Decision ID: 20145ee8-d148-40f6-bf56-9924e11f4fb3
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ bezog seit Jahren Ergänzungsleistungen zu einer ganzen Rente der
Invalidenversicherung respektive (ab dem 1. Februar 2018) zu einer Altersrente der AHV
(vgl. act. G 9.1.54). Am 21. September 2018 ging bei der EL-Durchführungsstelle ein
Schreiben des EL-Bezügers ein (act. G 15.1.50–1), mit dem dieser Abrechnungen im
Zusammenhang mit Arzt- und Zahnarztbesuchen einreichte, sinngemäss um die
Vergütung der entsprechenden Kosten – auch der Fahrtkosten – ersuchte und
zusätzlich den Antrag um eine Vergütung der Kosten eines Halbtax-Abonnements oder
eines Generalabonnements der SBB stellte. Zur Begründung dieses Antrags führte er
aus: „Bedenken Sie: Eine Tageskarte kostet für alle 75 Franken mit Halbtax. Nur
zweimal pro Woche X4 Therapie. Sauerstoff O B._ 300 Franken pro Monat. Bisher
alles selber bezahlt und zu wenig dorthin gegangen. Es gibt keine Alternative. Würde
ich nach präventiv-gesundheitsfördernden Kriterien gehen, so wäre es ohne G.A.
unmöglich“. Der Eingabe lag ein Schreiben der SBB bei, laut dem der EL-Bezüger ein
Generalabonnement mit einem Rabatt von 150 Franken für 2’730 Franken statt für
2’880 Franken hätte kaufen können. Mit zwei Verfügungen vom 19. Oktober 2018
vergütete die EL-Durchführungsstelle die Kosten für die Behandlungen durch den
Zahnarzt und durch die Dentalhygiene-Praxis sowie die entsprechenden
Transportkosten von 109 Franken (act. G 15.1.45 f.). Am 29. Oktober 2018 sprach der
EL-Bezüger persönlich bei der EL-Durchführungsstelle vor (vgl. act. G 15.1.44). Er bat
darum, dass die Vergütung des ermässigten Generalabonnements nochmals geprüft
werde. Es würde ihm sehr helfen, wenn er die Kosten für das Generalabonnement
vergütet erhalten würde. Dann müsste er nicht so häufig schwarzfahren und er könnte
auch öfter in die Therapie gehen. Die Sachbearbeiterin der EL-Durchführungsstelle
erklärte ihm, dass die bisher eingereichten Belege Transportkosten von weit weniger
A.a.
2
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als dem Gegenwert des Generalabonnements auswiesen. Da nur die günstigste
Variante berücksichtigt werden könne, werde die EL-Durchführungsstelle weiterhin die
belegten Transportkosten vergüten. Die Kosten eines Generalabonnements werde sie
dagegen nicht übernehmen. Am 30. Oktober 2018 teilte die EL-Durchführungsstelle
dem EL-Bezüger schriftlich mit (act. G 15.1.43), dass sie die Kosten für ein
Generalabonnement nicht vergüten werde. Sie forderte ihn auf, sämtliche
Transportkosten ab Januar 2018 aufzulisten, und sie wies darauf hin, dass sie allenfalls
die Kosten für ein Halbtax-Abonnement übernehmen könne. Am 23. November 2018
machte der EL-Bezüger geltend (act. G 15.1.39–13), er stelle hiermit ein offizielles,
juristisch verbindliches Gesuch um die monatliche Finanzierung eines
Generalabonnements. Für den Fall, dass sein Gesuch nicht bewilligt werde, verlange er
„eine Rechtsbelehrung mit einer anfechtbaren Verfügung dazu“. Der EL-
Durchführungsstelle sei bekannt, dass er ein persönliches Angebot der SBB für ein
vergünstigtes Generalabonnement erhalten habe. Im Nationalrat sei in der
Herbstsession über die zu niedrigen Ergänzungsleistungen verhandelt worden. Sein
Antrag auf eine Erhöhung der ihm gesetzlich zustehenden Leistung sei am 27.
September 2018 unkorrekt abgelehnt worden. In der Beilage lasse er der EL-
Durchführungsstelle sämtliche Fehlentscheide der IV-Stelle zugehen, mit denen der
Grundsatz „Rente vor Eingliederung“ bei ihm menschenverachtend durchexerziert
worden sei. Manche Überbelastungen stammten von diesen einschneidenden
Fehlentscheiden. Deshalb sei es berechtigt, wenn er auf der Bezahlung der Kosten für
ein Generalabonnement bestehe. Seine Ausgaben für Fahrtkosten beliefen sich auf
mehr als 260 Franken pro Monat. Als Beispiel könne er die Monate September und
November nennen. Der Sachbearbeiterin der EL-Durchführungsstelle müsse klar sein,
dass er nicht über seine Verhältnisse Bahnkosten bezahlen könne. Herr B._ von der
Naturheilpraxis B._ habe bestätigt, dass die Gesunderhaltung der Lunge
lebenswichtig sei („4 × 75 Franken“). Vor etwa vier Jahren habe er noch über eine
Zusatzversicherung verfügt, die diese Therapie bezahlt habe, „seitdem gestrichen“. Im
Dezember 2018 gab der EL-Bezüger Unterlagen zur „Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie
SMT nach Prof. Dr. M. von Ardenne“ ab, die offenbar von der Naturheilpraxis B._ in
C._ zusammengestellt worden waren (act. G 15.1.37). Laut diesen Unterlagen zielte
die Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie auf eine Erhöhung der Sauerstoffsättigung
respektive des Sauerstoffdrucks im Körper („PaO “) ab.2
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Am 4. Dezember 2018 fragte die EL-Durchführungsstelle den Hausarzt an (act. G
15.1.36), ob die Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie für den EL-Bezüger medizinisch
notwendig sei, in welcher Häufigkeit sie allenfalls durchgeführt werden müsse, ob es
eine vergleichbare, aber vom KVG anerkannte Therapie gebe, ob ein Arzt in der Nähe
diese allfällige Therapie anbiete und ob es Ärzte in der Nähe gebe, die die Sauerstoff-
Mehrschritt-Therapie anböten. Am 28. Dezember 2018 antwortete Dr. med. D._ (nach
einer vorgängigen Konsultation des EL-Bezügers; act. G 15.1.30), gemäss dem
Indikationskatalog der Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie könnte für den EL-Bezüger
tatsächlich eine solche Therapie in Frage kommen. Am ehesten könne man die
Indikation mit einem Burnout-Syndrom und einer mangelnden Vitalität sowie einer
Einschränkung der Lungenfunktion begründen. Zur Häufigkeit existierten diverse
Schemata, wobei 12–18 Therapiesitzungen als adäquat definiert worden seien. Als
einzige vergleichbare, vom KVG anerkannte Therapie falle die hyperbare
Sauerstofftherapie in Betracht. Einzelne Krankenkassen bezahlten die Sauerstoff-
Mehrschritt-Therapie über Zusatzversicherungen für
Komplementärmedizinmassnahmen. In der Schweiz gebe es nur zwei Zentren, die eine
hyperbare Sauerstofftherapie anböten. Eines davon befinde sich in E._, das andere in
F._. Die Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie werde von verschiedenen Ärzten
angeboten, aber in der Nähe des Wohnortes des EL-Bezügers habe er keinen
gefunden. Am 10. Januar 2019 „bekräftigte“ der EL-Bezüger sein Gesuch um die
Vergütung der Kosten eines Generalabonnements (act. G 15.1.28). Er verlangte einen
korrekten Entscheid als „Härtefall für Prävention“ und er wies darauf hin, dass er im
Sinne eines „schweizerischen Kompromisses“ zufrieden mit einer anteiligen Vergütung
für die Zeit von November 2018 bis Mai 2019 wäre. Auf jeden Fall erwarte er aber eine
Verfügung. Am 16. Januar 2019 machte er geltend (act. G 15.1.25), nun sei „ein halber
Monat für nichts durch“. Er habe zweimal eine Tageskarte für 40 beziehungsweise 44
Franken lösen müssen, um wichtige Erledigungen und Therapieabklärungen zu tätigen.
Das gehe so nicht. Von der Krankenkasse habe er eine Rechnung über 768.40 Franken
und 46.30 Franken für eine komplette Lungenuntersuchung erhalten, die die EL-
Durchführungsstelle veranlasst habe. Er ersuche die EL-Durchführungsstelle, die
gesamte Rechnung direkt zu begleichen. Die Krankenkasse dürfe dafür vom EL-
Bezüger keine Kostenbeteiligung verlangen. Er hoffe, dass die EL-Durchführungsstelle
in zwei Tagen eine Entscheidung bezüglich des Generalabonnements getroffen habe.
A.b.
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Die EL-Durchführungsstelle antwortete am 25. Januar 2019, dass sie die Rechnung der
Krankenkasse über 798.30 Franken erhalten habe und dass sie die Kosten für die
Abklärung über 768.40 Franken direkt begleichen werde; für die Vergütung des
Differenzbetrages von 29.90 Franken werde sie noch die ursprüngliche
Leistungsabrechnung bei der Krankenkasse einfordern (act. G 15.1.24). Mit einer
Verfügung vom 5. Februar 2019 vergütete die EL-Durchführungsstelle die Kosten von
768.40 Franken; den Betrag überwies sie direkt dem EL-Bezüger (act. G 15.1.23).
Der behandelnde Arzt der Naturheilpraxis B._ gab im Februar 2019 telefonisch
an, dass der EL-Bezüger im Jahr 2018 elf Termine wahrgenommen habe (act. G
15.1.21). Am 13. Februar 2019 erhielt die EL-Durchführungsstelle von der
Krankenkasse die Leistungsabrechnung zum Rechnungsbetrag von 29.90 Franken; die
Leistung hatte eine Behandlung im August 2018 durch Dr. med. G._ betroffen (act. G
15.1.19). Der EL-Bezüger machte im Februar 2019 geltend (act. G 15.1.17), so etwas
habe er noch nie erlebt. Die EL-Durchführungsstelle habe eine Diagnose erhalten, die
mit Sicherheit das Generalabonnement rechtfertige. Er erwarte eine sofortige
Vergütung aller Zusatzkosten, die durch die bisherige Verweigerung des
Generalabonnements verursacht worden seien. Eine Lungenverengung sei kein Luxus
und habe nichts mit einer Alterung zu tun. „Jeden Morgen oder abends Hustenanfälle
und ein verschleimter Hals reichen aus für eine Sauerstofftherapie“. Am 14. Februar
2019 bemerkte die EL-Durchführungsstelle, dass ihr ein Fehler unterlaufen war. Die
zuständige Sachbearbeiterin notierte (act. G 15.1.16), sie habe angenommen, dass die
Rechnung der Krankenkasse über 768.40 Franken die Untersuchungen und das
Arztzeugnis, das sie von Dr. D._ verlangt habe, betroffen habe, weshalb sie diesen
Betrag direkt der Krankenkasse vergütet habe. Mit der (von einer anderen
Sachbearbeiterin erstellten) Verfügung vom 5. Februar 2019 sei derselbe Betrag
nochmals vergütet worden, nun allerdings direkt dem EL-Bezüger. Dieser Betrag
müsse beim EL-Bezüger zurückgefordert werden. Mit einer Verfügung vom 15. Februar
2019 widerrief die EL-Durchführungsstelle ihre Verfügung vom 5. Februar 2019; sie
forderte den bereits ausbezahlten Betrag von 768.40 Franken vom EL-Bezüger zurück
(act. G 15.1.15).
A.c.
Auf eine Rückfrage der EL-Durchführungsstelle hin führte Dr. D._ am 19. Februar
2019 aus (act. G 15.1.14), er habe eine Lungenfunktionsprüfung durchgeführt. Unter
A.d.
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sehr schwierigen Untersuchungsbedingungen sei eine leichtgradige Obstruktion vom
Überblähungstyp festgestellt worden. Die Lungenfunktion sei im Vergleich zu jener im
Jahr 2013 nicht besser gewesen, auch die Überblähung habe nach wie vor bestanden.
Nach der Inhalation mit einem Bronchodilatator hätten sich leicht bessere Werte
gezeigt, die jedoch in keiner Hinsicht stabil gewesen seien. Somit sei eine obstruktive
Ventilationsstörung dokumentiert. Es sei denkbar, dass der EL-Bezüger dies als eine
Einschränkung seiner pulmonalen Leistungsfähigkeit spüre. Die Sachbearbeiterin der
EL-Durchführungsstelle notierte in der Folge (act. G 15.1.13), Dr. med. H._ vom IV-
internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD) habe angegeben, dass die
Sauerstofftherapie angesichts der von Dr. D._ beschriebenen Einschränkung der
Lungenfunktion nicht indiziert sei. Es handle sich dabei nicht um eine Therapie im
Sinne der „Schulmedizin“. Eine obstruktive Ventilationsstörung werde „in der
Schulmedizin“ mit Beta 2-Stimulatoren oder anderen Medikamenten behandelt.
Am 25. Februar 2019 erhob der EL-Bezüger eine Einsprache gegen die
Rückforderungsverfügung vom 15. Februar 2019 (act. G 9.1.29–9 f.). Er machte
geltend, die Verfügung sei ehrverletzend. Er erwarte, dass die Unterstellung, dass er
unrechtmässig Geld erhalten habe, zurückgenommen werde und dass die EL-
Durchführungsstelle sich bei ihm entschuldige. Er fühle sich verletzt und beleidigt. Die
grundmedizinische Versorgung sei nicht gewährleistet und es werde diskriminierend
mit dem Altern argumentiert. Er werde kläglich an seinen Lungenbeschwerden
zugrunde gehen. Sein Lungenvolumen betrage höchstens noch 80 Prozent der Norm,
weshalb die Sauerstofftherapie zu 100 Prozent gerechtfertigt sei. Ebenfalls am 25.
Februar 2019 erliess die EL-Durchführungsstelle eine Verfügung (act. G 9.1.27), mit der
sie die Vergütung der Transportkosten für die Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie
verweigerte. Zur Begründung führte sie an, bei der Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie
handle es sich nicht um eine vom KVG anerkannte Therapie. Ausserdem entspreche
diese Therapie nicht einer schulmedizinischen Behandlung für das Lungenleiden des
EL-Bezügers. Folglich könnten die Fahrten zu dieser Therapie nicht vergütet werden.
Ein Halbtax-Abonnement könnte nur vergütet werden, wenn dieses zu einer
wesentlichen Einsparung der Kosten führe. Der EL-Bezüger habe keine Belege für
Fahrtkosten eingereicht, die eine Übernahme der Kosten für ein Halbtax-Abonnement
rechtfertigen würden. Am 1. März 2019 erhob der EL-Bezüger eine Einsprache gegen
A.e.
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diese Verfügung (act. G 9.1.28). Er machte geltend, die Verweigerung eines
Generalabonnements dürfe nicht mit dem zugesicherten Halbtax-Abonnement
vermischt werden. Auch die „Bahnkosten, die wegen der dreimonatigen Dauer meines
Gesuches sich angehäuft haben, müssten separat aufgeführt werden“. Teilweise habe
die EL-Durchführungsstelle allerdings Transportkosten bezahlt. Er frage sich, was nun
gelte. Das Vorgehen der EL-Durchführungsstelle müsse als Willkür qualifiziert werden.
Die Wirkung der Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie sei klinisch nachgewiesen. Es spiele
keine Rolle, ob diese Therapie vom KVG anerkannt sei. Juristisch sei es vertretbar, ihm
die Kosten für ein Generalabonnement zu bezahlen. Am 16. April 2019 notierte der
RAD-Arzt Dr. H._ (act. G 9.1.16), die Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie sei eine
schulmedizinisch nicht anerkannte, alternativmedizinische Methode. Die von Dr. D._
erwähnte Alternative, die hyperbare Sauerstofftherapie, sei bei Patienten mit
Kohlenmonoxid- oder Rauchgasvergiftungen sowie bei der Dekompressionskrankheit
(bei Taucherunfällen oder Luftembolien) indiziert. Laut den Akten leide der EL-Bezüger
seit Jahrzehnten an einem schweren Borderline-Syndrom mit akuten psychotischen
Episoden sowie an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Er habe seit dem 21.
Lebensjahr eine Rente der Invalidenversicherung erhalten. Bei der von Dr. D._
erwähnten leichten obstruktiven Ventilationsstörung handle es sich um eine
Nebendiagnose. Bei dieser leichten Obstruktion bestünden in Ruhe keine
Beschwerden. Erst bei einer forcierten körperlichen Anstrengung könnten
Beschwerden auftreten. Üblicherweise erfolge die Behandlung mittels
Bronchodilatatoren, nötigenfalls zusätzlich mittels inhalativen Steroiden. Die
Behandlung sei nicht ortsgebunden, denn der EL-Bezüger könne das entsprechende
Spray jederzeit mitführen. Eine externe Sauerstoffzufuhr sei nicht indiziert. Mit einem
Entscheid vom 29. Mai 2019 wies die EL-Durchführungsstelle die Einsprachen gegen
die Verfügungen vom 15. Februar 2019 und vom 25. Februar 2019 ab (act. G 9.1.8). Zur
Begründung führte sie an, es stehe zweifelsfrei fest, dass die Rechnung der
Krankenkasse über 768.40 Franken fälschlicherweise doppelt bezahlt worden sei. Die
EL-Durchführungsstelle habe deshalb ihre damals noch nicht rechtskräftige Verfügung
vom 5. Februar 2019 am 15. Februar 2019 völlig zu Recht widerrufen und vom EL-
Bezüger den fälschlicherweise doppelt ausbezahlten Betrag von 768.40 Franken
wieder zurückgefordert. Die Vergütung der Transportkosten sei gemäss der st.
gallischen Verordnung über die Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten
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B.
(VKB; sGS 351.53) nicht auf Pflichtleistungen im Sinne des KVG beschränkt. Auch im
Zusammenhang mit Nicht-Pflichtleistungen könne eine Vergütung der Fahrtkosten in
Betracht fallen. Die Voraussetzung dafür sei aber, dass die betreffende medizinische
Behandlung notwendig und zweckmässig sei. Das sei hier gestützt auf die
überzeugend begründete Stellungnahme von Dr. H._ nicht der Fall.
Am 3. Juni 2019 gab der EL-Bezüger (nachfolgend: der Beschwerdeführer) beim
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen persönlich eine „Einsprache gegen einen
Fehlentscheid und eine Ehrverletzung“ ab (act. G 1). Darin beauftragte er den
zuständigen Richter, eine Ermittlung gegen den RAD-Arzt Dr. H._ wegen
Falschaussagen und einer massiven Ehrverletzung, einer Verletzung seiner ärztlichen
Urteilskraft und „wegen einer juristisch korrekten Einsprache“ einzuleiten. Er führte
weiter aus, er verlange von der Invalidenversicherung einen Schadensersatz von
100’000 Franken für jahrelange Verleumdungen und Verletzungen des
„Transportgesetzes“. Man nehme eine voraussehbare Todesursache in Kauf, verfolge
also heuchlerisch-mörderische Absichten. Anscheinend sei auch der Unterschied
zwischen einem Burnout- und einem Borderline-Syndrom unbekannt. Die Vermischung
zwischen Halbtax- und Generalabonnement sei juristisch nicht richtig. Er beantrage ein
Generalabonnement für die „sogenannte Invalidenversicherung mit
Ergänzungsleistung“. Am 5. Juni 2019 beantragte er nochmals die Vergütung der
Kosten für ein Generalabonnement (act. G 3). Am 12. Juni 2019 reichte er eine weitere
Stellungnahme ein (act. G 7).
B.a.
Die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte

am 20. Juni 2019 unter Hinweis auf die Erwägungen im angefochtenen
Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde (act. G 9).
B.b.
Der Beschwerdeführer hielt am 12. Juli 2019 an seinem Antrag fest; zudem rügte
er die Unvollständigkeit des von der Beschwerdegegnerin eingereichten Aktendossiers
(act. G 12). Am 24. Juli 2019 reichte er eine Bestätigung der Naturheilpraxis B._ ein,
laut der er sich seit dem 4. April 2008 in Behandlung wegen einer Leistungsschwäche,
wegen einer chronischen Sinusitis und wegen Hautproblemen befunden hatte (act. G
13).
B.c.
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Erwägungen
1.
Mit dem angefochtenen Einspracheentscheid vom 29. Mai 2019 hat die
Beschwerdegegnerin zwei Einsprachen abgewiesen, von denen sich die eine gegen die
Verfügung vom 15. Februar 2019 betreffend die Rückforderung von vergüteten
Krankheits- und Behinderungskosten und die andere gegen die Verfügung vom 25.
Februar 2019 betreffend die Verweigerung der Vergütung von Fahrtkosten im
Zusammenhang mit der Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie gerichtet hatte. Dabei hat es
sich um zwei voneinander unabhängige Streitgegenstände gehandelt. Durch die
Vereinigung der beiden Einspracheverfahren sind diese Streitgegenstände nicht etwa
„verschmolzen“. Sie sind vielmehr voneinander unabhängig geblieben; nur der
Verfahrensaufwand hat durch den Erlass nur eines Einspracheentscheides reduziert
werden können. Das bedeutet, dass es dem Beschwerdeführer frei gestanden hat,
beide oder auch nur einen der beiden Teile des Einspracheentscheides mit einer
Beschwerde anzufechten. Aus den Eingaben des Beschwerdeführers zuhanden des
Versicherungsgerichtes geht hervor, dass er mit der Verweigerung der Vergütung für
Fahrtkosten im Zusammenhang mit der Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie nicht
einverstanden gewesen ist. Damit steht fest, dass der die Verfügung vom 25. Februar
2019 betreffende Teil des Einspracheentscheides (frist- und formgerecht) angefochten
worden ist. Hingegen hat der Beschwerdeführer in seinen Eingaben zuhanden des
Versicherungsgerichtes keinerlei Bezug auf den die Verfügung vom 15. Februar 2019
betreffenden Teil des Einspracheentscheides genommen. Zwar hat er das Verhalten
der Beschwerdegegnerin generell als rechtswidrig bezeichnet, aber darin kann keine
(implizite bzw. konkludente) Anfechtung bezüglich des die Verfügung vom 15. Februar
2019 betreffenden Teils des Einspracheentscheides erblickt werden. Der
Beschwerdeführer hat also den die Verfügung vom 15. Februar 2019 betreffenden Teil
des Einspracheentscheides nicht angefochten, weshalb jener Teil des
Einspracheentscheides formell rechtskräftig und damit verbindlich geworden ist. Darauf
ist folglich nicht weiter einzugehen. Der Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens
Am 23. August 2019 forderte das Versicherungsgericht die Beschwerdegegnerin
auf, die Akten zu vervollständigen (act. G 14). Die Beschwerdegegnerin reichte am 3.
September 2019 ein bereinigtes Aktendossier ein (act. G 15). Am 6. September 2019
gewährte das Versicherungsgericht dem Beschwerdeführer nochmals die Gelegenheit
zur Akteneinsichtnahme und Stellungnahme (act. G 16). Der Beschwerdeführer reichte
in der Folge eine Stellungnahme ein, mit der er an seinem Antrag festhielt (act. G 17).
B.d.
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St.Galler Gerichte
beschränkt sich auf die Fahrtkosten für die Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie respektive
auf den allfälligen Anspruch des Beschwerdeführers auf ein Generalabonnement der
SBB.
2.
Laut dem Art. 14 Abs. 1 lit. g ELG haben die Kantone eine gesetzliche Regelung zu
schaffen, die den EL-Bezügern einen Anspruch auf die Vergütung der im
Zusammenhang mit Pflichtleistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung
entstehenden Kosten (sog. Kostenbeteiligung; vgl. Art. 64 KVG) verschaffen. Gemäss
dem Art. 4 Abs. 1 des St. Galler Ergänzungsleistungsgesetzes (sGS 351.5; ELG/SG)
besteht ein solcher Anspruch auf die Vergütung der ausgewiesenen Krankheits- und
Behinderungskosten nach Art. 14 Abs. 1 ELG lediglich im Rahmen einer
wirtschaftlichen und zweckmässigen Leistungserbringung, soweit die entsprechenden
Ausgaben nicht von Dritten gedeckt werden. Der Art. 4 Abs. 2 ELG/SG anerkennt
Pflichtleistungen, die von Versicherungsträgern der obligatorischen Sozialversicherung
angerechnet wurden, als wirtschaftlich und zweckmässig. Kosten, die den
Leistungskatalog einer obligatorischen Sozialversicherung übersteigen, werden folglich
in der Regel nicht vergütet. Eine Ausnahme von dieser Regelung ist im Art. 4 Abs. 3
ELG/SG vorgesehen, laut dem die Kosten für Leistungen, die ausserhalb des
Geltungsbereichs der obligatorischen Sozialversicherungen erbracht wurden,
ausnahmsweise vergütet werden, wenn deren medizinische Notwendigkeit,
Wirtschaftlichkeit und Zweckmässigkeit nachgewiesen sind. Bei der Bestimmung der
entsprechenden Leistungen ist die EL-Durchführungsstelle des Kantons St. Gallen
nicht durch den in den Art. 3 ff. der Verordnung über die Vergütung von Krankheits-
und Behinderungskosten bei den Ergänzungsleistungen (sGS 351.53; VKB)
vorgesehenen Leistungskatalog beschränkt, denn das ELG/SG enthält weder eine
(listenmässige) Einschränkung bezüglich der kantonalrechtlich zu vergütenden Kosten
noch eine entsprechende Delegationskompetenz zuhanden des Verordnungsgebers.
Die Auflistung in den Art. 3 ff. VKB kann folglich nicht abschliessend sein (vgl. dazu
auch den Entscheid EL 2018/51 des St. Galler Versicherungsgerichtes vom 22. März
2019, E. 2.5).
2.1.
bis
bis
bis
Da die Krankenversicherungen die ihnen zur Verfügung stehenden finanziellen
Mittel nur für vom Versicherungszweck abgedeckte Leistungen verwenden dürfen und
da sie diese Mittel ökonomisch sinnvoll nutzen müssen, kann kein Zweifel daran
bestehen, dass sie ausschliesslich Kostenvergütungen für Leistungen erbringen, die
medizinisch notwendig sind. Das gilt nicht nur für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung, sondern auch für private Zusatzversicherungen. Die
2.2.
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Krankenkasse des Beschwerdeführers und auch Dr. D._ haben im
Verwaltungsverfahren angegeben, dass eine Kostenvergütung für die Sauerstoff-
Mehrschritt-Therapie zumindest bei zwei Krankenkassen über eine Zusatzversicherung
möglich wäre. Da der Beschwerdeführer über keine entsprechende Zusatzversicherung
verfügt hat, lässt sich allerdings die Frage nicht beantworten, ob er im konkreten Fall
entsprechende Leistungen der Zusatzversicherung erhalten hätte. Aus dem
grundsätzlichen Vergütungsanspruch bezüglich einer Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie
kann für den vorliegenden Fall folglich nichts abgeleitet werden. Andererseits kann aber
auch nicht behauptet werden, eine Kostenvergütung durch die Ergänzungsleistungen
komme schon deshalb nicht in Frage, weil es sich bei der Sauerstoff-Mehrschritt-
Therapie nicht um eine schulmedizinische Behandlungsmassnahme handle. Deshalb
muss anhand sämtlicher Umstände des konkreten Einzelfalls geprüft werden, ob die
Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie in Bezug auf den Beschwerdeführer medizinisch
notwendig, wirtschaftlich und zweckmässig gewesen ist. Diesbezüglich erweisen sich
sowohl die Angaben des behandelnden Hausarztes Dr. D._ als auch jene des
behandelnden Naturheilpraktikers Dr. B._ als vage: Dr. D._ hat die Indikation für
eine Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie lediglich als möglicherweise gegeben bezeichnet
und angegeben, dass man diese wohl am ehesten mit einem Burnout-Syndrom und mit
einer mangelnden Vitalität begründen müsste; Dr. B._ hat berichtet, dass er den
Beschwerdeführer wegen einer „Leistungsschwäche“, wegen einer chronischen
Sinusitis und wegen Hautproblemen behandle. Ob eine Krankenkassen-
Zusatzversicherung unter diesen Umständen eine Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie mit
12–18 Sitzungen bewilligt hätte, ist höchst fraglich. Der RAD-Arzt Dr. H._ hat
überzeugend dargelegt, dass die von Dr. D._ festgestellte leichte Ventilationsstörung
eine Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie nicht rechtfertigen könne, weil sich solche
Störungen problemlos mittels Bronchodilatatoren behandeln liessen. Selbst wenn eine
Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie in Bezug auf den Beschwerdeführer als medizinisch
notwendig qualifiziert werden könnte, könnte sie nicht als wirtschaftlich und
zweckmässig bezeichnet werden, denn die Behandlung mittels eines Bronchodilatators
ist eindeutig günstiger und zweckmässiger als eine 12–18 Sitzungen umfassende
Therapie in C._. Handelt es sich bei den im Zusammenhang mit der Sauerstoff-
Mehrschritt-Therapie entstehenden Kosten nicht um medizinisch notwendige,
wirtschaftliche und zweckmässige Kosten im Sinne des Art. 4 Abs. 3 ELG/SG, kann
auch kein Anspruch des Beschwerdeführers auf die mit dieser Therapie im
Zusammenhang stehenden Fahrtkosten bestehen. Die Verweigerung einer
entsprechenden Kostenvergütung im Einspracheentscheid vom 29. Mai 2019 erweist
sich damit als rechtmässig.
bis
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3.
Zusammenfassend erweist sich der die Verfügung vom 25. Februar 2019 betreffende
Teil des Einspracheentscheides als rechtmässig, weshalb die Beschwerde abzuweisen
ist. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).