Decision ID: c2990cf4-d4b1-4730-a2e7-c69ba81c4368
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_HG
Chamber: ZH_HG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Bauhandwerkerpfandrecht
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Gesuch: (act. 1 S. 2)
" 1. Das Grundbuchamt E._ sei im Sinne von Art. 961 ZGB  anzuweisen, im Grundbuch zugunsten der Klägerin auf dem Grundstück
- der Beklagten 1 KTN Nr. 1 ein Bauhandwerkerpfandrecht für eine Pfandsumme von insgesamt CHF 189'852.90,
- der Beklagten 2 KTN Nr. 2 ein Bauhandwerkerpfandrecht für eine Pfandsumme von insgesamt CHF 132'568.70,
und - der Beklagten 2 KTN Nr. 3 ein Bauhandwerkerpfandrecht für
eine Pfandsumme von insgesamt CHF 310'421.60, sofort vorläufig einzutragen.
2. In einer superprovisorischen Verfügung sei das Grundbuchamt E._ anzuweisen, das gemäss Ziff. 1 hiervor beantragte Bauhandwerkerpfandrecht sofort ohne Anhörung der  vorläufig im Grundbuch vorzumerken.
3. Der Klägerin sei eine angemessene Frist anzusetzen, um Klage auf definitive Eintragung des Bauhandwerkerpfandrechts  Ziff. 1 hiervor zu Lasten der Grundstücke der Beklagten einzureichen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ."

Das Einzelgericht zieht in Erwägung:
1. Die Gesuchstellerin ersuchte mit ihrer Eingabe vom 17. August 2017 (Datum
Poststempel) samt Beilagen (act. 1; act. 3/2-22) um (vorerst) superprovisorische
Eintragung von Bauhandwerkerpfandrechten auf den betreffenden Grundstücken
der Gesuchsgegnerinnen 1 und 2. Dem Gesuch wurde mit Verfügung vom
18. August 2017 einstweilen und ohne Anhörung der Gegenparteien entsprochen,
und das zuständige Grundbuchamt E._ wurde angewiesen, die entspre-
chenden Pfandrechte vorläufig im Grundbuch einzutragen. Gleichzeitig wurde den
Gesuchsgegnerinnen 1 und 2 Frist bis zum 11. September 2017 angesetzt, um
zum Gesuch Stellung zu nehmen, unter der Androhung eines Aktenentscheids im
Säumnisfall (act. 4). Die D._ AG (fortan Nebenintervenientin) ist dem Pro-
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zess in der Folge – nachdem ihr von beiden Gesuchsgegnerinnen 1 und 2 der
Streit verkündet wurde, und sie ein Interventionsgesuch gestellt hatte – als Nebe-
nintervenientin beigetreten (act. 10-17).
Sowohl die Gesuchsgegnerin 1 als auch die Nebenintervenientin haben auf eine
Stellungnahme im summarischen Verfahren verzichtet (act. 13; act. 19); eine Stel-
lungnahme der Gesuchsgegnerin 2 blieb aus.
2. Damit ist im vorliegenden summarischen Verfahren (und nur in diesem) un-
bestritten geblieben und zudem – angesichts der Ausführungen der Gesuchstelle-
rin sowie der Beilagen – glaubhaft gemacht worden, dass die Gesuchstellerin für
die eingetragenen Pfandsummen auf den Grundstücken der Gesuchsgegnerin-
nen 1 und 2 (Prot. S. 2; act. 3/5) im Sinne von Art. 837 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB Material
und Arbeit geliefert hat (act. 1 S. 4 ff. Rz. III.2. ff.; act. 3/7-8 und act. 12-22), ein
Betrag in der Höhe der eingetragenen Pfandsummen bisher unbezahlt geblieben
ist (act. 1 S. 7 Rz. III.8. f.; act. 3/12-14) und die Viermonatsfrist gemäss Art. 839
Abs. 2 ZGB mit der vorläufigen Eintragung gewahrt wurde (act. 1 S. 7 f.
Rz. III.10. f.; act. 3/22).
Demgemäss steht der vorläufigen Eintragung der Bauhandwerkerpfandrechte im
mit Entscheid vom 18. August 2017 verfügten Umfang (act. 4) nichts entgegen.
Die einstweilige Anweisung an das Grundbuchamt E._ ist daher als vorläufi-
ge Eintragung im Sinne von Art. 961 ZGB zu bestätigen.
3. Der Gesuchstellerin ist Frist anzusetzen, um Klage auf definitive Eintragung
des Pfandrechts gegen die Gesuchsgegnerinnen 1 und 2 anzuheben. Die Prose-
quierungsfrist ist praxisgemäss auf 60 Tage festzulegen, wobei allfällige Gerichts-
ferien bei der Fristansetzung berücksichtigt werden. Eine Verlängerung dieser
Frist ist möglich, bedarf aber eines gesonderten und begründeten Gesuches
(Art. 144 Abs. 2 ZPO); dieses würde in einem kostenpflichtigen Nachverfahren
behandelt. Als zureichende Gründe für eine Fristerstreckung gemäss Art. 144
Abs. 2 ZPO werden nur entweder die Zustimmung der Gegenparteien oder von
der Partei nicht vorhersehbare oder nicht beeinflussbare Hinderungsgründe aner-
kannt.
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4. Die Höhe der Gerichtsgebühr wird nach der Gebührenverordnung des
Obergerichts bestimmt (Art. 96 ZPO i.V.m. § 199 Abs. 1 GOG) und richtet sich in
erster Linie nach dem Streitwert bzw. nach dem tatsächlichen Streitinteresse (§ 2
Abs. 1 lit. a GebV OG). Vorliegend ist von einem Streitwert von CHF 632'843.20
auszugehen. Die Gerichtsgebühr ist in Anwendung von § 4 Abs. 1 und 2 sowie
§ 8 Abs. 1 GebV OG auf CHF 12'000.– festzusetzen.
Über den Pfandanspruch der Gesuchstellerin ist noch nicht definitiv entschieden.
Es wird im ordentlichen Verfahren erst noch festzustellen sein, ob die Gesuchstel-
lerin endgültig obsiegt. Daher rechtfertigt es sich, im vorliegenden Verfahren le-
diglich eine einstweilige Kostenregelung zu treffen. Gemäss Praxis des Handels-
gerichtes des Kantons Zürich werden die Gerichtskosten im Verfahren betreffend
die vorläufige Eintragung von Pfandrechten von der Gesuchstellerin bezogen,
wobei der endgültige Entscheid des Gerichts im ordentlichen Verfahren vorbehal-
ten bleibt. Für den Fall, dass die Gesuchstellerin ihre Klage innert Prosequie-
rungsfrist nicht anhängig machen sollte, werden ihr die Kosten definitiv auferlegt.
Auch der Entscheid betreffend die Entschädigungsfolgen wird dem ordentlichen
Verfahren vorbehalten. Versäumt es die Gesuchstellerin, ihren Anspruch innert
Frist zu prosequieren, ist ihr keine Parteientschädigung zuzusprechen. Gleiches
gilt diesfalls auch betreffend die Gesuchsgegnerinnen 1 und 2 sowie die Nebenin-
tervenientin, wurde doch gar nicht erst eine Gesuchsantwort eingereicht (vgl. § 11
der Verordnung über die Anwaltsgebühren [AnwGebV]). Kommt hinzu, dass we-
der die Gesuchsgegnerin 2 noch die Nebenintervenientin einen entsprechenden
Antrag gestellt haben (act. 10; act. 19), und die nicht anwaltlich vertretene Ge-
suchsgegnerin 1 ihre Aufwendungen nicht dargetan hat (act. 13).