Decision ID: acbc0277-9bb7-497d-b713-e75f5b48d835
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1963, war zuletzt arbeitslos und in dieser Eigenschaft bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert,
als sie am 12. November 2017 auf einer nassen Treppe ausrutschte und aufs Gesäss fiel, wobei sie sich auch am rechten Arm am Treppenrand stiess (Unfallmeldung vom 20. November 2017, Urk. 7/1).
Nach getätigten Abklärungen stellte die Suva die bis dahin erbrachten Leistungen
in Bezug auf die rechtsseitigen Schulterbeschwerden
mit Verfügung vom
16. Ap
ril 2018 (Urk. 7/38
= Urk. 3
)
per
28. März 2018
ein
, wobei sie für die Beschwerden an der Hüfte weiterhin die gesetzlichen Versicherungsleistungen erbrachte. Die von der Versicherten am 9. Mai 2018 erhobene Einsprache (Urk. 7/47) wies die Suva mit Entscheid vom
17. Juli 2018
ab (Urk.
7/63
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
11. September 2018
Beschwerde gegen den
Einsprache
entscheid
vom
17. Juli 2018
(Urk. 2) und beantragte,
dieser sei aufzuheben und die Suva sei zu verpflichten, ihr für den Unfall vom 12. November 2017, was die rechtsseitigen Schulterbeschwerden anbelange, auch
über den
28. März 2018
hin
aus
die gesetzlichen Versicherungsleistungen zu erbringen. Eventuell sei ein Fachgutachten eines unabhängigen Gutachters zur Beantwortung der Frage, ob ihre rechtsseitigen Schulterbeschwerden auf das Unfallereignis vom 12. Novem
ber 2017 zurückzuführen seien, einzuholen
(Urk. 1 S.
2
Ziff. 1-3
). Mit Beschwer
deantwort vom
3. Oktober 2018
(Urk.
6
) beantragte die Suva die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
9. Oktober 2018
zur Kennt
nis gebracht (Urk.
8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Be
rufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskus
risse (
lit
. c),
Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Band
läsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h). Ausserdem erbringt die Ver
sicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsan
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.5
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er
scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen
Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
ging in ihrem
Einspracheentscheid
(Urk. 2) gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung davon aus, dass sich zusammenfassend mit Blick auf die im Recht liegenden medizinischen Berichte zeige, dass einleuchtend und na
chvollziehbar begründet der Ein
tritt des
status
quo
(wohl gemeint:
status
quo sine)
gut zwei Monate nach dem Ereignis vom 12. November 2017 angenommen und der Fallabschluss gar erst per Ende März 2018 und damit erst nach über vier Monaten habe verfügt werden können. Für die geklagten Beschwerden habe mit Blick auf die bildgebenden Abklärungen und die medizinische Erfahrung keiner
lei klar unfallbedingten strukturellen Schädigungen erhoben werden können, na
mentlich keine Frakturen, dafür aber zumeist degenerativ bedingte Diagnosen. Sodann könne das Alter der
Beschwerdeführerin
, im Unfallzeitpunkt
nota
bene
bereits 54-jährig, der Umstand, dass zumindest die linke Hüfte aktenkundig be
reits einschlägig vorgeschädigt und operativ saniert gewesen sei, und das be
scheidene Trauma mit initial lediglich dokumentierten Prellmarken ebenso
wenig unbeachtet bl
eiben. Im Lichte all dessen seien
die fortwährend geklagten
Be
schwerden zwar erklärbar, stünden
jedoch längst nicht mehr überwiegend wahr
scheinlich
in einem Kausalzusammenhang zum Ereignis von Mitte November 2017
,
womit eine
weitere Leistungspflicht zu Recht per Ende März 2018 verneint
worden sei (S. 7 Ziff. 5a)
.
Daran hielt die
Beschwerdegegnerin
in ihrer Beschwerdeantwort (Urk. 6) grund
sätzlich fest.
