Decision ID: 0a4c4f48-003f-4b28-92e5-08cbb9c2fdab
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1984 geborene
X._
meldete sich unter Hinweis auf
ein
als Fuss
gänger am 22.
Juni 201
5
anlässlich eines Verkehrsunfalls
er
littenes
Polytrauma
am 7
. April 2016 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, zum Leistungsbezug an (Urk. 9/4).
Die IV-Stelle zog die Akten
des Unfall
ver
sicherers bei (Urk. 9/32
, 9/44
)
,
holte Arztberichte ein (Urk. 9/11
, 9/15
, 9/25,
9
/26
,
9/37
, 9/51
)
, tätigte beruflich-erwerbliche Abklärungen (Urk. 9/43, 9/47, 9/48-9/50)
und
teilte dem Versicherten am 23. März 2017 mit, dass
auf
grund der andau
ern
den medi
zi
nischen Behandlung sowie der geplanten Ope
ration
keine berufli
chen Ein
glie
de
rungsmassnahmen möglich seien (Urk. 9/39)
.
Mit Schreiben vom 28. September 2017
(Urk. 9/52)
und
vom 9. November 2017
(Urk. 9/66)
erteilte die IV-Stelle
Kostengutsprache für eine Grundabklärung
sowie
für eine vertiefte berufliche Abklärung
in der
Y._
und richtete Taggelder aus (Urk. 9/53
, 9/58
, 9/67, 9/
72
)
.
Mit Schreiben vom 3. Januar 2018 (Urk. 9/81) teilte die IV-Stelle dem Versicherten
alsdann
mit, dass
derzeit
keine weiteren beruflichen Eingliede
rungs
massnahmen
durchgeführt würden
.
1.2
Im Hinblick auf die Prüfung eines Rentenanspruches holte die IV-Stelle weitere Arztberichte ein (Urk. 9/86) und zog das vom Unfallversicherer
in den Disziplinen Orthopädie, Neurologie, Psychiatrie und Neurochirurgie
veranlasste und von der
Abklärungsstelle
Z._
erstattete
Gutachten vom 28. April 2019 bei (Urk. 9/100
).
Gestützt auf das Gutachten stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 24. Oktober 2019 die
Zusprache
einer befristeten halben Invalidenrente vo
m
1. Oktober 2016 bis 31. Juli 2019 in Aussicht
und hielt fest, nach diesem Zeit
punkt bestehe kein Rentenanspruch mehr
(Urk. 9/106).
Dagegen erhob der Ver
si
cherte am 25. November 2019 Einwand (Urk. 9/116), welchen er am 27. Novem
ber 2019 ergänzte (Urk. 9/115; vgl. auch Urk. 9/118, 9/119).
Mit Ver
fü
gung vom
16. Mai 2020
sprach die IV-Stelle dem Versicherten wie in Aussicht gestellt eine
bef
ristete halbe Invalidenrente vom
1. Oktober 2016 bis 31. Juli 2019
zu
und
ver
neinte einen danach bestehenden Rentenanspruch (Urk. 2 [= Urk. 9/
122 und 9/
137
])
.
Zugleich
koordinierte
sie
den Renten- mit dem Taggeld
anspruch (Urk. 9/126
, 9/131
)
.
2.
Gegen die Verfügung vom 16. Mai 2020 (Urk. 2) erhob der Versicherte mit Ein
gabe vom 18. Juni 2020 Beschwerde und beantragte, es sei die angefochtene Ver
fügung insoweit aufzuheben, als für den Zeitraum vom 1. Oktober 2016 bis 31. Juli 2019 lediglich ein Anspruch auf eine halbe Invalidenrente statt auf eine
ganze Invalidenrente bejaht und ein Rentenanspruch für den Zeitraum ab 1. August
2019 vollständig verneint werde, unter Kosten- und Entschädigungs
folgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1). Die IV-Stelle schloss mit Be
schwerdeantwort vom 30. Oktober 2020 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8),
worüber
de
r
Beschwerdeführer
mit Verfügung vom
3. November 2020
in
Kennt
nis
gesetzt
wurde (Urk. 10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundes
ge
setzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Erwerbs
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psy
chischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
gliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundes
ge
setzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen all
seitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vor
akten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusam
menhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Ex
perten in einer Weise begründet sind, dass die rechts
anwendende Person sie prü
fend nachvollziehen kann,
und
ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räu
mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen er
schweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die IV-Stelle stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt,
aufgrund des Unfalles seien
zur Abklärung der gesundheitlichen Einschrän
kun
gen
des Beschwerdeführers
alle verfügbaren
Unterlagen eingeholt worden. Die medizinische Prüfung habe ergeben, dass der Beschwerdeführer seit dem Unfall in seiner angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig, ihm ab Januar 2016 eine angepasste Tätigkeit
im Umfang
von 50 %
jedoch
zumutbar sei. Der Ein
kommensvergleich habe einen Invaliditätsgrad von 53 % ausgewiesen, weshalb Anspruch auf eine halbe Invalidenrente bestehe. Gemäss dem vom Un
fall
ver
si
cherer veranlassten Gutachten vom 28. April 2019 sei der Beschwerde
führer für sitzende Tätigkeiten ganztags arbeitsfähig, auch seien kurze Geh
strecken mög
lich; ungeeignet seien hingegen sämtliche Tätigkeiten mit erheb
licher Belastung der unteren Extremitäten, insbesondere des rechten Knie
ge
lenk
e
s. Basierend auf
dieser Einschätzung habe der Einkommensvergleich einen rentenausschlies
sen
den
Invaliditätsgrad von 6 %
ergeben
, weshalb der Anspruch auf eine halbe Inva
li
denrente bis Ende Juli 2019 bestehe, nicht jedoch über diesen Zeitpunkt hinaus (Urk. 2).
In ihrer Vernehmlassung vom
30. Oktober 2020
führte die IV-Stelle ergänzend
aus,
der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) sei in seiner Stellungnahme vom 21. Mai
2019, gestützt auf das Gutachten der
Z._
, zum Schluss gekommen, dass der Beschwerdeführer ab 28. April 2019 in einer entsprechend dem Belas
tungsprofil angepassten Tätigkeit vollständig arbeitsfähig sei.
Das Gutachten er
scheine plausibel und lasse es zu, den zeitlichen Verlauf der Arbeitsfähigkeit hin
reichend
genau zu bestimmen.
Demgegenüber sei d
as mit Beschwerdeerhebung einge
reichte Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 2. Juni 2020 nicht aussagekräftig, zumal daraus weder Befunde noch Diagnosen oder eine Begründung für die Arbeitsun
fähigkeit zwischen Juni und August 2020 ersichtlich sei
en
.
Hinsichtlich des Ein
kommensvergleiches seien sowohl Validen- als auch Invalideneinkommen korrekt
ermittelt worden. Ersteres sei anhand des im Zeitpunkt des Renten
be
ginnes zuletzt erzielten und der Nominallohnentwicklung angepassten Lohnes
eruiert, zur Bestimmung des Invalideneinkommens seien die Tabellenlöhne he
ran
gezogen worden, da der Beschwerdeführer
in seiner aktuellen Erwerbstätigkeit
seine Rest
arbeitsfähigkeit nicht voll ausschöpfe (Urk. 8).
2.2
Demgegenüber argumentierte der Beschwerdeführer,
seit dem Unfall leide er unter enormen Schmerzen, sei gehbehindert und habe neurologische und psy
chische Schäden. Der zuständige
Unfall
versicherer habe noch keinen Renten
ent
scheid getroffen und zahle weiter
hin
Taggelder; dessen ungeachtet habe die Be
schwerde
gegn
erin bereits einen Rentenentscheid erlassen und sich dabei mass
geblich auf die Unterlagen des
Unfall
versicherers gestützt.
Basierend auf ihre medizinische Beurteilung sei sie zum Schluss gekommen, dass von Januar 2016 bis Juli 2019 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente bestehe. Diese Beurteilung sei jedoch in der Verfügung nicht belegt und entspreche keineswegs dem aktu
ellen Stand der Abklärungen. Er sei noch immer nicht arbeitsfähig, was aus dem Arbeitsunfähigkeitszeugnis der
A._
hervorgehe.
Aus den bei
zu
ziehenden Akten des Unfallversicherers sowie der
A._
gehe zudem hervor, dass er auf unabsehbare Zeit auch in angepasster Tätigkeit er
heblich eingeschränkt bleiben werde; dennoch habe er in Überwindung seiner Schmerzen seit November 2018 ein 40%iges Teilzeitpensum als Kurierfahrer inne. Der Klar
heit halber sei anzumerken, dass die seitens der
A._
attestierte voll
ständige Arbeitsunfähigkeit zwar durchgehend, aber nicht immer bei 100 %, sondern bisweilen auch bei ungefähr 60 oder 70 % liegen könne. Die an
lässlich der letzten Ko
nsultation bei Dr. med. B._
diesbezüglich
in Aus
sicht gestellte aktualisierte Beurteilung werde nachgereicht.
Es liege auf un
ab
sehbare Zeit eine derart erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor, dass Anspruch auf eine ganze Invalidenrente bestehe. Schliesslich sei das Heran
ziehen eines statistischen Tabellenlohnes, welcher in Verletzung des Gehörs
an
spruches nicht substantiiert worden sei, angesichts des Umstandes, dass er eine Teil
zeitarbeit aufgenommen habe, welche an der Grenze des Zumutbaren liege, un
haltbar. Der Einkommensvergleich hätte in jedem Fall konkret vorgenommen werden müssen
;
der
herangezogene
willkürlich
e
und
abstrakte Lohnvergleich sei
hingegen
rechts
widrig (Urk. 1).
3.
3.1
3.1.1
Die IV-Stelle
stützte sich in der angefochtenen Verfügung im Wesentlichen auf das im Auftrag des Unfallversicherers veranlasste polydisziplinäre Gutachten der
Z._
vom 28. April 2019
(Urk. 9/100).
Die Gutachter führten
darin folgende Diagnosen auf (S.
76
):
-
Status nach dislozierter, mehrfragmentärer medialer
Tibiakopffraktur
Typ
Schatz
k
er
IV rechts bei Status nach zweimaliger vorderer Kreuzband-P
l
astik rechts
-
Status nach nicht-dislozierter
Avulsionsfraktur
des
medioventralen
Tibia
plateaus
links
mit
Radiärruptur
des Innenmeniskus-
Hinter
h
orns
und Zerrung
des vorderen Kreuzbandes und Partialruptur des lateralen Seiten
bandes
;
Schädel-Hirn-Trauma Grad 1 (initial Glasgow
Coma
Score 14
Punkte
, nicht genau dokumentierte retrograde Amnesie)
;
Deck
platten
im
pressionsfraktur BWK 8, wahrscheinlich auch BWK 7
-
Im Verlauf Bildung vo
n massiven degenerativen
kartila
ginösen
und
ossä
ren
Veränderungen der
tibialen
und
femoralen
Anteile des rechten Knies und Bildung einer Kyphose (10°) auf Th7/8
-
Chronische Schmerzen mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10
: F45.41) bei:
-
Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion und ge
misch
ter Beeinträchtigung von Gefühlen, chronisch verlaufend (DSM-V: F43.24) b
e
i diversen psychosozialen Belastungen
3.1
.2
In der
orthopädischen Beurteilung wurde festgehalten, im Bereich des rechten Knies
läge eine schwere Beeinträchtigung vor, weshalb eine
entsprechende
Min
der
be
lastung nachvollziehbar sei. Operativ komme für das rechte Knie aus
schliess
lich eine Prothese in Frage, dafür sei der Patient allerdings zu jung. Die angegebenen Beschwer
den im Bereich der linken Flanke führten nicht zu einer Einschränkung der Belastbarkeit des Rückens; seitens der Schulter könne klinisch und im MRI
keine signifikante Pathologie nachgewiesen werden. Berufliche Mass
nahmen seien
unbedingt zu ergreifen, deren Erfolg hänge in
sbesondere von der Eigenverant
wortung und Motivation des Beschwerdeführers ab, wobei die vor
liegenden Akte
n diesbezüglich ein eher ungünstiges Bild zeichneten (S. 69 f.).
3.
1.3
Aus neurologischer Sicht
wurde berichtet,
aufgrund des Unfalles
sei es
neben der führenden Knie
ver
letzung rechts zu einer Commotio cerebri und wahrscheinlich
auch zu einer leichten traumatischen Hirnschädigung gekommen, in der ersten W
oche nach dem Unfall zudem zu horizontalen Doppelbilde
rn. Der Beschwerde
führer beklag
e keine wesentlichen neuropsychologischen Defizite, vielmehr stehe die Schmerz
symptomatik im Bereich der Knie im Vordergrund. Die Kopf
schmer
zen reagierten offenbar gut auf die Einnahme von Analgetika, aufgrund der
relativen Seltenheit der Episoden drängten sich keine basistherapeutischen Mass
nahmen auf. Es fän
den sich
aktuell
klinisch-neurologisch keine fokal-neurolo
gischen Ausfälle, insbesondere keine Augenbewegungsstörungen (S. 70).
3.
1.4
Aus neurochirurgischer Sicht wurde festgehalten, an der Lendenwirbelsäule seien bereits
vor dem Unfallereignis
degenerative Veränderungen festge
stellt
worden, welche jedoch nicht sehr stark ausgeprägt seien und
nach wie vor
keine relevante Neurokompression zeig
t
e
n
. Die nachweisbare Fehlhaltung könne der Beschwer
deführer aufgrund seines jun
gen Alters noch gut durch den straffen Band- und Muskelapparat kompensieren, es liege jedoch eine Wahrscheinlichke
it für spätere Beschwerden vor
(S. 70 f.).
3.
1.5
In der psychiatrischen Beurteilung wurde festgehalten, in erster Linie sei auf eine affektive Störung depressiv-
dysphorischer
und ängstlicher Prägung hinzuweisen. Der Beschwerdeführer habe im Laufe der Untersuchung diverse Enttäuschungen in seinem Leben angegeben, insbesondere bezüglich der nicht abgeschlossenen Berufsausbildung, aber auch Enttäuschungen hinsichtlich der unbefriedigenden ehe
lichen Situation mit Andeutungen, am liebsten aus der Ehe ausbrechen und allein
e
leben
zu wollen
. Im Widerspruch dazu sei der Beschwerdeführer ein zwei
tes Mal Vater geworden. Angesichts der vorliegenden mehrfachen an
hal
tenden Belastungen könne somit eine affektive Störung im Sinne einer An
pas
sungs
störung mit Angst, Depression und gemischter Beeinträchtigung von Ge
fühlen postuliert werden, welche dem DSM-V-Code F43.23 entspreche.
Diese wiederum bilde die Grundlage für die Diagnose der chronischen Schmerzstörung mit soma
tischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41). Bei dieser Diagnose handle es sich um eine gesundheitliche Störung aus dem Formenkreis der soma
to
formen
Störungen, welchen eigen sei, dass die nachweisbaren somatischen Stö
rungen nicht
die Art und das Ausmass der Symptome, das Leiden und die inner
liche Beteiligung der betroffenen Person erklärten. Die Diagnose entspreche dem Kon
sens der beteiligten Gutachter und hebe hervor, dass beim Beschwerdeführer eine Schmerzverarbeitungsstörung vorliege, welche trotz wiederholten Empfeh
lungen offensichtlich nicht rechtzeitig behandelt worden sei, wofür gemäss den vor
lie
genden Akten die fehlende Motivation des Beschwerdeführers verant
wort
lich ge
wesen sei. Angesichts de
r
bislang erfolglosen therapeutischen Be
mü
hun
gen könne
weder aus psychiatrischer noch aus somatischer Sicht eine er
folgs
ver
sprechende therapeutische Strategie empfohlen werden, wobei darauf hinzu
wei
sen sei, dass die mehrfach empfohlene psychotherapeutische Behandlung nie imple
mentiert
worden sei, wofür die Haltung des Beschwerdeführers gegenüber seinen Beschwe
r
den primär verantwortlich gewesen sei. An dieser Haltung habe sich, folge man
den Ausführungen des Beschwerdeführers anlässlich der Explo
ration, nichts
ge
ändert
(S. 71-
73
)
.
3.
1.6
Zusammengefasst kamen die Gutachter zum Schluss,
im initialen Verlauf seien trotz vergleichsweise schweren Verletzungen beider Kniegelenke angemessene Fort
schritte erzielt worden. Seitens des Schädel-Hirn-Traumas Grad 1 seien im initialen Verlauf keine Beschwerden dokumentiert worden, auch seien keine psy
chischen Beschwerden oder Störungen erwähnt worden. Auffallend sei aufgrund der vorhandenen Akten, dass es mit der zunehmenden Besserung der Verletzun
gen an beiden Knien zu Angaben von Beschwerden gekommen sei, welche im initialen Verlauf nicht dokumentiert worden seien. Dies betreffe beispielsweise die Schulterbeschwerden oder die Klagen betreffend die kognitiven Beschwerden, welche gemäss dem Bericht vom 24. März 2016 kaum auf das erlittene Schädel-Hirn-Trauma
hätten
zurückgeführt werden
können
, was im Rahmen der neuro
psy
chologischen Exploration ausführlich dargelegt worden sei.
Anhand der vor
lie
genden Akten mache es den Anschein, dass
es
nach der Beurteilung des Knie
ortho
päden im Februar 2016 an die zuständige Unfallversicherung, wonach der Be
schwerdeführer
durchaus in einem Teilpensum in angepasster Tätigkeit ein
gesetzt werden könne, zu einer Stagnation gekommen und wechselnde Be
schwer
den hervorgehoben worden seien. Ebenfalls falle auf, dass nach einer ini
tialen Besserung im weiteren Verlauf die Therapiemassnahmen zu keiner Linderung der Beschwerden geführt, sondern eher zu einer Verschlechterung beigetragen hätten
. Hierbei
dürfte die mehrfach in Berichten erwähnte schwache respektive fehlende Motivation des Beschwerdeführers, an seiner gesundheitlichen Situation im Hin
blick auf Anpassungsförderung etwas zu unternehmen, eine Rolle gespielt haben. Es zeichneten sich Aspekte ab, welche auf eine funktionelle Ausgestaltung der Be
schwerden hinweisen würden; diesbezüglich sei vor allem auf eine aus den Akten erkennbare Fehlverarbeitung von Beschwerden hinzuweisen, die im Rah
men eines dysfunktionalen Denkens und Verhaltens interpretiert werden müsse. Es werde nicht in Frage gestellt, dass der Beschwerdeführer beim Unfall relevante Ver
letzungen, insbesondere der beiden Knie, erlitten habe, doch seien ihm trotz
dieser Beschwerden diverse, insbesondere überwiegend sitzende Tätigkeiten durch
aus zumutbar, wie bereits im Bericht vom 18. Februar 2016 korrekt fest
ge
halten worden sei. Es sei auffallend, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Explora
tion mindestens gegenüber zwei Gutachtern die fehlende Ausbildung the
ma
tisiert habe und insbesondere, da
s
s er heute bereue, die Empfehlungen, eine andere Tätigkeit ins Auge zu fassen, nicht konsequent befolgt habe. Fest stehe, dass er für eine Ausbildung vor dem Hintergrund der nachweisbaren kognitiven res
pek
tive intellektuellen Ressourcen durchaus genügende Voraussetzungen mit
bringe,
diese jedoch offensichtlich trotz diverser Reintegrationsversuche nicht im
ple
mentiere.
Bald vier Jahre seit dem Unfall sei davon au
s
zugehen, dass die deut
lich verminderte Motivation für eine berufliche Reintegration heute noch ge
ringer sei, was auch durch die Tatsache bestätigt werde, dass der Beschwerdeführer eine inzwischen angenommene Tätigkeit unter Angabe unspezifischer Beschwerden offen
sichtlich wiederholt nicht ausüben könne. Vor diesem Hinter
grund, ins
be
son
dere aufgrund der offensichtlich subjektiv erheblichen Belastungen, sei die Pro
gnose ungünstig
(S. 73-
76
)
.
3.1.7
Zur Arbeitsfähigkeit äusserten sich die Gutachter dahingehend, dass dem Be
schwerdeführer sämtliche Tätigkeiten mit einer erheblichen Belastung der unteren Extremitäten, vor allem des rechten Knies, nicht mehr zumutbar seien.
Folglich seien ihm Tätigkeiten, welche mit dem Besteigen von Leitern und Gerüsten ver
bunden seien, das Arbeiten in kauernder, kniender oder (bedingt) stehender Po
sition sowie das Gehen in unebenem Gelände, längeres Abwärtsgehen oder Hin
unter
springen nicht zumutbar.
Demgegenüber seien ihm
Tätigkeiten im Sitzen mit kurzen Gehstrecken ab sofort zu mindestens 50 % zumutbar, bei Aufbringen
ge
nügender Motivation sogar deutlich darüber hinaus.
Für wechselbelastende Tätigkeiten und für im Sitzen zu verrichtende Tätigkeiten ohne Zwangshaltung für das betroffene Bein respektive mit genügender Beinfreiheit für Spontan
be
wegung bestünden meist keine Einschr
änkungen. Betreffend den Rücken seien
Tätigkeiten verbunden mit häufigem Heben und Tragen von schweren Lasten ohne
Hilfsmittel und Arbeiten mit repetitiven Rotationsbewegungen des Ober
kör
pers zu meiden, was auch für Arbeiten gelte, welche das längere Verharren in vorn
über geneigter Haltung, stehend oder sitzend, erforderten (S. 80).
Sechs Monate nach dem Unfall sei
dem Beschwerdeführer
eine dem
Zumut
bar
keitsprofil ange
passte
Tätigkeit
im Umfang von 50 % möglich gewesen
. Bei Tätig
keiten, welche dem Zumutbarkeitsprofil entsprächen, seien keine dauernden Ein
schrän
kungen der Arbeitsfähigkeit zu erwarten, hinsichtlich der ausgeübten Tätig
keit als Lagerist bestehe indes eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 81).
3.2
Gestützt auf das Gutachten hielt RAD-Arzt Dr. med.
C._
, Facharzt für Chirurgie, in seiner Stellungnahme vom 21. Mai 2019 (Urk. 9/104 S. 8 f.) fest,
eine wesentliche Änderung des Gesundheitszustandes sei nicht zu erwarten; auf Dauer sei die Implantation einer Knieprothese notwendig. I
n der angestammten Tätig
keit als Lagerist liege beim Beschwerdeführer seit dem Unfall eine 100%ige Ar
beitsunfähigkeit vor. In einer dem Belastungsprofil angepassten Tätigkeit liege seit Januar 2016 bis zum Gutachtenszeitpunkt eine 50%ige Arbeitsfähigkeit vor, seit 28. April 2016 sei der Beschwerdeführer angepasst zu 10
0 % arbeitsfähig.
4.
4.1
Das Gutachten der
Z._
vom April 2019 (vgl. vorstehend E. 3.1) beruht auf
den allseitigen Untersuchungen,
berücksichtigt die geklagten Beschwerden
und setzt sich mit diesen auseinander
. Es wurde in Kenntnis der
Vorakten
abgegeben (Urk.
9
/
100
S.
3-29
),
erfolgte in
detaillierter
Auseinandersetzung mit
den Vor
akten
(
Urk. 9/100
S. 52
-69) und beantwortet die gestellten Fragen umfassend (Urk. 9/100 S.
77-82
)
. Es erscheint in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge als einleuchtend und begründet die Schlussfolgerungen in nach
vollziehbarer Weise.
Daran vermag auch das Vorbringen des Beschwerde
führers, das Arbeitsunfähigkeitszeugnis der
A._
belege seine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit
(vgl. vorstehend E. 2.2)
, nichts zu ändern; viel
mehr ist mit der IV-Stelle festzuhalten, dass diesem Befunde, Diagnosen und
eine
Be
gründung für
die attestierte
Arbeitsunfähigkeit gänzlich fehlen, weshalb es nicht geeignet ist, das Gutachten in Zweifel zu ziehen.
Weitere medizinische Be
richte
liegen nicht vor, insbesondere wurde auch der vom Beschwerdeführer mit Ein
gabe
vom 18. Juni 2020 in Aussicht gestellte aktualisierte Bericht von Dr.
B._
nicht beigebracht (vgl. vorstehend E. 2.2).
Folglich erfüllt das Gutachten die formellen Anforderungen an eine beweis
kräftige Expertise (vgl. vorstehend E. 1.
3
), weshalb darauf abzustellen ist.
4.2
Handelt es sich um psychische Erkrankungen wie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, ein damit vergleichbares psychosomatisches Leiden oder um eine depressive Störung, so sind für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit grund
sätz
lich systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren wie auch von Kompen
sa
tions
potentialen (Ressourcen) – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungs
ver
mögen einzuschätzen (BGE 145 V 361 E. 3.1).
Aus Gründen der Verhält
nis
mässig
keit kann
indes
dort von einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fach
ärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nach
voll
ziehbar begründeter Weise verneint wird und all
fälligen gegenteiligen Ein
schät
zungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Be
weis
wert beigemesse
n werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E.
7.1).
Vorliegend massen die Gutachter der psychiatrischen Diagnose keine eigen
stän
dige Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu, vielmehr legten sie die Arbeits
fähig
keit des Beschwerdeführers als Ganzes fest und trugen den
gesundheitlichen
Be
einträchtigungen im Rahmen des Belastungsprofils umfassend Rechnung (
E.
3.1.7
).
Angesichts des Umstandes, dass der p
sy
chia
trische Gutachter
weitge
hend unauf
fällige Befunde erhob (Urk.
9/100
S.
47-48),
bei seiner Einschätzung sowohl die per
sönlichen, familiären al
s auch sozialen Aktivitäten mit
ein
bezog
(Urk. 9/100 S. 41 f
.
und S. 48
)
,
s
ich auch
hinsichtlich
der therapeutischen Bemühungen (Urk. 9/100
S. 72 f.)
sowie
zur Konsistenz (Urk. 9/100 S.
47
f.
, S. 58 und S. 71
f.
)
äusserte, kann
aus Gründen der Verhältnismässigkeit von einem strukturierten Be
weisverfahren
abgesehen werden
, zumal sich der Beschwerdeführer seinen eigenen Angaben zu
folge weder psychisch krank noch behandlungsbedürftig erachtet (Urk.
9/100
S.
42)
.
4.3
Die von den Gutachtern attestierte Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer leidens
an
gepassten Tätigkeit ab Januar 2016 sowie
die
100%ige Arbeitsfähigkeit in lei
dens
angepasster Tätigkeit ab April 2019 erscheint vor diesem Hintergrund schlüssi
g (vgl. Urk. 9/100 S. 81)
;
damit
besteht
auch
kein weiterer Abklärungs
be
darf (anti
zipierte Beweiswürdigung, vgl. BGE 136 I 229 E. 5.3 mit Hinweisen
;
BGE 124 V 90 E. 4b
)
.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit ab Januar 2016 sowie die 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ab April 2019 in erwerblicher Hinsicht auswirken.
5.2
5.2.1
Bei er
werbs
tätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu be
stimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der In
validität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
ge
gli
che
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in
Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie n
icht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Ein
kommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er
werbs
ein
kom
men ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
über
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad
be
stim
men lässt (sog. allgemeine Methode des Ein
kommens
ver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2; 128 V 29 E. 1).
5.2.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des früh
est
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt er
zielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Ein
kom
mens
entwick
lung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Er
fah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1;
134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen
sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2;
Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
Dabei sind grund
sätzlich die im Verfü
gungs
zeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3
).
5.
2.3
Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jeden
falls keine ihr zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, können zur Er
mittlung des Invalideneinkommens ebenfalls die Tabellenlöhne der LSE heran
gezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 f.).
5.
2.4
Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung.
Dies
falls
entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Be
rück
sichtigung eines allfälligen Abzug
e
s vom Tabellenlohn
, was
keinen «Prozent
ver
gleich» dar
stellt
, sondern eine rein rechnerische Vereinfachung (Urteil des Bun
desgerichts 8C_148/2017 vom 19. Juni 2017 E. 4 unter Hinweis auf Urteil 9C_675/2016 vom 18. April 2017 E. 3.2.1
).
5.
3
5.3.1
Um zu prüfen, wie sich die 50%ige Arbeitsfähigkeit in ange
passter
Tätigkeit ab Januar 2016 in erwerblicher Hinsicht auswirkt, stellte d
ie
IV-Stelle zur Er
mitt
lung des
Valideneinkommens
auf den vom Beschwerdeführer zuletzt erzielten effek
tiven Jahresverdienst ab
(Urk. 9/103)
. Indes
geht
aus
den Akten
hervor, dass der
Be
schwerdeführer im Zeit
punkt des Unfalles in einem gekündigten Arbeits
ver
hältnis stand
und vom Arbeitgeber freigestellt worden war
(
Urk. 9/32 S. 3
, effek
tiver letzter Arbeitstag am 28. Mai 2015
; vgl. auch
Urk. 9/43 S. 8
und Urk. 9/100 S. 32
). Der Be
schwerdeführer hätte folglich die bisherige Tätigkeit mit überwie
gender Wahr
scheinlichkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt
. Vor dem Hintergrund, dass es sich dabei auch nicht um ein langjähriges Arbeits
ver
hältnis gehandelt hatte,
erscheint
es sachgerecht
,
für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
die Tabellenlöhne der LSE heranzuziehen
(vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_768/2018 vom 12. April 2019 E. 5.3.2)
.
Der Beschwerdeführer verfügt über keine Be
rufsausbildung (Urk. 9/4 S. 4).
Dem
entsprechend ist vorliegend
auf die LSE 2016
, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Männer, Total, abzustellen
.
5.
3
.2
Im Jahr 2016 hatte der Beschwerdeführer
noch
keine neue Erwerbstätigkeit auf
ge
nommen, weshalb auch zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf die LSE-Tabelle 20
16
, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Männer, Total, abzustellen ist.
Die IV-Stelle nahm
davon
einen leide
nsbedingten Abzug von 10 % vor, was
zwar
grosszügig erscheint, mit Blick auf deren Ermessen aber
nicht
weiter
zu beanstanden ist
(BGE 137 V 71 E.
5.2
;
126 V 75 E.
6)
.
5.3.3
F
olglich
sind
Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Ta
bel
lenlohn zu berechnen
. Nach dem Gesagten ergibt sich bei der festgestellten
50
%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (vgl.
vorstehend E. 4
.3
)
ab
züglich eines leidensbedingten Abzug
es
von 10 %
ein
Invaliditätsgrad von
5
5
%
, weshalb Anspruch auf eine halbe Invalidenrente besteht
(vgl. vorstehend E. 1.2).
5.4
5.4.1
Bei der
Prüfung
, wie sich die 100%ige Arbeitsfähigkeit in ange
passter
Tätigkeit ab April 2019 in erwerblicher Hinsicht auswirkt, ist
zur Ermittlung des
Validen
ein
kommens
auf
die LSE 2018, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Männer, Total, abzustellen.
5.4.2
Aus den Akten ist ersichtlich, dass der Beschwerdeführer
ab
November 2018
eine Tätigkeit als
Chauffeur Kategorie B
bei
der
D._
aufgenommen hat
(Urk. 3/3
vgl. auch Urk. 9/113
)
. Da er jedoch die ihm attestierte Arbeitsfähigkeit nicht ausschöpft und lediglich in einem Pensum von 40 % arbeitet, kann nicht auf das dabei erzielte Ein
kommen von Fr.
1600.--
abgestellt werden (vgl. dazu auch Urteil des Bundes
gerichts
8C_768/2018 vom 12. April 2019
E. 5.1.2).
Soweit der Beschwerdeführer
in diesem Zusammenhang
also
vorbringt, das Heranziehen der
LSE-Tabellenlöhne sei rechtswidrig (vgl. vorstehend E. 2.2), kann ihm nicht gefolgt werden.
Demzufolge
ist das Invalideneinkommen aufgrund der LSE-Tabellenlöhne zu er
mitteln
,
wobei
erneut auf die LSE 2018, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Männe
r, Total, abzustellen ist
.
Auch hiervon nahm die IV-Stelle einen leidens
bedingten Abzug von 10 % vor
.
5.4.3
Nach dem Gesagten ergibt sich bei der festgestellten
100
%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (vgl.
vorstehend E. 4
.3
)
abzüglich eines 10%igen Leidens
abzug
es
(vgl. zum Abzug auch E. 5.3.2)
ein
rentenausschliessender
In
va
liditätsgrad von
1
0
%
(vgl. vor
stehend E. 1.2).
5.5
Soweit der Beschwerdeführer mit Blick auf die Ermittlung des Invaliden
ein
kommens eine Verletzung seines Gehörsanspruches mangels Substantiierung der Tabellenlöhne rügt (vgl. vorstehend E. 2.2),
geht sein Vorbringen fehl.
D
ie IV-Stelle
hat
in der angefochtenen Verfügung vom
16. Mai 2020
(Urk. 2) aus
geführt
, sie habe sich auf statistische Werte des Bundesamtes für Statistik gestützt und das durch
schnittliche Jahreseinkommen für Hilfsarbeitertätigkeiten im Jahr 2016 berück
sichtigt.
Damit war für den Beschwerdeführer erkennbar, wovon sich die Beschwerdegegnerin leiten liess und worauf sie ihren Entscheid stützte. Insbe
sondere war sie nicht verpflichtet, sich mit jeder
tatbeständlichen
Behaup
tung auseinanderzusetzen, sondern durfte sich
auf die für den Entscheid wes
entlichen
Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E.
5b/
dd
mit Hinweis
;
118 V 56 E.
5b
).
Zudem war
der Beschwerdeführer
bereits im Ver
waltungsverfahren
von einem Rechtsanwalt vertreten
wurde,
zu dessen Arbeits
ge
bieten
auch das Sozialversi
cherungsrecht gehört (vgl. www.lawstern.ch),
weshalb ohnehin
von einer
bloss
leichten Gehörsverletzung auszugehen
wäre
.
Da es sich beim hiesigen Gericht um ein den Sachverhalt und die Rechtslage frei
prüfendes Gericht handelt (vgl. § 23 Abs. 1 und § 25 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht [
GSVGer
; ferner Art. 61
lit
. c und d ATSG])
,
und sich
die Beschwerdegegnerin mit Beschwerdeantwort ausführlich geäussert hat (Urk.
8)
,
wäre eine allfällige
Gehörsverletzung im vorliegenden Beschwerdever
fahren
über
dies
als
geheilt
zu betrachten
.
6.
6.1
Der Rentenanspruch des Beschwerdeführers entstand gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungs
anspruch
e
s (Anmeldung vom
7
.
April
201
6
,
Urk.
9
/
4
) sowie nach Ablauf des
soge
nannten Wartejahr
e
s (Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG; aktenkundige Arbeitsun
fähi
g
keit
infolge des Unfalles
seit
22. Juni 2015
, vgl. Urk.
9
/
32
S.
3
), mithin frü
hestens am
2
2
.
Juni
201
6.
Angesichts des Umstandes,
dass sich der Beschwer
de
führer mehr als sechs Monate nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, mithin
vier Monate
zu spät,
bei der Invalidenversicherung
anmeldete,
entstand der Renten
an
spruch frühestens
am 1. Oktober 201
6.
Ab diesem Zeitpunkt hat der Beschwer
de
führer Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung.
6.2
Bei rückwirkender Zusprechung einer befristeten Invalidenrente sind die für die Rentenrevision geltenden
Art. 17
Abs. 1 ATSG
und
Art. 88a Abs. 1
der Verord
nung über die Invalidenversicherung (
IVV
) über die Änderung des Leistungs
an
spruch
e
s bei einer Verbesserung oder Verschlechterung der Erwerb
s
fähigkeit
ana
log anzuwenden
, da noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine an
spruchs
beeinflussende Änderung eingetreten ist (Urteile des Bun
desgerichts 9C_687/201
8 vom 16. Mai 2019 E. 2; 8C_94/2013 vom
8. Juli 2013 E.
4.1).
Ge
mäss
Art. 88a Abs. 1 Satz 1 IVV ist eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit für die Herab
setzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berück
sichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne we
sentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin an
dauern wird (Satz 2).
Das Bundesgericht wendet in der
Regel den zweiten Satz von Art. 88a Abs. 1 IVV an und gewährt die bisherige Rente drei Monate über die Veränderung des Ge
sundheitszustandes hinaus (Urteile des Bundesgerichts 9C_
687
/2018 vom
16
.
Mai
2019 E.
2
; 8C_220/2018 vom 14. November 2018 E. 5.3; 9C_112/201
8 vom 20. September 2018 E. 4.2
).
In Anwendung von Art. 88a Abs. 1 Satz 2 IVV besteht folglich ab 1.
August
2019
(anspruchsbeeinflussende Änderung ab April 2019
, vgl. vorstehend E.
4
.3
)
kein Anspruch auf eine Invalidenrente mehr
.
6.3
Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung vom
16
.
Mai 2020
als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
7.
Die Verfahrenskosten sind auf Fr. 700.-- festzusetzen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.