Decision ID: d7495b92-e22b-573c-a478-60e24407958e
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller, Engelgasse 214, 9053 Teufen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
S._ (Jg. 1955) meldete sich am 27. April 2006 zum Bezug von IV-Leistungen an. Sie
gab im Gesuchsformular u.a. an, sie habe keinen Beruf erlernt. Ihr Ehemann sei letztes
Jahr arbeitslos gewesen, jetzt sei er arbeitsunfähig. Deshalb würde sie zu 80-100%
arbeiten, wenn sie gesund wäre, denn dadurch könnte sie mehr zum gemeinsamen
Einkommen beitragen. Dr. med. A._ berichtete der IV-Stelle am 23. Mai 2006, die
Versicherte leide an einem Fibromyalgiesyndrom, an einer Omarthrose rechts
(Spondylosis deformans der Wirbelsäule), an einer reaktiven Depression mit sozialem
Rückzug und an Adipositas. Als Raumpflegerin sei sie seit dem 22. Oktober 2003 zu
100% arbeitsunfähig. Trotz multiplen Therapien sei praktisch kein Therapieerfolg erzielt
worden. Vom 12. bis 30. September 2005 habe sich die Versicherte zur stationären
Rehabilitation in der Klinik Walenstadtberg aufgehalten. Da die Versicherte u.a. wegen
Verständigungsschwierigkeiten bei den Therapien nicht adäquat habe mitmachen
können, sei praktisch kein therapeutischer Effekt erzielt worden. Die Albanisch
sprechende Psychotherapeutin Dr. med. B._ habe mehrere Gespräche mit der
Versicherten geführt. Dr. med. B._ habe aber angegeben, die völlig ungebildete
Versicherte habe sich in Albanisch praktisch nicht ausdrücken können, die
Psychotherapie sei unmöglich gewesen. Dr. med. A._ berichtete weiter, die
Versicherte klage über multipelste Beschwerden am ganzen Körper mit extremer
Berührungsem-pfindlichkeit. Die Hauptschmerzen seien im Schulter-/Nackenbereich
lokalisiert. Zumutbar seien noch einfachste Tätigkeiten in gemischt stehender und
sitzender Position ohne körperliche Belastung (z.B. Kleinteile sortieren) während vier
Stunden pro Tag. Körperliche Belastungen seien nicht möglich, Gewichte über 5 kg
dürften nicht gehoben werden. Die C._ AG gab am 10. August 2006 an, die
Versicherte sei als Raumpflegerin tätig gewesen. Bei einer normalen Arbeitszeit im
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Betrieb von 42,5 Std. habe die Versicherte 15 Std. gearbeitet. Der Stundenlohn habe
Fr. 17.- betragen. Dr. med. D._ vom RAD hielt am 21. Oktober 2006 fest, die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des Hausarztes müsse fachärztlich hinterfragt werden.
Ausserdem müsse unbedingt ein Bericht der Psychiaterin Dr. med. B._ eingeholt
werden. Dass eine reaktive Depression eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit bewirke, sei
sehr unwahrscheinlich. Es dürfte sich eher um eine chronifizierte Form handeln. Die IV-
Stelle ersuchte Dr. med. A._, den Bericht von Dr. med. B._ einzureichen. Dr. med.
A._ gab am 2. November 2006 an, es sei kein Brief vorhanden. Dr. med. D._
empfahl am 5. Januar 2007 eine MEDAS-Begutachtung. Am 26. April 2007 erfolgte
eine Haushaltsabklärung. Als Dolmetscher fungierten der Sohn und die
Schwiegertochter der Versicherten, die beide im gleichen Haus wohnten. Gemäss dem
Abklärungsbericht gab die Versicherte an, sie wäre weiterhin zu 35% erwerbstätig,
wenn sie gesund wäre. Die eigentliche Haushaltsabklärung ergab eine Einschränkung
der Versicherten von 93,37%. Die Abklärungsperson hielt dazu fest, die Versicherte
verrichte keine Hausarbeiten mehr. Der Haushalt werde durch die Schwiegertochter
besorgt. Der Ehemann der Versicherten, der an Rücken- und Herzproblemen leide,
helfe nicht im Haushalt. Aus medizinischer Sicht sei nicht nachvollziehbar, dass die
Versicherte keine Haushaltarbeiten mehr solle verrichten können.
B.
B.a Das Ärztliche Begutachtungsinstitut ABI in Basel berichtete in seinem Gutachten
vom 10. Januar 2008, die Versicherte habe als Hauptproblem die Schulter-/
Nackenschmerzen bds. angegeben, die dauernd in gleicher Intensität, unabhängig von
der Belastung, vorhanden seien. Nach der Einnahme von Analgetika besserten die
Schmerzen jeweils für eine halbe Stunde. Das zweite Hauptproblem seien die
Kopfschmerzen mit Schwindel, die dauernd vorhanden seien und auch im Liegen
unverändert stark seien. Als weiteres Leiden habe die Versicherte chronische
Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in das linke Bein bis zur Ferse angegeben. Hier
komme es beim Gehen oder Stehen zu einer Schmerzzunahme. Die Versicherte fühle
sich nicht mehr in der Lage, irgendwelchen Tätigkeiten im Haushalt nachzugehen.
