Decision ID: 5579e7f0-ea0f-488d-be53-9b5014d7f75f
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1976 geborene
X._
war seit 24. Juni 2014 bei der
Y._
S.A. als Betriebsmitarbeiter angestellt und dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Gemäss Schadenmeldung vom 18. Februar 2015 fuhr der Versicherte am 17. Februar 2015 mit einem Schli
tten auf einer vereisten Strecke, konnte nicht in die Kurve einbiegen
und prallte in die Schutzabdecku
ng (Urk. 8/1).
Dabei
erlitt er eine mehrfragmentäre
Humeruskopffraktur
rechts
und eine proximale
Femurschaft
fraktur
rechts, die
operativ
versorgt wurden
(Urk.
8/18,
8/23).
Die Suva
trat auf den Schaden ein und erbrachte Versicherungsleistungen (Urk. 8/6,
8/
31)
.
V
om
9. März 2
015 bis 21. Mai 2015
hielt sich der Versicherte zur Rehabilitation in
der Rehaklinik
Z._
auf
(Urk. 8/52)
,
in deren Rahmen auch ein psychosomati
sches Konsilium durchgeführt wurde (
Urk.
8/109).
Am 5. August 2015 erfolgte eine Operation zur kompletten Schraubenentfernung Femur rechts (Austrittsbe
richt der Universitätsklinik
A._
vom 10. August 2015, Urk. 8/83)
und am 6. Mai 2016 eine OSME und
ein
sub
acromiales
Débridement
an der rechten Schulter (Austrittsbericht der Universitätsklinik
A._
vom 9. Mai 2016, Urk. 8/128).
Im Auftrag der Suva nahm
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, am 20. Oktober 2016 Stellung betreffend Abgrenzung des Vorzustands und unfallbedingter psychischer Beschwerden (Urk. 8/152).
Mit Verfügung vom
9.
August 2017
sprach die IV-Stelle
dem Ver
sicherten eine ganze Rente ab 1. Februar 2016 zu (
Urk. 8/201/2
)
.
Alsdann fand a
m 17. April 2018 eine kreisärztliche Untersuchung bei
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Chirurgie, statt (Urk. 8/241)
.
Nachdem die Suva dem Versicherten
die Einstellung der Heilkosten- und Taggeldleistungen per 30. April 2019 mit
ge
teilt hatte (Schreiben vom 2
5.
Januar 2019,
Urk. 8/272)
, verneinte sie m
it Verfü
gung vom 12. April 2019 einen Anspruch auf eine Rente, sprach indessen eine Integritätsentschädigung im Umfang von Fr. 12'600.-- zu (Integritätseinbusse von 10 %, Urk. 8/293).
Der Versicherte erhob
hiergegen
am
27. Mai 2019 Ein
sprache (Urk. 8/296), welche die Suva mit Entscheid vom 14. Juni 2019 abwies (Urk. 2).
2.
Dagegen liess
X._
am 19. August 2019 Beschwerde
(Urk. 1)
erheben und beantragen, es seien unter Aufhebung des angefochtenen
Ein
spracheentscheids
weiterhin die Heilkosten- und Taggeldleistungen zu erbringen. Eventualiter sei die Sache zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Subeventualiter
sei dem Beschwerdeführer eine ganze Rente und eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 15 % zuzu
sprechen. Mit Beschwerdeantwort vom 24. September 2019 schloss die
Beschwerdegegn
er
in auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was dem Beschwer
deführer mit Verfügung vom 27. September 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu be
urteilende Unfall hat sich am 17. Februar 2015
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegen
den Fall Anwendung finden und in
dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Aus
serdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Ver
unfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare
Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36
Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
1.4.1
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG
)
. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.4.2
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versi
cherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeit
punkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begrif
fes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Bes
serung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In die
sem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prog
nostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes.
auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
1.5.1
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebli
che Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
1.5.2
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrätli
chen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Feinras
ter) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Pro
zentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewähr
leistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
1.6
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpartei
lichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin aller
dings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte
im angefochtenen Entscheid (Urk. 2)
aus, der Fall
abschluss per 30. April 2019 sei gestützt auf die Stellungnahme der Kreisärztin
Dr.
med.
D._
, Fachärztin Chirurgie, wonach mit rein konservativen Massnahmen keine Veränderung des aktuellen Zustands zu erreichen sei, nicht weiter zu beanstanden.
Die Beschwerdegegnerin berechnete sodann gestützt auf das kreisärztlich formulierte Zumutbarkeitsprofil bei einer 100%igen Arbeitsfä
higkeit in angepasster Tätigkeit und unter Berücksichtigung eines leidensbeding
ten Abzugs von 10 % einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad. Im Einklang mit der kreisärztlichen Beurteilung des Integritätsschadens sprach die Beschwer
degegnerin eine Integritätsentschädigung von 10 % zu.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend (Urk. 1), dass noch kein medizinischer Endzustand vorliege
. D
er behandelnde Arzt
habe nachvollziehbar aufgezeigt, dass
eine objektiv verbesserte Schulterbeweglichkeit
noch erreicht werden
könne. Deshalb seien weiterhin die Heilkosten und Taggelder zu überneh
men. Vor diesem Hintergrund könne ein Rentenanspruch sowie die Höhe der Integritätsentschädigung nicht bestimmt werden. Die vorliegende Sache sei zurückzuweisen und die Beschwerdegegnerin müsse ein neutrales orthopädisches Gutachten in Auftrag gegeben.
2.3
Die Beschwerdegegnerin führte in ihrer Beschwerdeantwort vom 24. September 2019 sodann aus (Urk. 7),
sowohl der behandelnde
Arzt
als auch der Kreisarzt hätten eine minime Verbesserung der Schulterbeweglichkeit bei Fortführung der bisherigen Therapien nicht ausgeschlossen. Das Erfordernis einer namhaften, das heisst einer ins Gewicht fallenden Besserung erscheine angesichts der verhalte
nen
,
reservierten Prognose des Schulterspezialisten allerdings nicht als erfüllt. Eine Verbesserung der Schulterbeweglichkeit entspreche zudem nicht zwingend einer Verbesserung der Belastbarkeit der betroffenen Schulter.
Dr.
D._
habe in der
kreisärztlichen Aktenbeurteilung
sodann darauf hingewiesen, dass die Ver
besserung der Schulterbeweglichkeit von 10° im Vergleich zur Voruntersuchung auch allein mit der Tagesform und der Untersuchungsart der untersuchenden Per
son erklärt werden könne.
Die
im Zeitpunkt des medizinischen Behandlungsab
schlusses andauernden psychischen Beschwerden
hätten zudem
in keinem natür
lichen Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis mehr gestanden.
3.
3.1
Im Auftrag der Beschwerdegegnerin nahm
Dr.
B._
am 19. Oktober 2016 – nach zuvor erfolgter Stellungnahme – folgende Beurteilung vor (Urk. 8/152): Der Beschwerdeführer leide seit Jahren an einer
schizo
-affektiven Störung bei welcher sich die Symptome einer Schizophrenie und einer manisch-depressiven Störung (bipolare affektive Störung) verein
t
en. Der Verlauf könne
phasisch
, mit unterschiedlicher Dauer der Episoden aber auch
chronifizierend
mit Residualsymptomen verlaufen. Der behandelnde Psychiater habe nach dem Unfall eine Verschlechterung der Befindlichkeit dokumentiert und das aktuelle psychi
sche Zustandsbild des Beschwerdeführers als
chronifiziert
bezeichnet. Der Beschwerdeführer würde medikamentös nach wie vor mit
Abilify
und
Cipralex
behandelt.
Dr.
B._
führte sodann aus, anhand der Fachliteratur und ICD-10 bestehe die Wahrscheinlichkeit, dass die Krankheit auch ohne Unfaller
eignis einen solchen Verlauf hätte nehmen können. Eine vollständige Remission und Restitution ad
integrum
sei bei diesem Krankheitsbild nicht immer zu erwar
ten.
Es sei davon auszugehen, dass 18 Monate nach dem Unfallereignis die reak
tive Komponente, respektive eine Verschlechterung im psychischen Störungsbild in den Hintergrund getreten sei und nicht mehr überwiegend wahrscheinlich in einem kausalen Zusammenhang mit dem Unfall stehe. Für das aktuelle Zustands
bild des Beschwerdeführers sei das primäre vorbestehende Störungsbild aus
schlaggebend.
3.2
Kreisarzt
Dr.
C._
untersuchte den Beschwerdeführer am 17. April 2018 (Bericht vom 20. April 2018, Urk. 8/241). Befundmässig hielt
Dr.
C._
fest, der Beschwer
deführer habe den Untersuchungsraum in normalen Konfektionsschuhen betreten und das Treppensteigen, hinau
f
wie hinunter, sei alternierend und sicher, ohne Benützung des Handlaufs, erfolgt. Bei der Entkleidung habe die Ehefrau des Beschwerdeführers geholfen. Der Schulterstand sei links ca. ein
en
Zentime
ter tiefer als rechts. In der dorsalen Schulterregion, über dem Schulterblatt und auch über dem
Trapezius
habe kein Druckschmerz festgestellt werden können. Ledig
lich im Bereich des rechten AC-Gelenkes habe si
ch ein solcher Schmerz gezeigt. Rechtsseitig
präsentiere
sich eine 18 cm lange reizlose Narbe von der Schulter bis zum lateralen Oberarm
(Urk. 8/241/5)
.
Objektiv liege eine eingeschränkte Schul
terbeweglichkeit vor, zeige sich bildgebend eine partielle
Osteonekrose
im
Humeruskopfzenit
rechtsseitig, präsentiere sich klinisch ein unauffälliges Hüft- und Kniegelenk rechtsseitig und sei keine muskuläre
Hypoth
r
ophie
an der rechten oberen oder unteren Extremität festzustellen. Weiter hielt
Dr.
C._
fest, die Behandlung der rechten Schulter daure noch an und die Wassertherapie solle
ebenfalls weitergeführt werden. Es bleibe abzuwarten, ob tatsächlich noch eine Verbesserung der Beweglichkeit der rechten Schulter erreicht werden könne (Urk. 8/241/8).
3.3
Im Sprechstundenbericht der Universitätsklinik
A._
vom 4. Januar 2019 führte
Dr.
med.
E._
, leitender Arzt Schulterchirurgie aus, a
nlässlich
der
Verlaufskontrolle
vom
21. Dezember 2018
habe der Beschwerdeführer
nach regelmässig durchgeführter Physiotherapie insgesamt über einen stationären Beschwerdeverlauf mit allenfalls leichter Verbesserung der Beweglichkeit berich
tet. Er
leide
immer noch
an
persistierende
n
endgradige
n
bewegungsabhängige
n
Schmerzen, eine regelmässige Schmerzmitteleinnahme bestehe allerdings nicht
(
Urk. 8/269/2)
.
Es
habe sich eine leichte Verbesserung der Beweglichkeit der Schulter bei persistierenden, stationären Schmerzen im Vergleich zur Vorunter
such
ung
gezeigt.
Mit dem Beschwerdeführer sei das konservative Vorgehen mit Weiterführung der Physiotherapie zur Beibehaltung der Beweglichkeit sowie das operative Vorgehen mit Schulterarthroskopie und
Kapsulotomie
besprochen wor
den.
Dr.
E._
hielt weiter fest, der Beschwerdeführer wünsche aktuell kein operatives Vorgehen, sondern
wolle
mit der Physiotherapie weiterfahren. Dem Bericht ist sodann zu entnehmen, dass aktuell keine fixe Verlaufskontrolle geplant sei, eine solche bei Bedarf jederzeit vereinbart werden könne (Urk. 8/269/3)
.
3.4
Am 24. Januar 2019 führte
Kreisarzt
Dr.
C._
aus (Urk. 8/271/5 f.), dass eine wesentliche funktionelle Verbesserung nicht
mehr
zu erwarten sei. Zwar
hätten
sich die Bewegungsumfänge gegenüber der kreisärztlichen Untersuchung vom 17. April 2018 verbessert, die Belastbarkeit dürfe jedoch im Hinblick auf die bild
gebend dargestellte partielle
Humeruskopfnekrose
nicht wesentlich zu verbessern sein. Die von der Universitätsklinik
A._
vorgeschlagene Physiotherapie diene
der
Erhaltung der Bew
eglichkeit und ob eine
Kapsuloto
mie
der Schulter zu einer wesentlich besseren Beweglichkeit führen könne, sei zudem nicht sicher.
Weiter formulierte
Dr.
C._
ein Zumutbarkeitsprofil, wonach dem Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht eine leichte bis höchstens mittelschwere Tätigkeit ohne Heben und Tragen von Lasten körperfern, sondern nur körpernah
,
möglich wäre. Tätigkeiten über Schulterniveau, mit abrupten Stoss- oder Zugbewegungen oder welche Schläge oder Vibrationen auf die rechte obere Extremität ausüb
t
en, seien auszuschliessen. Bezüglich der unteren Extremitäten würden sich keine Ein
schränkungen ergeben, da die
Femurfraktur
ohne Folgeschäden abgeheilt sei. Aktuell sei die physiotherapeutische
Beübung
noch sinnvoll und gegebenenfalls bei
Schmerzexazerbation
ein bis zwei Serien zu empfehlen.
3.5
Nach einer radiologischen Untersuchung an der Universitätsklinik
A._
am 15. Februar
2019
hielt PD
Dr.
med.
F._
, leitende Ärztin, fest, die Defektzone am
Humeruskopfzenit
sei zunehmen
d
knöchern überbaut. Es liege kein Hinweis auf eine neu aufgetretene Nekrose vor und es bestehe
nur
eine geringe
glenohumerale
Arthrose mit sehr kleinen
Osteophyten
inferior bei aber erhaltenem Gelenkspalt.
Periartikuläre
Ossifikationen hätten sich keine gebildet. Der ACHD sei mit 15 mm nicht pathologisch und das AC-Gelenk nicht wesentlich degeneriert. Weiter bestehe ein leicht gebogenes
Acromion
Typ II nach
Bigliani
(Urk. 8/284).
3.6
A
m 6. Mai 2019 führte PD
Dr.
E._
aus (Urk. 8/297), er könne anhand der letzten Sprechstundenkonsultation vom 21. Dezember 2018 noch keinen Endzu
stand der Schultersituation rechts etwas mehr als zwei Jahre postoperativ erken
nen, insbesondere da bei der letzten Konsultation eine leichte Verbesserung der Beweglichkeit festzustellen gewesen sei. Er wisse auch nicht, wie sinnvoll es sei, bereits jetzt eine abschliessende Integritätsentschädigung festzulegen. Um die Knorpeloberfläche am
Humerus
und
Glenoid
korrekt
evaulieren
zu können, müsse wohl eine zusätzliche Bildgebung (
Arthro
-CT oder
Arthro
-MRI) erfolgen. Ange
sichts des doch relativ harzigen Verlaufs erscheine eine verhaltene Prognose bezüglich des weiteren Verlaufs und
der
Wiedererlangung der Funktionalität der rechten Schulter leider als realistisch.
3.7
Am 7. Juni 2019 führte Kreisärztin
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Chirurgie, zunächst aus
(Urk. 8/302)
, dass bei der letzten Konsultation an der Universitätsklinik
A._
am 21. Dezember 2018
, 31 Monate nach der letzten Operation,
kein
e
weiteren fixen Verlaufskontrollen geplant worden seien, was einem Behandlungsabschluss entspreche.
Rekonvaleszenzzeiten
seien in der Regel kürzer und auch bei einer
Frozen
Shoulder
gehe man davon aus, dass eine Änderung bis zwei Jahre nach Unfall/Operation möglich sei. Die Beurteilung, dass es im Verlauf zu einer leichten Verbesserung der Beweglichkeit der Schulter gekommen sei,
erweise sich objektiv nicht wirklich als verwertbar. Anhand eines Vergleichs der Befunde der Konsultationen vom
5.
Juni 2018 und vom 2
1.
Dezember 2018 resultiere ein Unterschied von knapp 10°. Eine solche Diffe
renz sei sicherlich tages- und vom Untersucher abhängig und könne nicht wirk
lich als Verbesserung gewertet werden. Mit rein konservativen Massnahmen sei keine Veränderung des aktuellen Zustands
(
mehr
)
zu erreichen und ob die empfohlene Schulterar
t
hroskopie mit
Kapsulotomie
tatsächlich eine wesentliche Verbesserung des aktuellen Zustands bringen würde, könne nicht im Voraus gesagt werden. Ohne operative Intervention liege ein konservativ austherapierter Zustand vor.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 14. Juni 2019 (Urk. 2)
insbesondere
auf die Ausführungen
der Kreisärztin
Dr.
D._
vom 7. Juni 2019, welche vor allem zu dem vom Beschwerdeführer mit Einsprache eingereichten Bericht des behandelnden Arztes, PD
Dr.
E._
, Stellung nahm. Die Beschwerdegegnerin g
ing
gestützt auf die
Einschätzung
von
Dr.
D._
davon aus, dass von einer Weiterführung der medizinischen Behand
lung keine namhafte Besserung erwartet werden könne (Urk. 8/302/1)
.
4.2
Der Beschwerdeführer bringt vor, auf die Einschätzung von
Dr.
D._
könne nicht abgestellt werden. Der behandelnde Arzt, PD
Dr.
E._
, habe das Vor
liegen eines Endzustands verneint, da mit der bisherigen Therapie eine Verbesse
rung der Beweglichkeit habe erreicht werden können. Zur Abklärung einer allfäl
ligen Arthrose müsse eine zusätzliche Bildgebung angeordnet werden (Urk. 1 S. 5).
Es trifft zu, dass PD
Dr.
E._
anlässlich der Verlaufskontrolle am 21. Dezem
ber 2018 eine leichte Verbesserung der Beweglichkeit der rechten Schulter fest
stell
te
(vgl. E. 3.3). Eine gewisse Verbesserung der Schulterbeweglichkeit vernein
ten
aber
auch
die
Kreisärzt
e
Dr.
D._
(vgl. E. 3.7) und
Dr.
C._
(
vgl.
E. 3.4) nicht.
Für die vorliegend zu beurteilende Frage der Rechtmässigkeit des Fallabschlusses ist allerdings relevant und zu klären, ob von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung über den 30. April 2019 hinaus noch eine namhafte Besserung des Gesundheits
zustands erwartet werden konnte
, was sich insbesondere nach Mass
gabe der zu erwartenden Steigerung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbe
dingt beeinträchtigt ist, bestimmt (
vgl.
E. 1.4.2).
Hierzu ist zunächst festzuhalten, dass der behandelnde Arzt, PD
Dr.
E._
, anlässlich der letzten Verlaufskontrolle vom 21. Dezember 2018 keine weitere fixe Verlaufskontrolle vereinbarte (vgl. E. 3.6), was gemäss der Ansicht von
Dr.
D._
einem
Behandlungsabschluss gleichkommt
(vgl. E. 3.7).
Mit Stellung
nahme vom 6. Mai 2019 erachtete sodann PD
Dr.
E._
lediglich eine verhal
tene Prognose als realistisch, da sich der bisherige Heilungsverlauf als harzig erwiesen habe (vgl. E. 3.6).
Dr.
D._
qualifizierte die festgestellte Verbesserung der Schulterbeweglichkeit zudem nicht für objektiv verwertbar, da der Unter
schied lediglich 10° betragen habe, was bereits allein mit der Tagesform und der Untersuchungsart erklärt werden könne
(vgl. E. 3.7).
Dr.
C._
führte weiter aus,
dass sich die Belastbarkeit der rechten Schulter aufgrund der bildgebend darge
stellten partiellen
Humeruskopfnekrose
nicht wesentlich verbessern lasse (vgl. E. 3.4).
Auch zeigte sich anlässlich der radiologischen Untersuchung vom 15. Februar 2019 keine wesentliche Degeneration des AC-Gelenkes und wurde
bei dieser Untersuchung auf eine zusätzliche Bildgebung – wie der Beschwerde
führer beschwerdeweise nun verlangte - verzichtet (vgl. E. 3.5), weshalb anzu
nehmen ist, dass von einer solchen Bildgebung keine weiteren relevanten Auf
schlüsse zu erwarten sind.
Vor diesem Hintergrund
ist von einer weiteren Behandlung
k
eine namhafte Verbesserung der Beschwerden an der Schulter zu erwarten, zumal auch der behandelnde Arzt nicht konkret ausführte,
inwieweit
eine weitere
Behandlung
tatsächlich zu einer ins Gewicht fallenden
Verbesserung führen würde.
Die alleinige
Hoffnung
(vgl. Urk. 8/297, wonach der Behandler ausführte, er hoffe, dass sich die Beschwerdesymptomatik an der Schulter mittels Physiotherapie noch verbessere)
auf eine positive Beeinflussung der Beschwerden genügt nicht
, um von einer namhaften Besserung im Sinne von Art.19 Abs. 1 UVG auszugehen
(
Urteil des
Bundesgerichts
U 402/05
vom
2
3.
August 2007
E.
5.2 mit weiteren Hinweisen
)
.
Hinzu kommt vorliegen
d
, dass die Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit im Zeitpunkt der Leistungseinstellung nicht mehr eingeschränkt war (vgl. E. 3.4 und nachfolgende Würdigung der Arbeitsfähigkeit in E. 5.2). Die
(bloss)
erhoffte Verbesserung könnte sich somit
ohnehin
nicht in einer höheren Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit niederschla
gen (Urteile des Bundesgerichts
8C_142/2017 vom
7.
September 2017 E. 5.2.1, 8C_639/2014 vom
2.
Dezember 2014 E. 4.2
).
4.3
Was die psychischen Leiden des Beschwerdeführers anbelangt
,
ist mit Verweis auf die Beurteilung von
Dr.
B._
nicht mehr mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit von
einem
natürli
chen
Kausalzusammenhang
zum
Unfall vom 17. Februar 2015
auszugehen
(vgl. E. 1.
3
)
.
Dr.
B._
führte aus, dass die Krankheit auch ohne Unfallereignis einen solchen Verlauf hätte nehmen können und eine vollständige Remission und Restitution ad
integrum
bei diesem Krank
heitsbild nicht immer zu erwarten sei. Die re
aktive Komp
onente, respektive eine Verschlechterung im psychischen Störungsbild sei rund 18 Monate nach dem Unfallere
ig
nis in den Hintergrund getreten und stehe nicht mehr überwiegend wahrscheinlich in einem kausalen Zusammenhang mit dem Unfall. Es sei das primäre vorbestehende Störungsbild für das aktuelle Zustandsbild des Beschwer
deführers ausschlaggebend (vgl. E. 3.1). Die Einschätzung von
Dr.
B._
erfolgte in Auseinandersetzung mit den relevanten
Vorakten
, erscheint schlüssig und nachvollziehbar begründet und wurde vom Beschwerdeführer
denn
auch
nicht
bestritten
.
4.4
Nach dem Gesagten ist
der Fallabschluss per 3
0.
April 2019
nicht zu beanstanden
.
5.
5.1
Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die kreisärztliche Beurteilung
von
Dr.
C._
vom
24. Januar 2019 und das
von ihm
definierte Zumutbarkeitsprofil (Urk. 2 S. 7).
Die Beurteilung der Arbeitsfä
higkeit durch
Dr.
C._
vom 24. Januar 2019 ist anhand d
er
Vorakten
nachvoll
ziehbar und
das erstellte Zumutbarkeitsprofil nimmt auf die bestehenden Ein
schränkungen angemessen Rücksicht.
Auch erweist sich die
Einschätzung von
Dr.
C._
insgesamt als
schlüssig
(vgl. E. 1.6)
.
Zwar wird
diese
vom Beschwerde
führer
in Frage gestellt
, allerdings nicht mit einer fachlichen medizinischen Ein
schätzung
untermauert
.
Hinweise auf eine anderslautende medizinische Einschät
zung der (unfallbedingten) Arbeitsfähigkeit lassen sich den Akten, insbesondere den Berichten der behandelnden Ärzte,
jedenfalls
nicht entnehmen.
Der medizi
nische Sachverhalt erweist sich als hinreichend abgeklärt. Von der beschwerde
weise beantragten Einholung eines orthopädischen Gutachtens sind keine massgeblichen neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb in antizipierter Beweis
wür
digung (BGE 134 I 140 E. 5.3) darauf zu verzichten ist.
M
it dem im Sozial
versi
cherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
ist damit erstellt, dass der Beschwerdeführer
in unfallversicherungsrechtlicher Hin
sicht
in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig ist.
5.2
5.2
.1
Im Weiteren ist zu prüfen, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt.
5.2
.2
Die Beschwerdegegnerin ermittelte das
Valideneinkommen
gestützt auf die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers (Urk. 8/265). Das auf diese Weise ermittelte
Valideneinkommen
von Fr. 52'831.
--
(Urk. 8/292)
wurde
vom Beschwerdeführer
nicht in Frage gestellt.
Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse, beschränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen
Saisonnierstatus
) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, ist diesem Umstand bei der Invaliditätsbe
messung nach
Art.
16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren Ein
kommensniveau begnügen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleichmäs
sig zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxis
gemäss entweder auf Seiten des
Valideneinkommens
durch eine entsprechende
Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder aber auf Seiten des Inva
lideneinkommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wer
tes erfolgen (BGE 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen). Eine Parallelisierung ist indessen nur vorzunehmen, wenn die Differenz zum massge
benden Durchschnitt deutlich ist. Deutlich unterdurchschnittlich im Sinne von BGE 134 V 322 E. 4 ist der tatsächlich erzielte Verdienst, wenn er mindestens 5
%
vom branchenüblichen LSE-Tabellenlohn abweicht (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.2).
Gemäss seinen eigenen Angaben hat der Beschwerdeführer für fünf Jahre die Primar- und für drei Jahre die Mittelschule besucht
, aber
keine berufliche Aus
bildung absolviert. Bisher arbeitet
e
er als Hauswart, im Transport und Reini
gungsbereich und zuletzt als Lagermitarbeiter (Urk. 8/110/2). Zu
r Frage der Unterdurchschnittlichkeit des vom Beschwerdeführer erzielten
Lohn
es
ist das niedrigste Kompetenzniveau 1 (
einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerk
licher Art)
ohne Einschränkung auf einen bestimmten Sektor
heranzuziehen.
N
ach der LSE 2016, Tabelle TA1, erzielten Männer im
Total
im Kompetenzniveau 1 einen standardisierten mona
tlichen Bruttolohn von Fr. 5’340
.--. Hoc
hgerechnet auf die im Jahre 2018
betr
iebsübliche Arbeitszeit von 41,7
Stunden in der Woche (vgl. die vom BFS herausgegebene Tabelle Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilungen in Stunden pro Woche,
Total
) ergibt sich unter Berücksichti
gung der Nominallohnentwicklung (Bundesamt für Statistik, T 39 Entwicklung der Nominallöhne 2010-2
018, Männer
) e
in Jahreseinkommen von Fr. 67'742.-- bei einem 100%-Pensum (Fr.
5'340.
-- :
40 x 41.7 x 12 x 1.004 (2017) x 1.005 (2018) x 1.00
5 (2019
)
)
. Verglichen mit dem Loh
n des Beschwerdeführers von Fr. 52'831.--
er
gibt sich eine Differenz von 22
%.
Es ist daher beim Einkommensvergleich eine Parallelisierung der Vergleichsein
kommen (vgl. dazu BGE 141 V 1, 140 V 41, 139 V 592, 135 V 297, 134 V 322) vorzunehmen. Das
Valideneinkommen
von
Fr. 52'831.--
ist
rechtsprechungsge
mäss um den 5
% übersteigenden Prozentsatz der Unter
durchschnittlichkeit, also um 17
% zu parallelisieren. Das
Valideneinkommen
für das Jahr 201
9
wäre damit auf
Fr. 63'652.--
zu erhöhen, wobei der Betrag von
Fr. 52'831.-- dem Prozentsatz von 83 % (100 % - 17
%) gleichzusetzen ist und dies auf 100
%
hochzurechnen ist (
Fr. 52'831.--: 83
x 100; vgl. zur Berechnung: Urteil des Bundesgerichts 8C_2/2017 vom 1
6.
August 2017 E. 2.2.3)
5.2
.3
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens stützte sich die Beschwerdegegnerin
(Urk. 8/292
)
auf die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE-Tabellen).
Mit Blick auf das medizinische Belastungsprofil ist zusammen mit der Beschwerdegegnerin auf den Tabellenwert in der Höhe von
Fr.
5’340.-
- (LSE 2016, Tabelle TA l, Total
,
Kompetenzniveau l, Männer) abzustellen. Davon brachte die Besch
werdegegnerin leidensbedingt 10
% in Abzug, was seitens des Beschwerdeführers nicht bean
standet wurde und auch keinen Anlass zur gerichtlichen Korrekt
ur ergibt (vgl. BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E.
6). Unter Berücksichtigung der betriebsüb
lichen Arbeitszeit im Jahr 2018 von 41.7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche, 2004-2018, A-S 01-96), der Nominallohnentwicklung für Männer bis ins massgebliche Jahr 2019 sowie eines
leidensbedingten Abzugs von 10
% ergibt sich ein Invali
deneinkommen von rund Fr. 60’969
.-- für ein zumut
bares Pensum von 100
%
(
Fr.
5'340.-- : 40 x 41.7 x 12 x 1.004 (2017) x 1.005 (2018) x 1.00
5 (2019) x 0.9
).
5.2
.4
Bei
einem parallelisierten
Valideneinkommen
von
Fr. 63'652.-- (vgl. E. 5.3.2) und einem
I
nvalideneinkommen von Fr. 60'969.
-- resultiert eine unfallbedingte Erwerbseinbusse von Fr. 2'68
3
.--, was einem Invaliditätsgrad von 4.2 % ent
spricht und keinen Rentenanspruch ergibt (
vgl. E.
1.
4.1
).
6.
Hinsichtlich des Anspruchs auf Integritätsentschädigung ist ebenfalls auf die Stel
lungnahme des Kreisarztes
Dr.
C._
abzuste
llen. Er schätzte
den Integritätsscha
den in seinem Bericht vom 5. März 2019 (Urk. 8/289) auf 10 % und führte hierzu aus, dass in der Suva-Tabelle 1 zum Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten bei einer bis zu 30° über die Horizontale bewegliche
n
Schulter ein Integritätsschaden von 10 %
ausgenommen
werde.
Weit
er hielt
Dr.
C._
fest, es liege nur
eine geringe
g
lenohumerale
Arthrose vor
und hin
sichtlich der r
echten unteren Extremität
w
er
de die
Erheblichkeitsgrenze
für eine Integritätsentschädigung nicht erreicht. Diese Einschätzung ist nicht zu beanstan
den und erfolgt in
Übereinstimmung mit den Richtlinien des Anhanges 3
zur UVV sowie der Suva-Tabelle
1.2
wonach
eine bis zu 30° über die Horizontale beweg
liche Schulter einem Integritätsschaden von 10
% entspricht.
Der
Beschwerdeführer
brachte vor
, dass
aufgrund der möglichen Entstehung einer Arthrose vorsorglich eine Integritätsentschädigung von 15 % festzulegen sei (Urk. 1 S. 7). Die objektivierte geringe
gleno
humerale
Arthrose wurde von Dr.
C._
im Rahmen seiner Beurteilung des Integritätsschaden
s
ber
eits berück
sichtigt und
führt
gemäss
der Suva-Tabelle 5.2 zu keiner
zusätzlichen Entschädi
gung, da
es sich
nur um eine leichte Arthrose handelt. Inwiefern vorliegend von einer voraussehbaren Verschlimmerung der Arthrose auszugehen wäre, begrün
d
et der Beschwerdeführer nicht. A
uch ergeben sich aus den Akten keine Anhalts
punkte
hierfür. Vielmehr
zeigte die radiologische Untersuchung vom 15. Februar 2019
gerade
keine wesentliche Degeneration
des AC-Gelenkes (vgl. E. 3.5).
7
.
Zusammenfassend erweist sich der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
14. Juni 2019
(
Urk.
2) als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
Das Gericht
erkennt
:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Mark A.
Glavas
-
Suva
-
Bundesamt für Gesundheit
4.