Decision ID: acce5de5-8d66-41b2-9ea6-5a51dc2cbe7f
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X ist ledig und lebt zusammen mit seiner Lebenspartnerin und deren zwei Kindern
(geb. 2001 und 2004) in einer 4 1⁄2-Zimmerwohnung in Y. Er ist unselbständig
erwerbstätig und arbeitet als Anzeigenleiter.
Im Jahr 2008 wurde er mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 62'600.-- für die
Staats- und Gemeindesteuern, Fr. 63'500.-- für die direkte Bundessteuer und ohne
steuerbares Vermögen, im Jahr 2009 mit einem steuerbaren Einkommen von
Fr. 59'900.-- für die Staats- und Gemeindesteuern, Fr. 60'800.-- für die direkte
Bundessteuer und ebenfalls ohne steuerbares Vermögen veranlagt. Dies führte für die
Staats- und Gemeindesteuern zu Steuerbeträgen von Fr. 11'548.60 für das Jahr 2008
und Fr. 10'242.75 für das Jahr 2009 sowie zu direkten Bundessteuern in der Höhe von
Fr. 917.45 für das Jahr 2008 und Fr. 809.85 für das Jahr 2009. Für die Staats- und
Gemeindesteuern 2008 leistete er eine Anzahlung von Fr. 3'603.45, so dass noch
Fr. 7'945.15 offen blieben.
B.- Am 11. Mai 2010 stellte X ein Erlassgesuch für die noch ausstehenden Steuern.
Das kantonale Steueramt lehnte den Erlass der Staats- und Gemeindesteuern 2008
und 2009 in der Höhe von Fr. 7'945.15 bzw. Fr. 10'242.75 sowie der direkten
Bundessteuer 2008 und 2009 von Fr. 917.45 bzw. Fr. 809.85 mit Entscheiden vom
13. Juli 2010 ab.
C.- Mit Eingabe vom 12. August 2010 erhob X gegen diese Erlassentscheide Rekurs
bzw. Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem sinngemässen
Antrag, die noch offenen Steuern der Jahre 2008 und 2009 seien ihm teilweise zu
erlassen. Gleichzeitig stellte er einen sinngemässen Antrag auf eine mündliche
Verhandlung.
Am 6. September 2010 reichte er das Formular zur Darstellung der wirtschaftlichen
Verhältnisse ein. Die Vorinstanz reichte die Vorakten am 1. Oktober 2010 ein.
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Mit verfahrensleitender Verfügung vom 6. Oktober 2010 wurde der Rekurrent und
Beschwerdeführer aufgefordert, einen Kostenvorschuss von Fr. 500.-- zu leisten. Der
Betrag wurde am 2. November 2010 bezahlt.
Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 20. Januar 2011 die Abweisung
des Rekurses und der Beschwerde. Die Beschwerdebeteiligte hat stillschweigend auf
eine Vernehmlassung verzichtet.
Auf die von Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge gemachten
Ausführungen und die Akten wird, soweit notwendig, in den nachfolgenden

Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurs- und Beschwerdeerhebung ist gegeben. Der Rekurs bzw. die Beschwerde vom
12. August 2010 ist rechtzeitig eingereicht worden. Er bzw. sie erfüllt in formeller und
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 und Art. 224 Abs.
4 des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG, bzw. Art. 6 der Verordnung des
Eidgenössischen Finanzdepartements über die Behandlung von Erlassgesuchen für die
direkte Bundessteuer, SR 642.121, abgekürzt: Steuererlassverordnung, in Verbindung
mit Art. 2 lit. f und Art. 7 Abs. 1 der Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte
Bundessteuer, sGS 815.1, abgekürzt: Verordnung zum DBG; zur 30-tägigen Frist vgl.
VRKE I/2-2009/22 + 53 vom 30. März 2010, E. 1). Auf den Rekurs und die Beschwerde
ist einzutreten.
2.- Der Rekurrent und Beschwerdeführer stellt sinngemäss den Antrag auf
Durchführung einer mündlichen Verhandlung. Im Erlassverfahren gelten die auch im
ordentlichen Verfahren statuierten Verfahrensrechte und -pflichten (Richner/Frei/
Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Auflage 2009, N 39 zu Art. 167 DBG).
Eine Verpflichtung zur Anordnung einer mündlichen Verhandlung zur Wahrung des
rechtlichen Gehörs besteht im Rekurs- und Beschwerdeverfahren in Steuersachen
nicht (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 10 zu Art. 142 DBG). Der
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Gehörsanspruch wird im Steuererlassverfahren durch schriftliche Eingaben gewahrt.
Eine mündliche Verhandlung ist deshalb in der Streitsache nicht durchzuführen.
3.- a) Gemäss kantonalem Steuergesetz kann Steuerpflichtigen, die in Not geraten sind
oder für welche die Bezahlung der Steuern, der Zinsen, der Bussen oder der Kosten
eine grosse Härte bedeutet, der geschuldete Betrag gestundet oder ganz oder
teilweise erlassen werden (Art. 224 Abs. 1 StG). Auch das Bundesgesetz über die
direkte Bundessteuer (SR 642.11, abgekürzt: DBG) kennt den Steuererlass. Dem
Steuerpflichtigen, für den infolge einer Notlage die Bezahlung der Steuer eines Zinses
oder einer Busse wegen Übertretung eine grosse Härte bedeuten würde, können die
geschuldeten Beträge ganz oder teilweise erlassen werden (Art. 167 Abs. 1 DBG). Dem
Wesen nach handelt es sich beim Steuererlass um den nachträglichen Verzicht des
Gemeinwesens auf einen ihm zustehenden steuerrechtlichen Anspruch. Anlass dazu
geben vor allem Rücksichten auf die Person des Schuldners. Dieser soll aus
humanitären, sozialpolitischen oder volkswirtschaftlichen Gründen nicht in seiner
wirtschaftlichen Existenz gefährdet werden. Die Grundsätze einer gesetzmässigen
Verwaltung und der Rechtsgleichheit legen es allerdings nahe, dass der Gesetzgeber
klare Vorgaben schafft. Die Tendenz, den Steuererlass nicht mehr bloss dem freien
Ermessen der zuständigen Behörde anheim zu stellen, sondern von näher
umschriebenen Voraussetzungen abhängig zu machen und dann auch einen
eigentlichen, durchsetzbaren Rechtsanspruch zu begründen, setzt sich immer mehr
durch. Aus Gründen der rechtsgleichen Behandlung der Steuerpflichtigen muss der
Steuererlass jedoch eine seltene Ausnahme bleiben, welche nur unter bestimmten
Voraussetzungen gewährt wird (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 11. Juni
2009, A-3663/2007, E. 2.2, publiziert in StR 2009 S. 672 ff.).
Während im Kanton St. Gallen keine näheren Vollzugsvorschriften auf Gesetzes- oder
Verordnungsstufe existieren, wird die Behandlung der Erlassgesuche auf Bundesebene
in der Steuererlassverordnung geregelt. Im Kanton St. Gallen sind weitere
Erläuterungen dem St. Galler Steuerbuch zu entnehmen (StB 224 Nr. 1).
Ziel und Zweck des Erlassverfahrens ist gemäss Art. 1 Steuererlassverordnung eine
langfristige und dauernde Sanierung der wirtschaftlichen Lage der steuerpflichtigen
Person. Der Erlass hat der steuerpflichtigen Person und nicht ihren Gläubigern zugute
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zu kommen. Der Steuererlass ist ausschliesslich im Zusammenhang mit der
Steuervollstreckung zu verstehen. Es kann nicht darum gehen, die Begründetheit einer
Steuerforderung zu prüfen und allenfalls die Veranlagung zu korrigieren. Das
Erlassverfahren ersetzt weder das Rechtsmittel-, noch das Revisionsverfahren (Art. 1
Abs. 2 Steuererlassverordnung). Falls die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind,
besteht ein Anspruch auf Erlass der Steuerforderung (Art. 2 Abs. 1
Steuererlassverordnung). Dabei ist unerheblich, aus welchem Grund die
steuerpflichtige Person in die geltend gemachte Notlage geraten ist (Art. 2 Abs. 2
Steuererlassverordnung, vorbehältlich Art. 10 Abs. 2 Steuererlassverordnung). Die
Erlassbehörde berücksichtigt bei ihrem Entscheid die gesamten wirtschaftlichen
Verhältnisse der steuerpflichtigen Person. Massgebend ist dabei in erster Linie die
Situation im Zeitpunkt des Entscheides, daneben auch die Entwicklung seit der
Veranlagung, auf die sich das Erlassbegehren bezieht, sowie die Aussichten für die
Zukunft (Art. 3 Abs. 1 Steuererlassverordnung). Übliche Schwankungen in den
Einkommensverhältnissen der steuerpflichtigen Person werden in der Veranlagung
periodisch erfasst und bilden keinen Erlassgrund. Hat sich die steuerpflichtige Person
freiwillig ihrer Einkommensquellen oder Vermögenswerte entäussert, so wird ein
solcher Einkommens- oder Vermögensrückgang bei der Beurteilung des Erlassgesuchs
nicht berücksichtigt (Art. 12 Steuererlassverordnung). Die Behörde überprüft, ob für die
steuerpflichtige Person Einschränkungen in der Lebenshaltung geboten und zumutbar
sind oder gewesen wären. Solche gelten grundsätzlich als zumutbar, wenn die
Auslagen die nach den Ansätzen für die Berechnung des betreibungsrechtlichen
Existenzminimums (Art. 93 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs,
SR 281.1, abgekürzt: SchKG) sich ergebenden Lebenshaltungskosten übersteigen.
Wäre eine fristgerechte Zahlung im Zeitpunkt der Fälligkeit möglich gewesen, so ist
dies im Erlassentscheid zu berücksichtigen (Art. 3 Abs. 2 und 3
Steuererlassverordnung).
Eine Notlage liegt vor, wenn der ganze geschuldete Betrag in einem Missverhältnis zur
finanziellen Leistungsfähigkeit der steuerpflichtigen Person steht. Bei natürlichen
Personen ist ein Missverhältnis insbesondere dann gegeben, wenn die Steuerschuld
trotz Einschränkung der Lebenshaltungskosten auf das Existenzminimum in
absehbarer Zeit nicht vollumfänglich beglichen werden kann. In jedem Fall liegt eine
Notlage vor bei Einkommens- und Vermögenslosigkeit oder wenn die öffentliche Hand
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für die Lebenshaltungskosten der steuerpflichtigen Person und deren Familie
aufkommen muss (Art. 9 Steuererlassverordnung).
Ist eine steuerpflichtige Person überschuldet, so befindet sie sich zwar in besonders
schwierigen Verhältnissen. Weil ihre Mittel aber nicht zur Befriedigung aller Gläubiger
ausreichen, würde nicht sie selbst von einem Verzicht der Steuerbehörden profitieren,
sondern primär ihre übrigen Gläubiger, welche beim Zugriff auf das pfändbare
Einkommen und Vermögen einen Konkurrenten verlieren. Es ist daher sachlich haltbar,
wenn unter diesen Umständen von einem Steuererlass abgesehen wird. Wenn jedoch
sämtliche Gläubiger in gleichem Mass wie die Steuerbehörden auf ihre Forderung
verzichten, kommt ein Steuererlass trotz Überschuldung in Frage (StR 2009 S. 674;
BGE 2P.307/2004). Vorhandenes Vermögen schliesst den Steuererlass nicht von
Vornherein aus. Massgebend ist vielmehr, ob die Belastung oder Verwertung dieses
Vermögens als zumutbar erscheint. Dabei ist das Vermögen zum Verkehrswert
einzusetzen (Art. 11 Steuererlassverordnung).
Der Begriff der grossen Härte wird in der Verordnung nicht näher definiert. Er lässt sich
indessen von der Notlage nicht scharf abgrenzen. Art. 9 Steuererlassverordnung
erwähnt unter dem Titel der Notlage auch Punkte, welche gleichzeitig als Element der
grossen Härte bezeichnet werden könnten, etwa das Missverhältnis zwischen dem
geschuldeten Betrag und der finanziellen Leistungsfähigkeit der steuerpflichtigen
Person (Zweifel/Athanas, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/2b, 2.
Aufl. 2008, N 18 zu Art. 167 DBG). Im Unterschied zum DBG nennt Art. 224 Abs. 1 StG
die grosse Härte als selbständige Erlassvoraussetzung. Während das Kriterium der
Notlage einzig die wirtschaftliche Lage der steuerpflichtigen Person berücksichtigt,
können unter dem Aspekt der grossen Härte auch andere Umstände massgebend sein,
namentlich die Unbilligkeit (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 30 zu Art. 167
DBG).
b) Die Vorinstanz bringt zur Hauptsache vor, der Erlass solle bestimmungsgemäss den
Steuerschuldnern und nicht ihren Gläubigern zugute kommen. Das steuerberechtigte
Gemeinwesen könne nicht zugunsten anderer Gläubiger auf seine gesetzlichen
Ansprüche verzichten. Vielmehr müsse ein Erlass vom Entgegenkommen der anderen
Gläubiger abhängig gemacht werden. Nach Prüfung der Steuerakten müsse festgestellt
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werden, dass Forderungen der 3. Klasse in der Höhe von Fr. 524'046.85 gegenüber
Drittgläubigern bestünden. Es gebe keine Anhaltspunkte für einen Verzicht der anderen
Gläubiger. Die Rückzahlung der Drittschulden dürfe den Forderungen der
Steuerbehörden nicht vorangestellt werden. Die Gewährung eines einseitigen
Steuererlasses sei somit ausgeschlossen.
Der Rekurrent bzw. Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, er sei
Verpflichtungen gegenüber Drittgläubigern eingegangen, um hauptsächlich die Kosten
der veranlagten Steuern seit 2005 sowie die Anwalts- und Gerichtskosten aus dem
laufenden Strafverfahren tragen zu können. Die dort anstehenden
Schadenersatzansprüche beliefen sich auf ca. Fr. 500'000.--. Die finanzielle Situation
habe sich durch kurz- bis mittelfristige Darlehen der Drittgläubiger nicht verschlechtert,
sondern einfach verschoben. Die Finanzspritzen der Drittgläubiger hätten seinen Kopf
über Wasser gehalten, das Problem aber nicht gelöst. Er habe stets versucht, einen
Privatkonkurs zu verhindern.
c) Der Rekurrent und Beschwerdeführer ist offensichtlich überschuldet und befriedigt
nur einzelne Gläubiger. Gemäss seinen Angaben resultieren aus einem Gerichtsurteil
Schadenersatzansprüche in der Gesamthöhe von Fr. 484'000.--. Hinzu kommt ein
Kleinkredit bei der A AG von Fr. 10'000.--, welcher ratenweise abbezahlt wird und nun
noch Fr. 6'196.40 beträgt. Bei der B AG sind noch Kreditkartenrechnungen von Fr.
1'850.45 offen. Diese werden ebenfalls ratenweise abbezahlt. Schliesslich bestehen
zwei Privatdarlehen in der Höhe von Fr. 17'000.-- und Fr. 15'000.--, welche ebenfalls
ratenweise zurückbezahlt werden. Der Rekurrent und Beschwerdeführer befriedigt
damit verschiedene Gläubiger mit unterschiedlichen Ratenzahlungen. Bemühungen für
eine gleichmässige Befriedigung aller Gläubiger im Rahmen einer Gesamtsanierung
sind nicht nachgewiesen. Insbesondere macht der Rekurrent und Beschwerdeführer
nicht geltend, die Schulden seien zufolge ausserordentlicher Aufwendungen, die in den
persönlichen Verhältnissen begründet seien und für die er nicht einzustehen hätte, oder
zufolge hoher Krankheits- oder Pflegekosten entstanden (Art. 10 Abs. 1
Steuererlassverordnung). Sowohl bezüglich der Kleinkreditschulden wie auch bezüglich
der offenen Kreditkartenrechnungen und der Privatdarlehen ist deshalb davon
auszugehen, dass sie einem - dem Einkommen nicht angepassten - überhöhten
Lebensstandard dienten. Das Gerichtsurteil befindet sich nicht bei den Akten. Es ist
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daher nicht ersichtlich, woraus die Schadenersatzansprüche entstanden sind. Es ist
aber davon auszugehen, dass auch sie nicht unter Art. 10 Abs. 1
Steuererlassverordnung fallen.
In solchen Fällen kann der Fiskus nicht zugunsten anderer Gläubiger auf die
gesetzlichen Ansprüche verzichten (Art. 10 Abs. 2 Steuererlassverordnung). Die
Voraussetzungen für einen Erlass sind nur dann erfüllt, wenn die Begleichung der
Steuerforderung zu einer Gefährdung der wirtschaftlichen Existenz des
Steuerpflichtigen führt und für diesen ein Opfer bedeuten würde (Weidmann/
Grossmann/Zigerlig, Wegweiser durch das st. gallische Steuerrecht, 6. Aufl. 1999, S.
411). Darauf kann sich der Rekurrent und Beschwerdeführer nicht berufen, denn er
befindet sich bereits in einer wirtschaftlich schwierigen Lage, welche durch den
Steuererlass nicht entscheidend zu verbessern ist. Eine langfristige und dauernde
Sanierung der wirtschaftlichen Situation als grundlegendes Ziel eines Steuererlasses
(Art. 1 Abs. 2 Steuererlassverordnung) könnte deshalb nicht erreicht werden. Vom
Steuererlass profitieren würden die übrigen Gläubiger, welche bei einer Verbesserung
der Schuldenlage des Rekurrenten und Beschwerdeführers erhöhte Chancen auf
Rückzahlung ihrer Forderungen hätten. Der Zweck des Steuererlasses würde damit
verfehlt, weil er gerade darin liegt, dem Steuerpflichtigen und nicht Dritten zugute zu
kommen (Urteil des Bundesgerichts 2P.307/2004 vom 9. Dezember 2004, E. 3.2.). Dem
Steuerpflichtigen wird zugemutet, dass er seinen Zahlungspflichten gegenüber dem
Fiskus in gleichem Umfang wie gegenüber privaten Gläubigern nachkommt
(Weidmann/Grossmann/Zigerlig, a.a.o., S. 411). Eine nachhaltige Entlastung der
angespannten finanziellen Situation könnte nur im Rahmen einer Gesamtsanierung, bei
der alle Gläubiger ganz oder teilweise auf ihre Forderungen verzichten müssten, erzielt
werden. In diesem Fall könnte ein Steuererlass im selben prozentualen Umfang geprüft
werden. Unter den aktuellen Umständen ist es aber nicht sachgerecht, dass der Fiskus
vorauseilend auf seine Forderungen verzichtet (vgl. VRKE I/2-2010/14 vom 25.
November 2010, E. 2c).
Deshalb ist ungeachtet des Vorliegens eines monatlichen Überschusses oder Defizits
von einem Erlass der Steuerschuld von insgesamt Fr. 19'915.20 oder allenfalls eines
Teilbetrags davon abzusehen und der Rekurs und die Beschwerde sind abzuweisen.
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4.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
bzw. Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Angemessen ist eine
Entscheidgebühr von Fr. 500.-- (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 500.-- ist zu verrechnen.