Decision ID: 7dc154ef-4eee-527b-a86b-a37be6b4e03a
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war durch seine Anstellung bei der B._ AG
bzw. durch den Bezug von Arbeitslosentaggeldern bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) gegen die Folgen von Unfällen
versichert, als er am 13. September 2017 beim Anschliessen eines Kühlaggregats von
der Leiter fiel und sich verletzte (Suva-act. 10; vgl. auch Suva-act. 1). Eine
Erstbehandlung fand am 14. September 2017 durch Dr. med. C._, Allgemeine Innere
Medizin FMH, statt, der nach einer Röntgenuntersuchung durch Dr. med. D._,
Fachärztin für Radiologie FMH, Radiologie E._ (Suva-act. 3), eine Kontusion der
Lendenwirbelsäule (LWS) diagnostizierte und dem Versicherten ab 14. September 2017
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte (Suva-act. 11 f.).
A.a.
Am 21. September 2017 begab sich der Versicherte auf Zuweisung von Dr. C._
wegen sehr starker Rückenschmerzen in den Notfall der Klinik F._ (Suva-act. 13). Am
26. September 2017 wurde bei ihm, ebenfalls in der Klinik F._, durch Dr. med. G._,
Facharzt Radiologie, eine MRI-Untersuchung der LWS durchgeführt, in welcher sich
weder eine Fraktur noch eine Diskushernie, aber leichte Diskopathien L2/3 bis L4/5 mit
Anulus fibrosus-Rissen ohne Nervenkompression sowie mässige Spondylarthrosen
L3/4 und L4/5 zeigten (Suva-act. 34). Der Versicherte wurde darauf am 28. September
2017 durch Dr. med. H._, Facharzt FMH für Neurochirurgie, Klinik F._, untersucht,
der einen Status nach LWS-Kontusion nach Leitersturz am 13. September 2017
A.b.
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diagnostizierte und beim Versicherten eine peridurale Infiltration durchführte (Suva-act.
36).
Am 12. Oktober 2017 wurde beim Versicherten in der Klinik F._ durch Dr. med.
I._, Facharzt Radiologie, nochmals eine Röntgenuntersuchung der LWS durchgeführt
(Suva-act. 33). Wie bereits in der Röntgenuntersuchung vom 14. September 2017
(Suva-act. 3) konnte keine Fraktur der Lendenwirbelkörper (LWK) nachgewiesen
werden.
A.c.
Am 17. und 27. November 2017 reichte Dr. H._ der Suva ärztliche
Zwischenberichte ein (Suva-act. 26, 29), welche eine fortdauernde 100%ige
Arbeitsunfähigkeit auswiesen. In beiden Berichten diagnostizierte Dr. H._ einen
Status nach LWS-Kontusion nach Leitersturz am 13. September 2017 mit
persistierendem, lumbosakralem Schmerzsyndrom, im Bericht vom 27. November
2017 (Suva-act. 29) unter zusätzlichem Vermerk einer Symptomausweitung.
Ausserdem führte er als Diagnosen eine leichte Osteochondrose und
Facettengelenksarthrose L3/4 und L4/5 auf. Laut Bericht vom 17. November 2017 war
der Versicherte am 7. November 2017 mit einer Facettengelenksinfiltration L3/4 und
L4/5 behandelt worden (Suva-act. 26). Nachdem die bis dahin durchgeführte
analgetische Behandlung inklusive peridurale Infiltration und Facettengelenksinfiltration
keine richtige Schmerzlinderung gebracht hatte, empfahl Dr. H._ im Bericht vom 27.
November 2017 neben einer analgetischen und antibiotischen Behandlung eine
physikalische Therapie sowie eine Medizinische Trainingstherapie (MTT) (Suva-act. 29).
A.d.
Mit Schreiben vom 20. November 2017 hatte die Suva ihre Leistungspflicht für das
Unfallereignis vom 13. September 2017 anerkannt und die Ausrichtung der
gesetzlichen Versicherungsleistungen (Heilbehandlung und Taggeld) zugesichert (Suva-
act. 21; vgl. auch Suva-act. 41).
A.e.
Mit Schreiben vom 6. Dezember 2017 beantragte Dr. H._ bei der Suva für den
Versicherten eine stationäre Rehabilitation bei ambulant, therapieresistenten
Rückenschmerzen vor allem am lumbosakralen Übergang. Der Versicherte sei aufgrund
seiner Beschwerden nach wie vor stark handicapiert und nicht arbeitsfähig. Mehrere
Infiltrationen hätten nur kurzfristig zu einer Schmerzlinderung geführt (Sakralblock und
A.f.
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Facettengelenksinfiltration L3/4 und L4/5). Auch die Physiotherapie (vgl. dazu Suva-act.
40) habe nur kurzfristig eine Besserung gebracht. Eine chirurgische Indikation bestehe
bei radiologisch nachgewiesener leichter bis mässiger Spondylarthrose L3/4 und L4/5
mit nur minimalen Protrusionen ohne Hinweis für eine Radikulopathie nicht. Aufgrund
des ambulanten eher frustrierenden Verlaufs werde zur baldigen stationären
Rehabilitation geraten (Suva-act. 32).
Am 5. Januar 2018 leitete die Suva den Schadenfall der internen Abteilung
Versicherungsmedizin weiter, deren Dr. med. J._, Facharzt für Orthopädie und
Traumatologie, in einer Beurteilung vom 8. Januar 2018 keine Läsionen feststellte und
die Indikation für die empfohlene Rehabilitation verneinte. Vorerst sollte eine intensive
ambulante Physiotherapie eingeleitet und die orale Schmerzmedikation fortgeführt und
kontrolliert werden. Die Ursache der Beschwerden sei momentan unklar. Der Fall solle
nach sechs Wochen oder 18 Einheiten Physiotherapie wieder vorgelegt werden (Suva-
act. 37).
A.g.
Mit Schreiben vom 10. Januar 2018 überwies Dr. H._ den Versicherten für eine
rheumatologische Beurteilung an Dr. med. K._, Innere Medizin und Rheumatologie
FMH, (Suva-act. 38). Dr. K._ untersuchte den Versicherten am 15. Februar 2018 und
diagnostizierte - bei Druckdolenzen und Bewegungsschmerzen vor allem der
Segmente Th10-L1 - ein chronisches thorako-lumbovertebrales Syndrom bei Status
nach Leitersturz am 13. September 2017, muskulären Dysbalancen, segmentalen
Dysfunktionen, kleiner Diskusprotrusion L2/3 und Spondylarthrosen L3/4 und L4/5
(MRI vom 26. September 2017) (Suva-act. 43).
A.h.
Am 22. Januar 2018 hatte Dr. H._ eine Physiotherapie-Verordnung für eine
Langzeitbehandlung ausgestellt (Suva-act. 48). Am 21. Februar 2018 nahm er eine
Nachkontrolle vor (Suva-act. 44).
A.i.
Auf Veranlassung von Dr. K._ führte Dr. med. L._, FMH Diagnostische
Radiologie, Radiologie E._, beim Versicherten am 19. Februar 2018 eine MRI-
Untersuchung der Brustwirbelsäule (BWS) durch (Suva-act. 46). Der Radiologe stellte
eine diskrete Costovertebralarthrose mittleres/unteres BWS-Drittel, linksbetont, fest,
erkannte ansonsten aber keine wesentlichen ossären degenerativen Veränderungen.
A.j.
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B.
Am 1. März 2018 attestierte Dr. H._ dem Versicherten weiterhin eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 47).
A.k.
Nach dem Erhalt eines weiteren Berichts von Dr. H._ vom 2. Mai 2018 (Suva-act.
52) legte die Suva den Schadenfall erneut Dr. J._ vor. Nachdem dieser am 22. Mai
2018 erklärt hatte, der Status quo sine sei spätestens acht Monate nach dem Ereignis,
also ab 13. Mai 2018, erreicht gewesen (Suva-act. 53), stellte die Suva mit Verfügung
vom 31. Mai 2018 die Versicherungsleistungen per Verfügungsdatum mit der
Begründung ein, die anhaltenden Beschwerden seien nicht mehr unfallbedingt (Suva-
act. 56).
A.l.
Am 5. Juni 2018 gelangte auch Dr. med. M._, Gesundheitspraxis N._, mit
einem Gesuch um Kostengutsprache für eine stationäre Rehabilitation aufgrund
therapieresistenter Lumbalgien an die Suva (Suva-act. 58).
A.m.
Mit Eingabe vom 12. Juni 2018 erhob der Versicherte gegen die Verfügung vom
31. Mai 2018 Einsprache. Endlich sei im letzten MRI der Klinik F._ die Ursache seiner
Schmerzen gefunden worden, nämlich eine Bandscheibenprotrusion, welche auf den
Unfall vom 13. September 2017 zurückzuführen sei (Suva-act. 61).
B.a.
Die Suva unterbreitete die Einsprache des Versicherten vom 12. Juni 2018 Dr.
J._ (Suva-act. 63), der in einer ärztlichen Beurteilung vom 20. Juli 2018 die
Festsetzung des Status quo sine per 13. Mai 2018 bestätigte (Suva-act. 64). Die Suva
erliess daraufhin am 21. September 2018 einen ablehnenden Einspracheentscheid (vgl.
Suva-act. 69; der Einspracheentscheid liegt nicht bei den Akten).
B.b.
Nachdem der Suva von Seiten des Versicherten mitgeteilt worden war, dass mit
dem in der Einsprache genannten letzten MRI der Klinik F._ nicht das MRI der BWS
vom 19. Februar 2018, sondern ein von Dr. G._ am 5. Juni 2018 durchgeführtes MRI
der LWS gemeint gewesen sei (Suva-act. 68), holte die Suva den entsprechenden
Untersuchungsbericht ein (Suva-act. 66). Sie legte ihn Dr. J._ zur Beurteilung vor, der
am 5. Oktober 2018 an seiner Beurteilung vom 20. Juli 2018 festhielt (Suva-act. 67).
Am selben Tag widerrief sie den Einspracheentscheid vom 21. September 2018 (Suva-
B.c.
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C.

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Rechtmässigkeit
der Leistungseinstellung der Beschwerdegegnerin per 31. Mai 2018.
2.
act. 69) und erliess am 18. Oktober 2018 erneut einen Einspracheentscheid mit
Abweisung der Einsprache vom 12. Juni 2018 (Suva-act. 70).
Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) am 17. November 2018 Beschwerde mit dem sinngemässen
Antrag, die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei zu verpflichten, aufgrund des
Unfalls vom 13. September 2017 über den 31. Mai 2018 hinaus
Versicherungsleistungen zu erbringen (act. G 1).
C.a.
Mit Beschwerdeantwort vom 21. Dezember 2018 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 18. Oktober 2018 (act. G 3).
C.b.
Der Beschwerdeführer verzichtete auf die Einreichung einer Replik (act. G 5).C.c.
Der Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung setzt zunächst einen Unfall im
Sinne von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) voraus. Als solcher gilt eine plötzliche,
nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors
auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Ist die versicherte Person infolge des
Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat sie Anspruch auf ein
Taggeld (Art. 16 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR
832.20]). Sie hat zudem Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen
(Art. 10 UVG). Angesichts dieser gesetzlichen Bestimmungen bildet die Unfallkausalität
Anspruchsvoraussetzung für Heilkosten- und Taggeldleistungen der
Unfallversicherung. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur
für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten
2.1.
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Unfallereignis zusammenhängen (vgl. BGE 129 V 181 E. 3.1 f. mit Hinweisen; 117 V 376
E. 3a; André Nabold in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Kommentar zum
Schweizerischen Sozialversicherungsrecht, UVG Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, Bern 2018, N 48 ff. zu Art. 6 [nachfolgend: UVG-Kommentar]; Irene
Hofer in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Basler
Kommentar, Unfallversicherungsgesetz, Basel 2019, N 63 ff. zu Art. 6 [nachfolgend:
Basler Kommentar]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Gemäss Art. 36 Abs. 1
UVG werden Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die Taggelder und
Hilflosenentschädigungen nicht gekürzt, wenn die Gesundheitsschädigung nur
teilweise Folge eines Unfalls ist. Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem
Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in
der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage
nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die
vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist
(BGE 129 V 181 E. 3.1 und 112 V 32 f. E. 1; Urteil des Bundesgerichts vom 1.
September 2008, 8C_522/2007, E. 4.3.2; UVG-Kommentar, a.a.O., N 53, 59 zu Art. 6;
Basler Kommentar, a.a.O., N 66, 74 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 58).
Bei physischen Unfallfolgen hat indessen die Adäquanz gegenüber dem natürlichen
Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E.
3a). Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit;
die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen; Thomas Locher/
Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N
58).
Ist die Unfallkausalität im Grundfall einmal mit der erforderlichen
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers
erst dann, wenn der Unfall nicht mehr eine natürliche und adäquate Ursache der
weiterhin geklagten Beschwerden darstellt, d.h. wenn die Beschwerden nur noch und
ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruhen. Ebenso wir der
leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit
dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (Urteil des Bundesgerichts vom 6. August 2008,
8C_101/2008, E. 2.2; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4; Locher/Gächter, a.a.O., § 70 N
2.2.
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58 f.). Dieser Beweis kann durchaus unter Bezugnahme auf statistische Grundlagen
und medizinische Erfahrungswerte geführt werden (BGE 126 V 189 E. 4c; Urteil des
EVG vom 18. September 2002, U 60/02, E. 2.2). Dies hat insbesondere für den
Nachweis des Status quo sine zu gelten, bei dem es sich um einen hypothetischen
Zustand handelt, der sich häufig nur mit Erfahrungswerten bestimmen lässt (Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 18. September 2002, U 60/02, E.
2.2). Besteht im Bereich eines vom Unfall betroffenen Körperteils ein krankhafter oder
degenerativer Vorzustand, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn
entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat
(Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem
schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften oder degenerativen Vorzustands auch
ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (UVG-
Kommentar, a.a.O., N 54 zu Art. 6; Basler Kommentar, a.a.O., N 71 zu Art. 6; Urteil des
Bundesgerichts vom 11. Juni 2007, U 290/06, E. 3.3. mit Hinweis).
Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (BGE
125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 I 183 f. E. 3.2).
Dieser schliesst eine Beweislast im Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus.
Die Parteien tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der
Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesenen Sachverhalt
Rechte ableiten wollte. Wird also auf dem Wege der Beweiserhebung der Wegfall des
Kausalzusammenhangs nicht wenigstens mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit erstellt, so hat dieser als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten
des Unfallversicherers auswirkt (BGE 129 V 177 E. 3.1, 117 V 360 E. 4a, je mit
Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2.;
Locher/Gächter, a.a.O., § 70 N 58 f.; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4, 54 f.).
2.3.
Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind.
2.4.
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3.
Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich
weder die Herkunft noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen
Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a). Auch Berichte und
Gutachten, welche die Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren
eigenen Ärzten und Ärztinnen einholen, können beweistauglich sein. An die
Beweiswürdigung der Beurteilungen versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen sind
indes strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an deren
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE
135 V 469 f. E. 4.4. mit Hinweis; bestätigt in Urteil des Bundesgerichts vom 23.
November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3). Die Rechtsprechung erachtet sodann reine
Aktengutachten als beweiskräftig, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im
Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden
medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der
versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom 18. Juni
2014, 9C_196/2014, E. 5.1.1). Angesichts der obigen Darlegungen sprechen keine
formell-rechtlichen Gründe gegen den Einbezug der Aktenbeurteilungen von Dr. J._
vom 22. Mai 2018 (Suva-act. 53), 20. Juli 2018 (Suva-act. 64) und 5. Oktober 2018
(Suva-act. 67). Ob letztlich auf diese abgestellt werden kann, ist im Rahmen der
nachfolgenden materiell-rechtlichen Beurteilung bzw. Beweiswürdigung zu prüfen.
Der Beschwerdeführer leidet seit dem Unfallereignis vom 13. September 2017 über
den 31. Mai 2018 hinaus unter thorako-lumbalen Schmerzen. Für die Annahme
unfallkausaler somatischer Restfolgen werden grundsätzlich eine unfallkausale
strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares
Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar und von der
Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten bzw. der Patientin
unabhängig sind. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen organisch-strukturellen
Unfallfolgen dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit -
wissenschaftlich anerkannten - apparativen/bildgebenden Abklärungen (wie Röntgen,
MRI, CT, Arthroskopie) bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 232 E. 5.1 mit Hinweisen;
Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E.2 mit Hinweisen).
3.1.
Ein massgebender Ausgangspunkt für die Beurteilung traumatischer Folgeschäden
bzw. der Ursächlichkeit einer Gesundheitsschädigung bildet der gesundheitliche
Zustand einer versicherten Person vor dem Unfall. Ist es durch letzteren zu keinen
neuen strukturellen Schäden gekommen, trifft er aber auf einen vorgeschädigten
Körper, kommt eine unfallkausale Gesundheitsschädigung höchstens als
3.2.
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4.
vorübergehende oder richtungsgebende Verschlimmerung des Vorzustandes in
Betracht. Eine richtungsgebende Verschlimmerung liegt nach der Rechtsprechung vor,
wenn medizinischerseits feststeht, dass weder der Status quo ante noch der Status
quo sine je wieder erreicht werden können (UVG-Kommentar, a.a.O., N 54 zu Art. 6;
Basler Kommentar, a.a.O., N 71 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O, S. 54 mit
Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 1. April 2015, 8C_484/2014, E. 2.1). Von einer
vorübergehenden unfallbedingten Verschlimmerung eines Vorzustandes wird dann
gesprochen, wenn Unfallfolgen bzw. deren Anteil an einer Gesundheitsschädigung im
Rahmen des posttraumatischen Verlaufs nie konkret beschrieben bzw. radiologisch als
strukturelle Verletzung der Gelenke oder Knochen sichtbar gemacht werden können. In
solchen Fällen wird bei einem geeigneten bzw. adäquaten Ereignis in einer ersten
Phase davon ausgegangen, dass dieses eine schädigende Wirkung auf den Körper
habe. Die aufgetretenen bzw. ausgelösten Beeinträchtigungen werden, obwohl sie
möglicherweise weiterbestehen, nach einer gewissen Zeit gestützt auf medizinische
Erfahrung aber nicht mehr dem Unfall angelastet. Die Unfallversicherung übernimmt in
diesen Fällen nur den durch das Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub, d.h. sie
hat bis zum Erreichen des Status quo sine vel ante Leistungen für das unmittelbar im
Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen. Als Beispiel
dafür gelten insbesondere auch Kontusionsfolgen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom
26. Februar 2013, 8C_423/2012, E. 5.3, 9. Januar 2012, 8C_601/2011, E. 3.2, und 24.
Juni 2008, 8C_326/2008, E. 3.2 und 4; vgl. auch UVG-Kommentar, a.a.O., N 57 zu Art.
6; Basler Kommentar, a.a.O., N 72 zu Art. 6; Rumo-Jungo, a.a.O., S. 55 f.). Bei einer
Kontusion handelt es sich um eine Weichteilverletzung, die insbesondere anhand
klinischer Befunde - wie Hämatome, Schwellungen, Schürfungen, Prellmarken,
Druckdolenzen, Bewegungseinschränkungen, Muskelverhärtungen - objektiviert wird
(vgl. dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern
2002, S. 412; Roche Lexikon, Medizin, 5. Aufl. München/Jena 2003, S. 357). Die
Unfallversicherung übernimmt die Leistungen bis zur Heilung dieser spezifischen
Kontusionsfolgen und/oder - wie oben erwähnt - für den durch ein Unfallereignis
ausgelösten Beschwerdeschub.
Nach dem Unfall fand die erste radiologische Untersuchung der LWS des
Beschwerdeführers am 14. September 2017 durch Dr. D._ statt, wobei auf dem
Röntgenbild eine flachbogige S-förmige skoliotische Fehlhaltung, keine direkten oder
indirekten Frakturzeichen, geringe Facettengelenksarthrosen auf Höhe der caudalsten
lumbalen Bewegungssegmente akzentuiert, keine signifikante Höhenminderung der
4.1.
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interponierten Bandscheibenfächer und eine spondylophytäre Randkantenausziehung
der caudalen thorakalen Wirbelkörper hinweisend auf einen Morbus Scheuermann zu
sehen waren (Suva-act. 3). Die am 26. September 2017 durch Dr. G._ mittels MRI
erstellten Bilder bestätigten das Fehlen von Frakturen. Es zeigten sich auch keine
Diskushernien, jedoch leichte Diskopathien L2/3 bis L4/5 mit Anulus fibrosus-Rissen.
Sichtbar waren ausserdem mässige Spondylarthrosen L3/4 und L4/5 (Suva-act. 34).
Am 12. Oktober 2017 wurde eine weitere Röntgenuntersuchung der LWS durch Dr.
I._ durchgeführt, der im gleichentags erstellten Untersuchungsbericht
Facettengelenksarthrosen LWK3 und caudalwärts sowie eine multisegmental leichte
Osteochondrose festhielt (Suva-act. 33). Die BWS zeigte in der durch Dr. L._ am 19.
Februar 2018 vorgenommenen MRI-Untersuchung eine Spondylosis deformans
kaudales BWS-Drittel, Punctum maximum BWK 11/12, eine diskrete
Costovertebralarthrose mittleres/unteres BWS-Drittel, linksbetont, ansonsten jedoch
keine Auffälligkeiten, also keine wesentlichen degenerativen Veränderungen, keine
Zeichen einer stattgehabten Fraktur, kein Bone bruise, keine Diskushernie, keine
Neurokompression, keine Spinalkanalstenose und keine Myelopathie (Suva-act. 46).
Eine dritte Röntgenuntersuchung vom 5. Juni 2018 durch Dr. G._ brachte im
Vergleich zu den beiden früheren Röntgenuntersuchungen unveränderte Ergebnisse -
eine leichte rechtskonvexe Lumbalskoliose und geringe linkskonvexe Skoliose am
thorakolumbalen Übergang sowie leichte Spondylarthrosen L3/4 bis L5/S1 - hervor
(Suva-act. 66). Am selben Tag führte Dr. G._ schliesslich nochmals eine MRI-
Untersuchung der LWS durch, welche wiederum keine Fraktur, jedoch die bereits
bekannten links posterolateralen Anulus-fibrosus-Risse L2/3 und L3/4 mit leichten,
linksbetonten Bandscheibenprotrusionen bei Diskopathien L2/3-L4/5, ohne
Neurokompression, zur Darstellung brachte (Suva-act. 66).
Wie von Dr. J._ in der ärztlichen Beurteilung vom 20. Juli 2018 (Suva-act. 64)
überzeugend festgestellt, steht ausser Frage, dass die in Erwägung 4.1 genannten
Röntgen- und MRI-Untersuchungsergebnisse keine organisch-strukturellen
Unfallfolgen zeigten.
4.2.
Eine Arthrose kann definitionsgemäss keine primäre Unfallverletzung, sondern
einzig eine degenerative Erkrankung sein. Sie kann zwar als unfallkausaler
Gesundheitsschaden sekundär, d.h. als Spätfolge einer primären Verletzung -
hauptsächlich nach einer ohne anatomisch exakte Reposition verheilten intraartikulären
Fraktur - auftreten, entsteht aber in der Regel im Rahmen des normalen
Alterungsprozesses oder durch Überbeanspruchung (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S.
579 ff., S. 700 f., S. 735; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin/Boston
4.2.1.
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2017, S. 152 f.; Roche Lexikon, a.a.O., S. 134 f.). Im Falle des Beschwerdeführers
konnten radiologisch keine intraartikulären Frakturen ausgemacht werden, womit kein
Hinweis für eine sekundäre traumatische Arthrose besteht. Bei der Osteochondrose
und Spondylose handelt es sich ebenfalls um häufige, im Rahmen eines
Degenerationsvorgangs auftretende, mithin nicht traumatisch bedingte Veränderungen
der Wirbelsäule. Die Osteochondrose und Spondylose können auch
Begleiterscheinungen der Diskusprotrusion bzw. Diskushernie bilden (vgl. dazu
Debrunner, a.a.O., S. 852 ff.; Pschyrembel, a.a.O., S. 210, 1320; vgl. dazu auch
nachfolgende Erwägung 4.2.2). Der Umstand, dass der Beschwerdeführer sowohl im
Bereich der LWS als auch der BWS in verschiedenen Segmenten Gesundheitsschäden
aufweist, stützt das Bild einer umfassenden degenerativen und nicht traumatisch
bedingten Situation. Die spondylophytäre Randzackenausziehung der caudalen
thorakalen Wirbelkörper wurde sodann von Dr. D._ als Hinweis auf einen Morbus
Scheuermann gewertet, bei dem es sich gemäss medizinischer Literatur um eine
Wachstumskrankheit der Wirbelsäule handelt (Debrunner, S. 821 ff.; Roche Lexikon,
a.a.O., 1647 f.; Pschyrembel, a.a.O., S. 1604 f.). Schliesslich ist auch bei einer Skoliose
im Regelfall von einer unfallfremden strukturellen Deformität der Wirbelsäule
auszugehen, wenn - wie im konkreten Fall - kein Hinweis auf eine traumatische
Wirbelsäulendeformierung besteht (Debrunner, a.a.O., S. 827 ff.; Pschyrembel, a.a.O.,
S: 1678; Roche Lexikon, a.a.O., S. 1715). Beim Beschwerdeführer zeigten sich im
Übrigen die Skoliose, die Facettengelenksarthrosen sowie die spondylophytären
Randkantenausziehungen röntgenologisch bereits am 14. September 2017, d.h. einen
Tag nach dem Unfall, womit insbesondere auch der zeitliche Aspekt gegen
traumatische Verletzungsfolgen spricht.
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers lässt sich auch bezüglich der
im MRI-Untersuchungsbericht vom 5. Juni 2018 von Dr. G._ aufgeführten
Bandscheibenprotrusionen bei Diskopathien L2/3 bis L4/5 nicht von einer Unfallfolge
im Sinne eines neuen unfallbedingten strukturellen Gesundheitsschadens ausgehen.
Was Diskushernien und folglich auch Diskusprotrusionen angeht, entspricht es im
Bereich des Unfallversicherungsrechts einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass
praktisch alle Diskushernien und Diskusprotrusionen (vgl. zu diesen Begriffen
Debrunner, a.a.O., S. 778 ff. und 878 ff.) degenerativ entstehen. Ein Unfall im
Rechtssinne (Art. 4 ATSG) kann nur ausnahmsweise als eigentliche Ursache in Betracht
fallen. Voraussetzung dafür ist in der Regel, dass das fragliche Ereignis von besonderer
Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die
Symptome der Diskushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und
4.2.2.
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mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit auftreten (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 193, E. 2a mit
Hinweisen; Urteil des EVG vom 3. Oktober 2005, U 163/05, E. 3.; Rumo-Jungo/Holzer,
a.a.O., S. 55 f.). Das gleiche gilt grundsätzlich für eine richtungsgebende
Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes, wenn und soweit also durch den
Unfall eine Diskushernie oder Diskusprotrusion früher bzw. beschleunigt zur
Entwicklung gebracht wurde. Eine solche ist ausserdem grundsätzlich nur dann
bewiesen, wenn die Radioskopie ein plötzliches Zusammensinken der Wirbel nach
einem Trauma aufzeigt. Eine allfällige richtungsgebende Verschlimmerung muss
radiologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression abheben
(RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 f. E. 3a mit Hinweisen; Urteil des EVG vom 25. November
2004, U 107/04, E.4.1; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55 f.).
Die Voraussetzungen für eine unfallbedingte Diskusprotrusion bzw.
richtungsgebende Verschlimmerung einer vorbestehenden Diskusprotrusion sind im
vorliegenden Fall - möglicherweise mit Ausnahme der Arbeitsunfähigkeit, auch wenn
der Beschwerdeführer offenbar zumindest am Unfalltag noch weitergearbeitet hat (vgl.
Suva-act. 13) - nicht erfüllt. (vgl. dazu auch nachfolgende Erwägung 5.5). Eine
besonders schwere Krafteinwirkung auf die Wirbelsäule, die geeignet gewesen wäre,
eine Diskusprotrusion zu verursachen, ist in Bezug auf die Ereignisschilderungen in den
Schadenmeldungen UVG vom 3. und 25. Oktober 2017 (Suva-act. 1, 10; vgl. dazu
auch Suva-act. 13-2: "Aktuelle Anamnese") und die von Dr. C._ im Arztzeugnis UVG
vom 31. Oktober 2017 diagnostizierte Kontusion der LWS nicht erstellt. Radikuläre
Beschwerden bzw. Ausstrahlungen in die Beine werden sodann in den Arztberichten
nicht beschrieben oder explizit verneint (Suva-act. 12; vgl. auch Suva-act. 26, 29, 36).
Insbesondere auch radiologisch konnte (vgl. z.B. Suva-act. 66) keine
Neurokompression erhoben werden. Schliesslich ist festzuhalten, dass offensichtlich
keiner der untersuchenden Ärzte – Dr. C._, Dr. H._, Dr. K._ und Dr. M._ - eine
unfallbedingte Diskusprotrusion in Erwägung gezogen hat. Die Möglichkeit einer
traumatischen Ursächlichkeit wurde in keinem der aktenkundigen Arztberichte
thematisiert.
4.2.3.
Nach dem Gesagten steht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer durch den Unfall vom 13.
September 2017 weder eine klar ausgewiesene neue, bleibende
Gesundheitsschädigung noch eine richtungsgebende Verschlimmerung des
degenerativen Vorzustandes erlitten hat.
4.3.
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5.
Wie bereits erwähnt, kann ein Vorzustand durch einen Unfall ausgelöst oder
vorübergehend verschlimmert werden. Diesfalls übernimmt die Unfallversicherung
jedoch nur den durch das Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub (vgl. Erwägung
3.2). Wie gesagt, diagnostizierte Dr. C._ anlässlich seiner Erstbehandlung vom 14.
September 2017 eine Kontusion der LWS (Suva-act. 12; vgl. auch Suva-act. 26, 29,
36). Von einer solchen ist denn auch aufgrund der Unfallschilderungen in der
Schadenmeldung UVG der Arbeitslosenkasse des Kantons St. Gallen (Suva-act. 1)
sowie im Bericht der Notfallaufnahme der Klinik F._ vom 31. Oktober 2017 (Suva-act.
13) auszugehen.
5.1.
Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache (vgl. Erwägung 2.3), dass
Prellungen, Verstauchungen und Zerrungen der Wirbelsäule ohne strukturelle Läsionen
normalerweise innert kurzer Zeit, in der Regel nach sechs Monaten bis einem Jahr (bei
vorbestehenden degenerativen Veränderungen), abheilen und sich die damit
verbundenen Beschwerden gänzlich zurückbilden (Urteil des Bundesgerichts vom 28.
Februar 2007, U 357/06, E. 4.6; Urteil des EVG vom 18. September 2002, U 60/02, E.
3.2 mit Hinweisen auf die medizinische Literatur; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55 f.).
In den Medizinischen Mitteilungen der Suva Nr. 79 [2008], S. 100 ff., hält der Autor E.
Bär sogar fest, dass Weichteilzerrungen bzw. -prellungen am Rücken (mithin
Verletzungen ohne objektivierbaren strukturellen Schaden) ungeeignet seien, länger als
einige Wochen bis wenige Monate Beschwerden zu machen, die mit organischen
Folgen der ursprünglichen Verletzung zu erklären wären, und weist auf zahlreiche
weitere Publikationen hin. Insofern zeichnet sich eine vorübergehende
Verschlimmerung eines Vorzustandes im Bereich der Wirbelsäule im Regelfall durch
stetige Besserung des unfallkausalen Beschwerdeanteils aus (vgl. dazu Bär/Kiener,
Prellung, Verstauchung oder Zerrung der Wirbelsäule. In Medizinische Mitteilungen der
Suva Nr. 67 [1994], S. 45). Wie gesagt ist allein entscheidend, ob der durch den Unfall
ausgelöste Beschwerdeschub seine kausale Bedeutung verloren hat (vgl. Erwägung
3.2).
5.2.
Dr. J._ geht in seiner ärztlichen Beurteilung vom 20. Juli 2018 (Suva-act. 64) in
Bezug auf den vorliegenden Fall von einem überwiegend wahrscheinlichen Status quo
sine maximal acht Monate nach dem Ereignis vom 13. September 2017, also am 13.
Mai 2018, aus. Basierend auf dieser Heilungsdauer, mit welcher sich Dr. J._
innerhalb des in der vorgängig zitierten medizinischen Literatur für den Regelfall
angeführten Zeitrahmens befindet, schloss die Beschwerdegegnerin den Schadenfall
per Verfügungszeitpunkt, d.h. per 31. Mai 2018, ab und stellte die bisherigen
5.3.
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Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) ein (Suva-act. 56). Es sind keine
konkreten Gründe ersichtlich, derentwegen eine längere Heilungsdauer anzunehmen
wäre. Eine vom Regelfall abweichende, folgenschwere Kontusion ist jedenfalls
auszuschliessen. Wie bereits erwähnt, werden in den Schadenmeldungen UVG vom 3.
und 25. Oktober 2017 (Suva-act. 1, 10) sowie im Bericht der Notfallaufnahme der Klinik
F._ vom 31. Oktober 2017 (Suva-act. 13), aber auch vom Beschwerdeführer in der
Beschwerde vom 17. November 2018 (act. G 1), im Zusammenhang mit dem Sturz von
der Leiter keine besonderen, erschwerenden Tatbestandselemente angeführt. Auch,
dass der Sturz von der Leiter laut Bericht der Notfallaufnahme der Klinik F._ aus etwa
zwei Metern Höhe erfolgt sein soll, vermag nicht allein ein erschwerendes
Tatbestandselement darzustellen. Zwar handelt es sich dabei um eine nicht
unbeträchtliche Höhe, doch ist letztlich entscheidend, welche Krafteinwirkung auf den
Rücken im konkreten Fall tatsächlich stattgefunden hat. Beschrieben ist zwar ein
Anprall gegen ein Holz, doch liess sich - wie Dr. J._ in der ärztlichen Beurteilung vom
20. Juli 2018 festgestellt hatte (Suva-act. 64) - in der Bildgebung kein Hämatom
erheben (Suva-act. 34: "Kein Knochenmarködem"). Gemäss Arztzeugnis UVG vom 31.
Oktober 2017 hatte sich offensichtlich auch klinisch anlässlich der Erstbehandlung vom
14. September 2017 kein Hämatom gezeigt, welches zumindest ein Hinweis auf eine
namhafte Krafteinwirkung auf die Wirbelsäule hätte sein können. Bei den anlässlich der
Erstbehandlung erhobenen Befunden - Schmerzen und Druckdolenz lumbal (vgl. Suva-
act. 12) - handelt es sich um absolut typische Kontusionsfolgen, welche für sich allein
nicht auf eine besonders schwere Kontusion hinweisen. Allgemein ist anzufügen, dass
die Heilung eines traumatisch bedingt symptomatisch gewordenen degenerativen
Vorzustandes fliessenden Charakter hat. Die soeben noch traumatisch bedingten
Beschwerden lassen sich nur schwer von den fortan degenerativ bedingten oder
anders begründeten Beschwerden unterscheiden. Auch aus dem von Dr. H._ in
seinen ärztlichen Zwischenberichten vom 17. und 27. November 2017 (Suva-act. 26,
29) und von Dr. K._ in seinen Untersuchungsberichten vom 21. und 26. Februar 2018
(Suva-act. 43 f.) diagnostizierten persistierenden, lumbosakralen Schmerzsyndrom
bzw. chronischen thorako-lumbovertebralen Syndrom lassen sich keine fortdauernden
Unfallfolgen ableiten. Laut Roche Lexikon (a.a.O., S. 1791) handelt es sich bei einem
Syndrom um ein sich stets mit etwa den gleichen Krankheitszeichen, d.h. einer
Symptomatik mit weitgehend identischem "Symptommuster" manifestierendes
Krankheitsbild mit unbekannter, vieldeutiger, durch vielfältige Ursachen bedingter oder
nur teilweise bekannter Ätiogenese. Mit dem lumbosakralen bzw. chronischen
thorakolumbovertebralen (Schmerz-)Syndrom haben Dr. H._ und Dr. K._ mithin
lediglich das vom Beschwerdeführer subjektiv angegebene "Symptommuster" fassbar
gemacht bzw. ausgesagt, dass er persistierende Schmerzen in der Lumbalregion
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angibt, ohne dass darin ein objektiv erhobener unfallkausaler organischer Befund
gesehen werden könnte. Wenn eine versicherte Person vorbringt, sie leide nach wie vor
unter Schmerzen, verfängt diese Argumentation nur insofern, als sie damit das
Vorliegen eines Kausalzusammenhangs behauptet. Fortdauernde Schmerzen allein
können nicht das Andauern eines Kausalzusammenhangs begründen und es obliegt
nicht der Unfallversicherung zu beweisen, was die Ursache für die Schmerzen sein
könnte, wenn es nicht der Unfall ist (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 29. April
2008, 8C_465/2007, E. 3.1 mit Hinweisen; Urteil des EVG vom 18. Dezember 2003, U
258/02). Dass im konkreten Fall nicht von einem objektiv erhobenen unfallkausalen
organischen Befund, sondern einzig von einer subjektiven Schmerzangabe des
Beschwerdeführers ausgegangen werden kann, zeigt sich auch darin, dass Dr. K._
und Dr. H._ in ihren Berichten vom 21. Februar (Suva-act. 43) und 2. Mai 2018 (Suva-
act. 52) übereinstimmend erklärten, dass radiologisch keine klare Ursache für die
Beschwerden bestehe, dass sich keine Erklärung für die persistierenden bzw.
anhaltenden thorako-lumbalen Schmerzen finden lasse bzw. dass die Ursache der
anhaltenden akuten Schmerzen unklar sei (Suva-act. 43 f., 52). Demgemäss hielt Dr.
H._ im ärztlichen Zwischenbericht vom 27. November 2017 (Suva-act. 29) im
Zusammenhang mit dem persistierenden lumbosakralen Schmerzsyndrom eine
Symptomausweitung fest, welche eine Diskrepanz zwischen medizinisch
objektivierbaren Befunden und subjektiv dargestellter Beschwerdesituation darlegt.
Auch mit der Diagnose "Lumbalgie" (vgl. Suva-act. 58) wird von den Ärzten im Regelfall
nur das Beschwerdebild fassbar gemacht. Analog der Syndromdiagnose wird
demzufolge lediglich belegt, dass der Patient Schmerzen in der Lumbalregion aufweist.
Rückenschmerzen können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Gerade die
Lumbago ist insbesondere typisch für degenerative Gesundheitsschäden (vgl. dazu
Debrunner, a.a.O., S: 860 f.). Die von Dr. K._, Dr. H._ und Dr. M._ in ihren
Berichten vom 21. bzw. 26. Februar 2018 (Suva-act. 43 f.), 2. Mai 2018 (Suva-act. 52)
und 5. Juni 2018 (Suva-act. 58) erhobenen Diagnosen bzw. Befunde - muskuläre
Dysbalance, segmentale Dysfunktion, paravertebrale Muskelverspannung, Dysfunktion
der Muskulatur - vermögen ebenfalls nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit unfallkausale Restfolgen zu belegen. Eine Unfallbedingtheit der
genannten Diagnosen bzw. Befunde ist zwar nicht ausgeschlossen, doch ist die
Entwicklung einer unfallkausalen und vor allem fortdauernden muskulären Dysbalance
als Folge einer gewöhnlichen Kontusion vorliegend nicht erklärbar. Schliesslich ist
anzufügen, dass keiner der behandelnden Ärzte explizit von andauernden
Unfallrestfolgen spricht.
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Mit seiner Argumentation - er sei vor dem Unfall in perfekter Gesundheit und
Beweglichkeit und auch 100% arbeitsfähig gewesen, seit dem Unfall habe er hingegen
im unteren Bereich des Rückens starke Schmerzen, Mühe mit Laufen, Stehen und
Sitzen, mit Liegen und Schlafen auf der linken Seite - nimmt der Beschwerdeführer
lediglich eine zeitliche Einordnung vor (act. G 1). Der zeitliche Aspekt allein besitzt
indessen in solchen Fällen, in denen das Vorliegen einer strukturellen Verletzung mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit verneint werden kann, keine
wissenschaftlich genügende Erklärungskraft (vgl. dazu Basler Kommentar, a.a.O., N 67
zu Art. 6; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015, N 69 zu Art.
4; Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460
Fn 1205 [Beweisführung nach der Formel "post hoc ergo propter hoc"]; SVR 2009 UV
Nr. 13, S. 52 E. 7.2.4 mit weiteren Hinweisen; BGE 119 V 340 f. E. 2b/bb).
5.4.
Auch die Aussage des Beschwerdeführers in der Beschwerde vom 17. November
2018 (act. G 1) - bis zum MRI vom 5. Juni 2018 habe ihm niemand erklären können,
von was der Schmerz verursacht werde, weil niemand die Bandscheibenprotrusion
gesehen habe, weshalb er auch falsch behandelt worden sei und es zu keiner Heilung
habe kommen können, was nicht passiert wäre, hätte die Beschwerdegegnerin eine
stationäre Rehabilitation bewilligt - vermag keine längere Heilungsdauer der am 13.
September 2017 erlittenen Kontusion und damit über den
Leistungseinstellungszeitpunkt andauernde Kontusionsfolgen nachzuweisen. Die
Beschwerdegegnerin weist in der Beschwerdeantwort vom 21. Dezember 2018 (act. G
3) zutreffend darauf hin, dass die Bandscheibenprotrusionen bereits im MRI vom 26.
September 2017 ("leichte Diskopathien L2/3 bis L4/5 mit Anulus fibrosus-Rissen")
erhoben worden sind, sich im MRI vom 5. Juni 2018 unverändert gezeigt haben und
sich damit - wie von Dr. J._ am 5. Oktober 2018 überzeugend festgestellt (Suva-act.
67) - aus letzterem keine neuen Erkenntnisse ergeben haben. Wie in den Erwägungen
4.2 und 5.2 f. dargelegt, lässt sich aus den radiologischen Untersuchungsergebnissen
kein Hinweis gegen den von Dr. J._ in der ärztlichen Beurteilung vom 20. Juli 2018
angenommenen Status quo sine per 13. Mai 2018 (Suva-act. 64) ableiten. Wie von der
Beschwerdegegnerin weiter festgestellt, kann damit auch nicht von einer anfänglichen
Fehlbehandlung mit Verhinderung einer Heilung gesprochen werden. Die von Dr. H._
zunächst angeordnete physiotherapeutische und analgetische Behandlung sowie die
von ihm durchgeführten Infiltrationen (Suva-act. 26, 29, 36) bilden eine umfassende, bei
Rückenbeschwerden angemessene und wirksame Therapie. Die von Dr. H._ (Suva-
act. 32) und Dr. M._ (Suva-act. 58) beantragte bzw. empfohlene stationäre
Rehabilitation erfolgte in Verbindung mit den ambulant, therapieresistenten
Rückenschmerzen ohne Bezugnahme auf die Frage nach dem Vorliegen unfallkausaler
5.5.
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6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist der angefochtene Einspracheentscheid vom
18. Oktober 2018 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde
abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).