Decision ID: d0ef380d-4d2d-428b-a5d5-1b40581263a3
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die Schweizerische Erhebungsstelle für die Radio- und Fernsehabgabe
(nachfolgend: Serafe AG) stellte A._ drei Rechnungen zur Beglei-
chung der Radio- und Fernsehabgabe (sog. Haushaltsabgabe) zu (vom
1. Januar 2019 bis zum 31. Juli 2019 in der Höhe von Fr. 212.90 [...], vom
1. August 2019 bis 31. Juli 2020 in der Höhe von Fr. 365.– [...] und vom
1. August 2020 bis 31. Juli 2021 in der Höhe von Fr. 347.50 [...]).
Mit Schreiben vom 29. Januar 2019 und 3. Juli 2019 verlangte A._
von der Serafe AG eine anfechtbare Verfügung. Die Abgabe pro Haushalt
sei für ihn als alleinstehende Person diskriminierend.
B.
Mit Verfügung vom 26. November 2020 stellte die Serafe AG (nachfolgend:
Erstinstanz) fest, dass A._ der Haushaltsabgabe unterliegt und
diese für die Zeit ab 1. Januar 2019 schuldet.
C.
Dagegen erhob A._ mit Eingabe vom 7. Dezember 2020 Be-
schwerde beim Bundesamt für Kommunikation (BAKOM). Er beantragte
insbesondere die Annullierung der Rechnungen sowie die Befreiung von
der Zahlungspflicht bis zur Schaffung einer neuen, diskriminierungsfreien
Gesetzesgrundlage.
D.
Mit Verfügung vom 11. März 2021 wies das BAKOM die Beschwerde von
A._ ab. In seiner Begründung kommt es zum Schluss, dass der
Haushalt von A._ die Voraussetzungen für eine Abgabebefreiung
nicht erfüllt. Zudem verstosse die Abgabe weder gegen das Rechtsgleich-
heitsgebot noch sei sie diskriminierend.
E.
Mit Eingabe vom 17. April 2021 erhebt A._ (nachfolgend: Be-
schwerdeführer) gegen die Verfügung des BAKOM (nachfolgend: Vor-
instanz) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragt sinn-
gemäss deren Aufhebung sowie die Befreiung von der Abgabe.
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F.
Mit Vernehmlassung vom 14. Juni 2021 schliesst die Vorinstanz auf Abwei-
sung der Beschwerde. Diesem Antrag schliesst sich die Erstinstanz in ihrer
Vernehmlassung vom 17. Juni 2021 an.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Nach Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom
20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern sie von einer Vorinstanz
nach Art. 33 VGG stammen und keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vor-
liegt. Die angefochtene Verfügung ist ein zulässiges Anfechtungsobjekt.
Sie stammt von einer zuständigen Behörde im Sinne von Art. 33 Bst. d
VGG und kann nach Art. 99 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Radio und
Fernsehen vom 24. März 2006 [RTVG, SR 784.40] beim Bundesverwal-
tungsgericht angefochten werden. Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt
nicht vor.
Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Überprüfung des Inhalts von re-
daktionellen Publikationen oder den Zugang zum publizistischen Angebot
der SRG nicht zuständig (vgl. Art. 93 Abs. 5 Schweizerische Bundesver-
fassung [BV, SR 101] i.V.m. Art. 83 Abs. 1 Bst. a RTVG). Soweit der Be-
schwerdeführer vorbringt, die Programmauswahl der Schweizerischen Ge-
sellschaft für Radio und Fernsehen SRG entspreche nicht dem gesetzli-
chen Leistungsauftrag, ist darauf nicht einzutreten.
Darüber hinaus ist das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der
vorliegenden Beschwerde zuständig.
1.2 Der Beschwerdeführer ist auch zur Beschwerde legitimiert. Er hat sich
am vorinstanzlichen Verfahren beteiligt und ist als Adressat des angefoch-
tenen Entscheids, mit welchem sein Begehren abgewiesen wurde, sowohl
formell als auch materiell beschwert (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG).
1.3 Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (vgl.
Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 VwVG) ist – unter Vorbehalt der vorstehenden
Ausführungen – einzutreten.
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2.
Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf
Rechtsverletzungen, einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Fest-
stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Aus-
übung des Ermessens sowie auf Angemessenheit hin (Art. 49 VwVG).
3.
3.1 Der Bund erhebt zur Finanzierung des verfassungsrechtlichen Leis-
tungsauftrags von Radio und Fernsehen eine Abgabe (Art. 93 Abs. 2 BV
i.V.m. Art. 68 Abs. 1 RTVG). Mit Gesetzesänderung vom 26. Septem-
ber 2014, welche in der Referendumsabstimmung vom 14. Juni 2015 von
der Bevölkerung angenommen wurde und am 1. Juli 2016 in Kraft getreten
ist (AS 2016 2131), wurde die Abgabe neugestaltet (Art. 68–70d RTVG).
3.2 Die Abgabe wird pro Haushalt und pro Unternehmen erhoben (Art. 68
Abs. 2 RTVG). Für jeden Privathaushalt ist eine Abgabe in gleicher Höhe
zu entrichten (Art. 69a Abs. 1 RTVG). Unter Haushalt ist die Einheit aller
Bewohnerinnen und Bewohner zu verstehen, die in der gleichen Wohnung
leben. Die Mitglieder eines Haushalts haften solidarisch (Art. 69a RTVG
i.V.m. Art. 3 Bst. d des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der Ein-
wohnerregister und anderer amtlicher Personenregister vom 23. Juni 2006
[SR 431.02]).
Die Höhe der Haushaltsabgabe bestimmt nach Art. 68a Abs. 1 RTVG der
Bundesrat, wobei er gesetzlich festgelegte Kriterien zu berücksichtigen
hat. Art. 69b RTVG regelt in Verbindung mit Art. 61 der Radio- und Fern-
sehverordnung vom 9. März 2007 (RTVV; SR 784.401) die Befreiung von
der Abgabepflicht für Privathaushalte. Auf Gesuch hin werden insbeson-
dere Personen befreit, die jährliche Leistungen nach Art. 3 Abs. 1 Bst. a
des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlasse-
nen- und Invalidenversicherung vom 6. Oktober 2006 (SR 831.30) erhalten
(vgl. Art. 69b Abs. 1 Bst. a RTVG).
4.
4.1 Der Beschwerdeführer führt aus, die Abgabe pro Haushalt diskriminiere
alleinstehende und alleinwohnende Personen. Er fordert, die Abgabe sei
pro Kopf zu erheben. Die Ungleichbehandlung gegenüber Personen, die in
einem Mehrpersonenhaushalt lebten, sei offensichtlich. So sei seine Rech-
nung gleich hoch wie jene für ein Paar, eine Zweier- oder Mehrwohnge-
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meinschaft oder eine Familie. Gründe für die Ungleichheit seien nicht er-
sichtlich. Insbesondere könne die Diskriminierung nicht mit dem Verwal-
tungsaufwand gerechtfertigt werden. Haushaltsabgaben seien dort sinnvoll
und zulässig, wo die Leistung pro Person im Haushalt nicht sinnvoll erho-
ben werden könnten oder nur mit unverhältnismässigem Aufwand, wie bei-
spielsweise beim Abwasser oder der Kanalisation. Die Rechnungen für die
Radio- und Fernsehabgabe müssten hingegen lediglich um die Zahl der im
Haushalt lebenden und solidarisch haftenden Personen, welche auf der
Rechnung ohnehin aufgeführt seien, multipliziert oder an diese einzeln ver-
sandt werden. Der Aufwand bei einer Abgabe pro Kopf sei damit vergleich-
bar mit jenem bei der Abgabe pro Haushalt.
Seine Lebensform als «Single» stelle ein geschütztes Merkmal im Sinne
der Diskriminierungsnorm dar. So könnten Menschen, die allein lebten, die-
sen Bestandteil ihrer Identität etwa als Witwer, als «Single» oder als allein-
wohnende Person nicht einfach aufgeben. Indem er die Angebote von SRF
und auch anderen Sendern nutze, nehme er sein Recht auf freie Meinungs-
und Informationsfreiheit wahr. Durch die diskriminierende Rechnungstel-
lung sei er in diesem Recht betroffen, womit nicht nur die Bundesverfas-
sung, sondern, im Zusammenhang mit der Meinungsäusserungsfreiheit,
auch die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK, SR 0.101) ver-
letzt sei. Da sich der in Rechnung gestellte Betrag im Übrigen auf die Ver-
ordnung stütze, könne dieser auf seine Verfassungsmässigkeit überprüft
werden. Die steuerähnliche Abgabe sei mit dem Prinzip der Besteuerung
nach der finanziellen Leistungsfähigkeit nicht vereinbar. Erst recht sei da-
mit die Anknüpfung an einkommensunabhängige Haushalte grundrechts-
widrig, wobei solche mit geringem Einkommen sogar doppelt bestraft wür-
den.
4.2 Die Vorinstanz weist darauf hin, dass die revidierte Abgabe unter an-
derem mit dem Ziel der Verbilligung eingeführt worden sei. Die Abgabe pro
Haushalt führe zu einem geringeren Verwaltungsaufwand. Angesichts der
Geringfügigkeit des Betrags wirke die Erhebung der Haushaltsabgabe
nicht prohibitiv, weshalb auch keine Verletzung der Informations- oder der
Empfangsfreiheit vorliege. Die Gleichbehandlung aller Haushalte im Rah-
men einer Abgabe und eines Massengeschäfts verletze das Gleichbehand-
lungsgebot nicht. Insbesondere stehe die Individualgerechtigkeit zuguns-
ten der Allgemeinheit zurück. Tatsächlichen Unterschieden würden durch
Ausnahmeregelungen für bestimmte Kategorien von Haushalten und Un-
ternehmen Rechnung getragen. Das Bestreben unterschiedliche Sachver-
halte unterschiedlich zu regeln, finde dabei eine Grenze am Erfordernis der
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Praktikabilität. Bei der Erhebung der Haushaltsabgabe mit Millionen von
Zahlungspflichtigen gelte dies ganz besonders, weshalb sich schemati-
sche Regelungen nicht vermeiden liessen.
Es sei nicht ersichtlich, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Eigen-
schaft als alleinstehende Person diskriminiert sei. Ein «Single» sei eine
Person, die gewollt oder ungewollt ohne Beziehung lebe. Jemand, der al-
lein in einer Wohnung lebe, müsse nicht «Single» sein, denn sein Partner
oder seine Partnerin könne an einem anderen Ort leben. Beide Arten zu
leben, seien – ob gewollt oder nicht – veränderbar und würden damit nicht
unter den Diskriminierungsschutz fallen. Die Haushaltsabgabe verstosse
im Ergebnis weder gegen das Rechtsgleichheitsgebot noch sei sie diskri-
minierend.
5.
5.1 Der Beschwerdeführer rügt in der Hauptsache, die Haushaltsabgabe
sei verfassungs- und konventionswidrig (Art. 8 Abs. 2 BV; Art. 10 i.V.m.
Art. 14 EMRK), da sie ihn als alleinigen Inhaber eines Haushalts gegen-
über Personen, welche in einem Mehrpersonenhausalt leben, diskrimi-
niere. Er fordert deshalb für die in Frage stehenden Abgabeperioden eine
Befreiung von der Abgabepflicht.
5.2 Die Anknüpfung der Abgabe an den Haushalt unabhängig von dessen
Grösse oder der Anzahl darin lebender Einzelpersonen ergibt sich unmit-
telbar aus dem Gesetz (vgl. Art. 68 Abs. 2 und Art. 69a Abs. 1 RTVG). Die
Anwendung einer unmissverständlichen Gesetzesbestimmung kann vom
Bundesverwaltungsgericht nicht versagt werden, selbst wenn diese verfas-
sungswidrig sein sollte (Art. 190 BV; siehe insbesondere Urteil des BGer
2C_852/2021 vom 10. Dezember 2021 E. 2.3.2 m.w.H.).
Der Gesetzgeber hat bei der Neugestaltung der Haushaltsabgabe im Zuge
der Revision von 2014 bewusst an der einheitlichen Haushaltsabgabe fest-
gehalten und sich dagegen entschieden, diese nach anderen Kriterien zu
bemessen, da ein anderes System zu einem unverhältnismässigen admi-
nistrativen Mehraufwand führen würde (vgl. Botschaft zur Änderung des
RTVG vom 29. Mai 2013, BBl 2013 4975, 4994). Er hat (nebst den aus
völkerrechtlichen Gründen befreiten ausländischen Diplomaten) sodann
nur die Empfänger von Ergänzungsleistungen von der Abgabe befreit (vgl.
Art. 69b Abs. 1 RTVG). Auch dies beruht auf einem bewussten Entscheid
des Gesetzgebers, wobei alternative Kriterien für die Abgabe-Befreiung
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von Haushalten explizit verworfen wurden, weil sie sich als nicht sachge-
recht oder als zu aufwendig im Vollzug erwiesen (Botschaft RTVG 2013,
BBl 2013 4975, 4991; vgl. Urteil des BGer 2C_852/2021 E. 2.3.2 f.). Der
Wille des Gesetzgebers ist demnach klar und die Regelungen verbindlich.
5.3 Unabhängig vom Anwendungsgebot nach Art. 190 BV ist von einer
grundrechtswidrigen Diskriminierung auszugehen, wenn eine Person allein
aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe oder eines von
ihr untrennbaren persönlichen Merkmals rechtsungleich behandelt wird.
Die Diskriminierung stellt dabei eine qualifizierte Art der Ungleichbehand-
lung von Personen in vergleichbaren Situationen dar, indem sie eine Be-
nachteiligung eines Menschen bewirkt, die als Herabwürdigung oder Aus-
grenzung einzustufen ist, weil sie an ein Unterscheidungsmerkmal an-
knüpft, das einen wesentlichen und nicht oder nur schwer aufgebbaren Be-
standteil der Identität der betreffenden Person ausmacht. Nicht jede Un-
gleichbehandlung ist dabei rechtswidrig. Eine staatliche Massnahme oder
Gesetzesregelung ist insbesondere dann nicht diskriminierend, wenn die
getroffene Unterscheidung auf einem sachlich nachvollziehbaren Grund
beruht (vgl. BGE 135 I 49 E. 4.1 m.w.H; BGE 129 I 392 E. 3.2.2 f. m.w.H.).
5.3.1 Es ist unbestritten, dass eine Einzelperson, welche allein in einem
Haushalt lebt, anteilsmässig durch die Abgabe stärker finanziell belastet
wird, als mehrere erwachsene Personen, die sich einen Haushalt teilen und
den zu leistenden Beitrag aufteilen können. Wie bereits ausgeführt, beruht
die Anknüpfung der Abgabe an den Haushalt unabhängig von der Anzahl
darin lebenden Personen jedoch auf einem bewussten Entscheid des Ge-
setzgebers. Die Vorinstanz hat dabei zu Recht darauf hingewiesen, dass
die Bedeutung der Praktikabilität auf dem Gebiet des Abgaberechts wegen
der Masse der zu regelnden Sachverhalte sowie dem sich im Bereich des
Rundfunks ergebenden Bedarfs nach einem möglichst einfachen und kos-
tengünstigen Verfahren besonders gross ist (vgl. GEORG MÜLLER/PETER
LOCHER, Gutachten zur Neuordnung der Rundfunkfinanzierung in der
Schweiz aus verfassungsrechtlicher Sicht, 13. November 2009, S. 19
m.w.H.). In diesem Sinne hält auch die Botschaft fest, dass das Bedürfnis,
unterschiedliche Sachverhalte unterschiedlich regeln zu können, in Mas-
senverfahren eine Grenze am Erfordernis der Praktikabilität findet und
schematische Regelungen kaum vermeidbar sind (vgl. Botschaft RTVG
2013, BBl 2013 4975, 5041 m.H.; siehe dazu auch Urteile des BGer
2C_852/2021 E. 2.3.3 und 2C_238/2019 vom 14. März 2019 E. 3.3; Urteil
des BVGer A-6317/2020 vom 13. Juli 2021 E. 5.5).
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Mit der Anknüpfung der Abgabe an den Haushalt strebt der Gesetzgeber
die Vereinfachung des Verfahrens sowie die Minimierung des Verwaltungs-
aufwands an. Der Beschwerdeführer stellt sich zwar auf den Standpunkt,
dass dies kein legitimer Grund für die Ungleichbehandlung darstelle, da
sich der Aufwand für die Rechnungstellung angesichts der Solidarhaftung
der im Haushalt lebenden Einzelpersonen und der damit einhergehenden
Erfassung aller Personen nicht unterscheide. Dabei übersieht er, dass sich
der erhöhte Verwaltungsaufwand nicht allein aufgrund der Erfassung der
im Haushalt lebenden Personen ergibt, sondern insgesamt umso höher
ausfällt, je mehr Rechnungen gestellt werden müssen. Mit einer Rech-
nungsstellung pro Haushalt lässt sich die Anzahl Rechnungstellungen und
damit der Administrativaufwand landesweit reduzieren. Die getroffene Re-
gelung erfolgt daher aus einem sachlich nachvollziehbaren Grund.
5.3.2 Darüber hinaus zeigt der Beschwerdeführer nicht hinreichend auf, in-
wiefern er aufgrund der Haushaltsabgabe wegen seiner Eigenschaft als
unverheiratete und alleinlebende Person ausgegrenzt oder entwürdigend
behandelt wird. Die Abgaberegelung behandelt Haushalte unabhängig von
der Anzahl der darin lebenden Personen und deren Eigenschaften als un-
verheiratete Einzelperson, Familie, Konkubinatspaar oder Wohngemein-
schaft gleich, was rechtlich nicht zu beanstanden ist. Dass dies zu Unter-
scheidungen führt, welche auf die Herabwürdigung einer spezifischen, von
der Diskriminierungsnorm geschützten Gruppe abzielt, ist auch in fakti-
scher Hinsicht nicht erkennbar. Zum einen ist es genauso gut möglich, dass
etwa ein Konkubinatspaar in getrennten Haushalten lebt, wie es auch al-
leinstehende Personen gibt, die in einem Mehrpersonenhaushalt leben.
Der Umstand, ob jemand alleine oder zusammen mit anderen Personen in
einer Wohnung lebt, sagt zum anderen nichts über die finanzielle Tragfä-
higkeit der Abgabe aus. So kann diese beispielsweise für eine einkom-
mensschwache Familie finanziell belastender sein als für eine alleinwoh-
nende, einkommensstarke Einzelperson. Indem der Gesetzgeber insbe-
sondere Empfänger von Ergänzungsleistungen von der Abgabe befreit
(vgl. Art. 69b Abs. 1 Bst. b RTVG), hat er auf wirtschaftlich schlechter ge-
stellte Personengruppen Rücksicht genommen. Ein solcher Befreiungs-
grund liegt im Fall des Beschwerdeführers nicht vor, was er auch nicht be-
streitet. Wie andere gesetzlich nicht vorgesehene Personengruppen, hat
er keine Möglichkeit, sich von Gesetzes wegen von der Abgabepflicht be-
freien zu lassen. Dies zielt nicht darauf ab, ihn in seiner Eigenschaft als
alleinstehenden und alleinigen Inhaber einer Wohnung zu benachteiligen.
Vielmehr beruht die Anknüpfung der Abgabe an den Haushalt, wie aufge-
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zeigt, auf einem sachlichen Grund. Eine diskriminierende Ungleichbehand-
lung liegt durch die Abgabenregelung nicht vor. Sein Argument, wonach
sich der in Rechnung gestellte Betrag auf die Verordnung stützt bzw. die
Höhe der Abgabe auf einer Gesetzesdelegation beruht, vermag an dieser
Einschätzung nichts zu ändern.
5.3.3 Der Beschwerdeführer bringt vor, durch die Rechnungsstellung
werde sein Recht auf Nutzung der Medien in diskriminierender Weise be-
einträchtigt. Deshalb sei Art. 14 i.V.m. Art. 10 EMRK verletzt. Die Rüge ist
unbegründet. Art. 14 EMRK ist akzessorischer Natur und entfaltet nur im
Anwendungsbereich eines anderen Konventionsrechts Wirkung. Ob der
Anwendungsbereich von Art. 10 EMRK (Empfangs- bzw. Informationsfrei-
heit) vorliegend tangiert ist, kann indessen offenbleiben, denn das «Sin-
gle»-Sein stellt kein in Art. 14 EMRK aufgeführter Differenzierungsgrund
dar. Nach der Rechtsprechung des EGMR ist es auch kein «sonstiger Sta-
tus» (wie z.B. das Alter, die sexuelle Orientierung oder eine Behinderung;
vgl. dazu eingehend Guide on Article 14 of the European Convention on
Human Rights and Article 1 of Protocol No. 12 to the Convention, Prohibi-
tion of Discrimination, Strassburg 2021, Rn. 145 ff.). Letztlich lässt sich die
unterschiedliche Behandlung bei der Abgabenerhebung, wie bereits aus-
geführt, sachlich und vernünftig rechtfertigen, so dass eine Diskriminierung
i.S.v. Art. 14 EMRK ausser Betracht fällt. Im Übrigen kann auf die Erwä-
gungen des angefochtenen Entscheids verwiesen werden. Dort hat die Vo-
rinstanz ausgeführt, die Abgabenerhebung beeinträchtige die Empfangs-
bzw. Informationsfreiheit des Beschwerdeführers nicht, solange der Betrag
nicht prohibitiv hoch angesetzt wird (vgl. auch Urteil des BGer
2C_714/2009 vom 26. November 2009 E. 3.1 m.w.H., BGE 121 II 183
E. 2b/aa). Es liegt dann mit anderen Worten kein Grundrechtseingriff vor.
Diese Auffassung ist mit Blick auf die Rechtsprechung des EGMR nicht zu
beanstanden (vgl. Nichteintretensentscheid Bruno Antonio Faccio gegen
Italien vom 31. März 2009, Nr. 22/04 [«montant raisonnable de l’impôt en
question»]). Es war eines der erklärten Ziele im Rahmen der Neugestaltung
der Abgabe, diese für die Bevölkerung zu vergünstigen (vgl. Botschaft
RTVG 2013, BBl 2013 4975, 4988). Mit einem jährlichen Gesamtbetrag pro
Haushalt von Fr. 335.– seit dem 1. Januar 2021 und von Fr. 365.– in den
vorangehenden Abgabeperioden (Art. 57 RTVV [Fassung vom 9. März
2007 und vom 16. April 2020, AS 2020 1461]) fällt sie nicht unverhältnis-
mässig hoch aus. Auch ein prohibitiver Charakter ist entsprechend zu ver-
neinen. Der Beschwerdeführer setzt sich in seiner Beschwerde mit diesen
vorinstanzlichen Erwägungen nicht auseinander und bringt insoweit auch
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keine neuen Argumente vor, die zu einem anderen Ergebnis führen könn-
ten.
5.4 Die Vorinstanz ist unter diesen Umständen zu Recht davon ausgegan-
gen, dass die Haushaltsabgabe einen alleinigen Inhaber einer Wohnung
gegenüber einer Person, die zusammen mit anderen in einer Wohnung
lebt, nicht diskriminiert. Es ist weder eine Verletzung des verfassungsrecht-
lich gewährleisteten Ungleichbehandlungs- und Diskriminierungsverbots
noch der EMRK ersichtlich.
5.5 Auch mit seinen weiteren Ausführungen legt der Beschwerdeführer
keine Gründe dar, welche ihn von der Abgabepflicht befreien. Insoweit er
unter Hinweis auf steuerrechtliche Grundsätze fordert, die Abgabe sei pro
Kopf zu erheben, wurde bereits festgestellt, dass eine Bemessung nach
Anzahl Personen im Haushalt oder eine Differenzierung der Abgabenhöhe
nach Einkommen bundesgesetzlich nicht vorgesehen und die getroffene
Regelung für die rechtsanwendenden Behörden massgeblich ist (Art. 190
BV). Die vom Bundesgericht in seiner jüngsten Rechtsprechung vorge-
nommene Qualifikation der Abgabe als Steuer ändert an dieser Einschät-
zung nichts. Sie führt insbesondere nicht dazu, dass die Abgabe pro Kopf
oder nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zu bemessen wäre (vgl.
Urteil des BGer 2C_852/2021 E. 2.4.3 f.).
5.6 Der vorinstanzliche Entscheid ist daher nicht zu beanstanden und die
Beschwerde abzuweisen.
6.
6.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens gilt der Beschwerdeführer als un-
terliegend, weshalb er die Verfahrenskosten zu tragen hat (Art. 63 Abs. 1
VwVG). Diese sind auf Fr. 800.– festzusetzen (Art. 1 ff. des Reglements
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der vom Beschwerdefüh-
rer einbezahlte Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird zur Bezahlung der
Verfahrenskosten verwendet.
Angesichts seines Unterliegens hat der Beschwerdeführer keinen An-
spruch auf eine Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 Abs. 1
VGKE). Die Vorinstanz als Bundesbehörde hat unabhängig vom Verfah-
rensausgang keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3
VGKE).
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