Decision ID: 5b267687-9c06-5122-b350-37d46ed5f03e
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer ersuchte am 16. Februar 2020 in der Schweiz um
Asyl und wurde in der Folge dem Bundesasylzentrum (BAZ) Zürich zuge-
wiesen. Ein am 18. Februar 2020 durchgeführter Abgleich mit der Eurodac-
Datenbank ergab, dass er am (...) Juli 2018 bereits in Griechenland ein
Asylgesuch gestellt hatte und ihm dort am (...). September 2019 Schutz
gewährt worden war. Am 19. Februar 2020 mandatierte er die ihm zuge-
wiesene rubrizierte Rechtsvertretung zu seiner Vertretung im Asylverfahren
im BAZ.
Anlässlich der Befragung vom 25. Februar 2020 machte er geltend, unge-
fähr (...) Jahre alt zu sein; dies könne der Kopie seiner Taskara entnommen
werden, deren Original er nachreichen werde. In Afghanistan habe er – im
Gegensatz zu seinem Vater – keine nennenswerten Probleme gehabt, ab-
gesehen vom Krieg und der Präsenz der Taliban. Zuletzt habe er in
B._ in einem (...) gearbeitet und im Jahre 2015 sei er in den Iran
ausgereist, dort einige Monate beziehungsweise wenige Jahre geblieben
und in der Folge via die Türkei nach Griechenland weitergereist, wo er nach
seiner Aufgreifung im Sommer 2018 ein Asylgesuch gestellt habe, um nicht
in seine Heimat zurückgeführt zu werden. Aufgrund von Missverständnis-
sen sei er dort mit dem Geburtsjahr (...) registriert worden. Er habe
schliesslich einen Schutzstatus erhalten, jedoch Griechenland alsbald ver-
lassen, weil es nie sein Zielland und das Leben dort nicht so gut gewesen
sei. Für die Weiterreise habe er sich (...) 2020 auf der afghanischen Bot-
schaft legal einen originalen Reisepass ausstellen lassen. Die afghani-
schen Beamten hätten sich beim Eintrag des Geburtsjahres vermutlich auf
die Einträge gemäss seinem griechischen Aufenthaltsausweis abgestützt.
Über Frankreich und Deutschland – dort habe er seinen Pass weggewor-
fen – sei er schliesslich am 16. Februar 2020 in die Schweiz gekommen.
Dem Beschwerdeführer wurde das rechtliche Gehör dazu gewährt, dass
sein Geburtsdatum auf den (...) gesetzt werde, dies aufgrund des Eintrags
im afghanischen Reisepass und angesichts seiner unglaubhaften Angaben
zum Geburtsjahr (...). Dabei hielt der Beschwerdeführer an seinen Anga-
ben (geboren [...]) und seiner Minderjährigkeit fest. Die Frage nach allfälli-
gen gesundheitlichen Beeinträchtigungen beantwortete der Beschwerde-
führer dahingehend, dass er gesund sei, es ihm aber psychisch nicht so
gut gehe und er früher «(...)» gehabt habe; Medikamente nehme er keine.
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B.
Am 26. Februar 2020 ersuchte das SEM die griechischen Behörden ge-
stützt auf die Rückführungs-Richtlinie 2008/115/EG und auf das Abkom-
men zwischen der Schweiz und Griechenland über die Rückübernahme
von Personen mit irregulärem Aufenthalt vom 28. August 2006 um Rück-
übernahme des Beschwerdeführers. Die griechischen Behörden stimmten
dem Ersuchen am 6. März 2020 zu und machten gleichzeitig darauf auf-
merksam, dass der in Griechenland mit dem Geburtsdatum (...) erfasste
Beschwerdeführer am (...) September 2019 subsidiären Schutz und darauf
basierend eine bis zum (...) 2022 gültige Aufenthaltsbewilligung erhalten
habe.
C.
Mit Schreiben vom 9. März 2020 orientierte das SEM den Beschwerdefüh-
rer über den Inhalt dieses Antwortschreibens betreffend seine Abklärungen
bei den griechischen Behörden. Gleichzeitig orientierte es ihn über die Ab-
sicht, auf das Asylgesuch in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG
(SR 142.31; Rückkehrmöglichkeit in einen sicheren Drittstaat) nicht einzu-
treten und ihn nach Griechenland wegzuweisen.
Mit Stellungnahme vom 12. März 2020 nahm der Beschwerdeführer das
ihm hierzu gewährte rechtliche Gehör in Anspruch. Dabei bekräftigte er
sein Geburtsjahr (...) und seine damit bestehende Minderjährigkeit. In Grie-
chenland habe er gegenüber den afghanischen Behörden ein falsches Al-
ter angeben, um seine Weiterreise zu ermöglichen. Auch aus der Kopie
seiner Taskara gehe sein minderjähriges Alter hervor. Das SEM habe auf
ein sonst übliches Altersgutachten verzichtetet. Er möchte nicht nach Grie-
chenland zurückkehren, weil er dort – in Übereinstimmung mit Berichten –
auch mit dem Schutzstatus weder Unterkunft, medizinische Versorgung
und finanzielle Unterstützung noch Zugang zu Schule und Arbeit erhalten
habe. Der Umgang mit Migranten und Flüchtlingen dort sei unwürdig, die
sozioökonomische Situation kritisch und es seien gar weitere Verschärfun-
gen im griechischen Asylwesen, insbesondere betreffend finanzielle Unter-
stützung von Flüchtlingen, angekündigt. Es lägen somit genügend Anhalts-
punkte dafür vor, dass er bei einer Wegweisung nach Griechenland insbe-
sondere in Anbetracht seiner Eigenschaft als alleinstehender Minderjähri-
ger mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer unmenschlichen und ernied-
rigenden Behandlung nach Art. 3 EMRK ausgesetzt und der Wegweisungs-
vollzug daher unzulässig sei. Eine Wegweisung sei zumindest als unzu-
mutbar einzuschätzen, da für ihn in Griechenland individuelle Vollzugshin-
dernisse sozialer und wirtschaftlicher Art bestünden. Auf sein Asylgesuch
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sei daher einzutreten. Auch angesichts der sich zuspitzenden Lage für
Flüchtlinge an der griechisch-türkischen Grenze und der Corona-Krise sei
von Überstellungen nach Griechenland abzusehen.
D.
Der Beschwerdeführer nutzte am (...) März 2020 erstmals die Gelegenheit
zur Sprechstunde beim Gesundheitsdienst des BAZ. Bei dieser Gelegen-
heit berichtete er über (...). Er liess sich in der Folge einen Facharzttermin
für den (...) März 2020 geben.
E.
Am 17. März 2020 übermittelte das SEM dem (nach wie vor als volljährig
betrachteten) Beschwerdeführer seinen am 16. März 2020 verfassten Ent-
wurf des angekündigten Nichteintretensentscheids nach Art. 31a Abs. 1
Bst. a AsylG mit Wegweisung nach Griechenland zur Stellungnahme.
In seiner Stellungnahme vom 18. März 2020 bekräftigte der Beschwerde-
führer im Wesentlichen seine bisherigen Ausführungen. Er sei mit dem Ent-
scheidentwurf nicht einverstanden. Dem Geburtsjahr in seinem originalen
afghanischen Pass komme seines Erachtens nur ein geringer Beweiswert
zu. Es seien daher weitere medizinische Altersabklärungen und Abklärun-
gen zu seinen psychischen Problemen und die sich daraus allfällig erge-
bende notwendige Versorgung in Griechenland angezeigt; ein erster Arzt-
termin sei für den (...) März 2020 vorgesehen, wobei aufgrund des Corona-
Virus unklar sei, ob er eingehalten werden könne. Bei einer allfälligen Weg-
weisung werde er wohl auf der Strasse leben müssen und keinen Zugang
zu medizinischer Versorgung haben. Es lägen bei ihm Anhaltspunkte für
eine unmenschliche und erniedrigende Behandlung nach Art. 3 EMRK so-
wie individuelle Vollzugshindernisse sozialer, wirtschaftlicher und gesund-
heitlicher Art vor. Auf sein Asylgesuch sei daher einzutreten.
Für den Inhalt des (über weite Teile mit der angefochtenen Verfügung über-
einstimmenden) Verfügungsentwurfs und den weiteren Inhalt der Stellung-
nahme des Beschwerdeführers wird auf die Akten verwiesen.
F.
Mit Verfügung vom 18. März 2020 – eröffnet am 19. März 2020 – trat das
SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch
nicht ein, unter gleichzeitiger Anordnung der Wegweisung und des Weg-
weisungsvollzuges nach Griechenland. Der Beschwerdeführer wurde zum
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Verlassen der Schweiz am Tag nach Eintritt der Rechtskraft dieser Verfü-
gung, «und sobald relevante Reiseeinschränkungen im Zusammenhang
mit dem Corona-Virus aufgehoben sind», aufgefordert. Weiter wurden ihm
die editionspflichtigen Akten ausgehändigt.
G.
Mit Eingabe vom 26. März 2020 hat der Beschwerdeführer beim Bundes-
verwaltungsgericht Beschwerde gegen diese Verfügung erhoben. Darin
beantragt er deren Aufhebung, die Rückweisung der Sache an die Vor-
instanz zur vollständigen Abklärung des Sachverhalts und zur Neubeurtei-
lung, eventualiter die Anweisung an das SEM zum Eintreten auf das Asyl-
gesuch, subeventualiter die Gewährung der vorläufigen Aufnahme unter
Feststellung der Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit des
Wegweisungsvollzuges sowie subsubeventualiter die Anweisung an die
Vorinstanz, von den griechischen Behörden individuelle Garantien betref-
fend der adäquaten Unterbringung und den benötigten Zugang zu fach-
ärztlicher Behandlung einzuholen. In prozessualer Hinsicht beantragt er
ferner die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Verzicht auf die
Erhebung eines Kostenvorschusses.
H.
Mit Verfügung vom 27. März 2020 stellte das Bundesverwaltungsgericht
den einstweilen rechtmässigen Aufenthalt des Beschwerdeführers in der
Schweiz fest.
I.
Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Gericht am 27. März 2020 in elekt-
ronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 und 4 AsylG).

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend –
endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
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1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-
schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108
Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2.
2.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1;
2012/4 E. 2.2, je m.w.H.). Bezüglich der Frage der Wegweisung und des
Wegweisungsvollzugs hat die Vorinstanz eine materielle Prüfung vorge-
nommen, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle
Kognition zukommt.
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
4.
4.1 Der Beschwerdeführer rügt in seiner Rechtsmitteleingabe (dort
Ziff. B/II/3) in formeller Hinsicht vorab, die Vorinstanz habe betreffend seine
psychischen Probleme und betreffend sein Alter den Untersuchungsgrund-
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satz verletzt beziehungsweise den Sachverhalt unrichtig oder unvollstän-
dig festgestellt. Psychische Probleme habe er bereits in Griechenland ge-
habt, diese dort aber nicht behandeln lassen können, zumal er in einem
Zelt im Wald gelebt habe. In der Schweiz habe er etwas Zeit benötigt, um
Vertrauen zu fassen und sich für eine psychologische Unterstützung anzu-
melden. In der Erstbefragung habe er seine Probleme noch herunterge-
spielt. Das SEM hätte den Arzttermin vom (...) März 2020, obwohl dessen
Durchführung wegen der Corona-Pandemie ungewiss sei, abwarten und
entsprechende Abklärungen betreffend seine Behandlungsbedürftigkeit
durchführen müssen, zumal der Zugang zur Gesundheitsversorgung in
Griechenland systematisch und quantitativ mangelhaft sei. Die kurzen Fris-
ten im beschleunigten Verfahren würden das SEM praxisgemäss nicht von
solchen Abklärungen entbinden. Betreffend sein Alter verweist er auf die
Tatsache, dass in Afghanistan kein Rückgriff auf ein zentrales, elektroni-
sches Geburtenregister möglich sei. Er habe den afghanischen Behörden
seine Taskara mit der dort ausgewiesenen Minderjährigkeit verheimlicht
und stattdessen die Taskara seines Vaters und Bruders vorgezeigt, welche
als Nachweis der afghanischen Staatsangehörigkeit gereicht und die Be-
amten ohne weitere Abklärungen zur Erfassung des in Griechenland re-
gistrierten Geburtsdatums auf dem Pass veranlasst hätten. Dieser Reise-
pass liege im Übrigen dem SEM gar nicht vor. Trotz Hinweisen auf seine
Minderjährigkeit habe das SEM auf die Einholung eines Altersgutachtens
verzichtetet. Diese Sachverhaltsabklärungen betreffend seine psychischen
Probleme und seine Minderjährigkeit seien deshalb nach Rückweisung der
Sache an die Vorinstanz durch diese nachzuholen.
4.2 Das Asylverfahren wird vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht
(Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG), wonach die Behörde von Amtes wegen
für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachver-
haltes zu sorgen, die für das Verfahren notwendigen Unterlagen zu be-
schaffen, die rechtlich relevanten Umstände abzuklären und ordnungsge-
mäss darüber Beweis zu führen hat (BVGE 2015/10 E. 3.2 m.w.H.). Die
Behörde ist dabei jedoch nicht verpflichtet, zu jedem Sachverhaltselement
umfangreiche Nachforschungen anzustellen. Zusätzliche Abklärungen
sind vielmehr nur dann vorzunehmen, wenn sie aufgrund der Aktenlage als
angezeigt erscheinen (vgl. dazu AUER/BINDER, in: Auer/Müller/Schindler
[Hrsg.], Kommentar zum VwVG, 2. Aufl. 2019, Rz. 16 zu Art. 12).
Die Sachverhaltsabklärungen des SEM betreffend Alter und Gesundheits-
zustand des Beschwerdeführers sind vorliegend weder im Umfang noch
bezüglich der sachlichen Relevanz zu beanstanden. Die Vorinstanz hat in
http://links.weblaw.ch/BVGE-2015/10
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der angefochtenen Verfügung sowohl im Sachverhalts- als auch im Erwä-
gungsteil überaus ausführlich dargelegt, aufgrund welcher Sachverhalts-
elemente und Überlegungen sie zum Schluss gelangt, der Beschwerdefüh-
rer sei volljährig (insb. afghanischer Pass, zahlreiche Unglaubhaftig-
keitselemente bei der Behauptung der Minderjährigkeit, geringer Beweis-
wert der Taskara-Kopie, fehlende weitere Dokumente) und er weise keine
vollzugshinderlichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf (mehrwö-
chiges Zuwarten mit der Inanspruchnahme des Sprechstundenangebots,
offensichtlich geringe Schwere der angeblichen psychischen Probleme).
Diese Sachverhaltsbasis ist durchaus genügend und auf die betreffenden
Ausführungen des SEM in der angefochtenen Verfügung kann ohne Abstri-
che verwiesen werden. Insbesondere ist klarzustellen, dass mit der unbe-
strittenen Existenz eines legal erworbenen originalen heimatlichen Reise-
passes der absolut bestmögliche strikte Beweis für die Identität eines
Staatsbürgers besteht, und dieser weist vorliegend in Übereinstimmung mit
der Erfassung durch die griechischen Behörden die Volljährigkeit des Be-
schwerdeführers aus. Unerheblich ist dabei, ob dieses vom Beschwerde-
führer angeblich in Deutschland weggeworfene Beweisstück den schwei-
zerischen Asylbehörden physisch vorliegt oder nicht, denn dessen vorma-
lige Existenz und das dort eingetragene Geburtsjahr (...) sind vom Be-
schwerdeführer unbestritten. Demgegenüber könnte eine medizinische Al-
tersabklärung nur ein mit einem mehrjährigen Abweichungsfaktor versehe-
nes Ergebnis ausweisen, womit der Beweiswert gegenüber dem Pass
deutlich herabgesetzt wäre. Dem Beschwerdeführer war es im Übrigen nie
verwehrt, eine solche medizinische Altersabklärung in eigener Initiative
vornehmen zu lassen. Bloss am Rande sei erwähnt, dass der Beschwer-
deführer das von ihm mehrfach zur Einreichung in Aussicht gestellte Origi-
nal der Taskara bis zum heutigen Zeitpunkt nicht vorgelegt hat. Auch be-
treffend die angeblichen psychischen Probleme hat der mitwirkungsver-
pflichtete Beschwerdeführer bislang keine Unterlagen vorgelegt und auch
nicht mitgeteilt, ob der Arzttermin vom (...) März 2020 tatsächlich stattge-
funden habe. Aufgrund der bestehenden Akten und insbesondere auf der
Grundlage des Befragungsprotokolls hatte das SEM keine objektive Ver-
anlassung zur Vornahme weiterer Untersuchungen zum Alter oder zum
Gesundheitszustand. Eine unrichtige oder unvollständige Feststellung des
Sachverhalts ist somit nicht zu erkennen.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das SEM auf der Grundlage ei-
nes rechtsgenüglich untersuchten und abgeklärten Sachverhalts festge-
stellt hat, der Beschwerdeführer sei zum einen im Jahre (...) geboren und
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mithin volljährig und er weise zum andern keine erheblichen gesundheitli-
chen Beeinträchtigungen insbesondere psychischer Natur auf.
4.3 Die formelle Rüge erweist somit als offensichtlich unbegründet, wes-
halb der Antrag auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zwecks voll-
ständiger Abklärung des Sachverhalts und Neubeurteilung abzuweisen ist.
Soweit sich die Beschwerde über weite Teile auf die Minderjährigkeit und
gravierende psychische Beeinträchtigung des Beschwerdeführers stützt
und daraus einen Eintretensanspruch oder ein Vollzugshindernis abzulei-
ten versucht, wird daher im Folgenden nicht näher darauf einzugehen sein.
5.
5.1 Gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG tritt das SEM in der Regel auf ein
Asylgesuch nicht ein, wenn der Asylsuchende in einen sicheren Drittstaat
nach Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG zurückkehren kann, in welchem er sich
vorher aufgehalten hat.
Gemäss Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG bezeichnet der Bundesrat neben den
EU/EFTA-Staaten weitere Staaten, in denen nach seinen Feststellungen
effektiver Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG be-
steht, als sichere Drittstaaten.
5.2 Tritt das SEM auf ein Asylgesuch nicht ein, so verfügt es in der Regel
die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berück-
sichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG).
5.3 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der
Schweiz (insb. Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 FK, Art. 25 Abs. 3 BV,
Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an-
dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder
Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der Ausländerin
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-
gegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der
Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im
Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürger-
krieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet
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sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von
Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Der Vollzug ist
schliesslich nicht möglich, wenn die Ausländerin oder der Ausländer weder
in den Heimat- oder in den Herkunftsstaat noch in einen Drittstaat ausrei-
sen oder dorthin gebracht werden kann (Art. 83 Abs. 2 AIG).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
6.
6.1 Zur Begründung seines auf Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG gestützten
Nichteintretensentscheids hält das SEM fest, der Bundesrat habe Grie-
chenland als sicheren Drittstaat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG
bezeichnet und gemäss Abklärungen habe der Beschwerdeführer dort sub-
sidiären Schutz und eine bis zum (...) 2022 gültige Aufenthaltsbewilligung
erhalten. Das Land habe am 6. März 2020 einer Rücknahme des Be-
schwerdeführers zugestimmt. Die Stellungnahme vom 18. März 2020 zum
Entscheidentwurf vermöge an diesen Erkenntnissen nichts zu ändern. An-
gesichts seines in Griechenland bestehenden subsidiären Schutzes lägen
zwar Anzeichen zur Erfüllung der Bedingungen für eine vorläufige Auf-
nahme nach Art. 83 AIG vor. Jedoch sei für die Beurteilung eines allfälligen
Ersuchens um Wiedererwägung des Asylentscheids Griechenland zustän-
dig, womit er in der Schweiz kein schutzwürdiges Interesse im Sinne von
Art. 25 Abs. 2 VwVG zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder von
Wegweisungshindernissen nachweisen könne. Der subsidiäre Schutzsta-
tus ermögliche die Rückkehr nach Griechenland, ohne dort eine Rück-
schiebung in Verletzung des Non-Refoulement-Prinzips befürchten zu
müssen. Die Wegweisung sei die gesetzliche Regelfolge des Nichteintre-
tensentscheides. Der Vollzug der Wegweisung sei sodann zulässig, zumut-
bar und möglich, woran die im Rahmen der Einräumung des rechtlichen
Gehörs vorgenommenen Einwände und Stellungnahmen nichts zu ändern
vermöchten. Der Vollzug sei zulässig, weil die Beschwerdeführenden im
Drittstaat Griechenland Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs.
1 AsylG fände und das Non-Refoulement-Gebot bezüglich des Heimat-
oder Herkunftsstaates nicht zu prüfen sei. Griechenland habe die Qualifi-
kationsrichtlinie 2011/95/EU, welche unter anderem die Ansprüche von
Personen mit internationalem Schutzstatus hinsichtlich Sozialleistungen
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Seite 11
bestimmt sowie deren Zugang zu Wohnraum, Beschäftigung und medizi-
nischer Versorgung regelt, umgesetzt. Der Beschwerdeführer könne die
ihm zustehenden Leistungen bei den griechischen Behörden geltend ma-
chen, nötigenfalls auf dem Rechtsweg. Zudem bestünden neben staatli-
chen Strukturen, die primär existenzielle Bedürfnisse abdeckten, private
und internationale Organisationen, an die er sich wenden könne. Die in
Griechenland im Allgemeinen schwierigen ökonomischen Lebensbedin-
gungen und die Wohnungsnot träfen die ganze Bevölkerung. Es liege nicht
an den Schweizer Behörden sicherzustellen, dass Personen mit Schutz-
status in Griechenland über ausreichende Lebensgrundlagen verfügen.
Auch sei nicht darauf zu schliessen, dass Griechenland sich künftig in ei-
nen Widerspruch zu seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen begeben
werde. Die medizinische Grundversorgung in Griechenland sei mit der
Qualifikationsrichtlinie sichergestellt und es lägen keine erhärteten Hin-
weise vor, wonach Griechenland dem Beschwerdeführer eine notwendige
medizinische Behandlung verweigert hätte oder zukünftig verweigern
würde. Das Land sei im Übrigen ein Rechtsstaat und verfüge über eine
funktionierende Polizeibehörde. Betreffend allfällig befürchtete Übergriffe
durch Privatpersonen könne er sich an die zuständigen staatlichen Stellen
wenden. Die aktuellen Entwicklungen rund um das Corona-Virus belaste-
ten die Gesundheitssysteme aller europäischen Länder gleichermassen.
Die Belastungen seien von vorübergehender Dauer und es sei von einer
späteren Normalisierung auszugehen. Beim Beschwerdeführer handle es
sich zudem offensichtlich nicht um eine schwerkranke Person, die im Falle
einer Rückschaffung nach Griechenland eine ernsthafte, rapide und irre-
versible Verschlechterung des Gesundheitszustands, verbunden mit über-
mässigem Leiden oder einer bedeutenden Verkürzung der Lebenserwar-
tung, zu gewärtigen hätte. Auch wenn die Lebensbedingungen in Grie-
chenland nicht einfach seien, lägen keine Hinweise für die Annahme vor,
dass ihm bei einer Rückkehr nach Griechenland eine unmenschliche oder
erniedrigende Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK respektive eine Not-
lage oder Verelendung drohe. Ein Vollzug der Wegweisung stelle auch
keine anderweitige Verletzung der völkerrechtlichen Verpflichtungen der
Schweiz dar. Gestützt auf Art. 83 Abs. 5 AIG bestehe ferner die Vermutung,
dass ein Vollzug der Wegweisung in einen EU- oder EFTA-Staat zumutbar
sei. Dem Beschwerdeführer gelinge es nicht, diese Vermutung umzustos-
sen. Es lägen keine Hinweise vor, dass er bei einer Rückkehr in eine exis-
tenzielle Notlage geraten würde. Bei Unterstützungsbedarf könne er sich
an die griechischen Behörden wenden und die erforderliche Hilfe einfor-
dern. Auch seine medizinische Versorgung sei in Griechenland gewährleis-
tet. Weder die dort herrschende Situation noch andere Gründe sprächen
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gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs dorthin. Ausserdem sei
der Vollzug der Wegweisung technisch möglich und praktisch durchführbar.
Eine entsprechende Zustimmung Griechenlands liege vor und vorüberge-
hende Einschränkungen des Flugverkehrs oder vorübergehende Einreise-
beschränkungen durch die griechischen Behörden im Zusammenhang mit
dem Corona-Virus vermöchten keine Unmöglichkeit des Wegweisungsvoll-
zugs zu begründen.
6.2 In seiner Rechtsmitteleingabe bekräftigt der Beschwerdeführer seine
bisherigen Vorbringen und die Ausführungen in seinen Stellungnahmen.
Der Nichteintretensentscheid sei nicht gerechtfertigt, da die Regelvermu-
tung, wonach Griechenland seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen nach-
komme, vorliegend nicht aufrechterhalten werden könne und die Wegwei-
sung mithin unzulässig erscheine. Anerkannte Schutzberechtigte hätten –
auch angesichts der Wirtschaftskrise in Griechenland – keinen Zugang zu
Arbeit oder Sozialleistungen und erhielten keinerlei Unterstützung bei der
Wohnungssuche. Sie seien oft mit unzulänglichen Lebensumständen und
humanitären Standards sowie einer äusserst prekären sozioökonomischen
Situation konfrontiert. Der tatsächliche Zugang zu Gesundheitsdienstleis-
tungen sei durch einen erheblichen Ressourcen- und Kapazitätsmangel
eingeschränkt. Bei ihm selber sei noch nicht erstellt, ob er gesundheitlicher
Unterstützung bedürfe und in welcher Art und welchem Mass diese erfor-
derlich sei. Weiter sei auf die jüngste Verschlechterung der Lage für Asyl-
suchende und Flüchtlinge in Griechenland durch das seit dem 1. Januar
2020 verschärfte Asylgesetz und die angekündigte Schliessung mehrerer
Asylunterkünfte hinzuweisen. Berichten zufolge seien Gesundheits- sowie
Hygienezustände miserabel und die finanzielle Unterstützung für Flücht-
linge drohe eingestellt zu werden. Die angekündigte Streichung aller Sozi-
alleistungen für alle Schutzberechtigten treffe nur diese Gruppe und nicht
die einheimische Bevölkerung in gleichem Masse. Weder in der Schweiz
noch in Griechenland sei zudem abzusehen, welche Auswirkungen die
Corona-Pandemie auf das nationale Gesundheitswesen und auf die wirt-
schaftliche Situation der Länder haben werde. Bereits aufgrund dieser aus-
serordentlichen Lage sei seine Wegweisung zum jetzigen Zeitpunkt nicht
vertretbar. Selbst wenn die derzeitige Notlage vorübergehender Natur sein
sollte, stellten Ökonomen dem Land eine schlechte wirtschaftliche Prog-
nose aus. Die Überforderung zeige sich bei der Versorgung der Asylsu-
chenden auf den griechischen Inseln. Die derzeitige Zuspitzung an der
griechisch-türkischen Grenze führe zu einer weiteren Destabilisation. Auf-
grund der angespannten und wechselhaften Situation sei aktuell von Über-
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stellungen nach Griechenland abzusehen. Im Weiteren werde die Vermu-
tung der Zumutbarkeit einer Wegweisung in einen EU/EFTA-Staat dadurch
umgestossen, dass die wirtschaftlichen Folgen der aktuellen Corona-Pan-
demie noch nicht vollends abzusehen seien und im wirtschaftlich bereits
angeschlagenen Griechenland eine Finanzkrise drohe. Das Einhalten der
Qualifikationsrichtlinie werde dadurch in Frage gestellt und Schutzberech-
tigte ohne soziales Beziehungsnetz in Griechenland würden als erste unter
den Auswirkungen fehlender Arbeit und eingestellter Sozialleistungen zu
leiden haben. Es bestünden mithin Hinweise darauf, dass Betroffene mög-
licherweise in eine existenzielle Notlage geraten werden und eine Verlet-
zung der grundlegenden Rechte aus Art. 3 EMRK wahrscheinlich sei. In
Anbetracht der allgemeinen Lage in Griechenland und seiner individuellen
Situation könne vorliegend somit nicht von seiner genügenden lebensnot-
wendigen Versorgung ausgegangen werden, sondern es bestünden bei
ihm individuelle Vollzugshindernisse sozialer, wirtschaftlicher und gesund-
heitlicher Art, aufgrund derer eine Wegweisung unzumutbar sei. Ein Voll-
zug sei aber auch unmöglich. Die Grenzen zu den Nachbarländern der
Schweiz seien geschlossen und eine Rückreise auf dem Landweg daher
ausgeschlossen. Auch der Flugverkehr nach Griechenland sei stillgelegt.
Es sei nicht bekannt sei, wie lange diese Massnahmen anhalten. Der Pas-
sus in der Verfügung «sobald die Einschränkungen in Zusammenhang mit
dem Corona- Virus aufgehoben sind» sei zu unbestimmt. Es sei ihm nicht
klar, ob es Tage, Wochen oder Monate dauere, bis er die Schweiz zu ver-
lassen habe. Sollte das Gericht die Auffassung, dass seine Überstellung
nach Griechenland ein „real risk" im Sinne von Art. 3 EMRK begründet und
individuelle Vollzugshindernisse bestehen, wider Erwarten nicht teilen, sei
die Vorinstanz entsprechend dem Eventualbegehren zumindest anzuwei-
sen, von den griechischen Behörden individuelle Zusicherungen bezüglich
adäquater medizinischer Behandlung und adäquater Unterbringung einzu-
holen.
7.
7.1 Das SEM ist nach zutreffender Sachverhaltsfeststellung in seinen Er-
wägungen mit einlässlicher und überzeugender Begründung zur zutreffen-
den Erkenntnis gelangt, dass die Voraussetzungen für einen auf Art. 31a
Abs. 1 Bst. a AsylG gestützten Nichteintretensentscheid und für eine Weg-
weisung des Beschwerdeführers gegeben sind und der Vollzug der Weg-
weisung nach Griechenland zulässig, zumutbar und möglich ist. Die Erwä-
gungen sind in keinem Punkt zu beanstanden. Es kann insoweit zur Ver-
meidung von Wiederholungen vorab auf die angefochtene Verfügung, de-
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ren Zusammenfassung oben (E. 6.1) und im Übrigen auf die Akten verwie-
sen werden. Die Ausführungen in der Beschwerde führen zu keiner ande-
ren Betrachtungsweise. Soweit sie sich nicht mit der behaupteten Minder-
jährigkeit und der Frage des Bestehens gesundheitlicher Vollzugshinder-
nisse befassen (hierzu vgl. oben E. 4), erschöpfen sie sich über weite Teile
in Wiederholungen, Bekräftigungen, Gegenbehauptungen und Mutmas-
sungen. Im Einzelnen ist dennoch Folgenden festzuhalten:
7.2 Griechenland ist ein EU-Staat und wurde durch den Bundesrat am
14. Dezember 2007 bereits als sicherer Drittstaat im Sinne von Art. 6a
Abs. 2 Bst. b AsylG bezeichnet. Der Beschwerdeführer hat sich vor der Ein-
reise in die Schweiz unbestrittenermassen in Griechenland aufgehalten
und dort ein Asylverfahren durchlaufen. Am (...) September 2019 hat er
subsidiären Schutz und darauf basierend eine bis am (...) 2022 gültige Auf-
enthaltsbewilligung erhalten. Die griechischen Behörden haben dement-
sprechend seiner Rückübernahme zugestimmt. Das Land ist unter ande-
rem Signatarstaat der FK und es bestehen weder objektive Anhaltspunkte
noch substanzielle Hinweise für eine drohende Rückschiebung in seinen
Heimatstaat unter Verletzung des Refoulement-Verbots. Das SEM ist da-
her in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG zu Recht auf das Asyl-
gesuch nicht eingetreten. Der Beschwerdeführer vermischt in seiner Be-
schwerde (dort insb. Ziff. B/II/4) augenfällig die Voraussetzungen eines
Nichteintretens nach Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG mit jenen des Wegwei-
sungsvollzuges. Im Gegensatz zu Dublin-Nichteintretensentscheiden nach
Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG sind hier allfällige Vollzugshindernisse gemäss
Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG durchaus separat zu prüfen, denn das Fehlen von
Überstellungshindernissen ist – abgesehen vom in Art. 31a Abs. 1 Bst. a
AsylG erwähnten Refoulement-Verbot – nicht bereits Voraussetzung des
Nichteintretensentscheides (vgl. im Dublin-Kontext BVGE 2015/18 E. 5.2
m.w.H.).
7.3 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-
derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-
lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet
(Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Dies
wird in der Beschwerde auch nicht bestritten.
7.4 Die Vorinstanz hat im Weiteren den Wegweisungsvollzug zu Recht als
zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die vorinstanzlichen Erwägun-
gen sind auch diesbezüglich in keinem Punkt zu beanstanden. Die Ausfüh-
rungen in der Beschwerde führen zu keiner anderen Betrachtungsweise.
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Gemäss Art. 6a AsylG besteht zugunsten sicherer Drittstaaten die Vermu-
tung, dass diese ihre völkerrechtlichen Verpflichtungen einhalten. Gestützt
auf Art. 83 Abs. 5 AIG besteht ferner die Vermutung, dass eine Wegwei-
sung in einen EU- oder EFTA-Staat in der Regel zumutbar ist. Es obliegt
der betroffenen Person, diese beiden Legalvermutungen umzustossen.
Dazu hat sie ernsthafte Anhaltpunkte dafür vorzubringen, dass die Behör-
den des in Frage stehenden Staates im konkreten Fall das Völkerrecht ver-
letzen, ihr nicht den notwendigen Schutz gewähren oder sie menschenun-
würdigen Lebensumständen aussetzen würden respektive dass sie im in
Frage stehenden Staat aufgrund von individuellen Umständen sozialer,
wirtschaftlicher oder gesundheitlicher Art in eine existenzielle Notlage ge-
raten würde (vgl. statt vieler das Urteil des BVGer E-2617/2016 vom
28. März 2017 E. 4). Das Vorliegen eines Vollzugshindernisses unter dem
Aspekt der Zulässigkeit bei Personen, denen von den griechischen Behör-
den ein Schutzstatus verliehen wurde, wird vom Bundesverwaltungsgericht
praxisgemäss nur unter sehr strengen Voraussetzungen bejaht. Grund-
sätzlich geht das Gericht davon aus, dass Griechenland als Signatarstaat
der EMRK, der FoK und der FK sowie des Zusatzprotokolls der FK vom
31. Januar 1967 (SR 0.142.301) seinen entsprechenden völkerrechtlichen
Verpflichtungen nachkommt. Zwar anerkennt das Gericht – auch aufgrund
der von der Beschwerdeführerin zitierten Berichte –, dass die Lebensbe-
dingungen in Griechenland schwierig sind. Dennoch ist gemäss Recht-
sprechung diesbezüglich nicht von einer unmenschlichen oder entwürdi-
genden Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK respektive einer existenzi-
ellen Notlage auszugehen (vgl. Urteil des BVGer D-5016/2017 vom
12. März 2018 E. 6.4 m.w.H.; bestätigt in den Urteilen des BVGer E-
2360/2019 vom 22. Mai 2019 E. 8.3.1 f. und E-4866/2019 vom 2. Oktober
2019 E. 10.1). Personen mit Schutzstatus sind griechischen Bürgerinnen
und Bürgern gleichgestellt in Bezug auf Fürsorge, den Zugang zu Gerich-
ten und den öffentlichen Schulunterricht respektive gleichgestellt mit ande-
ren Ausländern und Ausländerinnen beispielsweise in Bezug auf Erwerbs-
tätigkeit oder die Gewährung einer Unterkunft (vgl. Art. 16-24 FK). Unter-
stützungsleistungen und weitere Rechte können direkt bei den zuständigen
Behörden eingefordert werden, falls notwendig auf dem Rechtsweg. Nicht
zuletzt können Schutzberechtigte sich auch auf die Garantien in der Qua-
lifikationsrichtlinie 2011/95/EU berufen, insbesondere die Regeln betref-
fend den Zugang von Personen mit Schutzstatus zu Beschäftigung (Art.
26), zu Bildung (Art. 27), zu Sozialhilfeleistungen (Art. 29), zu Wohnraum
(Art. 32) und zu medizinischer Versorgung (Art. 30). Im Falle einer Verlet-
zung der Garantien der EMRK steht gestützt auf Art. 34 EMRK letztlich der
Rechtsweg an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR)
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offen. Aufgrund der Akten liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass der
Beschwerdeführer bei einer Ausschaffung nach Griechenland dort mit be-
achtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK ver-
botenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Dabei ist nochmals klar-
zustellen, dass der Beschwerdeführer weder hinsichtlich seines Alters – er
gilt nicht als minderjährig – noch hinsichtlich seines Gesundheitszustandes
zu einer vulnerablen Gruppe gehört. Es handelt sich bei ihm ganz offen-
sichtlich nicht um eine schwerkranke Person, bei der die ernsthafte Gefahr
besteht, dass sie bei einer Rückschaffung nach Griechenland einer
schwerwiegenden, rapiden und irreversiblen Verschlechterung ihres Ge-
sundheitszustandes, verbunden mit übermässigem Leiden oder einer be-
deutenden Verkürzung der Lebenserwartung, ausgesetzt wäre, zumal die
medizinische Versorgung in Griechenland gewährleistet ist. Schliesslich ist
mit der Vorinstanz festzuhalten, dass Griechenland ein Rechtsstaat ist, der
über einen funktionierenden Polizei- und Justizapparat verfügt (vgl. Urteil
des BVGer E-4234/2018 vom 30. Juli 2018 E. 6.3.3, m.w.H.). Bei Unter-
stützungsbedarf oder allfälligen Problemen mit Drittpersonen kann sich der
Beschwerdeführer an die griechischen Behörden wenden und die erforder-
liche Hilfe nötigenfalls auf dem Rechtsweg einfordern. Es bestehen keine
Hinweise darauf, Griechenland würde ihm dauerhaft die ihm gemäss der
Richtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingungen vorenthalten und
ihn einer existenziellen Notlage aussetzen. Er muss sich den Umstand,
dass er nach kurzer Zeit seit Erhalt des Schutzstatus freiwillig aus Grie-
chenland ausgereist ist, anstelle sich an die zuständigen Institutionen zu
wenden, entgegenhalten lassen. Im Übrigen fällt auf, dass der Beschwer-
deführer seine Situation während seines Aufenthalts in Griechenland durch
seinen Rechtsvertreter weitaus dramatischer darstellen lässt, als er sie sel-
ber in der Befragung schilderte (vgl. z.B. vorinstanzliche Akte 11/17
Ziff. 8.02). Bei dieser Sachlage besteht kein Anlass zur Einholung individu-
eller Garantien bei den griechischen Behörden betreffend Unterbringung
und Zugang zu fachärztlicher Behandlung.
Der Vollzug der Wegweisung ist schliesslich nach Art. 83 Abs. 2 AIG mög-
lich, da die griechischen Behörden einer Rückübernahme des Beschwer-
deführers ausdrücklich zugestimmt haben, er dort über eine Aufenthaltsbe-
willigung verfügt und den Akten keine Hinweise auf eine Reiseunfähigkeit
zu entnehmen sind. Der besonderen Lage im Zusammenhang mit der
Corona-Pandemie hat das SEM mit seinem zusätzlichen Passus bei der
Ausreisefrist sachgerecht Rechnung getragen. Eine auf unabsehbare Zeit
in Aussicht stehende Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzuges ist mit die-
ser Pandemie nicht gegeben.
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8.
Zusammenfassend ist das SEM demnach in Anwendung von Art. 31a
Abs. 1 Bst. a AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers
nicht eingetreten, und ebenso zu Recht hat es den Wegweisungsvollzug
dorthin als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet, weshalb die Anord-
nung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht fällt.
Es ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht ver-
letzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt
und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Be-
schwerde ist abzuweisen. Es erübrigt sich, auf deren Inhalt und die beige-
legten Zeitungsberichte näher einzugehen.
9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.–
festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]).
Angesichts der aus den vorstehenden Erwägungen hervorgehenden Aus-
sichtslosigkeit der Beschwerde ist das Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen. Jenes um
Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ist mit dem vorliegend
instruktionslos ergehenden, verfahrensabschliessenden Urteil in der Sa-
che hinfällig.
(Dispositiv nächste Seite)
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