Decision ID: 7238d20f-dfde-4af1-8903-f669b9a812ae
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend arbeitsrechtliche Forderung
Berufung gegen eine Verfügung des Arbeitsgerichtes Zürich, 3. Abteilung, vom 17. Mai 2018 (AH170239-L)
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Rechtsbegehren:
(Urk. 5/1 S. 2)
"Die Beklagte sei (unter Vorbehalt der Nachklage) zu verpflichten, der Klägerin CHF 14'981.25 zu bezahlen, zzgl. Zins von 5 % p.a. seit 1. August 2017. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt., zu Lasten der Beklagten."
Rechtsbegehren zur Widerklage: (Urk. 5/8 S. 2)
" 1. Es sei festzustellen, dass die Beklagte und Widerklägerin der Klägerin und Widerbeklagten keine Entschädigung aus Überzeit schuldet.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin und Widerbeklagten (zuzüglich 7.7 % MWST)."
Prozessuale Anträge der Beklagten/Widerklägerin:
(Urk. 5/8 S. 2)
"1. + 2. (Klageabweisung)" "Der vorliegende Prozess sei abzuschreiben und in (analoger)  von Art. 224 Abs. 2 ZPO ins ordentliche Verfahren zu ."
Prozessuale Anträge der Klägerin/Widerbeklagten: (Urk. 5/14 S. 2)
" 1. Auf die Widerklage der Beklagten sei nicht einzutreten. 2. Der prozessuale Antrag der Beklagten auf Überweisung des Pro-
zesses ins ordentliche Verfahren sei abzuweisen. 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzüglich MwSt., zu
Lasten der Beklagten."
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Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich, 3. Abteilung, vom 17. Mai 2018 (Urk. 19):
1. Auf die Widerklage wird nicht eingetreten.
2. Der Antrag der Beklagten auf Überweisung des Prozesses in das ordentli-
che Verfahren wird abgewiesen.
3. Es werden keine Kosten erhoben.
4. Die Entschädigungsfolgen dieses Zwischenentscheids werden mit dem End-
entscheid geregelt.
5. Es wird zu gegebener Zeit separat zu einer Verhandlung vorgeladen.
6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien.
7. Eine Berufung gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der Zustel-
lung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Obergericht
des Kantons Zürich, I. Zivilkammer, Postfach, 8021 Zürich, erklärt werden. In
der Berufungsschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige
Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen.
Berufungsanträge:
der Beklagten, Widerklägerin und Berufungsklägerin (Urk. 1 S. 2):
1. Es sei die angefochtene Verfügung des Arbeitsgerichts Zürich, 3. Abteilung,
vom 17. Mai 2018 (Geschäfts-Nr. AH170239-L) vollumfänglich aufzuheben.
2. Auf die Widerklage sei einzutreten und der Prozess ins ordentliche Verfah-
ren zu überweisen.
Eventualiter: Es sei der Prozess zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zu-
rückzuweisen.
3. Unter Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin/Berufungsbeklagten
(zzgl. 7,7% MWST).
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der Klägerin, Widerbeklagten und Berufungsbeklagten (Urk. 7 S. 2):
1. Die Berufung sei abzuweisen und die angefochtene Verfügung des Arbeits-
gerichts Zürich, 3. Abteilung, vom 17. Mai 2018 (Geschäfts-Nr. AH170239-L)
sei zu bestätigen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzüglich MwSt., zu Lasten der
Beklagten.

Erwägungen:
I.
1. Die Klägerin fordert mit ihrer Klage eine Überzeitentschädigung für das
Jahr 2016 in Höhe von Fr. 14'981.25. Es handle sich um eine Teilklage (unter
Vorbehalt der Nachklage) aus der Gesamtforderung für Überzeitentschädigung
der Jahre 2014, 2015 und 2016 im Betrag von insgesamt Fr. 51'850.– , wobei sie
einstweilen nur die Überzeitentschädigung aus dem Jahre 2016 im Umfang von
Fr. 14'981.25 geltend mache (Urk. 5/1 S. 3 f.).
Die Beklagte verlangt mit ihrer Widerklage die gerichtliche Feststellung, dass
sie der Klägerin keine Entschädigung aus Überzeit schulde (Urk. 5/8 S. 2). Sie sei
im vollen Umfang des behaupteten Anspruchs in ihrer Privatrechtsphäre beein-
trächtigt und habe deswegen ein Interesse an der Feststellung des Nichtbestands
der Gesamtforderung (Urk. 5/8 S. 21).
2. Mit Verfügung vom 17. Mai 2018 trat der Vorderrichter auf die Widerklage
der Beklagten nicht ein, und der Antrag der Beklagten auf Überweisung in das or-
dentliche Verfahren wurde abgewiesen (Urk. 2). Mit Eingabe vom 20. Juni 2018,
hier eingegangen am 21. Juni 2018, erhob die Beklagte rechtzeitig Berufung ge-
gen den vorinstanzlichen Entscheid und stellte die eingangs wiedergegebenen
Anträge (Urk. 1 S. 2). Mit Verfügung vom 16. August 2018 wurde der Klägerin
Frist angesetzt, um die Berufung zu beantworten (Urk. 6). Die Berufungsantwort-
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schrift ging am 18. September 2018 fristgerecht hierorts ein (Urk. 7). Am 16. Ok-
tober 2018 wurde das Doppel der Berufungsantwortschrift der Klägerin zur
Kenntnisnahme zugesellt. In der Folge reichte diese mit Eingabe vom 2. Novem-
ber 2018 unaufgefordert eine Stellungnahme zur Berufungsantwort ein (Urk. 14).
Diese wurde am 6. November 2018 der Beklagten zur Kenntnis gebracht
(Urk. 14). Es erfolgten keine weiteren Stellungnahmen der Parteien. Das Verfah-
ren ist spruchreif.
II.
Mit der Berufung kann sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch die
unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO).
In der Berufungsschrift sind die Behauptungen bestimmt und vollständig aufzu-
stellen. Zudem muss sie – im Gegensatz zur Klageschrift – nicht nur eine tatsäch-
liche, sondern auch eine rechtliche Begründung enthalten (Reetz/Theiler, in: Sut-
ter-Somm et al., ZPO Komm., 3. A., Art. 311 N 36). Aufgrund der umfassenden
Überprüfungsbefugnis ist die Berufungsinstanz nicht an die mit den Rügen vorge-
brachten Argumente oder an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden, sie kann
die Rügen auch mit abweichenden Erwägungen gutheissen oder abweisen (vgl.
Reetz/Theiler, a.a.O., Art. 310 N 6). Auf die Vorbringen der Parteien ist nur inso-
weit einzugehen, als es für die Entscheidfindung erforderlich ist.
III.
1. Die Vorinstanz erwog, dass zwischen den Parteien unbestritten sei, dass
die vorliegende Klage, welche nur den Überzeitentschädigungsanspruch für das
Jahr 2016, nicht aber für die beiden vorangehenden Jahre, umfasse, als unechte
Teilklage zu qualifizieren sei. Die Entschädigungen für die Jahre 2014 und 2015
fordere die Klägerin in diesem Verfahren nicht. Indem die Beklagte die Feststel-
lung des Nichtbestehens der gesamten Überzeitforderung und somit auch für die
Jahre 2014 und 2015 verlange, erweitere sie den Streitgegenstand und stelle ei-
nen von der Hauptklage bisher nicht umfassten Anspruch zur Beurteilung. Damit
handle es sich nicht um eine mit derjenigen in BGE 143 III 506 vergleichbare
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Konstellation, wo der gesamte Anspruch bereits durch die Hauptklage zur Beurtei-
lung gestellt (echte Teilklage), jedoch - im Gegensatz zur Vollklage - betragsmäs-
sig nur ein Teil davon eingeklagt worden sei. Entgegen den Vorbringen der Be-
klagten verbiete es Art. 224 Abs. 1 ZPO der beklagten Partei grundsätzlich, im
vereinfachten Verfahren eine Widerklage zu erheben, die aufgrund des Streit-
werts von über Fr. 30'000.-- in den Geltungsbereich des ordentlichen Verfahrens
falle, mit der eben erwähnten Ausnahme der negativen Feststellungsklage als
Reaktion auf eine echte Teilklage. Auf die Widerklage sei daher nicht einzutreten
(Urk. 2 S. 5 f.).
2. Die Beklagte monierte mit der Berufungsbegründung, dass die Vorinstanz
zu Unrecht davon ausgegangen sei, dass es sich vorliegend um eine unechte
Teilklage handle. Ob ein Anspruch mehrere Streitgegenstände beinhalte, beurtei-
le sich bei Rechtsbegehren auf Geldleistungen gestützt auf den Lebenssachver-
halt, auf das sich das Rechtsbegehren stütze. Der Saldo für in einem bestimmten
Kalenderjahr geleistete Überzeitstunden könne nicht automatisch am Ende des
Kalenderjahres in eine finanzielle Forderung umgewandelt werden. Vielmehr wer-
de der Saldo auf das Folgejahr übertragen und könne auch weiterhin kompensiert
werden. Die periodische Abgrenzung von Ansprüchen aus Überzeitstunden nach
Kalenderjahren sei künstlich und finde keine Stütze in Gesetz oder Rechtspre-
chung. Die gesamte Überzeitentschädigung beruhe auf demselben Lebenssach-
verhalt, nämlich der gestützt auf einen Arbeitsvertrag zwischen den Parteien von
der Klägerin angeblich geleisteten, entschädigungsberechtigten Mehrarbeit. Für
die Überzeitentschädigung während allen drei Jahren sei somit grundlegend und
gleichermassen vorausgesetzt, dass die Klägerin zu einer Überzeitkompensation
(durch Freizeit oder Geld) überhaupt berechtigt gewesen sei, was bestritten wer-
de. Es handle sich deshalb vorliegend um eine echte Teilklage. Aber selbst wenn
es sich um eine unechte Teilklage handeln sollte, könne die Beklagte eine nega-
tive Feststellungsklage erheben (Urk. 1 S. 4 ff.; Urk. 14).
Die Klägerin machte dagegen geltend, dass der Streitgegenstand ihrer Kla-
ge nur ihren Anspruch auf Überzeitentschädigung für das Jahr 2016 umfasse.
Dabei handle es sich zweifellos um eine unechte Teilklage (Urk. 7 S. 4).
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3.a) Gemäss Art. 224 ZPO kann die beklagte Partei in der Klageantwort
Widerklage erheben, wenn der geltend gemachte Anspruch nach der gleichen
Verfahrensart wir die Hauptklage zu beurteilen ist (Abs. 1). Übersteigt der Streit-
wert der Widerklage die sachliche Zuständigkeit des Gerichts, so hat dieses beide
Klagen dem Gericht mit der höheren sachlichen Zuständigkeit zu überweisen
(Abs. 2). Die Lehre geht übereinstimmend davon aus, dass Art. 224 Abs. 1 ZPO
es grundsätzlich ausschliesst, im vereinfachten Verfahren mittels Widerklage An-
sprüche geltend zu machen, für die - wenn sie in einer selbständigen Klage for-
muliert würden - aufgrund ihres Fr. 30'000.-- übersteigenden Streitwerts das or-
dentliche Verfahren gälte und die somit nicht nach der gleichen Verfahrensart wie
die Hauptklage zu beurteilen sind (BGE 143 III 506 E. 2. und 3.1). Zu prüfen ist,
ob die Voraussetzung der gleichen Verfahrensart auch dann gilt, wenn es sich wie
vorliegend bei der Hauptklage um eine Teilklage handelt und die beklagte Partei
daraufhin eine negative Feststellungsklage über den ganzen Anspruch erhebt. Mit
ihrer Widerklage verlangt die Beklagte die Feststellung, dass auch der über die
Teilklage (Überzeitentschädigung für das Jahr 2016) hinausgehende, nicht einge-
klagte Teilanspruch (Überzeitentschädigung für die Jahre 2014 und 2015) nicht
bestehe, sondern dass festzustellen sei, dass die Klägerin überhaupt keinen An-
spruch auf Überzeitentschädigung für die Jahre 2014 bis 2016 besitze.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kommt es bei der Beurtei-
lung dieser Problematik massgeblich darauf an, ob es sich bei der erhobenen
Teilklage um eine echte oder eine unechte handelt. Wird aus einer gesamten
Geldforderung gestützt auf Art. 86 ZPO nur ein Teil geltend gemacht, unterschei-
det die Lehre zwischen echter und unechter Teilklage. Mit der echten Teilklage
wird ein quantitativer Teilbetrag aus dem gesamten Anspruch eingeklagt, bei der
unechten Teilklage beansprucht die klagende Partei einen individualisierbaren
Anspruch des Gesamtbetrages (BGE 143 III 254 E. 3.4. mit Verweis auf die ent-
sprechende Lehre).
b) Die Klägerin macht gestützt auf ihren Arbeitsvertrag mit der Beklagten
insgesamt grundsätzlich drei Forderungen betreffend Überzeitentschädigung für
drei verschiedene Zeitabschnitte, konkret für die Jahre 2014-2016, geltend, wobei
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sie jedoch nur diejenige für das Jahr 2016 einklagte (Urk. 5/1). Die Ansprüche ha-
ben ihre Grundlage zwar alle in demselben Arbeitsvertrag, betreffen aber jeweils
unterschiedliche Perioden und damit verschiedene Lebenssachverhalte. Folglich
handelt es sich bei ihnen um drei separate, eigenständige Ansprüche (BGE 142
III 683 E. 5.3.1.; BGer 4A_442/2017 vom 28. August 2018 E. 2.2. zur Publikation
vorgesehen). Da die Klägerin explizit nur die Überzeitentschädigung für das Jahr
2016 fordert, ist vorliegend nicht fraglich, welcher Anspruch mit der Teilklage gel-
tend gemacht wird bzw. welcher Lebenssachverhalt der Teilklage zu Grunde liegt.
Dieser ist vom Gesamtbetrag klar individualisierbar (vgl. BGer 4A_442/2017 vom
28. August 2018 E. 2.4., zur Publikation vorgesehen). Es liegt daher eine unechte
Teilklage vor. Es kann hiezu auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz
verwiesen werden (Urk. 2 S. 6 ff.). Dass die Klägerin in ihrer Klagebegründung
auch Ausführungen zu ihren Ansprüchen auf Überzeitentschädigung für die Jahre
2014 und 2015 machte (Urk. 5/1), ist entgegen der Auffassung der Beklagten
(Urk. 1 S. 4) unerheblich. Aus ihren Vorbringen sowie dem gestellten Rechtsbe-
gehren geht klar hervor, dass die Klägerin in diesem Prozess nur ihre Ansprüche
für das Jahr 2016 durchsetzen will. Wie die Klägerin zutreffend ausführte (Urk. 7
S. 4), hat sie in ihrem zweiten Parteivortrag die Möglichkeit, weitere Beweismittel
und Tatsachen vorzubringen.
Die von der Beklagten dagegen vorgebrachte Kritik ist nicht stichhaltig.
Selbst wenn die periodische Abgrenzung von Ansprüchen bezüglich Entschädi-
gung von Überzeitstunden nach Kalenderjahren künstlich sein sollte (Urk. 1 S. 5),
ist dies vorliegend nicht relevant. Überzeit liegt vor, wenn die maximale Arbeitszeit
laut Arbeitsgesetz (45 Stunden pro Woche, 9 Stunden pro Tag für Büropersonal)
überschritten wird (Streiff/von Kaenel/Rudolph, Arbeitsvertrag, Praxiskommentar
zu Art. 319 -362 OR, 7. Aufl., N 4 zu Art. 321c). Der Klägerin ist es unbenommen
ihre Teilklage nicht nur auf einen bestimmten Zeitraum (Wochen, Monate oder
Jahre), sondern auch auf einen betragsmässig bestimmten Streitwert unter
Fr. 30'000.-- zu beschränken (OGer ZH RA180001 vom 23. April 2018). Wenn sie
sich wie vorliegend entschliesst, die Entschädigung für einen bestimmten Zeit-
raum geltend zu machen, so beruht der allfällige Anspruch auf einem konkreten
Lebenssachverhalt, nämlich der eingeklagten Zeitperiode und nur dieser. Wieviel
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Überzeit in einem Jahr geleistet wurde, ob und wieviel Überzeit aus den Vorjahren
kompensiert wurde und wie hoch der Überzeitsaldo und der damit verbundene
Anspruch auf Überzeitvergütung Ende des Jahres schliesslich war, ist für jedes
Jahr gesondert zu berechnen. Die entsprechenden Tatsachen sind für jedes Jahr
hinreichend zu behaupten und zu beweisen. Es handelt sich damit um einen indi-
vidualisierbaren Anspruch des Gesamtbetrages (BGE 143 III 254 E. 3.4. mit Ver-
weis auf die entsprechende Lehre). Entgegen der Auffassung der Beklagten
(Urk. 1 S. 6 ff.) ist aufgrund der bundesgerichtlichen Rechtsprechung davon aus-
zugehen, dass die Erhebung einer negativen Feststellungswiderklage als Reakti-
on auf eine unechte Teilklage, bei welcher aufgrund ihres Streitwertes das verein-
fachte Verfahren zur Anwendung gelangt, nur zulässig ist, wenn der Streitwert
nicht die Anwendbarkeit des ordentlichen Verfahrens zur Folge hat. Die Überwei-
sung in das ordentliche Verfahren ist nur möglich, wenn es sich um eine echte
Teilklage handelt, was vorliegend nicht der Fall ist. Weitere Erwägungen dazu er-
übrigen sich angesichts dieser klaren Praxis. Auf die Vorbringen der Parteien
muss nur insoweit eingegangen werden, als sie für den Ausgang des Verfahrens
massgeblich sind. Die Berufung der Beklagten ist abzuweisen und demgemäss
die Verfügung des vorinstanzlichen Einzelrichters vom 17. Mai 2018 (Urk. 2) zu
bestätigen.
IV.
Für das Berufungsverfahren sind keine Kosten zu erheben (Art. 114 lit. c
ZPO). Da die Beklagte im Berufungsverfahren vollumfänglich unterliegt, wird sie
gegenüber der Klägerin entschädigungspflichtig (§ 4 Abs. 1, § 13 Abs. 1 und 2
AnwGebVO). Sie ist daher zu verpflichten, der Klägerin eine Parteientschädigung
von Fr. 2'050.-- (inkl. MwSt) zu bezahlen.