Decision ID: 5ba0f3a3-d209-4b89-9c12-6ffe15a38882
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Der am 13. Juni 1959 geborene schweizerisch-britische Doppelbürger X.Y. ist seit
31. März 2006 mit Natalia Y., einer russischen Staatsbürgerin, verheiratet. Vom 1.
August 2003 bis 31. Januar 2006 war X.Y. an der Schulgemeinde .. (Kanton St. Gallen)
als Real- bzw. Sekundarlehrer angestellt. Seit dem 1. Februar 2006 ist er
Verantwortlicher für das Risikomanagement bei der Z. Bank mit Arbeitsplatz in Triesen.
Ab 1. Januar 2004 war X.Y. unbeschränkt steuerpflichtig in S., Kanton St. Gallen. Er ist
Eigentümer eines Einfamilienhauses in S. (Kanton St. Gallen).
Per 30. Juni 2006 meldete sich das Ehepaar Y. nach Saratow, Russische Föderation,
ab.
B./ Das Kantonale Steueramt hielt mit Feststellungsverfügung vom 9. September 2008
fest, dass X.Y. am 31. Dezember 2006 Wohnsitz in S. hatte und die Abmeldung nach
Saratow in der Russischen Föderation demzufolge zu unrecht erfolgte. Er sei somit
rückwirkend ab dem Jahr 2006 unbeschränkt steuerpflichtig, wobei dies
selbstverständlich auch für die Folgejahre gelte.
Dagegen erhob X.Y. am 6. Oktober 2008 Einsprache beim Kantonalen Steueramt. Mit
Entscheid vom 26. November 2008 wurde die Einsprache abgewiesen. Dabei stellte
das Kantonale Steueramt fest, der Lebensmittelpunkt von X.Y. befinde sich in der
Gemeinde S. und sei nicht aufgehoben worden. X.Y. sei demzufolge für die
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Steuerperioden 2006 und 2007 weiterhin im Kanton St. Gallen unbeschränkt
steuerpflichtig.
C./ Gegen diesen Entscheid erhob X.Y. am 23. Dezember 2008 Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, die Feststellungsverfügung des
Kantonalen Steueramts vom 9. September 2008 sei aufzuheben und für die
Steuerperioden 2006 und 2007 seien seine Ehefrau und er im Kanton St. Gallen nur als
beschränkt steuerpflichtig zu qualifizieren. Unter anderem wurde ein
Bestätigungsschreiben des Saratower Anwaltskollegiums "JUR-UNIVERSAL" vom 23.
September 2008, versehen mit einer Apostille der Russischen Föderation vom 16.
Dezember 2008, eingereicht. Darin wird im Wesentlichen festgehalten, das Saratower
Anwaltskollegium "JUR-UNIVERSAL" vertrete das Ehepaar Y. in allen Rechts- und
Steuerangelegenheiten und überweise die in der Russischen Föderation fälligen
Steuern an die zuständigen Behörden. Des Weiteren wird bestätigt, das primäre
Steuerdomizil liege in der Russischen Föderation, es liege eine Eigentumswohnung vor,
Bemessungsgrundlage sei die selbständige Erwerbstätigkeit, und alle in den Jahren
2006 und 2007 in der Russischen Föderation fälligen Steuern seien bezahlt worden.
Mit Entscheid vom 20. August 2009 wies die Verwaltungsrekurskommission den
Rekurs ab. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, es scheine nachgewiesen,
dass sich X.Y. von S. aus an seinen Arbeitsplatz in Vaduz begebe. Eine regelmässige
Rückkehr zum Familienort in Russland habe X.Y. nicht nachweisen können und sei
angesichts der Distanz auch unwahrscheinlich. Indem X.Y. in den Jahren 2006 und
2007 mehrheitlich in seinem Einfamilienhaus in S. gewohnt habe, was auch durch den
Strom- und Wasserverbrauch bewiesen sei, bestehe eine Vermutung des
steuerrechtlichen Wohnsitzes in S. im Kanton St. Gallen. Die Vermutung sei auch nicht
durch eine stärkere Beziehung zu einem anderen Ort widerlegt worden. Insbesondere
beglaubige die Apostille der Russischen Föderation auf der eingereichten Bestätigung
des Saratower Anwaltskollegiums "JUR-UNIVERSAL" nicht den Wahrheitsgehalt des
Inhalts der Urkunde, sondern nur die Echtheit der Unterschrift des Verfassers. Auch die
selbständige Erwerbstätigkeit in Saratow sei nicht bewiesen. Letztlich seien keine
Beweismittel für die behauptete Eigentumswohnung in Saratow und das geplante
Wochenendhaus am Stadtrand eingereicht worden. Abschliessend hielt die
Verwaltungsrekurskommission fest, auch angesichts einer allfälligen Steuerpflicht in
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der Russischen Föderation würde sich aus Art. 4 des Abkommens zwischen der
Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Russischen Föderation zur Vermeidung
der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuer vom Einkommen und vom
Vermögen (SR 0.672.966.51, abgekürzt DBA-RUS) die volle Steuerpflicht in der
Schweiz ergeben.
D./ Am 18. September 2009 erhob X.Y. Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem
Begehren, es sei festzustellen, dass er für die Steuerperioden 2006 und 2007 im
Kanton St. Gallen nur beschränkt steuerpflichtig sei, alles unter Kostenfolgen. Zur
Begründung führte X.Y. im wesentlichen an, seit dem 21. April 1969 verfüge er in Rüti/
Kanton Zürich über eine ständige Wohnstätte im Sinne des
Doppelbesteuerungsabkommens, zuletzt seit dem 1. Mai 1995 an der R-strasse 00.
Des Weiteren werde er per Januar 2010 alle notwendigen Unterlagen aus der
Russischen Föderation vorlegen, die eine Prüfung der stärkeren Beziehung zu seinem
dortigen Aufenthaltsort ermöglichen würden.
Mit Vernehmlassung vom 13. Oktober 2009 beantragt die Vorinstanz die Abweisung

der Beschwerde und verweist im Wesentlichen auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids. Das Kantonale Steueramt beantragte seinerseits mit Schreiben vom 3.
November 2009 die Abweisung der Beschwerde, unter Kostenfolge.
Der Beschwerdeführer erhielt Gelegenheit, zu den Vernehmlassungen der
Verfahrensbeteiligten Stellung zu nehmen. Dies tat er mit Eingabe vom 16. November
2009. Mit Schreiben vom 30. Dezember 2009 reichte er die in der
Beschwerdebegründung vom 18. September 2009 erwähnten Bestätigungen der
Russischen Föderation ein.
Auf die weiteren Vorbringen der Beteiligten wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 196 Abs. 1
des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt StG; Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der Beschwerdeführer ist zur
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Ergreifung der Beschwerde legitimiert, und die Eingaben vom 18. September 2009
entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 196 Abs.
1 und Art. 161 StG in Verbindung mit Art. 64 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die
Beschwerde ist einzutreten.
2. Vorliegend ist streitig, ob der Beschwerdeführer in den Steuerperioden 2006 und
2007 in der Gemeinde S. im Kanton St. Gallen unbeschränkt steuerpflichtig war. Indem
der Beschwerdeführer gewisse Beziehungen zur Russischen Föderation aufweist und
geltend macht, in diesem Staat steuerpflichtig zu sein, liegt ein internationaler
Sachverhalt vor.
2.1. Betreffend die internationale Steuerhoheit ist im Verhältnis zur Russischen
Föderation das DBA-RUS zu beachten. Wesentliche Bedeutung kommt im Rahmen
dieses Abkommens dem Begriff der Ansässigkeit zu, bestimmt er einerseits den
persönlichen Anwendungsbereich des internationalen Vertrages (Art. 1 DBA-RUS) und
ist er anderseits primärer Anknüpfungspunkt für die Bestimmung der internationalen
Steuerhoheit. Grundsätzlich darf ein Vertragsstaat Einkünfte und Vermögenswerte einer
Person, die in einem anderen Vertragsstaat ansässig ist, nur besteuern, wenn das
DBA-RUS ein entsprechendes Recht einräumt. Je nach betroffener Art der Einkunft
bzw. des Vermögens sind demzufolge die besonderen Bestimmungen des DBA-RUS
zu beachten, um die Steuerhoheit festzulegen.
Gemäss Art. 4 Abs. 1 DBA-RUS bedeutet der Ausdruck «eine in einem Vertragsstaat
ansässige Person» eine Person, die nach dem Recht dieses Staates dort auf Grund
ihres Wohnsitzes, ihres ständigen Aufenthalts, des Ortes ihrer Geschäftsleitung, des
Ortes ihrer Gründung oder eines anderen ähnlichen Merkmals steuerpflichtig ist. Das
DBA-RUS definiert den Anknüpfungspunkt demzufolge nicht selbstständig, sondern
verweist auf das interne Recht der Vertragsstaaten; ansässig ist demnach eine Person
in einem Vertragsstaat, wenn sie nach dem Recht dieses Staates dort unbeschränkt
steuerpflichtig ist (zum Ganzen vgl. P. Locher, Einführung in das internationale
Steuerrecht der Schweiz, 3. Aufl., Bern 2005, S. 225; R. von Siebenthal, Persönlicher
Geltungsbereich von Doppelbesteuerungsabkommen und Ansässigkeit, in: E. Höhn
(Hrsg.), Handbuch des internationalen Steuerrechts der Schweiz, Bern 1993, S. 134 f.,
beide mit Verweis auf die Auslegung des OECD-Musterabkommens).
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Ist der Steuerpflichtige gemäss dieser Auslegung des Anknüpfungskriteriums in
mehreren Staaten ansässig, so kommen die sogenannten Vorrang-Kriterien gemäss
Art. 4 Abs. 2 DBA-RUS zum Tragen. Die Person gilt als in dem Staat ansässig, in dem
sie über eine ständige Wohnstätte verfügt; verfügt sie in beiden Staaten über eine
ständige Wohnstätte, so gilt sie als in dem Staat ansässig, zu dem sie die engeren
persönlichen und wirtschaftlichen Beziehungen hat (Mittelpunkt der Lebensinteressen).
Kann nicht bestimmt werden, in welchem Staat die Person den Mittelpunkt ihrer
Lebensinteressen hat, oder verfügt sie in keinem der Staaten über eine ständige
Wohnstätte, so gilt sie als in dem Staat ansässig, in dem sie ihren gewöhnlichen
Aufenthalt hat. Hat die Person ihren gewöhnlichen Aufenthalt in beiden Staaten oder in
keinem der Staaten, so gilt sie als in dem Staat ansässig, dessen Staatsangehöriger sie
ist. Ist die Person Staatsangehöriger beider Staaten oder keiner der Staaten, so regeln
die zuständigen Behörden der Vertragsstaaten die Frage in gegenseitigem
Einvernehmen.
Es obliegt der steuerpflichtigen Person, eine Doppelansässigkeit geltend zu machen
und auch nachzuweisen. Tut sie dies, so haben die schweizerischen Behörden
aufgrund der DBA-Kriterien zu entscheiden (Locher, a.a.O., S. 244).
Der Terminus "ständige Wohnstätte" setzt voraus, dass nicht nur eine Wohnung zur
Verfügung steht, sondern, dass diese von der steuerpflichtigen Person auch
regelmässig benützt wird. Ferien- und Wochenendwohnungen genügen somit den
Anforderungen an eine ständige Wohnstätte nicht. Nicht erforderlich ist, dass die
steuerpflichtige Person Eigentümerin oder Mieterin der Wohnstätte ist (zum Ganzen
vgl. Locher, a.a.O., S. 244 f.; von Siebenthal, a.a.O., S. 141, beide mit weiteren
Hinweisen).
Der Mittelpunkt des Lebensinteresses definiert sich nach den tatsächlichen
Verhältnissen, insbesondere nach den familiären, geschäftlichen, beruflichen,
politischen und kulturellen Beziehungen einer Person. Dabei kommt den persönlichen
Verhältnissen in der Regel die grössere Bedeutung zu, soweit zum Beispiel die
geschäftlichen Interessen nicht einen überwiegenden Teil des Gesamtinteresses
darstellen (von Siebenthal, a.a.O., S. 142; vgl. auch BGE vom 16. Mai 2000, in: StE
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2000 A 31.1. Nr. 6, der darauf hinweist, dass persönliche und wirtschaftliche
Beziehungen in der Regel nicht ohne weiteres getrennt werden können).
2.2. Nach Art. 13 Abs. 1 StG sind natürliche Personen aufgrund persönlicher
Zugehörigkeit steuerpflichtig, wenn sie ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder
Aufenthalt im Kanton St. Gallen haben.
Im interkantonalen Verhältnis steht gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zum
Doppelbesteuerungsverbot die Besteuerung des Einkommens und Vermögens einer
unselbständig erwerbstätigen Person demjenigen Kanton zu, in dem die Person ihren
steuerrechtlichen Wohnsitz hat. Nach Art. 13 Abs. 2 StG hat eine Person
steuerrechtlichen Wohnsitz im Kanton St. Gallen, wenn sie sich hier mit der Absicht
dauernden Verbleibens aufhält bzw. wenn sich der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen
hier befindet (vgl. BGer 2C_175/2008 E. 3.1; VerwGE B 2008/139 vom 19. Februar
2009 E. 2.1, publiziert in: www.gerichte.sg.ch und SGE 2009 Nr. 11). Die Regelung
entspricht den Vorgaben in Art. 3 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung
der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (SR 642.14, abgekürzt StHG) und
lehnt sich eng an den zivilrechtlichen Wohnsitzbegriff an (Art. 23 Abs. 1 des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches, SR 210). Dieser Mittelpunkt der Lebensinteressen
bestimmt sich nach der Gesamtheit der objektiven, äusseren Umstände, aus denen
sich die ideellen (Angehörige, Freundes- und Bekanntenkreis) und materiellen
Lebensinteressen erkennen lassen, nicht nach den bloss erklärten Wünschen der
steuerpflichtigen Person. Auf die gefühlsmässige Bevorzugung eines Ortes kommt es
nicht an; der steuerrechtliche Wohnsitz ist insoweit nicht frei wählbar. Dem polizeilichen
Domizil, wo die Schriften hinterlegt sind oder wo die politischen Rechte ausgeübt
werden, kommt ebenfalls keine entscheidende Bedeutung zu; das sind bloss äussere
Merkmale, die ein Indiz für den steuerrechtlichen Wohnsitz bilden können, wenn auch
das übrige Verhalten der Person dafür spricht (vgl. BGer 2C_175/2008 E. 3.1).
Wenn eine Person Beziehungen zu mehreren Ortschaften aufweist, namentlich sich
abwechslungsweise an zwei Orten aufhält, ist für die Bestimmung des
steuerrechtlichen Wohnsitzes darauf abzustellen, zu welchem Ort sie die stärkeren
Beziehungen unterhält. Diesbezüglich hat das Bundesgericht bestimmte Regeln
entwickelt, insbesondere betreffend den Arbeitsort und den Familienort. Als Arbeitsort
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gilt jener Ort, an dem sich der Unselbständigerwerbende zum Zweck eines
Unterhaltserwerbs für längere oder unbestimmte Zeit aufhält; dabei gilt als Arbeitsort
nicht der Ort, an dem der Erwerbstätige täglich seiner Tätigkeit nachgeht, sondern
derjenige Ort, von dem aus die Person ihrer täglichen Arbeit nachgeht (BGE 132 I 36 E.
4.1). Als Familienort gilt der Aufenthaltsort der Ehegatten und Kinder. Bei unselbständig
erwerbenden Steuerpflichtigen wird gewöhnlich der Arbeitsort als stärkerer Bezugsort
angenommen, ist doch der Zweck des Lebensunterhalts dauernder Natur. Bei
verheirateten Personen mit Beziehungen zu mehreren Orten werden die persönlichen
und familiären Kontakte zum Ort, wo sich ihre Familie aufhält, als stärker erachtet als
diejenigen zum Arbeitsort, wenn sie in nicht leitender Stellung unselbständig
erwerbstätig sind und täglich oder an den Wochenenden regelmässig an den
Familienort zurückkehren (vgl. zum Ganzen BGer 2C_646/2007 E. 3; Richner/Frei/
Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl., Zürich 2009, Rz. 17 zu Art. 3
DBG). Bei unselbständig Erwerbenden in leitender Stellung wird danach differenziert,
ob täglich oder nur am Wochenende und in der Freizeit an den Familienort
zurückgekehrt wird; nur im ersteren Fall wird das Steuerdomizil am Familienort
angenommen (BGE 132 I 36 E. 4.2 mit weiteren Hinweisen).
Die vom Bundesgericht entwickelten Ausscheidungsgrundsätze können in der Regel in
gleicher Weise wie im interkantonalen Recht auch auf internationale Verhältnisse
Anwendung finden, unter Vorbehalt abweichender Normen von Staatsverträgen
(Weidmann/Grossmann/Zigerlig, Wegweiser durch das st. gallische Steuerrecht,
6. Aufl., Muri-Bern 1999, S. 25).
Bei einem Wohnsitzwechsel innerhalb der Schweiz besteht die Steuerpflicht für das
ganze laufende Steuerjahr in demjenigen Kanton, in welchem die Person am Ende der
Steuerperiode ihren steuerrechtlichen Wohnsitz hat. Stichtag ist somit der 31.
Dezember des Steuerjahres (Art. 68 StHG). Der Wechsel von einem alten hin zu einem
neuen Wohnsitz ist dann vollzogen, wenn die Absicht des dauernden Verbleibs am
neuen Wohnort tatsächlich gelebt und durch diesen Aufenthalt eine Verschiebung des
Lebensmittelpunktes stattfindet (BGer 2P_186/2004 E. 2.3, mit weiteren Hinweisen).
In Bezug auf die Beweislastregel gilt, dass steuerbegründende Tatsachen von der
Steuerbehörde nachzuweisen sind, während den Steuerpflichtigen die Beweislast für
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Tatsachen trifft, die die Steuerschuld aufheben oder mindern (vgl. Weidmann/
Grossmann/Zigerlig, a.a.O., S. 379 f.). Die Veranlagungsbehörde hat demnach den
steuerlichen Wohnsitz, der die persönliche steuerrechtliche Zugehörigkeit begründet,
als Voraussetzung der Besteuerung nachzuweisen. Der Hauptbeweis gilt in der Regel
als erbracht, wenn der von der Steuerbehörde angenommene Wohnsitz als sehr
wahrscheinlich erscheint. Diesfalls obliegt es dem Pflichtigen, den Nachweis für den
von ihm behaupteten Lebensmittelpunkt ausserhalb des Kantons zu erbringen (vgl.
BGer 2P_186/2004 E. 2.3, mit weiteren Hinweisen auf Literatur und Judikatur). Nach
bundesgerichtlicher Rechtsprechung gilt eine Steuerpflicht dann als sehr
wahrscheinlich, wenn sich das Hauptsteuerdomizil bereits seit längerer Zeit
unangefochten in diesem Kanton befand. Im Zweifel, d.h. wenn der Nachweis der
Wohnsitzverlegung nicht erbracht ist, ist das bisherige Domizil als fortbestehend zu
betrachten. Der Wille zur Wohnsitzverlegung genügt jedenfalls nicht zur Begründung
des neuen steuerrechtlichen Wohnsitzes; dieser muss vielmehr in die Tat umgesetzt
sein, d.h. der Pflichtige muss für die betreffende Zeit den Mittelpunkt seiner
Lebenstätigkeit schon an den neuen Ort verlegt haben (vgl. Locher/Locher, Die Praxis
der Bundessteuern, III. Teil, Das interkantonale Doppelbesteuerungsrecht, § 3, IA, 2b
Nr. 4).
In Bezug auf die Beweisführung beim speziellen Fall des unterschiedlichen Arbeits- und
Familienorts sind folgende Grundsätze massgebend: Der Umstand, dass der
unverheiratete Steuerpflichtige vom Ort aus, wo er sich während der Woche aufhält,
eine unselbständige Erwerbstätigkeit ausübt, begründet nach der Rechtsprechung die
natürliche Vermutung, dass der Steuerpflichtige dort sein Hauptsteuerdomizil hat.
Diese Vermutung lässt sich nur entkräften, wenn er regelmässig, mindestens ein Mal
pro Woche, an den Ort zurückkehrt, wo seine Familienangehörigen leben, mit welchen
er aus bestimmten Gründen besonders eng verbunden ist, und wo er andere
persönliche und gesellschaftliche Beziehungen pflegt. Nur wenn der steuerpflichtigen
Person der Nachweis solcher familiärer und gesellschaftlicher Beziehungen am Ort, wo
die Familie wohnt, gelingt, obliegt es dem Kanton des Wochenaufenthalts- oder
Arbeitsorts nachzuweisen, dass die Person gewichtige wirtschaftliche und allenfalls
persönliche Beziehungen zu diesem Ort unterhält (BGer 2C_646/2007 E. 3.4).
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2.3. Die Klärung der Steuerhoheit auf internationaler Ebene bedingt somit in einem
ersten Schritt die Prüfung der Frage, ob gemäss inländischem Recht eine
unbeschränkte Steuerpflicht des Beschwerdeführers in der Schweiz besteht.
2.3.1. Vorliegend ist aktenkundig, dass der Beschwerdeführer in den relevanten
Steuerperioden (mit Ausnahme vom Januar 2006, als er noch in .. als Lehrer angestellt
war) bei der Z. Bank, mit Arbeitsplatz im Fürstentum Liechtenstein, tätig war. Er ist in
den im Internet publizierten Geschäftsberichten der Z. Bank der fraglichen Perioden
aufgeführt. Streitig ist hingegen, ob während der relevanten Steuerperioden der
Arbeitsort des Beschwerdeführers, also derjenige Ort, von dem aus er seiner täglichen
Arbeit nachgegangen ist, in S. oder Rüti/ZH lag. Ein Arbeitsort in der Russischen
Föderation im Sinne der oben wiedergegebenen Rechtsprechung des Bundesgerichts
ist a priori auszuschliessen. Dass sich der Beschwerdeführer nicht vom behaupteten
Steuerdomizil in der Russischen Föderation täglich nach Vaduz bzw. Triesen begibt, ist
schon wegen der geografischen Verhältnisse eindeutig. Der Beschwerdeführer
behauptet denn auch im Beschwerdeverfahren selber, von der Schweiz aus an seinen
Arbeitsplatz zu fahren.
Der Beschwerdeführer macht im Beschwerdeverfahren erstmals geltend, er verfüge
seit dem 21. April 1969 (Eintritt in die Primarschule) in Rüti/ZH über eine ständige
Wohnstätte im Sinne des DBA-RUS. Diese befinde sich seit dem 1. Mai 1995 an der R-
strasse 00. Von dort aus fahre er an seinen Arbeitsplatz in Triesen. Das Haus in S. sei
vom Jahr 1991 bis zum Jahr 2003 vermietet gewesen. Seit dem Jahr 2004 diene es als
Feriendomizil und Gästehaus. Eine Verlagerung des Lebensmittelpunktes nach S. habe
nie stattgefunden, sondern seine Anmeldung sei nur aus Fairnessgründen erfolgt.
2.3.2. In formeller Hinsicht ist festzuhalten, dass der vom Beschwerdeführer
behauptete Wohnsitz in Rüti und die damit eingereichten Akten neue Tatsachen
betreffen, die sich vor Abschluss des Rekursverfahrens verwirklicht haben und der
Vorinstanz nicht bekannt waren. Diese Tatsachen dürfen vor Verwaltungsgericht
grundsätzlich vorgebracht werden und sind entsprechend zu würdigen (sog. "unechte
Noven"; vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen
2003, Rz. 643). Eine Schranke bei der Berücksichtigung unechter Noven besteht
allerdings dann, wenn dem Rechtsbegehren ein neues tatsächliches Fundament
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unterstellt wird. Ein solches Vorgehen ist nach der Praxis entsprechend der Stellung
von neuen Begehren gestützt auf Art. 61 Abs. 3 VRP nicht zulässig (VerwGE B
2007/218 vom 13. März 2008 E. 2.1, in: www.gerichte.sg.ch). Wie es sich damit verhält,
kann vorliegend offen bleiben, weil das Verwaltungsgericht in Steuersachen ohnehin
nicht an die Anträge der Beteiligten gebunden ist und grundsätzlich neue Begehren
zulässig sind (Art. 196 Abs. 2 StG; GVP 1982 Nr. 23).
2.3.3. In materieller Hinsicht liegt vorliegend der Ausgangspunkt in der Tatsache, dass
der Beschwerdeführer gemäss eigener Anmeldung vom 1. Januar 2004 bis am 30. Juni
2006 in S. sein Steuerdomizil hatte. Nach der angeführten bundesgerichtlichen
Rechtsprechung gilt eine Steuerpflicht dann als sehr wahrscheinlich, wenn sich das
Hauptsteuerdomizil bereits seit längerer Zeit unangefochten in diesem Kanton befand.
Es obliegt diesfalls dem Steuerpflichtigen, den Nachweis für den von ihm behaupteten
Lebensmittelpunkt ausserhalb des Kantons zu erbringen.
Der Behauptung, dass eine Verlagerung des Lebensmittelpunktes nach S. nie
stattgefunden hat, sondern seit 1995 an der R-strasse 00 in Rüti ein ständiger
Wohnsitz bestand, kann schon aus dem Grundsatz von Treu und Glauben nicht gefolgt
werden. Behauptet der Steuerpflichtige zu einem gewissen Zeitpunkt eine Tatsache,
die einer Sachdarstellung, die er während Jahren in gleicher Art und Weise vertreten
hat, entgegensteht, so verhält er sich widersprüchlich; der über lange Zeit vertretene
Sachverhalt ist gemäss Praxis des Bundesgerichts schwerer zu gewichten (BGer 2C.
475/2008 E. 3.3; BGer 2A_52/2003 E. 5.2 ff.).
Die Auflösung der Vermietung des Wohnhauses in S. per 2004, die mit der Scheidung
von seiner damaligen Ehefrau zusammenfällt, spricht ebenfalls gegen die Tatsache,
dass der Beschwerdeführer seit 1995 seinen ständigen Wohnaufenthalt kontinuierlich
an der R-strasse 22a in Rüti hatte. Diese Annahme wird auch durch das Urteil des
Bezirksgerichts Hinwil vom 13. Oktober 2003 bezüglich des Unterhalts im Rahmen der
Scheidung bekräftigt. Für den Beschwerdeführer ist im Urteil die besagte Adresse in S.
vermerkt, während umgekehrt für die Ex-Ehefrau die Adresse an der R-strasse 00
angegeben wird. Auch auf dem eingereichten Vertrag mit dem Bankhaus E. & G. vom
19. Oktober 2004 wird für den Beschwerdeführer als Adresse das Wohnhaus in S.
angegeben.
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Weiter ist für die vorliegend relevanten Steuerperioden von 2006 und 2007 zu
berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer in S. ein Eigenheim besitzt, das seit dem
Jahr 2004 nicht vermietet und auch nicht zum Verkauf ausgeschrieben war. Das Haus
befindet sich in unmittelbarer Nähe des Arbeitsortes bei der Z. Bank in Liechtenstein,
verfügt über einen festen Telefonanschluss, der auf den Namen des
Beschwerdeführers lautet und wurde gemäss den Strom- und
Wasserverbrauchszahlen regelmässig benutzt. Der Beschwerdeführer hat bei seiner
Korrespondenz im vorliegenden Verfahren auch durchgehend die Adresse in S.
angegeben. Die aktenkundige Korrespondenz mit der Zürcher und der St. Galler
Kantonalbank erfolgte in den Jahren 2006 und 2007 ebenfalls über die Adresse in S..
Trotz der bestehenden Mitwirkungspflicht im Steuerverfahren gemäss Art. 170 StG und
Art. 126 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (SR 642.11) hat der
Beschwerdeführer seinen angeblichen ständigen Wohnaufenthalt in Rüti vor dem
Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht nie erwähnt. Nach dem angekündigten
Wechsel des Domizils in die Russische Föderation hat er anlässlich der Steuererklärung
für 2006 die Behörden ausdrücklich darauf hingewiesen, die Post in Zukunft an seine
Schweizer Adresse, X.Y., S. SG, zuzustellen; die Erklärung erfolgte mit Datum vom 23.
April 2007 aus der Russischen Föderation (nota bene ein Zeitpunkt, in dem sich der
Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben und Passeintrag gar nicht in der
Russischen Föderation aufhielt).
Der Beschwerdeführer hat sich zwar per 30. Juni 2006 von S. nach Saratow in der
Russischen Föderation abgemeldet. Entsprechend den eigenen Angaben hielt er sich
jedoch in den Jahren 2006 und 2007 nur während eines unwesentlichen Zeitraums in
der Russischen Föderation auf. Sein ständiger Aufenthaltsort bzw. Arbeitsort im Sinne
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung war gemäss seinen Ausführungen vor
Verwaltungsgericht in der Schweiz. Gemäss eigenen Angaben zu Handen der
Steuerbehörde und der aktenkundigen Korrespondenz war für den Beschwerdeführer
Anknüpfungspunkt in der Schweiz weiterhin S.. Wäre sein ständiger Aufenthaltsort in
der Schweiz die R-strasse 00 in Rüti gewesen, so hätte er wohl seinen üblichen
schriftlichen Kontakt über diese Adresse geführt. Somit deutet objektiv nichts darauf
hin, dass der Beschwerdeführer den Mittelpunkt seines Lebens von S., wo er
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unwidersprochen gemäss eigener Anmeldung zwischen dem 1. Januar 2004 bis
30. Juni 2006 sein Steuerdomizil hatte, nach Rüti verschoben hat.
Dass dem Beschwerdeführer gemäss schriftlicher Bestätigung seiner früheren Ehefrau
seit dem 1. Mai 1995 zeitlich unbeschränkt an der R-strasse 00 eine ständige
Wohngelegenheit zur Verfügung stehe und er diese regelmässig benütze, ändert an
dieser Auffassung nichts. Eine regelmässige Benützung ab dem Jahr 1995, also noch
vor der Scheidung, besagt nicht, dass der Beschwerdeführer während der vorliegend
relevanten Zeitabschnitte in den Jahren 2006 und 2007 an der R-strasse 00 seinen
ständigen Aufenthalt hatte bzw. von dort aus an seinen Arbeitsort fuhr. Dass dies eher
nicht der Fall ist, bekräftigt letztlich auch die Tatsache, dass unter der besagten
Adresse weiterhin die Ex-Ehefrau mit einem fixen Telefonanschluss angemeldet ist.
Gleiches gilt für die Bestätigung von Jürg F., der Beschwerdeführer arbeite im Rahmen
seiner selbständigen Tätigkeit seit September 2005 jede freie Minute an der
Entwicklung einer Risikomanagement-Software, welche in Zusammenarbeit mit der E-
Gruppe entwickelt werde. Dass dieses Projekt wenn möglich die tägliche Anwesenheit
des Beschwerdeführers in den Geschäftsräumen der E-Gruppe in Dübendorf erfordert,
impliziert eben noch nicht, dass er tatsächlich regelmässig bzw. täglich dort arbeitete,
geschweige dann, dass er sich ständig an der R-strasse 00 in Rüti/ZH aufhielt. Auf
welcher Grundlage bestätigt werden kann, dass der Beschwerdeführer an der R-
strasse 00 in Rüti/ZH wohne und von dort zur Arbeit bei der Z. Bank fahre, ist nicht
ersichtlich.
Somit kann festgestellt werden, dass der Beschwerdeführer seinen Arbeitsort, im Sinne
des Aufenthaltsorts, von dem aus er sich während der relevanten Steuerperioden
täglich an die Arbeit begab, in S. hatte.
2.4. Es bleibt zu prüfen, ob trotz Arbeitsort in S. dennoch eine stärkere Beziehung zu
einer anderen Ortschaft - insbesondere zum Familienort - besteht.
Auch unter der Annahme, dass sich der Familienort des Beschwerdeführers in der
Russischen Föderation befindet, fehlt es für die Begründung eines Steuerdomizils
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung an der regelmässigen Rückkehr. Wie
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oben dargestellt ist eine tägliche Rückkehr schon aufgrund der Distanz zum
Arbeitsplatz in Liechtenstein ausgeschlossen. Allgemein ist sodann festzuhalten, dass
der Beschwerdeführer, gemäss eigenen Angaben, im Jahr 2006 einmal für vier Wochen
nach Saratow in die Russische Föderation gereist ist und im Jahr 2007 eine Reise an
die gleiche Ortschaft im Mai und Juni unternommen hat (gemäss Passeintrag vom 26.
Mai bis 24. Juni 2007). Insofern kann von einer regelmässigen Rückkehr, geschweige
denn von einer wöchentlichen Rückkehr, nicht gesprochen werden.
Unter diesen Umständen ändert an der zentralen Stellung des Arbeitsorts ausserhalb
der Russischen Föderation auch eine allfällige Eigentums- und Ferienwohnung bzw.
der Standort eines eigenen Unternehmens bzw. selbständige Tätigkeit in diesem Staat
nichts. In Bezug auf diese letzten Punkte kann noch festgehalten werden, dass aus den
eingereichten Bestätigungen – ungeachtet deren Beweiskraft - eine Eigentümerschaft
des Beschwerdeführers an einem Wohnhaus bzw. an einem Unternehmen in der
Russischen Föderation nicht erkennbar ist. Eigentümerin des Wohnhauses ist seine
Ehefrau, und aus den Unterlagen zum Unternehmen GmbH ".. und Partner, Saratow,
Wolgograd, Astrachan" ist die Mitarbeit bzw. das Miteigentum des Beschwerdeführers
nicht ersichtlich.
2.5. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Beschwerdeführer seit
dem Jahr 2004 aufgrund der eigenen Anmeldung sein Steuerdomizil in S. hatte. Ein
Wegzug per 2006 konnte vom Beschwerdeführer nicht überzeugend dargelegt werden.
Vielmehr muss anhand der objektiven äusseren Tatsachen davon ausgegangen
werden, dass in den relevanten Steuerperioden von 2006 und 2007 sein dauernder
Aufenthaltsort, von dem aus er täglich zur Arbeit fuhr, und somit der Mittelpunkt seines
Lebens in S. im Kanton St. Gallen lag. Aufgrund fehlender regelmässiger Rückkehr
besteht auch kein engerer Bezug zu einem allfälligen Familienort in der Russischen
Föderation. Demzufolge bestand gemäss nationalem Recht für die Jahre 2006 und
2007 in der Schweiz in S. eine unbeschränkte Steuerpflicht. Im internationalen
Verhältnis war der Beschwerdeführer somit im Sinne von Art. 4 Abs. 1 DBA-RUS in der
Schweiz ansässig.
Dass sich der Arbeitsort des Beschwerdeführers in Liechtenstein befindet, ändert an
diesem Ergebnis nichts. Wie oben dargelegt, gelten die Kriterien des Bundesgerichts
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zur Feststellung des Steuerdomizils auch im internationalen Verhältnis, soweit dem
keine Staatsverträge entgegenstehen. Gemäss dem Abkommen zwischen der
Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Fürstentum Liechtenstein über
verschiedene Steuerfragen (SR 0.672.951.43, abgekürzt DBA-FL) können Einkünfte aus
unselbständiger Arbeit solcher Personen, die im einen Staat ihren Wohnsitz und im
anderen Staat ihren Arbeitsort haben und sich in der Regel an jedem Arbeitstag dorthin
begeben (Grenzgänger), nur in dem Staate besteuert werden, in dem sie ansässig sind
(Art. 5 Abs. 2 DBA-FL).
Betreffend die vom Beschwerdeführer vorgebrachte Einvernahme von Zeugen ist
festzuhalten, dass im Steuerverfahren der Zeugenbeweis nicht zulässig (GVP 1993
Nr. 19) und im vorliegenden Fall auch nicht nötig ist.
2.6. Letztlich bleibt zu prüfen, ob aufgrund einer allfälligen doppelten Ansässigkeit in
der Schweiz und der Russischen Föderation das internationale Steuerdomizil nach den
Vorrang-Kriterien gemäss Art. 4 Abs. 2 DBA-RUS festzulegen ist.
Eine allfällige doppelte Ansässigkeit bzw. unbeschränkte Steuerpflicht des
Beschwerdeführers nach Art. 4 Abs. 1 DBA-RUS muss von diesem nachgewiesen
werden. Ungeachtet der Beweiskraft der eingereichten Bestätigungsschreiben ist
festzuhalten, dass eine unbeschränkte Steuerpflicht schon aus deren Wortlaut nicht
deutlich abgeleitet werden kann. Zwar wird in der Russischen Föderation ein
steuerlicher Wohnsitz bestätigt, als Bemessungsgrundlage wird jedoch nur die
selbständige Tätigkeit angegeben. Die Besteuerung der selbständigen Tätigkeit ist
keine unbeschränkte Steuerpflicht. Die Besteuerung der selbständigen Tätigkeit
ausserhalb des Vertragsstaats, in dem der Steuerpflichtige ansässig ist, widerspricht
denn grundsätzlich auch nicht im Voraus dem DBA-RUS. Gemäss Art. 14 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 23 lit. a DBA-RUS können Einkünfte, die eine in einem
Vertragsstaat ansässige Person aus einem freien Beruf oder aus sonstiger
selbständiger Tätigkeit bezieht, nur in diesem Staat besteuert werden, es sei denn,
dass der Person im anderen Vertragsstaat für die Ausübung ihrer Tätigkeit gewöhnlich
eine feste Einrichtung zur Verfügung steht. Steht ihr eine solche feste Einrichtung zur
Verfügung, so können die Einkünfte im anderen Staat besteuert werden, jedoch nur
insoweit, als sie dieser festen Einrichtung zugerechnet werden können. Analoges gilt
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für Lizenzgebühren aus Programmen für elektronische Datenverarbeitungsanlagen, die
mit der selbständigen Tätigkeit in diesem Sinne verbunden sind (Art. 12 Abs. 1 und 3
DBA-RUS). Eine Doppelbesteuerung wird insofern vermieden, als der Vertragsstaat, in
dem eine Person ansässig ist, Einkünfte, die nach dem DBA-RUS im anderen
Vertragsstaat besteuert werden können, grundsätzlich von der Steuerpflicht befreit
(Art. 23 DBA-RUS mit weiteren Hinweisen zur Berechnung des Steuersatzes und
Ausnahmen).
Eine abschliessende Prüfung der Ansässigkeit bzw. der unbeschränkten Steuerpflicht
in der Russischen Föderation kann jedoch offen bleiben. Auch unter Annahme einer
Ansässigkeit gemäss Art. 4 Abs. 1 DBA-RUS in der Russischen Föderation ist der
Beschwerdeführer gemäss den Vorrang-Kriterien von Art. 4 Abs. 2 DBA-RUS als in der
Schweiz allein ansässig zu behandeln. Eine ständige Wohnstätte in der Russischen
Föderation ist zu verneinen. Zwar kann angenommen werden, dass der
Beschwerdeführer in der Russischen Föderation eine Wohngelegenheit bei seiner
Ehefrau hat (ob er Eigentümer der Wohnung ist, bleibt unerheblich). Da sich der
Beschwerdeführer in den relevanten Steuerperioden nur vereinzelt in der Russischen
Föderation aufgehalten hat, fehlt jedoch die erforderliche regelmässige Benutzung.
Demgegenüber verfügte der Beschwerdeführer während der relevanten Steuerperioden
in der Schweiz über eine Wohnstätte, in der er sich regelmässig aufgehalten hat. Auch
die subsidiären Kriterien der engeren persönlichen und wirtschaftlichen Beziehungen,
des gewöhnlichen Aufenthalts und der Staatsangehörigkeit fallen deutlich zugunsten
der Schweiz aus. Wie im Rahmen der Feststellung der unbeschränkten Steuerpflicht in
der Schweiz dargelegt, liegt der ständige Aufenthaltsort, von dem aus sich der
Beschwerdeführer an die Arbeit begibt, in der Schweiz, und eine engere Beziehung
zum Familienort in der Russischen Föderation kann ausgeschlossen werden. Sowohl
der Mittelpunkt des Lebensinteresses als auch der gewöhnliche Aufenthaltsort liegen
somit in der Schweiz. Unbestritten ist die Tatsache, dass der Beschwerdeführer
schweizerisch-britischer Doppelbürger ist.
2.7. Abschliessend kann somit festgehalten werden, dass der Beschwerdeführer
gemäss schweizerischem Recht in den Jahren 2006 und 2007 über ein Steuerdomizil in
S. im Kanton St. Gallen verfügte und gemäss Art. 4 Abs. 1 und 2 DBA-RUS als in der
Schweiz ansässig zu qualifizieren ist. Insofern ergibt sich für den Beschwerdeführer
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eine unbeschränkte Steuerpflicht in S., unter Vorbehalt der besonderen Bestimmungen
des DBA-RUS zugunsten des Vertragsstaates, in dem der Steuerpflichtige nicht
ansässig ist. Die Beschwerde ist somit abzuweisen.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2000.-- ist angemessen (Art. 13 Ziff. 622 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu
verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen. Der Beschwerdeführer ist
unterlegen (Art. 98bis VRP), und der Beschwerdegegner hat keinen Anspruch auf
Kostenersatz (vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 176).
Demnach hat das Verwaltungsgericht