Decision ID: a469deb0-c1a1-4925-8fa9-09dc63bf5f77
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend einfache Körperverletzung
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, Einzelgericht, vom 20. März 2018 (GG170066)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 14. Novem-
ber 2017 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 26).
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 52 S. 26 ff.)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte ist schuldig der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 1 u. 3 StGB
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu Fr. 30.–, wovon
77 Tagessätze als durch Haft geleistet gelten.
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
4. Der Antrag des Beschuldigten auf Zusprechung von Schadenersatz sowie Genugtuung wird
abgewiesen.
5. Dem Beschuldigten wird für seine Aufwendungen keine Entschädigung zugesprochen.
6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 14. November 2013
beschlagnahmten 6 Messer, iPhone3, iPhone5, 3 USB-Stick (A010'096'465) und die Foto-
ausrüstung (A010'096'658) werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des
Urteiles innerhalb einer Frist von 30 Tagen auf erstes Verlangen herausgegeben. Lässt der
Beschuldigte diese Frist unbenutzt verstreichen, werden die beschlagnahmten Gegenstän-
de auf Kosten des Beschuldigten zur Vernichtung freigegeben.
7. Der am 26. April 2017 sichergestellte Duschstuhl (A005'824'919) wird dem B._, ... [Ad-
resse], nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils innerhalb einer Frist von 30 Tagen auf erstes
Verlangen herausgegeben. Lässt das B._ diese Frist unbenutzt verstreichen, wird der
Duschstuhl zur Vernichtung freigegeben.
8. Die beim Forensischen Institut Zürich unter der Referenznummer 57135167 aufbewahrten
Gegenstände, Spuren und Spurenträger,
- Vergleichs-WSA (A005'724'447)
- DNA-Spur - Wattetupfer (A005'724'470)
- DNA-Spur - Wattetupfer (A005'724'481)
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- DNA-Spur - Wattetupfer (A005'724'492)
- DNA-Spur - Wattetupfer (A005'724'505)
werden dem Forensischen Institut Zürich nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zur Ver-
nichtung überlassen.
9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 1'200.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 4'000.– Gebühr für die Strafuntersuchung
Fr. 2'011.80 Auslagen Vorverfahren
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
10. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten
auferlegt.
11. (Mitteilungen)
12. (Rechtsmittel)"
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 70 S. 25 f.)
1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung freizu-
sprechen.
2. Dem Beschuldigten sei eine Genugtuung für erlittene Untersuchungshaft in
der Höhe von CHF 15'400 zuzusprechen.
3. Dem Beschuldigten sei eine Genugtuung nach Ermessen des Gerichts für
die ausserordentliche Belastung durch die überlange Verfahrensdauer zuzu-
sprechen.
4. Dem Beschuldigten sei eine Entschädigung für Verteidigungskosten zuzu-
sprechen.
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5. Dem Beschuldigten sei eine Entschädigung für durch das Strafverfahren er-
littene wirtschaftliche Einbussen in der Höhe von CHF 110'000 zuzuspre-
chen.
6. Kostenverteilung im Berufungsverfahren nach Art. 428 StPO.
b) Der Staatsanwaltschaft:
(Urk. 59; schriftlich)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

Erwägungen:
I. Verfahrensgang
1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Ver-
meidung unnötiger Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen im ange-
fochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 52 S. 3).
2. Mit Urteil vom 20. März 2018 erkannte das Einzelgericht in Strafsachen des
Bezirks Bülach den Beschuldigten A._ (fortan Beschuldigter) der einfachen
Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 1 und 3 StGB schuldig und
bestrafte ihn mit einer bedingten Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu Fr. 30.–,
wovon 77 Tagessätze als durch Haft erstanden sind. Der Vollzug der Geldstrafe
wurde aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre angesetzt. Weitere Einzel-
heiten des Entscheides können dem Ingress dieses Urteils entnommen werden.
3. Gegen das mündlich eröffnete Urteil (Prot. I S. 6 ff.) liess der Beschuldigte
mit Eingabe vom 23. März 2018 Berufung anmelden (Urk. 45). Am 22. Mai 2018
erfolgte die Mitteilung der Berufungsanmeldung an die Staatsanwaltschaft
Winterthur/Unterland (fortan Staatsanwaltschaft) (Urk. 47). Das Urteil ging dem
Beschuldigten sowie der Staatsanwaltschaft je am 27. Juli 2018 (Urk. 51) in be-
gründeter Fassung zu (Urk. 49=Urk. 52). Mit Verfügung vom 25. Juli 2018 wurden
die Akten zur Behandlung der Berufung an das Obergericht überwiesen (Urk. 53).
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4. Unter dem 16. August 2018 reichte die erbetene Verteidigung der erkennen-
den Kammer sodann die Berufungserklärung ein (Urk. 55). Aus dieser geht her-
vor, dass vom Beschuldigten ein Freispruch verlangt wird. Neue Beweisanträge
stellte die Verteidigung keine. Mit Präsidialverfügung vom 17. August 2018 wurde
der Staatsanwaltschaft in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 StPO, Art. 401
StPO und Art. 34 StGB eine Kopie der Berufungserklärung zugestellt und Frist
angesetzt, um gegebenenfalls zu erklären, ob Anschlussberufung erhoben werde,
oder um begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen. Gleichzei-
tig wurde dem Beschuldigten aufgegeben, das ihm zugestellte Datenerfassungs-
blatt auszufüllen und verschiedene Unterlagen betreffend seine finanziellen Ver-
hältnisse einzureichen (Urk. 57). In der Folge teilte die Staatsanwaltschaft mit
Eingabe vom 4. September 2018 mit, dass sie die Bestätigung des vorinstanz-
lichen Urteils beantrage. Gleichzeitig verzichtete sie darauf, Beweisanträge zu
stellen (Urk. 59). Am 11. September 2018 reichte die Verteidigung die Unterlagen
betreffend die finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten (Datenblatt, Unter-
stützungsbestätigung Soziale Dienste Zürich, Budget September 2018, Konto-
auszüge Staats- und Gemeindesteuern 2017und 2018) ein (Urk. 63). Bereits un-
ter dem 2. August 2018 war überdies ein aktueller Strafregisterauszug über den
Beschuldigten eingeholt worden (Urk. 54), welcher mit dem bereits bei den Akten
liegenden (Urk. 21/2) inhaltlich übereinstimmt.
5. Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung erschien der Beschuldigte in
Begleitung seines erbetenen Verteidigers (Prot. II S. 4). Vorfragen waren keine zu
entscheiden (Prot. II S. 5).
II. Umfang der Berufung
1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-
schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dem-
entsprechend gehemmt (vgl. Schmid, Praxiskommentar, Zürich / St. Gallen 2009,
N 1 zu Art. 402). Der Beschuldigte beantragt einen Freispruch vom Vorwurf der
einfachen Körperverletzung. Er ficht die Dispositivziffern 1 (Schuldspruch),
2 (Geldstrafe), 4 (Abweisung des Antrags auf Zusprechung von Schadenersatz
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und Genugtuung), 5 (Verweigerung einer Entschädigung) und 10 (Auferlegung
der Untersuchungs- und Verfahrenskosten) an (Urk. 55 S. 2). Der Vollständigkeit
halber ist anzumerken, dass, obwohl die Verteidigung Dispositivziffer 3 (Vollzug
der Gelstrafe) nicht anficht (Urk. 55 S. 2), diese Anordnung als (mit-)angefochten
gilt, da bei Anfechtung des Strafmasses der Sanktionspunkt als Ganzer als ange-
fochten gilt; eine Berufung kann nicht darauf beschränkt werden, nur die Strafzu-
messung oder nur (isoliert) die Frage des bedingten Vollzuges anzufechten (Hug /
Scheidegger in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl.,
Zürich 2014, N 20 zu Art. 399; Schmid, Praxiskommentar StPO, 2. Aufl., Zürich/
St. Gallen 2013, N 19f. zu Art. 399). Unangefochten blieben hingegen die Disposi-
tivziffern 6 und 7 (Freigabe beschlagnahmter Gegenstände und des Duschstuhls),
8 (Anordnung der Vernichtung von Spurenmaterial) sowie 9 (Kostenaufstellung).
Somit ist das vorinstanzliche Urteil in den Dispositivziffern 6-9 in Rechtskraft er-
wachsen (Art. 404 Abs. 1 StPO), was vorab mittels Beschluss festzustellen ist.
