Decision ID: b6534794-819b-45fd-b67c-b02ec5ddd71e
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1953, leidet an einer kongenitalen
Aniridie
mit Nystagmus, Strabismus und beidseitiger Linsenektopie (im Anhang 4 zur Verord
nung über Geburtsgebrechen als Nr. 415 beschriebenes Geburtsgebrechen
Anoph
thalmus
, Buphthalmus und
Glaucoma
congenitum
; Urk.
8/1 S. 2 oben,
Urk.
8/12). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV Stelle,
gewährte
dem Ver
sicherten im Zusammenhang mit diese
m Leiden
wiederholt Leistungen.
Namentlich wurde ihm am 1
5.
Februar 1980 mit Wirkung ab Januar 1979 eine
Hilflosenentschädigung
für eine Hilflosigkeit lei
chten Grades zugesprochen (Urk.
8/37). Diese wurde in der Folge wiederholt bestätigt (
Urk.
8/95,
Urk.
8/21
5
, Urk.
8/276,
Urk.
8/28
5
), letztmals am
7.
August 2012 (
Urk.
8/323).
Die Invalidenversicherung übernahm
sodann
die Kosten der Ausbildung zum technischen Kaufmann (
Urk.
8/29-30), in welchem Beruf der Versicherte hernach während zehn Jahren tätig war (
Urk.
8/50). 1992 schloss er die Umschulung zum Berufsberater erfolgreich ab (
Urk.
8/88), ohne in der Folge eine Anstellung zu finden (
Urk.
8/127). Am 2
5.
November 1999 sprach ihm die IV-Stelle bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
mit Wirkung ab
1.
Juli 1999 (
Urk.
8/150,
Urk.
8/175,
Urk.
8/19
1
) beziehungsweise ab
1.
Juli
1997 eine ganze Invalidenrente zu
(Urk.
8/23
3-234
), die hernach wiederholt bestätigt wurde (
Urk.
8/27
6
,
Urk.
8/28
6
).
1.2
Am 1
8.
April 2006 meldete sich
X._
zur Teilnahme am Pilotversuch
«
Assistenzbudget
»
an (
Urk.
8/24
0
-24
2
). Mit Verfügung vom
7.
März 2007 sprach ihm die
hiefür
zuständige Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen mit Wirkung ab
1.
April 2007 ein monatliches Assistenzgeld in der Höhe von Fr.
300.
(Assistenzpauschale) bei einem Assistenzbudget von
Fr.
1‘080.-- zu (
Urk.
8/26
6
).
1.3
Die am
1.
Januar 2012 in
Kraft getretene
Revision 6a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) machte eine Anspruchsprüfung erforderlich. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach dem Versicher
ten - in Aufhebung der Verfügung vom
7.
März 2007 betreffend Assistenzbudget und Wiederausrichtung der
Hilflosenentschädigung
für eine Hilflosigkeit leichten Grades - mit Verfügung vom 2
0.
Juli 2012 mit Wirkung ab
1.
September 2012 einen Assistenzbeitrag an tatsächlich erbrachte Assistenzstunden von monatlich
durchschnittlich
Fr.
300.95 beziehungsweise jährlich maximal
Fr.
3‘611.40 zu (
Urk.
8/
326
/13
).
Die dagegen geführte Beschwerde vom
1
4.
September 2012
mit dem Antrag auf
Zusprache
eines höheren Assistenzbeitrage
s (Urk. 8/326/3-8)
hiess das Sozial
ver
sicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 3
1.
Januar 2014
in Bezug auf den Assistenzbeitrag
in dem Sinne gut, als
es
die Sache zu ergänzenden Abklä
rungen und neuem Entscheid an die IV-Stelle zurückwies (Urk.
8/333). Das Bundesgericht
trat mit
Urteil vom
7.
November 2014
auf die gegen den Rück
wei
sungsentscheid erhobene Beschwerde
der IV-Stelle
betreffend Assistenz
bei
trag
nicht ein (Urk.
8/343).
1.4
Die
se
holte darauf
hin
eine Selbstdeklaration
des Versicherten
ein (
Urk.
8/346
,
Urk.
8/360). Am
2.
Juli 2015 fand eine Abklär
ung vor Ort statt (
Urk.
8/365; vgl. auch Abklärungsberichte Urk. 8/380
381) und es wurde
n neue
FAKT2
-Formulare
betreffend die Zeit ab
1.
September 2012
(Urk. 8/368
/1, Urk.
8/396) beziehungs
weise
- nach
dem Verlust des besseren linken Auges im Dezember 2012
(
Protokoll S. 6
) - ab 1.
März 2013 (
Urk.
8/369
/1, Urk.
8/395
)
erstellt
.
Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/366-367, Urk.
8/378
, Urk.
8
/387) sowie Eingang
einer
neuen Selbstdeklaration (
Urk.
8/385) und
Beizug
einer Stellungnahme ihres Abklärungsdienstes vom 2
7.
Juli 2016 (
Urk.
8/397)
verfügte die IV-Stelle mit Entscheiden vom 2
9.
Juli 2016 für die Zeit vom 1.
September 2012 bis 2
8.
Februar 2013 auf der Basis eines Hilfebedarfs von 18.89 Stunden einen Assistenzbeitrag von monatlich
Fr.
613.93 beziehungsweise
jährlich maximal
Fr.
7'367.10 (Urk.
8/399 =
Urk.
2/1) und
mit Wirkung ab 1. März
2013
auf der Basis eines Hilfebedarfs von
20.92
Stunden einen Assistenzbeitrag von monatlich
Fr.
6
79.90
beziehungsweise jährlich maximal
Fr.
8
'
158.80
(Urk.
8/39
8 =
Urk.
2/2
)
.
2.
Gegen diese Verfügungen
erhob der Versicherte mit Eingabe vom 1
3.
September 2016 Beschwerde mit den Anträgen, ab
1.
September 2012 sei ein Assistenz
bei
trag von
Fr.
1'323.40 (statt
Fr.
613.93)
pro Monat auf der Basis eines
Hilfe
be
darfes von 55 Stunden
(
statt
33.17
Stunden pro Monat
) und ab
1.
März 2013
ein
solcher
von
Fr.
1'453.40
(statt
Fr.
679.90
)
pro Monat auf der Basis eines Hilfe
bedarfes von 5
9
Stunden (statt
35.2
Stunden pro Monat)
zuzusprechen
(vgl. zur Berechnung
des Hi
l
febedarfs
auch Protokoll S. 4
5)
.
W
eiter ersuchte er um ergänzende Abklärungen bei der
Y._
(
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle schloss in der Vernehmlassung vom
1
7.
November 2016
auf Abweisung der Beschwerde
(Urk.
7),
wovon dem Beschwerdeführer am 2
1.
November 2016
Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
9).
Am 1
3.
Dezember 2018 wurde die vom Beschwerdeführer beantragte Hauptver
hand
lung
(
Urk.
1 S. 2)
durchgeführt (Protokoll S. 3-6, Urk.
13). Die dabei ein
gereichten Akten (
Urk.
14/1-2) wurden
der Beschwerdegegnerin am 17.
Dezember 2018 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
15).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 42
quater
Abs. 1 IVG
haben Versicherte, denen eine
Hilflosenent
schädi
gung
der Invalidenversicherung ausgerichtet wird (
lit
. a), die zu Hause leben (
lit
. b)
und die volljährig sind (
lit
. c),
Anspruch
auf einen Assistenzbeitrag.
Ein Assistenzbeitrag wird für Hilfeleistungen gewährt, die von der versicherten Person benötigt werden und nicht schon von anderen Leistungen gedeckt sind. Die Hilfeleistungen müssen regelmässig und für eine bestimmte Dauer von einer natürlichen Person (Assistenzperson) erbracht werden, die nicht zu den Familien
angehörigen gehören darf und die von der versicherten Person oder ihrer gesetz
lichen Vertretung im Rahmen eines Arbeitsvertrages angestellt ist (Art. 42
quinquies
sowie Art. 42
sexies
IVG).
Grundlage für die Berechnung des Assistenzbeitrags ist die für die Hilfeleistungen benötigte Zeit. Davon abgezogen wird die Zeit, die folgenden Leistungen ent
spricht: (a) der
Hilflosenentschädigung
nach den Artikeln 42-42
ter
IVG; (b) den Beiträgen für Dienstleistungen Dritter anstelle eines Hilfsmittels nach Art.
21
ter
Absatz 2 IVG; (c) dem für die Grundpflege ausgerichteten Beitrag der obliga
torischen Krankenpflegeversicherung an Pflegeleistungen nach Art. 25a KVG (Art. 42
sexies
Abs. 1 IVG). Der Bund
esrat legt unter anderem die Be
reiche und die minimale und maximale Anzahl Stunden, für die ein Assistenzbeitrag ausgerich
tet wird, sowie die Pauschalen für Hilfeleistungen pro Zeiteinheit im Rahmen des Assistenzbeitrages fest (Art. 42
sexies
Abs. 4
lit
. a und b IVG).
1.2
1.2.1
Hilfebedarf kann in den folgenden Bereichen anerkannt werden (Art. 39c der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]):
a.
alltägliche Lebensverrichtungen;
b.
Haushaltsführung;
c.
gesellschaftliche Teilhabe und Freizeitgestaltung;
d.
Erziehung und Kinderbetreuung;
e.
Ausübung einer gemeinnützigen oder ehrenamtlichen Tätigkeit;
f.
berufliche Aus- und Weiterbildung;
g.
Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem regulären Arbeitsmarkt;
h.
Überwachung während des Tages;
i.
Nachtdienst.
1.2.2
Nach Art. 39e Abs. 1 IVV bestimmt die IV-Stelle den anerkannten monatlichen Hilfebedarf in Stunden. Dabei gelten die folgenden monatlichen Höchstansätze (Art. 39e Abs. 2 IVV):
a.
für Hilfeleistungen in den Bereichen nach Art. 39c
lit
. a-c IVV pro alltägliche Lebensverrichtung, die bei der Festsetzung der
Hilflosenentschädigung
fest
gehalten wurde:
1. bei leichter Hilflosigkeit: 20 Stunden,
2. bei mittlerer Hilflosigkeit: 30 Stunden,
3. bei schwerer Hilflosigkeit: 40 Stunden;
b.
für Hilfeleistungen in den Bereichen nach Art. 39c
lit
. d-g IVV: insgesamt 60
Stunden;
c.
für die Überwachung nach Art. 39c
lit
. h IVV: 120 Stunden.
Bei blinden und hochgradig sehschwachen Personen wird die nach Art. 39e Abs. 2
lit
. a IVV zu berücksichtigende Anzahl alltäglicher Lebensverrichtungen
auf drei festgelegt (Art. 39e Abs. 3
lit
. b IVV).
1.3
1.3.1
Nach dem Wortlaut von
Art.
42
sexies
Abs.
1 IVG ist der Ausgangspunkt für die Berechnung des Assistenzbeitrages die gesamthaft für Hilfeleistungen benötigte Zeit. Dazu ist in der Regel eine Abklärung an Ort und Stelle (
Art.
57
Abs.
1
lit
. f IVG in Verbindung mit
Art.
69 IVV) erforderlich.
Ein Abklärungsbericht unter dem Aspekt der Hilflosigkeit (
Art.
9 ATSG) oder des Pflegebedarfs hat folgenden Anforderungen zu genügen: Als Berichterstatterin wirkt eine qualifizierte Person, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Ver
hältnisse
sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten Diagnosen sich
ergebenden Beeinträchtigungen und
Hilfsbedürftigkeiten
hat. Bei Unklarheiten ü
ber physische oder psychische Störungen und/oder deren Auswirkungen auf alltägliche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizinischen Fach
personen nicht nur zulässig, sondern notwendig. Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebens
verrichtungen sowie den tatbestandsmässigen Erfordernissen der dauernden Pflege
und der persönlichen Überwachung (
Art.
37 IVV) und der lebenspraktischen Be
glei
tung (
Art.
38 IVV) gemäss sein. Schliesslich hat er in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkre
ten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 133 V 450 E. 11.1.1,
130 V 61
E. 6.2, 128 V 93; SVR
2012 IV Nr. 54 S. 195, 8C_756/2011 E. 3.2). Diese Rechtsprechung ist auch massgeblich beim Eruieren des gesamten Hilfebedarfs mit Blick auf den Assistenzbeitrag (BGE 140 V 543 E. 3.2.1).
1.3.2
Die IV-Stellen benutzen zur Berechnung des Assistenzbeitrags das vom
Bundes
amt für Sozialversicherungen (
BSV
)
entwickelte standardisierte Abklärungsin
strument FAKT
2.
Dessen Funktionsweise in Bezug auf den gesamten Hilfebedarf wird
im
Kreisschreiben des BSV über den Assistenzbeitrag (KSAB
,
in der hier anwendbaren
,
ab 1. Januar 2015 gültigen Version
)
erläutert.
Zur Bestimmung der notwendigen Einstufung pro Hilfeleistungen müssen die IV
Stellen
Aussagen der versicherten Person, Anmerkungen der Abklärungs
per
son
sowie Erfahrungswerte berücksichtigen. Als Unterstützung sind im FAKT Fallbei
spiele hinterlegt, die eine möglichst standardisierte Erfassung erlauben (
Rz
4101 KSAB).
1.4
Der Hilfebedarf jedes (Teil-)Bereichs ist in fünf Stufen eingeteilt.
Jede Stufe umfasst Zeitwerte entsprechend des
Hilfebedarfs (von Stufe 0 = kein Bedarf, volle Selbstständigkeit
bis Stufe 4 = umfassender Bedarf, keinerlei Selbstständigkeit).
Die Stufen mit den dazugehörenden Bandbreiten
sind pro Bereich erfasst und befinden sich im Anhang
3
(
Rz
4009 KSAB)
.
