Decision ID: c83acc1d-0b43-4b77-9541-c814fcb64de9
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1984
, war
ab
dem 4. Februar 2013
als
Zimmerman bei der
Y._
AG
angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Suva
gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert (vgl.
UV.2021.00149
Urk.
8
/
2
-3)
.
Der
Versicherte liess die Suva mit Schadenmeldung UVG vom 2.
September
201
3
(
UV.2021.00149
Urk.
8
/
2
) wissen, dass
ihm
am
16
.
August 2013 in der Werkstatt ein Balken aus der Hand gerutscht und auf die rechte Schulter gefallen sei und er
sich
diese
dabei
verletzt habe.
Dr. med.
Z._
,
Facharzt FMH für Chirurgie,
welcher den Versicherten am 28. August 2013 als erster behandelt
hatte
, nannte in seinem Bericht vom 27. September 2013 als Diagnose eine Prellung der rechten Schulter (
UV.2021.00149
Urk. 8
/
15
).
Per 16. Oktober 2013 kündigte der Versi
cherte seine
Arbeitsstelle
(vgl.
UV.2021.00149
Urk. 8/14).
A
m 30.
Mai 2017 wurde der Versicherte an der rechten Schulter operiert (Arthroskopie,
subacromiale
Dekompression und AC-Gelenksresektion;
UV.2021.00149
Urk. 8/238)
.
Die
Suva
erbrachte
die gesetzlichen Leistungen (
Taggeld und Heilungskosten;
vgl.
UV.2021.00149
Urk. 8/481 S. 1 Mitte
).
1.2
Mit Schreiben vom 30. Juni 2020 (UV.2021.00149 Urk. 8/481) teilte die Suva dem Versicherten
unter anderem
mit, dass von einer weiteren Behandlung keine nam
hafte Besserung der Folgen des Unfalles vom 16. August 2013 mehr erwartet werden könne, weshalb sie die Heilungskostenleistungen nach Beendigung
einer aktuell
laufenden Serie Ph
ysi
otherapie einstellen
werde
(S. 1).
Am 16. November 2020 (UV.2021.00149 Urk. 8/502) teilte
sie
dem Versicherten
zudem
mit, dass die T
aggeldleistungen per 31.
Oktober 2020 eingestellt
würden
.
Mit Verfügung vom 3. Dezember 2020 (UV.2021.00149 Urk. 8/509) verneinte die Suva einen Anspruch auf eine Invalidenrente und sprach dem Versicherten eine Integritätsentschädigung
für eine Integritätseinbusse
von
5 % im Betrag von
Fr. 6'300.
-- zu, womit sie auch
über den Fallabschluss nach Art. 19 des
Bundes
gesetz
es
ü
ber die Unfallversicherung (UVG) entschied.
Mit
Eingabe
vom 13. Dezember 2020 (
UV.2021.00149 Urk. 8/
518
) erhob
der
Ver
sicherte Beschwerde
beim Sozialversicherungsgericht und beanstandete, dass über die
Einstellung der Taggeldleistungen
nicht formell verfügt worden sei
; weiter beanstandete er die
Nichtübernahme von Reisespesen für Fahrten zur Physio
therapie nach
A._
gemäss
Schreiben der Suva vom 8. Dezember 2020 (UV.2021.00149 Urk.
8/
515)
.
Mit Beschluss vom 18. Februar 2021 im Verfahren UV.2020.00290 (UV.2021.00149 Urk. 8/527) trat das
hiesige Gericht
mangels geeigneten Anfech
tungsobjekts
auf die Beschwerde des Versicherten ni
cht ein
.
1.3
Die Suva nahm das Schreiben des Versicherten vom
1
3.
Dezember 2020
als Ein
sprache gegen die Verfügung vom
3.
Dezember 2020 an die Hand (vgl.
Urk.
8/521 S. 3 Mitte).
Mit
Einspracheentscheid
vom 16. Juli 2021 (Urk. 2) wies
sie
die
Ein
sprache
ab.
