Decision ID: a18781cc-4881-41a2-8c2d-a452b43bf655
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1996 geborene
X._
war seit 1
3.
August 2012 als Zimmermann bei der
Y._
angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert (
Urk.
6/1). Am 2
4.
Mai 2015 fiel er beim Bas
ketballspielen
zu Boden und
auf die Schulter (
Urk.
6/1
Ziff.
6
).
Die Ärzte des
Z._
diagnostizierten am Folgetag eine Kontusion der rechten Schulter (
Urk.
6/14/2).
Die
Suva
anerkannte ihre Leistungspflicht für Heilbehandlung und Taggeld (
Urk.
6/4 und
Urk.
6/5) und schloss den Fall am 2
8.
September 2015 formlos ab (
Urk.
6/8
). Mit Schadenmeldung vom
2.
Februar 2018
wurde
der Suva ein Rückfall angezeigt (
Urk.
6/9) und am
1
9.
März 2018
ein Gesuch um Kosten
gutsprache
für eine am
6.
April 2018 vorgesehene
Schulteroperation eingereicht (
Urk.
6/22,
Urk.
6/23, vgl. auch
Urk.
6/21 S. 2).
Am
5.
April 2018
teilte
die Suva dem
Versicherte
n
telefonisch und am
6.
April 2018
schriftlich mit
, dass
sie Leistungen für den Rückf
all sowie
für
die Operation ablehne
(
Urk.
6/24 und
Urk.
6/26). Nach Einwand des Versicherten
(
Urk.
6/27) und Eingang medizinischer Bericht
e
legte die Suva den Fall ihrem Kreisarzt zur Stellungnahme vor (
Urk.
6/33). Mit Verfügung vom 1
5.
Juni 2018 (
Urk.
6/35) verneinte die Suva ihre Leistungspflicht.
Die Einsprache des Versicherten (
vgl.
Urk.
6/37,
Urk.
6/38),
wie
s
sie
mit Einspracheentscheid vom
1.
Februar 2019
ab (Urk.
2).
2.
Hier
gegen erhob der Versicherte am
3.
März 2019
(
Urk.
1) Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag,
der Einspracheentscheid vom
1.
Februar 2019 sei
aufzu
heben und es seien die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. Die
Suva
bean
tragte in ihrer Beschwerdeantwort vom
4.
April
2019 die
Abweisung der Be
schwerde (
Urk.
5
). Hiervon wurde dem Beschwerdeführer am
8.
April
2019 Ke
nnt
nis gegeben (
Urk.
7
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. No
vember 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
2
4.
Mai 2015
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetr
eten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Beding
ungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfaller
eignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallversicherung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein na
türlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
).
Es obliegt der versicherten Person das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusam
menhangs zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall mit dem im So
zialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit nachzuweisen. Je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere Anfor
derungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusam
menhangs zu stellen. Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versi
cherten Person aus (Urteil des Bundesgerichts 8C_113/2010 vom
7.
Juli 2010 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Be
richten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab
klärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E.
4.7
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründet ihren Entscheid damit (
Urk.
2),
dass
zu prüfen
sei
, ob die vom Beschwerdeführer geklagten Schulterbeschwerden rechts als rück
fallkausal zum Unfall vom 2
4.
Mai 2015
eingestuft werden könnten
(S. 2).
Dr.
med.
A._
habe
dazu
festgehalten
(S. 4 f.)
,
dass
zwar
im Bericht über die Operation vom
6.
April 2018 auf
persistierend
e
Schmerzen
seit dem Unfal
l vom 2
4.
Mai 2015
hingewiesen werde,
diese
Darstellung
aber
den Fakten
widerspre
che,
wonach der Beschwerdeführer in der Zeit
von
2015 bis 2017
auf hohem Niveau Handball
ge
spielt
habe. U
nabhängig
davon würden
intensive Wurfsport
arten, wie zum Beispiel Handball
,
auch ohne Unfälle
im Laufe der Zeit starke Veränderungen
am Schultergelenk
entwickeln
, die
besonders häufig den anteri
oren Anteil des Labrum glenoidale
beträfen und es seien auch
Tendinopathien der Rotatorenmanschette bei diesen Sportlern sehr weit verbreitet.
Betrachte man den Beschwerdev
erlau
f, welcher
ni
cht zu einer akut aufgetretenen
Läsion des Labrum glenoidale
in diesem
Ausmass
passe
,
sowie
dass
der Beschwerdeführer
auf sehr hoh
em Niveau eine Sportart betreibe
, die z
u einer deutlich beschleunig
ten
Degener
ation des Schultergelenkes führe
, dann
sei
kl
ar, dass sämtliche Be
schwerden,
die über
diejenigen einer einfachen Kont
usion der Schulter ausgin
gen
,
mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auf eine Degeneration und nicht
auf
eine
beim Sturz vom 24.
Mai 2015 erlittene Läsion zurückzuführen seien.
Gestützt
darauf sei die Leistungspflicht für die vom Beschwerdeführer geklagten Schulterbeschwerden rechts zu Recht verneint worden
(S. 6)
.
2.2
Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt (
Urk.
1), am 2
4.
Mai 2015 habe er sich bei einem Zusammenstoss mit einem Kind beim Basketballspielen in einem Trainingslager, welches er mitgeleitet habe, an der rechten Schulter ver
letzt. Bis zu diesem Zeitpunkt habe er weder bei seiner Arbeit als Zimmermann, noch bei seiner sportlichen Tätigkeit im Handballclub Schmerzen an der Schulter
gespürt
. In der Folge habe er immer wieder Schulterschmerzen rechts bei ganz normalen Hau
s
halttätigkeiten, beim Sport und bei seiner Arbeit gehabt. Der Un
fall habe ihn aus der Bahn geworfen. Er sei
jung und sportlich und habe
einen körperlich anspruchsvollen Beruf
und spüre seinen Körper sehr gut. Es helfe auch
der Adrenalinausstoss beim Sport und die Rücksicht
seiner
Arbeitskollegen bei körpe
rlich anspruchsvollen Aufgaben bei
der Arbeit,
dass er sein
Leb
en einiger
massen normal habe weiter
führen
könne
n
.
A
uch viele bekannte Athleten
würden
nach Unfällen und Operation
en trotz grosser
Schmerzen weiterhin Sport
be
trei
ben und Erfolg haben. Das Argument, dass er nach der Verletzung viele Tore geschossen habe
und daher
auf eine
Krankheit
zu schliessen sei, sei daher ver
fehlt.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht h
in
sichtlich der geklagten Schulter
beschwerden
rechts mit nachfolgender Operation vom
6.
April 2018
zu Recht verneint hat oder ob diese kau
sal auf das Unfaller
eignis vom 2
4.
Mai
2015 zurückzuführen sind.
3.
3.1
3.1.1
Im Kurzbericht des
Z._
vom 2
5.
Mai 2015 (
Urk.
6/14) über die Behand
lung in der Notfallpraxis am gleichen Tag wies die zuständige Ärztin darauf hin, der Beschwerdefü
hrer sei am Vortag im Handballt
rainingslager aus einem Sprung auf die rechte Schulter gestürzt und hätte nach zehn Minuten Schmerzen
ver
spürt, die anhaltend seien. Zum
Befund
hielt
die
Ärztin
fest,
die
Clavicula,
die
Scapula
und
der
Hum
erus
seien ohne Druckdolenz und es
bestehe eine leichte Schwellung
ohne
Hautschürfung.
Die
Elevatio
n
und
Abduktion gingen
bis 90°, die Innenrotation (IR) sei stark eingeschränkt und die Aussenrotation (AR) ohne Befund. Bildgebend (Röntgen)
seien
an der rechten Schulter und Clavi
cula meh
rere haardünne Linien in
Humerus
und
Scapula
sichtbar
. Auch die erste Rippe sei mit fraglicher Läsion. Klinisch seien Frakturen sehr unwahrscheinlich.
Als
Diag
nose nannte
die Ärztin
eine
Kontusion der rechten Schulter. Sie
verordnete Anal
gesie
und eine Nachkontrolle beim Hausarzt
nach
zwei bis drei Tagen und attes
tierte
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vo
m 2
6.
bis
2
8.
