Decision ID: 1d7cc455-0400-4e2a-b355-59d0407be735
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1980, absolvierte eine kaufmännische Lehre bei der
Z._
, welche sie im August 1999 abschloss. Danach arbeitete sie bei der
A._
. Berufsbegleitend studierte sie Wirtschaftsinformatik an der Hochschule
B._
. Den Abschluss erlangte sie im Oktober 2004 (
Urk.
2/8/3/4).
Am 2
5.
April 2003 und am 1
1.
Februar 2004 erlitt die Versicherte je einen Snow
board
unfall (vgl.
Urk.
2/8/9/27). Während der erste Unfall keine Arbeits
unfähig
keit zur Folge hatte, arbeitete die Versicherte nach dem zweiten Unfall wieder vom 1
7.
Mai 2004 bis 3
1.
Mai 2006 als IT Business Analystin in einem 80
%- bis 90
%
-Pensum bei der
C._
AG. Vom
1.
Juni bis 1
7.
Juli 2006 war sie in einem 100
%
-Pensum bei der
D._
SA beschäftigt. Nach einer Arbeits
unfähigkeit wechselte sie firmenintern und arbeitete vom 15.
Oktober 2006 bis
6.
März 2007 als „
Pre
-Sales Consultant“ in einem 50%
Pensum (
Urk.
2/8/12, 8/13, vgl. auch
Urk.
2/8/44/7).
Am 1
5.
November 2007 meldete sich die Versicherte wegen der Folgen der Snow
boardunfälle bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
2/8/3). Nach
Beizug
der Akten des Unfallversiche
rers, darunter das Gutachten des Instituts
E._
vom 1
6.
Juni 2009 (
Urk.
2/8/44), ordnete die IV-Stelle mit Mitteilung vom
2.
September 2009 eine Begutachtung im
Spital F._
an (Urk.
2/8/47). Nach
dem am 1
3.
Oktober 2009 die Versicherte eine weitere Begutachtung abgelehnt hatte (
Urk.
2/8/57), forderte die IV-Stelle die Versicherte mit Schreiben vom 2
1.
Oktober und vom
2.
November 2009 unter Hinweis auf die Folgen der Ver
weigerung der Mitwirkungspflicht erneut dazu auf, sich der Begutachtung zu unterziehen (
Urk.
2/8/59). Da sich die Versicherte dazu nicht bereit erklärte, lehnte die Verwaltung mit Verfügung vom 2
2.
Februar 2010 das Leistungsbe
gehren ab (
Urk.
2/8/74). Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversi
cherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 1
8.
Oktober 2011 ab (Prozess-Nr. IV.2010.00292,
Urk.
2/8/82).
Im Nachgang zu diesem Urteil meldete sich die Versicherte mit Schreiben vom 2
3.
Dezember 2011 bei der IV-Stelle und erklärte sich bereit, sich einer Begut
achtung zu unterziehen (
Urk.
2/8/83). Die IV-Stelle traf daraufhin weitere medi
zinische Abklä
rungen und veranlasste beim Begutachtungs
insti
tut G._
ein polydisziplinäres Gutachten (
Gutachten vom 1
0.
Januar 2014;
Urk.
2/8/88, 2/8/89, 2/8/93-94, 2/8/95-96, 2/8/102, 2/8/106). Die IV-Stelle lehnte es ab, die von der Versicherten den Gutachtern gestellten Zusatzfragen an diese weiterzuleiten, was sie der Versicherten mitteilte (Urk.
2/8/113, 2/8/116). Auf Ersuchen des
Unfallversicherers nahm die IV-
Stelle indessen eine Frage nach den Folgen eines am 1
4.
Januar 2011 erlittenen Unfalls in den
den
Gutachtern zu
unterbreitenden Fragenkatalog auf (
Urk.
2/8/117-118). Das
G._
-Gutachten wurde am 1
0.
Januar 2014 erstattet (
Urk.
2/8/138). Mit Vorbescheid vom 1
9.
Februar 2014 stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens ins Aussicht (
Urk.
2/8/141). In der Folge reichte die Versicherte mehrere Stellungnahmen, die unter anderem Ergänzungsfragen zum
G._
-Gutachten enthielten, sowie diverse Berichte ihrer behandelnden Ärzte ein (
Urk.
2/8/144-166, 2/8/173-175, 2/8/177). Mit Verfügung vom
4.
Februar 2015 wies die IV-Stelle, nachdem sie zuvor eine Stellungnahme des
G._
sowie ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes eingeholt hatte (
Urk.
2/8/167, 2/8/178), das Leistungsbegehren ab (
Urk.
2/8/179).
2.
Gegen die Verfügung vom 4. Februar 2015 liess die Versicherte am 10. März 2015 Beschwerde erheben mit folgendem Rechtsbegehren (Urk.
2/
1 S. 2):
1.
Die Verfügung vom 4. Februar 2015 sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin seien die gesetzlichen Leistungen der Invalidenversicherung, insbesondere eine ganze Rente der Invalidenversicherung, zuzusprechen und auszurichten.
2.
Falls das Gericht den Antrag Ziffer 1 nicht bereits aufgrund der Akten gutheissen kann, sei eine umfassende Qualitäts
kontrolle des
G._
-Gutachtens vom 10. Januar 2014 vorzunehmen und hierzu vom Gericht fachlich-medizinische Exper
tinnen/Exper
ten beizuziehen; eventuell sei ein umfas
sendes gerichtliches medizinisches Gutachten einzuholen.
3.
Falls das Gericht den Antrag Ziffer 1 auch aufgrund des gerichtlichen medizinischen Gutachtens noch nicht gutheissen kann, sei eine mündliche Gerichtsverhandlung mit Parteibe
fra
gung der Beschwerdeführerin und Zeugenbefragungen durch
zuführen.
4.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwer
degegnerin.
Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 14. April 2015 auf Abwei
sung der Beschwerde (Urk.
2/
7). Mit Eingabe vom 29. Juni 2015 reichte die
Ver
sicherte
eine weitere Stellungnahme ein, in welcher sie sich na
mentlich zu den Auswirkungen des zwischenzeitlich ergangenen
bundesge
richt
lichen Grundsatz
entscheides 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015 (= BGE 141 V
281) auf den vorliegen
den Fall äusserte (Urk.
2/10).
Mit Urteil vom 2
5.
November 2016 wies
das Sozialversicherungsgericht die Beschwerde ab (
Prozess-Nr. IV.2015.00312,
Urk.
2/15). Die dagegen er
hobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten hiess das Bundesgericht mit Entscheid
8C_64/2017
vom 2
7.
April 2017 gut und wies die Sache an das
Sozial
versicherungsgericht zurück, damit es die verlangte öffentliche Ver
hand
lung durchführe
und
hernach neu entscheide (
Prozess-Nr. IV.2017.00543,
Urk.
1).
3.
In Nachachtung
des bundesgerichtlichen Entscheids lud das Sozialver
siche
rungs
gericht die
Parteien zur Hauptverhandlung vom
3
1.
Oktober 2017 vor (
Urk.
4). Mit Schreiben vom 2
6.
Oktober 2017 teilte die Rechtsvertreterin mit, dass die Versicherte
am
9.
Oktober 2017
- begleitet durch die Sterbehilfeorganisation
H._
- freiwillig aus dem Leben geschieden sei (
Urk.
7, vgl. auch Urk.
8/2). In der Folge wurde die Verhandlung abgesagt und das Verfahren sistiert bis zur Klärung der Erbfolge respektive der Nachfolge im vorliegenden Prozess (
Urk.
9, 10). Mit Eingabe vom 1
9.
Juli 2018
informierte die
Rechtsverteterin
unter Beilage des Erbscheins, dass die
Y._
Ltd.
Alleinerbin sei und die Fortsetzung des Verfahrens wünsche (
Urk.
12, 13). Daraufhin fand am 3
0.
Oktober 2018 die Haupt
verhandlung
statt. Der IV-Stel
l
e
war das Erscheinen
freigestellt
worden (
Urk.
16, 19).
Die
Plädoyernotizen
des
im Rahmen der Verhandlung erstattete
n Parteivortrags (
Replik
)
wurde
n
ihr zur K
enntnisnahme zugestellt (Urk. 20, 22
).
In der Folge holte das Gericht den Bericht der Klinik
I._
vom 21.
November 2014 ein (
Urk.
24, 25, 27, 29). Dazu liess sich die Beschwerde
führerin mit Eingabe vom 1
1.
März 2019 vernehmen (
Urk.
31). Die IV-Stelle ver
zichtete auf eine Stellungnahme dazu (
Urk.
33).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausge
gliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
Der Rentenanspruch entsteht, sofern die entsprechenden Anspruchsvoraus
setzungen (Art. 28 Abs. 1 IVG) gegeben sind, frühestens sechs Monate nach Gel
tendmachung des Leistungsanspruches (Art. 29 Abs. 1 IVG).
1.
3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK
1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
ach
tens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Unter
suchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegeben
en
falls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvoll
ziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicher
heiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gege
benen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2
.1
Streitig und zu prüfen ist der
Anspruch der Versicherten respektive ihrer Erbin
auf eine Invalidenrente. Mit Verfügung vom 2
2.
Februar 2010 wurde aufgrund der Verletzung der Mitwirkungspflicht ein Anspruch auf eine Invalidenrente ver
neint, was mit Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom 1
8.
Oktober 2011 geschützt wurde. Die erst danach erklärte Bere
itschaft der Versicherten
zur frag
lichen medizinischen Abklärung macht die frühere Widersetzlichkeit nicht unge
schehen. Daher ist die spätere Bereitschaft zur Abklärungsmassnahme als Neuan
meldung zu behandeln (BGE 139 V 585 E. 6.3.7.4, vgl. Bundesgerichtsurteil 8C_733/2010 vom 1
0.
Dezember 2010 E. 5.6). Das Schreiben der
Versicherten
vom 2
3.
Dezember 2011 kommt deshalb einer Neuanmeldung gleich. Allfälliger Rentenbeginn wäre in Anwendung von
Art.
28
Abs.
1 in Verbindung mit
Art.
29
Abs.
1 IVG somit der
1.
Juni 2012.
2
.2
Die IV-Stelle stützt die rentenabweisende Verfügung vom
4.
Februar 2015 auf das Gutachten des
G._
vom 1
0.
Januar 2014 (
Urk.
2). Die
Versicherte
hält dieses Gutachten für nicht beweiskräftig. Ihren Antrag auf Zusprechung einer ganzen Invalidenrente begründet sie im Wesentlichen mit den Berichten ihrer behandeln
den Ärzte, in denen ihr eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert wird (
Urk.
2/
1).
3
.
3
.1
Im
r
heumatologischen Gutachten vom 1
4.
März 2006 diagn
ostizierte
Dr.
med.
J._
, Facharzt für
Innere Medizin,
spez. Rheumatologie, eine
rest
myofasciale
Tender- und
Triggerpunktbildung
, Spannungskopfschmerzen un
d eine diskrete
Fehlform
der Brust- und Lendenwirbelsäule
. Aufgrund seiner Untersuchungen ging er in der angestammten Tätigkeit von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit aus, wobei er die Prognosen a
ls gut einschätzte (
Urk.
2/8/9/56+58
).
Zu diesem Schluss gelangte auch
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabili
t
ation, spez. Rheumaerkrankungen, im Bericht
vom
3.
März 2006 (Urk.
2/8/9/62
).
3
.2
Vom 2
4.
April bis 2
9.
Mai 2006 war die
Versicherte
in der Reha
I._
h
ospitalisiert. Im Bericht vom 1
0.
Juli 2006 wurden die Diagnosen eines per
sistierenden
zervikozephalen
Symptomkom
plexes, einer vegetativen Dysre
gula
tion, einer
Tendomyopathie
der Kaumusk
ulatur und eines Status nach
an
teriorer
Diskusverlagerung mit Reposition re
chts sowie einer leichten Anpas
sungsstörung vom
somatisie
renden
und ängstlichen Typ (ICD-
10 F43.25) gestellt. Bei Austritt wurde ihr die Weiterführung von Physiotherapie und eine psychologische Beglei
tung empfohlen. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit gingen die unterzeichnenden
Ärzte von einer Leistungssteigerung aus und attestierten ihr zu Beginn jedoch eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
2/8/9/27+29
).
Dem Bericht ist weiter zu ent
nehmen, dass im Rahmen des psychiatrischen Konsiliums
eine leichte Anpassungsstörung vom
somatisierenden
und ängstlichen Typ (ICD-10 F43.25) und akzentuierte Persönl
ichkeitszüge vom
anankastisch
l
eistungs
orientierten Typ ohne pathologische Qualität (ICD-10 Z73.1) diagnostiziert worden
war
en
. Dazu wurde ausgeführt, die Hauptproblematik der Versicherten liege in der eigenen Leistungsanforderung. Sie tendiere dazu, sich zu überfordern. Aus psychiatrischer Sicht sei es deshalb empfehlenswert, dass die Leistungsgrenze der Versicherten zurückgesetzt werde. Aus psychiatrischer Sicht wurde eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit von 20
%
attestiert
(
Urk.
2/8/9/
32+
36-39).
Die
anlässlich des Klinikaufenthalts
durchgeführte neuropsychologische Unter
suchung ergab ein
im Wesentlichen unauffäll
iges Leistungsprofil (Urk.
2/8/9/
32).
3
.3
Wegen den Spannungskopfschmerzen begab sich die Versicherte in Behandlung
bei
der Neurologin
Dr.
med.
L._
, welche in ihrem Bericht vom 6.
Novem
ber 2007 einen normalen Neurostatus beschrieb (
Urk.
2/8/17). Im
(Privat-)
Gut
achten vom 2
8.
Juli 2008
berichte
te
Dr.
med.
M._
, Facharzt
für Neuro
logie, unter dem Titel Neurostatus
über
massive Einschränkungen in der Beweglichkeit, jedoch hervorgerufen durch eine aktive Gegeninner
vation sowie Schmerz
empfindlich
keit. Aus neurologischer Sicht würden
gestützt auf klinische,
ence
phalographische
wie auch magnetresonanztomographische Unte
rsuchungen
keine Anhalts
punkte für eine organische Hirnschädigung de
s zentralen oder peripheren Ner
vensystems vorliegen. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit ging er grundsätzlich von einer vollen Arbeitszeit aus, welche zu Beginn möglicherweise
auf
20
-
40
%
Leistung
eingeschränkt sei, die aber
gesteigert werden könne (Urk.
2/8/34/44
).
Die Psychologin von Werra hielt in ihrem
konsiliarischen
Bericht vom 2
5.
Juli 2008 fest, dass die
Versicherte
bei den vorgenommenen Tests mehr
heitlich unauffällige Ergebnisse erzielt habe, jedoch auch Ergebnisse, die nicht der Leistungsfähigkeit einer Wirtschaftsinformatikerin entsprechen würden. Ferner seien Leistungseinbussen wegen Ermüdbarkeit und Schmerzen zu ver
zeichnen. Sodann habe die Versicherte während der gesamten Untersuchung unter dem Einfluss von starken Medikamenten gestanden. Sie benötige deshalb Unterstützung, um ihre vorhandenen Ressourcen wieder optimal einsetzen zu können (
Urk.
2/8
/34/50).
3
.4
Vom
8.
bis 1
5.
Januar 2009 befand sich die
Versicherte
in der neurologi
schen Klinik des Universitätsspitals
N._
, um einen Schmerzmittelentzug durch
zu
führen. Im Bericht vom 1
5.
Januar 2009 wurde der Neurostatus als normal geschildert wie auch der Allgemeinstatus, sodann wurde positiv über die Reduk
tion der Schmerzmitteleinnahme berichtet
(
Urk.
2/8/42/11-14)
. In der Folge
wurde sie zur Rehabilitation nach
O._
überwiesen
. Im Austrittsbericht der
Klinik
O._
, vom 2
5.
Februar 2009, wo die Versicherte vom 1
5.
Januar bis 1
5.
Februar 2009 hospitalisiert
war, wurde
n
ein chronisches
cer
vico-cephales
und
cervico
-brachiales S
chmerzsyndrom, chronischer
Span
nungs
- und Migränekopfschmerz sowie ein chronischer Schmerzmitt
el
abusus diagnostiziert (
Urk.
2/8
/42/5
-8
).
3
.5
Im
Gutachten des
E._
vom 1
6.
Ju
ni 2009 wurden folgende „unfall
assoziierte“ Diagnosen gestellt: sich
bessernde, einem HWS-Beschleuni
gungstrauma zuzuord
nende Kopfschmerzen (ICHD-II 5.4), Akzentuierung der Kopfschmerzen durch
Analgetikaüberkonsum
, kognitive Funktionsstörungen,
Tendomyopathie
der Kau- und Nackenmuskula
tur beidseits,
anteriore
Discus
verlagerung
im Kieferge
lenk mit Reduktion rechts. Als unfallfremde Diagnosen wurden die chronischen Nackenschmerzen u
nd Kreuzschmerzen sowie die sub
jektiv unspezifische
n vege
tativen Störungen erwähnt (
Urk.
2/8/44/29).
Aus somatischer Sicht wurde festgehalten, dass das Beschwerdebild mit chroni
schen Nacken- u
nd Kopfschmerzen
nicht durch organische Beschwerden objek
tiviert werden könne. Jedoch könne man Kopfschmerzen per se nie objektivieren. Für die Nackenschmerzen könne man üblicherweise als objektivier
bares Korrelat
Myogel
o
sen
oder einen Muskelhartspann feststellen. Bei der Ver
sicherten fänden sich jedoch keine solchen Veränderungen. Hinsichtlich des geklagten Schwindels liessen sich keine
otoneurologische
n
Störungen nach
weisen (
Urk.
2/8/44/46
f.
). Aufgrund der Kopfschmerzen sei die Arbeitsun
fähigkeit auf 40 bis
5
0
%
zu schätzen (
Urk.
2/8/44/43).
Eine psychiatrische
Diagnose
wurde nicht
gestellt. Indes
sen wurde vermerkt, dass die
Versicherte leicht narzisstische als auch zwanghafte Züge aufweise. Sie sei ehrgeizig, übermässig gewissenhaft, anspruchsvoll und zeige ein hohes Kontroll
bedürfnis. Die Persönlichkeitsmerkmale seien jedoch zu
geringgradig
ausgebildet, als dass eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert werden könne. Vielmehr handle es sich um akzentuierte Persönlichkeitszüge ohne Krankheitswert. Indessen würden diese Persönlichkeitsfaktoren bei der Krankheitsbewältigung eine wesentliche Rolle spielen. Dass es bei der Versicherten zu einem protrahier
ten schweren Verlauf nach einer Distorsion der Halswirbelsäule gekommen sei, lasse eine erhöhte Vulnerabilität vermuten. Die genannten Persönlich
keits
merk
male verbunden mit dieser erhöhten Vulnerabilität führten bei der Versicherten zu einer Fixierung auf ihre somatischen Beschwerden, welche sie ausschliesslich im körperlichen Bereich suche und jegliche psychische Verbindung von sich
weise. Insgesamt müsse von einer erschwerten Schmerzverarbeitung ausge
gangen werden. Es liessen sich aber keine Kriterien finden, die eine Diagnose
stellung nach ICD-10 rechtfertigen würden (Urk.
2/8/
44/
91-92).
Zur neuropsychologischen Testung wurde ausgeführt, die Versicherte leide un
ter typischen Beeinträchtigunge
n,
wie sie bei Patienten mit einem chronischen Schmerzsyndrom vorkämen. Wegen der Symptomatik könne eine sekundäre Hirnfunktionsstörung infolge des Schmerzmittelkonsums und/oder des chroni
schen Schmerzsyndroms angenommen werden. Diese Vermut
ung
werde durch die Tatsache gestützt, dass im Mai 2005 noch ein unauffälliges neuropsycho
logisches Leistungsprofil erhoben worden sei. Die Schmerzmittelbehandlung und noch mehr die akut entzündungsbedingten Beschwerden könnten einen starken Ein
fluss auf die Verminderung der Leistung haben. Das neuropsychologische Profil sei so auffällig, dass ein dringender Handlungsbedarf bestehe. Der hohe Schmerz
mittelkonsum führe womöglich zu einer Reduktion der Schmerz
empfindlich
keits
schwelle. Es sei von einer vollen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (
Urk.
2/8/44/27
28, vgl. auch
Urk.
2/8/44/75-76).
Zur Frage der Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, aus somatischer Sicht würden sie
die Arbeitsunfähigkeit auf 40
%
bis maximal 50
%
schätzen. Aus psychiatrischer Sicht ergebe sich anlässlich der aktuellen Begutachtung keine Arbeitsunfähigkeit. Hingegen bestehe aus neuropsychologischer Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, weshalb insge
samt von einer 100%igen Arbeits
un
f
ähigkeit auszugehen sei (
Urk.
2/8
/44/43).
4
.
4
.1
Das Sozialversicherungs
gericht des Kantons Zürich hielt
im Urteil vom 18.
Okto
ber 2011 gestützt auf das
E._
-Gutachten vom 1
6.
Juni 2009 und die
zahlreichen
Vorakten
fest
, es fehlten
weitgehend objektivierbare soma
tische Befunde zur Begründung der von der
Versicherten
angegebenen Beschwerden. Auch liege kein psychiatrische
r Befund vor. Mangels neurologi
scher und psychiatrischer Befunde sei die Aussagekraft einer n
europsychologi
schen Abklärung beschränkt. Es hielt daher die Schlussfolgerungen des
E._
-Gut
achtens vo
m 1
6.
Juni 2009, in wel
chem der Versicherten
eine Arbeits
unfähigkeit aufgrund festgestellter ne
uropsy
chologischer Ein
schränkun
gen attestiert worden war, für nicht nachvollziehbar. Vor diesem Hintergrund erachtete das Gericht eine weitere medizinische Abklä
rung zur Beurteilung des Leistungsanspruchs als erforderlich und wies die Beschwerde - nachdem die
Versicherte
im Verwaltungs
verfahren weitere Abklä
rungen verweigert hatte - ab (
Urk.
2/
8/82/7).
4
.2
Nachdem sich die Versicherte mit Schreiben vom 2
3.
Dezember 2011 zu den geforderten medizinischen Abklärungen bereit erklärt hatte, holte die IV-Stelle zunächst bei den behandelnden Ärzten weitere Berichte ein:
Dr.
med.
P._
, Facharzt für Neurologie und Chefarzt an der
Klinik Q._
, hielt im Bericht vom 1
3.
Februar 2012 - entsprechend seine
n
früheren Berichte
n
aus den Jahren 2008 bis 2011
(
Urk.
2/
8/89/9-30) - fest, die
Versicherte
leide an einem chronischen
zer
viko
zephalen
Schmerzsyndrom mit Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sowie an einem
Panvertebralsyndrom
nach kurzer fixierter Haltung. Er attestierte eine volle Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
2/8/89/5-8).
4
.3
Dr.
med.
R._
, Facharzt für Neurologie, diagnostizierte in den Berichten vom 1
1.
Februar 2011 und
4.
Juni 2012 ein erhebliches
Zervikalsyndrom
. Unter den Befunden hielt er fest, die Beweglichkeit der Halswirbelsäule sei allseits stark ein
geschränkt. Die
zerviko
-thorakale Region sei massiv druck- und berührungs-empfindlich. Sensomotorische Ausfälle oder ein Nystagmus bestünden nicht. Die Reflexe seien mittellebhaft und symmetrisch. Der übrige Neurostatus sei normal (
Urk.
2/
8/93-
94/1-5).
4
.4
Die Versicherte
stand ab 2
1.
Juni 2012 bei
Dr.
med.
S._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in Behandlung. Im Bericht vom 2
6.
Oktober 2012 führte
er aus, die Versicherte
sei schwer leidend. Es sei schwierig, das Leiden medizinisch-psychiatrisch zu erfassen. Die Art der Beschwerden sei nach Unfall
mechanismen, wie sie die
Versicherte
erlitten habe (Distor
sion der Halswirbel
säule, milde traumatische Hirnverletzung), nicht selten. Ungewöhnlich seien die Intensität und das Ausmass der Behinderung. Folgende ätiologische
n
Überlegun
gen seien zu machen:
1.
maligne
schmerzpathophysiolo
gische
Ent
wicklung
2.
schwere psychoreaktive S
törung in Form einer dissoziati
ven Störung
3.
Kom
bination von Punkt 1 und
2.
Zu Punkt 1 führte
Dr.
S._
aus, die moderne Schmerzphysiologie gebe Erklärungen für die
Chronifizierung
peripherer Schmerzereignisse, auch wenn diese von aussen her gesehen nicht sehr eindrück
lich seien. Im Rahmen von Umbauprozessen im
Hinterhorn
des Rückenmarkes und einer Veränd
erung der aufsteigenden schmerz
leitenden und absteigenden schmer
zhemmenden Bahnen im Zentralner
vensystem komme es zur Ausbildung einer persistierenden Schmerzkrankheit, die letztlich mit der peripheren Ver
letzung nichts mehr zu tun habe. Es könne daher nicht davon ausgegangen werden, dass die
Versicherte
an einem „
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebild" leide. Zu Punkt 2 erklärte
Dr.
S._
, dass die Reaktion der
Versicherte
n
auf schwierige Themen eine relevante psychische Dimension nahelege. Zu Punkt 3 führte er sodann aus, dass die Intensität der Beschwerden und der Behinderung eine Kombination von Punkt 1 und Punkt 2
vermuten lasse. Weiter erklärte er, dass eine dissoziative Störung mit grösster Wahrscheinlichkeit Einflu
ss auf die absteigenden schmerz
hemmen
den Bahnen des Zentralnervensystems habe. Unter dem Hinweis, dass seiner Ansicht nach zw
ar kein
pathogenetisch
-ätiolo
gisch unklares
syndromales
Beschwer
debild vor
liege, hielt
Dr.
S._
doch fest, dass bei der
Versicherten
die „Förster-Krite
rien“ vorlägen (
Urk.
2/
8/102).
4
.5
Prof.
Dr.
med.
T._
, Facharzt für Anästhesiologie, diagnostizierte im Bericht vom
7.
Januar 2013 ein chronisches
zervikospond
ylogenes
, -
zephales
und
-brachiales Schmerzsyndrom und bescheinigte eine Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
2/
8/106).
5
.
5
.1
Im
G._
-Gutachten vom 1
0.
Januar 2014 wu
rden eine chronische Schmerzstö
rung mit somatischen und psychischen Fakto
ren (ICD-10 F45.41), eine Opiat
ab
hängig
keit, ärztlich induziert (ICD-10 F11.24
), ein chronisches
zervikozepha
les
und
zer
vikobrachiales
Schmerzsyndrom, auf orthopädischer Ebene ohne objektivier
bare organische Ursache (bei nic
ht adäquat wirkendem Schmerz
ver
halten mit Symp
tomausweitung und Selbstlim
itation, Status nach Verkehrs
un
fall im Januar 2011 und nach Snowboardstürzen im Februar 2004 und Januar 2003 ohne objektiv fassbare strukturelle Verletzungen am Bewegungsapparat, medikamen
tös indu
zierten Kopfschmerzen und chronischen Kopfschmerzen mit migräne
formen Exazerbationen) sowie a
namnestisch ein chronisches
lum
bovertebrales
Schmerzsyndrom (bei Diskusalterationen LWK 4/5 und LWK/SWK1, klinisch und bildgebend ohne
Kompromittierung
neuraler Struk
turen) diagnostiziert. Eine Auswirkung dieser Diagnosen auf die Arbeitsfähigkeit wurde verneint (Urk.
2/
8/138/38).
5
.2
Im Gutachten wurde dazu aus orthopädischer S
icht ausgeführt, die Versicherte
habe im Januar 2003 einen Rückwärtssturz beim Snowboarden erlitten, bei dem sie den Hinterkopf angeschlagen habe. Ein Bewusstseinsverlust sei nicht erinner
lich. Es hätten sich danach Kopf- und
Nackenschmerzen entwickelt, wel
che die Versicherte in ihrer Arbeitstätigkeit lediglich während einige
n
Wochen limitierten hätten. Laut eigenen Angaben habe die Versicherte in der Folge nicht nur die Arbeit, sondern auch in der Freizeit den grössten Teil ihrer Aktivitäten
wieder aufgenommen
und lediglich auf das Schwimmen und Badminton ver
zichtet. Im Februar 2004 sei
es zu einem erneuten Snowboard
sturz gekommen. Dieses Mal sei die Versicherte nach vorne gestützt. Dabei habe sie sich wahrscheinlich mit den Händen abgestützt, indessen seien der Thorax und die Schultern
kontu
sioniert
. Tr
otz einer Vielzahl von eingelei
teten ambulanten und stationären Behand
lungen würden die Schmerzen an Nacken, Kopf, an beiden Armen sowie
lumbal am Rücken bis heute persistieren. Diese Symptomatik sei durch den Verkehrsun
fall
(
vom 1
4.
Januar 2011
)
akzentuiert worden, als die Ver
sicherte beim Rück
wärtsfahren aus einem Parkplatz mit einem von links kommenden Fahrzeug kollidiert sei. Dabei h
abe, wie die Versicherte
berichte, eine Akzelerationsbewe
gung des Kopfes, jedoch keine Kontusion stattgefunden. Auch nach diesem Ereignis se
ien die therapeutischen Bemühun
gen fortgesetzt worden und würden bis he
ute in grösserem Umfang durchge
führt
(
Urk.
2/8/138/23)
.
Bei der Begutachtung hätten sich folgende Befunde objektivieren lassen: Das Gangbild auf Treppe und ebenem Terrain sei etwas verlangsamt gewesen, vom Ablauf her jedoch unauffällig. Beim Zehen- und Fersengang habe die Versicherte über lumbale Rückenschmerzen geklagt. Ebenso habe sie trotz zuvor einge
nommener sehr tiefer Hocke keinen Kauergang durchgeführt. Auch die Untersu
chung des Rumpfes sei nu
r ansatzweise mit geringen Bewe
gungen in sämtliche Richtungen und einer k
onstanten Anspannung einer Viel
zahl von Muskelgruppen gelungen. Kopfbeweg
ungen seien aktiv fast vollstän
dig ausgeschlossen gewesen. Auch bei gleichzeitiger Ablenkung seien lediglich eine leichte Relation in beide Richtungen d
urchgeführt worden bei fast kon
stantem aktivem
Hochzug
der Schultern und
krampfhaft wirkender Streckhal
tung des Nackens
(
Urk.
2/8/138/24)
.
Im Liegen hätten sich hingegen keine Verspann
ungen der paravertebralen Mus
ku
latur zervikal oder
thorakolumbal
palpieren lassen, sodass das Vorliegen von
Myogelosen
oder permanent vorliegenden Muskelverkrampfungen habe ausge
schlossen werden können. An den unteren Extremität
en sei bei zwischen
zeitlicher Relaxation eine freie Beweglichkeit sämtlicher Gelenke bei guter Kraftentfaltung gelungen, wie sie in Anbetracht der gezeigten Hocke auch habe erwartet werden können. Auch hier sei aufgefallen, dass die Versicherte häufig muskulär dagegen gespannt habe, ohn
e dass sich dies durch die anam
nestisch angegebenen panver
tebralen Rückenschmerzen ausreichend habe erklären lassen. An den oberen Extremitäten sei die Beweglichkeit der Arme deutlich limitiert gewesen, indem nur etwa die Horizontale erreicht worden sei. Anschliessend habe die Versicherte auf entstehende Nackenschmerzen verwiesen, ohne dass sich Hinweise auf eine objektivierbare Pathologie an den Schultergelenken selbst ergeben hätten. Weiter wurde im Gutachten ausgeführt, die vorliegenden MR-Tomographien der ganzen Wirbelsäule zeigten geringe degenerative Veränderungen, die als altersentspre
chend
anzusehen seien (Urk.
2/8/138/
24).
5
.3
Im Rahmen der neurologischen (Teil-)Begutachtung gab die Versicherte an, im Vordergrund stünden die chronischen Nackenschmerzen. Diese würden sich nach oben in den Kopf ausbreiten. Zusä
tzlich komme es zu einer Schmer
zausbreitung
in den rechten Kieferbereich. Sie habe deswegen Mühe beim Kauen und Essen. Intensives Kauen führe
zur Provokation von Migränekopf
schmerzen. Solche Schmerzen träten an mehr als zehn Tagen pro Monat auf. Des Weiteren verspüre sie Schmerzen im rechten Arm. Bei starken Schmerzen würden sich diese entlang der Wirbelsäule bis in den Rücken ausbreiten. Sie leide denn auch andauernd unter Rückenschmerzen (
Urk.
2/
8/138/27-28).
Der neurologische Teilgutachter hielt in der Beurte
ilung fest, pathologische struk
turelle Veränderungen lägen nicht vor. Die MRI-Untersuchung der Halswirbel
säule vom 2
3.
Februar 2004 habe eine l
eichte Fehlhaltung mit degenera
tiven Ver
änderungen im Segment C5/6, indess
en ohne Hinweise auf eine
disko
ligamentäre
Verletzung, gezeigt. Auch die MRI-Untersuchung vom
5.
Juli 2008 habe keine Anhaltspunkte für
interkranielle
Verletzungen ergeben. Die Angaben der Versi
cherte bezüglich der Schmerzsymptomatik rechtsbetont mit Ausstrahlungen in den Kopf, in den rechten Arm bis in den Rücken und Kreuz-bereich seien diffus und wenig präzise. Seit
Jahren bestehe nun eine Behand
lung mit hochpotenten Opiaten und einer breiten Bedarfsmedikation mit
NSAR
,
Muskelrelaxantien
und
Triptanen
. Die aktue
ll beschriebene Kopfschmerz
prob
lematik entspreche weitge
hend einem Spannungskopfschmerz. Zudem komme es zu migräneformen Exazerbationen sowie zu einem Analgetika-indu
zierten Kopfschmerz. In diesem Zusammenhang wies der Gutachter darauf hin, dass die Versicherte einen inadä
quaten Umgang mit der Reservemedikation pflege. Angesichts der Befunde und des Verhaltens der Versicherte
n
, welche über andauernde stärkste Schmerzen berichte, aber gleichzeitig stets lächle ent
sprechend einer „belle
indifference
“, schloss er auf ein funktionelles Leiden (Urk.
2/
8/138/30-32).
5
.4
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde ausgeführt, das Ausmass der geklagten Schmerzen lasse sich durch die somatischen Be
funde nicht hinreichend objekti
vieren, so dass eine psychische Überlagerung anzunehmen sei. Es fänden sich keine Hinweise auf ausgeprägte psychosoziale Belastungen vor dem Unfall im Jahre 200
4.
Allerdings falle auf, dass die Versicherte immer sehr hohe Leistungs
anforderungen an sich gestellt habe
. So habe sie nebst dem 80% Pen
sum berufs
begleitend ein Studium erfolgreich abschlosse
n. Dieser hohe Leistungs
anspruch habe möglicherweise dazu beigetragen, dass sie ihren Beschwerden mehr Gewicht beigemessen habe,
als es den tatsächlichen Befun
den entsprochen habe. Ihre hohen Leistungsideale habe sie schliesslich nicht mehr erfüllen können. Dazu komme, dass sie zunehmend mit Opiaten behandelt worden sei, welche Passivität und regressive Verhaltensweisen fördern würden. All dies könne dazu beigetra
gen haben, dass sich die Versicherte nicht mehr arbeitsfähig gefühlt habe. Sie sei immer mehr in einen regressiven Zustand geraten und fühle sich jetzt überh
aupt nicht mehr leistungsfähig (Urk.
2/8/138/17).
Diese subjektive Krankheitsüberzeugung lasse s
ich aber weder durch die somati
schen noch durch die psychiatrischen Befunde hinreichend objektivieren. Eine wesentliche depressive Störung liege nicht vor, die Versicherte werde denn auch nicht antidepressiv behandelt. Sie
klage
über schmerzbedingte Schlaf
störungen. Täglich nehme sie Opiate ein, was wesentlich dazu beitrage, dass sie passiv sei, die meiste Zeit des Tages im Bett verbringe und überzeugt sei, nicht mehr arbeiten zu können. Die subjektive Krankheitsüberzeugung sei auch Grund dafür, dass sie sich von sozialen Kontakten zurückgezogen habe. Es sei aber zu erwähnen, dass die Versicherte von 2006 bis 2008 und von 2008 bis 2011 jeweils zwei Partner
schaftsb
eziehungen unterhalten habe, wes
halb kein ausgeprägter sozialer Rück
zug vorliege. Zusammenfassend hielt der Gutachter fest, dass neben der chroni
schen S
chmerzstörung keine weitere psy
chiatrische Diagnose gestellt werden könne. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung in der Arbeitsfä
higkeit (
Urk.
2/
8/138/17-18).
5
.5
Im Rahmen der Begutachtung am
G._
wurde auch eine neuropsychologische Untersuchung durchgeführt. Der zuständige Neuropsychologe hielt fest, eine eigentliche neuropsychologische Diagnose habe nicht gestellt werden können, weil die Erstellung eines validen neuropsychologischen Leistungsprofils nicht möglich gewesen sei. Er führte aus, dass das Testprofil auf eine dur
chschnittli
che Leistungsfähigkeit schliessen lasse. Indessen fänden sich Widersprüche. So sei die Merkfähigkeit für Zahlen lediglich durchschnittlich ausgefallen, die Leistungsfä
higkeit im Bereich des Kopfrechn
ens aber hervorragend. Hervorra
gende Kopf
rechenfähigkeiten setzten aber eine hervorragende Merkfähigkeit für Zahlen voraus. Im Weiteren scheine die Merkfähigkeit für Wörter an und für sich erhalten geblieben zu sein. Im selbstaktiven Abruf ohne motivationale Hinweise habe die Versicherte jedoch bloss unterdurchschnittliche Resultate erbracht. Der Gutachter hielt weiter fest, angesichts des Umstands, dass die Versicherte den Abschluss zur Wirtschaftsinformatikerin im Oktober 2004, also nachdem sie die Snowboard-Unfälle erlitten habe, erlangt habe, sei eher nicht von einer hirnorganisch bedingten Störung auszugehen (
Urk.
2/
8/138/37).
5
.6
Im Rahmen der Konsensbeurteilung hielten die G
utachter fest, aus polydiszipli
närer Sicht sei die Versicherte für die früher ausgeübte Tätigkeit als Wirtschaftsin
formatikerin auf einer Bank wie auch für alle anderen körperlich sowie intellek
tuell ähnlich gelagerten Tätigkeiten zu 100
%
arbeits- und leistungsfähig. Bei ihren Untersuchungen hätten sich keine Hinweise für eine organisch-strukturelle Verletzung ergeben.
Ebenso bestünden keine Anhalts
punkte dafür, dass die Ver
sicherte wegen eines psychischen Leidens längere Zeit arbeitsunfähig gewesen sei. Insgesamt sei davon auszugehen, dass auch retrospektiv keine länger andau
ernde
höhergradige
Arbeitsunfähigkeit bestanden habe (
Urk.
2/
8/138/39).
Weiter nahmen die Gutachter Stellung zu den
früheren ärztlichen Einschätzun
gen. Sie führten aus, im
E._
-Gutachten sei e
ine vollständige Arbeitsunfähig
keit attestiert worden. Indessen seien die erhobenen neuropsychologischen Befunde kaum nachvollziehbar; sie seien zu s
tark von den subjektiven Verhal
tensweisen der Versicherte beeinflusst (
Urk.
2/
8/138/40). Zwar sei es möglich, dass bei einer neuropsychologischen Untersuchung aufgrund der Schmerzinterferenz gewisse pathologische Befunde erhoben werden könnten. Aus neurologischer Sicht gebe es indessen k
eine Hinweise auf eine zugrunde
liegende hirnorganische Ursache (
Urk.
2/
8/138/32). Zum Bericht der behandelnden Neurologen
Dr.
P._
und
Dr.
R._
erklärten die Gutachter, dass sich diese bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auf die subjektiven Angaben der Versicherte abgestützt hätten. Klinische oder radiologische Befunde, welche die von ihnen attestierte Arbeits
unfähigkeit rechtfertigen würden
, fän
den sich nicht (
Urk.
2/
8/138/32). Hinsicht
lich der lumbalen Rückenschmerzen und der Schmerzen am rechten Bein sei an der
Klinik Q._
am 1
2.
Juli 2013 eine MRI-Aufnahme der Lendenwirbel
säule d
urchgeführt worden, auf der mit
unter eine
Diskusprotrusion
L5/S1 median ohne Kontakt zu einer Nervenwurzel sichtbar sei. Eine Neurokompression habe also nicht nachgewiesen werden können (
Urk.
2/
8
/
138/8+33+56). Zum Bericht vo
n
Dr.
S._
meinten die Gut
achter, dass dieser keine klare psychiatrische Diagnose enthalte. Zweifellos liege bei der Versicherte eine chronische Sc
hmerz
störung vor. Eine dissozia
tive Störung sei entgegen der Ansicht von
Dr.
S._
aber nicht auszu
machen. Es fehle an Hinweisen auf unbewusste Konflikte, die massgeblich zur psychischen Überlagerung der geklagten Beschwerden beigetra
gen hätten (
Urk.
2/
8/138/19).
6
.
6
.1
Das
G._
-Gutachten vom 1
0.
Januar 2014 erweist sich als für die streitigen Belange umfassend und beruht auf allen nöt
igen Untersuchungen. Die Gutach
ter gingen auf die von der Versicherten geklagten Beschwerden ein und gaben ihre Beurteilung in Kenntnis der wesentlichen
Vorakten
beziehungsweise der Anam
nese ab. Die medizinische Situation wie auch die medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend dargelegt und beurteilt und die Schlussfolgerungen einlässlich und überzeugend begrü
ndet. Damit erfüllt das
G._
-Gut
achten sämtliche von der Rechtsprechung (E. 1.
3
) an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens gestellten Anforderungen.
6
.2
Die Versicherte
warf
in der Beschwerde wiederholt die Frage auf, wer denn eine umfassende Qualitätskontrolle eines MEDAS-Gutachtens durchführe (
Urk.
2/1
S.
26, 29, 34 und 35). Damit spr
a
ch sie die Frage nach dem Beweiswert des Gut
achtens an. Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeu
tet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Hinsichtlich des
G._
-Gutachtens ist dies, wie bereits erwähnt, der Fall. Was die Versicherte dagegen vorbringt, ist nicht stichhaltig, wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen ergibt.
Die von ihr geforderte Qua
litätskontrolle läuft
im Ergebnis auf die
Einholung eines Gerichtsgutachtens hin
aus. Ein Anspruch darauf besteht rechtsprechungsgemäss nur, wenn die Abklä
rungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren in rechtserheblichen Punkten nicht ausreichend beweiswertig sind (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.), was vorliegend nicht der Fall ist.
6
.3
Die
Versicherte
erblickt
e
einen Mangel im
G._
-Gutachten darin, dass die Gut
ach
ter ihre Ergebnisse - trotz des entsprechenden An
trages vor Durch
führung der Begutachtung (
Urk.
2/
8/113) - nicht mit den behandelnden Ärzten diskutierten (
Urk.
2/
1 S. 29).
Hierzu ist zu bemerken,
dass sich aus der Rechtsprechung kein solcher Anspruch herleiten lässt. Den Versicherten stehen im Rahmen von durch
zuführenden Begutachtungen Mitwirkungsrechte zu (vgl. dazu BGE 137 V 210). Sodann haben sich die Gutachter gebüh
rend mit den wesentlichen
Vorak
ten
aus
einanderzusetzen (Bundesgerichtsurteil 9C_183/2015 vom 1
9.
August 2015 E.
4.2 mit Hinweis). Ein Anspruch darauf, dass die Gutachter in der Folge mit den behandelnden Ärzten zusammensitzen, um die Gutachtensergebnisse zu disku
tieren, wie dies die
Versicherte
fordert, besteht nicht und wäre auch kaum ziel
führend.
Unzutreffend ist die Annahme
,
die Gutachter hätten sich zu allen,
also zu jedem einzelnen Arztbe
richt, welcher bei den
Vorakten
liegt, zu äussern (
Urk.
2/
1 S. 35). Erforderlich ist, wie erwähnt, eine Auseinandersetzung mit d
en wesentlichen
Vorakten
(vorer
wähntes Bundesgerichtsurteil 9C_183/2015 vom 1
9.
August 2015 E. 4.2). Dies gilt auch hinsichtlich des vorhandenen radiologi
schen Bildmaterials. Diesem Erfordernis kamen die
G._
-Gutachter nach. Es schadet daher nicht, dass die
G._
-Gutachter nicht zu jedem Röntgenbild, mitunter solchen, welche die
Versicherte
ihnen bei der Begutachtung aushändigte (
Urk.
2/
1 S. 33,
Urk.
2/
3/15), einen Kommentar abgaben und dass sie nicht sämtliche Berichte diverser behandelnder Ärzte auflisteten (
Urk.
2/
1 S. 32,
Urk.
2/
8/165/3). Zwar fehlen in der Auflistung der
Vorakten
, wie die
Versicherte
richtig bemerkt
e
, tatsächlich Berichte aus dem Jahr 200
6.
Indessen sind von den nämlichen Ärzten, deren Berichte fehlen, andere Beri
chte späteren Datums im
G._
-Gut
achten auf
geführt (
Urk.
2/
8/138/6). Im Übrigen ging es in den Berichten, deren Fehlen von der
Versicherte
moniert
w
u
rd
e
, vorwiegend um Arbeitsunfä
higkeits
bestätigungen betreffend das Jahr 2006 (vgl.
Urk.
2/
1 S. 32). Für den nun zu prüfenden allfälli
gen Rentenanspruch ab
1.
Juni 2012 (vgl. E.
2
.1
hievor
) sind diese nicht von Relevanz.
6
.4
Hinsichtlich der Bildgebungen moniert die
Versicherte
, dass die
G._
-Gutachter keinen Radiologen zu deren Interpretation beigezogen hätten (
Urk.
2/
1 S. 33). Dazu ist festzuhalten, dass kein allgemeiner Grundsatz besteht, wonach für die Befundung von Röntgenbildern zwingend ein Radiologe beizuziehen wäre (vgl.
Bundesgerichtsurteil U 599/06 vom 1
0.
Januar 2008 E. 3.4.4). Es ist kein Grund ersichtlich, weshalb dem orthopädischen respektive dem neurol
ogi
schen
G._
-Teilgutachter als Fachexperten die Fähigkeit zur Interpretation von Rönt
gen
bildern abgehen sollte. Die
Versicherte
bl
i
eb denn auch eine Erklärung dazu schuldig.
Soweit die Versicherte behauptet
e
, die
G._
-Gutachter würden gar nichts zu d
en Bildgebungen sagen (
Urk.
2/1
S. 27), übers
ah
sie
, dass
diese wiederholt
radiologische Untersuchungen
aufliste
te
n
und sich dazu äuss
erte
n (vgl. etwa Urk.
2/
8/
138/22+23+24+30+31).
6
.5
Was die psychiatrische
G._
-Teilbegutachtung anbelangt, rüg
t
e
die Versicherte, die psychiatrische Untersuchung sei ungenügend, weil der Psychiater sie nur ein
mal gesehen habe (
Urk.
2/1 S. 45). Dem ist entgegenzuhalten, dass es praxisgemäss für den Aussagegehalt eines medizinischen Gutachtens nicht auf die Dauer der Exploration ankommt. Zwar muss der zu betreibende zeitliche Aufwand der Fra
gestellung und der zu beurteilenden Pathologie angemessen sein. Zuvorderst hängt der Aussagegehalt einer Expertise aber davon ab, ob sie inhaltlich voll
ständig und im Ergebnis schlüssig ist (vgl. Bundesgerichtsurteil 8C_662/2014 vom 1
2.
November 2014 E. 8). Dies trifft vorliegend zu. Ebenso ist dem Vorhalt der fehlenden Einholung fremdanamnestischer Auskünfte beim behandelnden Psychiater (
Urk.
2/1 S. 45 f.) nichts abzugewinnen. Denn im Rahmen der psychi
atrischen Begutachtung ist grundsätzlich nicht eine Fremdanamnese entschei
dend, sondern die klinische Untersuchung in Kenntnis der Anamnese (Bundesge
richtsurteil 8C_808/2012 vom 2
1.
Dezember 2012 E.
3.3.3). Die Not
wendigkeit der Einholung einer Fremdanamnese bei der behandelnden Arzt
person ist in erster Linie eine Frage des
medizinischen Ermessens (Bundes
gerichtsurteil 8C_323/2014 vom 2
3.
Juli 2014 E. 5.2.1). Dass der psychiatrische
G._
-Teil
gutachter von der Einholung einer solchen absah, nachdem ihm die Ein
schätzung von
Dr.
S._
aufgrund dessen ausführlichen Berichts vom 26.
Oktober 2012 bekannt war, ist nicht zu bemängeln.
6
.6
Im Weiteren
warf
die Versicherte den
G._
-Gutachtern vor, sie würden nicht hin
reichend erklären, weshalb die i
m Rahmen der Begutachtung durch
geführte neu
ropsychologische Untersuchung nicht verwertbar sei (
Urk.
2/
1 S. 27 und 47). Dieser Vorwurf geht fehl. Die fehlend
e Validität der neuropsychologi
schen Testung war auf
eine willensabhängige Einschränkung der Versicherten
(Urk.
2/138/39-40), also auf eine
mangelnde Compliance
zurückzuführen. Die Testungen ergaben Resultate, die so nicht stimmen konnten. Für eine aus
sage
kräftige neuropsychol
ogische Testung ist eine hinrei
chende Kooperation des Exploranden unerlässlich, welche im Falle der Versicherte offensichtlich nicht beziehungsweise nur unzureichend gegeben war. Abgesehen davon haben letztlich die ärztlichen Gutachter zur Arbeitsfähigkeit Stellung zu nehmen. Nach
der Rechtsprechung ist dem test
mässigen Erfassen der Psychopathologie im Rahmen der psychiatrischen Exploration generell nur eine ergänzende Fu
nktion beizumessen. Ausschlagge
bend bleibt die klinische Untersuchung
mit Anam
neseerhebung, Symptomer
fassung und Verhaltensbeobachtung (Bundes
gerichts
urteil 9C_344/2013 vom 1
6.
Oktober 2013 E. 3.1.5). Es ist daher nicht zu bean
standen, wenn die
G._
Gutachter für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit primär auf die Befunde der neurologisch-psychiatrischen Begutachtung abstellten.
6
.7
Als medizinische Massnahme empfahlen die
G._
-Gutachter ein
e
Behandlung in einer psychosomatisch orientierten Klinik (
Urk.
2/8/138/19+40). Darin kann ent
gegen der Ansicht der Versicherten (
Urk.
20 S. 14) kein Widerspruch zur attestierten vollen Arbeitsfähigkeit erblickt werden. Denn
diese Empfehlung erging aufgrund des übermässigen Medikamentenkonsums der Versicherten. Dazu führten die Gutachter aus, die eingenommenen Opiate würden die Passivität und die Regressionsneigung der Versicherten
unterstützen, weshalb ein E
ntzug durch
geführt werden soll
e (
Urk.
2/8/
138/19+40).
7
.
7
.1
Im Einwand vom 2
4.
April 2014 gegen den Vorbescheid
brachte die Versicherte
eine Reihe von Einwänden gegen das
G._
-Gutachten vor. Zudem reichte sie wei
tere Berichte ihrer behandelnden Ärzte ein (
Urk.
2/
8/165).
Dr.
S._
kritisierte im Bericht vom
4.
April 2014 insbesondere die fehlende Einholung einer Fremd
anamnese und den Umsta
nd, dass die Versicherte
gutachterlich bloss einmal exploriert worden sei. Er wies überdies darauf hin, dass die diagnostischen Hand
bücher (ICD-10, DSM-V) nur
einen groben Raster
vorgäben. Nicht alle Patienten würde
n genau diesen Vorgaben entspre
chen. Daraus könne aber nicht geschlos
sen werden, dass
bei Fehlen einer ICD-
10-Kodierung kein relevantes Leiden vor
liege (
Urk.
2/
8/159).
Dr.
R._
nahm im Bericht vom 1
7.
April 2014 ausführlich Stel
lung zum Gutachten. Im Wesentli
chen hielt er dafür, dass ein organisches Substrat bestehe. Die radiologischen Befunde seien nicht einfach „
nihil
“, sondern müssten im Verhältnis zum jungen Alter der Versicherte
n
beurteilt werden. Es bestünden eine ausgeprägte
Diskopathie
L4/5 und L5/S1 sowie Veränderu
ngen im Bereich der Brustwirbel
säule und der Halswirbelsäule. Es genüg
e nicht, auf die fehlende Neuro
kompression des zentralen oder peripheren Nervensystems hinzu
weisen, um eine organische Grundlage zu ver
neinen (
Urk.
2/
8/160). Prof.
Dr.
T._
führte im Bericht vom 2
3.
April 2014 aus, die Schmerzen der Versicherte seien glaubhaft. Die Tatsache, dass die heutige bildgebende medizinische Radio
logie nicht in der Lage sei, bestimmte Ver
letzungen
zu zeigen, bedeute seines Erach
tens nicht, dass diese nicht existierten (
Urk.
2/
8/161).
Dr.
med.
U._
, Facharzt für Innere Medizin, hielt im Bericht vom 2
3.
August 2014 insbesondere dafür, dass die fehlenden therapeutischen Erfolge durch eine Kieferosteomyelitis zu erklären seien. In diesem Zusammenhang verwies er auf eine Kieferszintigra
phie vom
1.
Oktober 2009 (Urk.
2/
8/162). Der weiter mit dem Vorbescheid einge
reichte Bericht von Dr.
P._
vom 1
1.
März 2014 beinhaltete einen Rapport über die Ergebnisse der durchgeführten Radiofrequenztherapien und Infiltrationen. Auf das
G._
Gut
achten wurde darin nicht eingegangen (
Urk.
2/
8/164).
7
.2
Der Einwand sowie die eingereichten Berichte wurden dem
G._
zur Stellung
nahme unterbreitet. Mit Schreiben vom 2
7.
Mai 2014 antwortete das
G._
im Wesentlichen, den eingereichten Arztberichten seien keine neuen Befunde und Diagnosen zu entnehmen. Die behandelnden Ärzte hätten sich bereits vor Erstel
lung des Gutachtens schriftlich geäussert. Die Gutachter hätten Kenntnis von die
sen Berichten gehabt und sich auch da
zu geäussert. Allfällige Diskre
panzen hätten sie dargelegt. Es mache keine
n Sinn, noch einmal zu den glei
chen, anders
lautenden Einschätzungen Stellung zu beziehen. Soweit fehlende Akten moniert würden, sei darauf hinzuweisen, dass genügend bildgebende Untersuchungen für die Validierung des Gutachtens vorhanden gewesen seien (
Urk.
2/
8/167).
7
.3
Den
G._
-Gutachtern ist beizupflichten, dass besagte Berichte keine Befunde oder Diagnosen enthalten, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben wären. Unter Beachtung der Div
ergenz von medizinischem Behand
lungs- und Abklärungsauftrag kann es nicht
angehen, eine medizinische Admi
nistrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklä
rungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte nachher zu unter
schiedlichen Einschätzungen gelangen
oder an solchen vorgängig geäus
serten abweichenden
Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich hingegen, wenn die behandeln
den Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, welche im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben und die geeignet sind, zu einer abwei
chenden Beurte
ilung zu führen (Bundesgerichts
urteil 8C_677/2014 vom 29.
Oktober 2014 E. 7.2), was aber vorliegend nicht der Fall ist. Dies gilt insbe
sondere in Bezug auf den Bericht von
Dr.
U._
. Die Kieferproblematik respektive die Kieferszintigraphie vom
1.
Oktober 2009 waren den
G._
-Gut
achtern bekannt (
Urk.
2/
8/138/3). Anzumerken bleibt, dass die Versicherte wegen der Kiefer
schmerzen im Universitätsspital
N._
, Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilku
nde abgeklärt wurde. Die Behand
lung bestand in der Verabreichung einer Unterkiefer-
Michiganschiene
. Weitere Schritte wurden von den
Kiefer
spezialisten nicht als notwendig erachtet (Bericht vom 2
5.
April 2008, Urk.
2/
8/28/3
4). Soweit
Dr.
R._
aufgrund der
Diskopathie
L4/5 und L5/S1 einen relev
anten, die Arbeitsfähigkeit ein
schränkenden Befund behauptet, ver
mag dies bereits auf
grund des Umstands, dass er Neurologe ist, es sich dabei aber um ein orthopädi
sches Problem handelt, das
G._
-Gutachten nicht in Zweifel zu ziehen.
7
.4
Vor diesem Hintergrund kann der Versicherte
n
nicht gefolgt werden, wenn sie im Schreiben des
G._
vom 2
7.
Mai 2
014 eine Verletzung des rechtli
chen Gehörs erblickt, weil auf ihre Fragen im Einwand nicht im Einzelnen Stellung genommen und auf die Berichte nicht näher eingegangen wurde (
Urk.
2/
1 S. 27, 29). Zu bemerken ist sodann, dass es sich bei den Fragen, die sie mit dem Vorbescheid aufgeworfen hatte und die sie nach wie vor beantwortet haben möchte, über
wiegend um (unzulässige) Suggestivfragen handelt (etwa: Was sagen die
G._
Mediziner und die Beschwe
rdegegnerin dazu, dass sie
unzu
lässigerweise
die juristische Wertung übernommen haben? Warum ist die Beschwerdegegnerin der Meinung, eine fehlende klärende Anamnese bedeute keinen Mangel des
G._
Gutachtens?;
vgl. dazu
Urk.
2/
1 S. 27). Andere Fragen wiederum sind im
G._
-Gutachten bereits beantwortet
(etwa jene nach der Rele
vanz der
Diskopathie
L4/5 und L5/S1).
7
.5
Auch aus den im weiteren Verlauf von der Versicherte
n
eingereichten Berichten von
Dr.
R._
vom 1
5.
Juli 2014 (
Urk.
2/
8/174) und Prof.
Dr.
T._
vom 1
0.
November 2014 (
Urk.
2/
8/177) ergeben sich keine Anhaltspunkte, die das
G._
Gutachten in Zweifel zu ziehen vermöchten, da darin keine Gesichtspunkte erwähnt sind, die bislang unerkannt geblieben wä
ren. Das Gleiche gilt für den
offensichtlich in Hinblick auf das laufende versicherungsrechtliche Ver
fahren redigierten - Bericht von
Dr.
med.
V._
vom 2
8.
August 201
4.
Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie diagnostizierte darin eine
chroni
fi
zierte
schwere dissoziative Störung (ICD-10 F44.8). Inhaltlich schloss er sich indes
der Beurteilung von
Dr.
S._
an (
Urk.
2/
8/173).
Schliesslich ergibt sich auch nichts
entscheidwesentlich
anderes aus dem vom Sozial
versicherungsgericht beigezogenen Bericht der Klinik
I._
vom 2
1.
November 2014, wo sich die Versicherte vom 2
9.
Juli bis 2
8.
August 2014 stationär aufgehalten hatte (
Urk.
29). Darin wurde als Hauptdiagnose eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome gestellt (ICD-10 F32.2). Das Vorliegen eines relevanten depressiven Geschehens war indes von den
G._
Gutachtern geprüft und explizit verneint worden (Urk. 2/8/138/18). Im Rahmen des Aufenthalts in der Klinik stand, wie dem Bericht zu entnehmen ist, vor allem die Schmerzproblematik und die infolge der Schmerzen entstandene soziale und ökonomische Situation im Vordergrund (Urk. 29 S. 2). Insofern präsentierte sich das Beschwerdebild vergleichbar mit dem bei der Begutachtung.
8
.
8
.1
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das
G._
-Gutachten vom 1
0.
Januar 2014 beweiskräftig ist. Die Kritik der Versicherten, das
G._
-Gutachten würde sämtli
chen weiteren Berichten widersprechen, stimmt so nicht. Das
G._
Gut
achten weicht massgeblich von den B
erichten der behandelnden Ärzte
ab, was die Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit anbelangt, nicht aber in der Befund
erhebung. Bereits im Urteil vom 1
8.
Oktober 2011 hatte das Sozialver
sicherungsgericht gestützt auf die schon damals zahlreich vorhandenen Berichte festgestellt, dass es weitgehend an relevanten neurologischen und psychiatri
schen Befunden fehle.
Zu diesem Ergebnis kam auch das Bundesgericht im damals
parallel laufenden
unfallversicherungsrechtlichen Verfahren (Bundes
gerichts
urteil 8C_887/2011 vom
5.
März 2012 E. 3;
Urk.
23).
Im in Rechtskraft erwachsenen Urteil vom 1
8.
Oktober 2011 hat das Sozialversicherungsgericht entschieden, dass das
E._
-Gutachten hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht beweistauglich ist (
Urk.
2/8/8
2
). Die neuerliche Berufung der Versicherten auf eben dieses Gut
achten im vorliegenden Verfahren erweist sich daher als
unbehelflich
(
Urk.
20 S.
11).
Daran, dass es weitgehend an relevanten neurologischen und psychiatrischen Befunden fehlt,
hat sich nichts geändert. Insbesondere kann
Dr.
S._
nicht gefolgt werden, soweit er vorbringt, die von ihm diagnostizierte psychiatrische Erkrankung sei aufgrund von Umbauprozessen im
Hinterhorn
des Rückenmarks und einer Veränderung schmerzhemmender Bahnen im Zentralnervensystem organisch bedingt (
Urk.
2/
8/102). Organisch hinreichend nachgewiesene Befunde im Sinne der Rechtsprechung bestehen, wenn durch
apperativ
-bildgebende Ver
fahren gesicherte Befunde vorliegen (vgl. etwa Bundesgerichtsurteil 8C_795/2010
vom
9.
Dezember 2010 E. 3.2). Dies ist vorliegend nicht der Fall.
Auch gestützt auf den
Bericht von Prof.
Dr.
T._
vom 2
3.
April 2014 (Urk.
2/8/161)
lässt sich keine
Organizität
der Beschwerden im Sinne der Rechtsprechung nachweisen (vgl.
dazu
Urk.
20 S. 11)
.
Nachdem auf das
G._
Gutachten vollumfänglich abge
stellt werden kann, ist vom beantragten
Beizug
von medizinischen Sach
verstän
digen respektive von der Einholung eines Gerichtsgutachtens (Urk.
2/1 S.
51) abzusehen, da keine massgeblichen weiteren Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte B
eweiswürdigung, BGE 124 V 90 E.
4b, 122 V 157 E.
1d mit Hinwei
sen).
8
.2
Gemäss
G._
-Gutachten be
steht bei der Versicherten
eine chronische Schmerz
stö
rung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), eine Opiat
abhängigkeit, ärztlich induziert (ICD-10 F11.24), ein chronisches
zervikozephales
und
zervikobrachiales
Schmerzsyndrom (auf orthopädischer Ebene ohne objekti
vierbare organische Ursache) sowie anamnestisch ein chro
nisches
lumbover
tebrales
Schmerzsyndrom (klinisch und bildgebend ohne
Kompro
mittierung
neu
raler Strukturen). Eine Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit liegt laut Gutachten nicht vor.
D
er Versicherten
kann nicht gefolgt werden
, soweit sie geltend macht,
die
G._
Gutachter hätten ihre Einschätzung
„
geförstert
”
(
Urk.
2/
17 S. 41,
Urk.
20 S.
15). Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit verneinten sie gestützt
auf die A
nam
nese und eigene Befunderhebung
(
Urk.
2/8/138/17+18+39)
. Daran ändert nichts, dass sie sich auch zu den Foerster-Kriterien
äusserten (
Urk.
2/8/138/18). Die Prüfung dieser Kriterien war Bestandteil der damals geltenden, aber inzwischen aufgegebenen Überwindbarkeitsrechtsprechung (BGE 130 V 352), so dass eine ärztliche Stellungnahme dazu nicht zu beanstanden ist. Eine eigen
ständige Bedeutung kamen ihnen aber bei der gegebenen Ausgangslage nicht zu.
8
.3
Die Versicherte
wirft den
G._
-Gutachtern vor, sie hätten eine unzulässige Gleich
setzung von
„
nicht bildgebend objektivierbar
”
und
„
nicht organisch
”
mit
„
willentlich überwind
bar
”
vorgenommen (
Urk.
20 S. 17, 18 und
25).
Dabei über
sieht sie, dass die Gutachter ein chronisches zervikales und
zervikobrachiales
Schmerzsyndrom, ein chronisches
lumbovert
eb
rales
Schmerzsyndrom und eine chronische Schmerzstörung diagnostizier
t
en.
Insofern erfolgte eine Einordnung
der Befunde
und in diesem Sinne eine Objektivierung. Auch ignorierten die Gut
achter den Umstand, dass die Versicherte über Schmerzen klagte, nicht
(Urk.
2/8/138/17+24+31+39
)
.
Mit Bezug auf die somatischen Diagnosen vernein
ten
die Gutachter ab
er
, mitunter gestützt auf die bildgebenden Untersuchungen, einen relevanten organischen Gesundheitsschaden. D
ass sie daraus unmittelbar auf eine willentliche Überwindbarkeit der somatoformen Schmerzstörung
geschlossen hätten, ergibt sich aus dem Gutachten nicht. Vielmehr verneinten sie, wie bereits erwähnt, gestützt auf die Befunderhebung
eine Auswirkung dieser Diagnose
auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
2/8/138/39)
.
Die Behauptung der Versicherten, die
G._
-Gut
achter seien
- quasi
per se
-
davon ausgegangen
,
dass
„
alles, was
nicht bildgebend-apparativ-org
anisch sei,
sei
nicht objektiv
”
(
Urk.
20 S. 18)
,
respektive dass
„
ohne organisches Korrelat, das die Schmerzen erkläre, auch keine Arbeitsunfähigkeit bestehe
”
(
Urk.
20 S. 26),
trifft somit nicht zu
(
Urk.
20 S. 18).
Soweit
die Versicherte in diesem Zusammenhang auf die Definition gemäss
Art.
7
Abs.
2 ATSG Bezug nimmt, wonach eine Erwerbsunfähigkeit nur vorliegt, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist, und geltend macht, dass die Gutachter dazu hätten Stellung ne
hmen müssen (
Urk.
20 S. 17 f.), ist darauf hinzuweisen, dass es Aufgabe der Medizin ist, zur Arbeitsfähigkeit Stellung zu nehmen (vgl. dazu BGE 1
41 V 281 E. 5.2). Dem
kamen d
ie
G._
-Guta
chter nach. Die
Frage nach
der Erwerbsfähigkeit
indessen
ist eine rechtliche Frage.
Der Rentenanspruch wird - in Nachachtung der
ver
fassungs
- und
gesetzmässigen
Vorgaben von
Art.
8 und 29 BV
(Rechtsgleichheit) und
Art.
7
Abs.
2 ATSG
(objektivierte Zumutbarkeitsbeurteilung) - anhand eines n
ormativen Prüfrasters beurteilt
, und es braucht medizini
sche Evidenz, dass die Erwerbs
fähigkeit aus obje
ktiver Sicht eingeschränkt ist
(vgl.
Bundesgerichtsurteil 8C_344/2016
vom
2
3.
Februar 2017 E. 3.2
).
Dazu ist
in den nachfo
lgenden Aus
führungen einzugehen
.
9
.
9
.1
Die vor BGE 141 V 281 ergangene Rechtsprechung zu den somatoformen Schmerzstörungen und ähnlichen Leidenszuständen lautete unter anderem wie folgt: Für die Annahme eines invalidisierenden Gesundheitsschadens bedarf es grundsätzlich einer fachärztlichen, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützten Diagnose (BGE 130 V 396 E. 6). Somatoforme Schmerzstörungen und ähnliche Leidenszustände vermögen in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG führende Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit zu bewirken (BGE 130 V 352 E. 2.2.2 und 2.2.3). Die praxisgemässen Grundsätze gelten auch für die Beurteilung der invalidi
sierenden Wirkung einer spezifischen Verletzung der HWS ohne organisch nach
weisbare Funktionsausfälle (BGE 136 V 279 E. 3.2.3). Die Praxis fasst auch ein chronisches zervika
les und
zervikozephales
Schmerzsyn
drom nach
HWS
Distorsionstrauma, ein
thorakovertebrales
Schmerzsyndrom sowie einen chroni
schen Kopfschmerz darunter (Bundesgerichtsurteil 9C_681/2010 vom 14.
Dezem
ber 2010 E. 3.2.2).
9
.2
9
.2.1
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen
ohne erkennbare organische Ursa
che und vergleichbaren psychosomatisch
en Leiden (BGE 130 V 352 und an
schliessende Urteile) angepasst und festgehalten, dass die Invaliditätsbe
messung stärker als bisher den Aspekt der funktionell
en Auswirkungen zu berücksichti
gen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss.
Nach wie vor aber kann eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit nur
anspruchs
erheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 281 E. 2.1 mit Hinweis). Die Sachverständigen sol
len die Diagnose einer anhalten
den somato
formen Schmerzstörung (ICD-10 F45.40) so begründen, dass die Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die
klassifikatorischen
Vorgaben tatsächlich einge
halten sind. Dem diagnose-
inhärenten Schweregrad der somato
formen Schmerz
störung ist vermehrt Rechnung zu t
ragen: Als
„
vor
herrschende Beschwerde" ver
langt wird
„
ein andauernder, schwerer und quälender Schmerz" (Weltgesund
heitsorganisation,
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien,
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
9.
Aufl. 2014
,
Ziff.
F45.4 S. 233). Im Gegen
satz zu anderen psychosoma
tischen, beispielsweise dissoziativen Störungen, die nicht schon an sich einen Bezug zum Schwer
egrad aufweisen, setzt die Diag
nose einer somatoformen Schmerzstörung per definitionem Beeinträchtigungen der Alltagsfunktionen voraus (BGE 141 V 281 E. 2.1.1
mit Literaturhinweisen).
Auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit bezweckte die durch BGE 130 V 352 begründete Rechtsprechung die Sicherstellung eines gesetzm
ässigen Versiche
rungsvollzuges mittels der Regel/Ausnahme-Vorgabe beziehungsweise (seit E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der Überwindbarkeitsvermutung. Das bisherige Regel/Ausnahme-Modell wird i
n BGE 141 V 281 durch ein strukturier
tes Beweis
ver
fahren ersetzt. An der Rechtsprech
ung zu
Art.
7
Abs.
2 ATSG – aus
schliessliche Berücksichtigung der Fo
lgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung und objek
tivierte Zumutbarkeitsprüfung bei materiel
ler Beweislast der rentenan
sprechen
den Person (
Art.
7
Abs.
2 ATSG) – ändert sich dadurch indes nichts. An die Stelle des bisherigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender somatoformer Schmerzstörung und vergleichbaren psychos
omatischen Leiden) treten im Regel
fall beachtliche Stand
ardindikatoren. Diese lassen sich in die Kategorien Schwe
regrad und Konsistenz der
funktionellen Auswirkungen ein
teilen. Auf
den Begriff des primären Krank
h
eitsgewinnes und auf die
Präponderanz
der psychiatris
chen
Komorbidität ist zu verzichten. Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur. Recht und Medizin wirken sowohl bei der Fo
rmulierung der Standardindikatoren wie auch bei deren – recht
lich geboten
er – Anwendung im Einzelfall zusammen. Im Grunde konkreti
si
eren die (in E. 4 und 5) formul
ierten Beweisthemen und Vorge
hensweisen für die Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen Leiden die gesetzgeberischen Anordnungen na
ch
Art.
7
Abs.
2 ATSG. Die Anerkennung eines rentenbegrün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die
funk
tionellen Auswirkun
gen der medizinisc
h festgestell
ten gesundheitlichen Anspruchs
grundlage im E
inzelfall anhand der Standardin
dikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit
(zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nach
ge
wiesen sind. Fehlt es daran,
hat die Folgen der Beweislosig
keit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (E. 6).
9
.2.2
Die im Regelfall beachtlichen Stan
dardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert wer
den können, umschreibt das Bundesgericht in BGE 141 V 281 wie folgt:
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
-
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
-
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Lei
dens
druck (E. 4.4.2)
Die Antworten, welche die medizinischen Sachverständigen anhand der (im Ein
zelfall relevanten) Indikatoren geben, verschaffen den Rechtsanwendern Indizien, wie sie erforderlich sind, um den Beweisnotstand im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit bei psychosomatischen Störungen zu über
brücken (E. 4.1.3).
9
.2.3
Nach altem Verfahrensstandard eingeholte Gutacht
en verlieren ihren Beweis
wert nicht. Es ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorha
ndenen Beweisgrundlagen vor Bun
des
recht standhält. In sinngemässer Anwendung auf die nunmehr materiell-beweis
rechtlich geänderten Anforderungen ist
in jedem einzelnen Fall zu prü
fen, ob die
beigezogenen administrativen und/o
der gerichtlichen Sachverständi
gengutach
ten - gegebenenfalls im Kontext mit
weiteren fachärztlichen Berich
ten - eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder
nicht (BGE 141 V 281 E. 8
).
9
.3
Bei der Versicherten
wurde eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) diagnostiziert (zum Umstand, dass diese allerdings nicht hinreichend von der „anhaltenden somatoformen Schmerzstö
rung“ [F45.40 in der ICD-10-GM] abgrenzbar erscheint, siehe
Welt-gesundheits
organisation
,
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-diagnostische Leitlinien,
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
9.
Aufl. 2014,
Ziff.
45.4 S. 233 Fussnote 1). Den psychiatrisch beschriebenen Symptomen dieser Diagnose fehlt aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht (im Unterschied zu einer somatoformen Schmerzstörung nach ICD-10 F45.40, bei welcher ein andauernder, schwerer und quälender Schmerz im Vordergrund steht) ein Bezug zum diagnoseinhärenten Schweregrad eines psychischen Leidens (so
BGE 142 V 106 E. 4.2 und 4.4
)
. Allerdings setzt die Diagnose einer chro
nischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren voraus, dass der Schmerz „in klinisch bedeutsamer Weise Leiden und Beeinträchtigungen im sozialen, beruflichen und anderen wichtigen Funktionsbereichen“ hervorruft
(
vgl.
Michael E. Meier, Ein Jahr neue Schmerzrechtsprechung, in:
Jusletter
1
1.
Juli 2016, S. 20 ff., „Diagnoseinhärenter Schweregrad“). Die
G._
-Gutachter massen der von ihnen diagnostizierten chronischen Schmerzstörung keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu. Sie konnten anlässlich ihrer fach
ärztlichen Explora
tion keine wesentlichen Einschränkungen erkennen. Was die von
Dr.
S._
und
Dr.
V._
diagnostizierte dissoziative Störungen angeht (zur analogen Anwendbarkeit der Rechtsprechung zu somatoformen Schmerz
störungen auf dissoziative Störungen vgl. BGE 137 V 64 E. 4.2 und auch BGE
141 V 281 E. 2.1.1), kann nicht nachvollzogen werden, ob die
klassifikatorischen
Vorgaben tatsächlich eingehalten sind.
Dr.
S._
räumte denn auch ein, dass eine Sub
sumtion unter die
klassifikatorischen
Vorgaben nicht möglich sei.
9
.4
Eine Prüfung anhand der rechtserheblichen Indikatoren (zur
Indikatorenprüfung
bei einer psychischen Störung nach ICD-10 F45.41 vgl. etwa Bundesgerichtsurteil 8C_59/2016 vom 1
9.
Februar 2016 E. 2.2.1; ferner BGE 142 V 106 E. 4.2 und 4.4) ergibt Folgendes: Die im
G._
-Gutachten gestellte psychiatrische Diagnose ist wie erwähnt nicht per se schweregradbezogen (BGE 142 V 106 E. 4.2 und 4.4). Bezüglich des Indikators „Behandlungserfolg und -resistenz“ ist den Akten zu entneh
men, dass die Versicherte
regelmässig in die Physio- und in ein
e Radiofre
quenztherapie ging. Zudem war
sie alle zwei Wochen beim Psychiater in Behand
lung (
Urk.
2/
8/138/14). Di
e Gutachter gingen indessen
bei
einer
Reduktion des
Konsum
s
von Schmerzmitteln, in
sbesondere der Opiate, von einer Verbesserung aus. Ebenso erwarteten sie
von einer psychosomatischen Behandlung eine ver
besserte Int
rospektionsfähigkeit, vor allem
in Hinblick auf die subjektive Krank
heitsüber
zeugung.
Andere Massnahmen konnten die Gutachter nicht empfehlen
(
Urk.
2/
8/138/19+40)
.
Vor diesem Hintergrund lässt sich nicht auf eine invalidi
sierende, schwere psychische Störung, welche therapeutisch nicht
angehbar
wäre, schliessen.
Soweit die Versicherte moniert, dass bereits Entzugsversuche durch
geführt worden seien (
Urk.
20 S. 30 f., vgl.
ferner
Urk.
2/
8/160/4), übersieht sie, dass die
G._
-Gutachter davon Kenntnis hatten (
Urk.
2/
8/13
8
/5+14
+31).
Bei der Beurtei
lung der Komorbiditäten ist
eine Gesamtbetrachtung der Wechsel
wirkungen und sonstigen Bezüge der Schmerzstörung zu sämtlichen begleitenden krankheitswertigen Störungen vorzunehmen. Neben der somatoformen Schmerz
störu
ng litt die Versicherte
an keinen weiteren Erkrankungen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Von einer Komorbidität im Sinne der Rechtsprechung ist bei dieser Sachlage nicht auszugehen.
Beim Komplex
„
Persönlichkeit
”
und
„
sozialer Kontext
”
ergibt sich Folgendes:
Die Versicherte
lebt
e
,
wie ihren Angaben anlässlich der
G._
-Begutachtung zu ent
nehmen ist,
alleine und verbrachte
die meiste Zeit in der Wohnung. Sie h
at
te
eine Haushaltshilfe und nahm
Nachbarschaftshilfe in Anspruch. Sie verfügt
e
über eine geordnete Tagesstruktur. In
der Regel stand
s
ie um 7.30 Uhr auf. Häufig nahm
sie die Behandlu
ngstermine wahr. Regelmässig war
sie mit dem Auto unterwegs, wenn auch nur über kurze Strecken. Von ihren Kolleginnen und von ihrer Familie hat
te
sie sich gemäss eigenen Angaben zurückgezogen,
empfing aber doch auch Besuch oder ging
selber zu Besuch (
Urk.
2/
8/138
/12+20). Gelegentlich unternahm
sie Spaziergänge (
Urk.
2/
8/138/20).
V
on 2006 bis 2008 und 2008 bis 2011
hatte sie
zwei P
artnerschaftsbeziehungen
(
Urk.
2/
8/138/18)
.
Die Versicherte
beziehungs
weise ihre Rechtsvertreterin bemerkt
dazu zu Recht, dass ein sozialer Rückzug ein dynamischer Prozess ist (
Urk.
2/
17 S. 47,
Urk.
20 S. 33). Aufgrund ihrer Schilderungen anlässlich der Begutachtung ist
indessen
den
G._
-Gutachtern beizupflichten, das
s
zumindest bis
zu jenem Zeitpunkt
zwar ein gewisser sozialer Rückzug vorlag, letztlich aber doch von einem funktionierenden sozialen Umfeld aus
gegangen werden konnte
(
Urk.
2/
8/138/18). Von einer totalen Vereinsamung
kann
- entgegen der Ansicht der Versicherten -
au
fgrund des Tagesablaufs und der
vorhandenen Kontakte nicht gesprochen werden (
Urk.
2/
17 S. 47,
Urk.
20 S.
35)
.
Hingegen sind
das
passive
V
erhalten
und die Regressionsneigung
als ressourcenhemmender Faktor zu werten, wenngleich
hierfür
laut
den
G._
Gut
achte
r
n
keine relevanten Gründe aus
psychiatrischer Sicht
bestanden
(
Urk.
2/
8/138/18).
Hinsichtlich des Gesichtspunkts der gleichmässigen Einschränkung des Aktivi
tätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen ist zu bemer
ken, dass die Versicherte
kaum eigene Interessen hat
te
. Sie verfügt
e
aber über erhebliche intellektuelle Ressourcen. Sie beendete nach Erleiden der beiden Unfälle die Ausbildung zur Wirtschaftsinformatikerin und arbeitete danach rund drei Jahre auf diesem Beruf. Dass sie in der Folge keine Er
werbstätigkeit mehr aufnahm, war
, wie aus dem
G._
-Gutachten hervorgeht, primär ihrer subjektiven Krank
heitsüberzeugung zuzuschreiben.
Zwar war die
Versicherte
vor ihren Unfällen aktiver
, insbesondere in sportlicher Hinsicht (vgl.
Urk.
2/
8/44/24).
Über ein niedriges Aktivitätsniveau verfügte d
ie
Versicherte
aber
bereits, als eine psychi
sche Erkrankung noch nicht im Raum stand und sie auch noch keine psychiatri
sche Behandlung in Anspruch nahm. Denn gegenü
ber dem psychiatrischen Teil
gut
achter des
E._
schilderte die
Versicherte
im Rahmen der Untersuchung vom 2
5.
Februar 2009 einen ähnlichen Tagesablauf; eine psychiatrische Diagnose ver
mochte dieser indes nicht zu stellen (
Urk.
2/
8/44/85+94). Vor diesem Hintergrund fällt der subjektive Leidensdruck der
Versicherte
, de
r
sich auch in der Inanspruch
nahme diverser Therapien äussert
e
, nicht mehr entscheidend ins Gewicht.
Bei gesamthafter Betrachtungsweise über alle massgeblichen Indikatoren hinweg ist
eine medizinisch-gesundheitliche Anspruchsgrundlage, welche zur Anerken
nung einer Invalidität führen könnte, nicht
hinreichend
ausgewiesen.
Es besteht
folglich
kein Grund, aus juristischer Sicht von der gutachterlich festgelegten Arbeitsfähigkeit abzuweichen.
Da mithin von einer vollen Arbeitsfähigkeit in der angestammten und in einer vergleichbaren Tätigkeit auszugehen ist (vgl.
Urk.
2/
8/138/41), besteht kein Rentenanspruch.
Daran ändert auch nichts, dass die Versicherte am
9.
Oktober 2017 freiwillig aus dem Leben schied. Was genau Ausschlag für diesen Entscheid gab, lässt sich naturgemäss nicht mehr eruieren. In ihrem Antrag auf die Freitodbegleitung gab
sie
als Grund hierfür die quälenden Schmerzen an (
Urk.
8/2). Gleichzeitig enterbte sie ihre
Eltern respektive deren Nachkommen als gesetzliche Erben und setzte
die
Y._
Ltd. als Alleinerbin ein (
Urk.
8/4, 8/7, 8/8, vgl. auch
Urk.
8/12
), was auf weitere
erheblich
belastende Faktoren hindeutet.
Im Zeitpunkt der Begutachtung bestanden keine Anhalts
punkte für eine Suizidalität (
Urk.
2/8/138/17
). Vorliegend relevant
ist der bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung vom
4.
Februar 2015 eingetretene Sachverhalt (BGE 130 V 68 E. 5.2.3, 121 V 366 E. 1b).
Insofern ist die psychische Verfassung der Beschwerdeführerin, in wel
cher sie sich zum Zeitpunkt des Frei
todes befand,
hier
nicht von massgebender Bedeutung
. Unabhängig von der gesundheitlichen Entwicklung nach Erlass der ange
fochtenen Verfügung hat die
Prüfung der Frage nach der Einschränkung der
Arbeits- und Erwerbsfähigkeit
jedenfalls
aus objektiver Sicht zu erfolgen. Diese weist, wi
e ausgeführt, für den
zu prüfenden Zeitraum keine Invalidität aus.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
10.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr. 1’0
00.-- anzusetzen. E
ntsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie de
r
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzu
erlegen.