Decision ID: 81d501fe-9943-566a-904a-b25e1571b4f6
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1965 geborene
X._
, angelernte Buffettochter mit Diplom und angelernte Briefträgerin mit Bestätigung, arbeitete zuletzt seit dem 17. August 2011 als Fahrerin für die
Z._
GmbH (Urk. 7/54/2). Am 13. August 2012 (Eingangsdatum) meldete sie sich unter Hinweis auf mehrere gesundheitliche Beeinträchtigungen zum Bezug von Leistungen der Invaliden
versicherung an (Urk. 7/6).
Zur Abklärung der medizinischen und erwerblichen Verhältnisse zog die IV-Stelle
Auszüge aus dem individuellen Konto bei (Urk. 7/10-11, Urk. 7/39 und Urk. 7/44) und holte die Akten der Krankentag
geldversicherung der Versicherten (Urk. 7/17, Urk. 7/22 und Urk. 7/25-26) sowie Berichte der behandelnden Ärzte ein (Urk. 7/12, Urk. 7/20, Urk. 7/32 und Urk. 7/34-35). Mit Verfügung vom 15. Juli 2014 wurde der Versicherten wie vor
beschieden ab dem 1. Juli 2013 eine ganze Invalidenrente bei einem Invalidi
tätsgrad von 100 % zugesprochen (Urk. 7/64).
Da gegen
die Versicherte
eine Strafuntersuchung
eingeleitet
wo
rde
n war
, ersuchte
die
zuständige Staatsanw
ältin
die IV-Stelle mit Schreiben vom
19. Februar
2015
um Amtshilfe
sowie
um Zustellung der Akten (
Urk.
7/
80
). Am
23. Juni
2015
sistierte die IV-Stelle die Ausrichtung der
Invalidenrente per 31. Mai
2015 verfügungsweise
(
Urk.
7/
94
).
Mit Urteil vom 13. Februar 2018 wurde die Versi
cherte vom Bezirksgericht Münchwilen im abgekürzten Verfahren des Betrugs
gemäss
Art. 146 Abs. 1 des Strafgesetzbuches (StGB), des versuchten Betrugs
gemäss
Art. 146 Abs. 1 StGB
i.V.m
. Art. 22 Abs. 1 StGB, der Gehilfen
schaft zum Betrug
gemäss
Art. 146 Abs. 1 STGB
i.V.m
. Art. 25 StGB, des Pfändungsbetrugs
gemäss
Art. 163 Ziff. 1 StGB, der Urkundenfälschung
gemäss
Art. 251 Ziff. 1 StGB, der mehrfachen Verfügung über mit Beschlag belegte Vermögenswerte
gemäss
Art. 169 StGB sowie des Vergehens gegen das Bundes
gesetz über die
Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVG)
gemäss
Art. 87 Abs. 5
(ab
1.
Janu
ar
2018:
Abs.
6)
i.V.m
. Art. 70
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
und Art. 31 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG)
schuldig gesprochen (Urk. 7/121).
Der Schuld
spruch
der Beschwerdeführerin
erwuchs in Rechtskraft.
Daraufhin eröffnete die IV-Stelle im März 2018
ein Rentenrevisionsverfahren
(
Urk. 7/122
)
,
holte
neue
Arztberichte ein (Urk. 7/126, Urk. 7/128 und Urk. 7/140)
und veranlasste eine erstmalige polydisziplinäre (internistische, rheumatolo
gi
sc
he
, neurologische, psychiatrische) Begutachtung
durch
die
A._
(Expertise vom
12. Februar 2019
,
Urk. 7/141
).
Mit Vorbescheid vom 27. August 2019 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Aufhebung der Invalidenrente rückwirkend auf den 1. Januar 2015 sowie die Rückforderung der zu viel ausbezahlten Leistungen
aufgrund der Meldepflichtverletzung in Aussicht (Urk. 7/145).
Dagegen erhob die Versicherte
am 2. September
und am
13. Dezember 2019 Einwände (Urk. 7/147
und Urk
. 7/150
).
Mit Verfügung vom
7. Januar 2020
hob die IV-Stelle die Aus
richtung der Invalidenrente rückwirkend per
Januar 2015 wegen Vorliegens eines Revisionsgrundes
auf (
Urk. 2/1
). Mit Verfügung vom
13. Januar 2020
verpflich
tete sie
die Versicherte sodann
,
die zu Unrecht bezogenen Leistungen vom 1. Januar bis 31. Mai 2015
im Umfang von
Fr. 8‘320
.-- zufolge Verletzung der Meldepflicht
zurückzuerstatten
(
Urk.
2/2).
2.
Dagegen erhob
die Versicherte
am
7. Februar 2020
Beschwerde und beantragte, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung
sei ihr ab 1. Juni 2015 und weiterhin die bisherige ga
nze Invalidenrente auszurichten, e
ventualiter sei ihr eine Teilrente auszurichten. Überdies sei die Verfügung vom 13. Januar 2020 betreffend Rück
forderung ersatzlos aufzuheben.
In prozessualer Hinsicht ersuchte d
ie
Beschwer
deführer
in
um einen zweiten Schriftenwechsel sowie um Bewilligung der unent
geltlichen
Rechtspflege
(
Urk.
1).
Mit Beschwerdeantwort vom
28. Februar 2020
schloss die IV-Stelle auf Ab
weisung der Beschwerde (Urk. 6).
Mit Eingabe vom
29. April 2020
reichte
die Beschwerdeführerin innert erstreckter Frist die Unter
lagen zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit sowie
eine Stellungnahme
ihrer behandelnden Psychiaterin ein (Urk. 9-12). Mit
Verfügung vom
6. Mai 2020
wurde
der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt und auf die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels verzichtet
(
Urk. 13
).
Mit Eingabe vom
28. Juli
2020 reichte die Beschwerdeführerin eine Stellungnahme
ihres
be
handelnden
Rheumatologen
ein (
Urk. 14-15
).
Mit Verfügung vom
3.
Dezember
2020 wurde der Beschwerdeführerin Gelegenheit zur Stellungnahme zu einer allfälligen Motivsubstitution gewährt (
Urk.
17
), welche die Beschwerdeführerin wahrnahm (Stellungnahme vom
1
5.
Januar
202
1, Urk. 20
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich geblie
benem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wes
entlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
acht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.2
Unabhängig von einem materiellen Revisionsgrund kann die IV-Stelle auf formell rechtskräftige Verfügungen, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Überprüfung gebildet haben, zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn – was auf periodische Dauerleistungen regelmässig zutrifft (BGE
119 V 475 E. 1c mit Hinweisen) – ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (Art. 53 Abs. 2 und 3 ATSG; BGE 141 V 405 E. 5.2, 138 V 147 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_819/2017 vom 13. Februar 2017 E. 2.2). Die Wiederer
wägung im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG dient der Korrektur einer anfänglich unrichtigen Rechtsanwendung einschliesslich unrichtiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhaltes (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_121/2017 vom 5. Juli 2018 E. 8.2).
Die Wiedererwägung nach
Art.
53
Abs.
2 ATSG setzt voraus, dass kein vernünf
tiger Zweifel an der Unrichtigkeit der Verfügung möglich, folglich nur dieser einzige Schluss denkbar ist. In diesem Sinne qualifiziert unrichtig ist eine Ver
fügung, wenn eine Leistung aufgrund falscher Rechtsregeln beziehungsweise ohne
oder in unrichtiger Anwendung der massgeblichen Bestimmungen zuge
sprochen wurde (BGE 141 V 405 E. 5.2, 140 V 77 E. 3.1 mit Hinweis). Gleiches gilt bei einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes, insbesondere wenn die notwendigen fachärztlichen Abklärungen überhaupt nicht oder nicht mit der erforderlichen Sorgfalt durchgeführt wurden (vgl. Art. 43 ATSG; BGE 141 V 405 E. 5.2; Urteil des
Bundesgerichts 8C_717/2017 vom
2.
August 2018 E. 3.2 mit Hinweisen). Soweit ermessensgeprägte Teile der Anspruchsprüfung vor dem Hin
tergrund der Sach- und Rechtslage einschliesslich der Rechtspraxis im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung in vertretbarer Weise beurteilt worden sind, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus (BGE 141 V 405 E. 5.2 mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_766/2016 vom 3. April 2017 E. 1.1.2 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung kann das Gericht eine zunächst auf
Art.
17 ATSG gestützte Rentenaufhebung oder -herabsetzung gegebenenfalls mit der (substitu
ierten) Begründung schützen, dass die ursprüngliche (bzw. die letzte auf einer umfassenden materiellen Prüfung beruhende, vgl. BGE 140 V 514, 133 V 108) Rentenverfügung oder Mitteilung zweifellos unrichtig und die Berichtigung von erheblicher Bedeutung sei (BGE 144 I 103 E. 2.2, 140 V 85 E. 4.2, 125 V 368 E. 2, je mit Hinweisen; vgl. Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenver
si
cherung, 3. Auflage 2014,
Rn
77 zu Art. 30–31).
1.3
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
men
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vo
r
aus
(vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
ge
hend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.
5
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
IVG
).
1.
6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
7
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfe
n sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.
8
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
In der Einstellungsverfügung vom
7.
Januar 2020
erwog die Beschwerdegegnerin
,
die
Beschwerdeführerin beziehe seit Juli 2013 eine ganze Invalidenrente.
Auf
grund eines gegen die Beschwerdeführerin eingeleitete
n
Strafverfahren
s
sei m
it Verfügung vom 2
3.
Juni 2015
die Auszahlung der
Invalidenrente per
Ende Mai 2015 sistiert
worden.
Nachdem am
1
3.
Februar 2018 das
Urteil des Bezirksge
richts Mün
chwilen ergangen
sei, habe
die IV-Stelle ihre Abklärungen neu aufge
nommen. Gemäss der Anklageschrift vo
m
September 2017 habe die
Beschwerde
führerin
im Januar 2015 erneut eine berufliche Tä
tigkeit
aufgenommen. Sie habe damit ein Einkomme
n
von gut
Fr.
8'700.
--
erzielt. Somit habe
sich ihre
erwerb
liche Situation verändert. Die Einkommensverbess
e
rung im
Vergleich
zum Jahr 2014 liege zudem
deutlich
über
Fr.
1'500.--. Aufgrund der Einkommensver
besse
rung sei ein Revisionsgrund
ausgewiesen
. Es könne daher der
Rentenanspruch
neu geprüft werden
. Aus dem medizinischen Gutachten gehe hervor, dass aus
psychiatrischer Sicht
keine
Diagnosen mit bleibende
r
Auswirkung
auf die Arbei
ts
fähigkeit vorlägen. Zwischen Juni 2016 und Juli 2017 habe eine
eingeschränkte
Arbeitsfähigkeit
aufgrund einer
mittelgradigen
depressiven Episode bestanden.
Gestützt
auf die vorhandenen Arztberichte der
Klinik B._
handle es sich dabei
jedoch
nich
t
um ein
invalidisierendes
Leiden
. Sodann sei die Depression durch
Behandlung
innerhalb
einiger
Wochen bzw. wenige
n
Monate
n
remittiert. Schliesslich
seien
die Beschwerden auch im Zusammenhang mit der privaten
Situation der
Beschwerdeführerin
gestanden. Aus somatischer Sich
t
sei sie in einer
angepassten Tätigkeit seit Januar 2015 durchgehend zu 100
%
arbeitsfähig.
Nach Durchführung des neuen Einkommensvergleichs bestehe bei einem Invaliditäts
grad von 5 % kein Anspruch mehr auf eine Rente (
Urk.
2
/1
S.
2 f.
)
.
Wesentliche Änderungen in der gesundheitlichen und erwerblichen Situation seien der IV-Stelle umgehend zu melden. Die Beschwerdeführerin habe der IV-Stelle nicht mit
geteilt, dass sie eine neue Arbeitsstelle aufgenommen habe. Somit liege eine Ver
letzung der Meldepflicht vor. Aufgrund der Meldepflichtverletzung erfolge die Einstellung der Invalidenrenten somit rückwirkend ab Eintritt der Änderung. Die Arbeitstätigkeit habe die Beschwerdeführerin im Januar 2015 begonnen. Daher sei der Rentenanspruch per
1.
Januar 2015 einzustellen und die seit diesem Zeit
punkt zu viel ausgerichteten Leistungen zurückzufordern (
Urk.
2 S. 3).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
ihr
Vali
deneinkommen
im Jahr 2015
habe
Fr.
56'915
betragen
. Im Jahr 2015 habe sie mit ihrer vorübergehenden Erwerbstätigkeit gemäss IV-Verfügung ein Erwerbs
einkommen vom
Fr.
8'700.-- erzielt. Dies entspreche 15.3
%
des
Valideneinkom
m
e
ns
. Damit liege der Invaliditätsgrad im Jahr 2
0
15 weiterhin bei 84.7
%
, wes
halb kein Revisionsgrund vorliege. Wie aus den Akten hervorgehe, habe die
Beschwerdeführerin ihre unregelmässigen Arbeitseinsätze auch nicht als Erwerb
s
tätigkeit im eigentlichen Sinne verstanden, sondern viel mehr als Beschäftigung im Sinne einer Tagesstruktur. Sie habe zur Bedingung gemacht, dass sie keine Pak
e
te schleppen müsse. Sie habe nur das Fahren übernommen und so neue Mitarbeit
er
einarbeiten können.
Dass
sie die Einsätze in den Jahren 2013/2014 lediglich gegen ihre Spesen (Essen und Getränke)
geleistet
und damit auch im Jahr 2015 ein sehr geringes Einkommen erzielt habe, mache deutlich, dass es sich bei ihren Einsätzen tatsächlich mehr um
Beschäftigung
als
um eine ein
kom
mensorient
i
e
rte Erwerbstätigkeit gehandelt habe
. Zusammenfassend fehle es vor
liegend
sowohl
aus gesundheitlicher wie aus erwerblicher Sicht an einem Revi
sion
s
grund. Damit sei die
ursprünglich
zugesprochene ganze Rente rückwirkend weiterhin auszurichten
(
Urk.
1 S. 9
f
f.)
.
2.3
Mit Eingabe vom 2
9.
April 2020 führte die Beschwerdeführer
i
n weiter aus,
Dr.
med.
Dr.
sc. nat.
C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
, bei welcher sie seit April 2017 in
Behandlung
sei, könne sich in ihrer Stellung
nahme
vom
2.
März 2020 (
Urk.
10)
nicht damit einverstanden erklären, dass ge
mäss dem Gutachten der
A._
keine Diagnose mit
Auswirkung
auf die
Arbeitsfähigkeit vorliegen sollte. Aufgrund
der Beurteilung von
Dr.
C._
sei ihre Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
eing
eschränkt. Kombiniert mit den schweren körperlichen Beschwerden beurteile
Dr.
C._
ihre Arbeitsunfähigkeit sogar mit 100
%
. Sollte dem Antrag der Beschwerdegegnerin gefolgt werden, dass ein rückwirkender Revisionsgrund aufgrund der erwerblichen Situation ausge
wiesen sein sollte, sei zur Beurteilung ihrer Arbeitsfähigkeit von der Beurteilung von
Dr.
C._
auszugehen und ihr sei eine ganze Rente zuzusprechen (
Urk.
9).
2.4
Sodann ergänzte die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 2
8.
Juli 2020
, auch
Dr.
med.
D._
, Facharzt Rheumatologie und
Physikalische Medizin und Rehabilitation
,
stimme in seiner Stellungnahme vom 2
5.
Juli 2020 (
Urk.
15)
mit dem Gutachten der
A._
nicht überein. Gemäss
Dr.
D._
sei die Diagnose im Gutachten durch ein
thorakovertebrales
Schmerzsyndrom und einen Status nach
Fibulafra
k
tur
rechts
zu ergänzen
. Beides seien arbeitsrelevante Dia
gnosen mit
objektivierbaren
Befunden/Vorgeschichten
. Nachdem diese beiden arbeitsrelevanten Diagnosen im Gutachten nicht berücksichtigt worden seien, stimme
Dr.
D._
auch mit der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Gutachten nicht überein. Die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus rheuma
to
logischer Sicht beurteile er unter Berücksichtigung aller rheumatologischen Dia
gnosen mit Arbeitsrelevanz mit 80 % (100%-Pensum mit um 20
%
leicht vermin
derter Leistungsfähigkeit), wobei es sich bei dieser angepassten Tätigkeit um eine sehr leichte, wechselbelastende Arbeit handeln müsse. Das Gutachten sei alleine schon wegen der Fehler in der Diagnoseliste mit auch falscher Einordnung von arbeitsrelevanten Diagnosen als unsorgfältig und anfechtbar zu betrachten. Auch die psychiatrische Beurteilung mit Verdacht auf
dissoziale Persönlichkeitsakzen
tuierung
erscheine
Dr.
D._
etwas willkürlich, obschon ihm die
psychiatrische
Beurteilung
nicht
zustehe
(
Urk.
14)
.
2.
5
In der Stellungnahme vom 1
5.
Januar 2021
führte
die Beschwerdeführerin
aus
, die ursprüngliche leistungszusprechende Verfügung
könne
nicht als offen
sicht
lich unrichtig bezeichnet w
e
rden.
Dr.
med.
E._
, Facharzt für
Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
habe
in seinem Bericht
vom
9.
Juni 2013
eine angepasste
Tätigkeit
von drei Stunden als zumut
bar erachtet
(
vgl. nachfolgend
E. 3.5)
. Ganz offensichtlich habe sie
zusätzlich
auch eine
auffällige
psychische Struktur aufgewiesen. Hinweise
daraus
ergäben sich
aus dem Bericht des
behandelnden
Hausarztes
Dr.
med.
F._
vom 22.
Januar 2013
zuhanden
der AX
A
(
Urk.
7/26)
und auch aus der
IV-
Anmeldung vom 13.
August 2012
(
Urk.
7/6/5)
. Wie sich den IV-Akten entnehmen lasse, habe sie eine
schwierige
Kindheit gehabt.
Sodann gehe aus dem Case Report hervor, dass
sie
zeitgleich zur erstmaligen IV-Abklärung die Kündigung ihrer Dreizim
mer
wohnung erhalten habe, weil sie darin zwei Hunde und 27 Katzen
gehalten
habe
(7/54/12)
. Eine derart exzessiv
e
Tierhaltung in einer 3-Zimmer-
Mietwoh
nung weise
auf eine
erhebliche psychische
Auffälligkeit hin. Dies verdeutliche auch das Gutachten
vom 12.
Februar 2019, welches
ihr
von
Juli
2016 bis J
uli
2017 eine 50%
ige Arbeitsunfähigkeit aus psych
iatrischer Sicht bei einer 100%
igen
Arbeitsunfähigkeit
während des stationären Aufenthalts in der
psychiatrischen
Klinik
B._
attestiert habe
(
vgl. nachfolgend
E
. 4.2)
und
die
aktuelle Stel
lungnahme von Dr.
C._
,
in welcher sie
eine
Borderline
-
Störung und eine emotional
instabile
Persönlichkeitsstörung
diagnostiziert
habe
(
Urk.
10)
. Beides seien
Störungen
, die sich in der Regel im
Jugend-
bzw. frühen Erwachsenenalter erstmanifestieren
würden
und sich schon länger auf
ihre
Arbeitsfähigkeit
ausgewirkt haben dürften. Vor diesem Hintergrund erscheine
es
in keiner Weise abwegig, dass die IV-Stelle in ihrer Case Runde nicht nur die orthopädischen
Einschränkungen
gewürdigt habe, sondern insgesamt zum Schluss gekommen sei,
sie sei
einem A
r
beitge
ber
zum damaligen
Zeitpunkt
nicht zumutbar gewesen.
Man könne der Beschwerdeg
egnerin vielleicht vorhalten, s
i
e
hätte bezüglich der
Arbeitsfähigkeit
aus psychiatrischer Sicht
aufgrund
der diversen Hinweise in
den
Akten
noch ergänzende Abklärungen tätigen sollen. In seiner Schlussfolgerung könne der Entsch
eid der IV-Stelle jedoch keinesw
egs
als
ursprünglich unrichtig
bezeichnet
werden (
Urk.
20).
3.
Die
Rentenzusprache
vom 1
5.
Juli 2014 (ganze Rente der Invalidenversicherung ab dem
1.
Juli 2013 bei einem Invaliditätsgrad von 100 % [Urk. 7/64]) erfolgte gestützt auf folgende Arztberichte:
3.1
Dr.
med.
G._
, Facharzt Allgemein
e
Innere Medizin,
hielt in seinem Bericht vom 1
3.
September 2012
folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
fest
(
Urk.
7/12/1)
:
-
Aktivierte
G
onarthrose
bds
. n
ach Sturz 4/2009
-
Chronisches
lumbovertebrales
Syndrom 4/1999
-
Adip
osit
as per magna
Die Beschwerdeführerin sei vom 1
4.
April bis am 2
1.
Juni 2009 voll arbeits
unfähig gewesen und anschliessend bis am 1
6.
August 2009 50
% (Urk.
7/12/2).
3.2
Dr.
med.
H._
, Fachärzt
i
n
Allgemeinmedizin
,
erhob in ihrem Be
richt vom 3
1.
Oktober 2012 folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (
Urk.
7/20/1)
:
-
Arthrose
-
HWS-LWS-Schmerzen
-
Bänderzerrungen
-
Adipositas per magna
Die Beschwerdeführerin sei
seit dem
3.
Juli
bis zum 31.
Oktober
2012
voll arbeitsunfähig
gewesen
. Aus medizinischer Sicht
könne
sie
ihre
bisherige
Tätig
keit
noch
im Umfang von 30 bis 42 Stunden
ausüben
(
Urk.
7/20/2)
.
3.3
Dr.
med.
F._
,
Facharzt Allgemeine Innere Medizin,
diagnos
ti
zierte in seinem Bericht vom
9.
April 2013 mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit
eine
Gonarthrose
bds
.
(
2009
) sowie ein
c
hronisch
es
lumb
o
v
ertebrales
Syndrom
(
199
9
).
Als o
hne
Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit
h
i
e
lt er eine e
ssentielle
Hypertonie fest
(
Urk.
7/
32
/
2
)
.
Die bisherige
n
Tätigkeit
en
als Buffet
toch
t
er oder Kurierfahrerin
seien
der Beschwerdeführerin nicht mehr zumutbar
,
da d
ie körperlichen Einschränkungen
massiv seien
. Die Beschwerdeführerin könne
zum Teil fast nicht laufen
(Urk.
7/32/3).
Sie
sei
jedoch
noch
in rein sitzenden Tätigkeiten 4 bis 6 Stunden
pro Tag
arbeitsfähig
.
Zudem seien ihr g
e
legentliches Bücken sowie Heben/
Tragen von 10
kg
noch zumutbar
(Urk.
7/32
/5
). Ergänzend führte
Dr.
F._
an,
die Beschwerdeführerin sei
vom
1.
bis 3
0.
November 2012 und vom 1.
Februar bis 3
0.
April
2013
voll arbeitsunfähig
gewesen
(
Urk.
7/34/2).
3.4
Im MRI-Bericht
Knie beidseits
vom
3.
Mai 2013
des
Instituts I._
wurde
die Diagnose einer
beidseits praktisch identisch
en
, mässig aus
geprägte
n medial betonten
femorotibiale
n
und
f
emoropatellar
en A
rthrose
erho
ben
(Urk.
7/35/7).
3.5
Dr.
E._
nannte
in seinem Bericht vom 1
9.
Juni 2013 folgende Diagnosen: (
Urk.
7/35
-1
)
-
Mittelschwere
/
schwere, permanent invalidisierend symptomatische
Gonarthrose
rechts
-
Leichte
bis mittelschwere
Gonarthrose
links
-
Leichte
, gelegentlich
symptomatische
Coxarthrose
rechts
-
Adiposita
s
permagna BMI 48
-
Stummelgebiss unten
Als Diagnosen ohne
Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit nannte er:
-
Schlecht
saniertes
Gebiss oben
-
Status nach
Fibulafraktur
, OSM in situ, verheilt
-
Hypert
on
ie
Die bisherige
Tätigkeit sei
der
Beschwerdeführerin
nicht mehr zumutbar
. Sie könne nicht mehr auf den Lastwagensitz hochklettern
. Eine sitzende
sowie
eine wechselbelastende Tätigkeit
seien ihr
je
3
h pro Tag
zumutbar (
Urk.
7/35/
2-
4).
Bereits heute gebe es eine gute Indikation für eine Knieprothese rechts.
Eine Indikation
für
eine
Hüftprothese rechts
und eine
Knieprothese links würden
f
olgen.
Unabdingbare
Voraussetzung
für eine prothetische
Versorgung
sei
aber
die
vorherige
Zahns
anierung
des
Stum
melgebisses unten (Ur
k.
7/35/5).
3.
6
Im Case Report wurde am 1
7.
Dezember 2013
vermerkt, es habe eine
C
ase
-R
unde mit
dem RAD, Frau
J._
und
Dr.
med.
K._
, Facharzt für
Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, stattgefunden. D
ie bisherige Tätigkeit sei
der Beschwerdeführerin
nicht mehr zumutbar. Aufgrund der Aktenlage sei wohl die Auflage einer Zahnsanierung möglich, weil aber die Auflage einer Knie
operation
nicht zumutbar sei bzw. nicht auferlegt werden könne, sei auch die Auflage einer Zahnsanierung nicht angezeigt. Eine adaptierte Tätigkeit sei aufgrund der gesamten Akten mit fraglicher Leistungs
fähigkeit wohl teilzeitig möglich. Die
Beschwerdeführerin
sei aber einem Arbeit
geber nicht zumutbar und
sei
zum jetzigen
Zeitpunkt
nicht vermittelbar. Wenn alle
medizinischen
Massnahmen durchgeführt seien, sei
wieder mit einer
Arbeits
fähigkeit
zu rechnen. Eine Revision sei in vier Jahren
vorzunehmen
(Urk.
7/54/13)
.
4.
4.1
Der
Verfügung
vom
7.
Januar 2020
(
Urk.
2
) liegt in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das interdisziplinäre Gutachten
der
A._
vom 1
2.
Februar 2019 zugrunde (Urk. 7/141)
.
Darin werden die bis zur Begutachtung de
r
Beschwerdeführerin
aktenkundigen medizinischen Berichte zusammengefasst (
Urk.
7/
141/
55-61)
, weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfolgenden Erwägungen aber darauf Bezug genommen.
4.
2
Im
polydisziplinären
Gutachten
wurde
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
eine rechts und
femorotibial
medial betonte und femoropatellare Arthrose beidseits
(
ICD-10:
M17.0
)
diagnostiziert
(
Urk.
7/141/7).
Folgende
Diagnosen
wurden
als
ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt:
-
Chronisches
thorakolumbovertebrales
Schmerzsyndrom
,
ICD10
: M54.85
-
Klinisch keine Hinweise für eine
Radikulo
- oder Myelopathie
-
Leichte rechtskonvexe Skoliose der LWS (Cobb-Winkel ca. 9 Grad
)
, verstärkte lumbale Lordose und leicht
akzentuierte
Brustkyphose (Cobb-Winkel ca. 40 Grad)
-
Polyse
g
mentale spangenbildende
Spondylosis
im mittleren bi
s unteren BWS-Ber
e
i
ch vereinbar mit einer DISH (Diffuse idiopathische
skelettale
Hyperos
t
ose), ICD10:
M48.14
-
Leichte
Osteochondrose
L5/S1,
moderate Spondylarthrose der c
a
u
dalen LWS
-
Laterale
Diskuspr
o
trusion
L3/4 mit wahrscheinlich Beeinträchtigung der L3-Wurzel links lateral (MRI LWS 03.05.2016)
-
St. n.
Fibulafrak
t
ur
rechts 2005
-
OSM in situ verheilt
-
Senkfüsse
beidseits,
ICD-10
: M21.4
-
Meralgia
para
e
sthetica
links
,
ICD10
:
G57.1
-
Klinisch
: Hypästhesie im Versorgu
n
g
sgebiet des
N.
cutaneus
femoris
lateralis
links
-
St. n. CTS Operation rechts (1996)
-
Hyperurikämie (571 m
mol/l)
-
Diabetes mellitus Typ
ll
(ED 2014)
,
ICD-10
: E11.90
-
Adipositas Grad
ll
(BMI 38.1/kg/m2)
,
ICD-10
:
E
66.11
-
Zustand nach lap
aro
skopischer
Sleeve
-Gastrektomie am 21.06.2017 und Zustand nach 10/2018 erfolgter
Magenbypassoperation
-
Arterielle Hypertonie
,
ICD-10
: I
10.00
-
Chronischer Nikotinabusus
-
Aktenanamnestisch obstruktives Schlaf
a
pnoe-Syndrom
,
ICD-10
:
G47.31
-
Cholecystektomie
10/2018 bei
asymptomatischer Cholezystolithiasis,
ICD-10
:
K80.
5
0
-
Depressive Episode, mittelgradiger Ausprägung im Jahr 2016, ICD10:
F32.1, aktuell remit
t
iert
-
V.a. auf dissoziale Persönlichkeitsakzentuierung
In der interdisziplinären Zusammenfassung wurde ausgeführt, a
us allgemein
internistischer Sicht fänden sich keine Erkrankungen von Relevanz und mit Ein
fluss auf die Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Nach der Magenbypass-Operation infolge morbider Adipositas habe sich die Stoffwechs
el
situation bezüglich des Diabe
tes mellitus gebessert. Auch die hypertonen Blut
druckwerte und das
aktenanamnestisch bekannte Schla
fapnoesyndrom
hätten sich
nach
deutlicher
Gewichtsabnahme verbessert.
Empfohlen
seien
ein Nikotin
stopp,
Kontrollen
der kardiovaskulären
Risikofaktoren
sowie
eine Lifestyle-Modi
fikation zur Optimierung des Stoffwechselpro
f
ils.
Ebenso bestünden
aus
neuro
logischer Sicht
keine
Diagnosen
mit
Einfluss
auf die
Arbeitsfähigkeit
. Bei
den
von der Beschwerdeführerin
geschilderten
chronischen
Rückenschmerzen
seien
aus
neurologischer
Sicht keine Hinweise für eine
Radikulo
- oder Myelopathi
e
fest
stellbar.
Aus rheumatologischer Sicht stünden subjektive Beschwerden einer rechts und
femorotibial
medial betonten und femoropatell
a
ren
Arthrose
beidseits im Vordergrund. Die von der Beschwerdeführerin
geschilderten
bereits im 1
6.
Lebensjahr aufgetretenen und bei der aktuellen rheumatologischen Untersu
chung angegebenen
diffusen
thorakalen Rücke
n
schmerzen sei
e
n
nicht
mit dem radiologischen Befund einer DISH
vereinbar
. Eine DISH fände sich häufig bei
Diabetes
-
Patienten
und verlaufe
beschwerdefrei
. Die lumbos
a
kralen Rücken
schmer
zen korrelierten mit dem
radiologischen
Befund einer
beginnenden
Segmentdegeneration L5/S1
sowie
Sp
ondylarthrosen
der caudalen LWS. Es sei festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin
trotz
attestierter
100%iger Arbeitsun
fähigkeit infolge
invalidisierender
Gelenksbeschwerden 2013 bis 2015 einer
Teilzeitarbeit
als Kur
i
e
rfahrerin
na
ch
gegangen sei, weshalb die in den IV-Arzt
berichten gemachten Angaben zur
Arbeitsfähigkeit
retrospektiv
anzuzwei
feln seien. In weitgehender Übereinstimmung zu den bereits 2013
geäusserten
dia
gnos
tischen
Einschätzungen
bestünden aus
aktueller
rhe
umat
o
log
i
s
cher Sicht eine
nachvollziehbare
Einschränkung
der körperlichen
Leistungsfähigkeit
bezüg
lich kniebel
a
stender Arbeite
n
.
Der subjektive L
e
i
den
s
druck der Beschwerdefüh
rer
i
n
erscheine aber
aus
rheumatologischer S
i
c
ht weniger
gross
als bei der
Be
gutachtung
g
eschildert. Trotz bereits 2013
a
l
s
dringend
und zwingend
erachteter
Knieprothesen-Implantation rechts sei eine
solche
bis dato nicht
durchgeführt
worden
. Die
frühere
medikamentöse
Analgesie
sei
von
der
Beschwerdeführerin
storniert
worden.
Sie
nehme
gemäss
aktuellem
Medikamentend
osierungsplan keine
Analgetika/
NSAR ein.
Sodann seien d
ie
früheren
physiotherapeutischen
Massnahmen
ebenfalls abgebrochen
worden. Zu
empfehlen
sei ein
regelmässige
s
Quadrizeps-Tr
ai
ning zur muskulären
Stabilisation
der
Kniegelenke
. Neben Paracetamol und/oder
Metamizol
könne
bei
dekomp
ens
ierten
/aktivierten Gon
arth
r
o
sen
tropische
/s
ystemische NSAR bzw
.
Coxibe
eingesetzt
werden. Bei
akti
vierten
Arthrosen
könnten auch
intraartikuläre
Steroide
installiert
werden. Mittel-
bis
längerfristig
dürfte die Implant
ation einer
Kniet
otalendop
r
o
these
zumindest
auf der rechten
Seite
nicht zu vermeiden sein.
Aus
psychiatrischer
Sicht würden keine Diagnosen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit
erwä
h
nt. Die depressive
Episode
, 2016 mittelgradiger Ausprägung, sei aktuell
remittiert
. Es
werde
der Verdacht auf eine
dissoziale Persönlichkeitsakzentuierung
geäussert
,
auf
grund welcher
jedoch
keine Einschrä
nkung in
der
Arbeitsfähigkeit
best
ehe
(
Urk.
7/141/5-7)
.
Zur Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter fest, e
s b
estehe eine Einschränkung der körperlichen
Leistungsfähigkeit
bezüglich
kniend
er
oder in der Hocke
auszu
führender
Arbeiten,
des
Besteigens
von Leitern, Treppen oder
Gerüsten
aufgrund
der
fortgeschrittenen
Gonarthrosen
. Die Wirbelsäulenbelas
t
bar
k
ei
t
sei leicht
beeinträchtigt
. Das Heben/Tragen schwer
er
Lasten sei zu vermeiden
(>15 kg)
.
In
körperlich
optimal
adaptier
t
en
beruflichen Tä
tig
k
eite
n
bestehe
gemäss
obigem Beschrieb
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
.
Ei
n
e
konklusive
Beurteilung
der
Arbeitsfähigkeit
in der von der
Beschwerdeführerin
zuletzt ausgeübten
Tätigkeit als Kur
i
e
rfahrerin sei
mangels Akten und
wegen
teils
divergierender akten-anam
nestischer Angaben
nicht
mög
li
ch
.
Aus psychiatrischer S
i
ch
t habe von Mitte Juli bis
November
2016 eine schätzungsweise 50%ige, während der Hospitalisation eine 100%ige und bis Ende Juni 2017 wieder eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ab dem
1.
Juli 2017 bestehe aus psychiatrischer Sicht eine 100%
ige Arbeits
fähigkeit
.
Trotz attestierter 100%
iger Arbeitsunfähigkeit und einem Invaliditätsgrad von 100
%
habe die Beschwerdeführerin
gemäss
Akten von 2013 bis 2015 in einem aktenanamnestisch nicht exakt
eruierbaren
Teilarbeitspensum als Kurierfahrerin gearbeitet. Die vom behandelnden Orthopäden im IV-Arztbericht vom 1
9.
Juni 2013 gemachten Angaben bezüglich der Arthrose
-
bedingten
Funktionseinbussen
insbesondere seitens der Kniegelenke rechtsbetont s
eien retrospektiv anzuzwei
feln
(
Urk.
7/141/8-9).
Die
psychiatrische Teilgutachter
in
führte im Einzelnen
zur psychiatrischen Diagnose
noch an, aufgrund delinquenter Handlungen bestehe bei der Beschwer
deführerin der Verdacht auf eine dissoziale Persönlichkeitsakzentuierung, DD Persönlichkeitsstörung. Es lägen jed
och keine psychiatrischen oder medizinischen
Akten vor, welche
einen
Einblick in die
Persönlichkeitsentwicklung
der Be
schwerdeführerin im Längsschnitt
ermöglichten
. Die Beschwerdeführerin
selbst
spreche nur ungern, knapp und bagatellisierend über die Vorfälle, welche zur
Verurteilung
geführt
hätten
(Urk.
7/141/8)
. Der
rheumatologische Teilgutachter führte
noch ergänzend an
,
klinisch seien die
Kniegelenke aktuell beidseits reizlos und uneingeschränkt beweglich. Es werde einzig ein Hyperflexionsschmerz der Kniegelenke beidseits
geäussert
. Die vorgängig durch den behandelnden Rheu
matologen 2013 diagnostizierte leichte und gelegentliche symptomatische
Cox
arthrose
recht
s
könne aktuell weder klinisch noch radiologisch bestätigt
werde
n
(
Urk.
7/141/10
-11
).
5.
5.1
Das Gericht kann eine zunächst auf Art. 17 ATSG gestützte Rentenaufhebung gegebenenfalls mit der substituierten Begründung schützen, wenn die ursprün
gliche Rentenverfügung zweifellos unrichtig und die Berichtigung von erhebli
cher Bedeutung ist. Ohne Weiteres ist dabei mit Blick auf den Charakter der zugesprochenen Invalidenrente als periodische Dauerleistung die Voraussetzung der erheblichen Bedeutung der Berichtigung zu bejahen. Zu prüfen ist, ob die Verfügung vom 1
5.
Juli 2014 zweifellos unrichtig und daher der Wiedererwägung zugänglich ist (E. 1.
2
).
5.2
Aus somatischer Sicht
äusserten
sich lediglich der Hausarzt
Dr.
F._
sowie
Dr.
E._
zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführe
rin in ihrer bisherigen und in
angepassten Tätigkeit
en
.
Dr.
F._
hielt in seinem Bericht vom
9.
April 2013 fest, die bisherigen Tätigkeiten als Buffettochter oder Kurierfahrerin seien der Beschwerdeführerin
nicht mehr zumutbar, da die körperlichen Einschrän
kun
gen massiv seien. Sie sei jedoch noch in rein sitzenden Tätigkeiten 4 bis 6 Stunden pro Tag arbeitsfähig. Zudem seien ihr ge
legentliches Bücken sowie Heben und
Tragen von 10 kg zumutbar (
Urk.
E. 3.3
)
. Auch
Dr.
E._
erachtete die Be
schwerdeführerin
in seinem Bericht vom 1
9.
Juni 2013
in ihrer bisherigen Tätig
k
eit für nicht mehr arbeitsfähig, er
f
ührte jedoch aus, in einer sitzenden Tätigkeit könne sie drei Stunden pro Tag arbeiten und in einer wechselbelastenden Tätig
keit ebenfalls (
E.
3.5
).
Gleichwohl wurde der Beschwerdeführerin eine ganze Rente
bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
zugesprochen
(
Urk.
7/64)
,
da sie einem Arbeitgeber nicht zumutbar und zum jetzigen Zeitpunkt nicht vermittelbar
sei
(
Urk.
7/54/13).
5.3
Nach dem Gesagten erfolgte die erstmalige
Rentenzusprache
aus somatischer Sicht ohne eine umfassende fachärztliche
Abklärung
,
unter welchen Bedingungen und in welchem Umfang der Beschwerdeführerin optimal angepasste – sitzende und wechselbelasten
de - Tätigkeiten zumutbar
sind
,
und aus psychiatrischer Sicht ohne
jegliche aktenkundigen
fach
ärztlichen Stellungnahmen
zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit.
Stattdessen wurde
aus der Annahme einer
volle
n
Arbeit
sun
fähigkeit
im bisherigen Beruf eine volle Erwerbsunfähigkeit
angenommen.
Die Zusprechung ei
ner ganzen Invalidenrente beruhte somit
auf einer mangelhaften medizinischen Abklärung, aus der sich
ab
1.
Juli 2013
keine rechtsgenüglich nachweisbare
volle
Arbeitsunfähigkeit
in bisherigen und angepassten Tätigkeiten
ableiten
lässt
.
Dies umso mehr, als sich im Strafverfahren ergab, dass die Be
schwerdeführerin von September 2013 bis zum 2
2.
Juli 2014 sowie vom
1.
Januar 2015 bis zum 30.
Juni 2015 bei der Unternehmung
L._
in einem
unregelmässigen
Pensum sogar in ihrer
bisherigen Tätigkeit
gearbeitet hatte
(
Urk.
7/119/5 und
Urk.
7/121)
.
Auch
von den Gutachtern wurden deshalb
die von
Dr.
E._
gemachten Angaben im Bericht vom 1
9.
Juni 2013 (E. 3.5) bezüg
lich der Arthrose
-
bedingten
Funktionseinbussen
insbesondere seitens der Kniege
lenke rechtsbetont retrospektiv
angezweifelt
(
Urk.
7/141/9).
Demnach liegt eine klare
Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes
vor (E. 1.2)
, wodurch die zweifel
lose
Unri
chtigkeit ohne weiteres gegeben is
t
.
Diese
kann
nicht alleine
aufgrund der von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Argumente entfallen (E. 2.3).
Denn dies
e ändern
nichts daran, dass
zum Zeitpunkt der
Rentenzusprache
aus somatischer Sicht
keine
sorgfäl
tige Beurteilung der Leistungs- bzw.
Arbeits
fähigkeit
insbesondere
in angepassten Tätigkeiten und
aus psychiatrischer Sicht
gar keine
fachärztliche
Beurteilung der Leistungs-
bzw.
Arbeitsfähigkeit ab
1.
Juli 2013
vorlag
.
5.4
Nach dem Gesagten
erweist sich die gestützt
auf die Verfügung vom
15. Juli 2014 (
Urk.
7/64)
erfolgte
Rentenzusprache
zwei
fellos
als
unrichtig
. Somit kann offen
gelassen werden
, ob aufgrund der erwerblichen Situation ein
Revision
sgrund
ausgewiesen ist, zumal die Beschwerde
führerin seit dem 3
0.
Juni 2015
keiner Tätigkeit mehr nachging.
In gesundheitlicher Hinsicht ist immerhin auf die aus allgemeininternistischer Sicht durch die massive Gewichtsabnahme eingetretene deutliche Verbesserung hinzuweisen (vgl. Urk. 8/141/10).
6.
6.1
Bei zweifelloser Unrichtigkeit wegen einer klaren Verletzung des Untersuchungs
grundsatzes erübrigt es sich, den damals rechtserheblichen Sachverhalt weiter abzuklären und auf dieser nunmehr hinreichenden tatsächlichen Grundlage den Invaliditätsgrad zu ermitteln. Abgesehen davon, dass Abklärungen, welche einen weiter zurückliegenden Zeitraum betreffen, häufig keine verwertbaren Ergebnisse zu liefern vermögen, geht es im Kontext darum, mit Wirkung ex
nunc
et pro
futuro
einen rechtskonformen Zustand herzustellen (Urteile des Bundesgerichts 8C_789/2017 vom 3
0.
Mai 2018 E. 3.2.1 und 9C_633/2015 vom
3.
Novemebr
2015 E. 3.2 mit Hinweisen). Der Beschwerdegegnerin ist daher beizupflichten, dass sie auf das neue
Gutachten der
A._
vom
1
2.
Februar 2019
ab
stellen kann, sofern sich dieses als beweiskräftig erweist (
Urk.
7/141
)
.
6.2
Das Gutachten beruht auf für die streitigen Belange umfassenden fachärztlichen Untersuchungen und wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) verfasst (Urk.
7
/
141/55-61)
. Die vorhandenen Arztberichte wurden sorgfältig gewürdigt (
Urk.
7/22-24, Urk. 7/42-44
und
Urk.
7/52-53
). Die Gutachter haben detaillierte
Befunde und hieraus begründete
Diagnosen erhoben, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten de
r
Beschwerdeführer
in
ausführlich auseinandergesetzt. Zudem haben sie die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen nach
vollziehbar begründet. Das Gutachten erfüllt daher die
rechtsprechungsgemässen
Anforderungen an
beweiskräftige
ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl. E. 1.7).
6.3
Daran
vermag
auch
der
im Beschwerdeverfahren nachgereichte Arztbericht von
Dr.
C._
vom
2.
März 2020, in welchem die Diagnosen und die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
auf
der Befunderhebung vom 2
7.
Februar 2020
basiert
(Urk.
9-10),
nichts zu ändern.
Der psychiatrische Gutachter schloss eine Persön
lich
keitsstörung nicht aus bzw. stellte differenzialdiagnostisch einen solchen Verdacht. Er konnte diese Frage nicht eindeutig beantworten, wobei er mit der behandelnden Psychotherapeutin Rücksprache hielt (Urk. 7/141/42). Dr.
C._
stellt nun offenbar neu nicht mehr nur die Diagnose einer vermutlichen Persön
lichkeitsakzentuierung mit histrionischen und emotional-instabilen Anteilen, sondern geht in ihrer Stellungnahme vom 2. März 2020 von einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung F60.31,
Borderline
Typ, aus, wobei sie die diagnostische Einordnung mit den am 27. Februar 2020 durchgeführten testpsy
chologischen Befunden begründet. Unabhängig der differierenden Diagnostik ist nicht dargetan, dass die Beschwerdeführer
in
aufgrund der Persönlichkeitsstörung vollumfänglich arbeitsunfähig in jeglichen Tätigkeiten sein soll, war sie doch jedenfalls bis ins Jahr 2012 teilweise über mehrere Jahre für denselben Arbeit
geber in nicht unerheblichem Umfang effektiv erwerbstätig gewesen (vgl. IK-Auszug, Urk. 7/139) und sind die von der behandelnden Psychiaterin vermuteten konfliktbelasteten Arbeitsverhältnisse nicht aktenkundig.
Sodann kann auch
nicht auf den im Beschwerdeverfahren eingereichte
n
Bericht von
Dr.
med.
D._
, Facharzt Rheumatologie und
Physikalische Medizin und Rehabilitation
,
vom
2
7.
Juli
2020
abgestellt werden
(
Urk.
14-15
)
. Der Bericht
stützt sich
nicht auf
umfassende
fachärztliche Untersuchungen und
lässt schlüssige Ausfüh
run
gen, welche die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit begründen würden, vermissen
.
Dr.
M._
ist insoweit zuzustimmen, als die Auflistung der orthopädisch-rheu
matologischen Diagnosen unter diejenigen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit den eigenen gutachterlichen Ausführungen zu widersprechen scheint, wonach in qualitativer Hinsicht daraus teilweise Anforderungen an eine zumutbare Arbeit gestellt wurden (vgl. Urk. 7/141/7, Urk. 7/141/9 und Urk. 7/141/24). Diese Ein
ordnung erklärt sich jedoch zwangslos mit den im Vordergrund stehenden, bereits erschöpfend einschränkenden Kniearthrosen. Die übrigen Leiden fanden aber sowohl bei der Berücksichtigung der Beschwerdeschilderungen wie auch der Dis
kussion der
Vorakten
und aktuellen bildgebenden Befunde Eingang in die gut
achterliche Beurteilung und Einschätzung der Arbeitsfähigkeit (vgl. Urk. 7/141/6).
Im Übrigen lassen die
Berichte
der behandelnden Ärzte die Verschiedenheit von
Behandlungs- und Begutachtungsauftrag (BGE 137 V 210 E. 1.2.4, 124 k 170 E. 4)
zu Tage treten sowie die Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte und Ärzt
innen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifels
fällen eher zu
Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc)
.
6.4
Damit
ist der me
dizinische Sachverhalt erstellt
und es ergeben sich keine hin
reichenden Anhaltspunkte, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist
. Da
kein
rentenrelevanter
Ge
sundheitsschaden vor
liegt,
erübrigt sich die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.2.2, Urteil des Bundesgericht 9C_899/2014 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.4).
Hierbei ist mit den Gut
achtern davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit nur von Juli 2016 bis Juni 2017 über einen längeren Zeitraum (aus psychiatrischen Gründen) eingeschränkt gewesen war (vgl. Urk. 7/141/9).
6.5
.
Die von der IV-Stelle für die Invaliditätsbemessung verwendeten Bemessungs
faktoren werden weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht beanstandet. Es besteht angesichts der vollen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auch kein Anlass für eine nähere Prüfung von Amtes wegen.
Demnach kann davon ausgegangen werden, dass aus dem Einkommensvergleich ein
renten
aus
schliess
ender
Invaliditätsgrad
resultiert
(
Urk.
2 S. 3).
6.6
Im Sinne eines Zwischenfazit ist festzuhalten,
die Invalidenrente ist
in Anbetracht des
rentenausschliessenden
Invaliditätsgrads ex
nunc
et pro
futuro
aufzuheben.
7.
7.1
Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin
der Beschwerdeführerin
zu Recht eine Verletzung der Meldepflicht vorwarf und
dadurch
die rückwirkende Auf
hebung der Invalidenrente und die Verpflichtung de
r
B
eschwerdeführerin
zur Rückerstattung von
Fr.
8’320
.-- rechtens war. Zu ergänzen ist, dass die rück
wirkende Korrektur eines unrechtmässigen Leistungsbezugs mittels Rückforde
rung auch im Bereich der IV eines entsprechenden Titels bedarf. Im Einzelnen braucht es dazu einen
Rückkommenstitel
im Sinne von
Art.
53
Abs.
1 oder 2 ATSG (Wiedererwägung oder Revision).
7.2
7.2.1
Wer Versicherungsleistungen beansprucht, muss unentgeltlich alle Auskünfte erteilen, die zur Abklärung des Leistungsanspruches und zur Festsetzung der Versicherungsverhältnisse erforderlich sind (Art. 28 Abs. 2 ATSG). Jede wesentliche Änderung in den für eine Leistung massgebenden Verhältnissen ist unter anderem von den Bezügerinnen dem Versicherungsträger oder dem jeweils zuständigen Durchführungsorgan zu melden (Art. 31 Abs. 1 ATSG).
Gemäss Art.
77 der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) hat der Berechtigte jede für den Leistungsanspruch wesentliche Änderung, namentlich eine solche des Gesundheitszustandes, der Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit, der persönlichen und gegebenenfalls der wirtschaftlichen Verhältnisse, unverzüglich der IV-Stelle anzuzeigen.
Gemäss Art. 7b Abs. 2 IVG können die Leistungen in Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG ohne Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person unter anderem (b) der Melde
pflicht nach Art. 31 Abs. 1 ATSG nicht nachgekommen ist oder (c) Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwirken versucht hat.
Wird eine Leistung der Invalidenversicherung zu Unrecht ausgerichtet und ist dies darauf zurückzuführen, dass der Bezüger sie unrechtmässig erwirkt hat oder der ihm gemäss Art. 77 IVV zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist, erfolgt die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung rückwirkend vom Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung (Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. b IVV
, in der bis Ende 2014 geltenden Fassung). Seit 1. Januar 2015 gilt dies unabhängig davon, ob die Verletzung der Meldepflicht oder die unrechtmässige Erwirkung ein Grund für die Weiterausrichtung der Leistung war
.
7
.2.2
Ist die Strafverfolgung aufgenommen und bereits rechtskräftig (mit Urteil oder Einstellungsverfügung) abgeschlossen worden, so ist die über den Rückfor
de
rungsanspruch befindende Behörde an diesen Entscheid der
Straf
(
verfolgungs
)
behörde
gebunden (BGE 138 V 74 E. 6.1). Das Bezirksgericht Münchwilen sprach die Beschwerdeführerin im abgekürzten Verfahren unter anderem des Vergehens gegen Art. 87 Abs. 5 (ab 1. Januar 2018: Abs. 6) AHVG in Verbindung mit Art.
31 Abs. 1 ATSG und Art. 70 IVG für schuldig (Urk. 7/121). Demnach ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin ihre Meldepflicht
qualifiziert schuldhaft
verletzt hatte.
Sie meldete der damals zuständigen IV-Stelle die Wiederaufnahme ihrer bishe
rigen Tätigkeit ab September 2013 nicht. Diese Tätigkeit konnte sie jedenfalls
bis 30. Juni 2015 mit Unterbrüchen konstant weiterführen,
ohne dass sie entspre
chen
de Änderungen ihrer effektiven Erwerbstätigkeit meldete. Spätestens Anfang 2015 musste ihr bewusst gewesen sein, dass sie in der bisherigen und in ange
passten Tätigkeiten nicht vollständig arbeitsunfähig ist. Wohl betrug das im Jahre 2015 ausgewiesene, AHV-pflichtig abgerechnete Erwerbseinkommen (lediglich)
Fr. 8‘700.-- (Urk. 7/123)
, was verglichen mit dem von der verfügenden IV-Stelle zugrundgelegte
n
Valideneinkommen
noch nicht
rentenausschliessend
gewesen wäre. Jedoch ist festzuhalten, dass sie (nach den bindenden Feststellungen des Strafrichters) eine Verletzung ihrer Meldepflichten beging und diese kausal dafür war, dass ihr (laufender) Leistungsanspruch nicht überprüft wurde (Urk. 7/119/5
und
Urk. 7/121/9). Ferner ist davon auszugehen, dass wegen ihrer Auskunft- und
Meldepflichtverletzung weitere relevante medizinische Abklärun
gen unterblieben, weshalb ihre effektive Arbeits- und Leistungsfähigkeit nicht rechtzeitig abgeklärt wurden, auch wenn für die mangelnde Abklärung im Zeit
punkt der Rentenverfügung die zuständige Stelle eine Mitverantwortung trägt.
Spätestens
Anfang 2015
hätte
die Beschwerdeführerin
die
auch
subjektiv
ver
besserte Erwerbsfähigkeit als
erhebliche Änderung melden müssen.
Gemäss
den gutachterlichen Feststellungen ist erwiesen, dass sie zu diesem Zeitpunkt in einer angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig gewesen wäre.
Aufgrund der Melde
pflicht
verletzung erfolgt
e
die Aufhebung der Rente somit rückwirkend per 1.
Januar 2015
zu Recht
.
7.3
7.3.1
Gemäss Art. 25 Abs. 1 ATSG sind unrechtmässig bezogene Leistungen zu
rück
zuerstatten. Wer Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, muss sie nicht zurückerstatten, wenn eine grosse Härte vorliegt. Der Rückforderungsanspruch erlischt mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung. Wird der Rückerstattungsanspruch aus einer strafbaren Handlung hergeleitet, für welche das Strafrecht eine längere Verjährungsfrist vorsieht, so ist diese Frist massgebend (Art. 25 Abs. 2 ATSG). Liegt eine strafbare Handlung der versicherten Person im Sinne der Melde
pflichtverletzung vor (Art. 87 Abs. 6 [bis 31. Dezember 2017: Abs. 5] und 9 AHVG in Verbindung mit Art. 70 IVG), beträgt die entsprechende Verfolgungs
ver
jäh
rung sieben Jahre (Art. 97 Abs. 1
lit
. d StGB; vgl. auch das Urteil des Bundes
gerichts 8C_580/2018 vom 9. Januar 2019 E. 4.3.4 mit Hinweis).
Für den Beginn der relativen einjährigen Verwirkungsfrist
, ist der Zeitpunkt zu verstehen, in dem die Verwaltung bei Beachtung der ihr zumutbaren Aufmerk
samkeit hätte erkennen müssen, dass die Voraussetzungen für eine Rücker
stat
tung bestehen, oder mit andern Worten, in welchem sich der Versiche
rungs
träger hätte Rechenschaft geben müssen über Grundsatz, Ausmass und Adressat des Rückforderungsanspruchs (BGE 140 V 521 E. 2.1). Im Invalidenversiche
rungs
recht gilt sowohl für die relative einjährige als auch für die absolute fünfjährige (beziehungsweise eine längere strafrechtliche) Verwirkungsfrist der Erlass res
pek
tive die Zustellung eines Vorbescheids im Sinne von Art. 73
bis
IVV als frist
wahrend.
7.3.2
Mit Verfügung vom 23. Juni 2015 (Urk. 7/94), Vorbescheid vom 8. Mai 2015 (Urk.
7/91), sistierte die Beschwerdegegnerin die laufenden Renten per Ende Mai 2015. Dies aufgrund des Akteneinsichtsgesuchs der Staatsanwaltschaft vom 19.
Februar 2015 (Urk. 7/80) und der daraufhin nach weiteren Abklärungen (Urk.
7/82 ff.) erlangten Erkenntnis, dass ein unrechtmässiger Leistungsbezug
vorliegen könnte (vgl. hierzu die Notizen zur Einsichtnahme in die Einver
nahme
protokolle, Urk. 7/86). Mit Verfügung vom 13. Januar 2020 (Urk. 2/2) forderte die Beschwerdegegnerin die Rentenbetreffnisse der Monate Januar bis Mai 2015 zurück.
7.3.3
Durch den Erlass des Vorbescheids am 27. August 2019
(Urk. 7/145)
wurde die relative einjährige Verwirkungsfrist eingehalten. Von einer Kenntnis eines Rück
forderungsanspruchs kann allerfrühestens in dem Moment ausgegangen werden, als die Beschwerdegegnerin um das definitive Ergebnis der Abklärungen wusste, auf denen der das Rentenstreitverfahren abschliessende Entscheid beruht. Das ist vorliegend der Zeitpunkt der Kenntnisnahme des polydisziplinären Gutachtens durch die
A._
vom 12. Februar 2019.
7.3.4
Eine Meldepflichtverletzung im Sinne von Art. 87 Abs. 5 (recte: Abs. 6) AHVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 ATSG und Art. 70 IVG ist als Vergehen zu qualifizieren, womit die zu Unrecht ausgerichteten Leistungen über sieben Jahre zurückzufordern sind.
Die absolute siebenjährige Frist für die Rückforderung der Rentenbetreffnisse ab 1. Januar 2015 begann frühestens mit der tatsächlichen Ausrichtung der unrechtmässigen Leistung zu laufen (Urteil des Bundesgerichts 8C_843/2018 vom 22. Januar 2019 E. 4.2.1 mit Hinweisen).
M
it dem Erlass des Vorbescheids vom 27. August 2019
zur Rückforderung der Rentenbetreffnisse Januar bis und mit Mai 2015 wurde daher
auch diese Frist gewahrt.
7.
4
Nach dem Gesagten ist die rückwirkende Aufhebung der Invalidenrente per 1. Janu
ar 2015 (spätester Zeitpunkt zur Meldung der subjektiv erheblichen Änderung) und die wiedererwägungsweise Rückforderung der zu viel ausge
rich
teten Rentenleistungen vom 1. Januar bis am 31. Mai
2015 in der Höhe von Fr. 8'320.--
nicht zu beanstanden (Urk. 2/2). Da die Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der Renteneinstellung mittels Sistierungsverfügung vom 23. Juni 2015 aufgrund der gegen die Beschwerdeführerin aufgenommenen Strafermittlungen 50 Jahre alt war, konnte die Beschwerdegegnerin annehmen, dass die Beschwer
deführerin ihre damals bereits vorhandene Restarbeitsfähigkeit auf dem Weg der Selbsteingliederung verwerten kann (8C_842/2016 vom 18. Mai 2017 E. 5.3.1 mit Hinweisen).
8.
Zusammenfassend ergibt sich daher, dass die Aufhebung der bisher ausge
rich
teten ganzen Rente
(Verfügung vom 7. Januar 2020; Urk. 2/1)
mit der substi
tuierten Begründung der zweifellosen Unrichtigkeit
der
Verfügung vom 15. Juli 2014
geschützt werden kann.
Die Rückforderungsverfügung vom 13. Januar 2020 (Urk. 2/2) erfolgte ebenfalls zu Recht. Somit erweisen
sich die angefochtene
n
Verfügung
en
im Ergebnis als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
9.
9.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraussetzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeiständung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Diese Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt
(
Urk.
1
S. 10,
Urk.
11 und
Urk.
12
)
. Antragsgemäss ist der Beschwerdeführerin deshalb die unentgeltliche Prozessfüh
rung zu bewilligen.
9.2
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unab
hän
gig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festgelegt.
Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von
Fr.
900
.-- als angemessen.
Aus
gangsgemäss ist diese de
r
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen, zufolge der bewilligten unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
).
9.3
Die Beschwerdeführerin ist zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche
Prozessführung
verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (
§
16
Abs.
4
GSVGer
).