Decision ID: 9253db8f-9fe6-5d70-92de-f4971c89d468
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
62
, war
seit dem
1.
Oktober 1985
, zuletzt
als
System Engineer
,
bei der
Y._
, Zürich
,
tätig, wobei der letzte Arbeitstag am 1
0.
Juli 2016 war
(Urk. 7/
17
Ziff.
2.1-2
).
Am
24
.
Oktober
201
6
meldete er sich
unter Hin
weis auf eine seit
der Jugendzeit bestehende Depression
bei der Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/
2 Ziff. 6.2-3
). Die Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
und
holte die Unterlagen der Krankentaggeldversicherung ein (
Urk.
7/3
,
Urk.
7/30
)
.
Am
2
5.
September 2017
erteilte sie
Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining vom
2.
Oktober bis 3
1.
Dezember 2017
(
Urk.
7/25
)
, sowie am 1
1.
Januar 2018 für ein Aufbautraining ab dem
3.
Januar 2018 (
Urk.
7/33)
. Am
2
4.
Mai 2018
wurde das
A
ufbautraining
infolge
Nichterreichens einer Steigerung der Präsenz und
der
Leistung
abgebrochen (
Urk.
7/40
).
Die IV-St
elle veranlasste sodann bei der Z._
ein interdis
ziplinäres Gutachten, welches am 1
1.
Juni 2019 erstattet wurde (
Urk.
7/57).
Nach
dem der Versicherte gegen den am 1
7.
Februar 2020 ergangene
n
Vorbescheid (
Urk.
7
/60) Einwände erhoben hatte (
Urk.
7
/69),
stellte der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) am 2
6.
Mai 2020 verschiedene Rückfragen an die Gutachter der
Z._
(
Urk.
7
/72),
welche diese in ihrem Schreiben vom 2
2.
Juni 2020 beantworteten (
Urk.
7
/74). Hierzu nahm der Versicherte am 3
0.
Juli 2020 Stellung (
Urk.
7
/76).
Mit Verfügung vom 3
1.
August 2020 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch des Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung (
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am
3
0.
September
20
20
Beschwerde gegen die Verfügung vom
3
1.
August
20
20
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und
die Sache sei
an die Beschwerdegegnerin zur w
eiteren Abklärung zurückzuweisen, um her
nach erneut über den Leistungsanspruch zu entscheiden
(
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwer
deantwort vom
9.
November
2020 (
Urk.
6) beantragte die IV-Stelle, die Beschwerde sei abzuweisen, was dem Beschwerdeführer am
1
1.
November
2020 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumut
bar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im
Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.
4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhal
ten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der
Exp
erten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (
Urk.
2) damit, dass gestützt auf das Gutachten der
Z._
davon auszugehen sei, dass aus somatischer Sicht (internistisch/neurologisch) keine funktionellen Einschränkungen vorlägen, welche Auswirkungen auf die Ausübung der angestammten Tätigkeit oder einer angepassten Tätigkeit hätten.
Aus psychiatrischer Sicht könne zwar die Diagnose einer depressiven Störung gestellt werden. Es hätten aber Diskrepanzen zwischen den subjektiv (eigenen, persönlichen) geschilderten Beschwerden und den objek
tivierbaren (messbaren) Befunden bestanden. Der Wahrheitsgehalt der subjek
tiven Empfindungen sei schwer überprüfbar. Dieser Umstand und die fehlende Mitarbeit bei den Abklärungen verunmöglichten eine valide Einschätzung der
psychiatrischen Symptome auf die Arbeitsfähigkeit. Auch bei der neuropsycho
logischen Testung habe sich kein valides Testprofil bei Hinweisen für eine ver
minderte Anstrengungsbereitschaft gezeigt.
Nach neuer Rechtsprechung könne der Beweis für eine lang andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeits
unfähigkeit nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen der umfassenden Betrachtung ein stim
miges Gesamtbild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeige. Fehle es daran, sei der Beweis nicht geleistet. Dies wirke sich nach den Regeln der materiellen Beweislast zuungunsten des
Beschwerdeführers
aus. Das Vorliegen von Panikstörungen im invalidisie
renden Ausmass habe nicht bestätig
t
w
erden können, zumal die Kriterie
n nicht erfüllt seien. Es lägen
psychischerseits
wenig ausgeprägte objektivierbare Befunde vor. Der Beschwerdeführer sei weder bei der Selbstsorge noch bei der Reise
fähigkeit eingeschränkt und die Therapiemöglichkeiten seien nicht ausgeschöpft. Zudem weise der Medikamentenspiegel auf eine
Malcompliance
hin
(S. 1 ff.)
.
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
dass auf das psychiatrische Teilgutachten der
Z._
nicht abgestellt werden
könne
(S. 5 f.
Rz
15-16
, S. 7
f.
Rz
19
-
20
). Es sei nicht dargelegt worden, welche seiner Schilderungen für eine Aggravation
sprächen
, wahrscheinlich beziehe sich die behauptete Aggravation ausschliesslich auf das inkonsistente neuropsycholo
gische Testprofil
(S. 6
f.
Rz
17-18).
Zudem hätten
sich aus
Sicht des neurolo
gischen und internistischen Gutachters keine Inkonsistenzen gezeigt (S. 7 oben). Eine sorgfältige Prüfung der Symptomverdeutlichung in Abgrenzung zur Aggra
vation sei nicht vorgenommen worden (S. 7
Rz
19). Er habe während der Explo
ration unter THC-Einfluss gestanden. Während einer Intoxikation unter
Cannabi
noid
e
n
sei die kognitive Leistungsfähigkeit zweifellos eingeschränkt, woher auch seine schwache Leistung respektive das nicht valide Testresultat anlässlich der neuropsychologischen Abkl
ärung herrühren könnte (S. 8
Rz
21-22).
Zusammen
fassend erweise sich das polydisziplinäre Gutachten der
Z._
als unvoll
ständig und nicht schlüssig. Daran ändere auch die nachträgliche Stellungnahme nichts. Auch ein strukturiertes Beweisverfahren, welches im Hinblick auf die depressive Erkrankung sowie ein im Raum stehende
s
Abhängigkeitssyndrom hätte durchgeführt werden müssen, sei nicht
erfolgt
(S. 9 f.
Rz
23-25).
2.3
Strittig und zu prüfen ist
, ob das bei der
Z._
eingeholte Gutachten vom 1
1.
Juni 2019 beweiskräftig ist und darauf für die Beurteilung der Leistungs
ansprüche abgestellt werden kann
.
3.
3.1
Die Fachpersonen der
A._
stellten in ihrem
undatierten, am
4.
Mai 2017 bei der Beschwerdegegnerin eingegangenen
Bericht (
Urk.
7/19/5-8) folgende
, seit etwa 35 Jahren in variierendem Schweregrad bestehende
Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
-
rezidivierende Kopfschmerzen
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
n
sie eine
n
Can
nabisabusus
(ICD-10 F12.1), einen Nikotinabusus (ICD-10 F17.1) sowie einen Dick
darmkrebs vor zwei Jahren (
Ziff.
1.1). Die Fachpersonen führten aus, der Beschwerdeführer habe sich vom 1
9.
Dezember 2016 bis 2
8.
Januar 2017 in der
A._
in stationärer Behandlung befunden (
Ziff.
1.3).
In der zuletzt ausge
übten Tätigkeit als technischer Kaufmann im IT-Bereich habe vom 1
9.
Dezember 2016 bis 1
1.
Februar 2017 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden (
Ziff.
1.6). Es lägen mittelgradige Konzentrationsstörungen, Merkfähigkeits- und Gedächt
nisstörungen sowie eine Ideenflüchtigkeit, eine Antriebsarmut und eine moto
rische Unruhe vor. Es habe sich eine reduzierte Stresstoleranz gezeigt, die sich auf die Belastbarkeit und Funktionsfähigkeit auswirke. Die Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, die Durchhaltefähigkeit und die Selbstbehauptungsfähigkeit sowie die Kontaktfähigkeit zu Dritten seien mittelgradig eingeschränkt. Ausser
dem zeigten sich leichte Beeinträchtigung
en
in der Anwendung fachlicher Kom
petenzen und in der Gruppenfähigkeit. Die bisherige Tätigkeit sei noch in einem Pensum von 40 bis 50
%
zumutbar.
Auch eine behinderungsangepasste leichte bis mittelschwere Tätigkeit sei in diesem Pensum nach Abschluss der Behandlung in der Tagesklinik zumutbar. Dabei sei dem Beschwerdeführer eine Tätigkeit ohne Pikettdienst in einem klar strukturierten Aufgabenbereich möglich (
Ziff.
1.7 und
Ziff.
1.9).
3.
2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und für Psychotherapie, stellte in seinem Bericht vom 2
6.
November 2018 (
Urk.
7/49/1-7) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
2.5):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
-
Cannabiskonsum (ICD-10 F12.1)
-
Nikotinabusus (ICD-10 F17.1)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
B._
einen Dickdarmkrebs vor zwei Jahren, Status nach Operation
,
und rezidivierende Kopfschmerzen (
Ziff.
2.6).
Dr.
B._
führte aus, der Beschwerdeführer sei
seit dem 1
2.
September 2016 bei ihm in Behandlung, und die letzte Kontrolle sei am 1
8.
November 2018 erfolgt. Es fänden alle zwei bis drei Wochen Konsultationen statt (
Ziff.
1.1-2). Vom 3
0.
August 2016 bis 1
7.
Juni 2018 sei für die Tätigkeit als IT-Mitarbeiter eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden und seit dem 1
8.
Juni 2018 eine solche von 80
%
(
Ziff.
1.3).
Der Patient habe auch im Zuge der Integrationsmassnahmen schon bei kleinsten Anforderungen
dekompensiert
und sei sehr schnell überfordert gewesen. Es bestünden eine eingeschränkte Kon
zentrationsleistung sowie Gedächtnisstörungen (
Ziff.
3.4)
.
Es sei davon auszu
gehen, dass der Beschwerdeführer auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht mehr ein
setzbar sei. Sämtliche Therapiemassnahmen seien ausgeschöpft worden
. Eine Rentenprüfung sei sicherlich von Vorteil (
Ziff.
4.1,
Ziff.
4.3). Der Beschwerde
führer sei in der Haushaltsführung, der Wohnungspflege sowie auch mit dem Einkauf, der Wäsche und der Ernährung selbständig (
Ziff.
4.5).
3.
3
A
m 1
1.
Juni 2019 erstatteten
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurolo
gie, Dipl.-Psych
.
D._
, Fachpsychologin
für
Neuropsychologie
FSP
,
Dr.
med.
E._
, Fach
arzt für Allgemeine Innere Medizin, und
Dr.
med. univ.
F._
, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie
,
Z._
,
das von der Beschwerdegegnerin veranlasste interdisziplinäre Gutachten (
Urk.
7/57).
Die Gutachte
r
nannten
als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Störung
(ICD-10 F32.1
; S. 5
Ziff.
4.2.1
). Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten
sie
einen Status nach Morbus
hämolyticus
, einen Status nach Kolonkarzinom, familiär, anamnestisch (Dezember 2014), keine Unterlagen in der Dokumentation vorhanden,
einen episodischen
Spannungskopfschmerz,
einen
Verdacht auf
eine
psychophysiologische Insomnie, subjektive kognitive Leistungseinschränkungen ohne Hinweis für
eine
Hirnsubstanzschädigung sowie psychische und Verhaltensstörungen durch
Cannabinoide
, zumindest schädlicher Gebrauch (ICD-10 F12.1; S. 5
Ziff.
4.2.2).
Die Gutachter führten zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit aus, dass ab dem Zeitpunkt der Begutachtung die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf
grund der mangelnden Anstrengungsbereitschaft und der inkonsistenten Befunde nicht eingeschätzt werden könne (S. 6
Ziff.
4.7).
In einer angepassten Tätigkeit könne ab dem 1
2.
Mai 2018 eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund mangelnder Anstrengungsbereitschaft und auch inkonsistenter Befunde nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit festgestellt werden
(S. 6
Ziff.
4.8).
Die
Gesamt-Arbeitsunfähigkeit sei bedingt durch die psychische Erkrankung und entspreche
daher der Einschätzung im psychiatrischen Gutachten. Eine somatisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit liege nicht vor
(S. 7
Ziff.
4.9). Unter Berück
sichtigung der vorliegenden Akten werde bezüglich der Arbeitsfähigkeit in ange
passter sowie in angestammter Tätigkeit empfohlen, auf die Einschätzung der behandelnden Kollegen abzustellen. Demnach habe von Juli 2016 bis am 1
1.
Feb
ruar 2017 sowohl in angestammter als auch in einer angepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Eine solche habe auch vom 3
0.
August 2016 bis 1
7.
Juni 2018 bestanden. Vom 1
8.
Juni bis
1.
November 2018 habe eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in einer ange
passten Tätigkeit bestanden. Die dazwischenliegenden Zeiträume könnten retro
spektiv nicht beurteilt werden. Bezüglich der Beurteilung der retrospektiven Arbeitsunfähigkeit könne bei nicht authentischer Beschwerdeschilderung des Ver
sicherten nur auf die Einschätzung der Kollegen zurückgegriffen werden.
Auf
grund der fehlenden Mitarbeit des Beschwerdeführers könne eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zum aktuellen Zeitpunkt nicht erfolgen,
so dass aus diesem Grund zur Quantifizierung
der Arbeitsunfähigkeit straffere Rahmenbedingungen nötig seien, welche beispielsweise ein stationärer Aufenthalt bieten könnte (S. 7
Ziff.
4.11 Frage 1).
In ihrer integrativen medizinischen Beurteilung führten die Gutachter aus, dass basierend auf den subjektiven Angaben des Exploranden die Kriterien für das Vorhandensein einer mittelgradigen depressiven Störung (ICD-10 F32.1) erfüllt seien.
Diese subjektiven Angaben seien aber
eingeschränkt zu werten, weil bei der neuropsychologischen Untersuchung die Selbstbeurteilungsverfahren zur Vali
dierung der Beschwerdeschilderung hoch auffällig
gewesen sei
en
und mit einer hohen Angabe von Pseudobeschwerden auf eine übertriebene Beschwerde
schilderung hingewiesen
hätten
.
Insgesamt sei ein
unplausibles
und somit inkon
sist
entes Testprofil resul
tiert. D
aher bestünden erhebliche Zweifel an einer durch
gängig ausreichenden Mitwirkung des Versicherten in der neuropsychologischen Untersuchung. Zudem zeige sich laborchemisch eine
Malcompliance
bei der Medi
ka
menteneinnahme (S. 4
Ziff.
4.1 oben).
Die Gutachter führten aus, es sei überwiegend wahrscheinlich davon auszugehen, dass die geschilderten Beschwerden über ein krankheitsbezogenes «normales» Mass der Symptomverdeutlichung hinausgingen. Lediglich formell könne die Diagnose einer depressiven Störung gestellt werden, der Wahrheitsgehalt der sub
jektiven Empfindung sei aber nur schwer überprüfbar
. Dieser Umstand verun
mögliche eine valide Einschätzung der psychiatrischen Symptome auf die Arbeitsfähigkeit sowohl in angepasster als auch in angestammter Tätigkeit
(S. 4
Ziff.
4.1 Mitte)
.
Die
vorschnelle Müdigkeit nach bereits leichten Tätigkeiten könne zudem nicht neurologisch erklärt werden, so dass sie als Symptom der depressiven Störung zu sehen und somit wiederum nicht ausreichend quantifizierbar sei
.
Beurteilungs
erschwerend bestehe auch ein Cannabis-Dauerkonsum zur inadäquaten Selbst
therapie innerer Anspannungszustände.
Der regelmässige Konsum von Cannabis müsse jedoch als wahrscheinliche Ursache des berichteten amotivationalen Syn
droms
wie auch der affektiven Erkrankungssymptome in Betracht gezogen werden, was aber die Abgrenzung gegenüber ähnlichen, depressiv verursachten Symptomen zusätzlich erschwere. Klinisch-neurologisch bestünden zudem keine Symptome für eine hirnorganisch bedingte Einschränkung der kognitiven Funk
tionen.
Klinisch-neurologisch habe sich eine gute kogni
tive Leistungsfähigkeit gezeigt
(S. 4
Ziff.
4.1 unten).
3.
4
Dipl. med.
G._
, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie und Psychothe
rapie, RAD, führte in seiner Stellungnahme vom
8.
Jul
i 2019 (
Urk.
7
/59/5-6) aus, dass das Gutachten der
Z._
vom 1
1.
Juni 2019 die formalen Qualitäts
kriterien erfülle, nachvollziehbar und in seinen medizinischen Schlussfolge
rungen plausibel sei.
3.
5
Am 2
2.
Juni 2020 nahmen
Dipl
.
Psych.
D._
und
Dr.
F._
,
Z._
,
zu
den von Dipl. med.
G._
,
RAD
,
am 2
6.
Mai 2020 gestellten Rückfragen (
Urk.
7/72
,
Urk.
7/77/3
)
Stellung (
Urk.
7
/74).
Die Gutachter hielten fest, dass
seit langem bekannt und durch wissenschaftliche Studien belegt
sei
, dass depressive Patienten neuropsychologische Defizite aufweisen könnten, welche mit Hilfe neu
ropsychologischer Untersuchungsverfahren objektiviert werden könnten (S. 1 Mitte).
Da auf
verschiedenen Ebenen
vom Beschwerdeführer
überwiegend nicht authentische Beschwerdeschilderungen
und
unkorrekte Angaben auf gestellte Fragen geäussert
worden seien
,
könn
e bei
den
Aussagen zu spezifischen Krank
heitsbildern nur gemutmasst werden. Lägen die Ergebnisse der Symptomvali
dierung unter dem Zufallsniveau oder zeigten sie kognitive Funktionen eines Demenzerkrankten, müsse von einer bewussten Falschangabe auf die gestellten Fragen ausgegangen werden
(S. 1 f. unten)
. Schwierigkeiten in der Erstellung eines Gutachtens
ergäben sich dann
, wenn die versicherte Person nicht gewillt sei, die nötige Mitwirkung zu zeigen.
Es sei zwar richtig, dass bei korrekten Angaben, wie beispielsweise zur Tagesstruktur, der Menge an eingenommenen Drogen etc. eine
Indikatorenprüfung
durchgeführt we
rden könnte, im Falle gänz
lich f
ehlender Mitwirkung sei dies nicht möglich, da den Angaben nicht getraut werden könne
.
Es sei nicht nachvollziehbar,
weshalb dann im Anschluss durch den RAD verlangt werde, die Fragen zur Persönlichkeit, zur Abhängigkeit oder
zu spezifischen
Störungen wie einer Angststörung bei nachweislich bestehender nicht-authentischer B
eschwerdeschilderung zu tätigen
(S.
2
oben).
Da den Angaben des Beschwerdeführers bezüglich des
Cannabiskonsums
nicht vollumfänglich geglaubt werden könne,
sei bei positivem Urintest die Diagnose eines schädlichen Gebrauchs von Cannabis gestellt worden.
E
ine
prinzipiell mög
liche
Abhängigkeit könne nur überprüft werden, wenn den Aussagen des Beschwer
deführers geglaubt werden könne, was
nachweislich nicht der Fall
sei
. Die Gutachte
r
bestätigten
weiter
, dass der psychopathologische Befund lege
artis
nach AMDP erstellt worden sei (S. 2 Mitte).
Die Frage, ob
Hinweise für eine
Tumorfatigue
bestünden,
könne aufgrund fehlender Dokumentation nicht beant
wortet werden. I
m Rahmen der allgemein-internistischen Begutachtung
seien
keine
diesbezüglichen
klinischen Hinweise festgestellt worden.
Zur
Aufforderung, sich ausführlicher zu
r
Interaktion der somatischen wie auch der psychischen Beschwer
den
und zu den Persönlichkeitsfaktoren
zu äussern, führten die Gutach
ter aus,
dass
hierzu
eine authentische Beschwerdeschilderung und die Mitarbeit der
versicherten Person vorausgesetzt würden
. Anzeichen für ein
e
Persönlich
keitsstörung hätten sich in der Untersuchungssituation nicht g
ezeigt
(S.
2 unten).
3.
6
Dipl. med.
G._
, RAD, führte in seiner Stellungn
ahme vom 1
1.
August 2020 (
Urk.
7
/77/5
)
aus, dass eine umfassende polydisziplinäre Abklärung stattgefunden habe. Die Gutachter
der
Z._
hätten bereits zu den vorgebrachten Einwän
den Stellung genommen
. Auch bei erneutem Einwand seien keine neuen medizi
nischen Sachverhalte gelten
d gemacht worden. Es sei müssig
darüber zu disku
tieren, welche Skalen und Tests verwendet worden seien. Wichtig sei letztendlich die umfassende klinisch-versicherungsmedizinische Würdigung durch den medi
zinischen Experten. Es werde deshalb weiter an der Stellungnahme vom
8.
Juli 2019 festgehalten.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf das Gutachten der
Z._
vom
1
1.
Juni 2019 (vorstehend E. 3.
3
) sowie d
er ergänzenden Stellungnahme von
Dr.
F._
und Dipl. Psych.
D._
vom
2
2.
Juni 2020
(vorstehend E. 3.5
)
davon aus,
dass aus somatischer Sicht keine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit bestehe
. Aus psychiatrischer Sicht
liege
kein konsistentes stimmiges Gesamtbild der Ein
schränkungen des Beschwerdeführers
vor
, was sich nach den
Regeln der materi
ellen Beweislast
zu seinen Ungunsten auswirke
.
Eine Arbeitsunfähigkeit sei dem
nach nicht ausgewiesen (vorstehend E. 2.1).
Dagegen stellte sich der Besch
werdeführer auf den Standpunkt, das
s
auf das Gut
achten der
Z._
vom 1
1.
Juni 2019
-
aus näher dargelegten Gründen
-
nicht abgestellt werden könne (vorstehend E. 2.2).
4.
2
4.2.1
Dem Beschwerdefüh
rer ist beizupflichten, dass es
vorliegend dem psychiatrischen Teilgutachten von
Dr.
F._
(
Urk.
7
/57/
26-37)
, welches sich
massgeblich
auf die Ergebnisse der
integrierten
neuropsychologischen Untersuchung durch Dipl. Psych.
D._
vom 1
3.
April 2019 (
Urk.
7
/57/44-51)
stützte,
an der für eine beweiskräftige Expertise erforderlichen Schlüssigkeit
(vorstehend E. 1.
5
)
mangelt.
Es
fehlt
namentlich eine eigene
und insbesondere
testunabhängige
abschliessende
Einschätzung des Gutachters, ob die vom Beschwerdeführer angegebenen Symp
tome und Beschwerden aufgrund der wahrnehmbaren Befunde und der Verhal
tensbeobachtung als
ganz oder teilweise
nachvollziehbar ersch
ie
nen
(vgl.
Urk.
7/57 S. 30 ff.
, insbesondere S. 33)
. Die klinische Untersuchung mit Anam
nes
e
e
r
hebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung
stellt jedoch
zent
rales Element
jeder
psychiatrischen Begutachtung
dar
(Urteil des Bundesgerichts 8C_772/2016 vom 2
3.
Januar 2017 E. 6.1).
Dr.
F._
hielt in
seiner
Beurteilung
fest, dass er mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer depressiven Störung ausgehe, er diese jedoch
– aufgrund der fehlenden Mitarbeit der versicherten Person – nicht valide einschätzen könne. Zur Quantifizierung einer möglicher
weise gegebenen Arbeitsunfähigkeit seien straffere Rahmenbedingungen gefor
dert, die beispielsweise ein stationärer Aufenthalt bieten könnte (
Urk.
7/57
S. 36
Ziff.
8.3
; vgl. auch
Urk.
7/57 S. 7
Ziff.
4.10 und 4.11
). Von einer abschliessenden
(
psychiatrischen
)
Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit
kann damit
nicht
ausge
gangen werden.
Sodann fehlt es auch an einer
Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit anhand der im Regelfall beachtlichen Standardindikator
en (vorstehend E. 1.2-3)
.
Dr.
F._
führte lediglich spezifische
Einschränkungen auf, bei welchen aber im Ergebnis unklar blieb, wie sich diese genau auf die angestammte respektive eine behinderungsangepasste Tätigkeit auswirken und
wie
diese Einschrän
kungen nun bei vorgängig postulierter nichtauthentischer Beschwerdeschilderung zu ge
wich
ten sind (vgl.
Urk.
7/57 S. 34 f.
Ziff.
7.3).
Dass die Ausführungen von
Dr.
F._
und die interdisziplinäre Gesamtbeur
teilung
nicht
schlüssig
sind, zeigt sich auch darin, dass
wiederholt die Aussagen des Beschwerdeführers
anlässlich der Begutachtung
als u
nglaubwürdig darge
stellt wurden, dennoch
aber
eine mittelgradige depressive Störung
(ICD-10 F32.1)
diagnostiziert
wurde
, welche dann wiederum aufgrund der m
angelnden Glaub
würdigkeit ab Datum der Begutachtung keine
quantifizierbaren
Auswirkungen
auf die
Arbeitsfähigkeit zeitigen soll.
Was die Arbeitsunfähigkeit des Beschwer
deführers vor der Begutachtung bei der
Z._
anbelangt, verwiesen die Gut
achter
, insbesondere
Dr.
F._
,
auf die Einschätzungen der behandelnden Kollegen. Dieses Vorgehen erweist sich als inkonsequent. Soweit denn wirklich von einer ausgewiesenen Aggravation der Beschwerden auszugehen gewesen wäre,
welche im Übrigen nicht diagnostiziert wurde,
hätten die Gutachter der
Z._
auch die vorangegangenen, von den behandelnden Ärzten attes
tierte
n
Arbeitsunfähigkeit
en
in Frage stellen müssen, da nicht anzunehmen wäre, dass das von den Gutachtern der
Z._
beschriebene Verhalten erst anläss
lich der Begutachtung in Erscheinung getreten wäre.
Zu dem
von der Beschwerdegegnerin übernommene
n
Vorbringen der Gutachter der
Z._
, dass der Wahrheitsgehalt der
subjektiven Empfindungen nur schwer überprüfbar sei
(vorstehend E. 2.1,
Urk.
7
/57 S. 6
Ziff.
4.6)
, ist festzu
halten, dass diese Problematik
konkret nicht
nur beim B
eschwerdeführer besteht, sondern generell dann gegeben ist, wenn
ein Experte bei der
Beschwerdeerhebung auf die Angaben von versicherten Personen angewiesen ist.
Wie ausgeführt, ist es nachgerade Aufgabe eines Gutachtens, insbesondere des psychiatrischen Gut
achtens,
die Angaben der versicherten Person durch Nachfragen, Wahrnehmung und Verhaltensbeobachtung (und gegebenenfalls Testuntersuchungen) zu vali
dieren.
Auch wenn die arbeitsbezogene Selbsteinschätzung des Beschwerde
führers, wonach er unter höchster Anstrengung
selbst in einer einfachen Tätigkeit lediglich noch zu 10
%
respektive 20
%
einsatzfähig sei
(
Urk.
7
/57 S. 12
Ziff.
3.2.7
, S. 16
Ziff.
7.1
)
,
in den vorliegenden medizinischen Akten keine hin
reichende Erklärung findet und von einer gewissen Selbstlimitierung ausge
gangen werden muss, entbindet dies die Gutachter nicht von einer den rechtspre
chungsgemässen Anforderungen genügenden Diagnostik und Herleitung der Arbeitsfähigkeit respektive Arbeitsunfähigkeit.
Im
Gutachten
wurde weiter
nicht auf die Diskrepanz eingegangen
, dass der
Beschwerdeführer weder anlässlich der neurologischen Untersuchung bei
Dr.
C._
(
Urk.
7
/5
7
/10-18)
noch bei der allgemein-internistischen Unter
suchung bei
Dr.
E._
(
Urk.
7/57/19-25)
eine Symptomausweitung,
Aggravation
oder mangelnde Mitwirkung
zeigte und sein Verhalten als kooperativ bewertet wurde.
Dr.
C._
beschrieb den Rapport als problemzentriert, sachlich und zielgerichtet und verneinte allfällige Verdeutlichungstendenzen
,
und auch
Dr.
E._
berichtete von einem kooperativen, freundlich zugewandten Exploran
den
(
Urk.
7
/57 S. 13
Ziff.
4.1
, S. 23
Ziff.
4.3
). Weiter wurde vom neurologischen Teilgutachter festgehalten, dass der Beschwerdeführer bei der klinisch-neurologi
schen Untersuchung gedanklich gut, flexibel und schnell mitgearbeitet habe (
Urk.
7
/57
S. 15 Mitte).
Dieses Verhalten steht im klaren Gegensatz zu dem von der Neuropsychologin Dipl. Psych.
D._
festgehaltene
n
, teilweise
im Leistungs
bereich eines Demenzpatienten
liegenden
Testv
erhalten
(
Urk.
7
/57 S. 31
)
.
4.2.2
Soweit Dipl. med.
G._
, RAD, in seiner Stellungnahme zum Gutachten der
Z._
vom
8.
Juli 2019 (vorstehend E. 3.
4
) dessen formale Qualitätskriterien grundsätzlich bejahte, ist diese Feststellung vor dem Hintergrund zu relativieren, dass, wie aus seinen
am
2
6.
Mai 2020 formulierten Rückfragen (
Urk.
7/
72
) her
vorgeht, wesentliche Fragen zur hinreichenden Klärung des Gesundheitszu
standes des Beschwerdeführers bislang von den Gutachtern der
Z._
unbe
antwortet geblieben
waren
.
Weiter zeig
t
die von
Dipl. med.
G._
in seiner Stellungnahme vom
8.
Juli 2019 (
Urk.
7/59/5-6) vorgenomme
ne
wörtliche Wie
dergabe der generellen Ausführungen der Gutachter der
Z._
zu den funk
tionellen Auswirkungen der Befunde/Diagnosen (
Urk.
7/57 S. 5 f.
Ziff.
4.3), welche Dipl. med.
G._
dann auf die bisherige kaufmännische Tätigkeit bezog, ohne hernach zu einer schlüssigen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit zu finden, sowie
seine
Feststellung,
dass ein Belastungs
profil fehle
, die Mängel des Gutachtens der
Z._
klar auf.
Die erforderliche Schlüssig
keit der Ausführungen der Gutachter der
Z._
resultiert auch nicht durch ihre Stellungnahme vom 2
2.
Juni 2020 (vorstehend E. 3.5).
Auch
setzten
die Gutachter der
Z._
sich nicht
mit den
Erfahrungen aus
den
Eingliederungsmassnahmen respektiv
e deren vorzeitigen Abbruch
per 1
1.
Mai 2018 (
Urk.
7/
25,
Urk.
7/32-33,
Urk.
7/38-40)
auseinander
(
Urk.
7/57 S. 3
Ziff.
3.1, S. 11 Mitte, S. 27 Mitte, S. 32
Ziff.
6.1).
Dabei war dem Versicherten
zwar
ein hoher Leistungswillen attestiert worden (
Urk.
7/32/2,
Urk.
7/39/3 Ziffer 6.4)
, jedoch zeigte sich auch ein Vermeidungsverhalten mit ängstlich-rigiden Erklärungs- und Handlungsmodellen (
Urk.
7/41/2).
Im Übrigen lässt sich auch nicht nachvollziehen, weshalb der Zeitpunkt des Abbruchs der Eingliederungs
massnahmen dem Zeitpunkt entsprechen soll, ab welchem in einer behinderungs
angepassten Tätigkeit keine Einschränkungen mehr bestehen sollen (vorstehend E. 3.
3
,
Urk.
7/57 S. 6 Ziffer 4.8
).
Was den hinsichtlich des Ausmasses bislang ungenügend ab
ge
klärten Cannabis
konsum (
vgl. die unterschiedlichen Angaben zum Konsum:
Urk.
7/57 S. 11
Ziff.
3.2.2, S. 28
Ziff.
3.2.2
,
Urk.
7/57/44-51 S. 3
) anbelangt, ist darauf hinzu
weisen, dass das
Bundesgericht mit BGE 145 V 215 seine Rechtsprechung dahin
gehend geändert hat, dass - fachärztlich einwandfrei diagnostizierten - Abhängig
keitssyndromen beziehungsweise Substanzkonsumstörungen nicht zum vornherein jede invalidenversicherungsrechtliche Relevanz abgesprochen werden kann, sondern diese vielmehr als invalidenversicherungsrechtlich beachtliche
(psychische) Gesundheitssc
häden in Betracht fallen. Dies hat zur Folge, dass die
Frage nach den funktionellen Auswirkungen
des Cannabiskonsums
vorliegend unter Anwendung des strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 zu beantworten gewesen
wäre
.
Darauf hinzuweisen ist weiter, dass aus dem Bericht der Fachpersonen der
A._
vom
4.
Mai 2017 (vorstehend E. 3.1) hervorgeht, dass sich der Beschwerde
führer im Anschluss an den stationären Aufenthalt in eine Tagesklinik begeben hat. Gegenüber
Dr.
F._
äusserte
der Beschwerde
führer, dass er von Dezember 2016 bis Januar 2017 in der Tagesklinik der
H._
in Behandlung gewesen sei (
Urk.
7/57 S. 27 oben). Ein entsprechender Bericht findet sich jedoch nicht in den Akten, wäre jedoch von der Beschwerdegegnerin einzufordern gewesen.
Auch in somatischer Hinsicht sind vorliegend weitere Abklärungen erforderlich, zumal der Beschwerdeführer mehrfach ausführte, dass ihm nach der Diagnose eines Kolonkarzinoms mit im Dezember 2014 durchgeführter Operation die Arbeit immer schwerer gefallen sei (
Urk.
7/19/5-8
Ziff.
1.4,
Urk.
7/57 S. 10
Ziff.
3.2.1, S. 19
Ziff.
3.2.1). Demnach wären bei durchwegs beklagter Erschöpfung weitere Abklärungen insbesondere hinsichtlich einer
Tumorfatigue
angezeigt gewesen.
Zusammenfassend liegt mit dem Gutachten der
Z._
insbesondere
keine
abschliessende
und somit
beweiskräftige
Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit
vor
,
auf welche für die
Leistungsbeurteilung
abgestellt werden könnte.
4.3
Jedoch kann v
orliegend auch nicht einfach auf die Einschätzung der Arbeits
fähigkeit durch den seit September 2016 behandelnden Psychiater
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.2) abgestellt werden. So steht einerseits
die teils monatliche Behandlungsfrequenz (
Urk.
7
/5
7
S. 22
Ziff.
3.2.11, S. 34
Ziff.
7.2) im Gegensatz zu
m Ausmass der
attestierten Arbeitsunfähigkeit
, andererseits
gilt es zu berück
sichtigen, dass
seine
auf
tragsrechtliche
Vertrauensstellung
zumindest als haus
arztähnlich bezeichnet werden muss, weshalb hier eine gewisse Zurückhaltung bei der Würdigung
seiner
Einschätzung
angebracht ist (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
4.
4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt
nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
4.
5
Aufgrund des Gesagten erweist sich der medizinische Sachverhalt als ungenü
gend abgeklärt. Es fehlt demnach vorliegend an verlässlichen medizinischen Grundlagen zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in soma
tischer und psychischer Hinsicht. Zur Beurteilung seiner invalidenversicherungs
rechtlichen Ansprüche bedarf es daher zusätzlicher medizinischer Grundlagen, welche sich zu den offenen Fragen
äussern
und den
rechtsprechungsgemässen
Anforderungen genügen
.
Die angefochtene Verfügung (Urk. 2) ist folglich aufzuheben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu erneutem Ent
scheid über den Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invaliden
versicherung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb d
er
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses und beim
massgebenden
Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf Fr.
2‘700
.-- (inklu
sive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.