Decision ID: 2c54aad0-16b0-52d8-8a66-c7e4eb516f4c
Year: 2019
Language: de
Court: AR_OG
Chamber: AR_OG_002
Canton: AR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A. Der am XX.XX.1976 geborene A_ (nachfolgend auch: Kläger) schloss mit Wirkung per
1. August 2001 im Rahmen der gebundenen Vorsorge (Gebundene Vorsorge MobiLife)
eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung bei der B_ AG (nachfolgend auch: B_ /
Beklagte) ab, welche als Leistung bei Krankheit oder Unfall eine Jahresrente im Betrag von
Fr. 20‘000.-- vorsah.
B. Nachdem sich der Kläger im Januar 2004 einer Hirntumoroperation unterziehen musste
und in der Folge anhaltend krank geschrieben blieb, gewährte ihm die B_ mit Schreiben
vom 16. September 2010 rückwirkend ab 11. November 2005 eine volle
Erwerbsunfähigkeitsrente, automatisch auszurichten in vierteljährlichen Tranchen à je
Fr. 5‘000.-- (act. 2.9).
C. Am 12. Juni 2013 kündigte die Beklagte dem Kläger eine Prüfung des Rentenanspruchs an
und bot ihn zu einer pluridisziplinären gutachterlichen Untersuchung unter der Fallführung
von Dr. C_ im Universitätsspital Zürich (USZ) auf (act. 2.10). Es waren verschiedene
Begutachtungen bei Dr. C_, Dr. D_, Dr. E_ und Dr. F_ vorgesehen, welche ab
August 2013 erfolgen sollten. Nachdem bereits verschiedene Untersuchungen am USZ
stattgefunden hatten, teilte der den Kläger behandelnde Psychiater Dr. G_ dem
Seite 3
Gutachter Dr. D_ mit Schreiben vom 19. August 2013 (act. 7.10) mit, er müsse den
Termin (welcher zur Durchführung eines Basistests der funktionellen Leistungsfähigkeit
angesetzt worden war, vgl. act. 7/9) kurzfristig absagen, da der Kläger in einer sehr
schlechten psychischen Verfassung sei und paranoid reagiere. Am 19. Dezember 2013
erschien der Kläger dann pünktlich zu einem weiteren, bei Dr. D_ angesetzten Termin.
Diese Untersuchung musste allerdings nach zwei Stunden vorzeitig abgebrochen werden
und blieb entsprechend unvollständig (act. 7.17). Der Kläger suchte im Anschluss an die
abgebrochene Begutachtung notfallmässig seinen behandelnden Psychiater Dr. G_ auf,
welcher Dr. D_ mit Schreiben vom 20. Dezember 2013 (act. 2.11) umgehend mitteilte, er
finde es eine Unverschämtheit, dass dieser seine Untersuchungen von neuem durchsetzen
wolle, nachdem er ihm schon im August 2013 geschrieben habe, dass der Kläger die
körperlichen Untersuchungen paranoid verarbeitet habe. Seit dem Termin bei Dr. E_
vom August 2013 fühle sich der Kläger ständig beobachtet und verfolgt und sei überzeugt,
Dr. D_ habe das Ziel, ihn zu vernichten. Dr. G_ habe es seinem Patienten verboten,
sich weiteren Untersuchungen bei Dr. D_ zu unterziehen.
D. Im Anschluss fanden keine weiteren gutachterlichen Untersuchungen des Klägers mehr
statt. Am 17. Januar 2014 erkundigte sich der Rechtsvertreter des Klägers bei der
Beklagten über das weitere Vorgehen (act. 2.12).
Mit E-Mail vom 25. Februar 2014 teilte die Beklagte hierauf mit (act. 2.13): „Es stellt sich
heraus, dass folgende Untersuchungen ausstehend oder unvollständig sind:
Neuropsychologische Testung (Vervollständigung); nochmalige psychiatrische Evaluation
vor EFL (ausstehend); Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL)“. Der Kläger
werde daher vom USZ demnächst nochmals für die neuropsychologische Testung
aufgeboten werden; die Beurteilung werde gegebenenfalls mit den notwendigen Pausen
vorgenommen. Bezüglich Vorgehen betreffend psychiatrische Evaluation und EFL werde
noch Bescheid gegeben.
Mit E-Mail-Antwort vom 3. März 2014 (act. 2.13) erklärte der Rechtsvertreter des Klägers
hierauf, die beabsichtigten erneuten Untersuchungen seien dem Kläger nicht zumutbar, wie
die Rücksprache mit Dr. G_ ergeben habe. Die Durchsetzung der Mitwirkungspflicht sei
unter diesen Umständen unverhältnismässig und unzumutbar.
Am 7. März 2014 teilte die Beklagte dem Kläger daraufhin mit (act. 2.14): „Aufgrund der uns
vorliegenden Informationen können wir nicht ohne weiteres nachvollziehen, dass Ihrem
Klienten die vorgesehenen Untersuchungen nicht zumutbar sein sollen. Wir verlangen
Seite 4
deshalb, dass vorerst die Frage der Zumutbarkeit abgeklärt wird. Wir haben deshalb für
den 3. April 2014 einen Termin für eine psychiatrische Abklärung am Universitätsspital in
Zürich vereinbart.“ Unter ausdrücklichem Verweis auf die Mitwirkungspflicht des Klägers
betonte die Beklagte, dass sie die Erwerbsunfähigkeit jederzeit überprüfen und ihre
Leistungen einstellen könne, wenn der Kläger sich nicht an Anweisungen halte. Sie forderte
den Kläger auf, sich am 3. April 2014 im USZ der Begutachtung zu unterziehen oder
zumindest bis am 8. April 2014 seine Zustimmung zu einer Begutachtung zu erteilen, falls
dieser Termin nicht passe. Ansonsten werde sie keine Leistungen mehr erbringen.
Nach einer vorgängigen telefonischen Zusage sicherte der Rechtsvertreter des Klägers der
Beklagten zusätzlich mit E-Mail vom 27. März 2014 zu, der Kläger werde zur Begutachtung
am 3. April 2014 erscheinen (act. 2.15).
E. Am 28. März 2014 wurde dem Kläger kurzfristig eine Terminabsage vom Gutachter
zugeschickt (act. 2.16). Die Beklagte stellte hierauf ihre Rentenzahlungen an den Kläger
ohne weiteres ein, nachdem die letzte per 1. Februar 2014 fällige Rententranche à
Fr. 5‘000.-- Ende Januar 2014 noch wie üblich automatisch ausbezahlt worden war (act.
2.34). Auf Rückfrage des Klägers hin begründete die Beklagte dieses Vorgehen mit
Schreiben vom 8. September 2014 damit, dass aufgrund seines offensichtlich
widersprüchlichen Verhaltens und wegen der Intervention von Dr. G_ im Zusammenhang
mit dem angesetzten Gutachtentermin die ihm im Schreiben vom 7. März 2014 angesetzten
Fristen nicht eingehalten worden seien (act. 2.18).
