Decision ID: ba3fdbf0-3a89-41c4-b6d0-5418a2a6c8e9
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ befand sich ab dem 1. November 2010 in der Rekrutenschule. Am 1.
Februar 2011 meldete er der Militärversicherung (MV) einen während des
Militärdienstes erlittenen Unfall (MV-act. 1). Er gab an, er sei Ende November, Anfang
Dezember 2010 von einer zwei Meter hohen Mauer gesprungen. Er habe nicht abrollen
können. Danach habe er an Knieschmerzen gelitten, vor allem rechts. Während der
Weihnachtsferien hätten die Schmerzen etwas abgenommen. Am 8. April 2011 wurde
der Versicherte aus dem Militärdienst entlassen. Am 4. Juni 2011 meldete er sich
erneut zum Leistungsbezug bei der Militärversicherung an (MV-act. 3). Er führte aus,
durch das viele Tragen und Marschieren während der Grundausbildung sei es immer
wieder zu Rückenschmerzen gekommen. Die Episoden hätten zunehmend länger
gedauert und seien zusehends in kürzeren Abständen aufgetreten. Die
Militärversicherung anerkannte am 17. Juli 2011 ihre Leistungspflicht für die
„funktionellen Rückenbeschwerden“ (MV-act. 5). Der Versicherte erhielt in der Folge
nicht nur eine Physiotherapie für die Rückenbeschwerden (MV-act-6), sondern auch
eine Physiotherapie im Zusammenhang mit einer „Kapselirritation anterolateral Knie
beidseits“ (MV-act. 7). Am 24. November 2011 meldete sich der Versicherte erneut
unter Hinweis auf Kniebeschwerden zum Leistungsbezug an (MV-act. 8). Er machte
geltend, der Truppenarzt habe seine Beschwerden damals nicht ernst genommen. Am
26. März 2012 ging der Militärversicherung unter anderem ein Bericht des
orthopädischen Chirurgen Dr. med. B._ vom 3. Februar 2011 zu, der eine Insertions-
Tendopathie im rechten Knie diagnostiziert, aber einen weitgehend unauffälligen
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klinischen Befund erhoben hatte (MV-act. 11–10). Am 12. April 2012 berichtete Dr.
med. C._ (MV-act. 14), der Versicherte leide an einer Überlastungsreaktion des
lateralen Retinaculums rechts mehr als links. Klinisch habe er, Dr. C._,
Palpationsschmerzen im Bereich des lateralen Retinaculums festgestellt. Ein MRI habe
eine Entzündungsreaktion an dieser Stelle gezeigt. Abgesehen davon sei der klinische
Befund unauffällig gewesen. Der Versicherte sei uneingeschränkt arbeitsfähig, plane
aber einen Stellenwechsel, um das Kniegelenk entlasten zu können. Ein
Aussendienstmitarbeiter der Militärversicherung berichtete am 10. Mai 2012 (MV-act.
15 f.), momentan stünden die Kniebeschwerden im Vordergrund. Die
Militärversicherung werde die Haftung und gegebenenfalls die Indikation von
beruflichen Eingliederungsmassnahmen prüfen müssen, denn der Versicherte, der
gelernter Elektromonteur sei, wolle seinen Beruf wechseln, um seine Kniegelenke
besser schonen zu können. Er werde ab dem 14. Mai 2012 ein Praktikum im Bereich
der Gebäudeautomation beginnen. Der Lohn werde 1’500 Franken betragen. Zuletzt
habe er als Gerätemonteur 13 × 4’500 Franken verdient. Der Kreisarzt Dr. med. D._,
Facharzt für Chirurgie, notierte am 15. Juni 2012 (MV-act. 29), bezüglich der
Rückenbeschwerden sei von einer vorübergehenden Verschlimmerung während der
Rekrutenschule auszugehen. In den medizinischen Akten sei belegt, dass der
Versicherte schon vor dem Militärdienst an Rückenbeschwerden gelitten habe. Nach
der Rekrutenschule hätten die Rückenbeschwerden zwar noch in einem stärkeren
Ausmass als vor dem Militärdienst persistiert, nach einer Serie Physiotherapie seien die
Beschwerden aber wieder auf das vordienstliche Niveau zurückgegangen. Die
Kniebeschwerden seien dagegen erst während des Militärdienstes aufgetreten. Sie
stünden überwiegend wahrscheinlich in einem engen Zusammenhang mit dem vom
Versicherten geschilderten Sprung von einer Mauer im Dienst. Bislang seien die
Beschwerden noch nicht vollständig abgeklungen. Mit einem Schreiben vom 25. Juni
2012 anerkannte die Militärversicherung ihre Leistungspflicht für die „femoro-patellare
rechtsbetonte Beschwerdesymptomatik“ (MV-act. 30).
