Decision ID: d314539f-cbfb-48a4-8595-71ec06048868
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 19.10.2011 Art. 17 Abs. 1, Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG. Indem die Beschwerdeführerin dem Versprechen, einen Personalvermittler hinsichtlich einer konkreten Stelle zurückzurufen, erst zwei Tage später nachkam, ist der Tatbestand der Ablehnung einer zumutbaren Stelle erfüllt. Die Qualifizierung als mittelschweres Verschulden, weil sie sich immerhin beworben hatte, und die Einstelldauer von 22 Tagen sind nicht zu beanstanden (Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Oktober 2011, AVI 2011/4). Vizepräsidentin Marie-Theres Rüegg-Haltinner, Versicherungsrichterin Marie Löhrer, a.o. Versicherungsrichter Christian Zingg; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer Entscheid vom 19. Oktober 2011 in Sachen A._, Beschwerdeführerin, vertreten durch C._ gegen RAV St. Gallen, Unterstrasse 4, Postfach, 9001 St. Gallen, Beschwerdegegner, vertreten durch Amt für Arbeit, Unterstrasse 22, 9001 St. Gallen, betreffend Einstellung in der Anspruchsberechtigung Sachverhalt:
A.
A.a A._ bezog in einer am 1. Mai 2010 eröffneten Rahmenfrist Leistungen der
Arbeitslosenversicherung (act. G 3.1/B19). Auf Zuweisung des Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) St. Gallen vom 29. Juni 2010 bewarb sich die
Versicherte bei der B._ (nachfolgend: Personalvermittlerin) um eine Stelle als
Cateringmitarbeiterin (act. G 3.1/A27 und Beilage 3 zu act. G 1).
A.b Im RAV-Formular "Rückmeldung" vom 27. Juli 2010 gab die Personalvermittlerin
an, dass sich die Versicherte per E-Mail zwar auf die Stelle beworben habe, sie jedoch
nicht habe berücksichtigt werden können. Erst nach mehreren Anrufen habe die
Versicherte das Telefon entgegengenommen, dann die Personalvermittlerin aber
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abgewimmelt. Obgleich sie gesagt habe, dass sie sich wieder melden werde, habe
man bis heute nichts mehr von ihr gehört (act. G 3.1/A31).
A.c Am 2. August 2010 forderte das RAV die Versicherte auf, zur Ablehnung der Stelle
bzw. Vereitelung der Anstellung Stellung zu nehmen. Gemäss Rückmeldung der
Personalvermittlerin habe man mehrmals vergeblich versucht, sie anzurufen. Als sie
dann abgenommen habe, habe sie versprochen zurückzurufen. Dies sei jedoch nie
passiert, und die Personalvermittlerin habe nichts mehr von ihr gehört. Sie müsse
daher mit einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung für 31 Tage rechnen (act.
G 3.1/A33).
A.d In der Stellungnahme vom 3. August 2010 führte die Versicherte aus, dass die
Personalvermittlerin sie am 26. Juli 2010 angerufen habe, als sie sich gerade im Zug
nach St. Gallen befunden habe. Sie habe jedoch auf Grund der vielen Leute im Zug
kein Gespräch über die Anstellung führen können. Daher habe sie versprochen
zurückzurufen, was sie auch zweimal, am 28. und 29. Juli 2010 erfolglos getan habe.
Beide Male habe niemand abgenommen. Die Behauptung der Personalvermittlerin,
dass sie nicht zurückgerufen habe, sei falsch (act. G 3/A35).
A.e Das RAV verfügte am 12. August 2010, dass die Versicherte ab 27. Juli 2010 für
22 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt werde. Sie habe mit dem erst zwei
Tage später erfolgten Rückruf bei der Personalvermittlerin und mit lediglich
zweimaligem Versuch klar gezeigt, dass sie kein Interesse an der Anstellung habe. Mit
ihrem Verhalten habe sie sich somit um eine mögliche Anstellung gebracht und
dadurch weitere Arbeitslosigkeit in Kauf genommen, was der Ablehnung einer
zumutbaren Arbeit gleichkomme. Sie trage somit ein Verschulden an ihrer weiteren
Arbeitslosigkeit, was gemäss Einstellraster des Seco als schwer beurteilt werde. In
Anbetracht dessen, dass sie sich immerhin beworben habe, könne das Verschulden
reduziert und somit als mittelschwer beurteilt werden (act. G 3.1/A36).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 15. August 2010 Einsprache mit
dem Antrag, die Verfügung sei aufzuheben. Zur Begründung machte sie geltend, dass
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sie die Personalvermittlerin mehrmals angerufen habe. Jedes Mal sei aber die Leitung
entweder besetzt gewesen, oder es habe niemand abgenommen. Da sie sich
gewundert habe, weshalb die Personalvermittlerin telefonisch nicht erreichbar gewesen
sei, habe sie die auf der Stellenzuweisung angegebenen Kontaktdaten genauer geprüft
und festgestellt, dass die aufgeführte Telefonnummer nicht der Personalvermittlerin,
sondern zu einem nicht registrierten Anschluss gehöre. Daher sei es für sie unmöglich
gewesen, die Personalvermittlerin telefonisch zu erreichen, und es könne ihr kein
Verschulden angelastet werden. Der Fehler liege vielmehr beim RAV, welches ihr die
falschen Kontaktdaten vermittelt habe (act. G 3.1/A37).
B.b Das RAV wies die Einsprache mit Entscheid vom 21. Dezember 2010 ab. Es hielt
fest, dass die Personalvermittlerin angesichts des Verhaltens der Versicherten davon
habe ausgehen können, es sei kein Interesse an einer Anstellung vorhanden. Daran
ändere auch die Begründung nichts, dass die Telefonnummer in der Stellenzuweisung
nicht korrekt gewesen sei. Da sie auf dem Handy kontaktiert worden sei, hätte sie die
Nummer darauf jederzeit zur Verfügung gehabt. Andernfalls wäre auch ein Blick ins
Telefonbuch oder eine Rückfrage via E-Mail möglich gewesen (act. G 3.1/A60).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 21. Dezember 2010 richtet sich die
vorliegend zu beurteilende Beschwerde vom 17. Januar 2011 mit dem Antrag auf
Aufhebung des Entscheids und vollumfängliche Ausrichtung der Arbeitslosentaggelder.
Die Beschwerdeführerin begründete sie, vertreten durch ihren Ehemann im
Wesentlichen damit, dass sie alle ihr auferlegten Pflichten stets erfüllt habe und ihr
keinerlei Fehlverhalten vorgeworfen werden könne. Vorliegend liege der Fehler einzig
beim Beschwerdegegner, der ihr durch die Angabe falscher Kontaktdaten die
Möglichkeit zum Rückruf vereitelt habe. Die verfügte schwerwiegende Sanktion müsse
daher aufgehoben werden (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 1. September 2010 beantragte der
Beschwerdegegner die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
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C.c In der Replik vom 3. März 2011 hielt die Beschwerdeführerin an ihrem Antrag fest.
Neu machte sie geltend, dass sie korrekt "und zwar viele Male und nicht nur zweimal"
angerufen habe. Sie habe keine Bemühungen unternommen, eine andere
Telefonnummer herauszufinden, weil sie gar nicht gemerkt habe, dass ihr eine falsche
Nummer angegeben worden sei. Da sie keinen Anlass gesehen habe, den Angaben
des Beschwerdegegners zu misstrauen, könne ihr nicht einmal eine leichte
Fahrlässigkeit vorgeworfen werden. Der Beschwerdegegner habe das Strafverfahren
gegen sie mit der unverhältnismässig hohen Anzahl von 22 Einstelltagen ohne Kenntnis
der eigenen schweren Fahrlässigkeit vorgenommen. Nach Kenntnis seines Fehlers
hätte er die Verfügung korrigieren müssen. Dies sei jedoch unterblieben (act. G 5).
C.d Der Beschwerdegegner verzichtete auf eine Duplik (act. G 9).

Erwägungen:
1.
Vorliegend ist strittig, ob der Beschwerdegegner die Beschwerdeführerin zu Recht
wegen Ablehnung einer zumutbaren Arbeit in der Anspruchsberechtigung für 22 Tage
eingestellt hat.
2.
2.1 Die versicherte Person, die Versicherungsleistungen beanspruchen will, muss nach
Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung
und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) mit Unterstützung des zuständigen
Arbeitsamts alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu
verkürzen. Sie muss zur Schadenminderung grundsätzlich jede zumutbare Arbeit
unverzüglich annehmen (Art. 16 Abs. 1 und 2 AVIG). Nach Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG ist
eine versicherte Person sodann in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie
die Kontrollvorschriften oder die Weisungen des Arbeitsamts nicht befolgt, namentlich
eine ihr zugewiesene zumutbare Arbeit nicht annimmt. Dieser Einstellungstatbestand
ist auch dann erfüllt, wenn sie die Arbeit zwar nicht ausdrücklich ablehnt, es aber durch
ihr Verhalten in Kauf nimmt, dass die Stelle anderweitig besetzt wird. Arbeitslose
Versicherte haben bei den Verhandlungen mit einem künftigen Arbeitgeber klar und
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eindeutig die Bereitschaft zu einem Vertragsabschluss zu bekunden, um die
Beendigung der Arbeitslosigkeit nicht zu gefährden (BGE 122 V 38 E. 3b). Eine
Ablehnung einer zumutbaren Arbeit liegt zudem vor, wenn die versicherte Person der
Aufforderung der zuständigen Amtsstelle, sich bei einer bestimmten Stelle zu
bewerben, aus Nachlässigkeit nicht oder nicht rechtzeitig nachkommt (ARV 1986 Nr. 5
S. 22 f. E. 1a).
2.2 Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung dient dazu, die
Schadenminderungspflicht der Versicherten durchzusetzen (BGE 126 V 130 E. 1). Sie
hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versicherung für Schäden, welche die
Versicherten hätten vermeiden oder vermindern können. Ein Selbstverschulden der
versicherten Person liegt vor, wenn und soweit der Eintritt oder das Andauern der
Arbeitslosigkeit nicht objektiven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach
den persönlichen Umständen und Verhältnissen vermeidbaren Verhalten der
versicherten Person liegt, für das die Versicherung die Haftung nicht übernimmt (Urteil
des Bundesgerichts vom 8. Januar 2007, C 30/06, E. 3.2 mit Hinweisen). In
beweisrechtlicher Hinsicht muss der Einstellungstatbestand mit dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erfüllt sein (Urteil des EVG vom 11. Juni 2001, C 213/00, E. 1 mit Hinweis auf ARV
1993/94 Nr. 31 S. 225 E. 3a).
3.
3.1 Wie der Stellungnahme vom 3. August 2010 zu entnehmen ist, hatte die
Beschwerdeführerin der Personalvermittlerin am 26. Juli 2010 auf Grund der ihr
situationsbedingt unpassenden Gesprächssituation im Zug versprochen, später
zurückzurufen. Dies habe sie zweimal versucht und zwar am 28. und 29. Juli 2010.
Beide Male habe jedoch niemand abgenommen (act. G 3.1/A35). In der Einsprache
vom 15. August 2010 machte sie demgegenüber geltend, sie habe mehrmals und zwar
vor und nach der Aufforderung zur Stellungnahme durch den Beschwerdegegner
versucht anzurufen. Jedes Mal sei die Leitung aber besetzt gewesen oder es habe
niemand abgenommen (act. G 3.1/A37). Beschwerdeweise liess die
Beschwerdeführerin durch ihren Ehemann am 17. Januar 2011 geltend machen, die
Beschwerdeführerin habe am 28. Juli 2010 das erste Mal zurückgerufen und auch
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nachher mehrmals, leider immer ohne Erfolg (act. G 1). Damit steht unbestritten fest,
dass die Beschwerdeführerin weder am Tag der Kontaktaufnahme durch die
Personalvermittlerin, d.h. am 26. Juli 2010, noch am Folgetag, dem 27. Juli 2010, den
versprochenen Rückruf getätigt hat bzw. auch nur versucht hatte, ihn zu tätigen. Einen
Grund dafür, weshalb es ihr innerhalb dieser angemessenen Zeit nicht möglich
gewesen wäre zurückzurufen, gibt die Beschwerdeführerin nicht an. Ein solcher lässt
sich auch den übrigen Akten nicht entnehmen.
3.2 Im Bereich der Stellensuche ist es der Arbeitgeber, welcher Vorgaben für das
Bewerbungsverfahren setzt. Er ordnet die Bewerbungsfristen an, führt die Gespräche
und entscheidet über Stellenbeginn etc. Er kann auch die Vorarbeiten einer
Stellenvergabe - wie vorliegend - durch ein Stellenvermittlungsbüro vornehmen lassen.
Sodann übernimmt jenes die Aufgaben des Arbeitgebers und entscheidet über das
zeitliche Vorgehen. Im Rahmen eines Bewerbungsverfahrens kann das Zuwarten der
stellensuchenden Person mit einem in Aussicht gestellten Rückruf von der
Arbeitgeberseite objektiv als Desinteresse gewertet werden und damit geeignet sein,
eine mögliche Anstellung zu vereiteln.
3.3 Vorliegend war das Zuwarten mit dem Rückruf durch die Beschwerdeführerin
während zwei Tagen offensichtlich zu lange. Daran ändert auch nichts, dass sich die
Personalvermittlerin selber offenbar erst 25 Tage nach Erhalt der
Bewerbungsunterlagen bei der Beschwerdeführerin meldete. Sie scheint lediglich mit
der Bearbeitung der besagten Stellenbesetzung bis zum Erhalt einer gewissen Auswahl
an Stellenbewerbern zugewartet zu haben. Mit ihrem Verhalten gab die
Beschwerdeführerin klar zu erkennen, dass ihr Interesse an der Stelle als
Cateringmitarbeiterin nicht sehr gross sein konnte, ansonsten sie den Rückruf noch am
26. Juli 2010 bzw., sofern sie unverschuldet davon abgehalten worden wäre,
spätestens am 27. Juli 2010 getätigt hätte. Im Licht dieser Umstände ergibt sich, dass
es die Beschwerdeführerin damit zumindest in Kauf genommen hat, mit ihrem am 28.
Juli 2010 erstmals erfolgten Rückruf bei der Personalvermittlerin verspätet zu sein. Die
Beschwerdeführerin beruft sich darauf, dass die Telefonate lediglich deshalb nicht
zustande gekommen seien, weil der Telefonanschluss gemäss der Stellenangebots-
Zuweisung vom 29. Juni 2010 ständig besetzt gewesen sei, und wenn er nicht besetzt
gewesen sei, habe niemand abgenommen. Da ihr der Beschwerdegegner eine falsche
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Telefonnummer angegeben habe, habe folglich auch kein Kontakt mit der
Personalvermittlerin zustande kommen können. Diesen Fehler habe allein der
Beschwerdegegner zu verantworten, weshalb der Beschwerdeführerin keinerlei
Fehlverhalten vorgeworfen werden könne (act. G 1). Die Frage, ob die auf der
Zuweisung ersichtliche Telefonnummer richtig war oder nicht, kann an dieser Stelle
offen gelassen werden. Selbst wenn zu Gunsten der Beschwerdeführerin von einer
falschen Telefonnummer auf der Zuweisung ausgegangen würde, kann ihr der Vorwurf,
sich fehlerhaft verhalten zu haben, nicht erspart bleiben. Für die Erfüllung des
Einstellungstatbestands reicht es aus, dass die versicherte Person, wie vorliegend,
durch ihr Verhalten entscheidend dazu beiträgt, dass ein Vorgespräch nicht zu einem
Vorstellungsgespräch und damit nicht zum Abschluss eines Arbeitsvertrags führt (vgl.
analog ARV 1999 Nr. 33 S. 196 E. 2). Im konkreten Fall, wo die Beschwerdeführerin
einen von der Stellenvermittlerin getätigten Anruf situationsbedingt verschoben hat,
wäre es wichtig gewesen, dass sie möglichst rasch ihr weiter bestehendes Interesse an
der Stelle signalisiert hätte. Selbst bei einem am gleichen Tag oder am Folgetag
erfolglos versuchten Rückruf bzw. nach einigen Wiederholungen hätte die
Beschwerdeführerin eine Kontaktnahme über die Mail-Adresse beginnen können.
Zudem wäre auch - bei wiederholtem Misslingen des Telefonrückrufs über die in der
Zuweisung genannte Verbindung - eine Suche der Telefonnummer der B._ im
Telefonbuch bzw. im Internet möglich gewesen. Indem die Beschwerdeführerin nach
ihren eigenen Angaben Versuche zur Kontaktaufnahme erst zwei Tage später
begonnen und ausschliesslich über die in der Zuweisung genannte Telefonnummer
erfolglos versucht hat, gab sie der Stellenvermittlung bzw. der Arbeitgeberin objektiv
den Eindruck, dass sie an der Besetzung der Stelle nicht interessiert war.
3.4 Im Übrigen wurde weder geltend gemacht, noch geht aus den Unterlagen hervor,
dass die Stelle als Cateringmitarbeiterin der Beschwerdeführerin in irgendeiner Weise
nicht zumutbar gewesen wäre (vgl. act. G 3.1/A27). Vielmehr handelte es sich bei der
betreffenden Stelle um eine potentiell unbefristete Festanstellung im bisher ausgeübten
Tätigkeitsbereich (vgl. act. G 3.1/A2, 3.1/B4 und 3.1/B13). Indem die
Beschwerdeführerin folglich zwei Tage mit dem versprochenen Rückruf zugewartet hat,
ohne dafür einen wesentlichen Hinderungsgrund nennen zu können, ist sie ihrer
Schadenminderungspflicht, alles Zumutbare zu unternehmen, um die Arbeitslosigkeit
zu verkürzen, nicht genügend nachgekommen. Die Einstellung in der
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Anspruchsberechtigung wegen Ablehnung einer zumutbaren Arbeit ist somit zu Recht
erfolgt.
4.
4.1 Zu prüfen bleibt, ob die vom Beschwerdegegner verhängten 22 Einstelltage
angemessen sind.
4.2 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30
Abs. 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei
mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 AVIV).
Rechtsprechungsgemäss (BGE 122 V 38 E. 3b) ist bei der Bemessung der
Einstellungsdauer wegen nicht genügender Bewerbung für eine Anstellung der gleiche
Verschuldensmassstab anzulegen wie im Fall der Ablehnung einer nach Art. 16 Abs. 1
AVIG zumutbaren Arbeit. In dieser Hinsicht sieht Art. 45 Abs. 4 AVIV vor, dass die
Ablehnung einer zumutbaren Arbeit - und somit auch das verspätete Reagieren auf ein
Telefonat einer Stellenvermittlungsperson hinsichtlich einer konkreten
Stellenbewerbung - grundsätzlich ein schweres Verschulden darstellt. Die
Rechtsprechung hat jedoch entschieden, dass im konkreten Fall Gründe vorliegen
können, die das schwere Verschulden als leichter erscheinen lassen (BGE 130 V 130
E. 3.4.3), wobei hinsichtlich der subjektiven Situation der betroffenen Person etwa
gesundheitliche Probleme, auf der objektiven Seite etwa die Befristung einer Stelle
berücksichtigt wurde (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 8. Januar 2007,
C 30/06, E. 6.1).
4.3 Die Beschwerdeführerin machte keine entschuldbaren Gründe geltend, weshalb
sie zwei Tage zuwartete, bevor sie versuchte, die Personalvermittlerin nach deren Anruf
zu kontaktieren. Entsprechend wäre ihr Verhalten als schweres Verschulden zu
qualifizieren, was mit mindestens 31 Einstelltagen zu sanktionieren wäre. Der
Beschwerdegegner hat bei der Bemessung der Einstelltage jedoch berücksichtigt,
dass die Beschwerdeführerin sich auf die Zuweisung zunächst per E-Mail schriftlich
beworben hat. Anstelle eines schweren Verschuldens beurteilte er das Verschulden
daher als mittelschwer (act. G 3.1/A60). Von der Beschwerdeführerin hätte zwar
erwartet werden können, dass sie schnellst möglich zurückrufen würde. Wird jedoch
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berücksichtigt, dass sie sich für die Stelle schriftlich beworben hat und - wenn auch
verspätet - auch telefonisch nochmals um die Stelle bemüht hat, erscheint die verfügte
Einstelldauer als angemessen. Mit Blick auf die gesetzlichen Vorgaben und die Praxis
in gleichartigen Fällen lässt sich eine weitergehende Reduktion der Einstelldauer nicht
rechtfertigen.
5.
Im Sinn der obigen Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind
keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teils des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP