Decision ID: 22e7cac5-f71d-407c-85a6-e19b127ac5c9
Year: 2006
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- Der 1977 geborene X.Y. ist als Türke in der Schweiz aufgewachsen. Seit dem 13.
Lebensjahr leidet er an einer psychischen Erkrankung, zudem konsumiert er
regelmässig verschiedene Drogen (u.a. Cannabis, Kokain, Heroin und Ecstasy). Am 8.
Januar 1998 wurde er gestützt auf Art. 369 ZGB wegen Geisteskrankheit entmündigt.
Im Juli 2004 wurde die damalige Lebenspartnerin von X.Y., A.B., mit einem Messer
angegriffen und mit drei Stichen in den Oberkörper erheblich verletzt. X.Y. wurde der
Tat verdächtigt und festgenommen. Weil er nicht hafterstehungsfähig war, wurde er in
die KPK Wil eingewiesen. Gemäss Auskunft seines Vormundes wurde dieses
Strafverfahren gegen X.Y. eingestellt. Ebenso wurden zahlreiche andere Verfahren
wegen verschiedenen Straftaten, namentlich wegen Widerhandlungen gegen das
Betäubungsmittelgesetz, mehrfacher Gewalt und Drohung gegen Beamte, mehrfacher
Beschimpfung, mehrfachen Hausfriedensbruchs, mehrfacher Sachbeschädigungen,
geringfügiger Diebstähle und Widerhandlungen gegen das Transportgesetz eingestellt,
jeweils wegen Unzurechnungsfähigkeit von X.Y. oder wegen Verjährung.
Am 22. Dezember 2005 wurde X.Y. zum 32. Mal seit 1994 im Rahmen einer
fürsorgerischen Freiheitsentziehung in der Kantonalen Psychiatrischen Klinik
(abgekürzt: KPK) Wil hospitalisiert.
B.- Am 10. Juli 2006 gelangte der Vormund von X.Y. mit Antrag auf dessen Verlegung
ins Massnahmezentrum Bitzi (abgekürzt: MZB), Mosnang an die
Vormundschaftsbehörde Z.. Am 15. August 2006 verfügte die Präsidentin der
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Vormundschaftsbehörde Z. die Verlegung von X.Y. ins MZB, welche am 16. August
2006 erfolgte.
C.- Mit Eingabe vom 17. August 2006 (Eingang: 21. August 2006) erhob X.Y. bei der
Verwaltungsrekurskommission Klage gegen diese Verfügung mit dem sinngemässen
Antrag, es sei eine gerichtliche Beurteilung nach Art. 397d ZGB durchzuführen. Am 31.
August 2006 zog er seinen Rechtsvertreter bei.
Dr.med. Ch. Kälin, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie und ärztlicher
Fachrichter der Verwaltungsrekurskommission, wurde als Sachverständiger
beigezogen und mit der richterlichen Einvernahme sowie der Erstellung des
gutachtlichen Berichts betraut. Am 25. August 2006 wurde X.Y. im MZB fachrichterlich
einvernommen und am 1. September 2006 erstattete der ärztliche Fachrichter seinen
gutachtlichen Bericht.
D.- Am 6. September 2006 fand im MZB die mündliche Verhandlung statt, an der der
Kläger, sein Rechtsvertreter, sein Vormund sowie Frau E. und Frau K., als
Vertreterinnen der Vorinstanz, teilnahmen. Dr.med. Ch. Kälin war als begutachtender,
jedoch nicht urteilender Fachrichter anwesend (vgl. Urteil des Europäischen
Gerichtshofes für Menschenrechte in Strassburg vom 29. März 2001 in Sachen D.N.
gegen die Schweiz, VPB 65.122). Frau S., die die Betreuung der Wohngruppen im MZB
unter sich hat, wurde als Auskunftsperson befragt.
a) Auf Befragen hin führte der Kläger aus, er halte nichts vom Massnahmezentrum Bitzi.
Nichts sei gut hier. Er habe keinen Ausgang, das halte er nicht aus. Er habe einen
Selbstmordversuch gemacht weil er hier drin sei, er würde es auch wieder machen. Er
wolle in die Notschlafstelle in W. gehen, sich ambulant behandeln lassen, sich weiterhin
alle zwei Wochen die Medikamente sowie täglich das Akineton geben lassen und sich
eine betreute Wohngemeinschaft suchen. Die Kollegen hier in der Wohngruppe seien
nicht gut, das seien Mörder und Vergewaltiger und so weiter. Er müsse hier 8 Stunden
am Tag arbeiten. Er arbeite im EDV-Recycling, da müsse er Computer auseinander
nehmen, das gefalle ihm. Man werde aber gezwungen zu arbeiten, sogar wenn man
krank sei. Wenn man ihn entliesse, würde er bei Ottos Warenposten arbeiten, das wäre
kein Problem, die bräuchten immer Leute. Seit er hier drin sei, habe er keine Drogen
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mehr genommen. Falls er noch einmal Drogen nehmen würde, wäre es eine Überdosis,
das habe er sich geschworen. Eine Zukunftsmöglichkeit sei, dass er eine Ausbildung
beim türkischen Militär machen würde, nach deren Beendung man bei der NATO
mitmachen könne; er würde gerne Spitäler in Afghanistan beschützen. Dafür würde er
jedoch alles in der Schweiz verlieren. Er wolle nicht in die Türkei. Medikamente habe er
eigentlich nicht nötig, nur solange er in solchen Institutionen wie hier sei, um sich zu
beruhigen. Mit seinen Eltern habe er guten Kontakt, sie würden sich umarmen und
könnten über alles sprechen. Er habe vier Geschwister, zu denen er aber keinen
Kontakt mehr habe. Die würden nicht einmal rauchen und seien immer am arbeiten, die
hätten nie Probleme gehabt. Es stimme, dass er das schwarze Schaf der Familie sei, er
sei durch Schulkollegen da hineingezogen worden. Schliesslich sei es aber schon sein
Fehler. Seine Eltern würden ihn am Sonntag besuchen kommen, es werde sich nach
dieser Verhandlung zeigen, ob er dann noch leben werde oder ob er Selbstmord habe
machen müssen. Früher habe ihn sein Vater geschlagen, wenn er beispielsweise Bier
getrunken habe. Das mache ihn traurig, er habe es noch nicht verarbeitet. Er würde
deswegen gerne eine Therapie besuchen. Man könne sich auf ihn verlassen, er wolle
einfach hier weg. Mit Geld könne er gut umgehen. Er habe immer nur als Hilfsarbeiter
gearbeitet, nie stabil; als Koch, Maler und Bauarbeiter beispielsweise. Wann und wo
der letzte längere Arbeitseinsatz gewesen sei, wisse er nicht mehr. Er halte es einfach
nicht aus in einem engen Rahmen mit klaren Bedingungen, er habe sich deswegen
schon in W. eine Überdosis gespritzt. Mit seinem Vormund habe er eine gute
Beziehung, dessen Ideen und Vorstellungen nehme er aber nicht an. Aber natürlich
könne er Sachen von aussen annehmen.
