Decision ID: 7080e489-cf85-4f2d-b12b-8d11ee3af372
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Mit Urteil vom 25. Februar 2019 (Urk. 1) wurde die Ehe zwischen
Y._
und
X._
vom Bezirksgericht Zürich geschieden. In Dispositiv-Ziffer 5 des Scheidungsurteils hielt das Bezirksgericht fest:
«a)
Es wird festgestellt, dass der Gesuc
hsteller das während der Ehe ge
äufnete, für die Teilung massgebende Guthaben der beruflichen Vorsorge bei der Zü
rich Versicherungsgesellschaft
AG, Zürich Lebensversicherungs-Gesellschaft AG, Sammelstiftung Vita, Postfach, 8085 Zürich (Anschlussvertrag-Nr.
...
; Policen-Nr.
...
; AHV-Nr.
...
) im Betrag von CHF 45'407.95 bar bezogen
hat. Das für die Teilung massge
bende Gut
haben der Gesuchstellerin bei der
Revor
Sammelstiftung, Gutenbergstrasse 48,
3011 Bern (Anschluss-Nr.
...
) beträgt
Fr.
27'505.35.
b)
Die während der Ehe geäufneten Guthaben der Parteien aus der beruflichen Vorsorge werden je hälftig geteilt.
c)
Die Streitsache wird nach Rechtskra
ft des Entscheides über das Tei
lungsver
hältnis gemäss obiger
lit
. b
z
wecks Entscheid über die Zulässigkeit der Bar
auszahlung an den Gesuchsteller a
n das zuständige Sozialversiche
rungsge
richt des Kantons Zürich überwiesen.
d)
Es werden folgende Mitteilungen an das Sozialversicherungsgericht ge
macht:
•
Entscheid über das Teilungsverhältnis gemäss obiger
lit
. b (hälftige Tei
lung),
•
Datum der Eheschliessung:
8.
August 2002
•
Datum der Scheidung: 2
5.
Februar 2019
•
Vorsorgeeinrichtungen / Höhe der Guthaben:
Gesuchsteller:
Zürich Versicherungsgesellschaft AG, Zürich
Lebensver
sicherungs
-Gesellschaft
AG,
Sammelstiftung Vita, Postfach, 8085 Zürich (Anschlussvertrag-Nr.
...
; Policen-Nr.
...
; AHV-Nr.
...
)
Guthaben:
Fr. 4
5'407.95
Gesuchstellerin:
Revor
Sammelstiftung, Gutenbergstrasse 48, 3011 Bern (Anschluss-Nr.
...
)
Guthaben:
Fr.
27'505.35
»
Nachdem das Scheidungsurteil am 15. März 2019 rechtskräftig geworden war (vgl. Urk. 1), überwies das Bezirksgericht Zürich die Sache im Sinne von Dispo
sitiv-Ziffer 5 des Urteils an das Sozialversiche
rungsgericht des Kantons Zürich.
2.
Mit Verfügung vom
8. April 2019 (Urk. 2) wurde
Y._
Frist angesetzt, um zu dem gemäss Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 25. Februar 2019 strittigen Punkt der Barauszahlung des Vorsorgeguthabens von
X._
bei der Sammel
stiftung Vita Stellung zu nehmen und
um
allfällige Beweisanträge zu stellen.
Y._
, vertreten durch Rechtsanwältin Nicole
Barandun
-Gross, nahm mit Eingabe vom 9. Mai 2019 Stellung (Urk. 4). Dabei beantragte sie in prozessualer Hinsicht die Bestellung von Rechtsanwältin Nicole
Barandun
-Gross als unent
geltliche Rechtsvertreterin.
Mit Verfügung vom 14. Mai 2019 (Urk. 6) wurde
X._
Frist angesetzt, um zur Stellungnahme von
Y._
vom 9. Mai 2019 und zu dem gemäss Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 25. Februar 2019 strittigen Punkt der Barauszah
lung seines Vorsorgeguthabens bei der Sammelstiftung Vita Stellung zu nehmen und
um
allfällige Beweisanträge zu stellen. Gleichzeitig wurde
Y._
das Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit zugestellt. Mit Eingabe vom 17. Juni 2019 nahm
X._
, vertreten durch Rechtsanwältin Flavia Dud
ler, Stellung (Urk. 11). In prozessualer Hinsicht liess
X._
die Bestellung von Rechtsanwältin Flavia Dudler als unentgeltliche
Rechtsvertreterin beantragen. Gleichentags ging beim Gericht das von
Y._
ausgefüllte Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit ein (Urk. 10).
