Decision ID: 55596f07-ae4e-42d7-b8de-beea7d2f4953
Year: 2022
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_005
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt:
1. Am 13. Dezember 1991 beschloss die (damalige) Gemeinde C._ den
Zonen- und Generellen Gestaltungsplan 1:1000 (ZP/GGP 1991).
2. Am 24. November 2019 beschloss die (neue) Gemeinde B._ (neu inkl.
C._ und D._) den Generellen Gestaltungsplan 1:1000 (GGP
2019). Der GGP 2019 wurde am 22. September 2020 unangefochten von
der Regierung genehmigt und erwuchs in Rechtskraft. Bei dieser
Ortsplanungsrevision wurde darauf verzichtet, gewisse ortsbildprägende
Bauten, u.a. die Gebäude Assek.Nr. 1-44 und 1-44A auf Parzelle E._
von A._, festzusetzen, dies im Hinblick darauf, dass eine
Schutzplanung dieser Gebäude anlässlich der kommenden Totalrevision
der Ortsplanung erfolgen werde. Indessen wurde ein neuer
Erhaltungsbereich u.a. für die Gebäude Assek.Nr. 1-44 und 1-44A auf
Parzelle E._ festgesetzt und dafür der Anpassungsbereich des
ZP/GGP 1991 gestrichen.
3. Ebenfalls am 24. November 2019 beschloss die (neue) Gemeinde B._
den Zonenplan 1:2000, Gewässerraum (ZP 2019), mit einer gegenüber der
Ausgangslage (Anm.: Ausgangslage = die nach Art. 41a GSchV
einzuhaltende Minimalbreite des Inns, gemäss Planungs- und
Mitwirkungsbericht [PMB], Ziff. 4.2, ca. 68/85 m, und der F._ gemäss
PMB, Ziff. 4.4, ca. 48 m und weniger, im Zonenplan C._,
"Gewässerraum" orange gefärbt, vorliegend nicht bestritten) reduzierten
Gewässerraumzone.
4. Der Gemeindevorstand B._ ersuchte am 3. Dezember 2019 die
Regierung um Genehmigung der Revisionsvorlage Teilrevision der
Ortsplanung "Gewässerraum" (ZP 2019) und reichte dazu u.a. den PMB
vom 24. Oktober 2019 ein.
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5. Am 6. Dezember 2019 wurde der Gemeindebeschluss vom 24. November
2019 betreffend den ZP 2019 mit Gewässerraum publiziert.
6. Am 16./17. März 2020 stellte das ARE der Gemeinde im Zusammenhang
mit der Genehmigung der Teilrevision der Ortsplanung "Gewässerraum" in
der Gemeinde B._ durch die Regierung in Aussicht, dass einige
Abschnitte bzw. Festlegungen nicht vorbehaltlos genehmigt werden
könnten. Betreffend die Anpassungen des Gewässerraums für die nicht
überbauten Gebiete in der Fraktion C._ hielt das ARE fest, dass
entlang des Inns auf der orografisch rechten wie auch auf der orografisch
linken Seite der Gewässerraum von der Gemeinde reduziert und an die
baulichen Gegebenheiten angepasst worden sei, weil sich das Gebiet nach
Ansicht der Gemeinde in dicht überbautem Gebiet befinde. Diese
Reduktionen seien in der Beurteilung des ANU nicht statthaft. Es handle
sich durchwegs nicht um ein dicht überbautes Gebiet im Sinne von Art. 41c
GSchV. Auch sei der Nutzen einer Reduktion nicht absehbar, da die
bestehenden Gebäude nach Art. 41c Abs. 2 GSchV (ohnehin) eine
erweiterte Bestandesgarantie hätten. Gestützt auf Art. 36a GSchG und Art.
41c GSchV könne die Reduktion des Gewässerraums für die Parzellen
G._, H._, I._, E._, J._, K._, L._ und
M._ auf der orografisch linken Innseite sowie Parzellen N._,
O._, P._, Q._, R._, S._, T._ und U._ auf
der orografisch rechten Innseite nicht genehmigt werden. Somit sei die
Gewässerraumfestlegung für die genannten Parzellen an die Gemeinde
zur Überarbeitung zurückzuweisen.
7. Die Gemeinde forderte am 16. April 2020, wie vom ARE ersucht, die
betroffenen Grundeigentümer/Innen auf dazu Stellung zu nehmen. Es
gingen insgesamt acht Stellungnahmen ein, u.a. diejenigen von A._,
dem Eigentümer von Parzelle E._ mit den darauf befindlichen
Gebäuden Assek.-Nr. 1-44 und 1-44A.
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8. A._, Eigentümer von Parzelle E._, diese teilweise in der
Freihaltezone und teilweise in der Dorfzone (Bauzone) mit überlagertem
Erhaltungsbereich gelegen (GGP vom 24. November 2019), führte am 2.
Mai 2020 zusammengefasst aus, bei ihm sei (nur) der Schutz vor
Hochwasser relevant. Auf die Festlegung eines Gewässerraums könne
angesichts der bestehenden hohen harten Verbauung seiner Parzelle
gemäss Art. 41a Abs. 5 GSchV verzichtet werden.
9. Die Gemeinde führte gegenüber dem ARE – unter Beilage der
Stellungnahme von A._ – am 3. Juni 2020 aus, es handle sich
vorliegend sehr wohl um dicht überbautes Gebiet. Die historischen
Engadinerdörfer hätten traditionell eine sehr dichte Bauweise. Die
Festlegung einer Gewässerraumzone mitten durch zahlreiche Gebäude sei
unzweckmässig und führte zu rechtlichen Unsicherheiten und zu
Wertminderungen bei den betroffenen Liegenschaften. Die konkrete
Anwendung der "erweiterten Besitzstandsgarantie" erfolge erst auf Stufe
Baubewilligungsverfahren, was aus Sicht der betroffenen Grundstücke
unbefriedigend sei.
10. Die Regierung beschloss am 17./18. November 2020 u.a. den Zonenplan
1:2000 C._, Gewässerraum mit Vorbehalten, Anweisungen und
Anliegen, teilweise zu genehmigen. Unter anderem verfügte sie dazu in Ziff.
1:
"a) Die Gewässerraumzone in C._ im Bereich von Parzellen G._,
H._, I._, E._, J._, K._, L._ und M._ auf
der orografisch linken Innseite sowie im Bereich der Parzellen N._,
O._, P._, Q._, R._, S._, T._ und U._ auf
der orografisch rechten Innseite wird von der Genehmigung ausgenommen
und an die Gemeinde zur Überarbeitung zurückgewiesen. Bis zum
rechtskräftigen Vorliegen der überarbeiteten Gewässerraumzone gelten
die Vorschriften von Art. 41c Abs. 1 und 2 GSchV."
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Die Regierung erwog, in C._ sei die Gewässerraumzone auf Parzellen
G._-M._ entlang der orografisch linken Innseite sowie Parzellen
N._-U._ entlang der orografisch rechten Innseite von der
Gemeinde reduziert und an die baulichen Gegebenheiten angepasst
worden. In Art. 41a GSchV seien minimale Breiten des Gewässerraums
festgesetzt. Unterschreitungen derselben seien nur in dicht überbauten
Gebieten zulässig, soweit die Hochwassersicherheit gewährleistet sei (Art.
41a Abs. 4 GSchV).
Der Begriff "dicht überbautes Gebiet" sei bundesweit einheitlich
auszulegen. In die Beurteilung sei ein genügend grosser
Planungsperimeter einzubeziehen. Periphere Gebiete fielen ausser
Betracht. Der Fokus liege vielmehr auf der Zentrums- oder Kernzone, wo
raumplanerisch erwünschte Verdichtungen angestrebt würden.
Das ANU und das ARE hielten dafür, dass es sich bei den genannten
Parzellen nicht um dicht überbautes Gebiet handle. Dazu habe man den
Betroffenen das rechtliche Gehör gewährt.
Vorliegend handle sich um Gebiete, in denen die Bauzone nur randlich vom
Gewässerraum tangiert werde. Sie seien nicht dicht überbaut. Eine
Reduktion des Gewässerraums sei nicht zulässig. Dass weite Teile der
Gebiete ausserhalb der Gefahrenzonen mit grosser Gefahr lägen, spiele
keine Rolle. Der Gewässerraum dürfe sich nicht auf Gefahrenbereiche
einschränken. Er diene auch ökologischen Zwecken, weswegen auch nicht
bebaute Anlagen wie Gärten etc. sehr wichtig seien. Somit werde die von
der Gemeinde festgelegte Gewässerraumzone von der Genehmigung
ausgenommen und an die Gemeinde zur Überarbeitung zurückgewiesen.
Bis zum rechtskräftigen Vorliegen der überarbeiteten Gewässerraumzonen
gälten übergangsmässig die Vorschriften von Art. 41c Abs. 1 und 2 GSchV
(diese Bestimmung lautet wie folgt:)
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Art. 41c Extensive Gestaltung und Bewirtschaftung des Gewässerraums
1 Im Gewässerraum dürfen nur standortgebundene, im öffentlichen Interesse liegende Anlagen wie Fuss- und Wanderwege, Flusskraftwerke oder Brücken erstellt werden. Sofern keine überwiegenden Interessen entgegenstehen, kann die Behörde ausserdem die Erstellung folgender Anlagen bewilligen:
a. zonenkonforme Anlagen in dicht überbauten Gebieten; abis zonenkonforme Anlagen ausserhalb von dicht überbauten Gebieten auf einzelnen unüberbauten Parzellen innerhalb einer Reihe von mehreren überbauten Parzellen; b. land- und forstwirtschaftliche Spur- und Kieswege mit einem Abstand von
mindestens 3 m von der Uferlinie des Gewässers, wenn topografisch beschränkte Platzverhältnisse vorliegen;
c. standortgebundene Teile von Anlagen, die der Wasserentnahme oder -einleitung dienen;
d. der Gewässernutzung dienende Kleinanlagen.
2 Anlagen sowie Dauerkulturen nach Artikel 22 Absatz 1 Buchstaben a–c, e und g–i der Landwirtschaftlichen Begriffsverordnung vom 7. Dezember 1998 im Gewässerraum sind in ihrem Bestand grundsätzlich geschützt, sofern sie rechtmässig erstellt wurden und bestimmungsgemäss nutzbar sind. [3 und 4] .........................
5 Massnahmen gegen die natürliche Erosion der Ufer des Gewässers sind nur zulässig, soweit dies für den Schutz vor Hochwasser oder zur Verhinderung eines unverhältnismässigen Verlustes an landwirtschaftlicher Nutzfläche erforderlich ist. 6 Es gelten nicht:
a die Absätze 1-5 für den Teil des Gewässerraums, der ausschliesslich der Gewährleistung einer Gewässernutzung dient;
b die Absätze 3 und 4 für den Gewässerraum von eingedolten Gewässern.
11. Am 15. Dezember 2020 erhob A._ (nachfolgend Beschwerdeführer)
gegen den Regierungsbeschluss vom 17./18. November 2020 betreffend
Genehmigung der Teilrevision der Ortsplanung der Gemeinde B._
Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte hauptsächlich, der
angefochtene Beschluss der Regierung betreffend die Teilrevision der
Ortsplanung B._ sei dahingehend aufzuheben und anzupassen, als
dass Parzelle E._ von der Gewässerraumzone vollständig
ausgenommen sei und damit auf die Ausscheidung einer
Gewässerraumzone auf Parzelle E._ vollumfänglich verzichtet werde.
Eventualiter sei der Gewässerraum für Parzelle E._ beizubehalten
https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1998/2863_2863_2863/de#art_41_c
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und es solle keine Erweiterung der Gewässerraumzone für Parzelle
E._ erfolgen. Subeventualiter sei der Beschluss der Regierung
betreffend die Teilrevision der Ortsplanung B._ in Bezug auf Parzelle
E._ aufzuheben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des
Beschwerdegegners (Kanton) und der Beigeladenen (Gemeinde) in
Solidarhaftung.
Zur Begründung brachte der Beschwerdeführer vor, er sei Eigentümer der
betroffenen Parzelle E._. Gemäss angefochtenem Entscheid solle
diese Parzelle im Rahmen der Überarbeitung durch die Gemeinde eine
Erweiterung der Gewässerraumzone erfahren, was die Nutzbarkeit von
Parzelle E._ ungemein erschwere. Somit sei er zur
Beschwerdeerhebung legitimiert. Die Akten aus dem Parallelverfahren R
21 4 müssten nicht beigezogen werden. Es werde die Durchführung eines
Augenscheins verlangt.
Die – harte – Ufermauer führe orografisch links entlang des Innufers von
Parzelle H._ bis zu Parzelle J._. Orografisch rechts entlang des
Innufers sei das Ufer ebenfalls auf der Höhe von Parzelle E._ hart
verbaut und im Anschluss rage dort ein rund 30 m hoher Fels senkrecht
aus dem Wasser. Gestützt darauf habe er den Verzicht auf die
Gewässerraumausscheidung nach Art. 41c Abs. 5 lit. b GSchV gefordert.
Darauf sei die Regierung mit keinem Wort eingegangen. Folglich sei das
rechtliche Gehör verletzt.
Die Vorinstanz sei nur auf das Argument der Gemeinde und der übrigen
Grundeigentümer eingegangen, wonach das betroffene Gebiet in C._
nicht als dicht überbaut qualifiziert und deshalb keine Reduktion des
Gewässerraums genehmigt werden könne. Zur Ausnahmebestimmung von
Art. 41c Abs. 5 lit. b GSchV habe sich die Regierung nicht geäussert, was
eine massive Verletzung des Anspruchs auf das rechtliche Gehör des
Beschwerdeführers sei.
