Decision ID: 652be8e7-998d-5a41-b4e6-b3b80f47575a
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1966, war
nach Abschluss ihrer Lehre als Gärtnerin
von Mai 1988 bis Dezember 2013 bei
Y._
als
Reb
- und Keller
an
gestellte in einem Teilzeitpensum angestellt (vgl. Arbeitgeberfragebogen vom
5.
August 2009,
Urk.
5/18). Seit 1992
übt
sie ausserdem
eine
selbständig
e E
r
werbstätig
keit im
eigenen Rebberg
aus
(
Urk.
5/73).
Nachdem die Versicherte am 1
8.
Mai 2009 (Eingangsdatum) durch den Lohn
aus
fall
versicherer bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, unter Hinweis auf
Beschwerden infolge einer
Hüftt
otal
endo
prothese
auf der
rech
ten
(recte: linken)
Seite zur Früherfassung gemeldet worden war (
Urk.
5/3), mel
dete sich die Versicherte am
5.
Juni 2009 (Ein
gangs
da
tum) unter Hinweis auf eine gesund
heitliche Beeinträchtigung der Hüfte auf der linken Seite zum Bezug von Leistun
gen der Invaliden
versicherung an (Urk. 5/7).
Gestützt auf den Unter
su
chungs
bericht von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie sowie Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
,
vom 27. Mai 2010 (
Urk.
5/24) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
7.
Juni 2011 einen Rentenanspruch (
Urk.
5/36).
Seit Mai 2014
ist
die Versicherte al
s Angestellte im Rebbau und Kelt
erei beim
Reb
- und Weingut
A._
in einem
60%-P
ensum angestellt
und g
eht
ne
benbei weiterhin
ihrer selbständigen Erwerbstätigkeit im Weinbau nach
(
Urk.
5/52
, Urk.
5/56
).
1.2
Am
4.
September 2014 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
5/38). Von der IV-Stelle darauf hingewiesen, dass
geht
zur Glaubhaftmachung einer gesundheitlichen Veränderung entsprechende aktu
elle Beweismittel beibringen müsse (
Urk.
5/41), reichte die Versicherte das Arzt
zeugnis ihres Hausarztes,
Dr.
med. B._
,
vom 2
5.
September 2014 (Urk. 5/43) ein.
Die IV-Stelle holte den Arztbericht des behandelnden
Or
thopäden
(
Urk.
5/47) sowie die Berufs- und Steuerunterlagen der Versicherten (
Urk.
5/51) ein, ersuchte die Arbeitgeberin um Auskünfte (vgl. Arbeitgeberfrage
bogen vom 1
9.
August 2015,
Urk.
5/52) und führte eine Abklärung vor Ort durch (vgl. Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
vom
6.
Januar 2016,
Urk.
5/56). Nach durchgeführtem
Einwandverfahren
(Vorbescheid vom 2
6.
Ja
nuar 2016 [Urk. 5/58], Einwand vom 1
7.
Februar 2016 [
Urk.
5/61]) verneinte die IV-Stelle
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 24
%
mit Verfügung vom
9.
März 2016 einen Rentenanspruch (
Urk.
5/67).
1.3
Mit Schreiben vom 1
9.
Dezember 2016 (Eingangsdatum) beantragte
Dr.
B._
nach
durchgeführte
r
Implantation einer
Hüftprothese auf der rechten Seite die Überprüfung des Leistungsanspruchs (
Urk.
5/71). Die IV-Stelle zog die Akten der Kranken
tag
geldversicherung (Urk.
5/88
) bei
und
holte Berichte der be
handelnden Ärzte (
Urk.
5/76,
Urk.
5/77,
Urk.
5/78) sowie
einen Auszug
aus dem Individuellen Konto der
Versicherten (IK-Auszug,
Urk. 5/73
)
ein. Mit Mit
teilung vom 1
9.
Juli 2017 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass keine Ein
gliederungsmass
nah
men angezeigt seien (
Urk.
5/86).
Gestützt auf die durch die Krankentag
geld
versi
cherung veranlasste gutachterliche Untersuchung
durch
Dr.
med. C._
, Or
thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
vom 21.
Au
gust 2017 (
Urk.
5/88/14ff.) und ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 19
%
(vgl. Ein
kom
mens
vergleich,
Urk.
5/89) stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom
30.
Ok
tober 2017 die Abweisung des Leistungs
begehrens in Aussicht
(Urk.
5/91
).
Dagegen erhob die Versicherte mit Schreiben vom 17. November 2017 (Urk. 5/93) Einwand und legte im Verlauf
einen
weitere
n
Arztbericht zu den Akten (Urk.