F. Nachdem sich die Parteien über die Leistungspflicht der Beklagten gegenüber dem Kläger
in der Folge nicht einig wurden, reichte der Kläger am 17. Oktober 2016 beim Obergericht
eine Klage gegen die Beklagte ein und forderte die Bezahlung der per 1. Mai, 1. August
und 1. November 2014 ausstehenden Rentenzahlungen samt Zinsen (act. 1). Dem
gleichzeitig eingereichten Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und
Verbeiständung wurde im Verfahren ERV 16 61 mit Verfügung vom 10. November 2016
stattgegeben und RA AA_ mit der Rechtsverbeiständung beauftragt. Am 14. Dezember
2016 reichte die Beklagte innert erstreckter Frist eine Klageantwort ein und beantragte
Abweisung der Klage unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Klägers (act.
6). Mit Replik vom 31. Januar 2017 hielt der Kläger an seiner Klage fest und reichte
zusätzliche Unterlagen ein (act. 10), woraufhin die Beklagte am 15. Februar 2017
duplizierte (act. 12). Am 24. Mai 2017 reichte die Beklagte den dem Kläger inzwischen von
der IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden zugestellten Vorbescheid betreffend IV-Rente als
nachträgliche Prozesseingabe zu den Akten (act. 14 und 15). Um dem Kläger hierauf das
Seite 5
rechtliche Gehör zu gewähren, wurde der für die Streitsache bereits angesetzte
Beratungstermin verschoben und dem Kläger erneut Gelegenheit zur Stellungnahme
eingeräumt. Am 7. Juni 2017 ging diese beim Obergericht ein (act. 16 und 17). Am 27. Juni
bzw. 6. Juli 2017 wurden vom Kläger bzw. der Beklagten weitere nachträgliche
Prozesseingaben eingereicht (act. 18 bis 21).
G. Nachdem in der Folge keine weiteren Eingaben mehr erfolgten, wurde die Streitsache
erneut traktandiert und schliesslich am 31. Oktober 2017 an einer Sitzung der zweiten
Abteilung des Obergerichts in Abwesenheit der Parteien erstmals beraten. Das Gericht
erachtete die Streitsache unter den gegebenen Umständen noch nicht für spruchreif. Die
Beklagte wurde mit Beweisbeschluss vom 31. Oktober 2017 aufgefordert, den Kläger
erneut zu einem Begutachtungstermin bzw. den sich aus dieser Begutachtung ergebenden
weiteren notwendigen Abklärungen aufzubieten (act. 22). Ausserdem erfolgte durch die
Verfahrensleitung zusätzlich ein Aktenbeizug bei der IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden
(act. 23).
H. Am 29. Juni 2018 teilte die Beklagte dem Obergericht mit, das USZ sei der Ansicht, eine
Vervollständigung des Gutachtens im Sinn einer rückwirkenden Beurteilung des
Gesundheitszustands sei aufgrund des seitherigen Zeitablaufs gar nicht mehr möglich und
legte ein Schreiben des USZ vom 11. April 2018 bei, in welchem festgehalten war, das
Gutachten 2014 sei verjährt und nicht mehr aktuell und deshalb müsse nochmals eine
allumfassende Begutachtung organisiert werden (act. 26 und 27). Mit Verfügung vom 9. Juli
2018 (act. 28) nahm die Verfahrensleitung hierauf das Verfahren wieder auf, stellte dem
Kläger die Mitteilung der Beklagten vom 29. Juni 2018 samt Beilage zu und räumte beiden
Parteien nacheinander Einsicht in die zwischenzeitlich beigezogenen IV-Akten ein. Am
24. September 2018 reichte der Kläger innert erstreckter Frist eine Stellungnahme ein und
wies darauf hin, dass nur eine allumfassende neue Begutachtung des Klägers bei einem
neutralen und bisher nicht involvierten Institut eine Beurteilung des Gesundheitszustands
des Klägers erlaube; wenn aktuell festgestellt werde, dass der Kläger nach wie vor krank
sei, könne daraus geschlossen werden, dass der Kläger schon die ganze Zeit krank
gewesen und es daher nicht gerechtfertigt gewesen sei, die Rentenleistungen einzustellen
(act. 30). Am 5. November 2018 liess sich die Beklagte innert ebenfalls erstreckter Frist
dazu vernehmen und hielt an der bereits bisher vertretenen Auffassung fest, der Kläger
habe seine Mitwirkungspflichten verletzt, weshalb die Leistungseinstellung ohnehin zu
Recht erfolgt sei. Ausserdem habe sich der Gesundheitszustand des Klägers offensichtlich
verbessert, weshalb es an ihm liege, nachzuweisen, dass er nicht arbeitsfähig sei. Die
Seite 6
Beklagte würde sich einem allenfalls vom Gericht in Auftrag gegebenen Obergutachten
nicht widersetzen (act. 35). Nach Abschluss des Schriftenwechsels reichte der Kläger am
10. Dezember 2018 zusätzlich einen aktuellen Arztbericht von Dr. G_ zu den Akten (act.
38 und 39). Nachdem in der Folge keine weiteren Unterlagen mehr eingingen, wurde die
Streitsache zur abschliessenden Beratung traktandiert.
I. Mit Urteil vom 14. Mai 2019 wurde die Klage von A_ gutgeheissen und die B_ AG
angewiesen, dem Kläger die drei per 1. Mai, 1. August und 1. November 2014
ausstehenden Rentenzahlungen im Betrag von je Fr. 5‘000.-- samt Verzugszinsen ab
Klageeinreichung zu bezahlen. Dem Kläger wurde zulasten der Beklagten eine
Parteientschädigung im Betrag von Fr. 4‘632.65 zugesprochen (act. 43). Auf das
Begründungsverlangen der Beklagten hin (act. 44), wird das Urteil mit schriftlicher
Begründung eröffnet.
J. Auf weitere Einzelheiten im Sachverhalt und in den Akten sowie die Vorbringen der
Parteien in den Rechtschriften wird, soweit entscheidrelevant, in den nachfolgenden
Erwägungen näher eingegangen.

Erwägungen
1. Formelles
Im vorliegenden Verfahren ist eine Klage gestützt auf Art. 73 des Bundesgesetzes über die
berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG, SR 831.40) zu beurteilen,
welcher ein Versicherungsvertrag über eine gebundene Vorsorge zugrunde liegt. Für
Streitigkeiten aus einer gebundenen Vorsorgepolice gemäss Art. 82 BVG ist das
Obergericht in sachlicher Hinsicht zuständig (Art. 57 Abs. 1 lit. d
Verwaltungsrechtspflegegesetz [VRPG, bGS 143.1]). Die örtliche Zuständigkeit des
Obergerichts wird von der Beklagten gestützt auf die zwischen den Parteien anwendbaren
vertraglichen Bestimmungen anerkannt. Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung
der weiteren formellen Prozessvoraussetzungen, namentlich mit Bezug auf die
Anforderungen an die Klageschrift, ergibt, dass diese ebenfalls erfüllt sind. Auf die Klage ist
somit einzutreten.
Seite 7
2. Materielles
2.1 Die Beklagte stellt sich in erster Linie auf den Standpunkt, die gegenüber dem Kläger
erfolgte Leistungseinstellung sei aufgrund einer ihm vorzuwerfenden Mitwirkungspflicht-
verletzung gerechtfertigt. Bereits im Beweisbeschluss vom 31. Oktober 2017 nahm das
Obergericht zu diesem gegenüber dem Kläger erhobenen Vorwurf Stellung und verneinte
eine Mitwirkungspflichtverletzung. Eine solche kann dem Kläger aus folgenden Gründen
nicht vorgeworfen werden:
a. Gemäss Art. 39 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG, SR 221.229.1) muss der
Anspruchsberechtigte auf Begehren des Versicherers jede Auskunft über solche ihm
bekannte Tatsachen erteilen, die zur Ermittlung der Umstände, unter denen das befürchtete
Ereignis eingetreten ist, oder zur Feststellung der Folgen des Ereignisses dienlich sind. Der
Vertrag kann verfügen, dass der Anspruchsberechtigte bestimmte Belege, deren
Beschaffung ihm ohne erhebliche Kosten möglich ist, insbesondere auch ärztliche
Bescheinigungen, beizubringen hat sowie dass die entsprechenden Mitteilungen bei
Verlust des Versicherungsanspruchs binnen bestimmter Frist gemacht werden müssen. Die
Frist läuft von dem Tage an, an dem der Versicherer den Anspruchsberechtigten, unter
Androhung der Säumnisfolgen, schriftlich aufgefordert hat, diese Mitteilung zu machen.
In Ziff. 8 der im vorliegenden Fall anwendbaren allgemeinen Versicherungsbedingungen
(Ergänzende Bedingungen für Erwerbsunfähigkeits-Renten und Prämienbefreiung ER,
Ausgabe 2000 [act. 7.22]) ist zudem festgelegt: „[...] Wir behalten uns vor, die
Erwerbsunfähigkeit auf unsere Kosten jederzeit neu überprüfen zu lassen. [...] entzieht sich
die versicherte Person einer Überprüfung ihrer Erwerbsunfähigkeit, so fordern wir die
versicherte Person - unter Hinweis auf die Säumnisfolgen - schriftlich auf, das Versäumte
innert einer Frist von 4 Wochen nachzuholen, sonst entfallen die Erwerbsunfähigkeits-
leistungen.“
b. Wie sich aus dem dargelegten Sachverhalt (lit. C) ergibt, konnte die Begutachtung des
Klägers beim USZ nicht vollständig durchgeführt werden. Es liegt allerdings keine
schriftliche Mahnung der Beklagten vor, mit welcher diese den Kläger im Sinn der
erwähnten Bestimmungen und unter Ansetzung einer Frist von 4 Wochen explizit
aufgefordert hätte, sich der vollständigen Begutachtung beim USZ zu unterziehen: Mit Brief
vom 12. Juni 2013 (act. 2.10) wurde dem Kläger zunächst lediglich mitgeteilt, dass die
Beklagte beabsichtige, beim USZ ein pluridisziplinäres Gutachten einzuholen, ohne
Hinweis auf allfällige Säumnisfolgen. Nachdem der Rechtsvertreter des Klägers hierauf mit
Schreiben vom 17. Juni 2013 (das im Brief angegebene Datum 17. Juli 2013 stimmt
Seite 8
offensichtlich nicht, nachdem das Schreiben am 18. Juni 2013 bei der Beklagten einging)
an die Beklagte reagierte und genauere Angaben über die Gutachter verlangte (act. 7.6),
teilte die Beklagte dem Kläger am 1. Juli 2013 die gewünschten Informationen mit (act.
7.7). Auch dieses Schreiben enthält keine Mahnung mit Hinweis auf allfällige
Säumnisfolgen. In der Folge erging offenbar zunächst lediglich direkt zwischen dem USZ
und dem Kläger bzw. dessen Psychiater weitere Korrespondenz (vgl. act. 7.8 / 7.10 / 7.11).
Nachdem der Rechtsvertreter des Klägers der Beklagten mit Schreiben vom 17. Januar
2014 (act. 2.12) mitteilte, die Durchführung der Begutachtung sei dem Kläger unzumutbar,
reagierte die Beklagte mit E-Mail vom 25. Februar 2014 und teilte mit, es erfolge
demnächst nochmals ein Aufgebot zur Begutachtung vom USZ, setzte aber auch in diesem
Mail weder Fristen an noch wies sie auf konkrete Säumnisfolgen hin, sondern hielt lediglich
in allgemeiner Weise fest: „Bei dieser Gelegenheit möchten wir auf die Mitwirkungspflicht
Ihres Mandaten hinweisen“ (act. 2.13, S. 2). Mit E-Mail vom 3. März 2014 hielt der
Rechtsvertreter des Klägers nach Rücksprache mit dem Kläger und dessen Psychiater
daran fest, dass weitere Untersuchungen nicht mehr zumutbar seien und die Durchsetzung
der Mitwirkungspflicht unverhältnismässig wäre, da diese ihre Grenzen finde, wenn sie eine
gesundheitliche Beeinträchtigung zur Folge habe (act. 2.13, S. 1). Hierauf forderte die
Beklagte mit Schreiben vom 7. März 2014 vorerst (lediglich), dass zunächst die Frage der
Zumutbarkeit der Abklärungen geklärt werde und teilte mit, dafür sei am 3. April 2014 ein
Termin am USZ vereinbart worden (act. 2.14 bzw. act. 7.12).
c. In diesem Schreiben vom 7. März 2014 machte die Beklagte den Kläger nun erstmals
ausdrücklich und schriftlich unter Hinweis auf Art. 39 VVG und Ziff. 8 ER auf seine
Mitwirkungspflichten aufmerksam und hielt fest, entweder sei der Kläger bereit, am Termin
vom 3. April 2014 teilzunehmen oder dann habe er (wenigstens) bis zum 8. April 2014
seine grundsätzliche Zustimmung zur Untersuchung an einem ihm passenden
Alternativtermin mitzuteilen: „Falls wir bis am 8. April 2014 nicht im Besitz der geforderten
Angaben sind, sehen wir uns leider gezwungen, die Abklärungen, ob ein weiterer
Leistungsanspruch besteht, einzustellen und werden keinerlei Leistungen zu Gunsten Ihres
Mandanten mehr erbringen“ (act. 2.14 bzw. act. 7.12). Diese Mahnung mit Hinweis auf die
Säumnisfolgen bezog sich somit ausdrücklich und ausschliesslich auf den Termin vom
3. April 2014 (welcher zur Abklärung der Frage der Zumutbarkeit weiterer Begutachtungen
angesetzt worden war) und nicht auf erst noch anzusetzende weitere Termine zur
Vervollständigung des bisher unvollständig gebliebenen Gutachtens.
d. Am 27. März 2014 teilte der Rechtsvertreter des Klägers der Beklagten, offenbar nach einer
zuvor bereits telefonisch erfolgten Zusage, nachweislich mittels E-Mail-Nachricht mit, der
Kläger werde am angesetzten Termin vom 3. April 2014 im USZ erscheinen (act. 2.15).
Seite 9
Damit ist der Kläger seinen Mitwirkungspflichten, die ihm von der Beklagten im Schreiben
vom 7. März 2014 auferlegt worden sind, nachgekommen. Dass das Gutachten zur
Abklärung der Frage der Zumutbarkeit schliesslich doch nicht durchgeführt werden konnte,
ist nicht dem Kläger anzulasten:
• Am 28. März 2014 wurde dem Kläger vom USZ eine Absage des Gutachtentermins vom
3. April 2014 zugeschickt (act. 2.16 bzw. act. 7.15). Das Gutachtengespräch wurde
somit nicht wegen Nichterscheinens des Klägers (was grundsätzlich geeignet gewesen
wäre, eine Mitwirkungspflichtverletzung zu begründen), sondern wegen einer
kurzfristigen Absage seitens der Gutachterstelle nicht durchgeführt. Die Gründe für die
Gutachtenabsage wurden der Beklagten von der Gutachterstelle im E-Mail vom
28. März 2014 dargelegt (act. 7.24), dem Kläger zunächst aber weder von der
Gutachterstelle noch von der Beklagten mitgeteilt.
• Mit Schreiben vom 6. Juni 2014 (act. 2.22 bzw. act. 7.16) erkundigte sich der
Rechtsvertreter des Klägers bei der Beklagten nach dem Grund, weshalb die
Rentenleistungen inzwischen ohne weiteres eingestellt worden seien. Erst nach
mehrmaligen Rückfragen (vgl. act. 2.23 und 2.24) erklärte die Beklagte die
Leistungseinstellung im Schreiben vom 8. September 2014 (act. 2.18) wie folgt: „Am
12. März 2014 wurde Herr A_ direkt vom [...] USZ zur Abklärung aufgeboten. Sie
wiederum informierten die B_ telefonisch am 25. März 2014 dahingehend, dass Herr
A_ an der Untersuchung vom 3. April 2014 erscheinen werde. Der Herrn A_
behandelnde Psychiater, Dr. med. G_, wandte sich seinerseits mit Schreiben vom
24. März 2014 an das USZ. Dieses Schreiben liegt uns nicht vor, hatte jedoch zur Folge
- gleich wie das Schreiben von Dr. med. G_ vom 20. Dezember 2013 -, dass das USZ
die geplante psychiatrische Abklärung absagte. Wir wurden darüber vom USZ am
28. März 2014 informiert. Aufgrund des offensichtlich widersprüchlichen Verhaltens von
Herrn A_ und der Intervention seines behandelnden Arztes, die zur Absage des
Termins vom 3. April 2014 führten, erachten wir, dass die im Schreiben vom 7. März
2014 angesetzten Fristen nicht eingehalten wurden. Entsprechend haben wir auch
unsere Leistungen eingestellt.“
• Ein widersprüchliches Verhalten könnte dem Kläger allenfalls dann vorgeworfen werden,
wenn er sich - entgegen seiner Zusicherung, am Termin vom 3. April 2014 zu
erscheinen -, der Begutachtung schliesslich doch nicht unterzogen hätte. Das Gutachten
wurde aber seitens des USZ abgesagt, noch bevor der Termin überhaupt stattfand. Der
Kläger hat mit seiner Zusage zum Termin die ihm von der Beklagten auferlegten
Auflagen im Schreiben vom 7. März 2014 dagegen fristgemäss erfüllt.
Seite 10
• Die Gutachter begründeten die kurzfristige Terminabsage damit, dass der behandelnde
Psychiater sich gegen eine weitere Untersuchung des Klägers ausgesprochen habe. Die
Intervention des den Kläger behandelnden Psychiaters bedeutet aber keine
Mitwirkungspflichtverletzung des Klägers, da diese Intervention offensichtlich nicht die
zuvor erklärte Bereitschaft des Klägers zur Teilnahme am Termin vom 3. April 2014 in
Frage stellte oder diese bereits erfolgte Zusage widerrufen hätte, sondern vielmehr
einzig die Meinung des behandelnden Psychiaters dazu widerspiegelte. Dr. G_
schrieb dem USZ in seinem Brief vom 24. März 2014 sogar ausdrücklich, der Kläger
werde am Termin teilnehmen, obwohl Dr. G_ selber dagegen sei (vgl. act. 2.17:
„Obwohl ich gegen diesen Termin bin, hat sich Herr A_ bereit erklärt, noch einmal zu
Ihnen zu kommen. [...] Trotzdem hat sich Herr A_ bereit erklärt, erneut zu Ihnen zu
kommen, ich befürchte aber, dass sich das Bild sehr schnell ändern kann und bin froh,
wenn Sie sich der Problematik bewusst sind.“).
e. Wie das Obergericht bereits im Beweisbeschluss vom 31. Oktober 2017 festgehalten hat,
kann dem Kläger somit weder gestützt auf das VVG noch auf die im konkreten Fall im
Verhältnis zwischen den Parteien anwendbaren Versicherungsbedingungen eine
Verletzung der Mitwirkungspflicht vorgeworfen werden. Während dem Kläger (bisher) im
Zusammenhang mit der eigentlichen Begutachtung zur Abklärung des Gesundheits-
zustands beim USZ weder konkrete Fristen angesetzt noch Säumnisfolgen in der für die
Annahme einer Mitwirkungspflichtverletzung erforderlichen Form mitgeteilt worden sind, ist
der Kläger seinen Verpflichtungen, die ihm mit Schreiben vom 7. März 2014 von der
Beklagten auferlegt worden sind, nachgekommen, indem er seine Bereitschaft zur
Teilnahme am Gutachten erklärte. Dass der Termin abgesagt wurde, ist auf den Brief von
Dr. G_ zurückzuführen, während der Kläger selber aber offensichtlich weiterhin bereit
war, am Termin zu erscheinen.
2.2 Die Beklagte hat ihre Leistungseinstellung zusätzlich mit dem Argument begründet, ohne
Begutachtung sei sie nicht in der Lage, den Arbeits- und Erwerbsunfähigkeitsgrad und
somit allfällige Versicherungsleistungen abschliessend zu bestimmen und wies den Kläger
in diesem Zusammenhang unter Berufung darauf, dass er diesbezüglich beweisbelastet
sei, darauf hin, dass gemäss Art. 41 VVG eine Forderung aus einem Versicherungsvertrag
erst fällig werde, wenn der Versicherer Angaben erhalten habe, aus denen er sich von der
Richtigkeit des Anspruchs überzeugen könne (act. 2.18, S. 2). Will sich ein Versicherer
jedoch einem Anspruchsberechtigten gegenüber auf Art. 41 VVG berufen, hat er zunächst
die Pflicht, mit aller Deutlichkeit die nötige Aufklärung sowie die Erfüllung allfällig weiterer
Seite 11
vertraglicher Pflichten zu fordern, unter Ansetzung einer adäquaten Frist (vgl. dazu JÜRG
NEF, BSK VVG, Basel 2001, N 13 zu Art. 41 VVG). Somit gilt das bereits oben Ausgeführte
auch in diesem Zusammenhang: Nachdem bezüglich der Begutachtung zur Abklärung des
Gesundheitszustands des Klägers bisher noch gar keine Fristen angesetzt wurden, deren
Nichteinhaltung gegebenenfalls eine Mitwirkungspflichtverletzung begründen könnte, kann
die Beklagte ihre Leistungseinstellung auch nicht alternativ auf Art. 41 VVG stützen.
Ausserdem ist zu berücksichtigen, dass es im vorliegenden Fall nicht um die Beurteilung
der erstmaligen Leistungszusprache geht, sondern der Kläger erhielt bereits während
mehrerer Jahre eine Rente von der Beklagten. Gemäss Ziff. 3 ER (act. 7.22) wird der Grad
der Erwerbsunfähigkeit durch ärztliche Zeugnisse und Gutachten festgelegt. Nachdem der
behandelnde Psychiater bestätigte, dass der Kläger auch im hier entscheidenden Zeitraum
im Jahr 2014 vollständig arbeitsunfähig gewesen sei (vgl. Unterlagen in den IV-Akten: IV-
act. 190, IV-act. 211; ferner auch act. 2.19 [Konsiliarbericht Dr. J_]) , können die bisher
ausgerichteten Leistungen entgegen der Ansicht der Beklagten nicht ohne weiteres unter
Verweis auf die Beweislast des Klägers eingestellt werden (vgl. in diesem Zusammenhang
auch BGE 141 V 405, E. 4.4, sowie nachfolgend, E. 2.3).
2.3 In den im Vertragsverhältnis zwischen den Parteien anwendbaren Ergänzenden
Bedingungen für Erwerbsunfähigkeits-Renten und Prämienbefreiung ER (act. 7.22) heisst
es in Ziff. 4: „Die Leistungen bemessen sich nach dem Grad der Erwerbsunfähigkeit.
Teilweise Erwerbsunfähigkeit von weniger als 25% begründet keinen Anspruch auf
Versicherungsleistungen. Bei einer Erwerbsunfähigkeit von mehr als 66 2/3 erbringen wir die
vollen Leistungen.“ Ziff. 3 ER sieht vor: „Der Grad der Erwerbsunfähigkeit wird durch
ärztliche Zeugnisse und Gutachten festgelegt. [...].“ Insoweit die Beklagte geltend macht,
die Nichtausrichtung der eingeklagten drei Rentenzahlungen aus dem Jahr 2014 sei
ohnehin auch deshalb rechtmässig, weil beim Beschwerdeführer eine rentenaus-
schliessende Arbeitsunfähigkeit von weniger als 25% vorliege, kann dem aus folgenden
Gründen ebenfalls nicht gefolgt werden:
a. Das Obergericht hat bereits im Beweisbeschluss vom 31. Oktober 2017 in E. 10 darauf
hingewiesen, dass sich die Frage, ob der Kläger im Jahr 2014 tatsächlich zu weniger als
25% arbeitsunfähig war, wie die Beklagte behauptet, gestützt auf die damals in den Akten
vorhandenen Unterlagen noch nicht abschliessend beantworten lasse (vgl. Beweis-
beschluss vom 31. Oktober 2017, E. 11). Da für eine Beurteilung der vorliegenden
Leistungsklage das Ausmass der Erwerbsunfähigkeit des Klägers entscheidend ist
(nachdem wie dargelegt keine vom Ausmass der Erwerbsunfähigkeit unabhängigen
Gründe, wie etwa eine Verletzung der Mitwirkungspflicht, bestehen, die zu einer
Seite 12
Leistungseinstellung berechtigen würden), hatte das Obergericht den Sachverhalt in dieser
Hinsicht so weit wie möglich abzuklären, bevor es überhaupt über die Klage entscheiden
konnte. Im Klageverfahren gemäss Art. 73 BVG stellt der Richter den Sachverhalt nämlich
von Amtes wegen fest (Art. 73 Abs. 2 BVG), d.h. es gilt grundsätzlich der
Untersuchungsgrundsatz. Dieser schliesst die Beweislast der Parteien im Sinn einer
Beweisführungslast begriffsnotwendig aus; die Parteien tragen eine Beweislast aber
insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt,
die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (vgl. dazu HANS-
ULRICH STAUFFER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Stauffer/Cardinaux [Hrsg.], 3. Aufl. 2013, S. 277, m.w.H.). Entgegen der vom Kläger
vertretenen Auffassung kann allerdings aus dem aktuellen Gesundheitszustand des
Klägers nicht automatisch auf den Gesundheitszustand im Jahr 2014 geschlossen werden,
weshalb die Einholung eines Obergutachtens im jetzigen Zeitpunkt - jedenfalls für die
Beurteilung der im vorliegenden Verfahren eingeklagten Renten aus dem Jahr 2014 - nicht
zielführend erscheint. Aus diesen Überlegungen wurden stattdessen einerseits die IV-Akten
beigezogen (wobei auch hier nicht primär die aktuellen, sondern vor allem jene IV-Akten
interessieren, die sich auf den entscheidenden Zeitraum im Jahr 2014 beziehen) und
andererseits die Beklagte aufgefordert, das noch unvollständige USZ-Gutachten aus dem
Jahr 2014 wenn möglich abzuschliessen.
b. Aus den beigezogenen IV-Akten ist ersichtlich, dass die Invalidenversicherung dem Kläger
im Jahr 2014 basierend auf einem IV-Grad von 88% eine volle Rente ausrichtete. Gemäss
interdisziplinärem SIVM-Gutachten vom 8. Mai 2009 (IV-act. 120) war dem Kläger zwar
bereits früher mittelfristig eine theoretisch mögliche Arbeitsfähigkeit von rund 80% attestiert
worden, allerdings ausdrücklich erst nach erfolgreicher psychotherapeutischer Behandlung
und beruflichen Massnahmen (IV-act. 120, S. 34, Ziff. 3.2. „Aktuell besteht aus
psychiatrischer Sicht keine Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten. Mittelfristig [bei
Umsetzung der medizinischen und beruflichen Massnahmen] ist eine 80%ige Tätigkeit
zumutbar.“). Offenbar waren diese Bedingungen aber auch rund ein Jahr nach dem SIVM-
Gutachten noch nicht erfüllt, wie Dr. H_ vom RAD im Bericht vom 25. März 2010 (IV-act.
151) festhielt: „Weder durch die fortlaufende psychiatr.-psychotherapeutische Behandlung
noch durch den Versuch der beruflichen Wiedereingliederungsmassnahme konnte die
gutachterlich für möglich erachtete Verbesserung erzielt werden; med. hat sich nichts
verändert. Die Arbeits(un-)fähigkeit beträgt nachvollziehbar: 100% AUF angestammt als
Gipser seit 11/2003; 20-30% AF angepasst (geschützt).“ Im RAD-Bericht vom 16. April
2010 (IV-act. 155) bestätigte Dr. H_ erneut, dass gestützt auf die medizinischen Akten
von einer tiefen Arbeitsfähigkeit von 20-30% adaptiert auszugehen sei. Die IV-Stelle sprach
dem Kläger mit Verfügung vom 7. Februar 2011 (IV-act. 174, S. 18 ff.) eine
Seite 13
Dreiviertelsrente ab 1. November 2004 bei einem IV-Grad von 68% sowie eine volle Rente
ab 8. November 2008 bei einem IV-Grad von 88% zu. Eine dagegen vom Kläger erhobene
Beschwerde, mit welcher bereits ab 1. November 2004 die Ausrichtung einer vollen Rente
verlangt wurde, wurde vom Obergericht abgewiesen (Verfahren O3V 11 18). Im Rahmen
einer ersten ordentlichen Rentenrevisionsprüfung im Juni 2012 forderte die IV-Stelle beim
Kläger sowie bei Dr. G_ einen Verlaufsbericht an, aus welchen hervorging, dass der
Gesundheitszustand unverändert und der Kläger weiterhin zu 100% arbeitsunfähig sei (IV-
act. 187 / IV-act. 190). Gestützt darauf ging die IV-Stelle davon aus, es sei „nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass Eingliederungsmassnahmen
die Rentenleistungen beeinflussen können“ (IV-act. 191) und teilte dem Kläger am
26. Oktober 2012 mit, mangels Änderungen, die sich auf die Rente auswirken würden,
habe er weiterhin Anspruch auf die bisherige volle Invalidenrente (IV-act. 192). Eine weitere
Rentenrevisionsprüfung wurde seitens der IV-Stelle am 21. Januar 2015 in die Wege
geleitet (IV-act. 196), also erst nach dem im vorliegenden Verfahren interessierenden
Zeitraum im Jahr 2014.
c. Die erwähnten IV-Akten sprechen zusammengefasst mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
dafür, dass der Kläger im Jahr 2014 in hohem Mass arbeitsunfähig war. Auch aus dem in
den IV-Akten liegenden Observationsbericht (IV-act. 220.3) und dem vom Kläger dazu
eingereichten Observationsvideo (act. 17) ergibt sich nichts, das wesentlich für die
Beurteilung der vorliegenden Klage erscheint, so dass letztlich offengelassen werden kann,
inwieweit auf solche Belege im vorliegenden Verfahren überhaupt abgestellt werden
könnte. Auch im späteren RAD-Bericht vom 14. September 2016 (IV-act. 221) hielt Dr.
H_ schliesslich ausdrücklich fest, der Gesundheitszustand habe sich seit dem
Referenzzeitpunkt weiterhin nicht wesentlich und anhaltend verändert, allerdings ging sie
neu davon aus, dass es dem Kläger inzwischen zumutbar geworden sei, an beruflichen
Eingliederungsmassnahmen mitzuwirken. Die dem Kläger bereits im Jahr 2009 im SIVM-
Gutachten theoretisch attestierte Arbeitsfähigkeit von rund 80% würde somit erstmals nach
Durchführung dieser beruflichen Massnahmen gelten. Das daraufhin von der IV-Stelle
eingeleitete Arbeitstraining bei der Dreischiibe in Herisau scheiterte allerdings (IV-act. 244).
Im vorliegenden Verfahren erübrigt es sich, dazu Stellung zu nehmen, ob dem Kläger die
beruflichen Massnahmen unter den gegebenen Umständen tatsächlich zumutbar gewesen
waren oder nicht, da ihm jedenfalls im hier entscheidenden Zeitraum im Jahr 2014 noch gar
keine solchen Massnahmen angeboten worden waren. Die medizinischen Unterlagen und
RAD-Einschätzungen im IV-Dossier sprechen insgesamt nicht dafür, dass der Kläger im
Jahr 2014 in wesentlichem Umfang arbeitsfähig gewesen wäre, insbesondere, nachdem
die hierzu als erforderlich betrachtete Voraussetzung der vorherigen Durchführung einer
beruflichen Eingliederung damals noch gar nicht stattgefunden hatte.
Seite 14
d. Es hat sich inzwischen gezeigt, dass eine Ergänzung des provisorischen USZ-Gutachtens,
auf das die Beklagte ihre Argumentation im Wesentlichen abstützt, unter den gegebenen
Umständen nicht möglich ist, nachdem die Gutachterstelle mitteilte, das Gutachten von
2014 sei verjährt und nicht mehr aktuell und vorschlug, eine neue, allumfassende
Begutachtung zu organisieren. Im vorliegenden Verfahren ist aber, wie bereits erwähnt,
nicht der aktuelle Gesundheitszustand des Klägers von Interesse, sondern ausschliesslich
die Situation im Jahr 2014. Kann das unvollständig gebliebene Gutachten aus dem Jahr
2014 nicht ergänzt werden, sind aus einem neuen, allumfassenden Gutachten - jedenfalls
für das vorliegende Verfahren - keine wesentlichen Erkenntnisse zu erwarten.
e. Das somit unvollständig bleibende interdisziplinäre USZ-Gutachten vom 11. Juni 2014 (act.
2.28 bzw. 7.21) genügt aber nicht, um gestützt darauf eine Leistungseinstellung der
Beklagten mit dem Argument, der Kläger sei ohnehin zu weniger als 25% erwerbsunfähig,
zu begründen:
• Aus rein rheumatologischer Sicht liess sich zwar gemäss Dr. D_ keine
Gesundheitsstörung identifizieren, die aktuell eine relevante Leistungseinschränkung für
eine angepasste Tätigkeit begründen könnte (rheumatologisches Teilgutachten vom
14. März 2014, act. 7.18, S. 22), ebensowenig wie sich aus rein neurologischer Sicht
aufgrund der erhobenen Befunde eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ableiten liess
(neurologisches Teilgutachten, act. 7.19, S. 35). Allein gestützt auf diese beiden
Teilgutachten wäre somit die Argumentation der Beklagten zunächst nachvollziehbar.
• Aus dem neuropsychologischen Teilgutachten vom 12. Januar 2014 (act. 7.17) geht
allerdings hervor, dass die Untersuchung abgebrochen werden musste, weshalb die
testpsychologische Erhebung unvollständig blieb (Teilgutachten, S. 1). Entsprechend
liess die unvollständige Untersuchung auch nur eine beschränkte Beurteilung zu. Aus
dem neuropsychologischen Teilgutachten geht schliesslich gar keine konkrete
Schätzung der Arbeitsfähigkeit des Klägers im Jahr 2014 hervor.
