Decision ID: 5bb8910d-3f54-5bcb-8d7d-05b2f6bcf766
Year: 2006
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ a) A.B., geb. 1986, kam im Alter von rund zwei Jahren zum Ehepaar B. in F., das ihn
adoptierte. In der Nacht vom 1. auf den 2. Dezember 2000 verübte er gemeinsam mit
einem Kollegen einen Raub und einen Raubversuch sowie Sachbeschädigungen mit
vandalistischen Zügen und grossem Schaden, nachdem er schon in den Monaten
zuvor verschiedene Straftaten begangen hatte. Der Jugendanwalt des
Untersuchungsamtes Z. (in der Folge Jugendanwalt) verfügte eine zweitägige
Festnahme, die in der geschlossenen Wohngruppe des Jugendheims Platanenhof in
Oberuzwil (in der Folge Platanenhof) vollzogen wurde. Am 14. Dezember 2000 ordnete
der Jugendanwalt an, A.B. sei gleichentags vorsorglich zur psychiatrischen Abklärung
und zwecks Vornahme der notwendigen sozialpädagogischen Massnahmen in die
Psychiatrische Klinik G. einzuweisen. Der Entscheid wird damit begründet, A.B., der die
Massnahme begrüsse, weise Verhaltensschwierigkeiten auf, welche auf erhebliche
Störungen in der persönlichen Entwicklung hinweisen würden.
Nach einem ersten psychiatrischen Gutachten, von der Psychiatrischen Klinik G. im
März 2001 erstellt, bedürfen die schwere frühkindliche Störung bei A.B. und die daraus
folgenden Störungen der Emotionen und der Bindungsfähigkeit einer längerfristigen
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psychiatrisch-psychotherapeutischen Betreuung, wobei eine ambulante Behandlung
auf Grund der Schwere der Problematik nicht ausreichend ist.
b) Im April 2001 trat A.B. in die therapeutische Kleinwohngruppe Vosa di dentro in
Cavigliano/TI ein. Nach den unbestritten gebliebenen Feststellungen der Vorinstanz
verletzte er am 1. Mai 2001 einen Mitbewohner mit einem Messer im Gesicht, weil er
von ihm keine Zigarette erhalten hatte. In der Folge musste A.B. als Krisenintervention
umplaziert werden. Nach weiteren strafbaren Handlungen wurde er am 28. Mai 2001 in
die geschlossene Wohngruppe des Platanenhofs eingewiesen. Nach massivem
Fehlverhalten, einer Entweichung und Suiziddrohungen wurde A.B. nach einem Tag
Aufenthalt in der Kantonalen Psychiatrischen Klinik R. am 11. Juni 2001 in die
geschlossene allgemeinpsychiatrische Station der Kantonalen Psychiatrischen Klinik S.
überführt. Der behandelnde Arzt bezeichnete den Aufenthalt von A.B. als
Krisenintervention von beschränkter Dauer.
c) Im August 2001, während eines Urlaubs mit den Eltern, kam es zu einem sexuellen
Uebergriff an einem dreijährigen Mädchen.
d) Am 29. Juni 2001 teilte das Kinder- und Jugendpsychiatrische Zentrum Sonnenhof
in Ganterschwil dem Jugendanwalt mit, eine Aufnahme von A.B. in dieser Institution sei
aus verschiedenen Gründen, so auch wegen seines ausgesprochenen
Gewaltpotentials, nicht möglich. Sodann zeige der Jugendliche kein Bedürfnis, sich zu
verändern oder eine Therapie zu machen. Angezeigt sei die Unterbringung in einer
"entsprechenden pädagogischen Einrichtung". In der Folge wurden in dieser Hinsicht
erfolglos Abklärungen getroffen.
B./ a) Am 12. Oktober 2001 erklärte der Jugendanwalt A.B. folgender Straftaten
schuldig: unrechtmässige Aneignung, mehrfacher Diebstahl, Raub und Raubversuch,
mehrfache Sachbeschädigung, mehrfaches geringfügiges Vermögensdelikt, vollendeter
Nötigungsversuch, Hausfriedensbruch, Störung des öffentlichen Verkehrs, Entwendung
eines Personenwagens zum Gebrauch und mehrfacher Versuch dazu, Führen eines
Personenwagens ohne den erforderlichen Führerausweis, Nichtsichern eines
Fahrzeugs, mehrfaches Führen von Motorfahrrädern ohne den erforderlichen
Führerausweis, mehrfaches Nichttragen des Schutzhelmes, mehrfaches Nichtmitführen
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des Fahrzeugausweises und mehrfacher Betäubungsmittelkonsum. Er wies A.B. in
Anwendung von Art. 84 Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (SR 311.0,
abgekürzt StGB) in ein Erziehungsheim ein und ordnete eine medikamentöse
Behandlung an.
b) Am 24. Oktober 2001 teilte die Kantonale Psychiatrische Klinik S. dem Jugendanwalt
mit, sie sei nicht länger bereit, A.B., der sich seit Juni 2001 dort aufhielt, stationär zu
behandeln. Aufgrund der jüngsten Entwicklung sei die Sicherheit von Personal und
Drittpersonen massiv gefährdet. Sodann weise die Klinik mittelfristig die
fachspezifischen und betreuerischen Ressourcen nicht auf, welche für einen derart
schwer gestörten Jugendlichen notwendig seien. A.B. müsse innerhalb von zwei
Wochen aus der Behandlung entlassen werden. Am 6. November 2001 gelangte die
Klinik erneut an den Jugendanwalt und teilte mit, die Schwierigkeiten hätten sich derart
zugespitzt, dass A.B. spätestens am 10. November 2001 entlassen werden müsse.
c) In der Folge wurde der Jugendliche im Sinn einer Zwischenlösung im Gefängnis Z.
untergebracht. Weitere Bemühungen um eine Plazierung blieben ohne Erfolg. Am 18.
Dezember 2001 fand eine Besprechung zwischen Vertretern der st. gallischen Justiz-
und Gesundheitsbehörden und des Verteidigers von A.B. statt. Die
Gesprächsteilnehmer kamen überein, dass A.B. aus Sicherheitsgründen, aber auch mit
Blick auf seine Zukunft am besten in einer (vorerst) geschlossenen,
sozialpädagogischen Einrichtung unterzubringen sei. Er müsse zwar medikamentös
weiter behandelt werden, eine stationäre Therapie in einer psychiatrischen Klinik sei
derzeit aber weder notwendig noch geeignet. Im Anschluss daran scheiterten die
Bemühungen, für A.B. eine Institution zu finden. Am 11. Januar 2002 fand eine weitere
Besprechung statt. Dabei wurde vereinbart, A.B. bleibe längstens bis Mitte Februar
2002 im Gefängnis Z.. Bis dahin arbeite der Platanenhof eine Tagesstruktur auf und
nehme den Jugendlichen, der im Gefängnis D. untergebracht werde, in Obhut. Es
werde ein individuelles Vollzugskonzept mit Tagesstruktur, Beschulung, Beschäftigung
und Freizeitgestaltung erarbeitet. Es handle sich um einen Versuch und der
Platanenhof sei auf die Hilfe psychiatrischer Institutionen angewiesen. Am 11. März
2002 wurde A.B. nach D. überführt.
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C./ a) Am 18. April 2002 erklärte der Jugendanwalt A.B. im Zusatz zum Urteil vom 12.
Oktober 2001 der einfachen Körperverletzung, des Diebstahlversuchs, der sexuellen
Handlungen mit einem Kind, der Schändung, der Fälschung von Ausweisen, der
mehrfachen Entwendung eines Motorfahrzeuges zum Gebrauch, des
Nichtbeherrschens des Fahrzeuges, des Nichtanpassens der Geschwindigkeit, des
Nichtgenügens der Meldepflicht, des mehrfachen Lenkens von Motorfahrzeugen vor
Erreichen des Mindestalters, des Lenkens eines ungelösten und nichtversicherten
Motorfahrzeuges, des Nichtmitführens des Fahrzeugausweises und des mehrfachen
Betäubungsmittelkonsums für schuldig. In Anbetracht der laufenden Massnahme
wurden keine Massnahmen oder Strafen angeordnet.
b) Am 19. April 2002 wurde A.B. aus dem Gefängnis D. entlassen und in der
Buschschule Namibia plaziert. Nach den unbestritten gebliebenen Feststellungen der
Vorinstanz war die Zeit in Afrika gekennzeichnet durch verschiedene Krisen und
wiederholte Drohungen von A.B., sich umzubringen, jemanden zu töten oder Frauen zu
vergewaltigen. Nach Kriseninterventionen im April 2003 machte A.B. sexuell motivierte
Annäherungsversuche gegenüber Frauen von Farmarbeitern, verging sich angeblich an
einem Schaf und drohte schliesslich mit einer Waffe gegen Drittpersonen und gegen
sich selber. Er wurde in eine psychiatrische Klinik in Windhoek gebracht. Die
Buschschule Namibia kündigte ihren Erziehungsauftrag und leitete am 11. Mai 2003 die
Rückführung von A.B. in die Schweiz ein. Am 12. Mai 2003 traf A.B. in Frankfurt ein, wo
er in Auslieferungshaft genommen wurde. Am 26. Mai 2003 wurde A.B. an die Schweiz
ausgeliefert und ab 28. Mai 2003 wurde er in der Jugendabteilung des Gefängnisses E.
untergebracht.
c) Am 23. Juli 2003 trat A.B. in die geschlossene Abteilung des Basler
Aufnahmeheimes, Basel, (in der Folge AHA), über. Auf eigenen Wunsch, für ein Time-
Out, wurde er vom 24. September bis 8. Oktober 2003 in die Jugendabteilung des
Gefängnisses E. zurückverlegt. Da sich sein Verhalten stabilisierte, konnte A.B. am 26.
Januar 2004 in die offene Abteilung des AHA übertreten, wo im Rahmen eines
individuellen Stufenprogramms schrittweise kontrollierte Oeffnungen erfolgten. Nach
einem Entreissdiebstahl mit anderen Mitbeteiligten wurde das Benehmen von A.B. für
die Pflege- und Betreuungspersonen im AHA unzumutbar. Er lehnte die weitere
Zusammenarbeit mit dieser Institution ab. In der Folge wurde A.B. vom 12. bis 26. Mai
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und ab 7. Juni 2004 erneut in die Jugendabteilung des Gefängnisses E. eingewiesen.
Nach einer Aktennotiz des Jugendanwalts vom 12. Mai 2004 wünschte er sich dies,
weil er seine Ruhe haben wollte. Nachdem A.B. am 21. Juni 2004 vom Zentrum für
Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Zürich neuropsychologisch untersucht
worden war, wurde er mit Verfügung des Jugendanwalts vom 24. Juni 2004 auf den 19.
Juli 2004 in die geschlossene Abteilung der Kantonalen Arbeitserziehungsanstalt
Uitikon-Waldegg (in der Folge AEA Uitikon) eingewiesen. Der Entscheid wurde damit
begründet, der Jugendliche sei aufgrund der bisherigen Entwicklung und den
Erkenntnissen des forensischen Gutachtens nach wie vor massnahmebedürftig und die
Arbeitserziehungsanstalt erweise sich als letzte Möglichkeit. A.B. lebte sich in der AEA
Uitikon anfänglich gut ein und machte eine Anlehre in der Schreinerei.
D./ a) Das Kreisgericht Obertoggenburg-Neutoggenburg erklärte A.B. am 21.
September 2004 wegen des Vorfalls in Basel des Diebstahls schuldig und ordnete
gestützt auf Art. 91 Ziff. 1 Abs. 1 StGB an, er sei in ein Erziehungsheim einzuweisen.
b) Am 4. November 2004 wurde bei A.B. im Zimmer in der AEA Uitikon ein Messer
gefunden. In der Folge wurde er aus disziplinarischen Gründen bis zum 17. November
2004 im Gefängnis D. untergebracht. Anfangs Januar 2005 erhielten A.B. und ein
Kollege in der AEA Uitikon fälschlicherweise einen Schlüssel ausgehändigt, der dem
Personal zugedacht war. Als die Sache bekannt wurde, bestritten sie, den Schlüssel
erhalten zu haben. Nach Androhung einer Disziplinarmassnahme im Gefängnis gaben
die beiden die Schlüssel zurück. Dennoch wurde A.B. auf eigenen Wunsch vom 12. bis
31. Januar 2005 für ein "Time-Out" im Gefängnis D. untergebracht. Nach seiner
Rückkehr in die AEA Uitikon gelang es A.B. nicht mehr, sich auf die Massnahme
einzulassen. Auf seinen Wunsch wurde er mit Verfügung des Jugendanwalts vom 28.
Februar 2005 wiederum im Gefängnis E. untergebracht.
E./ Am 10. Juni 2005 verfügte der Jugendanwalt im Sinn einer Verschärfung des
Massnahmevollzugs, dass die vom Kreisgericht Obertoggenburg-Neutoggenburg am
21. September 2004 angeordnete Massnahme der Heimeinweisung in einer
geschlossenen Institution weitergeführt werde. Sodann entzog er einem allfälligen
Rekurs die aufschiebende Wirkung. Der Entscheid wird im Wesentlichen damit
begründet, das Massnahmeziel der Gefährdungsreduktion und die Förderung der
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Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit sei nicht erreicht worden und die
Aussichten hiefür seien als äusserst gering einzuschätzen. Die Heimeinweisung wäre
zwar notwendig, habe sich aber als undurchführbar erwiesen. Somit falle eine
Lockerung der Massnahme ausser Betracht. Weil die bisherigen Massnahmen bei A.B.
die notwendige Wirkung nicht gezeigt hätten und geeignete Institutionen nicht
vorhanden seien, wäre es grundsätzlich angezeigt, die gerichtlich angeordnete
Massnahme endgültig aufzugeben. Die erhebliche Fremdgefährdung des Jugendlichen
lasse eine sofortige Aufhebung der Heimeinweisung insbesondere unter dem Aspekt
der Massnahmebedürftigkeit indessen nicht zu, auch wenn sie mangels erzieherischer
Einflussmöglichkeiten auf reine Geschlossenheit reduziert werde.