1.4
Mit Verfügung vom 23. Februar 2021 (UV.2021.00149 Urk. 8/523)
hatte die Suva
entschied
en
, die
in Rechnung gestellten
74 Fahrten zur
Physiotherapie mit Fr.
399.60 zu vergüten.
Dagegen
hatte
der Versicherte am 8. März 2021 (UV.2021.00149 Urk. 8/529) mit einem als «Beschwerde» betitelten Schreiben Einsprache
erhoben
, welche die Suva mit
Einspracheentscheid
vom 19. Juli 2021 (UV.2021.00149 Urk. 2) abwies.
2.
2.1
Der Versicherte
erhob am 21. Juli 2021 (Urk. 1) Beschwerde
gegen den
Ein
spracheentscheid
vom 16. Juli 2021
und stellte folgende Anträge (S. 2):
«1.
Die Fahrspesen sind in effektiver Höhe zu entrichten.
2.
Die Heilkosten sind vollumfänglich zu tragen.
3.
Es ist eine Entschädigung in Höhe von CHF 500.00 zu prüfen»
In ihrer Beschwerdeantwort vom 5. August 2021 (Urk. 7)
beantragte die Beschwer
degegnerin
, das vorliegende Verfahren sei als gegenstandslos abzu
schreiben; eventualiter sei auf die Beschwerde mangels Begründung nicht einzu
treten;
subeventualiter
sei die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen (S. 1
)
.
Dies wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 10. August 2021 (Urk. 9) zur Kenntnis gebracht.
2.2
Am 2
1.
Juli 2021 (UV.2021.00149
Urk.
1) erhob der Versicherte
auch
Beschwerde
gegen den
Einspracheentscheid
vom 1
9.
Juli 2021, worüber
am heutigen Tag
im Verfahren UV.2021.00149 entschieden wird
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Aus der Eingab
e des Beschwerdeführers vom 21.
Juli 2021 (Urk. 1) ist ersichtlich, dass er sich
damit
unter anderem auch gegen den
Einspracheentscheid
vom 16. Juli 2021 (Urk. 2) zur Wehr setzen möchte. So
stellte er den Antrag, die «Heil
kosten sind vollumfänglich zu tragen»
,
und der Eingabe
lässt sich
Folgendes
ent
nehmen:
«Form- und fristgerecht innerhalb von 30 Tagen rekur
r
iert der Beschwerdeführer gegen das Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 16.07.2021» (Urk. 1 S. 2 Begründung Ziff. 1)
sowie «Sämtliche noch anfallenden Heilkosten (Arzt/Spital/Therapeut etc.) sind von der Beschwerdegegnerin zu tragen» (Ziff. 8)
, womit eindeutig auch der
Einspracheentscheid
vom 16. Juli 2021 (Urk. 2) gemeint ist
.
Daneben lässt sich der Eingabe
-
insbesondere dem Antrag Ziff. 1 («Die Fahrspesen sind in effektiver Höhe zu
entrichten.»
) und dem wesentlichen Teil der Begründung
-
entnehmen, dass er
auch
mit dem
Einspracheentscheid
der S
uva vom 19.
Juli 2021
betreffend
Reisespesen wegen der Physiotherapie nicht einverstanden
ist
. Letzteres bildet Gegenstand
des
Verfahren
s
UV.2021.0014
9.
Da sich die Eingabe des Beschwerdeführers vom 21. Juli 2021 (Urk. 1) - entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (vgl. Urk. 7) - auch gegen den
Einspracheent
scheid
vom 16. Juli 2021 richtet, ist das vorliegende Verfahren weder als gegen
standlos abzuschreiben noch
ist
darauf
nicht
einzutreten.
Es
ist
diesbezüglich
jedoch
Folgendes vorweg zu bemerken.
Für die Umschreibung des Prozessthemas ist nach den Regeln über den
Anfech
tungs
- und Streitgegenstand zu verfahren. Streitgegenstand im System der nach
träglichen Verwaltungsrechtspflege ist das Rechtsverhältnis, welches – im Rahmen des durch die Verfügung bestimmten Anfechtungsgegenstandes – den aufgrund der Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungs
gegen
stand bildet. Anfechtungsgegenstand und Streitgegenstand sind identisch, wenn die Verfügung insgesamt angefochten wird. Bezieht sich demgegenüber die Beschwerde nur auf einzelne der durch die Verfügung bestimmten Rechtsver
hältnisse, gehören die nicht beanstandeten Rechtsverhältnisse zwar wohl zum Anfechtungs-, nicht aber zum Streitgegenstand (BGE 130 V 501 E. 1.1).
Aus dem
zweiten Antrag des Beschwerdeführers (
«
2.
Die Heilkosten sind vollum
fänglich zu tragen»; Urk.
1 S.
2) -
die übrigen Anträge betreffen die Kostenüber
nahme der Fahrspesen für die Physiotherapie in
A._
(vgl. dazu das Ver
fahren IV.2021.00149) -
und insgesamt der Begründung der Beschwerde vom
21. Juli
2021
, worin sich lediglich Ausführungen
zur
Übernahme der Heil
ungs
kosten
finden, ohne dass je Bezug auf
den Taggeldanspruch,
den Rentenanspruch oder
die
Integritätsentschädigung
genommen
wird
(Urk.
1
), ergibt sich augen
fällig, dass
der
Beschwerdeführer
den
Einspracheentscheid
vom 16. Juli 2021 (Urk.
2) einzig
bezüglich der Übernahme der Heil
ungs
kosten
anficht. Folglich ist im vorliegenden Verfahren nur der
Anspruch auf Übernahme
der Heilungskosten
–
und damit
implizit der Fallabschluss
–
Streitgegenstand und auch nur
diese Frage
Prozessthema.
2.
2.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
1
6.
August 2013
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
2.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu.
2.3
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
gehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versi
cherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
mass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeit
punkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der ver
sicher
ten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beur
teilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
Für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen braucht der Entscheid der Invalidenversicherung über Eingliederungsmassnahmen nicht abgewartet zu wer
den, wenn von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte gesund
heitliche Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 Urteil vom 16. Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das der Invaliditäts
bemessung der Suva gestützt auf die medizinischen Abklärungen zugrunde gelegte Invalideneinkommen verbessert und so der die Invalidenrente der Unfall
versicherung bestimmende Invaliditätsgrad beeinflusst werden kann (vgl.
Urteil des Bundesgericht 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.5).
2.
4
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten ver
siche
rungs
interner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
).
Reine Aktengutachten sind beweiskräftig, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich fest
stehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bun
desgerichts 8C_750/2020 vom 23. April 2021 E. 4 mit Hinweisen).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin
führte in ihrem
Ein
spracheentscheid
vom 16. Juli 2021
(Urk.
2)
hinsichtlich der Heilungskosten
im Wesentlichen aus, aufgrund der vor
liegenden Aktenlage - insbesondere gestützt auf die kreisärztliche
n
Beurteilung
en von Dr.
med.
B._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
, vom 20. März 2018 und
von Dr. med.
D._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
vom 7. Februar 2020 - sei mangels einer noch zu erwartenden namhaften Besserung des Gesundheitszustandes von einem Endzu
stand respektive einem Behandlungsabschluss spätestens mit dem Auslaufen der Physiotherapie im Sommer 2020 auszugehen. Taggeldleistungen seien noch bis am 31. Oktober 2020 bezahlt worden. Der Fallabschluss mit Einstellung der Tag
gelder
und Prüfung der Rentenfrage und mit Einstellung der Heilungskosten sei also gegeben (Urk. 2 S. 3 f.).
3
.2
Der
Beschwerdeführer machte demgegenüber in
seiner Beschwerde vom 21. Juli 2021 (Urk.
1)
–
abgesehen von
den Vorbringen
wegen der
Übernahme der Reis
e
kosten für die Physiotherapie, welche den
Einspracheentscheid
vom 19. Juli 2021 betreffen (vgl. dazu das Verfahren UV.2021.00149)
–
geltend,
sämtliche noch anfallende Heilkosten (Arzt/Spital/Therapeut etc.) seien von der Beschwerde
gegnerin zu tragen.
3
.3
Streitig
und zu prüfen ist damit, ob die Beschwerdegegnerin den Fall unter Ein
stellung der vorübergehenden Leistungen zu Recht per
31. Oktober 2020
(Taggel
der)
respektive
mit der Beendigung
der bis im Sommer 2020
über
nommenen
Physiotherapie
(Heilbehandlung)
abgeschlossen hat.
4.
4.1
Dr.
Z._
, welcher den
Beschwerdeführer
nach dem Unfall
(
16. August 2013
)
am 28. August 2013 als erster behandelt
hatte
, nannte in seinem Bericht vom 27. September 2013 als Diagnose eine Prellung der rechten Schulter (
UV.2021.00149
Urk. 8/15).
4.2
Suva-
Kreisarzt Dr. med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, führte in seiner Stellungnahme vom 27. April 2017 (UV.2021.00149 Urk. 8/235) auf Rückfrage der Beschwerde
gegnerin aus, die geplante Operation adressiere Folgen des Unfallereignisses und sei demnach unfallkausal (S. 1 unten).
4.
3
Am 30. Mai 2017 wurde der
Beschwerdeführer
an der rechten Schulter operiert (Arthroskopie,
subacromiale
Dekompression und AC-Gelenksresektion; vgl. den Operationsbericht [
UV.2021.00149
Urk. 8/238]).
4.
4
Kreisarzt
Dr.
B._
, welcher den Beschwerdeführer am 19. März 2018 unter
sucht
hatte
, nannte in seinem Bericht vom 20. März 2018 (UV.2021.00149 Urk. 8/331) folgende Diagnose (S. 7):
-
Ätiologisch unklares Schmerzsyndrom der rechten Schulter bei/nach:
-
Acromioplastik
und
Acromioclaviculargelenkresektion
rechts am 30. Mai 2017
-
Mässiger posttraumatischer
Acromioclaviculargelenkarthrose
rechts
-
Traumatisierung
Acromioclaviculargelenk
rechts am 16. August 2013
Dr.
B._
führte zudem aus,
der Grund für die Schmerzhaftigkeit im Bereich der rechten Schulter habe auch bei eingehender Abklärung nicht genau fest
ge
stellt werden können. Eine erneute
subacromiale
Dekompression mit Resektion des
Acromioclavicular-Nearthros
sei in dieser Situation kaum
erfolg
versprechend und multiple Infiltrationen des
Nearthros
im
Acromioclaviculargelenkbereich
könnten langfristig die Situation auch nicht verbessern.
Der
Beschwerdeführer selber gebe
eine höchstens geringe Verbesserung durch die zuletzt erfolgte Ope
ration im Mai 2017 an. Der heutige Zustand sei vergleichbar mit dem Zustand vo
r
einem Jahr. Die Resektion des
Acromioclaviculargelenks
sei eine ortho
pädi
sche Standardoperation, die üblichen Resultate und die zu erwartenden Ein
schränkungen nach diesem Eingriff seien entsprechend gut bekannt. Nach Abschluss zu übernehmen sei die Schmerzmedikation, wobei der Beschwerde
führer gemäss seinen Angaben die Schmerzmitteleinnahme weiter reduzieren möchte. Die Physiotherapie werde man spätestens ein Jahr nach der letzten Ope
ration sistieren dürfen. Das Selbsttraining sei dem Beschwerdeführer bekannt und reiche aus (S. 7 f.).
Am 25. Mai 2018 (UV.2021.00149 Urk. 8/
349
)
hielt
Dr.
B._
fest, obwohl er eher skeptisch sei bezüglich der Erfolgsaussichten durch «gezielte Schmerz
therapien», würde er einer drei- bis viermonatigen Behandlung im Schmerz
zent
rum des
Kantonsspitals E._
zustimmen. Der Erfolg müsse anschliessend evaluiert werden.
4.
5
Am 3. April 2019 (UV.2021.00149 Urk. 8/409) berichteten
Dres
.
med.
F._
und
med.
G._
vom
Kantonsspital E._
, die Beschwer
den hätten sich unter physiotherapeutischer
Beübung
und zusätzlicher medizini
scher Trainingstherapie deutlich gebessert. Die Schmerzen seien bei leichten körperlichen Belastungen erträglich, max. VAS 0-2, die Sensibilitäts
störungen seien gänzlich verschwunden (S. 2).
4.6
PD Dr. med.
H._
, Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabili
tation sowie Rheumatologie, und Dr. med.
I._
, Fachärztin FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, vom
J._
Zentrum, welche den Beschwerdeführer eingehend am 9.
und
10. September 2019 mittels funktionsorientierter medizinischer Abklärung (FOMA)
, welche eine
Evaluation
der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungs
fä
higkeit (EFL) enthielt,
untersucht hatten
, führten in ihrem Bericht vom 24. Sep
tember 2019 (UV.2021.000149 Urk. 8/443) aus, für die bisherige Tätigkeit als Zimmermann bestehe keine Arbeitsfähigkeit mehr. Es sei auch nicht davon aus
zugehen, dass der Beschwerdeführer in Zukunft diese Arbeitsfähigkeit wieder erreichen werde. Für eine anderweitige, leichte bis mittelschwere Tätigkeit unter Berücksichtigung, dass Arbeiten über Schulterhöhe bei einer ganztä
g
igen Tätig
keit nur 30 Minuten bis 3 Stunden vorkämen, sei der Beschwerdeführer als
ganz
tags
arbeitsfähig zu erachten (S. 4 f.). Zum Erhalt des jetzigen Belastbarkeits
niveaus werde dringend die Fortsetzung eines eigenver
antwortlichen Trainings in einem Fitnesscenter empfohlen (S. 5 unten).
4.7
In ihrem Bericht vom 5. November 2019 (UV.2021.00149 Urk. 8/447) erklärte Dr.
G._
vom
Kantonsspital E._
, die objektive Beweglichkeit der Schulter passiv sei voll und schmerzfrei. Aktiv
sei sie
endgradig
schmerzhaft in alle Richtungen (S. 2).
4.8
Mit E-Mail vom
29. Januar 2020
(UV.2021.00149 Urk. 8/459) berichtete Dipl. Physiotherapeutin
K._
der Beschwerdegegnerin, der Beschwerdeführer habe bereits zweimal drei Monate MTT
(
medizinische Trainingstherapie)
bei ihnen gehabt
,
und er habe in diesen sechs Monaten total 25 Trainings absolviert.
Das letzte Training sei am 15. Juli 2019 gewesen.
Aus physiotherapeutischer Sicht mache ein
e
weitere MTT keinen Sinn, da der Beschwerdeführer selber zu wenig Trainingsinitiative zeige und durch das Training seine Schmerzproblematik nicht beeinflusst werden könne.
4.
9
Kreisarzt Dr.
D._
hielt in seiner Stellungnahme vom 7. Februar 2020 (UV.2021.00149 Urk. 8/463) fest, beim Beschwerdeführer sei noch eine länger andauernde Schmerztherapie durchgeführt worden. Entsprechend de
m
Bericht des Schmer
zzentrums des
Kantonsspitals E._
vom 5. November 2019 bestünden weiterhin Beschwerden. Inwiefern sich die länger andauernde Schmerz
behandlung ausgewirkt habe, werde nicht beschrieben. Letztendlich würden in etwa die ähnlichen Beschwerden beschrieben wie zu Beginn der Schmerzbehandlung. Es
gebe
hier auch keine konkreten
Ansatzpunkte mehr, welche einer weiteren Thera
pie zugänglich wären. Es bestehe
eine freie
Beweg
lichkeit der betroffenen rechten Schulter, Belastungen
würden
als schmerzaus
lösend
empfunden, weiterhin
werde
ein Schonverhalten
beziehungsweise
im Rahmen der
EFL
vom
J._ Zentrum
würden
Selbstlimitierungen
beobachtet. Aktuell besteh
e
keinerlei Indikation für eine weitere medizinische Behandlung
(S. 1
Ziff. 1
)
.
Die im
J._
-Bericht vom 24. September 2019 festgelegte Zumutbarkeit könne übernommen werden (S. 1 Ziff. 2).
Zur Aufrechterhaltung der Erwerb
s
fähigkeit seien keine weiteren Behandlungen notwendig. Es gebe keine Ansatz
punkte für eine weitere Therapie, welche die WZW-Kriterien erfülle (S. 2 oben
Ziff. 4
).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich für die Frage des Zeitpunkts des Fallab
schlusses im Wesentlichen auf die Beurteilung
en von Dr.
B._
20. März 2018 (E. 4.4) und
von
Dr.
D._
vom
7
.
Februar
2020
(E. 4.
9
)
.
Dr.
B._
nahm
bei seiner Beurteilung im März 2018
von der Aktenlage umfassend Kenntnis und berücksichtigte die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden (
UV.2021.00149
Urk.
8
/
331
S.
1-5
). Mit Blick auf diese Grundlagen
und seine eingehende klinische Untersuchung
(S. 6)
sowie die bildgebenden Befunde (S. 7 oben)
hat
er
nachvollziehbar aufge
zeigt, dass hinsichtlich
der
Schulter
beschwerden
aufgrund des
Unfalles vom 13. August 2013
keine chirurgi
schen Optionen mehr bestünden, welche eine Verbesserung des Schmerz
zustandes versprechen würden
und ebenso auch eine
allfällige Physiotherapie spätestens ein Jahr nach der am 30. Mai 2017 (E. 4.3
)
statt
gefunden
en
Operation keine weitere Verbesserung mehr zeitigen dürfte
.
Gegen
über einer gezielten Schmerztherapie zeigte er sich im Mai 2018 skeptisch (E. 4.
4
in
fine
). Damit ging es bereits bei Dr.
B._
lediglich darum, ob sich der Zustand der Schmerzen allenfalls noch mit medizinischen Massnahmen
verbessern liesse
, wobei er die
s
für chirurgische Eingriffe plausibel ausschloss und auch die Optionen hinsichtlich einer Physiotherapie als begrenzt erachtete. Da er sich ausschliesslich zum Schmerz
zustand äusserte,
ist
davon
auszugehen
, dass er bereits im Zeitpunkt seiner Untersuchung im März 2018 die ärztlichen Behandlungsoptionen hin
sicht
lich der Verbesserung der funktionellen Einschränkungen als ausge
schöpft betrachtete, womit er faktisch
eine namhafte Besserung im Sinne von A
rt.
19 UVG in Form einer zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit ausschloss.
Am 2
8.
Mai 2018 wies er denn auch daraufhin, dass
der
Beschwerdeführer
trotz der begleitenden Schmerztherapie im Rahmen des von ihm geschilderten Zumutbarkeitsprofils arbeitsfähig sei (Verfahren UV.2021.00149
Urk.
8/349).
Dies bestätigten
PD Dr.
H._
und Dr.
I._
mittels ihrer ei
n
gehenden FOMA im September 2019 (E. 4.6). Zudem
gingen sie davon aus
, dass z
um Erhalt des Belastbarkeitsniveaus die Fortsetzung eines eigenverantwortlichen Trainings in einem Fitnesscenter
genügt.
In der Folge
z
eit zielten die zusätzlich von der Beschwerdegegnerin über
nommenen Massnahmen nicht mehr auf die Verbesserung der funktionellen Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers
ab
, sondern lediglich de
n
Umgang mit dem phasenweise erlebten Schmerz.
Wenn anfänglich (April 2019) eine gewisse Verbesserung durch die Schmerztherapie am
Kantonsspital E._
insbeson
dere durch Physiotherapie hatte erzielt werden können (E. 4.5), erachtete Physio
therapeutin
K._
, bei welcher der Beschwerdeführer in sechs Monaten ins
gesamt 25 Trainings absolviert hatte, in ihrem Bericht vom 29. J
anuar 2020
ein
e
MTT aus physiotherapeutischer Sicht hinsichtlich der Schmerzproblematik als ohne Einfluss (E. 4.8). Kreisarzt Dr.
D._
legte
in seiner Aktenbeurteilung vom 7. Februar 2020
denn überzeugend
dar
, dass sich auch aus den Berichten des
Kantonsspitals E._
keine Hinweise mehr ergeben, dass eine weitere medizinische Behandlung eine namhafte Besserung bringen würde (E. 4.9).
Daneben ist gerade im Hinblick auf die zuletzt durchgeführte Physiotherapie zur Schmerzreduktion zu ergänzen, dass
es praxisgemäss nicht genügt, um den Fall
abschluss hinauszuzögern, wenn die versicherte Person von einer weiteren Physiotherapie hätte profitieren können (Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2021 vom 25. Januar 2022 E. 9.2).
5.2
Unter Berücksichtigung der gesamten medizinischen Aktenlage war damit
spätestens
im
Sommer
2020 der Endzustand hinsichtlich der unfallbedingten
Schulterbeschwerden
erreicht und erweist sich der Fallabschluss per
Sommer 2020 (Heilungskosten
) respektive
die Einstellung der Taggelder
per 31
.
Oktober
202
0
- wobei
diese
lediglich kulanter Weise bis Ende Oktober 2020 ausgerichtet worden
waren
(vgl. UV.2021.00149 Urk. 8/
500
)
-
somit als rechtens.
Aufgrund der vollen Arbeitsfähigkeit in einer
leichten bis mittelschweren
Tätigkeit ohne
Arbeiten über Schulterhöhe von maximal drei Stunden pro Tag
verneinte die Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf eine Invalidenrente und sprach dem Beschwerdeführer wegen der bleibenden unfallbedin
gten Restbeschwer
den eine Integritätsentschädigung gestützt auf eine Integritätseinbusse von
5
% zu, was weder bestritte
n wird noch zu beanstanden ist
und wie aufgezeigt
(
Urk. 2 S. 4-8
)
auch nicht Prozessthema bildet
(E. 1)
.
Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.
6.
6.1
Der Beschwerdeführer beantragte
die Prüfung einer
Entschädigung in Höhe von
Fr.
500.
-- (Ziff. 1). Nähere Ausführungen dazu finden sich in seiner Eingabe vom 21. Juli 2021 (Urk. 1) nicht. Was er damit gemeint hat, ist nicht klar. Sofern er damit Entschädigungen für Leistungen im Zusammenhang mit dem materiellen Anspruch (Taggelder, Heilkosten, Fahrspesen) gemeint haben sollte, besteht wie aufgezeigt kein
weitergehender
Anspruch (vgl. E. 5 vorstehend).
6
.
2
Da
s vorliegende Verfahren ist nach Art. 61 lit. a ATSG kostenlos.
Sollte der Beschwerdeführer mit der Entschädigung in Höhe von Fr.
500.
-- (vgl.
Urk. 1
, E.
6.1
vorstehend) eine Prozessentschädigung für seine Aufwände im Zu
sammenhang mit dem vorliegenden Verfahren gemeint haben, ist ihm bereits aufgrund des Verfahrensausganges keine solche zuzusprechen (Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 28 und § 34
des Gesetzes über das Sozial
versiche
rungsgericht
,
GSVGer
).