Mai 2015.
3.1.2
Am 2
6.
Mai 2015 hielt d
er Radiologe
Dr.
med.
B._
zum
Befund fest (
Urk.
6/15), es best
ünden
eine regelrechte Artikulation im Schultergelen
k
ohne
knöcherne Verletzung und eine
regelrechte Artikulation
im
Akromioklavikular
gelenk
ohne
knöcherne Verletzung bei der Darstellung der Clavicula. Allerdings zeige sich eine Fraktur der ersten Rippe rechts, bei der es sich möglicherweise auch um eine ältere Fraktur mit
Pse
udarthrosenbildung
handeln könn
e.
Es wurde empfohlen
,
bei Persistenz der Beschwerden eine ergänzende MRT durchzuführen.
3.
1.3
Im Bericht über die
Ultraschall
untersuchung am Schulterg
elenk rechts vom 2
7.
Mai
2015
(
Urk.
6/16)
hielt
nämlicher Radiologe
zur
Fragestellung nach einer Rotatorenmanschettenverletzung
fest
,
es zeigten sich
s
onographisch keine Hin
weise auf eine Verletzung im Bere
ich der Rotatorenmanschette,
kein Gelenker
guss und auch keine Verkalkungen. Da der Hauptschmerz sich im Bereich der
Scapulaspitze
projiziere, könn
t
e
hier
bei Persist
enz der Beschwerden
gegebenen
falls eine ergänzende MRT durchgeführt werden.
3.2
Im Bericht der
C._
vom 2
3.
Janu
ar 2018 (
Urk.
6/18) über die MR-
Arthrographie und die Röntgen-Arthrographie des Schultergelenks rechts
führte der zuständige Radiologe aus
, d
ie angefertigten Röntgenbilder zeig
t
en normale knöcherne Verhältnisse.
Glenohumeral
seien keine
posttraumatischen Verände
rungen
fassbar und keine Weichteilve
rkalkung
sichtbar
.
Es zeige sich eine gute Kontrastmittelf
ü
llung der Gelenkhöhle.
Die angefertigte MR-Tomogra
phie der rechten Schulter zeige eine gute Zentrierung des Humerus
kopfes im Glenoid. Der hyaline Gelenkknorpel
sei intakt mit guter Kontrastmittelfüllung. Das Labrum zeige sich
mit chronischen
Läsionen
ventral und h
ier
bestehe eine vollständige Ablösung/Abscherung des Labrums von etwa 2-3 Uhr, bei sehr unregelmäss
ige
r Labru
mstruktur. Die übrigen
labralen
Anteile
seien intakt. Das
AC-Gelenk
zeige sich
mit normalen Stellungs- und
Artikulationsverhältnissen und es be
stehe
k
ei
ne relevante entzündliche Reizung
,
aber
e
twas Flüssigk
eit in der Bursa subacromia
lis. Der
Supraspinatus
zeige
sich
mit deutlichen degenerativen Veränderungen und es seien kleine interstitielle Läsionen und winzige Unterflä
cheneinrisse sicht
bar.
Ein relevanter transmuraler Riss bestehe nicht
,
aber
ein
leichtes Ödem im
Humeruskopf
,
zentral des
foot
print
s
. Hier
bestünden
Zeichen einer leichtgradigen chron
ischen
Insertionstendinopathie
. Die
Subscapularis
sei intakt und der
I
nfra
spi
natus
und Teres minor ohne releva
nten Befund
. Es zeige sich keine
muskuläre Atrophie
und di
e Bizepssehne
sei
unauffällig.
3.3
Im Arztzeugnis UVG
vom
9.
Februar 2018 (
Urk.
6/17) über die Erstbehandlung vom 2
2.
Januar 2018 nannte
Dr.
med.
D._
als Diagnose eine Labrumläsion am ventralen Rand. Der Beschwerdeführer könne sei
t
dem Unfall im Mai 2015 seine rechte Schulter nicht mehr voll belasten (im Beruf und beim Handball).
Die
Ärztin führte aus, die
Schulterbeweglichkeit sei relativ frei bei Endschmerz und bei Ele
vation und Aussenrotation sei die Kraft vermindert und im Röntgenbefund zeig
t
e
n sich keine ossären Läsionen. Sie hielt fest, e
ine weitere Beurteilung erfolge durch PD
Dr.
med.
E._
an der
F._
.
3.4
Im Bericht der
F._
vom 2
3.
Februar 2018 (
Urk.
6/21) nannte
PD
Dr.
E._
die Diagnosen
Labrum- und SLAP-Läsion Schulter rechts mit wahrscheinlich
Bicepstendinopathie
und
geringgradiger
Supraspinatusunter-flä
chenpartialruptur
nach Unfall am 2
4.
Mai 201
5.
Der rechtsdominante Zimmermann sei beim Basketballspiel gestürzt mit Verlet
zung der rechten dominanten Schulter. Jetzt sei es schlimmer geworden. Er spiele Handball auf sehr hohem Niveau, was jetzt nicht mehr g
ehe
. In Ruhe und nachts
gehe
es. Das Schlimmste sei das Werfen, dann habe er Schmerzen im vorderen Schulterbereich.
Auch Heben würde Schmerzen auslösen. Bisher habe er keine Physiotherapie oder
Cortisoninfiltration
gehabt.
Bei persistierenden Beschwerden sei die Möglichkeit der arthroskopischen Be
handlung
mit Behandlung einer all
fälligen Labrumläsion
und
wahrscheinlich
Bicepstenodese
und eventuell
Labrum
refixation
mit guter Prognose diskutiert worden. Die Rotatorenmanschette würde wahrscheinlich nicht repariert werden müssen. Der postoperative Verlauf sei in der Regel langsam und ein Arbeitsausfall werde über mehrere Monate
und der
Handballausfall sechs Monate dauern.
3.5
Nach Vorlage
des Falls
zur versicherungsmedizinischen Beurteilung
führte
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Radiologie,
am
5.
April 2018 (
Urk.
6/19) aus, die Läsion des Labrum glenoidale sei am ehesten degenerativ bedingt. Der Beschwer
deführer habe intensiv und auf hohem Niveau Handball gespielt. Es sei bekannt, dass Wurfsportarten zu einem deutlich beschleunigten Verschleiss des Schulter
gelenkes und hier insbesondere des Labrum glenoidale führten. Zudem sei das Labrum glen
o
idale anterior so 'faserig' ausgerissen, dass dies kaum auf ein ein
zelnes Trauma, sondern mit klar überwiegender Wahrscheinlichkeit auf repetitive Mikrotraumata zurückzuführen sei. Somit besteh
e
keine überwiegend wahr
scheinliche Kausalitätsbeziehung zwischen den aktuell beklagten Beschwerden und dem 2015 gemeldeten Unfall. Eine Teilkausalität könne nicht ausgeschlossen werden, diese sei aber auch bei Weitem nicht überwiegend wahrscheinlich.
3.6
Im Operationsbericht vom
6.
April 2018 (
Urk.
6/30) führte
PD
Dr.
E._
aus, beim Eingehen dorsal ins Gelenk zeige sich der Glenoid überall intakt. Das Labrum postero-inferior sei ausgefranst und abgelöst, das Labrum
antero
-inferi
ore normal und das
antero-superiore
Labrum ausgefranst. Die SLAP-Läsion
Typ l
zeige sich wenig ausgeprägt, ohne entzündliche Veränderungen und werde als nicht pathologisch beurteilt. Die Bicepssehne sei überall normal und die
Subsca
pularis
und die Teres minor intakt. Es zeige sich eine
Supraspinatus-unterflächen
partialruptur
posterior
.
Dies werde
debridiert
, wobei 25
%
der Sehnendicke be
troffen seien. Der Rest sei intakt und werde belassen. Beim
Umsch
wenken der Optik nach
anterior
werde d
ie
dorso
-inferiore Labrumläsion sich
tbar. Sie werde
debridiert
und
refixiert
.
Im Austrittsbericht vom
9.
April 2018 (
Urk.
6/31) wies
PD
Dr.
E._
auf
einen
komplikationslosen operativen und postoperativen Verlauf hin. Die Wund
verhältnisse seien reizlos und trocken und physiotherapeutisch habe der Be
schwerdeführer problemlos mobilisiert werden können und bei subjektivem Wohlbefinden sowie komplikationslosem Verlauf sei er am
8.
April 2018 nach Hause entlassen worden.
3.7
In seiner Aktenbeurteilung vom
5.
Juni 2018 (
Urk.
6/33) führte
Dr.
A._
aus,
gemäss Schadenmeldung sei der Beschwerdeführer am 2
4.
Mai 2015 beim Sport auf die rechte Schulter gestürzt. In den am darauffolgenden Tag angefertigten Röntgenaufnahmen habe sich eine nicht verheilte, aber eindeutig alte Fraktur des anterolateralen Anteiles der Costa I
dextra
gezeigt. Frische Läsionen seien in den Aufnahmen weder direkt no
ch indirekt nachzuweisen. In d
er drei Tage nach dem angeblichen Sturz durchgeführten Sonografie habe ein Gelenkerguss ausge
schlossen werden können. Das Fehlen eines Gelenkergusses drei Tage nach Trauma schliesse zwar eine relevante intraartikuläre Läsion nicht mit absoluter Sicherheit aus, sei aber ein negativer Hinweis darauf. Am 2
2.
Januar 2018 habe der Beschwerdeführer einen Rückfall geltend gemacht und am 2
3.
Januar 2018 sei ein
MR-Arthrogramm
der rechten Schulter angefertigt worden. In diesem zeige sich eine alte Läsion des anterioren Abschnittes des Labrum glenoidale mit unregelmässiger Ablösung desselben. Zudem seien chronische
Insertionstendino
pathien
des
Musculus
supraspinatus
mit Oberflächenunregelmässigkeiten der Sehne als Hinweise auf zahlreiche kleine Einrisse zur Darstellung gelangt. Am 2
2.
Februar 2018 habe dann eine Konsultation bei PD
Dr.
E._
stattge
funden, welcher am
6.
April 2018 aufgrund der Läsion des Labrum
glenoidale
, der
Tendinopathie
des
Musculus
supraspinatus
mit den kleinen Einrissen der Sehne und einer radiologisch nicht nachweisbaren, seines Erachtens aber vor
handenen
Tendopathie
des Caput
longum
musculi
bicipitis
brachii
den Beschwer
deführer operiert habe. Im Operationsbericht werde festgehalten, dass der Be
schwerdeführer seit dem Unfall vom 2
4.
Mai 2015
persistierend Schmerzen unter an
der
e
m beim We
rfen habe. Diese Darstellung widerspr
e
che
den Fakten. Denn d
er
Beschwerdeführer
, der
auf hohem Niveau Handball spiele
,
habe
2015
- 2017 in der ersten Mannschaft des
G._
,
nämlich während
der
Handball-Saison 2015/16 gut acht Spieleinsätze
gehabt
und
dabei
28 Tore schiessen
können. I
n der Saison 2016/17
bei
gar 13
Spieleinsätze
n
sei er
mit 99 geschossenen
Toren
häufig mit Abstand bester Torschütze seiner Mannschaft
gewesen
.
Unabhängig davon sei seit Jahren bekannt, dass Sportler, die intensiv Wurfsport
arten wie zum Beispiel Handball
treiben, auch ohne
Unfälle
im Laufe der Zeit starke Veränderungen
am Schultergelenk
entwickel
te
n, die besonders häufig den anterioren Anteil des Labrum glenoidale beträfen. Tendinopathien der Rotatoren
manschette seien bei diesen Sportlern auch sehr weit verbreitet. Betrachte man den Beschwerdeverlauf, der absolut nicht zu einer akut aufgetretenen Läsion des Labrum glenoidale dieses Ausmasses passe
,
und berücksichtige man, dass der Be
schwerdeführer auf sehr hohem
Niveau eine Sportart betreibe, die zu einer deut
lich beschleunigten Degeneration des Schultergelenkes führe, sei klar, dass sämt
liche Beschwerden, die über diejenigen einer einfachen Kontusion der Schulter ausgehen, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf eine Degeneration und nicht eine beim Sturz vom 2
4.
Mai 2015 erlittene Läsion zurückzuführen seien. Diese Hypothese passe auch zum MR-tomografischen Befund, sowohl bezüglich Lokalisation als auch Morphologie.
3.8
Anlässlich einer Verlaufskontrolle vom 1
8.
Juli 2018 (
Urk.
6/38) hielt PD
Dr.
E._
einen positiven
Verlauf
fest. Als Zimmermann
sei ab
2
3.
Juli 2018 mit 40%iger Arbeitsfähigkeit (halbtags, bei reduzierte
r
Belastung) während zwei Monaten zu beginnen und danach bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerdegegnerin habe die Behandlung abgelehnt, was aus seiner Sicht nicht verständlich und nicht korrekt sei.
Der Beschwerdeführer habe
am
2
4.
Mai 2015
eine
n Sturz beim Basketballspielen erlitten und es sei
zur Schulterv
erletzung und schlies
slich zur operativen Behandlung gekommen.
Sämtliche Kriterien des Un
falles
seien vollumfänglich gegeben und die
angegebenen Beschwerden und die Befunde
seien seines
Erachtens mit Sicherheit Unfallfolge.
4.
4.1
Der Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen einem geltend ge
machten Ereignis und dem Gesundheitsschaden wird in erster Linie mittels der Angaben medizinischer Fachpersonen geführt. Vorliegend ergeben die medizini
s
chen Unterlagen
i
n Bezug auf die rechte Schulter
, dass aufgrund
der
Bildgebung
am Unfallfolgetag
vom 2
5.
Mai 2015
zwar
mehrere h
aardünne Linien in
Humerus
und
Scapula
zur Darstellung gelangten
,
Frakturen
aber
als
klinisch sehr unwahr
scheinlich
bezeichnet
,
weitgehend
ausgeschlossen
werden konnten.
Dem
entspre
chend
wurde
auch nur
eine
Schulterkontusion
diagnostiziert und lediglich eine
kurzzeitige
Arbeitsunfähigkeit bis 2
8.
Mai 2015
attestiert
(
vgl.
E. 3.1.1
hiervor
).
Ebenso ergaben d
ie Ultraschalluntersuchung
en
des Schultergelenks
drei Tage nach dem Unfall
keine Hinweise auf eine Verletzung im Bereich der Rotatoren
manschette und
zeigten
auch keinen Gelenkerguss (E. 3.1.3).
A
ktenkundig
ist auch
, dass der Arbeitgeber
am
2
7.
Juli 2015
bestätigt hatte
, dass
der Beschwer
deführer
bereits nach eineinhalb Wochen die Arbeit
(als Zimmermann)
wieder
vollumfänglich aufgenommen hatte
und
dieser
im weiteren Verlauf den
Militär
dienst absolvier
t
e (
Urk.
6/6).
Im W
eiteren blieb unbestritten, d
ass der Beschwer
deführer
nebenbei in der
Handball-Saison 2015/16
und auch in der
Saison 2016/17
erfolgreiche Spieleinsätze
in der ersten Mannschaft des
G._
ab
solvierte
und oft
bester Torschütze
seiner Mannschaft
war
(
vgl.
E. 3.7
und
Urk.
1 unten)
.
I
n Bezug auf die strittige Unfallkausalität der
behandlungsbedürftigen
Labrum- und
SLAP
-Läsion an der rechten Schulter
ist
festzustellen, dass dies
e erstmals in der Bildgebung mittels MR- und Röntgen-
Arthrographie vom 2
3.
Januar 2018
und damit mehr als zwei
einhalb
Jahre nach dem Unfallerei
gnis zur Darstellung gelangten. Überdies sprach der zuständige Radiologe
von
chronischen Läsionen
am Labrum und deutlichen degenerativen Veränderungen am
Supraspinatus
(E. 3.2).
4.2
Der Beschwerdeführer macht
mit
Bezugnahme auf den Bericht seines
Operateurs PD
Dr.
E._
vom 1
8.
Juli 2018, wonach sämtliche Kriterien des Unfalles vollumfänglich gegeben seien (vgl. E. 3.8
hiervor
)
,
gelte
nd,
dass er
erst seit
dem
Unfallereignis
vom 2
4.
Mai 2015 Schmerzen an der rechten Schulter habe, die ihn bei seiner Arbeit als Zimmermann und bei seiner sportlichen Tätigkeit im Han
dballclub, wie auch bei normalen Haushaltstätigkeiten einschränkten.
Bestä
tigte
Arbeitsunfähigkeiten liegen aber weder von Arbeitgeber- noch von ärztli
cher Seit
e
vor
und selbst
im
Bericht von PD
Dr.
E._
vom 23.
Februar 2018
wurde
darauf hin
ge
wies
en
, dass bisher weder Physiotherapie noch eine
Cor
tisoninfiltration
durchgeführt worden sei
en
(E. 3.4).
Die Beschwerden haben da
mit zumindest zwischen
Ende
Mai
2015
und
Januar 2018
zu keiner nachgewie
senen anhaltenden Behandlungsbedürftigkeit und aufgrund der Aktenlage bereits seit
Mitte Juni
2015 auch nicht mehr zu einer Arbeitsunfähigkeit geführt.
Die bei Beschwerdepersistenz empfohlenen MRT wurde sodann erst im Januar 2018 durchgeführt.
4.3
Die
Ausführungen von
Dr.
A._
,
wonach die am 2
5.
Mai 2015 angefertigten Röntgenaufnahmen keine frischen
Läsionen ausweisen und
die Sonografie einen Gelenkerguss aus
schliesst
,
stimm
en
mit der medizinischen Aktenlage überein. Be
gründet ist auch, dass die
Oberfläch
enunr
egelmässigkeiten der Sehne, die
in Form
zahlreiche
r
kleine
r
Einrisse zur D
arstellung gelangten
,
nicht auf ein isoliertes ein
maliges Ereignis schliessen lassen. Mit Blick auf die auf hohem Niveau betriebene
Wurfsportart
als Handballer ist
auch
ohne Weiteres
nachvollziehbar, dass
bei solch hohen
und regelmässigen
Belastungen es
auch ohne Unfälle
im Laufe der Zeit zu starken
Verschleisserscheinungen
des Schultergelenkes kommt. Damit vermag auch die Einschätzung von
Dr.
A._
,
wonach
insgesamt der
Beschwer
deverlauf
nicht
zu einer akut aufgetretenen Läsion des Labrum glenoidale dieses Ausmasses pass
t
,
zu
überzeugen
(zum Beweiswert versicherungs
interner
medizi
nischer Stellungnahme vgl. 1.4 hiervor)
.
Die
beim Unfall
am 2
4.
Mai 2015 erlittene Schulterkontusion hat damit wohl zu
vorü
bergehenden Beschwerden geführt,
kann jedoch nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
als
ursächlich für die
von
PD
Dr.
E._
diagnosti
zierte
, Labrum- und SLAP-Läsion
an der rechten
Schulter
gelten.
Daran vermag auch die von PD
Dr.
E._
und
vom Beschwerdeführer
vertretene
Ansicht
, dass
die Schmerzen erst nach dem Unfall vom 2
4.
Mai 2015 aufgetreten
seien,
nichts
zu
ändern. Denn
n
ach ständiger Rechtsprechung kann die Forme
l «
post
hoc, ergo
propter
hoc»,
nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch
den Unfall verursacht gilt, weil
s
ie nach diesem aufgetreten ist,
nicht als Beweis betrachtet werden und erlaubt nicht, einen natürlichen Kau
salzusammenhang mit der im Unfallversicherungsrecht geforderten überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachz
uweisen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bun
desgerichts 8C_6/2009 vom 3
0.
Juli
2009 E. 3)
.
5.
Nach dem Gesagten ist das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall vom 2
4.
Mai 2015 und den erstmals
in der
Bildgebung mit
tels
MR-
und Röntgen-
Arthrographie vom 2
3.
Januar 2018
gesehenen
Labrum
-
und SLAP-Läsion
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, wofür der Beschwerdeführer die Folgen der Beweislast zu tragen
hat (E. 1.3
hier
vor).
Die Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht demgemäss zu Recht verneint, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
Das Gericht
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X._
-
Suva
-
Bundesamt für Gesundheit
4.