Decision ID: f20d96ed-742c-4f4d-a3c6-bf880df7eb0c
Year: 2022
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

I. Sachverhalt:
1. A._, Jahrgang 2000, war zuletzt als Koch im Hotel B._ in
C._ tätig. Am 28. April 2020 meldete er einen Anspruch auf
Arbeitslosenentschädigung im Umfang von 100 % ab 18. Mai 2020 an. Im
Zeitraum vom 13. Januar 2020 bis am 15. Mai 2020 absolvierte er die
Rekrutenschule. Gemäss seinen Angaben hatte er eine Zusicherung
seines letzten Arbeitgebers, wonach er nach Absolvierung der
Rekrutenschule dort wieder hätte arbeiten können. Als er im Mai 2020
dann nachfragte, erhielt er aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Lage
infolge der Coronapandemie eine Absage. Er beabsichtigte darum, ab
Oktober 2020 die Unteroffiziersschule zu absolvieren. Die
zwischenzeitlichen Arbeitsbemühungen blieben erfolglos.
2. Mit Verfügung Nr. Z.1._ vom 1. September 2020 wurde A._
nach Gewährung der Möglichkeit zur Stellungnahme mit Beginn am
4. August 2020 für 23 Tage in der Anspruchsberechtigung infolge einer
Nichtbefolgung einer Weisung eingestellt, weil er sich nicht innert Frist bei
einem Einsatzprogramm gemeldet hatte. Dagegen erhob er am 4.
September 2020 Einsprache per E-Mail, welche er auf entsprechenden
Hinweis des Amtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden (KIGA)
mit Schreiben vom 16. September 2020 formgerecht wiederholte. Die
Einsprache wies das KIGA mit Einspracheentscheid vom 29. September
2020 ab. Ab dem 7. September 2020 befand sich A._ in einem
Einsatzprogramm (D._).
3. Mit Verfügung Nr. Z.2._ vom 15. September 2020 wurde A._
nach Gewährung der Möglichkeit zur Stellungnahme mit Beginn am
18. Mai 2020 für 15 Tage in der Anspruchsberechtigung infolge fehlender
Arbeitsbemühungen für die Zeit vor Beginn der Arbeitslosigkeit eingestellt.
Per 24. September 2020 meldete sich A._ schliesslich von der
Arbeitsvermittlung ab.
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4. Mit Verfügung Nr. Z.3._ vom 22. Oktober 2020 forderte die
Arbeitslosenkasse Graubünden den Betrag von CHF 2'724.45 von
A._ zurück. Er sei mit Verfügung vom 15. September 2020
(Nr. Z.2._) von der kantonalen Amtsstelle für 15 Tage in der
Anspruchsberechtigung eingestellt worden. Unter Anrechnung der
Einstelltage sei er zu Unrecht zu einer Leistung der
Arbeitslosenversicherung über den erwähnten Betrag gelangt. Ausserdem
wurde auf eine entsprechend korrigierte Abrechnung (für den Monat
August 2020) verwiesen.
5. Dagegen erhob A._ am 6. November 2020 Einsprache. Mit
Einspracheentscheid vom 20. November 2020 wies das KIGA die
Einsprache ab. Zur Begründung führte das KIGA aus, der angefochtenen
Rückforderungsverfügung (vom 22. Oktober 2020) liege die in Rechtskraft
erwachsene Verfügung vom 15. September 2020 (Nr. Z.2._)
betreffend die Einstellung in der Anspruchsberechtigung (für 15 Tage ab
dem 18. Mai 2020) zugrunde. In diesem (Einsprache-)Verfahren könne
gegen die Verfügung Nr. Z.2._ vom 15. September 2020 nicht mehr
opponiert werden. Die Arbeitslosenkasse Graubünden sei verpflichtet
gewesen, die bereits ausgerichtete Arbeitslosenentschädigung im Betrag
von CHF 2'724.45 zurückzufordern.
6. Am 18. Dezember 2020 erhob A._ (nachfolgend
Beschwerdeführer) gegen den Einspracheentscheid vom 20. November
2020 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und
beantragte sinngemäss die Aufhebung des Rückforderungsentscheides.
Zur Begründung stellte er sich im Wesentlichen auf den Standpunkt, dass
er entgegen der Feststellung im angefochtenen Entscheid bereits am
4. September 2020 Einsprache via E-Mail gegen die Verfügung vom
15. September 2020 (Nr. Z.2._) erhoben habe. Er könne bis heute
nicht nachvollziehen, weshalb ihm dieser (Rückforderungs-)Betrag
aufgebrummt werde. Niemand habe mit ihm das Gespräch gesucht und
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versucht, ihm zu erklären, was falsch gelaufen sei. Er fühle sich vom RAV
und dem KIGA sehr ungerecht behandelt. Ab Januar 2021 werde er seine
Ausbildung im Militärdienst antreten. Dies in der Hoffnung, später eine
Arbeitsstelle zu finden.
7. Das KIGA (nachfolgend Beschwerdegegner) liess sich am 25. Januar
2021 zur Beschwerde vernehmen und beantragte die Abweisung der
Beschwerde unter gesetzlicher Kostenfolge. Zur Begründung führte er
namentlich an, dass unrechtmässig bezogene Leistungen gemäss Art. 25
ATSG zurückzuerstatten seien. Der Beschwerdegegner bestritt, dass die
Verfügung vom 15. September 2020 (Nr. Z.2._; betreffend die
Einstellung während 15 Tagen in der Anspruchsberechtigung) fristgerecht
angefochten worden sei. Die Einsprache des Beschwerdeführers vom
4. September 2020 per E-Mail bzw. mit Schreiben vom 16. September
2020 habe sich explizit auf die Verfügung Nr. Z.1._ vom
1. September 2020 bezogen, worin der Beschwerdeführer für eine
Missachtung einer Weisung zur Teilnahme an einem Einsatzprogramm
(mit 23 Einstelltagen) sanktioniert worden sei. Dementsprechend sei die
Sanktionsverfügung vom 15. September 2020 unangefochten in
Rechtskraft erwachsen und die Arbeitslosenkasse Graubünden
verpflichtet gewesen, die zu diesem Zeitpunkt bereits ausgerichteten
Arbeitslosenentschädigungen in der Höhe von CHF 2'724.45
zurückzufordern. Somit erweise sich der Einspracheentscheid vom
20. November 2020 als rechtens.
8. Der Beschwerdeführer replizierte am 8. Februar 2021. Der
Beschwerdegegner verzichtete am 17. Februar 2021 auf eine Duplik.
9. Mit Schreiben vom 22. Februar 2021 und 12. Januar 2022 reichte der
Beschwerdegegner jeweils die von der Instruktionsrichterin am
19. Februar 2021 bzw. 6. Januar 2022 edierten Unterlagen ein.
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Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in deren Eingaben, den
angefochtenen Einspracheentscheid vom 20. November 2020 sowie die
weiteren Akten wird – sofern erforderlich – in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

II. Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid
des Beschwerdegegners vom 20. November 2020. Gegen
Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslosenversicherung
kann gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung
(Arbeitslosenversicherungsgesetz, AVIG; SR 837.0) i.V.m. Art. 2 sowie
Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) Beschwerde beim
kantonalen Versicherungsgericht eingereicht werden. Nach Art. 100
Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (AVIV; SR 837.02)
ist für die Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen
(Einspracheentscheide) einer kantonalen Amtsstelle das
Verwaltungsgericht desselben Kantons örtlich zuständig. Der
angefochtene Einspracheentscheid wurde vom Beschwerdegegner als
kantonale Amtsstelle im Sinne von Art. 85 AVIG erlassen, sodass die
örtliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts gegeben ist (vgl. Art. 1
Abs. 1 und Art. 5 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zur Arbeitsvermittlung
und Arbeitslosenversicherung [EGzAVG/AVIG; BR 545.100] und Art. 1
der Verordnung zum Einführungsgesetz zur Arbeitsvermittlung und
Arbeitslosenversicherung [VOzEGzAVG/AVIG; BR 545.270]). Die
sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ergibt sich aus Art. 57
ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Der Beschwerdeführer,
welcher als Verfügungsadressat von der im Einspracheentscheid
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bestätigten Verfügung vom 22. Oktober 2020 berührt ist und ein
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung hat, ist
ohne weiteres zur Beschwerde legitimiert (vgl. Art. 59 ATSG). Somit ist auf
die überdies form- und fristgerechte Beschwerde (Art. 60 ATSG und
Art. 61 lit. b ATSG) einzutreten. Da es vorliegend um eine Rückforderung
im Betrag von CHF 2'724.45 geht, der Streitwert also CHF 5'000.-- nicht
überschreitet und keine Fünferbesetzung nach Art. 43 Abs. 2 VRG
vorgeschrieben ist, wird die Angelegenheit gestützt auf Art. 43 Abs. 3 lit. a
VRG in einzelrichterlicher Kompetenz entschieden.
2.1. Aufgrund der Akten ist ausgewiesen, dass dem Beschwerdeführer die
Verfügung Nr. Z.2._ vom 15. September 2020 betreffend die
Einstellung in der Anspruchsberechtigung am 17. September 2020 mittels
A-Post Plus zugegangen ist (siehe Track & Trace-Auszug gemäss
Eingabe des Beschwerdegegners vom 22. Februar 2021). Die Erhebung
einer Einsprache dagegen innert der 30-tägigen Frist gemäss Art. 52
Abs. 1 ATSG ist hingegen nicht ausgewiesen. Denn im Schreiben vom
16. September 2020 bzw. der E-Mail vom 4. September 2020 (siehe Akten
des Beschwerdegegners [Bg-act.] 7 und 9) erklärte der Beschwerdeführer
eindeutig, dass er mit der "Verfügung Nr. Z.1._ vom 1.09.2020" gar
nicht einverstanden sei. Ausserdem wandte er sich gegen die Einstellung
in der Anspruchsberechtigung für 23 Tage. Dabei handelt es sich aber
zweifellos um die Verfügung Nr. Z.1._ vom 1. September 2020, worin
der Beschwerdeführer für eine Missachtung einer Weisung zur Teilnahme
an einem Einsatzprogramm mit 23 Einstelltagen sanktioniert wurde.
Ebenso ist ausgewiesen, dass mit Einspracheentscheid vom
29. September 2020 (siehe Beilagen 4 zu den am 6. Januar 2022
zusätzlich edierten Akten [Ed-act. 4] und Ed-act. 5 S. 17 ff.) die vorstehend
bereits erwähnte Einsprache des Beschwerdeführers vom 16. September
2020 gegen die Verfügung Nr. Z.1._ vom 1. September 2020 (siehe
Ed-act. 4 und Ed-act. 5 S. 30) betreffend die Einstellung in der
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Anspruchsberechtigung für 23 Tage abgewiesen wurde. Dass der
Beschwerdeführer gegen den Einspracheentscheid vom 29. September
2020 innert der 30-tägigen Frist gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG bei
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden als zuständiges
Versicherungsgericht (siehe Art. 57 ATSG und Art. 49 Abs. 2 lit. a VRG)
Beschwerde erhoben hätte, macht er weder geltend noch ist dies
ersichtlich. Betreffend ein vom Beschwerdeführer im vorliegenden
Verfahren eingereichtes Schreiben mit dem Titel "Stellungnahme" vom
"September 2020" betreffend den Vorwurf von ungenügenden
persönlichen Arbeitsbemühungen vor Beginn der Arbeitslosigkeit (siehe
Akten des Beschwerdeführers [Bf-act.] 3 S. 1), wozu er mit Schreiben des
Beschwerdegegners vom 4. August 2020 mit Frist bis zum 14. August
2020 aufgefordert worden war, ist zu bemerken, dass in den edierten
Akten des Beschwerdegegners sich ein identisches Schriftstück mit der
Datierung auf den 12. August 2020 befindet (sie entsprechender Beleg in
Ed-act. 4). Mit Schreiben vom 28. August 2020 verlangte der
Beschwerdegegner noch Belege betreffend die Zusicherung und Absage
durch den vormaligen Arbeitgeber. Am 8. September 2020 wurde ein
entsprechender Beleg des vormaligen Arbeitsgebers hinsichtlich einer
Absage, datiert auf den 14. Mai 2020, in den Akten erfasst (siehe
entsprechende Belege in Ed-act. 4). Somit weist aufgrund der gesamten
Umstände auch das vom Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren
eingereichte, auf "September 2020" datierende Schreiben die Erhebung
einer Einsprache gegen die Verfügung Nr. Z.2._ vom 15. September
2020 (mit einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung für 15 Tage)
nicht hinreichend nach. Dies zumal in dem genannten Schreiben "vom
September 2020" weder auf das Datum der Verfügung, die
Verfügungsnummer noch auf die Einstelldauer von 15 Tagen Bezug
genommen wird. Unbestritten ist hingegen, dass der Beschwerdeführer
gegen die Rückforderungsverfügung Nr. Z.3._ vom 22. Oktober 2020
am 6. November 2020 fristgerecht Einsprache erhoben hat. Darin machte
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der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, dass er nicht verstehe,
was er falsch gemacht habe, damit nun eine Rückzahlung von einem
Arbeitslosen verlangt werde. Obwohl er bei D._ einer Arbeit
nachgegangen sei, sei er gesperrt worden. Er verstehe die
Schreiben/Verfügungen nicht und seine Antwortschreiben seien nutzlos
gewesen. Mit Einspracheentscheid vom 20. November 2020 wies der
Beschwerdegegner diese Einsprache schliesslich mit der Begründung ab,
dass die Verfügung Nr. Z.2._ vom 15. September 2020 betreffend die
Einstellung des Beschwerdeführers in der Anspruchsberechtigung für
15 Tage unangefochten in Rechtskraft erwachsen sei. Die
Arbeitslosenkasse sei somit gehalten gewesen, die zu diesem Zeitpunkt
bereits ausgerichteten Arbeitslosenentschädigungen in der Höhe von
CHF 2'724.45 zurückzufordern. Der Beschwerdegegner erkannte darauf,
dass die angefochtene (Rückforderungs-)Verfügung (vom 22. Oktober
2020) sich als rechtens erweise und die dagegen erhobene Einsprache
abzuweisen sei.
2.2. Im Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht sind
grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu beurteilen, zu denen die
zuständige Sozialversicherungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form
einer Verfügung oder eines Einspracheentscheids – Stellung genommen
hat. Insoweit bestimmen die Verfügung und der nachfolgende
Einspracheentscheid den beschwerdeweise weiterziehbaren
Anfechtungsgegenstand (siehe BGE 131 V 164 E.2.1, 125 V 413 E.1a und
122 V 34 E.2a). Streitgegenstand im System der nachträglichen
Verwaltungsrechtspflege ist demnach stets das Rechtsverhältnis, das
Gegenstand der angefochtenen Verfügung bildet, und zwar in dem
Ausmass, als die Regelung des Rechtsverhältnisses nach den
Parteianträgen des Beschwerdeverfahrens noch streitig ist (siehe
BGE 131 V 164 E.2.1 m.H.a. BGE 125 V 413 E.1b i.V.m. E.2a; vgl. zum
Ganzen Urteile des Bundesgerichts 8C_590/2021 vom 1. Dezember 2021
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E.4.1 und 8C_662/2009 vom 9. Dezember 2009 E.1.1). Vorliegend ist
strittig, ob der Beschwerdegegner mit Einspracheentscheid vom
20. November 2020 (Bf-act. 1) zu Recht die mit Verfügung Nr. Z.3._
vom 22. Oktober 2020 von der Arbeitslosenkasse Graubünden verfügte
Rückforderung über CHF 2'724.45 geschützt hat. Die Verfügung
Nr. Z.3._ vom 22. Oktober 2020 wurde dabei durch den
Einspracheentscheid vom 20. November 2020 ersetzt, wobei für die
spätere richterliche Beurteilung die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des
stritten Einspracheentscheides massgebend sind (siehe BGE 142 V 337
E.3.2.1 in fine, 140 V 70 E.4.2, 133 V 50 E.4.2.2, 132 V 368 E.6.1 und 131
V 407 E.2.1.2.1).
2.3. Gemäss Art. 95 AVIG i.V.m. Art. 25 Abs. 1 ATSG sind unrechtmässig
bezogenen Leistungen zurückzuerstatten. War der Leistungsempfänger
beim Bezug jedoch gutgläubig und würde die Rückerstattung eine grosse
Härte bedeuten, so wird sie auf Gesuch hin – sofern beide
Voraussetzungen kumulativ erfüllt sind – ganz oder teilweise erlassen
(siehe Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG i.V.m. Art. 4 der Verordnung über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSV; SR 830.11]). Ein
entsprechendes Erlassgesuch ist spätestens 30 Tage nach Rechtskraft
der Rückforderungsverfügung bei der zuständigen Behörde einzureichen
(siehe BGE 132 V 42 E.1.2 und 3). Gemäss Art. 25 Abs. 2 ATSG in der
bis am 31. Dezember 2020 gültigen Fassung (vgl. dazu die
Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 21. Juni 2019 gemäss
Art. 82a ATSG) erlischt der Rückforderungsanspruch mit dem Ablauf
eines Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis
erhalten hat. Dabei handelt es sich um eine von Amtes wegen zu
berücksichtigende Verwirkungsfrist. Liegt zum Beispiel ein Fehler der
Arbeitslosenkasse bei der Leistungsberechnung vor, beginnt die Frist nicht
bereits im Zeitpunkt zu laufen, in dem der Fehler begangen worden ist.
Nicht das erstmalige unrichtige Handeln des Versicherungsträgers ist
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fristauslösend, sondern es ist vielmehr auf jenen Tag abzustellen, an dem
die Versicherungseinrichtung bei Beachtung der gebotenen und
zumutbaren Aufmerksamkeit hätte erkennen müssen, dass die
Voraussetzungen für eine Rückerstattung bestehen, oder mit andern
Worten, in welchem sich der Versicherungsträger hätte Rechenschaft
geben müssen über Grundsatz, Ausmass und Adressat des
Rückforderungsanspruchs (siehe BGE 146 V 217 E.2.1 f., 140 V 521
E.2.1, 139 V 6 E.4.1, 138 V 74 E.4.1, 124 V 380 E.1, 122 V 270 E.5a f.;
Urteil des Bundesgerichts 8C_652/2012 vom 6. Dezember 2012 E.6).
Dass der Rückforderungsanspruch nach Art. 25 Abs. 2 ATSG betreffend
die zurückgeforderte Arbeitslosenentschädigung bereits verwirkt wäre, ist
vorliegend nicht ersichtlich. Formell rechtskräftige Verfügungen und
Einspracheentscheide müssen gemäss Art. 53 Abs. 1 ATSG in Revision
gezogen werden, wenn nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen
entdeckt oder Beweismittel aufgefunden werden, deren Beibringung zuvor
nicht möglich war. Diese sogenannte prozessuale Revision kommt auch
bei formlosen, rechtsbeständig gewordenen Leistungszusprachen zur
Anwendung (siehe BGE 143 V 105 E.2.1; Urteile des Bundesgerichts
8C_365/2019 vom 25. September 2019 E.3.1 m.H.a. BGE 122 V 367 E.3;
vgl. auch 8C_469/2013 vom 24. Februar 2014 E.2 m.H.a. BGE 130 V 380
E.2.3.1). Für die prozessuale Revision gilt eine 90-tägige relative Frist seit
Entdeckung der neuen (erheblichen) Tatsachen bzw. eine absolute Frist
von 10 Jahren seit der Eröffnung des Entscheides (siehe Art. 55 Abs. 1
ATSG und Art. 67 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren
[Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021]; Urteil des
Bundesgerichts 8C_443/2019 vom 7. November 2019 E.3.1). Die
(nachträgliche) Einstellung in der Anspruchsberechtigung ist wie auch die
Leistung von Erwerbsersatz für den Militärdienst gestützt auf das
Bundesgesetz über den Erwerbsersatz (Erwerbsersatzgesetz, EOG;
SR 834.1) für denselben Zeitraum als ein solcher Rückkommenstitel zu
betrachten (siehe Urteil des Bundesgerichts 8C_789/2014 vom
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7. September 2015 E.2.3 und 3.2.3; AVIG-Praxis ALE Rz. D50, abrufbar
unter:
https://www.arbeit.swiss/secoalv/de/home/service/publikationen/kreisschr
eiben---avig-praxis.html; vgl. auch Art. 95 Abs. 1bis AVIG).
3.1. Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerde vom 18. Dezember
2020 im Wesentlichen geltend, dass er nicht nachvollziehen könne,
weshalb er zur Rückerstattung von CHF 2'724.45 verpflichtet worden sei.
Niemand habe mit ihm das Gespräch gesucht oder ihm versucht zu
erklären, was nicht richtig gelaufen sei. Er verstehe die seitenlangen
Verfügungen und Entscheide nicht. Er fühle sich durch das RAV und den
Beschwerdegegner sehr ungerecht behandelt. Soweit der
Beschwerdeführer in Abrede stellt, dass er gegen die Verfügung
Nr. Z.2._ vom 15. September 2020 keine Einsprache erhoben habe,
ist auf die vorstehende Erwägung 2.1 zu verweisen. Demnach hat er nur
gegen die Verfügung Nr. Z.1._ vom 1. September 2020 betreffend die
Einstellung in der Anspruchsberechtigung für 23 Tage (mit Beginn am
4. August 2020) infolge einer Missachtung einer Weisung zur Teilnahme
an einem Einsatzprogramm Einsprache erhoben. Der entsprechende
Einspracheentscheid vom 29. September 2020 wurde aber – wie in der
vorstehenden Erwägung 2.1 bereits erwähnt – nicht fristgerecht
angefochten und darauf ist nicht mehr zurückzukommen. Insoweit der
Beschwerdeführer geltend macht, dass niemand mit ihm das Gespräch
gesucht und ihm zu erklären versucht habe, was nicht richtig gelaufen sei,
und ihm die Verfügungen und Entscheide unverständlich seien, ist ihm
entgegen zu halten, dass aus den Akten immerhin hervorgeht, dass er mit
der RAV-Beraterin und auch mit dem Rechtsdienst des
Beschwerdegegners im August und anfangs September 2020
korrespondierte (siehe Bf-act. 3 und 4, Bg-act. 7 und Ed-act. 4), wobei ihm
gerade der Beschwerdegegner nach Erlass der ersten Verfügung
Nr. Z.1._ vom 1. September 2020 brieflich erklärte, wie er bezüglich
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einer formgerechten Einsprache vorzugehen habe (siehe Bg-act. 7 bis 9),
was der Beschwerdeführer dann dort auch befolgte. Es hätte ihm daher
klar sein müssen, dass er nach Erlass der zweiten Verfügung
Nr. Z.2._ vom 15. September 2020 gleich hätte vorgehen und
dagegen ebenfalls Einsprache erheben sollen, was er dann aber nicht tat.
Sofern er sinngemäss eine Rechtsunkenntnis geltend macht ist auf die
konstante Rechtsprechung hinzuweisen, wonach niemand Vorteile aus
seiner eigenen Rechtsunkenntnis ableiten kann (vgl. BGE 136 V 331
E.4.2.3.1; 131 V 196 E.5.2 und 124 V 215 E.2b/aa; Urteile des
Bundesgerichts 8F_10/2021 vom 17. November 2021 E.7.2,
8C_496/2017 vom 5. Februar 2018 E.5.3.2).
3.2. Die aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101)
bzw. Art. 42 ATSG fliessende Begründungspflicht verlangt zwar nicht,
dass sich die entscheidende Behörde mit allen Parteistandpunkten
einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich
widerlegt. Sie darf sich auf das für den Entscheid Wesentliche
beschränken. Den Betroffenen muss es aber immerhin möglich sein, sich
über die Tragweite des Entscheides Rechenschaft zu geben und ihn in
voller Kenntnis der Sache an die nächsthöhere Instanz weiterzuziehen.
Der Entscheid hat also zumindest kurz die Überlegungen zu nennen, von
denen sich die entscheidende Behörde leiten liess und worauf sie ihren
Entscheid stützt (siehe BGE 141 III 28 E.3.2.4, 138 I 232 E.5.1, 137 II 266
E.3.2, 136 I 229 E.5.2, 134 I 83 E.4.1 und 129 I 232 E.3.2; vgl. auch Urteil
des Bundesgerichts 8C_21/2015 vom 3. März 2015 E.3.1 f.). Die
Verletzung des rechtlichen Gehörs führt grundsätzlich ungeachtet der
Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der
angefochtenen Verfügung. Es kommt mit andern Worten also nicht darauf
an, ob die Anhörung im konkreten Fall für den Ausgang der materiellen
Streitentscheidung von Bedeutung ist, d.h. die Behörde zu einer Änderung
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ihres Entscheids veranlasst wird oder nicht (siehe BGE 126 V 130 E.2b).
Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwiegende
Verletzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten,
wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer
Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die
Rechtslage frei überprüfen kann. Unter dieser Voraussetzung ist darüber
hinaus – im Sinne einer Heilung des Mangels – selbst bei einer
schwerwiegenden Verletzung des Gehörs von einer Rückweisung der
Sache an die Verwaltung abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung
zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen
führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der
betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu
vereinbaren wären (siehe BGE 137 I 195 E.2.3.2, 136 V 117 E.4.2.2.2 und
132 V 387 E.5.1; Urteile des Bundesgerichts 9C_555/2020 vom 3. März
2021 E.4.4.1 und 8C_25/2020 vom 22. April 2020 E.3.3.1). Keine
vorgängige Anhörung des von einem Entscheid Betroffenen ist gemäss
Art. 42 ATSG nötig, wenn eine Verfügung durch Einsprache anfechtbar ist
(siehe Urteile des Bundesgerichts 8C_617/2017 vom 12. Januar 2018
E.4.3 und 8C_919/2013 vom 27. Mai 2014 E.3).
3.3. Vorliegend begründete sowohl die Arbeitslosenkasse Graubünden in ihrer
Verfügung vom 22. Oktober 2020 als auch der Beschwerdegegner im
angefochtenen Einspracheentscheid vom 20. November 2020 die
Rückforderung (einzig) mit der Rechtskraft der Einstellung des
Beschwerdeführers in der Anspruchsberechtigung für 15 Tage mit Beginn
ab 18. Mai 2020 gemäss Verfügung Nr. Z.2._ vom 15. September
2020, wogegen dieser – wie vorstehend in der Erwägung 2.1 bereits
dargelegt – keine Einsprache erhoben hat. Insofern ist in dieser
(nachträglichen) Anspruchseinstellung des Beschwerdeführers ein Grund
zu sehen, welcher die gemäss Abrechnung vom 2. September 2020 für
den Monat August ausbezahlte Arbeitslosenentschädigung in der Höhe
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von CHF 2'724.45 als (teilweise) zu Unrecht bezogen erscheinen lässt.
Dies immerhin für einen (Brutto-)Betrag von CHF 2'111.25 (CHF 140.75 x
15). Gemäss der Rückforderungsabrechnung vom 22. Oktober 2020
(siehe entsprechende Beilage zur Eingabe des Beschwerdegegners vom
22. Februar 2021 und Ed-act. 3) wird der Anspruch des
Beschwerdeführers auf Arbeitslosenentschädigung für den Monat August
2020 zudem um ein "Ersatzeinkommen aus Versicherung" im Betrag von
CHF 668.-- vermindert. Dies entspricht 4.75-mal dem
Arbeitslosenentschädigungsansatz von CHF 140.75 (vgl. dazu Art. 26 und
Art. 95 Abs. 1bis AVIG, wobei der Erwerbsersatzansatz für den
Militärdienst des Beschwerdeführers CHF 133.60 betragen hat [siehe
Abrechnung der AHV-Ausgleichskasse E._ vom 20. Oktober
2020 in Ed-act. 5 S. 11]; vgl. auch AVIG-Praxis ALE Rz. C189 f.). Zudem
wurden noch weitere 1.3 Taggelder (à CHF 140.75) als Einstelltage
belastet/getilgt. Dies ergibt abgerundet insgesamt 21 Tage à CHF 140.75
(Brutto). Für den Monat August 2020 weisen die Abrechnungen vom
2. September 2020 und 22. Oktober 2020 jeweils 21 kontrollierte Tage
aus, womit sich gemäss der korrigierten Abrechnung für den Monat August
2020 vom 22. Oktober 2020 ein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung
für nunmehr 0 Tage bzw. kein Anspruch mehr auf
Arbeitslosenentschädigung ergibt, weil die insgesamt 16.3 Einstelltage
sowie das zu einem (Tages-)Ansatz von CHF 140.75 umgerechnete
Ersatzeinkommen im Betrag von CHF 668.-- – stammend gemäss der an
den Beschwerdeführer adressierten Abrechnung der AHV-
Ausgleichskasse E._ aus Erwerbsersatz für eine
Militärdienstleistung vom 24. bis 28. August 2020 (siehe Ed-act. 5 S. 11)
– die 21 kontrollierten Tage auf 0 entschädigungsberechtigte Tage
reduzierten. Gemäss korrigierter Augustabrechnung vom 22. Oktober
2020 verbleiben nach Abzug der erwähnten 16.3 Einstelltage sowie den
gemäss Abrechnung für den September 2020 vom 16. Oktober 2020
getilgten 16.5 Einstelltagen (siehe dazu entsprechender Beleg in Ed-
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act. 1) von den insgesamt verfügten 38 Einstelltagen noch 5.2 Einstelltage
(38 - 16.3 - 16.5). Bei den über die mit Verfügung Nr. Z.2._ vom
15. September 2020 verfügten 15 Einstelltage hinausgehenden, weiteren
1.3 belasteten/getilgten Einstelltagen à CHF 140.75 (Brutto), muss es sich
um Einstelltage gemäss der Verfügung Nr. Z.1._ vom 1. September
2020 bzw. dem Einspracheentscheid vom 29. September 2020 handeln,
worin der Beschwerdeführer infolge der Missachtung einer Weisung zur
Teilnahme an einem Einsatzprogramm mit 23 Einstelltagen (mit Wirkung
ab 4. August 2020) sanktioniert wurde bzw. dies bestätigt wurde (siehe die
entsprechenden Belege in Ed-act. 3 und 4). Weil der Einspracheentscheid
betreffend die Sanktionierung mit 23 Einstelltagen auf den 29. September
2020 datiert, kann dessen Rechtskraft infolge der 30-tägigen
Beschwerdefrist gemäss Art. 60 ATSG frühestens am 30. Oktober 2020
eingetreten sein. Die dem vorliegend angefochtenen Einspracheentscheid
vom 20. November 2020 zugrundeliegende Rückforderungsverfügung
Nr. Z.3._ datiert auf den 22. Oktober 2020 und somit auf einen
Zeitpunkt, als die für die vollständige Rückforderung der ursprünglich für
den Monat August 2020 ausbezahlten Arbeitslosenentschädigung von
CHF 2'724.45 (siehe dazu den entsprechenden Beleg in Ed-act. 1)
ebenfalls erforderliche Einstelldauer über 1.3 Tage aus der Einstellung in
der Anspruchsberechtigung für 23 Tage gemäss Verfügung Nr. Z.1._
vom 1. September 2020 bzw. des entsprechenden
Einspracheentscheides vom 29. September 2020 noch nicht rechtskräftig
sein konnte, weil die Beschwerdefrist ans Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden noch lief. Es ist aber darauf hinzuweisen, dass eine
Einstellungsverfügung gemäss AVIG-Praxis ALE Rz. D58 – unabhängig
von einer allfälligen Beschwerde – sofort und nicht erst nach Vorliegen
eines rechtskräftigen Urteils zu vollziehen ist (vgl. auch Art. 100 Abs. 4
AVIG betreffend die fehlende aufschiebende Wirkung von Einsprachen
und Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 30 AVIG). Im Zeitpunkt
des vorliegend angefochtenen Einspracheentscheides vom 20. November
- 16 -
2020 betreffend die Rückforderungsverfügung Nr. Z.3._ hingegen
bestehen keine Hinweise darauf und wird vom Beschwerdeführer nicht
geltend gemacht, dass die 30-tägige Beschwerdefrist gegen den
Einspracheentscheid vom 29. September 2020 noch nicht abgelaufen
gewesen ist. Wie in der vorstehenden Erwägung 2.2 bereits erwähnt, sind
für das Verwaltungsgericht grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse
massgebend, wie sie sich bis zum angefochtenen Einspracheentscheid
entwickelt haben. Insofern darf der Umstand, dass im Zeitpunkt der
Rückforderungsverfügung Nr. Z.3._ vom 22. Oktober 2020 noch
nicht über alle Elemente rechtskräftig entschieden war, die für eine
vollständige Rückforderung der ursprünglich betreffend den Monat August
2020 ausgerichteten Arbeitslosenentschädigung im Betrag von
CHF 2'724.45 gemäss Abrechnung vom 2. September 2020 massgeblich
waren, in jedem Fall unberücksichtigt bleiben.
3.4. Es ist (sicher im Zeitpunkt des Einspracheentscheides am 20. November
2020) also nicht zu beanstanden, dass der Beschwerdegegner die
Rückforderung der für den Monat August 2020 ausgerichteten
Arbeitslosenentschädigung im Betrag von CHF 2'724.45 infolge
(nachträglicher) Einstellungen in der Anspruchsberechtigung unter
Anrechnung eines erst nachträglich bekannt gewordenen, für denselben
Zeitraum ausgerichteten Ersatzeinkommens aus Militärdienst als
unrechtmässig bezogen erachtet hat und die Rückforderung durch die
Arbeitslosenkasse Graubünden über diesen Betrag gestützt auf Art. 95
AVIG i.V.m. Art. 25 Abs. 1 ATSG geschützt hat. Dabei ist auch darauf
hinzuweisen, dass die Erwerbsersatzabrechnung für den Militärdienst vom
24. bis 28. August 2020 der AHV-Ausgleichskasse E._ auf den
20. Oktober 2020 datiert und die Arbeitslosenkasse Graubünden gemäss
den vorliegenden, vervollständigten Akten davon auch gleichentags
Kenntnis erhielt (siehe Ed-act. 5 S. 11). Von der Verfügung Nr. Z.1._
vom 1. September 2020 erhielt die Arbeitslosenkasse Graubünden am
- 17 -
2. September 2020 (betreffend die Einstellung in der
Anspruchsberechtigung für 23 Tage) und von der Verfügung
Nr. Z.2._ vom 15. September 2020 (betreffend die Einstellung in der
Anspruchsberechtigung für 15 Tage) am 16. September 2020 Kenntnis
(siehe Ed-act. 5 S. 25 und 30). Mit Verfügung Nr. Z.3._ vom
22. Oktober 2020 wurde sodann die Rückforderung über die für den Monat
August 2020 ausgerichtete Arbeitslosenschädigung im Betrag von
CHF 2'724.45 angeordnet. Die in der vorstehenden Erwägung 2.3
erwähnten Voraussetzungen für ein revisionsweises Zurückkommen auf
die Leistungszusprache für den Monat August 2020 sind also
unbestrittenermassen gegeben (siehe Urteil des Bundesgerichts
8C_789/2014 vom 7. September 2015 E.3.2 und Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVGE] C 214/03 vom 23. April
2004 E.3.1.2 f. betreffend die relative 90-tägige Frist für eine formelle
Revision gemäss Art. 55 Abs. 1 ATSG und Art. 67 VwVG; vgl. dazu auch
AVIG-Praxis ALE Rz. D50 und AVIG-Praxis RVEI A5 ff., abrufbar unter:
https://www.arbeit.swiss/secoalv/de/home/service/publikationen/kreisschr
eiben---avig-praxis.html). Ebenso ist die sechsmonatige Vollzugsfrist für
die Einstellung in der Anspruchsberechtigung gemäss Art. 30 Abs. 3 AVIG
gewahrt (siehe dazu Urteil des Bundesgerichts 8C_789/2014 vom
7. September 2015 E.2.3 m.H.a. BGE 114 V 350 E.2b; AVIG-Praxis ALE
Rz. D49 ff.).
3.5. Immerhin ist festzuhalten, dass weder die Arbeitslosenkasse Graubünden
in ihrer Verfügung Nr. Z.3._ vom 22. Oktober 2020, noch der
Beschwerdegegner in seinem Einspracheentscheid vom 20. November
2020 sich in der Begründung mit allen Elementen auseinandergesetzt hat,
welche zu einer Rückforderung der gesamten, ursprünglich für den Monat
August 2020 ausgerichteten Arbeitslosenentschädigung im Betrag von
CHF 2'724.45 führten. Der Beschwerdegegner und die Arbeitslosenkasse
Graubünden beschränkten sich vielmehr darauf, auf eine (rechtskräftige)
- 18 -
Einstellung des Beschwerdeführers in der Anspruchsberechtigung für 15
Tage zu verweisen. Dies reicht aber wie in der vorstehenden
Erwägung 3.3 dargelegt nicht aus, um eine Begründung für den gesamten
Rückforderungsbetrag von CHF 2'724.45 zu liefern und ist mit dem in der
vorstehenden Erwägung 3.2 erwähnten Begründungsanspruch des
Beschwerdeführers nur schwer vereinbar, da somit nicht alle wesentlichen
Punkte genannt wurden, von denen sich die Behörden bei ihren jeweiligen
Entscheid leiten liessen. Insbesondere lassen sich dem vorliegend
angefochtenen Einspracheentscheid vom 20. November 2020 und nicht
einmal der Vernehmlassung des Beschwerdegegners vom 25. Januar
2021 Hinweise auf die vollständige Herleitung des
Rückforderungsbetrages über CHF 2'724.45 entnehmen. Es fehlt
namentlich selbst eine kurze Begründung für die Berücksichtigung des
Ersatzeinkommens über CHF 668.-- und auch Angaben über deren
Herkunft sowie auch über die in der Rückforderung mitberücksichtigten 1.3
Einstelltage, welche aus der Einstellung in der Leistungsberechtigung für
23 Tage gemäss Verfügung Nr. Z.1._ vom 1. September 2020 bzw.
dem Einspracheentscheid vom 29. September 2020 resultieren müssen.
Der Rückforderungsbetrag konnte somit mit der angegebenen
Begründung eigentlich nicht hinreichend aufgeschlüsselt werden (vgl.
dazu Urteil des Bundesgerichts 8C_469/2011 vom 29. Dezember 2011
E.3.2.1). Auch wenn die Einwendungen des nicht rechtskundig
vertretenen Beschwerdeführers im Vorverfahren wie auch im vorliegenden
Verfahren eher vage geblieben sind (siehe Einsprache vom 6. November
2020 und Beschwerde vom 18. Dezember 2020), hätte sich vorliegend –
namentlich im Rahmen des Einspracheentscheides vom 20. November
2020 – eine Auseinandersetzung mit allen entscheidwesentlichen
Elementen aufgedrängt, welche den Rückforderungsbetrag von
gesamthaft CHF 2'724.45 bestimmen. Da eine Rückweisung infolge der
Verletzung der Begründungspflicht vorliegend aber nur zu einem
formalistischen Leerlauf führen würde, ist auf eine Rückweisung an den
- 19 -
Beschwerdegegner zu verzichten und die entsprechende Aufschlüsselung
des Rückforderungsbetrages wird im vorliegenden Verfahren
vorgenommen. Insoweit ist verständlich, dass der Beschwerdeführer
Schwierigkeiten mit der Nachvollziehbarkeit der (gesamten)
Rückforderungssumme hatte.
4. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 20. November 2020 ist aber
immerhin im Ergebnis nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist
dementsprechend abzuweisen. Dem Beschwerdeführer steht es frei,
gegebenenfalls bei der Arbeitslosenkasse Graubünden bzw. dem
Beschwerdegegner innert 30 Tagen ein Erlassgesuch zu stellen (siehe
Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG, Art. 4 f. ATSV und Art. 95 Abs. 3 AVIG; Urteil
des Bundesgerichts 8C_789/2014 vom 7. September 2015 E.3.2.3 in fine;
AVIG-Praxis RVEI Rz. C1 ff.).
5. Gemäss aArt. 61 lit. a ATSG in der bis am 31. Dezember 2020 gültigen
Fassung, welcher infolge von Art. 82a ATSG (Übergangsbestimmungen
zur Änderung vom 21. Juni 2019) für das vorliegende Verfahren weiterhin
anwendbar bleibt, ist auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu
verzichten. Dem obsiegenden Beschwerdegegner steht kein Anspruch auf
Ersatz der Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).
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