Morgens und mittags sitze sie in der Wohnung und schaue TV. Spazieren gehe sie nur
in Begleitung ihres Ehemannes. Das Ehepaar lebe ausschliesslich von der finanziellen
Unterstützung des Sohnes und der Schwiegertochter. Der Ehemann erhalte weder
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Taggelder noch andere Versicherungsleistungen. Bei der Erhebung des internistischen
Status habe die Versicherte einen langsamen, schleppenden Gang gezeigt. Das
Treppensteigen sei im Gleichschritt mit Abstützen am Geländer erfolgt. Das Sitzen sei
problemlos möglich gewesen. Die Versicherte habe die Untersuchungsliege problemlos
besteigen können. Die Anamnese sei mit Hilfe einer Albanisch sprechenden
Dolmetscherin erhoben worden. Die Versicherte sei aufgefordert worden, ein Formular
zu unterschreiben. Dabei sei klar geworden, dass die Versicherte nicht schreiben
könne.
B.b Der psychiatrische Sachverständige berichtete, die Versicherte habe angegeben,
sie wohne mit ihrem Ehemann in einer Zweizimmerwohnung. Der Ehemann sei
ebenfalls krank, er habe Schmerzen und Atem- und Herzbeschwerden. Zudem sei er in
psychiatrischer Behandlung. Tagsüber gehe sie in Begleitung spazieren oder sie ruhe
sich zuhause aus. Nachts könne sie wegen der Schmerzen schlecht schlafen. Ausser
zur Familie habe sie zu niemandem mehr Kontakt. Der psychiatrische Sachverständige
gab weiter an, die Beschwerdeschilderungen der Versicherten seien diffus gewesen.
Die Versicherte habe eine ausgeglichene Stimmung gezeigt, die affektive
Modulationsfähigkeit sei nicht eingeschränkt gewesen. Die Versicherte habe mit fester
Stimme gesprochen, Mimik und Gestik seien ausgeprägt gewesen. Im Gespräch habe
sie eine Schmerzwahrnehmung gezeigt, indem sie sich leicht auf dem Stuhl hin und her
bewegt habe. Sie sei allseits orientiert und bewusstseinsklar gewesen.
Aufmerksamkeit, Auffassung und Gedächtnis seien nicht beeinträchtigt und das
Denken sei formal und inhaltlich unauffällig gewesen. Wahnhafte Störungen,
Sinnestäuschungen, Halluzinationen und Ich-Störungen hätten gefehlt. In seiner
Beurteilung gab der psychiatrische Sachverständige an, das Ausmass der
Beschwerden und die subjektive Überzeugung, nicht mehr arbeiten zu können, liessen
sich durch die objektiven Befunde nicht hinreichend objektivieren, so dass eine
psychische Überlagerung angenommen werden müsse. Es liege eine
Schmerzverarbeitungsstörung vor. Für eine anhaltende, somatoforme Schmerzstörung
fehlten schwere psychosoziale oder deutliche emotionale Belastungssituationen. Es
handle sich auch nicht um ein ausschliessliches Rentenbegehren. Neben den
Schmerzen leide die Versicherte unter nächtlichen Schlafschwierigkeiten und leichten
depressiven Verstimmungen, wie dies bei einer Schmerzverarbeitungsstörung häufig
sei. Die Versicherte erhalte eine antidepressive Medikation und ein Hypnotikum zum
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Schlafen. Gegen die Schmerzen habe sie regelmässig Methadon und zusätzlich ein
Analgetikum vom Opiattyp. Aufgrund des bei der Laboruntersuchung bestimmten
Medikamentenspiegels sei anzunehmen, dass die Versicherte die Antidepressiva nicht
oder nur sporadisch einnehme. Sie sei nicht in psychiatrischer Behandlung. Aus
psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Hinweise auf
eine manifeste depressive Erkrankung oder auf unbewusste Konflikte fehlten. Ein
primärer Krankheitsgewinn sei nicht vorhanden. Es bestehe keine schwere
psychosoziale Belastungssituation. Der Versicherten könne zugemutet werden,
ganztags einer häuslichen oder einer den körperlichen Einschränkungen angepassten
Erwerbstätigkeit ohne Leistungseinschränkung nachzugehen. Die Versicherte ziehe
sich in die Familie zurück, weil sie überzeugt sei, Krankheit und Behinderung nur mit
Hilfe der Familie bewältigen zu können. Die Tatsache, dass die Schwiegertochter die
Hausarbeit verrichte, verstärke im Sinne eines sekundären Krankheitsgewinns das
regressive Verhalten. Lediglich aufgrund des maladaptierten Überzeugungs- und
Bewältigungsmusters könne bei einer Schmerzverarbeitungsstörung keine
Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Die depressiven Symptome seien nicht genügend
ausgeprägt für die zusätzliche Diagnose einer depressiven Episode. Die nächtlichen
Schlafschwierigkeiten seien dadurch verstärkt, dass sich die Versicherte tagsüber
hinlege. Ein emotionaler Rückzug, wie das bei einer deutlichen Depression der Fall
wäre, bestehe nicht.
