Decision ID: fff6deda-7286-5619-a260-2ecf63b02841
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
P._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. rer. publ. Michael B. Graf, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a P._, Jahrgang 1971, meldete sich im November 2004 zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 2). Im Arztbericht vom 6. Dezember 2004
diagnostizierte Dr. med. A._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, einen Status nach
HWS-Schleudertrauma am 6. September 2003 mit chronifiziertem zervikozephalem
Schmerzsyndrom, Schulterhochstand links und Fehlhaltung des Kopfes nach links. Seit
dem 23. September 2003 bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten
(IV-act. 19-3 ff.). Der behandelnde Psychiater Dr. med. B._ nannte im Arztbericht vom
30. Mai 2005 die Diagnose der Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung
von anderen Gefühlen bei muskulär bedingter Fehlhaltung zerviko-thorakal. Aus
psychiatrischer Sicht bestehe in der angestammten Tätigkeit als CNC-Operateur eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20-30% (IV-act. 30-1).
A.b Die Krankenversicherung des Versicherten, die C._, beauftragte die Institut für
Assessment GmbH, Zug, mit der Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens. Im
Gutachten vom 14. Juni 2006 werden folgende Diagnosen genannt: Schmerzstörung
im Zusammenhang mit körperlichen und psychischen Krankheitsfaktoren, Dyssomnie
NOS und Nacken- und Schultergürtelschmerzsyndrom. Der Versicherte sei zu 100%
arbeitsunfähig (act. G 1.1.12, S. 59). Im Auftrag der IV-Stelle begutachtete die MEDAS
Zentralschweiz den Versicherten im September 2006. In ihrem Gutachten vom
4. Januar 2007 finden sich im Wesentlichen folgende Diagnosen: Status nach
Heckauffahrunfall mit HWS-Distorsion mit posttraumatischem schmerzhaftem
Tortikollis mit Schulterbeteiligung links und Generalisierungstendenz der Schmerzen,
rezidivierendem Schwankschwindel, Tinnitus links und Insomnie. Die Arbeitsfähigkeit
als CNC-Operateur schätze man auf maximal 50%, zu verwerten mit 2x2 Stunden,
verteilt auf den ganzen Tag. Eine körperlich leichte Tätigkeit sei zumutbar. Inwieweit
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hier eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit bestehe, sei schwierig zu beurteilen,
weswegen man eine BEFAS vorschlage (IV-act. 63-29 f.).
A.c In der Folge fand ab 4. Juni 2007 im Appisberg eine berufliche Abklärung statt, die
der Beschwerdeführer am 15. Juni 2007 wegen einer akuten Ehekrise bereits wieder
abbrach. Gemäss Schlussbericht vom 19. Juli 2007 konnte eine berufliche Abklärung,
insbesondere auch eine berufspraktische Klärung der zumutbaren Arbeits- und
Leistungsfähigkeit, nicht aussagekräftig durchgeführt werden (IV-act. 92-9). Dr. B._
nannte im Verlaufsbericht vom 16. Januar 2008 die Diagnose leichte depressive
Episode ohne somatisches Syndrom. Aktuell bestehe wie vor der Eheproblematik aus
rein psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von höchstens 30% (IV-act. 108-1).
A.d Mit Mitteilung vom 5. Juni 2008 schloss die IV-Stelle die Berufsberatung ab, weil
sich der Versicherte subjektiv nicht arbeitsfähig fühle (IV-act. 122). Mit Vorbescheid
vom selben Datum kündigte sie dem Versicherten zudem die Zusprache einer halben
Rente bei einem Invaliditätsgrad von 52% an. Dabei ging sie von einer Arbeitsfähigkeit
von 70% aus (IV-act. 123). Im Einwand vom 7. Juli 2008 beantragte Rechtsanwalt lic.
rer. publ. Michael B. Graf die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente (IV-act. 127).
Nach weiteren Abklärungen insbesondere zu den erwerblichen Verhältnissen des
Versicherten sprach die IV-Stelle diesem mit Verfügung vom 30. September 2008 bei
einem Invaliditätsgrad von 57% ab 1. Oktober 2008 eine halbe Rente zuzüglich zwei
Kinderrenten zu (IV-act. 144).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde des Rechtsvertreters des
Versicherten vom 22. Oktober 2008. Er beantragt die Aufhebung der Verfügung und die
Zusprache einer ganzen Rente samt Kinderrenten, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Die Beschwerdegegnerin habe unzulässigerweise auf eine
Arbeitsfähigkeit von 70% abgestellt. Sie habe dabei übersehen, dass insbesondere
somatische Symptome die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers einschränkten.
Gemäss MEDAS-Gutachten liege die Arbeitsfähigkeit bei 48%. Dr. A._ attestiere
sogar eine Arbeitsunfähigkeit von 100%. Beim Valideneinkommen im Rahmen des
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Einkommensvergleichs seien die Schichtzulagen mitzuberücksichtigen. Insgesamt
ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 72% (act. G 1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 16. Dezember 2008 beantragt die
Beschwerdegegnerin, es sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer keinen
Anspruch auf eine Invalidenrente habe. Die Beschwerde sei abzuweisen. Der
Psychiater Dr. B._ habe beim Beschwerdeführer einzig eine Anpassungsstörung bzw.
eine leichte depressive Episode ohne somatisches Syndrom diagnostiziert. Die
Anpassungsstörung sei vergleichbar mit einer leichten depressiven Episode. Gemäss
der Rechtsprechung des Bundesgerichts sei eine solche jedoch von vornherein nicht
invalidisierend. Das Gleiche gelte für die von der MEDAS diagnostizierte
Schmerzverarbeitungsstörung, es sei denn, wenn zusätzlich eine psychische
Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer vorliege. Dies sei beim
Beschwerdeführer jedoch nicht der Fall. Nicht ersichtlich sei, inwiefern das MEDAS-
Gutachten bezüglich der erhobenen Befunde und der gestellten Diagnosen
rechtsfehlerhaft sein sollte. In diesem Umfang komme dem Gutachten volle
Beweiskraft zu. Auch die Arbeitsfähigkeitsschätzung im somatischen Bereich sei
schlüssig. Aufgrund der dargelegten Rechtsprechung sei eine Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers aus psychiatrischer Sicht nicht ausgewiesen. Demnach sei davon
auszugehen, dass er in einer adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei. Betreffend
Einkommensvergleich vertritt die Beschwerdegegnerin die Auffassung, dass die vom
Beschwerdeführer geltend gemachte Nebenerwerbstätigkeit als Hauswart nicht
berücksichtigt werden könne, weil der Beschwerdeführer als Gesunder bereits in einem
Vollzeitpensum gearbeitet habe und bei der IV nur ein normales Arbeitspensum
versichert sei. Im Übrigen sei nicht belegt, dass der Beschwerdeführer 80% dieses
Pensums und seine Ehefrau lediglich 20% übernommen hätten. Beim
Invalideneinkommen könne auf das Anforderungsniveau 3 der Tabellenlöhne abgestellt
werden, weil der Beschwerdeführer einen Beruf erlernt habe. Insgesamt resultiere ein
Invaliditätsgrad von 19%, sodass kein Rentenanspruch bestehe (act. G 4).
B.c Der Beschwerdeführer lässt in der Replik vom 22. Januar 2009 an seinen Anträgen
gemäss Beschwerde festhalten. Er ersucht um Beizug der Akten des mit
rechtskräftigem Urteil vom 30. April 2008 erledigten kantonalen Gerichtsverfahrens UV
2007/66. Dr. B._ halte im Verlaufsbericht vom 14. Januar 2009 unter anderem fest,
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dass im vergangenen Jahr die körperliche Symptomatik bestehen geblieben sei und
sich in einem schmerzhaften Tortikollis mit Schulterhochstand links äussere. Aktuell
gehe er von einer mittelgradigen bis schweren depressiven Symptomatik mit
somatischem Syndrom aus. Die MEDAS-Gutachter hätten die medizinische Literatur
betreffend "posttraumatic torticollis" analysiert und im Gutachten beschrieben. Die
Beschwerdegegnerin habe diese Ausführungen und die Schlussfolgerungen der
MEDAS-Gutachter falsch verstanden. Im konkreten Fall seien die MEDAS-Gutachter
und Dr. B._ von einem somatischen Geschehen ausgegangen. Medizinisch-
theoretisch sei die angestammte Tätigkeit als CNC-Operateur eine optimal
leidensangepasste Tätigkeit. Sie sei jedoch nicht in 2x2 Stunden bei vollschichtiger
Präsenz auszuüben. Im Weiteren lässt der Beschwerdeführer geltend machen, seine
Tätigkeit als Hauswart sei im Bereich normaler Überstunden gelegen. Betreffend
Invalideneinkommen sei auf das Anforderungsniveau 4 und nicht 3 abzustellen
(act. G 7).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 2. Februar 2009 auf das Einreichen einer
Duplik (act. G 9).
C.
C.a Die Beschwerdegegnerin verfügte am 3. Dezember 2008 die Ausrichtung einer
halben Rente zuzüglich Kinderrenten für den rückwirkenden Zeitraum vom
1. September 2004 bis 30. September 2008 (act. G 10.1.1). Am 26. Januar 2009 erhob
der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers gegen diese Verfügung Beschwerde. Er
beantragt die Aufhebung auch dieser Verfügung und die Ausrichtung einer ganzen
Rente samt Kinderrenten, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Die Begründung
entspricht im Wesentlichen jener der ersten Beschwerde vom 22. Oktober 2008 (act. G
10).
C.b Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 17. Februar 2009 auf eine ergänzende
Vernehmlassung (act. G 12).
D.
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D.a Mit Schreiben vom 24. Februar 2009 informierte die Beschwerdegegnerin das
Gericht darüber, dass der Beschwerdeführer durch eine Haftpflichtversicherung
observiert worden sei. Beim Bericht über die Observation handle es sich um ein
wichtiges Sachverhaltselement, um die Plausibilität der geltend gemachten
Beschwerden überprüfen zu können. Man beantrage deshalb die Edition sämtlicher
Akten über die Observation (act. G 15).
D.b Der Beschwerdeführer liess am 12. März 2009 die Akten der Observation
einreichen. Die Überwachung sei von der Haftpflichtversicherung ausschliesslich mit
der mangelnden biomechanischen, neurologischen und somatischen Erklärbarkeit der
Beschwerden begründet worden. Gemäss der Rechtsprechung sei das typische
Beschwerdebild nach einer HWS-Distorsion rein organisch und biomechanisch nicht
erklärbar. Damit sei von vornherein kein genügender Anfangsverdacht für die
Observation gegeben gewesen. Die Überwachung sei demnach rechtswidrig und das
Observationsmaterial würde einem Beweisverwertungsverbot unterliegen. Der
Beschwerdeführer wehre sich aber nicht gegen die Verwertung des Materials im
vorliegenden Beschwerdeverfahren. Es belege nämlich die beklagten Beschwerden
und die damit verbundene Einschränkung der Erwerbsunfähigkeit (richtig:
Erwerbsfähigkeit). Im Weiteren geht der Rechtsvertreter auf die einzelnen
Überwachungen ein (act. G 17).
D.c Die Beschwerdegegnerin stellt sich demgegenüber im Schreiben vom 23. März
2009 auf den Standpunkt, die Ergebnisse der Observationen bestätigten ihre
Einschätzung in der Beschwerdeantwort, dass der Beschwerdeführer aus somatischer
und psychiatrischer Sicht in einer angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei (act. G 19).

Erwägungen:
1.
1.1 Angefochten ist eine Verfügung, die nach Inkrafttreten der 5. IV-Revision am
1. Januar 2008 ergangen ist. Mangels einer übergangsrechtlichen Norm rechtfertigt es
sich allerdings, für die vor diesem Zeitpunkt massgebenden Verhältnisse
(Rentenanspruch mit Anspruchsbeginn bei Anmeldung unter altem Recht) die im
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Folgenden zitierten, bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Bestimmungen
anzuwenden.
1.2 Die rückwirkende Zusprache der Invalidenrente ist von der Beschwerdegegnerin
auf zwei Verfügungen, ergangen am 30. September 2008 und am 3. Dezember 2008,
aufgeteilt worden. Diese Aufteilung erfolgt praxisgemäss offenbar aus EDV-technischen
Gründen. Die rückwirkende abgestufte Rentenzusprache darf jedoch nicht für
bestimmte Perioden je getrennt verfügt werden (vgl. BGE 131 V 164 ff., Erw. 2.3). Die
beiden Verfügungen bilden deshalb nur Teile ein und derselben Rentenverfügung. Die
Verfügungsteile sind für sich allein nicht rechtskraftfähig und damit auch nicht für sich
allein anfechtbar. Entsprechend hat der zuständige Verfahrensleiter des Gerichts die
am 26. Januar 2009 erfolgte Anfechtung der Verfügung vom 3. Dezember 2008 mit
dem bereits hängigen Verfahren IV 2008/451 vereinigt (act. G 11).
