Decision ID: 420212d2-48ed-5d09-a544-46d74e894ec6
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der am (...) 1958 geborene, liechtensteinische Staatsangehörige
A._ (nachfolgend: Versicherter oder Beschwerdeführer) ist gelern-
ter Schreiner, war zuletzt als Verkäufer tätig und entrichtete in den Jahren
1981 bis 2012 Beiträge an die schweizerische Alters- und Hinterlassenen-
versicherung (AHV). Seit dem 1. September 2013 bezieht er bei einem In-
validitätsgrad von 100 % eine ganze Rente der schweizerischen Invaliden-
versicherung (IV; Akten der Vorinstanz gemäss Aktenverzeichnis vom
[nachfolgend: IVSTA-act.] 2; 3; 62; 72; 91; 99; 102; 113; 114). Am 23. De-
zember 2014 verlegte er seinen Wohnsitz nach (...), Fürstentum Liechten-
stein (IVSTA-act. 89; 90; 124).
B.
B.a Am 2. Juli 2018 heiratete der Versicherte in vierter Ehe die philippini-
sche Staatsangehörige B._ (IVSTA-act. 230), was er der IV-Stelle
für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA oder Vorinstanz) mit
Schreiben vom 14. August 2018 mitteilte (IVSTA-act. 227). Darin infor-
mierte der Versicherte die IVSTA ebenfalls, dass seine Frau ein Kind in die
Ehe mitbringen würde und eine Adoption durch ihn geplant sei. Mit Schrei-
ben vom 10. Dezember 2018 liess er der IVSTA den Eheschein sowie die
Geburtsurkunde von C._ vom (...) 2012 zukommen und stellte
gleichzeitig einen Antrag auf Ausrichtung einer IV-Kinderrente zugunsten
von C._ (IVSTA-act. 229).
B.b Mit Schreiben vom 14. Dezember 2018 bestätigte die IVSTA den Emp-
fang des Schreibens vom 10. Dezember 2018 und ersuchte den Versicher-
ten, ihr den Fragebogen betreffend Stiefkinder ausgefüllt und unterzeichnet
zu retournieren und überdies einen Auszug aus dem Familienregister der
Heimatgemeinde, eine von der Schweizer Vertretung beglaubigte Geburts-
urkunde des Stiefkindes, eine aktuelle Wohnsitzbestätigung des Versicher-
ten, seiner Ehefrau und seines Stiefkindes, allfällige Urteile bezüglich der
Unterhaltspflicht seiner Ehefrau, eine Kopie des Mietvertrags sowie Be-
lege, aus denen hervorgehe, dass er finanziell für das Kind aufkomme, bei-
zulegen (IVSTA-act. 231).
B.c Am 16. April 2019 reichte der Versicherte die entsprechenden Unterla-
gen sowie ergänzend eine Einkommensbestätigung seiner Ehefrau und
Kopien der Monatsabrechnungen ihres Lohnes ein und führte aus, er
könne sich aus gesundheitlichen Gründen nicht für einen ständigen Wohn-
sitz auf die Philippinen abmelden (IVSTA-act. 239-243).
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B.d Mit Verfügung vom 24. Oktober 2019 wies die IVSTA das Gesuch des
Versicherten um Ausrichtung einer IV-Kinderrente zugunsten der Stieftoch-
ter C._ ab und entzog der gegen diese Verfügung gerichteten Be-
schwerde die aufschiebende Wirkung (Akten im Beschwerdeverfahren
[nachfolgend: BVGer act.] 1, Beilage 1; vgl. auch IVSTA-act. 253). Zur Be-
gründung verwies sie insbesondere auf den Fragebogen betreffend Stief-
kinder sowie die eingereichten Wohnsitzbestätigungen, aus welchen her-
vorgehe, dass der Versicherte nicht mit seiner Stieftochter zusammenlebe.
C.
C.a Gegen diese Verfügung liess der Beschwerdeführer, vertreten durch
Rechtsanwalt Ramin Christian Nasseri-Rad, mit Eingabe vom 21. Novem-
ber 2019 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erheben und bean-
tragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei C._
eine Kinderrente auszurichten. Zur Begründung liess er im Wesentlichen
vorbringen, die Vorinstanz hätte den Sachverhalt besser und umfassender
abklären müssen, da der Anspruch auf Kinderrente bereits dann bestehe,
wenn Pflegekinder unentgeltlich zu dauernder Pflege und Erziehung auf-
genommen worden seien (BVGer act. 1 samt Beilagen).
