Decision ID: 7d73845d-6184-5c38-8ca9-79e4c5da67c0
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
Die gelernte Druckerin A._ meldete sich am 21. Februar 2002 zur Durchführung
von beruflichen Massnahmen bei der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Dr. med.
B._, Allgemeine Medizin FMH, berichtete am 11. März 2002, die Versicherte leide
unter einer Multiplen Sklerose, der erste schwere Schub habe im Oktober 2001
stattgefunden. Momentan sei die Tätigkeit als Druckerin noch reduziert zumutbar, eine
Umschulung auf Büroarbeit sei aber sinnvoll (IV-act. 7-1 ff.). Am 15. Oktober 2001 hatte
die Versicherte eine berufsbegleitende Ausbildung zur Druckkauffrau mit
eidgenössischem Fachausweis begonnen (IV-act. 11, 14). Die IV-Stelle erteilte der
Versicherten am 16. September 2002 eine Kostengutsprache für diese Ausbildung (IV-
act. 16, vgl. IV-act. 9). Mit einer Verfügung vom 19. Dezember 2003 stellte die IV-Stelle
fest, die Umschulung sei erfolgreich abgeschlossen und die Versicherte
rentenausschliessend eingegliedert (IV-act. 29).
A.a.
Am 27. Mai 2016 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung an (IV-act. 31). Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 22.
Juni 2016 mit, zurzeit seien keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen angezeigt,
da sie vorwiegend als Hausfrau tätig sei (IV-act. 47).
A.b.
Dr. med. C._, Neurologie FMH, berichtete im August 2016 über eine
schubförmige Multiple Sklerose. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit liege die
Arbeitsunfähigkeit bei etwa 50% (IV-act. 52-2 ff.). Auf einem Fragebogen zur
Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt hatte die Versicherte am 6. Juli
2016 angegeben, ohne Behinderung würde sie eine Erwerbstätigkeit in einem Pensum
A.c.
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von 80% ausüben (IV-act. 49). Am 12. September 2016 führte die IV-Stelle eine
Abklärung vor Ort durch. Die zuständige Abklärungsperson ging von einem Anteil der
Haushaltstätigkeit von 30% aus und errechnete eine Einschränkung von 24.75%.
Dabei berücksichtigte sie die Unterstützung des Ehemannes im Ausmass von 11.05%
(IV-act. 56).
Die IV-Stelle beauftragte lic. phil. D._, Fachpsychologe für Neuropsychologie
FSP, Kantonsspital St. Gallen, die Versicherte zu untersuchen. Lic. phil. D._
berichtete am 20. Januar 2017, die Versicherte leide an einer leichten bis
mittelgradigen neuropsychologischen Störung mit Beeinträchtigungen im attentionalen,
mnestischen und exekutiven Bereich sowie an einer verminderten Belastbarkeit.
Letztere wirke sich zusätzlich negativ auf die kognitive Leistungsfähigkeit aus. Es sei
von einer beruflichen Relevanz der Einschränkungen in einer Bürotätigkeit auszugehen.
Dabei sei von einem verlangsamten Arbeitstempo und einer reduzierten quantitativen
Leistungsfähigkeit, von einer verminderten Effizienz und einer erhöhten
Fehleranfälligkeit auszugehen. Dies dürfte unter den meisten beruflichen
Anforderungen zu leichten Einschränkungen führen, bei Aufgaben mit hohen
Anforderungen sei mit mittelgradigen Einschränkungen zu rechnen. Zudem sei von
einem deutlich reduzierten zeitlichen Pensum auszugehen. Bei einer guten
Pausenstruktur wären vermutlich ca. zwei Stunden Arbeitszeit möglich. Wie sich diese
Belastung im weiteren Tagesverlauf auswirke und welche Wochenarbeitszeit möglich
wäre, könne nicht beurteilt werden. Idealerweise wäre dies in einem Arbeitsversuch
oder einer praktischen Berufsabklärung festzulegen (IV-act. 62).
A.d.
Im Auftrag der IV-Stelle (vgl. IV-act. 66) wurde die Versicherte am 17. Mai 2017
durch Dr. med. E._, Spezialärztin Neurologie FMH, neurologisch abgeklärt. Dr. E._
hielt in ihrem Gutachten vom 4. August 2017 als Diagnose mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit eine Multiple Sklerose mit einem schubförmigen Verlauf und einer
cerebralen sowie spinalen Symptomatik fest. Inwieweit mögliche affektive
Begleitsymptome sich negativ verstärkend auf das kognitive und körperliche
Leistungsprofil auswirkten, könne nur durch eine zusätzliche psychiatrische Evaluation
geprüft werden. Es bestehe eine maximal 50%ige Arbeitsfähigkeit im angestammten
Beruf als Kundenberaterin spätestens seit der neuropsychologischen Untersuchung im
Januar 2017. Die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit könne im
A.e.
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hypothetischen Idealfall 100% seit jeher betragen. Phasen von Schubereignissen
führten zu einer vorübergehenden, bis wochenweise andauernden Arbeitsunfähigkeit
von 100% (IV-act. 71).
RAD-Arzt Dr. med. F._ notierte am 10. August 2017, auf das neurologische
Gutachten könne abgestellt werden. Angesichts der hohen fachärztlich attestierten
erwerblichen Leistungsfähigkeit sei von keiner nennenswerten Einschränkung in der
Haushaltsführung auszugehen (IV-act. 72).
A.f.
Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 3. November 2017 mit, sie weise das
Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen ab, da die Versicherte sich subjektiv
nicht in der Lage fühle, an Eingliederungsbemühungen mitzuwirken (IV-act. 85).
A.g.
Mit einem Vorbescheid vom 17. November 2017 stellte die IV-Stelle der
Versicherten die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Zur Begründung führte
sie an, dass kein rentenbegründender Invaliditätsgrad vorliege. Dieser sei anhand der
sogenannten gemischten Methode zu ermitteln, wobei der Erwerbsanteil auf 70% und
der Haushaltsanteil auf 30% festzusetzen seien. Die Einschränkung im Erwerbsbereich
betrage 24%, im Aufgabenbereich 25%. Der Invaliditätsgrad belaufe sich auf
insgesamt 25% (IV-act. 88).
A.h.
Dagegen liess die Versicherte am 30. November 2017 einwenden, gemäss der
Einschätzung von Dr. C._ sei sie sowohl in der angestammten als auch in einer
adaptierten Tätigkeit zu 50% arbeitsunfähig, weshalb von einem tieferen
Invalideneinkommen auszugehen sei. Seit September 2017 sei sie zudem bei Dr. med.
G._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in Behandlung (IV-act. 89). Die IV-
Stelle holte Berichte bei Dr. C._ und Dr. G._ ein (IV-act. 93, 95). Letzterer hielt am
12. März 2018 fest, bei der Behandlungsaufnahme habe eine depressive Entwicklung
bestanden, welche nun abklingend sei. Weiter liege eine schubförmige Multiple
Sklerose mit einem chronischen Müdigkeitssyndrom vor. Für die angestammte
Tätigkeit sei die Versicherte zu 100% arbeitsunfähig. In einer adaptierten Tätigkeit sei
die Versicherte möglicherweise für fünf Tage pro Woche zwei Stunden täglich
arbeitsfähig. Es bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit von 80% (IV-act. 95).
RAD-Arzt Dr. F._ notierte am 28. März 2018, an der bisherigen Einschätzung könne
A.i.
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B.
festgehalten werden; weitere medizinische Abklärungen seien nicht notwendig (IV-act.
96). Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 11. April 2018 mit, sie halte an ihrem
Entscheid fest. Aufgrund der geänderten Rechtsprechung zur Bemessung der
Invalidität bei Teilerwerbstätigen werde der Einkommensvergleich angepasst. Es
resultiere jedoch kein Rentenanspruch (IV-act. 97). Die Versicherte liess am 20. April
2018 beantragen, es sei ein psychiatrisches Gutachten einzuholen (IV-act. 98). Auf
Nachfrage der IV-Stelle (vgl. IV-act. 100) führte Dr. G._ am 1. Juni 2018 aus, die
Fatigue-Problematik begründe eine Arbeitsunfähigkeit von 75-80% aus allein
psychiatrischer Sicht (IV-act. 103). RAD-Arzt Dr. F._ notierte am 12. Juni 2018, da die
Argumentation von Dr. G._ nicht logisch und eine Einschränkung in einem solchen
Ausmass medizinisch nicht nachvollziehbar sei, könne auf dessen
Leistungseinschätzung nicht abgestellt werden. Dr. E._ habe die subjektiv beklagte
Ermüdbarkeit in ihrem Gutachten bereits aufgenommen und gewürdigt (IV-act. 104).
Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 19. Juni 2018 erneut mit, sie halte an ihrem
bisherigen Entscheid fest (IV-act. 105).
Mit einer Verfügung vom 16. Juli 2018 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren ab.
Abweichend vom Vorbescheid ging sie von einer Einschränkung im Erwerbsbereich
von 28% (Aufgabenbereich weiterhin 25%) aus und ermittelte so einen Invaliditätsgrad
von insgesamt 28% (IV-act. 106).
A.j.
Gegen die Verfügung vom 16. Juli 2018 liess die Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) am 12. September 2018 Beschwerde erheben. Sie liess
beantragen, die Verfügung sei aufzuheben und ihr sei eine IV-Rente zuzusprechen.
Eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung des Sachverhalts an die IV-
Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen; alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Sie liess geltend machen, wegen der unvollständigen Abklärung
könne dem Haushaltsbericht kein Beweiswert zukommen. Ihre Einschränkung in der
Haushaltstätigkeit sei höher als festgestellt. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb Dr.
E._ die neuropsychologische Beurteilung bei einem täglichen Arbeitspensum von
rund zwei Stunden bei einer guten Pausenstruktur anerkenne, andererseits aber in der
angestammten Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 50%, in einer adaptierten
B.a.
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Tätigkeit gar von einer solchen von 100% ausgehe. Zudem habe Dr. E._ bei der
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit die Wechselwirkung zwischen Haushalt und
Erwerbstätigkeit nicht berücksichtigt. Das Gutachten sei nicht umfassend, unter
anderem fehle eine psychiatrische Evaluation. Der behandelnde Psychiater erachte die
Beschwerdeführerin als zu 75-80% arbeitsunfähig (act. G1).
In ihrer Beschwerdeantwort vom 17. Oktober 2018 stellte die Beschwerdegegnerin
den Antrag, die Beschwerde sei abzuweisen. Sie führte aus, die im
neuropsychologischen Konsilium erwähnte zeitliche Beschränkung von etwa zwei
Stunden Arbeiten am Stück beziehe sich auf eine Bürotätigkeit. Eine solche sei jedoch
nicht ideal adaptiert. In einer Hilfstätigkeit sei die Beschwerdeführerin neurokognitiv
weniger gefordert, weshalb in einer solchen Tätigkeit eine Unterbrechung alle zwei
Stunden nicht zwingend sei. Weil die Beschwerdeführerin nicht erwerbstätig sei, könne
keine Wechselwirkung zwischen Erwerb und Haushalt berücksichtigt werden. Eine
zusätzliche psychiatrische Begutachtung sei nicht notwendig gewesen. Es sei
vollumfänglich auf das fundierte neurologische Gutachten von Dr. E._ abzustellen.
Inwiefern die Beschwerdegegnerin die Einschränkung der Beschwerdeführerin im
Haushaltsbereich fehlerhaft eingeschätzt haben sollte, sei nicht ersichtlich (act. G4).
B.b.
Am 20. Dezember 2018 liess die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen festhalten.
Sie liess vorbringen, die zeitliche Beschränkung von etwa zwei Stunden Arbeit am
Stück beziehe sich nicht nur auf Büroarbeiten, sondern auch auf jede andere Tätigkeit.
Die von der Beschwerdegegnerin erwähnten Überwachungs-, Sortier-, Bedienungs-,
Kontroll-, Prüf- und Verpackungsarbeiten seien ihr nicht zumutbar. Seit August 2018
arbeite sie in einem Pensum von rund fünf Stunden pro Woche in den Bereichen
Haushalt, Ernährung und sozialbetreuerische Aufgaben bei der H._ (act. G9).
B.c.
Die Beschwerdegegnerin liess die Frist zur Einreichung einer Duplik unbenützt
ablaufen (act. G11).
B.d.
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Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch der
Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente.
Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%,
auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50%, und auf eine Viertelsrente, wenn
sie mindestens zu 40% invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen, Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] i.V.m. Art. 28a Abs. 1 IVG). Bei nicht
erwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen die
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die
Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in
welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2
IVG). Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die
Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich
tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In
diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im
Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu
bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG; so genannte "gemischte Methode"; zur konkreten
Berechnung vgl. Art. 27 Abs. 2 f. der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV;
SR 831.201]).
1.1.
bis
Im Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der Untersuchungspflicht
und der freien Beweiswürdigung (Art. 43 Abs. 1 ATSG). Demgemäss hat der
Versicherungsträger bzw. im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen
Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien
gebunden zu sein. Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben
zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der
1.2.
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2.
Vorab ist die Frage zu klären, ob die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
rechtsgenüglich abgeklärt worden ist. Die Beschwerdegegnerin hat sich in der
angefochtenen Verfügung in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das
Gutachten von Dr. E._ gestützt (IV-act. 71). Die Beschwerdeführerin spricht diesem
Gutachten die Beweiskraft ab und macht unter anderem geltend, Dr. E._ habe die
Einschätzung des Neuropsychologen lic. phil. D._ nicht genügend berücksichtigt
(act. G1, G9).
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a am Schluss, BGE 117 V 282 E. 4.a).
Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine
zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen
Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
1.3.
Lic. phil. D._ hat am 20. Januar 2017 berichtet, bei der Beschwerdeführerin
bestehe insgesamt eine leichte bis mittelgradige neuropsychologische Störung.
Beeinträchtigungen zeigten sich in den Bereichen Gedächtnis, Aufmerksamkeit und
Exekutivfunktionen. Zudem bestehe eine reduzierte psychophysische Belastbarkeit im
Sinne einer erhöhten Ermüdbarkeit. Das kognitive Störungsmuster sei in Art und
Ausmass aus neuropsychologischer Sicht plausibel mit der Grunderkrankung zu
vereinbaren. Insgesamt könne von validen Befunden und von einer authentischen
neuropsychologischen Störung ausgegangen werden (IV-act. 62-5 f.). Die
Beschwerdegegnerin hat lic. phil. D._ gefragt, in welchem Ausmass sich die
neuropsychologischen kognitiven Einschränkungen in einer Bürotätigkeit auswirkten.
Lic. phil. D._ hat diesbezüglich festgehalten, von einer beruflichen Relevanz der
2.1.
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Einschränkungen in einer Bürotätigkeit sei auszugehen (IV-act. 62-6). Entgegen der
Ansicht der Beschwerdegegnerin (vgl. act. G4) bezieht sich die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von lic. phil. D._ jedoch nicht nur auf eine Bürotätigkeit.
So hat lic. phil. D._ ausgeführt, aufgrund der Beeinträchtigungen sei von einem
verlangsamten Arbeitstempo und von einer reduzierten quantitativen
Leistungsfähigkeit, von einer verminderten Effizienz und von einer erhöhten
Fehleranfälligkeit aufgrund der Gedächtnisschwierigkeiten und der exekutiven
Probleme auszugehen. Dies dürfte unter den meisten beruflichen Anforderungen zu
leichten Einschränkungen führen; bei Aufgaben mit hohen Anforderungen sei mit
mittelgradigen Einschränkungen zu rechnen. Zudem sei von einem deutlich reduzierten
zeitlichen Pensum auszugehen. In der neuropsychologischen Untersuchung habe sich
nach ca. 1.5 Stunden ein deutlicher Leistungsabfall gezeigt. Bei guter Pausenstruktur
wären vermutlich ca. zwei Stunden Arbeitszeit möglich. Wie sich diese Belastung im
weiteren Tagesverlauf auswirke und welche Wochenarbeitszeit möglich wäre, könne
nicht beurteilt werden. Idealerweise wäre dies in einem Arbeitsversuch oder einer
praktischen Berufsabklärung festzulegen (IV-act. 62-6). Lic. phil. D._ ist damit
aufgrund der deutlichen Beeinträchtigungen nachvollziehbar davon ausgegangen, dass
die Beschwerdeführerin auch in einer an die neuropsychologischen Einschränkungen
adaptierten Tätigkeit nicht länger als zwei Stunden ohne Pause arbeitsfähig sei. Er hat
sich jedoch nicht in der Lage gesehen, die Arbeitsfähigkeit über einen ganzen Tag bzw.
eine Woche ohne eine vorgängige berufliche Abklärung abschliessend zu bestimmen.
Nachfolgend ist zu prüfen, ob sich die Arbeitsfähigkeit gestützt auf die weiteren
medizinischen Akten trotzdem mit überwiegender Wahrscheinlichkeit festlegen lässt.
Dr. E._ hat ausgeführt, sämtliche geklagten körperlichen, jedoch auch die schon
langjährig subjektiv wahrgenommenen neurokognitiven Defizite liessen sich im Rahmen
der Anamneseerhebung und in der klinisch-neurologischen Untersuchung erfassen. Sie
seien auch durch die neuropsychologische Testung von lic. phil. D._ verifiziert. Die
Defizite seien als typische und relevante Multiple Sklerose-spezifische Beschwerden zu
betiteln. Neben den körperlichen Beschwerden führten die neuropsychologisch
eindeutig erfassten neurokognitiven krankheitsspezifischen Defizite, überlagert von der
chronischen Fatigue-Symptomatik, zu einer deutlichen neurokognitiven Einschränkung.
Die von der Beschwerdeführerin beklagte Symptomatik erscheine vollständig
konsistent. Auch sei der Umstand der chronischen Fatigue sowie deren Auswirkungen
auf den privaten und den Berufsalltag als krankheitsspezifisch zu erachten und werde
nachvollziehbar geschildert (IV-act. 71-15 f.). Dr. E._ hat damit die von lic. phil. D._
festgestellten neuropsychologischen Defizite akzeptiert, aber sie hat sich nicht mit der
Arbeitsfähigkeitsschätzung von lic. phil. D._ auseinandergesetzt und ihre eigene
2.2.
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abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht begründet. Dr. E._ hat zwar befunden,
in der angestammten Tätigkeit als Kundenberaterin bestehe eine Arbeitsfähigkeit von
maximal 50% spätestens seit der neuropsychologischen Erstabklärung im Januar
2017. Die reduzierte Arbeitsfähigkeit begründe sich in den bestätigten
neuropsychologischen, Multiple-Sklerose-krankheitsspezifischen Einschränkungen,
verstärkt durch die zusätzliche krankheitsspezifische Fatigue. Dies bedinge qualitative
wie quantitative Einschränkungen in Form einer Verlangsamung des Arbeitstempos und
die Notwendigkeit von Erholungspausen, um kurzfristige stundenweise, höhergradige
Gedächtnisleistungen zu gewährleisten. Dies beziehe auch die Schwierigkeiten mit
handschriftlichen Notizen aufgrund der vorhandenen Feinmotorikstörung ein. Dr. E._
hat aber nicht begründet, wieso sie von einer wesentlich höheren Arbeitsfähigkeit
ausgegangen ist als lic. phil. D._. Dr. E._ hat weiter ausgeführt, in einer adaptierten
Tätigkeit könne die Arbeitsfähigkeit im hypothetischen Idealfall 100% seit jeher
betragen (abgesehen von Phasen von Schubereignissen, die zu einer
vorübergehenden, bis wochenweise andauernden, Arbeitsunfähigkeit von 100% führen
könnten). Zu bevorzugen sei eine Tätigkeit in Wechselhaltung, ohne höhere
Gleichgewichtsanforderungen und/oder längere Gehstrecken, vor allem nicht mit
andauernder Überwindung von Höhenmetern und nicht auf unebenem Gelände. Auch
sei eine Wärme- oder intensive Sonnenlichtexposition zu vermeiden. Filigrane,
feinmotorisch anspruchsvolle manuelle Tätigkeitsbereiche erwiesen sich ebenso als
ungünstig wie auch schweres Heben/Tragen mit wiederholtem Bücken und/oder
Überkopfarbeiten. Das Arbeitsfeld sollte (neurokognitiv) überschaubar strukturiert sein
ohne die Notwendigkeit häufiger Flexibilität seitens der Beschwerdeführerin, ohne
hohen Zeitdruck und ohne Nachtschicht-Dienst (IV-act. 71-18 f.). Dr. E._ ist bei den
Adaptionskriterien jedoch nicht detailliert auf die neuropsychologischen
Einschränkungen eingegangen. Insbesondere hat sie das gemäss der Abklärung von
lic. phil. D._ verlangsamte Arbeitstempo, die verminderte Effizienz, die erhöhte
Fehleranfälligkeit und die Gedächtnisschwierigkeiten nicht berücksichtigt. Wie bereits
bei der angestammten Tätigkeit hat sie auch bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in
einer adaptierten Tätigkeit die Abweichung zur Einschätzung von lic. phil. D._ nicht
begründet. Eine Arbeitsfähigkeit von 100% widerspricht dessen Einschätzung einer
Arbeitszeit von ca. zwei Stunden am Stück deutlich (vgl. IV-act. 62-6). Dem Gutachten
von Dr. E._ lässt sich keine Erwerbstätigkeit entnehmen, die mit den
neuropsychologischen Einschränkungen soweit vereinbar wäre, dass eine
Arbeitsfähigkeit von 100% auch nur annähernd plausibel wäre. Die von Dr. E._
angeführten Tätigkeiten - Teammitglied im Office-Bereich oder im spezifizierten
Detailhandel (zum Beispiel Schreibwaren) oder als Mitarbeiterin einer Beratungsstelle
(vgl. IV-act. 71-19) - dürften aufgrund der erhöhten Fehleranfälligkeit, der
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Gedächtnisschwierigkeiten, der Minderleistungen im Aufmerksamkeitsbereich und der
erhöhten Ermüdbarkeit mit entsprechendem Pausenbedarf nicht oder jedenfalls nicht in
einem Vollpensum möglich sein. Auch die von der Beschwerdegegnerin exemplarisch
genannten leichteren Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie
Verpackungsarbeiten und leichtere Arbeiten bei der Lager- und
Ersatzteilbewirtschaftung (vgl. act. G4) dürften insbesondere mit der eingeschränkten
Aufmerksamkeit und Konzentration sowie schnellen Ermüdbarkeit der
Beschwerdeführerin nicht vereinbar sein. Das Gericht sieht keine Erwerbstätigkeiten,
die der Beschwerdeführerin trotz der neurokognitiven Defizite in einem Pensum von
100% zumutbar wären.
Zusammenfassend lässt sich die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin gestützt
auf die dem Gericht vorliegenden Akten nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
festlegen. Das bedeutet, dass der Sachverhalt ungenügend abgeklärt worden ist. Die
Sache ist deshalb an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Nach der Auffassung
des Bundesgerichts ist eine Rückweisung an die Verwaltung dann zulässig, wenn wie
vorliegend eine Ergänzung oder Präzisierung der Ausführungen der Gutachter
erforderlich ist (vgl. das Urteil des Bundesgerichtes vom 15. November 2019,
8C_525/2019 E. 3.3). Die Beschwerdegegnerin wird die Arbeitsfähigkeit aus
neurologischer und neuropsychologischer Sicht weiter abklären, nachdem sie die von
lic. phil. D._ vorgeschlagene praktische Berufsabklärung durchgeführt hat. Die
Ergebnisse wird sie lic. phil. D._ vorlegen, damit dieser die Arbeitsfähigkeit gestützt
auf das Ergebnis dieser Abklärung festlegen kann. Unter Berücksichtigung dieser
Beurteilung wird sie die Arbeitsfähigkeit aus neurologischer Sicht durch Dr. E._ neu
schätzen lassen und dabei eine Umschreibung einer adaptierten Tätigkeit aus
medizinischer Sicht einholen. Bezüglich der von der Beschwerdeführerin geforderten
psychiatrischen Abklärung (vgl. act. G1, G9) ist festzuhalten, dass eine solche
vorliegend nicht nötig ist. Dr. G._ hat am 12. März 2018 über eine abklingende
depressive Entwicklung berichtet und am 1. Juni 2018 gar keine psychiatrische
Diagnose mehr genannt. Seine Beurteilung einer Arbeitsunfähigkeit von 75-80% aus
rein psychiatrischer Sicht überzeugt damit nicht (IV-act. 95, 103). Auch bestehen keine
anderen Hinweise auf eine psychiatrische Erkrankung. Anschliessend wird die
Beschwerdegegnerin durch ihre Berufsberatung (oder durch eine unabhängige
berufsberaterische Fachperson) klären lassen, ob der allgemeine Arbeitsmarkt
überhaupt Arbeitsstellen aufweist, an denen die medizinischen Vorgaben umgesetzt
werden können. Wenn es solche Arbeitsstellen geben sollte, wird die
Beschwerdegegnerin durch ihre Berufsberatung (bzw. eine unabhängige
2.3.
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3.
Weiter ist die Einschränkung im Aufgabenbereich zu prüfen.
berufsberaterische Sachverständige) ermitteln lassen, welches Einkommen an einer
solchen Arbeitsstelle erzielt werden kann.
Die Beschwerdeführerin hat anlässlich der Abklärung vor Ort vom 12. September
2016 angegeben, bei guter Gesundheit wäre sie seit dem Schulbeginn ihres Sohnes im
August 2015 wieder in ihrem früheren Beruf im Druckgewerbe tätig. Dies sei von
Anfang an innerhalb der Familie so vorgesehen gewesen. Die gesundheitliche Situation
habe sich jedoch in den letzten Jahren kontinuierlich verschlechtert. Ein Pensum von
60% wäre ideal gewesen, doch müssten in ihrer gewohnten Branche und der
Zuständigkeit für Marketing und Sachbearbeitung in der Regel ein Pensum von 80%
gewährleistet werden. Die entsprechende Kompromissbereitschaft würde sie erbringen
(IV-act. 56-4). Die Beschwerdegegnerin ist von einer Tätigkeit im Erwerb von 70%
ausgegangen, was dem Durchschnittswert von 60% und 80% entspricht (vgl. IV-act.
87 f., 106). Dies ist jedoch nicht nachvollziehbar, denn die Beschwerdeführerin wäre
bereit gewesen, ein Pensum von 80% zu leisten. Auf dem am 6. Juli 2016
eingereichten Fragebogen zur Rentenabklärung hat die Beschwerdeführerin denn auch
angegeben, sie würde ohne Behinderung eine Erwerbstätigkeit mit einem Pensum von
80% ausüben (IV-act. 49-1). Die Beschwerdegegnerin wird dies bei der Berechnung
des Invaliditätsgrads berücksichtigen. Sie wird zudem bei der Beschwerdeführerin
abklären, ob sich bis zum Zeitpunkt der neu zu erlassenden Verfügung bezüglich des
hypothetisch im "Gesundheitsfall" ausgeübten Pensums etwas geändert hat. Dies wäre
insbesondere aufgrund eines allenfalls geringeren Betreuungsaufwandes für den
inzwischen älter gewordenen Sohn der Beschwerdeführerin durchaus plausibel.
3.1.
Im Abklärungsbericht ist eine Einschränkung von 35.8% festgehalten worden. Der
Abklärungsbeauftragte hat jedoch ausgeführt, unter Berücksichtigung der
Schadenminderungspflicht des Ehemannes sei nur eine Einschränkung von 24.75% zu
berücksichtigen. Dies entspreche einem Aufwand von 0.84 Stunden pro Tag (IV-act.
56). Die Beschwerdegegnerin ist gestützt darauf in der angefochtenen Verfügung von
einer Einschränkung im Haushalt von (gerundet) 25% ausgegangen (IV-act. 112). Die
Invalidität besteht aber in der behinderungsbedingten Einbusse der persönlichen
Leistungsfähigkeit der versicherten Person und nicht etwa in der Fähigkeit des aus der
versicherten Person und den angeblich schadenminderungspflichtigen
Familienangehörigen bestehenden "Teams", den Haushalt zu erledigen. Andernfalls
wäre selbst eine ans Bett gefesselte oder im Koma liegende versicherte Person als
3.2.
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nicht invalid zu betrachten, wenn deren Familienangehörige den Haushalt besorgen
könnten. Die Einschränkung im Haushalt muss deshalb unabhängig von der
Verfügbarkeit von mithelfenden Familienangehörigen bemessen werden. Keine
Berücksichtigung finden dürfen allerdings jene Hausarbeiten, die Angehörige auch
dann ausführen würden, wenn die versicherte Person nicht in ihrer Gesundheit
beeinträchtigt wäre. Diese Arbeiten müssen sowohl auf der Validen- als auch auf der
Invalidenseite ausgeblendet werden. Darüber hinaus erscheint es selbst nach der
Auffassung des Bundesgerichts als fraglich, ob einer versicherten Person gestützt auf
das Verhalten ihrer Familienangehörigen und damit eines nicht in ihrem Einflussbereich
liegenden Umstandes (Ausübung einer Mithilfe im Aufgabenbereich) eine Leistung
verweigert oder aufgehoben werden kann (vgl. BGE 142 V 442 E. 6.2 S. 447 und Urteil
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. Dezember 2016,
IV 2014/350, E. 2.2.1). Hinzu kommt, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin aus
beruflichen Gründen während der Woche jeweils von 07:00 Uhr morgens bis 19:00 Uhr
abends ausser Haus ist und damit die von der Beschwerdegegnerin vorgesehenen
Arbeiten zeitlich kaum ausführen könnte, ohne damit in unzumutbarer Weise belastet
zu sein (vgl. act. G1). Es gibt somit – entgegen der Auffassung des Bundesgerichts –
keine Schadenminderungspflicht in der Form der fiktiven Mitarbeit der Angehörigen.
Damit erweist sich die im Haushaltsabklärungsbericht angeführte Einschränkung im
Haushalt von 24.75% als zum Vorneherein unbeachtlich (vgl. Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 30. November 2018, IV 2016/362,
E. 2.4). Die Beschwerdegegnerin wird die Einschränkung ohne die Berücksichtigung
einer solchen "Schadenminderungspflicht" neu festlegen.
Dr. E._ sind die Ergebnisse der Haushaltsabklärung nicht bekannt gewesen. Sie
hat sich nicht zu den Einschränkungen im Haushalt und zu einer allfälligen
Wechselwirkung bei einer gleichzeitigen Berufstätigkeit in Teilzeit geäussert. Die
Beschwerdegegnerin wird das Ergebnis des Betätigungsvergleichs Dr. E._ vorlegen
und dieses auf die Plausibilität überprüfen lassen.
3.3.
Bei der Berechnung des Invaliditätsgrades wird die Beschwerdegegnerin, wie in
der angefochtenen Verfügung vom 16. Juli 2018 (IV-act. 106) erwähnt, dem am 1.
Januar 2018 in Kraft getretenen Art. 27 Abs. 3 lit. a IVV Rechnung tragen. Gemäss
diesem muss das Erwerbseinkommen, das eine versicherte Person durch eine
Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet
werden. Dies eliminiert den gravierendsten Nachteil der Anwendung der gemischten
Methode (die sogenannte doppelte Gewichtung). Wie das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen in seinem Urteil vom 30. November 2018, IV 2016/362, E. 2.1,
3.4.
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
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St.Galler Gerichte
4.