Decision ID: 83f84389-9bdf-41c7-a178-d5c4fcb53ac7
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ wurde im Juni 2012 von ihrer Arbeitgeberin, der Oberstufenschulgemeinde
B._, bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zur Früherfassung angemeldet (IV-act.
1). Innert der ihr angesetzten Frist reichte die Versicherte im Juli 2012 das
Anmeldeformular ein (IV-act. 6 f.). Sie gab an, zu 33.33 % als Oberstufenlehrerin tätig
zu sein. Seit einer Hirnblutung am 29. März 2012 leide sie an einer Halbseitenlähmung
der linken Körperhälfte.
A.b Die Arbeitgeberin der Versicherten berichtete der IV-Stelle am 7. August 2012 (IV-
act. 18), dass sie die Versicherte seit dem 1. August 2002 in einem Pensum von 13.86
Stunden pro Woche als Oberstufenlehrerin beschäftige. Seit dem 29. März 2012
befinde sich die Versicherte im Krankenstand. Der Jahreslohn betrage seit dem 1.
Januar 2012 Fr. 42'303.80.
A.c Die Hausärztin Dr. med. C._ berichtete dem RAD-Arzt Dr. med. D._ am 13.
August 2012 telefonisch (IV-act. 24), dass die Versicherte an einer arteriovenösen
Malformation (MVA) im Stammganglienbereich rechts mit/bei Einblutungen am 3. April
2012 und 23. Juni 2012, Hämatomevakuation und Entfernung einer Gefässläsion am
29. Juni 2012 im Kantonsspital St. Gallen (KSSG, IV-act. 23-1 ff.) und depressiver
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Verstimmung leide; die kognitiven Funktionen seien erhalten (grob geprüft). Zurzeit
finde eine Rehabilitation in der Klinik Valens statt. In ihrer bisherigen Tätigkeit als
Oberstufenlehrerin sei die Versicherte derzeit vollständig arbeitsunfähig. Am 30.
Oktober 2012 informierte Dr. C._ den RAD-Arzt, dass die Versicherte am 26.
September 2012 aus der Rehaklinik entlassen worden sei (IV-act. 35). Sie zeige ein
Hemisyndrom links mit einem spastisch gelähmten linken Arm, den sie nicht
gebrauchen könne. Das Gehen ohne Stock sei möglich; die Gehsicherheit sei
eingeschränkt gegeben. Angesichts eines Stimmungstiefs sei eine psychologische Hilfe
zu erwägen. Die Versicherte werde frühestens in einem halben Jahr eine
Arbeitsfähigkeit wiedererlangen. Die Klinik für Neurologie der Kliniken Valens hatte im
Austrittsbericht vom 28. September 2012 über den stationären Aufenthalt vom 9. Juli
bis 26. September 2012 angegeben (IV-act. 32), dass sich beim Eintritt klinisch eine
Fazialisparese links sowie eine Hemiparese links und eine leichte Dysarthrie gezeigt
hätten. Das Ziel der Rehabilitation seien die Wiedererlangung der Gehfähigkeit, der
allgemeinen Kraft und die Rekondition sowie die Verbesserung in den Alltagsaktivitäten
gewesen. Das Gehen ohne Stock sei zunehmend sicherer geworden; die Versicherte
habe die Treppen alternierend selbständig mit dem Halten am Geländer bewältigen
können. In der Ergotherapie sei intensiv an der linken oberen Extremität gearbeitet
worden; es falle der Versicherten jedoch nach wie vor schwer, den betroffenen Arm
beziehungsweise die Hand bei Aktivitäten einzusetzen. Gemäss dem
neuropsychologischen Bericht vom 26. September 2012 hatte die Versicherte in der
neuropsychologischen Diagnostik insgesamt ein normales Leistungsprofil mit knapp
genügenden Ergebnissen in der räumlich-visuellen Wahrnehmung gezeigt (IV-act.
32-14).
A.d Dr. C._ berichtete der IV-Stelle am 25. Oktober 2013 (IV-act. 46), dass die
Hemiplegie unverändert sei; psychisch gehe es der Versicherten eher etwas besser.
Seit dem 1. August 2013 arbeite sie wieder zwei Doppelstunden pro Woche als
Lehrerin. Eventuell sei später eine geringfügige Steigerung möglich. Die
Ergotherapeutin hatte im Verlaufsbericht vom 20. August 2013 angegeben (IV-act. 46-6
ff.), dass die Versicherte im vergangenen Vierteljahr vor allem grosse Fortschritte im
Partizipationsbereich habe erzielen können. Bezüglich der Hand- und Armfunktion links
habe es wenig Veränderungen gegeben. Die Versicherte setze die linke Hand im Alltag
beginnend als Haltehand ein. Dr. C._ teilte dem RAD-Arzt Dr. D._ am 11.
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November 2013 telefonisch mit (IV-act. 49), dass die Arbeitsfähigkeit höchstens auf
sechs Stunden pro Woche gesteigert werden könne. Die Versicherte sei im Begriff, ihre
Verarbeitungsstörung und damit auch ihre Depression langsam zu überwinden. Die
kognitiven Ressourcen seien wahrscheinlich nicht eingeschränkt. In motorischer
Hinsicht sei die Versicherte aber in einigen Bereichen auf fremde Hilfe angewiesen. Die
Versicherte teilte der Eingliederungsberaterin der IV-Stelle am 16. Dezember 2013 mit
(IV-act. 50-2), dass sie nicht wisse, ob eine Steigerung des Arbeitspensums auf sechs
Stunden pro Woche möglich sei. Sie sei mit der jetzigen Situation zufrieden. Sie
wünsche sich die Rentenprüfung. In der Folge teilte die IV-Stelle der Versicherten am 6.
Januar 2014 mit, dass keine beruflichen Massnahmen angezeigt seien (IV-act. 52).
A.e Im Fragebogen zur Haushaltstätigkeit vom 3. Februar 2014 gab die Versicherte an
(IV-act. 55), dass es schwierig sei, den zeitlichen Aufwand im Haushalt ohne
Behinderung einzuschätzen. Zusammengefasst machte die Versicherte geltend, wegen
ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung ausser bei der Haushaltsführung in allen
Bereichen erheblich eingeschränkt zu sein.
A.f Die Ergotherapeutin erklärte im Verlaufsbericht vom 20. Februar 2014 (IV-act. 65-5
ff.), dass die linke Hand weiterhin funktionslos sei. Aufgrund des erhöhten Tonus der
Fingerflexoren könne die Versicherte die linke Hand teilweise als Pseudohaltehand
einsetzen. Die Funktionen im Schultergürtel kehrten langsam zurück und die
Versicherte könne beginnend auch im Ellenbogen "besser loslassen"/den
Flexionstonus besser kontrollieren.
A.g Am 23. April 2014 fand eine Abklärung an Ort und Stelle statt (Bericht vom 16. Mai
2014, IV-act. 67). Die Versicherte gab an, dass sie auch heute noch Ruhephasen
benötige und schnell ermüde. Körperlich bestünden weiterhin sichtbare
Einschränkungen. Auswärts müsse sie eine Fussschiene tragen, da ansonsten der
Spasmus das Gehen verunmögliche. Im linken Arm bestünden keine Schmerzen mehr,
er sei aber total gelähmt. Sie sei Sport- und Englischlehrerin. Zurzeit unterrichte sie in
einem Pensum von 10 % Englisch (zwei Doppelstunden pro Woche). Das angestrebte
Pensum von sechs Stunden sei bisher nicht umsetzbar gewesen. Psychisch gehe es
ihr heute viel besser als am Anfang. Von März 2012 bis März 2013 habe im Haushalt
eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden. Seither habe sich vieles verbessert. Sie
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benötige aber mehr Zeit (als früher) und könne aufgrund der Einhändigkeit nicht mehr
alles selber machen. Die Versicherte erklärte weiter, dass vor dem Eintritt der
Behinderung eine kontinuierliche Steigerung der Erwerbstätigkeit geplant gewesen sei.
Im Sommer 2014, wenn die jüngste Tochter in die Lehre komme, hätte sie ihr Pensum
auf 67 % (20 Stunden pro Woche) erhöht. Die Versicherte gab gegenüber den
Abklärungspersonen an, dass bei der Haushaltführung (Gewichtung: 2.51 %) und bei
der Betreuung der Kinder (30.07 %) keine Einschränkungen bestünden. Im Bereich
Ernährung (Gewichtung: 36.04 %) sei sie zu 25 %, im Bereich Wohnungspflege
(Gewichtung: 11.19 %) zu 75 %, im Bereich Einkauf und weitere Besorgungen
(Gewichtung: 5.51 %) zu 50 %, im Bereich Wäsche und Kleiderpflege (Gewichtung:
11.06 %) zu 25 % und im Bereich "Verschiedenes" (Gewichtung: 3.63 %) zu 50 %
eingeschränkt (Gesamteinschränkung von 24.8 %). Die Abklärungspersonen
anerkannten lediglich im Bereich Wohnungspflege eine Einschränkung, nämlich eine
solche von 31 %. Im Übrigen verwiesen sie auf die Schadenminderungspflicht des
Ehemannes und der drei gemeinsamen Kinder (Mithilfe von 1.275 Stunden pro Tag). Da
der Bereich Wohnungspflege mit 11.19 % gewichtet worden war, resultierte für den
Aufgabenbereich Haushalt ein IV-Grad von 3.5 % (genau: 3.69). Bezüglich des Status
hielten die Abklärungspersonen fest, dass bis zum 31. Juli 2014 von einer Qualifikation
von 33 % Erwerb und 67 % Haushalt und ab dem 1. August 2014 von einer
Qualifikation von 67 % Erwerb und 33 % Haushalt auszugehen sei.
A.h Dr. C._ berichtete der IV-Stelle am 16. Juni 2014 über einen stationären
Gesundheitszustand (IV-act. 68). Die bisherige Tätigkeit sei der Versicherten im Umfang
von zwei Doppelstunden pro Woche zumutbar.
A.i RAD-Arzt Dr. D._ notierte am 11. Juli 2014 (IV-act. 72), dass der
Gesundheitszustand zwei Jahre nach dem letzten Blutungsereignis als stabil
bezeichnet werden könne. Die vollständige Lähmung des linken Arms hindere die
Versicherte daran, diesen für die alltäglichen Verrichtungen einzusetzen. Turnunterricht
könne sie nicht mehr erteilen. Dass die Versicherte nicht in der Lage sei, die Anzahl der
Englischlektionen zu steigern, lasse bei differenzierter Betrachtung eine kognitive
Funktionseinschränkung vermuten. Die neurokognitive Testung in der Klinik Valens
vom September 2012 sei nicht mehr aktuell und angesichts ihrer sehr knappen
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Ausgestaltung auch ungenügend gewesen. Der RAD-Arzt empfahl eine
neuropsychologische Untersuchung.
A.j Diese erfolgte am 25. August 2014 durch Dr. phil. E._, Fachpsychologin für
Neuropsychologie FSP (Bericht vom 26. August 2014, IV-act. 75). Dr. phil. E._
erklärte, dass sich aus neuropsychologischer Sicht leichte kognitive
Funktionsstörungen und eine leichte bis mittelschwere Verminderung der
psychophysischen Belastbarkeit mit Fatigue-Symptomatik gezeigt hätten. Diagnostisch
sei am ehesten von einer organischen Persönlichkeitsstörung im Rahmen einer
Funktionsstörung des Gehirns auszugehen (ICD-10: F07.8). Aus neuropsychologischer
Sicht sei die Versicherte in der Tätigkeit als Englischlehrerin zu 30 % eingeschränkt.
Die durch die verminderte psychophysische Belastbarkeit bedingten Einschränkungen
im Alltag und im Beruf seien deutlich schwerwiegender als diejenigen, die aus
spezifisch kognitiven Funktionseinbussen resultierten. RAD-Arzt Dr. D._ konkludierte
am 23. September 2014 (IV-act. 76), dass die Tätigkeit als Englischlehrerin ideal
adaptiert sei.
A.k Mit Vorbescheid vom 30. Oktober 2014 (IV-act. 85) kündigte die IV-Stelle der
Versicherten die Abweisung des Rentengesuchs an. Der IV-Grad bis 31. Juli 2014
betrug 26 % (Haushalt: Pensum von 67 %, Einschränkung von 4 %, Teilinvaliditätsgrad
von 3 %; Erwerb: Pensum von 33 %, Einschränkung von 70 %, Teilinvaliditätsgrad von
23 %). Für die Zeit ab dem 1. August 2014 setzte die IV-Stelle den IV-Grad auf 21 %
fest (Haushalt: Pensum von 33 %, Einschränkung von 4 %, Teilinvaliditätsgrad von 1
%; Erwerb: Pensum von 67 %, Einschränkung von 30 %, Teilinvaliditätsgrad von 20
%).
A.l Auf die Intervention des Rechtsvertreters der Versicherten hin fragte die IV-Stelle Dr.
phil. E._ am 16. Dezember 2014 telefonisch an, ob sie eine zusätzliche neurologische
Abklärung für erforderlich erachte, was diese bejahte (IV-act. 91). Auch der RAD-Arzt
Dr. D._ erachtete eine zusätzliche neurologische Abklärung am 30. Dezember 2014
als geboten (IV-act. 95).
A.m Die neurologische Untersuchung fand am 18. Februar 2015 statt (Gutachten vom
März 2015, IV-act. 97). Dr. med. F._, Neurologie FMH, nannte als Diagnose mit
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Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine arteriovenöse Malformation im
Stammganglienbereich rechts mit rezidivierenden Einblutungen zwischen März und
Juni 2012, osteoplastischer rechts temporaler Craniotomie, Hämatomevakuation und
Entfernung der Gefässläsion im Juni 2012 und persistierendem schwerem, vor allem
motorischem Hemisyndrom links. Sie erklärte, dass die von der Versicherten
geschilderten Beschwerden unter Berücksichtigung der klinischen Befunde problemlos
nachvollziehbar seien. Es sei bemerkenswert, dass die Versicherte trotz der
Gebrauchsunfähigkeit des linken Arms einen nicht unerheblichen Teil der
Haushaltsarbeit verrichte. Die Versicherte scheine ihre vorhandenen Ressourcen voll
auszuschöpfen. Aufgrund der heutigen Untersuchungsbefunde sei insbesondere die
Einschätzung einer nur 4 %igen Einschränkung für Tätigkeiten im Haushalt nicht
nachvollziehbar. Es gebe kaum Tätigkeiten, die die Versicherte ohne Hilfe durchführen
könne. Zudem benötige sie für sämtliche Verrichtungen wesentlich mehr Zeit, da sie
diese nur einhändig verrichten könne. Die Gutachterin ging davon aus, dass die
effektiven Einschränkungen weit über 50 % lägen und schlug eine professionelle
Haushaltsabklärung durch die IV vor. Die Versicherte sei auch in der Tätigkeit als
Englischlehrerin körperlich eingeschränkt. Sie benötige für sämtliche manuellen
Tätigkeiten mehr Zeit. Zudem verbrauche sie schon für eine Unterrichtsstunde bzw. für
deren Vorbereitung in körperlicher Hinsicht mehr Energie als eine gesunde Person.
Hinzu komme die neuropsychologische Einschränkung in Bezug auf die Belastbarkeit.
Bei einer vollständigen Entbindung von den Haushaltsarbeiten sollte die Versicherte
mindestens zwei, maximal drei Stunden pro Tag unterrichten können (zzgl. der
Vorbereitungszeit). Bei der Vorbereitung seien vermehrte Pausen nötig, da die
einseitige Sitzhaltung zu Schmerzen im linken Arm führe. Zudem dauere die Arbeit am
PC wegen der Einhändigkeit deutlich länger. Aufgrund der körperlichen Behinderung
und unter Einbezug der neuropsychologischen Beurteilung schätzte die Gutachterin die
Arbeitsfähigkeit als Englischlehrerin bezogen auf ein 100 %-Pensum auf maximal 50
%. Die aktuelle Tätigkeit sei ideal adaptiert. Als Sportlehrerin könne die Versicherte
nicht mehr tätig sein. Die laufenden Therapiemassnahmen zur Erhaltung des
Gesundheitszustandes (vor allem Physiotherapie und Heimübungsprogramm)
bedingten einen gewissen zeitlichen Aufwand, der bei der Einsatzfähigkeit im
Berufsalltag berücksichtigt werden müsse. Mit einer Verbesserung der Situation sei
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nicht mehr zu rechnen. RAD-Arzt Dr. D._ bezeichnete das Gutachten von Dr. F._
am 27. März 2015 als qualitativ einwandfrei (IV-act. 98).
A.n Mit einem zweiten Vorbescheid vom 27. April 2015 (IV-act. 102) stellte die IV-Stelle
der Versicherten bei einem IV-Grad von 42 % ab dem 1. August 2014 eine Viertelsrente
in Aussicht. Zur Begründung hielt sie fest, die ergänzenden Abklärungen hätten
ergeben, dass die Versicherte, bezogen auf ein 100 %-Pensum, zu 50 % arbeitsfähig
sei. Da bei ihr ein erheblicher Gesundheitsschaden ausgewiesen sei, werde die
Wechselwirkung zwischen der Hausarbeit und der Ausübung einer Teilerwerbstätigkeit
anerkannt. Die 50 %ige Arbeitsfähigkeit werde deshalb nicht auf ein Vollpensum,
sondern nur auf das Teilpensum von 67 % im Gesundheitsfall angerechnet, was einer
Erwerbseinbusse von 50 % entspreche. Der Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich
betrage folglich 34 %. Mit dem früheren Erwerbsanteil von 33 % bis Ende Juli und
einer Restarbeitsfähigkeit von 50 % habe der IV-Grad bis Juli 2014 noch deutlich unter
40 % gelegen. Gemäss den neuen Abklärungen sei die Versicherte im Haushalt zu 24
% eingeschränkt. Der zeitliche Gesamtaufwand im Haushalt würde bei voller
Gesundheit 6.5 Stunden pro Tag betragen. Bringe man die 1.5 Stunden an zumutbarer
Mithilfe des Ehemannes sowie der Kinder ins Spiel, so liege der prozentuale Anteil der
Angehörigen bei 23 %. Dieser Anteil sei von der Gesamteinschränkung von 31 %
abzuziehen, was einem gewichteten Abzug von 7 % entspreche und den
anrechenbaren Behinderungsgrad (Einschränkung im Haushalt) von 24 % ergebe. Der
IV-Grad im Haushalt betrage bei einem Anteil (Pensum) von 33 % demnach 8 %. Das
Wartejahr sei am 29. März 2013 erfüllt gewesen. Der Rentenanspruch entstehe im
Zeitpunkt des Eintritts einer mindestens 40 %igen Invalidität. Die Versicherte habe
somit ab dem 1. August 2014, als sie das Erwerbspensum im Gesundheitsfall auf 67 %
erhöht hätte, bei einem IV-Grad von 42 % einen Anspruch auf eine Viertelsrente.
Dagegen liess die Versicherte am 10. Juni 2015 einwenden (IV-act. 106), bei einer
Abklärung an Ort und Stelle sei klar zu unterscheiden zwischen der Protokollierung der
Befragung der versicherten Person, der Protokollierung der Beobachtungen der
Abklärungsperson und der Protokollierung der eigenen Einschätzungen der
Abklärungsperson. Für die Beurteilung der tatsächlichen Einschränkungen seien die
Beobachtungen der Abklärungsperson unverzichtbar; eine blosse Befragung der
versicherten Person reiche beweisrechtlich nicht aus. Da diese Grundsätze bei der
Abklärung an Ort und Stelle vom 23. April 2014 missachtet worden seien, sei eine neue
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Abklärung notwendig. Mit der Korrektur des IV-Grades im Haushalt von 4 % auf 24 %
sei die erste, vollkommen überzogene Schadenminderungspflicht teilweise, aber nicht
hinreichend korrigiert worden. Sämtliche Familienangehörigen arbeiteten in einem
Vollpensum und stünden während des Tages für Hilfeleistungen nicht zur Verfügung.
Durch die Übernahme von Haushaltstätigkeiten, die die Versicherte nicht mehr oder nur
sehr schlecht verrichten könne, entstünde ihnen eine unverhältnismässige Belastung.
Des Weiteren sei nicht nachvollziehbar, weshalb die IV-Stelle die Einschätzung der
neurologischen Gutachterin Dr. F._ bezüglich der Einschränkungen im Haushalt ohne
weitere Begründung ignoriert habe. Sollte die IV-Stelle der Versicherten eine halbe
Rente zusprechen, würde die Versicherte auf eine neuerliche Haushaltabklärung
verzichten. Dem Einwand lag eine detaillierte Auflistung der Versicherten bezüglich der
noch möglichen und nicht mehr möglichen Haushaltsarbeiten bei (IV-act. 106-8 ff.).
A.o Mit Verfügung vom 10. September 2015 sprach die IV-Stelle der Versicherten wie
angekündigt ab dem 1. August 2014 eine Viertelsrente zu (IV-act. 115 und 107). Zu den
Einwänden hielt sie fest, dass die geltend gemachten Einschränkungen im
Abklärungsbericht genau festgehalten worden seien. Zudem müsse ein
Abklärungsbericht rechtsprechungsgemäss nicht protokolliert werden. Die
angerechnete Mithilfe der Familienangehörigen von 90 Minuten täglich könne auf die
vier Angehörigen verteilt werden, sodass sich die erforderliche Mitarbeit jedes
Einzelnen auf rund 20 Minuten pro Tag belaufe. Auf eine Wiederholung der
Haushaltsabklärung könne verzichtet werden, da die Behinderungen der Versicherten
im Bericht vom 23. April 2014 präzise festgehalten worden seien. Eine nachträgliche
Anpassung der geltend gemachten Einschränkungen sei nicht zulässig, da die
Angaben "der ersten Stunde" gültig seien.
B.
B.a Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin)
am 14. Oktober 2015 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter beantragte
die Aufhebung der Verfügung und die Zusprache mindestens einer halben IV-Rente ab
1. März 2013. Eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung und
Neuverfügung an die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen.
Zur Begründung machte der Rechtsvertreter ergänzend zu seinen Einwendungen im
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Vorbescheidverfahren geltend, dass die Einschränkung im Haushalt weit mehr als 50 %
betrage. Bei der Haushaltsabklärung sei der erhöhte Zeitaufwand, den die
Beschwerdeführerin für die einzelnen Arbeiten benötige, nicht hinreichend
berücksichtigt worden. Allein dieser Mangel rechtfertige es, eine neue
Haushaltsabklärung durchzuführen. Zu berücksichtigen sei auch, dass die
Beschwerdeführerin sehr schnell ermüde und eine geringe Belastungstoleranz habe.
Auch den Aufwendungen (Physiotherapie, Ergotherapie, Heimgymnastik), die die
Beschwerdeführerin tätigen müsse, um ihren Gesundheitszustand zu erhalten, müsse
Rechnung getragen werden. Des Weiteren habe die Beschwerdegegnerin die im
Vorbescheidverfahren eingereichte Auflistung der noch möglichen und nicht mehr
möglichen Tätigkeiten nicht berücksichtigt. Aufgrund der ungenügenden
Haushaltabklärung habe die Beschwerdegegnerin ihre Untersuchungspflicht nach Art.
43 Abs. 1 ATSG verletzt. Die Tätigkeit als Lehrerin sei körperlich kaum anstrengender
als die Haushaltsführung. Daher würde es sich rechtfertigen, im Haushalt mindestens
von der gleichen Einschränkung, also von einer Einschränkung von 50 %, auszugehen.
Die Beschwerdeführerin habe zudem bereits ab dem 1. März 2013, d.h. ein Jahr nach
dem Beginn des Wartejahres, Anspruch auf eine Rente. Sollte das Gericht einen IV-
Grad von mindestens 50 % für ausgewiesen erachten, könne von einer Rückweisung
der Sache zur weiteren Abklärung abgesehen werden.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 21. Januar 2016 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 6). Zur Begründung hielt sie fest, dass die Aussagen im
Abklärungsbericht und im Fragebogen Haushalt sowie die Ausführungen im Gutachten
von Dr. F._ mehrheitlich übereinstimmten. Selbst die Angaben in der Auflistung der
Beschwerdeführerin wichen nicht vollständig vom Haushaltsbericht und dem
neurologischen Gutachten ab. Im Übrigen seien die "Aussagen der ersten Stunde" in
der Regel unbefangener und zuverlässiger als spätere Darstellungen. Des Weiteren sei
auf die Schadenminderungspflicht hinzuweisen. Die Beschwerdeführerin sei gehalten,
die Zeit im Haushalt angepasst an ihre Einschränkung einzuteilen. Der erhöhte
Zeitaufwand für einzelne Arbeiten sei berücksichtigt worden. Anzumerken bleibe, dass
der Einkommensvergleich in der Verfügung nicht korrekt berechnet worden sei. Da die
Beschwerdeführerin die 50 %ige Restarbeitsfähigkeit ganztags verwerten könne,
würde die Erwerbseinbusse bei einer Erwerbsquote von 67 % im Gesundheitsfall
geringer ausfallen. Aufgerechnet auf ein 100 %-Pensum würde das Valideneinkommen
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Fr. 125'233.-- und das Invalideneinkommen, unter Berücksichtigung der Einschränkung
von 50 %, Fr. 62'616.-- betragen. Somit würde sich eine Erwerbseinbusse von Fr.
21'290.-- ergeben (Fr. 83'906.-- - Fr. 62'616.--). Die Einschränkung im Erwerb würde
folglich 25 % betragen. Unter Berücksichtigung des Erwerbsanteils von 67 % und der
Einschränkung von 25 % beliefe sich der gewichtete Teilinvaliditätsgrad im Erwerb auf
16.75 % statt 34 %. Rechne man den Teilinvaliditätsgrad im Haushalt von 8 % dazu,
ergebe dies einen Invaliditätsgrad von 24.75 %. Somit würde selbst unter
Berücksichtigung einer Wechselwirkung von Haushaltstätigkeit und Erwerbstätigkeit
kein Anspruch auf eine IV-Rente bestehen.
B.c Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beantragte in seiner Replik vom 24.
Februar 2016 die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung (act. G 10), damit sich
das Gericht ein Bild über die tatsächlichen Beeinträchtigungen machen könne,
insbesondere, dass die Beschwerdeführerin verschiedene Tätigkeiten im Haushalt
offensichtlich nicht mehr erledigen könne. Die Beschwerdeantwort sei von einer
Auditorin unterzeichnet worden, was kaum zulässig sein dürfte. Die
Beschwerdegegnerin habe es folglich verpasst, rechtzeitig eine Beschwerdeantwort
einzureichen. Die Beschwerdeantwort sei daher aus dem Recht zu weisen. Um der
anwaltlichen Sorgfaltspflicht gerecht zu werden, setze er sich trotzdem mit dieser
auseinander. Die sogenannte "Aussage der ersten Stunde" sei keine starre
Beweisregel. Der Abklärungsbericht Haushalt beruhe einzig auf einer Befragung der
Beschwerdeführerin. Es seien keine detaillierten Abklärungen, vor allem auch keine
Plausibilitätsprüfung, vorgenommen worden. Die Beschwerdegegnerin habe die in der
später erstellten Liste geltend gemachten Einschränkungen nicht beachtet und nicht
geprüft, ob diese zuträfen oder nicht. Die Aussagen im Haushaltsabklärungsbericht und
im Fragebogen Haushalt sowie die Ausführungen im Gutachten von Dr. F._ wichen
erheblich voneinander ab. Angesichts der beschränkten Belastbarkeit wirkten sich die
im Erwerbs- und Aufgabenbereich vorhandenen Belastungen jeweils negativ auf den
anderen Bereich aus. Die Beschwerdegegnerin habe diese Wechselwirkung nicht
abgeklärt. Da die Beschwerdeführerin erwerbstätig sei, könne sie die Zeit im Haushalt
nicht beliebig einteilen. Die auferlegte Schadenminderungspflicht sei unzumutbar. Im
Übrigen seien bei erheblichen Divergenzen zwischen der Einschätzung der IV-
Abklärungsperson und den medizinischen Stellungnahmen bezüglich des aufgrund
psychischer bzw. kognitiver Aspekte verminderten Einsatzvermögens die
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spezialärztlichen Angaben höher zu gewichten. Es werde bestritten, dass die
Berechnung des Einkommensvergleichs nicht korrekt erfolgt sei. Schliesslich sei die
gemischte Methode gemäss einem zwischenzeitlich ergangenen Urteil des
Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte diskriminierend. Nach diesem Urteil
dürfe vorliegend alleine auf den Erwerbsbereich abgestellt werden. Da die
Einschränkung im Erwerbsbereich mindestens 50 % betrage, habe die
Beschwerdeführerin Anspruch auf eine halbe Invalidenrente.
B.d Die Beschwerdegegnerin erklärte am 7. April 2016 (act. G 12), dass die
Beschwerdeantwort von der Auditorin nach Massgabe der aktuellen
Unterschriftenregelung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA)
unterzeichnet worden sei. Sie sei daher rechtsgültig unterzeichnet und rechtzeitig
eingereicht worden. Im Übrigen werde auf eine Duplik verzichtet.
B.e Am 3. Juni 2016 teilte das Gericht den Parteien mit, dass der Termin für die
Durchführung einer mündlichen Verhandlung noch nicht bestimmt werden könne (act.
G 13).
B.f Der Abteilungspräsident wies den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am 8.
November 2017 darauf hin (act. G 14), dass dieser bei genauer Betrachtung die
Durchführung eines Augenscheins im Gerichtssaal beantragt habe. Es sei kein Bedarf
nach einem derartigen Augenschein ersichtlich. Sollte es zu einer öffentlichen
Verhandlung kommen, werde das Gericht deshalb den beantragten Augenschein nicht
vornehmen. Der Rechtsvertreter antwortete am 27. November 2017 (act. G 15), dass er
am Antrag auf eine mündliche Verhandlung festhalte.
B.g Am 2. Februar 2018 wurden die Parteien zur mündlichen Verhandlung am 6. März
2018 vorgeladen (act. G 17 f.).
B.h Die Beschwerdegegnerin erklärte am 1. März 2018, dass sie von der Teilnahme an
der mündlichen Verhandlung absehen werde (act. G 19).
B.i Anlässlich der mündlichen Verhandlung vom 6. März 2018 machte der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ergänzend geltend (act. G 21), es sei
ungenügend, eine Beschwerdeantwort von einer Auditorin unterzeichnen zu lassen,
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auch wenn ein internes Reglement über die Unterschriftenregelung bestehe. In den
bisherigen Eingaben sei hauptsächlich auf die fehlende linke Handfunktion hingewiesen
worden. Tatsächlich sei jedoch die ganze linke Seite betroffen. Erschwerend komme
hinzu, dass die Beschwerdeführerin im linken Arm und im linken Bein Spasmen habe.
Im Abklärungsbericht finde man gar nichts zu dieser Problematik. Des Weiteren habe
die Beschwerdeführerin ihren Zustand bei der Abklärung an Ort und Stelle besser
dargestellt, als er tatsächlich gewesen sei. Für die Frage, ob und gegebenenfalls zu wie
viel Prozent eine Person im Aufgabenbereich invalid sei, spiele es keine Rolle, welche
Unterstützung die versicherte Person erhalte oder erhalten könnte. Würde dennoch
eine Schadenminderungspflicht des Ehegatten und der Kinder berücksichtigt, so
müsste genau abgeklärt werden, wie sich die Situation im Haushalt konkret darstelle.
Die Beschwerdeführerin selbst erklärte auf Nachfrage hin, dass sie aktuell sieben
Schullektionen erteile. Sie arbeite an drei Vormittagen pro Woche. Nach der Arbeit sei
sie jeweils so erschöpft, dass sie sich hinlegen müsse und keine Haushaltsarbeiten
verrichten könne. Auch bei der Arbeit sei sie aufgrund ihrer körperlichen
Beeinträchtigungen eingeschränkt: Sie müsse alles durchorganisieren und sei immer
wieder auf fremde Hilfe angewiesen, beispielsweise beim Bücherstapel tragen.
Ausserdem benötige sie mehr Zeit, die Schullektionen vorzubereiten, da sie wegen
Verspannungen und Schmerzen nicht länger am Stück sitzen könne. Der
Rechtsvertreter reichte eine Kostennote über den Betrag von Fr. 5'108.20 ein (act. G
22).
B.j Auf Wunsch der Beschwerdeführerin wurde der Entscheid des
Versicherungsgerichts im Anschluss an die Verhandlung mit einer kurzen Begründung
mündlich eröffnet.

Erwägungen
1.
1.1 Vorab ist auf den Antrag des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin, die
Beschwerdeantwort sei aus dem Recht zu weisen, weil sie unzulässigerweise von einer
Auditorin unterzeichnet worden sei, einzugehen.
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1.2 Die Beschwerdeantwort ist tatsächlich von einer Auditorin des Rechtsdienstes der
SVA unterzeichnet worden. Die Beschwerdegegnerin hat hierzu angemerkt, dass die
Auditorin nach Massgabe der aktuellen Unterschriftenregelung der SVA berechtigt
gewesen sei, die Beschwerdeantwort zu unterschreiben. Dem eingereichten Dokument
"Unterschriftenregelung Rechtsdienst" vom 9. Dezember 2015, gültig ab 1. Januar
2016 (act. G 12.1), ist zu entnehmen, dass Auditoren die Dokumente mit
Einzelunterschrift nach individueller Freigabe durch die Zeichnungsberechtigten
gemäss Ziff. 1 (Leiter Rechtsdienst) und Ziff. 2 (Stv. Leiterin Rechtsdienst) oder nach
Freigabe entsprechend dem Ausbildungsstand durch die verantwortliche
Ausbildungsperson unterzeichnen. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern es sich hierbei um
eine unzulässige interne Unterschriftenregelung handeln sollte. Der Vergleich des
Rechtsvertreters, dass es auch unzulässig wäre, wenn er eine Eingabe von einem
Praktikanten unterschreiben liesse, geht fehl, da das Mandatsverhältnis völlig anderen
Regeln unterliegt. Gemäss der Aussage des Leiters des Rechtsdienstes ist die
Auditorin von der verantwortlichen Ausbildungsperson ermächtigt worden, die
Beschwerdeantwort zu unterschreiben. Es sind keine Gründe ersichtlich, weshalb diese
Aussage nicht wahrheitsgemäss sein sollte. Die Beschwerdeantwort ist also
rechtsgültig von der Auditorin unterzeichnet worden. Der Antrag des Rechtsvertreters
der Beschwerdeführerin, die Beschwerdeantwort sei aus den Recht zu weisen, ist
daher abzuweisen.
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin mit der angefochtenen
Verfügung vom 10. September 2015 ab dem 1. August 2014 bei einem IV-Grad von 42
% eine Viertelsrente zugesprochen. Strittig und zu prüfen ist somit der Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin.
2.2 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
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Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR
830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG).
2.3 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Bei nicht erwerbstätigen Versicherten,
die im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht
zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art.
16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Mass sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich
zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG; sog. Betätigungsvergleich). Bei Versicherten, die nur
zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für
diese Tätigkeit nach Absatz 2 festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der
Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der
Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG; sog. gemischte
Methode).
2.4 Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat im Urteil di Trizio vs. Schweiz
vom 2. Februar 2016 (application no. 7186/09) in der Anwendung der gemischten
Methode zur Invaliditätsbemessung von Teilzeitarbeitenden eine Verletzung von Art. 14
(Diskriminierungsverbot) i.V.m. Art. 8 (Recht auf Achtung des Privat- und
Familienlebens) der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten
(EMRK, SR 0.101) erkannt. Als Folge dieses Urteils hat der Bundesrat per 1. Januar
2018 eine Änderung der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201)
betreffend die Invaliditätsbemessung für teilerwerbstätige Versicherte beschlossen (Art.
27 und 27bis IVV). Die Änderung der IVV sieht bei der gemischten Methode ein neues
Berechnungsmodell vor (IV-Rundschreiben Nr. 372 vom 9. Januar 2018). Die
überproportionale (bzw. doppelte) Berücksichtigung der Teilzeitarbeit im
Erwerbsbereich ist aufgegeben worden. Für die Ermittlung des Invaliditätsgrades in
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Bezug auf die Erwerbstätigkeit wird neu auf eine hypothetische Vollerwerbstätigkeit
abgestellt. Für die Betätigung im Aufgabenbereich wird gleich gerechnet wie bei
versicherten Personen, die sich vollständig dem Aufgabenbereich widmen (Erläuternder
Bericht zur Änderung der IVV, abrufbar unter: www.newsd.admin.ch/newsd/message/
attachments/48279.pdf). Gemäss dem IV-Rund¬schreiben Nr. 372 des Bundesamtes
für Sozialversicherungen (BSV) gilt das neue Berechnungsmodell grundsätzlich ab dem
Inkrafttreten der entsprechenden Verordnungsregelung, also ab dem 1. Januar 2018.
3.
3.1 Als Erstes ist der Status der Beschwerdeführerin festzulegen. Die
Beschwerdegegnerin hat ihrem Rentenentscheid die folgende Qualifikation zugrunde
gelegt: Bis am 31. Juli 2014 wäre die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden
zu 33 % erwerbstätig und zu 67 % im Haushalt tätig gewesen. Ab dem 1. August 2014,
d.h. ab Lehrbeginn des jüngsten Kindes, hätte sie ihr Arbeitspensum auf 67 % erhöht
und wäre noch zu 33 % im Haushalt tätig gewesen. Da die Beschwerdegegnerin die
Beschwerdeführerin als teilerwerbstätig eingestuft hat, hat sie den Invaliditätsgrad
anhand (des alten Berechnungsmodells) der gemischten Methode ermittelt.
3.2 Auch wenn die doppelte Gewichtung im Erwerbsbereich mit der Einführung der
Änderung der IVV per 1. Januar 2018 weggefallen ist, so ist die gemischte Methode
trotzdem auf ihre Gesetzes- und Verfassungskonformität hin zu überprüfen (vgl.
Entscheid des Versicherungsgerichts vom 24. Mai 2016, IV 2014/125 E. 2.1.1.).
3.2.1 Bei der Interpretation der Art. 7, 8 und 16 ATSG sowie 28 und 28a IVG ist zu
beachten, dass es sich bei der Invalidenversicherung um eine Volksversicherung
handelt. Versichert sind gemäss Art. 1b IVG i.V.m. Art. 1a und 2 des Bundesgesetzes
über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG, SR 831.10) grundsätzlich alle
Personen, die in der Schweiz wohnen. Versichert sein bedeutet, Prämien zu bezahlen,
um bei Eintritt eines bestimmten Risikos und damit eines Schadens eine
Versicherungsleistung zu erhalten, die diesen Schaden ganz oder wenigstens teilweise
deckt. Das IVG enthält einen Katalog von Leistungen, was bedeutet, dass es eine
Reihe korrespondierender Risiken geben muss. Hinter jedem dieser Risiken steht ein
bestimmtes versichertes Gut. Die Versicherungsleistung "Invalidenrente" ist dazu
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bestimmt, den Schaden "Invalidität" (Art. 8 ATSG) zu decken. Der Art. 1b IVG, der den
Kreis der versicherten Personen definiert, unterscheidet nicht zwischen erwerbstätigen,
nicht erwerbstätigen und im Aufgabenbereich tätigen Personen. Das lässt darauf
schliessen, dass alle gemäss Art. 1b IVG versicherten Personen gegen alle mit dem
Leistungskatalog des IVG korrespondierenden Risiken bzw. Schäden versichert sind,
d.h. einen Anspruch auf die entsprechende Versicherungsleistung haben. Das gilt
notwendigerweise auch für die Leistung "Invalidenrente".
3.2.2 Das versicherte Risiko bzw. der Schaden, der durch die Invalidenrente gedeckt
wird, ist die Invalidität (Art. 8 ATSG), genauer die Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 Abs. 1
ATSG), also der voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt.
Das versicherte Gut, das bei Eintritt des Risikos beschädigt wird, ist also
notwendigerweise die Erwerbsfähigkeit (Art. 7 Abs. 1 ATSG e contrario). Im
Zusammenhang mit der Leistungskategorie "Invalidenrente" ist somit nicht die
Erwerbstätigkeit, sondern die Erwerbsfähigkeit versichert. Jede versicherte Person,
unabhängig davon, ob sie jemals eine Erwerbstätigkeit ausgeübt hat, verfügt über ein
ökonomisch bestimmbares Erwerbspotenzial auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt,
das die Invalidenversicherung versichert. Der versicherte Schaden bzw. der versicherte
(gesundheitsbedingte) Verlust an Erwerbsmöglichkeiten ist damit unabhängig von der
vor oder nach Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung tatsächlich auf dem (nicht
ausgeglichenen) Arbeitsmarkt eingesetzten Erwerbs- bzw. Arbeitsleistung. Selbst wenn
die (voll oder teilweise) invalide Person auch ohne den Gesundheitsschaden keiner
vollzeitlichen Erwerbstätigkeit mehr nachgehen würde, besteht für sie dennoch ein
Verlust an Erwerbspotenzial und es ist ihr nicht mehr möglich, das Erwerbspensum
über die verbleibende Resterwerbsfähigkeit hinaus zu steigern bzw. es zu einem
späteren Zeitpunkt wieder auszudehnen. Dieser Schaden wird von der
Erwerbsunfähigkeit vollumfänglich erfasst (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts
vom 24. Mai 2016, IV 2014/125 E. 2.2.1).
3.2.3 Dieser Interpretation des Begriffs der Erwerbsfähigkeit entsprechend und in
Nachachtung des Charakters einer Volksversicherung (und nicht nur einer
Erwerbstätigenversicherung) wurde bei der Schaffung des IVG klar festgehalten, dass
der massgebende Schaden auch bei Nichterwerbstätigen die Erwerbsunfähigkeit bilde
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(BBl 1958 II 1137, S. 1162; vgl. auch den Bericht der Eidgenössischen
Expertenkommission für die Einführung der Invalidenversicherung vom 30. November
1956, S. 27). Im genannten Bericht der Expertenkommission war diesbezüglich etwa
für den „Privatier“ (also eine versicherte Person, die von ihren Kapitaleinkünften lebt)
ausdrücklich festgehalten, bei der Invaliditätsbemessung dürfe nicht ausschlaggebend
sein, dass er es nicht nötig habe, seine Arbeitskraft zu verwerten, oder dass er dies
nicht tun wolle. Auch bei ihm sei von der Erwerbsunfähigkeit auszugehen. In der Frage
der zumutbaren Erwerbstätigkeit seien die Ausbildung, die soziale Stellung und der
Ortsgebrauch angemessen zu berücksichtigen (S. 118 des Berichts). Auch für sog.
Haustöchter, also für unverheiratete, bei den Eltern lebende und nicht erwerbstätige
erwachsene Töchter, wurde die Notwendigkeit eines Abweichens von der
rentenspezifischen Invalidität in der Form der Erwerbsunfähigkeit explizit verneint mit
dem Hinweis, diesen Versicherten könne die wirtschaftliche Verwertung ihrer
Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt grundsätzlich zugemutet werden (S. 118 des
Berichts). Auch bei Hausfrauen, die neben der Besorgung des Haushalts regelmässig
berufstätig sind, ist gemäss dem Bericht der Expertenkommission von der
Erwerbsunfähigkeit auszugehen, was damit begründet worden war, dass das Ausmass
der Erwerbsunfähigkeit aufgrund des Erwerbseinkommens vor Eintritt der Invalidität
leicht bestimmbar sei und dass auch die Zumutbarkeit einer arbeitsmarktlich relevanten
Erwerbstätigkeit zu bejahen sei (S. 116 f. des Berichts). Für ausschliesslich im Haushalt
tätige Hausfrauen sollte ein Abweichen von der für Rentenleistungen massgebenden
Erwerbsunfähigkeit ausnahmsweise zulässig sein, wenn ihnen die Aufnahme einer
Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden konnte. Diese Ausnahme vom
Schadenskonzept der Erwerbsunfähigkeit wurde allein sozial- bzw.
gesellschaftspolitisch mit der damaligen „Bedeutung des Familienlebens“ begründet
(BBl 1958 II 1137, S. 1162; vgl. auch S. 116 des Berichts der Expertenkommission:
Einer invaliden Hausfrau sollte die Invalidenrente nicht etwa deswegen verweigert
werden, weil es vielleicht möglich wäre, ihr in einer mit dem Rollstuhl erreichbaren
Fabrik eine leichte Arbeit zuzuweisen. „Eine solche Regelung widerspräche der
Bedeutung, die man in der Schweiz dem Familienleben beimisst.“). Die
Ausnahmeregelung, also das Abweichen vom Begriff der Erwerbsunfähigkeit, sollte
ferner für Klosterfrauen und Mönche gelten. Diesen könne die Verwertung ihrer
Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt grundsätzlich nicht zugemutet werden, weshalb für
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sie das Mass der Unfähigkeit, die Arbeit im Aufgabenbereich (d.h. in der religiösen
Gemeinschaft) weiter zu führen, relevant sei (vgl. S. 117 f. des Berichts).
3.2.4 Die Erwerbsunfähigkeit als der für die Rentenleistungen massgebende Schaden
(Invalidität) sowie die beiden kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen für ein
Abweichen davon fanden Eingang in die gesetzliche Regelung. Unter dem Randtitel
„Begriff der Invalidität 1. Grundsatz“ definierte aArt. 4 IVG (ursprüngliche und bis 31.
Dezember 1987 gültige Fassung; im Rahmen der 2. IV-Revision [Inkrafttreten am 1.
Januar 1988] wurde zur „Modernisierung der äusseren Gestalt des Gesetzes“ eine
geringfügige, rein redaktionelle Veränderung der Überschriften vorgenommen, die bis
zum 31. Dezember 2002 Gültigkeit hatte; siehe BBl 1985 I 17 ff., S. 68) die Invalidität
als „die durch einen körperlichen oder geistigen Gesundheitsschaden als Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit“. Dem Grundsatz beigefügt wurde aArt. 5
Abs. 1 IVG (in der bis 31. Dezember 1987 gültigen Fassung) mit dem Randtitel „2.
Sonderfälle“, was den vom Gesetzgeber bezweckten Ausnahmecharakter bekräftigte
(in der vom 1. Januar 1988 bis 31. Dezember 2002 gültigen Fassung: „Sonderfälle“).
Der diesbezüglich klare Wortlaut nahm die gesetzgeberische Absicht gemäss den
vorstehend dargestellten Gesetzgebungsmaterialien auf, dass bei Nichterwerbstätigen
ausschliesslich dann nicht auf die Erwerbsunfähigkeit als rentenmassgebender
Schaden abzustellen sei, wenn „ein volljähriger Versicherter vor Eintritt der Invalidität
nicht erwerbstätig“ war und ihm „die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet
werden“ könne. Abgesehen von unwesentlichen redaktionellen Veränderungen wurde
die Regelung von aArt. 4 und 5 IVG im ATSG fortgeführt (siehe Art. 8 Abs. 1 und 3
ATSG). Damit sind auch unter der Herrschaft des ATSG die seit Inkrafttreten des IVG
geltenden Grundsätze zur rentenbegründenden Invalidität in der Invalidenversicherung
massgebend, worauf im Rahmen der Materialien zur 4. IV-Revision ausdrücklich
hingewiesen worden ist („Unter nicht erwerbstätigen Versicherten werden die in Artikel
8 Absatz 3 ATSG erwähnten Personen verstanden, [...]“; BBl 2001 3205, S. 3287). Die
Einkommensvergleichsmethode „kommt grundsätzlich bei allen Versicherten zur
Anwendung, die vor Eintritt der Invalidität erwerbstätig waren, sowie bei Versicherten,
die zwar vor Eintritt der Invalidität nicht erwerbstätig waren, denen aber die Aufnahme
einer Erwerbstätigkeit zugemutet werden könnte“ (BBl 2001 3205, S. 3267). In der
Botschaft zur 5. IV-Revision ist der Hinweis auf Art. 8 Abs. 3 ATSG wiederholt worden.
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Weiter ist ausgeführt worden, der Erwerbsunfähigkeit gleichgestellt sei die Unfähigkeit,
sich im „bisherigen Aufgabenbereich“ zu betätigen (BBl 2005 4459, S. 4527). Daran
haben auch Art. 28a Abs. 2 und 3 IVG nichts geändert. Vielmehr bestätigt Art. 28a Abs.
3 Satz 2 IVG das bisherige Konzept, dass die Unfähigkeit, im Aufgabenbereich tätig zu
sein, nur dann für die Schadensbestimmung relevant ist, wenn die Versicherten (vor
dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung) daneben auch im Aufgabenbereich tätig
„waren“ und wenn, wie der Verweis auf Art. 28a Abs. 2 IVG zeigt, die Aufnahme einer
Erwerbstätigkeit nicht zumutbar ist.
3.2.5 Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur gemischten Methode soll
zur Beantwortung der Statusfrage − entgegen der vorstehend dargelegten
grammatikalischen, historischen und systematischen Interpretation der massgebenden
Gesetzesbestimmungen – nur darauf abgestellt werden, welche Tätigkeit die
versicherte Person ausüben würde, wenn sie nicht in ihrer Gesundheit beeinträchtigt
wäre (BGE 125 V 150 und BGE 133 V 504). Das Versicherungsgericht des Kantons St.
Gallen hat diese durch nichts gestützte Auslegung bereits früher widerlegt (vgl. etwa
den Entscheid des Versicherungsgerichts vom 30. November 2007, IV 2006/175 E. 1b
und 1c). Die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur gemischten Methode lässt sich
mit dem klaren Gesetzeswortlaut, mit den Gesetzesmaterialien und mit dem System,
insbesondere der für die Invalidenrente von Gesetzes wegen massgebenden
Schadenskonzeption (Priorität der Erwerbsunfähigkeit auch für Nichterwerbstätige;
Abweichung nur bei bestimmter Kategorie nicht erwerbstätiger Hausfrauen), wie sie
sich klar aus den Gesetzesmaterialien ergibt, nicht verein¬baren (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 24. Mai 2016, IV 2014/125 E. 2.2.8).
3.3 Unter Berücksichtigung der dargelegten grammatikalischen, historischen,
systematischen und teleologischen Interpretation der massgebenden
Gesetzesbestimmungen ist der IV-Grad im Falle der vor Eintritt des
Gesundheitsschadens Teilzeit erwerbstätigen Beschwerdeführerin also zwingend
anhand eines reinen Einkommensvergleichs zu ermitteln.
4.
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4.1 Selbst wenn davon ausgegangen würde, dass die Anwendung der gemischten
Methode zur Invaliditätsbemessung gesetzes- und verfassungskonform wäre und im
vorliegenden Fall zur Anwendung käme, könnte auf die von der Beschwerdegegnerin
vorgenommene Invaliditätsbemessung nicht abgestellt werden. Die
Beschwerdegegnerin hat bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades im Aufgabenbereich
(Haushalt) nämlich eine Schadenminderungspflicht der Familienangehörigen
berücksichtigt. Diesbezüglich ist folgendes zu beachten: Die Invalidität besteht in der
behinderungsbedingten Einbusse der persönlichen Leistungsfähigkeit der versicherten
Person und nicht in der Fähigkeit des "Teams", bestehend aus der versicherten Person
und den schadenminderungsfähigen Familienangehörigen, den Haushalt zu erledigen.
Wie der Rechtsvertreter zu Recht eingewendet hat, wäre andernfalls selbst eine
bettlägerige Person im Haushalt als nicht invalid zu betrachten, wenn deren
Familienangehörige den Haushalt besorgen könnten, was absurd wäre. Die
Einschränkung im Haushalt muss deshalb unabhängig von der Verfügbarkeit
mithelfender Familienangehöriger bemessen werden. Keine Berücksichtigung finden
dürfen jene Hausarbeiten, die Angehörige auch ausführen würden, wenn die
versicherte Person nicht in ihrer Gesundheit beeinträchtigt wäre. Diese Hausarbeiten
müssen nicht nur auf der Invaliden-, sondern auch auf der Validenseite des
Betätigungsvergleichs ausgeblendet werden. Darüber hinaus erscheint es im Übrigen
auch fraglich, ob einer versicherten Person gestützt auf das Verhalten ihrer
Familienangehörigen und damit eines nicht im Einflussbereich der versicherten Person
liegenden Umstandes (Ausübung einer Mithilfe im Aufgabenbereich) eine Leistung
verweigert oder aufgehoben werden kann (vgl. BGE 142 V 442 E. 6.2 und Entscheid
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. Dezember 2016, IV 2014/350
E. 2.2.1). Es gibt somit − entgegen der konstanten Rechtsprechung des
Bundesgerichts (vgl. z.B. BGE 133 V 504 E. 4.2) − keine Schadenminderungspflicht von
Angehörigen (vgl. etwa die Entscheide des Versicherungsgerichts des Kantons St.
Gallen vom 17. Oktober 2007, IV 2006/133 E. 3c und vom 11. Dezember 2014, IV
2012/451 E. 2.4).
4.2 Selbst wenn es eine Schadenminderungspflicht von Familienangehörige gäbe,
müsste die angefochtene Verfügung aufgehoben werden, da es sich beim
Abklärungsbericht Haushalt vom 16. Mai 2014 um ein untaugliches Beweismittel zur
Festlegung der Einschränkungen im Haushalt handelt. Bei einer Abklärung an Ort und
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Stelle geht es nicht nur darum, die versicherte Person zu befragen, sondern es muss
sich vor allem um einen Augenschein handeln. Dazu gehört, die versicherte Person bei
der Ausführung der einzelnen Arbeiten zu beobachten und das Ergebnis dieser
Beobachtung − unter Berücksichtigung der ärztlichen Angaben zur verbliebenen
Arbeitsfähigkeit − zu würdigen. Ein solcher Augenschein ist im vorliegenden Fall nicht
erfolgt. Vielmehr haben sich die Abklärungspersonen auf eine Befragung der
Beschwerdeführerin beschränkt. Dies ist im vorliegenden Fall umso problematischer,
als sich in der von Dr. phil. E._ durchgeführten neuropsychologischen Testung
gezeigt hat, dass die Beschwerdeführerin eher dissimuliert: So hat sie in der
Verhaltensbeobachtung Schwierigkeiten wenig wahrgenommen bzw. auf frühere
Probleme oder das Alter attribuiert (IV-act. 75-3). Es erstaunt daher nicht, dass die
Beschwerdegegnerin gestützt auf die nicht überprüften Selbstangaben der
Beschwerdeführerin lediglich eine Gesamteinschränkung von 24.8 % ermittelt hat,
während die neurologische Gutachterin überzeugend dargelegt hat, dass die effektiven
Einschränkungen im Haushalt wohl weit über 50 % lägen. Hinsichtlich der
Schadenminderungspflicht der Familienangehörigen hat die Beschwerdegegnerin bei
der Abklärung an Ort und Stelle lediglich in Erfahrung gebracht, dass der Ehemann und
der älteste Sohn vollerwerbstätig sind, dass sich der mittlere Sohn in der Lehre
befindet und dass die jüngste Tochter die Oberstufe besucht. Ob der Ehemann und die
drei Kinder überhaupt in der Lage wären, im angerechneten Umfang von eineinhalb
Stunden pro Tag im Haushalt mitzuhelfen und ob ihnen dies zumutbar wäre, ist nicht
geprüft, sondern einfach fingiert worden.
5.
5.1 Um den IV-Grad ermitteln zu können, muss die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit als Sport- und Englischlehrerin
sowie in einer optimal adaptierten Tätigkeit mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit feststehen.
5.2 In medizinischer Hinsicht liegen insbesondere der neuropsychologische
Untersuchungsbericht von Dr. phil. E._ vom 26. August 2014 und das neurologische
Gutachten von Dr. med. F._ vom März 2015 im Recht. Dr. phil. E._ hat leichte
kognitive Funktionsstörungen und eine leichte bis mittelschwere Verminderung der
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psychophysischen Belastbarkeit mit Fatigue-Symptomatik festgestellt. Diagnostisch ist
sie am ehesten von einer organischen Persönlichkeitsstörung im Rahmen einer
Funktionsstörung des Gehirns ausgegangen. Für die Tätigkeit als Englischlehrerin, bei
der es sich um eine ideal adaptierte Tätigkeit handle, hat sie der Beschwerdeführerin
eine 30 %ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert. Die neurologische
Gutachterin Dr. med. F._ hat als arbeitsfähigkeitsrelevante Einschränkung ein
persistierendes, schweres, vor allem motorisches Hemisyndrom links angegeben; der
linke Arm sei gebrauchsunfähig. Die neurologische Gutachterin ist zum Schluss
gekommen, dass die Beschwerdeführerin nicht mehr als Sportlehrerin tätig sein könne.
Die Tätigkeit als Englischlehrerin hingegen sei ideal adaptiert. Aber auch in dieser
Tätigkeit sei sie körperlich eingeschränkt. Sie benötige für sämtliche manuellen
Tätigkeiten mehr Zeit. Zudem koste sie schon eine Unterrichtsstunde bzw. deren
Vorbereitung mehr Energie als dies bei einer gesunden Person der Fall sei. Da die
einseitige Sitzhaltung zu Schmerzen im linken Arm führe, benötige sie bei der
Vorbereitung vermehrte Pausen. Unter Berücksichtigung auch der
neuropsychologischen Einschränkung hat die neurologische Gutachterin die
Arbeitsfähigkeit als Englischlehrerin bezogen auf ein 100 %-Pensum bei einer
vollständigen Entbindung von den Haushaltsarbeiten auf maximal 50 % geschätzt. Die
festgestellten neuropsychologischen und neurologisch-somatischen Einschränkungen
sind vor dem Hintergrund der erlittenen Einblutungen im Stammganglienbereich rechts
zwischen März und Juni 2012 plausibel. Zwar schildert ein neuropsychologischer
Bericht der Klinik Valens vom 26. September 2012 insgesamt ein normales
Leistungsprofil mit knapp genügenden Ergebnissen in der räumlich-visuellen
Wahrnehmung (IV-act. 32-14 f.). RAD-Arzt Dr. D._ hat diese Testung in seiner
Stellungnahme vom 11. Juli 2014 allerdings als nicht mehr aktuell und angesichts ihrer
sehr knappen Ausgestaltung auch als ungenügend bezeichnet (IV-act. 72). Dr. phil.
E._ und Dr. med. F._ haben die funktionellen Auswirkungen der festgestellten
Gesundheitsschäden detailliert geschildert und insbesondere auch auf die starken
Wechselwirkungen aufgrund der eingeschränkten psycho-physischen Belastbarkeit
hingewiesen. Bei den Akten liegt lediglich eine abweichende
Arbeitsfähigkeitsschätzung, nämlich diejenige der Hausärztin Dr. med. C._. Diese hat
die Arbeitsfähigkeit als Englischlehrerin im Juni 2014 lediglich auf 10 % geschätzt (vier
Schulstunden pro Woche). Da es sich hierbei um das von der Beschwerdeführerin seit
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August 2013 tatsächlich absolvierte Arbeitspensum handelt, ist zu vermuten, dass die
Arbeitsfähigkeitsschätzung der Hausärztin hauptsächlich auf den subjektiven Angaben
der Beschwerdeführerin beruht hat. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung soll jedoch nicht
wiedergeben, in welchem Ausmass sich eine versicherte Person subjektiv noch
arbeitsfähig fühlt. Vielmehr geht es darum, die Arbeitsleistung zu ermitteln, die einer
versicherten Person trotz der gesundheitlichen Einschränkungen aus objektiver Sicht
noch zumutbar ist. Im vorliegenden Fall kommt hinzu, dass es sich um ein komplexes
Beschwerdebild handelt. In solchen Fällen sind in der Regel nur Fachärzte in der Lage
sind, die Auswirkungen der Gesundheitsschäden auf die Arbeitsfähigkeit richtig
einzuschätzen. Des Weiteren ist bekannt, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre
auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten
auszusagen pflegen (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5 mit Hinweisen). Die divergierende
Arbeitsfähigkeitsschätzung der Hausärztin vermag daher keine Zweifel an der
Beurteilung von Dr. phil. E._ und Dr. F._ zu wecken. Da auch der RAD das
Gutachten von Dr. med. F._ als qualitativ einwandfrei bezeichnet hat, ist auf deren
Arbeitsfähigkeitsschätzung, die unter Einbezug der neuropsychologischen Beurteilung
von Dr. phil. E._ erfolgt ist, abzustellen. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die
Beschwerdeführerin als Sportlehrerin nicht mehr arbeitsfähig ist. Die Arbeitsfähigkeit
als Englischlehrerin, bei welcher es sich um eine optimal adaptierte Tätigkeit handelt,
beträgt spätestens seit der neurologischen Begutachtung im Februar 2015, bezogen
auf ein 100 %-Pensum, maximal 50 %. Da die Beschwerdeführerin lediglich bei einer
vollständigen Entbindung von den Haushaltsarbeiten eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit
erreichen kann, rechtfertigt es sich erst recht, den Invaliditätsgrad im vorliegenden Fall
anhand eines reinen Einkommensvergleichs zu ermitteln.
5.3 Aus den Akten geht nicht hervor, wann die Beschwerdeführerin die 50 %ige
Arbeitsfähigkeit wiedererlangt hat. Diese Frage kann jedoch offen gelassen werden, da
sie für die Invaliditätsbemessung aus den nachfolgenden Gründen nicht relevant ist:
Gemäss Art. 7 Abs. 1 ATSG liegt eine Erwerbsunfähigkeit erst vor, wenn sich die
versicherte Person einer zumutbaren Behandlung und Eingliederung unterzogen hat. In
Übereinstimmung damit sieht Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG vor, dass ein Rentenanspruch
erst entsteht, wenn die Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare − medizinische oder
berufliche − Eingliederungsmassnahmen wieder hergestellt, erhalten oder verbessert
werden kann (siehe auch Art. 16 ATSG). Eine Arbeitsunfähigkeit vermag somit so lange
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keine Invalidität zu begründen, als die andauernde medizinische Behandlung noch
eingliederungsrelevant ist, d.h. wenn nach Abschluss der therapeutischen
Massnahmen eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten ist. Die
Beschwerdeführerin ist während der Rehabilitationsphase im Anschluss an die
zwischen März und Juni 2012 erlittenen Hirnblutungen auch in der angestammten
Tätigkeit als Englischlehrerin zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Nach Abschluss der
Rehabilitationsphase hat sie (spätestens im Februar 2015) wieder eine Arbeitsfähigkeit
von 50 % erreicht. Von der andauernden medizinischen Behandlung hat somit ex post
betrachtet nur eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf 50 % erwartet werden
dürfen, weshalb sie nur teilweise eingliederungsrelevant gewesen ist. Deshalb hat die
andauernde 50 %ige Arbeitsunfähigkeit bereits ab ihrem Eintritt, d.h. ab März 2012,
eine entsprechende Invalidität zu begründen vermocht.
6.
6.1 Gemäss dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Grundsatz "Eingliederung vor
Rente" hat eine Selbsteingliederung bzw. eine durch die Sozialversicherung
übernommene Eingliederung zu erfolgen, bevor allenfalls eine Rente beansprucht
werden kann (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Zürich 2015, N 81 der
Vorbemerkungen; siehe auch Art. 7 Abs. 1 und Art. 16 ATSG und BGE 126 V 241 E. 5).
In medizinischer Hinsicht ist unbestritten, dass es sich bei der angestammten Tätigkeit
als Englischlehrerin um eine optimal adaptierte Tätigkeit handelt. Auch wenn die
Tätigkeit als Englischlehrerin nicht als optimal adaptiert betrachtet würde, wäre die
Beschwerdeführerin aufgrund ihrer gesundheitlichen Einschränkungen wohl gar nicht
fähig, sich auf einen Beruf umschulen zu lassen, in dem die Erwerbsaussichten
gegenüber denjenigen als Sport- und Englischlehrerin in der Oberstufe erheblich
gesteigert werden könnten.
6.2 Somit bleibt noch der Einkommensvergleich vorzunehmen. Bei der angestammten
Tätigkeit als Englischlehrerin handelt es sich um eine optimal adaptierte Tätigkeit. Im
August 2013 hat die Beschwerdeführerin ihre Tätigkeit als Englischlehrerin wieder in
einem Pensum von 10 % aufgenommen. Das Arbeitsverhältnis ist nie aufgelöst
worden, weshalb sie auch mit ihrer Gesundheitsbeeinträchtigung (im Verhältnis zum
Arbeitspensum) das gleich hohe Erwerbseinkommen erzielt, wie wenn sie gesund wäre.
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Die gesundheitliche Beeinträchtigung hat also keine indirekten krankheitsbedingten
Nachteile zur Folge, weshalb kein Tabellenlohnabzug angezeigt ist. Bei einer
Arbeitsunfähigkeit von 50 % beträgt der IV-Grad folglich ebenfalls 50 %. Die
Beschwerdeführerin hat somit Anspruch auf eine halbe IV-Rente.
6.3 Die Beschwerdeführerin ist im Juni 2012 zur Früherfassung angemeldet worden
und hat das Anmeldeformular im Juli 2012 eingereicht. Die sechsmonatige Wartezeit
nach Art. 29 Abs. 1 IVG ist somit spätestens am 1. Januar 2013 erfüllt gewesen. Die 50
%ige bleibende Arbeitsunfähigkeit ist am 1. März 2012 eingetreten. Das Wartejahr hat
somit am 1. März 2012 zu laufen begonnen und ist am 28. Februar 2013 abgelaufen.
Die Beschwerdeführerin hat folglich ab dem 1. März 2013 Anspruch auf eine halbe IV-
Rente.
6.4 Demnach ist die angefochtene Verfügung in Gutheissung der Beschwerde
aufzuheben und der Beschwerdeführerin ist rückwirkend ab dem 1. März 2013 eine
halbe Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen. Die Sache ist zur Ermittlung des
Rentenbetrages an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
7.
7.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 800.--
(praxisgemäss Fr. 600.-- mit einem Zuschlag von Fr. 200.-- für die mündliche
Verhandlung) erscheint vorliegend als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens
entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin
zurückzuerstatten.
7.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
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22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat an der mündlichen Verhandlung eine
Honorarnote über den Betrag von Fr. 5'108.20 eingereicht (act. G 22). In einem
durchschnittlichen IV-Rentenfall mit einer mündlichen Verhandlung spricht das
Versicherungsgericht praxisgemäss eine pauschale Parteientschädigung von Fr.
4'250.-- zu (Fr. 3'500.-- mit einem Zuschlag von Fr. 750.-- für die mündliche
Verhandlung). Zwar ist es plausibel, dass das vorliegende Verfahren dem
Rechtsvertreter einen etwas grösseren Aufwand verursacht hat als ein
durchschnittlicher Rentenfall; ein Mehraufwand von 20 % erscheint jedoch als
übersetzt. Die Parteientschädigung ist daher auf pauschal Fr. 4'500.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.