Decision ID: 99b99a41-4128-5103-b407-68dc02f754c2
Year: 2016
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) reichte am 24. Oktober 2014
seine schriftliche Diplomarbeit im Rahmen des Qualifikationsverfahrens
des Studiengangs zum diplomierten Zollexperten der Höheren Fachschule
(nachfolgend: HF) ein. Mit Notenverfügung vom 7. Januar 2015 teilte ihm
die Prüfungskommission der Oberzolldirektion der Eidgenössischen Zoll-
verwaltung (nachfolgend: Vorinstanz) mit, dass er den schriftlichen Teil der
Diplomprüfung nicht bestanden habe. Im Qualifikationsverfahren wurden
die Prüfungsleistungen des Beschwerdeführers wie folgt bewertet:
Prüfung Note Gewichtung
Schriftlicher Teil:
Diplomarbeit
3.0 2x
Mündlicher Teil:
Präsentation und
Fachgespräch
4.0 1x
Gesamtbewertung 3.3 -
B.
Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 4. Februar 2015
Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er beantragt, die Verfügung
vom 7. Januar 2015 sei als nichtig zu erklären unter Kosten- und Entschä-
digungsfolgen. Im Hinblick auf allfällige Termine für die Wiederholung der
Diplomprüfung beantragt er die aufschiebende Wirkung. Zur Begründung
macht er im Wesentlichen geltend, seine Diplomarbeit im Bereich Informa-
tions- und Kommunikationstechnologien (IKT-Organisation) hätte nicht von
Generalisten mit Zollausbildung bewertet werden dürfen. Die Diplomarbeit
soll deshalb nochmals durch unabhängige Experten begutachtet werden.
Der Beschwerdeführer rügt überdies verschiedene Mängel bei der Bewer-
tung der schriftlichen Diplomarbeit.
Mit Schreiben vom 10. Februar 2015 ersuchte das Bundesverwaltungsge-
richt die Vorinstanz, insbesondere zum Antrag auf eine unabhängige Be-
gutachtung Stellung zu nehmen und für eine allfällige Begutachtung zwei
unabhängige Experten vorzuschlagen.
B-713/2015
Seite 3
C.
Mit Vernehmlassung vom 10. März 2015 beantragt die Vorinstanz, die Be-
schwerde sei kostenpflichtig abzuweisen und auf die Ernennung zweier
unabhängiger Experten sei zu verzichten. Eventualiter seien als Experten
B._ und C._ zu ernennen. Ergänzend beantragt sie, der Be-
schwerde sei in dem Sinne die aufschiebende Wirkung zu entziehen, als
sie die Erteilung des Abschlussdiploms zum Gegenstand habe.
Des Weiteren stellt die Vorinstanz die Zuständigkeit des Bundesverwal-
tungsgerichts zur Beurteilung der Beschwerde gegen die angefochtene
Verfügung in Frage. Grund sei, dass die Klassen des Jahres 2013 – und
damit auch die Klasse des Beschwerdeführers – gemäss Sitzung der Prü-
fungskommission vom 7. Januar 2015 noch nach den alten Reglementen
geführt würden, die das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Inno-
vation (nachfolgend: SBFI) als Erstinstanz vorsehe.
D.
Mit Schreiben vom 19. März 2015 hat das Bundesverwaltungsgericht das
SBFI zum Meinungsaustausch gestützt auf Art. 8 Abs. 2 VwVG eingeladen.
Damit hat das SBFI Gelegenheit erhalten, zur Frage der Zuständigkeit Stel-
lung zu nehmen.
Mit Schreiben vom 16. April 2015 erklärt das SBFI, der Bildungsgang Zoll-
experte HF sei am 16. Oktober 2014 vom SBFI anerkannt worden. Seit
jenem Zeitpunkt habe die Höhere Fachschule ihre Prüfungsentscheide in
Verfügungsform zu kleiden. Die höhere Fachschule sei Teil der Bundesver-
waltung, weshalb sich das Verfahren gemäss Art. 61 Abs. 2 BGG nach den
übrigen Bestimmungen der Bundesverwaltungsrechtspflege richte. Verfü-
gungen der höheren Fachschule seien deshalb gemäss Art. 33 Bst. d i.V.m.
Art. 32 Abs. 2 Bst. a VGG direkt und allein beim Bundesverwaltungsgericht
anfechtbar.
Mit Schreiben vom 12. April 2015 (Eingang 17. April 2015) reichte der Be-
schwerdeführer eine Stellungnahme zur Vernehmlassung ein. Darin bringt
er im Wesentlichen vor, die aufschiebende Wirkung gelte klar für die allfäl-
lige Wiederholung der schriftlichen Diplomarbeit. Selbst wenn bei der Hö-
heren Fachschule der Ausbildungslehrgang anerkannt sei und sie mit Be-
zug auf das Qualifikationsverfahren weitgehend frei sei, dürfe sie aber nicht
willkürlich handeln. Seine Diplomarbeit sei hauptsächlich formell und nicht
inhaltlich beurteilt worden.
B-713/2015
Seite 4
E.
Mit Zwischenverfügung vom 28. April 2015 stellte das Bundesverwaltungs-
gericht fest, dass es sich bei der Vorinstanz um eine Verwaltungseinheit
innerhalb der Bundesverwaltung handle (Art. 8 Abs. 1 lit. a i.V.m. Anhang
1 Bst. B Ziff. V.1.6 RVOV), deren Verfügungen mit Beschwerde direkt beim
Bundesverwaltungsgericht angefochten werden könnten (Art. 61 Abs. 2
BBG sowie Art. 31 und 33 Bst. d VGG i.V.m. Art. 5 und 44 VwVG). Damit
sei es für die vorliegende Beschwerde zuständig. Zudem stellte es fest, der
Beschwerde vom 4. Februar 2015 komme von Gesetzes wegen aufschie-
bende Wirkung zu, weshalb die Fristen sowie allfällige Termine für die Wie-
derholung der Diplomprüfung für den Beschwerdeführer vorliegend bis
zum Beschwerdeentscheid gehemmt würden. Die aufschiebende Wirkung
der Beschwerde bewirke nicht die vorläufige Erteilung des Abschlussdip-
loms.
Auf die Begründung der Anträge des Beschwerdeführers und der Vor-in-
stanz wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen näher eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Gestützt auf Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes über das Verwal-
tungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Die Be-
schwerde ist gemäss Art. 33 Abs. d VGG zulässig gegen Verfügungen der
den Departementen unterstellten Dienststellen der Bundesverwaltung. Bei
der Vorinstanz handelt es sich um eine Verwaltungseinheit innerhalb der
Bundesverwaltung (Art. 8 Abs. 1 lit. a i.V.m. Anhang 1 Bst. B Ziff. V.1.6
RVOV [SR 172.010.1]; Rahmenlehrplan für Bildungsgänge der höheren
Fachschulen "Zollverwaltung" vom 9. Juni 2011), deren Verfügung mit Be-
schwerde direkt beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden kön-
nen (Art. 61 Abs. 2 BBG [412.10] sowie Art. 31 und 33 Bst. d VGG i.V.m.
Art. 5 und 44 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht ist damit für die Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig.
Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen,
ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 48 Abs.
1 VwVG). Er ist somit zur Beschwerdeführung legitimiert.
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Seite 5
Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden und die üb-
rigen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 50 Abs. 1, Art. 52 Abs. 1
und Art. 44 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
2.
Nach Art. 49 VwVG können mit der Beschwerde die Verletzung von Bun-
desrecht, einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens
(Bst. a), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebli-
chen Sachverhalts (Bst. b) sowie Unangemessenheit (Bst. c) gerügt wer-
den.
Das Bundesverwaltungsgericht überprüft angefochtene Prüfungsent-
scheide in ständiger Rechtsprechung umfassend, soweit sich die Rügen
auf Verfahrensmängel im Prüfungsablauf sowie auf die Auslegung und An-
wendung von Rechtsnormen beziehen (Art. 49 VwVG; vgl. BVGE 2010/11
E. 4.2 in fine, BVGE 2008/14 E. 3.3., BVGE 2008/26 E. 6.1), jedoch mit
einer gewissen Zurückhaltung, soweit diese sich auf die materielle Bewer-
tung von Prüfungsleistungen beziehen (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.4.1, Urteil
BGer 2D_2/2010 vom 25. Februar 2011 E. 3.4, BVGE 2010/11 E. 4.1,
BVGE 2010/10 E. 4.1, BVGE 2008/14 E. 3.1 f., BVGE 2007/6 E. 3; PATRI-
CIA EGLI, Gerichtlicher Rechtsschutz bei Prüfungsfällen: Aktuelle Entwick-
lungen, in: Schweizerisches Zentralblatt für Staats- und Verwaltungsrecht
[ZBl] 2011, S. 538 ff., S. 555 ff.).
3.
Gemäss Art. 27 Bst. a des Bundesgesetzes über die Berufsbildung vom
13. September 2002 (Berufsbildungsgesetz, BBG, SR 412.10) kann die
höhere Berufsbildung durch eine eidgenössische Berufsprüfung oder eine
eidgenössische höhere Fachprüfung erworben werden. Die Zulassungsbe-
dingungen, Lerninhalte, Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel wer-
den durch die zuständigen Organisationen der Arbeitswelt geregelt, wobei
die entsprechenden Vorschriften der Genehmigung durch das SBFI bedür-
fen (Art. 28 Abs. 2 BBG).
Im Zeitpunkt, als der Beschwerdeführer die Ausbildung an der Höheren
Fachschule Zollverwaltung (HF Zoll) begann, war das Anerkennungsver-
fahren durch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation
(SBFI) noch nicht abgeschlossen. Die Schulreglemente waren daher noch
nicht definiv genehmigt. Gemäss Ziff. 3 des Protokolls der Sitzung der Prü-
fungskommission vom 7. Januar 2015 werden die Klassen der Jahre 2013
noch nach den alten Reglementen geführt (vgl. Beilage 18 der Vorinstanz).
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Diese sind fast identisch aufgebaut und stimmen im Wesentlichen inhaltlich
überein mit den am 16. Oktober 2014 in Kraft getretenen Reglementen zum
Diplomlehrgang und zur Diplomprüfung dipl. Zollexpertin / Zollexperte HF.
Der Schlussbericht des Anerkennungsverfahrens verweist im Übrigen un-
ter Ziffer 1 auf das "ausgezeichnete Qualitätsmanagementkonzept" des Bil-
dungsanbieters (vgl. Beilage 7 der Vor-instanz).
Die Qualitätssicherungs-Kommission (nachfolgend: QS-Kommission) ist
für die Aufgaben im Zusammenhang mit der Erlangung des Diploms zu-
ständig (Ziff. 1.61 Reglement zum Diplomlehrgang dipl. Zollexpertin / Zoll-
experte HF). Sie wählt für die Beurteilung der Diplomprüfung die Prüfungs-
leitung und die Experten aus, bildet diese für ihre Aufgaben aus und setzt
sie ein (Ziff. 1.71 Diplomlehrgangsreglement). Die Prüfungsleitung organi-
siert, koordiniert und überwacht die Leistungsnachweise sowie die Diplom-
prüfung (Ziff. 1.81 Diplomlehrgangsreglement). Unter anderem gehört zu
ihrem Aufgabenbereich auch die Organisation von Schulung und Weiterbil-
dung der Experten (Ziff. 1.82 Diplomlehrgangsreglement).
Die Diplomprüfung zum dipl. Zollexperten HF umfasst eine schriftliche Prü-
fung (Diplomarbeit), welche zweifach gewichtet wird, und eine mündliche
Prüfung (Präsentation der Diplomarbeit), die einfach gewichtet wird. Jeder
Prüfungsteil kann in Positionen unterteilt werden, welche die QS-Kommis-
sion festlegt (Ziff. 4.1 Reglement zur Diplomprüfung dipl. Zollexpertin / Zoll-
experte HF). Die Leistungen werden mit Noten von 6 bis 1 bewertet, wobei
die Note 4 und höhere genügende Leistungen bezeichnen. Andere als
halbe Zwischennoten sind nicht zulässig (Ziff. 6.12 des Prüfungsregle-
ments). Die zu vergebende Gesamtnote entspricht schliesslich dem auf
eine Dezimalstelle gerundeten gewichteten Mittel aus den Noten der ein-
zelnen Prüfungsteile (Ziff. 6.14 Prüfungsreglement).
Die Diplomprüfung gilt gemäss Ziff. 6.21 des Prüfungsreglements als be-
standen, wenn:
"a) Die Gesamtnote nicht unter 4.0 liegt;
b) Der schriftliche Prüfungsteil mindestens mit der Note 4.0 beurteilt wurde;
c) Keine Prüfungsteilnote unter 3.0 erzielt worden ist."
Die QS-Kommission beschliesst im Anschluss an die Prüfung an einer Sit-
zung über das Bestehen der Prüfung (Ziff. 3.81 und 6.23 Prüfungsregle-
ment).
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Seite 7
Der Beschwerdeführer hat die Bedingungen für das Bestehen gemäss Ziff.
6.21 des Diplomprüfungsreglements mit der Note 3.0 für die schriftliche
Diplomarbeit und seiner Gesamtnote (Schlussnote) von 3.3 nicht erfüllt. Er
bemängelt diverse Punkte der Bewertungsbegründungen seiner schriftli-
chen Arbeit durch die Experten wie auch deren mangelndes Fachwissen,
welches für das Verständnis seiner Arbeit notwendig sei.
4.
Zunächst ist auf die formellen Rügen des Beschwerdeführers einzugehen.
4.1 Der Beschwerdeführer beanstandet, die Wahl der Experten sei inak-
zeptabel, da deren Fachkompetenz und Qualität nicht geprüft worden
seien. Seine Arbeit hätte vielmehr von unabhängigen und fachlich kompe-
tenten Experten, die Erfahrung im Bereich IKT-Organisation mitbrächten,
beurteilt und bewertet werden müssen.
Den Akten lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer erst mit der
Beschwerde vom 4. Februar 2015 rügte, dass die Wahl der Experten nicht
akzeptabel sei, insbesondere mangels Fachkompetenz im Bereich IKT-Or-
ganisation. Der Beschwerdeführer erklärte in seiner Stellungnahme vom
12. April 2015, dass er bereits am 30. September 2014, als ihm die Exper-
tennamen übermittelt worden seien, starke Zweifel an deren fachlichen und
persönlichen Eignung gehabt habe, da beide Experten ihm aus seiner Ein-
satzperiode im IV. Zollkreis bekannt gewesen seien. Dennoch habe er nicht
im Voraus ein Ausstandsbegehren stellen, sondern den Experten die Mög-
lichkeit geben wollen, seine Diplomarbeit fachlich korrekt zu bewerten.
4.1.1 Diesbezüglich muss vorab untersucht werden, ob der Beschwerde-
führer seine Rüge nicht schon früher hätte erheben müssen, zumal er ge-
mäss "Zeitplan – Diplomprüfung 2014/2015" bis am 31. Oktober 2014 die
Möglichkeit gehabt hätte, gegen die Experten ein Ausstandsbegehren zu
stellen (vgl. Beilage 11 der Vorinstanz).
4.1.2 Nach dem Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV) und
dem Verbot des Rechtsmissbrauchs (Art. 2 Abs. 2 ZGB) ist es unzulässig,
formelle Rügen, die in einem früheren Verfahrensstadium hätten geltend
gemacht werden können, später noch vorzubringen (vgl. BGE 135 III 334
E. 2.2., m.w.H.). Insbesondere widerspricht es dem Prinzip von Treu und
Glauben, Verfahrensmängel im Prüfungsablauf erst nach einem negativen
Prüfungsbescheid im Beschwerdeverfahren zu rügen, obwohl es zumutbar
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Seite 8
gewesen wäre, sie sofort geltend zu machen (vgl. Urteil des BVGer B-
6465/2013 vom 18. Mai 2015 E. 4.1.2, m.w.H.).
Gemäss Ziff. 3.2 Prüfungsreglement muss ein Ausstandsbegehren gegen
Experten spätestens vier Wochen nach deren Bekanntgabe der QS-Kom-
mission begründet eingereicht werden. Ziffer 3.6 ff. regelt die Vor-ausset-
zungen für die Experten und die Weiterleitung der Resultate der Diplom-
prüfung an die Prüfungsleitung. Darin ist unter anderem geregelt, dass
Hauptreferenten der vorbereitenden Module, Verwandte, sowie gegenwär-
tige oder frühere Vorgesetzte und Mitarbeiter der Kandidaten bei der Prü-
fung als Experten in den Ausstand zu treten haben (Ziff. 3.64 Prüfungsreg-
lement). Der Beschwerdeführer bringt zwar vor, die Experten aus seiner
früheren Tätigkeit im (...) Zollkreis zu kennen. Mangels Substantiierung
seitens des Beschwerdeführers ist aber nicht klar, ob es sich bei den bei-
den Experten um frühere Vorgesetzte oder um frühere Mitarbeiter von ihm
handelt, die unter Umständen – wie oben dargelegt – in den Ausstand tre-
ten müssten.
Weil der Beschwerdeführer seine Rüge mit Bezug auf die Wahl der Exper-
ten für die Diplomarbeit erst anlässlich des Beschwerdeverfahrens erho-
ben hat, kann darauf nicht eingetreten werden. Ein Eintreten würde nach
der oben dargestellten Praxis Treu und Glauben widersprechen.
4.2 Der Beschwerdeführer stellt überdies die Fachkompetenz der Prü-
fungsexperten in Frage. Insbesondere zweifelt er daran, dass die beiden
Experten seine Diplomarbeit im IKT-Bereich beurteilen könnten und fordert
eine Abklärung, ob die beiden Personen nach klaren Kriterien rekrutiert
worden seien.
4.2.1 Mit Bezug auf die rechtlichen Grundlagen für die Qualitätssicherung
für höhere Fachschulen verweist er insbesondere auf die Voraussetzungen
der Lehrkräfte, welche über ein fachliches, pädagogisches und metho-
disch-didaktisches Wissen verfügen müssten. Ausserdem hätten Lehr-
kräfte über einen Hochschulabschluss, einen Abschluss einer höheren
Fachschule oder eine gleichwertige Qualifikation zu verfügen. Der Be-
schwerdeführer zieht daraus den Schluss, dass diese Bestimmungen ge-
nauso für Prüfungsexperten gelten müssten und nicht nur für Dozierende.
Dabei übersieht er, dass die Organisationen der Arbeitswelt (vorliegend die
Oberzolldirektion, OZD) in den abschliessenden Qualifikationsverfahren
durch Experten mitwirken (Art. 9 Ziff. 4 der Verordnung des WBF über Min-
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Seite 9
destvorschriften für die Anerkennung von Bildungsgängen und Nachdip-
lomstudien der höheren Fachschulen vom 11. März 2005, MiVo-HF, SR
412.101.61). Die QS-Kommission wählt für die Beurteilung von Leistungs-
nachweisen, für welche die EZV zuständig ist, und der Diplomprüfung die
Prüfungsleitung und die Experten, bildet sie für ihre Aufgaben aus und setzt
sie ein (Ziff. 1.71 Diplomlehrgangsreglement). Dabei werden gewisse Qua-
lifikationsanforderungen an die Experten gestellt (vgl. Beilage 9 der Vo-
rinstanz "Die Expertin / Der Experte"). So muss der Experte beruflich bei-
spielsweise ein mittleres oder höheres Kadermitglied oder Fachexperte
sein und über Berufserfahrung von mindestens zwei Jahren im entspre-
chenden Fachgebiet verfügen. Die Prüfungsleitung hat zudem beispiels-
weise die Schulung und Weiterbildung der Experten zu organisieren (1.82
Diplomlehrgangsreglement).
4.2.2 Das Ziel der Diplomprüfung und damit der schriftliche Diplomarbeit
und der mündlichen Präsentation im Bildungsgang HF Zoll wird unter
Ziff. 1.2 des Diplomprüfungsreglements wie folgt beschrieben (vgl. Beilage
2 und 8 der Vorinstanz):
"Die Diplomprüfung dient, nebst den modularen Leistungsnachweisen, der
Überprüfung der durch die Studierenden erreichten Kompetenzen gemäss Be-
rufsbild (s. Rahmenlehrplan, Ziffer 3). Mit erfolgreichem Abschluss der Diplom-
prüfung zeigen die Studentinnen und Studenten, dass sie in der Lage sind,
innerhalb einer gegebenen Frist komplexe Problem- und Fragestellungen aus
ihrem Praxisalltag systematisch zu erarbeiten und einen Lösungsweg zu prä-
sentieren."
Dabei steht die praktische Fragestellung im Vordergrund, die einen engen
Bezug zum Alltag und zur Tätigkeit der Studierenden aufweist (Ziff. 5.12
Diplomprüfungsreglement). Das Dokument "Beurteilungskriterien schriftli-
cher Prüfungsteil" mit den zehn Bewertungskriterien wird transparent kom-
muniziert (Ziff. 10 Wegleitung zum Verfassen einer Diplomarbeit; Beilage 3
und 4 der Vorinstanz). Demnach müssen die Prüfungsexperten nicht zwin-
gend Fachspezialisten im entsprechenden Diplomarbeitsgebiet sein. Sie
müssen aber – wie oben beschrieben – Berufserfahrung als Zollfachperson
haben und damit ein gewisses Grundfachwissen sicherstellen.
4.2.3 Gemäss den Akten wurden die beiden Experten auf die vorliegende
Diplomprüfung an einer Schulung vom 31. Oktober 2014 durch den Stabs-
dienst Ausbildung der OZD und einen Dozenten der Eidgenössischen
Hochschule für Berufsbildung vorbereitet (vgl. Beilage 11 der Vor-instanz).
Die Vorinstanz führt in ihrer Vernehmlassung aus, dass die Experten an
dieser Schulung über den Ablauf/Aufbau der Diplomprüfung informiert und
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über ihre Rolle als Experten die damit verbundenen Aufgaben und Verant-
wortlichkeiten geschult worden seien. Dabei seien die Anwendung der Do-
kumente der Diplomprüfung, insbesondere der Reglemente, Wegleitung,
Beurteilungsbogen etc., trainiert und die Durchführung der mündlichen
Prüfung besprochen und geübt worden. Überdies seien die zwei Experten
langjährige Mitarbeiter des höheren Kaders der EZV und hätten ein fun-
diertes, breit gefächertes Fach-, Führungs- und Expertenwissen. Beide
Personen würden deshalb sämtliche Qualifikationsanforderungen erfüllen
und seien fähig, eine Diplomarbeit korrekt, d.h. gemäss den Beurteilungs-
kriterien, zu bewerten.
Die streitbetroffene Diplomarbeit trägt den Titel "Aufgabenteilung zwischen
IT-Experten und Bereichsspezialisten in Betrieb und Wartung der IKT-An-
wendungen: Vergleich der Lösungen in Zoll und anderen Organisationen".
Zwar sind die Prüfungsexperten keine ausgewiesenen IKT-Spezialisten,
aber die Leistungsausweise der beiden Experten bestätigen ihre langjäh-
rige Berufserfahrung im höheren Kader der EZV, bei der beide auch als
Ausbildner tätig waren. Die beruflichen Voraussetzungen für Experten wer-
den demnach erfüllt (vgl. Beilage 9 der Vorinstanz). Einer der Experten
(D._) verfügt überdies über gewisse berufliche Erfahrungen im Zu-
sammenhang mit Informatik und den Auswirkungen auf die Informatikbe-
reiche. Ebenso nahm dieser Experte im alten Ausbildungssystem bereits
Seminararbeiten ab und kann somit eine gewisse Erfahrung vorweisen.
Aufgrund der dem Gericht vorliegenden Akte erfüllen deshalb die beiden
Experten die erforderlichen Voraussetzungen als Experten und sie sind
nach klaren Kriterien rekrutiert worden. Die formellen Rügen sind daher
unbegründet.
5.
In materieller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer die Bewertung der
schriftlichen Diplomarbeit.
Das Bewertungsraster weist zehn Bewertungskriterien auf, die mit entspre-
chenden Bemerkungen und Begründungen von den Experten bewertet
und kommentiert wurden. Aus diesem Bewertungsraster ergibt sich, dass
sich die Gesamtnote aus den gewichteten Punkten zusammensetzte, wo-
bei je nach Kriterium maximal zehn oder fünf Punkte erzielt werden konn-
ten. In neun von zehn Kriterien erzielte der Beschwerdeführer nicht einmal
die Hälfte der erreichbaren Punkte. Im schriftlichen Prüfungsteil erreichte
er 31 Punkte. Für eine genügende Note, für die mindestens 44 Punkte er-
forderlich gewesen wären, fehlen ihm 13 Punkte.
B-713/2015
Seite 11
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts und des
Bundesgerichts ist es im Rahmen der reduzierten Prüfungsdichte
(vgl. oben E. 2) nicht Aufgabe der Beschwerdeinstanz, die Bewertung der
Prüfungsleistung an Stelle der Prüfungsbehörde vorzunehmen und damit
zu wiederholen. Auf Rügen zur Bewertung von Prüfungsleistungen hat die
Rechtsmittelinstanz daher nur dann detailliert einzugehen, wenn der Be-
schwerdeführer selbst substantiierte, objektiv nachvollziehbare und damit
überzeugende Anhaltspunkte dafür liefert, dass das Ergebnis offensichtlich
nicht vertretbar und die Prüfungsleistung klar unterbewertet worden ist. Die
entsprechenden Rügen müssen dabei von objektiven Argumenten und Be-
weismitteln getragen sein. Der Beschwerdeführer wird den Anforderungen
an eine genügende Substantiierung seiner Rügen insbesondere dann nicht
gerecht, wenn er sich einfach darauf beschränkt zu behaupten, seine Lö-
sung sei vollständig und korrekt, ohne diese Behauptung näher zu begrün-
den oder zu belegen. Solange die Bewertung nicht als fehlerhaft oder of-
fensichtlich unangemessen erscheint und keine Anhaltspunkte dafür vor-
liegen, dass sich die Prüfungsexperten von sachfremden Kriterien haben
leiten lassen, ist auf deren Meinung und Bewertung abzustellen und es be-
steht kein Anlass, von der vorgenommenen Beurteilung abzuweichen. Das
Bundesverwaltungsgericht hat sich lediglich davon zu überzeugen, dass
die Korrekturen und Bewertungen insgesamt objektiv nachvollziehbar und
schlüssig sind (vgl. BVGE 2010/21 E. 5.1, BVGE 2010/11 E. 4.3,
BVGE 2010/10 E. 4.1). Sofern es dem Beschwerdeführer jedoch gelingt,
eine offensichtliche Fehlbewertung seiner Prüfungsleistung zu substantiie-
ren, ist es wiederum Sache der Examinatoren, im Einzelnen und in objektiv
nachvollziehbarer Weise darzulegen, warum eine Lösung des Beschwer-
deführers falsch oder unvollständig sei und er aus diesen Gründen nicht
eine höhere Punktzahl erhalten habe (vgl. BVGE 2010/21 E. 5.1, m.w.H.).
Gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts und
des Bundesgerichts ist in der Regel davon auszugehen, dass die Exami-
natoren in der Lage sind, die Bewertung der Prüfungsleistungen objektiv
vorzunehmen. Haben sie die Gründe dargelegt, welche zu einem ungenü-
genden Prüfungsresultat geführt haben, liegt es am Beschwerdeführer, die
Bewertung substantiiert zu beanstanden und konkrete Anhaltspunkte auf-
zuzeigen, weshalb die von den Examinatoren erfolgte Beurteilung der Prü-
fungsleistungen eindeutig zu streng oder sonst unhaltbar sei oder dass of-
fensichtlich zu hohe Anforderungen gestellt worden seien. Vermögen die
Einwände des Beschwerdeführers aber keine erheblichen Zweifel zu we-
cken, so gilt eine sachgerechte und willkürfreie Benotung als erwiesen und
B-713/2015
Seite 12
ist auf eine zusätzliche Beweismassnahme in Form eines Sachverständi-
gengutachtens zu verzichten (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.4.1; BVGE 2010/11
E. 4.1; BVGE 2010/10 E. 4.1).
6.
Es bleibt zu prüfen, ob die Experten die Diplomarbeit fehlerhaft oder offen-
sichtlich unangemessen bewertet haben und ob sie sich dabei von sach-
fremden Kriterien haben leiten lassen.
Sowohl die Experten als auch die Vorinstanz haben in der Bewertung des
schriftlichen Prüfungsteils unter "Bemerkungen und Begründungen"
bzw. in der Stellungnahme vom 10. März 2015 die Bewertung der Diplom-
arbeit ausführlich begründet.
6.1 Mit Bezug auf den praktischen Nutzen der Arbeit kritisieren die Exper-
ten im Wesentlichen die Oberflächlichkeit der Arbeit, wobei sie insbeson-
dere festhalten, dass die aktuelle Situation nicht analysiert und die künftige
Situation nicht adäquat vertieft worden sei. Zudem fehle es der Arbeit an
Konkretheit. So werde die Rolle des "Requirement Managers/Business
Analysten" mit keiner konkreten Begründung untermauert. Überdies sei ein
grosser Teil aus der Literatur kopiert worden, ohne eine zusätzliche Gegen-
überstellung mit der aktuellen oder zukünftigen Situation der EZV. Der Nut-
zen der Arbeit sei für die Organisation EZV gering. Selbst wenn in Kapitel
6 Aussagen als Empfehlungen verstanden werden könnten, seien diese
grösstenteils abstrakt, nicht genug konkret oder/und sie stünden nicht im
Zusammenhang mit dem Inhalt der vorhergehenden Kapitel.
6.2 Beim Kriterium Struktur und Organisation der Arbeit/roter Faden be-
mängeln die Experten, dass keine logische Struktur vorhanden sei bzw.
diese im Verlauf der Arbeit verloren gehe. Die Kapitel seien eher zusam-
menhanglos behandelt worden (namentlich 3.1, 3.2 vs. 3.3 und 4). Die
Tragweite der einzelnen Kapitel sei schwer verständlich und es werde nicht
dargelegt, welche Rolle ihnen in der Analyse der aktuellen Situation und im
Vergleich zwischen EZV und anderen Organisationen zukomme. So seien
die Vergleiche im Übrigen praktisch inexistent und es würden Analo-
gien/Unterschiede und positive/negative Punkte usw. fehlen. Ausserdem
fehle zumindest teilweise eine logische Verbindung zwischen den Darle-
gungen in Kapitel 3-5 und den Folgerungen in Kapitel 6.
Die Vorinstanz bringt in ihrer Vernehmlassung vor, die Kapitel 3.1 bis 3.3
würden weitgehend in abstrakter Art und Weise die Verfahren ITIL, COBIT
B-713/2015
Seite 13
und die Rolle des "Requirement Managers" beschreiben. Diese Kapitel
seien ohne Zusammenhang und voneinander isoliert aneinandergereiht.
Der rote Faden sei sowohl in diesen Kapiteln als auch im Rest der Arbeit
schwer nachvollziehbar. Daher sei die Bewertung beizubehalten.
6.3 Mit Bezug auf das Kriterium Zusammenfassung (abstract) bringen die
Experten vor, dass die Ausgangssituation und die Motivation, die zur Aus-
wahl des Themas geführt habe, nicht klar dargestellt worden sei. Ziele, Er-
gebnisse und Folgerungen seien nicht erwähnt worden. Die Vor-instanz
konkretisiert in der Vernehmlassung, dass die Situierung der Arbeit nicht
klar aus der Zusammenfassung hervortrete: Im ersten Absatz sei sie nur in
sehr allgemeiner Form beschrieben worden. Die Umfrage sei bei der Be-
schreibung der gewählten Methoden nicht erwähnt worden. Überdies seien
die Ziele der Arbeit nicht genügend klar beschrieben und abgegrenzt wor-
den. Weder Resultate noch Schlüsse seien aufgeführt worden. Damit sei
der Hauptzweck der Zusammenfassung – einen Überblick über die ganze
Arbeit zu erhalten – verfehlt worden.
6.4 Mit Bezug auf die Beschreibung der Problematik und der Situation/For-
mulierung der Ziele halten die Experten im Wesentlichen fest, dass weder
die aktuelle Situation noch die allgemeine Problematik untersucht würden
und daher das Ziel der Arbeit unklar sei. Es sei nicht ersichtlich, welches
das Problem sei, das die Auswahl des Themas veranlasst habe und worauf
die Diplomarbeit abziele. Die Vorinstanz ergänzt, dass der Titel der Arbeit
die eventuell vorhandenen Probleme nicht erläutere und auch die Ziele der
Arbeit unklar blieben. Letztere seien auch im Hauptteil nicht genügend de-
finiert und abgegrenzt worden. Die Ziele seien in der gesamten Arbeit nie
wirklich definiert und abgegrenzt worden, weshalb diese eigentlich auch
gar nicht in der Zusammenfassung auftauchen könnten.
6.5 Zur Methodologie halten die Experten und die Vorinstanz fest, es sei
nicht verständlich, welche Rolle die Methode bei der Behandlung des The-
mas spiele (insbesondere Kapitel 4.1 – Reorganisation OZD). Die Umfra-
gebögen seien in den Beilagen nicht enthalten, weshalb es nicht möglich
sei, ihre Angemessenheit und Wertigkeit sowie die entsprechenden Ergeb-
nisse zu beurteilen. Damit sei für die Methodik ein wichtiges Element der
Arbeit nicht vollständig bewertbar. Ausserdem sei im Kapitel 2 (Struktur
und Methode) die Durchführung der Umfrage nicht einmal erwähnt worden,
obschon diese doch die Grundlage für den Vergleich zwischen der EZV
und anderen Unternehmen bilde.
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Seite 14
Des Weiteren stamme ein Teil des Inhalts aus Literatur und/oder Websei-
ten mit zweifelhaftem wissenschaftlichen Wert (z.B. Wikipedia). In den Ka-
piteln 3.1 und 3.2 sei zudem Wort für Wort der Originaltext von Wikipedia
wiedergegeben worden. Zur Glaubwürdigkeit von Einträgen in Wikipedia
und Texten aus anderen Internetquellen, die vom Beschwerdeführer reich-
lich verwendet worden seien, teilt die Vorinstanz die Meinung der Experten,
dass der wissenschaftliche Wert und die Objektivität nicht belegt seien. Auf
Wikipedia könne jedermann Beiträge schreiben, auch in anonymer Form.
Quellenangaben jedes Wikipedia-Artikels seien deshalb sorgfältig auf Voll-
ständigkeit und Korrektheit hin zu untersuchen. Beim italienischsprachigen
Artikel zu COBIT würden diese Quellenangaben vollständig fehlen. Zudem
seien auch nicht offizielle Webseiten zu den vorgestellten Produkten ange-
geben worden (z.B. "HomepageITIL.org"). Schliesslich fehle es an Origi-
nalität und Kreativität in der Diplomarbeit.
6.6 Zu den Ergebnissen führen die Experten an, es gebe keinen richtigen
Vergleich (zu den Gemeinsamkeiten und Unterschieden) zwischen der
EZV und anderen Organisationen, der es ermöglichen würde, die Ziele der
Arbeit zu verstehen und/oder die These des Verfassers – obschon sie un-
klar formuliert sei – zu unterstützen und/oder zu rechtfertigen. Die Ergeb-
nisse seien wenig konkret und/oder schlecht erkennbar.
Die Ausführungen des Beschwerdeführers zu den Ergebnissen seien teil-
weise widersprüchlich und würden keine Elemente beinhalten, die zu einer
Revidierung der Bewertung führen könnten. Ein klarer Vergleich zwischen
der von der EZV vorgezogenen und bei anderen Organisationen verwen-
deten Lösung, insbesondere zu den Vor- und Nachteilen sowie zu den Ge-
meinsamkeiten und Unterschieden etc., sei nicht gemacht worden. Insge-
samt seien keine konkreten Ergebnisse aus der Arbeit ersichtlich.
6.7 Mit Bezug auf die Abhandlung und Folgerung sei unklar, welches die
Folgerungen und die Vorschläge seien. Eigene Überlegungen seien nur
sporadisch vorhanden. Gegenüber den Zitaten aus der Literatur und dem
Internet sei keine kritische Sicht des Verfassers vorhanden, der alles Vor-
gefundene für bare Münze nehme, ohne dessen Sinn, Probleme, Konse-
quenzen usw. zu vertiefen. Die einzige Kritik des Verfassers befinde sich
auf S. 33 Abs. 1 ("Ein weiterer zu verbessernder Aspekt ist die Metrik").
Zuvor sei aber kein anderer verbesserungswürdiger Aspekt angegeben
worden. Dieser erwähnte negative Punkt werde jedoch nicht kommentiert.
Im Rahmen des "konditionalen Vorschlags" würden die Anforderungen an
ein Profil des Requirement Managers/Business Analysten sowie an die
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Seite 15
Kompetenzen, die ihm anvertraut werden sollten, fehlen (Seite 51, letzter
Absatz). Dasselbe gelte für die Bereichs- und IT-Spezialisten.
Die Kritik des Beschwerdeführers in Bezug auf die Bemerkung der Exper-
ten, dass er "alles Vorgefundene für bare Münze nehme", rühre daher, dass
die aus Wikipedia bzw. dem Internet oder aus der Literatur übernommenen
Texte prinzipiell nicht Gegenstand von Reflexionen, Stellungnahmen, Ver-
gleichen oder eigenen Anregungen gewesen seien. Sie seien oft eins zu
eins übernommen worden, unter Einschluss der Orthografie- und Syn-
taxfehler. Beispielsweise folge in Kapitel 3.2 auf Seite 18 im Original nach
dem Strichpunkt ein weiterer Teilsatz. In der Diplomarbeit fehle aber dieser
Teilsatz, und der Strichpunkt sei nicht durch einen Punkt ersetzt worden: "Il
modello COBIT [...] è scaricabile gratuitamente. Esiste anche una versione
italiana;". Zudem sei der Syntax nicht korrekt auf Seite 19 nach dem Titel
"Obiettivi di controllo" folge "si tratta controlli" statt korrekterweise "si tratta
di controlli". Zudem sei bei letzterem Beispiel das mehrere Seiten lange
wörtliche Zitat aus einem Wikipedia-Artikel nicht kenntlich gemacht worden
und der Artikel sei auch nicht im Quellenverzeichnis aufgeführt worden.
6.8 Zum Hinweis auf die Literatur bemerken die Experten, dass in verschie-
denen Fällen die wörtlichen Zitate nicht gebührend angegeben worden
seien. Es seien Texte teilweise oder ganz aus dem Internet (z.B: Wikipedia
in Kapitel 3, 3.1, 3.2 usw.) und/oder aus Lehrbüchern kopiert worden, in
einigen Fällen, ohne gebührende Kennzeichnung. Es fehle eine kritische
Auswahl der Quellentexte.
Wie bereits oben (E. 6.7) erwähnt, seien Zitierregeln nicht eingehalten wor-
den. Zitate seien nicht ausreichend gekennzeichnet worden und eine
Quelle sei nicht einmal im Quellenverzeichnis aufgeführt worden, obwohl
wortwörtlich abgeschrieben worden sei. Damit seien die in Kapitel 7 "Weg-
leitung zum Verfassen einer Diplomarbeit für Absolventinnen und Absol-
venten der Höheren Fachschule Zoll" (Beilage 3 der Vorinstanz) definierten
Zitierregeln nachweislich nicht eingehalten worden. Wörtliche Zitate seien
demnach buchstabengetreu wiederzugeben und in Anführungs- und
Schlussstriche zu setzen. Auch sinngemässe Zitate müssten offengelegt
werden. Gemäss Ziffer 6.8 dieser Wegleitung seien das Quellenverzeich-
nis und die als Kurzhinweise im Text aufgeführten Quellenangaben aufei-
nander abzustimmen. Dies habe der Beschwerdeführer nicht gemacht:
Das Werk von Wolfgang Elsässer ("ITIL Einführen und Umsetzen") werde
zwar im Quellenverzeichnis aufgeführt, erscheine aber nie als Kurzhinweis
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Seite 16
im Text. Es sei daher unklar, welche Inhalte des Werks wo verwendet wor-
den seien. Gleiches gelte für das Werk von Lionel Pilorgets ("MIIP").
6.9 Die Experten und die Vorinstanz bringen vor, die Präsentation beinhalte
schlecht lesbare Abbildungen (Abbildung 6, 9, 10, Anhang A). Zudem seien
sie nicht weitergehend erläutert worden (z.B. Abbildung 1, 4, 5, Anhang A).
In der gesamten Diplomarbeit werde die Abbildung im Anhang A nicht ein-
mal erwähnt. Hinsichtlich der Formatierung sei die Arbeit voller Fehler und
Widersprüche, was die folgende, nicht abschliessende Liste zeige:
– Inhaltsverzeichnis: Es fehle die 4. Ebene (Ziff. 5.2.2.1 bis 5.2.2.3 sowie Ziff. 5.2.3.1, wobei die Ziff. 5.2.3.2 fehle);
– Schriftart und -grösse: Keine kohärente Nummerierung von Kapiteln und Unterkapiteln vorhanden (1. Ebene vs. 2. Ebene);
– Blocksatz: Dieser sei nicht durchgehend angewendet worden (z.B. S. 16/17);
– Einzüge: Diese seien unterschiedlich (S. 19: Aufzählung gleicher Ebene  mit grösserem, einmal mit kleinerem und einmal mit gar keinem Einzug);
– Keine Kohärenz bei Gross oder Kleinschreibung und beim verwendeten  bei Aufzählungen (S. 18 und 19);
– Abstände zwischen analogen Absätzen seien unregelmässig (S. 16).
Das Wort "obiettivo" oder "obbiettivo" könne zwar in beiden Versionen ge-
schrieben werden. Gemäss Vorinstanz hätte sich der Beschwerdeführer
aber für eine Variante entscheiden sollen, um diese dann einheitlich in der
Arbeit zu verwenden. Insgesamt wird die mangelnde Sorgfalt bei der Ge-
staltung gerügt. Die Bewertung sei deshalb beizubehalten.
6.10 Beim Bewertungskriterium Sprache bringen die Experten und die Vo-
rinstanz insbesondere vor, die verwendete Terminologie sei nicht immer
kohärent (z.B. "Phase" Service Operation, S. 15). Die Verwendung des Be-
griffs "fase" (deutsch: Phase) zur Umschreibung des Prozesses "Service
Operation" in Abbildung 2 auf S. 15 sei falsch, da ein Prozess keine Phase
sein könne. Ausserdem kämen verschiedene orthografische Fehler hinzu,
die nicht zuletzt auf die Übernahme von Texten aus dem Internet zurück-
zuführen seien.
Zusammenfassend hält die Vorinstanz fest, dass sie die ursprüngliche Be-
wertung der Diplomarbeit durch die Experten vollumfänglich bestätige.
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Seite 17
7.
7.1 Demgegenüber macht der Beschwerdeführer im Wesentlichen sinnge-
mäss geltend, er habe hinsichtlich des Bewertungskriteriums des prakti-
schen Nutzens zwar die aktuelle Situation untersucht, aber es sei nicht
möglich gewesen, die künftige Situation (nach der Reorganisation der
OZD) zu vertiefen, da im Zeitpunkt der Redaktion seiner Arbeit kaum mehr
als ein Organigramm bestanden habe und viele Pflichtenhefte fehlten. Auf-
grund der mangelhaften Antworten zu seiner Umfrage sei eine vertiefte
Analyse der Situation bei den vom Vergleich betroffenen Organisationen
nicht durchführbar gewesen. Überdies habe er Empfehlungen in Kapitel 6
(und teilweise in anderen Teilen der Arbeit) aus eigener Sicht einfliessen
lassen. Der Nutzen der Arbeit sei in den oben genannten Stellen zu su-
chen. Der Sinn der Rolle des "Requirement Managers bzw. Business Ana-
lysten" sei in Kapitel 3.3 unterstrichen und begründet worden. Die Experten
hätten diejenigen Stellen, welche den Nutzen erkennbar machen würden,
vollständig ignoriert. Fachexperten, die mit der Problematik der Beziehun-
gen zwischen IT und Fachdienst vertraut seien, würden verstehen, was
gemeint sei.
In seiner Vernehmlassung erklärt der Beschwerdeführer, dass sehr wohl
eine Gegenüberstellung mit der damaligen und künftigen Situation der
OZD stattgefunden habe. Beispielsweise seien zwei Problematiken in Kap.
3.3 bzw. 6.2 (Fachwissen mehrerer Mitarbeiter sei bei der Verteilung der
Stellen und Rollen ignoriert worden) in der Arbeit erwähnt worden.
7.2 Hinsichtlich der Struktur seiner Arbeit weist der Beschwerdeführer da-
rauf hin, dass die Beiträge in Kapitel 3.1 bzw. 3.2 ITIL und COBIT (Methodik
Grundlagen) Grundlagen beschreiben würden und dass das Zitat in Kapitel
3.3 die Rolle des Requirement Managers und seinen Nutzen beschreibe.
Zudem diene Letzteres als Grundlage für seine Schlussfolgerung in Kapitel
6 (insbesondere für Kapitel 6.4). Ausserdem sei das Kapitel 3.3 als punk-
tuelle Erweiterung und Vertiefung zur Methodik zu verstehen und das Ka-
pitel 4 sei eine Einführung in die IKT-Strategie des Bundes, die ebenfalls
als Grundlage für nachfolgende Kapitel zu verstehen sei. Abstrakt könne
dies nur für Personen sein, denen ein entsprechendes Fachwissen fehle.
7.3 Mit Bezug auf die Zusammenfassung gibt der Beschwerdeführer zu,
dass er die Resultate unzureichend zusammengefasst habe. Die Aus-
gangslage habe er aber im ersten Absatz und die Ziele im dritten Absatz
beschrieben. Die Umfrage habe er in Kapitel 8 mit dem Titel Bibliografia
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Seite 18
(Quellen) erwähnt. Überdies seien unter "Methodologie" eher die IKT-orga-
nisatorischen Methoden sowie ITIL und COBIT etc. gemeint.
7.4 Der Beschwerdeführer rügt ferner, dass die Problemstellung und die
Ziele bereits aus dem Titel ersichtlich und teilweise auch in der Zusammen-
fassung beschrieben seien.
7.5 Für die Methodologie sei es fraglich, inwiefern die Beilegung der Fra-
gebogen notwendig gewesen wäre, da die aus der Umfrage gewonnenen
spärlichen Antworten in die Arbeit integriert worden seien.
Der Beschwerdeführer hält es für inakzeptabel, dass Zollfachpersonen die
wissenschaftliche Richtigkeit und Glaubwürdigkeit von Quellen in Frage
stellen, welche grösstenteils von namhaften Experten im Bereich der IKT
geschrieben worden seien. Er frage sich, woher sie das Wissen dazu hät-
ten. Was die Beiträge aus Wikipedia angehe, frage er sich, auf welcher
Grundlage deren Glaubwürdigkeit in Frage gestellt werde.
7.6 Mit Bezug auf die Ergebnisse bringt der Beschwerdeführer vor, dass
die Resultate seiner Arbeit im Rahmen einer umfassenden Überlegung in
Zusammenhang mit den Zielen, der Durchführung der Zuteilung der Rollen
bei der neuen Organisation, der Beurteilung der gemeinsamen Punkte zwi-
schen OZD und anderen öffentlichen oder privaten Organisationen sowie
der Anwendbarkeit der eingesetzten Methoden dargestellt worden seien.
Es gebe keinen Widerspruch in seiner Argumentation und er habe in Kapi-
tel 6.3 die Unmöglichkeit des Vergleichs erwähnt und begründet. Das er-
wähnte Beispiel (UBS vs. Familienbetrieb) zeige, dass Vergleiche nur in
bestimmten Fällen möglich seien. Dies sei die Schlussfolgerung der Arbeit.
Eine Vergleichstabelle wäre seines Erachtens bloss pro forma, da der Ver-
gleich an sich unzumutbar sei. Das Kapitel 6 beinhalte diese konkreten
Resultate und Schlussfolgerungen.
7.7 Zum Kriterium Abhandlung und Folgerung bringt der Beschwerdeführer
vor, dass die Schlussfolgerungen in Kapitel 6 zu finden seien, wobei auch
die Texte aus dem Internet und der Literatur beurteilt würden. Der Be-
schwerdeführer rügt, dass die Experten ihn grundlos beleidigt hätten, in-
dem sie vorbringen, er habe alles, was er gefunden habe, für bare Münze
gehalten ("sembra prendere tutto ció che trova per oro colato"). Dies sei
der Nachweis einer groben und oberflächlichen Beurteilung, die in einer
Beurteilung im Rahmen seiner Ausbildung nichts zu suchen habe. Deshalb
habe er eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft in Lugano eingereicht.
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Seite 19
7.8 Der Beschwerdeführer rügt, dass die Aussagen der Experten zum Kri-
terium Literaturhinweise zu vage seien. Unbestrittenermassen habe er
aber einige Inhalte des Kapitels 3 nahezu unverändert aus dem Internet
übernommen. Er könne diese Prozessauflistungen nicht einfach verän-
dern. Überdies handle es sich dabei nur um Erläuterungen zu den Grund-
lagen der Arbeit, und nicht um die Substanz der Arbeit.
7.9 Der Beschwerdeführer bringt zudem vor, dass die Verwendung von Il-
lustrationen vom Thema abhänge. Diese sei zwar nützlich, aber nicht zwin-
gend notwendig. Unbestrittenermassen seien die Abbildungen etwas
schlecht lesbar. Zu ihrer Bedeutung erklärt der Beschwerdeführer, die Ab-
bildung 1 sei quasi eine Zusammenfassung des Kapitels 3.1 und werde in
verschiedenen Formen in diversen Literaturwerken über ITIL gezeigt. Der
Anhang A sei die detaillierte Beschreibung der Abbildung 5. Die Aussagen
der Experten zur Formatierung seien sehr allgemein und nicht nachvoll-
ziehbar. Zudem seien im Italienischen beide Schreibweisen, "obiettivo" o-
der "obbiettivo", möglich.
7.10 Der Beschwerdeführer rügt schliesslich, dass die Experten nicht be-
schrieben hätten, welche Terminologie in der Abbildung 2 auf S. 15 in nicht
kohärenter Art und Weise verwendet worden sei. Zu den orthografischen
Fehlern nehme er keine Stellung, da sie nicht klar aufgeführt worden seien.
8.
Bei der Beurteilung der Parteistandpunkte ist zunächst davon auszugehen,
dass die Diplomarbeit den Titel trägt: "Aufgabenteilung zwischen IT-Exper-
ten und Bereichsspezialisten in Betrieb und Wartung der IKT-Anwendun-
gen: Vergleich der Lösungen in Zoll und anderen Organisationen".
8.1 Mit Bezug auf den praktischen Nutzen der Arbeit führt der Beschwer-
deführer – wie aufgezeigt (E. 7.1) – aus, dass er keine vertiefte Untersu-
chung über die künftige Situation (nach der Reorganisation der OZD) habe
machen können, und zwar wegen des Fehlens der damaligen Verwal-
tungsstruktur und wegen der mangelhaften Antworten seiner Umfrage. Es
wurden dem Gericht jedoch keine Umfragebögen eingereicht, mit denen
allfällige mangelhafte Antworten hätten glaubhaft dargelegt werden kön-
nen. Anzumerken bleibt, dass auch der Beschwerdeführer mit dem Einge-
ständnis, dass er keine vertiefte Untersuchung habe machen können, indi-
rekt den zentralen Mangel seiner Arbeit eingesteht.
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Seite 20
Allerdings erklärt er in seiner Vernehmlassung, er habe eine Gegenüber-
stellung mit der damaligen und künftigen Situation der OZD aufgeführt (Ka-
pitel 3.3 und 6.2) und dabei auf die beiden Problematiken verwiesen.
Dadurch habe er den Schwachpunkt der alten Organisation im Bereich
"Business Analyse" aufgezeigt, wie auch den Umstand, dass das Fachwis-
sen mehrerer Mitarbeiter bei der Verteilung der Stellen/Rollen ignoriert wor-
den sei. Die Experten würden dennoch die grösstenteils abstrakten Emp-
fehlungen in Kapitel 6 kritisieren, die zum Teil nicht im Zusammenhang mit
dem Inhalt der vorhergehenden Kapitel stünden, und es fehle zudem an
einer konkreten Begründung zur Rolle des Requirement Manger bzw. Bu-
siness Analysten. Der Beschwerdeführer beharrt demgegenüber auf sei-
nen erwähnten Empfehlungen und Begründungen in den beiden Kapiteln.
Abgesehen von diesen beiden Hinweisen verweist er generell auf "andere
Teile" der Arbeit, ohne konkret aufzuführen, wo die weiteren Empfehlungen
und der praktische Nutzen der Arbeit zu suchen sind. Somit ist er seiner
Substantiierungspflicht nicht vollumfänglich nachgekommen. Seine Aus-
führungen beschränken sich vielmehr weitgehend darauf, die Begründung
der Vorinstanz allgemein zu bestreiten und darauf hinzuweisen, dass Fach-
experten den praktischen Nutzen seiner Arbeit erkennen würden.
8.2 Gemäss Experten fehlen die logische Struktur und der Zusammenhang
namentlich in den Kapiteln 3.1, 3.2 vs. 3.3 und 4. Den Experten bzw. der
Vorinstanz kann in dem Sinne gefolgt werden, wenn sie vorbringen, dass
die Kapitel 3.1, 3.2, 3.3 weitgehend die Beschreibung von abstrakten Ver-
fahren (ITIL, COBIT, Requirement Manager) seien. Es ist nach ihnen auch
keine Verbindung oder Überleitung zwischen den einzelnen Kapiteln vor-
handen oder ersichtlich, die im Sinne eines roten Fadens durch die Arbeit
führt. Selbst wenn der Beschwerdeführer vorbringt, dass die Grundlagen
in den Kapiteln 3.1, 3.2 und 4 zu finden seien und das Kapitel 3.3 eine
punktuelle Erweiterung und Vertiefung zur Methodik sei, indem die Rolle
und der Nutzen des Requirement-Managers beschrieben würden, so be-
streitet er damit weitgehend die Begründung der Vorinstanz und weist wie-
derum allgemein darauf hin, dass Fachexperten seine Ausführungen nicht
als abstrakt beurteilen würden. Die Experten und die Vorinstanz begründen
demgegenüber schlüssig und objektiv nachvollziehbar die strukturellen
Mängel der Arbeit. Hinsichtlich der Struktur der Diplomarbeit ist somit keine
offensichtliche Unterbewertung erkennbar.
8.3 Das Bewertungsraster war dem Beschwerdeführer bekannt. Auf die-
sem Dokument sind die Bewertungskriterien jeweils grob umschrieben.
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Seite 21
Damit wird näher ausgeführt, was unter der jeweiligen Überschriftenbezei-
chung zu verstehen ist und was erwartet wird. Unter der Überschrift Zu-
sammenfassung steht kleingedruckt:
"Die Zusammenfassung muss einen Überblick über die Ausgangssituation, die
Ziele, die Vorgehensweise (Methode), die Ergebnisse und die Folgerungen
bieten."
Die Experten und die Vorinstanz bemängeln die Zusammenfassung in ei-
nigen konkreten Punkten. Indem der Beschwerdeführer aufführt, wo er die
Ausgangssituation und die Ziele beschrieben habe, kann er die spezifi-
schen Bemerkungen nicht ausräumen, denn gerade diese Stellen sind ge-
mäss Experten unzureichend. Der Beschwerdeführer erwähnt seine Um-
frage zwar im Literaturverzeichnis, nicht aber bei der Beschreibung der ge-
wählten Vorgehensweise (Methode).
8.4 Der Beschwerdeführer liefert auch keine überzeugenden Anhalts-
punkte dafür, dass er die Problematik und die Ziele seiner Arbeit einerseits
im Titel der Diplomarbeit und andererseits in der Zusammenfassung teil-
weise beschrieben habe. Auch das mehrmals erwähnte mangelnde Fach-
wissen der Experten ist in diesem Punkt alles andere als überzeugend be-
legt.
8.5 Zum Kriterium der Methodologie verweist der Beschwerdeführer da-
rauf, dass er die angeblich "spärlichen Antworten" von seiner Umfrage in
die Arbeit integriert habe. Allerdings zeigt er nicht auf, wo diese Stellen kon-
kret zu finden seien. Die Fragebögen sind unbestrittenermassen nicht bei-
gelegt worden. Die Vorinstanz kann denn auch objektiv nachvollziehbar
ausführen, inwiefern die Glaubwürdigkeit von Einträgen in Wikipedia und
anderen Internetquellen einen wissenschaftlichen Wert aufweisen können.
8.6 Hinsichtlich der Ergebnisse erwähnt der Beschwerdeführer weder die
Resultate seiner Arbeit noch präzisiert er diese. Wie oben dargestellt
(E. 7.6), erklärt er lediglich mit einem einzigen Beispiel, dass ein direkter
Vergleich nur in bestimmten Fällen möglich sei. Seine Ausführungen be-
schränken sich weitgehend darauf, die Begründung der Vorinstanz zu be-
streiten, ohne überzeugende Anhaltspunkte dafür zu liefern, wo konkrete
Ergebnisse der Arbeit zu finden seien.
8.7 Die Vorinstanz hat in ihrer Stellungnahme ausführlich begründet, wes-
halb die für den Beschwerdeführer beleidigende Bemerkung aufgeführt
worden sei. Der Grund hierfür sei, dass die von ihm übernommenen Texte
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Seite 22
aus dem Internet oder aus der Literatur prinzipiell nicht reflektiert worden
seien. Es seien keine Stellungnahmen, Vergleiche oder eigene Anregun-
gen vorhanden und Textteile seien oft eins zu eins übernommen worden,
wobei die Zitierregeln missachtet worden seien. Damit erscheint die Be-
wertung der Experten mit Bezug auf die Abhandlung und Folgerung nicht
als fehlerhaft oder offensichtlich unangemessen.
8.8 Unbestrittenermassen hat der Beschwerdeführer einige Hinweise auf
die Literatur nicht korrekt bezeichnet (Kapitel 3.1 bzw. 3.2). Insbesondere
haben die Experten auf die Missachtung der Zitierregeln verwiesen, die der
Beschwerdeführer – wie die Vorinstanz ausführlich begründete –nachweis-
lich nicht eingehalten hat.
8.9 Die Vorinstanz hat überdies darauf hingewiesen, dass der Anhang A
überhaupt nicht lesbar sei. Es sei auch kein Hinweis in Kapitel 5 zu finden,
der auf diese Abbildung verweise. Die Abbildungen 6, 9 und 10 seien eben-
falls nicht lesbar und die Abbildung im Anhang B sei nur mit Mühe zu ent-
ziffern. Die Formatierungsfehler sind ausführlich von der Vorinstanz be-
gründet und – nicht abschliessend – aufgeführt worden, ebenso wie die
Möglichkeit beider Schreibweisen von "obiettivo" oder "obbiettivo", die für
sich alleine aber wohl kaum zu dieser Bewertung geführt hätten. Insgesamt
hat die Vorinstanz auch ausführlich begründet, inwiefern die Abbildungen
unzureichend seien, weshalb vorliegend nicht die Rede von einem materi-
ell nicht vertretbaren Ergebnis der Bewertung sein kann. Entgegen der Be-
hauptung des Beschwerdeführers sind konkrete Ausführungen zu be-
stimmten Orthografiefehlern seitens der Vorinstanz gemacht worden (vgl.
E. 6.7 mit Beispielen).
8.10 Die Experten und die Vorinstanz bemängeln, dass die Terminologie
"Phase und Prozess" nicht kohärent verwendet worden sei. Tatsächlich
kann der Begriff "Service-Operation" auch als Phase im Lebenszyklus ei-
nes IT-Service verstanden werden, wobei die einzelnen Prozesse und
Funktionen, die der Service-Operation zugeordnet sind, Aktivitäten in meh-
reren Phasen des Servicelebenszyklus aufweisen (vgl. Glossar des Bun-
desamtes für Informatik und Telekommunikation [BIT], besucht am 21. De-
zember 2015, unter: http://www.bit.admin.ch/glossar/index.html?ac-
tion=id&id=495&lang=de).
Im Zusammenhang mit der Seite 15, Abbildung 2, muss allerdings auf den
dort verwendeten Titel verwiesen werden, der mit "Processes and Func-
tions" von Prozessen spricht und in diesem Zusammenhang eine gewisse
http://www.bit.admin.ch/glossar/index.html?action=id&id=495&lang=de http://www.bit.admin.ch/glossar/index.html?action=id&id=495&lang=de
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Seite 23
Unklarheit der Begrifflichkeiten schafft, denn im dazugehörigen Fliesstext
wird wiederum von Phasen gesprochen. Die Mangelhaftigkeit ist jedoch
deshalb gegeben, weil die Diplomarbeit keine klare Definition von den ein-
zelnen Terminologien aufweist. Die Vorinstanz hat deshalb zu Recht auf
diesen Mangel hingewiesen. Das Bewertungskriterium der Sprache enthält
denn auch weitere konkrete Mängel, welche die Experten und die Vo-
rinstanz ausführlich und objektiv nachvollziehbar ausgeführt haben (vgl.
oben E. 6.7).
9.
Die dargestellten Ausführungen der Vorinstanz und der Experten erschei-
nen schlüssig und objektiv nachvollziehbar. Sie geben deshalb mit Blick
auf die gebotene Zurückhaltung bei der Überprüfung der Bewertung von
Prüfungsleistungen (vgl. oben E. 2) keinen Anlass, die Bewertung mit
31 Punkten im vorliegenden Verfahren als unrichtig oder unangemessen
zu qualifizieren. Die Vorbringen des Beschwerdeführers vermögen jeden-
falls – wie oben aufgezeigt wird – die inhaltliche und formelle Würdigung
seiner Diplomarbeit durch die Experten nicht ernstlich in Frage zu stellen.
Insgesamt ergibt sich, dass die Bewertung der Prüfungsleistungen des Be-
schwerdeführers durch die Vorinstanz nicht zu beanstanden ist. Die Kor-
rekturen und Bewertungen sind schlüssig und objektiv nachvollziehbar. Die
Einwände des Beschwerdeführers vermögen keine erheblichen Zweifel an
der Bewertung zu wecken. Die Ausführungen des Beschwerdeführers be-
schränken sich vielmehr teilweise darauf, die Begründung der Vorinstanz
allgemein zu bestreiten. Wie bereits oben ausgeführt, ist der Beschwerde-
führer auch seiner Substantiierungspflicht nicht vollumfänglich nachge-
kommen. Damit gilt eine sachgerechte und willkürfreie Benotung als erwie-
sen und es kann auf eine zusätzliche Beweismassnahme in Form eines
Sachverständigengutachtens verzichtet werden. Infolgedessen bleibt auch
das Prüfungsergebnis unverändert, weshalb die Beschwerde abzuweisen
ist.
10.
Bei diesem Verfahrensausgang sind die Verfahrenskosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Sie werden auf Fr. 1'000.–
festgesetzt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ver-
rechnet. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.
Entsprechend dem Verfahrensausgang wird keine Parteientschädigung
ausgerichtet (Art. 64 Abs. 1 VwvG).
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Seite 24
11.
Dieser Entscheid kann nicht mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An-
gelegenheiten an das Bundesgericht weitergezogen werden (Art. 83 Bst. t
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR. 173.110]). Er
ist somit endgültig.