Decision ID: dbaf17a8-b97b-4ff2-a3d7-6de9056329f0
Year: 2012
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend
mehrfache Veruntreuung etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 5. Dezember 2011 (GG110245)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl vom 22. September 2011
ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 28).
Entscheid der Vorinstanz: (Urk. 52 S. 39 ff.)
„Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
− der mehrfachen Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB;
− der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG in
Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 5 VRV.
2. Vom Vorwurf der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251
Ziff. 1 StGB wird der Beschuldigte freigesprochen.
3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 210 Tagessätzen zu Fr. 40.–
sowie mit einer Busse von Fr. 500.–.
4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festge-
setzt. Die Busse ist zu bezahlen.
5. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine
Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.
6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._ AG Schadenersatz von
Fr. 9'431.– zuzüglich 5 % Zins ab 3. März 2010 zu bezahlen.
7. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 2'500.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 1'500.– Gebühr Anklagebehörde
Fr. Kanzleikosten Untersuchung
Fr. 70.– Auslagen Untersuchung
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
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8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Be-
schuldigten auferlegt.
9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._ AG für das gesamte
Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 5'950.– zu bezahlen.
10. (Mitteilung)
11. (Rechtsmittel)“
Berufungsanträge:
a) der Verteidigung des Beschuldigten:
(schriftlich; Urk. 75)
1. In Gutheissung der Berufung sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich
vom 5. Dezember 2011, Einzelgericht in Strafsachen (GG1100245-L)
unter Ausschluss des Schuldspruches wegen grober Verletzung der
Verkehrsregeln und den mit dieser Angelegenheit zusammenhängen-
den Kosten vollumfänglich aufzuheben.
2. Der Beschuldigte sei der mehrfachen Veruntreuung im Sinne von
Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB freizusprechen.
3. Dem Beschuldigten seien die aus dem Verfahren entstandenen An-
waltskosten aus der Staatskasse zu bezahlen.
b) der Anklagebehörde:
(schriftlich; Urk. 59)
Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils.
c) Der Privatklägerin B._ AG:
(schriftlich und mündlich; Urk. 77)
1. Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 5. Dezember 2011 sei,
soweit noch nicht in Rechtskraft erwachsen, zu bestätigen:
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- der Beschuldigte sei der mehrfachen Veruntreuung im Sinne von
Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen und mit einer
Geldstrafe von 210 Tagessätzen zu CHF 40.– sowie einer Busse
von CHF 500.– zu bestrafen, wobei der Vollzug der Geldstrafe
unter Festsetzung einer Probezeit von 2 Jahren aufzuschieben
sei;
- und der Beschuldigte sei zur Leistung von Schadenersatz in der
Höhe von CHF 9431.– zuzüglich Verzugszins ab 3. März 2011 an
die Privatklägerin zu verpflichten.
- Alles unter Kosten und Entschädigungsfolgen gemäss Urteil des
Bezirksgerichts Zürich vom 5. Dezember 2011.
2. Dem Beschuldigten seien die Kosten für das obergerichtliche Verfah-
ren aufzuerlegen, und er sei zur Leistung einer angemessenen Partei-
entschädigung für das obergerichtliche Verfahren an die Privatklägerin
zu verpflichten.

Erwägungen:
I. Prozessuales
1.1 Mit dem eingangs im Dispositiv zitierten Urteil vom 5. Dezember 2011 wur-
de der Beschuldigte A._ vom Bezirksgericht Zürich, 10. Abteilung - Einzelge-
richt, der mehrfachen Veruntreuung sowie der groben Verletzung der Verkehrsre-
geln schuldig gesprochen und mit einer Geldstrafe von 210 Tagessätzen zu Fr.
40.– sowie einer Busse in der Höhe von Fr. 500.– bestraft. Der
Vollzug der Geldstrafe wurde aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre
festgesetzt. Zudem wurde eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen bei schuldhafter
Nichtbezahlung der Busse festgesetzt. Vom Vorwurf der mehrfachen Urkunden-
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fälschung wurde der Beschuldigte freigesprochen. Weiter wurde der Beschuldigte
verpflichtet, der Privatklägerin B._ AG (ehemals AB._ AG, vgl. Urk. 76)
Schadenersatz in der Höhe von Fr. 9'431.– zuzüglich Zins von 5%
ab 3. März 2010 sowie eine Parteientschädigung von Fr. 5'950.– zu bezahlen. Die
Kosten der Untersuchung sowie des gerichtlichen Verfahrens wurde dem
Beschuldigten auferlegt.
1.2 Gegen das dem Beschuldigten mündlich eröffnete Urteil meldete die Ver-
teidigung innert Frist Berufung an (Prot. I S. 16; Urk. 48). Nach Zustellung des
begründeten Urteils reichte sie ebenfalls fristgerecht die Berufungserklärung ein
(Urk. 54). Der Verteidigung wurde in der Folge mit Präsidialverfügung vom
20. Februar 2012 Frist angesetzt, die Berufungserklärung zu verdeutlichen und
insbesondere anzugeben, in welchem Umfang der erstinstanzliche Entscheid an-
gefochten wird (Urk. 57). Nach Eingang der verdeutlichten Begründung wurde
den weiteren Beteiligten Frist zur Anschlussberufung angesetzt (Urk. 60; Urk. 62).
Sowohl die Anklagebehörde als auch die Privatklägerschaft verzichteten darauf,
sich der Berufung anzuschliessen (Urk. 59; Urk. 63; Urk. 67).
1.3 Zur Berufungsverhandlung wurde auf den 21. Juni 2012 geladen, wobei
der Beschuldigte in Begleitung seines erbetenen Verteidigers RA lic. iur. X._
und RA Dr. iur. Y._ für die Privatklägerin in Begleitung von C._ [Inhaber
der B._ AG] erschienen sind. Die Beratung fand sodann am 25. Juni 2012
statt (Prot. II S. 5 und S. 13).
2.1 Die Verteidigung bezieht die Berufung mit Ausnahme des Schuldspruchs
wegen der groben Verkehrsregelverletzung sowie der damit zusammenhängen-
den Bestrafung und Kosten auf das ganze Urteil. Entsprechend gilt die Sanktion
sowie die Verpflichtung zur Leistung von Schadenersatz als mitangefochten.
Ebenso ist die Kostenverlegung sowie die Entschädigungsregelung angefochten
(Urk. 54; Urk. 60; Urk. 75; Prot. II S. 7).
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2.2 Nicht angefochten sind somit im Einzelnen
- der Schuldspruch hinsichtlich der groben Verletzung der Verkehrs-
regeln (Dispositivziffer 1. al. 2)
- der Freispruch vom Vorwurf der mehrfachen Urkundenfälschung
(Dispositivziffer 2.) sowie
- die Kostenfestsetzung (Dispositivziffer 7.)
Es ist daher vorab festzustellen, dass das vorinstanzliche Urteil in diesem Umfang
bereits in Rechtskraft erwachsen ist (Art. 404 Abs. 1 StPO). Auf diese Punkte ist
im Folgenden nicht mehr weiter einzugehen.
3.1 Im Rahmen der Berufungserklärung rügt die Verteidigung, die Vorinstanz
habe zu Unrecht beantragte Beweisofferten des Beschuldigten abgelehnt, obwohl
deren Zulassung zur Klärung des vorliegenden Sachverhalts beigetragen hätten.
So sei insbesondere kein Schriftengutachten betreffend die relevanten Quittungen
erstellt worden. Dieses hätte belegt, dass die bei den Quittungen eingefügten,
gemäss Urteil relevanten Zusätze eben gerade nicht vom Beschuldigten stammen
würden (Urk. 54 S. 3 Ziff. 2.). Anlässlich der Berufungsverhandlung stellte die Ver-
teidigung sodann die Beweisanträge, es sei bei der D._ AG ein Schriftengut-
achten zu erstellen sowie E._, F._ und G._ als Zeugen zu befragen
(Prot. II. S. 7). Als Begründung wird ausgeführt, dass die ehemaligen Mitarbeiter
des Beschuldigten Auskunft über die Zahlungsvorgänge resp. Handhabung der
Quittungen und Durchschläge, die Verwendung von Zetteln bei Barbezahlung so-
wie über das Verhalten des Beschuldigten geben könnten. Zudem würde ein
Schriftengutachten belegen, dass es sich bei den in Frage stehenden Durch-
schlägen nicht um die Schrift des Beschuldigten handle. Weiter moniert die Ver-
teidigung, die Anklagebehörde wie auch die Vorinstanz hätten keine den Be-
schuldigten entlastenden Beweise eingeholt (Urk. 75 S. 3 und S. 8 und S. 17).
3.2 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die antizipierte Beweis-
würdigung zulässig, wenn das Gericht aufgrund bereits abgenommener Beweise
seine Überzeugung gebildet hat und die beantragte Beweiserhebung daran nichts
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zu ändern vermag. Es ist folglich das derzeit bestehende vorläufige Beweisergeb-
nis hypothetisch um die Fakten des Beweisantrags zu ergänzen und zu würdigen.
Zulässig ist die Ablehnung des Beweisantrags dann, wenn die zu beweisende
Tatsache nach dieser Würdigung als unerheblich, offenkundig oder bereits
rechtsgenügend erwiesen anzusehen ist. In jedem Fall ist die Beweisantizipation
restriktiv zu handhaben (Hofer in: BSK-Schweizerische Strafprozessordnung,
Basel 2011, N 67 f. zu Art. 10, mit Verweis auf Praxis und Lehre, wie auch N 48 ff.
zu Art. 139).
3.3 Wie nachfolgend zu zeigen sein wird, kann der Sachverhalt aufgrund der
bei den Akten liegenden Beweise rechtsgenügend erstellt werden, weshalb auf
das Erstellen eines Schriftengutachtens sowie auf die Befragung der vorgenann-
ten Personen verzichtet werden kann.
II. Schuldpunkt
1. Die Vorinstanz hielt vorab den Anklagesachverhalt fest und führte sämtli-
che in den Akten liegende Beweismittel an. Sodann fasste sie die Aussagen des
Beschuldigten und der Zeugen H._ , I._, J._ und K._ (Kunden
der B._ AG) sowie diejenigen seitens der Privatklägerschaft korrekt zu-
sammen. Hierauf kann zur Vermeidung von Wiederholungen vollständig verwie-
sen werden (Urk. 52 S. 6-20; Art. 82 Abs. 4 StPO).
Sodann sind im angefochtenen Entscheid die Beweiswürdigungsregeln angeführt.
Auch darauf ist zu verweisen (Urk. 52 S. 21-23; Art. 82 Abs. 4 StPO). Nach den
Ausführungen zur Glaubwürdigkeit der aussagenden Personen wurde zu Recht
festgehalten, dass bei der Würdigung von Aussagen nicht einfach auf die Persön-
lichkeit oder allgemeine Glaubwürdigkeit von Aussagenden abgestellt werden
darf. Massgebend ist vielmehr die Glaubhaftigkeit der konkreten, im Prozess
relevanten Äusserungen (Urk. 52 Ziff. 4.2 - 4.3 S. 21-23).
Nach ausführlicher Würdigung der Aussagen sowie der weiteren Beweismittel
folgerte die Vorinstanz, dass die glaubhaften Aussagen der Privatklägerschaft und
der Zeugen durch die unglaubhaften und nicht überzeugenden Aussagen des
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Beschuldigten nicht ernsthaft in Zweifel gezogen werden können. Aufgrund der
konkreten Indizien und der klaren Beweislage, die gegen den Beschuldigten
sprechen würden, würden auch keinerlei Anhaltspunkte für eine Dritttäterschaft
bestehen (Urk. 52 Ziff. 4.3.-5. S. 23-27).
2. Die Verteidigung rügt die vorinstanzliche Beweiswürdigung und hält fest,
dass die bei den Quittungen eingefügten, gemäss angefochtenem Urteil relevan-
ten Zusätze nicht vom Beschuldigten stammen würden. Der Beschuldigte habe
nie irgendwelche falschen Quittungen oder Durchschläge ausgestellt bzw. erstellt.
Zudem habe die Vorinstanz ausser Acht gelassen, dass jeder andere Mitarbeiter
als Täter in Frage kommen würde. Die Manipulationen hätte erst nach der Bar-
bezahlung stattgefunden; jeder andere hätte die Belege aus der Kasse nehmen
und nach Lust und Laune abändern können (Urk. 54; Urk. 75 S. 3 und S. 8). Der
Einwand des Beschuldigten, man versuche, ihm etwas in die Schuhe zu schie-
ben, um so die fristlose Kündigung zu begründen, sei sehr wohl begründet: Vor
dem Arbeitsgericht sei eine Forderung gegen die Privatklägerin in Höhe von
Fr. 100'000.– hängig. Es sei folglich auch möglich, dass die Quittungen nachträg-
lich von der Privatklägerin manipuliert worden seien (Urk. 75 S. 2, S. 8 f. und
S. 14 ).
3. Anklagepunkt in Sachen H._ , I._ und J._
Vorab ist festzuhalten, dass diesbezüglich vollumfänglich auf die erstinstanzliche
Beweiswürdigung verwiesen werden kann (Urk. 52 Ziff. 4.3.-5. S. 23-27; Art. 82
Abs. 4 StPO). Nachstehendes ist lediglich ergänzender Natur:
3.1 Zu den Aussagen seitens der Privatklägerschaft
3.1.1 Mit der Vorinstanz sind die Aussagen seitens der Privatklägerschaft über-
aus glaubhaft (Urk. 52 S. 25 f.). Der als Auskunftsperson einvernommene
C._, Inhaber des Geschäftes, äusserte sich sehr bedacht und detailliert zur
Sache, insbesondere wie man die Unregelmässigkeiten im Geschäft festgestellt
habe (Urk. 15/1 S. 1 Frage 3 und auch Urk. 15/2 S. 3):
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„Zu dieser Zeit [Sommer 2009] hatte ich noch keine Ahnung, wer es sein
könnte. Es waren drei Angestellte. Ich wollte niemanden beschuldigten, bis ich
sicher war. Deshalb haben wir lange Zeit das so hinnehmen müssen. Erste
Zweifel kamen mir auf, als ich beim Durchblättern meines Rechnungsordners
feststellte, dass in einem Fall das Hochzeitsdatum schon vorbei gegangen war,
aber die Rechnung noch nicht beglichen war. Es war eine Rechnung die
A._ ausgefüllt hatte. Ich sprach ihn an und fragte ihn, was mit diesem
Kunden war. A._ sagte mir, er würde den Kunden kontaktieren, er kenne
ihn gut. Und der Kunde habe den Anzug bezahlt und mitgenommen. Er würde
den Kunden fragen, wie er den Anzug bezahlte habe. Nach ein paar Stunden
kam A._ zu mir und sagte, er habe den Kunden kontaktiert. Dieser habe
ihm gesagt, er habe bar bezahlt. Da die Rechnung aber nicht quittiert war, hätte
es zu viel Geld in der Kasse haben müssen. Das war nicht der Fall. Da kamen
mir gewisse Zweifel auf, aber ich war mir noch nicht sicher. Ich sagte aber zu
meinen Schwiegersöhnen [L._ und M._], wir müssen jetzt aufpassen,
wir müssen mehr kontrollieren.“
Das sind nicht die Aussagen eines Geschäftsinhabers, der einen Angestellten zu
Unrecht der Veruntreuung bezichtigen will. Die Aussagen von C._ und
M._, man habe den Beschuldigten auf die Unregelmässigkeiten angespro-
chen und ihm gesagt, er solle zugeben, dass er veruntreut habe, man würde ihm
deshalb die Zukunft nicht verbauen, er solle das gestehen und man würde ihm ei-
ne Rückzahlung in Raten ermöglichen, zeugen ebenfalls von einem bedachten
Verhalten seitens der Privatklägerschaft (Urk. 15/2 S. 3 f. Urk. 15/5 S. 3).
3.1.2 Sodann sind die Aussagen von C._, L._ als auch M._, wie
ihr Verdacht auf den Beschuldigten gefallen sei, übereinstimmend und in sich frei
von Widersprüchen: Die Unregelmässigkeiten seien deshalb aufgefallen, da
Rechnungen noch nicht beglichen worden seien, obwohl die Anzüge ausser Haus
gewesen seien. Dies obgleich sie konsequenterweise keine Anzüge aus dem
Hause gäben, wenn die Rechnungen noch nicht beglichen worden seien
(Urk. 15/1 S. 1 f. Frage 4 und Frage 8; Urk. 15/3 S. 1 f. Frage 3; Urk. 15/4 S. 3;
Urk. 15/5 S. 5). Bei den Kunden habe es sich stets um diejenigen des Beschuldig-
ten gehandelt (Urk. 15/1 S. 1 Frage 4 und 6 und 8; Urk. 15/2 S. 8; Urk. 15/3 S. 1 f.
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Frage 3; Urk. 15/5 S. 3). Auf nicht beglichene Rechnungen der herausgegebenen
Anzüge angesprochen, habe der Beschuldigte gemäss übereinstimmenden Aus-
sagen von C._ und L._ jeweils geantwortet, er habe das Geld in die
Kasse gelegt. Das Geld und die entsprechenden Rechnungen hätten jedoch ge-
fehlt (Urk. 15/2 S. 2; Urk. 15/4 S. 3). Sodann führten sowohl C._ auch
L._ an, dass es, seit der Beschuldigte nicht mehr im Geschäft arbeite, zu
keinen weiteren Unregelmässigkeiten gekommen sei (Urk. 15/2 S. 8; Urk. 15/3 S.
4 Frage 7).
3.1.3 Schlussendlich ist auch schlicht kein Grund ersichtlich, weshalb die
Privatklägerschaft den Beschuldigten zu Unrecht beschuldigen sollte. Dass die
Argumentation der Verteidigung, man habe dem Beschuldigten etwas in die
Schuhe schieben wollen, um die fristlose Kündigung zu begründen, ins Leere
zielt, wurde bereits von der Vorinstanz dargetan (Urk. 52 S. 25 Ziff. 4.3.3. mit
Verweis auf Urk. 43 S. 4). So wurde der Beschuldigte gemäss den glaubhaften
Aussagen der Privatklägerschaft, wie soeben ausgeführt, bereits vor seiner eige-
nen Kündigung (und der darauffolgenden fristlosen Entlassung seitens der
Privatklägerschaft) mit dem Vorwurf der Veruntreuung konfrontiert (vgl. Ziff. 3.2.1
und 3.2.2). Dass die Privatklägerschaft an einer strafrechtlichen Verfolgung des
Beschuldigten ursprünglich nicht interessiert war, zeigt sich auch an den vorge-
nannten Aussagen, dass man eine Ratenzahlung mit dem Beschuldigten habe
vereinbaren wollen (vorstehend Ziff. 3.1.1).
3.1.4 Aufgrund der überzeugenden Aussagen seitens der Privatklägerschaft ist
somit erstellt, dass die festgestellten Unregelmässigkeiten auf Zahlungsvorgänge
zurückzuführen sind, die zwischen dem Beschuldigten und dessen Kunden statt-
fanden.
3.2 Zu den Aussagen der Kunden H._, I._, J._:
3.2.1 Kunde H._, 18.11.2009, Bar-Betrag Fr. 3'731.–
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Unbestritten ist, dass H._ seine Einkäufe in bar bezahlte und die Barbezah-
lung in Höhe von Fr. 3'731.– vom Beschuldigten entgegen genommen wurde
(Urk. HD 11/7 S. 4 Frage 13 und 16; Urk. HD 11/8 S.3; Urk. 75 S. 7). Zudem
bestätigte H._ vor dem Staatsanwalt, dass es sich bei der vorgehaltenen
Quittung vom 18. November 2009 (Original; Urk. HD 11/1) um diejenige handelt,
welche ihm der Beschuldigte ausgestellt und ausgehändigt habe (Urk. HD 11/8
S. 4). Im Schreiben der N._ AG vom 12. April 2010 wird sodann auch festge-
halten, dass in der Zeitspanne vom 1. bis 30. November 2009 – entgegen dem
Vermerk auf dem Durchschlag der Quittung (Urk. HD 11/2) – keine VISA
Buchung im Betrage von Fr. 3'731.– getätigt worden ist (Urk. HD 11/6).
3.2.2 Kunde I._ , 14.01.2010, Bar-Betrag Fr. 1'900.–
Ebensowenig bestritten wird, dass auch der Kunde I._ den Kaufpreis in Höhe
von Fr. 1'900.– in bar dem Beschuldigten übergab (Urk. 75 S. 7). Den Aussagen
des als Zeugen einvernommenen I._ zufolge habe er versucht zu ‚feilschen’,
was schlussendlich auch geklappt habe. Der Beschuldigte und er seien sich be-
züglich des Preises einig geworden, und er habe Fr. 1'900.– dem Beschuldigten
in bar übergeben (Urk. 12/7 S. 3 Frage 6; Urk. HD 12/11 S. 3 f.). Das Original der
Quittung wurde von I._ sodann auch gleich vorgelegt und zu den Akten
genommen (Urk. HD 12/1; Urk. HD 12/7 S. 3; Urk. HD 12/9 S. 3). Dass der Kunde
I._ nicht, wie auf dem Durchschlag der Quittung vermerkt (Urk. HD 12/2), mit
Mastercard bezahlte, wird durch das Schreiben der N._ AG vom 12. April
2010 bestätigt, in welchem festgehalten wird, dass in der Zeitspanne vom 1. bis
31. Januar 2010 – entgegen dem Vermerk auf dem Durchschlag der Quittung
(Urk. HD 12/2) – keine Mastercard Buchung im Betrage von Fr. 2'777.– getätigt
wurde (Urk. HD 12/9).
3.2.3 Kunde J._ , 17. Februar 2010, Bar-Betrag Fr. 2'500.–
Sodann kann den Aussagen des Kunden J._ gefolgt werden, welcher aus-
führte, dass der Anzug, Krawatte, Hemd, Gürtel und Schuhe ca. Fr. 3'000.– ge-
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kostet hätte (Urk. 13/ 8 S. 2 Frage 10). Der Beschuldigte habe ihm gesagt, dass
er ihm alles zu einem Preis von Fr. 2'500.– geben könne, wenn er in bar bezahlen
würde (Urk. HD 13/8 S. 2 f. Frage 11; Urk. HD 13/10 S. 4). Er (J._) habe ei-
gentlich nicht bar bezahlen wollen, doch wegen des Rabatts sei er an den Ban-
komaten, habe Geld abgehoben und Fr. 2'500.– dem Beschuldigten bar überge-
ben. Die Quittung sei ihm vom Beschuldigten ausgestellt worden (Urk. 13/8 S. 3
Frage 11 und 15 ff.; Urk. 13/10 S. 3 f.). Erhalten habe er das Original der Quittung
(Urk. 13/10 S. 41; Urk. 13/1). J._ verneinte, im Besitze einer American Ex-
press-Kreditkarte zu sein (Urk. 13/10 S. 4). Bestätigt werden diese Aussagen
durch den Telefax der O._ AG vom 12. April 2010, in welchem festgehalten
wird, dass sie in der Zeitspanne von 1. bis 28. Februar 2010 keine Einreichung
über Fr. 2'527.– – wie auf dem Durchschlag der Quittung von J._ vermerkt
(Urk. HD 13/2) – bekommen haben (Urk. HD 13/5). Der Wahrheitsgehalt dieser
Aussagen wird seitens des Beschuldigten auch nicht bestritten (Urk. 75 S. 7).
3.3 Den vorerwähnten glaubhaften Aussagen stehen diejenigen des Beschul-
digten gegenüber, welche aufgrund der nachfolgenden Ausführungen keineswegs
zu überzeugen vermögen.
3.3.1 Zum einen sind seine Aussagen widersprüchlich: Vorerst erklärte er auf
(mehrmaligen) Vorhalt sowohl der Durchschlagseiten als auch der Originale der
Quittungen vorbehaltlos, dass es sich um seine Handschrift und Unterschriften
handle (Urk. HD 10/3 S. 5-10). Nachdem er sich die Zeugen und Vertreter der
Privatkläger angehört hatte, war er sich – gleichentags – auf Ergänzungsfrage
seines Verteidigers diesbezüglich nicht mehr sicher (Auf Vorhalt des Durch-
schlags betreffend H._ [Urk. HD 10/4 S. 3]: „Ich bin mir unsicher, ob das meine
ist“) und stritt es sodann anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung gänz-
lich ab (Urk. 41 S. 3 ff.; „Auf dem Original ist es meine Schrift. Die Schrift auf dem Durchschlag ist nicht meine. (...) Beim genaueren Hinsehen habe ich gemerkt, dass es
doch nicht meine Schrift ist“). Ein solches Aussageverhalten überzeugt keineswegs.
Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte sodann auf Vorhalt
aus, dass es sich bei den Auflistungen der gekauften Gegenstände auf den
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Durchschlägen jeweils um seine Schrift handle, nicht jedoch bei der Unterschrift
und dem Vermerk der Zahlungsart (Urk. 74 S. 5 f.).
3.3.2 Weiter überzeugen seine Erklärungsversuche, weshalb es zu den Abwei-
chungen zwischen den Originalen und den Durchschlägen gekommen sei, nicht.
Auf den Unterschied der Quittung und entsprechendem Durchschlag von H._
angesprochen, insbesondere weshalb auf dem Original „bez. Bar“ und auf der
Durchschlagsseite „bez. Visa“ stehe, hielt der Beschuldigte lediglich fest, dass er
sich nicht erklären könne, wie dies habe passieren können, es habe viele Fehler
gegeben bei ihm und den anderen Angestellten (Urk. HD 10/3 S. 5 f.). Eine solche
Erklärung ist reichlich dürftig für eine derart gravierende Abweichung zwischen
Original und Durchschlag, welche eben gerade nicht mit einem Fehler, sondern
nur mit einer nachträglichen, bewussten Abänderung erklärt werden kann (Urk.
HD 10/3 S. 6-8). Selbiges gilt für seine Erklärungsversuche zu den Abweichungen
in den Originalquittungen und entsprechenden Durchschlägen der Kunden
J._ und I._ (Urk. 10/3 S. 8-10). Die diesbezüglichen Erklärungen sind
sodann auch widersprüchlich. Waren es zu Beginn der Untersuchung vorerst Feh-
ler, die jedem passieren können, sind es nun Arbeitskollegen mit Geldschwierig-
keiten, die die Quittungen manipuliert hätten, um den Verdacht auf den Beschul-
digten zu lenken (Urk. 10/3 S. 12; Urk. 41 S. 3 und S. 6). Anlässlich der Beru-
fungsverhandlung wurde sodann die Vermutung in den Raum gestellt, dass die
Quittungen seitens der Privatklägerin abgeändert worden seien, um die fristlose
Kündigung zu rechtfertigen (vgl. vorstehend Ziff. II. 2.). Abenteuerlich ist die
geäusserte Vermutung, man habe ihm die Quittungen einfach vorgelegt, und er
habe diese, ohne sie weiter zu überprüfen, unterzeichnet (Urk. 10/3 S. 11). Wenn
ein Arbeitskollege die doch sehr prägnante Schrift des Beschuldigten auf einer
Quittung nachgeahmt und ihm diese dann zur Unterschrift vorgelegt hätte, wäre
ihm das sehr wohl aufgefallen. Dies wäre aber aufgrund der Aussagen des Be-
schuldigten ohnehin nicht möglich, schliesslich hat er anlässlich der Berufungs-
verhandlung ausgesagt, dass die Auflistung im Durchschlag seine Schrift sei,
nicht jedoch die Unterschrift (vgl. vorstehend Ziff. II. 3.3.1).
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3.3.3 Vonseiten der Privatklägerschaft wurde übereinstimmend ausgeführt, man
habe den Beschuldigten bereits vor seiner Kündigung mit dem Vorwurf der Ver-
untreuung konfrontiert (Urk. 15/2 S. 3; Urk. 15/5 S. 3; Urk. 15/4 S. 3; so auch vor-
stehend Ziff. 3.2.3). Wenn nun der Beschuldigte behauptet, er könne sich nicht
daran erinnern, ob das bereits vor seiner Kündigung thematisiert worden sei
(Urk. HD 10/3 S. 2 f), ist dies schlicht nicht nachvollziehbar und als blosse
Ausflucht zu taxieren. Wenn einem Angestellten zu Unrecht vorgeworfen wird, er
habe sich strafrechtlich relevant verhalten, wird er sich an einen solchen Vorwurf
auch rund ein Jahr später noch erinnern können.
3.3.4 Dass der Beschuldigte die Belege im Sinne der Anklage abänderte, lässt
sich aber insbesondere aufgrund folgender Tatsache erstellen: Die Originale der
Quittungen (Urk. HD 11/1; Urk. HD 12/1; Urk. HD 13/1) wurden anerkannter-
massen durch den Beschuldigten erstellt und den Kunden nach Barbezahlung
übergeben (Urk. 41 S. 3). Auf ihnen sind die Kaufgegenstände aufgelistet sowie
diejenigen Beträge angegeben, welche die Kunden dem Beschuldigten bar
aushändigten (vgl. vorstehend Ziff. 3.2.1, .3.2.2 und 3.2.3). Auf Vorhalt der
Durchschläge bestätigte der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung
wie erwähnt ausdrücklich, dass es sich bei den Auflistungen der gekauften
Gegenstände um seine Schrift handle, nicht jedoch bei der Unterschrift und der
vermerkten Zahlungsweise (Urk. 74 S. 4 f.). Sowohl bei I._ als auch bei
J._ weicht jedoch die Auflistung der gekauften Gegenstände im Quittungs-
durchschlag von derjenigen im Quittungsoriginal ab (vgl. Urk. HD 12/1-2; Urk. HD
13/1-2).
Zudem stammen Originale und Durchschläge nicht von denselben, sondern von
verschiedenen Rechnungsbögen (Nr. 1671 / Nr. 1670 bei I._ resp. Nr. 2061 /
Nr. 2062 bei J._). Der Beschuldigte hat seinen Aussagen zu Folge somit so-
wohl beim Kaufvorgang mit I._ als auch mit J._ jeweils auf zwei Rech-
nungsbögen voneinander abweichende Auflistungen der gekauften Gegenstände
geschrieben. Dies ergibt schlichtweg keinen Sinn, ausser eben denjenigen, dass
der Beschuldigte die Rechnungen anklagegemäss abänderte. Dass der Beschul-
digte dahingehend geständig ist, Urheber sowohl der Auflistungen in den Origina-
len Nr. 1671 und Nr. 2061 (Urk. HD 12/1; Urk. HD 13/1) wie auch derjenigen auf
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den Durchschlägen Nr. 1670 und Nr. 2062 (Urk. HD 12/2; Urk. 13/2) zu sein, lässt
auch die Argumentation, ein Dritttäter hätte die Quittungen vorab auf die Schnelle
abreissen und manipulieren können (Prot. II S. 11), ins Leere zielen.
3.5 Es kann somit aber auch als erstellt erachtet werden, dass nicht nur die
Auflistungen in den Durchschlägen vom Beschuldigten geschrieben wurden, son-
dern auch der Vermerk bezüglich der Zahlungsweise sowie die Unterschriften aus
seiner Feder stammten. Es bestehen sodann auch keine Zweifel daran, dass der
Beschuldigte die Durchschläge in seinem Sinne änderte, um das Geld jeweils für
sich einzustecken. Den Ausführungen der Verteidigung, dass es bei den Unter-
schriften augenmerklich sei, dass diese gefälscht seien, da auf dem Durchdruck
die Rundungen der Unterschriften einmal überlappend bzw. auseinandergezogen
und einmal ineinander verschrieben seien (Urk. 43 S. 4; Urk. 75 S. 11), ist zu ent-
gegnen, dass dies geradezu charakteristisch für das Kürzel resp. die Unterschrift
des Beschuldigten ist. Hierzu ist auf die Kürzel des Beschuldigten auf Urk. HD
10/3 S. 1-10 (staatsanwaltschaftliche Einvernahme vom 25. August 2011) sowie
dessen Unterschriften in den Einvernahmen zu verweisen (Urk. HD 10/3 S. 12;
Urk. HD 10/4 S. 4; Urk. HD 10/5 S. 6; Urk. 41 S. 7; Urk. 74), welche jeweils we-
sentlich voneinander abweichen, doch nachweislich diejenigen des Beschuldigten
sind. Vergleicht man die Unterschriften des Beschuldigten auf den anerkannter-
massen (Urk. 41 S. 3 f.) von ihm ausgestellten Quittungen, ist augenfällig, dass
diese alles andere als deckungsgleich sind (Urk. HD 11/1; Urk. HD 12/1; Urk. HD
13/1; Urk. 14/1). Auch das Schriftbild ist uneinheitlich (vgl. beispielsweise „Bez.
Bar“ auf Urk. HD 11/1; Urk. HD 12/1; Urk. HD 19/1). Es besteht somit keine Ver-
anlassung, ein Schriftengutachten zu erstellen. Hinzu kommt, dass es gemäss
Auskunft des Urkundenlabors der Kantonspolizei Zürich gegenüber dem untersu-
chungsführenden Staatsanwalt ohnehin nicht möglich ist, bei durchgepausten o-
der kopierten Schriften – wie dies bei den zur Diskussion stehenden Quittungen
der Fall ist – ausreichend aussagekräftig festzustellen, ob es sich um Originale
oder Fälschungen handle (Urk. 9). Und auch der Verteidiger muss einräumen,
dass die D._ AG lediglich eine negative Feststellung machen könnte, mit
andern Worten also – gegebenenfalls – nur zu erkennen in der Lage wäre, dass
die vorgelegten Schriftproben sicher nicht vom Beschuldigten stammten (Urk. 75
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S. 8). Dass das der Fall sein könnte, kann aber angesichts der vorstehenden
Erwägungen füglich ausgeschlossen werden.
Soweit der Verteidiger schliesslich geltend macht, jeder Mitarbeiter der Privatklä-
gerschaft käme als Täter auch in Frage, ist dies durch das Beweisergebnis wider-
legt: Nur der Beschuldigte hat eben gerade wahrheitswidrige Durchschlags-
quittungen erstellt, was nur damit erklärt werden kann, dass er die Aneignung der
Barzahlungen vertuschen wollte.
Es bestehen mithin keine Zweifel daran, dass der Beschuldigte die Durchschläge
der Quittungen anklagegemäss abänderte.
3.6 Den überzeugenden Aussagen seitens der Privatklägerschaft stehen die
widersprüchlichen, als Schutzbehauptungen zu wertenden Aussagen des
Beschuldigten gegenüber. Insbesondere aufgrund der bei den Akten liegenden
Quittungsbelege resp. -durchschläge kann anklagegemäss als erstellt erachtet
werden, dass der Beschuldigte Anzüge an die Kunden H._, J._ und
I._ verkaufte, wobei die von ihnen geleisteten Barzahlungen nicht in die Kas-
se der Privatklägerin flossen, sondern der Beschuldigte die Barbeträge an sich
nahm und diese für sich verwendete.
4. Anklagepunkt in Sachen K._
4.1 Gemäss den Aussagen des Kunden K._, habe er beim Kauf seiner
Hochzeitskleidung vorerst mit der Maestrokarte eine Anzahlung in Höhe von
Fr. 1'300.– geleistet. Als er am 3. März 2010 für die Anprobe im Geschäft noch-
mals habe vorbeigehen müssen, habe er die zweite Anzahlung geleistet. Insge-
samt hätte sich die Rechnung auf ca. Fr. 3'000.– belaufen, doch der Beschuldigte
sei ihm mit dem Preis entgegengekommen. Er (K._) habe den Rest mit EC-
Karte bezahlen wollen, doch der Beschuldigte habe ihm gesagt, dass das Gerät
defekt sei. Er sei sodann an den Bankomaten gegangen, habe Fr. 1'300.– abge-
hoben und dem Beschuldigten diesen Betrag in bar übergeben (Urk. 14/9 S. 2 f.
Frage 12, 14 und 16; Urk. 14/10 S. 3 f.). Der Beschuldigte habe ihm sodann eine
Quittung über einen Betrag von nur Fr. 500.– ausgestellt (Urk. HD 14/3). Der Käu-
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fer habe dies als etwas seltsam empfunden, weshalb er den Beleg des Bankoma-
ten aufbehalten habe (Urk. 14/9 S. 3 Frage 17; Urk. 14/10 S. 4 f.; Urk. HD 14/5).
4.2 Vor Vorinstanz wie auch vor Berufungsgericht führte der Beschuldigte aus,
er habe Fr. 1'300.– in bar entgegengenommen, keine Quittung ausgestellt und
das Geld in die Kasse gelegt. Er habe auf einem Zettel aufgeschrieben – so habe
man dies jeweils machen müssen, wenn die Kunden in bar gezahlt und keine
Quittung verlangt hätten (Urk. HD 10/3 S. 5) –, wie viel Geld er entgegenge-
nommen habe und diesen zusammen mit dem Geld in die Kasse gelegt. Bei der
Quittung von Fr. 500.– handle es sich um eine ganz normale; der Kunde habe ein
paar Schuhe und eine Krawatte oder ein Hemd gekauft. Der Kunde habe wohl
eine Quittung gewollt, und er habe ihm diese ausgestellt (Urk. 74 S. 7).
4.3 Den Aussagen von C._ zufolge sei es vorgekommen, dass seine An-
gestellten jeweils die einkassierten Barbeträge nur auf Zetteln vermerkten,
diese in die Kasse legten und keine Quittungen ausstellten. Er habe ihnen jedoch
mehrmals gesagt, dass er dies nicht wolle (Urk. HD 15/2 S. 5).
4.4 Es kann somit nicht ausgeschlossen werden, dass der Beschuldigte den
vom Kunden K._ entgegengenommene Barbetrag in Höhe von Fr. 1’300.–
tatsächlich mit einem entsprechenden Zettel in die Kasse legte. Das Gegenteil
kann ihm aufgrund der in den Akten liegenden Beweise nicht nachgewiesen
werden. Bezüglich dieses Anklagepunktes hat deshalb ein Freispruch zu ergehen.
5.1 Hinsichtlich der rechtlichen Würdigung kann vollständig auf die vorinstanz-
lichen Ausführungen verwiesen werden, gegen welche auch keine Beanstandun-
gen erhoben worden sind (Urk. 52 S. 27-30; Art. 82 Abs. 4 StPO). Rechtferti-
gungs- und Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich.
5.2 Der Beschuldigte ist somit zudem der mehrfachen Veruntreuung im Sinne
von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Anklagepunkt in Sachen H._, I._ und
J._) schuldig zu sprechen. Vom Vorwurf der Veruntreuung bezüglich Ankla-
gepunkt in Sachen K._ ist er indes freizusprechen.
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III. Sanktion
1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten mit einer Geldstrafe von 210 Ta-
gessätzen zu Fr. 40.– sowie mit einer Busse von Fr. 500.– bestraft (Urk. 52 S. 35
Ziff. 3.3.).
2. Der Grundsatz des Verbots der reformatio in peius untersagt, dass die
heute auszusprechende Strafe höher ausfällt als die von der Vorinstanz aus-
gesprochene (Art. 391 Abs. 2 StPO). Das heisst auch, dass heute nur eine Geld-
strafe zur Diskussion stehen kann und eine Freiheitsstrafe ausser Betracht fällt,
wird doch die Geldstrafe als die mildere Sanktion betrachtet (BGE 134 IV 97 E. 4).
3. Die Vorinstanz hat die Grundsätze der Strafzumessung korrekt dargelegt
und sich mit den massgebenden konkreten Strafzumessungskriterien grundsätz-
lich zutreffend auseinandergesetzt. Auf die betreffenden Ausführungen kann in
Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO verwiesen werden. Ergänzend ist festzuhal-
ten, dass die schweizerische Praxis bei nicht besonders schwerem Verschulden
in aller Regel die Strafen im unteren bis mittleren Teil des vorgegebenen Straf-
rahmens ansiedelt. Strafen im oberen Bereich, insbesondere Höchststrafen, sind
bloss ausnahmsweise und bei sehr schwerem Verschulden des Täters auszu-
sprechen (Wiprächtiger in: BSK Strafrecht-I, a.a.O., N 15 zu Art. 47 StGB). Das
Bundesgericht drängt in seiner aktuellen Praxis zudem vermehrt darauf, dass
Formulierung des Verschuldens und Festsetzung des Strafmasses auch begriff-
lich im Einklang stehen (Urteile des Bundesgerichtes 6B_524/2010&6B_626/2011
vom 8. Dezember 2011 E. 4.4., 6B_1096/2010 vom 7. Juli 2011 E. 4.2.,
6B_1048/2010 vom 6. Juni 2011 E. 3.2. und 6B_763/2010 vom 26. April 2011
E. 4.1.).
3.1 Ausgangspunkt für die Strafzumessung ist das schwerste Delikt, mithin die
mehrfache Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, welche eine
Bestrafung mit Geldstrafe und Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren vorsieht. Ausser-
gewöhnliche Umstände, den Strafrahmen nach oben oder nach unten zu erwei-
tern, liegen keine vor (vgl. auch Urk. 52 S. 30 f. Ziff. 1.).
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3.1.1 Zum objektiven Verschulden ist festzuhalten, dass der Beschuldigte
während knapp drei Monate einen Betrag von Fr. 8’131.– veruntreute und hierbei
planmässig und durchdacht vorging. Im Rahmen aller denkbarer Tathandlungen
innerhalb einer mehrfachen Veruntreuung liegt in objektiver Hinsicht insbesondere
aufgrund des Deliktsbetrags kein gravierender Fall vor. Doch ist festzuhalten,
dass der Beschuldigte sich durch die mehrfache Veruntreuung ein durch-
schnittliches Zusatzeinkommen von ca. Fr. 2’710.– pro Monat verschaffte. Zudem
zeugt das Verhalten des Beschuldigten aufgrund seiner täuschenden Machen-
schaften – dem Abändern der Quittungen, um seine Taten zu vertuschen – von
einer nicht unerheblichen kriminellen Energie (so auch die Vorinstanz, aufgeführt
unter dem subjektiven Tatverschulden, Urk. 52 S. 33 Ziff. 2.21.1.b]). Zu Recht
wurde das objektive Verschulden des Beschuldigten im erstinstanzlichen
Entscheid als keineswegs leicht qualifiziert (Urk. 52 S. 32 Ziff. 2.1.1.).
3.1.2 Sodann ist die subjektive Tatschwere zu berücksichtigen. Korrigierend zum
vorinstanzlichen Entscheid ist anzufügen, dass das Motiv des Beschuldigten
mangels Geständnisses im Dunkeln bleibt (Urk. 52 S. 32). Zudem ist festzuhalten,
dass, selbst wenn er geständig gewesen wäre, zur "Geldbeschaffung" gehandelt
zu haben (so die Vorinstanz), dies nicht sowohl bei der Qualifizierung seiner
Taten als auch beim Verschulden zu seinen Lasten gewertet werden darf
(Doppelverwertungsverbot, BSK-Strafrecht I, Basel 2007, 2. A., N 77 zu Art. 47).
Der Beschuldigte handelte planmässig und durchdacht, mithin direktvorsätzlich.
3.1.3 Im vorinstanzlichen Entscheid wurde sodann zutreffend festgehalten, dass
die subjektiven Komponenten das objektive Verschulden nicht relativieren
(Urk. 52 S. 33 c]). In Nachachtung der vorerwähnten bundesgerichtlichen Recht-
sprechung ist die Strafe nach Beurteilung der objektiven und subjektiven Tatkom-
ponente im unteren Teil des vorgegebenen Strafrahmens anzusiedeln (vgl. vor-
stehend Ziff. 3.). Berücksichtigt man den nunmehr etwas tieferen Deliktsbetrag,
erscheint beim vorliegenden Strafrahmen in Abänderung zum angefochtenen
Entscheid eine hypothetische Einsatzstrafe im Bereich von 150 Tagessätzen
angemessen.
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3.2 Die Einsatzstrafe ist aufgrund der groben Verletzung der Verkehrsregeln in
Beachtung des Asperationsprinzipes angemessen zu erhöhen. Zum objektiven
Verschulden hielt die Vorinstanz fest, dass der Beschuldigte bei einer Geschwin-
digkeitsüberschreitung von 35 km/h eine erhebliche Gefahr für andere
Verkehrsteilnehmer und weitere Personen dargestellt habe. An dieser Stelle
ist wiederum auf das Doppelverwertungsgebot hinzuweisen (BSK-Strafrecht I,
a.a.O., N 77 zu Art. 47): Dass vom Beschuldigten eine erhebliche Gefahr ausging,
darf nicht sowohl bei der Qualifizierung seiner Tat als grobe Verletzung der
Verkehrsregeln als auch beim Verschulden zu seinen Lasten gewertet werden.
Die Qualifizierung des objektiven Tatverschuldens als nicht mehr leicht ist indes
zutreffend: Bezüglich der konkreten Verhältnisse (Wetter, Verkehrsaufkommen)
kann den Akten nichts entnommen werden (Urk. ND 1/1-6). Festzuhalten ist
jedoch, dass der Beschuldigte die massive Geschwindigkeitsübertretung beging,
als seine Freundin auf dem Beifahrersitz sass, was doch von einiger Rücksichts-
losigkeit zeugt. In subjektiver Hinsicht ist nichts ersichtlich, was das objektive Ver-
schulden relativieren könnte; der Beschuldigte wollte seine Freundin auf den
Flughafen bringen. Seinen Aussagen zufolge habe er nicht auf die Geschwindig-
keit geachtet, er sei ortsunkundig gewesen, und es sei halt einfach passiert
(Urk. HD 10/4 S. 3; Urk. ND1/4).
3.3 Schliesslich sind auch die tatunabhängigen Faktoren zu beachten, wobei
die Vorinstanz die persönlichen und finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten
richtig zusammengefasst hat (Urk. 52 S. 34; Art. 82 Abs. 4 StPO). In der Beru-
fungsverhandlung wurde aktualisierend ausgeführt, dass er seine Ausbildung zum
Piercer im August 2012 abschliessen und auch künftig bei der P._ GmbH ar-
beiten wird. Die Lehrabschlussprüfung muss er noch absolvieren. Er wohnt wei-
terhin mit seiner Freundin zusammen (Urk. 74 S. 1 ff.).
Mit der Vorinstanz lassen sich aus dem Werdegang und den persönlichen Ver-
hältnissen des Beschuldigten keine strafzumessungsrelevanten Faktoren ableiten
(Urk. 52 S. 34 Ziff. 2.2. a]).
Weiter wird im erstinstanzlichen Entscheid korrekt festgehalten, dass sich die
Vorstrafenlosigkeit auf die Strafzumessung strafneutral auswirkt (Urk. 52 S. 34 b];
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BGE 136 IV 1 E. 2.6). Das Geständnis bezüglich der groben Verkehrsregelver-
letzung ist strafmindernd zu berücksichtigen, dies jedoch nur leicht, zumal die
Beweislage aufgrund der Polizeirapporte und Bilddokumentationen der Polizei
Basel-Landschaft erdrückend war (Urk. ND1/1-3; vgl. auch vorinstanzlichen
Entscheid S. 34 Ziff. 2.2. b.]).
Bezüglich der mehrfachen Veruntreuung ist der Beschuldigte nicht geständig,
Reue und Einsicht kann er mithin nicht für sich reklamieren.
3.4 Auszugehen ist von einer hypothetischen Einsatzstrafe von 150 Tages-
sätzen (vgl. Ziff. 3.1.3). Diese ist unter Berücksichtigung des Asperationsprinzip
aufgrund der Deliktsmehrheit angemessen zu erhöhen. Das Geständnis hinsicht-
lich der groben Verletzung der Verkehrsregeln ist lediglich minim strafmindernd zu
berücksichtigen. Insgesamt erweist sich somit eine Geldstrafe von 180 Tages-
sätzen, unter Berücksichtigung der noch auszusprechenden Verbindungsbusse
(vgl. nachstehend Ziff. 6.1), als den Taten und dem Verschulden angemessen.
4.1 Gemäss Art. 34 Abs. 2 StGB bemisst sich die Höhe des Tagessatzes nach
den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des
Urteils, namentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen
Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem Existenzminimum. Nach
neuester bundesgerichtlicher Rechtsprechung bildet das durchschnittliche Ein-
kommen des Angeklagten den Ausgangspunkt für die Bemessung des Tagsatzes.
Abzuziehen ist, was gesetzlich geschuldet ist oder dem Täter wirtschaftlich nicht
zufliesst, so die laufenden Steuern, die Beiträge an die obligatorischen Kranken-
und Unfallversicherung, die notwendigen Berufsauslagen bzw. Geschäftsunkos-
ten sowie allfällige Familien- und Unterstützungspflichten. Anderweitige finanzielle
Lasten können nur im Rahmen der persönlichen Verhältnisse berücksichtigt wer-
den, wobei grössere Zahlungsverpflichtungen, die schon unabhängig vor der Tat
bestanden haben, grundsätzlich ausser Betracht fallen, ebenso wie Wohnkosten
und Schuldverbindlichkeiten, die mittelbare oder unmittelbare Folge der Tat sind,
also Gerichtskosten, Schadenersatzleistungen etc. (BGE 134 IV 60, E. 6 ff.).
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4.2 Der Beschuldigte wird – wie soeben erwähnt (vgl. vorstehend Ziff. 3.3) –
nach Abschluss seiner Lehre im August weiterhin bei die P._ GmbH arbeiten
können. Gemäss Lohnabrechnungen Januar bis März 2012 verdiente er bis anhin
monatlich rund Fr. 2'448.95.– netto. Er erhält weder einen 13. Monatslohn noch
einen Bonus. Es wurde ihm nach Abschluss der Lehre eine Lohnerhöhung in
Aussicht gestellt, wobei der Beschuldigte den genauen Betrag noch nicht
beziffern konnte (Urk. 74 S. 1 f.). Den Bruttomietzins der Wohnung in der Höhe
von Fr. 2'040.– – welcher, wie gesehen, bei der Berechnung des Tagessatzes
indessen ausser Betracht zu fallen hat – übernimmt der Beschuldigte, während
seine Freundin, welche zurzeit Arbeitslosengelder bezieht, für die übrigen Le-
benskosten aufkommt. Das vom Vater geerbte Geld (50’000 Euro) ist mittlerweile
aufgebraucht. Er hat Schulden in Höhe von Fr. 163'500.– (Urk. 42 S. 1;
Urk. 66/3/1-1; Urk. 66/4; Urk. 66/1; Urk. 74 S. 1 ff.). Der Beschuldigte hat weder
familiäre noch sonstige Unterstützungspflichten. Der von der Vorinstanz festge-
setzte Tagessatz in der Höhe von Fr. 40.– erweist sich demnach als angemessen.
5. Die Geldstrafe ist bedingt auszufällen und die Probezeit auf zwei Jahre
anzusetzen. Zwecks Vermeidung von Wiederholungen kann auf die zutreffenden
vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen werden (Urk. 52 Ziff. V. 1.-5.; Art. 82
Abs. 4 StPO).
6.1 Die Vorinstanz fällte in Anwendung von Art. 42 Abs. 4 StGB eine Verbin-
dungsbusse von Fr. 500.– aus (Urk. 52 Ziff. 7. S. 35). Die Verteidigung hat sich
zur Verbindungsbusse nicht geäussert (Urk. 75).
6.2 Gemäss Art. 42 Abs. 4 StGB kann eine bedingte Strafe mit einer unbeding-
ten Geldstrafe oder mit einer Busse nach Art. 106 StGB verbunden werden. Die
Bestimmung von Art. 42 Abs. 4 StGB dient in erster Linie dazu, die Schnittstellen-
problematik zwischen der Busse (für Übertretungen) und der bedingten Geldstrafe
(für Vergehen) zu entschärfen. Die unbedingte Verbindungsbusse trägt ferner da-
zu bei, das unter spezial- und generalpräventiven Gesichtspunkten eher geringe
Drohpotential der bedingten Geldstrafe zu erhöhen. Dem Verurteilten soll ein
Denkzettel verpasst werden können, um ihm (und soweit nötig allen anderen) den
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Ernst der Lage vor Augen zu führen und zugleich zu demonstrieren, was bei
Nichtbewährung droht.
Da im vorliegenden Fall eine bedingte Geldstrafe auszusprechen ist, kann dem
Beschuldigten somit eine Busse auferlegt werden. Fällt das Gericht eine Busse
aus, so bemisst es diese und die Ersatzfreiheitsstrafe je nach den Verhältnissen
des Täters so, dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemes-
sen ist (Art. 106 Abs. 3 StGB). Spricht das Gericht mehrere Sanktionen aus (z.B.
wie vorliegend eine bedingte Geldstrafe und eine Busse), so haben sie in ihrer
Summe schuldangemessen zu sein und dürfen nicht zu einer Straferhöhung
führen (BGE 134 IV 53 E. 5.2). Für die Verhältnisse des Täters sind namentlich
von Bedeutung sein Einkommen und sein Vermögen, sein Familienstand und sei-
ne Familienpflichten, sein Beruf und Erwerb, sein Alter und seine Gesundheit
(BGE 129 IV 6 E. 6.1).
Im Urteil vom 21. August 2009 hat das Bundesgericht schliesslich festgehalten,
dass es, um dem akzessorischen Charakter einer Verbindungsstrafe nach
Art. 42 Abs. 4 StGB gerecht zu werden, sachgerecht erscheine, die Obergrenze
grundsätzlich auf einen Fünftel bzw. 20% festzulegen. Abweichungen von dieser
Regel seien im Bereich tiefer Strafen denkbar, um sicherzustellen, dass der Ver-
bindungsstrafe nicht eine lediglich symbolische Bedeutung zukomme (BGE 135
IV 188, E. 3.4.4).
6.3 Mit der Vorinstanz rechtfertigt sich vorliegend die Ausfällung einer Verbin-
dungsbusse; einerseits weil der Beschuldigte mit der groben Verkehrsregelver-
letzung im Bereich einer Schnittstellenproblematik delinquiert hat und anderer-
seits, um insbesonders dem spezialpräventiven Effekt der bedingten Geldstrafe
Nachdruck zu verleihen. Eine Erhöhung der Verbindungsbusse ist durch den
Grundsatz des Verbots der reformatio in peius ausgeschlossen. Es besteht auch
kein Anlass, in das Ermessen der Vorinstanz einzugreifen und diese zu reduzie-
ren. Aufgrund des keineswegs leichten Verschuldens des Beschuldigten rechtfer-
tigt sich die von der Vorinstanz festgesetzte Verbindungsbusse in der Höhe von
Fr. 500.– durchaus, weshalb sie zu bestätigen ist.
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6.4 Zu bestätigten ist auch die von der Vorinstanz festgelegte Ersatzfreiheits-
strafe von 5 Tagen im Falle der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse (Urk. 52
S. 35 Ziff. 3.4.)
IV. Zivilforderungen
1. Hinsichtlich der Zivilforderungen kann vollumfänglich auf die Ausführungen
im angefochtenen Entscheid verwiesen werden, welche grundsätzlich keinerlei
Ergänzungen bedürfen (Urk. 52 Ziff. VI S. 37f; Art. 82 Abs. 4 StPO). Aufgrund des
Teilfreispruchs in Sachen K._ reduziert sich der vor Vorinstanz ausgespro-
chene Betrag indes um Fr. 1'300.–. Der Beschuldigte ist folglich zu verpflichten,
der Privatklägerschaft Schadenersatz in der Höhe von Fr. 8'131.– zuzüglich 5%
Verzugszins zu bezahlen. Zins ist sodann ab dem 17. Februar 2010 zu leisten
(nunmehr letzte Tathandlung der Veruntreuung). Da der Gesamtbetrag des zuge-
sprochenen Schadenersatzes niedriger als vor Vorinstanz ist, liegt dadurch kein
Verstoss gegen das Verschlechterungsverbot vor.
2. Da vorliegend indes nicht abschliessend beurteilt werden kann, ob der
Privatklägerin gegenüber dem Beschuldigten aus dem angeklagten Vorfall in
Sachen K._ allenfalls in zivilrechtlicher Hinsicht Ansprüche zustehen, ist die
Zivilforderung im Mehrbetrag gemäss Art. 126 Abs. 2 lit. d StPO auf den Weg des
ordentlichen Zivilprozesses zu verweisen.
V. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Dem Beschuldigten sind ausgangsgemäss vier Fünftel der Untersuchung
und des erstinstanzlichen Verfahrens aufzuerlegen. Der restliche Fünftel ist auf
die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 426 Abs. 1 StPO).
Weiter sind dem Beschuldigten für die Untersuchung und das erstinstanzliche
Verfahren aufgrund des Teilfreispruchs eine reduzierte Prozessentschädigung in
Höhe von Fr. 1'000.– aus der Gerichtskasse zu bezahlen (Art. 429 StPO).
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Der Beschuldigte ist indes zu verpflichten, der Privatklägerin für die Untersuchung
und das erstinstanzliche Gerichtsverfahren eine reduzierte Prozessentschädigung
in Höhe von Fr. 4'500.– zu bezahlen (Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO).
2. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind auf Fr. 3’000.– zu veranschlagen
(Art. 424 Abs. 1 StPO i.V.m. § 16 Abs. 1 und § 14 der Gebührenverordnung des
Obergerichts, LS. 211.11).
Im Berufungsverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). In den vier vorliegend zu
beurteilenden Anklagevorhalten wird der vorinstanzliche Schuldspruch in drei
Fällen bestätigt. In einem Anklagesachverhalt ergeht wie vom Beschuldigten
beantragt ein Freispruch. Es rechtfertigt sich deshalb, die Kosten des Berufungs-
verfahrens zu drei Vierteln dem Beschuldigten aufzuerlegen. Der restliche Viertel
ist der Privatklägerin aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO).
Ausgangsgemäss ist der Beschuldigte zu verpflichten, der Privatklägerin für das
Berufungsverfahren eine reduzierte Prozessentschädigung von Fr. 2'400.– zu
bezahlen (Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO; Urk. 78; Urk. 79).