Decision ID: 37578b4b-87d4-48d5-a439-d19e42134f45
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus Frei, Rorschacherstrasse 107, 9000 St.
Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich im März 2007 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) an und beantragte die Ausrichtung einer Invalidenrente. Sie
arbeite seit 18. Dezember 2001 als Betriebsangestellte (Küchendienst) bei der
Genossenschaft B._ in einem Arbeitspensum von 60%. Seit ca. Mitte 2006 leide sie
an einer Rheumaerkrankung (IV-act. 1 und 2).
A.b Im Arztbericht vom 30. April 2007 diagnostizierte Dr. med. C._, Ärztin für
Allgemeine Medizin, eine seropositive rheumatoide Arthritis. Die bisherige Tätigkeit sei
der Versicherten aufgrund der Schmerzen zurzeit nicht zumutbar. Wenn sie keine
Schmerzen mehr habe, sei ihr eine leichte Teilzeittätigkeit zumutbar (IV-act. 13/1-4).
A.c Am 23. August 2007 fand eine Abklärung betreffend die Einschränkungen im
Haushalt statt, aufgrund welcher die IV-Stelle die Versicherte als zu 60% Erwerbstätige
und zu 40% als Hausfrau einstufte. Im Bereich Haushalt ergab die Abklärung dabei
eine Einschränkung von 51.15% (IV-act. 25).
A.d Im Bericht des Kantonsspitals St. Gallen, Abteilung Dermatologie/Allergologie,
vom 22. Oktober 2007 wurde festgehalten, dass aus dermatologischer Sicht keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliegen würde. Es habe keine floride Arthritis
festgestellt werden können. Eine schwere Vaskulitis, welche zu einer Arbeitsunfähigkeit
führen würde, könne nicht attestiert werden. Es sei deshalb eine psychiatrische
Exploration des Schmerzbildsyndroms angezeigt (IV-act. 23). Im von der
Krankentaggeldversicherung in Auftrag gegebenen Gutachten des Kantonsspitals St.
Gallen, Departement Innere Medizin, Rheumatologie und Rehabilitation, vom 5.
Dezember 2007 (nachfolgend: KSSG-Gutachten) wurden im Wesentlichen die
Diagnosen ausgedehntes Schmerzsyndrom, Verdacht auf eine beginnende
rheumatoide Arthritis und Tendinose im Bereich der Flexoren des linken Vorderarms
gestellt. Die genaue Ursache des Schmerzsyndroms sei zurzeit noch unklar, wobei die
somatischen Ursachen gegenüber den psychischen und sozialen Umständen im
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Hintergrund stehen würden. Aus rheumatologischer Sicht bestehe aufgrund der
massiven Tendinose eine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit. Die
weichteilrheumatischen Beschwerden würden die Arbeitsfähigkeit ebenfalls
einschränken. Es sei wahrscheinlich, dass die schwierige soziale Situation mit
entsprechenden psychischen Auswirkungen ebenfalls einen negativen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit habe. Aus rheumatologischer Sicht sei auch eine andere Tätigkeit als
die bisherige Arbeit in einer Küche zumutbar, sofern die Tendinose im Bereich der
linken Hand abgeheilt sei. Unklar bleibe zum jetzigen Zeitpunkt die Belastbarkeit der
Wirbelsäule (IV-act. Fremdakten). Am 10. Dezember 2007 veranlasste die IV-Stelle eine
medizinische Abklärung bei der Zentrum für Arbeitsmedizin Ergonomie und Hygiene
AG (AEH) in Zürich (IV-act. 29). Im AEH-Gutachten vom 15. Mai 2008 (psychiatrisches
Teilgutachten von Dr. med. D._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 16. April
2008; IV-act. 37) wurden im Wesentlichen ein chronisches
Ganzkörperschmerzsyndrom und eine rheumatoide Arthritis diagnostiziert. In der
angestammten Tätigkeit betrage die Arbeitsunfähigkeit in Bezug auf das 60%ige
Arbeitspensum 30% im Sinn einer Leistungsreduktion. Eine angepasste Tätigkeit
(leichte Wechseltätigkeit mit Hantieren von Lasten bis 10kg) sei der Versicherten aus
rein rheumatologisch-orthopädischer Sicht ganztags zumutbar. Unter Berücksichtigung
der medizinischen Behandlungsbedürftigkeit und der Komorbidität sei aufgrund rein
somatischer Aspekte eine generelle Leistungsminderung von 30% begründbar. Aus
psychiatrischer Sicht bestehe keine Diagnose mit Krankheitswert oder Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 39).
A.e In der Aktennotiz vom 21. Juli 2008 reduzierte die IV-Stelle die Einschränkung im
Haushalt gestützt auf die medizinische Begutachtung auf 28.85% (IV-act. 43).
A.f Mit Vorbescheid vom 23. Juli 2008 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, dass sie bei einem Invaliditätsgrad von 29% keinen Anspruch auf eine
Invalidenrente habe (IV-act. 46). Gegen den Vorbescheid erhob der Rechtsvertreter der
Versicherten am 15. September 2008 Einwand (IV-act. 49). Mit Schreiben vom 24. April
2009 (Posteingang) nahm die AEH zum Einwand des Rechtsvertreters Stellung und
führte u.a. aus, dass keine Veranlassung bestehe, die Beurteilung zu revidieren oder
eine weitere Abklärung in Auftrag zu geben (IV-act. 61). Mit Verfügung vom 27. April
2009 eröffnete die IV-Stelle der Versicherten wie angekündigt, dass sie keinen
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Rentenanspruch habe (IV-act. 62). Diese Verfügung wurde durch die IV-Stelle am 12.
Mai 2009 widerrufen und es wurden aufgrund eines Berichts des Kantonsspitals St.
Gallen vom 24. März 2009 (IV-act. 60) weitere Abklärungen angekündigt (IV-act. 64). In
der Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes der Invalidenversicherung (RAD)
vom 7. August 2009 wurde festgehalten, dass sich trotz der neu eingereichten Berichte
des Kantonsspitals St. Gallen vom 6. Mai, 22. und 24. Juli 2009 (IV-act. 72 und 73) und
der Berichte von Dr. C._ vom 27. Mai und 26. Juni 2009 (IV-act. 67 und 72) keine
Hinweise auf eine Verschlechterung seit der AEH-Begutachtung ergeben würden (IV-
act. 74).
A.g Mit Vorbescheid vom 21. August 2009 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit,
dass bei einem Invaliditätsgrad von 30% kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe
(IV-act. 77). Mit Verfügung vom 1. Oktober 2009 wurde der Rentenanspruch
entsprechend dem Vorbescheid abgelehnt (IV-act. 78).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Markus Frei,
St. Gallen, eingereichte Beschwerde vom 2. November 2009 mit den Anträgen, die
Verfügung vom 1. Oktober 2009 sei aufzuheben, es sei der Beschwerdeführerin
rückwirkend ab 1. September 2007 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen und
eventualiter seien weitere physische und psychische Abklärungen zur Bestimmung der
Arbeitsfähigkeit vorzunehmen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Beschwerdegegnerin. Das AEH-Gutachten sei widersprüchlich, oberflächlich und nicht
mehr aktuell. Die aktuellsten ärztlichen Diagnosen und Abklärungen würden mit aller
Deutlichkeit zeigen, dass der Beschwerdeführerin weder eine Tätigkeit in der Küche
noch eine sonstige leichte Arbeit zumutbar sei. Bei der Berechnung des
Invaliditätsgrads sei ein Leidensabzug von 25% zu berücksichtigen, wodurch selbst bei
einer verbleibenden Restarbeitsfähigkeit mindestens ein Anspruch auf eine
Viertelsrente bestehen würde (act. G 1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 12. Januar 2010 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Das AEH-Gutachten entspreche
den Anforderungen der Rechtsprechung. Die Vornahme eines Leidensabzugs sei
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vorliegend nicht gerechtfertigt. Es könne auf die gutachterliche Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit von 70% bei einem 60% Pensum abgestellt werden. Für den Erwerb
resultiere daraus ein Teilinvaliditätsgrad von 18% und für den Haushalt ein solcher von
12%. Bei einem Invaliditätsgrad von 30% bestehe kein Anspruch auf eine Rente (act. G
4).
B.c Mit Replik vom 15. Februar 2010 hält die Beschwerdeführerin an den gestellten
Anträgen unverändert fest (act. G 7).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf eine weitere Stellungnahme verzichtet (act. G 9).
B.e Auf weitere Vorbringen der Parteien wird, sofern entscheidwesentlich, im Rahmen

der Erwägungen eingegangen.
B.f Am 11. Oktober 2010 reichte die Beschwerdeführerin einen weiteren Arztbericht
des Kantonsspitals St. Gallen vom 31. August 2010 ein (act. G 12.1).
Erwägungen:
1.
1.1 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht
zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt
gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
als Invalidität. Die Invalidität im Sinn von Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen
Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der
konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht
geregelt. Diese Lücke füllt Art. 28a Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20): Es ist darauf abzustellen, in welchem Mass die
betreffende Person behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Als
Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person gelten insbesondere die übliche
Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische
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Tätigkeiten (Art. 27 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
Die Bestimmung von Art. 28a Abs. 3 IVG regelt die sogenannte gemischte Methode der
Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil erwerbstätig und zum Teil im
Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen "gemischten" Fall sind der Anteil der
Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der
Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen.
1.2 Die Rentenabstufungen nach Art. 28 Abs. 2 IVG geben bei einem Invaliditätsgrad
von mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 50% Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 60% Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 70% Anspruch auf eine ganze Rente.
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Die Versicherungsträger und die
Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dennoch hat es die
Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar
erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten
Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. Den im Rahmen des
Verwaltungsverfahrens vom Versicherungsträger eingeholten Gutachten von externen
medizinischen Fachpersonen, die auf Grund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (zum Ganzen BGE 125 V 353 f. E. 3b
und c).
2.
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2.1 Vorab gilt es die Frage zu klären, ob die medizinische Aktenlage eine
rechtsgenügliche Beurteilung des Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin zulässt.
Die Beschwerdegegnerin stützt sich in der angefochtenen Verfügung auf das AEH-
Gutachten vom 15. Mai 2008. Die Beschwerdeführerin ist hingegen der Ansicht, dass
nicht auf dieses Gutachten abgestellt werden könne.
2.2 Konkret macht sie geltend, dass das AEH-Gutachten im Vergleich zum KSSG-
Gutachten erhebliche Widersprüche aufweise. Die AEH-Gutachter seien nämlich der
Meinung, dass die Arbeitsfähigkeit durch zumutbare medizinische Massnahmen nicht
beeinflusst werden könne. Der RAD habe diese Ansicht ohne weitere Bemerkungen
übernommen und eine Leistungseinbusse von 30% festgestellt. Der
Beschwerdeführerin sei im AEH-Gutachten unterstellt worden, dass sie eine
beschränkte Leistungsbereitschaft zeige und sich selbst limitiere. Diese Auffassung
widerspreche der Wahrnehmung sämtlicher sonstiger Beteiligter. Die vom IV-
Sachbearbeiter festgestellte, sichtbare Schwellung der Hand- und Fussgelenke sowie
die aktuelle medizinische Situation seien im AEH-Gutachten nicht zur Sprache
gekommen. Das AEH-Gutachten sei als oberflächlich zu bezeichnen, da die Gutachter
nicht die aktuellsten MRI und Röntgenbilder beigezogen hätten.
2.3 Die Einwände der Beschwerdeführerin sind nicht geeignet, Zweifel an der Zuver
lässigkeit des AEH-Gutachtens aufkommen zu lassen. Die AEH-Gutachter haben am
24. April 2009 (Posteingang) zu den geltend gemachten Einwänden nochmals explizit
Stellung genommen und im Wesentlichen ausgeführt, dass in ihrem Gutachten das
KSSG-Gutachten ausführlich zusammengefasst und in der Beurteilung gewürdigt
worden sei. Für die angestammte Tätigkeit sei im KSSG-Gutachten wohl eine volle
Arbeitsunfähigkeit bejaht worden, allerdings würden die somatischen Gründe
gegenüber den psychischen und sozialen im Hintergrund stehen, weshalb weitere
Abklärungen in diese Richtung zu empfehlen seien. Die bidisziplinäre AEH-
Begutachtung habe dann ergeben, dass keine psychiatrische Störung mit
Krankheitswert vorliege, was die Beurteilung einer vollen Arbeitsunfähigkeit auch im
Fall einer Abstützung auf die Begründung im KSSG-Gutachten verunmögliche. Auf die
problematische Vermengung von krankheitsbedingten und invaliditätsfremden
Argumenten im KSSG-Gutachten sei im AEH-Gutachten bereits hingewiesen worden.
Bezüglich der wesentlichen medizinischen somatischen Befunde und diagnostischen
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Aspekte bestehe hingegen Einigkeit zwischen den Gutachten. Die teilweise bestehende
Diskrepanz sei somit auf die klarere Differenzierung zwischen somatischen,
psychischen und sozialen Aspekten im AEH-Gutachten und dem Vorliegen einer
psychiatrischen Bewertung zurückzuführen. Unter diesen Voraussetzungen sei es nicht
verwunderlich, dass eine (teilweise) andere Schlussfolgerung resultiere. Da sie wie die
KSSG-Gutachter der Ansicht seien, dass sich "eine schnelle Besserung des
Zustandsbildes" mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nur wenig wahrscheinlich
einstelle, sei konsequenterweise davon auszugehen, dass medizinische Massnahmen
nicht geeignet seien, das Zustandsbild zu beeinflussen. Die Beurteilung als
"beschränkte Leistungsbereitschaft" und der Selbstlimitierung seien keine
Unterstellungen, sondern deskriptive und standardisierte Begriffe aus der Evaluation
der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL), welche grundsätzlich als
wertfrei zu betrachten seien. Die Beurteilung des MRI vom 15. November 2007 sei in
die Beurteilung mit einbezogen worden. Bezüglich der Ansicht der Beschwerdeführerin,
wonach die Einschätzung von "geschwollenen Händen" durch einen Sachbearbeiter
höher eingeschätzt werde als die fachärztliche Beurteilung von Synovitiden, werde auf
die erhobenen Befunde verwiesen (IV-act. 61). Die Ausführungen der AEH-Gutachter
sind plausibel und nachvollziehbar und insbesondere geeignet, die Einwände der
Beschwerdeführerin gegen das AEH-Gutachten vom 15. Mai 2008 zu widerlegen.
Anzufügen bleibt, dass bei im Hintergrund stehenden somatischen Beschwerden nicht
besonders ins Gewicht fällt, dass die AEH-Gutachter nicht über die aktuellsten
bildgebenden Unterlagen verfügten. Weitere konkrete Einwände gegen das AEH-
Gutachten werden von der Beschwerdeführerin nicht geltend gemacht. Insgesamt sind
keine Indizien auszumachen, welche gegen die Zuverlässigkeit des AEH-Gutachtens
sprechen würden. Es erfüllt sämtliche von der höchstrichterlichen Rechtsprechung
verlangten Anforderungen an ein beweiskräftiges Gutachten (vgl. BGE 125 V 352). Das
AEH-Gutachten beruht auf eigenständigen bidisziplinären Abklärungen und erscheint
für die streitigen Belange umfassend. Die relevanten Vorakten wurden hinreichend
berücksichtigt. Insbesondere setzt sich das Gutachten mit dem KSSG-Gutachten
auseinander und begründet entsprechende Abweichungen nachvollziehbar. So wurde
im AEH-Gutachten u.a. ausgeführt, dass sich bezüglich der medizinischen Wertung
und Gewichtung der Beschwerden und Befunde keine grundsätzlichen Unterschiede
ergeben würden. Eine Überbewertung habe in Bezug auf die im MRI vom November
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2007 gefundenen Veränderungen mit Interpretation als Tendinose, welche aktuell kein
klinisches Korrelat habe, stattgefunden (IV-act. 39/8). Das Gutachten leuchtet in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation ein. Vor diesem Hintergrund vermögen die darin enthaltenen
Schlussfolgerungen, insbesondere die generelle Leistungsminderung von 30% für eine
angepasste Tätigkeit, zu überzeugen.
2.4 Zu prüfen bleibt, ob die zeitlich nach dem AEH-Gutachten erstellten ärztlichen
Berichte eine andere medizinische Beurteilung des rechtserheblichen Sachverhalts
erfordern. Der RAD hielt diesbezüglich in der Stellungnahme vom 7. August 2009 fest,
dass sich aus den eingereichten Berichten des Kantonsspitals St. Gallen vom 6. Mai,
22. und 24. Juli 2009 (IV-act. 72 und 73) und aus den Berichten von Dr. C._ vom
27. Mai und 26. Juni 2009 (IV-act. 67 und 72) keine Hinweise auf eine Verschlechterung
seit der AEH-Begutachtung ergeben würden (IV-act. 74). Dieser Beurteilung ist zu
folgen. Insbesondere ist den erwähnten Berichten keine hinreichend begründete
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit zu entnehmen. Sodann
ist zu berücksichtigen, dass aufgrund einer gestellten Diagnose noch nicht auf eine
relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
geschlossen werden kann. Eine relevante Verschlechterung des Gesundheitszustands
der Beschwerdeführerin seit der AEH-Begutachtung ist somit nicht überwiegend
wahrscheinlich ausgewiesen. Bei der Beurteilung durch Hausärzte darf und soll zudem
die Erfahrungstatsache mitberücksichtigt werden, dass diese aufgrund des Auftrags-
und teilweise persönlichen Verhältnisses zu ihren Patienten in Zweifelsfällen eher dazu
neigen, zu Gunsten ihrer Patienten auszusagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Somit
vermögen auch die nach der AEH-Begutachtung erstellten Bericht kein Abweichen von
den im AEH-Gutachten festgehaltenen Schlussfolgerungen zu begründen.
2.5 Dem Eventualantrag der Beschwerdeführerin, es seien weitere physische und
psychische Abklärungen zur Bestimmung der Arbeitsfähigkeit vorzunehmen, ist nicht
stattzugeben. Das AEH-Gutachten ergibt ein vollständiges Bild des
Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin und vermittelt genügend Klarheit über
den rechtserheblichen Sachverhalt. Von weiteren medizinischen Abklärungen sind
keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte
Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157 E. 1d).
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3.
Zwischen den Parteien blieb grundsätzlich unbestritten, dass die Beschwerdeführerin
im Gesundheitsfall zu 60% einer Erwerbstätigkeit nachgehen und zu 40% im Haushalt
tätig sein würde. Aufgrund der Aktenlage bestehen keine Anhaltspunkte von dieser
Annahme abzuweichen, weshalb sich weitere Ausführungen zur Pensumsaufteilung
erübrigen.
4.
4.1 Im Abklärungsbericht Haushalt vom 31. Oktober 2007 (IV-act. 25) wurde der
Beschwerdeführerin ursprünglich eine Einschränkung von 51.15% bescheinigt. Nach
Vorlage des AEH-Gutachtens reduzierte die Abklärungsperson der
Beschwerdegegnerin die Einschränkung im Bereich Haushalt auf 28.85%. Zur
Begründung wurde in der Aktennotiz vom 21. Juli 2008 ausgeführt, dass sich die
anlässlich der Abklärung vor Ort geltend gemachten Einschränkungen aufgrund der
Ergebnisse der medizinischen Begutachtung in diesem Ausmass nicht mehr
rechtfertigen lassen würden. Bei der Ernährung könne maximal eine Einschränkung von
30% zugestanden werden im Zusammenhang mit Repetierbewegungen und strengerer
Reinigungsarbeit. Ebenfalls begrenze sich die Einschränkung in der Wohnungspflege
auf 30% im Zusammenhang mit strengeren Arbeiten. Die Möglichkeiten, Arbeiten in
Etappen auszuführen und nach Strenge an die im gleichen Haushalt lebende
Schwiegertochter zu delegieren, verringere die Belastungen ebenfalls. Beim Einkauf
könnten die ermittelten 30% beibehalten werden. Bei der Wäsche begrenze sich die
Einschränkung aus den gleichen Gründen auf 30% (IV-act. 43).
4.2 Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt ist u.a.
wesentlich, dass die Abklärungsperson Kenntnis von den sich aus den medizinischen
Diagnosen ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Diese Anforderung
an einen beweiskräftigen Haushaltsbericht setzt somit vor der Abklärung vor Ort eine
hinreichende medizinische Aktenlage voraus. Vorliegend hat allerdings die
Haushaltsabklärung vor der AEH-Begutachtung stattgefunden, was als Indiz gegen die
Zuverlässigkeit der ermittelten Einschränkung gewertet werden kann. Obwohl die
Beschwerdegegnerin diese formellen Anforderungen nicht erfüllt und auch die
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anschliessende Reduktion der Einschränkung lediglich in einer Aktennotiz festgehalten
hat, vermag die Schlussfolgerung, d.h. die 29%ige Einschränkung im Haushalt, im
Ergebnis grundsätzlich zu überzeugen. Im AEH-Gutachten wurde festgehalten, dass
der Beschwerdeführerin eine angepasste Tätigkeit (leichte Wechseltätigkeit mit
Hantieren von Lasten bis 10kg) aus rein rheumatologisch-orthopädischer Sicht
ganztags zumutbar sei. Unter Berücksichtigung der medizinischen
Behandlungsbedürftigkeit und der Komorbidität sei aufgrund rein somatischer Aspekte
eine generelle Leistungsminderung von 30% begründbar. Unter Berücksichtigung der
Schadenminderungspflicht der im selben Haushalt lebenden Personen sowie dem
Umstand, dass vor allem die schwereren Haushaltsarbeiten zeitlich relativ frei eingeteilt
werden können, erscheint vor dem Hintergrund der medizinischen Ausführungen im
AEH-Gutachten auch im Haushalt eine Einschränkung von über 30% als nicht
ausgewiesen. Bei einer 30%igen Einschränkung ergibt sich bei einer Gewichtung eines
40% Pensums somit eine Teilinvalidität im Bereich Haushalt von 12%.
5.
5.1 Ausgehend von einer generellen Leistungsminderung in einer adaptierten
Tätigkeit von 30% (70%ige Arbeitsfähigkeit in Bezug auf ein 60% Pensum) gilt es die
erwerblichen Auswirkungen dieser Beeinträchtigung zu prüfen.
5.2 Mit Blick auf die von der Beschwerdeführerin vor dem Eintritt des
Gesundheitsschadens ausgeübte Hilfstätigkeit und des dabei erzielten Verdienstes (vgl.
IV-act. 12), hat die Beschwerdegegnerin bei der Ermittlung des Invaliditätsgrads zu
Recht - was im Übrigen von der Beschwerdeführerin auch nicht bestritten wurde - das
Validen- und Invalideneinkommen auf der gleichen Grundlage bestimmt, weshalb ein
Prozentvergleich vorgenommen werden kann. Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad
dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzugs vom Tabellenlohn
(Urteil des Bundesgerichts vom 9. März 2007, I 697/05, E. 5.4 mit Hinweis). Nach der
Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt werden, um
dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht
erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu
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verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen
behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung
hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen - auch von invaliditätsfremden
Faktoren - des konkreten Einzelfalles ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung,
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Eine schematische
Vornahme des Leidensabzuges ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt in AHI
2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen).
5.3 Aufgrund der vorliegenden Aktenlage ist die von der Beschwerdeführerin
beantragte Vornahme eines Leidensabzugs von 25% offensichtlich nicht ausgewiesen.
Eine genaue Bestimmung des Tabellenlohnabzugs kann allerdings unterbleiben, da
selbst bei einem kaum ausgewiesenen Abzug von 20% kein rentenbegründender
Invaliditätsgrad resultiert, wie nachfolgend zu zeigen ist.
5.4 Die Durchführung des Prozentvergleichs im Erwerbsbereich ergibt ungewichtet
eine Einschränkung von maximal 44% (Valideneinkommen 60%, Invalideneinkommen
33.6% [60% x 0.7 Arbeitsfähigkeit x 0.8 Leidensabzug]). Bezogen auf einen
Erwerbsanteil von 60% ergibt sich somit nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung im Erwerbsbereich eine Teilinvalidität von 26.4% (44 x 60%).
Zusammen mit der Teilinvalidität im Bereich Haushalt von 12% resultiert ein
rentenausschliessender Invaliditätsgrad von gerundet maximal 38%.
6.
6.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung der
angefochtenen Verfügung abzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin
bis
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aufzuerlegen. Der von ihr geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr daran
anzurechnen.