Decision ID: c1090585-a165-428b-aad0-41d480950f8d
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1953,
reiste 1999 aus dem damaligen
Y._
in die Schweiz ein
und arbeitet
e i
n der Folge mit Unterbrüchen als Reinigungsmitarbeiter bei verschiedenen Firmen
(vgl.
Urk.
8/7)
.
Am 1
5.
Januar 2014 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte bei der
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/3
). Die IV-Stelle liess einen Auszug aus dem individuellen Konto erstellen (IK-Aus
zug vom 2
3.
Januar 2014,
Urk.
8/7) und holte den Bericht von
Dr.
med.
Z._
, FMH Kardiologie und FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 2
7.
Januar 2014 (
Urk.
8/8) und den Bericht von
Dr.
med.
A._
, FMH Innere Medizin
und FMH
Nephrologie
, vom 3
1.
Januar 2014 (
Urk.
8/9) ein.
Am 2
5.
April 2014 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass gemäss ihren Abklärungen keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen angezeigt seien (
Urk.
8/16). Daraufhin holte
sie
den Bericht von
Dr.
med.
B._
, FMH Psychiatrie und P
sychotherapie, vom 1
8.
März 2014
(
Eingangsdatum: 1
4.
Mai 2014,
Urk.
8/17) ein. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorb
escheid vom 2
4.
Juni 2014, Urk.
8/19, und Einwa
nd vom 1
4.
August 2014,
Urk.
8/2
0) verneinte
die IV-Stelle
mit Verfügung vom
8.
September 2014
einen Renten
anspruch
des Versicherten
(
Urk.
2
).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
1.
Oktober 2014 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm ein
e Rente zuzu
sprechen (
Urk.
1/1; vgl. auch ergänzendes Schreiben vom 1
5.
Oktober 2014,
Urk.
1/2
). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
5.
Dezember 2014 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was dem Beschwerdeführer am 1
7.
Dezember 2014 angezeigt wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invali
denrente.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebe
nen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
Nach Art. 49
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
beur
teilen die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) die medizinischen Voraussetzun
gen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rah
men ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Wei
sun
gen des Bundesamtes frei wählen.
Nach Art. 49 Abs. 2 IVV führen die RAD für die Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs nur „bei Bedarf“ selber ärztliche Untersuchungen durch. In den übrigen Fällen stützen sie ihre Beurteilung auf die vorhandenen ärztlichen Unterlagen ab. Das Absehen von eigenen Untersuchungen ist somit nicht an sich ein Grund, um einen RAD-Bericht in Frage zu stellen. Dies gilt insbesondere, wenn es im Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachver
halts geht und die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteile des Bundesgerichts 9C_58/2011 vom 25. März 2011 E. 2.2 mit Hinweisen; 9C_904/2009 vom 7. Juni 2010 E. 2.2; 9C_622/2007 vom 9. September 2008 E. 2.2; vgl. auch BGE 127 I 54 E. 2e und
f). Auch auf Stellungnahmen der RAD kann indessen nur abgestellt werden, wenn sie den allgemeinen beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärztlich
en Bericht genügen
. Die RAD-Ärzte müssen sodann über die im Einzelfall gefrag
ten persönlichen und fachlichen Qualifikationen verfügen. Bezüglich dieser materiellen und formellen Anforderungen sind sie im Beschwerdefall gericht
lich überprüfbar (Urteile des Bundesgerichts 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009
E.
4.3.1; I
142/07 vom 20. November 2007 E.
3.2.3; I
362/06 vom 10. April 2007 E. 3.2.1).
1.7
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
2.
2.1
Dr.
Z._
stellte im Bericht vom 2
7.
Januar 2014 folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/8/1)
:
(1)
persistierende Thorax- und
Sternumschmerzen
-
Status
nach
Sternotomie
anlässlich
aorto-coronarer
Bypassoperation
(ACBP
-
Operation
)
am 2
7.
Juni 2013
-
Status nach wiederholten
Wundde
bridements
Ende Juli/anfangs August 2013
aktuell reizlose
Sternumnarbe
, aber schmerzhafte Nachbarschaft
(2)
ein depressives Syndrom bei
somato
-psychischen Anpassungsstörungen
(Dezember 2013;
Dr.
B._
)
Als Diagnosen ohne Ausw
irkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannte
Dr.
Z._
(
Urk.
8/8/1):
(1)
eine koronare Zweigefässerkrankung und
hypertensive
Herzkrankheit
-
Status nach dreifacher
ACBP
-Operation
(off pump) mit
Implantation LIMA-
RIVA
, RIMA-RIVP, Vene-R.
Dg
. am 2
0.
Juni 2013
-
keine Angina
pectoris
, kein
Ischämienachweis
-
linksventrikuläre Hypertrophie
erhalte
ne LV-Auswurffraktion
(September 2013)
leichte inferiore und distal
septale
Hypokinesie
(2)
kardiovaskuläre Risikofaktoren: metabolisches Syndrom
-
Adipositas
permagna
-
arterielle Hypertonie
-
Diab
etes mellitus Typ 2 (insulinpflichtig
)
Status nach
Nikotinabusus
(80 – 100 PY)
(3)
eine
ausgeprägte Verkalkung des Aortenbogens und d
er Aorta
ascendes
(Plaques
Grad
III
)
Dr.
Z._
erklärte, dass
dem Beschwerdeführer gemäss
den Befunden von Sep
tember 2013 keine körperlichen B
elastungen zumutbar
seien
, da jegliche Akti
vität
heftige sternale Schmerzen
und
Thoraxschmerzen
hervorrufe. Geistige oder psychische Einschränkungen seien keine vorhanden.
Im Weiteren gab Dr.
Z._
im Wesentlichen
an, dass rein sitzende und wechselbelastende Tätig
keit
en
im Umfang von 50
%
zumutbar seien. Das Konzentrations- und Au
f
fas
sungsvermögen sowie die Anpassungsfähigkeit seien aufgrund der depressiven Verstimmung eingeschränkt. Die Belastbarkeit
sei
aus somatischen Gründen und wegen der depressiven Verstimmung eingeschränkt
.
Die Fahrtauglichkeit sei gegeben.
Diese Angaben würden seit Juni 2013 gelten
(
Urk.
8/8/4
-6
).
2.2
Dr.
med.
C._
, Leiterin Zentrum für Schmerzmedizin des
D._
,
diagnostizierte
im
an die Klinik für Herzchirurgie desselben Spitals gerichteten
Bericht vom
2
7.
Januar 2014 ein
praesternales
Schmerzsyn
drom
mit Ausweitung in den B
rustbereich bei Status nach ACBP
x3 (BIMA) mit kompliziertem Verlauf (Wundheilungsstörung, diverse VAC Wechsel).
Ausser
dem führte sie unter dem Titel „Diagnose“ eine koronare Herzkrankheit, eine arterielle Hypertonie, eine Adipositas, einen
Diabetus
melllitus
insulinpflichtig sowie einen Status nach
Nikotinabusus
auf.
Sie gab an, dass der Beschwerde
führ
er 100
%
arbeitsfähig sei (Urk.
8/9/5-6).
2.3
Dr.
A._
erklärte
im Bericht vom 3
1.
Januar 2014, dass
der
Beschwerdeführer
in der zuletzt ausgeübten Reinigungstätigkeit
aufgrund der schmerzbedin
gten Unmöglichkeit, Lasten hochzu
heben, zu 100
%
eingeschränkt
sei
.
Im Weiteren gab
Dr.
A._
im Wesentlichen an, dass dem Beschwerdeführer
eine rein sit
zende Tätigkeit
zumutbar
sei
. Das Konzentrations- und Auffassungsvermögen sowie die Anpassungsfähigkeit und die Belastbarkeit seien eingeschränkt. Die Fahrtauglichkeit sei zu verneinen. Diese Angaben würden seit 2010 gelten
(Urk.
8/9/2
-4
).
2.4
Dr.
B._
hi
elt im Bericht vom 1
8.
März 2014
als psychiatrische
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
1)
eine
schwere depressive Episode bei schwerer Herzerkrankung (derzeit teilremittiert mit mittelgradiger depressiver Symptomatik
)
, ICD-10 F32.2, seit Mai 2013
, und (2)
ein chronisches Schmerzsyndrom
fest.
Psychiatrische
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeit
sfähigkeit nannte
sie nicht
.
Dr.
B._
gab an,
dass der Beschwerdeführer aktuell
100
%
arbeitsunfähig
sei
. Es sei keinerlei Tätigkeit möglich
. Die lang
fristige Einschätzung der Arbeits
fähi
gkeit sei ungünstig (
Urk.
8/17/1
-5
)
.
2.5
RAD-Arzt
Dr.
E._
, Facharzt für Allgemeinmedizin, hielt in seiner Stellung
nahme vom 2
3.
Mai 2014 fest, dass beim Beschwerdeführer laut den aktuellen Berichten von
Dr.
B._
,
Dr.
A._
und Dr.
Z._
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Störung und eine kompensierte koronare Herzkrankheit nach Bypass-Operation bestünden. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien ein thorakales Schmerzsyndrom, ein
Schlafap
noesyndrom
, ein COPD
und ein Diabetes. Die Einschränkungen bestünden in einer Antriebsstörung, einem reduzierten Allgemeinzustand sowie in
Brust
schmerzen
. Im Weiteren hielt er fest: „AUF angestammt: 100
%
seit Juni 2013; AUF angepasst: medizinisch-theoretisch nicht zu beziffern, krankheits- und altersbedingt ist jedoch kaum mehr eine Umstellungsfähigkeit vorhanden; Belastungsprofil: körperlich sehr leichte sitzende Tätigkeit, ruhig und geordnet, ohne Kundenkontakt“; Prognose: schlecht betreffend AUF angestammt; SMP: keine, da angemessen behandelt.“(
Urk.
8/18/2).
2.
6
RAD-Ärztin
Dr.
med.
F
.
_
, FMH Arbeitsmedizin und FMH Allge
meinmedizin,
führte
in der
ergänzenden
Stellungnahme vom 2
6.
Mai 2014
aus
, dass
die psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers
am 2
7.
Juni 2013 nach der Herzoperation begonnen
hätten
.
Dr.
B._
postuliere, dass es sich um einen verfestigten Verlauf eines schweren komplexen Krankheitsbildes mit einem nicht mehr therapeutisch angehbaren Ver
l
auf handle.
W
egen
der stark reduzierten Introspektionsfähigkeit des ungelernten Beschwerdeführers (letzte Tätigkeit: Reinigung) fruchte die Therapie trotz konsequenter
Therapiemass
nahmen
nicht.
Entgegen dieser Argumentation
von
Dr.
B._
handle es sich
aber
um ein reaktives Geschehen, welches noch kein Jahr dauere. Die reaktive Depression sei therap
ierbar und die fehlende Introspek
tionsfähigkeit
nicht krankheitsbedingt, sondern IV-irrelevant. Es könne daher nicht von einem invalidisierenden (das heisse langandauernden) psychischen
Gesundheitsscha
den
ausgegangen werden, der die bisherige bereits optimal leidensangepasste Tätigkeit als Reinigungshi
lfe dauerhaft einschränke (Urk.
8/18/3).
3.
3.1
Was die Arbeitsfähigkeit aus som
atischer Sicht anbelangt,
geht aus
d
em Bericht
von
Dr.
Z._
vom
2
7.
Januar 2014
im Wesentlichen hervor
,
dass
dem Beschwerdeführer nach der ACBP-Operation
vom 2
7.
Juni 2013 und
den
wie
derholten
Wundde
bridements
von Ende Juli/anfangs August 2013
gemäss den Befunden von S
eptember 2013
keine körperlichen Bel
astungen zumutbar
seien, da jegliche Aktivität heftige
sternale Schmerzen
und
Thoraxschmerzen
hervor
rufe
.
Dr.
Z._
, der den Beschwerdeführer vom 2
5.
September bis zum
2
5.
November 2013 behandelte,
erklärte
allerdings
auch
, dass sich die
Ein
schränkungen
durch intensive rheumatologisch-
physiotherapeutische Mass
nahmen und eine Schmerztherapie vermindern lassen würden
.
Weiter
hielt
Dr.
Z._
fest
, dass sich m
it der Schmerzabnahme die Leistungsfähigkeit ver
bessern und der Beschwerdeführer damit wieder arbeitsfähig werden
dürfte
(
Urk.
8/8/1-7)
.
Im Bericht vom 3
1.
Januar 2014
gab
Dr.
A._
, der den Beschwerdeführer zuletzt am 2
7.
Januar 2014 untersucht hatte,
dann aber
an
, dass dieser
-
trotz der Schmerztherapie im
D._
und
der
durchge
führten
Physiotherapie -
in der
Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiter
aufgrund der schmerzbedingten Unmöglichkeit, Lasten hoch zu heben,
nach wie vor
zu 100
%
eingeschränkt
sei
.
In einer angepassten Tätigkeit sei keine Belastung möglich. Eine rein sitzende Tätigkeit sei zumutbar.
Dr.
A._
hat diese Ein
schätzung
en
jedoch
nicht
begründet, sondern
in seinem Bericht
lediglich
auf
weitere Arztberichte verwiesen, die er als Beilagen einreichte
(vgl.
Urk.
8/9
/1-4 und
Urk.
8/9/5-74
)
. In diesen Beilagen e
nthalten ist
dabei insbesondere
der
Bericht
der Schmerzsprechstunde des
D._
vom 2
7.
Januar 2014
, worin
Dr.
C._
festgehalten hatte
, dass noch eine eindeutige
Druckdolenz
über den
Sternocostalgelenken
beidseits vorliege und sich der Schmerz bei tiefer Inspiration auf den gesamten Thorax ausweite (Subluxation der kleinen Gelenke).
Ferner
sei eine M
itreaktion (im Segment) der aut
ocht
h
onen Rücken
muskulatur im thorakalen Bereich
festzustellen
, besonders
des
Musculus
trape
zius
beidseits.
Dr.
C._
(vgl. E. 2.2) hatte diverse Therapien für indiziert gehalten, den Beschwerdeführer aber offenbar ab sofort für voll arbeitsfähig erachtet. Angaben zum zumutbaren Belastungsprofil hatte sie nicht gemacht.
3.2
Bei der gegebenen Aktenlage hätte die Beschwerdegegnerin einen invalidisieren
den somatischen Gesundheitsschaden nicht einfach verneinen dürfen, zumal – auch - RAD-Arzt Dr.
E._
von einer 100%igen Arbeitsunfä
higkeit in angestammter Tätigkeit seit Juni 2013 ausging (vgl. E. 2.5). Die zumutbare Restarbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit lässt sich sodann angesichts der stark voneinander abweichenden, letztlich nicht schlüssigen ärztlichen Angaben aus somatischer Sicht nicht zuverlässig bestimmen.
Hinsichtlich des somatischen Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers sowie dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit erweist sich der medizini
sche Sachverhalt demnach als ergänzungsbedürftig.
4.
4.1
Was die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht betrifft,
diagnostizierte Dr.
B._
in ihrem
Bericht
vom
1
8.
März 2014
eine
schwere depressive Episode
bei schwerer Herzerkrankung (derzeit teilremittiert mit mittelgradiger depressi
ver Symptomatik),
bestehend
seit Mai 2013,
und
ein chronisches
Schmerzsyn
drom
.
D
er Beschwerdeführer
sei
aktuell
zu
100
%
arbeitsunfähig
, und die Prog
nose sei ungünstig
(
Urk.
8/17/1-8)
.
Angesichts dessen, dass
sich in den
diversen
Berichten des
D._
und
des
G._
aus dem
Zeitraum
vom
2
1.
Juni bis
zum
2
3.
August 2013
(vgl.
Urk.
8/9/17-74)
noch keine Hin
weise auf eine depressive Symptomatik finden
und der Beschwerdeführer erst seit dem 1
1.
September 2013 in ambulanter psychiatrischer Behandlung bei Dr.
B._
stand
(Urk. 8/17/1)
,
kann das
Vorliegen einer
bereits
seit Mai 2013 bestehenden
schweren
resp. mittelschweren
depressive
n
Symptomatik
jedoch
kaum
als
ausgewiesen
gelten
.
Aufgrund der erst
kurzen
Behandlungsdauer
zwischen
dem 1
1.
September 2013 und
dem Zeitpunkt der
Berichterstattung
am
1
8.
März 2014 erscheint
sodann
das
schon
damals
gezogene
Fazit
von
Dr.
B._
, es handle sich vorliegend um ein
en verfestigten Verlauf eines
schwere
n
u
nd komplexen
Krankheitsbild
es
, das therapeutisch nicht mehr
ange
hbar
sei,
wenig
plausibel
.
4.2
RAD-Ärztin
Dr.
F
.
_
stellte
daher
die Beurteilung im Bericht von Dr.
B._
vom 18. März 2014, wonach der Beschwerdeführer seit Mai 2013 aus psychi
schen Gründen zu 100 % arbeitsunfähig sei, in ihrer Stellungnahme vom 26. Mai 2014 (vgl. E. 2.6) zu Recht in Frage. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass RAD-Ärztin Dr.
F
.
_
nicht über einen Facharzttitel für Psychiatrie verfügt und deshalb an sich nicht berufen ist, den psychischen Gesundheitszu
stand sowie dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit abschliessend zu beurteilen. Zudem ist für das vorliegende Beschwerdeverfahren der bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses (8. September 2014, Urk. 2) eingetretene Sachverhalt massgebend (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). In diesem Zeitpunkt stand der Beschwerdeführer aber schon seit rund einem Jahr bei Dr.
B._
in psychi
atrischer Behandlung. Ausserdem war er zuvor offenbar bereits von einem Dr.
H._
in der gleichen Praxis behandelt worden (Urk. 8/17/1). Zumindest für den – massgeblichen – Zeitpunkt des Verfügungserlasses kann deshalb, insbe
sondere auch mangels Angaben zur Intensität der psychiatrischen Behandlung, ein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden ebenfalls nicht ohne Weiteres verneint werden.
5.
5.1
Es ist somit festzuhalten, dass eine zuverlässige Beurteilung des
Gesundheitszu
stands des Beschwerdeführers und dessen Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit aufgrund der vorliegenden Akten nicht möglich ist und sich der medizinische Sachverhalt
als
ergänz
ungs
bedürftig erweist.
5.2
Die Sache ist deshalb in Aufhebu
ng der angefochtenen Verfügung
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese selber abklärt oder gut
achterlich abklären lässt, ob beim Beschwerdeführer ein
invalidenversiche
rungsrechtlich
relevanter
somatischer und/oder
psychischer
Gesundheitsscha
den
vo
rliegt. Danach hat sie über den Rentenanspruch
des Besch
werdeführers neu zu
verfügen
.
In diesem Sinne ist die Beschwerde
gutzuheissen
.
6
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
-
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwer
t festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen.
Ausgangsgemäss
sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.