Stufe 0 ist anwendbar, wenn die versicherte Person selbständig ist (allenfalls mit Hilfe von Hilfsmitteln) und keine Hilfe braucht (
Rz
4010 KSAB).
Stufe 1
gelangt
zur Anwendung, wenn es sich nur um eine geringe oder spora
dische – aber im Sinne des Assistenzbeitrages regelmässige – Hilfe handelt. Unter dieser Stufe ist somit direkte oder indirekte Hilfe zu berücksichtigen, deren Aus
mass bescheiden ist beziehungsweise nur ab und zu anfällt. In dieser Stufe kann die versicherte Person fast alles selber erledigen, benötigt punktuell direkte oder indirekte Hilfe (
Rz
4011 KSAB).
Wenn bei mehreren (einigen, ein paar, verschiedenen) Teilhandlungen Hilfe geleistet werden muss, aber noch eine wesentliche Eigenleistung möglich ist, ist Stufe 2 anwendbar. In der Stufe 2 kann die versicherte Person einen Teil der Ver
richtungen selbständig übernehmen, andernteils ist eine direkte Hilfe oder stete Anleitung und Kontrolle (dazwischen erledigt die versicherte Person Teil
handlungen selbständig) nötig (
Rz
4012 KSAB).
Stufe 3 ist anwendbar, wenn der versicherten Person nur eine kleine Mithilfe bei der Teilhandlung oder eine bescheidene Eigenleistung, die die Ausführung erleich
tert, möglich ist. In der Stufe 3 braucht die versicherte Person demnach Hilfe bei den meisten Verrichtungen, sie kann nur geringe Eigenleistung voll
bringen, benötigt in grossem Umfang direkte Hilfe oder häufig Überwachung (Assistenzperson muss anleiten u
nd meistens die Teilhandlung un
mittelbar beglei
ten,
Rz
4013 KSAB).
Schliesslich kommt Stufe 4 zur Anwendung, wenn keine bescheidene Mithilfe bei einer Teilhandlung oder Erleichterung bei der Ausführung der Tätigkeit möglich ist. In der Stufe 4 ist die versicherte Person auf umfassende und ständige Hilfe bei allem angewiesen, sie kann gar nichts selbständig tun, braucht umfassende direkte Hilfe oder ständige Anleitung und Überwachung bei allen Verrichtungen (
Rz
4014 KSAB).
1.5
1.5.1
Jeder (Teil-)Bereich ist in verschiedene Tätigkeiten unterteilt.
Für jede Tätigkeit muss entschieden werden, welche
Stufe der versicherten Person
für die jeweilige Tätigkeit zuzuordnen ist
. Bei jeder Stufe ist ein Minutenwert
hinterlegt. Die Summe der Minutenwerte jeder
Tätigkeit ergibt dann die Stufe des entspre
chenden (Teil-)Bereichs
. Die Stufe bestimmt sich nach den Bandbreiten gemäss dem Anhang 3 des
KSAB (
vgl. dazu auch das nicht
offiziell publizierte Formular 318.538 d des Bundesamtes für Sozialversiche
rungen
«FAKT: Umschreibung der Stufen»
; vgl. auch
Rz
4101 KSAB und
Urk.
14/1-2
).
1.5.2
In jedem Bereich kann bei Versicherten, deren Bedarf begründet
über dem ver
fügbaren Zeitrahmen liegt, ein Zusatzaufwand
gewährt werden (z.B. bei starken Spasmen
im Bereich An-/Ausk
leiden ein Zusatzaufwand von 10
Minuten).
Der Zusatzaufwand kann in der Regel nur gewährt
werden, wenn der normale Hilfe
bedarf im entsprechenden
(Teil
-) Bereich mindestens die Stufe
3 erreicht
(
Rz
4016 KSAB)
.
1.5.
3
Die einzelnen - abgestuften - zeitlichen Vorgaben in FAKT2
geben
den durch
schnittlichen Aufwand für die entsprechenden Hilfeleistungen wieder. Die Vorgabe bestimmter Zeiteinheiten dient der Objektivierung des Bedarfs, den nach subjektiven Gesichtspunkten festzulegen das Gleichbehandlungsgebot (Art. 8 BV)
gerade verbietet. Den individuellen Gegebenheiten ist dennoch Rechnung zu tragen
, was einerseits durch die Wahl der zutreffenden Stufe und anderseits durch die allfällige Berücksichtigung von Zusatz- und Minderaufwand (Reduktionen) geschieht (BGE 140 V 543 E. 3.2.2.3 mit Hinweisen).
1.5.
4
Verwaltungsweisungen richten sich an die Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei seiner Entschei
dung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben dar
stellen. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 133 V 587 E. 6.1; 133 V 257 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. BGE 133 II 305 E. 8.1).
2.
2.1
2.1.1
Die Beschwerdegegnerin erwog i
n den
angefochtenen Entscheid
en vom 29. Juli
2016,
der Hilfebedarf betrage 18.89 Stunden. Für die Abklärung des Assistenz
beitrages sei das verbindliche Abklärungsinstrument FAKT verwendet worden
(
Urk.
2/1).
Im Dezember 2012 sei es zu einer gesundheitlichen Verschlechterung gekommen. Mittels FAKT sei der Hilfebedarf von nunmehr 20.92
Stunden
erhoben
worden (
Urk.
2/2).
2.2
Der Beschwerdeführer
brachte in
der
Beschwerde vom
1
3.
September 2016 (Urk. 1)
dagegen vor,
anlässlich der Abklärung vor Ort sei seine Sehbehinderung nicht oder
nur marginal berücksichtigt worden. Die Abklärungsperson habe sich für die Einstufung überwiegend am FAKT orientiert. Ein Ass
is
tenzbedarf sei nur in Bereichen berücksichtigt worden, bei denen ein Beispiel für Menschen mit einer Sehbehinderung vorhanden sei (S. 3). Die zusätzliche Hörbehinderung
(vgl. dazu auch
Urk.
3/5)
und die Augenschmerzen müssten zu einer höheren Einstufung in gewissen Bereichen führen. Die Stellungnahme der Abklärungsperson zur Selbst
deklaration sei - in Bezug auf im Detail gerügte Fragen - oberflächlich (S.
4-7).
Der Beschwerdeführer rügte sodann - mit näherer Begründung - verschiedene, aus seiner Sicht zu niedrig ausgefallene Einstufungen (S. 7-12).
Anlässlich der Hauptverhandlung ergänzte er sodann (
Urk.
13), die Beschwerde
gegnerin habe ihn nicht auf die von ihm letztlich selbst beschaf
f
ten Stufen
um
schreibung (
Urk.
14/1-2) hingewiesen. Seine Seh- und Hörbehinderung müsse hinsichtlich einzelner Tätigkeiten zwingend zu höheren Minutenwerten führen (S. 1 f.). Das standardisierte Abklärungsinstrument FAKT sei nicht in der Lage, den Einzelfall zu berücksichtigen. Im Dokument Stufenumschreibung gebe es nur wenige Beispiele
für
Sehbehinderte in den Stufen 3-4 (S. 2). Zudem werde die Wirk
samkeit von
Hilfsmitteln
überschätzt, da diverse Dokumente und Websites mit dem PC nicht gelesen und bearbeitet werden könnten (S. 2 f.). In Bezug auf die Mobilität sei die Fortbewegung an bekannten Orten beispielsweise mit Führ
hund und im öffentlichen Verkehr alleine möglich. Sobald der bekannte Bereich verlassen werde, sei er auf intensive Hilfe angewiesen, was das FAKT jedoch nicht vorsehe (S. 3).
Im Weiteren monierte er erneut einzelne Einstufungen (S. 3-7).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob auf die
(
FAKT
2
-
)
Abklärungsberichte
, welche
die Beschwerdegegnerin
für die jeweil
s
separat verfügten Zeiträume
(September 2012 bis Februar 2013 und ab März 2013)
verfasst
hat, abgeste
llt werden kann.
3.
3.1
Vorweg
ist festzuhalten, dass
das
Abklärungsinstrument
FAKT2
laut bundes
ge
richtlicher Rechtsprechung
grundsätzlich geeignet
ist z
ur Abklärung des Hilfe
bedarfs (BGE 140 V 549
E.
3
.2.2.4 und die Regeste).
Die Bestimmung
der Anzahl anrechenbarer Minuten liegt
dabei
nicht im Ermessensspielraum der Abklärungs
person, sondern wird automatisch durch die
im standardisierten Abklärungsin
st
r
ument vorgesehene
Stufenhöhe vorgegeben.
Dieses Vorgehen dient der durchaus gewünschten
Objektivierung des Bedarfs und in diesem Sinne einer Gleich
be
handlung der Versicherten (vorstehend E. 1.5).
Die grundsätzlichen Einwände des Beschwerdeführers gegen die Verwendung des FAKT
2
und die fehlende Berücksicht
ig
u
ng des Einzelfalles (vorstehend
E. 2.2)
zielen
daher ins Leere.
3.2
Die zuständige Sachbearbeiterin der Beschwerdegegnerin
e
rmittelte mittels FAKT2
am 2
0.
März 2012 einen
Hilfebedarf von 8.99 Stunden (
Urk.
8/315/54)
, der auf
grund der Abklärung vo
r
Ort auf
18.89 Stunden (vom 1.
September 2012 bis Februar 2013
;
Urk.
8/368) beziehungsweise
auf
20.92
Stunden (für die Zeit ab
1. März
2013;
Urk.
8/369)
angehoben
wurde
.
Die
Abklärungsberichte (Urk.
8/380
381) beschreiben ausführlich die Einschränkungen in den
einzelnen
(
Teil
)B
ereiche
n
sowie
die
jeweils
benötigten Hilfestellungen
.
Dabei wurden ins
besondere auch die
teilweise
abweichenden
Standpunkte des Beschwerde
führers aufgezeigt und auf allenfalls zu verwendende Hilfsmittel hingewiesen.
Ob die Anschaffung eines entsprechenden Geräts, beispielsweise ein
es
Backofen
s (vgl. dazu auch Urk. 3/2-3)
, verhältnismässig ist, was der Beschwerdeführer in Abrede stellte (Urk.
1 S. 5 oben), ist nicht in diesem Verfahren
zu prüfen
. Denn es bildet nicht
das Hilfsmittel an sich
Streitgegenstand,
sondern
der notwendige Hilfe
be
darf, der
im Licht der Schadenminderungspflicht
durchaus unter Berück
sich
t
i
g
ung von Hilfsmitteln
zu beurteilen
ist.
Unter Berücksichtigung auch der
verminderten
Hörfähigkeit wurde
in Bezug auf die Teilbereiche
im Abklärungsbericht
ausführlich
erläutert
, inwiefern den indi
viduellen Einschränkungen mit
Hilfe des
FAKT2 Rechnung getragen wurde (Urk.
8/365
/1
2
).
Weiter legte die Abklärungsperson
zutreffenderweise
dar, dass d
ie Vorgaben des FAKT2 in Bezug auf die Stufeneinteilung und den damit ge
koppelten Zeitansatz respektiert werden
müssten
und
dass es
für Menschen mit Sehbehinderung verschiedene Beispiele
gebe
, die der
allgemeinen
Erfahrung ent
sprechend der Einschränkung im Bereich entsprächen (
Urk.
8/365/3-4).
Entgegen der Darstellung des Bes
c
hwerdeführers (
Urk.
1 S. 3-4) erweisen sich di
e
Berichte über die Abklärung vor Ort und die FAKT2
hinsichtlich des festgestellten Hilfebedarfs
als
umfassend
und nachvollziehbar
und
im Einklang mit der Recht
sprechung (BGE 140 V 543
; vgl. auch vorstehende E.
1.3.1
).
Es kann nicht gesagt werden, die Hör- und Sehbehinderung seien nicht oder ungenügend berück
sich
tigt worden, erfolgten doch die Einschätzungen der Abklärungsperson in Kenntnis
der
medizinischen Verhältnisse
, die im FAKT2 vermerkt sind (
Urk.
8/368/3
,
Urk.
8/369/3
).
Überdies scheint
d
er
Beschwerdeführer
zu verkennen, dass die nur unregelmässig anfallenden Verrichtungen wie das Ausfüllen von Steuererklärungen oder ande
ren
Formularen (
Urk.
1 S. 5
;
Urk.
8/285/4
)
oder das Einstellen von technischen
Geräten
(
Urk.
1 S. 8)
von Gesetzes wegen ausser Betracht fallen
(Art.
42
quinquies
IVG, Art.
39d IVV
; vorstehend E. 1.1
). Denn Ziel des Assistenzbeitrags ist nicht die Deckung eines bloss vorübergehenden Bedarf
s nach einer Assistenzperson
.
Ein Assistenzbeitrag wird
nur
ausgerichtet, wenn ein regelmässiger ausgewie
sener behinderungsbedingter Hilfebedarf besteht und die Hilfeleistungen von Assistenzpersonen erbracht werden
(
Rz
3004-3006 KASB)
.
Der Einwand des Beschwerdeführers,
bei
m Einsatz des FAKT gebe es
vor allem im Bereich Ernährung kantonale Unterschiede
(Urk.
1 S. 6),
blieb gänzlich unbe
legt
(
Urk.
1 S. 6), weshalb sich Weiterungen dazu erübrigen.
Schliesslich hat
sich die Beschwerdegegnerin
allein an die gesetzlichen Bestim
mungen und
an die
für sie verbindlichen
Weisungen und namentlich die KSAB zu halten und nicht
- wie der Beschwerdeführer zu meinen scheint -
an in der Literatur
oder von anderen Fachkreisen
geä
usserte Empfehlungen (
Urk.
1 S.
3
und S. 7
).
3.3
Es
sind demnach keine besonderen Umstände
im Sinne der Rechtsprechung (vorstehend E. 1.3.1)
gegeben, welche
die aufliegenden Abklärungsberichte und FAKT2
für die
Festsetzung der Hilfebedarf
als mangelhaft oder ungeeignet erscheinen liessen
,
so dass
grundsätzlich
darauf abgestellt werden kann.
4.
4.1
Strittig
sind
im Weiteren die Einstufung
en
bei folgenden Verrichtungen (vgl. Urk.
1 S. 7 f.
und
Urk.
13 S. 3 f.
):
-
Alltägliche Lebensverrichtungen (Ziff. 1)
-
An-
/
Auskleiden (
Ziff.
1.1.2)
-
Mobilität drinnen (
Ziff.
1.2.2)
-
Vorbereitung der Nahrungsaufnahme (Ziff. 1.3.1)
-
Haushalt (Ziff. 2)
-
Planung/Organisation des Helfernetzes/der Assistenz (
Ziff.
2.1.1)
-
andere Verwaltungsarbeiten (Ziff. 2.1.2)
-
tägliche Mahlzeiten zubereiten (Ziff. 2.2.1)
-
Küche in Ordnung halten (Ziff. 2.2.2)
-
Tages- und
Wochenkehr (Ziff.
2.3.1 und
Ziff.
2.3.2)
-
Ernährungs-/Menü-/Einkaufsplanung (Ziff. 2.4.1)
-
Einkaufen, Einräumen, Versorgen (Ziff. 2.4.2)
-
andere Besorgungen (
Ziff.
2.4.3)
-
Wäsche sortieren/waschen und aufhängen/trocknen (Ziff. 2.5.1)
-
Wäsche zusammenlegen, bügeln/versorgen inkl. Nähen, Flicken, allge
meine Schuh- und Kleiderpflege (Ziff. 2.5.2)
und als Zusatzaufwand insbesondere Arzt-/Therapiebesuche (
Urk.
13 S. 6)
-
gesellschaftliche Teilhabe und Freizeitgestaltung (Ziff. 3)
-
Hobbys/Sport, Tiere/Pflanzen (Ziff. 3.1)
-
g
esellschaftliche Kontakte (
Ziff.
3.2)
-
Mobilität (draussen) (Ziff. 3.3)
-
Reisen/Ferien (Ziff. 3.4)
-
Gemeinnützige oder ehrenamtliche Tätigkeiten (
Ziff.
5)
-
manuelle/intellektuelle
Tätigkeiten
(
Ziff.
5.1)
-
Mobilität (
Ziff.
5.3)
-
berufliche Tätigkeit auf dem regulären Arbeitsmarkt (Ziff. 7)
-
manuelle/intellektuelle
Tätigkeiten
(
Ziff.
7.1
)
-
Mobilität (Ziff. 7.3)
Darauf ist im Folgenden einzugehen.
Anzumerken ist diesbezüglich, dass d
as Gericht, sofern der Abklärungsbericht
- wie hier -
eine zuverlässige Entschei
dungs
grundlage
bildet
, in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur eingreift, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Dies gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE
140 V 547
E. 3.2.1
; vorstehend E. 1.3.1
).
4.2
Die Beschwerdegegnerin verneinte im Zusammenhang mit der
Ziff.
1.1.2 (An
/
Auskleiden) einen Hilfebedarf
gestützt auf die
Angaben
des Beschwerdeführers
vor Ort (
Urk.
8/368/9), während
dieser
unter Hinweis auf die Kontrolle von Klei
dungsstücken hinsichtlich Flecken, Verschmutzung und farblicher Zusammen
stellung für die Stufe 1 eintrat (
Urk.
13 S. 3). Dabei übersieht er indes, dass die Beschwerdegegnerin
für
eben diese
Verrichtungen
bereits bei der Position Ziff. 1.1.1 (Zusammenstellen der Kleider/Wäschewechsel) Stufe 1 eingesetzt hat (
Urk.
8/368/8),
und sie nicht doppelt angerechnet werden können.
4.3
Die Beschwerdegegnerin ging betreffend die Position
Ziff.
1.2.2 (Mobilität drinnen) von keinem Hilfebedarf aus mit der Begründung, der Beschwerdeführer bewege sich selbständig in der gesamten Liegenschaft. Er müsse auf seine Bewe
gungen achten, da beispielsweise bei schnellen Drehungen eine Neuorientierung notwendig werde, was indes nicht als regelmässige Einschränkung mit Hilfebe
darf von aussen zu werten sei
(
Urk.
8/368/11, Urk. 8/38
1
/3). Dagegen legte der Beschwerdeführer dar, er sei im Treppenhaus
seines Mehrfamilienhauses
durch herumstehende Gegenstände erhöhter Stolper- und Sturzgefahr ausgesetzt
(
Urk.
13 S. 3 f.)
.
Die Abklärungsperson war vor Ort und hat von der Wohnsituation des Be
schwer
deführers Kenntnis genommen und keinen Hilfebedarf im Treppenhaus seiner Liegenschaft ausgemacht, was bei Gebrauch
eines
Hilfsmittels
wie ein Stock nicht
als unangemessen erscheint.
Die Stufe 1 kommt
laut der Umschreibung (
Urk.
14/1
)
nur
dann
zur Anwendung, wenn eine
Fortbewegung
stets nur mit Stock möglich und überdies Hilfe etwa bei der Haustür und Storen notwendig ist. Dies machte selbst der Beschwerdeführer nicht geltend.
Die
im Weiteren verlangte
Assistenz bezüglich d
e
r
Einweisung in die Handha
bung von Geräten (
Urk.
13 S. 4 oben) wird
nicht
bei dieser Position
berück
sichtigt.
4.4
Bei
Ziff.
1.3.1 (Vorbereiten der Nahrungsaufnahme)
ging die Beschwerdegegnerin
bis im Dezember
2012
bei
durchgehender
Selbständigkeit
von der Stufe 0 und bei Ziff.
1.3.2 (Essen und Trinken)
von der Stufe
1
aus
(Urk.
8/368/12-13, Urk.
8/38
1
/4)
. Letzterem schloss sich der Beschwerdeführer an,
während er bei
Ziff.
1.3.1
unter Hinweis auf die notwendige Hilfe beim Einschenken und Schöpfen
und der Erläuterung beim Nahrungsangebot
eine Einreihung in Stufe 2
verlangte
(
Urk.
13 S. 4)
.
Der Beschwerdeführer legte nicht dar, inwiefern
die Einschätzung der Abklä
rungsperson, das Schenken und Schöpfen sei
selbständig
möglich, nicht
zutref
fend sein soll
. Es
ist
daher
nicht
ge
rechtfertigt, in ihr Ermessen einzugreifen
;
die Erläuterung der Nahrungsmittel
fällt zudem
nicht unter diese Position
.
So lange keine Hilfe beim Schneiden erforderlich war
, mithin bis Dezember 2012, ist daher die Stufe 0 nicht zu beanstanden. Seither ging die Beschwerdegegnerin zu Recht von Stufe 1 aus (
Urk.
8/380/4).
Da
d
er
Beschwerdeführer
feinmotorisch nicht ein
geschränkt und insofern nicht für jede Verrichtung auf Hilfe angewiesen ist, ist d
ie vom Beschwerdeführer
anbe
ge
hrte
Stufe 2
mit Blick auf die Stufenum
schrei
b
u
ng (
Urk.
14/1)
nicht
gerechtfertigt
.
4.
5
Im Zusammenhang mit der
Ziff.
2.1.1 (Planung/Organisation des Helfernetzes/der Assistenz) anerkannte die Beschwerdegegnerin die Stufe 1
(
Urk.
8/368/22, Urk.
8/38
1
/10)
. Dazu wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer arbeite am PC mit Sprachausgabe;
S
chriftliches müsse teils vorgelesen/umschrieben werden. D
er Be
schwerdefü
hr
er
forderte
die Stufe 2
, ohne indes zu substantiieren, welche Auf
gaben er
trotz technischer Hilfsmittel nicht selbständig erledigen
kann (Urk.
13 S. 4)
, weshalb
i
h
m nicht gefolgt werden kann
. Anlässlich der Abklärung vor Ort hatte er zudem auf die Notwendigkeit des Funktionierens der technischen Hilfs
mittel hingewiesen
, was die Abklärungsperson berücksichtigt hat
(Urk.
8/368/22).
Die Stufe 2
dieser Position
ist in dem Sinne umschrieben, dass - neben der steten Notwendigkeit des Vorlesens - wegen der Blindheit und zwei Stöcken Handrei
chungen
erforderlich
sind
(
Urk.
14/1)
.
D
er Beschwerdeführer
erklärte selbst, er könne diverse
- aber nicht alle -
administrativen
Aufgaben
nicht selbständig erle
digen
(
Urk.
13 S. 4
, vgl. auch
Urk.
8/360/4
)
, was für eine Einreihung in Stufe 2 nicht genügt.
4.6
In Bezug auf
Ziff.
2.1.2 (andere Verwaltungsarbeiten)
ersuchte
der
Beschwer
de
führer
um
Einreihung in die Stufe 4, während die Beschwerdegegnerin von Stufe
1
ausging. Angesichts der zur Verfügung stehenden Hilfsmittel und der nur teil
weisen Erforderlichkeit von Unterstützung bei
Barrieren in Schriftstücken
ist die Einschätzung der Abklärungsperson nicht zu beanstanden.
De
m
Beschwerde
führer ist aufgrund der gegenwärtigen technischen Möglichkeiten der Zugang zum geschriebenen Wort erleichtert
(vgl. auch
Urk.
8/306/4)
.
4.7
Bei den
Ziff.
2.2.1 (t
ägliche Mahlzeiten zubereiten) und 2.2.2 (Küche in Ordnung halten) beantragte
der
Beschwerdeführer
jeweils
Stufe 2
(
Urk.
1 S. 9-10,
Urk.
13
S.
4-5)
. Die Beschwerdegegnerin hat
jeweils Stufe 1
zugesprochen
(Urk.
8/
368/24
25)
.
Die Abklärungsperson hielt dazu fest
, es bedürfe
der
Hilfe
bei Arbeiten, die eine gute Sehfähigkeit bedingten
und namentlich eine optische
Kontrolle
der Lebensmittel, der Sauberkeit und der Lebensmittelhygiene (Urk.
8/38
1
/11).
Der Beschwerdeführer
beschrieb
seinerseits
die optische Kontrolle der Lebens
mittel
und des Kochvorganges
als zentral
(erkennen des Siedepunktes, farbliche Veränderung des Kochgutes, Veränderung des Kochgutes,
Bedienung
des Back
ofens, Ablesen der Temperatur;
Urk.
13 S. 4 f.), was
in Anbetracht seiner Ein
schränkung
nicht von der Hand zu weisen
und mit der Stufe 1 berücksichtigt
ist. Allerdings
ist aus seinen
Ausführungen
zu schliessen, da
ss
er
gewisse einfache Gerichte oder Kochvorgänge selbständig erledig
t (vgl. dazu auch die Selbstdek
la
ration,
Urk.
8/385/5)
.
Die Einreihung in Stufe 1 ist daher nicht zu beanstanden.
Das gilt auch für die
Ziff.
2.2.2, da der Besc
hwerdeführer keine Hilfe beschrieb
, die über die optische Kontrolle der Sauberkeit und der Lebensmittelhygiene hin
ausgeht
. Er erledigt zumindest auch die Grobreinigung selbständig, wie er selbst dartat (
Urk.
8/385/6), so dass die
Stufe 1
jedenfalls nicht unangemessen ist
(
Urk.
14/1)
.
4.
8
D
ie Beschwerdegegnerin
ging von Stufe 1 punkto
Tages
kehr (
Ziff.
2.3.1
; optische Kontrolle, Hilfe bei kleinen Reparaturen
) und von Stufe 2 punkt
o
Wochenkehr (
Ziff.
2.3.
2
; optische Kontrolle, Hilfe bei heiklen Stellen, Grundreinigung Küche, technischer Hilfsmittel und der Umgebung
) aus
(
Urk.
8/368/26
-7
)
, währenddessen
der
Beschwerdeführer
allein unter Hinweis auf die -
seitens der Beschwerde
gegnerin
bereits
berücksichtigten
- Notwendigkeit der optischen Kontrolle
Stufe
2 bzw. Stufe 3
beantragt
e
(
Urk.
13 S. 5)
, obwohl er bei der Selbstdeklaration selbst
zur Hauptsache
von Nachreinigung sprach (
Urk.
8/360/5
, Urk. 8/385/6
). Dies lässt die Einschätzung der Abklärungsperson nicht als unzutreffend erscheinen
.
Zur geltend gemachten Assistenz beim Unterhalt seines Mehrfamilienhauses (Urk. 8/3
85
/7) ist auf die nachfolgende
Ziff.
4.15 zu verweisen.
4.
9
Bezüglich de
n
Ziff.
2.4.1 (Ernährungs-/Menü-/Einkaufsplanung)
,
Ziff.
2.4.2 (Ein
kaufen, Einräumen, Versorgen)
und
Ziff.
2.4.3 (andere Besorgungen)
verlangte
der
Beschwerdeführer die
Zusprache
von über die vierte Stufe hinausgehenden 10
Minuten (Ziff. 2.4.1
;
Urk.
1 S. 10 unten
) sowie
jeweils
Stufe
4 (
Urk.
13 S. 5
). Zugesprochen wurde jeweils Stufe 2
(
Urk.
8/381/13-14)
.
Raum für eine individuelle Berücksichtigung der Bedürfnisse besteht – wie bereits ausgeführt – ausser bei der Wahl der Stufe oder der
Zusprache
von Zusatz
auf
wand nicht.
Die Berücksichtigung eines Zusatzaufwandes
fällt
zudem
grund
sätzlich ausser Acht, falls nicht wenigstens ein Hilfebedarf in Stufe 3 erreicht wird (vorstehend E. 1.5.3).
Die Abklärungsperson hielt fest,
der
Beschwerdeführer könne Menüs selber planen und Einkaufslisten selber erstellen, wobei
er
Hilfe beim Prüfen der Vorräte brauche
(
Urk.
8/368/28
)
, was Stufe 2 entspricht.
D
er
Beschwerdeführer
brachte nichts vor, was
auf eine
diesbezügliche
Fehle
inschätzung
schliessen liesse,
zumal er bei der benötigten Hilfe beim Einkaufen selbst geltend machte, dies sei vor allem in grösseren Einkaufsläden
wegen der Produktevielfalt und der
häufigen
Umplatzierung
von Lebensmittelgruppen
problematisch (
Urk.
13 S.
5)
.
Diese Dar
stellung
lässt auf geringere Schwierigkeiten in kleineren Läden schliessen
(vgl. auch
Urk.
8/360/5)
, wo er die regelmässig eingekauften Produkte selber findet (
Urk.
8/385/8) und deren Besuch
im Rahmen
der
Schadenminderungspflicht
zumut
bar
ist.
Eine Höhereinstufung als auf
Stufe
2
rechtfertigt sich
daher
nicht.
4.
10
Die Beschwerdegegnerin setzte b
ezüglich Sortieren der Wäsche, Waschen und Aufhängen/Trocknen (Ziff. 2.5.1)
Stufe 1 und bezüglich
Wäsche zusammenlegen,
bügeln, versorgen (Ziff. 2.5.2) die
Stufe 0 ein
(Urk.
8/368/31)
.
Zur Begründung führte
sie aus,
der Beschwerdeführer könne die Waschmaschine bedienen, Wäsche selber aufhängen; weiter könne er
(bis zur Verschlechterung im Dezember 2012)
Wäsche zusammenlegen und wenig bügeln
sowie
Kleinigkeiten flicken und Schu
h
e putzen (
Urk.
8/368/
31-
32
;
Urk.
8/381
). Der
Beschwerdeführer beantragt
e
die Stufe
2
(Ziff. 2.5.1) bzw.
Stufe 3
(Ziff. 2.5.2)
mit der Begründung
,
er
sei
nicht in der Lage, die Wäsche
nach der Waschtemperatur und der Farbe
zu sortieren.
Komplizierte
Wäschestücke
könne er nicht bügeln, Socken müssten optisch paarweise zusammengelegt und die Kleidung nach Farbe sortiert werden (
Urk.
13 S. 6).
Die Einstufung durch die Beschwerdegegnerin stimmt mit der Selbstdeklaration des Beschwerdeführers überein (
Urk.
8/385/9 f.). Hinsichtlich
de
s
Hilfebedarf
s
beim farblichen
Sortieren der Wäsche
ist zu bemerken, dass
der Beschwerdeführer laut seinen eigenen
«
Aussagen der ersten Stunde
» (zu deren Beweiswert vgl.
BGE
121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis)
insoweit keiner Hilfe bedarf (
Urk.
8/385/9). Zudem w
erden
die Wäschestücke
heutzutage
grundsätzlich
weit
gehend
mit eher tiefen Temperaturen gewaschen.
Bei der Kleiderwahl achtet der Beschwerdeführer bereits darauf, dass sie nicht gebügelt werden müssen (Urk. 8/385/9).
Der Beschwerdeführer erbringt
(auch)
diesbezüglich anerkannter
massen erhebliche Eigenleistungen, weshalb die erstmals anlässlich der Verhand
lung geäusserten Einwände nicht geeignet sind,
die durch die Abklärungsperson vorgenommene Einstufung als Fehleinschätzung zu qualifizieren.
Der vom Beschwerdeführer unter dieser Position (
Ziff.
2.5.2) geltend gemachte Zu
satzaufwand
für die regelmässigen Arzt- und
Therapiebesuche, für die er auf Begleitung angewiesen sei
(
Urk.
13 S. 6
; vgl. auch
Urk.
8/360/5
)
,
begründet keine Erhöhung dieser Stufe, da kein Zusammenhang zum unter
die
Ziff.
2
fallenden
Aufwand im Haushalt ersichtlich ist. Soweit er damit einen Hilfebedarf bezüglich der Ziff. 3.3 (Mobilität draussen) verstanden habe will, ist auf die nachfolgende
E
. 4.12 zu verweisen.
4.
11
Zu Ziffer 3.1 (Hobbys, Sport, Tiere, Pflanzen) führte
der
Beschwerdeführer
unter Hinweis auf die erforderliche Begleitung für die Teilnahme an kulturellen An
lässen
aus,
er
benötige Hilfe im Umfang von Stufe 3
(
Urk.
13 S. 6)
,
währenddem
die Beschwerdegegnerin Hilfe im Umfang der Stufe
2
gewährte
(Urk. 8/368/33)
.
Die Beschwerdegegnerin berücksichtigte die Hilfe beim Vorlesen und Erläutern
(
Urk.
8/381/16)
, wobei der Beschwerdeführer
diesbezüglich
auch auf technische
Hilfsmittel zurückgreifen kann.
Insoweit er
beanstandete, es gehe nicht an, dass er seine Freizeitaktivitäten anhand des FAKT2 zu wählen habe (
Urk.
1 S. 11)
, ist
ihm m
it Blick auf die in der Selbstdeklaration erwähnten Aktivitäten (sc
hwimmen, rudern, wandern, Fahrrad fahren)
entgegen zu halten,
dass für eine standardi
sierte Erfassung nicht auf konkret ausgeübte Tätigkeit abzustützen ist, sondern auf grundlegende Fähigkeiten bzw. Einschränkungen (Körperkraft, Sprechen, Hören, Sehen, Verstehen, Zeitgefühl, Ängste usw.;
Rz
4032 KSAB).
Dass diese
rechts
fehlerhaft eingeschätzt worden wären, machte selbst der Be
schwerdeführer nicht geltend.
4.
12
In Bezug auf
Ziff.
3.2 (gesellschaftliche Kontakte) erschöpft sich das Vorbringen
des Beschwerdeführers auf die Erhöhung der Einstufung von Stufe 1 (Urk. 8/368
/34) auf Stufe 3 (
Urk.
13 S. 6). In Anbetracht der fehlenden Begrün
dung ist nicht ersichtlich, weshalb die Beurteilung der Beschwerdegegnerin nicht zutreffend sein sollte.
Hinsichtlich
Ziff.
3.3 (Mobilität draussen)
anerkannte die Beschwerdegegnerin Stufe 2 (
Urk.
8/368/34)
,
währenddem
der Beschwerdeführer
die
Stufe 3
als
gerecht
fertigt
erachtete (
Urk.
13 S.
6), da er auf unbekannten Wegen
, ungünstigen Lichtverhältnissen und bei nicht häufig verwendeten öffentlichen Verkehrs
mitteln Begleitung brauche (
Urk.
13 S. 6).
Dieser Hilfebedarf entspricht jedoch nicht der Umschreibung in Stufe 3
(Urk. 14/1)
,
welche
bei Selbständigkeit
lediglich
in Bezug auf nur ganz wenige (kurze) Wegstrecken in Betracht fällt. Sofern
- wie hier -
der
Hilfe
bedarf
zur Hauptsache nur bei unbekannten Wegen oder Verkehrsmitteln anfällt, erfolgt keine Einstufung in Stufe 3.
Daran ändern auch die vom Beschwerdeführer erwähnten relativ häufigen Arzt- und Therapiebesuche nicht
s
(vorstehend E. 4.10), da auch
hiefür
d
ie Hilfe nur bei unbekanntem Weg anerkannt werden kann.
4.13
Betreffend
Ziff.
3.4 (Reisen/Ferien) postulierte der Beschwerdeführer Stufe 3 (Urk
.
1 S. 11,
Urk.
13 S. 7) und nicht Stufe 2, wovon die Beschwerdegegnerin ausging
und dabei miteinbezog
, dass
sich der
Beschwerdeführer in fremder Umgebung
nicht orientieren kann
(
Urk.
8/368/35).
Dies
Einschränkung
entspricht der Stufe 2
, wie
die Beschwerdegegnerin
zutreffend
festhielt
.
4.14
Die Teilnahme des Beschwerdeführers am Integrationsprojekt der
Z._
(2 Tage pro Jahr) qualifizierte die Beschwerdegegnerin genauso wie
seine
Produkte-Abklärungen für
Hilfsmittel
für Sehbehinderte und deren Beschreibung als
gemeinnützige und ehrenamtliche Tätigkeiten (
Ziff.
5)
und
anerkannte
im
Rahmen der
Ziff.
5.1
(Tätigkeiten manuell
/intellektuell)
eine
n
Hilfebedarf in Stufe
1 (
Urk.
8/368/37)
. Dagegen verlangte
der Beschwerdeführer unter Hinweis auf die anfallenden Rückfragen und seine Verständigungsschwierigkeiten infolge der Hörbeschwerden und die deshalb für die Proto
ko
llführung erforderliche Assi
stenz Stufe 3 (
Urk.
1 S. 11 f. und
Urk.
13 S. 7).
Allerdings
legte
er
beschwer
deweise
nicht dar, für welche konkreten Tätigkeiten er mehr als die anerkannten Hilfeleistungen benötigt, weshalb insoweit nicht in das Ermessen der Beschwer
de
gegnerin einzugreifen ist.
In Bezug auf die Mobilität (
Ziff.
5.
3
) ersah die Beschwerdegegnerin kein
en Hilfe
bedarf (
Urk.
8/368/38), zumal die Produktetests unbestrittenermassen
weitgehend
beim Beschwerdeführer zu Hause stattfinden
(
Urk.
8/38
1
/2
0
)
. Dieser
berief sich hingegen auf die Notwendigkeit
einer
Begleitung
für den Weg an die
Z._
(
Urk.
1 S. 12 und Urk. 13 S. 7)
, der jedoch nach
unbestritten gebliebener Aussage
im Abklärungsbericht (
Urk.
8/381/19)
nur an zwei Tagen pro
Jahr
und damit nicht
regelmässig zu bewältigen und damit nicht zu berücksichtigen ist.
Im Wei
teren
ist unter diesen Umständen davon auszugehen, dass
der
Weg an die
Z._
nicht unbekannt
ist, weshalb entgegen
der
Darstellung
des Beschwerde
führers
nicht einzusehen ist, weshalb
hiefür
eine Assistenz
anzurechnen ist; denn das FAKT2
knüpft
insoweit
an dieselben Anforderungen an wie
betreffend
d
i
e Mobili
tät im Rahmen des Alltags
(
Ziff.
3.3
; vorstehend E. 4.12
)
.
In Anbetracht dieser Rechtslage kann keine Rede davon sein, dass die Be
schwerdegegnerin «auf Kosten anderer» ihre Leistungspflicht verneint (vgl. dazu
Urk.
1 S. 12).
4.1
5
Der Beschwerdeführer bezieht
bei einer Invalidität von 100
%
eine ganze Rente d
er Invalidenversicherung
(
vgl.
Urk.
8/233-234,
Urk.
8/276,
Urk.
8/286
)
.
Er erzielt
unbestrittenermassen
ein jährliches Erwerbseinkommen von
Fr.
1'200.-- für acht Lektionen
(beziehungsweise laut Selbstdeklaration 12 Stunden pro Jahr; Urk. 8/360/9)
an der A._
, wofür d
ie
Beschwerdegegnerin im Rahmen von
Ziff.
7.1 (manuelle/intellektuelle Tätigkeiten auf dem regulären Arbeitsmarkt) einen Hilfebedarf in der Stufe 2 anrechnete (
Urk.
8/368/41)
. Dies bestritt
der Beschwerdeführer nicht substantiiert (
Urk.
1 S. 12 und
Urk.
13 S. 7), weshalb sich ein Eingreifen in
das
Ermessen der
Abklärungsperson
nicht recht
fertigt.
Insoweit der Beschwerdeführer die Berücksichtigung seines Hilfebedarfs im Zusammenhang mit der Verwaltung seines Mehrfamilienhauses verlangte (
Urk.
1 S.
12), kann ihm nicht gefolgt werden. Er verkennt, dass die
Ziff.
7 des FAKT2 eine berufliche Tätigkeit auf dem regulären Arbeitsmarkt voraussetzt
und in diesem
Bereich ein Hilfebedarf nur anerkannt wird, wenn die versicherte Person einen Arbeitsvertrag einreich
t
oder den Nachweis der selbständigen Arbeit mittels IK-Eintrag
s
erbringt (
Rz
4058-4059
KSAB)
, was hier zweifelsfrei nicht der Fall ist
.
Die Anrechnung eines Hilfebedarfs für die
Liegenschaftenverwaltung
oder für den
unterhalt
fällt daher von vornherein ausser Betracht.
4.1
6
Die Beschwerdegegnerin setzte für die Mobilität im Rahmen der beruflichen Tätigkeit (Ziff. 7.3) Stufe
0
ein, da
dem Beschwerdeführer der Weg an die
A._
bekannt ist (
Urk.
3/368/42). An dieser Begründung ist keine Fehleinschätzung auszumachen.
4.1
7
Zusammenfassend
sind die
gestützt auf die Abklärungsberichte und die FAKT2
erfolgten
Einschätzungen
des Ass
is
tenzbedarfs
plausibel und begründet und es liegen keine klar feststellbaren Fehleinschätzungen vor, welche
im Rahmen der gerichtlichen Ermessenskontrolle ein Einschreiten erfordern
würde
n
.
In Anbetracht der schlüssigen Sachlage sind von der vom Beschwerdeführer
beantragte
n
Einholung eines Berichts der
Y._
(
Urk.
1 S. 2) - soweit diese
r
für die
Entscheidfindung
des Gerichts überhaupt einschlägig sein könn
t
e -
keine
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu
erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 157 E
.
1d).
5.
Die Beschwerdegegnerin ging davon aus, dass sich
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
mit dem Verlust des linken Auges im Dezember 2012 ver
schlech
tert und
sich
sein
Assistenzbedarf daher
seither
von zuvor 18.89 Stunden (
Urk.
2/1) auf 20.92 Stunden erhöht hat (
Urk.
2/2
; vgl. dazu auch Abklä
rungs
bericht vom
2.
Juli 2015,
Urk.
8/380; FAKT2 vom
2.
Juli 2015, Urk. 8/369
). Diese Veränderung und die darauf basierende neue Ermittlung des Hilfebedarfs
für die Zeit ab März 2013 (
Art.
88a
Abs.
2 IVV)
blieben beschwerdeweise unwider
sprochen (
Urk.
1).
Da keine Anhaltspunkte ersichtlich sind, dass die Besch
werdegegnerin ihr dies
bezügliches
Ermessen pflichtwidrig ausgeübt hätte, ist auch die für die Zeit ab
1.
März 2013 geltende Verfügung zu schützen.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
Leistungen geht, ist das Verfahren
kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
1’0
00.-- anzusetzen.
Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind
sie d
em
Beschwerdeführer
aufzuerlegen.