Decision ID: 298cd1da-4b0c-4d72-a24c-a569058ef3b5
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964, war
zuletzt seit März 2013 bei der
Y._
AG in der Montage tätig, als er sich am 8. Dezember 2014 u
nter Hinweis auf die Folgen eines am 30. Mai 2014 erlittenen Unfalls
bei der Invalidenversicherung zum Leis
tungsbezug an
meldete (Urk. 7/11
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
. Am 18. Mai 2016 (Urk. 7/45) erteilte sie Kostengutsprache für ein Aufbautraining vom 2. Mai 2016 bis 1. November 2016.
Am 23. November 2016 (Urk. 7/70) teilte
sie
dem Versicherten den Abschluss der Arbeitsvermittlung mit (vgl. auch Urk. 7/69, Urk. 7/71).
Mit Vorbescheid vom 9. März 2017 (Urk. 7/90) stellte
sie
dem Ver
sicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Dagegen erhob der Versicherte am 4. April 2017 Einwände (Urk. 7/95).
Die IV-Stelle
beteiligte sich in der Folge mit eigenen Fragen an einem von der Suva veranlassten und am 2. August 2019 erstatteten Gutachten (Urk. 7/134/30-86). Mit Verfügung vom 6. Januar 2020 bestätigte
sie
ihren Vorbescheid und verneinte einen Rentenanspruch (Urk. 7/140 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 4. Februar 2020
Beschwerde (U
rk. 1) gegen die Ver
fügung vom 6. Januar 2020
(Urk. 2) und beantragte, diese
sei aufzuheben und es sei ihm eine Rente der Invalidenversicherung zu gewähren (S. 2 Ziff. 1
)
, eventuell seien an die Gutachter der
Medas
Z._
Ergänzungsfragen zu stellen, damit die funktionelle Leistungsfähigkeit und die Arbeitsfähigkeit beurteilt wer
den könnten (S. 2 Ziff. 2).
Die IV-Stelle beantr
agte mit Beschwerdeantwort vom 2. März 2020
(Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom 20. Juli 2020
wurd
en antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S.
2 Ziff. 3
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bew
illigt und dem Beschwerdeführer
di
e Beschwerdeantwort zugestellt
.
Gleichzeitig wurde der Beschwerdegegnerin Frist angesetzt, um dem Gericht eine fundierte fachmedizi
nische Stellungnahme zum psychiatrischen Teilgutachten vom 8. Juli 2019 zu erstatten (Urk. 8).
Die Beschwerdegegnerin reichte in der Folge am 4.
August 2020 eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) zu den Akten (Urk. 14). Diese wurde dem Beschwerdeführer am 19. August 2020 zur Kenntnis gebracht (Urk. 16).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person
zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über
wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosig
keit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.5
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 7.4).
1.6
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom 11. Juni 2019 E. 2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (Urk. 2) davon aus, dass der Beschwerdeführer seit dem Unfall vom 30. Mai 2014 in seiner bisherigen und in einer angepassten Tätigkeit 100 % arbeitsunfähig gewesen sei. Nach Ablauf des Wartejahres sei er wieder zu 50 % arbeitsfähig gewesen.
Ab dem 3.
Dezember 2015 sei erneut eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bescheinigt wor
den, woraufhin der Beschwerdeführer von der Suva kreisärztlich untersucht wor
den sei. Laut dieser Abklärung sei die volle Arbeitsunfähigkeit aus versicherungs
medizinischer Sicht nicht nachvollziehbar gewesen.
Im weiteren Verlauf habe sich die Gesundheit des Beschwerdeführers verbessert, per Anfang 2016 seien berufliche Massnahmen angezeigt gewesen. Der Beschwerdeführer habe ein Auf
bautraining absolviert (S. 1).
Die Suva habe weitere medizinische Abklärungen vorgenommen und der Beschwerdeführer sei von der
Medas
Z._
begutachtet worden. Unter Berücksichtigung der unfallbedingten Einschränkun
gen
sei dem Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit vollschichtig zumutbar.
Aus psychiatrischer Sicht sei eine Arbeitsunfähigkeit von 40 % festgehalten wor
den.
Aus rechtlicher Sicht könne darauf nicht abgestellt werden. Der Einkom
mensvergleich ergebe einen IV-Grad von 26 %, womit kein Rentenanspruch resultiere (S. 2).
2
.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer
auf den Standpunkt (Urk. 1),
gemäss
Medas
-Gutachten betrage die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit 60 %. Das psychiatrische Gutachten äussere sich explizit und eingehend zu den Indikatoren gemäss BGE 141 V 281 (S. 7).
Der Gutachter habe seine Diagnosestellung ausführlich begründet, äussere sich auch differential
diagnostisch detailliert und könne andere Diagnosen aufgrund der differenzierten Prüfung ausschliessen (S. 9).
Der Gutachter habe die funktionelle Leistungs
fähigkeit unter
Berücksichtigung der Wechselwirkungen des gesamten Krank
heitsbildes beurteilt. Auch die somatischen Befunde seien in die Gesamt
betrachtung mit einzubeziehen (S. 10). Für die Gutachter sei das Verhalten in vergleichbaren Lebensbereichen konsistent. Es ergäben sich keine Hinweise für eine Verdeutlichung, Aggravation oder Dissimulation. Mit dem
Medas
-Gutachten sei medizinisch substantiiert und überzeugend dargelegt worden, aus welchen medizinisch-psychiatrischen Gründen die erhobenen Befunde das funktionelle Leistungsvermögen und die psychischen Ressourcen in qualitativer, quantitativer und zeitlicher Hinsicht schmälern und damit die Teilarbeitsunfähigkeit begründen würden
(S. 11)
.
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch de
s Beschwerdeführers
auf eine Rente der Invalidenversicherung.
3.
3.1
Die Ärzte der
Medas
Z._
erstatteten ihr polydisziplinäres Gutachten am 2. August 2019 (Urk. 7/134/30-86) zuhanden der Suva und
nannten folgende Diagnosen (S. 36 Ziff. 5):
-
u
nklare Schmerzen im linken Bein nach
:
-
primär
geheilter distal
er Fe
m
ur-Fraktur
l
inks am 30.
Mai
2014
-
primär
geheilter
pr
oximaler
Tibia-Fr
a
ktur links
am
30.
Mai
2014
-
primär geh
eilter
Avulsi
o
nsfraktur
der
t
i
b
i
a
l
en
Kreuzbandvera
n
kerung am 30.
Mai
2014
-
primär geheilter
subcapital
er
Fibulaf
r
aktur
-
das Kniegelenk überbrückendem Fi
xateur ex
terne
am 30.
Mai
2014
-
Platten-Osteosyn
these Femur l
inks
am
3.
Juni
2014
-
P
l
atten-Ost
e
osyn
t
hese Tibia links am 8.
Juni
2014
-
Osteosynthese-Mater
ial-Entfernung am
9.
Mai 2017
m
it verzögerter Wun
d
heilu
ng
-
l
eichte Fu
ssheber- und mittelgradige Gro
sszeh
en-Heber-Schw
äche links, sowie Hypästh
e
sie im Bereich des Ne
rvs
peroneus
profundus
l
inks nach:
-
Kompartment
-
Syndr
o
m linker Untersch
e
nkel
i
nfo
l
ge proxima
l
er
Tibia-Fraktur
l
inks am 30.
Mai
2014
-
Spa
l
tung der anterior
e
n und medialen Muske
lloge am linken
Unter
schenkel
am 30.
Mai
2014
-
Wei
chtei
l
-D
eck
ung am linken Untersch
enkel mit Thiersch-Haut vom
rechte
n
Ober
s
chenkel am 11.
Juni
2014
-
D
i
abetes mel
l
itus Typ
II
(E
rstdiagnose
30.
Mai
2014)
-
a
sympto
m
atische Hype
r
u
ri
k
äm
ie
Sie führten aus,
b
ei
der aktuellen Befragung beklage der Beschwerdeführer in erster Linie Knieschmerzen
links
me
d
ia
l
betont
, die ihn vor
alle
m tagsüber bei
Belastung
(stehen und gehen) pl
ag
ten, zude
m schlafe
ihm das linke Bein ein nac
h einer
Sit
zz
eit
von mehr als 15 bis 2
0 Minuten. Im Weiteren bekl
ag
e
er nächtliche Wade
nschmer
zen. Beim Tre
ppensteigen sei die Beh
i
n
derung grösser als beim Gehen
geradeaus
. Bei der Untersuchung zeige
sich
ein hinkendes Gangbild mit kürzerer Standphase links. Klinisch bestehe eine leichte
residuell
e
Fussheber
s
chwäche
und
Grosszehenhe
be
rschwäche
links. Radi
olog
isch
best
ünden gute Stellungsverhältni
sse bei vollständig durchgebau
ten ehemaligen Frakturen. Es sei bis anhin nicht zu
einer sekundären Arthrose
im linken Kniegel
enk gekommen
(S. 43)
.
Beim
Unf
allereignis
am 30.
Mai
2014
habe der Beschwerdeführer
die
i
n de
n Akten beschriebenen und in der
Bi
ldgebung detailliert
d
o
kumentierten Frakturen
erlit
ten. Die Kombi
nati
on von distaler Femur-
Fraktur und prox
i
maler Tibia-Fra
ktur am gl
eichen Bein
habe zu einem so genannten «
fl
oating
knee
»
geführt
. Die operative Rekonstruktion
sei
bei dieser Verlet
zungskombinatio
n besonders schwierig
.
Denn zur korrekten Reposition fehl
ten die stabilen Bezug
spunkte der ben
ac
hbarten Glied
m
assen. Mit der Reposition un
d
P
latte
n-Osteosynthese des linken Femur
s
am
3.
Juni
2014 und der linken Tibia am
8. Juni
2014
habe ein perfektes a
natomisches Resultat an Ober
- und Unterschenkel
erreicht w
erden
können
. Wie die Untersuchungsbefunde vo
m
17.
Juli
2019 sowie
die
Rön
t
gen
aufnahm
e
n d
okumentie
ren
würden, sei es gelungen, ausgegli
chene Be
inlängen sowie korrekte Achsen- und Rotationsverhältnisse wiederherzustellen.
Wie die Akten und der Röntgenverl
auf doku
mentieren würden
,
sei es zur zeitgerechten pri
mären Frakturh
ei
lung
gekommen
. Die Entfernung des Osteosynthese-Ma
terial
s am 9.
Mai
2017
sei zeitgerecht erfolgt bei vollständiger Konsolidation
der Frak
turen und
voller Bel
astbarkeit der
l
inken unteren Extremität.
Bei der Gutachter-Untersuchung am 17.
Juli
2019
habe sich auch eine gute Bewegl
ichkeit der G
el
enke an der
linken unteren Extre
mität
gezeigt. Die gekl
agten Schmerzen
k
önn
t
en mit den ob
jektivierbaren
k
l
i
n
ischen und radiologisch
en
Befu
nden
nicht
erklärt
werden. Ebenso wenig
sei es nachvoll
ziehbar, dass der
Beschwerdeführer noch einen Gehstoc
k benutze
.
Die
subcapitale
Fibulafra
k
tur
und
die
Vulsions
-(Ausriss-)Fraktur
der Kre
uzbandverankeru
ng lin
k
s
würden
do
kumen
tieren, dass es b
e
im
Unfallmechanismus zu einer
erheb
lichen Gewalteinwirkung
mi
t
V
erdre
hung des linken Kniegelen
kes gekom
m
en
sei
. Bei der Operation am
6. Juni
2014
sei
das beschädigte
Tib
ia
plate
au
angehoben und mit Knochen-Ersatz-Stoffen
unt
erfüttert
worden
. D
ie
Avul
sion
sei
in guter Position
geheilt
. Verblieben
sei
einzig eine leicht vermehrte vordere Schubl
ade
im Verg
l
eich mit der e
benfall
s
habituell lockeren Gegenseite
. Eine eigen
tliche Knie
instabilität
mit
klinischem
Giving
away
un
d Pivot-
Shifting
bestehe nicht. Der Verlauf in den Röntgenbildern zeige keine
Beeinträchtigung des linken Kniegelenks. Insbesondere fänden sich keine Anhaltspunkte für eine Arthrose. Da die Beinachse und die Achse des Knie
gelenks anatomisch rekonstruiert worden seien und keine Begleitverletzung der
Menisci
und des Gelenkknorpels aufgetreten seien, sei die Prognose bezüglich des linken Kniegelenks günstig.
Es müsse nicht mit einer vorzeitigen Arthrose-Ent
wicklung beim heute 55-jährigen Beschwerdeführer gerechnet werden
(S. 44)
.
D
er Beschwerdeführer
könne
die vor dem Unfall vom 30. Mai 2014 ausgeübte Tätigkeit als Maschinen-Mechaniker nicht mehr ausüben. Er sei in dieser Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig.
Eine angepasste Tätigkeit gemäss beschriebenem Zumutbarkeitsprofil könne der Beschwerdeführer ohne zeitliche Limite ausführen (S. 53).
3.2
Dr. med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete sein psychiatrisches Teilgutachten am 8. Juli 2019 (Urk. 7/134/10-29)
und nannte folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S.
4 Ziff. 6.1):
-
Verkehrsunfall am 30. Mai 2014 mit
-
posttraumatischer Belastungsstörung (ICD-10 F43.1), komplexe Trau
matisierung
-
chronischer mittelgradiger depressiver Episode ohne somatisches Syn
drom (ICD-10 F32.10)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er die Folgenden (S. 4 Ziff. 6.2):
-
Nikotinabhängigkeit, ständiger Substanzgebrauch
-
schädlicher Alkoholgebrauch
-
Koffeinabhängigkeit, gegenwärtiger Substanzgebrauch
Er führte aus,
der Beschwerdeführer schildere Albträume und sich aufdrängende Erinnerungen an den Unfall und seit dem Unfall auch wieder oft an die letzte Zeit in Vietnam, den Krieg und die Flucht. Der Unfall vom 30. Ma
i
2014 sei
e
in Monotrauma gewesen, allerdings verbunden mit einer Erinnerungslücke, wahr
scheinlich aufgrund einer akuten Dissoziation, wo der Beschwerdeführer nur noch an seine Kinder habe denken können und in einer anderen Realität gewesen sei, und mit einer protrahierten körperlichen Erholung mit anhaltenden Schmer
zen und Bewegungseinschränkungen
(S. 5)
.
Die Kriterien für eine mittelschwere Depression seien erfüllt (S. 8). Da die Schmerzen subjektiv im Vordergrund stün
den, sei eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung zu diskutieren.
Die Schmerzen seien der Depression zeitlich vorangegangen und seien – soweit sich das rekonstruieren lasse – unabhängig vom zeitlichen Verlauf der affektiven Symptomatik, so dass diese Diagnose zulässig wäre. Es liessen sich auch zu Beginn der Schmerzen ausser dem
Unfall kaum Belastungen finden, wie sie für eine solche Diagnose verlangt würden
(S. 8)
.
Im Verlauf seien allerdings Belas
tungen hinzugekommen. Diese Faktoren seien sekundär, aber dürften den Verlauf beeinflusst haben. Aufgrund der Akten könnten die Schmerzen zumindest zu Beginn zu einem wesentlichen Teil auf körperliche Veränderungen zurückgeführt werden. In diesem Fall sei die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung nicht zulässig (S. 9 oben).
Auch sei das Ausmass des Einflusses der psychischen Komponente eher gering, so dass hier auch die Diagnose von psychologischen Faktoren oder Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Erkrankungen nicht passe.
Die psychischen Faktoren hätten eventuell das Auftreten und den Verlauf der Beschwerden etwas
beeinflusst
, im Sinne einer psychischen Kompo
nente. Allerdings dürfte der Einfluss so gering sein, dass eine zusätzliche Diag
nose nicht wesentlich zum Verständnis der Pathogenese der Schmerzen beitrage. Für diese Einschätzung spreche auch, dass in den Akten bisher diese Diagnose nicht gestellt worden sei (S. 9).
Aktuell erhalte der Beschwerdeführer
Escitalopram
(Generika Cipralex) in einer eher tiefen Dosis von 10mg. Dieses Medikament habe kaum Einfluss auf die Schmerzen. Von daher wäre ein Wechsel oder eine Kom
binationstherapie zu erwägen oder sollte zumindest die Dosis erhöht werden
(S. 10)
.
Eine Wiederaufnahme der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung sei indiziert. Die Psychotherapie sei, soweit sich das aus den Schilderungen des Beschwerdeführers schliessen lasse, lege artis durchgeführt worden. Die damalige Compliance sei, soweit beurteilbar, gut gewesen. Eine ergänzende oder integrierte spezifische Traumatherapie sei indiziert. Die Gesundheitsstörung dauere schon lange und es sei trotz
adäquater Behandlung bisher nicht zu einer anhaltenden, wesentlichen Verbesserung gekommen. Von daher sei die Prognose sehr vor
sichtig zu stellen. Eine Verbesserung sei möglich, aber auch eine Verschlechte
rung. Am wahrscheinlichsten sei ein weitgehend unveränderter Gesundheits
zustand auch in Zukunft
(S. 11)
.
Es gebe weder in der Schilderung der Beschwerden, in den Akten noch in der Verhaltensbeobachtung Hinweise für Verdeutlichung, Aggravation oder Dissimu
lation. Eine Simulation lasse sich nicht ganz ausschliessen. Aber das bewusste und vor allem das ausschliessliche Vortäuschen einer krankhaften Störung dürfte seine kognitiven Fähigkeiten übersteigen.
In Bezug auf die im Vordergrund stehende Symptomatik sei seine Schilderung der Beschwerden, seines Tagesablaufs, seiner Aktivitäten und seiner sozialen Kontakte konsistent mit den Befunden und Akten und kongruent mit den gestell
ten Diagnosen. Es bestehe ein hoher Leidensdruck.
Der Beschwerdeführer sei in regelmässiger psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung gewesen, bis die Suva die Kosten nicht mehr übernommen habe. Die Psychotherapie sei lege artis durchgeführt worden. Die bisherige Compliance sei gut gewesen. Allerdings liege der Serumspiegel unter der Nachweisgrenze, so dass er wahrscheinlich das Antidepressivum gar nicht einnehme.
Es seien keine psychischen Erkrankungen in der Familie des Beschwerdeführers bekannt. Der Krieg und die Flucht hätten ihn schwer belastet. Er sei bis zum Unfall gut integriert gewesen in seiner kulturellen Subgruppe, aber nur wenig in der Schweiz, sondern halte Traditionen seiner Heimat hoch, auch wenn es ihm in der Schweiz gefalle und seine Angehörigen hier lebten. Von daher liessen sich Entwurzelung und Heimweh als mögliche Belastungsfaktoren vermuten (S. 12).
Die relativ geringe Integration in der Schweiz und seine eingeschränkten Deutschkenntnisse schränkten auch seine ausgleichenden Ressourcen ein. Seine sozialen Kontakte beschränkten sich inzwischen weitgehend auf seine Kinder, seiner Herkunftsfamilie, wobei er nur mit der Schwester, bei der er wohne, regel
mässig Kontakt habe, und professionelle Helfer. Die früher bestehenden Kontakte, vor allem zu Arbeitskollegen und Menschen aus seiner Herkunftskultur
,
habe er krankheitsbedingt verloren
(S. 13 oben)
.
Von seiner damalig behandelnden Psychotherapeutin sei der Beschwerdeführer 2018 als «
over
achiever
» beschrieben worden, der Erwartungen mehr als zu erfüllen versuche. Er habe sehr grosse Ansprüche an sich, habe sehr viel geleistet und sei sehr verantwortungsbewusst. Diese Charakterzüge hätten es ihm aber schwer gemacht, mit Einschränkungen zu leben. Er zeige leistungsorientierte und perfektionistische Persönlichkeitszüge und einen grossen Stolz auf seine Leistun
gen. Durch grosse Leistungen und harte Arbeit habe er sich Anerkennung holen können, die er sonst kaum gefunden habe. Von seiner Leistungsfähigkeit sei aber auch all die Jahre sein Selbstwertgefühl abhängig gewesen. Durch den Unfall und seine Folgen sei das in Frage gestellt worden. Diese Persönlichkeitszüge seien per se nicht pathologisch und sozial sehr erwünscht, aber sie würden es dem Beschwerdeführer möglicherweise schwerer machen, sich mit einer Restsympto
matik respektive mit Einschränkungen zu arrangieren (S. 13 f.).
Zusammen
fassend seien die Risiken und Belastungen sowie die Ressourcen in etwa ausge
glichen (S. 14).
Die posttraumatische Belastungsstörung verstärke die kognitiven Störungen durch die Depression. In Bezug auf die Leistungsfähigkeit wirkten sich vor allem die Konzentrationsstörungen und Blockaden, die Schreckhaftigkeit, die Schlaf
störungen und die Ablenkbarkeit aus. Bei unvorhergesehenen Situationen, die bedrohlich erlebt würden, weil sie Nachhallerinnerungen auslösen würden, werde seine
anhaltende, psychovegetative Hyperaktivierung in eine Alarmierungs
reaktion übergehen, die der Situation nicht angemessen sei und ihn blockieren könne. Eine solche Alarmierungsreaktion brauche viel Energie und verstärke die Müdigkeit und die Schlafstörungen, was auch seine Regenerationszeit ein
schränke.
Grundsätzlich habe eine Depression zwar immer Auswirkungen auf den Gesundheitszustand, aber nicht immer auch auf die Arbeitsfähigkeit. Eine mittel
gradige Depression könne durch die Konzentrationsstörungen, den Verlust an Antrieb, Interessen, Selbstvertrauen und an Durchhaltevermögen höchstens bei einer hochqualifizierten Arbeit eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % oder mehr bewirken. Bei den aufgrund seiner Ausbildung, Fähigkeiten und Erfahrungen in Frage kommenden Tätigkeiten würden, ausser für Tätigkeiten, wo er mit laufen
den Maschinen und gefährlichen Situationen konfrontiert sei, keine solchen Anforderungen gestellt. Aufgrund der psychischen Störungen seien sein Antrieb, seine Ausdauer, seine kognitiven Fähigkeiten wie Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisfunktionen, sein Selbstvertrauen, sein Arbeitstempo und seine Kon
takt- und Verkehrsfähigkeit beeinträchtigt.
Er schlafe schlecht, was seine Rege
neration erschwere und zu vermehrter Müdigkeit tagsüber führe. Er könne im Moment aufgrund seiner psychischen Störungen zeitlich nur eingeschränkt arbeiten, das heisse eine Präsenzzeit von sechs Stunden (70 %) wäre möglich. Wahrscheinlich wäre die effektiv nutzbare Arbeitszeit durch die vermehrt not
wendigen kurzen Pausen und die notwendige zeitliche Flexibilität etwa 60 %. Seine Leistungen wären aktuell im Ausmass von etwa 20 % eingeschränkt. Zusammengefasst könne aus psychiatrischer Sicht von einer Arbeitsunfähigkeit von etwa 40 % ausgegangen werden in der bisherigen Tätigkeit in der Vor
montage
. Diese Einschätzung gelte auch für eine Verweistätigkeit
(S. 15).
3.3
Dr. med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am 3. August 2020 Stellung (Urk. 14) zum psychiatrischen Teilgutachten (vorstehend E. 3.2) und führte aus,
in Bezug auf das Unfallereignis seien die ICD-10 Kriterien einer posttraumatischen Belastungsstörung erfüllt und die Störung könne diag
nostiziert werden (S. 1 f.). Aufgrund der beschriebenen Symptomatik könne die diagnostizierte mittelgradige depressive Episode nachvollzogen werden (S. 2 oben).
Es stelle sich die Frage, ob eine zentrale Schmerzverarbeitungsstörung im Sinne einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fak
toren vorliege, zumal die Schmerzen nicht durch die somatisch
en Erkrankungen vollumfänglich erklärt werden könnten. Der psychiatrische Gutachter stelle fest, dass diese Diagnose nicht zu stellen sei, zumal die Schmerzen der Depression zeitlich voran und unabhängig vom depressiven Verlauf seien. Laut ICD-10 Kriterien müsse seit mindestens sechs
Monaten ein kontinuierlicher, an den meis
ten Tagen anhaltender Schmerz, der nicht adäquat durch den Nachweis eines physiologischen Prozesses erklärt werden könne, vorhanden sein. Da dies zutreffe, sollte die Diagnose gestellt werden. Hierbei handle es sich jedoch aus Sicht des RAD nicht um eine wesentlich andere Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes, zumal die Schmerzsymptomatik nicht vordergründig die Arbeits
fähigkeit beeinflusse (S. 2 Mitte).
Der gutachterlichen Beurteilung, dass der Beschwerdeführer das Medikament wahrscheinlich nicht einnehme, könne gefolgt werden. Die Beurteilung, dass die Wiederaufnahme der Psychotherapie und eine Medikamentenoptimierung indiziert sei
en
, sei nachvollziehbar. Eine Verbesserung durch weitere medizinische Massnahmen könne nicht ausgeschlos
sen werden. Die Beurteilung einer 60%igen Arbeitsfähigkeit sei anhand der Diagnosen, der Symptomatik und der Funktionseinschränkungen nachvollzieh
bar. Eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit könne unter adäquater Behandlung nicht ausgeschlossen werden
(S. 2 Mitte)
.
Es werde empfohlen, auf das psychiatrische Teilgutachten vom 2. August 2019 abzustellen, welches die formalen Qualitätskriterien erfülle, nachvollziehbar und in seinen medizinischen Schlussfolgerungen plausibel sei.
In der Gesamtschau könne anhand der Anamnese und der Symptomatik die gutachterliche diagnos
tische Beurteilung nachvollzogen werden.
Es liege eine 60%ige Arbeitsfähigkeit vor. Die therapeutischen Massnahmen seien nicht ausgeschöpft und eine Verbes
serung des Gesundheitszustandes nach Durchführung weiterer medizinischer Massnahmen könne nicht ausgeschlossen werden (S. 2 unten).
4.
4.1
Der psychiatrische Gutachter Dr.
A._
diagnostizierte in seinem Gut
achten vom
Juli 2019 (vgl. v
orstehend E. 3.
2
)
eine posttraumatische Belastungs
störung (ICD-10 F43.1), komplexe Traumatisierung, sowie eine chronische mit
telgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.10) und ging davon aus, dass der Beschwerdeführer sowohl in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als auch in jeder angepassten Tätigkeit
zu 60 % arbeitsfähig sei
.
Die Einschränkungen seien aufgrund der psychischen Störungen auf die Beein
trächtigungen im Antrieb, der Ausdauer, den kognitiven Fähigkeiten wie Kon
zentrationsfähigkeit und Gedächtnisfunktionen, im Selbstvertrauen, dem Arbeits
tempo sowie der Kontakt- und Verkehrsfähigkeit zurückzuführen.
4.2
Das Gutachten von Dr.
A._
vom Ju
l
i 201
9
erfüllt die formalen Beweiswert-Anforderungen (vorstehend E. 1.
6
) ohne weiteres, ist es doch für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksich
tigt auch die
geklagten Beschwerden und wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anam
nese) ab
gegeben. Darüber hinaus leuchtet es in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und ent
hält nachvollziehbar begründete Schlussfolgerungen, weshalb darauf abge
stellt wer
den kann.
Dass dem Gutachten von Dr.
A._
Beweiswer
t zukommt, bestätigte auch RAD-A
rzt
Dr.
B._
in
seiner
Stellungnahme vom
3
.
August 2020
(
vgl. vor
stehend E. 3.3
), wonach dieses die formalen Qualitätskriterien erfülle, nachvollziehbar und in seinen medizinischen Schlussfolgerungen plausibel sei.
Eine entsprechende
Prüfung ergibt denn auch, dass der psychiatrische Gutachter die heute massgebenden Standardindikatoren (vorstehend E. 1.
5
) in seine Beur
teilung einbezogen hat. So hat er sich einlässlich mit den diagno
serelevanten Befunden und deren Ausprägung auseinandergesetzt (Urk.
7
/
134/10-29
S.
3
ff.) ebenso mit dem Beha
ndlungserfolg (S. 10 f.
), wobei
die Wiederaufnahme der Psy
chotherapie sowie
eine Anpas
sung der
Behandlung mit Antidepressiva empfohlen wurde.
Zum Aspekt der Persönlichkeit wies er darauf hin,
dass die Kriterien für eine der im ICD-10 definierten Persönlichkeitsstörungen nicht erfüllt seien (S. 10).
Der Beschwerdeführer zeige leistungsorientierte und perfektionistische Per
sönlichkeitszüge und einen grossen Stolz auf seine Leistungen. Von seiner Leis
tungsfähigkeit sei jedoch auch all die Jahre sein Selbstwertgefühl abhängig gewesen. Diese Persönlichkeitszüge seien per se nicht pathologisch und sozial sehr erwünscht, aber sie würden es dem Beschwerdeführer möglicherweise schwe
rer machen, sich mit seiner Restsymptomatik respektive mit Einschränkungen zu arrangieren (S. 13 f.).
B
etreffend die persönlichen Ressourcen
führte
der Gutachter
aus, es seien nur noch wenig schützende Ressourcen vorhanden, auf die der Beschwerdeführer zurückgreifen könne (S. 14 oben).
So habe er bis zu seinem Unfall vom 30. Mai 2014 ein gutes Verhältnis zu seiner Herkunftsfamilie gehabt (S. 12 unten). Seine sozialen Kontakte würden sich inzwischen weitgehend auf seine Kinder und seine Herkunftsfamilie beschränken, wobei er nur mit der Schwester, bei der er wo
hne, regelmässig Kontakt habe. Die relativ geringe Integration in der Schweiz und die eingeschränkten Deutschkenntnisse würden seine ausgleichenden Ressourcen einschränken (S. 13 oben).
Zusammenfassend seien die Risiken und Belastungen und die Ressourcen in etwa ausgewogen (S. 14 oben).
In Bezug auf die im Vordergrund stehende Symptomatik sei die Schilde
rung der Beschwerden, des Tagesablaufs, seiner Aktivität und seine
r
sozialen Kontakte konsistent mit den Befunden und Akten und kongruent mit den gestell
ten Diagnosen. Es bestehe ein hoher Leidensdruck (S. 12 Mitte).
Schliesslich äus
serte sich der Gutachter zur Konsistenz, wonach
es weder in der Schilderung der Beschwerden, den Akten noch
in der Verhaltensbeobachtung Hinweise für Ver
deutlichung, Aggravation oder Dissimulation gebe (S. 12).
Die Bestimmung der Arbeitsunfähigkeit (S.
14 ff.
) ist zudem so erfolgt, dass sie sich gleichsam aus dem Saldo aller wesentlichen Belastungen und Ressourcen (BGE 141 V 281 E. 3.4.2.1) ergibt.
4.3
Nachdem sich der Gutachter Dr.
A._
in seiner Beurteilung (auch) an den Stan
dardindikatoren orientiert hat, ist die von der Rechtsanwendung zu prü
fende Frage, ob er sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten und das Leistungsvermögen in Berücksichtigung der einschlägigen Indikatoren einge
schätzt hat (BGE 141 V 281 E. 5.2.2), klar zu bejahen. Die funk
tionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrund
lage lassen sich anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweisen (BGE 144 V 50 E. 3.4). Mithin erfüllt das Gutachten sowohl die praxisgemässen herkömm
lichen Anforderungen (vorstehend E. 1.
6
) als auch diejenigen des strukturierten Beweis
ve
rfahrens (vor
stehend E. 1.3-1.5
). Somit ist betreffend die Diag
nosen wie auch hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit auf
das
G
utachten von Dr.
A._
abzustellen.
4.4
Zusammenfassend steht der Sachverhalt dahingehend fest
, dass die Arbeitsfähig
keit des
Be
schwerdeführers
in dem gutachterlich attestierten Umfang (vgl. vorste
hend E. 3.
1-3.2
)
eingeschränkt ist, mithin in der angestammten Tätigkeit ab
dem Unfall vom 30. Mai 2014 zu 100 %.
In einer
den somatischen Beschwerden angepassten Tätigkeit sei der Beschwer
deführer
zu
60 % arbeitsfähig.
Da eine psychische Problematik bei Austritt aus der Rehaklinik
C._
dokumentiert sei, sei anzunehmen, dass eine gewisse Einschränkung ab diesem Zeitpunkt vorhan
den gewesen sei, die sich im Verlauf noch verschlechtert habe. Allerdings sei die Annahme überwiegend wahrscheinlich zulässig, dass der Gesundheitszustand und die Arbeitsunfähigkeit seit Beginn der Psychotherapie bei Frau
D._
am 6. März 2018 zwar etwas geschwankt habe, aber in dieser Zeit immer in einem Bereich zwischen 40 % und 60 % gelegen habe (S. 16).
5.
5.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen vorzunehmen, wo
bei der Beschwerdeführer aufgrund der Erwerbsbiographie unbestrittener
massen als zu 100 % Erwerbstätiger zu qualifizieren ist, weshalb ein Einkom
mensvergleich vorzunehmen ist.
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
5.3
Der Beschwerdeführer war zuletzt als Bauteilmonteur bei der
Y._
AG tätig.
Es ist zwischen den Parteien unbestritten, dass zur Ermittlung des
Valideneinkommens
am dort erzielten Einkommen anzuknüpfen ist. Dies ist nicht zu beanstanden,
nachdem mangels gegenteiligen Anhaltspunkten davon auszu
gehen ist, dass der Beschwerdeführer diese Tätigkeit im Gesundheitsfall fortgesetzt hätte (vgl. BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Gemäss Angaben der
Firma
E._
gegenüber der Suva (Urk. 7/
85/15
) sei die
Y._
AG im Juli 2016 von der Firma
E._
übernommen worden. Die Mitarbeiter der
Y._
AG seien mit gleichem Lohn übernommen worden. Es sei davon auszu
gehen, dass der Beschwerdeführer ohne Unfall zum gleichen Lohn übernommen worden wäre. Bezüglich Lohnentwicklung wäre wohl einfach die Teuerung aus
geglichen worden.
Gestützt darauf ging die Suva
davon aus, dass der Beschwer
deführer ohne Unfall in der angestammten Tätigkeit im Jahre 2018 ein jährliches Einkommen von Fr. 85'961.85 erzielen würde (vgl. Urk. 7/114 S. 3).
Dies ist als
Valideneinkommen
festzusetzen.
5.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn
eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
D
ie Beschwerdegegnerin legte das Invalideneinkommen gestützt
auf die Tabelle TA1 der LSE 2016
fest, wobei sie vom Total des von Männern erzielten Einkommens im Kompetenzniveau 1, mithin Fr. 5'
340
.-- monatlich, ausging. Dies ist nicht zu beanstanden
(vgl. Urk. 7/138)
.
Umgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Total; vgl. www. bfs.admin.ch, Statistiken, Arbeit und Erwerb) resultiert ein Invalideneinkommen von rund Fr. 66‘
803.-- im Jahr 201
6
(Fr. 5‘3
40
.-- : 40 x 41.7 x 12).
Unter Berücksichtigung der Nominallohnen
twicklung
von 0.4 % im Jahr 2017
und von 0.5 % im Jahr 2018
(vgl. Nominallohnindex, Männer, 2010-2018, Tabelle T39) resultiert ein Invalideneinkommen von rund Fr. 6
7
‘
070.-- im Jahr 2017
(Fr. 66‘
803
.-- x 1.00
4
) und
von rund Fr. 67‘
405.-- im Jahr 2018
(Fr. 6
6
‘
803.-- x 1.004 x 1.005).
5.
5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Um
stände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Ab
zug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör
perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts füh
ren dürfen (Urteile des
Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
Die Beschwerdegegnerin gewährte vorliegend einen Abzug von
5
% mit der Begründung,
das Belastungsprofil sei zusätzlich als lohnmindernder Faktor zu berücksichtigen
(Urk. 7/138 S. 1 unten).
Im Rahmen der Zumutbarkeit einer behinderungsangepassten Tätigkeit im Umfang von 60 % (vorstehend E. 3.2) steht dem Beschwerdeführer auch mit der Einschränkung, dass ihm Arbeiten mit andauerndem Treppensteigen, das Bestei
gen von Leitern und Gerüsten sowie häufiges Arbeiten in Kauerstellung und auf den Knien nicht mehr und Arbeiten mit gelegentlichem Treppensteigen, das Heben von Gewichten bis 20 kg sowie das Tragen von Gewichten bis 20 kg auf Kurzstrecken nur noch eingeschränkt beziehungsweise ausnahmsweise zumutbar sind,
e
ine breite Palette von Tätigkeiten offen. Mithin schrän
ken die ausge
wiesenen Behinderungen den Beschwerdeführer nicht übermässig in der Wahl der Tätigkeit ein. Es ist daher nicht zu erwarten, dass der Beschwerde
führer seine verbleibende Ar
beitsfähigkeit nur zu einem unter
durchschnittlichen Lohn - der tiefer sein müsste als der verwendete Tabellen
lohn - verwerten kann. Auch die weiteren persönlichen und beruflichen Umstände sind nicht geeignet, einen höheren Ab
zug zu rechtfertigen.
In Würdigung sämtlicher Umstände erscheint der gewährte Abzug von
5
% als angemessen.
5.6
S
tellt man für das Jahr 201
8
das
Valideneinkommen
in Höhe von rund Fr.
85
‘
962
.-- (vgl. vorste
hend E. 5.3
) dem unter Berücksichtigung eines leidens
bedingten Abzuges von
5
% resultierenden hypothetischen Invalideneinkommen
bei einem Pensum von 60 %
in Höhe von
rund Fr.
38
'
420
.-- (
Fr.
67‘405
.--
x 0.95 x 0.6, vorstehend E. 5.4
)
gegenüber, resultiert eine
Einkom
menseinbusse
von Fr.
47
‘
542
.--, was einem Invaliditätsgrad von rund
55 % entspricht und einen Anspruch auf eine halbe Rente b
egründet (vgl. vorstehend E. 1.2
).
5.7
Gemäss
psychiatrischem Gutachten (vgl. vorstehend E. 3.2) könne aufgrund der Akten und der Anamnese keine genaue Aussage gemacht werden, wann sich der Gesundheitszustand und damit die Arbeitsfähigkeit verändert habe, so dass die aktuelle Einschätzung ab Untersuchungszeitpunkt (Juli 2019) gelte.
Da eine psychische Problematik bei Austritt aus der Rehaklinik
C._
doku
mentiert sei, sei anzunehmen, dass eine gewisse Einschränkung ab diesem Zeit
punkt vorhanden gewesen sei, die sich im Verlauf verschlechtert habe. Es sei die Annahme überwiegend wahrscheinlich zulässig, dass der Gesundheitszustand und damit die Arbeitsfähigkeit seit Beginn der Psychotherapie im März 2018 zwar etwas geschwankt habe, aber in dieser Zeit immer in einem Bereich zwischen 40 % und 60 % gewesen sei (Urk. 7/134/10-29 S. 16)
. Zumal sich in den Akten keine anderslautenden echtzeitlichen Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit aus psychiat
rischer Sicht befinden, ist auf diese Angabe im psychiatrischen Teilgutachten ab
zustellen.
Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht
ab März 2018 wesentlich in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war und er folg
lich
ab März 2018 Anspruch auf eine halbe Rente der Invaliden
versicherung erwarb.
Damit ist die Beschwerde gutzuheissen und die angefochtene Verfügung aufzu
heben.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
-
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr. 8
00.-- anzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Ausgangsgemäss steht dem obsiegenden Beschwerdeführer eine Prozess
ent
schä
digung zu, die gemäss Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) – ohne Rücksicht auf den Streit
wert – nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen ist.
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Bemessungskriterien
, der Honorarnote vom 26. August 2020 (Urk. 17)
und beim praxis
gemässen Stundenansatz von Fr. 220.-- ist die Prozessentschädigung vor
liegend auf Fr.
3
’
987
.
75
(inkl. Bar
auslagen und
MWSt
) festzusetzen und der Beschwer
degegnerin aufzuerlegen.
Unter diesen Umständen erweist sich das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege (vgl. Urk. 1 S. 2 Ziff. 3) als gegenstandslos.