Decision ID: 8edaaf3b-c6ce-4d6f-a28e-8583172d91b8
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. D._, geb. 1965, kosovarischer Staatsangehöriger, reiste 1993 mit seiner Ehefrau
und zwei gemeinsamen Kindern in die Schweiz ein und stellte hier ein Asylgesuch
(Vorakten Migrationsamt, nachfolgend Dossier, S. 11 ff.). Im gleichen Jahr wurde eine
weitere gemeinsame Tochter geboren. Das Asylgesuch der Familie wurde am
4. Februar 1994 abgewiesen; die Familie wurde weggewiesen. Die Ausreisefrist wurde
mehrfach verlängert. Im Dezember 1997 wurde wiederum eine Tochter geboren. Am
13. Juli 1999 wurde D._ mit seiner Familie vorläufig aufgenommen. Nach Aufhebung
der kollektiven Aufnahme wurde der Familie eine Ausreisefrist angesetzt. Nach diversen
Verfahren wurde die Familie mit Verfügung vom 29. November 2004 vorläufig
aufgenommen. Es folgten wiederum Verfahren betreffend die Erteilung einer
(humanitären) Aufenthaltsbewilligung. Am 18. September 2012 wurde D._, seiner
Ehefrau und zwei Töchtern eine (humanitäre) Aufenthaltsbewilligung erteilt, die bis
18. September 2015 verlängert wurde.
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B. Im Jahre 2013 kam es zur Trennung von D._ und seiner Ehefrau. Mit Verfügung des
Migrationsamts wurde D._ am 22. April 2014 wegen anhaltender
Fürsorgeabhängigkeit verwarnt. Am 10. September 2015 ersuchte er um Verlängerung
der Aufenthaltsbewilligung. Dies wurde vom Migrationsamt mit Verfügung vom 8. März
2016 abgewiesen (act. 12/1.1). Das Sicherheits- und Justizdepartement wies den von
D._ gegen die Verfügung erhobenen Rekurs am 18. September 2018 ab.
C. D._ (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 19. September 2018 versandten
Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) durch seine
Rechtsvertreterin mit Eingabe vom 4. Oktober 2018 und Ergänzung vom 2. November
2018 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge seien der angefochtene Entscheid und die Verfügung des
Migrationsamts aufzuheben, von der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung sei
abzusehen und das Migrationsamt anzuweisen, dem Beschwerdeführer die
Aufenthaltsbewilligung zu verlängern. Der zuständige Abteilungspräsident entsprach
am 5. November 2018 dem Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege und -verbeiständung im Beschwerdeverfahren.
Die Vorinstanz verwies mit Vernehmlassung vom 12. November 2018 auf die

Erwägungen in ihrem Entscheid und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Der
Beschwerdeführer ergänzte am 10. Dezember 2018 die Beschwerde hinsichtlich
medizinischer Belange (act. 14). Die Vorinstanz liess sich dazu trotz entsprechender
Möglichkeit bis 18. Dezember 2018 nicht vernehmen (act. 16). Mit Datum vom
9. Januar 2019 reichte der Beschwerdeführer weitere Unterlagen ein (Nachweise der
persönlichen Arbeitsbemühungen; die Lohnabrechnungen für die Hausabwartstätigkeit
[Oktober bis Dezember 2018]; eine Bestätigung betreffend einen Deutschkurs ["Eine
Runde Deutsch"; act. 18] sowie eine Honorarnote [act. 19]). Diese wurden der
Vorinstanz am 10. Januar 2019 zur Kenntnisnahme zugestellt.
Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen des
Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge sowie die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
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1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Als Adressat des
angefochtenen Entscheids ist der im Rekursverfahren unterlegene Beschwerdeführer
zur Ergreifung der Beschwerde berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1
VRP). Die Beschwerde wurde mit Eingabe vom 4. Oktober 2018 rechtzeitig erhoben
und erfüllt zusammen mit der Ergänzung der Beschwerde vom 2. November 2018
formal und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (vgl. Art. 64 in Verbindung mit
Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist deshalb
grundsätzlich einzutreten. Nicht einzutreten ist darauf, soweit der Beschwerdeführer
beantragt, die Verfügung des Migrationsamts sei aufzuheben. Denn diese
erstinstanzliche Verfügung ist durch den angefochtenen Entscheid ersetzt worden
beziehungsweise gilt inhaltlich als mitangefochten (Devolutiveffekt, BGer 2C_249/2014
vom 27. März 2015 E. 1.3 mit Hinweis auf BGE 138 II 169 E. 3.3).
