Decision ID: bfcf0278-abd9-5b5f-ac9b-127466404009
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der
1970
geborene
X._
schloss 1990 eine Lehre als Briefträger ab
(Urk.
16/8/4)
und war in der Folge als Betriebsmitarbeiter Logistik
bis
am
30.
November 2007 bei der
Z._
angestellt
(
Urk.
16/13/6) und dadurch bei der Pensionskasse
Z._
berufsvorsorgeversichert (
Urk.
16/13/4)
. Vom 1.
Dezember 2007 bis
am
3
1.
Mai 2008 war
er
als Logistik-Assistent bei der
A._
angestellt (
Urk.
16/16
und
Urk.
16/40/3
)
, wobei er im April 2008 das Fähigkeitszeugnis als Logistikassistent erwarb (
Urk.
16/40/6)
.
Im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses war
X._
bei der Helvetia Sammelstiftung für
Personalvorsorge berufsvorsorgeversichert
(
Urk.
7 S. 6; Urk. 16/223)
.
Ab Juni 2008
bezog
X._
Taggelder der Arbeitslosenversicher
u
ng
,
wodurch er bei der Stiftung Auffangeinricht
ung
BVG berufsvorsorgeversichert war
(
Urk.
8/1)
. Wäh
rend d
er
laufenden Rahmenfrist
für den Leistungsbezug ging
X._
ver
schiedenen Zwischenverdiensttätigkeiten nach,
i
m Rahmen welcher
er zwischen
zeitlich bei der Stiftung
2.
Säule
swissstaffing
berufsvorsorgeversichert war (
Urk.
2/10,
Urk.
7 S. 6,
Urk.
8/1,
Urk.
16/17,
Urk.
16/39/7).
Am 2
0.
Februar 2009 meldete
er
sich bei der IV-Stelle
(Bern)
zum Leistungsbezug an (
Urk.
16/8).
Nach Einholung eines medizinischen Gutachtens
bei
Dr.
med.
B._
, Spezial
arzt FMH für Innere Medizin,
(
Gutachten vom
8.
Oktober 2009,
Urk.
16/22)
verneinte
die IV-Stelle mit
Verfügung vom 2
3.
Februar 2010
(
Urk.
16/35)
bei einem
Invaliditätsgrad
von 11
%
einen
Rentenanspruch
.
Vom
1.
Dezember 2009
bis am 3
1.
Mai 2010
machte
X._
einen Stage
als Allrounder im technischen Dienst im
C._
(
Urk.
16/66/2;
Urk.
16/39/7).
In der Folg
e
übernahm
die
IV-Stelle
die Kosten für eine berufliche Abklärung
, welche vom
2
8.
Juni bis
am
1
9.
September
2010 bei der
D._
durch
geführt wurde
(
Urk.
16/53;
Urk.
16/
47
)
.
Nach Abschluss der beruflichen Ab
klä
rung
gewährte
die IV-Stelle
X._
Arbeitsvermittlung (
Urk.
16/54)
und vo
m
1.
b
is 3
1.
März 2011 ein Arbeitstraining bei der
E._
(
Urk.
16/69). P
er
1.
April 2011
trat
X._
bei den
F._
eine Vollzeitstelle an
(
Urk.
16/73
)
. Die IV-Stelle
schloss die beruflichen Massnahmen
am
3.
Mai 2011
ab
(
Urk.
16/74)
.
Im Rahmen der Arbeitstätigkeit für die
F._
war
X._
bei der
P
AX,
Sammelstiftung BVG
berufsvorsorge
versichert (
Urk.
2/3).
Nachdem
das
Arbeitsverhältnis
mit der
F._
per Ende Dezember 2012
aufgelöst worden
war
(
Urk.
16/174)
, ersuchte
X._
die IV-Stelle am
4.
April 2013 um Wiederauf
n
a
h
me des beruflichen Eingliede
rungs
verfahrens (
Urk.
16/78 und
Urk.
16/83). Die IV-Stelle gewährte
ihm
daraufhin
wiederum berufliche Massnahmen im Sinne von Arbeitsvermittlung (
Urk.
16/80) und
ein
Arbeitstraini
ng
bei der
G._
(
Urk.
16/103
,
Urk.
16/108, Urk.
16/112,
Urk.
16/113;
Urk.
16/116 und
Urk.
16/121
)
beziehungsweise bei der
H._
(
Urk.
16/119
,
Urk.
16/120
). Ab dem
4.
August
2014 arbei
tete
X._
bei
der
H._
in einem
60%-
Pensum, wobei die IV-Stelle für drei Monate Einarbeitungszuschüsse
ausrichtete
. Ab Januar 2015
erhöhte er
das Arbeitspensum
auf 80
%
(
Urk.
16/131,
Urk.
16/133
,
Urk. 16/
134,
Urk. 16/141/2 und
Urk.
16/143)
.
Die Pensionskasse der
H._
war die
Profond
Vorsorge
e
inrichtung
(
Urk.
2/4 und
Urk.
2/5)
.
Da die
H._
das Arbeitsverhältnis per
Ende Juli 2015 kündigte (
Urk.
2/4), bezog
X._
ab August 2015
erneut Taggelder der Arbeits
lo
sen
versicherung (
Urk.
8/1
)
. Er war
zudem
bei der
H._
weiterhin im Stundenlohn angestellt
(
Urk.
16/171/6)
. Ab November 2015
unterzog
er
sich einer weiteren
arbeitsmarktliche
n
Abklärung bei der
D._
(Urk.
16/151
und
Urk.
16/17
1
)
.
