Decision ID: f8b1d5b0-a93b-4e00-bfd7-1a8111867dcf
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Paul Rechsteiner, Oberer Graben 44, 9000 St.
Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 17. Mai 2006 zum Bezug von IV-Leistungen an (act. G 4.1).
Der behandelnde Dr. med. B._ berichtete am 1. Juni 2006, dass der Versicherte seit
1996 an einer koronaren Herzkrankheit und an paroxysmalen Rhythmusstörungen
leide. Für die zuletzt (seit Mai 1997) ausgeübte Tätigkeit als Aussendienstmitarbeiter
(act. G 4.8) bescheinigte Dr. B._ für die Dauer vom 27. Februar bis 17. März 2006
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Eine weitere Ausübung dieser Tätigkeit sei wegen
wiederholter Herzrhythmusstörungen "nicht angezeigt" (act. G 4.11-1 ff.). Auch der
behandelnde Kardiologe des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) hielt die Tätigkeit als
Aussendienstmitarbeiter für nicht mehr zumutbar. Für leichte körperliche Tätigkeiten sei
der Versicherte arbeitsfähig (Bericht vom 9. August 2006, act. G 4.14).
A.b Am 22. Januar 2007 erteilte die IV-Stelle für eine erste Phase der Umschulung
zum Fachmann Betreuung im C._ vom 1. Januar bis 31. Juli 2007 eine
Kostengutsprache (act. G 4.23; zum Eingliederungsplan vgl. Bericht des IV-
Berufsberaters vom 21. Dezember 2006, act. G 4.19). Die Erteilung der
Kostengutsprache für die zweite Phase vom 1. August 2007 bis 31. Juli 2008 erfolgte
am 5. September 2007 (act. G 4.29) und für die letzte Phase vom 1. August 2008 bis
31. Juli 2009 am 15. Juli 2008 (act. G 4.35). Das ursprünglich geplante Ausbildungsziel
Fachmann Betreuung konnte alsdann nicht realisiert werden, da sich der Versicherte
nicht mehr in der Lage fühlte, den entsprechenden Ansprüchen zu genügen. Obschon
der Versicherte diesen qualifizierten Abschluss nicht erreichte, kam ein
Anstellungsverhältnis zwischen dem C._ und dem Versicherten als
Behindertenbetreuer zustande (Schlussbericht der beruflichen Eingliederung vom
7. August 2009, act. G 4.44). Die IV-Stelle erklärte am 13. August 2009 die beruflichen
Massnahmen für erfolgreich abgeschlossen (act. G 4.47). Dem Versicherten wurde in
Aussicht gestellt, dass sein Rentengesuch abgewiesen werde (Vorbescheid vom
13. August 2009, act. G 4.49).
A.c Gegen den Rentenvorbescheid vom 13. August 2009 erhob der Versicherte am
18. August 2009 Einwand (act. G 4.50; vgl. auch die Einwandbegründung vom
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4. September 2009, act. G 4.52). Am 25. September 2009 verfügte die IV-Stelle im Sinn
des Vorbescheids und wies das Rentenbegehren ab. Bei der Bemessung des
Invalideneinkommens ging sie von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten aus (act. G 4.53). Der behandelnde Kardiologe sowie
der behandelnde Dr. B._ berichteten der IV-Stelle am 13. Oktober 2009, dass der
Versicherte für leidensangepasste Tätigkeiten nicht wie von der IV-Stelle angenommen
über eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit verfüge (act. G 4.57 und G 4.59).
A.d Gegen die Verfügung vom 25. September 2009 erhob der Versicherte am
23. Oktober 2009 Beschwerde (act. G 4.60).
A.e Der Regionale Ärztliche Dienst gelangte in der Stellungnahme vom 7. Dezember
2009 zur Auffassung, dass der Versicherte für leidensangepasste Tätigkeiten über eine
80%ige Arbeitsfähigkeit verfüge (act. G 4.69). Daraufhin widerrief die IV-Stelle die
Verfügung vom 25. September 2009 (Widerrufsverfügung vom 7. Dezember 2009, act.
G 4.71).
A.f Im Vorbescheid vom 4. Januar 2010 stellte die IV-Stelle dem Versicherten erneut
in Aussicht, das Rentenbegehren abzuweisen. Zur Berechnung des
Invalideneinkommens zog sie den Tabellenlohn bei, gewährte davon wegen
Teilzeittätigkeit einen 8%igen Abzug und berücksichtigte eine 80%ige
Restarbeitsfähigkeit. Daraus resultierte ein Invaliditätsgrad von 37% (act. G 4.77).
A.g Dagegen erhob der Versicherte am 19. Januar 2010 Einwand. Er rügte darin die
Höhe der Vergleichseinkommen und beantragte die Ausrichtung mindestens einer
Viertelsrente (act. G 4.78).