A.b Die ehemalige Arbeitgeberin des Versicherten gab gegenüber einem
Aussendienstmitarbeiter der Militärversicherung am 8. August 2012 an (MV-act. 41),
der Versicherte habe am 17. Januar 2012 mündlich mitgeteilt, dass er zur E._ GmbH
wechseln wolle. Die schriftliche Kündigung sei am 26. Februar 2012 eingegangen. Der
Vorgesetzte sei sich „fast zu 100 Prozent sicher“, dass der Versicherte sich „schon
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immer“ in Richtung Gebäudetechnik habe umorientieren wollen. Am 28. August 2012
teilte die Militärversicherung dem Versicherten mit (MV-act. 42), sie werde keinen
Ersatz für den teilweisen Lohnausfall während des Praktikums leisten. Die Abklärungen
hätten ergeben, dass der Versicherte bereits vor dem Auftreten der Kniebeschwerden
geplant habe, sich beruflich neu zu orientieren. Die Erwerbseinbusse stehe deshalb
nicht in einem kausalen Zusammenhang zu den Kniebeschwerden. Am 12. September
2012 verlangte der Versicherte den Erlass einer anfechtbaren Verfügung (MV-act. 45).
Am 2. Oktober 2012 gab er telefonisch an (MV-act. 50), es gehe um die
Verdiensteinbusse während des sechsmonatigen Praktikums. Nach dem Abschluss
des Praktikums werde er fest angestellt. Der Lohn werde 3’500 Franken pro Monat
betragen. Er werde aber eine Erfolgsbeteiligung erhalten und so voraussichtlich
insgesamt etwa 4’500 Franken pro Monat verdienen. Die Kniebeschwerden hätten sich
zwischenzeitlich verbessert. Im Auftrag der Militärversicherung führte die F._ AG am
8. und 9. November 2012 beim Versicherten eine Evaluation seiner funktionellen
Leistungsfähigkeit (EFL) durch. Sie berichtete (MV-act. 60), klinisch sei ein deutliches
retropatellares Reiben feststellbar gewesen. Ansonsten sei der klinische Befund
hinsichtlich der Kniegelenke weitgehend unauffällig gewesen. Diagnostisch handle es
sich um eine diskrete Tendinopathie der Patellarsehne beidseits bei einem klinischen
Verdacht auf einen Status nach Morbus Osgood-Schlatter und mit einer periartikulären
Dysbalance mit einer Verkürzung der Quadriceps-Muskulatur. Prinzipiell sei unter
weiterführender adäquater Belastung von einer guten Prognose auszugehen. Die im
Rahmen der EFL erhobenen Befunde seien trotz einer leichten Selbstlimitierung
nachvollziehbar. Die angestammte Tätigkeit als Elektromonteur sei dem Versicherten
nur noch maximal zu 70 Prozent zumutbar (ganztags mit qualitativen Einschränkungen
im Umfang von 30 Prozent). Tätigkeiten in kniender oder halbkniender Position oder in
Hockestellung sollten vermieden werden. Eine adaptierte Tätigkeit sei uneingeschränkt
zumutbar. Der Kreisarzt Dr. D._ notierte am 5. Dezember 2012 (MV-act. 61), die
Arbeitsfähigkeitsschätzung im EFL-Bericht sei überzeugend. Für die angestammte
Tätigkeit als Elektromonteur sei deshalb von einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 70
Prozent auszugehen. Ein Sachbearbeiter der Militärversicherung hielt am 13. Dezember
2012 fest (MV-act. 65), angesichts der nachgewiesenen Arbeitsunfähigkeit im
angestammten Beruf sei die Ausrichtung eines Taggeldes für die Dauer des Praktikums
geplant. Für dessen Bemessung sei von einem Jahresverdienst von 38’209 Franken
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(Einkommen als Elektromonteur [58’500 Franken] abzüglich Praktikumslohn [20’291
Franken]) auszugehen. Der Leistungsansatz betrage 80 Prozent. Zusammen mit den
Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträgen sei mit Ausgaben von total etwa 14’000
Franken zu rechnen. Offenbar wurden in der Folge entsprechende Taggeldleistungen
ausgerichtet (vgl. MV-act. 67).
A.c Am 10. März 2014 teilte der Versicherte telefonisch mit (MV-act. 75), dass er eine
Ausbildung im Bereich der Gebäudeautomation plane, um seinen „Marktwert“ zu
verbessern. Der Praktikumsabschluss sei ihm nämlich nur beim aktuellen Arbeitgeber
von Nutzen. Wenn er die Arbeitsstelle verlieren sollte, müsste er wieder als
Elektromonteur arbeiten. Am 24. März 2014 wies die Militärversicherung den
Versicherten darauf hin (MV-act. 77), dass sie ihm bereits im Zusammenhang mit der
Zusprache des Taggeldes für das Praktikum (15’828.75 Franken) mitgeteilt habe, dass
kein Anspruch auf weitergehende Eingliederungsmassnahmen bestehe. Die
Voraussetzungen für weitere Eingliederungsmassnahmen seien jedenfalls nicht erfüllt,
weshalb die Kosten für die geplante Ausbildung zum Gebäudeautomatiker nicht
übernommen werden könnten. Dagegen wandte der Versicherte am 7. April 2014 ein
(MV-act. 78), ein halbjähriges Praktikum sei doch nicht mit einer vierjährigen
Berufslehre vergleichbar. Ohne eine schulische Ausbildung könne er nur gerade an der
aktuellen Arbeitsstelle als Gebäudeautomatiker tätig sein. Ein Mitarbeiter der
Militärversicherung notierte am 11. April 2014, die Haftung sei fraglich, da die
Behandlung der Kniebeschwerden im Juli 2013 abgeschlossen worden sei (MV-act.
79). Am 20. Mai 2014 empfahl der Kreisarzt Dr. D._ (MV-act. 84), das Knieteam der
Klinik G._ um eine Zweitmeinung zu bitten. Er führte aus, bislang fehle ein
rechtsgenüglicher Beweis für die Behebung der Kniebeschwerden. Offenbar sei bislang
auch noch kein Aufbau der Oberschenkelmuskulatur erfolgt, der einen wesentlichen
Erfolg versprechen könnte. Angesichts der Ergebnisse der EFL und der „eher als leicht
einzustufenden“ Beschwerdesymptomatik bestehe keine Indikation für eine
Umschulung. Im Auftrag der Militärversicherung berichtete der Orthopäde Dr. med.
H._ von der Klinik G._ am 4. August 2014 (MV-act. 91), der Versicherte leide an
einem beidseitigen, rechtsbetonten anterior knee pain nach einem Stauchungstrauma
beider Knie im Rahmen eines Sprungs aus knapp zwei Metern Höhe, bei einem
patellaren Tilt von rechts sechs und links fünf Grad und bei einer Tendenz zur Patella
baja beidseits. Der Tilt der Patella und die Tendenz zu eher tiefstehenden Patellae
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hätten die nach dem Sprung in der Rekrutenschule aufgetretenen Kniebeschwerden
begünstigt. Unabhängig vom Ergebnis eines zur Vervollständigung der Diagnostik in
Auftrag gegebenen MRI empfehle er, Dr. H._, ein gutes Kraftaufbauprogramm zur
Beinachsenstabilisierung und eine intensive physiotherapeutische Mobilisation der
peripatellaren Weichteilstrukturen. Einem MRI-Bericht vom 22. August 2014 liess sich
entnehmen (MV-act. 94), dass die beiden patellaren Knorpel im kaudalen Anteil gering
ausgedünnt waren (Chondropathie Grad II) und dass eine drei Millimeter grosse
Kompaktainsel im Condylus femoris lateralis links und kleinere Varixknoten popliteal
beidseits als Nebenbefunde bei einem im Übrigen altersentsprechend normalen Befund
festgestellt worden waren. Der Kreisarzt Dr. D._ notierte am 20. Oktober 2014 (MV-
act. 99), aus versicherungsmedizinischer Sicht sei damit zu rechnen, dass von einem
Kraftaufbauprogramm zur Stabilisierung der Beinachsen und von einer
physiotherapeutisch intensiven Mobilisation der peripatellaren Weichteilstrukturen eine
deutliche Besserung der Beschwerdesymptomatik erwartet werden könne. Gestützt
auf diese Ausführungen teilte die Militärversicherung dem Versicherten am 23. Oktober
2014 mit, dass sie nach wie vor an ihrem Entscheid vom 24. März 2014 festhalte (MV-
act. 100). Am 4. November 2014 empfahl sie ihm telefonisch, so rasch als möglich mit
einer Physiotherapie zu beginnen (MV-act. 101).
A.d Da der Versicherte sich mit der Abweisung seines Begehrens um Leistungen im
Zusammenhang mit seiner Weiterbildung nicht einverstanden erklärt hatte, erliess die
Militärversicherung am 30. Januar 2015 einen Vorbescheid (MV-act. 104), mit dem sie
ihm (nochmals) mitteilte, dass sie die Abweisung seines Leistungsbegehrens vorsehe.
Zur Begründung führte sie aus, die Selbsteingliederungspflicht gehe nicht nur einem
allfälligen Rentenanspruch, sondern auch Eingliederungsmassnahmen zulasten der
Militärversicherung vor. Aus medizinischer Sicht sei ein Berufswechsel nicht
erforderlich gewesen. Trotzdem habe die Militärversicherung – ohne Anerkennung einer
Rechtspflicht – die berufliche Neuorientierung mit Taggeldleistungen unterstützt. Die
weitergehende, zwischenzeitlich begonnene Ausbildung sei zwar durchaus sinnvoll,
könne aber nicht von der Militärversicherung finanziert werden. Am 11. Februar 2015
wandte der Versicherte ein (MV-act. 107), er benötige die Ausbildung, um sein altes
Lohnniveau wieder zu erreichen und um die Gefahr einer Arbeitslosigkeit zu
minimieren. Er habe die Mittel für die Ausbildung von keiner anderen Stelle erhältlich
machen können und hoffe nun auf die Unterstützung der Militärversicherung. Mit einer
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Verfügung vom 17. Februar 2015 wies die Militärversicherung das Begehren um
Eingliederungsmassnahmen ab (MV-act. 108). Eine am 12. März 2015 gegen diese
Verfügung erhobene Einsprache (MV-act. 112) wies sie mit einem Entscheid vom 30.
Mai 2016 ab (MV-act. 120). Zur Begründung führte sie an, es sei fraglich, ob die
Militärversicherung überhaupt für die Kniebeschwerden haftbar sei, denn diese könnten
auch durch eine vordienstliche Beeinträchtigung verursacht worden sein. Die Frage
nach der Haftung könne aber unbeantwortet bleiben, denn die Finanzierung einer
Umschulung wäre unverhältnismässig. Zwar spreche die im EFL-Bericht attestierte
Einschränkung von 30 Prozent für den angestammten Beruf eher für eine Umschulung.
Aus dem Bericht von Dr. H._ gehe aber hervor, dass von einem
Kraftaufbauprogramm und von einer Physiotherapie eine Verbesserung der
Beschwerden erwartet werden könne, die es dem Versicherten erlaube, wieder im
angestammten Beruf tätig zu sein.
B.
B.a Am 28. Juni 2016 (Postaufgabe) erhob der Versicherte (nachfolgend: der
Beschwerdeführer) eine Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 30. Mai
2016 (act. G 1). Er beantragte weitere Abklärungen. Zur Begründung führte er aus, der
angefochtene Einspracheentscheid entspreche nicht den Tatsachen.
B.b Die Militärversicherung (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 1.
September 2016 die Abweisung der Beschwerde (act. G 3). Zur Begründung führte sie
an, der Beschwerdeführer hätte das empfohlene Kraftaufbauprogramm absolvieren
müssen. Dadurch hätte sich seine Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf verbessert.
Eine Umschulung wäre in der Folge überflüssig geworden. Der Beschwerdeführer
müsse so gestellt werden, wie wenn er seine Schadenminderungspflicht erfüllt hätte.
B.c Der Beschwerdeführer liess am 21. September 2016 replicando an seinem Antrag
festhalten (act. G 5). Zur Begründung führte er ergänzend aus, der
Aussendienstmitarbeiter der Beschwerdegegnerin habe ihm die Kostenvergütung für
die Umschulung mündlich zugesichert. Er sorge sich aber nun offenbar um seine Stelle
und sei wohl leicht vergesslich. Seine Falschaussage stelle den Beschwerdeführer nun
vor grosse finanzielle und zeitliche Hürden. Zudem habe er versucht, die ärztlichen
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Empfehlungen zum Kraftaufbau zu befolgen. Die Beschwerdegegnerin habe ihn dabei
nicht unterstützt.
B.d Die Beschwerdegegnerin machte am 24. Oktober 2016 duplicando geltend (act. G
7), der Aussendienstmitarbeiter habe keine Veranlassung gehabt, sich um seine
Anstellung zu sorgen. Zwischenzeitlich sei er nämlich in den Ruhestand getreten. Die
Akten enthielten jedenfalls keine Hinweise auf eine irgendwie geartete Zusicherung
hinsichtlich einer Umschulung. Denkbar sei aber, dass der Aussendienstmitarbeiter das
theoretische Spektrum der Leistungen der Militärversicherung aufgezeigt habe. Im
Übrigen gehöre die medizinische Eingliederung zu den Eingliederungsmassnahmen.
Das Verhältnismässigkeitsprinzip erfordere ein Ausschöpfen der niederschwelligen
medizinischen Massnahmen, was vorliegend nicht geschehen sei.

Erwägungen
1.
Den Gegenstand des mit dem angefochtenen Entscheid abgeschlossenen Verfahrens
hat das Begehren des Beschwerdeführers um die Gewährung von beruflichen
Eingliederungsmassnahmen in der Form einer Umschulung gebildet. Da das
vorliegende Beschwerdeverfahren die Prüfung der Rechtmässigkeit des angefochtenen
Einspracheentscheides zum Inhalt hat, muss der Gegenstand des
Beschwerdeverfahrens jenem des Einspracheverfahrens entsprechen. Das bedeutet,
dass in diesem Verfahren (nur) zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch
auf eine Umschulung im Sinne des Art. 37 MVG hat.
2.
Die Beschwerdegegnerin hat ihre Haftung für die Kniebeschwerden am 25. Juni 2012
anerkannt. Diese Anerkennung ist zwar nicht in Form einer Verfügung ergangen, aber
mangels eines Widerrufs oder einer Anfechtung ist sie zwischenzeitlich verbindlich
geworden (vgl. etwa UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, Art. 51 N 26 f., mit
Hinweisen). Vor diesem Hintergrund ist das Versicherungsgericht an die
Haftungsanerkennung gebunden. Gestützt auf die Mitteilung vom 25. Juni 2012 ist die
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Haftung der Beschwerdegegnerin für die Kniebeschwerden folglich ohne Weiteres zu
bejahen.
3.
Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer ein Taggeld für die Dauer des
Praktikums ausgerichtet, das dieser in der zweiten Jahreshälfte 2012 absolviert hat.
Diesen Entscheid hat sie nicht einmal in einer formlosen Mitteilung eröffnet. In den
Akten fehlt sogar eine Notiz über das Gespräch, in dem der Aussendienstmitarbeiter
dem Beschwerdeführer die Ausrichtung des Taggeldes mitgeteilt haben muss.
