Decision ID: f089db38-5c7b-4b2f-a762-4a3729d1feeb
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
O._Pensionskasse,
Klägerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Thomas Kellenberger, Oberer Graben 42,
9000 St. Gallen,
gegen
L._ AG,
Beklagte,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Eugen Mätzler, Poststrasse 23, 9001 St. Gallen,
betreffend
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Verantwortlichkeit gem. Art. 52 BVG
Sachverhalt:
A.
A.a Die Stiftung "Pensionskasse der A._" wurde im Jahr X._ gegründet. Gemäss
Stiftungs-Statuten (in der ab 1990 gültigen Fassung) besteht der Stiftungszweck in der
Durchführung der beruflichen Vorsorge im Rahmen des BVG und seiner
Ausführungsbestimmungen, wobei die Stiftung über die gesetzlichen
Mindestleistungen hinaus Vorsorge betreiben kann, insbesondere bei Notlagen wie
Krankheit, Unfall oder Arbeitslosigkeit (act. G 1.1/1). Auf den 1. April 2004 wurde die
Stiftung in "O._ Pensionskasse" (nachfolgend: O._Pensionskasse) umbenannt (act.
G 1.1/2). Die L._ AG (nachfolgend: L._ AG) war von 1996 bis Dezember 2002 als
Expertin für berufliche Vorsorge für die O._ Pensionskasse tätig. Infolge von
Umstrukturierungen bei der Stifterfirma hatte sich eine erhebliche Reduktion des
Versichertenbestandes ergeben, so dass der Stiftungsrat im Oktober 1996 entschied,
auf den 31. August 1996 eine Teilliquidation durchzuführen (act. G 1.1/6). Mit
Verfügung vom 3. Dezember 1996 genehmigte das Departement des Innern des
Kantons St. Gallen den Verteilplan per 1. September 1996, welcher unter anderem
auch eine Zuteilung von freien Mitteln an die Rentner vorsah. Eine gegen diese
Verfügung von einem bereits auf Ende März 1992 ausgetretenen Versicherten
erhobene Beschwerde hiess die Eidgenössische Beschwerdekommission der
beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge mit Urteil vom 26. Februar
1999 gut mit der Folge, dass der von der Teilliquidation betroffene Destinatärkreis neu
festzulegen und der Verteilplan entsprechend zu überarbeiten waren (act. G 1.1/12).
Den in der Folge neu ausgearbeiteten Verteilplan für die Teilliquidation per 31. März
1999, welcher wiederum einen Einbezug der Rentner bei der Verteilung von freien
Mitteln vorsah, genehmigte das Amt für berufliche Vorsorge und Stiftungen des
Kantons St. Gallen mit Verfügung vom 8. Februar 2000 (act. G 1.1/18).
A.b Mit Schreiben vom 18. November 2002 orientierte die L._ AG das Amt für
berufliche Vorsorge und Stiftungen gestützt auf Art. 41 BVV2, dass die finanzielle Lage
der O._ Pensionskasse ein rasches Einschreiten erfordere (act. G 1.1/24). Hiezu
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nahm der damalige Präsident des Stiftungsrates der O._ Pensionskasse mit
Schreiben vom 27. November 2002 Stellung (act. G 1.1/25). In der Verfügung des
Amtes für berufliche Vorsorge und Stiftungen vom 21. November 2002 wurde unter
anderem festgehalten, die im Juli 2002 mit dem Experten für berufliche Vorsorge
dargelegte Unterdeckung bilde Gegenstand einer separaten Beurteilung, nachdem der
Stiftungsrat der Verwendung des bisherigen Vermögens des Wohlfahrtsfonds zur
Verminderung des versicherungstechnischen Defizits zugestimmt habe. Das weitere
Vorgehen hierbei werde mit den Beteiligten abgesprochen. Im Übrigen gäben die
eingereichten Unterlagen aus aufsichtsbehördlicher Warte, soweit ersichtlich, zu keinen
weiteren Bemerkungen Anlass (act. G 1.1/26). Hierauf gelangte die L._ AG mit
Schreiben vom 13. Dezember 2002 an die Vorsteherin des Departementes für Inneres
und Militär des Kantons St. Gallen und teilte unter anderem mit, dass sie ihre
Verantwortung aufgrund der Haltung der zuständigen Aufsichtsbehörde nicht mehr
wahrnehmen könne (vgl. act. G 1.1/27). Gleichentags legte die L._ AG das
Expertenmandat nieder (act. G 9.1/15).
B.
B.a Mit Eingabe vom 5. Juli 2006 liess die O._ Pensionskasse durch Rechtsanwalt
Dr. Thomas Kellenberger, St. Gallen, Klage gegen die L._ AG erheben mit dem
Rechtsbegehren, die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin einen Betrag nach
richterlichem Ermessen, eventualiter den Betrag von Fr. 6'499'100.-- nebst Zins zu 5%
seit 1. September 1996 zu bezahlen. Zur Begründung führte der Rechtsvertreter der
Klägerin unter anderem aus, es sei unzulässig gewesen, aus freien Mitteln der Klägerin
auch eine Erhöhung der Rentenleistungen zugunsten der im Zeitpunkt der
Teilliquidation bereits vorhandenen Rentner zu finanzieren. Indem der Stiftungsrat auf
Antrag der Beklagten im Februar 2000 definitiv beschlossen habe, den
Rentenbezügern mit dem Anteil an den freien Mitteln die laufenden und
anwartschaftlichen Renten lebenslang zu erhöhen, habe er die Aktiven der Klägerin um
den Betrag von Fr. 6'499'100.-- zuzüglich Zinsen ab Beginn der Rentenerhöhung
vermindert. Die Klägerin hätte diese (freien) Mittel zur Verfügung gehabt, um die
Deckungslücke, die wenig später nach dem erwähnten Stiftungsratsbeschluss
aufgetreten sei, aufzufangen. Zwischen der Klägerin und der Beklagten habe ein
Auftragsverhältnis bestanden. Die Beklagte habe das vertragliche Schädigungsverbot
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verletzt, indem sie dem Stiftungsrat vorgeschlagen habe, den Rentnern unter Zuteilung
von freien Mitteln die Rentenleistungen zu erhöhen. Als Pensionskassenexpertin hätte
sie wissen müssen, dass die vorgeschlagene Verteilung der freien Mittel nicht
gesetzeskonform sei. Sodann sei zu berücksichtigen, dass der Bogen mit den
Stiftungsratsbeschlüssen von 1999 und 2000, gestützt auf die Beratung der Beklagten,
generell überspannt worden sei, indem grundsätzlich massiv zu viele Mittel verteilt
worden seien - und zwar wider besseres Wissen. Mithin sei mit den
Stiftungsratsbeschlüssen der Ermessensspielraum durch den Stiftungsrat und die dafür
ebenfalls verantwortliche Beklagte krass verletzt worden, indem man zu viele freie
Mittel verteilt habe, obwohl man gewusst habe, dass die Rechnung nur aufgehen
könne, wenn an der Börse ein Wunder geschehe; effektiv sei das Gegenteil der Fall
gewesen. Ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem gesetzwidrigen
Vorschlag der Beklagten über die Verteilung der freien Mittel und dem eingetretenen
Schaden sei offensichtlich. Sodann werde bei einer vertraglichen Haftung das
Verschulden präsumiert. Ein solches Verschulden sei auf Seiten der Beklagten in Form
der groben Fahrlässigkeit gegeben.
B.b In der Klageantwort vom 13. Dezember 2006 beantragte Rechtsanwalt Dr. Eugen
Mätzler, St. Gallen, für die Beklagte Abweisung der Klage. In formeller Hinsicht liess die
Beklagte die örtliche und sachliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts in Frage
stellen. Im Weiteren beantragte sie die Edition sämtlicher Originalunterlagen über die
Klägerin bei deren Verwaltung sowie der weiteren Unterlagen im Zusammenhang mit
der Klägerin und deren finanzieller Entwicklung nach Beendigung des Mandats durch
die Beklagte. Die Beklagte liess den Streit verkünden gegenüber mehreren
Stiftungsräten der Klägerin, dem Kanton St. Gallen (Departement des Innern) sowie der
B._. Im Weiteren liess die Beklagte die Einrede der Verjährung erheben. In materieller
Hinsicht führte der Rechtsvertreter der Beklagten unter anderem aus, das
Stiftungsvermögen des neben der Klägerin bestehenden Wohlfahrtsfonds sei per 1.
Januar 2001 auf diese übertragen worden. Die Behauptung, dass die Beklagte
vorgeschlagen habe, die im Rahmen der Teilliquidation bei der Klägerin verbleibenden
freien Mittel im gesamten Umfang individuell auf die Destinatäre des Fortbestands zu
verteilen, sei aktenwidrig und bestritten. Die Beklagte habe in ihrem Bericht zur
Teilliquidation per 31. März 1999 gerade nicht die individuelle Verteilung der bei der
Klägerin verbleibenden freien Mittel, sondern Rückstellungen empfohlen. Der
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Beschluss des Stiftungsrates zur Rentenerhöhung sei nicht auf Antrag der Beklagten
ergangen, sondern entgegen deren Empfehlung. Die Berechnungen zur (nicht
durchgeführten) Teilliquidation per 31. August 1996 könnten nicht zur Begründung des
Vorwurfs unsorgfältiger Handlungen im Jahr 1999 (bei der durchgeführten
Teilliquidation per 31. März 1999) herangezogen werden. Auch sei die Bewertung der
Liegenschaften nicht Sache des Experten für berufliche Vorsorge. Die Bewertung
erfolge durch den Stiftungsrat und werde von der Kontrollstelle überprüft. Die
Problematik des ungenügenden Deckungsgrads von Personalvorsorgeeinrichtungen
sei erst mit der Börsenkrise der Jahre 2001/2002 bewusst geworden und habe zu
erhöhter Aufmerksamkeit bei der Bewertung von Aktiven und Risiken geführt. Das
Verhalten der Beklagten sei aber am Standard der Jahre 1996 bzw. 1999 zu messen.
Das von der Klägerin eingereichte Gutachten von Prof. Dr. C._ vom 8. April 2004 (act.
G 1.1/28) sei nicht schlüssig und in verschiedener Hinsicht falsch. Sodann werde die
Aktivlegitimation der Klägerin bestritten, da sie nicht geschädigt sei. Zudem habe die
Beklagte keinen Beitrag zu den (angeblich) schädigenden Stiftungsratsbeschlüssen
geleistet und sei damit nicht Schädigerin. Die Klage richte sich gegen die falsche
Person, da die Beklagte nicht passivlegitimiert sei. Die Klage sei im Weiteren bereits
mangels eines Schadens abzuweisen. Die klägerischen Ausführungen zum Schaden
seien wenig griffig und stünden selbst zum eigenen Parteigutachten C._, welches
von einem deutlich kleineren Schaden als die Klägerin ausgehe, im Widerspruch.
Hinsichtlich der Haftungsvoraussetzung der Widerrechtlichkeit ergebe sich aus dem
Rechtsgutachten von Rechtsanwalt Dr. D._ vom 6. Oktober 2006, dass die
Empfehlung der Beklagten auf Einbezug der Rentenbezüger bei der Verteilung der
freien Mittel rechtlich in keiner Weise zu beanstanden sei. Im Weiteren sei die Beklagte
mit der Berechnung des notwendigen Deckungskapitals (act. G 1.1/5) und der
Erstellung des Berichts zur Teilliquidation (act. G 9.1/1 und act. G 1.1/15) beauftragt
gewesen und habe in diesem Rahmen den Anteil der ausscheidenden sowie der
verbleibenden Destinatäre berechnet. Sie habe aber nie eine Erhöhung der laufenden
Renten an die bestehenden Rentner (individuelle Gutschrift) beantragt. Sie habe blosse
Rückstellungen für künftige Rentenerhöhungen vorgeschlagen (kollektive Gutschrift).
Der Deckungsgrad sei mindestens bis Ende 2000 ausreichend gewesen.
Demgegenüber habe die Klägerin keinerlei Angaben zu ihrer finanziellen Entwicklung in
den letzten Jahren und zu ihrer heutigen Finanzsituation gemacht. Eine
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Sorgfaltspflichtverletzung der Beklagten liege nicht vor und es fehle am natürlichen
Kausalzusammenhang zwischen dem Verhalten der Beklagten und der
Vermögensverminderung bei der Klägerin. In quantitativer Hinsicht erscheine die Klage
widersprüchlich begründet, und es bestünden gewichtige Einreden (insbesondere
Schadenminderungspflicht). So behaupte die Klägerin eine Unterdeckung als Folge von
nicht gesetzeskonformen Rentenerhöhungen. Falls tatsächlich eine Unterdeckung
bestehen sollte, welche anderweitig nicht behoben werden könne, so habe die Klägerin
die gesetzliche Möglichkeit zu deren Rückgängigmachung. Sie habe gar eine
entsprechende Verpflichtung, wenn sie den Schaden bei einem Dritten geltend machen
wolle. Der Stiftungsrat und die Aufsichtsbehörde hätten sich vehement gegen die von
der Beklagten vorgeschlagenen (act. G 9.1/11; act. G 1.1/24) Rentenkürzungen
gewandt. Die Aufsichtsbehörde habe sich den beschönigenden Ausführungen des
Stiftungsratspräsidenten (act. G 1.1/25) angeschlossen (act. G 9.1/14). Soweit die
Klägerin die von ihr heute als nicht gesetzeskonform qualifizierte Rentenerhöhung
entgegen dem Antrag der Beklagten nicht rückgängig gemacht habe, habe sie ihre
Schadenminderungspflicht verletzt mit der Folge, dass sie sich die unterlassenen
Einsparungen an einen allfälligen Schadenersatzanspruch anrechnen lassen müsse.
Warum die Klägerin Zins zu 5% seit 1. September 1996 verlange, begründe sie nicht.
Eine blosse Rückstellung sei kein (zu verzinsender) Geldabfluss.
B.c Im Nachgang zum Schreiben des Versicherungsgerichts vom 5. Januar 2007 (act.
G 10) reichte der Rechtsvertreter der Klägerin eine Stellungnahme vom 26. Februar
2007 zur Frage der Zuständigkeit des angerufenen Gerichts ein und beantragte
Eintreten auf die Klage (act. G 13). Mit Eingabe vom 19. Juli 2007 ergänzte er seine
Darlegungen zur Eintretensfrage (act. G 16). Mit Zwischenentscheid vom 19. Oktober
2007 trat das Versicherungsgericht auf die Klage ein (act. G 17).
B.d Mit Replik vom 14. März 2008 legte der Rechtsvertreter der Klägerin unter
anderem dar, die Beklagte erhebe irrtümlicherweise die Einrede der Verjährung. Sie
übersehe, dass der Stiftungsrat erst mit dem Gutachten C._ Kenntnis vom Schaden
und von den ersatzpflichtigen Personen erlangt habe. Unabhängig davon gelte für die
Verantwortlichkeitstatbestände, die vor dem 1. Januar 2005 eingetreten seien, die
zehnjährige Verjährungsfrist des Art. 127 OR. Den alternativen Vorschlag der
individuellen Zuweisung von freien Mitteln an die Rentner hätte die Beklagte nicht
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machen dürfen, verstosse dieser doch klar gegen geltendes Recht. Diese Lösung hätte
insbesondere nicht angeboten werden dürfen, solange nicht abgeklärt oder
sichergestellt gewesen sei, dass ausreichend Reserven gebildet worden seien. Es seien
nicht nur die technischen Rückstellungen ungenügend gewesen; insbesondere auch für
die Wertschwankungsrisiken hätten genügende Reserven gefehlt (Beweisantrag
Expertise). Die Beklagte habe die individuelle Gutschrift von freien Mitteln nicht nur
gebilligt, sondern dem Stiftungsrat auch vorgeschlagen (act. G 1.1/15-17). Im Zeitpunkt
der Teilliquidation per 31. März 1999 sei die Klägerin (noch) keine reine Rentnerkasse
gewesen (act. G 9.1/9). Die Tendenz zu einer reinen Rentnerkasse sei aber absehbar
gewesen. Entgegen den beklagtischen Ausführungen fehle es weder an der Aktiv- noch
an der Passivlegitimation. Die Umwandlung von freien Mitteln einer Stiftung führe zu
einer Zunahme der Passiven, indem sich die individuellen Ansprüche, d.h. die
gebundenen Mittel erhöhten; auch das sei Vermögensverminderung. Die Behauptung,
es sei kein Schaden entstanden, da diese Mittel satzungskonform verwendet worden
seien, weil die Klägerin aufgrund der Statuten 2004 eine reine O._ Pensionskasse sei,
sei unseriös: Die Statuen seien (erst) am 1. April 2004 in Kraft gesetzt worden. Falsch
sei (bezogen auf den massgeblichen Zeitpunkt des 31. März 1999) auch die
Behauptung, die Klägerin sei eine reine O._ Pensionskasse. Dass schliesslich auch
die Adäquanz gegeben sei, sei ebenfalls klar: Einen Vorschlag der
Pensionskassenexpertin könne ein Stiftungsrat nicht einfach vom Tisch wischen.
Vielmehr zeige die Erfahrung, dass der Stiftungsrat auf die Beratung und Unterstützung
durch die Pensionskassenexpertin angewiesen, um nicht zu sagen ihren Vorschlägen
ausgeliefert sei. Im Übrigen bestätigte der Rechtsvertreter der Klägerin seine Anträge
und Ausführungen in der Klageschrift.
B.e In der Duplik vom 8. September 2008 hielt der Rechtsvertreter der Beklagten an
seinen Anträgen und Ausführungen fest.
B.f Auf die weiteren Darlegungen der Parteien in den Rechtsschriften wird in den

nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
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In zeitlicher Hinsicht sind nach der Rechtsprechung grundsätzlich diejenigen
Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu den Rechtsfolgen führenden
Tatbestands Geltung haben oder hatten (BGE 127 V 467 Erw. 1). Vorliegend beschloss
der Stiftungsrat im Februar 2000 gestützt auf den Teilliquidationsbericht per 31. März
1999 der Beklagten vom 2. Februar 2000 die laufenden und anwartschaftlichen Renten
mit einem Anteil an den freien Mitteln (dauerhaft) zu erhöhen (act. G 1.1/17). Zur
Beurteilung steht damit ein Sachverhalt, der sich im Februar 2000 verwirklichte.
Gemäss Art. 52 BVG in der hier anwendbaren, bis 31. Dezember 2004 gültig
gewesenen Fassung sind alle mit der Verwaltung, Geschäftsführung oder Kontrolle der
Vorsorgeeinrichtung betrauten Personen für den Schaden verantwortlich, den sie
dieser absichtlich oder fahrlässig zufügen. Diese Haftungsnorm, deren
Anwendungsbereich sich auch auf die weitergehende Vorsorge erstreckt (Art. 49 Abs. 2
BVG; Art. 89 Abs. 6 ZGB), kommt unabhängig von der Rechtsform der
Vorsorgeeinrichtung (Art. 48 Abs. 2 BVG) zum Tragen. Sie räumt der geschädigten
Vorsorgeeinrichtung einen direkten Anspruch gegenüber dem näher umschriebenen
Kreis der haftpflichtigen Personen ein. Darunter fallen insbesondere die Organe der
Vorsorgeeinrichtung, wobei die Organeigenschaft, wie im Rahmen der
Verantwortlichkeitsvorschrift von Art. 52 AHVG, auch eine bloss faktische sein kann.
Neben der Zugehörigkeit zum Kreis der in Art. 52 BVG erwähnten Personen setzt die
vermögensrechtliche Verantwortlichkeit als weitere kumulative Erfordernisse den
Eintritt eines Schadens, Widerrechtlichkeit, Verschulden und einen
Kausalzusammenhang voraus (BGE 128 V 124 Erw. 4a mit Hinweisen).
2.
2.1 Die Beklagte liess die Aktivlegitimation der Klägerin mit dem Hinweis bestreiten,
dass diese nicht geschädigt sei. Ebenfalls stellte sie ihre eigene Passivlegitimation in
Frage (act. G 9). Die Klagebefugnis richtet sich bei öffentlich-rechtlichen Klagen im
Wesentlichen nach den Grundsätzen des Zivilprozesses (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen - dargestellt an den Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht, 2. A., Rz 378). Als Sachlegitimation wird die Berechtigung
bezeichnet, das eingeklagte Recht oder Rechtsverhältnis als Kläger in eigenem Namen
geltend zu machen (Aktivlegitimation) und es dem Beklagten gegenüber geltend zu
machen (Passivlegitimation des Beklagten; Max Guldener, Schweizerisches
bis
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Zivilprozessrecht, Zürich 1979, 139). Die Klägerin stellt sich auf den Standpunkt, sie
habe aufgrund der Beratung durch die Beklagte einen Schaden erlitten, weshalb sie
aktivlegitimiert sei, den Schadenersatzanspruch gegenüber der Beklagten geltend zu
machen (act. G 23 S. 9). - Die Beantwortung der Frage, ob bzw. inwiefern ein Schaden
sowie die weiteren Haftungsvoraussetzungen zu bejahen sind, stellt den materiellen
Verfahrensgegenstand dar und bildet daher mit der von den Parteien diskutierten
Legitimationsfrage eine Einheit.
2.2 Die Beklagte liess sodann die Einrede der Verjährung erheben mit Hinweis auf die
fünfjährige Frist nach Art. 52 Abs. 2 BVG in der ab 1. Januar 2005 gültigen Fassung
(act. G 9 S. 6). Wie erwähnt kommt vorliegend Art. 52 BVG in der bis 31. Dezember
2004 gültig gewesenen Fassung zur Anwendung. Diese Bestimmung kannte keine
Verjährungsregelung. Nach der Rechtsprechung zu Art. 52 BVG in der bis 31.
Dezember 2004 gültig gewesenen Fassung unterliegt der Schadenersatzanspruch der
zehnjährigen Verjährungsfrist nach Art. 127 OR. Die Frist beginnt dabei mit der
tatsächlichen Beendigung der Organstellung zu laufen, vorbehältlich vorgängiger
Beseitigung der Pflichtverletzung (SZS 2006, 40; BGE 131 V 55). Vorliegend kündigte
die Beklagte ihr Mandat bei der Klägerin im Dezember 2002 (act. G 9.1/15). Damit war
im Zeitpunkt der Klageerhebung die zehnjährige Frist noch nicht abgelaufen. Aber
selbst wenn die Verjährungsnorm des Art. 52 Abs. 2 BVG zur Anwendung käme,
könnte die fünfjährige Frist dieser Bestimmung erst nach deren Inkrafttreten am 1.
Januar 2005 überhaupt zu laufen beginnen. Eine Verjährung liegt damit konkret in
jedem Fall nicht vor.
2.3 Eine zivilprozessuale Streitverkündung als Basis für eine Prozessbeteiligung Dritter
durch blosse Erklärung einer Streitpartei ist im Sozialversicherungsprozess nicht
vorgesehen. Anstelle solcher Interventionen kennt der Verwaltungsprozess die
Beiladung. Voraussetzung ist unter anderem, dass eine direkte Rückwirkung auf eine -
sozialversicherungsrechtliche - Rechtsbeziehung zwischen der Hauptpartei und den
Mitinteressierten in Aussicht steht. Beispielsweise genügt die einer mitinteressierten
Gemeinde drohende Staatshaftung nicht für eine Beteiligung im Prozess um den Erlass
einer EL-Rückforderung (vgl. VsGE vom 3. November 2003 i/S M.G. [EL 2003/33];
bestätigt durch EVGE vom 06.06.2005 [P 62/04] in gleicher Sache).
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Nachdem eine direkte Rückwirkung auf (sozialversicherungsrechtliche)
Rechtsbeziehungen zwischen der Hauptpartei und den Personen und Institutionen,
welchen von der Beklagten der Streit verkündet wurde (mehrere Stiftungsräte, der
Kanton St. Gallen sowie die Kontrollstelle), nicht in Aussicht steht, entfällt konkret nicht
nur die Streitverkündung, sondern auch eine Beiladung.
3.
3.1 Die Beklagte war von 1996 bis Dezember 2002 als Expertin für berufliche
Vorsorge im Sinn von Art. 53 Abs. 2 BVG (SR 831.40) für die Klägerin tätig, wobei in
diesem Zeitraum verschiedene Personen namens der Beklagten das Mandat betreuten
(act. G 1 S. 4). Gestützt auf Berechnungen vom 26. September 1996 betreffend
Verteilung der freien Mittel aus Teilliquidation im Betrag von Fr. 14'159'005.52
beschloss der Stiftungsrat im Oktober 1996 die Verteilung der freien Mittel auf die
ausgetretenen oder im gekündigten Arbeitsverhältnis stehenden Versicherten
(Verteilung von insgesamt Fr. 4'648'858.50 mit einem Zuschlag von ebenfalls 41.4%
auf der per Austrittsdatum oder spätestens per 31. August 1996 berechneten
Freizügigkeitsleistung) sowie auf den Bestand der aktiven Versicherten und der Rentner
(Verteilung von insgesamt Fr. 9'510'147.02 anhand eines Zuschlags von 41.4%) (act. G
1.1/6). Im Bericht zuhanden der kantonalen BVG- und Stiftungsaufsicht vom 25. März
1997 betreffend die finanzielle Lage der Klägerin kam die Beklagte unter anderem zum
Schluss, die massiven Leistungsverbesserungen (im Betrag von insgesamt 14.16 Mio.
Franken auf den Zeitpunkt der Teilliquidation) hätten das Zins-Überschusspotential
(Differenz zwischen Vermögensrendite und versicherungstechnischem Zinssatz)
drastisch reduziert. Mit den Leistungsverbesserungen seien Vermögenserträge von
knapp 0.6 Mio. Franken (4% von 14.16 Mio. Franken) gebunden. Dieses
Überschusspotential stehe in Zukunft nicht mehr zur Verfügung. Da dadurch die
Durchschnittsrendite auf schätzungsweise 4.5% gesunken sei, würden zukünftig
Überschüsse nur noch in sehr beschränktem Ausmass - wenn überhaupt - erzielbar
sein. Die Leistungsverbesserungen hätten dazu geführt, dass sich die
Zukunftsaussichten als eher gedämpft präsentieren würden. Werde die Klägerin auf
den Stichtag 31. August 1996 isoliert vom Wohlfahrtsfonds betrachtet, so ergebe sich
ein versicherungstechnisches Defizit von 2.8 Mio. Franken. Der Deckungsgrad betrage
damit noch 91.6%. Das stark reduzierte Zins-Überschusspotential schliesse eine
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Sanierung aus eigener Kraft aus. Das finanzielle Gleichgewicht könnte als gegeben
erachtet werden, wenn der Wohlfahrtsfonds im Sinn einer internen Rückversicherung
verwendet würde (act. G 1.1/7).
Gemäss Bericht der Kontrollstelle an den Stiftungsrat über die Jahresrechnung 1998
wurden die Liegenschaften im Hinblick auf die Teilliquidation per 31. August 1996 neu
bewertet und zum geschätzten Verkehrswert bilanziert (Aufwertung). Im
Berichtszeitpunkt war der Verkauf sämtlicher Liegenschaften geplant (act. G 1.1/10).
Die Liegenschaften waren per 31. Dezember 1995 noch mit Fr. 20'293'200.-- bilanziert
(act. G 1.1/8). Durch die Aufwertung ergab sich per 31. August 1996 - bei einer
Bilanzsumme von Fr. 51'552'387.32 - ein Liegenschafts-Buchwert von
Fr. 30'875'000.-- (act. G 1.1/9), wodurch der Liegenschaftsanteil die gemäss Art. 54 lit.
c BVV2 in der seit 1. Januar 1993 gültigen Fassung erlaubten 50 Prozent überschritt. In
der Bilanz per 31. Dezember 1998 waren die Liegenschaften noch mit Fr. 27'075'000.--
aufgeführt (act. G 1.1/10). Aus dem Verkauf der Liegenschaften auf den 1. November
1999 resultierte in der Folge ein Erlös von Fr. 23'829'578.25. Gegenüber dem Buchwert
per 31. Dezember 1998 war somit eine Wertberichtigung von Fr. 3'245'421.25 nötig
(act. G 1.1/11 S. 2 und 6).
3.2 Im Nachgang zum Urteil der Eidgenössischen Beschwerdekommission der
beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge vom 26. Februar 1999 (act.
G 1.1/12), welches eine Neufestlegung des Destinatärkreises und eine Überarbeitung
des ursprünglichen Verteilplans anordnete, beschloss der Stiftungsrat im Mai 1999,
beim Verteilplan per 31. März 1999 sämtliche Umstrukturierungen, Austritte und
Entlassungen von Mitarbeitern in der Zeit vom 1. Januar 1991 bis 31. März 1999
ebenfalls zu berücksichtigen; ausgenommen davon sollten Mitarbeiter sein, welche
infolge nachweisbarer Schädigung der Arbeitgeberin entlassen worden waren. Sodann
beschloss der Stiftungsrat ausdrücklich Festhalten an der Regelung für die Rentner,
d.h. an der Erhöhung der Renten auf den 1. September 1996. Einschränkend wurde
lediglich festgehalten, dass die Erhöhung aufgrund der Erweiterung des
Destinatärkreises beim Verteilplan geringer ausfallen werde (act. G 1.1/13). Die
Beklagte unterbreitete dem Stiftungsrat drei Varianten für den Verteilplan der freien
Mittel. Dieser entschied sich für eine der Varianten und genehmigte die Festlegung der
freien Mittel per 31. März 1999 sowie der Destinatäre, welche in den Genuss dieser
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Mittel kommen sollten. In der Folge arbeitete die Beklagte einen entsprechenden
Beschluss zur Einreichung an das Amt für berufliche Vorsorge und Stiftungen des
Kantons St. Gallen aus (act. G 1.1/14). Auf Antrag der Beklagten bzw. gestützt auf
deren Teilliquidationsbericht per 31. März 1999 vom 2. Februar 2000 beschloss der
Stiftungsrat im Februar 2000, die laufenden und anwartschaftlichen Renten mit einem
Anteil an den freien Mitteln (dauerhaft) zu erhöhen. Einschränkend hielt er fest, dass
nicht der gesamte Anteil an den freien Mitteln, wie er im Teilliquidationsbericht vom 2.
Februar 2000 ausgewiesen worden sei (Fr. 6'499'100.--), zugeteilt werde. Dieser Anteil
reduziere sich um die mit den erhöhten Leistungen zusätzlich notwendigen
Rückstellungen für die Zunahme der Lebenserwartung (act. G 1.1/15-17). Mit
Verfügung vom 8. Februar 2000 genehmigte das Amt für berufliche Vorsorge und
Stiftungen den Verteilplan für die Teilliquidation per 31. März 1999 (act. G 1.1/18).
An der Stiftungsratssitzung vom 29. Juni 2001 wurde unter anderem festgehalten, dass
bezüglich der Teilliquidation lediglich ein Betrag von Fr. 593'565.15 (betreffend
Destinatäre mit unbekanntem Aufenthalt) noch nicht ausbezahlt worden und die
Teilliquidation im übrigen abgeschlossen sei (act. G 1.1/19). Anlässlich der Sitzung vom
21. Mai 2002 wurden die Stiftungsräte über die Gründe informiert, derentwegen die
Klägerin ein negatives freies Stiftungsvermögen (Unterdeckung) per 31. Dezember
2001 von Fr. 3'573'071.10 ausweise. Verantwortlich seien die schlechten Börsenjahre
2000 und 2001, der Verkauf der Liegenschaften mit einem Verlust von rund 1.4 Mio.
Franken und die Verteilung von rund 14 Mio. Franken infolge der Teilliquidation (act. G
1.1/20). An der Stiftungsratssitzung vom 5. Juli 2002 legte die Beklagte ihre Vorschläge
zur Sanierung der Klägerin (Deckungsgrad 90.1%) vor, wobei sie unter anderem
festhielt, dass Leistungskürzungen nur für in der Pensionskasse verbleibende
Versicherte realisierbar seien und die Leistungen nach allfälliger Leistungskürzung
mindestens den versicherten Leistungen vor der Teilliquidation entsprechen sollten
(act. G 1.1/21). In den Ergänzungen zur versicherungstechnischen Bilanz per 1. Januar
2002 legte die Beklagte in der Folge dar, die versicherungstechnische Lage der
Klägerin sei mehr als kritisch. Eine Sanierung ohne Reduktion der erworbenen
Ansprüche sei nicht realistisch (act. G 1.1/23). Mit Schreiben vom 18. November 2002
orientierte die Beklagte das Amt für berufliche Vorsorge und Stiftungen gestützt auf Art.
41 BVV2, dass die Lage der Klägerin ein rasches Einschreiten erfordere. Die in der
provisorischen Bilanz per 31. Dezember 2001 vorgeschlagenen
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Sanierungsmassnahmen seien nicht mehr ausreichend, um die Stiftung zu sanieren.
Aufgrund der finanziellen Lage und der anstehenden Teilliquidation per 31. Dezember
2002 (Austritt aller aktiven Versicherten) seien die Austrittsleistungen der aktiven
Versicherten in Anwendung von Art. 23 Abs. 3 FZG sofort im Zeitpunkt des Austritts um
45%, höchstens jedoch auf das BVG-Altersguthaben, zu kürzen. Die laufenden Renten
seien ab dem 1. Januar 2003 um 45% zu kürzen (act. G 1.1/24). Hiezu hielt der
damalige Präsident des Stiftungsrates mit Schreiben vom 27. November 2002 unter
anderem fest, die Darstellung der Beklagten, vor allem in Bezug auf die
Vermögenswerte mit Einschränkungen, entspreche nicht den Tatsachen. Beim
Kassenvermögen von Fr. 34'952'000.-- sei der Fonds für Härtefälle abgezogen worden.
Dabei sei dieser Fonds nach Absprache mit der Aufsichtsbehörde in die Pensionskasse
integriert worden, um dadurch den Deckungsverlust kleiner werden zu lassen. Der
Fonds für Härtefälle habe keine festen Destinatäre und stehe deshalb zur freien
Verfügung (act. G 1.1/25). Im Nachgang zur Verfügung des Amtes für berufliche
Vorsorge und Stiftungen vom 21. November 2002 (act. G 1.1/26) führte die Beklagte im
Schreiben vom 13. Dezember 2002 an die Vorsteherin des Departementes für Inneres
und Militär des Kantons St. Gallen aus, dass die Klägerin die übernommenen
Verpflichtungen in absehbarer Zeit nicht mehr erfüllen könne (Art. 65 BVG). Sie (die
Beklagte) könne aufgrund der Haltung der zuständigen Aufsichtsbehörde ihre
Verantwortung nicht mehr wahrnehmen (act. G 1.1/27).
4.
4.1 Den Schaden, welchen die Klägerin aufgrund des Umstands geltend macht, dass
in die Teilliquidation per 31. März 1999 auch die Rentner (dauernde Erhöhung der
laufenden Renten mit einen Anteil an den freien Mitteln) einbezogen wurden, bezifferte
sie mit Fr. 6'499'100.--, d.h. mit dem Betrag an freien Mitteln, welcher ursprünglich für
die Rentenerhöhungen vorgesehen war. Nachdem der Stiftungsrat im Mai 1999
festgestellt hatte, dass die Rentenerhöhung aufgrund der Erweiterung des
Destinatärkreises beim Verteilplan geringer ausfallen werde (act. G 1.1/13), beschloss
er im Februar 2000, dass nicht der gesamte Betrag an freien Mitteln für die
Rentenerhöhung (Fr. 6'499'100.--) zugeteilt werde; dieser reduziere sich um den Betrag
der Rückstellungen für die Zunahme der Lebenserwartung (act. G 1.1/17). In dem
Umfang, in welchem Rückstellungen im erwähnten Sinn in der Folge tatsächlich
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vorgenommen wurden, reduziert sich auch die als Schaden in Betracht fallende
Vermögensverminderung. Im Gutachten zuhanden der Klägerin vom 8. April 2004
führte Prof. C._ sodann aus, dass der den Rentnern überlassene Teil des freien
Stiftungsvermögens bei richtiger Anwendung von Art. 23 Abs. 1 FZG nicht vollständig
den verbliebenen Versicherten gutgeschrieben worden wäre, sondern entsprechend
dem massgebenden Teilungsverhältnis zwischen ausscheidenden (bzw.
ausgeschiedenen) und verbleibenden Versicherten nur zum Teil, während der andere
Teil den ausscheidenden bzw. ausgeschiedenen Versicherten mitgegeben worden
wäre. Die Stiftung bzw. die damals verbliebenen Versicherten seien mithin nur
bezüglich des ersterwähnten Teils zu Schaden gekommen (act. G 1.1/28). Zu diesem
Standpunkt des Gutachters führte der Rechtsvertreter der Klägerin aus, nach
Auffassung von Prof. C._ wäre die Beklagte lediglich im Umfang von Fr. 2'323'428.20
geschädigt, da lediglich dieser Betrag den in der Vorsorgeeinrichtung verbleibenden
Versicherten geblieben wäre. Diese Schadensberechnung sei aber unvollständig, weil
das Zinsüberschusspotential durch die Verteilung der freien Mittel drastisch reduziert
und die Risikofähigkeit eingeschränkt worden sei, was weitere Ertragsschmälerungen
provoziert, und die ungenügende Reservebildung überdies zu einer zusätzlichen
Senkung der freien Mittel geführt habe. Letztlich habe die Herausgabe der freien Mittel
zu zusätzlichen Verlusten und kleineren Erträgen (entgangenem Gewinn) geführt. Dies
lasse sich mit versicherungstechnischer und anlagetechnischer Expertise belegen
(Beweisantrag; act. G 1). Hiegegen lässt die Beklagte in grundsätzlicher Hinsicht
einwenden, beim Beschluss des Stiftungsrates vom Februar 2000, den
Rentenbezügern mit dem Anteil an den freien Mitteln deren laufende und
anwartschaftliche Renten lebenslang zu erhöhen, handle es sich exakt um die
Verwirklichung des in Art. 2 Abs. 1 ihrer Statuten (act. G 1.1/2) festgehaltenen Zwecks.
Mit der Erhöhung der Renten sei auch keine andere Destinatärsgruppe geschädigt, weil
die Klägerin eine reine Rentnerkasse sei (vgl. act. G 9.1/9). Ein Schaden liege bei einer
Stiftung grundsätzlich nicht vor, solange sie ihrer Leistungspflicht nachkommen könne.
Wenn dies nicht mehr der Fall sei, stelle der
Sicherheitsfonds die gesetzlichen Leistungen sicher. Die Klägerin komme bis heute
ihrer Leistungspflicht nach. Es fehle auch aus diesem Grund an einem Schaden (act. G
9 S. 27). Es könne kein Schaden einer aufrecht stehenden Stiftung bestehen, wenn
Stiftungskapital entsprechend dem Stiftungszweck der einzigen begünstigten
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Destinatärsgruppe (d.h. den Rentnern) verteilt werde. Die blosse kollektive Gutschrift
des anteilmässigen Anspruchs auf freie Mittel an die Destinatäre führe nicht zu einer
Vermögensverminderung der Stiftung, weil durch sie keine klagbaren Ansprüche der
Destinatäre (auf Rentenerhöhung) begründet würden (act. G 9 S. 34f). Nur wenn ein
Schaden bejaht werde, sei das Schadensquantitativ zu überprüfen (act. G 9 S. 35-37).
Aus den vorerwähnten Einwänden ergibt sich, dass nicht nur bei der Höhe des
Schadens, sondern bereits für die Frage, ob überhaupt ein Schaden vorliegt,
kontroverse Standpunkte bestehen. Mit der Beklagten (act. G 9 S. 26 mit Hinweisen auf
die einschlägige Literatur) kann festgehalten werden, dass im Fall einer
Personalvorsorgestiftung Schaden und Vermögensverminderung nicht ohne weiteres
gleichzusetzen sind, da die Vermögensverminderung, d.h. die Zahlungen an
Destinatäre auf der Basis von reglementarischen oder gesetzlichen Regelungen, zum
Stiftungszweck gehört. Dementsprechend stimmen auch die Begriffe des Schadens
und der Deckungslücke (Unterdeckung) inhaltlich nicht überein. Wie es sich damit im
Einzelnen verhält, kann jedoch offenbleiben, da es, wie nachstehend darzulegen sein
wird, an einem widerrechtlichen Handeln der Beklagten fehlt.
4.2 Widerrechtlichkeit als weitere Haftungsvoraussetzung liegt vor, wenn die sich aus
Gesetz und Verordnungen, aus der Stiftungsurkunde und den Reglementen, den
Beschlüssen des Stiftungsrates, einem Vertragsverhältnis sowie den Weisungen der
Aufsichtsbehörden ergebenden Pflichten, wozu auch die allgemeine Sorgfaltspflicht
gehört, verletzt werden (BGE 128 V 124 Erw. 4d mit Hinweisen). Streitig ist vorliegend,
ob bei der Teilliquidation per 31. März 1999 auch den Rentnern freie Mittel in Form
einer dauernden Rentenerhöhung zugewiesen werden durften. Nach Art. 23 Abs. 1
FZG (SR 831.42; in der bis 31. Dezember 2004 gültig gewesenen Fassung) besteht bei
einer Teil- oder Gesamtliquidation der Vorsorgeeinrichtung neben dem Anspruch auf
Austrittsleistung ein individueller oder kollektiver Anspruch auf freie Mittel. Die
Aufsichtsbehörde entscheidet darüber, ob die Voraussetzungen für eine Teil- oder
Gesamtliquidation erfüllt sind. Sie genehmigt den Verteilungsplan.
4.2.1 Im Gutachten vom 8. April 2005 kam Prof. C._ zum Schluss, es sei
unzulässig gewesen, anlässlich der Teilliquidation per 31. März 1999 aus den freien
Mitteln auch eine Erhöhung der Rentenleistungen zugunsten der damaligen Rentner zu
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finanzieren, denn Teilliquidationen würden ausschliesslich eine Aufteilung von freiem
Stiftungsvermögen zwischen (in der Regel unfreiwillig) ausscheidenden (oder innert
einem bestimmten Zeitraum zuvor ausgeschiedenen) Versicherten und verbleibenden
Arbeitnehmern bezwecken. Leistungen aus Teilliquidationen seien ausschliesslich ein
Element der Freizügigkeitsleistungen. Dies ergebe sich vorab aus Art. 23 FZG, aus den
Gesetzesmaterialien (BBl 1992 III 600), aus der bundesgerichtlichen Praxis (BGE 128 II
394 Erw. 5.6, 5.7, 6.6) sowie aus der Literatur (SZS 1999, 347ff, insbesondere 347, 348
und 351). Die Rentner seien im Fall einer Teilliquidation nur insofern von Bedeutung, als
das freie Stiftungsvermögen so berechnet werden müsse, dass die bestehenden
Rentenverpflichtungen mit dem verbleibenden Deckungskapital erfüllt werden könnten
(so auch BBl 1992 III 600: "Aktiven und Passiven der Vorsorgeeinrichtung müssen neu
bewertet werden, wenn verhindert werden will, dass die Ansprüche der Rentner und
der verbleibenden Vorsorgenehmer geschmälert werden."). Die in Art. 53d Abs. 5 und 6
BVG (in Kraft seit 1. Januar 2005) enthaltenen Informations- und Mitwirkungsrechte der
Rentner seien nicht wegen einer Erhöhung von Rentenleistungen aus Teilliquidation
eingeführt worden (vgl. AmtlBull NR vom 6. Mai 2003, S. 628f, wo von Leuten, die das
Unternehmen verlassen müssten und Personen, die in der Gesellschaft verbleiben
würden, die Rede sei). Verantwortlich für die zu Unrecht erfolgten Rentenerhöhungen
seien die Organe der Beklagten bzw. diese selbst (Art. 55 Abs. 2 ZGB), die damaligen
Stiftungsorgane, welche den Teilungsplan übernommen und vollzogen hätten, sowie
das Amt für berufliche Vorsorge und Stiftungen, welches den Teilungsplan genehmigt
habe, bzw. der Kanton selbst. Bezüglich der Beklagten bestehe eine Haftung aus
Vertrag (Art. 398 OR). Daneben komme angesichts des Verstosses gegen Art. 23 Abs.
1 FZG auch eine Haftung aus Delikt (Art. 41 OR) in Frage (act. G 1.1/28). Die Klägerin
lässt in diesem Zusammenhang im Weiteren geltend machen, trotz der Darlegungen
der Beklagten im Schreiben vom 25. März 1997 (act. G 1.1/7) seien die ca. 14 Mio.
Franken in den Jahren 1999/2000 für Leistungsverbesserungen verwendet worden,
was prompt - im Zusammenhang mit übrigen latenten Risiken - zu einer massiven
Unterdeckung geführt habe (act. G 1.1/20). Letztlich seien jegliche
Vorsichtsmassnahmen und der gesunde Menschenverstand ausgeschaltet worden,
indem Leistungsverbesserungen zugesagt worden seien, von welchen man gewusst
habe, dass sie zu einer Unterdeckung von ca. 9% führen werden (act. G 1.1/7). Im
Übrigen habe man nicht damit rechnen können, dass problemlos eine Rendite von
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10% zu erzielen sei (vgl. act. G 1.1/29), um die bereits prognostizierte Unterdeckung
wegzuzaubern (act. G 1 S. 15).
In seiner Stellungnahme zum Gutachten von Prof. C._ legte Rechtsanwalt D._
zuhanden des Rechtsvertreters der Beklagten dar, die Ansicht von Prof. C._ könne
nicht mit der von ihm zitierten Rechtsprechung (BGE 128 II 394ff) belegt werden, da in
dem dort behandelten Teilliquidationsfall gar keine Rentenbezüger vorhanden gewesen
seien, weshalb das Bundesgericht auch keine Feststellungen zum Schicksal von
Rentenbezügern bei Teilliquidationen habe machen müssen. Ebenso wenig könne
Prof. C._ seine Ansicht mit dem Hinweis auf seinen eigenen Aufsatz in SZS 1999
S. 347ff begründen, müsse er doch selber einräumen, dass darin nichts über die
Behandlung von Rentenbezügern bei Teilliquidationen ausgesagt werde. Nicht
stichhaltig sei schliesslich der Hinweis, die Tatsache, dass die Frage der
Rechtsstellung der Rentner kein relevantes Thema in der Literatur gewesen sei, belege
sozusagen, dass Rentner bei Teilliquidationen keine Ansprüche auf freie Mittel hätten.
Mit Art. 23 Abs. 1 FZG werde überhaupt keine Aussage gemacht über die
Rechtsstellung und allfälligen Ansprüche anderer Versichertengruppen als den
ausscheidenden Versicherten bei Teilliquidationen, denn das FZG regle nur Ansprüche
von aktiven Versicherten, die aus einer reglementarischen Vorsorgeeinrichtung
ausscheiden würden, bevor ein Vorsorgefall eingetreten sei. Das erste und
grundlegende Bundesgerichtsurteil, mit welchem die Praxis zu Teilliquidationen
begründet worden sei (BGE 110 II 436ff), habe eine patronale Personalvorsorgestiftung
im Sinn eines Wohlfahrtsfonds betroffen, gegenüber welcher die Destinatäre keinerlei
Ansprüche auf Austrittsleistungen gehabt hätten. Die Rechtsprechung habe in der
Folge stets bestätigt, dass die Regeln über die Teilliquidation auch analog auf
patronale Wohlfahrtsfonds anwendbar seien; dies auch nach Inkrafttreten des FZG und
dessen Art. 23 (vgl. SVR-BVG 2003 Nr. 11, 30; SVR-BVG 2001 Nr. 14, 56). Seit dem 1.
Januar 2005 sehe zudem Art. 89 Abs. 6 Ziffer 9 ZGB ausdrücklich vor, dass die
Bestimmungen des BVG über Teil- und Gesamtliquidationen auf alle nicht registrierten
Personalvorsorgeeinrichtungen anwendbar seien, also auch auf solche, die keine
reglementarischen Leistungsansprüche einräumen würden (patronale Wohlfahrtsfonds)
und gegenüber denen keine Ansprüche auf Austrittsleistungen bestünden. Damit sei
das Argument von Prof. C._ widerlegt, Teilliquidationen seien ausschliesslich ein
Element der Freizügigkeitsleistungen. Seit dem 1. Januar 2005 seien denn auch die
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Teil- und Gesamtliquidationen nicht mehr im FZG, sondern in den Art. 53b-d BVG
geregelt, was zeige, dass auch der Gesetzgeber darin nicht nur ein Element der
Freizügigkeitsleistungen sehe. Auf der Basis dieser gesetzlichen Situation müssten z.B.
auch bei den nicht mehr selten anzutreffenden reinen Rentnerkassen Teilliquidationen
durchgeführt werden, wenn ein gewichtiger Teil des Rentnerbestandes ausscheide und
die Vorsorgeeinrichtung über freie Mittel verfüge. Es entspreche deshalb ständiger
Praxis, dass die im Zeitpunkt der Liquidation einer Vorsorgeeinrichtung bereits
rentenberechtigten Personen grundsätzlich mit zu berücksichtigen seien (I. Vetter,
Berufliche Vorsorge, 2005, S. 183). Es sei nicht einzusehen, warum dies anders sein
sollte, wenn bei einer Teilliquidation auch Rentenbezüger betroffen seien. Bei
Berücksichtigung nur der aktiven Versicherten läge ein krasser Verstoss gegen das bei
Teilliquidationen zentrale Gleichbehandlungsgebot vor (BGE 131 II 537 Erw. 5.2). Lehre
und Rechtsprechung würden auch bei Teilliquidationen ohne weiteres davon
ausgehen, dass die Rentenbezüger bei der Zuordnung der freien Mittel zu
berücksichtigen seien (Helbling, Personalvorsorge und BVG, 8. A., 276f und 284 mit
Hinweis auf ein Merkblatt der Aufsichtsbehörde des Kantons Zürich, worin erwähnt
werde, dass die Rentner auch zu den zu berücksichtigenden Personengruppen
gehören würden; Dettwiler, Die Teilliquidation einer Vorsorgeeinrichtung, SPV 1990,
117; BGE 131 II 518f Erw. 3.2 und 4, wo eine Teilliquidation zu beurteilen war, bei
welcher die Rentenbezüger in die Verteilung der freien Mittel eingeschlossen wurden;
SVR-BVG 2001 Nr. 14, 56 Erw. 4a; SVR-BVG 1999 Nr. 14, 43f; BGE 128 II 394 Erw.
3.2). Korrekt habe deshalb die Beklagte im Bericht zur Teilliquidation (S. 9) ausgeführt,
den bei der Pensionskasse verbleibenden aktiven Versicherten sowie den Rentnern
könne der Anteil an den freien Mitteln kollektiv oder individuell gutgeschrieben werden.
Als ebenso korrekt erweise sich der anschliessende Beschluss des Stiftungsrates, die
Rentenbezüger bei der Verteilung der freien Mittel einzubeziehen (act. G 9.1/16).
4.2.2 Fest steht, dass die Beklagte im Bericht zur (in der Folge nicht
durchgeführten) Teilliquidation per 1. September 1996 die kollektive Gutschrift von
freien Mitteln beantragte, d.h. die blosse Rückstellung für Rentenerhöhungen (act. G
9.1/1). Dem Stiftungsratsbeschluss 11/1996 ist zu entnehmen, dass der Stiftungsrat
einzig den Berechnungen der Beklagten sowie deren Vorschlag in Bezug auf die
Aufteilung der freien Mittel zwischen ausgetretenen Versicherten und verbleibenden
Versicherten gefolgt war, und im übrigen selbstständig (d.h. nicht aufgrund einer
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Empfehlung der Beklagten) die individuelle Verteilung eines verhältnismässigen Anteils
von freien Mitteln an aktive Versicherte und Rentenbezüger beschlossen hatte. Die
Beklagte hatte dem Stiftungsrat im Vorfeld zur Sitzung vom 6. November 1996 einen
anderslautenden Stiftungsratsbeschluss 11/1996 vorgelegt. Dieser musste auf den
Beschluss des Stiftungsrates hin "dahingehend geändert werden, dass die freien Mittel
der verbleibenden aktiven Versicherten und Rentenbezüger im gleichen Verhältnis
verteilt werden wie bei den bereits ausgetretenen und gekündigten Versicherten" (vgl.
act. G 1.1/5 und 6; act. G 9.1/2). Der Beschluss wurde mithin gegen die Empfehlung
der Beklagten gefällt (vgl. act. G 9.1/2 S. 2 Ziffer 2 und 1b). Deren Rechtsvertreter führt
in diesem Zusammenhang aus, die Beklagte habe zur Vorsicht gemahnt. Sie habe sich
aber den entscheidenden Gremien gegenübergesehen, welche auf grösstmögliche
Ausschüttung gedrängt und die warnenden Worte des Pensionskassenexperten in den
Wind geschlagen hätten. Dies zeige sich in typischer Weise in der Behandlung des
Wohlfahrtsfonds. Die Beklagte habe darauf gedrängt, dass der Wohlfahrtsfonds im
Sinn einer internen Rückversicherung verwendet werde, um das finanzielle
Gleichgewicht zu gewährleisten (vgl. act. G 1.1/7). Hiebei sei sie vom Bericht der
Kontrollstelle über den Zwischenabschluss per 31. August 1996 ausgegangen (act. G
1.1/9). Der Stiftungsrat des Wohlfahrtsfonds habe im Juli 1996 beschlossen, die
Prämienrückstände der Stifterfirma gegenüber der Klägerin zu übernehmen (act. G
9.1/3). Der Stiftungsrat des Wohlfahrtsfonds, die Kontrollstelle der Klägerin (B._) und
die Beklagte seien übereinstimmend davon ausgegangen, dass die Mittel des
Wohlfahrtsfonds als interne Rückversicherung zur Wahrung des finanziellen
Gleichgewichts der Klägerin zu verwenden seien. Gegen den Einbezug des
Wohlfahrtsfonds habe sich aber die kantonale Aufsichtsbehörde gewehrt (act. G 9.1/2,
Ziffer 1b und 1c; act. G 9.1/4). Diese habe mit Verfügung vom 3. Dezember 1996 den
vom Stiftungsrat vorgelegten Verteilplan für die Aufteilung der freien Mittel sowie die
beantragte individuelle Verteilung der bei der Klägerin verbleibenden freien Mittel
genehmigt (act. G 9.1/5). Die kantonale Stiftungsaufsicht habe trotz der eindringlichen
Warnung der Beklagten im Schreiben vom 25. März 1997 (act. G 1.1/7) auf einer
Teilliquidation des Wohlfahrtsfonds beharrt (act. G 9.1/6). Den Empfehlungen der
Beklagten (Verzicht auf individuelle Gutschrift, Beizug des Wohlfahrtsfonds als
Rückdeckung) sei nicht nachgelebt worden (act. G 9.1/7). Im Nachgang zum Urteil der
Eidgenössischen Beschwerdekommission BVG vom 26. Februar 1999 habe die
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Beklagte lediglich die Festlegung der freien Mittel per 31. März 1999 und den Kreis der
begünstigten Destinatäre vorgeschlagen (act. G 1.1/14), nicht aber (wie in der
Klageschrift, act. G 1 S. 7, behauptet werde) die "Verteilung der freien Mittel per 31.
März 1999". Sie habe weiterhin auf kollektive Gutschrift gedrängt, habe sich aber beim
Stiftungsrat der Beklagten und bei der Aufsichtsbehörde nicht durchsetzen können
(vgl. act. G 9 S. 11-14).
4.2.3 Nach Art. 53 Abs. 2 BVG hat die Vorsorgeeinrichtung durch einen
anerkannten Experten für berufliche Vorsorge überprüfen zu lassen, ob sie jederzeit
Sicherheit dafür bietet, dass sie ihre Verpflichtungen erfüllen kann (lit. a), und ob die
reglementarischen versicherungstechnischen Bestimmungen über die Leistungen und
die Finanzierung den gesetzlichen Vorschriften entsprechen (lit. b ). Für die Berechnung
der freien Mittel bei einer Teilliquidation muss sich die Vorsorgeeinrichtung auf eine
kaufmännische und technische Bilanz mit Erläuterungen abstützen, aus denen die
tatsächliche finanzielle Lage deutlich hervorgeht (Art. 27g Abs. 1 BVV2; in Kraft seit
1. Januar 2005). Auch wenn die vorerwähnte Bestimmung im Zeitpunkt der
Ausarbeitung der hier streitigen Teilliquidation noch nicht in Kraft war, so war die
Beklagte dennoch mit der Erstellung der technischen Bilanz im erwähnten Sinn betraut
(vgl. act. G 1.1/5 S: 2 oben). Nach Art. 41 BVV2 muss der Experte bei der Ausübung
seines Mandats die Weisungen der Aufsichtsbehörde befolgen. Er muss die
Aufsichtsbehörde unverzüglich orientieren, wenn die Lage der Vorsorgeeinrichtung ein
rasches Einschreiten erfordert. - Bei Teilliquidationen kommt dem Stiftungsrat eine
zentrale Rolle zu. Er hat (unter dem Vorbehalt des endgültigen Entscheids der
Aufsichtsbehörde) zu beschliessen, ob die Voraussetzungen für eine Teilliquidation
erfüllt sind. Er hat unter anderem Beschluss zu allen objektiven Kriterien des
Verteilplans zu fassen und dessen Vollzug nach positiver Meldung der
Aufsichtsbehörde zur Rechtskraft der Verfügung anzuordnen (Bruno Lang, Die Rolle
von Beteiligten an der Teilliquidation von Pensionskassen, in: Hans Schmid (Hrsg.), Die
Teilliquidation von Vorsorgeeinrichtungen, S. 24 und 26). Der Stiftungsrat als oberstes
Organ der Vorsorgeeinrichtung ist die einzige zuständige und kompetente Instanz, die
über die Verwendung der Gelder (auch der freien Mittel) im Rahmen der
Zweckgebundenheit entscheiden kann (Bundesamt für Sozialversicherung,
Mitteilungen über die berufliche Vorsorge Nr. 54 Rz 328 S. 1). Der Experte ist bei
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Teilliquidationen häufig mit einer eigentlichen "Projektbegleitung" beauftragt (Lang,
a.a.O., S. 25).
Der Rechtsvertreter der Klägerin führt aus, die im Jahr 1996 von der Beklagten
zugegebenermassen angebrachten Vorbehalte seien in den Jahren 1999/2000 nicht
wiederholt worden. Die Beklagte habe es unterlassen, gegen eine übermässige
Verteilung von freien Mitteln zu opponieren bzw. diese abzumahnen. Die Gruppe der
Rentner sei immer als Bezügerin von freien Mitteln vorgesehen gewesen. Erst im
Hinblick auf die Stiftungsratssitzung vom 21. Mai 2002 habe die Beklagte begonnen,
die Verteilung der freien Mittel zu hinterfragen. Sodann müsse sich die Beklagte den
Vorwurf gefallen lassen, sie habe den Stiftungsrat nur unvollständig über die
Entwicklung des Deckungsgrads informiert. Zwar halte sie im Schreiben vom 25. März
1997 fest, dass isoliert vom Wohlfahrtsfonds betrachtet lediglich noch ein
Deckungsgrad von 91.6% vorhanden sei (act. G 1.1/7 S. 4). Im Bericht zur
Teilliquidation per 31. März 1999 werde der Deckungsgrad nicht thematisiert, sondern
nur festgehalten, dass das Deckungskapital die Vorgaben von Art. 16 und 17 FZG
erfülle. Die Beklagte habe es unterlassen, Angaben zum Deckungsgrad nach Verteilung
der freien Mittel zu machen (act. G 1.1/15). Erst im Hinblick auf die Stiftungsratssitzung
vom Juli 2002 werde wiederum auf den ungenügenden Deckungsgrad hingewiesen
(act. G 1.1/21). Trotz dieser Umstände habe die Beklagte an der individuellen Zuteilung
freier Mittel an die Rentner festgehalten, was in der Folge zu finanziellen Engpässen
bzw. zum Schadenseintritt geführt habe (act. G 23 S. 6-8). Die Beklagte habe ihre
Sorgfaltspflicht nicht wahrgenommen, indem sämtliche freien Mittel in den Jahren
1999/2000 aufgebraucht worden seien, was zu einer massiven Unterdeckung geführt
habe (act. G 23 S. 12f mit Hinweis auf act. G 1.1./20). Die Beklagte habe die
entsprechende Vorgehensweise nicht nur vorgeschlagen und gebilligt, sondern die
betreffenden Beschlüsse gleich auch noch auf eigenem Papier vorbereitet (act. G 23 S.
13 mit Hinweis auf act. G 1.1/16f).
4.2.4 Im Urteil der Eidgenössischen Beschwerdekommission BVG vom 26.
Februar 1999 war die Neudefinierung des von der Teilliquidation betroffenen
Destinatärkreises und die entsprechende Überarbeitung des Verteilplans im Sinn des
Antrags des damaligen Beschwerdeführers angeordnet worden (act. G 1.1/12 S. 3 und
5). Hingegen erfuhr der Beschluss des Stiftungsrates vom 6. November 1996 (act. G
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9.1/2) durch das Urteil inhaltlich insofern keine Abänderung, als darin entgegen dem
Vorschlag der Beklagten eine Rentenerhöhung bestätigt worden war. Nach Vorliegen
des Urteils fasste der Stiftungsrat im Mai 1999 denn auch ohne entsprechende
vorgängige Empfehlung bzw. Mitwirkung der Beklagten den Beschluss, an der
Rentenerhöhung auf 1. September 1996 festzuhalten (act. G 1.1/13; vgl. auch act. G
1.1/14 Traktandum 1). An der gleichen Sitzung unterbreitete die Beklagte dem
Stiftungsrat drei Varianten für den Verteilplan der freien Mittel, worauf sich der
Stiftungsrat für eine der Varianten entschied und die Beklagte beauftragte, einen
entsprechenden Beschluss zur Einreichung an die Aufsichtsbehörde auszuarbeiten
(act. G 1.1/14 Traktandum 2). Bestandteil des hierauf ergangenen Berichts der
Beklagten zur Teilliquidation per 31. März 1999 vom 2. Februar 2000 war - wie bereits
bei demjenigen vom 1. September 1996 (act. G 9.1/1 S: 6) - nicht eine Empfehlung zur
individuellen Verteilung und Gutschrift der verbleibenden freien Mittel; der Bericht
verwies vielmehr lediglich auf die Möglichkeiten der Gutschrift (kollektiv oder
individuell) und wies ausdrücklich daraufhin, dass bei individueller Verteilung die
Bildung von Rückstellungen mit zu berücksichtigen sei. Der vorgeschlagene Verteilplan
beinhaltete den gesamten Anspruch der austretenden Versicherten und auch den
gesamten Anspruch der verbleibenden Versicherten (Aktive und Rentner). Den
gesamten Anspruch der verbleibenden Versicherten bezifferte die Beklagte anhand
einer Prozentzahl bzw. eines Verteilschlüssels (act. G 1.1/15 S. 7 unten und S. 9). Sie
war denn auch unbestrittenermassen nicht damit beauftragt worden, einen Antrag über
die grundsätzliche Art der Verteilung der freien Mittel bzw. die zu berücksichtigenden
Empfängergruppen zu stellen.
4.2.5 Vor dem Hintergrund, dass der Stiftungsrat zeitlich lange vor dem
erwähnten Bericht vom 2. Februar 2000 wiederholt und entgegen dem Vorschlag der
Beklagten die individuelle Verteilung von freien Mitteln in Form einer Rentenerhöhung
beschlossen (act. G 9.1/2, G 1.1/13) und die Beklagte überdies bereits 1997 die
Aufsichtsbehörde über die schwierige finanzielle Situation der Klägerin bzw. die
Notwendigkeit des Einbezugs des Wohlfahrtsfonds zur Wahrung des finanziellen
Gleichgewichts informiert hatte (act. G 1.1/7), kann der Beklagten nicht zum Vorwurf
gemacht werden, sie habe die Klägerin im Bericht vom 2. Februar 2000 nicht
"abgemahnt" (vgl. dazu oben Erw. 4.2.3 zweiter Abschnitt). Eine solche Abmahnung
hätte mit Blick auf die geschilderte Vorgeschichte überwiegend wahrscheinlich auch
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keine Rückgängigmachung des Beschlusses vom 3. Mai 1999 (act. G 1.1/13 und 14)
zur Folge gehabt, zumal der Beschluss des Stiftungsrats, die Rentenbezüger bei der
Verteilung der freien Mittel einzubeziehen, aus rechtlicher Sicht nicht zu beanstanden
bzw. ohne weiteres vertretbar war (vgl. act. G 9.1/16 S. 4 und nachstehende
Ausführungen). Hinzu kommt, dass die Klägerin auch insofern über ihre Finanzlage
informiert war, als die Deckungskapitalberechnung der Beklagten jeweils aus den
jährlichen Revisionsberichten (vgl. act. G 1.1/10 [1998], act. G 27.1/20 [1999]) und den
Teilliquidationsberichten (act. G 1.1/5 S. 5; G 1.1/15 S. 5) ersichtlich war. Eine
Informationspflichtverletzung kann der Beklagten bei diesem Sachverhalt nicht
vorgeworfen werden. Der in der Folge gefällte Beschluss des Stiftungsrats ("individuelle
Verteilung des Anspruches an den freien Mitteln", act. G 1.1/17) erging mit dem
ausdrücklichen Vermerk, dass der Anteil an den freien Mitteln sich um die mit den
erhöhten Leistungen zusätzlich notwendige Rückstellung für die Zunahme der
Lebenserwartung reduziere. Der Beschluss wurde daraufhin von der kantonalen
Aufsichtsbehörde genehmigt (act. G 1.1/18). Der Vollzug der Teilliquidation und die
Verteilung der freien Mittel erfolgten im Laufe des Jahres 2000. Unbestritten und aus
den Akten ersichtlich ist in diesem Zusammenhang, dass bei der Klägerin nach der
Teilliquidation per 31. August 1999, d.h. Ende 1999 und Ende 2000, keine
Deckungslücke bestand. Am 31. Dezember 2000 betrug der Deckungsgrad der
Beklagten 101.8% (vgl. act. G 9.1/9 und 10). Dieser Deckungsgrad betrifft die Situation
im Nachgang zur Abwicklung der Teilliquidation, denn Ende 2000 war die
Teilliquidation - mit Ausnahme von einzelnen Guthaben von Destinatären mit
unbekanntem Aufenthalt - im Wesentlichen abgeschlossen (vgl. act. G 9.1/10
[Jahresrechnung 2001 S. 5]). Konkrete Belege dafür, dass das Handeln der Beklagten
zur Unterdeckung im Jahr 2001 (vgl. act. G 9.1/9) führte, liegen angesichts der
dargelegten Umstände nicht vor. Grundsätzlich ist von einer Mehrzahl möglicher
Ursachen der Unterdeckung auszugehen (schlechte Börsenjahre 2000 und 2001,
Verkauf der Liegenschaften mit einem Verlust von 1.4 Mio. Franken sowie
Teilliquidation mit Verteilung von insgesamt rund 14 Mio. Franken; act. G 1.1/20 S. 2),
deren Auswirkungen sich nicht im Einzelnen zuordnen lassen. Jedoch waren - und dies
erscheint entscheidend - für die anstehende Verteilung der freien Mittel aus
Teilliquidation seit 1997 Rückstellungen in der Höhe von insgesamt 14 Mio. Franken
bilanziert worden (vgl. dazu act. G 1.1/10 S. 3 [für 1997 und 1998]). Dabei ist zu
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beachten, dass die Deckungsgrade für 1997 bis 1999 - trotz der erwähnten
Rückstellungen - sich noch in komfortabler Grössenordnung bewegten (act. G 9.1/9).
Daraus erhellt, dass die Durchführung der Teilliquidation als solche nicht zu einer
Verschlechterung des Deckungsgrads führen konnte, sondern für sich allein lediglich
die (sukzessive) Reduktion der hiefür getätigten Rückstellungen bewirkte. Der
Nachweis, dass die Handlungsweise der Beklagten anlässlich der Teilliquidation per
31. März 1999 später überwiegend wahrscheinlich zu einer Unterdeckung führte bzw.
diese mit verursachte, kann unter diesen Umständen nicht als erbracht gelten. Die
Bewertung der Liegenschaften fiel im Übrigen nicht in den Zuständigkeitsbereich der
Beklagten. Die Liegenschaften hatte sie mit jenem Wert in die versicherungstechnische
Bilanz zu übernehmen, welchen der Stiftungsrat festlegte und die Kontrollstelle prüfte
(vgl. Leitfaden der gemischten Kommission GEKO zur Teilliquidation, act. G 9.1/17,
Ziffer 4.2.1f). Die technischen Reserven wurden nach den im damaligen Zeitpunkt
geltenden Richtlinien berechnet und im Teilliquidationsbericht aufgeführt (act. G 1.1/15
S. 6). Im Übrigen ist festzuhalten, dass die bereits erwähnten Börsenverluste in den
Jahren 2000 und 2001 einen Abbau der Wertschwankungsreserven von 3.846 Mio.
Franken im Jahr 1999 (act. G 27.1/20) auf Null im Jahr 2001 (act. G 9.1/10 S. 3)
bewirkten (vgl. auch act. G 27.1/19 und 21). Die Höhe der Wertschwankungsreserven
lag dabei ausserhalb des Einflussbereichs der Beklagten, d.h. des Bereichs der
technischen Reserven.
Nachdem bereits per Ende 2000 keine wesentlichen Reserven mehr bestanden hatten
(Deckungsgrad von 100%; act. G 9.1/9) und das freie Stiftungskapital aufgebraucht
war (vgl. act. G 9.1/10 [Jahresrechnung 2001 S. 3]), beschloss der Stiftungsrat an der
Sitzung vom 29. Juni 2001 die Sicherstellung eines von der Stifterfirma benötigten
Kredits bei einer Bank im Umfang von 5 Mio. Franken (act. G 1.1/19 S. 3) und ging
damit - bei knapper Finanzlage - eine weitere Verpflichtung zugunsten der Stifterfirma
ein. Die Kontrollstelle hielt dazu im Bericht zur Jahresrechnung 2001 unter anderem
fest, dass die Durchführung solcher Transaktionen mit dem Stiftungszweck nur schwer
vereinbar sei (vgl. dazu act. G 9.1/10 S. 2). Fest steht in diesem Zusammenhang, dass
der Stiftungsrat zur Behebung der per Ende 2001 bestehenden Deckungslücke
(Deckungsgrad von 90.1%; act. G 1.1/20f, G 9.1/10f) auf Empfehlung der Beklagten am
5. Juli 2002 unter anderem die dauernde Kürzung der laufenden Renten um 20% per 1.
Januar 2003 beschlossen hatte (act. G 9.1/12f). Nach unbestrittener Darstellung der
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Beklagten (act. G 9 S. 19) wurde dieser Beschluss jedoch nie umgesetzt. Nach einer
weiteren Verschlechterung der finanziellen Situation (vgl. act. G 1.1/23) wandte sich die
Beklagte an die Aufsichtsbehörde und wies auf die Notwendigkeit zum sofortigen
Handeln (unter anderem 45%ige Kürzung der laufenden Renten ab 1. Januar 2003) hin
(act. G 1.1/24). Nachdem ihr Hinweis abschlägig beantwortet und ihre Empfehlung
nicht beachtet worden war, beendete sie ihr Mandat bei der Klägerin im Dezember
2002 (act. G 1.1/25-27; act. G 9.1/14, 15).
Die von der Klägerin als Schaden geltend gemachte Vermögensverminderung stellt
Folge der individuellen Gutschrift der freien Mittel (Rentenerhöhungen) dar. Letztere
war jedoch wie ausgeführt von der Beklagten weder beantragt noch befürwortet
worden. Hieraus lässt sich somit kein widerrechtliches Verhalten der Beklagten
ableiten. Im Weiteren zeigen die Gutachten von Prof. C._ und von Dr. D._ vorerst,
dass hinsichtlich der streitigen Frage der Zuweisung von freien Mitteln an
Rentenbezüger offensichtlich verschiedene Standpunkte von Personen vertreten
werden, welche mit Belangen der beruflichen Vorsorge und insbesondere auch der
Durchführung von Teilliquidationen zweifellos vertraut sind. Schon aus diesem Grund
wäre die Rechtswidrigkeit der Zuweisung eines Anteils an freien Mitteln an die
Rentenbezüger bei der hier streitigen Teilliquidation per 31. März 1999 in Frage gestellt.
Im Weiteren ist festzuhalten, dass Dr. D._ sich ausführlich und sehr fundiert mit dem
Gutachten von Prof. C._ auseinandersetzte und dessen Argumentation widerlegte.
Die Hinweise von Dr. D._ überzeugen inhaltlich durchwegs. Insbesondere ergibt sich
aus seinen unter anderem mit Verweis auf die Rechtsprechung begründeten
Darlegungen klar, dass bei der Verteilung von freien Mitteln die aktiven Versicherten
und die Rentner nach dem Grundsatz der relativen Gleichbehandlung berücksichtigt
werden müssen. So hatte auch das Eidgenössische Versicherungsgericht (seit 1.
Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) in einem Urteil
betreffend die freiwillige Verteilung von freien Mitteln festgehalten, diese seien im
Rahmen der Gleichbehandlung für jene Versicherten (Aktive und Passive) zu
verwenden, die an deren Äufnung beteiligt gewesen seien (BGE 128 II 394 Erw. 3.2 mit
Hinweis). Hieraus lässt sich gemäss dem Gutachter Dr. D._ die Kompetenz des
Stiftungsrates begründen, anlässlich einer Teilliquidation die den verbleibenden
Versichertengruppen zustehenden Anteile am freien Vermögen effektiv zu verteilen und
auf diesem Weg für die Rentenbezüger eine Rentenerhöhung zu finanzieren (act. G
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9.1/16; vgl. im weiteren auch Bundesamt für Sozialversicherung, Mitteilungen über die
berufliche Vorsorge Nr. 54 Rz 328 S. 4 oben). Ein widerrechtliches Handeln der
Beklagten ist damit vorliegend nicht dargetan.
4.3 In verschuldensmässiger Hinsicht genügt im Rahmen von Art. 52 BVG leichte
Fahrlässigkeit. Diese liegt bei geringfügiger Verletzung der erforderlichen Sorgfalt vor,
das heisst, wenn vom Sorgfaltsmassstab, den eine gewissenhafte und sachkundige
Person (Experte, Stiftungsrat) in einer vergleichbaren Lage bei der Erfüllung der ihr
übertragenen Aufgaben beachten würde, abgewichen wird. Was als (leichte oder
grobe) Fahrlässigkeit anzusehen ist, muss im Einzelfall nach richterlichem Ermessen
verdeutlicht werden; die Beantwortung der Frage beruht auf einem Werturteil (BGE 128
V 124 Erw. 4e mit Hinweisen). Der Rechtsvertreter der Klägerin führt aus, bei einer
vertraglichen Haftung werde das Verschulden präsumiert. Auf Seiten der Beklagten sei
ein Verschulden in Form der groben Fahrlässigkeit gegeben, indem diese - ohne
Berücksichtigung der gesetzlichen Lage - vorgeschlagen habe, die freien Mittel zu
verteilen, und zwar im Wissen darum, dass eine solche Verteilung zu finanziellen
Engpässen führen werde. Habe sie doch frühzeitig festgehalten, dass sich wegen der
massiven Leistungsverbesserungen die Zukunftsaussichten für die Klägerin eher als
gedämpft präsentieren würden (act. G 1.1/7). - Wie sich aus Erwägung 4.2 ergibt,
handelte die Beklagte hinsichtlich der streitigen Teilliquidation per 31. März 1999 im
Einklang mit den einschlägigen rechtlichen Vorschriften; eine Sorgfaltspflichtverletzung
ist nicht ersichtlich. Ein schuldhaftes (fahrlässiges) Handeln ist damit zu verneinen.
4.4 Zwischen einem eingetretenen Schaden und dem (von der Klägerin als
pflichtwidrig behaupteten) Verhalten der Beklagten, d.h. insbesondere ihren
Vorschlägen im Zusammenhang mit der streitigen Teilliquidation, müsste sodann ein
adäquater Kausalzusammenhang (zum Begriff BGE 125 V 456 Erw. 5a mit Hinweisen)
gegeben sein. Die Klägerin lässt diesbezüglich ausführen, die Beklagte habe sehr wohl
gewusst, dass sich die Stiftungsräte auf das fachmännische Urteil eines
Pensionskassenexperten verlassen würden, wenn es um den nicht alltäglichen Fall
einer Teilliquidation gehe. Der von der Beklagten gemachte Vorschlag sei ohne Zweifel
geeignet, einen Schaden wie den eingetretenen herbeizuführen (act. G 1 S. 15). Dazu
ist festzuhalten, dass sich bei fehlender Pflichtwidrigkeit bzw. Widerrechtlichkeit die
Prüfung der adäquaten Kausalität an sich erübrigt. Dennoch ist mit Hinweis auf die
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Ausführungen in Erw. 4.2 festzuhalten, dass eine natürliche Kausalität zwischen den
Feststellungen der Beklagten im Bericht zur Teilliquidation per 31. März 1999 vom 2.
Februar 2000 (act. G 1.1/15) und dem aus der Sicht der Klägerin schädigenden
Beschluss des Stiftungsrats vom Februar 2000 nicht gegeben ist, nachdem die
Beklagte im erwähnten Bericht keinen Vorschlag auf individuelle Verteilung der Mittel
(unter anderem Rentenerhöhungen) machte, sondern die zur Disposition stehenden
Möglichkeiten darlegte und darauf hinwies, dass bei einer individuellen Verteilung
angemessene Rückstellungen zu bilden seien. Wie erwähnt bestand bei der Klägerin
nach der Teilliquidation per 31. August 1999, d.h. Ende 1999 und Ende 2000, keine
Deckungslücke (act. G 9.1/9). Für die Unterdeckung, welche sich in den Jahren 2001
und 2002 bildete, kann - wie in Erw. 4.2 ausgeführt - die Teilliquidation per 31. August
1999 bzw. die Verteilung von freien Mitteln nicht überwiegend wahrscheinlich als
Ursache gelten.
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Klage abzuweisen. Gerichtskosten sind
keine zu erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG