Decision ID: 7249ddcd-df13-5538-ab11-3afe7cae9860
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 197
5, war als Bauarbeiter für die Einzelfirma
Y._
tätig und
über diese
bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert.
Am 1
3.
Oktober 2016 kugelte er
sich bei der Arbeit mit einem «
Betonvibrierer
» die linke Schulter aus (
Urk.
10/1).
Ab dem Fol
getag wurde er gänzlich arbeitsunfähig geschrieben (
Urk.
10/11).
Am
1
7.
Oktober 2016
fand eine erstmalige ärztliche Behandlung bei
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Innere Medizin, statt, der eine anteriore S
chulterluxa
tion links diagn
ostizierte (
Urk.
10/19
).
Weil in der Folge das Schultergelenk
erneut
auskugelte
, wurde der Versicherte an
die
Klinik A._
überwiesen (
Urk.
10/21).
Der Suva wurde der Fall am 1
8.
Oktober 2016 gemeldet und sie traf in der Folge Abklärungen zur Frage der Übernahme des Schadenfalls (
Urk.
10/22).
Die Computertomographie vom 1
7.
November 2016 brachte eine ossäre Bankart-Läsion und eine Kleine Hill-Sachs-Delle am Humeruskopf hervor (
Urk.
10/23).
Bei Diagnose einer anterioren Schulterinstabilität links mit/bei grossem ossärem
Glenoiddefekt
, instabiler SLAP-Läsion und Status nach traumatischer Schulter
instabilität links erfolgte
in der
Klinik A._
am 2
6.
Januar 2017 eine diag
nostische Schulterarthroskopie links mit LBS-Tenotomie, eine Beckenkamm
spanentnahme links und eine offene
Stabilisierung
der linken
Schulter
mit einer Beckenkammspananlagerung sowie eine
Kapselrefixation
(
Urk.
10/51
). Vom 2
5.
Juli bis am 2
9.
August 2017 fand eine stationäre Rehabilitation in der Rehaklinik
B._
statt (
Urk.
10/91
). Die Suva
übernahm schliesslich den Fall und
erbrachte
Heilbehandlungen und Taggeldleistungen
(
Urk.
10/47
,
Urk.
10/76
).
Der Versicherte meldete sich auch bei der Invalidenversicherung an. Nachdem die Suva über den Abschluss der Eingliederungsberatung (
Urk.
10/111) und die Ver
neinung eines Invalidenrentenanspruchs
in der Verfügung vom 1
2.
März 2018
durch die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
informiert worden war
(
Urk.
10/136)
,
veranlasste
sie
eine kreisärztlich
e Untersuchung durch
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie, welche am 2
9.
März 2018 durchgeführt wurde (
Urk.
10/143
).
In der Folge wurden die Taggeldleistungen per 3
0.
Ju
ni 2018 eingestellt (
Urk.
10/14
4
).
Mit Verfügung vom
6.
August 2018 verneinte die Suva bei einem Invaliditätsgrad von 8
%
den Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente und
auf
eine Integritätsentschädigung (
Urk.
10/161
). Dagegen erhob der Versicherte am 1
3.
September 2018 vorsorglich Einsprache
(
Urk.
10/172)
, die er am 1
7.
Oktober 2018 ergänzend begründete (
Urk.
10/178
). Mit
Einspracheentscheid
vom
5.
März 2019 wies die Suva die Einsprache ab (
Urk.
10/180
=
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am
5.
April 201
9 Beschwerde mit den Rechtsbe
ge
hren, der
Einspracheentschei
d
der Beschwerdegegnerin vom
5.
März 2019 sei aufzuheben und
ihm
sei rückwirkend ab
dem
1.
Juli 2018 eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 30
%
zuzusprechen. Ferner sei
ihm
eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von mindestens 20
%
zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht ersuchte
er
um Bestellung einer unent
geltlichen Rechtsvertretung in der Person von Rechtsanwältin Tania Teixeira (
Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
3.
Mai 2019
,
die Beschwerde sei dahingehend gutzuheissen, dass dem Beschwer
deführer eine Integritätsentschädigung von
Fr.
22'230.--, entsprechend einer Integritäts
einbusse
von 15
%
zuzusprechen sei. Im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen (
Urk.
9 S. 2). Mit Eingabe vom 2
4.
Juni 2019 reichte der Beschwer
deführer zwecks Darlegung seiner finanziellen Verhältnisse weitere Unt
erlagen ein (
Urk.
14 und
Urk.
15
/1-13). Mit Verfügung vom 2
2.
Juli 2019 wurde das Gesuch um Bestellung der unentgeltlichen Rechtsvertretung abgewiesen (
Urk.
16).
Mit Replik vom 1
2.
November 2019 hielt der Beschwerdeführer an sei
nen Anträgen fest
und reichte weitere Arztberichte
über neuere Abklärungen an der Schulter und ein Schreiben des ehemaligen Arbeitgebers vom 2
5.
Oktober 2019
ein
(
Urk.
20
und
Urk.
21/5-10
). Die Beschwerdegegnerin erneuerte ihre Anträge in der Folge mit Duplik vo
m 1
3.
Dezember 2019 (
Urk.
24), w
orüber der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
6.
Dezember 2019 orientiert wurde (
Urk.
25). Am 2
3.
Dezember 2019 reichte Rechtsanwältin Tania Teixeira ihre Honorarnote zu den Akten (
Urk.
26).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebro
chen sind,
nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu be
urteilende Unfall hat sich am 1
3.
Oktober 2016
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Aus
serdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Ver
unfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.3
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen).
1.4
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schä
digung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während
des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht; er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbs
fähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten
für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des An
-
hangs
3.
Voraussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens werden
angemessen berücksichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Verschlimmerung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war (Abs. 4).
1.5
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E.
4.7).
2.
2.1
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
5.
März 2019 erwog die Beschwer
degegnerin zusammengefasst, dass auf
die kreisärztliche Zumutbarkeitsbeurtei
lung
von
Dr.
C._
,
wonach der Beschwerdeführer in einer angepassten T
ätigkeit gemäss Zumutbarkeitsprofil ohne zeitliche Einschränkung erwerbstätig sein könne,
abzustellen sei (
Urk.
2 S. 7
)
. Die Gegenüberstellung des gestützt auf den
bisher
erzielten Verdienst des Beschwerdeführers ermittelten
Valideneinkommens
von
Fr.
72'184.-- mit dem aufgrund der Stellenprofile der Dokumentation der Arbeitsplätze (DAP) ermittelten Invalideneinkommen von
Fr.
66'980.-- ergebe einen Invaliditätsgrad von 8
%
(
Urk.
2 S. 8 ff.).
Auf die Auskunft des Arbeitge
bers, der Beschwerdeführer
hätte
im Gesundheitsfall inzwischen einen höheren Lohn erhalten
,
könne nicht abgestellt werden (
Urk.
2 S. 9).
Ebenso
wenig wider
sprächen die verwendeten DAP-Profile
,
wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht
,
dem kreisärztlich festgelegten Zumutbarkeitsprofil (
Urk.
2 S. 10
).
