Decision ID: 31fa4da7-2139-4a3d-8505-77a4439d4b61
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Urs Schlegel, Bahnhofstrasse 7, 9470 Buchs SG,
gegen
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Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons
St. Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Ergänzungsleistung zur IV
Sachverhalt:
A.
A.a A._ wurde im November 2009 rückwirkend ab Dezember 2006 eine ganze
Invalidenrente zugesprochen (act. 62). Er meldete sich am 24. November 2009 zum
Bezug einer Ergänzungsleistung an (act. 60). Dabei gab er u.a. an, er habe zwei Kinder
(Jg. 19_ und 20_) und weder seine Ehefrau noch er selber gingen einer
Erwerbstätigkeit nach. Die EL-Durchführungsstelle forderte ihn am 10. Dezember 2009
auf (act. 59), von seiner Ehefrau verschiedene Fragen im Zusammenhang mit der
Anrechnung eines Erwerbseinkommens beantworten zu lassen. Der Versicherte teilte
am 18. Dezember 2009 mit (act. 58), seine Ehefrau habe keinen Beruf erlernt und sie
habe auch noch nie eine Erwerbstätigkeit ausgeübt. Sie habe sich auch noch nie um
eine Arbeitsstelle bemüht. Sie müsse nämlich ihre Kinder, den kranken Ehemann und
die kranke Schwiegermutter betreuen. Die EL-Durchführungsstelle notierte am 22.
Dezember 2009 (act. 57), das ältere Kind sei von August 2009 bis August 2011 in der
Berufsausbildung und das jüngere Kind werde noch bis Juli 2010 die Schule besuchen.
Weitere Mitbewohner seien die Eltern des Versicherten. Der Ehefrau sei ab August
2007 ein hypothetisches Erwerbseinkommen anzurechnen, da das jüngere Kind ab
diesem Zeitpunkt die Schule besucht habe. Auszugehen sei vom Durchschnittslohn der
Hilfsarbeiterinnen, wobei 10% für das Alter (Jg. 1965) und 10% für "Konkurrenz"
abzuziehen seien. Das ergebe ein hypothetisches Bruttoerwerbseinkommen von Fr.
34'936.-- und Sozialversicherungsbeiträge von Fr. 2'113.--. Mit einer Verfügung vom
21. Januar 2010 sprach die EL-Durchführungsstelle dem Versicherten rückwirkend eine
Ergänzungsleistung zu, bei deren Berechnung sie dieses hypothetische
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Erwerbseinkommen der Ehefrau berücksichtigte (act. 55/56). Im Januar 2012 erfolgte
eine rückwirkende Anpassung, da das ältere Kind ein Erwerbseinkommen erzielt bzw.
Versicherungsleistungen bezogen hatte (act. 51-47). Ab September 2010 hatte die
Vergleichsrechnung mit/ohne älteres Kind ergeben, dass die Berechnungsvariante
ohne dieses Kind die günstigere gewesen war. Allerdings hatte auch das nichts daran
geändert, dass ein Einnahmenüberschuss resultiert hatte. Die Anspruchsberechnung
hatte weiterhin das hypothetische Erwerbseinkommen der Ehefrau ausgewiesen. Mit
einer Verfügung vom 19. Januar 2012 (act. 46) stellte die EL-Durchführungsstelle die
Ausrichtung der Ergänzungsleistung ein.
A.b Am 23. August 2012 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug einer Ergän
zungsleistung an (act. 17). Die EL-Durchführungsstelle forderte ihn am 23. November
2012 auf (act. 14), verschiedene Fragen im Zusammenhang mit einer allfälligen An
rechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens seiner Ehefrau zu beantworten.
Der Versicherte gab am 4. Dezember 2012 an (act. 13), seine Ehefrau habe keinen
Beruf erlernt. Sie sei Hausfrau und habe nie gearbeitet. Sie habe keine Deutschkennt
nisse. Die EL-Durchführungsstelle notierte am 5. Dezember 2012 (act. 12), es lebe noch
ein Kind (_-jährig) zuhause. Es gebe keinen Grund, kein hypothetisches
Erwerbseinkommen anzurechnen. Ausgehend vom Durchschnittseinkommen der
Hilfsarbeiterinnen von Fr. 49'291.-- ermittelte sie bei Abzügen von 15% (Alter) und 10%
("Konkurrenz") ein hypothetisches Nettoerwerbseinkommen von Fr. 34'597.--. Die
Anspruchsberechnung unter Berücksichtigung dieses Einkommens ergab einen
Einnahmenüberschuss (act. 8/9). Mit einer Verfügung vom 7. Dezember 2012 wies die
EL-Durchführungsstelle das Leistungsbegehren ab (act. 10).
A.c Der Versicherte liess am 7. Januar 2013 Einsprache erheben (act. 5). Sein
Rechtsvertreter machte geltend, die angerechneten Beträge für den Lebensbedarf, den
Mietzins und die Krankenkassenprämien seien zu tief. Die Ehefrau sei _ Jahre alt und
noch nie ausser Haus erwerbstätig gewesen. Ausserdem habe sie Probleme mit der
Hand, die sie noch abklären müsse. Sie betreue nebst der 11-jährigen Tochter auch
noch den 19-jährigen Sohn, der sich trotz offenbarer Geburtsgebrechen sehr bemühe,
eine Arbeitsstelle zu finden, weil er nicht als invalid gelten wolle. Gemäss der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung sei ein Wiedereinstieg in das Berufsleben nach
dem 45. Altersjahr nicht mehr zumutbar. Die Ehefrau verfüge weder über
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Deutschkenntnisse noch über eine Ausbildung. Deshalb sei ihr eine Erwerbstätigkeit
ausserhalb des Haushalts nicht zumutbar. Eventuell sei eine stundenweise
Erwerbstätigkeit von maximal 50% zumutbar. Damit könnte die Ehefrau ein
Nettoerwerbseinkommen von Fr. 14'400.-- erzielen. Am 15. Januar 2013 reichte der
Rechtsvertreter ein Zeugnis von Dr. med. B._, Flums, vom 11. Januar 2013 ein, laut
dem die Ehefrau des Versicherten bis auf weiteres arbeitsunfähig war. Der
Rechtsvertreter verlangte ausserdem die Berücksichtigung der Kosten der
heilpädagogischen Tagesschule (act. 2). In einer Stellungnahme des Fachbereichs
wurde am 12. Februar 2013 u.a. festgehalten (act. 1), die Ehefrau habe sich nicht für
eine IV-Rente angemeldet. Die Kinder müssten nicht rund um die Uhr betreut werden.
Das hypothetische Erwerbseinkommen sei eher zu tief angesetzt worden. In einem von
Dr. med. C._ zuhanden der IV-Stelle ausgearbeiteten psychiatrischen Gutachten vom
19. Juli 2009 war u.a. ausgeführt worden (act. 63), der Versicherte habe angegeben, er
gehe zwar nach draussen, meide aber den Kontakt mit den Leuten. Er habe ein
verhaltensgestörtes Kind, das in der Sonderschule untergebracht sei. Auch der Sohn
sei in der Sonderschule. Er könne seinen Kindern nicht helfen. Er sei sozial isoliert und
habe nur noch mit seinen Verwandten im Haus Kontakt. Der Gutachter hatte weiter
festgehalten, gemäss den Angaben des behandelnden Arztes zeige der Versicherte
Verhaltensstörungen bei Überforderungssituationen. Die Ehefrau wirke adäquat und
halte die Familie zusammen. Sie trage auch den Patienten. Die beiden Kinder hätten
Lernstörungen.
A.d Die EL-Durchführungsstelle wies die Einsprache am 26. März 2013 ab (act. 67).
Zur Begründung führte sie an, die angefochtene Anspruchsberechnung habe das Jahr
2012 betroffen, weshalb sie für den Lebensbedarf und die Krankenkassenprämien zu
Recht auf die Ansätze für 2012 abgestellt habe. Die Miete für die Garage und die TV-
Gebühren gehörten nicht zum abzugsfähigen Mietzins. Eine Arbeitsunfähigkeit der
Ehefrau sei nicht nachgewiesen. Daran ändere das Zeugnis von Dr. B._ nichts, da es
nicht begründet sei. Der voll arbeitsfähigen Ehefrau sei es zumutbar, sich um eine
Ganztagsstelle zu bewerben. Der Versicherte sei in der Lage, die _-jährige Tochter zu
betreuen. Hilfstätigkeiten könnten auch ohne berufliche Kenntnisse und ohne
Deutschkenntnisse ausgeübt werden. Weder die bisherige Abwesenheit vom
Arbeitsmarkt noch das Alter seien ein Hindernis für eine Arbeitsaufnahme. Damit auf
die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens verzichtet werden könnte,
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müsste sich die Ehefrau über einen längeren Zeitraum erfolglos bewerben und dabei
auch die Unterstützung des RAV in Anspruch nehmen.
B.
B.a Der Versicherte liess am 23. April 2013 Beschwerde gegen diesen Einsprache
entscheid erheben und die Zusprache einer monatlichen Ergänzungsleistung von
Fr. 1'815.90, ev. Fr. 1'149.25, für die Periode August bis Dezember 2012 beantragen
(act. G 1). Sein Rechtsvertreter machte sinngemäss geltend, der Ehefrau sei eine
Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Sie könne aus medizinischen und
psychologischen Gründen kein Erwerbseinkommen in der angerechneten Höhe
erzielen. Zur Klärung der Arbeitsfähigkeit sei ein Gutachten einzuholen. Am 8. April
2013 sei eine IV-Anmeldung erfolgt. Die Ehefrau leide an schmerzhaften Schwellungen
an den Händen, die teilweise in die Arme ausstrahlten. Daher seien ihr gewisse
Tätigkeiten (z.B. Haushälterin) nicht zumutbar. Der Einstieg in das Berufsleben müsste
gestaffelt bzw. teilzeitlich erfolgen. Bei 20 Std. pro Woche könnte ein Einkommen von
Fr. 14'400.-- (anrechenbar: Fr. 8'000.--) erzielt werden.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 30. April 2013 die Abweisung der Be
schwerde (act. G 3).

Erwägungen:
1. In Bezug auf die pauschalen Krankenkassenprämien und den Lebensbedarf
erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid als rechtmässig. Dasselbe gilt für
den Mietzinsabzug, der nur die effektiven Wohnkosten deckt, zu denen die Kosten
einer Garage oder die Kosten eines TV-Anschlusses offensichtlich nicht gehören.
2. Einkünfte, auf die verzichtet wird, sind als Einnahmen anzurechnen (Art.11 Abs. 1
lit. g ELG). Die Beschwerdegegnerin ist davon ausgegangen, dass die Ehefrau des
Beschwerdeführers auf die Erzielung eines Erwerbseinkommens verzichte. Deshalb hat
sie gestützt auf Art. 11 Abs. 1 lit. g i.V.m. lit. a ELG ein hypothetisches
Erwerbseinkommen als Einnahme angerechnet. Ein Verzicht auf Erwerbseinkünfte liegt
vor, wenn die betreffende Person keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, obwohl ihr dies
möglich und zumutbar wäre. Möglich ist eine Erwerbstätigkeit, wenn die betreffende
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Person erwerbsfähig (Art. 7 ATSG e contrario) ist und eine geeignete Arbeitsstelle
finden bzw. eine bestehende Stellenlosigkeit "überwinden" kann. Zumutbar ist eine
Erwerbstätigkeit, wenn keine persönlichen Gründe gegen eine Verwertung der
Erwerbsfähigkeit sprechen und wenn keine andere Aufgabe (z.B. die aufwendige
Betreuung eines schwerbehinderten Kindes) einer Erwerbstätigkeit vorgeht. Der
Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG) bewirkt, dass die EL-
Durchführungsstellen zu untersuchen haben, ob eine bestimmte Person erwerbsfähig
ist, ob sie ihre Stellenlosigkeit "überwinden" kann und ob sie aus persönlichen Gründen
oder wegen einer anderen, wichtigeren Aufgabe keiner Erwerbstätigkeit nachgehen
kann. Da es sich um Sachverhaltselemente handelt, die i.d.R. nicht ohne die
Mitwirkung der betreffenden Person erhoben werden können, kommt der
Mitwirkungspflicht bei der Sachverhaltsabklärung eine sehr grosse Bedeutung zu. Die
betreffende Person muss insbesondere Auskunft geben über ihren
Gesundheitszustand bzw. über ihre Arbeitsfähigkeit und über ihre beruflichen Fähig
keiten, Kenntnisse und Erfahrungen, sie muss sich um eine geeignete Arbeitsstelle
bemühen und sie muss angeben, warum sie aus persönlichen Gründen oder wegen
einer wichtigeren Aufgabe keiner Erwerbstätigkeit nachgehen kann. Für all diese Aus
sagen muss sie Belege einreichen; nötigenfalls muss sie sich zusätzlichen
Abklärungsmassnahmen (z.B. einer medizinischen Begutachtung) unterziehen. Da eine
- durch das Fehlen von Erwerbseinkommen mitverursachte - Mittellosigkeit einen
Leistungsanspruch begründet, liegt die materielle Beweislast, d.h. der Nachteil der
Beweislosigkeit beim EL-Ansprecher. Kann die Unmöglichkeit und/oder die
Unzumutbarkeit der Ausübung einer Erwerbstätigkeit trotz der Ausschöpfung der
Untersuchungs- und der Mitwirkungspflicht nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit belegt werden, muss also ein hypothetisches
Erwerbseinkommen angerechnet bzw. im entsprechenden Umfang eine
anspruchsbegründende Mittellosigkeit verneint werden.
2.1 Der Beschwerdeführer hat geltend machen lassen, es sei seiner Ehefrau nicht
möglich, eine Erwerbstätigkeit auszuüben, weil sie nicht arbeitsfähig sei. Sein Rechts
vertreter hat dies in der Einsprache vom 7. Januar 2013 mit (nicht näher spezifizierten)
Problemen mit der Hand begründet und später mit einem Zeugnis von Dr. B._ belegt.
Allerdings hat dieses Zeugnis zwar eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert, aber
keine Begründung für diese Einschätzung geliefert. Die Beschwerdegegnerin hat den
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Beschwerdeführer nicht aufgefordert, weitere medizinische Belege einzureichen und
damit die behauptete Arbeitsunfähigkeit nachzuweisen. Sie hat selbst auch keine
Abklärungen vorgenommen. Damit hat die Beschwerdegegnerin ihre
Untersuchungspflicht verletzt und dann in rechtswidriger Weise gestützt auf die
materielle Beweislastverteilung die Möglichkeit der Ehefrau des Beschwerdeführers
bejaht, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Sie hat dieses Vorgehen dadurch zu
rechtfertigen versucht, dass sie ihren Einspracheentscheid gestützt auf Art. 53 Abs. 1
ATSG korrigieren werde, wenn und soweit der Ehefrau des Beschwerdeführers im IV-
Verfahren eine Rente zugesprochen werde. Die Begründung für diese Vorgehensweise
der Beschwerdegegnerin dürfte insbesondere darin zu suchen sein, dass die Abklärung
der Arbeitsfähigkeit den zentralen Gegenstand der Sachverhaltsabklärung im IV-
Verfahren bildet, so dass im Interesse eines ökonomischen Mitteleinsatzes
doppelspurige Abklärungen vermieden werden können. Die Beschwerdegegnerin hätte
zusätzlich anführen können, die IV-Stellen verfügten über eine besondere Kompetenz
in der Ermittlung medizinischer Sachverhalte und zudem könne mit dem Unterbleiben
eigener Abklärungen der EL-Durchführungsstellen der Gefahr widersprüchlicher
Abklärungsergebnisse vorgebeugt werden. Diese Argumentation ist zwar
nachvollziehbar, aber sie überzeugt nicht. Es fehlt nämlich eine gesetzliche Norm, die
es der Beschwerdegegnerin erlauben würde, gestützt auf einen nicht mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erhobenen
Sachverhalt zu verfügen oder zu entscheiden. Hinzu kommt, dass Art. 53 Abs. 1 ATSG
nicht dazu dienen kann, auf eine formell rechtskräftige und damit verbindliche
Verfügung zurückzukommen, die bewusst gestützt auf einen nicht bewiesenen
Sachverhalt erlassen worden ist. Damit würde Art. 53 Abs. 1 ATSG nämlich dazu
missbraucht, die Verbindlichkeit formell rechtskräftiger Verfügungen und Einsprachen
in Bezug auf den massgebenden Sachverhalt unter eine auflösende Bedingung zu
stellen, womit die angestrebte Rechtssicherheit für die Adressaten dieser Verfügungen
und Einspracheentscheide nicht mehr gewährleistet wäre. Allenfalls müssten sogar
Gerichtsurteile diese auflösende Bedingtheit übernehmen. Hinzu kämen
verfahrensrechtliche Probleme: Würde das Ergebnis der Sachverhaltsabklärung durch
die Invalidenversicherung der von der EL-Durchführungsstelle erwarteten
Sachverhaltsvariante entsprechen, erwiese sich das Dispositiv der Verfügung bzw. des
Einspracheentscheides nachträglich als im Ergebnis richtig, so dass die auflösende
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Bedingung nicht wirksam würde. Trotzdem wäre eine neue Verfügung notwendig, denn
der betroffene Versicherte müsste ja in die Lage versetzt werden, den von der
Invalidenversicherung ermittelten Sachverhalt in Frage zu stellen und durch eine
Anfechtung im Ergebnis doch noch eine Korrektur der/des unter einer auflösenden
Bedingung stehenden ursprünglichen Verfügung/Einspracheentscheides zu erreichen.
Die EL-Durchführungsstelle müsste also in jedem Fall, auch bei einer Bestätigung der
von ihr erwarteten Sachverhaltsvariante, eine Verfügung zum Thema prozessuale
Revision erlassen. Diese Verfügung würde entweder die frühere Verfügung/den
früheren Einspracheentscheid revidieren oder sie würde die frühere Verfügung/den
früheren Einspracheentscheid im Ergebnis bestätigen. Problematisch wäre das, wenn
die ursprüngliche Verfügung bzw. der ursprüngliche Einspracheentscheid gerichtlich
beurteilt worden wäre und dabei die Bedingtheit zwar als rechtmässig akzeptiert, aber
aus der damaligen Sachverhaltshypothese resultierende Rechtsfragen beantwortet
worden wären. Die nach dem Abschluss der Sachverhaltsabklärung durch die
Invalidenversicherung ergehende, die ursprüngliche, bedingte Entscheidung
ersetzende Verfügung müsste in einem solchen Fall nämlich inhaltlich auf die
Würdigung des neu ermittelten effektiven Sachverhalts beschränkt bleiben, soweit
dabei durch diesen neuen Sachverhalt nicht auch andere Antworten auf die früher
gerichtlich beurteilten Rechtsfragen erforderlich wären oder neue Rechtsfragen
aufgeworfen würden. Die Abgrenzung zwischen dem Streitgegenstand des Urteils über
die bedingte Verfügung bzw. den dort beantworteten Rechtsfragen auf der einen Seite
und dem Gegenstand der neuen Verfügung auf der anderen Seite könnte sehr komplex
ausfallen. Angesichts der erheblichen Rechtsunsicherheit bzw. der nur unter einer
auflösenden Bedingung stehenden Verbindlichkeit von Verfügungen,
Einspracheentscheiden und allenfalls sogar Urteilen und angesichts des Missbrauchs
des Art. 53 Abs. 1 ATSG als Mittel zur Schaffung auflösend bedingter Entscheide
erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid als rechtswidrig, da er sich auf
einen nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
ermittelten Sachverhalt abgestützt hat und da er sich auch durch eine auflösende
Bedingtheit in der Form der Zusicherung einer prozessualen Revision nicht
rechtfertigen lässt. Die Beschwerdegegnerin wird deshalb entweder selbst die
Arbeitsfähigkeit der Ehefrau des Beschwerdeführers abklären oder das
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Verwaltungsverfahren zur Prüfung eines allfälligen EL-Anspruchs bis zum Abschluss
der Sachverhaltsabklärungen der Invalidenversicherung sistieren müssen.
2.2 Steht die wichtigste Voraussetzung der Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens, nämlich die Arbeitsfähigkeit der betreffenden Person, noch nicht
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, kann auch der für die
anderen beiden Voraussetzungen (Überwindbarkeit der Stellenlosigkeit und
Zumutbarkeit einer Erwerbstätigkeit) massgebende Sachverhalt noch nicht
nachgewiesen sein. Die Aussichten auf eine Arbeitsstelle hängen nämlich auch von der
Art und der Ausprägung einer allfälligen Gesundheitsbeeinträchtigung ab. Dasselbe gilt
für die Zumutbarkeit einer Erwerbstätigkeit zusätzlich zu allfälligen Aufgaben im
Haushalt, die ausschliesslich von der betreffenden Person geleistet werden können.
Wenn in der Folge trotzdem einige Gedanken zu den beiden anderen Voraussetzungen
der Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens geäussert werden, kann es
sich dabei nur um ein obiter dictum handeln, das auf der (allenfalls unzutreffenden)
Erwartung beruht, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers in ihrer Arbeitsfähigkeit
nicht eingeschränkt sein dürfte. Diese Äusserungen gehören also nicht zum
Urteilsdispositiv. Der Beschwerdeführer hat geltend machen lassen, seine Ehefrau
habe keinen Beruf erlernt, spreche kein Deutsch und sei noch nie einer Erwerbstätigkeit
nachgegangen. Damit hat er wohl die Aussichtslosigkeit aller Bemühungen um eine
Arbeitsstelle begründen wollen. Dem wäre entgegen zu halten, dass die Ausübung
einer Hilfstätigkeit definitionsgemäss keine beruflichen Kenntnisse und Erfahrungen
voraussetzt. In vielen Betrieben, in denen Hilfsarbeiterinnen beschäftigt werden,
verfügen die direkten Vorgesetzten über ausreichende Kenntnisse der Muttersprache
der Hilfsarbeiterinnen oder es gibt Arbeitskolleginnen, die über Deutschkenntnisse
verfügen und deshalb bei Bedarf übersetzen können. Im Übrigen besteht bei
Hilfsarbeiten meist nur ein rudimentärer und immer gleich bleibender
Kommunikationsbedarf, so dass es den Hilfsarbeiterinnen zumutbar ist, in ihrem
Arbeitsalltag im erforderlichen Ausmass Deutsch zu lernen. Die Aussichtslosigkeit
jeden Versuchs, eine Arbeitsstelle zu finden, würde sich mit diesen "Nachteilen" der
Ehefrau des Beschwerdeführers also jedenfalls nicht mit dem erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit belegen lassen. Dazu wäre es
notwendig, dass die Ehefrau sich intensiv um eine Arbeitsstelle bemühen würde. Nur
so könnte sie belegen, dass ihre Stellenlosigkeit objektiv nicht zu überwinden wäre. Da
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der Beschwerdeführer bereits seit Jahren zu 90% invalid ist, da offenkundig gewesen
ist, dass die Renteneinkünfte den Existenzbedarf der Familie nicht decken konnten,
und da bereits früher ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet wurde, hätte
die Ehefrau des Beschwerdeführers (falls sie arbeitsfähig gewesen sein sollte) lange vor
der erneuten Anmeldung zum Leistungsbezug erkennen müssen, dass die Rolle des
"Ernährers" der Familie nun ihr zugefallen war, dass sie also ein Erwerbseinkommen
hätte erzielen müssen. Sollte der Beschwerdeführer mit dem Verweis auf die fehlenden
Berufs- und Deutschkenntnisse sowie auf die fehlende Berufserfahrung seiner Ehefrau
(auch) die Unzumutbarkeit der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit geltend gemacht
haben, wäre einzuwenden, dass es widersprüchlich ist, unter Berufung auf die fehlende
Integration in der Gesellschaft die Solidarität eben dieser Gesellschaft anzurufen, um
sich so der Integration (zumindest in die Arbeitswelt) weiterhin entziehen zu können.
Die durch die Folgen eines Geburtsgebrechens erschwerte Suche des Sohnes nach
einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz und die Sonderschulbedürftigkeit der Tochter
sind zwar in Bezug auf den durch sie ausgelösten, möglicherweise
überdurchschnittlichen Betreuungsbedarf nicht abgeklärt worden. Aber es ist doch
darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer keiner Erwerbstätigkeit nachgeht und
deshalb grundsätzlich die Betreuungsleistung erbringen könnte, falls die Art und die
Schwere seiner Gesundheitsbeeinträchtigung dies bei objektiver Betrachtung zulassen
würden. Da die medizinischen Akten des Beschwerdeführers aus dem (inzwischen
abgeschlossenen) IV-Verfahren nicht beigezogen worden sind (und da angesichts der
Rückweisung der Streitsache an die Beschwerdegegnerin zur weiteren Abklärung in
einem anderen Punkt ein Beizug dieser Akten durch das Gericht verfahrensökonomisch
nicht sinnvoll ist), muss auch die Frage offen gelassen werden, ob der
Beschwerdeführer einen so hohen Pflegeaufwand verursacht, dass es seiner Ehefrau
nicht zumutbar ist, daneben sowie neben der Betreuung der Kinder auch noch einer
Erwerbstätigkeit nachzugehen (bzw. einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nachzugehen).
Immerhin ist darauf hinzuweisen, dass Pflegekosten, die durch den Beizug von
Drittpersonen entstehen, aus verschiedenen Quellen gedeckt werden können, so dass
nicht geltend gemacht werden kann, zur Vermeidung hoher Pflegekosten sei die
Ehefrau gezwungen, auf eine Erwerbstätigkeit zu verzichten, um die Pflegeleistungen
selbst erbringen zu können.
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3. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der angefochtene Einspracheentscheid
auf einem unzureichend abgeklärten massgebenden Sachverhalt beruht und deshalb in
Verletzung der Abklärungspflicht und der gesetzlichen Beweisanforderungen ergangen
ist. Da er sich als rechtswidrig erweist, ist er aufzuheben. Die Sache ist zur weiteren
Abklärung und zur anschliessenden neuen Entscheidung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Im Zusammenhang mit dem Antrag auf die Zusprache einer Parteien
schädigung ist dieser Verfahrensausgang als vollumfängliches Obsiegen des
Beschwerdeführers zu qualifizieren. Deshalb besteht ein Anspruch auf eine volle, d.h.
ungekürzte Parteientschädigung. Deren Höhe richtet sich nach dem
Vertretungsaufwand. Dieser erweist sich als unterdurchschnittlich, weshalb die
Parteientschädigung auf Fr. 2'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festzusetzen ist.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP