Decision ID: 7e949980-80a6-476a-851c-20b0323ab2e9
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1974, gelernte Einkäuferin (Urk.
11
/4/31), arbeitete zu 100 % auf ihrem Beruf, zuletzt in temporären Anstellungen (Urk.
11
/4/8 oben, Urk.
11
/4/11-12). Praktisch zeitgleich zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit der
Y._
am 2
1.
Oktober 2010 (Urk.
11
/4/11) wurde die Versicherte arbeitsunfähig (vgl. Urk.
11
/1/1), weshalb sie sich am 4. Februar 2011 unter Hinweis auf eine seit Jahren bestehende psychische Erkrankung zur Früherfassung bei der Invalidenversicherung anmeldete (Urk.
11
/1). Auf Auffor
derung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (Urk.
11
/3) hin, reichte sie am 2
4.
Februar 2011 eine Anmeldung zum Bezug von Versi
che
rungsleistungen (Massnahmen für die berufliche Eingliederung, Rente) ein
(Urk. 11/5). Die IV-Stelle traf medizinische Abklärungen (Urk. 11/13-15, Urk. 11/
67, Urk.
11
/90),
währenddem
das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) einen vom 1
5.
Juni bis 1
4.
Dezember
2011 dauernden Arbeitsversuch unter
stützte (Urk.
11
/34). Die IV-Stelle erteilte am 25. Januar 2012 im Rahmen von Integrationsmassnahmen Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining
(Urk. 11/40, vgl. auch Urk. 11/32 und Urk. 11/45
51) und am 25. Mai (Urk. 11/56
) sowie am 1. November
2012 (Urk. 7/76) für Aufbautraining (vgl. auch Urk.
11
/62-66, Urk.
11
/68-69, Urk.
11/79-80, Urk. 11
/84-87). Weil es nicht gelang, eine für den ersten Arbeitsmarkt genügende Arbeits- und Leis
tungs
fähig
keit aufzubauen (vgl. Urk.
11
/89/4), erklärte die IV
Stelle mit Mitteilung vom 9. Januar 2013 die Arbeitsvermittlung für abgeschlossen und stellte gleichzeitig eine separate Verfügung betreffend Rente in Aussicht (Urk.
11
/88).
Nach Eingang weiterer Arztberichte (Urk.
11
/90, Urk.
11
/105) veranlasste die IV
Stelle eine psychiatrische Begutachtung durch Dr. med.
Z._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
(Urk. 11
/106). Dieser erstattete am 14. September 2013 seine Expertise (Urk.
11
/110), welche er - auf Rückfrage der IV
Stelle (Urk.
11
/119) - am 30. Januar 2014 ergänzte (Urk.
11
/121). Nach durch
geführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
11
/125-126, Urk.
11
/129) verneinte
die IV
Stelle mit Ver
fügung vom 1
4.
Juli 2014 einen Leistungsanspruch von
X._
(
Urk.
11/132
).
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Sozialver
siche
rungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 2
8.
November 2016 ab
, soweit
e
s
darauf eintrat
(
Urk.
11/143
; Prozess IV.2014.00780
).
1.2
X._
hatte inzwischen am
1
9
.
Mai 2015 bei der
IV-Stelle - unter Beilage des Berichts der
A._
,
B._
,
vom 1
6.
März 2015 (
Urk.
11/136/4-7) - erneut ein Gesuch um berufliche Massnahmen und Inva
lidenrente eingereicht (
Urk.
11/137/1-7).
Auf Aufforderung der IV-Stelle
hin,
eine Verschlechterung des Gesundheitszustands
glaubhaft zu machen
(
Urk.
11/145
)
,
legte sie den
Bericht
der
A._
,
C._
, vom 2
3.
Februar 2017
auf (
Urk.
11/149).
Mit Vorbescheid vom 1
3.
März
2017 stellte die IV-Stelle in Aussicht, dass sie auf das neue Leis
tungs
begehren nicht eintreten werde (
Urk.
11
/151). Dagegen erhob die Versicherte
am 2
4.
März respektive
6.
April 2017
Einwand (
Urk.
11/153
+156
) und reichte
weiter
e
B
erichte
ein
(
Urk.
11/159/1-2, 11/159/3, 11/159/4
)
.
Mit Eingabe vom
6.
Juni 20
17 ergänzte sie
ihren
Einwand
(
Urk.
11/160). Mit Verfügung vom 1
5.
Juni 2017 trat die IV-Stelle auf das Leistungsbegehren nicht ein
(
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X._
am 1
5.
August 2017 - unter Einreichung zusätzlicher
Berichte (Berichte
von
Dr.
D._
vom
6.
Juni 2017 und
1.
August 2017,
Urk.
3/6-7)
-
Beschwerde erheben und beantragen, die Angelegenheit sei an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit diese auf das Leistungsbegehren eintrete und den An
spruch auf berufliche Massnahme und auf eine Rente prüfe. In prozessualer Hin
sicht liess sie um unentgeltliche Rechtspflege ersuchen (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 1
9.
September 2017 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10, vgl. auch
Urk.
12). In der Folge reichte
Dr.
D._
selber dem Gericht Berichte ein (
Urk.
13
, 14/1-6), was den Parteien zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
15).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Streitig und zu prüfen
ist
,
ob die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht auf die Neu
anmeldung vom
19. Mai 2015 (Urk. 11/137
) eingetreten ist, weil es de
r
Beschwerdeführer
in
nicht gelungen ist, eine relevante Verschlechterung
ihres
Gesund
heitszustandes glaubhaft zu machen
, dies unter Berücksichtigung der Ansprüche
auf berufliche Massnahmen und
auf eine
Invalidenrente.
2.
2.1
2.1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.1.2
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf E
ingliederungsmassnahmen, soweit
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbes
sern
(
lit
. a),
und
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die ei
nzelnen Mass
nahmen erfüllt sind (
lit
. b).
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2
lit
. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen un
ab
hängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Massnahmen (
lit
. a), Integrations
mass
nahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
2.2
2.2.1
Auf die Neuanmeldung eines Leistungsanspruchs wird nur eingetreten, wenn im Gesuch glaubhaft gemacht wird, dass sich die Verhältnisse anspruchserheblich geändert haben (
Art.
87
Abs.
4 in Verbindung mit
Abs.
3 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]). Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades ist die letzte rechts
kräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs
mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchfüh
ru
ng eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 133 V 108 E. 5).
Der Vergleichszeitraum erstreckt
sich grundsätzlich bis zur Prüfung und Beurteilung des Gesuchs, d.h. bis zum Erlass der Verfügung betreffend die Neuanmeldung. Für die beschwerde
weise Überprüfung einer
Nichteintretensverfügung
ist somit der Sachverhalt, wie er sich der Verwaltung bot, resp. die Aktenlage bei Erlass dieser Verfügung mass
geblich (BGE 130 V 64 E. 5.2.5
; Bundesgerichtsurteil 8C_315/2010 vom 2
0.
Juni 2016 E. 2.2).
Die im Gerichtsverfahren aufgelegten medizinischen Unter
lagen (Urk. 3/3-8, Urk. 13-14) haben daher von vornherein ausser Acht zu bleiben.
Die in
Art.
87
Abs.
3 und 4 IVV genannte
Eintretensvoraussetzung
soll verhin
dern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründeten Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 mit Hin
weisen).
Art.
87
Abs.
4 IVV beruht auf dem Grundgedanken, dass die Rechtskraft der früheren Verfügung einer neuen Prüfung so lange entgegensteht, als der seinerzeit beurteilte Sachverhalt sich in der Zwischenzeit nicht verändert hat.
Damit
die Verwaltung
nicht gleichlautende
und n
icht näher begründete
, d.h.
keine Veränderung des Sachverhaltes darlegende Rentengesuchen be
handel
n muss
, ist sie nach Eingang einer Neuanmeldung demnach zunächst zur Prüfung ver
pflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei verfügt sie bei der Beurteilung der
Eintretensvoraus
setz
ungen
über einen gewissen Spielraum und wird u.a. berücksichtigen, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dement
sprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderu
ngen stellen (BGE 109 V 108 E. 2b
).
2.2.2
D
ie bisherige Rechtsprechung betreffend die Voraussetzungen, unter denen leichten bis mittelschweren Depressionen invalidisierende Wirkung zukommen kann
(BGE 140 V 193 E. 3.3 S. 197; Bundesgerichtsu
rteil 9C_892/2015 vom 2
2.
Januar 2016 E. 2), ist mit
BGE 143 V 418 und BGE 143 V 409
geändert worden
. Gemäss BGE 143 V418
(E. 7) sind neu sämtliche psychischen
Leiden, laut BGE 143 V 409
(E. 4.5.2) namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. Diese neue Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (vgl.
etwa Bundesgerichtsurteil 9C_732/2017 vom
5.
März 2019 E.
4.2).
3.
3.1
Die IV-Stelle führte in der angefochtenen Verfügung aus, mit den neuen Arzt
berichten würden keine neuen medizinischen Tats
achen dargetan. Eine anspruchs
erhebliche
Veränderun
g liege daher nicht vor. Insbesondere stelle die im Berich
t der A._
vom 2
3.
Februar 2017 diagnostizierte ängstlich-ver
meidende Persönlichkeitsstörung keine solche dar. Denn bereits in der Vergan
genheit sei ärztlicherseits festgestellt worden, dass akzentuierte Persönlich
keits
züge vorlägen. Auf das neue Leistungsbegehren vom 2
1.
Mai
(richtig: 19.)
2015 sei daher nicht einzutreten (
Urk.
2).
3.2
Dagegen brachte die Beschwerdeführerin
im Wesentlichen
vor,
seit der letzten rechtskräftigen Verfügung vom 1
4.
Juli 2014 habe sich
, wie sich aus den von ihr eingereichten Berichte ergebe,
die medizinische Situation dahingehend geändert, dass ihr Leiden nunmehr therapieresistent
sei
. Ihr würde mittlerweile eine Arbeits
unfähigkeit von 80
%
attestiert (
Urk.
1 S. 5 u
nd S.
7)
.
Eine Verschlechterung des Gesundheitszustands sei damit ausgewiesen
. Die Sache sei daher an die IV-Stelle zu weiteren medizinischen Abklärungen zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 10).
4.
4.1
Zunächst ist auf den Anspruch auf
berufliche Massnahmen
einzugehen. Dabei stellt sich die Frage, ob
hinsichtlich des entsprechenden Gesuchs eine Neuan
mel
dung vorliegt.
4.2
Im Urteil vom 2
8.
November 2016
führte das Sozialversicherungsgericht aus, d
er Inhalt der
Verfügung vom 1
4.
Juli 2014 könne nur so verstan
den werden, dass damit allein über den Rentenans
pruch verbindlich befunden worden sei
. Denn die Verneinung eines invalidenversicherungsrechtlich relevanten
Gesundheits
scha
dens sei
mit Blick auf d
ie bundesgerichtliche Rechtspre
chung
erfolgt
, welche im Zusammenhang mit den hier fraglichen Krankheitsbildern für
die Rentenfrage Anwendung finde
. Da das IVG jedoch keinen einheitl
ichen In
validitätsbegriff kenne
, sondern dem System der leistungsspezifischen
Invalidi
tät
(BGE 126 V 241 E. 4) folge, könne
aus den Erkenntnissen zur Invalidität im Zusammenhang mit dem Rentenanspruch nich
t ohne Weiteres geschlossen wer
den, wie es sich mit dem Anspruch auf Eingliederungsmas
snahmen verhalte, zu
mal solche auch nicht
im Einzelnen konkret benannt wo
rden
seien
(
Urk.
11/143
E. 2.3).
Das Sozialversicherungsgericht prüfte
im Urteil vom 2
8.
November 2016
folglich allein den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente. Auf das (in der Beschwerde ebenfalls) gestellte Begehren auf Eingliederungsmassnahmen trat es
mangels Vorliegens eines Anfechtungsgegenstands nicht ein.
Es
wies aber die Beschwerdeführerin darauf hin, dass es ihr unbenommen bleibe, sich diesbe
züg
lich erneut an die Beschwerdegegnerin zu wenden (
Urk.
11/143 E. 2.3).
4.3
Die
Anmeldung
der Beschwerdeführer
in vom
1
9
.
Mai 2016
beinhaltete
nicht nur ein Gesuch um Ausrichtung einer Invalidenrente, sondern auch um Gewährung berufli
cher Massnahmen
(
Urk.
11/137).
Nach Erhalt des Urteils vom 2
8.
Novem
ber 2016 bekräftigte die Beschwerdeführerin
mit Schreiben vom 3
0.
Dezember 2016
ihr Begehren um
Eingliederungsmassnahmen
(
Urk.
11/144)
.
4.4
Da mit Verfügung
vom 1
4.
Juli 2014
einzig über die Rente entschieden worden war, liegt in B
ezug auf die mit Anmeldung vom
1
9
.
Mai 2016
anbegehrte
Ge
währung beruflicher Massnahmen keine Neuanmeldung
im Sinne von
Art.
87
Abs.
3 und 4 IVV
vor. Diesbezüglich
ist somit nicht erforderlich, dass
sich die Ver
hältnisse anspruchserheblich geändert
haben. Die IV-Stelle hätte somit
–
in
folge ihrer Abklärungspflicht (
Art.
43 ATSG) -
auf das Gesuch um berufliche
Mass
nahmen eintreten
,
Abklärungen vornehmen
und über den entsprechenden Leistungsanspruch verfügen
müssen.
5.
5.1
Hingegen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente unter dem Gesichtspunkt der Neuanmeldung zu prüfen, was unbestritten ist.
5.2
Der rentenabweisenden Ve
rfügung vom 1
4.
Juli 2014 lagen in psychiat
rischer Hinsicht
folgende medizinische Berichte zu Grunde:
5.2.1
D
ie
Oberärztin
Dr.
med.
E._
und die Psychologin
lic
.
phil.
F._
,
A._
,
G._
, hielten im Bericht vom
2.
März/
4.
April 2011 (Urk.
11
/14/1-5) eine im Jahr 2010 - infolge Überforderungssituation an der Arbeit - aufgetretene zunehmende depressive Entwicklung
fest
(S. 2 unten). Sie wiesen auf diverse psychosoziale Belastungsfaktoren hin (Angst, keine feste An
stellung mehr zu finden, viele Stellenwechsel bei langjähriger
Temporärarbeit
, Trennungssituation, körperliche Belastung durch
Endometriose
; S. 1). Zur depres
siven Symptomatik komme der ängstlich-vermeidende und
dependente
Persön
lich
keitsstil hinzu, der sich ungünstig auf den Umgang mit depressiven Sympto
men auswirke (S. 1)
.
Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Fachleute des
G._
eine rezidivierende depressive Störung, ge
gen
wärtig mittelgradig. Die erste Episode habe 2004 stattgefunden und die ge
gen
wärtige Episode dauere seit August 201
0.
Seit der Jugend bestünden akzen
tuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1), welcher Diagnose die Fachleute keine Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit beimassen (S. 2 oben). Als Befunde nannten sie Stimmungslabilität, Hoffnungslosigkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen,
Versagensängste, Antriebsstörungen, Erschöpfbarkeit (S. 2 unten) sowie Antrieb
s
mangel,
Anhedonie
und Frustessen und sie beschrieben die Beschwerdeführerin als leicht angespannt, ängstlich und unsicher (S. 3 oben). Sie nehme seit November 2010 täglich am teilstationären Therapieprogramm wie auch an der psychopharmakologischen Therapie teil, deren Weiterführung sie empfahlen (S.
3 Ziff. 1.5).
Sie bescheinigten ab Mitte Oktober 2010 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Im Anschluss an die - am 22. November 2010 aufgenommene (S. 2 unten und S. 3 Ziff. 1.5) - tagesklinische Behandlung sei ab Mai 2011 von einer zumindest par
tiellen Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen (S. 3 Ziff. 1.7 und S. Ziff. 1.9), dies unter der Voraussetzung, dass die Beschwerdeführerin durch einen Job
Coach begleitet werde (S. 1).
Diese 50%ige Arbeitsfähigkeit wurde von den behandelnden Fachleuten in der Folge wiederholt bestätigt (Urk.
11
/20, Urk.
11
/24, Urk.
11
/70/2-6).
5.2.2
A
m 12. September 2012 (Urk. 11
/67)
berichteten
die behandelnden Fa
chleute des
H._
,
Oberarzt
Dr.
med.
I._
und
Psychologin
lic
. phil.
J._
,
von unveränderten, die Arbeitsfähigkeit beeinflussenden Diagnosen (rezi
di
vierende depressive Störung, gegen
wärtig mittelgradige Episode, ICD-10 F33.1;
S. 2 oben); die Arbeitsfähigkeit sei von 50 % auf 40 % gesunken (S. 4 Ziff. 1.6-7).
Dazu führten sie aus, dass es im teilstationären Setting zu einer partiellen Verbes
serung gekommen sei. Die Beschwerdeführerin sei nach dem Austritt aus der Tagesklinik im April 2011 unter antidepressiver Medikation wöchentlich ambu
lant behandelt worden; gegenwärtig sei die Sitzungsfrequenz alle zwei Wochen bis monatlich, wobei als letzte Kontrolle
der
9.
Juli 2012 angegeben wurde
(S. 2 Ziff. 1.2). Die Beschwerdeführerin
habe Schwierigkeiten, therapeu
tische Inhalte umzusetzen und vermehrt in eine Aktivierung und Eigenverant
wortung zu ge
langen. Veränderungsschritte seien meist durch Angst- und Schuldgefühle be
glei
tet gewesen,
so dass sie Vermeidungstendenzen und/oder körperliche Beschwer
den entwickelt habe und ein progressiver Behandlungs
verlauf erschwert gewesen sei (S. 3-4).
Im Bericht vom 16. Januar 2012 (richtig: 2013)
beschrieben die nämlichen Fach
leute einen stagnierenden respektive sich verschlechternden psychischen Zu
stand.
Die Beschwerdeführerin sage die Psy
chotherapie aufgrund von körper
lichen Be
schwerden häufig ab, nehme mithin
etwa einmal monatlich Sitzungs
termine wahr, und stehe in psychopharmak
ologischer Behandlung. Die Fach
leute atte
stierten eine Arbeitsfähigkeit von 50 % vom 26. April 2011 bis zum
Beginn
des
Aufbautrainings am 8. Januar
2012 und erneut ab 1. Januar
2013
(Urk.
11
/90/2-3).
5.2.3
Am 14. September 2013 erstattete Dr. med.
Z._
gestützt auf die Vorak
ten und die eigene Untersuchung sein p
sychiatrisches Gutachten (Urk. 11
/110). Der
Experte stellte folgende Diagnosen (S. 5):
-
rezidivierende, aktuell mittelschwere depressive Episode mit somatischen Symp
tomen (ICD-10 F33.11)
-
Bulimia
nervosa
(ICD-10 F50.2)
-
Migräne starken Ausmasses
Er hielt fest, a
ffektiv sei die Beschwerdeführerin in wechselndem Ausmass de
primiert, ratlos und hoffnungslos. Sie wirke hintergründig ängstlich, vorder
gründig distanziert und
dysphorisch
. Es bestünden starke Insuffizienzgefühle, eine Freudlosigkeit
,
eine mittelstark ausgeprägte Affektlabilität und eine N
ervo
sität (S. 4 unten). Aus der
Hami
lton-Depressionsskala resultiere
ein
Score
, welcher
einer
behandlungsbedürftigen
, mittelschweren depressiven Episode entspreche (S.
5 oben).
Im Weiteren führte er aus, die Beschwerdeführerin stehe seit März 2013 in einer (selbst gefundenen; vgl
. Urk. 11
/113) bis Dezember 2013 befriste
ten Anstellung mit einem Pensum von 80 % (S. 3 oben). Trotz einfacher Arbeit und einem Pensum von 80 % sei sie überfordert (S. 4). Er attestierte eine Ar
beits
fähigkeit von 50 % in der bisherigen Tätigkeit und eine Arbeitsunfähigkeit von 30-40 % (je nach Anforderung) in einer angepassten Tätigkeit, wie sie die Be
schwerdeführerin aktuell ausübe. Die aus seiner Sicht krankheitsbedingt ein
ge
schränkte Arbeitsfähigkeit begründete er mit der depressionsbedingt vermin
der
ten Belastbarkeit und schnelleren Erschöpfbarkeit sowie mit einer Verlang
samung im Denk- und Arbeitsablauf. Zusätzlich werde das (Arbeits-)Leben durch die Migrä
neattacken erschwert und eingeschränkt (S. 5) und mit der Bu
limie liege ein schweres pathologisches Suchtverhalten vor (S. 6).
In Bezug auf die Behandlung hielt Dr.
Z._
fest, die Beschwerdeführerin sei bis Februar 2013 mit Antidepressiva behandelt worden und stehe weiterhin in 14-täglicher psychotherapeutischer Betreuung (S. 4). Weiter legte er dar, dass in der Vergangenheit psychosoziale Faktoren vorhanden gewesen seien, welche jedoch die aktuelle krankheitsbedingte Arbeitsfähigkeit nicht
aggravierten
. Un
verständlich bleibe, dass die Beschwerdegegnerin verhindert habe, dass die Be
schwerdeführerin durch die
K._
, die den Arbeitsversuch (richtig: Aufbautraining) bis am 31. Dezember 2012 durchgeführt hat (vgl. Urk. 7/93), habe angestellt werden können (S. 6).
Auf die Rüge der Beschwerdeführerin, die Expertise enthalte falsche Angaben (Urk.
11
/118/1), ergänzte der Gutachter am 30. Januar 2014 (Urk.
11
/121), die An
merkungen der Beschwerdeführerin (vgl. dazu Urk.
11
/117) hätten ihn er
staunt und liessen sich durch Missverständnisse beziehungsweise ihre wider
sprüchlichen Schilderungen und ungenauen
Angaben erklären (S. 1). Die An
merkungen hätten keinen Einfluss auf seine sorgfältige Beurteilung von Diag
nose, krankheitsbedingten Einschränkungen
und Grad der Arbeitsunfähigkeit
(S.
2).
5.2.4
Im
im
damaligen
Vorbescheidverfahren
ins Recht gelegten
Beric
ht vom 5. Mai 2014 von
Dr. med.
I._
,
A._
,
H._
(Urk. 11/159/1-2
), über die von Oktober 2009 bis 17. März 2014 (vgl. dazu Urk.
11
/13/19-20) durchgeführte ambulante Behandlung, wurden folgende Diag
nosen genannt (S. 1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4) bei ei
ner Persönlichkeit mit ängstlich-vermeidenden und unsicheren Zügen
-
Essattacken bei anderen psychischen Störungen (ICD-10 F50.4)
-
Migräne
Dr.
I._
führte zum Behandlungsverlauf zur Hauptsache aus, die psychosozi
ale Belastung (Angst, keine feste Anstellung mehr zu finden, viele Stellenwechsel, Trennungssituation) habe im Lauf der ersten Hälfte des Jahres 2010 zugenommen und das Zustandsbild habe
sich infolge Überforderungssitu
ation im August 2010 zu einer eindeutigen depressiven Episode verschlechtert, worauf die Beschwer
deführerin vom 22. November 2010 bis Ende April 2011 in der Tagesklinik teilstationär und hernach ambulant behandelt worden sei. Unter Medikation sei es zu einer partiellen Verbesserung gekommen mit einer Ar
beitsfähigkeit von 50 % im Mai 2011; damals habe sie im Integrationspro
gramm zu arbeiten be
gonnen. Das anschliessende Belastbarkeits- und Aufbau
training sei nach gehäuf
ten Absenzen Ende 2012 abgebrochen worden (S. 1). Nach Aufnahme einer bis Ende 2013 befristeten
Temporärstelle
zu 80 % sei es aufgrund depressiver Symp
tome, die von
Migränezuständen begleitet waren, zu Arbeitsausfällen gekommen. Wegen Gewichtsz
unahme sei sie ins
L._
zur Behandlung überwiesen worden. Seit Februar 2014 arbeite die Beschwerde
füh
rerin in einer Festanstellung zu 80 % als Sachbear
beiterin (S. 2).
Wie schon im Bericht des
H._
(E. 5.2.2
hie
r
vor) wurde weiter dargelegt, dass die Beschwerdeführerin Schwierigkeiten gehabt habe, die therapeutischen Inhalte umzusetzen. In Absprache mit ihr seien die Sitzungsfre
quenzen verringert und die antidepressive Medikation ausgeschlichen worden. Wegen Beendigung der Arbeitstätigkeit der behandelnden Fachärztin bei der
A._
im März 2014 habe sich die Beschwerdeführerin ent
schlossen
, di
e Behandlung zu beenden (S. 2).
5.2.5
Das Sozialversicher
ungsge
richt führte zu diesen Berichten
im U
rteil vom 2
8.
November 2016
aus, was
die Verhältnisse im Zeitpunkt des Ablaufs des Warte
jahres im Oktober 2011 in Bezug auf die erhobenen Diagnosen
anbelange,
sei
davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus
schliesslich durch das depressive Leiden eingeschränkt
gewesen sei
.
In diagnos
tischer Hinsicht sei
festzuhalten, dass zwar Dr.
Z._
eine depressive Stö
rung mit somatischem Syndrom
genannt habe
(ICD
10 F33.11); doch hie
r
für
sei
definitionsgemäss
das Vorliegen
von vier oder mehr somatischen Symptomen erforderlich, die der Gutachter jedoch nicht beschrieben
habe
. In
soweit erscheine
das Gutachten nicht nachvollziehbar, weshalb mit den behandelnden Ärzten von einer depressiven Störung mittelgradigen Ausmasses (ICD-10 F33.1)
auszugehen sei (
Urk.
11/106 E. 4.2).
Die von den behandelnden Fachleuten weiter genannte Diagnose einer Persönlichkeit mit ängstlich-vermeid
enden und unsicheren Zügen seien
entweder nicht kodiert oder als akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) gefasst
worden
. Damit
ermangle
es diesbezüglich von vornherein an einer lege
artis
gestellten Diagnose, die Voraussetzung für eine Anspruchsberech
tigung sei
, beziehungsweise - in Bezug auf die Diagnose mit Z
Kodierung - an einem rechtserheblichen Gesundheitsschaden
(
Urk.
11/143
E. 4.2)
In Bezug auf die Auswirkungen der depressiven St
örung hielt
das Sozialver
sicherungsgericht
unter anderem
fest,
die Beschwerdeführerin
sei
nach Abschluss der Integrationsmass
nahmen Ende 2012
in der Lage
gewesen
, von März bis D
ezember 2013
wieder eine Tätigkeit im Umfang von 80 % auf dem allgemein
en Arbeitsmarkt auszuüben. An diesem Pensum habe sie festgehalten
, obwohl der Gutachter Dr.
Z._
in der Expertise vom 14. September 2013 für die fragliche Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 60-70 % attestiert
habe
. Zwar habe
das Pensum von
80 % laut den Angaben der Beschwerdeführerin ein Erschöpfungsgefühl, Lustlosigkeit und Müdigkeit nach sich gezogen
. Doch sei
aus dem Umstand, dass sie nach Beendigung des befristeten Arbeitsverhältnisses per Ende Dezember 2013 ab Februar 2014 wiederum eine Arbeit mit einem Pensum von 80 %
angetreten habe
, zu schliessen, dass
sie sich selbst in der Lage gesehen habe
, unter gehöriger Anstrengung, welche im Rahmen der Schadenmin
der
ungs
pflicht erwartet werden müsse
, eine entsprechende Leistung zu erbringen. Dieser e
ffektiv ausgeübten Tätigkeit sei
in beweismässiger Hinsicht höheres Gewicht beizumessen, als der medizinisch-theoretischen Beurteilung der Arbeitsfähig
keit durch
die befassten Ärzte (
Urk.
11/143
E. 4.3.3).
Sodann führte das Sozialversicherungsgericht aus,
dass mit
Blick auf das hier allein massge
bliche depressive Geschehen auf die Recht
sprechung hinzuweisen
sei
, wonach leichte bis
mittelgradige depressive Epi
soden grundsätzlich keine von
depressiven V
erstimmungszuständen klar unter
scheidbare andauernde Depres
si
on im Sinne
eines verselbständigten Gesund
heitsschadens darstell
t
en, die es der b
etroffenen Person verunmögliche
, eine angepasste Tätigkeit auszuüben. Leichte bis höchstens mittelschwere psychisch
e Störungen depressiver Natur gä
lten grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
. Obwohl eine invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Störung nicht
schlechthin auszuschliessen sei,
bedinge
deren Annahme, dass eine konsequent
e Depressionstherapie befolgt we
rd
e
, deren Scheitern da
s Leiden als resistent aus
weise
.
Hin
sichtlich der Psychotherapie sei
den Akten
zu entnehmen, dass die Beschwer
deführerin schon ab April 2012 nu
r noch alle zwei Wochen oder mo
natlich Behandlungstermine wahr
genommen
habe
.
Laut dem B
ericht vom 16. Januar 2013 habe
die Beschwerdeführerin zudem häufig Ther
apiesitzungen abgesagt
. Wenn dies auch körperlichen Beschwerden zuzuschreiben gewesen wäre, wäre es der Beschwerdeführerin aber zuzumuten gewesen, zur Einhaltung des Therapierhythmus einen neuen Termin zu verein
baren, wovon sie offenbar
abgesehen habe. Am 17. März 2014 habe
die Be
schwer
deführerin die thera
peutische Behandlun
g aus eigenem Antrieb beendet
, was einen massgeblichen Leidensdruck nicht als überwiegend wahrschei
nlich bestehend erscheinen lasse
. Insbesondere die ab April 2012 nur ein- bis zweimal im Mo
nat stattgefundenen Therapien würden nicht
genügen, um das Leiden als resistent auszuweisen. Da der anfängliche tagesklinische Aufenthalt eine Verbes
serung der Symptomatik samt einer wenigstens te
ilweisen Wiedererlangung der Ar
beitsfähigkeit b
ewirkt habe
, wären anhaltende und intensive Therapiebe
müh
u
ngen umso angezeigter gewesen. Unter diesen Umständen sei
mangels konse
quenter Depressionsbehandlung die Therapieresistenz der depressiven
Sympto
mati
k nicht ausgewiesen (
Urk.
11/143
E. 4.3.3).
5.3
5.3.1
Im mit der Neuanmeldung vom
1
9
.
Mai 2015 eingereichten Bericht
von
Dr.
med.
M._
und
lic
. phil
.
N._
,
C._
,
B._
, vom 2
6.
März 2015
(
Urk.
11/136/4-7)
wurde eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
,
diagnostiziert
.
Dazu ist dem Bericht zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer
in
die
- im Bericht des
H._
erwähnte
-
Stelle
nach sechs Monaten per
Ende
Oktober 2
014 gekündigt wurde. Dies habe die jetzige Episode ausgelöst, was zu einem statio
nären Aufenthalt in der Klinik vom 2
1.
Oktober bis
2.
Dezember 2014 und zu einem teilstationären Setting vom
4.
Dezember 2014 bis 1
5.
Januar 2015 geführt habe
(
Urk.
11/136/4).
Durch die im Rahmen der
Hospitalisation
verabreichte Medikation habe das Zustandsbild nur mässig verbessert werden können. Mit der Beschwerdeführerin habe erarbeitet werden können, welche Auswirkungen die negativen Prägungen (wie: ich traue mir nichts zu,
deshalb habe ich Angst, Dinge auszuprobieren;
ich stelle meine Bedürfnisse an zweiter Stelle,
um es allen recht zu machen;
ich werde nicht ernst genommen
und mein Input interessiert nie
manden
) auf ihr Verhalten hätten und inwiefern diese als auslösende Faktoren der D
epression gesehen werden könnten. Indessen habe sich die Umsetzung der erlernten Techniken und Strategien als schwierig erwiesen
(
Urk.
11/136/6). Von den Ärzten wurde
n
zur weiteren Stabilisierung und im Sinne einer Rückfall
prophylaxe eine psychiatrisch-psychotherapeutische Weiterbehandlung im amb
u
lanten Setting sowie die Fortsetzung der psychopharmakologischen T
herapie empfohlen (
Urk.
11/136
/7).
5.3.2
Ab Februar 2015 begab sich die Beschwerdeführer
in
zu
Dr.
med.
O._
, Fach
ärztin für Allgemein Medizin, in eine Spezialsprechstunde für Psychopharma
ko
therapie.
Nachdem
Dr.
O._
aus gesundheitlichen Gründen plötzlich ausge
fallen war (vgl. dazu Beschwerde,
Urk.
1 S. 6), wechselte die Beschwerdeführerin im Oktober 2015 zu
Dr.
med.
P._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Im Bericht vom
9.
Mai 2016 diagnostizierte
dies
er eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1). Aufgrund des aktu
ellen Gesundheitszustands attestierte er eine Einschränkung in der Arbeitsfähig
keit von 80
%
. Bei einer Teilremission hielt er eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
für möglich
. Angaben zur Therapiefrequenz machte er keine
(
Urk.
11/159/1-2).
5.3.3
Vom 1
1.
Dezember 2015 bis 2
3.
Mä
rz 2016 war die Bes
chwerdeführerin zudem in T
herapie bei
m Psychotherapeuten
Q._
. Die Therapiesitzungen fanden ca. alle 14 Tage statt. Eine intensivere Begleitung war laut dem Psycho
therapeuten trotz entsprechender Indikation und Motivation seitens der Be
schwerdeführerin nicht möglich, da die Kosten für die Behandlung ohne ärztliche Delegation von der Krankenkasse nicht gedeckt worden seien und sich die Be
schwerdeführer
in
ausserdem in einer psychisch schlechten Verfassung befunden habe (Bericht vom
3.
Juni 2017 [Datum Eingangsstempel],
Urk.
11/159/4).
5.3.4
Dr.
med.
R._
und med.
pract
.
S._
,
A._
,
C._
, diagnostizierten im Bericht vom 2
3.
Februar 2017 (
Urk.
11/149) eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6), eine rezidi
vie
rende Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1) und in soma
tischer Hinsicht eine morbide Adipositas (BMI 42; S. 1).
Sie hielten fest
, seit
1.
Dezember 2016 stehe die Beschwerdeführer
in
in
der tagesklinischen Behand
lung und nehme
am
multimodalen Therapieprogramm
teil. Üblicherweise hätten die P
atienten sechs Therapiemodule, dies
an vier halben Tage
n
und
an einem
Tag. In den ersten zwei
Wo
chen habe die Beschwerdeführerin an drei Tagen gefehlt. Deshalb sei
im
Rahmen eines Standortgesprächs vom 1
4.
Dezember
2016
ent
schie
den worden, auf fünf
Mo
dule zu reduzieren, um die Beschwerdeführerin
zu entlasten. Sie habe
zudem explizit
gewünscht,
in eine bewegungsorientierte Therapie gehen zu dü
rfen. In den Folgewochen hätten sich die Fehlzeiten in
der Morgenrunde (ab 9.15
Uhr
) oder
gar
komplette Abwesenheit
en
wegen einer psy
chisch schlechten Verfassung
gehäuft. Im Januar 2017 habe
sich das gleiche
Bild mit Abwesenheiten oder Ver
spätungen, u.a. wegen Migräne
, gezeigt. Die Fehlzei
ten seien im Rahmen des zweiten
Stando
rtgespräches vom 1
8.
Januar
2017 erneut thematisiert
worden. De
r
Beschwerdeführerin sei mitgeteilt worden, dass eine Weiterbe
handlung in der Tagesklinik be
i so vielen Fehlzeiten kaum zielfüh
rend und sinnvoll sei. Schliesslich habe die Beschwerdeführerin reflektieren können
, dass sie häufig am Montag gefehl
t habe, weil sie sich in den Be
we
gungstherapien sehr für ihr Körperbild schäme und sich wenig
in der Gruppe exponieren könne. Es sei
vereinbart
worden
, dass das Tagesklinikprogramm unter einer strengen Fehlzeitenre
gelung nochmals fortgeführt werde. Die Bewegungs
therapie sie
durch eine Ergotherapie ersetzt
worden (S. 1).
Der bisherige Verlauf
zeige
,
dass die Beschwerdeführerin stark eingeschränkt sei. Trotz Bemühungen g
elinge es i
hr
nich
t,
die Therapie an den
fünf halbe
n
Tage
n
regelmässig und zuverlässig einzu
halten. Neben dem deutlich reduzierten Woch
en
programm
bestehe
diese
aus
wenig konfrontativen, d.h. vor allem
ressour
cen
fördernden
,
Modulen wie Ergotherapie, Kunsttherapie und Alltagskompet
enz. Aus
diesem Grunde liege eine
deutlich eing
eschränkte Arbeitsfähigkeit vor
.
Diag
nos
tisch würden sie, die Klinikärzte, davon ausgehen
, dass die Beschwerdeführerin
primär an eine
r Persönlichkeitsstörung leide, sekundär trä
ten bei hoher Belastung wiederholte depressive Episoden auf. In de
n Berichten der
Vorbehandler
sei
be
reits die Z-Diagnose (ICD-10 Z73.1) mit
ängstlich-vermeidenden und unsi
cheren Anteilen erwähnt
worden. Diese sei vom Sozialversicherungsgericht
jedoch auf
grund der Z-Codierun
g
nicht berücksichtigt worden. Im
IV-Gutachten von
Dr.
Z._
werde
auf
die
Persö
nlichkeitsp
roblematik
nicht eingegange
n. Gemäss dem mit der Beschwerdeführerin
durchgeführten strukturierten klini
schen Inte
rview für DSM-IV (SKID-11) seien
die Kriterien für selbstunsichere und depressive Persönlichkeitszüge signifikant
erhöht (S. 2).
I
m Gegensat
z zu den
Vorbehandlern
sei neu von einer Persönlichkeitsstörung aus
zugehen. Die
Eingangskriterien nach ICD-10
seien erfüllt
: deutliche Abwei
chung der inneren Erfahrungs- und Verhalt
ensmuster von kulturell erwarte
ten und akzeptierten Vorgaben
;
manifeste Abweichung seit Eintritt ins Berufsleben (h
äufige Stellenwechsel und Krankheitsausfälle seit über zehn Jahren); derartige Ausprägung der Abweichung, dass die Beschwerdeführerin
in viel
en persönlichen und sozialen Si
tuationen unflexibel, unangepasst und
unzweckmässig handle
(häufige Stellenwechsel, Absenzen bei Integrationsprogrammen und auch im aktu
ellen Tagesklinikprogramm)
; sowie
grosser persönlicher Leidensdruck
(S. 3).
Bezüglich der spezifisch selbstunsiche
ren Anteile meide die Beschwerdeführerin berufliche und soziale Aktivi
täten, die intensiveren zwisch
enmenschlichen Kontakt erf
orderten. Sie
könne
ihre Defizite im Einzelgespräch und der Gruppe vorü
bergehend kompensieren, reagiere
jedoch nach kurzer Zeit mit körperlichen Symptomen, die eine weitere Teilnahme an
den sozialen Aktivitäten verun
möglichten. Die Beschwerdeführerin sag
e dazu treffend, dass sie sich vor sozialer Expo
sition in Gr
uppen schütze,
nicht
aber
,
dass sie es nicht könne. Die depressive Symptomatik mit Antriebslosi
gkeit, starker Müdigkeit, Kraft
losigkeit, Grübeln- und Insuffizienzgefühlen und psychomotorischer Gehemmtheit unterstützt
en
den
sozialen Rückzug zusätzlich. Die rezidivierend
depressive Erkrankung sei
als Fol
ge der Persönlichkeitsstörung
zu sehen
. Damit liessen sich
auch die bisher erfolg
losen Behandlungsver
suche
erklären
. Zudem gä
lten Persönlichkeits
stö
rungen al
s ich-
synton
, d.h. die Beschwerdeführerin erlebe ihre
n Zustand (bzw.
ihr Verhalten,
ihre
Gefühle und
ihr
Denken
)
ni
cht als Krankheit und realisiere
dadurch nicht
,
dass dies
er
veränder
-
und behandelbar sei
. Dadurch wirke sie
wenig änderungs
motiviert
(S
. 2).
Di
e Arbeitsfähigkeit sei
stark eingeschränkt. Aufgrund der Verlaufsbeobach
tungen
in der Tagesklinik bes
t
ehe derzeit eine Arbeitsfähigkeit von höchstens 20
% in angepasster Tätig
keit (einfache Bürotätigkeit
; S. 3).
5.3.5
Dr.
med.
T._
,
Fachärztin für Allgemeine Medizin,
diag
nostizierte
im Bericht vom 2
9.
Mai 20
17
eine Angsterkrankung
, eine rezidiviere
nde mittelgra
dige bis teilweise
schwergradige
depressive Episode, eine Adipositas per magna und eine latente Hyperthyreose. Sie erklärte dazu, die Beschwerdeführer
in
sei bei ihr seit 1
8.
Mai 2016 in psychotherapeutischer Behandlung. Bis August 2016 sei sie meist wöchentlich gekommen. Ab Augst 2016 habe sich ihr Zustand ver
schlechtert, so dass sie nur noch zweiwöchentlich erschienen sei. In jener Zeit se
i
die Medikation, für welche
Dr.
P._
verantwortlich gewesen sei, umgestellt worden
. Für die gesamte Behandlungsdauer sei von einer vollen Arbeitsunf
ähigkeit aus
zugehen (
Urk.
11/159
/3).
6.
6.1
In den im Zuge der Neuanmeldung eingereichten Berichte
n
wird von den
psy
chiatrischen
Fachärzten jeweils die Diagnose einer rezidivierenden Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1) gestellt
(
Urk.
11/136/4,
Urk.
1
1/149 S. 1,
Urk.
11/159/1-2
). Insofern ergeben sich
in
diagnostische
r Hin
sicht
keine
massgeblichen
Änderungen
im Vergleich
zu
m Sachverhalt, der
Grund
lage für die rentenabweisende Verf
ügung vom 1
4.
Juli 2014 bildete
.
Von gesundheitlichen Veränderungen ist denn auch in keinem der Berichte der behan
delnden Ärzte die Rede und diese haben auch keine neuen Befunde geschildert. Zwar
diagnostizierten
Dr.
R._
und med.
pract
.
S._
,
A._
,
C._
,
in ihrem Bericht vom 2
3.
Februar 2017
neu
eine ängstlich-ver
m
ei
de
nde Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6).
Diese Diagnose wird von den weiteren Ärzten
jedoch
nicht bestätigt.
Dr.
R._
und med.
pract
.
S._
zeig
t
en denn auch keine Gesichtspunkte auf, die bislang uner
kannt geblieben worden wären
.
Vielmehr legten sie ausdrücklich dar, dass das Krankheitsbild und das seit Jahren gezeigte Verhalten (auch) im Berufsleben mit häufigen Stellenwechseln - abweichend zu den vorbehandelnden Ärzten - als Persönlichkeitsstörung zu fassen sei (vorstehend E. 5.3.4), was nicht auf verän
derte Verhältnisse hindeutet.
Dass die Beschwerdeführerin an Versagerängsten und Insuffizienzgefühlen leidet,
von negativen Prägungen geleitet ist, sich ängst
lich und unsicher verh
ält
, häufige Stellenwechsel und Krankheitsausfälle zu beklagen hat, in
vielen persönlichen und sozialen Situationen unflexibel und unangepasst reagiert und einen grossen persönlichen Leidensdruck, insbesondere wegen ihres Übergewichts, verspürt, wird auch in den
früher
en Arztberichten er
wähnt (
Urk.
1
1/14/1-5, 11/67, 11/110
). Vor diesem Hintergrund
macht
der Be
richt von
Dr.
R._
und med.
pract
.
S._
keine neuen
tatbeständlichen
Elemente glaubhaft
.
6.2
Die Beschwer
deführerin macht
primär geltend, dass
ihr psychische
s
Leiden nun
mehr
als
therapie
resistent ausgewiesen sei (vgl.
Urk.
1 S. 10).
Nach dem
auf den Stellenverlust folgenden
Aufenthalt in der
A._
,
H._
, vom 2
1.
Oktober bis
2.
Dezember 2012 (
Urk.
11/136/4-7) begab sie sich ab Februar 2015
zur Allgemeinärztin
Dr.
med.
O._
in eine Sprechstunde für Psychopharmakologie (vgl.
Urk.
1 S. 6). Ab Oktober 2015 war sie beim Psychiater
Dr
.
P._
in Behandlung (
Urk.
11/159/1-2). Angaben über die Therapiefrequenz
bei diesen beiden Ärzten
finden sich in den Akten nicht. Dies geht in beweis
mässiger Hinsicht zu Lasten der Beschwerdeführerin, weil sie mit der Neuan
meldung glaubhaft zu machen hat, dass sich die Verhältnisse anspruchserheblich
geändert haben (E. 2.1.2 hiervor). Daneben war sie vom 1
1.
Dezember bis 2
3.
März
2016 alle 14 Tage in Therapie beim Psychotherapeuten
Q._
(
Urk.
11/159/4). Danach ging sie ab
2
9.
Mai
2016 zunächst bis August 2016 wöchentlich, danach zweiwöchentlich,
zur Allgemeinärztin
Dr.
med.
T._
in eine psycho
the
ra
peutische Behandlung
(
Urk.
11/159/3
). Eine solche Intensität der Therapiebe
mühungen vermag, wie bereits im Urteil vom 2
8.
November 2016 ausgeführt (
Urk.
11/143 E. 4.3.3), nicht zu genügen, um das Leiden als
therapie
resistent
aus
zuweisen.
Was
schliesslich
die Behandlung
im
C._
vom
1.
Dezem
ber 2016 bis
mindestens 2
3.
Februar 2017 (Datum des Berichts; zu jenem Zeitpunkt
war die Beschwerdeführerin
dort
noch
in Behandlung)
anbelangt,
ist anzumerken, dass der neuerliche Eintritt in eine Tagesklinik das Bemühen der Beschwerdeführerin, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen und
Therapien wahrzunehmen, belegt
. Jedoch stehen ihre Fehlzeiten einem Erfolg entgegen. Grund dafür ist, dass
sie sich vor sozialer Exposition in Gruppen schützen möchte.
Zwar erschweren ihr ihre Leiden ein therapiekonformes Verhalten, indessen ist ihr ein solches
, wie
sich
aus dem Bericht vom 2
3.
Februar 20
17 ergibt
,
aus medizinischer Sicht nicht unzumutbar
(
Urk.
11/149
). Da die Beschwerdeführer
in
den therapeutischen Vorgaben in der Tagesklinik offensichtlich nur unzureichend nachlebte, lässt sich auch aus dem Aufenthalt nicht auf eine konsequente De
pressionstherapie schliessen, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist.
Zwar ist Therapieresistenz für die Frage der invalidisierenden Wirkung einer mittelschweren Depression nach der neueren, nun geltenden Rechtsprechung nicht mehr entscheidend (E. 2.2.2 hiervor). Vorliegend ist sie aber für die Beur
teilung, ob eine anspruchserhebliche Veränderung der Verhältnisse glaubhaft gemacht ist, relevant.
6.3
Nichts
zu ihren Gunsten
abzuleiten vermag
die Beschwerdeführerin
sodann
aus dem Umstand
, dass ihr
Dr.
P._
sowie die beiden Ärzte der
A._
,
C._
,
Dr.
R._
und med.
pract
.
S._
,
je
weils
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 80
%
attestieren (
Urk.
11/149, 11/159/1-2). Eine Verschlechterung des Gesundheitszustands ist damit
– ohne Schilderung
tatbeständlicher
Veränderungen -
nicht
glaubhaft gemacht
.
6.4
Im Weiter
e
n verweist die Beschwerdeführerin auf die Berich
te des behandelnden Psychiaters
Dr.
med.
D._
, Facharzt von Psychiatrie und Psychotherapie, der
s
ie seit 2
4.
April 2017 behandelt (
Urk.
1 S.
7 ff.,
Urk.
3/6). Dessen Berichte lagen der IV-Stelle zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 1
5.
Juni 2017 nicht vor. Sie sind im vorliegenden Verfahren daher unbeachtlich (vgl. E.
2.2.1
).
Anzufügen ist, dass die Beschwerdeführerin in der
Einwandergänzung
vom
6.
Juni 2017 um
Sistierung des Verfahrens bis
zum Vorliegen eines Berichts von
Dr.
D._
ersuchte
(
Urk.
11/160)
. Angesichts dessen, dass s
ie erst seit 2
4.
April 2017
bei ihm
in Behandlung steht, grundsätzlich aber die Änderung mit der Neuanmeldung glaubhaft zu machen ist, ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerde
gegn
erin dieses Gesuch mit Verfügung vom 1
5.
Juni 2017 ablehnte (
Urk.
2), was
von der Beschwerdeführerin in d
er Beschwerde denn auch nicht moniert wird.
6.
5
Nach diesen Ausführungen
ist
nicht
zu beanstanden, dass die IV-Stelle im Rahmen des ihr zustehenden Ermessens (
vgl. E. 2.1.2 h
i
e
rvor)
davon ausging, dass eine relevante Veränderung des
Gesundheitszustand
s
mit
Folgen für die Arbeits
fähigkeit seit
der Verfügung vom 1
4.
Juli 2014
nicht glaubhaft gemacht worden sind
. Die neue Rechtsprechung
betreffend die Voraussetzungen, unter denen leichten bis mittelschweren Depressionen invalidisierende Wirkung zukommen kann (BGE 143
V
409, 143 V 418)
stellt für sich allein keinen Neuanmeldungs- bzw. Revisionsgrund dar. Grund für eine Neuanmeldung - bei der die Revisions
regeln anal
og anwendbar sind
-
ist somit allemal eine Änderung der tatsächlichen Verhäl
tnisse (BGE 141 V 9 E. 2.3
), die hier aber gerade nicht vorliegt. Ob ein rechtskräftig beurteilter,
unveränderter Sachverhalt nach einer neuen Recht
sprechung rechtlich anders eingeordnet würde, spielt keine Ro
lle (BGE 141 V 585 E. 5.3
).
6.6
Zusammenfassend ist die Beschwerde in Bezug auf die
anbegehrte
Invalidenrente abzuweisen, indessen in Bezug auf die berufli
chen Massnahmen gutzuheissen
; die Sache ist insoweit an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen
zur materiellen Prüfung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen
7.
7.1
Die Voraussetzungen zur Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung gemäss
§
16 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) sind erfüllt, weshalb in Bewilligung des Gesuchs vom 2
6.
Juni 2017 (
Urk.
1 S. 3) der Beschwerdeführerin Rechtsanwält
in Sibylle Käser Fromm
als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vorliegende Verfahren zu bestellen ist.
7.2
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind auf
Fr.
8
00.
—
festzu
setzen. Diese sind - ausgangsgemäss -
der Beschwerdeführerin und der IV-Stelle je zur Hälfte aufzuerlegen. Der auf die
Beschwerdeführer
in
entfallende Anteil ist infolge der bewilligten unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7.3
Nach
§
34
Abs.
3
GSVGer
bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
Mit Kostennote vom 9. April 2019 (Urk. 18) machte die Rechtsvertreterin einen Aufwand von 7.42 Arbeitsstunden im Jahr 2017 und von 1.25 Arbeitsstunden in den Jahren 2018/2019 (zuzüglich Mehrwertsteuer und Kostenpauschale von 3 %)
geltend, was als angemessen erscheint. Unter Berücksichtigung des gericht
übli
che
n Stundenansatzes von Fr. 185.-- für angestellte Anwältinnen (statt der verrech
neten Fr. 250.--) sind die zu entschädigenden Aufwendungen auf Fr. 1'527.-- (2017; inklusive Kostenpauschale und Mehrwertsteuer) und Fr. 257.25 (2018/
2019;
inklusive Kostenpauschale und Mehrwertsteuer
) festzusetzen und total eine Entschädigung von Fr. 1'784.25 (inklusive Kostenpauschale und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.
Davon hat die IV-Stelle die Hälfte als Prozessentschädigung, also
Fr.
892
.
10
, zu übernehmen
.
Im Umfang
des Restbetrags von
Fr.
892.10
ist
Rechtsanwältin Sibylle Käser Fromm
aus der Gerichtskasse zu entschädigen
.
7.4
Die
Beschwerdeführer
in
ist auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach sie
zur Nachzahlung der Kosten für die unentgeltliche Rechtspflege ver
pflichtet werden kann, sofern sie
dazu in der Lage ist.