Auch im Hinblick auf die Integritätsentschädigung könne
gänzlich
auf die Beur
teilung
durch
Dr.
C._
abgestellt werden, wonach
hinsichtlich der Restfolgen
die
Erheblichkeitsgrenze
nicht erreicht
sei und somit kein Anspruch bestehe (
Urk.
2 S. 13 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer bringt dagegen
zusammengefasst
vor, die Beschwerdegeg
nerin missachte bei ihrer Berechnung
des
Valideneinkommens
die reale Einkom
mensentwicklung, welche sich gemäss den
schlüssigen
Angaben des Arbeitgebers ereignet habe
(
Urk.
1 S. 4)
.
Bei der Berechnung des Invalideneinkommens seien die fünf ausgewählten DAP-Profile zumindest teilweise nicht mit dem medizini
schen Zumutbarkeitsprofil des Kreisarztes vereinbar.
Das Invalideneinkommen
sei daher mittels der LSE-Tabellen zu ermitteln (
Urk.
1 S. 8 f.). In Gegenüberstellung der korrekt ermittelten Validen- und Invalideneinkommen ergebe sich so ein Invaliditätsgrad von 30
%
(
Urk.
1 S. 9).
Die Beurteilung von
Dr.
C._
, wonach die
Erheblichkeitsgrenze
für eine Integri
tätsentschädigung noch nicht erreicht sei, erfolge sodann ohne Begründung und trotz der Feststellung, dass der Beschwerdefüh
rer dauerhaft unter unfallkausa
len Einschränkungen betreffend Beweglichkeit, Kraftausdauer und Kraftentfaltung an der linken Schulter leide. Dies rechtfertige zweifellose eine Integritätsentschä
digung bei einer Integritätseinbusse von mindestens 20
%
(
Urk.
1 S. 9 f.).
2.3
In der Beschwerdeantwort hielt die Beschwerdegegnerin an ihrer Berechnung der massgeblichen Einkommen fest
(
Urk.
9 S. 5 ff.).
Die nicht näher begründete kreis
ärztliche Beurteilung des Integritätsschadens erscheine
ihr
hingegen nicht
als überzeugend,
dem
Beschwerdeführer sei daher
in teilweiser Gutheissung der Beschwerde und unter Berücksichtigung einer allfällig voraussehbaren Ver
schlimmerung eine Integritätsentschädigung entsprechend einer Integritätsein
busse von 15
%
zuzusprechen (
Urk.
9 S. 13).
2.4
Der Beschwerdeführer bestritt in der Replik vom 1
2.
November 2019, dass auf das kreisärztliche Zumutbarkeitsprofil abgestellt werden könne, da er nicht nur
unter
eine
r
Bewegungseinschränkung sowie eine
r
Einschränkung der Krafte
ntfaltung und Kraftausdauer leide
, sondern es unter Belastung zu einer schmerzhaften Blo
ckade der Schulter komme, die er jeweils 10 bis 20 Minuten lang mit kreisenden Bewegungen lösen müsse, wodurch er bei der Arbeit immer wieder Pausen einle
gen müsse. Mithin könne ihm keine 100%ige Leistungsfähigkeit in einer Ver
weistätigkeit zugemutet werden (
Urk.
20 S. 3).
Der medizinische Sachverhalt und das medizinische Zumutbarkeitsprofil bedürften weiterer Abklärungen. Ange
sichts der aktuellen Arztberichte bestünden mehr als nur geringe Zweifel an der kreisärztlichen Beurteilung, weshalb darauf nicht abgestellt werden könne. Die Angelegenheit sei demnach zur Durchführung einer verwaltungsexternen Exper
tise an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
20 S. 4). Im Weiteren hielt der Beschwerdeführer
an seinen Ausführungen in der Beschwerdeschrift fest (
Urk.
20 S. 4 ff.).
2.5
Die Beschwerdegegnerin machte in der Duplik vom 1
3.
Dezember 2019 geltend, die am
3.
Juni 2019 durchgeführte Untersuchung
,
anlässlich derer sich der Beschwerdeführer über seit etwa ein bis zwei Monaten rezidivierend auftretende Blockaden im Bereich der linken Schulter beklagt habe
,
betreffe einen Sachver
halt, der sich nach Erlass des
Einspracheentscheids
ereignet habe und daher recht
sprechungsgemäss nicht massgebend sei (
Urk.
24 S. 1). Die anlässlich der Unter
suchung festgehaltenen Kapseladhäsionen mit Schultersteif
e sowie möglicher
weise störendem
Osteosynthesematerial stellten sodann lediglich Verdachtsdiag
nosen dar, die bis heute nicht belegt seien (
Urk.
24 S. 2).
Der Beschwerdeführer mache sodann geltend, dass sich die Beschwerden unter Arbeitsbedingungen gezeigt hätten, er habe jedoch nicht dargelegt, dass diese die Anforderungen des kreisärztlichen Zumutbarkeitsprofils erfüllt hätten
. Daraus könne nicht auf eine unzutreffende kreisärztliche Zumutbarkeitsbeurteilung geschlossen werden (
Urk.
24 S. 2).
2.6
Unstrittig ist, dass die Beschwerdegegnerin für die gesundheitlichen Folgen des Unfalls vom 1
3.
Oktober 2016 am linken Schultergelenk grundsätzlich leistungs
pflichtig ist
und dass die zum Zeitpunkt des
Einspracheentscheids
noch vorlie
genden
gesundheitlichen
Einschränkungen
an dieser Schulter
durch diesen Unfall verursacht wurden
(
Urk.
10/143/6
)
.
St
rittig und zu prüfen ist,
ob die Beschwerdegegnerin zu
Recht
den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente beziehungsweise auf eine (höhere) Integritätsentschädigung verneint hat
.
3.
3.1
Dr.
med.
D._
,
Facharzt für Orthopädie am
Muskulo
-Skelettal Zentrum der
Klinik A._
, der am 2
6.
Januar 2017 aufgrund der Diagnosen einer anteri
oren Schulterinstabilität links mit grossem ossärem
Glenoiddefekt
und instabiler SLAP-Läsion nach traumatischer Schulterluxation links am 1
6.
Oktober 2016 mit seither rezidivierenden Luxationsereignissen eine diagnostische Schulterarthro
skopie links mit LBS-Tenotomie und Beckenkammspanentnahme (
bikortikal
) links mit Beckenkammspananlagerung (3 x 2 mm
Kortikalisschrauben
) und
Kap
selrefixation
durchgeführt hatte (vgl.
Urk.
10/51),
stellte
in seinem Bericht vom 1
3.
Februar 2018 Resteinschr
ä
nkungen der Schulter links fest
(
Urk.
10/129/1).
Dr.
D._
beschrieb
, die Flexion/Abduktion habe sich bis gut 110° gebessert, die passive glenohumerale Abduktion gelinge zum Untersuchungszeitpunkt bis 90° bei weiterhin deutlich eingeschränkten Rotationen. Die tiefe Aussenrotation sei aktiv
auf 15° eingeschränkt, dies sei passiv auf 20° erweiterbar, die Innen
ro
tation
sei
weiterhin L
3.
Die passive Abduktion gelinge bis gut 120°, diese Position könne nur unter deutlichen Schmerzen für kurze Zeit gehalten wer
den, auch die Flexion gelinge p
assiv nur bis 120° mit ebenfalls starken Schmerzen (
Urk.
10/129/1). Gut ein Jahr nach dem Eingriff zeige sich weiterhin eine stabile Schultersituation mit deutlichen Einschränkunge
n bezüglich der aktiven und
der passiven Schulterge
lenksbeweglichkeit wie auch der Kraftentfaltung und der Kraftausdauer
.
Dr.
D._
erachtete den Behandlungsabschluss als gekommen, weitere Verlaufskontrollen seien nicht vorgesehen (
Urk.
10/12
9/2).
3.2
Dr.
C._
bestätigte im kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 2
9.
März 2018 die v
on
Dr.
D._
gestellten Befunde
und stellte fest, d
ie klinische Untersuchung des linken Schultergelenks während der kreisärztlichen Untersuchung habe im Vergleich zu den Vorbefunden vom 1
3.
Februar 2018 keine Veränderungen hin
sichtlich Bewegungsausmass, Kraftentfaltung und Kraftausdauer gezeigt. Auf
grund dieser unfallkausalen Einschränkungen werde ein Zumutbarkeitsprofil für den angepassten Arbeitsmarkt erstellt.
Das Heben und Tragen von leichten Lasten bis Lendenhöhe am Körper geführt sowie das Hantieren mit Werkzeugen leicht und feinmotorisch seien für beide oberen Extremitäten möglich. Schläge, Vibra
tionen und Stösse für die linke obere Extremität seien nicht zu toleri
eren. Arbei
ten bis zu
r
Horizontal
en seien ab Beckenhöhe mit 5 kg möglich, Überkopfarbeiten seien nicht gestattet. Tätigkeiten in Rumpfrotation, vorgeneigt im Sitzen und Ste
hen sowie kniend oder in der Kniebeuge könnten durchgeführt werden. Länger andauernde Haltungen wie Sitzen, Stehen und Gehen seien frei wählbar, die Fort
bewegung sei nicht eingeschränkt. Das Besteigen von Leitern und Treppen, das Gehen auf unebenem Grund und balancierende Tätigkeiten seien nur mit beidseits freien Händen gestattet. Tätigkeiten als Baumaschinen- oder Kranführer seien möglich. Hinsichtlich des Hochkletterns auf einen Kran müsse Rücksprache mit dem Beschwerdeführer genommen werden, ob er sich
dies zutraue, medizinisch bestünden dagegen keine Einwände
. Eine zeitliche Einschränkung ergebe sich
unter Wahrung des soeben
genannten
Zumutbarkeitsprofils
nicht (
Urk.
10/143/6).
3.3
Dr.
D._
erhob in seinem Bericht vom 1
5.
August 2018 unveränderte Befunde bezüglich aktiver wie auch passiver Schultergelenksbeweglichkeit. Da sich wei
terhin eine deutlich eingeschränkte Restfunktion der linken Schulter zeige, bestehe durchaus ein erheblicher Integritätsschaden
(
Urk.
10/166
/1
)
.
3.4
Aus den vom Beschwerdeführer anlässlich der Replik eingereichten Berichten ergibt sich, dass
er
sich am
3.
Juni
2019
bei
Dr.
D._
aufgrund von seit etwa ein bis zwei Monaten rezidivierend auftretenden Blockaden im Bereich der linken Schulter ohne
erneutes Ereignis vorstellte
. Der Beschwerdeführer sei wohl zeit
weise in einer Montagefertigung tätig, hierbei komme es bei Adduktionsbewe
gungen zu Blockadephänomenen, welche sich nach 10-20 Minuten sowie unter kreisenden Bewegungen des Armes wieder lösen liessen (
Urk.
21/5).
In der Folge wurde eine
Computertomographie durchgeführt, die
gemäss der Beurteilung von
Dr.
D._
ein weiterhin intaktes Operationsergebnis mit einem sehr
schön
remo
del
l
ierten
Beckenkammsp
an ergab. Aufgrund der
Remodeling
-Vorgänge
hätten
sich die drei eing
ebrachten Schrauben leicht über
stehend, allerdings ohne Locke
rungszeichen
gezeigt
. Diese seien
gemäss
Dr.
D._
allerdings
seit längerem
über
stehend
und somit nicht zwangsläufig als Ursache für die unter der erneuten Belastung auftretenden Beschwerden verantwortlich zu machen.
Er
gehe von muskulären Restbeschwerden aufgrund der wieder vermehrten Belastung aus (
Urk.
21/6 S. 1 f. vgl. auch
Urk.
21/7).
Dr.
med.
E._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates und leitender Arzt an
der
Klinik A._
, stellte am
3.
September 2019 die Verdachtsdiagnose von Kapseladhäsionen mit Schulter
steife sowie möglicherweise störendem Osteosynthesematerial mit Restei
nschrän
kung der Schulter
links
(
Urk.
21/8 S. 1).
Bei erneuter Durchsicht der Bildgebung
hätten
sich weit medial stehende Schraubenköpfe ohne sichtbaren Konflikt mit dem Humeruskopf
gezeigt
. Möglich sei jedoch bei klinisch bestehender leichter Steife eine Vernarbung im vorderen Kapselbereich und möglicherweise hier auch störende Schraubenköpfe. Indiziert sei eine diagnostische Arthroskopie mit Nar
benlösung und Entnahme der Schrauben, bezüglich der Erfolgsaussichten könne keine genauere Angabe gemacht werden (
Urk.
21/8 S. 2).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin
ging gestützt auf den
kreisärz
t
lichen Untersuchungsbe
richt vom 2
9.
März 2018
von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus
(
Urk.
2 S.
7
), während der Beschwerdeführer
mit Verweis
auf die von ihm anlässlich der Replik eingereichten Berichte
darlegte, dass auf die kreis
ärztliche Beurt
eilung nicht abgestellt werden könne
(
Urk.
20
S.
3).
Für die Beur
teilung der Gesetzmässigkeit des
angefochtenen
Einspracheentschei
des
ist für das Sozialversicherungsgericht in der Regel der Sachverhalt massge
bend, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwaltungsaktes gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung bilden (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis). Sie können indessen, unter Wahrung des rechtlichen Gehörs, berück
sichtigt werden,
wenn sie kurze Zeit nach dem Erlass des angefochtenen Ent
scheids eingetreten sind, sich ihre Beachtung aus prozessökonomischen Gründen unbedingt aufdrängt und sie hinreichend klar feststehen (BGE 105 V 156 E. 2d; ZAK 1984 S. 349 E. 1b). Dies ist der Fall, wenn sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeit
punkt des
Entscheiderlasses
zu beeinflussen (BGE 99 V 98 E. 4 mit Hinweisen).
Im Bericht von
Dr.
D._
vom
7.
Juni 2019 ist von seit etwa ein bis zwei Mona
-
ten
- mithin frühestens seit Anfang April 2019 -
rezidivierend auftretenden Blocka
den im Bereich der linken Schulter die Rede (
Urk.
21/5 S. 1). Damit ist
die
fragli
che Veränderung des Gesundheitszustandes nach Erlass des angefochtenen
Ein
spracheentscheids
vom
5.
März 2019 (
Urk.
2)
a
ufgetreten
und
grundsätzlich nicht geeignet, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beeinflussen. Zudem stehen die Beschwerden und insbesonde
re deren Ursache und Folgen
nicht hinreichend klar fest.
So
stellte
Dr.
E._
im Bericht vom
3.
September 2019 lediglich die Verdachtsdiagnose auf Kapseladhäsionen mit Schultersteife und
auf möglicherweise störendes Osteosynthesematerial (
Urk.
21/8 S. 1). Wie die Beschwerdegegnerin richtig ausführte (vgl.
Urk.
24 S. 2), ist sodann nicht geklärt
,
ob die vom Beschwerdeführer angesprochenen Arbeits
-
bedingungen
,
unter denen die Beschwerden
offenbar
aufgetreten seien,
den Anforderungen des kreisärztli
chen Zumutbarkeitsprofils entsprachen
. Insgesamt erscheinen die neu auftreten
den Schulterblockaden damit nicht als hinreichend geklärt
.
Sie vermögen auf alle Fälle den Fallabschluss des Grundfalles per 3
0.
Juni 2018 nicht in Frage zu stel
len. Denn keiner der
Ärzte sprach
sich
darüber aus, dass
ab dann
noch weitere Heilbehandlungen zu erheblichen Verbesserungen der Restfolgen führen würden.
Auch der
Beschwerdeführer selber stellt
keine Anträge in dieser Hinsicht
,
trotz der Einreichung der er
wähnten neuen Arztberichte, sondern hält an der Zuspre
chung einer Rente per
1.
Juli 2018 fest (
Urk.
20).
4.2
Hinsichtlich des massgeblichen Zeitraumes vor Erlass des
Einspracheentscheids
liegen keine ärztlichen Berichte vor, welche die Beurteilung von
Dr.
C._
in Frage stellten.
Dr.
C._
hat unter Berücksichtigu
ng der medizinischen Aktenlage
sowie der von ihm selbst erhobenen Befunde schlüssig dargelegt, welche erwerb
lichen Tätigkeiten dem Beschwerdeführer aufgrund
der verbleibenden Bewe
gungseinschränkung beziehungsweise Einschränkung der Kraftentfaltung und -ausdauer
noch zumutbar sind.
Dabei handelt es sich um das Heben und Tragen von leichten Lasten bis Lendenhöhe am Körper geführt
,
Arbeiten mit 5 kg ab Beckenhöhe bis zu Horizontalen
sowie
um
das Hantieren mit Werkzeugen leicht und feinmotorisch mit beiden oberen Extremitäten. Tätigkeiten in Rumpfrotation, vorgeneigt im Sitzen und Stehen sowie kn
iend oder in der Kniebeuge könn
en
durchgeführt werden. Länger andauernde Haltungen wi
e Sitzen, Stehen und Gehen sind
fr
ei wählbar, die Fortbewegung ist
nicht eingeschränkt. Das Besteigen von Leitern und Treppen, das Gehen auf unebenem Grund und balancierende Tätigkeiten s
ind
nur mit beidseits freien Händen gestattet. Tätigkeiten als Bau
maschinen- oder Kranführer sind möglich, hinsichtlich des Hochkletterns auf einen Kran muss Rücksprache mit dem Beschwerdeführer genommen werden, ob er sich dies zutraue, medizinisch spricht nichts dagegen. Nicht zu tolerieren sind
Schläge, Vibrationen und Stösse für die linke obere Extremität
. Ferner sind
auch Überkopfarbeiten nicht gestattet. Eine zeitliche Einschränkung
ergibt
sich
,
unter Wahrung des
s
o
e
ben genannten
Zumutbarkeitsprofils
,
nicht (
Urk.
10/143/6).
Diese Einschätzung leuchtet den
n
auch ein
. Denn die S
chwierigkeit des Beschwer
deführers besteht
im Wesentlichen
in
der Benützung des linken
, nicht dominan
ten
Armes
über der Horizontalen
, im Zusammenhang mit Schlägen, Stössen und Vibrationen und mit mittelschweren und schweren Gewichten. Unter Beachtung dieser Einschränkungen ist es nicht einzusehen, weshalb zeitliche Einschränkun
gen
in der Benützung dieses nicht dominanten Armes
vorhanden
sein
sollten. Die vom Beschwerdeführer angeführten Blockaden, die sich erst
mittels
Übungen von 20 Minuten
Dauer
wieder lösten, weshalb ihm keine 100%ige Arbeitsfähigkeit zuzumuten sei (
Urk.
20 S. 3)
, traten, wie erwähnt, erst nach Fallabschluss auf und waren in den vormaligen Untersuchungen nie ein Thema.
Gestützt auf diese Ein
schätzung ist der Invaliditätsgrad zu bestimmen.
Eine Rückweisung zur Durch
führung einer verwaltungsexternen Expertise ist nicht angezeigt
, weil von ihr keine
z
usätzlichen
entscheidwesentlichen
Erkenntnisse zu erwarten
sind
(antizi
pierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d)
.
5.
5.1
Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbs
einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Inva
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
5.2
5.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinl
ichkeit erstellt sein (BGE 139
V
28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Bei der Festsetzung des
Validen
einkommens
ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch ein berufli
cher Aufstieg im Gesundheitsfall zu berücksichtigen, den eine versicherte Person normalerweise vollzogen hätte; dazu ist allerdings erforderlich, dass konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ein beruflicher Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen tatsächlich reali
siert worden wären. Blosse Absichtserklärungen genügen nicht. Die Absicht, beruflich weiterzukommen, muss durch konkrete Schritte wie Kursbesuche, Auf
nahme eines Studiums, Ablegung von Prüfungen usw. kundgetan worden sein. Die theoretisch vorhandenen beruflichen Entwicklungs- oder Aufstiegsmöglich
keiten sind nur dann zu berücksichtigen, wenn sie mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit eingetreten wären (BGE 145 V 141 E. 5.2.1, 96 V 29; Meyer/Reich
muth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
63 f. zu Art. 28a).
5.2.2
Die Beschwerdegegnerin ging für die Bemessung des
Valideneinkommens
davon aus, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Fallabschlusses im Jahr 2018 im Gesundheitsfall immer noch bei der Firma
Y._
angestellt gewesen wäre. Somit ging sie
vom
dort
zuletzt erzielten Stundenlohn von
Fr.
31.55 zuzüglich Anteil am 1
3.
Monatslohn von 8.33
%
aus
und berechnete anhand der gemäss Landesmantelvertrag für das schweizerische Baugewerbe
(LMV)
zu leis
tenden 2'112 Jahresarbeitsstunden einen Jahreslohn von
Fr.
72'184.--
für das Jahr 2016
und
-
unter
Aufrechnung
der Teuerung
-
von
Fr.
72'835.-- für das Jahr 2018 (
Urk.
2 S. 8 f.).
Der Beschwerdeführer brachte dagegen vor,
es sei unter Berücksichtigung des
von
seinem Bruder
beim selben Arbeitgeber im Jahr 2018 tatsächlich bezogenen Stun
denlohnes von
Fr.
34.15 sowie den Angaben des Arbeitgebers überwiegend wahr
scheinlich, dass
er
er
im Jahr 2018 be
i seinem bisherigen Arbeitgeber
ebenfalls
mindestens einen Stundenlohn von
Fr.
34.15 erzielt hätte
.
In Berücksichtigung der vo
n seine
m Bruder in tatsächlicher Hinsicht im Jahr 2018 erzielten Zusatz
entschädigung für geleistete Überstunden von
Fr.
4'113.-- sei das massgebliche
Valideneinkommen
mit
Fr.
82'470.-- zu bemessen, eventualiter mi
t
mindestens
Fr.
78'357.--
(
Urk.
1 S. 7 f.
,
Urk.
20 S. 6 f.
).
5.2.3
Der Unfallmeldung vom 1
8.
Oktober
2016 ist zu entnehmen, dass der
Beschwer
deführer
seit dem 1
9.
September
2016
bei
Y._
als M
au
rer/Schaler/Eisenleger
fest angestellt war
,
dies bei einem
Pensum
von 100
%
und einer wöchentlichen
Arbeitszeit
von 44 Stunden
. Der vertragliche Grundlohn
wurde
mit
Fr.
31.55, zuzüglich einer
Ferien- und Feiertagsentschädigung von
Fr.
4.45 und einem Anteil an Gratifikation
/
1
3.
Monatslohn von
Fr.
3.--
ange
geben
(
Urk.
10/1)
.
Es ist unbestrittenermassen davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall weiterhin in diesem Betrieb gearbeitet hätte. Bei der Bestimmung des
Valideneinkommens
kann demnach vom Lohn ausgegangen werden, de
n
der Beschwerdeführer in Fortführung seiner Tätigkeit beim Einzelunternehmen
Y._
hypothetisch
verdient hätte.
5.2.4
Auf Anfrage der Beschwerdegegnerin gab der Ar
beitgeber
an
,
der Beschwerde
führer arbeite seit April 2013 in seinem Betrieb und
hätte im Gesundheitsfall im Jahr 2018 einen
Bruttol
ohn von
Fr.
82'290.-- zuzüglich eines 1
3.
Monatslohns von
Fr.
6'857.50 er
zielt
(
Urk.
10/150/1
und 3
). In einer zweiten, der Einsprache beiliegenden Stellungnahme präzisierte er, er habe mit einem Stundenlohn von
Fr.
42.-- gerechnet, inklusive 10.6
%
Ferienentschädigung, 3.17
%
Feiertagsent
schädigung sowie
8.33
%
Anteil am
1
3.
Monatslohn. Dies ergebe multipliziert mit
den von der Beschwerdegegnerin angegebenen
2112 Stunden einen Jahreslohn von
Fr.
88'704.--, er habe sich in seiner ersten Mitteilung um
Fr.
400.-- verrech
net (
Urk.
10/175/1).
Aus den Erläuterungen des Arbeitgebers ist ersichtlich, dass er für seine Lohnbe
rechnung einerseits die Ferien- und Feiertagsentschädigung von insgesamt 13.83
%
in den Stundenlohn einrechnete und andererseits
von 2112 Jahresar
beitsstunden entsprechend
Art.
24
Abs.
2 des Landesmantelvertrages für das Bau
hauptgewerbe 2016-2018 (LMV) ausging. Bei der Jahresarbeitszeit von 2112 Stunden handelt es sich jedoch gemäss
Art.
24
Abs.
1
LMV
um die
Brutto
-Soll
arbeitszeit vor Abzug von Ferien und Feiertagen
.
Mithin
hat der Arbeitgeber die Entschädigung für die Ferien und Feiertage doppelt eingerechnet
.
Wird diese sowie die Abgeltung des 1
3.
Monatslohns
von 8.33
%
vom der Berechnung zu Grunde liegenden Stundenlohn von
Fr.
42.-- abgezogen, ergibt dies einen Basis
stundenlohn von
Fr.
34.40 (
Fr.
42.-- / 1.221).
5.2.4
Die Beschwerdegegnerin
stellte für die Berechnung des
Valideneinkommens
nicht auf die Angaben des
Arbeitgebers
ab, da eine Lohnerhöhung in dies
e
m Ausmass n
icht realistisch sei (
Urk.
2 S. 9).
Der Arbeitgeber führte zu
r
Begründung
der Lohnerhöhung
aus, der Beschwerde
führer und sein Bruder seien Gründungsmitglieder seines Unternehmens und
arbeiteten seit April 2013 in seinem Betrieb. Beim Bruder - und im Gesundheits
fall auch beim Beschwerdeführer - sei der Bruttolohn im Jahr 2018 erhöht wor
den. Dies aufgrund einer Qualifikation als Bauarbeiter der Kategorie Q gemäss
LMV
, fünf im selben Einsatzbetrieb absolvierten Dienstjahren, der Leistungsbe
reitschaft und Einsatzmöglichkeiten im Betrieb sowie einem Lohnvergleich mit den Mitbewerbern (
Urk.
10/150).
5.2.5
Der Beschwerdeführer wurde gemäss Lohnabrechnung vom Oktober 2016 als Bauarbeiter der Kategorie A eingestellt (
Urk.
10/150). Dabei handelt es sich gemäss
Art.
42 des LMV 2016-2018 um eine Kategorie eines Bau-Facharbeiters, der
zwar
keinen anerkannten Berufsausweis hat, der jedoch beispielsweise vom Arbeitgeber als Bau-Facharbeiter anerkannt wurde, während ein Bauarbeiter der Kategorie Q ein gelernter Baufacharbeiter mit anerkanntem Berufsausweis ist.
Tatsächlich erschei
nt die geltend gemachte Lohnerhöhung
von
Fr.
31.55
im Jahr 2016
auf
Fr.
34.40
pro Stunde im Jahr 2018
mit Blick auf den zwischen den Jahren 2016 und 2018 unveränderten Mindestlohn gemäss LMV
2016-2018
für Bauarbeiter der Kategorie A in der Region Zürich von
Fr.
30.80 pro Stunde und für Bauarbeiter Q von
Fr.
32.-- pro Stunde
(vgl.
Art.
41 LMV)
als eher hoch. Dazu ist jedoch zu bemerken, dass der Beschwerdeführer bereits zum Unfallzeitpunkt im Oktober 2016 mit
Fr.
31.55 einen Stundenlohn erhielt, der über dem Mindest
lohn
für einen Bauarbeiter der Kategorie A lag (
Urk.
10/19)
. Der Arbeitgeber hatte schon kurz nach dem Unfall Ende Dezember 2016 dargetan, er kenne den Versi
cherten schon seit längerem und halte ihn für einen sehr guten und erfahrenen Bauarbeiter, der sämtliche Arbeiten immer uneingeschränkt ausgeführt habe (
Urk.
10/28).
Das spricht dafür,
dass sich der Arbeitgeber nicht auf die Zahlung des Mindestl
ohnes beschränken wollte. Dieser legte denn auch dar, der Mindes
t
lohn entspreche nicht dem realen Wert eines Mitarbeiters. Unter Berücksichtigung der in Zürich üblichen Lohnza
hlungen und der Erfahrung
,
was
qualifizierte Mit
arbeiter für den Einsatzbetrieb wert seien, habe der Lohn gerecht angepasst wer
den müssen
(
Urk.
10/175).
Die
Angabe
, dass die tatsächlich bezahlten L
öhne oft über dem Mindestlohn lie
gen,
stimmt mit den Zahlen der
Schweizerischen Lohn
strukturerhebung 2016
,
TA1_tirage_skill_level, Zentralwert, nach Wirtschafts
zweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht,
herausgegeben vom Bundesamt für Statistik
,
überein, in der für eine Tätigkeit im Baugewerbe für das Kompetenzni
veau 2
- auf dem der Beschwerdeführer aufgrund seiner
Anstellung als Bauarbei
ter der Kategorie A mindestens einzustufen ist
-
im Jahr 2016 ein Durchschnitts
lohn
der Männer
von
Fr.
5'9
11
.--
ausgewiesen
wurde.
Zieht man
sodann
die vom Schweizerischen Baumeisterverband
(SBV)
erhobene Statistik
der Durchschnitts
l
öhne nach SBV-Regionen des Jahre
s 2018
bei, ergibt sich daraus für den Raum Zürich-Schaffhausen ein monatlicher Durchschnittslohn von
Fr.
6'010.--
für Bauarbeiter der Kategorie A
. Diese tatsächlich bezahlten Durchschnittslöhn
e
lie
gen
deutlich
über dem monatlichen Mindestlohn von
Fr.
5'424.--
gemäss
Art.
41
Abs.
2 L
MV
. Es erscheint
als
nachvollziehbar
, dass der Arbeitgeber
die Löhne an diese
tatsächlichen
Verhältnisse anpassen wollte.
Der geltend gemachte Lohn
befindet sich
daher auch nicht
im Rahmen
eines
Spitzenlohn
s
im Sinne der bun
desgerichtlichen Rechtsprechung
, der nur unter ganz besonderen Umständen, die eindeutig dafürsprechen, angenommen
werden darf
(ZAK 1980 S. 593 mit Hin
weisen; unveröffentlichtes Urteil des Bundesger
ichts U 243/99 vom 2
3.
Mai 2000
).
Gemäss der Beschwerdegegnerin spricht des Weiteren die Angabe, der Beschwer
deführer werde neu als Bauarbeiter
der Kategorie
Q eingestuft, gegen die Glaub
würdigkeit des Arbeitgebers (
Urk.
2 S. 9). Es ist zutreffend und wird vom Beschwerdeführe
r auch nicht bestritten (
Urk.
20 S. 5), dass er die
formellen Voraussetzungen für eine solche Einstufung gemäss LMV (Gelernter Bau-Fachar
beiter mit einem von der SVK anerkannten Berufsausweis und mindestens drei
jähriger Tätigkeit auf Baustellen,
vgl.
Art.
42 LMV
) nicht erfüllt
. Der Beschwer
deführer brachte dagegen vor, dass sein Bruder, der eine vergleichbare Stellung im Betrieb einnehme, ebenfalls zum Bauarbeiter
der Kategorie
Q befördert worden sei, obwohl auch er die formellen Voraus
setzungen nicht erfülle (
Urk.
20 S. 5
).
Aus dem Lohnausweis des Bruders des Beschwerdeführers ergibt sich
tatsächlich
, dass dieser als Bauarbeiter Q beim selben Arb
eitgeber angestellt ist (
Urk.
10/173
). Ob er im Jahr 2016 wie der Beschwerdeführer noch als Bauarbeiter A angestellt war und trotz fehlender Voraussetzungen ab 2018 in die Kategorie Q hochgestuft wurde, ist nicht belegt, wird jedoch von der Beschwerdegegnerin
auch nicht bestritten (
Urk.
24 S. 4
). Wichtiger als die Stellung des Bruders erscheint jedoch, dass der Arbeitgeber in seinem ersten Schreiben lediglich eine Qualifikation als Bauarbeiter Q gemäss LMV erwähnte und keine weiteren Ausführungen dazu machte (
Urk.
10/150). Dass er davon ausging, dass der Beschwerdeführer inzwi
schen tatsächlich die formellen Kriterien für eine solche Qualifikation erfüllen würde, ist unwahrscheinlich, da der Beschwerdeführer zum Unfallzeitpunkt die erforderliche Ausbildung nicht aufwies und auch keine dahingehenden Bemü
hungen aktenkundig sind. Hingegen legte der Arbeitgeber in der Folge überzeu
gend dar, dass in der Praxis nicht nur der Lehrgang, sondern das Können und die Motivation des Arbeitnehmers dessen tatsächlichen Wert bestimm
ten
(
Urk.
21/10/2).
Der Arbeitgeber
b
ezeichnete
den Beschwerdeführer
– wie bereits erwähnt -
dann auch
seit
Beginn des Verfahrens
konstant als sehr guten und erfahrenen Bauarbeiter (
Urk.
10/28) und
hob in der Folge mehrfach dessen Erfah
rung und Leistungsbereitschaft hervor
(
Urk.
10/150
,
Urk.
21/10).
Die von der Beschwerdegegnerin dagegen angeführte Berufsbiographie
gemäss IK-Auszug (
Urk.
10/152) enthält zwar arbeitslose Phasen von einigen Monaten, dies spricht jedoch angesichts der saisonbedingt unregelmässigen Beschäftigungslage im Baugewerbe und de
s
erst 2013 gegründeten, sich noch im Aufbau befindenden Einzelunternehmen
s
nicht gegen die dargelegte Stellung des Beschwerdeführers im Betrieb.
Schliesslich schmälert
auch die zeitweise Vertretung
des Beschwerdeführers
im Verfahren durch den Arbeitgeber
(vgl.
Urk.
10/31) dessen
Glaubwürdigkeit nicht. A
ngesichts der
sehr
eingeschränkten Deutschkenntnisse des Beschwerdeführers
– er spr
icht sogar mit dem Arbeitgeber S
panisch -
und
der Tatsache, dass zu diesem Zeitpunkt die an den Arbeitgeber
auszuzahlenden Taggeldleistungen im Vorder
grund standen und er damit ein eigen
es Interesse an einer korrekten
Durchfüh
rung des Verfahrens hatte
,
erscheint dies
nicht als aussergewöhnlich
.
Auch die Bezeichnung des Beschwerdeführers in der Vollmacht
als seinen Freund
und Bei
stand
,
lässt
dessen Angaben sodann nicht
automatisch
zu einer
reinen
Gefällig
keitsbescheinigung
werden
,
zumal nachgewiesen ist, dass der Arbeitgeber in der Tat diese höheren Löhne in Realität bezahlt hatte.
Ebenso
wenig kann aus der Bemerkung des Beschwerdeführers im März 2018, er wolle seinen Wohnsitz wieder nach Spanien verlegen
(
Urk.
10/142)
, abgeleitet werden, er h
ätte
dies auch im Gesundheitsfall getan und der Arbeitgeber hätte ihm unter diesen Umständen die Lohnerhöhung nicht gewährt.
Diese Aussage war im Zusammenhang damit protokolliert worden, dass der Beschwerdeführer durch den Suva-Mitarbeiter aufgefordert worden war, sich nach einer Kündigung durch den Arbeitgeber, weil er die bisherige Tätigkeit nicht mehr ausüben könne, sofort beim RAV an
zu
melden.
Damals
wurde in der Aktennotiz festgehalten, der Versicherte wolle schon arbeiten, aber nicht mehr in der Schweiz.
5.2.5
Nach dem Gesagten erscheinen die Angaben des Arbeitgebers, es handle sich beim Beschwerdeführer um einen erfahrenen und motivierten Arbeitnehmer, den er entsprechend seine
m
Wert für den Einsatzbetrieb entlohnen würde, insgesamt als glaubwürdig.
Es ist nicht
sachgerecht, von
diesen
abzuweichen und stattdes
sen
nur
auf die
allgemeine
Nominallohnentwicklung abzustellen.
Es ist daher für die Berechnung des
Valideneinkommens
von einem Basisstundenlohn von
Fr.
34.40
im Jahr 2018
auszugehen.
5.2.6
Die Berechnung des
jährlichen
Valideneinkommens
gestaltet sich
gemäss bun
desgerichtlicher Rechtsprechung
wie folgt
(
Urteil des Bundesgerichts
8C_61/2012
vom 2
5.
April 2012 E. 2.6
mit weiteren Hinweisen
)
: Von der Brutto-Jahresarbeits
zeit
gemäss
Art.
24
Abs.
2 LMV (2112 Stunden) sind die Ferien (5 Wochen à
40.5 Stunden = 202.5
Stunden; vgl.
Art.
34
Abs.
1 in Verbindung mit
Art.
24
Abs.
2
LMV) zu subtrahieren, während die acht Feiertage gemäss
Art.
38
Abs.
1 LMV ausser Betracht fallen, da sie wie normale Arbeitstage zu entschädigen sind (vgl.
Art.
38
Abs.
2 LMV). Der
Beschwerdeführer
hätte de
mnach als Gesunder effektiv 1909.5
Jahresstunden zu arbeiten. Anzurechnen sind sodann
eine Ferienentschä
digung von 10.6
%
(
Art.
34
Abs.
1 LMV) sowie ein
Anteil am
1
3.
Monatslohn in der Höhe von 8.33
%
(
Art.
50
Abs.
1 in Verbindung mi
t Anhang 8 LMV
).
Dies ergibt für das Jahr 2018
ein massgebliches hypothetisches
Valideneinkom
men
von
Fr.
78’701.-- (
Fr.
34.40 x 1.106 x 1.0833 x 1909.5 Stunden
).
5.3.
Geleistete Überstunden dürfen bei der Bemessung des
Valideneinkommens
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung (vgl. Urteil
des Bundesgerichts
8C_744/2012 vom 2
0.
Dezember 2012
mit weiteren Hinweisen
)
lediglich dann berücksichtigt werden, soweit sie auch für die Zukunft zu erwarten gewesen wären. Bei mehrjährigen Arbeitsverhältnissen ist erste Voraussetzung, dass dies in der Vergangenheit bereits wiederholt geschehen ist. Fehlt es daran, scheitert der Nachweis eines ohne den Unfall auch in der Zukunft aller Voraussicht nach regelmässig erwirtschafteten (Zusatz-)Verdienstes. Mit anderen Worten sind Überzeiten beim
Valideneinkommen
(erst) dann zu berücksichtigen, wenn sie
zum einen
vor dem Unfallereignis regelmässig geleistet und ausbezahlt wurden, und
zum andern
auch nach dem Unfallereignis voraussichtlich erbracht und ausbe
zahlt worden wären. Zu Letzterem sind Auskünfte der damaligen Arbeitgeberin in die Entscheidfindung mit einzubeziehen
.
Der Beschwerdeführer stützt seinen Antrag, dass ihm ein Zuschlag von
mindes
tens
Fr.
4
’
113.85 für im Gesundheitsfall geleistete Überstunden anzurechnen sei, darauf, dass sein Bruder im Jahr 2018
in diesem Umfang entschädigte Überstun
den geleistet habe (
Urk.
1 S. 6). Wie die Beschwerdegegnerin richtig darlegt
(
Urk.
24 S. 5)
, kann allein daraus nicht abgeleitet werden, dass auch der Beschwerdeführer Überstunden in
diesem Ausmass
zu leisten gehabt
hätte.
Der Arbeitgeber bezog in seine Berechnung des hypothetischen Einkommens im Gesundheitsfall keine zusätzlichen Überstunden ein und erwähnte lediglich die Möglichkeit der Samstagsarbeit mit einem Zuschlag von 25
%
(
Urk.
10/175).
Aus den Lohnabrechnungen des Beschwerdeführers von April bis Oktober 2015 sowie Mai bis Juli und September 2016 ergibt sich
sodann
, dass der Beschwerdeführer in der Vergangenheit
einzig
im September 2015 fünf Überstunden
ge
leistet und damit einen Zusatzverdienst von
Fr.
197.19 erzielt
hat
(
Urk.
10/155/2 ff.). Damit kann nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer im J
ahr 2018 und auch in Zukunft überhaupt
Über
stunden geleistet hätte
und schon gar nicht im behaupteten Umfang
.
E
s ist
kein
Zusatzeinkommen infolge Überstundenarbeit zum
Valideneinkommen
dazuzu
rechnen.
5.4
5.4.1
08.2018
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die
versi
cherte Person konkret steht. Ist kein
tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Schweize
rischen Lohnstrukturerhebung (LSE) oder die Zahlen der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) der Suva herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 mit Hinweis).
5.4.2
Die Beschwerdegegnerin legte das Invalideneinkommen gestützt auf fünf DAP-Berechnungsblätter fest
. Der Beschwerdeführer wendet
e
dagegen ein, dass die verwendeten DAP-Profile nicht mit dem medizinischen Zumutbarkeitsprofil d
es Kreisarztes vereinbar
seien
(
Urk.
1 S. 8)
.
Die verwend
eten Stellenprofile seien daher zur Ermittlung des Invalideneinkommens unbrauchbar
;
dieses sei aufgrund der LSE-Tabellen zu
berechnen
(
Urk.
1 S. 9).
5.4.3
Bei den körperlichen Anforderungsprofilen der DAP-Nr. 7843
(Hilfsarbeiter
F._
AG
,
Urk.
10/164/
14
)
und Nr.
10047 (
Prüfer Schlusskontrolle
G._
AG,
Urk.
10/164/
22
) wird hä
ufiges beziehungsweise seltenes
Heben und Tragen von leichten Lasten (5 - 10 kg) vorausgesetzt. Der Beschwer
deführer machte geltend, dass gemäss kreisärztlichem Zumutbarkeitsprofil eine
Gewichtslimite
von 5 kg bestehe (
Urk.
1 S. 8)
.
Zwar trifft es zu, dass dem Beschwerdeführer Arbeiten mit Lasten von mehr als 5 kg ab Lendenhöhe nicht zumutbar sind, gemäss den Anforderungsprofilen müssen die Lasten jedoch nur bis Lendenhöhe angehoben werden. Dies ist dem Beschwerdeführer für leichte Lasten gemäss Zumutbarkeitsprofil möglich. Soweit der Beschwerdeführer betref
fend DAP-Nr. 8321 (
Produktionsmitarbeiter
H._
AG,
Urk.
10
/164/10
) weiter beanstandete, dass Daten auf etwa Kopfhöhe eingegeben werden müssten, was ihm nicht zumutbar sei, ist dies nicht nachvollziehbar, sind ihm gemäss Belas
tungsprofil doch nur Arbeiten über Kopfhöhe nicht
erlaubt. Zudem handelt es sich - w
ie die Beschwerdegegnerin zu
Recht ausführt (
Urk.
9 S. 11) -
bei der genannten Arbeit auf Kopfhöhe um die Eingabe von Daten, was in der Regel mit der dominanten Extremität ausgeführt wird. Da der Beschwerdeführer Rechtshän
der ist
und bezüglich der rechten Schulter keine Einschränkungen bestehen
,
ist dies
ohne Probleme
möglich
.
Aus dem Zumutb
arkeitsprofil ergibt sich des Wei
teren
nicht, dass der Beschwerdeführer
nicht der Kälte ausgesetzt sein dürf
t
e
beziehungsweise
zusätzliche Pausen benötige
.
Vielmehr hielt
Dr.
C._
fest, dass sich unter Einhaltung der Anforderungen an eine
angepasste Tätigkeit keine zeit
lichen Einschränkungen ergäben.
Da die
ausgewähl
ten Arbeitsstellen im Übrigen
dem von
Dr.
C._
festgelegten
Belastungsprofil entsprechen,
besteht keine Not
wendigkeit, zur Festlegung des Invalideneinkommens auf die LSE zurückzugrei
fen.
Mit der vorliegenden
fünf
DAP-Dokumentation hat die Beschwerdegegnerin den Beweis für das zumut- und erzielbare hypothetische Invalideneinkommen recht
sprechungskonform und ausreichend erbracht.
Basierend auf den Erhebungen der Beschwerdegegnerin
und der Durchschnittsberechnung (
Urk.
10/164)
ist daher von einem Inva
lideneinkommen von
Fr.
66
'
980
.--
auszugehen.
5.5
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von
Fr.
78'701.-- mit dem Invalidenein
kommen von
Fr.
66’980.-- ergibt eine Einkommenseinbusse von
Fr.
11'721.-- und damit einen Invaliditätsgrad von rund 15
%
.
Nachdem der Beschwerdeführer bis 3
0.
Juni 2018 Taggeldleistungen
erhalten hatte
(
Urk.
10/142)
,
hat
er
damit ab
1.
Juli 2018 (
Art.
19
Abs.
1 UVG)
Anspruch
auf eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 15
%
. In diesem
Punkt
ist die Beschwerde (teilweise) gutzu
heissen.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Integritätsentschä
digung im Sinne von
Art.
24
Abs.
1 UVG. Nachdem die Beschwerdegegnerin die
s
en
zunächst verneint hatte, beantragte sie in der Beschwerdeantwort, dem Beschwerdeführer sei eine Integritätsentschädigung von
Fr.
22'230.-- entspre
chend einer Integritätseinbusse von 15
%
zuzusprechen (
Urk.
9 S. 2).
Berücksich
tigt sei dabei auch eine allfällig
e
voraussehbare Verschlimmerung der Beschwer
den (
Urk.
9 S. 13). Dies
en Antrag
begründete sie damit, dass sich aufgrund der
von
Dr.
C._
gemessenen Beweglichkeitseinschränkungen und der
Tabelle 1 der Suva zum Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitä
ten,
wonach eine Beweglichkeit der Schulter
bis zur Horizontalen
einen Schaden von 15
%
ergebe
, die
se
kreisärztliche Beurteilung des Integritätsschadens als nicht überzeugend erweise (
Urk.
9 S. 13).
Der Beschwerdeführer hielt hingegen an seinem Antrag auf Zuspr
echung
einer Integritätsentschädigung von mindes
tens 20
%
fest
(
Urk.
20 S. 8).
6.2
Laut bund
esgerichtlicher Rechtsprechung
ist die Feststellung des Integritätsscha
dens eine Tatfrage, die ein Mediziner zu beurteilen hat
.
Demgegenüber gehört
es zur Aufgabe der rechtsanwendenden Behörde bzw. des Gerichts, die Beweise - hier die kreisärztliche Beurteilung des Integritätsschadens - frei zu würdigen (
Art.
61
lit
. c ATSG) und nötigenfalls weitere medizinische Abklärungen zu ver
anlassen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_762/2019 vom 1
2.
März 2020 E. 6.3
).
Es ist der Beschwerdegegnerin dahingehend beizupflichten, dass die kreisärztliche Beurteilung, dass die
Erheblichkeitsgrenze
für eine Integritätsentschädigung nicht erreicht sei, aufgrund der gemessen
en Werte nicht überzeugt. Als weitere medi
zinische Beurteilung des Integritätsschadens
liegt
einzig
ein Bericht von
Dr.
D._
vor, der einen erheblichen Integritätsschaden konstatierte, sich jedoch nicht zu dessen Höhe äusserte (
Urk.
10/166/1
). Für die von der Beschwerdegegnerin bean
tragte Integritätsentschädigung von 15
%
beziehungsweise die vom Beschwerde
führer beantragten 20
%
findet s
ich mithin keine genügende
medizinische
Stütze
in den Akten.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
5.
März 2019
ist dem
nach insoweit aufzuheben, als er den Anspruch auf
eine
Integritätsentschädigung für die Schulter links verneint
hat
, und die Sache ist zur ergänzenden Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie den medizinischen Sach
verhalt diesbezüglich
medizinisch
rechtsgenüglich abklär
e
und danach neu über einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung verfüge.
7.
7.1
Das Beschwerdeverfahren ist kostenlos (
Art.
1
Abs.
1 UVG in Verbindung mit
Art.
61
lit
. a ATSG).
7.2
Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine angemessene Pro
zessentschädigung, welche in Anwendung von
Art.
61
lit
. g ATSG, namentlich unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses festzusetzen ist. In d
er Honorarnote vom 2
3.
Dezember 2019 (
Urk.
26
) machte sein
e
Rechtsvertreter
in einen Aufwand von 16.1
Stunden à
Fr.
220.– zuz
üglich Barauslagen von
Fr.
135.45
und M
ehrwertsteuer von 7.7
%
geltend
,
was als
zwar als eher hoch
,
aber immer noch im
angemessen
en Rahmen liegend erscheint
. Dementsprechend ist die Beschwerdegegnerin zu verpf
lichten,
dem Beschwerdeführer
eine Proze
ssentschädigung von
Fr.
4
’
000.--
(inklusive Baraus
lagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.