Er bestätige seine an der fachrichterlichen Einvernahme gemachte Aussage, seine
Bezugsperson hier sei inkompetent und unerfahren. Er könne nicht mit ihr sprechen
wann immer er wolle, er müsse dazu frisch aussehen und sein Zimmer müsse sauber
sein.
b) Der begutachtende Fachrichter hielt daran fest, dass beim Kläger ein schizophrenes
Residuum und eine Polytoxikomanie vorliegen und bestätigte die Ausführungen in
seinem gutachtlichen Bericht vom 1. September 2006. Seines Erachtens sei das MZB
geeignet für die Behandlung des Klägers, die Umgebung sei hier lebensnaher als in der
Klinik und die Bezugspersonen hier seien ebenfalls qualifiziert. Die KPK Wil sei primär
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ein Spital, das langfristig nicht für die Betreuung des Klägers geeignet sei. Die Bitzi sei
seines Erachtens ein guter Kompromiss zwischen total freiem Leben und der Klinik.
Betreffend die Betreuung im MZB führte er aus, dass das Personal hier für die
gewöhnliche, "kleine" Betreuung ausgebildet sei, für Therapien (welche er zur Zeit als
verfrüht anschauen würde) könne sicher eine Lösung mit der KPK Wil gefunden
werden. Zur Zeit finde alle zwei Wochen ein Gespräch mit Frau Dr. Gerig von der Klinik
statt, die dem Kläger auch die 14-tägliche Depotmedikation verabreiche.
Auf Befragung führte er aus, ohne monate- oder gar jahrelangen geschützten Rahmen
müsse er leider eine schlechte Prognose abgeben, bedingt durch die
Mehrfachdiagnose, und die fehlende Krankheitseinsicht, die dazu führten, dass es
ohne geschützten Rahmen gleich weitergehen würde mit einer zu erwartenden
Chronifizierung. Falls die Wesensveränderung durch Drogen bedingt sei, könne sie sich
zurückbilden, falls sie vorbestanden habe, sei sie nicht behandelbar.
c) Der Vormund führte an, die Möglichkeit zur zivilrechtlichen Platzierung im MZB sei
neu. Er habe sich für eine geschlossene Wohngruppe hier interessiert, solche würden
aber erst im Frühjahr 2007 eröffnet. Nachdem die KPK Wil Druck gemacht habe, sei
der Kläger nun hier in offenem Rahmen untergebracht. Es sei sehr wichtig, dass der
Kläger zurückgehalten werden könne, da es immer wieder Situationen gebe, die dies
erforderten. Momentan habe der Kläger keinen Ausgang, das werde aber schon noch
zum Thema werden. Die Unterbringung des Klägers im MZB sei ein Versuch; man
könne natürlich nicht wissen, ob es funktionieren werde. Momentan würde keine
andere Institution den Kläger aufnehmen. Er jedenfalls wolle und könne die
Verantwortung nicht mehr übernehmen, wenn der Kläger draussen sei. Dem Kläger
seien schon diverse Straftaten vorgeworfen worden, er sei aber nie verurteilt worden,
es sei alles wegen Verjährung oder Unzurechnungsfähigkeit eingestellt worden. Alle,
auch die Justiz und die Psychiatrie, würden sich weigern, Verantwortung für diesen Fall
zu übernehmen; der Kläger sei eine tickende Zeitbombe. Es habe begonnen, als dieser
13 Jahre alt gewesen sei und wiederhole sich immer wieder. Die KPK Wil wolle ihn
immer so schnell wie möglich draussen haben, er sei halt ein schwieriger Fall für die
Klinik. Es gebe zwar eine geschlossene Langzeitabteilung dort, da wolle man den
Kläger aber nicht. Das Problem sei der Drogenkonsum, dass der Kläger sich nicht an
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Abmachungen halte und dass er sein Umfeld negativ beeinflusse. Beim letzten Versuch
einer Unterbringung, im "Urdörfli", sei der Rahmen zu offen gewesen für den Kläger, es
habe nicht gereicht. Er habe dort wieder massiv Drogen konsumiert und Gewalt
angewendet. Die Türkei sei für ihn kein Thema, da der Kläger seines Erachtens
entweder nach wenigen Tagen wieder in die Schweiz zurückkehren würde oder dort
nicht überleben könnte. Beim letzten Versuch sei er sehr schnell wieder
zurückgeschickt worden. Die Familie des Klägers sei hier in der Bitzi wieder ein Thema
geworden, man habe mit den Eltern Kontakt aufgenommen und der Vater sei letzten
Sonntag hier gewesen. Die Geschichte mit den Eltern sei ambivalent, es gebe oft
Konflikte, teilweise bekomme der Kläger Hilfe von seinen Eltern, es sei aber schon
vorgekommen, dass diese den Kontakt zum Kläger verweigert hätten. Mit seiner
Freundin habe der Kläger momentan nicht viel Kontakt, da diese eine Lehre begonnen
habe und Zeit für sich brauche. Der Kläger lebe isoliert, er sei nicht in der Lage,
Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Mit ihm als seinem Vormund werde er ja
eigentlich zu einer Beziehung gezwungen, es gehe aber einigermassen gut.
Auf die Frage des Rechtsvertreters, ob er keine Gefahr sehe, dass der Kläger hier
versuche sich umzubringen, antwortete er, dass man dies nicht ausschliessen könne.
Bei einer Krisensituation müsste er zur Stabilisierung in die Klinik und anschliessend
wieder hierher zurückgebracht werden.
d) Frau S. führte als Auskunftsperson auf entsprechende Befragung aus, der Kläger
könne sich auf dem Areal kontrolliert bewegen, dieses aber nicht verlassen. Er sei in
einem Einzelzimmer untergebracht, das nachts abgeschlossen werde, tagsüber nur in
jenen Zeiträumen, in denen sonst keine Kontrolle gewährleistet sei. Im Zimmer gebe es
eine Sprechanlage, über die sich der Kläger jederzeit Hilfe holen könne. Es herrsche ein
Bezugspersonensystem im MZB, die Betreuerin des Klägers komme aus dem
psychologischen Bereich.
Auf die Frage des Rechtsvertreters, wie denn mit allfälligen Tätlichkeiten seitens des
Klägers umgegangen werde, führte sie aus, der Kläger werde in solchen Situationen
gleich behandelt wie die anderen Insassen. Der Vorfall werde der Direktion berichtet
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und diese entscheide dann über eine angemessene Strafe, beim Kläger natürlich unter
einem psychologischen Aspekt.
Der Kläger sei der erste FFE-Fall im MZB. Im Konzept sei aber vorgesehen, weitere
Personen mit fürsorgerischer Freiheitsentziehung aufzunehmen. Das MZB betreue
insbesondere psychisch auffällige Straftäter und arbeite eng mit der KPK Wil
zusammen. Es handle sich also eher eine psychiatrische Institution als um eine
Strafanstalt.
e) Frau E. hielt als Vertreterin der Vorinstanz fest, sie stütze sich jeweils auf Fachleute
ab, wenn sie eine fürsorgerische Freiheitsentziehung anordne. Der Kläger sei schon 32
Mal hin und her geschoben worden, es werde immer schwieriger, eine Lösung zu
finden. Sie halte an der Notwendigkeit einer fürsorgerischen Freiheitsentziehung fest.
Auf die Frage, ob der Übertritt des Klägers ins MZB so dringend gewesen sei, dass
eine Präsidialverfügung habe erlassen werden müssen, führte Frau K. aus, dass alle
sechs bis acht Wochen eine ordentliche Sitzung stattfinde und dass dieser Fall zu
einem ungünstigen Zeitpunkt habe entschieden werden müssen. Die KPK Wil habe
massiv Druck gemacht, man habe deshalb sofort entscheiden müssen. Ein Entscheid
an der ordentlichen Sitzung sei deshalb nicht mehr möglich gewesen.
f) Der Rechtsvertreter des Klägers beantragte:
1. Die Verfügung der Gemeinde Z. vom 15. August 2006 betreffend Einweisung in das
Massnahmezentrum Bitzi (MZB) sei aufzuheben.
2. Dem Kläger sei die unentgeltliche Rechtspflege sowie Rechtsverbeiständung durch
Rechtsanwalt B. zu gewähren.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Den Antrag auf unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung zog er zurück,
nachdem der Vormund des Klägers erklärt hatte, dieser verfüge über ein Vermögen von
rund Fr. 10'000.-- und könne sowohl die ausseramtlichen wie auch die amtlichen
Kosten selber bezahlen. Er führte aus, er habe Mühe mit der Präsidialverfügung, die nur
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für den Fall vorgesehen sei, dass Gefahr in Verzug sei, nicht bei Druck, der durch eine
Institution ausgelöst werde. Bei seinem Klienten handle es sich um den ersten Fall von
fürsorgerischer Freiheitsentziehung in der Bitzi. Er hätte sich längere Überlegungen der
Vorinstanz gewünscht. Die Klinik Wil habe sich immer wieder als bester Aufenthaltsort
für den Kläger erwiesen, er zweifle daran, dass die Bitzi geeignet sei. Es könne nicht
verhindert werden, dass auch hier Drogen beschafft würden und das Umfeld bestehe
aus Straffälligen. Die Abgeschiedenheit, weg vom städtischen Umfeld, sei eine gute
Idee, in der Schweiz aber kaum mehr realisierbar. Es wäre interessant zu sehen, ob der
Versuch mit der Unterbringung hier funktioniere, er sehe aber eine Gefahr wegen der
Selbstgefährdung. Da es sich um einen Pilotfall handle, wäre es doch sehr peinlich,
wenn dieser in einem Selbstmord oder zumindest einem Versuch dazu enden würde.
Der Kläger sei für ihn nicht primär ein Straftäter; es stehe ganz klar seine psychische
Krankheit im Vordergrund. Der Kläger sei als einziger mit einer FFE-Massnahme in
diesem kriminellen Umfeld, bei einer solch labilen Person sei die Ansteckungsgefahr
sehr gross. Es sei auch fraglich, ob der Kläger in das Konzept der Bitzi passe. Damit
werde zum Beispiel das Thema Gruppenfähigkeit angesprochen, die beim Kläger nicht
gegeben sei. Es sei fraglich, ob dieser eingegliedert werden könne. Die Idee, NATO-
Soldat zu werden, sei abstrus und uneinsichtig, die Geisteskrankheit stehe ganz klar im
Vordergrund. Mittlerweile sei er zur Einsicht gelangt, dass der Kläger in der KPK Wil am
besten aufgehoben sei.
g) Im Schlusswort führte der Kläger aus, er bringe sich um, falls er hier bleiben müsse.
Er wolle entweder in die Klinik oder in die Türkei ausgeschafft werden, für immer.
h) Auf weitere tatsächliche Gegebenheiten und Ausführungen des Klägers anlässlich
der fachrichterlichen Einvernahme sowie der an der heutigen Verhandlung anwesenden

Personen ist, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen einzugehen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rechtsmittelerhebung ist gegeben. Die Klage vom 17. August 2006 ist rechtzeitig
eingereicht worden und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
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Anforderungen (Art. 397 d des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [SR 210; abgekürzt:
ZGB], Art. 75 f des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch [sGS
911.1; abgekürzt: EG zum ZGB] sowie Art. 71 a lit. a, 71 c Abs. 1 und 71 d in
Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [sGS
951.1; abgekürzt: VRP]). Auf die Klage ist einzutreten.
2.- Die Vorinstanz ist die am Wohnort des bevormundeten Klägers (Art. 25 Abs. 2 i.V.m.
Art. 397b Abs. 1 ZGB) in Z. zuständige Vormundschaftsbehörde. Entschieden hat nicht
die Gesamtbehörde, sondern deren Präsidentin. In Fällen, die keinen Aufschub
gestatten und in denen die Gesamtbehörde nicht rechtzeitig einberufen werden kann,
verfügt der Vorsitzende an deren Stelle. Er hat in der nächsten Sitzung der
Gesamtbehörde darüber zu berichten (Art. 23 VRP). In der Streitsache können die
Voraussetzungen für den Erlass einer Präsidialverfügung aufgrund der besonderen
Umstände gerade noch als erfüllt betrachtet werden, da der Eintrittstermin des Klägers
ins MZB von der KPK Wil bereits festgesetzt worden war und die Vorinstanz sofort
verfügen musste. Die Vorinstanz ist aber darauf aufmerksam zu machen, dass die
Präsidialverfügung laut Gesetz nicht die Regel sein darf. Mit Fällen, die keinen
Aufschub gestatten, sind solche gemeint, bei denen Gefahr in Verzug liegt. Dies ist
nicht bereits dann der Fall, wenn nicht bis zur nächsten ordentlichen Sitzung
zugewartet oder das rechtliche Gehör nicht mehr vor der unmittelbar bevorstehenden
ordentlichen Sitzung gewährt werden kann. Auch bei zeitlicher Dringlichkeit ist eine
Sitzung der Kollegialbehörde ausserhalb der ordentlichen Termine zu organisieren. Nur
wenn das aus zeitlichen Gründen nicht mehr möglich ist, ist eine Präsidialverfügung
zulässig. In der Streitsache ist aufgrund der Ausführungen der Vertreterinnen der
Vorinstanz an der Verhandlung davon auszugehen, dass die Gesamtbehörde aus
zeitlichen Gründen nicht mehr rechtzeitig einberufen werden konnte.
Die Begründung der Präsidialverfügung erweist sich als mangelhaft, da nicht deutlich
daraus hervorgeht, welcher Einweisungsgrund als gegeben erachtet wird. Die
Erwägung, es stehe fest, dass X.Y. sich durch Drogen- und Medikamentenmissbrauch
gefährde und dadurch seine Umwelt in der Vergangenheit immer wieder gänzlich
unzumutbaren Belastungen ausgesetzt habe, lässt darauf schliessen, die Vorinstanz
gehe von einer Suchterkrankung aus. Aus den übrigen Erwägungen, insbesondere der
Feststellung, dass X.Y. die psychiatrische und medizinische Hilfe im
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Massnahmezentrum Bitzi gewährt werden könne, geht jedoch sinngemäss hervor, dass
die Vorinstanz von einer Geisteskrankheit oder Geistesschwäche ausgeht. In diesem
Sinne liegt keine völlig ungenügende Begründung vor, welche eine Aufhebung aus
formellen Gründen rechtfertigen würde (vgl. GVP 1998 Nr. 45 mit weiteren Hinweisen).
Die übrigen formellen Anforderungen sind erfüllt, nachdem die Präsidentin der
Vormundschaftsbehörde Z. einen Sachverständigenbericht von Dr.med. Andreas Haller
beigezogen und dem Betroffenen das rechtliche Gehör gewährt hatte, bevor sie
verfügte.
3.- Gemäss Art. 397a ZGB setzt die fürsorgerische Freiheitsentziehung in materieller
Hinsicht voraus, dass die davon betroffene mündige oder entmündigte Person –
alternativ – an Geisteskrankheit, Geistesschwäche, Trunksucht, anderen
Suchterkrankungen oder schwerer Verwahrlosung leidet und deswegen der
persönlichen Fürsorge bedarf, die ihr nicht anders als durch die Einweisung in eine
geeignete Anstalt der tatsächlich gewählten Art erwiesen werden kann (Abs. 1), wobei
auch die Belastung, welche die Person für ihre Umgebung bedeutet, zu
berücksichtigen ist (Abs. 2).
Die Vorinstanz geht mindestens sinngemäss von einer Geisteskrankheit im Sinne von
Art. 397a ZGB aus. Zu prüfen ist deshalb, ob eine Geisteskrankheit oder eine
Geistesschwäche vorliegt und die fürsorgerische Freiheitsentziehung verhältnismässig
ist.
a) Der Begriff der Geisteskrankheit ist – analog dem im Vormundschaftsrecht geltenden
Terminus – auch im Bereich der fürsorgerischen Freiheitsentziehung als Rechtsbegriff
zu verstehen und nicht in streng medizinischem Sinn auszulegen. Gemäss Lehre und
Rechtsprechung sind mit dem juristischen Begriff der Geisteskrankheit Fälle zu
verstehen, bei denen psychische Symptome oder Verlaufsweisen hervortreten, die
einen stark auffallenden Charakter haben und die bei einem besonnenen Laien nach
hinreichender Bekanntschaft mit dem Betroffenen den Eindruck völlig uneinfühlbarer,
qualitativ tiefgehend abwegiger, grob befremdender Störungszeichen erwecken. Als
Geisteskrankheit im juristischen Sinne gelten demnach alle psychischen
Störungsformen (im medizinischen Sinne), die den "juristischen Schwellenwert" der
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Uneinfühlbarkeit durch den besonnenen Laien erreichen. Wird dieser juristische
Schwellenwert nicht erreicht, liegt keine Geisteskrankheit, sondern möglicherweise eine
Geistesschwäche im Sinne des Gesetzes vor. Eine solche wird angenommen, wenn auf
die Dauer psychische Störungen auftreten, die ein besonnener Laie nicht mehr als
Krankheit erachtet, weil sie bei ihm nicht den Eindruck uneinfühlbarer, qualitativ
abwegiger Störungen und "Verrücktheit" erwecken, die ihm aber doch als Störungen,
unter Umständen sehr stark, auffallen. Die Störungen erscheinen dabei irgendwie noch
einfühlbar, weil sie nach Aussen nur quantitativ vom "Normalen" abweichen. Dieser
Begriffsbestimmung entsprechend sind demnach – über den allgemeinen
Sprachgebrauch hinaus – unter dem juristischen Begriff der Geistesschwäche nicht
bloss intellektuelle Schwächen, sondern auch psychische Störungen ohne intellektuelle
Komponente zu verstehen, wenn diese Störungen hinreichend ausgeprägt sind (vgl.
GVP 1988 Nr. 35 mit weiteren Hinweisen).
Aus den schlüssigen Ausführungen des begutachtenden Fachrichters in seinem
schriftlichen Bericht vom 1. September 2006 und anlässlich der heutigen Verhandlung
geht hervor, dass der Kläger an einem schizophrenen Residuum und einer
Polytoxikomanie leidet. Damit steht fest, dass eine psychische Krankheit im
medizinischen Sinn vorliegt.
Es ist zu prüfen, ob der Kläger psychische Störungszeichen aufweist, die den
erwähnten Schwellenwert der Uneinfühlbarkeit bzw. die hinreichende Ausgeprägtheit
erreichen, um als Geisteskrankheit oder als Geistesschwäche im juristischen Sinn
gelten zu können.
Der begutachtende Fachrichter führt in seinem schriftlichen Bericht aus, das
Bewusstsein des Klägers sei an der fachrichterlichen Einvernahme klar gewesen. Seine
Orientierung, Auffassung und Merkfähigkeit seien ungestört, er weise keine Lücken von
Kurz- oder Langzeitgedächtnis auf. Seine Mimik, Gestik, der Tonfall sowie der
Sprachinhalt seien übereinstimmend und situationsadäquat. Er habe sich in mittel bis
leicht gehobener Stimmung befunden. Das Denken sei eingeengt mit kurzer
Spannweite, es liege eine Perseveration vor betreffend den Zwang zum Arbeiten, die
Behandlung der Drogensucht und die Zukunftspläne. Der Kläger habe kindlich
anmutende Grössenfantasien, so wolle er als Dolmetscher oder NATO-Soldat arbeiten.
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Ebenso sei eine Urteilsschwäche feststellbar, die sich in den Vorstellungen des Klägers
über seine Drogenrehabilitation und die Militärausbildung in der Türkei zeigten. Das
jetzige Zustandsbild mit kindlich-naiven, fadenscheinig-manipulativen Antworten und
verminderter Kritikfähigkeit entspreche dem Bild eines Restzustands bei chronisch
schizophrener Psychose. Die Bagatellisierungstendenz könne auch hier eingeordnet
werden, sie passe aber auch zu einer vorbestehenden Persönlichkeitsstörung oder zu
einer erworbenen toxischen Wesensveränderung. Das MZB und namentlich das
Personal mache einen guten Eindruck im Hinblick auf die psychiatrische Betreuung.
Der Kläger benötige einen geschlossenen Rahmen, damit ihm die nötige persönliche
Fürsorge respektive die Hilfe zur Alltagsbewältigung und die nötige medikamentöse
Behandlung erbracht werden könne. Dabei sei nicht zuletzt die sofortige Rückfallgefahr
im offenen Rahmen und in der Nähe der Drogenszene zu bedenken.
An der heutigen Verhandlung bestätigte sich das vom begutachtenden Fachrichter
skizzierte Bild des Klägers. Die Störungen sind augenfällig. Eindrücklich ist vor allem
die aktenkundige Entwicklung des Klägers seit seiner Jugend. Als Folge seiner
psychischen Erkrankung sowie des damit einhergehenden Drogenkonsums war er
bisher überhaupt nicht in der Lage, sich sozial zu integrieren. Er hat keine
Berufsausbildung, ist nicht selbständig wohnfähig, gleitet immer wieder in den
Drogenkonsum ab und macht sich strafbar. Er verfügt über keine soziale Kompetenz,
lebt isoliert am Rande der Gesellschaft. In keinem der unterschiedlichen
Lebensbereiche ist er alleine lebensfähig und somit durch seine Krankheit massiv im
Alltag beeinträchtigt. Seine Zukunftspläne sind in keiner Weise nachvollziehbar und
vollkommen realitätsfremd, so will er beispielsweise beim türkischen Militär eine
Ausbildung machen, um dann als NATO-Soldat Spitäler in Afghanistan zu schützen.
Aufgrund der mündlichen Verhandlung sowie der vorliegenden Akten zeigt der Kläger
ein auffällig unrealistisches und realitätsfremdes Verhalten und damit psychische
Symptome, welche auch auf einen besonnenen Laien grob befremdend wirken und
insgesamt ein erhebliches Ausmass erreichen. Diese Störungszeichen überschreiten
den juristischen Schwellengrad der Uneinfühlbarkeit klar. Es ist deshalb – wie schon
bei der letzten materiellen Beurteilung am 1. Dezember 2004 – davon auszugehen,
dass der Kläger an einer nach Art. 397a Abs. 1 ZGB massgeblichen Geisteskrankheit
leidet. Obwohl aufgrund der Feststellungen des ärztlichen Fachrichters und der Akten
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der Verwaltungsrekurskommission feststeht, dass der Kläger zusätzlich an einer
Suchterkrankung leidet, ist nicht weiter zu prüfen, ob noch ein anderer
Einweisungsgrund vorliegt.
b) Auch bei Vorliegen einer Geisteskrankheit ist die einschneidende
Zwangsmass¬nahme der fürsorgerischen Freiheitsentziehung nur dann zulässig, wenn
dem Betroffe¬nen die nötige persönliche Fürsorge nicht anders erwiesen werden kann
(Art. 397a Abs. 1 ZGB). Im Sinne des verfassungsmässigen Grundsatzes der
Verhältnismässigkeit staatlicher Eingriffe in die grundrechtsgeschützte persönliche
Freiheit ist die Anstaltsunterbringung nur zulässig, wenn die vorgesehene
Freiheitsentziehung auch tatsächlich geeignet ist, der eingewiesenen Person zu helfen.
Kann eine Geisteskrankheit als solche dadurch nicht geheilt werden, so muss die
Freiheitsentziehung bzw. die dadurch ermöglichte Behandlung zumindest geeignet
sein, die Auswirkungen auf das Verhalten des Betroffenen nach Möglichkeit zu mildern.
Im Hinblick auf Art. 397a Abs. 2 ZGB, der eine Mitberücksichtigung der für die
Umgebung damit verbundenen Belastung vorsieht, erscheint eine Anstaltseinweisung
auch dann gerechtfertigt, wenn der Betroffene infolge seines Zustandes für sich oder
Dritte eine Gefahr bildet, indem er hochwertige Rechtsgüter wie Leben und Gesundheit
gefährdet. Darf die Unterbringung oder Rückbehaltung in einer Anstalt schliesslich aber
nur dann und so lange angeordnet bzw. aufrecht erhalten werden, als dem Betroffenen
die nötige persönliche Fürsorge nicht anders erwiesen werden kann, so setzt dies bei
der gerichtlichen Beurteilung einer fürsorgerischen Freiheitsentziehung letztlich voraus,
dass eine Möglichkeit, dem Betroffenen die nötige persönliche Fürsorge ausserhalb der
Anstalt zu gewähren, auch im Zeitpunkt der Urteilsfällung (noch) nicht besteht (vgl. GVP
1988 Nr. 38 mit Hinweisen).
Der Kläger leidet an einer Geistskrankheit, ist drogenabhängig und in keiner Weise in
die Gesellschaft integriert. Es fehlt im jegliche innere Struktur und jeglicher Halt. Es
wurden ihm im Laufe der Jahre diverse Straftaten vorgeworfen, es kam aber laut dem
Vormund des Klägers nie zu einer Verurteilung, da jeweils auf Unzurechnungsfähigkeit
geschlossen wurde oder die Verjährung eintrat. Als Beispiel soll der Vorfall mit seiner
damaligen Lebenspartnerin dienen, die mit einem Messer schwer verletzt wurde, als sie
mit dem Kläger und einem Kollegen allein war. Es ist bis heute nicht geklärt, wie das
passierte, da sich keiner der Beteiligten, bedingt durch Drogeneinfluss, daran erinnern
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kann. Der Kläger ist selbstgefährdend. Es sind mehrere Suizidversuche bekannt und im
Laufe der Verhandlung drohte er mehrmals damit, sich umzubringen, falls er das MZB
nicht verlassen dürfe. Die Wahrscheinlichkeit einer Fremdgefährdung ist ebenfalls als
erheblich einzustufen. Dies zeigt einerseits der soeben erwähnte Vorfall sowie der
Umstand, dass der Kläger umgehend wieder Drogen konsumieren und sich dann
unkontrolliert verhalten würde. Der Kläger hatte unzählige Chancen, doch anscheinend
war der jeweilige Rahmen immer zu wenig eng. Es ist jetzt wichtig, dem Kläger einen
Rahmen und Beziehungen vorzugeben. Er hat die fundamentalen Grundlagen, um sein
Leben in den Griff zu bekommen, vollständig verloren. Er kann sich nicht einmal an die
minimalsten Rahmenbedingungen halten, ist in keiner Weise absprachefähig. Selbst
sein Rechtsvertreter, der eine Unterbringung des Klägers in der Psychiatrischen Klinik
als notwendig erachtet, sieht ein, dass der Kläger einen engen Rahmen nötig hat und
behandlungsbedürftig ist.
Aufgrund der ausgewiesenen Mehrfachdiagnose, des selbst- und fremdgefährdenden
Verhaltens, der fehlenden Krankheitseinsicht und des mangelnden Realitätsbezuges
des Klägers steht fest, dass die fürsorgerische Freiheitsentziehung im heutigen
Zeitpunkt verhältnismässig ist.
c) Art. 397 a Abs. 1 ZGB setzt schliesslich voraus, dass die Unterbringung in einer
"geeigneten" Anstalt zu erfolgen hat. Der Kläger wurde am 16. August 2006 von der
KPK Wil in das MZB Mosnang verlegt. Der ärztliche Fachrichter erachtet das
Massnahmezentrum Bitzi geeigneter für die Betreuung des Klägers als die
Psychiatrische Klinik. Demgegenüber macht der Vertreter des Klägers geltend, die
Klinik habe sich bisher als geeignet für die Betreuung des psychisch kranken Klägers
erwiesen, während das MZB auf Straftäter ausgerichtet sei.
Das MZB Mosnang ist seit April 2006 keine Strafanstalt für den Normalvollzug mehr,
sondern das "Massnahmezentrum des Ostschweizerischen Strafvollzugskonkordats".
Es dient unter anderem dem Vollzug von strafrechtlichen Massnahmen bei geistig
abnormen Tätern, womit der Kläger nicht der einzige Insasse ist, der psychiatrische
Betreuung braucht. Das MZB dient auch dem Vollzug von fürsorgerischen
Freiheitsentziehungen, wenn die Person nicht in eine psychiatrische Klinik
aufgenommen werden kann (vgl. dazu und für mehr Informationen www.bitzi.sg.ch/
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home). Das Personal ist folglich geschult für die Betreuung von Personen, welche sich
im Rahmen einer fürsorgerischen Freiheitsentziehung im MZB aufhalten, wie das beim
Kläger offenbar zum ersten Mal der Fall ist. Des Weiteren arbeitet das MZB eng mit der
KPK Wil zusammen; die Kompetenz und die Fachlichkeit im Umgang mit psychisch
Kranken sind folglich gegeben. Das MZB erscheint damit für die Betreuung des Klägers
geeignet. Der Umstand, dass es sich beim Kläger um den ersten Insassen des MZB
handelt, der im Rahmen einer fürsorgerischen Freiheitsentziehung betreut wird, ändert
nichts an dieser Feststellung. Einerseits ist zu berücksichtigen, dass die Möglichkeit
einer FFE-Betreuung neu ist, andererseits ist davon auszugehen, dass in Zukunft
weitere FFE-Insassen folgen werden. Nach den Ausführungen von Frau Steiner
unterscheidet sich die Betreuung des Klägers nicht grundsätzlich von derjenigen
anderer Insassen des MZB. Dies stimmt mit der grundsätzlichen Feststellung überein,
dass das MZB für die Betreuung von unterschiedlichen Kategorien von Insassen
(strafrechtliche und zivilrechtliche Massnahmen) geeignet ist und keine Anstalt für den
normalen Strafvollzug darstellt.
Der Kläger ist jung. Die vielen gescheiterten Versuche, dem Kläger in der KPK Wil zu
helfen, legen die Befürchtung nahe, dass sich die Krankheit des Klägers chronifizieren
und er ausserhalb der Klinik nicht mehr überlebensfähig sein wird. Mit dem MZB soll
ein neues System ausprobiert werden, das dem Kläger Strukturen und einen
Tagesablauf vermittelt. Im Laufe der Jahre ist der Kläger schon 32 Mal in der KPK Wil
hospitalisiert worden. Die Klinik ist im heutigen Zeitpunkt nicht mehr für eine
längerfristige Betreuung des Klägers geeignet. Er würde dort auf einer geschlossenen
Langzeitabteilung untergebracht und wäre mit Akutpatienten oder mit älteren Patienten
zusammen. Nachdem der Kläger auf eine Depotmedikation eingestellt ist, wäre von
einer Fortsetzung des Klinikaufenthaltes keine grundsätzliche Veränderung mehr zu
erwarten. Im heutigen Zeitpunkt steht nicht mehr die Therapie (medikamentöser oder
anderer Art) im Vordergrund, sondern die Förderung der Kompetenzen des Klägers im
Alltags- und Beschäftigungsbereich. Die Verlegung in das MZB ermöglicht eine
langfristige Verbesserung seiner Alltagskompetenzen. Er lebt hier auf der halboffenen
Wohngruppe und geht einer Beschäftigung nach, welche ihm nach seinen eigenen
Worten gefällt. Zudem ist er mit gleichaltrigen Personen zusammen. Der Kläger
benötigt aufgrund seiner krankheits- und drogenbedingten Unfähigkeit einen gewissen
Druck und einen engen Rahmen, der ihm besser vom MZB Mosnang als von der KPK
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Wil gewährt werden kann. Freiwillige Therapien überfordern ihn, da er nicht selbst
abwägen kann, was er braucht und zu was er fähig ist. Des Weiteren hat der Aufenthalt
des Klägers im "Urdörfli" gezeigt, dass er von niederschwelligen Angeboten völlig
überfordert ist. Seit der Kläger im MZB ist, hat er keine Drogen mehr konsumiert, was
durchaus positiv zu werten ist.
Unter diesen Umständen ist heute davon auszugehen, dass das MZB Mosnang für den
Kläger die geeignetere Institution ist als die KPK Wil. Auch hier ist zwar ein weiterer
Drogenkonsum oder eine suizidale Handlung nicht 100-prozentig ausgeschlossen, es
besteht aber der notwendige Rahmen, um solche Handlungen soweit möglich zu
verhindern. Auch eine Rückversetzung in die KPK Wil würde diesbezüglich keine 100-
prozentige Garantie darstellen.
d) Zusammenfassend kann nicht zweifelhaft sein, dass dem Kläger im MZB die für ihn
konkret notwendige persönliche Fürsorge und Betreuung gewährt werden kann und die
von der Vorinstanz bestätigte fürsorgerische Freiheitsentziehung tatsächlich geeignet
ist, dem Kläger zu helfen. Eine Rückversetzung in die KPK Wil oder gar eine ersatzlose
Entlassung ist unter diesen Umständen nicht zu verantworten.
Somit ergibt sich, dass die Voraussetzungen von Art. 397a Abs. 1 ZGB für einen
zwangsweisen stationären Aufenthalt des Klägers im MZB Mosnang im heutigen, für
die Beurteilung massgeblichen Zeitpunkt erfüllt sind. Die fürsorgerische
Freiheitsentziehung ist verhältnismässig, dass heisst, sie stellt eine geeignete,
erforderliche und angemessene Massnahme dar, um dem Kläger die minimal
notwendige persönliche Fürsorge zu erbringen. Die Klage ist deshalb als unbegründet
abzuweisen.
e) Beizufügen bleibt schliesslich, dass es dem Kläger unbenommen ist, jederzeit - falls
seiner Ansicht nach die Voraussetzungen zur Entlassung aus dem MZB gegeben sind –
der Vorinstanz ein entsprechendes Entlassungsgesuch zu stellen und bei Verweigerung
der Entlassung erneut an den Richter zu gelangen (vgl. ZVW 34/1979 S. 24 f. und
35/1980 S. 132). Die Vorinstanz kann allerdings nur dann auf ein Entlassungsgesuch
eintreten, wenn die angefochtene Verfügung entweder in Rechtskraft erwachsen ist
oder neue Tatsachen geltend gemacht werden, welche nach der heutigen Beurteilung
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eingetreten sind (vgl. GVP 1989 Nr. 22 und 1993 Nr. 28). Darüber hinaus gehend hat
das Bundesgericht präzisiert, dass kein uneingeschränktes Recht besteht,
Entlassungsgesuche zu stellen und gesuchsabweisende Entscheide gerichtlich
beurteilen zu lassen. An einem schutzwürdigen Interesse könne es insbesondere dann
fehlen, wenn Entlassungsgesuche in unvernünftigen Abständen bzw. in
querulatorischer Weise gestellt würden. Jedenfalls erscheine es nicht als
verfassungswidrig, wenn über eine Entlassung nicht mehr befunden werde, bevor nicht
die Massnahmen getroffen worden seien, die der betroffenen Person zu einem
menschenwürdigen Dasein ausserhalb des Klinikrahmens verhelfen könnten (BGE 130
III 729). Das bedeutet im konkreten Fall, dass solange auf Entlassungsgesuche des
Klägers nicht eingetreten werden muss, als es an einer konkret realisierbaren
Alternative fehlt, welche geeignet ist, ihm die minimal notwendige Fürsorge zu
gewährleisten.
4.- Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu tragen,
dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. Es gilt der Grundsatz der
Kostentragung nach Massgabe des Obsiegens oder Unterliegens (W. Hagmann, Die st.
gallische Verwaltungsrechtspflege und das Rechtsmittelverfahren vor dem
Regierungsrat, Diss. Zürich 1979, S. 267 f.). Die Abweisung der Klage hat demnach zur
Folge, dass die amtlichen Kosten von Fr. 1'500.-- (vgl. Ziff. 362 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12) dem Kläger zu überbinden sind.
In Klagefällen betreffend fürsorgerische Freiheitsentziehung werden keine amtlichen
Kosten erhoben, wenn sich der Betroffene in ungünstigen wirtschaftlichen
Verhältnissen befindet (Art. 97bis Abs. 1 lit. a VRP). Gemäss Auskunft seines Vormunds
verfügt der Kläger über eine IV-Rente von monatlich Fr. 1'433.-- (Ergänzungsleistungen
sind erst beantragt) und ein Vermögen von etwa Fr. 10'000.--. Da damit für den Kläger,
der für sich allein verantwortlich ist und keine weiteren Verpflichtungen hat, keine
ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse nachgewiesen sind, kann nicht auf die
Erhebung der amtlichen Kosten verzichtet werden.
Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine ausseramtliche
Entschädigung (Art. 98bis VRP), zumal der Antrag auf unentgeltliche
Rechtsverbeiständung zurückgezogen wurde.
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