Decision ID: ededbf11-880e-4494-855d-8b09fbd64416
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1967, meldete sich am 2
8.
Mai 2004 bei der Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/1)
.
Diese klärte die erwerblichen (
Urk.
7/9 und 7/11) und medizinischen Verhältnisse (
Urk.
7/8, 7/12-16 und 7/28) ab und sprach der Ver
sicherten mit Verfügung vom 15.
Januar 2007, ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 100
%
, ab dem
1.
April 2004 eine ganze Invalidenrente zu (
Urk.
7/
47
).
Im Oktober 2008 wurde von Amtes wegen eine Rentenüberprüfung eingeleitet, bei der die Versicherte eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes gel
tend machte (
Urk.
7/54). Die
IV-S
telle zog darauf einen aktuellen IK-Auszug bei (
Urk.
7/55)
und holte einen Verlaufsb
ericht von
Dr.
med.
Z._
,
Fach
ärztin
FMH für Innere Medizin und Rheumatologie,
vom
6.
November 20
08
ein (
Urk.
7/56).
Mit Schreiben vom 5.
Januar 2009 teilte
die IV-Stelle
der Versi
cherten mit,
dass sich keine rentenrelevanten Änderungen ergeben hätten
und sie
weiterhin Anspruch auf die bisherige ganze Invalidenrente habe
(Urk.
7/
58
).
1.2
Im Jahr 2013 leitete die IV-Stelle erneut ein Revisionsverfahren ein (
Urk.
7/67). Sie klärte die aktuelle erwerbliche
Situation ab
(
Urk.
7/69 und 7/70) und
zog
Be
richte von
behandelnden Ärzte
n bei
(Urk. 7/67/3 und 7/72).
Hernach
gab sie bei
der
A._
ein
bidisziplinäres
Gutachten
betreffend die Fachbereiche Psy
chiatrie und Orthopädie/Traumatologie
in Auftrag (
Urk.
7/76), das am 28.
Okto
ber
2
013 erstattet wurde (
Urk.
7/94). Überdies nahm die IV-Stelle
wei
tere medi
zini
sche Unt
erlagen zu den Akten (
Urk.
7/79 bis 7/
93).
Mit
Vorbe
scheid vom
4. Febru
ar 2014 stellte sie
die Aufhebung der Invalidenrente in Aussicht
(Urk. 7/97
)
.
Dagegen liess die Ve
rsicherte Einwand erheben (Urk.
7/100), der in
der Folge ergänzend begründet wurde (
Urk.
7/103).
Mit Verfügung vom 24. Septem
ber 2014 hob die IV-Stelle wie angekündigt die ganze Invalidenrente auf Ende des nach der Zustellung der Verfügung folgen
den Monats auf (
Urk.
2 = 7/107). Einer Beschwerde gegen die Verfügung entzog sie die aufschiebende Wirkung (
Urk.
2 S.
3
).
2.
Gegen die Verfügung vom 2
4.
September 2014 liess die Versicherte mit Eingabe vom 2
0.
Oktober 2014 (
Urk.
1) Beschwerde erheben. Ihr Rechtsvertreter bean
tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die bisherige Rente weiterhin auszurichten, eventualiter sei
die angefochtene Verfügung aufzuheben und
die Beschwerdegegnerin zu einer polydisziplinären Abklärung unter Berücksichtigung sämtlicher Beschwerden zu
verpflichten; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8
%
Mehr
wert
steuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle schloss am 2
6.
November 2014 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6).
Die Replik wurde
am 1
2.
Januar 2015 erstattet (
Urk.
9)
, worauf
die Beschwerdegegnerin am 2
2.
Janu
ar 2015 auf das Einreichen einer Duplik
verzichtete
(
Urk.
12). Der Rechts
vertreter
der Beschwerdeführerin
wandte sich mit einem Schreiben vom
2.
Februar 2015 an das Gericht (
Urk.
14)
und verlang
t
e den
Beizug
eines im Gut
achten der
A._
erwähnten Austrittsbericht
s
des
B._
vom 2
4.
Juni 2013 (
Urk.
14).
Es wurde
darauf eine Rückfrage an die Gutachter der
A._
getätigt
(U
rk.
15),
welche
ihr Gutachten am 1
8.
Febru
ar 2015
dahingehend korrigierten, dass
der im
Gutachten
erwähnte
Austritts
bericht
des
B._
nicht vom 24., sondern
vom
25. Juni 2013
datiere
(
und somit bereits bei den Akten liege [Urk. 7/80/1]; Urk.
16). Dazu
reich
ten
sowohl der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
als auch die
Be
schwer
degegnerin
eine
Stellung
nahme ein
(vgl.
Urk.
21 und 22)
, wovon
den Parteien mit Schreiben vom 1
9.
März 2015
gegenseitig
Kenntnis gegeben
wurde
(
Urk.
23).
Mit Verfügung vom
3.
September 2015 wurde die Pensionskasse der
C._
zum Prozess beigeladen (vgl.
Urk.
24), wo
rauf dem Gericht mit Schreiben vom 2
8.
September 2015 mitgeteilt wurde, dass diese seit 2012 Pensionskasse der
Y._
heisse und auf eine Stellungnahme verzichte (
Urk.
25). Das Rubrum wurde entsprechend geändert.
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit erforder
lich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
ei
nträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7 Abs. 2
ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beur
tei
lung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheent
scheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
b
e
messung
beruht (BGE 133 V
108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durchgeführten Revision keine
leistungsbe
einflussende
Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (
Art.
74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV)
und die bisherige Invaliden
rente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (
Art.
74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den
Ver
gleichs
zeitpunkt
einer (ordentlichen) rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
2.
In der angefochtenen Verfügung zog die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen in Betracht, mit dem Gutachten der
A._
vom 2
8.
Oktober 2013 sei eine
Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin ausgewiesen. Für
die
noch vorhandenen
gesundheitlichen Beschwerden sei kein organisches Korre
lat nachweisbar.
Die ausgewiesene leichte bis mittelschwere depressive Episode stelle kein eigenständiges psychisches Leiden dar, welches die Überwin
dung
d
er Schmerzstörung verhindere. Aufgrund der Prüfung der weiteren Kri
terien nach Foerster sei
von der zumutbaren Überwindbarkeit der Beschwerden auszugehen. Eine Invalidität im Sinne des Gesetzes sei demnach nicht mehr ausgewiesen, weshalb kein Rentenanspruch mehr bestehe
(
Urk.
2)
.
Demgegenüber lässt die Beschwerdeführerin den Standpunkt vertreten, dass ein organisches Korrelat für ihre Beschwerden nachweisbar sei. Die somatische Problematik habe sich nicht verbessert, sondern verschlechtert. Auch in psy
chi
scher Hinsicht sei eine Rentenaufhebung unbegründet
(
vgl.
Urk.
1
und 9
)
.
3.
3.1
Die letzte Rentenüberprüfung wurde mit der schriftlichen Mitteilung vom 5. Janu
ar 2009 abgeschlossen, mit welcher keine rentenrelevanten Änderungen
und dementsprechend weiterhin ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente fest
gestellt wurden (
Urk.
7/58). Sie stützte sich in medizinischer Hinsicht auf den Bericht von
Dr.
Z._
vom
6.
November 2011 (vgl. das Feststellungsblatt für
den Beschluss vom
5.
Januar 2009;
Urk.
7/57). Darin wurden neu eine De
pressi
on
und diverse gynäkologische Beschwerden diagnostiziert
,
im Übrigen
aber
unve
r
änderte Verhältnisse festgehalten (
Urk.
7/56).
Dies genügt, um die Mitteilung vom
5.
Januar 2009 als zeitliche Vergleichsbasis heranzuziehen für die Prüfung der Frage, ob bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 24. September 2014 eine anspruchsrelevante Änderung eingetreten ist.
Die Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, welche zur
Rentenzu
sprache
ab dem
1.
April 2004
geführt hatten
und
die
dem Bericht von
Dr.
Z._
vom 6. November 2011
zufolge
unverändert vorlagen, sind dem
polydiszi
plinären
Gutachten des
D._
vom 1
4.
Juli 2006 (Urk. 7/29) zu entnehmen (vgl. die Feststellungsblätter für den Beschluss vom 3
0.
August und vom 19. September 2006; vgl.
Urk.
7/29 und 7/30). Sie lauten wie folgt (
Urk.
7/28/24):
Chronisches
Lumbovertebralsyndrom
mit
radikulärer
Reiz- und sensibler
Aus
fall
symptomatik
der Wurzel S1 rechts bei paramedian nach
caudal
lu
xierter Diskushernie L5/S1
Depressive Störung, gegenwärtig mittelschwere bis schwere Episode mit soma
tischem Syndrom ICD-10: F32.11 beziehungsweise F32.20.
3.2
Das von der Beschwerdegegnerin zur Beurteilung der aktuellen medizinischen
Situation eingeholte
bidisziplinäre
Gutachten der
A._
vom 2
8.
Oktober 2013
umfass
t
die Fachbereiche Psychiatrie und Orthopädie/Traumatologie
(
Urk.
7/94)
.
Es nennt folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit
(Urk.
7/94/17):
Chronisches persistierendes
lumbovertebrales
und
lumbospondylogenes
Schmerz
syndrom
bei nicht
neurokompressiver
Diskushernie L5/S1 und zu
sätzlichen ebenfalls nicht
neurokompressiven
Diskushernien L3/4 und L4/5 sowie bei einem rumpfmuskulären Globaldefizit als Folge einer
Langzeit
de
konditionierung
Leicht- bis mittelgradige depressive Episode bei rezidivierender depressiver Störung (ICD-10: F33.1).
Im orthopädisch-
traumatologischen
T
eilgutachten führte
Dr.
med.
E._
,
Facharzt FMH für Orthopädie und Traumatologie, unter ande
rem aus, gemäss dem Austrittsbericht des
B._
vom 24. (richtig: 25.) Juni
2013
sei
insofern eine Änderung eingetreten, als keine
diskushernienbedingte
Neu
roforamenstenose
der beidseitigen S1-Wurzeln mehr
zu sehen sei
. Die wei
te
ren Diskushernien L3/4 und L4/5 begründeten
Neurofo
ramenstenosen
, jedoch ohne
radiculäre
Kompressionseffekte (
Urk.
7/94/15).
Im Rahmen einer kritischen Würdigung der umfangreichen therapeutischen Bemü
hungen über die letzten zehn Jahre sei die Nervenwurzelkompression S 1 beid
seits inzwischen
regre
dient
. Das Fortbestehen der von der Versicherten intensiv vorgetragenen
tief
lumbalen
Beschwerden korreliere jedoch nicht mit dem Aus
mass und der Dauer der unternommenen ther
apeutischen Anstrengungen.
Aus rein orthopädisch
-
somatischer Sicht seien zumindest leichte
rückenadap
tierte
Tätigkeiten in einem reduzierten Zeitrahmen von 4
1⁄2
Stunden arbeits
täglich zumutbar.
Das
Belastungsprofil werde orthopädisch wie folgt zusammen
gefasst: Geeignet seien leichte, überwiegend sitzende und wechselbelastende
Tätigkeiten. Die Versicherte sollte in der Lage sein, ihre jeweilige
Arbeitsposi
tion
in einem freien Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Umhergehen wählen zu können. Das Heben, Tragen und Bewegen von Lasten sei mit 5 bis maximal 10 kg limitiert.
Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Weberin gelte zumindest we
gen der arbeitsplatzbedingten Zwangshaltungen beziehungsweise
der
Immobilität des Rückens als rückenbelastend und könne vorerst nicht wieder aufgenommen werden
(
Urk.
7/94/16).
Dr.
med. F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte in seinem Teilg
utachten
eine leicht- bis mittelgradig depressive Episode bei re
zidivierender depressiver Störung (ICD-10: F33.1), welche ab dem
2.
April 2013 – entsprechend
d
em Bericht der behandelnden Psychiaterin – eine 50%ige Ar
beitsunfähigkeit
aufgrund der verminderten Konz
e
ntration und
Durchhaltefä
higkeit
begründe
(Urk. 7/94/17
und 7/94/31
)
. Grundsätzlich sollte bei adäquater Behandlung und unter Voraussetzung des Gelingens einer Reintegration in den Arbeitsmarkt auch die Möglichkeit einer weiteren Steigerung der Arbeitsfähig
keit im Verlauf in Betracht gezogen werden (Urk. 7/94/17
und 7/94/31
).
Ohne Relevanz
für die Arbeitsfähigkeit seien eine chronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Anteilen (ICD-10: F45.41) und eine akzentuierte Persönlichkeit mit vor allem ängstlich-vermei
denden und abhängigen Anteilen (ICD-10:
F61.0).