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber beschwerdeweise (Urk. 1) geltend,
vor dem Unfall habe sie ihre rechte Schulter nie gespürt. Nach dem Unfall vom 12. November 2017 sei die Erstversorgung am 13. November 2018
(richtig: 2017)
durch
ihren Hausarzt erfolgt, wobei dieser bezüglich Schulter ein Hämatom am rechten Oberarm und eine Prellmarke an der rechten Schulter festgestellt habe. Im Vordergrund hätten aber für ihn zunächst die Rücken- und Hüftbeschwerden gestanden. Am 13. Februar 2018 sei dann anlässlich einer MRI-Untersuchung eine
Rotatorenmanschettenruptur
rechts festgestellt worden, die gemäss Fach
ärzte klar auf den Unfall vom 12. November 2017 zurückzuführen sei. Der Verlauf lasse auch keine andere Interpretation zu. Es sei auch nicht ersichtlich, weshalb man drei Monate nach
dem Unfall plötzlich eine vorbestehende
Rotatorenman
schettenruptur
feststellen sollte, die früher nie Beschwerden verursacht habe. Da
mit sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit der natürliche Kausalzusammen
hang erstellt
(S. 2
f.
Ziff. 2
-3
)
.
Auch der adäquate Kausalzusammenhang sei ge
geben (S. 3 Ziff. 4). Zudem sei
die kreisärztliche Beurteilung nicht nachvollzieh
bar, sei doch die Kreisärztin Fachärztin für Anästhesiologie und deshalb nicht in der Lage
,
die Unfallkausalität der festgestellten Verletzungen zu beurteilen. Trotz guter, fachgerechter Behandlung und Physiotherapie bestünden ihre Sc
hulterbe
schwerden nach wie vor und die behandelnden Ärzte seien der Ansicht, dass die heute noch bestehenden Beschwerden unfallbedingt seien, weshalb die Beschwer
degegnerin die gesetzlichen Versicherungsleistungen zu erbringen habe (S. 4 Ziff. 6).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin für die Schulterbeschwerden Anspruch auf weitere Leistungen der Beschwerdegegnerin hat und dabei insbe
sondere das Vorliegen des natürlichen Kausalzusammenhangs.
3.
3.1
Der Unfallmeldung vom 20. November 2017 (Urk. 7/1) ist zu entnehmen, dass die
Beschwerdeführerin
am 12. November 2017 auf einer nassen Treppe ausrutschte und aufs Gesäss fiel, wobei sie sich auch den rechten Arm am Treppenrand stiess.
3.2
Dr.
med. Y._
, berichtete am
1.
Dezember
2017
(Urk. 7/8) über die Erstbehandlung der Beschwerdeführerin am 13. November 2017 und nannte
mul
tiple Prellungen am Gesäss, der
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
und am linken Oberarm durch
Sturz auf das Gesäss am 12. November 2017 als Diagnosen.
In d
er klini
schen Untersuchung stellte er
dementsprechend Hämatome am rechten
Oberarm und
der Gesässfalte
,
eine Schürfwunde am linken
Handballen
, eine Prellmarke an der rechten Schulter sowie Klopfschmerzen im Kreuzbein und leicht im Bereich der unteren LWS fest. Der Röntgenbefund der LWS zeig
e
eine
bekannte
Antero
listhese
,
hingegen keine
sicheren
Frakturzeichen.
3.3
Die Ärzte der
Z._
berichteten am 16. Januar 2018 (Urk. 7/25) über die am 15. Januar 2018 erfolgte Hüft-Sprechstunde und nannten folgende Diagnosen (S. 1):
-
Bursitis
trochanterica
rechts
, d
ifferentialdiagnostisch Partialruptur der Abduktoren
bei
Hüftkontusion vom
12. November
2017
-
Status nach
Refixation
der
Hüfta
bduktorensehnen
links vom 28. Oktober
2015
bei
Partialruptur der zentralen Anteile des
Musculus
gluteus
medius
mit
Ansatztendinopathie
Hüfte
links
-
Status n
ach Schulterkontusion vom 12. November
2017
3.4
Am 13. Februar
2018 erfolgte eine bildgebende Abklärung der rechten Schulter mittels
Arthro
-MRI
(Urk. 7/21)
, wobei sich eine interstitielle Partialruptur der
Supraspinatussehne
und eine Partialruptur der
Subscapularissehne
sowie eine
ten
d
opathische
Bizepssehne
zeigten.
3.5
Die Ärzte der
Z._
berichteten am
14. Februar 2018 (Urk. 7/20)
über die am 13. Februar 2018 erfolgte Schulter-Sprechstunde und nannten
folgende Diagnosen (S. 1):
-
Rotatorenmanschettenruptur
rechts bei Status n
ach Schulterkontusion vom 12. November
2017
-
Bursitis
trochanterica
rechts
,
differentialdiagnostisch Partialruptur der Abduktoren
bei
Hüftkontusion vom
12. November
2017
-
Status nach
Refixation
d
er
Hüftabduktorensehnen
links vom
28. Oktober
2015 bei Partialruptur der zentralen Anteile des
Musculus
gluteus
medius
mit
Ansatztendinopathie
Hüfte links
Die Beschwerdeführerin habe berichtet, dass sie am 12. November 2017 gestürzt sei, dabei sei sie zuerst a
uf die linke Hüfte und dann auf
die rechte Schulter ge
stürzt. Seither beklage sie Schulterschmerzen rechts ventral über dem
Humerus
vor allem in der Nacht. Ausserdem könne sie den Arm seither schlecht innenro
tieren (S. 1 unten).
Bei der Beschwerdeführerin zeige sich eine Partialruptur der
Subscapularissehne
. Primär sei
eine konservative Therapie mit einer Infiltration und Physiotherapie zu verfolgen (S. 2 oben).
3.6
Kreisärztin m
ed.
pract
.
A._
, Fachärztin für Anästhesiologie,
führte in ihrer ärztlichen Beurteilung vom 6. April 2018 (Urk. 7/36) aus,
dass die
Beschwer
deführerin
am
12. November
2017 ein Unfallereignis
erlitten habe
. Laut Aussen
dienstbericht vom
12. Januar
2018
(vgl.
Urk. 7/
12
)
sei
die
Beschwerdeführerin
leicht nach rechts direkt auf das Gesäss
gestürzt
und
habe
mit
der rechten Schul
ter an einer Kante des Treppentritts an
geschlagen. Prinzipiell weise
diese Be
schreibung
auf einen direkten Anprall hin. Die Verletzungen der
Rotatorenman
schette
durch eine
d
irekte Krafteinwirkung würden
immer auch andere St
rukturen an der Schulter wie beispielsweise den
Kapsel-Band-Apparat,
den Schleimbeutel oder
knöcherne und knorpelige Strukturen
betreffen
. Direkte
Krafteinwirkungen könn
t
en nicht zu
isolierten Verletzungen der geschützt in der Tiefe
liegenden
Supraspinatus
- und/oder
Su
bscapularissehne
führen. Im
vorliegenden Fall
sei
ein Hämatom am rechten Oberarm sowie eine Prellmarke an der rechten Schulter,
aber keine Verletzungen anderer Schulterstrukturen oder
Bone
bruise
dokumen
tiert
worden
, was
gegen e
ine hohe Krafteinwirkung spreche (S. 2)
.
Unfallbedingte Verletzungen der
Rotatorenmanschette
führ
t
en typischerweise zu einem spezifischen Funktionsverlust und einer starken unfallbedingten
Be
schwerdesymptomatik. Im
Bericht vom 1. Dezember
2017
(vgl. vorstehend E. 3.
2
)
bezüglich der
Erstbehandlung am 13. November
2017
habe
Dr
.
Y._
jedoch keine
Schmerzen im rechten Schulterbereich und keine Bewegungseinschränkungen
dokumentiert
. Die nächste
dokumentier
te Schulteruntersuchung sei am 13. März
2018
, zirka
vier Monate nach dem
Unfallereignis in der Schulter/Ellenbogen Sprechstunde der
Z._
erfolgt (vgl. vorstehend
E. 3.5
).
A
n
hand des MRI
u
nd des klinischen Befundes sei
eine Partialruptur der
Subscapula
rissehne
diagnostiziert
worden
.
Das MRI vom 13. Februar
2018
(vgl. vorstehend
E. 3.4
), zirka
drei Monate
nach dem Unfallereignis, weise
eine interstitielle
Parti
alruptur der
Supraspinatussehne
und eine Partialruptur der
Subscapularissehne
mit angrenzenden
subchondralen
Zysten sowie eine
ten
d
opatische
Bizepssehne
auf.
