Decision ID: d012f40b-30ec-571e-9939-5da139eda21b
Year: 2005
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ U.M. wird seit längerem von der Politischen Gemeinde X. sozialhilferechtlich
unterstützt. Am 17. Dezember 2001 verfügte der Gemeinderat X. ab 1. Februar 2002
eine Reduktion der finanziellen Sozialhilfe wegen Nichterfüllung von Auflagen, wobei
der Grundbedarf II von Fr. 45.-- gestrichen und der Grundbedarf I um Fr. 580.--
reduziert wurde. Die Reduktion wurde in der Folge bis Ende Juli 2002 verlängert. Sie
wurde vom Departement des Innern und auf Beschwerde von U.M. hin auch vom
Verwaltungsgericht bestätigt (Urteil B 2002/61 vom 17. September 2002). Mit
Rekursentscheid vom 2. Dezember 2002 verlängerte das Departement des Innern
diese Reduktion bis 31. März 2003.
Mit Verfügung des Gemeinderats X. vom 14. April 2003 wurde die Reduktion von Fr.
580.-- wegen teilweiser Erfüllung der gemachten Auflagen für die Zeit bis Ende Oktober
2003 auf Fr. 400.-- verringert. Mit Entscheid vom 25. Juni 2003 hiess das Departement
des Innern einen Rekurs von U.M. teilweise gut und verringerte die Reduktion auf
monatlich Fr. 280.--.
Am 7. Oktober 2003 verfügte der Gemeinderat X. für die Zeit ab 1. November 2003 eine
Kürzung der monatlichen Sozialhilfe von Fr. 350.-- bis längstens 30. April 2004. Diese
Kürzung wurde vom Departement des Innern mit Rekursentscheid vom 16. Februar
2004 auf monatlich Fr. 280.-- reduziert.
Mit Verfügung vom 25. Februar 2004 rechnete der Gemeinderat X. ein monatliches
Reineinkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit von Fr. 500.-- an und reduzierte die
finanzielle Sozialhilfe im entsprechenden Ausmass ab 1. Mai bis 1. Oktober 2004. Das
Departement des Innern bestätigte diese Kürzung wegen ungenügender Mitwirkung
und wies einen Rekurs von U.M. mit Entscheid vom 17. August 2004 in diesem Punkt
ab.
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Mit Verfügung vom 13. Dezember 2004 reduzierte der Gemeinderat X. die Sozialhilfe
rückwirkend ab 1. Dezember 2004 für mindestens sechs Monate um Fr. 780.-- pro
Monat (Fr. 280.-- wegen Nichtbeibringens eines psychiatrischen Gutachtens sowie Fr.
500.-- wegen mutmasslich erzielten Verdienstes). Sodann hielt der Gemeinderat fest,
die Unterstützungsleistungen für die Monate Oktober bis Dezember 2004 und die
folgenden Monate würden jeweils nach Einreichen der Lohnabrechnung bzw. der
belegten Einkünfte und Ausgaben bemessen und ausgerichtet. Ausserdem wies er
Gesuche von U.M. vom 23. September 2004 um Uebernahme von AHV-Beiträgen und
Taxikosten sowie um Ablösung einer Mietzinskaution und um Rückzahlung von Fr.
585.-- wegen Krankheit im Sinne der Erwägungen ab. Einem allfälligen Rekurs entzog
der Gemeinderat die aufschiebende Wirkung.
B./ U.M. erhob mit Eingabe vom 30. Dezember 2004 Rekurs beim Departement des
Innern. Sie beantragte, die Verfügung vom 13. Dezember 2004 sei rückwirkend per 1.
Oktober 2004 aufzuheben und ihre Gesuche an den Gemeinderat seien gutzuheissen.
Ausserdem beantragte sie, die aufschiebende Wirkung des Rekurses sei
wiederherzustellen.
Das Departement des Innern entschied am 14. Juli 2005. Es hiess den Rekurs im Sinn
der Erwägungen teilweise gut, soweit es darauf eintrat. Es hielt fest, der Gemeinderat
habe dem Rekurs zu Unrecht die aufschiebende Wirkung entzogen, weshalb dem
Gesuch der Rekurrentin um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung
stattzugeben sei. Dies habe zur Folge, dass die Verfügung vom 13. Dezember 2004
vorläufig keine Wirkung zeitige. Demgemäss habe der Gemeinderat U.M. bis zur
Rechtskraft des Rekursentscheids grundsätzlich die ungekürzten monatlichen
Leistungen zu erbringen. Da die Angelegenheit spruchreif sei, werde der Rekurs auch
inhaltlich beurteilt. Die Kürzung der finanziellen Sozialhilfe um Fr. 280.-- wegen
Nichtbeibringens des psychiatrischen Gutachtens sei aufzuheben. Ausserdem hiess
das Departement den Rekurs gegen die Verweigerung der Uebernahme von Taxikosten
für eine Fahrt zum Spital ... gut, falls diese ausgewiesen seien. In den weiteren
Streitpunkten wies das Departement den Rekurs ab. Insbesondere qualifizierte es die
Kürzung der Leistungen um Fr. 500.-- wegen Verletzung von Auflagen in zeitlicher und
quantitativer Hinsicht als rechtmässig und verhältnismässig. Weiter erwog es aber, die
Leistungen würden laut Gemeinderat jeweils nach Einreichen der Lohnabrechnung
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bzw. der belegten Einkünfte und Ausgaben bemessen. Damit kürze der Gemeinderat
einerseits die Leistungen wegen fehlender Mitwirkung, richte indessen aus demselben
Grund gar keine Leistungen aus. Faktisch erhalte die Rekurrentin gar keine Sozialhilfe,
was einer vollständigen Leistungseinstellung gleichkomme. Eine solche hätte verfügt
werden müssen, was aber nicht der Fall sei. In diesem Punkt sei der Rekurs
gutzuheissen. Weiter stellte das Departement fest, für November 2004 sei keine
Kürzung verfügt worden. Der Gemeinderat X. wurde angewiesen, für den Monat
Oktober 2004 Fr. 1'170.--, für November 2004 Fr. 1'950.-- und ab Dezember 2004 Fr.
1'450.-- pro Monat an zuviel zurückbehaltenen Leistungen auszurichten (Ziff. 1 a - d).
Im übrigen wurde der Rekurs abgewiesen (Ziff. 2), und auf die Erhebung von amtlichen
Kosten wurde verzichtet (Ziff. 3).
Gleichentags entschied das Departement des Innern über eine
Rechtsverweigerungsbeschwerde von U.M. betreffend Beantwortung von Gesuchen
und Erlass einer rekursfähigen Verfügung bei Ablehnung von Gesuchen.
C./ Mit Eingabe vom 25. August 2005 erhob der Gemeinderat X. Beschwerde beim
Verwaltungsgericht mit dem Antrag, Ziff. 1 des Rekursentscheids vom 14. Juli 2005 sei
vollumfänglich aufzuheben und es sei zu erkennen, dass der Entzug der
aufschiebenden Wirkung gemäss Verfügung vom 13. Dezember 2004 nach wie vor
gelte, dass es sich im vorliegenden Fall weder um eine unzulässige
Leistungsverweigerung noch um eine Leistungseinstellung seit Oktober 2004 handle,
dass die Ausrichtung der Sozialhilfeleistungen durch den Gemeinderat ab Oktober
2004 zu Recht davon abhängig gemacht worden sei, dass U.M. für diesen Zeitraum
ihrer Pflicht zur Einreichung detaillierter Aufschriebe und Belege über ihre Einnahmen
und Ausgaben nachkomme, dass die Bemessung der monatlichen Sozialhilfeleistungen
an U.M. ab Oktober 2004 unter Anrechnung ihres mit Aufschrieben und Belegen
nachgewiesenen vollständigen Einkommens und Vermögens erfolge und dass die
Taxikosten zum Spital nicht zu übernehmen seien, unter Kostenfolge für die
Beschwerdegegnerin. Zur Begründung macht die Gemeinde X. im wesentlichen
geltend, das Departement habe in den Erwägungen seines Entscheids seine
Auffassung zum Entzug der aufschiebenden Wirkung geäussert und sei dabei zum
Schluss gekommen, der Entzug der aufschiebenden Wirkung sei nicht statthaft. Es
habe aber versäumt, eine Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung ausdrücklich
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im Dispositiv seines Entscheides anzuordnen. Deshalb sei im vorliegenden Fall nicht
von einer Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung durch das Departement
auszugehen. Die Anweisung an den Gemeinderat, U.M. für die Monate Oktober bis
Dezember 2004 genau bezifferte Leistungen zu entrichten, sei daher noch nicht
rechtskräftig, und da der Beschwerde an das Verwaltungsgericht aufschiebende
Wirkung zukomme, sei der Entscheid diesbezüglich auch nicht vollstreckbar. Im
übrigen müsse in Fällen wie dem vorliegenden, in denen eine Notlage ausgeschlossen
werden könne, ein Entzug der aufschiebenden Wirkung möglich sein. Die
Beschwerdegegnerin verhalte sich rechtsmissbräuchlich. Im weiteren sei mit der
Verfügung vom 13. Dezember 2004 keine Leistungseinstellung bzw. -verwei-gerung
angeordnet worden. Die Unterstützungsleistungen ab Oktober 2004 würden jeweils
nach Einreichen der Lohnabrechnung bzw. der belegten Einkünfte und Ausgaben
bemessen und ausgerichtet. Es sei also klar und deutlich festgestellt worden, dass
U.M. Unterstützungsleistungen zustünden und ihr diese auch berechnet und
ausgerichtet würden, wenn sich das Sozialamt vorgängig davon überzeugen könne,
dass die Voraussetzungen zur Unterstützung, d.h. eine Bedürftigkeit, gegeben seien.
Im übrigen sei die Verpflichtung zur Uebernahme der Taxikosten ungerechtfertigt. Auf
die weiteren Vorbringen in der Beschwerde wird, soweit wesentlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 16. September 2005 auf
Abweisung der Beschwerde.
Die Beschwerdegegnerin äusserte sich mit Vernehmlassung vom 7. Oktober 2005 zur
Beschwerde und stellte gleichzeitig ein dringliches Rechtsbegehren um unverzügliche
Ausrichtung von Nothilfe gemäss Art. 7 und Art. 12 der Schweizerischen
Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV). Zur Begründung machte sie geltend, seit
dem 30. August 2004 sei keinerlei Zahlung von Seiten der Gemeinde erfolgt, und es
würden keinerlei Eingaben oder Anträge beantwortet. Im weiteren beantragte sie
sinngemäss die Abweisung der Beschwerde.
Mit Verfügung vom 19. Oktober 2005 hiess der Präsident des Verwaltungsgerichts das
Gesuch von U.M. um vorsorgliche Massnahmen gut und wies den Gemeinderat X. an,
U.M. die in Ziff. 1 lit. d des Rekursentscheids festgelegten Sozialhilfeleistungen von Fr.
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1'170.-- für Oktober 2004, Fr. 1'950.-- für November 2004 und Fr. 1'450.-- ab
Dezember 2004 auszurichten.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die
Politische Gemeinde X. ist in ihren eigenen finanziellen Interessen berührt und daher
gestützt auf Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP zur
Beschwerdeführung legitimiert. Die Beschwerdeeingabe vom 25. August 2005 wurde
rechtzeitig eingereicht und enthält einen Antrag, eine Darstellung des Sachverhalts und
eine Begründung. Insoweit sind die Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).
Der Gemeinderat X. beantragt die vollumfängliche Aufhebung von Ziff. 1 des
angefochtenen Entscheids und stellte daneben verschiedene Anträge in Form von
Feststellungsbegehren. Diese Feststellungsbegehren enthalten aber im wesentlichen
lediglich eine summarische Begründung für den Antrag auf Aufhebung von Ziff. 1 des
angefochtenen Rekursentscheids. Ein förmlicher Feststellungsentscheid könnte daher
nicht getroffen werden, was insofern aber unerheblich ist, als über die Begehren in
einem gestaltenden Urteil zu befinden ist. Insoweit ist auf die Beschwerde einzutreten.
2./ Der Gemeinderat X. entzog im Dispositiv seiner Verfügung vom 13. Dezember 2004
einem Rekurs gegen die Reduktion der finanziellen Sozialhilfe und die Ausrichtung
nach Einreichung der Lohnabrechnung bzw. von belegten Einkünften und Ausgaben
die aufschiebende Wirkung.
a) Nach Art. 51 Abs. 1 VRP hat der Rekurs aufschiebende Wirkung, wenn die
Vorinstanz nicht wegen Gefahr die Vollstreckbarkeit anordnet. Nach Art. 51 Abs. 2 VRP
kann die Rekursinstanz eine gegenteilige Verfügung treffen. Die Verfügung ist
endgültig.
b) Die Vorinstanz hat in ihrem Entscheid den Entzug der aufschiebenden Wirkung
durch den Gemeinderat als rechtswidrig qualifiziert und dem Gesuch der
Beschwerdegegnerin um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung stattgegeben.
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Im Dispositiv des Rekursentscheids hat sie sich nicht mehr direkt darüber geäussert.
Dies war auch nicht notwendig, da sie gleichzeitig materiell über den Rekurs
entschieden und im Dispositiv insbesondere auch über die der Beschwerdegegnerin
auszurichtenden Leistungen ab Oktober 2004 befunden hat. Eine förmliche Verfügung
wäre beispielsweise dann erforderlich gewesen, wenn die Vorinstanz vor dem
materiellen Entscheid die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung angeordnet
hätte. Weiter steht fest, dass die Vorinstanz ihrerseits einer allfälligen Beschwerde an
das Verwaltungsgericht die aufschiebende Wirkung nicht entzogen hat. Damit hatte die
Beschwerde des Gemeinderats X. grundsätzlich aufschiebende Wirkung. Dies
bedeutete, dass der Rekursentscheid noch nicht rechtswirksam wurde. Dies
berechtigte den Gemeinderat aber nicht, eine vollständige Einstellung der
Sozialhilfeleistungen zu treffen und seine noch nicht rechtskräftige Verfügung vorzeitig
zu vollstrecken. Vielmehr hätte der Gemeinderat die Leistungen im Rahmen der letzten
rechtskräftigen Verfügung bzw. des letzten rechtskräftigen Entscheids ausrichten
müssen. Nachdem die Beschwerdegegnerin im Beschwerdeverfahren ein Gesuch um
Anordnung vorsorglicher Massnahmen gestellt hat und darüber am 19. Oktober 2005
entschieden worden ist, kann auf weitere Erörterungen zur Frage der aufschiebenden
Wirkung aber verzichtet werden. Festzuhalten ist indessen, dass der Entzug der
aufschiebenden Wirkung nur wegen Gefahr zulässig ist. Finanzielle Verpflichtungen im
Umfang der konkret streitigen Leistungen vermögen eine solche Gefahr nicht zu
begründen. Die vom Gemeinderat dagegen erhobenen Einwendungen sind
unbegründet. Insbesondere geht die Berufung auf die Regelung im
Sozialversicherungsrecht an der Sache vorbei. Wie die Vorinstanz zutreffend
festgehalten hat, besteht bei der Sozialhilfe im Gegensatz zum
Sozialversicherungsrecht kein weiteres Auffangnetz für bedürftige Personen. Dies allein
rechtfertigt eine andere Praxis. Auch die Berufung auf Rechtsmissbrauch ist im
Zusammenhang mit der Frage des Entzugs der aufschiebenden Wirkung nicht
entscheidend. Die Erfolgsaussichten eines Rechtsmittels sind in der Regel für die Frage
des Entzugs der aufschiebenden Wirkung nicht entscheidend. Sind Rechtsmittel
offensichtlich unzulässig oder unbegründet, kann darüber rasch und gegebenenfalls
ohne Einholung einer vorinstanzlichen Vernehmlassung entschieden werden, was die
Verfahrensdauer und damit die Auswirkungen der aufschiebenden Wirkung
entsprechend reduziert.
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3./ Nach Art. 9 des Sozialhilfegesetzes (sGS 381.1, abgekürzt SHG) hat Anspruch auf
finanzielle Sozialhilfe, wer für seinen Lebensunterhalt nicht hinreichend oder nicht
rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann.
a) Im Sozialhilfegesetz sind nicht nur Ansprüche statuiert, sondern auch Pflichten
verankert. Wer um finanzielle Sozialhilfe ersucht, hat nach Art. 16 Abs. 1 SHG
wahrheitsgetreu und vollständig Auskunft zu erteilen (lit. a) sowie Amtsstellen und Dritte
zu ermächtigen, Auskünfte zu erteilen (lit. b). Wer finanzielle Sozialhilfe bezieht, ist nach
Art. 16 Abs. 2 SHG verpflichtet, Tatsachen umgehend zu melden, die Anspruch oder
Berechnung verändern. Nach Art. 17 SHG wird finanzielle Sozialhilfe verweigert,
gekürzt oder eingestellt, wenn die hilfesuchende Person keine oder unrichtige
Auskünfte erteilt (lit. a), verlangte Unterlagen nicht einreicht (lit. b), Bedingungen und
Auflagen missachtet (lit. c) oder ihren Fähigkeiten entsprechende Arbeit ablehnt (lit. d).
b) Fest steht, dass die Beschwerdegegnerin als freischaffende .... tätig ist und sie
selber ihr Pensum auf 70 bis 100 Prozent bezifferte. Die Beschwerdegegnerin bietet
ausserdem Dienstleistungen im Bereich Multimedia und Internet an. Ihre Angaben über
diese Tätigkeiten sind lückenhaft. Sie führt keine Buchhaltung und hat dem Sozialamt
keine vollständigen und beweiskräftigen Unterlagen und Belege über ihre
Erwerbseinkünfte und Berufsauslagen eingereicht. Damit verletzte sie
unbestrittenermassen ihre Mitwirkungspflichten.
c) Die Vorinstanz hat die Reduktion der monatlichen Sozialhilfe um Fr. 500.-- wegen
ungenügender Angaben über die selbständige Erwerbstätigkeit bestätigt. Sie hat
allerdings auch festgehalten, der Gemeinderat X. kürze einerseits die Leistungen
wegen fehlender Mitwirkung, richte aber tatsächlich wegen dieser fehlenden
Mitwirkung auf unbestimmte Zeit gar keine Leistungen aus, nämlich bis die
Beschwerdegegnerin die geforderten Unterlagen beibringe. Dies mit der Begründung,
aufgrund des Verhaltens der Beschwerdegegnerin könne gar keine Bedarfsrechnung
erstellt werden. Dies komme einer vollständigen Leistungsverweigerung bzw. -
einstellung gleich.
Die faktische Ausrichtung der (gekürzten) Sozialhilfeleistungen wurde von der
Gemeinde ausdrücklich mit der Bedingung verbunden, dass die Beschwerdegegnerin
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die geforderten Unterlagen und Belege über die Erwerbstätigkeit und die finanziellen
Verhältnisse einreicht. Sie hat dies im Dispositiv ihrer Verfügung ausdrücklich
festgehalten. Die mangelhafte Mitwirkung der Beschwerdegegnerin wurde somit als
Grund für die gänzliche Einstellung der Leistungen angeführt. Die Beschwerdeführerin
hält denn auch fest, sobald die Beschwerdegegnerin die zumutbare Mitwirkungspflicht
erfülle, würden die Auszahlungen an sie im berechneten Umfang erfolgen.
Die Vorinstanz qualifizierte das Vorgehen der Beschwerdeführerin als vollständige
Leistungsverweigerung und hielt fest, diese sei nicht förmlich verfügt worden, weshalb
sie den Rekurs guthiess. Sie ging also davon aus, dass die Leistungsverweigerung als
solche förmlich hätte verfügt werden müssen. Dies tat die Beschwerdeführerin nicht,
sondern verfügte lediglich Auflagen für die Mitwirkung, was bei Nichterfüllung
derselben die Folge hat, dass jegliche Leistung eingestellt wird. Die Vorinstanz hat gar
nicht geprüft, ob die Leistungsverweigerung, falls sie als solche förmlich verfügt
worden wäre, rechtmässig und verhältnismässig ist. Insoweit gehen die Ausführungen
in der Beschwerde vollumfänglich an der Sache vorbei.
Der Entscheid der Vorinstanz hätte zur Folge, dass nunmehr die Beschwerdeführerin
eine Leistungseinstellung förmlich verfügen müsste, falls sie daran festhalten will. Diese
könnte dann wiederum mit Rekurs bei der Vorinstanz angefochten werden. Ob dies
zweckmässig ist, erscheint fraglich. Sinn und Zweck der Verfügung der
Beschwerdeführerin war es zweifellos, der Beschwerdegegnerin solange überhaupt
keine Leistungen auszurichten, als sie die geforderten Unterlagen nicht lückenlos
beibringt. Diese Anordnung hat die Vorinstanz aufgehoben. Das Verwaltungsgericht ist
an die Begründung der Vorinstanz nicht gebunden. Ist der angefochtene Entscheid aus
anderen Gründen als rechtmässig zu qualifizieren, kann das Verwaltungsgericht einen
entsprechenden Entscheid fällen.
d) Aufgrund der mangelhaften Mitwirkung und dementsprechend unvollständiger
Unterlagen über die Erwerbseinkünfte wurden der Beschwerdegegnerin die Leistungen
seit längerem gekürzt. Die Kürzung um Fr. 500.-- wurde von der Vorinstanz als
verhältnismässig betrachtet. Die Verletzung der Mitwirkungspflichten kann aber nicht in
einem ersten Schritt zu einer Reduktion der Leistungen und in einem zweiten Schritt
zur vollständigen Einstellung derselben führen. Eine weitere Kürzung wäre allenfalls
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dann angezeigt, wenn aufgrund der Umstände davon auszugehen ist, dass die
Beschwerdegegnerin erheblich höhere Einkünfte erzielt, als dies bei der ursprünglichen
Kürzung angenommen wurde. Mit der Kürzung wird dem aufgrund der mangelnden
Mitwirkung ziffernmässig nicht genau bekannten Erwerbseinkommen Rechnung
getragen. Bei dieser Sachlage rechtfertigt es sich aber nicht, aufgrund der
Ungewissheit eine weitere Reduktion bzw. eine vollständige Einstellung wegen
fehlender Mitwirkung anzuordnen. Allein als Sanktion ist eine Kürzung nicht zulässig,
nachdem eine solche bereits wegen eben dieser mangelhaften Mitwirkung und der
daraus resultierenden Ungewissheit über das erzielte Einkommen angeordnet wurde.
Im übrigen wäre bei einer vollständigen Einstellung von Leistungen zu prüfen, ob sie
das verfassungsmässige Recht auf Hilfe in Notlagen gemäss Art. 12 BV verletzt (vgl.
BGE 131 I 166 ff. und ZBl 2005, S. 497 ff.). Eine solche Prüfung hat die
Beschwerdeführerin vor Erlass ihrer Verfügung unterlassen.
Wenn die Reduktion zu geringfügig wäre, wie dies die Beschwerdeführerin behauptet,
so hätte sie dies zumindest glaubhaft zu machen. Sie legt aber nicht konkret dar,
inwiefern der monatliche Fehlbetrag für den Lebensunterhalt die von der Vorinstanz
festgelegte Leistung von monatlich Fr. 1'450.-- ab Dezember 2004 unterschreitet.
Wenn die Beschwerdeführerin hinreichende Anhaltspunkte hat, dass die
Erwerbseinkünfte der Beschwerdegegnerin höher sind als bisher angenommen, so
kann diesem Umstand mit einer weiteren, förmlich zu verfügenden Reduktion
Rechnung getragen werden. Aufgrund der Akten bestehen indessen keine solchen
Anhaltspunkte. Aufgrund der (Indizien) ist das Einkommen nicht höher einzuschätzen
als zu jenem Zeitpunkt, in dem die Kürzung letztmals bestätigt wurde. Auch liegen
keine Anhaltspunkte über nennenswerte Einkünfte aus ... vor.
Aus dem Gesagten folgt, dass der angefochtene Entscheid in diesem Punkt zumindest
im Ergebnis rechtlich nicht zu beanstanden und die Beschwerde unbegründet ist.
e) Die Vorinstanz hat die Beschwerdeführerin verpflichtet, Taxikosten der
Beschwerdegegnerin im Betrag von Fr. 111.80 zu übernehmen, falls diese
ausgewiesen seien. Eine Verpflichtung zur Kostenübernahme kann nicht nur dann
gerechtfertigt sein, wenn die Taxikosten im medizinischen Sinne strikte notwendig sind
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bzw. zu den Pflichtleistungen der Krankenkasse gehören. Die Vorinstanz hat auch in
Betracht gezogen, dass der Weg zwischen Wohnort und Spital mit dem öffentlichen
Verkehrsmittel nur schwierig bewältigt werden kann und sich die Bushaltestelle nicht in
unmittelbarer Nähe der Wohnung befindet. Diese Ueberlegungen sind nicht zu
beanstanden. Es liegt auch nicht an der Sozialhilfebehörde, der Beschwerdegegnerin in
medizinischer Hinsicht die Notwendigkeit häufigen Gehens vorzuhalten. Auch das
Fehlen einer vorgängigen Ermächtigung spricht nicht gegen die Kostenübernahme. Bei
der Anerkennung solcher Kosten hat die Verwaltungsbehörde einen gewissen
Ermessensspielraum, was die Beschwerdeführerin selber anerkennt. Die Ausübung des
Ermessens kann vom Verwaltungsgericht nicht überprüft werden (Art. 61 Abs. 1 und 2
VRP). Es kann jedenfalls nicht von einem Ermessensmissbrauch bzw. einer
Ermessensüberschreitung gesprochen werden, wenn die Vorinstanz die
Beschwerdeführerin zur Uebernahme der entsprechenden Kosten verpflichtet hat.
Dass die Vorinstanz die Kostengutsprache unter dem Vorbehalt machte, dass die
Kosten ausgewiesen sind, ist sachlich gerechtfertigt. Falls die Beschwerdegegnerin
entsprechende Belege beibringt, sind die Kosten als ausgewiesen zu betrachten und
von der Beschwerdeführerin zu übernehmen.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde als unbegründet abzuweisen.
4./ Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS
941.12). Auf ihre Erhebung ist nicht zu verzichten, da die Beschwerdeführerin eigene
finanzielle Interessen vertritt (Art. 95 Abs. 3 VRP).
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen. Die Beschwerdeführerin ist
unterlegen (Art. 98bis VRP), und die Beschwerdegegnerin hat keinen entsprechenden
Antrag gestellt (Art. 98ter VRP in Verbindung mit Art. 263 Abs. 3 des
Zivilprozessgesetzes, sGS 961.2).