Decision ID: c0a341c2-d037-4032-8e3e-820444742baf
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1967, ist Vater zweier Kinder (geboren 1997 und 2000,
Urk.
7/6
Ziff.
3).
Zuletzt war er
selbständig
als LKW-Chauffeur tätig (
Urk.
7/11 S. 1
f.
Ziff.
2
).
Der Versicherte meldete sich a
m 1
7.
Oktober 2016 unter Hinweis auf
Erkrankun
g
en
am Herzen und
an
der Lunge
bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (
Urk.
7/6
Ziff.
6.1).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische
(
Urk.
7/12/7-8,
Urk.
7/13
,
Urk.
7/19/6-11,
Urk.
7/23)
und erwerbliche
(
Urk.
7/14
,
Urk.
7/17
)
Abklärungen
.
Am 1
6.
Mai 2017 (
Urk.
7/33) verneinte sie einen Anspruch auf Eingliederungs
massnahmen.
Mit Vorbescheid vom 2
1.
Juli 2017 (
Urk.
7/44) stellte die IV-Stelle die
Zusprache
einer
Viertelsrente
in Aussicht. Der Versicherte brachte dagegen Einwände (
Urk.
7/54) vor. Mit Verfügung vom
8.
März 2018 (
Urk.
7/61,
Urk.
7/58 =
Urk.
2) sprach die IV-Stelle dem Versicherten ab dem
1.
April 2017 eine
Viertelsrente
zu.
2.
Der Versicherte erhob am 1
9.
April 2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom
8.
März 2018 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm eine halbe Rente auszurichten (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1 oben).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
5.
Mai 2018 (
Urk.
6) die A
bweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 2
8.
Mai 2018 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
tei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
vertrat den Standpunkt
, nach den medizinischen Abklä
rungen bestehe in der bisherigen Tätigkeit des Beschwerdeführers als LKW
Chauffeur seit dem
6.
Oktober 2015 keine Arbeitsfähigkei
t mehr
(
Urk.
2 S.
4 oben).
Seither
habe sich
sein Gesundheitszustand
wieder
verbessert. Seit April 2017 bestehe in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
.
Die Beschwerdegegnerin ermittelte
daraufhin
ausgehend von einem
Validenein
kommen
von
Fr.
59'967.-- und einem Invalideneinkommen von
Fr.
30'355.-
- einen Invaliditätsgrad von 49
%
(
Urk.
2 S. 4
unten
).
2.2
De
r Beschwerdeführer brachte
zum
durchgeführten Einkommensvergleich vor, für die Bestimmung des
Valideneinkommens
sei auf den Durchschnittlohn der letzten fünf Jahre vor Eintritt des Gesundheitsschadens abzustellen. Dabei ergebe sich ein durchschnittlicher Jahreslohn von
Fr.
62'180.--. Dieser sei als
Validen
einkommen
zu übernehmen (
Urk.
1 S. 4
Ziff.
5). Bei der Bestimmung des
Invali
deneinkommens habe die Beschwerdegegnerin nur einen Leidensabzug von 10
%
gewährt (S. 4
Ziff.
6).
Ger
e
chtfertigt sei ein Abzug von 15
%
(S. 6
Ziff.
6).
2.3
Streitig
sind somit die zur Ermittlung der Höhe des Invaliditätsgrades heran
zu
ziehenden Vergleichseinkommen
.
3.
3.1
Die Ärzte des
Y._
stellten im Bericht vom 1
2.
Oktober 2015 (
Urk.
7/19/6-8) nach
einem stationären Aufenthalt
des Beschwerdeführers
vom
6.
bis 1
2.
Oktober 2015 folgende Diagnosen (S. 1):
-
dilatative
Kardiopathie unklarer Ätiologie und koronare
1
G
efässerkran
kung
-
Differentialdiagnose:
hypertensive
Komponente
-
d
ekompensierte
Herzinsuffizienz mit initial Lungenödem und respira
torischer Globalinsuffizienz (Intubation
6.
bis
7.
Oktober
2015)
-
kvRF
:
arterielle
Hypertonie,
Nikotinabusus, nichtinsulinpflichtiger Diabetes mellitus Typs 2, positive Familienanamnese
-
akute Niereninsuffizienz RIFLE I
-
ätiologisch
prärenal
bei
low
output
-
Rhabdomyolyse
am ehesten bei Liegetrauma
-
Verdacht auf chronisch obstruktive Lungenerkrankung bei persistieren
dem Nikotinabusus
-
subklinische Hyperthyreose
3.2
Dr.
med.
Z._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Kardiologie,
Leitender Arzt Kardiologie,
A._
,
stellte im Bericht vom 2
7.
März 2017 (
Urk.
3/3 =
Urk.
7/23) folgende Diagnosen (S. 1)
:
-
dilatative
Kardiomyopathie unklarer Ätiologie, Erstdiagnose Oktober 2015
-
Differentialdiagnose:
hypertensive
Herzkrankheit
-
Status nach intubationspflichtigem Lungenödem, Oktober 2015
-
mittelschwer bis eher schwer eingeschränkte linksventrikuläre systoli
sche Globalfunktion, EF 30-35
%
-
koronare 1-Gefässerkrankung
-
Status nach PCI/
Stenting
einer proximalen RCA-Stenose, Oktober 2015
-
cvRF
: arterielle Hypertonie, fortgesetzter Nikotinkonsum, Diabetes mellitus Typ II, positive Familienanamnese
-
chronisch obstruktive
Pneumopathie
Gold Stadium II, Risikoklasse A
-
Diffusionsstörung schweren Grades mit Lungenemphysem
-
fortgesetzter Nikotinkonsum
-
arterielle Hypertonie
-
Diabetes mellitus Typ II, unter oralen Antidiabetika
-
Eisenmangelanämie
-
subklinische Hypothyreose
-
Adipositas, BMI 38.7
Dr.
Z._
führte weiter aus, aufgrund der kardialen Situation und der medi
kamentösen Behandlung scheine der Patient zurzeit als Lastwagenchauffeur nicht arbeitsfähig zu sein (S. 2
Ziff.
1.6). Sollte sich die Lungenfunktion im Verlauf verbessern, was bis dato nicht geschehen sei, könne er
allenfalls wieder
als Last
wagenchauffeur arbeitsfähig werden. Aus rein kardialer Sicht sei für eine leichte körperliche Arbeit (zum Beispiel Büroarbei
t
en
) eine Ar
beitsfähigkeit von 50 % möglich
.
Nicht zu vernachlässigen seien jedoch die multiplen Begleit
diagnosen und die ausgebaute medikamentöse Therapie, welche häufig eine rasche Ermü
dung und Konzentrationsschwäche verursache. Aus diesem Grund sei oft auch eine angepasste leichte Arbeit kaum möglich (S. 2 Ziff. 1.9).
3.3
Dipl.-Med.
B._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Prävention und Gesundheitswesen, Regionalärztlicher Dienst der Beschwerde
gegnerin (RAD),
nannte
in der Stellungnahme vom 1
6.
Mai 2017 (
Urk.
7/42 S. 4 f.)
als Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
dilata
tive
Kardiomyopathie, EF 35
%
, eine koronare 1-Gefässerkrankung und einen Hyper
tonus (S. 4 oben).
Der Beschwerdeführer könne b
ezüglich der bisherigen Tätigkeit keine körperlich schwere Arbeit verrichten. Es bestehe eine rasche Ermüdung und eine Kon
zentrations
schwäche. In Frage komme eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit, zum Beispiel Büroarbeiten.
Somit bestehe in der
bisherigen Tätigkeit als Last
wa
genchauffeur seit Oktober 2015 dauerhaft eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. In einer angepassten Tätigkeit habe von Oktober 2015 bis März 2017 ebenfalls eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden
. Ab April 2017 bestehe in einer solchen Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
(S. 4 unten).
4.
4.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
4.2
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
von selbständig erwerbstätig gewe
senen Personen, das der Bestimmung des Invaliditätsgrades nach Art. 16 ATSG zugrunde zu legen ist, sollten in erster Linie die aus dem Auszug aus dem Indivi
duellen Konto (IK) ersichtlichen Löhne herangezogen werden. Weist das bis Ein
tritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen (Urteil des Bun
desgerichts 8C_626/2011 vom 29. März 2012 E. 3, E. 4.1 f.).
Bei selbständig Erwerbenden wird namentlich dann nicht auf das zuletzt erzielte Einkommen abgestellt, wenn aufgrund der Umstände mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit anzunehmen ist, dass der Versicherte im Gesundheitsfall seine nicht einträgliche selbständige Tätigkeit aufgegeben und eine besser
entlöhnte
andere Tätigkeit angenommen hätte, oder dann, wenn die vor der Gesundheits
beeinträchtigung ausgeübte selbständige Tätigkeit wegen ihrer kurzen Dauer keine genügende Grundlage für die Bestimmung des
Valideneinkommens
dar
stellt, zumal in den ersten Jahren nach Aufnahme der selbständigen Erwerbstä
tigkeit üblicherweise aus verschiedenen Gründen (hohe Abschreibungsquote auf Neuinvestitionen usw.) die Betriebsgewinne gering sind. Wenn sich hingegen der Versicherte, auch als seine Arbeitsfähigkeit noch nicht beeinträchtigt war, über mehrere Jahre hinweg mit einem bescheidenen Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit begnügt hat, ist dieses für die Festlegung des
Validenein
kommens
massgebend, selbst wenn besser
entlöhnte
Erwerbsmöglichkeiten bestanden hätten. Das Bundesgericht hat denn auch eine Parallelisierung der Ein
kommen bei selbständig Erwerbenden in der Regel abgelehnt (Urteil des Bundes
gerichts 8C_626/2011 vom 29. März 2012 E. 4.4 mit Hinweisen auf
BGE 135 V 58
E. 3.4.6-7).
4.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
ge
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE
zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei
Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl.
auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung
,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Recht
sprechung).
4.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäf
tigungs
grad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidens
bedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berücksichtigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person
realistischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu unterscheiden ist die Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit
einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1 mit Hinweisen).
Ist von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen, können unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) als ausserordentlich zu bezeichnen sind (
Urteil des Bundesgerichts 9C_366/2015 vom 22. September 2015 E. 4.3.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_826/2015 vom 13. April 2016 E. 3.2.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
5.
5.1
Es
ist davon auszugehen
, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall weiterhin
selbständig
als LKW-Chauffeur erwerbstätig wäre.
Der Beschwerdeführer übte diese Tätigkeit bereits seit Februar 2007 aus (Urk. 7/14 S. 1, Urk. 7/42 S. 5), als er sie im Oktober 2015 krankheitsbedingt aufgeben musste. Eine berufliche Ver
änderung
war nicht geplant (Urk. 7/42 S. 5).
Das
Valideneinkommen
ist daher
anhand des zuletzt in dieser Tätigkeit erzielten Einkommens
zu bestimmen
.
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist bei Einkommensschwankungen auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittverdienst abzustellen (
vorstehend E. 4.2,
Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesge
richts zum IVG,
3.
Aufl., S. 333
Art.
28a
Rz
68).
5.2
Die Beschwerdegegnerin
berücksichtigte
die Einkommen der Jahre 2012 bis 2014 gemäss dem
Auszug
aus dem individuellen Konto (IK-Auszug)
und ermittelte
ein durchschnittliches Einkommen
von
Fr.
59'967.-- (
Urk.
7/42 S. 5 unten).
Der
Beschwerdeführer beanstandete die Berechnung der Beschwerdegegnerin mit dem Hinweis auf Lohnschwankungen (
Urk.
1 S. 4
Ziff.
4 oben).
