Decision ID: 6312f044-4234-4ab1-9612-ad94c2f61cc5
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
In einem bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
am 9. Juni 2012 (Urk. 7/11 S. 7 Ziff. 11) anhängig gemachten
Verfahren betreffend Leistungen der Invalidenversicherung ersuchte
der 1961 geborene
X._
am 9. Dezember 2013 (Urk. 7/49 S. 1 und S.
6 f.) um Gewährung der unentgelt
lichen
Rechtsverbeiständung
im Verwaltungsverfahren
.
Die IV-Stelle, welche am
10. Februar 2014
einen Rentenanspruch des Versicherten
gestützt auf einen
Inval
iditätsgrad
von 12 % verfügungsweise verneint hatte (Urk. 7/52), ernannte m
it Verfügung vom 4. März 2014 (Urk. 2) Rechtsanwalt Stephan Kübler
für die Zeit vom 27. September 2013
(Datum des Vorbescheids; Urk. 7/45)
bis zum Er
lass der materiellen Verwaltungs
verfügung
zum unentgeltlichen Rechtsbeistand des Versicherten und sprach ihm
für seine Bemühungen
eine Entschädigung
in Höhe
von Fr. 1'200.--
(inklusive Auslagenersatz und Mehrwertsteuer)
zu.
2.
Gegen die
Verfügung vom 4. März 2014
(Urk. 2)
erhob Rechtsanwalt Stephan Kübler
a
m 4. April 2014
Beschwerde
(Urk. 1) mit dem Rechtsbegehren
,
die IV-Stelle sei zu verpflichten, ihm für seinen Aufwand eine Entschädigung
in Höhe
von Fr. 2'026.50 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom
2. Mai 2014
(Urk.
6
) auf Ab
weisung der Beschwerde.
3.
Zuvor hatte
X._
mit Eingabe vom 13. März 2014 (Urk. 1 im Verfah
ren IV.2014.00302)
Beschwerde
gegen die
einen Rentenanspruch verneinende
Verfügung
vom 10. April 2014 (Urk. 7/52 = Urk. 2 im Verfahren IV.2014.00302) erhoben.
Diese wurde
mit Urteil heutigen Datums
in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde, damit sie im Sinne der Erwägungen verfahre.
Die Einzelrichterin

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be
schwer
de
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
[
GSVGer
]
).
1.2
Laut
Art.
49
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG)
hat der Versicherungsträger über Leistungen, For
derungen und Anordnungen, die erheblich sind oder mit denen die betroffene Person nicht einverstanden ist, schriftlich Verfügungen zu erlassen.
Gegen Ver
fügungen kann n
ach Art. 52 Abs. 1
ATSG
innerhalb von 30 Tagen
bei
der
verfügenden Stelle Einsprache erhoben werden; davon ausgenommen sind prozess- und
verfahrensleitende Verfügungen. Gegen
Einspracheentscheide
oder Verfügungen, gegen welche eine Einsprache ausgeschlossen ist, kann ge
mäss Art.
56 Abs.
1 ATSG in Verbindung mit Art.
57 ATSG
beim kantonalen Ver
sicherungsgericht
Beschwerde erhoben werden
.
1.3
Nach der Lehre und Rechtsprechung sind Verfügungen betreffend die unentgelt
liche
Verbeiständung
als
Zwischenverfügung beziehungsweise als
prozess- und verfahrensleitende Verfügungen zu qualifizieren
, welche nicht mit Einsprache, sondern mit Beschwerde an das kantonale Versicherungsgericht anzufechten sind
(vgl.
Kieser
, A
TSG-Kommentar, 2.
Auflage, Zürich/Basel/
Genf 2009,
N 28 zu Art. 37
ATSG
und N 29 f. zu Art. 52
ATSG
;
BGE 131 V 153 E.
1
,
139 V 604 E.
2
).
1.4
Zur Frage der Anfechtbarkeit von Zwischenverfügungen
beinhaltet
das ATSG keine ausdrückliche Bestimmung.
Nach
der Regelung des
Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren
(
VwVG
)
–
welche
im Rahmen des
ATSG aufgrund von Art.
55 Abs.
1 ATSG
(vgl.
dazu
BGE 132 V 418
E.
