Decision ID: aecdb6ca-e887-4a02-b8ab-d140884dc076
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1958, reiste im Jahr 1980 in die Schweiz ein und war
von
Oktober 2014
bis
Ende Mai
2016
als
Pflegefachfrau Anästhesie in der Uni
versitätsklinik
Y._
in einem
90
%-Pensum angestellt (
Urk.
7/3,
Urk.
7/9 und
Urk.
7/95
).
Am 1
0.
Dezember 2015 (
Eingangsdatum
) meldete sich die Versicherte bei der Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf eine
Lumbalgie mit
Pseudoradikulopathie
rechts bei Segmentdegeneration
L3/L4 mit
Modicveränderung
Typ I sowie einer beginnenden ISG-Arthrose auf der rechten Seite
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversiche
rung an (Urk. 7/3).
Die IV-Stelle klärte die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse ab
, zog wiederholt die Akten der Krankentaggeldversicherung (
Urk.
7
/15,
Urk.
7/20,
Urk.
7/24, Urk.
7/42 und Urk. 7/53) bei,
holte die Berich
te der behandelnden Ärzte (Urk. 7/33 und Urk. 7/36) sowie
einen Auszug
aus dem Individuellen Konto der
Versicherten (IK-Auszug,
Urk.
6/10 und
Urk.
6/35
)
ein und ersuchte die Arbeit
geberin um Auskünfte (vgl. Arbeitgeberfragebogen vom 1
7.
Dezember 2015;
Urk.
7/9).
Am 1
1.
Januar 2016 fand ein persönliches Gespräch bei der IV-Stelle statt, in dem
die
Versicherte um Massnahmen zur Arbeitsplatzerhaltung ersuchte (
Urk.
7/11), welche nach Rücksprache mit der Arbeitgeberin nicht angezeigt waren (
Urk.
7/16).
Ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 43 % stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 1
5.
März 2017 die Ausrichtung einer
Viertels
rente
der Invalidenversicherung ab Juli 2016 in Aussicht (Urk. 7/58). Dagegen erhob die Versicherte am 2
0.
M
ärz 2017 (Urk.
7/60) sowie ergänzend am 1
0.
und 2
5.
April 2017 (
Urk.
7/67 und Urk.
7/78) unter Beilage diverser Arztberichte (
Urk.
7/67,
Urk.
7/69,
Urk.
7/73,
Urk.
7
/77,
Urk.
7/81, Urk. 7/83, Urk.
7/92,
Urk.
7/94 und
Urk.
7/104) Einwand, woraufhin die IV-Stelle weitere Arztberichte einholte (Urk. 7/88 und
Urk.
7/89). Die IV-Stelle veranlasste eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt bei der Versicherten zu Hause (vgl. Haushaltsbericht vom
24.
Juli 2017;
Urk.
7/97). Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), nahm am
7.
Juli 2017 Stellung
(vgl. Feststellungsblatt;
Urk.
7/99)
. Mit Verfügung vom 1
3.
September 2017 sprach die IV-Stelle der Ver
sicherten wie vorbeschieden eine
Viertelsrente
ab
1.
Juli 2016 zu (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 1
8.
Oktober 2017
unter Beilage weiterer Arztberichte (
Urk.
3
/3-15
)
Beschwerde und beantragte, es sei die ange
fochtene Verfügung aufzuheben und die Beschwerde
gegnerin sei zu verpflichten, ihr eine ganze Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei ein neuerliches orthopädisches Gutachten in Auftrag zu geben (Urk. 1).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 3
0.
November 2017 (Urk. 6) auf Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom
4.
Dezember 2017 wurde der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
8). Am 22. Dezember 2017 (
Urk.
9) legte die Beschwerdeführerin einen weiteren Arztbe
richt (Urk. 10) zu den Akten, was der Beschwerdegegnerin mit Mitteilung vom
5.
Januar 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
11).
In der Folge wurden diverse Arztzeugnisse eingereicht (
Urk.
15/1-2,
Urk.
17/1-2,
Urk.
19/1-3 und Urk. 22/1-7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Sie kann Folge von Geburtsgebre
chen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
Bundesgesetz über
die Invaliden
versicherung [IVG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der kör
perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumut
barer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente,
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom
1
3.
September
2017 (
Urk.
2) hielt die Beschwerdegegnerin fest, die medizinische Abklärung habe ergeben, dass
die
Beschwerdeführer
in
in einer leidensangepassten Tätigkeit vollumfänglich arbeits
fähig sei. Der Einkommensvergleich habe einen Invaliditätsgrad von
4
3
%
erge
ben, weshalb
ein An
spruch
auf eine
Viertelsrente
bestehe
.
2.2
Demgegenüber machte
die
Beschwerdeführer
in
in
ihrer
Beschwerde vom
18.
Oktober
2017 (
Urk.
1) zusammengefasst geltend,
auf das psychiatrische Gut
achten vom 16. Januar 2017, das neurologische Gutachten vom 2
7.
Januar 2017 sowie auf das orthopädisch-chirurgische Gutachten vom 3
1.
Januar 2017 könne nicht abgestellt werden, verfüge doch keiner der Gutachter über schmerzdiagnos
tische Erfahrungen. Insbesondere die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im ortho
pädisch-chirurgischen Gutachten sei nicht einleuchtend. Aus den zu den Akten gereichten Arztberichte
n
gehe hervor, dass auch in einer angepassten Tätigkeit keine Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit bestehe, keinesfalls zu 100 %. Des Weiteren beanstandete die Beschwerdeführerin auch die Berechnung des Invalideneinkom
mens.
3.
3.1
Am 2
1.
Juli 2015
stellte sich
die Beschwerdeführerin an der Universitätsklinik
Y._
wegen massiven Schmerzen im Lendenwirbelbereich (LWS) seit April 2015
zur wirbelsäulenchirurgischen Beurteilung vor. Bildgebend konnte eine Segmentdegeneration L3/4 rechtsbetont mit
Modicveränderungen
des Typs 1 sowie eine beginnende ISG-Arthrose auf der rechten Seite festgestellt werden.
PD
Dr.
med.
A._
, Chefarzt Wirbelsäulenchirurgie
, empfahl zur
De
blockie
rung
des
Iliosakralgelenks
(
ISG
)
und des rechten Facettengelenks L3/4 eine
chi
ro
therapeutische
Betreuung. Zusätzlich sei eine Physiotherapie zur Stärkung der linksseitigen paravertebralen Muskulatur und zur Entlastung des rechten inter
vertebralen Bereichs L3/4 angezeigt
(vgl.
