Decision ID: a659c21d-23b3-4aa2-a927-5bee35389ed5
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
Sozialamt der Gemeinde A._,
Beschwerdeführerin,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
und
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B._,
Beigeladene,
betreffend
Ergänzungsleistungen zur IV iS B._
Sachverhalt:
A.
B._ meldete sich am 2. September 2005 zum Bezug einer Ergänzungsleistung zur
Invalidenrente an. Sie gab an, ihre beiden Kinder Z._ (Jg. 1987) und M._ (Jg. 1989)
wohnten bei ihr. Die EL-Durchführungsstelle nahm eine Anspruchsberechnung unter
Einbezug der beiden Kinder vor. Am 24. November 2005 sprach sie der Versicherten
rückwirkend ab 1. Oktober 2003 eine Ergänzungsleistung zu. Die Versicherte teilte am
2. Februar 2007 u.a. mit, M._ halte sich im Durchgangswohnheim C._ auf. Am 5.
Februar 2007 wies sie ergänzend darauf hin, dass sie die Kinderrente für M._ dem
Sozialamt überweisen müsse. Ob M._ anschliessend wieder bei ihr wohnen werde,
sei noch nicht geklärt. Die EL-Durchführungsstelle setzte mit einer Verfügung vom 5.
März 2007 die laufende Ergänzungsleistung der Versicherten mit Wirkung ab März
2007 neu fest. Diese Revisionsverfügung beruhte auf einer Anspruchsberechnung ohne
die beiden Kinder.
B.
M._ unterzeichnete am 12. Februar 2007 eine Anmeldung zum Bezug einer
Ergänzungsleistung. Als Wohnadresse gab sie die Adresse der Versicherten an.
Gleichzeitig wies sie aber darauf hin, dass sie in einer sozialpädagogischen
Wohngruppe lebe. Auf dem Beiblatt 2 zur Anmeldung wurde angegeben, die Heimtaxe
dieser Wohngruppe belaufe sich auf Fr. 240.- pro Tag. Am 26. Januar 2007 hatte M._
eine Erklärung unterzeichnet, laut der sie allfällige Sozialversicherungsleistungen an
das Sozialamt A._ abtrat. Die EL-Anmeldung von M._ enthielt folgenden internen
Vermerk der EL-Durchführungsstelle: "Zu B._ ". Am 20. März 2007 übermittelte das
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Sozialamt A._ der EL-Durchführungsstelle das von M._ am 1. März 2007
unterzeichnete offizielle Formular 'Gesuch um Rentenauszahlung an eine Drittperson
oder Behörde'. Das Drittauszahlungsbegehren des Sozialamtes A._ war damit
begründet, dass sich M._ seit dem 11. Januar 2007 in der Durchgangswohngruppe
C._ aufhalte und dass die Aufenthaltskosten vom Sozialamt bezahlt würden. Das
Sozialamt A._ legte die Rechnungen der Wohngruppe für Januar und Februar 2007
bei. Seit dem 30. März 2007 war M._ durch die Amtsvormundschaft A._
verbeiständet.
C.
Am 14. Mai 2007 erkundigte sich die EL-Durchführungsstelle bei der AHV-Zweigstelle
A._, ob sich M._ immer noch im Durchgangswohnheim in D._ aufhalte. Als
Referenznummer wurde nicht diejenige von M._, sondern diejenige der Versicherten
angegeben. Das Sozialamt A._ teilte der EL-Durchführungsstelle am 31. Mai 2007
mit, die Heimtaxe sei rückwirkend per 1. Januar 2007 von Fr. 240.- auf Fr. 248.-
angehoben worden. Von der Versicherten erfuhr die EL-Durchführungsstelle am 8. Juni
2007, dass M._ab 1. Juli 2007 wieder bei ihr wohnen werde. Das Sozialamt A._
bestätigte dies am 11. Juni 2007. Am 18. Juni 2007 berichtete die AHV-Zweigstelle
A._, M._ halte sich immer noch im Durchgangswohnheim auf. Am 12. Juli 2007
erging eine an die Amtsvormundschaft A._ adressierte Verfügung, mit der für Januar
bis und mit Juni 2007 eine Ergänzungsleistung von Fr. 917.- monatlich zugesprochen
wurde. Als Leistungsbezügerin wurde nicht die Versicherte, sondern M._ angegeben.