5/95
).
Mit Verfügung vom 4. Sep
tem
ber 2018 verneinte die IV-Stelle wie vorbeschieden einen Rentenanspruch (
Urk.
2).
2.
Gegen die Leistungsabweisung erhob die Versicherte mit Eingabe vom 28. Sep
tember 2018 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung vom 4. Sep
tember 2018 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu ver
pflich
ten, ihr eine halbe Rente der Invalidenversicherung auszurichten. Eventuell sei eine gutachterliche Untersuchung von einer unabhängigen Stelle zu veranlassen (
Urk.
1).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
7.
November 2018 (
Urk.
4) auf Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom
8.
November 2018 wurde der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zur Kenntnisnahme zuge
stellt (
Urk.
6).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrech
ts [ATSG]
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherun
g [IVG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über
die Invalidenversicherung [IVV]
), so ist im Beschwerdeverfah
ren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch rele
vante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.4
Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung ist von Amtes wegen zu prüfen, ob seit der ersten Rentenverfügung zwischenzeitlich eine erneute materielle Prüfung des Rentenanspruchs stattgefunden hat. War dies nicht der Fall, so ist auf die Entwicklung der Verhältnisse seit der ersten Ablehnungsverfügung abzustellen; wie im Revisionsverfahren bleiben allfällige, vorangehende
Nichteintretensverfü
gungen
aufgrund des fehlenden Abklärungs- und bloss summarischen Begrün
dungsaufwandes der Verwaltung unbeachtlich. Erfolgte dagegen nach einer ers
ten Leistungsverweigerung eine erneute materielle Prüfung des geltend gemach
ten Rentenanspruchs und wurde dieser nach rechtskonformer Sachverhaltsabklä
rung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei An
haltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesund
heitszustands) abermals rechtskräftig verneint, muss sich die leistungsanspre
chende Person dieses Ergebnis – vorbehältlich der Rechtsprechung zur Wiederer
wägung oder prozessualen Revision (vgl. BGE 127 V 466 E. 2c mit Hinweisen) – bei einer weiteren Neuanmeldung entgegenhalten lassen (BGE 130 V 71 E. 3.2.3; vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.3 f.).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom
4.
September 2018 (
Urk.
2) hielt die Be
schwer
degegnerin fest, medizinische
Abklärungen hätten ergeben, dass
die
Be
schwer
deführer
in in ihrer angestammten Tätigkeit zu 50
%
und
in
einer ange
passten Tätigkeit zu 8
0
%
arbeitsfähig sei.
Ihr sei ein hypothetisch mögliches Ein
kommen anzurechnen, auch wenn sie die Tätigkeit nicht wechsle. Der Einkom
mensvergleich habe einen Invaliditätsgrad von 19
%
ergeben. Die Beschwerde
führerin habe damit keinen Anspruch auf Leistungen
der Invalidenversicherung
.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom 28. Sep
tember 2018 (
Urk.
1) zusammengefasst geltend,
sie sei auch in einer angepassten Tätigkeit nicht zu 80
%
arbeitsfähig. Es gebe keine Tätigkeit, die in einem aus
ge
wogenen Verhältnis zwischen
S
tehen,
S
itzen und
B
ewegen ausgeübt wer
den könne. Im Übrigen müsse sie regelmässig Pausen einlegen, was die Errei
chung eines 80%-Pensums verunmögliche.
2.3
Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom
19. Dezember 2016
(Eingangsdatum,
Urk. 5/71
) eingetreten. Streitig und zu prü
fen ist demnach, ob seit der mit Verfügung vom
9.
März 2016
(
Urk. 5/67
) erfolg
ten Renten
abweisung
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom
4. Sep
tember 2018
(
Urk.
2) eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Verschlech
terung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin eingetreten ist.
3.
3.
1
Aufgrund seit mehreren Jahren persistierende
r
linksseitige
r
Hüftschmerzen wurde der Beschwerdeführerin am 1
4.
November 2008 in der
D._
eine
Hüfttotal
endo
prothese
implantiert (vgl. Operationsbericht vom 1
4.
Novem
ber 2008,
Urk.
5/10/3), wobei sich der
peri
- und postoperative Verlauf komplika
ti
ons
los gestaltete
(vgl. Austrittsbericht vom
9.
Dezember 2008, Urk. 5/10/7). Im Rahmen einer qualitätssichernden
klinischen und radiologischen
Verlaufs
kon
trolle am
5.