Sprechstunden
bericht
vom 2
1.
Juli 2015; Urk. 7/15/13f.). Im Rahmen einer Verlaufskontrolle im September 2015 berichtete die Beschwerdeführerin, deutlich von der Chiropraktik zu profitieren, sodass sie ihre Arbeitsfähigkeit auf 50 % habe steigern
können (vgl. Arztbericht vom 2.
Sep
tember 2015; Urk.
7/15/11). Am
9.
Oktober 2015 erfolgte eine erneute Kontrolle in der Wirbelsäulensprechstunde, in der die Beschwerdeführerin weiter
hin von einer deutlichen Verbesserung der Beschwerdesymptomatik unter fort
geführter
chiro
praktischer
Behandlung sowie Physiotherapie berichtete. Eine Weiterfüh
rung der Therapie wurde empfohlen, um auch die Arbeitsfähigkeit sukzessive zu steigern (vgl. Arztbericht vom 1
4.
Oktober 2015,
Urk.
7/15/9).
Ergänzend wurde der Beschwerdeführerin eine Facettengelenksinfiltration L3/4
beidseits
empfoh
len, welche in der
Klinik
B._
durchgeführt wurde (vgl. Urk.
7/
15/4
).
Am
4.
Dezember 2015 wurde die Beschwerdeführerin in einer rheumatologischen Sprechstunde in der Universitäts
klinik
Y._
vorstellig und berichtete von einer passageren
exazerbierten
Schmerzsymptomatik nach der Facettengelenks
infiltra
tion. Zuletzt sei sie aber schmerzärmer als vor der Infiltration gewesen (vgl.
Sprechstunden
bericht
vom
7.
Dezember 2015
Urk.
7/15/6f.)
. Dr.
A._
attestierte der Beschwerdeführerin ab dem
1. Dezember 2015
ein
e
40%ige Arbeitsunfähigkeit. Eine vollständige Wieder
aufnahme der Arbeit sei ab Januar 2016 zu erwarten (vgl.
Urk.
7/15/3f.).
3.2
Am 1
1.
Februar 2016 wurde die Beschwerdeführerin von
Dr.
med.
C._
, Orthopädie und Traumatologie
d
es Bewegungsapparates,
zu
Hä
nden der Krankentaggeldversicherung
medizinisch begutachtet (Urk. 7/20/3ff.).
Dr.
C._
führte aus, aus orthopädischer Sicht sei eine Besserung der Gesundheits
schädi
gung durch Haltungskorrektur und Muskel
kräftigung, ge
gebenenfalls auch durch äussere Stabilisierung mit einem Mieder zu erwarten. Ein nerven
wurzel
bezogenes neurologisches Defizit würde nicht vorliegen. Ab dem 15. Februar 2016 sei für die Dauer von zwei Wochen ein stationärer Aufenthalt in
D._
geplant. Nach erfolgreicher stationärer Rehabilitation sei für die zuletzt ausgeübte Tätig
keit sowie für andere körperlich leichte Tätigkeiten, die aus wechselnder Aus
gangslage ausgeführt werden können, wieder eine volle Arbeits
fähigkeit zu erwarten. Einschränkungen gebe es ausschliesslich für körperlich schwere Arbei
ten in Kombination mit Heben und Tragen, häufigem Bücken und ständigen Zwangshaltungen (
Urk.
7/20/12f.).
Vom 1
6.
Februar bis
8.
März 2016 war die Beschwerdeführerin in stationärer
muskulo
skelettaler
Rehabili
tation in der
Klinik D._
und führte insbesondere
Physiotherapie und medizinische Trai
ningstherapie durch.
Die behandelnden Ärzte erachteten die
Chance zur
Wieder
eingliederung in das berufliche Umfeld
als gut
(
Urk.
7/42/48
f.
)
.
3.3
Im
Rahmen einer Einholung einer Zweitmeinung wurde
die Beschwerdeführerin
im
April 2016
in der
Klinik E._
vorstellig und unterzog sich am 3
1.
Mai 2016 einem operativen Eingriff (dorsale
Aufrichtungs
spondylodese
von L3 bis S1 mit TLIF von links L3 bis S1
mit
Span
entnahme aus dem rechten Beckenkamm; vgl. Oper
ationsbericht vom 31.
Mai 2016;
Urk.
7/30/5). Postoperativ berichtete Dr. med.
F._
, Chefarzt Wirbelsäulen
chirurgie, über einen regel
rechten Sitz des
Osteosynthese
materials
sowie ein gutes Aufrichtungs
ergebnis, sodass die Beschwerdeführerin planmässig habe entlassen werden können (vgl. Austritts
bericht vom 1
0.
Juni 2016; Urk.
7/30/3f.).
Im Verlauf schilderte die Beschwerdeführerin Schmerzen in der Lendenwirbelsäule sowie im
lumbosakra
len
Übergang mit Ausstrahlung in den Gesässbereich auf der rechten Seite (vgl. Arztbericht vom 1
5.
Juli 2016; Urk.
7/30/1), wobei sich die Schmerzen im Len
denwirbelsäulenbereich zunehmend besserten. Sie würde aber nach wie vor an sakralen Schmerzen, Rücken- und Nacken
beschwerden, Sensibilitäts
störungen an den Füssen und Schlafstörungen leiden. Insgesamt beurteile sie die Situation nach der Operation schlechter als vor der Operation (vgl. Arztbericht vom 2
8.
Novem
ber 2016;
Urk.
7/81/3).
3.4
Im April 2016 wurde die Beschwerdeführerin im Auftrag der Krankentaggeldver
sicherung durch
Dr.
med.
G._
, FMH Orthopädie & Traumatologie, sowie durch Priv.-
Doz
.
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie
FMH
,
bidisziplinär
begutachtet (Gutachten vom
2.
Juni 2016,
Urk.
7/42/25ff.). Aus
psychiatrischer Sicht konnte mit einer leichten depressiven Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2) in Reaktion auf die von der Beschwerdefüh
rerin als sehr unglücklich empfundene Kündigung ihres Arbeitsverhältnisses und der Sorge bezüglich des möglichen Ausgangs der anstehenden Operation keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden (
Urk.
7/42/46), aus orthopädischer Sicht wurde lediglich auf die seit Juli 2015 bestehende Arbeits
unfähigkeit unterschiedlichen Ausmasses als Pflegefachfrau und auf die zu erwartende Verbesserung nach der Operation verwiesen, mit entsprechend not
wendiger Neubeurteilung (
Urk.
7/42/28ff.).
3.
5
Im Auftrag der Krankentaggeldversicherung erstatteten
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Neurologie FMH,
Dr.
med.
J._
, Fachärztin für Chirur
gie/
Unfallchirurgie
,
sowie
erneut
Dr.
H._
, ein interdisziplinäres medizinisches Gutachten.
Die
gutachterlichen Untersuchungen
fanden zwischen dem
3
0.
November und 1
6.
Dezember 2016
statt (Urk. 7/53/3ff.).
3.
5
.1
Im Rahmen der neurologischen Exploration hielt
Dr.
I._
fest, die Beschwerdeführerin habe ein flüssiges
und sicheres
Gangbild ohne pathologische Bewegungs
muster gezeigt.
An- und Auskleiden seien zügig und geschickt gelun
gen.
Den Kopf habe sie spontan in alle Richtungen frei bewegen können.
Anfänglich sei kein Schmerzverhalten beobachtbar gewesen, nach etwa 10 und 15 Minuten sei sie
zur Entlastung ihrer Rückenschmerzen
aufgestanden.
In den gezeigten spontanen Bewegungsmustern
habe
sich kein Anhalt für eine motori
sche Störung der Arme
gezeigt und a
n den Beinen seien
Trophik
, Tonus, Kraft und Koordination regelrecht. Die Muskeldehnungsreflexe seien an den Beinen inklusive
des Achillessehnenreflexes
beidseits seitengleich mittellebhaft aus
lös
bar. Die Beschwerdeführerin habe eine Hypästhesie/
Hypalgesie
am rechten und linken Oberschenkel angegeben,
ansonsten seien Ästhesie, Algesie,
Pallästhesie
und
Lagesinn
seitengleich intakt (
Urk.
7/53/16-18)
.
Dr.
I._
nannte folgende neurologischen Diagnosen (
Urk.
7/53/19):
-
Rückenschmerzen bei degenerativer Wirbelsäulenerkrankung, mehrfach in der Bildgebung gesichert, derzeit ohne Anhalt für eine
radikuläre
oder
nervale
Schmerzgenese
-
Episodischer Spannungskopfschmerz
-
Subjektive Sensibilitätsstörung an Armen und Beinen, ohne sicheres organpathologisches Korrelat, insbesondere ohne erklärende
radikuläre
oder
nervale
Läsion
-
Gestörte Symptomverarbeitung, Symptomausweitung, Selbstlimitierung und
Dekonditionierung
Dr.
I._
konstatierte, die vorgetragene Schmerzsymptomatik entspreche keiner typischen
radikulären
Schmerzsymptomatik, weder im Bereich der Hals
wirbelsäule noch im Bereich der Lendenwirbelsäule. Für die beklagten Rücken
schmerzen lasse sich keine neurologische Diagnose stellen. In der gesamten Ver
sicherungsakte seien jeweils neurologische Normalbefunde verzeichnet worden und auch im Rahmen seiner neurologischen Untersuchung seien keine Auffällig
keiten feststellbar gewesen. Die von der Beschwerdeführerin beklagten Kopf
schmerzen seien nicht aktenkundig und würden am ehesten einem episodischen Spannungskopfschmerz mit einer Häufigkeit von zweimal monatlich entspre
chen. Hinweise für eine Migräne oder eine andere
trigemino
-autonome oder sekundäre Kopfschmerz
erkrankung gebe es keine. Eine dauerhaft anhaltende Arbeitsunfähig
keit könne dara
us nicht abgeleitet werden. Dr.
I._
führte weiter aus,
das
Verhalten der Beschwerdeführerin während der Begutachtung ent
halte eine erhebliche demonstrative Komponente. Diesbezüglich sei von einer deutlich gestörten Schmerzverarbeitung auszugehen. Hinsichtlich einer mögli
chen psychiatrischen Erkrankung verwies
Dr.
I._
auf das psychiatrische
G
utachten
(vgl. nachfolgend E.
3.
5
.3
)
. Das Ausmass der beklagten Schmerzen sei in keiner Weise durch neurologische Befunde nach
vollziehbar und es sei auch in der Beobachtung des spontanen Verhaltens in dem Ausmass nicht nachvollzieh
bar. Ebenso wenig lasse sich für die beklagten Kribbelparästhesien an den Extre
mitäten eine erklärende neurologische Diagnose stellen. Das durchgeführte
Tibi
alis-SEP
habe normale
Latenzen
und Amplituden gezeigt und sei somit ohne Hin
weis auf eine lumbale Nervenwurzelschädigung oder eine Erkrankung der Nervi
tibialis
geblieben. Aus der subjektiven Sensibilitätsstörung leite sich keine Leis
tungsminderung und keine dauerhaft anhaltende Arbeitsunfähigkeit ab (
Urk.
7/53/19-21).
Dr.
I._
hielt zusammenfassend fest,
aus
rein neurologische
r Sicht
bestehe keine arbeitsrelevante Diagnose. Entsprechend bestehe bei der Beschwerde
führe
rin sowohl für die angestammte Tätigkeit als auch für denkbare Verweis
tätigkei
ten eine volle Arbeitsfähigkeit.
3.
5
.2
Die orthopädische Exploration fand bei
Dr.
J._
statt. Sie führte aus, die Untersuchung der oberen Gliedmassen sei unauffällig geblieben.
Auch sämtliche Gelenke der unteren Gliedmassen seien frei beweglich. Auf der linken Seite habe die Beschwerdeführerin jedoch in den Hüft- und Kniegelenken einen Bewegungs
schmerz mitgeteilt.
Die Wirbelsäule betreffend habe die Beschwerde
führerin ein
en
Druck- und Klopfschmerz über den Dornfortsätzen der Lenden
wirbelsäule und beider
Iliosakralgelenke
angegeben. Die übrigen Wirbel
körper seien druck- und klopfschmerzfrei. Die Beweglichkeit der Halswirbelsäule liege in allen Ebenen
innerhalb der Norm und die Beschwerdeführerin habe keinen
endgradigen
Bewe
gungsschmerz
dargetan
.
Die Beweglichkeit der Brust- und Lendenwirbel
säule sei hinsichtlich der Seitneigung und Drehung im Sitzen frei, wobei diesbezüglich eine Beweglichkeit im unteren Normbereich bestehe. Ein
end
gradiger
Bewegungs
schmerz werde hingegen auch hier nicht angegeben. Die
Entfaltbarkeit
der Brust- und Lendenwirbelsäule sei unterhalb der Norm. Blockierungen an der Wirbelsäule seien aber nicht nachweisbar. Hinweise auf Aggravation gebe es keine (
Urk.
7/53/28-30).
Dr.
J._
verwies in ihrem orthopädischen
G
utachten auf die in den Akten erwähnten Diagnosen einer instabilen degenerativen linkskonvexen Lumbal
sko
liose, einer degenerativen
Spondylolisthese
L4/5 sowie einer stattgehabten dor
salen
Aufrichtungsspondylodese
von L3 bis S1 mit TLIF von links L3 bis S1 mit Span
ent
nahme (aus dem rechten Beckenkamm) und führte aus, es würden noch leichte Beeinträchtigungen hinsichtlich rückenbelastender Tätigkeit bestehen. Unter Würdigung der vorgelegten Befunde sowie der Bildgebung hinsichtlich des Bewegungs
apparates seien die subjektiv geklagten Beschwerden mit dem organi
schen Befund jedoch nicht vollständig in Übereinstimmung zu bringen. Die Beschwerdeführerin sei bei Tätigkeiten, die die Einnahme von Zwangshaltungen wie Bücken, Rumpfvorneige sowie Heben und Tragen von schweren Lasten erfordern
würden
, limitiert. Die Ausübung einer leichten körperlichen Tätigkeit sei hingegen gut möglich, heisse in einem Pensum von 100 %. Was die bisherige Tätigkeit als Pflegefachfrau Anästhesie betreffe, liege kein genaues Tätigkeitspro
fil vor. Administrative Tätigkeiten in diesem Berufsfeld seien uneingeschränkt ausführbar. Schwere Arbeiten wie Lagern von Patienten oder Heben und Tragen von schweren Gegenständen seien dagegen nicht möglich. Eine Besserung des Gesundheits
zustandes sei aber durchaus
denkbar
. Diesbezüglich wäre eine ambu
lante Physiotherapie sinnvoll, insbesondere kombiniert mit einem Aufbautraining für die Rücken
muskulatur. Zukünftig sei die Wiederaufnahme der zuletzt ausge
übten Tätigkeit, auch mit Pflegeanteil, nach erfolgreicher Rehabilitation nicht aus
geschlossen (Urk. 7/53/32-34).
3.
5
.3
Dr.
H._
hielt in seinem psychiatrischen
G
utachten fest, die Beschwerdeführerin sei bewusstseinsklar und allseits orientiert. Hinweise auf Merkfähigkeits- oder Gedächtnisstörungen gebe es keine und auch das formale Denken sei ungestört. Pathologische Befürchtungen und Zwangsphänomene seien keine berichtet wor
den. Des Weiteren gebe es auch keine Anhaltspunkte für Wahnwahr
nehmungen oder Halluzinationen und illusionäre Verkennungen. Ebenso wenig fänden sich Hinweise für
Derealisation
oder Depersonalisation, Gedanken
ausbreitung, Gedan
kenentzug oder vergleichbare pathologische Phänomene. Der Antrieb sei jedoch erheblich reduziert und die Psychomotorik bringe ein ausgeprägtes Unglück zum
Ausdruck. Bei der Beschwerdeführerin bestehe medizinisch authentisch während der gesamten Untersuchungssituation eine schwere depressive Verfassung mit zum Teil resignativen, punktuell auch latent suizidalen Vorstellungen, ohne dass allerdings eine aktuelle Suizidalität
eruierbar
sei. Es bestehe eine schwere melan
cholische Depression. Der Affekt sei praktisch nur im negativen Spektrum aus
lenkbar (Urk. 7/53/46f.).
Dr.
H._
konstatierte, diagnostisch bestehe bei der Beschwerdeführerin eine schwere Depressivität im Rahmen einer schweren depressiven Anpassungs
stö
rung (ICD-10: F43.2). Im Zusammenhang mit dem massiven, depressiven Affekt und den resignativen und punktuell auch latent suizidalen Vorstellungen müsse vor dem Hintergrund der Schmerzsymptomatik von einer chronischen Schmerz
störung mit körperlichen und seelischen Faktoren (ICD-10: F45.41) gesprochen werden. Der Zusammenhang mit der persönlichen Enttäuschung durch den sub
jektiv ausgebliebenen Operationserfolg, die eingetretene Kündigung, die als schwere Kränkung erlebt werde, und die chronischen, subjektiv als unerträglich empfundenen Schmerzen würden zusammen zu einer komplexen Symptomatik führen. Diese bestehe zum einen aus melancholisch resignativen Kognitionen und Vorstellungen, die von einem schwer depressiven Affekt begleitet werden wür
den, andererseits bestehe in Zusammenhang mit der durch die Depression bedingten Senkung der subjektiven Schmerzschwelle eine erhöhte Schmerzwahr
nehmung, was zu einem malignen Zirkel aus depressiver Reaktion auf subjektiv als unerträglich empfundene Schmerzen und einer erhöhten Aufmerksam
keit auf die Schmerzsymptomatik führe.
Dr.
H._
attestierte der Beschwerde
führerin
gegenwärtig und prognostisch
bis Ende Januar 2017 eine 100%ige Arbeits
unfä
hig
keit (Urk. 7/53/53). Die Prognose sei angesichts der orthopädisch-rheumato
logisch-
traumatologischen
Aussagen in den Akten aber günstig. Therapeutische Optionen würden vor allem darin bestehen, die feststellbaren negativen und depressiven Kognitionen therapeutisch zu beeinflussen und durch die biologische Wirksamkeit von Antidepressiva zu unterstützen. Nehme die Behandlung den möglichen und zu erwartenden Verlauf, könne mit einer schrittweisen Wieder
eingliederung, ab Februar im Umfang von 30 % und nach weiteren vier Wochen im Umfang von 60 %, gerechnet werden (Urk. 7/53/54).
3.
6
Dr.
Z._
nahm am
8.
März 2017 eine aktenbasierte Einschätzung vor und hielt folgende Diagnose mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (vgl. Feststellungsblatt;
Urk.
7/56 S. 5):
-
Schmerzhafte Belastungseinschränkung der Lendenwirbelsäule bei Status nach dorsaler
Aufrichtungsspondylodese
von L3 bis S1 (OP: 3
1.
Mai 2016
) bei instabiler degenerativer linkskonvexer Lumbalskoliose, degenerativer
Spondylolisthese
L4/5
Ohne dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien die schwere depres
sive Anpassungsstörung (ICD-1
0: F45.41) sowie die
Osteochond
r
o
se
C5 bis C7, Verdacht auf Instabilität C3/4 und C4/5 sowie
Spondylarthrose
der Halswirbel
säule.
Dr.
Z._
fasste zusammen, in der bisherigen Tätigkeit als Pflegefachfrau Anästhesie sei die Beschwerdeführerin seit Februar 2016 nicht mehr arbeitsfähig. In einer angepassten Tätigkeit unter Einhaltung des Belastungsprofils könne hin
gegen ab Dezember 2016 von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Dass
Dr.
H._
eine vorübergehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit attes
tiert habe
(vgl. vorstehend E.
3.
5
.3
)
, sei nicht nach
vollziehbar. Dies wurde von RAD-Ärztin
Dr.
med.
K._
, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, bestätigt. Sie äusserte, einzig aufgrund einer depressiven Verfassung, wobei unklar sei, was diese genau beinhalte, könne nicht eine schwere depressive Symp
tomatik diagnostiziert werden. Zudem spreche auch der im neurologischen Teil
gutachten erhobene Tagesablauf gegen eine
schwergradige
Einschränkung. Nur schon aufgrund des Aktivitätsniveaus könne nicht eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit angenommen werden (vgl. Feststellungsblatt;
Urk.
7/56 S. 5-7).
3.
7
Aufgrund anhaltender Beschwerden wurde die Beschwerdeführerin erneut in der
Klinik E._
bei Dr.
F._
vorstellig. Dieser hielt in seinem Arztbericht vom 1
7.
März 2017 (
Urk.
7/73) fest, die Beschwerdeführerin
klage
über einen Dauerschmerz im Rücken- und Beckenbereich sowie über Gehunsicherheiten
, wobei sie t
rotz ihrer Beschwerden täglich ausgiebige Spaziergänge
mache
. Im Rahmen der klinischen Untersuchung habe die Beschwerdeführerin
dann auch
ein flüssiges Gangbild gezeigt und Zehen- und Fersengang gut durchführen kön
nen. Dr.
F._
konstatierte, es handle sich um ein sehr ausgebreitetes und diffuses Schmerzsyndrom. Die Beschwerden seien glaubhaft und nicht als psy
chosomatisch abzustempeln. Er attestierte ihr eine vollständige Arbeits
unfähig
keit und empfahl weitere Abklärungen (insbesondere ISG-Abklärungen) in einem Schmerzzentrum.
Diesbezüglich verwies
Dr.
med.
L._
, Facharzt für
inter
ventionelle
Schmerztherapie
in der
Klinik M._
, auf eine im Mai 2016 durchgeführte
bv
-gesteuerte Infiltration des
ISG
, die zwar komplikati
onslos verlaufen sei, jedoch keine langfristige Besserung
ge
bracht
hab
e. Er sehe deshalb keine Indikationen für weitere Interventionen (vgl. Schreiben vom 2
8.
März 2017;
Urk.
7/83).
Dr.
F._
beurteilte den Verlauf ein Jahr posto
perativ als sehr schlecht.
Die Beschwerden seien erheblich und die Lebensqualität der Beschwerdeführerin dadurch stark beeinträchtigt. Die Behandlungssituation sei schwierig, da die Beschwerden zum Teil neuropathisch und zum Teil
musku
loskelettal
seien
(vgl. Arztbericht vom 2
9.
Mai 2017; Urk. 7/94/5f.)
. Er empfahl die 100%ige Arbeitsunfähigkeit beizubehalten und bestätigte dies auch in seinem Bericht vom
2
6.
Juni 2017 (
Urk.
7/88), in welchem er ihr eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bis Ende November 2017 attestierte.
Vor den Wiedereinglie
derungsmassnahmen habe eine ausführliche Abklärung des chronischen Schmerzsyndroms zu erfolgen.
3.
8
Vom 1
2.
Juli bis
6.
August 2017 war die Beschwerdeführerin erneut in stationärer
muskuloskelettaler
Rehabilitation in der
Klinik
D._
(
Urk.
3/6)
.
Der behan
delnde Arzt hielt fest,
die
Beschwerdeführerin habe an verschiedenen Therapien teilgenommen, wobei der Behandlungsprozess aufgrund starker Schmerzen mehrmals habe unterbrochen werden müssen.
Sämtliche
aktiven und passiven therapeutischen Massnahmen
hätten
keine Schmerzlinderung im lumbalen Bereich und im
Sakrumbereich
gebracht
.
E
ine Ver
besserung
habe
im Bereich
der Kraft und Ausdauer sowie
in der
Lockerung der verspannten Muskulatur
erreicht werden können
. Bei Austritt sei die Seitneigung in der Lendenwirbelsäule um die Hälfte eingeschränkt und die Rotation aufgrund der Schmerzen nicht möglich gewesen.
Entsprechend erlaube
die aktuelle Schmerzsituation mit erheblicher Ein
schränkung keine Arbeitsfähigkeit.
3.
9
Prof.
Dr.
med.
N._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, untersuchte die Beschwerdeführerin am 1
7.
August 2017 (
Urk.
3/13) und
stellte die Diagnose eines Status nach
Spondy
lodese
L3-S
1.
Ausserdem äusserte er den Verdacht auf Verlust der sagittalen Balance, auf
Coxarthrose
beidseits sowie auf
ISG-Arthropathie
rechts mehr als links. Er hielt fest, es sei klinisch schwer zu unterscheiden, ob die Hauptbeschwer
den von den
Iliosakralgelenken
oder von der
Protrusions
coxarthrose
herkommen würden. Entsprechend
sei
eine sequenzielle Infiltrations
therapie
zu empfehlen
.
Nach durchgeführter Infiltration berichtete die Beschwerde
führerin von einer Verbesserung ihrer Schmerzsituation. Die Schmerzen seien zwar noch vorhanden, aber auf einem tieferen Niveau.
Dr.
N._
schlug vor, die Infiltration zu wieder
holen. Alternativ sei auch eine minimal-invasive Fusion des rechten
Iliosakral
gelenkes
gefolgt von einer perkutanen
Denervation
möglich (vgl. Arztbericht vom 2
0.
September 2017; Urk. 3/14).
Er attestierte ihr eine vollständige Arbeitsunfä
higkeit bis Ende Oktober 2017 (
Urk.
3/15).
3.
10
RAD-Arzt
Dr.
Z._
verwies in seiner Stellungnahme vom 1
0.
Oktober 2017 (
Urk.
7/120) auf die Einschätzung von
Dr.
J._
(vgl. vorstehend E.
3.
5
.2
) sowie von Dr.
C._
(vgl. vorstehend E.
3.2
). Beide hätten eine freie Beweglich
keit der Gelenke der unteren Extremitäten beschrieben. Ausserdem zeige die Bild
gebung keine Erkrankung der Hüftgelenke, sondern der ISG-Gelenke.
Diesbezüg
lich sei darauf hinzuweisen, dass di
e von
Dr.
F._
empfohlene Abklärung des Schmerzsyndroms (vgl. vorstehend E.
3.
7
) nicht durchgeführt worden
sei
.
3.1
1
Mit Eingabe vom 2
2.
Dezember 2017 (
Urk.
9) reichte die Beschwerdeführerin einen nach verfügungserlass ergangenen Arztbericht vom
5.
Dezember 2017 (Urk. 10) ein. Darin nannte
Prof.
Dr.
med.
O._
, Facharzt für Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, g
estützt auf seine Untersuchungsbefunde sowie die Bildgebung
folgende Diagnosen:
-
Cervikale
diskogene
Foraminastenose
bei
Bandscheibenprotrusionen
C4/5, C5/6
-
Bandscheibenprotrusion
L1/2
-
Foraminastenose
L4/5 rechts
-
Fixierte Hyperlordose der Lendenwirbelsäule nach
Spondylodese
L2-S1
-
Erhöhte Becken - Inklination
Aufgrund der gestellten Diagnosen erachtete Prof.
Dr.
O._
die Beschwerde
führerin für jegliche Tätigkeit arbeitsunfähig.
4.
4.1
Es bestehen divergente ärztliche Beurteilungen darüber, ob der
schmerzhaften Belastungseinschränkung der Lendenwirbelsäule bei Status nach dorsaler
Auf
richtungsspondylodese
von L3 bis S1 bei instabiler degenerativer links
konvexer Lumbalskolio
se sowie degenerativer
Spondylo
listhese
L4/5
relevanter Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zukommt respektive in welchem Ausmass. Die Gutachter ver
neinten aus orthopädischer Sicht jedenfalls
zur Zeit
eine Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Pflegefachfrau Anästhe
sie, schätzten die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer leidensange
passten Tätigkeit und unter Berücksichtigung des Belastungsprofils hingegen als vollständig ge
geben ein (vgl. vorstehend E. 3.5.2). Demgegenüber berief sich die Beschwerde
führerin auf die Einschätzung von
Dr.
F._
(vgl. E. 3.7),
Dr.
N._
(E. 3.9) sowie Prof.
Dr.
O._
(E. 3.11), wonach jegliche Arbeitsfä
higkeit aufgrund der
Schmerzsymptomatik
verneint wurde.
4.2
Das interdisziplinäre Gutachten (
Urk.
7/53) beruht in somatischer Hinsicht auf einer umfassenden neurologischen und orthopädischen Untersuchung.
Dr.
I._
und
Dr.
J._
berücksichtigten die geklagten Beschwerden und
das
Verhalten de
r
Beschwerdeführer
in
(
Urk.
7/53/13f.,
Urk.
7/53/27
) und erstellten ihren jeweiligen Teil des Gutachtens
in Kenntnis der
Vorakten
(Urk. 7/53/5-11, Urk. 7/53/27
). Die gestellten Diagnosen als auch die Schlussfolgerungen zur Arbeitsfähigkeit werden im Gutachten begründet und sind nachvollziehbar. Hier
bei setzten sich die Gutachter insbesondere mit ihren ausführlichen Befunden (
Urk.
7/53/16-18, Urk. 7/53/28-31,
Urk.
7/53/36-38
)
und
den medizinischen
Vorakten
auseinander.
Damit erfüllt das Gutachten
im somatischen Teil
die bun
desgerichtlichen Anforderungen an ein medizinisches Gutachten (vgl. vorstehend E.
1.3
) vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
grundsätzlich
darauf abzustellen ist.
4.3
Nicht restlos gefolgt werden kann den Schlussfolgerungen des psychiatrischen Gutachters
Dr.
H._
(
Urk.
7/53/39ff.). Hierbei kann offengelassen werden, ob die von ihm erhobenen und dargestellten Befunde, welche im Wesentlichen in einem erheblich reduzierten Antrieb und ein in der Psychomotorik zum Ausdruck kommendes ausgeprägtes «Unglück»
(
Urk.
7/53/46-48) bzw. eine «heftige melan
cholische depressive Verstimmung» (
Urk.
7/53/54) umfassen, eine schwere depressive Anpassungsstörung als schlüssige Diagnose erscheinen lassen. Die von ihm im Zeitpunkt der Untersuchung (Dezember 2016) erhobene – wenn auch vorübergehend - vollständige Arbeitsunfähigkeit wird nicht durch eigene Dar
stellung des Aktivitätsniveaus unterlegt und widerspricht dem von
Dr.
I._
erhobenen Tagesablauf (
Urk.
7/53/15). Ferner lässt sich seinen Ausführungen, wonach er der als besonders kränkend erlebten Kündigung grossen Einfluss auf den Verlauf der psychischen Gesundheitsschädigung beimisst, insoweit nicht fol
gen, als er im April 2016 noch von einer leichten Anpassungsstörung ohne Ein
fluss auf die Leistungsfähigkeit ausging (E. 3.4) und er eine in psychischer Hin
sicht eingetretene markante Veränderung nicht schlüssig darlegt. Diesbezüglich ist auch auf die nachvollziehbare Würdigung von RAD-Ärztin
Dr.
K._
zu ver
weisen (E. 3.6). Ausserdem lässt sich den somatischen Untersuchungsberichten keine erhebliche melancholisch depressive Verstimmung entnehmen. So fiel
Dr.
I._
eine gestörte Symptomverarbeitung mit erheblicher teilweise aggressiv gereizter Stimmung auf (
Urk.
7/53/22) und
Dr.
J._
umschreibt eine freundlich zugewandte Beschwerdeführerin (
Urk.
7/53/30). Eine über die all
fällige Abgabe von Antidepressiva hinausgehende psychiatrische Behandlung ist nicht aktenkundig (vgl. auch
Urk.
7/53/14). Ein psychiatrischer Leidensdruck fehlt gänzlich, zumal die Beschwerdeführerin selber keine psychische Gesund
heitsstörung geltend macht (vgl.
Urk.
1). Ein
rechtsgenüglicher
Nachweis, dass die Beschwerdeführerin, allenfalls auch nur vorübergehend, massgeblich aus psy
chischen Gründen in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen wäre, fehlt demnach.
4.4
Soweit die Beschwerdeführerin geltend machte, das Gutachten sei beweis
untauglich, da die geklagten Schmerzen in der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht genügend berücksichtigt worden seien, ist dem entgegenzuhalten, dass
Schmerzen,
Druckdolenzen
, klinisch feststellbare Bewegungseinschränkungen,
Muskulaturverhärtungen
und Verspannungen jedenfalls aus juristischer Sicht für sich allein kein klar fassbares organisches Korrelat eines Beschwerdebildes zu
begründen vermögen (vgl. etwa Urteil U 9/05 des damaligen Eidgenössisch
en Versicherungsgerichts vom 3.
August 2005 E. 4; Urteile des Bundesgerichts
U
354/06 vom
4.
Juli 2007 E. 7.2, U 328/06 vom 2
5.
Juli 2007 E. 5.2 sowie 8C_369/2007 vom
6.
Mai 2008 E. 3)
und sich hieraus auch noch keine Arbeits
unfähigkeit ableiten lässt
.
Vorliegend konnte t
rotz mehrfachen eingehenden Untersuchungen kein organisches Substrat für die geklagten Beschwerden gefun
den werden
(vgl. die neurologische [E. 3.5.1] und ortho
pädische Beurteilung
[
E.
3.5.2]). Vielmehr stellten die Gutachter Inkonsistenzen fest. So habe die Beschwerdeführerin bei der Untersuchung der Halswirbelsäule aktiv in alle Bewegungsrichtungen blockiert und Schmerzen angegeben, was nicht kompatibel mit dem spontan erreichten Bewegungsausmass sei (Urk. 7/53/16). Ferner habe sie eine vernünftige Untersuchung der Arme verunmöglicht, indem sie angab, sie könne ohne sich mit den Armen abzustützen nicht sitzen. Darauf hingewiesen, dass sie während der Exploration ebenfalls aufrecht auf dem Stuhl habe sitzen können ohne sich abzustützen, sei die Beschwerdeführerin in ihrer Verweige
rungshaltung geblieben (
Urk.
7/53/17). Ausserdem sei die Beschwerdeführerin auch im Liegen nicht untersuchbar gewesen, da sie beide Beine beim Versuch das Zeichen nach
Lasègue
zu prüfen aktiv blockiert habe. Dies sei weder mit den spontan gezeigten Bewegungs
mustern kompatibel noch pathophysiologisch plausibel. Im Übrigen habe sie die Beine beim Ankleiden im Liegen aktiv prob
lemlos anheben können (Urk. 7/53/18).
Hinsichtlich der von
Dr.
N._
gestellten Verdachtsdiagnosen eines Verlusts der sagittalen Balance, einer
Coxarthrose
beidseits sowie einer
ISG-Arthropathie
(vgl. E. 3.9) ist anzumerken, dass eine blosse Verdachtsdiagnose nur eine mögliche Gesundheitsstörung impliziert, aber versicherungsmedizinisch keine
rechts
genügliche
Grundlage bilden kann, um mögliche Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit nachzuweisen.
Dr.
F._
beurteilte die Schmerzen der Beschwerdeführerin teilweise neuro
pathisch bedingt (vgl. E. 3.7). Der begutachtende Neurologe
Dr.
I._
stellte in seiner Exploration jedoch keine neurologischen Auffälligkeiten fest (vgl. E. 3.5.1) und
Dr.
med.
R
._
, Neurologie
FMH
, äusserte in seinem Bericht vom 2
1.
März 2017 (
Urk.
7/69) lediglich, dass Dr.
I._
die Schmerzen, wel
che in jeder Tätigkeit intervenieren würden, in seiner Einschätzung nicht genü
gend berücksichtigt habe.
Vor dem Hintergrund, dass die von Dr.
I._
durchgeführten Tests ohne Hinweise auf eine lumbale Nervenwurzel
beschädi
gung
blieben und es für die subjektiven Sensibilitätsstörungen keine objektivier
baren Befunde gibt sowie auch
Dr.
R
._
keine genauere neuro
logische Beurtei
lung vornahm, ist nicht ausgewiesen, dass der neuropathische Teil einen wesent
lichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin hat. Nach dem Gesagten ist es
nachvollziehbar, auch aus den subjektiven Sensibilitätsstörungen keine dauerhaft anhaltende Arbeitsunfähigkeit abzuleiten (vgl. E. 3.5.1).
Sowohl
Dr.
F._
als auch Prof.
Dr.
O._
erachteten die Beschwerdefüh
rerin aufgrund
muskuloskelettaler
Beschwerden als in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt, was
Dr.
J._
in ihrem Gutachten ebenfalls bestätigte. Sie beurteilte die Beschwerdeführerin für rückenbelastende Tätigkeiten einge
schränkt. Eine wechselbelastende, leichte Tätigkeit, ohne Heben und Tragen von schweren Lasten sowie ohne Einnahme von Zwangshaltungen wie Bücken oder Rumpf
vorneige, sei hingegen möglich (vgl. E. 3.5.2). Untermauert wird dies durch die Angaben der Beschwerdeführerin während der Exploration, wonach sie
Haus
haltsarbeiten und Einkäufe
erledige
, täglich
ihre Streck- und Dehnübungen mache sowie
längere Spazi
ergänge mit dem Hund (1 bis 1.5 h) unternehme
, das Abendessen zubereite
und
häufig
l
ese
, Musik
höre
oder Freunde treffe (Urk.
7/53/15),
was gegen eine vollständige Beeinträchtigung der Leistungs
fähig
keit
spricht.
Angesichts des Aktivitätsniveaus de
r
Beschwerde
führer
in
im Alltag und der Tatsache, dass
sie
mittels Infiltration
eine merkliche Verbesserung der Beschwerdesymptomatik erreichen
kann (vgl. E. 3.8)
, ist anzunehmen, dass die noch bestehenden Schmerzen
grundsätzlich zu vermindern sind und
sie nicht eine andauernde Einschränkung zur Folge haben.
4.5
Nach dem Gesagten i
st davon auszugehen, dass
die
Beschwerdeführer
in
zumin
dest in einer leidensangepassten Tätigkeit unter Berücksichtigung des
von der orthopädischen Gutachterin umschriebene
Belastungsprofils
(E. 3.5.2)
vollständig arbeitsfähig ist.
Da von weiteren medizinischen Abklärungen keine neuen
ent
scheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten wären, kann davon in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 124 V 90 E. 4b) abgesehen werden.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die leicht beeinträchtigte Arbeitsfähigkeit in erwerbli
cher Hinsicht auswirkt.
Massgebend ist der Zeitpunkt des
frühest
möglichen Ren
tenbeginns. Die Beschwerdeführerin ist seit Juli 2015 ganz oder teilweise Arbeits
unfähig geschrieben (
Urk.
7/42/28) und hat sich im Dezember 2015 (
Urk.
7/3) angemeldet, weshalb die erwerblichen Verhältnisse im Juli 2016 massgebend sind.
5.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.3
5.3.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139
V
28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
5.3.2
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch rea
lisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versi
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstä
tigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Ist die Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich, können für die Bestim
mung des Invalideneinkommens nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhe
bungen (LSE) herangezoge
n werden (vgl. BGE 142 V 178 E.
2.5.7, 139 V 592
E.
2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
IVG
, 3.
Aufl., N 55 und 89 zu
Art.
28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung). Dabei sind grundsätz
lich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen
der LSE zu verwenden (Urteile des Bu
ndesgerichts 9C_699/2015 vom 6.
Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 1
0.
Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 1
1.
September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenr
evisionen vgl. BGE 142 V 178 E.
2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1).
5.4
5.4.1
Das
Valideneinkommen
ist anhand des
an der Universitätsklinik
Y._
in einem vollen Pensum erzielbaren Einkommens zu bemessen
(vgl. diesbezüglich den Haushal
t
sbericht vom 2
4.
Juli 2017, wonach die Beschwerdeführerin im Gesund
heitszustand in einem 100%-Pensum arbeiten würde;
Urk.
7/97 S. 5)
. Nach Angaben der Arbeitgeberin im Arbeitgeberfragebogen vom
1
7.
Dezember 2015
(
Urk.
7/9
) und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (Bundesamt für Statistik, T 39 Entwicklung der Nominallöhne 1976-2016,
Frauen
; Stand
201
5
: 2
686
, Stand
2017: 2
7
0
9
) i
st das
Valideneinkommen
mit Fr. 107'
090
.
20
zu beziffern (
Fr.
95'562.
90 :
90
x
100
: 2
686
x 2
7
0
9
).
Das ist nicht bestritten.
5.4.2
Zur Bemessung des Invalideneinkommens zog die Beschwerdegegnerin das stan
dardisierte monatliche Einkommen von
Fr.
4'808.-- für Frauen im Kompetenzni
veau 2 gemäss LSE 2014 heran
, was von der Beschwerdeführerin beanstandet wird. Es sei
ausgeschlossen, dass sie in Anbetracht der gestellten Diagnosen und der Schmerzen ein solches Eink
ommen erzielen könne (vgl. Urk.
1
S. 9
Rz
20).
Der Beschwerdeführerin ist ihre angestammte Tätigkeit als Pflegefachfrau Anäs
thesie nicht mehr zumutbar. Mit Blick auf ihre gesundheitlichen Beschwerden und insbesondere d
ie
Tatsache, dass sie bei Tätigkeiten
, die Zwangshaltungen oder das Heben und Tragen von schweren Lasten erfordern würden, limitiert sei, kommt auch eine andere Tätigkeit im Pflegebereich nicht mehr in Frage.
Ande
rerseits sind der Beschwerdeführerin administrative Tätigkeiten in diesem Berufs
feld uneingeschränkt zuzumuten
. Diesbezüglich fehlt ihr jedoch
möglicherwei
se die nötige Berufserfahrung
.
In anderen Berufszweigen verfügt sie über keine Fachkenntnisse. Die Beschwerdeführerin kann entsprechend die in ihrer Berufs
laufbahn erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse nicht ohne Weiteres in anderen Berufen mit praktischen Tätigkeiten einsetzen.
Ob die Beschwerdegegnerin zu Recht vom Kompetenzniveau 2 ausging oder nich
t kann letztlich
offen bleiben
. Wie sich zeigen wird, ändert
sich beim Abstellen auf das Kompetenzniveau 1 im Ergebnis nichts.
Wird z
ur Bemessung des Invalideneinkommens das standardisierte monatliche Einkommen von
Fr.
4'363.--
für
weibliche
Hilfskräfte gemäss LSE 2016 (TOTAL in der Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1,
Frauen
) heran
gezog
en, da körperlich leichte Arbeiten nicht nur auf den Sektor 3 (Di
enstleistungen) beschränkt sind,
ist d
as standardisierte monatliche Einkommen von
Fr.
4'363.--
unter Berücksich
tigung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 201
6
von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilungen, R 8) auf ein Jahreseinkommen von
Fr.
54'
581
.
15
hochzurech
nen (Fr
.
4'363.--
x 12 : 40 x 41,7
).
5.4.3
Dass
die
Beschwerdeführer
in
gemäss
ihrem
Zumutbarkeitsprofil auf leichte Tätigkeiten angewiesen ist, rechtfertigt keinen Abzug vom Tabellenlohn, umfasst doch der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten (Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016
vom 22.
März 2017 E. 3.4.2 unter Hinweis auf 9C_
455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E.
4.4 und 9C_386/2012 vom 1
8.
September 2012 E. 5.2).
5.4.4
Der Vergleich des Invalideneinkommens mit dem
Valideneinkommen
ergibt eine Erwerbseinbusse von
Fr.
52'
509
.
05
oder ein
en
Invaliditätsgrad von
49,03
%, gerundet
49
%. Mithin hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Viertels
rente
(vgl. E. 1.2).
5.5
Aufgrund dieser Erwägungen besteht die angefochtene Verfügung vom 13. Sep
tember 2017 zu Recht, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprec
hend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der unterliegenden Beschwerde
führerin
aufzuerlegen.