Decision ID: c0646c28-3301-47c6-ad09-0e63ccb9c649
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend versuchten Betrug
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Hinwil, Einzelgericht in
Strafsachen, vom 12. Juni 2015 (GG150006)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 26. März 2015
(Urk. 51) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Die Beschuldigte ist schuldig des versuchten Betrugs im Sinne von Art. 146
Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu
Fr. 100.– (entsprechend Fr. 4'500.–) als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der
Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 20. September 2013.
3. Diese Geldstrafe ist im Umfang von 20 Tagessätzen innert der von der Voll-
zugsbehörde anzusetzenden Frist zu bezahlen.
Der Vollzug der restlichen Geldstrafe von 25 Tagessätzen wird aufgescho-
ben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt.
4. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 3'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 1'263.60 Auslagen Vorverfahren
Fr. 1'100.– Gebühr für die Führung der Strafuntersuchung
5. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden der
Beschuldigten auferlegt.
6. Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin eine Entschädigung
von Fr. 9'000.– (zzgl. MWSt) zu bezahlen.
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Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung der Beschuldigten:
(Urk. 90 S. 1)
1. Das Urteil des Einzelgerichts Hinwil vom 12. Juni 2015 sei aufzuheben
und die Beschuldigte sei vom Vorwurf des Betrugsversuchs im Sinne
von Art. 146 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 2 StGB voll-
umfänglich freizusprechen;
eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zu-
rückzuweisen.
2. Die Kosten des Vorverfahrens, des erstinstanzlichen Verfahrens sowie
die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens seien der Privatklägerin
aufzuerlegen, soweit sie deren Zivilforderung betreffen. Im weiteren
Umfang seien sie auf die Staatskasse zu nehmen.
3. Die Privatklägerin sei zu verpflichten, der Beschuldigten für das Vorver-
fahren und das gerichtliche Verfahren eine Entschädigung zu bezah-
len. Im weiteren Umfang sei ihr eine Entschädigung von insgesamt
Fr. 16'950.– aus der Staatskasse auszurichten.
b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat:
(Urk. 83, schriftlich)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
c) Des Vertreters der Privatklägerschaft:
(Urk. 89, schriftlich)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
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Erwägungen:
I. Prozessgeschichte und Gegenstand der Berufung
1. Der Prozessverlauf bis zum erstinstanzlichen Urteil ergibt sich aus dem an-
gefochtenen Entscheid (Urk. 78 S. 3 f.).
2. Mit vorstehend wiedergegebenem Urteil vom 12. Juni 2015 sprach das Be-
zirksgericht Hinwil, Einzelgericht in Strafsachen, die Beschuldigte anklagegemäss
des versuchten Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB in Verbindung mit
Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig und bestrafte sie mit einer Geldstrafe von 45 Tages-
sätzen zu Fr. 100.– als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zü-
rich-Limmat vom 20. September 2013. Im Umfang von 20 Tagessätzen wurde die
Strafe für vollziehbar erklärt, während der Vollzug der restlichen 25 Tagessätze
auf Bewährung ausgesetzt wurde unter Festsetzung einer Probezeit von vier Jah-
ren. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens auferlegte die
Vorinstanz der Beschuldigten und verpflichtete sie, der Privatklägerin eine Ent-
schädigung von Fr. 9'000.– zuzüglich Mehrwertsteuer zu bezahlen.
3. Gegen dieses Urteil liess die Beschuldigte durch ihren erbetenen Verteidiger
mit Eingabe vom 2. Juli 2015 rechtzeitig Berufung anmelden (Urk. 71 und 72) und
am 17. November 2015 ebenfalls in der Frist die Berufungserklärung einreichen
(Urk. 80). Mit Präsidialverfügung vom 23. November 2015 wurde die Berufungs-
erklärung in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 StPO der Privatklägerin und
der Staatsanwaltschaft übermittelt, um gegebenenfalls Anschlussberufung zu er-
heben oder Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen. Gleichzeitig wurde die
Beschuldigte aufgefordert, diverse Auskünfte zu ihren finanziellen Verhältnissen
zu erteilen und zu belegen (Urk. 81). Mit Eingabe vom 25. November 2015 ver-
zichtete die Staatsanwaltschaft auf Anschlussberufung und beantragte die Bestä-
tigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 83). Der Vertreter der Privatklägerin teilte
mit Schreiben vom 11. Dezember 2015 mit, dass auf eine Anschlussberufung und
auf einen Nichteintretensantrag verzichtet, jedoch am erstinstanzlich gestellten
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Antrag auf Verurteilung der Beschuldigten festgehalten werde (Urk. 84). Unterla-
gen zu ihrer wirtschaftlichen Situation reichte die Beschuldigte keine ein.
4. Die Beschuldigte ficht das Urteil vom 12. Juni 2015 in allen Teilen an und
verlangt einen vollumfänglichen Freispruch sowie eine Entschädigung (Urk. 80
S. 2). Somit sind sämtliche Dispositivziffern des vorinstanzlichen Urteils angefoch-
ten (Art. 402 StPO).
5. Auf die Argumente der Beschuldigten und ihrer Verteidigung ist im Rahmen
der nachstehenden Erwägungen einzugehen. Dabei muss sich das Gericht nicht
ausdrücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand
auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen; viel-
mehr kann es sich auf die für die Entscheidfindung wesentlichen Gesichtspunkte
beschränken (BGE 139 IV 179 E. 2.2; BGE 138 I 232 E. 5.1; BGE 138 IV 81 E.
2.2; BGE 133 I 270 E. 3.1, je mit Hinweisen; Urteile 6B_859/2013 vom 2. Oktober
2014 E. 1.2, 6B_1021/2013 vom 29. September 2014 E. 2.5 und 6B_484 /2013
vom 3. März 2014 E. 3.2).
II. Schuldpunkt – eingeklagter Sachverhalt
1. Anklagevorwurf
Der Anklagevorwurf ergibt sich aus der Anklageschrift vom 26. März 2015
(Urk. 51) und ist auch im vorinstanzlichen Urteil detailliert dargelegt (Urk. 78 S. 4).
Dar-auf ist zu verweisen. Kurz zusammengefasst wird der Beschuldigten vorge-
worfen, der Privatklägerin am 14. April 2011 den gleichen gelbgoldenen Solitär-
ring mit beidseits je einem Diamanttriangel als gestohlen gemeldet zu haben, den
sie bereits (fälschlicherweise) am 5. August 1994 als gestohlen gemeldet und da-
für von der Privatklägerin eine Versicherungssumme von Fr. 47'800.– erhalten
hatte.
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2. Beweismittel
An Beweismitteln liegen neben den Aussagen der Beschuldigten (HD Urk.
5/2.1.1, Urk. 9, Urk. 38, Prot. I S. 5 ff.; Prot. II S. 5 ff.) die Aussagen von
†B._, dem Ex-Mann der Beschuldigten (HD Urk. 5/2.2.1 und Urk. 37),
†C._, dem Schätzer (HD Urk. 5/2.2.2), D._, dem Versicherungsagenten
(HD Urk. 36) und ein Gutachten (HD Urk. 35) sowie verschiedene Urkunden bei
den Akten, namentlich die Wertsachen-Policen Nr. ... vom 7. Juni 2010 mit Muta-
tion vom 16. Juni 2011 (ND Urk. 2/3) und Nr. ... vom 21. Januar 1994 (ND Urk.
2/8), die Schmuckschätzung von †C._ vom 25. Januar 2010 (ND Urk. 2/13)
und die Kaufquittung der E._ AG vom 8.10.199? (ND Urk. 2/9) sowie die Un-
terlagen der Pfandleihkasse der Zürcher Kantonalbank (HD Urk. 7/2.3.4.2).
3. Grundsätze der Sachverhaltserstellung und der Beweiswürdigung
Das Gericht legt seinem Urteil denjenigen Sachverhalt zugrunde, den es nach
seiner freien, aus der Hauptverhandlung und den Untersuchungsakten geschöpf-
ten Überzeugung als verwirklicht erachtet (Prinzip der freien Beweiswürdigung,
Art. 10 Abs. 2 StPO).
Eine strafrechtliche Verurteilung kann nur erfolgen, wenn die Schuld des Be-
schuldigten mit hinreichender Sicherheit erwiesen ist. Es darf namentlich kein
vernünftiger Zweifel darüber bestehen, dass sich der dem Beschuldigten in der
Anklageschrift vorgeworfene Tatbestand tatsächlich verwirklicht hat. Dies bedingt,
dass das Gericht eine persönliche Gewissheit erhält. Nicht ausreichend ist, wenn
die vorliegenden Beweise objektiv klar auf eine Schuld des Beschuldigten hindeu-
ten, das Gericht aber persönlich nicht zu überzeugen vermögen. Allfällige abstrak-
te theoretische Zweifel sind nicht massgebend, weil solche immer möglich sind
und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss ausreichen, wenn
vernünftige Zweifel an der Schuld des Beschuldigten ausgeschlossen werden
können.
Die blosse Wahrscheinlichkeit vermag einen Schuldspruch nicht zu begründen.
Nur wenn sich das Gericht nach Erschöpfung aller Erkenntnisquellen weder von
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der Existenz noch von der Nichtexistenz der beweisbedürftigen Tatsachen zu
überzeugen vermag, kommt der den Beschuldigten begünstigende Grundsatz "in
dubio pro reo" zur Anwendung. Hat das Gericht also erhebliche und nicht zu un-
terdrückende Zweifel (d.h. solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrän-
gen), so muss es die beschuldigte Person freisprechen.
Stützt sich die Beweisführung im Wesentlichen auf die Aussagen von Beteiligten,
so sind diese frei zu würdigen. Steht Aussage gegen Aussage, ist anhand sämtli-
cher Umstände, die sich aus den Akten ergeben, zu untersuchen, welche Sach-
darstellung überzeugend ist, wobei es vorwiegend auf den inneren Gehalt der
Aussagen ankommt, verbunden mit der Art und Weise, wie die Angaben erfolgen.
Es darf aber nicht einfach auf die Persönlichkeit oder die allgemeine Glaubwür-
digkeit des Aussagenden abgestellt werden. Massgebend ist die Glaubhaftigkeit
der konkreten, im Prozess relevanten Aussagen mit Bezug auf den zu beurteilen-
den Vorfall (BGE 133 I 33 E. 4.3, Urteil des Bundesgerichts 6B_692/2011 vom
9. Februar 2012 E. 1.4, je mit Hinweisen). Diese sind einer Analyse bzw. kriti-
schen Würdigung zu unterziehen, wobei insbesondere auf das Vorhandensein
von sogenannten Realitätskriterien Gewicht zu legen ist (Bender, Die häufigsten
Fehler bei der Beurteilung von Zeugenaussagen, SJZ 81, S. 53 ff.).
4. Anerkannter und bestrittener Sachverhalt
Die Beschuldigte anerkennt, im Jahre 1994 von der Privatklägerin aufgrund einer
Diebstahlsmeldung betreffend einen Diamantring eine Versicherungssumme von
Fr. 47'800.– erhalten und der Privatklägerin 2011 erneut einen Schmuckdiebstahl
unter anderem über einen Diamantring gemeldet zu haben. Sie stellt sich aber auf
den Standpunkt, es handle sich um zwei verschiedene, wenn auch sich ähnlich
gewesene Ringe, was nachstehend zu prüfen ist.
5. Aussagen der Beschuldigten und Würdigung
5.1 Die Vorinstanz hat die Aussagen der Beschuldigten umfassend dargestellt,
so dass darauf verwiesen werden kann (Urk. 78 S. 5-8; Art. 82 Abs. 4 StPO).
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5.2 Anlässlich der Berufungsverhandlung blieb die Beschuldigte dabei, dass es
sich bei den versicherten Ringen um zwei verschiedene gehandelt habe. Den ers-
ten Ring habe sie von ihrem Ex-Mann zum 40. Geburtstag geschenkt erhalten,
was im Jahr 1992 gewesen sein müsse. Sie hätten im Juni immer Geburtstag ge-
feiert. Der Ring sei 1993 oder 1994 gestohlen worden, als sie für eine Hochzeit in
Israel geweilt habe. Nachdem der Ring gestohlen worden sei, seien Herr F._,
ihr Versicherungsvertreter, und ihr Ex-Mann in ihrer Wohnung gewesen (Prot. II
S. 11 und 13). Zwischen 1994 und 1998 habe sie von ihrem Ex-Mann dann den
zweiten Ring geschenkt erhalten. Sie habe den Ring zunächst in einem Banksafe
gehabt, habe diesen dann aber zuhause aufbewahren und gelegentlich anziehen
wollen. Ihr Versicherungsberater habe ihr gesagt, sie müsse von jedem
Schmuckstück eine Schätzung veranlassen. Dies habe sie gemacht und es sei al-
les in Ordnung gewesen. Erst Herr F._ habe dann gesagt, es habe sich um
den gleichen Ring gehandelt. Es sei jedoch nicht der gleiche Ring gewesen. Man
sei schliesslich nicht so blöd, und versichere zweimal den identischen Ring bei
derselben Versicherung (Prot. II S. 10 und 13).
Zum Aussehen der beiden Ringe sagte die Beschuldigte aus, der Stein eines der
beiden Ringe sei gelber gewesen. Welcher dies gewesen sei, wisse sie nicht
mehr. Sie wisse auch nicht mehr, dass sie mal gesagt habe, ein Ring habe nur
einen Triangel gehabt. Es sei richtig, dass es nicht möglich gewesen wäre, einen
Ring mit nur einem Triangel zu machen, da die Triangel den Ring gehalten hätten
(Prot. II S. 13 f.).
Zur Schätzung von †C._ gab die Beschuldigte zunächst an, sie habe diesem
den Ring gegeben. Er habe ihn in seine Jacke gesteckt. Gleich darauf führte sie
jedoch aus, nicht mehr zu wissen, ob †C._ den Ring oder nur die Schätzung
der Pfandleihkasse gehabt habe (Prot. II S. 14).
5.3 Obwohl zu einem guten Teil gleichbleibend und plausibel, enthalten die
Aussagen der Beschuldigten schon für sich allein betrachtet auch markante Un-
gereimtheiten und sind insoweit nicht überzeugend. Das gilt zunächst für die Fra-
ge, ob der 2011 als gestohlen gemeldete Ring das Geschenk ihres Ex-Mannes zu
ihrem 40. Geburtstag gewesen sei oder der Ersatz für den 1994 als gestohlen
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gemeldeten Ring, ferner zur Anzahl Triangel, der Farbe und des Gewichts der –
gemäss Darstellung der Beschuldigten – je vorhanden gewesenen zwei Brillant-
Ringe, sodann betreffend Bedingung zur Auszahlung der Versicherungssumme
1994 bzw. zum Motiv eines zweiten Ringkaufes ca. 1998. Auf diese und weitere
Punkte, namentlich auch auf Diskrepanzen zur Zeugenaussage von B._ (fol-
gende Ziff. 6) und zu Urkunden (folgende Ziff. 10), ist in der Gesamtwürdigung
(folgende Ziff. 11) zurückzukommen. Jedenfalls erweisen sich die Schilderungen
der Beschuldigten teilweise als widersprüchlich und wenig glaubhaft.
6. Aussagen des Zeugen †B._ und Würdigung
6.1 Auch die Aussagen des inzwischen verstorbenen †B._ wurden im an-
gefochtenen Entscheid ausführlich zusammengefasst, worauf verwiesen werden
kann (Urk. 78 S. 8 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
6.2 Die Verteidigung kritisiert, die Vorinstanz habe dem Aspekt des Alters im
Rahmen der Würdigung der Aussagen von †B._ keinerlei Beachtung ge-
schenkt, obwohl dies bei einer 84-jährigen Auskunftsperson bzw. Zeugen ange-
zeigt wäre (Urk. 90 S. 18). Dem ist zumindest insoweit zuzustimmen, dass das
hohe Alter des Einvernommenen eine genauere Prüfung der Glaubhaftigkeit der
Aussagen bedingt. Alleine aufgrund des fortgeschrittenen Alters von †B._
von im Zeitpunkt der Einvernahmen 83 bzw. 87 Jahren bereits auf die Unglaub-
würdigkeit des Einvernommenen oder die Unglaubhaftigkeit seiner Aussagen zu
schliessen, wäre jedoch zu kurz gegriffen. Eine Lektüre der Aussageprotokolle
zeigt denn auch, dass †B._ insbesondere bei der Polizei grundsätzlich klar,
objektiv und konstant berichtete und diese Aussagen eingangs der Zeugenein-
vernahme schliesslich dezidiert bestätigte. Es bestehen keine Gründe, an der
Glaubhaftigkeit dieser Aussagen zu zweifeln. Es fehlen auch Anhaltspunkte, dass
er als geschiedener Ehemann der Beschuldigten schlecht gesinnt wäre. Seine
Schilderungen sprechen für das Gegenteil, nämlich dass er sich mit ihr auch über
ein Jahrzehnt nach der Scheidung noch sehr gut versteht. So war er gemeinsam
mit ihr zur Zeugeneinvernahme angereist und hatte im Verlaufe seiner Aussagen
wiederholt für sie Partei ergriffen (HD Urk. 5/2.2.1 S. 2; HD Urk. 37 S. 2, 4 f. und
7). Wenn er etwas gar nicht oder nicht mehr wusste, tat er dies unumwunden
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kund, ohne solche Lücken mit Mutmassungen zu füllen. Das alles deutet auf
wahrheitsgetreue Angaben. Schliesslich vermochte auch die Beschuldigte die ih-
rer Schilderung widersprechenden Aussagen des Zeugen †B._ ebenfalls
nicht plausibel zu erklären (Prot. II S. 13).
6.3 Es ergibt sich zweifelsfrei aus den Aussagen von †B._, dass er im Er-
eigniszeitpunkt von der Beschuldigten nicht über einen Ringdiebstahl in Haifa in-
formiert worden war und entsprechend davon keine Ahnung hatte. Ein Bericht
seiner damaligen Ehegattin über einen derart einschneidenden Vorfall und eine
von seiner Seite gewiss nicht ausbleibende Reaktion darauf hätten sich mit Si-
cherheit in sein Gedächtnis eingegraben. Wie noch zu aufzuzeigen ist, war der
Zeuge – soweit ersichtlich –auch nicht in die Abwicklung der Versicherungsfrage
involviert.
Dass die Beschuldigte ihn sehr wahrscheinlich später einmal informiert hat, ändert
am fehlenden Wissen des Zeugen 1994 nichts. Die zeitliche Distanz von 16 und
mehr Jahren bis zu den Einvernahmen spricht nicht gegen die Glaubhaftigkeit der
Aussagen. Auch von einer (angeblichen) Zahlungsbedingung der Versicherung im
Jahre 1994 – Erwerb eines Ersatzringes – wusste er nichts. Hätte eine solche
Auflage existiert, müsste der Zeuge als grosszügig schenkender Ehemann und
langjähriger bewanderter Schmuckkäufer und -händler mit entsprechenden Ge-
schäftsbeziehungen fraglos davon gewusst haben (HD Urk. 37 S. 6). Dass er der
Beschuldigten auf den 40. Geburtstag (1992) den 1994 als gestohlen gemeldeten
Ring geschenkt haben soll, konnte er – im Nachhinein – ebenso wenig bestätigen,
sinngemäss aber auch nicht ausschliessen. Durchaus einleuchtende Gründe für
eine fehlende Geburtstags-Verknüpfung fügte er indessen an, nämlich Unklarheit
über das exakte Geburtsdatum der in Marokko zur Welt gekommenen Beschul-
digten (vgl. HD Urk. 9 S. 2) und dass er seine ersten zwei Gemahlinnen je reich-
lich und jeweils ohne konkreten Anlass, sondern wenn es ihm Freude bereitete,
mit wertvollem Schmuck beschenkt habe ("Es gibt wenige Frauen, die so viel
Schmuck bekommen haben, ..."; HD Urk. 37 S. 3). So habe er (bzw. hätten seine
Firmen) im ungefähren Gegenwert von einer halben und einer ganzen Million
Franken der Beschuldigten Schmuckstücke geschenkt (HD Urk. 5/2.2.1 S. 5).
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Dass der Zeuge sie immer wieder mit viel Schmuck bedacht hatte, lässt sich im
Übrigen auch den Aussagen der Beschuldigten und den Wertsachen-Policen ent-
nehmen. Dies passt zudem zur Tatsache, dass der Zeuge gemäss seinen Anga-
ben über lange Zeit in grossem Stil mit Diamanten und Perlen gehandelt und da-
bei mit mehreren Geschäftspartnern Kontakt gepflegt hat (HD Urk. 37 S. 6). Dass
er unter all diesen Umständen keine Einzelheiten zu den Schenkungen machen
konnte, d.h. weder zu spezifischen Schmuckstücken noch zu den Schenkungs-
zeitpunkten, namentlich auch nicht zum hier fraglichen Ring, verwundert nicht,
vermag die Glaubhaftigkeit seiner übrigen Aussagen aber nicht zu beeinträchti-
gen. Auf die Aussagen des Zeugen †B._ kann im Wesentlichen abgestellt
werden (vgl. auch hinten Ziff. 11.2.3).
7. Aussagen von †C._ und Würdigung
†C._, Bekannter der Beschuldigten und Juwelier im Ruhestand, hat im Jahre
2010 die mehrfach erwähnte Schmuckschätzung für die Beschuldigte zu Handen
der Versicherung vorgenommen (vgl. ND Urk. 2/4 und 2/13). Seine Aussagen
sind im vorinstanzlichen Urteil aufgeführt (Urk. 78 S. 9 f.). Er wurde lediglich als
Auskunftsperson und in Abwesenheit der Beschuldigten durch die Kantonspolizei
befragt (HD Urk. 5/2.2.2). Eine Konfrontationseinvernahme von †C._ und
dem Beschuldigten fand nie statt, da der Zeuge Ende Juni 2014 bereits verstarb.
Da die Strafverfolgungsbehörden die Unmöglichkeit der Konfrontation nicht zu
vertreten haben, der Beschuldigte zu den Aussagen des Zeugen ausreichend
Stellung nehmen konnte und diese nicht ausschlagendes Beweismittel bilden,
sind die Aussagen †C._s ohne Weiteres verwertbar (BGer 6B_132/2009 vom
29. Mai 2009 E. 2.3.). Auf die Einwände der Verteidigung gegen die vorinstanzli-
che Würdigung der Aussagen von †C._ ist in der Gesamtwürdigung (folgen-
de Ziff. 11) zurückzukommen.
8. Aussagen des Zeugen D._ und Würdigung
Wie schon die Vorinstanz vermerkte, konnte D._, welcher als Generalagent
u.a. seit 30 Jahren für die Privatklägerin tätig ist und für die Beschuldigte und de-
ren Restaurantbetrieb sämtliche Versicherungsangelegenheiten erledigt hat (HD
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Urk. 36 S. 2 ff.), zum Anklagevorwurf selbst keine nennenswerten Angaben ma-
chen. Immerhin ergibt sich aus seiner Aussage vom 2. März 2015, dass er die
Beschuldigte seit ca. 25 Jahren kennt, da sie und früher auch ihr Ex-Mann bei der
G._ Kunden gewesen seien. Man habe sich geschäftlich und auch sonst im-
mer gut verstanden (HD Urk. 36 S. 2). Den Versicherungsvertrag 1994 habe auch
er mit der Beschuldigten abgeschlossen (HD Urk. 36 S. 3). Für Zweifel am Wahr-
heitsgehalt dieser Äusserungen besteht kein Grund.
9. Gutachten
Gemäss dem durch die Staatsanwaltschaft eingeholten Gutachten vom 21. Au-
gust 2014 samt Beilagen und vom 20. Dezember 2014 (HD Urk. 35/9-10 und
Urk. 35/15) sind Brillanten von ca. 5.5 Karat, Farbe I-J, Reinheit vsi1-2, keine Sel-
tenheit und es ist nicht sehr schwierig, einen solchen innert einiger Tage auf dem
Markt zu erwerben. Bei Schmuckschätzungen für Versicherungen Fotos beizufü-
gen ist nicht üblich, sondern wird nur in einzelnen Fällen, bei markanten und spe-
ziellen Schmuckstücken oder auf speziellen Wunsch des Kunden gemacht. Dem
Gutachter ist keine Versicherungsgesellschaft bekannt, die zu jeder Schätzung
Fotos verlangt hat. Vor dem digitalen Zeitalter wurden öfters Zeichnungen ange-
fertigt (vgl. auch HD Urk. 5/2.2.2 S. 4 und HD Urk. 5/1.2.1 Beilage 4). Eine profes-
sionelle Schätzung sei aufwändig und der Kunde wolle vielfach eine möglichst
günstige, aber nachvollziehbare Schätzung. Da sehr kostspielig, würden nur
grosse Edelsteine für Schätzungen ausgefasst, um ein genaues Gewicht zu eruie-
ren. Es bestehe vorliegend die Möglichkeit, dass der Schätzer die Angaben der
Kundin zum Stein angenommen habe, ohne das Gewicht des Steines nachzuprü-
fen. Dass Schmuckschätzungen schon von Versicherungen hinterfragt oder abge-
lehnt wurden, ist dem Gutachter nicht bekannt. Versicherungen würden ihren
Kunden empfehlen, Wertsachen separat zu versichern. Es kommt sodann öfters
vor, dass ein Kunde anstelle eines gestohlenen oder verloren gegangenen
Schmuckstückes einen möglichst ähnlichen Ersatz herstellen lässt. Ferner ist es
gemäss dem Gutachter nicht unüblich, für ein Schmuckstück keine Kaufunterla-
gen und Brillant-Zertifikate zu besitzen. Die Endverbraucher seien – unabhängig
vom Kaufpreis – nicht verpflichtet, Kaufbelege aufzubewahren. Nicht jeder Stein
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sei zertifiziert, auch wenn er gross sei. Der im Oktober 1990 bezahlte Preis von
Fr. 48'000.– und der (Schätzungs-)Wert von Fr. 68'000.– im Januar 2010 könnten
stimmen. Schliesslich konnte der Gutachter mangels Kenntnis keine Angaben zur
E._ AG und zum Schätzer †C._ machen. Generell würden deren hier
vorliegende Angaben die Arbeit von Fachleuten aus Kleinfirmen dieser Branche,
so wie früher üblich, wiederspiegeln und seien nicht abwegig sowie für Fachper-
sonen nachvollziehbar, würden aber den 2014 verlangten Standards nicht mehr
genügen.
Diese Darlegungen des Gutachters sind detailliert und schlüssig, so dass ohne
weiteres davon ausgegangen werden kann.
10. Diverse Urkunden
Der Wertsachen-Police vom 21. Januar 1994 (ND Urk. 2/8) lässt sich entnehmen,
dass die Beschuldigte "1 Damenring 18 cl, GG mit 1 Brillant, 5.50 ct top christal
mit Diamanten" für eine Versicherungssumme von Fr. 48'000.– bei der Privatklä-
gerin versichert hat (ND Urk. 2/8 S. 2).
Aus der Kaufquittung der E._ AG aus den 90-er Jahren (die genaue Jahres-
zahl ist unleserlich; ND Urk. 2/9) ergibt sich, dass die Beschuldigte an einem
8. Oktober einen Ring mit der Bezeichnung "1 Damenring 18 cl. GG mit 1 Brillant
5.50 ct. top cristal" (die weiteren Angaben sind nicht eindeutig entzifferbar) für
Fr. 48'000.– gekauft hat.
Gemäss der Wertsachen-Police vom 7. Juni 2010 mit Mutation vom 16. Juni 2011
(ND Urk. 2/3) hat die Beschuldigte erneut einen Damenring 750 Gelbgold klassi-
scher Solitär mit Brillant 11.1, leicht Gelb, S. beidseitig je 1 Diamanttriangel, Ver-
sicherungswert Fr. 68'000.–, bei der Privatklägerin versichern lassen (ND Urk. 2/3
S. 3). Dieser Ring ist in der Schätzung von †C._ vom 25. Januar 2010 unter
der Position 21 mit der Bezeichnung Damenring 750 Gelbgold klassischer Solitär
mit Brillant 11.13 mm Ø Gewicht 5.51 ct. Farbe leicht Gelb, VS. beidseitig je 1 Di-
amanttriangel zusammen ca. 0.30 ct., aufgeführt (ND Urk. 2/4 S. 2 und 2/13 S. 2).
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Schliesslich geht aus den Unterlagen der Pfandleihkasse der Zürcher Kantonal-
bank hervor, dass die Beschuldigte zwischen dem 19. Dezember 2003 und dem
27. Januar 2010 mehrere Male einen solchen Ring (mit der Bezeichnung "1 gold
Ring mit 1 Brillanten à ca. 5.5 ct Col. ca. N und 2 Diamant-Triangel à ca. 0.05 ct:
6 g ca. 18 K") versetzte und ihn jeweils wieder auslöste, letztmals am 27. Januar
2010 (HD Urk. 7/2.3.4.2, Versatzschein Nr. ... und weitere).
11. Gesamtwürdigung
11.1 Vorab ist mit der Vorinstanz festzustellen, dass aufgrund der Akten nicht wi-
derlegt werden kann, dass die Beschuldigte noch im Januar 2010 im Besitz eines
5.5 Karat-Brillant-Rings gewesen ist und dass ihr dieser (nebst anderem) in der
Zeit zwischen dem 30. März und dem 3. April 2011, als sie in Israel weilte, bei ei-
nem Einbruchdiebstahl in ihre Wohnung entwendet wurde. Namentlich fehlt es an
Anhaltspunkten und wurde auch nicht geltend gemacht, dass die Beschuldigte
den fraglichen Ring vor dem im Frühjahr 2011 angezeigten Einbruchdiebstahl
zum Beispiel veräussert oder anderweitig wegegeben hätte (Urk. 78 S. 12 f.;
Art. 82 Abs. 4 StPO).
11.2 Entscheidend ist jedoch die Frage, ob es sich beim Brillant-Ring, welcher
der Beschuldigten 2011 gestohlen wurde, um den gleichen Ring handelt, den sie
bereits im Jahr 1994 als gestohlen gemeldet und für den sie damals von der Pri-
vatklägerin eine Entschädigung von Fr. 47'800.– erhalten hat (Urk. 87 S. 14 ff.)
11.2.1 Die Vorinstanz argumentierte, der 1994 als gestohlen gemeldete 5.5 Ka-
rat-Brillant-Ring sei ein besonderes Schmuckstück für die Beschuldigte gewesen,
weil es sich – gemäss eigener Darstellung – um ein Geschenk ihres damaligen
Ehemannes zu ihrem 40. Geburtstag gehandelt habe. Einen besonderen Stellen-
wert für die Beschuldigte ordnete die Vorinstanz auch dem 2011 als gestohlen
gemeldeten 5.5 Karat-Brillant-Ring insoweit zu, als er unter den abhanden ge-
kommenen das weitaus wertvollste Schmuckstück gewesen sei (vgl. ND Urk. 2/3).
Wenn nun die Beschuldigte – so die Vorinstanz weiter – in ihrer ersten spontanen
Aussage bei der Polizei am 1. November 2011 diesen Ring als Geschenk ihres
damaligen Ehemannes zum 40. Geburtstag bezeichnet habe, liege schon auf-
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grund der Besonderheit dieses Schmuckstücks für die Beschuldigte die Vermu-
tung nahe, dass diese Aussage richtig gewesen sei und die später (auf Vorhalt
einer Kaufquittung über den im Jahr 1994 als gestohlen gemeldeten 5.5 Karat-
Brillant-Ring) vorgenommene Korrektur, beim aktuell als gestohlen gemeldeten
5.5 Karat-Brillant-Ring habe es sich um eine Ersatzanschaffung für den im Jahr
1994 gestohlenen Ring gehandelt, eine unzutreffende Ausrede gewesen sei
(Urk. 78 S. 14).
Es ist nachvollziehbar, dass die Vorinstanz die korrigierte Sachdarstellung der
Beschuldigten als unzutreffende Ausrede verwarf. In einer Mehrzahl von zumeist
offenen Fragen (vgl. HD Urk. 5/2.1.1, Fragen 16-19) war die Beschuldigte durch
die Polizei nacheinander zu Herkunft, Kaufort, Käufer und Kaufzeitpunkt des 2010
für Fr. 68'000.– versicherten Brillant-Ringes angesprochen worden. Bereits auf
das "Woher" nannte die Beschuldigte den Grund, weshalb sie im Besitz eines sol-
chen Rings mit Solitär gewesen sei, nämlich, dass ihr Ex-Mann ihr diesen auf ih-
ren 40. Geburtstag geschenkt habe. Die anschliessenden Fragen nach dem Ge-
schäft und dem Käufer beantwortete sie mit "E._" und "mein(en) Mann", und
als Kaufdatum erwähnte sie "irgendwann im Jahr 1992", um sogleich ihren Jahr-
gang, 1952, anzufügen und dass sie diesen Ring zum 40. Geburtstag erhalten
habe. Auf Vorhalt der Schmuckschätzung von †C._, Position 21 (vgl. ND
Urk. 2/4 S. 2 [entspricht der Beilage 4a aus den Versicherungsunterlagen]) bestä-
tigte die Beschuldigte sodann, dass dies den fraglichen Ring betreffe, dessen Ver-
lust infolge eines Einbruchdiebstahls während ihrer Auslandabwesenheit Ende
März/Anfang April 2011 sie im übrigen kurz zuvor gegenüber der Polizei einläss-
lich beschrieben hatte (HD Urk. 5/2.1.1, Frage 13). Angesichts dieser anschauli-
chen und beständigen Erläuterungen der Beschuldigten betreffend ein Gescheh-
nis wenige Monate zuvor erscheint es als ausgeschlossen, dass sie sich geirrt
hatte bzw. haben könnte oder bei der Befragung einem Missverständnis erlag.
Vielmehr ging es der Beschuldigten bei ihren Ausführungen offenkundig darum,
den emotionalen Faktor der Herkunft des 2011 abhanden gekommenen
Schmuckstückes, konkret die Verknüpfung mit ihrem 40. Geburtstag, zu betonen.
Es ist nicht einzusehen, weshalb diese einlässliche und unzweideutige Darstel-
lung nicht der Wahrheit entsprechen sollte. An dieser Überzeugung vermögen
- 16 -
auch die von der Verteidigung vorgebrachten Erklärungsversuche, dass einerseits
die Befragungstechnik des einvernehmenden Beamten geeignet gewesen sei,
Verwirrung zu stiften, andererseits die Beschuldigte vor der Befragung, auf die die
Vorinstanz ihren Schuldspruch massgeblich abstütze, seit sechs Uhr morgens
verschiedenen Zwangsmassnahmen ausgesetzt gewesen sei (Urk. 90 S. 15),
nichts zu ändern. Beides vermöchte, wenn es denn zuträfe, was offen bleiben
kann, eher die im weiteren Verlauf der Einvernahme erfolgten Relativierungen der
Beschuldigten zu erklären, nicht jedoch an der grundsätzlichen Zuverlässigkeit
der unmittelbar nach Beginn der Einvernahme erfolgten klaren Aussagen der Be-
schuldigten Zweifel zu erwecken.
Erst als die Beschuldigte mit der aktenkundigen Kaufquittung der Firma E._
AG aus den 90-er Jahren (mit nicht genau leserlicher Jahreszahl) über einen Bril-
lant-Ring zu Fr. 48'000.– konfrontiert wurde (vgl. ND Urk. 2/9), krebste sie zurück
und erklärte, sie glaube nicht, dass das dieser Ring gewesen sei. Dieser sei auch
einmal vom Ex-Mann bei der Firma E._ gekauft und ihr geschenkt, jedoch in
Haifa gestohlen und dessen Verlust durch die Versicherung entschädigt worden.
Unvermittelt nahm also der 1994 in Israel – bei einem Einbruchdiebstahl im Hau-
se ihrer Schwester – gestohlene Brillant-Ring den Platz als Geschenk auf den 40.
Geburtstag ein und der 2011 gestohlene wurde zur gleichaussehenden Ersatzan-
schaffung für jenen Verlust (vgl. HD Urk. 5/2.1.1 S. 4 und 6). Bei dieser neuen, of-
fensichtlich der aktuellen Beweislage angepassten Version blieb die Beschuldigte
fortan (HD Urk. 9 S. 5; Prot. I S. 12). Damit setzte sie sich in eklatanten Wider-
spruch zu ihrer kurz zuvor bei der Polizei spontan vorgebrachten Erstaussage.
Vor Vorinstanz auf diesen Gegensatz angesprochen, erwiderte die Beschuldigte,
der Polizist habe ihre Aussage sicher falsch verstanden, darum habe sie diese
Blödheit gesagt. Sie glaube, dass sie ihm die Story anders erzählt habe. Er habe
ihr am Schluss das Protokoll zum Durchlesen gegeben. Hätte sie dies gemacht,
wäre sie die ganze Nacht dort gewesen. Deshalb habe sie einfach unterschrieben
ohne es zu lesen (Prot. I S. 20). Auch diese Ausführungen sind als Ausflucht zu
taxieren. Zum einen liegen keinerlei Anzeichen für eine Falschprotokollierung vor
(auch Urk. 78 S. 15), und ausserdem erweisen sich die Erklärungen der Beschul-
- 17 -
digten als schlichtweg übertrieben: Die polizeiliche Einvernahme endete um 15.37
Uhr und das Protokoll umfasst 10 Seiten (HD Urk. 5/2.1.1), so dass die Durchsicht
ohne Frage in nützlicher Frist noch während der üblichen Geschäftszeit hätte er-
folgen können. Wenn die Beschuldigte den Aufwand scheute oder es aus ande-
rem Grunde nicht für nötig hielt, das Protokoll durchzulesen, sondern es einfach
ungelesen unterzeichnete, wie sie selber erklärte, kann sie daraus selbstredend
nichts zu ihren Gunsten ableiten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_470/2015
vom 21. Dezember 2015 E. 2.3.1).
Die neue Herkunftsgeschichte zum im Frühjahr 2011 aus ihrer Wohnung gestoh-
lenen Brillant-Ring ist schon aufgrund dieser Umstände nicht plausibel. Mit der
Vorinstanz ist sie aber noch aus weiteren Gründen unglaubhaft.
11.2.2 Verschiedene Diskrepanzen zeigen sich auch im Zusammenhang mit dem
1994 als gestohlen gemeldeten Brillant-Ring.
So ist das Datum von dessen Erwerb unklar, da die Jahreszahl auf der Quittungs-
kopie unleserlich ist, weil sie augenfällig überschrieben wurde (ND Urk. 2/9). Die
Beschuldigte äusserte dazu, das Datum auf der Quittung sei vielleicht 1990 oder
1995. Sicher sei ihr der Ring zu ihrem 40. Geburtstag geschenkt worden (HD
Urk. 9 S. 6). Beide Jahreszahlen ergeben jedoch im vorliegenden Zusammen-
hang keinen Sinn. Falls die Quittung vom 8. Oktober 1990 datiert, wäre ihr dieser
Ring kaum zum 40. Geburtstag, der erst ca. zwei Jahre später stattfand, ge-
schenkt worden. Würde die Quittung vom 8. Oktober 1995 datieren, könnte es
sich unmöglich um die Quittung für den ersten Brillant-Ring handeln, der ja rund 1
1⁄4 Jahr zuvor als in Haifa gestohlen gemeldet worden war (ND Urk. 2/6). Vielmehr
lag diese Quittung (ND Urk. 2/9) der Schadenerledigung des im Jahr 1994 als ge-
stohlen gemeldeten ersten Rings zugrunde, hatte die Privatklägerin doch damals
den Eigentums- und Wertnachweis für das versicherte Schmuckstück verlangt
(ND Urk. 1 S. 4; ND Urk. 2/6 bis 2/8). Naheliegend ist daher, dass die Quittung
vom 8. Oktober 1993 datiert. Weitere Indizien dafür bilden das oben links auf der
Quittungskopie vermerkte Faxversand-Datum vom 8. Oktober 1993 der H._
AG (ND Urk. 2/9) und die auf der Schadenanzeige vom 2./5. August 1994 ange-
- 18 -
brachten Hinweise zur gestohlenen Sache "Geschenk Schätzung E._ [Jahr]
93 [bezahlter Preis Fr.] 48'000.–" (ND Urk. 2/6 S. 2).
Die H._ AG hatte ihren Sitz am damaligen Wohnort der Beschuldigten, ...
[Adresse], und die Beschuldigte war vom 16. Oktober 1990 bis 20. Februar 2001
VR-Mitglied mit Einzelunterschrift (Urk. 86 und 87; ND Urk. 2/6 bis 2/8; Prot. I
S. 21). Die handschriftliche Notiz oben rechts auf der Quittungskopie mit der Fax-
nummer des Zeugen D._ stammt von der Beschuldigten und die Faxmittei-
lung an die Privatklägerin erfolgte wohl ebenfalls durch sie (Prot. II S. 12).
Die Beschuldigte verneint dezidiert, mit dem Versicherungsabschluss vom 21. Ja-
nuar 1994 für den ersten als gestohlen gemeldeten Brillant-Ring etwas zu tun
oder sonst mit der Versicherung Kontakt gehabt zu haben. Ihr Ex-Mann habe die-
se Dinge gemacht. Sie habe keine Kenntnis über von ihm abgeschlossene Versi-
cherungen gehabt, um solche Dinge habe sich ihr Ex-Mann gekümmert. Während
der Ehe sei sie nur Hausfrau gewesen, habe nicht mal richtig Deutsch gekonnt.
Erst 1998 sei sie gross geworden und habe gelernt, alles selber zu machen
(Prot. I S. 14-16; Prot. II S. 10 ff.). Diese behauptete Ahnungslosigkeit ist nicht nur
unglaubhaft, sondern durch die Akten auch mehrfach widerlegt. Zunächst kann
auf die obigen Ausführungen zur Faxmitteilung der H._ AG verwiesen wer-
den. Sodann lautet die Wertsachen-Police Nr. ... vom 21. Januar 1994 (ND
Urk. 2/8) explizit auf die Beschuldigte; ihr Ex-Mann ist nirgends erwähnt. Laut
Zeugenaussage von D._ vom 2. März 2015 hat (auch) er den Versiche-
rungsvertrag 1994 mit der Beschuldigten abgeschlossen. Das korrespondiert mit
der weiteren Angabe des Zeugen, dass er die Beschuldigte seit ca. 25 Jahren,
mithin seit ca. 1990, kennt und sich immer gut mit ihr (und ihrem Ex-Mann) ver-
stand (HD Urk. 36 S. 2 f.), was auch der Verteidiger erwähnt (Urk. 68 S. 7). Die
per Telefon erfolgte Schadenanzeige an die Versicherung vom 2. August 1994 er-
folgte offensichtlich ebenfalls durch die Beschuldigte selbst, denn die die Meldung
entgegennehmende Person hat die Ereignisschilderung in der Ich-Form verfasst,
worunter die Beschuldigte als Versicherungsnehmerin am 5. August 1994 ihre
Unterschrift setzte und damit die Richtigkeit der davor niedergeschriebenen An-
gaben bestätigte (ND Urk. 2/6). Auch die vom 29. Oktober 1994 datierende Ent-
- 19 -
schädigungsvereinbarung mit der Versicherung über den an sie als Empfängerin
auf ein bestimmtes, ebenfalls auf sie lautendes Konto zu überweisenden Betrag
von Fr. 47'800.– (ND 2/6 S. 2; ND Urk. 2/7) wurde durch die Beschuldigte als Ver-
sicherungsnehmerin unterzeichnet (vgl. Prot. I S. 26). All diese Dokumente (ND
Urk. 2/6 bis 2/8) sind mit der Anschrift/Wohnadresse der Beschuldigten versehen.
Von einer damals unbeholfenen Hausfrau, die über abgeschlossene Versicherun-
gen nichts wusste, weil allein der Ex-Mann dies alles gemacht habe (Prot. I
S. 16), kann unter diesen Umständen in keiner Weise die Rede sein. Dass ihr Ex-
Mann zu irgendeinem Zeitpunkt in irgendeiner Funktion mit der Abwicklung des
Versicherungsfalles von 1994 zu tun gehabt hätte, ist schliesslich nirgends er-
sichtlich. Nicht einmal die Beschuldigte behauptete solches ausdrücklich, sondern
gab lediglich an, nicht zu wissen, wer mit der Versicherung telefoniert habe
(Prot. I S. 15). Im Übrigen ist wie dargelegt davon auszugehen, dass der Zeuge
†B._ im Ereigniszeitpunkt gar nichts von einem Ringdiebstahl in Haifa wuss-
te (siehe vorne Ziff. 6.3). Dass er trotz erheblichen Zeitablaufs eine derart zentrale
Mitteilung seiner damaligen Ehefrau, welche ohne Zweifel in grosser Aufregung
erfolgt wäre und worauf er laut der Beschuldigten beruhigend geantwortet haben
soll – dass es kein Problem sei (Urk. 9 S. 5) bzw. dass er froh gewesen sei, dass
es der Familie gut gehe (Prot. I S. 15) –, gänzlich vergessen haben könnte, ist mit
der Vorinstanz auszuschliessen (Urk. 78 S. 16). Der gegenteilige Standpunkt der
Beschuldigten, namentlich dass sie am Tag des Geschehens mit ihm telefoniert
und ihn vollständig informiert habe (Prot. I S. 20 f.), ist als Schutzbehauptung ein-
zustufen und nicht zu hören. Ohne Kenntnisse damals konnte der Zeuge
†B._ in dieser Angelegenheit gegenüber der Versicherung auch nicht tätig
werden. Selbst wenn †B._ mit dem Abschluss der Versicherung für den Bril-
lant-Ring im Januar 1994 (auch) befasst gewesen wäre, so war er jedenfalls über
den nur gerade ein halbes Jahr später geltend gemachten Schadenfall weder ori-
entiert noch darin involviert. Dies alles sind untrügliche Indizien dafür, dass das
Diebstahlsereignis in Haifa von 1994 gar nicht stattgefunden hat, sondern fingiert
war.
11.2.3 Der von der Beschuldigten für den Kauf des zweiten Rings genannte Zeit-
punkt ist ebenfalls unter verschiedenen Aspekten nicht stimmig.
- 20 -
Gemäss ihren Aussagen bis zur Berufungsverhandlung hat sie diesen ca. im Jahr
1997 oder 1998 von ihrem Ex-Mann erhalten (HD Urk. 5/2.1.1 S. 5; HD Urk. 9
S. 10; ND Urk. 2/10 S. 2). Damals war sie aber bereits von diesem getrennt – er
hatte seit 1994 eine eigene Wohnung und auch den Wohnsitz in Zürich – und das
Paar stand relativ kurz vor der Scheidung (HD Urk. 5/2.2.1 S. 1; Prot. I S. 11 f.).
Auch wenn für das vorliegende Verfahren daraus nichts Wesentliches abgeleitet
werden kann, wie schon die Vorinstanz richtig erwog (Urk. 78 S. 15), erscheint es
doch eher ungewöhnlich, dass ein Ehegatte dem anderen kurz vor der Scheidung
ein Geschenk im Wert von mehreren zehntausend Franken macht. Darauf ange-
sprochen führte die Beschuldigte aus, ihr Ex-Mann habe damit versuchen wollen,
sie von der Scheidung abzuhalten, sie habe den Ring eigentlich gar nicht gewollt
(HD Urk. 9 S. 10; Prot. I S. 12 f.). Diese Aussage der Beschuldigten überzeugt
nicht und steht überdies im Gegensatz zur Aussage des Zeugen †B._, dass
sie beide mit der Scheidung einverstanden gewesen seien. Immerhin führte der
Zeuge aus, dass er bis zur Scheidung im Frühling 1999 der Beschuldigten auch
Geschenke gemacht habe (HD Urk. 37 S. 5 f.). Das ist nicht widerlegbar, abgese-
hen davon, dass er bis dahin laut übereinstimmenden Angaben noch viel Zeit bei
der Beschuldigten in ... verbracht hat. Das Fehlen von Kaufunterlagen, nament-
lich einer Quittung für den Kauf eines zweiten Brillant-Rings ca. 1998, kann der
Beschuldigten im Lichte des Gutachtens (vorne Ziff. 9) ebenso wenig zur Last ge-
legt werden.
Dass der zweite Brillant-Ring erst ca. 1998 als Ersatz für den 1994 in Haifa ge-
stohlenen erworben worden sein soll, steht jedoch in auffälligem Widerspruch zur
Behauptung der Beschuldigten anlässlich der polizeilichen Einvernahme, die Ver-
sicherung habe ihr 1994 die Versicherungssumme nur unter der Bedingung aus-
bezahlt, dass sie sich wieder einen Ring zulegen würde (HD Urk. 5/2.1.1 S. 4).
Dass eine Versicherung die Erbringung der Versicherungsleistung von einer sol-
chen Bedingung abhängig macht, wurde von der Vorinstanz mit Recht als nicht
geschäftsüblich und die fragliche Aussage als nicht plausibel bezeichnet (Urk. 78
S. 16). Im Übrigen beinhaltet die Entschädigungsvereinbarung zwischen der Be-
schuldigten und der Privatklägerin vom 29. Oktober 1994, genehmigt durch die
Direktion am 9. November 1994, in welche eine derartige Regelung sicherlich
- 21 -
aufgenommen worden wäre, nirgends eine entsprechende Verpflichtung. Viel-
mehr deutet alles darauf, dass die Auszahlung, wie es der Usanz entspricht, vor-
behaltslos erfolgte (ND Urk. 2/7). Auch der Zeuge †B._ wusste wie gesehen
nichts von einer solchen Bedingung. Hätte tatsächlich eine solche Auflage exis-
tiert, so wäre die Auszahlung der Versicherungssumme wohl nur gegen die Quit-
tung für den neuen Ring erfolgt. Dass sie die vereinbarte Entschädigung von
Fr. 47'800.– erst Jahre später, konkret beim Erwerb eines Ersatzringes, ausbe-
zahlt erhalten hätte, machte die Beschuldigte jedoch nicht geltend und es finden
sich auch keine Hinweise dafür in den Akten. Die Behauptung der Beschuldigten,
die Auszahlung der Versicherungsleistung sei seitens der Versicherung vom Kauf
eines neuen Rings abhängig gemacht worden, entpuppt sich damit als unwahr.
Dies wird dadurch bestärkt, dass die Beschuldigte dann selber davon abkam, in-
dem sie bei der Staatsanwaltschaft und vor Vorinstanz andere Gründe für den
Kauf des zweiten Brillant-Ringes nannte, so etwa, ihr Ex-Mann habe ihr densel-
ben Ring in Aussicht gestellt, wenn sie die Versicherungsleistung erhalte, bzw. er
habe mit der Schenkung des Rings (den sie eigentlich gar nicht gewollt habe) die
Beziehung zu retten versucht oder damit sie auch später noch eine Erinnerung an
ihn haben werde. Auf die Frage, weshalb der zweite Ring erst vier Jahre später
gekauft worden sei, bemerkte die Beschuldigte zudem ausweichend, das müsse
man ihren Ex-Mann fragen (vgl. HD Urk. 9 S. 5, 10; Prot. I S. 12 f., 19). In der Be-
rufungsverhandlung äusserte die Beschuldigte dann nur noch wenig konkret, der
Ring sei irgendwann zwischen 1994 und 1998 gekauft worden (Prot. II S. 13).
Auch diese Abkehr von der Erstaussage und die vorgelegte Vielzahl von Motiven
für den Kauf eines zweiten Brillant-Rings beeinträchtigen zusätzlich die Wahrhaf-
tigkeit ihrer Aussagen. Abgesehen davon passen diese weiteren Versionen eben-
so wenig zu den abweichenden, jedoch plausiblen Darlegungen des Zeugen
†B._, dass er 1994 keine Kenntnis vom Ringdiebstahl in Haifa hatte sowie
dass die Scheidung 1999 einvernehmlich erfolgte und er der Beschuldigten so
lange die Ehe dauerte (ohne konkreten Anlass, aus Freude) auch Geschenke
machte. Die in der zweiten Einvernahme von Zeuge †B._ vorgenommenen
Relativierungen zu Gunsten der Beschuldigten, namentlich die geäusserte Ver-
mutung, dass die Beschuldigte ihm dann später etwas vom Ringdiebstahl in Haifa
- 22 -
gesagt habe – während bei der Polizei noch die Rede war, dass er davon zum
ersten Mal höre (HD Urk. 5/2.2.1 S. 3) – und dass es "absolut" möglich sei, dass
er ihr zwei Mal den praktisch gleichen Ring geschenkt habe (HD Urk. 37 S. 4),
deuten zwar auf eine gewisse Voreingenommenheit des Zeugen, vermögen die
bisherigen Folgerungen aber nicht abzuschwächen (Urk. 78 S. 17 f.; Art. 82
Abs. 4 StPO).
11.2.4 Der Vorinstanz ist auch darin zuzustimmen, dass aus den Aussagen der
Beschuldigten nicht klar wird, wie sich die beiden Ringe unterschieden haben.
Laut ihrer Beschreibung gegenüber der Polizei ist der neue Ring dem alten ähn-
lich gewesen, habe aber einen weissen Diamanten mit einem Gewicht von ca. 5.5
Karat und zwei Triangel mit Brillanten gehabt, während der erste nur über einen
solchen Triangel verfügt habe. Diese Ausführungen machte die Beschuldigte von
sich aus und frei, ohne dass sie konkret nach spezifischen Merkmalen der
Schmuckstücke gefragt worden wäre (HD Urk. 5/2.1.1 S. 4). Bei der Staatsan-
waltschaft gab sie hingegen an, ihr Ex-Mann habe einen ähnlichen Stein von
Herrn I._, der Goldschmied sei, fassen lassen, genau gleich, wie der erste.
Die beiden Ringe hätten sich darin unterschieden, dass der Stein des ersten
Rings weisser und der zweite etwas gelb(er) gewesen sei. Sie hätten aber in etwa
die gleiche Grösse gehabt und auch von der Form her seien die beiden gleich
gewesen. Ihr Mann habe ihr den zweiten Ring identisch wie den ersten machen
lassen, also mit den beiden dreieckigen Steinen auf der Seite (HD Urk. 9 S. 5 f.).
In der StA-Einvernahme vom 2. März 2015 präzisierte sie, auch der erste Ring
habe zwei Triangel gehabt. Es sei unmöglich, einen Ring mit nur einem Triangel
zu machen (HD Urk. 38 S. 2). In der Hauptverhandlung vor Vorinstanz wiederhol-
te sie dies und legte darüber hinaus dar, dass sich die beiden Ringe nur bezüglich
Farbe und Karat unterschieden hätten. Der Brillant des ersten Rings sei weisser
gewesen als derjenige des zweiten Rings. Der erste Ring habe 5.5 Karat und der
zweite Ring 5.51 Karat gehabt (Prot. I S. 9). Anlässlich der Berufungsverhandlung
wusste die Beschuldigte schliesslich noch, dass ein Ring gelblicher gewesen sei,
aber nicht mehr, welcher von beiden (Prot. II S. 13). Betreffend die Schwankun-
gen der Beschuldigten bei der Gewichtsspezifikation der (angeblichen) zwei Rin-
- 23 -
ge kann auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil verwiesen werden (Urk. 78
S. 18 f.).
Auf einen Nenner gebracht, widersprach sich die Beschuldigte in den verschiede-
nen Einvernahmen hinsichtlich Farbe, Anzahl der Triangel und Karat der beiden
Brillanten, was die Glaubhaftigkeit ihrer Ausführungen weiter mindert und ausser-
dem nahelegt, dass es sich bei den beiden Brillant-Ringen um ein und dasselbe
Schmuckstück handelt.
11.2.5 Was die Qualität der von †C._ erstellten Schmuckschätzung vom
25. Januar 2010 (ND Urk. 2/13) anbelangt, ist ebenfalls den Überlegungen der
Vorinstanz beizupflichten (Urk. 78 S. 19). Zwar sind die Präzisierungen, welche
die Verteidigung zu den im angefochtenen Entscheid wiedergegebenen Aussagen
von †C._ angebracht haben will (Urk. 90 S. 16 f.), zutreffend. Dass die
Vorinstanz dennoch konstatierte, die Datierung von †C._s Schätzung vom
25. Januar 2010 nähre die Zweifel, dass der fragliche Solitär †C._ nie im
Original vorgelegen habe (Urk. 78 S. 19), ist aber gleichwohl berechtigt. Auch
wenn die Schätzung nicht als unprofessionell zu bezeichnen ist (vgl. HD Urk.
35/9-10 und 35/15), so drängt sich doch aufgrund der nachweislichen Hinterle-
gung des fraglichen Brillant-Rings bei der ZKB-Pfandleihkasse bis am 27. Januar
2010 (HD Urk. 7/2.3.4.2) sowie der auch hier uneinheitlichen Schilderungen der
Beschuldigten – der Schätzer habe den Ring "sicher" in der Hand gehabt (HD
Urk. 9 S. 7), von ihr habe er die Gewichtsangabe von 5.51 Karat "sicher nicht"
(HD Urk. 9 S. 10), sie wisse nicht mehr, ob er den Ring einmal gesehen habe,
bzw. sie habe ihm die Pfandleihquittung gegeben oder ihm das Gewicht des
Rings gestützt auf die Pfandleihquittung mitgeteilt (Prot. I S. 21 ff.; Prot. II S. 14) –
in der Tat die Ansicht auf, dass das Schmuckstück dem Schätzer nie im Original
vorgelegen hat. Zwar konnte sich †C._ nicht mehr konkret an das Schät-
zungsdatum erinnern, was nachvollziehbar ist. Schliesslich liegt der Zweck der
Datierung von Dokumenten gerade darin, nachträglich deren Erstellungszeitpunkt
feststellen zu können, ohne sich an diesen erinnern zu müssen. Dass †C._
den 25. Januar 2010 als Schätzungsdatum anführte und es als "logisch" bezeich-
nete, dass dies auch das Datum gewesen sei, an dem die Schätzung beendet
- 24 -
worden sei (Urk. HD 5/2.2.2. S. 5), sind deutliche Indizien gegen ein von der Ver-
teidigung vermutetes Versehen bei der Datumsangabe (Urk. 90 S. 17).
11.2.6 Das Bild einer wahrheitswidrigen Sachdarstellung durch die Beschuldigte
wird abgerundet durch die Tatsache, dass beide Brillant-Ringe nur wenige Mona-
te nach Abschluss der jeweiligen Schmucksachenversicherung als gestohlen ge-
meldet wurden.
So beantragte die Beschuldigte die Versicherung für den ersten Brillant-Ring am
21. Januar 1994, und bereits am 29. Juli 1994, nur ein halbes Jahr später, soll der
versicherte Ring bei einem Aufenthalt in Israel, wo sie an einer Hochzeit eingela-
den war und den Ring anziehen wollte, bei einer 10-minütigen Abwesenheit aus
einem gänzlich abgeschlossenen Haus gestohlen worden sein (ND Urk. 2/7 und
2/8; Prot. I S. 13). Etwas sehr Ähnliches passierte bezüglich der zweiten Wertsa-
chenversicherung: Diese stammt vom 7. Juni 2010 und am 3. April 2011 bzw.
zwischen dem 30. März und dem 3. April 2011, knapp zehn Monate später, wurde
besagter Ring (nebst viel weiterem Schmuck im Gesamtwert von über
Fr. 200'000.– ) wiederum bei einem Einbruchdiebstahl, diesmal aus der Wohnung
der Beschuldigten in ..., entwendet, als sie an einer Hochzeit in Israel weilte (ND
Urk. 2/1 S. 1 und 4; ND Urk. 2/2 und 2/3). Vorgängig des ersten Versicherungsfal-
les und in den Jahren zwischen den kurzen Versicherungszeiträumen von einigen
Monaten waren die Schmuckstücke überhaupt nicht versichert. Darauf angespro-
chen entgegnete die Beschuldigte lediglich, dazu könne sie nichts sagen. Das sei
halt Pech (ND Urk. 2/10; Prot. I S. 14).
Wenn die Vorinstanz erwog, das Ganze möge Zufall sein, mute aber doch etwas
seltsam an, und es sei nicht nachvollziehbar, weshalb (bezogen auf den zweiten
Versicherungsabschluss von 2010) eine Person mit den finanziellen Mitteln der
Beschuldigten überhaupt eine Wertsachenversicherung für Schmuck im Gesamt-
wert von Fr. 200'000.– mit damit verbundenen hohen Prämienzahlungen (konkret
rund Fr. 2'600.– jährlich) abschliesse, welche sie sich eigentlich gar nicht leisten
könne, so ist dem vorbehaltlos zuzustimmen (Urk. 78 S. 20; ND Urk. 2/3). Die Be-
schuldigte hatte "ein riesen Loch von ca. Fr. 100'000.– in der Kasse" und dem Be-
treibungsamt bis und mit 2011 rund Fr. 150'000.– bezahlt (HD Urk. 5/2.1.1 S. 8)
- 25 -
bzw. während Jahren "Schulden von vielen Zehntausend Franken" (HD Urk. 9
S. 2), die sie ab 2006 schrittweise zurückbezahlte. Namentlich im Februar, Mai,
September und November 2009 sowie im Oktober 2010 und Februar 2011 wurde
sie jeweils gepfändet (HD Urk. 9 S. 2 f.; HD Urk. 31 und 32), und ebenso u.a. in
den Jahren 2009 bis 2011 verpfändete sie wiederholt Schmuck bei der Pfandleih-
kasse der Zürcher Kantonalbank, um Darlehen erhältlich zu machen. Im Frühling
2015 beliefen sich ihre Schulden noch auf Fr. 20'000.–, und Schmuck befand sich
noch für Darlehen von ca. Fr. 15'000.– bei der Pfandleihkasse. Zum Einkommen
gab die Beschuldigte an, eigentlich keines aus ihrem Restaurant zu haben, weil
alle Rechnungen, auch die privaten, über das Geschäft laufen würden. Anderwei-
tige Einnahmen verneinte sie (HD Urk. 5/2.1.1 S. 7 ff.; HD Urk. 7/2.3.4.2; HD
Urk. 9 S. 2 f.; HD Urk. 38 S. 4; Prot. I S. 6 f.).
11.3 Als Fazit bleibt mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die Aussagen der Be-
schuldigten im Allgemeinen und insbesondere in Bezug auf die Herkunft und die
Eigenschaften der beiden Ringe derart widersprüchlich sind und in wesentlichen
Punkten von den Zeugenaussagen und den vorliegenden Urkunden abweichen,
dass keine vernünftigen Zweifel verbleiben, dass es sich bei den beiden 5.5 Ka-
rat-Brillant-Ringen in Tat und Wahrheit um ein und denselben handelt und die Be-
schuldigte dieses Schmuckstück zwei Mal versichert und sowohl im Jahr 1994 als
auch im Jahr 2011 als gestohlen gemeldet hat. Damit ist auch erstellt, dass die
Beschuldigte den betreffenden Ring am 2./5. August 1994 fälschlicherweise bei
der Privatklägerin als gestohlen gemeldet und die Versicherungssumme kassiert
hat, wie ihr dies in der Anklage vorgeworfen wird. Demgegenüber kann aufgrund
der Akten nicht widerlegt werden, dass sich der im Jahre 2011 gemeldete Woh-
nungseinbruch mit Schmuckdiebstahl, u.a. des fraglichen Brillant-Rings, wie von
der Beschuldigten bei der Polizei angezeigt (ND Urk. 2/1), tatsächlich ereignet
hat.
- 26 -
III. Schuldpunkt – rechtliche Würdigung
1. Zutreffend hat die Vorinstanz zunächst darauf hingewiesen, dass betrügeri-
sche Handlungen der Beschuldigten im Rahmen des Versicherungsvorfalles aus
dem Jahre 1994 verjährt seien und daher nicht mehr der Strafverfolgung unterlie-
gen könnten, dass jedoch zu prüfen sei, ob der Beschuldigten daraus, dass sie
den Ring, welchen sie 1994 wahrheitswidrig als gestohlen gemeldet und für wel-
chen sie damals von der Versicherung die Versicherungssumme erhalten hatte,
im Jahr 2010 bei derselben Versicherung erneut versicherte und in der Folge
nach einem – wie anzunehmen ist – tatsächlich erfolgten Diebstahl im Jahr 2011
von der Versicherung die Versicherungssumme verlangte, ein Betrugsversuch
vorgeworfen werden könne (Urk. 78 S. 21).
2. Den Tatbestand des Betrugs von Art. 146 Abs. 1 StGB erfüllt, wer in der Ab-
sicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch Vor-
spiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder ihn in einem
Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt,
wodurch dieser sich selbst oder einen andern am Vermögen schädigt.
2.1 Objektiver Tatbestand
Die theoretischen Grundlagen zu den einzelnen Tatbestandsmerkmalen des Be-
trugs (Täuschung, Arglist, Irrtum, Vermögensverfügung und Vermögensschaden)
sind im angefochten Urteil korrekt dargestellt und es kann vorab darauf verwiesen
werden (Urk. 78 S. 21, 23 und 26 f.).
2.1.1 Täuschung
2.1.1.1. Wie im Rahmen der Sachverhaltserstellung dargelegt wurde, ist davon
auszugehen, dass der Ring der Beschuldigten im Jahr 2011 tatsächlich gestohlen
wurde. Anders als in den meisten Fällen von Versicherungsbetrug ist damit nicht
der Schadensfall Auslöser des Betrugsvorwurfes an die Beschuldigte, sondern die
Umstände des Vertragsschlusses. Dabei basiert die Anklage auf der unzweifelhaft
zutreffenden Tatsache, dass die Privatklägerin beim Abschluss des Versiche-
rungsvertrages im Jahr 2010 nicht bemerke, dass der zu versichernde Ring iden-
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tisch mit dem im Jahr 1994 gestohlen gemeldeten war, sich diesbezüglich mithin
in einem Irrtum befand. Zu klären ist nachfolgend, ob dieser Irrtum der Privatklä-
gerin Folge einer im Sinne von Art. 146 StGB relevanten Täuschung durch die
Beschuldigte war.
Vorab ist festzuhalten, dass im alleinigen Versichern eines Ringes, der unbestrit-
tenermassen tatsächlich vorhanden und im Besitz der Beschuldigten war, natur-
gemäss noch keine Täuschungshandlung liegen kann. Vielmehr ist mit der Ver-
teidigung festzustellen, dass es sich beim geschlossenen Vertrag um ein norma-
les Versicherungsvertragsverhältnis handelte (Urk. 90 S. 8 und 15). Eine tatbe-
standsrelevante Täuschung bedürfte daher zusätzlicher Umstände. Dabei kann
die alleinige Existenz des Versicherungsfalles aus dem Jahre 1994 nicht ausrei-
chen, um ein tatbestandsmässiges Verhalten der Beschuldigten zu begründen,
zumal – wie bereits erwähnt – allfällige strafbare Handlungen aus dieser Zeit ver-
jährt sind. Eine Bestrafung aufgrund des Abschlusses der Versicherung im Jahr
2010 darf schliesslich nicht dazu führen, dass die Beschuldigte nachträglich für
eine verjährte Straftat bestraft wird. Vielmehr müsste der Beschuldigten im Zeit-
punkt des Vertragsschlusses im Jahr 2010 in diesem Zusammenhang ein konkre-
ter, aktueller Vorwurf gemacht werden können. Dies tut die Anklage, indem sie
anführt, die Beschuldigte wäre "verpflichtet gewesen, die G._ darüber zu in-
formieren, dass es sich um den gleichen Ring handle wie derjenige, den sie 1994
bereits als gestohlen gemeldet habe", was sie jedoch unterlassen habe (Urk. 51
S. 2).
2.1.1.2. Dass sie die Privatklägerin beim Vertragsschluss im Jahr 2010 nicht über
die Identität der Ringe aufklärte, wird von der Beschuldigten nicht bestritten und
ist logische Folge davon, dass sie die Identität der Ringe bis zuletzt bestritt.
Bereits die Vorinstanz stellte jedoch fest, die Verteidigung habe zu Recht be-
merkt, es erscheine abwegig anzunehmen, dass die Beschuldigte verpflichtet ge-
wesen sein soll, die Privatklägerin über den angeblichen früheren Ringdiebstahl
aufzuklären. Gemäss Donatsch sei es "geradezu absurd", von jemandem beim
Abschluss eines Vertrages zu verlangen, auf eine von ihm bereits begangene
oder beabsichtigte rechtswidrige Handlung hinzuweisen (Urk. 90 S. 3 und 7;
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Urk. 78 S. 22). Dieser Feststellung ist zuzustimmen, zumal sie gerade für den vor-
liegenden Fall, in dem die Aufklärungspflicht eine allfällige rechtswidrige Handlung
betrifft, die bereits verjährt ist, noch in verstärktem Masse zutrifft. Es ist der Be-
schuldigten demnach kein tatbestandsmässiger Vorwurf daraus zu machen, dass
sie die Privatklägerin in Unkenntnis der Identität der versicherten Ringe beliess.
2.1.1.3. Die Vorinstanz bejahte eine Täuschung durch die Beschuldigte in der
Folge dennoch, da sie davon ausging, der entscheidende Vorwurf an die Be-
schuldigte bestehe gar nicht darin, dass sie die Privatklägerin nicht über den
früheren Versicherungsfall aufgeklärt, sondern dass sie den bereits einmal fälsch-
licherweise als gestohlen gemeldeten Ring erneut versichern lassen und Vorkeh-
rungen getroffen habe, um zu verhindern, dass die Privatklägerin bemerken wür-
de, dass es sich um ein und denselben Ring handle. Die Beschuldigte habe daher
nicht durch Schweigen betrogen, sondern Tatsachen unterdrückt (Urk. 78 S. 22).
Zwar ist zutreffend, dass der Tatbestand von Art. 146 StGB explizit auch das Un-
terdrücken von Tatsachen als mögliche Täuschungshandlung anführt. Diese Tat-
bestandsvariante setzt jedoch ebenfalls eine Vorspiegelung, d.h. eine Täuschung
durch ein Tun, voraus (BSK StGB II-Arzt, 3. Aufl. Basel 2013, Art. 146 N 50). So-
weit die Vorinstanz diese Unterdrückung von Tatsachen in der von der Beschul-
digten bei C._ im Jahr 2011 in Auftrag gegebenen Schätzung ausmachen
wollte, indem sie erwog, bei der Schätzung des Ringes habe †C._ ein um
0.1 ct. falsches Gewicht des Brillanten angegeben und es der Privatklägerin so
zusätzlich erschwert, die Täuschung aufzudecken, kann ihr nicht gefolgt werden.
Vielmehr ist diesbezüglich einerseits festzuhalten, dass nie geklärt werden konn-
te, welche Angabe zur Masse des Edelsteines die richtige war. Nicht zu Unrecht
bringt die Verteidigung andererseits vor, dass eine Abweichung in der Gewichts-
angabe von 0.01 ct., was einem Gewicht von 0.2 Gramm entspreche, nicht geeig-
net gewesen sei, die Privatklägerin zu täuschen (Urk. 90 S. 5 und S. 17). Eine
dermassen geringfügige Abweichung in der Masseangabe eines Edelsteines er-
scheint in der Tat kaum geeignet, einen Verdacht bezüglich Identität der
Schmuckstücke zu verhindern, sondern müsste bei der gebotenen Aufmerksam-
keit beim Versicherer vielmehr zu näheren Abklärungen Anlass geben. Es kann
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der Beschuldigten jedenfalls nicht vorgeworfen werden, sie habe diese Schätzung
über den Brillantring anfertigen lassen, um zu verhindern, dass die Privatklägerin
eine Identität der Schmuckstücke bemerken würde. Ob und inwiefern dieser Vor-
wurf im Übrigen in relevanter Art und Weise vom in der Anklage beschriebenen
Sachverhalt abweicht respektive diesen in unzulässiger Weise ergänzt, wie dies
die Verteidigung moniert (Urk. 90 S. 2 ff.), kann folglich offengelassen werden.
Weitere Handlungen der Beschuldigten, welche über das blosse Verschweigen
der Identität der Ringe beim Abschluss des Versicherungsvertrages ein Unterdrü-
cken von Tatsachen begründen könnten, sind nicht ersichtlich. Die vorinstanzliche
Konstruktion einer Täuschung mittels Unterdrücken von Tatsachen käme im Er-
gebnis demnach nichts Anderem als der Annahme einer – wie vorstehend ausge-
führt nicht bestehenden – Aufklärungspflicht der Beschuldigten gegenüber der
Privatklägerin gleich und verfängt daher in der vorliegenden Konstellation nicht.
Es geht nicht an festzustellen, dass die Beschuldigte über eine Tatsache nicht
habe aufklären müssen, ihr aber sogleich vorzuwerfen, dieselbe Tatsache unter-
drückt zu haben, ohne dass weitere Umstände hinzugetreten wären.
2.1.1.4. Wird eine Aufklärungspflicht der Beschuldigten verneint, kann ihr konse-
quenterweise auch keine tatbestandsrelevante Täuschung vorgeworfen werden.
Eine Bestrafung der Beschuldigten wegen versuchten Betrugs fällt daher bereits
aufgrund des Fehlens einer der Beschuldigten vorwerfbaren Täuschung der Pri-
vatklägerin ausser Betracht. Der Erfüllung des Tatbestandes von Art. 146 StGB
gebricht es jedoch in der vorliegenden Konstellation noch an weiteren Vorausset-
zungen, auf die der Vollständigkeit halber im Weiteren einzugehen sein wird.
2.1.2 Arglist
2.1.2.1 Wenn eine Täuschung bejaht würde, wäre in einem nächsten Schritt die
Arglist der Handlung der Beschuldigten zu prüfen. Während die Vorinstanz die
Arglist der Täuschungshandlung der Beschuldigten als erwiesen ansah (Urk. 78
S. 25 f.), wendet sich die Verteidigung im Berufungsverfahren wie bereits vor Vor-
instanz gegen die Qualifizierung der Handlung der Beschuldigten als arglistig. Sie
bringt zusammengefasst vor, es wäre für die Privatklägerin mit den vorhandenen
technischen Mitteln ein Leichtes gewesen, Risiken wie das vorliegende gar nicht
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erst zu versichern, falls aus ihrer Sicht Anhaltspunkte für Unregelmässigkeiten
oder nur schon Bedenken vorhanden gewesen wären. Da sie jedoch trotz des
früher gemeldeten Schmuckdiebstahls und der damaligen Erbringung von Versi-
cherungsdienstleistungen in der Grössenordnung von rund Fr. 50'000.– keinen
Anlass gesehen habe, genauer hinzusehen, sei von einer bewussten Vernachläs-
sigung der zu fordernden Sorgfaltspflicht auszugehen. Das Versagen der Privat-
klägerin liege nicht bei der Aufbewahrung der archivierten Akten an sich, sondern
an deren völlig ungenügenden Erschliessung. Ein Versicherungsnehmer müsse
und dürfe davon ausgehen, dass der Versicherer die Historie seiner Vertragsbe-
ziehungen kenne, und könne diesen entsprechend auch nicht arglistig täuschen,
wenn er bei Abschluss einer neuen Police einen vorausgegangenen erheblichen
Schadenfall unerwähnt lasse. Was die Privatklägerin nach der Schadenmeldung
der Beschuldigten im Jahr 2011 herausgefunden haben wolle, hätte sie bei gebo-
tener Sorgfalt und vernünftiger Erschliessung der vorhandenen Geschäftsakten
bereits im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses im Jahr 2010 in Erfahrung bringen
können (Urk. 68 S. 3 ff.; Urk. 90 S. 9 ff.).
2.1.2.2 Den Erwägungen zur Arglist im angefochtenen Entscheid ist zunächst
dahingehend zuzustimmen, dass von der Privatklägerin als renommierte Versi-
cherungsgesellschaft professionelle Arbeitsabläufe und zweckmässige Kontroll-
massnahmen beim Abschluss von Wertsachenpolicen erwartet werden können
(Urk. 78 S. 25). Wie die Verteidigung berechtigterweise einwendet, legte die Vor-
instanz im Anschluss jedoch nicht dar, worin solche zu erwartenden Massnahmen
konkret bestehen könnten. Richtig ist sodann auch die weitere Bemerkung der
Verteidigung, dass sich aus den Akten keinerlei Hinweise ergeben, dass die Pri-
vatklägerin im relevanten Zeitpunkt des Abschlusses des Versicherungsvertrags
mit der Beschuldigten in Bezug auf den zu versichernden Schmuck überhaupt ir-
gendwelche besonderen Abklärungen getroffen habe (Urk. 90 S. 12).
Dass die Entdeckung der Identität der Ringe der Privatklägerin bereits im Zeit-
punkt des Vertragsschlusses möglich gewesen wäre, zeigt die Privatklägerin
gleich selber, entdeckte sie diese doch nach der Diebstahlsmeldung bei der
Schadensbearbeitung mittels Abgleich von mikro-verfilmten Aufzeichnungen des
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früheren Vertragsabschlusses aus dem Jahr 1994 (Urk. 66 S. 3; Prot. I S. 28). Da
seit dem Abschluss der Versicherung keine neuen Umstände zutage getreten wa-
ren, welche eine Überprüfung vereinfacht hätten, ist damit aber auch gesagt, dass
eine Entdeckung der Diebstahlsmeldung aus dem Jahr 1994 und damit die Be-
gründung eines Verdachts betreffend die Identität der Ringe bereits im Zeitpunkt
des Vertragsschlusses ohne besondere Mühe erreichbar gewesen wäre. Kommt
hinzu, dass sowohl der Schadensinspektor, F._, als auch der Generalagent,
D._, persönlich bereits beim Vertragsschluss respektive an der Abwicklung
des Schadensfalls im Jahr 1994 beteiligt waren. Dass eine weitergehende Abklä-
rung für die Privatklägerin als professionelle Versicherungsgesellschaft bereits bei
Vertragsschluss nicht nur möglich, sondern auch angezeigt gewesen wäre, legen
bereits der hohe Wert des versicherten Ringes sowie die im Jahr 1994 ausbezahl-
te Versicherungssumme nahe. Entgegen den Erwägungen im angefochtenen
Entscheid ergibt sich weder aus der Tatsache, dass zwischen dem ersten Scha-
densfall im Jahr 1994 17 Jahre vergangen waren, noch daraus, dass die Be-
schuldigte im Jahr 2010 insgesamt 21 Schmuckstücke versicherte oder aus den
abweichenden Schätzungen des Ringes Gegenteiliges. Vielmehr handelte es sich
beim Ring schliesslich um das deutlich wertvollste der im Jahr 2010 versicherten
Schmuckstücke, weshalb er den Beteiligten zweifelsohne besonders auffallen
musste. Dass sich der Wert eines Ringes innert 17 Jahren deutlich verändern
kann, musste den Versicherungsexperten sodann bekannt sein, weshalb aus der
Differenz der Versicherungssummen nicht ohne Weiteres darauf geschlossen
werden durfte, es handle sich um verschiedene Ringe. Bezüglich der Relevanz
der Schätzung respektive dazu, dass die im Jahr 2010 von der Beschuldigten in
Auftrag gegebene Schätzung über den Brillantring nicht geeignet war, zu verhin-
dern, dass die Privatklägerin eine Identität der Schmuckstücke bemerken würde,
kann auf die obenstehenden Ausführungen zur Täuschung verwiesen werden
(Erw. 2.1.1). Arglist vermag die Schätzung entgegen der vorinstanzlichen Ansicht
jedenfalls nicht zu begründen. Die Nichtvornahme weiterer Abklärungen bei Ver-
tragsschluss im Jahr 2010 mag im Übrigen zwar im Jahrzehnte langen guten Ge-
schäftsverhältnis der Privatklägerin bzw. deren Generalagenten D._ zur Be-
schuldigten begründet gewesen sein. Ein besonderes Vertrauensverhältnis, auf-
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grund dessen die Unterlassung einer Überprüfung für die Beschuldigte voraus-
sehbar gewesen wäre, ist jedoch nicht auszumachen, zumal es sich bei der Be-
ziehung um eine rein geschäftliche handelte, in deren Rahmen sich auch der
Schadensfall im Jahr 1994 ereignet hatte.
2.1.2.3 Es bleibt mithin zusammenfassend festzustellen, dass die involvierten
Mitarbeiter der Privatklägerin sowohl ausreichende Veranlassung als auch die
Möglichkeit dazu hatten, die nötigen Abklärungen bereits im Zeitpunkt des Ab-
schlusses des Versicherungsvertrages vorzunehmen. Dass die Prüfung dennoch
unterlassen wurde, war nicht primär Folge eines Zutuns der Beschuldigten, son-
dern einer der Privatklägerin zuzurechnenden Nachlässigkeit, welche das Mitwir-
ken der Beschuldigten, das schliesslich lediglich darin bestand, den Ring versi-
chern zu lassen, in den Hintergrund treten lassen. Selbst wenn ein täuschendes
Verhalten der Beschuldigten angenommen würde, wäre daher der Tatbestand
des Betruges im Sinne von Art. 146 StGB respektive des Versuches dazu man-
gels Arglistigkeit nicht erfüllt. Infolge der fehlenden Arglist fällt im Weiteren auch
eine Bestrafung der Beschuldigten wegen versuchter arglistiger Vermögensschä-
digung im Sinne von Art. 151 StGB ausser Betracht.
2.1.3 Vermögensverfügung
Fraglich ist im Übrigen auch, ob in der Eingehung eines Versicherungsvertrags
eine Vermögensverfügung im Sinne von Art. 146 StGB zu sehen ist, was die Vor-
instanz ohne nähere Begründung bejahte (Urk. 78 S. 27). Fakt ist, dass der Ab-
schluss der Wertsachenversicherung bei der Privatklägerin nicht unmittelbar eine
Vermögensverminderung herbeiführte, sondern Letztere erst mit der Pflicht zur
Auszahlung der Versicherungssumme im Schadensfall eintrat. Wie alle Versiche-
rer erhoffte sich die Privatklägerin beim Abschluss der Wertsachenversicherung
zweifellos, der Schadensfall würde ausbleiben und es würde ihr aufgrund der Ein-
nahmen der Versicherungsprämien ein Gewinn resultieren. Da mit dem Abschluss
des Versicherungsvertrags immerhin die vertragliche Verpflichtung verbunden ist,
im Schadensfall den Versicherungsnehmer zu entschädigen, kann dem Ab-
schluss eines Versicherungsvertrags die Qualifikation als Vermögensverfügung
jedoch auch nicht von Vornherein abgesprochen werden (vgl. Donatsch, Straf-
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recht III Delikte gegen den Einzelnen, zehnte, aktualisierte Auflage 2013,
S. 236 f.). Wie es sich damit genau verhält, braucht vorliegend angesichts der vor-
und nachstehenden weiteren Erwägungen zur rechtlichen Würdigung nicht ab-
schliessend geklärt zu werden.
2.2 Subjektiver Tatbestand
Eine letzte Anmerkung ist schliesslich hinsichtlich des subjektiven Tatbestandes
anzubringen. Durch die Auszahlung einer Versicherungssumme an einen Versi-
cherungsnehmer, dem ein versicherter Gegenstand entwendet wurde, ist dieser
nicht bereichert. Die Auszahlung der vertraglich geschuldeten Versicherungs-
summe kompensiert vielmehr den erlittenen Verlust.
Wie die Verteidigung zutreffend feststellte, war der Schaden, den die Privatkläge-
rin im Jahr 1994 durch die unrechtmässige Auszahlung der Versicherungsleistung
erlitten hatte, aus verjährungsrechtlichen Gründen nicht mehr liquidierbar (Urk. 90
S. 8). Die Beschuldigte konnte somit sowohl über den Ring, als auch über die im
Jahr 1994 (fälschlicherweise) ausbezahlte Versicherungssumme als Eigentümerin
frei verfügen und es konnte ihr beides unter keinem Rechtstitel mehr entzogen
werden. Beim Versicherungsabschluss im Jahr 2010 tat die Beschuldigte mithin
nichts anderes, als einen Ring, dessen Eigentümerin sie unbestrittenermassen
war, gegen Diebstahl versichern zu lassen. Dass sie dabei eine andere Absicht
verfolgt habe, als bei einem Diebstahl des Ringes die Versicherungssumme er-
hältlich zu machen, wird der Beschuldigten nicht vorgeworfen und lässt sich ihr
auch nicht nachweisen. Die Absicht der Beschuldigten beim Abschluss des Versi-
cherungsvertrags entsprach damit derjenigen jedes Versicherungsnehmers und
zielte nicht auf eine unrechtmässige Bereicherung ab, sondern auf das Erhält-
lichmachen der Versicherungsleistung als wertmässige Kompensation für den er-
littenen Verlust im Falle eines tatsächlichen Diebstahls des Ringes. Dass sich die
Beschuldigte im Jahre 1994 ungerechtfertigt bereicherte (vorne Ziff. II.11.3), kann
heute aufgrund der eingetretenen Verjährung nicht mehr sanktioniert werden und
insbesondere auch nicht dazu führen, dass der Beschuldigten aufgrund des Ab-
schlusses der Versicherung im Jahr 2010 die Absicht der ungerechtfertigten Be-
reicherung unterstellt werden könnte. Eine gegenteilige Annahme würde wiede-
- 34 -
rum dazu führen, die Beschuldigte für verjährte Geschehnisse zur Rechenschaft
zu ziehen.
3. Fazit
Aus all diesen Gründen ist die Beschuldigte des versuchten Betrugs im Sinne von
Art. 146 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB und damit vollum-
fänglich freizusprechen.
IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird
(Art. 426 Abs. 1 Satz 1 StPO). Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die
Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 Satz
1 StPO). Wird die beschuldigte Person freigesprochen, so können ihr die Verfah-
renskosten ganz oder teilweise nur dann auferlegt werden, wenn sie rechtswidrig
und schuldhaft die Einleitung des Verfahrens bewirkt oder dessen Durchführung
erschwert hat (Art. 426 Abs. 2 StPO). Eine Kostenauflage an die Privatkläger-
schaft ist bei Offizialdelikten bloss möglich, soweit die Kosten durch die Anträge
der Privatklägerschaft zum Zivilpunkt entstanden sind (Art. 427 StPO).
Nachdem keine Umstände vorliegen, die es rechtfertigen, der Beschuldigten die
Kosten des Verfahrens aufzuerlegen, und nachdem die Privatklägerin im vorlie-
genden Strafverfahren keine adhäsionsweisen Zivilansprüche geltend machte
(Urk. 66 S. 2), sind die Kosten der Untersuchung, des erstinstanzlichen Gerichts-
verfahrens und des Berufungsverfahrens ausgangsgemäss auf die Gerichtskasse
zu nehmen (Art. 426 StPO und Art. 428 StPO).
2. Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen, so hat sie
Anspruch auf Entschädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene Aus-
übung ihrer Verfahrensrechte und der wirtschaftlichen Einbussen, die ihr aus ihrer
notwendigen Beteiligung am Strafverfahren entstanden sind (Art. 429 Abs. 1 lit. a
und b StPO). Eine Verpflichtung der Privatklägerin zur Entschädigung der Be-
schuldigten käme nur in Frage, sofern dieser Aufwände im Zusammenhang mit
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Anträgen der Privatklägerin zum Zivilpunkt entstanden wären (Art. 432 Abs. 1
StPO).
Der Verteidiger der Beschuldigten beziffert seinen Aufwand im erstinstanzlichen
Verfahren auf Fr. 10'000.– und stellt für das Berufungsverfahren für einen Auf-
wand von 26.5 Stunden sowie Barauslagen von Fr. 77.– insgesamt eine Entschä-
digungsforderung von Fr. 6'950.– (Urk. 90 S. 19; Urk. 91). Dieser Aufwand steht
im Einklang mit den Ansätzen der AnwGebV und erscheint angemessen, weshalb
er der Beschuldigten ausgangsgemäss vollumfänglich zu erstatten ist, wobei eine
Auferlegung an die Privatklägerin wiederum mangels Anträgen zum Zivilpunkt
nicht in Frage kommt. Darüber hinausgehende wirtschaftliche Einbussen, die der
Beschuldigten aus ihrer notwendigen Teilnahme am Strafverfahren entstanden
wären, oder besonders schwere Verletzungen ihrer persönlichen Verhältnisse
wurden nicht dargelegt und sind auch nicht zu erkennen, so dass es bei der Ent-
schädigung im beantragten Rahmen sein Bewenden hat (vgl. Art. 429 Abs. 1 lit. b
und c StPO).