Decision ID: 42ee7270-f1fc-4a95-80d9-506e33e5109f
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a Die Pensionskasse G._ stellt(e) für die angeschlossenen Mitglieder sowohl einen
Leistungsprimatplan (LP) als auch einen Beitragsprimatplan (BP) zur Verfügung. Per 1.
Januar 2012 wurde der bei 4% liegende technische Zinssatz auf 3.5% gesenkt und der
Umwandlungssatz von 7% auf 6.25% herabgesetzt. Um die Auswirkungen davon
abzumildern, wurde sowohl im LP als auch im BP eine Übergangsregelung getroffen.
Im Vorsorgeplan BP wurde geregelt, dass die per 31. Dezember 2011 Versicherten eine
Verstärkungsgutschrift von 12.6% des am 31. Dezember 2011 vorhandenen
Altersguthabens erhielten. Weiter wurde gemäss demselben Artikel beschlossen, dass
sich beim Bezug der Austrittsleistung, des Alterskapitals oder bei der Auszahlung eines
Todesfallkapitals vor dem 30. April 2020 die Verstärkungsgutschrift reduziere. Der
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Abzug entspreche am 31. Dezember 2011 der vollen Verstärkungsgutschrift und
vermindere sich dann mit jedem Monat um 1% (act. G 5 II, act. G 1.8).
A.b A._, B._ und C._ (alle Arbeitnehmer der Gruppe H._ [Bank D._ AG,
E._ AG und F._ AG]) waren – im Gegensatz zu den meisten Versicherten – bei der
Pensionskasse G._ im BP versichert. Auf den 31. Dezember 2014 kündigte die
Gruppe H._ den Anschlussvertrag mit der Pensionskasse G._ und trat per 1.
Januar 2015 zur Pensionskasse I._ über (act. G 5 I.). A._, B._ und C._ erhielten
ihre Austrittsleistung zuzüglich eine Verstärkungsgutschrift von 36% gemäss
vorgenannter Übergangsbestimmung gutgeschrieben. Für A._ betrug die
Verstärkungsgutschrift Fr. 82'748.85, für B._ Fr. 25'046.80 und für C._ Fr.
41'606.40 (act. G 1 S. 5, act. G 1.10 ff.).
B.
B.a A._ (nachfolgend: Kläger 1), B._ (nachfolgend: Kläger 2) und C._
(nachfolgend: Kläger 3) liessen am 22. März 2017 durch ihren Rechtsvertreter,
Rechtsanwalt lic.iur. Martin Hubatka, Schindellegi, Klage gegen die Pensionskasse
G._ (nachfolgend: Beklagte) erheben mit folgenden Anträgen: 1. Die Beklagte sei zu
verpflichten, den Beklagten anstelle der 36% nachfolgende Differenzen zu den vollen
100% Verstärkungsgutschriften als Freizügigkeitsleistung zu bezahlen: für den Kläger 1
Fr. 147'109.05, für den Kläger 2 Fr. 44'527.65 und für den Kläger 3 Fr. 73'966.95, alles
samt Zins zu 5% seit dem 1. Januar 2015; 2. Die Beklagte sei zu verpflichten, den drei
Klägern aufgrund ungerechtfertigter Minderverzinsung folgende Beiträge zu bezahlen:
für den Kläger 1: Fr. 120'000.--, für den Kläger 2: Fr. 60'000.-- und für den Kläger 3: Fr.
62'000.--, alles samt Zins zu 5% seit dem 1. Januar 2015; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten. Die Kläger liessen im Wesentlichen
ausführen, dass sie gemäss Wortlaut von Art. 17 Abs. 4 des Vorsorgeplans BP die
Verstärkungsgutschrift bereits erhielten. Erhalten könne nichts anderes bedeuten als
gutgeschrieben erhalten oder zu Eigentum erhalten. Es verstosse gegen die
Eigentumsgarantie und das Freizügigkeitsgesetz (allgemein und konkret [Art. 15 Abs.
2]), wenn danach in einem weiteren Abschnitt festgehalten sei, dass die bereits
erhaltene Gutschrift wieder reduziert werden könne. Die per 1. Januar 2012
gutgeschriebenen Verstärkungsgutschriften hätten auch in den Jahresrechnungen
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unter "Kapitalverstärkung wegen Senkung des technischen Zinssatzes" ihren
Niederschlag gefunden. Gemäss aktuellerem BP-Reglement würden Wechsel von
einzelnen Versicherten in Bezug auf die Verstärkungsgutschriften innerhalb oder
ausserhalb der Beklagten anders behandelt und die Gutschriften zurückbehalten. Auch
dies widerspreche dem Freizügigkeitsgesetz, dem Gleichbehandlungsgrundsatz und
dem Grundsatz, wonach das Vorsorgevermögen dem Personal folge. Diese
Unterscheidung sei diskriminierend, willkürlich und damit rechtswidrig. Die künftige
Treue zu einer Pensionskasse dürfe bei einer Austrittsleistung keine Rolle spielen.
Treueinteressen an die Firma bzw. an die Pensionskassen hätten seit der Einführung
des Freizügigkeitsgesetzes keine Bedeutung mehr. Weiter liessen die Kläger durch
ihren Rechtsvertreter ausführen, dass die spezielle Organisation mit LP und BP seit der
Einführung des BP zu massiven, inakzeptablen Ungleichbehandlungen innerhalb
derselben Kasse zwischen den beiden Primaten von den einen aktiv Versicherten und
den anderen aktiv Versicherten geführt habe. Während der technische Zins im LP seit
Beginn bis zum Jahr 2011 auf 4% verharrt und ab 1. Januar 2012 auf 3.5% reduziert
worden sei, seien die Altersguthaben im BP stets tiefer verzinst worden. Die Klage zur
rechtswidrigen Ungleichbehandlung zwischen der Verzinsung im LP und der
Verzinsung im BP beruhe im Wesentlichen auf der Verletzung des
Gleichbehandlungsgrundsatzes, der in der beruflichen Vorsorge ein ganz wesentlicher
sei und allgemein gelte. Die Ungleichbehandlung sei durch nichts zu rechtfertigen. Die
Kläger hätten die Versicherten im LP ungerechtfertigt und unfreiwillig
quersubventioniert (act. G 1).
B.b Die Beklagte beantragte mit Klageantwort vom 9. Juni 2017 die Abweisung der
Klage. Sinn einer Verstärkungsgutschrift sei nicht, dass sie sofort in vollem Umfang
mitgegeben werden müsse. Die Senkung des Umwandlungssatzes, aufgrund dessen
Verstärkungsgutschriften reglementiert worden seien, führe zu keinen Kürzungen bei
den Austrittsleistungen, den in Kapitalform erbrachten Altersleistungen oder
Todesfallkapitalien. Die Modalitäten, die bezüglich der Verstärkungsgutschriften zur
Anwendung gelangen würden, seien im Reglement Vorsorgeplan BP klar und
unmissverständlich aufgeführt. Die Verstärkungsgutschrift werde erst am 1. Mai 2020
vollständig erworben sein. Die Regelung sei rechtskonform. Weiter handle es sich bei
den Verstärkungsgutschriften um keine Beiträge oder Einlagen nach Art. 15 Abs. 2 des
Freizügigkeitsgesetzes. Die Verstärkungsgutschriften seien aus dem Vermögen der
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Beklagten, zulasten der Wertschwankungsreserven, selbst finanziert worden. Diese
Mittel seien durch die Bildung von Verstärkungsgutschriften gebunden und separat
festgehalten und damit gerade nicht als Einlagen den Altersguthaben der einzelnen
Versicherten gutgeschrieben worden. Es sei keine gesetzliche Vorschrift ersichtlich, die
es verbieten würde, die Weitergabe derartiger Verstärkungen von Bedingungen im
Sinne einer zeitlichen Limitierung abhängig zu machen. Die Verstärkungsgutschriften
hätten nichts mit dem Freizügigkeitsgesetz zu tun, weshalb dessen Art. 15 auch nicht
verletzt worden sei. Aus der buchhalterischen Behandlung der Gutschriften lasse sich
rechtlich nichts zu Gunsten der Kläger ableiten. Der Zweck der
Verstärkungsgutschriften liege allein darin, eine Kürzung der Altersrenten abzufedern,
und nicht darin, einfach allgemein und sofort die Altersguthaben der aktiven
Versicherten zu erhöhen mit der Folge, dass ausscheidende Versicherte von einer
Massnahme profitierten, die für sie gar nicht zum Tragen kommen könne. Man habe
einen vernünftigen Ausgleich zwischen jenen versicherten Personen, die tatsächlich
Altersrenten der Beklagten beziehen, und jenen, die in irgendeiner Form Leistungen in
Kapitalform erhalten, finden müssen. In diesem Sinne eine Frist vorzusehen, innert
welcher auch im Hinblick auf Kapitalbezüge die Verstärkungsgutschrift sukzessive und
progressiv erworben werde, sei vom Bundesgericht als zulässig und sachgerecht
beurteilt worden. Bezüglich Verzinsung führte die Beklagte im Wesentlichen aus, dass,
wenn im Rahmen einer Gemeinschafts- oder Sammelstiftung verschiedene
Vorsorgepläne geführt würden, es bei solchen Vorsorgeeinrichtungen
selbstverständlich sei, die Verzinsung der Altersguthaben in jedem Plan autonom zu
regeln. Es bestehe keinerlei gesetzliche Vorgabe, die in solchen Fällen die
Vorsorgeeinrichtungen verpflichten würde, bei allen Plänen die gleiche Verzinsung der
Altersguthaben vorzusehen. Dies gelte ganz besonders, wenn neben-einander ein LP
und ein BP geführt würden. Bei einem LP werde die Verzinsung der aktiven
Vorsorgeguthaben durch den technischen Zins vorgegeben, bei einem BP gerade
nicht. Hier sei die Vorsorgeeinrichtung regelmässig frei, die Verzinsung der
Altersguthaben jährlich festzulegen und auch zu ändern. Aus dem Gleichheitsgebot
könne nur gefordert werden, dass innerhalb des gleichen Vorsorgeplans eine gleiche
Verzinsung der Altersguthaben zu erfolgen habe, nicht aber, dass auch bei
unterschiedlichen Vorsorgeplänen, die innerhalb einer Vorsorgeeinrichtung geführt
würden, die Altersguthaben gleich zu verzinsen seien. Massgebend seien die
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reglementarischen Bestimmungen der Vorsorgepläne. Im BP werde der Zinssatz
gemäss Reglement vom Vorstand festgelegt. Die Höhe der Verzinsung richte sich nach
den finanziellen Jahresergebnissen der Vorsorgeeinrichtungen bzw. allenfalls nach dem
vom Bundesrat vorgegebenen Mindestzins. Im LP sei die Verzinsung der
Altersguthaben in der Höhe des technischen Zinses regelmässig auf längere Frist
angelegt. Das sei eine grundlegende Unterscheidung, die nicht durch Berufung auf ein
Gleichheitsgebot ausgehebelt werden könne. Es komme hinzu, dass die Beschlüsse
der Delegiertenversammlungen, mit welchen die Jahresrechnungen und
Geschäftsberichte 2005 bis 2014 genehmigt worden seien, nicht angefochten worden
und demzufolge in Rechtskraft erwachsen seien. Damit sei auch die in den
Geschäftsberichten vermerkte Höhe der Verzinsung der Altersguthaben für die Jahre
2005 bis 2014 rechtskräftig festgelegt worden und könne auch unter diesem
genossenschaftlichen Aspekt nicht mehr in Frage gestellt werden. Es könne rechtlich
nicht angehen, dass die Kläger diese Beschlüsse nun nachträglich durch
Nachzinsforderungen doch wieder in Frage stellten und damit indirekt anfechten
würden (act. G 5).
B.c Die Kläger liessen mit Replik vom 11. Juli 2017 an ihrem 1. Antrag vollumfänglich
festhalten und korrigierten das Klagebegehren 2 dahingehend, dass dem Kläger 1
aufgrund ungerechtfertigter Minderverzinsung Fr. 124'000.--, dem Kläger 2 Fr.
62'000.-- und dem Kläger 3 Fr. 64'000.--, alles samt Zins zu 5% seit dem 1. Januar
2015, zu bezahlen seien. Die Regelung, wonach einmal erworbene
Verstärkungsgutschriften wieder vereinnahmt werden dürften, sei von vornherein
gesetzeswidrig gewesen. Weiter sei schleierhaft, wie die Beklagte zur Aussage
gelangen könne, dass die Verstärkungsgutschriften keine Einlagen seien, die im
Hinblick auf die Altersleistungen gutgeschrieben worden seien. Der Gesetzgeber
schreibe bezüglich Einlagen keine Einschränkung vor. Selbst wenn die Mehrheit der
Versicherten der Kündigung des Anschlussvertrags bei der Beklagten zugestimmt
habe, so heisse dies noch längst nicht, dass sie mit dem Abzug des Grossteils der
Verstärkungsgutschrift einverstanden gewesen sei. Die Beklagte sei am klaren Wortlaut
ihrer durch sie verfassten eigenen reglementarischen Bestimmung zu behaften,
wonach die Versicherten die Verstärkungsgutschriften gutgeschrieben erhielten. Die
spätere Neuformulierung deute nach Ansicht der Kläger klar darauf hin, dass sie den
"Fehler" zwischenzeitlich eingesehen habe. Bezüglich Verzinsung sei festzuhalten, dass
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gerade wegen der einzigartigen Organisation der Beklagten mit dem LP und BP ohne
Trennung in eine Pensionskasse und eine Delegiertenversammlung, die gegenüber
dem Verwaltungsrat statutenmässig überlegen sei, es der Beklagten nicht gelinge, die
Organisation zeitgemäss zu gestalten. Es sei für die Mehrheit der Vertreter aus dem LP
ein Leichtes gewesen, die Interessen der BP-Versicherten an die Wand zu drücken und
in den Jahren, in denen die Zinsen und damit die Renditen stark zurückgegangen
seien, zunächst die Verzinsung im BP zu reduzieren. Die Delegierten hätten die
Reduktion des technischen Zinses immer wieder abgeblockt und die Reduktion der
Verzinsung der Altersguthaben dankend angenommen. Es sei keineswegs so, dass die
Verzinsung der Altersguthaben in jedem Plan im Rahmen einer Gemeinschafts- und
Sammeleinrichtung autonom geregelt werde. Dies sei nur dann der Fall, wenn die
Vorsorgewerke in einer Sammeleinrichtung getrennte Rechnungen, mit getrennter
Vermögensverwaltung, führten. Dies sei vorliegend nicht der Fall. Die Beklagte sei eine
Gemeinschaftseinrichtung ohne eigene Vorsorgewerke, ohne Spartenrechnung und
ohne jede Trennwand zwischen der Aktiv- und der Passivseite, mit einem verwalteten,
ungetrennten Vermögen, dessen Erträge allen Versicherten gleichermassen zukommen
müssten. Wenn die Delegierten die Senkung des technischen Zinses verweigerten,
dann hätte der Verwaltungsrat die Verzinsung der Alterskonti gleich behandeln müssen,
ansonsten es eine rechtswidrige Ungleichbehandlung der Versicherten innerhalb der
gleichen Gemeinschaft darstelle. Wenn in der Lehre und Rechtsprechung dieses
Thema noch nie aufgenommen worden sei, dann deswegen, weil einzig die Beklagte
eine derartige Konstruktion in der Schweiz aufweise und die Ungerechtigkeit nicht
offensichtlich sei, sondern nur bei gutem Hinschauen und Fachkenntnissen zu Tage
gefördert werde (act. G 8).