2.3.1)
als allgemeiner verfahrensrechtlicher Grundsatz ergänzend zur Anwendung kommt (
vgl.
K
ieser
, a.a.O.,
N
24
zu Art.
49 ATSG und N
11 zu Art.
56 ATSG) –
ist die Beschwerde gegen selbständig eröffnete Zwischenverfügungen
– s
oweit es sich nicht um Verfügungen betreffend Ausstand und Zuständigkeit handelt
(vgl. dazu Art. 45
VwVG
) – nur
zulässig, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art.
46 Abs.
1
lit
.
a
VwVG
)
oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten
den Aufwand an Zeit und Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (Art.
46 Abs.
1
lit
.
b
VwVG
).
Eine
gleichartig
e
Regelung enth
alten
auch Art.
92 Abs. 1
und Art. 93
Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (
BGG
), welche in § 13 Abs. 2
GSVGer
für die Anfechtbarkeit von Zwischenentscheiden als massgebend erklärt werden.
2.
2.1
Handelt es sich
nach dem Ausgeführten (vgl. E. 1.3 hiervor)
b
ei der angefochte
nen Verfügung
vom 4. März 2014
betreffend Höhe
der Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsvertretung im Verwaltungsverfahren
(Urk. 2)
um eine
Zwi
schen
verfügung
,
kann
auf die dagegen erhobene Beschwerde nur unter den
dar
gelegten Voraussetzungen (vgl. E. 1.4 hiervor) eingetreten werden.
Dabei fällt eine Berufung auf die in Art. 46 Abs. 1
lit
. b
VwVG
beziehungsweise Art. 93 Abs. 1
lit
. b BGG alternativ genannte Prozessvoraussetzung von Vorn
herein ausser Betracht, w
eil ein kantonales Gerichtsurteil über die Höhe der Ent
schädigung für die unentgeltliche Rechtsvertretung im Verwaltungsverfahren über den in der Hauptsache streitigen Leistungsanspruch gegenüber der Invali
denversicherung (
vgl.
das
Rückweisungsurteil heutigen Datums im Verfahren IV.2014.00302) nichts aussagen würde und in diesem Punkt deshalb auch bei einer
Gutheissung der
Beschwerde nicht zu einem Endentscheid führen könnte.
Alsdann
bewirkt
nach der jüng
sten
Rechtsprechung des Bundesgerichts (
vgl.
BGE
139 V
604
E. 3.2
mit Hinweisen
) die Kosten- und Entschädigungsregelung in einem Zwischenentscheid als solche in der Regel keinen nicht wieder gutzu
machenden Nachteil, was beschwerdeweise
(Urk. 1)
denn auch nicht geltend ge
macht wurde.
Vor
liegend ist kein Grund ersichtlich, welche
r ein Abweichen von diesem Grundsatz rechtfertigte
. Insbesondere droht nicht die Gefahr,
dass
der Versicherte
durch
den Entscheid über die Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsvertretung
seine
Rechte nicht wahrnehmen kann, geht
es doch
nur noch um die nachträglich zu beantwortende Frage,
in welcher Höhe
der Rechtsanwalt
für die bereits geleistete Arbeit
h
onoriert wird (vgl. auch BGE 133 V 645 E. 2.2 betreffend Verweigerung der unentgeltlichen
Verbeiständung
)
.
2.2
Dementsprechend
sind die Voraussetzungen für eine selbständige Anfechtbar
keit der Verfügung vom 4. M
ärz 2014 (Urk. 2) nicht erfüllt und kann auf die da
gegen erhobene Beschwerde nicht eingetreten werden. Die Verfügung vom 4. März
2014 (Urk. 2) wird
hinsichtlich
der Höhe der zugesprochenen Entschä
di
gung
mittels Beschwerde gegen den
Endentscheid
–
unabhängig von dessen In
halt, mithin auch wenn die IV-Stelle in der Hauptsache voll zu Gunsten des Ver
s
icherten entscheiden sollte – anfechtbar sein (Art. 46 Abs. 2
VwVG
; vgl. BGE
139 V 604 E.
3.3)
.
3.
Da vorliegend nicht die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen im Streit steht, ist das Verfahren kostenlos (
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG] e
contrario
).