2. Eine Aufenthaltsbewilligung ist befristet und kann verlängert werden, wenn kein in
Art. 62 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die
Integration (Ausländer- und Integrationsgesetz; SR 142.20, AIG) aufgeführter
Widerrufsgrund gegeben ist (Art. 33 Abs. 3 AIG). Laut Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG kann die
zuständige Behörde eine Aufenthaltsbewilligung aber insbesondere dann widerrufen,
wenn der Ausländer oder eine Person, für die er zu sorgen hat, auf Sozialhilfe
angewiesen ist. Trotz des Wortlauts dieser Bestimmung führt nicht jede
Sozialhilfeabhängigkeit automatisch zum Vorliegen des Widerrufsgrunds. Erforderlich
ist vielmehr ein dauerhafter beziehungsweise erheblicher Sozialhilfebezug (M. Spescha,
in: Spescha et al. [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 4. Aufl. 2015, N 10 zu Art. 62
AuG). Bejaht wird die Dauerhaftigkeit der Sozialhilfeabhängigkeit, wenn im Zeitpunkt
des Entscheids nicht mit einer Verbesserung der Situation gerechnet werden kann und
das Fürsorgerisiko aller Voraussicht nach bestehen bleibt. Ein Widerruf soll in Betracht
kommen, wenn eine Person hohe finanzielle Unterstützungsleistungen erhalten hat und
nicht damit gerechnet werden kann, dass sie in Zukunft für ihren Lebensunterhalt
sorgen wird (vgl. VerwGE B 2016/128 vom 28. September 2017 E. 2.1 mit Hinweisen
auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, www.gerichte.sg.ch). Nicht unter den
Begriff des Sozialhilfebezugs fällt der Bezug von Sozialversicherungsleistungen wie
Ergänzungsleistungen oder Invalidenversicherungsbeiträgen. Ob und inwieweit den
Betroffenen ein Verschulden an der Sozialhilfeabhängigkeit trifft, bildet nicht eine Frage
bis
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des Widerrufsgrundes, sondern der nach Art. 96 Abs. 1 AuG vorzunehmenden
Verhältnismässigkeitsprüfung.
3. Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer seit 1995 Sozialhilfe bezieht; ebenso,
dass die angefallenen Leistungen seit 2009 nun nicht mehr mehrheitlich den Bund
belasten (act. 2/2). Fest steht, dass von 2009 bis Oktober 2015 bei den Sozialen
Diensten X._ ein Sozialhilfesaldo im Umfang von CHF 155'121.05 angewachsen ist;
bis 2011 waren dem Beschwerdeführer und seiner Familie sodann insgesamt (inkl.
Bundeslasten) Sozialhilfeleistungen im Umfang von rund CHF 738'000 ausgerichtet
worden. Seit Juli 2013 wird der Beschwerdeführer nun separat geführt. Zwischen April
2014 (Verwarnung) und März 2016 bezog der Beschwerdeführer rund CHF 55'000
Sozialhilfe. Damit erweist sich die Voraussetzung eines langandauernden und
erheblichen Sozialhilfebezuges zweifelsohne als gegeben. Eingehend zu prüfen ist
allerdings, ob der Beschwerdeführer in Zukunft selbst für seinen Lebensunterhalt
sorgen können wird.
3.1. Die Vorinstanz ist diesbezüglich der Auffassung, dass dem nicht so sei, da der
Beschwerdeführer mit seinen bisherigen Arbeitsbemühungen keinen beziehungsweise,
wenn überhaupt, einen nur sehr bescheidenen Erfolg gehabt habe und dass eine
erfolgreiche Jobsuche mit zunehmendem Alter eher schwieriger werde (act. 2/2 S. 8 f.).
3.2. Der Beschwerdeführer bringt hingegen sinngemäss vor, dass seine
Arbeitsbemühungen nicht so erfolglos gewesen seien, wie ihm vorgehalten werde
(act. 5). Er verweist dabei auf die Y._ AG, bei der unklar sei, ob er dort gearbeitet habe
oder nicht. In jedem Fall habe er sich aber bemüht, eine Beschäftigung zu finden. Er
selbst räumt aber doch auch ein, dass er es trotz grosser Anstrengungen bis Mai 2016
nicht geschafft habe, im ersten Arbeitsmarkt eine Beschäftigung zu finden. Aufgrund
der drohenden Wegweisung habe sich dann die Q._ GmbH seiner erbarmt und ihn für
vier Stunden wöchentlich als Unterhaltsreiniger angestellt. Seine Schwierigkeiten bei
der Stellensuche bringt er hauptsächlich mit seiner Schwerhörigkeit in Verbindung.
Eine Ablösung von der Sozialhilfe sei nicht absehbar und es seien denn auch keine
Fortschritte in der (Wieder-)Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt ersichtlich.
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3.3. Da bei der Beantwortung der Frage, ob ein Widerrufsgrund vorliegt
beziehungsweise ob der Beschwerdeführer in Zukunft selbst für seinen
Lebensunterhalt sorgen können wird, das Verschulden des Beschwerdeführers
unbeachtlich ist und dieser seine verschiedenen Fehlschläge bei der Arbeitssuche
selbst mit seiner Schwerhörigkeit begründet, betreffend die er nach eigenen Angaben
keine Beiträge aus der Invalidenversicherung erhalten wird (der Grund dafür ist
unbeachtlich) und die sich auch nach eigener Darstellung zur Folge nicht mehr
verbessern wird, kann nicht davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer
seine Schulden abtragen und in Zukunft selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen
können wird. Selbst wenn man also der vom Beschwerdeführer vertretenen Auffassung
folgen würde, vermöchte dies am vorinstanzlichen Ergebnis, wonach ein
Widerrufsgrund nach Art. 62 AIG vorliegt, nichts zu ändern. Die allfällige Änderung der
Rechtslage im Bereich der Ergänzungsleistungen ist aktuell nicht zu beachten. Ein
konkreter Hinweis darauf, dass der Beschwerdeführer in nächster Zukunft
Ergänzungsleistungen beziehen könnte, liegt nicht vor.
4. Sind, wie vorliegend, Widerrufsgründe gegeben, ist die Nichtverlängerung der
Bewilligung rechtens, wenn die Interessenabwägung diese Massnahme als
verhältnismässig erscheinen lässt, wobei einerseits die öffentlichen Interessen,
andererseits die persönlichen Verhältnisse und der Grad der Integration der
ausländischen Person zu berücksichtigen sind (vgl. Art. 5 Abs. 2, Art. 36 Abs. 2 und 3
der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101, BV; Art. 96
AIG; VerwGE B 2015/288 vom 15. August 2017 E. 5.1 und VerwGE B 2016/48 vom
15. August 2017 E. 4.1 mit Hinweisen sowie Spescha, a.a.O., N 2 zu Art. 62 AuG).
4.1. Aufgrund der langandauernden und bedeutsamen Sozialhilfeabhängigkeit des
Beschwerdeführers und seiner Familie besteht ein gewichtiges öffentliches Interesse
an der Beendigung seines Aufenthalts (BGer 2C_900/2014 vom 16. Juli 2015 E. 2.4.5
mit Hinweisen). Es stellt sich die Frage, ob dieses nicht angesichts der Höhe des
Sozialhilfebezugs in vorliegendem Fall auch dann als erheblich erachtet werden
müsste, wenn den Beschwerdeführer ein geringes beziehungsweise kein Verschulden
an seiner Sozialhilfeabhängigkeit träfe. Da das Bundesgericht allerdings selbst in Fällen
mit finanziell signifikanter Verschuldung den Grad des Verschuldens prüft (BGer
2C_395/2017 vom 7. Juni 2018 E. 4), ist dies auch vorliegend zu tun. Die
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Behauptungen der Vorinstanz und des Beschwerdeführers hinsichtlich des
Verschuldens divergieren. Währenddem der Beschwerdeführer ärztliche Bestätigungen
ins Recht reicht, laut welchen er auch für Hilfstätigkeiten arbeitsunfähig
beziehungsweise unvermittelbar sein soll (so act. 14; act. 15.1), stellt sich die
Vorinstanz auf den Standpunkt, dass er seine Arbeitslosigkeit selbst verschulde und
sich z.B. vor allem "blind" beworben habe und zwar auf Stellen, für die er nicht
qualifiziert gewesen sei. Aus den Akten geht neben der Einschränkung des
Beschwerdeführers in gesundheitlicher Hinsicht (Gehör) hervor, dass er sich (oft)
"blind" in Betrieben beworben hat, in welchen offenbar gar keine Stelle frei war
(act. 12/3.5). Aus den Absagen wiederum, die er erhalten hat (act. 12/3.6), geht der
Grund für die jeweilige Absage nicht hervor. Anhand der Absagen wird indes schnell
ersichtlich, dass es sich dabei praktisch ausschliesslich um Blindbewerbungen
gehandelt haben muss. Eine Änderung der Strategie bei der Stellenbewerbung ist aus
den Unterlagen nicht ersichtlich. Der Beschwerdeführer scheint praktisch immer nach
demselben Muster vorzugehen: Er wählt eine Branche aus (z.B. Restaurationsbetriebe,
Bäckereien, Reinigungsfirmen) und scheint wahllos Anschreiben zu verschicken. Ein
Beleg dafür, dass der Beschwerdeführer die Stelle bei der Q._ GmbH nur aufgrund
der drohenden Ausweisung erhalten hat, wie er behauptet, liegt trotz seiner
weitreichenden Mitwirkungspflicht nicht bei den Akten. Wie er die Q._ GmbH
überzeugen konnte, ihn trotz seines beeinträchtigten Gehörs anzustellen, obwohl er
nach eigenen Angaben arbeitsunfähig ist, bleibt somit unklar. Das Gartenbauamt in der
Stadt X._ erachtete ihn jedenfalls 2005 nicht als arbeitsunfähig, ansonsten er dort
nicht hätte arbeiten können (Dossier, S. 243). Im Jahre 2007 sollte er zudem
Hauswartarbeiten ausführen; aktuell führt er ebenfalls solche Arbeiten aus (act. 18;
Dossier, S. 166), obwohl ihm bereits im Jahre 2007 eine hochgradig sensori-neurale
Schwerhörigkeit bds (Hörverlust rechts 93%, links 90,4%, Integritätsschaden 70%)
bescheinigt wurde (Dossier, S. 447). Aufgrund der Akten scheint er sodann im Jahre
2008 einmal Arbeit bekommen zu haben (Dossier, S. 276 ff.). Die S._ AG erachtete es
aber offenbar als schwierig, ihm die auszuführenden Arbeiten richtig zu erklären,
weshalb ihm am 24. Februar 2009 bereits wieder gekündigt wurde (Dossier, S. 320).
Trotzdem wurde er von derselben S._ AG im April 2010 wieder angestellt, beschäftigt
und sogar befördert (Dossier, S. 395 ff., S. 412 ff. und S. 423, S. 432 und 450 sowie
S. 500 ff.). Dass es sich dabei um eine Sozialfirma handelt, ist für die Frage der
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Arbeitsfähigkeit irrelevant. Denn gerade eine Sozialfirma würde niemanden
beschäftigen, der grundsätzlich arbeitsunfähig ist. Aus den Akten kann somit trotz der
eingereichten ärztlichen Belege nicht auf eine gänzliche Arbeitsunfähigkeit geschlossen
werden, zumal es durchaus einfache manuelle Tätigkeiten gibt (z.B. im Bereich der
industriellen Produktion, Reinigung), die wenig beziehungsweise praktisch keinen
mündlichen Erklärungsbedarf aufweisen und die der Beschwerdeführer ausführen
könnte. Dies zeigt die aktuelle Tätigkeit als Hauswart anschaulich (act. 18). An diesen
tatsächlichen Feststellungen vermöchte auch ein Amtsbericht über die konkreten
Arbeitsmöglichkeiten des Beschwerdeführers nichts zu ändern. Eine Tätigkeit in einem
Restaurationsbetrieb, wie dies der Beschwerdeführer offenbar anstrebt (act. 5 S. 7),
scheint demgegenüber tatsächlich weniger geeignet. Alles in allem muss aus den
Akten geschlossen werden, dass das Verschulden des Beschwerdeführers an seiner im
Betrag erheblichen Abhängigkeit von der sozialen Fürsorge nicht als gänzlich inexistent
erachtet werden kann. Dabei fällt auch auf, dass er z.B. trotz seiner Hörbehinderung
bereits im Jahre 2007 ziemlich gut Deutsch konnte (Dossier, S. 240) und sich
zumindest mit seinen Kollegen vom K._-klub so gut verständigen kann, dass er an
Turnieren teilnehmen kann. Ein massives Verschulden ergibt sich indes ebenfalls nicht
aus den Akten. Zieht man den seit der Verwarnung bezogenen Sozialhilfebetrag sowie
die Gehörsbeeinträchtigung des Beschwerdeführers und seine wenig gelungene
Stellenbewerbungsstrategie beziehungsweise sein eher tieferes Verschulden in
Betracht, so ist insgesamt auf ein öffentliches Interesse an der Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung zu schliessen, das zwar weder übermässig erheblich noch
marginal ausfällt.
4.2. Der Beschwerdeführer befindet sich seit rund 25 Jahren und damit seit langer Zeit
in der Schweiz. Seine prägenden Kinder- und Jugendjahre hat er allerdings bis in seine
späteren 20er Jahre in seiner Heimat verbracht, weshalb es nicht unzumutbar wäre,
wieder dorthin zurückzukehren, zumal er mit der dortigen Kultur und Sprache vertraut
ist und insbesondere in den letzten Jahren regelmässig in die Heimat gereist ist. Da
sein Sohn und sein Bruder dort leben, verfügt er über enge verwandtschaftliche
Beziehungen dort, die ihm bei der Wiederintegration eine Stütze wären. Die Töchter in
der Schweiz sind erwachsen. Zu ihnen könnte er die Beziehung mittels moderner
Kommunikationsmittel pflegen, was angesichts des Alters der Töchter keineswegs
unzumutbar ist. Von seiner Frau lebt er getrennt. Gewichtige andere soziale
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Beziehungen scheint der Beschwerdeführer in der Schweiz keine zu haben; er
behauptet solche jedenfalls trotz seiner weitreichenden Mitwirkungspflicht nicht. K._
könnte er auch in seiner Heimat wieder spielen, wie er dies auch vor seiner Einreise in
die Schweiz getan hat. Insgesamt scheint er in sozialer Hinsicht aktuell fast mehr für
ihn bedeutende Beziehungen im Ausland zu pflegen. In rechtlicher Hinsicht hat sich der
Beschwerdeführer gut integriert. Ein besonderes Interesse an einem Verbleib kann er
daraus aber nicht ableiten. Wirtschaftlich hat er keine Interessen an einem Verbleib in
der Schweiz, da er keine regelmässige lebenstragende Arbeit hat. Irrelevant ist, ob sich
der Beschwerdeführer in seiner Heimat beruflich integrieren könnte, da ihm dies auch
hier offenbar nicht möglich ist. Dass sein Lebensstandard in seiner Heimat sinken
würde, kann laut ständiger Rechtsprechung ebenfalls nicht berücksichtigt werden. Die
privaten Interessen des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz sind
daher trotz seiner langen Verweildauer gering.
4.3. Damit überwiegt das öffentliche Interesse die privaten Interessen des
Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz, weshalb sich der Entscheid der
Vorinstanz als recht- und verhältnismässig erweist und die Beschwerde abzuweisen ist,
zumal andere Gründe für einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz (namentlich solche
gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG) nicht ersichtlich sind.
5. Dem Verfahrensausgang entsprechend hat der Beschwerdeführer die Kosten zu
tragen (so Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 2‘000 ist angemessen
(Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Zufolge bewilligter
unentgeltlicher Prozessführung gehen die Kosten zulasten des Staates (vgl. Art. 99
Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 122 Abs. 1 Ingress und lit. b der Schweizerischen
Zivilprozessordnung, SR 272, ZPO). Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3
VRP).
Vor Verwaltungsgericht wurde die unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt (vgl.
Art. 99 Abs. 1 VRP). Damit wird die staatliche Honorarordnung für die Vorbereitung und
Durchführung des Verfahrens der Verwaltungsrechtspflege angewandt (Art. 30 Ingress
lit. b Ingress und Ziff. 2 des Anwaltsgesetzes; sGS 963.70, AnwG). Bei unentgeltlicher
Prozessführung wird das Honorar um einen Fünftel herabgesetzt (Art. 31 Abs. 3 AnwG).
In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Verwaltungsgericht pauschal
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CHF 1'500 bis 15'000 (Art. 22 Abs. 1 Ingress und lit. b der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten in der seit 1. Januar 2019 gültigen Fassung; sGS
963.75, HonO). Innerhalb des für eine Pauschale gesetzten Rahmens wird das
Grundhonorar nach den besonderen Umständen, namentlich nach Art und Umfang der
notwendigen Bemühungen, der Schwierigkeit des Falles und den wirtschaftlichen
Verhältnissen der Beteiligten, bemessen (Art. 19 HonO). Die Rechtsvertreterin hat eine
Kostennote eingereicht. Das Honorar beruht auf einem zeitlichen Aufwand von acht
Stunden zum – um einen Fünftel herabgesetzten – Satz von CHF 200. Es übersteigt
damit die Höhe der in ausländerrechtlichen Beschwerdeverfahren üblicher- und
ermessensweise pauschal zugesprochenen Entschädigung nicht und erscheint mit
Blick auf die für die Bemessung der Pauschalen relevanten Kriterien als gerechtfertigt.
Hinzu kommen die geltend gemachten Barauslagen von CHF 80.90 (Art. 28 HonO) und
die in der Kostennote ausgewiesene Mehrwertsteuer von CHF 129.60 (7,7 Prozent von
CHF 1'682.90). Abzuziehen ist der vom Beschwerdeführer der Rechtsvertreterin
gegenüber bereits geleistete Kostenvorschuss von CHF 500. Die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers ist dementsprechend für das Beschwerdeverfahren ausseramtlich
mit von CHF 1'312.50 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.