2.
2.1 Vorliegend stellt sich die Frage, ob die von der Haftpflichtversicherung erstellten
Unterlagen zu den Observationen im vorliegenden Verfahren zu verwenden sind. Im
jüngsten, zur Publikation vorgesehenen Entscheid 8C_807/2008 vom 15. Juni 2009 hat
das Bundesgericht festgehalten, durch die privatdetektivliche Observation einer
versicherten Person sollten Tatsachen, die sich im öffentlichen Raum verwirklichten
und von jedermann wahrgenommen werden könnten (beispielsweise Gehen,
Treppensteigen, Autofahren, Tragen von Lasten oder Ausüben sportlicher Aktivitäten),
systematisch gesammelt und erwahrt werden. Auch wenn die Observation von einer
Behörde angeordnet worden sei, verleihe sie den beobachtenden Personen nicht das
Recht, in die Intimsphäre der versicherten Person einzugreifen. Anders als bei einer
richterlich angeordneten Observation – etwa im Rahmen des Bundesgesetzes
betreffend die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BÜPF; SR 780.1) –
bleibe zudem der strafrechtliche Schutz der versicherten Person in dem Sinn bestehen,
als die Privatdetektive durch die behördliche Anordnung nicht berechtigt würden,
strafbare Handlungen zu begehen. Insbesondere habe sich die beauftragte Person an
den durch Art. 179 StGB vorgegebenen Rahmen zu halten. Im Unterschied zu
einer verdeckten Ermittlung im Sinn des Bundesgesetzes über die verdeckte Ermittlung
(BVE; SR 312.8) sei es nicht Sinn und Zweck einer solchen Observation, dass die
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ermittelnde Person Kontakte zur überwachten Person knüpfe, um so in ihr Umfeld
einzudringen (Erw. 4.3). Auch wenn sich die Observation einer versicherten Person auf
den umrissenen Bereich beschränke, beschlage sowohl deren Anordnung als auch die
Verwertung der Ergebnisse den Schutzbereich des Grundrechts des Schutzes der
Privatsphäre (Art. 13 Abs. 1 BV). Dieser Schutz gelte jedoch nicht absolut; vielmehr
könnten die Grundrechte gemäss Art. 36 BV eingeschränkt werden, wenn eine
gesetzliche Grundlage vorliege (Abs. 1), ein öffentliches Interesse an der Einschränkung
bestehe (Abs. 2), die Einschränkung verhältnismässig sei (Abs. 3) und der Kerngehalt
der Grundrechte nicht angegriffen werde (Abs. 4). Das ehemalige Eidgenössische
Versicherungsgericht hat wiederholt festgehalten, dass die Voraussetzungen für die
Einschränkung des Grundrechts in Bezug auf die Verwertung der Ergebnisse einer von
einer Haftpflichtversicherung veranlassten Observation durch einen Unfallversicherer
gegeben seien, so dass diese als Beweismittel im Sozialversicherungsverfahren
verwertbar seien (8C_807/2008, Erw. 4.4; BGE 132 V 242 neues Fenster; 129 V 323
neues Fenster Erw. 3.3.3).
2.2 Die Durchführung einer Überwachungsmassnahme setzt stets voraus, dass der
begründete Verdacht auf eine Unrechtmässigkeit vorliegt. Der Begriff des Verdachts
setzt voraus, dass mit einer bestimmten, auf konkrete Elemente gestützten
Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann, es liege eine entsprechende
Unrechtmässigkeit vor. Die verdachtsbegründenden Elemente müssen
einzelfallbezogen und konkret sein (Ueli Kieser, Überwachung – Eine Auslegung von
Art. 44a ATSG [Entwurf], in: hill 2009 Fachartikel Nr. 1, Kap. V, Ziff. 1).
2.3 Im vorliegenden Fall ist zumindest zweifelhaft, ob ein hinreichend begründeter
Anfangsverdacht für eine Observation bestand. Die Haftpflichtversicherung hielt in
ihrem Überwachungsauftrag vom 19. Oktober 2007 fest, der Verlauf des
Krankheitsbilds des Beschwerdeführers sei aus rein somatischer Sicht aufgrund des
Ausmasses, der vielen funktionellen Begleitsymptome und der völligen
Therapieresistenz nicht erklärbar. Die vorliegenden Befunde könnten aus
neurologischer Sicht aufgrund der doch eher milden Einwirkung durch die Kollision
nicht erklärt werden (act. G 17.1.1, S. 2). Eine mangelhafte somatische Erklärbarkeit der
Beschwerden ist bei HWS-Distorsionen der Regelfall; dies allein dürfte für einen
einzelfallbezogenen und konkreten Verdacht nicht ausreichen. Vorliegend kann jedoch
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=01.06.2009&to_date=30.06.2009&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=soz&query_words=%FCberwachung&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F132-V-241%3Ade&number_of_ranks=0#page242 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=01.06.2009&to_date=30.06.2009&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=soz&query_words=%FCberwachung&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F129-V-323%3Ade&number_of_ranks=0#page323 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=01.06.2009&to_date=30.06.2009&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=soz&query_words=%FCberwachung&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F129-V-323%3Ade&number_of_ranks=0#page323
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offen gelassen werden, ob die Observation rechtmässig erfolgt ist und ob mit dem
Bundesgericht angenommen werden kann, dass die von der Privatversicherung
erstellten Unterlagen von der Sozialversicherung ohne weiteres übernommen werden
dürfen; letzteres erscheint jedenfalls als problematisch. Selbst wenn man die
Zulässigkeit der Observation sowie der Weitergabe an die Sozialversicherung bejahen
würde, wird bei Durchsicht der Akten doch klar ersichtlich, dass ein allfällig
vorhandener Anfangsverdacht durch die Observationsunterlagen nicht erhärtet werden
konnte. Die Observation in Italien ist zudem bereits aus formellen Gründen
offensichtlich unbrauchbar, drangen die Detektive durch die Kontaktaufnahme mit den
Eltern doch unzulässigerweise bewusst in das Umfeld des Beschwerdeführers ein.
Insgesamt ist folglich auf die Observationsunterlagen nicht näher einzugehen.
3.
3.1 Unter Invalidität wird bei als Gesunden voll erwerbstätigen Personen die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen
Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn der Versicherte mindestens zu 70%, derjenige auf eine
Dreiviertelsrente, wenn er wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
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3.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a).
4.
Nachfolgend ist auf die medizinische Aktenlage einzugehen.
4.1 Die Akten belegen, dass der Beschwerdeführer beim Verkehrsunfall vom
6. September 2003 eine HWS-Distorsion erlitt. Die Gutachter des Instituts für
Assessment verwiesen unter Bezugnahme auf ihre objektivierenden Untersuchungen
auf auffällige Werte für Depressivität und State-Angst. Auch das Ausmass an
Allgemeinbeschwerden sei deutlich erhöht gewesen. Eine derartige Konstellation finde
sich häufig bei Störungen, wo ein "Verdrängungswiderstand" bestehe und die
Exploration diesen berühre, sodass die Angst ansteige. Störungen, die diese
Befundlage aufwiesen, seien dissoziative Störungen oder Konversionsstörungen. In
Bezug auf die Schmerzverarbeitung zeige sich emotional in der Kategorie "gereizte
Stimmung" die höchste Ausprägung, kognitiv habe sich für die Kategorie "Coping-
Signal" der höchste Wert ergeben, gefolgt von "Behinderung" (act. G 1.1.12, S. 55).
4.2 In der Begutachtung durch die MEDAS Zentralschweiz wurden neben einem
psychiatrischen ein neuropsychologisches, ein neurologisches und ein
rheumatologisches Teilgutachten eingeholt. Der neurologische Teilgutachter erkannte
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zervikozephale Schmerzen im Rahmen eines generalisierten Schmerzsyndroms.
Neuropsychologischerseits zeigte sich ein weitgehend alters- und
ausbildungsadäquates kognitives Leistungsprofil. Der rheumatologische Teilgutachter
Dr. med. D._ berichtete von einem im Anschluss an das kranio-zervikale
Beschleunigungstrauma entstandenen progredienten Tortikollis nach links mit starker
Schulterprotraktion links. Dr. D._ verwies auf eine interdisziplinäre Besprechung, wo
man übereinstimmend zum Schluss gekommen sei, dass der Beschwerdeführer in der
angestammten Tätigkeit als CNC-Operateur zu 50% arbeitsfähig sei, wobei dieses
Pensum täglich je auf zwei Halbtage aufzuteilen sei. Im Übrigen empfehle man eine
Abklärung der Ressourcen in der BEFAS zur Ermittlung einer geeigneten
Alternativtätigkeit. Da die zumutbare Arbeitsfähigkeit die Ausübung des bisherigen
Berufs als CNC-Operateur erlaube, entfalle die weitere Darlegung von adaptierten
Tätigkeiten aus Sicht des Rheumatologen (IV-act. 63-35 f.).
4.3 Im MEDAS-Gesamtgutachten wurde das Vorliegen eines posttraumatischen
schmerzhaften Tortikollis mit Schulterbeteiligung links und Generalisierungstendenz
der Schmerzen anhand einer ausführlichen Auseinandersetzung mit der medizinischen
Fachliteratur bestätigt. Die Arbeitsfähigkeit als CNC-Operateur liege bei maximal 50%,
wobei diese Einschätzung mit einem hohen Unsicherheitsfaktor behaftet sei. Eine
körperlich leichte Tätigkeit, sei dies nun stehend, gehend oder sitzend, sei zumutbar
(S. 30). Man gehe diesbezüglich von einer höheren Arbeitsfähigkeit aus (S. 31).
Inwieweit hier eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit bestehe, sei schwierig zu
beurteilen, weswegen man eine BEFAS vorschlage. Dort solle wenn möglich ein
externer mehrtägiger Einsatz an einer CNC-Maschine unter objektiver Beobachtung
durch den Berufsbegleiter stattfinden. Im Weiteren gehe es um die Evaluation
alternativer Tätigkeiten innerhalb der beschriebenen Limiten. Wahrscheinlich mache es
Sinn, initial mit einem reduzierten Arbeitspensum zu starten, in einem Umfang von vier
bis fünf Stunden pro Tag (IV-act. 63-30).
4.4 Die Arbeitsfähigkeitsschätzungen im MEDAS-Gutachten sind bewusst vage
ausgefallen; die Gutachter verwiesen auf einen hohen Unsicherheitsfaktor und
erachteten eine berufliche Abklärung als Voraussetzung für die Objektivierung der
Einschränkung in der Leistungsfähigkeit als notwendig. Ihre diesbezügliche
Begründung erscheint als plausibel. Auffällig ist im Übrigen, dass die
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Arbeitsfähigkeitsschätzungen im rheumatologischen Teilgutachten von Dr. D._ und in
der Gesamtbeurteilung voneinander abweichen: Dr. D._ ging davon aus, dass die
zumutbare Arbeitsfähigkeit die Ausübung des Berufs des CNC-Operateurs erlaube,
weshalb die weitere Darlegung von adaptierten Tätigkeiten aus Sicht des
Rheumatologen entfalle. Er hielt die angestammte Tätigkeit also zugleich für optimal
adaptiert. Seine Ausführungen lassen nicht darauf schliessen, dass unter optimalen
Bedingungen eine höhere Arbeitsfähigkeit als 50% möglich wäre. Der zuständige Arzt
des IV-internen Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) hielt in seiner Stellungnahme vom
5. März 2007 fest, eine genauere medizinische Fixierung der Arbeitsfähigkeit in
adaptierter Tätigkeit sei nicht möglich. Sollte die berufliche Abklärung eine geringere
Arbeitsfähigkeit als 75% ergeben, so solle ihm der Fall zweck Plausibilisierung durch
allfällige Rückfragen an die Gutachter nochmals vorgelegt werden (IV-act. 67).
4.5 Die BEFAS im Appisberg lieferte unter anderem aufgrund des vorzeitigen
Abbruchs keine verwertbaren Ergebnisse. Entgegen der Ansicht des Rechtsvertreters
des Beschwerdeführers ist es nicht möglich, aus diesem Bericht eine generelle
Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit abzuleiten. Hingegen ist auch nicht davon
auszugehen, dass der Bericht fehlende Eingliederungsbereitschaft oder subjektive
Behinderungsüberzeugung hinreichend belegt und der Beschwerdeführer bei
zumutbarer Willensanstrengung voll arbeiten könnte. Nachdem der Beschwerdeführer
seinen Einsatz im Appisberg abgebrochen hatte, informierte Dr. B._ darüber, dass
sein Patient eine akute Beziehungskrise habe. Seine Frau wolle sich von ihm trennen.
Der Abbruch der beruflichen Abklärung sei folglich aus psychiatrischen Gründen erfolgt
(IV-act. 92-9; vgl. auch IV-act. 108-1).
4.6 Gemäss den medizinischen Akten wird trotz der offensichtlich dominierenden
somatischen Schmerzen keine systematische Schmerzbekämpfung durchgeführt.
Bereits 2004 wurden offenbar sämtliche Medikamenteneinsätze unterbrochen, wie
Dr. A._ in seinem Bericht vom 6. Dezember 2004 festhält (IV-act. 19-4). Ein
Arbeitsversuch beim ehemaligen Arbeitgeber scheiterte offenbar aufgrund der
Schmerzen (IV-act. 30-2). Im MEDAS-Gutachten vom 4. Januar 2007 wird betreffend
Schmerzbekämpfung nur die gelegentliche, jedenfalls nicht tägliche Einnahme der
Schmerzmittel Dafalgan und Mephadolor genannt. Hinweise auf Versuche einer
adäquaten Schmerzbekämpfung finden sich weder im Gutachten noch in den übrigen
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medizinischen Akten. Im Rahmen der beruflichen Abklärung fand offenbar keine eine
schmerzbekämpfende Begleitung durch den Mediziner statt. Jedenfalls erwähnt
Dr. med. E._ keine Massnahmen, wie die geklagten starken Schmerzen angegangen
worden wären (vgl. IV-act. 92-7). Vor diesem Hintergrund und in Kombination mit der
Ehekrise erscheint der vorzeitige Abbruch der beruflichen Abklärung nicht als
erstaunlich.
4.7 Nach jenem Abbruch wäre sachlogisch bei nächster Gelegenheit die Fortführung
der BEFAS-Abklärung anzuordnen gewesen, wobei vorgängig die
Schmerzbekämpfung insbesondere mittels Medikation anzugehen gewesen wäre. Das
MEDAS-Gutachten ist für sich allein ohne Ergänzung durch die BEFAS-Abklärung nicht
beweisend für die genaue Arbeitsfähigkeit. Nach erfolgreicher beruflicher Abklärung
wäre deren Ergebnisse der MEDAS zur zusätzlichen Stellungnahme vorzulegen
gewesen, bevor ein Rentenentscheid hätte gefällt werden können.
4.8 Insgesamt lässt sich nach Würdigung der vorhandenen medizinischen Akten der
massgebende Sachverhalt nicht hinreichend beurteilen. Eine verlässliche Schätzung
der Arbeitsfähigkeit ist nicht möglich. Weitere Abklärungen drängen sich auf. In einem
ersten Schritt erscheinen Abklärungen zu den Schmerzbekämpfungsmöglichkeiten als
angezeigt und sind anschliessend geeignete Schmerztherapien einzuleiten. In der
Folge und unter der Voraussetzung der Zumutbarkeit in medizinischer Hinsicht ist die
BEFAS-Abklärung fortzusetzen. Voraussichtlich erweist sich daraufhin eine
Verlaufsbegutachtung durch die MEDAS Zentralschweiz als sinnvoll, zumal seit der
Erstbegutachtung dann bereits einige Jahre verstrichen sein werden. In diesem
Rahmen könnte auch einer allfälligen Verschlechterung der psychischen Situation des
Beschwerdeführers Rechnung getragen werden.
5.
5.1 Die Beschwerde ist folglich unter Aufhebung der angefochtenen Verfügungen vom
30. September 2008 und 3. Dezember 2008 teilweise gutzuheissen und die Sache an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese im Sinn der Erwägungen die
angezeigten beruflichen und medizinischen Abklärungen vornehme und anschliessend
über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers neu verfüge.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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St.Galler Gerichte
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis
Fr. 1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 800.- erscheint
als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles
Obsiegen (ZAK 1987 S. 268 Erw. 5a). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin
vollumfänglich, sodass ihr als nicht von der Pflicht zur Übernahme amtlicher Kosten
befreiter selbstständiger öffentlich-rechtlicher Anstalt die ganze Gerichtsgebühr
aufzuerlegen ist.
5.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
ungekürzte Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert
nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses
bemessen wird (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Dem
insbesondere auch aufgrund des Beweisantrags der Beschwerdegegnerin betreffend
Edition der Observationsakten überdurchschnittlichen mutmasslichen Aufwand des
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers angemessen erscheint eine
Parteientschädigung von Fr. 4'500.- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG