Decision ID: a72bc7f8-c67c-5279-8c89-6b228db0a05d
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 13. März 2002 wegen psychischer Schwierigkeiten zum
Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 2). Der behandelnde Dr. med. B._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte eine schwere neurotische Störung mit
Agoraphobie, sozialen Phobien und Panikstörungen. Er bescheinigte dem Versicherten
seit dem 18. Oktober 2000 (Wiederbeginn der Behandlung bei ihm) eine volle
Arbeitsunfähigkeit bezogen auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Schlosser/Abkanter
(siehe zur bis zum 20. Oktober 2000 ausgeübten Tätigkeit IV-act.9-1). Eine
leidensangepasste Tätigkeit könne der Versicherte mindestens 5 Stunden (pro Tag)
ausüben. Eine geeignete Stelle sei schwierig bis unmöglich zu finden (Bericht vom 1.
Mai 2002, IV-act. 10). Der Eingliederungsverantwortliche vertrat im Schlussbericht vom
1. Oktober 2002 die Auffassung, weil es sehr unwahrscheinlich sei, dass der
Versicherte auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt wieder eine Stelle finden werde, sei
für die Ermittlung des Invalideneinkommens auf den Ansatz einer geschützten
Werkstätte abzustellen (Fr. 1‘000.-- pro Monat; IV-act. 15). Die IV-Stelle ermittelte einen
89%igen Invaliditätsgrad und sprach dem Versicherten mit Wirkung ab 1. Oktober
2001 eine ganze Rente zu (Verfügung vom 4. April 2003, IV-act. 19).
A.b Am 7. März 2006 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, sie habe bei der von
Amtes wegen vorgenommenen Überprüfung des Invaliditätsgrades keine relevante
Änderung festgestellt. Es bestehe deshalb weiterhin ein Anspruch auf die bisherige
Invalidenrente (IV-act. 24; zum Verlaufsbericht von Dr. B._ vom 28. Februar 2006
siehe IV-act. 23).
A.c Im Rahmen eines neuerlichen von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahrens
gab der Versicherte am 29. März 2011 an, sein Gesundheitszustand sei unverändert
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(IV-act. 29). Dr. B._ führte im Verlaufsbericht vom 18. Mai 2011 aus, der
Gesundheitszustand des Versicherten sei stationär geblieben. Er empfahl zur
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit die Vornahme einer gutachterlichen Beurteilung.
Berufliche Massnahmen hielt er für angezeigt (IV-act. 34).
A.d Am 21. September 2011 wurde der Versicherte im Auftrag der IV-Stelle von Dr.
med. C._, Facharzt FMH u.a. für Psychiatrie und Psychotherapie, begutachtet
(testpsychologische Exploration am 8. November 2011). Dr. C._ stellte als Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: eine Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0),
DD: generalisierte Angststörung (ICD-10: F41.1), und einen Benzodiazepin-Abusus
(ICD-10: F13.24). Das Ausmass der objektiv wahrnehmbaren Angst (frei flottierende
Ängste), das Ausmass psychovegetativer Erregbarkeit in der Untersuchungssituation
oder auch die Sorge vor bevorstehendem Unglück, Vorahnungen oder
Katastrophisierungen seien nicht ausreichend vorhanden für die Diagnosestellung einer
affektiven Störung in Form einer Angststörung oder depressiven Episode. Die
Inkonsistenz von angegebenen Beschwerden und Klinik komme auch in der
testpsychologischen Beurteilung zum Ausdruck. Sowohl in der angestammten als auch
einer möglichen adaptierten Tätigkeit sei eine Arbeitsfähigkeit grundsätzlich vorhanden.
Trotz der erfolgten Festigung des Krankheitsprozesses und des primären
Krankheitsgewinns könne innerhalb eines Jahres eine 50%ige Arbeitsfähigkeit im
Rahmen beruflicher Massnahmen und unter Beachtung qualitativer Einschränkungen
wieder erzielt werden. Die Beschwerden des Versicherten hätten sich seit dem Jahr
2002 in die Bandbreite möglicher funktioneller Beschwerden (somatoforme
Beschwerden) verlagert und es sei eine erhebliche Chronifizierung eingetreten
(Krankheitsgewinn). Die somatoforme Störung stelle die neue Hauptdiagnose dar,
während eine Angststörung und soziale Phobie, Agoraphobie oder Depression nicht
mehr als isolierte Grunderkrankung festgestellt werden könne (Gutachten datiert 28.
Oktober 2011, Eingang bei der SVA am 15. November 2011, einschliesslich des
Berichts über die testpsychologischen Untersuchungsergebnisse vom 8. November
2011, IV-act. 39).
A.e Anlässlich einer internen Sitzung unter Einbezug des RAD und des Rechtsdienstes
gelangte die IV-Stelle zum Schluss, dass der Anspruch auf eine ganze Rente belassen
werde. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. C._ beinhalte „eine unsichere
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Prognose mit unsicherem Ausgang“. Sowohl ein medizinischer Revisionsgrund als
auch ein Wiedererwägungsgrund seien fraglich. Der Versicherte sei ohnehin bereits 55-
jährig. Er dürfe daher nicht auf den Weg der Selbsteingliederung verwiesen werden.
Reine Arbeitsvermittlung reiche nicht aus (Protokoll Rentenrevision vom 1. Februar
2012, IV-act. 43). Am 2. Februar 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass er
weiterhin Anspruch auf die bisherige Invalidenrente habe (IV-act. 45).
A.f Aufgrund der Erkenntnis aus dem Strafverfahren, in welchem dem Versicherten der
betrügerische Bezug von Ergänzungsleistungen vorgeworfen wurde (siehe zum
Strafverfahren insbesondere IV-act. 67), nahm Dr. med. D._, Facharzt für Allgemeine
Innere Medizin FMH, Mitarbeiter der IV-Stelle, eine medizinische Würdigung der Akten
vor. In der Stellungnahme vom 8. Oktober 2012 verglich er die Beurteilungen der Dres.
B._ (2002) und C._. Aus übereinstimmender Sicht dieser beiden Ärzte seien die
Einschränkungen quantitativ etwas geringer ausgeprägt als ursprünglich angenommen.
Die Funktion als Geschäftsführer u.a. eines Restaurants sei mit den der Rente
zugrundeliegenden Gesundheitsstörungen nicht vereinbar. Nach heutiger Einschätzung
liege allerdings keine in so hohem Masse invalidisierende Störung vor, die
gelegentlichen Reisen mit dem Auto entgegenstünde. Eine regelmässige, intensive,
etwa geschäftsmässige Reisetätigkeit mehrmals jährlich wäre dem Versicherten auch
heute nicht möglich (IV-act. 53).
A.g Die Einzelrichterin des Kreisgerichts E._ erklärte den Versicherten im
Zusammenhang mit dem Ergänzungsleistungsbezug des Betrugs schuldig und
verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe (Entscheid vom 30. Juni 2015, ST.2015.44-
CHA/SG3SE-JOS; IV-act. 62; zur Anklageschrift des Untersuchungsamts F._ vom 7.
April 2015 siehe IV-act. 74). Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
A.h Am 13. Oktober 2015 eröffnete die IV-Stelle von Amtes wegen ein erneutes
Revisionsverfahren (IV-act. 80). Der Versicherte machte in dem ihm von der IV-Stelle
zugestellten Fragebogen am 24. Oktober 2015 verschiedene Angaben zu seiner
Gesundheit und zu weiteren Lebensumständen. Sein gesundheitlicher Zustand sei
unverändert. Er habe Probleme aufgrund einer schweren Depression mit u.a.
Angstzuständen (IV-act. 82). Die IV-Stelle teilte der EL-Durchführungsstelle am 6.
November 2015 mit, sie beabsichtige, die ursprüngliche Rentenzusprache im Rahmen
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einer prozessualen Revision zu überprüfen und im Sinn einer Abweisung des
ursprünglichen Rentengesuchs aufzuheben (IV-act. 84; siehe auch die interne
rechtliche Würdigung eines IV-Stellen-Mitarbeiters in der Aktennotiz vom 6. November
2015, IV-act. 85).
A.i Mit Vorbescheid vom 9. November 2015 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, die ursprüngliche Rentenverfügung im Rahmen einer prozessualen Revision
aufzuheben und das Rentengesuch abzuweisen (IV-act. 86). Im Verlaufsbericht vom 15.
November 2015 gab Dr. B._ an, es habe keine Änderung der Diagnosen
stattgefunden. Er verneinte zudem die Zumutbarkeit sowohl der angestammten als
auch einer leidensangepassten Tätigkeit (IV-act. 87). Der Versicherte erhob am 10.
Dezember 2015 Einwand. Er ersuchte um Akteneinsicht und um eine Nachfrist von
mindestens 30 Tagen für eine ergänzende Begründung. Er rügte, dass keine
umfassende medizinische Abklärung stattgefunden habe und beantragte die Einholung
eines medizinischen Gutachtens (IV-act. 88). Mit Schreiben vom 16. Dezember 2015
schickte die IV-Stelle dem Rechtsvertreter des Versicherten die einverlangten Akten
und räumte ihm für eine ergänzende Begründung „einmalig“ eine Frist bis zum 8.
Januar 2016 ein (IV-act. 90). In der Eingabe vom 8. Januar 2016 rügte der
Rechtsvertreter, die eingeräumte Frist sei unter Berücksichtigung des Fristenstillstands
zu kurz. Er ersuchte deshalb um eine weitere Fristerstreckung von 20 Tagen (IV-act.
91). Am 26. Januar 2016 verfügte die IV-Stelle im Rahmen einer prozessualen Revision
der ursprünglichen Rentenverfügung vom 4. April 2003 die Abweisung des
Rentengesuchs. Es hätten sich aus den Strafakten neue Tatsachen ergeben, die zu
einer Neubeurteilung der Sache führten (IV-act. 92). Mit Verfügungen vom 1. Februar
2016 forderte die IV-Stelle vom Versicherten unrechtmässig bezogene
Rentenleistungen zurück (IV-act. 93 f.; zur Sistierung der gegen die
Rückforderungsverfügungen erhobenen Beschwerden [IV 2016/73 und IV 2016/74] bis
zum rechtskräftigen Entscheid über die im Rahmen einer prozessualen Revision
erfolgte Abweisung des Rentengesuchs [IV 2016/72], siehe das Schreiben des
Versicherungsgerichts vom 1. März 2016, IV-act. 95).
B.
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B.a Gegen die Verfügung vom 26. Januar 2016 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 24. Februar 2016. Der Beschwerdeführer beantragt deren Aufhebung
und die Rückweisung der Sache zum Erlass einer neuen Verfügung. Eventualiter sei
von einer Renteneinstellung abzusehen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Hauptsächlich rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, da
ihm keine ausreichende Nachfrist zur Begründung des Einwands eingeräumt worden
sei. Falls das angerufene Gericht trotz Verletzung des Anspruchs auf Gewährung des
rechtlichen Gehörs von einer Aufhebung der angefochtenen Verfügung absehe,
rechtfertige sich eine solche aufgrund der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes.
Der medizinische Sachverhalt sei ungeklärt geblieben, und es sei die im
Verwaltungsverfahren bereits mehrfach beantragte medizinische Begutachtung
anzuordnen (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort die Abweisung der
Beschwerde. Sie hält die Gehörsrüge für unbegründet. Mit den Strafakten seien ihr (der
Beschwerdegegnerin) neue Tatsachen und Beweismittel zugegangen. Zudem müsse
davon ausgegangen werden, dass die Rente durch das Verschweigen wesentlicher
Tatsachen deliktisch erwirkt worden sei. Damit sei zwingend eine prozessuale Revision
durchzuführen. Die Strafverfolgungsbehörden seien dem Verdacht auf IV-Betrug nicht
nachgegangen. Daher sei die Frage der deliktischen Erwirkung im
Sozialversicherungsverfahren vorfrageweise zu prüfen. Der Beschwerdeführer habe
schuldhaft verschwiegen, dass er in seiner Heimat eine Pizzeria führe und dabei
Einkünfte erziele. Welchen gesetzlichen Straftatbestand der Beschwerdeführer erfüllt
habe, könne offen bleiben, da eine prozessuale Revision ohnehin angezeigt sei und
zudem keine Verwirkung eintrete. Aus den nun vorliegenden Akten ergebe sich
zweifellos, dass der Beschwerdeführer seit Jahren in seiner Heimat ein Restaurant
betrieben und dabei relevante Einkommen erzielt habe. Der Schaden einer
krankheitsbedingten Erwerbslosigkeit sei nicht nachgewiesen. Gemäss Dr. C._ wäre
der Beschwerdeführer grundsätzlich arbeitsfähig. Allerdings müsse dieser im Rahmen
von beruflichen Massnahmen eingegliedert werden. Dr. C._ sei offensichtlich von
falschen Annahmen ausgegangen. Die geschäftlichen Aktivitäten des
Beschwerdeführers seien ihm nicht bekannt gewesen. Zudem seien ihm verschiedene
Inkonsistenzen aufgefallen. Auf ergänzende medizinische Abklärungen könne verzichtet
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werden, zumal der Beschwerdeführer nicht Gewähr biete, dass er einem Gutachter
offene und zutreffende Auskünfte erteilen werde (act. G 5).
B.c Die Verfahrensleitung des Versicherungsgerichts teilte dem Beschwerdeführer mit,
dass über dessen Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zusammen mit der
Hauptsache befunden werde (act. G 6).
B.d In der Replik vom 14. September 2016 hält der Beschwerdeführer an den
Beschwerdeanträgen fest und orientiert, dass seine Niederlassungsbewilligung
inzwischen erloschen sei und er die Schweiz per Ende Juli verlassen müsse. Es treffe
nicht zu, dass er in seiner Heimat einer Arbeitstätigkeit nachgegangen sei. Ohne aktiv
erwerbstätig zu sein, habe er durch seine Liegenschaften Geld verdient bzw. ein
Restaurant betreiben lassen. Er habe sich krankheitsbedingt nur sehr beschränkt am
Tagesgeschäft beteiligt. Aufgrund der gesamten Umstände sei es klar angezeigt, dass
der medizinische Sachverhalt unter Berücksichtigung der gesamten Akten umfassend
neu zu würdigen sei und er (der Beschwerdeführer) persönlich untersucht werde (act. G
15).
B.e Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 17).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten ist die prozessuale Revision der ursprünglichen
Rentenverfügung vom 4. April 2003 mit Abweisung des ursprünglichen Rentengesuchs.
1.1 Formell rechtskräftige Verfügungen und Einspracheentscheide müssen in
prozessuale Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der
Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder
Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht möglich war (Art. 53 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR
830.1]). Die prozessualen Revisionsgründe werden in Art. 53 Abs. 1 ATSG nicht
abschliessend aufgezählt (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zürich 2015,
Rz 21 zu Art. 53). Nach Art. 55 Abs. 1 ATSG bestimmen sich in den Art. 27 bis 54 oder
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in den Einzelgesetzen nicht abschliessend geregelte Verfahrensbereiche nach dem
Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren (VwVG; SR 172.021). Art. 66 Abs. 1
VwVG normiert als zusätzlichen Revisionsgrund die Beeinflussung eines Entscheids
durch ein Verbrechen oder Vergehen. Dieser Revisionsgrund findet auch im
Sozialversicherungsrecht Anwendung (KIESER, a.a.O., Rz 24 zu Art. 55 und Rz 22 zu
Art. 53; zu einer analogen Anwendbarkeit siehe MIRIAM LENDFERS, Möglichkeiten und
Grenzen der Korrektur von Dauerleistungen mittels prozessualer Revision, in: UELI
KIESER/MIRIAM LENDFERS [Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2011, S. 199 f.).
Eine strafrechtliche Verurteilung für die Anerkennung der Einwirkung eines Verbrechens
und Vergehens auf eine Verfügung ist nicht notwendig (LENDFERS, a.a.O., S. 200).
1.2 Art. 53 Abs. 1 ATSG enthält keine Fristbestimmung. Auch hierfür sind gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung die Regelungen des VwVG anwendbar (Art. 55
Abs. 1 ATSG; siehe etwa Urteil des Bundesgerichts vom 22. Mai 2013, 9C_491/2012,
E. 2.1 mit Hinweisen; kritisch zur Geltung der Revisionsfristen im
Sozialversicherungsrecht LENDFERS, a.a.O., S. 207 f.). Gemäss Art. 67 Abs. 1 VwVG
ist das Revisionsbegehren der Beschwerdeinstanz innert 90 Tagen nach Entdeckung
des Revisionsgrunds (relative Frist), spätestens aber innert 10 Jahren nach Eröffnung
des Beschwerdeentscheids (absolute Frist) schriftlich einzureichen. Nach Ablauf von 10
Jahren seit Eröffnung des Beschwerdeentscheids ist ein Revisionsbegehren nur noch
aufgrund von Art. 66 Abs. 1 VwVG (Beeinflussung durch Verbrechen oder Vergehen)
zulässig (Art. 67 Abs. 2 VwVG). Die 90-tägige relative Frist muss aber (für sämtliche
Revisionsgründe) immer eingehalten werden (siehe etwa ALFRED KÖLZ/ISABELLE
HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des
Bundes, 3. Auflage, Zürich 2013, Rz 1344 mit Hinweis; KARIN SCHERRER REBER, in:
BERNHARD WALDMANN/PHILIPPE WEISSENBERGER [Hrsg.], Praxiskommentar
Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Auflage, Zürich 2016, Rz 7 zu Art. 67; AUGUST
MÄCHLER, in: CHRISTOPH AUER/MARKUS MÜLLER/BENJAMIN SCHINDLER [Hrsg.],
Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, St. Gallen 2008, Rz 2
zu Art. 67; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 9. September 2009,
A-2541/2008, E. 4.3.7 am Schluss), was sich aus der diesbezüglich klaren Regelung
von Art. 67 Abs. 2 VwVG ergibt. In der sozialversicherungsrechtlichen Rechtsprechung
werden die Fristen, die Art. 67 VwVG für die Revision von Beschwerdeentscheiden
vorsieht, auch auf erstinstanzliche Verfügungen angewendet (Urteil des Bundesgerichts
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vom 28. Februar 2018, 8C_377/2017, E. 7.2 mit Hinweisen; siehe auch bezüglich des
übrigen vom VwVG erfassten Verwaltungsrechts SCHERRER REBER, a.a.O., Rz 6 zu
Art. 66).
2.
Vorliegend kann offenbleiben, ob sich - wie die Beschwerdegegnerin annimmt (IV-act.
92-4 und -6) - aus den Akten des Strafverfahrens neue Tatsachen oder Beweismittel
ergeben, die den Tatbestand von Art. 53 Abs. 1 ATSG erfüllen. Denn selbst wenn dies
bejaht würde, so war die mit der ursprünglichen Rentenverfügung vom 4. April 2003
(IV-act. 19) eröffnete absolute zehnjährige Revisionsfrist (Art. 55 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art.
67 Abs. 1 VwVG) am 3. April 2013 und damit im Zeitpunkt der angefochtenen
Verfügung vom 26. Januar 2016 längst abgelaufen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
28. Februar 2018, 8C_377/2017, E. 8.3.1).
3.
Die Beschwerdegegnerin hat in der Beschwerdeantwort vom 2. Mai 2016 zudem den
Revisionsgrund der Beeinflussung der ursprünglichen Rentenverfügung durch ein
Verbrechen oder Vergehen ins Feld geführt (act. G 5, III. Rz 5 f.).
3.1 Voraussetzung für die prozessuale Revision eines Entscheids nach Art. 66 Abs. 1
VwVG ist, dass es sich beim Delikt um ein Verbrechen oder Vergehen im Sinn von Art.
10 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB; SR 311.0) handelt. Zudem muss das
Verbrechen oder Vergehen einen direkten oder indirekten Einfluss auf den zu
revidierenden Entscheid gehabt haben. Die näheren Umstände, namentlich das
Vorliegen eines Verbrechens oder Vergehens oder eines Delikts, das den objektiven
Tatbestand erfüllt, müssen im Rahmen eines Strafverfahrens erstellt sein; es muss
keine Verurteilung erfolgt sein, da nur ein tatbestandsmässiges und rechtswidriges,
nicht auch ein schuldhaftes Verhalten verlangt wird. Ist ein Strafverfahren oder ein
Strafurteil nicht möglich, kann der Nachweis eines Verbrechens oder Vergehens auch
anders erbracht werden. In diesem Fall entscheidet die Revisionsinstanz frei über das
Vorliegen eines Verbrechens oder Vergehens (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 28.
Februar 2018, 8C_377/2017, E. 8.3.3).
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3.2 Die Beschwerdegegnerin weist zutreffend darauf hin, dass die
Strafverfolgungsbehörden im Zusammenhang mit den Rentenleistungen dem Verdacht
auf „IV-Betrug“ nicht nachgegangen sind (act. G 5, III. Rz 6), obschon die
Beschwerdegegnerin im Schreiben vom 9. Oktober 2012 beim Untersuchungsamt
F._ u.a. um Einleitung eines Strafverfahrens wegen des Verdachts auf Betrug zum
Nachteil der Invalidenversicherung ersucht hatte (IV-act. 54-2 f.). Gegenstand der
Anklageschrift des Untersuchungsamts F._ bildete ausschliesslich der Vorwurf der
betrügerischen Erwirkung von Ergänzungsleistungen (IV-act. 74). Das in Rechtskraft
erwachsene Strafurteil der Kreisrichterin vom 30. Juni 2015, ST.2015.44-CHA/SG3SE-
JOS (IV-act. 62) enthält keine Begründung.
3.3 Gemäss Schlussbericht des Untersuchungsamts F._ vom 7. April 2015
betreffend die Anklage wegen betrügerischen Bezugs von Ergänzungsleistungen (Art.
146 Abs. 1 StGB) habe der Beschwerdeführer die Sozialversicherungsanstalt des
Kantons St. Gallen durch sein Vorgehen in den Irrtum versetzt, er verfüge im Ausland
weder über ein Einkommen noch über Vermögenswerte, obwohl dies nicht den
Tatsachen entsprochen habe. Er habe dies in arglistiger Weise getan, indem er davon
habe ausgehen können, dass die Sozialversicherungsanstalt dies nicht überprüfen
könne. Dem sei auch so gewesen und lediglich die Tatsache, dass gegen seinen Sohn
ein Strafverfahren geführt worden sei, habe dazu verholfen, dass die Machenschaften
des Beschwerdeführers hätten aufgedeckt werden können. Aus der Sicht des
Untersuchungsamts habe es sich dabei um "bewusste mehrfache Falschinformation"
gehandelt (IV-act. 74-13). Von der Einzelrichterin des Kreisgerichts E._ wurde der
Beschwerdeführer des Betrugs im Sinn von Art. 146 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen
(IV-act. 62).
3.4 Die mit der Strafsache befasste Einzelrichterin des Kreisgerichts E._ vertrat
anlässlich der Befragung vom 30. Juni 2015 - wie die Staatsanwaltschaft - die
Auffassung, die Agenden des Beschwerdeführers zeichneten das Bild eines vielseitig
beschäftigten Geschäftsmanns, der Investitionen tätige, Kündigungen ausspreche,
Strategien entwerfe, Abrechnungen mache, Rechnungen bezahle und
Kostenzusammenstellungen vornehme (IV-act. 76-7 unten). Diese Einschätzung lässt
sich mit den Akten vereinbaren. So ergeben sich etwa aus den verschiedenen
glaubwürdigen Zeugenaussagen Anhaltspunkte auf eine regelmässige
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Geschäftstätigkeit (insbesondere Vertragsverhandlungen und -abwicklungen) des
Beschwerdeführers bei der Vermietung von Räumlichkeiten (siehe etwa betreffend das
Jahr 2006 IV-act. 67-54 und IV-act. 67-115, das Jahr 2010 IV-act. 67-32 f.) sowie auf
dessen Tätigkeiten im Gastgewerbe (siehe für das Jahr 2006 IV-act. 67-115 unten,
sowie allgemein IV-act. 67-117). Auch im Schlussbericht des Untersuchungsamts vom
7. April 2015 wurde nachvollziehbar festgehalten, dass sich der Beschwerdeführer sehr
oft in seinem Heimatland aufgehalten habe und dort auch einer Vielzahl von
geschäftlichen Tätigkeiten nachgegangen sei (IV-act. 74-13). Die vom
Beschwerdeführer vorgenommene Darstellung der in G._ (allein) aus dem
Restaurantbetrieb ab 1. Januar 2003 in Schweizerfranken erzielten Einkommen (IV-act.
75-3; siehe auch zu den versteuerten Einkommen IV-act. 74-15 oben) spricht ebenfalls
für eine erhebliche gastgewerbliche Tätigkeit des Beschwerdeführers noch vor dem
Erlass der ursprünglichen Rentenverfügung. Dass er sich am Tagesgeschäft beteiligte,
hat der Beschwerdeführer inzwischen ausdrücklich - wenn auch bloss in "sehr
beschränkten" Umfang - anerkannt (act. G 15, S. 2 oben).
3.5 In zu diesen Umständen im Widerspruch stehender Weise präsentierte sich der
Beschwerdeführer aufgrund der von ihm geklagten Angst- und Panikzustände als
vollständig arbeitsunfähig (Bericht von Dr. B._ vom 1. Mai 2002, IV-act. 10-3). Wegen
dessen Krankheitsdarstellung gingen sowohl Dr. B._ (IV-act. 10-4) als auch der
Eingliederungsverantwortliche davon aus, eine allfällige 50%ige Leistungsfähigkeit
könne nur noch in einem geschützten Rahmen verwertet werden (Schlussbericht
Eingliederung vom 1. Oktober 2002, IV-act. 15). In der Folge hielt sich der
Beschwerdeführer weiterhin für arbeitsunfähig und unfähig, an einer Eingliederung
teilzunehmen (Verlaufsberichte von Dr. B._ vom 28. Februar 2006, IV-act. 23, und
vom 18. Mai 2011, IV-act. 34). Anlässlich der Begutachtung durch Dr. C._ machte
der Beschwerdeführer ebenfalls noch geltend, wegen Angst- und Panikgefühlen nicht
mehr arbeitsfähig zu sein (Gutachten vom 28. Oktober 2011, IV-act. 39-7). Er habe sich
(sozial) zurückgezogen (IV-act. 39-7 unten) bzw. klage über schwere Einschränkungen
der beruflichen und sozialen Leistungsfähigkeit (IV-act. 39-11 Mitte). Tagsüber
beschäftige er sich "nur mit Fernsehen, Spazierengehen, verbringe kaum Zeit im Bett,
esse ca. 2-3 x täglich, koche sich selten etwas und pflege losen Kontakt mit einigen
Kollegen, die er kenne sowie Bekannten" (IV-act. 39-8 unten). Unter diesen Umständen
ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer gegenüber den medizinischen
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Fachpersonen und der Beschwerdegegnerin unvollständige und unwahre Angaben
über seinen Gesundheitszustand und seine Leistungsfähigkeit gemacht hat. Dadurch
wurden die medizinischen Berichte und die sich auf die berufliche Eingliederung
beziehenden Einschätzungen erheblich verfälscht. Der Beschwerdeführer hat einen
massiv schlechteren Gesundheitszustand vorgetäuscht, als er in Wirklichkeit bestand
(siehe zur jahrelangen Geschäftstätigkeit vorstehende E. 3.4). Angesichts der
Diskrepanz zwischen der tatsächlich vorhandenen Leistungsfähigkeit und den vom
Beschwerdeführer geschilderten schweren Einschränkungen sowie Angst- und
Panikzuständen ist ein lediglich fahrlässiges Handeln zu verneinen. Vielmehr ist
aufgrund der geschilderten Umstände davon auszugehen, dass die falschen Angaben
des Beschwerdeführers wissentlich und willentlich erfolgten. Demnach ist - wie im
Strafverfahren betreffend den Ergänzungsleistungsanspruch (siehe vorstehende E. 3.3)
- der Tatbestand von Art. 146 Abs. 1 StGB (Betrug) und damit der Revisionsgrund des
Verbrechens (Art. 10 Abs. 2 i.V.m. Art. 146 Abs. 1 StGB) erfüllt (vgl. zum Ganzen Urteil
des Bundesgerichts vom 4. Juni 2018, 6B_1219/2017).
4.
In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, ob die prozessuale Revision rechtzeitig erfolgt
ist.
4.1 Die Beschwerdegegnerin vertritt den Standpunkt, dass beim Revisionsgrund der
Beeinflussung eines Entscheids durch ein Verbrechen oder Vergehen (Art. 55 Abs. 1
ATSG i.V.m. Art. 66 Abs. 1 VwVG) keine Verwirkung eintrete (act. G 5, III. Rz 6). Diese
Rechtsauffassung erweist sich insoweit als unvollständig, als die 90-tägige relative Frist
(Art. 55 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 67 VwVG) zu beachten ist. Kraft diesbezüglich klarer
gesetzlicher Regelung (Art. 55 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 67 Abs. 2 VwVG) findet beim
Revisionsgrund von Art. 66 Abs. 1 VwVG einzig eine Dispensation von der absoluten
zehnjährigen Revisionsfrist statt (siehe vorstehende E. 1.2). Zu prüfen ist demnach, ob
die 90-tägige relative Frist für eine prozessuale Revision gewahrt worden ist (siehe
hierzu vorstehende E. 1.2 f.).
4.2 Grundsätzlich bestimmt sich der Zeitpunkt, in dem der Revisionsgrund hätte
entdeckt werden können, nach dem Prinzip von Treu und Glauben (SCHERRER
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REBER, a.a.O., Rz 4 mit Hinweis; siehe auch Urteil des Bundesgerichts vom 21. August
2017, 8C_718/2016, E. 2.4). Die Frist beginnt zu laufen, sobald ein auf sicheren
Grundlagen fussendes Wissen über den Revisionsgrund besteht (BGE 143 V 108 E.
2.4). Bei einer Berufung auf den Revisionsgrund eines Verbrechens und Vergehens, die
den Entscheid beeinflusst haben, läuft die 90-tägige Frist in der Regel ab dem Eintritt
der Rechtskraft des Strafurteils (MÄCHLER, a.a.O., Rz 2 zu Art. 67 mit Hinweis). Nach
der sozialversicherungsrechtlichen Rechtsprechung des Bundesgerichts ist bei einer
von Amtes wegen vorgenommenen prozessualen Revision (erst) der Erlass der
Revisionsverfügung fristwahrend (siehe etwa Urteile des Bundesgerichts vom 27.
Januar 2018, 8C_132/2018, E. 2.2, vom 28. Februar 2018, 8C_377/2017, E. 8.3.1, und
vom 22. Mai 2013, 9C_491/2012, E. 4.1.2; anders allerdings im Entscheid vom 23. April
2013, 8C_18/2013, E. 7.1, worin ebenfalls nicht auf den Zeitpunkt des mehr als 90
Tage nach den Abklärungen erfolgten Verfügungserlasses abgestellt wurde) und nicht
etwa die Einleitung des Revisionsverfahrens (siehe zur Einleitung des
Revisionsverfahrens als massgebende fristwahrende Handlung das Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2011, 2C_156/2010, E. 3.2).
4.3 Art. 67 Abs. 1 VwVG, der lediglich das Revisionsbegehren seitens von
Rechtssuchenden ausdrücklich regelt, nicht jedoch die prozessuale Revision von
Amtes wegen, bezeichnet für den Beginn der 90-tägigen Frist die "Entdeckung" des
Revisionsgrunds als massgebend. Die Frist wird bereits durch das Einreichen des
Revisionsbegehrens gewahrt. Das Gesetz bestimmt demnach die erste ein
prozessuales Revisionsverfahren einleitende Handlung (Einreichen des
Revisionsgesuchs) als fristwahrend. Für den Fall einer prozessualen Revision von
Amtes wegen ist dies die Eröffnung des Revisionsverfahrens (vgl. zur Massgabe der
Einleitung des Revisionsverfahrens für die Fristwahrung den Entscheid des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2011, 2C_156/2010, E. 3.2). Eine Eröffnung ist spätestens
dann anzunehmen, wenn die Verwaltung im Nachgang zu einem auf sicheren
Grundlagen fussenden Wissen über ein Verbrechen oder Vergehen erste Abklärungen
hinsichtlich einer in Frage stehenden prozessualen Revision einer ursprünglichen, in
Rechtskraft erwachsenen Verfügung vornimmt. Im Rahmen des gesamten
nachfolgenden prozessualen Revisionsverfahrens hat die Verwaltung nicht bloss das
tatsächliche Vorliegen eines Revisionsgrundes (etwa Verbrechen oder Vergehen) und
dessen Auswirkungen auf den ursprünglichen Entscheid abzuklären, sondern
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bejahendenfalls zusätzlich die Spruchreife für einen neuen Entscheid ex tunc bis zum
neuerlichen Verfügungserlass herzustellen. Die Verwaltung hat damit in einem
aufgenommenen Revisionsverfahren Abklärungen zu tätigen einerseits bezüglich der
Frage, ob die Rechtskraft des ursprünglichen Entscheids beseitigt werden, und
bejahendenfalls, wie über das ursprüngliche Leistungsgesuch - unter Berücksichtigung
des bis zum neuerlichen Verfügungserlass eingetretenen Sachverhalts - nochmals
entschieden werden soll. Es ist offenkundig, dass eine 90-tägige, erst mit dem Erlass
einer Verfügung über das ursprüngliche Leistungsgesuch zu wahrende Frist für diese
beiden Abklärungsthemen zu kurz wäre, zumal vorgängig noch das
Vorbescheidverfahren durchzuführen ist. Dies zeigt der vorliegend zu beurteilende Fall
anschaulich, in dem der neue Entscheid über das ursprüngliche Leistungsgesuch
sowohl einen langjährigen vor dem Revisionsverfahren liegenden Zeitraum als auch
den bis zum Erlass der Neuverfügung eingetretenen Sachverhalt zu erfassen hat.
4.4 Das Untersuchungsamt F._ orientierte die Beschwerdegegnerin am 21.
September 2012 im Zusammenhang mit einem eingeleiteten Strafverfahren bezüglich
Betäubungsmitteldelikten u.a. über ihre daraus gewonnenen Erkenntnisse zu
geschäftlichen Aktivitäten des Beschwerdeführers (IV-act. 51). Im Schreiben vom 9.
Oktober 2012 teilte die Beschwerdegegnerin gegenüber dem Untersuchungsamt F._
ihren Standpunkt mit, es bestünden konkrete Anhaltspunkte dafür, dass der
Versicherte seinen behandelnden Psychiater, die Entscheidungsträger der
Invalidenversicherung und zuletzt auch den Gutachter Dr. C._ hinsichtlich seines
Gesundheitszustands, seiner Einschränkungen und beruflichen Aktivitäten gezielt
getäuscht habe. Ausserdem habe er der Invalidenversicherung keine Erwerbsaufnahme
gemeldet, was für sich alleine schon eine strafbare Meldepflichtverletzung darstelle. Es
bestehe ein begründeter Verdacht auf Betrug zum Nachteil der Invalidenversicherung
(IV-act. 54-2). Die Verurteilung des Beschwerdeführers durch die Einzelrichterin des
Kreisgerichts betreffend betrügerischen Ergänzungsleistungsbezug erfolgte am 30.
Juni 2015 (IV-act. 62-2 ff.). Von der medialen Berichterstattung nahm die
Beschwerdegegnerin gemäss Aktenverzeichnis am 7. Juli 2015 Kenntnis (IV-act. 61).
Das nicht begründete Strafurteil nahm sie am 10. Juli 2015 zu den Akten (IV-act. 62-2).
Am 29. Juli 2015 erhielt die Beschwerdegegnerin Einsicht in die Strafakten (IV-act. 63).
Die Beschwerdegegnerin hatte damit erst ab 29. Juli 2015 vertiefte Kenntnis des von
ihr angerufenen Revisionsgrunds des Verbrechens bzw. Vergehens. Zumindest hätte
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sie nach dem Prinzip von Treu und Glauben den Revisionsgrund (Verbrechen bzw.
Vergehen) ab diesem Zeitpunkt entdecken können. Davon scheint auch die
Beschwerdegegnerin auszugehen, die vorbringt, mit den Strafakten seien ihr neue
Tatsachen und Beweismittel zugegangen (act. G 5, III. Rz 5; zur dadurch entstandenen
"völlig neuen Beweislage" siehe IV-act. 81). Die Beschwerdegegnerin hatte ab diesem
Zeitpunkt nicht mehr nur über blosse Ahnungen und Vermutungen über das
Verbrechen, das die ursprüngliche Rentenzusprache beeinflusste, verfügt (vgl.
MÄCHLER, a.a.O., Rz 2 zu Art. 67). Sie hat denn auch hinsichtlich der zur
Rentenzusprache führenden Umstände keine weiteren Abklärungen mehr getätigt.
4.5 Mit Blick auf die Wahrung der 90-tägigen Frist ist entscheidend, dass die
Beschwerdegegnerin nach der Kenntnisnahme der Strafakten bzw. der "durch den
Beizug der Strafakten völlig neuen Beweislage" (siehe die Besprechungsnotiz vom 14.
Oktober 2015, IV-act. 81) am 13. Oktober 2015 und damit rechtzeitig eine Revision der
Invalidenrente eröffnete, dies dem Beschwerdeführer mitteilte und ihn um weitere
Angaben ersuchte (IV-act. 80). Dieser geht ebenfalls davon aus, dass die
Beschwerdegegnerin infolge ("daraufhin") des Entscheids des Kreisgerichts bzw. der
Verurteilung wegen "nicht deklarierter" Einkünfte und Vermögen ein
Rentenrevisionsverfahren im Oktober 2015 eröffnete (act. G 1, III. Rz 18). Die
Rechtzeitigkeit der vorgenommenen prozessualen Revision ist denn auch vom
rechtskundig vertretenen Beschwerdeführer nicht in Frage gestellt worden.
5.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerdegegnerin zu Recht im Rahmen einer
prozessualen Revision auf die ursprüngliche Rentenverfügung zurückgekommen. Bei
der neu vorzunehmenden Beurteilung des Leistungsgesuchs obliegt deshalb dem
Beschwerdeführer die Beweislast für das Vorliegen einer rentenbegründenden
Invalidität (Entscheide des Versicherungsgerichts vom 25. August 2015, IV 2013/432
und IV 2014/11, E. 3, und vom 28. Mai 2014, IV 2011/355, E. 3.2). Vorliegend ist von
Bedeutung, dass die langjährige Geschäftstätigkeit des Beschwerdeführers,
insbesondere im Gastrobereich (siehe vorstehende E. 3.4), seine Leidensdarstellung
und -schilderungen (Angst- und Panikzustände mit vollständiger
Leistungsbeeinträchtigung und schwerem sozialem Rückzug; siehe vorstehende E. 3.5;
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zur neurotischen Störung mit Angst und Soziophobie als Grundlage für den
ursprünglichen Rentenentscheid siehe auch die Stellungnahme von Dr. D._ vom 8.
Oktober 2012, IV-act. 53-3) schwer erschüttert. Sie widerlegt das Vorliegen der geltend
gemachten gesundheitlichen Beeinträchtigung, wie bereits Dr. D._ plausibel
darstellte (IV-act. 53-3). Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ist davon auszugehen,
dass mangels eines Gesundheitsschadens auch keine krankheitsbedingte
Erwerbsunfähigkeit vorliegt. Daran vermögen die echtzeitlichen medizinischen Berichte
nichts zu ändern, war doch den medizinischen Fachpersonen die Geschäftstätigkeit
und die damit verbundene Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers sowie das damit
einhergehende soziale Aktivitätsniveau nicht bekannt. Ein weiterer Abklärungsbedarf ist
deshalb zu verneinen und auf die vom Beschwerdeführer beantragte medizinische
Begutachtung zu verzichten (act. G 1, IV. Rz 38). Selbst wenn im Übrigen ein weiterer
Abklärungsbedarf bejaht würde, wären aufgrund des weit zurückliegenden
Sachverhalts und aufgrund des bisherigen zweifelhaften Aussageverhaltens des
Beschwerdeführers von weiteren Abklärungen keine aussagekräftigen Ergebnisse mehr
zu erwarten (siehe hierzu vorstehende E. 3.3; zu den inkonsistenten Angaben des
Beschwerdeführers anlässlich der testpsychologischen Beurteilung vom 8. November
2011 siehe IV-act. 39-12 oben sowie IV-act. 39-18). Die Folgen dieser Beweislosigkeit
hätte der Beschwerdeführer zu tragen.
6.
Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör. Er
sieht diesen dadurch verletzt, dass ihm die Beschwerdegegnerin keine ausreichende
Nachfrist für eine Einwandbegründung gewährt habe (act. G 1, IV. Rz 28 ff.).
6.1 Gemäss Art. 57a Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) teilt die IV-Stelle der versicherten Person den vorgesehenen Endentscheid
über ein Leistungsbegehren oder den Entzug oder die Herabsetzung einer bisher
gewährten Leistung mittels Vorbescheid mit (Satz 1); die versicherte Person hat
Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinn von Art. 42 ATSG (Satz 2). Die Parteien können
innerhalb einer Frist von 30 Tagen Einwände zum Vorbescheid vorbringen (Art. 73ter
Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Der Sinn und
Zweck des Vorbescheidverfahrens besteht darin, eine unkomplizierte Diskussion des
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Sachverhalts zu ermöglichen und dadurch die Akzeptanz des Entscheids bei den
Versicherten zu verbessern (BGE 134 V 106 E. 2.7). Das Vorbescheidverfahren geht
über den verfassungsrechtlichen Mindestanspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs.
2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 101]) hinaus,
indem es Gelegenheit gibt, sich nicht nur zur Sache, sondern auch zum vorgesehenen
Endentscheid zu äussern (BGE 134 V 107 E. 2.8.2 mit Hinweisen). Mit Blick auf allfällige
Fristerstreckungen ist von Bedeutung, dass der Gesetzgeber mit der erneuten
Einführung des Vorbescheidverfahrens explizit eine Verfahrensstraffung bezweckte
(BGE 143 V 73 f. E. 4.3.2 mit Hinweisen). Als behördliche Frist ist diejenige von Art.
73ter Abs. 1 IVV aus hinreichenden Gründen bzw. "in gut begründeten Fällen"
erstreckbar. Seitens der Verwaltung kann einer ausufernden Fristerstreckung bzw.
einer Fristerstreckung ohne zureichenden Grund ein Riegel geschoben werden (BGE
143 V 75 E. 4.3.5 mit Hinweis auf das Kreisschreiben über das Verfahren in der
Invalidenversicherung [KSVI]).
6.2 Die Beschwerdegegnerin erliess am 9. November 2015 den Vorbescheid über die
prozessuale Revision der ursprünglichen Rentenverfügung und die Abweisung des
Leistungsgesuchs (IV-act. 86). Dagegen erhob der Beschwerdeführer am 10. Dezember
2015 Einwand. Er machte geltend, dass ohne umfassende ärztliche Untersuchung bzw.
Begutachtung die Voraussetzungen für eine Renteneinstellung nicht erfüllt seien. Er
beantragte eine Nachfrist von 30 Tagen für eine ergänzende Begründung (IV-act. 88).
Die Beschwerdegegnerin teilte dem Beschwerdeführer am 16. Dezember 2015 mit, sie
verlängere die Frist für eine Stellungnahme bis zum 8. Januar 2016 einmalig. Bei
ungenütztem Fristablauf würde sie die Verfügung aufgrund der vorliegenden Akten
erlassen (IV-act. 90). Im Schreiben vom 8. Januar 2016 rügte der Beschwerdeführer,
die Nachfrist sei wegen der Festtage zu kurz. Er beantragte eine nochmalige
Fristerstreckung um 20 Tage (IV-act. 91). Am 26. Januar 2016 erliess die
Beschwerdegegnerin die angefochtene Verfügung (IV-act. 92).
6.3 Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer immerhin am 16. Dezember
2015 eine Fristerstreckung - wenn auch nicht im beantragten 30-tägigen Umfang - bis
8. Januar 2016 gewährt (IV-act. 90). Ob die gewährte Fristerstreckung zu kurz
bemessen war, kann vorliegend indessen offenbleiben. Denn die Beschwerdegegnerin
erliess die angefochtene Verfügung erst am 26. Januar 2016, womit dem
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Beschwerdeführer seit dem Vorbescheid vom 9. November 2015 rund zweieinhalb
Monate für eine begründete Stellungnahme zur Verfügung gestanden sind. Dabei ist zu
berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer bereits im Strafverfahren durch denselben
Rechtsanwalt vertreten war (IV-act. 62-2) und dieser weder vorbrachte noch ersichtlich
war, dass von ihm bei behandelnden medizinischen Fachpersonen angeforderte
Auskünfte noch ausstehend waren. Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen,
dass der Rechtsvertreter die ihm gewährte Nachfrist nicht umgehend als zu kurz rügte,
sondern er sein weiteres Fristerstreckungsgesuch erst am Ende der Nachfrist (8.
Januar 2016, IV-act. 91) einreichte. Dies deutet zumindest darauf hin, dass die
Fristgewährung nicht von vornherein untauglich war. Insgesamt ist deshalb eine
Gehörsverletzung zu verneinen.
7.
7.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der
Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen.
7.3 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
(act. G 1).
7.3.1 Jede Person, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, hat Anspruch auf
unentgeltliche Rechtspflege, wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint.
Soweit es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf
unentgeltlichen Rechtsbeistand (Art. 29 Abs. 3 BV). Die unentgeltliche Rechtspflege
bezweckt, auch der bedürftigen Partei den Zugang zum Gericht und die Wahrung ihrer
Parteirechte zu ermöglichen. Sie soll sicherstellen, dass jedermann unabhängig von
seinen finanziellen Verhältnissen nicht aussichtslose Streitsachen zur gerichtlichen
Entscheidung bringen und sich überdies im Prozess, sofern es sachlich geboten ist,
durch einen Anwalt vertreten lassen kann. Für das sozialversicherungsrechtliche
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Beschwerdeverfahren findet der Anspruch auf unentgeltlichen Rechtsbeistand in Art.
61 lit. f ATSG eine gesetzliche Grundlage.
7.3.2 Eine Person ist bedürftig, wenn sie nicht in der Lage ist, für die Prozesskosten
aufzukommen, ohne dass sie Mittel beanspruchen müsste, die zur Deckung des
Grundbedarfs für sie und ihre Familie notwendig sind. Die prozessuale Bedürftigkeit
beurteilt sich nach der gesamten wirtschaftlichen Situation der Rechtsuchenden im
Zeitpunkt der Entscheidung über das Gesuch (BGE 108 V 269 E. 4, bestätigt etwa im
Urteil des Bundesgerichts vom 29. Oktober 2015, 8C_493/2015, E. 3.3; siehe auch
STEFAN MEICHSSNER, Das Grundrecht auf unentgeltliche Rechtspflege [Art. 29 Abs.
3 BV], Basel 2008, S. 79). Dazu gehören einerseits sämtliche finanziellen
Verpflichtungen, andererseits die Einkommens- und Vermögensverhältnisse. In diesem
Kontext ist darauf hinzuweisen, dass von einem Grundeigentümer verlangt werden
darf, einen Kredit auf sein Grundstück aufzunehmen, soweit dieses noch belastet
werden kann (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Oktober 2015, 8C_493/2015, E. 3.3
mit Hinweis).
7.3.3 Da das vom Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang eingereichte Formular
samt Beilagen die Prozessarmut nicht ausreichend belegte, forderte das
Versicherungsgericht den Beschwerdeführer am 10. Mai 2016 auf, die Steuererklärung
für das Jahr 2015 samt Veranlagung nachzureichen. Ausserdem seien die
Einkommens- und Vermögensverhältnisse im Ausland umfassend darzulegen und zu
belegen (act. G 6). Nach mehrmals erstreckter Frist reichte der Beschwerdeführer am
14. September 2016 ein nochmals ausgefülltes Formular samt Beilagen ein (act. G 14
f.). Er legte dem Gesuch ausserdem die Ausreisemeldung des Migrationsamts vom 29.
Juli 2016 bei (act. G 14).
7.3.4 Gemäss jüngsten Angaben des Beschwerdeführers verfügt er über monatliche
"sonstige Einkünfte" im Betrag von 500 Euro. Als monatliche Auslagen macht er
Mietzinsen (diese ohne Beleg) und Krankenkassenbeiträge von insgesamt Fr. 695.85
geltend. Als Vermögen nennt er ein Einfamilienhaus und ein Grundstück, deren Wert er
mit 29'000 Euro beziffert. Schulden bestehen nach seinen Angaben nicht (act. G 14;
vgl. auch act. G 4.1). Offenbar war damit der Beschwerdeführer in der Lage, die ihm im
Strafverfahren auferlegten Verfahrenskosten von Fr. 12'012.90 (IV-act. 62-4) und die
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(nicht bekannten) Kosten der damaligen Rechtvertretung (zur Abweisung des Gesuchs
um amtliche Verteidigung siehe den Entscheid des Kreisgerichts St. Gallen vom 29.
Juni 2015, IV-act. 78) ohne weiteres zu begleichen. Vor diesem Hintergrund erscheint
fraglich, dass der Beschwerdeführer gemäss seinen Angaben abgesehen von den
schuldenfreien Immobilien über gar keine anderen Vermögenswerte mehr verfügt. An
der Glaubwürdigkeit der Aussagen des Beschwerdeführers bestehen auch insoweit
Zweifel, als er im ersten Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege vom 11. März 2016
noch ausdrücklich Einkünfte verneinte (act. G 4.1) und nunmehr monatliche Einkünfte
von 500 Euro geltend macht. Diese werden allerdings weder näher erläutert noch
belegt, sodass - nicht zuletzt aufgrund der bisherigen langjährigen Geschäftstätigkeit
(vgl. vorstehende E. 3.4) - fraglich und nicht nachvollziehbar ist, ob die Höhe der
Einkünfte zutreffend oder zu gering ist. Vorliegend kann indessen offenbleiben, ob der
Beschwerdeführer seinen Mitwirkungspflichten nachgekommen ist. Nach eigenen
Angaben verfügt er jedenfalls - nebst den Einkünften - über im Ausland liegende
Immobilienwerte im Umfang von 29'000 Euro (act. G 14) bzw. Fr. 35'000.-- bis Fr.
40'000.-- (act. G 4.1). Zudem hat er die Schweiz inzwischen verlassen, womit die von
ihm angegebenen Auslagen für Mietzins (ohne Beleg) und Krankenkassenbeiträge
weggefallen sind. Angesichts der Einkünfte und Immobilienwerte ist die Prozessarmut
deshalb zu verneinen. Im hier zu beurteilenden Fall wäre der Bedeutung und dem
Aufwand der Streitsache entsprechend eine Parteientschädigung von pauschal Fr.
3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen zu betrachten.
Dem Beschwerdeführer ist es zumutbar die Gerichtskosten und die Kosten für die
Rechtsvertretung aus den eigenen Mitteln zu bestreiten. Das Gesuch um Gewährung
der unentgeltlichen Rechtspflege ist daher abzuweisen.
7.4 Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.