Decision ID: de0f5a14-e1a0-5aa2-a918-e77556b61946
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X besitzt den Führerausweis auf Probe der Kategorie B seit dem 20. Dezember
2010. Seit dem 29. April 2013 verfügt er zudem über einen Lernfahrausweis für die
Kategorie A. Am Sonntag, 7. Juli 2013, 17.06 Uhr, überschritt er als Lenker eines
Motorrades in Gossau auf der Wilerstrasse in Fahrtrichtung Niederwil die signalisierte
Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 41 km/h (nach Sicherheitsabzug).
B.- Mit Schreiben vom 17. Juli 2013 leitete das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt
des Kantons St. Gallen (nachfolgend: Strassenverkehrsamt) ein
Administrativmassnahmeverfahren ein und gewährte X das rechtliche Gehör. Dieser
liess sich nicht vernehmen. Das Strassenverkehrsamt entzog ihm in der Folge mit
Verfügung vom 16. August 2013 den Führer- und Lernfahrausweis wegen schwerer
Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften für die Dauer von fünf Monaten
und verlängerte die Probezeit um ein Jahr.
C.- Gegen diese Verfügung erhob X mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 5.
September 2013 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, die
Verfügung des Strassenverkehrsamtes vom 16. August 2013 sei aufzuheben und es sei
ein Führerausweisentzug von drei Monaten anzuordnen; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Auf die Ausführungen zur Begründung des Begehrens wird,
soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. Die Vorinstanz verzichtete am
2. Oktober 2013 auf eine Vernehmlassung.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 5. September 2013 ist rechtzeitig
eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Gemäss Art. 16 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: SVG)
wird nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das
Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 ausgeschlossen ist,
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der Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das
Gesetz unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b SVG)
und schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine leichte Widerhandlung begeht,
wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer
hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG).
Ist die Verletzung der Verkehrsregeln grob und wird dadurch eine ernstliche Gefahr für
die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen, ist die Widerhandlung
schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer
durch Verletzung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft
oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Von einer mittelschweren
Widerhandlung ist immer dann auszugehen, wenn nicht alle privilegierenden Elemente
einer leichten und nicht alle qualifizierenden einer schweren Widerhandlung erfüllt sind
(vgl. Botschaft, in: BBl 1999 S. 4487).
3.- In tatsächlicher Hinsicht ist unbestritten, dass der Rekurrent am Sonntag, 7. Juli
2013, um 17.06 Uhr, mit einem Motorrad auf der Wilerstrasse in Gossau mit einer
Geschwindigkeit von 125 km/h (ohne Sicherheitsabzug), statt der signalisierten
Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h, gefahren ist. Er missachtete die entsprechenden
Signale und verletzte dadurch Art. 27 Abs. 1 SVG, wonach Signale und Markierungen
zu befolgen sind und diese den allgemeinen Regeln vorgehen, und Art. 32 Abs. 2 SVG
in Verbindung mit Art. 4a Abs. 1 lit. b der Verkehrsregelnverordnung (SR 741.11),
wonach die allgemeine Höchstgeschwindigkeit für Fahrzeuge unter günstigen
Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen ausserhalb von Ortschaften 80 km/h
beträgt.
4.- Aus Gründen der Rechtsgleichheit hat das Bundesgericht für die Beurteilung von
Geschwindigkeitsüberschreitungen präzise Regeln aufgestellt. Unabhängig von den
konkreten Umständen liegt ein objektiv schwerer Fall etwa dann vor, wenn die
Geschwindigkeit jeweils mindestens um 25 km/h innerorts, 30 km/h ausserorts oder
35 km/h auf einer Autobahn überschritten wird (vgl. Urteil des Bundesgerichts
1C_335/2011 vom 26. Oktober 2011 E. 2.2 mit Hinweis auf Urteil 1C_83/2008 vom
16. Oktober 2008 E. 2). Nach dieser Rechtsprechung stellt eine
Geschwindigkeitsüberschreitung von 41 km/h (nach einem Sicherheitsabzug von 4 km/
h) ausserorts, wie sie der Rekurrent am 7. Juli 2013 beging, ungeachtet der konkreten
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Verhältnisse eine schwere Widerhandlung dar. Im Polizeirapport wird im
Zusammenhang mit dem Sicherheitsabzug auf Art. 8 der Verordnung des ASTRA zur
Strassenverkehrskontrollverordnung (SR 741.013.1; abgekürzt: VSKV-ASTRA)
verwiesen. Für Lasermessungen bei Messwerten von 101 bis 150 km/h ist dort ein
Sicherheitsabzug von 4 km/h vorgesehen (Art. 8 Abs. 1 lit. b Ziff. 2 VSKV-ASTRA).
Entgegen der Ansicht des Rekurrenten, der von einem Sicherheitsabzug von 6 km/h
ausgeht, weil nicht sicher sei, ob mit einem Lasergerät gemessen worden sei, besteht
kein Anlass, von diesem Wert abzuweichen, weshalb von einer rechtlich
massgebenden Geschwindigkeitsüberschreitung von 41 km/h auszugehen ist.
Insbesondere ergibt sich aufgrund der Angaben im Polizeirapport zumindest indirekt,
dass es sich um eine Lasermessung gehandelt haben muss.
5.- Gemäss Art. 16c Abs. 2 lit. a SVG wird der Lernfahr- oder Führerausweis nach einer
schweren Widerhandlung für mindestens drei Monate entzogen. Die Vorinstanz erhöhte
die Entzugsdauer auf fünf Monate. Der Rekurrent anerkennt eine Entzugsdauer von drei
Monaten; der Rekurs richtet sich gegen die Erhöhung der Mindestentzugsdauer um
zwei Monate.
6.- Bei der Festsetzung der Entzugsdauer sind gemäss Art. 16 Abs. 3 SVG die
Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, namentlich die Gefährdung der
Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als Motorfahrzeugführer sowie die
berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen. Die Mindestentzugsdauer darf
jedoch nicht unterschritten werden. Die in Art. 16 Abs. 3 SVG beispielhaft genannten
Zumessungsfaktoren sind gesamthaft zu würdigen und die Entzugsdauer ist im
Einzelfall so festzusetzen, dass die mit der Massnahme beabsichtigte erzieherische und
präventive Wirkung am besten erreicht wird. Bei der Bemessung der Entzugsdauer
steht den kantonalen Behörden ein weiter Ermessensspielraum zu (Weissenberger,
Kommentar Strassenverkehrsgesetz, Zürich/St. Gallen 2011, N 7 und 11 zu Art. 16
SVG). Es ist zu prüfen, ob eine Entzugsdauer von fünf Monaten angemessen ist.
a) Die Vorinstanz begründet die Erhöhung der Entzugsdauer über die
Mindestentzugsdauer hinaus damit, dass das Verschulden des Rekurrenten schwer
wiege und die signalisierte Höchstgeschwindigkeit massiv überschritten worden sei.
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Innert Frist sei keine berufliche Angewiesenheit auf den Führerausweis geltend
gemacht worden und aus den Akten sei eine Sanktionsempfindlichkeit nicht ersichtlich.
Im Rekurs wird nebst einem höheren Sicherheitsabzug (vgl. oben) geltend gemacht,
eine konkrete Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer habe nicht vorgelegen. Selbst
wenn von einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 41 km/h ausgegangen werde,
erscheine eine Erhöhung der Mindestentzugsdauer auf vier Monate angemessen,
zumal die Begleitumstände die objektive Tatschwere nicht erhöhen würden. Denn die
Sicht sei gut, die Fahrbahn trocken und das Verkehrsaufkommen gering gewesen.
b) Die Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit ausserorts um 30 km/h oder mehr
bringt ohne Weiteres, d.h. unabhängig von weiteren, die Gefährlichkeit dieses
Verhaltens erhöhenden Umständen, eine erhöhte abstrakte Gefährdung mit sich. Bei
einer derartigen Geschwindigkeit besteht insbesondere ein erhebliches Risiko, dass
der Lenker bei einem überraschenden Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer, wie etwa
dem Wechsel auf die Überholspur, oder bei Hindernissen nicht mehr sachgerecht
reagieren kann und es deshalb zu einem Unfall kommt, bei dem Fahrzeuge auf die
Gegenfahrbahn geraten. Ebenso kann bei einem solchen Tempo bereits eine
vorübergehende Unaufmerksamkeit für eine Kollision auch mit entgegenkommenden
Fahrzeugen genügen. Das Risiko einer Frontalkollision mit schweren Folgen ist dabei
sehr hoch (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_263/2011 vom 22. August 2011 E. 2.5 mit
Hinweis auf BGE 122 IV 173 E. 2d). Es ist somit von einer erhöhten abstrakten
Gefährdung durch den Rekurrenten auszugehen. Dass die Sicht gut, die Fahrbahn
trocken und das Verkehrsaufkommen gering waren, ändert an dieser Beurteilung
nichts.
In subjektiver Hinsicht ist ein schweres Verschulden nach Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG
gegeben, wenn der Lenker mindestens grobfahrlässig handelt (BGE 126 II 206 E. 1a).
Nach der Rechtsprechung ist die Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit bei
Vorliegen eines objektiv schweren Falls in der Regel mindestens grobfahrlässig, es sei
denn, es bestehe eine Ausnahmesituation (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_263/2011
vom 22. August 2011 E. 2.6 mit Hinweisen auf BGE 123 II 37 E. 1f und Urteil
1C_222/2008 vom 18. November 2008 E. 2.3). Eine solche Ausnahme wird nicht
geltend gemacht. Der Rekurrent musste sich aufgrund des Ausmasses der
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Geschwindigkeitsüberschreitung bewusst gewesen sein, dass er die zulässige
Höchstgeschwindigkeit ausserorts von 80 km/h massiv überschreitet.
Angesichts der vom Rekurrenten verursachten Gefährdung und seines schweren
Verschuldens ist die von der Vorinstanz angeordnete Entzugsdauer von fünf Monaten
gerechtfertigt und nicht zu beanstanden.
c) Der Rekurrent ist im Administrativmassnahmenregister (ADMAS) nicht registriert. Er
erwarb den Führerschein der Kategorie B am 20. Dezember 2010. Den Lernfahrausweis
für die Kategorie A besitzt er erst seit 29. April 2013. Im Rekurs wird geltend gemacht,
dass der Rekurrent zwar den Führerausweis nur auf Probe und somit noch nicht lange
besitze, sein ungetrübter automobilistischer Leumund aber trotzdem zu einer
beschränkten Reduktion der Führerausweisentzugsdauer führen müsse. Auf jeden Fall
führe sein automobilistischer Leumund nicht zu einer Erhöhung der Entzugsdauer.
Nach der früheren bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist der seit mehr als fünf
Jahren ungetrübte automobilistische Leumund bei der Bemessung der Entzugsdauer
zu Gunsten des Betroffenen zu berücksichtigen. Diese Rechtsprechung ging davon
aus, dass das automatisierte Datensystem für Administrativmassnahmen zwei Mal
jährlich auf den neuesten Stand gebracht wird, indem sämtliche Massnahmen, die fünf
Jahre und länger zurückliegen – bei Sicherungsentzügen und Warnungsentzügen
wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand sowie Vereitelung der Blutprobe nach zehn
Jahren – im System gelöscht werden, wenn in der Zwischenzeit keine neue
Massnahme angeordnet worden ist (vgl. BGE 122 II 21 E. 1b). Die Rechtslage hat sich
seit diesem Entscheid insoweit geändert, als Verweigerungen, Entzüge und
Aberkennungen von Lernfahr-, Führer- oder Fahrlehrerausweisen sowie Fahrverbote
nicht mehr bereits nach fünf, sondern erst nach zehn Jahren nach ihrem Ablauf oder
ihrer Aufhebung und lediglich andere Massnahmen fünf Jahre nach Eintreten der
Rechtskraft aus dem Datensystem entfernt werden (vgl. Art. 104b Abs. 6 lit. b SVG in
Verbindung mit Art. 10 Abs. 1 der Verordnung über das automatisierte
Administrativmassnahmen-Register, ADMAS-Register-Verordnung, SR 741.55). Diese
Rechtsänderung und die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Strafzumessung,
nach welcher die Vorstrafenlosigkeit als Normalfall gilt und neutral zu behandeln, also
nicht zwingend strafmindernd zu berücksichtigen ist (vgl. BGE 136 IV 1 E. 2.6.4),
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rechtfertigen es, einen automobilistischen Leumund, der noch nicht seit mehr als zehn
Jahren ungetrübt erscheint, grundsätzlich nicht massnahmemindernd zu
berücksichtigen. Der Rekurrent ist zwar im ADMAS nicht verzeichnet, er verfügt aber
noch nicht über einen seit zehn oder mehr Jahren ungetrübten automobilistischen
Leumund. Die Voraussetzungen für eine Reduktion der Entzugsdauer aufgrund des
automobilistischen Leumunds sind damit nicht erfüllt.
d) Schliesslich bleibt eine allfällige berufliche Sanktionsempfindlichkeit zu prüfen.
Berufsmässig auf den Einsatz eines Motorfahrzeuges angewiesene Fahrzeuglenker
werden wegen der grösseren Massnahmeempfindlichkeit in der Regel schon durch
eine kürzere Entzugsdauer wirksam von weiteren Widerhandlungen abgehalten. Einem
solchen Lenker soll der Führerausweis deshalb weniger lange entzogen werden als
einem, der sein Fahrzeug beruflich nicht benötigt, selbst wenn beide Fahrzeuglenker
das gleiche Verschulden trifft (vgl. dazu BGE 123 II 572 E. 2c).
Die berufliche Notwendigkeit, ein Fahrzeug zu führen, wird nach der Praxis des
Bundesgerichts grundsätzlich nur angenommen, wenn die Ausübung des Berufs durch
den Führerausweisentzug materiell verboten wird, wie dies beispielsweise bei einem
Berufschauffeur der Fall ist, der für die Fahrdienste entschädigt wird. Ebenso ist die
berufliche Notwendigkeit zu bejahen, wenn die Unmöglichkeit, ein Fahrzeug zu führen,
einen solchen Einkommensverlust oder so beachtliche Kosten verursachen würde,
dass diese Massnahme offensichtlich als unverhältnismässig erscheint. Dagegen liegt
keine massgebliche berufliche Notwendigkeit vor, wenn der Führerausweisentzug die
Ausübung eines Berufes lediglich erschwert, selbst wenn damit ernsthafte
Unannehmlichkeiten und Gewinnausfälle verbunden sind (vgl. dazu Praxis 1990 Nr.
150). Ein Fahrzeugführer kann aber auch erhöht sanktionsempfindlich sein, ohne dass
geradezu eine berufliche Notwendigkeit vorliegt. Deshalb ist bei der Beurteilung der
beruflichen Angewiesenheit eines Fahrzeuglenkers auf den Führerausweis dem
Grundsatz der Verhältnismässigkeit Rechnung zu tragen. Die Reduktion der
Entzugsdauer bemisst sich danach, in welchem Mass der Fahrzeugführer infolge
beruflicher Angewiesenheit stärker als der normale Fahrer von der Massnahme
betroffen ist (BGE 123 II 572 E. 2c).
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Der Rekurrent arbeitet als Polymechaniker in Niederbüren. Im Rekurs bringt er vor,
dass er seit dem 1. August 2013 nicht mehr in Oberbüren (Sonnental), sondern in
Lütisburg wohne. Wenn er von Lütisburg mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu seiner
Arbeitsstelle fahren müsse, dann habe er zunächst mit dem Postauto von Bütschwil
nach Wil zu fahren, dann mit dem Zug von Wil nach Uzwil und zuletzt von Uzwil nach
Niederbüren wiederum mit dem Postauto. Dies ergebe Fahrtzeiten von rund 55 bis 80
Minuten pro Weg. Seien Überstunden nötig, dann müsse er in der Regel mindestens
eine Stunde warten, bis er eine nächste Verbindung habe. Die Sanktionsempfindlichkeit
sei daher erheblich und müsse strafmindernd berücksichtigt werden.
Der Rekurrent benötigt nur für den Arbeitsweg ein Fahrzeug. Die Ausübung seines
Berufs als Polymechaniker bei einem in Niederbüren ansässigen Betrieb wird ihm
durch den Führerausweisentzug nicht verunmöglicht. Er ist nicht in gleicher Weise wie
ein Berufschauffeur auf das Führen eines Motorfahrzeuges angewiesen. Unter diesen
Umständen ist er von der Massnahme nicht stärker betroffen als andere Fahrer, denen
der Führerausweis entzogen wird. Die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel, auch
bei einer Fahrtzeit von 80 Minuten pro Weg, ist ohne Weiteres zumutbar. Die damit
verbundenen Umständlichkeiten, wie ein organisatorischer, zeitlicher oder finanzieller
Mehraufwand, gehören zu den normalen Folgen eines jeden Führerausweisentzugs und
rechtfertigen keine massnahmemildernde Berücksichtigung. Die berufliche
Angewiesenheit des Rekurrenten auf einen Führerausweis ist damit zu verneinen;
entsprechend sind die Voraussetzungen für eine Herabsetzung der Dauer des Entzugs
nicht gegeben.
7.- Zusammenfassend ist festzuhalten, dass angesichts der massiven
Geschwindigkeitsüberschreitung, welcher ein schweres Verschulden und eine
ernstliche Gefährdung zugrunde lagen, eine Erhöhung der Mindestentzugsdauer um
zwei Monate auf fünf Monate als angemessen erscheint. Diese Entzugsdauer trägt dem
Verhalten des Rekurrenten Rechnung und liegt im Ermessensspielraum der Vorinstanz.
Eine berufliche Angewiesenheit des Rekurrenten auf den Führerausweis, welche
massnahmemindernd zu berücksichtigen wäre, liegt nicht vor. Der Rekurs ist somit
abzuweisen.
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Die Verlängerung der Probezeit wurde nicht angefochten (Ziff. 4 der angefochtenen
Verfügung); weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist. Der Rekurrent wurde zudem
auf die massnahmerechtlichen Folgen künftiger Widerhandlungen hingewiesen; dem ist
nichts hinzuzufügen.
8.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.– erscheint
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist zu verrechnen.