Der Beschwerdeführer rechnete gemäss IK-Auszug (Urk. 7/14) während sieben vollen Kalenderjahren (2008 – 2014) ein Einkommen als
Selbständigerwerbender
ab. Während dieser Jahre präsentierten sich die Zahlen wie folgt: Fr. 57'700.
im Jahr 2008, Fr. 61'600.
im Jahr 2009, Fr. 64'900.
im Jahr 2010, Fr. 66'100.
im Jahr 2011, Fr. 62'300.
im Jahr 2012, Fr. 58'800.
im Jahr 2013 und Fr. 58'800.
im Jahr 2014. Der Einkommensverlauf des Beschwerdeführers war somit unstet. Eine klare Tendenz über einen längeren Zeitraum zeichnen die Zahlen nicht auf. Die Jahre 2013 und 2014, in denen ein deutlich unter
durch
schnittliches Einkommen erwirtschaftet wurde, taugen nicht als Ausgangs
punkt zur Fortzeichnung der hypothetischen Lohnentwicklung. Beim Abstellen auf die Jahre 2012 bis 2014, wie es die Beschwerdegegnerin gemacht hat, erhalten die Jahre 2013 und 2014 mit deutlich unterdurchschnittlichem Einkommen ein zu grosses Gewicht. Für eine Prognose des hypothetischen Einkommens im Gesund
heitsfall drängt es sich deshalb auf, alle sieben Beitrags
jahre des Beschwerde
führers als
Selbständigerwerbender
mit voller Beitragsdauer (Januar bis Dezember) heranzuziehen. Das in die Berechnung des Invaliditäts
grades einzu
setzende
Valideneinkommen
beläuft sich damit auf den Durchschnitt dieser Jahre, nämlich auf Fr. Fr. 61'457.
((Fr. 57'700.
+ Fr. 61'600.
+ Fr. 64'900.
+ Fr.
66'100.
+ Fr. 62'300.
+ Fr. 58'800.
+ Fr. 58'800.
) :
7).
5.3
Das Invalideneinkommen ist anhand von Tabellenlöhnen zu bestimmen. Aus medizin
i
scher Sicht ist der Beschwerdeführer in einer leichten, wechselbelasten
den Tätigkeit
zu 50
%
arbeitsfähig.
Nach LSE TA1 2016
ist für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art (Kompetenzniveau eins) von einem durchschni
ttlichen Einkommen von
Fr.
5'340
.-- auszugehen. Die Beschwerdegegnerin
nahm
zudem einen Abzug vom Tabellenlohn von 10
%
vor
(
Urk.
2 S. 4 unten).
Nachdem der Beschwerdeführer nur mehr körperlich leichte Arbeiten verrichten kann,
liegt dieser Abzug inner
halb des Ermessensspielraums der Beschwerdegegnerin (E. 4.4)
. Es ist in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer neben der inva
lidisierenden Herzleistungsschwäche an multiplen Nebendiagnosen leidet (vor
stehend E. 3.1-3.3). Aufgrund des deutlich angeschlagenen Gesundheits
zustands des Beschwerdeführers muss erwartet werden, dass er auch bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage nur unter Inkaufnahme einer Lohneinbusse eine leichte Hilfs
arbeitertätigkeit im zumutbaren Pensum von 50 % finden wird.
Bei einer wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2016 von 41.7 Stunden ergibt sich ein Ein
kommen von
Fr.
30'062.--
(
Fr.
5'340.-- x 12 x
0.5 :
40 x 41.7 x 0.9). Als Invaliden
einkommen sind daher
Fr.
30'062.-- zu veranschlagen.
Vergleicht man das
Valideneinkommen
von
Fr.
6
1
'
457
.-- mit dem Invalidenein
kommen von
Fr.
30'062.--, resultiert ein
e Erwerbseinbusse von
Fr.
3
1
'
395
.--, was einem Invaliditätsgrad von 51.
1
%
entspricht.
5
.4
Zusammenfassend ergibt sich, dass bei einem Invaliditätsgrad von 51.
1
%
ab dem
1.
April 2017 Anspruch auf eine halbe Rente besteht. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen.
6
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vor
liegend sind die Kosten auf
Fr.
600.-- festzusetzen und der unter
liegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer ist
bei einem
praxisgemässen
Stunden
ansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer)
mit
Fr.
2’050
.-- (inklu
sive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.