Decision ID: bc462506-e7ce-552d-b42c-4baad10c5ba2
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Conzett, Kapfstrasse 46, 9453 Eichberg,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
A.a A._ war als Mechaniker bei der B._ GmbH beschäftigt und dadurch bei der
Suva obligatorisch unfallversichert, als er am 28. Dezember 1998 am Arbeitsplatz einen
"Knacks" im Halswirbelbereich erlitt (UV-act. II/1). Dr. med. C._, Facharzt FMH für
Allgemeinmedizin, diagnostizierte im Bericht vom 3. Februar 1999 einen Verdacht auf
ein cervikoradikuläres Syndrom im Bereich der unteren HWS, eventuell eine
Diskushernie C6/C7. Die Frage, ob Unfallfolgen vorlägen, beantwortete er mit "eher
nein" (UV-act. II/2). Die Suva anerkannte in der Folge dennoch ihre Leistungspflicht
(UV-act. II/32). Seit 1. Mai 2001 bestand wieder eine volle Arbeitsfähigkeit beim
Versicherten. Wegen des chronifizierten posttraumatischen
Cervikothorakovertebralsyndroms konsultierte er in den Folgejahren Dr. C._ in
grossen Abständen (vgl. UV-act. II/95).
A.b Am 30. April 2008 kam der Versicherte mit seinem Personenwagen infolge eines
Ausweichmanövers von der Strasse ab und verunfallte (UV-act. I/1, I/7 Beilage, I/11).
Bei der Erstbehandlung wurde eine Kopfprellung mit Commotio cerebri diagnostiziert,
bei unauffälligem Röntgenbild des Schädels und fehlenden neurologischen Defiziten
(UV-act. I/11 S. 8 und 13). Dr. med. D._, Facharzt Allgemeine Medizin FMH,
bestätigte in den Berichten vom 24. und 30. Mai 2008 die Diagnosen einer Commotio
cerebri, einer HWS-Distorsion sowie einer LWS- und Thorax-Kontusion (vgl. UV-act. I/6
Beilage). Die Suva erbrachte Taggeldleistungen und übernahm Heilungskosten. Nach
Durchführung von ärztlichen Behandlungen und Abklärungen informierte sie den
Versicherten mit Schreiben vom 26. Februar 2009, dass er neben den unfallbedingten
Beschwerden an der HWS unter Beschwerden leide, welche nicht auf den Unfall
zurückzuführen seien (LWS, Diskushernie, Stuhl- und Harninkontinenz, Beinschwäche
rechts, Morbus Dupuytren); die daraus resultierende Behandlung und allfällige
Arbeitsunfähigkeit gehe nicht zu Lasten der Suva. Es bestehe vorerst weiterhin eine
unfallbedingte Arbeitsfähigkeit von 50% ab 1. Februar 2009. Die beantragte
Osteopathie-Behandlung könne von der Suva nicht übernommen werden (UV-act. I/
52). Mit Verfügung vom 23. Oktober 2009 stellte die Suva die Versicherungsleistungen
auf den 31. Oktober 2009 ein mit der Begründung, die geklagten Beschwerden seien
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organisch nicht hinreichend nachweisbar. Die adäquate Unfallkausalität sowie der
Anspruch auf Invalidenrente und Integritätsentschädigung seien zu verneinen (UV-act.
I/92). Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache (UV-act. I/95) wies die Suva mit
Einspracheentscheid vom 15. Dezember 2010 ab.
B.
B.a Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt lic. iur. Tim Walker, Trogen, für den
Versicherten am 31. Januar 2011 Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid und die
Verfügung vom 23. Oktober 2009 seien aufzuheben (1), es seien ab 1. Februar 2009
ganze Taggelder auf der Basis einer Arbeitsunfähigkeit von 100% auszuzahlen (2), über
eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung sei später zu entscheiden, wenn
sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers stabilisiert habe (3), und die
Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, sämtliche Beträge aufgrund eingereichter
Rechnungen für die Behandlung von Unfallfolgen zu übernehmen (4). Es sei die
unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen. Zur Begründung legte der Rechtsvertreter
unter anderem dar, der Beschwerdeführer leide nach wie vor auch an den Folgen des
ersten Unfalls vom 28. Dezember 1998. Die nach wie vor durchgeführte Therapie helfe,
dessen Folgen nicht zu verschlimmern. Es gebe keinen Grund, die Taggelder ab 1.
Februar 2009 zu reduzieren bzw. ab 1. November 2009 ganz einzustellen. Ihm sei nach
wie vor keine Arbeit zumutbar, zumal er zwischenzeitlich, während des laufenden
Einspracheverfahrens, einen weiteren Sturz erlitten habe. Die 100%ige
Arbeitsunfähigkeit sei adäquat-kausale Folge der drei Unfälle. Die Folgerungen des
Kreisarztes würden weder mit den Erkenntnissen der Rehaklinik E._ übereinstimmen,
noch würden sie die Berichte der beteiligten Spezialärzte berücksichtigen. Dass sich
die Bandscheiben-Probleme wieder verstärkt hätten, sei auf die übermässige
Belastung/Fehlbehandlung in der Klinik E._ nach dem Unfall vom 30. April 2008
zurückzuführen. Dass dem Beschwerdeführer nach zwölf Jahren gekündigt worden sei,
sei auf die fragwürdige Arbeit des Case Managers zurückzuführen. Die von der
Beschwerdegegnerin nicht übernommene Osteopathie-Behandlung sei nachträglich
(als Unfallbehandlung) zu anerkennen.
In der Beschwerdeergänzung vom 27. April 2011 hielt der neue Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Dr. Peter Conzett, Eichberg, unter anderem
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zusätzlich fest, die kreisärztliche Untersuchung anerkenne, dass die HWS-Leiden zu
den Unfallfolgen zu rechnen seien, nicht jedoch die weiteren Symptome. Die
kreisärztliche Untersuchung gehe dann ohne jede Begründung davon aus, dass diese
rein unfallbedingten Kriterien immer mehr in den Hintergrund treten dürften. Dies sei
eine falsche Annahme, die seither nicht mehr in Frage gestellt worden sei. In der
ärztlichen Beurteilung vom 29. September 2009 bezeichne der Kreisarzt die
Veränderungen an der HWS plötzlich als degenerative Veränderungen, die als
Krankheit eine sehr hohe Verbreitung in der Bevölkerung hätten, jedoch nicht dem
Unfallereignis angelastet werden könnten. Dies ohne neue Untersuchung des Patienten
und sehr im Gegensatz zu den Feststellungen in der kreisärztlichen Untersuchung vom
24. Februar 2009. Der Beschwerdeführer leide heute noch an den HWS-
Veränderungen, die weitreichende Beschwerden auslösen würden. Der Arbeitsunfall
von 1998 habe ihn nicht aus der Bahn geworfen. Vom Unfall 2008 habe er sich jedoch
nicht mehr erholt und leide heute noch unter Auswirkungen desselben. Er sei bis heute
arbeitsunfähig. Der Bericht der Rehaklinik E._ könne diesbezüglich keine Beachtung
finden. In der Rehaklinik E._ habe sich eine Diskushernie gebildet, die aufgrund
falscher Instruktionen in der Physiotherapie entstanden seien. Es sei nicht angezeigt
gewesen, auch gegen die Rehaklinik ein Verfahren zu eröffnen, dessen Ausgang
aufgrund der Beweisschwierigkeiten unsicher gewesen sei. Doch für die Frage der
Adäquanz sei diese Fehlleistung, die auch zu einer Rückenoperation geführt habe, zu
beachten (act. G 11). Mit Eingabe vom 8. Juni 2011 ergänzte der Rechtsvertreter das
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (act. G 16).
B.b Am 21. Juni 2011 wurde das Gesuch betreffend unentgeltliche
Rechtsverbeiständung für das vorliegende Verfahren bewilligt (act. G 17).
B.c In der Beschwerdeantwort vom 22. Juni 2011 beantragte die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Zur Begründung verwies sie
auf die Darlegungen im angefochtenen Entscheid und führte unter anderem aus, soweit
der Beschwerdeführer für die Zeit ab 1. Februar 2009 verlange, es seien für eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit Taggelder zu entrichten und es seien die Kosten für die
Osteopathie-Behandlung zu übernehmen, sei auf die Beschwerde nicht einzutreten.
Soweit auf den früheren Unfall vom 28. Dezember 1998 Bezug genommen werde, so
könne darauf ebenfalls nicht eingetreten werden. Der angebliche, in Ziff. III.3 der
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Beschwerde erwähnte Sturz sei der Beschwerdegegnerin nie gemeldet worden. Dieses
angebliche Ereignis sei auch nicht Gegenstand des Verfügungs- und
Einspracheverfahrens gewesen. In diesem Punkt könne auf die Beschwerde ebenfalls
nicht eingetreten werden. Die mit Schreiben vom 26. Februar 2009 angenommene
Arbeitsfähigkeit von 50% sei angesichts der medizinischen Aktenlage (UV-act. I/29 und
I/50) nicht zu beanstanden. Die Adäquanz sei nicht nach der Schleudertrauma-Praxis,
sondern nach der Psycho-Praxis zu prüfen. Ein typisches Beschwerdebild habe sich
nicht in einem nahe beim Unfallzeitpunkt liegenden Zeitraum manifestiert. Ferner sei
das Beschwerdebild von Anfang an psychisch geprägt und dominiert gewesen. Der
medizinische Endzustand sei in Bezug auf die nicht objektivierbaren physischen
Beschwerden per Ende Oktober 2009 klarerweise erstellt. Von weiteren Behandlungen
habe weder mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit noch im
erforderlichen Ausmass (erheblich, ins Gewicht fallend) eine Besserung des
psychischen Gesundheitszustandes erwartet werden können. Ausgehend von einem
mittelschweren Unfall im mittleren Bereich sei die adäquate Unfallkausalität zu
verneinen.
B.d Mit Replik vom 5. Juli 2011 (act. G 21) und Duplik vom 12. Juli 2011 (act. G 23)
bestätigten die Parteien ihre Standpunkte.

Erwägungen:
1.
1.1 In der Beschwerde wird ein Sturz des Beschwerdeführers erwähnt, den dieser
während des laufenden Einspracheverfahrens erlitten habe (act. G 1 III.3). In einem
Bericht vom 10. Januar 2011 hielt die Psychiaterin Dr. med. F._ fest, im September
2010 sei der Beschwerdeführer auf der Strasse gestürzt und habe sich an der rechten
Schulter verletzt. Er befinde sich in Behandlung bei Dr. med. G._, FMH für
Orthopädie, IV-Akten, UV-act. I/121). Dieser Sturz wurde der Beschwerdegegnerin
unbestrittenermassen nicht gemeldet (vgl. act. G 18 S. 3) und bildete
dementsprechend auch nie Gegenstand einer Verfügung bzw. des angefochtenen
Einspracheentscheids. Hierauf kann in diesem Verfahren nicht eingetreten werden.
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Im angefochtenen Einspracheentscheid (E. 2), nicht jedoch in der diesem Entscheid
zugrunde liegenden Verfügung (UV-act. I/92), thematisierte die Beschwerdegegnerin
auch das Ereignis vom 28. Dezember 1998, indem sie diesbezügliche unfallkausale
Restfolgen verneinte. Fest steht, dass nach dem Unfall vom 28. Dezember 1998 beim
Beschwerdeführer seit 1. Mai 2001 wieder eine volle Arbeitsfähigkeit bestand. Wegen
des chronifizierten posttraumatischen Cervikothorakovertebralsyndroms konsultierte er
in den Folgejahren Dr. C._ in grossen Abständen, welcher jeweils eine Serie Nacken-
Massage verordnete (vgl. UV-act. II/95). Im Austrittsbericht der Rehaklinik E._ vom
16. Oktober 2008 wurde festgehalten, dass dieser Fall mittlerweile abgeschlossen sei
(UV-act. I/29 S. 1 unten). Bei dieser Aktenlage hat als erstellt zu gelten, dass jedenfalls
im Zeitpunkt des zweiten Unfalls vom 30. April 2008 keine durch das erste Ereignis
bedingte Behandlungsbedürftigkeit mit der Aussicht auf eine namhafte Verbesserung
des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit mehr vorlag (vgl. Art. 19 UVG) bzw.
die zuvor durchgeführten sporadischen Behandlungsmassnahmen lediglich der
Schmerzlinderung und Aufrechterhaltung des erreichten Zustands dienten. Der
Beschwerdeführer liess denn auch ausführen, die nach wie vor durchgeführte Therapie
helfe, die Folgen des Unfalls von 1998 nicht zu verschlimmern (act. G 1 III.2).
Streitig und zu prüfen ist damit in erster Linie, ob die Leistungen, welche von der
Beschwerdegegnerin nach dem Unfallereignis vom 30. April 2008 ausgerichtet wurden,
auf den 31. Oktober 2009 eingestellt werden durften oder nicht. Die Leistungspflicht
des Unfallversicherers entfällt erst, wenn das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung
von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im
Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es sich dabei um eine anspruchsaufhebende
Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein
leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der
versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2
mit Hinweisen). Dabei muss der Unfallversicherer nicht den Beweis für unfallfremde
Ursachen erbringen. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist
unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der Unfallversicherer bei einmal bejahter
Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde Ursachen nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte
Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben (RKUV
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1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b). Ebenso wenig hat der Unfallversicherer den negativen
Beweis zu erbringen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass die
versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteile des Bundesgerichts [bis 31.
Dezember 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] vom 18. Dezember
2003, U 258/02, vom 25. Oktober 2002, U 143/02, und vom 31. August 2001, U
285/00).
1.2 Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von
nachweisbaren strukturellen Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit Bild
gebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG]
nachgewiesen werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus
dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers
praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu
bejahen (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/
bb mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar,
ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu
differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma bzw.
keine schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten, gelangt die Rechtsprechung
gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen
das Vorliegen einer Schleudertraumaverletzung, muss geprüft werden, ob die zum
typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen
zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den
Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE
115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Folgen aufgestellten Grundsätze
massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a). Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz
gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten
Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang
bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus
dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die
ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild
ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 E. 3b).
2.
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2.1 Im Bericht der Klinik H._ vom 12. Juni 2008 wurde festgehalten, die seit dem
Unfall vom 30. April 2008 verstärkten (seit 1998 vorbestehenden) Schmerzen im
Nacken- und Schulterbereich seien muskulär bzw. durch segmentale Dysfunktionen im
Bereich der HWS verursacht. Es bestünden keine Hinweise für eine zervikale Instabilität
oder eine zervikoradikuläre Symptomatik. Seit dem Unfall vom 30. April 2008
bestünden auch ein leichtes Lumbovertebralsyndrom und ein Status nach Commotio
cerebri (UV-act. I/12). Ein MRT des Schädels vom 19. Juni 2008 ergab keinen
Nachweis von intracerebralen posttraumatischen Residuen (UV-act. I/13). Am 20. Juni
2008 berichtete Dr. med. I._, Ärztin für Allg. Medizin, über einen Verdacht auf
posttraumatische Belastungsstörung (UV-act. I/14). Ein MR der HWS vom 30. Juni
2008 zeigte eine subligamentäre Diskushernie C6/7 sowie eine Protrusion C3/4 (UV-
act. I/17 Beilage). Dr. med. J._, Facharzt für Neurologie, fand gemäss Bericht vom 4.
Juli 2008 keine Hinweise auf fokal-neurologische Defizite. Die angegebenen
Beschwerden könnten auch nicht mit der cerebralen Bildgebung erklärt werden, so
dass am ehesten von einer somatoformen Schmerzstörung auszugehen sei (UV-act. I/
17). Die Psychiaterin Dr. med. F._ bestätigte im Bericht vom 8. Juli 2008 die
Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung sowie eine volle
Arbeitsunfähigkeit aus rein psychiatrischer Sicht (UV-act. I/16). Die Ärzte der Rehaklinik
E._ berichteten im Nachgang zu einem stationären Aufenthalt des
Beschwerdeführers am 16. Oktober 2008 unter anderem, infolge mässiger
Selbstlimitierung aufgrund der psychischen Störung von Krankheitswert seien die
Resultate der physischen Leistungstests für die Beurteilung der zumutbaren
Belastbarkeit nur teilweise verwertbar. Es sei davon auszugehen, dass bei gutem Effort
eine bessere Leistung erbracht werden könnte, als bei den Leistungstests und im
Behandlungsprogramm vom Beschwerdeführer gezeigt worden sei. Das Ausmass der
demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren
Befunden sowie den Diagnosen aus somatischer Sicht nur zum Teil erklären. Die
Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich deshalb auf medizinisch-theoretische
Überlegungen, unter Berücksichtigung der Beobachtungen bei den Leistungstests und
im Behandlungsprogramm. Die Tätigkeit als Anlagemechaniker für Giesserei (Stelle
noch vorhanden) sei ihm nicht zumutbar, da mit bis zu sehr schweren Gewichten zu
hantieren sei. Eine leichte, wechselbelastende Arbeit ohne Tätigkeiten über Kopfhöhe,
ohne HWS-Zwangspositionen und ohne Arbeiten an vibrationserzeugenden Maschinen
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sei ganztags zumutbar. Aufgrund der Schwindelbeschwerden kämen kein Bedienen
von gefährlichen Maschinen und keine Tätigkeiten an absturzgefährdeten Stellen in
Betracht. Aufgrund der LWS-Problematik (unfallfremd) seien LWS-Zwangspositionen
zu vermeiden und Körperhaltungen in vornübergeneigter Position auf ein Minimum zu
reduzieren. Im MRI der LWS vom 1. Oktober 2008 sei eine grosse Diskusherniation im
Segment L5/S1 mit Kompression der Nervenwurzel S1 rechts erkennbar gewesen.
Weiter hätten sich multisegmentale, degenerative Veränderungen im Sinn einer
Osteochondrose, Spondylose und Spondylarthrose sowie eine Diskusprotrusion mit
Anuluseinriss im Segment L3/4 ohne eindeutige Kompromittierung neuraler Strukturen
gezeigt. Aufgrund des psychischen Leidens (posttraumatische Belastungsstörung,
leichte depressive Episode) sei aktuell eine Arbeitsfähigkeit von 50% (halbtags)
gegeben (UV-act. I/29).
2.2 Die Arbeitgeberin löste das Arbeitsverhältnis mit dem Beschwerdeführer auf Ende
Januar 2009 auf (UV-act. I/33). Die Kündigung bewirkte gemäss Bericht von Dr. F._
vom 3. Januar 2009 eine Verschlechterung der psychischen Situation (UV-act. I/44).
Kreisarzt Prof. Dr. med. K._, FMH Orthopädische Chirurgie, kam nach einer
Untersuchung vom 24. Februar 2009 im Bericht vom 25. Februar 2009 zum Schluss,
vor dem Hintergrund einer somatoformen Schmerzausweitung, einer numerischen
Vergrösserung von weiteren Diagnosen (nicht unfallbedingt) und einer
psychopathologischen Komponente könne es nicht mehr Aufgabe der Suva sein, die
volle Arbeitsunfähigkeit seit der Kündigung finanziell zu kompensieren. Die
unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit sei zunächst mit 50% zu attestieren und nach einer
gewissen Zeit auf 25% zu senken. Die Arbeitsfähigkeit sei aus somatischer Sicht für
folgende Tätigkeiten gegeben: Arbeitszeit ganztags, leichte bis mittlere Arbeiten, keine
Tätigkeiten mit HWS-Zwangspositionen, keine Arbeiten über Kopfhöhe, keine
Bedienung von gefährlichen Maschinen, keine Arbeiten an absturzgefährdeten Stellen.
Die LWS-Problematik (unfallfremd) erlaube keine Zwangspositionen der LWS. Mangels
objektivierbarer Unfallfolgen seien die Kosten für eine stationäre konservative Therapie,
auch vor dem Hintergrund eines nur spärlich günstigen Resultats anlässlich des
Aufenthalts in der Rehaklinik E._, nicht zu übernehmen (UV-act. I/50). Am 27. Februar
2009 bestätigte Dr. J._, dass die Beschwerden im Bereich des linken Arms nicht mit
einem neurogenen Kompressionssyndrom zu erklären seien. Es bestehe weiterhin ein
chronifiziertes Schmerzsyndrom mit belastungsabhängigen Beschwerden. Hinsichtlich
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eines operativen Procederes bezüglich des lumbovertebralen Schmerzsyndroms sei
Zurückhaltung geboten (UV-act. I/53). Der Handchirurge Dr. med. L._ riet im Bericht
vom 26. März 2009 von einem operativen Vorgehen ab (UV-act. I/59.1). Eine Abklärung
in der Befas Appisberg ergab gemäss Bericht vom 11. September 2009, dass dem
Beschwerdeführer aktuell eine maximal sechsstündige Tagespräsenz mit einer 50%
Tagesleistung zugemutet werden könne. Dabei wurde im Wesentlichen auf die
psychische Situation verwiesen. Von somatischer Seite nicht mehr zumutbar sei
körperliche Schwerarbeit. Optimal behinderungsangepasst seien körperlich leichte,
wechselbelastende Tätigkeiten mit Arbeitseinsätzen überwiegend auf Tischhöhe, ohne
grössere Kraftaufwendungen mit der linken oberen Extremität und linksseitig ohne
Armeinsätze über Schulterhöhe. Längerdauerndes oder repetitives Tätigsein in stärker
rückenbelastenden Körperpositionen sollte vermieden werden können. Der
Beschwerdeführer sei vor allem psychisch zu wenig stabil für eine Direkteingliederung
auf dem freien Arbeitsmarkt. Es werde daher ein aufbauendes Arbeitstraining
empfohlen. Während der Abklärungszeit sei ein deutliches Schmerz- und
Schonverhalten festzustellen gewesen. Der Beschwerdeführer habe wiederholt die
Auffassung geäussert, dass er behinderungsbedingt nicht mehr in der Lage sei, eine
Arbeit auszuführen (UV-act. I/80). In der Beurteilung vom 28. September 2009
erachtete der Kreisarzt die Voraussetzungen für den Fallabschluss als gegeben.
Aufgrund der Angaben aus Appisberg, der Erhebungen anlässlich der kreisärztlichen
Untersuchung im Februar 2009 und der damals durchgeführten neurologischen
Untersuchung sei rein unfallbedingt keine Arbeitsunfähigkeit mehr gegeben (UV-act. I/
83). Im Bericht vom 13. Oktober 2009 diagnostizierte die Psychiaterin Dr. F._ eine
posttraumatische Belastungsstörung, eine leichte depressive Episode mit somatischem
Syndrom sowie Merkmale einer Persönlichkeitsstörung. Aus psychiatrischer Sicht
bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (UV-act. I/88).
2.3 Die Klinik M._ bescheinigte am 18. Dezember 2009 eine mittelgradige bis
schwere depressive Episode mit somatischen Symptomen sowie einen Verdacht auf
anhaltende somatoforme Schmerzstörung bei ausgeprägter Akzentuierung
zwanghafter Persönlichkeitszüge. Dem Patienten sei eine intensive psychosomatische
Behandlung angeboten worden (UV-act. I/101). Der Neurochirurge Dr. med. F._
berichtete am 29. März 2010 über einen operativen Bandscheibeneingriff am lumbalen
Rücken (UV-act. I/111). Im Bericht zuhanden der IV vom 10. Dezember 2010 erwähnte
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Dr. F._ als therapeutische Massnahme einzig den am 25. März 2010 durchgeführten
Eingriff und hielt fest, die Arbeitsfähigkeit lasse sich erst nach Erstellung eines neuen
LWS-MRI beurteilen (IV-Akten, UV-act. I/121). Die Psychiaterin Dr. F._ hielt im
Bericht vom 10. Januar 2011 einen stationären Gesundheitszustand fest. Die
posttraumatische Belastungsstörung bei Zustand nach Autounfall vom 30. April 2004
(richtig 2008) sei nicht mehr relevant. Sie bestätigte eine leichte depressive Episode mit
somatischem Syndrom sowie Merkmale einer Persönlichkeitsstörung und berichtete
unter anderem, die psychosoziale Situation des Patienten habe sich durch den Streit
mit den Versicherungen negativ auf dessen Gemütszustand ausgewirkt. Aus rein
psychiatrischer Sicht bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (IV-Akten, UV-act. I/121).
Der Neurochirurge Dr. F._ bestätigte am 4. April 2011 einen stationären
Gesundheitszustand und führte als therapeutische Massnahme eine stationäre
Physiotherapie, eventuell mit Spondylodese L5/S1 an. Zur Frage der Arbeitsfähigkeit in
einer zumutbaren Tätigkeit hielt der Arzt fest, die Behandlung der Rückenproblematik
sei nicht abgeschlossen; wahrscheinlich sei eine weitere Operation nötig. Eine
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei erst danach möglich (IV-Akten, UV-act. I/121). Die
Ärzte der Klinik M._ hielten im Bericht vom 20. Mai 2011 fest, der Beschwerdeführer
habe sich vom 28. März bis 21. April 2011 in einer ambulanten
Rehabilitationsbehandlung bei ihnen befunden. Er habe sich mit Mühe in das
Behandlungsprogramm integrieren können. Neben Fitness- und Ausdauertraining seien
physio- und atemtherapeutische Übungen sowie Gruppengespräche und
Gesundheitsvorträge durchgeführt und die Behandlung durch psychotherapeutische
Einzelgespräche ergänzt worden. Die Therapie sei dabei insbesondere auf die aktuelle
Lebenssituation sowie die bevorstehende Reintegration in den Alltag fokussiert
worden. Die Medikation werde in den nächsten ambulanten Sitzungen optimiert (IV-
Akten, UV-act. I/121).
3.
Eine manuelle ärztliche Untersuchung der versicherten Person fördert klinische, nicht
aber objektivierbare Ergebnisse im Sinn eines organischen Substrats zu Tage.
Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar sind und von der Person des
Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Würde allein auf
Ergebnisse klinischer Untersuchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein
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organisches Substrat namhaft gemacht. Von organisch objektiv ausgewiesenen
Unfallfolgen wird deshalb erst dann gesprochen, wenn die erhobenen Befunde auch
mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 109 E. 9,
117 V 359 E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]). Diese
Untersuchungsmethoden müssen zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V
231 E. 5.1 mit Hinweisen). Beispielsweise sind ein Thoracic outlet Syndrom (TOS),
myofasziale und tendinotische bzw. myotendinotische Befunde für sich allein nicht als
organisch hinreichend nachweisbare Unfallfolgen zu betrachten. Auch Verhärtungen
und Verspannungen der Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken sowie
Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit können für sich allein nicht als klar
ausgewiesenes organisches Substrat der Beschwerden qualifiziert werden. Gleiches
gilt für Nackenverspannungen bei Streckhaltung der HWS mit Retrohaltung (Urteile des
Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008, 8C_124/2008, mit vielen Hinweisen, sowie vom
7. Februar 2008, U 13/07, E. 3.2 und 3.3, und vom 22. September 2010, 8C_240/2010).
In Bezug auf den HWS/Nacken-Bereich ist ein durch den Unfall vom 30. April 2008
bedingter organisch-struktureller (somatischer) Gesundheitsschaden in Anbetracht der
in E. 2 geschilderten medizinischen Aktenlage und der vorstehenden Ausführungen
überwiegend wahrscheinlich zu verneinen (vgl. unter anderem UV-act. I/12; MR der
HWS vom 30. Juni 2008 und Bericht Dr. J._ vom 4. Juli 2008, UV-act. I/17 Beilagen).
Hinsichtlich der Beschwerden im LWS-Bereich ist aktenmässig dokumentiert, dass
nach dem Unfall vom 30. April 2008 auch ein leichtes Lumbovertebralsyndrom bestand
(UV-act. I/12), die eigentliche LWS-Problematik aber unfallfremden (degenerativen)
Ursprungs ist (vgl. Bericht Rehaklinik E._ vom 16. Oktober 2008 mit Hinweis auf ein
MRI der LWS vom 1. Oktober 2008; UV-act. I/29 S. 3 und 4). Für eine ärztliche
Fehlbehandlung in der Rehaklinik E._, wie sie der Beschwerdeführer behaupten lässt
(act. G 1 Ziff. III./4; G 11 S. 5f), fehlt es an konkreten Anhaltspunkten und Belegen; eine
solche ist umso weniger wahrscheinlich, als eine Kontusion von LWS und Thorax mit
lumbalen Rückenschmerzen bereits unmittelbar nach dem Unfall vom 30. April 2008
vermerkt wurde (vgl. UV-act. I/6 Beilagen). Ein (unfallfremdes) lumboradikuläres
Schmerzsyndrom S1 mit entsprechender Operationsempfehlung findet sich zudem
bereits in einem Arztbericht von 2002 erwähnt (UV-act. II/88). Die signifikante und
dauernde Verschlimmerung einer vorbestandenen Schädigung der Wirbelsäule,
hervorgerufen durch einen Unfall, ist nur dann bewiesen, wenn die Radioskopie ein
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plötzliches Zusammensinken der Wirbel sowie das Auftreten und Verschlimmern von
Verletzungen aufgrund eines Traumas aufzeigt (RKUV 2000, 45). Ein solcher
Sachverhalt ist vorliegend mit Bezug auf den LWS-Bereich nicht dargetan. Selbst wenn
es durch den Unfall vom 30. April 2008 zur Auslösung einer Schmerzsituation im LWS-
Bereich gekommen ist, so hat diese bei fehlendem Nachweis einer organisch-
strukturellen Unfallfolge jedenfalls auf Ende Oktober 2009 - eineinhalb Jahre nach dem
Unfall - als abgeheilt zu gelten (vgl. Bär/Kiener, Prellung, Verstauchung oder Zerrung
der Wirbelsäule, Medizinische Mitteilungen Nr. 67 der Suva, S. 45ff, wo die
Abheilungsdauer bei vergleichbaren Sachverhalten mit maximal 12-18 Monaten
angegeben wird). Da diesbezüglich eine überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität
nicht belegt ist, besteht für gesundheitliche Beschwerden im LWS-Bereich und daraus
allenfalls resultierender Arbeitsunfähigkeit, Behandlungsbedürftigkeit und
Integritätseinbusse jedenfalls für die Zeit ab November 2009 keine Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin.
3.2 Ist ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung der HWS diagnostiziert
und liegt - wie vorliegend - kein fassbarer organischer (unfallbedingter) Befund an der
HWS vor, muss für die Bejahung der natürlichen Kausalität ein typisches
Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen,
Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit
und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw.
gegeben sein (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 E. 3e; Bestätigung in
BGE 134 V 109 E. 9). Dieses Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden
muss jedoch nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens
72 Stunden nach dem Unfall aufgetreten sein. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem
Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS manifestiert haben (Urteile
des Bundesgerichts vom 30. Januar 2007, U 215/05, und vom 15. März 2007, U
258/06; RKUV 2000 Nr. 359 S. 29 E. 5e).
Gemäss Berichten von Dr. N._ vom 24. und 30. Mai 2008 hatte der Unfall vom 30.
April 2008 eine Commotio cerebri, eine HWS-Distorsion sowie eine LWS- und Thorax-
Kontusion bewirkt, wobei der Beschwerdeführer über Kopf- und Nackenschmerzen
sowie bewegungsabhängige lumbale Schmerzen klagte und erklärte, nach dem Unfall
habe eine Bewusstlosigkeit von ca. 10 Minuten bestanden (UV-act. I/6 Beilage). Der
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Arzt bestätigte mit dem Vorliegen einer Commotio cerebri grundsätzlich eine leichte
traumatische Hirnverletzung (MTBI; vgl. dazu S. Johannes/R. Schaumann-von Stosch,
Grundlegende Aspekte der leichten traumatischen Hirnverletzung, Medizinische
Mitteilungen der SUVA Nr. 78 [2007], 74ff). Im Cervikal- bzw. HWS-Bereich lag ein
gesundheitlicher Vorzustand vor (Status nach HWS-Trauma 1998) mit seitheriger
Dauertherapie und residuellen Beschwerden (vgl. UV-act. I/6 Beilage, II/95). Im
Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem
Beschleunigungstrauma wurde am 15. Mai 2008 festgehalten, nach dem Unfall mit
Kopfanprall hätten eine Bewusstlosigkeit und Übelkeit bestanden. Die neurologische
Untersuchung habe normale Befunde ergeben. Die aktuelle Bewusstseinslage wurde
mit einem Wert von 15 auf dem GCS-Score (Glasgow Coma Scale) bestätigt. Es hätten
bereits vor dem Unfall behandlungsbedürftige Nackenschmerzen bestanden (UV-act. I/
6 Beilage). Angesichts der geschilderten Aktenlage kann vom Auftreten eines typischen
Beschwerdebilds mit einer Häufung von Beschwerden, wozu auch die von der
Rehaklinik E._ angeführten psychischen Beschwerden zu zählen sind, gesprochen
werden. Die Beschwerdegegnerin ging im Resultat von einer - wenn auch zeitlich
befristeten - Unfalleinwirkung aus, indem sie ihre Leistungspflicht bis Ende Oktober
2009 anerkannte.
4.
4.1 Vorerst zu prüfen ist die - von der Beschwerdegegnerin bejahte (act. G 18 S. 2f) -
Frage, ob die Mitteilung der Beschwerdegegnerin vom 14. Januar 2009, mit welcher
das Taggeld ab 1. Februar 2009 auf 50% reduziert wurde (UV-act. 40), sowie die
Mitteilung vom 26. Februar 2009, mit welcher die Übernahme der Osteopathie-
Behandlung abgelehnt wurde (UV-act. I/52), in Rechtskraft erwuchsen. Über
Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die erheblich sind oder mit denen die
betroffene Person nicht einverstanden ist, hat der Versicherungsträger schriftlich eine
Verfügung zu erlassen (Art. 49 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Leistungen, Forderungen und
Anordnungen, die nicht unter Art. 49 Abs. 1 ATSG fallen, können nach Art. 51 Abs. 1
ATSG in einem formlosen Verfahren behandelt werden; diesfalls räumt Abs. 2 dieser
Bestimmung der betroffenen Person die Möglichkeit ein, den Erlass einer Verfügung zu
verlangen. Gemäss Art. 124 lit. b der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV;
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/26
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SR 832.202) ist eine Verfügung insbesondere über die Kürzung oder Verweigerung von
Versicherungsleistungen zu erlassen. Die Beschwerdegegnerin wäre grundsätzlich
verpflichtet gewesen, die Entscheide über die Taggeldreduktion und die Ablehnung
einer Behandlung nicht formlos, sondern in Form von Verfügungen mitzuteilen. In
Analogie zu Art. 51 Abs. 2 ATSG kann die versicherte Person jedoch einen Entscheid in
Form einer Verfügung verlangen, wobei sich die Frage nach allfälligen zeitlichen
Grenzen dieser Befugnis stellt (BGE 134 V 145 E. 5.1). Die versicherte Person kann
einen unzulässigerweise im formlosen Verfahren erlassenen Entscheid des
Unfallversicherers nicht zeitlich unbeschränkt in Frage stellen. Unterbleibt eine
fristgerechte Intervention, entfaltet der im formlosen Verfahren ergangene Entscheid in
gleicher Weise Rechtswirkungen, wie wenn er im durch Art. 51 Abs. 1 ATSG
umschriebenen Rahmen erlassen worden wäre (BGE 134 V 145 E. 5.2 mit Hinweisen).
Das Bundesgericht setzte die zeitliche Begrenzung im erwähnten Urteil auf ein Jahr
fest. Eine längere Frist kommt allenfalls dann in Frage, wenn die betroffene Person -
insbesondere wenn sie rechtsunkundig und nicht anwaltlich vertreten ist - in guten
Treuen annehmen durfte, der Versicherer habe noch keinen abschliessenden Entscheid
fällen wollen und sei mit weiteren Abklärungen befasst (BGE 134 V 145 E. 5.3.2). Die
Rechtsbeständigkeit wird erreicht, wenn anzunehmen ist, dass die versicherte Person
sich mit einer getroffenen Regelung abgefunden hat. Dies ist nach der Rechtsprechung
dann der Fall, wenn sie sich nicht innert einer (nach den Umständen) angemessenen
Überlegungs- und Prüfungsfrist dagegen verwahrt (BGE 122 V 367 E. 3 mit Hinweisen).
Die Beschwerdegegnerin verwies auf ein Bundesgerichts-Urteil vom 13. April 2011,
8C_14/2011, wo es um die Frage der Rechtskraft von Taggeldabrechnungen bzw. des
Taggeldansatzes ging. Für diesen Sachverhalt hatte das Bundesgericht die Frist,
innerhalb welcher eine anfechtbare Verfügung zu verlangen ist, auf drei Monate
festgelegt (Urteil 8C_14/2011, a.a.O., E. 5 mit Hinweisen). Vorliegend stehen nicht
Modalitäten von Taggeldabrechnungen oder die Höhe des Taggeldsatzes zur
Diskussion. Vielmehr gab die Beschwerdegegnerin im Schreiben 14. Januar 2009 den
(partiellen) Fallabschluss insofern bekannt, als sie das Taggeld auf 1. Februar 2009 auf
die Hälfte reduzierte und den Beschwerdeführer ausdrücklich darauf hinwies, dass er
sich für ergänzende Teilleistungen bei der Arbeitslosenversicherung (RAV) melden solle
(UV-act. I/47). Auch beim Schreiben vom 26. Februar 2009 handelt es sich nicht um
eine Taggeldabrechnung, sondern um die Ablehnung der Übernahme der Osteopathie-
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Behandlung mit dem impliziten Hinweis, sich an den Krankenversicherer zu wenden
(UV-act. I/52). In der Einsprache vom 1. Dezember 2009 - und damit rechtzeitig
innerhalb eines Jahres nach Zustellung der formlosen Mitteilungen - wurden sowohl die
Taggeldreduktion als auch die Ablehnung der Übernahme der Osteopathie-Behandlung
beanstandet (UV-act. I/95). Beide Fragen sind daher materiell zu prüfen.
4.2 Die Ärzte der Rehaklinik E._ erachteten im Bericht vom 16. Oktober 2008 die
bisherige (körperlich zu schwere) Tätigkeit als nicht mehr zumutbar, gingen jedoch von
der ganztägigen Zumutbarkeit einer leichten, wechselbelastenden, den
gesundheitlichen Problemen des Beschwerdeführers angepassten Tätigkeit aus, wobei
sie aktuell eine durch den psychischen Befund bedingte Einschränkung von 50%
bescheinigten (UV-act. I/29). Nachdem Dr. F._ am 3. Januar 2009 eine durch die
Kündigung bedingte Verschlechterung der psychischen Situation bestätigt hatte (UV-
act. I/44), legte Kreisarzt Prof. K._ die aktuelle Arbeitsfähigkeit im Bericht vom 25.
Februar 2009 auf 50% fest und wies unter anderem auf das Vorliegen von nicht
unfallbedingten Problemen hin (UV-act. I/50). Gemäss dem späteren Bericht der Befas
Appisberg vom 11. September 2009 konnte dem Beschwerdeführer - bei nach Lage
der Akten im Wesentlichen unveränderter gesundheitlicher Situation seit Februar 2009
- eine sechsstündige Tagespräsenz mit 50% Tagesleistung zugemutet werden (UV-act.
I/80). Vor dem geschilderten Hintergrund lässt sich nicht beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin ab Februar 2009 von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausging und
das Taggeld entsprechend festsetzte.
4.3 Was die streitige Osteopathie-Behandlung betrifft, wurde im Bericht der Rehaklinik
E._ vom 16. Oktober 2008 festgehalten, der Beschwerdeführer sei durch sie (die
Klinik-Ärzte) bei O._ für eine probatorische osteopathische Behandlung angemeldet
worden. Da ein Termin im Rahmen des Rehabilitationsaufenthalts nicht möglich
gewesen sei, werde der Hausarzt gebeten, den Beschwerdeführer in Wohnortnähe für
eine solche Behandlung anzumelden (UV-act. I/29 S. 2). Auf Nachfrage der
Beschwerdegegnerin vom 30. Oktober 2008, ob dies veranlasst worden sei (UV-act. I/
38), gab der Hausarzt Dr. med. P._ am 13. Dezember 2008 die Adresse eines
Osteopathen bekannt (UV-act. I/41 Beilage). Dem Kreisarzt gab der Beschwerdeführer
am 24. Februar 2009 bekannt, er sei dreimal zwecks Osteopathie bereits in
Behandlung gewesen (UV-act. I/50 S. 2). Dieser äusserte sich im Bericht zu dieser
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Behandlung nicht und hielt lediglich fest, eine stationäre konservative Therapie (s.
Antrag in UV-act. I/48) könne seitens der Suva mangels objektivierbarer Unfallfolgen
nicht unterstützt werden (UV-act. I/50 S. 5). Ein Bericht des konsultierten Osteopathen
findet sich bei den Akten nicht. Angesichts der geschilderten Aktenlage bestand kein
ausgewiesener Grund, die Übernahme der - von der Rehaklinik E._ empfohlenen -
Osteopathie-Behandlung ohne Weiteres abzulehnen, zumal die übrigen
Behandlungskosten bis Ende Oktober 2009 (Zeitpunkt der Leistungseinstellung) von
der Beschwerdegegnerin anerkannt wurden. Einzig der Hinweis, dass es sich dabei um
Alternativmedizin handle (UV-act. I/52) oder der Umstand, dass die Wirksamkeit der
komplementär- und alternativmedizinischen Massnahmen (z.B. Akupunktur,
Osteopathie und Alexandertechnik) umstritten ist (vgl. Urteil des EVG vom 28. Juni
2005, U 376/04, E. 3.2.2), vermag für sich allein noch keine Leistungsablehnung zu
begründen. Die Beschwerdegegnerin wird daher vorerst einen Bericht des
behandelnden Osteopathen zur Dauer und Verlauf der durchgeführten Behandlung
einzuholen und danach erneut über die Leistungsübernahme zu verfügen haben.
5.
5.1 Bereits rund eineinhalb Monate nach dem Unfall vom 30. April 2008 stellte Dr. I._
beim Beschwerdeführer den Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung
(UV-act. I/14), welche am 8. Juli 2008 von der Psychiaterin Dr. F._ und am
16.Oktober 2008 von den Ärzten der Rehaklinik E._ bestätigt wurde. Letztere hielten
als Behandlungsergebnis fest, insgesamt habe trotz intensiven physiotherapeutischen
Massnahmen, Vermittlung von Coping-Strategien und psychosomatisch orientierter
Gesprächstherapie keine wesentliche Zustandsverbesserung erreicht werden können
(UV-act. I/16, I/29). Am 13. Oktober 2009 vermerkte Dr. F._ neben der
posttraumatischen Belastungsstörung und einer leichten depressiven Episode auch
Merkmale einer Persönlichkeitsstörung. Der Patient brauche eine längere intensive
psychiatrische Behandlung. Im Heilungsverlauf würden unfallfremde Faktoren
(Ablehnung der gewünschten Umschulung durch die IV) mitspielen. Die
Schmerzproblematik habe sich chronifiziert. Es sei kaum zu erwarten, dass es zu einer
deutlichen Besserung kommen werde. Die gesundheitlichen Beschwerden sowie
psychosoziale Probleme hätten negativen Einfluss auf die Fortschritte der Therapie
(UV-act. I/88). Am 11. November 2009 bescheinigte Dr. F._ zuhanden der
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Invalidenversicherung, dass die Behandlung eines Patienten mit dieser
Persönlichkeitsstruktur (mit Merkmalen einer Persönlichkeitsstörung der Cluster-
Gruppe B) eine Herausforderung darstelle und eine Behandlungsprognose nicht
absehbar sei (IV-Akten S. 274f; UV-act. I/121). Im Bericht der Klinik M._ vom 18.
Dezember 2009 wurde unter anderem auf eine ausgeprägte Akzentuierung der
zwanghaften Persönlichkeitszüge hingewiesen und eine intensive psychosomatische
Therapie als erforderlich erachtet (UV-act. I/101). Eine von der Invalidenversicherung im
Oktober 2009 in Auftrag gegebene medizinische Begutachtung wurde später
zurückgezogen (vgl. IV-Akten S. 270 und 285; UV-act. I/121). Von Seiten der Klinik
M._ wurde am 29. März 2010 festgehalten, unter weiterer psychiatrischer Betreuung
sei mit der Erhaltung der 60%igen Arbeitsfähigkeit zu rechnen (IV-act. Akten S. 298;
UV-act. I/121). Der Neurochirurge Dr. F._ bestätigte am 9. April 2010 gegenüber der
IV, dass am 25. März 2010 eine Bandscheibenoperation (LWS; L5/S1) durchgeführt
worden sei. Eine Therapie-Prognose konnte er nicht stellen (IV-Akten S. 302f). Im
Bericht vom 10. Januar 2011 erachtete die Psychiaterin Dr. F._ - bei stationärem und
damit durch die zwischenzeitliche Behandlung im Wesentlichen unverändertem
psychischem Gesundheitszustand - die posttraumatische Belastungsstörung als nicht
mehr relevant. Die Persönlichkeitsstörungs-Problematik rücke immer wieder in den
Vordergrund. Es bestehe ein maladaptives Schema Anspruchshaltung/Grandiosität,
welches aufgrund der schweren psychosozialen Belastungen nicht mehr habe
kompensiert werden können. Bei fehlender Selbstreflexion sei es immer wieder zu
schweren depressiven Krisen gekommen, wie nach dem Tod des Bruders im Mai 2010.
Im Rahmen eines Rehabilitationsaufenthalts vom 26. Juli bis 31. August 2010 habe eine
leichte Besserung der depressiven Stimmungslage erzielt werden können. Die
Prognose bezüglich der psychiatrischen Problematik sei schlecht (IV-Akten, UV-act. I/
121).
Gestützt auf diese Aktenlage ist festzuhalten, dass bei den psychischen Problemen des
Beschwerdeführers nach dem Unfall vom 30. April 2008 in erheblichem Umfang
unfallfremde Aspekte (Persönlichkeitsstörung, psychosoziale Probleme) mitspielten
oder sogar im Vordergrund standen (vgl. auch IV-Akten S. 298). Überwiegend
wahrscheinlich ist davon auszugehen, dass jedenfalls per Ende Oktober 2009 keine
unfallbedingte Behandlungsbedürftigkeit mit der Aussicht auf eine namhafte
Verbesserung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit mehr vorlag und die
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durchgeführten Behandlungsmassnahmen (bei unsicherem Behandlungserfolg)
lediglich der Beschwerdelinderung (leichte Besserung der depressiven Stimmungslage)
und Aufrechterhaltung des erreichten Zustands dienten. Auch hinsichtlich der
cervikalen Beschwerden (HWS) stand nach Lage der Akten Ende Oktober 2009 ein
namhafte Besserung des Zustands und der Arbeitsfähigkeit nicht überwiegend
wahrscheinlich in Aussicht, zumal spätere Behandlungen in der Klinik M._ (vgl.
Bericht vom 20. Mai 2011; IV-Akten, UV-act. I/121) neben physiotherapeutischen
Übungen im Wesentlichen auf den psychischen Gesundheitszustand gerichtete
Massnahmen zur Zustandserhaltung umfasste. Der Abschluss des Falls durch den
Unfallversicherer im Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG bedingt lediglich, dass von weiteren
medizinischen Massnahmen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands
mehr erwartet werden kann, nicht aber, dass eine ärztliche Behandlung nicht länger
erforderlich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. November 2008, 8C_467/2008,
E. 5.2.2.2.). Der Fallabschluss setzt nicht den Eintritt des Status quo sine/ante voraus,
sondern lediglich den medizinischen Endzustand im erwähnten Sinn (BGE 134 V 109 E.
3.2 und 4). Für die Annahme einer Weiterdauer der Behandlungskostenübernahme
genügt es nicht, dass eine Therapie lediglich eine unbedeutende Besserung erhoffen
lässt oder dass für eine namhafte Besserung nur eine weit entfernte Möglichkeit
besteht (A. Maurer, Unfallversicherungsrecht, 2. A., Bern 1989, 274). Von einer
namhaften Besserung des Gesundheitszustands kann auch dann nicht gesprochen
werden, wenn eine therapeutische Massnahme mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nur die sich aus einem stationären Gesundheitsschaden ergebenden Beschwerden für
eine begrenzte Zeit zu lindern vermag (RKUV 2005, 388). Für die Bejahung eines
medizinischen Endzustands wird sodann keine vollständige Schmerzfreiheit
vorausgesetzt (vgl. Rumo-Jungo, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. A.,
S. 145). - Die durch den Neurochirurgen Dr. F._ vorgeschlagenen oder veranlassten
Massnahmen bezogen sich auf die Gesundheitsschädigung in der LWS (vgl. Bericht
vom 10. Dezember 2010 in den IV-Akten; UV-act. I/121). Die LWS-Problematik war
jedoch wie erwähnt (vorstehende E. 3.1) spätestens im Zeitpunkt der streitigen
Leistungseinstellung (Ende Oktober 2009) überwiegend wahrscheinlich nicht mehr auf
den Unfall vom 30. April 2008 zurückzuführen, weshalb auch die nach diesem
Zeitpunkt vorgenommenen Behandlungen (vgl. UV-act. I/111) hier ausser Betracht zu
bleiben haben. Die Beschwerdegegnerin nahm somit zu Recht den Fallabschluss im
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Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG - als Voraussetzung für die Adäquanzprüfung (BGE 134 V
109) - auf Ende Oktober 2009 an.
5.2 Das Vorliegen eines Schädel-Hirntraumas, worunter sämtliche
Hirnfunktionsstörungen mit oder ohne morphologisch fassbare Schädigung des
Gehirns und seiner Hüllen, einschliesslich Gehirnschädel und Kopfschwarte subsumiert
werden (Trentz/Bühren, Checkliste Traumatologie, Stuttgart/New York 2001, S. 122 ff.),
rechtfertigt die analoge Anwendung der Schleudertrauma-Praxis nur, wenn die erlittene
Hirnerschütterung mindestens im Grenzbereich zwischen Commotio und Contusio
cerebri liegt. Leichte Hirnerschütterungen hingegen reichen hierfür nicht aus (vgl.
Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgericht vom 6. Mai 2003, U 6/03, und vom
13. Juni 2005, U 276/04, E. 2.2.1). Vorliegend war nach dem streitigen Unfall wie
erwähnt von einer leichten traumatischen Hirnverletzung auszugehen. Die Adäquanz
beurteilt sich damit grundsätzlich nach Massgabe der in BGE 117 V 359 E. 6
entwickelten und in BGE 134 V 109 E. 10 präzisierten Kriterien. Dabei ist auf eine
Differenzierung zwischen psychischen und physischen Komponenten zu verzichten,
wenn es an einer Dominanz psychischer Probleme fehlt (vgl. BGE 123 V 98 E. 2a). Die
dargelegte medizinische Aktenlage (E. 5.1) weist klar darauf hin, dass im streitigen
Einstellungszeitpunkt psychische Probleme beim Beschwerdeführer im Vordergrund
standen bzw. zumindest einen erheblichen Stellenwert hatten. Ob die
Adäquanzprüfung angesichts dieser Fakten nach der Schleudertrauma- oder der
Psycho-Praxis durchzuführen ist, kann jedoch offen bleiben, da die Adäquanz auch bei
Anwendung der für den Beschwerdeführer günstigeren Schleudertrauma-Praxis (vgl.
dazu SVR 2010 UV Nr. 3 S. 11; Urteil des Bundesgerichts vom 18. September 2009,
8C_283/2009) zu verneinen ist, wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen werden.
6.
6.1 Der in Frage stehende Unfall vom 30. April 2008 ist aufgrund des
Geschehensablaufs - das vom Beschwerdeführer gelenkte Fahrzeug überschlug sich,
nachdem es wegen eines Ausweichmanövers von der Strasse abgekommen und in
eine "Schlucht" (UV-act. I/7 Beilage) bzw. eine Böschung (UV-act. I/11 S. 3)
hinuntergestürzt war - und der Verletzungen (UV-act. I/6 Beilage) nicht als
ausserordentlich schweres, lebensbedrohliches Geschehen im Sinn der Praxis
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(dargestellt in RKUV 1995, 91) einzustufen (vgl. auch Urteile des EVG vom 20. Juli
2005, U 338/04, und vom 13. Juni 2005, U 276/04, E. 2.3). Die Unterscheidung
zwischen mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu den schweren Unfällen und
solchen im mittleren Bereich ist insofern von Bedeutung, als bei Unfällen im
mittelschweren Bereich nach der Praxis mehrere Zusatzkriterien erfüllt sein müssen,
um die Adäquanz bejahen zu können, wobei die Zahl um so geringer sein kann, je
näher das Ereignis bei den schweren Unfällen liegt (vgl. dazu BGE 115 V 133 E. 6c/bb).
Es scheint konkret gerechtfertigt, von einem mittelschweren Unfall auszugehen,
allerdings nicht im Grenzbereich zu den schweren Ereignissen (vgl. dazu etwa die
Sachverhalte in den Urteilen des EVG vom 14. April 2000, U 257/99, und vom
24. August 2007, U 497/06, E. 4.2, sowie vom 22. August 2008, 8C_609/2007, E.
4.1.3). Weitere Abklärungen zum Unfallereignis bzw. zur Unfallursache vermöchten an
dieser Einstufung nichts zu ändern. Nach den Angaben des Beschwerdeführers
bewirkte der Unfall einen Bewusstseinsverlust von ca. 10-15 Minuten (UV-act. I/6
Beilage, I/7 Beilage). Eine gewisse Eindrücklichkeit für den Beschwerdeführer kann
dem Ereignis, sofern er sich tatsächlich an das Geschehen zu erinnern vermag, nicht
abgesprochen werden. Eine besondere Eindrücklichkeit oder dramatische
Begleitumstände sind allerdings nicht belegt, zumal das objektive Unfallgeschehen
massgebend ist (vgl. die Kasuistik zu diesem Kriterium in Rumo-Jungo,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Unfallversicherung, 3. A., S. 58-64, sowie Urteile des EVG vom 23. November
2004, U 109/04, E. 2.3 und vom 2. März 2005, U 309/03, E. 5.1). Beim erlittenen
Trauma handelt es sich nicht um eine Gesundheitsschädigung, die durch ihre Schwere
oder besondere Art charakterisiert ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 17. August
2007, 8C_101/2007, E. 5.2 und 5.3, und vom 21. Dezember 2007, U 558/06, E. 4.2.2,
sowie Urteil des EVG vom 9. August 2004, U 116/04). Das Trauma dürfte konkret
jedoch eine unter anderem im Cervikal-Bereich vorgeschädigte Wirbelsäule getroffen
haben; es ist somit als Verletzung besonderer Art zu qualifizieren. Das Kriterium ist
damit - wenn auch nicht in besonders ausgeprägtem Masse - als erfüllt anzusehen (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juni 2008, 8C_785/2007, E. 4.4).
6.2 Was das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung
(vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.3) betrifft, ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer
nach dem Unfall vom 30. April 2008 mit initialer Behandlung in Bosnien und
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anschliessender konservativer sowie psychiatrischer Therapie einen stationären
Aufenthalt in der Rehaklinik E._ absolvierte. Bei letzterem bestätigten sich durch
Selbstlimitierung beeinflusste Abklärungsresultate. Diese ergaben unter anderem, dass
trotz intensiver physiotherapeutisch und psychosomatisch orientierter Massnahmen
keine wesentliche Zustandsverbesserung habe erreicht werden können (UV-act. I/6
Beilage, I/11, I/14, I/16, I/17, I/29). Nach weiteren Therapiemassnahmen, welche auch
die LWS-Problematik betrafen, zeigte sich anlässlich der Befas-Abklärung im August
2009 erneut ein deutliches Schmerz- und Schonverhalten (UV-act. I80). Von
psychiatrischer Seite wurden mit entsprechendem Behandlungsbedarf neben der
somatoformen Schmerzstörung Merkmale einer (unfallfremden) Persönlichkeitsstörung
bzw. zwanghafte Persönlichkeitszüge und psychosoziale Probleme festgehalten (UV-
act. I/88, I/101). Reine Abklärungsmassnahmen fallen hier - wie die Behandlung von
unfallfremden Problemen - ausser Betracht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 26.
August 2008, 8C_687/2007, E. 5.3). Wie dargelegt war jedenfalls Ende Oktober 2009
von weiteren Behandlungsmassnahmen keine namhafte Besserung mehr zu erwarten
(vgl. vorstehende E. 5.1). In Anbetracht dieser Aktenlage kann eine fortgesetzt
spezifische, den Beschwerdeführer belastende (unfallbedingte) ärztliche Behandlung im
Sinn der Rechtsprechung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2008,
8C_331/2007, E. 4.2.3) nicht als belegt gelten.
Adäquanzrelevant können im Weiteren in der Zeit zwischen dem Unfall und dem
Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unterbruch bestehende
erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften
Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die
Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4). Anlässlich eines
Aufenthalts in der Klinik M._ vom Dezember 2009 gab der Beschwerdeführer an, seit
dem Unfall unter Hinterkopfschmerzen, Gefühllosigkeit und Kraftminderung im linken
Arm sowie Schluckbeschwerden und einer Depression zu leiden (UV-act. I/101). Dieses
Beschwerdebild stimmt im Wesentlichen mit demjenigen überein, welches bereits nach
dem Unfall von 1998 vermerkt wurde (vgl. UV-act. I/30 S. 3, II/42 und II/60). Die Pflege
sozialer Kontakte gestaltet sich beim (zurückgezogen lebenden; UV-act. I/101)
Beschwerdeführer soweit ersichtlich nicht wesentlich anders als vor dem Unfall von
2008. Die Unfallkausalität der anhaltenden Beschwerden im LWS-Bereich
(lumbovertebrales Syndrom; vgl. UV-act. I/80 S. 4) kann, wie diejenige der durch die
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Persönlichkeitsstörung (vgl. UV-act. I/101 und Schreiben Dr. Q._ vom 10. Januar
2011 in den IV-Akten, UV-act. I/121) bedingten Beschwerden, wie erwähnt
(vorstehende E. 3.1 dritter Abschnitt) nicht als belegt gelten. Damit lässt sich das
Kriterium der ohne wesentlichen Unterbruch bestehenden (unfallbedingten) erheblichen
Beschwerden höchstens in geringem Umfang bejahen. Dies auch deshalb, weil nicht
ausser Acht gelassen werden kann, dass es sich beim Beschwerdeführer um eine
klagsame Person handelt, hat doch die Arbeitgeberin bereits früher mitgeteilt, geklagt
habe der Mitarbeiter eigentlich immer. Irgendetwas habe ihm immer weh getan; vor
allem Nacken, Kopf und Rücken hätten ihn immer geschmerzt. Man habe ihn dann
jeweils einfach wieder an die Arbeit geschickt und die Sache sei erledigt gewesen (UV-
act. I/34). Im Weiteren können ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche
Komplikationen angesichts der medizinischen Aktenlage (E. 2 und 3.1) nicht
angenommen werden. Dieses Kriterium ist deshalb nicht erfüllt. Wie dargelegt kann
auch eine die Unfallfolgen erheblich verschlimmernde ärztliche Fehlbehandlung, wie sie
der Beschwerdeführer bezüglich des Aufenthalts in der Rehaklinik E._ behaupten
lässt (act. G 1 Ziff. III./4; G 11 S. 5f), nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als
belegt gelten (vgl. dazu vorstehende E. 3.1).
6.3 Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsfähigkeit anbelangt, ist gemäss BGE 134
V 109 E. 10.2.7 dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis
mittelschweren Schleudertraumen der HWS und leichten Schädelhirntraumen ein
längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen
Standpunkt aus eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist
daher massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu
überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Konkret
muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung möglichst rasch wieder in
den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person
können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher
Unannehmlichkeiten manifestieren. Sodann können Bemühungen um alternative, der
gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht
fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in
erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag,
kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7). - Nachdem in der Zeit nach dem
Unfall eine volle unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit angenommen worden war, bestand
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wie dargelegt ab Februar 2009 eine im Wesentlichen mit der psychischen Situation
begründete 50%ige Arbeitsfähigkeit (vorstehende E. 4.2). Diese kann jedoch - soweit
sie mit einer Persönlichkeitsstörung (der Cluster-Gruppe B; UV-act. I/88) und
unfallfremden Problemen (Ablehnung der gewünschten Umschulung durch die IV; vgl.
IV-act. I/88 S. 2) begründet wird (Berichte Dr. F._ vom 11. November 2009 und vom
10. Januar 2011 in den IV-Akten [UV-act. I/121]) - nicht ohne Weiteres als unfallkausal
gelten. Der Kreisarzt war denn auch in der Beurteilung vom 29. September 2009 unter
anderem gestützt auf die Angaben im Befas-Schlussbericht zum Schluss gelangt, dass
keine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit mehr vorliege (UV-act. I/83). Der
Regionalärztliche Dienst der IV (RAD) attestierte am 13. Oktober 2009 aus rein
somatischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit (IV-
Akten, UV-act. I/121). Von Seiten der Klinik M._ wurde am 8. März 2010 aus
psychiatrischer Sicht eine mindestens 60%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt (IV-Akten S.
295; UV-act. I/121). Die Arbeitgeberin hatte gegenüber dem Suva-
Aussendienstmitarbeiter am 27. Oktober 2008 festgehalten, nach dem Unfall habe sich
der Beschwerdeführer nur sehr selten bei ihr gemeldet. Sie habe ihm übel genommen,
dass er ihr nicht öfter berichtet habe und dass er nicht habe sagen können oder wollen,
was er überhaupt habe (UV-act. I/34). Nach den Darlegungen im Befas-Bericht vom 11.
September 2009 fokussierte der Beschwerdeführer sich während der Abklärungszeit
auf berufliche Ausbildungen, für welche er die schulischen Voraussetzungen nicht
mitbrachte. Über Arbeiten, bei denen er gute Leistungen habe zeigen können, habe er
sich abschätzig geäussert. Er habe wiederholt die Auffassung geäussert, dass er
behinderungsbedingt nicht mehr in der Lage sei, eine Arbeit auszuführen (UV-act. I/80).
Bemühungen, sich wieder den Arbeitsprozess einzugliedern, sind bei dieser Aktenlage
nicht ausgewiesen. Das Kriterium der erheblichen (unfallbedingten) Arbeitsunfähigkeit
trotz Wiedereingliederungs-Anstrengungen kann dementsprechend nicht als erfüllt
betrachtet werden. Bei Erfüllung von höchstens zwei Adäquanz-Kriterien (in geringem
Umfang) kann dem Unfall keine adäquanzrechtlich massgebende Bedeutung für die
andauernden gesundheitlichen Beschwerden beigemessen werden, da nach der
Rechtsprechung bei mittelschweren Unfällen im engeren Sinn die Erfüllung von
mindestens drei Adäquanzkriterien verlangt ist (SVR-V 2010 Nr. 25, 100 mit Hinweis auf
Urteil 8C_421/2009 vom 2. Oktober 2009).
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6.4 Bei fehlendem bzw. mit dem Erreichen des medizinischen Endzustandes
weggefallenem adäquatem Unfallkausalzusammenhang steht ein Anspruch auf Rente
und Integritätsentschädigung nicht weiter zur Diskussion. Die Frage, ob die zusätzliche
Anspruchsvoraussetzung der fehlenden Überwindbarkeit der Erwerbsunfähigkeit
gegeben ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG; BGE 136 V 279), stellt sich dementsprechend nicht.
7.
7.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde, soweit darauf
einzutreten ist, in dem Sinn teilweise gutzuheissen, dass die Angelegenheit zur Prüfung
der Frage, ob die mit Schreiben vom 26. Februar 2009 abgelehnte Osteopathie-
Behandlung zu übernehmen sei, und zu neuer Verfügung hierüber an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
7.2 Im Umfang dieses teilweisen Obsiegens (20%) hat der Beschwerdeführer
Anspruch auf Parteientschädigung gegenüber der Beschwerdegegnerin (Art. 61 lit. g
ATSG). Ausgehend von der Pauschalentschädigung bei vollem Obsiegen von
praxisgemäss Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) hat die
Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer mit Fr. 800.-- zu entschädigen. Für die
verbleibenden Fr. 3'200.-- hat der Staat aufgrund der bewilligten unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung im Umfang von 80% (Art. 31 Abs. 3 AnwG; sGS 963.75), d.h.
mit einem Betrag von Fr. 2'560.-- aufzukommen. Die Kostennote des Rechtsvertreters
ist mit Fr. 2'500.-- (act. G 21 Beilage) tiefer als der erwähnte Pauschalbetrag. Der in
Rechnung gestellte Betrag beinhaltet aber im Gegensatz zur Pauschale weder die
Mehrwertsteuer noch Barauslagen. Angesichts der konkreten Verhältnisse erscheint es
daher gerechtfertigt, vom Pauschalbetrag auszugehen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP entschieden:
1. Die Beschwerde wird, soweit darauf einzutreten ist, in dem Sinn teilweise
gutgeheissen, dass die Angelegenheit zur Prüfung der Frage, ob die mit Schreiben vom
26. Februar 2009 abgelehnte Osteopathie-Behandlung zu übernehmen sei, und zu
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neuer Verfügung darüber an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird. Im Übrigen
wird die Beschwerde abgewiesen.
2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
3. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit Fr. 800.-- zu entschädigen.
4. Der Staat entschädigt den Rechtsbeistand des Beschwerdeführers mit Fr. 2'560.--.
Publikationsplattform St.Galler Gerichte Entscheid Versicherungsgericht, 19.04.2012 Art. 6 UVG. Unfallkausalität von gesundheitlichen Beschwerden im Nachgang zu einem Autounfall mit HWS-Distorsion und Commotio cerebri (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. April 2012, UV 2011/9).
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2021-09-19T14:32:19+0200 "9001 St.Gallen" Publikationsplattform Kanton St.Gallen