Decision ID: 4334177e-a7d3-4c46-b66a-66fd95091a66
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Eheschutz
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Winterthur vom 6. August 2018 (EE180059-K)
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Rechtsbegehren:
der Gesuchstellerin (Urk. 1 S. 1 und Urk. 11 S. 1): 1. Es sei die Obhut für die Kinder C._, geboren tt.mm.2009,
und D._, geboren tt.mm.2011, der Gesuchstellerin .
2. Es sei dem Gesuchsgegner ein angemessenes Besuchsrecht mit den Kindern C._ und D._ einzuräumen.
3. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin angemessene monatliche Unterhaltsbeiträge (zuzüglich ) für C._ und D._ zu bezahlen, rückwirkend ab 1. September 2017.
4. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin persönlich angemessene monatliche Unterhaltsbeiträge zu , rückwirkend ab 1. September 2017.
5. Es sei die eheliche Wohnung an der E._-Strasse ..., F._, samt Hausrat der Gesuchstellerin zur Benützung  und es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, die Schlüssel für Haus und Garage auf erstes Verlangen der  herauszugeben.
6. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, die alte Vespa der  auf erstes Verlangen der Gesuchstellerin .
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zu Lasten des Gesuchsgegners. prozessualer Antrag (Urk. 1 S. 1 f.): 1. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin ei-
nen Prozesskostenvorschuss von einstweilen Fr. 6'000.– (zzgl. MwSt.) zu bezahlen.
2. Eventualiter sei der Gesuchstellerin die unentgeltliche  zu gewähren und in der Person der Unterzeichnenden  unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellten.
des Gesuchsgegners (Urk. 3 S. 1 f. und Prot. I S. 24): 1. Die elterliche Sorge über die beiden Kinder, C._, geb.
tt.mm.2009 und D._ , geb. tt.mm.2011, sei beiden Parteien zu belassen.
2. Die Obhut über die beiden Kinder sei der Gesuchstellerin .
3. Der Gesuchsgegner sei für berechtigt und verpflichtet zu erklären, die beiden Kinder jedes zweite Wochenende von Freitagabend
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bis Sonntagabend zu betreuen, sowie während drei Wochen  und an den gerichtsüblichen Feier- und Festtagen.
4. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin ab 17. Januar 2018 an die Auslagen der Kinder monatliche  zzgl. allfälliger Familienzulagen wie folgt zu :
- Fr. 1'680.– pro Kind bzw. für beide Kinder Fr. 3'680.– (davon 2 x Fr. 621.– Barunterhalt und 1 x Fr. 2'618.– ) seit Antragsstellung (17.1.2018) bis und mit Juli 2018; und
- Fr. 2'325.– (davon Fr. 425.– Betreuungsunterhalt) ab August 2018 für die Dauer des weiteren Verfahrens;
Die Unterhaltsbeiträge seien zahlbar monatlich im Voraus, jeweils auf den Ersten eines jeden Monats.
Der Gesuchsgegner sei für berechtigt zu erklären, die  und Nebenkosten (in Anrechnung an seine ) zu bezahlen, solange die Gesuchstellerin in der  Liegenschaft wohnt.
5. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass gegenseitig kein  Unterhalt geschuldet sei.
6. Es sei für die Dauer des vorliegenden Verfahrens die eheliche Wohnung an der E._-Strasse ..., F._, samt Hausrat der Gesuchstellerin zuzuweisen.
7. Der Gesuchsgegner beantragt die Herausgabe folgender :
- Schul- und Prüfungsmaterial im Keller; - CDs im Wohnzimmer. 8. Es sei die Gütertrennung per Antragsdatum anzuordnen. 9. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Ge-
suchstellerin zzgl. MwSt. prozessualer Antrag (Urk. 3 S. 2 und Urk. 5/9 S. 2): Dem Gesuchsgegner sei die unentgeltliche Prozessführung zu ; es sei ihm in der Person von RA X._ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen und es sei die Gesuchstellerin zu , ein Prozesskostenvorschuss in der Höhe von Fr. 5'000.– zu bezahlen.
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Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Winterthur vom 6. August 2018:
(Urk. 16 S. 53 ff. = Urk. 19 S. 53 ff.)
"1. Es wird vorgemerkt, dass die Parteien getrennt leben. 2. Die Obhut über die Kinder C._, geboren tt.mm.2009, und D._, ge-
boren tt.mm.2011, wird der Gesuchstellerin zugeteilt. 3. Der Gesuchsgegner ist berechtigt und verpflichtet, die Kinder C._ und
D._ auf eigene Kosten wie folgt zu betreuen: - an jedem zweiten Wochenende jeweils von Freitagabend bis
Sonntagabend, - jeweils am zweiten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten und Neujahr, - in Jahren mit gerader Jahreszahl von Karfreitag Morgen bis Ostermon-
tag Abend und in Jahren mit ungerader Jahreszahl von Pfingstsamstag Morgen bis Pfingstmontag Abend, wobei die Töchter das auf diese Feiertagsregelung folgende Wochenende bei der Gesuchstellerin , womit die abwechselnde Wochenendregelung von neuem .
Zudem ist der Gesuchsgegner berechtigt und verpflichtet, die Töchter für die Dauer von drei Wochen pro Jahr auf eigene Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen. Der Gesuchsgegner kündigt der Gesuchstellerin die Ferienwochen mindestens drei Monate im Voraus an.
Weitergehende oder abweichende Besuchsrechtskontakte im Interesse der Kinder sowie nach Absprache zwischen den Parteien bleiben vorbehalten.
4. a) Die eheliche Wohnung an der E._-Strasse ... in F._ wird samt Hausrat und Mobiliar für die Dauer des Getrenntlebens der  und den Töchtern zur alleinigen Benützung zugewiesen.
b) Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin die Schlüssel zur ehelichen Wohnung und zur Garage auf erstes Verlangen .
5. a) Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsgegner das Schul- und Prüfungsmaterial im Keller auf erstes Verlangen herauszugeben.
b) Der Antrag des Gesuchsgegners auf Herausgabe der CDs wird .
c) Der Antrag der Gesuchstellerin auf Herausgabe der alten Vespa wird abgewiesen.
6. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin an die Kosten des Unterhalts und der Erziehung der Töchter C._ und D._ im Voraus auf den Ersten des Monats zahlbare Unterhaltsbeiträge, zuzüglich allfällige gesetzliche oder vertragliche Kinder- oder Ausbildungszulagen, wie folgt zu bezahlen: - Phase 1 (rückwirkend von 1. September 2017 bis 31. März 2018):
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• C._: Barunterhalt: Fr. 767.85 Betreuungsunterhalt: Fr. 1'525.70
• D._ Barunterhalt: Fr. 786.35 Betreuungsunterhalt: Fr. 1'525.70
- Phase 2 (rückwirkend ab 1. April 2018 bis 31. Dezember 2018):
• C._: Barunterhalt: Fr. 710.80 Betreuungsunterhalt: Fr. 1'525.70
• D._ Barunterhalt: Fr. 729.30 Betreuungsunterhalt: Fr. 1'525.70
- Phase 3 (ab 1. Januar 2019 bis 31. Juli 2019):
• C._: Barunterhalt: Fr. 1'106.35 Betreuungsunterhalt: Fr. 553.20
• D._ Barunterhalt: Fr. 1'164.85 Betreuungsunterhalt: Fr. 553.20
- Phase 4 (ab 1. August 2019 für die weitere Dauer des Getrenntlebens):
• C._: Barunterhalt: Fr. 1'273.00 Betreuungsunterhalt: Fr. 553.20
• D._ Barunterhalt: Fr. 1'131.50 Betreuungsunterhalt: Fr. 553.20
7. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für sich persönlich wie folgt monatliche Unterhaltsbeiträge zu bezahlen: - Fr. 317.75 rückwirkend von 1. September bis 31. März 2018; - Fr. 210.– rückwirkend ab 1. April 2018 bis 31. Dezember 2018; - Fr. 766.75 ab 1. Januar 2019 bis 31. Juli 2019; - Fr. 700.10 ab 1. August 2019 für die weitere Dauer des Getrennt-
lebens. Diese Unterhaltsbeträge sind zahlbar monatlich im Voraus, jeweils auf den
Ersten eines jeden Monats. 8. Es wird davon Vormerk genommen, dass der Gesuchsgegner der Gesuch-
stellerin für die Zeit vom 1. September 2017 bis zum 28. Februar 2018  Kinder- und Ehegattenunterhaltsbeiträge in der Höhe von insgesamt Fr. 10'300.– bezahlt hat. Die Unterhaltsschuld des Gesuchsgegners für  Zeitraum beträgt noch Fr. 19'240.10.
9. Das Begehren des Gesuchsgegners um Anordnung des Gütertrennung wird abgewiesen.
10. Das Begehren der Gesuchstellerin um Zusprechung eines  wird abgewiesen.
11. Das Begehren des Gesuchsgegners um Zusprechung eines  wird abgewiesen.
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12. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 2'500.–. 13. Die Kosten werden der Gesuchstellerin zu zwei Fünftel und dem Gesuchs-
gegner zu drei Fünftel auferlegt. 14. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin eine auf einen
Fünftel reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 753.90 zu  (inkl. 7.7 % Mehrwertsteuer).
15. [Schriftliche Mitteilung] 16. [Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist 10 Tage, ohne Stillstand]"
Berufungsanträge:
des Gesuchsgegners und Berufungsklägers (Urk. 18 S. 1 ff.): "1. Dispositiv-Ziff. 6 des Urteils (EE180059) vom 6. August 2018 der
Einzelrichterin am Bezirksgericht Winterthur sei aufzuheben. Stattdessen sei der Berufungsbeklagte [recte: Berufungskläger]
zu verpflichten, der Berufungsklägerin [recte: ] rückwirkend ab 17. Januar 2018 (in Anrechnung bezahlter Unterhaltsbeiträge und Rechnungen) wie folgt  zu bezahlen:
a) Erste Phase (17. Januar 2018 bis 31. März 2018) Barunterhalt C._: CHF 586 Barunterhalt D._: CHF 605 Betreuungsunterhalt: CHF 2666 (dem Unter-
halt des jüngeren Kindes D._ zuzuschlagen)
b) Zweite Phase (ab 1. April 2018 bis 31. Dezember 2018) Barunterhalt C._: CHF 579 Barunterhalt D._: CHF 598 Betreuungsunterhalt: CHF 2666 c) Dritte Phase (ab 1. Januar 2019 bis 31. Mai 2019) Barunterhalt C._: CHF 810 Barunterhalt D._: CHF 869 Betreuungsunterhalt: CHF 906 d) Vierte Phase (ab 1. August 2019) Barunterhalt C._: CHF 990 Barunterhalt D._: CHF 849 Betreuungsunterhalt: CHF 906
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Der Berufungskläger sei für berechtigt zu erklären, die  der Gesuchstellerin (Hypothekarzinsen der ehelichen , Nebenkosten der ehelichen Liegenschaft) selber zu  und vom Unterhalt abzuziehen.
2. Dispositiv Ziff. 7 sei aufzuheben. Stattdessen sei zu erkennen, dass der Berufungskläger folgende monatliche Unterhaltsbeträge der Berufungsbeklagten schuldet:
a) Erste Phase (17. Januar 2018 bis 31. März 2018) Persönlicher Unterhalt: CHF 268 b) Zweite Phase (ab 1. April 2018 bis 31. Dezember 2018) Persönlicher Unterhalt: CHF 243 c) Dritte Phase (ab 1. Januar 2019 bis 31. Mai 2019) Persönlicher Unterhalt: CHF 628 d) Vierte Phase (ab 1. August 2019) Persönlicher Unterhalt: CHF 548 3. Dispositiv Ziff. 8 sei ersatzlos aufzuheben. Eventualiter sei festzustellen, dass der Berufungskläger einen Un-
terhaltsbeitrag von insgesamt CHF 25'712 vom 1. September 2017 bis Ende Februar 2018 bezahlt hat.
4. Dispositiv Ziff. 13 und 14 seien aufzuheben. Stattdessen sei zu erkennen, dass die Gerichtskosten der Vorinstanz unter den  je zur Hälfte zu tragen seien und dass keine Partei der  eine Parteientschädigung schuldet.
prozessualer Antrag (Urk. 18 S. 3): "Dem Berufungskläger sei für das Berufungsverfahren die  Prozessführung zu gewähren; es sei ihm in der Person von RA X._ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen."
der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten (Urk. 27 S. 2): "Es sei die Berufung vom 20. August 2018 abzuweisen und das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 6. August 2018 zu bestätigen;  Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zu Lasten des Gesuchsgegners." prozessualer Antrag (Urk. 27 S. 2): "Es sei der Gesuchstellerin die unentgeltliche Prozessführung zu  und in der Person der Unterzeichnenden eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen."
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Erwägungen:
I.
1. Die Parteien sind seit dem tt. Juli 2009 verheiratet (Urk. 5/4 S. 1). Aus
ihrer Ehe gingen die Töchter C._, geboren am tt.mm.2009, und D._ ,
geboren am tt.mm.2011, hervor (Urk. 5/4 S. 4).
2. Mit Eingabe vom 17. Januar 2018 machte die Gesuchstellerin bei der
Vorinstanz unter Einreichung eines gemeinsamen Scheidungsbegehrens der Par-
teien ein Scheidungsverfahren anhängig. Gleichzeitig stellte sie ein Begehren um
Anordnung vorsorglicher Massnahmen (Urk. 5/1, Urk. 5/3). Nachdem die Gesuch-
stellerin an der vorinstanzlichen Anhörung vom 11. April 2018 ihren Scheidungs-
willen widerrufen hatte, beantragten beide Parteien übereinstimmend, dass an-
stelle des Scheidungsverfahrens mit vorsorglichen Massnahmen ein Eheschutz-
verfahren durchzuführen sei (vgl. Prot. I S. 3 im Verfahren FE180018-K, Urk. 5).
Der weitere Prozessverlauf vor Vorinstanz kann dem erstinstanzlichen Urteil ent-
nommen werden (Urk. 19 S. 4). Am 6. August 2018 erliess die Vorinstanz die ein-
gangs wiedergegebenen Entscheide (Verfügung und Urteil, Urk. 19).
3. Gegen das vorinstanzliche Urteil erhob der Gesuchsgegner am
20. August 2018 rechtzeitig (vgl. Urk. 17) Berufung mit den vorne zitierten Beru-
fungsanträgen (Urk. 18). Sodann reichte er mit Noveneingabe vom 22. August
2018 neue Unterlagen ins Recht (Urk. 23, Urk. 24/1-2). Daraufhin wurde der Ge-
suchstellerin mit Verfügung vom 4. September 2018 Frist angesetzt, die Berufung
zu beantworten und zu den Noven Stellung zu nehmen (Urk. 25). Mit Eingabe
vom 24. September 2018 erstattete die Gesuchstellerin fristgerecht ihre Beru-
fungsantwort (Urk. 27). Sodann nahm sie innert erstreckter Frist (vgl. Urk. 26) zur
Noveneingabe des Gesuchsgegners Stellung (Urk. 30). Die Doppel der Beru-
fungsantwortschrift und der Novenstellungnahme wurden dem Gesuchsgegner
zur Kenntnis zugestellt (Urk. 31). Weitere Eingaben der Parteien folgten nicht.
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4. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-17). Das Ver-
fahren erweist sich als spruchreif.
II.
1. Die Berufung hemmt die Rechtskraft und die Vollstreckbarkeit des
angefochtenen Entscheids im Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Die
Dispositiv-Ziffern 1-5 sowie 9-12 des vorinstanzlichen Urteils blieben unangefoch-
ten und sind damit in Rechtskraft erwachsen. Dies ist vorzumerken.
2. Betreffend die summarische Natur des vorliegenden Eheschutzver-
fahrens und insbesondere das Erfordernis der blossen Glaubhaftmachung der
rechtserheblichen Tatsachen kann vorweg auf die zutreffenden Ausführungen im
angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 19 E. II).
3.1 Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine un-
richtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO).
Die Berufungsinstanz verfügt über eine vollständige Überprüfungsbefugnis der
Streitsache, mithin über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfra-
gen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheits-
prüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Beru-
fungsbegründung (Art. 311 Abs. 1 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwie-
fern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft
zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Fehler leidet (BGE 142 I 93 E. 8.2;
138 III 374 E. 4.3.1). Die Berufungsinstanz hat sich – abgesehen von offensichtli-
chen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen zu be-
schränken, die in der Berufungsschrift in rechtsgenügender Weise erhoben wer-
den (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4).
3.2 Im Berufungsverfahren sind neue Vorbringen nur noch unter
den Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO zulässig. Danach sind neue Tat-
sachen und Beweismittel nur noch zu berücksichtigen, wenn sie – kumulativ –
ohne Verzug vorgebracht werden (Art. 317 Abs. 1 lit. a ZPO) und trotz zumutbarer
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Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317
Abs. 1 lit. b ZPO).
3.3 Art. 296 ZPO statuiert für Kinderbelange in familienrechtlichen Ange-
legenheiten – wie sie vorliegend mitunter zu beurteilen sind – den Untersuchungs-
und Offizialgrundsatz, weshalb das Gericht in diesem Bereich den Sachverhalt
von Amtes wegen erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge entscheidet.
In Verfahren, welche der umfassenden Untersuchungsmaxime unterstehen, kön-
nen die Parteien auch im Berufungsverfahren neue Tatsachen und Beweismittel
unbeschränkt vorbringen. Die Bestimmung von Art. 317 Abs. 1 ZPO gilt somit
nicht für Verfahren, in welchen Kinderbelange zu beurteilen sind (BGE 144 III 349
E. 4.2.1).
III.
1. Vorinstanzliche Unterhaltsberechnung
1.1 Zur Berechnung der Unterhaltsansprüche wandte die Vorinstanz die
sog. zweistufig-konkrete Berechnungsmethode (Existenzminimumberechnung mit
Überschussverteilung) an (Urk. 19 E. III/4.1.3 und E. III/4.5.4). Auf Seiten der Ge-
suchstellerin, welche die Kinder zur Hauptsache betreue und derzeit nicht arbeits-
tätig sei, erachtete die Vorinstanz ab Januar 2019 eine 50 %-Erwerbstätigkeit als
zumutbar und rechnete ihr dafür ein hypothetisches Nettoeinkommen von
Fr. 1'900.– pro Monat an. Dabei erwog die Vorinstanz, dass die Gesuchstellerin
über eine abgeschlossene Ausbildung als Hotelfachfrau verfüge und ihre Zusatz-
ausbildung im kaufmännischen Bereich an der ...schule in G._ nach Wieder-
holung des letzten Moduls spätestens im Verlaufe des Jahres 2019 definitiv ab-
schliessen werde. Die Gesuchstellerin bringe ausserdem ausreichend Berufser-
fahrung mit. Sie sei während der Ehe bzw. nach der Geburt der beiden Töchter
zumindest teilweise arbeitstätig gewesen und habe einen – wenn auch geringen –
Anteil am Gesamteinkommen der Familie durch eine eigene Erwerbstätigkeit bei-
gesteuert (Urk. 19 E. III/4.2.2-4.2.3). Auf Seiten des Gesuchsgegners stellte die
Vorinstanz gestützt auf den Lohnausweis 2017 auf ein monatliches Nettoeinkom-
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men von Fr. 8'674.– pro Monat (exkl. Familienzulagen, inkl. 13. Monatslohn) ab
(Urk. 19 E. III/4.3). Berücksichtigt wurden zudem die Familienzulagen für die bei-
den Töchter von je Fr. 200.– pro Monat bis Ende März 2018 sowie von je
Fr. 220.– ab 1. April 2018 (Urk. 19 E. III/4.4). Den familienrechtlichen Notbedarf
der Gesuchstellerin errechnete die Vorinstanz aufgrund von Veränderungen bei
den Wohnkosten (Reduktion wegen Vermietung des Parkplatzes ab Januar 2019)
und bei den Berufsauslagen (Kosten für auswärtige Verpflegung ab Januar 2019)
in zwei Phasen. So betrage dieser bis 31. Dezember 2018 monatlich Fr. 3'295.–
und ab 1. Januar 2019 monatlich Fr. 3'250.– (Urk. 19 E. III/4.5.1). Der familien-
rechtliche Notbedarf des Gesuchsgegners belaufe sich bis 31. März 2018 auf
Fr. 3'676.55 pro Monat und für die nachfolgende Zeit – unter Berücksichtigung der
erst ab April 2018 anfallenden Mobilitätskosten – auf Fr. 4'006.55 pro Monat
(Urk. 19 E. III/4.5.3). Bei der Tochter C._ berücksichtigte die Vorinstanz bis
31. Dezember 2018 einen Barbedarf von Fr. 930.80, wobei dieser ab Januar 2019
um die Fremdbetreuungskosten auf insgesamt Fr. 1'064.80 pro Monat erweitert
und ab August 2019 infolge Erhöhung des Grundbetrages auf gesamthaft
Fr. 1'264.80 beziffert wurde. Der Barbedarf der Tochter D._ belaufe sich bis
31. Dezember 2018 auf monatlich Fr. 949.30 und für die nachfolgende Zeit – un-
ter Berücksichtigung der ab 1. Januar 2019 anfallenden Fremdbetreuungskosten
– auf Fr. 1'123.30 pro Monat (Urk. 19 E. III/4.5.2). Insgesamt legte die Vorinstanz
ihrer Unterhaltsberechnung die folgenden vier Phasen zu Grunde (vgl. Urk. 19
E. III/4.5.4/a):
- 1. Phase: 1. September 2017 bis 31. März 2018
- 2. Phase: 1. April 2018 bis 31. Dezember 2018
- 3. Phase: 1. Januar 2019 bis 31. Juli 2019
- 4. Phase: ab 1. August 2019.
1.2 Entsprechend der gewählten Berechnungsmethode stellte die Vorin-
stanz in den einzelnen Phasen den ermittelten Gesamtbedarf der Familie ihrem
Gesamteinkommen gegenüber, woraus in den Phasen 1, 3 und 4 jeweils ein
Überschuss resultierte, welcher nach dem Prinzip "grosse Köpfe - kleine Köpfe"
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den Parteien zu je einem Drittel und den beiden Töchtern zu je einem Sechstel
zugeteilt wurde (vgl. Urk. 19 E. III/4.5.4/b).
1.3 Unter Berücksichtigung der so ermittelten Überschussanteile der Kin-
der sowie nach Abzug der jeweiligen Familienzulagen in den einzelnen Phasen
resultierten die von der Vorinstanz zugesprochenen Barunterhaltsbeiträge für
C._ und D._. Hinsichtlich des Betreuungsunterhalts erwog die Vorin-
stanz sodann, dass zur Ermittlung des betreuungsbedingten Nachteils auf Seiten
der Gesuchstellerin die Lebenshaltungskosten (erweiterter Bedarf der Gesuch-
stellerin abzüglich erweiterte Bedarfspositionen betreffend Zusatzversicherung
und Steuern) ihrem Einkommen gegenüberzustellen seien und alsdann der dar-
aus resultierende Betreuungsunterhalt gleichmässig auf die beiden Töchter zu
verteilen sei. Demgemäss betrage der monatliche Betreuungsunterhaltsbeitrag in
den Phasen 1 und 2 je Fr. 1'525.70 pro Kind sowie in den Phasen 3 und 4 je
Fr. 553.20 pro Kind (Urk. 19 E. III/4.5.4/c-d).
1.4 Schliesslich errechnete die Vorinstanz den persönlichen Unterhalt der
Gesuchstellerin, indem sie in den Phasen, in welchen ein Überschuss resultierte
(Phase 1, 3 und 4), vom Einkommen des Gesuchsgegners dessen eigenen Be-
darf zuzüglich Überschussanteil sowie die an die Kinder zu leistenden Unterhalts-
beiträge (bestehend aus Bar- und Betreuungsunterhalt) abzog. In der Phase 2, in
welcher gemäss vorinstanzlicher Rechnung ein Manko resultierte, wurde demge-
genüber unter Berücksichtigung der "Leistungsfähigkeiten der Parteien" (Ein-
kommen abzüglich Notbedarf und Kinderunterhaltsbeiträge beim Gesuchsgegner
resp. Lebenshaltungskosten abzüglich Notbedarf bei der Gesuchstellerin) der
persönliche Unterhaltsanspruch der Gesuchstellerin ermittelt (Urk. 19 E. III/
4.5.4/e).
1.5 Gestützt auf diese Erwägungen verpflichtete die Vorinstanz den Ge-
suchsgegner zur Leistung der im Urteil bezifferten Kinder- und Ehegattenunter-
haltsbeiträge (vgl. Urk. 19 E. III/4.5.4/f sowie Dispositiv-Ziffern 6 und 7, S. 54 ff.).
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2. Rügen des Gesuchsgegners
Hinsichtlich dieser Unterhaltsberechnung beanstandet der Gesuchsgegner
zunächst, dass die Vorinstanz bei der Berechnung seines Bedarfs in der Phase 2
gewisse Auslageposten zu Unrecht nicht oder nicht vollständig berücksichtigt ha-
be (Urk. 18 Rz 6 ff.). Ausserdem macht er diesbezüglich – unter Einreichung ei-
nes neuen Arbeitsvertrages (Urk. 21/1) – geltend, sein Lohn sowie gewisse Be-
darfspositionen hätten sich aufgrund seines Stellenwechsels verändert (Urk. 18
Rz 15 ff.). Sodann ist der Gesuchsgegner der Ansicht, die Vorinstanz habe auf
Seiten der Gesuchstellerin – und entsprechend auch im Barbedarf der Kinder – zu
hohe Wohnkosten berücksichtigt (vgl. Urk. 18 Rz 23 und Rz 30 ff.). Schliesslich
beanstandet er im Bedarf der Gesuchstellerin die Positionen Krankenkasse und
Mobilität (Urk. 18 Rz 24 ff.).
3. Einkommen des Gesuchsgegners
3.1 Der Gesuchsgegner ist der Ansicht, sein Gehalt habe sich seit seinem
Stellenwechsel nicht wesentlich geändert. Er verdiene heute Fr. 9'200.– brutto pro
Monat zuzüglich 13. Monatslohn. Unter Berücksichtigung der Sozialabgaben so-
wie unter Einrechnung des 13. Monatslohns sei mit einem Nettolohn von rund
Fr. 8'450.– pro Monat zu rechnen. Die Vorinstanz habe dem Gesuchsgegner
demgegenüber gestützt auf den Lohnausweis 2017 rund Fr. 8'600.– pro Monat
angerechnet (Urk. 18 Rz 16).
3.2 Die Gesuchstellerin macht mit Bezug auf die neue Arbeitsstelle des
Gesuchsgegners zunächst geltend, der neue Arbeitsvertrag datiere vom
25. Januar 2018 und sehe als Vertragsbeginn den 1. April 2018 vor. Da vor Vorin-
stanz die Hauptverhandlung am 11. April 2018 sowie deren Fortsetzung am
16. Mai 2018 stattgefunden habe, handle es sich dabei – entgegen der Darstel-
lung des Gesuchsgegners – nicht um ein echtes Novum (Urk. 27 Rz 14). In der
Sache bestreitet die Gesuchstellerin, dass der Gesuchsgegner bei seiner neuen
Arbeitgeberin, der H._ AG, weniger verdiene als bei seiner früheren Arbeit-
geberin, der I._ AG. So sei bereits das Bruttoeinkommen bei der H._
AG Fr. 200.– höher. Ausserdem erhalte der Gesuchsgegner gemäss Arbeitsver-
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trag mit der H._ AG einen 13. Monatslohn und eine Gewinnbeteiligung sowie
eine Spesenpauschale von monatlich Fr. 750.– für die Nutzung des Privatfahr-
zeugs (Urk. 27 Rz 18). Der Gesuchsgegner habe die Umstände betreffend Kündi-
gung des Arbeitsverhältnisses mit der I._ AG offenzulegen. Ausserdem seien
sämtliche Lohnabrechnungen seit März 2018 sowie sämtliche vertraglichen Abre-
den zwischen dem Gesuchsgegner und der H._ AG samt Nebenabreden wie
Spesen-, Dienst-, Bonus- und Mitarbeiterbeteiligungsreglemente zu edieren
(Urk. 27 Rz 19).
3.3. Wie bereits einleitend ausgeführt, sind Noven im Geltungsbereich der
uneingeschränkten Untersuchungsmaxime nach Art. 296 Abs. 1 ZPO unbe-
schränkt zulässig. Vorliegend sind mitunter Kinderunterhaltsbeiträge zu beurtei-
len. Diesbezüglich ist grundsätzlich auf die tatsächlichen Verhältnisse abzustellen.
Entsprechend sind die Veränderungen beim Einkommen des Gesuchsgegners
unabhängig von der Frage zu berücksichtigen, ob es sich dabei um echte oder
unechte Noven handelt.
3.4 Gemäss Arbeitsvertrag vom 25. Januar 2018 ist der Gesuchsgegner
seit dem 1. April 2018 zu 100 % bei der H._ AG als System- und Projektin-
genieur tätig. Dabei erzielt er ein monatliches Bruttoeinkommen von Fr. 9'200.–
zuzüglich 13. Monatslohn, welcher im Eintrittsjahr pro rata temporis ausbezahlt
wird (Urk. 21/1). Aus der im Recht liegenden Lohnabrechnung des Monats Juli
2018 geht ferner hervor, dass der Nettolohn des Gesuchsgegners – einschliess-
lich Familienzulagen und Pauschalspesen – Fr. 9'269.90 beträgt (Urk. 24/1). Nach
Abzug der Familienzulagen von gesamthaft monatlich Fr. 440.– und der Autospe-
sen von Fr. 750.– pro Monat, welche auf der Bedarfsseite zu berücksichtigen sind
(vgl. unten E. III/4.4), sowie unter Einbezug des 13. Monatslohns beträgt das ak-
tuelle monatliche Nettoeinkommen des Gesuchsgegners somit Fr. 8'753.–. Da der
Arbeitsvertrag – abgesehen von der Gewinnbeteiligung (vgl. dazu nachfolgende
Ziff. 3.5) – keine variablen Lohnbestandteile vorsieht, kann ohne Weiteres auf die
eingereichte Lohnabrechnung abgestellt werden. Unter diesen Umständen erüb-
rigt sich die von der Gesuchstellerin beantragte Edition weiterer Lohnabrechnun-
gen.
- 15 -
3.5 Als weiteren Lohnbestandteil sieht der Arbeitsvertrag vom 25. Januar
2018 eine Gewinnbeteiligung von jährlich 10 % des Reingewinns vor, welche an
alle Mitarbeiter zu gleichen Teilen ausgeschüttet werde, sofern sich der Mitarbei-
ter am 1. Januar des Folgejahres in ungekündigter Stellung befinde. Dabei wird
gemäss Vertragswortlaut für die Berechnung des Anteils pro Mitarbeiter das Ar-
beitspensum und das Eintrittsdatum pro rata berücksichtigt (Urk. 21/1).
Effektiv bezahlte Provisionen, Gratifikationen, Boni sowie Gewinnbeteiligun-
gen gehören zum laufenden Familieneinkommen und sind grundsätzlich in die
Unterhaltsberechnung mit einzubeziehen (vgl. OGer ZH LE170049 vom
22. November 2017, E. III/B/3.2.2; OGer ZH LC150019 vom 27. November 2015,
E. III/1b; BGer 5A_686/2010 vom 6. Dezember 2010, E. 2.3). Dabei sind in der
Höhe oder Häufigkeit stark variierende Bonuszahlungen bei der Einkommensbe-
rechnung entweder mit einem durchschnittlichen Wert zu berücksichtigen oder
aber vom Einkommen auszuklammern, wobei der unterhaltspflichtige Ehegatte zu
verpflichten ist, sich beim anderen Ehegatten unaufgefordert über den jeweils
ausbezahlten Bonus auszuweisen und ihm nach Auszahlung einen festgesetzten
Anteil zu überweisen (OG ZH LY170028 vom 15. Januar 2018, E. III/2.2.4).
Vorliegend ist der Gesuchsgegner erst seit dem 1. April 2018 bei der
H._ AG angestellt. Ein Abstellen auf Durchschnittswerte der letzten Jahre
kommt damit von vornherein nicht in Frage. Da Anteile am Geschäftsergebnis erst
auszurichten sind, wenn dieses festgestellt ist, und die Zahlen des letzten Ge-
schäftsjahres in der Regel erst anfangs Jahr ermittelt werden können, ist davon
auszugehen, dass dem Gesuchsgegner derzeit die Höhe seiner Gewinnbeteili-
gung für das Jahr 2018 noch nicht bekannt ist. Insofern ist eine anteilsmässige,
d.h. auf den Monat umgerechnete Einrechnung der Gewinnbeteiligung vorliegend
nicht möglich. Stattdessen ist der Gewinnbeteiligungsanspruch vom Einkommen
des Gesuchsgegners auszuklammern und die Gewinnbeteiligung erst bei deren
Auszahlung von Amtes wegen auch auf die Kinder aufzuteilen. Dabei rechtfertigt
es sich, entsprechend dem von der Vorinstanz bei der Aufteilung des Überschus-
ses angewandten Prinzip "grosse Köpfe - kleine Köpfe" den beiden Töchtern je
einen Sechstel der Gewinnbeteiligung zuzuteilen. Demgemäss ist der Gesuchs-
- 16 -
gegner zu verpflichten, sich bei der Gesuchstellerin jährlich bis spätestens am
30. Juni unaufgefordert über die von seiner Arbeitgeberin im vorangehenden Jahr
ausbezahlte Gewinnbeteiligung auszuweisen und ihr gleichzeitig insgesamt 1/3
davon (Anteile der Kinder) zu überweisen.
3.6 Bei dieser Ausgangslage sind hinsichtlich der neuen Anstellung des
Gesuchsgegners – entgegen der Ansicht der Gesuchstellerin – keine weiteren
Beweisabnahmen nötig. Auch die Umstände der Kündigung des Arbeitsverhält-
nisses mit der I._ AG sind nicht näher zu beleuchten, zumal sich die Ein-
kommenssituation des Gesuchsgegners mit seiner neuen Anstellung – wie gese-
hen – verbessert hat.
4. Bedarf des Gesuchsgegners
4.1 Die Vorinstanz ging auf Seiten des Gesuchsgegners von folgenden
Bedarfspositionen aus (Urk. 19 E. III/4.5.3/k):
Grundbetrag Fr. 1'200.00 Wohnkosten (inkl. Garage) Fr. 1'565.00 Krankenkasse (KVG) Fr. 241.40 Krankenkasse (VVG) Fr. 45.65 Selbstbehalt/Franchise Fr. 50.00 Kommunikation inkl. Billag Fr. 150.00 Hausrat- und Haftpflichtversicherung Fr. 19.50 Mobilität bis März 2018 ab April 2018
Fr. Fr.
0.00 330.00
Auswärtige Verpflegung Fr. 105.00 Steuern Fr. 300.00
Total bis 31. März 2018 Total ab 1. April 2018
Fr. Fr.
3'676.55 4'006.55
4.2 Selbstbehalt/Franchise
4.2.1 Der Gesuchsgegner beanstandet, dass ihm lediglich Fr. 50.– für den
Selbstbehalt und die Franchise angerechnet worden seien, obwohl er für das Jahr
2017 ungedeckte Gesundheitskosten von Fr. 1'087.– geltend gemacht und belegt
habe. Da der Beleg für das letzte Jahr genüge und keine Aufstellung über mehre-
re Jahre vorzulegen sei, sei ihm für die belegten Auslagen ein Betrag von Fr. 90.–
- 17 -
pro Monat zuzugestehen. So habe der Gesuchsgegner denn auch in der Partei-
befragung ausgesagt, dass er immer noch regelmässig zum Arzt und in die The-
rapie gehe (Urk. 18 Rz 7).
4.2.2 Dem hält die Gesuchstellerin im Wesentlichen entgegen, die hohen
Gesundheitskosten im Jahr 2017 seien die Folge eines Unfalls im Jahr 2016. Der
Gesuchsgegner habe nicht dargelegt, dass Kosten im gleichen oder ähnlichen
Umfang auch in Zukunft anfielen. Einmalige Kosten seien nicht im Bedarf zu be-
rücksichtigen. Vielmehr sei praxisgemäss auf den Durchschnitt mehrerer Jahre
abzustellen. Da der Gesuchsgegner keine Belege für Krankheitskosten aus frühe-
ren Jahren eingereicht und diesbezüglich keine Ausführungen gemacht habe, sei
anzunehmen, dass damals keine nennenswerten Kosten entstanden seien. Indem
die Vorinstanz die Gesundheitskosten des Jahres 2017 von monatlich Fr. 90.– auf
zwei Jahre verteilt bzw. mit Rücksicht auf die Gleichbehandlung der Parteien auf
monatlich Fr. 50.– aufgerundet habe, sei das Recht richtig angewandt worden.
4.2.3 Vorinstanzlich liess der Gesuchsgegner zur Begründung der geltend
gemachten Gesundheitskosten ausführen, er habe – im Gegensatz zur Gesuch-
stellerin, welche nicht krank sei – immer wieder Gelenkschmerzen und müsse
deshalb regelmässig zum Arzt, dies bereits seit Jahren (Urk. 3 Rückseite von
S. 8). In der Parteibefragung gab er diesbezüglich auf Nachfrage hin an, die chro-
nischen Schmerzen seien eine Folge seines Unfalls; er müsse deswegen regel-
mässig zum Arzt. Auf die Frage, was für Behandlungen oder notwendige Unter-
suchungen in Zukunft anstünden, gab er lediglich an, er hoffe, dass es wieder
besser werde. Der Unfall habe sich im Jahr 2016 ereignet. Zu Beginn sei die Be-
handlung mit Physio- und Ergotherapie sehr intensiv gewesen. Es seien weitere
Schmerzen entstanden und er habe wieder zum Arzt gehen müssen (Prot. I S. 15
f.).
Die Gesuchstellerin vertrat bereits vor Vorinstanz die Auffassung, der Ge-
suchsgegner habe nicht glaubhaft gemacht, dass ihm weiterhin regelmässige un-
gedeckte Gesundheitskosten von Fr. 90.– pro Monat entstünden (Urk. 11 Rz 17).
- 18 -
4.2.4 Unbestrittenermassen sind vorliegend lediglich die ungedeckten Ge-
sundheitskosten des Jahres 2017 belegt (vgl. Urk. 5/12/7 S. 2). Konkrete Hinwei-
se dafür, dass der Gesuchsgegner auch im Jahr 2018 seine Franchise ausge-
schöpft hat bzw. diese auch in Zukunft ausschöpfen wird, bestehen keine. So hat
der Gesuchsgegner weder Arztrechnungen noch Abrechnungsbelege der Kran-
kenkasse vorgelegt, welche anhaltende Behandlungs- oder Therapiekosten aus-
weisen würden. Auch aus der Parteibefragung vor Vorinstanz hat sich nicht zwei-
felsfrei ergeben, dass aufgrund des Unfalls weiterhin Kosten in demselben Aus-
mass wie im Jahr 2017 anfallen. Es erscheint daher nicht glaubhaft, dass dem
Gesuchsgegner im Jahr 2018 ungedeckte Gesundheitskosten von rund
Fr. 1'080.– angefallen sind. Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden,
dass die Vorinstanz dem Gesuchsgegner hierfür denselben Betrag wie der Ge-
suchstellerin angerechnet hat. Es bleibt daher beim vorinstanzlich berücksichtig-
ten Betrag von Fr. 50.– pro Monat.
4.3 Kommunikation inkl. Billag
Die Vorinstanz berücksichtigte für Radio, Telefon, Fernsehen und Internet
inklusive Billaggebühren einen gerichtsüblichen Pauschalbetrag von Fr. 150.– pro
Monat (Urk. 19 E. III/4.5.3/f). Demgegenüber ist der Gesuchsgegner gemäss Be-
darfsaufstellung in seiner Berufungsschrift offenbar der Ansicht, neben den mo-
natlichen Fr. 150.– für Kommunikationskosten sei ein weiterer Betrag von Fr. 38.–
pro Monat für die Billaggebühren zu berücksichtigen (Urk. 18 Rz 21). Allerdings
führt der Gesuchsgegner diesbezüglich in keiner Weise aus, weshalb der vor-
instanzlich angerechnete Betrag nicht angemessen sein soll. Da er damit den ge-
setzlichen Begründungsanforderungen nicht genügt, erübrigen sich weitere Aus-
führungen dazu. Für die Kommunikation inkl. Billag bzw. zukünftig Serafe anzu-
rechnen sind somit Fr. 150.– pro Monat.
4.4 Mobilität
4.4.1 Der Gesuchsgegner macht geltend, er fahre seit seinem Stellenwech-
sel jeden Tag mit seinem Fahrzeug von G._ nach J._. Dabei lege er pro
Arbeitstag eine Strecke von insgesamt 110 Kilometer zurück, was monatlich rund
- 19 -
2'420 Kilometer ausmache. Die effektiven berufsbedingten Auslagen würden sich
damit bei einem Ansatz von 50 Rappen pro Kilometer auf monatlich Fr. 1'200.–
belaufen. Entsprechend sei in seinem Bedarf ab 1. April 2018 der Maximalbetrag
gemäss Kreisschreiben von Fr. 600.– pro Monat einzusetzen (Urk. 18 Rz 18). Im
Rahmen seiner Noveneingabe vom 22. August 2018 bringt der Gesuchsgegner
sodann mit Verweis auf die in seiner Lohnabrechnung aufgeführten Autospesen
vor, dass diesen Spesen effektive Auslagen gegenüberstünden, zumal er sein
Privatfahrzeug für geschäftliche Fahrten nutze und ihm hierfür Kosten (Benzin,
Abwertung, Service etc.) entstünden. Sein Fahrzeug habe Jahrgang 2002 und be-
reits 220'000 Kilometer, so dass er bei einem Ausfall dieses Fahrzeugs die Spe-
senentschädigung für einen Leasingwagen einsetzen müsste (Urk. 23).
4.4.2 Die Gesuchstellerin ist der Ansicht, auch ab April 2018 seien dem
Gesuchsgegner keine Mobilitätskosten anzurechnen, da er von seiner neuen Ar-
beitgeberin eine Spesenpauschale von monatlich Fr. 750.– für die Nutzung seines
Privatfahrzeugs erhalte. Der Arbeitsweg – monatlich 2'420 Kilometer – verursache
Benzinkosten von rund Fr. 310.– pro Monat (8 Liter für 100 Kilometer, 1 Liter à
Fr. 1.60). Das "alte Privatauto", das der Gesuchsgegner gemäss eigenen Anga-
ben benütze, sei bereits amortisiert. Entsprechend reiche die Autopauschale bei
Weitem aus, um die Kosten des Fahrzeugs (Versicherung, Gebühren, Reparatu-
ren) und des Arbeitswegs zu tilgen (Urk. 27 Rz 21). Ferner sei auch nicht zutref-
fend, dass der Gesuchsgegner die Fahrzeugentschädigung benötige, um das
Benzin für geschäftliche Fahrten zu bezahlen. Vielmehr werde dieses gemäss Ar-
beitsvertrag zusätzlich nach Aufwand und Belegen vergütet. Auch aus diesem
Grund reiche die Fahrzeugentschädigung aus, um damit die Kosten für den Ar-
beitsweg zu bezahlen (Urk. 30 S. 2).
4.4.3 Die pauschale Fahrzeugentschädigung von Fr. 750.–, welche der Ge-
suchsgegner gemäss Arbeitsvertrag und Lohnabrechnung monatlich ausbezahlt
erhält, ist für die Nutzung des Privatfahrzeuges für geschäftliche Fahrten vorge-
sehen (vgl. Urk. 21/1, Urk. 24/1). Im Arbeitsvertrag wird hierzu erläutert, dass der
Betrag von Fr. 750.– pro Monat den Mietkosten eines Fremdfahrzeuges entspre-
che und Benzinkosten zusätzlich nach Aufwand und Belegen vergütet würden
- 20 -
(Urk. 24/1). Effektiv fallen dem Gesuchsgegner aktuell allerdings keine Kosten für
ein Miet- resp. Leasingfahrzeug an, da er gemäss eigenen Angaben sowohl für
den Arbeitsweg als auch für Geschäftsfahrten sein eigenes Fahrzeug verwendet.
Da auf die tatsächlichen Verhältnisse abzustellen ist, kommt die Berücksichtigung
hypothetischer Leasingkosten, welche bei einem Ausfall des Privatfahrzeugs in
Zukunft womöglich anfallen könnten, vorliegend nicht in Frage. Zudem weist die
Gesuchstellerin zu Recht darauf hin, dass der Gesuchsgegner aus der Spe-
senentschädigung auch keine Benzinkosten für Geschäftsfahrten zu decken hat,
zumal diese gemäss Vertrag zusätzlich nach Aufwand entschädigt werden. Dem-
gemäss stehen den Pauschalspesen lediglich im Umfang der Positionen Fahr-
zeugversicherung, Verkehrsabgaben und Serviceleistungen effektive Kosten ge-
genüber. Die diesbezüglichen Kosten werden vom Gesuchsgegner nicht beziffert.
Schätzungsweise ist mit einem Gesamtbetrag von Fr. 200.– pro Monat zu rech-
nen. Der Differenzbetrag von Fr. 550.– steht dem Gesuchsgegner damit zur De-
ckung seiner Arbeitswegkosten zur Verfügung. Unbestrittenermassen legt der
Gesuchsgegner für seinen Arbeitsweg monatlich rund 2'420 Kilometer zurück.
Wie die Gesuchstellerin zu Recht vorbringt, ist davon auszugehen, dass dies
Benzinkosten von weniger als Fr. 550.– pro Monat verursacht. Dem Gesuchsgeg-
ner sind damit auch ab 1. April 2018 keine Mobilitätskosten anzurechnen.
4.5 Auswärtige Verpflegung
4.5.1 Die Vorinstanz rechnete dem Gesuchsteller für auswärtige Verpfle-
gung monatlich Fr. 105.– an. Dabei erwog sie, dass die Mahlzeiten des Gesuchs-
gegners wohl durch den Arbeitgeber verbilligt würden, da er sich in einer Kantine
verpflegen könne und ein Mittagessen gemäss seinen glaubhaften Ausführungen
täglich Fr. 5.– mehr als die vorgesehenen Fr. 10.– pro Tag koste (Urk. 19
E. III/4.5.3/f).
4.5.2 Der Gesuchsgegner macht berufungsweise geltend, an seinem neuen
Arbeitsplatz gebe es keine Kantine und damit keine Möglichkeit für verbilligte Ver-
pflegung. Im Gegensatz zur vorherigen Stelle habe er nun keinen wesentlichen
Kundenkontakt mehr, womit es auch keine Kundenessen mehr gebe. Da er sich
- 21 -
jeden Tag im Restaurant verköstigen müsse, seien für die auswärtige Verpflegung
Fr. 220.– pro Monat in seinem Bedarf zu berücksichtigen (Urk. 18 Rz 20).
4.5.3 Die Gesuchstellerin bestreitet, dass der Gesuchsgegner bei der
H._ AG keinen Kundenkontakt mehr habe. Die H._ AG nehme ihre An-
lagen beim Kunden in Betrieb und betreue diese. Aufgabe des Gesuchsgegners
sei es immer (auch bei der I._ AG) gewesen, Projekte vor Ort zu betreuen.
Es sei davon auszugehen, dass seine jetzige Arbeitstätigkeit weiterhin mit vielen
Geschäftsreisen verbunden sei, zumal er gemäss Vertrag Reisespesen erhalte.
Auch die hohe monatliche Autopauschale würde keinen Sinn machen, wenn der
Gesuchsgegner immer am Arbeitsort J._ wäre. Zwar sei nicht ausgeschlos-
sen, dass der Gesuchsgegner gewisse Arbeitstage am Arbeitsort in J._ ver-
bringe. Allerdings habe der Gesuchsgegner die Aufteilung der Arbeitstätigkeit vor
Ort und auswärts nicht dargetan, womit davon auszugehen sei, dass er keine
Mehrkosten für auswärtige Verpflegung habe. Auch sei nicht glaubhaft, dass ein
grösseres KMU wie die H._ AG über keine Kantine verfüge (Urk. 27 Rz 22).
4.5.4 Gemäss Ziff. III/3.2 des Kreisschreibens der Verwaltungskommission
des Obergerichts des Kantons Zürich betreffend Richtlinien für die Berechnung
des betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom 16. September 2009 (nach-
folgend Kreisschreiben) werden Kosten für auswärtige Verpflegung bei Nachweis
von Mehrauslagen mit Fr. 5.– bis Fr. 15.– pro Hauptmahlzeit berücksichtigt. Da
der Arbeitsvertrag im Gegensatz zu den für Geschäftsfahrten und Reisekosten
vorgesehenen Spesen keine Entschädigung für Kundenessen oder dergleichen
vorsieht (vgl. Urk. 21/1), ist zwar glaubhaft, dass der Gesuchsgegner die Kosten
für das Mittagessen im Restaurant nicht mehr der Arbeitgeberin verrechnen kann.
Nichtsdestotrotz blieben die vom Gesuchsgegner behaupteten Mehrauslagen von
Fr. 220.– pro Monat unbelegt. So liegen diesbezüglich weder entsprechende Quit-
tungen noch eine Bestätigung der Arbeitgeberin darüber vor, dass die H._
AG über keine Kantine verfüge. Da die Gesuchstellerin Letzteres wie auch die
Mehrauslagen an sich bestreitet, ist davon auszugehen, dass sich der Gesuchs-
gegner weiterhin in einer Kantine verbilligt verpflegen kann, weshalb lediglich die
bisherigen Mehrkosten von Fr. 105.– pro Monat anzurechnen sind.
- 22 -
4.6 Steuern/Schuldentilgung
4.6.1 Die Vorinstanz rechnete dem Gesuchsgegner für die laufenden Steu-
ern einen Betrag von Fr. 300.– pro Monat an. Die vom Gesuchsgegner geltend
gemachten Positionen "Schuldentilgung Mutter" und "Schuldentilgung gemeinsa-
me Steuern 2016" im Gesamtbetrag von Fr. 270.– pro Monat fanden demgegen-
über keinen Eingang in die Bedarfsberechnung. Dabei erwog die Vorinstanz, dass
Schulden gegenüber Dritten – auch gegenüber dem Fiskus – der familienrechtli-
chen Unterhaltspflicht nachgehen würden und insbesondere bei knappen finanzi-
ellen Verhältnissen nicht im Bedarf zu berücksichtigen seien. Im Übrigen habe der
Gesuchsgegner nicht belegt, dass er die geltend gemachten Schulden effektiv
bezahle (Urk. 19 E. III/4.5.3/j).
4.6.2 Berufungsweise macht der Gesuchsgegner im Wesentlichen geltend,
der auf Fr. 270.– pro Monat bezifferte Betrag für die Tilgung der (aktenkundigen)
Steuerschuld für das Steuerjahr 2017 (recte: 2016) sei angemessen. So gehe aus
der Ratenzahlungsvereinbarung vom 25. April 2018 hervor, dass noch Fr. 4'432.–
offen seien, was bei einer rund 1.5-jährigen Dauer der Abzahlung Fr. 270.– pro
Monat ausmache. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung seien gemein-
same Steuerschulden im Bedarf aufzunehmen, wenn kein Mankofall vorliege, da
beide Ehegatten dafür haften und folglich von der Abzahlung profitieren würden
(mit Verweis auf BGE 127 III 289 E. 2a/bb; BGer 5A_1029/2015 vom 1. Juni
2016, E. 3.3.1.3; 5A_780/2015 vom 10. Mai 2016, E. 2.7). Bei korrekter Berech-
nung der Existenzminima resultiere im gegebenen Fall kein Manko. Ferner werde
der sehr pflichtbewusste Gesuchsgegner die gemeinsamen Steuern bezahlen,
wenn ihm diese im Bedarf berücksichtigt würden. Er akzeptiere auch eine ent-
sprechende Verpflichtung. Damit seien ab 1. Januar 2019 monatlich Fr. 270.– im
Bedarf aufzunehmen (Urk. 18 Rz 12-14).
4.6.3 Die Gesuchstellerin stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, die
Steuerschulden seien vom Gesuchsgegner aus seinem Überschussanteil zu be-
zahlen. So handle es sich dabei nämlich nicht um gemeinsame Schulden. Viel-
mehr würden diese vorwiegend auf dem Einkommen des Gesuchsgegners grün-
- 23 -
den, womit der Gesuchsgegner eine eigene Schuld geltend mache (Urk. 27
Rz 12).
4.6.4 Entgegen der Ansicht der Gesuchstellerin handelt es sich bei Steuer-
schulden aus der Zeit der gemeinsamen Besteuerung um gemeinsame Schulden,
zumal die Ehegatten dafür solidarisch haften. Die Frage, wer in welchem Umfang
für gemeinsame Schulden aufzukommen hat, beschlägt das Güterrecht und ist
damit nicht im Eheschutzverfahren zu klären. Im Weiteren ist darauf hinzuweisen,
dass der Gesuchsgegner die Voraussetzungen für die Berücksichtigung von
Steuerschulden im Existenzminimum unvollständig wiedergibt. So werden ge-
mäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts Schulden, welche die Ehe-
gatten für den gemeinsamen Lebensunterhalt aufgenommen hatten oder für wel-
che sie solidarisch haften, im Falle eines Überschusses nur dann berücksichtigt,
wenn sie regelmässig abbezahlt werden resp. bereits vor der Aufhebung des ge-
meinsamen Haushalts regelmässig abbezahlt wurden (BGer 5A_780/2015 vom
10. Mai 2016, E. 2.7; 5A_131/2007 vom 8. Juni 2007, E. 2.2; 5A_452/2010 vom
23. August 2010, E. 3.2; 5A_141/2014 vom 28. April 2014, E. 3.1; 5A_816/2014
vom 3. März 2015, E. 4.2). Nachweise für regelmässige Abzahlungen fehlen vor-
liegend. Zudem wird aus den Vorbringen des Gesuchsgegners – er werde die
gemeinsame Steuerschuld abbezahlen, sofern sie in seinem Bedarf berücksichtigt
würde – denn auch deutlich, dass die Ratenzahlungen gemäss Vereinbarung vom
25. April 2018 (Urk. 13/2) bis anhin noch nicht geleistet wurden. Unter diesen
Umständen kommt eine Berücksichtigung von Abzahlungsraten im Existenzmini-
mum des Gesuchsgegners nicht in Frage. Entsprechend hat die Vorinstanz zu
Recht lediglich die laufenden Steuern von Fr. 300.– pro Monat angerechnet.
4.7 Amortisation Hypothek
4.7.1 Schliesslich ist der Gesuchsgegner der Ansicht, die Vorinstanz habe
es zu Unrecht abgelehnt, in seinem Bedarf die Amortisation von monatlich
Fr. 500.– zu berücksichtigen. So habe er bereits vorinstanzlich geltend gemacht,
dass er die jährliche Amortisation von Fr. 5'500.– tragen müsse. Überdies liege
ein Vertrag mit der Bank bei den Akten. Es bestehe somit eine Verpflichtung. Fer-
ner sei unbestritten, dass die Amortisationszahlungen während des Zusammenle-
- 24 -
bens der Parteien geleistet worden seien. Bei einer korrekten Bedarfsberechnung
resultiere – sogar unter Einbezug der Amortisationszahlung von Fr. 500.– pro
Monat – ein Überschuss und kein Manko. Selbst die Vorinstanz komme zum
Schluss, dass ab 1. Januar 2019 ein Überschuss von monatlich Fr. 1'569.– resul-
tiere. Entsprechend seien die Voraussetzungen erfüllt, um die Amortisation zu be-
rücksichtigen. In der Phase vom 1. April 2018 bis 31. Dezember 2018 sei hierfür –
zur Verhinderung einer Mankosituation – ein reduzierter Betrag von monatlich
Fr. 300.– einzusetzen. In der übrigen Zeit sei der volle Betrag von Fr. 500.– pro
Monat im Bedarf des Gesuchsgegners anzurechnen. Da keine Gütertrennung an-
geordnet worden sei, sei der Faktor der "Vermögensbildung" nicht relevant. Viel-
mehr würden beide Parteien von der Reduktion der Hypothek profitieren. Die Ge-
suchstellerin habe sich bis anhin geweigert, die Wohnkosten selber zu bezahlen,
obwohl sie die Mittel dazu gehabt hätte. Entsprechend sei der Gesuchsgegner zu
verpflichten, die Amortisation zu bezahlen, womit diese auch in seinem Bedarf zu
berücksichtigen sei (Urk. 18 Rz 8-11).
4.7.2 Die Gesuchstellerin macht in diesem Zusammenhang zunächst gel-
tend, es sei nicht glaubhaft, dass eine "Amortisationspflicht" im Betrag von jährlich
Fr. 5'500.– bestehe. Im Rahmenvertrag zwischen den Parteien und der K._
AG vom 11./15. Juli 2013 sei vereinbart worden, dass pro Jahr bis auf weiteres
Fr. 5'500.– zu amortisieren seien. Gemäss den Steuererklärungen 2015, 2016
und 2017 habe der Gesuchsgegner jährlich Fr. 5'000.– auf sein Vorsorgekonto 3a
einbezahlt. Dieses Vorsorgekonto sei zugunsten der Hypothekenbank verpfändet
worden. Somit habe der Gesuchsgegner seit Jahren weniger bezahlt, als im
Rahmenvertrag vorgesehen worden sei. Es liege demnach offenbar keine ver-
bindliche Verpflichtung der Parteien (mehr) vor, jährlich Fr. 5'500.– zu amortisie-
ren. Aufgrund der Umstände sei naheliegend, dass die Amortisationspflicht abge-
ändert worden sei. Auch könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Amortisa-
tionspflicht aufgehoben oder sistiert worden sei oder werden könne. Im Rahmen-
vertrag sei die Möglichkeit der Änderung des Amortisationsbetrages vorgesehen
(Urk. 27 Rz 3).
- 25 -
Weiter bringt die Gesuchstellerin zusammengefasst vor, die Amortisations-
zahlung könne nicht berücksichtigt werden, weil dies in allen Phasen zu einer
Mankosituation führen würde. Der effektiv geleistete Vorsorgebeitrag des Ge-
suchsgegners habe in den Jahren 2015-2017 jährlich Fr. 5'000.– bzw. monatlich
Fr. 417.– betragen. Der Einbezug dieses Betrages im Bedarf führe in den Phasen
1 und 2 automatisch zu einem (grösseren) Manko. In den Phasen 3 und 4 habe
die Vorinstanz einen Überschuss von Fr. 1'569.35 bzw. Fr. 1'369.35 festgestellt.
Dieser Überschuss habe seine Ursache darin, dass der Gesuchstellerin ein hypo-
thetisches Einkommen angerechnet worden sei. Dass die Vorinstanz der Ge-
suchstellerin bereits ab dem Schuleintritt des jüngsten Kindes eine Teilzeiter-
werbstätigkeit von 50 % zugemutet habe, sei mit Blick auf die Praxis in den ein-
zelnen Kantonen nicht sachgerecht. Vielmehr sei für die Gesuchstellerin nur ein
Arbeitspensum von 35 % zumutbar. Sodann sei auch die Übergangsfrist zur Auf-
nahme einer Erwerbstätigkeit von der Vorinstanz zu kurz bemessen worden. Da
die Gesuchstellerin ihre Ausbildung im kaufmännischen Bereich erst im Februar
bzw. März 2019 abschliessen könne, sei erst ab 1. Juni 2019 mit einem hypothe-
tischen Einkommen zu rechnen. Dieses Einkommen sei – entgegen der Ansicht
der Vorinstanz – nicht gestützt auf die abstrakten Lohnstrukturerhebungen, son-
dern ausgehend vom tatsächlichen Erwerb der Gesuchstellerin im Jahr 2015 zu
ermitteln. Zu rechnen sei somit – bei einem Pensum von 35 % – mit netto
Fr. 1'225.– pro Monat. Dieses hypothetische Einkommen sei erst ab 1. Juni 2019
anzurechnen, womit die vorinstanzliche Phase 3 (1. Januar bis 31. Juli 2019)
wegfalle. Unter Berücksichtigung der dargelegten Einkommensverhältnisse der
Gesuchstellerin resultiere ab 1. Juni 2019 ein monatlicher Überschuss von
Fr. 694.35 (anstatt der vorinstanzlich angenommenen Fr. 1'369.35). Da den Par-
teien die unentgeltliche Rechtspflege unter Hinweis auf den angeblich genügen-
den monatlichen Freibetrag verweigert worden sei, bestehe kein Raum, eine
(freiwillige) Amortisationszahlung zu berücksichtigen. Mit der indirekten Amortisa-
tion werde im Übrigen nicht die Hypothek reduziert, sondern das Vorsorgegutha-
ben des Gesuchsgegners vermehrt (Urk. 27 Rz 4-10).
Zuletzt bestreitet die Gesuchstellerin, dass sie sich bis anhin geweigert ha-
be, die Wohnkosten selbst zu bezahlen, obwohl sie die Mittel dazu gehabt habe.
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Vielmehr würden die vom Gesuchsgegner ausbezahlten Unterhaltsbeiträge von
monatlich Fr. 2'000.– bzw. Fr. 2'300.– offenkundig nicht einmal ausreichen, um
die Grundbeträge und die Krankenkassenprämien für die Gesuchstellerin und die
zwei Töchter zu bezahlen (Urk. 27 Rz 11).
4.7.3 Bei der Amortisation von Grundpfandschulden handelt es sich um
Vermögensbildung; sie ist deshalb bei der Berechnung der Unterhaltsbeiträge im
Bedarf nicht zu berücksichtigen. Eine Anrechnung kommt ausnahmsweise nur
dann in Betracht, wenn der Schuldner gesetzlich oder vertraglich zur Amortisation
verpflichtet ist und es die finanziellen Verhältnisse zulassen (BGE 127 III 289
E. 2.7; BGer 5A_747/2012 vom 2. April 2013, E. 5.3; 5A_780/2015 vom 10. Mai
2016, E. 2.7; OGer ZH LY150032 vom 15.09.2015, E. 8.1.3; OGer ZH LE150007
vom 01.09.2015, E. III./B.5.2; OG ZH LE160014 vom 04.11.2016, E. III/3.7.4; ZK-
Bräm, Art. 163 ZGB N 118A; Hausheer/Spycher, Handbuch des Unterhaltsrechts,
2. Aufl., N 02.44; Philipp Maier, Die konkrete Berechnung von Unterhaltsansprü-
chen im Familienrecht, dargestellt anhand der Praxis der Zürcher Gerichte seit In-
kraftsetzung der neuen ZPO, in: FamPra.ch 2014, S. 302, 322 f.).
Mit dem Rahmenvertrag vom 11./15. Juli 2013, welcher von beiden Parteien
unterzeichnet wurde und "bis auf weiteres" Amortisationen von Fr. 5'500.– pro
Jahr vorsieht (vgl. Urk. 12/3 S. 4), wurde glaubhaft gemacht, dass die Parteien ei-
ne vertragliche Verpflichtung zur Leistung von indirekten Amortisationszahlungen
eingegangen sind. Vor Vorinstanz wurde denn auch von Seiten der Gesuchstelle-
rin vorgebracht, dass die Amortisation tatsächlich geschuldet und diesbezüglich
ein "Aufschub" nicht möglich sei (Prot. I S. 20). Im Weiteren ist unbestritten und
belegt, dass der Gesuchsgegner in den Jahren 2015-2017 jährlich Fr. 5'000.– auf
sein Vorsorgekonto 3a überwies, welches zugunsten der Hypothekenbank ver-
pfändet ist (Urk. 5/12/4, Urk. 12/4-6). Damit entspricht die indirekte Amortisation
im Umfang von Fr. 5'000.– pro Jahr resp. von Fr. 417.– pro Monat aktenkundig
der bisherigen Lebenshaltung der Parteien. Ferner ist darauf hinzuweisen, dass
die eheliche Wohnung an der E._-Strasse ... in F._ im Miteigentum der
Parteien steht (Urk. 2/33). Da keine Gütertrennung angeordnet wurde (Urk. 19
Dispositiv-Ziffer 9), profitieren beide Ehegatten davon, wenn der Gesuchsgegner
- 27 -
durch Einzahlung der bisherigen Säule 3a-Beiträge weiterhin indirekt die Hypo-
thek amortisiert. Zudem kommt die Amortisation der Gesuchstellerin, welche die
eheliche Wohnung zusammen mit den Kindern bewohnt, auch deshalb zugute,
weil dadurch die Aufrechterhaltung des Kredits gesichert ist.
Wie noch zu zeigen sein wird (vgl. unten E. III/7.1), erlauben im Übrigen
auch die finanziellen Verhältnisse der Parteien eine Berücksichtigung der Amorti-
sationszahlung von Fr. 417.– pro Monat. So resultiert in keiner Phase ein Manko.
Soweit die Gesuchstellerin die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens im
Umfang von Fr. 1'900.– ab 1. Januar 2019 beanstandet, kann ihr nicht gefolgt
werden. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass gemäss neuster
bundesgerichtlicher Rechtsprechung dem hauptbetreuenden Elternteil – im Sinne
einer Richtlinie – bereits ab der Einschulung des jüngsten Kindes eine Erwerbstä-
tigkeit im Umfang von 50 % zuzumuten ist (BGer 5A_384/2018 vom
21. September 2018, E. 4.7, zur amtlichen Publikation bestimmt). Insofern erweist
sich vorliegend – die jüngere Tochter besucht seit August 2018 bereits die Pri-
marschule – weder das Pensum von 50 % noch der Zeitpunkt der Anrechnung ei-
nes hypothetischen Einkommens als unangemessen. Entgegen der Ansicht der
Gesuchstellerin (vgl. Urk. 27 Rz 6) ist es ihr keineswegs erst nach dem Abschluss
ihrer Zusatzausbildung im Februar/März 2019 möglich, sich zu bewerben. Ihre
Chancen auf dem Stellenmarkt sind angesichts ihrer abgeschlossenen Berufs-
ausbildung als Hotelfachfrau und der ausreichenden Berufserfahrung intakt. Ge-
genteiliges wurde weder vor Vorinstanz noch im Berufungsverfahren überzeu-
gend dargelegt, geschweige denn – etwa durch Vorlage erfolgloser Suchbemü-
hungen – belegt. Da ihr für den Abschluss der Zusatzausbildung im kaufmänni-
schen Bereich nur noch ein letztes Modul fehlt, ist im Übrigen – wie die Vorinstanz
zu Recht festhielt (Urk. 19 E. III/4.2.3/d) – auch nicht ausgeschlossen, dass die
Gesuchstellerin bereits vor Abschluss der Zusatzausbildung im kaufmännischen
Bereich (möglicherweise in der Hotel- oder Gastgewerbebranche) eine administ-
rative Anstellung finden kann, welche keine Schichtarbeit erfordert. Auch unter
diesem Gesichtspunkt erweist sich die von der Vorinstanz eingeräumte Über-
gangsfrist von vier bis fünf Monaten nicht als zu kurz. Im Übrigen ist auch die vor-
instanzliche Berechnung des hypothetischen Einkommens der Gesuchstellerin
- 28 -
nicht zu beanstanden. So erscheint es aufgrund der beinahe abgeschlossenen
Zusatzausbildung im kaufmännischen Bereich durchaus gerechtfertigt, das hypo-
thetische Einkommen unter Einbezug der Angaben gemäss Lohnstrukturerhe-
bung und nicht bloss gestützt auf die Lohnhöhe ihrer letzten Anstellung bei der
L._ AG zu berechnen.
Nach dem Gesagten rechtfertigt es sich vorliegend, Amortisationszahlungen
von Fr. 417.– pro Monat im erweiterten (familienrechtlichen) Grundbedarf zu be-
rücksichtigen.
Grundsätzlich wird der Amortisationsbetrag im Bedarf derjenigen Partei an-
gerechnet, welche die Liegenschaft bewohnt (vgl. Philipp Maier, Aspekte bei der
Festsetzung von Unterhaltsbeiträgen im Familienrecht, Zur Praxis der erst- und
zweitinstanzlichen Gerichte des Kantons Zürich, in: AJP 2007, S. 1223, 1233). Da
die Amortisation vorliegend indirekt über das Vorsorgekonto des Gesuchsgegners
erfolgt und es bis anhin unbestrittenermassen stets der Gesuchsgegner war, wel-
cher die Beiträge leistete, erscheint es aus praktischen Gründen sinnvoll, die Zah-
lungen auf Seiten des Gesuchsgegners zu berücksichtigen. Gleichzeitig hat der
Gesuchsgegner für die weitere Dauer des Getrenntlebens weiterhin jährlich
Fr. 5'000.– indirekt – durch Einzahlung entsprechender Beiträge auf sein zuguns-
ten der Hypothekenbank verpfändetes 3a-Vorsorgekonto – zu amortisieren.
4.8 Da die übrigen Bedarfspositionen des Gesuchsgegners im Beru-
fungsverfahren von keiner Partei beanstandet werden und sich diese überdies als
angemessen erweisen, erübrigen sich weitere Ausführungen dazu. Insgesamt ist
damit auf Seiten des Gesuchsgegners von folgendem Bedarf auszugehen:
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Grundbetrag Fr. 1'200.00
Wohnkosten (inkl. Garage) Fr. 1'565.00
Krankenkasse (KVG) Fr. 241.40
Krankenkasse (VVG) Fr. 45.65
Selbstbehalt/Franchise Fr. 50.00
Kommunikation inkl. Billag Fr. 150.00
Hausrat- und Haftpflichtversicherung Fr. 19.50
Mobilität Fr. 0.00
auswärtige Verpflegung Fr. 105.00
Steuern Fr. 300.00
Amortisation Hypothek Fr. 417.00
Total Fr. 4'093.55
5. Einkommen der Gesuchstellerin
Wie bereits ausgeführt (vgl. oben E. III/4.7.3), erweisen sich die von der Ge-
suchstellerin vorgebrachten Einwände gegen das von der Vorinstanz angenom-
mene hypothetische Nettoeinkommen für ein 50 %-Pensum im Betrag von
Fr. 1'900.– pro Monat als unbegründet. Entsprechend ist auf Seiten der Gesuch-
stellerin bis 31. Dezember 2018 mit keinem Einkommen und ab 1. Januar 2019
mit Fr. 1'900.– netto pro Monat zu rechnen.
6. Bedarf der Gesuchstellerin
6.1 Die Vorinstanz ging auf Seiten der Gesuchstellerin von folgenden Be-
darfspositionen aus (Urk. 19 E. III/4.5.1):
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Grundbetrag Fr. 1'350.00 Wohnkosten (Hypothekarzins, Neben- und Verwaltungskosten, Unterhaltskosten) bis 31. Dezember 2018 ab 1. Januar 2019 (Reduktion Vermietung Parkplatz)
Fr. Fr.
823.20 673.20
Krankenkasse (KVG) Fr. 349.40 Krankenkasse (VVG) Fr. 43.60 Selbstbehalt/Franchise Fr. 49.40 Kommunikation inkl. Billag Fr. 150.00 Hausrat- und Haftpflichtversicherung Fr. 43.90 Mobilität Fr. 185.50 Auswärtige Verpflegung bis 31. Dezember 2018 ab 1. Januar 2019
Fr. Fr.
0.00 105.00
Steuern Fr. 300.00
Total bis 31. Dezember 2018 Total ab 1. Januar 2019
Fr. Fr.
3'295.– 3'250.–
6.2 Wohnkosten
6.2.1 Die Vorinstanz bezifferte die gesamten Wohnkosten der ehelichen
Wohnung und Stockwerkeigentumsliegenschaft an der E._-Strasse ... in
F._, in welcher die Gesuchstellerin gemeinsam mit den Kindern wohnt, auf
Fr. 1'646.35 pro Monat. Dieser Betrag setze sich zusammen aus belegten Hypo-
thekarzinsen von monatlich Fr. 820.75 (mit Verweis auf Urk. 2/9), aus Neben- und
Verwaltungskosten von monatlich Fr. 525.60 (mit Verweis auf Urk. 12/5/14 [recte:
Urk. 5/12/14] und Urk. 13/1) sowie aus einem Pauschalbetrag von Fr. 300.– pro
Monat für die Unterhaltskosten der Liegenschaft. Von den gesamten Wohnkosten
wies die Vorinstanz die Hälfte, mithin Fr. 823.20, der Gesuchstellerin und die an-
dere Hälfte den Kindern zu (Urk. 19 E. III/4.5.1/b und E. III/4.5.2/b). Ferner ging
die Vorinstanz davon aus, dass die Gesuchstellerin den Parkplatz der ehelichen
Wohnung, welcher nunmehr freistehe, per 1. Januar 2019 vermieten könne. Da-
bei sei der monatliche Mietzins auf Fr. 150.– festzusetzen. Entsprechend seien
die Wohnkosten der Gesuchstellerin per 1. Januar 2019 in diesem Umfang zu re-
duzieren (Urk. 19 E. III/4.5.1/c).
6.2.2 Unbestritten blieb die Berücksichtigung des Hypothekarzinses in der
Höhe von Fr. 820.75 pro Monat. Allerdings wehrt sich der Gesuchsgegner mit
seiner Berufung gegen den zusätzlich für "Nebenkosten" aufgerechneten Pau-
schalbetrag von Fr. 300.– pro Monat. So würden für solche Kosten jegliche Bele-
- 31 -
ge fehlen. Ausserdem komme für die "Nebenkosten (Heizöl etc.)" die Stockwer-
keigentümergemeinschaft auf. Die von der Vorinstanz berücksichtigten Neben-
kosten würden sich insgesamt auf Fr. 825.– belaufen, was sogar in sehr guten fi-
nanziellen Verhältnissen ein absurd hoher Betrag sei. Der "hypothetische (mithin
fiktive) Betrag" von Fr. 300.– für "zusätzliche Unterhaltskosten" sei geradezu will-
kürlich eingesetzt worden, ohne dass dieser je substantiiert, geschweige denn be-
legt worden sei. Gekürzt um die unbelegten und inexistenten Fr. 300.– würden
sich die Wohnkosten effektiv auf Fr. 1'346.– (Hypothekarzinsen und Zahlungen
der Nebenkosten an die Verwaltung) belaufen (Urk. 18 Rz 23). Entsprechend sei-
en im Bedarf der Gesuchstellerin bis 31. Dezember 2018 Wohnkosten von
Fr. 673.– pro Monat sowie ab 1. Januar 2019 solche von Fr. 523.– zu berücksich-
tigen (Urk. 18 Rz 29).
6.2.3 Die Gesuchstellerin hält demgegenüber dafür, dass der von der Vor-
instanz berücksichtigte Betrag für die Unterhaltskosten richtig und insbesondere
nicht willkürlich veranschlagt worden sei. Beim Stockwerkeigentum werde praxis-
gemäss mit Nebenkosten von 0.7 % gerechnet. Dies reiche vorliegend offenkun-
dig nicht, wären bei einem mutmasslichen Wert der Liegenschaft von
Fr. 900'000.– doch nur gerade die Neben- und Verwaltungskosten der Stockwer-
keigentümergemeinschaft von monatlich Fr. 525.60 gedeckt. Der Unterhalt der
Eigentumswohnung (inklusive Garten mit Sonderrecht) obliege alleine dem
Stockwerkeigentümer resp. den Parteien. Belege über tatsächliche Kosten seien
im Eheschutzverfahren nicht vorzulegen. Im Übrigen habe die Gesuchstellerin die
Unterhaltskosten in der Verhandlung vom 16. Mai 2018 glaubhaft dargelegt. Man-
gels Vorliegens entsprechender Rechnungen habe sie sich damals nicht auswei-
sen können. Mittlerweile seien Rechnungen für Unterhaltskosten eingegangen.
Namentlich gehe es um Gartenarbeiten für den grossen Umschwung (Wiesen-
bord), für dessen Pflege die Parteien kraft Sonderrechts zuständig seien. Gemäss
Rechnungen der M._ AG vom 16. und 28. Mai 2018 würden sich die Kosten
auf total Fr. 896.20 belaufen (Urk. 27 Rz 23 f. mit Verweis auf Urk. 29/5).
6.2.4 Bei selbstbewohntem Wohneigentum setzen sich die Wohnkosten
aus den Hypothekarzinsen (grundsätzlich ohne Amortisation, vgl. hierzu oben
- 32 -
E. III/4.7.3) und den Unterhaltskosten, wie sie sonst als Nebenkosten in einem
Mietverhältnis geschuldet sind, zusammen. Hilfsweise ist von einem durchschnitt-
lichen Unterhaltsaufwand von 20 % des Eigenmietwertes auszugehen. Praxisge-
mäss werden die jährlichen Nebenkosten eines Einfamilienhauses mit 1 % und
diejenigen von Stockwerkeigentum mit 0.7 % des Werts der Liegenschaft veran-
schlagt (vgl. Six, Eheschutz, 2. Aufl., Bern 2014, Rz 2.94; Philipp Maier, Die kon-
krete Berechnung von Unterhaltsansprüchen im Familienrecht, dargestellt anhand
der Praxis der Zürcher Gerichte seit Inkraftsetzung der neuen ZPO, in: FamPra.ch
2014, S. 322). Die tatsächlich anfallenden Nebenkosten können auch konkret be-
stimmt werden. Dies ist jedoch insbesondere in Bezug auf noch nicht absehbare,
zukünftig nötig werdende Reparaturen und Unterhaltsarbeiten nicht einfach. Nicht
angehen kann jedenfalls, dass zunächst die konkreten Nebenkosten in den Be-
darf eingesetzt und hernach noch zusätzlich 1 % oder 0.7 % des Liegenschafts-
werts als jährlicher Unterhaltsaufwand berücksichtigt werden (vgl. OG ZH
LE150008 vom 26. Oktober 2015, E. III/2.1, S. 9). Zusätzlich zu berücksichtigen
sind allerdings die Kosten für Heizenergie (Philipp Maier, a.a.O.).
Wie der Gesuchsgegner zu Recht vorbringt, hat die Vorinstanz vorliegend
eine unzulässige Mischrechnung vorgenommen, indem sie neben den in den Ne-
ben- und Verwaltungskostenabrechnungen der Stockwerkeigentümergemein-
schaft ausgewiesenen Akontobeträgen von gesamthaft Fr. 6'307.15 für das Jahr
2018 (entsprechend Fr. 525.60 pro Monat, vgl. Urk. 5/12/14, Urk. 13/1) einen wei-
teren Pauschalbetrag von Fr. 300.– pro Monat berücksichtigte. Da es sich bei den
belegten Kosten lediglich um Akontobeträge handelt und diese im Übrigen den
Unterhalt an der zu Sonderrecht ausgeschiedenen Wohnung samt Garten – wie
kleinere Reparaturen (Waschmaschine, etc.) und Unterhaltsarbeiten (Gärtner,
Sanitär, etc.) – unberücksichtigt lassen, können die gesamten tatsächlich anfal-
lenden Nebenkosten vorliegend nicht konkret bestimmt werden. Daran vermögen
auch die im Berufungsverfahren nachgereichten Rechnungen bzw. Zahlungserin-
nerungen der M._ AG (Urk. 29/5) nichts zu ändern, zumal diese gemäss
Ausführungen der Gesuchstellerin lediglich Gartenarbeiten betreffen und zudem
unklar blieb, für welchem Zeitraum diese Kosten anfielen. Entsprechend ist für die
gesamten Unterhaltskosten eine Pauschale einzusetzen. Bei der ehelichen Lie-
- 33 -
genschaft handelt es sich um eine 4.5-Zimmer-Wohnung, welche sich im Erdge-
schoss eines zu Stockwerkeigentum aufgeteilten Mehrfamilienhaus befindet und
zu welcher ein Keller und ein Tiefgaragenparkplatz gehören (Urk. 12/7). In der
Liegenschaftsbewertung vom 31. August 2015 wird festgehalten, die Wohnung
befinde sich in einem sehr guten Zustand und könne als neuwertig bezeichnet
werden (Urk. 12/7). Dass in nächster Zeit mit eigentlichen Renovationsarbeiten zu
rechnen ist, wurde denn auch von keiner Partei behauptet. Es ist somit von einem
eher tiefen Unterhaltsaufwand für die Liegenschaft auszugehen. Der für Stock-
werkeigentumsliegenschaften vorgesehene Ansatz von 0.7 % des Verkehrswerts
der Liegenschaft erweist sich demnach vorliegend als angemessen. Ausgehend
von dem in der Liegenschaftsbewertung aus dem Jahre 2015 festgehaltenen Ver-
kehrswert von Fr. 850'000.– ist damit mit einer Pauschale von jährlich rund
Fr. 6'000.– bzw. monatlich rund Fr. 500.– zu rechnen. Zu diesem Betrag hinzuzu-
schlagen sind alsdann die Kosten für Heizenergie. Diese werden von keiner Par-
tei beziffert. Gemäss der im Recht liegenden Neben- und Verwaltungskostenab-
rechnungen der Stockwerkeigentümergemeinschaft wurden dafür im Jahr 2018
Akontobeträge von insgesamt ca. Fr. 480.– in Rechnung gestellt (Urk. 5/12/14,
Urk. 13/1), weshalb es sich rechtfertigt, die Heizenergiekosten mit Fr. 40.– pro
Monat zu veranschlagen.
Zusammenfassend belaufen sich die Wohnkosten für die eheliche Wohnung
auf insgesamt rund Fr. 1'361.– (Fr. 820.75 Hypothekarzins, Fr. 500.– Unterhalts-
kosten, Fr. 40.– Heizenergiekosten). Entsprechend der vorinstanzlichen Auftei-
lung zwischen Gesuchstellerin und Kindern sind diese zur Hälfte, mithin im Betrag
von Fr. 680.50 im Bedarf der Gesuchstellerin anzurechnen.
6.2.5 Entgegen der Ansicht der Gesuchstellerin (vgl. Urk. 27 Rz 25) ist nicht
zu beanstanden, dass die Vorinstanz die Wohnkosten der Gesuchstellerin ab
1. Januar 2019 um Fr. 150.– pro Monat reduzierte. Die Behauptung der Gesuch-
stellerin, wonach im fraglichen Wohnquartier in F._ keine Nachfrage nach ei-
nem Parkplatz bestehe, ist nicht glaubhaft. Selbst wenn Besucher auf der Strasse
gebührenfrei parkieren dürften (vgl. Urk 27 Rz 25), ist glaubhaft, dass jemand aus
der Nachbarschaft Interesse an einem (zweiten) Parkplatz in der Tiefgarage an
- 34 -
der E._-Strasse ... in F._ hat. Mithin ist der Wohnkostenanteil der Ge-
suchstellerin ab 1. Januar 2019 um Fr. 150.– auf Fr. 530.50 zu reduzieren.
6.3 Krankenkasse
6.3.1 Die Vorinstanz rechnete der Gesuchstellerin monatliche Krankenkas-
senprämien von Fr. 349.40 für die Grundversicherung (KVG) und von Fr. 43.60
für die Zusatzversicherung (VVG) an. Dabei erwog sie, dass diese Beträge aus-
gewiesen seien und die Gesuchstellerin – entgegen der Ansicht des Gesuchs-
gegners – glaubhaft dargelegt habe, dass sie persönlich keine Prämienverbilli-
gung erhalte (Urk. 19 E. III/4.5.1/e).
6.3.2 Auch im Berufungsverfahren stellt sich der Gesuchsgegner hinsicht-
lich der Kosten der Grundversicherung auf den Standpunkt, es sei unzutreffend,
dass keine individuelle Prämienverbilligung (IPV) ausbezahlt werde. So sei noto-
risch, dass Personen mit einem Jahreseinkommen unter Fr. 49'000.– IPV erhalten
würden. Gemäss Website der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich hät-
ten insbesondere Alleinerziehende mit einem steuerbaren Gesamteinkommen bis
Fr. 37'600.– und einem steuerbaren Gesamtvermögen bis Fr. 300'000.– Anspruch
auf IPV. Da die Gesuchstellerin in der ersten Phase bzw. im Jahr 2018 kein Ein-
kommen von Fr. 37'700.– erziele, erhalte sie eine Prämienverbilligung. Entspre-
chend werde "unpräjudiziell" von leicht gekürzten Krankenkassenkosten von
Fr. 300.– ausgegangen (Urk. 18 Rz 24 f.).
6.3.3 Diese Vorbringen des Gesuchsgegners sind unbegründet, zumal der
Gesuchsgegner dabei ausser Acht lässt, dass auch Unterhaltsbeiträge zum steu-
erbaren Einkommen gehören. Dass die Gesuchstellerin unter Berücksichtigung
der zuzusprechenden Unterhaltsbeiträge (vgl. dazu unten E. III/7.6) über ein
steuerbares Gesamteinkommen innerhalb der vom Regierungsrat festgelegten
Grenzen (vgl. dazu SVA-Merkblatt Individuelle Prämienverbilligung 2018, abrufbar
unter https://www.svazurich.ch/internet/de/home/produkte/praemienverbilligung.
html, zuletzt besucht am 15. Januar 2019) verfügt, ist nicht ersichtlich. Entspre-
chend sind die ausgewiesenen Krankenkassenkosten in keiner Phase zu kürzen.
- 35 -
6.4 Mobilität
6.4.1 Hinsichtlich der Mobilitätskosten erachtete es die Vorinstanz als ge-
rechtfertigt, der Gesuchstellerin die Kosten eines ZVV-Netzpasses für alle Zonen
im Kanton Zürich im Betrag von Fr. 185.50 pro Monat zu berücksichtigen, und
zwar unabhängig davon, ob die Gesuchstellerin eine Erwerbstätigkeit ausübe
oder nicht. So bringe die Gesuchstellerin zu Recht vor, dass sie grundsätzlich auf
die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen sei. Nicht zusätzlich zu
berücksichtigen seien demgegenüber die Kosten des Halbtaxabonnements
(Urk. 19 E. 4.5.1/j).
6.4.2 Der Gesuchsgegner vertrat bereits vor Vorinstanz die Ansicht, der
Gesuchstellerin seien erst ab Aufnahme einer Erwerbstätigkeit Mobilitätskosten
anzurechnen. Gelegentliche Fahrten mit den Kindern oder für Jobinterviews seien
aus dem Grundbetrag zu bezahlen (Urk. 3 S. 9; Prot. I S. 30). Im Berufungsver-
fahren macht er wiederum geltend, angesichts der knappen Verhältnisse sei so-
lange kein Betrag für den Transport zuzugestehen, bis die Gesuchstellerin einer
Arbeit nachgehe. Gemäss Kreisschreiben und bundesgerichtlicher Rechtspre-
chung würden unter "Mobilität" nämlich nur Auslagen im Zusammenhang mit der
Arbeitsausübung fallen. Da der Gesuchstellerin erst ab 1. Januar 2019 berufsbe-
dingte Auslagen entstünden, habe sie ihre "ÖV-Kosten" bis 31. Dezember 2018
aus dem Überschuss zu bezahlen (Urk. 18 Rz 26-28).
6.4.3 Die Gesuchstellerin hält dafür, dass auch Personen ohne Erwerbstä-
tigkeit auf eine gewisse Mobilität angewiesen seien, zumal es nicht möglich und
zumutbar sei, den Alltag zu Fuss zu bewältigen. Die Gesuchstellerin sei zur Erle-
digung von Existenziellem (Einkäufe, Arzttermine insbesondere auch für die Kin-
der, Stellensuche, Weiterbildung, etc.) auf die öffentlichen Verkehrsmittel ange-
wiesen, weil sie im Gegensatz zum Gesuchsgegner über kein Auto verfüge und
der Gesuchsgegner ihre Vespa nicht herausgebe. Kosten für Mobilität, insbeson-
dere solche im Zusammenhang mit der Arbeitssuche, würden zum betreibungs-
rechtlichen Existenzminimum gehören (Urk. 27 Rz 28). Vor Vorinstanz verlangte
die Gesuchstellerin die Berücksichtigung von monatlich Fr. 200.90 für Mobilitäts-
kosten, wobei sich dieser Betrag aus den Kosten für ein Jahresabonnement des
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ZVV (F._/G._/Zürich) in der Höhe von Fr. 185.50 pro Monat und für das
Halbtaxabonnement von Fr. 15.40 pro Monat zusammensetze (Urk. 1 S. 7,
Urk. 11 S. 8).
6.4.4 Im Rahmen der Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzmi-
nimums werden lediglich unumgängliche Berufsauslagen berücksichtigt, wozu
namentlich die effektiven Ausgaben öffentlicher Verkehrsmittel für Fahrten zum
Arbeitsplatz gehören (Kreisschreiben Ziff. II/3.4a). Für die Unterhaltsberechnung
im Eheschutzverfahren ist das betreibungsrechtliche Existenzminimum – sofern
ein Überschuss verbleibt – um zusätzliche Auslagen zu einem familienrechtlichen
Grundbedarf zu erweitern. Zu denken ist dabei an elementare Bedürfnisse, etwa
an die Grundfähigkeiten, sich gesund zu erhalten, sich fortzubewegen und sich in-
formieren zu können. Es können also namentlich neben Kommunikationskosten
auch Auslagen für die Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels berücksichtigt
werden (FamKomm Scheidung/Vetterli Art. 176 N 35). Da gemäss vorliegender
Berechnung in allen Phasen ein Überschuss verbleibt (vgl. dazu unten E. III/7.1),
ist im Ergebnis nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz bereits für die Zeit, in
welcher der Gesuchstellerin noch kein Erwerbseinkommen angerechnet wurde,
Mobilitätskosten berücksichtigte. Allerdings erscheint der Betrag von Fr. 185.50
pro Monat resp. die Berücksichtigung der Kosten eines ZVV-Abonnements für alle
Zonen im Kanton Zürich für die Zeit vor dem 1. Januar 2019 vorliegend nicht an-
gemessen. So hat die Gesuchstellerin denn auch vor Vorinstanz weder dargelegt
noch belegt, dass sie tatsächlich über ein solches Abonnement verfügt (vgl. Urk. 1
S. 7, Urk. 11 S. 8, Prot. I. S. 9). Zur Erledigung alltäglicher Besorgungen ist die
Gesuchstellerin jedenfalls nicht zwingend auf öffentliche Verkehrsmittel angewie-
sen, zumal sich in Gehdistanz zu ihrem Wohnort eine Coop-Filiale befindet (vgl.
Routenplaner Google-Maps, abrufbar unter www.google.ch/maps). Auch ist weder
glaubhaft noch angebracht, dass die Gesuchstellerin für die Wahrnehmung ein-
zelner Arztbesuche und Bewerbungsgespräche ein Jahresabonnement für alle
ZVV-Zonen löst. Die Kosten eines Einzelbilletts (Hin- und Rückweg mit Halbtax)
für die Strecke F._-G._ betragen Fr. 6.80, diejenigen für die Strecke
F._-Zürich Fr. 15.– und die Kosten eines Halbtaxabonnements Fr. 15.40 pro
Monat. Unter Berücksichtigung dieser Preise rechtfertigt es sich, der Gesuchstel-
- 37 -
lerin bis 31. Dezember 2018 Mobilitätskosten von Fr. 100.– pro Monat anzurech-
nen. Ab dem 1. Januar 2019 sind demgegenüber die vom Gesuchsgegner zuge-
standenen Kosten von Fr. 185.50 pro Monat zu berücksichtigen.
6.5 Die übrigen Bedarfspositionen der Gesuchstellerin wurden im Beru-
fungsverfahren von keiner Partei beanstandet und erweisen sich überdies als an-
gemessen. Insgesamt ist damit von folgendem Bedarf der Gesuchstellerin auszu-
gehen:
bis 31.12.2018 ab 1.1.2019 Grundbetrag Fr. 1'350.00 Fr. 1350.00
Wohnkosten (Hypothekarzins, -/Unterhalskosten inkl. Heizung) Fr. 680.50 Fr. 530.50
Krankenkasse (KVG) Fr. 349.40 Fr. 349.40
Krankenkasse (VVG) Fr. 43.60 Fr. 43.60
Selbstbehalt/Franchise Fr. 49.40 Fr. 49.40
Kommunikation inkl. Billag Fr. 150.00 Fr. 150.00
Hausrat- und Haftpflichtversicherung Fr. 43.90 Fr. 43.90
Mobilität Fr. 100.00 Fr. 185.50
auswärtige Verpflegung Fr. 0.00 Fr. 105.00
Steuern Fr. 300.00 Fr. 300.00
Total Fr. 3'066.80 Fr. 3'107.30
7. Barbedarf der Kinder
7.1 Da sich die Wohnkosten für die eheliche Wohnung auf insgesamt
rund Fr. 1'361.– belaufen (vgl. oben E. III/6.2.4), sind auch die Wohnkostenanteile
der Kinder anzupassen. Praxisgemäss werden bei zwei Kindern in einem Haus-
halt jedem Kind 1/4 der gesamten Wohnkosten zugewiesen. Entsprechend be-
trägt der Wohnkostenanteil vorliegend Fr. 340.25 je Kind.
7.2 Hinsichtlich der übrigen Bedarfspositionen der Kinder kann auf die zu-
treffenden und unbestritten gebliebenen Ausführungen der Vorinstanz verwiesen
werden (Urk. 19 E. III/4.5.2). Zusammenfassend ist damit von folgenden Barbe-
darfen der Kinder auszugehen:
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Barbedarf C._:
bis 31.12.2018 1.1.2019 - 31.7.2019
ab 1.8.2019
Grundbetrag Fr. 400.00 Fr. 400.00 Fr. 600.00
Wohnkostenanteil Fr. 340.25 Fr. 340.25 Fr. 340.25
Krankenkasse (KVG + VVG) Fr. 113.80 Fr. 113.80 Fr. 113.80
Selbstbehalt/Franchise Fr. 5.40 Fr. 5.40 Fr. 5.40
Fremdbetreuungskosten Fr. 0.00 Fr. 134.00 Fr. 134.00
Total Fr. 859.45 Fr. 993.45 Fr. 1'193.45
Barbedarf D._:
bis 31.12.2018 ab 1.1.2019 Grundbetrag Fr. 400.00 Fr. 400.00
Wohnkostenanteil Fr. 340.25 Fr. 340.25
Krankenkasse (KVG + VVG) Fr. 108.80 Fr. 108.80
Selbstbehalt/Franchise Fr. 28.90 Fr. 28.90
Fremdbetreuungskosten Fr. 0.00 Fr. 174.00
Total Fr. 877.95 Fr. 1'051.95
8. Unterhaltsberechnung
8.1 Grundlagen
Zusammenfassend ergeben sich folgende, für die Unterhaltsberechnung
massgebende Grundlagen:
Phase 1 Phase 2 Phase 3 Phase 4 1.9.2017 -
31.3.2018 1.4.2018 - 31.12.2018
1.1.2019 - 31.7.2019
ab 1.8.2019
Einkommen Gesuchstellerin
Fr. 0.00 Fr. 0.00 Fr. 1'900.00 Fr. 1'900.00
Einkommen Gesuchsgegner
Fr. 8'674.00 Fr. 8'753.00 Fr. 8'753.00 Fr. 8'753.00
Einkommen C._
Fr. 200.00 Fr. 220.00 Fr. 220.00 Fr. 220.00
Einkommen D._
Fr. 200.00 Fr. 220.00 Fr. 220.00 Fr. 220.00
Total: Fr. 9'074.00 Fr. 9'193.00 Fr. 11'093.00 Fr. 11'093.00
- 39 -
Bedarf Gesuchstellerin
Fr. 3'066.80 Fr. 3'066.80 Fr. 3'107.30 Fr. 3'107.30
Bedarf Gesuchsgegner
Fr. 4'093.55 Fr. 4'093.55 Fr. 4'093.55 Fr. 4'093.55
Bedarf C._
Fr. 859.45 Fr. 859.45 Fr. 993.45 Fr. 1'193.45
Bedarf D._
Fr. 877.95 Fr. 877.95 Fr. 1'051.95 Fr. 1'051.95
Total: Fr. 8'897.75 Fr. 8'897.75 Fr. 9'246.25 Fr. 9'446.25
Überschuss Fr. 176.25 Fr. 295.25 Fr. 1'846.75 Fr. 1'646.75
8.2 Überschussverteilung
Der Überschuss in den einzelnen Phasen ist entsprechend dem von der
Vorinstanz angewandten Prinzip "grosse Köpfe - kleine Köpfe" den Parteien zu je
einem Drittel und den beiden Töchtern zu je einem Sechstel zuzuteilen. Entspre-
chend ergibt sich folgendes Bild:
Phase 1 (1. September 2017 - 31. März 2018):
Überschussanteil Gesuchstellerin / Gesuchsgegner: Fr. 58.75
Überschussanteil je Tochter: Fr. 29.35
Phase 2 (1. April 2018 - 31. Dezember 2018):
Überschussanteil Gesuchstellerin / Gesuchsgegner: Fr. 98.40
Überschussanteil je Tochter: Fr. 49.20
Phase 3 (1. Januar 2019 - 31. Juli 2019):
Überschussanteil Gesuchstellerin / Gesuchsgegner: Fr. 615.60
Überschussanteil je Tochter: Fr. 307.80
Phase 4 (ab 1. August 2019):
Überschussanteil Gesuchstellerin / Gesuchsgegner: Fr. 548.90
Überschussanteil je Tochter: Fr. 274.50
- 40 -
8.3 Barunterhalt Töchter
Der Barunterhalt der beiden Töchter ergibt sich aus ihrem Barbedarf inkl.
Überschussanteil abzüglich der Familienzulagen. Es ergeben sich somit folgende
Barunterhaltsansprüche der beiden Töchter:
C._ Phase 1 Phase 2 Phase 3 Phase 4 1.9.2017 -
31.3.2018 1.4.2018 - 31.12.2018
1.1.2019 - 31.7.2019
ab 1.8.2019
Bedarf Fr. 859.45 Fr. 859.45 Fr. 993.45 Fr. 1'193.45 + Überschussanteil Fr. 29.35 Fr. 49.20 Fr. 307.80 Fr. 274.50 ./. Familienzulagen Fr. 200.– Fr. 220.– Fr. 220.– Fr. 220.– Barunterhalt Fr. 688.80 Fr. 688.65 Fr. 1'081.25 Fr. 1'247.95
D._ Phase 1 Phase 2 Phase 3 Phase 4 1.9.2017 -
31.3.2018 1.4.2018 - 31.12.2018
1.1.2019 - 31.7.2019
ab 1.8.2019
Bedarf Fr. 877.95 Fr. 877.95 Fr. 1'051.95 Fr. 1'051.95 + Überschussanteil Fr. 29.35 Fr. 49.20 Fr. 307.80 Fr. 274.50 ./. Familienzulagen Fr. 200.– Fr. 220.– Fr. 220.– Fr. 220.– Barunterhalt Fr. 707.30 Fr. 707.15 Fr. 1'139.75 Fr. 1'106.45
8.4 Betreuungsunterhalt
Entsprechend dem Vorgehen der Vorinstanz (vgl. Urk. 19 E. III/4.5.4/d) sind
zur Berechnung der für die Festsetzung des Betreuungsunterhalts massgebenden
Lebenshaltungskosten der Gesuchstellerin die erweiterten Bedarfspositionen (Zu-
satzversicherung vollumfänglich, d.h. im Betrag von Fr. 43.60 und Steuern im Um-
fang von Fr. 200.–) zu reduzieren. Die Gesuchstellerin hat demnach folgende Le-
benshaltungskosten:
- 41 -
Phase 1 Phase 2 Phase 3 Phase 4 1.9.2017 -
31.3.2018 1.4.2018 - 31.12.2018
1.1.2019 - 31.7.2019
ab 1.8.2019
Bedarf Gesuchstellerin
Fr. 3'066.80 Fr. 3'066.80 Fr. 3'107.30 Fr. 3'107.30
Abzug (VVG / Steuern)
Fr. 243.60 Fr. 243.60 Fr. 243.60 Fr. 243.60
Fr. 2'823.20 Fr. 2'823.20 Fr. 2'863.70 Fr. 2'863.70
Den Lebenshaltungskosten der Gesuchstellerin ist ihr Einkommen gegen-
überzustellen und so den betreuungsbedingten Nachteil zu ermitteln, welcher
durch den vom Gesuchsgegner zu leistenden Betreuungsunterhalt auszugleichen
ist, wobei es sich vorliegend rechtfertigt, den Betreuungsunterhalt gleichmässig
auf die beiden Töchter zu verteilen:
Phase 1 Phase 2 Phase 3 Phase 4 1.9.2017 -
31.3.2018 1.4.2018 - 31.12.2018
1.1.2019 - 31.7.2019
ab 1.8.2019
Fr. 2'823.20 Fr. 2'823.20 Fr. 2'863.70 Fr. 2'863.70
Einkommen Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 1'900.– Fr. 1'900.– Betreuungsunterhalt insgesamt
Fr. 2'823.20 Fr. 2'823.20 Fr. 963.70 Fr. 963.70
Betreuungsunterhalt je Tochter
Fr. 1'411.60 Fr. 1'411.60 Fr. 481.85 Fr. 481.85
8.5 Persönlicher Unterhalt Gesuchstellerin
Zur Errechnung des persönlichen Unterhaltsanspruchs der Gesuchstellerin
sind vom Einkommen des Gesuchsgegners sein eigener Bedarf unter Hinzuzäh-
lung seines Überschussanteils sowie die an die Kinder zu leistenden Unterhalts-
beiträge abzuziehen. Was verbleibt, ist der Gesuchstellerin als persönlicher Un-
terhalt zuzusprechen:
- 42 -
Phase 1 Phase 2 Phase 3 Phase 4 1.9.2017 -
31.3.2018 1.4.2018 - 31.12.2018
1.1.2019 - 31.7.2019
ab 1.8.2019
Einkommen Gesuchsgegner
Fr. 8'674.– Fr. 8'753.– Fr. 8'753.– Fr. 8'753.–
./. Bedarf Gesuchsgegner
Fr. 4'093.55 Fr. 4'093.55 Fr. 4'093.55 Fr. 4'093.55
./. Überschussanteil 
Fr. 58.75 Fr. 98.40 Fr. 615.60 Fr. 548.90
./. 
Fr. 4'219.30 Fr. 4'219.00 Fr. 3'184.65 Fr. 3'318.10
Unterhalt Gesuchstellerin
Fr. 302.40 Fr. 342.05 Fr. 859.20 Fr. 792.45
8.6 Insgesamt sind damit folgende monatliche Unterhaltsbeiträge zuzüg-
lich Familienzulagen geschuldet (sämtliche Beträge gerundet):
Phase 1 (1. September 2017 bis 31. März 2018):
C._: Barunterhalt: Fr. 689.–
Betreuungsunterhalt: Fr. 1'412.–
D._ Barunterhalt: Fr. 707.–
Betreuungsunterhalt: Fr. 1'412.–
Persönlicher Unterhalt Gesuchstellerin: Fr. 302.–
Total: Fr. 4'522.–
Phase 2 (1. April 2018 bis 31. Dezember 2018):
C._: Barunterhalt: Fr. 689.–
Betreuungsunterhalt: Fr. 1'412.–
D._ Barunterhalt: Fr. 707.–
Betreuungsunterhalt: Fr. 1'412.–
Persönlicher Unterhalt Gesuchstellerin: Fr. 342.–
Total: Fr. 4'562.–
- 43 -
Phase 3 (1. Januar 2019 bis 31. Juli 2019):
C._: Barunterhalt: Fr. 1'081.–
Betreuungsunterhalt: Fr. 482.–
D._ Barunterhalt: Fr. 1'140.–
Betreuungsunterhalt: Fr. 482.–
Persönlicher Unterhalt Gesuchstellerin: Fr. 859.–
Total: Fr. 4'044.–
Phase 4 (ab 1. August 2019 für die weitere Dauer des Getrenntlebens):
C._: Barunterhalt: Fr. 1'248.–
Betreuungsunterhalt: Fr. 482.–
D._ Barunterhalt: Fr. 1'106.–
Betreuungsunterhalt: Fr. 482.–
Persönlicher Unterhalt Gesuchstellerin: Fr. 792.–
Total: Fr. 4'110.–
9. Rückwirkender Unterhalt / Anrechnung geleisteter Zahlungen
9.1 Die Vorinstanz verpflichtete den Gesuchsgegner – entsprechend dem
Antrag der Gesuchstellerin (vgl. Urk. 1 S. 1, Urk. 11 S. 1) – zur Leistung von
rückwirkenden Unterhaltsbeiträgen ab 1. September 2017 und hielt im Urteilsdis-
positiv fest, dass der Gesuchsgegner für die Zeit vom 1. September 2017 bis
28. Februar 2018 bereits Unterhaltsbeiträge von insgesamt Fr. 10'300.– bezahlt
habe (Urk. 19 Dispositiv-Ziffern 6-8). Sie erwog dabei im Wesentlichen, dass eine
rückwirkende Festsetzung von Unterhaltsbeiträgen nur dann ausgeschlossen sei,
wenn sich die Ehegatten nach Aufhebung des gemeinsamen Haushalts mündlich
oder schriftlich über die während des Getrenntlebens zu leistenden Unterhaltsbei-
träge geeinigt hätten. Vorliegend habe der Gesuchsgegner das Zustandekommen
einer solchen mündlichen Vereinbarung der Parteien mit dem von ihm verfassten
E-Mail vom 17. Juli 2017 nicht nachgewiesen. Dass sich die Gesuchstellerin nicht
ausdrücklich gegen die Höhe der vom Gesuchsgegner nachweislich überwiese-
nen Geldbeträge ausgesprochen habe, reiche zudem auch nicht aus, um eine
konkludente Vereinbarung anzunehmen. Entsprechend seien die Unterhaltsbei-
- 44 -
träge rückwirkend per 1. September 2017 festzusetzen und die bereits erbrachten
Unterhaltsleistungen entsprechend anzurechnen. Durch den von der Gesuchstel-
lerin eingereichten Kontoauszug ihres Privatkontos bei der Postfinance für die Zeit
vom 1. September 2017 bis zum 15. März 2018 seien Zahlungen im Umfang von
Fr. 8'950.– nachgewiesen. Weitere Zahlungsbelege habe der Gesuchsgegner
nicht eingereicht. Da die Gesuchstellerin allerdings anerkenne, dass der Ge-
suchsgegner im Zeitraum 27. Oktober 2017 bis 27. Februar 2018 Unterhaltszah-
lungen von insgesamt Fr. 10'300.– geleistet habe, sei dieser Betrag vorzumerken
(Urk. 19 E. 4.6).
9.2 Der Gesuchsgegner hält auch im Berufungsverfahren dafür, dass er
mit der Gesuchstellerin eine mündliche Vereinbarung über die zu leistenden Un-
terhaltsbeiträge getroffen habe. Die Gesuchstellerin habe die Beträge "anstands-
los" entgegengenommen. Sie mache nicht einmal geltend, dass sie vor Dezember
2017 überhaupt dagegen opponiert habe. Die mündliche Vereinbarung sei durch
das Verhalten der Parteien bestätigt. Unter diesen Umständen liege zumindest
ein konkludenter Vertrag vor. Eine "über längere Zeit etablierte Praxis von Unter-
haltsüberweisungen" werde gemäss obergerichtlicher Rechtsprechung als kon-
kludente Unterhaltsvereinbarung qualifiziert. Entsprechend sei die Vorinstanz zu
Unrecht davon ausgegangen, dass das vorbehaltslose Entgegennehmen von
Zahlungen für eine konkludente Vereinbarung nicht ausreiche. Der Unterhaltsbe-
ginn sei somit auf 17. Januar 2018 festzusetzen. Selbst wenn als Unterhaltsbe-
ginn der 1. September 2017 festzulegen wäre, hätte die Vorinstanz im Dispositiv
nicht feststellen dürfen, wie viel Unterhalt bezahlt worden sei. So habe vorliegend
keine Partei den Antrag gestellt, dass Zahlungen des Gesuchsgegners seit der
Trennung am 1. September 2018 (recte: 2017) betragsmässig festzustellen seien.
Indem die Vorinstanz den gesamthaften Unterhalt (Kindes- und Ehegattenunter-
halt) im Dispositiv aufgeführt habe, habe sie die Dispositionsmaxime nach Art. 58
Abs. 1 ZPO verletzt. Namentlich die Zahlung des persönlichen Unterhalts seit
1. September 2017 habe nicht "ungefragt festgestellt werden" können. Mangels
eines Antrages und angesichts von Art. 58 ZPO habe der Gesuchsgegner auch
nicht damit rechnen müssen, dass seine effektiven Zahlungen substantiiert aufge-
- 45 -
führt und belegt sein müssten. Die Feststellung, dass bloss Fr. 10'300.– bezahlt
worden seien, sei "grundlos" erfolgt (Urk. 18 Rz 36-41).
9.3 Haben sich die Parteien während des Getrenntlebens bereits auf Un-
terhaltszahlungen geeinigt, kann betreffend den Zeitraum, für welchen ein vertrag-
licher Unterhaltsanspruch besteht, grundsätzlich eine rückwirkende richterliche
Festsetzung von Unterhaltszahlungen nicht verlangt werden (ZR 104 Nr. 58,
E. 4). Beweispflichtig für das Vorliegen einer aussergerichtlichen Vereinbarung ist
derjenige Ehegatte, der sich darauf beruft, um eine Rückwirkung der Unterhalts-
beiträge zu verhindern (Art. 8 ZGB). Haben sich die Ehegatten für die Zeit des
Getrenntlebens (noch) nicht auf Unterhaltszahlungen geeinigt, muss sich der
mutmassliche Unterhaltsschuldner der möglicherweise rückwirkenden richterli-
chen Festsetzung von Beiträgen bewusst sein. Er hat diesen Umstand dement-
sprechend bei seinen finanziellen Dispositionen miteinzubeziehen. Haben sich die
Parteien hingegen im Rahmen der Privatautonomie aussergerichtlich auf eine
Zahlungsverpflichtung geeinigt, muss sich sowohl der verpflichtete als auch der
berechtigte Ehegatte in guten Treuen auf deren Bestand verlassen können, so-
fern sich die Höhe der Zahlung nicht offensichtlich als rechtsmissbräuchlich er-
weist und solange die Parteien keine anderslautende Regelung treffen oder ein
Ehegatte den Eheschutz- oder Scheidungsrichter anruft (ZR 104 Nr. 58, E. 4).
9.4 Vorliegend bestritt die Gesuchstellerin bereits vor Vorinstanz den Be-
stand einer aussergerichtlichen Vereinbarung; die Parteien hätten sich nie über
die Höhe der Unterhaltsbeiträge geeinigt (Urk. 11 S. 4). Angesprochen auf die
vom Gesuchsgegner behauptete Vereinbarung gab die Gesuchstellerin im Rah-
men der persönlichen Befragung an, der Gesuchsgegner sei einmal mit einem
Brief zu ihr gekommen und habe "alles" aufgelistet. Sie habe "es" aber nicht un-
terschrieben, weil sie damals noch Geld vom RAV bekommen und der Gesuchs-
gegner die Gelder vom RAV in die Zahlungen einberechnet habe. Da sie gewusst
habe, dass sie ausgesteuert werde, habe sie diese Vereinbarung nicht unter-
schrieben (Prot. I S. 10). Ferner machte die Gesuchstellerin vor Vorinstanz gel-
tend, die Behauptung, wonach sie sich nie über die Höhe der geleisteten Unter-
haltsbeiträge beklagt habe, erscheine geradezu zynisch, zumal der Unterhaltsbei-
- 46 -
trag von insgesamt Fr. 2'000.– pro Monat nicht einmal die Grundbeträge der Ge-
suchstellerin und der Kinder decke und sie damit nicht einmal die Krankenkas-
senprämien der Kinder habe bezahlen können (Urk. 11 S. 4). Im Rahmen ihrer
Berufungsantwort hält die Gesuchstellerin schliesslich fest, dass sie die Zahlun-
gen des Gesuchsgegners nicht vorbehaltlos entgegengenommen habe. Vielmehr
habe sie dem Gesuchsgegner wiederholt mitgeteilt, dass seine Zahlungen nicht
reichen und dass sie beispielsweise die Krankenkassenprämien für sich und die
Kinder nicht bezahlen könne (Urk. 27 Rz 32).
9.5 Da der Bestand einer mündlichen oder stillschweigenden Vereinba-
rung damit bestritten ist, hat der Gesuchsgegner die Parteivereinbarung bzw. den
konkludenten Verzicht der Gesuchstellerin auf einen Teilbetrag ihres Unterhalts-
anspruchs glaubhaft zu machen. Dies gelingt ihm nicht, zumal regelmässige und
über längere Zeit unwidersprochen entgegengenommene Zahlungen im behaup-
teten Umfang von Fr. 3'900.– pro Monat (vgl. Urk. 3 S. 3) nicht belegt wurden.
Zudem ist zu berücksichtigen, dass die von der Gesuchstellerin anerkannten Zah-
lungen objektiv auch als Akonto-Zahlungen an den im Grundsatz unbestrittenen
Unterhaltsanspruch verstanden werden können. Insgesamt hat die Vorinstanz zu
Recht keine verbindliche Vereinbarung der Parteien über die Höhe des Unterhal-
tes angenommen, die einer rückwirkenden Neufestsetzung der Unterhaltsbeiträge
durch das Gericht entgegenstehen würde.
9.6 Auch soweit der Gesuchsgegner vorbringt, es wäre der Vorinstanz
unter Geltung der Dispositionsmaxime verwehrt gewesen, im Dispositiv festzuhal-
ten, wie viel Unterhalt bereits geleistet wurde, kann ihm nicht gefolgt werden. Wie
die Vorinstanz zu Recht festhielt, sind bei einer rückwirkenden Verpflichtung zur
Leistung von Unterhaltsbeiträgen die tatsächlich bereits erbrachten Unterhaltsleis-
tungen zu berücksichtigen bzw. anzurechnen (ZK-Bräm, Art. 163 ZGB N 150; BK-
Hausheer/Reusser/Geiser, Art. 173 ZGB N 23; ZR 107 Nr. 60). Das Eheschutzge-
richt darf den Unterhaltsschuldner nicht zur Zahlung einer zur Zeit der Festset-
zung der Unterhaltsbeiträge bereits erfüllten Schuld verpflichten, da ein allfälliger
Anspruch des Unterhaltsgläubigers im Umfang der bereits erfolgten Leistung un-
tergegangen ist. Wird der Unterhaltsschuldner unter Vorbehalt von bereits begli-
- 47 -
chenen Unterhaltsleistungen zu rückwirkenden Unterhaltszahlungen verpflichtet,
ohne dass aus dem Eheschutzurteil hervorgeht, welche Unterhaltszahlungen be-
reits geleistet wurden, kann mangels einer klaren Zahlungsverpflichtung gestützt
auf dieses Urteil in einem allfälligen Vollstreckungsverfahren keine definitive
Rechtsöffnung erteilt werden. So hat der Vollstreckungsrichter davon auszuge-
hen, dass die gerichtlich bezifferte Verpflichtung zur Zeit ihrer Festsetzung be-
standen hat und dass dabei sämtliche Einwendungen gegen diese Verpflichtung
berücksichtigt und bereinigt worden sind. Somit hat er Behauptungen betreffend
die Tilgung einer auf einem vollstreckbaren gerichtlichen Urteil beruhenden For-
derung nur soweit zu beachten, als die Schuld seit Erlass des Urteils getilgt wor-
den ist (Art. 81 Abs. 1 SchKG). Sämtliche vor Erlass des Eheschutzurteils be-
haupteten Tilgungen sind demgegenüber vom Eheschutzrichter zu berücksichti-
gen. Wenn somit ein Unterhaltsschuldner behauptet, der Unterhaltsgläubigerin
seit der Trennung der Ehegatten bereits Unterhaltsleistungen bezahlt zu haben,
dann ist es notwendig, dass der Eheschutzrichter über die Beträge entscheidet,
die an die ausstehende Schuld angerechnet werden können, und zwar gestützt
auf die Behauptungen und die im Verfahren offerierten Beweise (ZR 107 Nr. 60,
E. II.2.4; BGE 135 III 315 E. 2.5; BGE 138 III 583 E. 6.1.1). Demgemäss musste
der Gesuchsgegner vorliegend aufgrund des gesuchstellerischen Antrages auf
Leistung rückwirkender Unterhaltsbeiträge und der von ihm behaupteten Unter-
haltszahlungen damit rechnen, dass er Letztere substantiiert zu behaupten und zu
belegen hat.
9.7.1 Hinsichtlich des Umfangs der vorinstanzlich angerechneten Zahlun-
gen macht der Gesuchsgegner schliesslich geltend, die Vorinstanz habe sich
diesbezüglich einzig auf die eingereichten Bankkontobelege der Gesuchstellerin
gestützt. Sie habe damit seine Vorbringen übersehen, wonach er nebst den
"Bankkontoüberweisungen" auch die gesamten Wohnkosten (d.h. monatlich
Fr. 1'346.– mit den Nebenkosten) bezahlt habe. Dies sei insofern glaubhaft, weil
er es auch in seiner Parteiaussage unter Wahrheitspflicht ausgesagt habe und
weil es der Lebenswirklichkeit entspreche. Als Miteigentümer habe er denn auch
ein Interesse daran, dass die Wohnkosten bezahlt würden, ansonsten die Pfän-
dung oder zumindest die Betreibung gegen ihn persönlich drohe. Vorliegend habe
- 48 -
die Bank oder die Verwaltung aber weder Mahnungen geschickt noch Betreibun-
gen initiiert, geschweige denn den Hypothekarkredit gekündigt. Aus dem im Beru-
fungsverfahren eingereichten Bankkontoauszug sei im Übrigen ersichtlich, dass
er mit seinen Überweisungen vom 29. September 2017 und vom 3. Januar 2018
im Gesamtbetrag von Fr. 4'566.– sämtliche Hypothekarzinsen im Zeitraum vom
1. September 2017 bis 28. Februar 2018 bezahlt habe. Zudem seien weitere "ein-
zelne Überweisungen" zu berücksichtigen. Diese seien durch die Bankkontobele-
ge bzw. den "online-Excel-Auszug" des Gesuchsgegners belegt und würden ins-
gesamt (inklusive Hypothekarzinsen, aber ohne Zahlungen an die Steuern)
Fr. 23'712.– betragen, nämlich je Fr. 3'900.– in den Monaten September, Oktober
und Dezember 2017, Fr. 4'200.– im November 2017, Fr. 4'016.– im Januar 2018
und Fr. 3'796.– im Februar 2018. Schliesslich seien die Geldbeträge hinzuzu-
rechnen, welche der Gesuchsgegner der Gesuchstellerin in der fraglichen Periode
in bar übergeben haben, nämlich Fr. 1'000.– am 23. Dezember 2017 und "erneut
Fr. 1'000.–". Somit habe der Gesuchsgegner insgesamt deutlich mehr bezahlt
(Fr. 23'712.– plus Fr. 2'000.– in bar, entsprechend Fr. 25'712.–), als vorinstanzlich
angenommen (Urk. 18 Rz 42-48).
9.7.2 Im vorinstanzlichen Verfahren behauptete der Gesuchsgegner, er ha-
be Zahlungen von Fr. 3'900.– pro Monat geleistet (vgl. Urk. 3 S. 3). In diesem Zu-
sammenhang verwies er auf sein E-Mail vom 17. Juli 2017, in welchem er fest-
hielt, der Gesuchstellerin und den Kindern monatlich Fr. 3'900.– zu bezahlen,
nämlich monatlich Fr. 1'000.– durch Übernahme der Hypothekarzinsen, monatlich
Fr. 500.– durch Bezahlung der Amortisation, monatlich Fr. 400.– durch Übernah-
me der Verwaltungs- und Nebenkosten und monatlich Fr. 2'000.– durch Überwei-
sung an die Gesuchstellerin (vgl. Urk. 4/1). Zudem reichte der Gesuchsgegner vor
Vorinstanz eine selbst erstellte Tabelle ins Recht, in welcher Zahlungen von mo-
natlich Fr. 3'900.– in den Monaten September, Oktober und Dezember 2017 und
von Fr. 4'200.– im November 2017 aufgeführt sind (Urk. 4/2). Im Rahmen der per-
sönlichen Befragung gab er an, er habe seit April 2017 jeweils Fr. 3'900.– bezahlt
(Prot. I S. 18).
- 49 -
9.7.3 Die Gesuchstellerin machte vor Vorinstanz geltend, die Unterhalts-
zahlungen des Gesuchsgegners seien dem Auszug aus ihrem Konto bei der Post-
finance zu entnehmen (mit Verweis auf Urk. 2/7). Vereinzelt habe der Gesuchs-
gegner auch Barzahlungen geleistet. Anerkannt würden die Unterhaltszahlungen
des Gesuchsgegners von Fr. 2'000.– am 27. Oktober 2017, von Fr. 2'000.– am
29. November 2017, von Fr. 300.– am 11. Dezember 2017, die Barzahlungen von
jeweils Fr. 1'000.– am 22. Dezember 2017 und am 29. Dezember 2017 sowie die
Überweisungen von je Fr. 2'000.– am 30. Januar 2018 und am 27. Februar 2018
(Urk. 1 S. 11). Die in den Listen des Gesuchsgegners aufgeführten Zahlungen
bestritt die Gesuchstellerin (Prot. I S. 22). Angesprochen auf die behaupteten
Zahlungen von monatlich Fr. 3'900.– gab sie in der persönlichen Befragung vom
11. April 2018 an, sie wisse nicht, was der Gesuchsgegner bezahle. Sie wisse,
dass er ihr zwischen Fr. 1'900.– und Fr. 2'000.– gebe. Auf die Frage, ob er auch
die Hypothek bezahle, antwortete die Gesuchstellerin, dass er ihr nie aufgelistet
habe, was er bezahle (Prot. I S. 10).
9.7.4 Durch den von der Gesuchstellerin eingereichten Kontoauszug ihres
Privatkontos bei der Postfinance sind für die Zeit vom 1. September 2017 bis zum
15. März 2018 Zahlungen des Gesuchsgegners im Umfang von Fr. 8'950.– nach-
gewiesen (Urk. 2/7). Diese Zahlungen wurden von der Gesuchstellerin im Umfang
von Fr. 8'300.– anerkannt (vgl. Urk. 1 S. 11). Einzig die Überweisung vom
9. Oktober 2017 im Betrag von Fr. 650.– wird von der Gesuchstellerin nicht aner-
kannt. Da diese mit dem Kontoauszug jedoch belegt ist (Urk. 2/7 S. 4), gilt es
auch den Betrag von Fr. 650.– anzurechnen. Zu berücksichtigen sind ferner die
von der Gesuchstellerin anerkannten Barzahlungen von insgesamt Fr. 2'000.–,
welche bereits vorinstanzlich angerechnet wurden (vgl. Urk. 1 S. 11, Urk. 19
E. III/4.6.4 und E. III/4.6.6). Angesichts der vorstehend zitierten Angaben der Ge-
suchstellerin anlässlich der Verhandlung vom 11. April 2018 ist sodann glaubhaft,
dass der Gesuchsgegner der Gesuchstellerin auch für März und April 2018 je-
weils Fr. 2'000.– pro Monat bezahlte, womit weitere Fr. 4'000.– anzurechnen sind.
Die vom Gesuchsgegner behauptete Tilgung durch Bezahlung der Hypothe-
karzinsen, Neben-/Verwaltungskosten und Amortisation für die eheliche Wohnung
- 50 -
blieb im vorinstanzlichen Verfahren unbelegt, zumal die vom Gesuchsgegner ein-
gereichte Tabelle eine reine Parteibehauptung darstellt, welche von der Gesuch-
stellerin bestritten wurde. Im Berufungsverfahren legt der Gesuchsgegner in die-
sem Zusammenhang einen Auszug aus seinem Konto bei der acrevis Bank AG
und einen Ausdruck aus seinem Postfinance-Konto ins Recht (Urk. 21/4,
Urk. 21/6). Entgegen der Ansicht der Gesuchstellerin (vgl. Urk. 27 Rz 34) sind
diese Belege im Berufungsverfahren zu berücksichtigen, da es vorliegend mitun-
ter um die Tilgung von Kinderunterhaltsbeiträgen geht und Noven im Geltungsbe-
reich der uneingeschränkten Untersuchungsmaxime nach Art. 296 Abs. 1 ZPO
unbeschränkt zulässig sind. Aus dem Kontoauszug der acrevis Bank AG ist er-
sichtlich, dass der Gesuchsgegner in den Monaten September 2017 bis Juli 2018
Zahlungen von gesamthaft Fr. 9'104.– an die K._ AG – d.h. an die Hypothe-
karbank der Parteien (vgl. Urk. 12/3) – leistete (Urk. 21/4). Des Weiteren sind
durch den Ausdruck des Postfinance-Kontos Zahlungen für Neben- und Verwal-
tungskosten an die Stockwerkeigentümergemeinschaft E._-Strasse ... im
Gesamtbetrag von Fr. 3'446.60 belegt (Urk. 21/6; Zahlungen vom 27. Oktober
2017, vom 29. November 2017 und vom 27. Dezember 2017). Da die Hypothe-
karzinsen sowie Verwaltungs- und Nebenkosten der ehelichen Liegenschaft im
Bedarf der Gesuchstellerin und der Kinder angerechnet werden (vgl. oben
E. III/6.2 und E. III/7.1), sind diese – soweit sie vom Gesuchsgegner nachweislich
übernommen wurden – als erbrachte Unterhaltsleistungen zu berücksichtigen.
Anzurechnen sind damit Fr. 9'104.– für die geleisteten Hypothekarzinsen und
Fr. 3'446.60 für die geleisteten Neben- und Verwaltungskosten. Unberücksichtigt
zu bleiben haben demgegenüber die geltend gemachten Zahlungen für die Amor-
tisation der ehelichen Liegenschaft, zumal diese Position im Bedarf des Gesuchs-
gegners berücksichtigt wird und entsprechend auch zusätzlich zu den zu leisten-
den Unterhaltsbeiträgen von ihm zu bezahlen sind (vgl. oben E. III/4.7.3). Weitere
Zahlungen wurden vom Gesuchsgegner weder substantiiert behauptet noch be-
legt.
Nach dem Gesagten sind damit insgesamt Fr. 27'500.60 als tatsächlich er-
brachte Unterhaltsleistungen anzurechnen.
- 51 -
10. Zusammenfassung
10.1 Wie die vorstehenden Erwägungen zeigen, sind im Zeitraum
1. September 2017 bis 31. Dezember 2018 (Phase 1 und Phase 2) gesamthaft
Unterhaltsbeiträge von Fr. 72'712.– ([Fr. 4'522.– x 7 Monate] + [Fr. 4'562.– x 9
Monate]) und Familienzulagen von insgesamt Fr. 6'760.– ([Fr. 400.– x 7 Monate]
+ [Fr. 440.– x 9 Monate]), mithin ein Gesamtbetrag von Fr. 79'472.– geschuldet.
Hiervon abzuziehen sind die bereits geleisteten Unterhaltsbeiträge von
Fr. 27'500.60. Entsprechend ist der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuch-
stellerin für den Zeitraum 1. September 2017 bis 31. Dezember 2018 rückwirken-
de Kinder- und Ehegattenunterhaltsbeiträge sowie Familienzulagen von insge-
samt Fr. 51'971.40 zu bezahlen.
10.2 Des Weiteren ist der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstel-
lerin monatlich im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge zuzüglich Familienzulagen
wie folgt zu bezahlen:
ab 1. Januar 2019 bis 31. Juli 2019 (Phase 3):
C._: Barunterhalt: Fr. 1'081.–
Betreuungsunterhalt: Fr. 482.–
D._ Barunterhalt: Fr. 1'140.–
Betreuungsunterhalt: Fr. 482.–
Persönlicher Unterhalt Gesuchstellerin: Fr. 859.–
Total: Fr. 4'044.–
ab 1. August 2019 für die weitere Dauer des Getrenntlebens (Phase 4):
C._: Barunterhalt: Fr. 1'248.–
Betreuungsunterhalt: Fr. 482.–
D._ Barunterhalt: Fr. 1'106.–
Betreuungsunterhalt: Fr. 482.–
Persönlicher Unterhalt Gesuchstellerin: Fr. 792.–
Total: Fr. 4'110.–
- 52 -
10.3 Zudem ist der Gesuchsgegner zu verpflichten, sich bei der Gesuch-
stellerin jährlich bis spätestens am 30. Juni unaufgefordert über die von seiner
Arbeitgeberin im vorangehenden Jahr ausbezahlte Gewinnbeteiligung auszuwei-
sen und ihr gleichzeitig insgesamt 1/3 davon (Anteile der Kinder) zu überweisen.
11. Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens
11.1 Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet
sie auch über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318
Abs. 3 ZPO).
11.2 Die Vorinstanz setzte die Gerichtsgebühr unangefochten auf
Fr. 2'500.– und die Parteientschädigung unangefochten auf Fr. 3'500.– fest. Hin-
sichtlich der Verteilung der Prozesskosten erwog sie, dass der Gesuchsgegner in
Bezug auf die Unterhaltsfrage zu rund 80 % unterliege. Hinsichtlich der übrigen
Belange sei demgegenüber von einem hälftigen Obsiegen beider Parteien auszu-
gehen. Insgesamt rechtfertige es sich somit, die Gerichtskosten zu 3/5 dem Ge-
suchsgegner und zu 2/5 der Gesuchstellerin aufzuerlegen und den Gesuchsgeg-
ner zu verpflichten, der Gesuchstellerin eine auf 1/5 reduzierte Parteientschädi-
gung von Fr. 753.90 (inkl. 7.7. % MwSt.) zu bezahlen (Urk. 19 E. III/7).
11.3 Der Gesuchsgegner ist der Ansicht, dass sich bei Gutheissung seiner
Berufungsanträge eine hälftige Kostenverteilung rechtfertige (Urk. 1 Rz 49).
11.4 In Bezug auf den Unterhaltsstreit ist zu berücksichtigten, dass die
Gesuchstellerin im vorinstanzlichen Verfahren Unterhaltsbeiträge von gesamthaft
Fr. 175'104.– verlangte und der Gesuchsgegner solche von insgesamt
Fr. 85'145.– anerkannte (vgl. Urk. 1 S. 11; Urk. 3. S. 1; Urk. 19 E. II/7.1.3). Zuge-
sprochen werden der Gesuchstellerin gesamthaft rund Fr. 154'500.– ([Fr. 4'522.–
x 7 Monate] + [Fr. 4'562.– x 9 Monate] + [Fr. 4'044.– x 7 Monate] + [Fr. 4'110.– x
13 Monate]; vgl. oben E. III/8.6). Demgemäss unterliegt der Gesuchsgegner in der
Unterhaltsfrage – wie bereits die Vorinstanz annahm – zu rund 80 %. Hinsichtlich
der nicht vermögensrechtlichen Kinderbelange rechtfertigt sich demgegenüber
unabhängig vom Verfahrensausgang eine hälftige Kostenauflage (Art. 107 Abs. 1
- 53 -
lit. c ZPO; ZR 84 Nr. 41). Insgesamt ist die vorinstanzliche Kostenverteilung im
Verhältnis 3/5 (Gesuchsgegner) zu 2/5 (Gesuchstellerin) sowie die Zusprechung
einer auf 1/5 reduzierten Parteientschädigung zu Gunsten der Gesuchstellerin
damit zu bestätigen.
IV.
1. Entscheidgebühr und Parteientschädigung
1.1 Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist gestützt auf § 12
Abs. 1 und 2 i.V.m. § 5 Abs. 1 und § 6 Abs. 2 lit. b der Gebührenverordnung des
Obergerichts vom 8. September 2010 (GebV OG) auf Fr. 3'000.– festzusetzen.
1.2 Im Berufungsverfahren umstritten waren einzig die Unterhaltsbeiträ-
ge. Der Gesuchsgegner verlangte anstelle der von der Vorinstanz festgesetzten
Unterhaltsbeiträge von gesamthaft Fr. 160'530.– (vgl. Urk. 19 E. III/7.1.3) die Ver-
pflichtung zur Leistung von Unterhaltsbeiträgen von gesamthaft Fr. 108'023.–
(Fr. 3'857.– x 3 Monate] + [Fr. 3'843.– x 9 Monate] + [Fr. 2'585.– x 5 Monate] +
[Fr. 2'745.– x 13 Monate] + Fr. 268 x 3 Monate] + [Fr. 243.– x 9 Monate] +
[Fr. 628.– x 5 Monate] + [Fr. 548.– x 13 Monate]; vgl. Urk. 18 S. 1 f.). Die Ge-
suchstellerin beantragte die Abweisung der Berufung und Bestätigung des vor-
instanzlichen Urteils. Zugesprochen werden Unterhaltsbeiträge von gesamthaft
rund Fr. 154'500.– (vgl. oben E. III/11.4). Damit unterliegt der Gesuchsgegner im
Berufungsverfahren zu rund 90 %, weshalb es sich rechtfertigt, ihm die Prozess-
kosten vollumfänglich aufzuerlegen.
1.3 Ausgangsgemäss ist der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Ge-
suchstellerin eine volle Parteientschädigung zu bezahlen. Diese ist in Anwendung
von § 5 Abs. 1, § 6 Abs. 3, § 11 Abs. 1 und § 13 Abs. 1 und 2 der AnwGebV auf
Fr. 2'800.– zuzüglich 7.7 % MwSt. (vgl. Ur. 27 S. 2), mithin auf Fr. 3'016.– festzu-
setzen. Da die Parteientschädigung – wie sogleich zu zeigen sein wird – beim
Gesuchsgegner voraussichtlich nicht einbringlich sein wird, ist sie Rechtsanwältin
Dr. Y._ direkt aus der Gerichtskasse auszurichten, wobei der Anspruch mit
der Zahlung auf den Kanton übergeht (Art. 122 Abs. 2 ZPO).
- 54 -
2. Unentgeltliche Rechtspflege
2.1 Beide Parteien ersuchen um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands für das Berufungs-
verfahren (Urk. 18 S. 3; Urk. 27 S. 2).
2.2 Nach Art. 117 ZPO hat eine Person Anspruch auf unentgeltliche
Rechtspflege, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (lit. a) und ihr
Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (lit. b). Wer diese Bedingungen er-
füllt, hat ausserdem Anspruch auf einen unentgeltlichen Rechtsbeistand, soweit
dies zur Wahrung seiner Rechte notwendig ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). Für die
Beurteilung der Frage, ob eine Partei als mittellos im Sinne von Art. 117 lit. ZPO
zu betrachten ist, sind ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse zu berück-
sichtigen, und zwar im Zeitpunkt der Gesuchsstellung (Mohs, OFK-ZPO, ZPO 117
N 5).
2.3 Nachdem der Gesuchstellerin für das Berufungsverfahren keine Ge-
richtskosten auferlegt werden (vgl. oben E. IV/1.2), ist ihr Gesuch gegenstandslos
und abzuschreiben, soweit es sich auf die Befreiung von den Gerichtskosten
(Art. 118 Abs. 1 lit. b ZPO) bezieht. Demgegenüber ist – angesichts des Umstan-
des, dass auch dem Gesuchsgegner die unentgeltliche Rechtspflege zu gewäh-
ren ist (vgl. dazu nachstehende Ziff. 2.4) – über das Gesuch um Bestellung eines
unentgeltlichen Rechtsbeistands (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO) zu entscheiden (vgl.
Urteil 5A_407/2014 vom 7. Juli 2014, E. 2.2. mit weiteren Hinweisen; OGer ZH
RT150116 vom 11.11.2015, E. II/C/2). Diesbezüglich ist aufgrund der Angaben
der Gesuchstellerin davon auszugehen, dass sie im Zeitpunkt der Gesuchsstel-
lung arbeitslos war bzw. nach wie vor ist und aufgrund ihrer Aussteuerung abge-
sehen von den Unterhaltsbeiträgen des Gesuchsgegners über keine Einkünfte
verfügt (Urk. 27 Rz 39). Dem Effektivitätsgrundsatz folgend, d.h. unter Ausklam-
merung des hypothetischen Einkommens ab 1. Januar 2019, ist die Gesuchstelle-
rin mit den zuzusprechenden Betreuungs- und Ehegattenunterhaltsbeiträgen ab
Januar 2019 nicht mehr in der Lage, ihren Notbedarf zu decken (vgl. dazu oben
E. III/7.1 und E. III/7.6). Unter Berücksichtigung der eingereichten Unterlagen
(Urk. 29/6-9) ist zudem glaubhaft, dass die Gesuchstellerin verschuldet ist und
- 55 -
über keine liquiden Mittel verfügt. Mit Bezug auf die eheliche Liegenschaft, welche
im hälftigen Miteigentum der Parteien steht, erscheint des Weiteren glaubhaft,
dass die Beschaffung liquider Mittel durch Erhöhung der Hypothek – wie beide
Parteien vorbringen (Urk. 18 Rz 52; Urk. 27 Rz 40) – aktuell angesichts der engen
finanziellen Verhältnisse nicht möglich ist. Insgesamt ist die Mittellosigkeit der Ge-
suchstellerin damit zu bejahen. Ihr im Berufungsverfahren gestelltes Rechtsbe-
gehren war sodann keineswegs aussichtslos, und die rechtsunkundige Gesuch-
stellerin war für die sachgerechte Wahrung ihrer Rechte (auch) vor Berufungs-
instanz auf anwaltlichen Beistand angewiesen. Damit sind die Voraussetzungen
für eine unentgeltliche Rechtsverbeiständung erfüllt, und der Gesuchstellerin ist
für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu bewilli-
gen und in der Person von Rechtsanwältin Dr. iur. Y._ eine unentgeltliche
Rechtsbeiständin zu bestellen. Im Mehrumfang ist ihr Gesuch als gegenstandslos
abzuschreiben.
2.4 Dem Gesuchsgegner verbleibt nach Deckung seines Bedarfs sowie
nach Abzug der zu leistenden Unterhaltsbeiträge ab Januar 2019 ein Überschuss
von rund Fr. 615.– (Fr. 8'753.– [Einkommen, vgl. oben E. III/3.4] - Fr. 4'094.– [Be-
darf, vgl. oben E. III/4.8] - Fr. 4'044.– [Total Unterhaltsbeiträge, vgl. oben
E. III/8.6]; ohne Berücksichtigung einer Erweiterung des Grundbetrags oder etwa
der glaubhaft gemachten Steuerausstände). Wie der Gesuchsgegner zu Recht
vorbringt (Urk. 18 Rz 50), ist es ihm damit nicht möglich, innert nützlicher Frist ne-
ben den Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Fr. 2'500.– Gerichtsgebühr,
Fr. 753.90 Parteientschädigung sowie eigene Anwaltskosten) auch noch diejeni-
gen des Berufungsverfahrens (Fr. 3'000.– Gerichtsgebühr, Fr. 3'016.– Parteient-
schädigung, vgl. oben E. IV/1, sowie eigene Anwaltskosten) zu begleichen. Dass
der Gesuchsgegner über keine nennenswerte liquide Mittel verfügt, geht zudem
aus den eingereichten Kontoauszügen (Urk. 214; Urk. 21/6) sowie aus den im
Recht liegenden Steuererklärungen (Urk. 5/12/4; Urk. 12/5-6) hervor. Hinsichtlich
der ehelichen Liegenschaft kann auf das bereits Ausgeführte verwiesen werden
(vgl. vorstehende Ziff. 2.3). Demnach ist auch der Gesuchsgegner mittellos im
Sinne von Art. 117 lit. a ZPO. Seine Rechtsmittelanträge sind nicht als aussichts-
los im Sinne von Art. 117 lit. b ZPO zu betrachten (dazu BGE 138 III 217 E.
- 56 -
2.2.4), und eine anwaltliche Verbeiständung des rechtsunkundigen Gesuchsgeg-
ners erscheint zur Wahrung seiner Rechte notwendig, zumal auch die Gesuch-
stellerin anwaltlich vertreten ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). Dem Gesuchsgegner
ist deshalb für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilli-
gen und in der Person von Rechtsanwalt Dr. iur. X._ ein unentgeltlicher
Rechtsbeistand zu bestellen.