Decision ID: 824a6d14-de9c-491e-846e-ed442554a97a
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1963
, ist
selbständig erwerbender Schreiner
.
Unter Hinweis auf
eine Verschlechterung des Zustandes seines Kniegelenks nach einer Operation im Jahr 200
5
meldete
er sich
am
2
9.
Mai 2018
bei der Invaliden
versicher
ung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/2
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte
in der Folge
die medizinische und erwerb
liche Situation
ab
. Der Versicherte reichte sodann auf Veranlassung der IV-Stelle s
ämtliche noch vorhandenen
Buchhaltungsunterlagen betreffend die Jahre 200
9 bis 2017
(Urk.
7/10)
sowie
die letzte Beitragsverfügung der Ausgleichskasse vom 4. Mai 2018 (Urk. 7/11)
zu den Akten. Am 2. November 2018
wurde der Abklä
rungsbericht für
Selbständigerwerbende
erstattet (Urk.
7/22)
.
Nach ergangenem Vorbescheid
vom 5. Februar 2019
(Urk.
7/29)
und
dem Einwand
von
X._
vom
8. Februar 2019
(Urk. 7/32)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vo
m 7. Mai 2019 einen Rentenanspruch (
Urk.
2
=
Urk. 7/39
).
2.
Der Versicherte erhob am
1
1.
Mai 2019
Beschwerde g
egen die Verfügung vom 7.
Mai 2019 (Urk. 2
) und beantragte
sinngemäss
, diese sei aufzuheben und es sei ihm
eine Invalidenrente
zuzusprechen
(Urk. 1
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
13. Juni 2019
(Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer
durch
Verfügung vom 14. Juni 2019
zu
r Kenntnis gebracht (Urk. 8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialve
rsicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1
.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
5
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie
setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medi
zinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmetho
den können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allge
meinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid vom
7.
Mai 2019 erwog die Beschwerdegegnerin
, dass die Tätigkeit als selbständiger Schreiner für die Gesundheit des Beschwerde
führers
nicht förderlich
sei. Da der Beschwerdeführer
schon länger aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme
in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt gewe
sen sei, werde ihm als
Valideneinkommen
der
statistische – und nicht
der
effektiv
erzielte –
(Tabellen-)
Lohn angerechnet.
Ihm sei es zumutbar, in einer leidensan
gepassten, körperlich leichteren Tätigkeit
mit einem Pensum von 100 %
ein rentenausschliessendes Einkommen zu
erzielen
(
Invaliditätsgrad von 19
%,
Urk. 2
S. 2
)
.
2.2
Demgegenüber macht
e
der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 11. Mai 2019
betreffend die
Tabellenlöhne
geltend,
dass die unentgeltliche Unterstützung, die er von seinem Sohn
bei Arbeitseinsätzen erhalte
, bei der Berechnung des Invaliditätsgrades nicht berücksichtigt worden sei. Zudem best
r
itt
der Beschwer
deführer, sich gegenüber Eingliederungsmassnahmen trotz guter Prognose ableh
nend verhalten zu haben.
Weiter h
ielt
er in seiner Beschwerde
schrift
bezugneh
mend auf den B
ericht
des Hausarztes
Dr.
Y._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
vom 2
5.
März 2019
fest, dass seine Krankheit längerfristig
zunehmend
invalidisierend
sei
und
auch mit
eine
r
Operation
nicht garantiert werde, dass er die alltäglichen Lasten tragen könne
(Urk. 1)
.
2
.3
Strittig ist
,
welche Tätigkeiten
d
er Beschwerdeführer
noch ausüben kann und ob
aus seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung
eine Erwerbseinbusse resultiert, welche zur Zusprechung einer Invalidenrente führt.
3.
3.1
Im Bericht der Klinik
Z._
vom 21. August 2018 führt
e
der behandelnde Arzt
Dr.
A._
,
Facharzt für
Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates
, folgende
Diagnose
n
auf
(Urk. 7/14
; vgl. auch Urk. 7/23
)
:
Posttraumatische Retropatellar- sowie
Varusgonarthrose
im
Kniegelenk rechts
-
bei Status nach Kniearthroskopie rechts im Januar 2005
-
bei Status nach
Verdrehtrauma
mit medialer
Me
n
iskopathie
Sodann wurde im Bericht festgehalten, dass die Möglichkeit einer Knie-Teilpro
these-Versorgung bestehe, dies jedoch das Knien als Plattenleger
(
eine
Tätigkeit
, die der gelernte Schreiner
in seinem Betrieb
ebenfalls ausübt
, vgl. Urk.
7/22
S
.
2
)
nicht unbedingt verbessern werde. Eine sitzende/gehende/stehende Tätigkeit ohne
forcierte Knieaktivitäten sei
sicher zu bevorzugen.
Dr.
A._
definierte keine
Arbeitsunfähigkeit
des Beschwerdeführers
als Schreiner.
Am
1
4. September 2018
verfasste Dr.
A._
einen weiteren
, ergänzenden
Bericht und erwähnte n
eu nicht näher umschriebene Beschwerden
im linken Kniegelenk
des Beschwerdeführers
.
Eine
Aussage
aus medizinischer Sicht
zur Arbeits
fähigkeit
machte
er hingegen
nicht
und
formulierte auch kein Belastungs
profil
(Urk. 7/18)
.
3.2
In seiner Stellungnahme vom 2. Oktober 2018 (Urk. 7/28
S.
5)
zu d
ies
en beiden
Berichten hielt Dr.
B._
,
Facharzt
für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie
des Bewegungsapparates
,
vom RAD
fest, dass hinsichtlich der
ange
-
stamm
ten Tätigk
eit als Schreiner von einer
«drohenden Invalidität» auszugehen sei.
Aktuell sei in den Berichten von Dr.
A._
zwar eine volle Arbeitsfähigkeit festgehalten worden; die typischen körperlichen Belastungen als Schreiner würden aber in den nächsten ein bis zwei Jahren zu einer Arbeitsunfähigkeit führen. Für eine angepasste Tätigkeit (körperlich leicht, fast ausschliesslich sitzend, ohne längere Gehstrecken auf unebenem Boden, ohne häufiges Treppen
steigen, ohne Knien, Kauern und Hocken
)
sei von einer zeitlich uneingeschränk
ten Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
auszugehen.
3.3
Der
Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
wurde am 2. November 2018 erstellt (Urk. 7/22).
Der Beschwerdeführer machte dabei vor Ort die folgenden Angaben zu seiner beruflichen Tätigkeit:
Im Jahr 1999 habe er seinen eigenen Schreinerbetrieb eröffnet und im Jahr 2003 den Standort nach
C._
v
erlegt. Seither beschäftige er
keine Angestellten mehr. Seine Werkstatt sei relativ bescheiden; so sei er
beispielsweise
für die eigene Herstellung von Möbeln gar nicht ausgestattet. Er kaufe diese Produkte ein und montiere sie dann bei Kunden vor Ort
(S. 2-3)
. Die gesundheitlichen Probleme würden
ihn
bereits seit Jahren bei der Arbeit b
eeinträchtigen. Sein Sohn
helfe
desw
egen seit 2013 im Betrieb
mit. D
ieser sei zunächst sein Lehrling gewesen
;
seit 2015 helfe er
ihm in der Freizeit
auf unentgeltlicher Basis
aus
.
Der Beschwerdeführer schätzte sein Arbeitspensum
auf
rund 50 bis 60
%
und
erklärte abschliessend, se
in Umsatz gehe stetig zurück;
sein Betrieb könne eigentlich kaum noch existieren
(S. 3)
.
Die Abklärungsperson
gelangte aufgrund dieser Schilderungen des Bes
chwerde
führers zum Schluss,
dieser
sei
seit dem Jahr 2005 durch seine gesundheitlichen Probleme immer wieder in seiner Arbeitsfähi
gkeit beeinträchtigt gewesen, so
dass die Geschäftsabschlüsse nicht genügend aussagekräftig seien, um das
Validen
einkommen
zu bestimmen. Die Abklärungsperson stützte sich entsprechend für das Einkommen bei
voller
Gesundheit auf die
Schweizerische Lohnstrukturerhe
bung (LSE) des Bundesamtes für Statistik
und setzte das
Valideneinkommen
auf Fr. 73'946.60 fest
(S. 9)
.
3.
4
Im
Bericht
vom 25. März 2019 bescheinigte
de
r
Hausarzt
Dr.
Y._
d
em Beschwerdeführer
in seiner Tätigkeit als Schreiner
eine Arbeitsunfähigkeit von 50
% seit
seiner Behandlungsaufnahme am
20. November 2018 und bis auf
w
eiteres (Urk. 7/35
; gleiches ist
seinem am
20. November 2018
ausgestellten ärzt
lichen Zeugnis
zu entnehmen [Urk. 7/31]
). Diese Arbeitsunfähigkeit werde sich
– insbesondere ohne operative Massnahmen –
längerfristig zunehmend st
ärker invalidisierend auswirken
.
4.
4.1
Aus den Angaben des Beschwerdeführers
im Abklärungsbericht
geht hervor, dass dieser aufgrund seiner Kniebeschwerden
sein berufliches Potential als selbstän
diger Schreiner
bereits
seit vielen Jahren nicht mehr voll ausschöpfen k
ann
.
Auch d
ie involvierten Ärzte stimmen mit
dieser Einschätzung überein, wenngleich insbesondere Dr.
A._
keine Arbeitsunfähigkeit festgehalten h
at und der RAD «nur» von einer drohenden Invalidität
spricht. Einzig Dr.
Y._
bescheinigte dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % seit dem 20. November 2018 in seiner Tätigkeit als Schreiner.
4.2
Weder Dr.
Y._
noch Dr.
A._
äusser
te
n sich zur Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
in einer
leidens
angepassten Verweistätigkeit
.
D
iesbezüglich
liegt
einzig
die Einschätzung des RAD
in seiner Stellungnahme vom 2. Oktober 2018
vor
.
Es handelt sich um eine Aktenbeurteilung, da der Beschwerdeführer
vom RAD-Arzt
nicht untersucht wurde. Der Stellungnahme
des RAD
kann trotz
dem voller Beweiswert zukommen, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medi
zinischen Sachverhaltes geht (Urteil des Bundesgerichts 8C_281/2018 vom
25. Juni 2018 E. 3.2.2 mit Hinweisen). Anhand der
Vorakten
konnte sich Dr.
B._
ein vollständiges Bild über die Anamnese, den Krankheitsverlauf und den gegen
wärtigen gesundheitlichen Status des Beschwerdeführers verschaffen.
Die involvierten Ärzte
stimmen
in nachvollziehbarer Weise
dahingehend überein, dass die Tätigkeit als Schreiner – eine körperlich
anspruchsvolle
Tätigkeit mit Bücken und Knien –
für den Beschwerdeführer nicht optimal ist
.
Dass aber
eine angepasst
e
Tätigkeit
(körperlich leicht, überwiegend sitzend, ohne längere Gehstrecken auf unebenem Boden, ohne häufiges Treppensteigen und ohne Knie
n
, Kauern und Hocken)
– wie sie Dr.
B._
in seiner Stellungnahme festlegt –
uneingeschränkt ausgeübt werden könne, ist
in Anbetracht der Kniebeschwerden
einleuchtend
. Auch Dr.
A._
hält fest, dass eine körperlich leichtere Tätigkeit
(ohne forcierte Knieaktivitäten und sitzend/gehend/stehend)
für den Beschwerdeführer
optimaler wäre
(Urk.
7/14
)
. Der Beschwerdeführer
selbst schil
derte g
egenüber
der Abklärungsperson
,
dass er
zunehmend
vor allem Büroarbei
ten in seinem Betrieb übernehme und bei den körperlich fordernden Arbeiten Unterstützung von seinem Sohn erh
alte
.
Anhaltspunkte für eine dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit lassen sich au
ch
den Berichten der behandelnden Ärzte nicht entnehmen.
4.3
Aufgrund des Gesagten ist der medizinische Sachverhalt dahingehend
als
erstellt zu erachten, dass der
Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit in seiner Arbeitsfähigkeit
ab dem 20. November 2018
zu
höchstens
50 % einge
schränkt ist
, dass
ihm aber
eine
körperlich leichtere
Tätigkeit
entsprechend
d
e
m
vorste
hend erwähnten Belastungsprofil
in einem 100 %-Pensum zumutbar ist.
5.
5.1
Der Einkommensvergleich hat auch bei
Selbständigerwerbenden
in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt.
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothe
tischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invali
deneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174).
5.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen LSE
herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeit
punkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3).
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
)
.
5.3
Nach der Rechtsprechung kann die Aufnahme einer unselbständigen Erwerbs
tätigkeit als zumutbar erscheinen, wenn davon eine bessere erwerbliche Verwer
tung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden kann und der berufliche Wechsel unter Berücksichtigung der gesamten Umstände (Alter, Aktivitätsdauer, Ausbildung, Art der bisherigen Tätigkeit, persönliche Lebensumstände) als zumutbar erscheint (Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.1 mit Hinweisen auf Urteile I 116/03 vom 10. November 2003 E. 3.1 und I 145/01 vom 12. September 2001 E. 2b).
Der Beschwerdeführer
, welcher weiterhin – so gut es geht –
in seinem Schreiner
betrieb
arbeitet, hielt
fest, dass
sein
Umsatz stetig zurückgegangen sei und er immer mehr
die
Unterstützung seines Sohnes benötige (vgl. Urk.
7/22
S. 3-4
).
Diese Aussage deckt sich mit
den Einträgen im
individuellen Konto
(
IK-Auszug
)
, welche
n
zu entnehmen
ist
, dass die
abgerechneten Einkommen zwischen Fr. 9’094.–– (2011) und Fr.
105'300.–– (2009)
schwanken
,
in den letzten zehn Jahren
tendenziell
rückläufig
sind
und
sich
zuletzt
bei
etwa Fr. 61'000.
––
konsolidiert haben
(Urk.
7/5
und Urk. 7/22 S. 7-8
).
Es ist
somit
nicht von der Hand zu weisen
, dass der Beschwerdeführer seine Arbeitsfähigkeit durch die Tätigkeit in seinem Schreinerbetrieb
in erwerblicher Hinsicht
nicht voll ausschöpfen kann und
unbestrittenermassen
zunehmend unentgeltliche Hilfe in Anspruch nehmen
muss
.
Gleichzeitig ist
dem Beschwer
deführer
eine leidensangepasste Tätigkeit in einem Vollzeitpensum möglich.
Der Beschwerdeführer verfügt noch über eine
Resterwerbsdauer
von
rund
neun Jahren
, wobei zu berücksichtigen ist, dass
auf dem hypothetischen, ausgegliche
nen Arbeitsmarkt Hilfsarbeiten grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt werden.
Er hat im Jahr 1999 die «
D._
GmbH» gegründet und dabei auch Angestellte beschäftigt. Nach der Löschung
der GmbH
im Jahr 2003 eröffnete er im Jahr 2004 sein Einzelunternehmen «
E._
», welches er bis heute
ohne Ang
e
stellte
betreibt.
Rechtsprechungsgemäss ist eine Betriebsaufgabe nur unter strenger Voraussetzung unzumutbar und es kann ein Betrieb selbst dann nicht auf Kosten der Invalidenversicherung aufrechterhalten werden, wenn die ver
sicherte Person darin Arbeit von einer gewissen erwerblichen Bedeutung leistet (Urteil des Bundesgerichts 9C_771/2017 vom 29. Mai 2018 E. 3.1.1 mit Hinwei
sen).
Entsprechend ist
dem Beschwerdeführer
die Aufnahme einer angepassten Tätigkeit und auch der Wechsel in eine unselbständige Anstellung zur
optimalen
Verwertung seiner Restarbeitsfähigkeit
unter Berücksichtigung der ihm obliegen
den Schadenminderungspflicht
zumutbar
, zumal er mit der Aufgabe seiner bescheidenen Werkstatt auch kaum Investitionen einbüsst
.
Angesichts der Zumutbarkei
t einer 100%igen behinderungsan
ge
passten Tätigkeit steht dem Beschwerdeführer auch bei Beachtung der i
n der
RAD-
Stellungnahme
genannten
Anforderungen
eine breite Palette von Tätigkeiten offen. Es rechtfer
tigt sich daher, für die Ermittlung des In
valideneinkommens auf den stand
ardi
sierten Durchschnittslohn für
einfache Tätigkeiten in sämtlichen Wirtschafts
zwei
gen des privaten Sektors
ge
mäss
LSE
abzustellen.
Dabei stützte sich die Beschwer
degegnerin zu Recht auf die LSE 2016, die einen Monatslohn von Fr. 5'340.-- ausweist (Tabelle TA1, Total Männer, Kompetenzniveau 1). Unter Berücksich
tigung der männerspezifischen Nominallohnentwicklung von 0.4
%
im Jahr 2017
und von 0.5
%
im Jahr 2018 und der betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stun
den ergibt dies ein Einkommen von Fr. 67'405.95 (
Fr.
5'340.-- x 12 / 40 x 41.7 x 1.004 x 1.005).
Die Beschwerdegegnerin nahm in der angefochtenen Verfügung einen Abzu
g von 10 % vom Tabellenlohn vor.
W
ie
bereits ausgeführt, kann der Beschwerdeführer
vollschichtig
Hilfsarbeiten ausüben, sofern diese körperlich leicht sind und vorwiegend im Sitzen und ohne häufiges Bücken und Kauern getätigt werden können. Im ausgeglichenen Arbeitsmarkt existiert ein breites Spektrum an solchen Hilfsarbeiten, weswegen sich ein
höherer
Abzug vom Tabellenlohn nicht rechtfertigt
und auch nicht geltend gemacht wurde
.
Entsprechend
resultiert ein massgebendes
Invaliden
e
inkommen von
Fr. 6
0
‘
665
.–
–
.
5.4
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte
Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgr
ad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre.
Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139
V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1 und
134 V 332 E. 4.1 mit
Hinweis
).
Das
Valideneinkommen
kann bei
Selbständigerwerbenden
grundsätzlich auf
grund
des IK-Auszuges
bestimmt werden. Weist das bei Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den während einer längeren Zeit
spanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen
(Urteil
des Bundesgerichts
9C_413/2017 vom 19. September 2017 E. 3.2.2)
.
Die
verabgabten
Einkommen schwanken stark
und
w
u
rden
nach Angabe des Beschwerdeführers seit längerem
durch
seine
gesundheitlichen Beschwerden
wie
auch durch die Mitarbeit seines Sohnes im Betrieb ab dem Jahr 2013
beeinflusst
.
Daher
können anhand des IK-Auszugs keine verlässlichen Aussagen zum hypo
thetischen Einkommen als gesunde Person gemacht werden
.
Ein Abstützen auf die Zahlen des IK- Auszugs beziehungsweise die Berechnung des Durchschnitts
wertes
der letzten fünf Jahre mit Betriebsgewinnen über mehrere Jahre unter Fr. 42'000.–– (Urk. 7/22 S. 8
f.
)
ergäbe
nicht
das Einkommen
,
das ohne die gesundheitliche Beeinträchtigung voraussichtlich realisiert worden wäre
und
würde sich
zudem
zu Lasten des Beschwerdeführers auswirken.
Zu Gunsten des Beschwerdeführers
ist
daher
das
Valideneinkommen
anhand der statistischen Werte der Lohnstrukturerhebung zu berechnen
, wie dies die
Beschwerdegegnerin
ebenfalls getan
hat
.
D
eren Berechnun
g
(vgl. Urk. 7/22
S. 9
)
und dabei insbesondere das Heranziehen des Einkommens von Fr. 5'911.–– im Kompetenzniveau 2
der Tabelle
TA1
für den privaten Sektor
(Baugewerbe
Ziff.
41-43)
ist nicht zu beanstanden. Angepasst an die Nominallohnentwicklung (vgl. vorstehend E. 5.3) und die betriebsübliche Arbeitszeit im Baugewerbe von 41.3 Stunden resultiert ein
Valideneinkommen
von Fr.
73'899.––
(
Fr. 5'911.––
x 12 / 40 x 41.3 x 1.004 x 1.005)
.
Aus diesen beiden berechneten Einkommen
ergib
t
sich
eine Erwerbseinbusse von Fr.
13
'
234
.––
und
damit ein Invaliditätsgrad von 18
%, was
zu
keine
m Renten
anspruch
führt
.
5.5
Die angefochtene Verfügung vom
7. Mai 2019
erweist sich
somit als
rechtens, so dass die
Beschwerde abzuweisen ist.
Von der Beschwerdegegnerin nicht geprüft wurde die
Frage der
Erfüllung des Wartejahres
(vorstehend E. 1.2)
. Bei diesem Ausgang
des Verfahrens
kann diese Frage jedoch
offen
gelassen werden.
6
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskos
ten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzu
legen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.