Decision ID: 7fb15d7e-45d7-516c-89da-de783284346a
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1955, war seit Juli 2007 bei der
Y._
als Verwaltungssekretärin in einem Pensum von 50
%
tätig (
Urk.
8/9
Ziff.
2.7-2.9
)
.
Unter Hinweis auf
einen
Brustkrebs mit
Fatigue
nach Operation und Bestrahlung meldete sich
die Versicherte
am 1
9.
Januar 2016 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
und
zog Akten der
Pension
skasse
(
Urk.
8/13-16,
Urk.
8/
30-31,
Urk.
8/41) sowie der Tag
geldversicherung der Versicherten (
Urk.
8/46) bei.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/56-61)
verneinte
die IV-Stelle
mit Verfügung vom
2
8.
Juni 2017
einen Rentenanspruch (
Urk.
8/62
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am 2
6.
August 2017
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Ver
fügung vom
2
8.
Juni 2017
(
Urk.
2) und b
eantragte, diese sei aufzuheben
und es sei ihr
eine ganze IV-Rente
zuzusprechen (S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
6.
September 2017
(
Urk.
7
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
1
9.
Oktober 2017
wurde
das Gesuch der Beschwer
de
führerin (vgl.
Urk.
1 S. 2
)
um
unentgeltliche Prozessführung und Rechtsver
tretung
mangels Bedürftigkeit abgewiesen und
der Beschwerdeführerin die Beschwer
deantwort zugestellt (
Urk.
12
).
3.
Das Arbeitsverhältnis der Beschwerdeführerin wurde mit Mutationsverfügung vo
m 2
1.
Oktober 2016 per
1.
Dezember 2016 invaliditätshalber aufgelöst (
Urk.
3/5). Ab diesem Zeitpunkt erhielt die Beschwerdeführerin eine Vollrente der BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich bei einer Berufsinvalidität von 100
%
(vgl.
Urk.
3/6). Diese Rente wurde gestützt auf die Verfügung der IV-Stelle vom 2
8.
Juni 2017 (
Urk.
2) per 3
1.
Juli 2017 aufgehoben (
Urk.
3/5).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vo
raus (
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2,
141 V 281 E. 2.1
, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren,
die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder
äusserer
Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE
141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts
9C_590/2017 vom 15. Februar 2018 E. 5.1).
Die Anerkennung eines
ren
tenbe
-
grün
denden
Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. zur Publikation in der Amtlichen Sammlung bestimmtes Urteil des Bundesgerichts 8C_409/2017 vom 2
1.
März 2018 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.4
Aus Gründen der
Verhältnismässigkeit
kann dort von einem strukturierten Be
weisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Ar
beitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und allfäl
ligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409
E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer
bloss
leichtgradigen depressi
ven Störung auszugehen ist, die nicht schon als
chronifizert
gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines struk
turierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_580/2017 vom 1
6.
Januar 2018 E. 3.1).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin seit dem 3
0.
Juni 2015 in ihrer Tätigkeit einge
schränkt gewesen sei. Gemäss medizinischer Beurteilung sei der Beschwerde
füh
rerin jedoch nach Ablauf des gesetzlichen Wartejahres die bisherige Tätigkeit bei einem anderen Arbeitgeber im bisherigen Pensum sowie eine angepasste Tätig
keit zu 80
%
zumutbar (S. 1).
Die Beschwerdeführerin könnte somit ein rentenaus
schliessendes Einkommen erzielen (S. 2).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin beschwerdeweise geltend (Urk. 1),
die Argumentation der Beschwerdegegnerin basiere auf hypothetischen Annah
men, sei unausgewogen und sei ohne zusätzliche Prüfung
der Frage
erfolgt, in welcher konkreten angepassten Tätigkeit sie zu 80
%
tätig sein könnte (S. 3).
Der Hinweis auf einfache Büroarbeiten und Hilfstätigkeiten sei zu pauschal. Not
wendig wäre es, konkret auf den Fall bezogen darzulegen, wofür und in welchem Umfange sie für andere Arbeiten arbeitsfähig wäre (S. 5).
Entgegen den
Ausfüh
-
rungen
im Gutachten hätten sich die Müdigkeitserscheinungen und Erschöp
fungs
zustände bis heute nicht verbessert.
Zu beachten seien nicht zuletzt auch die Schlafstörungen, die vom
H._
festgestellt worden seien
(S. 6 f.)
.
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leis
tungen der Invalidenversicherung.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Radio-Onkologie/Strahlentherapie,
A._
, berichtete am
6.
Oktober 2015 (
Urk.
8/8/6-7)
über die bei der Beschwer
de
führerin
vom
3.
September bis
1.
Oktober 2015
durchgeführte Radiotherapie und nannte folgende Diagnose:
-
multifokales invasiv
lobuläres
Mammakarzinom rechts
Er führte aus, die Radiotherapie sei von der Beschwerdeführerin insgesamt gut tolerier
t worden. Sie sei insgesamt sehr
ängstlich gewesen. Bei Abschluss der Radio
therapie habe sich ein minimales Erythem im Bereich der bestrahlten Brust gezeigt
(S. 2)
.
