Decision ID: 58b7fcb1-075e-55f3-bfc1-d1ce53044758
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Die Q. AG ersuchte am 1. Oktober 2012 (act. 11/1 und 35) beim Bildungsdepartement
um Bewilligung ihres Ausbildungsgangs "kaufmännische Grundbildung für
Hochbegabte" und um Aufnahme dieses Ausbildungsgangs in die Liste des von der
Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) publizierten
Anhangs zur Interkantonalen Vereinbarung für Schulen mit spezifisch-strukturierten
Angeboten für Hochbegabte (www.edk.ch). Nach Ziff. 3.5.1 und 3.9 des
Ausbildungskonzeptes der Q. AG vom September 2012 (nachfolgend: Konzept) sollen
Hochbegabte aus dem Bereich Sport nach einer Ausbildungsdauer von grundsätzlich
drei Jahren das eidgenössische Fähigkeitszeugnis Kauffrau/Kaufmann (EFZ) erlangen
(act. 11/1 und 2). Die Ausbildung soll vier Semester Berufsschule umfassen. Dabei
werden die Hochbegabten in Regelklassen unterrichtet. Zugunsten der Förderung ihrer
Begabung kann von bestimmten Wochenlektionen dispensiert werden. Zur
Aufarbeitung des verpassten Schulstoffes und zur Unterstützung der Arbeits- und
Lerntechnik sind wöchentlich individuell angepasste obligatorische Arbeitsstunden
vorgesehen (Ziff. 3.6.3 des Konzepts). Zwischen der Schule und der talentfördernden
Organisation (Sportclub), welcher die talentspezifische Ausbildung (mindestens zehn
Stunden Training pro Woche inklusive regelmässiger Leistungsüberprüfung) obliegt,
soll ein regelmässiger Informationsaustausch stattfinden (Ziff. 3.6.1, 3.6.5 und 3.8 des
Konzepts). Während zwölf Monaten sollen die Hochbegabten die betriebliche
Ausbildung in einem Praktikumsbetrieb absolvieren, welcher über eine kantonale
Bildungsbewilligung verfügt und die hochbegabten Lernenden im Erreichen der
beruflichen und talentspezifischen Ausbildungsziele etwa durch angepasste
Arbeitszeiten unterstützt. Ergänzt werden soll das Berufspraktikum durch
überbetriebliche Kurse durch den Verein Interessengemeinschaft kaufmännische
Grundbildung (IGKG) St. Gallen – Appenzell – Fürstentum Liechtenstein (Ziff. 3.7.1 des
Konzepts). Im Weiteren umfasst die betriebliche Ausbildung die integrierten Praxisteile
und den problemorientierten Unterricht. Gemäss Ziff. 3.7.2 des Konzepts sollen die
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integrierten Praxisteile an der Schule im zweiten und dritten Semester in einer
sogenannten Praxisfirma unterrichtet werden. Auch der problemorientierte Unterricht
soll Bestandteil des Schulunterrichts sein. Im Übrigen soll der Ausbildungsgang nach
den Konzeptergänzungen vom 17. Oktober 2013 und 15. Mai 2014 im Einzelfall aus
Rücksicht auf die individuellen Gegebenheiten der Hochbegabten von drei auf vier
Jahre verlängert werden können (act. 11/2 und 12 S. 3 sowie 11/5 S. 2). Mit Verfügung
vom 12. August 2014 wies das Bildungsdepartement das Gesuch der Q. AG ab (act. 2).
B.
Gegen diese Verfügung erhob die Q. AG (Beschwerdeführerin) am 26. August 2014
Beschwerde beim Verwaltungsgericht (act. 1). Am 23. Oktober 2014 ergänzte sie die
Beschwerde mit einer Begründung und beantragte sinngemäss, die Verfügung des
Bildungsdepartements sei aufzuheben, der Ausbildungsgang "kaufmännische
Grundbildung für Hochbegabte" zu bewilligen und in den Anhang zur Interkantonalen
Vereinbarung für Schulen mit spezifisch-strukturierten Angeboten für Hochbegabte
aufzunehmen (act. 5). Mit Vernehmlassung vom 27. November 2014 schloss das
Bildungsdepartement (Vorinstanz) auf kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde
(act. 10). Mit Replik vom 15. Dezember 2014 bestätigte die Beschwerdeführerin ihre
Anträge und Ausführungen (act. 13). Am 22. Dezember 2014 liess sich die Vorinstanz
abschliessend vernehmen (act. 15).
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die
Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 61 Abs. 1 lit. a
des Bundesgesetzes über die Berufsbildung, Berufsbildungsgesetz, SR 412.10, BBG,
in Verbindung mit Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege,
sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeerklärung und die Beschwerdeergänzung wurden
innert Frist eingereicht; sie entsprechen in formaler und inhaltlicher Hinsicht den
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1
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und 2 VRP). Als Adressatin der angefochtenen Verfügung ist die Beschwerdeführerin
ohne weiteres zur Ergreifung des Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit
Art. 45 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Die Beschwerdeführerin macht zunächst geltend, vorliegend seien die allgemeinen
Voraussetzungen ihrer Anerkennung als private Ausbildungsanbieterin nicht mehr zu
überprüfen.
Privatrechtliche Trägerschaften von Bildungsgängen der im Sinne von Art. 6 lit. b der
Verordnung über die Berufsbildung (Berufsbildungsverordnung, SR 412.101, BBV)
schulisch organisierten Grundbildung, d.h. sogenannte andere zu diesem Zweck
anerkannte Institutionen für die Bildung in beruflicher Praxis, müssen nach Art. 16
Abs. 2 lit. a BBG in Verbindung mit Art. 20 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zur
Bundesgesetzgebung über die Berufsbildung (sGS 231.1, EG-BB) und Art. 31 Abs. 1
der st.gallischen Berufsbildungsverordnung (sGS 231.11, SG BBV) vom Amt für
Berufsbildung des Kantons St. Gallen anerkannt sein.
Bei der Beschwerdeführerin handelt es sich fraglos um eine anerkannte Institution im
Sinne von Art. 16 Abs. 2 lit. a BBG. Vom Amt für Berufsbildung des Kantons St. Gallen
ist sie als private Fachschule für die schulisch organisierte kaufmännische
Grundbildung anerkannt (vgl. die Liste der privaten Fachschulen mit Anerkennung des
Amtes für Berufsbildung vom August 2012, www.sg.ch). Wie die Beschwerdeführerin
daher zu Recht vorbringt, bildet ihre bestehende Anerkennung als private Anbieterin
der schulisch organisierten Grundbildung vorliegend nicht Streitgegenstand. Strittig ist
einzig, ob der Ausbildungsgang "kaufmännische Grundbildung für Hochbegabte"
gestützt auf die Vorgaben der Berufsbildungsgesetzgebung als spezifisch-
strukturiertes Angebot für Hochbegabte im Sinne der Interkantonalen Vereinbarung für
Schulen mit spezifisch strukturierten Angeboten für Hochbegabte (sGS 211.83, IVH)
bewilligt werden kann.
3.
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Unabhängig von ihrer Trägerschaft bedürfen sämtliche Anbieter der Bildung in
beruflicher Praxis einer Bildungsbewilligung des Kantons (Art. 20 Abs. 2 BBG in
Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 EG-BB, vgl. ARV 2004 S. 73, 76). Diesbezüglich wird in
Art. 25 Abs. 2 der Verordnung des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und
Innovation SBFI über die berufliche Grundbildung Kauffrau/Kaufmann mit
eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) (SR 412.101.221.73, BiVo, act. 11/13) in
Bezug auf Bildungsgänge der schulisch organisierten kaufmännischen Grundbildung
missverständlicherweise der Begriff "Anerkennung" verwendet. Zweifellos ist damit
eine Bildungsbewilligung gemeint (vgl. hierzu auch das Ablaufschema der
Schweizerischen Berufsbildungsämter-Konferenz, SBBK, act. 11/23 S. 5). Solche
Bildungsgänge umfassen die Bildung in beruflicher Praxis in Form von Praktika,
überbetrieblichen Kursen, integrierten Praxisteilen und problemorientiertem Unterricht
(vgl. Art. 27 Abs. 2 BiVo). Zuständig für die Erteilung und den Widerruf der
Bildungsbewilligung ist das Amt für Berufsbildung des Kantons St. Gallen (Art. 8 Abs. 1
lit. c SG BBV). Gemäss dem unter Erwägung 1a der angefochtenen Verfügung (act. 2
S. 7) zitierten Beschluss Nr. 636 der Regierung des Kantons St. Gallen vom
28. September 2004 (von Amtes wegen beigezogen) wurde die Vorinstanz ermächtigt,
der Geschäftsstelle der IVH die "Anerkennung" weiterer in den Anhang zur IVH
aufgenommener "Schulen" der Sekundarstufe II "bekanntzugeben". Diese
Ermächtigung umfasst lediglich die Meldung von nach Art. 20 Abs. 2 BBG in
Verbindung mit Art. 25 Abs. 2 BiVo und Art. 7 Abs. 1 EG-BB bewilligten
Ausbildungsgängen von anerkannten privaten Fachschulen der schulisch organisierten
kaufmännischen Grundbildung. Die Zuständigkeit des Amtes für Berufsbildung zur
Erteilung der Bildungsbewilligung wurde dadurch nicht geändert. Das Amt für
Berufsbildung bleibt insbesondere auch dafür zuständig, im Rahmen der Erteilung der
Bildungsbewilligung zu prüfen, ob solche Ausbildungsgänge die Anforderungen der
IVH erfüllen.
In den Akten liegt keine Bildungsbewilligung des zuständigen Amtes für Berufsbildung,
sondern einzig die angefochtene Verfügung der dafür unzuständigen Vorinstanz. In
einem nächsten Schritt sind die sich daraus ergebenden prozessualen Konsequenzen
zu klären. Zwar kann die funktionelle oder sachliche Unzuständigkeit einer Behörde
einen Nichtigkeitsgrund darstellen. Vorausgesetzt ist aber, dass der Mangel besonders
schwer und offensichtlich oder zumindest leicht erkennbar ist und die Rechtssicherheit
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durch die Annahme der Nichtigkeit nicht ernsthaft gefährdet wird (BGE 136 II 489 E.
3.3). Im konkreten Fall war die fehlende Kompetenz der Vorinstanz nicht offensichtlich.
Bezeichnenderweise hat sich die Vorinstanz ohne Zögern als kompetent erachtet.
Ausserdem hat sich die Beschwerdeführerin vorbehaltlos auf das Verfahren
eingelassen. Die fehlende Zuständigkeit der Vorinstanz führt deshalb nicht zur
Nichtigkeit der angefochtenen Verfügung. Die angefochtene Verfügung unterliegt damit
der Anfechtbarkeit. Ein Entscheid darüber, ob der strittige Ausbildungsgang die
Vorgaben der Berufsbildungsgesetzgebung und der IVH einhält, ist mangels
Bildungsbewilligung nicht möglich. Dies führt zur Aufhebung der angefochtenen
Verfügung und zur Rückweisung der Sache an das Amt für Berufsbildung zum Erlass
einer neuen Verfügung. Vorgängig zu deren Erlass hat das Amt gemäss Art. 16 BBV in
Zusammenarbeit mit den zuständigen Organisationen der Arbeitswelt abzuklären, ob
der Bezug zur Arbeitswelt gewährleistet ist. Alsdann kann diese Verfügung mit Rekurs
bei der Vorinstanz angefochten werden. Falls die Bildungsbewilligung erteilt werden
kann und in formelle Rechtskraft erwächst, hat die Vorinstanz der Geschäftsstelle der
IVH die "Anerkennung" zu melden. Dieses Verfahrensergebnis entspricht einer
teilweisen Gutheissung der Beschwerde.
4.
Im Anhang zur IVH wird festgehalten, welche Ausbildungsgänge unter diese
Vereinbarung fallen (Art. 2 lit. a IVH). Laut Art. 3 IVH erfüllen Ausbildungsgänge, die der
IVH unterliegen, folgende Bedingungen:
- sie fördern gezielt eine Hochbegabung (lit. a);
- sie gewährleisten eine schulische oder berufliche Ausbildung, die zu einem
anerkannten Abschluss führt (lit. b);
- sie bieten konkrete Unterstützung der Schülerinnen und Schüler, damit diese die
Förderung der Hochbegabung und die Ausbildung verbinden sowie alle ihre
Fähigkeiten harmonisch entwickeln können (lit. c).
Nach Art. 4 IVH meldet der Standortkanton der Geschäftsstelle einen
Ausbildungsgang, wenn dieser die Anforderungen gemäss Art. 3 IVH erfüllt. Die
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Geschäftsstelle nimmt die gemeldeten Ausbildungsgänge in den Anhang auf. Nicht
umstritten ist im vorliegenden Fall, dass der strittige Ausbildungsgang die
Hochbegabung der Sportler durch die laut Ziff. 3.6.1 und 3.8 des Konzepts (act. 1 und
2) vorgesehenen mindestens zehn Stunden Training pro Woche inklusive regelmässiger
Leistungsüberprüfung im Sinne von Art. 3 lit. a IVH gezielt fördert. Im Rahmen der
Prüfung der Bildungsbewilligung durch das Amt für Berufsbildung wird einzig zu
entscheiden sein, ob der Ausbildungsgang auch die Anforderungen von Art. 3 lit. b und
c IVH einhält.
4.1.
Eine berufliche Ausbildung, die zu einem anerkannten Abschluss führt, ist im konkreten
Fall dann im Sinne von Art. 3 lit. b IVH gewährleistet, wenn der jeweilige
Ausbildungsgang nach Art. 20 Abs. 2 BBG in Verbindung mit Art. 25 Abs. 2 BiVo und
Art. 7 Abs. 1 EG-BB bewilligt resp. anerkannt werden kann. Die kantonale Behörde
verweigert die Bildungsbewilligung unter anderem, wenn die Bildung in beruflicher
Praxis ungenügend ist (Art. 11 Abs. 1 BBV).
Konkret kann mangels Vorliegen einer Bildungsbewilligung des Amtes für
Berufsbildung nicht beurteilt werden, ob das Kriterium von Art. 3 lit. b IVH erfüllt ist (vgl.
Erwägung 3 hiervor). Dies würde ebenfalls zur Aufhebung der angefochtenen
Verfügung und zur Rückweisung der Sache an das Amt für Berufsbildung führen. Aus
verfahrensökonomischen Gründen ist im Folgenden summarisch auf die Argumente der
Beschwerdeführerin einzugehen, welche für die Erteilung der Bildungsbewilligung für
den vorliegend strittigen Ausbildungsgang sprechen. Dieses Vorgehen rechtfertigt sich
umso mehr, als die Vorinstanz erklärt, sich im Rahmen ihrer unzuständigerweise
erfolgten Beurteilung auf die Praxis des Amtes für Berufsbildung zu stützen. So
anerkennt die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 27. November 2014 (act. 10)
ausdrücklich, dass der strittige Ausbildungsgang die Kriterien "schulische Ausbildung
gemäss BiVo", "Qualifikation der Lehrpersonen", "Zulassung der Praktikumsbetriebe"
sowie "Organisation des Qualifikationsverfahrens" der Richtlinie des – für die Erteilung
der Bildungsbewilligung zuständigen – Amtes für Berufsbildung zur Aufsicht von
privaten Fachschulen vom 13. Mai 2008 (act. 11/37) erfüllt. Einzig wegen der zu kurzen
Praktikumszeit sei die Bildungsbewilligung zu verweigern.
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Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, die wegen der Verlängerung der Praktikumszeit
von der Vorinstanz festgesetzte Ausbildungsdauer von vier Jahren widerspreche
zwingenden Vorschriften der übergeordneten eidgenössischen
Berufsbildungsgesetzgebung. Sie würde sich indessen nicht gegen eine Verlängerung
der Ausbildungsdauer in begründeten Einzelfällen wehren. Während die wöchentliche
Höchstarbeitszeit von Arbeitsverhältnissen in der Arbeitsgesetzgebung geregelt sei,
gebe es nirgends gesetzliche Vorgaben, wie lange die wöchentliche Arbeitszeit
während des Betriebspraktikums mindestens zu dauern habe, auch wenn die
betriebliche Arbeitszeit in vielen Unternehmen 40 Stunden pro Woche betrage. Einzig
Ziff. 2.1 des übergangsbildungsplans Kauffrau / Kaufmann EFZ für privatrechtliche
Handelsschulen der schulisch organisierten Grundbildung für die Zeit vom
1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2014 vom 26. September 2011 (nachfolgend:
übergangsbildungsplan, act. 11/15) enthalte einen Hinweis, indem von einem
Vollzeitpraktikum die Rede sei. Es bleibe den Arbeitgebern überlassen, die
wöchentliche Arbeitszeit aufgrund der Erfordernisse der Branche und des Betriebs für
ihre Mitarbeitenden, mithin auch für Praktikantinnen und Praktikanten, festzulegen.
