Decision ID: 05eac086-2697-47b5-9d4a-75c77c1a2294
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a Der im Jahr 1972 geborene A._ (nachfolgend: Versicherter) war seit 2. August
1994 als Fenstermonteur bei der B._, angestellt (IV-act. 1, 14). Am 22. November
2001 wurde bei ihm eine arthroskopische mediale Meniskektomie am linken Knie
durchgeführt (IV-act. 8-34/35). Am 6. Dezember 2003 trug der Versicherte auf der
rechten Schulter und am Kopf angelehnt eine schwere Fensterscheibe. Dabei plötzlich
einschiessende Schmerzen wurden auf eine HWS-Zerrung und
Rippenwirbelgelenksblockierungen TH2-4 rechts zurückgeführt (IV-act. 8-33/35;
Fremdakten). Vom 16. Januar bis 13. Februar 2007 hielt sich der Versicherte wegen
anhaltender Schmerzen insbesondere im Bereich der HWS zur stationären Therapie in
der Klinik Valens auf (IV-act. 8-16/35). Nach einer Exazerbation der Nackenschmerzen
musste der Versicherte seine bei der Arbeitgeberin wiederum vollzeitig ausgeübte
Tätigkeit am 10. April 2009 aufgeben und sich am 15. April 2009 einer
Diskushernienoperation HWK6/7 unterziehen (Foraminotomie und Sequestrektomie;
vgl. IV-act. 8-8/35, 57-2/11).
A.b Im August 2009 meldete sich der Versicherte zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (Massnahmen für die berufliche Eingliederung und Rente) an (IV-
act. 1). Dr. med. C._, Facharzt Allgemeine Innere Medizin FMH, nannte am
25. August 2009 (IV-act. 13) gegenüber der zuständigen Ärztin des IV-internen
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) die Diagnosen chronisches zervikovertebrales
Syndrom mit sensiblem Ausfallsyndrom C7 rechts, Status nach Foraminotomie und
Sequestrektomie HWK6/7, SLAP-Läsion der rechten Schulter sowie Meniskusläsion.
Seit dem 10. April 2009 bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit. Eine körperlich leichte,
wechselbelastende Tätigkeit sei aktuell zu mindestens 50% zumutbar. Am
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18. September 2009 wurde eine arthroskopische Teilmeniskektomie des Hinterhorns
des Meniscus medialis des rechten Knies vorgenommen (IV-act. 33-20/27).
A.c Seit dem 12. Oktober 2009 arbeitete der Versicherte zwei Stunden täglich im
Lager der Arbeitgeberin (IV-act. 57-7/11). Diese Tätigkeit war jedoch aufgrund der
starren Körperhaltung ungeeignet. In der Zielvereinbarung Eingliederungsplan vom
21. Dezember 2009 (IV-act. 54) wurde festgehalten, dass zum Zweck des
Arbeitsplatzerhalts bei der bisherigen Arbeitgeberin ab November 2009 ein
Arbeitsversuch im Pensum von 50%, ab Januar 2010 steigerbar, durchgeführt werde.
Mit Mitteilung vom 26. Februar 2010 (IV-act. 61) gewährte die IV-Stelle des Kantons
St. Gallen dem Versicherten Beratung und Unterstützung beim Erhalt des
Arbeitsplatzes.
A.d Am 22. März 2010 berichtete Dr. med. D._, leitender Arzt Departement
interdisziplinäre medizinische Dienste, Palliativzentrum, Kantonsspital St. Gallen
(KSSG), trotz ausgeprägt depressiver Stimmungslage sei der Versicherte emotional gut
erreichbar, die Kriterien einer manifesten Depression lägen nicht vor (IV-act. 68-8/11).
Er empfahl im Rahmen eines interprofessionellen, mittelfristigen
Schmerzmanagementprogramms eine elektive Aufnahme des Versicherten in die
Schmerzabteilung des Spitals E._.
A.e Mit Schreiben vom 29. März 2010 (IV-act. 75) wurde das Arbeitsverhältnis des
Versicherten auf den 31. Juli 2010 gekündigt.
A.f Gemäss MRI-Befundbericht vom 26. April 2010 (IV-act. 68-5/11) fand sich eine
Korrelation zwischen dem klinischen C6- oder C7-Syndrom rechtsseitig und den
bildgebenden Befunden mit zwei Bandscheibenvorfällen HWK6/7 und HWK5/6 mit
entsprechender Nervenwurzelkompression jeweils neuroforaminal. Es wurde eine
erneute operative Therapie vorgeschlagen. Vom 27. April bis 12. Mai 2010 wurde der
Versicherte wegen eines chronifizierten Schmerzsyndroms mit permanenten
Schmerzen im Bereich der HWS und der rechten Schulter auf der Palliativ-Station des
KSSG stationär behandelt (IV-act. 71, 76-3/7). Während des anschliessenden
stationären Aufenthalts in der Klinik Valens vom 12. Mai bis 1. Juni 2010 wurde eine
volle Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (IV-act. 76-1/7, 77-3/16). Danach war dem
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Versicherten gemäss Austrittsbericht vom 15. Juni 2010 eine leichte bis mittelschwere
wechselbelastende (Verweis-)Tätigkeit zu 100% zumutbar. Dabei sollten speziell
vornübergeneigte oder rotatorisch-translatorische Haltungs- und Bewegungsmuster
vermieden werden, ebenso auch Überkopfarbeiten und hochrepetitive Tätigkeiten. Ein
ergonomisch eingerichteter Arbeitsplatz sei dabei von Vorteil (z.B. höhenverstellbarer
Arbeitstisch und Sitzmöglichkeit). Für die bisherige Arbeit als Produktionsmitarbeiter im
Fensterbau sei aufgrund mehrheitlich vornübergeneigter Körperhaltungen eine volle
Arbeitsunfähigkeit zu attestieren.
A.g Gemäss Bericht von Dr. C._ vom 14. Mai 2010 (IV-act. 68) hatte sich der
psychische Zustand des Versicherten nach dem Verlust des Arbeitsplatzes
verschlechtert. Mit Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 1. Juli 2010 (IV-act. 78)
bescheinigte er dem Versicherten eine volle Arbeitsunfähigkeit für die Arbeit als
Produktionsmitarbeiter im Fensterbau. Im Juli 2010 werde sich der Versicherte beim
RAV für leichte, wechselbelastende, nicht repetitive Arbeiten ohne Überkopfarbeiten,
ohne rotatorische und translatorische Haltungs- und Bewegungsmuster im Umfang von
zunächst 40% anmelden. Nach einer einmonatigen Eingewöhnungszeit komme je nach
klinischem Verlauf eine Steigerung der zeitlichen Arbeitsbelastung für leichte
Tätigkeiten mit oben genannten Einschränkungen in Frage.
A.h Beim interdisziplinären Schmerzboard im Juni 2010 kamen die behandelnden
Ärzte des KSSG überein, die geplante neurochirurgische Operation nicht
durchzuführen. Unter Hinweis auf multifokale Schmerzen und Passivität des
Versicherten gegenüber der Krankheit stuften die Ärzte die Aussichten auf eine
Besserung auch bei Korrelation zwischen klinischen und bildgebenden Befunden als
gering ein (IV-act. 86-4/6).
A.i Seit dem 2. August 2010 war der Versicherte als arbeitslos gemeldet (IV-
act. 114-2/12).
A.j Im Bericht vom 2. September 2010 (IV-act. 87) wurden seitens des
interdisziplinären Zentrums für Schlafmedizin des KSSG ein schwergradiges zentrales
Schlafapnoesyndrom (Erstdiagnose August 2010), eine chronische Schmerzstörung
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(Nacken, Schulter, Knie), eine depressive Entwicklung, Adipositas, arterielle Hypertonie
sowie eine Tonsilienhyperplasie erwähnt.
A.k Vom 27. September bis 22. Oktober 2010 wurde eine ambulante
Rehabilitationsbehandlung in der Klinik F._ durchgeführt (IV-act. 117-9). Dabei wurde
ein depressives Syndrom als Folge von chronischen Schmerzen diagnostiziert. Der
Versicherte sei aktuell zu 100% arbeitsunfähig. Nach einer Stabilisierungsphase könnte
eine Arbeitswiederaufnahme von 50% per Mitte Januar 2011 in Betracht gezogen
werden.
A.l Mit Schreiben vom 24. Januar 2011 (IV-act. 103) teilte die IV-Stelle mit, die
Arbeitsvermittlung werde abgeschlossen.
A.m Der Versicherte hielt sich vom 14. bis 22. Februar 2011 in der Berit Klinik, auf
und wurde am 15. Februar 2011 von Dr. med. G._, Facharzt für Neurochirurgie, an
der HWS operiert (mikrochirurgische Diskektomien C5/6 und C6/7 und Spondylodese
mittels Cages bei C5/6 und C6/7; IV-act. 113 und 125-7/11). Dr. G._ attestierte dem
Versicherten eine volle Arbeitsunfähigkeit seit 13. Januar 2011 (IV-act. 138).
A.n Am 27. Februar 2012 berichtete Dr. C._ über den weiteren Verlauf (IV-
act. 137-1/69). Dr. med. H._, Chefarzt der Klinik F._, und Dr. med. I._, Oberarzt
Klink F._, erachteten den Versicherten mit Bericht vom 26. März 2012 (IV-act. 139) in
der angestammten Tätigkeit als Fabrikangestellter ab 22. Juli 2010 als zu 60%, ab
1. März 2012 bis auf weiteres als zu 40% arbeitsunfähig. Dr. G._ berichtete am
16. April 2012 (IV-act. 141), seitens der Wirbelsäule sei eine leichte Arbeit mit
wechselhafter Körperhaltung zu 50% zumutbar, wobei die Depression noch nicht
mitberücksichtigt sei.
A.o Im orthopädisch-psychiatrischen Gutachten vom 22. August 2012 gingen
Dr. med. J._, Spezialarzt Orthopädie FMH, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM,
und Dr. med. K._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, beeideter und
gerichtlich zertifizierter Sachverständiger in Österreich (IV-act. 154), davon aus, dass
der Versicherte in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Fensterbauer aus orthopädischer
Sicht spätestens seit September 2011 zu 25% arbeitsfähig sei. In einer angepassten
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Tätigkeit sei der Versicherte rein somatisch seit September 2011 bei voller
Stundenpräsenz zu 90% arbeitsfähig. Im Rahmen der postoperativen Rehabilitation sei
der Versicherte vom Februar bis August 2011 in allen Tätigkeiten voll arbeitsunfähig
gewesen. Aus psychiatrischer Sicht könne in der angestammten Tätigkeit als
Fenstermonteur seit etwa Februar 2011 eine 40%-ige Arbeitsfähigkeit bei vollem
Stundenpensum angenommen werden. Für den Zeitraum vom Januar 2009 bis Januar
2011 ging Dr. K._ aufgrund von Anpassungsstörungen mit längerer depressiver
Reaktion von einer 70%-ige Arbeitsfähigkeit bei vollem Stundenpensum aus. In einer
angepassten Tätigkeit bestehe aus psychiatrischer Sicht eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit
bei vollem Stundenpensum seit etwa Februar 2011. Für den Zeitraum vom Januar 2009
bis Januar 2011 könne aus psychiatrischer Sicht eine 75%-ige Arbeitsfähigkeit bei
vollem Stundenpensum angenommen werden.
A.p Mit Vorbescheid vom 1. März 2013 (IV-act. 165) kündigte die IV-Stelle die
Verneinung eines Rentenanspruchs des Versicherten bei einem ermittelten
Invaliditätsgrad von 29% an. Am 30. April 2013 (IV-act. 166) verfügte sie in diesem
Sinne.
B.
B.a Mit Beschwerde vom 3. Juni 2013 (act. G1) liess der Versicherte, vertreten
durch Rechtsanwalt lic.iur. Rémy Wyssmann, Oensingen, beantragen, die Verfügung
vom 30. April 2013 sei aufzuheben und ihm seien die gesetzlichen Invalidenleistungen
(inkl. berufliche Integrationsmassnahmen) nach Massgabe einer Invalidität von
mindestens 50% zuzüglich eines Verzugszinses zu 5% seit wann rechtens
auszurichten. Es sei von Amtes wegen in der Klinik Littenheid ein aktueller
Verlaufsbericht in Bezug auf den aktuellen Klinikaufenthalt einzuholen, der sich zum
weiteren Krankheitsverlauf, zur aktuellen Diagnostik und zum willentlichen
Ressourcenpotential äussere. Es sei eine öffentliche Gerichtsverhandlung mit
Publikums- und Presseanwesenheit durchzuführen; alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung liess er im
Wesentlichen vorbringen, die vom Gutachter als ungünstig angesehene Prognose
scheine sich zwischenzeitlich zu bestätigen, da sich der Beschwerdeführer erneut im
stationären Aufenthalt befinde. Aufgrund des engen sachlichen Zusammenhangs mit
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der bisherigen psychischen Erkrankung seien die dort gewonnenen Erkenntnisse für
die Beurteilung des Falles zu berücksichtigen. Dr. K._ habe in seinem Gutachten
keine einmalige mittelgradige depressive Episode diagnostiziert, sondern vielmehr
diese im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung beurteilt. Vorliegend gehe
Dr. K._ von einem eigenständigen psychischen Leiden mit Krankheitswert aus. Von
einer blossen Begleiterscheinung zum Schmerzleiden könne daher nicht gesprochen
werden. Auch finde die rezidivierende depressive Störung ihre hinreichende Erklärung
nicht in psychosozialen Umständen. Die klinischen Befunde von Dr. K._ gründeten
auf verschiedenen eigenen – also objektivierbaren – Beobachtungen. Es fänden sich
weder im Gutachten noch in den übrigen Akten Hinweise auf Aggravation oder
Simulation. Aus dem Gutachten gehe klar hervor, dass die ebenfalls diagnostizierte
anhaltende somatoforme Schmerzstörung, bestehend seit mindestens Februar 2011,
eine invalidisierende Arbeitsunfähigkeit bewirke. Der Gutachter begründe und
bestätige, weshalb der Beschwerdeführer die somatoforme Schmerzstörung nur
teilweise im Umfang von 50% überwinden könne. Die ungünstige Prognose lasse auf
eine Therapieresistenz schliessen. Unstimmig wirke die angefochtene Verfügung auch
deshalb, weil nach der erstmaligen Abklärung im Jahr 2010 zwischenzeitlich keine
weiteren beruflichen Integrationsmassnahmen durchgeführt worden seien. Für eine
mangelnde Motivation oder fehlende Eingliederungsfähigkeit gebe es in den Akten
keine Hinweise.
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 2. August 2013 (act. G6) schloss die
Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie
insbesondere an, bei der diagnostizierten mittelgradigen depressiven Störung handle
es sich sehr wohl um eine reaktive Begleiterscheinung zur somatoformen
Schmerzstörung. Eine vor dem Schmerzgeschehen vorbestandene psychische Störung
liege eindeutig nicht vor. Zudem sei eine psychosoziale Problematik vorhanden, welche
auf jeden Fall das Bild stark (mit-)präge. Ob eine mittelgradige depressive Störung oder
Episode vorliege, sei nicht von Relevanz. Eine Unterscheidung betreffe hauptsächlich
die Dauer, nicht jedoch den Schweregrad. Es seien keine Foerster-Kriterien im
notwendigen Schweregrad gegeben.
B.c Mit Replik vom 7. November 2013 (act. G13) reichte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers den Austrittsbericht der Clienia Littenheid AG vom 12. Juli 2013
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(act. G13.1) und eine anonymisierte Verfügung des Schweizerischen Bundesgerichts
vom 14. März 2013 (act. G13.2) ein und hielt an seinem bisherigen Antrag fest. Er
beantragte zudem eine Sistierung des vorliegenden Verfahrens bis zum rechtskräftigen
Abschluss des bundesgerichtlichen Verfahrens 8C_972/2012. Bei Zweifeln an der
beeindruckenden Medikation mit Psychopharmaka seien diese durch richterliche
Nachfrage beim Gutachter auszuräumen, was ausdrücklich beantragt werde.
B.d Mit Schreiben vom 8. November 2013 (act. G14) teilte das Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen dem Beschwerdeführer mit, sein Gesuch um
Verfahrenssistierung werde formlos abgelehnt. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers reichte am 27. Januar 2014 (act. G19) eine weitere Stellungnahme
ein.
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik.
B.f Zu weiteren Eingaben des Beschwerdeführers vom 9. Juli 2014 (act. G22) und
vom 22. September 2014 (act. G24) samt Beilagen (act. G24.1 und 24.2) liess sich die
Beschwerdegegnerin nicht vernehmen.
B.g Mit Schreiben vom 17. Juni 2015 bestätigte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers den am 16. Juni 2015 telefonisch erklärten Verzicht auf eine
öffentliche
Verhandlung und reichte eine Kostennote ein (act. G26f.).

Erwägungen:
1.
1.1 Zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin das Leistungsbegehren des
Beschwerdeführers zu Recht abgelehnt hat.
1.2 Invalidität wird definiert als die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Unter
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Erwerbsunfähigkeit versteht man dabei den durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachten und nach
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibenden ganzen oder teilweisen
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Gemäss Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht ein Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung – und im
Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes respektive der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den
Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Es hat demnach zu prüfen, ob die
vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen
Leistungsanspruchs gestatten (Art. 43 Abs. 1 ATSG).
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich hinsichtlich der medizinischen Aktenlage auf
das orthopädisch-psychiatrische Gutachten der Dres. J._ und K._ vom 22. August
2012 (IV-act. 154), geht allerdings davon aus, dass die psychiatrischen Diagnosen die
Arbeitsfähigkeit nicht einschränken. Nachfolgend ist vorab zu prüfen, ob das Gutachten
als taugliche Beurteilungsgrundlage dienen kann, um das Ausmass der
gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers und die dadurch
bedingten Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit zu beurteilen.
2.2 Zunächst fällt auf, dass das Gutachten der Dres. J._ und K._ das vom
interdisziplinären Zentrum für Schlafmedizin des KSSG im Bericht vom 2. September
2010 erstmals erwähnte schwergradige zentrale Schlafapnoe-Syndrom (Erstdiagnose
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August 2010) lediglich marginal aufgreift. In der persönlichen (orthopädischen)
Anamnese erwähnt Dr. J._, das Schlafapnoe-Syndrom werde mit einer CPAP-Maske
therapiert. In seiner Beurteilung hält er explizit fest, aus orthopädischer Sicht könne
nicht beurteilt werden, ob das Schlafapnoe-Syndrom einen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit habe. Dr. K._ führt das Schlafapnoe-Syndrom zunächst unter
früheren Krankheiten auf. Bei der psychischen Anamneseerhebung berichtete ihm der
Beschwerdeführer, er habe Schlafstörungen mit Ein- und Durchschlafstörungen
gehabt, habe nachts gegrübelt und hinzu sei ein Schlafapnoe-Syndrom gekommen mit
starkem Herzklopfen. Er habe weiterhin Schlafstörungen und schlafe mit Maske. Er sei
tags und nachts müde, schlafe höchstens vier bis fünf Stunden und in manchen
Nächten gar nicht. Bei den Defiziten erwähnt Dr. K._ die Schlafstörungen mit Ein-
und Durchschlafstörungen sowie das Schlafapnoe-Syndrom als zusätzliches
Krankheitsbild zu den von ihm aus psychiatrischer Sicht erhobenen
Anpassungsstörungen mit längerer depressiver Reaktion. Entgegen
seiner ersten Angabe, es handle sich um eine frühere Krankheit, hält Dr. K._ weiterhin
wechselnde Schlafstörungen trotz Schlafen mit Maske und Tagesmüdigkeit sowie
Vergesslichkeit fest. Diese anamnestischen Erhebungen zeigen, dass beide Gutachter
einen offenbar gravierenden Leidensdruck des Beschwerdeführers durch die
Schlafproblematik bzw. das weiterhin bestehende resp. möglicherweise nicht
hinreichend therapierte Schlafapnoe-Syndrom wahrgenommen hatten. Dr. J._ wies
sogar explizit darauf hin, einen dadurch bedingten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
nicht beurteilen zu können. Unter diesen Umständen wären weitere Abklärungen
angezeigt gewesen und es hätte sich eine fachärztliche Beurteilung des Schlafapnoe-
Syndroms sowie von dessen Auswirkungen aufgedrängt.
2.3 Der psychiatrische Gutachter Dr. K._ setzt den Beginn der Arbeitsunfähigkeit auf
Januar 2009 an und begründet dies einzig damit, dass sich "etwa" seit Januar 2009
Anpassungsstörungen mit längerer depressiver Reaktion entwickelt hätten. Dies findet
in den übrigen medizinischen Akten keine hinreichende Begründung. Der
Beschwerdeführer gab in seiner IV-Anmeldung an, (erst) seit 10. April 2009
arbeitsunfähig zu sein (IV-act. 1-6/9), was Dr. C._ gegenüber dem RAD am
25. August 2009 bestätigte (IV-act. 6-1/2). Psychiatrische Diagnosen nannte der
Hausarzt damals jedoch nicht. Erst im Bericht vom 14. Mai 2010 (IV-act. 68-1/11)
erwähnte Dr. C._ eine Verschlechterung des psychischen Zustands nach Verlust des
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Arbeitsplatzes (Kündigung vom 29. März 2010, IV-act. 75). Die Diagnose
Anpassungsstörung bei ängstlich-depressivem Zustandsbild findet sich erstmals im
Bericht der Klinik Valens vom 28. Mai 2010; eine Arbeitsunfähigkeit wurde deswegen
jedoch nicht attestiert (IV-act. 76-1/7, vgl. auch IV-act. 77-3). Erst im November 2010
wurde seitens der Klinik F._ eine Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen
attestiert (IV-act. 117-10/11). Bei dieser Aktenlage wäre eine detailliertere retrospektive
Verlaufsbeurteilung bzw. Begründung seitens des psychiatrischen Gutachters
angezeigt gewesen. Das psychiatrische Teilgutachten von Dr. K._ ist diesbezüglich
ungenügend.
2.4 In der angefochtenen Verfügung (IV-act. 166) geht die Beschwerdegegnerin von
einer orthopädisch bedingten Einschränkung in der angestammten Tätigkeit seit dem
10. April 2009 aus. Sie stützt sich dabei auf die von ihrer RAD-Ärztin ohne Begründung
festgelegten Beginn (IV-act. 155-1, Datum der Diskushernienoperation HWK6/7).
Dr. J._ hat sich zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit aus orthopädischer Sicht nur
lückenhaft geäussert, indem er lediglich eine volle Arbeitsunfähigkeit von Februar bis
August 2011 und anschliessend in der angestammten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit
von 75% und adaptiert von 10% attestiert hat. Zur Zeit zuvor seit Niederlegung der
Arbeit im April 2009 enthält sein Gutachten keine Einschätzung.
2.5 Da der gegenwärtige medizinische Aktenstand folglich offensichtliche Mängel
aufweist und das Gutachten insbesondere die Frage, ob und welchen Einfluss das
Schlafapnoe-Syndrom auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hat, überhaupt
nicht behandelt, erweist sich eine Rückweisung der Angelegenheit an die
Beschwerdegegnerin zwecks weiterer Abklärungen als sachgerechter wie die
Erstellung eines Gerichtsgutachtens. Das einzuholende Gutachten hat den vom
Bundesgericht mit Urteil vom 3. Juni 2015 (9C_492/2014) im Rahmen der Aufgabe der
sog. Überwindbarkeitspraxis gestellten Anforderungen an ein strukturiertes
Beweisverfahren zu genügen.
3.
Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass sich beim Einkommensvergleich in
Bezug auf das Valideneinkommen Diskrepanzen zwischen dem IK-Auszug
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(Fr. 68'610.25 per 2008; vgl. IV-act. 12), den Angaben des Arbeitgebers (Fr. 90'543.45;
vgl. IV-act. 14, 30) und dem Lohnausweis (Fr. 84'975.--; IV-act. 35) ergeben. Die
Unstimmigkeiten wurden zwar dahingehend teilweise aufgelöst, dass ein Jahreslohn
2008 von Fr. 75'375.-- an sich nachvollziehbar ermittelt werden konnte (vgl. IV-act. 60:
Fr. 90'543.45 abzüglich Auslagenersatz und Korrektur Auslagenersatz [– Fr. 5'015.50 –
Fr. 552.20] = Fr. 84'975.75 abzüglich Kinderzulagen von Fr. 9'600.--). Es bleibt
allerdings unklar, weshalb Suva-Taggelder von Fr. 6'765.50 ausgeklammert blieben
und zudem in der Verfügung vom 30. April 2013 (IV-act. 166) lediglich auf ein
Valideneinkommen von Fr. 70'913.-- abgestellt wurde. Diesbezüglich wird die
Beschwerdegegnerin gegebenenfalls weitere Abklärungen treffen, jedenfalls aber ihre
neu zu erlassende Verfügung nachvollziehbar begründen müssen.
4.
4.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 30. April 2013
aufzuheben. Die Sache ist im Sinne der Erwägungen zur Vornahme weiterer
medizinischer Abklärungen und anschliessend neuer Verfügung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Gerichtskosten in Höhe von Fr. 600.--
erscheinen in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend – Rückweisung zur Neubeurteilung – sind sie
vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Der
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer
zurückzuerstatten.
4.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine volle
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in der
Kostennote vom 17. Juni 2015 einen Stundenaufwand von 23.8 Stunden ausgewiesen.
Dieser Zeitbedarf erscheint in Bezug auf die Schwierigkeit des Falles in
bis
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sachverhaltlicher und rechtlicher Hinsicht sowie in Berücksichtigung des Umfangs der
Akten der Vorinstanz als übersetzt. Ferner beläuft sich das mittlere Honorar im Kanton
St. Gallen auf Fr. 250.-- pro Stunde (vgl. Art. 24 Abs. 1 HonO/SG, sGS 963.75) anstelle
der in der Honorarnote geltend gemachten Fr. 280.--. Insgesamt erscheint es als
angezeigt, dem Beschwerdeführer das in vergleichbaren Fällen praxisgemäss gewährte
Pauschalhonorar von Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer)
zuzusprechen.