Decision ID: 5086e7b1-5859-5c31-a8a4-c06117b393ba
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 07.04.2015 Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 12 ATSV, Art. 6 UVG. Verursachung von Diskushernien der HWS wegen kumulativer Auswirkung mehrerer Autounfälle sowie Körpergrösse und Konstitution des Versicherten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit verneint. Verfrühte Leistungseinstellung. Verneinung der adäquaten Kausalität bei Prüfung nach Schleudertrauma-Praxis (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St Gallen vom 7. April 2015, UV 2013/56).Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider,Versicherungsrichter Ralph Jöhl, Gerichtsschreiberin Della BatlinerEntscheid vom 7. April 2015in SachenA._,Beschwerdeführer,vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Advokatur Glavas AG, Haus zur alten Dorfbank, 9313 Muolen,gegenSchweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,6002 Luzern,Beschwerdegegnerin,betreffendVersicherungsleistungenSachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war als Abteilungsleiter bei der B._ AG tätig
und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva)
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 24. Oktober 2004 als
Lenker eines Personenwagens in einen Auffahrunfall verwickelt wurde. Der Versicherte
musste sein Fahrzeug vor einem Fussgängerstreifen bis zum Stillstand abbremsen. Der
nachfolgende Fahrzeuglenker bemerkte dies zu spät und prallte, trotz sofort
eingeleiteter Vollbremsung, mit seiner Front gegen das Heck des Fahrzeugs des
Versicherten (Suva-act. II 1 und 6). An der am Unfalltag durchgeführten Untersuchung
im Spital C._ wurde eine HWS-Distorsion diagnostiziert. Der Röntgenbefund ergab
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neben einer "alten" Querfortsatzfraktur HWK 7 rechts keine Anzeichen für eine frische
ossäre Läsion (Suva-act. II 5). Nach dem Unfall bestand eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit. Ein Arbeitsversuch ab 5. November 2004 in einem 50%-Pensum
musste am 23. Dezember 2004 wieder abgebrochen werden. Ab 5. Januar 2005 wurde
dem Versicherten eine 30%-ige Arbeitsfähigkeit attestiert (Suva-act. II 3, 7, 11 und 18).
A.b Mit Verfügung vom 23. Januar 2006 (Suva-act. II 69) teilte die Suva dem
Versicherten mit, dass die Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) per
31. Januar 2006 eingestellt würden. Das bestehende Beschwerdebild sei nicht mehr
unfallbedingt, sondern ausschliesslich krankhafter Natur. Gegen die Verfügung liess der
Versicherte am 31. Januar 2006 Einsprache erheben (Suva-act. II 75). Daraufhin
beabsichtigte die Suva eine interdisziplinäre Begutachtung des Versicherten
durchzuführen und schlug am 5. Juni 2006 drei Gutachterstellen vor (Suva-act. II 89).
A.c Am 3. Juni 2006 hatte der Versicherte einen weiteren Verkehrsunfall erlitten. Die
Unfallverursacherin hatte beim Anfahren den von rechts herannahenden Versicherten
übersehen. Dieser konnte mit seinem Fahrzeug noch ausweichen, weshalb es lediglich
zu einer Streifkollision kam (Suva-act. III 1 und 3). Im ärztlichen Zeugnis vom
7. September 2006 wurde durch das Spital C._ die Diagnose einer HWS-Distorsion
gestellt. Die Röntgenuntersuchung ergab keine frischen ossären Verletzungszeichen.
Es wurde keine Arbeitsunfähigkeit attestiert (Suva-act. III 4).
A.d Zwischenzeitlich hatte die Suva am 14. Juli 2006 die Schulthess Klinik, Zürich, mit
einer Begutachtung des Versicherten beauftragt (Suva-act. II 102). Im Gutachten vom
4. April 2006 (richtig: 2007; Eingang Suva 25. April 2007) wurde unter anderem ein
chronisches zervikozephales und spondylogenes Syndrom beidseits bei Status nach
zweimaligen HWS-Distorsionstraumen vom 31. Juli 2000 und 24. Oktober 2004
diagnostiziert (Suva-act. II 120).
A.e Am 11. April 2007 wurde der Versicherte als Lenker eines Personenwagens erneut
in einen Verkehrsunfall verwickelt. Der Versicherte kollidierte mit einer Geschwindigkeit
von 50 bis 60 km/h seitlich frontal mit einem nicht vortrittsberechtigten anderen
Personenwagen (Suva-act. IV 2 und 22). Eine Notfallkonsultation am Unfalltag im Spital
C._ ergab die Diagnose eines kraniozervikalen Beschleunigungstraumas (Suva-
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act. IV 11). Dr. med. D._, Arzt für Neurologie, diagnostizierte im Bericht vom 26. April
2007 einen Status nach Autounfall vom 11. April 2007 mit Verdacht auf Commotio
cerebri, erneutem HWS-Distorsionstrauma mit neu aufgetretener zervikaler
Diskushernie C6/7 und dadurch verstärktem zervikoradikulärem Reizsyndrom C6/7.
Dem Versicherten wurde eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert, ab 24. April 2007
nahm er die Arbeit zu 20% wieder auf (Suva-act. IV 9, 27).
A.f Dr. med. E._, Facharzt für Neurochirurgie, verfasste am 13. März 2008 im
Auftrag des Versicherten ein neurochirurgisches Fachgutachten. Er teilte mit, dass der
Versicherte eine degenerative Wirbelsäulenproblematik aufweise. Durch die erlittenen
Unfälle habe sich diese richtungsweisend verschlimmert (Suva-act. IV 45). Dr. med.
F._, Kreisarzt Suva, hielt in einer ergänzenden Stellungnahme vom 8. April 2008 fest,
dass die aktuellen Beschwerden wahrscheinlich nicht mehr auf das Unfallereignis vom
11. April 2007 zurückzuführen seien. Das Ereignis habe zu einer vorübergehenden
Traumatisierung eines vorbestehenden Zustands geführt (Suva-act. IV 46). Dr. med.
G._, Facharzt für orthopädische Chirurgie FMH, Versicherungsmedizin Suva, führte
am 13. Mai 2008 aus, dass vier Kernspintomogramme über einen Zeitraum von acht
Jahren eine Zunahme von degenerativen Veränderungen an der HWS mit Ausbildung
von breitbasigen Hernien respektive Protrusionen in den Segmenten C5/6 und C6/7
zeigen würden. Diese Veränderungen seien nicht durch einen bei der Suva versicherten
Unfall entstanden (Suva-act. IV 52).
A.g Am 3. Juni 2008 ereignete sich erneut ein Autounfall mit seitlich-frontaler Kollision
(Suva-act. V 3, 6, 9, 22, 26). Die Unfallverursacherin fuhr aus einem Parkplatz ohne das
vom Versicherten gelenkte Fahrzeug zu beachten.
A.h Mit Verfügung vom 4. Juli 2008 eröffnete die Suva dem Versicherten, dass die
Versicherungsleistungen für die Unfälle vom 24. Oktober 2004, 3. Juni 2006 und
11. April 2007 per 31. Mai 2008 eingestellt würden (Suva-act. II 153, III 8, IV 62).
A.i Die gegen die Verfügung vom 4. Juli 2008 erhobene Einsprache vom 7. Juli 2008
mit Begründung vom 9. September 2008 (Suva-act. II 154 und 159, III 9 und 11, IV 63
und 67) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 9. Oktober 2008 (Suva-act. II 161,
III 13, IV 69) ab.
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A.j Dagegen liess der Versicherte am 10. November 2008 Beschwerde erheben
(Suva-act. II 162).
A.k Mit Verfügung vom 24. November 2008 (Suva-act. V 12) hielt die Suva fest, dass
sie wegen des Unfallereignisses vom 3. Juni 2008 entgegenkommenderweise bereit
sei, allfällig aktuell anfallende Behandlungskosten bis Ende November 2008 zu
übernehmen. Spätestens per 1. Dezember 2008 sei sie nicht mehr leistungspflichtig, da
sich aufgrund der medizinischen Feststellungen keine Veränderungen des
Beschwerdebildes, gegenüber dem Zustand vor dem 3. Juni 2008, ergeben hätten.
