Decision ID: 111e984d-3127-514a-aa2c-4b1a641c9b99
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1974 geborene
X._
arbeitete nach absolvierter Lehre als Zahnarzt
gehilfin ab
dem 1. Oktober 1996 als Kassa- und Infomitarbeiterin
(Telefon, Kasse, Abrechnen der Kasse etc.)
. Am 18. Juli 2000 meldete sie sich bei der Invalidenversicherung
wegen einer Schulter- und Schultergürtelproblematik
zum Leistungsbezug an und beantragte eine Rente (U
rk. 8/5
und Urk.
8/12/15
)
. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte in der Folge beruflich-erwerbliche sowie medizinische Abklärungen
und
liess bei der
Begutachtungsstelle
Y._
ein multidiszi
plinäres me
dizinisches Gutachten erstellen
(Gutachten vom 18. März 2002 [
Urk. 8/20
]
)
.
Nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
lehnte die IV-Stelle mit
Verfügung vom 1. Oktober 2002
das Leistungsbegehren ab
(Urk. 8/33)
.
Da
gegen erhob die Versicherte am 4. November 2002 Beschwerde beim
Sozial
versi
cherungsgericht
des Kantons Zürich
(Verfahren IV.2002.00607). Dieses wies die Beschwerde mit Urteil vom 30. J
uni 2003 ab
(Urk. 8/34).
Die Versicherte gelangte an das
Eidgenössische Versicherungsgericht
(EVG)
, welches
die
Ver
wal
tungsgerichtsbeschwerde
mit Urteil vom 10. Februar 2005
teilweise gut
hiess
, die vorgängigen Entscheide auf
hob und
die Sache an die
IV-Stelle zurück
wies
, damit diese ergänzende Abklärungen zur Arbeitsfähigkeit vornehme
(
Urk. 8/35)
.
1
.2
Die IV-Stelle tätigte
in der Folge
weitere beruflich-erwerbliche sowie medizini
sche Abklärungen
und liess die Versicherte erneut begutachten.
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie, erstattete sein
Gutach
ten am 23. August 2005 (Urk. 8/46).
Mit Verfügung vom 26. April 2006 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren abermals ab. Die fachärztliche Abklärung habe ergeben, dass der Versicherten die bisherige Tätigkeit als Zahnarztgehilfin und andere Tätigkeiten wie Hostess oder Telefonistin weiterhin vollumfänglich zumutbar seien. Ebenso bestünden objektiv keinerlei Einschränkungen in der Haus
haltführung (Urk. 8/49).
1.3
Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 29. Mai 2006 Einsprache bei der IV-Stelle (Urk. 8/54
/1 ff.
). Diese erachtete nach weiteren medizinischen Abklärungen eine erneute Begutachtung
der Versicherten
für notwendig (Urk. 8/76).
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie, erstattete sein Gutachten am 25. Februar 2008 (Urk. 8/80).
Gestützt darauf
hielt
die IV-Stelle eine polydisziplinäre Begutachtung für notwendig und zwar bei der Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS)
H._
(Urk. 8/84)
. Die MEDAS erstattete ihr Gutachten am 30. Dezember 2008 (Urk. 8/88).
Am 7. Juni 2013
wies die IV-Stelle die Einsprache gegen die Verfügung vom 26. April 2006 ab (Urk. 8/104).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 15. August 2013 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben
,
und es
sei ihr aus
gehend von einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
für die Zeit vom 18. Juli 2000 bis 25. Februar 2008 eine Rente zuzusprechen. (Urk. 1 S. 2).
Mit
Beschwerde
antwort
vom
3. September
2013
(Urk. 7
) schloss die IV-Stelle auf Abwei
sung der Beschwerde. Am
9. September 2013 wurde der
Beschwerdefüh
rer
in
das Doppel der Beschwerdeantwort zuge
stellt (Urk. 9
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Es gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beur
teilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen
).
Dazu
kann
zudem
auf das Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom 30. Juni 2003 verwiesen werden (E. 2).
1.2
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwer
defall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leu
chtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die IV-Stelle, im Nachgang zu den beiden fachärztlich-orthopädischen medizinischen Begutachtungen sei eine weitere medizinische Abklärung in Form einer umfassenden polydisziplinären Begut
achtung
bei der MEDAS
im Sinne einer Gesamtschau der psychischen und so
matischen Leiden in Auftrag gegeben worden.
Die Gutachter der MEDAS seien zum Schluss gekommen, es bestehe eine 100%ige Restarbeitsfähigkeit in bishe
riger (Zahnarztgehilfin, Kundenberaterin und Verkauf) wie auch in angepasster Tätigkeit; dies in Übereinstimmung mit der Beurteilung der Gutachter des
Y._
vom 18. März 200
2.
Dieser abschliessenden Beurteilung schliesse sich die IV-Stelle an.
Die Einwendungen gegen das MEDAS-Gutachten seien nicht stichhal
tig. Nachdem
Dr.
A._
die Diskrepanzen zwischen subjektiven
Beschwerdean
gaben
und den geringen objektivierbaren orthopädischen Befunden einer mög
lichen psychischen Überlagerung zugeschrieben habe, sei die IV-Stelle gehalten gewesen, den Sachverhalt aus gesamtmedizinischer Sicht abklären zu lassen. Die Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit von
Dr.
C._
sei zu keinem Zeitpunkt für die IV-Stelle bin
dend gewesen (Urk. 2 S. 3
f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin bringt demgegenüber
im Wesentlichen
vor,
die seit dem Urteil des EVG von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen Gutachten und beigezogenen Berichte würden entweder die von
Dr.
C._
gestellte Diag
nose der
Scapula
a
lata
mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % bestä
tigen oder sich nicht beziehungsweise widersprüchlich zur Diagnose und
Arbeitsfähigkeit im Zeitraum 2000 bis 2008 äussern. Der Bericht von
Dr.
C._
aus dem Jahr 2010 bestätige im Wesentlichen die Erkenntnisse der MEDAS-Gutachter. Das Gutachten von
Dr.
Z._
wirke teilweise unsachlich und tenden
z
iös. Er setze sich nur oberflächlich mit den bisherigen Untersuchungser
gebnissen auseinander
und
übergehe die Anordnungen des
EVG. Für den Zeit
raum von Juli 2000 bis mindestens Februar 2008 sei eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %
ausgewiesen
(Urk. 1
Rz
. 13 ff.).
3.
3.1
Im Gutachten des
(
Y._
) vom 18. März 2002 wurden die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf
geführt (Urk. 8/20/12):
Scapula
alata
rechts
Funktionelle
Dysbalance
der Schultergürtelmuskulatur
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden
die nachfol
genden
genannt:
Ing
uinalhernie
rechts
Status nach Distorsion der HWS 1994
Somatisierungsstörung
(ICD-10 F45.1)
Im Gutachten wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin habe im November
1994 ein Halswirbelsäulen(HWS)-Distorsionstrauma erlitten, was nach adäqua
ter
Therapie jedoch sehr rasch abgeheilt sei. Ein Jahr später seien die Beschwer
den wieder aufgetreten, welche in der Klinik
G._
abgeklärt und als
Muskel
ver
spannungen
interpretiert worden seien. Eine Besserung durch physiothera
peu
tische Massnahmen habe bisher nicht erreicht werden können, Analgetika brächten eine leichte Linderung. Anlässlich der Wassergeburt des ersten Kindes sei es während der Presswehen zu einer Schmerzsymptomatik in der rechten Schulter gekommen. Es sei sowohl durch einen Neurologen als auch durch eine Rheumatologin eine
Scapula
alata
sowie ein
Dysbalance
-Syndrom des rechten Schultergürtels diagnostiziert worden. Es bestehe seither ein Tag und Nacht an
dauernder Schmerz, der sich beim aktiven Bewegen der Schulter noch verstärke. Bei der rheumatologischen Untersuchung zeige sich eine globale muskuläre Insuffizienz. Bei der Prüfung der Schulter sei die
Scapula
alata
erst bei der Ab
duktion der Arme deutlich zu erkennen, gleichzeitig bestehe aber auch eine kräftige Innervation des
Musculus
serratus
anterior
. Schmerzen hätten während der Untersuchung nicht ausgelöst werden können,
Triggerpunkte
seien ebenfalls nicht vorhanden. Das Achsenskelett sei unauffällig, die Beweglichkeit der HWS sei schmerzfrei und uneingeschränkt. Es liege weder eine Asymmetrie im
Bereich des Schultergürtels vor
,
noch liessen sich
Myogelosen
oder
Tendinosen
palpieren. Auch radiologisch würden keine Anlagenanomalien und keine dege
ne
rativen Veränderungen vorliegen. Die Schultergelenke seien beidseits eben
falls unauffällig. