Decision ID: a384c60b-b67f-4fdb-bac1-f599ff9dd292
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X erwarb den Führerausweis der Kategorie B am 10. Januar 1974. Am
29. November 2018 lenkte er einen Personenwagen in angetrunkenem Zustand mit
einer Blutalkoholkonzentration von mindestens 1,84 und höchstens 2,37
Gewichtspromille. Das Strassenverkehrsamt des Kantons St. Gallen entzog ihm
deshalb den Führerausweis am 19. Dezember 2018 vorsorglich und ordnete am
21. März 2019 eine verkehrsmedizinische Untersuchung an. Gestützt auf das
verkehrsmedizinische Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin am Kantonsspital St.
Gallen (IRM) vom 25. Juli 2019, worin die Fahreignung von X unter Abstinenzauflagen
befürwortet wurde, hob es den vorsorglichen Führerausweisentzug mit Verfügung vom
31. Juli 2019 auf, sprach einen Warnungsentzug von fünf Monaten aus, der im
damaligen Zeitpunkt bereits vollzogen war, und versah den Führerausweis mit einer
vollständigen, mittels Haaranalyse zu kontrollierenden Alkoholabstinenz.
B.- Die erste Verlaufskontrolle am 21. November 2019 ergab in den abgenommenen
Haaren für das Alkoholabbauprodukt Ethylglucuronid (EtG) einen Wert von 49 pg/mg.
Daraufhin stellte das Strassenverkehrsamt X am 19. Dezember 2019 den Entzug des
Führerausweises auf unbestimmte Zeit für sämtliche Kategorien in Aussicht, gewährte
ihm diesbezüglich das rechtliche Gehör und verbot ihm das Führen von Fahrzeugen
sämtlicher Kategorien vorsorglich ab sofort. Der dagegen erhobene Rekurs wurde mit
Entscheid des Abteilungspräsidenten der Verwaltungsrekurskommission des Kantons
St. Gallen (VRK) vom 5. März 2020 abgewiesen (IV-2019/205).
Mit Verfügung vom 23. März 2020 entzog das Strassenverkehrsamt X den
Führerausweis auf unbestimmte Zeit. Als Bedingung für die Aufhebung des Entzugs
nannte es eine fachlich betreute Alkoholabstinenz von mindestens sechs Monaten.
Einem allfälligen Rekurs wurde die aufschiebende Wirkung entzogen.
C.- Am 8. April 2020 erhob X Rekurs bei der VRK gegen den Führerausweisentzug auf
unbestimmte Zeit mit dem Antrag, die Verfügung des Strassenverkehrsamts sei
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vollumfänglich aufzuheben, eventualiter sei der Führerausweis mit einer
Alkoholabstinenzauflage mit zweimonatlichen Verlaufskontrollen zu versehen, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge. Sodann beantragte er, der Führerausweis sei ihm
unverzüglich wieder auszuhändigen. Mit Vernehmlassung vom 4. Mai 2020 beantragte
das Strassenverkehrsamt die vollumfängliche Abweisung des Rekurses. Dazu nahm
der Rekurrent am 19. Mai 2020 Stellung.
Mit Verfügung vom 13. Mai 2020 wies der Präsident das Gesuch um Erteilung der
aufschiebenden Wirkung ab und beliess die Kosten des Zwischenverfahrens von Fr.
200.– bei der Hauptsache (ZV-2020/27).
Die VRK tätigte beim IRM weitere Abklärungen im Zusammenhang mit der
verkehrsmedizinischen Untersuchung vom 29. Mai 2019. Die Beteiligten erhielten
Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen. Auf deren Ausführungen wird, soweit

erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum
Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs
vom 8. April 2020 ist rechtzeitig eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP).
2.- Im Rekurs ist umstritten, ob die Vorinstanz den Führerausweis zu Recht wegen
Missachtung der Abstinenzauflage auf unbestimmte Zeit entzogen hat.
a) Nach der Generalklausel von Art. 16 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes (SR
741.01, abgekürzt: SVG) sind Ausweise und Bewilligungen zu entziehen, wenn
festgestellt wird, dass die gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht
mehr bestehen (sog. Sicherungsentzug); sie können entzogen werden, wenn die mit
der Erteilung im Einzelfall verbundenen Beschränkungen oder Auflagen missachtet
werden. Ein Sicherungsentzug kommt auch dann infrage, wenn
gegen Auflagen verstossen wird, von denen die Weiterbelassung des Führerausweises
abhängig gemacht wurde. Betrifft die Auflage eine Suchtkrankheit und verlangt sie vom
bis
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Fahrzeuglenker eine ärztlich kontrollierte Totalabstinenz während einer bestimmten
Zeitdauer, so kann grundsätzlich schon ein einmaliger Konsum der betreffenden
Substanz einen Sicherungsentzug rechtfertigen. Der strikte Nachweis einer zu diesem
Zeitpunkt bestehenden Sucht, welche gemäss Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG eine fehlende
Fahreignung zur Folge hätte, ist nicht erforderlich (Urteil des Bundesgerichts [BGer]
1C_26/2011 vom 25. Juli 2011 E. 4.2; Entscheid des Verwaltungsgerichts Zürich VB.
2012.00437 vom 5. November 2012 E. 3).
Art. 16 Abs. 1 SVG ist als "Kann"-Vorschrift abgefasst. Der Entscheid, welche
Massnahme im Einzelfall anzuordnen ist, liegt im pflichtgemässen Ermessen der
Behörde. Demgegenüber führt die Verletzung von Auflagen, die im Rahmen von Art. 17
SVG verfügt wurden, nach dem Wortlaut von Art. 17 Abs. 5 SVG in aller Regel
zwingend zum Entzug des Führerausweises, ohne dass zuvor noch einmal
verkehrsmedizinische oder -psychologische Abklärungen hinsichtlich der Fahreignung
notwendig wären (BSK SVG-Rütsche/Weber, Basel 2014, Art. 17 N 29 und 36; Ph.
Weissenberger, Kommentar SVG und OBG, 2. Aufl. 2015, Art. 17 SVG N 27).
b) Der Rekurrent bringt im Wesentlichen vor, die verkehrsmedizinische Untersuchung
habe gezeigt, dass er nach dem Vorfall vom 29. November 2018 im Zeitraum von
Dezember 2018 bis Januar 2019 nur noch moderat und anschliessend bis Ende Mai
2019 keinen Alkohol mehr konsumiert habe. Die Einsicht in sein Fehlverhalten und die
Bereitschaft, sein Verhalten zu ändern, sei jederzeit vorhanden gewesen. Nach der
Anordnung der Auflagen am 31. Juli 2019 habe er strikt alkoholabstinent gelebt.
Irrtümlicherweise sei er der Auffassung gewesen, dass er aufgrund des vorsorglichen
Entzugs bis zum Vorliegen einer Verfügung mässig Alkohol konsumieren dürfe, da er
ohnehin nicht fahren könne. Er habe daher anlässlich einer privaten Einladung einmalig
Wein und Grappa getrunken. Vom Verkehrsmediziner sei er nicht über allfällige
Auflagen informiert worden. Sonst hätte er sich mit Sicherheit daran gehalten. Selbst
wenn dem so gewesen wäre, würde dies nicht als rechtsverbindliche Auflage gelten.
Das Haarsegment 2,5 bis 5 cm (Zeitraum von Ende Mai bis Ende August 2019) könne
nicht als ausschlaggebendes Kriterium gewichtet werden. Das Ergebnis könne sich
auch auf den Zeitraum vor der Verfügung der Auflagen am 31. Juli 2019 beziehen. Die
Wahrscheinlichkeit, dass er nicht gegen die Auflage verstossen habe, sei grösser als
jene, dass er nach dem 31. Juli 2019 Alkohol konsumiert habe. Ein Sicherungsentzug
https://www.swisslex.ch/doc/aol/7b77b89d-8ce5-428c-972e-602e029e4b4f/902ed666-8821-4a96-af81-03534898cc69/source/document-link
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sei daher nicht rechtmässig. Das Resultat der Haarprobe für den Zeitraum von Ende
August bis Ende November 2019 liege unterhalb von 7 pg/mg, was nicht gegen eine
Abstinenz spreche. Selbst ein einmaliger Verstoss gegen die Auflagen würde einen
Sicherungsentzug unverhältnismässig erscheinen lassen. Dabei sei auch zu
berücksichtigen, dass er seit 46 Jahren im Besitz des Führerausweises sei und sich
stets bewährt habe. Sodann sei er aufgrund des abgelegenen Wohnsitzes und seiner
gesundheitlichen Beschwerden auf den Führerausweis angewiesen. Als mildere
Massnahme wären Verlaufskontrollen alle zwei Monate möglich. Entgegen der Ansicht
der Vorinstanz liege bei ihm keine Alkoholsucht im strassenverkehrsrechtlichen Sinn
vor. Dafür fehlten gründliche Abklärungen zu den persönlichen Verhältnissen, den
Trinkgewohnheiten etc. Im Gegenteil liege bei ihm gemäss dem verkehrsmedizinischen
Gutachten vom 25. Juli 2019 eine ausreichende Problemeinsicht vor. Die Aussagen des
Verkehrsmediziners in der Stellungnahme vom 14. Juli 2020, wonach seine
Fahreignung im damaligen Zeitpunkt aus verkehrsmedizinischer Sicht nicht gegeben
gewesen sei, seien in keiner Art und Weise belegt. Er scheue keine Kosten und Mühen,
um die Abstinenz einzuhalten und kontrollieren zu lassen. Das Ereignis vom 29.
November 2018 habe ihn sehr geprägt und er habe daraus gelernt. Es bestehe keine
Gefahr, dass sich dieses Verhalten in Zukunft wiederholen werde.
Die Vorinstanz hält dem entgegen, der Rekurrent sei anlässlich der
verkehrsmedizinischen Untersuchung am IRM über die Auflagen informiert worden.
Trotz Verpflichtung zur Totalabstinenz habe er übermässig Alkohol konsumiert, wie der
EtG-Wert von 49 pg/mg belege. Es sei deshalb davon auszugehen, dass er ein
erhebliches Alkoholproblem habe, da es ihm nicht gelinge, dauerhaft auf den Konsum
von Alkohol zu verzichten.
c) Nachdem der Rekurrent am 29. November 2018 ein Fahrzeug mit einer
Blutalkoholkonzentration von mindestens 1,84 und höchstens 2,37 Gewichtspromille
gelenkt hatte, wurde er am 29. Mai 2019 verkehrsmedizinisch untersucht. Der
Gutachter des IRM kam im Gutachten vom 25. Juli 2019 nach einlässlicher Prüfung der
persönlichen Verhältnisse, gründlicher Aufarbeitung der Trunkenheitsfahrt, einer
spezifischen Alkoholanamnese (Trinkverhalten sowie Muster und Motivation des
Alkoholkonsums) sowie einer umfassenden medizinischen körperlichen Untersuchung
zum Schluss, dass beim Rekurrenten von einem früheren, zumindest phasenweisen
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Alkoholmissbrauch auszugehen sei, der Ende November 2018 verkehrsrelevante
Bedeutung erlangt habe. Es sei ihm aber nachher gelungen, auf weiteren
Alkoholkonsum zu verzichten. Insgesamt könne von einer ausreichenden
Problemeinsicht und Bereitschaft ausgegangen werden, in Zukunft einen moderaten
Alkoholkonsum einzuhalten und auf das strikte Trennen von Alkoholkonsum und
Lenken eines Motorfahrzeugs zu achten. Unter der Auflage der Einhaltung einer
Alkoholabstinenz (ohne fachtherapeutische Gespräche, drei halbjährliche Zyklen, bei
günstiger erster Verlaufskontrolle Lockerung in eine Fahrabstinenz) könne die
Fahreignung befürwortet werden (vgl. act. 8/70 f.). Diese Auflagen wurden von der
Vorinstanz am 31. Juli 2019 verfügt; sie blieben unangefochten.
Am 21. November 2019 fand die erste Verlaufskontrolle statt. Dabei gab der Rekurrent
an, nach dem Untersuch vom 29. Mai 2019 bis zum Erhalt der Verfügung am 5. August
2019 selten Grand Marnier konsumiert zu haben. Es wurde eine Haarprobe von 5 cm
Länge, aufgeteilt in zwei Abschnitte (0 bis 2,5 cm und 2,5 bis 5 cm ab Kopfhaut),
untersucht. Im kopfnahen Haarsegment, das den Zeitraum von Ende August bis Ende
November 2019 abbildet, lag die EtG-Konzentration unterhalb von 7 pg/mg. Das
kopfferne Segment ergab für den Zeitraum von Ende Mai bis Ende August 2019 einen
EtG-Wert von 49 pg/mg, was zeigt, dass sich der Rekurrent in jener Zeit nicht an die
Alkoholabstinenz hielt. Der Wert lag deutlich über der Obergrenze eines noch
sozialverträglichen Alkoholkonsums ("social drinking") von 30 pg/mg und ist mit dem
seltenen Konsum von Grand Marnier nicht zu erklären. Abgesehen davon sind solche
Bagatellisierungen geeignet, gegen eine günstige Prognose zu sprechen. Um einen so
hohen Wert zu erreichen, muss über den fraglichen Zeitraum hinweg durchschnittlich
rund 100 g Alkohol pro Tag, was etwa einer Flasche Wein (7 dl), 2 l Bier oder 3 bis 4 dl
Schnaps entspricht, getrunken werden. Das ist – entgegen den Ausführungen im
Rekurs – gewiss kein mässiger Alkoholkonsum mehr. Sofern der Rekurrent tatsächlich
nur in den zwei Monaten von Ende Mai bis Ende Juli und damit vor der Verfügung der
Auflagen Alkohol konsumiert hätte, würde dies sogar einen Konsum von 150 g Alkohol
pro Tag bedeuten, was in noch grösserem Widerspruch zu den Angaben des
Rekurrenten, nach dem Untersuch am 29. Mai 2019 nur sehr selten Alkohol konsumiert
zu haben, steht. Die Aussage, dass nach der Verfügung der Auflagen kein
Alkoholkonsum mehr stattgefunden hat, kann somit offensichtlich nicht zutreffen. Es
steht folglich fest, dass der Rekurrent in Missachtung der am 31. Juli 2019 verfügten
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Abstinenzauflage Alkohol konsumiert hat, womit die Voraussetzung für einen
Sicherungsentzug nach Art. 16 Abs. 1 SVG erfüllt ist.
d) Selbst wenn der Rekurrent nach Erhalt der Auflageverfügung keinen Alkohol mehr
getrunken hätte, wäre dies für ihn nicht günstiger. Zu prüfen ist namentlich, ob sich der
Führerausweisentzug in diesem Fall gestützt auf Art. 16 Abs. 1 SVG als
verhältnismässig erweist. Zunächst ist festzuhalten, dass der Verkehrsmediziner im
Gutachten vom 25. Juli 2019 beim Rekurrenten von einem früheren, zumindest
phasenweisen Alkoholmissbrauch ausging. Dies zeigte sich insbesondere an der
Trunkenheitsfahrt vom 29. November 2018 mit einer Blutalkoholkonzentration mit
einem Mittelwert von 2,1 Gewichtspromille mit vorangegangenem Kontrollverlust.
Es trifft zwar zu, dass die Abstinenzauflage erst mit Verfügung vom 31. Juli 2019
rechtlich verbindlich wurde. Trotzdem musste dem Rekurrenten klar sein, dass das
Verfahren nach dem verkehrsmedizinischen Untersuch vom 29. Mai 2019 nicht
abgeschlossen war, und er mindestens mit der Verfügung von Auflagen zu rechnen
hatte, zumal das Ergebnis der an jenem Tag entnommenen Haarprobe und damit die
entscheidende Grundlage für die zu verfügenden Administrativmassnahmen noch nicht
vorlag. Der Rekurrent gab sodann gegenüber dem Verkehrsmediziner an, er habe sich
vorgenommen, in Zukunft keinen Alkohol mehr zu trinken, er brauche diesen nicht (act.
8/66). Gleich äusserte er sich am 14. Januar 2019 durch seinen damaligen
Rechtsvertreter, als ihm der Führerausweis nach der Trunkenheitsfahrt am 19.
Dezember 2018 vorsorglich entzogen worden war (act. 8/48). Hinzu kommt, dass es
zum üblichen Ablauf gehört, dass der Verkehrsmediziner am Ende des Untersuchs das
weitere Vorgehen in Abhängigkeit zu den zu erwartenden Laborergebnissen darlegt
und insbesondere die allfälligen Voraussetzungen für eine Wiedererteilung des
Führerausweises nach einem Sicherungsentzug und voraussichtliche Auflagen aus
medizinischer Sicht bespricht. Gemäss Angaben des Verkehrsmediziners kann er sich
nach über einem Jahr zwar nicht mehr an den konkreten Gesprächsinhalt mit dem
Rekurrenten erinnern, er hat jedoch in seinen damaligen Notizen festgehalten, dass
dem Rekurrenten voraussichtlich drei Kontrollzyklen aufzuerlegen seien (einmal sechs
Monate Totalabstinenz und zweimal sechs Monate Fahrabstinenz; vgl. act. 16). Vor
diesem Hintergrund ist die Nichteinhaltung der Alkoholabstinenz nach der
verkehrsmedizinischen Untersuchung vom 29. Mai 2019 als kritisch zu beurteilen.
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Offensichtlich war der Rekurrent trotz hängigen Administrativmassnahmeverfahrens
nicht in der Lage, auf den Konsum von Alkohol zu verzichten. Aufgrund der überaus
grossen Mengen an konsumiertem Alkohol liegen ein erheblicher Kontrollverlust wie
auch ein abnormes Trinkverhalten vor. In Würdigung sämtlicher Umstände besteht eine
erhebliche Rückfallgefahr. Der strikte Nachweis einer zum fraglichen Zeitpunkt
bestehenden Sucht, welche gestützt auf Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG die fehlende
Fahreignung zur Folge hätte, ist für einen Führerausweisentzug nach Art. 16 Abs. 1
Satz 2 SVG nicht erforderlich. Es genügt, wenn aufgrund der Umstände von einer
erheblichen Rückfallgefahr auszugehen ist (VerwGE ZH VB.2012.00437 E. 5.2). Im
Bericht zur Verlaufskontrolle vom 17. Dezember 2019 hielt der Verkehrsmediziner fest,
aufgrund des Unvermögens, eine Alkoholabstinenz respektive einen maximal
moderaten Alkoholkonsum einzuhalten, sei insgesamt von einer instabilen Situation
und von einer erhöhten Gefahr eines Vorfalls im Strassenverkehrs auszugehen (act.
8/87). Dies bestätigte er im Schreiben vom 14. Juli 2020, wonach er die Fahreignung
des Rekurrenten zum damaligen Zeitpunkt aus verkehrsmedizinischer Sicht zweifelsfrei
nicht mehr als gegeben erachtet habe (act. 16). Somit wäre auch Art. 16d Abs. 1 lit. b
SVG erfüllt gewesen.
e) Die Vorinstanz machte die Aufhebung des Sicherungsentzugs unter den gegebenen
Umständen zu Recht von einer (mittels Haarprobe) kontrollierten und fachlich betreuten
Alkoholabstinenz von mindestens sechs Monaten mit anschliessendem
Aktengutachten abhängig. Der Sicherungsentzug gestützt auf Art. 16 Abs. 1 SVG
erweist sich damit als verhältnismässig. Entsprechend ist der Rekurs abzuweisen.
3.- Mit dem Entzug des Führerausweises auf unbestimmte Zeit soll sichergestellt
werden, dass der Rekurrent zum Schutz der Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer
keine Motorfahrzeuge lenkt. Dieser Zweck wäre gefährdet, wenn er während eines
Beschwerdeverfahrens als Motorfahrzeugführer zum Strassenverkehr zugelassen
würde. Einer allfälligen Beschwerde ist deshalb die gesetzlich vorgesehene
aufschiebende Wirkung zu entziehen (Art. 64 und 51 VRP).
4.- a) Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem
Rekurrenten aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'500.–
(darin eingeschlossen die Gebühr von Fr. 200.– für die Verfügung zur aufschiebenden
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Wirkung vom 13. Mai 2020, Verfahren ZV-2020/27) erscheint angemessen (vgl. Art. 7
Ziffn. 111 und 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss
von Fr. 1'500.– ist damit zu verrechnen.
b) Bei diesem Ergebnis ist keine ausseramtliche Entschädigung zuzusprechen (Art.
98 VRP).