B.c Der orthopädische Sachverständige berichtete, das ebene Gangbild sei zwar
verlangsamt gewesen, aber der Fersen- und der Zehengang hätten durchgeführt
werden können. Die Beweglichkeit der Wirbelsäule sei in sämtlichen Abschnitten
vermindert gewesen, wobei die Versicherte eine deutliche Gegenspannung entwickelt
habe. Vier von fünf Waddell-Zeichen seien positiv gewesen. An den unteren und den
oberen Extremitäten habe eine freie Beweglichkeit bestanden. Lediglich die rechte
Schulter sei für sämtliche Manöver deutlich eingeschränkt gewesen, wobei es zu einer
starken Gegenspannung gekommen sei. An der gesamten linken unteren und der
rechten oberen Extremität habe eine diffuse Druckdolenz ohne Punctum maximum
bestanden. Auf neurologischer Ebene sei eine verminderte Oberflächensensibilität der
gesamten oberen und der linken unteren Extremität festzustellen gewesen. Diese habe
keinem Dermatom und auch keinem Versorgungsgebiet eines peripheren Nervs
zugeordnet werden könne, so dass eine spinale Kompressionsproblematik
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weitestgehend habe ausgeschlossen werden können. Die Röntgenaufnahmen hätten
an der BWS deutliche degenerative Veränderungen, an der LWS hingegen
altersentsprechende Verhältnisse gezeigt. Die im Bereich der BWS geklagten
Beschwerden hätten sich teilweise begründen lassen, allerdings nur bei körperlich
hohen Belastungen. Nicht geklärt seien die Schmerzen in vielen weiteren Anschnitten
des Bewegungsapparates und die Tatsache, dass es trotz mehrjähriger körperlicher
Schonung, Physiotherapie und Infiltrationen nicht zu einer deutlichen
Schmerzreduktion gekommen sei. Auch das unablässige Stöhnen während der
gesamten körperlichen Untersuchung sei ein Hinweis auf eine im Wesentlichen
nichtorganische Komponente der Schmerzen gewesen. Die früher gestellte Diagnose
einer Fibromyalgie habe sich nicht bestätigen lassen, denn es habe keine spezifische
Schmerzhaftigkeit der definierten Tenderpoints bei einem bestimmten Druck
bestanden. Stattdessen seien bereits bei teilweise leichtester Berührung diffuse
Schmerzen praktisch über die gesamte Körperoberfläche angegeben worden. Für eine
körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit bestehe eine zeitlich und
leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Die früher diagnostizierte
Omarthrose könne nicht unterstützt werden, weil die in St. Gallen angefertigten
Röntgenbilder unauffällig gewesen seien.
B.d Die Gesamtdiagnose lautete: chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom (aktuell
keine neurologischen Ausfälle, radiologisch deutliche degenerative Veränderungen der
mittleren und der unteren BWS, altersentsprechende Verhältnisse in der LWS),
chronische Zervikobrachialgie rechts (aktuell keine radikulären Ausfälle) sowie - ohne
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit – Schmerzverarbeitungsstörung, Adipositas,
Dyslipidämie und Medikamenten-Malcompliance. Die multidisziplinäre
Konsensbesprechung ergab, dass körperlich leichte, dem Leiden adaptierte und in
Wechselbelastung auszuübende Tätigkeiten der Versicherten vollschichtig und ohne
Leistungseinbusse zumutbar waren. Die Schmerzverarbeitungsstörung hatte keinen
Krankheitswert, da der Versicherten die Willensanstrengung zumutbar war, die nötig
war, um sich trotz der geklagten Beschwerden beruflich wieder einzugliedern. Für den
Haushalt nahmen die Sachverständigen eine Arbeitsunfähigkeit von 20% an, weil dabei
vereinzelt körperlich mittelschwere Arbeiten und Arbeiten in Zwangshaltung erforderlich
seien.
C.
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Die IV-Stelle nahm eine Invaliditätsbemessung nach der sogenannten gemischten
Methode vor. Dabei ging sie von einer Erwerbsquote von 35% aus. Sie stellte ein
Einkommen als Raumpflegerin von Fr. 20'521.- (Valideneinkommen) einem Einkommen
aus einer leidensadaptierten Erwerbstätigkeit von Fr. 15'131.- (Invalideneinkommen)
gegenüber und ermittelte so einen Invaliditätsgrad von 26%. Bei einer Erwerbsquote
von 35% ergab das einen anteiligen Invaliditätsgrad von 9%. Für den Haushaltteil ging
die IV-Stelle von der im Gutachten angegebenen Arbeitsunfähigkeit von 20% aus. Bei
einer Haushaltquote von 65% resultierte eine anteilige Invalidität von 13%. Der
Invaliditätsgrad belief sich also auf 22%. Mit einem Vorbescheid vom 12. Februar 2008
teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie beabsichtige, das Rentengesuch
abzuweisen. Die Versicherte liess am 31. März 2008 einwenden, die Aufteilung in 35%
Erwerb und 65% Haushalt werde vorläufig anerkannt. Es fehle ein Bericht über die ab
Dezember 2003 durchgeführte ambulante psychiatrische Behandlung. Sie habe
gewisse Antidepressiva nicht oder nur schlecht vertragen. Deshalb habe sie deren
Konsum auf ein Minimum reduziert. Die IV-Stelle könne sich nicht auf einen
Durchschnittslohn für adaptierte einfachste Arbeiten berufen, ohne gleichzeitig
anzugeben, wo und an welcher Stelle eine solche vorliege. Das Valideneinkommen
betrage Fr. 21'011.-. Das zumutbare Invalideneinkommen dürfe nicht ausgehend von
einem Durchschnittseinkommen ermittelt werden. Sie könnte nämlich mit einfachen
und adaptierten Arbeiten nur Fr. 31'200.- verdienen. Der zusätzliche Abzug müsse auf
das Maximum von 25% erhöht werden. Damit resultiere ein Invaliditätsgrad von 61%
bzw. anteilmässig 21,35%. Im Haushalt betrage die Arbeitsunfähigkeit 40%,
anteilmässig also 26%. Die Gesamtinvalidität belaufe sich also auf 47,35%. Nur weil
eine psychiatrische Exploration und Therapie aus sprachlichen Gründen nicht möglich
sei, dürfe nicht der Schluss gezogen werden, es liege keine psychisch bedingte
Arbeitsunfähigkeit vor. Die zuständigen Ärzte des RAD hielten am 16. April 2008 fest, in
der Stellungnahme zum Vorbescheid seien keine neuen medizinischen Fakten genannt
worden. Stattdessen sei eine andere juristische Würdigung medizinischer Sachverhalte
vorgenommen worden. Mit einer Verfügung vom 21. April 2008 wies die IV-Stelle das
Rentenbegehren der Versicherten ab.
D.
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Die Versicherte liess am 22. Mai 2008 Beschwerde erheben und beantragen, es sei ihr
mit Wirkung ab April 2005 mindestens eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Ihr
Rechtsvertreter machte geltend, ein Gespräch mit dem psychiatrischen
Sachverständigen von ein bis zwei Stunden unter Beizug eines Dolmetschers erlaube
keinen gültigen Eindruck von der psychischen Beeinträchtigung, zumal der Vorbericht
der jahrelang behandelnden Psychiaterin gefehlt habe. Der Hausarzt glaube auch, dass
die Versicherte die Psychopharmaka weggelassen habe, weil sie die Ekzeme auf diese
Medikamente zurückgeführt habe. Da der Ehemann nicht mehr arbeitsfähig sei, hätte
die Versicherte bei uneingeschränkter Gesundheit das Arbeitspensum erhöht,
vermutlich bis gegen 100%. Die noch in Frage kommenden Arbeiten würden mit
höchstens Fr. 3000.- monatlich entlöhnt, so dass zur Ermittlung des zumutbaren
Invalideneinkommens nicht von Fr. 48'035.- ausgegangen werden dürfe. Es sei zu
berücksichtigen, dass die Versicherte den linken Arm nur noch als Hilfsglied benützen
könne, da er vollkommen kraftlos sei. Die Arbeitsunfähigkeit im Haushalt müsse
mindestens so gross sein wie die Arbeitsunfähigkeit als Raumpflegerin. Das
Valideneinkommen belaufe sich auf mehr als Fr. 20'521.-. Bei der Ermittlung des
zumutbaren Invalideneinkommens sei von einem zusätzlichen Abzug von 25%
auszugehen, da die Versicherte stark benachteiligt sei. Es sollte eine FMRI-Abklärung
erfolgen, denn dabei handle es sich um eine objektivere und bessere
Untersuchungsmethode als die bildgebenden Verfahren, auf welche die
Sachverständigen des ABI abgestellt hätten. Obwohl die Ärzte des RAD einen Bericht
der behandelnden Psychiaterin als unbedingt notwendig bezeichnet hätten, sei nie ein
solcher Bericht eingeholt worden.
E.
Die IV-Stelle beantragte am 4. August 2008 die Abweisung der Beschwerde. Zur
Begründung verwies sie auf das Gutachten des ABI, das in bezug auf die
Arbeitsfähigkeit der Versicherten im eigenen Haushalt und in bezug auf die
Arbeitsfähigkeit der Versicherten als Raumpflegerin korrekt sei.
F.
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Die Versicherte liess am 1. September 2008 einwenden, es fehle nach wie vor der
Bericht der behandelnden Psychiaterin. Diese habe die Behandlung wegen
Verständigungsproblemen abbrechen müssen, während der psychiatrische
Sachverständige des ABI nach nur einer Stunde in der Lage gewesen sein solle, eine
Diagnose zu stellen. Die Versicherte befinde sich in einer psychosozialen
Belastungssituation, weil sie auf Kosten des Sohnes und der Schwiegertochter leben
müsse. Die Blutbilder müssten noch zu den Akten genommen werden. Die Arbeit als
Raumpflegerin sei nicht strenger als diejenige einer Hausfrau, weshalb eine
Gleichsetzung der Arbeitsunfähigkeit notwendig sei. Beispiele für eine
leidensadaptierte Tätigkeit seien unabdingbar. Dann werde sich nämlich zeigen, dass
derartige Tätigkeiten unterdurchschnittlich bezahlt seien. Die Steigerung der fiktiven
Erwerbsquote seit der Arbeitsfähigkeit des Ehemannes sei von der IV-Stelle nicht zur
Kenntnis genommen worden. Es sei notwendig, ein FMRI anzufertigen.
G.
Die IV-Stelle verzichtete am 9. September 2008 auf eine Duplik.

Erwägungen:
1.
1.1 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Bei nichterwerbstätigen Versicherten
im Sinne von Art. 5 Abs. 1 IVG – so namentlich bei im Haushalt tätigen Personen – wird
hingegen für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Mass eine
Behinderung besteht, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2
IVG). Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen versicherten Personen gilt unter
anderem die übliche Tätigkeit im Haushalt sowie die Erziehung der Kinder (Art. 27 IVV).
Bei einer versicherten Person, die nur zum Teil erwerbstätig wäre, wird die Invalidität
diesbezüglich nach Art. 16 ATSG festgelegt. Wäre die versicherte Person daneben in
einem Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a
Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Falle sind die Anteile der Erwerbstätigkeit und der
Tätigkeit im anderen Aufgabenbereich festzustellen und der Invaliditätsgrad ist
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entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG).
Diese Art der Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss als gemischte Methode
bezeichnet. Gemäss Art. 27 IVV ist nur der Einkommensvergleich anzustellen, wenn
anzunehmen ist, dass die versicherte Person im Zeitpunkt der Prüfung des
Rentenanspruchs ohne den Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wäre. In
ständiger Rechtsprechung prüft das Bundesgericht die Frage, ob und gegebenenfalls
in welchem Ausmass eine versicherte Person auch ohne den Gesundheitsschaden im
Aufgabenbereich tätig wäre, anhand der hypothetischen Verhaltensweise der
versicherten Person. Nach Ansicht des Bundesgerichts ist dazu abzuklären, ob die
versicherte Person ohne den Gesundheitsschaden mit Rücksicht auf die gesamten
Umstände (persönlicher, familiärer, sozialer und erwerblicher Art) erwerbstätig oder im
Aufgabenbereich tätig wäre. Dabei sollen die finanzielle Notwendigkeit der Aufnahme
oder der Ausdehnung einer Erwerbstätigkeit, allfällige Erziehungs- und
Betreuungsaufgaben, das Alter der versicherten Person, deren berufliche Fähigkeiten,
Neigungen und Begabungen massgebend sein. Abzustellen sei auf die hypothetischen
Verhältnisse in tatsächlicher Hinsicht, wie sie sich bis zum massgebenden Zeitpunkt
entwickelt haben würden (vgl. etwa BGE 125 V 150). Das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen hält sich seit dem Bundesgerichtsurteil vom 6. August 2007 (I
126/07) an diese Methode, obwohl es nach wie vor überzeugt ist, dass Art. 8 Abs. 3
ATSG eine Invaliditätsbemessung anhand der behinderungsbedingten Einschränkung
im Aufgabenbereich (Haushalt) nur zulässt, wenn und soweit einer versicherten Person
die Ausübung einer Erwerbstätigkeit im hypothetischen "Gesundheitsfall" objektiv nicht
zumutbar ist (vgl. etwa die Urteile des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
vom 30. Nov. 2007, IV 2006/175, vom 22. April 2008, IV 2006/257, vom 16. Juli 2008,
IV 2007/85, vom 13. August 2008, IV 2007/40, und vom 26. November 2008, IV
2007/332). Nach der Rechtsauffassung des Versicherungsgerichts des Kantons St.
Gallen wäre die Beschwerdeführerin als Erwerbstätige zu qualifizieren, denn es wäre ihr
objektiv zumutbar, zu 100% einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, wenn sie gesund
wäre.
1.2 Dasselbe Ergebnis resultiert bei einer Anwendung der bundesgerichtlichen Praxis:
Die Beschwerdeführerin hat nicht nur im Verwaltungs-, sondern auch im
Beschwerdeverfahren widersprüchliche Angaben zu ihrer Erwerbsquote im fiktiven
"Gesundheitsfall" gemacht. Im Anmeldeformular hat sie angegeben, sie ginge zu
bis
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80-100% einer Erwerbstätigkeit nach, um an das gemeinsame Einkommen
beizutragen. Ihr Ehemann sei nämlich zunächst arbeitslos gewesen und jetzt sei er
arbeitsunfähig. Im Bericht über die Haushaltabklärung ist dann festgehalten worden,
die Beschwerdeführerin habe angegeben, sie wäre weiterhin im bisherigen Ausmass
von 35% erwerbstätig, wenn sie gesund wäre. Der Abklärungsbericht enthält weder
eine Begründung für eine derart tiefe Erwerbsquote noch eine Auseinandersetzung mit
der Abweichung von der entsprechenden Aussage im Anmeldeformular. In der
Stellungnahme zum Vorbescheid hat die Beschwerdeführerin eine Erwerbsquote von
35% noch "vorläufig anerkannt". Im Beschwerdeverfahren hat sie dann eine
Erwerbsquote von 100% behauptet. Die Angaben im Bericht über die
Haushaltabklärung vermögen nicht zu überzeugen, denn es ist nicht bekannt, wie weit
der Sohn und die Schwiegertochter nur übersetzt oder ihre eigene Meinung geäussert
haben. Es ist nicht einmal bekannt, ob die Beschwerdeführerin die Frage nach der
Erwerbsquote im fiktiven "Gesundheitsfall" inhaltlich verstanden hat und ob sie in der
Lage gewesen ist, die Abstraktionsleistung zu erbringen, die nötig gewesen wäre, um
sich in eine Situation zu versetzen, in der ihre unmittelbare Umgebung (insbesondere
die Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit ihres Ehemannes) unverändert, sie selbst
aber völlig gesund wäre. Die Angaben des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin in
der Stellungnahme zum Vorbescheid und in der Beschwerde sind offenkundig durch
verfahrenstaktische Überlegungen bestimmt gewesen und entfalten deshalb ebenfalls
keine Überzeugungskraft. Plausibel ist hingegen die Aussage im Anmeldeformular, im
fiktiven "Gesundheitsfall" würde die Erwerbsquote 80-100% betragen, weil es finanziell
nötig sei. Die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann leben nämlich gemäss den
Angaben im Verwaltungsverfahren ausschliesslich von einer Unterstützungsleistung
des Sohnes und der Schwiegertochter, weil der Ehemann der Beschwerdeführerin
keine Versicherungsleistungen erhält. Ohne diese Verwandtenunterstützung wären die
Beschwerdeführerin und ihr Ehemann also auf die Sozialhilfe angewiesen. In dieser
Situation muss davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin, wäre sie
gesund, einen möglichst hohen Lohn erzielen würde. Da der Haushalt sehr klein ist und
die Familie nur noch aus ihr und ihrem Ehemann besteht, wäre die Beschwerdeführerin
durch die Besorgung des Haushalts nicht daran gehindert, vollzeitlich erwerbstätig zu
sein. Im übrigen wäre es dem Ehemann zumutbar, tagsüber die ihm trotz der
Gesundheitsbeeinträchtigung noch zumutbaren Arbeiten im Haushalt zu erledigen. Die
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Invalidität der Beschwerdeführerin ist deshalb ausschliesslich mittels eines
Einkommensvergleiches nach Art. 16 ATSG zu ermitteln.
2.
2.1 Gemäss Art. 16 ATSG ist das Einkommen, das die versicherte Person nach dem
Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
zu setzen zum Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn
sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Grundlage der Bemessung des
Invalideneinkommens bildet die verbliebene Arbeitsfähigkeit, d.h. die Fähigkeit, in einer
der Gesundheitsbeeinträchtigung angepassten, sogenannt adaptierten Erwerbstätigkeit
zumutbare Arbeit zu leisten. Die medizinische Arbeitsfähigkeitsschätzung umfasst also
eine Umschreibung einer leidensadaptierten Tätigkeit (qualitative Arbeitsfähigkeit) und
eine Bezifferung der in einer solchen Tätigkeit zumutbarerweise erzielbaren
Arbeitsleistung (quantitative Arbeitsfähigkeit). Die Sachverständigen des ABI haben
keine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin festgestellt. Die
körperlich bedingte Einschränkung erschöpft sich ihrer Auffassung nach in einer
Reduktion der qualitativen Arbeitsfähigkeit, wobei aber in dem noch in Frage
kommenden Ausschnitt aus dem Arbeitsmarkt eine uneingeschränkte quantitative
Arbeitsfähigkeit von 100% besteht.
2.2 Gegen das Ergebnis der psychiatrischen Abklärung hat die Beschwerdeführerin
zunächst ins Feld geführt, die medizinischen Vorakten seien unvollständig gewesen,
weil ein Bericht der jahrelang behandelnden Psychiaterin Dr. med. B._ gefehlt habe.
Die Behandlung durch Dr. med. B._ hat entgegen der Behauptung der
Beschwerdeführerin nicht lange gedauert. Sie ist gemäss den glaubhaften Angaben
des Hausarztes bereits nach kurzer Zeit abgebrochen worden. Der zuständige Arzt des
RAD dürfte in einer ersten Phase der Sachverhaltsabklärung einen Bericht von Dr. med.
B._ als notwendig bezeichnet haben, weil er damals noch davon ausgegangen ist,
dass damit und mit dem bereits vorliegenden Bericht des Hausarztes die medizinische
Sachlage ausreichend erstellt sein könnte, um ohne Begutachtung über das
Rentenbegehren entscheiden zu können. Für die psychiatrische Begutachtung ist ein
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solcher Bericht nicht mehr notwendig, sondern nur noch wünschbar gewesen, denn die
Exploration hat eine ausreichend präzise Aussage zum psychischen
Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit geliefert. Die Beschwerdeführerin hat
ausserdem behauptet, sie habe wegen ungenügender Albanischkenntnisse nicht richtig
abgeklärt werden können, so dass das Ergebnis der Begutachtung nicht zu
überzeugen vermöge. Selbst wenn die Psychotherapie bei Dr. med. B._ tatsächlich
an ungenügenden Albanischkenntnissen der Beschwerdeführerin gescheitert sein sollte
(was unwahrscheinlich ist, denn die sehr einfach strukturierte Persönlichkeit der
Beschwerdeführerin dürfte die weit wichtigere Ursache des Behandlungsabbruchs
gewesen sein), bedeutet das nicht, dass die fehlenden Sprachkenntnisse auch die
psychiatrische Exploration verunmöglicht haben müssen, wie die Beschwerdeführerin
unterstellt. Die Erhebung des psychischen Gesundheitszustandes erfordert nur, dass
der Explorand die ihm vom Psychiater gestellten Fragen verstehen und beantworten
kann. Trägt der Psychiater dabei der Tatsache Rechnung, dass der Explorand eine
einfach strukturierte Persönlichkeit aufweist, so ermöglicht er dem Exploranden, die
Fragen zu verstehen und über die eigene Situation, das eigene Erleben usw. zu
berichten. Die therapeutischen Gespräche erfordern wohl ein weit umfangreicheres
Mitdenken des Patienten. Dazu gehört in erster Linie die Einsicht, dass die
empfundenen Schmerzen ihre Ursache auch in einer Beeinträchtigung der psychischen
Gesundheit haben können. Diese Einsicht dürfte der Beschwerdeführerin bei der
Psychotherapie nicht möglich gewesen sein. Warum die psychiatrische Exploration zu
kurz gewesen sein sollte, um ein überzeugendes Abklärungsergebnis zu liefern, ist von
der Beschwerdeführerin nicht erklärt worden. Sie scheint zu unterstellen, dass eine
psychiatrische Exploration zwingend eine lange Beobachtungszeit voraussetze, was
offenkundig nicht zutrifft. Die Beschwerdeführerin hat die ihr verschriebenen
Antidepressiva nicht eingenommen, wie sie selbst eingeräumt hat. Daraus scheint sie
den Schluss ziehen zu wollen, dass es ihr schlechter gehe, als der psychiatrische
Sachverständige des ABI angenommen habe. Effektiv muss aber davon ausgegangen
werden, dass der vom psychiatrischen Sachverständigen ermittelte
Gesundheitszustand noch verbesserungsfähig gewesen ist. Die Einnahme der
verschriebenen Medikamente gehört nämlich zur selbstverständlichen
Schadenminderungspflicht, deren Erfüllung auch ohne Abmahnung (Art. 21 Abs. 4
ATSG) unterstellt werden muss. Massgebend sind deshalb der Gesundheitszustand
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und die Arbeitsfähigkeit, die bestehen würde, wenn die Beschwerdeführerin die
geeigneten Antidepressiva einnähme. Da aber auch bei ungenügender Compliance
bereits eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit besteht, spielt dies vorliegend keine
Rolle. Ebensowenig ist relevant, ob die Beschwerdeführerin sich in einer
psychosozialen Belastungssituation befindet oder nicht, denn eine solche Situation ist
nur als Ursache einer psychischen Erkrankung relevant. Zusammenfassend erweist
sich die psychiatrische Arbeitsfähigkeitsschätzung als überzeugend. Es ist mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht durch eine Beeinträchtigung der
psychischen Gesundheit reduziert ist.
2.3 Gegen das Ergebnis der Untersuchung durch den internistischen und den
orthopädischen Sachverständigen bringt die Beschwerdeführerin sinngemäss vor, das
Gutachten beruhe auf ungenügenden, veralteten bildgebenden Verfahren. Es hätte eine
FMRI-Abklärung erfolgen müssen. Der orthopädische Sachverständige hat sich auf am
16. Oktober 2007 erstellte Röntgenbilder abgestützt. Eine orthopädische Abklärung
basiert nicht allein auf bildgebenden Verfahren. Ein wichtiges Abklärungsinstrument ist
auch die klinische Untersuchung. Hätte im Falle der Beschwerdeführerin zwischen dem
Ergebnis der klinischen Untersuchung und dem in den Röntgenbildern erkennbaren
Zustand eine Abweichung bestanden oder hätten die Röntgenbilder nicht ausgereicht,
um den Zustand zu erheben, so hätte das ABI die notwendigen zusätzliche
bildgebende Abklärungen vornehmen lassen. Es kann ohne weiteres davon
ausgegangen werden, dass die erfahrenen Sachverständigen des ABI jenes
bildgebende Verfahren gewählt hätten, das ihnen am ehesten erlaubt hätte, das
Ergebnis der klinischen Untersuchung zu verifizieren. Ein solcher Bedarf nach weiteren
bildgebenden Abklärungen ist nach der Ansicht des orthopädischen Sachverständigen
nicht vorhanden gewesen. In antizipierender Beweiswürdigung ist deshalb davon
auszugehen, dass die von der Beschwerdeführerin verlangte FMRI-Abklärung keine
zusätzlichen Erkenntnisse liefern würde. Die von der Beschwerdeführerin behauptete
vollständige Kraftlosigkeit des rechten Arms, die angeblich nur noch einen Einsatz des
rechten Arms als Hilfsglied zulässt, wäre dem orthopädischen Sachverständigen bei
der klinischen Untersuchung sicher aufgefallen. Der orthopädische Sachverständige
hat aber im Gegenteil angegeben, dass es bei der Beweglichkeitsprüfung der rechten
Schulter zu einer starken Gegenspannung gekommen sei und dass der Händedruck
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kräftig gewesen sei. Im übrigen fehlt ein Befund, der die behauptete vollständige
Kraftlosigkeit des rechten Arms erklären würde. Tatsächlich leidet die
Beschwerdeführung nur an einer Druckdolenz und an Bewegungsschmerzen für
sämtliche Manöver rechts. Die Beschwerdeführerin ist also keineswegs die funktionelle
Einhänderin, für die sie sich selber hält. Die Arbeitsfähigkeitsschätzungen für die
frühere Tätigkeit als Raumpflegerin (60%) und diejenige für die Besorgung des eigenen
Haushalts (80%) weichen tatsächlich erheblich voneinander ab. Das beruht nicht auf
einem Fehler bei der orthopädischen Untersuchung und Einschätzung, sondern ist
dadurch zu erklären, dass die Tätigkeit einer Raumpflegerin bei einem
durchschnittlichen Tagespensum deutlich mehr körperlich belastende oder in
ungünstigen Körperhaltungen vorzunehmende Arbeiten beinhaltet als die Besorgung
des Haushalts. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin nur durch eine Verengung des noch in Frage kommenden
Ausschnitts aus dem Arbeitsmarkt für Hilfsarbeiterinnen, also in qualitativer Hinsicht
beeinträchtigt ist. In einer dem Leiden adaptierten Hilfsarbeit ist die
Beschwerdeführerin zu 100% arbeitsfähig.
3.
Die Beschwerdeführerin hat sinngemäss die Frage aufgeworfen, ob die ihr
verbleibende Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen und ausgeglichenen Markt für
Hilfsarbeiten überhaupt noch verwertbar sei. Diese Frage ist ohne weiteres zu bejahen,
denn eine körperlich leichte, wechselbelastende Hilfsarbeit kann durchaus ganz einfach
sein und keine Anforderungen an den Intellekt stellen. In einer solchen Arbeit sind auch
Personen einsetzbar, die die deutsche Sprache nicht beherrschen und die nicht lesen
können. Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ist also verwertbar. Damit bleibt
die Frage zu beantworten, welchen Lohn die Beschwerdeführerin an einem geeigneten
Arbeitsplatz erzielen könnte. Auch einfachste Hilfsarbeiten können gut entlöhnt sein,
wenn sie in einer bestimmten Beziehung hohe Anforderungen an eine Hilfsarbeiterin
stellen. Das gilt beispielsweise für Überwachungs- oder Kontrollaufgaben, die
besondere Aufmerksamkeit, eine gute Reaktionsfähigkeit und Stressresistenz
erfordern, oder für Aufgaben, die hohe Anforderungen an die Zuverlässigkeit, die
Genauigkeit, die Loyalität usw. stellen. Für eine Arbeitsstelle, die derartige
Anforderungen stellt, kommt die Beschwerdeführerin allein schon aufgrund ihrer
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Persönlichkeitstruktur nicht in Frage. Für sie bleiben tatsächlich nur jene einfachsten
Arbeiten, die in keiner Hinsicht irgendwelche Anforderungen stellen. Derartige
Hilfsarbeiten werden tatsächlich weit unter dem Zentralwert entlöhnt, d.h. sie gehören
zu denjenigen Arbeitsstellen, für die der Zentralwert nicht der Ausgangswert zur
Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens sein kann. Dies zwingt dazu, von der
üblichen Vorgehensweise zur Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens
abzuweichen, denn der – fälschlicherweise so genannte – "Leidensabzug" ist nicht
dazu da, den Zentralwert in einen dem Lohnniveau für einfachste Hilfsarbeiten ohne
jede besondere Anforderung entsprechenden Wert zu verwandeln. Sein Zweck besteht
ausschliesslich darin, den indirekt behinderungsbedingten Nachteilen (im vorliegenden
Fall beispielsweise der Unfähigkeit, Überstunden zu leisten, d.h. vorübergehend zu
mehr als 100% tätig zu sein, und die Gefahr überdurchschnittlicher
Krankheitsabsenzen) versicherter Personen gegenüber gesunden Konkurrenten für eine
adaptierte Arbeitsstelle Rechnung zu tragen, denn der Zentralwert beruht auf den
Löhnen gesunder Arbeitnehmer. Kann der sogenannte "Leidensabzug" nicht
herangezogen werden, um die Differenz zwischen dem Zentralwert und dem möglichen
Einkommen bei einfachsten und anforderungslosen Hilfsarbeiten zu beseitigen, so
muss das auf andere Art und Weise geschehen. Dabei bietet es sich an, das von der
Beschwerdeführerin zuletzt erzielte Einkommen als Ausgangswert zur Ermittlung des
zumutbaren Invalideneinkommens heranzuziehen, womit auch die höchst
problematische Frage nach einer der sogenannten "Parallelisierung" der
Vergleichseinkommen erledigt. Da die Beschwerdeführerin in einer adaptierten leichten
und anforderungslosen Hilfsarbeit zu 100% arbeitsfähig ist, entspricht der
Invaliditätsgrad dem zusätzlichen Abzug (sogenannter "Leidensabzug"), der bei der
Beschwerdeführerin auch bei grosszügiger Einschätzung den Wert von 10% nicht
überschreitet. Die Beschwerdeführerin ist also nicht im Ausmass von mindestens 40%
invalid. Deshalb hat die Beschwerdegegnerin im Ergebnis zu Recht einen
Rentenanspruch verneint.
4.
Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Die
vollumfänglich unterliegende Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung, weshalb das entsprechende Begehren abzuweisen ist. Das
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Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Gerichtsgebühr bemisst sich nach dem
Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1 IVG). Praxisgemäss erscheint eine Gerichtsgebühr
von Fr. 600.- als angemessen. Diese Gebühr ist durch den von der Beschwerdeführerin
geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe gedeckt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG