Decision ID: bb2d3703-8239-4cf9-83c9-ee5449efe605
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1971, arbeitete ab Mai 2011 als Business-
Supporter
für die
Y._
AG
und war im Rahmen dieses Anstellungsverhältnisses bei der
Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG
(nachfolgend: Helve
tia
; vormals National-Versicherungs-Gesellschaft AG beziehungsweise Nationale Suisse; vgl.
Urk.
2 S. 2
)
gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufs
unfällen obligatorisch versichert
.
Am 3
0.
Juni 2017 meldete die Arbeitgeberin einen Vorfall vom 3
1.
Januar 2017, bei welchem sich der
Versicherte beim Spiel mit dem Boxerh
und seiner Tochter rechtsseitig eine Schulterverletzung zugezo
gen habe, wobei die Schmerzen erst hernach im weiteren Verlauf aufgetreten seien und ab dem 2
1.
Februar 2017 eine
ärztliche Behandlung erfordert
hätten (
Urk.
7/UM).
1.2
Die Erstbehandlung
vom 2
1.
Februar
2017
bestätigte
Dr.
med. univ.
Z._
, F
acharzt
FMH
für Allgemeine Innere Medizin,
in seinem
Bericht
vom 5.
Juli 2017 und erwähnte, der Versicherte habe
bei der Untersuchung
über seit e
inem Monat
bestehende Schulterschmerzen geklagt, die nach
dem
Vorfall
mit dem
Hund
aufgetreten seien. Als Diagnose nannte er eine
n Partialriss im Bereich der
Su
praspinatus
- und der
Subsc
apularissehne
sowie eine
Pulley
-L
äsion
mit Luxation der langen
Bizepssehne
(Urk.
7/M1).
Die
se
Diagnose hatte
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Radiologie,
gestellt, nachdem er die rechte
Schulter des Versicherten am 1
4.
Juni 2017 bildgebend
untersucht hatte
(
MR-Arthrogra
phie
und Rönt
g
en-
Arthrographie
). Eine zuvor durchgeführte
physiothe
rapeutische Behandlung
hatte
zu keiner
Besserung geführt (
Urk.
7/M2
S. 1
)
.
Auf Aufforderung der Helvetia machte der Versicherte am 1
4.
Juli 2017 ergänzende Angaben zu
m
Vo
rfall vom 3
1.
Januar 2017 (Urk.
7/M3). Der beratende Arzt der Helvetia,
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Chirurgie, nahm am
8.
August
und am
1.
Oktober 2017 zu
den
erwähnten sowie zu weiteren
,
von der Helvetia zu den Akten genommenen ärztlichen Un
terlagen Stellung (
Urk.
7/M4,
Urk.
7/M8
).
Am 1
4.
November 2017 unterzog sich der Versicherte in der
Klinik C._
einer operativen Behandlung an der rechten Schulter. Es liegen der Operations- un
d der Austrittsbericht vom 1
4.
und
vom 1
5.
November 2017 vor und ein weiterer Bericht der behandelnden Ärztin
Dr.
med.
D._
, Oberärztin Orthopädie Obere Extremitäten des
Muskulo
-Skelettal Zentrums der
Klinik C._
,
vom
2
2.
Dezember 2017
(
Urk.
7/M9-11).
1.3
Die Helvetia hatte
bereits
am
4.
Oktober 2017 eine Verfügung erlassen und darin eine Leistungspflicht im Zusammenhang mit dem Vorfall vom 3
1.
Januar 2017 verneint. Sie begründete dies damit, es liege weder ein Unfall im Rechtssinne
noch eine unfallähnliche Körperschädigung vor (
Urk.
7/K12).
An dieser Auffas
sung hielt die Helvetia auch in der Folge fest.
Die gegen diese Verfügung am 2
3.
November 2017 erhobene Einsprache des Versicherten
(
Urk.
7/K16) wies sie mit
Einspracheentscheid
vom 1
7.
Mai 2018 ab (
Urk.
2 =
Urk.
7/K18).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 1
7.
Mai 20
18 erhob der Versicherte am 18.
Juni 2018
Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Helvetia sei zu verpflichten, die unfallversicherungsrecht
lichen Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld, etc.) zu erbringen.
Eventualiter sei die Angelegenheit an die Helvetia zurückzuweisen, damit diese ein externes Gutachten zur Beurteilung der Frage einhole, ob die Sehnenrisse in der rechten Schulter vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen seien, und hernach neu entscheide (
Urk.
1).
Die Helvetia beantragte in der Beschwerdeant
wort vom 2
2.
August 2018 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Davon wurde dem Versicherten am 2
7.
August 2018 Kenntnis gegeben (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
Gemäss
Art.
6
Abs.
1 des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
werden die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt
.
Nach der Rechtsprechung bezieht sich
das
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objektiven Massstab – den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlag
gebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwir
kungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.1 und E. 4.3.1 mit Hinweis).
1.2
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG
in der hier anwendbaren
,
seit
1.
Januar 2017 in Kraft stehenden Fassung
erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkran
kung zurückzuführen sind: Knochenbrüche (lit. a); Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnen
risse (lit. f), Bandläsionen (lit. g) und Trommelfellverletzungen (lit. h).
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist abschliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Auflage, Bern 1989, S. 202).
Seit
dem Inkrafttreten der Revision des UVG und der dazugehörigen Verordnung
über die Unfallversicherung
(UVV) per 1. Januar 2017 ist das Bestehen einer vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung nicht länger vom Vorliegen eines äusseren Ereignisses abhängig. Die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 UVG genannte Körperschädigung vorliegt, führt zur Vermu
tung, dass es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung handelt, die vom Unfallversicherer übernommen werden muss. Dieser kann sich aber von der Leistungspflicht befreien, wenn er beweist, dass die Körperschädigung vorwie
gend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen ist (Zusatzbotschaft zur Änderung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [Unfallversicherung und Unfallverhütung; Organisation und Nebentätigkeiten der Suva] vom 19. Sep
tember 2014,
BBl
2014 7922 7934 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung ihres Entscheides aus,
die Schil
derung des Vorfalles vom 3
1.
Januar 2017 in der Unfallmeldung einerseits und in den ärztlichen Berichten andererseits wichen v
oneinander ab, so dass fraglich
sei, ob ein Ereignis überhaupt mit dem erforderlichen Beweisgrad dargelegt worden sei. H
inzu komme, dass der Unfallbegriff im Rechtssinne nicht erfüllt sei. Aus keiner der Schilderungen lasse sich dies hinreichend ableiten. Insbesondere sei nicht ersichtlich, dass ein ungewöhnlicher äusserer Faktor ausschlaggebend gewesen sei (
Urk.
2 S. 6 f.
Ziff.
4).
Was die Annahme einer unfallähnlichen Körperschädigung betreffe, so sei der Beurteilung von
Dr.
B._
, der von einer degenerativ bedingten Schädigung ausgehe, vor den davon abweichenden Stand
punkten der behandelnden
Ärzte der Vorzug zu geben.
Dr.
B._
s Beurteilung werde zudem durch
die
einschlägige Fachliteratur gestützt. Die Vermutung, dass eine Leistungspflicht der Unfallversicherung bestehe, sei insgesamt
rechtsgenüg
lich
widerlegt (
Urk.
2 S. 7 ff.
Ziff.
6
).
2.2
Der
Beschwerdeführer
macht
demgegenüber
geltend,
das Erfordernis des unge
wöhnlichen äusseren Faktors sei erfüllt.
Der
Hund der Tochter sei rund 30 kg schwer. Ziel des Spiels sei es gewesen, dem Hund ein Seil, das dieser mit seinen Zähnen festgehalten habe, durch ruckartiges Ziehen in verschiedene Richtungen zu entreissen. Der Hund habe versucht, dies mit blitzschnellen ruckartigen Bewe
gungen seines Kopfes zu verhindern. Diese durch den schweren und kräftigen Hund verursachten und damit von aussen einwirkenden Kräfte habe er (der Beschwerdeführer) nicht ausreichend durch eigene K
örperkraft kompensieren können. Durch den Hund sei der rechte Arm unkontrolliert in verschiedene Rich
tungen bewegt worden. Das Seilziehen mit dem Hund erfülle auch alle anderen Merkmale des gesetzlichen Unfallbegriffs (
Urk.
1 S. 4
Rz
17 f.).
Erfüllt seien sodann auch die Voraussetzungen für eine Leistungspflicht bei Vor
liegen einer unfallähnlichen Körperverletzung.
Es sei unbestritten,
dass die am 1
4.
November 2017 durchgeführte Operation an der rechten Schulter die Behe
bung von Sehnenrisse
n
und damit einer Listenverletzung zum
Ziel
gehabt habe. Somit sei die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin zu vermuten. Dass die Sehnenrisse überwiegend wahrscheinlich vorwiege
nd auf eine Degeneration zurück
zu
führen seien, habe die Beschwerdegegnerin zu beweisen.
Ein externes
medizinisches Gutachten liege nicht vor, sondern nur das Aktengutachten
von
Dr.
B._
,
des beratenden Arztes der Beschwerdegegnerin. Dieses überzeuge angesichts der Darlegungen der behandelnden Ärzte nicht. Insbesondere
genüge
der Umstand, dass nicht unverzüglich ein Arzt aufgesucht worden sei, nicht als Nachweis für eine degenerative Ursache der Schulterverletzung.
Sodann sei auch
Dr.
B._
davon ausgegangen, dass nicht sämtliche Läsionen de
generativen Ursprungs seien. Dies ergebe sich indirekt aus seiner Feststellung, dass über 50
%
der vorgefunden
en
Pathologien degenerativer Natur seien.
Hinzu komme, dass die behandelnden Ärzte überzeugend dargelegt hätten, dass die dokumentierten Sehnenrisse Folge der unkontrollierbaren Zugk
räfte anlässlich des Seilziehens
mit dem Hund gewesen seien. Bei
Dr.
D._
handle es sich um eine erfahrene Schul
terspezialistin. Insgesamt sei nicht dargetan, dass die Sehnenschädigungen über
wiegend Folge eines degenerativen Geschehens sei
en
(
Urk.
1 S. 6 ff.
Rz
26 ff.).
2.3
In der Beschwerdeantwort
führte
die Beschwerdegegnerin aus,
zum Ereignisher
gang habe der Beschwerdeführer gegenüber ihr einerseits und gegenüber den Ärzten andererseits erst etliche Zeit nach dem geltend gemachten Vorfall und
überdies
diskrepante Angaben gemacht, weswegen fraglich sei, ob das betref
fende Ereignis überhaupt nachgewiesen sei.
Initiale Beschwerden habe der
Beschwerdeführer zu keinem Zeitpunkt erwähnt und eine Unfallmeldung sei erst vier Monate nach dem geltend gemachten Ereignis erfolgt. Die Beschwerdegeg
nerin wies
erneut darauf hin, dass aufgrund des Spiels mit dem Hund, dem keine
Besonderheit innegewohnt habe, nicht von einem Unfall im Rechtssinne ausge
gangen werden könne. Sodann sei entgegen der Auffassung des Beschwerdefüh
rers nicht anerkannt, dass die Operation vom 1
4.
November 2017 an der rechten Schulter der Behebung einer Listenverletzung gedient habe. Aus den Darlegungen von
Dr.
B._
ergebe sich hinreichend, dass die
vorhandenen Läsionen vorwie
gend degenerativer Natur gewesen seien. Zu beachten sei überdies, dass die
Darlegungen
der behandelnde Ärztin
Dr.
D._
im Operationsbericht
vom 1
4.
November 2017
einerseits und im späteren Bericht vom
2
2.
Dezember 2017 ande
rerseits W
idersprüch
e
enthielten, weswegen
ihre Ausführungen
nicht
geeign
et sei
en
, die Beurteilung von Dr.
B._
in Zweifel zu ziehen (
Urk.
6 S. 2
ff.).
3.
3.1
Der
Unfallmeldung
vom 2
9.
Juni 2017 lässt sich entnehmen,
der Beschwerdefüh
rer habe
am 3
1.
Januar 2
0
17
mit dem Hund seiner Tochter, einem Boxer,
Seilzie
hen gespielt. Dabei sei
das Seil mit raschen und heftigen Bewegungen nach
links und rechts sowie nach
unten und
nach
oben gezogen
worden
. Zunächst habe er keine Schmerzen ge
spürt, aber nach und nach sei es
schlimmer
geworden
. Am 2
1.
Februar 2017 habe er einen Arzt aufgesucht
. Betroffen sei die Schulter rechts
. Im Rahmen der Physiotherapie sei eine leichte Besserung eingetreten, anschlies
send hätten sich die Schmerzen verstärkt, auch im Oberarm, weshalb er an die Klinik überwiesen worden sei
(
Urk.
7/UM).
3.2
In seinem Bericht
, datierend
v
om
5.
Juli 2017
,
führte
Dr.
Z._
aus
, der Beschwer
deführer
habe ihn am 2
1.
Februar 2017 konsultiert und über seit rund einem Monat bestehende Schulterschmerzen geklagt. Diese seien aufgetreten, nachdem er
mit dem Hund seiner Tochter gespielt
habe
. Der Hund habe kräftig a
n
einem
Zerrseil
gezogen und
dadurch
habe sich der Beschwerdeführer Schulterschmerzen zugezogen.
Als Befund habe er einen
painful
arc
bei 100
Grad
und einen Druck
schmerz über der langen
Bizepssehne
festgestellt.
Es sei eine MRT-Abklärung und eine Vorstellung in der Schultersprechstunde in der Klinik veranlasst worden.
Abschliessend fügte
Dr.
Z._
an,
die
Informationen
zum Unfallmechanismus
habe
der
Beschwerdeführer
ihm am 6.
Juli 2017
mitgeteilt
(Urk.
7/M1).
3.3
Die MRT-Abklärung fand am 1
4.
Juni 2017 bei
Dr.
A._
statt. Dieser hielt im gleichentags verfassten Bericht fest, die Abklärung sei wegen seit rund drei Monaten andauernde
r
Schulterschmerzen rechts veranlasst worden.
Physiothera
pie habe zu keiner Besserung geführt.
Traumata
seien verneint worden.
Es stelle sich die Frage
,
ob eine Sehnenpathologie oder ein
Impingement
bestehe.
Die bild
gebende Abklärung (Röntgen- und
MR-Arthrographie
der rechten Schulter) habe an der
Supraspinatussehne
neben einer allgemeinen leichten
Tendinopathie
einen
bursaseitigen
Partialriss direkt am Ansatz im
posterioren
Drittel gezeigt. Der
Musculus
supraspinatus
sei nicht atrophiert gewesen. Im kranialen Drittel der
Subs
capularissehne
sei ein Partialriss festzustellen gewesen, des Weiteren eine konse
kutive
Pulley
-Läsion mit Luxation der langen
Bizepssehne
nach medial. Die lange
Bizepssehne
sei im intraartikulären Verlauf zum Teil leicht ausgedünnt
,
bei erhal
ten
er Kontinuität. Der
Musculus
subscapularis
sei leicht atrophiert. Schliess
lich
habe sich
am
superioren
Labrum ein feiner Riss mit Fortsetzung
nach
anterosuperior
gezeigt (
Urk.
7/M2).
3.
4
Am 1
4.
Juli 2017 machte der Beschwerdeführer auf Ersuchen der Beschwerde
gegnerin
Angaben zum Vorfall
vom 3
1.
Januar
201
7.
Er führte aus, er habe mit dem Boxer seiner Tochter
Seilziehen
gespielt.
Dabei habe sich der Unfall ereignet.
Das
Seil
sei
heftig und stark nach links und rechts sowie nach oben und unten gezogen worden. Es hab
e
sich nicht um eine gewohnte Tätigkeit gehandelt.
Bis dahin habe er nicht so
heftig
mit dem Hund gespielt und e
s sei
auch
zu keinem Sturz oder Ausrutscher gekommen, aber er habe
dann
versucht, den Hund mit dem Seil hochzuziehen. Beschwerden seien nach ein paar Tagen aufgetreten (
Urk.
7/M3 S. 1).
3.5
Risse im Bereich der
Supraspina
tus
- und der
Subscapularissehne
stellten
auch
die mit der weiteren Behandlung des Beschwerdeführers betrauten Ärzte der
Klinik C._
fest
. Im Bericht der genannten Klinik vom 2
1.
Juli 2017
nann
ten
die
Dres
. med.
E._
, Chefarzt Orthopädie, und
F._
, Assistenzarzt Orthopädie, unter Hinweis auf diese Befunde
als Diagnose eine
konsekutive
Pulley
-Läsion und sie empfahlen nach erfolgloser konservativer Behandlung eine operative Intervention mittels Sc
hultergelenksarthroskopie (Urk.
7/M7).
Der operative Eingriff in der
Klinik
C._
erfolgte am 14.
November 2014 durch
Dr.
med.
D._
, Ober
ärztin
Orthopädie
Obere Extremitäten (vgl.
Urk.
7/M9-M11).
4.
Gemäss den Angaben in der
Unfallmeldung
spielte
der Beschwerdeführer
am
31.
Januar 2017
mit dem Boxerhund seiner Tochter. Dabei hielt der Beschwerde
führer
das eine Ende eines Seils und
der Hund fasste
mit seiner Schnauze das andere Ende.
In der Folge zogen und zerrten sowohl der Beschwerdeführer als auch der Hund den Strick wechselnd und mit zum Teil heftigen Bewegun
gen in verschiedene Richtungen
(
Urk.
7/UM). Abgesehen von den
zum Spiel zu zählen
den Zugbewegungen am Seil ereignete sich nichts Unplanmässiges. Weder liess der Hund das Seil unerwartet los noch stolperte der Beschwerdeführer während de
s
Spiel
s
unvermittelt.
Letzteres hielt der
Beschwerdeführer im Rahmen seiner ergänzenden Angaben vom 1
4.
Juli 2017 gar
ausdrücklich
fest (
Urk.
7/M3 S. 1). Aus den
Schilderung
en
lässt sich mithin nicht entnehmen, dass
das
Spiel
mit dem
Hund
unvermittelt einen ungeplanten Verlauf genommen h
ätte
.
In der Schilde
rung vom
1
4.
Juli 2017
betonte der Beschwerdeführer, d
as Seil sei heftig und stark nach links und rechts sowie nac
h oben und unten gezogen worden
,
und er fügte bei, er habe sogar versucht, den Hund mit dem Seil hochzuheben
(
Urk.
7/M3 S. 1). Wohl handelte es sich bei den durch den Hund verursachten Zug- und Zerrbewegungen um einen äusseren Faktor. Indessen ist diesen im Rahmen des Geschehens die Ungewöhnlichkeit abzusprechen. Der Beschwerdeführer spielte mit einem Boxer, das heisst mit einem kräftigen Hund. Mit entsprechend heftigen Zug
-
und Zerrbewegu
ngen in verschiedene Richtungen
war
somit
von
v
ornherein zu rechnen.
Einwirkungen
der beschriebenen
Art
waren mithin
gewollter Teil des Spieles.
Auch der erwähnte Versuch, den Hund mit dem Seil hochzuheben, war Teil des Spiels. Auch diesem Aspekt mangelt es an der für die Erfüllung des Unfallbegriffs erforderlichen Ungewöhnlichkeit.
Daran ändert nichts, dass es sich laut Beschwerdeführer um
eine
für ihn
nicht
gewohnte Tätigkeit gehandelt
hat (
Urk.
7/M3 S. 1)
.
Da es an einem ungewöhnlichen äussern Faktor
fehlt
, hat die Beschwerdegegnerin somit richtigerweise das Vorliegen eines Unfalles im Rechts
sinne (
Art.
4 ATSG) verneint.
5.
5.1
Sowohl die bildgebenden Untersuchungen vom 1
4.
Juni 2017
(
Urk.
7/M2)
als auch der operative Eingriff an der rechten
Schulter durch
Dr.
D._
am 14.
November 2017 (
Urk.
7/M11)
zeigten Rissbildungen
im Bereiche
der
Supra
spinatus
sehne
und der
Subscapularis
sehne
. Sehnenrisse zählen zu den unfallähn
lichen Köperschädigungen gemäss
Art.
6
Abs.
2
lit. f UVG.
In einem solchen Fall ist der Unfallversicherer leistungspflichtig, sofern die Schädigung nicht vorwie
gend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist.
Das Bundesgericht hielt dazu
im
zur Publikation vorgesehenen
Urteil 8C_22/2019 vom 2
4.
Septem
ber 2019
E. 8.2.1
fest, d
ass für die Anwendung von
Art.
6
Abs.
2 UVG kein äusse
rer Faktor und damit kein unfallähnliches sinnfälliges Ereignis oder eine allgemein gesteigerte Gefahrenlage vorausgesetzt ist. Insoweit führt bereits die Tat
sa
che, dass eine in
Art.
6
Abs.
2 lit. a-h UVG genannte Körperschädigung vorliegt, zur Vermutung, es handle sich hierbei um eine unfallähnliche Körper
schädigung, die vom Unfallver
sicherer übernommen werden muss. Vorbehalten bleibt der
Nachweis für eine vorwiegende Bedingtheit durch Abnützung oder Erkrankung. Dies setzt voraus, dass
der Unfallversicherer
im Rahmen seiner Abklärungspflicht
(
Art.
43
Abs.
1 ATSG) nach Eingang der Meldung einer Listenverletzung die Begleitumstände der Verletzung genau abklärt. Lässt sich dabei kein initiales Ereignis erheben oder lediglich ein so
lches ganz
untergeordneter respektive
harmloser Art, so vereinfacht dies zwangsläufig in aller Regel den Entlastungs
beweis des Unfallversicherers. Denn bei der in erster Linie von medizinischen Fachpersonen zu beurteilenden Abgrenzungsfrage ist das gesamte Ursachenspek
trum der in Frage stehenden Körperschädigung zu berücksichtigen. Nebst dem Vorzustand sind somit auch die Umstände des erstmaligen Auftretens der
Beschwerden näher zu beleuchten
. Die verschiedenen Indizien, die für oder gegen
eine
Abnützung oder Erkrankung sprechen, müssen aus medizinischer Sicht gewichtet werden. Damit der Entlastungsbeweis gelingt, hat der Unfallversicherer gestützt auf beweiskräf
tige ärztliche Einschätzungen
mit dem Beweisgrad der üb
erwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachzuweisen, dass die fragliche L
istenver
letzung vorwiegend, das heisst
im gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50
%
, auf Abnützung oder
Erkrankung zurückzuführen ist
(E. 8.6).
5.2
Zwischen der Unfallmeldung am 2
9.
Juni 2017 (
Urk.
7/UM) und dem dort erwähnten Unfallereignis vom 3
1.
Januar 2017 liegen
insgesamt
knapp fünf Monate.
Auf
die
Zeit dazwischen
ent
fallen die Ko
nsultation bei
Dr.
Z._
am 21.
Februar 2017
(
Urk.
7/M1)
und die bil
dgebende Untersuchung durch Dr.
A._
am 1
4.
Juni 2017
(
Urk.
7/M2)
.
Dr.
A._
erwähnte den
Vor
fall m
it dem Hund vom 31.
Januar 2017
in seinem Bericht vom 1
4.
Juni 2017 nicht
,
sondern hielt darin fest,
Traumata seien nicht genannt worden
(
Urk.
7/M2 S. 1). Dr.
Z._
erwähnt
e in seinem Bericht
zwar das Ereignis mit dem Hund, wies jedoch darauf hin, dar
über habe der Beschwerdeführer
ihm erst am
6.
Juli 2017 berichtet.
Zuvor, das heisst bei der Erstkonsultation vom 2
1.
Februar 2017
war
das
Ereignis vom 3
1.
Januar 2017 als
möglicher
Auslöser
für das Schulterleiden
somit
noch nicht
diskutiert worden
.
5.3
Erstmals explizit
aktenkundig
gemacht wurde der
Vorfall vom 3
1.
Januar 2017
mit der Unfallmeldung vom
2
9.
Juni 2017
(Urk.
7/UM)
, nachdem aufgrund der bildgebenden Abklärungen hinreichend Klarheit über das Ausmass des Schulter
leidens bestand
en hatte
. Gemäss der Unfallmeldung verspürte der
Beschwerde
führer
zunächst keine Schmerzen. Diese seien nach und nach schlimmer gewor
den (
Urk.
7/UM). Am 1
4.
Juli 2017
erklärte
der Beschwerdeführer,
die
Beschwer
den seien erst nach ein paar Tagen aufgetreten (
Urk.
7/M3 S. 1).
Anlässlich der Erstkonsultation bei
Dr.
Z._
am 2
1.
Februar 2017 hatte der Beschwerdeführer erwähnt, seit rund einem Monat bestünden Schulterschmerzen (
Urk.
7/M1 S. 1).
Laut
Beri
cht von
Dr.
A._
vom 14.
Juni 2017 berichtete
der Beschwerde
führer
über seit rund drei Monaten bestehende rechtsseitige Schulterschmerzen (
Urk.
7/
M2 S. 1). Rückgerechnet ab dem Zeitpunkt der ebenfalls am 1
4.
Juni 2017 erfolgten bildgebenden Untersuchung bestanden die für die bildgebende Unter
suchung relevanten Beschwerden somit ab zirka Mitte März 2017
, was aber nicht
zutreffen kann
.
Fest steht, dass der Beschwerdeführer am 2
1.
Febru
ar 2017 wegen Beschwerden in der
rechten Schulter bei
Dr.
Z._
vorstellig geworden war (vgl.
Urk.
7/M1).
Gegenüber den behandelnden Ärzten der
C._
Klinik schliess
lich berichtete der Beschwerdeführer
am 2
1.
Juli 2017
über einschiessende Beschwerden während des Spiel
s
mit dem Hund Ende Januar 2017 (
Urk.
7/M7 S.
1).
Dies widerspricht
wiederum
sämtlichen anderen Angaben, wonach die Beschwerden erst verzögert aufgetreten sind.
Wann genau erstmals nach dem Spiel mit dem Hund am 3
1.
Janua
r 2017 Beschwerden auftrat
en, erschliesst sich aus den
Angaben
des Beschwerdeführers
somit
nicht eindeutig
.
Der Vorfall als solcher
ist
indessen nicht in Frage
zu stellen. Bezüglich Zeit und Ablauf des Spiels mit dem Hund machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen durchwegs konsis
tente Angaben.
E
s leuchtet ohne Weiteres ein, dass das Spiel mit einem grossen und kräftigen Hund und das damit verbundene Ziehen und Zerren im raschen Wechsel und in verschiedene Richtungen wiederholt zu Krafteinwirkungen auf die rechte Schulter geführt hat. Von se
iner physikalischen Wirkung her
kann der Vorfall vom 3
1.
Januar
2017
somit
bei objektiver Betrachtung
jedenfalls
nicht
von v
ornherein
als unbedeutend
er Faktor
eingestuft werden, ungeachtet der Frage, zu welchem Zeitpunkt hernach Beschwerden an der rechten Schulter auf
traten.
5.4
Von einer
traumatisch bedingten Ursache
im Zusammenhang
mit der Schulter
v
erletzung geht die behandelnde
Ärztin
Dr.
D._
aus.
Auch dies spricht für das vom Beschwerdeführer gemeldete Ereignis vom 3
1.
Januar 201
7.
Die
Beurteilung
von
Dr.
D._
fusst in erster Linie auf dem anlässlich der Operation
persönlich
festgestellten Verletzungsbild
.
Die Ärztin
hi
elt fest, in Anbetracht der sehr
gerin
gen degenerativen Veränderungen im
Subacromialraum
sowie der klaren
,
fast vollständigen Ruptur der
Bizepssehne
am
Sulcuseingang
un
d
der
Aufspleissung
der kranialen
Subscapularissehne
in Längsrichtung
gehe sie von einer unfallbe
dingten Schädigung aus. Insbesondere starke Zugbelastungen, die unerwartet auf die Schulter einwirkten, könnten typischerweise durch den Zug an der
Bizepssehne
im kranialen Anteil der
Subscapularissehne
einen solchen Längsein
riss hervorrufen. Würde es sich um eine rein degenerative Läsion handeln,
wäre nicht die vorgefundene
Cleavage
-Läsion zu erwarten
gewesen
, sondern eine Ablösung der
artikularseitigen
kranialen Fase
r
n von kranial nach kaudal (
Urk.
7/M9).
5.5
Dr.
B._
geht dagegen von einer degenerativen Ursache aus.
Er
hielt in seiner Stellungnahme vom
1.
Oktober 2017 fest, «diese Affektionen sind unsere
r
Meinung nach degenerativer Natur» und es sei «unwahrscheinlich, dass diese Patho
logien anlässlich des Spielens mit dem Hund sich ohne Sturz ereignet hätten»
(
Urk.
7/M8
S. 2
)
.
Die erste der beiden
Schlussfolgerungen
begründete
Dr.
B._
nicht
w
eiter,
so dass
offen
bleibt, weswegen
Dr.
B._
die Meinung vertritt, die
vorgefundenen
Affektionen seien degenerativer Natur. Die zweite
Schlussfolge
rung
, bei einer traumatischen Schulterläsion hätte der Beschwerde
führer schmerzbedingt und aufgrund von Einschränkungen der Beweglichkeit bereits in den folgenden Tagen und nicht erst rund einen Monat später einen Arzt aufge
sucht,
erkl
ärt sich nicht aus sich selbst heraus. Weswegen es sich so hätte verhal
ten müssen, erläuterte
Dr.
B._
nicht. Daran ändert auch der Hinweis auf die medizinische Literatur nichts, gemäss welcher Schulterverletzungen dann auf
trä
ten, wenn die einwirkende Kraft mindestens die Hälfte des Körpergewichts der geschädigten Person betrage (
Urk.
7/M8 S. 2). Weder ist ersichtlich, auf welche Literatur sich
Dr.
B._
bezog, noch stellte er konkrete Betrachtungen zum Ver
hältnis
des
Köpergewicht
s des Beschwerdeführers
und
der
Krafteinwirkung
durch den Hund
im konkreten Fall an.
Hinzu kommt, dass
Dr.
B._
nicht
Orthopäde und somit für eine beweiskräftige Beurteilung
auf diesem Fachgebiet
nicht ohne Weiteres kompetent
ist
.
Weitere ärztliche Stellungnahmen holte die Beschwerde
gegnerin nicht ein. Stattdessen verwies sie zur Stützung der Auffas
sung von
Dr.
B._
auf die medizinische Literatur.
Der Hinweis erfolgte zwar
mit Quellen
angabe (
Urk.
2 S. 8
f.), indessen fehlt es an einer ärztlichen Interpre
tation. Der Beschwerdegegnerin mangelt das nötige Fachwissen
,
diesbezüglich
beweiskräf
tige Schlüsse ziehen
zu können
.
Dies hat auch bezüglich
ihres Stand
punktes
zu
gelten, die Darlegungen von Dr.
D._
im Operationsbericht einerseits, worin
die Ärztin eine
Lafosse
II-Läsion erwähne
, und in der Stellungnahme vom 2
2.
Dezember 2017 anderseits, in welcher
sie
von einer
Cleavage
-Läsion spreche, s
eien widersprüchlich (vgl. Urk.
6 S. 5 f.
Rz
8).
Eine Fragestellung dieser Art kann nur eine
medizinische
Fachperson zuverlässig beantworten.
Eine weitere ärztliche Beurteilung zur Sache holte die
Beschwerdegegnerin
indessen nicht ein. Sie beliess es bei den
Stellungnahme
n
von
Dr.
B._
, die als Nachweis betreffend eine überwiegend degenerative Ursac
he der Sehnenrisse nicht genügen
.
5.6
Zusammenfassend steht nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass die rechtsseitige Schulterläsion des Beschwerdeführers vorwiegend auf Abnüt
zung oder Erkrankung zurückzuführen ist.
Erforderlich wäre der Nachweis, dass die Listenverletzung
im gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50
%
auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist.
Mit den
Darlegungen von Dr.
B._
lässt sich dieser Nachweis nicht erbringen
.
Vielmehr legen die Darle
gungen von
Dr.
D._
, die anlässlich der Operation insgesamt nur geringe Dege
nerationen und die klare Rissbildung feststellte (vgl
.
vorstehende E. 5.4),
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
eine massgebliche traumatische Beteiligung nahe.
Da die vorliegenden medizinischen Stellungnahmen nach dem Gesagten
die Beantwortung der rechtserheblichen Tatfrage ausreichend zuverlässig zulas
sen, kann in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 144 II 427 E. 3.1.3) auf weitere Abklärungen verzichtet werden und es kommt die gesetzliche Vermutung zum Zug, beim Beschwerdeführer liege eine von der Beschwerdegegnerin zu überneh
mende unfallähnliche Körperschädigung vor.
Die Beschwerdegegnerin ist
bei dieser Sachlage
b
ezüglich
der
Sehnenrisse im Bereiche der rechten Schulter
gestützt auf
Art.
6
Abs.
2 lit. f UVG
leistungspflichtig.
Dies hat die Gutheissung der Beschwerde zur Folge
.
6.
Ausgangsgemäss hat der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG Anspruch auf eine Prozessentschädigung. Diese ist gemäss § 34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses festzusetzen. Unter Berücksichtigung der genannten Aspekte erweist sich eine Entschädigung von
Fr.
2’000
.-- als angemessen (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen).