Decision ID: bd8cce1d-a42b-4f35-af72-dbdd863ed6c9
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1958, verheiratet,
Mutter zweier volljähriger Kinder,
be
suchte die
1.
bis
9.
Klasse im Kosovo, verfügt über keinen erlernten Beruf und
besorgte stets den Haushalt (Urk. 5/1
S. 1, S. 2 und S. 4
).
1.2
Am
15. März 2015 meldete
sie
sich bei der Invalidenversicherung unter Hinweis auf
gesundheitliche Störungen (
Operation an der Herzklappe 1990,
zweiter
Schlaganfall 2006 und Befund einer Sarkoidose 2013/2014
)
zum Leistungsbezug an (Urk. 5/1
S. 5
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte
Abklärungen in erwerblicher sowie medizinischer Hinsicht und veranlasste ein polydisziplinäres Gutachten des
Y._
, welches am 11. Juli 2016 (
Urk.
5/33) erstattet wurde. Mit Vorbescheid vom 24. August 201
6
(Urk. 5/35) stellte die IV-Stelle der Versi
cherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Nach Einwand vom 10. September 2016 (Urk. 5/36) hielt die IV-Stelle mit Verfügung vom 11. Okto
ber 2016 (
Urk.
2) an der
Abweisung des Rentenbegehrens
fest.
2.
Dagegen erhob
die
Versicherte am 10. November 2016 Beschwerde (Urk. 1) mit dem sinngemässen Antrag, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und ihr eine Invalidenrente bei einer Einschränkung von mindestens 40 % im Aufga
benbereich zuzusprechen.
Die IV-Stelle beantragte mit Vernehmlassung vom 11. Januar 2017 (Urk. 4) Ab
weisung der Beschwerde, was der Versicherten mit Verfügung vom 13. Ja
nuar 2017 (Urk. 6) zur Kenntnis gebracht wurde.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Versicherte mit vollendetem 20. Altersjahr, die vor der Beeinträchtigung ihrer körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit nicht erwerbstätig waren
«
und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann
»
, gelten nach Art. 5 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbin
dung mit Art. 8 Abs. 3
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozi
alversicherungsrechts (ATSG)
als invalid, wenn eine Unmöglichkeit vorliegt, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Art. 7 Abs. 2 ATSG ist sinngemäss anwendbar. Demnach sind für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfä
higkeit ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu be
rücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objek
tiver Sicht nicht überwindbar ist.
1.1.2
Nach seinem Wortlaut knüpft Art. 5 Abs. 1 IVG die Gleichstellung des Unvermö
gens, sich weiterhin im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen, mit der Er
werbsunfähigkeit an die doppelte Voraussetzung (1) der fehlenden Erwerbstätig
keit vor Eintritt der (invalidisierenden) Gesundheitsbeeinträchtigung und (2) der Unzumutbarkeit, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Die erste Voraussetzung (1) betrifft eine in der Vergangenheit liegende Tatsache; die zweite (2) bildet die Ant
wort auf eine sich in der Gegenwart stellende Wertungsfrage. Die Rechtsprechung hat sich, wenn zunächst auch noch nicht einheitlich und gefestigt, allmählich in beiden Punkten vom Wortlaut des Art. 5 Abs. 1 IVG entfernt.
Schon im Zusammenhang mit der Auslegung der beim Inkrafttreten des IVG 1960 wichtigen Übergangsbestimmung des Art. 85 Abs. 1 IVG hatte das Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG) für die Prüfung des Status nach Art. 5 Abs. 1 IVG die Frage aufgeworfen, ob die Versicherte unmittelbar vor dem gesetzlich fingierten Versicherungsfall eine Erwerbstätigkeit ausgeübt haben würde, wäre sie nicht schon früher tatsächlich invalid gewesen und machte somit die Antwort auf die Statusfrage schon früh nicht von der (1) vergangenen Tatsache der früher ausge
übten Erwerbstätigkeit abhängig, vielmehr von der hypothetischen Tatsache, ob der Versicherte ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen persönlichen Verhältnissen, eine Erwerbstätigkeit ausüben würde, und zwar unter Beachtung der Gegebenheiten nach dem Eintritt des Versicherungsfalls (ZAK 1965 153). Die Massgeblichkeit dieser hypothetischen Prüfungsweise schränkte das Gericht in der Folge bis zu einem gewissen Grade unter Anwendung der zweiten Vorausset
zung,
der
Unzumutbarkeit, ei
ne Erwerbstätigkeit aufzunehmen (2), wieder ein (vgl. beispielsweise EVGE 1964 258 E. 2 mit Hinweisen auf die Materialien). In späteren Urteilen wurde diese objektivierte Zumutbarkeit zur Aufnahme einer Er
werbstätigkeit im Ergebnis zu einer erwerblichen Eingliederungspflicht ausgewei
tet, indem zum Beispiel einer Versicherten der Status als Nichterwerbstätige nach Art. 5 Abs. 1 IVG mit dem Argument verweigert wurde, sie wäre gesundheitlich imstande, eine ganztägige, sitzend zu verrichtende Arbeit anzunehmen, wobei ihr dies die familiären Verhältnisse sehr erschwerten (Ablehnung des Rentenan
spruchs [I 286/66]). Im Urteil EVGE 1968 217 in E. 1 machte das EVG die Beant
wortung der Statusfrage davon abhängig, welche Tätigkeit die Versicherte vor Invaliditätseintritt vorwiegend ausgeübt hatte.
1971 erfolgte die Bereinigung dieser bisherigen uneinheitlichen Praxis und die Einführung der noch heute geltenden Rechtsprechung: Der IV-rechtliche Status ist Veränderungen zugänglich; die Kriterien der Erwerbsunfähigkeit (Art. 4 Abs. 1 IVG) einerseits, der Unmöglichkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betä
tigen (Art. 5 Abs. 1 IVG) andererseits, können sich im Einzelfall ablösen, ohne jegliche Änderung des invalidisierenden Zustandes. Für die Prüfung der Status
frage ist stets davon auszugehen, welche Tätigkeit die versicherte Person ausüben würde, wenn sie nicht invalid wäre (BGE 117 V 195, 98 V 263 E. 1 und 268 E. 1c, 97 V 241; ZAK 1980 630, 1975 206; I 750/79; vgl. zum Ganzen Meyer/Reich
muth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Art. 5 N 6 ff.).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
1.3
Die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG entspricht der Ein
busse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgaben
bereich (
Art.
6 ATSG; BGE 105 V 156 E. 2a). Bei der Bemessung der Invalidität von im Haushalt tätigen Versicherten ist die Schadenminderungspflicht von er
heblicher Relevanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom Grundsatz auszuge
hen, dass einem Leistungsansprecher im Rahmen der Schadenminderungspflicht Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu entwi
ckeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Er
ledigung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel hö
herem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familien
angehörigen in Anspruch nehmen
(
zum Ganzen
BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_729/2009 vom 3
0.
November 2009 E. 4.1-3).
1.
4
Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und de
nen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von
Art.
16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen.
Art.
7
Abs.
2 ATSG ist sinngemäss anwendbar (Art. 28a
Abs.
2 IVG in Verbindung mit
Art.
8
Abs.
3 ATSG; spezifische Methode der Invaliditätsbemessung [Betätigungsvergleich]; vgl. statt vieler: BGE 142 V 290 E. 4). Als Aufgabenbereich der im Haushalt täti
gen Versicherten gelten insbesondere die übliche Tätigkeit im Haushalt, die Er
ziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische Tätigkeiten (Art. 27
der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] in der bis 31.
De
zember 2017 in Kraft gestandenen Fassung).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre rentenabweisende Verfügung vom 11. Oktober 2016 (Urk. 2) –
in erster Linie
gestützt auf das polydisziplinäre Gut
achten des
Y._
vom 11. Juli 2016 (Urk. 5/33) - damit, dass bei der Beschwer
deführerin in ihrer Tätigkeit als Hausfrau eine rentenausschliessende Einschrän
kung von
lediglich
30 % bestehe.
Die
Arbeitsunfähig
keit verringere sich zudem, weil
sie in gewissen Bereichen
des
Haushalt
s
durch Kinder und Ehemann entlastet werden könne. So werde sie laut eigenen Angaben bereits durch ihre Schwieger
tochter
unterstützt
, welche vollumfänglich den Haushalt besorge.
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte
demgegenüber
vor, dass sie sich sicher
zu
mehr als 40 % ein
ge
schränkt fühle, was auch aus den Akten klar ersichtlich sein sollte. Zudem
lasse sie
die Argumentation der Beschwerdegegnerin, dass andere Perso
nen im gleichen Haushalt die Haushaltsaufgaben übernehmen sollten, ni
cht gel
ten. Ihr Ehemann arbeite und
die Schwiegertochter habe genug mit
den eigenen drei Kindern zu tun, genauso wie
ihr Sohn. Diese Personen hätten ihr eigenes Leben und ihre eigenen Sorgen. Ihr gesundheitlicher Zustand
beschlage im Übri
gen
nicht nur den Haushalt, sondern ihr Leben im Allgemeinen. Die gemeinsam im Haushalt lebenden Personen würden sie nicht
nur
im Haushalt unterstützen, son
dern auch im alltäglichen Leben;
zum Beispiel beim Anziehen
.
B
ei Schwäche
würden sie
Hilfe leisten und ihr generell bei ihren gesundheitlichen Problemen Unterstützung bieten.
3.
Im vorliegenden Fall steht der
Status der Beschwerdeführerin als
im Gesundheits
fall
Nicht
erwerbstätige im Sinne von Art.
5 Abs.
1
IVG
(zum Ganzen E. 1.1.2 hie
vor) nach Lage der Akten fest und ist denn auch
unbestritten (vgl.
Urk.
1). So bezeichnete sich die Beschwerdeführerin in ihrer Anmeldung
zum Leistungsbezug
vom 1
5.
März 2015
selber
als Hausfrau, welche
sie
immer war (
Urk.
5/1 S. 4).
Gegenteilige
Anhaltspunkte, welche den Schluss
nahelegen würden
oder
auch
nur vermuten liessen, dass sie
als Gesunde
nicht
ausschliesslich
in ihrem Aufga
benbereich als Hausfrau tätig
wäre, sind nicht ersichtlich.
4
.
Die
angefochtene
Verfügung vom
11
.
Oktober
2016 (Urk. 2) beruhte
– nach er
folgter Würdigung durch den regionalen ärztlichen Dienst (vgl. Urk. 5/34 S. 4) –
in medizinischer Hinsicht
auf
dem von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gege
benen polydisziplinären Gutachten
des
Y._
vom 11.
Juli 2016 (Urk.
5/33).
Gestützt auf die Ergebniss
e ihrer internistischen, pneum
ologischen, neurologi
schen und psychiatrischen Untersuchung stellten die
Y._
-Gutachter
(
Dr. med.
Z._
, Facharzt Allgemeine Innere Medizin, Dr. med.
A._
, Facharzt Allgemeine Innere Medizin und Kardiologie sowie Pneumologie FMH, Dr. med.
B._
, Fachärztin Neurologie, und Dr. med.
C._
, Facharzt Psychiatrie und Psy
chotherapie FMH
)
in ihrer Expertise vom 11. Juli 2016 (Urk. 5/33) folgende Diagnosen mit
Relevanz hinsichtlich der
Arbeitsfähigkeit
als Hausfrau
(S.
18
):
-
Status nach rezidivierenden zerebralen Insulten mit geringradiger residuel
ler Hem
iparese links (1989 und 2007)
-
im CT Parenchymdefekt rechts in Insula, Capsula externa und Caput nuclei caudati am ehesten thromboembolisch bei mechanischen Klap
pen und ungenügender Antikoagulation
-
Status nach TIA Januar 2014
-
Sarkoidose
-
Pulmonale Sarkoidose Scadding-Stadium II, ED November 2014
-
restriktive Ventilationsstörung
-
Valvuläre und hypertensive Herzkrankheit
-
Status nach mechanischem Mitralklappenersatz und Trikuspidalplastik 1990 (Belgrad)
-
Vorhofflimmern unter oraler Antikoagulation
-
Normale Funktion der Klappenprothesen
-
Status nach linksführender kardialer Dekompensation November 2013 und November 2014
-
Normale linksventrikuläre Funktion
-
Verdacht auf Medikamenten-Malcompliance
Zudem stellten sie
unter anderem
folgende Diagnosen ohne
Auswirkungen auf
die Arbeitsfähigkeit (S. 18
; gekürzt wiedergegeben
):
-
Andere Angststörung (F41)
-
Adipositas Grad I (BMI 34,6)
-
Chronisch venöse Insuffizienz (Diagnose März 2014)
Die Gutachter
hielten
fest, dass sich bei der Beschwerdeführerin keine relevanten objektivierbaren psychiatrischen Störungen des Fähigkeitsprofils ergeben hätten. Zeitweilig könne all
enfalls die Durchhaltefähigkeit,
Flexibilität
und
Umstellungs
fähigkeit reduziert sein.
Die Beschwerdeführerin
sollte
deswegen keine Akkord
arbeit und keine Schichtarbeit verrichten. Aus pneumologischen Gründen seien Tätigkeiten im Wechsel von warmer und kalter Umgebung nicht geeignet. In Tä
tigkeiten mit längeren Gehstrecken sowie im Liegen und Knien sei sie ebenfalls eingeschränkt. Sitzende Tätigkeiten könnten ausgeübt werden. Das tatsächliche Ausmass der neurologischen Beeinträchtigung aufgrund der möglichen Rest
symptomatik einer Hemiparese lasse sich aufgrund mangelhafter Kooperation und bestehender Inkonsistenz nur eingeschränkt beurteilen. Es sei durchaus mög
lich, dass gewisse Einschränkungen bestünden, die sich insbesondere bei Anfor
derungen an die Feinmotorik oder an längere Hebe-, Trage- und Haltefunktionen, insbesondere des linken Armes, ungünstig auswirkten und so auch zu einer Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit führten. Wesentliche Anteile seien aber der freien Willensbildung zugänglich. Es bestehe auch ein erheblicher sekundärer Krankheitsgewinn durch die Komplettversorgung durch die Schwiegertochter (S. 18 f.).
Im Weiteren führten die Gutachter des Y._ aus, dass bei der Beschwerdeführe
rin in der angestammten Tätigkeit als Hausfrau aus psychiatrischer Sicht eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (Leistung 100 %, Präsenzzeit 8,5 Stunden) be
stehe. Aus neurologischen Gründen liege in der angestammten Tätigkeit als Haus
frau eine Arbeitsfähigkeit von 70 % bei einem Zeitprofil von 8,5 Stunden vor (Leistungsfähigkeit 70 %). Aus pneumologischen Gründen müsse von einer Re
duktion der Arbeitsfähigkeit als Hausfrau auf ca. 70 % ausgegangen werden, voll
schichtig mit einer Leistungsfähigkeit von 70 %. Diese Leistungsminderungen verhielten sich interdisziplinär nicht additiv oder kumulativ; die Leistungsfähig
keit betrage global 70 % bei vollem Arbeitspensum von 8,5 Stunden täglich an 5 Tagen die Woche (S. 18). Aus gutachterlicher Sicht sei das von der Beschwerde
führerin angenommene «völlige Unvermögen», eine Tätigkeit auszuüben, nicht nachvollziehbar respektive nicht begründbar. Das dargestellte Ausmass der Pas
sivität lasse sich nicht auf dem Boden krankheitswerter Diagnosen begründen (S. 21). Es sei nicht verständlich, weshalb sich die Beschwerdeführerin nicht an der Besorgung des Haushaltes beteilige. Es seien persönliche Kontextfaktoren nichtkrankheitswertiger Prägung anzunehmen (S. 22).
5.
Die Gutachter des Y._ legten in ihrem
polydisziplinären Gutachten vom 11.
Juli 2016
nachvollziehba
r dar, dass bei der Beschwerdeführerin in ihrer Tä
tigkeit als Hausfrau aus pneumologischen sowie neurologischen Gründen eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 % vorliegt, sich hingegen das von ihr demonstrierte «völlige» Unvermögen, im Haushalt tätig zu sein, objektiv nicht begründen lässt (vgl. E. 4). Die bei den Akten liegenden weiteren medizinischen Berichte des D._ und die hausärztlichen Berichte legen keinen an
deren Schluss nahe (
vgl.
Urk. 5/5, Urk. 5/6/1-5, Urk. 5/6/12-13, Urk. 5/6/14-15, Urk. 5/6/18-19, Urk. 5/6/20-22, Urk. 5/6/23-25, Urk. 5/6/26-30, Urk. 5/18/4-8, Urk. 5/23/4-7, Urk. 5/25/2-4).
In Zusammenhang mit den Einschränkungen im Haushalt ist allerdings praxis
gemäss nicht die medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit ausschlaggebend, sondern wie sich der Gesundheitsschaden in der nichterwerblichen Betätigung konkret auswirkt, was durch die Abklärung an Ort und Stelle zu erheben ist (vgl. etwa Bundesgerichtsurteil 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.7.1 mit Hin
weisen). Dies wird von der Beschwerdegegnerin (etwa auch mit Blick auf die Un
klarheiten bezüglich des tatsächlichen Ausmasses der neurologischen Beeinträch
tigung aufgrund der [möglichen] Restsymptomatik einer Hemiparese) nachzuho
len sein. Für den Beweiswert eines diesbezüglichen Berichts ist wesentlich, dass er von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Dabei wird sich die Haus
haltsabklärung auch auf die zumutbare Mithilfe von Familienangehörigen erstre
cken, welche – entgegen der offenbaren Auffassung der Beschwerdeführerin – im Rahmen der Schadenminderungspflicht zu berücksichtigen ist und weitergeht als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung (vgl. zum Ganzen vorerwähntes Bundesgerichtsurteil 9C_399/2016 E. 4.7 sowie E. 1.3 hievor).
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die Ver
fügung vom 11. Oktober 2016 (Urk. 2) aufzuheben und die Sache an die Be
schwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit diese, nach erfolgten Abklärungen im Sinne der Erwägungen über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge.
6
.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr.
7
00.-- anzusetzen. Die Rückweisung einer Sache kommt einem Obsiegen der Beschwerdeführerin gleich
(vgl.
BGE 137 V 57 E. 2.2
)
.
Dementsprechend
sind
die Gerichtskosten
von der unterliegenden Beschwerdegegnerin zu tragen.
6.2
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten hat grundsätzlich die obsiegende Be
schwerde führende Person, die erhebliche Auslagen im Rahmen des Prozesses gehabt hat (vgl. Art. 61 lit. g ATSG und § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das So
zialversicherungsgericht [GSVGer]). Prinzipiell nicht entschädigt wird, wer seine Interessen im Beschwerdeverfahren selber wahrnimmt. Davon wird eine Aus
nahme gemacht, wenn es sich um eine komplizierte Sache mit hohem Streitwert handelt und die Interessewahrung einen hohen Arbeitsaufwand notwendig macht, der den Rahmen dessen überschreitet, was der einzelne üblicher- oder zumutbarerweise nebenbei zur Besorgung der persönlichen Angelegenheiten auf sich zu nehmen hat (vgl. Wilhelm, in: Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, 2. Aufl., 2009 N 5 zu §§ 33-34 GSVGer mit Hinweisen). Eine solche Ausnahme liegt nicht vor; so begnügte sich die Beschwerdeführerin auf
wandmässig mit einer Beschwerde im Umfang von einer Seite (vgl. Urk. 1), womit ihr keine Parteientschädigung zuzusprechen ist.