Decision ID: a2101f0d-fc8a-56d1-9d09-ac6c891f65a7
Year: 2015
Language: de
Court: BE_VB
Chamber: BE_VB_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt
1. Die Beschwerdegegnerin reichte am 10. April 2014 bei der Stadt Bern ein Baugesuch
ein für die Instandstellung der Umgebung des Bundeshauskomplexes. Die betroffenen
Parzellen Bern Grundbuchblatt Nr. 1/823, 848, 1058, 1059 und 1375 liegen in den Zonen
"Verkehrsanlage"," Zone im öffentlichen Interesse" und "Wald". Das Bauvorhaben umfasst
Belagserneuerungen, die Erneuerung der Entwässerung, die Möblierung (z.B. mit Bänken),
die Beleuchtung der Umgebung, neue Signaletik, Absperrungsmöglichkeiten durch
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versenkbare Bodenrollgitter und schmiedeeiserne Flügeltüren sowie die Umgestaltung der
Ehrenhöfe der beiden Bundeshäuser und der Bundesterrasse mit Neupflanzung. Was die
Bepflanzung betrifft, ist vorgesehen, die im Ehrenhof des Bundeshauses West
vorhandenen 12 Bäume zu beseitigen und die bestehenden Grünflächen in den beiden
Ehrenhöfe mit geometrischen Buchenheckenkörpern zu versehen. Südlich der Gebäude
auf der Bundesterrasse sollen 19 bestehende Bäume vor dem Bundeshaus West gefällt
und neu 16 regelmässig angeordnete Kastanienbäume gepflanzt werden. Entlang des
Bundeshauses Ost sind 12 neue Kastanienbäume vorgesehen. Gegen das Bauvorhaben
erhob unter anderen die Beschwerdeführerin Einsprache. Mit Gesamtentscheid vom
22. Januar 2015 erteilte das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland die Baubewilligung.
2. Dagegen reichte die Beschwerdeführerin am 19. Februar 2015 Beschwerde bei der
Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragt die
Aufhebung des Gesamtentscheides vom 22. Januar 2015 und die Erteilung des
Bauabschlages, eventualiter die Einholung eines Gutachtens der Eidgenössischen
Kommission für Denkmalpflege (EKD). Die Beschwerdeführerin macht insbesondere
geltend, die geplante Fällung von Bäumen im Vorhof des Bundeshauses West und auf der
Bundesterrasse verstosse gegen das Baumschutzreglement der Stadt Bern, da kein
öffentliches Interesse bestehe, welches das Interesse am Erhalt der Bäume überwiege. Die
in den Vorhöfen der Bundeshäuser West und Ost anstelle von Bäumen geplanten
plastisch-geometrischen Grünkörper aus hüfthoch geschnittenen Buchenpflanzen seien
ahistorisch. Diese Neugestaltung und insbesondere die Fällung der bestehenden Bäume
beeinträchtige das denkmalgeschützte Bundeshaus, das aufgrund seiner herausragenden
kulturhistorischen und politischen Bedeutung einen besonderen Schutzbedarf geniesse. Da
sowohl die ganze Berner Altstadt als auch das Bundeshaus im ISOS und im "Verzeichnis
der Denkmäler, Ensembles und archäologischen Stätten von nationaler Bedeutung"
inventarisiert seien und die Erhaltung und Pflege des Bundeshauses und dessen
Umgebung eine Bundesaufgabe sei, sei zwingend ein Gutachten der EKD oder der
Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission ENHK einzuholen. Es sei nicht
zulässig, das Vorhaben nur durch die städtische Denkmalpflege beurteilen zu lassen, wie
dies die Vorinstanz getan habe. Es sei im Übrigen davon auszugehen, dass diese
befangen sei, da der damalige stellvertretende Denkmalpfleger der Stadt Bern Mitglied der
Wettbewerbs-Jury gewesen sei, welche das dem Bauvorhaben zu Grunde liegende Projekt
ausgewählt habe. Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, die beim Bundeshaus, auf
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der Bundesterrasse und in der Vannazhalde geplanten versenkbaren Bodenrollgitter,
Staketentore und schmiedeeisernen Flügeltüren widersprächen dem öffentlichen Wegrecht
über die Bundesterrasse.
3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, edierte die
Vorakten und führte den Schriftenwechsel durch.
Die Beschwerdegegnerin beantragt die Abweisung der Beschwerde. Sie macht
insbesondere geltend, es sei kein Gutachten der EKD erforderlich, da die zuständige
städtische Denkmalpflege zum Schluss gekommen sei, es liege keine erhebliche
Beeinträchtigung und damit keine Begutachtungspflicht nach NHG2 vor. Was die Rüge der
Befangenheit der städtischen Denkmalpflege betreffe, sei einerseits klarzustellen, dass der
stellvertretende städtische Denkmalpfleger nicht Einsitz in der Jury gehabt habe, sondern
dieser nur beratend ohne Stimmrecht zu Seite gestanden sei, und anderseits sei
massgebend, dass nicht die Denkmalpflege, sondern der Regierungsstatthalter
Entscheidbehörde gewesen sei.
Das Regierungsstatthalteramt führt ebenfalls aus, es sei nicht ersichtlich, inwiefern die
städtische Denkmalpflege befangen gewesen sein solle. Die Beschwerdeführerin habe
denn auch nie andere Interessen als jene des Denkmalschutzes genannt, welche die
Denkmalpflege in ihrer Fachmeinung beeinflusst hätten. Zudem habe nicht die
Denkmalpflege, sondern der Regierungsstatthalter den Entscheid gefällt. Bei den zu
fällenden Bäumen handle es sich nicht um inventarisierte Schutzobjekte; es sei nur das
Baumschutzreglement der Stadt Bern anwendbar, welches Fällungen bei überwiegenden
öffentlichen und privaten Interessen zulasse. Vorliegend bestünden überwiegende
denkmalpflegerische Interessen an der Beseitigung der Bäume (u.a. bessere Sicht auf die
geschützten Bauten).
Die Stadt Bern beantragt die Abweisung der Beschwerde. Sie führt in ihrer Stellungnahme
aus, gemäss ihrem Baumschutzreglement werde eine Bewilligung für die Beseitigung eines
Baumes erteilt, wenn überwiegende öffentliche oder private Interessen gegeben seien.
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191) 2 Bundesgesetz vom 1. Juli 1966 über den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451)
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Beides liege hier vor, da der Aussenraum eines der wichtigsten Gebäudekomplexe der
Schweiz neu gestaltet und aufgewertet werden solle. Um eine herausragende Lösung für
die Gestaltung und Ersatzpflanzung zu erhalten, sei ein aufwändiges
Wettbewerbsverfahren durchgeführt worden. Die geplante Neugestaltung führe nicht zu
einer Beeinträchtigung der Baudenkmäler. Die bestehende Bepflanzung selbst habe
keinen Denkmalwert und sei auch nicht historisch, sondern erst bei einem Umbau in den
1980er-Jahren entstanden. Die Stadt Bern weist weiter darauf hin, dass die Denkmalpflege
eine kantonale Aufgabe sei, auch wenn ein Objekt in einem nationalen Inventar
inventarisiert sei, und die Kompetenz zur denkmalpflegerischen Beurteilung von
Bauvorhaben auf dem Gebiet der Stadt Bern der städtischen Denkmalpflege obliege. Der
Beizug der EDK sei nur erforderlich, wenn die zuständige Denkmalpflegebehörde eine
Beeinträchtigung eines Denkmals befürchte. Dies sei hier klarerweise nicht der Fall. Es
liege schliesslich auch keine Befangenheit oder unzulässige Vorbefassung der städtischen
Denkmalpflege vor.
Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden
Erwägungen näher eingegangen.

II. Erwägungen
1. Eintretensvoraussetzungen
a) Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG3. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann
er – unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel
angefochten werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im
vorliegenden Fall das Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide
können nach Art. 40 Abs. 1 BauG4 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei
der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen
den Gesamtentscheid zuständig.
3 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1) 4 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)
5
b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchsteller, die Einsprecher im Rahmen ihrer
Einsprachegründe und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 10 KoG in Verbindung mit
Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführerin, die Grüne Partei Bern – Demokratische
Alternative GPB-DA, war als Einsprecherin am vorinstanzlichen Verfahren beteiligt.
Gemäss ihren Statuten vom 1. Februar 2012 ist sie ein Verein im Sinne von Art. 60 ff.
ZGB.5 Gemäss Ziffer 3 der Statuten gehört „die Wahrung der Anliegen kantonaler wie
eidgenössischer Gesetzgebung über Raumplanung, Bau- und Strassenbauwesen, Umwelt-
, Gewässer- und Tierschutz, Wasserbau und Wassernutzung, Forst, Jagd und Fischerei,
Natur-, Heimat- und Denkmalschutz, Lufthygiene, Lärmbekämpfung, See- und
Flussuferschutz, Landwirtschaft und Meliorationen sowie Energie“ zu ihren dauernden
Hauptaufgaben. Gemäss Ziffer 1 dieser Statuten besteht der Verein seit 1976, ursprünglich
mit dem alten Namen Grüne Partei Bern. Bereits die alten Statuten der Grünen Partei Bern
vom 6. Februar 1995 führen dieselben Hauptaufgaben auf. Die Beschwerdeführerin erfüllt
damit die speziellen Voraussetzungen für private Organisationen gemäss Art. 35a Abs. 1
und 2 in Verbindung mit Art. 35c Abs. 3 BauG. Ihre Einsprache wurde abgewiesen. Sie ist
daher durch den vorinstanzlichen Gesamtentscheid beschwert und zur Beschwerdeführung
legitimiert (Art. 40a BauG). Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist
einzutreten.
2. Befangenheit / Vorbefassung der Denkmalpflege
a) Die Denkmalpflege der Stadt Bern hat sich im vorinstanzlichen Verfahren
zustimmend zum Bauvorhaben geäussert und festgehalten, aus denkmalpflegerischer
Sicht werde die Erneuerung der Umgebungsgestaltung begrüsst. Die Instandstellung der
Umgebung und deren teilweise Neukonzeption biete die Möglichkeit, die Gestaltung im
Rahmen einer Gesamtsicht zu überarbeiten und die Umgebung und die Bauten
aufzuwerten.6 Die Beschwerdeführerin rügt nun, die städtische Denkmalpflege sei
befangen, da der frühere stellvertretende Denkmalpfleger der Stadt Bern, Herrn
A._, Mitglied der Wettbewerbs-Jury gewesen sei, die das dem Bauvorhaben zu
Grunde liegende Projekt ausgewählt habe. Wenn eine Amtsstelle bei der Beurteilung und
Auswahl eines Projektes beteiligt sei, könne die gleiche Amtsstelle später nicht eine
unabhängige Beurteilung vornehmen.
5 Schweizerisches Zivilgesetzbuch vom 10.12.1907 (SR 210). 6 Vorakten, p. 313 und p. 392
6
b) Die Vorinstanz verneinte eine Befangenheit oder unzulässige Vorbefassung der
Denkmalpflege. Sie hielt dazu in ihrem Entscheid fest, es sei sinnvoll, wenn eine Fachstelle
bereits bei der Ausarbeitung des Projekts beratend mitwirke. Zudem obliege der Entscheid
über die Bewilligung eines Bauvorhabens nicht der Denkmalpflege, sondern der
Baubewilligungsbehörde, die bei ihrem Entscheid auch von den Berichten der Fachstellen
abweichen könne.
c) Die Rüge der Beschwerdeführerin richtet sich gegen die städtische Denkmalpflege
als gesamte Behörde. Die Rüge der Befangenheit bzw. Ausstandsgründe können
allerdings gemäss dem klaren Wortlaut von Art. 9 Abs. 1 VRPG7 nur gegen einzelne
Mitglieder einer Behörde vorgebracht werden, nicht aber gegen eine Behörde als solche.
Denn Ausstands- und Ablehnungsvorschriften gelten für Personen als Träger einer
staatlichen Funktion und nicht für die staatliche Funktion an sich.8 Auf die Rüge der
Beschwerdeführerin kann daher nicht eingetreten werden.
d) Selbst wenn sich die Rüge der Befangenheit gegen Herrn A._ persönlich
richten würde und darauf einzutreten wäre, wäre sie materiell unbegründet: Eine Person,
die eine Verfügung oder einen Entscheid zu treffen oder vorzubereiten oder als Mitglied
einer Behörde zu amten hat, tritt in den Ausstand, wenn sie aus einem der in Art. 9 Abs. 1
Bst. a bis f VRPG9 aufgeführten Gründe in der Sache befangen sein könnte.
