Decision ID: 1bce708b-483e-53a8-b0fe-e0492f2507e7
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ und B._, geb. 21. April 1950 (nachfolgend: Versicherte bzw. Klägerin),
arbeiteten gemäss ihren Angaben bis Ende April 2010 als leitende Angestellte im D._
in E._ (nachfolgend: Arbeitgeberin; act. G 1, G 1.4, G 1.5, G 1.7, G 22).
A.b Bis 31. Dezember 2007 war die Arbeitgeberin zur Erfüllung der beruflichen
Vorsorge der Sammelstiftung F._ angeschlossen (act. G 1.5, G 1.6, G 1.7 und G 7.3).
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Gemäss den Versicherungsausweisen vom 24. April 2007 betrug am 31. Dezember
2006 das Alterskapital des Versicherten Fr. 699‘715.- und das der Versicherten Fr.
181‘478.- (act. G 1.5).
A.c Per 1. Januar 2008 wechselte die Arbeitgeberin die berufliche Vorsorgeeinrichtung
und schloss sich der Stiftung G._ mit Sitz in H._ an (act. G 1.6, G 1.7 und G 1.8).
Der Anschluss an die neue Vorsorgeeinrichtung wurde geregelt im „Anschlussvertrag“
und in der Zusatzvereinbarung für Vorsorgeplan I._, beide vom 28./30. November
2007 (act. G 1.8). Integrierter Bestandteil der Vereinbarung bildete das
Vorsorgereglement 2007 (act. G 1.9 und G 41.1 [nachfolgend: Vorsorgereglement]). Die
berufliche Vorsorge der beiden Versicherten umfasste den Vorsorgeplan I._ und den
Vorsorgeplan J._ (vgl. act. G 1.7, G 15-5).
A.d In den Versicherungsausweisen vom 10. September 2009 wurden folgende
Altersguthaben per 1. Januar 2009 ausgewiesen (act. G 1.7):
Versicherte Person Vorsorgeplan Altersguthaben per
01.01.2009 [Fr.] davon eingebracht als FZL [Fr.]
Versicherter I._ 795‘121.70
763‘925.40
J._ 41‘463.50 0.00
Versicherte I._ 217‘020.00
201‘327.25
J._ 5‘432.70 0.00
A.e Im E-Mail vom 13. Oktober 2009 berechnete K._ von der Vorsorgestiftung (act.
G 1.10) aufgrund der Leistungsausweise die Renten für die Versicherten für das
nächste Jahr. Er brachte jedoch einen Vorbehalt bezüglich des eingebrachten
Vorsorgekapitals an, da die vorherige Vorsorgeeinrichtung eine Unterdeckung aufwies
und deswegen eine Teilliquidation anstand.
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A.f Mit E-Mail vom 19. Dezember 2010 erinnerte der Versicherte K._ an die
Pendenzen u.a. „Pensionskasse Erklärungen und Berechnung der monatlichen Rente“
und „Gegenseitiges Unterzeichnen der Verträge“ (act. G 7.4).
A.g Am 5. April 2011 beantragten die Versicherten je die Auszahlung ihres vollen
Altersguthabens in Form eines einmaligen Kapitalbetrages (act. G 1.12, G 15.26 bis G
15.29):
Versicherte Person Kapitalbetrag aus Plan I._ [Fr.]
Kapitalbetrag aus Plan J._ [Fr.] Total Kapitalbetrag [Fr.]
Versicherter 845‘568.40 104‘559.05
950‘127.45
Versicherte 241‘218.10 14‘422.10
255‘640.20
Gleichentags beantragten die Versicherten je eine Altersrente rückwirkend ab 1. Mai
2010 (act. G 1.13):
Versicherte Person Alterskapital
[Fr.] Altersrente pro Jahr [Fr.]
Versicherter 662‘883.85 52‘226.40
Versicherte 662‘883.85 52‘226.40
Am 7. April 2011 wurden die Altersguthaben den Versicherten auf ihren Konten bei der
Bank L._ gutgeschrieben (act. G 7.1, G 7.2).
A.h Der Versicherte überwies am 12. April 2011 den von der Vorsorgeeinrichtung
insgesamt erhaltenen Betrag von Fr. 1‘205‘767.65 mit dem Vermerk „Renten / A._“
auf das Konto XXXXYXX lautend auf die Vorsorgeeinrichtung bei der Bank M._ in
N._ (act. G 15.33).
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A.i Die frühere Vorsorgeeinrichtung F._ geriet durch den Anschlusswechsel der
D._ zur neuen Vorsorgeeinrichtung in eine Unterdeckung. Dies führte zu einer
Teilliquidation in Unterdeckung. Die Kürzungsmodalitäten waren offenbar umstritten.
Am 15. Juli 2011/30. August 2011 kam es zu einer Vereinbarung zwischen der früheren
Vorsorgeeinrichtung und den anwaltlich vertretenen Versicherten. Vereinbart wurde,
dass die Austrittsleistungen per 31. Dezember 2007 wie folgt gekürzt werden (act. G
5.1, G 7.3, G 15-5 f., G 15.12):
Versicherte Person Austrittsleistung
ungekürzt [Fr.] Kürzungsbetrag
[Fr.] Austrittsleistung
effektiv [Fr.]
Versicherter 763‘925.40 108‘946.65
654‘978.75
Versicherte 201‘327.25 3‘268.15
198‘059.10
A.j Am 24. Juli 2012 wurde die Vorsorgestiftung G._ umbenannt in O._ und der
Sitz nach P._ verlegt (act. G 1.6). Mit Verfügung vom 4. September 2014 ordnete die
Ostschweizer BVG- und Stiftungsaufsicht die Liquidation der Vorsorgeeinrichtung an:
C._ (nachfolgend: Beklagte). Eingesetzt als Liquidator mit Einzelunterschrift wurde
Rechtsanwalt lic. iur. Peter Rösler, St. Gallen (act. G 1.18).
B.
B.a Die Klägerin und der Kläger, beide vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kaspar
Saner, Zürich, reichten am 26. November 2014 Klage beim Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen ein und liessen beantragen (act. G 1): 1. Es sei die Beklagte zu
verpflichten, dem Kläger mit Wirkung ab 1. März 2013 Fr. 4‘352.20 pro Monat bzw. Fr.
52‘266.40 p.a. nebst Zins von 5% p.a. seit Klageerhebung zu bezahlen; 2. Es sei die
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Beklagte zu verpflichten, der Klägerin mit Wirkung ab 1. März 2013 Fr. 4‘352.20 pro
Monat bzw. Fr. 52‘226.40 p.a. nebst Zins von 5% p.a. seit Klageerhebung zu bezahlen;
3. Die Beklagte sei im Sinne einer provisorischen Massnahme zu verpflichten, den
Klägern unverzüglich die nach den BVG-Minimalbestimmungen geschuldeten
Leistungen auszuzahlen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der
Beklagten. Im Weiteren wurde beantragt, da von einer erheblichen Unterdeckung der in
Liquidation befindlichen Beklagten auszugehen sei, den Sicherheitsfonds BVG im
vorliegenden Verfahren beizuladen. Begründet wurde der Anspruch auf Renten
insbesondere mit der E-Mail-Nachricht vom 13. Oktober 2009 betreffend
Altersrentenberechnung sowie den Anträgen auf eine Altersrente vom 5. April 2011
(act. G 1-9).
B.b Mit Entscheid vom 22. Januar 2015 wies der Präsident des Versicherungsgerichts
das Gesuch der Kläger ab, dass die Beklagte im Sinne einer provisorischen
Massnahme zu verpflichten sei, unverzüglich die nach BVG-Minimalleistungen
geschuldeten Leistungen auszuzahlen (act. G 11).
B.c In der Klageantwort vom 27. März 2015 beantragte Rechtsanwalt Peter Rösler als
Vertreter der Beklagten die Klage abzuweisen. Gefordert wurde zudem die
Durchführung einer mündlichen und öffentlichen Hauptverhandlung (act. G 15). Zur
Begründung der Anträge wurde insbesondere angeführt, dass die Kläger in der
versicherungstechnischen Buchhaltung der Vorsorgestiftung nie als Rentner geführt
worden seien (vgl. act. G 15.30: „Beneficiari di rendite“: „Nessuno“; act. G 15.31-4).
Den Klägern seien ihre gesamten Alterskapitalien aufgrund der schriftlichen Anträge
vom 5. April 2011 ausbezahlt worden. Die Renten, auf welche die Kläger in der Klage
Bezug nehmen, seien nicht von der Vorsorgeeinrichtung, sondern von der Q._ AG
(vgl. tabellarische Zusammenstellung in Erwägung B.g.) und anschliessend bis März
2013 von R._ AG ausbezahlt worden (act. G 15-10, G 1-6, G 1.14, G 1.15-30). Im
Weiteren wird zu den von der Vorsorgeeinrichtung ausgewiesenen Alterskapitalien
angeführt, dass diese zu hoch seien, da die vorherige Vorsorgeeinrichtung die
Austrittsleistung wegen Unterdeckung gekürzt habe.
B.d In der Replik vom 13. Juli 2015 hielten die Kläger an ihrer Klage fest (act. G 22).
Beantragt wurde die Abweisung des Begehrens der Beklagten auf Durchführung einer
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mündlichen Hauptverhandlung. Die Kläger führten insbesondere aus, dass das E-Mail
vom 13. Oktober 2009 eine vertragliche Grundlage darstelle und einmal laufende
Altersrenten nur bei Vorliegen der gesetzlich abschliessend normierten
Ausnahmetatbestände gekürzt werden könnten, was vorliegend nicht gegeben sei (act.
G 22-7). Im Weiteren wird ausgeführt, dass auch wenn sich in den beklagtischen
Unterlagen „Austrittsabrechnungen“ per 31. März 2011 befänden, die Kläger bereits
seit 1. Mai 2010 Altersrentner seien (act. G 22-8).
B.e Der beigeladene Sicherheitsfonds BVG beantragte in der Stellungnahme vom 25.
September 2015 die Abweisung der Klage. Eventualiter sei festzustellen, dass den
Klägern gegenüber der Beklagten keine reglementarischen Ansprüche aus beruflicher
Vorsorge zustehen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Kläger (act.
G 28). In der Stellungnahme wurde insbesondere angeführt, dass wegen der
Teilliquidation der früheren Vorsorgeeinrichtung hinsichtlich der Höhe der
Altersguthaben ein Vorbehalt bestanden habe. Im Weiteren sei nicht erwiesen, dass die
Beklagte an die Kläger ab Mitte 2010 Vorsorgeleistungen oder andere Zahlungen
geleistet habe. Von den Klägern seien für das Jahr 2010 denn auch keine Belege für
erfolgte Zahlungen oder für deren steuerliche Abwicklung vorgelegt worden. Dagegen
sei erwiesen, dass die Kläger am 5. April 2011 die Auszahlung der vollen
Altersguthaben in Form eines einmaligen Kapitalbetrages beantragt und dabei
ausdrücklich zur Kenntnis genommen hätten, dass damit die reglementarischen
Ansprüche auf Altersrenten abgegolten seien. Am 7. April 2011 seien die
Altersguthaben - trotz der absehbaren Kürzung wegen der Teilliquidation der in
Unterdeckung geratenen früheren Vorsorgeeinrichtung - ungekürzt den Klägern auf ihr
Bankkonto überwiesen worden. Als Folge der Kapitalzahlungen seien sämtliche
reglementarischen Ansprüche der Kläger aus beruflicher Vorsorge abgegolten. Zu den
aufgrund der Anträge vom 5. April 2011 entrichteten „Renten“ wird u.a. angeführt, dass
diese zu hoch gewesen seien, da weder die Kürzung der eingebrachten Altersguthaben
noch die vorzeitige Pensionierung im Umwandlungssatz berücksichtigt worden seien.
B.f In der Duplik vom 15. Januar 2016 beantragte die Beklagte unverändert die
Abweisung der Klage und die Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung (act.
G 37). Zur Begründung wird insbesondere angeführt, dass die Kläger in Kenntnis des
Untergangs des Rentenanspruchs die Kapitaloption gewählt hätten. Die am gleichen
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Tag beantragte Entrichtung von gleich grossen Renten für die Klägerin und den Kläger
sei in der beruflichen Vorsorge nicht zulässig, da eine derartige Verschiebung von
individuell ausfinanzierten Renten weder im BVG noch im Vorsorgereglement
vorgesehen sei. Die Aus- und Wiedereinzahlung der Kapitalien und die beantragten
Renten zeigten, dass die Kläger sich ausserhalb der beruflichen Vorsorge
Rentenleistungen eingekauft hätten, weshalb die Beklagte jedenfalls aus beruflicher
Vorsorge keine Leistungspflicht gegenüber den Klägern treffe.
B.g Am 15. Januar 2016 nahm die Klägerschaft Stellung zur Eingabe des beigeladenen
Sicherheitsfonds BVG (act. G 38). Sie bringt insbesondere Zweifel an der Zulässigkeit
des eventualiter gestellten Feststellungsantrages des Sicherheitsfonds BVG an. Im
Weiteren wird angeführt, dass die gerügte lückenhafte Dokumentation des
Sachverhalts nicht der Klägerschaft angelastet werden dürfe, sondern auf die
„Aktenführung“ auf Seiten der Beklagten zurückzuführen sei. Zum Nachweis der
Frühpensionierungen per April 2010 werden folgende Zahlungen angeführt (act. G
38.1):
Überweisender Empfänger,
Konto Datum Betrag [Fr.]
Q._ AG A._ und B._;
Bank S._ in T._ 26.08.2010
11‘191.45
Q._ AG A._;
Bank L._ 26.08.2010 11‘191.45
Q._ AG A._ und B._;
Bank S._ in T._ 01.12.2010
13‘056.65
Q._ AG A._;
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Bank L._ 01.12.2010 13‘056.65
Q._ AG A._;
Bank L._ 07.12.2010 3‘730.50
Q._ AG A._ und B._;
Bank S._ in T._ 27.12.2010
13‘056.65
Q._ AG A._;
Bank L._ 27.12.2010 13‘056.65
B.h Am 26. Oktober 2016 fand eine mündliche Verhandlung vor dem
Versicherungsgericht statt. Auf klägerischer Seite nahmen teil der Kläger, die Klägerin
und der Rechtsvertreter der Klägerschaft Rechtsanwalt Saner. Die Beklagte wurde
vertreten von Rechtsanwalt Rösler. Der beigeladene Sicherheitsfonds BVG wurde
vertreten von Fürsprecher Beat Christen und Rechtsanwalt Tristan Imhof. Der
Rechtsvertreter der beklagten Partei hielt in seinem Plädoyer am bisherigen
Rechtsbegehren der Klageabweisung fest (act. G 47: Niederschrift des Plädoyers). Zur
Begründung führte er insbesondere an, dass der Kläger und die Klägerin am 5. April
2011 die Barauszahlung des gesamten Alterskapitals verlangt und gleichzeitig je einen
Antrag auf eine Altersrente gestellt hatten, obwohl sie sich mit der Unterzeichnung der
Anträge zum Kapitalbezug einverstanden erklärt hätten, dass damit die
reglementarischen Ansprüche u.a. auf eine Altersrente abgegolten seien. Mit der
Barauszahlung sei der Vorsorgefall Alter per Saldo aller gegenseitigen Forderungen
abgeschlossen gewesen. Ein Einkauf in Leistungen der beruflichen Vorsorge sei nach
dem Eintritt des Vorsorgefalls Alter nicht mehr möglich, denn Pensionierte seien
mangels AHV-Lohns nicht mehr BVG-pflichtig, was Einkäufe verunmögliche. Mit dem
Bezug des Alterskapitals hätten sich der Kläger und die Klägerin gleich hohe Alters-/
Leibrenten ermöglichen wollen, was im Rahmen der beruflichen Vorsorge nicht möglich
gewesen wäre. Die angeblich vereinbarte Leibrente sei damit keine Leistung, welche
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der Klägerschaft aus beruflicher Vorsorge zugesprochen worden wäre (vgl. act. G 47-5
ff.).
Der Rechtsanwalt der Klägerschaft erhob die Verjährungseinrede und beantragte
schriftlich zum Plädoyer der beklagten Partei Stellung zu nehmen, was gewährt wurde.
Zur Begründung des Rentenanspruchs wurde ausgeführt, dass per Anfang Mai 2010
der Altersrücktritt der Klägerschaft erfolgt sei und sie danach Rentenleistungen
erhalten hätten. Deshalb sei ein Kapitalbezug im Jahr 2011 rechtlich gar nicht mehr
möglich gewesen.
Die Vertreter des Sicherheitsfonds BVG hielten an den gestellten Anträgen fest.
Der Kläger erklärte u.a., dass er nach der vorzeitigen Pensionierung als Direktor im Mai
2010 noch als Verwalter/Berater für die D._ tätig gewesen sei. Die Vergütung dieser
Tätigkeiten sei über die von ihm und seiner Frau im Jahr 2010 gegründete U._ GmbH
abgewickelt worden. Der Lohn, den er von der U._ GmbH erhalte, liege unter der
BVG-Eintrittsschwelle.
B.i Mit Eingabe vom 15. Dezember 2016 nahm der Rechtsvertreter der Klägerschaft
zur Niederschrift des Plädoyers der beklagten Partei vom 26. Oktober 2016 Stellung
und hielt an den bisherigen Rechtsbegehren gemäss Klageschrift vom 26. November
2014 fest (act. G 51). Als Belege wurden eingereicht, die "Steuerbescheinigung 2010
BVG Rente B._ und A._" vom 11. Februar 2011 (act. G 51.1), die
Rentenbescheinigung 2011 für A._ vom 6. Februar 2012 (act. G 51.2) und die
Rentenbescheinigung 2011 für B._ vom 6. Februar 2012 (act. G 51.3). Erklärt wurde
insbesondere: "Dass der Sparkapitaltransfer von einem Konto der Beklagten auf ein
anderes beklagtisches Konto für die Kläger als Laien in der Berufsvorsorge als nicht
ungewöhnlich erscheinen musste, findet weiter einen Beleg darin, dass das Vorgehen
mit dem Bankberater der Kläger bei der Bank L._ abgesprochen und unter dessen
Mitwirkung vollzogen wurde." "Somit kann keine Rede davon sein, dass allen
Beteiligten (d.h. auch den Klägern) klar gewesen sei, dass das Vorgehen im
Widerspruch zu gesetzlichen und reglementarischen Bestimmungen gestanden hätte,
noch weniger war es im Entferntesten Absicht der Kläger, die Leistungen in einen
Bereich ausserhalb der Berufsvorsorge zu bringen."
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B.j Mit Schreiben vom 3. Mai 2017 wurden die Parteien über die getätigten
Abklärungen bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV), bei den Kantonalen
Steuerverwaltungen V._ und W._ sowie bei den Gemeindesteuerämtern X._ und
Y._ hinsichtlich der Frage, ob die Vorsorgeeinrichtung O._ Kapitalauszahlungen
oder Rentenzahlungen gegenüber der Klägerin und dem Kläger in den Jahren 2010 bis
2012 erbracht hat, informiert und ihnen wurde die Möglichkeit geboten, zu den
Abklärungsresultaten Stellung zu nehmen (act. G 61). Mit Schreiben vom 24. Mai 2017
nahm der beigeladene Sicherheitsfonds BVG Stellung. Er wies darauf hin, dass der in
der Bescheinigung vom 11. Februar 2011 für das Jahr 2010 genannte BVG-
Rentenbetrag deutlich von den dargelegten Rentenbezügen in der klägerischen
Eingabe vom 15. Januar 2016 abweiche (act. G 64). In der Stellungnahme vom 24. Mai
2017 wies der Rechtsvertreter der Klägerschaft darauf hin, dass sich die Organe der
Beklagten um steuerrechtliche Vorschriften foutiert hätten, weshalb dieses Verhalten
uneingeschränkt der Beklagten zuzuordnen sei. Im Weiteren wurde darauf
hingewiesen, dass die Klägerschaft ihre erhaltenen Renten vollumfänglich gegenüber
den Steuerbehörden deklariert hätten (act. G 65). Im Schreiben vom 7. Juni 2017 weist
die Beklagte darauf hin, dass ungerechtfertigt keine Mitteilung an die Steuerbehörden
erfolgt sei, obwohl das Kapital der Klägerschaft den Kreislauf der zweiten Säule
verlassen habe. Es sei aber auch keine Meldung über die Aufnahme einer Rente erfolgt.
Die Vorsorgestiftung O._ habe weder Rentenzahlungen an die Klägerschaft erbracht,
noch seien der Kläger oder die Klägerin als Rentner bzw. Rentnerin in der technischen
Buchhaltung zu finden. Der Umstand, dass der Klägerschaft in den Jahren 2010 bis
2012 trotzdem Rentenzahlungen bestätigt worden seien, zeige, dass sich beide
Parteien mit der Kapitalauszahlung vom Korsett der BVG-Vorgaben hätten befreien
wollen (act. G 66). Mit Schreiben vom 3. August 2017 nahm der Rechtsvertreter der
Klägerschaft kurz Stellung zum Schreiben der Beklagten vom 7. Juni 2017 (act. G 68).

Erwägungen
1.
Die sachliche Zuständigkeit des angerufenen Versicherungsgerichts geht aus Art. 73
Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die berufliche Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG; SR 831.40) in Verbindung mit Art. 65 Abs.
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1 lit. ebis des Gesetzes über die Verwaltungspflege (VRP; sGS 951.1) hervor, die
örtliche Zuständigkeit folgt aus Art. 73 Abs. 3 BVG.
2.
Der Kläger und die Klägerin fordern von der Beklagten mit Wirkung ab 1. März 2013 je
Fr. 4‘352.20 pro Monat bzw. Fr. 52‘266.40 p.a. nebst Zins von 5% p.a. seit
Klageerhebung. Begründet wird die Forderung damit, dass sie per Ende April 2010 ihre
Arbeitsverhältnisse bei D._ AG altershalber beendet und seither von der Beklagten
Altersrenten aus der beruflichen Vorsorge erhalten hätten. Zum Nachweis legte die
Klägerschaft Rentenbescheinigungen der Jahre 2010 bis 2013 ins Recht (act. G 1.11, G
51.1 - G 51.3). Die Beklagte bestreitet den klägerischen Anspruch auf Rentenleistungen
aus der beruflichen Vorsorge. Bei den bisherigen Zahlungen handle es sich nicht um
Altersrenten der beruflichen Vorsorge, denn die Klägerschaft habe im Jahr 2011 ihre
Altersleistungen aus der beruflichen Vorsorge vollumfänglich als Kapital bezogen.
Nachfolgend ist deshalb der Anspruch der Klägerschaft gegenüber der Beklagten auf
Altersrenten aus der beruflichen Vorsorge zu prüfen.
3.
Vorerst ist zu klären, ob es sich bei der von der Klägerschaft geltend gemachten
Beendigung der Arbeitsverhältnisse bei der D._ AG per Ende April 2010 um
ordentliche Altersrücktritte gehandelt hatte.
3.1 Nach Art. 10 Abs. 2 Bst. a BVG endet die obligatorische Versicherungspflicht unter
Vorbehalt von Art. 8 Abs. 3 BVG, wenn das ordentliche Rentenalter erreicht wird (Art.
13 BVG). Anspruch auf Altersleistungen haben Männer, die das 65. Altersjahr und
Frauen, die das 64. Altersjahr zurückgelegt haben (Art. 13 Abs. 1 BVG i.V.m. Art. 62a
Abs. 1 der Verordnung vom 18. April 1984 über die berufliche Alters-, Hinterlassenen-
und Invalidenvorsorge [BVV 2], SR 831.441.1 und Art. 21 Abs. 1 des Bundesgesetzes
vom 20. Dezember 1946 über die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVG], SR
831.10).
3.2 Der Kläger erreichte im Februar 2015 das 65. Altersjahr und die Klägerin im 2014
das 64. Altersjahr. Folglich hatten weder die Klägerin noch der Kläger im Jahr 2010
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(und auch nicht im Jahr 2011) das ordentliche Rentenalter bereits erreicht. Vorliegend
kann es sich daher nicht um einen Leistungsbezug (Altersrente bzw. Kapitalbezug) bei
Erreichung des ordentlichen Rücktrittsalters handeln.
4.
Im Weiteren ist zu prüfen, ob es sich um zulässige vorzeitige Altersrücktritte mit
Anspruch auf Altersleistungen aus der beruflichen Vorsorge handelt.
4.1 Gemäss Art. 13 Abs. 2 BVG können die reglementarischen Bestimmungen der
Vorsorgeeinrichtung abweichend vom ordentlichen Rentenalter vorsehen, dass der
Anspruch auf Altersleistungen mit der Beendigung der Erwerbstätigkeit entsteht. Der
Bezug von Altersleistungen der zweiten Säule vor Erreichen des Rücktrittsalters nach
Art. 13 Abs. 1 BVG setzt eine reglementarische Grundlage voraus. Diese muss
ihrerseits an die Beendigung der Erwerbstätigkeit anknüpfen. Gemäss Art. 1i Abs. 1
BVV 2 dürfen Reglemente der Vorsorgeeinrichtungen einen Altersrücktritt grundsätzlich
frühestens ab dem 58. Altersjahr vorsehen (vgl. THOMAS FLÜCKIGER, in: Jacques
André Schneider/Thomas Geiser/Thomas Gächter, Handkommentar zum BVG und
FZG, Bern 2010, Art. 13 N 15 und 17).
4.2 Gemäss Art. 13 Abs. 7 Vorsorgereglement besteht ein Anspruch auf eine sofort
beginnende lebenslängliche Altersrente, wenn die versicherte Person innerhalb der
letzten 5 Jahre vor dem ordentlichen Rücktrittsalter in den Ruhestand tritt.
4.3 Die Klägerin und der Kläger machen geltend, dass sie ihre Arbeitsverhältnisse bei
der bisherigen Arbeitgeberin, der D._ AG, Ende April 2010 beendet haben. Die
Klägerin wie auch der Kläger waren damals 60 Jahre alt und hatten folglich bei
Erfüllung der Voraussetzungen gemäss den Bestimmungen des Vorsorgereglements
Anspruch auf eine Altersrente (vgl. Art. 13 Abs. 7 Vorsorgereglement).
4.3.1 Bezüglich den Voraussetzungen ist unbestritten, dass im Mai 2010 bzw. 2011
das gesetzliche wie auch das reglementarische Mindestalter zum vorzeitigen Bezug
von Altersleistungen aus der beruflichen Vorsorge (Frauen ab dem 59. und Männer ab
dem 60. Altersjahr) erfüllt war.
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4.3.2 Als weitere Voraussetzung für den vorzeitigen Bezug von Altersleistungen
verlangt das Vorsorgereglement explizit, dass die versicherte Person in den
"Ruhestand" tritt (vgl. dazu auch Art. 24 Abs. 1 Vorsorgereglement, welches einen
Anspruch auf Freizügigkeitsleistungen statuiert, wenn weiterhin einer Erwerbstätigkeit
nachgegangen wird). Dabei ist "Ruhestand" der Status, den man (gewöhnlich als
älterer Mensch) durch sein Ausscheiden aus dem Arbeitsleben erlangt. Eine Regelung,
welche nicht nur die Auflösung des bisherigen Arbeitsverhältnisses, sondern auch den
Eintritt in den Ruhestand (Aufgabe sämtlicher Erwerbstätigkeiten) verlangt, ist rechtens,
da es sich gegenüber den gesetzlichen Vorgaben (Altersleistungen ab Erreichung des
ordentlichen Rentenalters) um weitergehende freiwillige Leistungen der betreffenden
Vorsorgeeinrichtung handelt. Zu prüfen ist folglich, ob der Kläger und die Klägerin ihre
Erwerbstätigkeit (gänzlich) aufgegebenen (bzw. dies bei Beendigung des
Arbeitsverhältnisses bei der bisherigen Arbeitgeberin zumindest beabsichtigt) hatten.
4.3.3 Festzustellen ist, dass die Klägerschaft weder Dokumente zum Nachweis der
Auflösung der bisherigen Arbeitsverhältnisse (wie Kündigungsschreiben/-bestätigungen
oder Lohnausweise mit Angabe des Beschäftigungszeitraumes) noch Dokumente,
welche die Anspruchserhebung auf vorzeitige Altersrenten wegen Eintritts in den
Ruhestand belegen würden, im Verfahren einreichte. Anzufügen ist, dass die Kläger am
9. Juni 2010 die U._ GmbH gründeten und diese im Handelsregister eintragen
liessen. Gemäss Handelsregisterauszug sind der Kläger und die Klägerin zu gleichen
Teilen Gesellschafter der U._ GmbH. Der Zweck der Gesellschaft ist insbesondere
die Beratung aller Art für Hotellerie, Gastronomie- und Tourismusbetriebe sowie die
Erbringung von Dienstleistungen in den Bereichen Verwaltung, Management und
Marketing. Die Domiziladresse lautet: c/o D._, Z._, in E._. Anlässlich der
mündlichen Verhandlung vor dem Versicherungsgericht am 26. Oktober 2016 erklärte
der Kläger u.a., dass er nach der vorzeitigen Pensionierung Ende April 2010 noch als
Verwalter/Berater für die D._ AG tätig gewesen sei. Die Vergütung dieser Tätigkeiten
sei über die von ihm und seiner Frau im Jahr 2010 gegründete U._ GmbH
abgewickelt worden. Gemäss Schweizerischem Handelsamtsblatt (SHAB) Nr. 8 vom
13. Januar 2016 besass der Kläger noch Jahre nach dem geltend gemachten
Altersrücktritt die Unterschriftsberechtigung für die D._ AG.
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4.4 Aufgrund des Gesagten ist davon auszugehen, dass der Kläger und die Klägerin
auch nach Ende April 2010 für die D._ AG tätig waren. Folglich traten die Kläger nicht
bereits per Ende April 2010 in den Ruhestand gemäss Art. 13 Abs. 7
Vorsorgereglement.
4.5 Gemäss Art. 24 Abs. 1 Vorsorgereglement besteht bei Auflösung des
Arbeitsverhältnisses einer erwerbstätigen Person mit Altersguthaben ein Anspruch auf
eine Freizügigkeitsleistung, wenn die austretende Person eine Altersrente gemäss Art.
13 beanspruchen könnte, jedoch das ordentliche Rücktrittsalter noch nicht erreicht hat
und weiterhin eine Erwerbstätigkeit ausübt. Nach Abs. 2 wird die Freizügigkeitsleistung
der Vorsorgeeinrichtung des neuen Arbeitgebers oder der neuen Arbeitgeberin
überwiesen. Vorbehalten bleibt die Barauszahlung gemäss Abs. 3. Die Barauszahlung
der Freizügigkeitsleistung kann verlangt werden, wenn die Person eine selbständige
Erwerbstätigkeit aufnimmt und der beruflichen Vorsorge nicht mehr untersteht (vgl.
Abs. 4). Tritt eine versicherte Person nicht in eine neue Vorsorgeeinrichtung ein und
macht sie keine Barauszahlung geltend, so hat sie auf den Zeitpunkt ihres Austritts aus
der Personalvorsorge Anspruch auf eine Freizügigkeitspolice oder eine Einlage auf ein
Freizügigkeitskonto (vgl. Abs. 3).
4.6 Wenn davon ausgegangen wird, dass die Kläger zwar ihre Arbeitsverhältnisse per
Ende April 2010 auflösten, danach jedoch weiterhin einer Erwerbstätigkeit nachgingen,
hatten sie folglich keinen Anspruch auf vorzeitige Altersrenten von der bisherigen
beruflichen Vorsorgeeinrichtung. Allenfalls bestanden Ansprüche auf
Freizügigkeitsleistungen, wobei diese Ansprüche mit der Auszahlung der vollständigen
Altersguthaben an die Klägerin und den Kläger am 7. April 2011 abgegolten wurden.
5.
Die Klägerschaft begründet ihre (fortdauernden) Ansprüche auf Altersrenten aus der
beruflichen Vorsorge damit, dass sie bereits seit Mai 2010 Altersrenten von der
Beklagten erhalten hätten.
5.1 Die Abklärungen bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung und bei den
Kantonalen Steuerämtern V._ und W._ und bei den Steuerämtern der
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Wohnsitzgemeinden der Kläger X._ und Y._ ergaben, dass trotz gesetzlicher
Vorgaben die Beklagte in den Jahren 2010 bis 2012 weder eine Meldung über die
Auszahlung von Kapitalleistungen der 2. Säule noch eine Meldung über die Ausrichtung
einer Altersrente vornahm (vgl. act. G 54, G 59, G 60, G 61 Beilage: Merkblätter der
Eidgenössischen Steuerverwaltung ESTV). Die Vorsorgeeinrichtung stellte der
Klägerschaft (trotzdem) Rentenbescheinigungen für die Jahre 2010 bis 2013 aus. Auf
diese Dokumente und deren Beweiswert ist nachfolgend einzugehen.
5.2
5.2.1 Gemäss der "Steuerbescheinigung 2010 BVG Rente B._ und A._ des
G._ vom 11. Februar 2011 (act. G 59.1) sind Fr. 67'148.50 an BVG Renten vom "Mai
2010 bis 12.2010" überwiesen worden. Die Steuerbescheinigung enthält jedoch keine
Informationen hinsichtlich der Aufteilung des Betrages auf den Kläger und die Klägerin.
Da Altersrenten der beruflichen Vorsorge auf individuell erworbenen Ansprüchen
beruhen und eine diesbezügliche Aufteilung des Betrages fehlt, bestehen bereits aus
diesem Grunde berechtigte Zweifel, ob es sich bei den bescheinigten Renten um
Leistungen aus der beruflichen Vorsorge handelt.
5.2.2 Zur Argumentation der Klägerschaft, dass sie seit Mai 2010 Altersrenten aus
der beruflichen Vorsorge erhalten würden, wendet die Beklagte ein, dass die
Zahlungen nicht von der C._ Vorsorgestiftung geleistet worden seien. Hinzu komme,
dass weder die Klägerin noch der Kläger als Rentnerin bzw. Rentner in der
versicherungstechnischen Buchhaltung der Vorsorgeeinrichtung geführt worden seien.
Dagegen seien von der Vorsorgeeinrichtung am 5. April 2011 die
Austrittsabrechnungen per 31. März 2011 für die Klägerin und den Kläger erstellt
worden (vgl. act. G 15-8, G 15.26 bis G 15.29). Diesbezüglich ist festzustellen, dass die
"Rentenzahlungen" an die Klägerschaft im Jahr 2010 gemäss den Zahlungs-/
Überweisungsbelegen nicht von der beruflichen Vorsorgeeinrichtung (C._
Vorsorgestiftung) sondern von der Q._ AG geleistet wurden (vgl. Sachverhalt B.g.).
Das Erstellungsdatum der Austrittsabrechnungen per 31. März 2011 stimmt zudem mit
dem Datum der Anträge zur Auszahlung Altersguthaben überein (vgl. act. G 1.12).
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5.2.3 Hinsichtlich der "Rentenzahlungen" im Jahr 2010 ist festzustellen, dass diese
auf zwei Konten, lautend auf "A._ und B._ " und "A._", erfolgten. Überwiesen
wurde auf die beiden Konten am 26. August 2010 je Fr. 11'191.45, am 1. Dezember
2010 je Fr. 13'056.65 und am 27. Dezember 2010 je Fr. 13'056.65. Zudem erfolgte am
7. Dezember 2010 eine Überweisung von Fr. 3'730.50 auf das Konto "A._". Der
Gesamtbetrag im Jahr 2010 betrug somit Fr. 78'340.10, bzw. Fr. 52'226.80, wenn
davon ausgegangen wird, dass es sich bei den Zahlungen vom 27. Dezember 2010 um
Vorauszahlungen für das 1. Quartal 2011 handelte. Festzustellen ist, dass der
überwiesene Gesamtbetrag nicht mit dem in der Rentenbescheinigung für das Jahr
2010 genannten Betrag von Fr. 67'148.50 übereinstimmt. Ausserdem erfolgten die
"Rentenzahlungen" nicht an den Fälligkeitsterminen gemäss Art. 8 Abs. 2
Vorsorgereglement (vorschüssige quartalsweise Zahlungen per 1. Januar, 1. April, 1.
Juli und 1. Oktober) sondern ausschliesslich im August und Dezember 2010 (vgl.
Sachverhalt B.g.).
5.2.4 Die Rentensteuerbescheinigung des Jahres 2010 vermag aus dem Gesagten
nicht als Nachweis für erhaltene Renten aus der beruflichen Vorsorge zu genügen.
5.3
5.3.1 Für die Jahre 2011 und 2012 wurden zwar für die Klägerin und den Kläger
jeweils separate Rentenbescheinigungen ausgestellt, jedoch stets über den identischen
Rentenbetrag von Fr. 52'226.- (act. G 1.11). Da die beruflichen Vorsorgekonten des
Klägers und der Klägerin unterschiedliche Alterssparguthaben aufwiesen (vgl.
Sachverhalt A.d., A.g., A.i.) hätte dies systembedingt zu unterschiedlich hohen
Altersrenten führen müssen, denn gemäss Art. 13 Abs. 2 Vorsorgereglement wird die
jährliche Altersrente durch Umwandlung des obligatorischen und des
überobligatorischen Teils des vorhandenen Altersguthabens ermittelt. Zudem müssen
im Falle eines vorzeitigen Altersrücktritts reduzierte Umwandlungssätze auf das beim
Rücktritt vorhandene Altersguthaben angewandt werden (Art. 13 Abs. 7
Vorsorgereglement; vgl. dazu auch Art. 13 Abs. 2 und Art. 14 BVG).
5.3.2 Da trotz unterschiedlicher Altersguthaben gleich hohe Renten an den Kläger
und die Klägerin ausgerichtet wurden und zudem keine Umwandlungssatzkürzung
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wegen vorzeitigem Altersrücktritt vorgenommen wurde, muss davon ausgegangen
werden, dass es sich bei den in den Rentenbescheinigungen der Jahre 2011 bis 2013
ausgewiesenen Renten nicht um Rentenzahlungen einer beruflichen
Vorsorgeeinrichtung handelt.
5.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aus den Rentenbescheinigungen bzw.
Rentenzahlungsbelegen der Jahre 2010 bis 2013 nicht geschlossen werden kann, dass
es sich dabei - wie von der Klägerschaft geltend gemacht - um Altersrenten aus der
beruflichen Vorsorge handelt. Folglich kann aus den Rentenbescheinigungen bzw.
Rentenzahlungsbelegen auch kein Anspruch auf Altersrenten aus der beruflichen
Vorsorge abge¬leitet werden.
6.
Aus den Rechtsbegehren und Rechtsschriften der Klägerin und des Klägers (vgl. act. G
1, G 22, G 38) ist ersichtlich, dass ihr angestrebtes Ziel stets war, gleich hohe
"Altersrenten" erzielen zu können und dies trotz des Faktums, dass das in der
beruflichen Vorsorge angesparte Alterskapital des Klägers mehr als das Dreifache des
Alterskapitals der Klägerin betrug. Nachfolgend ist deshalb die im Jahr 2011 erfolgte
Auszahlung der Alterskapitalien der beruflichen Vorsorge an die Klägerin und den
Kläger sowie die "Wiedereinzahlung" des Gesamtbetrages auf ein anderes Konto zu
würdigen.
6.1 Am 5. April 2011 beantragten sowohl die Klägerin als auch der Kläger die
vollständige Auszahlung ihrer Alterskapitalien (act. G 1.12). Am 7. April 2011 überwies
die berufliche Vorsorgeeinrichtung jeweils mit dem Vermerk "Kapitalbezug BVG Vertrag
1505.2007" der Klägerin Fr. 255'640.20 und dem Kläger Fr. 950'127.45 (act. G 7.1, G
7.2). Den Gesamtbetrag von Fr. 1'205'767.65 überwies die Klägerschaft am 12. April
2011 mit dem Vermerk "Renten / A._" auf ein Konto bei der Bank M._ AG in N._,
lautend auf den G._ in H._.
6.2 Von der Klägerschaft wird geltend gemacht, dass der Zweck der Begehren um
Auszahlung der Altersguthaben gewesen sei, ihre Alterskapitalien zusammenzulegen
und dann hälftig zu teilen, so dass ihnen künftig gleich hohe Altersrenten hätten
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ausbezahlt werden können. Dabei sei es nie ihre Absicht gewesen, anstelle von
Altersrenten ihre Altersguthaben zu beziehen. Deshalb hätten sie zeitgleich auch
Anträge zur Ausrichtung von vorzeitigen Altersrenten gestellt. Die Beklagte wendet
diesbezüglich ein, dass die Klägerschaft am 5. April 2011 die Auszahlung ihrer
Alterskapitalien verlangt habe. Mit der daraufhin erfolgten Auszahlung der vollständigen
Altersguthaben am 7. April 2011 an die Klägerin und den Kläger seien deren Ansprüche
auf Altersrenten aus der beruflichen Vorsorge erloschen (act. G 1.12, G 15.26 bis G
15.29, G 15.32).
6.3
6.3.1 Nach Art. 37 Abs. 1 BVG werden die Leistungen der beruflichen Vorsorge in
der Regel als Rente ausgerichtet. Der Versicherte kann verlangen, dass ihm ein Viertel
seines Altersguthabens, das für die Berechnung der tatsächlich bezogenen
Altersleistungen (Art. 13 und Art. 13a) massgebend ist, als einmalige Kapitalabfindung
ausgerichtet wird (Art. 37 Abs. 2 BVG). Die Vorsorgeeinrichtung kann in ihrem
Reglement vorsehen, dass Versicherte anstelle einer Altersrente eine Kapitalabfindung
verlangen können (vgl. Art. 37 Abs. 4 BVG). Gemäss Art. 13 Abs. 11 ff.
Vorsorgereglement kann die versicherte Person anstelle der ganzen Altersrente oder
einer Teilrente die Auszahlung des vorhandenen Altersguthabens oder eines Teils
davon in einem Betrag verlangen. Eine entsprechende schriftliche Erklärung ist
spätestens ein Jahr vor Erreichen des ordentlichen Rücktrittsalters bzw. spätestens ein
Jahr vor dem allfälligen vorzeitigen Rücktritt abzugeben. Ab diesem Zeitpunkt ist sie
unwiderruflich. Bei verheirateten Personen ist die Erklärung als Zeichen der
Zustimmung durch den Ehegatten mit zu unterzeichnen.
6.3.2 Die Klägerin und Kläger unterzeichneten am 5. April 2011 ihre Anträge zum
vollständigen Bezug ihrer Altersguthaben der beruflichen Vorsorge (act. G 1.12). Auf
dem Antragsformular unmittelbar unterhalb des aktuellen Altersguthabens steht
folgender Wortlaut: "Ich nehme zur Kenntnis, dass mit dem Kapitalbezug die
reglementarischen Ansprüche auf Altersrente, die Pensionierten-Kinderrenten, Witwen/
Witwerrenten und Partnerrenten sowie Waisenrenten entsprechend abgegolten sein
werden." Die Klägerin und der Kläger haben jeweils unterhalb dieses Textes auf dem
einseitigen Antragsformular unterschrieben.
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6.3.3 Sowohl aus dem Gesetzestext als auch aus dem zuvor genannten Wortlaut
ergibt sich klar, dass mit dem Bezug des vollständigen Altersguthabens der Anspruch
auf eine Altersrente aus der beruflichen Vorsorge erlischt. Diese Regelung müssen sich
die Klägerin und der Kläger daher vorhalten und anrechnen lassen. Hinzu kommt, dass
sich insbesondere der Kläger in vorsorgerechtlichen Angelegenheiten nicht darauf
berufen kann, keine diesbezüglichen Kenntnisse zu haben, unterzeichnete er doch am
28. November 2007 im Namen der D._ AG den Anschlussvertrag an den G._ sowie
die Zusatzvereinbarungen für den Vorsorgeplan I._ (vgl. act. G 1.8). Ergänzend dazu,
wurde damals der Vorsorgeplan J._ geschaffen, welchem die Klägerin und der Kläger
angehörten (vgl. G 1.7, G 1.10).
6.4 Wie zuvor bereits erwähnt, stellten die Klägerin und der Kläger am 5. April 2011
auch Anträge für den Bezug von vorzeitigen Altersrenten (act. G 1.13).
6.4.1 Im Rentenantrag der Klägerin sowie des Klägers wird jeweils ein Alterskapital
von Fr. 662'883.85 ausgewiesen. Danach beträgt das Alterskapital der Klägerschaft
insgesamt Fr. 1'325'767.70. Dieser Gesamtbetrag liegt damit rund Fr. 120'000.- sowohl
über der Summe der in den Anträgen zum Kapitalbezug genannten Altersguthaben von
Fr. 1'205'767.65 (Fr. 950'127.45 und Fr. 255'640.20) als auch über den am 7. bzw. 12.
April 2011 überwiesenen Beträgen zwischen der Vorsorgeeinrichtung und der
Klägerschaft (vgl. Erwägung 6.1).
6.4.2 Dass es sich bei den in den Rentenanträgen vom 5. April 2011 genannten
Altersrenten nicht um solche aus der beruflichen Vorsorge handeln kann, ergibt sich
bereits aus dem angewandten Umwandlungssatz von 8.7% (2 x Fr. 52'226.40 / Fr.
1'205'767.65). Gemäss den persönlichen Vorsorgeausweisen der Klägerin und des
Klägers betrug der Umwandlungssatz bei ordentlicher Pensionierung nach BVG /
Reglement lediglich 6.8% bzw. 6.5% (act. G 1.7, G 15.13 ff.). Hinzu kommt, dass der
gesetzliche bzw. reglementarische Umwandlungssatz wegen den vorzeitigen
Altersrücktritten im Alter von 60 Jahren auch noch hätte reduziert werden müssen (vgl.
Art. 13 Abs. 7 Vorsorgereglement; Art. 13 Abs. 2 und Art. 14 BVG).
6.4.3 Im Weiteren ist nicht nachvollziehbar, wieso die Klägerin und der Kläger am 5.
April 2011 Rentenanträge mit Rentenbeginn 1. Mai 2010 stellten, wenn von ihnen
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zugleich geltend gemacht wird, sie hätten bereits seit Mai 2010 Altersrenten aus der
beruflichen Vorsorge erhalten. Hinsichtlich der Rentenzahlungen im Jahr 2010 ist
festzustellen, dass in der Regel jeweils am gleichen Tag identische
Überweisungsbeträge auf zwei Konten der Klägerschaft eingingen (vgl. Erwägung
5.2.3). Die Aussage des Vertreters der Klägerschaft, dass der Rentenbetrag immer
gesamthaft auf das gemeinsame Bankkonto der Klägerschaft ausbezahlt worden sei,
stimmt daher zumindest für das Jahr 2010 nicht (act. G 1-8).
6.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die praktizierte Vorgehensweise zur
Schaffung gleichhoher Renten für den Kläger und die Klägerin trotz unterschiedlicher
Altersguthaben im Rahmen der beruflichen Vorsorge nicht möglich ist. So kann keine
Altersrente aus der beruflichen Vorsorge mehr ausgerichtet werden, wenn ein
Versicherter für den vollständigen Alterskapitalbezug votiert hat und das Alterskapital
ausbezahlt wurde. Mit der Auszahlung des Alterskapitals geht einher, dass eine erneute
Einbringung des Kapitals in die bisherige berufliche Vorsorgeeinrichtung nach
Erwerbsaufgabe grundsätzlich nicht mehr möglich ist. Folglich führte die am 7. April
2011 unbestrittenermassen erfolgte Auszahlung der vollständigen Altersguthaben der
Klägerin und des Klägers aufgrund ihrer diesbezüglichen Begehren vom 5. April 2011
unwiderruflich zum Erlöschen des Anspruchs auf eine Altersrente aus der beruflichen
Vorsorge. Dass es sich bei den gewährten Renten nicht Altersrenten aus der
beruflichen Vorsorge sondern um Rentenzahlungen ausserhalb des geschützten
Rahmens der beruflichen Vorsorge handeln muss, ist daran erkennbar, dass sich
Altersrenten der beruflichen Vorsorge nach dem individuell angesparten Alterskapital
und den gesetzlichen bzw. reglementarischen Bestimmungen wie Umwandlungssätze
und Rücktrittsalter bemessen, die der Klägerin und dem Kläger gewährten Renten
jedoch nicht unter Beachtung der zuvor genannten Kriterien festgelegt worden sind.
7.
7.1 Wiederholt machen die Klägerin und der Kläger geltend, dass sie den Mitarbeitern
der beruflichen Vorsorgeeinrichtung vertraut und sich lediglich an deren Anweisungen
gehalten hätten, weshalb ihnen daraus kein Nachteil erwachsen dürfe. Darauf ist,
soweit nicht bereits in den vorangehenden Erwägungen behandelt, nachfolgend
einzugehen.
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7.2 Die Kläger können aus dem Umstand, dass sie den Mitarbeitern der beruflichen
Vorsorgeeinrichtung vertrauten und nur deswegen die Anträge zur Auszahlung ihrer
gesamten Altersguthaben unterzeichneten sowie die ausbezahlten Altersguthaben
wieder auf ein anderes Konto der Vorsorgeeinrichtung einbezahlten, nichts zu ihren
Gunsten ableiten, denn es muss den Klägern bekannt gewesen sein, dass beim Bezug
des Alterskapitals diese den geschützten Bereich der beruflichen Vorsorge verlassen.
So ist in den unterzeichneten Anträgen ersichtlich, dass mit dem vollständigen
Alterskapitalbezug der Anspruch auf eine Altersrente erlischt. Auch muss den Klägern
bekannt gewesen sein, dass Leistungen der beruflichen Vorsorge nur im Rahmen der
Gesetze und reglementarischen Bestimmungen erbracht werden können, was folglich
ausschliesst, dass individuell angesparte Altersguthaben - ausser in gesetzlich
geregelten Fällen - auf andere Personen übertragen werden können. Dass das
verfolgte Ziel, durch Ausgleich der Alterskapitalien gleich hohe Altersrenten zu
schaffen, nicht im Rahmen der beruflichen Vorsorge realisiert werden kann, hätte von
der Klägerschaft spätestens dann bemerkt werden müssen, als sie aufgefordert wurde,
sich ihre gesamten Altersguthaben aus der beruflichen Vorsorge auf ihre Privatkonten
auszahlen zu lassen und anschliessend die Gelder auf ein anderes Konto der
Vorsorgeeinrichtung einzuzahlen. Aufgrund des Verhaltens der Klägerschaft in den
Jahren 2010 und 2011 muss denn auch davon ausgegangen werden, dass es ihnen
unwichtig war, wie die gleich hohen Renten bewerkstelligt werden. Wie insbesondere in
den Erwägungen 5 und 6 dargelegt, gab es ausreichend Anhaltspunkte, dass die der
Klägerschaft ausbezahlten "Renten" sich nicht im Rahmen der beruflichen Vorsorge
realisieren lassen. So hätten von der Klägerschaft der Verzicht auf die Kürzung des
Umwandlungssatzes bei vorzeitiger Pensionierung im Alter von 60 Jahren trotz
entsprechender Bestimmung im Vorsorgereglement und der gewährte
Rentenumwandlungssatz, der deutlich über dem gesetzlichen bzw. reglementarischen
Niveau liegt, hinterfragt werden müssen. Vorliegend kommt hinzu, dass der Kläger die
Anschlussvereinbarung zwischen der D._ AG und der Vorsorgeeinrichtung
unterzeichnet hat und ihm deshalb der Inhalt des Vorsorgereglement nicht unbekannt
gewesen sein dürfte, - zumindest aber hatten die Kläger jederzeit Zugriff auf die
relevanten Dokumente. Eine fehlende kritische Auseinandersetzung mit den von den
Mitarbeitern der Vorsorgeeinrichtung unterbreiteten Vorschlägen zur
"Rentenoptimierung" muss als Versäumnis zulasten der Klägerschaft eingestuft
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werden. Folglich lassen sich auch unter dem Aspekt des berechtigten Vertrauens keine
Ansprüche auf Renten aus der beruflichen Vorsorge begründen.
8.
8.1 Die Klägerin und der Kläger haben dementsprechend keinen Anspruch auf eine
BVG-Altersrente von der Beklagten. Die Klage ist deshalb abzuweisen.
8.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG). Ausgangsgemäss
haben die Klägerin und der Kläger keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Der
beigeladene Sicherheitsfonds beantragte die Ausrichtung einer Parteientschädigung
(act. G 28). Als Vorsorgeeinrichtung bzw. als Sicherheitsfonds hat sie praxisgemäss
keinen diesbezüglichen Anspruch, soweit - wie vorliegend - die Prozessführung der
Gegenparteien nicht als mutwillig oder leichtsinnig zu bezeichnen ist (BGE 112 V 356,
126 V 143 und 128 V 323). Der Antrag auf Ausrichtung einer Parteientschädigung ist
deshalb abzuweisen.