Decision ID: d819c4b9-84c4-40cd-afae-6778d332ec13
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 29.04.2020 Neuanmeldung nach Abschreibung eines ersten IV-Gesuchs. Beweiswürdigung betreffend ein polydisziplinäres Gutachten. Rückwirkende stufenweise Rentenzusprache bei zu berücksichtigender rentenrelevanter Veränderung des Sachverhalts im Zeitablauf (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. April 2020, IV 2017/301).
Entscheid vom 29. April 2020
Besetzung
Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus (Vorsitz), Monika Gehrer-Hug und
Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiberin Fides Hautle
Geschäftsnr.
IV 2017/301
Parteien
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Bettina Surber, Oberer Graben 44, 9000 St.
Gallen,
gegen
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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
Gegenstand
Rente
Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 9. Juli 2010 (vgl. IV-act. 6-1; Antrag dieses Datums selber
soweit ersichtlich nicht bei den Akten) erstmals bei der [ausländischen]
Rentenversicherung zum Bezug einer Rente wegen Erwerbsminderung an. Der Antrag
wurde am 19. November 2010 (IV-act. 6-1 bis 4) abgelehnt und die Versicherung
überwies den Entscheid gleichentags der Schweizerischen Ausgleichskasse (IV-act. 2).
Die schweizerische IV-Stelle für Versicherte im Ausland holte u.a. die
Arbeitgeberbescheinigung der schweizerischen Arbeitgeberin ein, bei welcher die
Versicherte während der Zeit vom 1. November 2005 bis 31. Juli 2007 als Mitarbeiterin
im Verkauf im Pensum von 80 % angestellt gewesen war. Die Versicherte habe aus
gesundheitlichen Gründen gekündigt; sie habe während der Anstellung den
Anforderungen entsprechen können (vgl. IV-act. 11, Bescheinigung vom 23. Februar
2011). - In einem weiteren Fragebogen für Arbeitgeber (in Verbindung mit einem
beigelegten Arbeitsvertrag) gab - nach der Aktenlage - die Versicherte selbst am
4. April 2011 (IV-act. 17-2 f.) an, sie habe ehemals vom 1. April 2008 bis zum
31. Dezember 2008 (Betriebsaufgabe) an 20 Stunden pro Woche (50 %-Pensum) als
Bedienung im (Restaurations-) Betrieb des Ehemannes [im Ausland] gearbeitet. Sie
vermerkte, ihr psychischer und körperlicher Zustand habe sich durch einen Autounfall
vom 19. Januar 2011 mit starkem Schleudertrauma wegen HWS- und BWS-
Beschwerden, starken Kopf- und Rückenschmerzen und Albträumen ziemlich stark
verschlechtert (vgl. IV-act. 17). - Die IV-Stelle liess die Versicherte ausserdem
Fragebögen betreffend Erwerbstätigkeit (IV-act. 10-1 bis 4) und betreffend
Haushalttätigkeit (IV-act. 10-6 ff.) ausfüllen. - In einer Stellungnahme vom 24. Mai 2011
(IV-act. 20-1 f.) gab (wohl) der Ärztliche Dienst (RAD) der schweizerischen
Invalidenversicherung (Dr. med. B._) aufgrund eines ärztlichen Entlassungsberichts
über eine stationäre Therapie der Versicherten vom 26. Mai bis 22. Juni 2010 einer
[ausländischen] Klinik an, es lägen bei ihr eine rezidivierende depressive Störung,
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gegenwärtig mittelgradige Episode, ohne somatisches Syndrom, eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung und ein Kopfschmerz vom Spannungstyp vor. Die
Versicherte sei als voll arbeitsfähig (sc. aus der stationären Therapie) entlassen worden.
Trotz Einschränkungen der körperlichen und psychischen Belastbarkeit gebe es
sicherlich Tätigkeiten, in denen sie voll arbeitsfähig sei. Bei den erwähnten Diagnosen
handelte es sich um die schon in der [ausländischen] Ablehnungsverfügung
dargelegten Gesundheitsschädigungen (vgl. IV-act. 6-1; der Entlassungsbericht selber
ist soweit ersichtlich nicht vorhanden, aber teils wiedergegeben in IV-act. 23-8 f. und in
IV-act. 133-4; dort datiert auf 2. Juli 2010; die Versicherte war danach als zu sechs
Stunden und mehr leistungsfähig in der Tätigkeit als Bedienung bzw. vollschichtig
beruflich leistungsfähig auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beurteilt worden). - In einem
Gutachten vom 30. Juli 2011 (IV-act. 23-7 ff.) für die [ausländische] Rentenversicherung
- veranlasst im Widerspruchsverfahren gegen den [ausländischen] Entscheid - gab
Dr. med. C._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, an, es bestünden bei
der Versicherten eine rezidivierende depressive Störung im Sinn einer reaktiven
Reaktion, gegenwärtig mittelgradig bis schwer, eine Somatisierungsstörung im Sinn
einer Schmerzstörung, eine anhaltende Belastungsstörung und schwerwiegende
psychosoziale Faktoren. Für den Beruf der Serviererin und in der Bedienung sowie auf
dem allgemeinen Arbeitsmarkt sei sie für weniger als drei Stunden arbeitsfähig. Die
schwere psychische Störung sei als Antwort auf die erlebten, für sie traumatischen
Veränderungen im privaten Umfeld zu erklären. Die Versicherte habe angegeben, 2008
das eigene Geschäft verloren, einen enormen Existenzkampf geführt und eine starke
Verschuldung sowie im Versagen - auch in der partnerschaftlichen Beziehung - eine
Kränkung erlitten zu haben. Sie habe berichtet, sie sei seit 2010 von ihrem Ehemann
getrennt (IV-act. 23-9; bzw. geschieden, IV-act. 23-11) und habe keinen Kontakt mehr
zu ihm, und gleichzeitig, dass sie bei ihm wohne (vgl. IV-act. 23-9 f.). Aufgrund der
Persönlichkeitsstruktur und der Biographie sei die Versicherte nicht in der Lage, allein
adäquate Bewältigungsstrategien aufzunehmen. Es bestehe eine erhebliche
Überforderung im psychosozialen Umfeld. Daneben habe sich eine somatische
Störung entwickelt. - In einer (fachärztlichen, auch psychiatrischen)
sozialmedizinischen Stellungnahme einer [ausländischen] Abteilung Reha-Management
zuhanden der Auslandsrentenabteilung gleicher Stelle vom 9. September 2011 (IV-
act. 25) wurde dargelegt, diese Arbeitsfähigkeitsschätzung sei nicht nachvollziehbar; es
gebe ausser einer eventuellen Trennung keine im Vergleich zum oben erwähnten
Entlassungsbericht neuen Faktoren, es habe keine fundierte psychiatrische oder
psychotherapeutische Behandlung der Versicherten stattgefunden (bei welcher sowohl
die depressiven wie die schmerzfehlverarbeitenden Symptome gänzlich abklingen
könnten) und selbst bei Annahme einer quantitativen Einschränkung des
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Leistungsvermögens sei diese nicht andauernd, weshalb weiterhin eine
Leistungsfähigkeit für sechs und mehr Stunden bestehe (IV-act. 25 f.). - Daraufhin zog
die Versicherte das Gesuch gegenüber der [ausländischen] Rentenversicherung am
16. September 2011 zurück, worauf das Verfahren bei der schweizerischen IV-Stelle für
Versicherte im Ausland zufolge Gegenstandslosigkeit abgeschrieben wurde (vgl. IV-
act. 32, 27 ff.).
B.
Am 14./21. Dezember 2012 (IV-act. 33) meldete sich die Versicherte bei der
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen an. Sie, seit 1995
Schweizer Bürgerin, habe die Sekundarschule im Herkunftsland gemacht. Von März
2008 bis September 2011 habe sie sich [im Ausland] aufgehalten und dort von April bis
Dezember 2008 zu 50 % gearbeitet. Seit Oktober 2011 sei sie hierzulande zu 50 %
angestellt. Seit Oktober 2009 leide sie an einer psychischen Beeinträchtigung. Seit
8. August 2012 erhalte sie bei voller Arbeitsunfähigkeit Krankentaggelder. Der IK-
Auszug (IV-act. 44) wies ab 1983 Einträge auf. - Die Arbeitgeberin (gleicher Betrieb wie
von 2005 bis 2007) bescheinigte am 28. Januar 2013 (IV-act. 48), dass die Versicherte
seit 1. Oktober 2011 im Stundenlohn als Mitarbeiterin im Verkauf tätig sei und im Jahr
2011 bei rund 243 Stunden Arbeit rund Fr. 6'565.-- und im Jahr 2012 (Januar bis
August) bei rund 481 Stunden Arbeit rund Fr. 12'377.-- verdient habe.
B.a.
In einem Bericht vom 14. März 2013 (IV-act. 50) gab die Klinik D._ (Psychiatrie-
Dienste E._) nach einer stationären Behandlung der Versicherten vom 7. Januar bis
1. März 2013 und tagesklinischer Behandlung vom 5. bis 14. März 2013 gegenüber
Dr. med. F._, Allgemeine Medizin FMH, bekannt, es lägen eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen,
eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und eine Fibromyalgie vor. In der
Anamnese fänden sich multiple Psychotraumata. Arbeitsfähig sei die Versicherte nicht.
Sie habe auf die Therapien gut angesprochen und die Klinik in psychophysisch
stabilisiertem Gesamtzustand verlassen.
B.b.
Med. prakt. G._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, gab im IV-
Arztbericht vom 25. April 2013 (IV-act. 51) - abgesehen von den psychotischen
Symptomen - die gleichen Diagnosen an. Er behandle die Versicherte seit dem
B.c.
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7. September 2012. Er verweise vor allem auf seinen Zuweisungsbericht vom
14. Dezember 2012 (soweit ersichtlich nicht aktenkundig). Die depressive Symptomatik
der Versicherten habe sich nach der stationären Behandlung leicht zurückgebildet. Es
stünden noch Suizidgedanken im Vordergrund. Objektiv zeige sich ein eindrückliches
klinisches Bild einer Depression mit eingefallener, in Mimik und Gestik erheblich
reduziert wirkender, erschöpfter Versicherter. Sie sei zurzeit wieder in der Tagesklinik
integriert, dort aber aufgrund einer Verschlechterung der Depression in der ersten
Behandlungsepisode überfordert gewesen. Sie sei seit 7. September 2012 voll
arbeitsunfähig und befinde sich in einer frühen Phase beginnender Remission. Seine
(des Psychiaters) Angaben basierten auf den Äusserungen der Versicherten ihm - in
seiner Rolle als Behandler, nicht als Gutachter - gegenüber. - In einem Verlaufsbericht
vom 2. September 2013 (IV-act. 57) erklärte med. prakt. G._, der
Gesundheitszustand der Versicherten sei stationär. Am 13. Juni 2013 sei sie aus der
Tagesklinik ausgetreten, in jenem Monat sei es zu einem leichten Rückgang der
depressiven Symptomatik gekommen (von ihm als mögliches Ansprechen auf eine
Lithiumaugmentation interpretiert), schon im Juli 2013 aber wieder zu einer
anhaltenden Verschlechterung. Bei einer weiteren Zunahme erwäge er die Zuweisung
in eine erneute stationäre Behandlung in der Klinik D._. Es bestünden eine ständige
Erschöpftheit, Kraft- und Energielosigkeit, Antriebs- und Konzentrationsstörungen und
eine stark eingeschränkte affektive Modulationsfähigkeit. Es stelle sich auch die Frage
der Zumutbarkeit für einen Arbeitgeber. Das Leiden beeinträchtige die gesamte
Lebensführung der Versicherten. - Im beigelegten Bericht vom 15. Juli 2013 (IV-
act. 57-7 f.) hatte das Psychiatrie-Zentrum H._ (Psychiatrie-Dienste E._)
angegeben, die Versicherte sei vom 18. März bis 13. Juni 2013 in der Tagesklinik
behandelt worden und in relativ verbessertem Zustand ausgetreten. Einmal
wöchentlich wolle sie nebst der Betreuung durch med. prakt. G._ noch die
ambulanten Gruppentherapien am Zentrum besuchen.
Nachdem der RAD demgemäss von einer nicht verwertbaren Arbeitsfähigkeit
ausgegangen war (vgl. IV-act. 58-3), wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des
Kantons St. Gallen einen Anspruch auf berufliche Massnahmen am 12. September
2013 (IV-act. 61; wie vorläufig bereits am 22. Mai 2013, IV-act. 53) ab, weil diese wegen
des Gesundheitszustands der Versicherten nicht möglich seien.
B.d.
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In einem Verlaufsbericht vom 5. Dezember 2013 (IV-act. 67) ging med. prakt.
G._ von einem stationären, unveränderten Zustand der Versicherten aus und wies
darauf hin, dass sie inzwischen im Auftrag der Krankentaggeldversicherung untersucht
worden sei.
B.e.
In seiner medizinischen Kurzbeurteilung vom 18. November 2013 (IV-act. 73-4 ff.)
zuhanden der Krankentaggeldversicherung hatte Dr. med. I._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie und für Psychosomatische und Psychosoziale Medizin,
die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige
Episode mit somatischem Syndrom, gestellt, daneben jene eines ausgeprägten
psycho-physischen Erschöpfungszustands (IV-act. 73-6). Das depressive Syndrom
bewirke zurzeit vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit. Die subjektiv beklagten
Beschwerden würden damit korrelieren. Es hätten weder Simulations- noch
Aggravationstendenzen bestanden. Vielmehr bestehe der Eindruck einer
überdurchschnittlichen Verausgabungsbereitschaft und eher einer Dissimulation.
Nennenswerte psychosoziale bzw. sozio-kulturelle Belastungsfaktoren mit Einfluss auf
die Schwere der depressiven Erkrankung seien nicht eruierbar gewesen. Zurzeit und für
voraussichtlich weitere acht Wochen sei die Versicherte nicht arbeitsfähig. Die
verschiedenen eingesetzten Psychopharmaka hätten bis anhin keine ausreichende
Verbesserung bewirken können. Die Prognose sei deutlich eingeschränkt (vgl. IV-
act. 73-7, ad 5). Es könne grundsätzlich mit einer namhaften Besserung gerechnet
werden (vgl. IV-act. 73-7, ad 6). Eine mehrwöchige stationäre psychosomatische
Rehabilitation sei zu befürworten. Beim Befund wurden vollumfängliche
Einschränkungen bei Problemlösung, Pünktlichkeit, Reaktionsfähigkeit,
Selbständigkeit, Sorgfalt, Teamarbeit, Umstellungsfähigkeit, Verantwortung, Antrieb,
Auffassung, Aufmerksamkeit, Ausdauer, Durchsetzung, Kontaktfähigkeit, Konzentration
und Frustrationstoleranz beschrieben (vgl. IV-act. 73-8). - Der RAD schloss sich am
10. Februar 2014 (IV-act. 70) an.
B.f.
Am 9. Januar 2014 (IV-act. 69) hatte med. prakt. G._ die Versicherte der Klinik
D._ (Z._; IV-act. 69) zugewiesen. Diese Klinik gab im Austrittsbericht vom
4. Februar 2014 (IV-act. 73-9 ff.) an, die Versicherte sei ab dem 14. Januar 2014
behandelt worden. Nach 17 Tagen (am 31. Januar 2014) habe sie die Klinik wegen
verschlechterter Schmerzproblematik verlassen. Sie habe sich für eine ambulante
B.g.
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Weiterbehandlung in einer Tagesklinik und durch med. prakt. G._ entschieden. Bis
14. Februar 2014 werde sie noch arbeitsunfähig geschrieben. Diagnostiziert worden
waren (nebst der PTBS) eine mittelgradige rezidivierende depressive Störung und die
Fibromyalgie mit mehreren Lokalisationen.
Am 27. März 2014 (IV-act. 77) fand eine Abklärung an Ort und Stelle statt. Im
Bericht vom 25. April 2014 (IV-act. 77) wurde festgehalten, die Versicherte mache
glaubhaft geltend, sie wäre ohne Behinderung vollzeitlich erwerbstätig. Gemäss RAD
bestehe eine eigenständige depressive Störung auf dem Hintergrund einer PTBS mit
voller Arbeitsunfähigkeit, doch rechtsprechungsgemäss begründe das keine Invalidität.
Es sei von einem vorübergehenden Leiden auszugehen.
B.h.
Auf einen ablehnenden Vorbescheid vom 13. Mai 2014 (IV-act. 80) hin wandte die
Versicherte schliesslich am 17. Juni 2014 mithilfe der Pro Infirmis (IV-act. 87) ein, vor
einem abschliessenden Entscheid sei ihr die Möglichkeit einzuräumen, die empfohlene
stationäre Behandlung abzuschliessen, die sie wegen einer Verschlechterung des
Gesundheitszustands abgebrochen habe. Allenfalls sei ein zusätzliches Gutachten
einzuholen. Es sei eine eigenständige depressive Störung mit PTBS vorhanden,
weshalb die Begründung einer Ablehnung nicht nachvollziehbar sei. - Am 8. Juli 2014
trat die Versicherte (wie später den Beilagen einer Beschwerde gegen eine Verfügung,
vgl. unten, zu entnehmen war) wieder in die Klinik D._ ein (vgl. IV-act. 93-12 ff.,
Austrittsbericht vom 7. August 2014 an med. prakt. G._ über den Aufenthalt bis
30. Juli 2014).
B.i.
Mit Verfügung vom 10. Juli 2014 (IV-act. 88) wies die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Leistungsgesuch der Versicherten ab. Eine
mittelgradige depressive Episode sei ein vorübergehendes Leiden, das gemäss dem
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. Oktober 2007, IV
2006/154 E. 4c, eine vollumfängliche Überwindung der subjektiven
Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung erlaube. Eine PTBS setze, wie die bundesgerichtliche
Rechtsprechung festhalte, ein traumatisierendes Ereignis von aussergewöhnlicher
Schwere voraus und sei nicht per se invalidisierend, und eine Fibromyalgie sei danach
ebenfalls überwindbar. Ausserdem sei die Versicherte nach der angeblichen
Traumatisierung weiterhin einer Erwerbstätigkeit nachgegangen, weshalb diese nicht
B.j.
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aussergewöhnlich schwer gewesen sein könne. - Am 6. August 2014 (IV-act. 89)
schrieb Dr. F._ dem RAD, die Versicherte sei wegen chronischer Schmerzen im
Bauch und Rücken an einer regelmässigen Arbeit verhindert. Als Verkäuferin sei sie voll
arbeitsunfähig. - Die Versicherte erhob Beschwerde gegen die Verfügung vom 10. Juli
2014 und beantragte eine (allenfalls gerichtliche) Begutachtung (IV-act. 91-2 f.). Sie
reichte unter anderem ein (älteres) Sozialmedizinisches Gutachten einer
[ausländischen] Beratungsstelle vom 7. April 2010 (IV-act. 93-1 bis 4) ein, wonach sie
aus medizinischer Sicht auf Zeit arbeitsunfähig sei. - Am 25. November 2014 (IV-
act. 106) widerrief die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen die
angefochtene Verfügung (Abschreibung IV-act. 107).
Prof. Dr. med. J._, Neurologie FMH, gab im IV-Arztbericht vom 19. Januar 2015
(IV-act. 113) bekannt, auf neurologischem Fachgebiet bestehe bei der Versicherten
keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, daneben aber ein
Kopfschmerz vom Spannungstypus. Die Versicherte habe berichtet, die
Kopfschmerzen seien seit einem Autounfall von 2010 mit Schleudertrauma verstärkt
(IV-act. 113-3). - Dr. F._ gab am 20. Januar 2015 (IV-act. 114) an, es bestünden ein
Fibromyalgie-Syndrom (ED 2006) und eine Depression. Er behandle die Versicherte seit
17. September 2012. Die Arbeitsunfähigkeit von 100 % als Verkäuferin bestehe seit
damals. Es sei eine Verschlechterung zu erwarten. - Med. prakt. G._ berichtete am
30. Januar 2015 (IV-act. 116; unter Hinweis wiederum auf seine Rolle als Behandler,
nicht als Gutachter), trotz fortlaufender psychopharmakologischer und psycho- und
ergotherapeutischer Behandlung samt vollstationärer Behandlungen habe sich keine
wesentliche Befundveränderung ergeben. Dass eine Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei,
sei durch den ausserordentlichen Ausprägungsgrad des affektiven Leidens begründet,
das sich auf die gesamte Alltagsgestaltung bezüglich der Planungs- und
Handlungskompetenz stark limitierend auswirke. - Die Klinik D._ teilte im IV-
Arztbericht vom 10. März 2015 (IV-act. 119) unter anderem mit, die Versicherte sei
nach einem Suizidversuch im Jahr 2010 in einer [ausländischen] Klinik gewesen.
Psychisch sei die Versicherte durch Depressions- und Traumafolgesymptome
chronisch beeinträchtigt, körperlich leide sie an Fibromyalgie- und
Unterleibsschmerzen psychosomatischer Genese.
B.k.
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Der RAD hielt zunächst am 24. März 2015 (IV-act. 120) dafür, es sei nicht zu
erwarten, dass weitere medizinische Abklärungen zu einer wesentlich anderen
Beurteilung führen würden. - Nach Beizug der Akten der IV-Stelle für Versicherte im
Ausland (IV-act. 123) veranlasste die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle eine
polydisziplinäre Begutachtung der Versicherten. In einer Stellungnahme vom 1. Juli
2015 (IV-act. 130) war festgehalten worden, die medizinischen Unterlagen würden sich
bezüglich der Diagnosen widersprechen und diverse Hinweise darauf enthalten, dass
vorwiegend die psychosozial schwierige Situation im Vordergrund stehe. Das Dossier
enthalte zu viele Diskrepanzen, als dass ohne Abklärung eine Rente gesprochen
werden könnte.
B.l.
Das Swiss Medical Assessment- and Business-Center (SMAB) gab im Gutachten
vom 18. März 2016 (IV-act. 133) an, als Hauptdiagnose (mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit) liege eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradige Episode, vor. Ohne Auswirkung seien eine Reaktion auf schwere
Belastung, nicht näher bezeichnet, sowie psychologische und Verhaltensfaktoren bei
andernorts klassifizierten Krankheiten, Polyarthralgien der unteren und oberen
Extremitäten ohne wesentliche degenerative Veränderungen und ohne eingeschränkte
Funktion, ein chronisches Cervicovertebralsyndrom mit chronisch rezidivierenden
Myalgien ohne Zeichen einer radiculären Defizitsymptomatik, ein chronisches
lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne radiculäre Defizitsymptomatik,
vasomotorische Kopfschmerzen, ein Verdacht auf NSAR-induzierte Gastritis,
Übergewicht, Nikotinabusus, Status nach Commotio cerebri und nach
Distorsionstrauma der HWS (19.01.2011) und nach OP einer Dermoidzyste sakral 2007
und nach TE 1984. In der bisherigen Tätigkeit sei die Versicherte zu 40 % arbeitsfähig.
Bei der Rückkehr in die Schweiz im Oktober 2011 habe keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit bestanden. Im Zusammenhang mit einer Arbeitsplatzkonfliktsituation
habe sich allmählich eine depressive Symptomatik entwickelt. Nach einem Überfall im
August 2012 sei die Versicherte voll arbeitsunfähig geschrieben gewesen, was
nachvollziehbar sei, und zwar bis Anfang 2015. Danach habe sich die Depression
zunehmend gebessert. Spätestens ab August 2015 dürfte die derzeitige
Arbeitsfähigkeit von 40 % vorgelegen haben. Der retrospektive Verlauf der
Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit sei gleich charakterisiert, aber mit
B.m.
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einer um 20 % höheren Arbeitsfähigkeit, am Ende mit 60 % Arbeitsfähigkeit. Da nach
relativ langjährigem Verlauf eine Besserung eingetreten sei und die Versicherte
motiviert sei, wieder einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, und sich längerfristig in
einem Arbeitspensum von 100 % sehe, scheine die Prognose günstig. Eine Re-
Evaluation scheine in etwa einem Jahr sinnvoll. - Der RAD schloss sich am 13. Juni
2016 (IV-act. 147) an.
In der Klinik D._ war die Versicherte nach dem 30. Juli 2014 bis zu einem
Berichtsdatum vom 12. September 2016 (IV-act. 136) nicht mehr gewesen. - Med.
prakt. G._ berichtete im IV-Verlaufsbericht vom 6. Oktober 2016 (IV-act. 139), im
Vordergrund stünden nach wie vor ein schweres depressives Syndrom und ein
ständiges Schmerzerleben. Die früher ausgeprägte posttraumatische Symptomatik
habe sich etwas zurückgebildet. Die Versicherte führe nach ihrer Beschreibung des
Alltags eine Lebensweise mit Zurückgezogenheit, spärlichen sozialen Kontakten, enger
Begleitung durch die Tochter und Distanzierung in der ehelichen Beziehung.
B.n.
Auf Vorlage des Verlaufsberichts von med. prakt. G._ vom 6. Oktober 2016 hin
teilte das SMAB am 10. März 2017 (IV-act. 150) mit, dessen Darstellung des Verlaufs
zwischen Januar 2015 und Oktober 2016, wonach in der ganzen Zeit eine schwere
depressive Episode vorgelegen haben solle, sei nicht plausibel, wäre doch dann kaum
nachvollziehbar, dass keine teil- oder vollstationären Massnahmen in die Wege geleitet
worden seien. Der Arzt sehe ausserdem offensichtlich weiterhin das Vollbild einer
PTBS, während im Gutachten ausführlich begründet worden sei, dass eine solche nicht
vorliege.
B.o.
Nach einer Stellungnahme des Rechtsdienstes (IV-act. 151-4 f.) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen der Versicherten am
20. März 2017 (IV-act. 154) eine Abweisung ihres Gesuchs in Aussicht. Leichte bis
mittelgradige depressive Störungen würden nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung nur als invalidisierende Krankheit in Betracht fallen, wenn sie
erwiesenermassen therapieresistent seien, denn solche Leiden seien im allgemeinen
therapeutisch gut angehbar. Aufgrund des Gutachtens könne nicht von einer
relevanten Therapieresistenz gesprochen werden.
B.p.
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C.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwältin lic. iur. Bettina Surber für
die Betroffene am 29. August 2017 erhobene Beschwerde. Die Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der
Beschwerdeführerin sei ab 1. Januar 2013 eine ganze Rente zuzusprechen,
eventualiter sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, den Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin in einem Gutachten nochmals umfassend abzuklären. Der im
Gutachten beschriebene Verlauf der gesundheitlichen Beeinträchtigung der
Beschwerdeführerin ab Anfang 2015 lasse sich nicht mit dem gut dokumentierten
schwerwiegenden Verlauf in der Vergangenheit und mit den Feststellungen des
behandelnden Facharztes in Übereinstimmung bringen. Im Bericht der Klinik D._ vom
10. März 2015 werde die Beeinträchtigung der Beschwerdeführerin gut
zusammengefasst. Neben der depressiven Störung sei es offensichtlich die anhaltende
Traumasymptomatik, welche die Beschwerdeführerin stark beeinträchtige. In den
aktuellen Arztberichten werde die vom Gutachter beschriebene ganz erhebliche
Zustandsverbesserung in keiner Art bestätigt. Sie hätte auch rapid erfolgt sein müssen,
sei doch bei Klinikaustritt im Juli 2014 eine Wiederaufnahme der Arbeit nicht absehbar
gewesen. Dass innert einem Jahr danach bereits eine Arbeitsfähigkeit von 60 %
vorliegen sollte, lasse sich nicht annehmen, zumal med. prakt. G._ keine wesentliche
Mit Schreiben vom 9. Juni 2017 (IV-act. 160) liess die Versicherte einwenden, der
Gesundheitszustand sei nochmals abzuklären. Auf ein Gutachten, das einen
Besserungsverlauf beschreibe, der aufgrund sämtlicher Arztberichte nicht vorstellbar
sei, könne nicht abgestellt werden. Würde auf das Gutachten abgestellt, wäre nach
Beendigung des Wartejahres bis August 2015 eine ganze Rente und nach der
überraschenden Zustandsverbesserung auf dieses Datum hin eine Viertelsrente
zuzusprechen. Die vorliegende Störung sei eine hartnäckige. Wenn der Gutachter
schreibe, es sei dennoch zu einem Behandlungserfolg gekommen, erkläre er damit
nicht gleichzeitig, dass auch mit einer künftigen weiteren Steigerung zu rechnen sei.
Allein der Wunsch der Versicherten sage darüber nichts aus. An einem vollständigen
Therapieerfolg müsse erheblich gezweifelt werden. Sollte er möglich sein, könnte die
Rente in einem Anpassungsverfahren geprüft werden.
B.q.
Mit Verfügung vom 23. Juni 2017 (IV-act. 161) wies die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Leistungsgesuch der Versicherten vom Dezember
2012 ab. Von Therapieresistenz könne nicht gesprochen werden.
B.r.
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Zustandsbesserung beschrieben habe. Die Gutachter hätten sich bei der
entsprechenden Beurteilung auf die Angaben der Beschwerdeführerin gestützt,
wonach sie wieder angefangen habe Auto zu fahren. Sollte es tatsächlich zu einer
Verbesserung der Symptomatik gekommen sein, müsse inzwischen wieder von einer
Verschlechterung ausgegangen werden; die Beschwerdeführerin fahre nicht mehr Auto
und auch nicht allein Zug und ihre Kinder müssten sie zu Terminen zum Psychiater
begleiten. Es gelte zu beachten, dass sich die Beschwerdeführerin den
begutachtenden Personen gegenüber offenbar als belastbarer zeige, als sie es sei.
Daher sei den Berichten der Ärzte zu folgen, die sie regelmässig sähen und die
Beeinträchtigung über einen längeren Zeitraum hinweg beurteilen könnten. Die
Beschwerdeführerin habe sich am 21. Dezember 2012 angemeldet und das Wartejahr
sei daher am 21. Dezember 2013 erfüllt gewesen. Der Anspruch bestehe ab 1. Januar
2013; die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin betrage seit dem
Anmeldezeitpunkt 100 %. Sollte nicht auf die Arbeitsunfähigkeitsschätzung von med.
prakt. G._ abgestellt werden, werde eine nochmalige umfassende Abklärung des
Gesundheitszustands beantragt. Würde auf das Gutachten abgestellt, wäre für die
Zukunft eine Viertelsrente zuzusprechen. Wie der RAD am 23. März 2015 festgestellt
habe, liege bei der Beschwerdeführerin eine depressive Störung vor, die kein
vorübergehendes Leiden darstelle. Es handle sich um eine hartnäckige Störung. Der
Gutachter habe mit der Feststellung eines Behandlungserfolgs nicht auch gesagt, dass
mit einer künftigen weiteren Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen sei. Aufgrund
sämtlicher Berichte in den Akten sowie der langen Dauer und der Intensität der
Beeinträchtigung müsse ein vollständiger Therapieerfolg erheblich bezweifelt werden.
Im andern Fall könnte eine Anpassung erfolgen. Werde auf das Gutachten abgestellt,
sei vom Januar 2013 bis August 2015 eine ganze Rente und ab November 2015 eine
Viertelsrente zu gewähren.
D.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 11. Oktober 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Nach dem überzeugenden und voll beweiskräftigen
Gutachten sei die Beschwerdeführerin in somatischer Hinsicht für angepasste
Tätigkeiten unbestrittenermassen uneingeschränkt arbeitsfähig. Dem Einwand, der im
Gutachten beschriebene psychiatrische Verlauf lasse sich mit dem aktenkundigen
Verlauf und den Feststellungen des behandelnden Facharztes nicht in
Übereinstimmung bringen, könne nicht gefolgt werden. Der Gutachter habe sich
eingehend mit dem Krankheitsverlauf auseinandergesetzt. Nach ihrer Rückkehr in die
Schweiz im Oktober 2011 habe danach eindeutig keine depressive Symptomatik der
Beschwerdeführerin vorgelegen. Im Rahmen des Arbeitsverhältnisses sei es dann zu
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einer Konfliktsituation gekommen. Vermutlich habe sich eine eher noch mässig
ausgeprägte depressive Symptomatik entwickelt, die sich massiv verstärkt habe,
nachdem sie im August 2012 überfallen worden sei. Ab Anfang 2015 sei es zu einer
Besserung, ab August/September 2015 zu einer deutlichen Verbesserung gekommen.
Der Auffassung, die Beschwerdeführerin gebe sich gegenüber begutachtenden
Personen belastbarer, als sie es sei, könne ebenfalls nicht gefolgt werden. Zum einen
könne ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten nicht stets in Frage gestellt werden,
wenn die behandelnden Ärzte zu einer anderslautenden Einschätzung gelangten. Das
sei nur bei Vorbringen unerkannter oder ungewürdigt gebliebener Aspekte der Fall.
Vorliegend sei nicht ersichtlich, inwiefern die psychiatrisch-klinische Untersuchung
ungenügend gewesen sein sollte. Im Gegenteil sei sie lege artis erfolgt. Zum andern sei
in der Stellungnahme vom 10. März 2017 einleuchtend erklärt worden, dass die
beschriebenen Tagesaktivitäten gegen eine solche Annahme (einer zu positiven
Beschreibung) sprächen. Die anderslautende Einschätzung von med. prakt. G._
hingegen habe sich mit den gutachterlichen Feststellungen nicht auseinandergesetzt.
Gestützt auf das psychiatrische Gutachten sei davon auszugehen, dass im August/
September 2015 eine deutliche Verbesserung der vormals teilweise schweren
depressiven Symptomatik eingetreten sei und seither noch eine depressive Störung
höchstens mittelschweren Ausmasses vorliege. Psychische Störungen dieser Art seien
nur als invalidisierend zu betrachten, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr)
angehbar seien, was voraussetze, dass keine therapeutische Option mehr, sondern
Behandlungsresistenz bestehe. Die gutachterlichen Feststellungen sprächen trotz der
längere Zeit bestehenden depressiven Störung immer noch für deren therapeutische
Angehbarkeit. Eine seit mehreren Jahren und trotz adäquater Therapie
behandlungsresistente, invalidisierende Depression liege nicht vor. Die mittelschwere
Depression stelle keinen massgebenden Gesundheitsschaden im Sinn der
Rechtsprechung dar. Die Episode schweren Grades sei vorübergehender Natur
gewesen. Eine andauernde schwere Depression habe nicht vorgelegen.
E.
Am 13. Oktober 2017 hat die Gerichtsleitung dem Gesuch um Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) entsprochen.
F.
In ihrer Replik vom 4. Dezember 2017 hält die Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin daran fest, dass das Gutachten deren Gesundheitszustand nicht
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ausreichend erfasse und deshalb nicht zu überzeugen vermöge. Die RAD-Ärztin habe
am 23. März 2015 festgehalten, es liege nicht eine mittelgradige depressive Episode,
sondern eine rezidivierende depressive Störung vor, somit also kein vorübergehendes
Leiden. Die depressive Symptomatik sei chronifiziert. Wie sich dann plötzlich der
Zustand so verbessert haben sollte, dass schon im August 2015 eine Arbeitsfähigkeit
von 60 %, nach Auffassung der Beschwerdegegnerin gar eine solche von 100 %
vorgelegen habe, sei nicht nachvollziehbar. Der Arztbericht von med. prakt. G._
könne nicht unberücksichtigt bleiben. Die Gutachter seien ja nicht der Meinung, es
habe die erhebliche Beeinträchtigung nie bestanden, sondern sie würden von einer
plötzlichen Verbesserung ausgehen, und zwar offenbar insbesondere, weil sich keine
Arztberichte mehr in den Akten fänden. Die Beschwerdeführerin habe sich aber
ununterbrochen beim Psychiater in Behandlung befunden; er könne umfassend über
die Entwicklung des Zustands Auskunft geben. Wenn er der Meinung sei, der Zustand
sei nicht wesentlich verbessert, so müsse das massgeblich sein. Die
Beschwerdeführerin habe bei der Begutachtung angegeben, sie würde gern wieder zu
arbeiten versuchen, doch sei sie dazu effektiv nicht in der Lage. Sie könne auch nicht
mehr mit dem Auto fahren.
G.
Die Beschwerdegegnerin hat am 12. Dezember 2017 am Antrag festgehalten und auf
die Erstattung einer Duplik verzichtet.

Erwägungen
1.
Im Streit liegt die Verfügung vom 23. Juni 2017, mit welcher die Beschwerdegegnerin
das Gesuch der Beschwerdeführerin vom Dezember 2012 abwies. Es handelte sich bei
diesem Gesuch um eine neue Anmeldung nach der Abschreibung eines ersten IV-
Gesuchs vom Juli 2010 (mit dem die Beschwerdeführerin Leiden seit Oktober 2009
geltend gemacht hatte) durch Verfügung vom 29. November 2011 (nach einem
Rückzug des Gesuchs). - Die Beschwerdeführerin lässt mit der Beschwerde die
Ausrichtung einer ganzen Rente ab 1. Januar 2013 beantragen (für den Fall des
Abstellens auf das Gutachten eine ganze Rente von Januar 2013 bis August 2015 und
eine Viertelsrente ab November 2015), im Eventualstandpunkt eine weitere
Begutachtung durch die Beschwerdegegnerin. - Streitgegenstand bildet zunächst der
allfällige Rentenanspruch. Ergäbe sich allerdings, dass ohne
Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in Frage stünde, so gehörte zum
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Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz
"Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht der Beschwerdeführerin
zu Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe.
2.
Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente. - Nach Art. 29 Abs. 1 IVG (in der Fassung seit
1. Januar 2008) entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs
Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG.
Eine allfällige Rentenauszahlung (im Unterschied zum allfälligen Eintritt des
Versicherungsfalls Rente) steht demnach vorliegend frühestens ab 1. Juni 2013 in
Frage.
2.1.
Nach Art. 8 Abs. 1 ATSG gilt als Invalidität die voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Diese wird gemäss
Art. 7 Abs. 1 ATSG verstanden als der durch die Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
oder Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. -
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG, vgl. auch BGE 102 V 165).
2.2.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 143 V 418 E. 7.1 f.) sind
grundsätzlich (bei Ausnahmen nach dem jeweiligen Beweisbedarf) sämtliche
psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281
zu unterziehen, denn bei sämtlichen psychischen Störungen bestehen trotz
variierender Prägnanz der erhebbaren Befunde im Wesentlichen vergleichbare
Beweisprobleme. Für die Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens sind nach
dem genannten BGE 141 V 281 in der Regel diverse Standardindikatoren beachtlich,
die in zwei Kategorien systematisiert werden, nämlich einerseits in der Kategorie des
funktionellen Schweregrads und anderseits in jener der Konsistenz. Zum funktionellen
Schweregrad sind die Komplexe "Gesundheitsschädigung" (mit den Aspekten der
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde, des Behandlungs- und
2.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 16/31
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Eingliederungserfolgs oder der entsprechenden Resistenz und der Komorbiditäten),
"Persönlichkeit" (mit Persönlichkeitsdiagnostik und persönlichen Ressourcen) und
"Sozialer Kontext" zu berücksichtigen. In der Kategorie der Konsistenz geht es um
Gesichtspunkte des Verhaltens, namentlich um eine gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen und um behandlungs- und
eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdruck (vgl. BGE 141 V 281
E. 4.1.3). Soweit die festgestellte Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer
ähnlichen Erscheinung beruht oder unter dem Einfluss der Folgen der Erzielung eines
sekundären Krankheitsgewinns steht (der rechtlich grundsätzlich unbeachtlich zu
bleiben hat, vgl. BGE 130 V 352), liegt nach der Rechtsprechung regelmässig keine
versicherte Gesundheitsschädigung vor. Hinweise darauf ergeben sich (im
Zusammenhang mit einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung entwickelt)
namentlich, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen
und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen
angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische
Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene
Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken; schwere Einschränkungen im
Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist (BGE
141 V 281 E. 2.2). - Störungen fallen unabhängig von ihrer Diagnose bereits dann als
rechtlich bedeutsame Komorbidität in Betracht, wenn ihnen konkret
ressourcenhemmende Wirkung beizumessen ist (vgl. BGE 143 V 418 E. 8.1; vgl. auch
Bundesgerichtsurteil vom 3. Mai 2018, 9C_909/2017 E. 4.1).
Die Prüfung nach diesen systematisierten Indikatoren erlaubt zusammenfassend -
unter Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren
einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits - das
tatsächlich erreichbare rechtlich relevante Leistungsvermögen einzuschätzen (vgl.
Bundesgerichtsurteil vom 3. Mai 2018, 9C_909/2017 E. 4.2).
2.4.
Im Rahmen der Standardindikatorenprüfung stellen Verlauf und Ausgang von
Therapien wichtige Schweregradindikatoren dar (vgl. Bundesgerichtsurteil
9C_909/2017 E. 4.2). - Die Therapierbarkeit eines Leidens steht dem Eintritt einer
rentenbegründenden Invalidität nicht absolut entgegen. Denn die Behandelbarkeit, für
sich allein betrachtet, sagt nichts über den invalidisierenden Charakter einer
psychischen Störung aus (Bundesgerichtsurteil 9C_909/2017 E. 4.1, vgl. BGE 143 V
409 E. 4.2.1). - Eine leistungs-, insbesondere rentenbegründende Invalidität setzt
zunächst jedenfalls eine psychiatrische, lege artis gestellte Diagnose voraus. Das ist
vor allem mit Blick darauf bedeutsam, dass auch bei einem depressiven Leiden soziale
2.5.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 17/31
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3.
Belastungen, die direkt negative funktionelle Folgen zeitigen, auszuklammern sind, und
eine Abgrenzung zu reaktivem, invaliditätsfremdem Geschehen aufgrund von
psychosozialen Belastungen hin erforderlich ist (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2; vgl. auch
unten E. 3.3.5). - Es ist Aufgabe des medizinischen Sachverständigen, gegebenenfalls
nachvollziehbar aufzuzeigen, weshalb trotz leichter bis mittelschwerer Depression und
an sich guter Therapierbarkeit der Störung im Einzelfall funktionelle
Leistungseinschränkungen resultieren, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken (vgl.
BGE 143 V 409 E. 4.5.2). Ärztlicherseits ist substanziiert darzulegen, aus welchen
medizinisch-psychiatrischen Gründen die erhobenen Befunde das funktionelle
Leistungsvermögen und die psychischen Ressourcen in qualitativer, quantitativer und
zeitlicher Hinsicht zu schmälern vermögen. Es genügt beispielsweise nicht, dass der
medizinisch-psychiatrische Sachverständige von einem diagnostizierten depressiven
Geschehen direkt auf eine Arbeitsunfähigkeit, welchen Grades auch immer, schliesst;
vielmehr hat er darzutun, dass, inwiefern und inwieweit wegen der von ihm erhobenen
Befunde (Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit, Antriebsschwäche, Müdigkeit,
Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, verminderte Anpassungsfähigkeit
usw.) die beruflich-erwerbliche Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, und zwar - zu
Vergleichs-, Plausibilisierungs- und Kontrollzwecken - unter Miteinbezug der sonstigen
persönlichen, familiären und sozialen Aktivitäten der rentenansprechenden Person (vgl.
BGE 145 V 361 E. 4.3). - Durch den Versicherungsträger und im Beschwerdefall durch
das Gericht ist zu prüfen, ob und inwieweit die ärztlichen Experten ihre
Arbeitsunfähigkeitsschätzung unter Beachtung der massgebenden Indikatoren
(Beweisthemen) hinreichend und nachvollziehbar begründet haben (vgl. BGE 145 V 361
E. 4.3). Kommen die medizinischen Experten der oben erwähnten Aufgabe unter
Berücksichtigung der durch BGE 141 V 281 normierten Beweisthemen überzeugend
nach, wird die medizinisch-psychiatrische Folgenabschätzung auch aus der
juristischen Sicht des Rechtsanwenders - Durchführungsstelle oder Gericht - Bestand
haben. Andernfalls liegt ein triftiger Grund vor, der rechtlich ein Abweichen davon
gebietet (vgl. BGE 145 V 361 E. 4.3). Dabei gilt als Leitschnur, dass die ärztliche
Beurteilung - von der Natur der Sache her unausweichlich - Ermessenszüge aufweist,
die auch den Rechtsanwender begrenzen (vgl. BGE 145 V 361 E. 4.3).
Der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin wurden
nach der Aktenlage zuletzt im Januar und Februar 2016 polydisziplinär durch das
SMAB begutachtet (Gutachten vom 18. März 2016). Das Gutachten basiert auf einer
Kenntnisnahme von den Vorakten (IV-act. 133-3 ff.). Es erfolgte eine psychiatrische
3.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 18/31
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Begutachtung (federführend) unter Einbezug von Konsilien in internistischer,
neurologischer und orthopädisch/traumatologischer Hinsicht, bei welchen jeweils die
Anamnese und die geklagten Beschwerden erfragt wurden.
Zum somatischen Zustand der Beschwerdeführerin zeigte sich bei der
Begutachtung im Einzelnen Folgendes:
3.2.
Unter internistischem Gesichtspunkt wurden keine für die Arbeitsfähigkeit
relevanten Diagnosen erhoben. Es ergäben sich keine Hinweise darauf, dass die
Arbeitsfähigkeit diesbezüglich jemals eingeschränkt gewesen sein könnte (vgl. IV-
act. 133-43). - Die Beschwerdeführerin hatte unter anderem angegeben, sie leide an
besonders starken Schmerzen im rechten Handgelenk und in den Gelenken der linken
Körperhälfte. Ein Nackenkopfschmerz sei seit einem Autounfall im Jahr 2010 (IV-
act. 133-40, vgl. auch IV-act. 113-3; bzw. Januar 2011, IV-act. 17-2) [im Ausland]
eingetreten. Wegen Überfällen auf den dortigen Betrieb seien sie 2011 wieder in die
Schweiz gekommen. Seit einem Überfall in der ersten Augustwoche 2012 habe sie
Angst vor Menschen (vgl. IV-act. 133-40 f.).
3.2.1.
Anlässlich der neurologischen Untersuchung konnten normale Befunde erhoben
werden und es bestand ebenfalls keine Diagnose mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit.
Der intermittierende Tremor sei inkonstant gewesen und als funktionell zu taxieren (vgl.
IV-act. 133-49). Nach dem aktenkundigen Autounfall von 2011 sei eine Schonungszeit
von maximal drei Monaten anzunehmen (IV-act. 133-50). - Die Beschwerdeführerin
hatte angegeben, die Brandstiftung im Jahr 2006 sei bei ihr Auslöser für sehr viele
Beschwerden gewesen. Die Familie sei hernach [ins Ausland] emigriert. Dort habe sie
(die Beschwerdeführerin) am 19. Januar 2011 einen Unfall (Kollision von rechts frontal)
erlitten. Seither habe sie den Eindruck, die allgemeinen Schmerzen seien schlimmer
geworden. Seit ein bis zwei Jahren komme es zu Zittern auf der rechten Seite, und
zwar immer, wenn sie belastet sei. Im Arbeitsverhältnis in der Schweiz ab Oktober
2011 sei es zu Mobbing gekommen, weshalb sie ihr Pensum reduziert habe (vgl. IV-
act. 133-45 f.).
3.2.2.
Bei der orthopädisch-traumatologischen Begutachtung wurde ebenfalls keine
(Haupt-) Diagnose erhoben. Nach einer im Gutachten detailliert beschriebenen
Befunderhebung wurde dargelegt, im Bereich der HWS seien die Bewegungen der
Beschwerdeführerin leicht- bis mittelgradig, im Bereich der LWS leichtgradig
eingeschränkt gewesen. Zeichen einer radikulären Defizitsymptomatik hätten sich nicht
nachweisen lassen. Auch seitendifferente Umfangsverminderungen an Armen und
Beinen hätten nicht nachgewiesen werden können. Die Funktionen der Schulter-,
3.2.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 19/31
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Ellenbogen-, Hand-, Finger-, Hüft-, Knie- und Sprunggelenke seien uneingeschränkt
demonstrierbar gewesen. Es hätten sich weder Deformierungen noch Zeichen einer
Rötung, Überwärmung oder Schwellung gezeigt. Weder die Arbeitsfähigkeit in der
bisherigen noch diejenige in einer angepassten Arbeit sei eingeschränkt. Das
Belastungsprofil umfasse körperlich leichte bis zeitweilig mittelschwere Tätigkeiten mit
Heben und Tragen von Lasten bis maximal 15 kg. Tätigkeiten in ständiger
Zwangshaltung (Vorbeugehaltung) oder Überkopfarbeiten sollten vermieden werden,
ebenso Tätigkeiten unter extremen Temperaturschwankungen, Hitze, Kälte, Nässe oder
Zug. - Die Beschwerdeführerin hatte Schmerzen im Bereich vieler Körpergelenke,
namentlich in den Schulter-, Ellenbogen-, Hand-, Finger-, Knie-, Sprung- und
Zehengelenken beklagt, ausserdem Schmerzen im Achsenorgan, insbesondere im
Bereich der unteren LWS und im Bereich der HWS sowie auf der Vorderfläche beider
Oberschenkel. Sie könne maximal 15 Minuten gehen.
Zusammenfassend kann unter somatischem Aspekt aufgrund der überzeugend
erscheinenden Ergebnisse der drei Begutachtungen demnach davon ausgegangen
werden, dass kein die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin beeinträchtigendes
Leiden vorliegt.
3.2.4.
Zum psychiatrischen Zustand der Beschwerdeführerin ergab sich bei der SMAB-
Begutachtung des Weiteren Folgendes.
3.3.
Als (einzige) Hauptdiagnose wurde eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig mittelgradige Episode, festgestellt (IV-act. 133-33). - Der Gutachter setzte
sich aber mit weiteren früher benannten oder in Frage kommenden Diagnosen
auseinander. Dabei legte er dar, ob eine posttraumatische Belastungsstörung nach der
Verstärkung der (nach einem Übergriff im Jahr 1985 mässigen, fluktuierenden
diesbezüglichen) psychischen Symptomatik anlässlich der schweren äusseren
psychosozialen Belastung infolge des Brandanschlags mit fortgesetzter
Bedrohungssituation im Jahr 2006 vorgelegen habe, lasse sich nicht mehr klären.
Erstmals 2012 - und danach noch wiederholt - sei diese Diagnose (PTBS) mitgeteilt
worden. Eine solche Störung, wie sie in der ICD-10 definiert sei, liege nicht mehr vor.
Offensichtlich sei es zu einer Besserung gekommen. Es sei (ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit) die Diagnose einer Reaktion auf schwere Belastung, nicht näher
bezeichnet, zu erheben. - Die Diagnose einer Agoraphobie sei, was nachvollziehbar sei,
nie gestellt worden und sei, da bei der Beschwerdeführerin die Depression das Bild
beherrsche, bei den eher mässig ausgeprägten beschriebenen agoraphobischen
Ängsten nicht zu stellen. - Die Diagnose einer anhaltenden Schmerzstörung sei einmal
3.3.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 20/31
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(von Dr. C._) gestellt worden. Sie setze unter anderem einen Mindestschweregrad im
Sinn eines andauernden, schweren und quälenden Schmerzes voraus. Angesichts
unter anderem der Alltagsaktivitäten sei diese Diagnose nicht gegeben. Es sei aber
eine psychogene Überlagerung der Schmerzen aufgrund psychosozialer Belastung,
insbesondere der Partnerschaftsproblematik, und damit die Diagnose (ohne Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit) psychologischer Faktoren und Verhaltensfaktoren bei
andernorts klassifizierten Krankheiten anzunehmen (IV-act. 133-34).
Was den Schweregrad und den Verlauf der Leiden bzw. der Hauptdiagnose
betrifft, führte der SMAB-Gutachter der Psychiatrie aus, zu depressiven Episoden sei
es möglicherweise bereits nach einem schweren sexuellen Übergriff Mitte der 1980er
Jahre und nach einem Brandanschlag auf das Geschäft des Ehemannes der
Beschwerdeführerin im Jahr 2006 gekommen. Ausreichend dokumentiert sei eine
solche Störung aber erst seit 2010, nämlich gemäss einem Sozialmedizinischen
Gutachten vom 7. April 2010. In der Folge habe sich die Depression gebessert;
insbesondere habe nach der Rückkehr in die Schweiz im Oktober 2011 eindeutig keine
depressive Symptomatik vorgelegen. Die Beschwerdeführerin habe damals zu 100 %
arbeiten wollen, aber nur ein Pensum von 50 % angeboten bekommen. Sie habe
deshalb viele Überstunden gemacht. Im Rahmen des Arbeitsverhältnisses sei es zu
einer Arbeitsplatzkonfliktsituation gekommen, welche die Beschwerdeführerin als
Mobbing erlebt habe. Es habe sich eine vermutlich eher noch mässig ausgeprägte
depressive Symptomatik entwickelt, die sich massiv verstärkt habe, nachdem die
Beschwerdeführerin im August 2012 überfallen worden sei. Es habe sich (damals) eine
sehr hartnäckige, relativ schwer ausgeprägte depressive Symptomatik - im
Ausprägungsgrad einer mittelschweren bis schweren, zum Teil auch eindeutig
schweren, depressiven Episode - entwickelt. Nach der Beschreibung der
Beschwerdeführerin sei erst ab Anfang 2015 eine Besserung, ab August/September
2015 eine deutliche Besserung, eingetreten. Zurzeit liege eine eher mässig ausgeprägte
mittelgradige depressive Episode vor. Die Beschwerdeführerin sei nun wieder
zukunftsorientiert und fahre wieder Auto, um sich auf eine spätere berufliche Tätigkeit
vorzubereiten. Sie sei nicht mehr hoffnungs- und perspektivlos und verzweifelt, wie das
gemäss den Unterlagen ab August 2012 für längere Zeit der Fall gewesen sei (vgl. IV-
act. 133-33 f.).
3.3.2.
In Bezug auf allfällige Komorbiditäten ist darauf hinzuweisen, dass die neben der
(Hauptdiagnose der) depressiven Störung erhobenen, oben erwähnten Störungen
(Reaktion auf schwere Belastung, nicht näher bezeichnet; und psychologische
Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Krankheiten) nach der
3.3.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 21/31
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Beurteilung im psychiatrischen Gutachten ressourcenmindernd sind (vgl. IV-
act. 133-35).
Als Ressourcen vorhandene Umstände wurden nicht ausdrücklich bezeichnet.
Festgehalten wurde allerdings im entsprechenden Zusammenhang (Komplex
"Persönlichkeit" [Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen]), dass unter
Berücksichtigung der Biographie bzw. der Krankheitsentwicklung von einer sehr
stabilen Primärpersönlichkeit der Beschwerdeführerin auszugehen sei. Es bestünden in
keiner Art Hinweise auf eine Persönlichkeitsakzentuierung oder -störung (vgl. IV-
act. 133-35).
3.3.4.
Was die psychosozialen Faktoren betrifft (Komplex "Sozialer Kontext" der
Kategorie des Schweregrads), berücksichtigte der SMAB-Gutachter der Psychiatrie,
dass die soziale Situation der Beschwerdeführerin durch eine gravierende
Partnerschaftsproblematik belastet sei (vgl. IV-act. 133-35). Es sei eine psychogene
Überlagerung der Schmerzen aufgrund psychosozialer Belastung (insbesondere
Partnerschaftsproblematik) anzunehmen (vgl. IV-act. 133-34). - Das Beschwerdebild
mitprägende psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren, soweit sie
unmittelbar (direkt) die Symptomatik beeinflussen und nicht bloss mittelbar eine
(verselbstständigte) Gesundheitsschädigung aufrechterhalten oder ihre (unabhängig
von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden) Folgen verschlimmern, sind nach
der Rechtsprechung als nicht invalidisierende und damit nicht versicherte Faktoren
auszuscheiden. Ein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden kann nur
gegeben sein, wenn das klinische Beschwerdebild nicht einzig in psychosozialen und
soziokulturellen Umständen seine Erklärung findet, sondern davon psychiatrisch
unterscheidbare Befunde umfasst (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 15. März 2017,
8C_14/2017 E. 5.3). - Im Gutachten wurde diesbezüglich eine rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, diagnostiziert. Allerdings wurde erwähnt,
zurzeit liege eine (eher mässig ausgeprägte) mittelgradige depressive Episode vor (vgl.
IV-act. 133-33; zum Befund vgl. unten E. 3.4.1 f.).
3.3.5.
Zur Kategorie der Konsistenz hielt der Gutachter der Psychiatrie fest, dass sich
die Beschwerdeführerin zu einer beruflichen Tätigkeit nur an zwei bis drei Stunden
zweimal pro Woche in der Lage sehe, sei diskrepant zu ihren Aktivitätenniveaus in den
Bereichen Haushalt und Freizeit (vgl. IV-act. 133-35). Der Beschreibung des
Tagesablaufs und der Freizeitgestaltung (IV-act. 133-26 f.) lässt sich entnehmen, dass
die Beschwerdeführerin berichtete, Spaziergänge zu machen, Auto zu fahren, zu lesen,
3.3.6.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 22/31
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zu basteln, Radio zu hören und fernzusehen und Hausarbeiten zu erledigen. Die
Divergenz wurde gutachterlich also berücksichtigt.
Der Gutachter der Psychiatrie hielt dafür, ein behandlungsanamnestisch
ausgewiesener Leidensdruck (als Aspekt der Konsistenz des Verhaltens der
Beschwerdeführerin) liege eindeutig vor (vgl. IV-act. 133-36;
Eingliederungsmassnahmen seien bisher nicht getroffen worden, vgl. a.a.O.). Zum
Aspekt des Behandlungserfolgs bzw. der Behandlungsresistenz (als Gesichtspunkt des
Schweregrads der Gesundheitsschädigung) wurde erwähnt, es seien intensive
ambulante und stationäre psychotherapeutische Massnahmen erfolgt, welche die
Hartnäckigkeit und lange Dauer insbesondere der depressiven Störung belegten.
Inzwischen sei es aber zu einer Besserung gekommen. Insofern sei von einem
ausreichenden Behandlungserfolg auszugehen (vgl. IV-act. 133-35). - Bezüglich der
Behandlungen (bzw. des behandlungsanamnestisch anzunehmenden Leidensdrucks)
ist festzuhalten, dass in der ersten Hälfte 2013 denn auch stationäre und tagesklinische
Behandlungen stattgefunden hatten. Im Januar 2014 war eine weitere Klinikzuweisung
erfolgt. Es fällt allerdings auf, dass die Beschwerdeführerin die Psychiatrische Klinik
gemäss deren Bericht am 31. Januar 2014 (nach gut zwei Wochen Behandlung) wegen
einer verschlechterten Schmerzproblematik verlassen und einer ambulanten
Weiterbehandlung den Vorzug gegeben hat. Diese Begründung der
Beschwerdeführerin erscheint in sich nicht ohne weiteres nachvollziehbar. Anzumerken
ist diesbezüglich im Übrigen, dass bei der Begutachtung ein somatisches Leiden mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nicht erhoben worden ist. (Erst) auf einen ablehnenden
Vorbescheid hin ersuchte die Beschwerdeführerin am 17. Juni 2014 dann darum, die
empfohlene stationäre (psychiatrische) Behandlung abzuschliessen (bzw. wieder
aufzunehmen). Vom 8. bis 30. Juli 2014 wurde sie in der Folge stationär behandelt;
gemäss dem Bericht der Klinik D._ vom 7. August 2014 (IV-act. 93-12 ff., vgl. auch
IV-act. 133-11, Ziff. 42) erfolgte dies infolge einer Zustandsverschlechterung bei
Zunahme der sozialen Belastungssituation. Gemäss dieser Schilderung handelte es
sich demnach dabei um ein psychisches Geschehen als Reaktion auf eine soziale
Belastung (die Beschwerdeführerin hatte von einer Reaktion auf ein Gespräch mit dem
Ehemann über ihre sexuellen Gewalterfahrungen berichtet). Da allerdings die Diagnose
einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode mit
psychotischen Symptomen, gestellt worden war, ist davon auszugehen, dass nicht
lediglich Folgen der psychosozialen Umstände zu behandeln gewesen waren. Im
Bericht genannt wurden zunehmende Ängste, deprimierte Grundstimmung und
suizidale Gedanken. - Gemäss der Beurteilung des Gutachters der Psychiatrie war die
3.3.7.
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depressive Störung im Übrigen nicht nur vorübergehend, sondern wie erwähnt
hartnäckig und von langer Dauer (IV-act. 133-35).
Das SMAB wies im Gutachten wie erwähnt auf die Diskrepanz von eigener
Arbeitsfähigkeitsschätzung und Alltagsaktivitäten sowie auf den inkonstanten
(funktionellen) neurologischen Tremor hin. Des Weiteren wurde als Abweichung (bzw.
als zu präzisierend) festgehalten, dass keine ausgeführten Suizidversuche erfolgt seien
(vgl. IV-act. 133-36). Die Beschwerdeführerin hatte Dr. I._ gegenüber im November
2013 angegeben, dass sie zwei Suizidversuche gemacht habe (vgl. IV-act. 73-5: einmal
durch einen Sprung in den K._, einmal mit Tabletten). Auch die Klinik D._ hatte am
14. Februar 2014 berichtet, anamnestisch seien zwei Suizidversuche bekannt (nach
2006 Ertrinkungsversuch und Tabletten; vgl. IV-act. 119-14). Die Klinik gab am
10. März 2015 an, nach einem Suizidversuch 2010 sei die Beschwerdeführerin in einer
[ausländischen] Klinik behandelt worden (IV-act. 119-3; der ärztliche
Entlassungsbericht über die stationäre Therapie vom 26. Mai bis 22. Juni 2010 wurde
im Gutachten von Dr. C._ zusammengefasst, über Anamnese lässt sich allerdings
nichts ersehen). Aus einem Bericht der Klinik D._ vom 14. März 2013 war (betreffend
einen erwähnten Suizidversuch aus dem Jahr 2010) jedoch ersichtlich, dass die
Beschwerdeführerin damals schon angegeben hatte, von einer Brücke springen
gewollt, das jedoch nicht getan zu haben (vgl. IV-act. 50-2).
3.3.8.
Daneben gibt es diverse zeitliche Ungenauigkeiten oder allfällige Diskrepanzen in
den Angaben der Beschwerdeführerin bzw. den aktenkundigen Wiedergaben der
Anamnese, trotz derer sich die Vorgeschichte soweit erforderlich mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit zusammenfügen lässt. So hatte die Beschwerdeführerin gemäss
deren Gutachten Dr. C._ gegenüber angegeben, sie sei vom Ehemann getrennt bzw.
geschieden bzw. sie wohne bei ihm bzw. habe mit ihm keinen Kontakt. Sie hatte auch
angegeben, im Herkunftsland geboren worden und bis zum 17. Lebensjahr in der
Schweiz aufgewachsen zu sein (vgl. IV-act. 23-9 ff.), während sie bei der IV-Anmeldung
und bei der Begutachtung angab, die Sekundarschule (vgl. IV-act. 33) bzw. neun Jahre
Schulzeit (vgl. IV-act. 133-47) in ihrem Herkunftsland verbracht zu haben. Nach
Angaben gegenüber der SMAB-Gutachterin reiste sie 1983 in die Schweiz ein (vgl. IV-
act. 133-47); im IK-Auszug sind denn auch Einträge ab diesem Jahr erfasst. Gemäss
dem Bericht der Klinik D._ vom 14. März 2013 hatte die Beschwerdeführerin
angegeben, sie habe 1990 geheiratet und habe zusammen mit dem Ehemann in der
Schweiz eine Bäckerei aufgebaut (vgl. IV-act. 50-3). Gemäss dem IK-Auszug war sie
von März bis November 2000 beim Ehemann angestellt gewesen und hatte vom
Dezember 2000 bis Januar 2003 ein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit
3.3.9.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 24/31
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erzielt (IV-act. 44-3). Bei der IV-Abklärung an Ort und Stelle beschrieb sie, sie habe in
der Schweiz von 2000 bis 2003 selbständig ein Restaurant geführt und dieses
aufgegeben, weil sie sich damals schon bedroht gefühlt habe, wenn sie abends allein
noch gearbeitet habe (IV-act. 77-1). Dr. C._ gegenüber gab sie an, der Ehemann
habe 2003 eine Bäckerei aufgemacht; im Jahr 2007 sei diese ausgebrannt und 2008
die Insolvenz eingetreten. 2008 habe sie selbst kurzfristig als Verkäuferin in dieser
Bäckerei gearbeitet (vgl. IV-act. 23-10). Gemäss dem Bericht der Klinik D._ hat sie
erklärt, nachdem die Bäckerei [in der Schweiz] durch einen Brandanschlag zerstört
worden sei, seien sie im Jahr 2006 nach [Ausland] ausgewandert, wo ihr Ehemann eine
Pizzeria aufgebaut habe, die jedoch ebenfalls durch Anschläge zerstört worden sei (vgl.
IV-act. 50-3). Nach Angaben in der IV-Anmeldung lag der Auswanderungszeitpunkt
nach [Ausland] im März 2008 (vgl. IV-act. 33-2), im Jahr 2008 auch gemäss der
Anamnese im Bericht von Dr. C._. Bei der IV-Abklärung an Ort und Stelle erklärte die
Beschwerdeführerin, in die [im Ausland] geführte Pizzeria sei dreimal eingebrochen
worden (IV-act. 77-1). Gemäss den ältesten aktenkundigen anamnestischen
Beschrieben (im [ausländischen] Sozialmedizinischen Gutachten vom 7. April 2010, IV-
act. 93-2 f.) hatte die Beschwerdeführerin damals angegeben, aus voller Gesundheit
heraus im Winter [2009/2010] recht plötzlich an dem seelischen Leiden erkrankt zu
sein. Auslöser sei eine Partnerschaftskrise gewesen. Der Ehemann habe seinen Betrieb
verkauft und einen neuen gründen wollen. Es habe sich aber gezeigt, dass die
Perspektiven dafür schlecht gewesen seien. Nun wolle ihr Ehemann zurück in die
Schweiz und wolle sich von ihr trennen. Seit November 2008 sei sie arbeitslos. Zuvor
habe sie in einer Pizzeria gearbeitet, davor viele Jahre als Verkäuferin (IV-act. 133-3).
Gemäss dem IK-Auszug hatte die Beschwerdeführerin im November 2007 noch
Arbeitslosenentschädigung bezogen (IV-act. 44-1). Danach kam - nach der Aktenlage
zufolge der Auslandsabwesenheit - der Unterbruch in den IK-Einträgen (bis zum
Arbeitsverhältnis ab Oktober 2011). Aus dem Bericht der Klinik D._ vom 14. März
2013 geht hervor, dass die Beschwerdeführerin 2011 in die Schweiz zurückgekehrt sei
(vgl. IV-act. 50-3). In der für den Ehemann unterzeichneten Arbeitgeberbescheinigung
vom April 2011 erwähnte die Beschwerdeführerin einen Autounfall vom 19. Januar
2011 (IV-act. 17-2; später auch auf 2010 datiert, IV-act. 113-3, 133-40). Bei der SMAB-
Begutachtung erklärte sie weiter, sie habe nach der Rückkehr in die Schweiz wieder bei
der früheren Arbeitgeberin gearbeitet, und zwar in einem Pensum von 50 %. Sie habe
eigentlich vollzeitlich arbeiten wollen, doch habe es eine entsprechende Stelle nicht
gegeben. Deshalb habe sie sehr viele Überstunden gemacht, so dass sie unter dem
Strich doch zu 100 % tätig gewesen sei (IV-act. 133-28). Im Arbeitsvertrag war nach
der Aktenlage eine Arbeit im Stundenlohn an durchschnittlich 28 Stunden pro Monat
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[entsprechend einem Pensum von etwa 15 %] abgemacht gewesen (vgl. IV-act. 133-6,
im Gutachten wiedergegebener Rapport über einen Kundenbesuch der
Krankenversicherung vom 19. September 2012). Gemäss der
Arbeitgeberbescheinigung hatte die Beschwerdeführerin in den drei Monaten 2011
schliesslich rund 243 Stunden und in den acht Monaten 2012 rund 481 Stunden (IV-
act. 48-3) gearbeitet, was etwa einem Pensum von 46 % und von 34 % entspricht (vgl.
Pensum von 50 % erwähnt von Care Management, vgl. IV-act. 133-7). - Die SMAB-
Gutachter haben festgehalten, Differenzen zwischen den anamnestischen Angaben der
Beschwerdeführerin in den Gutachten beruhten auf subjektiven Aussagen der
Beschwerdeführerin. Sie (die Gutachter) haben darauf verzichtet, die Angaben
anlässlich eines erneuten Gesprächs mit der Beschwerdeführerin bzw. einer erneuten
Untersuchung zu verifizieren, weil sie auf die Arbeitsfähigkeit (bzw. auf ihre ärztliche
Beurteilung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit) der Beschwerdeführerin keine Auswirkung
hätten (vgl. IV-act. 133-23), also nicht relevant seien. Dieser Auffassung kann gefolgt
werden.
Weder die oben erwähnten gutachterlichen Feststellungen zum Leidensdruck,
die zu relativieren sind, noch die (oben erörterten) zeitlichen Ungenauigkeiten bzw.
Diskrepanzen erscheinen demnach insofern von ausschlaggebender Bedeutung, als
dass sie das Begutachtungsergebnis des SMAB insgesamt in Frage stellen würden.
Die Prüfung der Standardindikatoren ist durch den Gutachter der Psychiatrie
ausreichend stichhaltig vorgenommen worden.
3.3.10.
Wenn das SMAB-Gutachten eine volle Arbeitsunfähigkeit der
Beschwerdeführerin ab einem Überfall im August 2012 (nach der Rückkehr in die
Schweiz) annahm, so kann diese gutachterliche Beurteilung schliesslich aufgrund der
Aktenlage nachvollzogen werden. Bei dem damaligen Überfall handelte es sich nach
der Beschreibung der Beschwerdeführerin um einen versuchten Entreissdiebstahl (ein
Mann habe ihr abends auf dem Nachhauseweg die Handtasche entreissen wollen, vgl.
IV-act. 133-28). In den frühesten zeitlich darauf folgenden Therapieberichten wurde ein
solcher Überfall zwar soweit ersichtlich nicht ausdrücklich erwähnt, so wenig wie eine
geltend gemachte Mobbingsituation im Arbeitsverhältnis durch Arbeitspflicht in den
Abendstunden, obwohl bekannt gewesen sei, dass sie abends in der Dunkelheit nicht
gern unterwegs sei (vgl. IV-act. 133-28). Bei der Abklärung an Ort und Stelle hatte die
Beschwerdeführerin diesbezüglich zudem angegeben, sie sei im August 2012 während
der Arbeit zusammengebrochen. Sie habe damals ihre Vorgesetzte angegriffen, weil sie
sich bedroht gefühlt habe. Seither habe sie ihre Tätigkeit bei der betreffenden
Arbeitgeberin nicht mehr aufnehmen können (vgl. IV-act. 77-2). - Wiederum liegen
3.3.11.
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somit unterschiedliche anamnestische Schilderungen vor, die sich aber nicht
ausschliessen. Nach der Aktenlage begab sich die Beschwerdeführerin jedenfalls ab
dem 7. September 2012 in psychiatrische Behandlung (durch med. prakt. G._) und
es folgte ab 7. Januar 2013 wie erwähnt eine rund zweimonatige stationäre
Behandlung in der Klinik D._ (mit anschliessender tagesklinischer Behandlung - mit
kurzem Unterbruch - bis Mitte Juni 2013). Auch Dr. I._ stellte im November 2013
zuhanden der Krankentaggeldversicherung fest, die depressive Symptomatik der
Beschwerdeführerin bewirke zurzeit eine volle Arbeitsunfähigkeit. Im Juli 2014 fand
(nach dem ablehnenden Vorbescheid) eine weitere stationäre psychiatrische
Behandlung statt. Med. prakt. G._ hatte noch im Januar 2015 von einem
ausserordentlichen Ausprägungsgrad des affektiven Leidens berichtet, das sich auf die
gesamte Alltagsgestaltung stark limitierend auswirke. Die damalige gesundheitliche
Situation der Beschwerdeführerin wurde vom SMAB gutachterlich als eine volle
Arbeitsunfähigkeit begründend betrachtet. - Die von der IV-Sachbearbeitung
aufgeworfenen Fragen (IV-act. 130-1: Sozialmedizinisches Gutachten einer
[ausländischen] Beratungsstelle vom 7. April 2010 habe als Auslöser
Partnerschaftskrise angegeben; in übrigen Akten als Auslöser sexueller Übergriff von
[1985 oder] 1986, Handtaschendiebstahl [2012] und Bedrohungssituation [im Ausland]
nach Anschlag auf Geschäft [muss nach der Aktenlage zwischen Dezember 2007 und
September 2011 gewesen sein]) erklären sich teilweise dadurch, dass die genannten
Ereignisse erst nach dem betreffenden Bericht vom 7. April 2010 stattfanden,
anderseits können sie sich auch dadurch erklären, dass sie zuvor lediglich noch nicht
ausdrücklich oder nur teilweise thematisiert worden sind. - Die Gutachter erachteten
die Differenzen wie erwähnt als für die Beurteilung der objektiv zumutbaren
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht relevant.
Die Beschwerdegegnerin hat in ihrer Beschwerdeantwort zu Recht dargelegt,
es sei nicht ersichtlich, inwiefern die gutachterliche psychiatrisch-klinische
Untersuchung ungenügend gewesen sein sollte. Die Exploration durch den
psychiatrischen Gutachter sei vielmehr lege artis erfolgt und habe den erforderlichen
Einblick in den psychischen Zustand der Beschwerdeführerin verschafft (vgl.
Beschwerdeantwort S. 6 Ziff. 5 unten). Die Beschwerdegegnerin stellte weiter fest, vor
August/September 2015 (als eine deutliche Verbesserung des Gesundheitszustands
der Beschwerdeführerin eingetreten sei, vgl. dazu unten E. 3.4) habe eine teilweise
schwere depressive Symptomatik vorgelegen (vgl. Beschwerdeantwort S. 7 Ziff. 6).
3.3.12.
Nach Angaben im Gutachten kam es in der Folge (ab Anfang 2015) zu einer
Besserung des Gesundheitszustands. Die bei der Begutachtung festgestellte
3.4.
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Arbeitsunfähigkeit von noch 40 % dürfte danach spätestens ab August 2015
vorgelegen haben (vgl. IV-act. 133-35 f.).
Diese Arbeitsunfähigkeit von 40 % wird im psychiatrischen SMAB-Gutachten
dadurch begründet, dass bei der Beschwerdeführerin relevante Fähigkeitsstörungen in
den Bereichen Strukturierung von Aufgaben, Flexibilität sowie Umstellungs-,
Durchhalte-, Selbstbehauptungs- und Durchsetzungsfähigkeit bestünden (vgl. IV-
act. 133-36). In der Beschreibung des (klinisch) erhobenen psychiatrischen Befundes
(vgl. IV-act. 133-30 ff.) werden solche Einschränkungen allerdings kaum ersichtlich,
wurden dort doch namentlich keine Beeinträchtigung der Konzentration, ausreichend
strukturierte regelrechte Willenskräfte und keine auffällige Beeinträchtigung des
Antriebs gefunden und war die Urteils- und Kritikfähigkeit erhalten geblieben. Nebst der
Beschreibung leichter agoraphobischer Ängste durch die Beschwerdeführerin war
allerdings unter dem Aspekt der Affektivität gutachterlich auch festgehalten worden,
die Beschwerdeführerin habe sich in bedrückter Grundstimmung gezeigt, das
Selbstvertrauen sei vermindert und die affektive Schwingungsfähigkeit sei reduziert
gewesen. Die Fähigkeit, Freude zu empfinden, sei vermindert gewesen. Es bestünden
aber keine Interesselosigkeit und kein ausgewiesener Rückzug. - Dass die
angenommenen Beeinträchtigungen etwa auf (ergänzenden) Erhebungen wie etwa
Mini-ICF-APP, Hamilton Depressionsskala, Beck Depression-Fragebogen oder GAF
(wie etwa bei der Untersuchung durch Dr. I._ eingesetzt) basieren könnten, lässt sich
aus dem Gutachten nicht ersehen. - Nebst der klinischen Befunderhebung wurden
jedoch auch die Blutserumspiegel von Duloxetin und von Trimipramin gemessen (vgl.
IV-act. 133-32). Der erste Wert lag über dem Referenzrahmen, der zweite (für das
trizyklische Antidepressivum Trimipramin, ein Mittel gegen Depressionen und schwere
chronische Schmerzzustände) lag unter 0.02 (bei einem Referenzrahmen von 0.51 bis
1.02). Der Gutachter der Psychiatrie hielt dazu fest, dieses Ergebnis der
Medikamentenspiegel entspreche den anamnestischen Angaben der
Beschwerdeführerin (Bedarfsmedikation; IV-act. 133-32). Die Beschwerdeführerin hatte
ihm erklärt, bei Bedarf 6 bis 10 Tropfen Trimipramin zur Nacht einzunehmen (IV-
act. 133-29; vgl. IV-act. 133-40: 0/0/1; IV-act. 133-47: bis 15 Tropfen täglich; vgl. IV-
act. 133-53). Die Gutachter haben schliesslich auch gewürdigt, dass die
Beschwerdeführerin sich den indizierten therapeutischen Massnahmen unterzogen hat,
und diese auch Erfolg gezeigt haben, indem sich eine Verbesserung des
gesundheitlichen Zustands eingestellt hat.
3.4.1.
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4.
Als gutachterlicher, in Kenntnis des Sachverhalts abgegebener Einschätzung ist
dieser Beurteilung zusammenfassend zu folgen. Das hat auch der RAD in seiner
Stellungnahme vom 13. Juni 2016 (IV-act. 147) getan.
3.4.2.
Zusätzlich gestützt wird dieses Beweisergebnis, weil sich die SMAB-Gutachter
(auf Empfehlung des RAD) nachträglich auch noch mit dem IV-Verlaufsbericht von
med. prakt. G._ vom 6. Oktober 2016 (IV-act. 139) auseinandergesetzt haben, der
einen seit seinem letzten Bericht vom 30. Januar 2015 (IV-act. 116) nicht relevant
veränderten Sachverhalt geschildert und immer noch dieselben Diagnosen (weiterhin
anhaltende schwere Episode der rezidivierenden depressiven Störung und PTBS)
gestellt und eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert hatte (er hatte allerdings auch
erwähnt, die früher ausgeprägte posttraumatische Symptomatik habe sich etwas
zurückgebildet). In ihrer Stellungnahme legten die SMAB-Gutachter nachvollziehbar
dar, dass ein so ungünstiger Verlauf (fast zwei Jahre lang schwere depressive Episode)
selten vorkomme und diesfalls zu erwarten wäre, dass eine teil- oder vollstationäre
Therapiemassnahme ergriffen werde, was hier nicht der Fall gewesen sei. Ausserdem
habe die Beschwerdeführerin selber mitgeteilt, ab Anfang 2015 eine allmähliche und ab
August/September 2015 eine deutliche Verbesserung erfahren zu haben. Die
Beschwerdeführerin habe dabei nicht etwa ihre Situation selber zu positiv dargestellt;
das zeige sich daran, dass ihre bei der Begutachtung detailliert beschriebenen üblichen
Tagesaktivitäten nicht entfernt dem Bild einer schweren depressiven Episode
entsprächen. An der gutachterlichen Beurteilung (vom 18. März 2016) werde
festgehalten (vgl. IV-act. 150-1 f.). Hierauf kann wie erwähnt abgestellt werden.
3.4.3.
Was die Arbeitsfähigkeitsschätzung des SMAB betrifft, ist abschliessend darauf
hinzuweisen, dass der Gutachter der Psychiatrie eine Re-Evaluation in etwa einem Jahr
befürwortete. Denn weil nach relativ langem Verlauf eine Besserung eingetreten sei und
die Beschwerdeführerin motiviert sei, wieder einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen
und sie sich längerfristig in einem Arbeitspensum von 100 % sehe, erachtete er die
Prognose als günstig (vgl. IV-act. 133-37).
3.5.
Da gemäss dem Gutachten im August 2012 eine volle Arbeitsunfähigkeit der
Beschwerdeführerin eintrat (die lange Zeit ohne wesentlichen Unterbruch anhielt), ist
davon auszugehen, dass im August 2013 eine einjährige Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1
lit. b IVG mit damals weiterhin andauerndem rentenbegründendem Invaliditätsgrad -
vollen Ausmasses - (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG i.V.m. Art. 28 Abs. 2 IVG) erfüllt war.
Die Beschwerdegegnerin hatte am 12. September 2013 - gemäss der vorliegenden
4.1.
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Aktenlage zu Recht - berufliche Massnahmen abgelehnt, weil sie angesichts des
Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin nicht möglich seien. Angesichts der
Anmeldung vom Dezember 2012 steht Art. 29 Abs. 1 IVG dem somit auf den 1. August
2013 festzulegenden Rentenanspruchsbeginn nicht im Weg.
Gemäss der gutachterlichen Beurteilung lag spätestens ab August 2015 - und
noch zur Begutachtungszeit sowie zur Zeit des Berichts von med. prakt. G._ vom
Oktober 2016 - wieder eine Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin für angepasste
Tätigkeiten von 60 % vor (vgl. IV-act. 133-36 und 133-17).
4.2.
Im Fall einer rückwirkenden Rentenfestsetzung ist es unter Umständen notwendig,
den Invaliditätsgrad für verschiedene zurückliegende Zeitabschnitte nach Massgabe
der jeweiligen Erwerbsunfähigkeit unterschiedlich hoch zu bemessen (vgl. BGE
106 V 16; BGE 109 V 125).
4.3.
Zu ihren erwerblichen Betätigungen gab die Beschwerdeführerin in ihrem
Lebenslauf (vgl. IV-act. 77-8 ff.) an, sie habe mehrfach als Verkäuferin oder im Service
(und einmal als in einem Restaurant Selbständigerwerbende) gearbeitet. Zuletzt war sie
gemäss Arbeitgeberbescheinigung im Stundenlohn angestellt gewesen. Dass sie
unverändert in diesem Arbeitsverhältnis verblieben wäre, erscheint angesichts des
Umstands, dass der IK-Auszug früher immer wieder auf diverse umfangreichere
Anstellungen hinweist, nicht überwiegend wahrscheinlich. Welche Tätigkeit sie im
Gesundheitsfall ausüben würde, lässt sich demnach nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit feststellen, so dass auf die statistischen Durchschnittseinkommen
abzustellen ist. Gleiches gilt für die Basis des zu bestimmenden Invalideneinkommens.
Bei solchen Verhältnissen entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der
Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn
gemäss BGE 126 V 75 (vgl. Bundesgerichtsentscheide vom 22. Juni 2018,
9C_680/2017 E. 6.3, und vom 20. April 2010, 9C_215/2010 E. 5.2). - Ein ausreichender
Grund für einen Abzug vom Tabellenlohn bei der Bemessung des
Invalideneinkommens ist vorliegend nicht ersichtlich. - Angesichts der gemäss dem
Gutachten zumutbaren Arbeitsunfähigkeit von 40 % für adaptierte Tätigkeiten ergibt
sich demnach ein entsprechender Invaliditätsgrad.
4.4.
Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist die anspruchsbeeinflussende
Änderung nach Art. 88a Abs. 1 IVV für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung
von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie
voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen,
nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und
4.5.
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5.