April 2013 habe die Beschwerdeführerin angegeben, mit dem linken Hüftgelenk zufrieden zu sein.
Es bestehe eine Beinlängen
differenz von
zirka
1 cm, welche mit einer Einlage ausgeglichen werde
. Aufgrund des klinischen und radiologischen Befundes sahen die untersuchenden Ärzte keinen weiteren Hand
lungsbedarf
(vgl. Arztbericht vom
5.
April 2013,
Urk.
5/47/5).
3.
2
Am
6.
September 2013 stellte sich die Beschwerdeführerin aufgrund eines ver
mehrten Schwächegefühls sowie Schmerzen im Bereich der linken Hüfte not
fall
mässig in der
D._
vor.
Dr.
med. E._
, Chefarzt Revision
s
chirurgie, speziell Hüftchirurgie, äusserte den Verdacht auf eine Schaftlockerung bei Status nach
Hüfttotal
endo
prothese
im November 200
8.
Da radiologisch das ent
sprechende Korrelat fehl
t
e, empf
a
hl er zur
Verfikation
der Situation die Durch
führung einer Szintigraphie (vgl. Arztbericht vom 6. Septem
ber 2013, Urk. 5/47/8).
Trotz unauffälliger Skelettszintigraphie (vgl. Arztbericht vom 30. Sep
tember 2013,
Urk.
5/47/10) sowie Ultraschalluntersuchung (vgl. Bericht vom
3.
Oktober 2013,
Urk.
5/47/12) empfahl
Dr.
E._
bei anhaltendem kli
ni
schem Verdacht auf Schaftlockerung sowie der linksseitigen Überlänge
von zirka 2.5
cm, den Wechsel der Hüftprothese durchzuführen (vgl. Arztbericht vom 8. Ok
tober 2013,
Urk.
5/47/13).
Am
3.
Dezember 2013 wurde die
Total
endo
pro
these
der linken Hüfte operativ ausgewechselt
(vgl. Operationsbericht vom 3.
De
zember 2013,
Urk.
5/47/15).
Die radiologische Bildgebung habe die korrekte Lage der Implantate gezeigt und der postoperative Verlauf habe sich kompli
ka
tionslos ge
staltet, sodass die Beschwerdeführerin in gutem Allgemeinzustand und mit reiz
losen Wundverhältnissen zur weiteren Nachbehandlung und zur Ver
bes
se
rung der Hüftfunktion
sowie zur Wiedererlangung der Selbständigkeit in die Kli
nik nach
F._
habe verlegt werden können (vgl. Austrittsbericht vom 19. De
zember 2013,
Urk.
5/47/17f.). Im Rahmen einer klinischen Verlaufs
kon
trolle
im Mai 2014
habe sich ein guter postoperativer Verlauf gezeigt. Die Be
schwerde
führerin sei noch bis Ende des Monats zu 50
%
arbeitsun
fähig (vgl. Arzt
bericht vom 13.
Mai 2014,
Urk.
5/47/19).
3.
3
Dr.
B._
hielt in seinem Arztbericht vom
7.
April 2015 (
Urk.
5/47/1-4) fol
gende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest:
-
Persisti
rende
Hüftbeschwerden beidseits bei Status nach
Hüfttotal
endo
p
rothese
links am
3.
Dezember 2013 bei Schaftinstabilität und Überlänge links
-
Status nach
Hüfttotal
endo
prothese
links 2008
-
Chronisches
lumbo-spondylogenes
Syndrom bei degenerativer Wirbel
säu
len
erkrankung
-
Arterielle Hypertonie
Daraus resultiere eine verminderte Belastungsfähigkeit im
Rahmen
ihres Berufes als
Weinb
ä
uerin
/Gärtnerin
(vgl. Arztzeugnis vom 2
5.
September 2014,
Urk.
5/43)
.
Dr.
B._
attestierte der Beschwerdeführerin e
ine Arbeitsunfähigkeit von 33.3
% seit Juni 2014
andauernd
(
Urk.
5/47)
.
3.4
RAD-Arzt
Dr.
Z._
nahm am 2
2.
Juli 2015 i
m Rahmen einer aktenbasierten Einschätzung Stellung (vgl. Feststellungsblatt,
Urk.
5/57 S. 3f.).
Er hielt eine ver
minderte Beweglichkeit und Belastbarkeit der linken Hüfte, eine verminderte Be
lastbarkeit der rechten Hüfte sowie eine verminderte Belastbarkeit der Lenden
wirbelsäule als Einschränkungen
in Bezug
auf die bisherige Tätigkeit als Wein
bäuerin fest. Körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeiten, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige lendenwirbel
säulen
be
lasten
de Zwangshaltungen und Tätigkeiten (bspw. Bücken, Hocken, Kau
ern, Knien, Überkopfarbeiten), ohne häufige Rumpfrotationen
sowie
ohne häufi
ges Gehen auf unebenem Gelände
seien medizinisch-theoretisch im Rahmen eines 100%-Pensums mit um 20
%
vermindertem Rendement aufgrund des erhöhten Pausenbedarfs möglich. Andauernde Vibrationsbelastungen und Nässe-/Kälte
ex
position seien ebenfalls zu vermeiden. Es sei nicht davon auszugehen, dass wei
tere medizinische Massnahmen zu einer relevanten Reduktion der Arbeitsun
fä
higkeit führen würden.
4.
4.1
Im Zusammenhang mit der Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom 19. De
zember 2016 sind die Berichte der untersuchenden Ärzte der
D._
(
Urk.
5/76,
Urk.
5/78), die Berichte des Hausarztes
Dr.
B._
(
Urk.
5/77, Urk. 5/95
) sowie der gutachterliche Untersuchungsbericht der Krankentag
geld
ver
sicherung vom 2
1.
August 2017 (
Urk.
5/88/14ff.) aktenkundig.
4.2
Im Juli 2016 wurde die Beschwerdeführerin aufgrund zunehmender belastungs
abhängiger Hüftschmerzen auf der rechten Seite erneut in der
D._
vorstellig. Die untersuchenden Ärzte hielten eine fortgeschrittene
Coxarthrose
rechts fest (vgl. Arztbericht vom
8.
Juli 2016,
Urk.
5/76/7f.) und nahmen am 2. No
vember 2016 einen operativen Eingriff (
Hüfttotalendoprothese
MIS rechts) vor (vgl. Operationsbericht vom
2.
November 2016,
Urk.
5/76/5). Der post
opera
tive Verlauf habe sich komplikationslos gestaltet, sodass die Beschwerde
führerin in gutem Allgemeinzustand und mit reizlosen Wundverhältnissen habe in die
Kur entlassen werden können (vgl. Austrittsbericht vom
3.
November 2016
,
Urk.
5/76/3f.). Im Rahmen einer postoperativen Verlaufskontrolle habe sich ein regelrechtes Resultat präsentiert. Die beklagte Hyposensibilität sei auf eine Parti
alläsion des
Nervus
cutaneus
femoris
lateralis
zurückzuführen. In den allermeis
ten Fällen würde sich diese spontan zurückbilden, wobei es bis zu einem Jahr dauern könne (vgl. Arztbericht vom 1
6.
Dezember 2016,
Urk.
5/76/1).
4.
3
Im Rahmen der Verlaufskontrolle im Februar 2017
in der
D._
stellte der untersuchende Arzt muskuläre Restbeschwerden im
Quadrizeps
fest. Zudem bestehe eine persistieren
de Hyposensibilität im Versorgungsgebiet des
Nervus
cu
taneus
femoris
lateralis
, wobei diesbezüglich keine Therapie notwendig sei. Zur Kräftigung und Be
hand
lung der muskulären
Quadrizepsbeschwerden
empfehle er Physiotherapie (vgl. Arztbericht vom 2
1.
Februar 2017,
Urk.
5/78/3).
4.
4
In einer durch die Krankentaggeldversicherung veranlassten gutachterlichen Un
ter
suchung am 2
1.
August 2017
(
Urk.
5/88/14ff.)
habe die Beschwerdeführerin über Rücken
schmerzen im unteren Wirbelsäulenbereich geklagt. Sie könne nicht mehr als eine halbe Stunde laufen. Sitzen könne sie einigermassen gut, wenn sie eine Lehne habe. Bei Hitze und im Liegen würden sich die Beschwerden bessern.
Die Gu
t
achterin
Dr.
C._
hielt eine
Coxarthrose
beidseits fest. Zusätzlich würde
n
eine Adi
positas und ein medikamentös eingestellter Hypertonus
bestehen.
Sie konstatierte,
der Aufbau der Wirbelsäule sei lotrecht. Die Beinlängendifferenz habe bei der letzten Hüftoperation ausgeglichen werden können. Eine Hyper
ky
phose der Brustwirbelsäule bestehe nicht. Ein Klopf- oder Druckschmerz könne ebenfalls nicht ausge
löst werden und ein Vorlauf des
Iliosakralgelenks
könne auch nicht gefunden werden. Der Finger-Fussboden-Abstand betrage 15 cm.
D
ie Beweglichkeit der oberen Extremitäten sei seitengleich und regelrecht. Hinweise auf Funktionseinschränkungen gebe es keine.
Das Gangbild sei hingegen schwer
fällig mit Anlauf- und Entlastungshinken auf der linken Seite.
Die Über
prüfung des lateralen und medialen Bandapparates der Kniegelenke zeige seiten
gleiche
physiologische Be
funde. Der
Lachman
-Test und Pivot
Shift
seien beid
seits nega
tiv. Auch die Unter
suchung der Sprunggelenke habe keine patho
logischen Be
funde ergeben. Die Muskel
eigenreflexe der oberen und unteren Extremitäten könnten seiten
gleich und regelrecht ausgelöst werden. Sensibilitäts
störungen würden im Ver
sorgungs
gebiet des
Nervus
cutaneus
femoris
lateralis
auf der rech
ten Seite ange
geben werden.
Das
Lasègue
-Zeichen sei beidseits negativ. Bei Sta
tus nach
Hüfttotal
endoprothese
beidseits sei bei Anh
e
ben der Beine rechts ein Stopp bei 90° und links bei 70° zu verzeichnen
.
I
n der an
ge
stammten Tätigkeit im Weinbau
sei die Beschwerdeführerin
zu 50 % arbeits
fähig. In einer ange
passten wechselbelastenden, vorwiegend sitzenden Tä
tig
keit, ohne Heben und Tragen von mittelschweren und schweren Lasten, ohne Zwangs
haltungen wie Bücken, Knien oder Kauern, ohne Umwelteinflüsse wie Zug
luft, Kälte oder Nässe, ohne absturzgefährdetes Arbeiten und Steigen auf Ge
rüsten, Leitern und Dächern und ohne repetitive Rumpfrotation im Sitzen/
Stehen bestehe drei Monate nach der letzten Hüftoperation eine 80%ige Arbeits
fähigkeit. Die Leis
tungs
ein
schränkung von 20
%
sei einem erhöhten Pau
sen
be
darf geschul
det.
Dr.
C._
empfahl im Rahmen der selbständigen Erwerbstätigkeit den admi
nistrativen Anteil auszubauen und als angestellte Winzerin die Möglich
keiten im Bereich der Kundenakquise, Etikettierung sowie Verkauf zu nutzen.
4.5
Im Zuge des
Einwandverfahrens
reichte die Beschwerdeführerin den Arztbericht ihres Hausarztes vom 2
8.
November 2017 (
Urk.
5/95) zu den Akten. Dieser be
stä
tigte die 50%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Wein
bäu
erin.
Das Herumgehen und vor allem auch das Stehen auf den schiefen Ebenen eines Rebberg
e
s seien sehr belastend. Heben und Tragen von Gegenständen von über 10 kg seien nicht mehr möglich. Längeres Sitzen gehe angesichts der Pro
b
lematik auch nicht gut, am besten sei eine wechselseitige Belastung.
5.
5.1
Fest steht und unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin in ihrer ange
stamm
ten Tätigkeit als Weinbäuerin
zu 50
%
in ihrer Arbeitsfähigkeit einge
schränkt ist (vgl. E. 4.
4
und E. 4.
5
hiervor).
Streitig ist dagegen, in welchem Umfang die Be
schwerdeführerin in einer behinderungsangepassten Tätigkeit arbeitsfähig ist.
5.2
In der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) stützte sich die Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf den gutachterlichen Untersuchungs
bericht
von
Dr.
C._
vom 21. August 2017 (Urk. 5/88/14ff)
, worin der Beschwer
de
führerin in einer leidensangepassten Tätigkeit ein 80%-Pensum zugemutet wird
. Ein
schrän
kend sei der erhöhte Pausenbedarf
(E. 4.4
).
Dr.
B._
äusserte sich nicht zur Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit, hielt jedoch fest, dass eine wechselseitige
Belastung am besten sei (E. 4.5
in
fine
).
5.3
5.3.1
In Bezug auf den gutachterlichen Untersuchungsbericht vom 2
1.
August 2017 (vorstehend E. 4.4
) gilt es zu berücksichtigen, dass dieses Gutachten nicht von der Beschwerdegegnerin im Verfahren nach
Art.
44 ATSG, sondern von der Kran
ken
taggeldversicherung der Beschwerdegegnerin eingeholt wurde.
5.3.2
Einerseits verlangt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung eine umfassende, inhaltsbezogene, verant
wortliche und der behördlichen Begründungspflicht ge
nügende Prüfung aller Be
weis
mittel (BGE 140 V 193 E. 3.1) unabhängig von ihrer Herkunft und ohne Bin
dung an förmliche
Beweisregeln (BGE 137 V 210 E.
3.4.1.1; Urteil des Bundes
gerichts 8C_71/2016 vom
1.
Juli 2016 E. 5.1).
5.3.3
Andererseits kommt nach der Rechtsprechung den von einem Krankentag
geld
versicherer nicht im
gesetzlich vorgesehenen
Verfahren nach
Art.
44 ATSG ein
geholten Gutachten der Be
weis
wert versicherungsinterner ärztlicher Fest
stellun
gen zu (Urteile des Bun
des
gerichts 8C_71/2016 vom
1.
Juli 2016
E. 5.3 und 8C_486/2015 vom 30.
No
vember 2015 E. 4.1.3). Auf das Ergebnis ver
siche
rungs
interner ärztlicher Ab
klärungen kann rechtsprechungsgemäss
indes
nicht abge
stellt werden und es ist eine versicherungsexterne Begutachtung anzuordnen
resp. es sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen
, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit bestehen (BGE 139 V 225 E.
5.2; Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_230/2019 vom
2.
Juli 2019 E. 3.2,
8C_197/2014 vom
3.
Oktober 2014 E. 4).
5.4
In Bezug auf den gutachterlichen Untersuchungsbericht vom 2
1.
August 2017 (E.
4.4
) gilt es zu
beachten
, dass sich
Dr.
C._
bei der Beurteilung der Leis
tungs
fähigkeit der Beschwerdeführerin in einer leidensangepassten Tätigkeit unter an
derem auf die objektiv gezeigten Belastungsresultate der
von ihr
durch
ge
führten
medizinischen Tests
stützte.
Sie setzte sich
mit allen Aspekten der ge
sund
he
itli
chen Beeinträchtigungen aus
einander
und berücksichtigte insbeson
dere auch die geklagten Beschwerden bzw. Leiden der Beschwerde
führerin aus subjektiver Sicht.
Angesichts dessen, dass die Beschwerdeführerin während der Begutachtung angab, sofern sie eine Lehne habe, könne sie einigermassen gut
sitzen
, ist
die Empfehlung der Gutachterin, eine
wechselbelastende,
vorwiegend sitzende Tätig
keit auszuüben, einleuchtend.
Die Schlussfolgerungen der Gutachterin sind
ins
gesamt
nach
vollziehbar.
Damit erfüllt der gutachterliche Untersuchungs
bericht die An
for
de
rungen an den Beweiswert medizinischer Berichte im Sinne der Recht
sprechung (vgl. E. 1.5), weshalb darauf abzustellen ist.
5.5
Eine Veränderung des Gesundheitszustandes seit der letztmaligen Renten
prüfung ist insoweit auszumachen, als
sich die Beschwerdeführerin nach der letztmaligen Verneinung eines Rentenanspruchs am
9.
März 2016 einer weiteren Hüft
opera
tion unterzog
en hat
(vgl. E. 4.2)
. Dies führte jedoch zu keinen Abwei
chungen im noch möglichen Pensum
in einer leidensangepassten Tätigkeit
und auch zu keiner massgeblich anderen Einschätzung der noch zumutbaren Tätig
keiten. Sowohl
Dr.
Z._
als auch
Dr.
C._
attestierten der Beschwerdeführerin eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit, wobei die Re
duktion um 20
%
aufgrund des erhöhten Pausenbedarfs angenommen wurde. Auch die im Umfang von 80
%
noch zumutbaren Tätigkeiten wurden praktisch identisch um
schrieben (vgl. E. 3.4, E. 4.
4
).
Damit ist festzuhalten, dass wohl eine gewisse Ak
zentuierung der Einschränkungen eingetreten ist, namentlich durch den weiteren Einsatz einer Hüftprothese rechts, aber auch durch die beklagten Rückenbe
schwerden, dass dies indes keine Auswirkungen auf die medizinisch-theoretisch zumutbare Leistungsfähigkeit, sowohl hinsichtlich des zumutbaren Pensums als auch des Stellenprofils zeitigt. Eine Veränderung der krankheitsbe
dingten Ar
beitsunfähigkeit seit der letztmaligen Überprüfung des Rentenan
spruchs im Sinne einer revisionsrechtlich relevanten Verschlechterung ist daher nicht ausgewiesen. Aufgrund dessen braucht die Bemessung des Invaliditätsgra
des nicht überprüft zu werden, zumal der von der Beschwerdegegnerin getätigte Einkommensver
gleich gestützt auf die IK-Auszüge (
Urk.
5/73), Steuereinschät
zungsunterlagen (
Urk.
5/51-52), den Arbeitgeberbericht vom 1
9.
August 2015 (
Urk.
5/52) und ins
besondere den Aussendienstbericht vom 6. Januar 2016 (
Urk.
5/56) sowie die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene Lohnstruk
turerhebung 2014 (vgl.
Urk.
5/89) im Detail nicht strittig und im Ergebnis auch nicht zu beanstanden ist. Insbesondere ist – wie die nachfolgenden Erwägungen aufzeigen – mit der Be
schwerdegegnerin davon auszugehen, dass sich die Be
schwerdeführerin, welche im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung (
4.
Septem
ber 2018) kurz vor Voll
endung ihres 5
2.
Altersjahres stand, das höhere, in einer Verweistätigkeit theoretisch erzielbare Erwerbseinkommen anrechnen zu lassen hat.
6.
6.1
Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz allgemein der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzu
kehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen). Dieses Gebot der Selbsteingliederung ist Ausdruck des in der ganzen Sozialversicherung geltenden Grundsatzes der Schaden
minde
rungs
pflicht (vgl. BGE 120 V 368 E. 6b, 117 V 275 E. 2b), wobei jedoch von der versicherten Person nur Vorkehren verlangt werden können, die unter Berück
sichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzel
falles zumutbar sind (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen auf Lehre und Recht
sprechung; ZAK 1989 S. 214 E. 1c). Als Ausdruck der allgemeinen Schaden
min
de
rungs
pflicht geht die Pflicht, die notwendigen Schritte zur Selbstein
gliederung zu unternehmen, nicht nur dem Renten-, sondern auch dem gesetz
lichen Einglie
derungsanspruch vor (Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.1 mit Hinweisen auf Urteile I 116/03 vom 10. November 2003 E. 3.1 und I 145/01 vom 12. September 2001 E. 2b).
Ein Rentenanspruch ist zu vernei
nen, wenn die Person selbst ohne Eingliederungsmassnahmen, nötigen
falls mit einem Berufswechsel,
zumutbarerweise
in der Lage ist, ein rentenaus
schliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_482/2010 vom 2
7.
September 2010 E. 4.2)
.
Der Begriff der zumutbaren Tätigkeit im Rahmen der Invaliditätsbemessung nach
Art.
16 ATSG bezweckt die Schadenminderungspflicht zu begrenzen oder - posi
tiv formuliert - deren Masse zu bestimmen. Eine versicherte Person ist daher unter Umständen invalidenversicherungsrechtlich so zu behandeln, wie wenn sie ihre Tätigkeit als
Selbständigerwerbende
aufgibt, d.h. sich im Rahmen der Invalidi
tätsbemessung jene Einkünfte anrechnen lassen muss, welche sie bei Aufnahme einer leidensangepassten unselbständigen Erwerbstätigkeit
zumut
barer
weise
ver
dienen könnte. Für die Auslegung des unbestimmten Rechtsbegriffs der zumut
baren Tätigkeit im Allgemeinen, wie bei der Aufgabe der selbständigen Erwerbs
tätigkeit im Besonderen, sind die gesamten subjektiven und objektiven Gegeben
heiten des Einzelfalles zu berücksichtigen. Im Vordergrund stehen bei den sub
jektiven Umständen die verbliebene Leistungsfähigkeit sowie die weiteren per
sönlichen Verhältnisse, wie Alter, berufliche Stellung, Verwurzelung am Wohn
ort etc. Bei den objektiven Umständen sind insbesondere der ausgeglichene Arbeits
markt und die noch zu erwartende Aktivitätsdauer massgeblich (
Urteil des Bun
des
gerichts 8C_482/2010 vom 2
7.
September 2010 E. 4.2
mit Hinweisen).
Eine Betriebsaufgabe ist nur unter strengen Voraussetzungen unzumutbar, und es kann ein Betrieb selbst dann nicht auf Kosten der Invalidenversicherung auf
recht
erhalten werden, wenn die versicherte Person darin Arbeit von einer ge
wis
sen erwerblichen Bedeutung leistet (Urteil 9C_621/2017 vom 1
1.
Janu
ar 2018
E. 2.2.1 mit Hinweis).
Die Frage nach der Zumutbarkeit eines Berufswechsels resp. der Betriebsaufgabe im Rahmen der Schadenminderung ist als Rechtsfrage vom Bundesgericht frei überprüfbar (Urteil 9C_
621/2017
vom 1
1.
Januar 2018 E. 2.2.2
).
6.2
Die Beschwerdeführerin hat eine Ausbildung zur Gärtnerin absolviert, wobei sie ab dem Jahr 1988 als Winzerin tätig war. Seit 1992 war sie ausserdem selb
stän
dige Weinbäuerin
im Nebenerwerb
, wobei sie nach eigenen Angaben ihren Be
trieb nach dem Tode ihres Vaters (2012) ausdehnte und nunmehr eine Hektare bewirtschaftet, wodurch sich ihr Arbeitspensum im selbständigen Bereich etwas
erhöhte
und sie das Angestelltenpensum etwas habe reduzieren müssen (
Urk.
5/56/3).
Andere Tätigkeiten als auf dem Gebiet des Weinbaus sind akten
mässig nicht doku
mentiert, was für sich betrachtet gegen die Zumutbarkeit eines Berufswechsels spricht. Umgekehrt fällt aber ins Gewicht, dass d
ie 1966 geborene Beschwerde
führerin
in ihrer ange
stammten Tätigkeit als Winzerin
nu
r
mehr
zu 50
%
arbeits
fähig
ist
,
gesund
heitlich
jedoch
in der Lage
wäre
, in einer leidensan
gepassten Tätigkeit im Umfang von 80
%
erwerbstätig zu sein und dabei ein ren
tenaus
schliessendes Erwerbs
einkommen zu erzielen
. I
m Zeit
punkt des Erlasses der strit
tig
en Verfügung vom 4.
September 2018
war die Be
schwerdeführerin
fast
52 Jahre alt, was angesichts der noch langen Aktivitäts
dauer von über zehn
Jahren für die Zumutbarkeit eines Berufswechsels spricht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_888/2017 vom 1
4.
Mai 2018 E. 3.3.2
).
Trotz jahrelanger Erfahrung im Bereich des Weinbaus bestehen für die Beschwerdeführerin mit Bezug auf den hypo
the
tisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt Möglichkeiten, eine Stelle zu finden, zumal Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen, ausgeglichenen Arbeitsmarkt grund
sätz
lich
keine beruflichen Erfahrungen erfordern (Urteil des Bundesgerichts 8C_705/2018 vom 1
6.
Mai 2019 E. 4.3)
, und die Beschwerdeführerin zwar einge
schränkt (vgl. Belastungsprofil
, E. 4.
4
), aber immer noch im Rahmen eines 80%-Pensums arbeitsfähig ist.
Ferner kann sie in Bezug auf die Vermarktung und den Vertrieb auf berufliche Erfahrungen zurückgreifen und ist auch eine Tätigkeit auf dem Gebiet der
Winzerei
oder des Weinhandels nicht völlig ausgeschlossen.
Dass die
Aufgabe der
angestammten Tätigkeit nicht
leicht fällt
, insbesondere vor dem Hintergrund des eigenen Rebberges, ist nach
vollziehbar.
Bei objektiver Betrach
tung ist
jedoch
nicht er
sichtlich, weshalb de
r
Beschwerdeführerin
die Aufnahme einer unselb
ständigen, leidensangepassten Tätigkeit und die damit verbundene Umstellung der Berufs
au
sübung unzumutbar sein sollen.
6.3
Zusammenfassend ist insgesamt bedeutsam, dass
die
Beschwerdeführer
in
trotz
ihres
Gesund
heitsschadens in der Lage ist, bei noch langer Aktivitätsdauer
in ei
nem 80%-Pensum
erwerbstätig zu sein und dabei ein rentenausschliessendes Er
werbs
ein
kommen zu erzielen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_460/2011
vom 22.
Sep
tember 2011 E. 4.4 am Ende). Dementsprechend ist die Zumutbarkeit eines Berufswechsels in eine unselbständige Verweistätigkeit zu bejahen
.
Dem
nach hat sich auch diesbezüglich nichts geändert.
7.
Nach dem Gesagten lässt sich eine
für den Rentenanspruch relevante Änderung des Sachverhalts seit Erlass der rentenverneinenden Verfügung vom 9. März 2016 (Urk. 5/67) nicht feststellen.
Weitere Abklärungen erweisen sich als nicht not
wendig.
Die den Anspruch auf eine Rente verneinende Verfügung vom
4
.
Sep
tember 2018
besteht damit zu Recht und die Beschwerde ist abzuweisen.
8.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.