A.h In der Verfügung vom 11. Februar 2010 wies die IV-Stelle das Rentengesuch des
Versicherten ab (act. G 4.80).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 11. Februar 2010 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 15. März 2010. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten-
und Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Zusprache einer halben, eventuell
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einer Viertelsrente. Eventuell sei die Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen
und zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung
führt er aus, dass er am 4. März 1996 einen schweren Herzinfarkt erlitten habe. Damals
sei er noch bei der D._ AG angestellt gewesen und habe einen Jahreslohn von
Fr. 97'501.-- erzielt. Er habe in der Folge eine weniger belastende und hektische
Tätigkeit als Vertreter aufgenommen. Dieses Arbeitsverhältnis sei aus wirtschaftlichen
Gründen aufgelöst worden. Der Stellenwechsel sei gesundheitsbedingt erfolgt, weshalb
beim Valideneinkommen auf den bei der D._ AG erzielten Jahreslohn abzustellen sei.
Sollte dieser Argumentation nicht gefolgt werden, so sei nicht auf den zuletzt als
Vertreter erzielten Verdienst des Jahres 2005 abzustellen, sondern auf das
Durchschnittseinkommen der letzten Jahre. Denn die damalige Arbeitgeberin habe im
Jahr 2005 zunächst den Lohn massiv gesenkt, bevor sie aus wirtschaftlichen Gründen
im Januar 2006 zur Entlassung geschritten sei. Was die Ermittlung des
Invalideneinkommens anbelange, so sei der jetzt erzielte Jahreslohn und nicht der
Tabellenlohn heranzuziehen (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 19. Mai 2010
die Abweisung der Beschwerde. Sie bestreitet, dass die Stellenaufgabe bei der D._
AG gesundheitsbedingt erfolgt sei. Der Beschwerdeführer habe sowohl vor dem
Herzinfarkt (1996) als auch danach als Aussendienstmitarbeiter gearbeitet, weshalb bei
der Bemessung des Valideneinkommens auf den im Jahr 2005 erzielten Lohn als
Vertreter abzustellen sei. Ein Abstellen auf den Durchschnittswert der letzten
Jahreslöhne sei bei Unselbstständigerwerbenden im Gegensatz zu
Selbstständigerwerbenden nicht zulässig (act. G 4).
B.c In der Replik hält der Beschwerdeführer an den gestellten Anträgen unverändert
fest (act. G 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 8).

Erwägungen:
1.
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Zwischen den Parteien ist ausschliesslich die Höhe der Vergleichseinkommen
umstritten.
1.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird gemäss Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (sogenanntes Valideneinkommen).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente
2.
Zunächst ist das Valideneinkommen zu ermitteln.
2.1 Massgebend für das Valideneinkommen ist, was die versicherte Person aufgrund
ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen
Rentenbeginns verdient hätte. Dabei ist in der Regel vom zuletzt - d.h. grundsätzlich
vor dem Beginn der ganzen oder teilweisen Arbeitsunfähigkeit - erzielten
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(Brutto-)Verdienst auszugehen (Urteil des Bundesgerichts vom 22. September 2009,
8C_143/2009, E. 2.2.1).
2.2 Der Beschwerdeführer stellt sich in erster Linie auf den Standpunkt, dass die
Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit der D._ AG im Jahr 1997 gesundheitsbedingt
wegen des am 4. März 1996 erlittenen schweren Herzinfarkts und nur formell aufgrund
einer Reorganisation erfolgt sei. Deshalb sei der bei der D._ AG erzielte Verdienst als
Grundlage für die Bestimmung des Valideneinkommens heranzuziehen (act. G 1,
S. 5 f.). Zwar ist mit Blick auf den erlittenen Herzinfarkt sowie die mit dem damaligen
Rechtsvertreter geführte Korrespondenz (vgl. Schreiben vom 3. September 1996, act.
G 4.68-4 ff.), worin der Versicherte über allfällige Invalidenrenten-,
Krankentaggeldleistungen und Lohnfortzahlungspflichten aufgeklärt wurde, nicht
auszuschliessen, dass der Versicherte sich im damaligen Zeitpunkt auch Gedanken
über seine gesundheitliche Situation machte. Indessen kann nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, gesundheitsbedingte Gründe seien für
die Auflösung des Arbeitsverhältnisses ausschlaggebend gewesen. Dies ergibt sich
einerseits aus der Aufhebungsvereinbarung der D._ AG vom 21. November 1996,
worin einzig reorganisatorische Gründe für die Auflösung des Arbeitsverhältnisses
angeführt werden. Ferner bestätigte der Versicherte darin, dass er seine Arbeit bis zu
seinem letzten Arbeitstag zur Zufriedenheit der Arbeitgeberin ausführen werde. Im
Übrigen erfolgte die rechtliche Aufklärung des Rechtsvertreters vom 3. September
1996 erst im Nachgang zu den Reorganisationsbestrebungen der D._ AG (vgl. den
letzten Abschnitt des Schreibens, act. G 4.68-7). Andererseits nahm der Versicherte
nach einer kurzen Phase der Arbeitslosigkeit (April und Mai 1997, act. G 4.5) am
29. Mai 1997 bereits wieder eine anforderungsmässig der bisherigen Tätigkeit
entsprechende Anstellung als Aussendienstmitarbeiter an, die er bis zum Beginn des
Jahres 2006 ohne Anzeichen reduzierter Leistungsfähigkeit ausführen konnte (letzter
effektiv geleisteter Arbeitstag: 27. Januar 2006; act. G 4.8). Dem entspricht, dass der
behandelnde Kardiologe des Kantonsspitals St. Gallen erst nach der Einsetzung eines
Defibrillators am 24. Februar 2006 und der damit einhergehenden eingeschränkten
Fahrtauglichkeit die Tätigkeit als Aussendienstmitarbeiter für nicht mehr zumutbar hielt
(Arztbericht KSSG vom 9. August 2006, act. G 4.14). Ins Gewicht fällt aber auch, dass
der Hausarzt Dr. B._ im Schreiben vom 1. Juni 2006 berichtete, der Versicherte sei
nach seinem Herzinfarkt vom 4. März 1996 wieder vollumfänglich arbeitsfähig gewesen
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(act. G 4.11-5). Fehlt es nach dem Gesagten am Nachweis einer gesundheitsbedingten
Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit der D._ AG, kann bei der Ermittlung des
Valideneinkommens nicht der bei dieser Arbeitgeberin erzielte Verdienst als
Bemessungsgrundlage verwendet werden.
2.3 Für den Fall, dass nicht auf den bei der D._ AG erzielten Verdienst abgestellt
wird, hält es der Beschwerdeführer für zutreffend, das Valideneinkommen gestützt auf
den Durchschnitt der bei der letzten Arbeitgeberin erzielten Jahreseinkommen
festzulegen. Diese habe nämlich den Lohn aus wirtschaftlichen Gründen im Jahr 2005
erheblich gesenkt (act. G 1, S. 6). Die Beschwerdegegnerin hält dieser Argumentation
entgegen, dass das Heranziehen von Durchschnittswerten nur bei
Selbstständigerwerbenden zulässig sei. Deshalb sei auf das im Jahr 2005 erzielte
Einkommen abzustellen (act. G 4, S. 4).
2.3.1 Weist das bis zum Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und
verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist zu dessen
Ermittlung auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst
abzustellen (Urteil des Bundesgerichts vom 10. Februar 2009, 8C_576/2008, E. 6.2 mit
Hinweis auf ZAK 1985 S. 464 E. 2c). Dieses Vorgehen findet sowohl nach der
höchstrichterlichen (vgl. etwa bereits AHI 6/1999 S. 240 E. 3b sowie Urteil des
Bundesgerichts vom 6. Oktober 2011, 8C_508/2011, E. 4.1) wie auch nach der
kantonalen Rechtsprechung (anstatt vieler vgl. Urteile des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 19. Dezember 2011, IV 2009/459, E. 4.2, sowie vom
11. November 2010, IV 2008/401, E. 4.2) bei Einkommen aus unselbstständiger
Erwerbstätigkeit ebenfalls Anwendung. Es sind denn auch keine stichhaltigen Gründe
ersichtlich, die hinsichtlich des Valideneinkommens eine Ungleichbehandlung zwischen
schwankenden Einkommen aus selbstständiger und unselbstständiger Erwerbstätigkeit
zu rechtfertigen vermöchten, zumal - wie die Beschwerdegegnerin selbst einräumt - ein
Arbeitnehmer die wirtschaftlichen Risiken seines Arbeitgebers in einem gewissen Mass
mitträgt (act. G 4, S. 4). Der beschwerdegegnerische Verweis auf den versicherten
Verdienst der Arbeitslosenversicherung ist unbehelflich. Zunächst ist darauf
hinzuweisen, dass eine selbstständige Erwerbstätigkeit nicht zum Geltungsbereich der
Arbeitslosenversicherung gehört, es vorliegend nicht um die betragliche Höhe der
Sozialversicherungsleistung geht und keine Taggeldansprüche zur Debatte stehen. Die
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Beschwerdegegnerin übersieht bei ihrem Vergleich weiter, dass das Risiko der
Invalidität und der Begriff des Valideneinkommens nicht Gegenstand der
Arbeitslosenversicherung bilden. Ferner ist vorliegend nicht die
vergangenheitsorientierte Leistungsberechnungsgrundlage "versicherter Verdienst" im
Streit, sondern das prognostische, mithin zukunftsgerichtete hypothetische
Einkommen im Gesundheitsfall als Ausgangspunkt für die Invaliditätsberechnung.
2.3.2 Nach dem Gesagten ist zur Gewährleistung einer repräsentativeren
Grundlage für das Valideneinkommen auf den Durchschnittswert der während der
Jahre 2001 bis 2005 erzielten Einkommen (vgl. hierzu IK-Auszug, act. G 4.5)
abzustellen. Angepasst an die Nominallohnentwicklung ergeben sich folgende
Einkommen: Jahr 2001 Fr. 82'934.-- (Fr. 79'149.-- x 1.016 x 1.013 x 1.009 x 1.009),
Jahr 2002 Fr. 85'531.-- (Fr. 82'934.-- x 1.013 x 1.009 x 1.009), Jahr 2003 Fr. 80'755.--
(Fr. 79'321.-- x 1.009 x 1.009), Jahr 2004 Fr. 75'231.-- (Fr. 74'560.-- x 1.009) und Jahr
2005 Fr. 62'430.--. Auf der Grundlage des Jahres 2005 resultieren ein Totaleinkommen
von Fr. 386'881.-- (Fr. 82'934.-- + Fr. 85'531.-- +Fr. 80'755.-- + Fr. 75'231.--
+ Fr. 62'430.--) bzw. ein Durchschnittseinkommen von Fr. 77'376.--.
3.
Zu prüfen bleibt die Höhe des Invalideneinkommens.
3.1 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht, sofern
kumulativ besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist,
dass die versicherte Person die ihr verbleibende Leistungsfähigkeit in zumutbarer
Weise voll ausschöpft und das Einkommen aus der Arbeitsleistung angemessen und
nicht als Soziallohn erscheint. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen
gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des
Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine an sich zumutbare neue
Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so ist auf Erwerbstätigkeiten abzustellen, die der
versicherten Person (nach zumutbarer Behandlung und allfälliger Eingliederung)
angesichts ihrer Ausbildung und ihrer physischen sowie intellektuellen Eignung
zugänglich wären. Rechtsprechungsgemäss werden hierzu die Tabellenlöhne gemäss
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den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen (BGE 129 V 475 f. E. 4.2.1).
3.2 Da keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Beschwerdeführer bei der jetzt
ausgeübten Tätigkeit einen Soziallohn beziehen oder seine Restleistungsfähigkeit nicht
vollumfänglich umsetzen würde, ist zur Bemessung des Invalideneinkommens auf den
tatsächlich erzielten Verdienst abzustellen (act. G 1, S. 4). Die Beschwerdegegnerin
bestreitet denn auch diese Vorgehensweise im Beschwerdeverfahren nicht mehr. Der
tatsächlich nach der Umschulung erzielte Verdienst als Behindertenbetreuer beträgt für
das Jahr 2009 nach den unbestrittenen Angaben des Beschwerdeführers Fr. 43'680.--
(act. G 1, S. 4).
4.
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades sind die Vergleichseinkommen auf dieselbe
zeitliche Grundlage zu stellen, weshalb das Durchschnittseinkommen für das Jahr 2005
von Fr. 77'376.-- (vgl. vorstehende E. 2.3.2) an die bis zum Jahr 2009 eingetretene
Nominallohnentwicklung anzugleichen ist. Somit resultiert für das Jahr 2009 ein
Valideneinkommen von Fr. 82'933.-- (Fr. 77'376.-- x 1.011 x 1.016 x 1.022 x 1.021),
eine Erwerbseinbusse von Fr. 39'253.-- (Fr. 82'933.-- - Fr. 43'680.--) und ein
Invaliditätsgrad von abgerundet 47% ([Fr. 39'253.-- / Fr. 82'933.--] x 100). Der
Beschwerdeführer hat damit Anspruch auf eine Viertelsrente.
5.
5.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 11. Februar
2010 aufzuheben. Dem Beschwerdeführer ist eine Viertelsrente zuzusprechen. Zur
Festsetzung von Rentenbeginn und Rentenhöhe ist die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Da bei der Bemessung der Gerichtskosten wie bei der
Bemessung der Parteientschädigung (vgl. nachstehende E. 5.3) von einem
bis
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vollständigen Unterliegen der Beschwerdegegnerin auszugehen ist, hat die
Beschwerdegegnerin die gesamten Gerichtskosten zu bezahlen. Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.
5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht
festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache
und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Im Sinn der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung zur Überklagung in sozialversicherungsrechtlichen Rentenfällen ist im
vorliegenden Fall bei der Bemessung der Parteientschädigung von einem vollständigen
Obsiegen des Beschwerdeführers auszugehen (Urteil des Bundesgerichts vom
25. Januar 2008, 9C_466/2007, E. 5 mit Hinweisen). Der Bedeutung und dem Aufwand
der Streitsache angemessen erscheint eine Parteientschädigung von pauschal
Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP