Stellung
nimmt. Die formgültige Beschwerdeerhebung begründet die alleinige Zuständigkeit des
kantonalen Versicherungsgerichts, über das in der angefochtenen Verfügung bzw. im
angefochtenen Entscheid geregelte Rechtsverhältnis zu entscheiden. Somit verliert die
Verwaltung die Herrschaft über den Streitgegenstand, und zwar insbesondere auch in
Bezug auf die tatsächlichen Verfügungs- und Entscheidgrundlagen. Die
Beschwerdeinstanz hat den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen zu
ermitteln und ist nicht an die Begehren der Parteien gebunden (Art. 61 lit. c und d
ATSG). Der Vorinstanz ist es damit grundsätzlich verwehrt, weitere Abklärungen und
Anordnungen in der Streitsache zu treffen (Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., N 1168).
Das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht muss schliesslich gemäss
Art. 61 lit. a ATSG einfach und rasch sein. Die anzustrebende Raschheit des Verfahrens
schliesst es aus, dass die Verwaltung während des kantonalen Verfahrens
umfangreiche und zeitraubende Zusatzabklärungen tätigt. Erlaubt sind der Verwaltung
demgegenüber in aller Regel punktuelle Abklärungen (wie das Einholen von
Bestätigungen, Bescheinigungen oder auch Rückfragen bei medizinischen
Fachpersonen oder anderen Auskunftspersonen). Wegleitende Gesichtspunkte für die
Beantwortung der Frage, was im kantonalen Verfahren noch zulässiges
Verwaltungshandeln darstellt, bilden die inhaltliche Bedeutung der
Sachverhaltsvervollständigung und die zeitliche Intensität allfälliger weiterer
Abklärungsmassnahmen (BGE 136 V 6 E. 2.7 mit Hinweis auf BGE 127 V 231 ff. E. 2b/
aa und bb).
6.3.
Bei der elfseitigen orthopädisch-chirurgischen Beurteilung von Dr. J._ (Suva-
act. 66) handelt es sich zwar um eine umfassende und umfangreiche Stellungnahme.
Es kann jedoch nicht gesagt werden, die Beschwerdegegnerin habe die notwendigen
Abklärungsmassnahmen in ein späteres Verfahren verschoben. Nachdem sie gestützt
auf ihre sachverhaltlichen Abklärungen - ob mit dem für sie als nachgewiesen
betrachteten Sachverhalt die Unfallbegriffsmerkmale im Sinne von Art. 4 ATSG erfüllt
seien - vom Nichtvorliegen eines Unfallereignisses ausging (vgl. das Schreiben
25. September 2017, Suva-act. 41), stellte sie der Kreisärztin Dr. I._ vor Erlass ihrer
6.4.
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7.
Nachfolgend ist materiell-rechtlich zu prüfen, ob der für eine Leistungspflicht des
Unfallversicherers - wie bereits erwähnt (Erwägung 2.2) - zusätzlich verlangte natürliche
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 6. Juni 2017 und der im MRT vom 27.
Juni 2017 zur Darstellung gelangten und am 13. Juli 2017 operativ durch Dr. E._
behandelten diskreten longitudinalen interstitiellen Partialruptur der Achillessehne links
(vgl. Sachverhalt A.b) gegeben ist. Während die Beschwerdegegnerin insbesondere
gestützt auf die orthopädisch-chirurgische Beurteilung von Dr. J._ vom 7. Juni 2018
(Suva-act. 66) von einer ausschliesslich auf degenerativer Basis entstandenen Läsion
der Achillessehne ausgeht, stellt sich der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers unter
Berufung auf die Stellungnahmen von Dr. E._ vom 18. Dezember 2017 (Suva-act. 50)
und 26. Februar 2018 (act. G 1.3) auf den Standpunkt, die erwähnte
Gesundheitsschädigung sei eine Folge des Unfallereignisses vom 6. Juni 2017.
Verfügung die noch verbliebene medizinische Frage, ob allenfalls eine Listendiagnose
gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG vorliege. Die ärztliche Beurteilung von Dr. I._ vom
8. Januar 2018 mit umfassender Anamnese und medizinischer Beurteilung kann
ebenfalls als ausführlich bezeichnet werden (Suva-act. 52). Die versicherungsinterne
orthopädisch-chirurgische Aktenbeurteilung durch Dr. J._ wurde sodann ohne
Mitwirkung des Beschwerdeführers erstellt und hat - trotz Fristerstreckung zur
Einreichung der Beschwerdeantwort (act. G 4) - keine namhafte zeitliche Verzögerung
des Beschwerdeverfahrens verursacht. Im Übrigen hat der Beschwerdeführer mit der
Beschwerde einen neuen Bericht von Dr. E._ vom 26. Februar 2018 (act. G 1.3)
vorgelegt, worin dieser den zentralen medizinischen Feststellungen von Dr. I._
widersprach, was wiederum eine versicherungsinterne ärztliche Überprüfung durch die
Beschwerdegegnerin als sachgerecht erscheinen lässt. Die Einholung der fraglichen
Beurteilung war mithin zulässig (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom
16. Dezember 2014, 8C_284/2014, E. 5.5, und 15. Januar 2014, 8C_410/2013, E. 5).
Die Aktenbeurteilung von Dr. J._ wurde dem Beschwerdeführer bzw. dessen
Rechtsvertreterin zusammen mit der Beschwerdeantwort der Beschwerdegegnerin
zugestellt und er konnte sich im Rahmen der Replik dazu äussern, weshalb auch nicht
von einer Verletzung des rechtlichen Gehörs ausgegangen werden kann. So ist die
orthopädisch-chirurgische Beurteilung von Dr. J._ vom 7. Juni 2018 im vorliegenden
Beschwerdeverfahren zu berücksichtigen, was auch aus verfahrensökonomischen
Gründen als gerechtfertigt erscheint. Ob letztlich auf diese abgestellt werden kann, ist
im Rahmen der nachfolgenden materiell-rechtlichen Beurteilung bzw.
Beweiswürdigung zu prüfen.
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8.
Bereits Dr. I._ kam in ihrer ärztlichen Beurteilung vom 8. Januar 2018 zum
Schluss, dass es sich bei der geringgradigen Partialruptur um einen chronischen
Befund und nicht um ein akutes Geschehen gehandelt habe. Zur Begründung führte
die Kreisärztin aus, dass bei einem akuten Geschehen in der Bildgebung, die ca. drei
Wochen nach dem akuten Auftreten der Beschwerden erfolgt sei, zumindest Reste/
Residuen eines Hämatoms nachzuweisen gewesen wären. Passend zum chronischen
Geschehen beschreibe Dr. E._ im Operationsbericht vom 13. Juli 2017 (Suva-act. 17)
eine prominente Haglundexostose, die intraoperativ abgetragen werde. Bei der
Haglundexostose handle es sich um eine Deformation des Fersenbeins, im Volksmund
auch "Überbein" genannt. Durch die Haglundexostose komme es zur chronischen
Reizung und zu sekundären Veränderungen der Achillessehne bis zu partiellen Rissen.
Die im MRT dargestellten Befunde - die Partialruptur zusammen mit der leichtgradigen
hypertrophen Tendinopathie der Achillessehne mit spindelförmiger Auftreibung auf
Höhe des OSG mit deutlichem Ödem im präachillären Fettgewebe und mittelgradiger
Bursitis suprakalkanea - zeigten einen chronischen Reizzustand und keine strukturellen
Läsionen, die auf ein frisches Ereignis zurückzuführen wären (Suva-act. 52).
8.1.
Dr. E._ interpretierte die Veränderung der spindelförmigen Auftreibung ebenfalls
als leichtgradige altersentsprechend normale degenerative Veränderung der
Achillessehne. Demgegenüber hielt er die Partialruptur ganz klar für eine traumatische
Schädigung. Jeder, der die Anatomie der Achillessehne kenne, wisse, dass diese
ansatznah nur minimal vaskulär versorgt sei und dass es bei solchen Partialrupturen in
praktisch allen Fällen nicht zu einer relevanten Einblutung komme. Demzufolge sei es
obsolet zu fordern, dass bei einem traumatischen Geschehen zumindest Reste eines
Hämatoms in diesem Bereich nachgewiesen werden müssten. Zu Einblutungen werde
es nur bei Schädigungen im musculotendinösen Übergang kommen. Die
Haglundexostose sei sodann keine Deformation, sondern stelle lediglich einen
prominenten Ansatzbereich der Achillessehne am Fersenbein dar. Eine prominente
Haglundexostose führe nicht zu einer Achillessehnendegeneration, sondern habe die
Ausbildung einer chronischen Bursa zur Folge (act. G 1.3).
8.2.
8.3.
Dr. J._ diskutierte anschliessend wieder die Stellungnahme von Dr. E._.
Dieser gehe bei seinen Behauptungen betreffend vaskulärer Versorgung der
Achillessehne ansatznah bzw. einer praktisch in allen Fällen ausgeschlossenen
Einblutung und einer daraus abgeleiteten obsoleten Forderung eines Hämatoms von
8.3.1.
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der falschen Annahme aus, dass es sich im konkreten Fall beim bildgebend und
intraoperativ erhobenen Befund um eine Gewebezerreissung infolge einer akuten
Gewalteinwirkung gehandelt habe. Ein Stoffwechsel und damit die Vitalität von
biologischem Gewebe sei jedoch nur mit einer dauerhaften bestehenden
Blutversorgung aufrechtzuerhalten; davon sei auch die Achillessehne nicht
ausgenommen. Zwar sei die Durchblutung eines Muskels oder Knochens und die bei
deren Verletzung sich entwickelnde Blutansammlung nicht mit den Verhältnissen der
Achillessehne zu vergleichen. Tatsächlich sei aber im Zustand einer fortgeschrittenen
Degeneration eine Blutung aus untergegangenem, nekrotischem, "matschigem"
Gewebe gar nicht mehr möglich und der fehlende Nachweis eines lokalen Hämatoms
damit vor allem als Bestätigung eines degenerativen Geschehens in der Sehne zu
werten, aber sicher nicht als Hinweis auf eine akute Sehnenzerreissung nach
Gewalteinwirkung (Suva-act. 66-7 f.).
Ausgehend von einer degenerativ bedingten Partialruptur analysiert Dr. J._ den
Umstand des Nichtvorliegens eines Hämatoms nachvollziehbarerweise aus
degenerativer und nicht - wie Dr. E._ - aus traumatischer Sicht. Er legt
dementsprechend dar, weshalb sich bei einer fortgeschrittenen Degeneration keine
Blutansammlung bzw. kein Ödem entwickelt. Immerhin spricht auch Dr. E._ von einer
minimalen vaskulären Versorgung der Sehnen. Die medizinischen Ausführungen von
Dr. J._, dass sich diese bei einer Degeneration des Bindegewebes offensichtlich von
derjenigen bei einem gesunden Bindegewebe unterscheide, konkret, dass eine Blutung
aus degenerativem Bindegewebe nicht mehr möglich sei, erscheinen schlüssig und
überzeugend. Erfahrungsgemäss wird die Frage der Ätiologie eines konkreten
Gesundheitsschadens medizinisch anhand verschiedener Beurteilungskriterien
beleuchtet und diese werden wiederum in eine Gesamtbeurteilung miteinbezogen. Wie
die nachfolgenden Erwägungen zeigen, hat auch Dr. J._ die Frage der Ursächlichkeit
der Partialruptur des Beschwerdeführers anhand verschiedener Beurteilungskriterien
diskutiert. Vorerst kann jedenfalls in Übereinstimmung mit der Schlussfolgerung der
Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 15. Juni 2018 (act. G 5)
vorweggenommen werden, dass der mangelnde Nachweis eines lokalen Hämatoms
ohne Erwägung einer akuten Sehnenzerreissung nach Gewalteinwirkung als Hinweis
auf in degeneratives Geschehen betrachtet werden kann.
8.3.2.
Bezüglich der Haglundexostose räumt Dr. J._ sodann in Übereinstimmung mit
Dr. E._ ein, dass diese - entgegen der Aussage von Dr. I._ - keine Deformation,
sondern lediglich einen prominenten Ansatzbereich der Achillessehne am Fersenbein
darstelle, was durch die medizinische Literatur bestätigt werde (Suva-act. 66-8; vgl.
8.3.3.
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dazu auch Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin/Boston 2017, S. 720;
Roche Lexikon, Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 767). Darin stimmen also Dr. J._
und Dr. E._ überein. Dr. J._ erklärt sodann unter Berufung auf einschlägige
medizinische Literatur, dass ein häufig gemeinsames und ätiologisch verknüpftes
Auftreten einer Ansatztendinopathie mit einer Haglund Ferse unstrittig sei. Der
hierdurch auf die Sehne einwirkende Druck könne eine Tendinopathie an ihrem Ansatz
befördern. Von den Autoren würden also ausdrücklich longitudinale Läsionen der
Achillessehne an ihrem Ansatz angegeben, wie dies auch im vorliegenden Fall mit einer
Haglund Ferse vergesellschaftet sei. Auch Dr. I._ hat die unbestrittenermassen
degenerativ bedingte Tendinopathie der Achillessehne mit spindelförmiger Auftreibung
und die longitudinale interstitielle Partialruptur - in Übereinstimmung mit der
Beschreibung im MRT-Untersuchungsbericht ("mit") - als zusammenhängende
Befunde beurteilt. Die von Dr. J._ dargelegten medizinischen Zusammenhänge sind
nachvollziehbar und überzeugend. Laut medizinischer Literatur ist eine
Insertionstendopathie ein Krankheitsbefund (vgl. zu "-pathie": "pathologisch" =
krankhaft in: Pschyrembel, a.a.O., S. 1362; Roche Lexikon, a.a.O., S. 1419), deren
Ursache meist eine Überbelastung des Übergangsgebietes zwischen Knochen und
Sehne ist. Insbesondere auch unter dem Begriff "Haglund-Exostose" bzw. "Haglund"
wird beschrieben, dass es dadurch zu einer chronischen Druckreizung und damit zu
entzündlichen Weichteilveränderungen (Schwielen, Bursitis, Insertionstendopathie)
kommen könne. Die Insertionstendopathie wird wiederum im Rahmen von
mikrotraumatischen Schäden, eines chronischen und/oder degenerativen Prozesses
sowie Achillessehnenrupturen erwähnt (vgl. zum Gesagten Roche Lexikon, a.a.O., S.
767, vgl. u.a. "Achillotendinitis", "Achillodynie" S. 13, 1808; Debrunner, a.a.O., S. 628,
1107, insbesondere auch S. 1177; Pschyrembel, a.a.O., vgl. u.a.
"Achillessehnentendopathie", "Achillodynie" S. 14). Angesichts des Gesagten kann
festgestellt werden, dass in der Haglundexostose ein bedeutsamer Hinweis für eine
degenerativ bedingte Partialruptur zu sehen ist, indem sie als eine den
Degenerationsprozess fördernde Komponente betrachtet werden kann. Der Umstand,
dass sich im konkreten Fall die Tendinopathie und die Partialruptur beide auf Höhe des
OSG befinden, stützt diese Beurteilung zusätzlich. Der dargestellte Zusammenhang
wird im Übrigen auch aus der Operationsbeschreibung ersichtlich, wonach die
prominente Haglundexostose vor der Refixation des rupturierten Anteils der
Achillessehne noch abgetragen wurde (Suva-act. 17). Inwiefern eine Haglundexostose -
wie von Dr. E._ festgehalten - "nur" die Ausbildung einer chronischen "Bursa" (=
Schleimbeutel; gemeint ist wohl eine Bursitis = Schleimbeutelentzündung) (vgl. dazu
Pschyrembel, a.a.O., S. 297; Roche Lexikon, a.a.O., S. 280; Debrunner, a.a.O., S. 1177)
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zur Folge haben könne, jedoch nicht zu einem degenerativen Prozess, konkret zu einer
Achillessehnendegeneration, führen werde, leuchtet demgegenüber nicht ein. So wird
in der vorgenannten medizinischen Literatur auch die Bursitis als Folge einer
chronischen Reizung beschrieben, womit anzunehmen ist, dass eine Bursitis sowie
eine Insertionstendopathie im Bereich der Achillessehne dieselbe Ursache haben
können. Entsprechend wird denn die Haglundexostose auch als Ursache für Bursitiden
am Fuss genannt (vgl. Debrunner, a.a.O., S. 1177; Pschyrembel, a.a.O.,
"Achillobursitis" S. 14).
Die weiteren allgemeinen medizinischen Ausführungen von Dr. J._ ergänzen
seine schlüssige Beurteilung, dass in Bezug auf die Partialruptur des
Beschwerdeführers im Bereich der Achillessehne links mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit von einem degenerativen Prozess und nicht von
einem traumatischen Geschehen auszugehen sei. Dr. J._ analysiert unter Hinweis auf
die medizinische Literatur die Art und Form der vorliegenden Sehnenläsion, welche
eine nachvollziehbare, überzeugende Grundlage für die Beurteilung ihrer Ätiologie
darstellt, und zeigt damit anhand des Prozesses einer Sehnenzerreissung auf, weshalb
im konkreten Fall keine traumatisch bedingte Sehnenruptur vorliegt. Im vorliegenden
Fall wurde unbestrittenermassen eine longitudinale interstitielle Partialruptur erhoben
(vgl. Suva-act. 14). Dr. J._ erläuterte, dass es bei Fortschreiten des degenerativen
Prozesses zu einem weiteren Untergang der kollagenen Mikrostruktur und damit zu
einer biomechanischen Schwächung der Sehne komme. Folge könnten Spaltbildungen
und Läsionen in Sehnen-, also Längsrichtung (longitudinal) sein, welche sich auch
bildgebend darstellen liessen. Bei partiellen Sehnenläsionen sei eine zentrale, durch
den Verschleiss von Sehnenfasern entstehende Lücke mit Flüssigkeitsansammlung
typisch. Im Inneren der Sehne vorhandene Befunde würden für eine vorbestehende
Pathologie und damit nicht für die Folge eines akuten Geschehens sprechen. Kräfte,
welche nicht durch Schlag oder Druck auf die Sehne einwirken würden, könnten sich
lediglich durch Zug manifestieren. Dies entspreche der grundsätzlichen physikalischen
Eigenschaft von Sehnen, nämlich der Zugbelastbarkeit. Übersteige die akute Belastung
die Belastbarkeit der Sehne, komme es zum Kontinuitätsunterbruch mit Eintritt einer
Zerreissung (Ruptur) quer zur einwirkenden Kraft. Wobei dies jedoch bei einer
"normalen" Sehne üblicherweise eher zu einer Avulsionsfraktur führe, also einem Abriss
der Sehne von ihrem Ansatz zusammen mit einem Stück Knochen. Biomechanisch sei
es nicht nachvollziehbar, dass plötzlich auftretende Kräfte Zerreissungen innerhalb der
Sehne verursachen sollten, welche sich parallel zur Einwirkungsrichtung manifestieren
würden. Das Gesagte bestätige die Literatur, wonach Partialläsionen, also ohne
Kontinuitätsunterbrüche, weitgehend übereinstimmend als degenerativ bedingt
8.4.
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9.
Angesichts der Darlegungen in den Erwägungen 8.3 f. ist nicht zu beanstanden, dass
die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerdeführers auf die gesetzlichen
Versicherungsleistungen in Bezug auf die Partialruptur der Achillessehne links
abgelehnt hat. Da nicht zu erwarten ist, dass weitere Abklärungen den erforderlichen
Nachweis liefern können, ist auf solche zu verzichten (antizipierte Beweiswürdigung;
BGE 122 V 162 E. 1d).
10.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den angefochtenen
Einspracheentscheid vom 1. März 2018 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
betrachtet würden. Die Ausführungen von Dr. J._ erklären eingängig und vor allem
mit einer umfassenden, konsistenten Begründung, weshalb eine Sehnenläsion in
Längsrichtung mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf einen
degenerativen Gesundheitsschaden hindeutet. Gemäss Dr. J._ ist zudem vorab zu
berücksichtigen, dass eine Achillessehnenruptur gemäss medizinischer Literatur vor
allem bei einer vorgeschädigten Sehne, selten jedoch als direkte Unfallfolge vorkommt
(Roche Lexikon, a.a.O., S. 13; Pschyrembel, a.a.O., S. 14; Debrunner, a.a.O., S. 628,
1107 [hier wird sogar festgehalten, dass nur eine bereits durch degenerative
Veränderungen geschwächte Sehne reisse]). Überzeugend erscheinen jedoch
insbesondere die Ausführungen, welche die Biomechanik betreffen, und dass bei einer
Sehnenläsion in Längsrichtung nicht von einem traumatischen Ereignis ausgegangen
werden könne.
Gesamthaft betrachtet, ist nicht ersichtlich, inwiefern die Beurteilung von Dr. J._
rechtsfehlerhaft sein sollte. Laut ihr spricht keiner der von Dr. J._ und Dr. E._
beleuchteten Faktoren stichhaltig für eine traumatische Genese der Partialruptur der
Achillessehne des Beschwerdeführers. Die Ausführungen von Dr. E._ zum Hämatom
und zur Haglundexostose vermögen demgegenüber nicht zu überzeugen (vgl.
Erwägungen 8.3.2 f.). Unter diesen Voraussetzungen vermag auch seine abweichende
Schlussfolgerung - der vorliegende Befund entspreche ganz klar einem traumatischen
Geschehen - an der überzeugenden Beurteilung von Dr. J._ keine Zweifel
aufkommen zu lassen. Zusammenfassend steht aufgrund der überzeugenden und
umfassenden Darlegungen von Dr. J._ mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit fest, dass die streitbetroffene Partialruptur der Achillessehne links
nicht auf den Unfall vom 6. Juni 2017 zurückzuführen ist.
8.5.
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erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.