Decision ID: 86d324b9-25a6-50b3-85e4-83212e92220f
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Sozialamt der Stadt St. Gallen, Brühlgasse 1, 9004 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Nichteintreten auf Revisionsgesuch
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 20. November 2009 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 7).
A.b Am 2. Dezember 2009 kontaktierte Dr. med. B._, Fachärztin FMH für Psychiatrie
und Psychotherapie, vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD) telefonisch die
behandelnde Psychotherapeutin C._. Diese führte aus, die Versicherte leide an einer
kombinierten Persönlichkeitsstörung mit ängstlich vermeidenden, abhängigen und
narzisstischen Anteilen, an einer rezidivierenden depressiven Störung mit mittelgradiger
Episode, an einer Alkoholabhängigkeitserkrankung bei gegenwärtiger Abstinenz mit
kognitiver Beeinträchtigung sowie an einem pseudoradiculären
Halswirbelsäulensyndrom, weshalb seit Februar 2009 vollständige Arbeitsunfähigkeit
für sämtliche Tätigkeiten bestehe; das entsprechende Gesprächsprotokoll
unterzeichnete Frau C._ am 9. Dezember 2009 (IV-act. 16–1 f.). Zugleich liess sie der
IV-Stelle diverse medizinische Berichte zugehen, insbesondere den Austrittsbericht der
Psychiatrischen Klinik D._ vom 11. Mai 2009 betreffend eine stationäre Behandlung
vom 26. Februar bis zum 4. Mai 2009, in welchem eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bei
Austritt attestiert worden war (IV-act. 16–7 ff.), und den Bericht der Psychiatrischen
Klinik D._ vom 14. September 2009 betreffend eine testpsychologische
Untersuchung vom 8. September 2009, in welchem insbesondere auf mittel bis stark
reduzierte Leistungen im exekutiven Funktionsbereich hingewiesen worden war (IV-
act. 16–16 ff.).
A.c Am 25. Januar 2010 ging der IV-Stelle ein Bericht von Frau C._ vom 14. Januar
2010 an das zuständige Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zu, in welchem
unter anderem ausgeführt wurde, die Versicherte habe sich vom 4. Mai 2009 bis zum
14. Januar 2010 im E._, Zentrum für Suchttherapie und Rehabilitation, aufgehalten.
Die Arbeitsfähigkeit sei „ziemlich reduziert“, und die Versicherte könne ab Mitte Januar
2010 in einem Einsatzprogramm zu 50 % arbeiten (IV-act. 27).
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A.d Mit Verfügung vom 4. Oktober 2010 schloss die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung ab.
Die Versicherte sei weiterhin in einem Einsatzprogramm tätig, weitere berufliche
Eingliederungsmassnahmen seien somit nicht notwendig, betreffend Rente werde
später verfügt (IV-act. 46).
A.e Am 21. Oktober 2010 führte der RAD-Arzt Dr. med. F._, Facharzt FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie, in einer Stellungnahme aus, in Zusammenschau aller
relevanten Berichte sei von einer seit Februar 2009 bestehenden Arbeitsfähigkeit von
50 % in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen; von einer psychiatrischen
Begutachtung seien keine abweichenden Erkenntnisse zu erwarten (IV-act. 47).
A.f Mit Vorbescheid vom 18. November 2010 teilte die IV-Stelle mit, dass die
Zusprache einer halben Rente ab dem 1. Mai 2010 vorgesehen sei (IV-act. 51). Am
27. Januar/24. Februar 2011 verfügte die IV-Stelle entsprechend (IV-act. 56 f.).
B.
B.a Am 29. April 2011 liess die Versicherte durch das Sozialamt der Stadt St. Gallen
um Erhöhung der Rente ersuchen (IV-act. 63). Ihrem Gesuch liess sie ein Zeugnis von
Dr. med. G._, Fachärztin FMH für Innere Medizin, vom 25. Februar 2011, in welchem
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für den Zeitraum vom 15. Januar bis zum 31. Dezember
2010 und eine 40%ige Arbeitsfähigkeit ab 1. Januar 2011 attestiert worden waren (IV-
act. 61), und einen Bericht des H._ vom 16. Februar 2011, wonach das Pensum
beschwerdebedingt auf 40 % habe reduziert werden müssen, was sich in der Folge
bewährt habe (IV-act. 62), beilegen.
B.b Mit Schreiben vom 12. Mai 2011 forderte die IV-Stelle das Sozialamt auf, einen
ausführlichen Arztbericht von Dr. G._ oder sonstige Unterlagen einzureichen, anhand
derer die Verschlechterung glaubhaft gemacht werden könne; es wurde eine Frist bis
zum 30. Juni 2011 eingeräumt (IV-act. 66).
B.c Nachdem bis zu diesem Datum keine weiteren Unterlagen eingetroffen waren,
führte der RAD-Arzt Dr. F._ am 21. Juli 2011 aus, eine Verschlechterung sei
medizinisch nicht ausgewiesen (IV-act. 69).
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B.d Mit Vorbescheid vom 26. Juli 2011 teilte die IV-Stelle mit, dass vorgesehen sei, auf
das Revisionsgesuch nicht einzutreten (IV-act. 71).
B.e Dagegen liess die Versicherte am 13. September 2011 Einwand erheben. Gestützt
auf die der IV-Stelle direkt zugestellten Berichte von Dr. G._ vom 7. Juli 2011 und
Frau I._ vom 4. Juli 2011 liege ein relevanter Gesundheitsschaden vor, der zur Folge
habe, dass die Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht mehr gegeben sei.
Es werde um medizinische Abklärung durch die IV-Stelle ersucht (IV-act. 79).
B.f Nach erneuter Rückfrage an den RAD-Arzt Dr. F._ (IV-act. 81) verfügte die IV-
Stelle am 5. Oktober 2011 gemäss Vorbescheid (IV-act. 83).
C.
C.a Dagegen liess die Beschwerdeführerin am 9. November 2011 Beschwerde erheben
(act. G 1). Der Beschwerdeschrift lagen unter anderem die beiden im Einwand
erwähnten, nicht bei den IV-Akten liegenden Berichte von Dr. G._ vom 7. Juli 2011
(act. G 1.13) und Frau I._ vom 4. Juli 2011 (act. G 1.14) bei.
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 12. Dezember 2011 liess die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde beantragen (act. G 3).
C.c Mit Replik vom 27. Januar 2012 liess die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen
festhalten und weitere Unterlagen einreichen (act. G 5). Am 16. Februar 2012 liess sie
ein weiteres Arztzeugnis von Dr. G._ ins Recht legen (act. G 7).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Replik.

Erwägungen:
1.
Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht auf das Gesuch der
Beschwerdeführerin um Erhöhung der Rente eingetreten ist. Materielle Fragen bilden
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nicht Gegenstand dieses Verfahrens, da die angefochtene Verfügung solche ebenfalls
nicht zum Gegenstand hat.
2.
Wird ein Gesuch um Rentenanpassung gestellt, so ist gemäss Art. 87 Abs. 2 der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) darin glaubhaft zu
machen, dass sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise
geändert hat. Die genannte Verordnungsbestimmung will verhindern, dass die IV-
Stellen jedes Anpassungsgesuch eingehend, insbesondere in Nachachtung des sie
während jeden Verfahrens verpflichtenden Untersuchungsgrundsatzes, prüfen und
anschliessend materiell darüber befinden müssen. Lediglich, wenn aufgrund der von
den Gesuchstellern eingereichten Unterlagen oder der Ergebnisse der zur Beurteilung
der Eintretensfrage allfällig notwendigen Abklärungen davon auszugehen ist, dass sich
seit der letztmaligen materiellen Prüfung die tatsächlichen Verhältnisse in einer für den
Anspruch relevanten Weise verändert haben könnten, sind ein formelles Verfahren zu
eröffnen, umfassende Abklärungen zu tätigen und anschliessend ein materieller
Entscheid über den Leistungsanspruch zu fällen. Allerdings genügt es, wenn die
Gesuchsteller eine relevante Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse lediglich
glaubhaft machen; eine solche Veränderung muss nicht überwiegend wahrscheinlich
sein, damit auf ein entsprechendes Gesuch einzutreten ist. Es reicht, wie erwähnt,
wenn davon auszugehen ist, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse so verändert
haben könnten, dass eine Anpassung der Invalidenrente allenfalls notwendig sein
könnte. Die umfassende Prüfung des Gesuchs ist daher auch dann durchzuführen,
wenn gleichzeitig möglich ist, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse nicht in einer für
den Anspruch erheblichen Weise verändert haben. Es ist also denkbar, dass eine
Veränderung glaubhaft gemacht werden kann, die IV-Stelle auf ein entsprechendes
Gesuch einzutreten hat, die Veränderung sich im Abklärungsverfahren aber als nicht
überwiegend wahrscheinlich erweist und das Gesuch deshalb letztlich (materiell)
abzuweisen ist.
3.
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Die Rentenzusprache Anfang 2011 erfolgte gestützt auf wenige medizinische Akten. Im
Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik D._ vom 11. Mai 2009 war eine 50%ige
Arbeitsunfähigkeit bei Austritt attestiert worden (vgl. IV-act. 47). Diese
Arbeitsfähigkeitsschätzung stützte sich auf die Erkenntnisse im Rahmen der
stationären Behandlung vom 26. Februar bis 4. Mai 2009 sowie einer in diesem
Rahmen durchgeführten neuropsychologischen Untersuchung, die insbesondere
mittelschwere bis schwere Defizite in der Handlungsplanung und der
Handlungskontrolle ergeben hatte (vgl. IV-act. 16–7 ff.), was anlässlich einer weiteren
neuropsychologischen Untersuchung im September 2009 bestätigt wurde (vgl. IV-
act. 16–16 ff.). Von Seiten der Eingliederungsberatung ging man offenbar davon aus,
dass nach der langen stationären Therapie in der Psychiatrischen Klinik D._ und im
E._ eine langsame Arbeitsangewöhnung im geschützten Rahmen erfolgen sollte,
bevor dann ein „Übertritt“ in den ersten Arbeitsmarkt möglich sei (vgl. IV-act. 40–2). Am
19. Juli 2010 wurde festgehalten, es stehe nun die Phase des Aufbaus an; in diesem
Rahmen wollte man wohl mit der Zusprache der halben Rente finanzielle Sicherheit
gewährleisten. Noch immer war die Integration in den ersten Arbeitsmarkt das Ziel (vgl.
IV-act. 41). Der Rentenzusprache lag mithin für die Zukunft die Prognose zugrunde,
dass sich die 50%ige Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt realisieren lasse.
4.
4.1 Nach Zusprache der halben Rente war die Beschwerdeführerin weiterhin im
geschützten Rahmen tätig, via RAV im Brockenhaus (ab November 2010). Dort
zeichnete sich ab, dass sogar in diesem Rahmen ein Pensum von 50 % nicht zu er
eichen sei; das Pensum wurde auf 40 % reduziert. Die Gründe dafür waren sowohl
körperlicher als auch psychischer Natur (vgl. IV-act. 84–18). Bis zum Erlass der ange
fochtenen Nichteintretensverfügung war der bei Rentenzusprache noch als
realistisches Ziel betrachtete Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt nicht gelungen.
Die der rentenzusprechenden Verfügung zugrunde liegende Prognose über die künftige
Entwicklung des Sachverhalts – die Beschwerdeführerin werde ein 50%iges Pensum
im ersten Arbeitsmarkt verrichten können – ist damit in Frage gestellt. Wie kürzlich in
der Lehre aufgezeigt wurde, liegt der Zusprache einer Dauerleistung für die Zukunft
stets eine Prognose zugrunde, da der entsprechende Sachverhalt sich noch nicht
abgespielt hat und entsprechend nicht als erstellt gelten kann. Die Revision einer
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Dauerleistung gemäss Art. 17 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist so gesehen ein Instrument zur
Korrektur einer nachträglichen tatsächlichen Unrichtigkeit der rentenzusprechenden
Verfügung, die ihren Grund darin findet, dass die der rentenzusprechenden Verfügung
zugrunde liegende Prognose sich nicht verwirklicht (vgl. Ralph Jöhl, Die Revision nach
Art. 17 ATSG, in: Ueli Kieser/Miriam Lendfers (Hrsg.), Jahrbuch des
Sozialversicherungsrechts, 2012, S. 153 ff.). Der Regelfall ist zwar jener, dass
prognostisch von unveränderten Verhältnissen ausgegangen wird und entsprechend
eine nachträgliche tatsächliche Unrichtigkeit dadurch eintritt, dass sich die Verhältnisse
– wider Erwarten – verändern. Dieser Fall ist vom Wortlaut von Art. 17 ATSG erfasst.
Auch der umgekehrte Fall ist indessen denkbar, nämlich, dass prognostisch von einer
gewissen Entwicklung ausgegangen wird, die dann aber – ebenfalls wider Erwarten –
nicht eintritt. Qualitativ unterscheiden sich die beiden Fälle nicht. Eine Revision nach
Art. 17 ATSG hat daher sowohl dann zu erfolgen, wenn bei erwarteten unveränderten
Verhältnissen einer Veränderung eintritt, als auch dann, wenn bei erwarteten
veränderten Verhältnissen diese Veränderung ausbleibt. Mit anderen Worten genügt es
im vorliegenden Fall, wenn die Beschwerdeführerin glaubhaft machen kann, dass die
der rentenzusprechenden Verfügung zugrunde liegende Prognose, sie werde im ersten
Arbeitsmarkt ein 50%iges Pensum verrichten können, sich nicht verwirklicht hat.
Veränderte Verhältnisse sind insofern nicht erforderlich; es genügt, wenn sich die
Verhältnisse nicht bzw. nicht wie erwartet verändert haben. Da dies, wie dargelegt, der
Fall ist, hat die Beschwerdegegnerin eine Revision der Rente gemäss Art. 17 ATSG
vertieft bzw. materiell zu prüfen. Sie ist daher zu Unrecht auf das entsprechende
Gesuch nicht eingetreten.
4.2 Hinzu kommt, dass im Einwand vom 13. September 2011 auf die Berichte von
Dr. G._ vom 7. Juli 2011 und von Frau I._ vom 4. Juli 2011 hingewiesen wurde.
Diese wurden auch an die IV-Stelle adressiert (vgl. act. G 1.13), wurden von derselben
aber offenbar nicht ins ordentliche Dossier aufgenommen, sondern unter „Fremdakten“
abgelegt. Der RAD-Arzt Dr. F._ ging in seiner Beurteilung vom 22. September 2011
nicht auf diese Berichte ein, obwohl darauf hingewiesen wurde und sie bei den Akten
lagen. Auch anderweitig wurde nicht Bezug auf die beiden Berichte genommen, was
als Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG zu
qualifizieren ist. Zwar liegt die Beweisführungslast im Rahmen der Eintretensprüfung
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noch bei den Versicherten, doch entbindet dies die IV-Stelle nicht davon, expliziten
Hinweisen auf Berichte nachzugehen. Auch unter diesem Gesichtspunkt erweist sich
die angefochtene Verfügung als rechtsfehlerhaft, was deren Aufhebung zusätzlich
rechtfertigt.
4.3 Im Übrigen hat die Beschwerdeführerin offenbar vermehrte somatische
Beschwerden, was bereits im Schreiben des H._ vom 16. Februar 2011 thematisiert
wurde (vgl. IV-act. 84–18). Sie stand zumindest von August bis November 2011 in
chiropraktischer Behandlung; der Chiropraktor sah bei weiterer Therapieresistenz zu
sätzlichen Abklärungsbedarf (vgl. act. G 5.2). Auch diesbezüglich rechtfertigt es sich,
eine Revision nach Art. 17 ATSG materiell zu prüfen.
5.
Demnach ist die angefochtene Verfügung in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben
und die Beschwerdegegnerin angewiesen, das Gesuch der Beschwerdeführerin
materiell zu prüfen. Ausgangsgemäss hat die Beschwerdegegnerin die gemäss Art. 69
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) zu
erhebenden und angesichts des durchschnittlichen Aufwands auf Fr. 600.--
festzusetzenden Gerichtskosten zu bezahlen. Die Zusprache einer Parteientschädigung
gemäss Art. 61 lit. f ATSG fällt nicht in Betracht, da die Beschwerdeführerin durch das
Sozialamt vertreten wird (vgl. den Entscheid IV 2009/341 des Versicherungsgerichts
des Kantons St. Gallen vom 18. November 2011, E. 5.2).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP