Decision ID: cc1bb886-f633-4c3e-811d-ba794b958071
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer, Studer Anwälte AG,
Hauptstrasse 11a, 8280 Kreuzlingen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 14. Januar 2009 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an und beantragte eine Rente (act. 31). Der Versicherte gab an,
eine Anlehre gemacht zu haben und seit Mai 1998 als Facility Manager angestellt zu
sein. Seit dem 4. August 2008 bestehe eine gesundheitliche Beeinträchtigung. Gemäss
einem FI-Gesprächsprotokoll des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der
Invalidenversicherung vom 19. Januar 2009 (act. 38) hatte Dr. med. B._, Allgemeine
Medizin FMH, angegeben, es lägen beim Versicherten eine depressive Verstimmung,
eine Überlastungsreaktion, Magen-/Darmprobleme und im Hintergrund eine
Alkoholproblematik vor. Der Versicherte werde mit Sertragen, Pantozol und Isoket be
handelt, letzteres wegen einer früheren AP (wohl: Angina pectoris), die derzeit nicht im
Vordergrund stehe. Er sei überlastet, es sei zu aggressiven Ausbrüchen am
Arbeitsplatz gekommen. Mittlerweile sei ihm gekündigt worden. Nachdem im FI-
Vortriage-Protokoll vom 20. Januar 2009 (act. 39) festgehalten worden war, ein
Eingliederungspotential bestehe nicht, teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle
des Kantons St. Gallen dem Versicherten am 20. Januar 2009 (act. 40) mit, berufliche
Massnahmen seien nicht möglich. Seiner Gesprächsbestätigung vom 20. Januar 2009
(act. 46) legte Dr. B._ einen Bericht an die Krankentaggeldversicherung vom
14. November 2008 und einen Bericht von Dr. med. C._, Fachärztin für Innere
Medizin/Gastroenterologie/Hepatologie, vom 3. September 2008, bei. Dr. B._ hatte
berichtet, es sei innert eines Monats ein Gewichtsverlust von 15 kg aufgetreten, dazu
dunkler Durchfall, Appetitlosigkeit, totale Erschöpfung. Auch psychisch sei der Ver
sicherte am Rand, er leide an Schlafstörungen, Schweissausbrüchen, Weinkrämpfen
usw. Die Magen-/Darmproblematik sei nicht klassifizierbar. Dem Bericht von Dr. C._
war zu entnehmen, dass allgemein eine Infektanfälligkeit und eine ausgedehnte
Parodontose bestünden. Die Koloskopie sei abgesehen von zwei Polypenknospen
unauffällig gewesen. Es sollte auf eine allfällige exokrine Pankreasinsuffizienz abgeklärt
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werden. Die Arbeitgeberin bescheinigte am 25. Februar 2009 (act. 48), der Versicherte
stehe seit 1. Januar 1999 in ungekündigtem Arbeitsverhältnis als Hauswart. Sein Lohn
betrage pro Jahr Fr. 72'644.--. Ohne Gesundheitsschaden würde er Fr. 90'805.--
verdienen. Dr. B._ gab in seinem Arztbericht vom 20. Mai 2009 (act. 50) an, es
bestünden (erstens) ein Burnout mit psychischer Instabilität, aggressiven Impulsen und
Rückzug, (zweitens) eine somatische Reaktion mit Durchfall, Gewichtsverlust von 10 kg
und Zahnproblemen, (drittens) ein Tinnitus und Schwerhörigkeit bds., (viertens) eine
Kniearthrose bds. (Operation 2004), (fünftens) ein Ulcus ventriculi und (sechstens) ein
Herpes zoster. Der Versicherte sei vom 4. bis 30. August 2008 zu 50 % arbeitsunfähig
gewesen und sei nun seit dem 1. September 2008 zu 100 % arbeitsunfähig. Er sei
nicht belastbar und brauche Ruhe und Ordnung. Er (der Arzt) sehe keine Aussicht, dass
der Versicherte sich in den Arbeitsprozess werde reintegrieren können. Mit der
beigelegten Beurteilung von Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, vom 11. April 2009 sei er absolut nicht einverstanden. In dem psychi
atrischen Konsilium hatte Dr. D._ als Diagnose eine Anpassungsstörung im Sinn
einer narzisstischen Krise und länger dauernden depressiven Reaktion bezeichnet,
welche gegenwärtig bereits wieder abgeklungen sei. Die Arbeitsunfähigkeit von 100 %
sei der - nunmehr leichten - Ausprägung des Krankheitsbildes noch bedingt ange
messen. Dieser Grad sei noch für längstens drei Monate fortzuschreiben,
anschliessend bestehe wieder volle Arbeitsfähigkeit. Daneben war ein Schreiben der
Krankentaggeldversicherung an den Versicherten vom 23. April 2009 beigelegt,
wonach gestützt auf die Einschätzung von Dr. D._ ab 1. Juli 2009 eine volle
Arbeitsfähigkeit vorliege. Mit einem weiteren beigelegten Schreiben vom 8. Mai 2009
hatte Dr. B._ der Taggeldversicherung berichtet, die mit viel Geduld und
Rücksichtnahme erreichte Stabilisierung sei mit der Mitteilung vom 23. April 2009 zum
Einsturz gebracht worden. Die Annahme von Dr. D._ sei unwahrscheinlich. Er
schlage eine zweite psychiatrische Beurteilung vor. Neben den psychiatrischen
Problemen bestünden auch somatische Störungen. Gleichentags hatte Dr. B._ den
Versicherten an eine Sozialpsychiatrische Beratungsstelle (Psychiatrie-Zentrum)
zugewiesen. Am 27. Mai 2009 (act. 52) ging ein Bericht dieses Zentrums vom 19. Mai
2009 an Dr. B._ ein. Es habe sich beim Versicherten recht eindrücklich ein
derangierter psychischer Zustand gezeigt, der eigentlich eine stationäre
psychotherapeutische Behandlung indiziere. Das lehne er aber ab. Arztzeugnisse, die
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jeweils auf einem Beurteilungszeitraum von nur wenigen Stunden beruhten, brächten
aber keinen Fortschritt im Hinblick auf eine Klärung des Krankheitsstatus. Durch eine
tagesklinische Behandlung ergäben sich hingegen nicht nur intensivere therapeutische
Wege, sondern auch wesentlich umfangreichere Möglichkeiten zur Beobachtung und
Beurteilung von Reaktionsmustern und dergleichen. In einem Arztbericht vom 31. Juli
2009 (Eingangsstempel; act. 54) gab das Psychiatrie-Zentrum bekannt, beim
Erstgespräch vom 19. Mai 2009 sei der Versicherte als vollständig arbeitsunfähig erlebt
worden. Die Prognose bezüglich des Wiedererreichens einer Arbeitsfähigkeit von über
50 % trotz umfangreicher Behandlung sei negativ. Der RAD hielt am 10. August 2009
(act. 55) fest, Dr. B._ habe auf telefonische Anfrage bekannt gegeben, auf seine
ärztliche Intervention hin habe die Taggeldversicherung eine Begutachtung durch
Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, veranlasst. Dieser habe
ab 1. Oktober 2009 eine Arbeitsfähigkeit von 100 % attestiert. Den Akten der
Krankentaggeldversicherung konnte in der Folge unter anderem das Gutachten von
Dr. E._ vom 24. Juni 2009 entnommen werden. Der Arzt hatte danach beim
Versicherten eine leichtgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom bei
einer in ihrer Entwicklung neurotisierten Persönlichkeit, narzisstisch gekränkt,
diagnostiziert. Es sei mittlerweile zu einer Beruhigung und leichten Stabilisierung des
psychischen Zustands gekommen. Bei der gegenwärtigen Ausprägung der Be
schwerden sei es dem Versicherten zumutbar, ab 1. Juli 2009 im Umfang von 100 %
einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Eine Anmeldung beim Regionalen Arbeitsver
mittlungszentrum (RAV) sei dringend erforderlich. Der Versicherte sei nicht total ge
nesen; gewisse Störungen seien immer noch vorhanden und sollten psychiatrisch an
gegangen werden. Der RAD folgte daraufhin am 15. September 2009 (act. 57) dem
Ergebnis der beiden psychiatrischen Gutachter. Da der Versicherte gemäss den An
gaben von Dr. E._ noch nicht als ganz genesen betrachtet werden könne, sollten
Tätigkeiten mit besonderen Anforderungen an das Konzentrationsvermögen, an die An
passungsfähigkeit und an die Belastbarkeit sowie Akkordarbeit vermieden werden.
Körperlich seien wegen der Kniearthrosen nur leichte bis mittelschwere wechselbe
lastende Tätigkeiten ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände, ohne häufiges
Kauern oder Knien und ohne häufiges Steigen auf Leitern, Treppen oder Gerüste
zumutbar. Mit Vorbescheid vom 18. September 2009 (act. 59 f.) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen dem Versicherten die
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Abweisung des Rentengesuchs (bei einem Invaliditätsgrad von 32 %) in Aussicht. Mit
der vollen Arbeitsfähigkeit ab 1. Juli 2009 könnte er ein Invalideneinkommen von
Fr. 61'468.-- erzielen, während sein Valideneinkommen Fr. 90'805.-- ausmache. Mit
Einwand vom 18. Oktober 2009 (act. 61) brachte der Versicherte vor, seine
Leistungsfähigkeit liege bei etwa 30 %. Im psychiatrischen Bericht werde nicht
erwähnt, dass er bei der leichtesten Aufregung ein extremes Zittern der Hände
bekomme, das ihm jede manuelle Tätigkeit verunmögliche. Schwierigkeiten bereiteten
ihm auch die Folgen des Verlusts der Zähne ohne Einsetzbarkeit von Prothesen, seines
ständigen Durchfalls, seiner Magenschmerzen (mit morgendlichem Brechwürgen),
seines nicht mehr korrigierbaren Hörverlusts und seiner geschwollenen, schmerzenden
Knie. Ausserdem gerate er bei der kleinsten Anstrengung ausser Atem. Er könne die
Probleme in Schach halten, wenn er mittags etwa zwei Stunden schlafe. - Mit
Verfügung vom 28. Oktober 2009 (act. 62) wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle
einen Rentenanspruch des Versicherten ab. Gegen diese Verfügung liess der
Versicherte am 27. November 2009 Beschwerde (act. 66-2 ff.) erheben und ab
1. August 2009 eine Rente, eventualiter eine weitere Abklärung der Sache, beantragen.
Aufgrund der regelmässigen Untersuchungen und Behandlungen beurteile Dr. B._
seine Arbeitsleistung echtzeitlich mit 30 bis 35 % bei 70-prozentiger Anwesenheit, und
zwar in einem geschützten Rahmen mit einem ruhigen, konflikt- und stressfreien Milieu.
Die Verbesserung des Zustands sei nur ohne Erwerbstätigkeit vorhanden und könne
daher für die Invaliditätsbemessung nicht ausschlaggebend sein. Das genannte
Invalideneinkommen zu erreichen, sei nicht zumutbar. Es wäre jedenfalls aus
verschiedenen Gründen ein Leidensabzug von 25 % gerechtfertigt. Beigelegt waren
unter anderem zwei Arztberichte von Dr. B._ vom 1. und vom 2. September 2009. In
ihrer Beschwerdeantwort vom 19./21. Januar 2010 (act. 74) beantragte die Sozialver
sicherungsanstalt/IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Der Versicherte sei
gemäss den beiden psychiatrischen Gutachten und dem RAD für körperlich leichte bis
mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten zu 100 % arbeitsfähig. Dass Dr. E._
eine ambulante psychiatrische Behandlung als sinnvoll erachtet habe, stehe damit
nicht in Widerspruch, dürfe doch von einer Behandlungsbedürftigkeit nicht auf
Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden. Eine leichte depressive Episode sei nach der
Rechtsprechung grundsätzlich nicht geeignet, eine leistungsspezifische Invalidität zu
begründen. Dem Beschwerdeführer, der über keinen Berufsabschluss verfüge, stehe
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auf dem hypothetischen Arbeitsmarkt eine hinreichende Anzahl angepasster
Hilfsarbeiterstellen offen. Das Valideneinkommen für das Jahr 2008 liege bei
Fr. 89'050.--. Der Tabellenlohn des Jahres 2008 betrage Fr. 60'267.--. Ein Abzug falle
nicht in Betracht. Der Invaliditätsgrad betrage 32 %. Mit Replik vom 8. Februar 2010
(act. 77) wies der Rechtsvertreter des Versicherten darauf hin, dass das Bundesgericht
in einem vergleichbaren Sachverhalt einen Leidensabzug von 25 % bestätigt habe. Das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hob die Verfügung vom 28. Oktober 2009
mit Entscheid vom 8. Dezember 2011 (act. 86) auf und wies die Sache zu ergänzenden
medizinischen Abklärungen an die Verwaltung zurück. Der somatische Aspekt sei ab
klärungsbedürftig. Es könne nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit
ausgeschlossen werden, dass sich aus den somatischen Leiden - auch quantitative -
Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit ergeben könnten. Beim Versicherten kämen
(abgesehen vom zumindest einstweilen endoskopisch abgeklärten Magen-/
Darmproblem) immerhin Knie- und Schulterbeschwerden, ein (wenn auch nach
hausärztlicher Einschätzung nicht im Vordergrund stehendes) Herz-/Kreislaufproblem
(vgl. entsprechende Medikation; nach Angaben des Versicherten mit Ateminsuffizienz),
Schwerhörigkeit und Parodontose (ohne Möglichkeit, eine Prothese einzusetzen)
zusammen. Ob Infektanfälligkeit, Appetitlosigkeit, Erschöpfung, Schlafstörungen,
Schweissausbrüche, Weinkrämpfe und depressive Verstimmung (allein) psychisch
bedingt seien, werde nicht ersichtlich. Es erscheine denkbar, dass körperliche
Ursachen (wie z.B. eine kardiologische, endokrinologische oder metabolische
Erkrankung) oder medikamentöse Wirkungen die psychischen Störungen auslösten
oder begünstigten. Da sich aufgrund der gegebenen Aktenlage nicht genügend
zuverlässig beurteilen lasse, ob eine zumutbare Arbeitsfähigkeit allenfalls deshalb nicht
vorliege, weil eine Arbeitsaufnahme zur erneuten Dekompensation führen müsste, und
weil auch nicht von vornherein absehbar sei, dass dem Versicherten
Arbeitsmöglichkeiten selbst auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt und selbst bei
weitreichender oder voller Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit realistischerweise
nicht offen stehen würden, könne von solchen ergänzenden medizinischen
Abklärungen nicht abgesehen werden.
A.b Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle teilte dem Versicherten daraufhin am
24. Januar 2012 (act. 93) mit, es werde eine Abklärung beim ABI erfolgen. Innert zehn
Tagen könne er sich zu den Gutachterfragen äussern, innert zehn Tagen nach der Be
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kanntgabe der begutachtenden Fachärzte dann allfällige triftige Einwendungen gegen
sie erheben.
A.c Der Versicherte liess am 2. Oktober 2012 (act. 102) mitteilen, es gehe ihm seit der
Alterspensionierung am X. 2012 deutlich und nachhaltig besser. Insbesondere der
psychische Gesundheitszustand habe sich erheblich geändert, so dass die gemäss
Gerichtsurteil offene Fragestellung nun nicht mehr durch eine Abklärung beantwortet
werden könne. Von einer aktuellen medizinischen Abklärung könne in Bezug auf den
Rentenanspruch vom August 2009 bis März 2012 kein Wissenszuwachs erwartet
werden. Da die Wechselwirkung zwischen den somatischen und den psychischen Be
einträchtigungen nun fehle, könnten deren frühere Auswirkungen nicht mehr festgestellt
werden. Einer medizinischen Abklärung fehle somit die Voraussetzung der Notwendig
keit. Sie wäre dem Versicherten auch nicht mehr zumutbar, weil sie alte Wunden
wieder öffnen würde. Er sei dazu nicht mehr bereit. Es sei aufgrund der Akten zu
entscheiden. Die Krankheitsentwicklung spreche für die Anträge und die Begründung in
der Beschwerde vom 27. November 2009. Es sei eine Rente zuzusprechen. Der
Versicherte hatte der Anwaltskanzlei am 30. September 2012 (act. 103) geschrieben,
seit der Pensionierung gehe es ihm gesundheitlich wieder gut, da kein Druck mehr auf
ihm laste und er wieder freie Hand habe, zu tun, was ihm gefalle. Dr. B._ hatte dem
Rechtsvertreter des Versicherten am 12. September 2012 (act. 104) berichtet, im
Januar 2010 sei der Versicherte nach einem Sturz flach auf den Rücken konservativ
behandelt worden, ebenso nach einem Sturz über den Hund im April 2010. Ausserdem
seien damals Nierenschmerzen rechts aufgetreten. Im Mai 2012 sei nach einer
Ringfingerfraktur links und Operation eine Wundkontrolle erfolgt, eine letzte Kontrolle
im August 2012 nach der Metallentfernung. Der Herz-Kreislauf sei damals stabil
gewesen. Gemäss einem weiter beigelegten Untersuchungsbericht des Spitals Linth
vom 11. Mai 2012 war dem Versicherten an jenem Tag bei Werkarbeiten zuhause ein
Arbeitsgerät auf die linke Hand gefallen und er hatte eine geschlossene, dislozierte,
mehrfragmentäre Grundgliedfraktur Dig IV Hand links erlitten. Ausserdem lag eine
Dupuytren'sche Kontraktur Dig IV vor.
A.d Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle gab dem Rechtsvertreter des Versicherten
am 9. Oktober 2012 (act. 106) bekannt, die vorgebrachten Einwände könnten erst im
Rahmen der Beweiswürdigung berücksichtigt werden. Der Versicherte habe zur
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Begutachtung zu erscheinen. Andernfalls werde sie gestützt auf Art. 43 Abs. 3 ATSG
die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen.
A.e Das ABI hat dem Versicherten das schriftliche Aufgebot (auf den 10. Dezember
2012) gemäss Auskunft vom 15. Oktober 2012 (act. 108 f.) unmittelbar nach einer
telefonischen Terminvereinbarung zugestellt. Der Versicherte hat dem Aufgebot keine
Folge geleistet (act. 111).
A.f Mit Verfügung vom 7. Januar 2013 (act. 112) wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-
Stelle das Leistungsgesuch des Versicherten (unter Hinweis auf Art. 43 Abs. 3 ATSG
und Art. 7b Abs. 1 IVG) ab. Weil er an den zumutbaren Abklärungen nicht teilge
nommen habe, entscheide sie aufgrund der Akten.
B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer für den
Betroffenen am 6. Februar 2013 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und dem
Beschwerdeführer sei ab 1. August 2009 (bis zur Alterspensionierung am X 2012) eine
Invalidenrente zuzusprechen, eventualiter seien durch das Gericht allfällige noch
notwendige Abklärungen vorzunehmen, subeventualiter sei die Sache zur Vornahme
notwendiger und sachgerechter Abklärungen und zur anschliessenden Neuverfügung
zurückzuweisen. Nach Erhalt des Vorbescheids vom 18. September 2009 habe sich
der Beschwerdeführer im Sinn von Art. 15 Abs. 2 AVIG in Verbindung mit Art. 15 Abs. 3
AVIV bei der Arbeitslosenkasse gemeldet und im Rahmen von Vorleistungen
Arbeitslosenentschädigung bei einer Vermittlungsfähigkeit von mindestens 20 %
bezogen. Auf den 10. Oktober 2011 sei er dort ausgesteuert worden, seit dem Y 2012
beziehe er die AHV-Altersrente. Durch die Alterspensionierung habe der
Beschwerdeführer eine entscheidende Verbesserung des gesamten Befindens erlebt,
und zwar, obwohl die ausgewiesenen körperlichen Gesundheitsschäden nicht
weggefallen seien. Diese würden sich aber nicht mehr gleich stark auswirken und nicht
mehr im Zusammenspiel mit erheblichen psychischen Beeinträchtigungen stehen.
Denn der Beschwerdeführer sei vom Arbeitsdruck und den Ursachen des
gesundheitlichen Zusammenbruchs im Jahr 2008 entlastet und leide auch nicht mehr
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an den reaktiven depressiven Symptomen im Zusammenhang mit den körperlichen
Beeinträchtigungen. Der Sachverhalt habe sich somit seit dem Urteil vom 8. Dezember
2011 massgeblich verändert. Die polydisziplinäre Abklärung würde nicht mehr den
selben Zustand vorfinden, wie er vom Gericht umschrieben worden sei, und könnte
keinen Aufschluss über die gemäss dem Urteil zu beantwortenden Fragen zum
Rentenanspruch ab August 2009 geben. Schon durch den Wegfall der
Arbeitsplatzsituation habe sich eine Verbesserung des Befindens eingestellt gehabt.
Die vormalige Arbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt mit einer zeitlichen und
leistungsmässigen Vollbelastung lasse sich durch eine persönliche Untersuchung im
Nachhinein gar nicht mehr zuverlässig erheben. Es lägen nun sachfremde Umstände
ausserhalb des Verfahrens im Sinn von BGE 137 V 210 E. 2.1.3 vor, durch die eine
Begutachtung unweigerlich für den Beschwerdeführer negativ beeinflusst würde. Der
Beschwerdeführer würde dadurch im Administrativverfahren einen entscheidenden
Beweisnachteil erfahren. Das sei ihm schon im Verfahren vor der Verfügung vom
28. Oktober 2009 widerfahren, indem die beiden Vertrauensärzte der Krankentag
geldversicherung den sachfremden und ausserhalb des Abklärungsgegenstandes
liegenden Umstand als massgeblich gewichtet hätten, dass der Beschwerdeführer dem
Druck des Berufslebens wegen des Verlusts der Arbeitsstelle nicht mehr unterworfen
gewesen sei. In der Beschwerde vom 27. November 2009 sei begründet worden, dass
der Schluss auf eine nachhaltige, rentenausschliessende Verbesserung deswegen nicht
haltbar sei. Auch in diesem Verfahren habe der Beschwerdeführer von vornherein damit
rechnen müssen, dass die Gutachter aufgrund der gegenwärtigen guten Befindlichkeit
zumindest für adaptierte Tätigkeit eine volle Arbeits- und Leistungsfähigkeit auch für
die frühere Zeit annähmen. Das entspreche aber nicht den Tatsachen. Auch die
grundsätzliche Vermittlungsfähigkeit bei der Arbeitslosenversicherung täusche nicht
hierüber hinweg, sei sie doch lediglich im Rahmen der Vorleistungspflicht im
notwendigen Mass von "minimal 20 %" gegeben gewesen. Eine polydisziplinäre
Begutachtung könne ferner eine nicht zu unterschätzende persönliche Belastung
darstellen. Mit der Alterspensionierung habe der Beschwerdeführer seine über Jahre
zunehmenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die schliesslich im traumatischen
Verlust der Stelle und der Dekompensation des Gesundheitszustands geendet hätten,
gleichsam hinter sich lassen können. Die neuerliche Begutachtung würde ihn in der
jetzigen Lebenssituation in unzumutbarer Weise belasten. Die Begutachtung wäre
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zudem nicht repräsentativ, sondern würde im Zeichen der Abwehr der unerwünschten
Auseinandersetzung mit der als traumatisch erlebten Vergangenheit stehen. Auch die
Frage der zumutbaren Überwindbarkeit, mit welcher sich die beiden
vertrauensärztlichen Berichte zuhanden der Taggeldversicherung (für welche jene
Praxis nicht anwendbar sei) nicht auseinandergesetzt hätten, könne für die
zurückliegende Zeit nicht mehr durch Abklärung der aktuellen Tatsachenlage
beantwortet werden. Die Beschwerdegegnerin sei ohne weiteres davon ausgegangen,
dass es dem Beschwerdeführer zumutbar gewesen sei, die gesundheitlichen
Beeinträchtigungen vollumfänglich zu überwinden. Es sei aber mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit erstellt, dass dem nicht so gewesen sei. Der geschilderte weitere
Krankheitsverlauf mit der markanten Verbesserung sei ein deutliches Indiz dafür, dass
die Störung vorher gerade nicht vollumfänglich überwindbar gewesen sei. Dr. B._
habe die vollständige Überwindbarkeit nachvollziehbar verneint. Gelte es, zwischen
zwei oder mehreren Möglichkeiten zu entscheiden, sei diejenige überwiegend wahr
scheinlich, welche sich am ehesten zugetragen habe. Ein Beweisergebnis, das "etwas
dürftig" sei, schliesse die Annahme einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht
bereits aus. Dass allenfalls bestimmte Beweismittel nicht (mehr) erhoben werden
könnten, ändere an der Massgeblichkeit des Regelbeweisgrads nichts. Auch wenn das
Beweisergebnis, dass es dem Beschwerdeführer ab 4. August 2008 aufgrund seiner
verschiedenartigen körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen nicht zumutbar
gewesen sei, eine rentenausschliessende Arbeitsfähigkeit zu erzielen, als "etwas
dürftig" zu bezeichnen wäre, wäre das Beweismass der überwiegenden Wahrschein
lichkeit doch erfüllt. Es ergebe sich klar ein Rentenanspruch ab Erfüllung des Warte
jahres, mithin ab 1. August 2009. Dasselbe ergebe sich, wenn man dem Beschwerde
führer den aufgrund der gesamten Umstände gerechtfertigten Tabellenlohnabzug von
25 % beim Invalideneinkommen gewähre. Das Bundesgericht habe im Urteil I 376/05 in
mehreren vergleichbaren Fällen bei über 60-jährigen Männern keine verwertbare
Erwerbsfähigkeit mehr angenommen. Vergleichbar sei auch der im Urteil 9C_677/08
beurteilte Sachverhalt, wo einem im Beurteilungszeitpunkt 62-jährigen Mann ein
Leidensabzug von 25 % gewährt worden sei. Auch unter diesen Gesichtspunkten
könne nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf eine volle Erwerbsfähigkeit ohne
behinderungsbedingten Lohnabzug geschlossen werden. Das ABI habe den
Beschwerdeführer am 15. Oktober 2012 schriftlich über die Begutachtungstermine
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orientiert. Die Beschwerdegegnerin habe jedoch keine entsprechende Mitteilung
(gemäss Rz 2085.1 und 2085.2 des vom Bundesamt für Sozialversicherungen
erlassenen Kreisschreibens über das Verfahren in der Invalidenversicherung, KSVI)
zugestellt. Die Verletzung der Auskunfts- oder Mitwirkungspflicht sei nur relevant, wenn
sie in unentschuldbarer Weise erfolge. Der Beschwerdeführer habe nachvollziehbare
Gründe dafür, bald ein Jahr nach seiner ordentlichen Pensionierung keine
polydisziplinäre Begutachtung mehr über sich ergehen lassen zu müssen, die sich
ausschliesslich mit seinem in qualitativer und quantitativer Hinsicht stark
unterschiedlichen psycho-physischen Zustand zu befassen hätte und die reale Gefahr
einer verfälschten Beurteilung bärge. Sollte trotz der Änderung der Verhältnisse eine
Begutachtung für notwendig und zumutbar gehalten werden, sei die
Beschwerdegegnerin anzuweisen, dem Beschwerdeführer nochmals Gelegenheit zu
geben, sich für die Abklärung zur Verfügung zu stellen.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 29. April 2013 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Bei einer dem Sinn und Zweck Rechnung tragenden
Interpretation handle es sich bei der angefochtenen Verfügung um eine sanktionsweise
Einstellung des Verwaltungsverfahrens. Beanspruche jemand eine
Versicherungsleistung, so habe er eine gewisse Belastung durch Abklärungen in Kauf
zu nehmen. Dass eine zusätzliche Abklärung immer eine solche Belastung bedeute,
könne, wie im Bundesgerichtsurteil 9C_748/11 vom 1. Dezember 2011 E. 3.5
dargelegt, nicht dazu führen, dass die rechtsanwendenden Behörden darauf verzichten
sollten, solange sie noch nicht zur Auffassung gelangt seien, bereits aufgrund der
Akten eine rechtsgenügende Beurteilung vornehmen zu können. Im Licht dieser
Rechtsprechung sei nicht einsichtig, dass dem Beschwerdeführer eine - gemäss der
schlüssigen Würdigung des RAD aufgrund der somatischen Beschwerden und des
fraglichen Zusammenwirkens mit der psychischen Symptomatik vor dem Hintergrund
einer Suchtproblematik zweifellos erforderliche - MEDAS-Begutachtung unzumutbar
gewesen sein sollte. Auch der Einwand, es würde eine verfälschte Beurteilung
resultieren, sei nicht stichhaltig. Eine MEDAS sollte in der Lage sein, unter
Berücksichtigung der medizinischen Vorakten gestützt auf die Anamneseerhebung, die
subjektiven Angaben des Exploranden und die objektiven Befunde in der Exploration
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die Auswirkungen eines in der Vergangenheit vorherrschenden Gesundheitszustandes
auf die zumutbare Arbeitsfähigkeit auch dann schlüssig zu beurteilen, wenn dieser
Zustand nicht demjenigen im Begutachtungszeitpunkt entspreche. Die seit Erlass der
Verfügung vom 28. Oktober 2009 angefertigten Arztberichte würden relevante
Informationen zum seitherigen Verlauf der Erkrankung liefern. Die Mitwirkungspflicht sei
in unentschuldbarer Weise verletzt worden. Die angeordnete Sanktion sei zulässig und
als die am wenigsten nachteilige auch verhältnismässig.
D.
Der Beschwerdeführer hat am 14. Mai 2013 an seinen Anträgen festhalten lassen und
auf weitere Ausführungen verzichtet.

Erwägungen:
1.
1.1 Gemäss dem Wortlaut des Dispositivs der angefochtenen Verfügung hat die
Beschwerdegegnerin damit das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers
abgewiesen. In der Beschwerdeantwort stellt sich die Beschwerdegegnerin auf den
Standpunkt, es handle sich bei ihrer Verfügung gemäss einer Auslegung nach Sinn und
Zweck um eine sanktionsweise Einstellung des Verwaltungsverfahrens (bzw. ein
"Nichteintreten").
1.2 Verwaltungsverfügungen sind nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht
nach ihrem Wortlaut zu verstehen, sondern es ist - vorbehältlich der Problematik des
Vertrauensschutzes - nach ihrem tatsächlichen rechtlichen Gehalt zu fragen (BGE
132 V 76).
1.3 Es liegt eine Sanktionsverfügung vor. Das wird einerseits aus dem vorgängigen,
hierauf abzielenden Verfahrensablauf mit der Mitteilung, dass eine Abklärung erforder
lich sei (was bereits gerichtlich so bestimmt worden war), und mit dem Festhalten an
der abverlangten Mitwirkung am 9. Oktober 2012 unter Androhung einer Sanktion
ersichtlich. In der Verfügung selbst wird anderseits folgerichtig begründet, sie ergehe,
weil der Beschwerdeführer an zumutbaren Abklärungen nicht teilgenommen habe. Er
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sei auf die Folgen der Verweigerung der Mitwirkungspflicht aufmerksam gemacht
worden. Schliesslich will auch die Beschwerdegegnerin selber ihre Verfügung gemäss
der Beschwerdeantwort als Sanktionsverfügung verstanden haben.
1.4 Handelt es sich bei der angefochtenen Verfügung um eine Sanktion, so geht der
Antrag des Beschwerdeführers auf die Ausrichtung von Leistungen über den damit
gesteckten Streitgegenstand hinaus. Insofern kann auf die Beschwerde nicht einge
treten werden.
2.
2.1 Es fragt sich weiter, welche Sanktion verfügt worden sei. Das Dispositiv lautet wie
erwähnt auf Abweisung des Leistungsgesuchs. Die Beschwerdegegnerin erklärte in der
Verfügung im Übrigen, sie entscheide aufgrund der vorhandenen Akten, weil der Be
schwerdeführer an zumutbaren Abklärungen nicht teilgenommen habe. In der weiteren
Begründung wies sie auf die Bestimmungen von Art. 43 Abs. 3 ATSG und von Art. 7b
Abs. 1 IVG hin. Die dort vorgesehenen Sanktions-Rechtsfolgen sind: 'Verfügen auf
Grund der Akten' oder 'Erhebungen Einstellen und Nichteintreten Beschliessen' (Art. 43
Abs. 3 ATSG) sowie 'Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG Kürzen oder
Verweigern' (Art. 7b Abs. 1 IVG). In der Beschwerdeantwort stellt sich die
Beschwerdegegnerin wie erwähnt auf den Standpunkt, es habe sich um eine
Nichteintretens- bzw. Einstellungssanktion im Sinn von Art. 43 Abs. 3 ATSG gehandelt.
2.2 Nach Art. 43 Abs. 3 ATSG kann der Versicherungsträger, wenn die versicherte
Person oder andere Personen, die Leistungen beanspruchen, den Auskunfts- oder Mit
wirkungspflichten in unentschuldbarer Weise nicht nachkommen, aufgrund der Akten
verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen. Er muss
diese Personen vorher schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hinweisen; ihnen ist
eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Geregelt werden in dieser Bestimmung
die Folgen der Verletzung der verfahrensrechtlichen Mitwirkungspflichten (vgl. Franz
Schlauri, Militärversicherung, in SBVR XIV, Soziale Sicherheit, 2. A., N 249 und Fn 368,
S. 1157, mit Hinweis auf Ulrich Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
1. A., 70 und 240). Es geht um eine Mitwirkung im Rahmen der Sachverhaltsabklärung
(Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. A. 2009, N 6 zu Art. 43 ATSG). Eine Sanktionsver
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fügung nach Art. 43 Abs. 3 ATSG hat zum Zweck, die versicherte Person dazu zu be
wegen, ihrer Mitwirkungspflicht doch noch nachzukommen (vgl. Entscheid des Ver
sicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S X. vom 20. November 2007, EL
2006/13). - Als mögliche Sanktionen (Bundesgerichtsentscheide i/S H. vom 19. Februar
2010, 8C_882/09, und i/S F. vom 21. April 2009, 8C_770/08) sieht Art. 43 Abs. 3 ATSG
einen Entscheid aufgrund der Akten und einen Nichteintretensentscheid (einschliesslich
eines "nachträglichen" Nichteintretensentscheids im Sinn einer Einstellung des
Verfahrens bzw. eines Verfahrensabbruchs, vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts
des Kantons St. Gallen i/S T. vom 23. September 2008, IV 2007/65, mit Hinweis auf
Franz Schlauri, Grundstrukturen des nichtstreitigen Verwaltungsverfahrens in der
Sozialversicherung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Verfahrensfragen in
der Sozialversicherung, St. Gallen 1996, S. 36) vor. Ein Entscheid aufgrund der Akten
bedeutet, dass aufgrund der vorhandenen (unvollständigen) Akten - ohne das Ergebnis,
welches wegen der fehlenden Mitwirkung nicht zustande kam - materiell über den
Anspruch zu entscheiden ist (Bundesgerichtsentscheid i/S S. vom 8. August 2007,
I 874/06). Diese materielle Entscheidung weist allerdings die Besonderheit auf, dass die
IV-Stelle die Verfügung aufzuheben und das Verwaltungsverfahren zur Prüfung des
Leistungsanspruchs wieder aufzunehmen hat, sobald die versicherte Person ihrer
Mitwirkungspflicht nachkommt und sich der notwendigen Untersuchung unterzieht (vgl.
BGE 130 V 64 E. 5.2.4).
2.3 Gemäss Art. 7b IVG können die Leistungen nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt oder
verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach Art. 7 IVG oder
nach Art. 43 Abs. 2 ATSG nicht nachgekommen ist (Abs. 1). Art. 21 Abs. 4 ATSG sieht
eine vorübergehende oder dauernde Kürzung oder Verweigerung der Leistungen vor,
falls sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung
entzieht oder dazu nicht das Zumutbare beiträgt. Art. 7 IVG umschreibt mit der
Schadenminderungspflicht und der Pflicht zur Teilnahme an zumutbaren
Eingliederungsmassnahmen materielle Aspekte, Art. 43 Abs. 2 ATSG mit der Pflicht,
sich ärztlichen oder fachlichen Untersuchungen zu unterziehen, soweit sie notwendig
und zumutbar sind, eine formelle Mitwirkungspflicht. Art. 7b Abs. 1 IVG betrifft somit
Tatbestände der materiellrechtlichen und der verfahrensrechtlichen
Mitwirkungspflichtverletzungen. Gemäss Art. 7b Abs. 3 IVG sind beim Entscheid über
die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen alle Umstände des einzelnen Falles,
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insbesondere das Ausmass des Verschuldens der versicherten Person, zu
berücksichtigen. - Der Verweis von Art. 7b Abs. 1 IVG auf Art. 21 Abs. 4 ATSG erfasst
nicht nur die möglichen Sanktionen, sondern auch die Voraussetzungen, unter denen
Sanktionen ergriffen werden können. Eine Abweichung von Art. 21 Abs. 4 ATSG ist
nicht bezweckt. Sanktionen können daher nur ergriffen werden, wenn die
Selbsteingliederungsmassnahme eine Auswirkung auf den Rentenanspruch hat (vgl.
Markus Krapf, Selbsteingliederung und Sanktion in der 5. IV-Revision, SZS 2008,
S. 124 und 127). Kürzung oder Verweigerung von Leistungen sind (dementsprechend)
nur solange aufrechtzuerhalten, als das den Eintritt oder die Verschlimmerung der
Invalidität kausal verursachende qualifizierte Verschulden der versicherten Person wirkt
(Bundesgerichtsentscheid vom 13. März 2013, 8C_830/12 E. 5.1; vgl. Ulrich Meyer,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 2. A., S. 73, 81, 86). Wenn Art. 7b
Abs. 1 IVG hingegen für die ungenügende verfahrensrechtliche Mitwirkung im
Abklärungsverfahren (welche gerade keinen Einfluss auf den Leistungsanspruch hat)
dieselben Sanktionen vorsieht, schliesst er eine bei der Einführung des ATSG wohl un
absichtlich entstandene Lücke für die Konstellationen der Mitwirkungspflichtverletzung
bei bereits laufenden Leistungen (vgl. Markus Krapf, a.a.O., S. 142 f.).
2.4 Die angefochtene Verfügung (welche nicht in einem Anpassungsverfahren bei
laufender Leistung, sondern im Verfahren der erstmaligen Leistungsprüfung erging)
setzt sich mit keinem Wort mit den Anspruchsvoraussetzungen und dem medizinischen
und erwerblichen Sachverhalt auseinander, wie es ein materieller Leistungsentscheid
auf Grund der Akten (gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG) erwarten lassen müsste. Ihre Aus
legung rechtfertigt vielmehr die Annahme, dass die Wendung, der Entscheid ergehe
"aufgrund der vorliegenden Akten" lediglich sagen wollte, dass die
Beschwerdegegnerin den (Sanktions-) Entscheid fälle, ohne die angeordnete Abklärung
gemacht haben zu können. Die vorhandenen, notwendigerweise unvollständigen Akten
wurden nicht gewürdigt. Der Sanktionsentscheid ist also keine materielle
Entscheidung. Vielmehr hielt die Beschwerdegegnerin fest, dass sie auf die Ergänzung
der Sachverhaltsabklärung verzichte, die Erhebungen also einstelle und sich mit der
Sache nicht mehr befasse. Die in der Beschwerdeantwort vertretene Auffassung ist
somit zu bestätigen; es handelt sich um einen nachträglichen Nichteintretensentscheid
im Sinn eines Verfahrensabbruchs.
3.
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3.1 Zunächst ist vorfrageweise zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer rechtmässig die
Mitwirkung abverlangt worden ist (vgl. SVR 1998 UV Nr. 1). Vorausgesetzt ist hierfür,
dass die geplante Begutachtung angezeigt und zumutbar war.
3.2 Der Sachverhalt, wie er sich bis zur ersten angefochtenen Verfügung vom
28. Oktober 2009 entwickelt hatte und im entsprechenden Beschwerdeverfahren zu
beurteilen war, hat sich gemäss dem Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 8. Dezember 2011, versandt am 15. Dezember 2011, als
abklärungsbedürftig erwiesen, und zwar namentlich in somatischer Hinsicht. Der
Beschwerdeführer hat den Entscheid (wie die Beschwerdegegnerin) in Rechtskraft
erwachsen lassen. Am 23. Januar 2012 (IV-act. 94) wurde ein Begutachtungsinstitut mit
der Abklärung beauftragt. Bei der Anordnung eines Gutachtens handelt es sich um eine
Zwischenverfügung (vgl. Art. 55 Abs. 1 ATSG). Die diesbezüglichen Mitwirkungsrechte
müssen nach der Rechtsprechung durchsetzbar sein, bevor präjudizierende Effekte
eintreten. Es genügt nicht, sie erst bei der Beweiswürdigung im Verwaltungs- und
Beschwerdeverfahren einzuräumen. Für die Annahme eines drohenden unumkehrbaren
Nachteils spricht, dass die mit medizinischen Untersuchungen einhergehenden
Belastungen zuweilen einen erheblichen Eingriff in die physische oder psychische
Integrität bedeuten. Die nicht sachgerechte Begutachtung bewirkt in der Regel einen
rechtlichen und nicht nur tatsächlichen Nachteil (BGE 138 V 271 E. 1.2.2 f.). Die am
24. Januar 2012 gesetzte Frist von zehn Tagen zur Stellungnahme zum Auftrag
(Begutachtungsstelle und Fragen an die Gutachter) hat der Beschwerdeführer
ungenutzt verstreichen lassen. Es ist davon auszugehen, dass Notwendigkeit,
Zumutbarkeit und Verhältnismässigkeit der vorgesehenen Abklärungsmassnahme
sowie der Durchführungsort damals vom Beschwerdeführer anerkannt (und dass sie
rechtskräftig festgelegt) waren, was auch zutreffend erscheint.
3.3 Im Anschluss an eine telefonische Terminvereinbarung hat das
Begutachtungsinstitut dem Beschwerdeführer ein schriftliches Aufgebot zukommen
lassen. Wann dies geschah, ist nicht aktenkundig. Am 2. Oktober 2012 liess der
Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin jedenfalls eröffnen, seit der
Alterspensionierung am X. 2012 gehe es ihm deutlich und nachhaltig besser,
insbesondere in psychischer Hinsicht. Die gemäss Gerichtsurteil offene Fragestellung
könne nicht mehr durch eine Abklärung beantwortet werden, weshalb eine solche
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unnötig sei. Ausserdem sei die Abklärung unzumutbar geworden. Er sei dazu nicht
mehr bereit. Stattdessen sei aufgrund der Akten zu entscheiden.
3.4 Eine erhebliche, auf das Begutachtungserfordernis bezogene Veränderung ist
indessen nicht festzustellen. - Am Abklärungsbedarf hat sich nichts geändert. Der Be
schwerdeführer hält dafür, es gehe ihm gesundheitlich wieder gut, und führt dies darauf
zurück, dass nun kein Druck mehr auf ihm laste, dass er unabhängig sei und dass er
sinnvolle Arbeit in einem neuen Zuhause und im Garten erledigen könne. Dass die Ent
lastung von der Arbeitspflicht mit der Alterspensionierung in gewissen Konstellationen
und diejenige von einem als aufreibend erlebten Arbeitsverhältnis im Konkreten ein
subjektives Empfinden einer gesundheitlichen Verbesserung hervorzurufen vermag, er
scheint zwar nachvollziehbar. Niederschlag in einem objektivierbaren medizinischen
Anhaltspunkt hat die Schilderung des Beschwerdeführers allerdings vorliegend nicht
gefunden. Dr. B._ gab am 12. September 2012 (im Gegenteil) an, zwischen Ende
2009 und September 2012 sei (sc. wohl: in Bezug auf den Gesundheitszustand des Be
schwerdeführers) nicht viel gelaufen. Im Januar und April 2010 hatte er ihn noch wegen
Stürzen behandelt, zuletzt am 26. Juli 2010. Schon damals hatte der Beschwerdeführer
zwei Jahre lang nicht mehr im Arbeitsleben gestanden, war sein letzter Arbeitstag
doch im Juli 2008 (oder August, vgl. IV-act. 48-2) gewesen. Weitere Kontrollen durch
Dr. B._ erfolgten von Mai bis August 2012. Selbst wenn aber von einer gewissen ge
sundheitlichen Veränderung zwischen Januar 2012 und Oktober 2012 - nur diese Zeit
spanne ist für die Frage massgebend - auszugehen wäre, bedeutet sie nicht, dass die
Begutachtung betreffend den Sachverhalt ab August 2008 dadurch neu überflüssig
oder gar unmöglich geworden wäre. Wird im Rahmen eines Rückweisungsentscheids
auf Beschwerde hin eine Begutachtung angeordnet, so bringt das regelmässig mit
sich, dass die Gutachter einen mehr oder weniger lange zurückliegenden Sachverhalt
zu beurteilen haben. Das stellt gewiss im Vergleich zur Begutachtung eines aktuellen
Zustands eine Erschwernis dar, lässt aber dennoch üblicherweise ein ausreichend
zuverlässiges Ergebnis erwarten. Den Gutachtern stehen hierfür die gesamten Vorakten
zur Verfügung, es gehört dazu aber auch eine persönliche Untersuchung. Dass
zwingend mit einer (für ihn) negativen Beeinflussung des Begutachtungsergebnisses
durch den verbesserten, aktuell präsentierten Gesundheitszustand zu rechnen sei, wie
der Beschwerdeführer neuerdings befürchtet, lässt sich nicht bestätigen. Wenn
vorliegend, wie geltend gemacht wird, inzwischen keine Wechselwirkungen zwischen
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somatischem und psychischem Gesundheitszustand mehr bestehen, stellt das im
Vergleich zu jeder auf die Vergangenheit bezogenen Begutachtung keine
Ausnahmesituation von Relevanz dar, welche eine korrekte Beurteilung von vornherein
verunmöglichen würde. Dazu kommt vorliegend, dass der Abklärungsbedarf gemäss
dem Entscheid vom 8. Dezember 2011 in erster Linie im somatischen Bereich erkannt
worden war, wo sich nach Angaben des Beschwerdeführers in der Beschwerde (allein
von den Schädigungen her betrachtet, abgesehen von deren Auswirkungen) keine
Veränderung ergeben hat, während in psychiatrischer Hinsicht damals bereits zwei
übereinstimmende fachärztliche Beurteilungen vorgelegen hatten. Hieran ändert nichts,
dass im Ergebnis eine Arbeitsfähigkeitsschätzung gefragt war, welche eine Synthese
der Einschränkungen unter beiden Gesichtspunkten voraussetzt, und es nicht auf eine
Addition von allfälligen Beeinträchtigungsgraden ankommen kann. Es ist wie erwähnt
zu erwarten, dass die Gutachter die gesamten Auswirkungen der gesundheitlichen
Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit auch im Nachhinein (und bei inzwischen
veränderter Sachlage) ausreichend zuverlässig zu beurteilen vermögen. Es stellen sich
keine grösseren Schwierigkeiten, als sie mit jeder Begutachtung verbunden sind,
welche sich auf einen Sachverhalt in der Vergangenheit zurückbeziehen muss. - Was
die Zumutbarkeit der Abklärungsmassnahme betrifft, ist eine Veränderung im geltend
gemachten Sinn innerhalb der relevanten Periode ebenfalls nicht erkennbar. Dass diese
Massnahme, die im Januar 2012 noch als zumutbar betrachtet worden war, diese
Eigenschaft bis Oktober 2012 - mit neun Monaten mehr zeitlichem Abstand von den
beschriebenen Verletzungen - verloren haben sollte, erscheint unwahrscheinlich. - Die
Abklärung zu treffen, ist auch nicht etwa durch das Erreichen der AHV-Altersgrenze
unverhältnismässig geworden. Schliesslich ist auch kein Grund ersichtlich, der neu die
Anordnung eines Gerichtsgutachtens hätte erforderlich werden lassen.
3.5 Die Beschwerdegegnerin hat demnach am 9. Oktober 2012 im Ergebnis zu Recht
an ihrer Begutachtungsanordnung festgehalten. Sie hat den Beschwerdeführer
rechtzeitig hierauf aufmerksam gemacht und ihm als Folge der Nichtmitwirkung
angedroht, die Erhebungen einzustellen und "Nichteintreten" zu beschliessen. Der
Beschwerdeführer rügt, die Beschwerdegegnerin habe ihm keine Mitteilung gemäss
Rz 2085.1 KSVI (sc. wohl in der ab 1. August 2012 gültigen Fassung) und 2085.2 KSVI
(sc. wohl in der ab 1. März 2012 gültigen Fassung) zugestellt. Bei der
Begutachtungsanordnung vom 24. Januar 2012 stand das KSVI vom 1. Januar 2010 in
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der ab 1. Januar 2012 (bis 28. Februar 2012) gültigen Fassung in Kraft. Dieses hat die
Beschwerdegegnerin angewendet. Sie hat darauf hingewiesen, dass die Namen der
Ärzte dem Beschwerdeführer direkt von der Abklärungsstelle bekannt gegeben werden
würden. Dazu ist es wohl angesichts der geäusserten grundsätzlichen Ablehnung nicht
mehr gekommen.
4.
4.1 Der Beschwerdeführer hat trotz Mahnung daran festgehalten, bei der Begutachtung
nicht mitzuwirken und hat den vorgesehenen Termin vom 10. Dezember 2012 nicht
wahrgenommen. Eine Verletzung der Mitwirkungspflicht liegt nach Art. 43 Abs. 3 ATSG
nur dann vor, wenn sie in unentschuldbarer Weise erfolgt ist. Dies ist dann der Fall,
wenn kein Rechtfertigungsgrund erkennbar ist oder sich das Verhalten der versicherten
Person als völlig unverständlich erweist (Bundesgerichtsentscheid vom 3. November
2009, 8C_528/09; vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 30. Januar 2007, I 166/06 E. 5.1)
bzw. wenn ein Rechtfertigungsgrund nicht einmal ansatzweise erkennbar ist oder das
Verhalten schlechthin unverständlich ist (vgl. Ueli Kieser, a.a.O., N 51 zu Art. 43). Das
Unterlassen der Mitwirkung des Beschwerdeführers bei der Abklärung ist nach dem
oben Dargelegten nicht zu rechtfertigen.
4.2 Die Beschwerdegegnerin hat demnach zu Recht eine Sanktion ausgesprochen.
4.3 In der Änderungsmeldung hat der Beschwerdeführer einen Entscheid aufgrund der
Akten beantragen lassen. Die Beschwerdegegnerin hat ihm in der Folge ein Nichtein
treten (im Sinn der Einstellung des Verfahrens) angedroht. Gemäss dem Wortlaut des
Dispositivs der angefochtenen Verfügung hat sie sein Leistungsgesuch - wie oben er
wähnt - "abgewiesen", was als Nichteintreten, d.h. als Einstellung des Verwaltungsver
fahrens, zu verstehen ist.
4.4 In der Literatur wird die Ansicht vertreten, von der Möglichkeit des Nichteintretens
sei zurückhaltend Gebrauch zu machen; soweit aufgrund der vorliegenden Akten ein
materieller Entscheid möglich sei, solle ein Nichteintretensentscheid nicht gefällt
werden (U. Kieser, a.a.O., Rz 53 zu Art. 43; vgl. A. Kölz/I. Häner, Verwaltungsverfahren
und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. A., Zürich 1998, Rz 275). Gemäss BGE
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108 V 231 hängt die Beurteilung der Frage, wann die Verwaltung bei schuldhafter
Unterlassung der notwendigen und zumutbaren Mitwirkung einen
Nichteintretensentscheid und wann einen materiellen Entscheid aufgrund der
vorhandenen Akten zu fällen hat, von den Umständen des Einzelfalles ab. Lässt sich
der Sachverhalt ohne Schwierigkeiten und ohne besonderen Aufwand abklären, auch
wenn der Gesuchsteller die Mitwirkung verweigert oder unterlässt, so wird die
Verwaltung die betreffenden Erhebungen zu tätigen und anschliessend materiell zu
entscheiden haben. Ebenso ist materiell zu entscheiden, wenn die vorhandenen Akten
einen Teilanspruch begründen. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn die
Unterlagen den Schluss auf eine halbe Rente erlauben, hinsichtlich der ganzen Rente
der Sachverhalt indessen ungenügend erhellt ist. In Grenz- und Zweifelsfällen ist die für
die Gesuch stellende Person günstigere Variante zu wählen (Bundesgerichtsentscheid
i/S T. vom 26. Juni 2007, I 42/06). - Auch die angeordnete Sanktion erscheint
vorliegend sachgerecht. Denn ohne ergänzende medizinische Abklärung lässt sich der
Sachverhalt (noch immer) nicht ausreichend zuverlässig feststellen. Die angefochtene
Verfügung erweist sich demnach als rechtmässig.
4.5 Wird der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin eine wiedergewonnene
Bereitschaft zur Mitwirkung anzeigen, so wird sie das Verfahren wieder aufnehmen.
4.6 Was schliesslich den Einwand des Beschwerdeführers betrifft, schon im früheren
Verfahren hätten die Vertrauensärzte den sachfremden Umstand, dass der Druck des
Berufslebens weggefallen sei, (zu Unrecht) für massgeblich gehalten, kann angemerkt
werden, dass er eine medizinische Frage beschlägt. Dass mit diesem Wegfall eine
anhaltende, relevante Verbesserung seines Gesundheitszustands eintrat, ist ebenso
denkbar wie der gegenteilige Fall. Entscheidend wird die auf der Grundlage der ge
fragten medizinischen Beurteilung zu bestimmende allfällige lange dauernde Erwerbs
unfähigkeit sein, verstanden als das Unvermögen, auf dem gesamten für den Be
schwerdeführer in Betracht fallenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt durch Verwertung
seiner Restarbeitsfähigkeit Einkommen zu erzielen (vgl. Art. 6 ff. ATSG; vgl. Entscheid
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S A. vom 30. April 2004, I 626/03). Eine
Veränderung des Sachverhalts kann sich sowohl in der Zeit bis Oktober 2009 wie bis
zum Ende des möglichen Rentenanspruchs ergeben haben.
5.
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5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit
darauf einzutreten ist.
5.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Eine
Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint vorliegend angemessen. Nach Art. 95 Abs. 1
VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz
oder teilweise abgewiesen werden. Demnach hat der unterliegende Beschwerdeführer
die Gerichtskosten gesamthaft zu tragen. Mit dem geleisteten Kostenvorschuss in
gleicher Höhe ist die geschuldete Gerichtsgebühr getilgt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39