2. Gegenstand des Berufungsverfahrens bildet der Sachverhalt gemäss Ankla-
geschrift der Staatsanwaltschaft vom 14. November 2017 (Urk. 26). Darin wird dem Beschuldigten zusammengefasst zur Last gelegt, er habe in seiner Funktion
als auszubildender Fachmann Gesundheit EFZ am 20. März 2013, um ca. 08:30
Uhr bis ca. 10:30 Uhr, im Pflegezentrum C._ an der schwerst dementen und
hoch pflegebedürftigen D._ (fortan Geschädigte) Pflegeleistungen vorge-
nommen. Dazu habe er die Geschädigte im Duschraum, Zimmer ..., gebracht und
diese entkleidet, in der Absicht sie zu duschen. In der Folge habe der Beschuldig-
te einen nicht mehr genauer bestimmbaren, sehr heissen Gegenstand mutmass-
lich einen sich im Schrank des Duschraums befindlichen Haarfön, genommen und
durch Halten des Gegenstandes bzw. des Haarföns in unmittelbarer Nähe oder
durch direktes an die Haut halten der Geschädigten eine ca. 6 x 5 cm grosse
Brandverletzung an der Innenseite des rechten Oberschenkels zugefügt. Die
Brandverletzung habe in der Folge einer ärztlichen Behandlung bedurft und sei
neun Tage später nach wie vor nicht verheilt gewesen. Der Beschuldigte habe
dies gewollt oder durch sein Verhalten zumindest als ernstlich möglich in Kauf
genommen (Urk. 26).
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3. In ihrer Berufungserklärung vom 16. August 2018 (Urk. 55) kritisiert die Ver-
teidigung eine unzutreffende Beweiswürdigung der Vorinstanz. Mit Bezug auf die
Frage der Täterschaft existiere kein direkter Beweis. Im erstinstanzlichen Urteil
werden ein "Mosaik" aus belastenden Indizien erstellt, unter Vernachlässigung
der von der Verteidigung vorgebrachten entlastenden Argumente (Urk. 55 S. 3 f.).
III. Sachverhalt und rechtliche Würdigung
1. Sachverhalt
1.1. Die Beschuldigte hat den eingeklagten Sachverhalt während der Untersu-
chung entschieden in Abrede gestellt. Zutreffend sei, dass er die Geschädigte an
jenem Tag geduscht habe, er habe ihr die fragliche Verletzung aber nicht zuge-
fügt (Urk. 8/1; Urk. 8/3; Urk. 8/4). Vor der Vorinstanz und auch in der Berufungs-
verhandlung wollte er sich nicht mehr zu Sache äussern, sondern überliess dies
seinem Verteidiger.
1.2.1. Die Vorinstanz hat zutreffend aufgezeigt, wie bei der Sachverhaltserstellung
vorzugehen ist und welche Grundsätze bei der Beweiswürdigung zu berücksich-
tigen sind (Urk. 52 S. 4 ff.). Darauf kann vollumfänglich verwiesen werden (Art. 82
Abs. 4 StPO).
1.2.2. Zutreffend hat die Vorinstanz dabei insbesondere erwogen, dass – soweit
ein direkter Beweis nicht möglich sei – der Nachweis der Tat mit Indizien, dass
heisst im indirekten, mittelbaren Beweisen geführt werden könne (Urk. 52 S. 6) –
Indizien oder Beweisanzeichen sind Tatsachen, von denen auf das Vorliegen
einer unmittelbar entscheiderheblichen Tatsache geschlossen werden kann. Der
Indizienbeweis ist dem direkten Beweis gleichwertig. Indizien sind sogar unent-
behrlich zur Aufdeckung innerer Tatsachen wie des Vorsatzes. Es ist zulässig,
aus der Gesamtheit der verschiedenen Indizien, welche je für sich allein betrach-
tet nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache oder
Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offen lassen, auf den vollen rechtsge-
nügenden Beweis von Tat oder Täter zu schliessen (Hauser/Schwery/Hartmann,
Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl. 2005, S. 277 f.). Der Indizienprozess
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als solcher verletzt weder die Unschuldsvermutung noch die aus ihr abgeleiteten
Teilrechte. Der Grundsatz "in dubio pro reo" findet auf das einzelne Indiz
keine Anwendung (Urteile 6B_605/2016 vom 15. September 2016 E. 2.8 und
6B_1021/2016 vom 20. September 2017 E. 4.1 mit Hinweisen). Er entfaltet seine
Wirkung bei der Beweiswürdigung als Ganzes. Massgebend ist nicht eine isolierte
Betrachtung der einzelnen Beweise, welche für sich allein betrachtet nur eine
gewisse Wahrscheinlichkeit begründen und insofern Zweifel offenlassen, sondern
deren gesamthafte Würdigung (Oberholzer, Grundzüge des Strafprozessrechts,
3. Aufl. 2012, Rz. 693).
1.2.3. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende
Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und je-
des einzelnes Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (vgl. BGE 136 I 229
E. 5.2; Urteil 6B_1130/2014 vom 8. Juni 2015 E. 4). Die Berufungsinstanz kann
sich somit auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken.
1.3.1. Zum Geschehensablauf wurde der Beschuldigte im Rahmen der Unter-
suchung und vor Vorinstanz befragt (Urk. 8/1, Urk. 8/3, Urk. 8/4, Urk. 8/7, Urk. 8/8
und Urk. 40). Was die einzelnen Aussagen des Beschuldigten zum Tathergang
betrifft, kann zur Vermeidung von Wiederholungen auf ihre Wiedergabe in der
Begründung des vorinstanzlichen Entscheides verwiesen werden (Urk. 52 S. 7 ff.;
Art. 82 Abs. 4 StPO). Anzumerken ist hierbei, dass der Beschuldigte anlässlich
der Einvernahme vom 20. Mai 2015 (Urk. 8/7), der Schlusseinvernahme vom
3. November 2015 (Urk. 8/8 S. 2 f.) und der Befragung vor Vorinstanz (Urk. 40
S. 5 ff.) Aussage zu Sache verweigert bzw. zum Schlussvorhalt nicht Stellung ge-
nommen hat.
1.3.2. Zum Geschehensablauf wurden im Rahmen der Untersuchung sodann
E._ (Urk. 9/4 und Urk. 9/11), F._ (Urk. 9/7 und Urk. 9/12), und G._
(Urk. 9/9 und Urk. 9/13) als Auskunftspersonen sowie H._ (Urk. 10/1),
I._ (Urk. 10/2), J._ (Urk. 10/3) und K._ (Urk. 10/4) als Zeugen be-
fragt. Was die einzelnen Aussagen der Beschuldigten und der Zeugen sowie
Auskunftspersonen zum Tathergang betrifft, kann zur Vermeidung von Wiederho-
lungen auf ihre Wiedergabe in der Begründung des vorinstanzlichen Entscheides
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verwiesen werden (Urk. 52 S. 11 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Festzuhalten ist, dass
die Zeugen und Auskunftspersonen keine Angaben zum eigentlichen Tatgesche-
hen aus direkter Wahrnehmung machen konnten. Lediglich polizeilich einver-
nommen wurde L._ (Urk. 9/1). Ihre Aussagen können zu Lasten des Be-
schuldigten daher nicht verwertet werden.
1.3.3. In den Verfahrensakten liegen sodann ein ärztlicher Verlaufsbericht vom
29. März 2013 (Urk. 11/1), der Pflegebericht aus dem EasyDok vom 19./20. März
2013 (Urk. 11/5), zwei Fotobogen (Urk. 12 und Urk. 13), ein Kurzbericht des
Forensischen Instituts Zürich (fortan FOR) vom 3. März 2013 (Urk. 14/1), ein Gut-
achten des Instituts für Rechtsmedizin (fortan IRM) vom 4. April 2013 (Urk. 14/2)
und ein Ergänzungsgutachten des IRM vom 10. Juni 2013 (Urk.14/ 6) sowie ein
DNA-Gutachten (Urk. 14/3). Über den massgeblichen Inhalt dieser Dokumente
und die darin gemachten Feststellungen kann, um unnötige Wiederholungen zu
vermeiden, ebenfalls auf ihre Wiedergabe in der Begründung des erstinstanz-
lichen Entscheids verwiesen werden (Urk. 52 S. 15 ff.).
1.3.4. Da die Beschuldigte den eingeklagten (Anklage-)Sachverhalt in Abrede
stellt, ist dieser dementsprechend auf Grund der Akten und der heutigen Beru-
fungsverhandlung nach den von Lehre und Praxis entwickelten Grundsätzen zu
überprüfen.
1.4.1. Die Vorinstanz hat in ihrer Beweiswürdigung zusammengefasst erwogen,
dass die Verletzung der Geschädigten am 20. März 2013 entstanden sei müsse.
Eine Zufügung der Verletzung durch Verbrühung könne ausgeschlossen werden.
Ebenso komme eine Kontaktdermitis als Ursache für die Verletzung der Geschä-
digten nicht in Frage, da sich hierfür keine Hinweise aus den Akten, insbesondere
aus dem EasyDolk ergeben würden. Damit verbleibe als Ursache einzig das
Zufügen einer Verbrennung durch eine Drittperson. Gemäss dem Ergänzungs-
gutachten des IRM vom 10. Juni 2013 und dem Kurzbericht des FOR vom 3. Mai
2013 seien die beiden im Duschraum sichergestellten Haartrockner in der Lage,
Temperaturen zu entwickeln, welche auf der menschlichen Haut innert kurzer Zeit
ein dem Verletzung der Geschädigten entsprechendes Wundbild zu erzeugen
vermögen. Die leicht ovale, rundliche Form des Verletzung der Geschädigten
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entspreche zudem der Form eines Haartrockner bei dessen Warmluftaustritt.
Darüber hinaus habe laut dem DNA-Gutachten ab der Austrittsöffnung des einen
Haartrockners ein Mischprofil erstellt werden können, welche anteilig DNA der
Geschädigten enthalten habe. Der Beschuldigte bestreite sodann nicht, die Ge-
schädigte am Morgen des 20. März 2013 geduscht zu haben. Aufgrund der Aus-
sagen des Beschuldigten, der Aussagen der weiteren Zeugen bzw. Auskunfts-
personen sowie den Einträgen aus dem Leistungserfassungssystem EasyDok
lasse sich der Schluss ziehen, dass einzig der Beschuldigte am besagten Morgen
substantielle Pflegehandlungen an der Geschädigten vorgenommen habe. Eben-
so erstellt sei, dass der Beschuldigte zum inkriminierten Zeitpunkt Zugang zu den
beiden Haartrocknern im Duschraum gehabt habe. Ferner seien die Aussagen
des Beschuldigten betreffend eine vorbestehende Verletzung der Geschädigten
gegenüber seinen übrigen Aussagen weniger detailliert und widersprüchlich. Er
habe zudem nicht glaubhaft erklären können, weshalb er im EasyDok diesen Vor-
fall unvollständig eingetragen habe. Sein Erklärungsversuch, den notwendigen
Eintrag vergessen zu haben, verfange nicht, da dies nur eine taugliche Erklärung
wäre, wenn der Beschuldigte gar keinen Eintrag vorgenommen hätte, was indes
in casu nicht der Fall sei. Die Aussagen des Beschuldigten seien daher nicht
überzeugend. Aus alledem erhelle, dass der Beschuldigte die einzige Person ge-
wesen sei, welche zum inkriminierten Zeitpunkt an der Geschädigten substantielle
Pflegeleistungen erbracht und Gelegenheit gehabt habe, einen Haartrockner zu
benutzen und der Geschädigten die Verletzung zuzufügen (Urk. 52 18 f.).
1.4.2. Die Verteidigung rügt eine unzutreffende Beweiswürdigung der Vorinstanz.
Sie bringt vor, Ursache für die Verletzung der Geschädigten könne auch eine
Verbrühung mit einem Heissgetränk sein. Die Wahrscheinlichkeit einer solchen
sei nicht abgeklärt worden, obgleich die beiden erstbehandelnden Ärzte von einer
Verbrühung ausgegangen seien (Urk. 41 S. 14). Zudem komme als Alternativ-
ursache auch eine Kontaktdermitis der Geschädigten in Betracht, welche sich
ebenfalls in Blasen äussern könne, die stark an Brandblasen erinnern würden.
Die Geschädigte habe eine empfindliche Haut gehabt und sich oft gekratzt. Dem-
entsprechend habe sie an mehreren Stellen Schürfwunden gehabt (Urk. 41
S. 34). Die Zweifel an der von der Staatsanwaltschaft vorgebrachten Verletzungs-
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ursache (Verbrennung mit einem heissen Gegenstand) seien derart gross, dass
eine Verurteilung des Beschuldigten ausgeschlossen sei (Urk. 41 S. 36).
1.4.3. An der Berufungsverhandlung führte die Verteidigung, wie bereits vor der
Vorinstanz, zusammengefasst wiederum die drei Theorien (Verbrennungstheorie,
Verbrühungstheorie und Dermatitistheorie) als mögliche Ursache für die unbestrit-
tene Verletzung der Geschädigten ins Feld (Urk. 70 S. 5 ff.). Die Vorinstanz habe
sich zu Unrecht ohne vernünftige Zweifel auf die Verbrennungstheorie gestützt,
zumal der erstbehandelnde Arzt eine Verbrühung im Sitzen, möglicherweise
durch Teeausschütten beim Trinken oder Kaffee, vermutet habe (Urk. 70 S. 10 f.).
Die gutachterliche Untersuchung, auf welche die Vorinstanz abstelle, sei erst am
29. März 2013 erfolgt, sehr vage gehalten und habe mithin weniger Aussagekraft
(Urk. 70 S. 11 f.). Die Kontaktdermatitis sei von der Vorinstanz kaum berücksich-
tigt worden, obwohl die Geschädigte an vorbestehenden Hautproblemen gelitten
habe und Aussagen vorliegen würden, wonach sich die Geschädigte immer wie-
der selbst Kratzspuren beigebracht habe (Urk. 70 S. 7 und S. 9 f.). Die Aussagen
des Beschuldigten seien glaubhaft. Allein der Umstand, dass sein Eintrag im
EasyDok unvollständig gewesen sein, ändere daran nichts, zumal der Beschuldig-
te schon im Vorfeld des inkriminierten Ereignisses bei der administrativen Seite
seiner Tätigkeit Defizite gehabt habe (Urk. 70 S. 14 ff.).
1.5.1. Die Vorinstanz schloss nach eingehender Würdigung zunächst, dass der
Beschuldigte den Duschvorgang detailliert und grundsätzlich kohärent beschrie-
ben habe. Seine Aussagen hinsichtlich des bestehenden Verletzungsbilds der
Geschädigten und seine diesbezügliche Vorgehensweise vermöchten jedoch
nicht in gleichem Masse zu überzeugen. So schildere der Beschuldigte zwar
grundsätzlich ein ähnliches Verletzungsbild (hinsichtlich Ort und Grösse der Ver-
letzung), aus seinen Aussagen würden sich aber Abweichungen im Aussehen der
Verletzung und hinsichtlich seiner Vorgehensweise und Behandlung der Ver-
letzung ergeben, weshalb seine diesbezüglichen Aussagen nicht als vollkommen
glaubhaft eingestuft werden könnten (Urk. 52 S. 9). In Bezug auf die Geschehnis-
se nach dem Duschvorgang würden sich seine Aussagen wiederum als kohärent
erweisen. Indes seien seine Erklärungsversuche betreffend die unterlassene Ein-
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tragung der Vorkommnisse im EasyDok unglaubhaft, zumal der Beschuldigte
ausgeführt habe, dass Auffälligkeiten wie Stuhlgang unter der Dusche und die
Feststellung von Verletzungen dem Tagesverantwortlichen zu melden und im
EasyDok zu erfassen seien. Der Beschuldigte habe zudem gesagt, es habe kei-
nen speziellen Grund für die Nichteintragung gegeben. Seine Erklärung, die Ein-
tragung vergessen zu haben, überzeuge daher nicht (Urk. 52 S. 10).
In der Folge würdigte die Erstinstanz eingehend die Aussagen der verschiedenen
Zeugen und Auskunftspersonen und schloss, dass diese insgesamt glaubhaft und
übereinstimmend seien. Zwar habe keiner der Zeugen und Auskunftspersonen
über das Kerngeschehen aus eigener Wahrnehmung berichten können, trotzdem
liesse sich aus den einzelnen Aussagen Rückschlüsse ziehen. So hätten sämt-
liche besonderen Vorkommnisse, wie beispielsweise das Ausschütten eines heis-
sen Getränks, eines Eintrags im EasyDok bedurft, zumal dies einen Kleiderwech-
sel zur Folge gehabt hätte. Dass die Verletzung durch das Verbrühen mit einem
Heissgetränk verursacht worden sei, könne mit hoher Wahrscheinlichkeit ausge-
schlossen werden, zumal die Geschädigte bereits früher Heissgetränke verschüt-
tet habe und Verbrühungen dabei nicht festgestellt werden konnten. Eine Selbst-
beibringung der Verletzung könne aufgrund des schlechten Allgemeinzustands
der Geschädigten ausgeschlossen werden. Zudem müsse die Verletzung vor dem
Toilettengang mit der Zeugin J._ am 20. März 2013, welche die Verletzung
am 20. März 2013, mittags, festgestellt habe, entstanden sein (Urk. 52 S. 14 f.).
Die Vorinstanz prüfte anschliessend die Frage, ob aufgrund der weiteren Be-
weismittel (Kurzbericht des FOR, Gutachten und Ergänzungsgutachten des IRM)
mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Verbrühung durch ein heis-
ses Getränk ausgeschlossen werden könne und kommt zum Ergebnis, dass das
Zustandekommen der Verletzung durch eine Verbrennung mit einem rundlichen
Gegenstand durch eine Drittperson naheliegend sei. Gegen eine Verbrühung mit
einem Heissgetränk spreche das runde Verletzungsbild mit dem klaren Wund-
rand. Zudem seien auf den Kleidungsstücken der Geschädigten keine Hinweise
(Nässe) auf ein verschüttetes Heissgetränk festgestellt worden (Urk. 52 S. 16 f.).
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Die Erstinstanz prüfte zudem, ob es für die von der Verteidigung behauptete
Kontaktdermitis (vgl. Urk. 41 S. 32 ff.) irgendwelche Hinweise in den Akten gebe
und verneinte dies. Gegen das Vorliegen einer Kontaktdermitis spreche auch,
dass sich hierfür kein entsprechender Eintrag im EasyDok (Rötung etc.) unter
dem Datum vom 19. März 2013 finden lasse (Urk. 52 S. 18).
Die Vorinstanz beurteilte schliesslich, ob die Täterschaft des Beschuldigten
rechtsgenüglich nachgewiesen werden könne. Sie bejahte die Frage. Der Be-
schuldigte sei die einzige Person gewesen, welche zum inkriminierten Zeitpunkt
an der Geschädigten substantielle Pflegeleistungen erbracht und Gelegenheit ge-
habt habe, einen Haartrockner zu benutzen und der Geschädigten die Verletzung
zuzufügen (Urk. 52 S. 18 f.).
Nach der Vorinstanz ergibt die Beweiswürdigung ein stimmiges und schlüssiges
Gesamtbild. Im Lichte all dieser Erwägungen sei der Anklagesachverhalt als er-
stellt zu betrachten. Die Vorinstanz schliesst somit rechtserhebliche Zweifel aus.
1.5.2. Die vorstehend zitierte Beweiswürdigung der Vorinstanz ist überzeugend
und zu übernehmen. Sie hat einlässlich und überzeugend dargetan, weshalb sie
auf die Sachverhaltsvariante des Beschuldigten bzw. seiner Verteidigung nicht
abstellen konnte. In einem Indizienprozess muss das Tatgeschehen aus den Um-
ständen erschlossen werden. Indem der Beschuldigte lediglich einzelne Glieder
der Indizienkette in Zweifel zu ziehen versucht, vermag er die Beweiswürdigung
als Ganzes nicht in Frage zu stellen. Die Vorinstanz stützte sich bei der Sachver-
haltsermittlung auf eine Vielzahl Beweismittel respektive Indizien.
1.6.1. Die Verteidigung kritisiert die Verwertbarkeit des Gutachtens des IRM vom
4. April 2014 (Urk. 14/2). Sie macht zunächst geltend, dass auf das Gutachten
von aus formellen Gründen nicht abgestellt werden könne, weil der Beschuldigte
keine Möglichkeit erhalten habe, sich zur sachverständigen Person und zu den
Fragen zu äussern und dazu Anträge zu stellen (Urk. 41 S. 16).
1.6.2. Im Zusammenhang mit Sachverständigengutachten beinhaltet das recht-
liche Gehör insbesondere das Recht, Kenntnis vom Inhalt des Gutachtens zu
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nehmen, sich dazu zu äussern und dem Experten ergänzende Fragen zu stellen.
Das Gehörsrecht ist in der StPO explizit normiert. Die Verfahrensleitung gibt
den Parteien vorgängig Gelegenheit, sich zur sachverständigen Person zu
äussern und dazu eigene Anträge zu stellen (Art. 184 Abs. 3 Satz 1 StPO; Urteile
6B_100/2017 vom 9. März 2017 E. 3.6; 6B_549/2014 vom 23. März 2015 E. 3; je
mit Hinweisen). Sie kann bei Laboruntersuchungen davon absehen, namentlich
wenn es um die Bestimmung der Blutalkoholkonzentration oder des Reinheitsgra-
des von Stoffen, den Nachweis von Betäubungsmitteln im Blut oder die Erstellung
eines DNA-Profils geht (Art. 184 Abs. 3 Satz 2 StPO).
1.6.3. Die Vorinstanz hat sich zu diesem Einwand der Verteidigung nicht aus-
drücklich geäussert; dies ist nachzuholen.
1.6.4. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist es zur Wahrung des
rechtlichen Gehörs ausreichend, wenn die betroffene Person die Möglichkeit hat,
sich nachträglich zum Gutachten wie auch zur Person des Gutachters zu äussern
und gegebenenfalls Ergänzungsfragen zu stellen (BGE 125 V 332 E. 4b S. 337;
Urteile 1B_196/2015 vom 17. Mai 2016 E. 2; 6B_298/2012 vom 16. Juli 2012
E. 3.3; je mit Hinweisen). Die Verteidigung hat am 15. April 2013 das Gutachten
und am 25. September 2014 das Ergänzungsgutachten zugestellt erhalten
(Urk. 19/3 und 19/24). Spätestens damit hat er von den Personen, die dieses
Gutachten durchgeführt haben, sowie von der konkreten Fragestellung Kenntnis
genommen. Entsprechende Einwände hat er in der Folge nicht erhoben. Anläss-
lich der Einvernahme vom 20. Mai 2015 wurden dem Beschuldigten die Ergebnis-
se des Gutachtens und des Ergänzungsgutachtens im Details vorgehalten
(Urk. 8/7 S. 7 ff.). Die Verteidigung hatte zudem Gelegenheit, Ergänzungsfragen
zu stellen (Urk. 8/7 S. 11). Auch dabei wurden keine Einwände gegen die Person
des Sachverständigen und die konkrete Fragestellung erhoben. Der Einwand der
Verteidigung erweist sich daher als unbegründet. Eine Verletzung des rechtlichen
Gehörs des Beschuldigten liegt nicht vor.
1.7.1. Die Verteidigung rügt sodann inhaltliche Mängel des Gutachtens (Urk. 41
S. 16 ff.). Auch hierzu hat sich die Vorinstanz nicht explizit geäussert.
- 15 -
1.7.2. Nach Art. 189 StPO lässt die Verfahrensleitung das Gutachten von Amtes
wegen oder auf Antrag einer Partei durch die gleiche sachverständige Person
ergänzen oder verbessern oder bestimmt weitere Sachverständige, wenn (lit. a)
das Gutachten unvollständig oder unklar ist; (lit. b) mehrere Sachverständige in
ihren Ergebnissen erheblich voneinander abweichen; oder (lit. c) Zweifel an der
Richtigkeit des Gutachtens bestehen.
1.7.3. Die Vorinstanz würdigte das Gutachten des IRM vom 4. April 2013
(Urk. 14/2) sachlich. Inhaltliche Mängel sind nicht ersichtlich. Die Vorinstanz durfte
es als schlüssig erachten. Das gilt insbesondere für die gutachterlichen Aus-
führungen zum Verletzungsbild. Laut der Gutachterin Dr. med. M._, Oberärz-
tin und Fachärztin für Rechtsmedizin, ist an der rechten Oberschenkelinnenseite
der Geschädigten eine ca. 6 x 5 cm messende, sich mit dunkelblau-rotem Wund-
grund präsentierende, annähernd runde Hautveränderung mit deutlich umgeben-
dem, ca. 2 cm breitem, rotem Hof festgestellt worden (Urk. 14/2 S. 4). Diese Ver-
letzung sei vor der Untersuchung am 29. März 2013 bereits seit neun Tagen be-
handelt worden. Sie könne durchaus auf die Einwirkung von Hitze zurückzuführen
sein (Urk. 14/2 S. 4). Bei einer Untersuchung der Hosen der Geschädigten (aktu-
ell getragene und im Schrank aufbewahrte) sei keine Beschädigung und keine
Flecken festgestellt worden, welche auf eine thermische Einwirkung Rückschlüs-
sen zugelassen hätten (Urk. 14/2 S. 5). Eine Fremdbeibringung der Verletzung
liege aufgrund der Unselbständigkeit der Geschädigten weit im Vordergrund
(Urk. 14/2 S. 6). Die Gutachterin beurteilt diese Verletzung entgegen der Kritik der
Verteidigung, wonach verlässliche Rückschlüsse auf die Verletzungsursache bei
einer fast verheilten Wunde selbst für eine Fachperson sehr schwierig sei (Urk. 41
S. 16) lege artis unter Berücksichtigung der Erkenntnisse Kleideruntersuchung
und des Allgemeinzustands der Geschädigten und der im Zeitpunkt der Begutach-
tung bereits laufenden Behandlung der Geschädigten. Im Ergebnis geht die Gut-
achterin davon aus, dass die Verletzung durchaus durch die Einwirkung von Hitze
verursacht worden sei. Dass die Einschätzung eher knapp ausfällt, wie die Vertei-
digung rügt (Urk. 41 S. 17 und Urk. 70 S. 11 f.), macht die gutachterliche Beurtei-
lung weder unvollständig noch unzureichend im Sinne von Art. 189 StPO. Daran
vermag auch nichts zu ändern, dass das Gutachten [wohl fälschlicherweise] aus-
- 16 -
führt, die Verletzung könne durchaus durch das Aufbringen eines Haartrockner-
hinterteils (Luftansaugestelle) erklärt werden (vgl. Urk. 14/2 S. 5; Urk. 70 S. 11).
Entscheidend ist, dass die Gutachterin klar erklärt hat, dass die Verletzung durch-
aus durch Einwirkung von Hitze zurückzuführen sei und dass das Ergänzungs-
gutachten vom 10. Juni 2013 ebenfalls klar zum Ergebnis kommt, dass die Verlet-
zung durch die asservierten Geräte (Haartrockner oder Heizgerät) verursacht
worden sein könne und aufgrund der runden Form der Verletzung eine Verbren-
nung durch den Kontakt mit einem rundlichen Gegenstand naheliegend sei
(Urk. 14/6 S. 2 f.). Die Ausführungen der Sachverständigen zur Ursache (thermi-
sche Einwirkung durch einen rundlichen Gegenstand) sowie zu deren Auswirkung
auf die Geschädigte (Verbrennung an der rechten Oberschenkelinnenseite) sind
plausibel und in sich widerspruchsfrei.
1.8.1. Die Verteidigung argumentiert durchgehend im Rahmen der ihrer Ansicht
nach "absolut zentralen Frage nach einer möglichen" Alternativursache. Sie
erblickt eine solche in einer Verbrühung durch ein Heissgetränk (Tee oder Kaffee)
oder einer Kontaktdermitis der Geschädigten (Urk. 41 S. 9 ff. und S. 32 ff.; Urk. 70
S. 5 ff.).
1.8.2. Die Vorinstanz hat sich im angefochtenen Entscheid eingehend mit der
Kritik, welche die Verteidigung an der von der Staatsanwaltschaft angeführten
Verletzungsursache übt (vgl. Urk. 52 S. 14, 15, 16 und 17, zur Kritik, als Ursache
komme eine Verbrühung in Frage; Urk. 52 S. 18, zur Kritik, als Ursache komme
eine Kontaktdermitis in Frage) auseinandergesetzt. Es kann zunächst auf die zu-
treffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO).
Gestützt auf den Pflegebericht "EasyDok" und die glaubhaften Aussagen des
Zeugen K._ lässt sich der eindeutige Schluss ziehen, dass die Geschädigte
am 19. März 2013 keine Verletzung der inkriminierten Art aufwies. Es finden sich
sodann lediglich Angaben, dass sich die Geschädigte teilweise kratze. Konkrete
Hinweise auf das Vorliegen einer (Kontakt-)Dermatitis, wie von der Verteidigung
vorgebracht, gibt es hingegen keine, weshalb die Kritik, die Vorinstanz habe sich
mit dieser Alternativursache zu wenig auseinandergesetzt, als verfehlt zu erach-
ten ist. Festgestellt wurde die inkriminierte Verletzung durch J._ mittags bei
- 17 -
einem Toilettengang mit der Geschädigten. Mithin ist das Zeitfenster, indem sich
die Geschädigte die Verletzung zuzog, auf den Vormittag des 20. März 2013 fest-
zulegen, wobei der Beschuldigte die einzige Person war, welcher vormittags Pfle-
geleistungen an der Geschädigten erbrachte. Ins Leere greift damit die von der
Verteidigung aufgeworfene Behauptung einer Drittperson, welche die Verletzung
versucht haben könnte, zumal hierzu keinerlei Anhaltspunkte vorliegen (vgl.
Urk. 70 S. 3).
Wie bereits erwogen, sind die Schlussfolgerungen der Gutachter zur Verursa-
chung durch thermische Einwirkung durch einen rundlichen ovalen Gegenstand
unter Einbezug der in den Akten befindlichen Fotodokumentation der Verletzung
als überzeugend zu erachten. Es erstaunt im Übrigen keineswegs, dass der erst-
behandelnde Arzt zunächst einen Selbstunfall durch Verbrühung mit Wasser oder
Tee als plausibelste Ursache der Verbrennung diagnostizierte, zumal eine (vor-
sätzliche) Beibringung durch Dritteinwirkung ohne unmittelbare bzw. eindeutige
Hinweise nicht als Ursache vermutet wird (vgl. dazu Urk. 11/1 S. 2). Am 28. März
2013 findet sich dann im ärztlichen Verlaufsbericht nebst der möglichen Ursache
der Verbrennung durch Verschüttung eines heissen Getränkes auch der Hinweis,
dass die Beibringung durch einen Föhn nicht ausgeschlossen werde (Urk. 11/2
S. 1). Mithin wurde die Ersteinschätzung im ärztlichen Bericht im Verlaufe relati-
viert bzw. die Ursachenfindung erweitert. Unter Berücksichtigung, dass auf den
Kleidern der Geschädigten gemäss Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin
vom 4. April 2013 keine Beschädigungen oder Flecken gefunden wurden, die auf
eine thermische Einwirkung Rückschlüsse zugelassen hätten, erscheint die Bei-
bringung der Brandverletzung durch Verbrühung als sehr unwahrscheinlich.
Die Aussagen des Beschuldigten bezüglich des wahrgenommenen Verletzungs-
bildes des Geschädigten fallen entgegen den Ausführungen der Verteidigung, wie
die Vorinstanz zutreffend erwog, unglaubhaft aus. So sprach er von Kratzspuren
und einem Hautfetzen, der so gross wie ein "10-Rp.-Stück", "1.5cm" oder
"5-Rp.-Stück" gewesen sei. Die Aussagen des Beschuldigten sprechen, wenn
überhaupt nur dafür, dass die Geschädigte gewisse kleinere Verletzung(en)
schon vor dem Duschen hatte. Im EasyDok hat der Beschuldigte jedenfalls nichts
- 18 -
von wahrgenommenen Verletzungen festgehalten. Sein Erklärungsversuch für die
Brandverletzung, die Geschädigte möglicherweise zu warm geduscht zu haben,
wurde zu Recht infolge des Verletzungsbildes der Geschädigten schnell als
Ursache ausgeschlossen (vgl. dazu Urk. 8/1 S. 11). Die Verbrühungstheorie findet
demnach auch in den Aussagen des Beschuldigten keine Schütze. Des Weiteren
liegen zwar Zeugenaussagen vor, dass es im Pflegeheim immer wieder zu
Verschüttung von heissen Getränken gekommen sei, aber nie mit einer solchen
Verletzung wie bei der Geschädigten (vgl. Zeugin E._ in Urk. 9/11 S. 9; Zeu-
ge F._ in Urk. 9/12 S. 10). Gemäss Angaben des Zeugen H._ (Pflege-
fachmann) trinke die Geschädigte gar keinen Tee, sondern Kaffee, welchen sie
schon ein paar Mal ausgeleert habe (Urk. 10/1 Frage 47). Man würde in einem
solchen Fall einen Kaffeefleck auf der Kleidung sehen (Urk. 10/1 Frage 55). Ein
sonstiger Kontakt der Geschädigten mit heissem Wasser schloss der Zeuge wei-
testgehend aus (Urk. 10/1 Frage 58). Auf den sichergestellten Kleidern der Ge-
schädigten konnte jedoch, wie bereits erwähnt, kein Fleck gefunden werden.
Die Vorinstanz hat überdies entgegen den Ausführungen der Verteidigung
(Urk. 70 S. 16 f.) zutreffend erwogen, dass der Behauptung des Beschuldigten,
aus Nachlässigkeit die Einträge im EasyDok betreffend Stuhlgang und Urnieren
sowie wahrgenommenen Verletzungen bzw. Kratzspuren vergessen zu haben,
nicht zu überzeugen vermag, zumal der Beschuldigte selbst ausführte, dass er
das Hin und Her als eher nervig empfunden habe, mithin sein Erinnerungsver-
mögen an die besonderen Vorkommnisse nicht beeinträchtigt erschien (vgl.
Urk. 8/1 S. 9 f.). Weshalb der Beschuldigte ihm EasyDok lediglich eintrug, die Ge-
schädigte am ganzen Oberkörper eingecremt zu haben, bleibt mithin unerklärlich.
Schliesslich gilt zu erwähnen, dass aus dem Ergänzungsgutachten des Instituts
für Rechtsmedizin vom 10. Juni 2013 eindeutig hervorgeht, dass die inkriminierte
Verletzung der Geschädigten durch die asservierten Gegenstände (Haartrockner
und Heizgerät) verursacht worden sein könnte. Aufgrund der runden Form der
Verletzung sei eine Verbrennung durch den Kontakt mit einem rundlichen Gegen-
stand naheliegend, wobei [lediglich] eine Zuordnung der einzelnen asservierten
Heizquellen zur Verletzung nicht möglich sei (Urk. 14/6).
- 19 -
Nach dem Gesagten ergibt sich für die erkennende Kammer ein überzeugendes
Gesamtbild, dass keine vernünftigen Zweifel übrig lässt, dass sich der in der An-
klageschrift umschriebene äussere Sachverhalt so verwirklicht hat.
1.9. In Bezug auf den subjektiven Tatbestand stellt die Verteidigung in Abrede,
dass der Beschuldigte mit Vorsatz gehandelt habe. Es fehle an Anhaltspunkten
dafür, dass der Beschuldigte gegenüber der Geschädigten mit einem Ver-
letzungsvorsatz gehandelt habe (Urk. 41 S. 31 f.). Zu berücksichtigen ist, dass
derjenige, der mit einen heissen Gegenstand gegen die Innenseite des Ober-
schenkels hält, damit rechnen muss, dass die Haut der betroffenen Person be-
schädigt bzw. verbrannt werden kann. Damit hat der Beschuldigte eine Verletzung
der Geschädigten wie der eingetretenen Art in Kauf genommen und eventual-
vorsätzlich gehandelt.
1.10. Im Fazit ist die vorinstanzliche Beweiswürdigung unter keinem Gesichts-
punkt zu beanstanden. Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung ist gesamt-
heitlich betrachtet ausgewogen und nachvollziehbar. Sie lässt keine Verletzung
des Grundsatzes "in dubio pro reo" erkennen. Sämtliche Einwände des Beschul-
digten erweisen sich als unbehelflich. Entsprechend und abschliessend drängt
sich hinsichtlich des Sachverhaltes mithin im Ergebnis keine Korrektur des vor-
instanzlichen Entscheides auf. Das Beweisfundament ist klar und der Anklage-
sachverhalt ist demzufolge erstellt.
2. Rechtliche Würdigung
2.1. Die Vorinstanz würdigte das (Fehl-)Verhalten des Beschuldigten als einfa-
che Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 1 und 3 StGB. Sie erwog,
dass der Beschuldigte der Geschädigten an der Innenseite des rechten Ober-
schenkels eine 6 x 5 cm grosse Verbrennung beigebracht habe, welche unter
ärztlicher Aufsicht mehrere Tage lang behandelt werden musste. Die Geschädigte
sei eine schwerst demenzkranke Bewohnerin eines Pflegeheims gewesen, wel-
che kaum noch selber stehen und gehen konnte, weshalb sie wehrlos gewesen
sei. In subjektiver Hinsicht sei von einer eventualvorsätzlicher Tatbegehung aus-
zugehen (Urk. 52 S. 20).
- 20 -
2.2. Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz trifft zu. Hinsichtlich der Wehrlosig-
keit der Geschädigten ist auszuführen, dass allein aus ihrem recht hohen Alter
– die Geschädigte war im Tatzeitpunkt beinahe 73 Jahre alt – noch nicht zwin-
gend der Schluss gezogen werden kann, dass es ihr keinesfalls möglich gewesen
wäre, sich gegen Beschuldigten zur Wehr zu setzen. Die Geschädigte war (zu-
sätzlich) aber schwerst demenzkrank und kaum mobil. Angesichts dessen war sie
nicht in der Lage ist, sich gegen eine schädigende Einwirkung durch den Be-
schuldigten mit einiger Aussicht auf Erfolg zur Wehr zu setzen ("hors d'état de se
défendre"). Damit war die Geschädigte "wehrlos" im sinne der eingangs genann-
ten Gesetzesbestimmung (vgl. BGE 129 IV 1 E. 3.3. mit Hinweis). Die rechtliche
Würdigung der Erstinstanz wird denn auch von der Verteidigung nicht in Zweifel
gezogen. Der Beschuldigte hat sich daher nach der zutreffenden Auffassung der
Vorinstanz der (eventual-)vorsätzlichen einfachen Körperverletzung schuldig
gemacht.
IV. Sanktion
1. Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten mit einer bedingten Geldstrafe
von 150 Tagessätzen zu Fr. 30.– (entsprechend Fr. 4'500.–). Sie erachtete für
das beurteilte Delikt (einfache Körperverletzung zum Nachteil einer wehrlosen
oder unter seiner Obhut stehenden Person) eine Geldstrafe als angemessen und
zweckmässig. Im Zusammenhang mit dem objektiven Verschulden erwog der
Vorderrichter, dass die Wunde der Geschädigten zwar eine mehrtägige Heil-
behandlung unter ärztlicher Aufsicht erforderlich gemacht habe, es habe sich je-
doch um keine schwere Verletzung der körperlichen Integrität der Geschädigten
gehandelt. Die Art und Weise der Herbeiführung der Verletzung durch den Be-
schuldigten sei jedoch als verwerflich zu taxieren. Insgesamt sei objektiv von ei-
nem nicht mehr leichten Verschulden auszugehen. In subjektiver Hinsicht sei da-
von auszugehen, dass der Beschuldigte in einer Stresssituation gehandelt habe,
zumal er im Tatzeitpunkt noch in der Ausbildung gewesen sei und er im Hinblick
auf seinen Lehrabschluss und seine durchzogenen schulischen Leistungen unter
Druck gestanden sei. Das Tatverschulden des Beschuldigten sei insgesamt als
nicht mehr leicht zu beurteilen, was (aufgrund der Tatkomponente) eine Einsatz-
- 21 -
strafe von 180 Tagessätzen rechtfertige. Im Rahmen der Täterkomponente be-
rücksichtigte die Vorinstanz sodann eine Verletzung des Beschleunigungsgebots
als strafmindernd und reduzierte die Anzahl Tagessätze auf 150 (Urk. 52
S. 21 ff.).
2. Die Vorinstanz hat den vorliegend zur Anwendung gelangenden Straf-
rahmen zutreffend abgesteckt. Zu Recht hat sie auch dafürgehalten, dass die
Geldstrafe im vorliegenden Fall die angemessene und zweckmässige Sanktion
bzw. Strafart ist (Urk. 52 S. 21 f.).
3. Das Einzelgericht hat in der Folge auch die theoretischen Grundsätze der
richterlichen Strafzumessung korrekt zitiert, worauf verwiesen werden kann
(Urk. 52 S. 21; Art. 82 Abs. 4 StPO). Insbesondere hat die Vorinstanz zutreffend
erwogen, dass der Richter die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu be-
messen hat, wobei er das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie die
Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters berücksichtigt (Art. 47 Abs. 1 StGB).
4.1. Die Vorinstanz hat das Verschulden des Beschuldigten als insgesamt "nicht
mehr leicht" taxiert (Urk. 52 S. 21). Diese Einschätzung der Vorinstanz ist im
Lichte der nachfolgenden Erwägungen nicht zu beanstanden. Hält man sich die
heute zu beurteilende einfache Körperverletzung vor Augen, so stellt diese keine
gravierende Verfehlung dar. Der Beschuldigte hat der Geschädigten beim Vorfall
vom 20. März 2013 mit einem heissen Gegenstand eine 6 x 5 cm grossen Brand-
verletzung an der Innenseite des rechten Oberschenkels zugefügt. Die durch den
heissen Gegenstand verursachten objektiven Verletzungsfolgen der Geschädig-
ten waren aber doch erheblicher Natur. Immerhin bedurfte es einer mehrtägigen
ärztlichen Behandlung. Die schwerst demente und hoch pflegebedürftige Ge-
schädigte hat den Beschuldigten nicht provoziert; dieser hat vielmehr grundlos
gehandelt. Das Vorgehen des Beschuldigen erweist sich daher als rücksichtslos
und verwerflich. Eine erhebliche kriminelle Energie ist dem Beschuldigten hin-
gegen nicht anzulasten; er ist gegenüber der Geschädigten nur einmal und nicht
über einen längeren Zeitraum hinweg (wiederholt) straffällig geworden.
- 22 -
4.2. Im Rahmen des subjektiven Tatverschuldens ist zu berücksichtigen, dass
der Beschuldigte (eventual-)vorsätzlich handelte, was neutral zu werten ist. In
Betracht zu ziehen ist allerdings, dass die Tat nicht lange im voraus geplant war.
Vielmehr muss angenommen werden, dass sich der Beschuldigte plötzlich dazu
entschlossen hat, zumal die besonderen Vorkommnisse (Stuhlgang, Urinieren)
ihn offenbar nervten. Auch ein spontaner und innert Sekundenbruchteilen gefass-
ter Tatentschluss ist zwar nicht zu entschuldigen, hat verschuldensmässig aber
doch nicht die gleiche Bedeutung, wie eine lange zum voraus geplante Tat. Dies
relativiert allerdings die objektive Tatschwere nur leicht. Mit der Vorinstanz ist da-
von auszugehen, dass der Beschuldigte die Tat in einer Überforderungssituation
begangen hat.
4.3. Insgesamt wiegt das gesamte Tatverschulden – im Vergleich zu allen mög-
lichen bzw. denkbaren unter den Tatbestand von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 1 und
3 StGB fallenden Delikte – in beiden Fällen gleichwohl als "nicht mehr leicht".
Eine hypothetische Einsatzstrafe von 180 Tagessätzen Geldstrafe erscheint da-
her als angemessen.
5.1. Im Rahmen der Täterkomponente ist zu bemerken, dass sich aus den per-
sönlichen Verhältnissen nichts für die Strafzumessung Relevantes ergibt. Der Be-
schuldigte ist in Sao Paolo, Brasilien, geboren und hat in N._ die Primar- und
Sekundarschule besucht. Anschliessend hat er in den Pflegeheim O._ und
C._ eine dreijährige Lehre Fachmann Gesundheit begonnen. Aufgrund des
vorliegenden Vorfall hat er die Lehre indes nicht abgeschlossen. In der Folge leis-
tete er Militärdienst als Durchdiener bei der .... Seit September 2017 ist er im
P._ tätig und arbeitet mit Drogenabhängigen und Obdachlosen. Zudem wird
er durch das Sozialamt unterstützt. Der Beschuldigte ist ledig. Unterhaltspflichten
hat er keine (Urk. 8/1 S. 3, Urk. 8/8 S. 3, Urk. 40 S. 1 ff., Urk. 69 S. 1 ff.).
5.2. Der Beschuldigte weist keine Vorstrafen auf (Urk. 54). Die Vorstrafenlosig-
keit des Beschuldigten ist – wie die Vorinstanz zutreffend gesehen hat (Urk. 52
S. 21) – als neutral zu werten (Urteil 6B_866/2009 vom 22. Februar 2010
Erw. 1.1.4; Urteil 6B_390/2009 vom 14. Januar 2010).
- 23 -
5.3. Der Beschuldigte hat sodann weder ein Geständnis abgelegt noch Reue und
gereifte Einsicht in das Unrecht seiner Tat gezeigt. Sein Nachtatverhalten ist da-
her (ebenfalls) als neutral zu bewerten.
5.4. Es liegt schliesslich auch keine Konstellation mit aussergewöhnlichen Um-
ständen vor, woraus heute irgendeine besondere Strafempfindlichkeit aus persön-
lichen, familiären oder beruflichen Gründen für den Beschuldigten resultieren
würde.
5.5.1. Nicht zu beanstanden ist ferner, dass die Vorinstanz die lange Verfahrens-
dauer strafmildernd (recte: wohl Strafminderung innerhalb ordentlichen Straf-
rahmens) berücksichtigt hat (Urk. 52 S. 22 f.).
5.5.2. Das Beschleunigungsgebot (Art. 5 StPO, Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1
EMRK) verpflichtet die Behörden, das Strafverfahren voranzutreiben, um die be-
schuldigte Person nicht unnötig über die gegen sie erhobenen Vorwürfe im Un-
gewissen zu lassen. Es gilt für das ganze Verfahren. Welche Verfahrensdauer
angemessen ist, hängt von den konkreten Umständen ab, die in ihrer Gesamtheit
zu würdigen sind. Kriterien sind etwa die Schwere des Tatvorwurfs, die Komplexi-
tät des Sachverhalts, die gebotenen Untersuchungshandlungen, die Schwierigkeit
und Dringlichkeit der Sache, das Verhalten der beschuldigten Person und das-
jenige der Behörden sowie die Zumutbarkeit für die beschuldigte Person. Die Be-
urteilung der Verfahrensdauer entzieht sich starren Regeln. Von den Behörden
und Gerichten kann nicht verlangt werden, dass sie sich ständig einem einzigen
Fall widmen. Aus diesem Grund sowie wegen faktischer und prozessualer
Schwierigkeiten sind Zeiten, in denen das Verfahren stillsteht, unumgänglich.
Wirkt keiner dieser Verfahrensunterbrüche stossend, ist eine Gesamtbetrachtung
vorzunehmen. Dabei können Zeiten mit intensiver behördlicher oder gerichtlicher
Tätigkeit andere Zeitspannen kompensieren, in denen aufgrund der Geschäftslast
keine Verfahrenshandlungen erfolgten. Eine Sanktion drängt sich nur auf, wenn
eine von der Strafbehörde zu verantwortende krasse Zeitlücke zu Tage tritt. Dazu
genügt es nicht, dass diese oder jene Handlung etwas rascher hätte vorge-
nommen werden können. Als krasse Zeitlücke, welche eine Sanktion aufdrängt,
gilt etwa eine Untätigkeit von 13 oder 14 Monaten im Stadium der Untersuchung,
- 24 -
eine Frist von vier Jahren für den Entscheid über eine Beschwerde gegen eine
Anklagehandlung oder eine Frist von zehn oder elfeinhalb Monaten für die Weiter-
leitung eines Falles an die Beschwerdeinstanz (vgl. BGE 133 IV 158 E. 8 S. 170;
BGE 130 I 269 E. 3.1 S. 273; je mit Hinweisen). Mit Bezug auf die Verfahrens-
dauer bejahte das Bundesgericht Verletzungen des Beschleunigungsgebots bei
einer Verfahrensdauer von sieben Jahren oder mehr (vgl. Urteile 6S.98/2003 vom
22. April 2004, E. 2.3; 6S.335/2004 vom 23. März 2005, E. 6.5, 6S.400/2006 vom
17. März 2007, E. 5) und befand andererseits, dass eine Verfahrensdauer von
rund drei Jahren (BGE 124 I 139 E. 2) und eine solche von über sechs Jahren
(Urteil 6S.467/2004 vom 11. Februar 2005, E. 2.2.2) keinen Verstoss gegen das
Beschleunigungsgebot begründeten.
5.5.3. Mit Blick auf diese bundesgerichtlichen Präjudizien ist eine Verletzung des
Beschleunigungsgebots wegen der Dauer des gesamten Verfahrens zu vernei-
nen. Die Dauer von rund fünf Jahren seit dem Vorermittlungsauftrag an die Polizei
vom 5. April 2013 (Urk. 2) bis zur Zustellung des vorinstanzlichen Urteils am
27. Juli 2018 erscheint nicht als übermässig lang. Allerdings geht die Vorinstanz
zu Recht von einer Verletzung des Beschleunigungsgebots wegen einer krassen
Zeitlücke aus. Der polizeiliche Vorermittlungsauftrag wurde am 5. April 2013 erteilt
(vgl. Urk. 2). In der Folge wurden in den Jahren 2013 und 2015 diverse Einver-
nahme des Beschuldigten (Urk. 8/1, Urk. 8/3-8) und der Zeugen bzw. Auskunfts-
personen (Urk. 9/1-2, Urk. 9/4-5, Urk. 9/7-9, Urk. 9/11.13, Urk. 10/1-4) durchge-
führt sowie Berichte und Gutachten (Urk. 14/1-2 und Urk. 14/6) eingeholt. Die
Schlusseinvernahme des Beschuldigten fand am 3. November 2015 (Urk. 8/8)
statt. Gleichentags teilte die Staatsanwaltschaft den Verfahrensbeteiligten schrift-
lich mit, dass der Abschluss der Untersuchung nunmehr bevorstehe (Urk. 23). Am
14. November 2017, mithin rund zwei Jahre später, wurde alsdann Anklage am
Einzelgericht des Bezirks Bülach erhoben (Urk. 26). Seit dem 3. November 2015
wurden daher in den folgenden zwei Jahren keine relevanten Verfahrenshandlun-
gen mehr vorgenommen. Mit anderen Worten stand das Verfahren während rund
zwei Jahren still. Diese Untätigkeit während zwei Jahren ist nicht nachvollziehbar,
eindeutig zu lang und verstösst unbesehen der allfällig erhöhten Geschäftslast
des Untersuchungsbehörde gegen das Beschleunigungsgebot, zumal die Be-
- 25 -
weismittelbeschaffung anfangs November 2015 abgeschlossen war, die Sache
nicht aussergewöhnlich komplex erscheint und der Aktenumfang überschaubar
ist. Die Verletzung des Beschleunigungsgebots wiegt im Lichte der gesamten
Umstände derart schwer, dass sich eine Strafreduktion rechtfertigt, zumal sich
aus der Verzögerung eine besondere Belastung des Beschuldigten ergibt. Wegen
der Strafanzeige bzw. der Strafuntersuchung hat der Beschuldigte seine Lehre als
Fachmann Gesundheit nicht abschliessen können (vgl. Urk. 40 S. 2). Die Ver-
fahrensverzögerung hat sich demzufolge deutlich strafmindernd auszuwirken.
Eine Reduktion der Einsatzstrafe um ein Sechstel erscheint als angemessen.
5.6. In Würdigung aller massgebenden Strafzumessungsfaktoren erscheinen die
von der Vorinstanz ausgefällten 150 Tagessätze Geldstrafe als durchaus ange-
messen.
5.7.1. In Bezug auf die Tagessatzhöhe legte die Vorinstanz gestützt auf die An-
gaben des Beschuldigten (Urk. 1/21/3, Urk. 8/8, Urk. 40 S. 2 f.) den Tagessatz auf
Fr. 30.– fest. Der Beschuldigte – so die Vorinstanz – werde momentan über das
RAV und das Sozialamt finanziert. Vermögenswerte besitze er keine. Er habe
vielmehr Schulden. Die Wohnkosten und die Kosten der Krankenkasse würden
vom Sozialamt übernommen (Urk. 52 S. 23). Die vom Beschuldigten im Beru-
fungsverfahren eingereichten Unterlagen zu seinen finanziellen Verhältnissen
(Urk. 65) geben in etwa die Zahlen bzw. Umstände wieder, von welchen die Vor-
instanz ausgegangen ist. An der Berufungsverhandlung gab er an, monatlich
Fr. 300.– zu verdienen und zusätzlich Fr. 900.– [gemäss Urk. 65: Fr. 938.–] vom
Sozialamt zu erhalten. Die Miete und die Krankenkasse würden direkt vom So-
zialamt übernommen (Urk. 69 S. 3 f.).
5.7.2. Das Bundesgericht hat die Kriterien für die Bemessung der Geldstrafe un-
längst in einem Grundsatzentscheid festgehalten (BGE 134 IV 60). Es bestimmt
die Höhe des Tagessatzes nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhält-
nissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach Einkommen und
Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten
sowie nach dem Existenzminimum (Art. 34 Abs. 2 StGB). Der Tagessatz soll dem
Teil des täglichen wirtschaftlichen Einkommens des Beschuldigten entsprechen,
- 26 -
auf den er nicht zwingend angewiesen ist. Ausgangspunkt für die Bemessung
bildet das Einkommen, das dem Täter durchschnittlich an einem Tag zufliesst,
ganz gleich, aus welcher Quelle die Einkünfte stammen. Denn massgebend ist
die tatsächliche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit (BGE 134 IV 60 S. E. 3a). Zum
Einkommen zählen ausser den Einkünften aus selbständiger und unselbständiger
Arbeit namentlich die Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb, aus der Land- und
Forstwirtschaft und aus dem Vermögen (Miet- und Pachtzinsen, Kapitalzinsen,
Dividenden usw.), ferner privat- und öffentlichrechtliche Unterhalts- und Unterstüt-
zungsbeiträge, Renten, Sozialversicherungs- und Sozialhilfeleistungen sowie Na-
turaleinkünfte. Was gesetzlich geschuldet ist oder dem Täter wirtschaftlich nicht
zufliesst, ist abzuziehen, so die laufenden Steuern, die Beiträge an die obligatori-
sche Kranken- und Unfallversicherung, sowie die notwendigen Berufsauslagen
bzw. bei Selbständigerwerbenden die branchenüblichen Geschäftsunkosten
(BGE 134 IV 60 E. 6.1). Auch für einkommensschwache Personen muss das
strafrechtliche Nettoeinkommen Grundlage und Ausgangspunkt für die Bemes-
sung des Tagessatzes sein. Bei der Tagessatzhöhe ist zu beachten, dass der
Gesetzgeber bewusst auf einen minimalen Ansatz verzichtet hat, weshalb die An-
nahme einer festen Untergrenze ausser Betracht fällt (BGE 134 IV 60 E. 6.5.2
S. 72).
5.7.3. Im Rahmen des gesetzlichen Ermessens ist allerdings dem Zweck der
Geldstrafe und ihrer Bedeutung im strafrechtlichen Sanktionensystem Rechnung
zu tragen. Soll die Geldstrafe gleichwertig neben die Freiheitsstrafe treten, darf
der Tagessatz nicht so weit herabgesetzt werden, dass er lediglich symbolischen
Wert hat. Andernfalls bestünde die Gefahr, dass die Geldstrafe als unzweck-
mässige Sanktion angesehen und deshalb vielfach auf eine Freiheitsstrafe er-
kannt werden müsste. Dies würde dem zentralen Grundanliegen der Revision
diametral zuwiderlaufen (BGE 134 IV 60 S. 72/73). Der Tagessatz für Verurteilte,
die nahe oder unter dem Existenzminimum leben, ist daher in dem Masse herab-
zusetzen, dass einerseits die Ernsthaftigkeit der Sanktion durch den Eingriff in die
gewohnte Lebensführung erkennbar ist und andererseits der Eingriff nach den
persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen als zumutbar erscheint. Als
Richtwert lässt sich festhalten, dass eine Herabsetzung des Nettoeinkommens
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um mindestens die Hälfte geboten ist. Um eine übermässige Belastung zu ver-
meiden, sind in erster Linie Zahlungserleichterungen durch die Vollzugsbehörde
nach Art. 35 Abs. 1 StGB zu gewähren, soweit die Geldstrafe unbedingt ausgefällt
wird. Bei einer hohen Anzahl Tagessätzen – namentlich bei Geldstrafen von mehr
als 90 Tagessätzen – ist eine Reduktion um weitere 10 - 30 Prozent angebracht,
da mit zunehmender Dauer die wirtschaftliche Bedrängnis und damit das Straf-
leiden progressiv ansteigt. Massgebend sind immer die konkreten finanziellen
Verhältnisse (BGE 134 IV 60 S. 73).
5.7.4. Das Bundesgericht hat sich mit der Frage auseinandergesetzt, ab welcher
Höhe ein Tagessatz nicht mehr als ernstzunehmende Strafe gilt. Es hat ent-
schieden, dass die Höhe des Tagessatzes den Betrag von Fr. 10.– grundsätzlich
nicht unterschreiten darf, um nicht als bloss symbolische Strafe wahrgenommen
zu werden (vgl. 6B_760/2008 vom 30. Juni 2009, BGE 6B_769/2008 vom 18. Juni
2006 E. 1.4). Die Frage der symbolischen Untergrenze stellt sich im vorliegenden
Fall aufgrund der finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten indessen nicht (vgl.
nachfolgende Erwägungen 5.7.5. zur Berechnung der Tagessatzhöhe).
5.7.5. Bei der Festsetzung des Tagessatzes ist von den konkreten Einkünften des
Beschwerdeführers von rund Fr. 1'200.– (vgl. Urk. 65: Budget September 2018;
Urk. 69 S. 3 [Fr. 900.– Sozialamt und Fr. 300.– Lohn]) auszugehen. Zu den Ein-
künften zählen aber auch die Naturaleinkünfte, insbesondere der von den Sozial-
behörden direkt bezahlte Mietzins von Fr. 1'100.– (Urk. 69 S. 3).
Damit beziffern sich die Einkünfte auf Fr. 2'300.–. Für die Krankenkassenprämie
und die Steuern ist kein Abzug vorzunehmen, da der Beschuldigte diese aufgrund
seiner schwierigen finanziellen Situation nicht bezahlen muss bzw. die Kranken-
kassenprämie von rund Fr. 480.– [gemäss Urk. 65: Fr. 472.60] von der Sozialhilfe
direkt bezahlt wird. Zieht man von seinen Einkünften gestützt auf die bundes-
gerichtliche Rechtsprechung (BGE 134 IV 60 E. 6.5.2 S. 73) 50 Prozent ab, so
gelangt man auf den von der Vorinstanz festgelegten Tagessatz von rund
Fr. 30.–. Die von der Erstinstanz festgesetzte Tagessatzhöhe von Fr. 30.– ist
daher zu bestätigen.
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5.8. Zusammengefasst ist der Beschuldigte daher mit einer Geldstrafe von
150 Tagessätzen zu Fr. 30.– zu bestrafen.
6. Gemäss Art. 51 StGB sind 77 Tagessätze der auszufällenden Geldstrafe
durch Haft erstanden.
V. Vollzug der Geldstrafe
Vorliegend sind mit der Vorinstanz (Urk. 52 S. 24) die Voraussetzungen für die
Gewährung des bedingten Vollzugs der Geldstrafe im Sinne von Art. 42
Abs. 1 StGB ohne Weiteres gegeben. Die Probezeit ist auf das gesetzliche
Minimum von zwei Jahren festzusetzen (Art. 44 Abs. 1 StGB).
VI. Zivilansprüche
1. Das Schadenersatzbegehren des Beschuldigten auf Zusprechung von
Fr. 110'000.– Schadenersatz für die erlittene wirtschaftliche Einbusse ist abzu-
weisen.
2.1. Sodann ist das Genugtuungsbegehren des Beschuldigten wegen Überhaft
im Betrag von Fr. 15'400.– (77 Tage à Fr. 200.–) abzuweisen.
2.2. Das Genugtuungsbegehren des Beschuldigten wegen ausserordentlicher
Belastung durch die Verfahrensdauer ist ebenfalls abzuweisen.
VII. Kosten und Entschädigungsfolgen
1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die erstinstanzliche Kostenauflage
(Dispositivziffer 10) zu bestätigen.
2.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.– festzu-
setzen.
2.2. Im Berufungsverfahren erfolgt die Kostenauflage nach Obsiegen und Unter-
liegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt mit seiner Berufung
vollumfänglich, weshalb ihm die Kosten dieses Verfahrens ausgangsgemäss auf-
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zuerlegen sind und ihm keine Entschädigung für die entstandenen Verteidigungs-
kosten zuzusprechen ist (Art. 429 Abs. 1 StGB e contrario).