Decision ID: 772b9356-4a90-5a76-95e0-c2112bb06a23
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1977,
ist
an
g
elernte
Coiffeus
e
(
Urk.
6
/1 S. 4)
und war
als solche
bis Ende
März 2001
Vollzeit erwerbstätig
(
Urk.
6
/2 S. 1)
.
Nach
der
Fe
st
stellung eines
f
ibrokartilaginäre
n
Mesenchymom
s
in ihrem
Becken
recht
s
wurde
n
a
m 1
3.
Februar 2001
eine innere
Hemipelvekt
omie
und eine
Re
kon
struk
tion durch
osteokartilaginäres
Allograft
durchgeführt
(
Urk.
6/10 S.
1 und S.
7 ff.).
Hierauf meldete sich die Versicherte
a
m 16.
September 2001 bei der
Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle)
,
zum Leistungsbezug
an (
Urk.
6/1).
Diese sprach ihr m
it
Verfügungen vom 1
2.
Mai 2005 rückwirkend
von
Januar
2002 bis Februar 2003 eine ganze
sowie
ab März 2003
– bei einem Invaliditätsgrad von 50
%
–
eine halbe Rente zu (
Urk.
6
/25).
In der Zwischenzeit hatte die Versicherte Ende 2002 eine Ausbildung zur Kos
me
tikerin abgeschlossen (
Urk.
6
/10 S. 2 f.) und fand p
er August 2005 eine
neue Teilzeitstelle als
Coiffeuse
(
Urk.
6
/30 S. 2 und 8).
Ihr erstes Kind kam im
Juli 2006 zur Welt (
Urk.
6
/31 S. 9).
Im September 2008 leitete die IV-Stelle
ein Revisionsverfahren
ein (
Urk.
6
/27). Sie holte einen Auszug aus dem Individu
ellen Konto (
Urk.
6
/28), einen Bericht der Arbeitgeberin
(
Urk.
6
/30)
sowie
zwei
Arztberichte ein (
Urk.
6
/
29 und
6
/31
)
und
passte den Einkommensvergleich der Nominallohnentwicklung an
(
Urk.
6
/32 S.
2).
Letztlich bestätigte sie
die bisherige
halbe Rente
bei unverändertem Invaliditätsgrad
mit Mitteilun
g vom 7.
April 2009
(
Urk.
6
/33), noch bevor das
am 1. April 2009 erstellte
Röntgenbild
des Beckens
ausgewertet war
(
Urk.
6
/35).
Seit dem Jahr 2010 ist die Versicherte
arbeitslos (
Urk.
6
/38 S. 1). Zudem
brachte
sie
im
Dezember 2011
ihr
zweites
Kind zur Welt
(
Urk.
6
/40 S. 1)
.
Im
Februar 2014
nahm die IV-Stelle
erneut ein
Revisionsverfahren an die Hand (
Urk.
6
/37). Sie holte wiederum einen Auszug aus dem I
ndividuellen Konto (
Urk.
6
/38) und diverse Arztberichte (
Urk.
6
/39,
6
/40,
6
/42,
6
/43
und
6
/50) ein.
Ausserdem
gab
sie
eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Ber
uf und Haushalt in Auftrag. Der
entsprechende
Beri
cht datiert vom 3.
Oktober 2014 (
Urk.
6
/55).
Sodann legte sie die Unterlagen dem
Regionalen Ärztlichen Dienst
(RAD)
zur Stellungnahme vor (
Urk.
6
/65 S. 4 f.) und
führte einen neuen
Einkommensver
gleich
durch
(
Urk.
6
/65 S.
1 und 5)
, bevor
sie
mit Vorbescheid
vom 2
9.
Dezem
ber 2014
die
Einstellung der Rente
ankündigte
(
Urk.
6
/66).
Dagegen erhob
die Versicherte
am
9.
Januar 2015 Einwand (
Urk.
6
/67).
Schliesslich stellte die IV-Stelle die Rente
aufgrund des neu berechneten Invaliditätsgrades von 9
%
m
it Verfügung vom 2
6.
Februar 2015 per Ende März 2015 ein
. Des Weiteren
entzog
sie
einer allfälligen Beschwerde
die aufschiebende Wirkung (
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 2
6.
Februar 2015 erhob
die
Versicherte, vertreten durch
Rechtsanwalt
lic
.
iur
. Di Rocco
, am 1
3.
April 2015 Beschwerde.
Neben der Aufhebung der Verfügung beantragte
sie
die Wie
derherstellung der aufschie
ben
den Wirkung der Beschwerde
(
Urk.
1).
Mit
Be
schwerdeantwort
vom 1
9.
Mai 2015 schloss die
IV-Stelle
auf Ab
weisung
sowohl
der Beschwerde
als auch
des prozessualen
Gesuchs
(
Urk.
5).
In der Folge wies das Sozialver
sicherungsgericht
das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung
mit Verfügung vom 2
2.
Mai 2015 ab (
Urk.
7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1
.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit bzw. - bei Versicherten, die vor der Beein
trächtigung ihrer Gesundheit nicht erwerbstätig waren - die Unmöglichkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Tei
l des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
che
rung (IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglie
de
rungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Ar
beits
marktlage
erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor
den wäre (sog.
Valideneinkommen
).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig und daneben im Aufgaben
be
reich tätig sind, wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. Danach wird darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. In diesem Fall sind der Anteil der Er
werbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu be
messen (Art. 28a Abs. 3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs.
1
ATSG)
. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. Augus
t 2003 E. 2.2.3).
Ebenso können wesentliche Änderungen im
für die
Wahl der Methode der Invaliditätsbemessung
massgeblichen hypothetischen Sachverhalt
eingetreten sein, d.h.
die alternativen Kriterien der Erwerbsunfähig
keit einerseits und der Unmöglichkeit der Betätigung im nicht erwerblichen Auf
gabenbereich anderseits einander ablösen (BGE 117 V 198 E.
3b, 113 V 273 E. 1a, 110 V 284 E.
1a, 104 V 148 E.
2 mit Hinweisen).
Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unver
ändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund dar.
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom
mens
v
ergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E.
3 und 133 V 108 E.
5.4 mit Hinweis). Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre
chung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durch
geführten
Revision keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurd
e (
Art.
74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung, IVV
) und die bisherige Invalidenrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf ent
spre
chende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (
Art.
74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer (ordentlichen) rechts
kräftigen Verfü
gung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. Septem
ber 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin zog in der angefochtenen Verfügung in Erwägung, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit März 2014
zwar
verschlechtert habe
.
Eine behinderungsangepasste Tätigkeit (wechselbelastende, nur körperlich leichte und sitzende Arbeit) sei ihr
dennoch
zu 50
%
zumutbar. Da die Beschwerdeführerin
mittlerweile
zwei Kinder habe, gelange
zudem
neu
die gemischte Methode der Invaliditäts
bemessung
zur Anwendung
(
Urk.
2)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin hielt dem
sinngemäss
entgegen, gemäss
Bericht von Prof.
Y._
vom
1
8.
Juli 2014 könne sie
pro Tag
nur 15 bis 30 Minuten gehen
sowie
viermal eine halbe Stunde sitzen. Damit betrage
ihre
ausgewiesene
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkei
t
maximal
25
%
. Tatsächlich sei sie arbeitsunfähig
(
Urk.
1
Ziff.
II.3
, 7
und
10
)
.
Zudem sei
gemäss
Bericht von
Dr.
Z._
vom 1
4.
A
pril
2014
eine
Hüftarthroplastik
klar indiziert,
auch wenn
sie
sich aufgrund der Risiken nachvollziehbar noch nicht dafür habe entschei
den
können (
Urk.
1
Ziff.
II.5 und II.6). Schliesslich sei es frei
e
Interpretation
, dass sie als zweifache Mutter ohne
Gesundheitsschaden nicht
zu
100
%
arbeiten würde
. Es gebe heute viele Mütter, die es sich nicht leisten könnten,
nichts zur Finan
zierung des Haushalts beizutragen
(
Urk.
1
Ziff.
7).
3.
3.1
Vorliegend ist die Mitteilung vom
7.
April 2009 z
eitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen
Tatsachenänderung im Sinne eines
Revisi
onsgrundes
nach
Art.
17 ATSG
. Mit dieser wurde – nach erneuter Abklärung des medizinischen Sachverhalts und gestützt auf einen neuen
Einkommensver
gleich
– die halbe Rente letztmals bestätigt
(
Urk.
6
/32 und
6
/33; vgl. E.
1.3
).
Neue (unbestrittene) Tatsachen sind die Geburt des zweiten Kindes (Frage nach der Methode der Invaliditätsbemessung) sowie eine Verschlimmerung der
Hüft
problematik
(
Frage
der Arbeitsfähigkeit)
.
3.2
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Be
einträchtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbs
tätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne
Gesund
heitsscha
den
, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
IVV
). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des
Invalidi
tätsgrades
(BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der
allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme ei
ner
im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im
Sozial
versi
che
rungsrecht
übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfor
der
lich (
BGE 137 V 334
E.
3.2,
130 V 393
E.
3.3,
125 V 146
E.
2c, je mit Hin
weisen).
3.3
D
ie Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Anwendung der gemischten Methode auf die Qualifikation im von ihr in Auftrag gegebenen Bericht zur Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt vom
3.
Okto
ber 2014
(Urk.
6
/55
).
Diesem ist zu entnehmen,
dass
die Beschwerdeführerin gegenüber der
Abklä
rungsperson
vor Ort
zusammengefasst
erklärte,
es gehe
ihr
seit zwei Jahren
gesundheitlich schlechter
. Richtig spürbar bzw. bewusst sei ihr dies seit
etwa
einem Jahr
(
Urk.
6
/55
Ziff.
1
).
Die Geburt des zweiten Kindes sei
sodann
uner
wartet gewesen. Sie habe zwar grundsätzlich ein zweites Kind gewollt, doch habe sie gedacht, aufgrund ihrer gesundheitlichen und finanziellen Situation sei dies ungünstig. Es sei einfacher
,
mit einem Kind nebenher zu arbeiten
.
Dieses hätte sie
in den Hort gegeben
, da ihr Ehemann
zu
100
%
arbeite und ihre Schwester als alleinerziehende Mutter von zwei Kindern neben der Arbeit wenig Zeit habe.
Mit ihrer Krankheit und zwei Kindern sehe dies
nun
anders aus. Sie könne auch nicht garantieren, immer regelmässig zur Arbeit
zu
erscheine
n
. Aus diesem Grund habe sie
aufgehört, eine Arbeitsstelle zu suchen
(
Urk.
6
/55
Ziff.
2.3 und 2.3.1
).
Auf die
konkrete
Frage nach der hypothetische
n
beruflichen Situation ohne Gesundheitsschaden erklärte die Beschwerdeführer
in
explizit, dass sie ihr Arbeitspensum
auch
bei guter Gesundheit nach der G
eburt des zweiten Kindes auf 60
% reduziert hätte. Die Kinderbetreuung hätte sie mittels
Hort gewährleistet und samstags hätte ihr Ehemann diese
übernommen.
Sie habe
ihren Beruf als
Coiffeuse
geliebt und sei ein engagierter und motivierter Mensch
,
weshalb sie nie ganz aufgehört hätte zu arbeiten
(
Urk.
6
/55
Ziff.
2.5).
Die Abklärungsperson beurteilte die Angaben als nachvollziehbar und glaub
haft, da die Beschwerdeführer
in
mit dem Teilzeitpensum
die Haushaltskasse hätte
aufbessern können und
sich dieses gut mit der Kinderbetreuung durch Hort und Ehemann hätte kombinie
ren lassen.
Ferner
betonte die
Abklärungs
person
, dass die Beschwerdeführerin
vor Ort
wiederholt klar angegeben habe, dass sie
ohne
Gesundheitsschaden
zwar
weiterhin
, aber nicht Vollzeit
gearbeitet hätte (
Urk.
6
/55
Ziff.
2.6.1)
.
3.4
Aus den mündlichen Angaben der Beschwerdeführerin geht klar hervor, dass
sie
tatsächlich
einzig
wegen
des zweiten Kindes
die Arbeitssuche aufgab
. Eine Zu
nahme der
B
eschwerden
verspürte sie
erst
rund
eineinhalb Jahre nach
dessen
Geburt
(
vgl.
Urk.
6/55 S.
1,
Urk.
6
/57 S.
3
;
Geburtsurkunde: 1
3.
Dezember 2011)
.
Bereits auf dem Revisionsfragebogen
hatte
die Beschwerdeführerin dement
spre
chend
a
nge
geben, dass die
chronischen Schmerzen
, aber auch
ihr kleines Kind gegen einen Arbeitsversuch sp
rechen würden (
Urk.
6
/37 S. 2).
Dass sie
bei guter Gesundheit
– wie angegeben –
trotz ihrer Kinder zumindest Teilzeit
weiter gearbeitet
hätte
, muss aufgrund
der äusseren Umstände
als überwiegend wahrscheinlich gelten
. So arbeitete sie nach der Geburt des ersten Kindes
(vgl.
Urk.
6
/57 S. 1 Geburtsurkunde: 1
1.
Juli 2006)
ohne
nennenswerten
Unterbruch
weiter
(
Urk.
6
/8 S.
3
Auszug aus dem Individuellen Konto
). Auch sind die
finanziellen Verhältnisse der Familie eher knapp.
Das Einkommen des Ehema
n
nes
der Beschwerdeführerin
von rund Fr.
5‘500.-
(
Urk.
6
/55 S.
3)
deckt
nur knapp
d
en
gestützt auf das Kreisschreiben des Obergerichts des Kantons Zürich vom 1
6.
September 2009
(betreffend
Richtlinien für die Berechnung
des betreibungsrechtlichen Existenzminimums
)
grob
geschätzte
n
Bedarf
d
er
vier
köpfigen
Familie
. Bereits die
effektiven
Krankenkassenprämie
n
und der (etwas
erhöhte) Mietzins betragen zusammen Fr.
2‘690.– pro Monat (vgl.
Urk.
6
/55 S. 3).
Hinzu kommen im Minimum die Grundbeträge
von insgesamt Fr.
2‘500.-
,
die
Berufsauslagen
sowie die
Steuern
.
Der bloss allgemeinen Feststellung des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin, dass heute viele Mü
tter Vollzeit erwerbstätig sein müssten,
ist entgegenzuhal
ten, dass jeweils auf die konkreten Verhältnisse abzustellen ist. Neben den
eige
nen
Aussagen der Beschwerdeführer
in gibt es
sodann
objektive
Anhaltspunkte, die
gegen ein hypothetisches Vollzeitpensum sprechen. So besteht für die
Be
schwerdegegnerin
– bei relativ geringen
eigenen
Verdienstmöglichkeiten –
nur samstags die Möglichkeit, die Kinder gratis
b
etreuen zu lassen
.
Ein
Vollzeit
pensum
ist
zu
dem
aus finanzieller Sicht
nicht zwingend
erforderlich
.
3.5
Die Gericht
e
im Bereich des Sozialversicherungsrechts stellen in
der Regel auf die „Aussagen der ersten Stunde“ ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösse
res Gewicht zukommt als späteren Darstellun
gen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen
versiche
rungsrechtlicher
oder anderer Art be
einflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
Die vorstehenden
Überlegungen
sprechen
alle
samt
für eine praxisgemäss Handha
bung des vorliegenden Falls.
D
emnach ist
neu
die
gemischte Methode der
Inva
liditätsbemessung
anzuwenden, wobei der
Anteil der Erwerbstätigkeit
auf 60
%
und
derjenige
der Betätigung im Aufgabenbereich auf 40
%
festzulegen sind.
Ein Revisionsgrund ist demnach ausgewiesen,
die Prüfung
weiterer
Revisions
gründe
erübrigt sich.
4.
4.1
Gemäss ständiger Praxis des Bundesgerichts prüft die Verwaltung - wenn ein Revisionsgrund gegeben ist - den Rentenanspruch in tatsächlicher und rechtli
cher Hinsicht umfassend ("allseitig"), wobei keine Bindung an frühere Beurtei
lungen besteht. Es ist nicht erforderlich, dass gerade die geänderte Tatsache zu einer Neufestsetzung der Invalidenrente führt; vielmehr kann sich bei der all
sei
tigen Prüfung des Rentenanspruchs ergeben, dass ein anderes
Anspruchsele
ment
zu einer Herauf-, Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente führt
(Urteil des Bundesgerichts 9C_378/2014 vom 2
1.
Oktober 2014 E. 4.2
mit Hin
weisen
).
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können,
sind Verwaltung und Gerichte
auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person ar
beits
un
fähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Aus
künfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeits
leistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
4.
2
4.
2
.1
Bei
der Beschwerdeführerin
wurde
ein
fibrokartilaginäres
Mesenchymom
im Becken rechts diagnost
i
ziert und am 1
3.
Januar 2001
eine innere
Hemipelvek
tomie
sowie eine
Rekonstruktion durch
osteokartilaginäres
Allograft
durchge
führt. Am 2
0.
August 2002 wurde in einer zweiten Operation ein Teil des
Oste
o
synthesematerials
entfernt (
Urk.
6
/10 S.
6-9).
Der Operateur
Prof.
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungs
app
a
rates
,
schlussfolgerte
in s
einem Bericht vom 1
0.
März 2004
,
die Be
schwer
de
führerin
sei
als
Coiffeuse
seit Januar 2001 zu 100
%
arbeitsunfähig. Als um
geschulte Kosmetikerin bestehe seit Abschluss der Ausbildung Ende 2002 eine 50%-Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6
/10
S. 2).
4.2.2
Im ersten Revisionsverfahren
, konkret am
1.
Oktober 2008,
erläuterte
die dama
lige Arbeitgeberin
der Beschwerdeführerin
,
d
rei Arbeitstage
pro Woche
seien
für diese
wegen der Schmerzen
zu streng gewesen.
Trotz
der Reduktion
auf einen ganzen und einen halben Tag
wöchentlich
müsse man
ihr
weiterhin
helfen
.
Diese
könne
somit
nicht mehr als 30
%
und nur mit Hilfe
als
Coiffeuse
arbe
iten
(
Urk.
6
/30 S. 8).
Prof.
Y._
führte in seinem Bericht vom 4.
Februar 2009
zuhanden der
Be
schwerdegegnerin
aus, dass
grundsätzlich mit einer Verschlechterung
des Ge
sundheitszustandes
zu rechnen sei
. Die
Arbeitsunfähigkeit
betrage
seit
2005
bis auf Dauer
50
%
.
Falls die Beschwerdeführerin nicht schwanger sei, werde man sie noch röntgen
(
Urk.
6
/31 S. 7 f.). Gleichentags
berichtete er der
Gynäkologin
der Beschwerdeführerin
,
diese
arbeite
zu 50
%
als
Coiffeuse
,
könne
aber häufig sitzen und andere Tätigkeiten
wie Kundenberatung
ausüben
. Die letzte orthopä
dische Kontrolle habe vor fünf Jahren stattgefunden (
Urk.
6
/31 S.
9 f.).
N
ach Abschluss des Revisionsverfahrens reichte Prof.
Y._
sodann eine Kopie seines Berichts vom 1
2.
Mai 2009
zum neuen Röntgenbild
ein.
Dieses
zeige, dass die Rekonstruktionsplatte gebrochen und der
Hüftkopf
– wohl als Folge einer
Hüft
kopfnekrose
– proximaler gewandert sei. Bei entsprechenden Beschwerden komme eine
Arthrodese
oder allenfalls ein
endoprothetischer
Ersatz in Frage (
Urk.
6
/35).
4.2.3
I
m
aktuellen Revisionsverfahren
beschrieb der
Hausarzt
Dr.
med.
A._
, Fach
arzt für Allgemeine Innere Medizin,
am 1
0.
März 2014 ein deutliches Hinken mit Einsinken auf der rechten Seite, eine massiv eingeschränkte Beweglichkeit im rechten
Hüftgelenk, so
dass ein An- und Auskleiden nur mit Tricks möglich sei, und eine gemessen
e
Bei
n
l
ängen
differenz von 3 cm
. Die Beschwerdeführer
in
sei durch die Gehbehinderung im Alltag deutlich eingeschränkt und könne den Haushalt nur teilweise erledigen. Strenge Arbeiten seien nicht möglich, solche in gebückter Stellung praktisch unmöglich. Rennen und längeres Stehen seien unmöglich
(
Urk.
6
/39 S. 7-9).
Prof.
Y._
konstatierte in seinem Bericht vom 1
7.
März 2014, das aktuelle Rönt
genbild zeige im Vergleich zum April 2009 eine weitere Sinterung des nekrotischen
Femurkopfs
sowie eine Zunahme der sklerotischen Veränderungen im Bereich des Darmbein
s
links als Ausdruck der Überbelastung.
Die Beschwer
deführerin habe regelmässig Schmerzen in der rechten Leiste mit Ausstrahlung
in den Oberschenkel. Unter Belastung seien die Beschwerden permanent. Sie nehme
daher
gelegentlich Schmerzmittel ein
.
Er lasse deshalb eine Computer
tomographie (CT) anfertigen
(
Urk.
6
/40)
.
Gemäss
Bericht
vom 25.
März 2014
bestätigte
das CT s
eine Vermutung
,
d
ass
neben der
Osteosynthesematerialent
fernung
primär
eine LUMIC-Prothese
in Frage kommt
(
Urk.
6
/41).
Am 3
1.
März 2014 verfasste
Prof.
Y._
zwei weitere
Bericht
e.
In beiden
diagnostizierte er neu die Entwicklung einer schweren
Co
x
ar
thr
ose
rechts nach partieller Auflö
sung des
Allografts
.
Im ersten Bericht
zuhanden der Beschwerdegegnerin
stellte er
weiter
fest, d
ass die Arbeitsunfähigkeit als
Coiffeuse
/Kosmetikerin seit 2012 bis auf Dauer 80
%
betrage
bzw. d
ie bisherige Tätigkeit nur noch in sehr ein
geschränktem Rahmen zumutbar
sei
(
Urk.
6
/42 S. 6 f.).
Im zweiten
Bericht zu
handen des Hausarztes
wies er darauf hin, dass die Beschwerdeführerin
sicher Beschwerden habe, in Bezug auf den Korrektureingriff wegen des jüngeren Sohns aber noch unentschieden sei. Um Zeit zu gewinnen, sei der Einsatz von Medikamenten vertretbar.
Er stelle der Beschwerdeführer zudem
ein Rezept für eine Schuherhöhung aus, wobei die Beinverkürzung rechts funktionell durch die
Add
uktionskontraktur verursacht sei (
Urk.
6
/42 S. 15 f.).
Dr.
A._
bestätigte mit Bericht vom
1
7.
Juni 2014,
g
egenwärtig erfolge eine Behandlung mit Schuherhöhung und
Acroxia
(30 mg bei Bedarf).
Durch erstere habe sich das Hinken mit
Einsinken deutlich verbessert
(
Urk.
6
/43 S.
6-8).
Schliesslich verfasste Prof.
Y._
am 1
8.
Juli 2014
einen letzten an die
Be
schwerdegegnerin
adressierten Bericht
. Darin attestierte er der Beschwerdefüh
rerin
wie zuvor
als
Coiffeuse
und als
Kosmetikerin eine Arbeitsunfähigkeit von 80
%
seit 2012 bis auf Weiteres. Es bestehe eine massive Einschränkung für Stehen und Gehen. Die Gehleistung beschränke sich auf 15 bis 30 Minuten. Das Sitzen sei eingeschränkt auf maximal eine halbe Stunde, danach müsse sich die Beschwerdeführerin wieder bewegen. Dadurch sei sie im Beruf
massivst
beein
trächtigt. Eine Tätigkeit als
Coiffeuse
oder Kosmetikerin sei aus seiner Sicht nicht zumutbar. Sie manage zwar den Haushalt, sei diesbezüglich aber ebenfalls massiv eingeschränkt. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei vorstellbar für sitzende Tätigkeiten während maximal viermal einer halben Stunde am Tag. Im Übrigen könne durch den diskutierten
endoprothetischen
Hüftersatz keine we
sentliche Besserung der Arbeitsfähigkeit garantiert werden. Auch habe sic
h
die Funktionsfähigkeit durch die
probatorische
Schuherhöhung nicht signifikant
beeinflusen
lassen (
Urk.
6
/50 S. 6-8).
Seinem Bericht legte Prof.
Y._
eine Zweitmeinung von
Dr.
med.
Z._
, eben
falls Fachärztin für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungsapparates
,
vom 1
4.
April 2014
bei. Sie bestätigte nach Durchsicht der
Bilddokumente die Diagnose hochgradige destruktive rechtsseitige
Coxarthrose
entwicklung
sowie die Indikation für einen
hüftarthroplastischen
Eingriff (
Urk.
6
/50 S. 9 f.).
4.
2
.4
Der RAD-Arzt
Dr.
med.
B._
, Facharz
t für Orthopädische Chirurgie,
äusserte sich in seiner Stellungnahme vom 2
5.
August 2014 dahingehend, dass
aufgrund
de
r letzten beiden Berichte von P
rof.
Y._
und
Dr.
Z._
von einer
wesentlichen funktionsorganisch fortschreitenden Verschlechterung des Ge
sund
heitszustandes auszugehen sei. Beide
Chirurgen
würden die
diskutierte schwere
Beckenoperation zudem
als
komplikationsreich und nicht mit Aussicht auf eine wesentliche Steigerung
der Arbeitsfähigkeit beurteilen. Die
Beschwer
deführerin
s
ei demnach erheblich geh- und s
tehbehindert und deshalb als
Coif
feuse
und Kosmetikerin höchsten zu 20
%
arbeitsfähig, in einer angepasst
en
sit
zenden Tätigkeit maximal einen halben Tag.
Es sei
somit
ab
8.
März 2014 (
Dr.
A._
) von einem funktionsorganisch ver
schlechterten Gesundheitsschaden auszugehen, der sich weiterhin dauerhaft auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit betrage ab diesem Zeitpunkt 20
%
, diejenige in einer angepassten Tä
tig
keit 50
%
. Ange
passt seien wechselbelastende, nur körperlich leichte, sitzende Arbeiten (
Urk.
6
/65 S. 4).
4.
3
Die Parteien sind sich einig, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin seit der
Rentenzusprache
zunehmend verschlechtert hat und nunmehr eine
Hüftarthroplastik
medizinisch indiziert ist.
Dies ist soweit auch
durch die
vorstehend zusammengefassten
Berichte der Fachärzte Prof.
Y._
und
Dr.
Z._
aus
gewiesen,
die
aufgrund aktueller Bilddokumente
verfasst
wurden
. Die Be
richte stellen
zudem
eine schlechte Prognose,
was
n
achvollziehbar ist,
da
Grund für die Verschlechterung degenerative
Veränderungen und
eine
Überbelastung des gesunden Beines
sind
. Die Operation bezeichnen sie als nicht relevant für die Arbeitsfähigkeit. Der RAD-Arzt scheint diese Einschätzung im
plizit zu teilen
(vgl. E.
4.2.3
-4
)
.
Umstritten
sind
zwischen den Parteien
das aktu
elle
Ausmass der Arbeitsfähigkeit und das Belastungsprofil
im Zusammenhang mit
ange
passte
n Tätigkeiten.
4.4
In der angefochtenen Verfügung stellte die Beschwerdegegnerin diesbezüglich auf die Einschätzung des RAD ab.
Die regionalen ärztlichen Dienste stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des
Leistungs
anspruchs
zur Verfügung.
Die Funktion
ihrer
Berichte besteht darin, aus medi
zinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten
– den medizinischen Sachverhalt zusammenzu
fassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen
medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersu
chung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizini
scher Sicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Die RAD-Ärzte
sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unab
hängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG)
und können die
geeigneten Prüfmethoden im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen
(
Art.
49 IVV
; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Bei eigener ärztlicher Untersuchung ist d
er
Beweiswert von RAD-Be
richten
mit jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten vergleich
bar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1).
Allerdings
ist zu beachten, dass
auf das Ergebnis
einer
versicherungsinterne
n
ärztliche
n
Abklä
rung nicht abgestellt werden
kann
, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zu
verlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
4.5
Vorab ist festzuhalten, dass der RAD-Arzt
Dr.
B._
zwar über einen
Fach
arzttitel
der FMH für Orthopädische Chirurgie verfügt, es sich bei seiner Stellungnahme jedoch um eine reine Aktenbeurteilung handelt.
Weder hat er die Beschwerdeführerin selbst untersucht, noch hat er
Einsicht in die Bilddoku
mente genommen
.
Der
Beweiswert
seines Berichts
ist daher von vornherein
als gering einzustufen.
Sodann ist der Beschwerdeführerin beizupflichten, dass Prof.
Y._
explizit ausführte, als behinderungsangepasste Tätigkeit sei eine sitzend
e
Tätigkeit für ma
ximal viermal eine halbe Stunde pro
Tag vorstellbar. Beim Gehen und Stehen bestünden massive Einschränkungen, die Gehleistung beschränke sich auf 15 bis 30 Minuten (
Urk.
6
/50 S.
7
). Letzteres dürfte sich
allerdings entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin
(
Urk.
1
Ziff.
II.3)
auf die Gehleistung am Stück und nicht pro Tag beziehen, andernfalls
wäre
es
ihr
auch nicht möglich
,
d
en Grossteil
d
es Haushalts selbst zu erledigen
und die beiden Kinder zu be
treuen
(
Urk.
6
/55)
.
Folgerichtig
attestierte Prof.
Y._
der Beschwerdeführerin deshalb nicht nur in der angestammten Tätigkeit, sondern auch als umgeschulte Kosmetikerin eine 80%-Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
6
/50 S. 7).
Ferner lässt sich
seinen
Angaben
(
Urk.
6
/31 S.
9)
sowie
jenen der
ehemaligen Arbeitgeberin
(
Urk.
6
/30 S.
8)
entnehmen, dass
die Beschwerdeführerin
bereits
im Jahr 2009
Mühe
bekundete
, ein 50%-Arbeitspensum zu erreichen. Dab
ei war sie zwar als
Coiffeuse
angestellt
, doch
wurden
ihre effektiven
Tätigkeiten wenigstens teil
weise angepasst (
z.B.
häufig sitzen, Kundenberatung) und
sie erhielt wenn nötig Hilfe
.
Seither haben die
Beschwerden
nachweislich zugenommen
.
In Anbetracht
dessen
bestehen
gewisse
Zweifel an
der
Einschätzung des RAD-Arztes, zumutbar seien
wechsel
belastende
, nur körperliche leichte, sitzende Tä
tigkeiten
im Rahmen eines 50%-Arbeitspensums.
Zunächst erscheinen wechsel
belastende Tätigkeiten (im Sinne von alternierend im Sitzen, Gehen und Stehen)
aufgrund
der von allen Ärzten attestierten massiv eingeschränkten Steh- und Gehfähigkeit wenig realistisch. So gewährte selbst d
ie Beschwerdegegnerin ei
nen
behinderungsbedingten Abzug, da ausschliesslich körperlich leichte und sitzende Tätig
keiten möglich seien
(
Urk.
2)
.
Als
dann
stellen
die bisherigen Arbeitserfahrungen seit
den
Operation
en
und
die Beurteilung von
Prof.
Y._
die vom RAD-Arzt angenommene Leistungsfähigkeit von 50
%
in
einer aus
schliesslich sitzenden Tätigkeit
– selbst bei erhöhter Präsenzzeit und der Mög
lichkeit, nach Bedarf Pausen einzulegen
– zumindest in Frage
.
Dabei versäumte es der RAD-Arzt, sich mit
der abweichenden (und übrigen
s
einzigen)
Arbeitsfähigkeitseinschätzung
von Prof.
Y._
auseinanderzusetzen
.
Das
Bundesgericht
hielt
zwar
mehrfach fest, dass zwischen ärztlich gestellter Diagnose und Arbeitsunfähigkeit - sowohl bei somatisch
als auch
psychisch dominierten Leiden - keine Korrelation besteh
e
, weshalb die medizinische Folgenabschätzung notgedrungen eine hohe Variabilität aufweis
e
und unaus
weich
lich Ermessenszüge
trage
(
BGE 140 V 193
E. 3.1).
Allerdings
bedarf eine
Dis
krepanz von 25
%
bei einem somatischen, mit bildgebenden Verfahren
nach
ge
wiesenen
Leiden zweifelsohne
einer Erläuterung
.
Abgestellt werden kann jedoch auch nicht ohne Weitere
s
auf die Berichte des Operateurs Prof.
Y._
, da
in
Bezug auf Berichte behandelnder Arztpersonen
die Erfahrungstatsache zu berücksichtigen ist
, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Dies muss vorliegend umso mehr g
elten, als sich die Behandlung
bereits über mehrere Jahre erstreckt
hat
und eine weitere Operation im Raum steht.
4.
6
Demnach ist
nicht restlos geklärt, inwiefern
sich
die – erst seit 2013 verstärkt spürbaren
–
Hüftbeschwerden
aktuell
auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin auswirk
en
.
Zumindest aber darf mit überwiegender Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen der
sicherlich
wohlwollenden Einschätzung von Prof.
Y._
wenigstens
zu 25
%
arbeitsfähig
ist
.
Dafür spricht insbesondere auch der
zum Vergleich durchaus taugliche
Ab
klär
ungsbericht
vom
3.
Oktober 2014
, der soweit ersichtlich
nicht beanstandet
wurde
(vgl.
Urk.
1)
.
Die Be
schwerdeführerin benötigt demnach vor allem Pausen bzw. mehr Zeit, kann ansonsten aber
auch nach eigenen Angaben
praktisch
alle Haushaltsarbeiten selbst erledigen, soweit sie nicht schwer heben
/tragen
, auf Leitern steigen oder
sich bücken muss (
Urk.
6
/55 S.
5
-7
).
Ebenso
lassen
die
bisherige
Schmerzmit
telmedikation
(
Urk.
6
/42 S.
11;
Urk.
6
/43 S.
7)
und das Hin
auszögern der Ope
ration auf eine trotz Schmerzen verwertbare
Restarbeits
fähigkeit
schliessen
.
Da
bei gilt es auch zu bedenken, dass die Besch
werde
führerin erst aufgrund des
Revisionsverfahrens wieder dem Operateur zuge
wiesen wurde (
Urk.
6
/39 S. 8), d.h. zuvor bestand weder aus
ihrer
Sicht
noch derjenigen des
Hausarztes Hand
lungsbedarf
.
5
.
5.1
Für die Einschränkung im Aufgabenbereich stellte die Beschwerdegegnerin auf den Abklärungsbericht vom
3.
Oktober 2014 ab (
Urk.
2).
Die Beschwerdefüh
rerin
hob einzig die Unterstützung durch ihren Ehemann hervor
(vgl.
Urk.
1
Ziff.
II.3)
. Der Bericht ist soweit nachvollziehbar begründet und ergab eine Ein
schränkung von 6,7
%
(
Urk.
7/55). Bei einer Gewichtung dieses Anteils mit 40
%
resultiert ein Teilinvaliditätsgrad von 2,68
%
.
5.2
5.2.1
F
ür den Erwerbsanteil von 60
%
berechnete
die Beschwerdeführerin mittels
Ein
kommensvergleich
eine Einschränkung von 10,29
%
.
Dabei stellte sie für das
Valideneinkommen
von
Fr.
27‘089.30 auf das Jahreseinkommen 2007 ab und rechnete die jährliche Teuerung auf. Das Invalideneinkommen von Fr. 24‘301.57 setzte sie gestützt auf die Tabelle TA 1 der Schweizerischen
Lohnstrukturerhe
bung
des Bundesamtes für Statistik (LSE) 2010, konkret den Zentralwert für Frauen, die mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) beschäftigt sind, fest. Dabei berücksichtigte sie neben der
Nominallohnent
wick
lung
einen behinderungsbedingten Abzug von 10
%
aufgrund des
Belas
tungs
profils
(
Urk.
2).
Die Beschwerdeführerin äusserte sich nicht konkret zur Berech
nung des Invaliditätsgrades (vgl. Urk. 1
Ziff.
II.4
).
5.
2.2
In ihrer letzten
100%-
Anstellung im Jahr 2001 verdiente die Beschwerdefüh
rerin als
Coiffeuse
brutto
Fr.
3‘200.-
pro Monat (
Urk.
6
/
2
S. 2). Bei der
Renten
zusprache
(
Urk.
7/12 S.
3) berechnete die Beschwerdegegnerin
darauf gestützt
ein
Valideneinkommen
von
Fr.
39
‘640.-
, nämlich 12 x Fr. 3‘200.– x
Nominal
lohnentwicklung
Total (
Männer und Frauen
)
bis 2003 (
vgl.
B
undesamt für
Statistik [BFS], Schweizerischer Lohnindex
insgesamt
[
1939
= 100; im Internet
abrufbar], Nominallohnindex Total [T.39]).
I
n
der ersten
Revision (
Urk.
6
/32 S. 2)
resultierte
zufolge
Aufrechnung der
entsprechenden
Nominallohnentwicklung bis
2007 ein
Val
ideneinkommen
von
Fr.
41‘535.5
9.
Für das
Jahreseinkommen
von Fr.
45‘148.86
in der angefochtenen
Verfügung (
Urk.
6
/64 S. 1)
rechnete
die Beschwerdegegnerin
sodann noch
die
spezifischere
Nominallohnentwicklung
für Frauen
von 2008 bis 2014 auf
(vgl. B
undesamt für Statistik [BFS], Schwei
zerischer Lohnindex
insgesamt
[
1939
= 100; im Internet abrufbar],
Nominal
lohnindex
Frauen
[
T.39
]
; 2014
damals
provisorisch 0,7
%
). Bei Aufrechnung
der
Nominallohnentwicklung für Frauen
ab 2002
resultiert ein
leicht höheres
Jahrese
inkommen
von
Fr.
45‘774.5
5.
Zugunsten der Beschwerdeführerin ist daher
von einem
Valideneinkommen
von Fr. 27‘464.75 für
das
massgebliche
Arbeits
pensum
von 60
%
auszugehen.
5.
2.3
Für die Festsetzung des I
nvalideneinkommen
s ist angesichts des
Verfügungsda
tums
vom 2
6.
Februar 2015
d
ie
Tabelle T1_skill_level („Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht – Privater und öffentlicher Sektor [Bund, Kantone, Bezirke, Gemeinden, Körper
schaften, Kirchen] zusammen“), Zeile „Total“, Kompetenzniveau 1, Frauen,
der LSE 201
2
heranzuziehen.
Der standardisierte Monatslohn (Vollzeitäquivalent basierend auf 4 1/3 Wochen à 40 Arbeitsstunden)
von
Fr. 4'
228
.
–
ist auf die im Jahr
2014
betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,
7
Stunden hochzu
rechnen
(Bundesamt für Statistik [BFS], betriebsübliche Arbeitszeit nach
Wirt
schaftsabteilungen
, abrufbar im Internet)
und an die
Nominallohnen
twick
lung
für Frauen anzupassen
. Es
resultiert ein jährliches Bruttoeinkommen von Fr.
53‘
795
.15
(=
Fr.
4‘228.– x 12 : 40 x 41,
7
x 1
,007 x 1,01
). Weiter ist der von der IV-Stelle anerkannte behinderungsbedingte Abzug von
1
0 % zu berücksich
tigen.
In Bezug auf das sicher z
umutbare
Arbeitspensum
von
25
% resultiert ein Invalideneinkommen von
Fr.
1
2
‘
103.90
.
5.2.4
Angesichts der Diskrepanz der Vergleichseinkommen ist darauf hinzuweisen, dass eine sogenannte Parallelisierung nur zu erfolgen hat, soweit
eine versi
cherte Pe
rson in der bisherigen Tätigkeit
aus invaliditätsfremden
Gründen
(z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde
Deutsch
kennt
nisse
oder beschränkte Anstellungsmöglichkeiten) ein deutlich unter
durch
schnittliches Einkommen
erzielte und sich nicht etwa aus freien Stücken damit begnügte. Dahinter steht die Überlegung, dass nicht anzunehmen ist, dass eine versicherte Person, die in ihrer Tätigkeit als Gesunde einen deutlich unter
durch
schnittlichen Lohn erzielte, weil persönliche Eigenschaften die Erzielung eines Durchschnittslohnes verunmöglichten, mit gesundheitlicher Beeinträchti
gung einen durchschnittlichen Lohn erreichen könnte.
Massgeblich für die Er
mittlung der Unterdurchschnittlichkeit des
Valideneinkommens
ist d
er bran
chenübliche
Tabellenlohn (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_437/2013 vom 2
7.
August 2013
E. 2.1 und 9C_192/2014 vom 2
3.
September 2014 E. 3.2).
Invaliditätsfremde Gründe für den bisher eher tiefen Lohn
der Beschwerdeführe
rin
sind keine ersichtlich.
Die Anstellung als Angelernte in einem
Coiffeursalon
ist
sodann
unter den Tabellenlohn gemäss LSE 2012,
Tabelle T
1_skill_level
, Zeile
96 (
"
Sonst. Persönliche Dienstleistungen
"
), Kompetenzniveau 1, Frauen zu
subsumieren (vgl.
Mühlhauser
, Das
Lohnbuch
2014, Mindestlöhne sowie orts- und
berufsübliche Löhne in der Schweiz, Zürich 2014, S. 605).
Der standardi
sierte Monatslohn
beträgt Fr. 3‘610.–. Umgerechnet auf die im Jahr 2014
betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit für
Zeile 96
von 41,8 Stunden (Bundes
amt für Statistik [BFS], betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, abrufbar im Internet)
und angepasst an die Nominallohnentwicklung für Frauen entspricht dies einem Jahreseinkommen von
Fr.
46‘042.1
5.
Der bisherige Ver
dienst der Beschwerdeführerin
war
denn auch nicht
unterdurchschnittlich
, sondern branchenüblich
(
Erheblichkeitsgrenzwert
von
5
%
; vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.3).
5
.2.
5
Bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 27‘464.75 und eine
m
Invalideneinkom
men
von
Fr.
12‘1
03
.9
0
ergibt sich ein
invaliditätsbedingter Minderverdienst von Fr. 15‘
3
60
.8
5
und somit
eine Einschränkung
von
55,
93 %. Der
Teilinvaliditäts
grad
für den Erwerbsanteil von 60
%
beträgt
33,
56
%
.
5.3
Der Invaliditätsgrad beträgt somit für den
Anteil der Erwerbstätigkeit
(33,
56
%) und im Aufgabenbereich (2,68
%
) zusammen
gerundet
3
6
%
. Es besteht daher
selbst bei
minimaler
Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten kein Anspruch auf eine Rente.
6
.
6
.1
Zusammenfassend
ist
nicht zu beanstanden, dass d
ie Beschwerdegegnerin
die Rente m
it Verfügung vom 2
6.
Februar 2015 auf das Ende des
Monat
s
ein
stellte
, der der Zustellung der Verfügung folgte
(vgl.
Art.
8
8
bis
Abs.
2
lit
. a
IVV). Die Beschwerde ist
folglich
abzuweisen.
6
.2
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist da
s
Verfahr
en kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-
bis
Fr.
1‘000.-
festzulegen (
Art.
69
Abs.
1bis
IVG) und auf
Fr.
800.-
anzusetzen. Sie sind voll
umfänglich der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.