Dies würden auch die tatsächlich abgeschlossenen Praktikumsverträge von Lernenden
der schulisch organisierten Grundbildung sowie die Tatsache zeigen, dass das Amt für
Berufsbildung des Kantons St. Gallen selbst Praktikumsverträge mit einer
Wochenarbeitszeit von 38 Stunden akzeptiere. Insofern verkürze sich das
Vollzeitpraktikum wegen des Trainingsaufwands von mindestens 10 Stunden pro
Woche nicht notwendigerweise um 20 %. Zusammen mit dem einjährigen Praktikum
betrage die praktische Ausbildung im übrigen wie bei der betrieblich auch bei der
schulisch organisierten Grundbildung weit mehr als zwölf Monate. Die
überbetrieblichen Kurse, der problemorientierte Unterricht und die integrierten
Praxisteile würden aber nicht mit dem Langzeitpraktikum verrechnet. Weiter lasse die
Vorinstanz die durchaus gängige Praxis flexibler Arbeitszeitmodelle ausser Acht. Im
Rahmen solcher Regelungen liessen sich allfällige wegen Trainings verpasste
Ausbildungsinhalte ohne weiteres kompensieren. Viele Trainings in zahlreichen
Sportarten seien zudem als Abendtrainings und in Wochenendveranstaltungen
organisiert, welche die Arbeitszeit nicht tangieren würden. überdies dürfe nicht
unbeachtet bleiben, dass die Belastung durch das Training je nach Sportart
unterschiedlich sei. Auch würden die Sportclubs Hand bieten für individuelle Lösungen.
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4.1.1.
Laut Art. 16 Abs. 1 BBG besteht die berufliche Grundbildung aus Bildung in beruflicher
Praxis, allgemeiner und berufskundlicher schulischer Bildung sowie der Ergänzung der
Bildung in beruflicher Praxis und schulischer Bildung, wo die zu erlernende
Berufstätigkeit dies erfordert. Die Anteile der Bildung gemäss Absatz 1, ihre
organisatorische Ausgestaltung und die zeitliche Aufteilung werden nach den
Ansprüchen der Berufstätigkeit in der entsprechenden Bildungsverordnung bestimmt
(Abs. 3). Gemäss Art. 17 Abs. 1 BBG dauert die berufliche Grundbildung zwei bis vier
Jahre. Die drei- bis vierjährige Grundbildung schliesst mit einer Lehrabschlussprüfung
ab und führt zum eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (Abs. 3). Für besonders befähigte
oder vorgebildete Personen sowie für Personen mit Lernschwierigkeiten oder
Behinderungen kann die Dauer der beruflichen Grundbildung angemessen verlängert
oder verkürzt werden (Art. 18 Abs. 1 BBG). Nach Art. 4 Abs. 1 BiVo dauert die
berufliche Grundbildung drei Jahre. Kombiniert mit dem Berufsmaturitätsunterricht
kann sie vier Jahre dauern (Art. 26 BiVo). Die schulisch organisierte Grundbildung
erfolgt nach dem konzentrierten oder integrierten Modell (Art. 28 Abs. 1 BiVo). Das
vorliegend strittige Konzept, welches ein Langzeitpraktikum vorsieht, basiert auf dem
konzentrierten Modell (vgl. Art. 28 Abs. 2 lit. a BiVO). Das Langzeitpraktikum im
konzentrierten Modell dauert zwölf Monate. Findet während des einjährigen
Langzeitpraktikums schulischer Unterricht statt, ist das Praktikum entsprechend zu
verlängern (Art. 29 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 BiVo). Mit dem Inkrafttreten der BiVo liegt der
Bildungsplan vor, der von der zuständigen Organisation der Arbeitswelt
"Schweizerische Konferenz der kaufmännischen Ausbildungs- und Prüfungsbranchen
(SKKAB)" erarbeitet und vom SBFI genehmigt worden ist (Art. 12 Abs. 1 BiVo). Der
Bildungsplan ist das berufspädagogische Konzept der beruflichen Grundbildung. Er ist
Teil der Bildungsverordnung (vgl. die Rubrik "Lexikon der Berufsbildung" unter
www.berufsbildung.ch) und damit für sämtliche (anerkannten) Schulen verbindlich (vgl.
zum Verordnungscharakter des Bildungs- resp. Lehrplans BGer 2C_272/2012 vom 9.
Juli 2012 E. 4.4.4). Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin müssen die
Vorgaben des Bildungsplans somit, insbesondere im Interesse einer genügenden
Bildung in beruflicher Praxis im Rahmen der schulisch organisierten Grundbildung,
zwingend eingehalten werden. Nach dem übergangsbildungsplan dauert das
ergänzende betriebliche Langzeitpraktikum (Vollzeit) mit überbetrieblichen Kursen 12
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Monate. Es handelt sich um ein Vollzeitpraktikum, das nicht zugunsten des
Schulunterrichts gekürzt werden darf. Findet während der Praktikumszeit zu Lasten der
betrieblichen Arbeitszeit Schulunterricht statt, muss das Praktikum verlängert werden
(S. 6 und 21). Nach dem Bildungsplan Kauffrau / Kaufmann EFZ für die schulisch
organisierte Grundbildung vom 21. November 2014 (nachstehend: Bildungsplan) darf
das Vollzeitpraktikum von zwölf Monaten inklusive Ferien nicht unterbrochen oder
durch kompensatorische Elemente gekürzt werden (S. 7). Unabhängig von der Frage,
welcher Bildungsplan vorliegend zur Anwendung gelangen würde, ergibt sich demnach
aus Art. 29 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 BiVo sowie aus dem übergangsbildungsplan/
Bildungsplan, dass das Langzeitpraktikum als Vollzeitpraktikum von mindestens zwölf
Monaten (inklusive Ferien) auszugestalten ist und nicht unterbrochen oder gekürzt
werden darf. Die diesbezüglichen Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen
Entscheid sind insoweit zutreffend.
4.1.2.
Hingegen stösst der Einwand der Beschwerdeführerin ins Leere, die wegen der
geforderten Verlängerung des Praktikums von der Vorinstanz festgesetzte längere
Ausbildungsdauer von vier Jahren widerspreche übergeordnetem Bundesrecht,
insbesondere Art. 4 Abs. 1 BiVo und Art. 26 BiVo e contrario. Aus dem Wortlaut von
Art. 4 Abs. 1 BiVo, welcher eine Ausbildungsdauer von drei Jahren vorsieht, lässt sich
nicht auf eine abstrakte, d.h. ohne Berücksichtigung allfälliger Wiederholungen gemäss
Art. 33 BBV und Art. 23 BiVo, zwingend vorgeschriebene Höchstausbildungsdauer
schliessen (vgl. demgegenüber etwa Art. 39 Abs. 2 BiVo). überdies sieht Art. 17 Abs. 1
und 3 in Verbindung mit 18 Abs. 1 BBG ein Abweichen von der Dauer der beruflichen
Grundbildung unter Berücksichtigung individueller Bedürfnisse ausdrücklich vor. Die
Ausbildung soll auch gemäss Konzept im Einzelfall von drei auf vier Jahre verlängert
werden. Damit räumt die Beschwerdeführerin selbst ein, dass von der
Ausbildungsdauer gemäss Art. 4 Abs. 1 BiVo abgewichen werden kann. Weiter gesteht
die Beschwerdeführerin ein, dass die Praktikumsdauer durch die Trainings verkürzt
wird, wenngleich nicht "notwendigerweise" um 20 %. Eine solche Verkürzung muss
nach dem unter Erwägung 4.1.1 Gesagten zwingend kompensiert werden. Daran
ändert auch die in den Konzeptergänzungen vom 17. Oktober 2013 und 15. Mai 2014
vorgesehene Möglichkeit nichts, die Ausbildungsdauer im Einzelfall von drei auf vier
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Jahre zu verlängern. Finden während der Praktikumszeit pro Woche mindestens zehn
Stunden Training statt, muss das Praktikum in jedem Fall entsprechend verlängert
werden. Eine solche Verlängerung der Praktikumsdauer stellt auch keinen von der
Beschwerdeführerin insinuierten Verstoss gegen die arbeitsrechtlich statuierte
Vertragsfreiheit dar. Unabhängig von der Frage, wie viele Stunden die betriebliche
Arbeitszeit während des Praktikums beträgt, muss die durch die Trainings versäumte
Praktikumszeit kompensiert werden. Im Übrigen geht selbst die Beschwerdeführerin
mit Verweis auf die Praxis des Amtes für Berufsbildung davon aus, dass während der
Praktika nicht mit einer Arbeitszeit von weniger als 38 Stunden pro Woche zu rechnen
ist. Auch im Falle einer 38-Stunden-Woche fällt die wegen der mindestens zehn
Stunden Training pro Woche versäumte Praktikumszeit ins Gewicht. Weiter dürfen die
überbetrieblichen Kurse, der problemorientierte Unterricht und die integrierten
Praxisteile nicht als Kompensation für die Trainings während der betrieblichen
Arbeitszeit an die Dauer des Langzeitpraktikums angerechnet werden, was die
Beschwerdeführerin anerkennt. Darüber hinaus erscheint es als unwahrscheinlich, dass
der Arbeitsausfall für die mindestens zehn Trainingsstunden pro Woche – auch bei
einer minimalen Arbeitszeit von 38 Stunden pro Woche – allein mittels flexibler
Arbeitszeitmodelle kompensiert werden kann. Dies muss umso mehr gelten, als in den
von der Beschwerdeführerin deklarierten mindestens zehn Trainingsstunden pro
Woche die Reisezeit zwischen Trainings- und Praktikumsort nicht mit berücksichtigt ist.
Im Weiteren ist die Behauptung der Beschwerdeführerin nicht weiter belegt, dass viele
Trainings am Abend oder am Wochenende durchgeführt würden. Demgegenüber
blieben die Ausführungen der Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 27. November
2014 (act. 10 S. 3) unbestritten, wonach die Trainings der Rapperswil-Jona Lakers –
dem Sportclub, welcher zusammen mit der Beschwerdeführerin gemäss deren
jüngsten Angaben die meisten Hochbegabten ausbildet (vgl. Ziff. 2.3.2 des Konzepts
sowie das Schreiben der X. AG vom April 2014, act. 11/7) – tagsüber stattfinden
würden. Ebenfalls ist unwahrscheinlich, dass die Trainings in der Regel an den
Wochenenden durchgeführt werden, an welchen oftmals Wettkämpfe stattfinden (vgl.
etwa die Spieltermine der Nachwuchsmannschaften unter www.lakers-nachwuchs.ch
oder www.fcrj.ch). Des Weiteren verfängt das Argument der Beschwerdeführerin nicht,
die Belastung durch das Training sei je nach Sportart unterschiedlich. Ungeachtet des
mit der jeweiligen Sportart verbundenen (saisonalen) Trainingsaufwands muss die
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vorgeschriebene Praktikumsdauer eingehalten werden. Auch hat die
Beschwerdeführerin im Konzept mindestens zehn Stunden Training pro Woche
deklariert. Sodann kann die Beschwerdeführerin aus dem Vergleich der schulisch mit
der betrieblich organisierten Grundbildung, bei welcher über die ganze Dauer der
beruflichen Grundbildung im Durchschnitt an drei oder vier Tagen pro Woche die
Bildung in beruflicher Praxis im Lehrbetrieb erfolgt (Art. 10 Abs. 1 BiVo), nichts zu ihren
Gunsten ableiten. Die Bildung in beruflicher Praxis erfolgt nur im Rahmen der schulisch
organisierten Grundbildung im konzentrierten Modell mittels zwölfmonatiger Praktika in
separaten Praktikumsbetrieben (vgl. Art. 16 Abs. 1 lit. a BBG in Verbindung mit Art. 15
BBV und Art. 27 Abs. 2 lit. a BiVo). Insgesamt würde demnach mit dem strittigen
Ausbildungsgang, selbst unter Berücksichtigung der im Konzept vorgesehenen
Verlängerung im Einzelfall, die Einhaltung der bundesrechtlich vorgeschriebenen
Mindestpraktikumsdauer nicht sichergestellt. Dies führt indessen nicht dazu, dass die
Bildungsbewilligung gemäss Art. 11 Abs. 1 BBV von vorneherein verweigert werden
muss. Vielmehr wird das Amt für Berufsbildung zu prüfen haben, ob dieser Mangel
mittels Auflagen "geheilt" werden kann (vgl. Art. 7 Abs. 2 EG-BB). Diese Möglichkeit
hat die – dafür unzuständige – Vorinstanz in ihrer Verfügung ausser Acht gelassen.
Beispielsweise könnte die Bildungsbewilligung mit der Auflage versehen wird, dass die
Trainings nur ausserhalb der betrieblichen Arbeitszeiten stattfinden dürfen, damit der
strittige Ausbildungsgang dem zwingenden Erfordernis des zwölfmonatigen
Vollzeitpraktikums zu genügen vermag. Schliesslich bieten die beteiligten Sportclubs
nach Angaben der Beschwerdeführerin Hand für individuelle Lösungen.
4.2.
Ebenfalls aus Gründen der Verfahrensökonomie ist im Hinblick auf die durch das Amt
für Berufsbildung zu erlassende Verfügung summarisch zu prüfen, ob der strittige
Ausbildungsgang gemäss Art. 3 lit. c IVH konkrete Unterstützung der Schülerinnen und
Schüler bieten würde, damit diese die Förderung der Hochbegabung und die
Ausbildung verbinden sowie alle ihre Fähigkeiten harmonisch entwickeln könnten.
4.2.1.
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Die Vorinstanz führt unter Erwägung 3d ff. der angefochtenen Verfügung (act. 2 S. 10
ff.) aus, das straffe, zwölf Monate dauernde Vollzeitpraktikum gemäss Konzept
widerspreche Art. 3 lit. c IVH. Anhand des Konzepts könne keine spezifisch-
strukturierte Ausbildung vermittelt werden. Im Kanton St. Gallen würden die Richtlinien
für die Vergabe von Swiss Olympic – Qualitätslabel an Bildungsinstitutionen mit einem
spezifischen Fördermodell des Vereins Swiss Olympic, Bern, vom 1. August 2010
(nachfolgend: Richtlinien, act. 11/20) bzw. die Möglichkeit das Label "Swiss Olympic
Partner School" zu führen, eine wesentliche Überprüfungshilfe für die Einhaltung der
Vorgaben der IVH darstellen. Die im vorliegenden Fall vorgenommene Rücksprache mit
dem Verein Swiss Olympic habe ergeben, dass das vorgesehene einjährige
Vollzeitpraktikum die Belastungsgrenze markant überschreite. Der Verein Swiss
Olympic empfehle eine mindestens vierjährige Ausbildung (Erwägung 3g, S. 13). Mit
Blick auf die zusätzlichen Wettkämpfe an den Wochenenden, welche jeweils mit Reisen
verbunden seien, könne eine harmonische Entwicklung nur gewährleistet werden,
wenn die Sportlerinnen und Sportler genügend Freiräume zur Verfügung hätten, um
sich von den sportlichen Aktivitäten zu erholen und sich auf die physisch und
psychisch anspruchsvollen zukünftigen Belastungen vorzubereiten. Der vom Verein
Swiss Olympic definierte Richtwert von 25 Wochenlektionen würde die Vor- und
Nachbearbeitung des Lernstoffs bereits beinhalten. Hinsichtlich der zeitlichen
Belastung werde bezüglich des Praktikums im Vergleich zum schulischen
Ausbildungsteil nicht mit unterschiedlichen Massstäben gerechnet. Vielmehr
überschreite ein Wochenpensum von 40 Stunden während des Praktikums die
Belastbarkeit der Sportlerinnen und Sportler bei Weitem. Die grosse Mehrheit der vom
Verein Swiss Olympic anerkannten Talentschulen würde die von den Lernenden zu
absolvierenden Wochenstunden massiv tiefer beziffern (Erwägung 3g, S. 13). Weil
bereits eine "normale" Berufslehre drei Jahre dauere, sei materiell kaum sichergestellt,
dass den sportlich talentierten Schülerinnen und Schülern die notwendigen
Ausbildungsinhalte im Rahmen der Ausbildung in der Regelklasse tatsächlich vermittelt
werden könnten. Aus sportwissenschaftlicher Sicht sei überdies zu bemerken, dass der
menschliche Körper in der Lage sei, über lange Zeit Symptome einer psycho-
physischen Überbelastung zu unterdrücken bzw. auch während eines solchen
Zustandes Spitzenleistungen zu erbringen. Im Fall einer Überbelastung könne die
Sportlerin oder der Sportler deshalb erst zu einem späteren Zeitpunkt bzw. in den
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vorliegend vorstellbaren Fällen erst nach der Ausbildung zusammenbrechen. Das
Konzept lasse ausser Acht, dass die Sportlerin oder der Sportler zum Zeitpunkt der
individuellen Ausbildungsverlängerung bereits in irgendeiner Form am "Anschlag" sein
werde (Erwägung 3h, S. 14). Aus den Erfahrungen der anerkannten United School of
Sports zeige sich, dass die Sportlerinnen und Sportler auch im Rahmen der vierjährigen
Ausbildung an die Grenze des Machbaren gelangen bzw. die vierjährige
Ausbildungsdauer ein Minimalerfordernis darstellen müsse, um den Kriterien der IVH
gerecht zu werden (Erwägung 4, S. 15). Ferner sei die Belastung durch die praktische
Ausbildung bei der schulisch organisierten Grundbildung im Unterschied zur betrieblich
organisierten nicht über die gesamte Lehrdauer verteilt (Erwägung 3f, act. 2 S. 12).
Die Beschwerdeführerin bringt dagegen vor, an ihrer Schule würden Leistungssportler
verschiedener Sportarten seit Jahren ihre schulisch organisierte Grundbildung in der
gesetzlich vorgesehenen dreijährigen Ausbildungsdauer erfolgreich absolvieren, ohne
ihre Belastungsgrenzen zu überschreiten und ohne physisch oder psychisch Schaden
zu nehmen und ohne ihr sportliches Fortkommen zu vernachlässigen. Auch die
Qualifikationsverfahren im Sommer 2014 seien positiv ausgefallen. Alle vier
Leistungssportler hätten den EFZ-Abschluss erreicht. Die Vorinstanz ignoriere diese
positiven Erfahrungen. Als kleine Privatschule unterstütze sie alle ihre Lernenden durch
verschiedenste Massnahmen und Hilfeleistungen individuell (z.B. durch geleitete
Arbeitsstunden, Nachhilfen, Coachings und Ausbildungsverlängerungen) und fördere
damit deren Ausbildungserfolg. Dementsprechend habe sie ihr Konzept dahingehend
modifiziert, als zwar von einer grundsätzlich dreijährigen Ausbildung ausgegangen
werde. Aufgrund individueller Aspekte im Einzelfall könne die Ausbildung aber um ein
Jahr verlängert werden. Während der ersten zwei Schulsemester würden sowohl in der
Schule als auch im Sportclub Standortbestimmungen stattfinden. Die Leistungen und
die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Sportler würden laufend beobachtet und es
fände ein regelmässiger Austausch zwischen Sportclub und Schule statt. All diese
Massnahmen liessen bereits ab der ersten Schulwoche erkennen, ob allenfalls das
Mass der Belastung und der Leistungsfähigkeit überschritten sei und entsprechende
Massnahmen ergriffen werden müssten. Die zeitliche Ausbildungsbelastung der
Hochbegabten sei während der schulischen Ausbildung durchaus mit jener während
der Praktikumsphase vergleichbar. Die United School of Sports sei erst seit dem Jahr
2011 als Talentschule anerkannt und verfüge im Gegensatz zu ihr nicht über langjährige
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Erfahrung. Des Weiteren stütze sich die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid auf die
Richtlinien. Die Richtlinien würden durchaus Hinweise für die Gestaltung von
Ausbildungsangeboten geben. Gesetzeskraft und damit verbindlicher Charakter
komme ihnen indes nicht zu. Dies mache auch die Praxis deutlich. Das Hochalpine
Institut Ftan, die Kantonsschule Trogen und der Lehrgang der Handelsmittelschule Biel
würden die Richtlinien nicht einhalten. Die meisten Schulen, welche von den Kantonen
anerkannt worden seien, seien nicht "Swiss Olympic Partner Schools". Sie würden
aber vom Verein Swiss Olympic trotzdem als Talentschulen für Sportler empfohlen.
Offenbar gehöre das Einholen des Labels nicht zum Standard für Talentschulen. Der
Verein Swiss Olympic vergebe sein Label "Partner School" erst nach der Bewilligung
des entsprechenden Ausbildungsangebots. Insofern sei die Forderung der Vorinstanz
nicht erfüllbar, das Label bereits bei Festhalten am Gesuch vorzulegen. Die oberste
Prämisse des Vereins Swiss Olympic sei die Flexibilität. Der Verein Swiss Olympic
anerkenne, dass die schulisch organisierte Grundbildung um einiges weniger komplex
sei als die betrieblich organisierte, wo mehrere Partner zusammenarbeiten müssten.
Dies gelte insbesondere für die schulisch orientierte kaufmännische Grundbildung, bei
der die anerkannten privaten Schulen eine direkte Hauptverantwortung für den
betrieblichen Ausbildungsteil übernehmen würden. Der Vorteil der schulisch
organisierten Grundbildung gegenüber einem betrieblich organisierten Lehrgang sei,
dass sich die Lernenden zunächst auf die schulischen Inhalte und dann – ohne
zusätzliche schulische Belastungen – auf die betrieblichen Ausbildungsbereiche
konzentrieren könnten. Wenn in der Verfügung behauptet werde, die Belastung sei bei
der betrieblich organisierten Grundbildung über die gesamte Lehrdauer verteilt und die
Frage einer Überbelastung stelle sich nicht, sei dies schlichtweg falsch. Im Weiteren
mute es eigenartig an, dass der Regelklassenunterricht von der Vorinstanz als Grund
für die Ablehnung des Gesuchs aufgeführt werde. An der Kantonsschule am
Burggraben würden Sporttalente in die Regelklassen integriert.
4.2.2.
Zunächst widerspricht das Argument der Vorinstanz, der Unterricht in Regelklassen sei
der harmonischen Entwicklung im Sinne von Art. 3 lit. c IVH abträglich, einerseits
Ziff. 5.1 der Richtlinien und andererseits dem Konzept "Hochbegabtenförderung im
Kanton St. Gallen", welches der Erziehungsrat am 23. November 2011 erlassen hat und
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welches den Unterricht von Hochbegabten in erster Linie in Regelklassen vorsieht
(vgl. S. 14). Wie die Beschwerdeführerin darüber hinaus zutreffend vorbringt, werden
die sportlich hochbegabten Schüler auch an der Kantonsschule am Burggraben – ohne
Verlängerung der Ausbildungszeit – in Regelklassen unterrichtet (vgl. www.ksbg.ch).
Weiter kommt den Richtlinien hinsichtlich der Einhaltung von Art. 3 lit. c IVH
offensichtlich keine rechtsverbindliche Wirkung zu, was die Beschwerdeführerin zu
Recht festhält. Sie dürfen von der Vorinstanz lediglich als Entscheidungshilfe
herangezogen werden. Von vorneherein unzulässig erweist sich folglich die Forderung
der Vorinstanz, der strittige Ausbildungsgang müsse vorgängig zur Aufnahme in den
Anhang der IVH mit dem Label "Swiss Olympic Partner School" ausgezeichnet werden,
um die Anforderungen von Art. 3 lit. c IVH zu erfüllen. Diese Forderung findet keine
Grundlage in der IVH. Im Übrigen konnte die Beschwerdeführerin dieser Forderung im
vorliegenden Fall gar nicht nachkommen, da der Verein Swiss Olympic
Ausbildungsgänge privater Schulen nur auszeichnet, wenn sie bewilligt sind (vgl. Ziff. 2
Richtlinien). Sodann kann ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass sich der
strittige Ausbildungsgang aufgrund der individuellen Betreuung der Lernenden,
inklusive der Möglichkeit, die Ausbildung im Einzelfall um ein Jahr zu verlängern,
gemäss Ziff. 5.2 der Richtlinien durch eine ausserordentlich hohe Flexibilität
auszeichnet. Zudem umfasst er einen angemessenen Nachführ- und Stützunterricht
gemäss Ziff. 5.3 der Richtlinien in Form der individuell angepassten obligatorischen
Arbeitsstunden (vgl. Ziff. 3.6.3 des Konzepts). Eine vierjährige Ausbildung schreiben die
Richtlinien überdies nicht vor. Unter Ziff. 5.2 der Richtlinien wird einzig ausgeführt, dass
mit einer reduzierten Stundentafel – Richtwert: max. 25 Unterrichtslektionen pro Woche
– der hohen sportlichen Belastung der Athleten Rechnung zu tragen ist. Der Richtwert
von maximal 25 Unterrichtslektionen pro Woche wird durch die im Praktikum zu
absolvierenden 38 bis 42 Stunden pro Woche überschritten, selbst wenn der Richtwert
von 25 Unterrichtslektionen die Vor- und Nachbearbeitung des Lernstoffs nicht mit
umfasst. Insofern findet sich darin ein Anhaltspunkt für die von der Vorinstanz geltend
gemachte Überbelastung der Hochbegabten. Hingegen liegt die von der Vorinstanz
zitierte Empfehlung für eine vierjährige Ausbildung des Vereins Swiss Olympic nicht in
den Akten. überdies sprechen die dargestellten Erfahrungen der Beschwerdeführerin
im Rahmen der dreijährigen Ausbildung gegen die von der Vorinstanz befürchtete
Überbelastung. Auch kann grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass sich die
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hochbegabten Sportler im Vergleich zu Lernenden, welche keinen Sport betreiben, in
der Regel innert kürzerer Zeit von der physischen und psychischen Belastung durch
das Praktikum erholen und auf zukünftige Belastungen in ihrer beruflichen und
sportlichen Laufbahn vorbereiten können. Die Erfahrungen der Beschwerdeführerin
sind jedoch im Hinblick auf den beruflichen und sportlichen Erfolg der hochbegabten
Absolventen ihres dreijährigen Ausbildungsgangs nicht mittels entsprechender Daten
belegt. Die Beschwerdeführerin gibt in ihrer Replik vom 15. Dezember 2014 (act. 13, S.
3) lediglich an, im Sommer 2014 hätten alle vier Leistungssportler den EFZ-Abschluss
erfolgreich bestanden, ohne dass ihre Laufbahn als Spitzensportler in irgendeiner
Weise negativ beeinträchtigt worden wäre. Auch ein Vergleich mit der United School of
Sports oder weiteren ausserkantonalen Schulen, der "normalen" Berufslehre resp.
zwischen der betrieblich und der schulisch organisierten Grundbildung führt
hinsichtlich der konkreten Belastung der Hochbegabten durch den strittigen
Ausbildungsgang zu keinem zusätzlichen Erkenntnisgewinn, da entsprechende
Ausbildungskonzepte bzw. Statistiken nicht in den Akten liegen. Die Klärung der Frage,
ob der strittige Ausbildungsgang die Anforderungen von Art. 3 lit. c IVH erfüllt, setzt
indessen solche Entscheidgrundlagen sowie entsprechende Einschätzungen von
Fachstellen voraus. Auch aus diesem Grund müsste die angefochtene Verfügung somit
aufgehoben und die Sache an das Amt für Berufsbildung zur Sachverhaltsergänzung
und zum Erlass einer neuen Verfügung zurückgewiesen werden. Das Amt für
Berufsbildung ist gehalten, vor Erlass der Verfügung von der Beschwerdeführerin
genaue Daten über den beruflichen und sportlichen Erfolg der hochbegabten
Absolventen ihres dreijährigen Ausbildungsgangs einzuverlangen. Auch hat es vom
Verein Swiss Olympic und vom Amt für Sport einen Bericht betreffend die zu
erwartende Belastung der hochbegabten Sportler im Rahmen des vorliegend strittigen
Ausbildungsgangs einzuholen.
5. (...).