B.d Die Beklagte hielt mit Duplik vom 14. September 2017 an ihrem Antrag auf
Klageabweisung fest. Aus Sicht der Beklagten sei es klarerweise der Kläger 1 gewesen,
der ab 2013 in Verhandlungen mit dem Vorstand und der Geschäftsleitung der
Beklagten gestanden sei und dann 2014 auch an der Delegiertenversammlung seine
Unzufriedenheit mit der aus seiner Sicht unrichtigen Behandlung der Versicherten im
BP zum Ausdruck gebracht habe, die schliesslich auch in die von ihm unterzeichnete
Kündigung des Anschlussvertrags gemündet habe. Die Beklagte bleibe deshalb dabei,
dass diese Kündigung ganz wesentlich auf Betreiben des Klägers 1 erfolgt sei, auch
wenn er diesen Beschluss nicht alleine habe treffen können. Entscheidend für die
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Beurteilung der Zulässigkeit der Kürzung der Verstärkungsgutschriften bei Bezug der
Austrittsleistung vor dem 30. April 2020 sei nicht die Handhabe dieser Gutschriften in
der Bilanz der Beklagten selber, sondern deren Behandlung in sachlicher und
rechtlicher Hinsicht den versicherten Personen gegenüber. Aus der Bilanz würden sich
keine Rechtsansprüche ableiten lassen, sondern nur aus den Vorsorgereglementen. Es
sei für alle im BP Versicherten aus dem Versicherungsausweis klar ersichtlich gewesen,
dass die Verstärkungsgutschrift nicht einfach vorbehaltlos gutgeschrieben und bei
einem Austritt vor dem 30. April 2020 vollumfänglich mitgegeben werde. Es sei
demnach nicht so, dass eine anfänglich vorbehaltlos gutgeschriebene
Verstärkungsgutschrift später von der Beklagten wieder vereinnahmt worden sei. Es
könne offenbleiben, ob es sich bei der strittigen Verstärkungsgutschrift um eine Einlage
nach Art. 15 des Freizügigkeitsgesetzes handle. Eine Gutschrift, die aus dem
Vermögen der Vorsorgeeinrichtung erfolge und nicht aus Beiträgen oder anderen
Zuwendungen von aussen, sei aber schon dem Begriff nach keine Einlage. Aber selbst
wenn man bei der Verstärkungsgutschrift von einer Einlage ausginge, sei ohne weiteres
ersichtlich, dass gemäss Gesetz nur Einlagen angesprochen seien, die vorbehaltlos
gutgeschrieben worden seien. Keiner der Kläger mache geltend, er sei mit der
Auflösung des Anschlussvertrags nicht einverstanden gewesen. Auch würden sie nicht
geltend machen, dass dies in Unkenntnis der Regelung von Art. 17 Abs. 4 des BP-
Reglements geschehen sei. Es werde auch bestritten, dass die anderen Mitarbeitenden
keine andere Wahl gehabt hätten, als den Wechsel der Pensionskasse zu akzeptieren.
Weiter würden die Kläger übersehen, dass sie gestützt auf Art. 891 des
Obligationenrechts die Genehmigungsbeschlüsse innert zwei Monaten nach der
Beschlussfassung hätten anfechten können, wenn sie der Meinung gewesen wären,
die unterschiedliche Verzinsung der Altersguthaben sei gesetz- oder rechtswidrig. Eine
solche Anfechtung sei nie erfolgt. Die Kläger würden mit ihrem Klagebegehren 2 nichts
anderes versuchen, als die Genehmigungsbeschlüsse noch nachträglich anzufechten.
Die Kläger seien zwar nicht Delegierte bei der Beklagten gewesen. Sie seien aber
Genossenschafter und als solche hätten sie die von ihnen als rechtswidrig beurteilten
Genehmigungsbeschlüsse selbständig anfechten können. Weil sie dies nicht getan
hätten, sei auch ihnen gegenüber davon auszugehen, dass die Jahresrechnungen 2005
bis 2012 rechtskräftig genehmigt seien und nicht mit einer zusätzlichen Zinsforderung
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wieder in Frage gestellt werden könnten. Diese genossenschaftliche Ordnung müssten
sich die Kläger entgegenhalten lassen (act. G 10).

Erwägungen
1.
1.1 Die Eingabe des Rechtsvertreters der drei Kläger vom 22. März 2017 beinhaltet
ihrer Natur nach drei gesonderte Klagen. Von allen Klägern liegen Anwaltsvollmachten
im Recht (vgl. act. G 1.1 bis 1.6). Der Rechtsvertreter hat nur eine Klageschrift
eingereicht, sodass die Behandlung der drei Klagen in einem Urteil als gerechtfertigt
erscheint.
1.2 Gemäss Art. 73 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinter-
lassenen- und Invalidenvorsorge (BVG; SR 831.40) bezeichnet jeder Kanton ein
Gericht, das als letzte kantonale Instanz über Streitigkeiten unter anderem zwischen
Vorsorgeeinrichtungen und Anspruchsberechtigten entscheidet. Im Kanton St. Gallen
ist nach Art. 65 Abs. 1 lit. ebis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRP;
sGS 951.1) das Versicherungsgericht zuständig für Streitigkeiten nach Art. 73 BVG.