C.b Der mit Zwischenverfügung vom 28. November 2019 vom Beschwer-
deführer eingeforderte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.– (BVGer
act. 3) wurde am 23. Dezember 2019 fristgerecht geleistet (BVGer-act. 4).
C.c Mit Vernehmlassung vom 30. Januar 2020 beantragte die Vorinstanz
die Abweisung der Beschwerde und Bestätigung der angefochtenen Ver-
fügung (BVGer-act. 6).
C.d Mit Zwischenverfügung vom 18. März 2020 (BVGer-act. 8) nahm die
Instruktionsrichterin Vormerk, dass der Beschwerdeführer innert Frist keine
Replik einreichte, und schloss den Schriftenwechsel – vorbehältlich weite-
rer Instruktionsmassnahmen – ab.
D.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird,
soweit für die Entscheidfindung erforderlich, im Rahmen der nachfolgen-
den Erwägungen eingegangen.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden
Beschwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG [SR 173.32]; Art. 69
Abs. 1 Bst. b IVG [SR 831.20]). Aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG (SR
172.021) findet das VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungssa-
chen, soweit das ATSG (SR 830.1) anwendbar ist. Gemäss Art. 1 Abs. 1
IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Invalidenversicherung
(Art. 1a bis 26bis IVG und 28bis 70 IVG) anwendbar, soweit das IVG nicht
ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht.
1.2 Der Beschwerdeführer ist als Adressat der angefochtenen Verfügung
durch diese besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an
deren Aufhebung oder Abänderung, weshalb er zur Erhebung der Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG; Art. 59 ATSG). Nachdem der
Beschwerdeführer den Kostenvorschuss fristgerecht geleistet hat (BVGer-
act. 4), ist auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde vom
23. November 2019 einzutreten (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG;
Art. 60 ATSG).
2.
2.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht
einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens,
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG).
2.2 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-
sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen
Verwaltungsverfügung (hier: 24. Oktober 2019) eingetretenen Sachverhalt
ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither
verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwal-
tungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b).
2.3 Weiter sind in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze
massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbe-
standes Geltung hatten (BGE 132 V 220 E. 3.1.1, 131 V 11 E. 1). Deshalb
finden Vorschriften Anwendung, die spätestens beim Erlass der Verfügung
vom 24. Oktober 2019 in Kraft standen, weiter aber auch Vorschriften, die
zu jenem Zeitpunkt bereits in Kraft getreten waren, die aber für die Beur-
teilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprüche von Belang sind.
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2.4 Das Sozialversicherungsverfahren ist, wie auch der Sozialversiche-
rungsprozess, vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach hat die
verfügende Behörde, wie auch das Gericht, von Amtes wegen aus eigener
Initiative und ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Par-
teien für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen
Sachverhalts zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a). Der Untersuchungsgrund-
satz gilt indessen nicht unbeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwir-
kungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2 mit weiteren Hinweisen).
Das ATSG sieht hierzu präzisierend vor, dass wer Versicherungsleistungen
beansprucht, unentgeltlich alle Auskünfte erteilen muss, die zur Abklärung
des Anspruchs und zur Festsetzung der Versicherungsleistungen erforder-
lich sind (Art. 28 Abs. 2 ATSG).
2.5 Im Sozialversicherungsrecht und somit auch im Bereich der IV gilt, so-
fern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, das Beweismass der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Die blosse Möglichkeit eines bestimm-
ten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat
vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen mögli-
chen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V
353 E. 5b, 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen). Führen die von Amtes wegen
vorzunehmenden Abklärungen die Verwaltung oder das Gericht bei pflicht-
gemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt
sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und es könnten weitere
Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr än-
dern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (antizipierte
Beweiswürdigung; UELI KIESER, Das Verwaltungsverfahren in der Sozial-
versicherung, 1999, S. 212, Rz. 450; vgl. auch BGE 122 V 157 E. 1d, 122
II 464 E. 4a, 120 Ib 224 E. 2b).
3.
Der Beschwerdeführer lässt in formeller Hinsicht einwenden, die Vo-
rinstanz sei in der angefochtenen Verfügung und zu Unrecht nicht auf die
von ihm eingereichten Beweismittel und die diesbezüglichen Ausführungen
eingegangen (BVGer act. 1, Rz. 3).
3.1
3.2 Die Begründungspflicht ist wesentlicher Bestandteil des Anspruchs auf
rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV (SR 101). Sie soll verhin-
dern, dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und den
Betroffenen ermöglichen, die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht an-
zufechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl die betroffene Person als
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auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein
Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Über-
legungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen
und auf welche sich ihre Verfügung stützt. Dies bedeutet indessen nicht,
dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und je-
dem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich
auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken
(BGE 136 I 229 E. 5.2; 124 V 180 E. 1a).
3.2.1 Wie der Beschwerdeführer zu Recht feststellt, hat sich die Vorinstanz
nicht mit allen vom Versicherten eingereichten Unterlagen und Ausführun-
gen auseinandergesetzt. Es zeigt sich, dass die angefochtene Verfügung
vom 24. Oktober 2019 ausschliesslich auf den fehlenden gemeinsamen
Wohnsitz zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Stieftochter ein-
geht. Ohne diesen sah sich die Vorinstanz nicht veranlasst, die Frage der
finanziellen Unterstützung zu prüfen. Damit war sie nicht gehalten, sich mit
den entsprechenden Einwänden und Beweismitteln des Versicherten aus-
einanderzusetzen. Auch wenn die Begründung recht kurz ausgefallen ist,
genügt sie, hat die Vorinstanz damit doch kurz die Überlegungen genannt,
von denen sie sich hat leiten lassen. Eine Verletzung des rechtlichen Ge-
hörs infolge ungenügender Begründung ist somit zu verneinen. Ob die von
der Vorinstanz vorgenommene Sachverhaltsfeststellung und rechtliche
Würdigung materiell korrekt sind, ist nachfolgend unter E. 4 f. zu prüfen.
3.3
3.3.1 Gemäss Art. 57a Abs. 1 IVG teilt die IV-Stelle der versicherten Person
den vorgesehenen Endentscheid über ein Leistungsbegehren oder den
Entzug oder die Herabsetzung einer bisher gewährten Leistung mittels Vor-
bescheid mit (Satz 1); die versicherte Person hat Anspruch auf rechtliches
Gehör im Sinne von Artikel 42 ATSG (Satz 2). Die Parteien können inner-
halb einer Frist von 30 Tagen Einwände zum Vorbescheid vorbringen
(Art. 73ter Abs. 1 IVV; SR 831.201). Sinn und Zweck des Vorbescheidver-
fahrens ist es, eine unkomplizierte Diskussion des Sachverhalts zu ermög-
lichen und dadurch die Akzeptanz des Entscheids bei den Versicherten zu
verbessern und die Gerichte zu entlasten (BGE 134 V 97 E. 2.7 S. 106;
vgl. dazu auch Botschaft betreffend die Änderung des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung [Massnahmen zur Verfahrensstraffung vom
4. Mai 2005], BBl 2005 S. 3079 ff., insbesondere 3084 f.). Die IV-Stelle hat
zum Einwand kurz Stellung zu nehmen. Sie darf sich nicht darauf be-
schränken, die vom Versicherten vorgebrachten Einwände tatsächlich zur
Kenntnis zu nehmen und zu prüfen, sondern sie hat ihre Überlegungen
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dem Betroffenen gegenüber auch namhaft zu machen und sich auch aus-
drücklich mit den entscheidwesentlichen Einwänden auseinanderzuset-
zen, oder aber zumindest die Gründe anzugeben, weshalb sie gewisse
Gesichtspunkte nicht berücksichtigen kann (Urteil des BGer 8C_177/2015
vom 14. Oktober 2015 E. 3.1; vgl. dazu auch Art. 74 Abs. 2 IVV). Das Vor-
bescheidverfahren geht mithin über den verfassungsrechtlichen Min-
destanspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) hinaus, indem es
Gelegenheit gibt, sich nicht nur zur Sache, sondern auch zum vorgesehe-
nen Endentscheid zu äussern (BGE 142 V 380 E. 5.3 S. 387 mit Hinweis
auf BGE 134 V 97 E. 2.8.2 S. 107 und Urteil 9C_617/2009 vom 15. Januar
2010 E. 2.1). Mit Blick auf die Funktion des Vorbescheidverfahrens sind an
die Begründungspflicht erhöhte Anforderungen zu stellen (vgl. Urteile des
BVGer C-6147/2019 vom 14. April 2020 E. 3.2 mit Hinweisen;
C-5082/2019 vom 26. Februar 2020 E. 3.1.2; C-4400/2014 vom 26. Mai
2016 E. 3.2.1).
3.3.2 Es findet sich in den Akten kein Vorbescheid zur angefochtenen Ver-
fügung, so dass – obschon durch den anwaltlich vertretenen Beschwerde-
führer nicht gerügt – davon auszugehen ist, dass die Vorinstanz kein kor-
rektes Vorbescheidverfahren nach Art. 57 Abs. 1 Bst. c bis f IVG i.V.m.
Art. 57a Abs. 1 IVG durchgeführt hat; zumal auch in der Begründung der
angefochtenen Verfügung nicht an einen Vorbescheid angeknüpft wird (vgl.
Beilage 1 zu BVGer-act. 1). Die entsprechende Unterlassung der Vo-
rinstanz begründet grundsätzlich eine schwere Verletzung des Gehörsan-
spruchs.
3.3.3 Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör führt grund-
sätzlich ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache
selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung (BGE 132 V 387
E. 5.1; WALDMANN/BICKEL, in: Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016,
Art. 29 Rz. 106). Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders
schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als
geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor
einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die
Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/aa). Von einer
Rückweisung der Sache an die Verwaltung kann indes auch bei einer
schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs abgesehen werden,
wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und
damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhö-
rung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderli-
chen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (vgl. BGE 137 I
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195 E. 2.3.2; 136 V 117 E. 4.2.2.2 S. 126 f.; 126 V 130 E. 2b; SVR 2013 IV
Nr. 26 S. 76 E. 4.2).
3.3.4 Aus den Akten geht hervor, dass die Vorinstanz den Beschwerdefüh-
rer mit Schreiben vom 14. Dezember 2019 aufgefordert hat, Unterlagen,
die zur Prüfung des Leistungsbegehrens notwendig sind, einzureichen (IV-
STA-act. 231). Dieses Schreiben enthielt den Hinweis, dass Stiefkinder nur
Anspruch auf eine Rente hätten, solange sie mit dem Versicherten im glei-
chen Haushalt leben würden, worauf sich der Beschwerdeführer mit
Schreiben vom 16. April 2019 umfassend zum Erfordernis des gemeinsa-
men Haushalts äusserte (IVST-act. 239). Aufgrund des Schriftenverkehrs
war dem Beschwerdeführer der Umstand, dass die Vorinstanz für die Aus-
richtung einer IV-Kinderrente auf den gemeinsamen Haushalt mit dem
Stiefkind abstellt, bekannt. Demzufolge stellte die Abweisung seines Ge-
suchs auf Ausrichtung einer Kinderrente keine neue, unerwartete Rechts-
folge dar. Es kann zwar nicht Sinn des Instituts der Heilung des rechtlichen
Gehörs sein, dass Verwaltungsbehörden sich über den elementaren
Grundsatz des rechtlichen Gehörs hinwegsetzen und darauf vertrauen,
dass solche Verfahrensmängel in einem allfälligen Gerichtsverfahren be-
hoben würden (vgl. BGE 116 V 182 E. 3c). Vorliegend ist jedoch davon
auszugehen, dass eine Rückweisung einen formalistischen Leerlauf bewir-
ken würde, weil die Vorinstanz mit grösster Wahrscheinlichkeit erneut eine
vollumfängliche Abweisung verfügen würde. An einem solchen Vorgehen
besteht kein schutzwürdiges Interesse. Aus verfahrensökonomischen
Gründen rechtfertigt es sich deshalb, den an sich nicht gering zu schätzen-
den Verfahrensmangel mit dem vorliegenden Verfahren, in welchem das
Gericht mit voller Kognition ausgestattet ist, zu heilen. Im Weiteren hatte
der Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren nochmals die Möglichkeit,
sich in materieller Hinsicht zu äussern. Hiervon macht er ebenfalls keinen
Gebrauch, als er keine Replik zur Vernehmlassung der Vorinstanz ein-
reichte (vgl. BVGer-act. 7 und 8).
4.
In materieller Hinsicht strittig und zu prüfen ist, ob die Vorinstanz mit Ver-
fügung vom 4. Oktober 2019 den Anspruch des Versicherten auf die Aus-
richtung einer Kinderrente für dessen Stieftochter zu Recht verneint hat.
Zunächst sind im Folgenden die gesetzlichen Grundlagen sowie die mas-
sgebenden Grundsätze der Rechtsprechung darzulegen.
4.1 Der Beschwerdeführer ist liechtensteinischer Staatsangehöriger und
wohnt im Fürstentum Liechtenstein (vgl. IVSTA-act. 3; 241). Damit gelangt
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das Übereinkommen vom 4. Januar 1960 zur Errichtung der Europäischen
Freihandelsassoziation zwischen den EFTA-Staaten Schweiz, Island,
Fürstentum Liechtenstein und Norwegen (nachfolgend: EFTA-Überein-
kommen, SR 0.632.31, in der Fassung des Abkommens von 21. Juni 2001
zur Änderung des Übereinkommens zur Errichtung der Europäischen Frei-
handelsassoziation [AS 2003 2685], in Kraft seit 1. Juni 2002) zur Anwen-
dung. Seit dem 1. Januar 2016 gelangen auch im Bereich des EFTA-Über-
einkommens die (im Verhältnis zwischen der Schweiz und den Staaten der
Europäischen Gemeinschaft bereits seit 1. Januar 2012 massgebenden)
Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des
Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Si-
cherheit (SR 0.831.109.268.1; kurz: VO 883/2004) sowie (EG) Nr.
987/2009 (SR 0.831.109.268.11; kurz: VO 987/2009) des Europäischen
Parlaments und des Rates vom 16. September 2009 zur Festlegung der
Modalitäten für die Durchführung der VO 883/2004 zur Anwendung. Das
Vorliegen einer anspruchserheblichen Invalidität beurteilt sich auch im An-
wendungsbereich des Freizügigkeitsabkommens ausschliesslich aufgrund
der schweizerischen Rechtsvorschriften (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil
des BGer 9C_573/2012 vom 16. Januar 2013 E. 4 m. H.; BASIL CARDINAUX
§ 7 Beweiserhebung im Ausland, in: Recht der Sozialen Sicherheit, 2014,
S. 281 Rz. 7.23; Urteil des BVGer C-998/2018 vom 19. Dezember 2019
E. 2.4. m. H.). Das gilt auch für die vorliegend in Frage stehende Ausrich-
tung einer zur Hauptrente des Beschwerdeführers akzessorischen Kinder-
rente, die sich mangels einer einschlägigen gemeinschaftsrechtlichen be-
ziehungsweise abkommensrechtlichen Regelung ausschliesslich nach
schweizerischem Recht beurteilt.
4.2 Die Kinderrente ist dann geschuldet, wenn der (unterhaltspflichtige) Va-
ter oder die (unterhaltspflichtige) Mutter noch lebt (vgl. Art. 35 Abs. 1 IVG;
Art. 22ter Abs. 1 AHVG); sie ersetzt dem Kind nicht den Wegfall des Eltern-
teils wie bei der Waisenrente, sondern dient der Erleichterung der Unter-
haltspflicht des invalid gewordenen oder im AHV-Alter stehenden Unter-
haltsschuldners und soll dessen (durch Alter oder Invalidität bedingte) Ein-
kommenseinbusse ausgleichen. Mit anderen Worten soll sie dem invaliden
oder im AHV-Alter stehenden Elternteil ermöglichen, seiner Unterhalts-
pflicht nachzukommen, aber nicht der Bereicherung des Unterhaltsemp-
fängers dienen. Der Anspruch steht daher dem Rentenempfänger zu, nicht
direkt dem Kind (BGE 134 V 15, E. 2.3.3 mit Hinweisen).
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4.3 Männer und Frauen, denen eine Invalidenrente zusteht, haben für je-
des Kind, das im Falle ihres Todes eine Waisenrente der Alters- und Hin-
terlassenenversicherung beanspruchen könnte, Anspruch auf eine Kinder-
rente (Art. 35 Abs. 1 IVG). Für Pflegekinder, die erst nach Eintritt der Inva-
lidität in Pflege genommen werden, besteht ein Anspruch jedoch nur, wenn
es sich um die Kinder des anderen Ehegatten handelt (Art. 35 Abs. 3 IVG).
4.4 Gemäss Art. 25 Abs. 3 AHVG in Verbindung mit Art. 49 Abs. 1 der Ver-
ordnung vom 31. Oktober 1947 über die Alters- und Hinterlassenenversi-
cherung (AHVV, SR 831.101) haben Pflegekinder beim Tod der Pflegeel-
tern Anspruch auf eine Waisenrente nach Art. 25 AHVG, wenn sie unent-
geltlich zu dauernder Pflege und Erziehung aufgenommen worden sind.
Der Anspruch erlischt, wenn das Pflegekind zu einem Elternteil zurückkehrt
oder von diesem unterhalten wird (Art. 49 Abs. 3 AHVV).