3.2
Dr.
med.
B._
, praktische Ärztin, berichtete am 1
9.
Januar 2016
(
Urk.
8/
14) zuhanden der BVK über die vertrauensärztliche Abklärung der Beschwerde
füh
rerin und nannte folgende Diagnose (S. 5):
-
multifokales invasiv
lobuläres
Mammakarzinom rechts
Sie führte aus, bei der Beschwerdeführerin sei eine zentrale und periphere Osteo
porose beschrieben worden. Weiter berichte die Beschwerdeführerin über eine psychische Belastungssituation bezüglich des Arbeitsplatzes. Sie fühle sich wei
ter
hin müde und auch überfordert von der Gesamtsituation (S. 5).
Die Arbeits
tätigkeit sei noch nicht wiederaufgenommen worden. Geplant sei ein Arbeitsein
stieg zu 20
%
im Februar 2016 nach erneutem Kuraufenthalt. Im Verlauf sei eine
schrittweise Steigerung auf das vormals ausgeübte Pensum von 50
%
geplant. Au
s Gutachtersicht fänden sich keine Hinweise für eine Berufsunfähigkeit (S. 6 f.).
3.3
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Brust
zentrum, berichtete am 2
2.
Februar 2016 (Eingang bei der Beschwerdegegnerin)
, nannte die bekannte Diagnose (S. 1
Ziff.
1.1)
und führte aus, sie behandle die Beschwerdeführerin seit April 2015
(S. 1
Ziff.
1.2). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Sekretärin habe von Juni bis Oktober 2015 eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit bestanden (S. 2
Ziff.
1.6).
3.4
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 1
0.
März 2016 (
Urk.
8/12) und
nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
Anpassungsstörung mit längerdauernder depressiver Symptomatik (ICD-1
0 F43.21)
-
tumorassoziierte
Fatigue
nach Strahlentherapie bei
-
Mammakarzinom, Erstdiagnose Juni 2015
-
aktuelle Stresssituation am Arbeitsplatz
Sie führte aus,
die Beschwerdeführerin sei vom
2.
bis 1
7.
Januar 2016 in der
E._
stationär behandelt worden (S. 1
Ziff.
1.3). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bestehe seit dem 1
5.
Dezember 2015 bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 3
Ziff.
1.6). Es fi
nde sich eine
Fatigue
symp
tomatik
mit kognitiven Einschränkungen, verminderter Leistungsfähigkeit, ver
min
derter Konzentrations- und Merkfähigkeit
. Es bestehe ein verringertes Leis
tungs
pensum mit erhöhtem Pausenbedarf (S. 3
Ziff.
1.7).
3.5
Dr.
B._
berichtete am
7.
Juni 2016 (
Urk.
8/31)
über die
erneut
e vertrauens
ärztliche Abklärung
der Beschwerdeführerin
zuhanden der BVK und führte aus,
die Beschwerdeführerin habe versucht, im März 2016 ihre Arbeitstätigkeit im Um
fang von 20
%
wiederaufzunehmen
. Der Arbeitsversuch habe aber nach einer Woche aufgrund einer Erschöpfungssymptomatik abgebrochen werden müssen. Die Beschwerdeführerin sei daraufhin von ihrer Psychoonkologin
Dr.
D._
erneut zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben worden. Bezüglich der Krebser
kran
kung fänden sich bis heute erfreulicherweise keine Hinweise für ein Tumorrezidiv oder eine Metastasierung. Die empfohlene Therapie mit
Arimidex
sei auf Wunsch der Beschwerdeführerin noch nicht begonnen worden. Auch ein Antidepressivum sei bisher nicht zum Einsatz gekommen, da die Beschwerdeführerin diesen Medi
kamenten skeptisch gegenüberstehe
(S. 3)
.
Die Beschwerdeführerin beklage nach
wie vor eine ausgeprägte Erschöpfung und Energielosigkeit. Sie fühle sich nicht in der Lage
,
ihre Arbeitstätigkeit in diesem Zustand
wiederaufzunehmen
(S. 4).
Die von der Beschwerdeführerin geklagten, anhaltenden Beschwerden könnten rein somatisch nicht mehr erklärt werden. Eine
Fatiguesymptomatik
bei Status nach Radiotherapie hätte sich im Verlauf von wenigen Wochen zurückbilden müssen. Es stelle sich daher der Verdacht auf eine psychosomatische Problematik. Eine psychiatrische Evaluation werde daher empfohlen. Aus Sicht des soma
tischen Gutachters sei die Beschwerdeführerin ab
data
wieder als uneingeschränkt arbeitsfähig einzustufen, es fänden sich keine Hinweise für eine Berufsunfähigkeit (S. 7).
3.6
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und für Neurologie, und
Dr.
phil.
G._
, Psychologe SPG,
H._
,
berichteten am 1
2.
August 2016 (
Urk.
