Decision ID: ab2cab71-0ccb-4cbf-8d02-4b41466c814e
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1969 geborene
X._
war zufolge seiner Tätigkeit als Gartenarbeiter bei der
Y._
bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nach
fol
gend: Suva) gegen die Folgen von Unfäll
en versichert, als er sich am 14
. April 1998 bei der Arbeit eine Kontusion der rechten Flanke zuzog
(vgl.
Urk. 8/II/1-3, 8/II/7-8).
Am 20. Juli 1998 trat der Versicherte eine Stelle als Abbrucharbeiter bei
Z._
an. Auch im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses war er bei der Suva obligatorisch unfallver
sichert. Am 11. November
1998
zog er sich bei der Arbeit an einer vorstehenden Glasspitze am rechten Handgelenk eine Schnittverletzung mit der Folge einer partiellen
Ulnarisläsion
zu (Urk. 8/I/1-2, 8/I/12). Die Suva anerkannte für beide Unfälle ihre Leistungspflicht. Nachdem de
r
Hausarzt des Versicherten,
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, am 2
2.
Juni 1999 diesen für Arbei
ten ohne häufigen Schlag- oder Druckkontakt auf die
ulnare
Seite zu 100
%
ar
beitsfähig erklärt hatte (Urk.
8/I/17), teilte die Suva
am 7. Juli 1999 die Einstel
lung der Taggeldleistungen per 15. Juli 1999 mit (Urk. 8/I/19). Nach einer
kreis
ärztlichen
Untersuchung vom 1. Oktober 1999 (Urk. 8/I/32) verschob
sie
die Einstellung der Taggeldleistungen auf den
1. Oktober 1999 (Urk. 8/I/35).
Ge
stützt auf eine neuerliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung von
Dr.
A._
über 50
%
nahm die Suva die Taggeldzahlungen ab 21. Februar 2000 wieder auf (vgl. Urk. 8/I/47, 8/I/56).
Nachdem sich in der
kreisärztlichen Untersuchung vom 21. Juli 2000
lediglich noch
eine diskrete sensible
Ulnarisrestsymptomatik
bei intakten Funktionen
ge
zeigt hatte
(Urk. 8/I/60), teilte die Suva dem Versicherten mit in Rechtskraft er
wachsener Verfügung vom 14. August 2000 mit, sie stelle die Taggeldleistungen ab 24. August 200
0
ein (Urk. 8/I/57).
Mit Formular vom 17. August 2001 meldete die
neue Arbeitgeberin, die
B._
,
der Suva einen weiter
e
n Unfall
vom 1. August 2001
, bei wel
chem sich der Versicherte eine Zerrung der Rückenmuskulatur zugezogen habe (Urk. 8/III/1). Mit unangefochten in Rechtskraft erwachsenem
Einspracheent
scheid
vom 2
2.
Juli 2002 lehnte die Suva eine Leistungspflicht mangels Vorlie
gens eines Unfalls oder einer unfallähnlichen Körperschädigung ab
(Urk. 8/III/17).
1.2
Am 17. März 2004 meldete sich der Versicherte sodann bei der Eidgenössischen Invalidenversi
cherung zum Leistungsbezug an. Seit dem 1. August 2003
erhält er eine halbe Rente der Invalidenversicherung (vgl. hierzu die Urteile IV.2010.00299 vom 21. September 2011 und IV.2006.00534 vom 28. Februar 2007 und bestätigendes Urteil des Bundesgerichts 9C_222/2007 vom 14. Aug
us
t 2007).
1.3.
Am 1
2.
April 2012 meldete der Versicherte am Schalter der S
uva
einen Rückfall und klagte erneut über Beschwerden an der Hand und am Rücken (Urk. 8/I/69). Die Suva nahm
weitere
medizinische Unterlagen zu den Akten (Urk. 8/I/70, 8/I/74-75). Der Kreisarzt
Dr.
med.
C._
erachtete in seiner Stellungnahme vom 29. Mai 2010 die Unfallkausalität als nicht überwiegend wahrscheinlich gege
ben (Urk. 8/I/77). In der Folge lehnte die Suva eine Leistungspflicht für die am 1
2.
April 2012 rückfallweise gemeldeten Hand- und Rückenbeschwerden mit Verfügung vom 5. Juni 2012 ab (Urk. 8/I/79). Die dagegen erhobene Einsprache vom 5. Juni 2012 (Urk. 8/I/82) wies sie mit
Einspracheentscheid
vom
2.
August 2012 ab (Urk. 2). Die Krankenversicherung CSS zog ihr
e
vorsorglich erhobene Einsprache (Urk. 8/I/80) mit Schreiben vom 10. Juli 2012 zurück (Urk. 8/I/89).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
2.
August 2012 erhob der Versicherte mit Eingabe vom 1. September 2012 Beschwerde mit dem Antrag, es seien ihm die gesetzlichen Versicherungsleistungen, namentlich eine volle Invalidenrente, zu
zusprechen. Formell ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen
Prozess
führung
und um Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung in der Per
son von Rechtsanwalt Martin
Schnyder
(Urk. 1). Seiner Beschwerde legte er den Bericht des
D._
vom 30. August 2012 bei (Urk. 3).
Mit Beschwerdeantwort vom 16. Oktober 2012 beantragte die Suva die Abwei
sung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei (Urk. 7). Daraufhin wurde dem Versicherten mit Schreiben vom 26. Oktober 2012 eine Kopie der Beschwerdeantwort zugestellt (Urk. 9). Auf gerichtliche Nachfrage reichte die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 20. November 2012 (Urk. 10) die voll
ständigen Akten zum Unfall
vom
14. April 1998 und zum Ereignis vom 1. August 2001, welche als Urk. 8/II/1-41 und Urk. 8/III/1-30
akturiert
wurden, ein.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im angefochtenen Entscheid legte die Beschwerdegegnerin die Grundsätze zu dem für die Leistungspflicht des Unfallversicherers gemäss Art. 6
Abs.
1 des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
vorausgesetzten natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen einem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (BGE 129 V 177 E. 2.1 und 3.2) zutreffend dar. Darauf wird verwiesen.
1.2.
Ebenfalls richtig sind die unter Erwägung 2 im angefochtenen Entscheid darge
legten Grundsätze zur Leistungspflicht im Falle eines Rückfalls oder einer Spätfolge gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) und zur damit einhergehenden Begrifflichkeit (BGE 123 V 137 E.
3a, 118 V 296). Dasselbe gilt für die Ausführungen zum Beweis des natürlichen Kausal
zusammenhangs nach dem Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit und zur beweisrechtlichen Relevanz des zeitlichen Abstands zwischen einem Unfall und dem Eintritt der Schädigung (RKUV 1997 S. 191 E. 1c) sowie zur
bundesge
richtlichen
Rechtsprechung im Zusammenhang mit der sogenannten Formel „
post
hoc, ergo
propter
hoc“ (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
). Auch darauf wird ver
wiesen.
1.3
Zu ergänzen ist, dass
f
ür die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, nach der in BGE 115 V 133 ergangenen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versi
cherten abzustellen
ist
. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versicherungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinwei
sen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits,
schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352
E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
Bei banalen Unfällen wie z.B. bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie z.B. einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne
W
eiteres ver
neint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu verursachen (BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6a).
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine
Ge
samtwürdigung
einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Un
falls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre
er
fahrungs
gemässe
Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
körperliche Dauerschmerzen;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genü
gen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, wel
cher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Krite
rium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie z.B. eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes be
ziehungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere
unfallbezo
gene
Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Ver
neinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit
mit
begünstigt
haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307
S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin lehnte ihre Leistungspflicht aufgrund eines Rückfalls oder einer Spätfolge gestützt auf die Einschätzung des Kreisarztes
Dr.
H
._
ab. Die im Rahmen des Rückfalls geltend gemachten Hand- und
Rückenbeschwer
den
seien nicht mit überwiegender Wahrscheinlich
keit
auf die bei ihr versi
cherten Unfälle zurückzuführen, zumal eine Leistungspflicht für das Ereignis vom 1. August 2001 grundsätzlich abgelehnt worden sei (Urk. 2). In Bezug auf den neu eingereichten Bericht des
D._
führte sie in der Beschwerdeantwort an, im abschlägigen Entscheid seien nur die rückfallweise geltend gemachten Hand- und Rückenbeschwerden beurteilt wor
den. Für die neu geklagten psychischen Beschwerden fehle es an einem
An
fechtungsgegenstand
, weshalb auf die Beschwerde diesbezüglich nicht einzu
treten sei (Urk. 2, Urk. 7).
2.2
Dagegen macht der Beschwerdeführer geltend, die natürliche Kausalität sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit aus psychiatrischer und psychosomatischer Sicht gegeben. Er sei im Sinne eines Rückfalls zu 100
%
arbeitsunfähig. Die Ar
beitsunfähigkeit sei auf die sich aus den Akten und dem
Einspracheentscheid
ergebenden Unfälle zurückzuführen (Urk. 1).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer aufgrund eines Rückfalls beziehungsweise
von
Spätfolgen der Un
fälle vom
14. April 1998 respektive
11. November 1998 neuerlich Anspruch auf Taggeldleistungen und Heil
behandlung beziehungsweise allenfalls Anspruch auf eine Rente und eine
Integ
-
ritäts
ent
schädigung
hat
.
Da Rückfälle und Spätfolgen begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis
an
schliessen
(
BGE
118 V 296 E. 2c), fällt eine Leistungspflicht aufgrund des Ereig
nisses vom 1. August 2001, für welches die Beschwerdegegnerin eine
Leistungs
pflicht
mangels Vorliegens eines Unfalls mit
Einspracheentscheid
vom
2
2.
Juli 2002 (Urk. 8/III/17) rechtskräftig verneint hatte, ausser Betracht.
3.
3.1
Den (medizinischen) Akten ist zu den Unfallfolgen der Ereignisse vom 14. April und 11. November 1998
F
olgendes zu entnehmen:
3.2
Gemäss Unfallmeldung vom 20. April 1998 hat der Beschwerdeführer am
14. April 1998 beim Pflanzen von Büschen eine Zerrung im Rücken und am Fuss erlitten (Urk. 8/II/1). Gegenüber
Dr.
A._
schilderte der Beschwerdeführer den Unfallhergang am Unfalltag dahingehend, dass ihm beim Arbeiten ein zirka 450 Kilogramm schwerer Baumstamm gegen die rechte Flanke gerollt sei.
Eine radiologische Abklärung im Spital
Q._
vom Unfalltag zeigte keine
ossären
Läsionen (erwähnt in Urk. 8/II/8 S. 1, 8/II/12 S. 1). Die Diagnose von
Dr.
A._
in seinem Arztzeugnis UVG vom
2.
Juni 1998 lautete auf eine ausge
dehnte Kontusion im Bereich der rechten Flanke respektive des rechten Ober
schenkels. Ausser einer
Druckdolenz
paravertebral lumbal erwähnte er keine weiteren Befunde. Anhaltspunkte für eine Fraktur oder
für
neurologische Be
funde verneinte er (Urk. 8/II/2). Kreisarzt
Dr.
med.