4.5 Pflegekindschaft im weiten Sinne liegt vor, wenn ein Unmündiger in der
Obhut von Personen lebt, die nicht seine Eltern sind. Sie ist kein selbst-
ständiges Rechtsinstitut, sondern ein faktisches Familienverhältnis, dem
das Recht einzelne Wirkungen des Kindesverhältnisses beilegt (Urteil EVG
H 123/02 vom 24. Februar 2003 E. 2 mit Hinweis auf CYRIL HEGNAUER,
Grundriss des Kindesrechts, 5. Aufl.1999, S. 76 N 10.04 sowie Urteil des
BVGer C-5523/2009 vom 9. Mai 2012 E. 3.3.1 mit Hinweis auf
TUOR/SCHNYDER/SCHMID/JUNGO, ZGB, das Schweizerische Zivilgesetz-
buch, 14. Aufl., 2015, § 43 Rz. 1 ff. und 25 und PETER MÖSCH PAYOT,
Rechtsstellung der Pflegeeltern, Zeitschrift für Kindes- und Erwachsenen-
schutz [ZKE] 2011, S. 87 ff., S. 89). Nach der Rechtsprechung zu Art. 49
AHVV gilt als Pflegekind im Sinne dieser Bestimmung ein Kind, das sich in
der Pflegefamilie tatsächlich der Lage eines ehelichen Kindes erfreut und
dessen Pflegeeltern die Verantwortung für Unterhalt und Erziehung wie ge-
genüber einem eigenen Kind wahrnehmen. Das sozialversicherungsrecht-
lich wesentliche Element des Pflegekindverhältnisses liegt in der tatsächli-
chen Übertragung der Lasten und Aufgaben auf die Pflegeeltern, die ge-
wöhnlich den leiblichen Eltern zufallen; auf den Grund dieser Übertragung
kommt es nicht an (BGE 140 V 458 E. 3.2; Urteil BGer 8C_336/2014 vom
20. August 2014 E. 1; Urteil EVG H 123/02 vom 24. Februar 2003 E. 2).
4.6 Bereits im Entscheid H 123/02 vom 24. Februar 2003 erwog das Eid-
genössische Versicherungsgericht, dass das Stiefkind, das im Haushalt
des Stiefvaters oder der Stiefmutter lebt, einem Pflegekind gleichgestellt
sei, wenn der Stiefelternteil unentgeltlich für seinen Unterhalt aufgekom-
men sei (E. 1 mit weiteren Hinweisen). Stiefeltern, die ein Stiefkind in die
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Hausgemeinschaft aufgenommen haben, gelten zusammen mit dem El-
ternteil als Pflegeeltern (vgl. auch Urteil des EVG B 14/04 vom 19. Sep-
tember 2005 E. 1; Wegleitung des Bundesamtes für Sozialversicherungen
[BSV] über die Renten in der Eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung, RWL [gültig ab 1. Januar 2003, Stand 1. Januar
2019], Rz. 3308; vgl. zum Charakter von Verwaltungsverordnungen wie
der RWL: Urteile des BVGer C-1943/2015 vom 12. Juni 2017 E. 7.2.1; C-
6519/2014 vom 19. August 2016 E. 5.1; vgl. dazu auch HÄFELIN/MÜL-
LER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 2016, N. 87). Das
Stiefkind ist gegenüber dem «einfachen» Pflegekind insofern privilegiert,
als ein Anspruch auf Kinderrente auch nach Eintritt der Invalidität des Stief-
vaters oder der Stiefmutter entstehen kann (vgl. Art. 22ter Abs. 1 Satz 2
AHVG; Urteil des BVGer C-5523/2019 vom 9. Mai 2012 E. 3.3.2).
4.6.1 Das Bundesverwaltungsgericht geht in ständiger Rechtsprechung
davon aus, dass für ein auf Dauer begründetes Pflegeverhältnis aus-
schlaggebend ist, dass die Pflegeeltern im gemeinsamen Haushalt mit dem
Pflegekind leben (vgl. anstelle Vieler: Urteil des BVGer C-6920/2016 vom
8. Oktober 2018 E. 4.6; C-4405/2017 vom 20. Februar 2019 E. 6.3.1;
C-6839/2016 vom 27. Februar 2019 E. 4.2.1; C-5669/2018 vom 24. Juni
2020 E. 5.2). Gleiches ergibt sich aus Rz. 3329 RWL: Danach erlischt der
Anspruch auf eine Waisenrente mit Ablauf des Monats, in welchem ein ren-
tenberechtigtes Pflegekind die Hausgemeinschaft verlässt. Kann das Pfle-
gekind mithin lediglich solange in den Genuss einer Waisenrente kommen,
als es in einer Hausgemeinschaft mit seinen Pflegeeltern lebt, muss dies
auch für das Stiefkind, welches dem Pflegekind gleichgestellt ist, sowie ge-
mäss Art. 25 Abs. 3 AHVG i.V.m. Art. 49 Abs. 1 AHVV und Art. 35 Abs. 1
IVG ebenfalls in Bezug auf eine IV-Kinderrente gelten.
4.7 Der Wohnsitz einer Person befindet sich an dem Orte, wo sie sich mit
der Absicht dauernden Verbleibens aufhält (Art. 23 Abs. 1 vgl. Art. 25 f.
ZGB [SR 210]). Der Wohnsitz ergibt sich einerseits aus dem objektiv phy-
sischen Aufenthalt und andererseits aus der subjektiven Absicht des dau-
ernden Verbleibens. Massgebend ist der Ort, wo sich der Mittelpunkt der
Lebensbeziehungen befindet (DANIEL STAEHELIN, in: Geiser/Fountoulakis
(Hrsg.), Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Rz. 5).
5.
Die Vorinstanz hat den Antrag auf Zusprechung der Kinderrente mit der
Begründung abgewiesen, der Beschwerdeführer lebe nicht mit seiner
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Stieftochter zusammen, was auch die eingereichten Wohnsitzbestätigun-
gen belegen würden (Beilage 1 zu BVGer-act. 1).
5.1 Vorab ist der Zeitrahmen darzulegen, in welchem hier die Vorausset-
zungen zur Entstehung eines allfälligen Pflegekinderrentenanspruchs er-
füllt sein müssen.
Da keine Hinweise dafür ersichtlich sind, dass vor Eintritt des IV-Renten-
anspruchs des Beschwerdeführers am 1. September 2013 bereits ein ent-
sprechendes Pflegekindverhältnis zu seiner Stieftochter bestand, konnte
gemäss Art. 22ter Abs. 1 AHVG vor dem Heiratsdatum am 2. Juli 2018 kein
Anspruch entstehen. Demnach ist entscheidend, ob zwischen dem 2. Juli
2018 und dem 24. Oktober 2019 die dargelegten Anspruchsvoraussetzun-
gen nach dem Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gege-
ben und belegt sind (vgl. E. 2.5 hiervor).
5.2
5.2.1 Der Beschwerdeführer macht unter Verweis auf das Urteil des Bun-
desgerichts 9C_340/2014 vom 14. November 2014 geltend, dass trotz feh-
lendem Zusammenleben von einem Pflegeverhältnis bzw. einer Hausge-
meinschaft auszugehen sei. Ausserdem legte er eine Bestätigung der phi-
lippinischen Behörden für den gemeinsamen Wohnsitz vom 13. August
2019 bei. Es sei ihm nicht möglich gewesen, diese Bescheinigung vor Er-
lass der Verfügung vorzulegen, da er diese erst unmittelbar davor erhalten
habe (BVGer-act. 1 sowie Beilage 2 zu BVGer-act. 1).
5.2.2 Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer seit dem
2. Juli 2018 mit der philippinischen Staatsangehörigen B._ verhei-
ratet ist (IVSTA-act. 230). Ferner ist unter den Parteien nicht bestritten,
dass die Ehefrau des Beschwerdeführers und seine Stieftochter auf den
Philippinen Wohnsitz haben. Dass es sich vorliegend um eine Scheinehe
respektive einen Missbrauchstatbestand handeln würde, ist aufgrund der
Akten nicht ersichtlich und wird auch nicht geltend gemacht. Hingegen
weist die Vorinstanz zu Recht daraufhin, dass der Beschwerdeführer im
Formular «Fragebogen betreffend Stiefkinder» selbst ausführt, es könne
noch kein gemeinsamer Wohnsitz nachgewiesen werden, da dies aus ge-
sundheitlichen Gründen nicht möglich sei. Er komme für seine Stieftochter
überwiegend finanziell auf. Nichts anderes ergibt sich aus der Wohnsitzbe-
stätigung von (...) vom 16. April 2019, wo der Beschwerdeführer seit dem
1. Januar 2015 gemeldet ist (IVSTA-act. 241). In den Akten fehlt es denn
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auch an einer Mitteilung des Beschwerdeführers an die Vorinstanz betref-
fend eine Wohnsitzverlegung auf die Philippinen, wozu der Beschwerde-
führer aufgrund von Art. 31 Abs. 1 ATSG verpflichtet wäre. Schliesslich
führte der Versicherte auch in seinem Schreiben vom 16. April 2019 aus,
er müsse unter ständiger ärztlicher Kontrolle bleiben und könne sich versi-
cherungsmässig nicht für einen ständigen Wohnsitz auf den Philippinen
abmelden (IVSTA-act. 239). Dass er einen grossen Teil seiner Zeit trotz
seines Wohnsitzes in Liechtenstein auf den Philippinen und somit mit sei-
ner Stieftochter verbringen würde, bringt der Beschwerdeführer nicht vor
und es fehlt denn auch an Hinweisen, welche auf ein gelebtes, konkretes
Familienverhältnis schliessen lassen würden (vgl. hierzu das vom Be-
schwerdeführer angeführte Urteil des BGer 9C_340/2014 vom 14. Novem-
ber 2014; Urteil des BVGer C 5523/2019 vom 9. Mai 2012 E. 3.2.2). Allein
eine finanzielle Unterstützung vermag kein Pflegekindverhältnis zu begrün-
den. Es ist damit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der
Beschwerdeführer während des hier massgeblichen Zeitraums von Juli
2018 bis Oktober 2019 nicht zusammen mit seiner Stieftochter auf Dauer
in einem gemeinsamen Haushalt gelebt hat, und damit fehlt es offensicht-
lich an einer massgeblichen Anspruchsvoraussetzung. Die beschwerde-
weise eingereichte Wohnsitzbestätigung vom 13. August 2019, wonach
der Beschwerdeführer seit 2016 im gleichen Haushalt wie seine Frau und
seine Stieftochter in (...) leben würde (Beilage 2 zu BVGer-act. 1), tritt mit
Blick auf die eigenen Angaben des Versicherten in den Hintergrund, zumal
diese ebenfalls nur Indiziencharakter aufweist und für die Ermittlung des
materiellen Lebensmittelpunkts nicht von entscheidender Bedeutung ist.
Auf den Willen einen gemeinsamen Haushalt zu begründen, wie dies der
Versicherte vorbringt (vgl. IVSTA-act. 239), kann es schliesslich gerade
nicht ankommen.
5.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass in Anwendung der vorste-
hend wiedergegebenen gesetzlichen Normen, der einschlägigen, höchst-
richterlichen Rechtsprechung sowie Rz. 3308 und 3329 RWL – von denen
das Bundesverwaltungsgericht vorliegend mangels ersichtlichen Grundes
nicht abweicht (vgl. BGE 132 V 121 E. 4.4) – kein Anspruch des Beschwer-
deführers auf eine Kinderrente während der Zeit von Juli 2015 bis Oktober
2019 besteht.
6.
Die Beschwerde vom 21. November 2019 erweist sich vorliegend als of-
fensichtlich unbegründet, weshalb sie im einzelrichterlichen Verfahren ab-
zuweisen (Art. 23 Abs. 2 Bst. c VGG i.V.m. Art. 69 Abs. 2 IVG und Art. 85bis
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Abs. 3 AHVG) und die angefochtene Verfügung vom 24. Oktober 2019 zu
bestätigen ist.
7.
Von einer ausdrücklich beantragten öffentlichen Verhandlung kann dann
abgewichen werden, wenn sich ohne öffentliche Verhandlung mit hinrei-
chender Zuverlässigkeit erkennen lässt, dass eine Beschwerde offensicht-
lich unbegründet ist, was hier mit Blick auf die Frage des Wohnsitzes und
des gemeinsamen Haushalts der Fall ist (vgl. BGE 136 I 279 E. 1 und BGE
122 V 47 E. 3 mit Hinweisen; Urteil des BGer 8C_751/2019 vom 25. Feb-
ruar 2020 E. 2.2), weshalb von der Durchführung einer öffentlichen münd-
liche Verhandlung abzusehen ist. Im Weiteren sind auch die Voraussetzun-
gen für eine öffentliche Beratung vorliegend offensichtlich nicht erfüllt (vgl.
Art. 41 Abs. 2 Bst. b i.V.m. Art. 41 Abs. 3 VGG).
8.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-
teientschädigung.
8.1 Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer
die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf
Fr. 800.– festzusetzen. Der einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Bezah-
lung der Verfahrenskosten zu verwenden.
8.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren
eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig
hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Als Bundesbe-
hörde hat die obsiegende Vorinstanz jedoch keinen Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]). Dem unterliegenden Beschwerdeführer ist ent-
sprechend dem Verfahrensausgang keine Parteientschädigung zuzuspre-
chen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).
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