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Materiell brachte der Beschwerdeführer vor, der Inn sei längs der Parzellen
H._ bis J._ über eine Länge von gut 180 m flussaufwärts beidseitig
eingedolt. Damit sei die Ausnahmebestimmung von Art. 41c Abs. 5 lit. b
GSchV gegeben.
Ohne ein konkretes Projekt sei in vielen Fällen unklar, wo der Gewässerlauf
bei einer allfälligen zukünftigen Ausdolung angelegt werde. Vorliegend
stünden keine überwiegenden Interessen einem Verzicht auf eine
Gewässerraumausscheidung auf Parzelle E._ entgegen. Die
vorhandenen Ufermauern gewährleisteten den Hochwasserschutz. Das
Wohnhaus auf Parzelle E._ sei vor rund 600 Jahren errichtet worden.
Weite Teile der Gebiete lägen ausserhalb der Gefahrenzone, was auch
eine Rolle für die Ausscheidung des Gewässerraums spiele. Dass der
Gewässerraum auch ökologischen Zwecken diene, sei hier nicht relevant.
Parzelle E._ sei nur mit einem schmalen Streifen entlang der
Ufermauer in der Gefahrenzone. Eine Ausweitung des Gewässerraums
aus Gründen des Hochwasserschutzes sei daher nicht sachgerecht.
Ökologischen Zwecken könne der Gewässerraum hier nicht dienen. Die
Ufermauer sei massiv und teils betoniert. Ein besonderer Lebensraum für
Menschen für Tiere und Pflanzen entlang eines Fliessgewässers könne
nicht geboten werden. Eine Revitalisierung oder Ausdolung sei hier mit
dem Hochwasserschutz nicht vereinbar und auszuschliessen. Eine
Zugänglichmachung des Inns als Erholungsraum und zur
Gewässernutzung könne konkret ausgeschlossen werden.
Es stimme nicht, dass Parzelle E._ zusätzlich mit einem
Erhaltungsbereich überlagert sei. Dieser umfasse lediglich den in der
Dorfzone gelegenen Teil von Parzelle E._. Umbauten seien im
Erhaltungsbereich zudem möglich, unter Umständen sogar Neubauten
(Art. 56 Abs. 2 BG C._).
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12. Am 20. Januar 2021 (Poststempel) unterstützte die Gemeinde B._
(nachfolgend Beigeladene) den Eventualantrag des Beschwerdeführers
gemäss Rechtsbegehren (Seite 2) Ziffer 1 Abschnitt 2.
13. Am 5. Februar 2021 beantragte der Kanton Graubünden (nachfolgend
Beschwerdegegner) in der Vernehmlassung die Abweisung der
Beschwerde.
Der Beschwerdegegner, vertreten durch die Regierung, hält fest, die
Beigeladene könne gemäss Art. 41c Abs. 5 GSchV unter Umständen auf
die Festlegung eines Gewässerraums verzichten, soweit keine
überwiegenden Interessen entgegenstünden (Kann-Vorschrift). Ob eine
Gemeinde von einer Ausnahmemöglichkeit Gebrauch machen wolle,
entscheide sie im Rahmen des Ortsplanungsverfahrens (Art. 48 Abs. 1
KRG). Der Beschwerdeführer habe sich nicht am Mitwirkungsverfahren
beteiligt (Art. 13 KRVO). Gegen den Gemeindeversammlungsbeschluss
(recte die Urnenabstimmung) habe er keine Planungsbeschwerde
eingereicht. Damit habe er es doppelt verpasst, sein Begehren um einen
Verzicht auf die Ausscheidung einer Gewässerraumzone auf Parzelle
E._ im ordentlichen Verfahren bei der Beigeladenen oder dem
Beschwerdegegner einzubringen.
Der Beschwerdegegner sei Genehmigungs- und nicht Planungsinstanz. Er
habe eine Ortsplanung zu genehmigen, wenn keine Vorschriften verletzt
seien (Art. 49 Abs. 2 KRG). Weil bei Art. 41c Abs. 5 GSchV eine Kann-
Vorschrift vorliege, habe der Beschwerdegegner im
Genehmigungsbeschluss nicht prüfen müssen, ob die Beigeladene auf
eine Gewässerraumausscheidung hätte verzichten dürfen. Hingegen habe
er prüfen müssen, ob die von der Beigeladenen reduziert ausgeschiedene
Gewässerraumzone rechtmässig sei. Dies habe er gemacht und dieser
Entscheid sei auch begründet worden. Somit sei das rechtliche Gehör
gewahrt worden.
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Art. 36a GSchG mache gegenüber dem Ortsplanungsrevisionsverfahren
zusätzliche Vorgaben. Die Festlegung des Gewässerraums dürfe erst nach
Anhörung der betroffenen Kreise (insbesondere der betroffenen
Grundeigentümer) erfolgen. Hier sei die Anhörungspflicht eingehalten.
Das rechtliche Gehör sei nicht verletzt, allenfalls deren Heilung möglich.
Der Beschwerdeführer behaupte, der Inn sei über eine Länge von gut 180
m flussaufwärts beidseitig eingedolt, weswegen auf die Ausscheidung
einer Gewässerraumzone verzichtet habe werden können. Eindolungen
seien zusammen mit Eindeckungen in Art. 38 GSchG geregelt und
grundsätzlich verboten. Bei Eindolungen handle es sich um in Röhren
verlegte Fliessgewässer. Der Inn sei in C._ nicht eingedolt, sondern
ein offenes Gewässer. Art. 41c Abs. 5 lit. b GSchV sei hier nicht anwendbar.
Eindolungen seien nicht harte Verbauungen in den Uferbereichen. Die
Ufermauer sei eine Verbauung im Sinne von Art. 37 GSchG. Diese figuriere
nicht in Art. 41c Abs. 5 GSchV. Bei harten Verbauungen sei der
Gewässerraum auszuscheiden.
Der "Gewässerraum Ausgangslage" sei zu Recht unbestritten geblieben.
Davon werde Parzelle E._ zu ca. 80 % und die beiden Gebäude
Assek.-Nr.44 und 44A zu ca. 40 % überlagert.
In dicht überbauten Gebieten könne die Breite des Gewässerraums den
baulichen Gegebenheiten angepasst werden, soweit der
Hochwasserschutz gewährleistet sei. Der Gewässerraum sei so wenig wie
möglich zu reduzieren, damit er seine Funktionen gemäss Art. 36a Abs. 1
GSchG erfüllen könne. Der Raumbedarf für den Hochwasserschutz sei das
absolute Minimum an Gewässerraumbreite. Zudem sei vorausgesetzt,
dass die baulichen Gegebenheiten eine solche Anpassung erforderten.
Eine Anpassung des Gewässerraums dürfe nur erfolgen, als damit dem
Interesse der Siedlungsstruktur und Siedlungsentwicklung Rechnung
getragen werde.
Für die Beurteilung, ob ein Gebiet 'dicht überbaut' sei, gälten die dazu von
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung entwickelten Grundsätze.
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Die Beigeladene habe die Gewässerraumzone teilweise der gegebenen
Überbauung angepasst. Das habe sie aber nicht tun dürfen. Innerhalb des
Betrachtungsperimeters 'Gebiet Fraktion C._' sei zu entscheiden, ob
das Gebiet auf der orografisch linken Seite des Inns dicht überbaut sei.
Orografisch links habe man ab Höhe Parzelle V._ bis zur Einmündung
der F._ in den Inn auf einer Länge von ca. 208 m eine Freihaltezone
ausgeschieden, knapp ca. 5 m Mindestbreite bzw. ca. 19 m Höchstbreite
auf Parzelle E._. Die Freihaltezone sei mit einem dauernden
Bauverbot belegt. Die Gebäude lägen ausserhalb der Freihaltezone und
wiesen einen sichtbaren Abstand zum Inn auf. Das Siedlungsgebiet mit der
Dorfzone grenze auf der linken Innseite an die erwähnte Freihaltezone und
teilweise an die Strasse "W._" und dann (wieder) an die Freihaltezone.
Somit liege kein dicht überbautes Gebiet vor. Insbesondere Parzelle
E._ sei nicht dicht überbaut. Die beiden Gebäude lägen rund 14-19 m
vom Innufer entfernt und der nordöstliche Teil des Grundstücks sei
bautenfrei.
Parzelle E._ liege zu 61.4 % in der Bauzone (Dorfzone) und zu 38.6
% ausserhalb der Bauzone (Freihaltezone). Damit seien knapp 2/5 des
Grundstücks gemäss Art. 46 Abs. 1 BG C._ mit einem dauernden
Bauverbot belegt. Die Freihaltezone, welche zur Freihaltung von
Gewässerufern diene, folge nicht dem Verlauf der Ufermauer. Die Dorfzone
auf Parzelle E._ werde gemäss GGP 1991 mit einem
Erhaltungsbereich überlagert. Gemäss Art. 56 BG C._ sei dort ein
Abbruch der Bauten nicht möglich und bei Erneuerungen und Umbauten
sei die äussere Erscheinung der Gebäude zu wahren. Damit seien die
baulichen Möglichkeiten oder die Nutzbarkeit des vorliegenden
Grundstücks durch die Ausscheidung eines Gewässerraums nicht
besonders einschneidend, weil innerhalb der Bauzone der
Gewässerraumzone eine erweiterte Besitzstandsgarantie gelte. Weder ein
Verzicht noch eine Reduktion des Gewässerraums sei zulässig.
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14. Am 9. März 2021 hielt der Beschwerdeführer replicando an seinen
Anträgen fest. Zur Verletzung des rechtlichen Gehörs wurde darin noch
ergänzt: Bis zur Anhörung der betroffenen Kreise (Aufforderung der
Beigeladenen zur Stellungnahme vom 16. April 2020) sei der
Beschwerdeführer nicht informiert worden. Am 16. April 2020 sei er
sozusagen vor vollendete Tatsachen gestellt worden, als er als
Grundeigentümer von Parzelle E._ erstmals angeschrieben worden
sei. Eine Anhörung zu diesem späten Zeitpunkt widerspreche Art. 36a
GSchG. Eine eigentliche Anhörung habe ohnehin nicht stattgefunden.
Diese hätte zu dem Zeitpunkt erfolgen sollen, in dem die abschliessende
Interessenabwägung noch offen gewesen sei.
15. Am 11. März 2021 verzichtete der Beschwerdegegner auf die Einreichung
einer Duplik und hielt an seinen Ausführungen im angefochtenen
Beschluss und in der Vernehmlassung fest.
16. Am 4. April 2022 führte das Verwaltungsgericht einen Augenschein vor Ort
durch, an welchem der Beschwerdeführer im Verfahren R 20 116
persönlich in Begleitung seiner Rechtsvertreterin RA'in MLaw Flavia
Brülisauer anwesend war. Die Beschwerdeführerin im Verfahren R 21 4
war ebenfalls persönlich in Begleitung ihres Rechtsvertreters RA Dr. Reto
Crameri präsent. Der Beschwerdegegner war durch den juristischen
Mitarbeiter Raumplanung beim Departement für Volkswirtschaft und
Soziales (DVS) vertreten. Die Beigeladene war durch den
Gemeindepräsidenten, die Gemeindevorsteherin Ressort Bau und
Planung, den Leiter der Verwaltung/Gemeindeschreiber sowie ein Mitglied
des Planungsbüros der Gemeinde vertreten. Allen Anwesenden wurde
anlässlich der Ortsbegehung an sechs verschiedenen Standorten die
Gelegenheit geboten, sich zu den aufgeworfenen Fragen – insbesondere
den Gewässerraumabständen zu den Gebäuden auf den Parzellen
E._ und S._ einschliesslich bestehender Uferverbauungen und
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dem vorherrschenden Überbauungsgrad der in Frage stehenden Dorfteile
rechts- und linksseitig des Flussverlaufs – zu äussern. Von Seiten des
Gerichts wurden am Augenschein insgesamt 23 Fotos von den
tatsächlichen Verhältnissen und der näheren Umgebung der besichtigten
sechs Standorte erstellt und dem Protokoll beigefügt.
17. Mit Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 27. April 2022 und
Stellungnahme der Beigeladenen vom 16. Mai 2022 äusserten sich diese
beiden zum Augenscheinprotokoll vom 4. April 2022. Der
Beschwerdegegner verzichtete am 13. Mai 2022 auf eine Stellungnahme
dazu.
Auf die weiteren Vorbringen und Beweismittel der Parteien wird, soweit
erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Nach Art. 102 Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton
Graubünden (KRG; BR 801.100) in Verbindung mit Art. 49 Abs. 1 lit. d des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) beurteilt
das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden Beschwerden gegen
Entscheide der Regierung über öffentlichrechtliche Streitigkeiten, soweit
diese nicht nach kantonalem oder eidgenössischem Recht endgültig sind.
Der angefochtene Regierungsbeschluss vom 17./18. November 2020
betreffend Genehmigung der Teilrevision der Ortsplanung, worin unter
anderem die Gewässerraumzone im Bereich der Parzelle E._ des
Beschwerdeführers von der Genehmigung ausgenommen und an die
Gemeinde zur Überarbeitung zurückgewiesen wurde, ist weder gemäss
KRG noch nach dem Bundesgesetz über die Raumplanung (RPG; SR 700)
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endgültig, weshalb er ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren
vor Verwaltungsgericht darstellt und die Zuständigkeit des angerufenen
Gerichts gegeben ist. Als formeller und materieller Adressat des
angefochtenen Entscheids ist der Beschwerdeführer – als Eigentümer der
Parzelle E._, die teilweise in der Freihaltezone und teilweise in der
Dorfzone (Bauzone) mit überlagertem Erhaltungsbereich liegt – durch die
Erweiterung der Gewässerraumzone auf der orografisch linken Seite des
Inns in der Nutzbarkeit seiner Parzelle E._ betroffen und weist ein
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung auf,
weshalb er zur Beschwerdeerhebung legitimiert ist (Art. 50 Abs. 1 VRG).
Auf die zudem frist- und formgerecht (vgl. Art. 52 Abs. 1 VRG und Art. 38
Abs. 1 VRG) eingereichte Beschwerde vom 15. Dezember 2020 ist daher
einzutreten.
1.2. Das Verwaltungsgericht entscheidet gestützt auf Art. 43 Abs. 2 lit. a VRG
in Fünferbesetzung, da ein Entscheid der Regierung zu beurteilen ist.
2. Am 1. Januar 2011 trat das revidierte Bundesgesetz über den Schutz der
Gewässer (Gewässerschutzgesetz [GSchG]; SR 814.20) in Rechtskraft.
Die zugehörige Gewässerschutzverordnung (GSchV; SR 814.201), welche
das Gesetz präzisiert, trat am 1. Juni 2011 in Kraft. Ein wichtiger Punkt in
diesem angepassten Gesetz ist die Pflicht, im Grundsatz für alle
Fliessgewässer – wie auch alle stehenden Gewässer – der Schweiz einen
Gewässerraum auszuscheiden. Art. 37a Abs. 1 KRG hält dazu fest, dass
die Gewässerraumzonen den Gewässerraum im Sinn des Bundesrechts
umfassen. Gestützt auf diese Rechtsgrundlagen ist auch hier zu
entscheiden.
2.1 Auf Bundesebene wird der Gewässerraum in Art. 36a GSchG sowie in Art.
41a GSchV (für Fliessgewässer) bzw. Art. 41b GSchV (für stehende
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Gewässer) wie folgt umschrieben und damit gesamtschweizerisch
geregelt:
Art. 36a Gewässerraum
1 Die Kantone legen nach Anhörung der betroffenen Kreise den Raumbedarf der oberirdischen Gewässer fest, der erforderlich ist für die Gewährleistung folgender Funktionen (Gewässerraum):
a. die natürlichen Funktionen der Gewässer; b. den Schutz vor Hochwasser; c. die Gewässernutzung.
2 Der Bundesrat regelt die Einzelheiten. 3 Die Kantone sorgen dafür, dass der Gewässerraum bei der Richt- und Nutzungsplanung berücksichtigt sowie extensiv gestaltet und bewirtschaftet wird. Der Gewässerraum gilt nicht als Fruchtfolgefläche. Für einen Verlust an Fruchtfolgeflächen ist nach den Vorgaben der Sachplanung des Bundes nach Artikel 13 des Raumplanungsgesetzes vom 22. Juni 1979 Ersatz zu leisten.
2.2. Vor der Festlegung des Gewässerraums sind also die betreffenden Kreise
anzuhören. Es beurteilt sich im Einzelfall, wer anzuhören ist. Eine fehlende
Anhörung macht die Gewässerraumfestlegung nicht nichtig, sondern bloss
anfechtbar. Betroffene Grundeigentümer und Grundeigentümerinnen sind
regelmässig anzuhören, weil rechtsmittelbefugt.
2.3. Form und Inhalt des Ausführungsrechts und der Zuständigkeit zur
Rechtsetzung bestimmen sich nach kantonalem Recht.
2.4. Der Bundesrat bestimmt auf Verordnungsstufe den Rahmen, innerhalb
dessen die Kantone den Raumbedarf der Gewässer festlegen müssen,
was er mit Art. 41a und 41b GSchV umgesetzt hat. Diese Bestimmungen
enthalten Anforderungen für die Breite des von den Kantonen
festzulegenden Gewässerraums. Das sind Minimalvorgaben an die
Kantone. Die minimale Breite des Gewässerraums darf nicht unterschritten
werden. Die Kantone können aber über die Anforderungen des
Bundesrechts hinausgehen.
https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1992/1860_1860_1860/de#art_36_a
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2.5. Der Gewässerraum für Fliessgewässer ist wie folgt definiert:
Art. 41a Gewässerraum für Fliessgewässer 1 Die Breite des Gewässerraums muss in Biotopen von nationaler Bedeutung, in kantonalen Naturschutzgebieten, in Moorlandschaften von besonderer Schönheit und nationaler Bedeutung, in Wasser- und Zugvogelreservaten von internationaler oder nationaler Bedeutung sowie, bei gewässerbezogenen Schutzzielen, in Landschaften von nationaler Bedeutung und kantonalen Landschaftsschutzgebieten mindestens betragen:
a. für Fliessgewässer mit einer Gerinnesohle von weniger als 1 m natürlicher Breite: 11 m; b. für Fliessgewässer mit einer Gerinnesohle von 1–5 m natürlicher Breite: die  Breite der Gerinnesohle plus 5 m; c. für Fliessgewässer mit einer Gerinnesohle von mehr als 5 m natürlicher Breite: die Breite der Gerinnesohle plus 30 m.
2 In den übrigen Gebieten muss die Breite des Gewässerraums mindestens betragen:
a. für Fliessgewässer mit einer Gerinnesohle von weniger als 2 m natürlicher Breite: 11 m; b. für Fliessgewässer mit einer Gerinnesohle von 2–15 m natürlicher Breite: die 2, Breite der Gerinnesohle plus 7 m.
3 Die nach den Absätzen 1 und 2 berechnete Breite des Gewässerraums muss erhöht werden, soweit dies erforderlich ist zur Gewährleistung:
a. des Schutzes vor Hochwasser; b. des für eine Revitalisierung erforderlichen Raumes; c. der Schutzziele von Objekten nach Absatz 1 sowie anderer überwiegender Interessen des Natur- und Landschaftsschutzes; d. einer Gewässernutzung.
4 Soweit der Hochwasserschutz gewährleistet ist, kann die Breite des Gewässerraums angepasst werden:
a. den baulichen Gegebenheiten in dicht überbauten Gebieten; b. den topografischen Verhältnissen in Gewässerabschnitten: 1. in denen das Gewässer den Talboden weitgehend ausfüllt, und 2. die beidseitig von Hängen gesäumt sind, deren Steilheit keine landwirtschaftliche Bewirtschaftung zulässt. 5 Soweit keine überwiegenden Interessen entgegenstehen, kann auf die Festlegung des Gewässerraums verzichtet werden, wenn das Gewässer:
a. sich im Wald oder in Gebieten, die im landwirtschaftlichen Produktionskataster gemäss der Landwirtschaftsgesetzgebung nicht dem Berg- oder Talgebiet zugeordnet sind, befindet; b. eingedolt ist; c. künstlich angelegt; oder d. sehr klein ist.
(Fettdruck/Hervorhebung von Abs. 4 lit. a und Abs. 5 lit. b durch Gericht, da fallrelevant).
2.6. Art. 41a (und 41b) GSchV sind Anweisungen an die Kantone, nicht aber
grundeigentümerverbindlich und insbesondere nicht im baurechtlichen
https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1998/2863_2863_2863/de#art_41_a
- 18 -
Bewilligungsverfahren direkt anwendbar. Die Wirkungen für die
Grundeigentümer treten erst ein, wenn dort der Gewässerraum
rechtskräftig festgelegt ist.
2.7. Gemäss Art. 41a GSchV muss der Gewässerraum demnach eine von der
Gerinnesohle abhängige Mindestbreite aufweisen. Er besteht aus dem
Raum für eine natürliche Gerinnesohle und den beiden Uferbereichen. Er
stellt einen Korridor dar, wobei das Gerinne nicht in der Mitte dieses
Korridors liegen muss. Der Korridor ermöglicht, den Gewässerraum an die
Gegebenheiten im Umfeld des Gewässers anzupassen (z.B. bei
Gebäuden, Strassen etc.) und dabei auch die Interessen der betroffenen
Grundeigentümer angemessen zu berücksichtigen.
2.8. Ausgangspunkt für die Breite des Gewässerraums ist die natürliche
Gerinnesohle, also die natürliche Breite des Gewässers, das heisst die bei
mittlerem Wasserabstand von Wasser überdeckte Landoberfläche.
Ausgehend von der Gerinnesohlenbreite ist im Einzelfall die Breite des
Gewässerraums nach den Vorgaben von Art. 41a Abs. 2 GSchV
festzulegen.
2.9. Für Gewässer mit Gerinnesohlen von – wie hier beim Inn (ca. 68/85 m) und
bei der F._ (max. rund 48 m) – mehr als 15 m enthält Art. 41a GSchV
keine Vorgaben. Die Kantone müssen hier den Gewässerraum im Einzelfall
unter Berücksichtigung der Sicherung der natürlichen Funktionen der
Gewässer, des Schutzes vor Hochwasser und der Gewässernutzung
festlegen. Dabei ist mindestens jene Breite des Gewässerraums
vorzusehen, der für Fliessgewässer mit natürlicher Gerinnesohle von 15 m
gilt.
(vgl. zu den vorstehenden Erwägungen unter Ziffer 2.1.-2.9. insbesondere:
HETTICH/JANSEN/NORER [Hrsg.], Kommentar zum Gewässerschutzgesetz
[GSchG] und zum Wasserbaugesetz [WBG], Zürich 2016, S. 624 ff.).
- 19 -
2.10. Die Breite des Gewässerraums kann in dicht überbauten Gebieten den
baulichen Gegebenheiten angepasst werden, soweit der Schutz vor
Hochwasser gewährleistet ist (vgl. Art. 41a Abs. 4 und 41b Abs. 3 GSchV;
sowie HETTICH/JANSEN/NORER, a.a.O., Rz. 60 S. 640).
3.1. Hinsichtlich der Vollzugsvorschriften für die Schaffung des Gewässerraums
im Kanton Graubünden kann auf Art. 37a KRG verwiesen werden, der die
Ausscheidung und Festlegung der Gewässerraumzonen wie folgt regelt:
Art. 37a Gewässerraumzonen 1Gewässerraumzonen umfassen den Gewässerraum im Sinn des Bundesrechts. 2Die Zulässigkeit von neuen Bauten und Anlagen sowie die Bewirtschaftung des Gewässerraums richten sich nach Bundesrecht, wobei Bauten und Anlagen einen Abstand von mindestens fünf Metern beidseits des Gewässers einzuhalten haben, welcher nur in begründeten Ausnahmefällen unterschritten werden kann. 3Der Bestandesschutz von rechtmässig erstellten Bauten und Anlagen, die den geltenden Vorschriften nicht mehr entsprechen, richtet sich innerhalb der Bauzonen nach Art. 81 Abs. 1 und Abs. 2 KRG. Solche Bauten und Anlagen dürfen unter den gleichen Voraussetzungen zudem abgebrochen und wiederaufgebaut werden, sofern und soweit das Baugesetz der Gemeinde den Abbruch und Wiederaufbau zulässt. Ausserhalb der Bauzone richtet sich der Bestandesschutz nach Bundesrecht. 4Innerhalb der Bauzonen ist vor der Erteilung von Baubewilligungen die zuständige kantonale Fachbehörde anzuhören. Bei Bauvorhaben ausserhalb der Bauzonen holt die BAB-Behörde die Zustimmung der zuständigen kantonalen Fachbehörde ein.
3.2. Gemäss Art. 45 GSchG sind die Kantone verpflichtet, den Gewässerraum
grundeigentümerverbindlich festzulegen. Sie müssen das dafür
erforderliche Vollzugsrecht schaffen (vgl. HETTICH/JANSEN/NORER, a.a.O.,
S. 632). Es ist hierfür ein Planungsverfahren zu wählen, das
parzellenscharfe grundeigentümerverbindliche und anfechtbare
Festlegungen trifft. Feststellungen auf Stufe der (rein
behördenverbindlichen) Richtplanung oder Sachplanung würden
demzufolge nicht genügen.
3.3. In Frage kommen in erster Linie die im kantonalen Recht bereits
verankerten oder sekundär im weiten Spielraum von Art. 17 und Art. 18 des
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Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG; SR 700) neu zu
schaffenden Instrumente der kantonalen und kommunalen
Nutzungsplanung. Es gelten (mindestens) die folgenden Bestimmungen
des Raumplanungsgesetzes zur Nutzungsplanung, d.h. neben dem Gebot
der Information und Mitwirkung der Bevölkerung (Art. 4 RPG) das Gebot
der Genehmigung der Nutzungspläne durch eine kantonale Behörde (Art.
26 RPG) und die Vorgaben zum Rechtsweg (Art. 33 RPG). Zwingend
durchzuführen ist auch die Anhörung der betroffenen Kreise gemäss Art.
36 Abs. 1 GSchG (vgl. HETTICH/JANSEN/NORER, a.a.O., S. 631 ff.).
3.4. Die Gewässerraumzone bildet eine die Grundnutzungszone überlagernde
Spezialzone im Sinne einer Schutzzone nach Art. 18 RPG. Der
Gewässerraum wird somit im Kanton Graubünden – wie eine Schutzzone
– entsprechend der Verfahrensnorm Art. 48 KRG in der kommunalen
Grundordnung festgesetzt, praxisgemäss mittels einer Gewässerraumzone
im kommunalen Zonenplan.
3.5. Für die Schaffung des vorliegenden grundeigentümerverbindlichen
Zonenplans C._, Gewässerraum, gingen die Behörden (Gemeinde
und Kanton) gemäss Art. 48 KRG vor (vgl. PMB, Ziff. 2 – vgl. Akten des
Beschwerdegegners [Bg-act.] 9 [im Parallelverfahren R 21 4]). Zusätzlich
wurden im Frühling 2020 die betroffenen Kreise gemäss Art. 36a Abs. 1
GSchG angehört (vgl. Bg-act. 5 – Schreiben ARE vom 16. März 2020; inkl.
Stellungnahme der Beigeladenen vom 3. Juni 2020 und Schreiben des
Beschwerdeführers vom 2. Mai 2020; Akten des Beschwerdeführers [Bf-
act.] 8 – Auszüge Anhörungsschreiben ARE vom 16. März 2020 mit
Zonenplan Gewässerraum C._; Bf-act. 9 – Schreiben
Beschwerdeführer vom 2. Mai 2020). Das hier angewendete Verfahren –
Art. 48 KRG inklusive der Anhörung der betroffenen Kreise – genügt folglich
den bundesrechtlichen Anforderungen, dies umso mehr, als eine neue
Form und ein neues Verfahren der Mitwirkung mit Art. 36a Abs. 1 GSchG
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vom Gesetzgeber nicht beabsichtigt war (vgl. HETTICH/JANSEN/NORER,
a.a.O., S. 632).
4.1. Vorliegend gilt es zuerst festzuhalten, dass es keine Rolle spielt, dass der
Beschwerdeführer keine Planungsbeschwerde erhoben hat, durfte der
Beschwerdegegner gemäss Bundesrecht (Art. 36a Abs. 1 GSchG) doch
nicht ohne "Anhörung der betreffenden Kreise" vor der Festlegung des
Gewässerraums entscheiden. Diese Anhörung ist hier (siehe E.3.5) korrekt
erfolgt.
4.2. Unbestritten ist der Betrachtungsperimeter vorliegend das relevante Gebiet
der ehemaligen Gemeinde (heute Fraktion der Beigeladenen), in
Flussrichtung des Inns ca. von Parzelle G._ bis ca. Parzelle X._
(siehe Bf-act. 6 und Bg-act. 4 bzw. Bg-act. 9 [letztere beiden im
Parallelverfahren R 21 4]). In diesem Gebietsabschnitt hat der
Beschwerdegegner auf den im Dispositiv des angefochtenen Entscheides
(Bf-act. 2 S. 16 Ziff. 1.a; Bg-act. 5 S. 16 Ziff. 1.a; vgl. im Sachverhalt Ziff.
10) aufgeführten Parzellen den von der Beigeladenen reduzierten
Gewässerabstand im Umfang der Reduktion nicht genehmigt (vgl. visuell
im Besonderen Bg-act. 9 [im Parallelverfahren] mit detailliert
dokumentierter Gewässerraumzone [rote Anmerkungen]). Die einzige
Frage, die sich für das Gericht stellt, ist, ob das betreffende Gebiet als "dicht
überbaut" im Sinne der Gewässerschutzverordnung gelten kann oder nicht.
Erst wenn diese Frage dahingehend entschieden ist, dass das betreffende
Gebiet dicht überbaut im Sinne der Gesetzgebung ist, kann die von den
Parteien diskutierte Interessenabwägung (vgl. dazu Bg-act.6 S. 12 [im
Parallelverfahren]) erfolgen. Wird diese Frage verneint, muss die
vorerwähnte Interessenabwägung hier nicht erfolgen und ist die
Beschwerde bereits wegen des fehlenden Ausnahmekriteriums gemäss
Art. 41a Abs. 4 lit. a GSchV (Anpassungen [nur] 'in dicht überbautem
Gebiet') abzuweisen.
- 22 -
4.3. Gemäss geltender Lehre und bundesgerichtlicher Rechtsprechung gelten
folgende Grundsätze für die bejahende Qualifikation "dicht überbaut": (vgl.
Aufzählung/Liste in Bg-act. 6 S. 3 [im Parallelverfahren]; sowie CORDELIA
BÄHR, "Neun Jahre Gewässerraum – ein Rechtsprechungsbericht", in: URP
2020, I, S. 31-36; ferner BGE 140 II 428 E.7, 140 II 437 E.5.1, 143 II 77
E.2.4-2.6; Urteil des Bundesgerichts 1C_444/2015 vom 14. März 2016
E.3.1-3.6.2 u. E.6.4, 1C_473/2015 vom 22. März 2016 E.5.7, 1C_67/2018
vom 4. März 2019 E.4.3, 1C_106/2018 vom 2. April 2019 E.5.1-5.2; im
Weiteren: Entscheide/Gewässerschutz – Festlegung des Gewässerraums,
in URP 2022, II, S. 167-181; interessant und aufschlussreich dazu auch:
GIERI CAVIEZEL/MICHELANGELO GIOVANNI, in: Rechtgutachten –
Rechtsfragen und Spielräume im Gewässerraum vom 14. November 2017,
im Besonderen Ziff. 3.2, S. 31 ff./S. 46). Es braucht einen genügend gross
gewählten Betrachtungsperimeter. In der Regel bedeutet dies, zumindest
bei kleineren Gemeinden, den Einbezug des gesamten Gemeinde-
/Fraktionsgebiets in die Betrachtung. Dabei liegt der Fokus auf dem Land
entlang des Gewässers. Eine "Parzellen-Einzelbetrachtung" ist nicht
statthaft oder zielführend; vielmehr ist der Blick auf das Ganze zu richten.
Nicht die bestehende Überbauung der betroffenen Parzelle alleine,
sondern deren Lage im Betrachtungsperimeter ist ausschlaggebend. Eine
weitgehende Überbauung gemäss Art. 36 Abs. 3 RPG ist nicht ausreichend
für das Vorliegen eines dicht überbauten Gebiets im Sinne des
Gewässerschutzrechts. Nicht dicht überbaut sind peripher gelegene
Gebiete mit wenigen überbauten Parzellen, die an grosse Grünräume
angrenzen. Eine Verbauung des Ufers respektive beschränkte
Aufwertungsmöglichkeiten sind nicht ausreichend zur Annahme "dicht
überbaut". Fehlendes raumplanerisches Interesse an einer verdichteten
Überbauung des Gewässerraums im Sinne der Verdichtung nach innen ist
ein Indiz dafür, dass es sich nicht um ein dicht überbautes Gebiet handelt.
Von einem raumplanerischen Interesse an einer Verdichtung im
- 23 -
Gewässerraum kann ausgegangen werden, wenn diese sich in einer
Zentrums-, einer Kernzone oder einem Entwicklungsschwerpunkt befindet.
Der Begriff des überbauten Gebiets als Ausnahme von Grundsätzen des
Schutzes und der extensiven Nutzung des Gewässerraums gemäss Art.
36a GSchG ist restriktiv auszulegen.
4.4. Wie sowohl den massgebenden Gelände- und illustrativen
Gewässerraumplänen bei den Akten entnommen werden kann (Bf-act. 6,
8, 10 [Fotodokumentation], 11 [Luftaufnahme]; sowie Bg-act. 1 [Luftbilder
2007/2015]; Bg-act. 2 [Katasterplan mit kommunalem Nutzungsplan S. 3])
als auch aus den am Augenschein vom 4. April 2022 unmittelbar vor Ort
durch das Gericht (in 5-er Besetzung) gewonnenen Erkenntnissen
hervorgeht (vgl. Protokoll mit Situationsplan und Besichtigungsstandorten
I-IV; Gerichtsfotos 1-8 zur Parzelle E._; Fotos 9-13 im Dorfzentrum mit
Klinikgebäude und Bachverlauf "F._"), wurde der Eindruck bestätigt,
dass es sich bei der Parzelle E._ und dessen Umgebung nicht um ein
dicht überbautes Gebiet im Sinne der Ausnahmebestimmung laut Art. 41a
Abs. 4 GSchV handelt. Für den Betrachtungsperimeter wurde auf alle drei
Teilgebiete der in Frage stehenden Fraktion abgestellt, wobei als
eigentliches Dorfzentrum der linksseitige Gebietsabschnitt zwischen Inn
und F._ zu gelten hat, an dessen linksseitigem Ufer auch die Parzelle
E._ des Beschwerdeführers liegt. Diese ist mit einer Freihaltezone
(Bauverbotszone) nach Art. 46 des Baugesetzes der Beigeladenen (vgl.
Bg-act. 3 [im Parallelverfahren R 21 4]) überlagert (Mindestbreite 5 m und
Höchstbreite 19 m) und daher besteht auf diesem östlichen Geländespickel
(Gartenvorbereich) der Parzelle E._ in Richtung Gewässervereinigung
(Einmündung F._ in den Inn) direkt im Norden bereits heute keine
Möglichkeit für eine Bebauung dieses Uferabschnittes. Dasselbe gilt für die
weiter südlich gelegenen Uferparzellen (Y._ und V._) im Gebiet
"W._", weil der Freihaltekorridor eine Länge von ca. 208 Metern
aufweist und somit von einem Entwicklungsschwerpunkt dort offensichtlich
- 24 -
keine Rede sein kann. Gemäss Zonenplan "Gewässerraum Ausgangslage"
(Bf-act 6: "Orange Bandierung") wird die Uferparzelle E._ als Ganzes
unbestritten zu ca. 80 % und die beiden darauf stehenden Gebäude
(Assek. Nr. 44 und 44A) immerhin noch zu 40 % davon erfasst. Diese
beträchtliche Erfassung vom neu ausgeschiedenen Gewässerraum ändert
jedoch nichts daran, dass sich der dortige Dorfkern mit bis zu 600 Jahre
alten Gebäuden nicht eignet, um baulich künftig intensiver genutzt zu
werden, da sich innerhalb der im Engadiner Stil (eng beieinander) gebauten
Wohnhäuser immer auch wieder grosszügige Vorgärten und Grünflächen
befinden, die keineswegs für eine bauliche Verdichtung im Sinne des
Raumplanungsgesetzes geeignet oder vorgesehen sind. Vielmehr verhält
es sich objektiv so, dass sich die vorhandenen Gebäude und Ställe seit
jeher an der westlich verlaufenden Strasse orientieren, welche gegen
Norden ins talseitige BB._ oder sonst im Westen bergseitig über den
AA._pass führt. In dem besagten Fraktionsabschnitt befinden sich
heute denn auch nur zwei Häuser in der 1. Bautiefe entlang des Ufers des
Inns, alle anderen Gebäude sind schon heute erst in einer 2. Bautiefe
gelegen oder überwiegend sogar noch weiter Richtung Ortszentrum
hangseitig gebaut worden (vgl. Bg-act.4 GGP 2019 – Ortsbildprägende
Bauten [im Parallelverfahren R 21 4]). Die insgesamt bescheidenen
Entwicklungsmöglichkeiten in der beschriebenen Dorfkernzone rund um
die Parzelle E._ des Beschwerdeführers genügen den Anforderungen
an das Kriterium "dicht überbautes Gebiet" demnach nicht, weshalb hier
auch keine Reduktion des vom Beschwerdegegner festgelegten
Gewässerraums nach Art. 41a Abs. 4 lit. a GSchV zulässig sein kann.
4.5. Ein Verzicht auf diesen Gewässerraum nach Art. 41a Abs. 5 lit. b GSchV
fällt ebenfalls ausser Betracht, da – entgegen der Sachverhaltsdarstellung
des Beschwerdeführers – keine Eindolungen im fraglichen Flussabschnitt
des Inns in der Umgebung der Parzelle E._ bestehen. "Eindolungen"
sind in Leitungen verlegte oberirdische Fliessgewässer. Die Möglichkeit,
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auf die Festlegung des Gewässerraums bei eingedolten Gewässern zu
verzichten, ändert nichts am grundsätzlichen Verbot von Eindolungen und
Überdeckungen sowie den Voraussetzungen, unter denen solche
ausnahmsweise bewilligt werden können (Art. 38 GSchG; Bg-act. 6 [im
Parallelverfahren]). Bereits aus der selbst eingereichten
Fotodokumentation des Beschwerdeführers (Bf-act. 10 Foto 2 [Blick
flussaufwärts aus Garten], Foto 3 [Stützmauer 180 m durchgehend auf
orografisch linker Flussseite], Fotos 5 und 6 [Blick flussaufwärts von der
gegenüberliegender Parzelle CC._ aus/oberhalb alter und überdachter
Holzbrücke]) ist ersichtlich, dass keine Eindolungen im massgebenden
Flussabschnitt existieren. Anlässlich des gerichtlichen Augenscheins
konnte dieser Sachverhalt noch verifiziert und bestätigt werden (vgl. Foto 2
am Standort 1; Fotos 4 und 5 am Standort 2).
4.6. Zusammengefasst lässt sich damit festhalten, dass weder bei der Parzelle
E._ selbst (vgl. Augenscheinfotos 6-8 am Standort 3), noch in der
näheren Umgebung im Dorfzentrum (vgl. Augenscheinfotos 9-13 am
Standort 4) als massgebenden Betrachtungsperimeter effektiv ein dicht
überbautes Gebiet im Sinne des Gewässerschutzgesetzes vorliegt. Somit
erübrigt sich jedoch eine Interessenabwägung (siehe E.4.2 am Schluss),
weil die Beschwerde bereits aus den (in E.4.3, 4.4. und 4.5) erwähnten
Gründen abzuweisen ist.
4.7. Der angefochtene Regierungsbeschluss vom 17./18. November 2020 (Bf-
act. 2 und Bg-act. 5) ist damit rechtens, was im Resultat zur Abweisung der
Beschwerde vom 15. Dezember 2020 führt.
5.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf
Art. 73 Abs. 1 VRG dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Das Gericht
erachtet dabei ermessensweise eine Staatsgebühr von CHF 2'500.-- (zzgl.
Kanzleiauslagen) für angemessen und gerechtfertigt.
- 26 -
5.2. Aussergerichtlich steht dem Beschwerdegegner (Kanton) keine
Parteientschädigung zu, da er lediglich im Rahmen seines amtlichen
Wirkungskreises obsiegt hat (Art. 78 Abs. 2 VRG). Aus denselben
Überlegungen entfällt auch eine separate Entschädigung an die
Beigeladene (Gemeinde), die vorliegend bloss im Rahmen ihrer amtlichen
Zuständigkeit gehandelt hat.