Dieser Befund deute eher auf eine degenerative Genese hin. Um eine suffizi
ente Beurteilung
der Kausalität zu erreichen, sollte ein MRI innerhalb von sechs Wochen nach
dem
Unfallereignis
erstellt werden. Dabei fä
nden sich dann häufig typische traumatische Zeichen, wie
Bone
bruise
,
Hämarth
ros
,
Hämatobursa
etc. Vorliegend habe
jedoch keines der
traumatischen
Zeichen festgestellt werden
können. Im vorliegenden Fall seien
versicherungsmedizinisch
neben dem MRI Befund auch andere Faktoren, wie Ereignisablauf, Ver
l
etzungsbild im
zeitlichen Verlauf und die unfallnahe Symptomatik sorgfältig analysiert
worden
. Unter Wertung aller
vorlie
genden medizinischen Fakten könne
nur mit einer möglichen Wahrscheinlichkeit davon
ausgegangen werden, dass die Beschwerden im Kau
salzusammenhang zum Unfallereignis
vom 12. November 2017 stünden
. Aus ver
si
cherungsmedizinischer Sicht seien
die vorliegenden Daten
nicht ausreichend
,
um eine überwiegende Unfallkausalität zuverlässig belegen zu können.
Aus ver
sic
herungsmedizinischer Sicht liege
eine Kontusion der rechten Schulter vor, der
Status quo sine
sei nach zirka
zehn Wochen nach
dem
Unfallereignis erreicht
worden (S. 2).
3.7
Am 9. Mai
2018
erfolgte eine
bildgebende Untersuchung der rechten Hüfte mit
tels MRI
(Urk. 7/56)
, wobei sich eine
Tendinopathie
der
Gluteus
medius
-Insertion am
Trochanter
major
mit kleiner Partialruptur entlang des lateralen Anteiles, eine geringe begleitende Bursitis
subglutea
media
, eine unauffällige
Gluteus
minimus-Sehne sowie ein
normotropher
Musculus
gluteus
medius
und
minimus
ohne
Ver
fettungen
zeigte
n
.
3.8
Ein Arzt der
Z._
berichtete am 16. Mai 2018 (Urk. 7/50) über die am 9. Mai 2018 erfolgte Hüft-Sprechstunde und nannte folgende Dia
gnosen (S. 1):
-
kleine Partialruptur
Gluteus
medius
bei Hüftkontusion vom 12. November 2017
-
Status nach
Refixation
der
Hüftabduktorensehnen
links vom 28. Oktober 2018 bei Partialruptur der zentralen Anteile des
Musculus
gluteus
medius
mit
Ansatztendinopathie
Hüfte links
-
Rotatorenman
schettenruptur
rechts bei Status
nach Schulterkontusion am 12. November 2017
-
Diabetes mellitus Typ 2
3.9
Die Ärzte der
Z._
berichteten am 16. Mai
2018
(Urk. 7/51) über die am
11. Mai 2018 erfolgte Schulter-Sprechstunde und führte
n
, bei gleich gebliebenen Diagnosen (
S. 1;
vgl. vorstehend
E. 3.5
) aus,
dass die Beschwerde
führerin weiterhin an persistierenden Schmerzen leide. Es werde eine Fortführung der konservativen Therapie mit Physiotherapie empfohlen und eine zusätzliche Infiltration verschrieben. Die Beschwerdeführerin werde zur klinischen Kontrolle in drei Monaten vorgeladen. Sofern die Beschwerden persistieren sollten, werde eine operative Sanierung diskutiert (S. 2).
3.10
In ihrer Stellungnahme vom 13. Juni 2018 (Urk. 7/53/1) legte Kreisärztin med.
pract
.
A._
dar, dass der Bericht der
Z._
vom 11. Mai 2018 bezüglich der
Schulterbeschwerden (vgl. vorstehend E. 3.9) nichts an ihrer kreisärztlichen Beurteilung vom 12. April 2018 (vgl. vorstehend
E. 3.6
) ändere.
4.
4.1
Den Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin am 12. November 2017
auf einer nassen Treppe ausrutschte und aufs Gesäss fiel, wobei sie sich auch am rechten Arm am Treppenrand stiess (vgl. vorstehend E. 3.1). Dies ist unbestritten.
Seither klagt die Beschwerdeführerin
über
Schulterbeschwerden (vgl. vorstehend E. 3.5). Am 13. Februar 2018 diagnostizierten die Ärzte der
Z._
eine
Rotatorenmanschettenruptur
rechts bei Status nach Schulterkontu
sion vom 12. November 2017 (vorstehend E. 3.5
, vgl. auch vorstehend E. 3.4
).
4.2
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung von med.
pract
.
A._
vom 6. April 2018 (vorstehend E. 3.6) davon aus, dass
die fort
während geklagten Beschwerden der Beschwerdeführerin, namentlich die Schul
terbeschwerden, zwar erklärbar seien, jedoch längst nicht mehr überwiegend wahrscheinlich in einem Kausalzusammenhang zum Ereignis von Mitte Novem
ber 2017 stünden (vgl. vorstehend E. 2.1).
4.3
Kreisärztin med.
pract
.
A._
kam in ihrer kreisärztlichen Beurteilung (vor
stehend E. 3.6) zum Schluss, dass u
nter Wertung aller vorliegenden medizini
schen Fakten nur mit einer möglichen Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden
könne
, dass die Beschwerden im Kausalzusammenhang zum Unfallereig
nis vom 1
2.
November 2017 stünden. Aus versicherungsmedizinischer Sicht seien die vorliegenden Daten nicht ausreichend, um eine überwiegende Unfallkausalität zuverlässig belegen zu können. Aus versicherungsmedizinischer Sicht liege eine Kontusion der rechten Schulter vor, der Status quo sine sei nach zirka zehn Wo
chen nach dem Unfall
ereignis erreicht worden. Kreisärztin
med.
pract
.
A._
erachtete somit zwar die Schulterkontusion kausal zum Unfallereignis vom 12. November 2017, nicht jedoch die
Rotatorenmanschettenruptur
.
Dab
ei ist zu berücksichtigen, dass
das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein muss
, die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht (vgl. vorstehend E. 1.3). Die von Kreisärztin med.
pract
.
A._
festgestellte
nur mögliche
Wahrscheinlichkeit einer Unfallkausalität der Schulter
beschwerden genügt demnach nicht für das Dahinfallen der kausalen Bedeutung der Schulterbeschwerden. Ausserdem ist darauf hinzuweisen
, dass
sich
Kreisärz
tin med.
pract
.
A._
als
Fachärztin für
Anästhesiologie fachfremd zum or
thopädischen Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin geäussert hat.
Eine Be
urteilung oder Stellungnahme eines anderen, über den entsprechenden Facharzt
titel verfügenden Kreisarztes liegt nicht vor.
Nach dem Gesagten bestehen Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der kreisärztlichen Beurteilun
g von
med.
pract
.
A._
bezüglich der Unfall
kausalität der Schulterbeschwerden, weshalb nicht darauf abgestellt werden kann (vgl. vorstehend E.
1.5
).
4.4
Die Ärzte der
Z._
nannten in ihren beiden Berichten vom 14. Februar 2018 (vorstehend E. 3.5) und 11. Mai 2018 (vorstehend E. 3.9) eine
Rotatorenmanschettenruptur
rechts bei Status nach Schulterkontusion vom 12. November 2017 als Diagnosen, äusserten sich jedoch - entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (vgl. vorstehend E. 2.2)
-
nicht zur Unfallkausalität.
Wei
tere Berichte, die sich zur Unfallkausalität der Schulterbeschwerden äussern wür
den, liegen nicht vor.
4.5
Aufgrund der oben genannten Ausführungen bestehen demnach hinsichtlich der Unfallkausalität der Schulterbeschwerden Unklarheiten, so dass die
Frage der Kausalität der verbleibenden Schulterbeschwerden im Rahmen eines unabhängi
gen
externen Gutachtens
zu prüfen ist.
Dementsprechend erweist sich die vorliegende Aktenlage für die Beurteilung der Unfallkausalität der verbleibenden Schulterbeschwerden der
Beschwerdeführerin
als ungenügend, weshalb der angefochtene
Einspracheentscheid
aufzuheben und die Sache an die
Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen ist, damit diese nach er
gänzender Abklärung eine neue Beurteilung vornehme
und
hernach über ihre Leistungspflicht neu verfüge. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.