Diesbezüglich hat die Beschwerdegegnerin also rein faktisch gehandelt. Das bedeutet
aber nicht, dass diese Leistungsausrichtung völlig unverbindlich gewesen wäre, wie die
Beschwerdegegnerin nun nachträglich sinngemäss geltend gemacht hat. Das rein
faktische Handeln der Beschwerdegegnerin ist nicht anders zu behandeln als eine
formlose Leistungszusprache. Es entfaltet also dieselben Bindungswirkungen wie eine
formlose Mitteilung. Das bedeutet, dass die Taggeldzusprache den
Entscheidungsfreiraum bezüglich weiterer beruflicher Eingliederungsmassnahmen
einschränken könnte. Es ist nämlich denkbar, dass die Beschwerdegegnerin bei ihrer
Taggeldzusprache eine Pflicht anerkannt hat, dem Beschwerdeführer all jene
beruflichen Eingliederungsleistungen auszurichten, die notwendig sind, um ein
Eingliederungsziel zu erreichen, das über die Einarbeitung in einen spezifischen
Arbeitsplatz (denn um nichts anderes hat es sich bei jenem Praktikum gehandelt)
hinausgegangen ist. In der Taggeldzusprache könnte mit anderen Worten die
Feststellung enthalten gewesen sein, dass der Beschwerdeführer einen Anspruch auf
eine Umschulung zum Gebäudeautomatiker habe. Die Ausrichtung des Taggeldes für
die Dauer des Praktikums wäre diesfalls nur die erste von mehreren beruflichen
Eingliederungsmassnahmen auf dem Weg zum Abschluss dieser Umschulung
gewesen. Die Notiz des Sachbearbeiters der Beschwerdegegnerin vom 13. Dezember
2012 (MV-act. 65), in der die Zusprache eines Taggeldes und dessen Berechnung
erwähnt sind, enthält allerdings den folgenden Hinweis: „Nach der Beendigung des
Praktikums wurde der Versicherte fest angestellt. Ab diesem Zeitpunkt betrachten wir
ihn als eingegliedert. Somit sind keine weiteren Eingliederungsleistungen der
Militärversicherung mehr geschuldet“. Damit ist eindeutig belegt, dass die
Beschwerdegegnerin damals keine Umschulung des Beschwerdeführers zum
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Gebäudeautomatiker beabsichtigt beziehungsweise (formlos) zugesprochen hat.
Vielmehr hat sich ihre Leistungszusprache allein auf die Ausrichtung des Taggeldes für
die Praktikumsdauer beschränkt. Darin ist also keine Feststellung bezüglich weiterer
Eingliederungsmassnahmen enthalten gewesen. Das bedeutet, dass die
Beschwerdegegnerin zu Recht frei geprüft hat und dass auch das Versicherungsgericht
frei zu prüfen hat, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine Umschulung zum
Gebäudeautomatiker hat.
4.
4.1 Laut dem Art. 33 Abs. 1 MVG haben invalide oder unmittelbar von einer Invalidität
bedrohte Versicherte einen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese
notwendig und geeignet sind, die verbleibende Erwerbsfähigkeit oder die soziale
Integration zu erhalten oder zu verbessern. Die Eingliederungsmassnahmen umfassen
gemäss dem Art. 34 Abs. 1 MVG die medizinischen Vorkehren, die Abgabe von
Hilfsmitteln, die Organisation und die Finanzierung von beruflichen Massnahmen und
solcher zur sozialen Integration sowie die Entschädigung einer allfälligen
Verdiensteinbusse während der Dauer dieser Massnahmen. Die Beschränkung des
Eingliederungsanspruchs auf notwendige und geeignete Massnahmen im Art. 33 Abs.
1 MVG stellt eine positivrechtliche Verankerung des verfassungsmässigen
Verhältnismässigkeitsprinzips im Verwaltungsrecht (vgl. Art. 5 Abs. 2 BV) dar, was
bedeutet, dass der Leistungsanspruch auf eine bestimmte Eingliederungsmassnahme
stets eine vergleichende Betrachtung des Eingliederungsziels, des
Eingliederungsbedarfs und des zu dessen Befriedigung erforderlichen Mitteleinsatzes
zulasten der Versicherung voraussetzt (vgl. UELI MEYER-BLASER/MARCO
REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichtes zum IVG, 3. Aufl. 2014, Art. 8 N
15). Mit anderen Worten setzt der Anspruch auf eine spezifische
Eingliederungsmassnahme voraus, dass diese geeignet ist, den angestrebten
Eingliederungserfolg zu erzielen, dass sie notwendig ist, das heisst, dass keine mildere
respektive günstigere Massnahme zur Verfügung steht und dass sie auch im engeren
Sinn verhältnismässig ist. Mit Blick auf eine drohende oder bereits eingetretene
Invalidität, die einen Rentenanspruch zur Folge hat oder haben könnte, besteht im
Einzelfall nicht nur ein Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, sondern auch eine
entsprechende Pflicht der versicherten Person, die ein Ausfluss der allgemeinen
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Schadenminderungspflicht im Sozialversicherungsrecht ist, deren Existenz im Art. 21
Abs. 4 ATSG vorausgesetzt wird.
4.2 Die Beantwortung der Frage nach dem Eingliederungsbedarf respektive nach der
Eingliederungsnotwendigkeit mit Blick auf einen allfälligen Rentenanspruch hängt
massgebend von der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in Bezug auf dessen
erlernten Beruf als Elektromonteur ab. Diese ist im Rahmen einer Evaluation der
funktionellen Leistungsfähigkeit auf 70 Prozent geschätzt worden. Der EFL-Bericht
enthält allerdings keine verwertbare Prognose zu einer beispielsweise mittels eines
Trainings möglichen Steigerung der Arbeitsfähigkeit als Elektromonteur, weshalb er
keine zuverlässige Beurteilung bezüglich der Arbeitsfähigkeit im erlernten Beruf erlaubt.
In seinem Bericht hat Dr. H._ zwar ein gezieltes Kraftaufbauprogramm und eine
Physiotherapie empfohlen. Er hat sich aber zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
als Elektromonteur nicht geäussert und auch nicht angegeben, wie sich die
entsprechenden Massnahmen auf seine Arbeitsfähigkeit auswirken würden. Seine
Empfehlungen scheinen vielmehr im Zusammenhang mit dem vom Beschwerdeführer
bei der Untersuchung geäusserten Wunsch nach einer sportlichen Betätigung
gestanden zu haben. Offenbar ist für Dr. H._ nicht ersichtlich gewesen, welche
Fragen er der Beschwerdegegnerin genau hätte beantworten sollen. Der Kreisarzt Dr.
D._ hat gestützt auf den Bericht von Dr. H._ festgehalten, von den Massnahmen,
die Dr. H._ vorgeschlagen habe, sei aus versicherungsmedizinischer Sicht eine
deutliche Besserung der Beschwerdesymptomatik zu erwarten. Das hat er aber nur mit
einer allgemeinen medizinischen Erfahrung begründen können, denn ihm haben weder
zusätzliche medizinische Berichte vorgelegen noch hat er den Beschwerdeführer
persönlich untersucht. Gestützt auf die vorliegenden Akten lässt sich die Frage nach
der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im erlernten Beruf also nicht mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit beantworten.
4.3 Es steht demnach nicht fest, ob im Zeitpunkt des Abschlusses des
Verwaltungsverfahrens (nach wie vor) eine rentenrelevante Invalidität gedroht hat.
Möglicherweise hat also sowohl ein Eingliederungsanspruch als auch eine
Eingliederungspflicht bestanden, worauf die Beschwerdegegnerin in ihrer Duplik
ebenfalls sinngemäss hingewiesen hat. Vor diesem Hintergrund erweist sich die
Abweisung des Leistungsbegehrens als rechtswidrig, weshalb der angefochtene
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Einspracheentscheid aufzuheben ist. Die Beschwerdegegnerin wird das
Verwaltungsverfahren fortführen müssen, das heisst umfassende medizinische
Abklärungen zur Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und zu möglichen
medizinischen Therapien zur allfälligen Steigerung dieser Arbeitsfähigkeit zu tätigen
und anschliessend gegebenenfalls geeignete Eingliederungsmassnahmen vorzukehren
haben. Das bedeutet aber nicht, dass sie die Kosten für die begonnene schulische
Ausbildung zu übernehmen hätte, denn die Akten lassen die Möglichkeit offen, dass
die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im erlernten Beruf mittels medizinischer
Massnahmen wesentlich verbessert werden könnte. Unter Berücksichtigung des
Verhältnismässigkeitsprinzips müsste die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer
deshalb gegebenenfalls zunächst dazu anhalten, medizinische Massnahmen
durchzuführen. Nötigenfalls müsste sie den Beschwerdeführer mittels des sogenannten
Mahn- und Bedenkzeitverfahrens (Art. 21 Abs. 4 ATSG) zur Mitwirkung an der
medizinischen Eingliederung bewegen. In der Folge müsste sie die Notwendigkeit
weiterer Eingliederungsmassnahmen prüfen und schliesslich erneut über das
Leistungsbegehren des Beschwerdeführers verfügen.
5.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).