1.3 Gerichtsstand ist nach Art. 73 Abs. 3 BVG der Sitz oder Wohnsitz des Beklagten
oder der Ort des Betriebes, bei dem der Versicherte angestellt wurde. Der Sitz der
klägerischen Arbeitgeberinnen befindet sich bei allen drei Klägern in St. Gallen (act. G
1). Damit ist die örtliche Zuständigkeit des Versicherungsgerichts des Kantons St.
Gallen gegeben.
1.4 Da auch sämtliche übrigen prozessualen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf die
Klagen einzutreten.
2.
2.1 Versicherte, welche die Vorsorgeeinrichtung verlassen, bevor ein Vorsorgefall
eintritt (Freizügigkeitsfall), haben Anspruch auf eine Austrittsleistung (Art. 2 Abs. 1 des
Freizügigkeitsgesetzes [FZG; SR 831.42]). Bei Spareinrichtungen entsprechen die
Ansprüche der Versicherten dem Sparguthaben; bei versicherungsmässig geführten
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Beitragsprimatkassen entsprechen sie dem Deckungskapital (Art. 15 Abs. 1 FZG). Das
Sparguthaben ist die Summe aller im Hinblick auf Altersleistungen gutgeschriebenen
Beiträge des Arbeitgebers oder der Arbeitgeberin und der versicherten Person sowie
der sonstigen Einlagen; sämtliche Zinsen sind zu berücksichtigen (Art. 15 Abs. 2 FZG).
2.2 Vorliegend ist streitig, ob die gesprochenen Verstärkungsgutschriften für die Kläger
bei Austritt am 31. Dezember 2014 in ihrem vollen Umfang hätten ausbezahlt werden
müssen. Gemäss Reglement Vorsorgeplan BP, Ausgabe Juli 2013, lautet der relevante
Art. 17 Abs. 4 der Übergangsbestimmungen wie folgt: Für Versicherte, die am
31.12.2011 der Pensionskasse angehörten, gilt: Jeder Versicherte erhielt per
01.01.2012 eine Verstärkungs-Gutschrift von 12.6% des am 31.12.2011 vorhanden
Altersguthabens. Diese Verstärkungs-Gutschrift wurde separat festgehalten und wie
das Altersguthaben weiterverzinst (erster Abschnitt). Beim Bezug der Austrittsleistung,
des Alterskapitals oder bei der Auszahlung eines Todesfallkapitals vor dem 30.04.2020
wird die Verstärkungs-Gutschrift reduziert. Der Abzug entspricht am 31.12.2011 der
vollen Verstärkungsgutschrift und vermindert sich dann mit jedem Monat um 1%
(zweiter Abschnitt).
2.3
2.3.1 Die Kläger machen geltend, gemäss Wortlaut der genannten Bestimmung
("jeder Versicherte erhielt...") seien die Verstärkungsgutschriften in ihrem vollen
Umfang bereits per 1. Januar 2012 gutgeschrieben worden bzw. in ihr Eigentum
übergegangen. Es verstosse gegen die Eigentumsgarantie und das FZG, wenn danach
die bereits erhaltenen Gutschriften wieder reduziert werden könnten. Die Beklagte führt
aus, dass die Modalitäten, die bezüglich der Verstärkungsgutschriften zur Anwendung
gelangten, im Reglement klar und unmissverständlich aufgeführt seien.
2.3.2 Reglemente privater Vorsorgeeinrichtungen sind, wo sich in Bezug auf die zur
Streitigkeit Anlass gebenden Vorschriften kein übereinstimmender wirklicher Parteiwille
feststellen lässt, nach dem Vertrauensprinzip auszulegen. Danach sind
Willenserklärungen so zu deuten, wie sie vom Empfänger in guten Treuen verstanden
werden durften und mussten. Es ist nicht auf den inneren Willen des Erklärenden
abzustellen, sondern auf den objektiven Sinn seines Erklärungsverhaltens. Der
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Erklärende hat gegen sich gelten zu lassen, was ein vernünftiger und korrekter Mensch
unter der Erklärung verstehen durfte (BGE 134 V 375 E. 6.2). Ausgehend vom Wortlaut
und unter Berücksichtigung des Zusammenhangs, in dem die streitige Bestimmung
innerhalb des Reglements als Ganzes steht, ist der objektive Vertragswille zu ermitteln,
den die Parteien mutmasslich gehabt haben. Dabei ist zu berücksichtigen, was
sachgerecht ist, weil nicht angenommen werden kann, dass sie eine unvernünftige
Lösung gewollt haben. Unklare, mehrdeutige oder ungewöhnliche Wendungen sind im
Zweifel zu Lasten ihres Verfassers auszulegen (BGE 140 V 51 f. E. 2.2 mit Hinweisen).
2.3.3 Trotz der missverständlich gewählten Vergangenheitsform in Art. 17 Abs. 4
des Reglements Vorsorgeplan BP ("jeder Versicherte erhielt...") ist zumindest der
objektive Vertragswille klar. Die volle Entschädigungsgutschrift gemäss dem ersten
Abschnitt von Art. 17 Abs. 4 des Reglements erfolgt nur, wenn die versicherte Person
die Austrittsleistung nicht vor dem 30. April 2020 bezieht. Die Auslegung der Kläger
führte dazu, dass der zweite Abschnitt von Art. 17 Abs. 4 des Reglements überflüssig
wäre. Anders gesagt bestünde dann zwischen den zwei Abschnitten ein unauflöslicher
Widerspruch und der zweite Abschnitt würde zu einer nicht vollziehbaren Regelung
verkommen. Davon konnten die Kläger in guten Treuen nicht ausgehen und zwar
unabhängig davon, wie die Verstärkungsgutschriften bzw. die "Kapitalverstärkung
wegen Senkung des technischen Zinssatzes" in den Jahresrechnungen verbucht
wurden (vgl. dazu Ziff. 5.3 in kl. act. 13 f.). Ob bereits der subjektive Parteiwille zu
demselben Resultat geführt hätte, kann damit offenbleiben.
2.4
2.4.1 Zu prüfen bleibt, ob die Auszahlung einer reduzierten – durch die Kasse
finanzierten – Verstärkungsgutschrift bei Austritt vor dem 30. April 2020
gesetzeskonform ist.
2.4.2 Vorab ist festzuhalten, dass gemäss Aktenlage nichts darauf hindeutet, dass
die Arbeitgeberinnen der Kläger unfreiwillig per 31. Dezember 2014 aus der
beklagtischen Kasse ausgetreten wären. Die Kündigung wurde von den
Arbeitgeberinnen bzw. der Gruppe H._ ausgesprochen. Damit ist von einem
freiwilligen Austritt in Beachtung von Art. 17 Abs. 2 des Basis-Reglements (kl. act. 9)
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auszugehen. Demnach war man sich bewusst bzw. hätte sich bewusst sein müssen,
dass gemäss Reglement Vorsorgeplan BP bei Austritt vor dem 31. März 2020 nur
reduzierte Verstärkungsgutschriften zur Auszahlung gelangen. Eine prozentual
identisch zu reduzierende Kapitalverstärkung bei Austritt vor dem 30. April 2020 ist im
Übrigen – unbestrittenermassen – auch gemäss Reglement Vorsorgeplan LP
vorgesehen. In dem Sinne ist eine Ungleichbehandlung zwischen den verschiedenen
Vorsorgeplänen und den Aktivversicherten beider Vorsorgepläne nicht ersichtlich.
2.4.3 Nachdem der Austritt der Kläger freiwillig und im Wissen um eine reduzierte
Verstärkungsgutschrift erfolgte, können diese aus dem von den Parteien zitierten BGE
139 V 21 nichts zu ihren Gunsten ableiten, auch wenn die Verstärkungsgutschriften
allein aus dem Vermögen der Beklagten, zulasten der Wertschwankungsreserven,
finanziert worden sind und nicht aus den Mitteln der Arbeitgeberfirmen stammen.
Anders sähe es allenfalls aus, wenn der Austritt einzelner Arbeitnehmer durch
Kündigung unfreiwillig erfolgt wäre (vgl. dazu BGE 133 V 607). Eine genaue Klärung
dieser Frage kann bei freiwilligem Austritt indes offenbleiben. Darüber hinaus erscheint
eine reduzierte Auszahlung von Verstärkungsgutschriften bei vorzeitigem (freiwilligem)
Austritt dadurch sachlich zumindest vertretbar, als nach dem Austritt aus der
beklagtischen Kasse dieser keine Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge mehr
zufliessen und der reduzierte Umwandlungssatz, aufgrund dessen die
Verstärkungsgutschrift gewährt wurde, für die ausgetretenen Versicherten aus dem BP
nicht mehr zum Tragen kommt. Insgesamt erweist sich die Regelung in Art. 17 Abs. 4
des Reglements Vorsorgeplan BP als gesetzeskonform. Sie missachtet weder die
Grundsätze der Angemessenheit noch diejenigen der Gleichbehandlung und verstösst
nicht gegen Treu und Glauben. Die Klagen sind in diesem Punkt abzuweisen.
2.4.4 Damit kann offenbleiben, ob es sich bei den Verstärkungsgutschriften – wie
die Kläger geltend machen – um "sonstige Einlagen" nach Art. 15 Abs. 2 FZG handelt.
Die den Klägern zustehende Verstärkungsgutschrift im Umfang von 36% wurde ihnen
"mitgegeben". Ein weitergehender Anspruch besteht aufgrund des Gesagten nicht,
womit diese Bestimmung auch nicht verletzt wäre, wenn die Verstärkungsgutschriften
als "sonstige Einlagen" qualifiziert würden.
3.
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3.1 Die Kläger machen weiter geltend, dass die unterschiedliche Verzinsung im LP im
Gegensatz zum BP (höherer technischer Zins im LP als die Verzinsung der
Altersguthaben im BP) eine rechtswidrige Ungleichbehandlung darstelle. Die
Verzinsung der Altersguthaben dürfe nur in jedem Plan autonom geregelt werden,
wenn die Vorsorgewerke in einer Sammeleinrichtung getrennte Rechnungen mit
getrennter Vermögensverwaltung führten und die Erträge damit jedem Anschluss
separat zugerechnet werden könnten. Dies sei hier nicht der Fall. Die Beklagte wendet
dagegen ein, dass es entgegen der Auffassung der Kläger nirgends eine gesetzliche
Vorgabe gebe, die es verbieten würde, dass eine Vorsorgeeinrichtung, welche
verschiedene Vorsorgepläne anbiete, die Verzinsung der Altersguthaben der aktiven
Versicherten in den verschiedenen Plänen nicht unterschiedlich gestalten dürfte. Die
Kläger bzw. die Gruppe H._ hätten jederzeit in den LP wechseln können, wenn sie
diesen als für sie vorteilhafter gehalten hätten.
3.2 Die Kläger bzw. die Gruppe H._ haben sich im Sinne von Art. 4 des
Basisreglements (kl. act. 9) aus freien Stücken für den BP entschieden. Sie wussten um
die Gesellschaftsform der Beklagten sowie um die Möglichkeit der Wahl der Pläne bzw.
um die Vor- und Nachteile der jeweiligen Pläne. Das Reglement Vorsorgeplan BP ist
klar, auch in Bezug auf die Verzinsung der Altersguthaben bzw. die Kompetenz des
Vorstandes, die Verzinsung der Altersguthaben – im Rahmen der Bestimmungen nach
Art. 12 der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen und
Invalidenvorsorge (BVV 2; SR 831.441.1) – festzulegen. Es ist damit ein verbindlicher
Vertrag, auch in Bezug auf die Verzinsung der Altersguthaben, zwischen der Gruppe
H._ bzw. den Klägern und der Beklagten zustande gekommen.
3.3 Zu prüfen bleibt, ob die Kläger trotzdem aus dem Gleichbehandlungsgrundsatz
Ansprüche ableiten können. Dieser wird in Art. 1 Abs. 3 BVG als Prinzip der beruflichen
Vorsorge festgelegt und in Art. 1f BVV 2 konkretisiert bzw. relativiert (HANS-ULRICH
STAUFFER, Berufliche Vorsorge, 2. Aufl., Zürich / Basel / Genf 2012, N 360).
Gleichartige Fälle müssen gleich behandelt werden, Sonderbehandlungen sind nur
zulässig bei sachlicher Rechtfertigung. Das Gleichbehandlungsgebot betrifft Beiträge
und Leistungen. Da Leistungen reglementarisch umschrieben sind, besteht somit ein
Anspruch auf die Ausrichtung gleicher Leistungen bei Vorliegen gleicher
Voraussetzungen. Der Gleichbehandlungsgrundsatz gilt auch für die weitergehende
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Vorsorge (HANS-ULRICH STAUFFER, a.a.O., N 1585, 1589). Das
Gleichbehandlungsgebot steht grundsätzlich der Führung von verschiedenen
Vorsorgeplänen und damit auch unterschiedlichen Konditionen nicht entgegen. Dies
ergibt sich aus Art. 1a bis 1h BVV 2. Es ist weiter nicht bestritten, dass für die
jeweiligen Versicherten eines Kollektivs bei der Beklagten die gleichen Bedingungen
vorliegen. Für die im LP Versicherten gelten die Bedingungen gemäss dem
Vorsorgeplan LP, für die im BP Versicherten diejenigen nach dem Vorsorgeplan BP.
Aus Art. 1f BVV 2, welcher besagt, dass die Gleichbehandlung eingehalten ist, wenn für
alle Versicherten eines Kollektivs die gleichen reglementarischen Bedingungen im
Vorsorgeplan gelten, lässt sich damit nichts zugunsten der Kläger ableiten.
3.4 Zu prüfen bleibt, ob eine ungerechtfertigte Ungleichbehandlung trotz
unterschiedlicher Kollektive und damit bei über Art. 1f BVV 2 hinausgehender
Betrachtung aufgrund der unterschiedlichen Verzinsung rechtsgenüglich ausgewiesen
ist. Konkret müsste erstellt sein, dass die unterschiedliche Verzinsung zu
ungerechtfertigt ungleichen Leistungen bei vorzeitigem Austritt je nach Plan führen
würde.
3.4.1 Unter dem technischen Zinssatz versteht man den für die Diskontierung der
zukünftigen Leistungen und Beiträge angewendeten Zinssatz. Es handelt sich dabei um
eine rechnerische Grösse, mit der sich die künftigen Verpflichtungen bestimmen lassen
(THOMAS GÄCHTER / MAYA GECKELER HUNZIKER, in: Schneider / Geiser / Gächter,
Handkommentar zum BVG und FZG, Bern 2010, Art. 26 FZG N 15). Er ist auf viel
längere Zeitspannen angelegt als die Verzinsung der Altersguthaben der
Aktivversicherten. Insgesamt lassen sich die zwei Zinsarten (technischer Zins /
Verzinsung der Altersguthaben) nicht vergleichen (http://pk-netz.ch/hintergrund/zinsen;
eingesehen am 7. Dezember 2018); sie werden unterschiedlich errechnet, haben
unterschiedliche Auswirkungen und müssen damit nicht zwangsläufig gleich hoch sein.
Können die Zinsarten nicht verglichen werden – schon gar nicht 1:1, wie es die Kläger
geltend machen –, kann aufgrund dessen auch keine ungerechtfertigte
Ungleichbehandlung begründet werden. Wenn Ungleiches – wie hier – ungleich
behandelt wird, dann stellt dies grundsätzlich auch keine Verletzung des
Gleichbehandlungsgebotes dar, sondern ist vielmehr dadurch bedingt.
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3.4.2 In Bezug auf die Berechnung der Austrittsleistung ist zudem von Relevanz,
dass diese je nach Primatart grundlegend unterschiedlich erfolgt (vgl. dazu Art. 15 und
16 FZG), wobei der technische Zins im LP bezüglich Höhe der Austrittsleistung nur
einen nebst vielen Faktoren darstellt. Im LP herrschen überdies im Gegensatz zum BP
verschiedenste Solidaritäten auch unter den Aktivversicherten, was sich – je nach Alter
und Zugehörigkeit – in der Austrittsleistung positiv oder negativ niederschlägt. Im
Gegensatz dazu erfolgt die Finanzierung und Berechnung der Austrittsleistung im BP
individuell und transparent (Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge plus Einlagen plus
Zinsen). Die unterschiedlichen Berechnungsarten mit unterschiedlicher Relevanz der
Zinsen führen erneut dazu, dass nicht Gleiches ungleich behandelt wird, womit eine
Verletzung des Gleichbehandlungsgebotes nicht rechtsgenüglich erstellt ist. Gegenteils
führt im LP ein hoher technischer Zins – im Gegensatz zur Verzinsung der
Altersguthaben im BP – gar dazu, dass die Leistungen bei vorzeitigem Austritt anhand
der Barwertberechnung nach Art. 16 FZG tendenziell geringer ausfallen als bei einem
tiefen technischen Zins, da weniger Kapital vorhanden sein muss, um das Leistungsziel
im Pensionsalter zu erreichen. Benachteiligt bei zu hohem technischen Zins erscheinen
bei beiden Plänen die Aktivversicherten gegenüber den Rentenbezügern und nicht die
Aktivversicherten untereinander, nachdem der zu hohe technische Zins im BP einen zu
hohen Umwandlungssatz begünstigen kann bzw. im LP dazu führen kann, dass zu
wenig angespart wurde, was zwangsläufig durch die Aktivversicherten kompensiert
werden muss.
3.4.3 Insgesamt ist eine ungerechtfertigte Ungleichbehandlung aufgrund der
unterschiedlichen Verzinsung bei den Aktivversicherten der beiden Pläne – auch über
Art. 1f BVV 2 hinaus – nicht rechtsgenüglich erstellt. Es wird zwar nicht in Abrede
gestellt, dass es bei der vorliegenden Konstellation und gleicher Rechnung für beide
Pläne zu "Quersubventionen" zwischen den Aktivversicherten kommen kann und
separate Rechnungen für mehr Transparenz sorgen würden; solche
"Quersubventionen" sind indes weder grundsätzlich noch quantifiziert ausgewiesen
und darüber hinaus in Bezug auf das Klagebegehren 2 auch nicht direkt relevant.
3.5 Zwar ist festzuhalten, dass sich bei einer Kasse, die die Versicherten sowohl im LP
als auch im BP versichert, Gleichbehandlungsfragen zwangsläufig stellen. Es stand
indes der Gruppe H._ und damit auch den Klägern frei, ihren Plan nach Abwägung
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der Vor- und Nachteile zu wählen. Die Gruppe H._ bzw. deren fachkundige Vertreter
wussten um die verschiedenen Pläne, die Vor- und Nachteile der Pläne und deren
grundlegend unterschiedliche Ausgestaltung und entschieden sich bewusst für eine
Versicherung im BP. Damit ist ein verbindlicher Vertrag zustande gekommen und die
Kläger sind den Bestimmungen gemäss BP unterstellt. Die Festlegung der Verzinsung
der Altersguthaben im BP erfolgte reglements- und gesetzeskonform. Dies ist
unbestritten. Der Gleichbehandlungsgrundsatz in der beruflichen Vorsorge, welcher wie
erwähnt im Wesentlichen in Art. 1f BVV 2 in Verbindung mit Art. 1 Abs. 3 BVG seine
Grundlage findet, wurde bei unterschiedlichen Kollektiven nicht verletzt. Selbst wenn
man darüber hinaus einen Gleichbehandlungsanspruch annimmt, ergibt sich ein
solcher vorliegend bei unterschiedlichen Zinsarten und unterschiedlicher Berechnung
der Austrittsleistungen nicht rechtsgenüglich, da er nicht fassbar und hinsichtlich der
Erfüllung nicht quantifizierbar ist. Die Klagen sind auch in diesem Punkt abzuweisen.
Aufgrund der Abweisung der Klagen erübrigen sich Ausführungen dazu, ob die Kläger
mangels rechtzeitiger Anfechtung der Generalversammlungsbeschlüsse gemäss Art.
891 des Obligationenrechts (OR; SR 220) ihres Rechts auf Klagen in Bezug auf eine
höhere Verzinsung beim Versicherungsgericht nicht ohnehin verlustig gegangen sind.
4.
Nach dem Gesagten sind die Klagen abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG). Entsprechend dem Verfahrensausgang haben die Kläger
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben
betraute Versicherung hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. BGE 118
V 169, E. 7).