Decision ID: 9ebd672b-ff3f-4e18-8ef8-98f699de53d2
Year: 2022
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_005
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt:
1. Die Landschaftsschutzone (LSZ) im Gebiet G._ in F._ wurde
erstmals mit Beschluss der Urnenabstimmung der Gemeinde F._
vom 2. Juli 1989 festgesetzt und genehmigt durch den
Regierungsbeschluss Nr. 1341 vom 21. Mai 1990. Mit Beschluss der
Urnenabstimmung der Gemeinde F._ vom 25. September 2005 und
der Genehmigung durch den Regierungsbeschluss Nr. 293 vom 21. März
2006 wurde die besagte LSZ bestätigt. Im Regierungsbeschluss Nr. 293
wurde die Gemeinde F._ sodann darauf hingewiesen, dass im
Bereich der im kantonalen Richtplan 2000 enthaltenen Landschaftsschutz-
und Naturschutzobjekte Handlungsbedarf bestehe.
2. Zu diesem Zeitpunkt überlagerte die LSZ noch nicht die sich im Eigentum
von A._, B._, C._, D._ und E._ befindlichen
Parzellen I._, J._, K._, L._, M._, H._,
N._, O._, P._, Q._, R._, S._, T._ und
U._, wurde jedoch mit der Totalrevision der Ortsplanung der
Gemeinde F._ 2011/2012 auf u.a. die besagten Parzellen
ausgedehnt. Im Rahmen der öffentlichen Mitwirkungsauflage im Juli 2011
äusserten sich vereinzelte Grundeigentümer und wehrten sich gegen die
Überlagerung ihrer Parzellen mit der LSZ. Der Beschluss der
Urnenabstimmung erfolgte am 27. November 2011 und die Genehmigung
durch den Regierungsbeschluss Nr. 1057 vom 6. November 2012.
3. Am 28. August 2020 ersuchte A._ die Gemeinde F._ um
Entlassung seiner Parzelle I._ aus der LSZ. Mit Urteil R 21 45 vom
28. Juni 2021 trat das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden auf
die gegen den abweisenden Entscheid des Gemeindevorstands erhobene
Beschwerde wegen verpasster Frist zur Nachbesserung der
mangelbehafteten Beschwerde nicht ein.
- 3 -
4. Am 16. November 2021 stellten A._, B._, C._, D._ und
E._ wiederum ein Gesuch betreffend Antrag auf Änderung der
Grundordnung. Sie beantragten, die Ortsplanung sei einer vorgezogenen
Teilrevision zu unterziehen und die LSZ aufzuheben; eventualiter seien
ihre Parzellen aus der LSZ zu entlassen. Sie begründeten den Antrag
damit, die genehmigte Erweiterung der LSZ sei widerrechtlich erfolgt und
müsse rückgängig gemacht werden. Die Abgrenzung der LSZ sei
willkürlich erfolgt und eine Interessenabwägung sei unterblieben.
5. Mit Verfügung vom 14. Dezember 2021 beschloss der Gemeindevorstand
der Gemeinde F._ die kostenfällige Abweisung des Gesuchs, soweit
darauf einzutreten sei. Begründend hielt sie zunächst fest, die
Gesuchsteller machten einen Revisionsgrund geltend, vermöchten jedoch
keine gewichtigen Änderungsgründe oder veränderten Verhältnisse
aufzuzeigen. Sie könnten kein Interesse nachweisen, welche eine
Aufhebung der LSZ rechtfertigen würde; das öffentliche Interesse am
Schutz der erhaltenen Landschaft überwiege, bereits damals wie auch
heute noch. Die Gemeinde bestritt zudem den Vorwurf der Willkür und der
Gehörsverletzung als aus der Luft gegriffen. Bei der Totalrevision der
Ortsplanung 2011/2012 seien die vorgesehenen Verfahrensschritte
eingehalten worden, während die Gesuchsteller zahlreiche
Mitwirkungsgelegenheiten ungenutzt verstreichen lassen hätten und die
planerische Festsetzung unangefochten in Rechtskraft erwachsen sei. So
hätten sie die Möglichkeit zur Mitwirkung und einer allfälligen
Planungsbeschwerde verpasst. Adressatin des Revisionsbegehrens wäre
zudem die Regierung. Da das Gesuch aber auch inhaltlich nicht begründet
sei und es sich aus Gründen der Prozessökonomie aufdringe, das Gesuch
auch materiell zu beurteilen, könne auf eine Weiterleitung an die
Regierung unterbleiben.
6. Dagegen erhoben A._, B._, C._, D._ und E._
(nachfolgend Beschwerdeführer 1-5) am 31. Januar 2022 Beschwerde an
- 4 -
das Verwaltungsgericht. Sie beantragten u.a. in Aufhebung der
angefochtenen Verfügung und Rückweisung der Angelegenheit an die
Gemeinde, die kommunale Grundordnung einer vorgezogenen
Teilrevision zu unterziehen sowie die im Jahr 2011/2012 festgelegte LSZ
im Gebiet "G._" aufzuheben. Eventualiter seien im Rahmen einer
vorgezogenen Teilrevision der kommunalen Grundordnung die im
Eigentum der Beschwerdeführer stehenden Parzellen I._, J._,
K._, L._, M._, H._, N._, O._, P._,
Q._, R._, S._, T._ und U._ aus der LSZ zu
entlassen. Begründend machten sie im Wesentlichen bei der
Überlagerung ihrer Parzellen mit der LSZ im Rahmen der Totalrevision der
Ortsplanung 2011/2012 diverse formelle und materielle Fehler geltend. So
habe der Beschwerdeführer 1 erst im Jahr 2019 von der Überlagerung
seiner Parzelle I._ mit einer LSZ erfahren. Bei der willkürlich
gezogenen Abgrenzung der LSZ seien gewisse Parzellen ohne
Interessenabwägung davon erfasst worden seien und andere nicht. Das
kantonale Recht sehe anstelle der Festlegung von Schutzzonen weitere
geeignete Massnahmen vor. Weil die LSZ rechtswidrig sei, müssten die
Beschwerdeführer keine veränderten Verhältnisse geltend machen.
Abschliessend hielten sie fest, sie hätten sich nie auf einen gewichtigen
Änderungsgrund berufen und sich nicht damit zu begnügen, dass sie ihr
Anliegen in der von der Gemeinde aktuell geplanten Gesamtrevision der
Ortsplanung vorzubringen hätten.
7. Mit prozessleitender Verfügung vom 2. Februar 2022 forderte der
Instruktionsrichter die Beschwerdeführer zur Zahlung eines
Kostenvorschusses von CHF 5'000.-- auf. Der Kostenvorschuss ging beim
Verwaltungsgericht innert Frist ein.
8. In ihrer Vernehmlassung vom 9. März 2022 beantragte die Gemeinde
F._ (nachfolgend Beschwerdegegnerin) die kostenfällige Abweisung
der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Einleitend betonte sie, das
- 5 -
Verwaltungsgericht habe sich in seinem Urteil vom R 21 45 vom 28. Juni
2021 bereits mit der LSZ befassen müssen. Begründend brachte sie
insbesondere vor, es bestehe kein Anspruch auf eine Überprüfung der
Nutzungsordnung bzw. Ortsplanung, weil sich seit dem Erlass der LSZ
weder die tatsächlichen noch die rechtlichen Verhältnisse erheblich
geändert hätten. Dies hätten die Beschwerdeführer ausdrücklich nicht
geltend gemacht und bestätigt. Es fehle ihnen daher an einem aktuellen
und schutzwürdigen Interesse an der Aufhebung, weshalb auf die
Beschwerde nicht eingetreten werden könne. Sie bestritt sodann
vermeintliche Zusicherungen an den Beschwerdeführer 1, dass seine
Parzelle nicht von der LSZ erfasst sei. Die Beschwerdeführer hätten
durchaus die Gelegenheit gehabt, Einsicht in die Planunterlagen zu
nehmen, was beispielsweise anhand der damaligen Mitwirkungseingaben
des Beschwerdeführers 2 deutlich werde. Die Rügen betreffend
willkürliche Grenzziehung, unterbliebene Interessenabwägung,
unverhältnismässiger Eigentumseingriff sowie fehlendes Schutzbedürfnis
hätten die Beschwerdeführer im Rahmen der Totalrevision der
Ortsplanung 2011/2012 mittels Planungsbeschwerde an die Regierung
vorbringen werden müssen. Dies sei nicht erfolgt, sodass die LSZ
unangefochten genehmigt worden sei. Die Rüge der Gehörsverletzung sei
unberechtigt, jene des Eigentumseingriffs pauschal und weder
substantiiert noch bewiesen. Weitere Rügen würden sich in
appellatorischer Kritik am angefochtenen Entscheid erschöpfen.
9. In ihrer Replik vom 25. April 2022 hielten die Beschwerdeführer
unverändert an ihren Rechtsbegehren fest und vertieften das bereits
Vorgebrachte. Sie betonten darüber hinaus, es sei zwar zutreffend, dass
sich das Verwaltungsgericht bereits mit der LSZ habe befassen müssen.
Es sei jedoch deshalb nicht darauf eingetreten worden, weil der
Beschwerdeführer 1 innert der viel zu kurz bemessenen Frist die vom
- 6 -
verfahrensleitenden Richter damals eingewendeten formellen
Beanstandungen der Beschwerde nicht habe beheben können.
10. Mit Eingabe vom 13. Mai 2022 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf
die Einreichung einer Duplik.
Auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung sowie auf die
weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften der Parteien wird, soweit
entscheidrelevant, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das
Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Entscheide von Gemeinden,
soweit diese nicht bei einer anderen Instanz angefochten werden können
oder nach kantonalem oder eidgenössischem Recht endgültig sind. Die
angefochtene Verfügung vom 14. Dezember 2021 (vgl.
beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 2) stellt einen kommunalen
Entscheid im Sinne von Art. 49 Abs. 1 lit. a VRG dar. Gegen diese
Verfügung steht kein anderes Rechtsmittel als die
Verwaltungsgerichtsbeschwerde zur Verfügung; zudem ist diese auch
nicht endgültig. Damit ist die örtliche und sachliche Zuständigkeit des
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden zu bejahen. Die übrigen
Prozessvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass, weshalb
auf die Beschwerde einzutreten ist.
1.2. Gemäss Art. 18 Abs. 3 des Gerichtsorganisationsgesetzes (GOG;
BR 173.000) und Art. 43 Abs. 3 lit. b VRG entscheidet der zuständige
Vorsitzende in einzelrichterlicher Kompetenz, wenn ein Rechtsmittel
offensichtlich unzulässig oder offensichtlich begründet oder unbegründet
ist. Vorliegend erweist sich die Beschwerde als offensichtlich unbegründet
- 7 -
(vgl. Erwägung 4 und zusammenfassend Erwägung 5.2), weshalb der
Vorsitzende der 5. Kammer als Einzelrichter zuständig ist.
2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Gemeinde das Gesuch betreffend Antrag
auf Änderung der Grundordnung vom 16. November 2021 zu Recht
abwies, soweit sie darauf eingetreten ist. Mithin stellt sich die Frage, ob
die Beschwerdeführer zu Recht einen Anspruch auf eine Änderung der
Grundordnung geltend machen.
3.1. Die Beschwerdeführer beantragten mit ihrem Gesuch vom 16. November
2021 betreffend "Antrag auf Änderung der Grundordnung" (vgl.
beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 14), zwar nicht explizit, aber
sinngemäss und unmissverständlich eine Änderung der Nutzungsplanung
i.S.v. Art. 21 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG;
SR 700). Demnach werden die Nutzungspläne überprüft und nötigenfalls
angepasst, wenn sich die Verhältnisse erheblich geändert haben.
3.2. Die Beschwerdeführer machen geltend, der Beschwerdeführer 1 habe erst
im August 2019 von der Überlagerung seiner Parzelle I._ mit einer
LSZ erfahren. Im Jahr 2011 sei er von den Planungsbehörden im
Vertrauen gelassen worden, dass seine Parzelle I._ nicht von der
Revision betroffen sei. So sei im Auflageverfahren keine LSZ thematisiert
worden. Er habe sich anlässlich eines Telefongesprächs auf die Auskunft
des damaligen Gemeindeschreibers verlassen, welcher ihm ausdrücklich
zugesichert habe, seine Parzelle sei nicht von der Ortsplanungsrevision
betroffen. Dies habe das Vertrauen erweckt, sodass er es nicht für
notwendig hielt, Einsicht in die Unterlagen zu nehmen und beruft sich auf
den Vertrauensschutz gemäss Art. 5 Abs. 3 BV (vgl. Beschwerde, S. 5 f.).
3.3. Die Beschwerdegegnerin hält dem entgegen, sie habe gegenüber dem
Beschwerdeführer 1 zu keinem Zeitpunkt Aussagen getätigt, wonach
seine Parzelle nicht von ortsplanerischen Massnahmen betroffen sei.
- 8 -
Dass er auf die Einsicht in die Planungsunterlagen verzichtet habe, habe
er alleine sich selbst zuzuschreiben. Durch Konsultation der
Planungsmittel hätten sich sämtliche Beschwerdeführer informieren
können, was es mit der LSZ auf sich habe. Die Beschwerdeführer 2-4
seien dazu sodann auch offensichtlich in der Lage gewesen, von der LSZ
Kenntnis zu nehmen. Insbesondere habe sich mit den an den
Gemeindevorstand – darunter auch durch den im vorliegenden
Beschwerdeverfahren auftretenden Beschwerdeführer 2 – eingereichten
Mitwirkungseingaben gezeigt, dass die betroffenen Grundeigentümer
parzellengenaue Kenntnis zum Erlass der LSZ gehabt hätten. Ferner sei
die beschwerdeführerische Vermutung, dass keine Pläne mit der genauen
Festlegung der LSZ aufgelegt worden seien, absurd (vgl. Vernehmlassung
S. 5 f.).
4.1. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung unterscheidet Art. 21 Abs. 2
RPG mit Blick auf die Änderung von Nutzungsplänen zwei Stufen: In
einem ersten Schritt wird geprüft, ob sich die Verhältnisse so erheblich
geändert haben, dass die Nutzungsplanung überprüft werden muss; in
einem zweiten Schritt erfolgt nötigenfalls die Plananpassung (vgl. Urteil
des Bundesgerichts 1C_40/2017 vom 5. Oktober 2016 E.3.2). Derweil
bestehen im vorliegenden Fall jedoch unbestrittenermassen keine
veränderten Verhältnisse i.S.v. Art. 21 Abs. 2 RPG. Zum einen machen
die Beschwerdeführer keine veränderten Verhältnisse geltend. Zudem
bringen sie explizit zum Ausdruck, dass keine veränderten Verhältnisse
vorliegen und sie sich auch nicht auf solche berufen würden (vgl.
Beschwerde, S. 10 f.; Replik, S. 9). Dieser Tatsache schliesst sich denn
auch die Beschwerdegegnerin an (vgl. Vernehmlassung vom 9. März
2022, S. 6 f. und 9). Wenn nun vorliegend gar keine veränderten
Verhältnisse bestehen, so kann folglich auch keine Überprüfung oder
Änderung der Nutzungsplanung in Frage kommen.
- 9 -
4.2. Ebenfalls unbestritten wurde gegen die Totalrevision der Ortsplanung
F._ im Jahre 2011/12 keine Planungsbeschwerde an die Regierung
erhoben. Auch deren Genehmigung i.S.v. Art. 49 KRG durch den
Regierungsbeschluss Nr. 1057 vom 6. November 2012 blieb
unangefochten. Mithin liegt eine rechtmässige und rechtskräftige
Nutzungsplanung vor. Die beschwerdeführerische Rüge, die Totalrevision
der Ortsplanung 2011/12 sei rechtswidrig, ist somit nicht zu hören. Die
Beschwerdegegnerin hielt zudem fest, die Regierung prüfe im Rahmen
der Genehmigung die Rechtmässigkeit, Eignung, Erforderlichkeit und
Zumutbarkeit von Planungsakten von Amtes wegen und nicht nur auf
Beschwerde hin. Mit Genehmigungsbeschluss vom 6. November 2012
habe somit verbindlich festgestanden, dass die LSZ rechtens sei. Den
zutreffenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin folgend, kann
festgehalten werden, dass die Rügen vorliegend allesamt zu spät
ergangen sind und somit nicht mehr zu hören sind (Vernehmlassung S. 5
f.). So hatten die Grundeigentümer unzweifelhaft die Möglichkeit, an der
Totalrevision im Jahre 2011/2012 mitzuwirken, insbesondere ersichtlich
an der Eingabe des Beschwerdeführers 2 vom 2. August 2011 (vgl. Bg-
act. 7). Der Planungsbericht vom 17. Oktober 2011 hielt schliesslich fest,
im Gebiet G._ werde die bestehende LSZ erweitert (vgl. Bg-act. 7, S.
16). Sämtliche Vorbringen der Beschwerdeführer hätten im Rahmen der
Totalrevision der Ortsplanung im Jahre 2011/12 vorgebracht werden
müssen. Es besteht kein Anspruch auf eine Abänderung einer
unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Nutzungsplanung, bloss weil
die Mitwirkung und Rechtsmittelergreifung im ordentlichen Verfahren der
Totalrevision der Ortsplanung nicht ergriffen wurde. Bereits aus diesen
Gründen erweist sich die Beschwerde als offensichtlich unbegründet,
weshalb sie abzuweisen ist. Damit erübrigen sich grundsätzlich
Ausführungen zu den weiteren Rügen der Beschwerdeführer.
- 10 -
5.1. Es bleibt anzumerken, dass die Beschwerdeführer die Gelegenheit haben
werden, ihre Anliegen an der in näherer Zukunft bevorstehenden und von
der Gemeinde angesprochenen Totalrevision der Ortsplanung
einzubringen. So hielt die Gemeinde auch in ihrer Verfügung vom 14.
Dezember 2021 fest: "Die Gemeinde ist auch bereits seit einiger Zeit damit
beschäftigt, eine Totalrevision der Ortsplanung zu erarbeiten, wozu aber
zuerst ein Kommunales Räumliches Leitbild [...] als Basis dafür erarbeitet
werden musste. Eine öffentliche Mitwirkung für die Totalrevision der
Ortsplanung von F._ hat indessen noch nicht stattgefunden." Die
unbestrittene Notwendigkeit der grundsätzlichen Überprüfung der
Zonenordnung bedeute aber nicht, dass die Zonenordnung in Bezug auf
die Zonierung eines bestimmten Grundstückes automatisch zu ändern
oder gar aufzuheben wäre (vgl. angefochtene Verfügung, S. 3).
5.2. Zusammenfassend ist somit erstellt, dass die Beschwerdegegnerin das
Gesuch betreffend Antrag auf Änderung der Grundordnung vom 16.
November 2021 zu Recht abwies, soweit sie darauf eingetreten ist. Die
dagegen erhobene Beschwerde vom 31. Januar 2022 erweist sich als
offensichtlich unbegründet und ist abzuweisen.
6.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten gestützt
auf Art. 73 Abs. 1 VRG zulasten der unterliegenden Beschwerdeführer.
Die Staatsgebühr wird ermessensweise auf CHF 3'000.-- festgelegt (vgl.
Art. 75 Abs. 2 VRG). Diese geht zusammen mit den Kanzleiauslagen
zulasten der unterliegenden Beschwerdeführer und ist mit dem von ihnen
bereits geleisteten Kostenvorschuss von CHF 5'000.-- zu verrechnen.
6.2. Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben
betrauten Organisationen wird in der Regel keine Parteientschädigung
zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegen (vgl.
Art. 78 Abs. 2 VRG). Im vorliegenden Fall erscheint es allerdings
gerechtfertigt, der obsiegenden Beschwerdegegnerin eine
- 11 -
Parteientschädigung von pauschal CHF 500.-- zuzusprechen. Ihr entstand
ein von den Beschwerdeführern vermeidbarer Aufwand, verursacht durch
die leichtsinnige Ergreifung des Rechtsmittels. Daher ist der
Beschwerdegegnerin, ausnahmsweise und in Abweichung des
Grundsatzes von Art. 78 Abs. 2 VRG, eine Parteientschädigung
zuzusprechen (vgl. zum Ganzen VGU U 2017 8 E.11.3.2).