8/48/14-15)
über die Schlafana
lyse der Beschwerdeführerin und führten aus,
der Schlaf in der nächtlichen Unter
suchung habe alle Schlafstadien umfasst. Die Wachkurve habe einen regel
mässi
gen Alpha-Grundrhythmus gezeigt. Es hätten drei Schlafzyklen abgeleitet werden können. Die Hirnstromableitung im Schlaf sei ohne Befund (S. 1).
Nach normaler Einschlaflatenz habe sich bei drei Zyklen ausreichend Tief- und wenig REM-Schlaf gezeigt. Bei klinischem Verdacht auf
Parasomnien
komme es einmal zu SWS-
Arousal
aber ohne Konfusion oder Schlafwandeln und im REM-Schlaf mehrfach zu
corticalen
Arousal
und verminderter REM-Atonie sowohl in der Kiefer- als auch in der Beinmuskulatur. Dies passe zu einer erhöhten
Parasom
niebereitschaft
, obwohl in der heutigen PSG kein Vollbild zu sehen gewesen sei
(S. 2)
.
3.7
Dr. med.
I._
, Fachärztin für Neurologie, und
lic
. phil.
J._
, Neuropsychol
ogin,
berichteten am 2
2.
August 2016 über die ambulante neuro
-
psy
chologisch-verhaltensneuropsychologische Untersuchung der Beschwerde
füh
rerin (
Urk.
8/48/7-10) und führten aus, es zeige sich ein unauffälliges Resultat betreffend Symptomvalidierung. Zusammen mit den in die Beurteilung mitein
bezogenen Verhaltensbeobachtungen könne von einer durchwegs guten Leistung
s
mo
tivation und Anstrengungsbereitschaft der Beschwerdeführerin ausgegangen werden (S. 2). Anlässlich der aktuellen neuropsychologischen und verhaltensneu
ro
logischen Untersuchung fänden sich leichte kognitive Minderleistungen mit im Vordergrund stehender verbal-mnestischer Störung sowie Defizite in einzelnen
attentional
-exekutiven Funktionsaspekten. Die Leistungen in allen übrigen geprüften kognitiven Domänen hätten sich insgesamt als unauffällig respektive durchschnittlich erwiesen. Auf Verhaltensebene hätten in der Interaktion eine gewisse Antriebsminderung und Adynamie mit im Gespräch zum Teil verzögerten
Antwortlatenzen
und Initiation dominiert. Hinweise auf neuropsychiatrische Auffälligkeiten, insbesondere eine manifeste depressive Symptomatik, fänden
sich jedoch nicht. Auch hätten sich die Kooperation und das Durchhaltevermögen während der gesamten Untersuchung als stabil ohne Hinweise auf eine ver
min
derte Leistungsmotivation oder Anstrengungsbereitschaft erwiesen. Die dargele
gten Befunde entsprächen bildungsangepasst einer formal mindestens leichten kognitiven Störung und wiesen auf eine Dysfunktion
bifrontaler
und links
be
tonter
frontotemporaler
Hirnareale hin, aktuell noch unklarer Ätiologie. Eine gewisse Akzentuierung durch psychoreaktive Phänomene und eine Belastungs
situa
tion seien möglich, die Art und Ausprägung der Befunde gehe jedoch über das Ausmass einer zusätzlichen affektpathologischen Alteration hinaus (S. 3).
Unter Berücksichtigung der akten-/fremdanamnestischen Erhebungen einschliess
lich
der berichteten Fehlleistungen sowie der in den letzten Jahren abge
nomme
nen Leistungsfähigkeit müsse davon ausgegangen werden, dass die Anforde
rungen der Berufstätigkeit als Verwaltungssekretärin in einem 50%-Pensum zum jetzigen Zeitpunkt zu hoch seien und die Ausübung des Berufs nicht mehr rea
listisch erscheine. Hingegen dürfte eine mehrstündige Arbeitstätigkeit mit gerin
geren kognitiven Anforderungen (einfache, routinierte Büroarbeiten) prinzipiell möglich sein, wobei das Rendement aus neuropsychologischer Sicht um 20-30
%
je nach Tätigkeit eingeschränkt sein dürfte (S. 4).
3.8
Dr.
F._
,
H._
, berichtete am
2.
September
2016 (
Urk.
8/48/11-12) und
nannte folgende Diagnosen (S. 1):
-
Parasomnien
mit Selbstverletzung
-
Upper
-Airways-Resistance-Syndrom
Er füh
rte aus,
im orientierenden internistisch
en Befund inklusive Nasenatmung und
Rachen sowie im neurologischen Befund ergäben sich keine Auffälligkeiten.
Aufgrund der
polysomnographischen
Daten ergebe sich der dringende Verdacht auf
Parasomnien
, die jedoch sowohl aus dem Tief- als auch aus dem REM-Schlaf auftreten könnten. Eine klare Unterscheidung sei weder
polysomnographisch
noch anamnestisch und durch die
Aktigraphie
derzeit zu treffen. Es könnten aber auch unterschiedliche
Parasomnien
parallel auftreten. Aufgrund der Selbstver
letzung sei der Befund ernst zu nehmen. Die Beschwerdeführerin halte die wichtigsten ersten Schritte wie regelmässiger Tag-/Nachtrhythmus, ausreichend Nachtschlaf, eventuell Tagschlafepisoden
,
bereits ein (S. 2).
3.9
Dr.
med.
K._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, er
stattete ihr vertrauensärztliches Gutachten zuhanden der BVK am 1
1.
September 2016 (
Urk.
8/41) gestützt auf die Akten sowie die Untersuchung der Beschwerde
führerin.
Sie nannte folgende Diagnosen (S. 10
Ziff.
8):
-
leichte kognitive Störung, unklarer Ätiologie, seit 2013
-
(Verdacht auf) leichtes Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADS; ICD-10 F90.0)
-
Status nach Mamma-Karzinom rechts (Erstdiagnose Mai 2015), Status nach kurativer Segmentresektion und
adjuvanter
Radiother
apie, keine Hinweise auf R
ezidiv
Sie führte aus,
der Psychostatus sei weitgehend unauffällig. Es würden während der Untersuchung keine Konzentrations-, Auffassungs-, Aufmerksamkeits- oder Gedächtnisstörungen auffallen und es seien keine Ermüdungserscheinungen beobachtbar. Einzig beim Thema Arbeit sei ein Leidensdruck spürbar. Was ihre privaten Lebensbereiche anbelange, vermittle
d
ie
Beschwerdeführerin
einen durch
aus lebensfrohen und entspannten Eindruck, themenbezogen sei sie auch adäquat besorgt. Psychomotorisch sei sie eine Spur antriebsvermindert. Es be
stehe keine depressive Symptomatik. Ihr erst seit kurzem zuständige
r
Psychoon
kologe
Dr.
L._
habe keine Psychopathologie feststellen können. Wohl könne er die Situation der Beschwerdeführerin nachvollziehen, gedenke aber, die Arbeitsunfähigkeit nicht mehr länger zu unterstützen (S. 12).
Die neuropsy
cho
logische Abklärung habe eine formal mindestens leichte kognitive Störung ergeben und weise auf eine Dysfunktion
bifrontaler
und linksbetont
frontotem
poraler
Hirnareale hin. Eine gewisse Akzentuierung durch psychoreaktive Phäno
mene und eine Belastungssituation sei möglich, die Art und Ausprägung der Befunde gehe jedoch über das Ausmass einer zusätzlichen affektpathologischen Alteration hinaus. Aufgrund der Anamnese und eines Selbstbeurteilungs-Frage
bogens sei gemäss Neuropsychologie zudem eine Aufmerksamkeits-Defizit-Störung sehr wahrscheinlich.
Es sei zudem von einer gewissen Stressintoleranz auszugehen. Die von der Besc
hwerdeführerin geltend gemachte
Fatigue
-Sympto
matik bleibe diffus. Diesbezügliche Leistungsgrenzen seien weder anamnestisch fassbar noch klinisch zu beobachten, es mangle an Konsistenz.
Derzeit würden die Kriterien einer Neurasthenie nicht (mehr) erfüllt (S. 13).
Aufgrund der kognitiven, besonders
attentionalen
Minderleistungen und der ver
minderten Aufmerksamkeitsbelastbarkeit bestünden bei der Beschwerdeführerin bei ihrer Tätigkeit als Verwaltungsangestellte, welche komplexe
konzentrative
Anforderungen beinhalte, relevante Einschränkungen und damit eine 100%ige Berufsunfähigkeit.
Hingegen sei eine Arbeitsfähigkeit von 70-80
%
in einem Bereich mit geringeren kognitiven Anforderungen und in einem stressarmen Umfeld weiterhin gegeben (S. 14).
Medizinisch bestünden kaum Aussichten auf eine arbeitsrelevante Besserung der kognitiven Fähigkeiten (S. 15).
3.10
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, leitender
Arzt
M._
, berichtete am 1
4.
Oktober 2016 (
Urk.
8/48/1-6
) und führte aus, dass aus psychiatrischer Sicht gegenwärtig keine Diagnose bestehe, welche die
Arbeitsfähigkeit beeinflusse (S. 1
Ziff.
1.1). Er behandle die Beschwerdeführerin seit Juni 2016 (S. 1
Ziff.
1.2).
In der zuletzt erfolgten Beurteilung vom September 2016 hätten keine psychopathologischen Befunde im engeren Sinne festgestellt werden können. Die serologischen Abklärungen hätten ebenfalls keine pathologischen Befunde gezeigt. Die Abklärung im Schlaflabor habe eine geringe Neigung zu
Parasomnien
gezeigt, welche mit den selbst
schützenden Massnahmen behandelt werden könne. Die neuropsychologische Abklärung habe geringfügige Einschränkungen in den Exekutivfunktionen
erge
ben
. Die darin empfohlene und veranlasste MRI-Untersuchung habe ebenfalls keine
n
pathologischen Untersuchungsbefund gezeigt.
Gegenwärtig bestehe aus psychiatrischer Sicht keine Diagnose, welche die Arbeitsfähigkeit beeinflusse. Eine Krankschreibung sei durch ihn ab dem
1.
September 2016 nicht mehr erfolgt
. Es sei ein stabiles Zustandsbild zu erwarten
(S. 2
Ziff.
1.4).
Die Behandlung finde in zwei- bis dreiwöchentlichen Sitzungen statt. Eine medikamentöse Behandlung sei gegenwärtig bei fehlendem psychiatrischen Zustandsbild nicht indiziert (S. 2
Ziff.
1.5).
Die bisherige Tätigkeit sei im bisherigen zeitlichen Rahmen zumutbar (S. 3
Ziff.
1.7).
3.11
Dr.
med.
N._
, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe,
O._
, berichtete am 2
0.
November 2016 (
Urk.
8/53), nannte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Mammakarzinom rechts, Erstdiag
nose Mai 2015 (S. 1
Ziff.
1) und führte aus, sie behandle die Beschwerdeführerin seit Juni 2016 (S. 1
Ziff.
1.2). Die Beschwerdeführerin sei aktuell
rezidivfrei
und die Prognose sei sehr gut (S. 2
Ziff.
1.3-1.4). Es bestehe keine Arbeitsunfähigkeit (S. 2
Ziff.
1.6). Die bisherige Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin zu zirka 80
%
zumutbar (S. 3
Ziff.
1.7).
3.12
Dr.
med.
P._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheu
matologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am 2
0.
Januar 2017 (
Urk.
8/55/6) Stellung und führte aus, in den vorliegenden Unterlagen werde seit Juni 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund des Mammakarzinoms angegeben. Seit Juni 2016 werde wieder eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
genannt. Gemäss Arztbericht von
Dr.
L._
bestünden aus psychiatrischer Sicht gegenwärtig keine Diagnosen, welche die Arbeitsfähigkeit beein
flussten. Zusammenfassend könne nach Ablauf der Wartezeit in der bisherigen Tätigkeit (aber nicht beim bisherigen Arbeitgeber) und in angepassten Tätigkeiten wieder von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stellte betreffend Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin gestützt auf die RAD-Stellungnahme (vgl. vorstehend E.
3.12)
insbesondere
auf die Berichte
von
Dr.
L._
(vgl. vorstehend E. 3.10)
und
Dr.
N._
(vgl. vorstehend E. 3.11) ab, wonach die Beschwerdeführerin aus soma
tischer Sicht seit Juni 2016 wieder zu 70-80
%
arbeitsfähig sei und aus psy
chia
trischer Sicht keine Diagnose (mehr) vorliege, welche die Arbeitsfähigkeit beein
flusse.
4.2
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass die vorliegenden Berichte von
Dr.
L._
,
Dr.
B._
und
Dr.
N._
(vgl. vorstehend E. 3.5, E. 3.10-11)
für die Beantwortung der gestellten Fra
gen umfassend sind. Sie beruhen au
f allsei
tigen Untersuchungen der
Beschwer
defüh
rerin, berücksichtigen die von ihr
geklag
ten Beschwerden in angemessener Weise, wurden in Kenntnis der und in Auseinan
dersetzung mit den
Vorakten
erstattet und tragen der konkreten medi
zinischen Situation Rechnung.
So führte
Dr.
B._
im Juni 2016 nachvollziehbar aus, dass sich erfreulicherweise bis heute keine Tumorrezidive oder Metastasie
rung fänden und die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden rein somatisch nicht mehr erklärt werden könnten
(vgl. vorstehend E. 3.5)
.
Dr.
N._
bestätigte diese Einschätzung im November 2016 und
attestierte der Beschwerde
führerin eine 80%ige Arbeitsfähigkeit (vgl. vorstehend E. 3.11).
Dr.
L._
zeigte sodann in ausführlicher Weise auf, dass aus psychiatrischer Sicht gegenwärtig keine Diagnose vorliege, welche die Arbeitsfähigkeit beeinflusse. So hätten keine psychopathologischen Befunde festgestellt werden können und die serologischen Abklärungen sowie die MRI-Untersuchung hätten ebenfalls keine pathologischen Befunde gezeigt. Er nahm schliesslich ausdrücklich Stellung zu den anlässlich der neuropsychologischen Abklärung festgestellten geringfügigen Einschränkungen in den Exekutivfunkti
onen (vgl. vorstehend E. 3.10).
Seine Ausführungen werden in psychiatrischer Hinsicht durch das Gutachten von
Dr.
K._
zuhanden der BVK gestützt (vgl. vorstehend E. 3.9). So sei der Psychostatus weitgehend unauf
fällig, es würden keine Konzentrations-, Auffassungs-, Aufmerksamkeits- oder
Gedächtnisstörungen auffallen und Ermüdungserscheinungen seien ebenfalls nicht
beobachtbar. Eine depressive Symptomatik bestehe nicht. In Bezug auf die neu
ropsychologisch festgestellte leichte kognitive Störung sei eine gewisse Akzentu
ierung durch psychoreaktive Phänomene und eine Belastungssituation möglich, die Art und Ausprägung der Befunde gehe jedoch über das Ausmass einer zusät
zlichen affektpa
thologischen Alteration hinaus.
Dem trug Dr.
K._
mit der Annahme einer 70-80%igen Arbeitsfähigkeit Rechnung.
D
ie
vorgenannten medizinischen
Berichte leuch
ten in der Darlegung der medizi
nischen Zusammenhänge ein und die vorge
nommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
werden aus
führ
lich und nachvollziehbar begründet.
So zeigten die Ärzte in nachvollzieh
barer und übereinstimmender Weise auf,
dass wed
er Diagnosen noch funktionelle
Beeinträchtigungen
ausgewiesen seien, die nachvollziehbar eine Einschränkung
in einer angepassten
Erwerbstätigkeit bedingen würden
.
Überdies begründete
n sie
einlässlich und sorgfältig,
dass von einer guten Prognose und einem stabilen Zustandsbild auszugehen sei und zeigten auf,
dass kein Gesundheitsschaden ausgewiesen sei, der eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit begründen könne
.
Die Berichte
erfüllen damit die praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert eines ärztlichen
Berichts (vgl. vorstehend E. 1.5
) vollumfäng
lich, so dass für die
Ent
scheid
findung
darauf abgestellt werden kann.
4.3
Soweit die
Beschwerdeführer
in
geltend machte, der medizinische Sachverhalt sei
nicht umfassend abgeklärt worden, und es seien deshalb weitere Abklärungen zu
treffen, vermag dies nicht zu überzeugen. So ist festzuhal
ten, dass sowohl der psy
chi
sche als auch der physische Gesundheitszustand sowie die subjektive Be
ein
träc
htigung der Arbeitsfähigkeit der
Beschwer
deführer
in
in den Beur
teilun
gen gebührend be
rücksichtigt wurden. Die
Beschwerdeführer
in
ver
mochte sodann nicht weiter darzutun, inwiefern die Aktenlage unzutreffend beziehungs
weise unvoll
ständig sein soll.
Da der Sachverhalt nach dem Gesagten durch genügende medizinische Ein
schät
zungen von verschiedenen Ärzten abgeklärt wurde, erweisen sich die vor
liegen
den medizinischen Akten als ausrei
chend.
Die Einwände der Beschwerdeführerin
in Bezug auf die medizinischen Abklärun
gen sind nach dem Gesagten
unbehelflich
. Weitere substantiierte Einwände
brachte sie
nicht vor.
Zusammenfassend wurden somit keine Erkenntnisse vorgebracht, welche die Be
ur
teilung der Arbeitsfähigkeit durch die
somatischen und psychiatrischen Fach
ärzte
umzustossen ver
möchten. Auf weitere Abklärungen kann deshalb verzichtet werden (antizi
pierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157).
4.4
Nach der Würdigung der medizinischen Akten ist nicht ersichtlich, dass bei
der
Beschwerdeführer
in
im Beurteilungszeitpunkt, also bei Verfügungserlass, ein Ge
sundheitsschaden ausgewiesen ist, der eine
s
ubsta
ntielle
Arbe
itsunfähigkeit auch
in einer angepassten Tätigkeit begründen kann. Viel
mehr ist aufgrund der über
zeugenden, nachvoll
ziehba
ren und aus
führ
lich be
gründeten Einschätzung der
soma
tischen und
psychiatrischen
Fachärzte
davon auszugehen, dass bei
der
Beschwer
deführer
in
eine Arbeitsfähig
keit
von 70-80
%
in
einer angepassten
Tätig
keit
gemäss beschriebenem Belastungsprofil
vorliegt.
Angesichts des Umstandes, dass vom psychiatrischen Facharzt
Dr.
L._
das Vorliegen
eine
r psychiatrischen Diagnose sowie entsprechend auch eine
relevante
Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen nach
vol
lziehbar und schlüssig ver
neint wurde
, kann
im konkreten Fall
auf
die Durchführung
ein
es
strukturierte
n
Beweisverfahren
s
nach BGE 141 V 281 verzichtet werden (vgl. E. 1.4).
Der Vollständigkeit halber bleibt mit Blick auf den beweisrechtlich entschei
den
den Indikator der Konsistenz (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4) immerhin anzu
merken, dass nicht von einer gleichmässigen Einschrän
kung des Aktivitätsniveaus in allen
vergleichbaren Lebensbereichen gesprochen werden kann.
So verfügt die Be
schwer
de
führerin
durchaus über eine Tagesstruktur und geht diversen Tätigkeiten nach.
Unter anderem betreibt sie Pilates, Yoga und Tanz, geht bei schönem Wetter in die Badi, isst auswärts zu Mittag und pflegt wieder mehr Kontakte mit
Freun
-
dinnen
als früher
.
Zudem ist sie durchaus in der Lage, sämtliche anfallenden Ar
beiten im Haushalt zu erledigen (vgl.
Urk.
8/41 S. 6, S. 12).
Auch vor diesem Hintergrund rechtfertigt es sich somit, auf die von den
Fachärzten
für Verweis
tätigkeiten attes
tierte
70-80
%ige Arbeitsfähigkeit abzustellen.
4.5
Obwohl die 1955 geborene Beschwerdeführerin im Jahr 2016, dem massgeblichen Zeitpunkt, in dem die
medizin
ische Zumutbarkeit einer Erwerbstätigkeit feststand (vgl. dazu BGE 138 V 457), bereits 61 Jahre alt war, ist mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit noch von einer realistischen Verwertbarkeit der Restarbeits
fähig
keit auf dem hypothetischen Arbeitsmarkt auszugehen, da einzig eine leichte kognitive Minderleistung besteht und die Beschwerdeführerin ansonsten über eine grosse Berufserfahrung verfügt, noch nicht lange vom Arbeitsmarkt abwe
send ist und keine relevante berufliche Umstellung vorzunehmen hat.
Somit sind die erwerblichen Auswirkungen der Beeinträchtigung zu prüfen.
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin
arbeitete gemäss eigenen Aussagen bereits seit 1994 in einem Pensum von 50 % als Sekretärin, zuletzt als Verwaltungssekretärin bei der
Y._
. Zudem ist die Beschwerdeführerin ledig und hat keine Kinder (vgl.
Urk.
8/41 S. 4,
Urk.
8/9). Aufgrund dessen und des Umstands, dass die Be
schwerdeführerin keinen anerkannten Aufgabenbereich (vgl. Art. 27
der Verord
nung über die Invalidenversicherung, IVV
) ausweisen kann, ist davon auszu
gehen, dass sie freiwillig einer Teilerwerbs
tätigkeit nachgegangen ist.
Da ihr eine angepasste Tätigkeit zu 70-
8
0 % zumutbar wäre und sich ihre per
sönlichen und familiären Verhältnisse, soweit ersichtlich, nicht verändert haben, ist sie als
zu
5
0 % Erwerbstätige, jedoch ohne Aufgabenbereich, zu quali
fizieren. Es ist
vorliegend
deshalb
nicht die gemischte Methode, sondern allein die Methode des Einkommensvergleichs anwendbar, um den Invaliditäts
grad zu ermitteln (BGE 142 V 290 E. 5, BGE
131 V 51, E. 5.1.2).
5.2
Das Bundesgericht hat mit BGE 142 V 290 seine Rechtsprechung zur Invali
di
täts
bemessung bei Teilerwerbstätigen dahingehend geändert, dass bei teil
erwerbs
tätigen Versicherten ohne Aufgabenbereich die anhand der Ein
kom
mens
ver
gleichs
methode (Art. 16 ATSG) zu ermittelnde Einschränkung im allein
versi
-
cherten
erwerblichen Bereich proportional – im Umfang der hypothetischen Teil
erwerbstätigkeit – zu berücksichtigen ist. Der Invaliditäts
grad entspricht der pro
portionalen Einschränkung im erwerblichen Bereich und kann damit den ver
sicherten Bereich, welcher durch das hypothetische Teilzeitpensum definiert wird, nicht übersteigen. Denn andern
falls könnte ein das hypothetische erwerb
liche Pensum übersteigender Invalidi
täts
grad resul
tieren, womit indirekt
unzu
lässiger
weise
eine Ein
schränkung in den weder Erwerbs- noch Aufgabenbereich
darstel
-
len
den, nicht versicherten Frei
zeit
aktivi
täten mitabgegolten würde (E. 7.3).
5.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenein
kom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkom
mensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkom
mensvergleichs; BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.4
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkom
mens
entwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versi
cherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstruk
turerhebung (LSE)
be
-
rech
net werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls
rele
-
vanten
persönlichen und beruflichen Faktoren zu berück
sichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundes
gerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
5
.5
Die Beschwerdeführerin war zuletzt bei der
Y._
von
Juli 2007 bis Dezember 2016
als
Verwaltungssekretärin
angestellt (
Urk.
8/9,
Urk.
3/4).
Sie war
stets
in einem Pensum von
5
0
% tätig (vorstehend E.
5
.1). Es rechtfertigt sich deshalb, für die Ermittlung des
Valideneinkommens
auf den letzten erzielten Lohn als
Verwaltungssekretärin
bei der
Y._
abzustellen.
Dem Arbeitgeberfragebogen der
Y._
vom
1
6.
Februar
2016
(Urk.
8
/
9
) ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit
im Jahr 201
6
ein jährliches Einkommen von
rund
Fr.
4
2
’
868
.
--
er
zielt hätte.
5.6
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Recht
spre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her
ausge
gebe
nen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröf
fentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Renten
revisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE
133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine
Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der
konkre
-
ten
Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weite
ren Hinweisen auf die Rechtspre
chung).
5
.7
Der Beschwerdeführerin ist die angestammte Tätigkeit als
Verwaltungssekretärin
nicht mehr zumutbar,
angepasste
Tätigkeiten gemäss Belastungsprofil
sind ihr hingegen in einem Pensum
von 70-8
0 %
(Durchschnitt somit 75
%) möglich.
Für die Ermittlung des Invalideneinkommens rechtfer
tigt es sich deshalb, auf den standardisierten Durchschnittslohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschafts
zweigen des privaten Sektors gemäss LSE abzustellen.
Das im Jahr 201
4
von Frauen im Durchschnitt für einfache Tätigkeiten körperli
cher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen erzielte Ein
kommen betrug pro Monat Fr. 4‘300.-- (LSE 2014, Tabellengruppe TA1, Monat
licher Bruttolohn nach Wirtschaftszeigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Kompetenzniveau 1, Total Frauen, www.bfs.admin.ch,
Löhne/
Er
-
werbs
einkommen
/Arbeitskosten), mithin Fr. 51‘600.-- pro Jahr
(Fr. 4‘300.-- x 12). Unter Berücksichtigung der allgemeinen Lohnentwicklung im Jahr 2015 in der Höhe von 0.4
und im Jahr 2016 in der Höhe von 0.7
(Nominallohnindex 19
76
-2016, Tabelle T
39)
sowie der durchschnittlichen wöchen
tlichen Arbei
tszeit im Jahr 2016
von 41.7 Stun
den (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabtei
-
lungen, Total, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeits
zeit, Arbeitszeit
),
ergibt dies ein Invalideneinkommen von rund Fr. 54‘
386
.--
für das Jahr 201
6
bei einem Pensum von 100 %
(Fr. 51‘600.-- x 1.004
x 1.007
: 40 x 41.7).
Der Beschwerdeführerin ist eine ange
passte Tätigkeit im Umfang von
7
5 % zu
mut
bar. Dies ergibt ein Invalideneinkommen von rund Fr. 4
0
‘
790.-- (Fr. 54‘386.--
x 0.7
5).
5.8
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksich
tigt, dass versi
cherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit ver
richteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durch
schnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug ent
wi
ckelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung
dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merk
male der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Natio
nalität oder Aufenthalts
kate
gorie so
wie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben
kön
nen. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheit
lich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit
auf dem allge
meinen Arbeitsmarkt nur mit unter
durchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall ge
samthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
Zu prüfen bleibt, inwieweit vom Invalideneinkommen ein leidensbedingter Abzug vorzunehmen ist.
Angesichts der Zumutbarkeit einer
70-80
%igen behinderungsangepassten
Tätig
keit steht der
Beschwerdeführer
in
eine breite Palette von Tätigkeiten
offen. D
ie einzigen medizinisch ausgewiesenen Behinderungen
der Be
schwerdeführerin be
stehen in komplexen
konzentrativen
Aufgaben.
Hingegen sind ihr sämtliche Tä
tigkeiten im Bereich mit geringeren kognitiven Anforderungen und in einem stressarmen Umfeld möglich. Die genannten Einschränkungen dürften bei den üblichen einfachen und repetitiven Tätigkeiten nicht ins Gewicht fallen. Mithin schrän
ken diese Behinderungen die Beschwerdeführerin nicht wesentlich in der Wahl der Tätigkeit ein.
Es ist d
aher nicht zu erwarten, dass die
Beschwerde
führer
in
ihre
verbleibende Ar
beitsfähigkeit nur zu einem unter
durchschnittlichen Lohn - der tiefer sein müsste als der verwendete Tabellen
lohn - verwerten kann.
Es sind somit keine gesundheitlichen Umstände vorhanden, welche sich l
ohnmin
dernd
aus
wirk
en. Auch
die weiteren persönlichen und beruflichen Umstä
nde sind nicht geeignet, einen
Ab
zug zu rechtfertigen.
In Würdigung sämtlicher Um
stände erscheint es vorliegend als angemessen, keinen Abzug zu gewähren.
5.9
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von
Fr.
42
’
867
.
50
mit dem Invalidenein
kommen von rund
Fr. 40‘790.--
ergibt eine Einkommenseinbusse von Fr. 2‘07
7
.--
und damit einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von rund
5
%. Da die Beschwerdeführerin Teilerwerbstätige in einem Pensum von
5
0
% ohne
Auf
-
gabenbereich
ist, ist der ermittelte Invaliditätsgrad proportional um den Faktor des Pensums zu gewichten (vorstehend
E. 5
.
1
), was einen eben
falls nicht renten
begründe
nden Invaliditätsgrad von rund
2.5
% ergibt (
5
% x 0.5
).
Folglich hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Rente. Dement
spre
chend ist die angefochtene Verfügung zu bestätigen und die dage
gen erho
bene Beschwerde abzuweisen.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
9
00.-- anzusetzen. Ent
spre
che
nd dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwer
defüh
rerin aufzuerlegen
.