Decision ID: 3da0e980-ac4f-4f9c-b1d2-f8d48a9d3ffe
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend
Verletzung der Verkehrsregeln
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 1. September 2017 (GC160386)
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Strafverfügung:
Der Strafbefehl des Stadtrichteramts der Stadt Zürich vom 22. März 2016 ist die-
sem Urteil beigeheftet (Urk. 3).
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 36 S. 12 f.)
"1. Der Einsprecher ist schuldig der Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne
von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 26 Abs. 2 SVG und Art. 34
Abs. 4 SVG.
2. Der Einsprecher wird bestraft mit einer Busse von Fr. 150.–.
3. Bezahlt der Einsprecher die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle
eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen.
4. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf Fr. 600.–. Allfällige weitere Aus-
lagen bleiben vorbehalten.
5. Die Gerichtskosten werden dem Einsprecher auferlegt. Über diese Kosten
stellt die Gerichtskasse Rechnung.
Die Kosten des Stadtrichteramtes Zürich im Betrag von Fr. 550.– (Fr. 190.–
Kosten gemäss Strafbefehl Nr. 2015-079-038 vom 22. März 2016 sowie
Fr. 360.– Untersuchungsgebühr nach Einsprache) werden dem Einsprecher
auferlegt. Diese Kosten sowie die Busse von Fr. 150.– werden durch das
Stadtrichteramt Zürich eingefordert.
6. (Mitteilung)
7. (Rechtsmittel)"
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Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung:
(Urk. 53 S. 2)
1. In Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils sei der Berufungskläger
freizusprechen,
2. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse für
beide Instanzen.
b) Des Stadtrichteramts Zürich:
(Urk. 59 S. 1)
Abweisung der Berufung.

Erwägungen:
1. Einleitung
Am 23. September 2015 kam es auf der mehrspurigen B._-strasse in Zürich
zu einer seitlichen Streifkollision zwischen dem Personenwagen des Be-
schuldigten und dem von C._ geführten Sattelschlepper. Kurz vor der T-
Einmündung der B._-strasse in die D._-strasse erweitern sich hier zwei
Fahrspuren auf drei Fahrspuren, eine biegt nach links ab, zwei nach rechts. Der
Sattelschlepper fuhr zunächst auf der rechten Fahrspur und beanspruchte im
Raum der Spurerweiterung auch einen Teil der mittleren Fahrspur. Der Beschul-
digte fuhr zunächst auf der linken Fahrspur und dirigierte sein Fahrzeug bei der
Spurerweiterung auf den mittleren Fahrstreifen. Kurz vor dem Lichtsignal vor der
T-Einmündung touchierten sich die Fahrzeuge seitlich.
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2. Verfahrensgang
2.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Ver-
meidung von Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz im
angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 39 S. 3 f.).
2.2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom
1. September 2017 wurde der Beschuldigte A._ im Sinne des eingangs wie-
dergegebenen Urteilsdispositivs schuldig gesprochen und bestraft. Gegen dieses
Urteil, welches dem Beschuldigten im Anschluss an die vorinstanzliche Hauptver-
handlung vom 1. September 2017 mündlich eröffnet wurde (Prot. I S. 15 f.), liess
er am 6. September 2017 Berufung anmelden (Urk. 35). Nach Zustellung des be-
gründeten Urteils am 8. November 2017 (Urk. 38/2) liess der Beschuldigte am 28.
November 2017 (Datum Poststempel) seine Berufungserklärung einreichen (Urk.
40).
2.3. Mit Präsidialverfügung vom 30. November 2017 wurde dem Stadtrichter-
amt Zürich Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder begründet ein
Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 43). Daraufhin teilte das
Stadtrichteramt Zürich mit Eingabe vom 12. Dezember 2017 Verzicht auf An-
schlussberufung mit (Urk. 45).
2.4. Mit Beschluss vom 18. Dezember 2017 wurde das schriftliche Verfahren
angeordnet und dem Beschuldigten Frist angesetzt, um seine Berufungsanträge
zu stellen und zu begründen (Urk. 47). Innert zweimal erstreckter Frist (Urk. 49;
Urk. 51) liess der Beschuldigte am 23. Februar 2018 seine Berufungsbegründung
einreichen (Urk. 53), welche mit Präsidialverfügung vom 26. Februar 2018 dem
Stadtrichteramt Zürich und der Vorinstanz unter Fristansetzung zur Berufungs-
antwort bzw. zur freigestellten Vernehmlassung zugestellt wurde (Urk. 56). Am
6. März 2018 liess die Vorinstanz Verzicht auch Vernehmlassung mitteilen
(Urk. 58). Mit Eingabe vom 13. März 2018 (Datum Poststempel: 14. März 2018)
reichte das Stadtrichteramt Zürich ihre Berufungsantwort ein (Urk. 59), welche mit
Präsidialverfügung vom 19. März 2018 dem Beschuldigten zur freigestellten Stel-
lungnahme übermittelt wurde (Urk. 61) und welche wiederum mit Schreiben vom
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23. März 2018 erfolgte (Urk. 63). Das Stadtrichteramt Zürich verzichtete hernach
auf eine weitere Stellungnahme (Urk. 67).
