Decision ID: 2419abc5-033e-44f7-bc31-8372f0d7c8e1
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die
1976
geborene
X._
arbeitete
seit
dem 1.
Oktober 2009
als
Betriebsmitarbeiter
in
bei der
Y._
GmbH
und war dadurch bei der
Suva
obligatorisch gegen die Folgen von
Berufs- und Nichtberufsu
nfällen versichert
, als sie am
5. Dezember 2018 beim
Hantieren mit Essenstablaren
ein «Krachen» hörte und hernach starke Schmerzen in der linken Schulter verspürte (Urk. 9/1, Urk. 9/8). Der
gleichen
tags erstbehandelnde Arzt diagnostizierte
Zeichen
eine
r Zerrung und möglicherweise
Mikrofaserruptur
en
im Bereich der
Supraspinatusinseration
links
sowie eine leichte Bursitis
subacromialis
(
Urk. 9/10
,
vgl. auch
Sonographieprotokoll
vom 18. Dezember 2018, Urk. 9/6
).
Das am 15.
März
2019 durchgeführte
Arthro
-MRT
des linken Schultergelenks
brachte den Ausschluss irgendwie gearteter Risse, Läsionen oder Zerrungen
und eine mässige Tendinitis im ansatznahen Drittel der
Supraspinatussehne
zur Darstellung
(Urk. 9/15).
Am 2. April
resp. 15. Oktober 2019
gab
med.
pract
.
Z._
, Fachärztin FMH für
Chirurgie, eine kreisärztliche S
tellungnahme
resp.
Aktenbeurteilung (Urk. 9/22,
Urk.
9/44)
ab
. Gestützt darauf
wies die Suva eine Leistungspflicht mit Verfügung vom 17. Oktober 2019 ab und begründet dies damit, es liege weder ein Unfall im Rechtssinne noch eine
Listendiagnose
vor (Urk. 9/45; vgl. auch Schreiben vom 10. April 2019, Urk. 9/24). Die am 15. November 2019 dagegen erhobene Einsprache der Versicherten (Urk. 9/51) wies
d
ie Su
va
mit
Einsprache
entscheid
vom 20. Februar 2020 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 20. März 2020 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, der Beschwerdeführerin seien in Aufhebung des angefochtenen Entscheids für das Unfallereignis vom 5. Dezember 2018 die gesetzlichen Versi
cherungsleistungen zu erbringen; es sei festzustellen dass ei
n Unfall im Rechts
sinne vorliege
und dass die Beschwerden als Listenverletzungen zu qualifizieren seien; eventuell sei die Sache an die Vorinstanz zur erneuten Überprüfung unter Einholung eines umfassenden ärztlichen Gutachtens zurückzuweisen (Urk. 1). Die
Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 17.
Juni
2020 (Urk.
8) Abweisung der Beschwerde unter Auflage ihrer Akten (Urk. 9/1-66), was der Beschwerdeführerin zur Kenntnis gelangte (Urk. 10).
Auf weitere Vorbringen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den nach
fol
genden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. Septembe
r 2015 beziehungsweise am
9. No
vem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Der hier zu beurteilende Sachverhalt hat sich am
5. Dezember 2018 ereignet, wes
halb die ab dem 1. Januar 2017 gültig gewesenen Normen auf den vorlie
gen
den Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die
Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
kran
k
heiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei fol
genden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskusrisse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen
(
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Bandläsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h
). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist ab
schliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schwei
zerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Auflage, Bern 1989, S. 202).
1.3
Ein Unfall ist gemäss Art. 4 des Allgemeinen Teils des Sozialversicherungsrechts (ATSG) die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines unge
wöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beein
träch
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1
.4
Nach der Rechtsprechung bezieht sich
das
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objektiven Massstab – den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlag
gebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwir
kungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.1 und E. 4.3.1 mit Hinweis).
1.5
Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen
äusseren
Faktors in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der
äusseren
Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der
Aussenwelt
begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam «programmwidrig» beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche
äussere
Faktor zu bejahen; denn der
äussere
Faktor – Veränderung zwischen Körper und
Aussen
welt
– ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1 mit Hinweisen
).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin, mangels Unge
wöhn
lichkeit qualifiziere das Geschehen vom 5.
Dezember 2018 nicht als Unfall im Rechtssinne. Zudem sei eine Listendiagnose
MR-
tomographisch ausgeschlossen worden. Mithin bestehe keine unfallversicherungsrechtliche Leistungspflicht (Urk.
2).
2.2
Dagegen wandte die Beschwerdeführerin ein, sie
sei am 5. Dezember 2018 verun
fallt, indem sie während der Arbeit ein voll beladenes Gestell in den
Essenstrolley
habe schieben wollen. Die Platzverhältnisse seien am besagten Tag sehr einge
schränkt gewesen, da sie mehr Trolleys als üblich mit Essen habe beladen müssen. In der H
itze des Gefechts
habe sie das Gestell
anstatt in der dafür vorgesehenen Halterung im
Türrand
des Wagens eingerastet. Daraufhin habe sich das voll
be
ladene Gestell gelöst. Die Beschwerdeführerin sei daraufhin erschrocken und habe eine falsche, ruckartige Bewegung gemacht, um das Gestell aufzufangen sowie die anderen ins Wanken geratenen Trolleys zu stabilisieren. Mithin sei es zu einer reflexartigen Abwehrhaltung und damit
zu einem ungewöhnlichen Bewegungs
ablauf
gekommen
. Dieser geänderte Unfallhergang sei der Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 26. August 2019
[recte: 28. April 2019, Urk. 9/49/6 ff.]
zur Kenntnis gebracht worden. Den Fragebogen vom 28.
Januar
2019 habe der Ehe
mann der Beschwerdeführerin ausgefüllt. Aufgrund sprachlicher Missver
ständ
nisse habe er den Sachverhalt darin falsch festgehalten. Aufgrund der richtigen Unfallschilderung sei der Unfallbegriff klarerweise erfüllt. Bei gegenteiliger Auf
fassung sei von einer Listendiagnose auszugehen.
So hätten die behandelnden Ärzte eine Zerrung des
Supraspinatusmuskels
sowie der
Supraspinatussehne
links diagnostiziert. Letzteres sei nicht auf degenerative Veränderungen zurückzu
füh
ren, zumal die Beschwerdeführerin vor dem ge
schildert
en Ereignis keinerlei Be
schwerden gehabt habe. Vielmehr seien die Beschwerden überwiegend wahr
scheinlich unfallkausal und die Beschwerdegegnerin leistungspflichtig (Urk. 1).
3.
3.1
Zum
Hergang des
Ereignisses vom 5. Dezember 2018
ist der Unfallmeldung vom 18. Dezember 2018 zu entnehmen, die Beschwerdeführer
in
habe Tablare aus dem Ofen genommen und mit viel Bewegung zum Trolley getragen (Urk. 9/1).
3.2
Im
Frag
e
bogen zum Unfallgeschehen vom 28. Januar 2019
wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin
habe Tablare mit Essen aus dem Ofen genommen und mit Bewegung zum Trolley [getragen]. Dabei sei der Muskel geräuschvoll gerissen. Danach habe sie sofort starke Schmerzen verspürt (Urk. 9/8).
3.3
Im Schreiben vom 28. April 2019 schilderte der Ehemann den «wahrheitsgetreuen Unfallhergang» zuhanden der Beschwerdegegnerin zusammengefasst wie folgt: Am 5. Dezember 2018 sei der Arbeitsraum zufolge fünf statt normalerweise einem Trolley sehr eng gewesen. Zudem
würd
en die Trolleys schnell
kippen
. Jedes Business Class Trolley beinhalte zwei Gestelle mit je acht Tablaren
. Auf jedem
Tablar befänden
sich Porzellant
eller. Diese müssten mit Essen bepackt werden. Das heisse in jeden Trolley befänden sich 16 Teller mit Essen. Die Beschwerdeführerin habe versucht, ein mit 16 Porzellan Teller beladenes Gestell in einen der fünf nebeneinanderstehenden Trolleys mit geöffneter Türe (sehr schmaler Eingang) hineinzuschieben. Dabei habe sie bei den beengten Platzverhältnissen den
Trolleytürrand
erwischt.
Dies habe sie geschockt. D
urch den Schock habe sie das schwere Gestell
mit
einer
Schockbewegung
festgehalten,
um zu verhindern, dass es
auf i
hre Füsse runterknall
e und sie selbst umfiel
e
. Zudem habe sie die leicht zu kippenden fünf Trolleys stabilisiert. Aufgrund der Schockbewegung sei es zu einem Knall im linken Schulterbereich gekommen. Leider habe er, der Ehemann der Beschwerdeführerin, letztere zunächst falsch verstanden und das Frageformular vom 28.
Januar
2019 falsch ausgefüllt (Urk.
9/49/6 f.).
4.
4.1
Dem Bericht
des erstbehandelnden Dr. med. A._
, Facharzt FMH für Allge
meine Medizin,
vom 20. Februar 2019 zufolge habe
die Beschwerdeführerin an
ge
geben
, sie habe beim Heben von acht Tablaren (ca. 15-20 Kg) eine akute Zerrung im Bereich der linken Schultermuskulatur mit initial deutlich einge
schränkter Schulterbewegl
ichkeit im Sinne eines «
painful
a
rc
»
erlitten.
Klinisch
habe
sich eine eingeschränkte Schultergelenksbeweglichkeit links
gezeigt; b
ildgebend
be
stünden
Zeichen einer Zerrung und möglicherweise
Mikrophaserrupturen
der
Supraspinatusinsertion
links sowie eine leichte Bursitis
subacromialis
(Urk. 9/10).
4.2
Im Konsiliarbericht vom 27. Februar 2019 diagnostizierte Dr. med.
B._
, Fachärztin FMH für Rheumatologie und Innere Medizin, persistierende Schulterschmerzen links bei
Verhebetrauma
am 5. Dezember 2018 und mit
myo
faszialem
Schmerzsyndrom der Nacken- und Schultergürtelmuskulatur
.
Anam
nestisch
habe
die Beschwerdeführerin am
5. Dezember 20
18 akute Schmerzen in der linken Schulter
verspürt
, als sie
bei der Arbeit
mit
mehrere
n
Tablare
n hantiert habe (Bewegung von
Überkopf
nach unten). Es habe sich dabei um
einen
üblichen Bewegungsablauf gehandelt. Klinisch
zeigten
sich im Wesentlichen
endgradig
e
Schmerzen bei
der aktiven
Elevation und Abduktion
der linken Schulter; zudem verschiedentlich
Druckdolenzen
.
Die
sonographisc
he
Untersuchung beider Schul
terg
elenke
vom 18. Dezember 2018
habe
gemäss Bericht
erstattung
eine Auf
lockerung der Sehnenstruktur am Ansatz der
Supraspinatussehne
und Zeichen
für eine
leichte Bursitis
subakromialis
ergeben
.
Die übrigen Sehnen seien unauf
fällig,
ohne
intraartikulären
Flüssigkeitsnachweis. Die Wiederholung der
sono
graphischen
Untersuchung
habe
im Wesentlichen die gleichen Befunde
erbracht
.
Zusammenfassend
sei von einer Zerrung auszugehen, differenzialdiagnostisch
(DD)
auch von
ligamentären
Strukturen oder der Kapsel
. Die klinische Unter
su
chung sei
indes nicht ganz eindeutig.
Bei völlig normaler Beweglichkeit der linken Schulter und
sonographisch
intakten Sehnen
seien
weitere Abklärungen
jedoch nicht notwendig
.
Zudem habe sich
der Zustand insgesamt doch deutlich verbessert
,
die Beweglichkeit im Schultergelenk
sei nicht (mehr) deutlich einge
schränkt (Urk. 9/12).
4.3
Die
am 15. März 2019 durchgeführte
MR
Arthrographie
brachte
eine mässig aus
geprägte Tendinitis
im
ansatznahen
anterioren
und mittleren Drittel
der
Supra
spinatussehne
, ohne
transmuralen
Riss, zur Darstellung.
Zudem zeige sich eine leichte
Tendinose
im Ansatzbereich der
Infraspinatussehne
.
Die
Subscapu
laris
sehne
und das Labrum erwiesen sich als unauffällig resp. intakt. E
ine Atrophie der
Rotatorenmansche
ttenmuskulatur
sowie
SLAP-Läsion
wurden zudem explizit verneint
(Urk. 9/15).
4.4
Am 2. April 2019
kam
Kreisärztin
med.
pract
.
Z._
zum Schluss
, MR-tomo
graphisch
zeige
sich keine Listendiagnose (Urk. 9/22).
4.5
Mit Aktenbeurteilung vom 15. Oktober 2019 hielt med.
pract
.
Z._
zudem
fest, bei der Beschwerdeführerin seien beim Heraustragen von Tablaren aus dem Ofen Schmerzen in der li
nken Schulter aufgetreten. MRT-
Untersuchungen seien zur Feststellung von Läsionen in der Schulter Goldstandard. Dabei würden durch die direkte Zugabe von Kontrastmittel kleinstmögliche Risse sichtbar. Demgegenüber seien
sonographische
Untersuchungen variabel und untersucherabhängig. Im MRT vom 15. März 2019 habe sich
weder ein
Sehnen
- noch
Muskel
riss ergeben.
Bei der festgestellten Tendinitis der
Supraspinatussehne
handle es sich nicht um eine Listendiagnose (Urk. 9/44).
5
.
5
.1
Nach der Rechtsprechung kann von organisch objektiv ausgewiesenen Unfall
folgen erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit appara
tiven/bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind (BGE 138 V 248 E. 5.1 mit Hinweisen).
5
.2
Vorliegend brachte das am 15. März 2019 durchgeführte
Arthro
-MRT der linken Schulter den
unbestrittenen
Ausschluss irgendwie gearteter Risse, Läsionen oder Zerrungen (Urk. 9/15). Daran vermögen – entgegen der Beschwerdeführerin
(Urk.
1 Ziff. 5) - auch die von Dr.
A._
dazu diskrepant initial
festgehaltenen «Zeichen» einer Zerrung und «möglicherweise»
Mikrophaser
rupturen
der
Supra
spinatusinser
tion
links (vgl. Bericht vom 20. Februar 2019, Urk. 9/10
; E. 4.1
) nichts zu ändern. Dasselbe gilt für die Ausführungen von Dr.
B._
, wonach von einer «Zerrung, DD auch von
ligamentären
Strukturen oder der Kapsel» auszugehen sei (
vgl.
Konsiliarbericht vom 27. Februar 2019
,
Urk. 9/12
; E. 4.2
).
Insbesondere vermög
en blosse Möglichkeiten und Vermutungen vor dem
im Sozialversicherungsrecht massgeblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit nicht standzuhalten. Letzteres gilt – entgegen Dr.
A._
(vgl. dessen als Einsprache
bezeichnete Stellungnahme vom 11.
November
2019, Urk.
9/61
= Urk. 3/7) - unverändert, wenn die Vermutung von einem «ausge
sprochen erfahrenen Ultraschalluntersucher» [vorliegend gemeint:
Sonographie
proto
koll
von Dr. med.
C._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, Urk.
9/6
]
stammt. Mithin tragen die Parteien insofern eine Beweislast, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 115 V
133 E.
8a). Auch aus dem Umstand, dass das MRT
(im Gegensatz zur zeitnäheren Sonographie) erst dreieinhalb Monate nach dem Ereignis durchgeführt wurde
, lässt sich vorliegend nichts zugunsten der Beschwerdeführerin ableiten
.
Endlich
handelte es sich
beim von Dr. med.
D._
, Fachärztin FMH für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie, im Konsiliarbericht vom 11. Oktober 2019 festgehaltenen Status nach Schultergelenksdistorsion mit Zerrung des M.
supra
spinatus
und
Supraspinatussehne
links augenscheinlich nicht um eine eigens festgestellte Diagnose; Dr.
D._
hat am 10. Oktober 2018 vielmehr eine klinisch-neurologische Untersuchung zur Frage einer allfälligen Wurzelkom
pres
sion durchgeführt und
diese
verneint (
Urk. 9/60 =
Urk. 3/9).
Dass die am
15. März 2019 MR-tomographisch
festgestellte mässig ausgeprägte Tendinitis im ansatznahen Bereich der
Supraspinatussehne
auf das Ereignis vom 5.
Dezember 2018 zurückzuführen wäre
, hat die Beschwerdeführerin zu Recht nicht behauptet.
Schliesslich
vermö
cht
en auch
die notierten
Schmerzen sowie klinisch feststell
bare
n
Bewegungseinschränkungen für sich allein kein klar fassbares organisches Korrelat eines Beschwerdebildes zu begründen (vgl. etwa Urteil U 9/05 des da
maligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 3. August 2005 E. 4; Urteile des Bundesgerichts U 354/06 vom 4. Juli 2007 E. 7.2, U 328/06 vom 25. Juli 2007 E. 5.2 sowie 8C_369/2007 vom 6. Mai 2008 E. 3).
5
.3
Mit anderen Worten
entfällt eine UV-Leistungspflicht
vorliegend
bereits in Erman
gelung
organisch objektiv ausgewiesener
Unfall
folgen
, womit sich
einerseits
Weiterungen zur umstrittenen juristischen Würdigung des Geschehens
vom 5.
Dezember 2018 erübrigen und
andererseits
bereits gesagt
ist
, dass keine Listen
diagnose
im Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG
ausgewiesen ist; dass es sich bei der Tendinitis um eine Listendiagnose handelt
,
hat die Beschwerdeführerin ebenfalls zu Recht nicht behauptet.
6
.
Der Vollständigkeit halber ist
betreffend den
umstrittenen Ereignish
ergang vom
5. Dezember 2018 und dessen juristischen Würdigung
zusammen mit der Be
schwe
rdegegnerin
fest
zu
halten
,
dass selbst
d
ie
von der Beschwerdeführerin
nach
träglich
geltend gemachte
reflexartige Bewegung beim
Auffangen resp. Stabi
li
sieren des beladenen Gestells resp. der
Trolleys
durch keinen ungewöhnlichen
äusseren
Faktor beeinträchtigt
wurde
und das Vorliegen eines ungewöhnlichen
äusseren
Faktors auch nicht bereits deshalb zu bejahen
ist
, weil die Bewegung reflexartig ausgeführt wurde (mit weiteren Hinweisen: Urteil des
damaligen Eid
genössischen Versicherungsgerichts
vom 23. Mai 2006 U 144/06 E. 2.2).
Die Be
schwerdeführerin arbeitete seit 2009 bei
Y._
. M
ithin
verfügte sie
beim Hantieren mit und gegebenenfalls Ausbalancieren von beladenen Gestellen und/oder Trolleys – selbst unter beengten Platzverhältnissen - über eine Gewöh
nung resp.
Routine
.
Dass sie gleichzeitig mehrere
Essenstrolleys
beladen/einfüllen musste, kann ebenso wenig als unüblich, geschweige denn
aussergewöhnlich
bewertet werden.
Das
Bundesgericht
hat
in ähnlich gelagerten Fällen das Vorliegen eines unge
wöhnli
chen
äusseren
Faktors verneint;
auf die Auflistung einsch
lägiger Bundes
gerichtsentscheide in der Beschwerdeantwort kann verwiesen werden (vgl. Urk. 8 Ziff. 7.3 ff.).
Das Ereignis
vom
5. Dezember 2018
erfüllt den Unfallbegriff
damit
nicht.
7
.
Zusammenfassend sind
kein
e objektivierbare
n
Unfallfolgen
ausgewiesen,
erfüllt
das Ereignis
vo
m 5. Dezember 2018
den Unfallbegriff nicht
und
liegt
keine Listenverletzung im Sinne von Art.
6
Abs. 2 UV
G
vor
. Entsprechend erweist sich der
Einspracheentscheid
als rechtens und
ist
die Beschwerde abzuweisen.