O._
, Facharzt FMH für Chirurgie, stellte bei seiner Untersuchung vom
2.
Juni 1998 noch eine leichte Verhärtung oberhalb des rechten Beckenkamms und im proximalen Viertel des
Musculus
sartorius
, jedoch ohne erkennbare Kontinuitätsunterbrechung der Muskulatur, fest. Anderweitige Verletzungsfolgen seien nicht feststellbar. Er erachtete die gesamte Situation als vom an Stöcken gehenden Beschwerdeführer offensichtlich überbewertet und empfahl in zirka 10 bis 15 Tagen die Arbeits
aufnahme (Urk. 8/II/8).
Eine Untersuchung in der Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation des
R._
vom 6. Juli
1
998 führte zum Schluss, dass die Beschwerden letztlich muskulär seien, wobei die Klinik in der Gesamtheit als
Periarthropathie
bei einem Status nach Kontusion von Flanke/Hüfte rechts am 14. April 1998 und einem Verdacht auf
Neurapraxie
im Bereich des
Nervus
cutaneus
femoris
lateralis
rechts eingereiht wurde (Urk. 8/II/12).
Die vorübergehende Gefühlsminderung hatte sich gemäss
Dr.
P._
bis zur kreisärztlichen Untersuchung vom 16. Juli 1998 zurückgebildet. Der Beschwer
deführer, welcher denn auch am 20. Juli 1998 seine neue Arbeitsstelle als Ab
brucharbeiter bei
Z._
antrat (Urk. 8/I/1), verspüre einzig noch beim Sit
zen mit flektiertem Hüftgelenk Schmerzen am
Hinterrand
des Trochanter
major
sowie in der proxim
alen Hälfte des
Musculus
sartorius
, wo auch eine
Muskel
verhärtung
palpierbar
sei. Das Hauptproblem des wieder zu 100
%
arbeitsfähi
gen Beschwerdeführers scheine vielmehr eine gewisse Zukunftsangst zu sein; diesbezüglich sei mit einer sekundären Exazerbation zu rechnen (Urk. 8/II/14).
3.3
Beim Unfallereignis vom 11. November 1998 zog sich der Beschwerdeführer gemäss Arztzeugnis der Klinik für Unfallchirurgie des
E._
vom
29. Dezember 1998 eine 3 cm lange Schnittv
erletzung am rechten Handgelenk
mit Durchtrennung eines oberflächlichen Hautnervs zu. Die Sensi
bilit
ät in
Dig
. V
der
rechte
n
Hand sowie d
ie Motorik peripher und die Zirkula
tion seien intakt gewesen. Dem Beschwerdeführer wurde eine zweiwöchige Ar
beitsunfähigkeit attestiert (Urk. 8/I/2).
Gemäss Arztzeugnis von
Dr.
A._
vom 14. Januar 1999 hat der Beschwerdefüh
rer seine Arbeit am 11. Januar 1999 wieder zu 100
%
aufgenommen. Die Wundheilung sei normal verlaufen. Es persistiere eine Hyperästhesie distal der Wunde. Die über Wochen ausgeprägte Hyperästhesie im Bereich des
Hypo
thenars
respektive des
Dig
. V rechts sei seit 10 Tagen
regredient
(Urk. 8/I/4). Am 11. März 1999 berichtete
Dr.
A._
über eine vom Beschwerdeführer geklagte Verschlechterung mit neuerlicher Arbeitsunfähigkeit
(
Urk. 8/I/5), worauf eine neurologische Abklärung bei
Dr.
med.
F._
, Spezialärztin FMH für Neurologie
,
vom 26. März 1999 zur Diagnose einer partiellen
Ulnarisparese
rechts nach Schnittverletzung vom 11. November 1998 führte.
Dr.
F._
rechnete mit einer vollständigen
Reinnervation
in den nächsten Wochen bis Monaten (Urk. 8/I/12).
Der Beschwerdeführer klagte am 3. Mai 1999 gegenüber dem zuständigen Sachbe
arbeiter der Beschwerdegegnerin über anhaltende Störungen in Form
ei
ner eingeschränkten Beweglichkeit des rechten Handgelenks, einem Ziehen in den Unterarm und Gefühlsstörungen im Kleinfinger. Auch leide er immer noch an Schmerzen im Bereich der rechten Hüfte, Verspannungsgefühlen und An
laufschwierigkeiten (Urk. 8/I/14). Am 29. Juli 1999 erklärte er, weiterhin unter starken Schmerzen in der rechten Hand zu leiden; auch habe er weiterhin grosse Probleme an der rechten Körperseite an den Rippen und in der Leiste respektive Hüfte (Urk. 8/I/21).
Am 25. Juli 1
999 suchte der Beschwerdeführer
die Notfallstation des
E._
we
gen starker Schmerzen
im
Hypothenar
rechts auf
, wo auf ein chronisches Schmerzsyndrom mit
Dysästhesien
, jedoch ohne Anhaltspunkte für ein um
schriebenes Narbenneurom des
nervus
ulnaris
im
Hypothenarbereich
geschlos
sen wurde. Das Problem scheine durch die Arbeitslosigkeit überlagert zu sein (Urk. 8/I/26).
Dr.
F._
führte am 15. September 1999 eine neurologische und
elektrodiagnos
tische
Nachuntersuchung durch. Dabei erkannte sie eine deutliche
Reinnervation
und stellte fest, dass sich klinisch die motorischen Funktionen vollständig erholt hätten. Auch seien die Sensibilitätsstörungen lediglich noch diskret; die elektrodiagnostische Untersuchung zeigte ausserdem eine deutliche Zunahme der
Ulnaris
-Summenpotentiale. Dennoch klage der Beschwerdeführer weiterhin über Schmerzen im rechten Handgelenk und an der
Ulnarisseite
der Hand bei manuellen Tätigkeiten. Die Schmerzproblematik werde wohl durch den Arbeitsstellenverlust unterhalten (Urk. 8/I/28).
Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 1. Oktober 1999 erklärte der Beschwerdeführer, die Beschwerden seien zurückgegangen. Bei stärkerer Belas
tung verspüre er noch Schmerzen an der Kleinfingerseite der Hand, im Klein- und Ringfin
g
er. Ausserdem komme es noch zu Schmerzen in der Hüfte. Auf
grund einer etwas schmerzhaften Schwellung im Bereich des Beckenkamms rechts, welche
Dr.
med.
G._
als
Hämatomresiduen
respektive lokale Vernarbun
gen interpretierte, veranlasste er zum Ausschluss einer posttraumatischen
Femurkopfnekrose
eine Röntgenkontrolle (Urk. 8/I/32), welche jedoch ohne Befund blieb (vgl. Urk. 8/I/36).
Letztlich bestätigte der Facharzt für Neurologie
Dr.
med.
I._
gestützt auf seine Untersuchung vom 8. Juni 2000, dass keine
Ulnaris-Neurographiepara
meter
mehr nachweisbar seien. Es könne sich höchstens noch um eine diskrete sensible
Ulnaris
-Restsymptomatik handeln, er vermute aber eine funktionelle Symptomatik (Urk. 8/I/55).
Im Anschluss daran folgte die Einstellung der Taggeldleistungen mit Verfügung vom 14. August 2000 (Urk. 8/I/57). Nach seiner Abschlussuntersuchung vom 2
2.
September 2000 sprach sich Kreisarzt
Dr.
G._
sodann auch für einen
Be
handlungsabschluss
aus, wobei der Unfall vom 11. November 1998 eine diskrete sensible Restsymptomatik hinterlasse. Die Hand sei aber wieder allen Belastun
gen gewachsen; von einer Invalidität könne nicht gesprochen werden
(Urk. 8/I/61).
3.4
In d
en Jahren 2001 (Urk. 8/I/63),
2002/2003 (Urk. 8/I/65-6) und 2008
(Urk. 8/I/68) vom Versicherten geklagte und der Suva mitgeteilte Hand-, Rücken- und Hüftbeschwerden führten zu Rückfragen bei
Dr.
A._
(vgl. dessen Berichte vom 30. Oktober 2001, Urk. 8/I/64, und vom 25. Februar 2003,
Urk. 8/I/67,1); wei
tere medizinische Abklärungen leitete die Beschwerde
-
gegnerin nicht in die Wege.
3.5
Am 1. September 2008 reichte PD
Dr.
med.
J._
, Spezialarzt FMH für Physikali
sche Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumaerkrankungen, der
Beschwerdegegnerin einen zuhanden der IV-Stelle erstellten Bericht vom 6. Juni 2008 ein (Urk. 8/I/68 und
8/I/
68.1). Seine Beurteilung lautete dahingehend, dass der Beschwerdeführer an einem CRPS II der rechten Hand leide. Daneben habe er ein
Panvertrebralsyndrom
. Schliesslich bestehe eine relevante
Kardiomyopa
thie
und aus Sicht der Psychiater leide der Beschwerdeführer an einer
somato
formen
Schmerzstörung zusammen mit depressiven Episoden. Was die Arbeits
fähigkeit anbelange schliesse er sich der psychiatrischen Meinung an, dass nicht nachvollziehbar sei, wie der Beschwerdeführer bei seinem Gesamtkrankheitsbild vernünftig in die Arbeitswelt integriert werden könne (Urk. 8/I/68.1).
3.6
Bei der Rückfallmeldung
am Schalter der Beschwerdegegnerin am 1
2.
April 2012 klagte der Beschwerdeführer über erneute Beschwerden an der Hand und im Rücken (Urk. 8/I/69).
Dr.
med. K._
, Facharzt FMH für Innere Medizin und Arbeitsmedizin
,
reichte der Beschwerdegegnerin einen Bericht vom 2
2.
Mai 2012 ein. Der Be
schwerdeführer habe ihn am 28. März 2012 wegen einer Anzahl von
schmerz
artigen
multiokulären
Beschwerden aufgesucht. Stärkere Schmerzen empfinde er vor allem im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule, dem rechten Hand
gelenk/Vorderarm und Knie. An der Hand sei die Sensibilität subjektiv herab
gesetzt. Abgesehen von den Schmerzen im Bereich des Bewegungsapparates sei zu erwähnen, dass der Beschwerdeführer vor nicht langer Zeit einen Herzinfarkt erlitten habe und zudem an psychischen Problemen leide. Der Beschwerdeführer sei der Meinung, dass die Schmerzen am Bewegungsapparat zumindest teilweise unfallbedingt seien (Urk. 8/I/75).
Dr.
K._
legte
seinem
Schreiben den Austrittsbericht de
s
E._
,
Rheumakli
nik
und Institut für Physikalische Mediz
in
,
vom 17. Juli 2011 zur
Hospitalisation
vom 14. Juni bis 6. Juli 2011 bei. Darin finden sich folgende Diagnosen (Urk. 8/I/74):
-
Panvertebrales Schmerzsyndrom mit/bei
-
Fehlhaltung bei H
ypolordose und Hyperkyphose mit sekundären
myofascialen
Befunden
gluteal
und paravertebral
-
costovertebrale
Blockierungen
cervical
/thorakal
-
MRI-HWS (auswärtig 21.04.2011): mediane bis rechtsseitige
paramediane
Diskushernie HWK5/HWK6 mit Verlagerung des
Myelons
ohne Anzeichen aber
für Myelopathie mit
Retrospondylophyten
un
d
Kompression der Nervenwurzel
C5 rechts
-
MRI-LWS (auswärtig 19.04.2011): moderate discodegenerative
Veränderungen
mit Einriss des
Anulus
fibrosus
recht
s
mediolateral
im
Segment LWK5/SWK 1
-
50
%
IV von 2002-2010
-
Somatoforme
Schmerzstörung
-
depressive Verstimmung
-
chronische Insomnie
-
chronischees
lumbospondylogenes
und
zerikospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
chronische
muskuloskelettale
Thoraxschmerzen
.
Daneben finden sich die Hauptdiagnosen einer latenten
hypertensiven
,
post
-
myo
karditischen
Herzkrankheit und einer latenten peptischen
Refluxkrank
heit
.
Die
Hospitalisation
habe der fachärztlichen
Abklärung der
somatoformen
Schme
rzstörung gedient. Der Beschwerdeführer habe vor allem über
belastungs
abhängige
Schmerzen im Nacken und lumbal berichtet, welche seit über 10 Jahren bestünden und nach diversen Arbeitsunfällen aufgetreten seien. Inter
mittierend komme es auch zu einem Taubheitsgefühl in der linken Kopfhälfte und im linken Arm. Zudem bestünden belastungsabhängige Knieschmerzen. Zusammenfassend habe sich eine massive Überlagerung im Rahmen der Schmerzstörung gezeigt. Anlässlich des psychiatrischen
Konsils
sei aktuell eine mittelgradige depressive Episode bei vorbestehend
somatoformer
Schmerzstö
rung
festgestellt worden. Klinisch hätten sich im Wesentlichen die rezidivieren
den
costovertebralen
Blockaden objektivieren lassen.
Gemäss Beurteilung von Kreisarzt
Dr.
med.
C._
ist die Kausalität der geltend gemachten Beschwerden zu den Unfällen vom 14. April und 11. November 1998 nicht überwiegend wahrscheinlich gegeben. Durch die Rheumatologen des
E._
und in den MRI-Berichten werde keine strukturelle Unfallfolge im Bereich der Wirbelsäule festgehalten. Die Restsymptomatik nach Schnittverletzung an der Hand könne die diffus beschriebenen Beschwerden ebenfalls nicht ausrei
chend erklären, vor alle
m
da in der letzten neurologischen Untersuchung keine relevanten pathologischen Befunde erhoben worden seien. Eine Zunahme der Symptomatik über 10 Jahre nach dem Trauma lasse sich dadurch nicht ausrei
chend erklären (Urk. 8/I/77).
Auf Überweisung von
Dr.
K._
unterzog Prof.
Dr.
med.
L._
den Be
schwe
rdeführer am 25. Juni 2012 einer
neurologischen Untersuchung. Seiner Beurteilung nach sei die Situation vollständig überlagert. Mit Sicherheit habe er
keine Hinweise auf eine durchgemachte Läsion des
N.
ulnaris
oder des
N.
medianus
, die elektrodiagnostischen Parameter seien absolut im Normbereich und die Konfiguration der Summenpotenziale sei normal. Die angegebene
Sen
sibilitätsstörung
gehe auch über die mö
gliche Läsion hinaus, das heisse
, sie in
volviere auch proximale Anteile etc., sei also mit Sicherheit funktionell (
Urk.
8/I/85).
3.7
Im gerichtlichen Verfahren reichte der Beschwerdeführer einen Bericht
des
D._
vom 30. August 2012 ein. Darin spra
chen sich
Dr.
med.
M._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
phil.
N._
, klinischer Psychologe und Supervisor, ohne explizite An
gabe von Diagnosen und Befunden für eine mit überwiegender Wahrscheinlich
keit gegebene
natürliche
Kausalität aus. Ohne Unfall 1998 hätte der Versicherte das Leben im Beruf als Abbrucharbeiter problemlos weiterführen können. Er
krankungen der Wirbelsäule hätten keine vorbestanden. Da auch die psychiat
rische Veränderung der Depression und der Schmerzstörung ohne den Unfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht eingetreten wäre, sei die natürliche Kausalität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit aus psychiatrischer und psy
chosomatischer Sicht gegeben (
Urk.
3).
4.
4.1
In Würdigung der medizinischen Aktenlage ist der Beschwerdegegnerin darin zuzustimmen, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auszuschliessen ist, dass es sich bei den vom Beschwerdeführer rückfallweise geltend gemachten Beschwerden um auf die versicherten Unfälle kausal zurückzuführende somati
sche Leiden handelt.
Dabei lässt die klare Beurteilung von
Dr.
L._
vom 26. Juni 2012 insbeson
dere keinerlei Raum für die Annahme einer organisch begründbaren Ver
schlechterung des Zustandes der rechten Hand, zumal diese mit den fachärztli
chen neurologischen Einschätzungen von
Dr.
F._
und
Dr.
I._
im Grundfall (
Urk.
8/I/28, 8/I/55) korrespondiert. Die nicht näher begründete, da
von abweichende Beurteilung des rheumatologischen - nicht neurologischen - Facharztes
Dr.
J._
vom 6. Juni 2008 mit der Annahme eines CRPS II der rechten Hand (
Urk.
8/I/68.1) ändert an dieser Schlussfolgerung nichts.
Der Unfall vom 14. April 1998 mit der Kontusion der rechten Flanke und der Hüfte zog gemäss den oben zitierten ärztlichen Berichten keine
relevanten
strukturellen Verletzungen nach sich. Die objektivierbaren Unfallfolgen er
schöpften sich bis zur Leistungseinstellung im Jahr 2000 in
palpierbaren
Mus
kelverhärtungen
und einer diskreten Schwellung im Bereich des rechten Beckenkamms, vermutungsweise posttraumatische Vernarbungen oder Residuen
eines Hämatoms (vgl. insbesondere
Urk.
8/I/32, 8/II/14, 8/II/25 S. 2). Im Bericht zur kreisärztlichen Untersuchung vom 21. Juli 2000 finden sich überhaupt keine Hinweise auf eine diesbezügliche Problematik mehr (
Urk.
8/I/60).
Strukturelle Schäden, welche auch nur möglicherweise in Zusammenhang mit dem Kontusionsunfall vom 14. April 1998 in Zusammenhang gebracht werden könnten und als Spätfolge im Sinne von Art. 11 UVV anzuerkennen wären, lassen sich denn auch dem Austrittsbericht des
E._
vom 17. Juli 2011 (
Urk.
8/I/74) nicht entnehmen. Die im MRI der LWS vom 19. April 2011 (
Urk.
8/I/75.2) festgestellten leichten degenerativen Veränderungen wurden im Bericht des
E._
als altersentsprechend bezeichnet (
Urk.
8/I/74 S. 2). Anhalts
punkte für eine Unfallkausalität der festgestellten Diskushernien oder der
costo
vertebralen
Blockierungen im Bereich der Halswirbelsäule fehlen gänzlich, stan
den doch bis zur Leistungseinstellung im Jahr 2000 keine Beschwerden oder Schäden in diesem Bereich der Wirbelsäule zur Diskussion. Auch können weder die dem panvertebralen Schmerzsyndrom zugeordnete Fehlhaltung bei Hypo
lordose und Hyperkyphose (vgl.
Urk.
8/I/74 S. 1) in einen nachvollziehbaren Zusammenhang zum Unfallereignis gebracht werden.
Damit erweist sich die von der Beschwerdegegnerin beigezogene kreisärztliche Kausalitätsbeurteilung von
Dr.
H
._
vom 29. Mai 2012 (
Urk.
8/I/32) in Bezug auf den Ausschluss organischer Spätfolgen als zutreffend, was denn auch vom Beschwerdeführer nicht ausdrücklich bestritten wird.
4.2
4.2.1
Was den psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers anbelangt und dessen allfälligen Zusammenhang mit den versicherten Ereignissen, kann der Argumentation der Beschwerdegegnerin insofern nicht gefolgt werden, als sie sich auf den Standpunkt stellte, der Beschwerdeführer habe mit der Beschwerde erstmals psychische Beschwerden geltend gemacht, weshalb auf die Beschwerde diesbezüglich nicht einzutreten sei (
Urk.
7 S. 3).
Nach der
bundesgerichtlichen
Rechtsprechung (BGE 110 V 48 und seitherige Urteile) bilden Anfechtungsgegenstand im verwaltungsgerichtlichen
Beschwer
deverfahren
, formell betrachtet, Verfügungen im Sinne von Art. 5
des
Bundes
gesetz
es
über das Verwaltungsverfahre
n (
VwVG
)
(vgl. BGE 124 V 20 E. 1 und
E.
2a, je mit Hinweisen) und - materiell - die in den Verfügungen geregelten Rechtsverhältnisse. Streitgegenstand bildet demgegenüber das auf
g
rund der Beschwerdebegehren tatsächlich angefochtene, somit als Prozessthema vor den (erst- oder zweitinstanzlichen) Richter gezogene Rechtsv
erhältnis (vgl. BGE 110 V 51 E. 3c).
Nach dieser Umschreibung beziehen sich Anfechtungs- und Streit
gegenstand auf ein (materielles) Rechtsverhältnis, sei es auf eines (z.B. Renten
anspruch), sei es auf mehrere Rechtsverhältnisse (z.B. Eingliederungs- und
Ren
tenanspruch) (BGE 125 V 413 E. 2a).
Formeller Anfechtungsgegenstand in diesem Verfahren bildet der Einsprache
-
ent
scheid
vom
2.
August 2012, materieller der (verneinte)
Leistungs
anspruch
aufgrund eines Rückfalls oder einer Spätfolge. Das Rechtsbegehr
en des Beschwerdeführers lautet
auf Zusprechung der gesetzlichen Versicherungs
leistungen, namentlich eine volle Invalidenrente (
Urk.
1 S.
1). Er richtet
damit sein Begehren insbesondere auf
einen Rentenanspruch, schränkt
den
Anfech
tungsgegenstand
aber nicht darauf ein. Die Frage, ob ein allfälliger Anspruch auf Versicherungsleistungen auf einem organischen oder/und einem psychi
schen unfallbedingten Leiden gründet, ist denn auch kein Teilaspekt des
An
fechtungs
- respektive Streitgegenstandes, sondern allenfalls ein diese bestim
mendes Element.
Diesbezüglich ist der Beschwerdegegnerin insofern zuzustimmen, als die Verwal
tung und die Beschwerdeinstanz nach höchstrichter
licher Rechtspre
chung den Streitgegenstand bestimmende, aber nicht beanstan
dete Elemente nur zu prüfen hat, wenn hierzu aufgrund der Vorbringen der Par
tei
en oder an
derer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hin
reichender Anlass be
steht (BGE 125 V 413 E. 4c mit Hinweisen, 110 V 48 E. 4a).
Zwar
klagte der Beschwerdeführer mit seiner Rückfallmeldung vom 1
2.
April 2012 „nur“
über
Hand- und Rückenbeschwerden (
Urk.
8/I/69), doch lagen ge
mäss der unter E. 3 zitierten Aktenlage schon seit Jahren deutliche Anhalts
punkte für eine funktionelle Überlagerung vor (vgl.
Urk.
8/I/26, 8/I/28 S. 2, 8/I/55 S. 3
, 8/II/14 S. 2
), was auch der Beschwerdegegnerin bekannt war, findet sich doch bereits am 8. Juli 1998 ihr handgeschriebene
r
Vermerk „vermutl. Psycho-Fall“ auf einer Aktennotiz (
Urk.
8/II/12a). Das
E._
stellte zudem im vom Beschwerdeführer mit der Rückfallmeldung vom 1
2.
April 2012 einge
reichten Kurzaustrittsbericht vom 5. Juli 2011 (
Urk.
8/I/70) unter anderem die Diagnose einer
somatoformen
Schmerzstörung (
Urk.
8/I/70).
Dr.
L._
sprach sich sodann am 26. Juni 2012 dafür aus, dass die angegebene
Sensibilitätsstö
rung
an der rechten Hand „mit Sicherheit“ funktionell sei (
Urk.
8/I/85).
Angesichts dieser unverkennbaren Hinweise auf eine möglicherweise bald nach den Unfällen im Jahr 1998 eingetretene psychogene Schmerzkomponente kann die Argumentation der Beschwerdegegnerin, wonach den Akten keinerlei Hin
weise auf ein psychisches unfallkausales Unfallgeschehen zu entnehmen seien (
Urk.
7 S. 3), nicht nachvollzogen werden.
4.2.2
So rechtfertigen sich denn auch keine ernsthaften Zweifel daran, dass der Be
schwerdeführer seit
L
ängerem an einer
somatoformen
Schmerzstörung leidet.
Darauf lässt nicht nur die medizinische Aktenlage (vgl. insbesondere
Austritts
bericht
des
E._
vom 17. Juli 2011,
Urk.
8/I/74 S. 1) schliessen. Auch die Schlussfolgerungen in den beiden Urteilen IV.2006.00534 (insbesondere E. 3.5) und IV.2010.00299 (E. 4.4), gemäss welchen der Beschwerdeführer mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit seit August 2002 an einer im konkreten Fall nicht überwindbaren und die Arbeitsfähigkeit zu 50
%
einschränkenden
somatofor
men
Schmerzstörung leidet, rechtfertigen hieran keine Zweifel.
Ob und welche psychischen Leiden des Beschwerdeführers zumindest teilweise in einem natürlich kausalen Zusammenhang zu den versicherten Unfällen aus dem Jahr 1998 stehen, kann aber offen bleiben, denn selbst wenn die natürliche Kausalität zu bejahen wäre, fehlt es - wie die nachstehenden Erwägungen zei
gen – offensichtlich an der Adäquanz des Kausalzusammenhangs (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 3c; erwähntes Urteil
8C_28/2008, E. 4.5 mit Hinweis)
, denn Rückfälle und Spätfolgen können eine Leistungspflicht des Unfallversicherers nur auslösen, wenn zwischen den erneut oder neu geltend gemachten Be
schwerden
und dem Unfall
ein natürlicher
und
ein adäquater Kausalzusammen
hang besteht (BGE 118 V 296 E. 2c).
4.2.3
Das Unfallereignis vom 11. November 1998 mit dem Schnitt in die rechte Hand ist zweifelsfrei als banaler Unfall zu qualifizieren. Der adäquate Kausalzusam
menhang zwischen diesem Ereignis und den psychisch bedingten Einschrän
kungen ist ohne Weiterungen zu verneinen (vgl. obige E. 1.5)
Die Akten zum Unfall vom 14. April 1998
erg
eben
ein unscharfes Bild
des Her
gangs
. Gemäss Unfallmeldung der Arbeitgeberin vom 20. April 1998 erlitt der Beschwerdeführer beim Pflanzen von Büschen eine Zerrung im Rücken und am Fuss (
Urk.
8/II/1). Im Bericht von
Dr.
A._
vom
2.
Juni 1998 zur Erstbehandlung am Unfalltag wird der Unfallhergang dahingehend geschildert, dass dem Be
schwerdeführer beim Arbeiten ein zirka 450 kg schwerer Baumstamm gegen die rechte Flanke gerollt sei (
Urk.
8/I/2); in der ersten kreisärztlichen Untersuchung vom
2.
Juni 1998 erklärte der Beschwerdeführer sodann, beim Abladen eines Baumes mit einem Durchmesser von zirka 30 cm sei er auf dem Lastwagen ge
standen; der Baumstamm sei in Bewegung geraten, wobei er, der Beschwerde
führer, einen Schlag gegen die rechte Flanke und Hüfte bekommen habe (
Urk.
8/II/8).
Die Unfallschwere ist ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf zu beurtei
len (BGE 115 V 133 E. 6 Ingress S. 139; SVR 2008 UV Nr. 8). Legt man dieser Beurteilung zu Gunsten des Beschwerdeführers die letzte Schilderung des Unfallhergangs zugrunde, ist das Ereignis vom 14. April 1998
allenfalls
den Unfällen im mittleren Bereich, jedoch klar im Grenzbereich zu den leichten Un
fällen, zuzuordnen (
BGE
127 V 102 nicht
publ
. E. 6, zit.
i
n SVR 2001 UV Nr. 22 E. 6). Die adäquate Unfallkausalität des psychischen Gesundheitsschadens könnte somit nur bejaht werden, wenn vier der sieben Adäquanzkriterien erfüllt sind oder eines besonders ausgeprägt vorliegt (SVR 2010 UV
Nr. 10
E. 4.; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_456/2011 vom 11. Juli 2011 E. 5).
Ob besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklich
keit des Unfalls gegeben sind, beurteilt sich objektiv und nicht auf
g
rund des subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 207 E. 3b/cc; Urteil des Bundesgerichts U 503/06 vom 7. November 2007 E. 7.2.1 mit Hinweis). Dieses Kriterium ist hinsichtlich des Ereignisses vom 14. April 1998 k
larerweise ebenso wenig erfüllt, wie dasjenige einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmerte, und das Adäquanzkriterium eines schwierigen Heilungsverlaufs oder erheblicher Kom
plikationen. Ohne Weiterungen ist auch das Kriterium der Schwere und beson
deren Art der erlittenen Verletzung als nicht gegeben zu beurteilen. Die erlit
tene Gesundheitsschädigung erschöpfte sich in Kontusionen und Hämatomen im Bereich der Bereich der rechten Flanke.
Was das Kriterium der „fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behand
lung“ anbelangt,
erschöpfte sich
die Behandlung bis zum Fall
abschluss im Jahr 2000 in
Schmerzmedikation und Physiotherapie (vgl. unter anderem
Urk.
8/II/8, 8/II/12). Mithin ist auch dieses Merkmal wie dasjenige der erheblichen Arbeits
unfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen nicht erfüllt, trat doch der Be
schwerdeführer bereits drei Monate nach dem Unfall am 20. Juli 1998 seine neue Arbeitsstelle als Abbrucharbeiter bei
Z._
an (vgl.
Urk.
8/I/1).
Adäquanzrelevant könnten lediglich ohne wesentlichen Unterbruch bestehende erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaub
haften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4). Dies
bezüglich ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer bereits anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 16. Juli 1998 lediglich noch über Schmerzen beim Sitzen im hinteren Anteil der Gesässbacke und im Hüftgelenk klagte (
Urk.
8/I/14). Am 3. April 2000 erklärte er, dass er immer noch Schmerzen oberhalb des Beckens an der rechten Seite habe; wenn er jedoch nur diese Ein
schränkungen hätte, könnte er sicherlich voll arbeiten (
Urk.
8/I/25). Unter die
sen Umständen muss auch das Vorliegen des letzten Kriteriums klar verneint werden.
Entsprechend ist erstellt
, dass auch das Unfallereignis vom 14. April 1998 nicht geeignet war, einen psychischen Gesundheitsschaden in adäquat kausaler Weise
zu verursachen, weshalb auch die Anerkennung eines psychischen Leidens als Spätfolge oder Rückfall ausser Betracht fällt.
Damit erweist sich der angefochtene Entscheid im Ergebnis als richtig. Die Be
schwerde ist abzuweisen.
5.
5.1
Der Beschwerdeführer stellte in seiner Beschwerde ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters in der Person von Rechtsanwalt Martin
Schnyder
(
Urk.
1 S. 1).
5.2
Mit Verfügung vom 5. September 2012 wurde der Beschwerdeführer auf die Kostenlosigkeit (Art. 61
lit
. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG,
§
33
Abs.
1 des Gesetzes über das
Sozialversi
cherungsgericht
,
GSVGer
) des Verfahrens hingewiesen.
5.3
Gemäss
§
16
Abs.
1
GSVGer
wird einer Partei auf ihr Gesuch hin eine unentgeltli
che Rechtsvertretung bestellt, wenn sie nicht in der Lage ist, den Pro
zess selber zu führen, ihr die nötigen Mittel fehlen und der Prozess nicht als aussichtslos erscheint.
Ob die anwaltliche
Verbeiständung
notwendig oder doch geboten ist, beurteilt sich nach den konkreten objekti
ven und subjektiven Umständen
(BGE 103 V 46, 98 V 115; vgl. auch BGE 130 I 180 E. 2.2, 128 I 225 E. 2.5.2 mit Hinweisen).
Die vom Beschwerdeführer eigenhändig unterzeichnete Beschwerde vom
1. September 2012 (
Urk.
1) genügt den gesetzlichen Anforderungen an eine Beschwerdeschrift gemäss
§
18
Abs.
2
GSVGer
. Sie zeichnet sich durch ein kla
res Rechtsbegehren, eine Begründung und einen Verweis auf den Sachverhalt im angefochtenen Entscheid aus. Zudem reichte der Beschwerdeführer ein zu
sätzliches Beweismittel in Form des Berichts des
D._
vom 3
0.
August 2012 ein (
Urk.
3). Auch zeigen Aufbau und Inhalt seiner Eingabe, dass der Beschwerdeführer beim Verfassen der Beschwerde ge
nügend Unterstützung erhielt. Die Vorbringen der Beschwerdegegnerin in der Vernehmlassung vom 1
6.
Dezember 2012 gaben zudem keinen Anlass zur An
ordnung eines zweiten Schriftenwechsels.
Entsprechend erweist sich der
Beizug
einer anwaltlichen Vertretung nicht als notwendig, weshalb das Gesuch um Bestellung einer unentgeltlichen
Rechts
vertretung
abzuweisen ist.