Decision ID: 83592472-aa30-4acc-946e-e5b160f68d5e
Year: 2003
Language: de
Court: CH_BGer
Chamber: CH_BGer_002
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: public_law

Sachverhalt:
Sachverhalt:
A. Bei der AHV-Ausgleichskasse C._ handelt es sich um die Verbandsausgleichskasse des Verbandes C._ im Sinne der AHV-Gesetzgebung. Aufgrund der Ergebnisse einer Kurzkontrolle durch die Eidgenössische Steuerverwaltung wurde sie am 28. Juni 2000 rückwirkend per 1. Januar 1995 im Register der Mehrwertsteuerpflichtigen eingetragen. Mit Ergänzungsabrechnung Nr. 247'443 gleichen Datums belastete die Eidgenössische Steuerverwaltung der AHV-Ausgleichskasse für die Steuerperioden 1. Quartal 1995 bis 1. Quartal 2000 eine Steuer von Fr. -.-- zuzüglich Verzugszins. Die Steuerforderung beruht auf Dienstleistungen (Umsätzen), welche die Ausgleichskasse im so genannten übertragenen Wirkungskreis gemäss Art. 63 Abs. 4 AHVG erbrachte. Es geht um Administrations- und Kontrolltätigkeiten, welche die Ausgleichskasse für die verbandseigene Pensionskasse sowie für verschiedene Familienausgleichskassen erbringt und die nach Ansicht der Eidgenössischen Steuerverwaltung als private, auf Mandat beruhende Tätigkeiten zu versteuern sind. Mit Entscheid vom 27. September 2000 und Einspracheentscheid vom 20. September 2001 bestätigte die Eidgenössische Steuerverwaltung - unter Vorbehalt der Berichtigung im Zuge einer allfälligen späteren Kontrolle - die Steuerforderung.
Eine Beschwerde der AHV-Ausgleichskasse C._ wies die Eidgenössische Steuerrekurskommission mit Entscheid vom 15. Mai 2002 ab.
Eine Beschwerde der AHV-Ausgleichskasse C._ wies die Eidgenössische Steuerrekurskommission mit Entscheid vom 15. Mai 2002 ab.
B. Gegen diesen Entscheid führt die AHV-Ausgleichskasse C._ Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht. Sie beantragt u.a., es sei die Steuernachforderung im Betrag von Fr. -.-- aufzuheben.
Die Eidgenössische Steuerverwaltung beantragt Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Die Eidgenössische Steuerrekurskommission verzichtete auf eine Stellungnahme zur Beschwerde.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
1. Gemäss Art. 4 lit. a und b der hier noch anwendbaren Verordnung über die Mehrwertsteuer vom 22. Juni 1994 (MWSTV) unterliegen der Steuer die im Inland gegen Entgelt erbrachten Lieferungen von Gegenständen und Dienstleistungen. Art. 14 MWSTV enthält den Katalog der von der Steuer ausgenommenen Umsätze. Ist ein Umsatz von der Steuer ausgenommen, kann auf Gegenständen und Dienstleistungen, die für solche Umsätze verwendet werden, der Vorsteuerabzug nicht geltend gemacht werden (Art. 13 MWSTV). Gemäss Art. 14 Ziff. 7 MWSTV sind von der Steuer u.a. ausgenommen "die von Einrichtungen der Sozialfürsorge und Sozialhilfe sowie der sozialen Sicherheit erbrachten Leistungen ...".
Es ist unbestritten, dass die Leistungen, welche die Beschwerdeführerin als AHV-Verbandsausgleichskasse im angestammten, eigenen Wirkungsbereich (AHV) erbringt und abgegolten erhält, nicht zu versteuern sind. Diese Leistungen sind bereits auf Grund von Art. 14 Ziff. 7 MWSTV von der Steuer ausgenommen. Zum Bereich der "sozialen Sicherheit" zählen auch die Einrichtungen der Sozialversicherung, wie namentlich die AHV-Ausgleichskassen. Soweit der Beschwerdeführerin im nicht übertragenen, eigenen Wirkungskreis zudem hoheitliche Befugnisse zukommt, was hier nicht zu entscheiden ist, entfällt nach Art. 17 Abs. 4 MWSTV die subjektive Steuerpflicht. Das ist zwischen den Parteien nicht streitig.
Es ist unbestritten, dass die Leistungen, welche die Beschwerdeführerin als AHV-Verbandsausgleichskasse im angestammten, eigenen Wirkungsbereich (AHV) erbringt und abgegolten erhält, nicht zu versteuern sind. Diese Leistungen sind bereits auf Grund von Art. 14 Ziff. 7 MWSTV von der Steuer ausgenommen. Zum Bereich der "sozialen Sicherheit" zählen auch die Einrichtungen der Sozialversicherung, wie namentlich die AHV-Ausgleichskassen. Soweit der Beschwerdeführerin im nicht übertragenen, eigenen Wirkungskreis zudem hoheitliche Befugnisse zukommt, was hier nicht zu entscheiden ist, entfällt nach Art. 17 Abs. 4 MWSTV die subjektive Steuerpflicht. Das ist zwischen den Parteien nicht streitig.
2. Anders verhält es sich jedoch in Bezug auf die hier allein umstrittenen Leistungen, welche die Beschwerdeführerin im übertragenen Wirkungskreis gemäss Art. 63 Abs. 4 AHVG erbringt. Es geht um die Leistungen gegenüber den verbandseigenen Einrichtungen, wie namentlich der Pensionskasse, sowie allenfalls gegenüber Dritteinrichtungen. Diese Leistungen sind nicht solche der "sozialen Sicherheit", auch wenn es sich beim Leistungsempfänger um eine Institution der Sozialversicherung handelt. Es geht um Vorumsätze, die gegebenenfalls beim Leistungsempfänger für nicht der Steuer unterliegende Leistungen verwendet werden, selber aber von der Steuer nicht ausgenommen sind. Werden diese Leistungen von einer privaten Unternehmung erbracht, so unterliegen sie der Steuer. Das Bundesgericht hat bei der Auslegung von Art. 14 MWSTV stets eine auf den Normsinn beschränkte, restriktive Praxis vertreten, weil Steuerausnahmen bei einer allgemeinen Verbrauchssteuer systemwidrig sind und zu Wettbewerbsverzerrungen führen können.
In diesem Sinne entschied das Bundesgericht am 6. Januar 2003 bereits in Bezug auf zwei andere Verbandsausgleichskassen, welche - wie die Beschwerdeführerin - Leistungen im übertragenen Wirkungskreis erbrachten (Urteile 2A.280/2002 und 2A.305/2002). In diesen Entscheiden legte das Bundesgericht u.a. dar, dass die parlamentarischen Arbeiten zum neuen Mehrwertsteuergesetz, und insbesondere der am 22. Juni 2001 in Ziffer 25 ergänzte Art. 18 MWSTG, keine andere Auslegung der hier fraglichen Bestimmung (Art. 14 Ziff. 7 MWSTV) nahe legen. Es zeigte in diesen Urteilen auch auf, dass die Eidgenössische Steuerverwaltung ihre Praxis nicht rückwirkend geändert hat. Die vorliegende Beschwerde gibt keinen Anlass, auf diese Rechtsprechung zurückzukommen.
In diesem Sinne entschied das Bundesgericht am 6. Januar 2003 bereits in Bezug auf zwei andere Verbandsausgleichskassen, welche - wie die Beschwerdeführerin - Leistungen im übertragenen Wirkungskreis erbrachten (Urteile 2A.280/2002 und 2A.305/2002). In diesen Entscheiden legte das Bundesgericht u.a. dar, dass die parlamentarischen Arbeiten zum neuen Mehrwertsteuergesetz, und insbesondere der am 22. Juni 2001 in Ziffer 25 ergänzte Art. 18 MWSTG, keine andere Auslegung der hier fraglichen Bestimmung (Art. 14 Ziff. 7 MWSTV) nahe legen. Es zeigte in diesen Urteilen auch auf, dass die Eidgenössische Steuerverwaltung ihre Praxis nicht rückwirkend geändert hat. Die vorliegende Beschwerde gibt keinen Anlass, auf diese Rechtsprechung zurückzukommen.
3. Von diesen Urteilen erhielt auch die Beschwerdeführerin Kenntnis. Sie wurden ihr zugestellt mit der Möglichkeit, die Beschwerde zurückzuziehen. Die Beschwerdeführerin hielt an der Beschwerde fest. Sie macht geltend, anders als in den beiden Urteilen sei sie Adressatin des Schreibens der Abteilung Mehrwertsteuer vom 2. März 1995 gewesen. Würde sie die Beschwerde zurückziehen, hätte dies zur Folge, dass die Verwaltung weiterhin Auskünfte erteilen könnte, an die sie später nicht gebunden sei. Dieser Einwand ist näher zu prüfen, zumal er bereits in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben wurde.
Das Schreiben der Eidgenössischen Steuerverwaltung vom 2. März 1995, auf das sich die Beschwerdeführerin beruft, hat folgenden Inhalt: "Nach Ihren Auskünften sind bei Ihnen die Voraussetzungen der Steuerpflicht zur Zeit nicht gegeben. Wir tragen Sie deshalb nicht in das Register der Steuerpflichtigen ein. (...) Sollten bei Ihnen die Voraussetzungen der Steuerpflicht in einem späteren Zeitpunkt zutreffen, müssen sie sich innert 30 Tagen nach deren Eintritt schriftlich bei uns melden." Im Einspracheentscheid (S. 8) führte die Eidgenössische Steuerverwaltung in Bezug auf dieses Schreiben aus: "Es handelt sich um ein Standard-Absageschreiben der Sektion Eintragungen und Löschungen, welches in der Regel Unternehmen zugeschickt worden ist, nachdem sie der ESTV den ausgefüllten Fragebogen für Mehrwertsteuerpflichtige, allenfalls gewisse weitere Unterlagen über ihre Geschäftstätigkeit haben zukommen lassen. Was im vorliegenden Fall der ESTV vorgelegt worden ist, ist nicht mehr eruierbar. Die Auskunft lässt jedoch darauf schliessen, dass die ESTV nicht über die Tätigkeit der Einsprecherin im Auftrage Dritter hingewiesen worden ist, ansonsten die Frage der Steuerbarkeit bereits dannzumal dem Rechtsdienst unterbreitet worden wäre. Letzteres war ganz klar nicht der Fall. Mit Sicherheit fand auch - entgegen der Behauptung der Einsprecherin - nie eine Kontrolle gemäss Art. 50 MWSTV statt...".
Es steht somit nicht fest, auf welche Angaben (Auskünfte) der Beschwerdeführerin das Schreiben der Eidgenössischen Steuerverwaltung vom 2. März 1995 sich bezog. Es ist anzunehmen, dass es damals um die Frage der Steuerpflicht der Beschwerdeführerin im Allgemeinen ging. Es fehlen jegliche Anhaltspunkte, dass die Beschwerdeführerin die Eidgenössische Steuerverwaltung um eine Auskunft für die steuerliche Behandlung von Umsätzen im übertragenen Wirkungskreis der AHV-Ausgleichskassen ersuchte. Auch die Beschwerdeführerin macht etwas Derartiges nicht geltend. In ihrer Beschwerde an die Vorinstanz vom 18. Oktober 2001 (Ziff. 2.2.3, 1. Absatz) führte sie aus: "Leider ist heute nicht mehr rekonstruierbar, welcher Art die Prüfung der Beschwerdegegnerin war, die sie zu dieser Auskunft führte. Tatsache ist aber, dass die Beschwerdegegnerin zur Abklärung der Steuerpflicht Einsicht in die Verhältnisse bei der Beschwerdeführerin hatte oder allenfalls gehabt hätte. ... Die Beschwerdegegnerin kann sich also nicht darauf berufen, sie hätte keine für die Steuerpflichtfrage zweckdienliche Überprüfung der Verhältnisse durchgeführt. Wenn sie das eventuell nicht getan hat, was ausdrücklich bestritten wird, dann hätte sie eine solche Unterlassung selber zu vertreten...". Diese Ausführungen der Beschwerdeführerin lassen nicht darauf schliessen, dass sie der Eidgenössischen Steuerverwaltung die Frage der steuerlichen Behandlung ihrer Umsätze im übertragenen Wirkungskreis unterbreitet hatte oder diese sich zur Frage der Besteuerung solcher Umsätze äusserte. Ihr diesbezüglicher Einwand erscheint daher als nicht begründet.
Es steht somit nicht fest, auf welche Angaben (Auskünfte) der Beschwerdeführerin das Schreiben der Eidgenössischen Steuerverwaltung vom 2. März 1995 sich bezog. Es ist anzunehmen, dass es damals um die Frage der Steuerpflicht der Beschwerdeführerin im Allgemeinen ging. Es fehlen jegliche Anhaltspunkte, dass die Beschwerdeführerin die Eidgenössische Steuerverwaltung um eine Auskunft für die steuerliche Behandlung von Umsätzen im übertragenen Wirkungskreis der AHV-Ausgleichskassen ersuchte. Auch die Beschwerdeführerin macht etwas Derartiges nicht geltend. In ihrer Beschwerde an die Vorinstanz vom 18. Oktober 2001 (Ziff. 2.2.3, 1. Absatz) führte sie aus: "Leider ist heute nicht mehr rekonstruierbar, welcher Art die Prüfung der Beschwerdegegnerin war, die sie zu dieser Auskunft führte. Tatsache ist aber, dass die Beschwerdegegnerin zur Abklärung der Steuerpflicht Einsicht in die Verhältnisse bei der Beschwerdeführerin hatte oder allenfalls gehabt hätte. ... Die Beschwerdegegnerin kann sich also nicht darauf berufen, sie hätte keine für die Steuerpflichtfrage zweckdienliche Überprüfung der Verhältnisse durchgeführt. Wenn sie das eventuell nicht getan hat, was ausdrücklich bestritten wird, dann hätte sie eine solche Unterlassung selber zu vertreten...". Diese Ausführungen der Beschwerdeführerin lassen nicht darauf schliessen, dass sie der Eidgenössischen Steuerverwaltung die Frage der steuerlichen Behandlung ihrer Umsätze im übertragenen Wirkungskreis unterbreitet hatte oder diese sich zur Frage der Besteuerung solcher Umsätze äusserte. Ihr diesbezüglicher Einwand erscheint daher als nicht begründet.
4. Die Beschwerdeführerin bestreitet die Höhe der von der Eidgenössischen Steuerverwaltung festgesetzten Mehrwertsteuerforderung und verlangt eine Nachkontrolle.
Die Eidgenössische Steuerverwaltung setzte aufgrund der Ergebnisse der Kurzkontrolle vom 28. Juni 2000 die Steuer für die fraglichen Steuerperioden auf Fr. -.-- fest. Die Steuerberechnung erfolgte gestützt auf die Aufwandkonti nach Pauschalsteuersätzen und ohne Prüfung der materiellen Richtigkeit, nachdem keine Steuerabrechnungen vorlagen. Die Beschwerdeführerin hat weder im Einspracheverfahren noch im vorinstanzlichen Verfahren substantiiert dargelegt, weshalb die Steuerberechnung nicht den wirklichen Verhältnissen entsprechen soll. Sie übersieht, dass die richtige und vollständige Deklaration Sache der Steuerpflichtigen ist, welche gegenüber der Eidgenössischen Steuerverwaltung unaufgefordert in der vorgeschriebenen Form und Frist über die Steuer und Vorsteuer abzurechnen hat (Art. 37 MWSTV). Die Eidgenössische Steuerverwaltung ist nur Kontrollinstanz. Sie kann bei der Beschwerdeführerin eine Kontrolle durchführen, hierzu verpflichtet ist sie indessen nicht (vgl. Art. 50 MWSTV). Nichts anderes folgt aus dem Einspracheentscheid, Dispositiv Ziffer 3, wo sich die Eidgenössische Steuerverwaltung vorbehalten hat, ihre Forderung gegebenenfalls nachträglich zu berichtigen, wenn eine Kontrolle deren Unrichtigkeit ergeben sollte.
Die Eidgenössische Steuerverwaltung setzte aufgrund der Ergebnisse der Kurzkontrolle vom 28. Juni 2000 die Steuer für die fraglichen Steuerperioden auf Fr. -.-- fest. Die Steuerberechnung erfolgte gestützt auf die Aufwandkonti nach Pauschalsteuersätzen und ohne Prüfung der materiellen Richtigkeit, nachdem keine Steuerabrechnungen vorlagen. Die Beschwerdeführerin hat weder im Einspracheverfahren noch im vorinstanzlichen Verfahren substantiiert dargelegt, weshalb die Steuerberechnung nicht den wirklichen Verhältnissen entsprechen soll. Sie übersieht, dass die richtige und vollständige Deklaration Sache der Steuerpflichtigen ist, welche gegenüber der Eidgenössischen Steuerverwaltung unaufgefordert in der vorgeschriebenen Form und Frist über die Steuer und Vorsteuer abzurechnen hat (Art. 37 MWSTV). Die Eidgenössische Steuerverwaltung ist nur Kontrollinstanz. Sie kann bei der Beschwerdeführerin eine Kontrolle durchführen, hierzu verpflichtet ist sie indessen nicht (vgl. Art. 50 MWSTV). Nichts anderes folgt aus dem Einspracheentscheid, Dispositiv Ziffer 3, wo sich die Eidgenössische Steuerverwaltung vorbehalten hat, ihre Forderung gegebenenfalls nachträglich zu berichtigen, wenn eine Kontrolle deren Unrichtigkeit ergeben sollte.
5. Die Beschwerde ist offensichtlich unbegründet und im vereinfachten Verfahren nach Art. 36aOG zu erledigen. Die Kosten des Verfahrens sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1 OG).