Decision ID: 7ccdc2c1-0679-5215-85ec-ae2054129eb9
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der am (...) 1969 geborene, verheiratete, deutsche Staatsangehörige
A._ lebt in Deutschland. Er war von November 2006 bis Dezember
2017 und ab Mai 2018 bis zu seinem Unfall am 30. September 2018 in der
Schweiz mit dem Status als Grenzgänger als Lastwagenchauffeur er-
werbstätig und leistete dabei Beiträge an die schweizerische Alters-, Hin-
terlassenen- und Invalidenversicherung (IV-act. 1, 8 und 9). Nach dem am
30. September 2018 erlittenen Unfall meldete er sich mit Formular vom
15. November 2018 (IV-act. 1) zum Bezug von Leistungen der schweizeri-
schen Invalidenversicherung an. Die IV-Stelle für Versicherte im Ausland
(nachfolgend: IVSTA oder Vorinstanz) wies dieses Gesuch mit Verfügung
vom 16. September 2019 (IV-act. 37) mangels Erfüllen der einjährigen
Wartezeit mit einer durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit von 40% und ei-
ner andauernden Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit von 40% ab.
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 16. September 2019 erhob A._ mit
Eingabe vom 11. Oktober 2019 (BVGer-act. 1) Beschwerde beim Bundes-
verwaltungsgericht. Er beantragte sinngemäss die Aufhebung der ange-
fochtenen Verfügung und die Zusprache einer Invalidenrente. Zur Begrün-
dung führte er aus, der Bericht des B._ habe ihm und der Vorinstanz
im Verfügungszeitpunkt noch nicht vorgelegen; er sei aber für die Beurtei-
lung wichtig.
B.b Der mit Zwischenverfügung vom 7. November 2018 (BVGer-act. 2)
einverlangte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.- ist am 25. Novem-
ber 2018 bei der Gerichtskasse eingegangen (BVGer-act. 4).
B.c Mit Vernehmlassung vom 23. Dezember 2019 und unter Verweis auf
die Stellungnahme der IV-Stelle des Kantons C._ vom 19. Dezem-
ber 2019 beantragte die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde
(BVGer-act. 6). Zur Begründung war der Stellungnahme der IV-Stelle des
Kantons C._ zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer seit dem
4. März 2019 seine frühere Tätigkeit mit einem Pensum von 50 % und ab
dem 18. März 2019 wieder zu 100 % aufnehmen konnte. Dem mit der Be-
schwerde eingereichten Bericht des B._ vom 12. September 2019
betreffend die bestehende Schulterschmerzsymptomatik sei zu entneh-
men, dass der Beschwerdeführer weder eine operative Versorgung noch
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eine Infiltration mit Cortison und Lokalanästhetikum wünsche. Die behan-
delnden Ärzte hielten fest, dass der Beschwerdeführer aktuell zu 100 % in
seiner angestammten Tätigkeit als Lastwagenchauffeur berufstätig sei.
Eine Arbeitsunfähigkeit werde nicht attestiert. Der Beschwerdeführer habe
somit vor Ablauf der einjährigen Wartezeit wieder eine volle Arbeitsfähigkeit
erlangt, weshalb die angefochtene Verfügung zu bestätigen sei. Bei einer
allfälligen Verschlechterung des Gesundheitszustands könne sich der Be-
schwerdeführer wieder bei der IV melden.
B.d Der Beschwerdeführer liess sich nicht mehr vernehmen.
B.e Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Be-
weismittel ist – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nach-
folgenden Erwägungen einzugehen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69
Abs. 1 Bst. b des IVG (SR 831.20) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht
Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der IV-Stelle
für Versicherte im Ausland. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt
nicht vor.
1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach
dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). Ge-
mäss Art. 3 Bst. dbis VwVG bleiben in sozialversicherungsrechtlichen Ver-
fahren die besonderen Bestimmungen des ATSG (SR 830.1) vorbehalten.
Gemäss Art. 2 ATSG sind die Bestimmungen dieses Gesetzes auf die bun-
desgesetzlich geregelten Sozialversicherungen anwendbar, wenn und so-
weit die einzelnen Sozialversicherungsgesetze es vorsehen. Nach Art. 1
IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Invalidenversicherung an-
wendbar (Art. 1a bis 26bis und Art. 28 bis 70), soweit das IVG nicht aus-
drücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. Dabei finden nach den all-
gemeinen intertemporalrechtlichen Regeln in formellrechtlicher Hinsicht
mangels anderslautender Übergangsbestimmungen grundsätzlich diejeni-
gen Rechtssätze Anwendung, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeur-
teilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2).
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1.3 Der Beschwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung,
so dass er im Sinne von Art. 59 ATSG beschwerdelegitimiert ist.
1.4 Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht (Art. 60 Abs. 1
ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereicht und der Kostenvorschuss in-
nert Frist geleistet wurde, ist auf die Beschwerde einzutreten.
2.
2.1 Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger und wohnt in
Deutschland. Damit gelangen das Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni
1999 (FZA, SR 0.142.112.681) und die Regelwerke der Gemeinschaft zur
Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss Anhang II des
FZA, insbesondere die für die Schweiz am 1. April 2012 in Kraft getretenen
Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009
(SR 0.831.109.268.11), zur Anwendung. Seit dem 1. Januar 2015 sind
auch die durch die Verordnungen (EU) Nr. 1244/2010, Nr. 465/2012 und
Nr. 1224/2012 erfolgten Änderungen in den Beziehungen zwischen der
Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten anwendbar. Das Vorliegen einer an-
spruchserheblichen Invalidität beurteilt sich indes auch im Anwendungsbe-
reich des FZA und der Koordinierungsvorschriften nach schweizerischem
Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des BGer 9C_573/2012 vom
16. Januar 2013 E. 4).
2.2 Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der
Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des
Erlasses der streitigen Verwaltungsverfügung (hier: 16. September 2019)
eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweis).
2.3 Weiter sind in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze
massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbe-
standes Geltung hatten (BGE 132 V 220 E. 3.1.1, 131 V 11 E. 1). Deshalb
finden Vorschriften Anwendung, die spätestens beim Erlass der Verfügung
vom 16. September 2019 in Kraft standen, weiter aber auch Vorschriften,
die zu jenem Zeitpunkt bereits in Kraft getreten waren, die aber für die Be-
urteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprüche von Belang
sind.
2.4 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerdever-
fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs
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oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollstän-
dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie Unangemes-
senheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG).
2.5 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechts-
anwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der
Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Beschwerde auch
aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den an-
gefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die
von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. BVGE 2013/46 E. 3.2).
3.
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente,
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.
Laut Art. 29 Abs. 4 IVG werden Renten, die einem Invaliditätsgrad von we-
niger als 50% entsprechen, nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren
Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz ha-
ben, was laut Rechtsprechung eine besondere Anspruchsvoraussetzung
darstellt (vgl. BGE 121 V 264 E. 6c). Eine Ausnahme von diesem Prinzip
gilt seit dem 1. Juni 2002 für Schweizer Bürger und Staatsangehörige der
EU, denen bereits ab einem Invaliditätsgrad von 40% eine Rente ausge-
richtet wird, wenn sie in einem Mitgliedstaat der EU Wohnsitz haben.
3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine
Rente, welche ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), und die zu-
sätzlich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnitt-
lich zu mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und
auch nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG)
sind (Bst. b und c).
Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG ist Invalidi-
tät die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit
oder Unfall. Erwerbsunfähigkeit ist gemäss Art. 7 ATSG der durch Beein-
trächtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder
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teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen-
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Be-
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufga-
benbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die
zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt (Art. 6 ATSG).
3.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und
im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche
und gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf-
gabe des Arztes im schweizerischen Invalidenverfahren ist es, den Ge-
sundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem
Umfang und gegebenenfalls bezüglich welcher Tätigkeiten der Versicherte
arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind sodann eine wichtige
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen dem
Versicherten konkret noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256
E. 4, 115 V 134 E. 2; AHI-Praxis 2002, S. 62, E. 4b/cc).
3.2.1 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel
zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfah-
ren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versi-
cherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, das
heisst ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss
zu würdigen. Dies bedeutet für das Gericht, dass es alle Beweismittel, un-
abhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu ent-
scheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung
des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei ei-
nander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht er-
ledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische
These abstellt.
3.2.2 Bezüglich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob
der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-
lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi-
zinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Exper-
ten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich
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somit weder die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der ein-
gereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder als
Gutachten (vgl. dazu das Urteil des Bundesgerichts [BGer] I 268/2005 vom
26. Januar 2006 E. 1.2 mit Hinweis auf BGE 125 V 352 E. 3a).
Gleichwohl erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien
Beweiswürdigung als vereinbar, Richtlinien für die Beweiswürdigung in Be-
zug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten aufzu-
stellen (vgl. hierzu BGE 125 V 352 E. 3b; AHI 2001 S. 114 E. 3b; Urteil des
BGer I 128/98 vom 24. Januar 2000 E. 3b). So ist den im Rahmen des Ver-
waltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, welche
aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach
Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde
zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Be-
weiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuver-
lässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb, mit weiteren
Hinweisen). Berichte der behandelnden Ärzte schliesslich sind aufgrund
deren auftragsrechtlicher Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt
zu würdigen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Dies gilt für den allgemein prakti-
zierenden Hausarzt wie auch für den behandelnden Spezialarzt (Urteil des
BGer I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweisen; vgl. aber Urteil des
BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2).
4.
Nachfolgend ist zu prüfen, ob die IVSTA das Leistungsbegehren des Be-
schwerdeführers zu Recht abgewiesen hat. Die Vorinstanz stützte sich bei
ihrem Entscheid im Wesentlichen auf die nachfolgend aufgeführten Akten.
4.1 Dem Verlegungsbericht des behandelnden B._ vom 18. Okto-
ber 2018 sind folgende Diagnosen zu entnehmen: 1) Hyperaktives Delir,
DD Korsakow-Syndrom, 2) Polytrauma mit schwerem Schädelhirntrauma
nach Balkonsturz 30.09.2018, 3) Nosokomiale Pneumonie, DD: Aspirati-
onspneumonie, 4) Hypodense Leberläsion, 5) Hyperchromes und makro-
zytäres Blutbild, 6) Alkoholintoxikation (1,8 Promille) 30.09.2018 bei chro-
nischem Alkoholüberkonsum und 7) Überlaufblase am 15.10.2018.
4.2 Dem Austrittsbericht der D._ vom 7. Januar 2019 (IV-act. 16.12)
sind folgende Diagnosen zu entnehmen: 1) Schweres offenes Schädel-
Hirn-Trauma 30.09.2018 mit Polytrauma, 2) weitere Verletzungen im Rah-
men des Polytraumas: komplexe Schädelbasisfraktur, Thoraxtrauma mit
Pneumothorax und undislozierter Fraktur Costa 7 rechts (Thoraxdrainage
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30.09.2018), Nosokomiale Pneumonie (DD Aspirationspneumonie), In-
tramurales Hämatom Aorta abdominalis, Hypodense Leberläsion, 3) Ne-
bendiagnosen: Periapikaler Lysesaum um Zahn 15 und 27, V.a. schädli-
cher Gebrauch von Alkohol, Anämie, a.e. posttraumatisch (letztes Hb
07.11.2018: 123) und Störungen durch Tabak, Abhängigkeitssyndrom. Die
Ärzte attestierten dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit von
100 % bis auf Weiteres sowie das Fehlen der Fahreignung.
4.3 Dem Abschlussbericht der D._ vom 21. März 2019 (IV-
act. 30.29) sind im Wesentlichen die bereits bekannten Diagnosen sowie
einige Ausführungen zur durchgeführten Therapie zu entnehmen. Angaben
zur Arbeitsfähigkeit werden keine gemacht. In einem separaten Arbeitsun-
fähigkeitszeugnis der D._ vom 14. Januar 2019 (IV-act. 16.5 S. 2)
attestierte diese dem Beschwerdeführer eine volle Arbeitsunfähigkeit für
die Zeit vom 1. Januar 2019 bis zum 28. Februar 2019.
4.4 Dem Bericht des B._ vom 3. Juli 2019 (IV-act. 24 S. 6 f.) über
die Arthrographie des Schultergelenks vom 2. Juli 2019 sind folgende Be-
funde zu entnehmen: leichte AC-Gelenksarthrose, ansonsten unauffälliges
Knochenmarkssignal, ansatznaher transmuraler Riss der Supraspinatus-
sehne, ansatznahe artikularseitige Ruptur des M. subscapularis mit Abriss
am Tuberculum minus, Lig. Transversum intakt, partielle Ruptur des Pulley
der Bicepssehne mit medialisierter Bicepssehne, Tendinopathisches Sig-
nal der Bicepssehne, SLAP-Läsion Typ 2, unauffälige Darstellung des
Labrums. Zur Arbeitsfähigkeit äusserten sich die Ärzte nicht. Mit Schreiben
vom 8. Juli 2019 (IV-act. 30.12) teilten die Ärzte der Hausärztin des Be-
schwerdeführers mit, dieser werde zur Besprechung einer operativen Ver-
sorgung der Schulter aufgeboten. Weiter hielten die Ärzte auch im Schrei-
ben vom 19. Juli 2019 (IV-act. 30.7) die genannten Befunde in Bezug auf
die Schulter fest und führten dazu aus, der Beschwerdeführer arbeite of-
fenbar bereits seit März 2019 wieder als Lastwagenchauffeur und verspüre
beim Fahren keine Schmerzen, jedoch beim Be- und Entladen des Last-
wagens. Aufgrund der hohen körperlichen Belastung bei der Arbeit sei dem
Beschwerdeführer die operative Versorgung des Schulterleidens empfoh-
len worden, was dieser jedoch ablehne. Alternativ sei ihm eine glenohume-
rale Infiltration angeboten worden, was er jedoch ebenso wenig möchte.
Die Arbeitsunfähigkeit betrage 0 %.
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4.5
4.5.1 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer auf-
grund des Unfalles vom 30. September 2018 im Wesentlichen ein schwe-
res Schädel-Hirn-Trauma und ein Polytrauma mit multiplen Verletzungen
erlitten hat. Diese Verletzungen wurden durch das B._ sowie nach-
folgend im Rahmen einer Reha durch die D._ behandelt. Der Ab-
schlussbericht der D._ erfolgte am 21. März 2019. Gestützt auf die
vorhandenen Arztberichte ist von einer vollen Arbeitsunfähigkeit bis zum
28. Februar 2019 auszugehen.
4.5.2 Ferner ist aktenkundig, dass der Beschwerdeführer am 4. März 2019
seine bisherige Tätigkeit als Lastwagenchauffeur mit einem Pensum von
50 % und ab 18. März 2019 mit einem solchen von 100 % wieder aufge-
nommen hat (vgl. IV-act. 18.2, 18.7 bis 18.11 und 18.14). Aufgrund dessen
ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer seit dem 18. März 2019
wieder zu 100 % arbeitsfähig ist und er seine bisherige Arbeit ausüben
konnte. Ärztlicherseits sind keine weiteren Arbeitsunfähigkeiten attestiert
worden und der Beschwerdeführer macht auch keine solchen geltend.
Dem beschwerdeweise eingereichten Bericht des B._ vom
12. September 2019 (Beilage zu BVGer-act. 1), welcher vor Verfügungser-
lass datiert und somit zu berücksichtigen ist, ist zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer Schulterprobleme beklagt und er deshalb teilweise
Mühe beim Be- und Entladen des Lastwagens oder auch Schlafprobleme
habe. Dem ärztlichen Bericht ist weiter zu entnehmen, dass die verschie-
denen Behandlungsoptionen diskutiert worden seien und sich der Be-
schwerdeführer für eine konservative Behandlung mit Physiotherapie ent-
schieden habe. Bisher sei damit jedoch keine Verbesserung erzielt worden.
Die Ärzte gaben deshalb eine Empfehlung zu einer Operation ab, was vom
Beschwerdeführer jedoch abgelehnt worden sei. Eine Arbeitsunfähigkeit
attestierten sie ihm explizit nicht, auch wenn sie darauf hinwiesen, dass –
unabhängig vom gewählten Behandlungsprozedere – eine Tätigkeit mit ge-
ringerer körperlicher Belastung für den Beschwerdeführer wohl geeigneter
wäre.
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist somit auch dem be-
schwerdeweise eingereichten Bericht keine weitere Arbeitsunfähigkeit zu
entnehmen, sodass davon auszugehen ist, dass nach dem Ende der voll-
umfänglichen Arbeitsunfähigkeit am 28. Februar 2019 für zwei Wochen
eine Arbeitsfähigkeit von 50 % bestand und der Beschwerdeführer ab dem
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18. März 2019 wieder eine volle Arbeitsfähigkeit erlangte. Weitere Arztbe-
richte liegen nicht vor. So ist insbesondere aktenkundig, dass die Hausärz-
tin des Beschwerdeführers keinen Bericht eingereicht hat (vgl. IV-act. 39.1
S. 10). Die Feststellung der Vorinstanz, gemäss welcher bereits vor Ablauf
der gesetzlichen Wartefrist wieder eine volle Arbeitsfähigkeit erreicht
wurde, ist somit korrekt. Die Voraussetzungen gemäss Art. 28 Abs. 1 Bst. b
und c IVG sind somit nicht erfüllt, weshalb der Beschwerdeführer keinen
Anspruch auf eine Rente hat. Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen
und die angefochtene Verfügung ist zu bestätigen. Es bleibt darauf hinzu-
weisen, dass sich der Beschwerdeführer im Falle einer Verschlechterung
seines Zustands erneut bei der IV anmelden könnte.
5.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-
teientschädigung.
5.1 Die Verfahrenskosten sind bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder
die Verweigerung von IV-Leistungen nach dem Verfahrensaufwand und un-
abhängig vom Streitwert im Rahmen von 200-1'000 Franken festzulegen
(Art. 69 Abs. 1bis IVG). Für das vorliegende Verfahren sind die Verfahrens-
kosten auf Fr. 800.- festzusetzen und dem Beschwerdeführer als unterle-
gene Partei aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.- ist
zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden.
5.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren
eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig
hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Als Bundesbe-
hörde hat die IVSTA jedoch keinen Anspruch auf Parteientschädigung
(Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]).
Der unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf Parteient-
schädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).
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