Decision ID: 931b7923-2634-489a-bd7e-0c80a154dd08
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960, arbeitete seit dem 1. Dezember 1991 als
Reini
gungs
angestellter
bei der
Y._
. Nachdem er am 21. April 1994 in eine tätliche Auseinan
der
setzung involviert war, bei der er einen Schlag auf den Kopf, einen Streif
schuss am rechten Oberschenkel sowie Prellungen der Hände erlitten hatte, und er am 19. Sep
tem
ber 1998 in seinem Personenwagen von einem anderen Fahrzeug von hinten gerammt worden war, meldete er sich am 15. Fe
b
ruar 2000 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum
Leistungs
bezug
an. Diese sprach ihm gestützt auf das zu Händen der Schweizeri
schen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) erstellte Gutachten von PD Dr. med.
Z._
, Psychiatrie und Physiotherapie FMH, vom 2. April 2001 mit Verfügungen vom 13. August 2004 eine halbe Invalidenrente rückwirkend ab dem 1. September 1999 und eine
Drei
viertelsrente
ab Januar 2004 bei einem
In
validitätsgrad
von 63 % zu. Die am 13. September 2004 bzw. am 11. Mai 2005 dagegen erhobene Einspra
che
von X._
mit dem Antrag auf Zuspre
chung einer ganzen In
vali
den
rente wies die IV-Stelle nach Durchführung des
Einspracheverfahrens
und wei
teren medizinischen Abklärungen mit Entscheid vom 9. Juni 2005 ab (vgl. Sachverhaltsdarstellung im Urteil des
Sozialversi
cherungs
gerichts
vom 14. Dezember 2006 in Sachen der Parteien,
G.-Nr. IV.2005.00799).
Mit Urteil vom 14. Dezember 2006 (G.-Nr. IV.2005.00799) hiess das
Sozialversi
cherungsgericht
die von
X._
am 11. Juli 2005 gegen diesen
Ein
spra
che
ent
scheid
erhobene Beschwerde mit dem Antrag, ihm rückwirkend ab Sep
tember 1999 eine ganze Rente zuzusprechen, in dem Sinne gut, dass der ange
fochtene
Einspracheentscheid
vom 9. Juni 2005 aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde, damit diese nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen über den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente der Invalidenversicherung und deren Höhe neu verfüge (Dispositiv-Zif
fer 1 des Urteils 14. Dezember 2006).
Gemäss Erwägung 7.1 des Urteils waren die vom Versicherten geklagten rheuma
tologischen Beschwerden hinreichend abgeklärt und hatten sich keine Befunde für eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus somatischen Gründen ergeben. Hingegen bestand hinsichtlich der nach PD Dr.
Z._
Beurteilung 50%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen noch Abklärungsbedarf (Erwägung 7.2). Denn das Gutachten von PD Dr.
Z._
be
ruhe zwar auf umfassenden Abklärungen, wozu der Arzt auch di
verse
Dritt
per
sonen
befragt habe. Seine Schlussfolgerungen vermöchten aber we
der hin
sicht
lich der gestellten Diagnosen noch der attestierten Arbeitsun
fähig
keit zu über
zeugen. PD Dr.
Z._
verneine ausdrücklich das Vorliegen von ei
gen
tli
chen psychischen Krankheiten und gehe sogar davon aus, dass die Diagnose der
posttraumatischen Belastungsstörung nicht in klassischer Weise gegeben sei. Trotzdem attestiere er eine solche so
wie eine andauernde
Persönlichkeitsstö
rung
bei chronischem
Schmerz
syn
drom
und erachte den Beschwerdeführer als im Umfang von 50 % in der Ar
beits
fähigkeit eingeschränkt, ohne dass sich dem Gutachten abschliessend ent
nehmen liesse, woraus sich im Ergebnis diese Diag
nosen ergäben und weshalb sie zu einer unüberwindbaren Einschränkung der Leistungsfähigkeit führten. Die Ar
beits
un
fähigkeit scheine aufgrund der einge
holten Fremdauskünfte fest
gelegt worden zu sein und finde kein medizinisches Korrelat in den kon
kreten Untersuchungsbefunden. Ebenso wenig lasse sich aufgrund des Gut
achtens beurteilen, ob den attestierten psychischen
Störungen Krankheitswert aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht zu
komme. In dieser Hinsicht seien daher weitere Ab
klärungen im Sinne eines erneuten psychiat
risch/neurologischen Gutachtens erforderlich, wo
bei sich der Gutach
t
er nicht nur über die zu stellenden Diagno
sen, deren Aus
wir
kung auf die Arbeits
fähigkeit sowie die von der Rechtspre
chung auf
ge
stellten Kriterien zur somato
formen Schmerzstörung auszusprechen haben werde, son
dern im Weiteren auch klar zwischen krankheitsbedingten und
invali
ditäts
frem
den
psychosozialen Fakto
ren, der vermuteten
Intelligenzschwä
che
sowie der grund
sätzlichen Ein
stellung des Beschwerdeführers zu unter
scheiden habe. Weiter sei aus den medizinischen Akten ersichtlich, dass sich zumindest kurz nach dem Auffahrunfall mittel
schwere neuropsychologische Funktions
störungen zeigten. In dieser Hinsicht seien keine neueren Abklärungen mehr vorgenommen worden, weshalb sich auch nicht beurteilen lasse, ob der Be
schwerdeführer noch unter neuropsycho
logischen Aus
fällen leide und welche Auswirkungen diese neben den psychi
schen Prob
lemen allen
falls auf seine Arbeitsfähigkeit hätten (Urteil vom 14. Dezember 2006, Erwägung 7.2).
1.2
Zum
weitere
n
Verlauf ist der Sachverhaltsdarstellung im Urteil des
Sozialversi
cherungs
gerichts
vom 9. März 2011 in Sachen der Parteien, G.-Nr. IV.2009.00786
Folgendes zu entnehmen (Sachverhalt
Ziff.
1.3.1 - 1.3.3 in
G.-Nr. IV.2009.00786):
1.2.1
In Nachachtung d
es Rückweisungsentscheids leitete die IV-Stelle am 26. April 2007 eine polydisziplinäre Begutachtung des Versicherten durch das
A._
in die Wege. Im Rah
men dieser Abklärung wurde er am 17. Oktober 2007 von Dr. med.
B._
,
Innere Medizin FMH
, und Dr. med.
C._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gung
sap
parates
, am 6. November 2007 von Dr. med.
D._
, Psychiatrie und Psychot
herapie FMH
, sowie am 8. Januar und 25. Januar 2008 von Dr. phil.
E._
, Fachpsychologe für Neuropsyc
hologie FSP
, untersucht.
Das polydisziplinäre Gutac
hten datiert vom 14. April 200
8.
Darin kamen die Gutachter zum Schluss, dass der Versicherte aus somatischer Sicht für die zuletzt ausgeübte sowie für alle körperlich leichten bis mittelschweren Tätig
keiten ohne repetitive Überkopfarbeiten uneingeschränkt arbeitsfähig sei. Auf
grund seiner psychischen und neuropsychologischen Funktionsstörungen, wel
che einerseits durch die psychiatrische Diagnose und andererseits durch die chronische Schmerzproblematik bedingt seien, sei der Versicherte aber sowohl in der zuletzt ausgeübten als auch in jeder angepassten Tätigkeit zu 50 % ar
beitsunfähig. Allerdings handle es sich um einen labilen Gesundheitszustand, da die depressive Symptomatik zurzeit nicht behandelt werde. Unter einer adä
qua
ten Therapie sei mit einer Verbesserung des Gesundheitszustandes und des
halb auch der Arbeitsfähi
gkeit zu rechnen
.
1.2
.2
Im
Sommer 2008
gelangte die IV-Stelle in den Besitz des Polizeirapports über eine am 30. November 2007 durchgeführte
Baustellenkon
trolle
, bei welcher der Versicherte von der Kantonspolizei ang
etroffen worden war
. Weiter erhielt sie umfangreiches
Bildmaterial
über die Observation des Versicherten im Zeitraum Februar bis
Novem
ber 2007
.
Nach Durchsicht des Überwachungsmaterials kamen Dr. med.
F._
, Facharzt für Chirurgie, und Dr.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) am 18. Juli 2008 zu den Schlüssen:
die Beurteilung des polydisziplinären Gutachtens vom 14. April 2008 sei nicht als valide anzusehen,
die Annahme einer krankheitsbedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei nicht begründbar,
bei fehlenden sozialmedizinischen Konsequenzen - einer durch Behandlung zu erwartenden Steigerung der Arbeitsfähigkeit - seien schadenmindernde Auflagen nicht geboten und
weitere medizinische Abklärungen seien
nicht angezeigt
.
Dementsprechend eröffnete die IV-Stelle dem Versicherten am 21. November 2008, dass sie das Leistungsbegehren vom 16. Februar 2000
abzulehnen ge
denke
.
Am 6. Januar 2009 erging der Vorbescheid, mit welchem die IV-Stelle dem Versicherten in Aussicht stellte, ihm zu Unrecht bereits ausbe
zahlte
Ren
tenbetreffnisse
in Höhe von Fr. 204'080.-- zurückzufordern.
1.2
.3
Am 6. Januar 2009 nahm der Versicherte Stellung zum Vorbescheid vom 21. November 2008, wobei er unter anderem geltend machte, die Ausführungen der RAD-Ärzte seien nicht geeignet, die Zuverlässigkeit der
A._
-Expertise in Frage zu s
tellen
, und beantragte, es seien die
Überwachungsun
terlagen
den Gutachtern vorzulegen, damit diese prüften, ob und gegebenenfalls in welcher
Art diese neuen Unterlagen an ihren Schlussfolgerungen etw
as än
dern würden
. Am 6. April 2009 nahmen die
A._
-Gutachter Dr.
B._
und D
r.
D._
Stel
lung
. Dabei bestätigten sie, dass das
Observati
onsmaterial
von September bis November 2007 durchaus geeignet sei, ihre damalige Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten in Frage zu stellen. Aufgrund des gesichteten Bildmaterials müssten sie ihre Beurteilung re
vidieren und dem Versicherten ab dem Zeitpunkt der Begutachtung eine unein
ge
schränkte Arbeitsfähigkeit als Bauarbeiter attestieren. Dazu liess sich der Versi
cherte am 12. Mai 20
09 selbst vernehmen
und die Stellung
nahme seiner behandelnden Ärztin, Dr. med.
H._
, Psychiatrie und Psycho
therapie FM
H, vom 14. Mai 2009
zu den Akten reichen.
Nachdem der RAD am 27. Mai 2009 seine Beurteilung des medizinischen Sachver
halts vom 18. Juli 200
8 bestätigt hatte
, erging die das
Leistungsbegeh
ren
vom 16. Februar 2000 abweisende Verf
ügung vom 25. Juni 200
9.
1.3
1.3.1
Die vom Versicherten am 2
6. August 2009 erhob
ene
Beschwerde mit dem
Rechts
begehren
, es sei die
Verfügung vom 25. Juni 2009
unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin aufzuheben und ihm rückwirkend ab dem 1. September 1999 eine angemessene Invalidenrente
zu
zusprechen und auszurichten, wies das Sozialversicherungsgericht mit
dem vor
erwähnten Urteil
IV.2009.00786
vom 9. März 2011 in Sachen der Parteien ab
(Urk. 10/231)
.
Im Verlauf des
Prozesses
hatte der
Versicherte
den Austrittsbericht des
I._
über seinen stationären Aufenthalt vom 16. Juli bis 25. September 2009 so
wie das ärztliche Arbeitsunfähigkeitszeugnis
von
Dr.
H._
vom 5. Oktober 2009, das Schreiben
von
Dr.
H._
an das
I._
vom 30. März 2010 sowie drei
Zeugenein
vernahmeproto
kolle
der Staatsan
waltschaft, unter anderem über die Einvernahme
von
Dr.
D._
als Zeugin, zu den Akten gereicht
(vgl. Sachverhalt
Ziff.
2.3 des Urteils IV.2009.00786).
1.3.2
Zum vom Gericht beurteilten medizinischen Sachverhalt ist den Erwägungen
des Urteils vom 9. März 2011
Folgendes zu entnehmen (Erwägung 3):
„
Nachdem das Gericht in seinem Entscheid vom 14. Dezember 2006 zum Schluss gelangt war, aufgrund des damals aktenkundigen medizinischen Sach
verhalts sei nicht
rechtsgenüglich
nachgewiesen, dass der Beschwerdeführer in einem rentenanspruchsbegründenden Ausmass in seiner Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit eingeschränkt sei, hatte die Beschwerdegegnerin diesbezüglich ergän
zende Ab
klärungen vorzunehmen. Im vorliegenden Verfahren stellt sich die Frage, ob die nunmehr vorliegenden ärztlichen Beurteilungen mit überwiegen
der Wahr
scheinlichkeit den Schluss zulassen, dass beim Beschwerdeführer seit
September 1998 eine invalidisierende Einschränkung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit vorliegt
(E. 3.1)
.
“
„
Diesbezüglich ist von den einschlägigen Feststellungen des
A._
-Gutachtens vom 14. April 2008 auszugehen. Denn dieser von der
Beschwerde
gegnerin
in Nachachtung des Urteils des Sozialversicherungsgerichts vom 14. Dezember 2006 bei versicherungsexternen Spezialärzten eingeholten (...) Expertise kommt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu, soweit nicht konkrete Indizien da
gegen sprechen. Das hebt auch der Beschwerdeführer in seiner zum integra
len Bestandteil der Beschwerdeschrift erklärten Schreiben an die
Beschwerde
gegne
rin
vom 6. Januar 2009 hervor
(E. 3.2)
.
“
„
In Übereinstimmung mit den früheren fachärztlichen Beurteilungen bestand nach der Beurteilung der
A._
-Gutachter nie eine organisch nachweisbare somatische Gesundheitsstörung in invalidisieren
dem Ausmass (E. 3.2.1).
“
„
Bei den psychischen und neuropsychologischen Funktionsstörungen des Be
schwerdeführers handelt es sich sodann nach gutachterlicher Auffassung um Symptome einerseits der diagnostizierten Depression und andererseits einer chronischen Sc
hmerzproblematik
.
Mit BGE 136 V 279 hat das Bundesgericht unter Darlegung der Entwicklung seiner Rechtsprechung seit BGE 130 V 353 einmal mehr bekräftigt, dass aus Gründen der Rechtsgleichheit bei allen mit der somatoformen Schmerzstörung vergleichbaren
pathogenetisch
-ätiolo
gisch unklaren
syndromalen
Beschwerde
bildern
ohne nachweisbare organische Grundlage - insbesondere auch bei spe
zifischen HWS-Verletzungen ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle - die Beurteilung der invalidisierenden Wirkung nach den im Zusammenhang mit der somatoformen
Schmerz
störung
entwickelten Kri
terien zu erfolgen hat. Ent
gegen der vom Beschwerdeführer in seinem Schreiben an die
Beschwerdegeg
nerin
vom 5. Februar 2007
geäusserten Auffassung gilt das auch für seine mit einer Schmerzproblematik verbundene Depression. Eine nachhaltige neurologi
sche Schädigung durch die Unfälle vom 21. April 1994 und 19. Sep
tem
ber 1998 als Ursache der anhaltenden Schmerzproblematik wurde bereits in den im
A._
-Gutachten erwähnten Berichten der Neurologen Dr. med.
J._
vom 3. April 1995 und Dr. med.
K._
vom 21. Oktober 1996 sowie im Austrittsbericht der
Klinik L._
vom 23. August 1999 ausgesc
hlos
sen
.
Im Lichte der Kriterien für Beurteilung der invalidisierenden Wirkung einer soma
toformen
Schmerz
störung
handelt es sich bei der nach der Auffassung der
A._
-Gutachter mit einer adäquaten Therapie behandelba
ren Schmerz-/Depressionssymptomatik aber nicht um eine auch mit einer zu
mutbaren
Wil
lensanstrengung
unüberwindbare und daher invalidisierende
Ge
sundheitsstö
rung
. Erschwerende Umstände, welche die Schmerzbewältigung in
tensiv und konstant behinderten und den Wiedereinstieg in den Arbeitspro
zess unzumutbar machten, konnten die
A._
-Gutachter nicht feststellen
(E. 3.2.2)
.
“
„
Eine
vom
A._
-Gutachten
abweichende Beurteilung ergibt sich aus der Stellung
nahme der RAD-Ärzte vo
m 18. Juli 2008
sowie aus der Beantwortung der Zusatzfragen des Beschwerdeführers durch die Gutachter
B._
und
D._
vom 6. April 2009
nur insoweit, als das in Un
kenntnis der
Observations
unterlagen
erstellte Gutachten eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit durch die noch nicht überwundene Schmerz-/Depressionssymptomat
ik seit 1998
attestiert
, während die
A._
-Gutachter nach Sichtung des Observationsmaterials den RAD-Ärzten bei
pflichten, dass ihre im Gutachten erfolgte Beurteilu
ng nicht valide sei
.
Dem ist zu folgen. Denn die Observationsunterlagen zeigen, dass der Beschwerde
führer - was von ihm auch gar nicht bestritten wird - von Februar bis November 2007 bis zu mittelschwere Hilfsarbeiten auf Baustellen
verrichtet hat
. Anlässlich der Begutachtung im November 2007 hatte der Beschwerdefüh
rer jedoch erklärt, er habe letztmals 2006 im Sinne eines
Ar
beitsversuchs
leichte Reinigungsarb
eiten ausgeführt
. Die im Gutachten vom 14. April 2008 erfolgte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit beruht daher - unter anderem - auf nicht zutreffenden anamnestischen Angaben über die effektive Arbeitsleistung unmittelbar vor dem Zeitpunkt der Begutachtung sowie den üblichen Tagesab
lauf.
Angesichts dessen, dass keine reproduzierbaren Befunde für eine die Arbeits
-
fähig
keit
effektiv einschränkende Symptomatik erhoben werden konnten und die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung im Gutachten vom 14. April 2008 sich weit
-
gehend auf Folgerungen aus anamnestischen Angaben (Schlafstörungen) und kooperationsabhängigen neuropsychologischen Befunden (
attentionale
und exekutive Funktionsdef
izite) abstützte
, ist es ohne Weiteres nachvollziehbar, wenn die nicht zutreffenden
berufsanam
nes
ti
schen
Angaben des Beschwerde
führers und die keinerlei Einschränkungen ausweisenden
Obser
vierungsunterla
gen
nach übereinstimmen
der Auffassung der RAD-Ärzte und der
A._
-Gutach
ter die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht mehr valide erscheinen lassen.
Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringen lässt, ist unverfroren und bereits im Ansatz verfehlt. Denn wenn die fachärztliche
Gutachterin erklärt, die
beruf
s
anamnestischen
Angaben des Beschwerdeführers seien ein wesentliches Ele
ment ihrer Zumutbarkeitsbeurteilung gewesen, und sie deshalb ihre eigene auf den nicht zutreffenden Angaben basierende Beurteilung als nicht valide wer
tet
, kann der Beschwerdeführer, welcher absicht
lich falsche Angaben zur
Berufs
anamnese
gemacht und damit die aus diesem Grunde fehlende Validität der gutachterlichen
Arbeitsfähigkeits
schätzung
selbst zu verantworten hat, diesen Mangel des für ihn günstigen Gutachtens nicht be
heben, indem er - mit Unter
stützung der ihn seit 2009 behandelnden
Psychi
ate
rin
- die psychiatrische Gut
achterin der mangelhaften Wür
di
gung der
Observat
ionsunter
lagen
bezichtigt
. Da
bei steht ausser Frage, dass ‚fehlender Optimismus’, ‚verminderte Konzentra
tion’ und ‚gedankliche Ablenkung’ keine bildlich darstellbaren psychopatholo
gischen Befunde sind und deshalb aus deren fehlender Sichtbarkeit auf den
Überwa
chungsbildern
nichts zu Lasten des Beschwerdeführers abge
leitet werden kann. Doch ändert dies nichts daran, dass weder im Gutach
ten von PD Dr.
Z._
noch im
A._
-Guta
chten
konkrete klinische Befunde dokumentiert sind, welche den Schluss auf eine signifikante Einschränkung der Arbeitsfähig
keit des Beschwerdeführers wegen ‚fehlendem Optimismus’, ‚verminderter Kon
zentration’ oder ‚gedanklicher Ablenkung’ zuliessen. Unter diesen Umständen müssen die Bilder, welche den Beschwerdeführer bei von ihm gegenüber den
A._
-Gutachtern verheimlichten Arbeiten zeigen, - auch nach der Beurteilung
von
Dr.
H._
- zwar nicht als Beweise, aber durchaus in dem Sinne als Indizien für eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers gelten, als sie
die evidenzbasierte Vermutung stützen, gemäss der Ar
beitsfähigkeit anzuneh
men ist, soweit keine dagegen sprechenden Befun
de vor
liegen
. Diese Indizien lassen sich weder mit den Behauptungen des Beschwer
deführers, ge
mäss denen er nur soweit arbeitsfähig sein soll, wie ihm dies durch die Obser
vierung nach
gew
iesen werden kann
, noch mit der Beur
teilung seiner Arbeitsleistung durch die Arbeitgeber der nachgewiesenen
Arbeitsein
sätze
ohne Weiteres entkräften. Ob eine ungenügende Arbeits
leistung Folge einer die Arbeitsfähigkeit ein
schränkenden depressiven Sympto
matik war, kann nu
r fachärztlich beurteilt werden (E. 3.2.3).
“
„
Zusammenfassend ergibt sich zunächst, dass das auf falschen
berufsanamnesti
schen
Angaben des Beschwerdeführers beruhende
A._
-Gutachten vom 14. April 2008 weder eine unüberwindbare und damit invalidisierende Schmerzproblematik nachweist, noch eindeutige klinische Befunde für eine die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers signifikant einschränkende depressive Symptomatik liefert
(E. 3.3.1)
.
“
„
Sodann vermag die psychiatrische
A._
-Gutachterin nachvollziehbar darzule
gen, dass die de
m Observationsmaterial
zu entnehmenden anamnesti
schen Angaben ernsthafte Zweifel an der mit dem Gutachten vom 14. April 2008 erfolgten Beurteilung der Auswirkungen der unbehandelten psychischen Symptomatik auf die Arbeitsfähigkeit wecken müssen. Wenn die Gutachterin aus diesem Grund ihre eigene Beurteilung nachträglich als nicht valide wertet, macht sie damit nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten deut
lich, welche die Be
antwortung der Frage nach der zumutbaren Arbeitsleistung erschweren bz
w. verunmöglichen (E. 3.3.2
).
“
„
Schliesslich ist angesichts der Unmöglichkeit, nachträglich noch klinische
Be
funde einer veränderbaren Jahre zurückliegenden psychischen Symptomatik
zu erheben, auch nicht anzunehmen, dass weitere psychiatrische
Abklärun
-
gen - welche sich aufgrund der gegebenen Umstände weitgehend auf die
Inter
-
preta
tion
nicht gesicherter anamnestischer und testpsychologischer Befunde be
schränken müssten - noch wesentliche neue Erkenntnisse im Hinblick auf die fachärztliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der Zeit bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung bringen könnten. Ebenso wenig vermöchten die vom Beschwerdeführer beantragten Zeugenbef
ragungen
den massgeblichen medizinischen Sachverhalt zu erhellen
(E. 3.3.3)
.
“
„
Was die Krankheitsentwicklung nach Erlass des einen Rentenanspruch verneinen
den Vorbescheids vo
m 21. November 2008
anbelangt, so ist es zwar grundsätzlich nicht ausgeschlossen, dass sich der Gesundheitszu
stand des Beschwerdeführers in dem von Dr.
H._
in ihrem Beric
ht vom 14. Mai 2009
beschriebenen Ausmass verschlechtert und tatsäch
lich zu einer mindestens 40%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Sinne von Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG geführt hat. Doch hätte diese Einschränkung im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfü
gung vom 25. Juni 2009
jedenfalls noch nicht während eines Jahres angedauert und wäre auch nicht er
stellt, dass die Einschränkung - unter zumutbarer adäquater Therapie - nicht mehr überwindbar ist (Art. 28 Abs. 1
lit
. a IVG).
Die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Verschlechterung seines Gesund
heitszustands nach dem Erlass des negativen Vorbe
scheids vom 21. November
2008 vermag daher nichts am Ausgang des vorlie
genden Verfahrens zu ändern. Soweit der Beschwerdeführer wegen der Ver
schlechterung seines Gesundheits
zustands nach dem Erlass des Vorbescheids vom 21. November 2008 einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversi
cherung geltend machen will, steht es ihm frei, sich erneut bei der
Beschwerde
gegnerin
zum Leistungsbezug anzu
melden
(E. 3.3.4)
.
“
„
Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass sich eine
anspruchsbegrün
dende
Invalidität im Zeitraum vom 1. September 1999 bis zum Erlass der an
gefochtenen Verfügung nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nach
wei
sen lässt und ist daher die gegen die Verfü
gung vom 25. Juni 2009
ge
richtete Beschwerde abzuweisen
(E. 3.3.5)
.
“
1.3.3
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Bundesgericht mit dem Urteil 8C_300/2011 vom
30. Juni 2011 ab, wobei es die Würdigung des medizinischen Sachverhalts durch das Sozialversicherungsgericht als in allen Punkten korrek
t bestätigte
(E. 2.2 - E. 2.4, Urk. 10/245).
2.
2.1
Am 15. Juli 2011 reichte der Versicherte bei der IV-Stelle ein neues
Leistungsbe
gehren
ein (Urk. 10/243). Nachdem die I
V-Stelle ihm mit Vorbe
scheid
vom 5. August 2011
zunächst angedroht hatte, dass sie
mangels hinrei
chender Glaubhaft
machung einer Verschlechterung auf das Leistungsbegehren nicht
eintreten werde (Urk. 10/247 in Verbindung mit Urk. 10/248
)
, und der Versicherte
zusammen mit seiner Stellungnahme zum Vorbescheid (Urk. 10/252)
die ärztlichen Berichte
von
Dr.
med.
H._
vom 30. März 2010 (Urk. 10/251
/1-2) und
des
I._
vom 26. August 2010 (Urk. 10/251
/3-7) sowie Auszüge aus einem staatsan
waltschaftlichen
Einver
nahmeprotokoll
vom 25
. Januar 2011 (Urk. 10/253
) zu den Akten der IV-Stelle
gereicht hatte, trat die IV-Stelle auf das Gesuch ein und klärte ab (vgl. E. 2.2 des Urteils
IV.2012.00527 des hiesigen Gerichts vom 16. Dezember 2013 in Sachen der Parteien, Urk. 10/314)
.
Sie zog den Bericht
von
Dr.
H._
vom 8. Mai 2012 (Urk. 10/275)
bei
und holte dazu die Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes vom 24. Juli 2012 ein (
Dr.
med.
M._
, Anästhesiologie FMH, Urk.
10/282/3-4). Gestützt darauf erliess die IV-Stelle den Vo
r
bescheid vom 26. Juli 2012, mit welchem sie die Abweisung des Leistungsbegehrens mangels Nachweises einer wesentlichen Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse in Aussicht stellte (Urk. 10/
284). Nachdem der Versicherte die fachärztliche Kompetenz
von
Dr.
M._
zur Beurteilung des psychiatrischen Verlaufs in Frage gestellt hatte (Einwand vom 18. September 2012, Urk. 10/293), ordnete die IV-Stelle eine psychiatrische Verlaufsbegutachtung
durch
Dr.
med.
N._
, Psychiatrie und Psy
chotherapie
FMH
,
an
(Urk. 10/317-318), welche am 16. September 2014 vorge
legt wurde (Urk. 10/324 sowie Beantwortung der Ergänzungsfrage vom 22. September 2014, Urk. 10/325-326). Dazu nahm der Versicherte am 10. November 2014 (Urk. 10/330) unter Beilage des Berichts von
Dr.
H._
vom 6. November 2014 (Urk. 10/329) Stellung.
Am 30. Oktober 2014 liess sich auch der RAD vernehmen (
Dr.
med.
O._
, Psychiatrie und Psychothe
rapie FMH, Urk. 10/335/4-5).
Mit V
erfügung vom 8. Dezember 2014 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mangels Nachweises einer wesentlichen Veränderung der tatsächlichen Verhält
nisse seit dem Erlass der Verfügung vom 2
5.
Juni 2009 ab
(Urk. 2).
2.2
Dagegen erhob der Versicherte am 22. Januar 2015 Beschwerde mit dem
Rechts
begehren
, es sei die angefochtene Verfügung unter Kosten- und
Entschä
digungsfolge
zu Lasten der Beschwerdegegnerin aufzuheben und dem Beschwerdeführer rückwirkend ab Januar 2012 zumindest eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen und auszuzahlen. In prozessualer Hinsicht beantragte er, es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und RA
Dr.
André
Largier
zu seinem unentgeltlichen Rechtsvertreter zu bestellen (Urk. 1 S. 2)
.
Am 23. Februar 2015 liess sich die Beschwerdegegnerin mit dem Antrag auf Abweisung der Beschwerde vernehmen (Urk. 9). Darüber wurde der Beschwerdeführer am 25. Februar 2015 orientiert (vgl. Urk. 13). Am 4. März 2015 reichte dessen Vertreter seine Honorarnote zu den Akten (Urk. 14).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente, eine
Hilflosenentschädigung
oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebedarfs kein Anspruch auf einen
Assistenzbei
trag
entsteht, verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraus
setzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die Höhe des
invaliditätsbeding
ten
Betreuungsaufwandes oder Hilfebedarfs der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades oder der
Hilflosigkeit auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vorzugehen (vgl. dazu BGE 130 V 71; AHI 1999 S. 84 E. 1b mit Hin
weisen; vgl. auch AHI 2000 S. 309 E. 1b mit Hinweisen). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad oder die Hilflosig
keit oder der Hilfebedarf seit Erlass der frühe
ren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidi
tät oder Hilflosigkeit oder einen anspruchsbegründenden Hilfebedarf zu beja
hen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materi
elle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 und 3.2.3, 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
2.
2.1
Der Beschwerde
führer macht geltend,
der von der Beschwerdegegnerin beauf
tragte psychiatrische Administrativgutachter
habe die Diagnose einer aktuell mittelgradigen Episode einer rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10: F33.1) gestellt und damit die von
Dr.
H._
bei Behandlungsbeginn am 12. Januar 2009 gestellte Diagnose
(damals
schwergradig
e
Episode
, vgl. Bericht vom 14. Mai 2009,
Urk. 10/171) bes
tätigt (Urk. 1 S. 5)
.
Die These der
Beschwer
degegnerin
, wonach die seit Juni 2009 bestehende Krankheit durch psychosozi
ale Faktoren entstanden bzw. unterhalten sei, werde vom Gutachter nicht gestützt (Urk. 1 S. 4)
. Im Unterschied zur behandelnden Psychiaterin
sei der Gutachter allerdings der Meinung, dass dem Beschwerdeführer noch eine Arbeitsleistung zumutbar sei, und zwar eine von 50 % bezogen auf das ange
stammte Tätigkeitsprofil und denkbare Verweistätigkeiten mit freier Zeiteintei
lung unter Bedingungen der freien Wirtschaft durchgehend seit Juni 2009 sowie für unbestimmte Zeit
(Urk.
1 S. 5).
Der Zufall wolle es
, dass das vom Gutachter
N._
beschriebene
Zumutbar
keitsprofil
mit demjenigen übereinstimme, welches Basis bildete für die
Renten
verfügung
vom 13. August 200
4.
Damals sei ein Invaliditätsgrad von 63 % ermittelt worden
,
was Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
gebe. Da die
Nomi
nallohnentwicklung
auf den
damals ermittelten Validen- und
Invalidenein
kommen
gleich
sei, habe sie keinen Einfluss auf die Höhe des Invaliditätsgrads. Dieser betrage
unverändert
63 % (Urk. 1 S. 6).
2.2
Der vorstehend zitierten Würdigung des medizinischen Sachverhalts durch den Beschwerdeführer kann
– bis auf Nachstehendes -
weitgehend gefolgt werden.
W
ie der im Sachverhalt ausführlich dargelegten Verlaufsgeschichte bis zum Bun
desgerichtsurteil vom 30. Juni 2011 entnommen werden kann, war für die in Rechtskraft erwachsene Verfügung vom 25. Juni 2009 der v
on Dr.
D._
im
A._
-Gutachten vom 14. April 2008 festgestellte und nach Einsicht in die Dokumentation über die Observierung des Beschwerdeführers abschliessend beurteilte psychiatrische Sachverhalt massgebend. Gemäss dieser Beurteilung war der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Zeitraum zwischen
September 1998
(
ein Jahr vor dem
Rentenanspruchsbeginn gemäss Verfügung vom 13. August 2004) und November 2008 (Erlass des Vorbescheids zur Verfügung vom 25. Juni 2009) ohne wesentliche Veränderung und war auf
grund dieses Gesundheitszustandes keine Anspruch auf eine Rente gebende dauerhafte Einschränkung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ausgewiesen.
Soweit
Dr.
N._
dem Beschwerdeführer - in Übereinstimmung mit
Dr.
Z._
(Gutachten vom 2. April 2001, Urk. 10/11)
, aber in Abweichung von
Dr.
D._
-
für den von
Dr.
D._
beurteilten Zeitraum eine aus psychiatrischen Grün
den stark eingeschränkte Erwerbsfähigkeit zubillig
t,
ist das eine fachärztliche zulässige und nachvollziehbare, aber
revisionsrechtlich
un
beachtliche
Reevalu
ation
des
von
Dr.
D._
anders als von
Dr.
Z._
beurteilten
Sachverhalts.
Daraus
kann der Beschwerdeführer
keinen Rentenanspruch
ableiten.
2.
3
Zu prüfen bleibt, ob die vom Beschwerdeführer im Einwand gegen den Vorbe
scheid
vom 21. November 2008
geltend gemachte und mit dem Bericht
von
Dr.
H._
vom 14. Mai 2009 (Urk. 10/171) belegte anspruchsbegründende Ver
schlechterung des Gesundheitszustands ausgewiesen ist.
2.3
.1
Gemäss dem besagten Bericht
von
Dr.
H._
bestand im Zeitpunkt ihres
Behand
lungsbeginns
(12. Januar 2009) eine
schwergradige
depressive Episode einer rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10: F33.2).
Der Beschwerdeführer klagte über Schmerzen, Traurigkeit, sozialen Rückzug, Antriebs-, Lust-, Appe
titlosigkeit und
Libidoverlust
(Urk. 10/171/1). Seine
Gedanken
kreisten
um das ihm nicht nur von Seiten seiner Familie, sondern auch von den Versicherungen zugefügte Unrecht (Urk. 10/171/2).
2.3
.2
In seinem Urteil
vom 9. März 2011
konnte
das
Sozialversicherungsgericht die Frage
, ob
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sich im Zeitraum zwischen
Eröffnung
des Vorbescheids vom 21. November 200
0
und Erlass der Verfügung vom 25. Juni 2009
anspruchsrelevant
verschlechtert
hatt
e,
mangels hinreichender Informationen über den
weiteren Verlauf
bis zum Urteilszeitpunkt
nur summarisch
beurteilen
.
A
ufgrund de
s aktenkundigen mediz
inischen Sach
verhalts
bis zum
Zeitpunkt des
Vorbescheids
(vgl. E. 2.2)
war
nicht nur
kein jemals bestandener Rente
nanspruch
ausgewiesen,
sondern auch nicht erstellt
, dass
d
er
Beschwerdeführer
jemals (insbesondere nicht
innerhalb der vorange
gangenen drei Jahre, vgl.
Art.
29
bis
IVV) die Wartezeit nach
Art.
28
Abs.
1
lit
. b
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
absolviert
hatte.
Das Gericht begnügte sich
daher
i
n Erwägung 3.3.4
mit d
en
hypothetischen Fest
stellung
en
,
dass
eine
Verschlechterung des
Gesundheitszu
stand
s
nach Erlass des
einen Rentenanspruch verneinen
den Vorbescheids vom 21. November 2008
(sowie des eine Rentenrückzahlung fordernden Vorbescheids vom 6. Januar 2009)
zwar
nicht ausgeschlossen werden könne, dass aber
diese Einschränkung im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 25. Juni 2009 jedenfalls noch nicht während eines Jahres angedauert
hätte (Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG)
und
dass auch damit
noch nicht er
stellt
wäre
, dass die Einschränkung - unter zumutbarer adäquater Therapie - nicht mehr überwi
ndbar war
(Art. 28 Abs. 1
lit
. a IVG).
2.
4
Die von
Dr.
N._
dokumentierte Verlaufsgeschichte (vgl. Urk. 10/324/3-9) bestätigt nicht nur die hypothetischen Annahmen
des Gerichts
über
die Ent
wicklung
bis
zu seinem Urteil
vom 8. März
201
1,
sondern zeigt ebenso, dass auch im weiteren Verlauf keine nachhaltige Verschlechterung des Gesundheits
zustands des Beschwerdeführers eingetreten ist.
2.4.1
Bereits aus der Diagnostik
von
Dr.
H._
(vgl. E. 2.3.1)
ist ersichtlich, dass die von ihr als invalidisierend gewertete Krankheit - entgegen beschwerdeführeri
scher Behauptung (vgl. Urk. 1 S. 4) -
nicht erst seit 2009 besteht. Die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung kann erst gestellt werden, wenn sich depressive Episoden (mit gegebenenfalls unterschiedlichem Schweregrad) wie
derholen (vgl. klinisch-diagnostische Leitlinien zu ICD-10: F33).
Ungeachtet dessen, ob ergänze
nd dazu eine Schmerz
krankheit oder eine
Traumafolgestö
rung
diagnostiziert wird bzw. wurde, wird durchwegs
auch
eine mehr oder weniger starke depressive Symptomatik beschr
ie
ben (vgl. Urk. 10/324/3-9).
2.4.2
Symptomatik und Diagnostik im Verlauf geben
auch keine Hinweise auf eine stetige und nachhaltige Verschlechterung. Zwar musste der Beschwerdeführer zweimal wegen der Exazerbation der depressiven Symptomatik hospitalisiert werden (vom 16. Juli bis zum 25. September 2009 und vom 8. April bis zum 7. Juni 2010) und wurde er vom 11. Juni bis zum 9. September 2010 in einer Tagesklinik behandelt (vgl. Urk. 10/324/8), doch anschliessend wurde er stets wieder
in die seit Jahren gleichgebliebenen psychosozialen Verhältnisse entlas
sen und - zum Zeitpunkt der Begutachtung durch
Dr.
N._
- von Dr.
H._
in Abständen von drei bis
fünf Wochen ambulant behandelt
(vgl. Urk. 10/324/12).
2.4.3
Dr.
N._
nahm aufgrund der von ihm im Spätsommer 2014 objektivierten Psychopathologie
–
welche
,
wie der Beschwerdeführer zutreffend feststellte, weitgehend der bereits von
Dr.
Z._
dokumentierten und von
Dr.
D._
bestätigten entsprach (vgl. vorstehende E. 2.1 und E. 2.2) -
im Längsverlauf seit Juni 2009 und aktuell unter funktionsorientierten Kriterien eine im Mittel mit
telgradige Beeinträchtigung der Belastbarkeit, Durchhaltefähigkeit, Anpas
sungsfähigkeit, interpersonellen Flexibilität und emotionalen Belastbarkeit sowie der kognitiven Leistungsfähigkeit entsprechend einer 50%-Arbeitsfähig
keit bezogen auf das angestammte Tätigkeitsprofil und denkbare
Verweistätig
keiten
mit freier Zeiteinteilung unter Bedingungen der freien Wirtschaft seit Juni 2009 an (Urk. 10/324/19-20). Gemäss den Ausführungen
von
Dr.
N._
zur Beantwortung der Zusatzfrage 3 gemäss Auftragsschreiben
(Resultiert die Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit aus einem Gesundheitsschaden der nach Juni 2009 aufgetreten ist oder aus einem Gesundheitsschaden
, der
b
ereits vorher bestand?, Urk. 10/324/21) begründete sich die aktuelle
versicherungsmedizi
nisch-psychiatrische
Beurteilung „aus einer nachvollziehbar fortgesetzt anzu
nehmenden und aufgrund der aktuellen psychiatrischen Untersuchung zu bestätigenden Zustandsverschlechterung der psychischen Gesundheitssituation seit Januar 2009 bei allerdings nicht erreichtem medizinischen Endzustand auf
grund zurzeit unzureichender Medikation“.
Eine durch Befunde oder anamnes
tische Informationen belegte Veränderung der Symptomatik wird
damit
nach
gewiesen.
2.4.4
Zusammenfassend lässt sich weder aus der
von
Dr.
N._
zusammengestell
ten Verlaufsdokumentation (Urk. 10/324/3-9) noch aus der von
Dr.
N._
erhobenen Anamnese (Urk. 10/324/9-13) noch aus den von ihm erhobenen kli
nischen Befunden (Urk. 10/324/13-15) eine anspruchserhebliche Veränderung der tatsächlichen Gegebenheit im Sinne von Erwägung 1.2 ablesen. Sein Gut
achten vom 16. September 2014 stellt - wie bereits zuvor das Gutachten
von
Dr.
Z._
vom 2. April 2001
eine
im
Rahmen des fachärztlichen Ermessens
liegende Beurteilung des nach Abheilung der sichtbaren Folgen des Unfalls vom 19. September 1998 im Wesentlichen gleich gebliebenen
versicherungsmedizi
nisch-psychiatrischen
Zustandsbilds dar, welches im Hinblick auf die rechts
kräftige Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 25. Juni 2009 auch von
Dr.
D._
beurteilt wurde.
Eine anspruchserhebliche Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG ist somit nicht ausgewiesen. Die Beschwerde ist abzu
weisen.
3.
Die prozessuale Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ist mit der
Unter
-
stützungsbe
stätigung
der Wohngemeinde (Urk. 7 S. 1) nachgewiesen, wes
halb dem unterliegenden Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege gewährt werden kann.
Dementsprechend sind die
auf Fr. 600.-- zu bemessenden Verfahrenskosten zwar dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, aber vorläufig auf die Gerichtskasse zu nehmen. Weiter ist Rechtsanwalt
Dr.
André
Largier
zum unentgeltlichen Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zu bestellen und für seine Bemühungen - entsprechend der Honorarnote vom 4. März 2015 (Urk. 14) - für 5,6
Honorar
stunden
und Fr. 56.-- Auslagen mit Fr.
1‘3
91
.
-- (inkl.
MWSt
)
zu entschädigen.
Kommt der Beschwerdeführer künftig in günstige wirtschaftliche Verhältnisse, so kann ihn das Gericht zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichten (§ 16 Abs. 4 des Gesetzes über das
Sozialversiche
rungsgericht
,
GSVGer
).