3. Formelles
3.1. Die Berufung wurde vom Beschuldigten nicht beschränkt (Urk. 40 und 53).
Das erstinstanzliche Urteil ist deshalb in keinem Punkt in Rechtskraft erwachsen
und bildet gesamthaft Gegenstand des Berufungsverfahrens.
3.2. Gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile erst-
instanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlos-
sen worden ist. Die Berufungsinstanz überprüft den vorinstanzlichen Entscheid
bezüglich sämtlicher Tat-, Rechts- und Ermessensfragen üblicherweise frei
(Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO). Bildeten jedoch ausschliesslich Übertretungen Ge-
genstand des erstinstanzlichen Hauptverfahrens, so schränkt Art. 398 Abs. 4
StPO die Kognition der Berufungsinstanz ein. In diesen Fällen wird das angefoch-
tene Urteil lediglich dahingehend überprüft, ob es rechtsfehlerhaft ist oder ob eine
offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhaltes durch die Vorinstanz ge-
geben ist. Relevant sind dabei klare Versehen bei der Sachverhaltsermittlung wie
namentlich Irrtümer oder offensichtliche Diskrepanzen zur Akten- und Beweislage.
Weiter in Betracht kommen insbesondere Fälle, in denen die Sachverhaltsfest-
stellung auf einer Verletzung von Bundesrecht, in erster Linie von Verfahrens-
vorschriften der StPO selbst, beruht. Gesamthaft gesehen dürften regelmässig
Konstellationen relevant sein, die als willkürliche Sachverhaltserstellung zu quali-
fizieren sind (vgl. Schmid/Jositsch, StPO Praxiskommentar, 3. Aufl., Zürich 2013,
Art. 398 N 12 f.; BSK StPO-Eugster, 2. Aufl. 2014, Art. 398 N 3a). Willkür bei der
Beweiswürdigung liegt vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich un-
haltbar ist oder mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht. Dass
eine andere Lösung oder Würdigung ebenfalls vertretbar oder gar zutreffender er-
scheint, genügt für die Annahme von Willkür nicht (BGE 138 I 305 E. 4.3 mit Hin-
weisen). Eine vertretbare Beweiswürdigung ist daher auch dann noch nicht will-
kürlich, wenn die Berufungsinstanz anstelle des Vorderrichters allenfalls anders
entschieden hätte. Es ist somit zu überprüfen, ob das vorinstanzliche Urteil im Be-
reich der zulässigen Kognition Fehler aufweist.
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3.3. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des eingeklagten
Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies
in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Er-
wähnung findet. Im Übrigen muss sich die urteilende Instanz nicht mit allen Par-
teistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen
ausdrücklich widerlegen. Vielmehr kann sich das Gericht auf die seiner Auf-
fassung nach wesentlichen und massgeblichen Vorbringen der Parteien be-
schränken (BGE 138 IV 81 E. 2.2; BGE 136 I 229 E. 5.2).
4. Sachverhalt
4.1. Die Vorinstanz ging davon aus, dass der Beschuldigte versucht habe, auf
der mittleren Spur links am Sattelschlepper vorbei zu fahren, wobei sich der Sat-
telschlepper schon vor dem Überholmanöver mit den linken Rädern auf seiner
bzw. der mittleren Fahrspur befunden habe. Nach Einschätzung des Beschuldig-
ten habe es noch genügend Platz gehabt, um vorbei zu fahren. Während des
Überholmanövers sei der Sattelschlepper aber noch weiter nach links gekommen,
weshalb er gehupt und angehalten und der Sattelschlepper sein Fahrzeug ge-
streift habe (Urk. 36 S. 6 f. Erw. 3.2).
4.2. Aufgrund der Fotodokumentation vom Unfallort ergibt sich deutlich, dass
die Platzverhältnisse dort relativ knapp für drei Fahrspuren sind, weshalb sich die
Fahrzeuge recht nahe kommen (Urk. 1/1 S. 1). Ebenso kann als erwiesen gelten,
dass der Sattelschlepperfahrer kein abruptes Lenkmanöver nach links machte, da
das Fahrzeug relativ parallel zu den Spuren zum Stehen kam. Immerhin kann zu-
gunsten des Beschuldigten davon ausgegangen werden, dass der Lastwagen im
Laufe des Manövers verstärkt auf die mittlere Fahrspur geriet (Urk. 1/1).
4.3. Die Verteidigung bringt in der Berufungsbegründung vor, dass der Fahrer
des Sattelschleppers wegen ungenügender Rücksicht bei Benützung beider
Fahrstreifen rechtskräftig gebüsst worden sei (Urk. 52 S. 3). Bereits dieser Um-
stand allein vermöge den Hergang rechtsgenügend zu erklären. Dem kann nicht
zugestimmt werden. Zum einen ist es möglich, das zwei Verkehrslenker wegen
eines Unfalls gleichzeitig gebüsst werden, weil beidseitiges Verschulden vorliegt.
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Zum anderen ist in jedem Strafverfahren die Beweislage wegen des Grundsatzes
dubio pro reo jeweils zwingend aus der Perspektive jedes einzelnen Beschuldig-
ten zu würdigen.
4.4. Die Verteidigung rügt, dass in der Begründung der Vorinstanz die Be-
hauptung des Beschuldigten fehle, dass zwei unmittelbar vor dem Beschuldigten
fahrende Autos links am Lastwagen vorbeigefahren seien (Urk. 53 S. 3). Ebenso
werde nicht auf die Aussage des Lastwagenchauffeurs eingegangen, wonach der
seitliche Abstand einen halben bis einen ganzen Meter betragen habe. Wie be-
reits vorstehend unter Ziff. 3.3. erwähnt, ist es gemäss Bundesgerichtspraxis ei-
nem Gericht erlaubt, in seiner Begründung nicht auf Sachverhaltselemente ein-
zugehen, welche es als nicht relevant erachtet. Die Verteidigung erachtet besagte
Umstände offenbar als geeignet, ihren Standpunkt zu stützen, unterlässt es aber
darzulegen, weshalb die Beweiswürdigung der Vorinstanz deshalb willkürlich sei.
Soweit die Verteidigung damit sinngemäss geltend macht, der Abstand des Last-
wagens sei zu Beginn noch genügend gross gewesen, um an diesem links vorbei
zu fahren, kann zwanglos davon ausgegangen werden. Dieser Umstand würde
denn auch nichts an einem allfälligen verkehrsregelwidrigen Verhalten des Be-
schuldigten ändern.
4.5. Die Ausführungen der Verteidigung über den Blinker des Lastwagens ste-
hen im Gegensatz zu den Aussagen des Beschuldigten selber (Urk. 53 S. 4). Die
Vorinstanz folgte der Behauptung des Beschuldigten, wonach er keinen Blinker
gesehen habe (Urk. 14 S. 1).
4.6. Die Rüge der offensichtlich unrichtigen oder unvollständigen Feststellung
des relevanten Sachverhaltes ist deshalb unbegründet.
5. Rechtliche Würdigung
5.1. Gemäss Art. 26 Abs. 1 SVG muss sich jedermann im Verkehr so verhalten,
dass er andere in der ordnungsgemässen Benützung der Strasse weder behin-
dert noch gefährdet. Gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung ist besondere Vorsicht
geboten wenn Anzeichen dafür bestehen, dass sich ein Strassenbenützer nicht
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richtig verhalten wird. Gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG ist gegenüber allen Strassen-
benützern ausreichender Abstand zu wahren, namentlich beim Kreuzen, Überho-
len sowie beim Neben- und Hintereinander fahren.
5.2. Die Vorinstanz hat mit zahlreichen Verweises auf die bundesgerichtliche
Praxis dargelegt, dass der Beschuldigte in der gegebenen Situation mit einem
Fehlverhalten des Fahrers des Sattelschleppers hätte rechnen müssen und so im
Lichte des Gebots genügenden Abstands zu anderen Fahrzeugen nicht hätte am
Lastwagen links vorbei fahren dürfen (Urk. 36 S. 7 - 9, Erw. 4.1 - 4.2). Der Um-
stand, dass der Lastwagen bereits mit den linken Rädern auf seiner, d.h. der mitt-
leren Fahrspur gefahren sei, hätte ihn zu Vorsicht mahnen müssen. Obwohl der
Beschuldigte die Gefahr in dieser unklaren Verkehrssituation infolge der konkre-
ten Anzeigen eines Fehlverhaltes des Lastwagenfahrer erkannt habe, habe er
zum Überholen des Lastwagens angesetzt (Urk. 36 S. 10).
5.3. Die Verteidigung wendet ein, dass es für den Lastwagen zulässig und not-
wendig gewesen sei, etwas auf die mittlere Spur auszuholen, um in der Folge die
enge Rechtskurve befahren zu können (Urk. 53 S. 5). Dieses Manöver dürfe unter
gebotener Rücksichtnahme auf die anderen Verkehrsteilnehmer ausgeführt wer-
den. Der Umstand, dass er mit den linken Rädern auf der mittleren Fahrspur ge-
standen habe, sei deshalb noch kein Anzeichen für eine kommendes Fehlverhal-
ten gewesen. Der Beschuldigte habe gestützt darauf und dem Vertrauensprinzip
im Verkehr nicht damit rechnen müssen, dass der Lastwagen in der Folge noch
weiter auf die mittlere Fahrspur kommen werde (Urk. 53 S. 5).
5.4. Auch hier vertritt die Verteidigung lediglich eine andere Rechtsauffassung,
unterlässt es aber im Sinne von Art. 398 Abs. 4 StPO darzulegen, inwieweit die
vorinstanzlichen Feststellung Bestimmungen des Strassenverkehrs oder der bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung widerspricht. Zutreffend ist, dass das Manöver
des Lastwagenchauffeurs abstrakt beurteilt nicht von vornherein verkehrsregel-
widrig war. Wenn der Beschuldigte aber selbst ausführte, dass es für ihn so aus-
gesehen habe, dass der Lastwagen etwas nach links ausholen wolle, um rechts
abbiegen zu können, war ihm offenbar bewusst, dass der Lastwagen einen Teil
seiner Spur für das Abbiegemanöver wird beanspruchen müssen. Ebenso musste
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ein Verkehrsteilnehmer rechnen, dass der Sattelschlepper möglicherweise noch
etwas mehr Platz von der mittleren Fahrspur wird beanspruchen müssen und sei
es z.B. nur wegen dem Ausschwenken des hinteren Teils des Aufliegers. Auf-
grund des Umstands, dass sich auch auf der linken Fahrspur Fahrzeuge befan-
den - der Beschuldigte gab an, er habe deshalb nicht auf diesen Fahrstreifen
ausweichen können (Urk.14 S. 2) - war es absehbar, dass es platzmässig sehr
knapp werden könnte. Dies führte schliesslich gar so weit, dass der Beschuldigte
doch sehr deutlich auf die ganz linke Spur gefahren ist und er die gegen Ende der
Spur befindliche Sicherheitslinie überfuhr (Urk. 1/1 S. 2). Die Vorinstanz hat unter
Verweis auf BGE 81 IV 85 und 97 II 265 befunden, dass zu anderen Verkehrsteil-
nehmern bei seitlichen Abständen genügend grosse Reserven einzuhalten sind,
damit noch Raum für geringe Kursabweichungen und Fehlreaktionen bleibt. Wenn
sie diese Reserven im vorliegenden Fall als zu knapp beurteilte, lag dies in ihrem
Ermessenspielraum, weshalb keine Rechtsverletzung im Sinne von Art. 398
Abs. 4 StPO vorliegt.
5.5. Aus all diesen Gründen ist der vorinstanzliche Schuldspruch zu bestätigen
und der Beschuldigte wegen der Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von
Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 26 Abs. 2 SVG und Art. 34 Abs. 4 SVG
schuldig zu sprechen.
6. Sanktion
Zur Sanktion erübrigen sich aufgrund einer Bussenhöhe von Fr. 150.– weitgehen-
de Ausführungen, zumal diese auch von der Verteidigung nicht eventualiter ge-
rügt wurde. Es kann auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden
(Urk. 39 S. 10 f.). Die Verteidigung brachte auch nicht vor, dass sich die finanzi-
ellen Verhältnisse seit der erstinstanzlichen Hauptverhandlung geändert hätten.
Damals gab der Beschuldigte an, er sei zwar zu 100% arbeitsunfähig, beziehe
aber noch einen Lohn von Fr. 6'000.– (Prot. I S. 8 f.). Der Beschuldigte ist deshalb
mit einer Busse von Fr. 150.– zu bestrafen. Zwei Tage Ersatzfreiheitsstrafe im
Falle schuldhafter Nichtbezahlung liegt im Rahmen des gerichtsüblichen Um-
wandlungssatzes.
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7. Kosten- und Entschädigungsfolge
Da der Beschuldigte mit seiner Berufung unterliegt, hat er die gesamten Kosten
der Untersuchung des erst- und zweitinstanzlichen Gerichtsverfahrens zu tragen
(Art. 426 StPO und Art. 428 StPO). Eine Entschädigung, insbesondere für seine
erbetene Rechtsvertretung, entfällt (Art. 429 Abs. 1 StPO).