Vom 1
7.
Mai bis
am
1
6.
August 2016
macht
e
er
einen Arbeitsver
s
uch
bei
der
I._
(Urk.
16/176;
Urk.
16/178
,
Urk.
16/181
und
Urk.
16/183
).
Ab dem 1
7.
August
2016
wurde
X._
als Arbeitnehmer mit IV-Rente
(B)
in einem Pensum von
100
%
von
der
I._
an
g
estellt.
(
Urk.
16/18
4).
D
ie IV-Stelle
schloss
die Arbeitsvermittlung
am 2
3.
September 2016
ab (
Urk.
16/186).
Mit Vorbescheid vom
6.
Januar 2017 (
Urk.
16/198) stellte die IV-Stelle
die
Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Nachdem
X._
dagegen Einwand erhoben hatte (
Urk.
16/203)
,
gab die IV-Stelle beim
J._
ein polydisziplinäres Gutachten in Auf
trag, welches am 2
7.
September 2017 erstattet wurde (
Urk.
16/216). Die IV-Stelle erliess daraufhin am
9.
Oktober 2017 einen neuen Vorbescheid, mit welchem sie in Aussicht stellte,
X._
bei einem Invaliditätsgrad von 48
% mit Wir
kung ab
1.
Februar 2016 eine
V
iertelsrente
auszurichten (Urk.
16/217). Hieran hielt
sie mit Verfügung vom 11.
Dezember 2017 fest (Urk.
16/229).
1.2
In der Folge wandte sich
X._
an die Pensionskasse
Z._
,
die
Stiftung 2.
Säule
swissstaffing
und
die Stiftung Auffangeinrichtung BVG
und ersuchte um Ausrichtung von Leistunge
n der beruflichen Vorsorge. Sowohl die Pensionskasse
Z._
(
Urk.
2/9), die Stiftung
2.
Säule
swissstaffing
(
Urk.
2/10)
als auch
die
Stif
tung Auffangeinrichtung BVG
(
Urk.
2/15)
verneinten jedoch eine Leistungspflicht ihrerseits
.
2.
Mit Eingabe vom 1
3.
Juli 2018 (
Urk.
1) liess
X._
Klage gegen die Stiftung Auffangeinrichtung
BVG
erheben und beantragen:
«1.
Die Beklagte sei zu verpflichten, ihrer Vorleistungspflicht nachzukommen und die reglementarischen Leistungen zu erbringen
.
2.
Die reglementarischen Leistungen seien mit einem Zins von 5
%
p.a. zu verzinsen.
3.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Beklagten.»
Mit Klageantwort vom
4.
September 2018 (
Urk.
7) beantragte die Beklagte, die Klage sei vollumfänglich abzuweisen. In prozessualer Hinsicht stellte sie den An
tr
ag, die
Profond
Vorsorgeeinrichtung
sei zum Verfahren beizuladen.
M
it Verfügung vom
5.
September 2018 (
Urk.
9)
wurden
die Akten der Invaliden
versicherung in Sachen des Klägers beigezogen (
Urk.
15 beziehungsweise
Urk.
16/1-235
)
. Am 1
9.
September 2018 reichte der Kläger ein Schreiben der
Profond
Vorsorgeeinrichtung
vom 3
0.
Juli 2018 (
Urk.
12) ein, mit welche
m
diese eine Leistungspflicht ihrerseits ablehnte. In der Folge
änderte beziehungsweise ergänzte der Kläger
mit Rep
lik vom 2
3.
November 2018 (Urk.
18)
seine Anträge wie folgt:
«2.
Die Vorleistungen seien gemäss Reglement zu verzinsen.
4.
Es sei die P
AX
Sammelstiftung BVG,
Aeschenplatz
13, 4002 Basel, zum Verfahren
beizuladen.»
Die Beklagte schloss mit Duplik vom 1
8.
Dezember 2018 (
Urk.
21) auf Abweisung der Klage. Dies wurde dem Kläger mit Verfügung vom 1
0.
Januar 2019 angezeigt (
Urk.
22).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des hiesigen Gerichts zum Entscheid über die strittigen Leistungen ist gegeben (Art. 73 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge, BVG, in Verbindung mit § 2 Abs. 2
lit
. a des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
1.2.1
Gemäss Art. 23
lit
. a BVG haben
Personen, die
im Sinne de
r Invaliden
ver
siche
rung zu mindestens 40
%
invalid sind und bei Eintritt der
Arbeitsunfähig
keit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren,
Anspruch auf eine Invalidenrente.
Nach Art. 24 Abs. 1 BVG besteht Anspruch auf eine volle Invalidenrente, wenn die versicherte Person im Sinne der
Invalidenversicherung
zu mindestens 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zur Hälfte, und auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 % invalid ist.
1.2.2
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer beim
Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, die zur Invalidität führte,
angeschlossen war,
für das Invaliditätsrisiko aufzukommen hat, ist erforderlich, dass zwischen Arbe
its
unfähigkeit und Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammen
hang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1).
War die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer beim Eintritt der relevanten Arbeitsunfähigkeit
bei keiner Vorsorgeeinrichtung versichert, besteht kein Anspruch auf Invaliden
leistungen der beruflichen Vor
sorge nach Art. 23
lit
. a BVG.
1.3
Befindet sich der Versicherte beim Entstehen des Leistungsanspruchs nicht in der leistungspflichtigen Vorsorgeeinrichtung, so ist jene Vorsorgeeinrichtung vorleis
tungs
pflichtig, der er zuletzt angehört hat. Steht die leistungspflichtige Vorsorge
einrichtung fest, so kann die vorleistungspflichtige Vorsorgeeinrichtung auf
diese Rückgriff
nehmen (
Art.
26
Abs.
4 BVG). Nach der
ratio
legis
dieser Bestimmung soll die Position der versicherten Person verbessert werden, die sich einer Mehr
zahl von Vorsorgeeinrichtungen gegenübersieht, wobei nicht klar ist, welche von diesen Invalidenleistungen zu erbringen hat. Die Vorleistungspflicht setzt jedoch voraus, dass ein Anspruch
auf Invalidenleistungen der obligatorischen beruflichen Vorsorge besteht (Art. 23
und Art. 26 Abs. 1 BVG) und lediglich unklar ist, welche Vorsorgeeinrichtung für die Ausrichtung der Leistungen zuständig ist. Das Bestehen eines solchen
Leistungsanspruchs muss daher im Rahmen
des Entscheids über die Vorleis
tungs
pflicht materiell geprüft
werden
. Der Umfang der Vorleis
tungen beschränkt sich auf die gesetzlichen (obligatorischen) Invalidenleistungen (
Urteil des Bundesgerichts 9C_425/2015 vom 11. Dezember 2015 E. 2.2 und E. 5 mit Hinweisen
).
2.
2.1
Der Kläger erklärte zur Begründung seiner Klage im Wesentlichen (
Urk.
1 und
Urk.
18
),
e
s sei unbestritten, dass er Anspruch au
f Invalidenleistungen nach Art.
23
lit
. a BVG habe und somit die rechtliche Grundlage für Vorleistungen nach
Art.
26
Abs.
4 BVG gegeben seien
. Die Beklagte sei die letzte Vorsorge
ein
richtung, bei welcher er versichert gewesen sei, nämlich von Januar 2012 bis Dezember 201
6.
Sie sei daher vorleistungspflichtig
.
2.2
Die Beklagte wendete dagegen im Wesentlichen ein (
Urk.
7
und
Urk.
21
),
d
ie Vorleistungspflicht setze Zweifaches voraus: Zum einen müsse feststehen, dass überhaupt ein Leistungsanspruch
bestehe
und zu anderen
müsse
ungewiss sein, welchen Versicherer die Leistungspflicht treffe. Vorausgesetzt sei also, dass die Zuständigkeit zwischen zwei oder mehreren präsumtiv leistungspflichtigen Vor
sorge
einrichtungen umstritten sei. Sei die Zuständig
k
eit nur einer einzigen infrage
kommenden Vorsorgeeinrichtung umstritten, richte sich das Verfahren nach den Regeln von
Art.
23 BVG. Vorliegend sei nicht ungewiss, welchen Versicherer die Leistungspflicht treffe. Aufgrund der Aktenlage und der bindenden IV-Verfügung sei belegt, dass die Arbeitsunfähigkeit, welche zur Invalidität geführt habe, im Februar 2015 eingetreten sei. Zu diesem Zeitpunkt habe einzig bei der
Profond
Vorsorge
e
inrichtung
eine Berufsvorsorgeversicherung
bestanden, weshalb die Zustän
digkeit der
Profond
Vorsorge
e
inrichtung
erstellt sei.
Es bleibe
kein Raum
für Vorleistungen
.
3.
3.1
Dr.
B._
nannte in seinem am
8.
Oktober
2009
zu Händen der IV-Stelle erstatte
te
n
Gutachten (
Urk.
16/22)
als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
16/22/6):
-
m
etabolisches S
y
ndrom
-
n
icht-insulinpflichtiger Diabetes mellitus
-
Hypertonie
-
Dyslipidämie
(tiefes
HDL
)
-
Obesitas
(
BMI
34,6 - 36,4 kg/m
2
)
-
a
ssoziierte Probleme: Lebersteatose, zurzeit ohne
Steatohepatitis
;
Cholezystolithiasis
-
IBD
: „
inflammator
y
bowel
disease
"
-
Erstdiagnose Januar 2008
-
Erstmanifestation als Pankolitis mit histologischem Nachweis von
epitheloidzelligen
Granulomen; „anal
disease
"; Interpretation als Kolitis-Crohn
-
a
ktuell: kein Nachweis von Entzündungsparametern, keine
Calprote
c
tin
ausscheidung
im Stuhl, negative kontrastmittelverstärkte Sonogra
phie:
„
mucosal
healing
"; eher para-/postentzündliches
Dysmotilitäts
syndrom
(
IBS
: „irritable
bowel
syndrome
")
-
a
bsorptive Defekte: Kalium, Kalzium resp. Vitamin D, Beta-Carotin
-
d
epressive Verstimmung und generalisierte Angststörung
-
vorwiegend soziale
Ätiopathogenese
-
Suizidalität wenig wahrscheinlich
Als Diagnose ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
B._
(
Urk.
16/22/6)
:
-
Insertionstendinopathien
an beiden Füssen
November 2007
-
Migräne: aktiv
-
allergische Rhinitis (
Pollinose
)
-
Status nach
Uret
erstein
rechts 2006
Der Kläger leide unter keiner psychischen oder somatischen Störung, die ihm die Tätigkeit eines Logistikers verunmögliche. Das Ausmass des Einsatzes werde durch die betrieblichen Gegebenheiten definiert. Gabelstapler fahren mit Anh
e
ben von Lasten in höhere Regal sei ihm wegen seiner fahrigen Unsicherheit nicht zu
zumuten und dürfte auch zu gefährlich sein. Die körperlichen, psychischen sowie intellektuellen Voraussetzungen für eine einfachere, nicht zu komplexe und komplizierte Logistiker-Tätigkeit wären aber eigentlich vorhanden. Zurzeit
sei
aber die Belastbarkeit des Klägers noch deutlich eingeschränkt. Die bisherige Tätigkeit sei noch während fünf bis sechs Stunden pro Tag zumutbar. Gegen
wärtig sei die Leistungsfähigkeit des Klägers um einen Drittel
reduziert
und dürfte somit etwa 70
%
des Normalen betrage
n
. Eine medizinisch begründete Arbeits
unfähigkeit von 20
%
und mehr bestehe sei Januar 2008 (
Urk.
16/22/9-10)
.
3.2
Dr.
med. K._
, Facharzt FMH für Innere Medizin und
Infektiologie
, be
rich
tete am 2
8.
Oktober 2
015 der IV-Stelle (
Urk.
16/163). Er
hielt dabei als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest:
-
Morbus Crohn seit 2010
-
s
ekundär insulinpflichtiger Diabetes mellitus Typ II seit 2003
-
d
ilatative
Kardiomyopathie mit schwer eingeschränkter systolischer linksventrikulär
er
Funktion seit 2015
-
s
ekundäre Depression
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
K._
an: Nikotinabusus, Asthma bronchiale, Pollenallergie
und
Osteopenie
.
Während der letzten fünf Jahre sei es immer wieder zu Phasen von Diarrhoen im Rahmen des Morbus Crohn gekommen, welche teils imperativ aufträten und den Kläger jeweils von der Nähe einer Toilette abhängig machten. Im Februar 2015 sei aufgrund einer persistierenden Dyspnoe die Diagnose einer Links-Herzin
suffizienz bei einem
Cor
bovinum
gestellt worden. Die bisherigen Abklärun
g
en hätten keine Hinweise für eine vermutete
hypertensive
oder koronare Her
z
krankheit ergeben. Erfreulicherweise
habe
unter einer medikamentösen Therapie eine deutliche Rekompensation erzielt werden können. In Bezug auf die Arbeits
situation stehe momentan der Morbus Crohn mit bis zu mehr als acht Stuhl
ent
leerungen pro Tag im Vordergrund. Der Diabetes melli
tu
s sei suboptimal ein
ge
stellt, mit einem HbA1c von aktuell 8,9
%
. Das Auftreten einer koronaren Kardiom
yopathie sei vorprogrammiert. Die
dilatative
Kardiomyopathie sei
aetio
logisch
noch ungeklärt. Wie lange die Kompensa
tion anhalten werde, sei offen.
Während der aktiven Phasen des Morbus Crohn sei die Arbeitsfähigkeit wegen häufigen Toilettengangs eingeschränkt. Kontinuierliche Aktivitäten seien nur mit Unterbrüchen und in der Nähe einer Toilette
möglich
. Phasenweise müsste eine Reduktion auf 80
%
oder mehr und eine grössere Flexibilität notwendig sein. Bedingt durch den willkürlichen Verlauf des Morbus Crohn könne die Arbeits
fähig
keit vorübergehend massiv eingeschränkt sein. Mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit könne mit maximal
im Umfang von
60 bis 80
%
ge
rechnet werden.
3.3
PD
Dr.
med.
L._
, Leitender Arzt, und
M._
, Assistenzär
z
tin, von der
N._
, erstatteten am 12.
Novem
ber 2015 ein Gutachten zu Händen der IV-Ste
lle (
Urk.
16/168). Als Diagnose
n
mit Auswirkungen auf die Arb
eitsfähigkeit nannten sie (Urk.
16/168/4
):
-
Kardiomyopathie unklarer Genese
mit leicht eingeschränkter systolischer Funktion und diastolischer Dysfunktion
-
Morbus Crohn
-
Diabetes mellitus Typ 2
Die Leistungsfähigkeit des Klägers sei etwa zu 50
%
eingeschränkt, dies sei primär kardial bedingt. Körperlich schwere Arbeiten seien für den Kläger nicht möglich (
Urk.
16/168/5)
.
3.4
Die Gutachter des
J._
nannten in ihrem Gutacht
en vom 2
7.
September 2017 (Urk.
16/216) als Diagnosen mit Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit (Urk.
16/216/22-23):
-
Morbus Crohn des Colons,
Erstdiagnose Januar 2008
(ICD-10 K50)
-
initiale Behandlung mit
Ciproxin
und
Metronidazol
, später Steroide und Salicylate
-
Behandlung mit
Imurek
zwischen August 2010 und Sommer 2014
-
Sistieren der
Imurek
-Therapie wegen Amylase-Erhöhung
-
keine spezifische Therapie seit Sommer 2014
-
persistierende Diarrhoe wechselnder Intensität
-
leichte depressive Episode (I
C
D-10 F32.00)
-
akzentuierte Persönlichkeitszüge mit paranoiden und emotional instabilen Anteilen (ICD-10
Z73.1)
-
Diabetes mellitus Typ II (ICD-10 E11.0)
-
Erstdiagnose 2003
-
m
it
oralen Antidiabetika ungenügend behandelt
-
Verdacht auf diabetische Nephropathie
-
dilatative
Kardiomyopathie unklarer Genese (
Erstdiagnose Februar
2015
; ICD-10 I
42.0)
-
Differentialdiagnose
:
hypertensive
Kardiopathie, diabetische
CMP
, anderes
-
cvRF
: Diabetes mellitus Typ 2 (E
rstdiagnose
ca. 2005), arterielle
Hypertonie
-
schwer eingeschränkte systolische Funktion (LVEF 15%) mit LV-Dilatation und
LVH
,
Hypokinesie
septal
und
anteroseptal
betont bei diffuser
Hypokinesie
(
Februar und März
2015)
-
Ausschluss KHK in LIKA 1
3.
März
2016, keine Ischämie, Myokarditis oder Speicherkrankheit (MRI 1
8.
März
2015)
-
TTE Dezember 2016: LVEF 55
%; Ergometrie Dezember
2016: 146
Watt (Soll-Leistung 225
Watt; entspricht 64
%)
-
COPD Gold IIA
(ICD-10
J44)
-
fortgesetzter Nikotinkonsum, schädlicher Gebrauch (ICD-10 F17.1)
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gut
ach
ter (
Urk.
16/216/23):
-
m
etabolisches Syndrom
-
Adipositas (BMI 31,5 kg/m
2
;
ICD-10 EG6.0)
-
Diabetes mellitus
-
arterielle Hypertonie (ICD-10 110)
-
asymptomatische Hyperurikämie (ICD-10 E79.0)
-
Cholelithiasis
(I
CD-10 K80.20)
Beim Kläger sei im Jahr 2008 ein Morbus Crohn des Colons vermutet worden. Bei der letzten Koloskopie im September 2011 habe sich keine wesentliche Entzün
dung im
Gastrointestinaltrakt
gezeigt, trotz damals leicht erhöhtem
Calprotectin
. Aktuell
sei
das
Calprotectin
aber mit 1'500
μ
g/g deutlich erhöht,
sodass davon auszugehen sei,
dass der Morbus Crohn zurzeit
wieder vermehrt aktiv sei
, auch wenn ein Teil der Diarrhoe stressbedingt
sei
und somit als funktionell interpretiert werden k
önne
. Differentialdiagnostisch
sei
auch eine diabetische
Enteropathie
möglich. Aus
gastroenterologischer
Sicht e
rgebe
sich eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 15%, wobei jeder Arbeitsplatz die Möglichkeit aufweisen m
üsse
, dass der
Kläger
jederzeit selbständig die Toilette aufsuchen
könne
.
Aus kardiologischer Sicht
könne beim Kläger
die Diagnose einer
dilatativen
Kar
diomyopathie unklarer Genese gestellt werden, wobei die noch im Februar/März 2015 schwer eingeschränkte systolische Funktion sich deutlich gebessert ha
be
, so
dass daraus geschlossen werden
könne
, dass sich die Herzfunktion unter Herz
insuffizienztherapie praktisch wieder
normalisiert habe
. Aus kardiologischer Sicht
s
eien
körperlich schwere und anhaltend mittelschwere Tätigkeiten für den Explo
randen nicht geeignet, hin
gegen bestehe
für körperlich leicht belastende bis inter
mittierend mittelschwere Tätigkeiten keine Eins
chränkung der Arbeitsfähigkeit.
A
us internistischer Sicht bestehe
zudem ein aktuell unzureichend eingestellter Diabetes mellitus Typ II mit leicht erhöhtem Serum-Kreatinin, am ehesten im Rahmen einer leichten diabetischen Nephropathie. Zudem k
önne beim Kläger
eine COPD Gold IIA diagnostiziert werden, welche zu einer Arbeitsunfähigkeit für körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten sowie Tätigkeiten in nasser, feucht
er oder staubiger Umgebung führe
. Weitere Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit könn
t
en aus internistischer Sicht nicht gestellt werden. Aufgrund der leichten diabetischen Nephropathie und des
unzufriedenstellend
eingestellten Diabetes mellitus mit konsekutiv vermehrter Müdigkeit und Konzen
trationsstörungen k
önne
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 10
% für sämtliche Tätigkeiten attestiert werden. Aufgrund der unzureichenden Stoffwech
sel
einstellung
seien
Tätigkeiten in sturzgefährdender Höhe oder an gefährlichen Maschinen
für den
Kläger
ungeeignet.
Aus psychiatrischer Sicht könn
t
en aktuell als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diejenigen einer leichten depressiven Episode und von akzen
tuierten Persönlichkeitszügen mit paranoiden und instabilen Anteilen festgestellt werden mit einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20
%. Es besteh
e
eine Wechselwirkung,
der Kläger könne
schlecht mit der somatischen Verschlech
terung umgehen, was wiederum die affektive Störung negativ beeinfluss
e
.
In der interdisziplinären Konsensbesprechung
kämen die beteiligten Gutach
ter
zum Schluss, dass sich die polymorbiditätsbedingten Einschränkungen der Arbeit
s
fähigkeit
aus allgemeininternistischer,
gastroenterologischer
und psychiatrischer Sicht zum Teil addier
t
en (insbesondere die wochenweisen Ausfälle aus
gastro
ente
rologischer
Sicht) und aus gesamtmedizinischer Sicht in einer körperlich leichten bis intermittierend mittelschwer belastenden Tätigkeit eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 60% besteh
e
, sofern der
Kläger
jederzeit den Arbeitsplatz
verlassen und eine Toilette aufsuchen
könne
. Körperlich mittelschwere und sc
hwe
re Tätigkeiten
seien
für den
Kläger
ungeeignet. Das Pensum könne über sechs bis acht Stunden pro Tag umgesetzt werden, je nach Möglichkeit, am Arbeits
platz Pausen einzuschalten oder stundenweise zu arbeiten
(
Urk.
16/216/24-25)
.
Aufgrund der anamnestischen Angaben,
ihrer
Untersuchungsbefunde, der vorlie
genden Dokumente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten
gingen sie
davon aus, dass seit Februar 2015 in körperlich schweren und mittelschweren Tätigkeiten keine Arbeitsfähigkeit mehr besteh
e. Ab Februar 2015 habe
längstens bis zum Gutachten der
N._
,
im Novem
ber 2015 eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50
% auch für leichte Tätigkeiten
bestanden
.
A
b Dezember 2015
sei
von der aktuell attestierten Arbeits
fähigkeit auszugeben, was mit Sicherheit ab August 2017 bestätigt werden
könne (
Urk.
16/216/25)
.
4.
4.1
Die Beklagte beantragte mit Duplik vom 1
8.
Dezember 2018 (
Urk.
21)
in pro
zessualer Hinsicht
, der Kläger sei aufzufordern,
sein Rechtsbegehren zu präzi
sie
ren, da nicht klar sei, ob
er
Vorleistungen gemäss
Art.
26
Abs.
4 BVG oder Leistungen der zuständigen Vorsorgeeinrichtung gemäss
Art.
23 BVG verlange (S. 3 der Duplik). Entgegen dem Vorbringen der Beklagten ergibt sich aus de
r Klage vom 1
3.
Juli 2018 (Urk.
1) beziehungsweise der Replik vom 2
3.
November 2018
(
Urk.
18)
, dass die Klage auf Ausrichtung von Vorleistungen gemäss
Art.
2
6
Abs.
4 BVG gerichtet ist. So ist nicht nur das
Rechtsbegehren
des Klägers in der Hauptsache ausdrücklich auf die
Erbringung von Vorleistungen
gerichtet (
Urk.
1 S. 2), sondern der Kläger
begründet
die Leistungspflicht der Beklagten auch mit ihrer Vorleistungspflicht.
In der Replik führt er dazu insbesondere aus, d
ass ent
gegen den Ausführungen der Beklagten aufgrund des zeitlichen und sachlichen Konnexes nach wie vor nicht klar sei, welche Vorsorgeeinrichtung effektiv zu
ständig sei, womit die beiden Voraussetzungen für die Vorleistungspflicht der Beklagten nach
Art.
26
Abs.
4 BVG gegeben seien (Urk.
18
).
4.2
Nachdem vorliegend lediglich die Vorleistungspflicht der Beklagten zu prüfen ist, besteht kein Anlass die
Profond
Vorsorgeeinrichtung
oder die
Pax
Sammelstif
tung BVG
zum Prozess beizuladen, beschränkt sich die Wirkung des zu fällenden Urteils doch auf die Frage der Vorleistungspflicht und ist ohne
spezifische
präjudizielle Wirkung für einen allenfalls später zu fällenden Entscheid über die Leistungspflicht gemäss
Art.
23 BVG.
5.
5.1
5.1.1
Das
J._
-Gutachten vom
2
7.
September 2017 (
Urk.
16/216; E. 3.4)
erfüllt die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage, da es für die Beantwortung der
vorliegend
gestellten Frag
en umfassend ist, auf den erfor
derlichen allseitigen Untersuchungen beruht, d
ie geklagten Beschwerden berück
s
ichtigt und sich mit diesen sowie dem Ve
rhal
ten des Klägers auseinander
setzt, in Kenntnis der und in Auseinandersetzung
mit den
Vorakten
abgegeben wor
den ist und in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). Die Parteien stellen denn auch die
B
eweistauglichkeit des
J._
-Gutachtens und die von den Gutachtern attestierte 60%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nicht infrage.
5.1.2
Die IV-Stelle errechnete
gestützt auf die 60%ige Arbeits- und Leistungs
fä
higkeit des Klägers
einen Invaliditätsgrad von 48
%
. Sie ging dabei davon aus, dass der Kläger im Jahr 2016 im Gesundheitsfall ein Einkommen von Fr. 7
6
'831.
--
hätte erzielen können und mit Behinderung noch ein solches
von Fr. 40'213.
--
er
reichen kann
(vgl.
Urk.
16/217/
3-
4,
Urk.
16/225).
Diese Berechnung wird von den Parteien nicht infrage gestellt
. Es kann vorliegend offenbleiben, ob insbesondere auch das
Valideneinkommen
des Klägers
von der IV-Stelle
korrekt berechnet
wurde
,
ergibt sich doch
auch
bei einer Berechnung
des
Valideneinkommes
ge
stützt auf die
Tabelle TA1_tirage_skill_level des Bundesamtes für Statistik
(2014 [wie Invalideneinkommen]; Verkehr und
Lagerei
, Kompetenzniveau 2)
ein
grund
sätzlicher
Anspruch auf eine
Viertelsrente
(
vgl.
Art.
24
Abs.
1 BVG und
Art.
27
des Vorsorgereglements der Beklagten,
Urk.
8/5;
Valideneinkommen
: Fr. 5'828
.
--
x 12 : 40 x 42,4
[betriebsübliche wöchentliche gemäss Tabelle
T03.02 des
Bundes
amtes für Statistik]
: 2220 x 2239
[
Anpassung an die Nominallohnentwicklung
ge
mäss Tabelle
T39, Nominallöhne, Männer]
= Fr. 74'766.70; IV-Grad: [Fr. 74'766
.70 – Fr. 40'213.--] : Fr. 74'766.70 = 0,46)
.
5.2
5.2.1
Der Kläger war bis
am
3
0.
November 2007 bei der
Z._
angestellt (
Urk.
16/13/6) und dadurch bei der Pensionskasse
Z._
berufsvorsorgeversichert (
Urk.
16/13/4). Unmittelbar anschliessend war er vom
1.
Dezember 2007 bis
am
3
1.
Mai
2008 bei der
A._
angestellt (
Urk.
16/16 und Urk.
16/40/
3). Im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses war
er
bei der Helvetia Sammelstiftung für Personalvorsorge berufsvorsorgeversichert (
Urk.
7 S.
6
; Urk.
16/223
). Ab Juni 2008 bezog
er
Taggelder der Arbeitslosenversicherung, wodurch er unmittelbar anschliessend
an das Vorsorgeverhältnis mit der Helvetia Sammelstiftung für Personalvorsorge
bei der
Beklagten
berufsvorsorgeversichert war. Während der laufenden Rahmenfrist für den Leistungsbezug (vgl.
Urk.
8/1) ging der Kläger verschiedenen Zwischenverdiensttätigkeiten nach, wodurch er zwischenzeitlich bei der
Stiftung
2.
Säule
swissstaffing
berufsvorsorgeversichert war (
Urk.
2/10,
Urk.
7 S. 6,
Urk.
8/1,
Urk.
16/17,
Urk.
16/39/7,
Urk.
16/66/3,
Urk.
16/66/2). Der letzte Bezug von Taggelder
n
der Arbeitslosenversicherung erfolgte am 1
2.
Juni 2010 (
Urk.
8/1).
Vom 2
8.
Juni bis am 1
9.
September 2010 führte d
ie IV-Stelle eine berufliche Abklärung bei der
D._
durch (
Urk.
16/53;
Urk.
16/47). Der Kläger bezog dabei Taggelder der Invalidenversicherung (
Urk.
16/50) und war in diesem Rahmen nicht berufsvorsorgeversichert. Nach Abschluss der beruflichen Abklärung führte die IV-Stelle eine
Arbeitsvermittlung durch (Urk.
16/54). Vom 2
7.
September 2010 bis
am
2
8.
Februar 2011 bezog der Kläger erneut Taggelder der Arbeitslosenversicherung und war dadurch wieder
bei der Beklagten berufsvorsorgeversichert (
Urk.
8/1
S. 4
). Vom
1.
b
is
am
3
1.
März
2011 machte
der Kläger unter Bezug von Taggeldern der Invalidenversicherung (
Urk.
16/70) ein Arbeitstraining bei der
E._
(
Urk.
16/69). P
er 1.
April 2011 konnte
er
bei den
F._
eine Vollzeitstelle antreten
(
Urk.
16/73)
.
Im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses
war
er
bei der P
AX
Sammelstiftung BVG
berufsvorsorge
versichert (
Urk.
2/3). Nachdem
das Arbeits
ver
hältnis
per Ende Dezember 2012
aufgelöst worden
war (
Urk.
16/174), bezog der Kläger vom
8.
Januar bis
am
1
7.
November 2013
erneut
Taggelder der Arbeitslosenversicherung (
Urk.
7 S. 5 und
Urk.
8/1) und war dadurch wiederum bei der Beklagten berufsvorsorgeversichert. Vom 1
8.
November 2013 bis
am 31. Juli 2014
absolvierte
er
unter Bezug von Taggeldern der Invalidenver
siche
rung ein Arbeitstraining bei der
G._
beziehungsweise bei der
H._
(Urk.
16/103,
Urk.
16/108,
Urk.
16/112,
Urk.
16/113;
Urk.
16/11
6 und
Urk.
16/121
;
Urk.
16/119
und
Urk.
16/120
).
Ab Anfang August 2014 arbeitete der Kläger bei der
H._
, wobei die Invaliden
ver
sicherung b
is
Ende November 201
4
Einarbeitungszuschüsse
ausrichtete
(
Urk.
16/131
,
Urk.
16/13
3
;
Urk.
16/143).
Diese Tätigkeit wurde dem Kläger
im Rahmen des Bezugs von Taggeldern der Arbeitslosenversicherung
als Zwischen
verdienst angerechnet
(Urk.
16/141
/2
und
Urk.
8/1)
. Die Pensionskasse der
H._
war die
Profond
Vorsorge
e
inrichtung
(
Urk.
2/4 und
Urk.
2/5)
.
Die Festanstellung bei der
H._
wurde per
Ende Juli 2015 durch
die Arbeitgeberin
aufgelöst
(Urk.
2/4
)
.
Hernach bezog
der Kläger
erneut Taggelder der Arbeitslosenversicherung und war dadurch wiederum bei der Beklagten berufs
vorsorgeversichert (
Urk.
8/1;
Urk.
7 S. 6).
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass der Kläger
zumindest
– das heisst, selbst wenn davon ausgegangen wird, dass nach Ende des Bezugs von Taggeldern der Arbeits
losenversicherung keine Nachdeckung gemäss
Art.
10
Abs.
3 BVG besteht, was vorliegend jedoch nicht zu entsche
iden ist (
vom Bundesgericht bisher explizit offen
gelassen: Urteile 9C_361/2011 vom 1
1.
November 2011 E. 5.2, 9C_162/2013 vom
8.
August 2013 E. 2.4, BGE 140 V 213 E. 2; einen Anspruch auf Nachd
eckung verneinend: Stauffer, Berufliche Vorsorge,
2.
Auflage,
Rz
. 696
; vgl. aber
Art.
45 des Vorsorgereglements der Beklagten,
Urk.
8/5) - vom 1
3.
Juni bis am 26.
September 2010, vom
1.
bis
am
3
1.
März 2011
und
vom 1
8.
November 2013 bis
am
3
1.
Juli 2014 nicht berufsvorsorgeversichert war.
Bei einem allfälligen Eintritt der relevanten Arbeitsunfähigkeit in einem Zeitpunkt, in welchem der Kläger nicht berufsvorsorgeversichert war, besteht kein Anspruch auf Invaliden
leistungen gemäss
Art.
23 BVG und somit auch nicht auf Vorleistungen im Sinne von
Art.
26
Abs.
4 BVG.
5.
2.2
Darüber hinaus gilt es zu beachten
,
dass
sich bei Teilerwerbstätigen
d
er vor
sorgerechtlich relevante Invaliditätsgrad aufgrund eines
Valideneinkommens
ent
sprechend dem Grad der Teilerwerbstätigkeit
bemisst
. Für den Fall, dass die Inva
lidenversicherung den Invaliditätsgrad bezogen auf ein Vollzeitpensum ermittelt hat,
ist
gemäss bun
desgerichtlicher Rechtsprechung
grundsätzlich
das von der
Invalidenversicherung
festgesetzte
Valideneinkommen
auf das ausgeübte Teil
zeit
pensum h
erunterzurechnen
und gestützt darauf (sowie auf die übrigen grundsätz
lich bindenden Parameter) ein neuerliche
r
Einkommensvergleich
durchz
uführen
(B
GE 144 V 63, Urteil des Bundesgerichts 9C_25/2018
vom 12.
März 2018
).
Der
Kläger
war
bei der
H._
v
om
4.
August 2014 bis
am
31.
Dezember
2014 in einem Pensum von 60
%
und
vom
1.
Januar 2015
bis
am
31.
Juli 2015
in einem Pensum
von 80
%
angestellt
(
Urk.
2/4,
Urk.
16/131,
Urk.
16/143), wobei er vom
4.
August bis
am
3
0.
November 2014 zusätzlich Tag
gelder der Arbeitslosenversicherung bezog (
Urk.
7 S. 5 und
Urk.
8/1)
und dadurch bei der Beklagten berufsvorsorgeversichert war
.
Unter Berücksichtigung des von der IV-Stelle errechneten
V
alideneinkommens
von Fr. 7
6
'831.
-- (vgl. E.
5.1.2)
- welches
auch umgerechnet auf ein Teilzeitpensum
erheblich höher war, als das vom Kläger bei der
H._
erzielte Einkommen (vgl. E. 2.4) -
ergibt sich bei einer 60%ige
n
Arbeitstätigkeit ein
Valideneinkommen
von Fr.
46'098.60
(Fr. 76'831.-- x 0,6)
und bei einer 80%igen Arbeitstätigkeit ein solches von Fr.
61'464.80 (Fr. 76'831.-- x 0,8)
. Bei einem Invalideneinkommen von Fr. 40'213.
-- resultiert bei
einer versicherten
Erwerbstätigkeit von
60
%
ein Invaliditätsgrad von 1
2,8
%
([
Fr. 46'098.60 -
Fr. 40'213.--
] :
Fr. 46'098.60
)
und bei einer versicherten Erwerbstätigkeit
von 80
%
ein Invaliditätsgrad von
34,6
%
([
Fr. 61'464.80
– Fr. 40'213.--] :
Fr. 61'464.80
)
.
Der Kläger war somit während mehrere
r
Monate bei der
H._
in einem Pensum angestellt -
ohne dass er daneben zusätzlich Taggelder der Arbeitslosenversicherung bezogen hätte (vgl.
Urk.
7 S. 5 und
Urk.
8/1) -, gestützt auf welches –
bei einem Invaliditätsgrad in der Invalidenversicherung von 48 % -
ein Anspruch auf
Leistungen der obli
gatorischen beruflichen Vorsorge
auszuschliessen ist
(vgl. auch Verordnung über die obligatorische berufliche Vorsorge von arbeitslosen Personen)
.
5.2.3
Zusammenfassend ergibt sich somit, dass der Kläger zumindest vom
1
3.
Juni bis
am
1
9.
Septe
mber 2010, v
om
1.
b
is
am
3
1.
März 2011
und
vom 1
8.
November 2013
bis
am
1
7.
Mai 2014
nicht berufsvorsorgeversichert war und
er von Dezember 2014 bis Juli 2015 in einem Arbeitspensum angestellt
war -
ohne dass er daneben zusätzlich Taggelder der Arbeits
losenversicherung bezogen hätte -,
das rentenausschliessend ist
.
Bei einem Eintritt der relevanten Arbeitsunfähigkeit zwischen dem 1
3.
Juni und dem 1
9.
September 2010, zwischen dem
1.
und dem 3
1.
März 2011, zwischen dem
18.
November 2013 und dem 1
7.
Mai 2014
oder
zwischen
Dezember
2014 und Juli 2015 hätte
der Kläger
somit keinen Anspruch auf Leistungen der obligatorischen beruflichen Vorsorge. Vorliegend ist
dement
sprechend
nicht nur unklar, welche Vorsorgeeinrichtung für die Ausrichtung von Leistungen zuständig ist, sondern es ist auch unklar, ob der Kläger überhaupt Anspruch auf Leistungen der obligatorischen beruflichen Vorsorge hat
(vgl. E.
1.3)
. Der Kläger hat somit keinen Anspruch auf Vorleistungen im Sinne von
Art.
26
Abs.
4 BVG.
6.
Die Klage erweist sich demzufolge
als unbegründet und ist abzuweisen.
Der Kläger bleibt darauf hinzuweisen, dass ihm
eine
Klage auf Leistungen im Sinne von
Art.
23 BVG
weiterhin offensteht.