Ausstandspflichtig ist nur, wer verfügt, (mit-)entscheidet oder auf andere Art und Weise auf
das Zustandekommen einer Verfügung bzw. eines Entscheides Einfluss nehmen kann. Bei
der Auslegung der Ausstands- und Ablehnungsgründe ist auch die bundesgerichtliche
Rechtsprechung zu den verfassungsrechtlichen Minimalanforderungen von Art. 29 und
Art. 30 BV10 bzw. Art. 6 Ziff. 1 EMRK11 betreffend unabhängige und unparteiische Richter
und Gleichbehandlung zu berücksichtigen.12 Für die Unabhängigkeit und Unparteilichkeit
nichtrichterlicher Behördenmitglieder gelten aber nicht die gleichen Grundsätze wie für
7 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 8 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 9 N. 7; BVR 2002 S. 426 E. 1.b.bb mit Hinweisen, BVR 1999 S. 86 ff. E. 3.a 9 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 10 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101) 11 Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) 12 Vgl. etwa BGE 136 I 207 E. 3.1, 114 Ia 50 E. 3
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Mitglieder von Gerichtsbehörden. Bei nichtrichterlichen Behördenmitgliedern ist dem
spezifischen Umfeld und Aufgabenbereich von Verwaltungs- und Exekutivbehörden
Rechnung zu tragen und die Anforderungen an die Unparteilichkeit sind unter
Berücksichtigung ihrer gesetzlich vorgegebenen Funktion und Organisation zu ermitteln.
Nichtrichterliche Behördenmitglieder haben nur in den Ausstand zu treten, wenn sie am
betreffenden Geschäft ein persönliches Interesse haben, zu einem früheren Zeitpunkt
gegenüber der Partei ihre persönliche Geringschätzung oder Abneigung zum Ausdruck
gebracht haben oder wenn ihnen Verfahrens- oder Ermessensfehler unterlaufen sind, die
nach ihrer Natur oder wegen ihrer aussergewöhnlichen Häufung besonders schwer wiegen
und auf eine gravierende Verletzung ihrer Amtspflichten hinauslaufen.13 Ein
Ausstandsgrund kann unter gewissen Voraussetzungen auch dann vorliegen, wenn sich
eine Amtsperson schon vorher über die konkrete Sache geäussert hat oder mit der Sache
vorbefasst war.14
e) Die Beschwerdeführerin behauptet nicht, Herr A._ sei aufgrund persönlicher
Interessen befangen gewesen, sondern sie macht sinngemäss eine unzulässige
Vorbefassung geltend. A._ war allerdings bereits im Zeitpunkt der
Baugesuchseinreichung nicht mehr als Bauberater bei der Denkmalpflege tätig. Er befasst
sich daher im Baubewilligungsverfahren nicht mehr mit der Angelegenheit und konnte
somit bei der Beurteilung des umstrittenen Vorhabens durch die Denkmalpflege gar keinen
Einfluss nehmen. A._ hat sich nicht in verschiedenen Verfahrensstadien mit dem
Projekt befasst. Es lag daher keine Mehrfachbefassung vor und eine unzulässige
Vorbefassung war gar nicht möglich.
Im Übrigen wäre eine Mehrfachbefassung gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
nur bei einem Entscheidungsträger relevant bzw. unzulässig. So hat das Bundesgericht
mehrfach festgehalten, die Mehrfachbefassung von Verwaltungsbehörden mit einer Sache
zur Wahrung öffentlicher Interessen stelle nicht von vornherein eine unzulässige
Vorbefassung dar, sondern es sei im konkreten Fall nach der Verfahrensart und der
Funktion der Beteiligten zu unterscheiden.15 Es verneinte gestützt darauf eine unzulässige
Vorbefassung bei einem Denkmalpfleger, der Mitglied einer Wettbewerbs-Jury war und im
13 VGE 2012/283 vom 15. Mai 2013 E. 4.2 mit Hinweisen; BVR 2011 S. 128 E. 2.2; BGE 140 I 326 E. 5.2 14 BGer 2C_1007/2013 vom 23. Mai 2014 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen 15 BGE 140 I 326 E. 5.2 und 7.4; BGer 1A.11/2007 vom 16. Mai 2007 E. 3.5.1; Gerold Steinmann, St. Galler Kommentar zu Art. 29 BV N 36
8
nachfolgenden Bewilligungsverfahren das Vorhaben begutachtete, bejaht dagegen die
Vorbefassung von Behördenvertretern, die eine Preisrichtertätigkeit ausübten und im
nachfolgenden Genehmigungsverfahren Entscheidungsbefugnis hatten.16 A._ war
weder im Wettbewerbsverfahren noch im Baubewilligungsverfahren Entscheidungsträger:
Einerseits war er in dem 2011 durchgeführten Wettbewerbsverfahren kein Mitglied des
Wettbewerbs-Preisgerichts mit Stimmrecht, sondern stand der Jury nur als einer von
insgesamt zehn Experten beratend zur Seite.17 Andererseits war er im Zeitpunkt der
Beurteilung des Vorhabens durch die Denkmalpflege nicht mehr als Bauberater bei der
Denkmalpflege tätig. Im Übrigen geben die Vertreter der Denkmalpflege im
Baubewilligungsverfahren nur eine fachliche Stellungnahme ab, entscheiden aber nicht
selbst über die Erteilung der Baubewilligung. Es ist daher zulässig und auch sinnvoll, wenn
Vertreter der Denkmalpflege die Bauherrschaft bereits bei der Ausarbeitung eines Projekts
beraten, so dass den denkmalpflegerischen Anliegen rechtzeitig und besser Rechnung
getragen werden kann.
3. Denkmalschutz
a) Die Beschwerdeführerin rügt, die Neugestaltung der Ehrenhöfe der Bundeshäuser, in
denen geometrische Grünkörper aus Buchenhecken realisiert werden sollen,
beeinträchtige den denkmalgeschützten Bundeshauskomplex. Die Ehrenhöfe seien stets
mit Bäumen bepflanzt gewesen; dies gehöre wesentlich zu den gestalterischen Merkmalen
der Umgebung der Bundeshausbauten. Die Beschwerdeführerin kritisiert zudem die
angeblich in einem zweiten Schritt geplante Beseitigung der Bäume entlang der
Bundesgasse und die Fällung und Neuanordnung von Bäumen auf der Bundesterrasse. Es
handle sich bei dieser Neuanordnung um eine Gestaltung, die weder aus den
ursprünglichen Plänen des Bundeshauses noch aus den seitherigen Entwicklungen der
Bundesterrasse hervorgehe.
b) Die Gebäude der Bundeshausanlage sind Baudenkmäler von grosser Bedeutung, die
insbesondere einen hohen historischen und symbolischen Wert haben. Sowohl das
Bundeshaus West als auch das Bundeshaus Ost und das dazwischen liegende
Parlamentsgebäude gehören gemäss Nutzungszonenplan der Stadt Bern zur Altstadtzone
16 BGE 140 I 326 und BGer 1A.11/2007 vom 16. Mai 2007 17 Bericht des Preisgerichts, S. 7 (Vorakten, p. 259)
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"obere Altstadt" und sind im Bauinventar der Stadt Bern verzeichnet. Sie gelten daher
gemäss Art. 76 Abs. 3 BO18 als schützenswerte Baudenkmäler. Sie sind zudem Teil der
Berner Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturgut gehört.19 Die drei Bauten sind auch im
Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), in dem die Stadt Bern
als Ortsbild von nationaler Bedeutung verzeichnet ist20, als Einzelobjekte erwähnt.21 Das
Parlamentsgebäude und die beiden Bundeshäuser geniessen daher einen hohen Schutz.
Nichts Zusätzliches hinsichtlich des Schutzumfanges lässt sich dagegen aus dem von der
Beschwerdeführerin angeführten "Verzeichnis der Denkmäler, Ensembles und
archäologischen Stätten von nationaler Bedeutung" ableiten. Dieses Verzeichnis hat keine
eigenständige Wirkung, sondern listet zusammenfassend Objekte mit nationaler
Bedeutung auf, die in verschiedenen Inventaren und Listen des Bundes erwähnt sind.
Betreffend die Bundeshausanlage verweist das Verzeichnis nur darauf, dass die Bauten im
Schweizerischen Inventar der Kulturgüter von nationaler und regionaler Bedeutung (KGS-
Inventar) enthalten sind. Dieses Inventar listet jene Kulturgüter auf, für die das KSG22 gilt,
welches die Sicherung und den Schutz von Kulturgütern gegen schädigende Auswirkungen
in Krisensituationen bezweckt. Das KGS-Inventar begründet aber keine qualifizierte
Rücksichtspflicht gemäss Art. 6 NHG.23
c) Das ISOS umschreibt die drei Bauten bzw. die Bundeshausgruppe wie folgt24:
"Auf der Südseite der Bundesgasse erstand 1852-57 nach den Plänen von Friedrich Studer das so
genannte Bundesratshaus (5.0.5); es ging später, nach der Eröffnung des analogen Ostflügels
(5.0.3) und des dominanten, von Hans W. Auer entworfenen Parlamentsgebäudes (5.0.4), als
Westflügel in der symmetrischen Bundeshausgruppe auf. Aus der aristokratischen Stadtrepublik war
die Hauptstadt eines modernen Staates geworden."
18 Bauordnung der Stadt Bern vom 24. September 2006 19 http://whc.unesco.org/en/list/267 ; http://whc.unesco.org/archive/repcom83.htm 20 Art. 5 des Bundesgesetzes vom 1. Juli 1966 über den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451) und Anhang zur Verordnung über das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (VISOS, 451.12), Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz, Band 3 / Bern Stadt, 2005 (ISOS), S. 13 und 17 ff. 21 Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz, Band 3 / Bern Stadt, 2005 (ISOS), S. 67 22 Bundesgesetz vom 20. Juni 2014 über den Schutz der Kulturgüter bei bewaffneten Konflikten, bei Katastrophen und in Notlagen (KGSG; SR 520.3), vgl. auch die Verordnung vom 29 Oktober 2014 über den Schutz der Kulturgüter bei bewaffneten Konflikten, bei Katastrophen und in Notlagen (KGSV; SR 520.31) 23 Rohrer in: Keller/Zufferey/Fahrländer, Kommentar NHG, 1997, S. 25 f. 24 Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz, Band 3 / Bern Stadt, 2005 (ISOS), S. 67 und S. 106
http://whc.unesco.org/en/list/267 http://whc.unesco.org/archive/repcom83.htm
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"5.0.3: Bundeshaus Ost, erb. 1882-92 als Pendant zum älteren Bundeshaus West, sehr
silhouettenwirksam.
5.0.4: Bundeshaus, monumentales Parlamentsgebäude im reifen Stil des Historismus, 1894-1902,
Kuppel als Wahrzeichen des Bundesstaates.
5.0.5: Bundeshaus West, sog. Bundesratshaus, hufeisenförmige Anlage im Stil der Neurenaissance,
1852-57, im Hof Berna-Brunnen von 1858"
Das Bauinventar der Stadt Bern führt zu den drei Bauten Folgendes aus:
"Der Wert der Bundeshäuser und des Parlamentsgebäudes liegt weniger in der eigentlichen
architektonischen Gestaltung – die nicht in allen Teilen zu überzeugen vermag – sondern in der
Idee, mit der diese Bauten verwirklicht wurden. Während sich die Bundeshäuser direkt oder indirekt
an der florentinischen, republikanischen Frührenaissance orientieren, stellt das Parlamentsgebäude
eine Art "Nationaldenkmal", eine Allegorie des jungen Staates dar.
Bundeshäuser West und Ost: Dreiseitige Baukörper mit deutlich betonten Mittelrisaliten und
Hofbildungen gegen Norden. Das Bundeshaus West erinnert an die Münchner Ludwigstrasse, die
ihrerseits von der florentinischen Frührenaissance herzuleiten ist. Im Bundehaus Ost werden
Renaissanceformen aus dem 15. Jahrhundert in freier Art verwendet.
Parlamentsgebäude: Die Kombination verschiedenster architektonischer Elemente – von der
Tempelfront über die Renaissance bis zur Barockkuppel – geschieht im Zeichen der Errichtung
eines "Nationaldenkmals". Auch Figurenschmuck und Ausstattung stehen im Dienste dieser Idee.
Von grosser städtebaulicher Bedeutung sind die Nord- und die Südfassade."
Die Gestaltung oder Bepflanzung der Höfe der beiden Bundeshäuser und der
Bundesterrasse wird weder im Bauinventar noch im ISOS beschrieben. Das ISOS erwähnt
einzig den Bernabrunnen im Hof des Bundeshauses West, enthält aber keinerlei Hinweise
zu Bäumen oder einer bestimmten Bepflanzung, dies im Gegensatz zu anderen Objekten
in der Altstadt, bei denen der Baumbestand explizit erwähnt wird (z.B. Grabenpromenade
mit Linden, Kirchhof Nydegg mit Linden, Läuferplatz mit zwei Kastanien, Mühlenplatz mit
Brunnen zwischen zwei Kastanien, Kleeplatz mit Kastanie)25. Die Gestaltung der Höfe und
der Bundesterrasse bzw. deren Bepflanzung hat daher keine eigenständige
denkmalpflegerische Bedeutung und geniesst keinen eigenen Schutz.
d) Das umstrittene Bauvorhaben umfasst somit keine Veränderungen an geschützten
Objekten selbst, sondern betrifft nur bauliche und gestalterische Massnahmen in ihrer
unmittelbaren Umgebung. Gemäss verschiedener kommunaler, kantonaler und
25 Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz, Band 3 / Bern Stadt, 2005 (ISOS), S. 65 f.
11
bundesrechtlicher Vorschriften können aber auch Veränderungen in der Umgebung von
Baudenkmälern unter Umständen unzulässig sein:
- Die Instandstellung oder Veränderung der Umgebungsanlage einer Bundesbaute ist
eine Bundesaufgabe im Sinn von Art. 2 Abs. 1 Bst. a NHG. Bei der Erfüllung einer
Bundesaufgabe haben die Behörden dafür zu sorgen, dass Kulturdenkmäler geschont
werden und, wo das allgemeine Interesse an ihnen überwiegt, ungeschmälert erhalten
bleiben (Art. 3 Abs. 1 NHG). Hat ein Objekt nationale Bedeutung und ist in einem
Bundesinventar erwähnt, untersteht es dem verstärkten Schutz von Art. 6 NHG. Ein
solches Objekt verdient in besonderem Masse die ungeschmälerte Erhaltung, jedenfalls
aber die grösstmögliche Schonung. Die Pflicht zur Schonung besteht in erster Linie
darin, Eingriffe am Objekt selber zu vermeiden oder zu minimieren. Die Objekte sollen
aber nicht nur vor der Zerstörung geschützt werden, sondern auch vor der Abwertung
durch andere Bauten und Anlagen in der Umgebung.26
- Gemäss Art. 10b Abs. 1 BauG dürfen Baudenkmäler durch Veränderungen in ihrer
Umgebung nicht beeinträchtigt werden.
- Die Altstadtschutzbestimmungen der Stadt Bern sehen zudem vor, dass die Altstadt mit
all ihren historischen und gestalterisch bedeutenden Merkmalen zu erhalten ist (Art. 76
BO). Dazu können auch Aussenräume gehören.
e) Die städtische Denkmalpflege kam im vorinstanzlichen Verfahren zum Schluss, die
Neukonzeption der Umgebungsgestaltung biete die Möglichkeit, die Gestaltung im Rahmen
einer Gesamtsicht zu überarbeiten und die Umgebung wie auch die Bauten dadurch
aufzuwerten. Die Erneuerung der Umgebungsgestaltung sei aus denkmalpflegerischer
Sicht zu begrüssen. Zur Bepflanzung hält die Denkmalpflege fest, historisch belegt sei die
Einteilung der beiden Ehrenhöfe in bepflanzte und befestigte Flächen, die Gestaltung der
Bepflanzung habe sich aber über die Jahrzehnte hinweg wesentlich geändert. So zeige
beispielsweise ein aus der Bauzeit des Bundeshauses Ost stammendes Aquarell den
Ehrenhof mit einer niedrigen, mehr busch- als baumartigen Bepflanzung. Später sei diese
26 Favre in: Keller/Zufferey/Fahrländer, Kommentar NHG, 1997, Art. 3 N. 8
12
Bepflanzung bis auf zwei Birken verschwunden, dafür seien rund um die beiden
Rasenflächen Eibenhecken angelegt worden.27
f) Die Beurteilung der Denkmalpflege, welche die Umgestaltung positiv wertet, ist
nachvollziehbar und überzeugt: Das Weglassen von Bäumen in den Ehrenhöfen der
beiden Bundeshäuser stärkt die Präsenz der geschützten Bauten und lässt die in den
Inventaren erwähnten Elemente, wie beispielsweise die Form der Gebäude, die
Fassadengestaltung oder den Bernabrunnens besser in Erscheinung treten. Mit der
geplanten sehr niedrigen Bepflanzung der Grünflächen wird eine freie Sicht auf die
eindrücklichen Bauten ermöglicht und ihre Bedeutung betont. Die heute noch vorhandenen
Bäume im Ehrenhof des Bundeshauses West bewirken das Gegenteil; sie stehen
prominent im Vordergrund und nehmen dem Betrachter einen grossen Teil der Sicht auf
die nördliche Fassade des Bundeshauses West. Die Entfernung der Bäume in den
Ehrenhöfen führt daher nicht zu einer Beeinträchtigung der denkmalgeschützten Bauten,
sondern wertet diese auf und betont ihre Bedeutung. Die geplante Gestaltung ermöglicht
zudem eine Vereinheitlichung der beiden Ehrenhöfe, was in positiver Weise dazu führt,
dass die Gesamtanlage der Bundesgebäude deutlicher als Einheit wahrgenommen wird.
Die Neugestaltung der Ehrenhöfe verstösst daher weder gegen Art. 10b Abs. 1 BauG noch
gegen die Schonungspflicht gemäss Art. 3 und Art. 6 NHG. Auch die
Altstadtschutzvorschriften der Stadt Bern werden nicht tangiert. Diese sehen nur für
historisch und gestalterisch bedeutende Merkmale der Altstadt ein Erhaltungsgebot vor
(Art. 76 BO). Die Bepflanzung der Ehrenhöfe mit Bäumen ist aber weder historisch noch
gestalterisch belegt oder bedeutend: Historische Bilder zeigen, dass die Ehrenhöfe seit
jeher über eine Beflästerung verfügen, in die begrünte Bereiche eingelassen sind. Deren
Bepflanzung hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin gehörten aber Bäume nicht zur historischen Gestaltung. Dies belegt
eine Lithographie aus dem Jahre 1858. Diese zeigt das kurz vorher fertig gestellte
Bundeshaus West und seinen Ehrenhof mit dem Bernabrunnen. Der Ehrenhof enthielt
damals in die Bepflästerung eingelassene Grünflächen mit sehr niedriger Bepflanzung –
sogenannte "Parterres" –, aber keine Bäume.28 Die Lithographie zeigt im Übrigen auch
27 Bericht der Stadt Bern vom 19. August 2014, Vorakten p. 278 ff., sowie Schlussbemerkungen der Denkmalpflege vom 30. Oktober 2014, Vorakten p. 307 ff. 28 Lithographie von Charles Fichot, abgebildet im Inventar der neueren Schweizer Architektur 1850 - 1920 (INSA), Bern, Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, 1986, S. 387, sowie im Bericht des Bundesamtes für Bauten und Logistik "Bundeshaus West, Umbau und Sanierung 2005 - 2011", S. 11
13
sehr deutlich, dass sowohl das Bundeshaus als auch der Hof selbst sowie der
Bernabrunnen ohne hohe Bepflanzung viel stärker zur Geltung gelangen.
Die gleiche Wirkung wird durch die Neugestaltung der Bepflanzung auf der Südseite der
Gebäude erzielt: Heute präsentiert sich der Baumbestand auf der Bundesterrasse
uneinheitlich. Die Bäume auf der östlichen Seite der Bundesterrasse sind nicht mehr
vorhanden, da sie bereits gestützt auf eine früher erteilte Bewilligung gefällt wurden.29
Schon vor deren Beseitigung war aber weder eine einheitliche Anordnung noch eine
einheitliche Höhe gegeben. Die Neugestaltung sieht dagegen eine rhythmische Anordnung
vor, die konkret Bezug auf die Gebäude nimmt. Zudem soll die Höhe der neuen Bäume
einheitlich begrenzt werden, um Rücksicht auf die sogenannten Bundesratsbalkone zu
nehmen.30 Durch diese Massnahmen wird das Bundeshausensemble wieder stärker in
Erscheinung treten und die städtebaulich wichtigen Südfassaden betont. Daher führt auch
die Beseitigung des bestehenden Baumbestandes auf der Bundesterrasse und die
Pflanzung neuer, anders angeordneter Bäume nicht zu einer Beeinträchtigung der
geschützten Baudenkmäler, sondern zu deren Aufwertung. Die Vorinstanz hat daher zu
Recht eine Verletzung der Denkmal- oder Altstadtschutzbestimmungen verneint.
4. Gutachten der EKD / ENHK
a) Die Beschwerdeführerin beantragte im vorinstanzlichen Verfahren, es sei ein
Gutachten der ENHK oder der EKD einzuholen. Die Vorinstanz erachtete dies gestützt auf
die Beurteilung der städtischen Denkmalpflege als nicht erforderlich. Die
Beschwerdeführerin beanstandet dies und beantragt auch im Beschwerdeverfahren eine
Begutachtung durch eine der beiden eidgenössischen Kommissionen. Sie macht geltend,
die Frage, ob eine erhebliche Beeinträchtigung der im ISOS inventarisierten Objekte
vorliege, müsse durch eine aussenstehende fachliche Beurteilung geklärt werden und
könne nicht durch die städtische Denkmalpflege, die im Vorverfahren als Partei involviert
gewesen sei, erfolgen. Zudem würden sich grundsätzliche Fragen stellen, da noch vor
wenigen Jahren Fachleute betreffend der Gestaltung des Hofes des Bundeshauses West
zu ganz anderen Schlüssen gekommen seien und auf die Fällung der Bäume im Ehrenhof
West verzichtet hätten.
29 Vorakten p. 73 ff. 30 Vgl. Projektbeschrieb in den Baugesuchsunterlagen, Vorakten p. 59
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b) Wenn bei der Erfüllung einer Bundesaufgabe ein Objekt, das in einem Inventar des
Bundes über Objekte mit nationaler Bedeutung aufgeführt ist, erheblich beeinträchtigt
werden könnte oder sich in diesem Zusammenhang grundsätzliche Fragen stellen, so ist
ein Gutachten der ENHK oder der EKD einzuholen (Art. 7 Abs. 2 NHG i.V.m. Art. 25 NHV).
Ist für die Erfüllung der Bundesaufgabe der Bund zuständig, so beurteilt das zuständige
Bundesamt, ob ein Gutachten erforderlich ist. Ist der Kanton zuständig, so obliegt die
Klärung dieser Frage laut Art. 7 Abs. 1 NHG der kantonalen Fachstelle gemäss Art. 25
Abs. 2 NHG. Anders als die Beschwerdeführerin meint, obliegt diese Beurteilung nicht
einer der eidgenössischen Kommissionen selbst (vgl. Art. 7 Abs. 1 NHG).
c) Das umstrittene Bauvorhaben betrifft die Umgebung der Bauten des
Bundeshauskomplexes, die im ISOS und damit in einem Inventar des Bundes über Objekte
mit nationaler Bedeutung aufgeführt sind (vgl. Erwägung 3.b). Da das Vorhaben bauliche
Massnahmen an einer Anlage der Bundesverwaltung betrifft, die durch die
Bundesbehörden in Auftrag gegeben wurden, handelt es sich um eine Bundesaufgabe im
Sinn von Art. 2 Abs. 1 Bst. a NHG. Weil das Bauvorhaben die Erfüllung einer
Bundesaufgabe betrifft, wäre obligatorisch ein Gutachten der EKD oder der ENHK
einzuholen, falls eine erhebliche Beeinträchtigung der betroffenen Objekte zu befürchten
ist.
Die Erteilung von Baubewilligungen und der Denkmalschutz sind kantonale Aufgaben.
Daher hat laut Art. 7 Abs. 1 NHG und Art. 2 Abs. 4 NHV31 – auch wenn es sich um
Bundesbauten handelt – die kantonale Fachstelle für Denkmalpflege im Rahmen ihrer
Mitwirkung zu beurteilen, ob eine Beeinträchtigung vorliegen könnte und ob ein Gutachten
der eidgenössischen Kommission notwendig ist.32 Für Bauten auf dem Gemeindegebiet der
Stadt Bern wurden allerdings gestützt auf Art. 36 DPG33 die kantonalen Kompetenzen im
Bereich der Denkmalpflege an die Stadt Bern delegiert.34 Zuständig für die Beurteilung, ob
das Bauvorhaben die beiden Bundeshäuser und das Parlamentsgebäude beeinträchtigen
könnte und ob ein Gutachten der EKD oder der ENHK einzuholen ist, ist daher im
vorliegenden Verfahren die Denkmalpflege der Stadt Bern. Die Vorinstanz hat daher bei
der Prüfung, ob ein Gutachten einer eidgenössischen Kommission erforderlich ist, zu Recht
31 Verordnung des Bundesrates vom 16. Januar 1991 über den Natur- und Heimatschutz (NHV; SR 451.1) 32 Vgl. auch Leimbacher in: Keller/Zufferey/Fahrländer, Kommentar NHG, 1997, Art. 7 N 6 33 Gesetz vom 8. September 1999 über die Denkmalpflege (Denkmalpflegegesetz, DPG; BSG 426.41) 34 Verfügung der Erziehungsdirektion des Kantons Bern vom 10. Juni 2002
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auf die Beurteilung der Denkmalpflege der Stadt Bern abgestellt, die im Übrigen im
Vorverfahren nicht Parteistellung hatte.
d) Die Denkmalpflege der Stadt Bern kam im vorinstanzlichen Verfahren zum Schluss,
aus fachlicher Sicht könne von einer erheblichen Beeinträchtigung keine Rede sein. Das
Bauprojekt sehe zwar im Bereich der Bepflanzung eine deutliche Veränderung zum Ist-
Zustand vor, diese stelle jedoch keine Beeinträchtigung dar. Es bestehe daher keine
Veranlassung, eine Stellungnahme der EKD oder der ENHK einzuholen. Gestützt darauf
verzichtete der Regierungsstatthalter auf eine Begutachtung durch eine der genannten
Kommissionen. Dies ist nicht zu beanstanden: Eine erhebliche Beeinträchtigung der
geschützten Bauten durch die geplante Umgebungsgestaltung ist nicht zu befürchten, im
Gegenteil. Die vorgesehenen Massnahmen werden zu einer Aufwertung führen (vgl.
Erwägung 3.e). Es ist auch nicht ersichtlich, inwiefern sich grundsätzliche Fragen stellen
sollten. Das von der Beschwerdeführerin angeführte Zitat und der Umstand, dass bei der
Renovation des Bundeshauses West von 2005 bis 2011 die in den 80er-Jahren im
Ehrenhof gepflanzten Bäume stehen gelassen wurden, zeugen weder von gegensätzlichen
Meinungen der Fachleute noch machen sie die Frage der Bepflanzung zu einer
grundsätzlichen Frage im Sinne von Art. 7 NHG. Die umfassenden Sanierungsarbeiten in
den Jahren 2005 bis 2011 betrafen das Gebäude Bundeshaus West, nicht dessen
Umgebung.35 Arbeiten im Ehrenhof erfolgten, soweit er als Erschliessungsbereich zum
Gebäude betroffen war. So musste aufgrund der Bauarbeiten die Pflästerung aus
Flusssteinen aus- und wieder eingebaut werden. Ansonsten war die Umgestaltung des
Ehrenhofs nicht Teil der Sanierungsphase 2005 bis 2011. Da bereits damals bekannt war,
dass betreffend die Instandstellung und Umgestaltung der Umgebung des
Bundeshauskomplexes ein separates Projekt und damit verbunden 2011 ein
Wettbewerbsverfahren erfolgen soll, ist es naheliegend, dass 2010 noch kein Eingriff in
den Baumbestand erfolgte. Darauf kann kein Widerspruch zwischen Expertenmeinungen
abgeleitet werden.
Die Vorinstanz hat daher zu Recht darauf verzichtet, ein Gutachten der EKD oder der
ENHK einzuholen. Es besteht auch im Beschwerdeverfahren kein Anlass, ein solches
Gutachten einzuholen. Der Antrag der Beschwerdeführerin wird abgewiesen.
35 Vgl. dazu den Bericht des Bundesamtes für Bauten und Logistik "Bundeshaus West, Umbau und Sanierung 2005 - 2011", S. 140
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5. Baumschutz
a) Die Beschwerdeführerin kritisiert die Veränderung des Baumbestandes in der
Umgebung des Bundeshauskomplexes nicht nur hinsichtlich der Auswirkungen auf die
denkmalgeschützten Bauten, sondern rügt auch, die Fällung der bestehenden Bäume
verstosse gegen das Baumschutzreglement der Stadt Bern. Das nach
Baumschutzreglement für eine Fällung erforderliche überwiegende öffentliche Interesse
liege nicht vor.
b) Für den Baumbestand auf dem Gebiet der Stadt Bern gilt ein Baumschutzreglement
(BSchR36). Dieses bezweckt den Schutz des Baumbestandes im Interesse des Orts- und
Landschaftsbildes, des ökologischen Ausgleichs sowie der Wohnlichkeit der Quartiere und
Siedlungen (Art. 1 BSchR). Es gilt sowohl für Bäume auf privatem als auch auf öffentlichem
Grund mit Ausnahme der Grundstücke im Verwaltungsvermögen der Stadt und der
öffentlichen Sachen im Gemeingebrauch der Stadt Bern. Ausgenommen sind zudem
Baumschulen, Wald, die Baumbestände der Gärtnereien sowie die Obstbäume (Art. 2
BSchR). Im Aaretalschutzgebiet und in der Altstadt sind Bäume ab einem Stammumfang
von 30 cm bzw. einem Durchmesser von circa 10 cm geschützt (Baumschutzzone A). Ihre
Beseitigung ist nicht ausgeschlossen, bedarf aber einer Bewilligung (Art. 3 BSchR). Das
Reglement sieht mehrere Bewilligungsgründe vor: Eine Bewilligung wird erteilt, wenn sich
die Beseitigung des Baumes aufgrund seines Gesundheitszustandes als notwendig
erweist, mit der Erhaltung eine wesentliche Gefahr für Menschen oder Sachen verbunden
wäre, die Beseitigung eine Pflegemassnahme für den umstehenden Baumbestand
darstellt, Wohnräume durch Schattenwurf, Feuchtigkeit oder andere Auswirkungen
erheblich beeinträchtigt werden oder andere eindeutig überwiegende öffentliche oder
private Interessen die Beseitigung des Baumes erfordern. Im Rahmen der
Interessenabwägung ist namentlich der Wert des zur Beseitigung beantragten Baumes für
das Orts- und Landschaftsbild sowie seine ökologische Bedeutung und die Möglichkeit
eines vollwertigen Ersatzes durch Neuanpflanzung zu berücksichtigen (Art. 4 Abs. 1 und
Abs. 2 BSchR). Die Beseitigung besonders schutzwürdiger Bäume und Gehölze im Sinne
von Art. 10 Abs. 1 c BauG wird nur ausnahmsweise und unter der Bedingung des
vollwertigen Ersatzes bewilligt. Die besonders schutzwürdigen privaten Bäume und
36 Baumschutzreglement der Stadt Bern vom 7. Juni 1998 (BSchR; SSSB 733.1)
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Gehölze sind in einem von Stadtgrün Bern erstellten Hinweisinventar festgehalten (Art. 4
Abs. 3 und Art. 7 Abs. 3 BSchR). Die fachliche Beurteilung der Fällungsgesuche obliegt
Stadtgrün Bern (Art. 7 ff. BSchR).
c) Die vorliegend umstrittenen Bäume auf der Bundesterrasse und im Ehrenhof West
sind nicht im Inventar der besonders schutzwürdigen Bäume aufgeführt. Da sie sich aber in
der Baumschutzzone A befinden und ihr Stammumfang unbestrittenermassen mindestens
30 cm beträgt, ist ihre Beseitigung nur zulässig, wenn einer der genannten
Bewilligungsgründe vorliegt.
d) Die Vorinstanz hat gestützt auf eine positive Beurteilung von Stadtgrün Bern ein
überwiegendes Interesse an der Beseitigung der Bäume bejaht und die Beseitigung
bewilligt. Sie hielt zur Begründung fest, die Umgestaltung des Aussenraumes werte die
denkmalgeschützten Bauten auf und es werde eine qualitativ hochstehende Neu- und
Ersatzpflanzung erstellt.
Diese Beurteilung überzeugt: Wie in Erwägung 3 dargestellt, klärt das Weglassen von
Bäumen im Ehrenhof West den Stellenwert des Hofes und stärkt die Präsenz des
denkmalgeschützten Gebäudes. Die Beseitigung der bestehenden Bäume auf der
Bundesterrasse ermöglicht eine systematisierte Neuanordnung von Bäumen, welche auf
die Gebäude abgestimmt ist und deren Fassadenverlauf betont. Die städtebaulich wichtige
Südfassade des Bundeshauskomplexes wird durch die Neugestaltung aufgewertet. Es
liegen daher öffentliche Interessen (Denkmalschutz und Stadtbild) vor, die für eine
Beseitigung der bestehenden Bäume sprechen. Diese überwiegen die Interessen am
Erhalt des bestehenden Baumbestandes. Die bestehenden Bäume haben keine spezielle
ökologische Bedeutung und die Durchgrünung der Stadt wird nur unwesentlich verringert,
da die Bäume zu einem grossen Teil ersetzt werden und die Parterres in den Ehrenhöfen
auch künftig befpflanzt sein werden. Die Vorinstanz hat daher zu Recht das Bauvorhaben,
das die Beseitigung der bestehenden Bäume vorsieht, bewilligt.
e) Soweit die Beschwerdeführerin die angeblich in einer späteren Phase geplante
Beseitigung von Bäumen entlang der Bundesgasse rügt, ist auf die Beschwerde nicht
einzutreten, da diese Bäume und die Bundesgasse nicht vom hier umstrittenen
Bauvorhaben umfasst sind.
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6. Öffentliches Wegrecht
a) Das Bauprojekt sieht vor, auf der Ost- und der Westseite der Bundesterrasse
versenkbare Bodenrollgitter zu installieren, in den beiden Durchgängen zwischen dem
Parlamentsgebäude und den Bundeshäusern versenkbare Poller und schmiedeeiserne
Tore zu erstellen und beim Zugang zur Vannazhalde ein Tor zu errichten. Diese
Installationen sollen es ermöglichen, die Bundesterrasse bei Bedarf vorübergehend zu
schliessen.37 Die Beschwerdeführerin rügt, diese Absperranlagen widersprächen einem
öffentlichen Wegrecht, das die Eidgenossenschaft der Stadt Bern mittels eines
Dienstbarkeitsvertrages eingeräumt habe.
b) Die Frage, ob eine bauliche Massnahme einen Dienstbarkeitsvertrag verletzt, ist eine
zivilrechtliche Frage. Die Einhaltung zivilrechtlicher Vorschriften und Vereinbarungen ist im
Baubewilligungsverfahren in der Regel nicht zu überprüfen.38 Die Baubewilligungsbehörde
muss grundsätzlich nur prüfen, ob ein Vorhaben den massgebenden öffentlich-rechtlichen
Vorschriften entspricht. Dies sind einerseits die bau- und planungsrechtlichen Vorschriften,
andererseits aber auch gewisse nach anderen Gesetzen im Baubewilligungsverfahren zu
prüfenden Vorschriften (Art. 2 BauG). Dazu gehören unter anderem diejenigen der
Strassengesetzgebung.39 Diese sieht in Art. 65 SG40 vor, dass öffentliche Strassen – zu
denen gemäss Art. 4 Abs. 1 SG auch Wege und Plätze gehören können – im Rahmen ihrer
Zweckbestimmung, ihrer Gestaltung, der örtlichen Verhältnisse und der geltenden
Vorschriften von allen unentgeltlich und ohne besondere Erlaubnis benutzt werden dürfen
(sogenannter Gemeingebrauch). Ein Bauvorhaben, das den Gemeingebrauch an einer
Strasse einseitig aufhebt oder einschränkt, beispielsweise durch eine Absperrung,
verstösst gegen Art. 65 und kann deshalb nicht bewilligt werden.41 Ist eine Strasse, ein
Weg oder ein Platz durch eine Wegdienstbarkeit dem Gemeingebrauch gewidmet und
damit öffentlich geworden, kann der Inhalt der zugrunde liegenden zivilrechtlichen
Vereinbarung, beispielsweise der Umfang des Wegrechts, auch im
Baubewilligungsverfahren von Bedeutung sein.
37 Projektbeschrieb, S. 10 f., Vorakten, p. 51 f. 38 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 2 N. 4a; BVR 2004 S. 412 E. 3.2; Monika Hintz, Zivilrechtliche Vorfragen im Baubewilligungsverfahren,  2/2014, S. 61 ff. 39 BVR 2008 S. 332 E. 3.1; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 2 N. 4 40 Strassengesetz vom 4. Juni 2008 (SG; BSG 732.11) 41 VGE 2009/433 vom 22. Februar 2011 E. 2.2, zitiert bei Hintz, a.a.O., S. 70 f.; BVR 2008 S. 332 E. 3
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c) Die Schweizerische Eidgenossenschaft und die Hotel Bellevue Palace Immobilien
AG haben mittels einer im Grundbuch eingetragenen Dienstbarkeit der
Einwohnergemeinde Bern ein öffentliches Weg- und Benutzungsrecht eingeräumt, das die
Bundesterrasse betrifft. Gemäss dem entsprechenden Dienstbarkeitsvertrag hat die
Öffentlichkeit ein freies Benutzungsrecht der Bundesterrasse im Rahmen der
Zweckbestimmung. Die Beschwerdegegnerin behält sich allerdings in Ziff. 4.2.2 des
Dienstbarkeitsvertrages vor, die belasteten Flächen in begründeten Fällen wie
Staatsempfängen, Demonstrationen etc. vorübergehen zu schliessen.42
Mit der Errichtung dieser Wegdienstbarkeit zu Gunsten der Öffentlichkeit ist die
Bundesterrasse dem Gemeingebrauch gewidmet und damit zum öffentlichen
Strassenraum geworden (Art. 4 Abs. 1 i.V.m. Art. 13 Abs. 3 Bst. b SG). Allerdings hat die
Beschwerdegegnerin das Wegrecht beschränkt und sich vorübergehende Schliessungen in
bestimmten Fällen vorbehalten. Somit sieht bereits der Widmungsakt nicht einen
unbeschränkten Gemeingebrauch vor, sondern lässt temporäre Beschränkungen durch die
Beschwerdegegnerin zu. Die geplanten Absperrvorrichtungen, die so ausgeführt werden
sollen, dass sie keine dauernde Sperrung bewirken, verletzen daher weder den
Dienstbarkeitsvertrag noch beschränken sie den Gemeingebrauch in unzulässiger Weise.
Die Vorinstanz hat sie daher zu Recht bewilligt.
7. Zusammenfassung und Kosten
a) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz das Bauvorhaben zu Recht
bewilligt hat und daher die Beschwerde abzuweisen und der vorinstanzliche Entscheid zu
bestätigen ist.
b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Beschwerdeführerin. Sie hat die
Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine
42 Vgl. Vorakten, p. 175 ff. (Auszug Dienstbarkeitsvertrag) und Einträge im GRUDIS zu den Grundstücke Bern 1 Nr. 823, Nr. 848 und Nr. 1058
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Pauschalgebühr von Fr. 1'600.00 (Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1
GebV43).
c) Die Beschwerdegegnerin ist nicht anwaltlich vertreten; Parteikosten werden daher
keine gesprochen (Art. 104 Abs. 1 VRPG).
43 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 154.21)
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