A.l Dagegen liess der Versicherte am 25. November 2008 Einsprache erheben und
eine Verfahrenssistierung beantragen (Suva-act. V 11).
A.mMit Vorbescheid vom 13. Januar 2009 stellte die IV-Stelle des Kantons St. Gallen
dem Versicherten ab 1. Oktober 2005 eine halbe Invalidenrente in Aussicht und
verfügte am 8. September 2009 in diesem Sinne (Suva-act. II-164, V 17).
A.n Mit Entscheid vom 23. September 2009 (Suva-act. II 171) hiess das
Versicherungsgericht die Beschwerde vom 10. November 2008 teilweise gut, hob den
Einspracheentscheid vom 9. Oktober 2008 auf und wies die Streitsache zu
ergänzenden medizinischen Abklärungen und anschliessend neuer Verfügung an die
Suva zurück.
B.
B.a Am 2. Januar 2012 wurde ein neurochirurgisches Gutachten des Kantonsspitals
Aarau erstellt (act. G1.3; Suva-act. II 225). Prof. Dr. med. H._ und Dr. med. I._
diagnostizierten unter anderem ein chronisches zervikobrachialgieformes
Beschwerdesyndrom der HWS nach mehreren HWS-Distorsionstraumata mit letztem
signifikantem HWS-Distorsionstrauma am 11. April 2007, chronischem ungerichtetem
Schwindel und breitbasiger median bis mediolateral reichender Diskusprotrusion
HWK5/6 mit beginnender Spinalkanalstenose ohne neurale Kompression sowie
kleinere Diskusprotrusionen HWK4/5 und 6/7.
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B.b Am 9. Oktober 2012 und am 26. Juli 2013 bestätigte die IV-Stelle den weiterhin
bestehenden Anspruch des Versicherten auf eine halbe Invalidenrente, gründend auf
einem Invaliditätsgrad von 50% (Suva-act. II 236, 255).
B.c Mit Stellungnahme vom 18. Dezember 2012 (Suva-act. II 240) beantwortete
Dr. I._ die mit Schreiben vom 18. Juli 2012 von der Suva (Suva-act. II 230) bzw. am
19. Juli 2012 vom Rechtsvertreter des Versicherten (Suva-act. 231f.) gestellten
Zusatzfragen. Hierzu nahm der Rechtsvertreter am 7. März 2013 Stellung (Suva-
act. II 242).
B.d Mit Verfügung vom 25. März 2013 (act. G1.11; Suva-act. II 244, IV 80, V 30) hielt
die Suva fest, mit Hinweis auf die medizinischen Unterlagen und insbesondere das
Gutachten vom 2. Januar 2012 seien die heutigen Beschwerden im Bereich der Kopf-/
Halswirbelsäulenpartie organisch nicht mehr hinreichend nachweisbar. Nach Prüfung
der massgebenden Kriterien sei die Adäquanz zu verneinen, weshalb die
Versicherungsleistungen per 31. Mai 2008 eingestellt würden.
B.e Die am 4. April 2013 erhobene und am 10. Juni 2013 begründete Einsprache
(Suva-act. II 245, 250, 253, IV 81f., V 31) wurde mit Einspracheentscheid vom 6. August
2013 (act. G1.1; Suva-act. II 256, III 16, IV 83, V 32) abgewiesen.
C.
C.a Mit Beschwerde vom 10. September 2013 (act. G1) liess der Versicherte durch
Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Muolen, beantragen, der angefochtene
Einspracheentscheid sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten,
die gesetzlichen Unfallversicherungsleistungen (insbesondere Heilbehandlung, eine
Rente von mindestens 25% sowie eine Integritätsentschädigung nach Massgabe der
medizinischen Einschätzung) zu entrichten. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu
verpflichten, weitere Abklärungen medizinischer und erwerblicher Art vorzunehmen,
damit die Unfallversicherungsleistungen (insbesondere aus dem Unfall vom 2007)
korrekt abgeklärt und festgelegt werden können; unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin. In formeller Hinsicht liess
der Versicherte eine mehrfache Verletzung des rechtlichen Gehörs rügen. Insbesondere
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und konkret seien die Fragen des Beschwerdeführers vom 11. Juni 2012 an die
Gutachter nicht beantwortet worden. Der Fall sei in antragswidriger Weise nicht im
Lichte des Art. 36 UVG geprüft worden, obwohl gemäss Gutachten vom 2. Januar 2012
eine Mitbeteiligung der Unfälle, namentlich jener aus dem Jahre 2007, an der gesamten
Problematik und an den persistierenden Beschwerden eindeutig sei. Die Gutachter
hätten sich entgegen der Vorgaben des Gerichts nicht mit der Halslänge und der
Grösse des Versicherten befasst. Im Gutachten sei nicht thematisiert worden, weshalb
die vorgeschädigte Wirbelsäule des Beschwerdeführers nicht geschädigt werden
konnte. Die Beschwerdegegnerin interpretiere das Gutachten falsch und habe sich
über die Ergebnisse des von ihr in Auftrag gegebenen Gutachtens hinweggesetzt. Da
im vorliegenden Fall eindeutig somatische Wirbelsäulenveränderungen entstanden
seien, gehe es nicht an, dass die Beschwerdegegnerin die Angelegenheit wie einen
blossen Schleudertrauma-Fall ohne somatische Veränderungen abhandle.
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 8. November 2013 schloss die Beschwerdegegnerin
auf Abweisung der Beschwerde (act. G5). Zur Begründung führte sie im Wesentlichen
an, insgesamt sei eine unfallbedingte Verursachung oder Verschlimmerung der
(vorbestandenen, degenerativen) Diskushernien klar auszuschliessen. Die Organizität
der Beschwerden lasse sich gemäss Expertise ausdrücklich nicht objektiv/bildgebend
nachweisen. Mittels blosser klinischer Untersuchung lasse sich ein unfallkausales
organisches Substrat nicht rechtsgenüglich objektivieren. Bei Prüfung der Adäquanz
nach Schleudertrauma-Praxis stünden die gesundheitlichen Probleme zu keinem der
vier Ereignisse in einem adäquaten Kausalzusammenhang. Damit entfalle auch eine
Diskussion über den in der Beschwerde angesprochenen Art. 36 UVG. Der Vorwurf der
Gehörsverletzung sei nicht gerechtfertigt, da der Beschwerdeführer bei der
Stellungnahme am 7. März 2013 keine weiteren Ergänzungsfragen beantragt habe.
C.c Mit Replik vom 9. Januar 2014 (act. G10) und Duplik vom 28. Januar 2014
(act. G12) hielten die Parteien vollumfänglich an ihren bisherigen Rechtsbegehren und
Ausführungen fest.

Erwägungen:
1.
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1.1 Vorab ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerde
führers auf rechtliches Gehör verletzt hat.
1.2 Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (BV; SR 101) und Art. 42 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) haben die Parteien
Anspruch auf rechtliches Gehör. Sie brauchen indessen nach Art. 42 Satz 2 ATSG nicht
angehört zu werden, vor Verfügungen, welche durch Einsprache anfechtbar sind.
