Decision ID: a20f19e3-f138-58f6-9e74-b0a200529b3d
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich erstmals am 2./3. Mai 1996 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an. Er sei von 1989 bis 1995 als _ tätig gewesen (Akten der
IV-Stelle zu IV 2016/238, nachfolgend IV-act. I, IV-act. I-3). In einem Arztbericht vom
13. Mai 1996 (IV-act. I-7) gab Dr. med. B._, Allgemeinmedizin FMH, an, es lägen
(u.a.) chronisch rezidivierende Lumboischialgien bei bekannter Diskusprotrusion links
L4/5, eine Spondylarthrose mit Einengung des Rezessus lateralis zwischen L3 und S1
und ein enger Spinalkanal vor. Der Versicherte sei als _ seit dem 13. Juni 1995 voll
arbeitsunfähig. Am 30. Dezember 1996 (IV-act. I-10) erklärte der Arzt unter Beilage
eines Berichts der Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen vom 22. Mai
1996 (mit Attest einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % für leichte Arbeit), der Leidensdruck
sei noch nicht so gross, dass der Versicherte sich einer Operation unterziehen wolle.
Eine weitere volle Arbeitsunfähigkeit lasse sich nicht rechtfertigen. In der
Arbeitgeberbescheinigung vom 7. November 1996 (IV-act. I-9) war angegeben worden,
der Versicherte sei vom 13. Juli 1991 bis 31. Juli 1995 als Hilfsarbeiter angestellt
gewesen und aus fachlichen Gründen entlassen worden. - Nach einem Vorbescheid
über die Ausrichtung einer halben Rente (Invaliditätsgrad 65 %) am 11. April 1997 (IV-
act. I-14) teilte die AHV-Zweigstelle der IV-Stelle, die davon keine Kenntnis gehabt
hatte, am 15. Mai 1997 mit, der Versicherte habe seit 1. Januar 1996 wieder eine Arbeit
angenommen (IV-act. I-15). Die betreffende Arbeitgeberin gab am 27. Juni 1997 (IV-act.
I-16) an, der Versicherte habe seine Arbeit ab 1. Januar 1996 problemlos
vollumfänglich ausgeführt. Dass ein IV-Antrag über die Reduktion seines Einsatzes
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laufe, habe er ihr erst Ende April 1997 bekannt gegeben. Seit 1. Mai 1997 sei er nun zu
50 % arbeitsunfähig. Dr. B._ erklärte im IV-Arztbericht vom 15. Juli 1997 (IV-act.
I-18), der Versicherte sei vom 13. Juni 1995 (nur) bis 1. Januar 1996 voll arbeitsunfähig
gewesen und sei seit dem 1. Juni 1996 zu (nach Rücksprache mit der Klinik für
Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen) 50 % arbeitsunfähig. Der Versicherte halte
dafür, die Arbeit nur zu 50 % verrichten zu können, was medizinisch gesehen glaubhaft
sei. Inwiefern sich die Angaben mit jenen der Arbeitgeberin deckten, sei abzuklären (IV-
act. I-16-2). Auf Anfrage teilte die Arbeitgeberin mit, der Versicherte habe eine
Arbeitsleistung von 100 % erbracht, ohne dass gesundheitliche Schwierigkeiten
bekannt gewesen oder aufgetreten wären. Auf eigenes Begehren habe er sogar immer
wieder Überstunden geleistet. Die Reduktion des Pensums auf 50 % sei erfolgt,
nachdem er den Vorbescheid vom 11. April 1997 erhalten und vorgelegt habe (IV-act.
I-20). - Mit Verfügung vom 1. Oktober 1997 (IV-act. I-26) wies die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Rentengesuch des
Versicherten ab. Er könne die Tätigkeit als Hilfsarbeiter (auch über den 30. April 1997
hinaus) voll ausüben.
A.b Am 27./28. April 1998 (IV-act. I-35) meldete sich der Versicherte wegen schwerer
Rückenbeschwerden erneut zum Leistungsbezug an. Er sei immer noch angestellt (IV-
act. I-33). Dr. B._ gab in seinem Bericht vom 22. Mai 1998 (IV-act. I-37) an, es liege
neben den chronisch rezidivierenden Lumboischialgien bei degenerativen
Veränderungen im Bereich der LWS eine deutlich neurotische Entwicklung und
Schmerzverarbeitung aufgrund der miserablen sozialen Situation vor. Ab 21. Oktober
1997 habe die Arbeitsunfähigkeit auf 100 % erhöht werden müssen (damals noch in
seiner [des Arztes] Unkenntnis von dessen tatsächlichem Arbeitspensum). Er schätze
die Arbeitsfähigkeit des Versicherten in einer nicht allzu rückenbelastenden Tätigkeit
auf mindestens 50 % ein, dieser selbst halte sich für nicht mehr arbeitsfähig. Im Lauf
des Gesprächs sei sein Verhalten bezüglich der Beschwerden zunehmend beinahe
theatralisch demonstrativ geworden, im Gegensatz zu seiner sonst üblichen
Persönlichkeit, in der es nach seiner Einschätzung keine Hinweise auf Aggravation oder
Simulation gebe. - Auf Ende August 1998 verlor der Versicherte die Stelle (vgl. IV-act.
I-38). - Das Zentrum für Medizinische Begutachtung (ZMB) gab in seinem
polydisziplinären (orthopädischen, neurologischen und psychiatrischen) Gutachten vom
30. März 1999 (IV-act. I-49) als (Haupt-) Diagnosen eine anhaltende somatoforme
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Schmerzstörung mit ängstlicher Fehlverarbeitung von Beschwerden bei einfach
strukturierter histrionischer Persönlichkeit und ein chronisches Lumbovertebralsyndrom
bei Diskushernie L4/5 links und L5/S1 links an. Beim Versicherten seien seit 1993 eine
lumbale Diskushernie L4/5 links und weniger ausgeprägt eine solche auch auf Höhe
L5/S1 links bekannt. Nach seinen Angaben habe er im Sommer 1997 nur unter starken
Schmerzen arbeiten können. Dies stehe jedoch im Widerspruch zur Aktenlage, woraus
hervorgehe, dass er auf eigenen Wunsch hin Überstunden erbracht habe. Im Herbst
1997 habe dann die schwere psychische Fehlentwicklung mit groteskem Gangbild und
der Verwendung eines Stocks eingesetzt. Aktuell präsentiere er sich in einem Zustand,
in dem er keinem Arbeitgeber mehr zumutbar sei. Das Rückenleiden könne sicherlich
nicht zu den aktuell geklagten Schmerzen führen. Aus rein organischer Sicht wäre
somit von einer Teilarbeitsfähigkeit in einer dem Rückenleiden angepassten Tätigkeit
auszugehen. Jedoch werde die Arbeitsfähigkeit durch das psychiatrische Leiden
eingeschränkt, welches sich unterdessen fixiert und chronifiziert habe. Der Versicherte
sei längst in seiner Krankheitsüberzeugung gefangen und zeige auf der
Verhaltensebene schwerste und grotesk appellativ anmutende Verhaltensstörungen,
die dem histrionischen Formenkreis zugeordnet werden müssten. Aus psychiatrischer
Sicht sei eine schwere, teilweise auch regressive Verhaltensstörung anzunehmen,
welche dem Versicherten die Verwertung der Sozialkompetenz verunmögliche. Daher
sei er als vollständig arbeitsunfähig zu betrachten. - Mit Verfügung vom 10. Juni 1999
(IV-act. I-55) sprach ihm die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle ab dem 1. Mai 1998
eine ganze Rente zu (Invaliditätsgrad 100 %).
B.
B.a Mit Mitteilungen vom 19. Juli 2001 (IV-act. I-64) und vom 13. September 2006 (IV-
act. I-76) wurde festgehalten, die Überprüfungen hätten keine rentenbeeinflussende
Änderung ergeben. Am 17. August 2006 hatte der Versicherte erklärt, er bedürfe beim
Aufstehen und bei der Fortbewegung regelmässig in erheblicher Weise der Hilfe Dritter
(vgl. IV-act. I-71-2).
B.b Im Rahmen eines weiteren von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahrens
gab der Versicherte am 14. November 2011 (IV-act. I-78) an, sein Gesundheitszustand
habe sich (erneut) verschlechtert (Rückenschmerzen stärker, Schwindel). Dr. med.
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C._, Allgemeinmedizin FMH, bestätigte im IV-Verlaufsbericht vom 10. Dezember
2011 (IV-act. I-81) eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Versicherten.
Er leide weiterhin an seiner chronifizierten schweren Schmerzverarbeitungsstörung mit
generalisiertem Schmerzempfinden, ausserdem an chronischen
Hämorrhoidalbeschwerden. Seit der diesbezüglichen Operation von 2009 klage er über
Stuhlinkontinenz. Ausserdem habe er sich am 7. Dezember 2011 durch einen Sturz
eine Basisfraktur Os metatarsale V links zugezogen. Aufgrund des chronifizierten und
generalisierten Schmerzsyndroms und fehlender körperlicher und psychischer
Belastbarkeit sei er zu 100 % arbeitsunfähig. Nachdem dem Arzt am 27. Januar 2012
(IV-act. I-86) mitgeteilt worden war, es sei im Rahmen der Gesetzesrevision 6a des IVG
eine Überprüfung des medizinischen Sachverhalts nötig, ergänzte er am 22. Februar
2012 (im entsprechenden Fragebogen, IV-act. I-90), es lägen beim Versicherten (u.a.)
eine somatisierende Depression (unverändert stark), ein AV-Block I° und rezidivierende
Synkopen unklarer Ätiologie vor. Seit März 1999 (dem vorgegebenen
Vergleichszeitpunkt) neu seien die Stuhlinkontinenzprobleme und die rezidivierenden
synkopalen Ereignisse (seit zwei Monaten, in Abklärung). Das Departement Chirurgie
und Orthopädie am Spital D._ hatte dem Arzt am 1. März 2011 (IV-act. I-91)
berichtet, der Versicherte berichte von flüssigem Stuhl, unerwartet, vor allem wenn er
unterwegs sei, während zuhause alles in Ordnung sei. Die Untersuchung habe einen
akzeptablen Sphinktertonus ohne Zeichen einer Sphinkterinsuffizienz ergeben. Die
morphologische Untersuchung sei bis auf einen kleinen Mucosaprolaps unauffällig
gewesen. Die Beschwerden seien eventuell auch durch einen Reizdarm bedingt. Der
Versicherte habe das empfohlene Medikament nicht eingenommen. Am 29. August
2012 (IV-act. I-94) hielt der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung
fest, der Rentenanspruch des Versicherten lasse sich in dieser Höhe nicht plausibel mit
nachweisbaren organischen Befunden belegen, er sei im ZMB-Gutachten vom 30.
März 1999 mit syndromalen Leiden begründet worden. Auch mit der neu erwähnten
unklaren Stuhlinkontinenz und der Fraktur, welche zwischenzeitlich als ausgeheilt zu
betrachten sei, bestehe beim Versicherten in einer adaptierten Tätigkeit mit zusätzlicher
Möglichkeit zu raschen Toilettengängen eine Arbeitsfähigkeit von medizinisch-
theoretisch 100 %. - Mit einem Vorbescheid vom 13. September 2012 (IV-act. I-96 f.)
stellte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Versicherten die Einstellung der
Rente (infolge der IV-Revision 6a) in Aussicht und unterbreitete ihm gleichzeitig (IV-act.
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I-98) ein Angebot von Unterstützung durch berufliche Eingliederungsmassnahmen. Der
Versicherte liess (durch den damaligen Rechtsvertreter) am 12. Oktober 2012 (IV-act.
I-99) einwenden, er sei seit vielen Jahren zu 100 % arbeitsunfähig. Auf die
dagegenstehende, rein aktenmässig gefundene Einschätzung des RAD könne nicht
abgestellt werden. Selbst bei einer Rentenaufhebung wären (zunächst)
Wiedereingliederungsmassnahmen zu prüfen. Der RAD hielt am 26. November 2012
(IV-act. I-105) dagegen, er habe lediglich den medizinischen Sachverhalt anhand der
veränderten juristischen Praxis gewürdigt. Im Schlussbericht vom 10. Januar 2013 (IV-
act. I-110) über die berufliche Eingliederung wurde festgehalten, der Versicherte sei
überzeugt, nie mehr arbeiten zu können. In der Folge wies die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle mit einer Mitteilung vom 14. Januar 2013 (IV-act.
I-113) einen Anspruch des Versicherten auf berufliche Massnahmen ab und hob die
Rente mit Verfügung vom 15. Januar 2013 (IV-act. I-114) auf den ersten Tag des
zweiten Monats nach Zustellung der Verfügung hin unter Entzug der aufschiebenden
Wirkung einer allfälligen Beschwerde auf.
B.c Mit Entscheid vom 17. April 2014 (IV-act. I-127) hob das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen diese Verfügung (vom 15. Januar 2013; auf am 15. Februar 2013
durch die neu bestellte Rechtsvertreterin erhobene Beschwerde hin) auf und wies die
Sache zur weiteren Abklärung im Sinn der Erwägungen an die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle zurück. Die ursprüngliche Rentenzusprache habe
sich ausschliesslich auf die durch die anhaltende somatoforme Schmerzstörung
begründete Arbeitsunfähigkeit von 100 % gestützt. Für die Herabsetzung oder
Aufhebung einer Rente gestützt auf die Schlussbestimmung lit. a sei aber erforderlich,
dass auch im Revisionszeitpunkt ausschliesslich ein pathogenetisch-ätiologisch
unklares syndromales Beschwerdebild ohne nachweisbare organische Grundlage
vorliege. Die Stellungnahmen des RAD genügten den rechtsprechungsgemäss hohen
Anforderungen an die Abklärung des massgebenden medizinischen Sachverhalts nicht
(keine persönliche Untersuchung, keine begründete Prüfung der Foerster-Kriterien). Die
Beschwerdegegnerin wurde verpflichtet, die bisherige Rente auch während des
weiteren Abklärungsverfahrens auszurichten.
B.d Dr. C._ gab am 11. Juli 2014 (IV-act. I-133; Eingangsdatum) an, es bestehe beim
Versicherten (bei chronischer Schmerzkrankheit, Depression und Stuhlinkontinenz)
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keine Arbeitsfähigkeit mehr. Der Versicherte bedürfe beim Ankleiden und diversen
Erledigungen (Einkaufen usw.) der Unterstützung durch die Ehefrau. - Dr. med. E._,
Facharzt FMH für ORL, gab im Arztbericht vom 17. September 2014 (IV-act. I-138;
Eingangsdatum) an, es lägen eine rezidivierende Otitis externa links und eine leichte bis
mittelgradige Innenohrschwerhörigkeit (seit ca. 2010) vor, welche die Arbeitsfähigkeit
nicht tangierten.
B.e Eine Begutachtung durch die MEDAS Zentralschweiz ergab gemäss dem
Gutachten vom 29. April 2015 (IV-act. I-147; im Folgenden auch kurz MEDAS-
Gutachten) als Diagnose mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit eine schwer chronifizierte, anhaltende somatoforme Schmerzstörung,
Schmerzverarbeitungsstörung. Ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit,
aber von Krankheitswert, seien unter anderem ein chronisches
Ganzkörperschmerzsyndrom (Kriterien für eine Fibromyalgie erfüllt), die
Stuhlinkontinenz, eine retropatelläre Chondromalazie Grad II links und die
rezidivierenden Synkopen. Als Nebenbefund nannten die Gutachter unter anderem
akzentuierte Persönlichkeitszüge, histrionische Elemente. Der Versicherte sei für
jegliche berufliche Tätigkeit in der freien Wirtschaft voll arbeitsunfähig. Als limitierend
würden sich die schwer chronifizierten psychischen Störungen erweisen. Seit der
Begutachtung im ZMB im Jahr 1999 habe sich der Gesundheitsschaden verschlechtert
(schwere Chronifizierung der psychischen Störungen).
B.f Der RAD hielt am 12. Mai 2015 (IV-act. I-148) dafür, aus rheumatologischer und
HNO- (bzw. ORL-)Sicht sei keine Arbeitsunfähigkeit festgestellt worden. Psychiatrisch
gesehen sei die volle Arbeitsunfähigkeit - bei teilweise erfüllten Foerster'schen Kriterien
- mit der schweren Chronifizierung begründet worden. Es sei ergänzend darauf
hinzuweisen, dass sich der Gesundheitszustand im Vergleich zur Zeit des ZMB-
Gutachtens verschlechtert habe.
B.g Dass die geltend gemachten somatischen Beschwerden nicht durch strukturelle
Schädigung am Bewegungsapparat erklärt werden konnten, bot Anlass zu Zweifeln
(vgl. IV-act. I-150). Eine ärztliche Mitarbeiterin der Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle
hielt des Weiteren fest, im Gutachten sei nicht auf die vom Rheumatologen festgestellte
Diskrepanz eingegangen und es seien vom Psychiater weder die Inkonsistenz noch die
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Indikatoren genügend berücksichtigt worden (vgl. IV-act. I-152; Beschreibung eines bei
den gestellten Diagnosen zu erwartenden Verhaltens). - Am 14. Dezember 2015 (IV-act.
I-153) wurde ein Überwachungsauftrag erteilt, am 12. Januar 2016 (IV-act. I-157) wurde
Bericht erstattet.
B.h Die genannte RAD-Ärztin hielt am 19. Februar 2016 (IV-act. I-159) fest, die
gutachterliche rheumatologische Einschätzung sei bestätigt worden, und ein RAD-Arzt
(Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie) legte am 19. April 2016 (IV-act. I-159)
dar, da die bei der Untersuchung gezeigten Bewegungsabläufe in unbeobachteten
Phasen restlos verschwunden seien, fehle es am Diagnosekriterium des andauernden
quälenden Schmerzes, weshalb keine somatoforme Schmerzstörung (und auch keine
andere psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) vorliege. - Am
27. April 2016 (IV-act. I-160) wurde seiner Rechtsvertreterin eine Einladung an den
Versicherten zu einem Gespräch zur Standortbestimmung (von etwa zwei Stunden
Dauer) zugestellt. Danach würden gemeinsam die nächsten Schritte geplant und die
notwendigen Massnahmen eingeleitet. Sollte ein Übersetzer nötig sein, sei das
mitzuteilen. In einer Telefonnotiz vom 10. Mai 2016 (IV-act. I-161) wurde festgehalten,
eine telefonische Rückfrage "beim RV" habe ergeben, dass der Versicherte einen
Dolmetscher benötige. Am 17. Mai 2016 (IV-act. I-162) wurde das Standortgespräch
geführt. Gleichentags zeigte sich die Rechtsvertreterin bei einem Gespräch mit dem
Befragenden befremdet darüber, dass man ihr betreffend die Befragung nicht reinen
Wein eingeschenkt habe. Er hielt dafür, sinnvollerweise nicht vorher auf eine
Observation hinweisen zu können, und erklärte, es hätte konkret Vorteile für beide
Seiten gehabt, wenn die Rechtsvertreterin anwesend gewesen wäre. - Mit Schreiben
vom 18. Mai 2016 (IV-act. I-165) wurde der Rechtsvertreterin des Versicherten
Gelegenheit geboten, sich zur Frage einer vorsorglichen Renteneinstellung und zu
einem allfälligen Vergleich des Inhalts, dass die Rente ab Observation wegen voller
Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit einzustellen sei, zu äussern. Die
Rechtsvertreterin antwortete am 27. Mai 2016 (IV-act. I-166), es seien - ohne
Renteneinstellung - noch zu tätigende Abklärungen abzuwarten. Es liege ein Gutachten
unter Berücksichtigung der Foerster-Kriterien vor, wonach der Versicherte - trotz nicht
vorhandenen sozialen Rückzugs - voll arbeitsunfähig sei. Die Gutachter müssten mit
dem Bildmaterial konfrontiert werden. Mindestens sei der Entscheid des Versicherten
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über das weitere Vorgehen (allfälliger Vergleich) - bis längstens 10. Juni 2016 -
abzuwarten.
B.i Am 2. Juni 2016 (IV-act. I-167) verfügte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle eine
vorsorgliche Renteneinstellung mit sofortiger Wirkung. Einer Beschwerde gegen diese
Verfügung entzog sie die aufschiebende Wirkung. Die Beweislage habe sich seit dem
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen wesentlich verändert. Die
Indizien für eine deliktische Erwirkung der Leistungen seien so stark, dass sich eine
Weiterausrichtung der Rente nicht rechtfertigen lasse, zumal der Versicherte eine
Rückforderung nicht begleichen könnte.
B.j Der Versicherte liess am 10. Juni 2016 (IV-act. I-168) mitteilen, er sei zu einem
Vergleich mit sofortiger Beendigung des Rentenanspruchs nicht bereit.
C.
C.a Gegen die (Zwischen-) Verfügung vom 2. Juni 2016 richtet sich die von
Rechtsanwältin lic. iur. Bettina Surber für den Betroffenen am 4. Juli 2016 erhobene
Beschwerde (IV 2016/238). Die Rechtsvertreterin beantragt, die angefochtene
Verfügung sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei weiterhin eine ganze Rente
auszurichten. Nach der Einladung zur Standortbestimmung sei ihr (der
Rechtsvertreterin) auf Rückfrage hin sinngemäss mitgeteilt worden, es gehe bei diesem
Gespräch einzig darum, mit dem Beschwerdeführer zu sprechen und die Situation zu
erläutern. Dies entspreche einer neuen Strategie der IV-Stelle: man wolle vermehrt mit
den Versicherten in Kontakt treten. Aufgrund dieser Aussage sei auf eine Begleitung
des Beschwerdeführers zum Gespräch verzichtet worden. Die Beschwerdegegnerin
habe den wahren Grund für die Einladung zur Befragung nicht genannt und
vorgegeben, es gehe bei der Befragung "quasi um eine Sache im Interesse" des
Beschwerdeführers. Dieses Verhalten sei ein Verstoss gegen Treu und Glauben und
gegen das Fairnessgebot im Verfahren gewesen. Sei aber die Befragung unter
Missachtung der genannten Regeln erfolgt, könne auch die Renteneinstellung nicht
rechtmässig sein. Die Sache sei zur Gewährleistung eines fairen Verfahrens an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die vorsorgliche Renteneinstellung sei
ausserdem zurzeit nicht gerechtfertigt. Weshalb die Beschwerdegegnerin nach
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Vorliegen eines Gutachtens eine Observation habe durchführen lassen, sei nicht
nachvollziehbar. Wenn aber eine solche erfolge, dann habe das so zu geschehen, dass
sich ein Gesamtbild über das Verhalten des Versicherten ergebe, also in Form einer
Beobachtung des Wohnortes über mehrere Tage hinweg und nicht wie hier nur an zwei
innerhalb von elf Tagen. Die Observationsunterlagen seien aus dem Recht zu weisen.
Selbst wenn die Videoaufnahmen als beweistauglich zuzulassen wären, könnten sie für
sich allein nicht Grund für eine Renteneinstellung bilden. Denn nach dem Versuch der
Beschwerdegegnerin vom 15. Januar 2013, die Rente einzustellen, sei ein
umfassendes Gutachten erstellt worden, das auch Grundlage für eine Überprüfung
nach der geänderten Rechtsprechung bilden könnte. Gehe die Beschwerdegegnerin
davon aus, dass dieses durch die Erkenntnisse aus der Observation überholt sei, habe
sie sich bei den Gutachtern hierüber zu vergewissern. Dr. med. F._, Facharzt für
Allgemeinmedizin und Anästhesie, bei dem dieser in Behandlung stehe, gehe weiterhin
von einer Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers von 100 % aus, wie das
beigelegte Arztzeugnis vom 9. Juni 2016 zeige. Der Gesundheitszustand wäre vertieft
abzuklären.
C.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 1. September 2016 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Beim Entscheid über die
Anordnung vorsorglicher Massnahmen habe sie (die Beschwerdegegnerin) ein weites
Ermessen, in das der Richter nur eingreife, wenn die Gründe gegen die Massnahme
eindeutig schwerer wögen als diejenigen, die für die Massnahme vorgebracht würden.
Zum Zeitpunkt der Anordnung einer Observation könne nicht vorausgesagt werden, ob
und gegebenenfalls wie häufig und wie lange eine versicherte Person gesehen werden
könne. Die Rechtmässigkeit der Observation falle nicht nachträglich dahin, wenn das
wenig oder gar nicht der Fall sei. Vorliegend sei davon auszugehen gewesen, dass eine
schwere Simulation dann vorläge, wenn der Beschwerdeführer im Alltag oder in
Phasen des Alltags ohne Stock oder in anderer als stark gekrümmter Körperhaltung
gehend, Fahrzeuge lenkend oder regelmässig mehrmals wöchentlich das Haus
verlassend gesehen werde. Das Observationsmaterial sei diesbezüglich sehr
aufschlussreich. Die Rechtsprechung (Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 20. April 2016, IV 2015/210 E. 5.6) bestätige, dass es dem
öffentlichen Interesse an der Wahrheitsfindung dienen könne, vorerst nicht alle Akten
zu edieren. Aus dem gleichen Grund sei es hier gerechtfertigt gewesen, den
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Beschwerdeführer nicht unverzüglich in Kenntnis aller Beweismittel zu setzen. Dass die
zuständige Sachbearbeiterin die Rechtsvertreterin und damit indirekt den
Beschwerdeführer, welcher sich wegen des Gesprächs Sorgen gemacht habe,
anlässlich eines Telefongesprächs zu beruhigen versucht habe, sei nicht zu bemängeln.
