Decision ID: 99f33f0f-c2ac-4ab6-9197-cb3b5828efb3
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1962,
promovierte Chemikerin ETH, arbeitete
seit dem 1. Februar
2001 zu 100 %
für die Firma
Y._
(Urk. 7/5/4).
Am 31. März 1998 und am 1. Januar 2010 erlitt sie
jeweils
einen Verkehrsunfall (Urk. 7/
10
/1
4
1, vgl. Urk.
Urk. 7/10/32, vgl. Urk. 7/20/39
).
In der Folge
des zweiten Verkehrsunfalles
wurde die Versicherte ab dem 1. Januar 2010
in unterschiedlichem
Ausmass
arbeitsunfähig geschrieben
(vgl. Urk. 7/8/2, Urk. 7/10/10, Urk. 7/10/41, Urk. 7/10/42, Urk. 7/10/43
, Urk. 7/12/3
)
.
Die
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA)
sah sich
vom 4. Januar 2010
bis
zum
31. Oktober 2011
als leistungspflichtig an (
Urk. 7/10/1-4,
Urk. 7/24/2-8
,
Urk. 7/46
).
Unt
er der Angabe von Schmerzen i
m
Nackenbereich und
am
Kopf, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Erbrechen, Ver
spannungen und Depressionen meldete sich
die
Versicherte
a
m 18. August 2010 erstmals zum Leistungsbezug bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, an (Urk. 7/2).
In der Folge nahm die IV-Stelle erwerbliche (Urk. 7/
5
, Urk. 7/11
,
Urk. 7/44
,
Urk. 7/45,
Urk. 7/51
)
und
medizinische
(Urk. 7/7, Urk. 7/8
,
Urk. 7/12
)
Abklärungen vor
und
zog die Akten der Suva (Urk. 7/
10
, Urk. 7/16
, Urk. 7/23, Urk. 7/24
,
Urk. 7/46
)
und
ein
bidisziplinäre
s
Gutachten der Klinik
Z._
vom 1
4.
Mai 2012
(Urk. 7/43)
, welche
s
von der
Helsana
in Auf
trag gegeben
worden war
,
bei
.
Mit Vorbescheid vom 4.
Februar 2013 teilte die IV
Stelle mit, dass
die
Versicherte
ab dem 1. Februar 2011 Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente
und ab dem 1. Juli 2012 auf eine halbe
,
befristet
e Invali
denrente
bis
zum
28. Februar 2013 habe. Ab März 2013 bestehe kein Renten
anspruch mehr (Urk. 7/57/3).
Gegen den Vorbescheid erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Tobias
Figi
(Urk. 4)
,
am 1. März 2013 Einwand
(Urk. 7/61) und ergänzte diesen am 9. April 2013 (Urk. 7/64)
. Am 13. August 2013 liess die IV-Stelle die Versicherte
durch Dr. med. A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH
,
untersuchen (Urk. 7/68)
. Dieses Gut
achten stellte sie in der Folge dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zu, welcher dazu am 17. September 2013 Stellung nahm (Urk. 7/70). Mit Verfügun
g
en
vom
24
. Januar 2014 hielt die IV-Stelle weiterhin
an ihren Ausführungen im Vorbescheid fest
(Urk. 7/72, Urk. 7/75 = Urk. 2/2
, Urk. 7/76 = Urk. 2/1
)
. Sie sprach der Versicherten befristet für die Periode vom 1. Februar 2011 bis zum 30. Juni 2012 eine ganze
Invalidenrente
und vom 1. Juli 2012 bis zum 28. Februar
2013
eine halbe
Invalidenrente
zu.
Die ganze
Invalidenrente
stützte sie auf einen Invaliditätsgrad von 100
%
und
die halbe
Invalidenrente
auf einen von
50 %
. Ab
März 2013 ging sie von einem Invaliditätsgrad von 0 % aus
(Urk. 3 S. 2-3).
2.
Gegen die Verfügung
en
vom 24. Januar 2014 (Urk. 2
/1, Urk. 2/2
) liess die Versi
cherte Beschwerde erheben und
beantrage
n
, es
seien der Vorbescheid der Beschwerdegegnerin vom 4. Februar 2013 und die beiden Verfügungen vom 24. Januar 2014 insoweit aufzuheben,
als
dass der Beschwerdeführerin auch nach dem 28. Februar 2013 der Anspruch auf mindestens eine halbe
Invaliden
rente
zusteh
e, a
lles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin
(Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 31. März 2014 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Mit Verfügung vom 4. April 2014 ordnete das Gericht einen zweiten Schriftenwechsel an und stellte der Beschwerdeführerin eine Kopie der Beschwerdeantwort zu (Urk. 8). In
der
Replik vom
26. August 2014
hielt
die Beschwerdeführerin
an ihren Anträ
gen fest (Urk. 12). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 29. September 2014 auf eine Duplik (Urk. 14)
,
was der Beschwerdeführerin am
3
0.
September 2014
mitgeteilt
wurde
(Urk. 15).
Auf die Ausführungen in den Rechtsschriften und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revi
sionsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
1.
4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung
(
IVV
)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E.
1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blei
ben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat viel
mehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
Gemäss
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit
die
anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen wer
den kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die hierzu not
wendige Prognose unterliegt dabei dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 7 E.
3c/
aa
mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist eine Rente bei Wegfall der Invalidität im Normalfall erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der anspruchserheblichen Veränderung aufzuheben (BGE 119 V 98 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts I 569/06 vom 20. November 2006 E. 3.3).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte sich in de
n
Verfügung
en
vom 24. Januar 2014 auf den Standpunkt, seit
Dezember
201
2
sei
keine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit mehr vorhanden
und
die Beschwerdeführerin
könne
ihre angestammte Tätig
keit wieder vollumfänglich ausüben
(Urk. 2
/1
).
In ihrer Beschwerdeantwort vom 31. März 2014 beantragte sie die Abweisung der Beschwerde
und verwies
zur
Begründung auf die Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 27. September 2013 (vgl.
Urk. 7/71/4), das psychiatrische Gutachten von Dr.
A._
vom 22. August 2013 (Urk. 7/68) sowie ihre Akten
. Ins
be
son
dere führte sie aus,
die
Zusprache
der befristeten
Invalidenrente
gründe auf dem
bidisziplinären
Gutachten
der Klinik
Z._
vom 14. Mai 2012, wonach auf
grund einer mittelgradigen depressiven Episode (I
CD
-
10
:
F32.1) eine Arbeits
fä
higkeit von 50 % in jeglicher Tätigkeit,
steigerbar
auf 100 % bestehe (vgl. Urk. 7/43).
Gemäss
der Beurteilung des Kreisarztes des Unfallversicherers vom 10. November 2010 seien im Zeitraum des Unfalls keine posttraumatischen Läsionen vorhanden gewesen (vgl. Urk. 7/16
/38
)
.
E
s stelle sich die Frage, ob die befristete
Invalidenrente
zu Recht
zugesprochen worden sei
, oder ob nicht von einer Überwindbarkeit der Leiden hätte ausgegangen werden müssen.
Die Krite
rien, die eine Überwindbarkeit ausnahmsweise ausschliessen, seien nicht in der erforde
rlichen Intensität ausgewiesen
.
E
ine psychische Komorbidität von erheb
licher Schwere, Ausprägung und Dauer
sei
gestützt auf die Diagnosen in beiden psychiatrischen Gutachten zu verneinen (Urk.
6).
2.2
Die Beschwerdeführerin liess hingegen
in der Beschwerdeschrift
ausführen, sie
könne
heute
gemäss den ärztlichen Zeugnissen von Dr. med.
B._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH
und
dem
psychiatrische
n
Teilgutachten der Klinik
Z._
vom 14. Mai 2012
ihre angestammte Tätigkeit als Direktorin und Mitglied des Managements in der Chemiebranche
unfallbe
dingt
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr verrichten. Bei einer solchen Stelle wäre
sie
heute massiv überfordert, was sofort zu einem Rückfall führen würde (Urk. 2 S. 13
).
Da
sie
nachweislich nicht bereits ab März 2013 wieder zu 100% arbeitsfähig gewesen sei und aufgrund der nach wie vor vor
handenen Leistungsdefizite ihre angestammte Tätigkeit als Direktorin und Mit
glied des Managements in der Chemiebranche
sicher nicht mehr
ausüben könne, sei die Rententerminierung per Ende Februar 2013 verfrüht erfolgt
(Urk. 1 S. 12)
.
Das Invalideneinkommen betrage im Jahr 2012
gestützt auf die
Lohn
strukturerhebung
(LSE) 2010,
Tabelle
T
A
1
,
Ziffer 20,
Herstellung von chemi
schen Erzeugnissen, Anforderungsniveau 3,
Fr. 75‘503.7
0.
Dieses
sei nicht auf eine 41
,
7 Stunden Woche hochzurechnen, da
sie
bereits vor dem Unfall
nur
40
Stunden pro Woche gearbeitet habe. Daher betrage der Invaliditätsgrad 52 %
(Urk. 2 S. 14)
.
Sie
habe
auch nach dem 1. März 2013
unter Berücksichtigung der psychischen Leiden und ohne Vornahme eines leidensbedingten Abzugs bei Verrichtung einer
leidensangepassten
Tätigkeit Anspruch auf mindestens eine halbe
Invalidenrente
. Der von der Beschwerdegegnerin berechnete
Invaliditäts
grad
von 0 %
ab März 2013
sei nachweislich falsch
(Urk. 2 S. 15)
.
In der Replik vom 26. August 2014 hielt
die Beschwerdeführerin
an ihren Anträgen fest (Urk. 12). In materieller Hinsicht liess sie insbesondere ausführen, die prognosti
zierte Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 100 % gelte nur für eine angepasste Tätigkeit
(Urk. 12 S. 3, vgl. Urk. 7/43/15
)
.
Diese Steigerung
habe
sie
in der Zwischenzeit realisieren können, denn sie arbeite seit dem 1. Dezember 2013 als Laborantin bei der Firma
C._
. Diese Stelle übe sie
vore
rst als Fachkraft aus, wobei – sofern der Gesundheitszustand dies zulasse – Aus
sicht auf Beförderung ins Kader bestehe. Der Lohn be
trage zurzeit 13 x Fr. 8‘000.--
, weshalb
sie
zumindest bis Ende November 2013 Anspruch auf eine angemessene
Invalidenrente
habe (Urk. 12 S. 3 f.).
Gemäss dem
psychiatrischen
Gutachten
der Klinik
Z._
vom 14. Mai 2012 seien mindestens sechs Krite
rien für eine mittelgradige depressive Episode nach ICD
10 erfüllt (
v
gl.
Urk. 7/43/11). Die Überwindbarkeit sei daher nachweislich nicht gegeben, wes
halb
sie
klar Anspruch auf eine angemessene
Invalidenrente
habe
und eine psy
chische Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer erstellt sei (Urk. 12 S. 4)
.
Schliesslich habe der Gutachter Dr.
A._
am 24. Juni 2013
(richtig: 22. August 2013)
festgehalten, dass seit März 2013 eine volle Arbeits
fähigkeit gegeben
sei
. Der Zeitpunkt, ab wann wieder eine 100%ige Arbeitsfä
higkeit gegeben sei, sei somit „unsicher“, weshalb gemäss Art.
88a IV
V
die Rente frühestens nach drei Monaten, also ab Juni 2013 hätte eingestellt werden dürfen und nicht bereits per Ende Februar 2013 (Urk. 12 S. 5).
3.
3.
1
Am 2
6.
und 27. März 2012 wurde die Beschwerdeführerin
im Rahmen
des von der Helsana Versicherungen AG in Auftrag gegebenen Gutachtens
der Klinik
Z._
vom 1
4.
Mai 2012
psychiatrisch und
orthopädisch
untersucht
(Urk. 7/43)
.
Dem psychiatrischen Gutachten
ist als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeits
fähig
keit eine mittelgradige depressive Episode (ICD
-
10
:
F32.1) zu ent
nehmen (Urk. 7/43/9). Das derzeitige depressive Syndrom rechtfertige die aktu
elle Zuerkennung einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % in der angestammten Tätigkeit.
Dies stimme überdies
mit den aktenkundigen Empfehlungen weitge
hend über
ein.
Unter einer lege
artis
durchgeführten ambulanten Therapie könne eine schritt
weise Steigerung der Arbeitsfähigkeit (monatliche Steigerungen von 10 %) innerhalb der kommenden sechs Monate erreicht werden. Sollte dies nicht gelingen, sei zumindest in einer Verweistätigkeit mit geringeren
Leistungs
ansprüchen
(Arbeit als Chemielehrerin) eine Arbeitsfähigkeit im selben Zeitraum und mit gleichen Steigerungen als erreichbar anzusehen. Eine Ablehnung von Verweistätigkeiten
sei
nicht als krankheits-immanent anzuse
hen (Urk. 7/43/13).
Zum Verlauf der Arbeitsunfähigkeit wurde festgehalten, dass eine retrospektive Bewertung mangels eigener und ausreichend detaillierter anderer Vorbefunde nicht hinreichend sicher möglich sei (Urk. 7/43/16).
Gemäss
dem
orthopädische
n
Gutachten
bestand
kein ausreichender Anhalt für eine orthopädische Erkrankung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit.
Der Gut
achter
konnte lediglich ein
leichtgradiges
zervikales
Vertebralsyndrom
mit mus
kulärem Hartspann ohne wesentlichen behindernden Effekt feststellen (Urk. 7/43/24).
Nach der Auswertung aller klinischen Befunde und unter Hinzu
ziehung der vorliegenden Fremdbefunde, lasse sich aus orthopädischer Sicht einschätzen, dass die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht hinrei
chend wahrscheinlich gemindert sei.
Das
nuchale
Vertebralsyndrom
könne durchaus neben einer vollschichtigen Tätigkeit physiotherapeutisch behandelt werden, da Hinweise für eine wesentliche Strukturpathologie im Bereich der Wirbelsäule fehlten (Urk. 7/43/24-25
). Aus orthopädischer Sicht
liege keine
Arbeits
unfähigkeit
vor
(Urk. 7/43/27)
. Eine Beeinträchtigung bei der zuletzt ausgeübten Tätigkeit sei nicht zu erwarten. Die Leistungsfähigkeit betrage
per sofort
100 % (Urk. 7/43/25).
3.
2
Die
Beschwerdeführerin
wurde
am 13. August 2013 durch Dr.
A._
ambulant
psychiatrisch
abgeklärt
(Urk. 7/68)
.
Dem
Gutachten vom 22. August 2013
sind
keine psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
zu entnehmen
. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
wurden
eine Anpassungsstörung (ICD
-
10
:
F43.2) bei stark leistungsbetont-narzisstisch-perfektionistisch akzentuierter Persönlichkeit (ICD
-
10
:
Z73)
sowie ein Status nach einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD
-1
0
:
F32.1) mit Beginn ab April 2010, mittelgradig ab Juli 2010 und
leichtgradig
ab April 2011 bis unge
fähr Ende März 2013
,
aufgeführt
(Urk. 7/68/15).
Zur Leistungsfähigkeit hielt Dr.
A._
fest, die Beschwerdeführerin beschreibe einen Tagesablauf, der einer vollen Arbeitsfähigkeit entspreche. Vorgängig sei sie in einem beruflichen Integrationsprogramm
gewesen
,
bei welchem
sie auch Weiterbildungen
besucht habe
und ebenfalls eine Leistung
erbracht habe
, die einem vollen
Arbeitspen
sum
entsprochen habe
.
Insofern
seien keine Einschränkungen der Arbeitsfähig
keit aufgrund der ängstlichen und depressiven Symptome erkennbar. Die Beschwer
deführerin sei sowohl in der angestammten wie auch in
einer
ange
passten Tätigkeit voll arbeitsfähig.
Wenn
sie
eine angemessene Stelle hätte, würde es ihr psychisch rasch wieder gut gehen.
Die geklagten Beschwerden seien
daher im Moment
nur eine direkte Auswirkung der Arbeitslosigkeit
und
keine Folge einer eigendynamischen psychiatrischen Störung. Insofern müsse man
feststellen
, dass es aktuell überwiegend soziale Faktoren (Arbeitslosigkeit) seien, die für die jetzigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen verantwortlich seien (Urk. 7/68/18).
4.
4.1
Strittig ist insbesondere die Aufhebung der halben
Invalidenrente
per 1. März 2013 sowie
,
ob die Beschwerdeführerin in der bisherigen oder in einer ange
passten Tätigkeit arbeitsfähig ist.
4.
2
Für die Zeitspanne vom 1. Januar 2010 bis zum
Tag der gutachterlichen Unter
su
chung vom 27. März 201
2
ging die Beschwerdegegnerin
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin aus
(vgl.
Urk. 7/54/9)
. Diese
Annahme steht im Einklang mit der medizinischen Aktenlage
.
Es ist unbe
s
tritten, dass
die Beschwerdeführerin
nach
dem
Auffahrunfall
vom
1. Januar 2010
an einem
c
ranio
z
ervi
k
ale
n
Beschleunigungstrauma mit Folge
schäden,
an einem
Z
ervi
k
alsyndrom
,
an
p
osttraumatische
m
Kopfweh,
an
mul
tiple
n
neuro
vege
tative
n
Beschwerden,
an einer
reaktiv depressive
n
Stimmungs
lage
und
an einer
Exazerbation eines
lumbospondylogenen
Syndroms litt
(Urk. 7/10/17, Urk. 7/10/87
)
. Sodann wurde
eine mittelgradige bis eher schwere
Erschöpfungs
depression
mit somatischer, ohne psychotische Symptomatik
,
bei einem Status nach Schleudertrauma und Stress am Arbeitsplatz (ICD
-
10
:
F32.2)
,
diagnostiziert
(Urk. 7/8/1
, Urk. 7/10/17)
.
Die Beschwerdeführerin wurde vom
1.
bis zum 1
7.
Januar 2010 zu 100 %, vom 18. Januar bis zum 20. Juni 2010 zu 50 % und ab dem 21. Juni 2010 wiederum zu
100 % arbeitsunfähig geschrieben
(vgl. Urk. 7/8/2, Urk. 7/10/10, Urk. 7/10/41, Urk. 7/10/42, Urk. 7/10/43, Urk. 7/12/3
).
Gestützt
auf die medizinische Aktenlage
sprach
ihr
die IV-Stelle
von Februar 2011 bis Ende Juni 2012 eine
ganze
Invalidenrente
zu
(Urk. 2/1
, vgl. Urk. 7/54/9
)
.
D
ie Beschwerdegegnerin
bring
t
in der Beschwerdeantwort vor
,
es stelle sich die Frage, ob die
Zusprache
der befristeten
Invalidenrente
an sich zu Recht erfolgt
sei
, oder ob nicht vielmehr von einer Überwindbarkeit der Leiden hätte ausge
gangen werden müssen
(Urk. 6).
Es besteht indes
kein Anlass
,
für diesen Zeit
raum
eine Überwindbarkeitsprüfung vorzunehmen.
Es
war
korrekt
, dass gestützt auf die Depression eine ganze
Invalidenrente
zugesprochen wurde.
Die psychi
sche Komorbidität ist unbestritten
,
und gestützt auf die medizinischen Berichte ist sie ausgewiesen (vgl. Urk. 7/43/
11)
.
Somit ist
die
Zusprache
einer
ganzen
Invalidenrente vom 1. Februar 2011 bis zum 30. Juni 2012
nicht zu beanstan
den
.
4.
3
Die Beschwerdegegnerin stützt
e
ihre Annahme einer Verbesserung des Gesund
heitszustandes
der Beschwerdeführerin
ab
März
2012
auf das
bidisziplinäre
Gutachten
der Klinik
Z._
vom 14. Mai 2012
,
wobei
sowohl die
psychiatri
sche
als auch
die
orthopädische
Untersuchung am
27. März 2012
stattgefunden hatten
(Urk. 7/54/9, vgl. Urk. 7/43)
.
Dieses Gutachten erging in Kenntnis der
Vorakten
, berücksichtigt die geklagten Beschwerden
und beruht auf einer durch
geführten Untersuchung,
so dass es die erforderlichen Kriterien für ein
beweis
rechtlich
ausreichendes Gutachten erfüllt
.
Die Beschwerdeführerin
bringt vor
, sie sei nur in einer leidensangepassten Tätig
keit zu 50 % arbeitsfähig
(Urk. 1 S.
13)
.
Es ist jedoch darauf hinzuweisen,
dass der psychiatrische Gutachter, eine mittelgradige depressive Episode (ICD
10
:
F32.1) diagnostizierte (Urk. 7/43/9) und
klar aus
führte
, dass die Beschwerde
führerin aufgrund
des
derzeitigen depressiven Syndroms
in der angestammten Tätigkeit zu 50 %
a
rbeitsunfähig
sei (Urk. 7/43/13)
.
Diese Arbeitsunfähigkeit von 50 %
wurde
vom Gutachter nachvollziehbar begründet
und bezieht sich explizit auf die angestammte Tätigkeit, weshalb der
Argumen
tation
der Beschwerdeführerin nicht zu folgen ist.
Da diese 50%ige Arbeitsunfä
higkeit
vom
Gutachter Ende März 2012 festgestellt
wurde, ist eine Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgewiesen und
die
Anpassung der
Invalidenrente
per 1. Juli 2012 (
Art.
88a
Abs.
1 IVV) korrekt
.
Überdies wird die
Herabsetzung der
Invalidenrente
von der Beschwerdeführerin nicht in Frage gestellt
,
so dass
sich weitere Ausführungen erübrigen
.
4.
4
Die weitere
Annahme einer
Verbesserung des Gesundheitszustandes
ab Dezem
ber 2012
stützte
die Beschwerdegegnerin
insbesondere auf das
b
idisziplinäre
Gutachten
der Klinik
Z._
vom 14. Mai 2012
(vgl. Urk. 7/43).
Sie
hielt in der Verfügung vom
24. Januar 2014 fest, aus den medizinischen Unterlagen sei ersichtlich, dass eine schrittweise monatliche Steigerung der Arbeitsfähigkeit um 10 % in den nächsten sechs Monaten ab August 2012 zumutbar und mög
lich sei, unter der Voraussetzung einer lege
artis
durchgeführten intensiven psy
chotherapeutischen und antidepressiven Therapie. Deshalb sei davon auszuge
hen, dass de
r
Beschwerdeführerin ab Dezember 2012 ihre angestammte
oder
eine
andere
angepasste Tätigkeit wieder voll zumutbar sei (Urk. 2/1 S. 4).
Zu den Einwänden vom 1. März 2013 führte die Beschwerdegegnerin zudem aus,
sie stütze
die 100%ige Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
ab März 2013 auf das Gutachten
von
Dr.
A._
vom 22. August 201
3.
Der Gutachter habe festgehalten, dass seit März 2013 keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr vorhanden sei (Urk. 2/1 S. 5).
Die Beschwerdeführerin führte dagegen aus, der Gutachter Dr.
A._
habe am
22. August 2013
festgehalten, dass seit März 2013 eine volle Arbeitsfähigkeit gegeben sei, weshalb gemäss
Art.
88a IV
V
d
ie
Invalidenrente
frühestens nach drei Monaten, also ab Juni 2013 hätte eingestellt werden dürfen und nicht bereits per En
de Februar 2013 (Urk. 12 S. 5).
Indem die IV-Stelle grundsätzlich auf die im
bidisziplinären
Gutachten vom 14. Mai 2012 gemachte
Angabe abstellte
,
wonach
unter einer lege
artis
durch
geführten ambulanten Therapie eine schrittweise Steigerung der Arbeitsfähig
keit innerhalb der kommenden sechs Monate erreicht werden
könne
(Urk. 7/43/13)
, stellte sie nicht auf eine tatsächlich eingetretene Verbesserung der Arbeitsfähigkeit ab. Vielmehr stützte
sie
die
vermeintlich
anspruchsbeein
flussende
Änderung lediglich auf eine Prognose.
Ob sich der Gesundheitszu
stand
der Beschwerdeführerin
auch dementsprechend veränderte, ist unklar
und kann dem Gutachten nicht entnommen werden
.
Da sich
das Gutachten
somit
nicht zum effektiven Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin
im Dezember 2012 äussert, zumal es ja bereits im Mai 2012 erlassen
wurde und die Untersu
chungen Ende März 2012 stattfanden,
kann es
nicht
als Grundlage für eine Rentenaufhebung dienen.
Hingegen
ist dem Gutachten von Dr.
A._
vom 22. August 2013 eine effek
tive Verbesserung des Gesundheitszustandes zu entnehmen, da Dr.
A._
keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit mehr vorfand (Urk. 7/68/15). Zur Arbeitsfähigkeit führte er aus,
aufgrund der Angaben der Beschwerdeführerin ergebe sich eine erhebliche Besserung seit ungefähr einem halben bis ganzen Jahr (Rückgang der Schmerzsymptomatik, keine
Dauer
schmerzen
mehr) wie auch eine Stabilisierung und
eine
faktisch ganztägige Arbeitsleistung im Rahmen des BNF-Programmes. Insofern dürfe man seit min
destens einem halben Jahr,
also
seit März 2013, wieder von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgehen. Den Zeitraum davor könne er retrospektiv nicht beurteilen (Urk. 7/68/19).
Das versicherungspsychiatrische Gutachten von Dr.
A._
vom 22. August 2013 beruht auf umfangreichen
Vorakten
der S
uva
und der IV-Stelle, auf der Anamnese der Beschwerdeführerin und den bei der Untersuchung gemachten
B
efunden. Das Gutachten
ist einleuchtend
in der Beurteilung der medizinischen Situation und die Schlussfolgerungen in der Expertise sind begründet, weshalb darauf abzustellen ist. Somit kann ab März 2013 von einer 100%igen Arbeits
fähigkeit in der bisherigen Tätigkeit ausgegangen werden.
In Anwendung von
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist eine
Invalidenrente
bei Wegfall der Invalidität im Normalfall erst nach Ablauf von drei Monaten
einzustellen. Vor
liegend ist die Verbesserung der gesundheitlichen Situation ab März 2013 aus
gewiesen, weshalb
in Übereinstimmung mit der Beschwerdeführerin ab 1. Juni 2013
die halbe
Invalidenrente
einzustellen
ist
. Insofern ist die Beschwerde
teil
weise
gutzuheissen
und die angefochtene
n
Verfügung
en vom 24. Januar 2014
sind
dahingehend abzuändern
,
dass die Beschwerdeführerin vom
1. Februar
2011 bis zum 30. Juni 2012 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente und vom
1. Juli 2012 bis zum 3
1
.
Mai
2013 auf eine halbe
Invalidenrente hat. Ab dem 1.
Juni
2013 besteht kein Anspruch mehr.
Anzumerken bleibt, dass auch Dr.
A._
explizit von einer 100%igen Arbeits
fä
higkeit in der angestammten wie auch in einer angepassten Tätigkeit ausging (Urk. 7/68/1
8
). Demnach kann den Ausführungen der Beschwerde
führerin, sie sei lediglich in einer angepassten Tätigkeit arbeitsfähig, nicht gefolgt werden.
Auch a
uf die Ausführungen der Beschwerdeführerin bezüglich der Berechnung des Invalideneinkommens ist nicht weiter einzugehen
.
B
eide Gutachte
n sind
klar
von einer Arbeitsfähigkeit in der
angestammten
Tätigkeit aus
gegangen.
Ü
ber
dies
führt auch der von der Beschwerdeführerin berechnete Invaliditätsgrad von 52 % lediglich zu einer halben
Invalidenrente
und stimmt somit mit der Berechnung der IV-Stelle für die Zeitspanne vom 1. Juli 2012 bis zum 31. Mai 2013 überein.
5
.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig.
Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-
-
anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind
sie der mehr
heitlich unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Für die Zusprechung einer Prozessentschädigung an die Beschwerdeführerin besteht angesichts des geringfügigen Obsiegens kein Raum.