Mit Verfügung vom 20. Juni 2019 (Urk. 14) wurde der Sammelstiftung Vita Frist angesetzt, um
sich
zu den Stellungnahmen von
Y._
vom 9. Mai 2019 und von
X._
vom 17. Juni 2019
zu äussern
und
um
allfällige Beweisan
träge zu stellen. Mit derselben Verfügung wurde
X._
das Formular zur Ab
klärung der prozessualen Bedürftigkeit zugestellt. Die Sammelstiftung Vita liess sich am 25. Juli 2019 vernehmen (Urk. 16).
Am 7
. August 2019 stellte das Bezirksgericht Zürich dem hiesigen Gericht unauf
gefordert die Akten des Scheidungsverfahrens zu (Urk. 18/0-66 und Urk. 19).
Mit Verfügung vom
4.
September 2019 (
Urk.
20) wurde das Gesuch von
Y._
um Bestellung von Rechtsanwältin Nicole
Barandun
-Gross zu ihrer unent
geltlichen Rechtsvertreterin ebenso abgewiesen wie das Gesuch von
X._
um Bestellung von Rechtsanwältin Flavia Dudler zu seiner unentgeltlichen Rechtsve
rtreterin. Gleichzeit
i
g wurde
e
in zweiter Schriftenwechsel angeordnet und
Y._
Frist angesetzt, um zu den
Eingaben von
X._
vom 17.
Juni 2019 (
Urk.
11) und der der Sammelstiftu
ng Vita vom 2
5.
Juli 2019 (Urk.
16)
Stellung zu nehmen.
Mit Eingabe vom 1
6.
September 2019
(
Urk.
22)
teilte Rechtsanwältin Flavia Dud
ler mit, dass sie
X._
nicht mehr vertrete (
Urk.
22).
Y._
liess sich mit Stellungnahme vom
9.
Oktober 2019
(
Urk.
23)
zu den Eingaben von
X._
vom 1
7.
Juni 2019 (
Urk.
11) und der Sammelstiftung Vita vom 2
5.
Juli 2019 (
Urk.
16) vernehmen, wobei sie unter anderem mitteilte, dass über
X._
am 1
0.
September 2019
der Konkurs eröffnet worden sei (vgl. auch
Urk.
24
). Mit
Ver
fügung vom 1
5.
Oktober 2019 (
Urk.
25)
wurde
X._
Frist zur Stellungnahme angesetzt.
X._
, welcher ohne Mitteilung einer neuen Adresse an seiner bis
herigen Adresse nicht mehr auffindbar
war (vgl.
Urk.
26 und
Urk.
27)
und dessen Konkursverfahren am 3
0.
Oktober 2019 eingestellt worden war
,
liess sich innert der ange
setzten Frist nicht vernehmen. Mit Verfü
gung vom
9.
Dezember 2019 (Urk.
28) wurde der Sammelstiftung Vita Frist angesetzt, um sich zur Stellungnahme von
Y._
vom
9.
Oktober 2019 (
Urk.
23) vernehmen zu lassen. Die Sammel
stiftung Vita
nahm
am 1
6.
Januar 2020
Stellung
(
Urk.
31), was den Parteien mit Verfügung vom 2
0.
Januar 2020 angezeigt wurde (
Urk.
32).
Am 3
1.
Januar 2020 reichte
Y._
eine
weitere Stellungnahme ein (Urk.
34).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
Das Schweizerische Zivilgesetzbuch (ZGB) legt in
Art.
122 ff. die Grundsätze der Teilung der Ansprüche gegenüber ihren Vorsorgeeinrichtungen im Scheidungs
fall fest. Nach
Art.
122
Abs.
1 ZGB (in der seit
1.
Januar 2017 gültigen,
vorlie
gend anwendbaren Fassung
) werden die während der Ehe bis zum Zeitpunkt der Einleitung des Scheidungsverfahrens erworbenen Ansprüche aus der beruflichen Vorsorge bei der Scheidung ausgeglichen.
1.
2
Liegt eine Vereinbarung über den Ausgleich der Ansprüche aus der beruflichen Vorsorge vor, so genehmigt gemäss
Art.
280
Abs.
1 der Zivilprozessordnung (ZP0) in der seit
1.
Januar 2017 in Kraft stehenden Fassung das Scheidungsge
richt diese, wenn die Ehegatten sich über den Ausgleich sowie dessen Durchfüh
rung geeinigt haben, sie eine Bestätigung der beteiligten Einrichtungen der be
ruflichen Vorsorge über die Durchführbarkeit der
getroffenen Regelung und die Höhe der Guthaben oder Renten vorlegen und das Gericht sich davon überzeugt hat, dass die Vereinbarung dem Gesetz entspricht.
Kommt keine Vereinbarung zustande, stehen jedoch die massgeblichen Guthaben und Renten fest, so entscheidet gemäss
Art.
281
Abs.
1 ZPO das Scheidungsge
richt nach den Vorschriften des ZGB und des
Bundesgesetzes über die Freizügig
keit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (FZG)
über das Teilungsverhältnis (
Art.
122-124e ZGB in Verbindung mit den
Art.
22-22f FZG), legt den zu überweisenden Betrag fest und holt bei den beteiligten Einrich
tungen der beruflichen Vorsorge unter Ansetzung einer Frist die Bestätigung über die Durchführbarkeit der in Aussicht genommenen Regelung ein.
In den übrigen Fällen, in denen keine Vereinbarung zustande kommt, überweist nach
Art.
281
Abs.
3 ZPO das Scheidungsgericht bei Rechtskraft des Entscheides über das Teilungsverhältnis die Streitsache von Amtes wegen dem nach FZG zu
ständigen Gericht.
1.3
Im Rahmen des Scheidungsverfahren kam keine Vereinbarung über
die
Teilung zustande, da das massgebende Guthaben von
X._
infolge Barauszahlung nicht feststand.
Die Überweisung der Sache ans hiesige Gericht zur Anordnung der Teilung erweist sich daher als rechtens (
Art.
281
Abs.
3 ZPO), weshalb
auf die Sache einzutreten ist.
2.
Wie dargelegt
(Sachverhalt E. 2)
wurde am 1
0.
September 2019 über
X._
der Konkurs eröffnet (
Urk.
24). Gemäss
Art.
207
Abs.
1
des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG)
werden m
it Ausnahme dringlicher Fälle Zivilprozesse, in denen der Schuldner Partei ist und die den Bestand der Kon
kursmasse berühren, eingestellt. Sie können im ordentlichen Konkursverfahren frühestens zehn Tage nach der zweiten Gläubigerversammlung, im summarischen Konkursverfahren frühestens 20 Tage nach der Auflegung des Kollokationsplanes wieder aufgenommen
werden.
Gemäss
Abs.
4 derselben Bestimmung sind fami
lienrechtliche Prozesse von der Sistierung jedoch ausgenommen. Da es sich bei der Streitigkeit um die Teilung der Vorsorgegelder zwischen den geschiedenen Ehepartner
n
Y._
und
X._
um eine familienrechtliche Streitigkeit han
delt und – nicht bezogene - Vorsorgegelder ohnehin nicht zur Konkursmasse ge
hören (vgl.
Art.
197 in Verbindung mit
Art.
92
Ziff.
10 SchKG), begründete die am 10. September 2019 erfolge Konkurseröffnung über
X._
zu keinem Zeit
punkt eine Sistierung der Streitigkeit betreffend Teilung der Austrittsleistung. Hinsichtlich des durch die Sammelstiftung Vita im Eventualstandpunkt geltend gemachtem Rückforderungsanspruchs ist mit der Einstellung des
Konkurses am 30.
Oktober 2019 eine Sistierung hinfällig geworden. Die zwischenzeitliche Kon
kurseröffnung über
X._
steht einem Entscheid in der Sache somit nicht entgegen.
3
.
3
.1
Gemäss Art. 5 Abs. 1
lit
. b
FZG
können
Versicherte die Barauszahlung der
Aus
trittsleistung unter andrem verlangen, wenn
sie eine selbständige Erwerbstätig
keit aufnehmen und der obligatorischen beruf
lichen Vorsorge nicht mehr unter
stehen. An Anspruchsberechtigte, die verheirate
t sind oder in eingetragener Part
nerschaft leben, ist die Barauszahlung nur zulässig, wenn der Ehegatte, die ein
getragene Partnerin oder der eingetragene
Partner schriftlich zustimmt (Abs. 2 von Art. 5 FZG).
3
.2
X._
beantragte mit Formular vom 1
2.
August 2017 die Barauszahlung sei
n
e
s Vorsorgeguthabens bei der Sammelstiftung Vita, da er seine selbständige Er
werbstätigkeit im Hauptberuf in der Schweiz aufnehme (
Urk.
12/3). Auf dem For
mular gab er an, ledig zu sein. Die Sammelstiftung Vita richtete
X._
an
fangs September
2017 sein Vorsorgeguthaben in Höhe von Fr. 45'407.95 aus (
Urk.
12/2
).
3
.3
X._
war im August 2017 noch mit
Y._
verheiratet
(vgl.
Urk.
1)
, weshalb ihre Zustimmung zur Barauszahlung – unbestrittenermassen – erforder
lich gewesen wäre.
Die Folgen einer unrechtmässig geleisteten Barauszahlung sind im Gesetz nicht ausdrücklich geregelt. Im Falle von
Art.
5
Abs.
2 FZG, wo
nach bei verheirateten Anspruchsberechtigten die Barauszahlung nur zulässig ist, wenn der Ehegatte schriftlich zustimmt, kann nach der Rechtsprechung trotz Feh
lens dieser Zustimmung die Vorsorgeeinrichtung mit befreiender Wirkung leisten, sofern sie nachweist, dass sie kein Verschulden trägt; andernfalls riskiert sie, dem geschädigten Ehegatten ein zweites Mal leisten zu müssen (BGE 133 V 205
E. 4.3).
X._
wurde im System der Sammelstiftung Vita als verheiratet geführt (
Urk.
5/3,
Urk.
16 S. 3). D
ie
Sammelstiftung Vita
wäre daher gehalten gewesen, den von
X._
auf dem Antragsformular zur Barauszahlung angegebene
n
Zivilstand «ledig»
näher zu prüfen
. Indem die Sammelstiftung Vita ohne irgend
welche
relevanten
Abklärungen das Vorsorgeguthaben von
X._
auszahlte, verletzte sie ihre Sorgfaltspflicht und handelte schuldhaft.
3.
4
Die Sammelstiftung Vita weist zu Recht darauf hin
(
Urk.
16 S. 3)
, dass
das Bun
desgericht mit Urteil B 93/05 vom 2
1.
März 2007 festgehalten hat, dass im Falle einer ohne Zustimmung des andern Ehegatten vorgenommenen und damit un
gültigen Barauszahlung in erster Linie der versicherte Ehegatte zum Ausgleich verpflichtet ist und zwar - sofern möglich - nach
Art.
122 ZGB
(
E. 4.4).
In der damals gültigen Fassung lautete
Art.
122 ZGB: Gehört ein Ehegatte oder gehören beide Ehegatten einer Einrichtung der beruflichen Vorsorge an und ist bei keinem Ehegatten ein Vorsorgefall eingetreten, so hat jeder Ehegatte Anspruch auf die Hälfte der
nach
dem FZG für die Ehedauer zu
ermittelnden Austrittsleistung des anderen Ehegatten (
Abs.
1). Stehen den Ehegatten gegenseitig Ansprüche zu, so ist nur der Differenzbetrag zu teilen (
Abs.
2)
.
Mit Urteil 9C_32/2007 vom 3
0.
April 2007 erklärte das Bundesgericht
unter Verweis auf d
as
eben genannte Urteil vom 2
1.
März 2007
, dass w
enn und soweit bei Eintritt der Rechtskraft des Scheidungs
spruchs noch Vorsorgekapital vorhanden war, bei der Teilung der Austrittsleis
tung nach
Art.
122 ZGB
(in der damals gültigen Fassung)
die unzulässige Bar
auszahlung so zu behandeln
ist
, wie wenn sie nicht erfolgt wäre
(E. 4
.
2
).
Vorlie
gend
steht fest und ist unbestritten, dass
X._
über kein Vorsorgeguthaben
mehr
verfügt. Zudem ist das von
X._
unrechtmässig bezogene Vorsorge
guthaben grösser als das Vorsorgeguthaben von
Y._
, weshalb ein Aus
gleich im Sinne von
Art.
122
aZGB
beziehungsweise
Art.
122 b
is
Art.
124c
ZGB in der aktuell gültigen Fassung nicht möglich ist.
Entgegen den Ausführungen der Sammelstiftung Vita kann ein Ehepartner, des
sen
schriftliche Zustimmung
zu Unrecht nicht eingeholt wurde, in Konstellatio
nen wie der vorliegenden, bei welchen ein Ausgleich gestützt auf
Art.
122
aZGB
beziehungsweise
Art.
122 bis
Art.
124
c
ZGB
nicht möglich ist, nicht verpflichtet werden, sich zuerst an den geschiedenen Ehepartner
zu wenden, würde sonst
doch der mit
Art.
5
Abs.
2 FZ
G bezweckte Schutz unterlaufen (vgl. BGE 130 V 103
E. 2.2).
Das Bundesgericht hat mit BGE 133 V 205 denn auch
dargelegt
, dass eine ohne Zustimmung des Ehepartners erfolgte Barauszahlung im Verhältnis gegen
über dem Ehegatten behandelt wird, wie wenn sie nicht erfolgt wäre, soweit dieser sonst um seinen Schutz gebracht würde, namentlich im Hinblick auf den Vorsor
gefall oder die Scheidung (E. 4.4). Falls
Y._
verpflichtet
wäre, sich zu
nächst an
X._
zu halten, über welchen zunächst
der Konkurs eröffnet wor
den war, welcher in
der F
olge
wieder eingestellt wurde
(vgl. E. 1)
,
wäre sie durch die von der Sammelstiftung Vita vorgenommene Barauszahlung um ihren
Schutz gebracht. D
ie Sammelstiftung Vita
ist
daher
g
ehalten,
Y._
so zu
stellen, wie wenn die von ihr – der Sammelstiftung Vita – schuldhaft vorgenommene Auszahlung nicht erfolgt wäre.
3
.5
Gegenseitige Ansprüche der Ehegatten auf Austrittsleistungen oder auf Renten
anteile werden
grundsätzlich
verrechnet (
Art.
124c
ZGB
)
. Nachdem
Y._
über ein massgebendes Vorsorgeguthaben von Fr. 27'505.35 und
X._
über ein solche
s
von Fr. 45'407.95 ve
rfügt,
ist
die Sammelstiftung Vita zu verpflichten, den Betrag von
Fr. 8'95
1
.30 ([Fr. 45'407.95 - Fr. 27'505.35] : 2)
auf das Vorsor
gekonto von
Y._
bei der REVOR Sammelstiftung zu überweisen.
3
.6
Gemäss
Art.
2
Abs.
3 FZG wird die Austrittsleistung mit dem Austritt aus der Vorsorgeeinrichtung fällig. Ab diesem Zeitpunkt ist sie nach
Art.
15
Abs.
2 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvor
sor
ge (BVG) zu verzinsen.
Dabei hat die Vorsorgeeinrichtung den Mindestzinssatz von
Art.
12 der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und In
validenvorsorge (BVV 2) oder den allenfalls höheren reglementarischen Zins zu vergüten. Der Mindestzinssatz b
eträgt seit dem 1.
Januar
2017 1
%
(
Art.
12
lit
. j BVV 2).
Für den Fall des Eintritts der Verzugszinspflicht (nach Ablauf von dreissig Tagen seit Rechtskraft des vorliegenden Entscheids) würde der anzuwendende Zinssatz dem BVG-Mindestzinssatz plus ein Prozent entsprechen (
Art.
2
Abs.
4 FZG und
Art.
26
Abs.
2 FZG in Verbindung mit
Art.
7 der Verordnung über die Freizügig
keit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [Freizügig
keitsverordnung, FZV]).
Rechtsprechungsgemäss ist daher die Austrittsleistung von
Fr. 8'95
1
.30
vom massgebenden Stichtag der Teilung an, das heisst vorliegend ab dem
1
6.
Mai 2018 (
Einleitung des
Scheidungsve
r
fahrens; vgl.
Art.
122 ZGB,
Art.
62
ZPO
)
bis zum Zeitpunkt der Überweisung zu verzinsen.
3
.7
Die Sammelstiftung Vita
ist somit anzuweisen, einen Betrag von
Fr. 8'95
1
.30
zu
züglich Zins ab dem
1
6.
Mai 2018
auf das
Vorsorgekonto von
Y._
bei der
REVOR Sammelstiftung, Gutenbergstrasse 48, 3011 Bern
,
(Anschluss
Nr.
"..."
)
zu überweisen.
4.
Die Sammelstiftung Vita beantragte im Eventualstandpunkt, es sei bei einer Scha
denersatzpflicht ihrerseits festzustellen, dass sie einen Rückerstattungsanspruch in Höhe des Schadenersatzes gegenüber
X._
habe (
Urk.
16 und
Urk.
31).
Da die Sammelstif
t
ung Vita mit dem vorliegenden Urteil verpflic
htet wird,
Y._
Fr. 8'951
.30
-
zuzüglich
Zins
-
zu vergüten, muss
sie in diesem Umfang doppelt
leisten
. Dieser Betrag ist ihr von
X._
, welcher durch die unrecht
mässig erfolgte Barauszahlung seines Vorsorgeguthabens ungerechtfertigt berei
chert ist
beziehungsweise
allenfalls bereichert
war
, der Sammelstiftung Vita zu
rückzuerstatten (BGE 133 V 205 E. 4.
4
und E. 5.2
).
Entgegen de
m
Einwan
d
von
X._
(
Urk.
11)
ist für seine Rückerstattungspflicht unerheblich, ob er weiter
hin bereichert ist, bezeichnete er sich doch
auf dem
Antragsformular zur Baraus
zahlung (
Urk.
12/3)
wider b
e
ssere
s Wissen
als «ledig», weshalb er die Barauszah
lung nicht gutgläubig empfangen konnte (vgl.
Art.
64
des Bundesgesetzes betref
fend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obliga
tionenrecht, OR
)
)
.
5
.
Nach dem Gesagten ist die Sammelstiftung Vita zu verpflichten
, Fr. 8'95
1
.30 zu
züglich Zins ab dem 1
6.
Mai 20
18 im Sinne der Erwägungen (E.
3
.6) auf das Vorsorgekonto von
Y._
bei der REVOR Sammelstiftung, Gutenberge
strasse 48, 3011 Bern,
(
Anschluss Nr.
...
)
zu überweisen. Gleich
zeitig ist
X._
zu verpflichten, der Sammelstiftung Vita Fr. 8'95
1
.30
zurück
zuerstatten
.
6
.
6
.1
Das Verfahren vor dem hiesigen Gericht ist grundsätzlich kostenlos (
Art.
73
Abs.
2 BVG in Verbindung mit
§
33
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht
,
GSVGer
).
6
.2
Nachdem keine Anträge auf eine Parteientschädigung gestellt wurden, sind
keine Parteientschädigungen zuz
usprechen (
§
34
Abs.
1
GSVGer
).
Das Gericht erkennt
:
1.
Die Sammelstiftung Vita wird verpflichtet, den Betrag von Fr. 8'95
1
.30 zuzüglich Zins ab dem 1
6.
Mai 2018 im Sinne der Erwägungen (E.
3
.6) auf das Vorsorgekonto von
Y._
bei der REVOR Sammelstiftung, Gutenbergestrasse 48, 3011 Bern,
(An
schluss Nr.
...
)
zu überweisen
.
2.
X._
_
wird verpflichtet, der Sammelstiftung Vita den Betrag von Fr. 8'95
1
.30
zu vergüten
.
3
.
Das Verfahren ist kostenlos.
4
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X._
unter Beilage einer Kopie von
Urk.
34
-
Rechtsanwältin Nicole
Barandun
-Gross
-
Sammelstiftung Vita
unter Beilage des Doppels von
Urk.
34
-
REVOR Sammelstiftung
unter Beilage einer Kopie von
Urk.
34
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
5
.