Decision ID: 98d183ad-95a1-5ee3-8422-91eaf4276010
Year: 2019
Language: de
Court: BE_VB
Chamber: BE_VB_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt
1. Die Beschwerdeführerin ist Eigentümerin der Liegenschaft Lauterbrunnen
Grundbuchblatt Nr. B._. Diese befindet sich in einer Hotelzone. Darauf befinden
sich ein Hotel sowie ein Parkplatz für Autos. Mit Schreiben vom 25. September 2018 teilte
die Gemeinde der Beschwerdeführerin mit, bereits im Sommer 2016 habe sie bemängelt,
dass auf dem Hotelparkplatz unerlaubterweise Cars parkiert würden. In den letzten
Monaten sei es wieder häufig vorgekommen. Dies sei keine bewilligungskonforme
Nutzung. Bewilligt sei lediglich das Parkieren von Autos. Eine Umnutzung des Parkplatzes
für das Abstellen von Cars sei bewilligungspflichtig. Die Gemeinde stellte den Erlass einer
Wiederherstellungsverfügung in Aussicht und gab der Beschwerdeführerin Gelegenheit zur
Stellungnahme bis Mitte Oktober 2018. Von dieser Möglichkeit machte die
Beschwerdeführerin keinen Gebrauch. Am 31. Oktober 2018 fand jedoch eine
Besprechung auf der Bauverwaltung statt. Die Beschwerdeführerin teilte mit, sie möchte
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das Geländer beim Parkplatz entfernen, damit die Cars besser manövrieren könnten.
Diese sollten nur auf den Hotelparkplatz fahren, um die Gäste ein- und aussteigen zu
lassen. Anschliessend würden sie auf dem Parkplatz bei der Kirche geparkt. Die Gemeinde
stimmte diesem Vorgehen zu. Sie teilte der Beschwerdeführerin mit, falls weiterhin Cars
parkiert würden, werde die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands verfügt. Mitte
Dezember wurde das Geländer beim Hotelparkplatz entfernt.
2. Mit Wiederherstellungsverfügung vom 14. März 2019 forderte die Gemeinde
Lauterbrunnen die Beschwerdeführerin auf, die Nutzung des Parkplatzes auf Parzelle Nr.
B._ als Abstellplatz für Reisecars einzustellen. Werde festgestellt, dass der
Parkplatz trotz rechtskräftiger Wiederherstellungsverfügung weiterhin als Abstellplatz für
Reisecars genutzt würde, werde die Gemeinde auf Kosten des Grundeigentümers mittels
Absperrpfosten die Zufahrt für Reisecars verunmöglichen. Gleichzeitig wies sie auf die
Möglichkeit eines nachträglichen Baugesuchs hin und drohte eine Busse bei
Nichtbefolgung an. Zur Begründung führte sie aus, Anfang März 2019 seien auf dem
Hotelparkplatz wieder Reisecars über Nacht parkiert worden. Dadurch würden
verschiedene Emissionen entstehen. Eine Bewilligung zur Nutzung des Parkplatzes als
Abstellplatz für Reisecars liege nicht vor.
3. Die Beschwerdeführerin verzichtete auf die Einreichung eines nachträglichen
Baugesuchs. Hingegen reichte sie am 8. April 2019 gegen die
Wiederherstellungsverfügung Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion
des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragte sinngemäss deren Aufhebung. Zur
Begründung machte sie insbesondere geltend, seit der Besprechung mit der Gemeinde am
31. Oktober 2018 habe sie die Reisebusfahrer immer informiert, dass auf dem
Hotelparkplatz nicht parkiert werden dürfe. Sie wisse nicht, wann ein Reisebus
unerlaubterweise parkiert habe. Eine allfällige Busse sei dem Busfahrer zu geben.
4. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den
Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. In ihrer Vernehmlassung vom 1. Mai
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (Organisationsverordnung BVE, OrV BVE; BSG 152.221.191)
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2019 beantragte die Gemeinde Lauterbrunnen die Abweisung der Beschwerde. Anfang
März 2019 sei wieder ein Reisecar über Nacht parkiert worden. Deshalb sei die
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands verfügt worden.
5. Auf die Rechtsschriften und Vorakten wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in
den Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
a) Baupolizeiliche Verfügungen nach Art. 45 bis 48 BauG2 können innert 30 Tagen seit
Eröffnung mit Beschwerde bei der BVE angefochten werden (Art. 49 Abs. 1 BauG). Die
BVE ist daher für die Beurteilung der Beschwerde zuständig.
b) Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin durch die angefochtene Verfügung
beschwert und daher zur Beschwerde legitimiert. Die Beschwerde ist innert der
Rechtsmittelfrist eingereicht worden (Art. 49 Abs. 1 BauG).
c) Parteieingaben müssen gemäss Art. 32 Abs. 2 VRPG3 bestimmten
Mindestanforderungen an die Form genügen. Antrag, Begründung und Unterschrift
gehören zu den eigentlichen Gültigkeits- und Prozessvoraussetzungen. An Laieneingaben
sind dabei keine hohen Anforderungen zu stellen.4 Es ist ausreichend, wenn sich aus dem
Zusammenhang sinngemäss ergibt, was beantragt wird.5 Die Beschwerde enthält zwar
keinen ausdrücklichen Antrag. Aus der Begründung kann jedoch geschlossen werden,
dass die Beschwerdeführerin die Aufhebung der Wiederherstellungsverfügung beantragt.
Damit entspricht die Beschwerde den Anforderungen an die Formvorschriften. Die BVE tritt
deshalb darauf ein.
2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0) 3 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21). 4 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 32 N. 10 ff. 5 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 32 N. 13
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2. Voraussetzungen eines Wiederherstellungsverfahrens
a) Die zuständige Baupolizeibehörde hat dafür zu sorgen, dass im Bauwesen die
gesetzliche Ordnung eingehalten wird (vgl. Art. 45 BauG).6 Erhält sie Kenntnis von
wesentlichen baurechtswidrigen Tatbeständen, hat sie von Amtes wegen einzuschreiten
und ein Wiederherstellungsverfahren durchzuführen (vgl. Art. 46 BauG). Sie hat
mindestens zu prüfen, ob ein unrechtmässiger Zustand besteht und ob die
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes zu verfügen ist.7 Das
Wiederherstellungsverfahren wird mit der sofortigen Einstellung der laufenden
baurechtswidrigen Arbeiten eingeleitet (Baueinstellungsverfügung).8 Sind die Arbeiten
bereits abgeschlossen bzw. geht es um eine nicht bewilligte Nutzung, ist gegebenenfalls
ein Benützungsverbot zu erlassen.9 Mit der Wiederherstellungsverfügung wird
anschliessend gegebenenfalls die Beseitigung des widerrechtlich herbeigeführten
Sachverhalts angeordnet.10
b) Es ist unbestritten, dass der Hotelparkplatz ausschliesslich für das Abstellen von
Autos und nicht von Reisecars bewilligt worden ist. Ebenso unbestritten ist, dass in der
Vergangenheit Reisecars über Nacht abgestellt wurden, was Reklamationen aus der
Nachbarschaft wegen Abgas- und Lärmimmissionen zur Folge hatte. Zudem führte das
Einparkmanöver jeweils zu Verkehrsbehinderungen auf der Kantonsstrasse. Die
Vorinstanz eröffnete deshalb zu Recht von Amtes wegen ein Verfahren zur
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands und hörte die Beschwerdeführerin dazu
an. Da sich die Situation in der Folge verbesserte, verzichtete sie darauf, weitere
Anordnungen zu treffen.
c) Als im Sommer 2018 wieder vermehrt Reisecars abgestellt wurden, räumte die Vor-
instanz der Beschwerdeführerin erneut das rechtliche Gehör ein. Anlässlich einer
Besprechung auf der Bauverwaltung erlaubte die Gemeinde der Beschwerdeführerin, das
Geländer beim Parkplatz zu demontieren, damit die Reisecars auf dem Hotelparkplatz
6 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 45 N. 2 7 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 N. 2 8 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 N. 3 und 6 9 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 N. 3 und 7 10 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 N. 8
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besser manövrieren konnten. Die Beschwerdeführerin versicherte, dass die Reisecars nur
für das Ein- und Aussteigenlassen der Gäste auf den Hotelparkplatz fahren und
anschliessend auf dem Parkplatz bei der Kirche parken würden. Die Gemeinde stimmte
diesem Vorgehen zu und verzichtete darauf, weitere Anordnungen zu treffen. Für den Fall,
dass weiterhin Reisecars geparkt werden sollten, stellte sie die Wiederherstellung des
rechtmässigen Zustands und die Prüfung einer Strafanzeige in Aussicht. Die Nutzung des
Hotelparkplatzes für das kurzzeitige Abstellen von Reisecars zwecks Ein- und
Aussteigenlassen der Gäste ist somit zulässig. Hingegen ist es nicht erlaubt, Reisecars
über Nacht auf dem Hotelparkplatz zu belassen.
3. Baurechtswidriger Tatbestand
a) Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe sich an die Abmachung gehalten
und die Reisecar-Fahrer jedes Mal informiert, dass auf dem Hotelparkplatz nicht parkiert
werden dürfe. Sie wisse nicht, wann ein Reisecar auf ihrem Hotelparkplatz geparkt habe.
Sie habe dazu keine Informationen erhalten, die dies beweisen würden. Ihr sei lediglich ein
Vorfall von Anfang April bekannt, als ein Busfahrer wegen des Erreichens der 10-Stunden-
Limite nicht mehr wegfahren durfte. Damals habe sie die Polizei gerufen.
b) Im Verwaltungsverfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz. Demnach stellen die
Behörden den Sachverhalt von Amtes wegen fest (Art. 18 Abs. 1 VRPG). Sie bestimmen
Art und Umfang der Ermittlungen, ohne an die Beweisanträge der Parteien gebunden zu
sein (Art. 18 Abs. 2 VRPG). Sie sind gehalten, den rechtserheblichen Sachverhalt von sich
aus richtig und vollständig abzuklären.11 Als Beweismittel kommen unter anderem
Urkunden (Art. 19 Abs. 1 Bst. a VRPG), Auskünfte der Parteien oder Dritter (Art. 19 Abs. 1
Bst. c VRPG), Zeugenaussagen (Art. 19 Abs. 1 Bst. e VRPG) oder ein Augenschein (Art.
19 Abs. 1 Bst. f VRPG) in Betracht. Der Untersuchungsgrundsatz wird durch die Pflicht der
Parteien begrenzt, an der Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken, wenn sie aus einem
Begehren eigene Rechte ableiten (sog. Mitwirkungspflicht; Art. 20 Abs. 1 VRPG). Mit
Beschwerde kann unter anderem die unrichtige und unvollständige Feststellung des
Sachverhalts gerügt werden (Art. 66 Abs. 1 Bst. a VRPG). Die Sachverhaltsfeststellung
umfasst das Zusammentragen, Nachprüfen und Bewerten der Sachumstände, die für die
11 vgl. BVR 2016 S. 65 E. 2.3, 2013 S. 311 E. 5.4; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 18 N. 1
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Rechtsanwendung massgebend sind. Der rechtserhebliche Sachverhalt muss richtig und
vollständig festgestellt werden. Das heisst, dass die Behörde das in Erfahrung bringen
muss, was im Hinblick auf die Regelung des Rechtsverhältnisses bedeutsam ist.
Unvollständig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn die Behörde nicht alle für den
Entscheid wesentlichen Sachumstände oder Beweismittel erhoben hat. Unrichtig ist sie,
wenn die Behörde die Beweismittel falsch gewürdigt oder einen rechtserheblichen
Sachumstand nicht in das Beweisverfahren einbezogen hat.12 Im Rahmen der von der
Behörde vorzunehmenden Sachverhaltsfeststellungen kann eine Tatsache dann als
bewiesen gelten, wenn die Behörde aufgrund der erhobenen Beweise zur Überzeugung
gelangt ist, dass die betreffende Tatsache so, wie behauptet, besteht. Die Überzeugung
der Behörde muss auf konkreten Gründen, der allgemeinen Lebenserfahrung und der
praktischen Vernunft beruhen. Absolute Gewissheit ist nicht erforderlich. Es genügt ein so
hoher Grad an Wahrscheinlichkeit, dass keine vernünftigen Zweifel mehr bestehen. Der
Beweis gilt als erbracht, wenn die Behörde zur vollen Überzeugung gelangt, dass die
beweiserhebliche Tatsache so wie behauptet oder angenommen besteht.13
c) Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 21 ff. VRPG gibt den Parteien das
Recht, sich zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten
zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung
wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu
äussern. Insbesondere hört die Behörde die Parteien an, bevor sie verfügt oder
entscheidet (Art. 21 Abs. 1 VRPG). Zudem haben die Parteien grundsätzlich Anspruch auf
Einsicht in die Verfahrensakten (Art. 23 Abs. 1 VRPG). Aus dem Anspruch auf rechtliches
Gehör und aus dem Grundsatz der Schriftlichkeit des Verfahrens (Art. 31 VRPG) ergibt
sich die Pflicht der Verwaltung zur vollständigen Aktenführung. In den Akten ist alles
festzuhalten, was zur Sache gehört und entscheidwesentlich sein kann. Die Behörden
haben die Vollständigkeit der im Verfahren eingebrachten und erstellten Akten
sicherzustellen. Eine geordnete und übersichtliche Aktenführung ist nicht nur Grundlage
eines effektiven Akteneinsichtsrechts der Verfahrensbeteiligten. Sie steht auch im
Interesse der korrekten Entscheidfindung, haben die Behörden den Sachverhalt doch von
Amtes wegen festzustellen (Untersuchungsgrundsatz; Art. 18 Abs. 1 VRPG). Diese
Feststellungen müssen in einem geordnet geführten Aktendossier festgehalten werden,
wenn sie im Rahmen der Rechtsanwendung richtig gewürdigt werden sollen. Nur so ist
12 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 66 N. 8 13 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 19 N. 6
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auch die Überprüfbarkeit des Entscheids in einem allfälligen Rechtsmittelverfahren
sichergestellt.14
d) Die Vorinstanz führt in der angefochtenen Verfügung aus, Anfang März seien wieder
Reisecars über Nacht auf dem Hotelparkplatz geparkt worden. In ihrer Vernehmlassung
schreibt sie, Anfang März sei ein Reisecar über Nacht parkiert worden. Es ist somit unklar,
ob Anfang März einmal oder mehrmals ein Reisecar unerlaubterweise parkiert worden ist.
Die BVE hat die Vorinstanz mit der ersten Verfügung eingeladen, die vollständigen
Vorakten einzureichen. Diese bestehen einzig aus der angefochtenen Verfügung, der
Rechnung für die Kosten der Wiederherstellungsverfügung, einem Auszug aus dem
Protokoll des Gemeinderates vom 17. Dezember 2018, der Aktennotiz der Besprechung
vom 31. Oktober 2018 und dem Schreiben vom 25. September 2018. Weitere
sachdienliche Angaben lassen sich den Vorakten nicht entnehmen. Weder sind konkrete
Daten genannt noch Angaben zu den fraglichen Reisecars (bspw. Carunternehmen,
Autokennzeichen usw.) aufgeführt. Aktenkundig sind weder konkrete, durch Fotos und
Aktennotizen dokumentierte Feststellungen der Vorinstanz noch entsprechende
Meldungen Dritter. Belege dafür, dass sich die Beschwerdeführerin nicht an die
Abmachungen gehalten hätte bzw. dass Anfang März einmal oder mehrmals ein Reisecar
unerlaubterweise über Nacht abgestellt worden wäre, sind keine vorhanden. Ebenso wenig
hat die Vorinstanz die Beschwerdeführerin dazu befragt oder ihr vor Erlass der
Wiederherstellungsverfügung das rechtliche Gehör gewährt. Die Vorinstanz hat somit
entweder nicht alle für den Entscheid wesentlichen Sachumstände oder Beweismittel
erhoben oder diese nicht aktenkundig gemacht. Es ist somit nicht erwiesen, dass nach der
Besprechung vom 31. Oktober 2018 auf dem Hotelparkplatz unerlaubterweise Reisecars
über Nacht geparkt worden wären. Zudem hat die Vorinstanz das rechtliche Gehör der
Beschwerdeführerin verletzt. Aus diesen Gründen ist die Beschwerde gutzuheissen.
4. Kosten
a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens obsiegt die Beschwerdeführerin, weshalb für
das Beschwerdeverfahren keine Kosten zu erheben sind (vgl. Art. 108 Abs. 1 und 2
VRPG).
14 VGE 2014/304 vom 12. März 2015 E. 3.1, mit weiteren Hinweisen; BVR 2013 S. 407 E. 3.2; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 23 N. 10
RA Nr. 120/2019/25 9
b) Die Beschwerdeführerin ist nicht berufsmässig vertreten (Art. 104 Abs. 1 VRPG). Das
Verfahren war nicht aufwändig (Art. 104 Abs. 2 VRPG). Es sind ihr daher weder
Parteikosten noch eine Parteientschädigung noch Auslagenersatz zuzuerkennen.