Decision ID: 8626dac2-4269-4c37-b6d3-40d130054acd
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Barbara Wyler, Wyler Koch Rechtsanwälte,
Zürcherstrasse 310, Postfach 1011, 8501 Frauenfeld,
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St.Galler Gerichte
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
medizinische Abklärung
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich am 15. Juni 2009 bei der IV-Stelle
des Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1).
A.b Am 24. Oktober 2007 schloss pract. med. B._, Fachärztin Neurologie FMH und
Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie FMH, ein Carpaltunnel-Syndrom aus (IV-
act. 19-8f.). Dr. med. C._, Physikalische Medizin FMH, befundete multiple
Myotendinosen bei Muskeldisbalance, ein Cervicocephalsyndrom bei
Panvertebralsyndrom infolge Haltungsinsuffizienz mit Schwindel, eine beginnende
Chondrose C5/6 und warf die Frage auf, ob ein orthostatischen Schwindel vorliege (IV-
act. 21-6f.). Am 19. Mai 2008 berichtete Prof. Dr. rer. nat. D._ über die
Primärdiagnose PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung), eine Major Depression,
Somatisierungsstörung, Konversionsstörung sowie Flugangst (IV-act. 2). Mit Bericht
vom 27. April 2009 diagnostizierte pract. med. B._ eine beidseitige
Zervikobrachialgie, ein lumbovertebrales Schmerzsyndrom, Spannungskopfschmerz
und einen Verdacht auf eine somatoforme Schmerzstörung (IV-act. 19-10f.). Es habe
sich kein Hinweis auf eine radikuläre Symptomatik oder eine periphere
Kompressionssymptomatik ergeben. Allenfalls könne eine leichte lokale
Reizsymptomatik des Nervus medianus angenommen werden, die jedoch sicherlich
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nicht das Ausmass der Beschwerdesymptomatik erkläre. Dr. med. E._, Facharzt
FMH für Gastroenterologie und Innere Medizin, führte am 19. August 2009 eine
Ösophagogastroduodenoskopie / Ileokoloskopie durch (IV-act. 21-4f.).
A.c Am 1. Oktober 2009 wurde ein Abklärungsbericht Haushalt erstellt (act. G 1.4; IV-
act. 28). Die IV-Abklärungsperson ging darin von einer 30%-igen Erwerbstätigkeit im
Gesundheitsfall aus und ermittelte im Haushalt unter Berücksichtigung der
Schadenminderungspflicht der Familienangehörigen eine Einschränkung von 25,04%.
A.d Am 14. Oktober 2009 berichtete Prof. Dr. D._, dass die Versicherte gemäss ihrer
Aussage zeitweise vollständig leistungsunfähig sei. Eine objektive Überprüfung der
Arbeitsfähigkeit könne durch die verhaltensmedizinische Ambulanz nicht durchgeführt
werden (IV-act. 25-1ff.). Mit Stellungnahme vom 3. Februar 2010 (IV-act. 30) vertrat der
IV-interne Regionale Ärztliche Dienst (RAD) die Ansicht, dass auch wenn die
Möglichkeit bestehe, dass weitere therapeutische Bemühungen zu einer Verbesserung
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit führen könnten, dies nicht in den nächsten
Monaten zu erwarten sei. Deshalb werde der Gesundheitszustand als stabil
angesehen. Es seien keine weiteren medizinischen Abklärungen angezeigt. Im Rahmen
der amtlichen Revisionen sei darauf zu achten, dass die aktuell festgestellten
Einschränkungen (vor allem die posttraumatische Belastungsstörung) im Zug der
medizinischen Abklärungen weiter medizinisch objektivierbar seien. Eine Attestierung
eines "gleich bleibenden" Gesundheitszustands sei mindestens beschreibend zu
erläutern. Mit Auskunft vom 4. März 2010 bejahte der RAD eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 31).
A.e Mit Vorbescheid vom 1. April 2010 (IV-act. 37f.) gab die IV-Stelle des Kantons
St. Gallen der Versicherten bekannt, dass ihr rückwirkend ab 1. Dezember 2009 eine
ordentliche Viertelsrente, gründend auf einen Invaliditätsgrad von 48% ausgerichtet
werden solle. Dieses Ergebnis wurde in Anwendung der sogenannten gemischten
Methode (Qualifikation 70% Hausfrau, 30% Erwerbstätige) berechnet.
B.
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Der dagegen erhobene Einwand vom 14. Mai 2010 (IV-act. 47) wurde mit Verfügung
vom 27. Juli 2010 (act. G 1.3, IV-act. 50, 56) abgewiesen und die Viertelsrente
entsprechend dem Vorbescheid zugesprochen.
C.
C.a Gegen diese Verfügung liess die Versicherte am 14. September 2010 Beschwerde
(IV-act. 59) erheben. Ihre Rechtsvertreterin, Rechtsanwältin Dr. iur. Barbara Wyler,
Frauenfeld, bemängelte im Wesentlichen, dass der Abklärungsbericht Haushalt
unbrauchbar sei, weil der Ehemann als Übersetzer fungiert habe.
C.b Mit einzelrichterlichem Entscheid vom 9. Dezember 2010 (act. G 1.5; IV-act. 75)
wurde das Verfahren abgeschrieben, da die Beschwerdegegnerin die Verfügung vom
27. Juli 2010 pendente lite in Wiedererwägung gezogen hatte (IV-act. 69).
C.c Am 10. November 2011 wurde ein neuer Abklärungsbericht Haushalt mit einer
neutralen Dolmetscherin erstellt (act. G 1.6, IV-act. 81). Die Qualifikation wurde mit
70% Erwerb und 30% Haushalt festgelegt und es wurde nach Berücksichtigung der
Schadenminderungspflicht der Familienangehörigen von einer Einschränkung im
Haushaltsbereich von 14,52% ausgegangen. Mit Schreiben vom 12. April 2012 teilte
die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie eine umfassende medizinische
Untersuchung in den Bereichen Psychiatrie, Rheumatologie und Neurologie als
notwendig erachte (IV-act. 85). Hierzu liess die Versicherte mit Schreiben vom 26. April
2012 (act. G 1.2, IV-act. 89) mitteilen, dass sie nicht einverstanden sei und auch nicht
nachvollziehen könne, weshalb dies notwendig sein solle. Der Fall sei spruchreif für
den Erlass des Vorbescheids.
C.d Mit Zwischenverfügung vom 21. Mai 2012 hielt die IV-Stelle an der Durchführung
einer polydisziplinären medizinischen Abklärung fest (act. G 1.1, IV-act. 91). Die Ver
sicherte habe Einwände vorbringen lassen, die erst im Rahmen der Beweiswürdigung
vor Gericht berücksichtigt werden könnten, und es liege kein schützenswerter
Ausstands- oder Ablehnungsgrund gegen die vorgesehene medizinische Abklärung
vor.
D.
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D.a Mit Beschwerde vom 16. August 2012 (act. G 1) liess die Versicherte durch
Rechtsanwältin Wyler beantragen, die Zwischenverfügung vom 21. Mai 2012 sei
aufzuheben, und es sei von einer interdisziplinären medizinischen Begutachtung
abzusehen. Es sei aufgrund der jetzt vorliegenden Abklärungsunterlagen, insbesondere
nach Durchführung der korrekten Haushaltabklärung vom 10. November 2011, ein
Rentenbescheid zu erlassen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen. Es sei die unentgeltliche
Prozessführung und unentgeltliche Verbeiständung zu gewähren. Zur Begründung liess
sie im Wesentlichen anführen, die Beschwerdegegnerin habe der nicht in Rechtskraft
erwachsenen Verfügung vom 27. Juli 2010 bereits fachärztliche medizinische
Abklärungen psychiatrischer, neurologischer und gastroenterologisch/
innermedizinischer Art sowie den Abklärungsbericht Haushalt vom 1. Oktober 2009
zugrunde gelegt. In der dagegen erhobenen Beschwerde habe die Versicherte lediglich
einen Formfehler bei der Abklärung der Verhältnisse an Ort und Stelle gerügt, da die
Deutschkenntnisse des übersetzenden Ehemannes nicht ausreichend gewesen seien
und dieser nicht neutral, sondern als Ehemann befangen gewesen sei und sich in
einem Interessenkonflikt befunden habe. Nach Rücknahme durch Wiedererwägung
habe die Beschwerdegegnerin am 10. November 2011 einen neuen Abklärungsbericht
Haushalt in Anwesenheit einer qualifizierten, neutralen Übersetzerin erstellt. Alle
übrigen Abklärungen seien bereits erfolgt und die Beschwerdegegnerin sei daher nicht
berechtigt, eine polydisziplinäre medizinische Untersuchung durchführen zu lassen, da
dies einer "second opinion" gleichkäme. Eine Begutachtung stelle zudem einen
erheblichen Eingriff in die physische und/oder psychische Integrität der
kriegstraumatisierten Beschwerdeführerin dar.
D.b Mit Schreiben vom 6. September 2012 äusserte die Beschwerdegegnerin ihre
Ansicht, dass die Beschwerdeerhebung rechtzeitig erfolgt sei (act. G 4).
D.c Mit Beschwerdeantwort vom 25. September 2012 schloss die
Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (act. G 8). Zur Begründung
brachte sie insbesondere vor, es liege im pflichtgemässen Ermessen der Verwaltung,
darüber zu befinden, mit welchen Mitteln der Sachverhalt abzuklären sei, ob etwa im
Einzelfall ein einfacher Arztbericht genüge, ergänzende Untersuchungen anzuordnen
seien oder ein förmliches Gutachten einzuholen sei. Nur in eindeutigen Fällen dürfe die
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Verwaltung daran gehindert werden, eine aus ihrer Sicht notwendige medizinische
Abklärung bei einer MEDAS durchzuführen. Auch aus Gründen der Waffengleichheit
zwischen einer versicherten Person und der Verwaltung müsse dieser ein grosser
Ermessensspielraum bei der Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhalts
zugestanden werden. Der medizinische Sachverhalt sei nicht bereits umfassend
abgeklärt worden und die Verfügung 27. Juli 2010 sei auch nicht einzig wegen der
Rügen der Beschwerdeführerin gegen den ersten Haushaltsbericht aufgehoben
worden.
D.d Mit Schreiben vom 6. November 2012 wurde dem Gesuch um Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) durch Rechtsanwältin Wyler entsprochen
(act. G 10).
D.e Mit Replik vom 20. Februar 2013 (act. G 16) hielt die Beschwerdeführerin an ihrem
Standpunkt fest. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik
(act. G 18).

Erwägungen:
1.
Nach Art. 49 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) hat der Versicherungsträger unter
anderem über Anordnungen, die erheblich sind oder mit denen die versicherte Person
nicht einverstanden ist, schriftlich Verfügungen zu erlassen. Die Anordnung einer
Begutachtung ist als verfahrensleitende Verfügung im Sinn von Art. 52 Abs. 1 ATSG zu
verstehen. Gegen solche Zwischenverfügungen steht gemäss Art. 56 Abs. 1 i.V.m.
Art. 52 Abs. 1 zweiter Satzteil ATSG direkt die Beschwerde offen. In diesem Sinn hielt
auch das Bundesgericht in Abänderung der vorherigen Rechtsprechung (BGE 132 V
93) – wonach der Anordnung einer Begutachtung durch den Sozialversicherer kein
Verfügungscharakter zukomme – in BGE 137 V 210 fest, dass die (bei fehlendem
Konsens zu treffende) Anordnung einer Expertise in die Form einer Zwischenverfügung
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zu kleiden sei, welche dem Verfügungsbegriff gemäss Art. 5 des Bundesgesetzes über
das Verwaltungsverfahren ([Verwaltungsverfahrensgesetz] VwVG; SR 172.021)
entspreche und die beim kantonalen Versicherungsgericht (bzw.
Bundesverwaltungsgericht) anfechtbar sei (E. 3.4.2.6f.). Obwohl im Wortlaut nicht
erwähnt, ist – wie in ständiger Rechtsprechung praktiziert – auch weiterhin bei der
selbständigen Anfechtbarkeit von Zwischenverfügungen die besondere
Eintretensvoraussetzung des nicht wieder gutzumachenden Nachteils für
Zwischenverfügungen massgebend (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2009, N 9 zu Art. 56; vgl. Art. 46 Abs. 1 lit. a VwVG). Beschwerdeweise als
nicht wieder gutzumachender Nachteil geltend gemacht werden können materielle
Einwendungen beispielsweise des Inhalts, die in Aussicht genommene Begutachtung
sei nicht notwendig, weil sie – mit Blick auf einen bereits umfassend abgeklärten
Sachverhalt – bloss einer "second opinion" entspräche (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7; 138
V 271 E. 1.1). Auf die Beschwerde ist damit einzutreten.
2.
2.1 Im vorliegenden Verfahren ist einzig die Frage, ob die Beschwerdegegnerin eine
polydisziplinäre Begutachtung anordnen durfte, nachdem sie die Verfügung vom
27. Juli 2010 in Wiedererwägung gezogen hatte, Streitgegenstand.
2.2 Bemerkt der Versicherungsträger während eines laufenden Beschwerdeverfahrens
die Unrichtigkeit des bisherigen Entscheids, kann er diesen so lange in
Wiedererwägung ziehen, bis er die Beschwerdeantwort einreicht (Art. 53 Abs. 3 ATSG).
Insbesondere steht es dem Versicherungsträger frei, während des laufenden
Beschwerdeverfahrens ohne Beachtung der besonderen
Wiedererwägungsvoraussetzungen (insbesondere ohne Annahme einer zweifellosen
Unrichtigkeit) auf den Entscheid zurückzukommen (vgl. Kieser, a.a.O., N 46f. zu Art. 53
mit Hinweis). Massgebend hierfür ist, dass der Rechtssicherheit und dem
Vertrauensgrundsatz bis zum Eintritt der Rechtskraft der Verfügung nicht die gleiche
Bedeutung zukommt wie nach diesem Zeitpunkt. Die voraussetzungslose
Wiedererwägung ist (umso mehr) gerechtfertigt, wenn es sich um noch nicht
rechtskräftige, unangefochtene Verfügungen handelt (BGE 107 V 191).
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2.3 Mit Schreiben vom 25. November 2010 teilte die Beschwerdegegnerin der
Beschwerdeführerin mit, dass sie aufgrund ihrer Ausführungen vom 14. September
2010 im Beschwerdeverfahren die Verfügung vom 27. Juli 2010 widerrufe. Die
bisherige Rente werde weiterhin ausgerichtet. Sobald sie die notwendigen Abklärungen
durchgeführt habe, stelle sie ihr eine neue beschwerdefähige Verfügung zu. Wie von
der Beschwerdeführerin beantragt, wurde am 10. November 2011 ein neuer
Abklärungsbericht Haushalt in Anwesenheit einer Dolmetscherin durchgeführt (IV-
act. 81). Mit Schreiben vom 18. Januar 2012 retournierte die Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin den von dieser unterzeichneten Abklärungsbericht Haushalt und
verlangte eine schriftliche Information darüber, ob noch weitere Abklärungen getätigt
würden oder ob als nächstes die Invalidenrenten-Verfügung erlassen werde (IV-
act. 80). Mit Stellungnahme vom 4. April 2012 befand der RAD, dass insbesondere
aufgrund der bestehenden Aktenlage nicht entschieden werden könne, ob bei der
Einreise in die Schweiz im April 2000 bereits eine rententangierende Arbeitsunfähigkeit
aufgrund eines IV-anerkennungswürdigen Gesundheitsschadens bestanden habe (IV-
act. 90).
2.4 Nachdem die Beschwerdegegnerin die Verfügung vom 27. Juli 2010 vor
Einreichung einer Beschwerdeantwort widerrufen hatte, erlangte sie die
Verfahrenshoheit wieder (Devolutiveffekt der Beschwerde). Aufgrund des Widerrufs und
des in der Folge abgeschriebenen Verfahrens beim Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen entfaltet die Verfügung vom 27. Juli 2010 keinerlei Rechts- oder
Bindungswirkung. Eine Grundlage für eine Vertrauensbasis ist nicht vorhanden und die
Verfügung erlangte auch keine Teilrechtskraft in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit im
Erwerbsbereich. Selbst wenn die Verfügung ausschliesslich aufgrund der Rügen in der
Beschwerde vom 14. September 2010 widerrufen worden wäre, hätte die
Beschwerdegegnerin alle notwendigen Abklärungen im Sinn von Art. 43 Abs. 1 ATSG
vornehmen bzw. wieder aufnehmen müssen. Ob zur Abklärung des Sachverhalts eine
polydisziplinäre Begutachtung der Beschwerdeführerin notwendig ist, steht somit im
Ermessen der Beschwerdegegnerin. Nachdem bis anhin überhaupt kein Gutachten
erstellt wurde, stellt sich im vorliegenden Fall auch nicht die Frage der Einholung einer
"second opinion". Im Übrigen geht die Entwicklung und der aktuelle
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin aus den im Recht liegenden Akten, die
allesamt aus dem Jahr 2009 stammen (vgl. Sachverhalt, insbesondere A.b und A.d),
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nicht hervor. Auch aus den von der Beschwerdeführerin eingereichten Arztberichten
(act. G 16.1ff.) ist die Entwicklung des psychischen Zustands der Beschwerdeführerin,
aber auch der Verlauf der rheumatologischen und neurologischen Beschwerden, nicht
eruierbar. Bei Festsetzung der vollen Arbeitsunfähigkeit durch den RAD am 3. Februar
2010 stand mit Blick auf den Bericht von Prof. Dr. D._, eingegangen am 14. Oktober
2009 (IV-act. 25-3/8), eine Verbesserung des Gesundheitszustands im Raum, mit
welcher der RAD lediglich "in den nächsten Monaten" noch nicht rechnete (IV-act. 30).
Die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung war also von vornherein nur als vorläufig gedacht; dies
geht insbesondere auch aus dem Hinweis des RAD hervor, dass im Rahmen der
amtlichen Revisionen darauf zu achten sei, dass die aktuell festgestellten
Einschränkungen im Zuge der medizinischen Abklärungen weiter medizinisch
objektivierbar seien. Selbst die Attestierung eines "gleich bleibenden"
Gesundheitszustands solle mindestens beschreibend erläutert werden. Insofern
drängten sich aus Sicht der Beschwerdegegnerin auch aus diesen Gesichtspunkten
weitere Abklärungen auf.
2.5 Damit hat die Beschwerdegegnerin zu Recht an der Durchführung einer
polydisziplinären medizinischen Untersuchung festgehalten.
3.
3.1 Im Sinne der obigen Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
3.2 Der Beschwerdeführerin wurde am 6. November 2012 die unentgeltliche
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) bewilligt (act. G 10).
3.3 Da nach Art. 69 Abs. 1 IVG das Beschwerdeverfahren nur bei Streitigkeiten um
die (definitive) Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem
kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig ist, sind im vorliegenden Verfahren
keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
3.4 Da der Staat zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten ist, für
die Kosten der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin aufzukommen, steht der
unentgeltlichen Rechtsbeiständin lediglich ein um 20% reduziertes Honorar zu (vgl.
bis
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Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, [AnwG; sGS 963.70]; Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten [HonO; sGS 963.75]). Wenn die wirtschaftlichen
Verhältnisse es gestatten, kann die Beschwerdeführerin zur Nachzahlung der vom
Staat entschädigten Parteikosten verpflichtet werden (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]). Das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen spricht in invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren gestützt auf Art. 22
Abs. 1 lit. b HonO regelmässig eine (ungekürzte) pauschale Entschädigung zwischen
Fr. 3'000.00 und Fr. 4'000.00 zu. Vorliegend ist mit Blick darauf, dass lediglich die
isolierte Frage, ob eine polydisziplinäre Begutachtung durchzuführen sei, entschieden
werden musste, die pauschale Entschädigung entsprechend herabzusetzen. In
Würdigung aller Umstände ist die Parteientschädigung auf Fr. 2'000.00 (80% von
Fr. 2'500.00 einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP