Decision ID: 873b9310-51ab-4e25-a598-37b663733940
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1959, war seit dem 1. Juli 1998 als
Fahrrad
mechaniker
bei
Y._
tätig und damit bei der Schweizerischen Unfall
versicherungsanstalt (SUVA) für Berufs- und Nichtberufsunfälle versichert, als er am 22. Dezember 2013 in der Freizeit im Wald
auf Glatteis stürzte und sich eine Schulterprellung rechts zuzog (vgl.
Bagatellunfall-Meldung
vom 16. Januar 2014, Urk. 9/1).
Nachdem die SUVA auf den Schaden eingetreten war und Ver
sicherungsleistungen erbracht hatte (vgl. Urk. 9/2), stellte sie die bis anhin erbrachten Leistungen
mit Verfügung vom
11. Februar
2015 (Urk. 9/3
4
)
rück
wirkend
per
6
. November 201
4
ein, da
kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zum Ereignis vom 22. Dezember 2013 bestehe
,
weshalb sie die Kosten für die am 7. November 2014 durchgeführte Operation
(operative Versorgung im Sinne einer Arthroskopie,
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
und
Akromioplastik
, vgl. Urk. 8/17)
nicht übernehmen werde
. Die dagegen von der
SWICA Krankenversicherung am 6. (Urk. 9/38) und vom Versicherten am 13. März 2015 (Urk. 9/42)
erhobene
n
Einsprache
n
wies die SUVA mit
Ein
sprache
entscheid
vom
24. April 2015 (Urk. 9/48
= Urk. 2) ab.
2.
Der Versicherte
erhob am
26. Mai
2015 Beschwerde gegen den
Einspracheent
scheid
vom
24. April 2015
(Urk. 2) und beantragte, dieser sei aufzuheben und es seien ih
m
die gesetzlichen Leistungen
(Heilbehandlungen inklusive Übernahme der Kosten für die Operation vom 7. November 2014 sowie Taggeldleistungen)
über den
6. November 2014
hinaus zuzusprechen.
Ferner sei
über die Frage des natürlichen Kausalzusammenhangs
zu entscheiden
. Subeventuell sei die Sache zur weiteren Abklärung an die Vorin
stanz zurückzuweisen (Urk. 1 S.
2).
Die SUVA beantragte mit Beschwerdeantwort vom
28. Juli 2015
(Urk. 8) die Abweisung der Beschwerde
, was dem Beschwerdeführer am 26. August 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 10)
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt
-
die Versicherungsleistungen bei Berufs
unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich
sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.
2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
–
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr
gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die ent
sprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Per
son, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massge
bend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.
4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.5
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging
im angefochtenen Entscheid (Urk. 2)
gestützt auf die versicherungsinterne
kreisärztliche Beurteilung davon aus, dass der Beschwer
deführer
am 22. Dezember 2013 lediglich eine Kontusion erlitten habe, deren Folgen nach allgemeiner Erfahrung innerhalb von Wochen bis wenigen Monaten ausheilen
w
ü
rden
. Somit wäre der Status quo sine bereits anlässlich der Untersuchung in der
Z._
vom 19. März 2014 erreicht gewe
sen, da bereits dort die (traumatisierte) AC-Gelenksarthrose klinisch nicht mehr relevant gewesen sei. Die am 7. November 2014 durchgeführte Operation sei nicht zur Therapie von Unfallfolgen
veranlass
t worden, sondern zur Behand
lung
krankhafter
/degenerativer Veränderungen, weshalb
k
eine Leistungspflicht
mehr über den 6. November 2014 hinaus bestehe (S. 5 f.
;
Urk.
8 S. 6 ff.
).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend, die medizinischen Befunde seien nicht ausreichend, um mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen zu können, dass sich ein Status quo sine eingestellt habe und damit die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin entfalle. Die Berichte von Dr.
A._
und Dr.
B._
liessen
ernsthafte Zweifel an der Einschätzung durch den
Kreisarzt
aufkommen
, zumal Dr.
A._
eine Operation bereits im März 2014 empfohlen habe
(Urk. 1 S. 4 f.
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob eine über den Zeitpunkt der erfolgten Leistungs
ein
stellung per
6. November 2014
hinausgehende Leistungspflicht der
Beschwer
de
gegnerin
besteht und dabei insbesondere das Vorliegen des natürli
chen Kausalzusammenhanges betreffend d
ie noch bestehenden
Schulterbe
schwerden
.
3.
3.1
Am 22. Dezember 2013 stürzte der Beschwerdeführer
auf vereistem
Boden im Wald auf die rechte Schulter und zog sich dabei eine Prellung zu (vgl.
Bagatel
l
unfallmeldung
vom 16. Januar 2014, Urk. 9/1). Die Erstbehandlung erfolgte durch Dr. med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, welcher
am 7. Januar 2014
zunächst Physiotherapie verordnete (Urk. 9/6) und mit Rückfall-Datum
vom
27. Januar 2014 eine Bandverletzung rechts diagnostizierte (vgl. Schadenmeldung UVG Rückfall vom 29. Januar 2014, Urk. 9/3).
3.2
Mit Bericht vom 20. März 2014 (Urk. 9/5) diagnostizierte Dr. med.
A._
, stellvertretende Oberärztin, Orthopädie,
Z._
, gestützt auf die Ergebnisse der am 27. Januar 2014 im
D._
erstellten
Arthro-Mag
netresonanztomographie
(MRI) der rechten Schulter
(Urk. 9/13)
sowie
gestützt
auf ihre tags zuvor durchgeführte Konsultation ein
subacromiales
Impingement
rechts bei Status nach Sturz vom 22. Dezember 2013,
eine
ausgedehnte
Partial
läsion
der
Supraspinatussehne
mit
articularseitigem
, intramuralem und mög
licherweise auch
bursaseitigem
Verlauf und eine wenig symptomatische
(kli
nisch nicht relevante)
AC-Gelenksarthrose (S. 1). Die Ärztin empfahl dem Beschwerdeführer die
arthroskopische
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion mit
Acromioplastik
und
Bicepssehnen-Tenodese
. Der Beschwerdeführer
habe
sich grundsätzlich mit diesem Vorgehen einverstanden
gezeigt
, wolle aber
aus
berufliche
n
Gründe
n
die Operation erst im Herbst planen (S. 2).
3.3
Die weiteren
klinischen Kontrollen
bei Dr.
A._
am 30. Mai (Urk. 9/7) und 3. September 2014 (Urk. 9/10) ergaben – abgesehen vom Verdacht auf eine laterale Instabilität der langen
Bicepssehne
- unveränderte Befunde. Dabei berichtete der Beschwerdeführer anlässlich der Kontrolle im September
2014
von unverändert andauernden Schmerzen, weshalb die
besprochene
Operation im September geplant wurde (Urk. 9/10 S. 2).
3.4
Am 3. November 2014 äusserte sich Dr. med.
B._
, Fachärztin für Allgemeine Medizin, über den
Gesundheitsv
erlauf (Urk. 9/16). Sie attestierte dem Beschwerdeführer
künftig
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit ab dem 7. November 2014 (Datum der
Hospitalisation
) für mehrere Monate (Ziff. 8) und erachtete den Behandlungsabschluss in voraussichtlich sechs Monaten als gege
ben (Ziff. 10).
3.5
Vom 7.
b
is 9. November 2014 war der Beschwerdeführer in der
Z._
hospitalisiert, wo
am 7. November 2014 e
ine Schulterarthroskopie rechts (
Débridement
SLAP-Region,
Bursektomie
,
Acromioplastik
und AC-Resektion
) durchgeführt wurde (vgl. Operationsbericht, Urk. 9/17). Der
peri
-
und postope
rative Verlauf habe sich gemäss Dr.
A._
komplikationslos gestaltet. Nach physiotherapeutischer Instruktion habe man den Beschwerdeführer am
9. November 2014 in subjektiv gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen (Urk. 9/18 S. 1).
Es wurde ein Arbeitsunfähigkeits-Zeugnis für die Zeit vom 7. November bis 10. Dezember 2014 bei ausgewiesener vollständiger Arbeits
unfähigkeit ausgestellt (Urk. 9/19).
3.6
Am 23. November 2014 stürzte der Beschwerdeführer
beim Spazieren
erneut auf die rechte Schulter
und meldete sich infolgedessen notfallmässig bei der behan
delnden Ärztin
Dr.
