Decision ID: ab936d51-2d18-41d2-a1fd-6b93a5d27a8a
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1974 geborene
X._
war zuletzt von
1.
Mai 2010
bis 3
1.
Mai
2012
als
Isoleur
bei der
Y._
angestellt und im Rahmen die
ses Arbeitsverhältnisses bei der
Suva
gegen die Folgen von Unfällen versichert. Mit Schadenmeldung UVG vom
2
7.
Oktober 2011
liess er der
Suva
mitteilen, dass er am
1
8.
Oktober 2011 von einer Leiter gestürzt
sei
und sich dabei einen Bruch des linken Fussgelenks
zugezogen habe (Urk.
14/1
und Urk.
14/7
7/1
). De
m Operationsbericht der Klinik für Unfallchirurgie des
Z._
vom
2.
November 2011 ist die Diagnose einer
Calc
aneusfraktur
links Typ Joint Depression nach Essex
Lopresti
(
Urk.
14/4/2
)
zu entnehmen
.
Die
Suva
erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld).
Mit Verfügung vom
8.
Oktober 2015
s
prach
die
Suva
dem Versicherten
ab dem
1.
April 2015
eine Invalidenrente
gestützt auf eine Erwerbsunfähigkeit
von 24
%
sowie
eine Integritätsentschädigung von 15
%
zu
(Urk.
14/274
).
Mit Ver
fügung vom
1
1.
März 2016
teilte
sie
dem Versicherten mit, dass sie die Über
entschädigung (
zu viel bezahlte Taggelder im Umfang von
Fr.
90‘787.05
wegen nachträglich zugesprochener Rente der Invalidenversicherung
)
bei der Aus
gleichskasse
A._
zurückfordern werde
(
Urk.
14/298
). Mit Verfügung vom
5.
Dezember 2016 (
Urk.
14/333
) schloss
sie
den Rückfall
(erneute Operation vom 2
5.
Februar 2016) ab und stellte die diesbezüglich vorübergehend geleisteten Heilkosten und Taggelder per
1.
November 2016 wieder ein.
Seit dem
1.
November 2016 beschränk
en sich die Leistungen der Suva auf die ursprüng
lich zugesprochene Rente.
Die Suva wies die vom Versicherten gegen
(alle)
diese
Verfügungen erhobenen Einsprachen vom
9.
November
2015 (Urk. 14/283
),
2
7
. April
2016 (
Urk.
14/303
) und
9.
Januar 2017 (
Urk.
14/336
)
nach Vereini
gung der Verfahren mit Entscheid vom
27.
April 2017
(
Urk.
2)
ab
. Einer dage
gen erhobenen
Beschwerde entzog sie die aufschiebende Wirkung
.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
3
1.
Mai 2017
Beschwerde (
Urk.
1) und bean
tragte, der Einspracheentscheid vom
2
7.
April 2017
sei aufzuheben und es sei
en die Heilungs- und Taggeldkostenleistungen nicht einzustellen. Die Invaliden
rente und die Integritätsentschädigung seien angemessen zu erhöhen. Es seien weitere Abklärungen zu tätigen.
Zudem sei ihm die unentgeltliche
Rechtsver
tretung zu bewilligen und der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen
(S. 2)
.
Am
5.
Oktober 2017
(Urk.
13
) beantragte die
Suva
die Abweisung der Beschwerde
. Die Kosten seien bei Kostenlosigkeit des Verfahrens wettzu
schlagen
(S. 2)
.
Dies wurde
dem Beschwerdeführer mit Verfügung v
om 9. Oktober 2017 zur Kenntnis gebracht
(Urk.
16
).
3.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
hatte
dem
Beschwer
deführer
mit Verfügung vom 2
2.
März 2016 eine vom
1.
Oktober 2012
bis 3
0.
April 2015
befristete ganze Rente der Invalidenversicherung zu
gespro
chen
(Urk.
14/300
). Die dagegen erhobene Beschwerde wurde mit Urteil des hie
sigen Gerichts vom heutigen Datum
in dem Sinne
gutgeheissen
, dass die ange
fochtene Verfügung aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle
zurückgewiesen w
u
rd
e
, damit diese
nach der Vornahme weiterer
Abklärung
en
über den Renten
anspruch de
s
Beschwerdeführer
s
neu verfüge
(Prozess Nr.
IV.2016.00
486
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
sicherung (UVV) in Kraft getre
ten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Än
derung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufs
krankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
1
8.
Oktober 2011
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invaliden
rente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortset
zung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszu
standes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Ein
gliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschl
ossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2
UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2.
Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist
. Die Verwendung des Be
griffes „
namhaft" in Art.
19 Abs.
1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art.
10 Abs.
1 UVG er
hoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen
–
wie etwa einer Badekur
–
zu erwartender ge
ringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versi
cherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE
134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_6
39/2014 vom 2. Dezember 2014 E.
3).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.
5
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
Objektivierbar
sind Untersu
chungsergebnisse, die reproduzierbar sind und von der Person des Un
tersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (BGE 138 V 248 E. 5.1 mit Hinweis). Ob eine organisch objektiv ausge
wiesene Unfallfolge vorliegt, beurteilt sich nach dem im Sozialversiche
rungs
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 177 E. 3.1).
1.
6
Den
Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er
scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
bb
/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Be
weiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fach
personen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Ein
holung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweis
würdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zwei
fel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztli
chen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2; BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_348/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 2.4).
1.7
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkom
men, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.
8
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde er
hebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität er
leidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresver
dienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritäts
schadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschä
digung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Um
fang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhän
gig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Ge
mäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtli
nien des Anhanges 3. Fallen mehrere körperliche oder geistige Inte
gritätsschä
den aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsent
schädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
1.
9
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Inte
gritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und
typi
sche Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die
darin genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regel
fall dem
angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Ver
dienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufge
führte Integri
tätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (Ziff. 1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfä
higkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integri
täts
schaden entsprechend ge
ringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsscha
den weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
1.1
0
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundes
rätli
chen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbind
lich, umso mehr als Ziff. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala ange
gebene Prozentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie je
doch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbe
hand
lung aller Ver
sicherten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV ver
einbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Einspracheentscheid (
Urk.
2) damit, dass
allfällige psychische Beschwerden - aus näher dargelegten Gründen - nicht unfallkausal seien (S.
6
-10). Der Beschwerdeführer habe wegen dem Unfall or
ganisch-strukturelle Restfolgen
. Aus diesen resultiere ein Invaliditätsgrad von 24
%
(S. 6 und S.
10-13).
Ein Integritätsschaden von 15
%
sei
gestützt auf die kreisärztliche Schätzung nicht zu beanstanden
(S. 13 f.)
,
ebenso wenig wie
der
Fallabschluss per
1.
November 20
16
(S.
15
f.). Bezüglich Überentschädigung sei von einem entgangenen Verdienst von
Fr.
80‘093.-- auszugehen. Unrechtmässig bezogene Leistungen seien zurückzuerstatten. Die Rückforderung von Renten und Taggeldern der Unfallversicherung könne mit fälligen Leistungen der Inva
lidenversicherung verrechnet werden (S. 16 f.).
In ihrer
Beschwerdeantwort (
Urk.
13
) hielt sie ergänzend fest,
das Schmerzsyn
drom sei nicht unfallkausal und deshalb bei der Integritätsentschädigung nicht zu berücksichtigen (S. 4
f.). Von den Adäquanzkriterien sei keines erfüllt und schon gar nicht in ausgeprägter Weise, auf eine Unfallkausalität der psychi
schen Beschwerden könne nicht geschlossen werden. Die diesbezügliche post-hoc-ergo-
propter
-hoc-Argumentati
on sei beweisrechtlich wertlos. Es bestehe kein Anlass, das Zumutbarkeitsprofil auf sitzende Tätigkeiten einzuschränken. Auch sei kein Leidensabzug zu berücksichtigen, nachdem das Invalidenein
kommen basierend auf de
n
DAP ermittelt worden sei
. D
er Invaliditätsgrad be
trage
24
%
(S. 5 f.
).
Von konservativen Massnahmen sei keine Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten,
womit
der Fallabschluss nicht zu früh er
folgt sei (S. 6 f.). Weitere Abklärungen seien nicht erforderlich. Nachdem der Beschwerdeführer die Thematik der Rückforderung beziehungsweise Verrech
nung der Überentschädigung nicht thematisiert habe, sei der Einspracheent
scheid diesbezüglich in Rechtskraft erwachsen (S. 7).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
bei der Integritätsentschädigung sei das unfallbedingte Schmerzsyndrom nicht berücksichtigt worden. Diese sei deshalb angemessen zu erhöhen (S. 4). Die Unfallkausalität der psychischen Beschwerden sei überwiegend wahrscheinlich. Ohne Unfall wären diese nicht aufgetaucht. Zudem seien psychische Beschwer
den bei irreversiblen körperlichen Schäden normal. Das Zumutbarkeitsprofil erscheine nicht realistisch, könne er doch nur noch sitzende Tätigkeiten ver
richten. Zudem sei ein Leidensabzug von 20
%
zu berücksichtigen. Die Rente sei entsprechend zu erhöhen (S. 4 f.). Es treffe zu, dass durch chirurgische Mass
nahmen keine weitere Besserung des Gesundheitszustandes erreicht werden könne. Hingegen sei nicht auszuschliessen, dass konservativ basierte Massnah
men doch noch eine Besserung bewirken könnten. Insofern sei der Fallabschluss zu früh erfolgt und die Taggeldleistungen seien weiterhin auszurichten. Ebenso seien die Heilungskosten weiter von der Beschwerdegegnerin zu tragen (S. 5 f.). In Bezug auf die Unfallkausalität der psychischen Beschwerden, das Zumutbar
keitsprofil und die Möglichkeit einer Besserung des Gesundheitszustandes durch konservativ basierte Behandlungen seien weitere Abklärungen zu tätigen (S. 6).
3.
Unbestritten geblieben ist die von der Beschwerdegegnerin
angeordnete
Verrech
nung
der zu viel ausbezahlten Taggelder wegen
Überentschädigung.
Diesbezüglich ist der angefochtene Einspracheentscheid
in Rechtskraft erwach
sen. Zu prüfen bleibt der
Zeitpunkt des Fallabschlusses und der
Anspruch des Beschwerdeführers auf Rentenleistungen der Beschwerdegegnerin sowie auf Ausrichtung einer Integritätsentschädigung.
4
.
4
.1
Dem Bericht
der Klinik für Unfallchirurgie des
Z._
vom 1
0.
November 2011 (
Urk.
14/5), wo der Beschwerdeführer vom 1
8.
Oktober bis
9.
November 2011 hospitalisiert war, ist die Diagnose einer
Calcaneusfraktur
links (Joint
depres
sion
) zu entnehmen
. Diese sei
nach abschwellenden Massnahmen und konse
quenter Hochlagerung am
2.
November 2011 operativ versorgt worden
.
4
.
2
Kreisarzt
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Chirurgie FMH, hielt in seinem Bericht vom 2
8.
August 2014 zur kreisärztlichen Untersuchung (
Urk.
14/212) fest,
s
ub
jektiv sei der Beschwerdeführer in Ruhe und unbelastetem Zustand beschwer
defrei. Bei Belastung träten dagegen Beschwerden stechenden Charakters auf, weshalb er immer noch an einem Stock gehe. Stockfrei
bestehe ein relativ flüs
siger Barfussgang mit jedoch deutlich sichtbarem Hinken links. Der Fersen- und Zehengang sei nicht möglich.
Inspektorisch
würden Hinweise für
Dystrophiezei
chen
fehlen.
Palpatorisch
würden eindeutig Hinweise für einen neuropathischen Schmerz bestehen, gleichzeitig könne ein
arthrogener
Schmerz nicht ausge
schlossen werden. Die seit dem 18. Oktober 2011 persistierende Arbeitsunfähig
keit werde weiterhin bestätigt (S. 3 f.).
4
.
3
Der leitende Arzt Fusschirurgie
Dr.
med.
C._
von der
D._
hielt in seinem Bericht vom 1
4.
Januar 2015 (
Urk.
14/230) fest, dem Beschwer
deführer sei zwischenzeitlich ein
Innenschuh angepasst worden. Es finde sich noch eine
kleine
Druckst
elle
calcaneär
lateral. Zusätzl
i
c
h komme es zu einem leichten Einschlafgefühl am
Vorfuss
links nach längerem Gehen aufgrund einer gewissen Enge des Innenschuhs. Grundsätzlich könne aber durch die Stabili
sierung des Rückfusses bei Belastung eine deutliche Schmerzreduktion wahrge
nommen werden (S. 1).
4
.
4
Kreisarzt
Dr.
B._
führte in seiner
Aktenb
eurteilung vom 1
9.
Januar 2015 (Urk. 14/232) aus, dem Beschwerdeführer sei eine wechselbelastende leichte bis mittelschwere Tätigkeit den ganzen Tag zumutbar. Das Gewicht von zu heben
den Lasten sei auf 10-15 kg limitiert. Die Dauer der stehenden beziehu
ngsweise gehenden Position soll
e einen Viertel bis einen Drittel der Arbeitszeit nicht überschreiten. Die Phasen der stehenden beziehungsweise gehenden Position sollten nicht länger als 15 Minuten dauern. Tätigkeiten, welche in stehender oder gehender Position durchgeführt würden, müssten ausschliesslich auf ebe
nem Gelände erfolgen. Tätigkeiten in der hockenden Position seien nicht mehr durchführbar. Arbeiten auf Leitern oder Gerüsten seien ausgeschlossen.
Er empfahl der
Beschwerdegegnerin
,
weiterhin die
Heilungskosten für vier bis sechs Konsultationen pro Jahr zu übernehmen, ebenso die Kosten für Schmerz
mittel, welche wegen Beschwerden am linken Fuss rezeptiert w
ü
rden, sowie die anfallenden Kosten für die Schuhversorgung (S. 2).
4
.
5
Gemäss Kreisarzt
Dr.
B._
besteh
t
entsprechend der Feinrastertabelle 5.2
bei einer Arthrodese des unteren Sprunggelenkes ein Integritätsschaden von 15
%
(Beurteilung vom 2
0.
Januar 2015;
Urk.
14/234).
Die Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer daraufhin mit Verfü
gung vom 2
2.
Januar 2015 eine Integritätsentschädigung von 15
%
(Urk. 14/236) und mit Verfügung vom 1
2.
März 2015 ausgehend von einer Er
werbseinbusse von 24
%
eine Invalidenrente zu (
Urk.
14/253). Während des hängigen
Einspracheverfahrens
(
Urk.
14/245,
Urk.
14/254) ging der Bericht von Dr.
C._
vom
1.
Juni 2015 ein, der eine
Calcaneus
-Osteotomie mit
Dé
bridement
als indiziert erachtete (
Urk.
14/262). Im Hinblick auf die im August 2015 in Aussicht genommene Operation ging Kreisarzt
Dr.
B._
am
8.
Juni 2015 von einem Heilverlauf von vier bis sechs Monaten aus, bei protrahiertem
ossärem
Durchbau
auch länger (
Urk.
14/263).
Die Beschwerdegegnerin kam darauf laut Mitteilungen vom 10./1
1.
Juni 2015 auf ihre Entscheide vom 2
2.
Januar und 1
2.
März 2015 zurück und nahm - un
ter Verrechnung der erbrachten Rentenleistungen - rückwirkend ab
1.
April 2015 die Taggeldzahlungen wieder auf (
Urk.
14/264-265).
Die vorgesehene Operation wurde in der Folge nicht durchgeführt (Urk. 14/268
269). Hierauf sprach die Beschwerdegegnerin mit der dem ange
fochtenen Einspracheentscheid zu Grunde liegenden Verfügung vom 8. Dezember 2015 dem Beschwerdeführer neben der Integritätsentschädigung von 15
%
erneut rückwirkend ab
1.
April 2015 eine Invalidenrente gestützt auf eine Erwerbseinbusse von 24
%
zu (
Urk.
14/274).
4.6
Am 2
5.
Februar 2016 nahm
Dr.
C._
die empfohlene Sprung
-
gelenkopera
tion
vor (
Urk.
14/293) und beschrieb ab April 2016 einen re
gelrechten postoperativen Verlauf im Sinne eines langsamen und sukzessiven Übergangs zur Vollbelastung (
Urk.
14/301-302). Wegen anhaltender Restbe
schwerden erfolgten eine Infiltration (
Urk.
14/312), eine
Arthrographie
(
Urk.
14/314) und am 1
7.
Mai 2015 die Überweisung an
Dr.
med.
E._
, Chefarzt Manuelle Medizin und
interventionelle
Rheumatologie an der
D._
(Urk. 14/308).
Dr.
E._
führte
in seinem Bericht vom 20. Oktober 2016 (
Urk.
14/320)
fol
gende Hauptprobleme auf:
-
Restbeschwerden
retromalleolär
Fuss links bei
-
Status nach
Débridement
lateraler
Gelenksrezessus
oberes Sprunggelenk links,
medialisierende
Osteotomie
Tuber
calcanei
links vom 2
5.
Februar 2016 mit/bei:
-
Status nach
Interpositionsarthrodese
unteres Sprunggelenk links am 1
6.
August 2013
-
Status nach Arthroskopie oberes Sprunggelenk links und
Exostosenabtra
gung
inframalleolär
lateral links am 2
8.
Februar 2014
-
Status nach
Calcaneus
-Fraktur links und Osteosy
n
t
hese am 2.
November 2011
Dazu hielt er fest,
d
er Beschwerdeführer sei bislang sechs Mal operiert worden, die Schmerzen hätten sich dadurch wenig bis gar nicht verändern lassen, auch die Funktion sei deutlich eingeschränkt. Die
Calcaneus
-Fraktur mit Osteosyn
these und nachfolgender Interpositions-Arthrodese des unt
eren Sprunggelenkes links lasse
einen defekten Zustand
zurück
, welcher sich operativ
,
aber auch konservativ
,
kaum mehr verbessern lasse (S. 1).
Er
beklage weiterhin starke be
lastungsabhängige Beschwerden im ganzen Fussbereich, welche ausgeprägt seien und eine Belastung der Extremität kaum zulassen würden. Seiner Mei
nung nach sei eine psychologische Begleitung des Beschwerdeführers wichtig, allenfalls auch der gezielte Einsatz eines Antidepressivums, zumal er sehr unter den Folgen auch aus psychischer Sicht zu leiden scheine. Die Behandlung werde abgeschlossen (S. 1 f.).
Gestützt darauf gab Kreisarzt Prof.
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, an, es sei von einem Endzustand auszugehen; an der Zumutbarkeitsbeurteilung wie auch an der Beurteilung des Integritätsscha
dens ändere sich nichts (
Urk.
14/321). Davon ausgehend stellte die Beschwerde
gegnerin mit Verfügung vom
5.
Dezember 2016 ihre aufgrund der Operation vom 2
5.
Februar 2016 im Rahmen eines Rückfalls vorübergehend erbrachten Leistungen per
1.
November 2016 wieder ein und bestätigte in Bezug auf die Rente und die Integritätsentschädigung ihre Verfügung vom
8.
Dezember 2015 (
Urk.
14/333).
4
.
7
Dr.
C._
führte mit Schreiben vom 1
3.
Dezember 2016 (
Urk.
3/3
/1
) aus, in Form von weitergehenden fusschirurgischen Massnahmen sei keine Verän
derung des aktuellen medizinischen Zustandes zu erwarten. Er habe den Be
schwerdeführer deshalb zur weitergehenden Behandlung
an
Dr.
E._
zu
gewiesen. Leider habe auch dieser durch entsprechende konservativ basierte Massnahmen keine Veränderung herbeiführen können.
4
.
8
Im Einspracheverfahren bestätigte Prof.
Dr.
F._
in seinen Beurteilungen vom 2
8.
Februar und 1
3.
April 2017,
der laufende Rückfall könne per
1.
November 2016 abgeschlossen werden. Eine wesentliche Verbesserung durch allfällige Be
handlungsmassnahmen sei nicht mehr zu erwarten. Dem Beschwerdeführer seien leichte Arbeiten ganztags zumutbar. Ausschliesslich/überwiegend ste
hende und gehende Arbeiten seien ebenso wie Arbeiten auf Leitern und Gerüs
ten aus dem Tätigkeitsprofil auszuschliessen. Anzustreben sei ein freier Wechsel zwischen Sitzen, Gehen und Stehen. Die Beurteilung des Integritätsschadens vom 2
0.
Januar 2015 sei weiterhin gültig, nachdem sich seither keine relevante Veränderung der Situation am linken
oberen Sprunggelenk
beziehungsweise am linken
Rückfuss
eingestellt habe (
Urk.
14/339 und
Urk.
14/340
).
5.
Die Beschwerdegegnerin stellte mit (Wiedererwägungs-)Verfügung vom 8. Oktober 2015 die vorübergehenden Leistungen auf den
1.
April 2015 hin ein und sprach eine Rente und eine Integritätsentschädigung zu (
Urk.
14/274). Die Sprunggelenkoperation vom 2
5.
Februar 2016 behandelte die Beschwerdegeg
nerin als Rückfall und gewährte in diesem Zusammenhang bis am 1. November 2016 Taggelder (Urk. 14/333). In Bezug auf den Zeitpunkt des Fallabschlusses rügte der Beschwerdeführer, er sei noch bei
Dr.
E._
in Behandlung; es sei nicht auszuschliessen, dass konservativ basierte Massnahmen eine Verbesserung des Gesundheitszustandes zu bewirken vermöchten (
Urk.
1 S. 5 f.).
Aus diesem Hinweis auf die anhaltende Behandlung bei
Dr.
E._
, an den Dr.
C._
den Beschwerdeführer wegen Restbeschwerden nach der Opera
tion am 1
7.
Mai 2016 überwies (
Urk.
14/308), ergibt sich, dass Letzterer den auf
1.
April 2015 vorgenommenen Fallabschluss nicht in Frage stellte, so dass sich Weiterungen hiezu erübrigen. Aufgrund der
beschwerdeführerischen
Vorbringen ist vielmehr zu prüfen, ob der im Rahmen des Rückfalls verfügte Fallabschluss per
1.
November 2016 rechtens ist.
Dr.
C._
überwies den Beschwerdeführer
zur weitergehenden Behandlung
an
Dr.
E._
, welcher
sie
im Oktober 201
6
abschloss.
Dr.
E._
und
Dr.
C._
führten übereinstimmend
und im Einklang mit der kreisärztli
chen Einschätzung
aus, dass weder von
operativ
en noch
konservativ
en Mass
nahmen eine
Veränderung des medizinischen Zustandes zu erwarten
sei (E. 4.6 f. hievor).
Eine ins Gewicht fallende Besserung des Gesundheitszustands
mit
Steigerung der Arbeitsfähigkeit
durch Fortsetzung der ärztlichen Behandlung ist in Anbetracht dieser Umstände nicht mehr zu erwarten, zumal für die Leis
tungseinstellung nicht entscheidend ist, dass die Beschwerden (vollständig) ab
geklun
gen sind (vgl. BGE 134 V 109 E.
4.1).
Ein unfallbedingter Behandlungs
bedarf über den
3
1.
Oktober 2016
hinaus ist damit nicht erstellt.
Der per
1.
November 2016
vorgenommene Fallabschluss ist folglich nicht zu beanstan
den.
6.
Der Beschwerdeführer machte unfallkausale psychische Beschwerden geltend. Hiezu ist festzuhalten, dass im Zeitpunkt des
Erlasses des
Einspracheentscheides keine solchen diagnostiziert waren.
Zwar wies
Dr.
E._
darauf hin, dass
er
unter dem Unfall auch aus psychischer Sicht zu leiden scheine, weshalb seines Erachtens eine
psychologische Begleitung
,
allenfalls auch der gezielte Einsatz eines Antidepressivums
, wichtig seien (E. 4.6
hievor).
Allein diese Ver
mutung betreffend ein scheinbares psychisches Leiden lässt nicht auf eine fass
bare psychische Störung schliessen. Dies gilt umso mehr, als der behandelnde
Dr.
C._
keine entsprechenden Beschwerden beschrieb. Es ist zudem we
der ersichtlich noch geltend gemacht, dass der Beschwerdeführer entsprechende Behandlungen in Anspruch genommen hätte. Die behaupteten psychischen Be
schwerden sind aus medizini
s
cher Sicht somit in keiner Weise untermauert, weshalb sich eine Adäquanzprüfung vo
n
vornherein erübrigt.
7.
Im Zusammenhang mit der Invaliditätsbemessung machte d
er Beschwerdeführer geltend,
das Zumutbarkeitsprofil erscheine nicht realistisch. Dieses müsse auf sitzende Tätigkeiten eingeschränkt werden, nachdem er sich seit dem Unfall nicht mehr ohne Gehhilfe fortbewegen könne
(
Urk.
1 S. 5)
.
Gemäss Kreisarzt Prof.
Dr.
F._
ist
ihm
eine leichte Tätigkeit ohne überwiegend stehende und ge
hende Arbeiten ohne
Tätigkeiten
auf Leitern und Gerüsten
ganztags
zumutbar (E. 4.8 hievor). Kreisarzt
Dr.
B._
hatte zuvor festgehalten, die Dauer der ste
henden beziehungsweise gehenden Position solle einen Viertel bis einen Drittel der Arbeitszeit nicht überschreiten und
jeweils
nicht länger als 15 Minuten dau
ern. Tätigkeiten, welche in stehender oder gehender Position durchgeführt wür
den, müssten ausschliesslich auf ebenem Gelände erfolgen, in der hockenden Position seien
sie
nicht mehr durchführbar (E. 4.4 hievor).
Es bestehen keine In
dizien gegen die Zuverlässigkeit der Kreisarztberichte, zumal diese in Kenntnis der Vorakten erstattet wurden und als schlüssig erscheinen. Demgegenüber fin
det die Ansicht des Beschwerdeführers, dass es ihm
nicht mehr zumutbar wäre, einen Teil seiner Arbeit stehend zu verrichten, in den medizinischen Unterlagen
, selbst in
den
Berichten der
behandelnden Ärzte
keine
S
tütze
. Dasselbe gilt für seine Aussage, er sei für
die Fortbewegung weiterhin auf eine Gehhilfe ange
wiesen
.
Auf die Zumutbarkeitsbeurteilung der Kreisärzte kann damit abgestellt werden.
Von einer Rückweisung der Sache zur weiteren medizinischen Abklä
rung - wie vom Beschwerdeführer beantragt - sind keine zusätzlichen Erkennt
nisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter Beweiswürdigung (
vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen)
zu
verzichte
n ist
.
8
.
8
.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die verbliebenen Unfallfolgen am linken Fuss in erwerb
licher Hinsicht auswirken.
8
.2
Der für die Invaliditätsbemessung und damit den Rentenanspruch massgebende
Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 130 V 34
3
E.
3.4.2). Für die Ermitt
lung des Valideneinkommens, also des Einkommens, welches die versicherte Person nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Ge
sunde tatsächlich verdient hätte, wird
praxisgemäss
in der Regel am zuletzt er
zielten Verdienst angeknüpft.
8
.3
Das Valideneinkommen per 2015
hat die Beschwerdegegnerin
entsprechend den Angaben der
ehemaligen
Arbeit
geberin
des
Beschwerdeführer
s
auf
Fr. 80‘093.--
fest
ge
setz
t
(vgl. Urk. 14/238
,
Urk.
14/253)
, was
vom Beschwerdeführer zu Recht
nicht bestritten wird.
8
.4
Die Beschwerdegegnerin hat zur Berechnung des Invalideneinkommens
auf die DAP abgestellt.
8
.4.1
Die DAP ist eine Sammlung von Beschreibungen in der Schweiz tatsächlich existierender Arbeitsplätze. Damit unterscheidet sie sich von der tabellarischen
Darstellung von Durchschnittslöhnen, die im Rahmen der Schweizerischen Lohn
strukturerhebung (LSE) vom Bundesamt für Statistik
regelmässig
erhoben werden.
Neben allgemeinen Angaben und Verdienstmöglichkeiten werden in der DAP die physischen Anforderungen an die Stelleninhaber oder Stelleninhaberinnen festgehalten. Der Raster der körperlichen Anforderungskriterien basiert auf dem internationalen medizinischen Standard EFL nach Isernhagen (ergonomische Funktions- und Leistungsprüfung). Die
Suva
entschloss sich 1995 zum Aufbau der DAP mit dem Zweck, das Invalideneinkommen entsprechend den gericht
li
chen Anforderungen so konkret wie möglich ermitteln zu können (BGE 139 V 592 E. 6.1 mit Hinweisen).
Bei Heranziehen der DAP hat sich die Ermittlung des Invalideneinkommens auf mindestens fünf zumutbare Arbeitsplätze zu stützen. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefst
lohn
sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Be
hinderungsprofil entsprechenden Gruppe. Damit soll die Überprüfung des Aus
wahlermessens ermöglicht werden, und zwar in dem Sinne, dass die Kenntnis
der Gesamtzahl der dem verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Arbeit
s
plätze sowie des Höchst-, Tiefst- und Durchschnittslohnes im Bereich des Suchergebnisses eine zuverlässige Beurteilung der von der
Suva
verwendeten DAP-Löhne hinsichtlich ihrer Repräsentativität erlaubt. Das rechtliche Gehör ist dadurch zu wahren, dass die
Suva
die für die Invaliditätsbemessung im kon
kreten Fall herangezogenen DAP-Profile mit den erwähnten zusätzlichen Anga
ben auflegt und die versicherte Person Gelegenheit hat, sich dazu zu
äussern
. Allfällige Einwendungen der versicherten Person bezüglich des Auswahler
mes
sens und der Repräsentativität der DAP-Blätter im Einzelfall sind grund
sätzlich im Einspracheverfahren zu erheben, damit sich die
Suva
im Ein
spra
che
entscheid damit auseinandersetzen kann. Ist die
Suva
nicht in der Lage, im Einzelfall den erwähnten Anforderungen zu genügen, kann im Bestreitungsfall nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt werden; die
Suva
hat diesfalls im Ein
spracheent
scheid die Invalidität aufgrund der LSE-Löhne zu ermitteln. Im Beschwerdever
fahren ist es Sache des angerufenen Gerichts, die Rechtskon
formität der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebenenfalls die Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnver
gleich gestützt auf die LSE
vorzunehmen (BGE
139 V 592 E. 6.3, 129 V 472 E.
4.7.2).
8
.4.2
Die von der Beschwerdegegnerin herangezogenen DAP-Blätter entsprechen dem Behinderungsprofil, kann doch in vier der fünf DAP-Profile vom Arbeitnehmer selbst eingerichtet werden, ob er sitzend oder stehend arbeiten will (
Urk.
14/243 S. 11, 15, 19 und 23) und ist im DAP-Profil Nr. 10478350 (
Urk.
14/243 S. 6-9) die Arbeit zu 3/4 sitzend und zu 1/4 stehend zu verrichten (S. 9)
. Es handelt sich zudem bei allen fünf DAP-Profilen um leichte Tätigkeiten auf ebenem Ge
lände
.
Auch im Übrigen wurden die höchstrichterlichen Anforderungen an auf die DAP gestützte Einkommensvergleiche erfüllt
, weshalb z
ur Ermittlung
des hypothetischen Invalideneinkommens auf diese abzustellen ist.
Dies wird vom Beschwerdeführer denn auch nicht bestritten. Er machte jedoch geltend, es sei ein Leidensabzug von 20 % zu berücksichtigen
(
Urk.
1 S. 5)
.
8.4.3
Rechtsprechungsgemäss
sind im Rahmen des DAP-Systems, bei dem aufgrund d
er ärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung anhand von Arbeitsplatzbeschreibun
g
en konkrete Verweisungstätigkeiten ermittelt werden, Abzüge grundsätzlich nicht
sachgerecht. Abzüge sind nur vorzunehmen, wenn zeitliche oder
leis
tungsmässige
Reduktionen medizinisch begründet sind. Im Übrigen wird spezi
fischen Beeinträchtigungen in der Leistungsfähigkeit bei der Auswahl der zu
mutbaren DAP-Profile Rechnung getragen. Bezüglich der weiteren persönlichen und beruf
lichen Merkmale (Teilzeitarbeit, Alter, Anzahl Dienstjahre, Aufent
haltsstatus), die bei der Anwendung der LSE zu einem Abzug führen können, ist darauf hinzuweisen, dass auf den DAP-Blättern in der Regel nicht nur ein Durchschnittslohn, sondern ein Minimum und ein Maximum angegeben sind, inner
halb deren Spannbreite auf die konkreten Umstände Rück
sicht genommen werden kann (BGE
139 V 592 E. 7
.3, 129 V 472
E.
4.2.3).
8.4.4
Vorliegend bestehen keine Hinweise auf eine medizinisch begründete zeitliche oder
leistungsmässige
Reduktion der Arbeitsfähigkeit
in einer den Beschwerden angepassten Tätigkeit
. Ebenso wenig sind persönliche oder
berufliche Merkmale
vorhanden, welche
ein Abweichen vom Durchschnittslohn der DAP gebieten würden.
Ein Leidensabzug ist demnach nicht zu berücksichtigen.
8.4.
5
Für das Invalideneinkommen ist
folglich
auf den
Durchschnitt der Löhne der fünf DAP-Unterlagen abzustützen, was ein solches
von
Fr. 60‘734.60 per 2014
(Urk. 14/243/1) beziehungsweise von Fr. 60‘898.75 per 2015 ergibt (Indexstand 2220 [2014] auf Indexstand 2226 [2015], Bundesamt für Statistik, T 39 Ent
wicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-2016).
8.5
In Anbetracht der Erwerbseinbusse von
Fr.
19‘194.25 (
Fr.
80‘093.-- ./.
Fr.
60‘898.75)
besteht damit - wie von der Beschwerdegegnerin zu Recht fest
gestellt - ein Invaliditätsgrad von 24
%
mit Anspruch auf eine entsprechende Rente der Unfallversicherung.
9
.
Der Beschwerdeführer beantragte zudem eine Erhöhung der Integritäts
-
entschädi
gung
, da
bei einer solchen von 15
%
das Schmerzsyndrom nicht berücksichtigt worden sei. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass
Dr.
med.
G._
,
Oberärztin Neurologie
a
n der
D._
,
in ihrem Bericht vom
3.
Juni 2014 (Urk. 14/201) von einem multifaktoriell bedingten neuropa
thischen Schmerzsyndrom ausging. Ein solches wurde in der Folge jedoch nicht mehr diagnostiziert. Gemäss
Dr.
E._
bestand kein Hinweis auf eine neu
ropathische Schmerzkomponente, ebenso wenig für eine Mitbeteiligung der Sehne
, vielmehr
ist die Ätiologie der diesbezüglichen Beschwerden unbekannt
(
Urk.
14/309 S. 1).
Eine bildgebend nachweisbare Ursache der Schmerzen
ist nicht vorhanden und
ein
psychisch
es
Leiden nicht ausgewiesen
(vgl. E. 6
hie
vor)
und damit
bei der Festlegung der Integritätsentschädigung nicht zu be
rücksichtigen.
Die Beschwerdegegnerin ging
gestützt auf die Einschätzung von Kreisarzt
Dr.
B._
(E. 4.5 hievor)
von einer Integritätsentschädigung von 15
%
aus, was
mit Blick auf die Feinrastertabelle 5 (Integritätsentschädigung bei Arthrosen)
bei einer Arthrodese des unteren Sprunggelenks nicht zu beanstan
den ist.
Weder liegt eine dem Kreisarzt widersprechende ärztliche Beurteilung der
Integritätseinbusse
vor
,
noch wird Derartiges vom Beschwerdeführer geltend gemacht. Es besteht damit kein Anlass, die kreisärztliche Beurteilung in Frage zu stellen.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
10
.
Mit dem Entscheid in der Sache ist d
er Antrag auf Wiederherstellung der aufschie
benden Wirkung der Beschwerde gegenstandslos.
11.
Mit seiner Beschwerde vom 3
1.
Mai 2017 ersuchte der Beschwerdeführer um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsvertretung (Urk. 1 S. 1).
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche Verbeistän
dung notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Der Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege ist nicht voraussetzungslos und inso
weit subsidiär, als die Pflicht des Staates, der mittellosen Partei für einen nicht aussichtslosen Prozess die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, nur dann zum Tragen kommt, wenn keine Drittpersonen für die Prozessfinanzierung auf
kommen. Werden die Kosten durch eine Rechtsschutzversicherung getragen, fehlt die Bedürftigkeit (Urteil des Bundesgerichts 8C_27/2016 vom 5. April 2016 E. 3 mit Hinweisen).
Dem vom Beschwerdeführer eingereichten Formular zur Abklärung der prozessua
len Bedürftigkeit (
Urk.
8) ist zu entnehmen, dass
er
über eine Rechts
schutzversicherung verfügt (S. 2). Dass
diese
eine Kostenübernahme abgelehnt hätte, mach
t
e er jedoch nicht geltend, weshalb davon auszugehen ist, dass
sie
die Kosten der anwaltlichen Vertretung im vorliegenden Verfahren übernimmt. Unter diesen Umständen kann dem Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung mangels Bedürftigkeit nicht stattgegeben werden.