• In psychiatrischer Hinsicht ergibt sich gemäss dem diesbezüglichen Teilgutachten vom
5. Mai 2014 (IV-act. 7.20) „vermutlich eine leichte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um
ca. 20 bis 30%“, wobei die Prognose für eine erfolgreiche Reintegration in den
Arbeitsmarkt angesichts der Krankheitsüberzeugung des Klägers schlecht sei;
grundsätzlich sei eine weitere Verschlechterung des psychopathologischen Zustands-
bildes in Zukunft nicht auszuschliessen. Da der aktuelle Schweregrad der depressiven
Episode vermutlich seit ca. 2009 relativ unverändert bestanden habe, werde jedoch
Seite 15
keine kurzfristige Änderung vermutet (Teilgutachten, S. 66). Die in psychiatrischer
Hinsicht abgegebene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit wird vom Gutachter
ausdrücklich relativiert, indem er ausdrücklich darauf hinweist: „Die Sicherheit unserer
Beurteilung ist deutlich reduziert, da 1) der Explorand nur eingeschränkt Angaben zu
seinen Symptomen, zu seiner Alltagsgestaltung und seiner Funktionsfähigkeit im Alltag
machte; 2) die Aktenlage bezüglich Alltagsgestaltung und Funktionsfähigkeit im Alltag
dürftig ist; 3) es keine Möglichkeiten gab, Informationen aus dem privaten Umfeld zu
erheben; und 4) die gutachterliche Untersuchung durch die interaktionellen
Schwierigkeiten stark erschwert und verzerrt war“ (Teilgutachten, S. 67 und 73).
Bei der Beurteilung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit einer versicherten Person sind
sowohl Versicherungen als auch Gerichte auf medizinische Berichte und Unterlagen
angewiesen. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand der
betroffenen Person zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und
bezüglich welcher Tätigkeiten die Person allenfalls arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die
ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen einer Person noch zugemutet werden können. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines medizinischen Gutachtens ist entscheidend, ob dieses für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (anstelle vieler:
BGE 134 V 231, E. 5.1; BGE 125 V 351, E. 3a.). Die interdisziplinäre gutachterliche
Einschätzung der USZ-Gutachter genügt diesen Anforderungen offensichtlich nicht,
nachdem die Gutachter in der abschliessenden Gesamtbeurteilung selber darauf
hinweisen, dass die Sicherheit der Beurteilung reduziert sei (Gutachten, S. 22). Eine
definitive Aussage zur Arbeitsfähigkeit des Klägers ist gestützt auf das unvollständig
gebliebene Gutachten gar nicht möglich. Das USZ-Gutachten ist entsprechend auch nicht
geeignet, das Ausmass der Arbeits- und Erwerbs(un)fähigkeit des Klägers im Jahr 2014 zu
beweisen und es genügt daher nicht, wenn die Beklagte unter blossem Hinweis auf dieses
Gutachten argumentiert, der Kläger sei im Jahr 2014 ohnehin zu weniger als 25%
erwerbsunfähig gewesen, was die von ihr vorgenommene Leistungseinstellung (ebenfalls)
rechtfertige (wobei im provisorischen Gutachten notabene ohnehin gar nicht eine
Erwerbsunfähigkeit von weniger als 25% angegeben wurde, sondern die Gutachter legten
die Arbeitsfähigkeit interdisziplinär auf 20 bis 30% fest, was somit, stellt man auf den
Durchschnittswert von 25% ab, ohnehin nicht ohne weiteres eine vollständige
Leistungseinstellung begründen könnte).
Seite 16
f. Während der Kläger gestützt auf die echtzeitlichen Aussagen seines behandelnden
Psychiaters (act. 2.33) sowie den zusätzlich eingeholten Konsiliarbericht von Dr. J_ (act.
2.19) davon ausgeht, er sei im Jahr 2014 gar nicht arbeitsfähig gewesen, vermag die
Beklagte weder Unterlagen vorzulegen, die diese vom Kläger vorgelegten Unterlagen mit
dem nötigen Mass an Beweiskraft in Frage stellen, geschweige denn eine
nachvollziehbare, beweiskräftige abweichende Schätzung der Arbeitsfähigkeit im Jahr 2014
enthalten würden. An dieser Situation hat sich auch nach den zusätzlich in die Wege
geleiteten Sachverhaltsabklärungen durch das urteilende Gericht nichts geändert. Führen
selbst umfassende Sachverhaltsabklärungen nicht zum vollen Beweis der in Frage
stehenden Erwerbsunfähigkeit, so ist für das Beweismass der im Sozialversicherungsrecht
allgemein geltende Grundsatz der überwiegenden Wahrscheinlichkeit heranzuziehen (vgl.
BGE 141 V 405, E. 4.4). Die in den beigezogenen IV-Akten enthaltenen Unterlagen
sprechen wie dargelegt eher für die Argumentation des Klägers. Dass die Beklagte
grundsätzlich nicht an die Beurteilung der IV-Behörden gebunden ist (vgl. BGE 141 V 439,
E. 4.2), bedeutet nicht, dass für eine abweichende Beurteilung keine beweiskräftigen
Unterlagen notwendig wären. Nachdem im vorliegenden Fall gerade keine solchen
beweiskräftigen medizinischen Unterlagen vorliegen, die dem Kläger eine Arbeitsfähigkeit
im Jahr 2014 attestieren würden und das vorhandene provisorische Gutachten im jetzigen
Zeitpunkt nicht mehr vervollständigt werden kann, ist für die Bestimmung des Grads der
Erwerbsunfähigkeit des Klägers unter den gegebenen Umständen auf die von ihm
vorgelegten Arztzeugnisse abzustellen (vgl. Ziff. 3 ER, act. 7.22). Gestützt auf diese
Unterlagen ist zumindest mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass
der Kläger im Jahr 2014, wie schon zuvor, in hohem Mass erwerbsunfähig war, was ihm
einen Anspruch auf eine volle Rentenzahlung durch die Beklagte gibt.
2.4 Zusammengefasst ergibt sich somit, dass kein Grund besteht, welcher die Beklagte zu
einer Leistungseinstellung im Jahr 2014 berechtigen würde. Dem Kläger kann unter den
gegebenen Umständen keine Mitwirkungspflichtverletzung vorgeworfen werden. Insoweit
die Beklagte seine Mitwirkung überhaupt formell korrekt gefordert hat, ist der Kläger dieser
auch nachweislich nachgekommen. Nachdem der Kläger zudem echtzeitliche Arztberichte
von Dr. G_ und Dr. J_ vorlegen kann, wonach er im hier entscheidenden Zeitraum im
Jahr 2014 nicht arbeitsfähig gewesen sei und diese Einschätzung durch die in den IV-Akten
enthaltenen Unterlagen und den Umstand, dass auch die IV-Stelle im Jahr 2014 eine volle
IV-Rente ausrichtete, nicht in Frage gestellt wird, liegen mangels Beweistauglichkeit des
provisorischen USZ-Gutachtens keine weiteren medizinischen Unterlagen vor, welche die
Renteneinstellung deshalb rechtfertigen würden, weil der Kläger im Jahr gar nicht mehr als
erwerbsunfähig zu betrachten wäre.
Seite 17
Es steht der Beklagten selbstverständlich frei, den Kläger jederzeit gestützt auf die
zwischen den Parteien geltenden vertraglichen Bestimmungen in Ziff. 8 ER (act. 7.22) zu
einer erneuten Begutachtung zur Abklärung des Gesundheitszustands aufzubieten. Sollte
sich der Kläger in diesem Fall trotz korrekt durchgeführtem Mahnverfahren samt formell
korrekter Androhung der Säumnisfolgen (vgl. dazu insbesondere Art. 39 VVG und Ziff. 8
ER) einer Begutachtung verweigern, ohne dass hierfür entschuldbare Gründe vorliegen,
werden die Voraussetzungen für eine Leistungseinstellung infolge Mitwirkungspflicht-
verletzung gegebenenfalls erfüllt sein, was allerdings für die Beurteilung der vorliegend
eingeklagten Rentenforderungen nicht entscheidend ist.
Die Beklagte wird daher verpflichtet, dem Kläger die eingeklagten drei Rentenzahlungen
aus dem Jahr 2014 im Gesamtbetrag von Fr. 15‘000.-- zu leisten.
2.5 Der Kläger verlangt auf den ausstehenden Rentenzahlungen Verzugszinsen von 5%, je ab
deren Fälligkeit per 1. Mai, 1. August und 1. November 2014. Diesem Begehren ist in
zeitlicher Hinsicht aus folgenden Gründen nicht im vollen Umfang, sondern erst ab dem
Zeitpunkt der Klageeinreichung am 17. Oktober 2016 stattzugeben:
a. Gegenstand der Klage ist unbestrittenermassen eine Forderung aus einem Vertrag zu einer
Erwerbsunfähigkeitsversicherung im Rahmen der gebundenen Vorsorge aus dem Bereich
Berufsvorsorgerecht. Das BVG und die dazugehörigen Verordnungen enthalten - anders
als der in den übrigen Sozialversicherungszweigen grundsätzlich anwendbare Art. 26 Abs.
2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG,
SR 830.1) - keine ausdrücklichen Bestimmungen zur Verzugszinspflicht.
b. Im Gegensatz zu den übrigen Sozialversicherungsrechtzweigen ist die Gewährung von
Verzugszinsen im Bereich der beruflichen Vorsorge allerdings seit jeher auch ohne
ausdrückliche gesetzliche Grundlage im BVG aufgrund der vorsorgevertraglichen
Entstehung des Versicherungsverhältnisses und der damit anwendbaren allgemeinen
Bestimmungen des Obligationenrechts (OR, SR 220) die Regel. Im Berufsvorsorgerecht
werden solche Verzugszinsen sowohl im Leistungs- als auch im Beitragsbereich
zugelassen, entweder gestützt auf eine statutarische Grundlage oder dann auf Art. 104
Abs. 1 OR (vgl. zum Ganzen auch BGE 145 V 18, E. 4.1 f.).
c. In den ER (act. 7/22) der Beklagten ist zwar unter Ziff. 6 die Fälligkeit der Rentenleistungen
geregelt, aber keine ausdrückliche Regelung über eine Verzugszinspflicht enthalten. Der
Seite 18
Kläger hat keine weiteren Unterlagen eingereicht, aus denen eine entsprechende
(zusätzliche) vertragliche Vereinbarung ersichtlich wäre, gestützt auf welche er sein
Verzugszinsbegehren abstützen könnte. Die geltend gemachte Verzugszinsforderung ist
somit gestützt auf die allgemeine Regelung im Obligationenrecht zu beurteilen.
d. Gemäss Art. 105 Abs. 1 OR hat ein Schuldner, der mit der Entrichtung von Renten in
Verzug ist, vom Tage der Anhebung der Betreibung oder der gerichtlichen Klage an
Verzugszinse zu bezahlen. Dementsprechend sind im vorliegenden Fall Verzugszinsen auf
allen drei eingeklagten Rententranchen à je Fr. 5‘000.-- (ungeachtet deren früherem
Fälligkeitstermin) erst ab dem Zeitpunkt der Klageeinreichung beim Obergericht (also
17. Oktober 2016) geschuldet.
e. Die Höhe des Verzugszinses beträgt - mangels abweichender vertraglicher Regelung, die
gegebenenfalls von den Parteien vorzulegen gewesen wäre - gestützt auf Art. 104 OR wie
vom Kläger geltend gemacht 5%.
3. Kosten und Entschädigung
3.1 Gemäss Art. 73 Abs. 2 BVG handelt es sich im vorliegenden Fall um ein kostenloses
Verfahren, für welches folglich keine Gerichtskosten zu erheben sind.
3.2 Während die Beklagte unabhängig vom Verfahrensausgang zum Vornherein keinen
Entschädigungsanspruch haben kann (vgl. dazu anstelle vieler: BGE 126 V 143, E. 4b;
Urteil des Bundesgerichts 9C_587/2017 vom 8. Oktober 2018, E. 4), hat der obsiegende
Kläger Anspruch auf eine Parteientschädigung, womit sich die ihm gewährte unentgeltliche
Vertretung erübrigt.
a. Im vorliegenden Verfahren hat die Bemessung der Parteientschädigung gemäss Art. 8
Anwaltstarif (AT, bGS 145.53) nach Streitwert zu erfolgen (und nicht nach Zeitaufwand, wie
dies gemäss Art. 23 AT bei der Festlegung einer vom Staat zu leistenden Entschädigung
für die unentgeltliche Vertretung der Fall wäre). Für die Streitwertberechnung bei
verwaltungsrechtlichen Verfahren, wozu auch das vorliegende Verfahren gehört, gelten
zudem die Bestimmungen der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO, SR 272)
sinngemäss (Art. 58a VRPG).
Seite 19
b. Der Kläger fordert von der Beklagten im vorliegenden Verfahren drei ausstehende
Rentenzahlungen im Betrag von je Fr. 5‘000.--. Nachdem die Zinsen und Kosten des
laufenden Verfahrens nicht zum Streitwert zu zählen sind (vgl. Art. 91 Abs. 1 ZPO), beläuft
sich dieser folglich auf Fr. 15‘000.--. Das mittlere Honorar gemäss Art. 9 Abs. 2 lit. b AT
beträgt dementsprechend Fr. 3‘540.--.
c. Unter Hinzurechnung der vom Rechtsvertreter gemäss seiner Kostennote vom 13. Mai
2019 geltend gemachten Barauslagen im Betrag von Fr. 749.50 und der Mehrwertsteuer
(nachdem die wesentlichen Aufwendungen des Rechtsvertreters fast ausschliesslich noch
vor dem Wechsel des Mehrwertsteuersatzes per 1. Januar 2018 erfolgten, wird der
Einfachheit halber mit einem einheitlichen Satz von 8% gerechnet) resultiert somit ein
Gesamthonorar im Betrag von Fr. 4‘632.65, welches dem Kläger zulasten der Beklagten
zuzusprechen ist.
Seite 20