Decision ID: 8ffd1961-fc17-4299-9dbb-18deee8cc590
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1981 geborene
X._
meldete sich am 24. März 2012 bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leis
tungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
8/2). Die Verwaltung zog daraufhin die Akten der Unfallversicherung bei (
Urk.
8/8)
. Nachdem die IV-Stelle mit Vor
bescheid vom 11. Mai 2012 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht gestellt hatte (
Urk.
8/10), legte der Versicherte einen Bericht von
Dr.
med.
Z._
,
Ärztlicher Leiter der
A._
,
vom 23. Mai 2012 auf (
Urk.
8/16). Mit Verfügung vom 9. Oktober 2012 hielt die Verwaltung an ihrer im Vorbescheid angekündigten Leistungsablehnung fest (
Urk.
8/26 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 1
2.
November 2012 Be
schwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, es seien ihm Massnahmen der Frühintervention sowie Massnahmen beruflicher Art zu gewähren und nach deren Durchführung sei über einen allfälligen Rentenan
spruch zu befinden; eventuell sei die Sache zur weiteren Abklärung und
Neu
entscheidung
über den Leistungsanspruch an
die Verwaltung zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 27. Dezember 2012 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Das Doppel der
Beschwerdeant
wort
wurde dem Beschwerdeführer am 7. Januar 2013 zugestellt (
Urk.
9). Mit Gerichtsverfügung vom 4. Juli 2013
(
Urk.
12)
wurde die Beschwerdegegnerin aufgefordert, zu den im unfallversicherungsrechtlichen Beschwerdeverfahren (Prozess-Nr. UV.2012.00113)
eingereichten Berichten von
Dr.
med
.
B._
,
Fach
ärztin
FMH für Neurologie, vom 19. Oktober 2012 (Urk.
11
/1
; vgl. auch
Urk.
3/4
) sowie des
Spitals
C._
über die ambulante Behandlu
ng vom 28. Oktober 2012 (
Urk.
11
/2
; vgl. auch
Urk.
3/5
)
Stellung zu nehmen. In der Folge verzichtete die Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 24. Juli 2013 auf eine Stellungnahme (
Urk.
14), was dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 13. August 2013 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
15).
3.
Die Unfallversicherung stellte ihre bislang ausgerichteten Leistungen per 29. Februar 2012 ein.
Die gegen den
Einspracheentscheid
vom 19. April 2012
am 21. Mai 2012 erhobene Beschwerde
wurde mit heutigem Urteil des hiesigen Gerichts abgewiesen (Prozess-Nr. UV.2012.00113).
4.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Gemäss Art. 7d IVG soll mit Hilfe der Massnahmen der Frühintervention der bisherige Arbeitsplatz von arbeitsunfähigen (Art. 6 ATSG) Versicherten erhalten bleiben oder sollen die Versicherten an einem neuen Arbeitsplatz innerhalb oder ausserhalb des bisherigen Betriebes eingegliedert werden (
Abs.
1). Auf Massnah
men der Frühintervention besteht kein Rechtsanspruch (
Abs.
3).
1.3
Versicherte, die seit mindestens sechs Monaten zu mindestens 50 Prozent arbeits
unfähig (Art. 6 ATSG) sind, haben gemäss Art. 14a IVG Anspruch auf Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (Integrationsmassnahmen), sofern dadurch die Voraussetzungen für die Durch
führung von Massnahmen beruflicher Art geschaffen werden können (
Abs.
1).
1.4
Arbeitsunfähige (Art. 6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, haben gemäss Art. 18
Abs.
1 IVG Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (
lit
. a) und auf begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (
lit
. b). Die IV-Stelle veranlasst diese Massnahmen unverzüglich, sobald eine summarische Prüfung ergibt, dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind (
Abs.
2).
1.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Leistungsverweigerung – unter Hinweis auf die kreisärztliche Beurteilung durch
Dr.
med.
D._
,
Facharzt FMH für Chirurgie – damit, aus versicherungsmedizinischer Sicht bestehe keine durch ei
nen nachweisbaren Gesundheitsschaden verursachte Erwerbsunfähigkeit. Bei ei
nem Schleudertrauma der Halswirbelsäule
(HWS)
handle es sich um ein unkla
res Beschwerdebild ohne nachweisbare organische Grundlage, weshalb kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung bestehe (
Urk.
2 und
Urk.
7).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, die vorlie
genden medizinischen Akten würden für die Beurteilung der Leistungspflicht der Besc
hwerdegegnerin nicht ausreichen. E
inerseits würden die Berichte der
behandelnden Ärzte der versicherungsinternen Beurteilung widersprechen
. A
n
dererseits sei keine polydisziplinäre Beurteilung vorgenommen worden. Auch sei bislang nicht abgeklärt worden, inwiefern sich das Kompressionssyndrom der oberen
Thoraxapertur
– eine objektivierbare Gesundheitsstörung – auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Aufgrund der persistierenden Beschwerden und der Unmöglichkeit, Arbeiten mit hochgehaltenen Armen zu verrichten, habe er zwischenzeitlich seine Arbeitsstelle als Sanitärinstallateur verloren.
Unklar sei zudem, ob er nebst den somatischen Beschwerden unter einer psychischen Be
einträchtigung leide, die sich auf seine Arbeitsfähigkeit auswirke. Ob ein An
spruch auf eine Invalidenrente bestehe, könne erst nach Abschluss der Einglie
derungsmassnahmen geprüft werden. Die Ablehnung eines Rentenanspruchs sei daher zu früh erfolgt (
Urk.
1)
.
3.
Soweit der Beschwerdeführer Massnahmen der Frühintervention beantrag
t (Urk.
1 S. 9), ist auf die Beschwerde nicht einzutreten, da auf solche gemäss Art. 7d
Abs.
3 IVG kein Rechtsanspruch besteht.
4
.
4
.1
Die Erstbehandlung fand am
Tag des Verkehrsunfalls
durch den praktischen Arzt
E._
statt. Er diagnostizierte
am 13. Januar 2011
eine linksseitige Ellbo
gen- und Schulterprellung und ein muskuläres HWS-Schleudertrauma, jedoch ohne Anhalt für ein Wirbelsäulen-Schleudertrauma (
Urk.
8/8/202-203
).
4
.2
Dr.
med.
F._
,
Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatolo
gie, berichtete am 27. Januar 2011 über eine eingeschränkt und schmerzhaft bewegliche
HWS
und über muskuläre Verspannungen der Nackenmuskulatur. Neurologische Ausfälle konnte er keine beobachten. Er diagnostizierte einen Status nach HWS-Distorsion mit einem posttraumatischen
Z
ervikalsyndrom
(
Urk.
8
/
8/197
). Seinem Bericht vom 6. Mai 2011 kann entnommen werden, dass der Beschwerdeführer unter
regredienten
Nackenschmerzen bei persistieren
den Verspannungen leidet (
Urk.
8
/
8/109
).
4
.3
Dr.
B._
diagnostizierte am 2
2.
November 2011 ein leichtes
Zervikalsyndrom
und äusserte den Verdacht auf ein Kompressionssyndrom der oberen
Tho
raxapertur
beidseits. Der Grund hierfür liege in der insuffizienten Haltung
des Beschwerdeführers
mit stark nach vorne hängenden Schultern und einer
An
teposition
des Kopfes. Bei entsprechenden Provokationsmanövern verspüre er sofort Schmerzen im Schulter-Oberarmbereich und es komme zu einem
Taub
heitsgefühl
an der Handkante links und am Kleinfinger.
Sie empfahl Physio
therapie zur Stärkung der Rückenmuskulatur
und
zur Verbesserung der Haltung
sowie
zur Öffnung des Schultergürtels
(
Urk.
8
/
8/62-64
).
4
.4
Dr.
D._
berichtete, die kreisärztliche Untersuchung vom 28. Dezember 2011 habe das Bild
eines
unauffälligen, wortreich Auskunft gebenden und eher be
gehrend auftretenden Versicherten ergeben. Er habe ein unauffälliges und spontanes Bewegungsmuster ohne wesentliche Einschränkungen erkennen kön
nen. Die nach dem eindrücklichen Verkehrsunfall vom Dezember 2010 diag
nostizierten Prellungen seien abgeheilt. Von der damals festgestellten HWS-Distorsionssymptomatik seien jetzt nur noch leichte Verspannungen festzustel
len. Die klinische Situation habe sich über die Monate weitgehend normalisiert. Die geklagten Kopf- und Nackenschmerzen sowie die Konzentrationsstörungen seien medizinisch und bildgebend nicht verifizierbar. Die klinischen und
bildge
benden
Untersuchungen würden eindeutig zeigen, dass unfallbedingt keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr best
ehe
. Der Kreisarzt empfahl eine sukzessive Steigerung des Arbeitspensums auf 100
%
(
Urk.
8/8/50-57
S.
6 f. und
Urk.
8/8/48
).
4
.5
Der ärztliche Leiter der
A._
,
Dr.
med.
Z._
,
diagnostizierte am 17. Januar 2012 ein posttraumatisches
Z
ervikalsyndrom
nach Autounfall am 29. Dezember 2010 mit persistierenden Nackenschmerzen und muskulären Verspannungen
occipital
. Er regte an, die Arbeitsfähigkeit mittels
Muskelauf
bau
s
innert vier bis sechs Woch
en auf 100
%
zu steigern (
Urk.
8/8
/4
4
-45
).
4
.6
Dem Bericht von
Dr.
Z._
vom 23. Mai 2012 kann entnommen werden, dass der Beschwerdeführer vor allem bei Überkopfarbeiten und Arbeiten mit stark nach vorne gehaltenem Kopf starke Schmerzen auf der linken Nackenseite verspürt, die dann in die Grube hinter dem Schlüsselbein einstrahlen.
Dr.
Z._
hielt eine baldige Umschulung für angezeigt (
Urk.
8/16).
4
.7
Dr.
B._
bestätigte am 19. Oktober 2012 ihre Verdachtsdiagnose eines
Kompres
sionssyndroms
der oberen
Thoraxapertur
beidseits.
Sie berichtete, der Beschwerdeführer habe beim Hochhalten der Arme und beim
Addson
-Test so
fort
Parästhesien
in den Händen sowie – vor allem auf der linken Seite – Schmerzen und ein Schweregefühl in den Schultern und Oberarmen verspürt. Beim Zug der Arme nach unten seien ähnliche, jedoch weniger stark ausge
prägte Beschwerden aufgetreten. Es sei deshalb nachvollziehbar, dass der Be
schwerdeführer bei Überkopfarbeiten feinmotorische Aufgaben nicht ausführen könne.
Sie empfahl, sofern mit physiotherapeutischen Massnahmen kein Erfolg erzielt werden könne, ein orthopädisches Konsilium. Dabei sei abzuklären, ob
die erste Rippe über einen
transaxillären
Zugang entfernt werden sollte, um im Bereich der oberen
Thoraxapertur
Platz zu schaffen und die Symptomatik zu verbessern (
Urk.
3/4).
5
.
5
.1
Aus den zitierten medizinischen Akten geht nicht hervor, dass der Beschwerde
führer
nebst den somatischen Beschwerden unter einer psychischen Störung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit leidet. Der Beschwerdeführer unterzog sich keiner fachärztlichen Psychotherapie und keiner der behandelnden Ärzte hielt eine solche für indiziert.
Dr.
B._
bestätigte in ihrem Bericht vom 19. Oktober 2012 sogar explizit, dass der Beschwerdeführer psychisch unauffällig sei (
Urk.
3/4).
Was den von der am
Spital
C._
tätigen
Allgemeinmedi
zinerin
G._
geäusserten
Verdacht auf ein posttraumatisches
Belas
tungssyndrom
betrifft
(Bericht vom 28. Oktober 2012 [
Urk.
3/5])
,
ist festzuhal
ten, dass
aufgrund der Latenzzeit von knapp zwei Jahren, wobei eine solche selten mehr als sechs Monate beträgt, und dass während dieser Zeit die typi
schen Merkmale der
Störung nicht beobachtet
werden konnten
(vgl.
Dil
ling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
Internationale
Klassifikation psychischer Stö
rungen, ICD-10 Kapitel V [F
], 7. Auflage, Bern 2010, S. 183
f.)
, die gestellte Verdachtsdiagnose nicht
nachvollziehbar ist. Im Übrigen geben auch die
Anga
ben des Beschwerdeführers keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer
rele
vanten
psychischen Beeinträchtigung.
5
.2
Dr.
D._
,
auf dessen Einschätzung die Beschwerdegegnerin ihre Leistungs
-
ableh
nung
vom 9. Oktober 2012 (
Urk.
2) hauptsächlich stützte,
konnte anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung kein Kompressionssyndrom der oberen
Thoraxapertur
feststellen und
er
ging aufgrund der
allein vorliegenden
Verspannungen im HWS-Nackenbereich von einer uneingeschränkten Arbeits
fähigkeit aus (
Urk.
8/8/50-57 S. 6 f.).
Seine Beurteilung des Gesundheitszu
stands und der Leistungsfähigkeit
des Beschwerdeführers
stammt vom 28. De
zember 2011 und war daher im Zeitpunkt des Erlasse
s
der Verfügung vom
9. Oktober 2012 (
Urk.
2) nicht mehr aktuell; namentlich
war dem Kreisarzt der weitere Verlauf der Gesundheitsstörung
in den folgenden Monaten
– so insbe
sondere das zwischenzeitlich aufgetretene Kompressionssyndrom (vgl.
Urk.
3/4)
– unbekannt.
Auch die Berichte der behandelnden Ärzte bieten keine hinreichende Grundlage für eine verlässliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers.
Dr.
Z._
stellte angesichts des schleppenden Heilungsverlaufs die Wiedererlan
gung der Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf in Frage und empfahl die Umschulung auf eine neue, behinderungsangepasste Tätigkeit. Zu den genauen Auswirkungen der gesundheitlichen Einschränkungen auf die Arbeitsfähigkeit äusserte er sich aber nicht
(
Urk.
8/16)
. Auch
Dr.
B._
legt
e nicht dar, inwieweit der Beschwerdeführer
aufgrund der geklagten Beschwerden in seiner Leis
tungsfähigkeit eingeschränkt ist.
Unklar ist zudem, ob
die insuffiziente Haltung
zwischenzeitlich
mittels Physiotherapie verbessert werden konnte
oder ob die Entfernung der ersten Rippe zur Beschwerdelinderung indiziert war (vgl.
Urk.
3/4).
5.3
Nach dem Gesagten ist nicht klar, ob und gegebenenfalls inwieweit der Beschwer
deführer in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Die angefoch
tene Verfügung vom 9. Oktober 2012 ist deshalb aufzuheben, und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie
die
Auswirkungen
der Leiden somatischer Natur
auf die Arbeitsfähigkeit
umfassend abkläre und her
nach
über den Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invaliden
versicherung erneut befinde.
6
.
6.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600.-- festzulegen und, da die
Rückwei
sung
an die Verwaltung nach ständiger Rechtsprechung als vollständiges Obsie
gen gilt (vgl. etwa Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts
U 199/02 vom 10. Februar 2004 E. 6, mit Hinweis auf BGE 110 V 57 E. 3a; SVR 1999
IV Nr. 10 S. 28 E. 3), ausgangsgemäss von der Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
6.2
Der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat sodann ausgangsgemäss ge
stützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) Anspruch auf eine
Prozessent
schädigung
. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf
Fr.
2‘100.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen.