Decision ID: 2b7ea42a-9f25-480c-8c1c-d73c67d00375
Year: 2022
Language: de
Court: AG_OG
Chamber: AG_OG_007
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten:
1.
1.1.
Der 1958 geborene Kläger erhielt vom 1. Dezember 2009 bis 30. Novem-
ber 2010 Arbeitslosenentschädigung und war während dieser Zeit bei der
Beklagten 3 vorsorgeversichert. Nachfolgend war der Kläger vom 1. No-
vember 2010 bis 30. April 2012 beim Gemeindeverband Sozialdienst des
Bezirks B. angestellt und während dieser Zeit bei der Beklagten 1 vorsor-
geversichert. Von September 2012 bis Oktober 2012 bezog der Kläger er-
neut Arbeitslosenentschädigung und war während dieser Zeit bei der Be-
klagten 3 vorsorgeversichert. Danach war der Kläger vom 1. Novem-
ber 2012 bis zum 31. Januar 2014 beim Amt C. angestellt und während
dieser Zeit bei der Beklagten 2 vorsorgeversichert.
1.2.
Mit Schreiben vom 24. Mai 2012 meldete sich der Kläger zum Bezug von
Leistungen (Berufliche Integration/Rente) der Invalidenversicherung an. Mit
Verfügung vom 13. August 2015 sprach die IV-Stelle des Kantons Luzern
dem Beschwerdeführer eine Dreiviertels-Invalidenrente ab 1. Dezem-
ber 2012 zu. In der Folge verneinten die Beklagte 1, die Beklagte 2 und die
Beklagte 3 ihre Leistungspflicht aus dem jeweiligen Vorsorgeverhältnis.
2.
2.1.
Der Kläger erhob am 29. Juli 2021 Klage beim Versicherungsgericht des
Kantons Aargau mit folgenden Rechtsbegehren:
" 1. Die Beklagte 1 habe dem Kläger ab dem 1. Dezember 2012 eine ganze reglementarische Invalidenrente aus beruflicher Vorsorge auszurichten zzgl. 5 % Zins ab Datum der Klageanhebung.
2. Eventualiter: Die Beklagte 2 habe dem Kläger ab dem 1. Dezember 2012 eine ganze reglementarische Invalidenrente aus beruflicher Vorsorge  zzgl. 5 % Zins ab Datum der Klageanhebung.
3. Subeventualiter: Die Beklagte 3 habe dem Kläger ab dem 1. Dezember 2012 eine ganze reglementarische Invalidenrente aus beruflicher Vorsorge auszurichten zzgl. 5 % Zins ab Datum der Klageanhebung.
4. Dem Kläger sei für das vorliegende Verfahren die vollumfängliche  Rechtspflege zu gewähren und es sei dem Kläger die  Rechtsanwältin als unentgeltliche Rechtsbeiständin beizugeben.
- 3 -
5. Unter Kosten und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt) zu Lasten der  Beklagten."
2.2.
Mit Klageantwort vom 1. Oktober 2021 stellte die Beklagte 3 folgende
Rechtsbegehren:
" 1. Die Klage gegen die Beklagte 3 sei vollumfänglich abzuweisen.
2. Unter Kostenfolge zulasten des Klägers."
2.3.
Mit Klageantwort vom 8. Oktober 2021 stellte die Beklagte 2 folgende
Rechtsbegehren:
" Die Eventualklage sei ohne Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten 2 abzuweisen."
2.4.
Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 15. Oktober 2021 wurde dem
Kläger die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt und Frau Tania Teixeira,
Rechtsanwältin, Emmenbrücke, als seine unentgeltliche Rechtsvertreterin
ernannt.
2.5.
Mit Klageantwort vom 12. November 2021 stellte die Beklagte 1 folgende
Rechtsbegehren:
" 1. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Beklagte 1 ihre  gegenüber dem Kläger grundsätzlich anerkennt.
2. Dem Kläger sei ab dem 1. Juli 2016 eine ganz reglementarische  aus beruflicher Vorsorge zulasten der Beklagten 1 zuzüglich  Verzugszinsen zuzusprechen:
a. 5 % ab Datum der Klageerhebung für Leistungen, welche bei  bereits fällig waren.
b. 5 % ab Fälligkeit der jeweiligen Leistungen für Leistungen, welche  der Klageerhebung und Urteilseröffnung fällig werden. "
2.6.
Mit Replik vom 18. Januar 2022 präzisierte der Kläger seine Klage vom
29. Juli 2021 und beantragte:
- 4 -
" 1. Die Beklagte 1 habe dem Kläger rückwirkend seit dem 1. Dezember 2012 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 93 % die gesetzlich und  geschuldeten Rentenleistungen aus beruflicher Vorsorge zzgl. 5 % Zins ab Datum der Klageanhebung auszurichten.
2. Eventualiter: Die Beklagte 2 habe dem Kläger rückwirkend seit dem 1.  2012 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 93 % die gesetzlich und reglementarisch geschuldeten Rentenleistungen aus beruflicher  zzgl. 5 % Zins ab Datum der Klageanhebung auszurichten.
3. Subeventualiter: Die Beklagte 3 habe dem Kläger rückwirkend seit dem 1. Dezember 2012 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 93 % die  und reglementarisch geschuldeten Rentenleistungen aus  Vorsorge zzgl. 5 % Zins ab Datum der Klageanhebung auszurichten.
4. Dem Kläger sei für das vorliegende Verfahren die vollumfängliche  Rechtspflege zu gewähren und es sei dem Kläger die  Rechtsanwältin als unentgeltliche Rechtsbeiständin beizugeben.
5. Unter Kosten und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt) zu Lasten der  Beklagten."
2.7.
Mit Schreiben vom 26. Januar 2022 verzichtete die Beklagte 3 auf die Ein-
reichung einer Duplik.
2.8.
Mit Duplik vom 1. März 2022 beantragte die Beklagte 1 Folgendes:
"1. Dem Kläger sei ab dem 1. Juli 2014 eine ganze reglementarische  aus beruflicher Vorsorge zulasten der Beklagten 1 zuzüglich  Verzugszinsen zuzusprechen:
a. 5 % ab Datum der Klageerhebung für Leistungen, welche bei  bereits fällig waren;
b. 5 % ab Fälligkeit der jeweiligen Leistung für Leistungen, welche zwischen Klageerhebung und der Urteilseröffnung fällig werden.
2.9.
Mit Duplik vom 12. März 2022 hielt die Beklagte 2 an ihren Rechtsbegehren
fest.
- 5 -
2.10.
Mit Eingabe vom 23. März 2022 reichte der Kläger eine Honorarnote von
Fr. 8'075.00 zu den Akten.

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Der Kläger verlangt vorliegend die Ausrichtung einer reglementarischen In-
validenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 93 % ab dem 1. De-
zember 2012 sowie 5 % Zins ab Datum der Klageanhebung. In ihrer Kla-
geantwort vom 12. November 2021 hat die Beklagte 1 ihre Leistungspflicht
grundsätzlich anerkannt. Ebenfalls anerkannt hat sie den mit Verfügung der
IV-Stelle Luzern vom 13. August 2015 festgestellten IV-Grad von 93.06 %
und den Anspruch des Klägers auf eine ganze Invalidenrente gegenüber
der Beklagten 1 (Klageantwort Beklagte 1 vom 12. November 2021,
Rechtsbegehren und Rz. 3).
Die Beklagte 1 erhebt jedoch die Verjährungseinrede für Forderungen des
Klägers zunächst von Dezember 2012 bis Juni 2016 (Klageantwort
Rz. 4 ff.) und in ihrer Duplik bis Juni 2014 (Duplik Beklagte 1 Rechtsbegeh-
ren und Rz. 4). Streitig und vorliegend zu prüfen ist demnach, ob den klä-
gerischen Rentenansprüchen der Monate Dezember 2012 bis Juni 2014
die Einrede der Verjährung entgegensteht.
2.
2.1.
Forderungen auf periodische Beiträge und Leistungen verjähren nach fünf,
andere nach zehn Jahren. Art. 129–142 OR sind anwendbar (Art. 41
Abs. 2 BVG). Die Verjährung beginnt mit der Fälligkeit der Forderung
(Art. 130 Abs. 1 OR). Bei der Berechnung der Frist ist der Tag, von dem an
die Verjährung läuft, nicht mitzurechnen und die Verjährung erst dann als
beendigt zu betrachten, wenn der letzte Tag unbenützt verstrichen ist
(Art. 132 Abs. 1 OR). Die Verjährung wird unterbrochen: durch Anerken-
nung der Forderung von seiten des Schuldners, namentlich auch durch
Zins- und Abschlagszahlungen, Pfand- und Bürgschaftsbestellung
(Art. 135 Ziff. 2 OR); durch Schuldbetreibung, durch Schlichtungsgesuch,
durch Klage oder Einrede vor einem staatlichen Gericht oder einem
Schiedsgericht sowie durch Eingabe im Konkurs (Art. 135 Ziff. 2 OR). Der
Schuldner kann ab Beginn der Verjährung jeweils für höchstens zehn Jahre
auf die Erhebung der Verjährungseinrede verzichten (Art. 141 Abs. 1 OR,
in der ab 1. Januar 2020 gültigen Fassung). Der Verzicht muss in schriftli-
cher Form erfolgen (Art. 141 Abs. 1bis Satz 1 OR, in Kraft seit 1. Ja-
nuar 2020).
- 6 -
2.2.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung beginnt die fünfjährige Ver-
jährungsfrist für jede der periodischen Leistungen am Ende des Monats, für
den die Rente gemäss Art. 38 BVG hätte ausbezahlt werden müssen, es
sei denn, das Vorsorgereglement sehe eine andere Zahlungsweise vor (Ur-
teil des Bundesgerichts 9C_701/2010 vom 31. März 2011 E. 4.3.; Urteil des
Bundesgerichts 9C_111/2018 vom 14. September 2018 E. 5.1.; Urteil des
Bundesgerichts 9C_720/2015 vom 26. Februar 2016 E. 7.1.).
2.3.
2.3.1.
Mit rechtskräftiger Verfügung vom 13. August 2015 sprach die IV-Stelle Lu-
zern dem Kläger eine Dreiviertels-Invalidenrente seit dem 1. Dezem-
ber 2012 bei einem IV-Grad von 60 % (bei einer Erwerbstätigkeit im Um-
fang von 65 % und einer Einschränkung von 93.06 % im Erwerbsbereich)
zu (Klagebeilage [KB] 28).
2.3.2.
Mit Schreiben vom 29. Juli 2019 erklärte die Beklagte 1 auf die Einrede der
Verjährung hinsichtlich allfälliger Ansprüche auf Invalidenleistungen zu ver-
zichten, soweit die Verjährung nicht bereits eingetreten sei. Die Verjäh-
rungsverzichtserklärung sei befristet bis am 31. Juli 2020 (KB 32).
Mit erneuter Verjährungseinredeverzichtserklärung vom 26. Juni 2020 er-
klärte die Beklagte 1 bis zum 2. August 2021 auf die Einrede der Verjäh-
rung zu verzichten (KB 41). Mit einer weiteren Verjährungseinredever-
zichtserklärung vom 13. Juli 2021 erklärte die Beklagte 1 auf die Einrede
der Verjährung bis zum 2. August 2022 zu verzichten (KB 33).
2.3.3.
Nach Art. 42 Abs. 1 des am 1. Dezember 2012 gültigen Vorsorgeregle-
ments der Beklagten 1 (Ausgabe 2011, abrufbar unter:
https://www.agpk.ch/fileadmin/files/pdfs/rechtsgrundlagen/APK_Vorsorge-
reglement_2011.pdf) richten sich Beginn und Revision des Anspruchs auf
eine Invalidenrente sinngemäss nach den Vorschriften der IV. Gemäss
Art. 16 Abs. 1 des Vorsorgereglements werden Renten jeweils per Ende
Monat ausbezahlt.
2.4.
Gemäss Verfügung der IV-Stelle Luzern vom 13. August 2015 begann der
Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Dreiviertels-Invalidenrente am
1. Dezember 2012, so dass der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Invalidenrente aus der beruflichen Vorsorge am selben Datum entstand
(vgl. E. 2.3.3.). Entgegen der Auffassung des Klägers (Replik Rz. 76) ist es
vorliegend nicht massgebend, wann die Verfügung der IV-Stelle erging (Ur-
teil des Bundesgerichts 9C_701/2010 vom 31. März 2011 E. 4.3). Da das
- 7 -
Vorsorgereglement keine andere Zahlungsweise vorsieht, begann für jede
Rentenleistung die fünfjährige Verjährungsfrist am Ende des jeweiligen Mo-
nats, für den die Rente gemäss Art. 38 BVG hätte ausbezahlt werden müs-
sen, zu laufen (vgl. E. 2.2.). Die Verjährungsfrist für den Monat Dezem-
ber 2012 begann somit am 1. Januar 2013 zu laufen. Für den Monat Juni
2014 begann die Verjährungsfrist am 1. Juli 2014 zu laufen und die Forde-
rung war am 2. Juli 2019 verjährt (Art. 41 Abs. 2 BVG i.V.m.
Art. 132 Abs. 1 OR). Zum Zeitpunkt der ersten Verjährungseinredever-
zichtserklärung vom 29. Juli 2019 (KB 32) waren die Ansprüche des Klä-
gers für die Rentenmonate von Dezember 2012 bis Juni 2014 somit bereits
verjährt.
3.
Vorsorgeeinrichtungen haben auf Invalidenrenten ab jenem Zeitpunkt Ver-
zugszins zu bezahlen, an dem der Gläubiger die Betreibung angehoben
oder gerichtliche Klage eingereicht hat (Art. 105 OR). Der Verzugszins be-
trägt 5 %, sofern das Stiftungsreglement nicht eine andere Regelung kennt
(BGE 119 V 131 E. 4 S. 135). Anwendbar ist dasjenige Stiftungsreglement,
welches zu dem Zeitpunkt in Kraft war, in dem der Anspruch auf Verzugs-
zins entstand (vgl. BGE 121 V 97 E. 1a S. 100).
Das Vorsorgereglement der Beklagten vom 1. Januar 2021 enthält keine
Regelung in Bezug auf Verzugszins (https://www.agpk.ch/fileadmin/fi-
les/pdfs/rechtsgrundlagen/Reglement_Vorsorge_2021.pdf). Der Anspruch
auf Verzugszins entstand vorliegend demnach mit der Klageerhebung am
29. Juli 2021. Dem Kläger ist folglich ein Verzugszins von 5 % ab dem
29. Juli 2021 für die jeweils fälligen Rentenbetreffnisse zuzusprechen.
4.
4.1.
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 73 Abs. 2 BVG).
4.2.
Die Beklagte 1 anerkannte im vorliegenden Verfahren ihre Leistungspflicht
ab dem 1. Juli 2014 zusätzlich Zins zu 5 % seit Klageeinreichung, weshalb
sie im vorliegend Verfahren als unterliegend gilt (Art. 64 Abs. 3 VRPG
i.V.m. Art. 106 Abs. 1 ZPO). Lediglich für Rentenansprüche von Dezem-
ber 2012 bis Juni 2014 wird die Klage abgewiesen. Der anwaltlich vertre-
tene Kläger ist damit zu einem wesentlichen Teil mit seinen Anträgen
durchgedrungen. Aus diesem Grund rechtfertigt es sich, die Parteikosten
vollständig der Beklagten 1 aufzuerlegen. Diese sind der unentgeltlichen
Rechtsvertreterin zu bezahlen. Der Beklagten 2 und der Beklagten 3 steht
als Sozialversicherungsträgerinnen grundsätzlich kein Anspruch auf eine
Parteientschädigung zu (BGE 126 V 143 E. 4a S. 149 f.).
- 8 -
4.3.
4.3.1.
Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers reichte am 23. März 2022
eine Kostennote ein, die einen Zeitaufwand von 26 Stunden und 55 Minu-
ten zu Fr. 300.00, Barauslagen von Fr. 242.25 und Mehrwertsteuer von
Fr. 640.43, total somit Fr. 8'957.70, ausweist. Die Rechtsvertreterin bringt
zudem vor, gemäss § 4 Abs. 1 AnwT bemesse sich die Entschädigung in
vermögensrechtlichen Streitigkeiten einschliesslich versicherungsrechtli-
chen Streitigkeiten nach dem Streitwert bzw. die Berechnung des Streit-
werts nach der ZPO.
4.3.2.
Bei Streitigkeiten über Leistungen von Sozialversicherungen, worunter
auch berufsvorsorgerechtliche Leistungen fallen, wird die Gerichtsgebühr
nicht nach dem Streitwert bemessen, sondern in erster Linie nach der Be-
deutung und der Schwierigkeit des Falles (von Fr. 1'210.00 bis
Fr. 14'740.00; § 8a Abs. 3 i.V.m. § 3 Abs. 1 lit. b AnwT). Praxisgemäss be-
trägt die Grundentschädigung in einem durchschnittlichen Klageverfahren
betreffend BVG innerhalb des genannten Tarifrahmens von § 3 Abs. 1 lit. b
AnwT Fr. 3'300.00. Mit dieser Grundentschädigung sind Aktenstudium, In-
struktionen, rechtliche Abklärungen, Korrespondenz und Telefonate sowie
eine Rechtsschrift und die Teilnahme an einer behördlichen Verhandlung
abgegolten. Hiervon erfolgt ein Abschlag gemäss § 6 Abs. 1 AnwT von
10 % aufgrund der nicht durchgeführten Verhandlung (= Fr. 2'970.00). Die
zusätzlichen Eingaben vom 18. Januar 2022 rechtfertigen einen Zuschlag
von 15 % (= Fr. 3'465.00, § 6 Abs. 3 AnwT). Zum Honorar hinzu kommen
eine Spesenpauschale von 3 % sowie die gesetzliche Mehrwertsteuer
(MwSt.). Es ergibt sich damit eine Entschädigung von gerundet insgesamt
Fr. 3'850.00 (inkl. Auslagen und MwSt.; vgl. § 8c AnwT).
4.3.3.
Die zuzusprechende, reine Stundenentschädigung (Honorar ohne Spesen-
pauschale und MwSt.) beträgt nach dem Dargelegten Fr. 3'465.00, was bei
einem Stundenansatz von Fr. 180.00 einem Aufwand von 19.25 Stunden
entspricht. Der von der Rechtsvertreterin geltend gemachte Aufwand be-
trägt hingegen 26.92 Stunden und liegt damit über dem pauschal Vorgese-
henen, weshalb auf die Kostennote, soweit wesentlich, kurz einzugehen ist
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_89/2017 vom 27. November 2017
E. 2.2.1; 8C_98/2017 vom 27. Oktober 2017 E. 5.2). Ein geltend gemach-
ter Arbeitsaufwand von insgesamt 3 Stunden datiert aus dem Zeitraum vom
Juni 2019 bis Juli 2020 und liegt somit über ein Jahr vor der Klageeinrei-
chung zurück. Dieser Aufwand steht offensichtlich in keinem direkten Zu-
sammenhang mit der eingereichten Klage und ist folglich zu streichen. Ein
geltend gemachter Arbeitsaufwand von 2.50 Stunden für die Bearbeitung
der Post, teils mit Weiterleitung an den Klienten, teils ohne, erscheint be-
sonders hoch, zumal für die Korrespondenz mit dem Klienten zusätzlich
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gerundet 1.20 Stunden aufgeführt werden. Dieser Aufwand korrespondiert
nicht mit der Komplexität der Streitsache und stellt eine Überbetreuung des
Klägers dar. Zudem macht die Vertreterin des Klägers einen Aufwand für
Aktenstudium, Rechtsstudium und Redaktion der Klage von insgesamt 13
Stunden geltend, was im vorliegenden Fall als überhöht erscheint, denn
entgegen der Vertreterin des Klägers liegt kein ausserordentlich komplexer
Sachverhalt vor. Vielmehr ist die von der Vertreterin des Klägers vorge-
brachte ablehnende Haltung der Beklagten 1 vor dem Prozess der Natur
eines Klageverfahrens nach Art. 73 BVG inhärent. Es ist auch keine Be-
sonderheit, dass in derartigen Verfahren mehrere Vorsorgeeinrichtungen
eingeklagt werden. Der von der Vertreterin vorgebrachte angebliche Mehr-
aufwand kann somit nicht nachvollzogen werden und ein ausserordentli-
cher Zuschlag erscheint vorliegend nicht gerechtfertigt. Rechtsprechungs-
gemäss hat es demnach mit der hiervor dargelegten Pauschale von
Fr. 3'850.00 sein Bewenden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_380/2014
vom 30. September 2014 E. 3.1; § 7 AnwT).