A._
. Diese veranlasste am 25. November 2014 bildgebende Untersuchungen (Röntgen und dynamischer Ultraschall) und hielt in ihrem Bericht vom 26. November 2014 (Urk. 9/21) fest, dass keine Frakturen ersicht
lich seien, jedoch eine mögliche
kraniolaterale
Partialläsion der
Subscapula
rissehne
bei proximal
medialisierter
Bicepssehne
(S. 1 f.).
3.7
Dr.
B._
berichtete am 2. Dezember 2014 (Urk. 9/22) über den Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers. Gestützt auf das Röntgen-Ergebnis vom 25. Januar 2014 erhob sie als Befund eine verbesserte
acromiale
Kontur in der
Moresonaufnahme
und eine
AC-Resektion
mit korrekter Zentrierung
glenohu
meral
. Ferner seien keine
Frakturen ersichtlich (Ziff. 5)
. Sie
erachtete den Beschwerdefüh
rer
weiterhin als zu 100 % arbeitsunfähig (Ziff. 8).
3.8
Im Verlaufsbericht von Dr.
A._
vom 10. Dezember 2014 wurden
Restbe
schwer
den
fünf Wochen postoperativ mit leicht eingeschränkter
glenohum
eraler
Beweglichkeit festgestellt und sowohl die Physiotherapie als auch die
Bestäti
gung einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit
weitergeführt (Urk. 9/25).
3.9
In seinen Stellungnahmen vom 9. Januar und 4. Februar 2015 (Urk. 9/28) erach
tete Dr. med.
E._
, Facharzt für Chirurgie, SUVA-Kreisarzt, die strukturellen Läsionen als nicht überwiegend wahrscheinlich unfallbedingt. Es sei lediglich von einer Kontusion mit
Traumatisierung
der AC-Gelenksarthrose auszugehen. Gemäss Arztbericht der
Z._
vom 20. März 2015 (richtig: 2014) sei die AC-Gelenksarthrose auch klinisch nicht mehr relevant gewesen. Da bei der Operation vom 7. November 2014 nur die degenerativ
en
(vorbestehenden) Veränderungen behandelt worden seien, sei diese Operation auch nicht unfallkausal (S. 1).
3.10
In der Verlaufskontrolle vom 21. Januar 2015 bei Dr.
A._
(Bericht vom 21. Januar 2015, Urk. 9/30) berichtete der Beschwerdeführer von einem guten Verlauf. Die konsumierenden Ruheschmerzen seien fort und träten nur bei gewissen Bewegungen noch auf.
Bisher sei noch keine belastende Arbeit mög
lich (S. 1).
3.11
Mit Schreiben vom 3. März 2015 an den Vertrauensarzt der
Beschwerdegegne
rin
ersuchte Dr.
B._
um erneute Prüfung des Falles (Urk. 9/42 S. 5.6). Darin
hielt sie fest, dass eine SLAP-Läsion, eine ausgeprägte Bursitis
subacro
mialis
bei
Impingementsy
n
drom
sowie eine AC-Gelenksarthrose diagnostiziert und mit Operation am 7. November 2014 die Schulter saniert worden sei. Folg
lich seien die Beschwerden ganz klar posttraumatisch und auch die
Operation
sindikation
sei nachvollziehbar (S. 2).
3.12
Die Aktenbeurteilung vom 15. April 2015 (Urk. 9/46) durch den Kreisarzt Dr.
E._
ergab, dass die
im MRI vom 27. Januar 2014 diagnostizierten Befunde degenerativen Veränderungen entsprächen. Der Unfallmechanismus (seitlicher Sturz am 22. Dezember 2013 auf die rechte Schulter) sei kein adäquates Trauma für eine
Rotatorenmanschettenruptur
. Im MRI würden sich degenerat
ive Verän
derungen der langen
Bic
epssehne
, degenerative Veränderungen des Labrum
s
glenoidale
und eine AC-Gelenksarthrose zeigen. Intraoperativ fänden sich dann lediglich eine SLAP I-Läsion
, bei welcher es sich
-
entgegen der Meinung von Dr.
B._
-
schon definitionsgemäss um
degenerative
Verä
nderungen des Labrum
s
und des
Bic
epsanker
s
ohne Ablösung handle
, eine Bursitis
subacromi
alis
bei
Impingement
sowie
eine AC-Gelenksarthrose.
Somit habe der Beschwer
deführer aus versicherungsmedizinische
r
Sicht einen Sturz auf die rechte Schulter mit einer Kontusion des bereits hypertroph
arthrotisch
veränderten AC
Gelenks erlitten, jedoch ohne unfallbedingte strukturelle Läsionen
. Deren
Folgen
würden
nach allgemeiner Erfahrung innerhalb von Wochen bis wenigen Mona
ten ausheilen. Damit sei durch die Kontusion lediglich eine vorüber
gehende Verschlimmerung des degenerativ bedingten Vorzustandes aufgetreten, jedoch keine richtunggebende Verschlimmerung. Aus medizinischer Sicht wäre der Status quo sine bereits anlässlich der Untersuchung
in
der
Z._
vom 19. März 2014 erreicht gewesen, da bereits dort die (traumatisierte)
AC
Gelenks
arthrose
klinisch nicht mehr relevant gewesen sei (S. 3).
Die am 7.
November
20
1
4 durchgeführte Operation sei nicht zur Therapie von Unfall
folgen durchgeführt worden, sondern zur Behandlung krankhafter/degenerativer Ver
änderungen, womit eine Leistungspflicht des Unfallversicherers entfalle (S. 4).
3.13
Nach Erlass des
Einspracheentscheids
vom 24. April 2015 berichtete Dr.
A._
am 11. Mai 2015 (Urk. 3/3) abermals über den
-
näher ausgeführten - Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers. Darüber hinaus nahm sie Stellung zum abweisenden Entscheid der Beschwerdegegnerin. Es
sei
richtig, dass sich eine AC-Gelenksarthrose gezeigt habe, welche zwar hypertroph nach
superior
aber nicht nach inferior zu bezeichnen sei. Im MRI
würde
n
sich keine den
Subacro
mialraum
einengende
n
Osteophyten
zeigen
. Es habe ein
anteriorer
Sporn, wel
cher ein
Impingement
begünstigen könne, bestanden. Es sei aber auch nicht so, dass die
Supraspinatussehne
absolut
unauffällig
gewesen sei.
Zudem habe sich eine deutliche Bursitis gezeigt, was durch eine Kontusion durch einen Unfall
ausgelöst werden könne.
Richtig sei, dass im Alter von 55
Jahren ein gewisser degenerativer Vorzustand bestehe, allerdings würde sie
diesen
nicht als patho
logisch sondern eher als normalen Alterungsprozess bei arbeitenden Menschen bezeichnen. Der Unfall mit Sturz auf Glatteis im Dezember 2013 habe Schmer
zen ausgelöst. Möglicherweise sei es zu einer Kontusion gekommen,
welche
eine gewisse Einengung des
Subacromialraums
zusammen mit dem Schlag die im Anschluss aufgetretene Schleimbeutelentzündung begünstigt habe (S. 2).
4.
4.1
Zur Frage der vorliegend strittigen Unfallkausalität der Beschwerden in der rech
ten Schulter erfolgte eine eingehende Beurteilung durch den Kreisarzt Dr.
E._
(vgl. vorstehend E. 3.9, E. 3.12). Dieser nahm eine differenzierte Aus
einandersetzung mit der gesamten Aktenlage vor und begründete nachvollzieh
bar, weshalb in Anbetracht des Unfallhergangs
, das heisst das Ausrutschen auf Glatteis und das seitliche Hinfallen,
und der daraus resultierenden Prellung eine vorübergehende Versc
hlimmerung des
bestehenden
degenerativen Vorzustandes anzunehmen sei
.
Die noch feststellbaren Befunde des rechten Schultergelenks seien jedoch krankhaft und nicht mehr unfallkausal.
Auf diese Einschätzung ist abzustellen, zumal sie die nach der Rechtsprechung für eine beweiskräftige medizinische
Entscheidgrundlage
vorausgesetzten Krite
rien
auch erfüllt
(vgl. vorstehend E. 1.6)
.
4.2
Der vom Beschwerdeführer
vorgebrachte Einwand, dass die
ärztliche Beur
teilung
von Dr.
E._
nicht tauglich sei
,
den Wegfall der
Kausalität zu be
weisen, vermag nicht zu überzeugen. Dr.
E._
führte nachvollziehbar aus,
dass ein bereits hypertroph
arthrotisch
verändertes AC-Gelenk als Vorzustand vor dem Unfallereignis vom 22. Dezember 2013 bestanden habe. Im nach dem Sturzereignis veranlassten
MRI vom 27. Januar 2014
habe die
anfänglich ver
mutete Partialruptur der
Supraspinatussehne
intraoperativ nicht bestätigt wer
den können, mithin
habe
eine SLAP-I
-Läsion vorgelegen
, bei welcher es sich jedoch schon definitionsgemäss um degenerative Veränderungen des Labrum
s
und des
Bicepsanker
s
ohne Ablösung handle und welche somit nicht
unfall
kausal
sei.
Somit
sei
es
durch die
erlittene
Kontusion, deren Folgen nach allge
meiner Erfahrung binnen Wochen ausheilen würden
, lediglich zu einer vorüber
ge
henden Verschlimmerung gekommen (vgl. vorstehend E. 3.12). Dies
e Beur
teilung
erscheint auch aus dem Grund einleuchtend, da gemäss Rechtspre
chung des Bundesgerichts bei Kontusionen beziehungsweise Prellungen ledig
lich vor
über
gehende, wieder abheilende Schmerzen ausgelöst werden (Urteil des Bun
desgerichts 8C_256/2014 vom 3. November 2014 E. 3.2.3) und ferner die
Diagnose einer SLAP-Läsion auch keiner der in Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) aufgelisteten Verletzungen
entspricht
und somit auch keine unfallähnliche Körperschädigung darstell
t
(SVR 2014 UV Nr. 21 S. 67 E. 4, Urteil des Bundesgerichts 8C_
835/2013 vom 28. Januar 2014).
Die Beschwerdegegnerin ist damit ihrer Beweislast hinsichtlich der Feststellung anspruchsaufhebender Tatsachen genügend nachgekommen (vgl. vorstehend E.
1.3).
4.3
Dagegen vermögen die Berichte von D
r.
A._
und
Dr.
B._
das
Akten
gut
achten
von Dr.
E._
nicht zu entkräften
.
Soweit die Hausärztin Dr.
B._
in ihrem Schreiben vom 3. März 2015 an den Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin um Neubeurteilung des Falles ersucht, mit der Begründung, aufgrund der diagnostizierten Befunde habe am 7. November 2014 die Schulter des Beschwerdeführers operativ saniert werden müssen, folglich seien die Beschwerden ganz klar posttraumatisch (vgl. vorste
hend E. 3.11), kann ihr nicht gefolgt werden. Dr.
E._
hatte diesbezüglich nachvollziehbar dargelegt, dass die diagnostizierte SLAP-Läsion nicht
unfall
kausal
sei (vgl. vorstehend E.
3.12
).
Ausserdem
ist mit der Beschwerdegegnerin festzuhalten, dass
die behandelnden Ärztinnen und Ärzte in einem
auftrags
rechtlichen
Verhältnis zur versicherten Person
stehen und
sich zudem in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren
haben
. Ihre Berichte verfolgen daher nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungs
ansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen Anforderungen an ein Gutac
hten gemäss
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. vorstehend E. 1.6)
.
Aus diesen Gründen und
aufgrund der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3a/cc mit weiteren Hinweisen),
was Dr.
B._
mit dem Schreiben vom 3. März 2015 an den Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin exemplarisch
gezeigt hat
(vgl. vorste
hend E. 3.11)
,
kommt die beschwerdeweise
(vgl. Urk. 1
S. 5)
beantragte
direkte
Leistungszusprache
einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztin
nen
nicht in Frage
(
BGE 135 V 465 E. 4.5
).
Aus
den
Berichten von Dr.
A._
(vgl. vorstehend E.
3.2
-3.3
, E. 3.13
) lässt sich
ebenfalls
keine
weiter andauernde
Kausalität
zwischen dem Ereignis vom 22. Dezember 2013 und der am 7. November 2014 erfolgten Operation
sowie den danach persistierenden Beschwerden
festmachen. Zunächst ging
die behan
delnde Ärztin
von einer
-
erst anlässlich der Operation vo
m 7. November 2014 korrigierten -
falschen Diagnose
einer
Partialläsion der
Supraspinatussehne
aus,
wies aber dennoch auf eine
klinisch nicht relevante
bestehende
AC-Gelenks
arthrose
hin (vgl. vorstehend E. 3.2) und räumte mit Bericht vom 11. Mai 2015 (vgl. vorstehend E. 3.13) einen degenerativen Vorzustand der
Supraspinatus
sehne
ein
. Dieser habe
mögliche
rweise
durch die Kontusion
am 22. Dezember 2013
zu einer gewissen Einengung des
Subacromialraums
und einer im Anschluss aufgetretenen Schleimbeutelentzündung
geführt
.
Damit
ist
jedoch
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt
(vgl. vorstehend E. 1.3
f.)
, dass die Beschwerden im rechten Schultergelenk des Beschwerdeführers, welche schliesslich zur Operationsindikation geführt haben, auf das Unfallereignis vom 22. Dezember 2013 zurückzuführen sind.
Dies gilt umso mehr, da Dr.
E._
in seiner Aktenbeurteilung zum Schluss gelangte, die erlittene Kontusion des Beschwerdeführers sei spätestens am 19. März 2014 ausgeheilt gewesen (vgl. vorstehend E. 3.12).
4.4
Ebenfalls nicht zulässig ist sodann die vom Beschwerdeführer vorgebrachte Argu
mentation, wonach es sich eindeutig um Unfallfolgen handle, nachdem
die rechte Schulter
vor dem Unfall beschwerdefrei gewesen sei
,
beziehungsweise
er
ohne schädigendes Ereignis noch einige Jahre
hätte
schmerzfrei leben können
(vgl. Urk. 1 S. 4). Dieses Vorbringen
gemäss
dem Grundsatz „
post
hoc ergo
propter
hoc“ ist beweisrechtlich nicht zulässig (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
S. 341 f.; SVR 2008 UV Nr. 11 S. 34, U 290/06 E. 4.2.3).
Ebenso ist
das Argu
ment
unbehelflich
, wonach
die Operation nur aus wirtschaftlichen
(beruflichen)
Gründen seitens des Beschwerdeführers verzögert worden sei und eine
Operati
onsindikation
aber bereits am 20. März 2014
(und damit vor der
Leistungsein
stellung
)
bestanden habe (Urk. 1 S. 4 f.), denn Dr.
E._
begründete überzeu
gend, dass aus medizinischer Sicht der Status quo sine bereits anlässlich der Untersuchung in der
Z._
vom 19. März 2014 e
rreicht
gewesen
sei
(vgl. vorstehend E. 3.12).
4.5
Zusammenfassend ist d
ementsprechend der medizinische
Sachverhalt
gestü
tzt
auf die überzeugenden Ausführungen von Dr.
E._
als dahingehend erstellt zu betrachten, dass die
noch
vorliegenden krankhaften Befunde des rechten Schulter
gelenkes, welche am 7. November 2014 zur operativen Versorgung geführt haben, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht
mehr
ursächlich auf den Unfall vom 22. Dezember 201
3
zurückzuführen, sondern nur noch und ausschliesslich Folge
der vorbestehenden
unfallunabhängigen Erkrankungen der
Rotatorenmanschette
, der
Bicepssehne
sowie
der AC-Gelenksarthrose sind.
D
er Vorzustand
in der rechten Schulter
wurde durch das Unfallereignis vom
22. Dezember 2013
zwar vorübergehend verschlechtert, dieses wirkte sich aber nicht richtungsweisend aus.
Weiter ist davon auszugehen, dass die nach dem Unfall beklagten
und auf das Unfallereignis zurück
zu
führenden
Beschwerden
spätestens per
19. März 2014 abgeheilt waren.
D
ass die Beschwerdegegnerin
ihre Leistungen per 6. November 2014 - und damit elf Monate nach dem Unfall
- eingestellt hat, ist demnach nicht zu beanstanden.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 24. April 2015 (Urk. 2)
erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.