Rechtsprechungsgemäss bezieht sich die im ATSG vorgesehene Einschränkung des
rechtlichen Gehörs lediglich darauf, dass die versicherte Person sich bei Verfügungen,
welche durch Einsprache anfechtbar sind, nicht vorgängig zum vorgesehenen
Entscheid äussern kann, die übrigen Aspekte des verfassungsmässigen Rechts sind
von der Einschränkung nicht betroffen (BGE 132 V 371ff. E. 4). Hält der
Versicherungsträger bei Vorliegen eines externen Gutachtens Erläuterungs- oder
Ergänzungsfragen für notwendig, so ist er berechtigt, der begutachtenden Person
solche zu stellen (BGE 119 V 215 E. 4d). Aufgrund ihres Rechtes, sich zum
Beweisergebnis zu äussern und erhebliche Beweisanträge vorzubringen, darf auch die
versicherte Person solche Fragen an den Experten richten. Zur Beschleunigung des
Verfahrens und damit sich die begutachtende Person nicht immer wieder von Neuem
mit dem Dossier auseinandersetzen muss, erscheint es angebracht, die zusätzlichen
Fragen beider Parteien gleichzeitig dem Gutachter zu unterbreiten. Daher ist die
versicherte Person zu informieren und ihr ist eine Kopie des Gutachtens zuzustellen,
wenn der Versicherungsträger der Gutachterperson Erläuterungs- oder
Ergänzungsfragen zu stellen gedenkt. Damit erhält die versicherte Person Gelegenheit,
auch ihrerseits solche Fragen zu stellen. Der Versicherungsträger wird anschliessend
die allfälligen ergänzenden – sachdienlichen – Fragen der versicherten Person
zusammen mit seinen eigenen an die begutachtende Person zur Beantwortung
weiterleiten. Dies gilt auch in Verfahren, welche mittels durch Einsprache anfechtbare
Verfügung abgeschlossen werden (vgl. BGE 136 V 116 E. 5.4).
1.3 Mit Schreiben vom 31. Mai 2012 (Suva-act. II 227) wurde dem Beschwerdeführer
bis 22. Juni 2012 Gelegenheit gegeben, zum Gutachten vom 2. Januar 2012 (Suva-
act. II 225) Stellung zu nehmen. Mit Eingabe vom 11. Juni 2012 (Suva-act. II 229)
vertrat der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers die Ansicht, gemäss Expertise liege
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die unfallmässige Genese der entstandenen Diskushernien klar vor. Sollte die
Beschwerdegegnerin an dieser Schlussfolgerung zweifeln, seien die von ihm
formulierten Ergänzungsfragen lit. a-e an den Experten zu stellen. Mit Schreiben vom
18. Juli 2012 (Suva-act. II 230) stellte die Beschwerdegegnerin eigene
Ergänzungsfragen und übermittelte dem Rechtsvertreter eine Orientierungskopie. Am
19. Juli 2012 liess der Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin zwei Ergänzungsfragen
per Fax zukommen, nachdem er ihr Schreiben vom 18. Juli 2012 erhalten hatte. Diese
wurden am Folgetag an den Experten weitergeleitet und von diesem am 18. Dezember
2012 beantwortet (Suva-act. II 232, 240). Mit Schreiben vom 21. Februar 2013 (Suva-
act. II 241) eröffnete die Beschwerdegegnerin dem Rechtsvertreter die Gelegenheit,
sich zur Beantwortung der Zusatzfragen zu äussern. Am 7. März 2013 äusserte sich
der Rechtsvertreter hierzu, bemängelte aber in keiner Weise, dass seine im Schreiben
vom 11. Juni 2012 formulierten Ergänzungsfragen nicht explizit gestellt worden waren
(Suva-act. II 243). Auch im Einspracheverfahren wurde kein solcher Verfahrensmangel
vom Rechtsvertreter hinsichtlich seiner ersten Ergänzungsfragen geltend gemacht; eine
Gehörsverletzung wurde einzig in Zusammenhang mit Art. 36 UVG moniert (Suva-
act II 245, 250, 253). Anspruch auf Äusserung besteht jedoch grundsätzlich dort nicht,
wo es um Fragen rechtlicher Natur geht. Nach dem Grundsatz der Rechtsanwendung
von Amtes wegen hat nämlich die Behörde selbständig die anwendbaren Rechtssätze
zu suchen sowie auszulegen und die sich daraus ergebenden Rechtsfolgen zu ziehen
(Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2009, N 15 zu Art. 42). Eine
Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist unter diesen Umständen nicht
ersichtlich.
2.
2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung
bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht
demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem
versicherten Unfallereignis zusammenhängen (Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre
Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
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Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53ff.).
Während es Aufgabe der Ärztin oder des Arztes ist, den natürlichen
Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55,
58; BGE 125 V 456; 123 III 110; 112 V 30). Im Bereich klar ausgewiesener organischer
Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen Veränderungen spielt die
Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang
sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle (vgl. BGE 117 V
359, E. d/bb, unten, mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung; 118 V 286, E. 3a).
Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, bewirkt die
Bejahung der natürlichen Kausalität nicht automatisch auch die Bejahung des
adäquaten Kausalzusammenhangs. In diesen Fällen ist eine eigenständige
Adäquanzbeurteilung vorzunehmen (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 59).
2.2 Ist die Unfallkausalität einmal mit der dafür erforderlichen überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, so entfällt die Leistungspflicht des
Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche (und adäquate)
Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, Letzterer also nur noch und
ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder
der (allenfalls krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall
bestanden hat ("Status quo ante") oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem
schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher
oder später eingestellt hätte ("Status quo sine") erreicht ist. Ebenso wie der
leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit
dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (Urteil des Bundesgerichts vom 6. August 2008,
8C_101/2008, E. 2.2). Im Rahmen der Prüfung des Dahinfallens der Leistungspflicht
des Unfallversicherers genügt es mithin für die Bejahung des fortbestehenden
natürlichen Kausalzusammenhangs, wenn der Unfall für die fragliche gesundheitliche
Störung immer noch eine Teilursache darstellt. Gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG werden die
Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die Taggelder und
Hilflosenentschädigungen nicht gekürzt, wenn die Gesundheitsschädigung nur
teilweise Folge eines Unfalls ist. Diese Bestimmung beinhaltet eine Durchbrechung des
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Kausalitätsprinzips für Fälle, in denen ein Gesundheitsschaden durch das
Zusammenwirken konkurrierender, teils unfallbedingter, teils unfallfremder Ursachen
bewirkt worden ist (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit
1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] U 287/02 vom
18. Februar 2003, E. 4.4).Trifft ein Unfall auf einen vorgeschädigten Körper und steht
medizinischerseits fest, dass weder der Status quo ante noch der Status quo sine je
wieder erreicht werden können, so spricht die Rechtsprechung von einer
"richtungsgebenden Verschlimmerung" (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54).
2.3 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351, E. 3a mit
Hinweis). Erachtet das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen
Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den
Prozess ohne Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens -
abschliessen (RKUV 1997 Nr. U 281 S. 281 E. 1a).
3.
3.1 Das Versicherungsgericht erachtete mit Urteil vom 23. September 2009,
UV 2008/126 den medizinischen Sachverhalt – dargelegt in E. 4.2 – nicht als
rechtsgenüglich abgeklärt, da bis anhin noch nicht berücksichtigt worden sei, ob die
kumulative Auswirkung der erlittenen HWS-Distorsionen eine zur Schädigung der
Bandscheibe geeignete, besondere Schwere erreiche (vgl. dazu E. 4.3). Aufgrund der
damals vorhandenen Aktenlage konnte nicht abschliessend entschieden werden, ob
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die festgestellten Diskushernien durch die erlittenen Unfälle entstanden waren, ob es
zu einer richtungsweisenden Verschlimmerung von degenerativen Vorzuständen
gekommen war oder ob der Status quo sine nach einer vorübergehenden
Traumatisierung von bestehenden Beschwerden erreicht war. Es ist nun zu prüfen, ob
das daraufhin veranlasste Gutachten vom 2. Januar 2012 des Kantonsspitals Aarau
(Suva-act. II 225) diese Fragen klären kann.