F./ Gegen die Verfügung des Jugendanwalts vom 10. Juni 2005 erhob A.B., vertreten
durch Rechtsanwalt lic. iur. F.L., am 24. Juni 2005 Rekurs beim Justiz- und
Polizeidepartement. Er beantragte, die Verfügung sei aufzuheben und er sei umgehend
aus dem Massnahmevollzug zu entlassen. Eventualiter sei eine Ersatzmassnahme im
Sinn des Jugendstrafrechts anzuordnen. Zur Begründung machte er im Wesentlichen
geltend, die faktische Verwahrung eines Jugendlichen entbehre der rechtlichen
Grundlage, widerspreche dem Urteil des Kreisgerichts Obertoggenburg-
Neutoggenburg und den Grundprinzipien des Schweizerischen Jugendstrafrechts und
sei im Ergebnis unverhältnismässig. Eine allfällige Fremdgefährdung vermöge die
fehlende gesetzliche Grundlage nicht zu ersetzen.
Am 12. September 2005 wies das Justiz- und Polizeidepartement den Rekurs im Sinn
der Erwägungen ab (Ziff. 1). Einer Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung
entzogen (Ziff. 4). Der Jugendanwalt wurde aufgefordert, den Aufenthalt des
Rekurrenten im Gefängnis E. nach Absprache mit der Verteidigung baldmöglichst
durch ein individuelles Betreuungskonzept zu ergänzen oder durch Plazierung in einer
anderen Vollzugseinrichtung abzulösen.
G./ Am 27. September 2005 erhob A.B., wiederum vertreten durch Rechtsanwalt lic.
iur. F.L., gegen den Entscheid des Justiz- und Polizeidepartements vom 12. September
2005 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Er stellt die Rechtsbegehren, Ziff. 1 des
angefochtenen Entscheids sei aufzuheben und er sei umgehend aus dem
Massnahmevollzug zu entlassen. Eventualiter sei eine Ersatzmassnahme im Sinn des
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Jugendstrafrechts anzuordnen. Mit der Eingabe wird eine Verletzung des Rechts auf
persönliche Freiheit (Art. 10 Abs. 2 der Bundesverfassung, SR 101, abgekürzt BV)
sowie eine Verletzung von Art. 5 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention
(SR 0.101, abgekürzt EMRK) und von übergeordnetem Bundesrecht gerügt.
Am 13. Oktober 2005 stellte das Justiz- und Polizeidepartement den Antrag, die
Beschwerde sei abzuweisen.
a) Am 17. Oktober 2005 nahm der Jugendanwalt Stellung und teilte mit, A.B. befinde
sich weiterhin im Gefängnis E. und beharre grundsätzlich darauf, freigelassen zu
werden. Am 28. Oktober 2005 äusserte sich auch der Rechtsvertreter von A.B.
dahingehend, dieser befinde sich dort in der Erwachsenenabteilung und dränge auf
eine umgehende Entlassung. Aus diesem Grund lehne A.B. Angebote bezüglich
Beschulung und Betreuung ab.
b) Am 16. November 2005 stellte A.B. den Antrag, es sei im Gefängnis E. ein
Augenschein durchzuführen und er sei anlässlich des Augenscheins anzuhören. Am 17.
November 2005 forderte das Verwaltungsgericht beim Jugendanwalt eine Uebersicht
des Tagesablaufs von A.B. und einen Führungsbericht des Leiters des Gefängnisses
an. Der Bericht des Gefängnisleiters vom 25. November 2005 wurde dem
Rechtsvertreter von A.B. und dem Justiz- und Polizeidepartement zur Stellungnahme
übermittelt. Sowohl der Rechtsvertreter von A.B. als auch das Justiz- und
Polizeidepartement machten von dieser Möglichkeit am 9. Dezember bzw. am 2.
Dezember 2005 Gebrauch.
c) Am 23. November 2005 liess der Rechtsvertreter von A.B. dem Verwaltungsgericht
die Urlaubsregelung seines Mandanten für Weihnachten/Neujahr zukommen. Danach
erlaubt der Jugendanwalt A.B. vom 24. auf den 25. Dezember 2005 und vom 31.
Dezember 2005 auf den 1. Januar 2006 zu seinen Eltern nach F. zu gehen. Er ist jeweils
um 14.00 Uhr im Gefängnis E. abzuholen und um 16.00 Uhr des folgenden Tages
zurückzubringen. A.B. darf das Haus nur in Begleitung seiner Eltern verlassen, und es
ist ihm verboten, Alkohol zu konsumieren.
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Der Staatsanwalt hat die Urlaubsregelung des Jugendanwalts am 28. November 2005
wegen mehrfach diagnostizierter Fremdgefährlichkeit aufgehoben. Eine gegen diesen
Entscheid erhobene Beschwerde von A.B. hat die Anklagekammer gemäss
telefonischer Auskunft am 22. Dezember 2005 abgewiesen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 27. September 2005
entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1
in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2./ Der Beschwerdeführer stellt den Antrag, es sei im Bezirksgefängnis E. ein
Augenschein durchzuführen und es sei ihm vor Ort Gelegenheit zu geben, sich zur
Sache zu äussern.
Der Anspruch auf rechtliches Gehör gebietet, dass rechtzeitig und formrichtig
angebotene Beweismittel abzunehmen sind, es sei denn, diese betreffen eine nicht
erhebliche Tatsache und seien offensichtlich untauglich, über die streitige Tatsache
Beweis zu erbringen (vgl. BGE 124 I 242 E. 2; 117 Ia 268 E. 4b).
Der Beschwerdeführer begründet seinen Antrag auf Durchführung eines Augenscheins
damit, dass er in der Erwachsenenabteilung des Gefängnisses E. untergebracht sei,
bzw. seiner derzeitigen Lebenssituation komme erhebliche Bedeutung zu. Das Gericht
müsse sich davon in Kenntnis setzen, wie sich sein Tagesablauf gestalte. Sodann sei
den Mitgliedern des Gerichts ein subjektiver Eindruck seiner Person zu ermöglichen.
Die Uebersicht über den Tagesablauf und der Tagesplan für das Gefängnis E., die das
Gericht am 17. November 2005 angefordert hat, geben Aufschluss darüber, wie sich
das Leben des Beschwerdeführers von Montag bis Freitag und an Wochenenden
abspielt. Sodann kann dem Führungsbericht des Gefängnisleiters entnommen werden,
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wie sich der Beschwerdeführer unter den vorgegebenen Strukturen verhält bzw. wie er
mit der Situation zurecht kommt. Ueber die Persönlichkeit des Beschwerdeführers
geben sodann die verschiedenen bei den Akten liegenden Zeugnisse und Gutachten
erschöpfend Auskunft. Somit kann darauf verzichtet werden, den Beschwerdeführer
vor Ort persönlich anzuhören.
3./ Der Beschwerdeführer stellt das Rechtsbegehren, er sei umgehend aus dem
Massnahmevollzug zu entlassen.
a) Erziehungsmassnahmen sind aufzuheben, wenn sie
ihren Zweck erreicht haben; im Fall der Unterbringung in einem Erziehungsheim
gemäss Art. 91 Ziff. 1 Abs. 1 StGB ist die Aufhebung sodann erst möglich, wenn der
Jugendliche bedingt entlassen wurde und die Probezeit bestanden hat. Unabhängig
vom Erfolg muss die Massnahme des weiteren beendet werden, wenn der Jugendliche
die hiefür angesetzte Höchstaltersgrenze erreicht hat (vgl. Art. 94 StGB; vgl. auch J.
Rehberg, Strafrecht II, Strafen und Massnahmen Jugendstrafrecht, 7. Aufl., Zürich
2001, S. 211; Gürber/Hug, N. 1 und 2 zu Art. 94 StGB in: Basler Kommentar,
Strafgesetzbuch I; M. Boehlen, Kommentar zum Schweizerischen Jugendstrafrecht,
Bern 1975, N. 4 zu Art. 94 StGB).
Umstritten ist, ob die Massnahme weiter zu vollziehen sei, auch wenn sie nicht mehr
sinnvoll erscheint, weil keine Erfolgsaussicht mehr besteht oder ob der Jugendliche in
diesem Fall zu entlassen sei (vgl. S. Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch,
Kurzkommentar, 2. Aufl., Zürich 1997, N. 3 zu Art. 94 StGB). Wie das Bundesgericht
festgestellt hat, sind Vollzugsschwierigkeiten jedenfalls kein Grund zur Aufhebung einer
Massnahme (vgl. BGE 91 IV 178). Sodann kann sich nach BGE 99 IV 139 die
Versetzung eines Jugendlichen in eine Strafanstalt nach geltendem Recht und nach
dem heutigen Stand der Anstalten als die richtige oder doch vertretbare Behandlung
erweisen. Die Unterbringung eines Jugendlichen in einer Strafanstalt oder in einem
Gefängnis ist indessen seit 31. Dezember 1983 nicht mehr zulässig (vgl. Art. 7 und Art.
8 der Verordnung 1 zum StGB, SR 311.01; vgl. auch Art. 10 (3) des Inter-nationalen
Pakts über bürgerliche und politische Rechte, SR O.103.2, wonach jugendliche
Straffällige von Erwachsenen zu trennen und ihrem Alter und ihrer Rechtsstellung
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entsprechend zu behandeln sind). Trechsel vertritt unter Hinweis auf Rehberg, a.a.O.,
S. 111 und Boehlen, a.a.O., N. 4 zu Art. 94 StGB den Standpunkt, die
Freiheitsentziehung zur Erziehung sei nur im Rahmen ihrer Zweckmässigkeit legitim
(Trechsel, a.a.O., N. 3 zu Art. 94 StGB). Nach Gürber/Hug, a.a.O., N. 3 zu Art. 94 StGB
erfolgt mangels Erfolgsaussichten regelmässig eine Entlassung aus der Massnahme,
weil keine Institution bereit ist, einen solchen Jugendlichen aufzunehmen.
b) Die Vorinstanz hält in den Erwägungen zum angefochtenen Entscheid fest, dass das
Jugendstrafrecht eine Verwahrung nicht kenne und dass der Vollzug einer
Jugendmassnahme in einem Gefängnis oder in einer Strafanstalt für Erwachsene auf
die Dauer, jedenfalls ohne besonderes Betreuungskonzept, nicht zulässig sei. Der
Beschwerdeführer macht indessen geltend, die Vorinstanz gebe lediglich vor, bei
seiner Einweisung ins Bezirksgefängnis E. handle es sich um eine zeitlich befristete
Anordnung, die so bald als möglich aufgehoben werde. Er befinde sich seit Ende
Februar 2005 dort und ein Ende der Haft sei nicht abzusehen.
aa) Der Rechtsspruch, das Dispositiv, enthält in knapper Form eine Aussage, wie das
Verfahren vor der betreffenden Instanz erledigt worden ist. Gleichzeitig umschreibt es
den Umfang des Streitgegenstands, denn in der Regel ist nur das im Dispositiv
Enthaltene weiter anfechtbar oder erwächst in Rechtskraft. Eine Ausnahme davon gilt
dann, wenn im Dispositiv auf die Entscheidgründe verwiesen wird (z.B. "im Sinn der
Erwägungen"). In diesem Fall bilden Dispositiv und Motive zusammen den Inhalt der
Entscheidung und bestimmen den Umfang des Streitgegenstands (vgl. Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 1059 mit
Hinweisen; Kölz/Bosshart/Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des
Kantons Zürich, 2. Aufl., Zürich 1999, § 28 N. 5; Kölz/Häner, Verwaltungsverfahren und
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 716).
bb) Die Vorinstanz hat den Rekurs "im Sinn der Erwägungen" abgewiesen. In den
Erwägungen wird der Jugendanwalt aufgefordert, den derzeitigen Aufenthalt des
Rekurrenten im Gefängnis E. nach Absprache mit der Verteidigung baldmöglichst
durch ein individuelles Betreuungskonzept zu ergänzen oder durch Platzierung in einer
anderen Vollzugseinrichtung abzulösen. Die Vorinstanz bringt zum Ausdruck, dass die
Unterbringung im Gefängnis E. in der Form, wie sie jetzt erfolgt, nicht einfach
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aufrechterhalten werden kann. Dementsprechend hat sie den Jugendanwalt
angewiesen, mit und in den bestehenden Einrichtungen unter Einbezug der
Verteidigung nochmals eine Lösung zu suchen, die eine Entwicklung des
Beschwerdeführers und eine Verminderung seiner Rückfallgefahr zulasse. Sodann hat
sie ausgeführt, in diesem Zusammenhang sei das öffentliche Interesse an der
Sicherheit gebührend zu beachten, obschon angesichts der gesetzlichen Vorgaben
und der zeitlichen Befristung der Massnahme gewisse Unsicherheiten und Risiken
notgedrungen in Kauf genommen werden müssten. Des weiteren hat der Jugendanwalt
nach den Erwägungen im angefochtenen Entscheid darauf zu achten, dass enge,
zumindest vorerst geschlossene, wenig anforderungsreiche Strukturen geschaffen
werden und Rückzugsmöglichkeiten zur Reizabschirmung bestehen. Die Vorinstanz hat
den Jugendanwalt angewiesen, mit den Arbeitserziehungsanstalten und den Anstalten
für Nacherziehung erneut zu prüfen, ob ein solch individuelles Setting innerhalb einer
dieser Institutionen geschaffen werden kann. Für den Fall, dass dies nicht möglich sein
sollte, habe er sodann abzuklären, ob mit Zustimmung des Rekurrenten eine Lösung im
Gefängnis E., einer Einrichtung des Erwachsenenvollzugs oder allenfalls einer
psychiatrischen Einrichtung (z.B. einer Forensikstation der Kantonalen Psychiatrischen
Klinik Rheinau) verbunden mit einem individuellen Betreuungskonzept geschaffen
werden kann. Des weiteren sei das Angebot des AHA zu prüfen.
cc) Es ergibt sich somit, dass die Vorinstanz davon ausgeht, die am 21. September
2004 angeordnete Massnahme der Heimeinweisung müsse in einer geschlossenen
Institution vollzogen werden. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist
seine Unterbringung im Gefängnis E., in der Form, wie sie heute erfolgt, indessen nicht
auf Dauer angelegt. Der Jugendanwalt ist gehalten, dafür besorgt zu sein, dass der
Vollzug durch ein individuelles Betreuungskonzept ergänzt wird oder aber, dass der
Beschwerdeführer in einer Vollzugseinrichtung untergebracht wird, die in der Lage ist,
ein auf ihn abgestimmtes Setting anzubieten. Dementsprechend geht die Vorinstanz
davon aus, der Beschwerdeführer, der von sich behauptet, er sei "im richtigen Rahmen
durchaus massnahmefähig" und er spreche auf Massnahmen an, sei nicht nur
massnahmebedürftig, sondern unter bestimmten Vorgaben, wenn auch nur in sehr
beschränktem Ausmass, einer Massnahme auch zugänglich bzw. die am 21.
September 2004 verhängte Massnahme sei nicht sinn- und zwecklos. Diese
Auffassung entspricht derjenigen, die in einem psychiatrischen Gutachten des Kinder-
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und Jugendpsychiatrischen Dienstes des Kantons Zürich vom 3. Juni 2005 zum
Ausdruck gebracht wird. Danach ist der Beschwerdeführer, wenn auch bei erheblich
eingeschränkter Massnahmefähigkeit, nach wie vor massnahmebedürftig. Erforderlich
sind ein langfristig geschlossener, sicherer Rahmen mit konstanten Bezugspersonen
sowie klare, einfache, konstante Strukturen. Im weiteren benötigt der
Beschwerdeführer eine spezielle Behandlung mit vor allem stützendem Charakter.
Sodann kann in Krisensituationen eine zusätzliche medikamentöse Therapie notwendig
werden (S. 34). Auch die Leitung des AHA, wo der Beschwerdeführer zwecks
Abklärung der Massnahmebedürftigkeit und -fähigkeit eingewiesen worden war, hat im
Beobachtungsbericht vom 2. Juli 2004 erklärt, der Beschwerdeführer sei nicht nur
massnahmebedürftig, sondern auch massnahmefähig (S. 9). Gemäss einer Aktennotiz
des Jugendanwalts hat der Beschwerdeführer am 26. September 2005 in dieser
Hinsicht denn auch einen Vorschlag gemacht. Danach könnte er sich vorstellen, in die
Anstalt Pöschwies verlegt zu werden, um dort eine interne Ausbildung als Schreiner zu
absolvieren. Zu berücksichtigen ist weiter, dass es auch nach Meinung des
Beschwerdeführers der Prämisse des Jugendstrafrechts entspricht, dass Jugendliche
grundsätzlich massnahmefähig sind. Wie er selber ausführt, ist die
Massnahmeunfähigkeit deshalb nur zurückhaltend anzunehmen, weil der Erfolg
pädagogischer oder therapeutischer Einwirkungen auf einen Jugendlichen schwer
voraussehbar sei. Die Frage, ob die am 21. September 2004 angeordnete Massnahme
der Einweisung in ein Erziehungsheim mangels Erfolgsaussicht bzw. zufolge Sinn- und
Zwecklosigkeit nicht weiter vollzogen werden kann und ob der Beschwerdeführer
deshalb umgehend aus dem Gefängnis E. in die Freiheit zu entlassen sei, ist deshalb
zu verneinen.
dd) An dieser Beurteilung ändert nichts, dass es aufgrund der Persönlichkeit des
Beschwerdeführers und seiner Vorgeschichte nicht einfach ist, den Vollzug der
Massnahme vom 21. September 2004 entsprechend den Vorgaben der Vorinstanz
sicherzustellen, zumal dann, wenn er Angebote ablehnt, um zu erwirken, dass die
Massnahme mangels Erfolgsaussichten aufgehoben wird, wie sein Rechtsvertreter am
28. Oktober 2005 ausgeführt hat.
Wie dargelegt, kann der Vollzug der Massnahme vom 21. September 2004 nur
erfolgreich sein, wenn er in engen, reizarmen, konstanten Strukturen, mithin in einer
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geschlossenen Institution, erfolgt. Bereits im Gutachten der Psychiatrischen Klinik G.
vom März 2001 wird in diesem Zusammenhang festgehalten, der Beschwerdeführer
brauche "einen geschützten Rahmen, der durch konstante und verlässliche
Bedingungen in der Lage ist, A. genug Halt und Sicherheit zu geben, um
Beziehungsangebote aufgreifen zu können" (S. 18). Auch das Zweitgutachten dieser
Klinik vom 13. September 2001 spricht sich für derartige Rahmenbedingungen aus.
Empfohlen wird "eine geschlossene, sozialpädagogisch geführte und eng mit den
Justizbehörden zusammenarbeitende stationäre Einrichtung", wobei auch eine
geschlossene psychiatrische Abteilung ein möglicher Entwicklungsrahmen wäre (S. 31).
