Decision ID: ca4318fc-bd90-5244-9915-4a64b66e86be
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. X._, geboren 1973, Staatsangehöriger von Serbien, reiste am 29. Juli 1992 im
Rahmen des Familiennachzugs zu seiner mazedonischen Ehefrau B._, geboren 1974,
in die Schweiz ein (Vorakten Migrationsamt, nachfolgend Dossier, S. 12 ff.). Ihm wurde
eine ordentliche Aufenthaltsbewilligung erteilt, die letztmals bis am 6. Januar 2017
verlängert wurde. Seine Ehefrau und die drei gemeinsamen Kinder (zwei volljährig und
eines geboren am 29. März 2004) verfügen alle über eine Niederlassungsbewilligung.
B. Während seines Aufenthalts in der Schweiz wurde X._ mehrfach strafrechtlich
verurteilt, erstmals am 18. April 2000 wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln. In
den Jahren 2003 bis 2016 folgten weitere Verurteilungen wegen SVG-Delikten. X._
wurde insbesondere mehrmals wegen Führens eines Motorfahrzeugs trotz
Führerausweisentzugs beziehungsweise ohne Führerausweis verurteilt. Mit Strafbefehl
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vom 23. Mai 2017 wurde X._ vom Untersuchungsamt Altstätten wegen Täuschung der
Behörden zu einer Freiheitsstrafe von 60 Tagen verurteilt. X._ befand sich vom
15. Januar 2018 bis 16. März 2018 zum Strafvollzug in der Strafanstalt Saxerriet
(act. 10/3.7.1).
C. Gemäss Betreibungsregisterauszug vom 5. März 2018 ist X._ mit
37 Verlustscheinen im Gesamtbetrag von CHF 166'724.50 sowie mit gepfändeten
Forderungen im Gesamtbetrag von CHF 27'763.45 verzeichnet (act. 10/5). Er ist zu
50% als Hilfsarbeiter Gipser/Maler tätig (act. 10/4). Mit Schreiben des Migrationsamts
(vormals Ausländeramt beziehungsweise Fremdenpolizei) vom 25. November 1996 war
X._ wegen Schulden in Höhe von rund CHF 20'000 verwarnt und darauf hingewiesen
worden, dass er sich künftig in jeder Beziehung klaglos zu verhalten habe. Aufgrund
seiner Schulden wurde ihm im Jahre 1999 zudem die Erteilung der
Niederlassungsbewilligung verweigert. In den Jahren 2000, 2003, 2005, 2006, 2013
und 2014 wurde seine Aufenthaltsbewilligung jeweils unter den Bedingungen
verlängert, dass er seinen finanziellen Verpflichtungen nachkomme und sich klaglos
verhalte. Er wurde insbesondere in den Jahren 2013 und 2014 angehalten, seine
Schulden zusammen mit seiner Ehefrau zu sanieren und einer Erwerbstätigkeit
nachzugehen. Mit Verfügung vom 17. Februar 2015 verwarnte das Migrationsamt X._
erneut und hielt ihn wieder an, sich künftig klaglos zu verhalten, seinen finanziellen
Verpflichtungen ordnungsgemäss nachzukommen, sich aktiv um die Sanierung seiner
Schulden zu bemühen und einer regelmässigen Erwerbstätigkeit nachzugehen,
ansonsten er mit dem Widerruf oder der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung
zu rechnen habe. Anlässlich der letzten Bewilligungsverlängerung vom 4. März 2016
wurde X._ noch einmal auf diese Bedingungen aufmerksam gemacht.
D. Mit Verfügung vom 4. Oktober 2017 widerrief das Migrationsamt die
Aufenthaltsbewilligung von X._ und hielt ihn an, die Schweiz spätestens 60 Tage nach
Rechtskraft der Verfügung zu verlassen (act. 10/1.1). Das Sicherheits- und
Justizdepartement wies seinen dagegen erhobenen Rekurs am 9. Mai 2018 ab.
E. X._ (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 11. Mai 2018 versandten
Rekursentscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) durch seinen
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 28. Mai 2018 und Ergänzung vom 28. Juni 2018
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Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Begehren, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die
Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers zu verlängern.
Mit Vernehmlassung vom 3. Juli 2018 verwies die Vorinstanz auf die Erwägungen in
ihrem Entscheid und beantragte die Abweisung der Beschwerde.
Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen des
Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge sowie die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2. Ausländische Ehegatten und ledige Kinder unter 18 Jahren von Personen mit
Niederlassungsbewilligung haben Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen (Art. 43 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration;
SR 142.20, AIG). Die sich hier aufhaltende Person muss dabei über ein gefestigtes
Anwesenheitsrecht verfügen. Dies ist der Fall, wenn sie eine Niederlassungsbewilligung
besitzt.
Da die Ehefrau des Beschwerdeführers eine Niederlassungsbewilligung besitzt und die
beiden zusammenwohnen, hat der Beschwerdeführer grundsätzlich einen Anspruch
auf Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung.
3. Dieser Anspruch kann erlöschen, wenn Widerrufsgründe nach Art. 62 AIG vorliegen
(vgl. Art. 51 Abs. 2 lit. b AIG).
3.1. Art. 62 lit. a AIG besagt, dass die zuständige Behörde eine Aufenthaltsbewilligung
widerrufen beziehungsweise nicht verlängern kann, wenn der Ausländer oder sein
Vertreter im Bewilligungsverfahren falsche Angaben gemacht oder wesentliche
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Tatsachen verschwiegen hat. Dabei ist erforderlich, dass der Betroffene wissentlich
falsche Angaben gemacht oder wesentliche Tatsachen verschwiegen hat, in der
Absicht, gestützt darauf den Aufenthalt bewilligt bzw. verlängert zu erhalten. Der
Widerrufsgrund ist im Zusammenhang mit der Mitwirkungspflicht des Ausländers
gemäss Art. 90 lit. a AIG zu betrachten. Auch nach Art. 8 Abs. 1 des Asylgesetzes
(SR 142.31, AsylG) ist der ausländische Asylsuchende verpflichtet, wahrheitsgetreue
und vollständige Angaben über die für die Regelung des Aufenthalts wesentlichen
Tatsachen zu machen (vgl. BGer 2C_878/2013 vom 13. Februar 2014 E. 1.3.1). Selbst
bei falschen Angaben wird ein Widerruf der Bewilligung jedoch als unverhältnismässig
erachtet, wenn der Bewilligungsanspruch bei richtigen und vollständigen Angaben
bestanden hätte (M. Spescha et al., Kommentar Migrationsrecht, 4. Aufl. 2015, N 4 zu
Art. 62 mit weiteren Hinweisen). Je weiter der verschwiegene Sachverhalt zurückliegt,
desto weniger wird man ihm für spätere Bewilligungsentscheide eine relevante kausale
Bedeutung zumessen können.
3.2. Vorliegend geht aus den Akten hervor, dass der Beschwerdeführer am
18. Dezember 2015 ein Gesuch um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung einreichte
und dem Migrationsamt via seinem damaligen Rechtsvertreter am 3. Februar 2016
mitteilte, dass er in unbefristeter Anstellung (zu 50%) bei der Firma Q._ GmbH
angestellt sei (Dossier, S. 404). Als Beleg wurde ein Arbeitsvertrag vom 26. Oktober
2015 eingereicht, der den Stellenantritt per 1. November 2015 auswies (Dossier,
S. 402 f.). Seine Aufenthaltsbewilligung wurde darauf verlängert. Dem nächsten Gesuch
vom 19. Dezember 2016 war zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer erneut
arbeitslos war (Dossier, S. 424 f.). Abklärungen ergaben, dass der am 3. Februar 2016
eingereichte Arbeitsvertrag bereits am 14. Januar 2016 gekündigt worden war (Dossier,
S. 462). Der Beschwerdeführer hat das Migrationsamt also getäuscht, indem er
wesentliche Tatsachen verschwiegen hat. Es handelt sich keinesfalls einfach um eine
zu späte Meldung, wie der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers das Verschweigen
der offensichtlich wesentlichen Tatsache der Kündigung beschönigend darstellt (vgl.
act. 6 S. 4). Sonst wäre der Beschwerdeführer nicht mit Strafbefehl vom 23. Mai 2017
der Täuschung der Behörden gemäss Art. 118 Abs. 1 AIG schuldig gesprochen und zu
einer unbedingten Freiheitsstrafe von 60 Tagen verurteilt worden (Dossier, S. 615 ff.).
Angesichts der Vorgeschichte in finanzieller Hinsicht kann nicht davon ausgegangen
werden, dass dem Beschwerdeführer die Aufenthaltsbewilligung verlängert worden
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wäre, wäre dem Migrationsamt diese Tatsache bekannt gewesen. Der Widerrufsgrund
von Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG ist damit erfüllt. Die vom Rechtsvertreter behauptete
tiefgreifende Veränderung des Beschwerdeführers durch den Freiheitsentzug würde
selbst bei entsprechenden Belegen für eine solche Veränderung am Vorliegen des
Widerrufsgrunds von Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG nichts ändern. Solche Belege liegen dem
Verwaltungsgericht aber trotz weitreichender Mitwirkungspflicht des
Beschwerdeführers nicht vor. Dieser Widerrufsgrund hängt zudem ohnehin nicht von
der Zukunftsprognose ab.
3.3. Da der Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG erfüllt ist, bedarf es keiner
weiterer Widerrufsgründe für die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung des
Beschwerdeführers. Allfällige weitere Aspekte sind jedoch bei der
Verhältnismässigkeitsprüfung in Betracht zu ziehen.
4. Beim Entscheid betreffend die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung haben
die zuständigen Behörden vorliegend gemäss Art. 8 der Europäischen Konvention zum
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK), Art. 13 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV) und Art. 96
Abs. 1 AIG bei der Ausübung ihres Ermessens die öffentlichen Interessen und die
persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der Integration zu berücksichtigen. Dabei
sind vorliegend namentlich die Schwere des Verschuldens bei der Unterdrückung einer
für die Bewilligungsbehörden wesentlichen Tatsache, die Schwere des Verschuldens
bei der Begehung der übrigen Straftaten, die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie
die dem Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen
(BGE 135 II 377 E. 4.3 mit weiteren Hinweisen).
4.1. Das öffentliche Interesse am Widerruf beziehungsweise der Nichtverlängerung
durch Täuschung erlangter Aufenthaltsbewilligungen ist erheblich. Würden die
Behörden ein solches Verhalten dulden, wäre eine Prüfung der
Bewilligungsvoraussetzungen entbehrlich und das Migrationsrecht seines wesentlichen
Zweckes entleert. Hinzu kommt, dass auch die übrigen Straftaten des
Beschwerdeführers aufgrund ihrer Kadenz von einer ernstlichen Unbelehrbarkeit in
Bezug auf den Respekt gegenüber der Schweizer Rechtsordnung zeugen. Zu
berücksichtigen ist unter dem Aspekt des öffentlichen Interesses auch die Höhe der
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Verschuldung des Beschwerdeführers. Diese muss als mutwillig betrachtet werden,
zumal der Beschwerdeführer doch nach eigener Darstellung seit Sommer 2017 weniger
finanzielle Verpflichtungen (seine zwei älteren Kinder haben ihre Berufsausbildung
inzwischen abgeschlossen) hat und er in den letzten rund anderthalb Jahren
ausreichend Zeit gehabt hätte, seinen Schuldenberg etwas abzutragen. Trotz seiner
weitreichenden Mitwirkungspflicht hat der Beschwerdeführer aber bis heute keine
Belege dafür eingereicht, dass er eine 100%-ige Anstellung sucht, um wenigstens
einen Teil seiner Schulden zurückzubezahlen, obschon er behauptet, dass ihm dies
möglich wäre (trotz seiner Spielsucht und trotz der Invalidität seiner Ehefrau). Auch für
seine Behauptung, dass er einen Teil der Forderungen beglichen habe (act. 6), fehlt
jeglicher Beleg. Des Weiteren geht aus den Akten hervor, dass der Beschwerdeführer
seitens der RAV Y._ geforderte Arbeitsbemühungen mehrfach nicht unternommen hat
(Dossier, S. 511 ff.). Anzumerken ist ausserdem, dass die vom Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers angeführte Spielersperre bereits im Jahre 2008 beantragt wurde
(Dossier, S. 604 ff.). Dies hinderte den Beschwerdeführer indes nicht daran, weitere
Schulden anzuhäufen. Das öffentliche Interesse am Widerruf beziehungsweise der
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung ist damit insgesamt erheblich.
4.2. Dem öffentlichen Interesse sind die privaten Interessen des Beschwerdeführers
und seiner Familie im Sinne von Art. 8 EMRK, das heisst seines minderjährigen Sohnes
und seiner Ehefrau, gegenüberzustellen. Der Beschwerdeführer beruft sich
diesbezüglich auf seinen langjährigen Aufenthalt sowie darauf, dass sein Sohn nicht mit
der kranken Mutter alleine gelassen werden sollte (act. 6). Er vertritt zudem die Ansicht,
dass es seinem Sohn nicht zuzumuten sei, ohne den Vater aufzuwachsen oder diesem
nach Serbien folgen zu müssen. Sein Sohn sei hier geboren, aufgewachsen und
verwurzelt. Die von der Vorinstanz geltend gemachte fehlende Bindung zu seiner
Familie bestreitet der Beschwerdeführer. Er habe infolge der Krankheit seiner Ehefrau
oft einspringen müssen und führe ein intaktes Familienleben. Die Äusserungen der
Ehefrau während ihres Klinikaufenthalts in Bezug auf seine Mitschuld an ihrer Krankheit
seien haltlos. Er habe sie unterstützt, indem er ihr den Zugang zu Medikamenten, nach
denen sie süchtig gewesen sei, erschwert habe. Die gelebte Beziehung zum Sohn sei
aus entwicklungspsychologischer Sicht bedeutend. Seine Ehefrau könne ohne seine
Unterstützung nicht in der Schweiz bleiben. Die Vorinstanz räumt ein, dass die
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung zu gewissen Einschränkungen des
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Familienlebens führen würde, da der Ehefrau und dem minderjährigen Sohn des
Beschwerdeführers eine Ausreise mit dem Beschwerdeführer aus verschiedenen
Gründen nicht ohne weiteres zumutbar sei (act. 2). Sie ist jedoch der Ansicht, dass
diese Einschränkungen angesichts des gewichtigen öffentlichen Interesses am
Widerruf beziehungsweise der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung in Kauf zu
nehmen sind. Der Beschwerdeführer lebe zwar schon lange in der Schweiz, aber eine
eigentliche Integration sei ihm nicht gelungen. Da er in Serbien 19 Jahre seines Lebens
verbracht habe, sei dem Beschwerdeführer eine Rückkehr ins Heimatland zumutbar. Er
sei mit der heimischen Sprache und Kultur vertraut und kehre oft für Besuche ins
Heimatland zurück. In Bezug auf das Familienleben beruft sich die Vorinstanz auf einen
Bericht der Psychiatrischen Klinik vom 25. April 2017.
4.3. Vorliegend ist zu beachten, dass der 14-jährige Sohn trotz laufendem
ausländerrechtlichen Verfahren keine Bestätigung eingereicht hat, die seine enge
Bindung zum Beschwerdeführer bestätigen würde. Eine enge Bindung, wie sie vom
Beschwerdeführer behauptet wird, ist auch auf andere Weise nicht dokumentiert,
wenngleich die Ehefrau des Beschwerdeführers unter dem Eindruck des laufenden
ausländischen Verfahrens eine enge Beziehung der beiden behauptet (act. 7/4). Denn
ihre Angaben im Schreiben vom 27. Juni 2018 sind sehr allgemein gehalten, weshalb
ihnen wenig Überzeugungskraft zukommt, zumal sie auch von den Angaben
divergieren, die sie offenbar gegenüber den Ärzten der Psychiatrischen Klinik gemacht
hat. Letztere sind sehr konkret und nicht unter dem Eindruck des laufenden
ausländerrechtlichen Verfahrens entstanden, weshalb ihnen eine erhöhte
Glaubhaftigkeit zukommt. Es ist deshalb hinsichtlich der Bindung innerhalb der Familie
auf den Bericht vom 25. April 2017 abzustellen, den auch die Vorinstanz herbeigezogen
hat. Aus diesem Bericht geht hervor, dass der Beschwerdeführer und seine Ehefrau
seit Anbeginn ihrer Ehe Schwierigkeiten hatten (Dossier, S. 629). Die Ehefrau des
Beschwerdeführers hatte offenbar Angst vor ihm. Er habe sie während ihrer Ehe
permanent betrogen und sei oft wochenweise ohne Erklärung abwesend gewesen. Für
die Kinder habe er sich kaum interessiert. Diese Angaben fehlen in der vom
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eingereichten Version des Berichts (Dossier,
S. 618 ff.). Zur Zeit des Eintritts in die Klinik war die Ehefrau des Beschwerdeführers
laut den aufnehmenden Ärzten wach, bewusstseinsklar und orientiert. Die
Konzentration und Merkfähigkeit im Gespräch war unauffällig und es bestanden keine
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Hinweise auf Wahn, Ich-Störungen oder Sinnestäuschungen. Sie verhielt sich der
Situation angepasst. Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass dies zur Zeit ihrer
Angaben nicht der Fall gewesen sein könnte. Diese Angaben der Ehefrau sind
glaubhaft. Sie machen das Schreiben vom 27. Juni 2018 unglaubhaft. Von einer engen
Beziehung zwischen dem minderjährigen Sohn und dessen Vater kann deshalb
zumindest aufgrund der vorliegenden Akten keine Rede sein. Auch das Eheleben
scheint alles andere als intakt, wobei allerdings zu berücksichtigen ist, dass die Ehefrau
offenbar trotz allem an der Ehe festhält. Ihr ist es allerdings durchaus zuzumuten, mit
dem Beschwerdeführer in ihr Heimatland oder in das des Beschwerdeführers
zurückzukehren. Die Ehegatten stammen zwar nicht aus demselben Heimatland, doch
aber aus demselben Kulturkreis. Die medizinische Grundversorgung ist sowohl in
Serbien als auch in Mazedonien auch im Bereich der Psychiatrie gewährleistet. Sollte
sich die Ehefrau z.B. aus Rücksicht auf den minderjährigen Sohn nicht zu diesem
Schritt entschliessen, ist das Leben der Ehe vorübergehend auch auf Distanz möglich,
solange z.B. der aktuell minderjährige Sohn seine Ausbildung noch nicht
abgeschlossen hat. Die weiteren privaten Interessen des Beschwerdeführers wiegen
weit weniger schwer, ist er doch in seiner Heimat nach wie vor kulturell verwurzelt,
spricht die dort gesprochene Sprache und würde sich trotz langer Anwesenheit in der
Schweiz gut dort zurechtfinden, zumal er regelmässig Ferienaufenthalte in der Heimat
geniesst. In der Schweiz hingegen ist der Beschwerdeführer nie richtig angekommen,
weder wirtschaftlich, noch im Hinblick auf die hier geltende Rechtsordnung. Eine
besondere soziale Integration wurde ebenfalls weder behauptet noch belegt. Die
gewichtigen öffentlichen Interessen überwiegen daher vorliegend das Interesse des
Beschwerdeführers und dessen Familie an seinem Verbleib in der Schweiz. Eine
mildere Massnahme erscheint angesichts der zahlreichen Aufforderungen des
Migrationsamts zu klaglosem Verhalten und zur Schuldensanierung zur Erreichung des
ausländerrechtlichen Wirkungsziels untauglich.
5. (...).
6. (...).