In der Konsensbeurteilung wurde erwogen, dass d
ie orthopädisch
-
somatischen Gründe, welche dazu geführt hätten, dass man der Versicherten ab dem
1.
April 2004 eine ganze Invalidenrente zugesprochen habe, sich zumindest teilweise gebessert
hätten
. Im Gutachten des
D._
vom 14. Juli 2006 sei noch von einem chronischen
Lumbo
vertebralsyndrom
mit
radiculärer
Reiz- und sensibler Aus
fallsymptomatik S1 rechts bei paramedian nach kaudal luxierter Diskushernie L5/S1 die Rede
gewesen
. Im Rahmen der MRI-Verlaufskontrollen und insbeson
dere bezugnehmend auf den Aust
rittsbericht
B._
vom 24.
(richtig: 25.) Juni 2013 seien aktuell
neurokompressive
Auswirkungen auf die S1-Wurzeln infolge der
Diskushernierung
L5/S1 nicht mehr zu sehen. Im Verlauf der letzten zehn Jahre sei somit eine mehr oder weniger spontane beziehungsweise auch therapeutisch gründende Besserung eingetreten. Das Ausmass und der Umfang der bisher
durchgeführten
Therapien stehe jedoch in keinem Verhältnis zu dem von der Versicherten immer noch intensiv vorgetragenen Leidensbild (
Urk.
7/94/18). Unter dem Aspekt der zumindest partiell eingetretenen Besse
rung seien orthopä
disch-
somatisch rückenschonende leichte Arbeiten
mit einem
50%
igen
Pensum
wieder zumutbar (
Urk.
7/94/19).
Die Feststellung einer Halbtagsarbeitsfähigkeit decke sich mit den psychiatri
schen
Schlussfolgerungen. Demnach sei retrospektiv ab dem
2.
April 2013 – korrelie
rend
mit dem Bericht der behandelnden Psychiaterin – eine
Halbtagsar
beits
fähig
keit
wieder eingetreten. Grundsätzlich sollte bei adäquater Behand
lung und unter Voraussetzung des Gelingens einer Reintegration in den Ar
beitsmarkt auch die Möglichkeit einer weiteren Steigerung der Arbeitsfähigkeit im Verlauf in Betracht gezogen werden. Aus diesem Grund sei aus psychiatri
scher Sicht eine
Reevaluation
in zwei Jahren zu empfehlen (Urk. 7/94/19).
Seit
dem
2.
April 2013
sei die Versicherte somit
wieder in der Lage, somatisch angepasste Tätigkeiten – wie beschrieben – halbtags auszuüben (
Urk.
7/94/19).
In der bisherigen Tätigkeit als Weberin, bei welcher arbeitsplatzspezifisch eine rückenbelastende Zwangshaltung einzunehmen sei, bestehe unverändert eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
7/94/20).
4.
4.1
Das Gutachten der
A._
vom 2
8.
Oktober 2013 (
Urk.
7/94) basiert auf den
zur Verfügung gestellten und weiteren beigezogenen Unterlagen sowie der
fach
ärztlichen
orthopädisch/
traumatologisch
en
und psychiatrischen Untersu
chung der
Beschwerdeführerin
am 1
2.
August und am 1
1.
Oktober 2013
(
Urk.
7/94/1).
Es
wurde in Kenntnis der medizinischen
Vorakten
erstellt und berücksichtigt die von
der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden ange
messen. Die gestellten
Fra
ge
n beantwortet es umfassend. Überdies setzt es sich detailliert mit anders
lau
tenden Beurteilungen, namentlich dem Vorgutachten des
D._
vom 1
4.
Juli 2006
(Urk. 7/29), auseinander.
4.2
Der Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin
wendet gegen das Gutachten der
A._
vom 28. Oktober 2013 ein,
es verkenne
, dass im Bericht des
B._
zur magnetresonanztomographischen Untersuchung
vom 2
0.
Juni
2013 ein st
ationärer Befund im Bereich medianer/paramedianer
Dis
kus
hernie
L5/
S
1 festgehalten werde
. Damit stehe
fest, dass in dieser Hinsicht keine Verbesserung
eingetreten sei
(
Urk.
1 S.
3 f. und 21). Dieser Argumentation
ist
ent
gegen zu halten, dass
im
erwähnte
n
Bericht
auch
ausdrücklich
erwähnt
w
u
rd
e
,
es habe sich
im Vergleich zu
der
in
de
n externen Voraufnahmen vom 23.
Februar 2012 abgebildet
en Situation ein
rezessaler
Kontakt der Hernie zu den Nervenwurzeln S1 beidseits ohne Kompression ergeben
(
Urk.
7/80/9).
Wenn
die
Gutachte
r
der
A._
zum S
chluss gelang
t
en
, es sei
eine Verbesserung
in somatischer Hinsicht
eingetreten, so ist darin kein Widerspruch
zu den Fest
stellungen im Bericht des
B._
vom 2
0.
Juni 2013 zu er
blicken.
Des
weiteren
wird von Seiten der Beschwerdeführerin
geltend gemacht,
dem
Aus
trittsbericht
des
B._
vom 2
5.
Juni 2013
sei zu ent
nehmen
, dass kernspintomographisch seit 2003 eine unveränderte Diskushernie L5/S1 mit Kontakt zur Wurzel S1 bestehe
(
Urk.
21 mit Hinweis auf
Urk.
7
/80/2). Es trifft zu, dass entsprechende Ausführungen im fraglichen Bericht zu finden
sind.
Dabei handelt es sich jedoch nicht um die Dokumentation aktuell erhobe
ne
r
Befunde
oder
um eine
Beurteilung der gegenwärtigen Situation
, sondern
le
dig
lich
um eine Zusammenfassung der
Umstände der Zuweis
ung durch die
Haus
ärztin
und des
bisherigen Verlauf
s
(
Urk.
7/80/1 und 7/80/2)
. Aufgrund der beschrie
be
nen Problematik
und einer wenig erfolgreichen physiotherapeuti
schen und
anal
gestischen
Behandlung
wurde
dem Austrittsbericht des
B._
vom 2
5.
Juni 2013
zufolge
die MRI-Untersuchu
ng vom 2
0.
Juni 2013 veran
lasst. Diese zeigte
(lediglich)
eine
osteodiskale
foraminale
Kompression der Nervenwurzeln L5 beidseits links mehr als rechts (
Urk.
7/80/2 und 7/80/9) und einen
im Vergleich zu den Voraufnahmen vom 2
3.
Februar 2012
rezessalen
Kon
takt der Hernie zu den Nervenwurzeln S1 beidseits ohne Kompression (
Urk.
7/80/9).
4.
3
Aus dem Gesagten folgt, dass
nicht
s
vorgetragen wurde,
was
das Gutachten der
A._
vom 2
8.
Oktober 2013
als
widersprüchlich oder nicht schlüssig er
schei
nen liesse
oder sonst in Zweifel zu ziehen vermöchte
.
Ebenso wenig ist etwa
s Derartiges aus den Akten ersichtlich.
Vielmehr erfüllt das Gutachten
sämtli
che von der Rechtsprechung statuierten Anforderungen an ein medizi
ni
sches Gutachten (vgl. BGE 134 V 231 E
.
5
a und 125 V 351 E.
3a). Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin darauf abgestellt hat.
4.
4
Zum Vorwurf, die Beschwerdegegnerin hätte sich nicht mit einem
bidisziplinä
ren
Gutachten begnügen dürfen,
weil
die Beschwerdeführerin auch an einer
Lebersteatose,
an
anhaltende
r
Inkontinenz und
an
Ekzeme
n
an den Händen und Beinen
leide
(vgl.
Urk.
1 S.
4 und 5
), ist zu bemerken, dass
die medizinischen
Unterlagen keine Hinweise auf eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
auf
grund
der erwähnten Leiden
enthalten
(vgl. Urk.
7/79 bis 7/93
)
.
Insbesondere massen bereits die Gutachter des
D._
der
schon
damals
seit längerer Zeit be
kannten
Harninkontinenz keinerlei Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu (Urk.
7/28/24)
.
Am 1
4.
September 2011 erhielt die Beschwerdeführerin überdies eine TVT-O Einlage (vgl.
Urk.
7/82 und 7/83).
Seit
dem operativen Eingriff
wur
den
, soweit ersichtlich, keine Beschwerden mehr dokumentiert.
Dr.
med.
G._
, Fach
arzt
FMH
für Dermatologie und Venerologie mit Schwerpunkt Aller
gologie,
hielt
in seinem Bericht vom 21.
Dezember 2008 ferner ausdrücklich fest, dass man
mit den Ekzemen bei richtiger Pflege und der Anwendung von lokalen
Korti
ko
s
teroiden
im Falle des Auftretens neuer Herde in der Regel gut zurecht komme, so dass die Patienten einigermassen beschwerdefrei seien (
Urk.
7/91).
4.
5
Mit dem Gutachten der
A._
ist ausgewiesen, dass
sich der physische Ge
sundheitszustand der
Beschwerdeführerin insofern verb
essert hat, als die ehe
mals
neurokompressive
Auswirkung der
praesacralen
Diskushernie au
f die beidsei
ti
gen S1-Wurzeln inzwischen nicht mehr vorliegt.
Letztere wurde
damals
von den Gutachtern des
D._
bei ihrer Beurteilung der Arbeitsfähigkei
t berück
sichtigt,
hätten sie der
Beschwerdeführerin doch sonst nicht für sämtliche ste
hende
n
Tätig
keiten
eine A
rbeitsunfähig
keit
attestiert
(vgl.
Urk.
7/28/25). Daran vermag auch nichts zu ändern, dass an einer Stelle im fraglichen Gutachten
des
D._
lediglich von einer wahrscheinlichen
und nicht von einer sicheren
Kom
pression der Wurzel S1 die Rede war (
Urk.
1 S.
3
und
5
sowie 9 S. 2
; vgl.
Urk.
7/28/13).
Die aktuell neu diagnostizierten nicht
neurokompressiven
Dis
kushernien
L3/4 und L4/5 lassen – entgegen der in der Beschwerdeschrift ver
tretenen Ansicht (Urk. 1 S. 3) –
gemäss der Einschätzung der Gutachter der
A._
nicht auf
eine Verschlechterung des physischen Gesundheitszustan
des schliessen.
M
it Aus
nahme der festgestellten Verbesserung
ist dieser
unver
ändert. Dementsprechend
haben die Gutachter der
A._
die Beschwerde
führerin
denn auch
aus somatischen Gründen
als nach wie vor
in ihrer Ar
beitsfähigkeit
eingeschränkt beurteilt. Namentlich ist
ihr lediglich eine ange
passte Tätigkeit mit einem Pen
sum von 50
%
zumutbar
, welche dem im Gut
achten der
A._
formulierten Anforderungsprofil entspricht
.
4.
6
A
us psychiatrischer Sicht ist
die Beschwerdeführerin
gemäss dem Gutachten der
A._
seit dem
2.
April 2013 lediglich noch zu 50
%
in ihrer Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt
(Urk. 7/94/31)
.
Im psychiatrischen Teilgutachten des
D._
, wel
che
s
noch von einer höheren Arbeitsunfähigkeit ausg
ega
ng
en war
(vgl.
Urk.
7/28/19)
,
w
a
ren andere Befunde erhoben
worden
als diejenigen im Rahmen der Erstellung des Gutachtens der
A._
.
Namentlich hatte der begutachtende Psychiater des
D._
noch eine deutlich depressive Stimmungslage, ein häufiges Kämpfen
mit Tränen während des Gespräches, eine monotone und wenig modulierte Sprech
weise
, Antriebs- und Initiativlosigkeit und ein nur beschränkt affektives Mitge
hen im Gespräch
vermerkt (
Urk.
7/28/18 f.).
Demgegenüber wurden im
Rah
men der psychiatrischen Untersuchung vom 11. Oktober 2013
lediglich noch
ein deutlich reduzierter Antrieb, eine eingeschränkte Gestik und Mimik sowie eine Affektlabilität mit präsentierter Verzweiflung und Weinen beobachtet
(Urk. 7/94/28).
Es wurden keine
Befunde erhoben, welche die Diagnose einer
Depression erlaubten.
Dementsprechend und insoweit
nachvollziehbar
, wurde auch
eine andere Diagnose gestellt. Es
handelt
somit
nicht um eine
Neubeurtei
lung
einer unveränderten psychischen Situation (vgl.
Urk.
1 S. 4),
sondern auch in dieser Hinsicht
um
tatsächlich veränderte
und verbesserte
Verhältnisse.
5.
5.1
Es bleibt zu prüfen, wie
sich die Verbesserung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit
in erwerblicher Hinsicht auswirken.
5.2
B
ei der
Rentenzusprache
ermittelte di
e Beschwerdegegnerin das
Valideneinkom
men
anhand
des Arbeitgeberfragebogens und
der Angaben im Auszug aus dem individuellen Konto
, gemäss welchen die
Beschwerdeführerin
im Jahr 2002
als
Weberin
bei der
Y._
mit einem Pensum von 100
%
ein Einkommen von Fr. 43‘373.
-- erzielt hatte
(
Urk.
7/9/2 und
7/11
; vgl. auch
die
Fest
stellungsblä
tt
er
für den Beschluss vom
3
0.
August
und vom 19.
September
2006
,
Urk.
7/29/1
und 7/30/1
).
Unter Berücksichtigung der
Nominallohnent
wicklung
(Bundesamt für Statistik [BFS], Schweizerischer Lohnindex [Basis
1939 = 100; im Internet abrufbar
unter
http://www.bfs.admin.ch
],
Nominal
lohn
index
Frauen, Total; 2002: 2296, 2014: 2673)
ist von einem
massgebliche
n
Vali
deneinkommen
von
Fr.
50‘495.
-- für das Jahr 2014 auszugehen
.
5.3
Die Beschwerdeführerin geht keiner erwerblichen Tätigkeit mehr nach.
In Anbe
tracht des im Gutachten
der
A._
umschriebenen Zumutbarkeitsprofils,
ihrer
Ausbildung und beruflichen Erfahrung
erscheint es gerechtfertigt, das
hypo
thetische Invalideneinkommen
ausgehend
vom
Lohn für Hilfsarbeiten (
Zen
tral
wert
)
für Frauen
von
Fr.
4‘
2
25.--
pro Monat
zu ermitteln (vgl. LSE 2010, Tabelle
TA1, Total, Niveau 4, Frauen).
Unter Berücksichtigung einer
betriebs
übli
chen
Wochenarbeitszeit von 41,7 Stunden und der Nominallohnentwicklung (Basis
1939
= 100; Nominallohnindex Frauen,
2010: 2579, 2014
:
2673; im Internet abrufbar unter
http://www.bfs.admin.ch
) resultiert
bei einem Pensum von
50
%
ein hypothetisches Invalideneinkommen von
Fr.
27‘391.-- für das Jahr 2014
(
Fr.
4‘225.-- : 40 x 41,7 x 12 :
2579 x 2673 : 100 x 5
0).
5.
4
Eine Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen ergibt einen
Invalidi
tätsgrad
von
45,75
%
([
Fr.
50‘495.-- -
Fr.
27‘391.--] :
Fr.
50‘495.
--
x 100)
, wel
cher Anspruch auf eine
Viertelsrente
begründet
.
Die Beschwerde ist daher teil
weise gutzuheissen. Der Beschwerd
egegnerin bleibt es unbenommen (erneut) zu prüfen, ob sich mit Hilfe von im Rahmen der Schadensminderungspflicht anzu
ordnenden geeigneten Behandlungen eine weitere Verbesserung des Gesund
heits
zustandes und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erreichen liesse (vgl. 7/28/14, 7/28/18, 7/28/23
, 7/94/17, 7/94/19 und 7/94/31)
.
6.
6
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und
auf Fr.
8
00.-- festzusetzen.
Da die Be
schwerdeführerin bezüglich des Rentenanspruchs an sich obsiegt
, sind die Kosten vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
6
.2
Gemäss § 34 Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeu
tung der Streitsache, der
Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsie
gens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin bezifferte seinen Aufwan
d bis zum 1
2.
Januar 2015 auf 8,
84 Stunden und machte 4
%
Barauslagen, mithin ein
en
Gesamtb
etrag von
Fr.
2‘184.40 (inkl. 8
%
Mehrwertsteuer) geltend (Urk. 10). Unter Be
rücksichtigung der in der Folge noch unternommenen Bemühungen
erscheint eine Prozessentschädigung von
Fr.
2‘700.--
(inklusive Barauslagen und
8
%
Mehrwertsteuer)
als angemessen, wobei zu
bemerken
ist
, dass für Bemüh
ungen ab dem 1. Januar 2015 ein Stundenansatz von Fr. 220.-- und für dieje
nigen da
vor ein solcher von Fr. 200.-- zu veranschlagen ist.