Das psychiatrische Gutachten der Fachstelle für Kinder- und Jugendforensik,
Justizvollzug des Kantons Zürich, vom 17. Februar 2004 lässt zwar offen, ob es gelingt,
den Beschwerdeführer mit einzeln dargestellten Massnahmen in die Gesellschaft zu
integrieren, befürwortet aber ebenfalls eine engmaschige Führung und Kontrolle, wobei
Lockerungen nur in kleinen Schritten zuzulassen sind, weil andernfalls die Gefahr der
Ueberforderung bestehe (S. 117).
ee) Dafür, dass die Auffassung der Vorinstanz zutrifft, wonach die am 21. September
2004 angeordnete Massnahme nur Sinn machen kann, wenn sie in stabilen,
geschlossenen Strukturen vollzogen wird bzw. dass "eine Steigerung der
Anforderungen" oder "Oeffnungsschritte" den Beschwerdeführer rasch überfordern,
spricht sodann, dass sich sein Verhalten nach den Akten stabilisiert hat, wenn die
Rahmenbedingungen entsprechend ausgestaltet waren. So hat der Leiter des
Gefängnisses E. dem Beschwerdeführer, der nach Absprache mit dem Jugendanwalt
Ende Februar 2005 dort eingewiesen worden ist, am 25. November 2005 ein sehr gutes
Führungszeugnis ausgestellt. Die Tatsache, dass das Verhalten des
Beschwerdeführers dort bisher zu keinen Beanstandungen Anlass gegeben hat, spricht
dafür, dass er sich wohl fühlt, wenn er in einem geschlossenen Rahmen und unter
einem strengen, nicht anforderungsreichen Regime leben kann. Dementsprechend ist
er wiederholt auf eigenen Wunsch für ein "Time-Out" in einem Gefängnis untergebracht
worden. Sodann hat der Beschwerdeführer nach Berichten des AHA vom 16.
Dezember 2003 und 17. Februar 2004 betreffend die Zeit vom 23. Juli 2003 bis 26.
Januar 2004, die er dort zwecks Abklärung der Massnahmefähigkeit und -bedürftigkeit
in der Geschlossenen Abteilung verbracht hat, die Regeln und Strukturen schnell
angenommen und gelebt und so das interne Stufenprogramm zügig durchlaufen. "Je
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länger A. im AHA Basel war, desto besser konnte er mit Kritik und Frustration
umgehen. Er konnte zunehmend den Kontakt zu den betroffenen Erwachsenen halten,
brach die Beziehung nicht ab und liess sich nach kurzer Zeit wieder beruhigen, wenn er
aufgebracht war" (Bericht vom 16. Dezember 2003, S. 4; Bericht vom 17. Februar
2004, S. 4). Erst nachdem der Beschwerdeführer in die Offene Abteilung des AHA
übergetreten war, hat er sich am 3. Mai 2004 erneut strafbar gemacht und in der Folge
die Zusammenarbeit mit dieser Institution abgelehnt. Die Leitung des AHA hält in ihrem
Beobachtungsbericht vom 2. Juli 2004 in diesem Zusammenhang fest: "Für A. war
dieser Fahrplan eventuell doch ein zu schneller und grosser Schritt" (S. 8). Der
Beschwerdeführer trat am 19. Juli 2004 in die Geschlossene Abteilung der AEA Uitikon
ein. Die Leitung dieser Institution wertete dieses Vorgehen in den Massnahmeberichten
vom 26. November 2004 und 17. Mai 2005 als grundsätzlich erfolgreich. Erst als die
"vollständige Geschlossenheit des Massnahmevollzugs" aufgehoben worden war,
begannen die Schwierigkeiten, indem am 4. November 2004 im Zimmer des
Beschwerdeführers ein Messer gefunden wurde.
ff) Es ergibt sich somit, dass der Beschwerdeführer (auch) in Institutionen
untergebracht worden ist, die über die erforderlichen Strukturen und Einrichtungen
sowie über das erforderliche Fachpersonal verfügen, um die am 21. September 2004
angeordnete Massnahme erfolgversprechend durchführen zu können. Der jeweilige
Verlauf der Massnahme in den an und für sich geeigneten Einrichtungen - AHA und
AEA Uitikon - zeigt indessen, dass sich eine Lockerung des jeweiligen Regimes fatal
ausgewirkt hat. Die Versuche, den Beschwerdeführer in einem offeneren Rahmen zu
integrieren, waren zum Scheitern verurteilt. Abgesehen davon, dass vom
Beschwerdeführer auch eine hohe Fremdgefährlichkeit ausgeht (vgl. lit. c hienach), ist
deshalb entsprechend den Vorgaben der Vorinstanz ein auf ihn abgestimmtes
Vollzugskonzept mit Tagesstruktur erforderlich, das im Rahmen einer geschlossenen
Abteilung zu vollziehen ist. Als Vollzugsort in Frage kommen nicht nur das AHA und die
AEA Uitikon, sondern auch Einrichtungen des Erwachsenenvollzugs oder der
Psychiatrie, sofern die für den Beschwerdeführer notwendigen speziellen
Betreuungsangebote geschaffen werden.
c) Zu prüfen ist weiter, ob der Beschwerdeführer unverzüglich aus der Massnahme zu
entlassen ist, weil er sich ohne individuelles Betreuungskonzept in der
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Erwachsenenabteilung des Gefängnisses E. aufhält. Er beruft sich auf Art. 10 Abs. 2 BV
und Art. 5 Ziff. 1 EMRK und darauf, der angefochtene Entscheid beruhe auf einer
ungenügenden gesetzlichen Grundlage.
aa) Art. 10 Abs. 2 BV garantiert jedem Mensch das Recht auf persönliche Freiheit,
insbesondere auf körperliche und geistige Unversehrtheit und auf Bewegungsfreiheit.
Das Recht auf persönliche Freiheit gilt indessen, wie die übrigen Freiheitsrechte, nicht
absolut. Einschränkungen sind zulässig, wenn sie auf einer gesetzlichen Grundlage
beruhen, im öffentlichen Interesse liegen und verhältnismässig sind; zudem dürfen sie
den Kerngehalt des Grundrechts nicht beeinträchtigen, das heisst, dieses darf weder
völlig unterdrückt noch seines Gehalts als Institution der Rechtsordnung entleert
werden (vgl. BGE 126 I 114 f. mit Hinweisen).
Nach Art. 31 Abs. 1 BV darf die Freiheit einer Person nur in den vom Gesetz
vorgeschriebenen Fällen und nur auf die im Gesetz vorgeschriebene Weise entzogen
werden. Freiheitsentzug ist somit primär von einer Grundlage in einem ausreichend
bestimmt formulierten Gesetz abhängig. Bei schweren Eingriffen muss die gesetzliche
Grundlage ein Gesetz im formellen Sinn sein, und es muss sich um eine klare und
ausdrückliche Regelung handeln (vgl. Vest, St. Galler Kommentar zu Art. 31 Abs. 1 BV,
Zürich/Basel/Genf 2002, Rz. 4 mit Hinweisen).
Nach Art. 5 Ziff. 1 EMRK hat jedermann ein Recht auf Freiheit und Sicherheit. Die
Freiheit darf einem
Menschen nur in den unter lit. a-f aufgezählten Fällen und nur auf die gesetzlich
vorgeschriebene Weise entzogen werden. Dazu gehört die Strafverbüssung nach
Verurteilung durch ein Gericht (lit. a) und die rechtmässige Haft eines Minderjährigen,
die zum Zwecke überwachter Erziehung angeordnet ist, oder um die rechtmässige Haft
eines solchen, die zum Zwecke seiner Vorführung vor die zuständige Behörde verhängt
ist (lit. d). Nach einem Entscheid des Bundesgerichts ist Art. 5 Ziff. 1 lit. a EMRK
anwendbar, wenn ein Jugendlicher gestützt auf Art. 91 Ziff. 1 Abs. 1 StGB durch
gerichtliches Urteil in ein Erziehungsheim eingewiesen wird (vgl. Haefliger/Schürmann,
Die Europäische Menschenrechtskonvention und die Schweiz, 2. Aufl., Bern 1999, S.
91 mit Hinweis auf BGE 121 IV 308 f.).
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bb) Das Kreisgericht Obertoggenburg-Neutoggenburg hat den Beschwerdeführer am
21. September 2004 in Anwendung von Art. 91 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in ein
Erziehungsheim eingewiesen. Diese Einweisung fällt unter Art. 5 Ziff. 1 lit. a EMRK und
ist mit der Konvention vereinbar, auch wenn sie über die Volljährigkeit hinaus gilt (vgl.
BGE 121 IV 311). Der Freiheitsentzug des Beschwerdeführers erweist sich somit als
zulässig. Der Jugendanwalt hat gestützt auf Art. 338 Abs. 1 des Strafprozessgesetzes
(sGS 962.1, abgekürzt StP) am 10. Juni 2005 verfügt, die am 21. September 2004
angeordnete Massnahme werde in einer geschlossenen Institution weitergeführt.
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist damit keine andere Massnahme -
Einweisung in eine Arbeitserziehungsanstalt (Art. 93bis Abs. 2 StGB), in ein
Therapieheim oder in eine Anstalt für Nacherziehung (Art. 93ter StGB) - angeordnet
worden. Der Jugendanwalt hat lediglich die Vollzugsmodalitäten geändert, was in seine
Zuständigkeit fällt (vgl. N. Oberholzer, Grundzüge des Strafprozessrechts, 2. Aufl., Bern
2005, Rz. 1592). Die Vorinstanz stützt ihren Entscheid auf Art. 316 Abs. 2 StP in
Verbindung mit Art. 287 Abs. 1 StP ab. Nach Art. 316 Abs. 2 StP werden in der
Jugendstrafrechtspflege die Bestimmungen über das ordentliche Verfahren
sachgemäss angewendet, soweit dieser Titel (Sechzehnter Titel:
Jugendstrafrechtspflege) keine Regelung enthält. Unter der Marginalie "Freiheitsstrafen
und freiheitsentziehende Massnahmen" trifft das zuständige Departement nach Art.
287 Abs. 1 StP die geeigneten Anordnungen zur Sicherung des Vollzugs bei
Fluchtgefahr oder wenn die öffentliche Sicherheit gefährdet ist.
cc) Was die Rüge anbetrifft, der angefochtene Entscheid entbehre einer genügenden
gesetzlichen Grundlage, wendet der Beschwerdeführer vorab ein, Art. 287 Abs. 1 StP
könne im Bereich der Jugendstrafrechtspflege nicht sachgemäss zur Anwendung
kommen, weil diese eine eigenständige Regelung beinhalte. Er begründet dies damit,
im Kanton St. Gallen verfüge der Jugendanwalt gestützt auf Art. 338 und Art. 339 StP
über die erforderlichen Kompetenzen, um den Vollzug eines Jugendlichen zu begleiten.
Zutreffend ist, dass der Jugendanwalt den Vollzug der gegenüber Kindern und
Jugendlichen verhängten Massnahmen und Strafen anordnet und beaufsichtigt und
dass er eine Massnahme vorläufig abändern kann, wenn dies im
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Interesse des Angeschuldigten dringend geboten ist (Art. 338 Abs. 1 StP und Art. 339
Abs. 1 StP). Dies schliesst indessen nicht aus, dass er auch Art. 287 Abs. 1 StP
sachgemäss zur Anwendung bringen kann, ungeachtet dessen, dass nach dieser
Vorschrift das zuständige Departement (im Erwachsenenvollzug) tätig wird. Der
Anwendungsbereich dieser Vorschrift geht nach ihrem Sinn und Zweck über die
Sicherung des Antritts der Strafe oder Massnahme hinaus und betrifft nicht nur das
Erwachsenenstrafrecht. Sicherheitsmassnahmen müssen auch angeordnet werden
können, wenn ein Jugendlicher, gegen den eine Massnahme verhängt worden ist, die
öffentliche Sicherheit gefährdet. Er muss vorübergehend in einem Gefängnis
untergebracht werden können, wenn er aus der mit der Durchführung der Massnahme
betrauten Institution geflohen oder dort nicht mehr tragbar ist und eine Entlassung in
die Freiheit nicht verantwortet werden kann (vgl. dazu Botschaft zum V.
Nachtragsgesetz zur StP, in: ABl 1994/2667). Diese Zielsetzung entspricht derjenigen
des Jugendstrafgesetzes (vgl. BBl 2003/4450), wonach die urteilende Behörde die
Unterbringung in einer Geschlossenen Einrichtung allein für den Schutz Dritter vor
schwer wiegender Gefährdung durch den Jugendlichen anordnen darf (Art. 15 Abs. 2
lit. b), wenn mit Blick auf die persönlichen Verhältnisse des Jugendlichen zu befürchten
ist, er werde nach einer allfälligen Entweichung aus der Institution erneut schwer
wiegende Delikte wie Raub, Vergewaltigung usw. begehen. Die Unterbringung als
definitive, auf eine gewisse Dauer angelegte Massnahme verhindert im übrigen die
vorübergehende geschlossene Unterbringung nicht (vgl. Botschaft zu einem
Bundesgesetz über das Jugendstrafrecht, in: BBl 1999/2236).
dd) Weiter kann das Gericht dem Beschwerdeführer nicht folgen, wenn er sinngemäss
geltend macht, die Vorinstanz sei als Rechtsmittelinstanz nicht berechtigt gewesen, die
Vollzugsanordnung des Jugendanwalts auf eine andere Rechtsgrundlage abzustützen.
Im Verwaltungsprozess gilt der Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen.
Nach Art. 21 VRP fasst die Behörde ihren Beschluss nach den massgebenden
Vorschriften. Demnach ist es Aufgabe der entscheidenden Instanz, die auf ein
Verwaltungsrechtsverhältnis anwendbaren Normen aufzufinden und anzuwenden (Kölz/
Bosshart/Röhl, a.a.O., Vorbem. zu § 19-28, N. 71). Die Rechtsmittelinstanz ist somit
nicht an die rechtliche Beurteilung der Beteiligten gebunden (vgl. W.E. Hagmann, Die
st. gallische Verwaltungsrechtspflege und das Rechtsmittelverfahren vor dem
Regierungsrat, Diss. Zürich 1979, S. 232 mit Hinweis).
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ee) Der Beschwerdeführer rügt weiter, der angefochtene Entscheid liege nicht im
öffentlichen Interesse und sei unverhältnismässig. Er wirft der Vorinstanz sinngemäss
vor, sie habe den Sachverhalt unrichtig festgestellt, weil sie seine Gefährlichkeit und
seine Therapierbarkeit falsch einschätze.
aaa) Ein Gutachten der Psychiatrischen Klinik G. vom September 2001 kommt zu
Ergebnis, beim Beschwerdeführer bestehe insbesondere in Frustrations- und
Ueberforderungssituationen bzw. nach langer aufgestauter Aggression eine plötzlich
und raptusartig auftretende Fremdgefährlichkeit gegenüber Personen und Sachen (S.
29). Auch ein psychiatrisches Gutachten vom 17. Februar 2004, erstellt durch die
Fachstelle für Kinder- und Jugendforensik, Justizvollzug Kanton Zürich, hält bezüglich
Fremdgefährlichkeit des Beschwerdeführers fest, ohne soziale, pädagogische und
therapeutische Intervention (müsse) von einem hochgradigen Gefährdungspotential
ausgegangen werden (S. 123). Nach einem Massnahmebericht der AEA Uitikon für die
Zeit vom 19. Juli 2004 bis 31. März 2005 besteht beim Beschwerdeführer ebenfalls ein
hochgradiges strukturelles Rückfallrisiko für alle Deliktsarten. Sodann gibt es durch
orientierungsgebende Strukturen und angemessene Anforderungen grundsätzlich
Aussicht auf die Möglichkeit, dieses Risiko zu senken. Ein weiteres psychiatrisches
Gutachten des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes des Kantons Zürich vom
3. Juni 2005 kommt ebenfalls zum Ergebnis, vor dem Hintergrund der biografischen
Daten, der deliktanamnestischen Daten sowie der persönlichen Disposition und des
psychiatrischen Krankheitsbildes (sei) das strukturelle Rückfallrisiko als hoch zu
beurteilen (S. 33).
bbb) Es ergibt sich somit zweifelsfrei, dass vom Beschwerdeführer, der sich in
verschiedenster Hinsicht strafrechtlich relevant verhalten hat, eine hochgradige
Rückfallgefahr und somit eine hohe Fremdgefährlichkeit ausgeht, die es nicht erlaubt,
ihn auf freien Fuss zu setzen, es sei denn, man nehme in Kauf, dass Dritte zu Schaden
kommen. Die Entlassung des Beschwerdeführers aus der Massnahme ist deshalb nicht
zu vertreten. An dieser Beurteilung ändert nichts, dass er geltend macht, der grösste
Teil derjenigen strafbaren Handlungen, welche als fremdgefährlich zu bezeichnen
seien, habe er im Alter von rund 14 Jahren verübt. Angesichts der durch
verschiedenste Gutachten bestätigten Gefährlichkeit des Beschwerdeführers musste
die Vorinstanz davon ausgehen, es bestehe ein erhebliches Interesse, die
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Oeffentlichkeit vor ihm zu schützen. Dieses öffentliche Interesse spricht auch dafür,
dass der Beschwerdeführer im Gefängnis E. untergebracht werden darf, auch wenn die
Kantone nach Art. 385 StGB dafür zu sorgen haben, dass für die Einschliessung
Jugendlicher geeignete Räume oder Anstalten zur Verfügung stehen. Der Vollzug der
am 21. September 2004 angeordneten Massnahme in der AEA Uitikon ist gescheitert,
und Versuche, den Beschwerdeführer in den Anstalten für Nacherziehung von Prêles
und Aarburg zu plazieren, sind bisher erfolglos geblieben. Hinzu kommt, dass der
Beschwerdeführer, der über 19 Jahre alt ist, die erneute Einweisung ins Gefängnis E.
nach den Erwägungen des Jugendanwalts zur Vollzugsverfügung vom 28. Februar
2005 begrüsst hat. Weil das Jugendstrafrecht eine Verwahrung nicht kennt, muss der
Vollzug der am 21. September 2004 verhängten Massnahme im Gefängnis E. allerdings
sofort durch ein individuelles Betreuungskonzept ergänzt oder durch die Plazierung in
der geschlossenen Abteilung einer geeigneten Institution ersetzt werden. Zu prüfen ist
in diesem Zusammenhang, ob die Massnahme durch eine andere abzulösen ist. Zu
berücksichtigen ist sodann, dass der Fremdgefährlichkeit des Beschwerdeführers nach
einem Gutachten der Psychiatrischen Klinik G. vom September 2001 nur in einer
geschlossen geführten, stark strukturierten und mit klaren Belohnungs- und
Bestrafungssystemen arbeitenden psychiatrischen, jugendpsychiatrischen bzw.
sozialpädagogischen Umgebung mit regelmässiger Gelegenheit zum Abbau
aggressiver Impulse angemessen begegnet werden kann (S. 30). Auch das Gutachten
der Fachstelle für Kinder- und Jugenddiagnostik, Justizvollzug Kanton Zürich, vom 17.
Februar 2004 kommt zum Ergebnis, das bestehende Gefährdungs- und Rückfallrisiko
lasse sich unter geeigneten Strukturen und mit professioneller Intervention im Rahmen
einer strukturierten interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Kinder- und
Jugendpsychiatern, Sozialpädagogen und Justiz entscheidend senken (S. 123).
Sodann wird im Massnahmebericht der AEA Uitikon für die Zeit vom 19. Juli 2004 bis
31. März 2005 ausgeführt, bei orientierungsgebenden Strukturen und angemessenen
Anforderungen bestehe grundsätzlich Aussicht auf die Möglichkeit, das Rückfallrisiko
zu senken. Auch könne das Ausmass und die Intensität der Impulsdurchbrüche durch
pädagogische Massnahmen positiv beeinflusst werden. Des weiteren könnte das
Risiko des Klienten für Sexualdelikte sowohl durch therapeutische als auch durch
sozialpädagogische Massnahmen gesenkt werden (S. 17/18).
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4./ Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist. Vom
Beschwerdeführer, der, ein rigides Regime vorausgesetzt, in gewissem Umfang
massnahmefähig ist, geht eine hohe Fremdgefährlichkeit aus. Der Massnahmevollzug
in einer Geschlossenen Abteilung erweist sich deshalb als richtig und zulässig,
vorausgesetzt der Beschwerdeführer wird nach einem auf ihn individuell abgestimmten
Konzept betreut, das ihm eine Entwicklung ermöglicht.
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 des Gerichtskostentarifs,
sGS 941.12). Auf die Erhebung der Gebühr ist indessen zu verzichten (Art. 97 VRP).
Im weiteren ist dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu
gewähren. Sein Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht. Die Entschädigung
ist deshalb nach Ermessen festzusetzen (Art. 6 der Honorarordnung für Rechtsanwälte
und Rechtsagenten, sGS 963.75, abgekürzt HonO). Ein Betrag von Fr. 4'000.--
(zuzüglich MWSt) ist angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. c in Verbindung mit Art. 19 HonO
und Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70).