3.2
3.2.1 Im Gutachten vom 2. Januar 2012 des Kantonsspitals Aarau hielten
Prof. Dr. H._ und Dr. I._ fest, dass die beim Versicherten nachgewiesenen
degenerativen Veränderungen der HWS insgesamt recht weit in der Bevölkerung
verbreitet seien (25-30% Prävalenz). In keinem der MRI-Bilder könne eine akute
Unfallfolge mit absoluter Sicherheit nachgewiesen werden. Eine traumatische
Diskusprotrusion sei oft begleitet von schwereren Verletzungen, insbesondere
Deckplatten- oder Hinterkantenfrakturen und muskuloligamentären Verletzungen. Dies
schliesse nicht aus, dass vor allem der Unfall vom 11. April 2007 die Symptomatik des
Versicherten erneut zu einer Exazerbation gebracht habe. Die
Magnetresonanztomographie könne den Zusammenhang zwischen Unfall und der
Symptomatik des Versicherten nicht beweisen oder ausschliessen. Aus medizinischer
Sicht könne das MRI somit weder zugunsten noch zulasten des Versicherten in dieser
Sachlage als Beweismaterial verwendet werden. Von den aufgezählten Unfällen sei der
Unfall vom 11. April 2007 kausal am meisten relevant und könne die Exazerbation der
aktuell vom Versicherten beschriebenen Schmerzen gut erklären. Inwieweit allerdings
degenerative Veränderungen, die vorbestehend gewesen seien, das Beschwerdebild
beeinflussten, könne medizinisch nicht nachgewiesen werden. Der Nachweis einer
vorbestehenden Prozessus-transversus-Fraktur auf Höhe HWK7 deute auf eine frühere
Verletzung der HWS hin und könne als einziges Indiz für vorbestehende
verletzungsbedingte Veränderungen festgehalten werden. Die Kumulation der Unfälle
habe eindeutig einen positiven Heilungsverlauf des Beschwerdebilds verunmöglicht
und beschleunige die Manifestation der degenerativen Veränderungen des
Versicherten. Allerdings könne kein direkt kausaler Zusammenhang nach jedem der
einzelnen Unfälle erbracht werden. Ein objektivierbares unfallkausales organisches
Substrat sei die eingeschränkte HWS-Beweglichkeit und Schmerzanamnese des
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Versicherten. Bildgebend und im Bereich der Nervenfunktion könne kein kausaler
Zusammenhang nachgewiesen werden. Es liege in der Gesamtansicht allerdings eine
klare, hauptsächlich traumabedingte Kausalität vor. Diese Beurteilung könne aus der
klinischen Symptomatik und der zeitlichen Korrelation mit übereinstimmendem
Unfallmechanismus vor allem des Unfalls 2007 gestellt werden. Die Frage, ob der
Status quo sine erreicht sei, könne nur nach einer ultimativen Behandlung in einer
spezialisierten Schmerzklinik beantwortet werden.
3.2.2 Gemäss den Gutachtern Prof. H._ und Dr. I._ war keine Aussage über
die korrekte Lage der Kopfstütze in Bezug zur HWS-Lage in den Fahrzeugen des Ver
sicherten gemacht worden. Somit sei ein Rückschluss auf die genaue Rolle der
Körperkonstitution des Patienten im Zusammenhang mit der Kopfstütze beim
Unfallhergang nicht möglich. Insgesamt habe jedoch die Körpergrösse und die
Konstitution des Versicherten keinen Einfluss auf den Schweregrad der Verletzung
(zumindest sei solches aus der Literatur nicht bekannt). In Relation zu seiner
Körpergrösse habe der Versicherte eine Halslänge, welche nicht von der Normgrösse
abweiche.
3.2.3 Auf Nachfrage erläuterte Dr. I._ mit Stellungnahme vom 18. Dezember
2012 (Suva-act. II 240), es sei nicht richtig, dass ein fehlender Nachweis von
bildgebenden strukturellen Veränderungen vorliege. Beim Versicherten lägen sehr wohl
strukturelle degenerative Veränderungen der HWS vor mit Diskusprotrusionen. Wie
bereits im Gutachten ausgeführt, könne rein bildgebend anhand des MRI-Bilds kein
kausaler Zusammenhang zwischen Unfall und degenerativen Veränderungen
nachgewiesen werden. Es sei festzuhalten, dass nach den Unfällen keine massiven
traumatischen Veränderungen der HWS in den MRI-Untersuchungen zu evaluieren
seien. Diese wären grössere Protrusionen mit Verletzungen der Deckplatten und
Hinterkanten sowie muskuloligamentäre Verletzungen und Hämatome, welche sich
nicht nachweisen liessen. Die Organizität könne somit nicht bildgebend nachgewiesen
werden und deren Beurteilung beruhe rein auf der klinischen Untersuchung des
erstbehandelnden Arztes nach dem Unfallereignis. Beim Unfall vom Jahr 2007 sei eine
klar dokumentierte richtunggebende Verschlimmerung der Symptomatik gegeben. Es
sei nicht zwingend nach jedem Unfall klar eine "neue" Diskushernie diagnostiziert
worden, sondern im Verlauf bestehe eine Progredienz der Bandscheibenprotrusionen.
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Dies wäre gegebenenfalls auch im Rahmen einer natürlichen degenerativen
Veränderung durchaus erklärbar. Das MRI könne die Grundlage der Kausalität nicht
erklären und nicht zwischen unfallbedingten oder degenerativen Diskusprotrusionen
unterscheiden.
3.2.4 Beide Parteien stellen auf das Gutachten vom 2. Januar 2012 ab, ziehen
daraus jedoch unterschiedliche Schlussfolgerungen. Die einzige Rüge des
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers, die Gutachter hätten sich nicht mit der
Halslänge und Grösse des Versicherten befasst, ist offensichtlich unbegründet. Somit
ist die Beweiskraft dieses Gutachtens unumstritten und ein Abstellen darauf auch aus
gerichtlicher Sicht nicht zu beanstanden.
3.3
3.3.1 Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des
Unfallversicherungsrechts, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen
degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur
ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als Unfallursache in Betracht
fällt. Die besonderen Voraussetzungen für die Annahme einer isolierten Verletzung der
Bandscheibe durch die erlittenen Unfallereignisse sind: eine besondere Schwere und
Eignung zur Herbeiführung einer Schädigung der Bandscheibe sowie ein
unverzügliches Auftreten der Symptome der Diskushernie (vertebrales oder radikuläres
Syndrom) mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit (vgl. hierzu Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O.,
S. 55; Urteil des EVG vom 13. Juni 2005, U 441/04, E. 1 und 3.1 mit Hinweisen). Bereits
im Urteil des Versicherungsgerichts vom 23. September 2009 wurde nach Würdigung
der damaligen Aktenlage festgehalten, die vom Beschwerdeführer erlittenen Unfälle
wiesen isoliert betrachtet die erforderliche besondere Schwere nicht auf, um eine
Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen (vgl. UV 2008/126, E. 4.3). Diese
Feststellung findet auch im aktuellen Gutachten vom 2. Januar 2012 seine Bestätigung:
danach kann ein direkt kausaler Zusammenhang nach jedem der einzelnen Unfälle
nicht erbracht werden. Die Beurteilung im Gutachten vom 2. Januar 2012, dass die
Kumulation der Unfälle eindeutig einen positiven Heilungsverlauf des Beschwerdebilds
des Versicherten verunmöglicht habe und die Manifestation der degenerativen
Veränderungen des Versicherten beschleunige, vermag die Verursachung einer
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Bandscheibenprotrusion durch die versicherten Unfallereignisse nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit zu belegen, zumal ein bildgebend objektivierbares
unfallkausales Korrelat fehlt bzw. lediglich in Form struktureller degenerativer
Veränderungen der HWS mit Diskusprotrusionen vorhanden ist. Gemäss Dr. G._ ist
es völlig unplausibel, dass die Heckkollision vom 22. Oktober 2004 zu einer Verletzung
der Bandscheibe C5/6 geführt haben soll (Suva-act. II 66). Auch Prof. Dr. med. J._,
leitender Arzt Schmerz-/Gutachtenzentrum, Schulthess Klinik, und Dr. med. K._,
leitender Arzt Manuelle Medizin und Interventionelle Rheumatologie, Schulthess Klinik,
erachteten die Heckkollision vom 22. Oktober 2004 als harmlos und nicht als Ursache
der Diskushernie C5/6. Bei vorbestehenden bisegmentalen degenerativen
Veränderungen an der mittleren Halswirbelsäule, schwerpunktmässig im Sinne einer
Osteochondrose C5/6, sei höchstens eine vorübergehende Verschlimmerung
anzunehmen. Der Befund entspreche einer natürlichen Progression einer bereits fünf
Jahre zuvor nachgewiesenen degenerativen Pathologie (Suva-act. II 120 S. 19f., 23).
Die nach dem Unfall vom 11. April 2007 im MRI-Befund vom 23. April 2007
vergleichend zur MRI-Untersuchung vom 21. Juni 2006 als neu aufgetreten
beschriebene Diskushernie C6/7 (Suva-act. IV 13) wird im Gutachten vom 2. Januar
2012 nicht als bildgebender Nachweis für eine traumatische Entstehung derselben
betrachtet. Eine kleinste, subligamentäre mediane Diskushernie C6/7 wurde bereits im
MRI-Befundbericht vom 16. August 2000, eine flachbogige Diskusprotrusion bzw.
Diskopathie C6/7 im Bericht der cervico-vertebralen Kernspintomographie vom
10. August 2005 festgehalten (Suva-act. II 35, 39). Des Weiteren wurden bereits im
MRI-Bericht vom 16. August 2000 eine leichte Dehydratation der cervikalen
Bandscheiben C4-7 beschrieben, welche im Verlauf gemäss den weiteren MRI-
Berichten tendenziell eine zunehmende Hernierung zur Folge hatten und dadurch eher
für eine chronische Abnützung sprechen (Suva-act. II 39, 35, II 2, IV 13). Diese Ansicht
vertrat bereits Dr. G._ in seiner ärztlichen Beurteilung vom 13. Mai 2008 (Suva-
act. IV 52). Gestützt auf die bei der klinischen Untersuchung vom 11. April 2007 im
Spital C._ festgestellten Kribbelparästhesien an den Fingerspitzen beider Hände, die
gemäss den anamnestischen Angaben des Versicherten bereits vor dem Unfall
bestanden hatten, erachtete Dr. F._ die Unfallkausalität nicht als überwiegend
wahrscheinlich (Suva-act. IV 46). Auch der Unfallmechanismus mit Frontalkollision mit
bewusstem Reagieren und demzufolge Anspannen der Muskulatur mit Erhöhung des
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Abwehrtonus spreche nicht für das ursächliche Entstehen einer Diskushernie.
Ernsthafte Zweifel an der degenerativen Genese der Diskushernien C5/6 und C6/7
werden, wie bereits erwähnt, auch von den Gutachtern Prof. H._ und Dr. I._ nicht
geäussert (S. 16). Gemäss Gutachten ist eine traumatische Diskusprotrusion oft
begleitet von schwereren Verletzungen, insbesondere Deckplatten- oder
Hinterkantenfrakturen und muskuloligamentären Verletzungen (S. 13). Solche
physischen Unfallfolgen sind unbestrittenermassen nach keinem der Unfallereignisse
dokumentiert. Ein Einfluss der Körpergrösse und Konstitution des Versicherten
(insbesondere der im Normbereich befindlichen Halslänge) auf den Schweregrad der
Verletzung wurde von Prof. H._ und Dr. I._ verneint, insbesondere weil eine
entsprechende Wechselwirkung in der medizinischen Literatur nicht dokumentiert sei.
Sodann finden sich im Gutachten vom 2. Januar 2012 keine Hinweise darauf, dass die
Halswirbelsäule des Beschwerdeführers aufgrund seiner Körpergrösse bzw. Halslänge
durch den Zusammenstoss mit der Nackenstütze bei den Unfällen ausnahmsweise
einer rein axialen Belastung ausgesetzt worden wäre. Im medizinischen Versuch konnte
die isolierte Verletzung einer Bandscheibe durch einen Unfall lediglich bei rein axialer
Belastung der Wirbelsäule, nicht aber bei Rotations-, Hyperextensions- oder
Hyperflexionsbewegungen herbeigeführt werden (Urteil des EVG vom 13. Juni 2005,
U 441/04, E. 3.1 mit Hinweis). Auch gemäss Stellungnahme vom 18. Dezember 2012
ist eine Progredienz der Bandscheibenprotrusionen im Rahmen einer natürlichen
degenerativen Veränderung durchaus erklärbar. Weder die festgestellte eingeschränkte
HWS-Beweglichkeit, die Schmerzanamnese des Beschwerdeführers, noch die
klinische Symptomatik und die zeitliche Korrelation mit übereinstimmendem
Unfallmechanismus reichen nach der Rechtsprechung als "objektivierbares
organisches Substrat" aus, um einen natürlichen Kausalzusammenhang zur Entstehung
der Diskushernien C5/6 und C6/7 zu begründen. Eine manuelle ärztliche Untersuchung
fördert klinische, nicht aber somatisch-strukturelle Ergebnisse zu Tage. Als solche
gelten Ergebnisse, die reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden und
den Angaben des Patienten unabhängig sind. Würde lediglich auf die Ergebnisse
klinischer Untersuchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches
Substrat namhaft gemacht. Entsprechend können ein Thoracic outlet Syndrom (TOS),
myofasziale und tendinotische bzw. myotendinotische Befunde, Verhärtungen und
Verspannungen der Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken sowie Einschränkungen der
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HWS-Beweglichkeit für sich allein nicht als organisch hinreichend nachweisbare
Unfallfolgen betrachtet werden. Gleiches gilt für Nackenverspannungen bei
Streckhaltung der HWS mit Retrohaltung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
17. Oktober 2008, 8C_124/2008 E. 6.1 mit zahlreichen Hinweisen). Somit weisen die
Unfallereignisse selbst bei Berücksichtigung ihrer kumulativen Auswirkung sowie der
Körpergrösse und Konstitution des Versicherten nicht die erforderliche besondere
Schwere auf, als dass sie die Diskushernien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
hätten verursachen können.
3.3.2 Mit Stellungnahme vom 18. Dezember 2012 sah Dr. I._ durch den Unfall
vom Jahr 2007 eine klar dokumentierte richtunggebende Verschlimmerung der
Symptomatik als gegeben an (Suva-act. II 225 S. 13). Eine richtunggebende
Verschlimmerung eines vorbestandenen degenerativen Zustands der Wirbelsäule ist
jedoch nur dann bewiesen, wenn die Radioskopie ein plötzliches Zusammensinken der
Wirbel und das Auftreten bzw. die Vergrösserung von Randzacken nach einem Trauma
aufzeigt. Eine allfällige richtunggebende Verschlimmerung muss röntgenologisch
ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression abheben; bei einem
Unfall ohne strukturelle Läsion am Achsenskelett ist die Chronifizierung der
Beschwerden zunehmend auf andere (unfallfremde) Faktoren zurückzuführen (Bär/
Kiener, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der Wirbelsäule, in: Medizinische
Mitteilungen der Suva Nr. 67, Dezember 1994, S. 46; RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46, E. 3a
mit Hinweisen; Urteil des EVG vom 25. November 2004, U 107/04; E. Morscher,
Schäden des Stütz- und Bewegungsapparates nach Unfällen, in: Baur/Nigst [Hrsg.],
Versicherungsmedizin, Bern 1972, S. 180). Die beim Beschwerdeführer
nachgewiesenen degenerativen Veränderungen der HWS sind gemäss Gutachten recht
weit in der Bevölkerung verbreitet (25-30% Prävalenz; Suva-act. II 225 S. 13). Damit
heben sie sich nicht von der altersüblichen Progression ab. Auch konnte kein
röntgenologischer Nachweis für eine richtungsweisende Verschlimmerung des
degenerativen Vorzustands durch traumatische Unfallfolgen erbracht werden. Somit ist
beim Beschwerdeführer von einer vorübergehenden Verschlimmerung auszugehen, die
durch eine bzw. mehrmalige Zerrung der Wirbelsäule eine bisher stumme
Wirbelsäulenerkrankung symptomatisch machte (Debrunner/Ramseier, Die
Begutachtung von Rückenschäden, Bern 1990, S. 52). Hierfür spricht auch die
Feststellung im Gutachten, insbesondere der Unfall vom 11. April 2007 könne die
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Exazerbation der aktuell vom Beschwerdeführer beschriebenen Schmerzen gut
erklären (Suva-act. II 225 S. 15).
3.3.3 Wird die Diskushernie durch den Unfall lediglich ausgelöst, nicht aber
verursacht, übernimmt die Unfallversicherung den durch das Unfallereignis ausgelösten
Beschwerdeschub, spätere Rezidive dagegen nur, wenn eindeutige Brückensymptome
gegeben sind (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts vom 7. September 2011,
8C_465/2011, E. 6.1; vgl. auch Debrunner/Ramseier, a.a.O., S. 55). Solange der Status
quo sine vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf
Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und
Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach
Art. 10 UVG fallen. Gemäss Prof. H._ und Dr. I._ kann dem Beschwerdeführer aus
neurochirurgischer Sicht aktuell operativ nicht geholfen werden (Suva-act. II 240 S. 2).
Die Frage, ob der Status quo sine erreicht ist, haben sie im Gutachten nicht
beantwortet. Gestützt auf eine medizinische Erfahrungstatsache ist eine traumatische
Verschlimmerung eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der
Wirbelsäule in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem
Jahr als abgeschlossen zu betrachten und länger dauernde Beschwerden nach einer
einfachen Kontusion gehen oftmals auf eine psychische Anpassungsstörung oder
Fehlentwicklung zurück (Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2008,
8C_412/2008, E. 5.1.3; Urteil des EVG vom 11. April 2005, U 354/04, E. 2.2, mit
Hinweisen auch auf die medizinische Literatur). Die Rechtsprechung hat im Falle
traumatisch ausgelöster Diskushernien den konkreten medizinischen Beleg des
natürlichen Verlaufs durch eine richterliche Vermutung – die sich ihrerseits auf die
medizinische Literatur stützt – ersetzt. Nach dieser muss die durch den Unfall vom
11. April 2007 ausgelöste vorübergehende Verschlimmerung im Zeitpunkt der verfügten
Leistungseinstellung am 31. Mai 2008 abgeheilt sein.
3.4 In die am 25. März 2013 verfügte Leistungseinstellung per 31. Mai 2008 wurde
auch der Autounfall vom 3. Juni 2008 mit einbezogen (vgl. Unfallnummer 9.25150.08.8
in der Betreffzeile der Verfügung vom 25. März 2013; Suva-act. V 30). Damit widerrief
die Beschwerdegegnerin konkludent ihre Verfügung vom 24. November 2008 (Suva-
act. V 12) und die dagegen erhobene Einsprache vom 25. November 2008 (Suva-
act. V 11) wurde gegenstandslos. Im Gutachten vom 2. Januar 2012 wurde zum Unfall
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vom 3. Juni 2008 festgehalten, dass dieses Ereignis keine wesentliche
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit hervorgerufen habe und die geltend gemachten
Beschwerden auch ohne diesen Unfall vorliegen würden (Suva-act. 225 S. 17f.).
Gestützt auf die Erfahrungsmedizin ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass der Status quo sine bereits sechs Monate nach dem Unfall, am
3. Dezember 2008, jedenfalls aber am 31. Dezember 2008 erreicht worden war. Für die
darüber hinaus geklagten Beschwerden finden sich keine objektivierbaren organischen
Substrate, die auf die Unfälle vom 24. Oktober 2004, 3. Juni 2006, 11. April 2007 und
vom 3. Juni 2008 zurückgeführt werden können.
4.
4.1 Soweit sich die seit der Leistungseinstellung geklagten Beschwerden nicht durch
die bestehenden degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule des
Beschwerdeführers erklären lassen, sind sie organisch nicht (hinreichend) fassbar und
es kommen die bei den Unfällen vom 24. Oktober 2004, 3. Juni 2006, 11. April 2007
und 3. Juni 2008 diagnostizierten HWS-Distorsionstraumata ebenfalls als (Teil-)Ursache
in Frage. Daher ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den Unfällen vom
24. Oktober 2004, 3. Juni 2006 11. April, 2007 und 3. Juni 2008 und der weiterhin
beklagten Beschwerden zu prüfen. Bei Verneinung der Adäquanz kann die Frage des
natürlichen Kausalzusammenhangs offen gelassen werden, da für eine weitergehende
Leistungspflicht beide Voraussetzungen kumulativ vorliegen müssen. Die
Beschwerdegegnerin hat die Beurteilung der Adäquanz nach der sogenannten
Schleudertrauma-Praxis gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 V
109 präzisierten Kriterien vorgenommen. Dagegen ist vorliegend nichts einzuwenden.
4.2 Ausgangspunkt der Adäquanzprüfung bildet das objektiv erfassbare
Unfallereignis. Die Qualifikation eines Unfalls als leicht, mittelschwer oder schwer ist
eine Rechtsfrage, welche nicht durch den Unfallanalytiker, sondern durch die
rechtsanwendende Unfallversicherung oder gegebenenfalls das
Sozialversicherungsgericht zu entscheiden ist (Urteil vom 1. Februar 2013,
8C_550/2012, E. 5.1 mit Hinweis). Die Unfallschwere ist aufgrund des augenfälligen
Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen (BGE 134 V
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109 E. 10.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_711/2010 vom 14. Januar 2011, E. 5.3 mit
Hinweisen).
4.2.1 Beim Unfall vom 24. Oktober 2004 erlitt der Beschwerdeführer eine Heck-
bzw. Auffahrkollision, wobei sein Fahrzeug im Kollisionszeitpunkt still stand (Suva-
act. II 6, 18, 25, 53). Die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (Delta-v) betrug
4-8 km/h. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung werden vergleichbare
Ereignisse als leichte Unfälle eingestuft (Urteil des EVG vom 8. August 2005, U 158/05,
E. 3.2 mit Hinweisen auf Kasuistik). Der adäquate Kausalzusammenhang kann bei
einem leichten Unfall gemäss ständiger Rechtsprechung (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.1)
bereits aufgrund des Unfallgeschehens ohne Prüfung weiterer Zusatzkriterien verneint
werden.
4.2.2 Am 3. Juni 2006 wurde der Beschwerdeführer als Lenker von einem anderen
Auto von der rechten Seite angefahren. Da der Beschwerdeführer ausweichen konnte,
kam es lediglich zu einer Streifkollision (Suva-act. III 1, 3). Die sich dabei entwickelten
Kräfte sind angesichts der kollisionsbedingten Geschwindigkeitsänderung von 0-2,7
km/h als gering zu betrachten. Gemäss Unfallanalyse vom 12. Juli 2006 war das
Fahrzeug des Beschwerdeführers nicht über eine im normalen Fahrbetrieb auftretende
Beschleunigung hinaus belastet worden. Auch bei diesem Unfallgeschehen ist daher
von einem leichten Unfall auszugehen und der adäquate Kausalzusammenhang folglich
von vornherein nicht gegeben.
4.2.3 Beim Unfall vom 11. April 2007 kollidierte der Versicherte seinen Angaben
zufolge mit einer Geschwindigkeit von 50 bis 60 km/h seitlich frontal mit einem nicht
vortrittsberechtigten anderen Personenwagen (Suva-act. III 2 und 22). Gemäss
biomechanischer Kurzbeurteilung vom 8. Mai 2008 muss das Fahrzeug einer
Geschwindigkeitsänderung von unterhalb oder knapp innerhalb eines Bereichs von
20-30 km/h ausgesetzt worden sein (Suva-act. IV 51). Der Personenwagen erfuhr eine
Rotation von ca. 30° im Gegenuhrzeigersinn. Mit Blick auf die Rechtsprechung des
Bundesgerichts in ähnlichen Fällen (vgl. Entscheid des Bundesgerichts vom 1. Februar
2013, 8C_550/2012, E. 5.3 mit weiteren Hinweisen) ist höchstens von einem
mittelschweren Unfall im engeren Sinn auszugehen. Damit müssen für die Bejahung
der Adäquanz von den zusätzlich zu beachtenden Kriterien (gemäss BGE 134 V 109
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E. 10.3: besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des
Unfalls; Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; fortgesetzt
spezifische, belastende ärztliche Behandlung; erhebliche Beschwerden; ärztliche
Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger
Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz
ausgewiesener Anstrengungen) mindestens drei in der einfachen Form oder ein
einzelnes in ausgeprägter Weise erfüllt sein (Entscheid des Bundesgerichts vom
1. Februar 2013, 8C_550/2012, E. 6.1 mit Hinweis).
4.2.4 Gemäss biomechanischer Kurzbeurteilung vom 5. April 2012 (Suva-
act. V 26) lässt sich der genaue Kollisionsablauf beim Unfallereignis vom 3. Juni 2008
anhand der zur Verfügung stehenden Informationen nicht eindeutig beschreiben.
Gemäss Unfallprotokoll (Suva-act. 3) und Suva-Telefonnotiz vom 1. Juli 2008 (Suva-
act. 6) lenkte der Beschwerdeführer sein Fahrzeug auf der L._strasse. Als die
Unfallverursacherin von einem Parkplatz in die L._strasse einbog bzw. diese kreuzte,
kollidierten die beiden Fahrzeuge. Die Beschädigungen liessen darauf schliessen, dass
die aus der seitlich-frontalen Kollision resultierende Geschwindigkeitsänderung (delta-
v) gesamthaft unterhalb eines Bereichs von 20-30 km/h gelegen haben dürfte, wobei
diese Angabe hauptsächlich auf Erfahrungswerten beruhe und somit mit
entsprechender Unsicherheit behaftet sei. Die Unfallbeteiligte gab an, sie sei ganz
langsam angefahren. Das Tempo des Fahrzeugs des Beschwerdeführers schätze sie
auf ca. 20-30 km/h ein (Suva-act. V 6). Nach eigenen Angaben trug der
Beschwerdeführer die Sitzgurte, weshalb die aufprallbedingte Kräfteeinwirkung
zusätzlich vermindert wurde. Aufgrund des Unfallhergangs und den sich dabei
entwickelnden Kräften ist an sich von einem leichten, höchstens von einem
mittelschweren Ereignis im Grenzbereich zu den leichten Unfällen auszugehen (vgl.
Urteil vom 4. Januar 2010, 8C_786/2009, E. 4.6.2, mit weiteren Hinweisen zu als
mittelschweren Unfällen im engeren Sinn qualifizierten Ereignissen). Bei Annahme
dieser Unfallschwere müssten von den zusätzlich zu beachtenden Kriterien mindestens
vier in einfacher Form oder aber eines in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein,
damit der adäquate Kausalzusammenhang bejaht werden könnte (Urteil des
Bundesgerichts vom 9. April 2014, 8C_635/2013, E. 4.3 mit Hinweisen).
4.3
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4.3.1 Besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere
Eindrücklichkeit des Unfalls sind mit Blick auf die Unfallereignisse vom 11. April 2007
und vom 3. Juni 2008
von vornherein zu verneinen.
4.3.2 Nach dem Unfall vom 11. April 2007 wurden Kontusionsprellmarken an
beiden Knien, links mit oberflächlicher Hautabschürfung bei unauffälliger Bewegung
und intaktem Bandhalt sowie eine oberflächlich minimale Absprengung des Zahns 4/1
am Unterkiefer festgestellt (Suva-act. IV 9, 11). Hierbei handelt es sich um leichte
Verletzungen, die von keiner besonderen Art sind. Die Diagnose einer HWS-Distorsion
allein genügt nicht für die Bejahung des Kriteriums der Schwere und besonderen Art
der erlittenen Verletzungen. Es bedarf hierzu einer besonderen Schwere der für das
Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das
Beschwerdebild beeinflussen können. Diese können beispielsweise in einer beim Unfall
eingenommenen besonderen Körperhaltung und den dadurch bewirkten
Komplikationen bestehen. Auch erhebliche Verletzungen, welche sich die versicherte
Person neben dem Schleudertrauma, der äquivalenten Verletzung der HWS oder dem
Schädel-Hirntrauma beim Unfall zugezogen hat, können bedeutsam sein (BGE 134 V
109 E. 10.2.2). Beim Beschwerdeführer sind als besonderer Umstand die bereits
erlittenen HWS-Distorsionen an den Unfällen vom 31. Juli 2000, 24. Oktober 2004 und
vom 3. Juni 2006 in Betracht zu ziehen (vgl. Urteil vom 1. Juli 2008, 8C_415/2007,
E. 7.2). Zwar handelte es sich dabei um leichte Unfälle, doch war durch diese
Ereignisse eine gewisse Vorschädigung der Wirbelsäule mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers (vgl. hierzu Urteil vom 7. Juni 2013,
8C_277/2013, E. 4.2.2 mit Hinweis) gegeben. Die HWS-Distorsion vom 11. April 2007
traf somit eine vorbeschädigte HWS und war demnach speziell geeignet, die
"typischen Symptome" hervorzurufen. Dasselbe gilt in Hinblick auf den Unfall vom
3. Juni 2008. Zwar stellte Dr. D._ mit Bericht vom 12. Juni 2008 (Suva-act. V 8)
abgesehen von einem Verdacht auf mögliche HWS-Distorsion keine weiteren
Unfallfolgen fest. Doch traf auch dieser Unfall eine vorgeschädigte Wirbelsäule. Die
erlittene HWS-Verletzung ist als eine Verletzung besonderer Art zu qualifizieren und das
Kriterium in Bezug auf den Unfall vom 11. April 2007 und 3. Juni 2008 als in einfacher
Weise erfüllt zu betrachten.
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4.3.3 Medizinische Untersuchungen und ärztliche Kontrollen sind im Rahmen des
Kriteriums einer fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung nicht zu
berücksichtigen. Der Beschwerdeführer begab sich nach dem Unfall vom 11. April
2007 in das Spital C._ in Erstbehandlung (Suva-act. IV 11). Anfangs fanden ein- bis
zweimal pro Woche, danach alle drei bis vier Wochen bewegungstherapeutische
Behandlungen bei Dr. D._ statt. Zudem wurden zwei MRI-Untersuchungen
durchgeführt (Suva-act. IV 9, 18, 28, 31, 42). Im Kantonsspital St. Gallen wurde der
Beschwerdeführer am 30. August 2007 ambulant neurochirurgisch untersucht (Suva-
act. IV 29). Ansonsten wurden keine anderen Therapien in Anspruch genommen oder
Ärzte aufgesucht. Allein aus dem Umstand der Therapierung ergibt sich für den
Beschwerdeführer keine Zusatzbelastung, so dass das zu prüfende Kriterium in Bezug
auf den Unfall vom 11. April 2007 zu verneinen ist. Bezüglich des Unfalls vom 3. Juni
2008 wurde am 4. Juni 2008 der erstbehandelnde Dr. D._ konsultiert (Suva-act. V 8,
28). Dieser veranlasste die MRI-Untersuchung vom 30. Juni 2008 (Suva-act. V 7).
Bewegungstherapeutische Behandlungen wurden vom Beschwerdeführer wöchentlich
in Anspruch genommen (Suva-act. 13). Ein Kuraufenthalt in M._ war schon vor
diesem Unfall in Betracht gezogen worden und gemäss Angaben von Dr. D._
sicherlich nicht durch den Unfall vom 3. Juni 2008 begründet (Suva-act. 9). Eine
fortgesetzt spezifische und belastende Therapierung ist nicht erkennbar. Das Kriterium
ist auch in Bezug auf den Unfall vom 3. Juni 2008 nicht als erfüllt zu betrachten.
4.3.4 Die Erheblichkeit der Beschwerden beurteilt sich nach den glaubhaften
Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die
Beschwerden im Lebensalltag in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss
erfahren hat (BGE 134 V 109 E. 10.2.4). Gleich nach dem Unfall vom 11. April 2007
berichtete der Beschwerdeführer über akut verstärkte HWS- und Nackenschmerzen,
massive Schmerzen beim Bewegen des Kopfes mit Ausstrahlung in beide Schultern,
Kopfschmerzen und Übelkeit (Suva-act. IV 9, 11). Gegenüber dem
Aussendienstmitarbeiter der Suva äusserte der Beschwerdeführer am 4. Mai 2007, sein
Gesundheitszustand habe sich durch dieses Unfallereignis deutlich verschlechtert. Die
Beschwerden seien um 100% schlimmer geworden (Suva-act. IV 18). Dr. D._ hielt im
Bericht vom 31. August 2007 fest, gegenüber dem Vorbericht vom 26. April 2007 habe
sich die Intensität der weiter bestehenden Beschwerden etwas vermindert. Nach wie
vor sei der Zustand des Beschwerdeführers schlechter als vor dem Unfall vom 26. April
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2007 (richtig: 11. April 2007), insbesondere die Nackenschmerzen und die
Schwindelattacken sowie das rechtsbetonte radikuläre Reizsyndrom C6/7 (Suva-
act. IV 28). Auch gegenüber den Ärzten des Kantonsspitals St. Gallen erklärte der
Beschwerdeführer bei der ambulanten Untersuchung vom 30. August 2007, nach dem
Unfall vom 11. April 2007 hätten die Schmerzen (insbesondere die Nackenschmerzen
und der Schwindel) deutlich an Intensität zugenommen. Es sei nicht wieder wie früher
nach den Unfällen zu einer wenigstens teilweisen Rückbildung der Beschwerden
gekommen (Suva-act. IV 29). Dr. D._ berichtete am 16. Januar, 22. Februar und
6. März 2008 über einen unveränderten Zustand (Suva-act. IV 31, 36, 42). Bei diesem
Verlauf ist das Kriterium der erheblichen Beschwerden in Bezug auf den Unfall vom
11. April 2007 als höchstens in einfacher Form erfüllt zu betrachten. Nach dem Unfall
vom 3. Juni 2008 klagte der Beschwerdeführer über eine bald nach dem Aufprall
auftretende Zunahme seiner vorbestehenden Nackenschmerzen und der damit
zusammenhängenden, meist belastungsabhängigen Schwindel- und Kopfschmerzen.
Ebenso verspüre er wieder mehr bzw. häufiger die ausstrahlenden Parästhesien an
beiden Armen bis in die Hände, hier jeweils am zweiten bis vierten Finger betont. Im
späteren Verlauf gab er gegenüber Dr. D._ rückläufige, aber gegenüber der Zeit vor
dem Unfall vom 3. Juni 2008 immer noch verstärkte Intensität der Schmerzen im
Nacken, sowie der damit zusammenhängenden Schwindel- und Kopfschmerz-
Zustände an (Suva-act. V 28). Erhebliche Beschwerden sind nach dem Unfall vom
3. Juni 2008 nicht aufgetreten und der Beschwerdeführer berichtete über eine
Besserung des Zustands. Auch wenn eine vollständige Wiederherstellung des
Gesundheitszustands vor dem Unfallereignis nicht erreicht werden konnte, so reicht
dieser Umstand doch nicht aus, um das Kriterium vorliegend zu bejahen.
4.3.5 Das Kriterium einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen
erheblich verschlimmert, wird – nach Lage der Akten zu Recht – bei beiden Unfällen
nicht geltend gemacht.
4.3.6 Auch ein schwieriger Heilverlauf oder erhebliche Komplikationen liegen den
Akten zufolge bei beiden Unfallereignissen nicht vor. Aus der blossen Dauer der ärzt
lichen Behandlung und aufgrund der geklagten Beschwerden kann nicht schon auf
einen schwierigen Heilungsverlauf geschlossen werden. Zur Bejahung dieses
Kriteriums braucht es besondere Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben
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(Entscheid des Bundesgerichts vom 3. Juli 2008, 8C_798/2007, E. 4.2.6 mit
Hinweisen). Das ist vorliegend nicht der Fall.
4.3.7 Beim Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener
Anstrengungen soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass bei leichten bis
mittelschweren Schleudertraumata der HWS ein längerer oder gar dauernder Ausstieg
aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt aus als eher ungewöhnlich
erscheint. Massgebend ist eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu
überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt (BGE 134 V
109 E. 10.2.7). Seit dem Unfall vom 24. Oktober 2004 arbeitete der Beschwerdeführer
nicht mehr in einem Vollpensum. Seit dem 5. Januar 2005 bis zum Unfall vom 11. April
2007 war er im Pensum von 30% arbeitstätig. Nach diesem Unfall bestand zunächst
eine volle Arbeitsunfähigkeit. Ab 30. April 2007 nahm der Beschwerdeführer die Arbeit
wieder zu 20% auf und vermochte dieses Pensum nicht weiter zu steigern (Suva-
act. IV 28, 36, 42). Der Unfall vom 3. Juni 2008 hatte keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit in diesem Rahmen (Suva-act. V 8f.). Gemäss Verfügung der
Invalidenversicherung vom 11. März 2009 (act. G 1.13) konnte der Beschwerdeführer
bei seinem langjährigen Arbeitgeber erfolgreich umplatziert werden. Dabei sei es ihm
möglich, die Hälfte seines ursprünglichen Verdienstes als voll leistungsfähiger
Schichtführer zu erzielen. Dieses zumutbare Einkommen wurde dem Beschwerdeführer
ab 1. Oktober 2005 angerechnet. Besondere Anstrengungen oder Versuche, um die
tatsächlich erbrachte Arbeitsleistung weiter auszubauen, vermag der Beschwerdeführer
nicht auszuweisen. Das Kriterium ist somit in Bezug auf beide Unfälle nicht erfüllt.
4.3.8 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass beim Unfall vom 11. April 2007
lediglich zwei Adäquanzkriterien in einfacher Form erfüllt sind. Beim Unfallereignis vom
3. Juni 2008 ist nur ein Kriterium in einfacher Weise erfüllt. Der adäquate
Kausalzusammenhang zwischen den Unfällen vom 11. April 2007 und vom 3. Juni 2008
sowie den weiterhin geklagten Beschwerden ist somit zu verneinen.
4.4 Die Unfälle vom 24. Oktober 2004, 3. Juni 2006, 11. April 2007 und 3. Juni 2008
sind somit nicht adäquat kausale Ursache der weiterhin bestehenden Beschwerden
des Beschwerdeführers. Die diesbezüglichen Leistungen hätte die
Beschwerdegegnerin längstens bis am 31. Dezember 2008 erbringen müssen. Da
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keine adäquat kausalen Unfallfolgen vorliegen, besteht auch kein Anspruch auf eine
Invalidenrente oder eine Integritätsentschädigung.
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde dahingehend gutzuheissen, dass die
Beschwerdegegnerin die gesetzlichen Leistungen bis 31. Dezember 2008 zu erbringen
hat. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben ((Art. 61 lit. a ATSG).
5.3 Der teilweise obsiegende Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG; Art. 22 Abs. 1 lit. b Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten [HonO; sGS 963.75]). Aufgrund des geringgradigen
Obsiegens – eine sieben Monate spätere Einstellung der Leistungen – ist diese auf
pauschal Fr. 2'000.-- festzulegen (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer). Demgemäss
hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP