Decision ID: 25767601-30e0-5f8b-a77d-d6fac313a479
Year: 2007
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Am 18. Oktober 2006 ersuchte W._ (geb. 1987, Thailand) bei der Schweizerischen Botschaft in Bangkok um ein Visum für einen dreimonatigen Besuchsaufenthalt bei ihrem im Kanton Zürich wohnhaften Vater T._ (Beschwerdeführer). Nach formloser Verweigerung übermittelte die Schweizerische Vertretung das Gesuch zur Prüfung und zum Entscheid an die Vorinstanz.
B. Nachdem das Migrationsamt des Kantons Zürich beim Gastgeber  Auskünfte eingeholt hatte, wies die Vorinstanz mit Verfügung vom 7. Dezember 2006 das Einreisegesuch mit der Begründung ab, die Gesuchstellerin stamme aus einer Region, aus welcher der  als Folge der dort herrschenden wirtschaftlichen und soziokulturellen Verhältnisse bekannterweise nach wie vor stark anhalte. Viele ihrer Landsleute versuchten, ihren Aufenthalt in der Schweiz durch Ausschöpfung sämtlicher rechtlicher Mittel zu , um sich so in Umgehung der bundesrätlichen  eine vermeintlich bessere Zukunft aufzubauen. Der  oblägen im Heimatland weder zwingende berufliche oder gesellschaftliche Verpflichtungen noch familiäre Verantwortlichkeiten, die gegebenenfalls Gewähr für eine fristgerechte Rückkehr bieten könnten. Zudem hätten Abklärungen ergeben, dass die finanziellen Garantien ungenügend seien.
C. Mit Verwaltungsbeschwerde an das Eidgenössische Justiz- und  (EJPD) vom 27. Dezember 2006 beantragt der  sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen  und die Erteilung des gewünschten Besuchervisums. Zur  bringt er im Wesentlichen vor, seine Tochter habe durchaus gesellschaftliche Verpflichtungen und familiäre Verantwortlichkeiten, müsse sie sich doch im Heimatland um ihre 84-jährige, gesundheitlich angeschlagene Grossmutter kümmern. Die finanzielle Garantie für die Gesuchstellerin werde von seinem (ebenfalls in Winterthur ) Schwager R._ übernommen.
Der Eingabe war ein entsprechendes Schreiben von R._ vom 27. Dezember 2006 beigelegt, wonach er die finanziellen Garantien
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übernehmen und nötigenfalls eine Garantieerklärung unterzeichnen werde.
D. In ihrer Vernehmlassung vom 16. März 2007 spricht sich die Vorinstanz für die Abweisung der Beschwerde aus und hält ergänzend fest, die Eingeladene sei jung, ledig, kinderlos und nach Abbruch ihres  ohne feste Anstellung. Überdies sei der Beschwerdeführer nicht in der Lage, die notwendigen finanziellen Garantien zu übernehmen. Daran vermöge auch die von einem Bekannten aus reiner Gefälligkeit abgegebene Verpflichtungserklärung nichts zu ändern.
E. Mit verfahrensleitender Anordnung vom 27. März 2007 wurde dem Beschwerdeführer die Möglichkeit gewährt, zur Vernehmlassung der Vorinstanz Stellung zu nehmen. Die hierfür gesetzte Frist blieb .

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Verfügungen des Bundesamtes für Migration (BFM) betreffend Verweigerung der Einreisebewilligung unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer [ANAG, SR 142.20] i.V.m. Art. 31 und Art. 33 Bst. d des  vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).
1.2 Das Bundesverwaltungsgericht übernimmt, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der beim Inkrafttreten des  am 1. Januar 2007 bei Eidgenössischen Rekurs- oder  oder bei Beschwerdediensten der Departemente  Rechtsmittel. Für die Beurteilung gilt das neue Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 VGG).
1.3 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem  nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das Urteil ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des  vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
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1.4 Der Beschwerdeführer ist als "Mitbeteiligter" (Vater und zugleich Gastgeber) gemäss Art. 20 Abs. 2 ANAG zur Beschwerdeführung ; auf die frist- und formgerechte Beschwerde ist daher  (Art. 48 ff. VwVG).
2. Ausländer/-innen sind zur Anwesenheit in der Schweiz berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitzen oder wenn sie keiner solchen bedürfen (vgl. Art. 1a ANAG). Die  entscheidet, im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und der  mit dem Ausland, nach freiem Ermessen über die Bewilligung von Aufenthalt oder Niederlassung (Art. 4 ANAG). Daher räumt das schweizerische Recht weder einen Anspruch auf Einreise noch auf  eines Visums ein (vgl. PETER UEBERSAX, Einreise und , in: Peter Uebersax/Peter Münch/Thomas Geiser/Martin Arnold (Hrsg.), Ausländerrecht, Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Steuerrecht und Sozialrecht der Schweiz, Basel/Genf/München 2002, S. 143). Dem behördlichen Ermessen steht somit im Falle der Erteilung einer Einreisebewilligung ein weiterer Spielraum offen als beispielsweise bei der Verlängerung einer  den Vertrauensschutz verfestigenden Anwesenheitserlaubnis.
3. Ausländerinnen und Ausländer benötigen zur Einreise in die Schweiz neben einem Pass ein Visum, sofern sie nicht aufgrund besonderer Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (vgl. Art. 1, Art. 3 und Art. 4 der Verordnung vom 14. Januar 1998 über Einreise und Anmeldung von Ausländerinnen und Ausländern [VEA, SR 142.211]). Die Gesuchstellerin kann sich auf keine Ausnahmeregelung berufen; sie ist aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit visumspflichtig.
Das Visum wird verweigert, wenn die Ausländerin oder der Ausländer die Einreisevoraussetzungen nach Art. 1 VEA nicht erfüllt (vgl. Art. 14 Abs. 1 VEA). So müssen Personen, die in die Schweiz reisen möchten, unter anderem Gewähr bieten, dass sie fristgerecht wieder ausreisen werden (Art. 1 Abs. 2 Bst. c. VEA). Dazu lassen sich jedoch, da ein künftiges Verhalten zu beurteilen ist, in der Regel keine gesicherten Feststellungen, sondern lediglich Voraussagen machen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu würdigen.
Im Weitern müssen die Eingeladenen über genügend Mittel verfügen,
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um ihren Lebensunterhalt während der Durchreise oder des  in der Schweiz zu bestreiten, oder in der Lage sein, sich diese Mittel auf legale Weise zu beschaffen (vgl. Art. 1 Abs. 2 Bst. d i.V.m. Art. 6-8 VEA).
4. 4.1 Anhaltspunkte zur Beurteilung der fristgerechten Wiederausreise können sich aus der allgemeinen Lage im Herkunftsland der  oder des Besuchers ergeben. Einreisegesuche von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit politisch oder  vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen können darauf , dass die persönliche Interessenlage in solchen Fällen nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht.
4.2 Die Asienkrise von 1997 liess auch die Wirtschaft Thailands schrumpfen, dem Land gelang allerdings schnell der Umschwung hin zu neuem Wirtschaftswachstum. Seit 2005 sind die Wachstumswerte wieder leicht rückläufig. Hauptträger des Wachstums 2005 waren,  durch umfangreiche Konjunkturprogramme der Regierung, der Export und öffentliche Investitionen, die den privaten Verbrauch als Wachstumsmotor klar abgelöst haben (Quelle: http://www.-amt.de, Stand: Oktober 2006). Die grundsätzlich ermutigenden wirtschaftlichen Entwicklungen können aber nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass nach wie vor breite Bevölkerungsschichten von vergleichsweise schwierigen ökonomischen und sozialen  betroffen sind. Das Bruttoinlandprodukt pro Kopf der  betrug im Jahre 2005 nur gerade 2'628 USD. Entsprechend hoch ist der Anteil jener, die versuchen, ins Ausland zu gelangen, um sich unter günstigeren Lebensbedingungen eine bessere Existenz  zu können. Der Trend zeigt sich erfahrungsgemäss dort  stark, wo durch die Anwesenheit von Verwandten oder Bekannten bereits ein minimales soziales Beziehungsnetz im Ausland besteht. Im Falle der Schweiz führt dies angesichts der restriktiven  nicht selten zur Umgehung ausländerrechtlicher .
4.3 Bei der Risikoanalyse sind aber nicht nur solch allgemeine  und Erfahrungen, sondern auch, wie unter Ziffer 3 ausgeführt, sämtliche Gesichtspunkte des konkreten Einzelfalles zu . Obliegt einem Gesuchsteller oder einer Gesuchstellerin im Hei-
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matstaat beispielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die  für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen.  muss bei Gesuchstellern, die in der Heimat keine der erwähnten Verpflichtungen haben, die sie von einer möglichen Emigration  könnten, aufgrund entsprechender Erfahrungen das Risiko eines fremdenpolizeilich nicht vorschriftsgemässen Verhaltens (nach  Einreise zu einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden.
4.4 Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um einen unverheiratete 20-jährige Frau, welche sich im Einreisegesuch als Studentin , gemäss den Angaben der Schweizerischen Botschaft in Bangkok allerdings ihr Studium seit letztem Semester abgebrochen haben soll (vgl. Bemerkungen zum Einreisegesuch vom 18. Oktober 2006). Für die Annahme, die Eingeladene ginge mittlerweile in Thailand einer  Erwerbstätigkeit nach und sei nunmehr in der Arbeitswelt , ergeben sich aus den Akten keine Anhaltspunkte.
Der Beschwerdeführer verweist hingegen auf das intakte soziale  der eingeladenen Tochter im Heimatland und bringt in diesem  vor, seine 84-jährige Mutter, die gesundheitlich  sei, sei auf die ständige Hilfe ihrer Enkelin angewiesen.  Argument vermag schon deshalb nicht zu überzeugen, weil der Umstand, dass gleich eine mehrmonatige Landesabwesenheit geplant ist, nicht ohne weiteres darauf schliessen lässt, die Präsenz der  sei für die Belange ihrer Familie unverzichtbar; aufgrund der Aktenlage ist eher davon auszugehen, die von ihr geleistete  könne durchaus für längere Zeit auch auf andere Weise  werden. Insofern darf bezweifelt werden, dass der  im Heimatland besondere Verpflichtungen obliegen, die sie ernsthaft von einer Emigration abzuhalten vermöchten, zumal mit dem Rekurrenten – ihrem Vater – sowie der ebenfalls in Winterthur  Mutter N._ und älteren Schwester P._ bereits nächste Familienangehörige definitiv in die Schweiz übersiedelt sind. Diesem Gesichtspunkt gilt es bei der Beurteilung des vorliegenden Einreisegesuches ebenfalls Rechnung zu tragen, ist doch das Risiko, dass weitere Angehörige aus dem engeren Familienkreis (wie  die Gesuchstellerin), die im Heimatland möglicherweise mit den gleichen oder zumindest ähnlichen Problemen zu kämpfen , ebenfalls einen dauerhaften Aufenthalt in der Schweiz anstreben könnten, nicht bloss als gering einzustufen. Vor diesem Hintergrund
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müssen die Beteuerungen des Beschwerdeführers, wonach seine Tochter die Schweiz fristgerecht verlassen werde, als nicht  bezeichnet werden. Im Übrigen hegte auch die  Vertretung in Bangkok, welche mit den sozialen,  und politischen Verhältnissen im Herkunftsstaat der Ausländerin gut vertraut ist und sich somit durchaus ein Bild der Einreisewilligen machen kann, grosse Bedenken bezüglich der anstandslosen  und verweigerte formlos die Einreisebewilligung.
4.5 Nach dem Gesagten durfte die Vorinstanz daher zu Recht davon ausgehen, die Wiederausreise der Eingeladenen sei im Sinne der massgeblichen Bestimmungen nicht gesichert. Zwar lässt sich diese Einschätzung nicht zu einer gesicherten Feststellung verdichten; sie reicht aber aus, um die Erteilung eines Einreisevisums – auf das, wie erwähnt, kein Rechtsanspruch besteht – abzulehnen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass der Beschwerdeführer für die  Rückreise der Gesuchstellerin garantieren würde; denn eine solche Garantie ist trotz bester und ehrlicher Absichten nicht möglich bzw. rechtlich nicht durchsetzbar (vgl. Verwaltungspraxis der  [VPB] 57.24; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-2341/2006 vom 7. August 2007 E. 6). Die Voraussetzungen gemäss Art. 1 Abs. 2 Bst. c VEA sind somit nicht erfüllt, weshalb die Vorinstanz die  zu Recht verweigert hat.
Bei dieser Sachlage kann letztlich die Frage offen gelassen werden, ob die Gesuchstellerin über genügend Mittel verfügt hätte, um ihren Lebensunterhalt während des Aufenthaltes in der Schweiz zu  oder ob der Rekurrent als Gastgeber – allenfalls in der Lage  wäre, die erforderliche finanzielle Garantie zugunsten der  Tochter zu leisten (vgl. Art. 1 Abs. 2 Bst. d VEA).
5. Aus diesen Darlegungen folgt, dass die angefochtene Verfügung  nicht verletzt. Der rechtserhebliche Sachverhalt wurde richtig und vollständig festgestellt und die Vorinstanz hat das ihr zustehende Ermessen pflichtgemäss und zutreffend gehandhabt (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen.
6. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die  sind auf Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3
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Bst. b des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).