Es sei jedenfalls nicht das Ziel der Beschwerdegegnerin gewesen, die Anwesenheit der
Rechtsvertreterin bei der Befragung zu verhindern. Die gegenwärtige Aktenlage
begründe ernsthaften Zweifel an der Invalidität des Beschwerdeführers. Gemäss dem
RAD sei die Diagnose, die zur Annahme von Arbeitsunfähigkeit geführt habe, durch die
Observationsergebnisse widerlegt. Das Verhalten des Beschwerdeführers sei schon
seit Jahren auffällig gewesen. Es bestehe der begründete Verdacht, dass er die
Entscheidträger seit Jahren getäuscht habe. Sie (die Beschwerdegegnerin) sei
verpflichtet, den Sachverhalt zu klären und gegebenenfalls eine rückwirkende
Rentenkorrektur vorzunehmen.
C.c Mit Replik vom 6. Dezember 2016 bestreitet die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers aufgrund der zwischenzeitlich ergangenen Rechtsprechung des
Europäischen Gerichtshofs die Zulässigkeit der Observation. Die gesetzliche Grundlage
genüge nicht. Ausserdem habe kein Anlass für die Observation bestanden. Das
Observationsmaterial sei aus dem Recht zu weisen. Das verfahrensmässige Vorgehen
der Beschwerdegegnerin erweise sich als absolut unzulässig. Der Anruf bei der
Beschwerdegegnerin sei erfolgt, um in Erfahrung zu bringen, ob eine Begleitung des
Beschwerdeführers zum Gespräch nötig sei oder nicht. Wäre der wahre Grund bekannt
gewesen, wäre er begleitet worden. Die Observation ergebe kein schlüssiges Bild über
den Gesundheitszustand. Ob der Beschwerdeführer das Haus auch an anderen Tagen
verlassen oder den ganzen Tag zuhause verbracht habe, ergebe sich daraus nicht. Da
die Gutachter keinen vollständigen sozialen Rückzug des Beschwerdeführers
beschrieben hätten, sei es mit dem Beschwerdebild durchaus vereinbar, dass er in elf
Tagen zweimal das Haus verlassen habe und in Begleitung seiner Ehefrau einkaufen
gegangen sei. Zudem anerkenne die Beschwerdegegnerin offensichtlich selbst die
ungenügende Grundlage, habe sie doch in der Zwischenzeit ein weiteres Gutachten in
Auftrag gegeben.
C.d In ihrer Duplik vom 17. Februar 2017 legt die Beschwerdegegnerin dar, der
Beschwerdeführer habe gegen eine Begutachtung unter Verwertung des
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Observationsmaterials keine Einwendungen erhoben. Es frage sich daher, ob er noch
ein schützenswertes Interesse an der Entfernung des Observationsmaterials aus den
Akten habe. Der Entscheid des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom
18. Oktober 2016 (61838/10) habe sich mit dem Bereich der Unfallversicherung
befasst. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen habe vor dessen Rechtskraft
im Entscheid IV 2016/145 vom 6. Dezember 2016 eigene Überlegungen zur
Grundrechtswidrigkeit von Observationen im Bereich Invalidenversicherung angestellt.
Die Argumentation vermöge über weite Strecken nicht zu überzeugen. Bevor sich das
Bundesgericht hierzu geäussert habe, wäre eine kantonale Anordnung, Akten zu
bereinigen, nicht akzeptabel. Dort hängig sei daneben der Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen IV 2014/107 vom 27. September 2016.
Im Bereich der Invalidenversicherung seien Observationen auch mit Blick auf die EMRK
nicht zu beanstanden. In erster Linie würden Daten über das Verhalten einer
versicherten Person im Alltag und allenfalls auch zu beruflichen Aktivitäten erhoben,
beides keine Gesundheitsdaten. Die sensiblen Gesundheitsdaten lägen in Form von
Arztberichten und Gutachten bereits im Dossier. Es sei ausserdem nicht
nachvollziehbar, weshalb die Invalidenversicherung keine rechtliche Grundlage zur
Bearbeitung von Gesundheitsdaten haben sollte; gegebenenfalls könnte sie ihrem
gesetzlichen Auftrag gar nicht mehr nachkommen. Im Sozialversicherungsrecht gebe
es keinen numerus clausus an möglichen Abklärungshandlungen. Das kantonale
Versicherungsgericht habe auch immer wieder zur Einholung fremdanamnestischer
Auskünfte verpflichtet. Die Auffassung des Bundesgerichts, Observationen seien
bereits durch den allgemeinen gesetzlichen Abklärungsauftrag gedeckt, sei immer
noch überzeugend. Anders als in der Unfallversicherung gebe es, was das vom EGMR
betonte Erfordernis der Voraussehbarkeit der verdeckten Überwachung betreffe, mit
Art. 59 Abs. 5 IVG hier den gesetzlichen Auftrag, unter Beizug von Spezialisten den
ungerechtfertigten Leistungsbezug zu verhindern. Selbst wenn man die gesetzliche
Grundlage aber als nur knapp ausreichend taxierte, wäre der Mangel so geringfügig,
dass eine Interessenabwägung klar zugunsten der Verwertbarkeit des
Observationsmaterials ausfallen müsste. Die versicherte Person habe die Pflicht,
wahrheitsgemässe Auskünfte zu erteilen; sie habe keinen Anspruch auf Schutz von
falschen Darstellungen.
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C.e Am 30. Juni 2017 teilt die Beschwerdegegnerin mit, sie habe an diesem Tag in der
Sache entschieden (dazu weiter unter lit. D.e), weshalb das Gerichtsverfahren
betreffend die vorsorgliche Renteneinstellung gegenstandslos geworden sei. - Die
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers bestreitet mit Eingabe vom 4. September
2017, dass sich das Verfahren erledige. Selbst wenn man davon ausginge, dass die
Renteneinstellung zu Recht erfolgt sei, sei damit noch nicht gesagt, dass auch die
vorsorgliche Einstellung rechtmässig gewesen sei.
D.
D.a Inzwischen hatte Dr. C._ am 6. November 2016 (Akten der IV-Stelle zu IV
2017/313, nachfolgend IV-act. II, IV-act. II-191) berichtet, der Versicherte besitze keine
verwertbare Restarbeitsfähigkeit, da er weder physisch noch psychisch auch nur
ansatzweise belastbar sei. - Am 10. November 2016 (IV-act. II-192) war seiner
Rechtsvertreterin angezeigt worden, dass eine psychiatrische Abklärung des
Versicherten notwendig sei. Sie hatte am 6. Dezember 2016 (IV-act. II-197) entgegnet,
das Observationsmaterial sei aus dem Recht zu weisen.
D.b Am 17. März 2017 (IV-act. II-209) hatte Dr. med. G._, Facharzt FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie, das - unter Beizug einer neuropsychologischen
Beurteilung (IV-act. II-209-96 ff.) erstellte - psychiatrische Gutachten erstattet. Es sei
keine psychiatrische Diagnose zu stellen. Die Arbeitsfähigkeit des Versicherten sei aus
psychiatrischer Sicht nicht eingeschränkt. Im Vordergrund würden ganz eindeutig
psychosoziale Belastungsfaktoren stehen, wie der Versicherte selber sehr ausführlich
betont habe. Angaben zu den Beeinträchtigungen und den persönlichen Ressourcen
könnten - wie weitere Aussagen zu gestellten Fragen (Persönlichkeitsbild,
medizinischer Verlauf, Veränderung im Vergleich zu Juni 1999, Beginn einer
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 %) - aufgrund der eingeschränkten Mitwirkung
des Versicherten nicht gemacht werden. Aufgrund der vielen Hinweise auf Aggravation,
der Falschangaben und der vielen Diskrepanzen und Widersprüche müsse davon
ausgegangen werden, dass die Angaben des Versicherten nicht zuverlässig seien. Eine
psychiatrische Behandlung sei nie in Anspruch genommen worden. Der Vorgutachter
habe sich im Wesentlichen auf die Angaben des Versicherten gestützt und die
attestierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht nur medizinisch-theoretisch,
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sondern auch sozial-praktisch begründet. Eine Reintegration ins Erwerbsleben sei
tatsächlich unrealistisch, allerdings mangels entsprechender Motivation. Die sehr
ausführliche Symptomvalidierung im Rahmen der neuropsychologischen Abklärung sei
sehr auffällig gewesen. Das Beschwerdebild sei mit den Erkenntnissen aus der
Observation nicht vereinbar. Diese habe - kurze Zeit nach der Begutachtung - gezeigt,
dass die dem Psychiater demonstrierten Einschränkungen so nicht hätten bestehen
können. Die sehr dramatisch bis grotesk wirkende Beschwerdeschilderung, die der
Versicherte auch bei der aktuellen Untersuchung wieder gezeigt habe, sei offensichtlich
nicht der Persönlichkeit, sondern der speziellen Untersuchungssituation geschuldet.
Persönlichkeitszüge seien grundsätzlich relativ stabil und würden sich nicht nur in der
Untersuchungssituation auswirken. Der Versicherte habe angedroht, sich das Leben zu
nehmen, falls die Abklärung nicht zu seinen Gunsten ausfallen werde.
D.c Die mit dem Verfahren befasste RAD-Ärztin hatte am 27. März 2017 (IV-act. II-210)
festgehalten, es handle sich beim Gutachten um eine andere Einschätzung desselben
Sachverhalts, wie er im Juni 1999 vorgelegen habe.
D.d Mit Vorbescheid vom 4. April 2017 (IV-act. II-211) war der Rechtsvertreterin des
Versicherten eine Einstellung der Rente auf Ende Mai 2016 in Aussicht gestellt worden.
- Der Versicherte hatte am 6. Juni 2017 (IV-act. II-216) einwenden lassen, sowohl
Observationsmaterial wie darauf basierendes Gutachten seien aus dem Recht zu
weisen. Der Widerspruch der beiden Gutachten (MEDAS - Dr. G._) lasse sich nicht
hinreichend erklären. Abzustellen sei auf das umfassende MEDAS-Gutachten; das
Gutachten von Dr. G._ hingegen vermöge nicht zu überzeugen.
D.e Mit Verfügung vom 30. Juni 2017 (IV-act. II-218) hat die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle des Kantons St. Gallen den Rentenanspruch des Versicherten (auf der
Grundlage der Schlussbestimmung der IV-Revision 6a vom 18. März 2011) auf Ende
Mai 2016 eingestellt. Die ursprüngliche Rentenzusprache sei aufgrund eines
pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildes ohne
nachweisbare organische Grundlage erfolgt. Das Versicherungsgericht habe die Sache
zur Klärung des aktuellen Gesundheitszustands des Versicherten zurückgewiesen und
eine Weiterausrichtung der Rente angeordnet. Nun sei das Gutachten vom 17. März
2017 massgebend. Eine die Arbeitsfähigkeit einschränkende Diagnose liege nicht vor.
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Durch die Observation und die darauf gestützte gutachterliche Abklärung sei
nachgewiesen, dass der Versicherte seine Einschränkungen in den wesentlichen Teilen
vorspiele. Es sei also davon auszugehen, dass er auch beim Untersuch durch die
MEDAS im März 2015 seine Auskunfts- und Mitwirkungspflichten in gravierender Weise
verletzt habe. Hätte er sich korrekt verhalten, hätte das IV-Verfahren wesentlich früher
abgeschlossen werden können. Die Auskunfts- und Mitwirkungspflichtverletzung durch
den Versicherten rechtfertige eine rückwirkende Rentenanpassung. Obwohl sich auch
ein wesentlich früherer Zeitpunkt rechtfertigen liesse, werde für den
Anpassungszeitpunkt, um uneinbringliche Rückforderungen zu vermeiden, am
Zeitpunkt der vorsorglichen Renteneinstellung auf Ende Mai 2016 angeknüpft.
E.
E.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von seiner Rechtsvertreterin für den
Betroffenen am 4. September 2017 erhobene Beschwerde (IV 2017/313). Sie
beantragt, die angefochtene Verfügung (vom 30. Juni 2017) sei aufzuheben und es sei
dem Beschwerdeführer weiterhin eine ganze Rente zuzusprechen, eventualiter sei die
Sache für eine umfassende Abklärung nochmals an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Die Observation des Beschwerdeführers stelle eine entscheidende
Grundlage für die Feststellungen der Beschwerdegegnerin dar. Sie sei aber nicht
verwertbar. Entgegen dem Bundesgerichtsentscheid 9C_806/2016 sei nämlich von
einem absoluten Verwertungsverbot auszugehen, denn es sei nicht geregelt, wer die
Überwachung anordne und wer deren Rechtmässigkeit überprüfe. Fliesse das auf
ungenügender gesetzlicher Grundlage gewonnene Observationsmaterial samt der
Befragung des Beschwerdeführers - wie hier - massgeblich in ein Gutachten ein, so
könne auch dieses keine Geltung haben. Für die Beschwerdegegnerin habe es
angesichts der nach der gerichtlichen Rückweisung veranlassten umfassenden
Begutachtung und der Stellungnahme des RAD schon keinen Grund für eine
Observation gegeben. Hätten die Gutachter mit einer vollen Arbeitsunfähigkeit nicht zu
vereinbarende Widersprüche gefunden, so hätten sie das im Gutachten festgehalten.
Die Ärzte des ZMB und jene der MEDAS hätten die volle Arbeitsunfähigkeit in
Würdigung aller Arztberichte und in Kenntnis des Verhaltens des Beschwerdeführers
angenommen. Zudem seien die Grundsätze eines fairen Verfahrens verletzt worden.
Würden Observationen durchgeführt und wolle die Beschwerdegegnerin daraus etwas
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zu Ungunsten des Versicherten ableiten, so bewege sie sich in einem Bereich, der in
der Gestaltung ähnlich verlaufe wie ein Strafverfahren, wobei dort allerdings ein Richter
den Einsatz von verdeckten Ermittlungen zu genehmigen habe. Die Staatsanwälte
würden - wenn auch nicht detailliert - Auskunft darüber erteilen, worum es bei der
Befragung gehen solle, so dass sich die Notwendigkeit einer anwaltlichen Begleitung
abschätzen lasse. Das mindestens müsste auch im Verwaltungsverfahren gelten. Auf
Anfrage jedoch über den wahren Anlass der Befragung zu schweigen oder gar noch
vorzubringen, sie geschehe aufgrund einer neuen Strategie eines vermehrten Kontakts
zu den Versicherten, sei stossend und treuwidrig. Die Verfügung sei deswegen
aufzuheben. Sollte das Gutachten von Dr. G._ aber grundsätzlich zugelassen
werden, sei festzuhalten, dass es nicht zu überzeugen vermöge und das Gutachten der
MEDAS Zentralschweiz nicht an Beweiswert verlieren könne. Es sei nicht erkennbar,
dass sich der MEDAS-Psychiater massgeblich vom Verhalten habe leiten lassen, das
der Beschwerdeführer gezeigt habe. Er habe dargelegt, dass der soziale Rückzug
angedeutet sei, aber nicht in allen Lebenslagen stattgefunden habe, dass es vor allem
die schwere Chronifizierung sei, welche Therapieoptionen verunmögliche, und dass die
ganze Persönlichkeit des Beschwerdeführers ausgeprägt auf die Defizite fokussiert sei.
Alle diese Feststellungen würden durch das Observationsergebnis nicht tangiert. Der
Beschwerdeführer sei nur an zwei innerhalb von elf Tagen ausserhalb der Wohnung
gesehen worden. An den weiteren Tagen habe entweder keine Observation
stattgefunden oder der Beschwerdeführer habe das Haus nicht verlassen. Von regen
Aktivitäten sei nicht auszugehen. Die Momentaufnahmen würden auch kein schlüssiges
Bild zulassen. Dr. G._ betone auffallend, dass der Beschwerdeführer keine konkreten
Antworten auf die gestellten Fragen gegeben habe. Das sei nicht fehlender Wille,
sondern gerade ein Element der Beeinträchtigung des Beschwerdeführers. Er sei stark
auf den Gesundheitszustand fokussiert und könne auf die Fragen nicht konkret
eingehen, und zwar nicht nur in der Begutachtungssituation, sondern auch bei
Besprechungen der rechtlichen Aspekte des Verfahrens. Das psychiatrische MEDAS-
Gutachten habe die Beeinträchtigung des Beschwerdeführers erfasst. Die
neuropsychologische Testung habe offensichtlich - auch bei schwer lesbarem Ergebnis
- überall ganz erhebliche Einschränkungen des Beschwerdeführers aufgezeigt.
Offenbar würden der Gutachter und der Neuropsychologe aber annehmen, dass es zu
Antwortverzerrungen gekommen sei. Ob das tatsächlich und umfassend der Fall sei,
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sei unklar. Diesfalls wäre es aber im Hinblick auf eine allfällige neurologische Erklärung
angezeigt gewesen, den Beschwerdeführer auch durch einen Neurologen begutachten
zu lassen. Die Begutachtung habe jedoch unter dem Verdacht stattgefunden, dass der
Beschwerdeführer die Rente zu Unrecht beziehe.
E.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 13./16. November 2017 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Das Bundesgericht habe
mehrfach bestätigt, dass die entsprechenden Beweismittel trotz ungenügender
gesetzlicher Grundlagen für Observationen in der Regel verwertet werden dürften. Das
kantonale Versicherungsgericht habe sich dieser Praxis mit dem Entscheid IV 2014/566
vom 5. September 2017 angeschlossen. Die Verdachtsmomente seien vorliegend im
sogenannten Antrag Personenobservation (IV-act. II-154-2) ausführlich beschrieben
worden. Es habe sich auch um eine geringfügige Verletzung der privaten Verhältnisse
gehandelt, da eigentliche Observationen nur an zwei Tagen durchgeführt worden seien.
Die Beschwerdegegnerin führe in gewissen Situationen praxisgemäss zweistufige
Befragungen durch, bei welchen die versicherten Personen zunächst - nach Hinweis
auf die Wahrheitspflicht - ihre Sicht der Dinge darstellen und sich danach auf Vorhalt zu
ihnen bis dahin unbekannten Beweismitteln äussern könnten. Das sei zweckmässig
und geeignet, wesentlich zur Sachverhaltsabklärung beizutragen. Das Recht auf
Waffengleichheit umfasse nicht den Anspruch, jederzeit über die gleichen Beweismittel
zu verfügen wie die Verwaltung. Ein IV-Verfahren würde andernfalls unverhältnismässig
erschwert und ein Strafverfahren könnte gar nicht mehr zweckmässig geführt werden.
Bei laufenden Leistungen sei vorfrageweise zu prüfen, ob von einer deliktischen
Erwirkung der Rente (mit der Notwendigkeit der prozessualen Revision) auszugehen
sei. Die IV sei dazu verpflichtet, allfälliges strafrechtlich relevantes Verhalten zur
Anzeige zu bringen. Deshalb sei wesentlich, den Kontrast zwischen Behauptungen und
Tatsachen herauszuarbeiten. Unter gewissen Umständen (etwa wenn noch weitere
Abklärungen dadurch gefährdet wären oder wenn ein Strafverfahren anzustrengen sei)
sei es sogar gerechtfertigt, der versicherten Person die neuen Beweise nicht offen zu
legen und sie im Glauben zu lassen, sie habe die Versicherung mit ihren Lügen (wieder)
zu täuschen vermocht. Der Vorhalt von unerwarteten Beweismitteln sei insofern
aufschlussreich, als sich die versicherte Person keine neuen Geschichten ausdenken
könne und eher bereit sei, wahrheitsgemäss Auskunft zu erteilen. Redlichkeit und
Glaubwürdigkeit (sc. von Aussagen und Verhalten) seien relevantes Beweisthema, weil
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medizinische Beurteilungen desto eher auf sie abstellten, je weniger Befunde objektiv
erhoben werden könnten. Das Aussageverhalten zu überprüfbaren Tatsachen könne
einen wertvollen Beitrag zur Überprüfung der Glaubwürdigkeit leisten. Hielte man einer
versicherten Person die neuen Beweise schon zu Beginn vor, wäre zu erwarten, dass
sie alles relativiere und nur noch ergebnisorientierte Antworten gebe. Es sei aber nicht
Gegenstand der Fairness, eine versicherte Person so zu stellen, dass sie ohne
Gesichtsverlust und ohne rechtliche Konsequenzen ihre falschen Darstellungen
zurücknehmen könne, und auch nicht, sie gegebenenfalls aktiv daran zu hindern,
Lügen vorzutragen. Da die Rechtsvertreterin am Gespräch nicht teilgenommen habe,
sei der Beschwerdeführer ausdrücklich dazu aufgefordert worden, die Situation mit ihr
zu besprechen. Das Fairnessgebot sei nicht verletzt worden. Würden bei einer
Begutachtung Aggravationen und Inkonsistenzen festgestellt, erschwerten Unschärfen
eine korrekte Beurteilung. Habe bei einer Observation ein bestimmtes Leistungsniveau
beobachtet werden können, lasse das Aussageverhalten Rückschlüsse auf die
Bedeutung der Aggravation und der Inkonsistenzen zu. Stehe das beobachtete
Verhalten im Kontrast mit den beschriebenen Einschränkungen, seien die Ursachen
wichtig (Verbesserung, schwankender Gesundheitszustand, Täuschungsabsicht). Die
Zweifel an der Überzeugungskraft des MEDAS-Gutachtens hätten vorliegend Anlass für
die Observation geboten, die in der Folge den Zweifeln Recht gegeben habe. Das
Gutachten von Dr. G._ lasse Unsicherheiten durchblicken. Diese Offenheit des
Gutachters sei kein Mangel, sondern zeige, wie sehr der Beschwerdeführer das
Abklärungsergebnis bewusst oder zumindest bewusstseinsnah beeinflusst und
verfälscht habe.
E.c Mit Replik vom 14. März 2018 beanstandet die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers, dass die Beschwerdegegnerin mit der Observation eine Methode
anwende, die ansonsten den Strafverfolgungsbehörden vorbehalten sei, welche aber
ganz klare Grundsätze zur Fairness des Verfahrens zu berücksichtigen hätten. Ob es
darum gegangen sei, die Rechtsvertreterin von einer Begleitung abzuhalten, könne
dahingestellt bleiben. Die MEDAS Zentralschweiz sei nicht von Aggravationen
ausgegangen. Andernfalls hätten sie kaum eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert. Ein
Grund zur Observation habe nicht bestanden. Der behandelnde Chiropraktor, Dr.
H._, gehe von multiplen chronischen Beschwerden des Beschwerdeführers am
Bewegungsapparat und von der Unmöglichkeit einer regelmässigen langfristigen
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Arbeitstätigkeit aus, wie ein beigelegter Bericht zeige. - Dr. H._ hatte mit Schreiben
vom 4. Dezember 2017 erklärt, der Beschwerdeführer stehe seit dem 28. Februar 2017
in Behandlung, doch die Beschwerden seien nur schwer zu beeinflussen und würden
öfters rezidivieren.
E.d In ihrer Duplik vom 22./24. Mai 2018 legt die Beschwerdegegnerin dar, in der
Beschwerde vom 4. September 2017 gebe die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers die Auskunft der Beschwerdegegnerin verzerrt wieder. Es sei ihr
eröffnet worden, dass es um eine Besprechung des weiteren Vorgehens gehe. Deshalb
hätte ihr klar sein müssen, dass durchaus wichtige Themen erörtert werden sollten.
Wenn sie darauf verzichtet habe, ihren nur schlecht Deutsch sprechenden, nicht
rechtskundigen und nach ihrer Darstellung in der Gesundheit schwer eingeschränkten
Mandanten zu begleiten, habe sie es sich in erster Linie selber zuzuschreiben. Wäre sie
vom Vorliegen der behaupteten Einschränkungen überzeugt, hätte sie keinesfalls
darauf verzichtet, ihn zu begleiten. Sie vermöge ausserdem keine konkreten Nachteile
des Beschwerdeführers zu belegen und solche seien auch nicht ersichtlich. Dieser
hätte nicht das Recht gehabt, zu schweigen oder unzutreffende Auskünfte zu erteilen.
Die Rechtsvertreterin hätte ihn also auch nicht dazu auffordern dürfen, die Aussage zu
verweigern. Dr. H._ sei nicht Arzt und habe keine Kenntnis von den vollständigen IV-
Akten. Er setze sich weder mit dem Gutachten noch mit der angefochtenen Verfügung
auseinander. Der Bericht habe keinen Beweiswert.

Erwägungen
1.
Die beiden erhobenen Beschwerden richten sich gegen eine verfügte vorsorgliche
Massnahme in Form einer sofortigen vorläufigen Renteneinstellung vom 2. Juni 2016
und gegen die Verfügung vom 30. Juni 2017 einer Renteneinstellung auf Ende Mai
2016.
2.
Der Beschwerdeführer lässt eine Rechtswidrigkeit der angefochtenen Verfügungen
infolge eines treuwidrigen Verhaltens der Beschwerdegegnerin bei der Einladung zum
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Standortgespräch (Vorgabe eines unzutreffenden Grundes) geltend machen. Da
diesem Gespräch indessen, wie sich aus dem unten Darzulegenden ergibt, keine
relevante Bedeutung für die Beweislage zukommt, können die diesbezüglichen Fragen
offen bleiben.
3.
3.1 Nach Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger auf formell rechtskräftige
Verfügungen zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre
Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. - Formell rechtskräftige Verfügungen
müssen in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der
Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder
Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht möglich war (Art. 53 Abs. 1
ATSG).
3.2 Gemäss lit. a Abs. 1 der Schlussbestimmungen der Änderung des IVG vom 18.
März 2011 (6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket, in Kraft seit 1. Januar 2012)
werden Renten, die bei pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Genese gesprochen worden sind,
innerhalb von drei Jahren seit Inkrafttreten dieser Gesetzesänderungen überprüft, und,
wenn die Voraussetzungen nach Art. 7 ATSG nicht erfüllt sind, herabgesetzt oder
aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen von Art. 17 Abs. 1 ATSG [erhebliche
Änderung des Invaliditätsgrads] nicht erfüllt sind (Abs. 1). Der Gesetzgeber hat in der
Schlussbestimmung keine ausdrückliche Anordnung über den Zeitpunkt der
Aufhebung oder Herabsetzung getroffen.
3.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
3.4 Nach Art. 7 Abs. 1 ATSG ist Erwerbsunfähigkeit der durch Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
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Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt.
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
3.5
3.5.1 Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann zunächst nur relevant sein,
wenn sie Folge einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten
Gesundheitsbeeinträchtigung ist (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 15. Mai 2017,
8C_95/2017, BGE 130 V 396).
3.5.2 Nach der Rechtsprechung von BGE 130 V 352, die später durch BGE 141 V 281
(vom 3. Juni 2015) modifiziert wurde, war ein fachärztlich ausgewiesenes psychisches
Leiden mit Krankheitswert als solches nicht auch schon hinreichende Basis für die
Annahme einer invalidisierenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die - nur in
Ausnahmefällen anzunehmende - Unzumutbarkeit einer willentlichen
Schmerzüberwindung und eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess setzte danach
das Vorliegen einer mitwirkenden, ausgewiesenen psychischen Komorbidität von
erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer oder aber das Vorhandensein
anderer qualifizierter, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllter Kriterien
(sogenannter Foerster'scher Kriterien) voraus, Kriterien wie chronische körperliche
Begleiterkrankungen und ein mehrjähriger Krankheitsverlauf bei unveränderter oder
progredienter Symptomatik ohne längerfristige Remission, ein ausgewiesener sozialer
Rückzug in allen Belangen des Lebens, ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr
angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber
entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn ["Flucht in die
Krankheit"]) oder schliesslich unbefriedigende Behandlungsergebnisse trotz
konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Behandlungsbemühungen
und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und
Eigenanstrengung der versicherten Person (vgl. BGE 130 V 352 E. 2.2.3, vgl. BGE 137
V 64 E. 4.1).
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3.5.3 Nach der aktuellen Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 281 (mit Aufgeben der
früheren Überwindbarkeitsvermutung) ist (verstärktes) Augenmerk auf die
Anforderungen an die Diagnosen zu richten. Erforderlich ist ein ausreichender Bezug
zur funktionserheblichen Befundlage (E. 2.1.1). In der Folge ist die Arbeits(un)fähigkeit
zu beurteilen, das heisst, es sind die funktionellen Folgen der Gesundheitsschädigung
qualitativ zu erfassen und quantitativ einzuschätzen (vgl. BGE 141 V 281 E. 3.1). Für die
Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens sind in der Regel diverse
Standardindikatoren beachtlich, die in zwei Kategorien systematisiert werden, nämlich
einerseits in der Kategorie des funktionellen Schweregrads und anderseits in jener der
Konsistenz. Zum funktionellen Schweregrad sind die Komplexe
"Gesundheitsschädigung" (mit den Aspekten der Ausprägung der diagnoserelevanten
Befunde, des Behandlungs- und Eingliederungserfolgs oder der entsprechenden
Resistenz und der Komorbiditäten), "Persönlichkeit" (mit Persönlichkeitsdiagnostik und
persönlichen Ressourcen) und "Sozialer Kontext" zu berücksichtigen. In der Kategorie
der Konsistenz geht es um Gesichtspunkte des Verhaltens, namentlich um eine
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren
Lebensbereichen und um behandlungs- und eingliederungsanamnestisch
ausgewiesenen Leidensdruck (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.1.3). Soweit die festgestellte
Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht oder
unter dem Einfluss der Folgen der Erzielung eines sekundären Krankheitsgewinns steht
(der rechtlich grundsätzlich unbeachtlich zu bleiben hat, vgl. unten E. 4.3.2), liegt nach
der Rechtsprechung regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor.
Hinweise darauf ergeben sich (im Zusammenhang mit einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung) namentlich, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den
geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht;
intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt;
keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird;
demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken;
schwere Einschränkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld
jedoch weitgehend intakt ist (BGE 141 V 281 E. 2.2).
3.5.4 Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung hat schon der Arzt bzw. die
medizinisch sachverständige Person bei der Einschätzung des Leistungsvermögens
den in der Judikatur umschriebenen einschlägigen Indikatoren zu folgen (vgl. BGE 141
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V 281 E. 5.2.2). Die Rechtsanwender überprüfen die ärztlichen bzw. gutachterlichen
Angaben frei, insbesondere darauf hin, ob die Ärzte sich an die massgebenden
normativen Rahmenbedingungen gehalten haben, das heisst, ob sie ausschliesslich
funktionelle Ausfälle berücksichtigt haben, welche Folgen der gesundheitlichen
Beeinträchtigung sind (Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG), sowie, ob die
versicherungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter Grundlage
erfolgt ist (Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG; BGE 141 V 281 E. 5.2.2).
3.5.5 Medizinische Gutachten nach der älteren Praxis verlieren ihren Beweiswert nicht
per se. Vielmehr ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die
Sachverständigengutachten, gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen
Berichten, eine schlüssige Beurteilung im Licht der massgeblichen Indikatoren erlauben
oder nicht (vgl. BGE 141 V 281 E. 8; vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 18. Mai 2017,
8C_842/2016).
4.
4.1 Gemäss dem Entscheid des hiesigen Versicherungsgerichts vom 17. April 2014
über die Renteneinstellungsverfügung vom 15. Januar 2013 war damals noch offen und
zu klären, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der
Rentenzusprache allenfalls verschlechtert habe und ob die Foerster'schen Kriterien als
erfüllt zu betrachten seien.
4.2 Bei der anschliessend veranlassten MEDAS-Begutachtung vom März 2015 klagte
der Beschwerdeführer unter anderem, er habe überhaupt keine Kraft, müsse eine
Kaffeetasse mit beiden Händen halten. Seit 15 Jahren trage er jede Nacht wegen der
Schmerzen eine Schiene an der rechten Hand. Der Rückenschmerzen wegen gehe er
teils eine ganze Woche lang nicht aus dem Haus. Das ganze linke Bein brenne tags
und nachts wie Feuer, immerzu. Er leide an Schwindel und Übelkeit und vermehrter
Müdigkeit, an Kopfschmerzen, teils schmerze ihn schon eine Berührung der Haare oder
der Wasserstrahl auf den Kopf beim Duschen (vgl. IV-act. I-147-15). Einkäufe mache er
jeweils mit der Ehefrau (vgl. IV-act. I-147-16). Es wurde festgestellt, er sei wiederum an
einem Handstock gegangen, stark vornübergebeugt und seitlich verkrümmt (vgl. IV-act.
I-147-17). Bei der rheumatologischen Untersuchung wirkte der Beschwerdeführer
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ausserordentlich demonstrativ und schmerzbetont. Eine gängige Untersuchung des
Bewegungsapparats war nicht möglich. Es bestanden mehrfache und grosse
Divergenzen zwischen Spontanbewegungen, Gestik und gezielten
Untersuchungsabläufen. Der Gutachter der Rheumatologie schloss, nach
bestmöglicher Untersuchung könne eine relevante vertebrale oder peripher-arthrogene
Schädigung ausgeschlossen werden (vgl. IV-act. I-147-18, 32). Dem Psychiater
gegenüber gab der Beschwerdeführer an, er bedürfe dauernder Unterstützung (durch
seine Frau). Er sei so geschwächt und eingeschränkt, dass er sich beispielsweise nicht
selbst anziehen könne. Auf Nachfrage erklärte er, bei den Übernachtungen am
Begutachtungsort habe er mit grösster Anstrengung die Hosen anziehen können; die
Socken lege er in dieser Zeit nicht ab. In schlechten Phasen könne er die Wohnung
tagelang nicht verlassen. Andernfalls machten sie kurze Spaziergänge, sähen
unterwegs viele Leute, führten aber mit niemand längere Gespräche. Selten besorge er
Einkäufe (vgl. IV-act. I-147-39). Der Gutachter der Psychiatrie hielt fest, der
Beschwerdeführer sei auf seinen kurzen Stock abgestützt langsam und in fast grotesk
anmutender Haltung ins Untersuchungszimmer gekommen (vgl. IV-act. I-147-40). Bei
der Beurteilung erklärte er, der Beschwerdeführer sei inzwischen mehr als 15 Jahre
ohne Lohnarbeit und es liege damit ein schwer chronifizierter Zustand vor. Selbst
körperlich beschwerdefrei würde ihm der Einstieg in die Welt der Erwerbsarbeit mit
ihren Forderungen sehr schwer fallen. Er sei ausserdem auch älter geworden und ein
gewisses Nachlassen der Leistungsfähigkeit sei fast unvermeidlich. Es falle auf, dass
aus der Zeit zwischen 2001 und 2011 fast keine Dokumente vorhanden seien. Durch
die Krankheit habe der Beschwerdeführer einen gewissen Gewinn erzielt. Eine
Komorbidität sei nicht ausgewiesen. Eine chronische körperliche Begleiterkrankung sei
hingegen dokumentiert; die Behandlungsmassnahmen hätten zu keinem nachhaltigen
Erfolg geführt. Ein sozialer Rückzug sei angedeutet, habe aber kaum in dem
üblicherweise geforderten Ausmass in allen Lebensbelangen stattgefunden. Der Verlauf
sei verfestigt und ausgesprochen schwer chronifiziert, die Chronifizierung werde sich
als nicht beeinflussbar erweisen. Sie gebe es jedoch als Diagnose nicht. Eine
Psychotherapie sei nie versucht worden. Die Foerster'schen Kriterien seien höchstens
teilweise erfüllt. Der Beschwerdeführer sei keinem Arbeitgeber mehr zumutbar und
jeder Arbeitsintegrationsversuch müsse aus sozialpraktischen Gründen scheitern. Der
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Beschwerdeführer verfüge nicht einmal über eine ausreichende "Wegfähigkeit", um
einen Arbeitsplatz regelmässig aufzusuchen (vgl. IV-act. I-147-41 ff.).
4.3
4.3.1 Bei der Würdigung dieser gutachterlichen Ausführungen (der MEDAS 2015) lässt
sich zunächst festhalten, dass sich bestätigt hat, dass einzig eine psychiatrische
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in Frage steht.
4.3.2 Der Beurteilung durch den Psychiater (und dem MEDAS-Gutachten) lässt sich
entnehmen, dass die Diagnose einer schwer chronifizierten anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung, Schmerzverarbeitungsstörung, vorlag. Eine Komorbidität war nicht
ausgewiesen. - Was die demnach (damals) massgeblichen Foerster'schen Kriterien
betrifft, nahm der Gutachter eine chronische körperliche Begleiterkrankung an.
Allerdings hat er zutreffend darauf hingewiesen, dass aus der Zeit zwischen 2001 und
2011 fast keine ärztlichen Berichte vorhanden sind. Über den Rhythmus der
hausärztlichen Betreuung ist nichts aktenkundig geworden. Bekannt geworden ist
aufgrund der Angaben von Dr. C._, dass innerhalb der betreffenden Zeit 2009 eine
Operation erfolgt ist (im Dezember 2011 dann hat der Beschwerdeführer durch einen
Sturz eine Basisfraktur Os metatarsale V links erlitten; im Februar 2012 standen die
Synkopen und die ORL-Situation in Abklärung). Das Kriterium der chronischen
körperlichen Begleiterkrankung kann nach der Aktenlage nicht als erfüllt bezeichnet
werden. Hieran vermag nichts zu ändern, dass Dr. B._ früher im Juni 2001 noch
erklärt hatte, er (der Arzt) müsse immer wieder versuchen, unnötige weitere abklärende
diagnostische Massnahmen zu verhindern (IV-act. I-62-3). - Dass das Merkmal eines
sozialen Rückzugs in allen Belangen des Lebens nicht zu erheben war, kann aufgrund
der Ausführungen im Gutachten als erstellt gelten. - Ein Sachverhalt eines primären
Krankheitsgewinns wird ebenfalls nicht beschrieben. Hingegen ergibt sich, dass der
Beschwerdeführer durch die Krankheit einen gewissen Gewinn in Form der
Familienzusammenführung und der Entlastung von der Weiterführung einer
Erwerbstätigkeit erzielt hat. Ein solcher sekundärer Krankheitsgewinn bleibt jedoch
unbeachtlich (vgl. BGE 130 V 352 E. 3.3.2). - Das letzte der oben erwähnten
Foerster'schen Kriterien (die unbefriedigenden Behandlungsergebnisse trotz
konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Behandlungsbemühungen
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und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und
Eigenanstrengung der versicherten Person) kann ebenfalls nicht als erfüllt betrachtet
werden. Entsprechende Anstrengungen des Beschwerdeführers sind nicht ersichtlich.
Der Gutachter hält fest, eine Psychotherapie sei nie versucht worden (vgl. auch unten
E. 4.3.5). Die massgeblichen erschwerenden Umstände waren demnach vorliegend
nicht zu erheben und die erforderlichen schweren Auswirkungen sind nicht ersichtlich
geworden. Eine entsprechende Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit fand unter diesen
Gesichtspunkten keine plausible Begründung.
4.3.3 Der Gutachter der Psychiatrie hielt denn auch fest, bei einer Analyse
ausschliesslich der aktuellen Situation ohne Berücksichtigung der Vergangenheit
müsste man von einer höchstens teilweisen Erfüllung der Foerster'schen Kriterien (und
der Begründung eines nur partiellen Rentenanspruchs) ausgehen. Nach dem
Dargelegten (oben E. 4.3.2) sind die Kriterien nicht erfüllt. - Der Gutachter wies weiter
darauf hin, dass es eine Chronifizierung als Diagnose nicht gebe. Dies werde der
Problematik des Beschwerdeführers jedoch nicht gerecht. Es sei allgemein bekannt,
wie schwer chronifizierte Muster zu verändern seien. Und beim Beschwerdeführer
seien durch zusätzliche Beeinträchtigungen und durch den altersentsprechenden
Leistungsabbau die Defizite noch ausgeprägter geworden.
4.3.4 Es wird damit ersichtlich, dass der MEDAS-Gutachter mit der Annahme eines in
der Vergangenheit langdauernden Geschehens gesundheitlicher Beeinträchtigung
einen Faktor wesentlich in die Beurteilung einbezog, von dem vorliegend nach der
Aktenlage anzunehmen ist, dass er nicht ausreichend stichhaltig belegt ist (vgl. E.
4.3.6). Schon bei der ZMB-Begutachtung im Jahr 1999 (noch vor BGE 130 V 352 aus
dem Jahr 2004) war zwar von einer Fixierung des Beschwerdeführers und
Chronifizierung des psychiatrischen Leidens ausgegangen worden. Jenem Gutachten
lassen sich allerdings kaum Anhaltspunkte zu den später im Hinblick auf die
erforderliche Objektivierung von psychischen Leiden in der Rechtsprechung
vorgesehenen Aspekten (Foerster'sche Kriterien/Standardindikatoren) entnehmen. Aus
dem Gutachten von 1999 geht jedoch hervor, dass eine zumindest ähnliche (wenn
nicht im Wesentlichen gleiche) Sachlage wie 2015 bestand. Der Beschwerdeführer
hatte auf der Verhaltensebene schwerste und grotesk appellativ anmutende
Verhaltensstörungen gezeigt. Er hatte unter anderem über Dauerschmerzen wie Feuer
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vom Kreuz bis in den Nacken, elektrisierende Schmerzen im Hinterkopf, der deswegen
immer wieder massiert werden müsse, und Schmerzen vom Kreuz bis in die Zehen
geklagt. Er zwinge sich trotz der Schmerzen, täglich etwas spazieren zu gehen, müsse
aber jeweils nach zehn Minuten eine kurze Pause einlegen (vgl. IV-act. I-49-9 f.). Beim
Orthopäden hatte er ebenfalls dauernd vorhandene, immer gleich starke Schmerzen
lumbal, ausstrahlend bis in den Fussrand, in die linke Schulter und in den Arm bis in die
ulnaren Finger, und in den Hinterkopf bis ins linke Auge, benannt. Es bestünden auch
Schmerzen im rechten Bein und rechten Arm samt Hand. Er könne fünf bis zehn
Minuten gehen, sitzen nur sehr kurz. Es wurde festgehalten, der Beschwerdeführer
habe sich auf einen Stock gestützt, mal hinkend links, mal hinkend rechts. Es hätten
sich eine ganz erhebliche Verdeutlichungstendenz und absolut inadäquate
Schmerzäusserungen und Ausweichbewegungen sowie sofort aktive Gegeninnervation
bei der Gelenksbeweglichkeitsprüfung gezeigt. Der Beschwerdeführer verfüge aber,
soweit beurteilbar, über eine seitengleiche, sehr kräftige Muskulatur, auch des Rückens
(vgl. IV-act. I-49-11 f., auch 13). Bei der neurologischen Untersuchung wurde
dargelegt, es sei nirgends eine gute Kooperation möglich gewesen; beim Finger-
Nasen-Versuch sei eine wechselnde, ziemlich groteske Ataxie rechtsbetont aufgefallen
(vgl. IV-act. I-49-13). Der Psychiater hatte unter anderem festgehalten, der
Beschwerdeführer sei in äusserst groteskem Gangbild erschienen, mit viel zu kurzem
Stock, so dass er mit dem Körper ständig in vornüber geneigter Stellung gewesen sei.
Er gehe in einer Position, in der man als Gesunder nach kürzester Zeit in allen
Bereichen des Rückens, der Schultern und der Beine Schmerzen hätte. Nach dem
Aufrichten aus dem Liegen sei er in einer für einen Diskushernienpatienten denkbar
ungünstigen Posi¬tion auf dem Boden verblieben (vgl. IV-act. I-49-15 f.). Damals (1999,
noch ohne Würdigung der nachmaligen Kriterien) wurde geschlossen, es habe sich
eine gravierende psychosomatische und funktionelle Überlagerung eingestellt und
aufgrund der einfachsten Struktur und der psychischen Beeindruckbarkeit des
Beschwerdeführers sei nicht damit zu rechnen, dass er sich bei Aufbringung guten
Willens davon befreien könne (vgl. IV-act. I-49-17).
4.3.5 Zu erwähnen ist ausserdem insbesondere, dass der MEDAS-Gutachter der
Psychiatrie (im Jahr 2015) sozialpraktische Gründe für das voraussichtlich
anzunehmende Scheitern jedes Arbeitsintegrationsversuchs benannte, die aber nur von
Bedeutung sein können, wenn sie im Ergebnis einen die Arbeitsfähigkeit
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beeinträchtigenden Gesundheitsschaden bewirkt haben. Auch ein üblicher
altersmässiger Leistungsabbau kann im vorliegenden Zusammenhang für sich allein
nicht relevant sein. Des Weiteren wird aus den gutachterlichen Ausführungen
ersichtlich, dass der Beschwerdeführer nach Annahme des Experten der Psychiatrie
keinen Leidensdruck aufwies, erklärte er doch, Psychotherapien könnten nach einer
Chronifizierung wie der beschriebenen ohne seelischen Leidensdruck zu keinem Erfolg
führen.
4.3.6 Ferner sind in den medizinischen Akten insgesamt Anhaltspunkte verschiedener
Art zu finden, wie sie die Rechtsprechung im Zusammenhang mit Aggravation und
sekundärem Krankheitsgewinn benennt. Die demonstrativ vorgetragenen Klagen waren
nach der Aktenlage ehemals zwar nicht als unglaubwürdig betrachtet, sondern
vielmehr der psychischen Erkrankung (Fixierung auf die Krankheitsüberzeugung und
Chronifizierung) zugeschrieben worden. Doch ist beispielsweise darauf hinzuweisen,
dass der Beschwerdeführer bei der Begutachtung 1999 wie erwähnt eine geradezu
anstrengende groteske Haltung demonstriert hatte und keine nennenswerte
Behandlung in Anspruch nahm und dass sein psychosoziales Umfeld intakt blieb (vgl.
Indikatoren). Namentlich fällt aber auch auf, dass der Beschwerdeführer schon bei der
ZMB-Begutachtung, aber auch bei der MEDAS-Begutachtung wie erwähnt eine
seitengleiche, sehr kräftige Muskulatur, auch des Rückens (vgl. IV-act. I-49-11 f., auch
13), bzw. eine recht kräftige paravertebrale Muskulatur, einen eher muskulären Status,
eher muskulär anmutende Waden, einen kräftigen Schultergürtelbereich ohne sichtbare
Atrophie und an allen vier Extremitäten je symmetrische Umfänge (vgl. IV-act. I-147-30
f.) aufwies. Das deutet darauf hin, dass er die Muskulatur auch in mindestens üblichem
Mass beansprucht.
4.3.7 Insgesamt ist daher davon auszugehen, dass eine invalidisierende psychiatrische
Gesundheitsschädigung im MEDAS-Gutachten vom April 2015 nicht überzeugend
begründet worden ist. Daher entfällt es als Grundlage für die Annahme einer
medizinischen Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers.
4.4
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4.4.1 Zum Ergebnis, dass der Beschwerdeführer unter psychiatrischem Aspekt voll
arbeitsfähig und kein psychiatrisches Leiden zu diagnostizieren ist, ist später
ausdrücklich - allerdings in der Folge einer Observation des Beschwerdeführers und in
Kenntnis der entsprechenden Akten (dazu unten E. 5.2) - Gutachter Dr. G._ gelangt.
4.4.2 Dr. G._ erhob bei der Begutachtung anlässlich von drei
Untersuchungsterminen den psychiatrischen Befund (vgl. IV-act. II-209-66 ff.). Es fielen
dem Gutachter beim Beschwerdeführer ausgeprägte Merkfähigkeitsstörungen auf; auf
einen Hinweis hin habe dieser jedoch dann die drei genannten Wörter repetieren
können, später aber wieder nicht mehr. Das Verhalten habe sehr demonstrativ gewirkt.
Letzteres sei auch bei der kurzzeitig zum depressiven Pol hin verschobenen
Grundstimmung des Beschwerdeführers der Fall gewesen. Die Beschwerdeschilderung
(betreffend vor allem körperliche Beschwerden) sei vage und unklar gewesen. Der
Beschwerdeführer habe einen sozialen Rückzug sowie Suizidgedanken beschrieben,
die nach seiner (des Beschwerdeführers) mehrfachen Andeutung eine Abhängigkeit
vom Begutachtungsausgang hätten. Mimik und Gestik waren gemäss der
gutachterlichen Beurteilung (vgl. IV-act. II-209-73 ff.) sehr lebhaft. Der
Beschwerdeführer habe sich in den Gesprächen sehr bestimmend verhalten. Die
verordneten Medikamente nehme er nur teilweise ein.
4.4.3 Wie aus dem Bericht über die neuropsychologische Abklärung hervorgeht, hatte
der Beschwerdeführer nebst Schwermut, wenig Interesse und fehlendem Antrieb eine
ausgeprägte Ängstlichkeit mit Panik- und Schreckanfällen, ein ausgeprägtes
Vermeidungsverhalten und eine Abneigung beklagt, Menschenmengen zu treffen (vgl.
act. II-209-97). Die zahlreichen Tests der kognitiven Leistungsfähigkeit hatten als
Ergebnis vielfache schwere Einschränkungen, unter anderem auch der Gedächtnis-
und Konzentrationsfähigkeit, aufgezeigt (vgl. IV-act. II-209-101 ff.). Während der
gesamten neuropsychologischen Abklärung selbst hatten sich aber gemäss dem
Bericht und dem Gutachten von Dr. G._ entgegen den Klagen des
Beschwerdeführers über massive Beeinträchtigungen dieser Fähigkeiten keine
diesbezüglichen Schwierigkeiten gezeigt (vgl. IV-act. II-209-108, 77). Es sei daher
davon auszugehen, dass das gezeigte Leistungsprofil nicht dem tatsächlichen
entspreche (vgl. IV-act. II-209-77). Der Beschwerdeführer hatte sich im Übrigen
gleichzeitig für ohne Weiteres fahrtüchtig gehalten, was nicht der Fall wäre, wenn die
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Testergebnisse den tatsächlichen neuropsychologischen Funktionsdefiziten
entsprächen (vgl. IV-act. II-209-108). Bei sämtlichen Beschwerdevalidierungstests
seien die Resultate zudem auffällig gewesen und sie seien allesamt als Hinweise auf
eine Antwortverzerrung zu werten (vgl. IV-act. II-209-77, 108).
4.4.4 Mit diesen Befunden und der fachärztlichen psychiatrischen Beurteilung liegt -
unabhängig von den Observationsergebnissen (samt der Befragung) - eine
nachvollziehbare Begründung des Begutachtungsergebnisses von Dr. G._ (vom März
2017) vor.
5.
5.1 Der Beschwerdeführer lässt indessen unter anderem beanstanden, die
widerrechtliche Observation und ihre nicht verwertbaren Ergebnisse hätten eine
entscheidende Grundlage für die Feststellungen der Beschwerdegegnerin dargestellt.
Auf das Gutachten von Dr. G._ könne daher nicht abgestellt werden.
5.2 Dr. G._ erklärte, die (rentenbegründende) Diagnose einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung hätten die Vorgutachter allein auf die Angaben des
Beschwerdeführers gestützt, ohne auf die Diskrepanzen und Widersprüche
einzugehen. Ihm lägen jedoch nun mit den Observationsergebnissen und mit den
Ergebnissen der neuropsychologischen Abklärung weitere Informationen vor.
Insgesamt seien die Diskrepanzen und Widersprüche so gravierend, dass die Diagnose
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nicht gestellt werden könne. Die
sehr dramatische bis grotesk wirkende jeweilige Beschwerdeschilderung (auch
anlässlich der Untersuchung durch ihn selbst, Dr. G._) sei, wie den
Observationsergebnissen entnommen werden könne, offensichtlich auch nicht in der
Persönlichkeit des Beschwerdeführers begründet, sondern trete in der
Untersuchungssituation auf. Persönlichkeitszüge aber seien grundsätzlich relativ stabil
und würden sich daher nicht allein in der Untersuchungssituation auswirken (vgl. IV-
act. II-209-74 f.). Eine psychiatrische Diagnose sei nicht zu stellen; im Vordergrund
stünden eindeutig psychosoziale Belastungsfaktoren (vgl. IV-act. II-209-75 f.).
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5.3 Damit zeigt sich, dass Gutachter Dr. G._ das Observierungsmaterial bei seiner
Beurteilung mitberücksichtigt hat. Die hauptsächlichen Zweifel am Vorliegen einer
Arbeitsunfähigkeit sind jedoch wie dargelegt bereits in der übrigen Aktenlage deutlich
abgebildet worden. Ausserdem basiert die Beurteilung auf der gutachterlich
psychiatrisch vorgenommenen Aufnahme und Beschreibung der Befunde und den
einer bestmöglichen Objektivierung dienenden neuropsychologischen Testungen. Auf
das Ergebnis kann daher abgestellt werden. Auf die beantragte Rückfrage bei der
MEDAS ist bei der gegebenen Aktenlage zu verzichten.
5.4 Den Observationsergebnissen ist nur eine das überwiegend wahrscheinliche
Beweisergebnis stützende Rolle zuzumessen.
5.4.1 Es kann allerdings angemerkt werden, dass die vorliegend erfolgte Observation
gemäss einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) in
Sachen Vukota-Bojic gegen die Schweiz vom 18. Oktober 2016 (61838/10)
nachträglich nun insofern als rechtswidrig zu betrachten ist, als ihr eine ausreichende
gesetzliche Grundlage fehlte. Denn der Gerichtshof erkannte, dass für eine Observation
(Datenerhebung in systematischer Weise und für konkrete Zwecke), die im Auftrag
eines Unfallversicherers (Sozialversicherungsträger) durch einen Privatdetektiv erfolgt
war, keine ausreichende gesetzliche Grundlage bestehe und durch sie deshalb Art. 8
EMRK (Recht auf Achtung des Privatlebens) verletzt worden sei (vgl. § 77). Das
Bundesgericht hat in der Folge entschieden, dass das trotz Art. 59 Abs. 5 IVG auch im
Bereich der Invalidenversicherung gelte (mit der Folge, dass solche Handlungen
ebenfalls Art. 8 EMRK bzw. den einen im Wesentlichen gleichen Gehalt aufweisenden
Art. 13 BV verletzten; vgl. BGE 143 I 377, Bundesgerichtsurteil vom 9. Mai 2018,
8C_605/2017).
5.4.2 Was die Verwertbarkeit des auf die betreffende Art erlangten Beweismaterials
betrifft, hat der EGMR festgehalten, Art. 6 EMRK garantiere zwar das Recht auf eine
faire Verhandlung, lege aber keine Regeln über die Zulässigkeit eines Beweismittels
oder über die Art fest, wie es eingeschätzt werden müsse. Das sei in erster Linie Sache
des nationalen Rechts und der nationalen Gerichtshöfe (vgl. § 92). Der EGMR prüfe nur
(aber immerhin), ob das Verfahren als Ganzes fair gewesen sei (vgl. § 93). Die Frage, ob
die Verwertung eines in Verletzung von Art. 8 EMRK erhobenen Beweismittels eine
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Verletzung (des so umschriebenen Rechts von Art. 6 EMRK) bewirke, müsse mit Blick
auf alle Umstände einschliesslich (der Frage) der Beachtung der Verteidigungsrechte
des Betroffenen und der Qualität und Bedeutung des Beweismittels bestimmt werden
(vgl. § 94), insbesondere sei zu prüfen, ob Gelegenheit zur Bestreitung der Authentizität
des Beweises und zur Ablehnung dessen Verwendung gegeben worden sei (vgl. § 95).
Konkret schloss der EGMR, die Verwendung der Observationsergebnisse habe das
Gebot eines fairen Verfahrens (Art. 6 Ziff. 1 EMRK) nicht verletzt (vgl. §°100), weil im
streitigen Verfahren Gelegenheit zur Bestreitung des Beweismittels und zur Ablehnung
seiner Verwendung gegeben worden sei (vgl. § 98), und weil die angefochtene
Bildaufnahme zusammen mit der auf die Überwachung gestützten Expertise nicht der
einzige Beweis gewesen sei, sondern auch andere Beweise in die Erwägungen
einbezogen worden seien, insbesondere die vor der Überwachung aufgelisteten
Widersprüche in den medizinischen Berichten (vgl. § 99). - Das Bundesgericht legte zur
Verwertbarkeit rechtswidrig erlangter Beweismittel in BGE 143 I 377 (E. 5.1.1) dar, ein
Beweisverwertungsverbot finde sich im Sozialversicherungsrecht nicht. Mangels
fachspezifischer Kodifizierung im Sozialversicherungsrecht sei die Rechtsprechung aus
dem Bereich des Strafprozesses eingeflossen. Dort (vgl. Art. 141 Abs. 2 StPO, wonach
Beweise, die Strafbehörden in strafbarer Weise oder unter Verletzung von
Gültigkeitsvorschriften erhoben haben, nicht verwertet werden dürfen, es sei denn, ihre
Verwertung sei zur Aufklärung schwerer Straftaten unerlässlich) sei eine
Interessenabwägung anzustellen: Je schwerer die zu beurteilende (Straf-) Tat sei, umso
eher überwiege das öffentliche Interesse an der Wahrheitsfindung das private Interesse
des Angeklagten daran, dass der fragliche Beweis unverwertet bleibe (vgl. für das
Strafprozessrecht BGE 131 I 272 E. 4.1.2). Eine gegen Art. 8 EMRK verstossende
Videoaufnahme sei zu (straf-) prozessualen Zwecken so lange verwertbar, als der
Beschuldigte die aufgezeichneten Handlungen aus eigenem Antrieb und ohne äussere
Beeinflussung gemacht habe und ihm dabei keine Falle gestellt worden sei (so
wiederum BGE 131 I 272 E. 4.2). In der Invalidenversicherung habe der Gesetzgeber
eine Observationsmöglichkeit durch eine Privatdetektei ausdrücklich installieren wollen,
diese jedoch nicht hinreichend legiferiert, was allerdings durch eine geplante ATSG-
Revision behoben werden solle. Ferner rechtfertige es sich mit Blick auf die seit 2011 in
Kraft stehende Regelung in der Schweizerischen Zivilprozessordnung (vgl. Art. 152
Abs. 2 ZPO, wonach rechtswidrig beschaffte Beweismittel nur berücksichtigt werden,
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wenn das Interesse an der Wahrheitsfindung überwiegt), für den Entscheid über die
Verwertbarkeit des rechtswidrig erlangten Beweises hauptsächlich die
Interessenabwägung zwischen privaten und öffentlichen Interessen als massgebend zu
betrachten. In E. 5.1.3 (des genannten BGE 143 I 377) erwog das Bundesgericht, im
Sozialversicherungsrecht sei wohl insoweit von einem absoluten Verwertungsverbot
auszugehen, als es sich um Beweismaterial handle, das im nicht öffentlich frei
einsehbaren Raum (vgl. dazu BGE 137 I 327) zusammengetragen worden sei.
5.4.3 Der Beschwerdeführer wurde heimlich beobachtet und gefilmt, teilweise auch auf
privatem, allerdings öffentlich zugänglichem oder einsehbarem Grund (Ladengeschäfte,
Restaurant). Es wurden ausschliesslich alltägliche Verrichtungen aufgezeichnet, welche
aus eigenem Antrieb erfolgten; dem Beschwerdeführer wurden keine Fallen gestellt.
Von einer systematischen oder ständigen Überwachung ist nicht auszugehen. Zu
beachten ist, dass dem Eingriff in seine geschützte Privatsphäre das Interesse des
Versicherungsträgers und der Versichertengemeinschaft gegenüberzustellen ist,
unrechtmässige Leistungsbezüge zu verhindern. Im Ergebnis ist somit auch
ausnahmsweise von einer Verwertbarkeit des Observationsmaterials auszugehen.
6.
6.1 Es zeigt sich somit jedenfalls, dass die Beschwerdegegnerin die Rente des
Beschwerdeführers, da keine psychiatrische Gesundheitsstörung mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit besteht, zu Recht eingestellt hat.
6.2 Was den Zeitpunkt der Einstellung betrifft, fragt sich zunächst, ob die
Rechtsgrundlage der Renteneinstellung in den ab 1. Januar 2012 in Kraft getretenen
Schlussbestimmungen der IV-Revision 6a liege, also der gesetzlich angeordneten
Anpassung an die Rechtsprechungsänderung (von BGE 130 V 352 vom 12. März 2004)
zu den pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne
nachweisbare organische Grundlage. Die Beschwerdegegnerin hatte eine
Rentenaufhebung gestützt auf diese Schlussbestimmungen bereits am 15. Januar
2013 einmal verfügt. Das Versicherungsgericht hob diese Verfügung jedoch wie
dargelegt mit Entscheid vom 17. April 2014 auf, weil festzustellen war, dass das
Vorgehen der Beschwerdegegnerin damit (es war einzig eine Aktenstellungnahme des
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RAD vorhanden) im Ergebnis auf eine (im Sinn von BGE 129 V 370) sachlich nicht
gerechtfertigte Provozierung eines möglichst frühen Revisionszeitpunkt bzw. eine
verpönte vorsorgliche Rentenaufhebung während des noch laufenden
Abklärungsverfahrens hinausgelaufen wäre. Es wies die Beschwerdegegnerin
dementsprechend an, die bisherige Rente auch während des weiteren
Abklärungsverfahrens auszurichten. In der Folge hat die Beschwerdegegnerin das
MEDAS-Gutachten vom April 2015 veranlasst, das Gutachten von Dr. G._ vom März
2017 abgewartet und sich bei der angefochtenen Verfügung vom 30. Juni 2017
wiederum auf lit. a Abs. 1 der Schlussbestimmungen der IV-Revision 6a gestützt. Die
ursprüngliche Rentenzusprache sei wegen eines pathogenetisch-ätiologisch unklaren
syndromalen Beschwerdebildes ohne nachweisbare organische Grundlage erfolgt, wie
das Gericht ehemals im Entscheid vom 17. April 2014 bestätigt habe. In jenem
Entscheid war denn auch festgehalten worden, dass die Voraussetzungen zur
Anwendung der Schlussbestimmungen der IV-Revision 6a (lit. a Abs. 1) vorliegend
erfüllt sind (ursprüngliche Rentenzusprache ausschliesslich aufgrund der vollen
Arbeitsunfähigkeit wegen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung; 55.
Altersjahr im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung nicht erreicht; kein Bezug der
Rente seit mehr als 15 Jahren im Zeitpunkt der Überprüfung). - Es bleibt vorliegend bei
der Annahme, dass der Beschwerdeführer damals an einem der genannten
Beschwerdebilder litt, und dass nicht etwa (zur Substitution der
Anpassungsbegründung der Verfügung geeignete) Wiedererwägungsgründe (oder
Gründe für eine prozessuale Revision) bestehen.
6.3 Die erforderliche Einstellung der zugesprochenen Rente hat demnach ihren Grund
zwar nicht in einer Anpassung an eine Veränderung des relevanten Sachverhalts
gemäss Art. 17 ATSG, aber in der in lit. a der Schlussbestimmung gesetzlich
verankerten Anpassung an die Praxisänderung bei anhaltenden somatoformen
Schmerzstörungen. Der Gesetzgeber hat wie erwähnt in den entsprechenden
Schlussbestimmungen vom 18. März 2011 keine Regelung über den Wirkungszeitpunkt
solcher Verfügungen getroffen. Gemäss der Botschaft des Bundesrates vom 24.
Februar 2010 zur Änderung des IVG 6a führt eine Anwendung der
Schlussbestimmungen als Rechtsfolge zu einer Herabsetzung oder Aufhebung der
Rente "für die Zukunft" (vgl. BBl 2009 1843). In einem Urteil IV 2013/208 vom 17. Juni
2016 hat das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen entschieden, dass die
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korrekte Ausfüllung der entsprechenden Gesetzeslücke in der lit. a der
Schlussbestimmungen zur 6. IV-Revision darin bestehe, den Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV
analog anzuwenden (nach dieser Bestimmung erfolgt bei einer Revision nach Art. 17
Abs. 1 ATSG die Aufhebung einer Rente frühestens vom ersten Tag des zweiten der
Zustellung der Verfügung folgenden Monats an). Das Verfahren nach den
Schlussbestimmungen 6a habe nämlich auch Revisionscharakter und eine auf den
Zeitpunkt der ursprünglichen Zusprache der Rente rückwirkende Rentenanpassung
wäre mit Sicherheit ausdrücklich gesetzlich geregelt (vgl. IV 2013/208 E. 4). Zweck der
Bestimmung von Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV ist (wie von Art. 25 Abs. 2 lit. c ELV für die
Ergänzungsleistungen) eine kurzfristige Schonung der Leistungsbezüger bei
ordnungsgemäss ablaufenden Anpassungsverfahren mit Erfüllung der Meldepflicht (zur
EL die Entscheide des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. August
1999, EL 1998/120 [mit Bezugnahme auf Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV], und vom 10.
September 2003 EL 2002/73 E. 5c [mit Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts vom 27. Februar 2004, P 64/03]).
6.4 Die Bestimmung von Art. 88bis Abs. 2 IVV kennt mit lit. b auch eine rückwirkende
Anpassung ab dem Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung, und zwar wenn
der Bezüger die Leistung zu Unrecht erwirkt hat oder der ihm gemäss Art. 77
zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist (vgl. zur Fassung bis 2014 auch
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. September 2012,
IV 2011/335 E. 3.2), unabhängig davon, ob die Verletzung der Meldepflicht oder die
unrechtmässige Erwirkung ein Grund für die Weiterausrichtung der Leistung war. Die
Beschwerdegegnerin beruft sich vorliegend in der angefochtenen Verfügung auf diese
Norm. Eine Meldepflichtverletzung des Beschwerdeführers liegt indessen zum einen
nicht vor. Als solche kann sein Verhalten bei den medizinischen Untersuchungen nicht
betrachtet werden. Das Tatbestandselement der unrechtmässigen Erwirkung zum
andern betrifft nach gerichtlicher Entscheidung nur ursprüngliche Fehler, d.h.
Wiedererwägungsgründe. Solche fallen jedoch vorliegend nach dem Dargelegten (vgl.
E. 6.2 in fine) ausser Betracht. Daher kann eine Aufhebung erst auf den Zeitpunkt
gemäss Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV, also auf einen Zeitpunkt nach Erlass der Verfügung
vom 30. Juni 2017, erfolgen. - Da die Beschwerdegegnerin - nach der Aufhebung einer
ersten Anpassungsverfügung und Anordnung der Weiterausrichtung der Rente - bei
inzwischen verbesserter Beweislage als vorsorgliche Massnahme während der Dauer
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des weiteren Verfahrens zur Abklärung des Sachverhalts am 2. Juni 2016 eine
einstweilige Einstellung der Rente verfügt hat, die als rechtmässig betrachtet wird (vgl.
unten E. 7.2 f.; nach Vorliegen des MEDAS-Gutachtens, spätestens aber nach der
Observation und dem Standortgespräch, war die Beweislage zumindest für eine
vorsorgliche Leistungseinstellung ausreichend), könnte sich zwar noch fragen, ob
damit in der gegebenen Sachlage immerhin ein Revisionstermin gemäss BGE 129 V
370 geschaffen worden sei. Denn rechtsprechungsgemäss kann unter dem Vorbehalt
der Provozierung eines rechtsmissbräuchlich frühen Revisionstermins ein einmal
gesetzter entsprechender Termin erhalten bleiben, obwohl die betreffende
Anpassungsverfügung von einem Gericht aufgehoben und die Sache zur ergänzenden
Abklärung an die Verwaltung zurückgewiesen wurde. Bestätigt die Verwaltung nach
Durchführung der von der Beschwerdeinstanz angeordneten Abklärung die
angefochtene und aufgehobene Revisionsverfügung, so wäre nach
bundesgerichtlichem Entscheid andernfalls eine Rückforderung vielfach erschwert oder
gar verunmöglicht (vgl. BGE 129 V 370; vgl. AHI 2000 S. 184 E. 5). Da hier jedoch der
(erste) Revisionstermin, der sich bei rechtmässiger erster Rentenaufhebungsverfügung
ergeben hätte, wie erwähnt nach gerichtlicher Anordnung vom 17. April 2014
weggefallen ist (bei Weiterzahlungspflicht) und es sich bei der Anordnung vom 2. Juni
2016 erst und lediglich um eine vorsorgliche Einstellung handelte, wobei mit einer
vorsorglichen Massnahme kein Zustand geschaffen werden kann, der sich später mit
der verfahrensabschliessenden Verfügung (hier Anpassung auf den zweiten der
Zustellung der Verfügung folgenden Monat) nicht definitiv erreichen lässt (es können
vorsorglich diejenigen Massnahmen angeordnet werden, die auch Gegenstand der
Endverfügung bilden können, Hansjörg Seiler, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.],
VwVG, Praxiskommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, 2009, N 4
zu Art. 56, vgl. unten E. 7.2), und weil die Herabsetzung nach der abschliessenden
Verfügung zu erfolgen hat, wird die erwähnte Frage vom Gericht verneint. Dass der
Beschwerdeführer bereits ab dem Zeitpunkt der vorsorglichen Einstellung mit der
späteren definitiven Leistungseinstellung rechnen musste, ändert nichts. Die
Aufhebung der Rente mit der angefochtenen Verfügung vom 30. Juni 2017 kann daher
frühestens ab dem ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung (im Juli 2017)
folgenden Monats erfolgen, d.h. hier auf den 1. September 2017 hin.
7.
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7.1 Mit der mit der Beschwerde IV 2016/238 (nach Art. 56 Abs. 1 ATSG)
angefochtenen Verfügung vom 2. Juni 2016 hatte die Beschwerdegegnerin eine
vorsorgliche Massnahme - also eine Zwischenverfügung für die Dauer des oben
behandelten (Haupt-) Verwaltungsverfahrens - des Inhalts angeordnet, dass die
Rentenzahlung an den Beschwerdeführer sofort eingestellt werde. Einer Beschwerde
gegen die Verfügung entzog sie die aufschiebende Wirkung, was als solches nicht
beanstandet wurde.
7.2 Für das Sozialversicherungsverfahren besteht im Sinn eines allgemeinen
bundesrechtlichen Verfahrensgrundsatzes - auch auf der Verfügungsstufe - die
Möglichkeit zur Anordnung vorsorglicher Massnahmen (vgl. Franz Schlauri, Die
vorsorgliche Einstellung von Dauerleistungen der Sozialversicherung, in: René
Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Die Revision von Dauerleistungen in der
Sozialversicherung, St. Gallen 1999, 191 ff., 196, 202 ff., 216 f.). Es wird auch die
Auffassung vertreten, aus Art. 55 Abs. 1 ATSG sei eine ergänzende Anwendbarkeit des
(für das Beschwerdeverfahren im Anwendungsbereich des VwVG geschaffenen) Art. 56
VwVG im Bereich des Verwaltungsverfahrens der Sozialversicherung zu lesen (vgl.
Hansjörg Seiler, a.a.O., N 17 f. zu Art. 56). Vorsorgliche Massnahmen, die vor
Anordnung einer Verfügung ergehen, zielen darauf ab, deren Wirksamkeit
sicherzustellen (Regelungsmassnahmen einschliesslich Sanktionsmassnahmen). Mit
sichernden Vorkehren wird gewährleistet, dass der bestehende tatsächliche oder
rechtliche Zustand einstweilen unverändert erhalten bleibt (Sicherungsmassnahmen).
Mit gestaltenden Massnahmen wird demgegenüber ein Rechtsverhältnis provisorisch
geschaffen oder einstweilig neu geregelt. Der Entscheid über die Anordnung
vorsorglicher Massnahmen setzt Dringlichkeit voraus, d.h. es muss sich als notwendig
erweisen, die fraglichen Vorkehren sofort zu treffen. Sodann muss der Verzicht auf
Massnahmen für den Betroffenen einen Nachteil bewirken, der nicht leicht wieder
gutzumachen ist, wofür ein tatsächliches, insbesondere wirtschaftliches Interesse
genügt. Erforderlich ist schliesslich, dass die Abwägung der verschiedenen Interessen
den Ausschlag für den einstweiligen Rechtsschutz gibt und dieser verhältnismässig
erscheint. Der durch die Endverfügung zu regelnde Zustand soll weder präjudiziert
noch verunmöglicht werden. Vorsorgliche Massnahmen beruhen auf einer bloss
summarischen Prüfung der Sach- und Rechtslage. Die Hauptsachenprognose kann
dabei berücksichtigt werden, wenn sie eindeutig ist; bei tatsächlichen oder rechtlichen
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Unklarheiten drängt sich hingegen Zurückhaltung auf, weil in diesem Fall die
erforderlichen Entscheidgrundlagen im Hauptverfahren erst noch beschafft werden
müssen (BGE 130 II 149, vgl. Isabelle Häner, Vorsorgliche Massnahmen im
Verwaltungsverfahren und Verwaltungsprozess, in: ZSR 1997 II 253 ff., 309 ff.).
7.3 Wie erwähnt hatte für die vorsorgliche Renteneinstellung ab 2. Juni 2016 ein
ausreichender Abklärungsstand vorgelegen. Die Einstellung war zudem dringlich und
angesichts einer Interessenabwägung gerechtfertigt, insgesamt also rechtmässig
gewesen. Mit dem Erlass der Verwaltungsverfügung vom 30. Juni 2017 (noch während
der Rechtshängigkeit dieser Beschwerde IV 2016/238) wurde das entsprechende
Verwaltungsverfahren jedoch abgeschlossen, so dass die Wirkungszeit der
vorsorglichen Massnahme endete. Durch den Erlass der Verfügung vom 30. Juni 2017
ist die Zwischenverfügung dahingefallen (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 6. Juli 2015,
8C_290/2015 E. 2 und 3.4.7) und die Sache ist daher gegenstandslos geworden. Die
Beschwerde IV 2016/238 ist zufolge der Gegenstandslosigkeit vom Protokoll
abzuschreiben.
8.
8.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde IV 2016/238 zufolge
Gegenstandslosigkeit abzuschreiben, die Beschwerde IV 2017/313 ist unter Aufhebung
der angefochtenen Verfügung vom 30. Juni 2017 im Sinn der Erwägungen insofern
teilweise gutzuheissen, als die Aufhebung der Rente des Beschwerdeführers erst auf
den 1. September 2017 (die Zustellung erfolgte bei Versand am 30. Juni erst im Juli
2017) hin zu erfolgen hat.
8.2 Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Als
unterliegende Partei hat die Beschwerdegegnerin die Gerichtskosten zu bezahlen (vgl.
Art. 95 Abs. 1 VRP). Diese sind für das Verfahren IV 2017/313 auf Fr. 600.-- zu
veranschlagen. Auf die Erhebung von Gerichtskosten für das Verfahren IV 2016/238
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wird verzichtet (vgl. Art. 97 VRP). Dem Beschwerdeführer ist der geleistete
Kostenvorschuss zurückzuerstatten.
8.3 Beim Verfahrensausgang der Sache IV 2017/313 (für die Kostenfrage wird volles
Obsiegen angenommen) hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61
lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Der Bedeutung der Streitsache und dem
Aufwand in der Sache IV 2017/313 angemessen erscheint eine Parteientschädigung
von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Baraus¬lagen und Mehrwertsteuer). - Die Streitsache IV
2016/238 ist gegenstandslos geworden; die angefochtene Verfügung vom 2. Juni 2016
war aber rechtmässig. Daher ist diesbezüglich keine Entschädigung zuzusprechen.