Decision ID: 008a6a63-27b2-4114-910a-984e7de95005
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1960 geborene
X._
war seit
August 2006
in der Administration
bei
Y._
angestellt und damit bei der Schweizerische
n
Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG
(Mobiliar)
gegen die Folgen von Unfällen versic
hert. Am 22. Oktober 2013
stürzte sie
von einer Fest
bank und verletz
te sich am
linken
Knie (Schadenmeldung vom
24. Oktober 2013, Urk. 7/2 M1
).
Die
Mobiliar
erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Taggeld und Heilbehandlung).
Mit Schreiben vom
19. Januar 2016
kündigte
die Mobiliar
gestützt
auf
die
Beurteilung ihres beratenden Arztes
die Abweisung einer über den
5. Januar 2016
hinausgehenden
Leistungspflicht
an
(Urk. 7/1/10).
Hieran hielt sie nach
Einwand
der Versicherten
(Urk. 7/1/12) und erneuter Vorlage
an den
beratenden Arzt m
it Verfügung vom 22.
Februar 2016
fest
(Urk. 7/1/14
)
.
Gegen diesen Entscheid erhob die Versicherte am
28
. März 2016
Einsprache (Urk. 7/
1
/16
), welche
die
Mobiliar
mit Einspracheentscheid vom 3. Juni 2016
abwies
(Urk. 2)
.
2.
Die dagegen
bei der Mobiliar
eingegangene
„Einsprache“
vom
27. Juni 2016
(Urk. 7/1/
40
= Urk. 1
)
wurde
als direkt eingegangene
Beschwerde
dem hiesigen Sozialversicherungsgericht
überwiesen
(Urk. 3).
Die Beschwerdeführer
in
bean
tragte darin sinngemäss die Aufhebung des Entscheides und die weitere Aus
richtung der gesetzlichen Leistungen.
Die
Mobiliar
schloss
in ihrer Beschwerde
antwort vom 6. Juli 2016 (Urk. 6) auf Abwei
sung der Beschwerde, wo
von der Beschwerdeführerin am 13. Juli 2016 (Urk. 8
) Kenntnis gegeben wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
sicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
22. Oktober 2013
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in
dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Abs. 2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden
Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Ge
sundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänz
lich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich hiebei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entspre
chende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender na
türlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massge
bend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete die Leistungseinstellung
gestützt auf
die Beurteilung ihres beratenden Arztes Dr. med.
Z._
, Facharzt für Chirurgie
,
vom
9. Mai 2016 (Urk. 7/3/24-33)
, welcher
festgehalten habe, dass die Beschwerde
führerin am 22.
Oktober 2013 von einer
Festbank
gestürzt sei und sich hierbei
am linken Knie
eine Totalruptur des vorderen Kreuzbands zugezogen habe, ohne das
s
anhand der MRI-Untersuchung jedoch ein Knochenmarködem habe nachgewiesen werden können.
Erstmals sei anlässlich der MRI-Untersuchung vom 5. Januar 2016
zwei Jahre nach dem Ereignis
ein
Bone
bruise
festgestellt worden. Dieses
Bone
bruise
sei Folge des schon vor dem Ereignis bestehenden Knorpelschadens. Die
Knorpeldecke sei unfallvorbestehend schon beschädigt gewesen. Dadurch habe sich im Laufe der Zeit
als Ausdruck des degenerativen
Knorpelschadens ein Knochenmarködem entwickelt. D
ieser unfallunabhängige Prozess
stehe
im Vordergrund.
Ein Kausalzusammenhang zwischen dem Ereig
nis vom 22. Oktober 2013 und dem festgestellten Knorpelscha
den dritten Gra
des sei dam
it zu verneinen und
die Leistungseins
tellung zu Recht erfolgt
(Urk. 2 S. 10).
2.2
Dem hielt die Beschwerdeführerin im Wesen
tlichen entgegen (Urk. 1
),
Dr. med.
A._
, FMH für Chirurgie, spez. Unfallchirurgie, sei der Meinung, dass der in
traoperativ festgestellte Knorpelschaden unfallbedingt aufgetreten sei. Durch den Unfall sei eine Knorpelschädigung vorprogrammiert.
Seit der Operation habe sie im Knie immer Schmerzen und ein Spannungsge
fühl, welches bis heute anhalte. Da sie nie
s
chmerzfrei gewesen sei, sei sie über
zeugt, dass der Knorpelschaden seit der Operation bestehe, weshalb die Kosten für die Nachbehandlung weiterhin zu übernehmen seien
(Urk. 7/1/12).
3.
3.1
Im Verlaufsbericht vom 24. Oktober 2013 des
B._
diag
nostizierten die zuständigen Ärzte eine Verlet
zung des linken Kniegelenkes
mit Instabilität des Gelenkes und akuter Ruptur des vorderen Kreuzbandes. Die Verletzung habe sich die Beschwerdeführerin am 22. Oktober 2013 bei einem Sturz von einer Bank am
C._
zugezogen. Seither bestünden eine Schwellung und Schmerzen im linken Kniegelenk (Urk. 7/
3/1).
3.2
Im Bericht
der Klinik
D._
vom 25. Oktober 2013
(Urk. 7/3/2)
über die Mag
netresonanztomographie (MRI) des linken
Knies vom 24. Oktober 2013 hielt
der zuständige Spezialarzt für Röntgendiagnostik Prof. Dr. med.
E._
eine subto
tale Ruptur des vorderen Kreuzbandes und eine unauffällige Abgrenzbarkeit des hinteren Kreuzbandes sowie der Kollater
albänder beidseits
fest. Er bemerkte, es ergä
be
n
sich
kein Nachweis
für eine
Meniskopathie
und keine
höhergradige
Chondropathie
bei
oberflächlichen
erosiven
Veränderungen am medialen
Pa
tellapol
sowie der medialen
Femurkondyle
. Es bestünden kein Knochenödem und k
eine
Fissur oder Fraktur
,
aber eine deutliche Weichteilschwellung mit
Ödembildung
.
Es wurde eine subtotale Ruptur des vorderen Kreuzbandes mit einzelnen noch abgrenzbaren Fasern ohne Nachweis eines weiteren Kniebin
nenschadens und eine deutliche W
eichteilschwellung festgehalten
.
3.3
Anlässlich einer weiteren Untersuchung des linken Knies mittels MRI vom 28. Januar 2014
(Urk. 7/3/3)
in d
er Klinik
D._
hielt der zuständige
Spezial
ar
zt für Röntgendiagnostik
Dr. med.
F._
fest, es bestünden intakte dünne Kreuzbänder und Kollateralbänder. Die Menisken wiesen ein homogenes Signal ohne Einrisse auf
und di
e Knorpelstrukturen retropatellär seien
leicht ausge
dünnt
und
der
femoral
e
Knorpel
gleichmässig. D
er
Corpus Hoffa und
die
Patel
larsehne
seien intakt und es bestünden keine
Bakerzyste
oder
ein grösserer Ge
lenkserguss
und d
ie
suprapatelläre
Plica
sei
leicht ö
dematös.
Gegenüber dem
MRI vom
24. Oktober 2013 zeige sich eine
Abnahme des Gelenksergus
ses mit leichtem Knorpelschaden
retropatellär medial.
Es bestehe ein mögliches
Pli
casyndrom
. Ein abgrenzbare
r
Meniskusris
s oder ein Kontusionsödem ergäbe sich nicht und
das vordere Kreuzband (VKB) wei
se durchg
ängige Fasern ohne Einrisse auf
.
3.4
Dr. med.
A._
stellte
im Operatio
nsbericht vom 15. März 2014
(Urk. 7/3/
4-
5)
über die
am 10.
März 2014
durchgeführte Kniegelenksarthroskopie mit
Teilmeniskektomie
l
ateral, Ersatz des vorderen Kreuzbandes,
Mikrofrakturierung
des medialen Knorpelschade
ns
sowie
Teilsy
novektomie
die folgenden Diagnosen:
Kniegelenksverletzung vom 22. Oktober 2013 mit:
-
Akuter Instabilität
-
Meniskusriss lateral
-
Varusgonarthrose
Er
legte dar
,
die Untersuchung des linken Kniegelenks mittels Kniegele
nkarthroskopie zeige medial einen intakten Meniskus. Es bestehe ein Knorpel
schaden des medialen
Femurkondylus
(Stadium III). Der Knorpelschaden werde
debridiert
und mit zwei
Mikrofrakturierungen
versehen. Lateral sehe das Knie
gelenk gut
aus
,
mit intaktem Knorpel
.
Es bestünden m
ehrere kurze radiä
re Risse des lateralen Meniskus
im Bereich der Mittelzone und dem
Hinterhorn
. Es er
folge daher die Teilresektion des freien Randes des lateralen Meniskus. Der Hi
atus
p
opliteus
sei verschlossen und die
Popliteussehne
sei int
a
k
t. Es ergebe sich eine deutliche
Synovitis
und Hoffa-Hypertrophie.
3.5
Am 14. Mai
2014
(Urk. 7/3/10)
berichtete Dr.
A._
über einen bis anhin kom
pli
kationslosen und erfreulichen
Verlauf. Es bestehe aber immer noch eine Schwellungstendenz des gesamten linken Beines und des linken Kniegelenks nach längerem Stehen und Gehen.
Im Eintrag
in die Krankengeschichte
vom 17. Oktober 2014
(Urk. 7/3/13)
wies Dr.
A._
darauf hin, dass die Beschwerdeführerin ca. ein halbes Jahr nach Kreuzbandersatz immer noch über ein Schweregefühl und Druck im linken Kniegelenk klage. Bei der Untersuchung sehe das Kniegelenk gut aus ohne Er
guss, bei freier Beweglichkeit und noch etwas verminderter „Mobilität-Patella“
,
vor allem nach lateral.
Im Verlaufse
intrag vom 1. Dezember 2015
(Urk. 7/3/14)
berichtete Dr.
A._
,
ungefähr
eindreiviertel
Jahre
nach
dem
Kreuzbandersatz habe die Beschwerde
führerin immer noch etwas Probleme mit dem linken Kniegelenk
,
mithin
Schmerzen beim Bergaufgehen, beim Bergabgehen und Schmerzen bei
Belas
tung unter
forcierter F
lexion.
D
as linke Knie sehe gut aus, könne vollständig gestreckt und flektiert werden. Es bestünde
n
kein Überstreckungsschmerz
, kein Kniegelenkserguss, ein seitengleicher Lach
mann von ca. 4 mm und klinisch
er
gebe sich
keine
femoropatellare
Symptomatik.
3.6
Im
MRI vom 5. Januar 2016 (Urk. 7/3/23) in
der Klinik
D._
ersah
der zustän
dige Radiologe
Dr. med.
G._
eine durchgehend dargestellte
vordere Kreuzbandplastik
. Es zeige sich ein
3.5 mm messender Knorpeldefekt am medi
alen
Femurkondylus
und angrenzend eine kleine subkortikale Zyste
nbildung sowie wenig
B
one
bruise
. Der mediale und laterale Meniskus sei keilförmig konfiguriert und
ohne
Gelenk
erguss. Die Seitenbänder seien durchgehen
d ab
grenzbar und die
Fossa
popli
tea
ohne Befund
. Am Knorpel an der medialen
Pa
tell
a
facette
bestehe eine Fissur. In der Beurteilung hielt der Arzt ein intaktes vorderes Kreuzband, einen Knorpelscha
den am medialen
Femurkondylus
und e
ine kleine Knorpelfissur an d
er Patella ohne Gelenkerguss fest
(vgl. dazu auch Dr.
A._
, Urk. 7/3/17)
.
3.7
Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin Dr.
Z._
hielt in seiner Aktenbeur
teilung vom 9. Mai 2016 (Urk. 7/3/24-33) fest,
bereits in der
MRI
-Untersuchung des linken Knies, die
zwe
i Tage nach dem Ereignis am 24.
Oktober 2013 durch
geführt worden sei, habe sich kein Knochenmarksödem gezeigt. Die MRI-Bilder
hätten
nur die weitgehende Ruptur des vorderen Kreuzbandes
bestätigen kön
nen.
Ein
Knochenmarksödem, das
mit dem intrao
perativ festgestellten medialen
Knorpelschaden am
Femurkondylus
korreliere,
sei
aber nicht festgestellt
wor
den
.
B
ei eine
m Trauma, wie es die Besch
werdeführerin mit der
Ruptur
des vor
deren Kreuzbandes
erlitten habe und bei de
m
es
zu einer axialen und au
ch zu einer Scherbewegung komme
(S. 8)
, entstehe, da der Knorpel elastischer sei
als der
subchondrale
Knochen,
bei der axialen
Krafteinwirkung auf den Knorpel zunächst ein
subchondrale
s
Bone
bruise
(Knochenprellung, Knochenödem). Bei höherer Krafteinwirkung komme es zusätzlich zur Knorpelfraktur. Bei
der Knor
pelverlet
zung durch axiale Einwirkung sei
deshalb ei
n unterhalb des Knorpel
schadens
liegendes
Bone
bruise
obligat, wobei
der Nachweis allein mittels
Kern
spintomogramm
gelinge.
Bei einer tangentiale
n Einwirkung auf den Knor
pel sei eine Knorpelabscherung ohne begleitendes
Bone
bru
ise
möglich, wenn auch selten, da meist a
uch eine axiale Kraftkomponente vorliege
. Derartige Knorpelabscherung durch tangentiale Einwirk
ungen setz
t
en jedoch begleitende
Verletzungen von Weichteilen, Bändern oder Kapseln
voraus, da sonst eine adäquate
Beweglichkeit der Gelenkanteile gegenei
nander nicht erklärt werden könne. Diese Begleitverletzungen könnten ebenfalls im
Kern
spi
ntomogramm
nachgewiesen werden
(S. 9 oben)
.
Die
Beschwerdeführerin
sei von einer
Fest
bank
gestürzt
,
wobei es zur
Ruptur des vorderen Kreuzbandes gekommen sei, ohne dass im MRI
ein
Bone
bruise
nachgewies
en worden sei. Daraus erge
be sich, dass der intraoperativ
festge
stellte mediale Knorpelschaden im
Femurkondylus
nicht unfallbedingt entstan
den sei
. Dr.
A._
habe
zudem auf die konstitutionell vo
rgegebene
Varusgon
arthrose
hin
gewiesen
. Da
auch
ein Knochenmarksödem fehle
,
könne der K
nor
pelschaden
nicht unfallbedingt entstanden
sein. Ein frischer unfallbedingter Knorpelschaden hätte
zwangsläufig zu einem unter der
Knorpeldecke liegenden
Knochenmarksödem geführt. Dies
sei
n
icht der Fall gewesen. Insofern sei
die intraoperativ durchgeführte
Mikrofrakturierung
an sich
nicht dem Ereignis zu
zuordnen.
Dieser Teileingriff
sei
aber in toto übernomm
en
worden
, da im Vor
dergrund die Ruptur
des vorderen Kreuzbandes
ge
stand
en sei. Auch ergebe
sich aus dem Folge-MRI vom
28.
Januar 2014 w
eiterhin kein Knochenmarksödem,
was wiederum gegen einen unfall
bedingten Knorpelschaden spreche
. Erstmalig
sei nun
zwei Jahre nach dem Unfall im MRI vom
5. Januar 2016 ein
Bone
bru
ise
festgestellt
worden
. Dies
es
sei
Folge der unfallunabhängigen Zunahme des schon unfall
vorbestehenden Knorpelschadens.
Die Knorpeldecke
sei schon unfallvorbestehend
beschädigt gewesen. Wahrscheinlich
sei es
aufgrund der vermehrten Belastung durch die vom Operateur bereits diagnostizierte
V
arus
gonarthrose
medial
zu einer Verschlimmerung des Kn
orpelschadens mit
einer Reizung der
subchondralen
Schicht gekommen, so dass
sich
im Laufe der Zeit
,
als Aus
druck des degenerativ bedingten
Knorpelschadens
,
da
s Knochenmark
ödem entwickelt habe
. Dieser unfallunabhängig
bestehende Prozess stehe aktu
ell im Vordergrund.
Der Operateur
Dr.
A._
habe dementsprechend auch
da
rauf
hin
gewiesen, dass die
Beschwerdeführerin
zur
Vermeidung einer weiteren Überbelastung der medial
geschädigten Knorpeldecke keine
„
stop
and
go
“
Sportarten durchführen
und auch
vom Skisport
Abstand
nehmen sollte
. Das Kniegelenk selbst
sei stabil geführt. Insofern bestünden
keine Hinweise für postoperative Komplikationen, die
sich
in der
Zwischenzeit vorrangig negativ
auf die Entwicklung des medialen Knorpelschadens des
F
emurkondylus
hätten auswirken
können.
4.
4.1
In
der Sache selbst ist
zu prüfen, ob nach dem 5. Januar 2016 noch Unfallfol
gen vorgelegen haben, welche einen Anspruch auf Leistungen der Unfallversi
cherung begründen. Streitig ist dabei, ob die verbliebenen Restbeschwerden am linken Knie mit dem
Ereignis vom 22.
Oktober 2013 in einem natürlichen Kau
salzusammenhang stehen
.
4.2
Nach Lage d
er Akten steht fest, dass
die
bildgebenden Befunde
des
linken
Kniege
lenks
zwei Tage nach dem Ereignis vom 22. Oktober 2013 neben der subtotalen Ruptur des vorderen Kreuzbandes eine
erosive
Veränderung am me
dialen
Patellapol
sowie an der medialen
Femurkondyle
zeigten
.
Ein
Konchen
ödem,
eine
Fissur oder
eine
Fraktur
konnte
hingegen nicht gesehen werden
(E. 3.2).
Intraoperativ
stellte Dr.
A._
ein
en
Knorpelschaden des medialen
Femur
kondylus
(Stadium III)
fest
, wobei dieser a
nl
ässlich der
Kreuzbandplastik
mit
versorgt respektive
debridiert
und mit
Mikrofrak
t
urie
rungen
versehen wurde (E. 3.4). Der postoperativ Verlauf wurde i
m Folgenden
als
komplikationslos,
erfreu
lich, ohne Erguss im Kniegelenk und
mit
freier Beweglichkeit
des Kniegelenks
beschrieben (E. 3.5). Im MRI
vom 5. Januar 2016 zeigte sich
ein intaktes vorde
res Kreuzband
, ein
3.5 mm messender Knorpeldefekt am medialen
Femurkon
dylus
und angrenzend eine kleine subkortikale Zystenbildung
und
wenig
B
one
bruise
.
4.3
Die Feststellung von
Dr.
Z._
in seiner Aktenbeurteilung (vgl. E. 3.7
hievor
)
,
wonach
die zeitnah zum Unfallereignis erstellten MRI kein Knochenödem (Kno
chenprellung oder
Bone
bruise
)
ausgewiesen hätten, ist
aufgrund der medizini
schen Aktenlage
ausgewiesen
.
Nachvollziehbar
legte Dr.
Z._
auc
h dar, dass eine unfallbedingte
Knorpels
chädigung
zwangsläufig
eine Verletzung des da
runter liegende Knochen
s
voraussetzt
,
da der Knorpel elastischer
ist als der Knochen. D
ie
im Zeitpunkt des Unfallereignisses
aktuellen
bildgebenden Be
funde
weisen
jedoch k
eine solche S
chädigung
am Knochen
aus.
Mit Blick auf
die medizinische Aktenlage ist
damit
auch
nachvollziehbar
, dass der
im
intra
o
perative
n
Verlauf festgestellte Knorpelschaden
des medi
alen
Femurkondylus
dritten Grades
bei konstitutionel
l vorgegebener
Varusgonarthrose
einem unfall
vorbestehenden degenerativen Leiden zuzuordnen ist.
Damit überzeugt
aber
auch die
Schlussfolgerung
von Dr.
Z._
, dass der erstmals in der MRI-Untersu
chung vom 5. Januar 2016 gesehene Knochenschaden
(Knochenmarködem)
, beschrieben als „wenig
bone
Bruise
“
und
angrenzend an einen 3.5 mm messen
den Knorpeldefekt am medialen
Femurk
o
ndylus
(vgl. E. 3.6 hiervor),
einer
Ver
schlimmerung des
vorbestehenden
degenerativen Knorpelschadens
zuzuschrei
ben
ist und sich
daraus
das Knochenmarködem entwickelt hat
. Dabei wurde mit Bezug auf die Kreuzbandplastik auch begründet, dass
das Kniegelenk selbst stabil geführt werde und diesbezüglich
keine Hinweise für postoperative Kom
plikationen
bestehen
, die sich in der Zwischenzeit vorrangig negativ auf die Entwicklung des medialen Knorpelschadens des
Femurkondylus
hätten auswir
ken können
(E. 3.7).
4.4
Nach dem Gesagten stellt die medizinische Beurteilung von Dr.
Z._
eine tragfä
hige Grundlage für die Beantwortung der strittigen Kausalitätsfrage dar
(vgl. E. 1.5 hiervor)
. Ausschlaggebend ist dabei in erster Linie die Erkenntnis, dass
eine durch das Geschehnis vom 22
.
Oktober 2013
verursachte
Knorpel
schädigung am linken Knie
nicht mit dem massgebenden Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen) erstellt ist. A
ufgrund der unwidersprochenen medizinischen Aktenlage
ist vielmehr davon auszugehen, dass
das mehr als zwei Jahre nach dem Unfallereignis gesehene
Knochenmarködem
auf einen unfallvorbestehenden Knorpelschaden mit dege
nerativer Weiterentwicklung zurückzuführen ist. Die
weiterhin b
estehende Symptomatik am linken
Knie ist
damit
nicht eine Folge des Ereignisses
vom
22.
Oktober 2013
,
sondern
dem Vorzust
and zuzuschreiben.
4.5
Fehlt es nach dem Ausgeführten an der Unfallkausalität der über den
5. Januar 2016
hinaus geklagten Beschwerden, ist die Leistungseinstellung nicht zu be
anstanden. Demzufolge erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid
vom 3
.
Juni
2016 (Urk. 2) als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.