Diese Verfügung beruhte nicht auf einer Heimberechnung. Vielmehr hatte die EL-
Durchführungsstelle eine Anspruchsberechnung vorgenommen, bei der sie neben dem
allgemeinen Lebensbedarf für ein Kind eine Mietkostenpauschale von Fr. 4140.- und
"Mehrkosten bei Aufenthalt bei Dritten" von Fr. 8660.- berücksichtigt hatte. Am 17. Juli
2007 bestätigte die neu zuständige AHV-Zweigstelle E._, dass M._ seit dem 1. Juli
2007 wieder bei der Versicherten lebe.
D.
Das Sozialamt A._ erhob am 23. August 2007 Einsprache gegen die Verfügung vom
12. Juli 2007. Diese Einsprache war mitunterzeichnet von M._. Das Sozialamt A._
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machte geltend, es habe für M._ gesonderte Ergänzungsleistungen für die Dauer des
Aufenthalts im Durchgangswohnheim beantragt. Die EL-Durchführungsstelle habe aber
die Berechnungsmethode für Nichtheimbewohner angewendet. M._ habe sich
tatsächlich im Heim aufgehalten. Die Durchgangswohngruppe C._ sei nämlich der
interkantonalen Heimvereinbarung unterstellt und dort als Heim anerkannt. Deshalb
werde beantragt, eine Heimberechnung vorzunehmen.
E.
Die EL-Durchführungsstelle betrachtete nicht das Sozialamt A._ und auch nicht
M._, sondern die Versicherte als Einsprecherin. Sie wies die Einsprache am
30. Oktober 2007 ab. Zur Begründung dieses Entscheides führte sie sinngemäss aus,
die Kosten des Heimaufenthalts eines Angehörigen eines EL-Bezügers seien nicht zu
übernehmen, weil Art. 3b Abs. 2 ELG (in der bis 31. Dezember 2007 geltenden
Fassung) dies nicht vorsehe. Bei fremdplatzierten Kindern würden praxisgemäss eine
Pauschale für die Wohnkosten, der pauschale Lebensbedarf für ein Kind und ein
Mehrkostenanteil bei einem Aufenthalt bei Dritten berücksichtigt. Da die angefochtene
Verfügung auf dieser Verwaltungspraxis beruhe, sei sie nicht zu beanstanden. Im
übrigen könnte die Heimberechnung nur bei einem dauernden Heimaufenthalt zur
Anwendung gelangen. Dauernd sei ein Heimaufenthalt nur, wenn eine Rückkehr nach
Hause unmöglich oder zumindest unwahrscheinlich sei. Im vorliegenden Fall habe es
sich um ein Durchgangswohnheim gehandelt, weshalb der Heimaufenthalt von M._
kein dauernder gewesen sei.
F.
Das Sozialamt A._ erhob am 26. November 2007 Beschwerde gegen diesen
Einspracheentscheid. Es machte geltend, die Versicherte habe für den Heimaufenthalt
Ergänzungsleistungen beantragt. Am 12. Juli 2007 seien separate
Ergänzungsleistungen berechnet und verfügt worden. Es sei nicht nachvollziehbar,
weshalb der Unterschied zwischen dem Status der nicht eigenständigen
Hauptrentnerin und demjenigen des Kindes einer Rentenbezügerin ein Kriterium für die
Höhe der Ergänzungsleistung sein solle. Bei Beginn des Heimaufenthaltes sei die
Dauer noch nicht bekannt gewesen. Ein weiterer Aufenthalt von M._ bei der
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Versicherten sei unzumutbar gewesen. M._ sei zur Beruhigung und zur Stabilisierung
der Situation platziert worden. Danach seien verschiedene Alternativen geprüft worden:
speziell für Jugendliche eingerichtete Wohnform in C._, begleitetes Wohnen in St.
Gallen oder Rückkehr zu einem Elternteil. Das Durchgangswohnheim C._ habe auch
Langzeitwohngruppen. Zudem könne bei der Platzierung von Kindern und
Jugendlichen nie von einem dauernden Aufenthalt ausgegangen werden.
G.
Die EL-Durchführungsstelle beantragte am 13. Dezember 2007 die Abweisung der
Beschwerde. Sie machte geltend, dass bei einer Platzierung im Rahmen einer
Krisenintervention nicht von einem dauernden Heimaufenthalt gesprochen werden
könne. Erst wenn nach einem Jahr keine Entlassung in Aussicht stehe, könne ein
dauernder Heimaufenthalt angenommen werden. Dies setze aber einen originären EL-
Anspruch voraus.
H.
Das Sozialamt A._ machte am 27. Dezember 2007 geltend, die EL-
Durchführungsstelle habe in einem anderen Fall bei einem zweimonatigen
Heimaufenthalt eine Heimberechnung vorgenommen.
I.
Die EL-Durchführungsstelle verzichtete am 9. Januar 2008 auf eine weitere
Stellungnahme.
J.
Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen gab der Versicherten am 11. Januar
2008 die Gelegenheit, sich im Beschwerdeverfahren vernehmen zu lassen. Die
Versicherte verzichtete auf eine Stellungnahme.

Erwägungen:
1.
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1.1 Die Beschwerdegegnerin hat am 2. Februar 2007 von der Versicherten erfahren,
dass M._ sich im Durchgangswohnheim C._ aufhalte. Sie hat daraufhin ein
Verfahren zur Revision der laufenden Ergänzungsleistung der Versicherten eröffnet. Im
Rahmen dieses Revisionsverfahrens hat sie zunächst eine Neuberechnung
vorgenommen, bei der sie nur noch die Einnahmen und Ausgaben der Versicherten
persönlich berücksichtigt hat. Am 5. März 2007 hat sie gestützt auf diese
Neuberechnung mit Wirkung ab 1. März 2007 die laufende Ergänzungsleistung
revisionsweise herabgesetzt. Dabei handelte es sich aber nur um eine Teilverfügung,
denn das Revisionsverfahren war damit noch nicht abgeschlossen. Gemäss Art. 7 Abs.
1 lit. c ELV stand der Versicherten nämlich auch eine allfällige aus der gesonderten
Anspruchsberechnung für M._ allein resultierende Ergänzungsleistung zu. Das
Revisionsverfahren konnte also erst mit einer zweiten Teilverfügung betreffend diese
gesondert ermittelte Ergänzungsleistung abgeschlossen sein. Da auch diese
Ergänzungsleistung der Versicherten zustand, hätte die entsprechende Teilverfügung
der Versicherten eröffnet werden müssen. Die Verfügung vom 12. Juli 2007 betreffend
die gesondert anhand der Einnahmen und Ausgaben von M._ allein berechnete
Ergänzungsleistung für Januar bis Juni 2007 enthält aber keinen Hinweis darauf, dass
es sich um den zweiten Teil der das Revisionsverfahren abschliessenden Verfügung
gehandelt hätte. Die Versicherte ist in dieser Verfügung überhaupt nicht erwähnt
worden, ja es ist ihr nicht einmal eine Verfügungskopie zugestellt worden. Die
Verfügung ist an die Beiständin von M._ adressiert gewesen und nur der Name M._
und die entsprechende Versichertennummer sind genannt worden.
1.2 M._ hatte am 12. Februar 2007 ein Gesuchsformular ausgefüllt und der
Beschwerdegegnerin eingereicht. Da M._ mangels eigener IV-Rentenberechtigung
(Art. 2c ELG in der bis 31. Dezember 2007 geltenden Fassung) keinen Anspruch auf
eine Ergänzungsleistung haben konnte, hätte die Beschwerdegegnerin ein solches
Begehren ohne weitere Prüfung sofort abweisen müssen. Sie hätte die in diesem
Anmeldeformular enthaltenen Angaben zu den Einnahmen und Ausgaben von M._
nur im Rahmen der gesonderten Berechnung der Ergänzungsleistung verwenden
dürfen. Wie die Beschwerdegegnerin effektiv vorgegangen ist, ob sie also tatsächlich
entsprechend der äusseren Form der Verfügung vom 12. Juli 2007 die Anmeldung von
M._ entgegengenommen und dementsprechend M._ für Januar bis Juni 2007 eine
eigene Ergänzungsleistung zugesprochen hat, lässt sich anhand der Akten nicht
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eindeutig klären. Für die Interpretation der Verfügung vom 12. Juli 2007 als zweite
Teilverfügung im Rahmen des Revisionsverfahrens spricht einzig der interne Vermerk
unter der im Anmeldeformular von M._ angegebenen eigenen Versichertennummer
"zu B._". Weder die von M._ unterzeichnete Abtretungserklärung vom 26. Januar
2007 noch das von M._ mitunterzeichnete Drittauszahlungsbegehren des
Sozialamtes A._ vom 1. März 2007 ist von der Beschwerdegegnerin zum Anlass
genommen worden, um die Beteiligten darauf hinzuweisen, dass es sich auch bei der
aus der gesonderten Anspruchsberechnung für M._ resultierenden
Ergänzungsleistung nur um eine der Versicherten zustehende Ergänzungsleistung
handeln könne. Die Anfrage an die AHV-Zweigstelle A._ vom 14. Mai 2007 wies zwar
noch die Versichertennummer der Versicherten aus, aber dabei handelte es sich um
das letzte Indiz dafür, dass die Beschwerdegegnerin nicht über einen eigenen EL-
Anspruch von M._, sondern über einen gesondert ermittelten EL-Teil der
Versicherten verfügt hätte. Die Verfügung vom 12. Juli 2007 muss deshalb so
interpretiert werden, dass die Beschwerdegegnerin tatsächlich M._ für Januar bis
Juni 2007 eine eigene Ergänzungsleistung hat zusprechen wollen.
1.3 Diese Verfügung war rechtswidrig, denn M._ erfüllte die Grundvoraussetzung
einer eigenen EL-Anspruchsberechtigung nicht, weil sie nicht selbst rentenberechtigt
war (Art. 2c ELG in der bis 31. Dezember 2007 geltenden Fassung). Dies hat auch die
Beschwerdegegnerin, allerdings erst im Rahmen der Behandlung der vom Sozialamt
A._ erhobenen Einsprache, erkannt. Die Beschwerdegegnerin hat ihren Fehler zu
korrigieren versucht, indem sie nicht das effektiv Einsprache führende (aktivlegitimierte,
vgl. BGE 133 V 188 ff. Erw. 4.4.1 m.H.) Sozialamt A._, sondern die Versicherte als
Einsprecherin bezeichnet hat und indem sie unterstellt hat, dass sie mit der Verfügung
vom 12. Juli 2007 nicht M._, sondern der Versicherten die gesondert berechnete
Ergänzungsleistung für Januar bis Juni 2007 zugesprochen habe. Beides trifft nicht zu,
weshalb der angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben ist. Grundsätzlich wäre die
Sache somit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese korrekt, also
gegenüber der Versicherten, über die gesondert anhand der Einnahmen und Ausgaben
von M._ zu ermittelnde Ergänzungsleistung für Januar bis Juni 2007 verfüge.
2.
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2.1 Gegen einen solcherart begründeten gerichtlichen Rückweisungsentscheid
könnte eingewendet werden, er habe einen formalistischen Leerlauf zur Folge, weil
inhaltlich wieder gleich, nun aber gegenüber der Versicherten verfügt werden müsse
und weil das Sozialamt A._ dann gezwungen sei, wieder mit gleicher Begründung
Einsprache zu erheben. Die Verhinderung eines formalistischen Leerlaufs durch eine
"Heilung" eines formalen Fehlers einer Verfügung oder eines Einspracheentscheides im
Rahmen der gerichtlichen Beurteilung ist ausschliesslich durch das Gebot der
Verfahrensbeschleunigung begründet. Es wird über einen formalen Fehler bzw. die
damit bewirkte Rechtswidrigkeit einer Verfügung oder eines Einspracheentscheides
hinweggesehen, um möglichst beförderlich in der Sache selbst entscheiden zu können.
Dem Gebot der Verfahrensbeschleunigung ist aber nur dann durch eine "Heilung" des
formalen Fehlers Rechnung getragen, wenn das "heilende" Gericht dadurch in die Lage
versetzt ist, in der Sache selbst abschliessend zu entscheiden. Erweist sich
beispielsweise der massgebende Sachverhalt als unzureichend abgeklärt, so dass
auch im Rahmen der materiellen Beurteilung eine Rückweisung an die Verwaltung
erfolgen muss, ist eine "Heilung" des formalen Fehlers sinnlos, weil es auf jeden Fall zu
einer Verfahrensverlängerung zufolge Rückweisung an die Verwaltung kommt. Der
Entscheid des Gerichts über eine allfällige "Heilung" des formalen Mangels der
Verfügung oder des Einspracheentscheides setzt deshalb eine vorgängige
summarische Prüfung der Streitsache in materieller Hinsicht voraus. Zeigt sich dabei,
dass eine materielle Beurteilung wahrscheinlich zu einer Rückweisung an die
Verwaltung führen würde, kann demnach keine "Heilung" des formalen Fehlers
erfolgen, weil eine Berufung auf das Gebot der Verfahrensbeschleunigung
ausgeschlossen ist. Das bedeutet, dass in einem solchen Fall die Verfügung oder der
Einspracheentscheid als rechtswidrig aufzuheben und die Sache zum formal richtigen
Erlass einer Verfügung oder eines Einspracheentscheides an die Verwaltung
zurückzuweisen ist.
2.2 Im Folgenden ist somit summarisch zu prüfen, ob eine materielle Beurteilung des
gesondert ermittelten Anspruchs für Januar bis Juni 2007 zu einer Rückweisung zur
weiteren Abklärung führen würde. Die EL-Gesetzgebung enthält keine Definition des
Heimes. Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung liegt ein Heim im Sinne von
Art. 3b Abs. 2 ELG (in der bis 31. Dezember 2007 geltenden Fassung) vor, wenn eine
adäquate und fachkundige Betreuung der aufgenommenen Personen gewährleistet ist
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und wenn eine heimähnliche Infrastruktur insbesondere bezüglich Ausstattung,
Organisation und Rechnungswesen vorliegt. Als Beispiele werden etwa
heilpädagogische Grossfamilien und Invalidenwohngemeinschaften genannt (vgl. BGE
118 V 142 ff.). Die Wegleitung des Bundesamtes für Sozialversicherungen zur
Ergänzungsleistung (WEL) enthält in der aktuellen, seit dem 1. Januar 2008 geltenden
Fassung in den Rz 4000 bis 4000.6 eine Definition des Heimes: Auf jeden Fall von
einem Heim im EL-rechtlichen Sinn ist auszugehen, wenn eine Institution gestützt auf
eine einschlägige Gesetzesbestimmung als Heim anerkannt ist; eine heimähnliche
Institution gilt als Heim, wenn sie in einem Kanton als Heim anerkannt ist, wenn eine
kantonale Betriebsbewilligung vorliegt oder wenn die IV-Stelle im Rahmen der
Ausrichtung einer Hilflosenentschädigung von einem Heim ausgeht (vgl. Rz 4000.5
WEL). Das Durchgangswohnheim C._ verfügt gemäss den Angaben des Sozialamtes
A._ über eine kantonale Heimanerkennung. Es ist deshalb als Heim im EL-rechtlichen
Sinn zu qualifizieren. Die Heimberechnung setzt aber zusätzlich voraus, dass die
betreffende Person dauernd oder zumindest längere Zeit im Heim lebt (Art. 3b Abs. 2
ELG in der bis 31. Dezember 2007 geltenden Fassung). Die massgebenden
Verwaltungsweisungen (vgl. die Rz 4010 bis 4013 WEL in der seit dem 1. Januar 2008
geltenden Fassung) enthalten keine Mindestdauer des Aufenthalts, bei dessen
Unterschreitung eine Heimberechnung ausgeschlossen wäre. In der Lehre wird bereits
ein Heimaufenthalt von mindestens einem Monat als länger dauernd betrachtet (vgl.
Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Ulrich Meyer (Hrsg.), Bd. XIV Soziale
Sicherheit, Ralph Jöhl und Patricia Usinger-Egger, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV,
N. 116 S. 1714 f.). Bei der summarischen materiellen Prüfung ist also davon
auszugehen, dass sich M._ im Sinne von Art. 3b Abs. 2 ELG (in der bis 31. Dezember
2007 geltenden Fassung) von Januar bis Juni 2007 und damit länger dauernd in einem
Heim aufgehalten hat. Damit hätte eine Heimberechnung erfolgen müssen. Die
Heimtaxe, die in Rechnung gestellt worden ist, steht zwar fest, aber es bliebe zu
prüfen, ob die im Rahmen einer gesonderten Heimberechnung zu berücksichtigenden
Einnahmen und Ausgaben von M._ alle bekannt sind, insbesondere ob aus anderer
Quelle Leistungen an die Kosten des Heimaufenthalts erbracht werden oder erhältlich
gemacht werden könnten. Dazu müsste die Sache an die Beschwerdegegnerin
zurückgewiesen werden. Dies schliesst die "Heilung" des formalen Fehlers und damit
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der verfahrensrechtlichen Rechtswidrigkeit des angefochtenen Einspracheentscheides
aus.
3.
Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Sache zum formal korrekten Erlass
des zweiten Teils der das Revisionsverfahren abschliessenden Verfügung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG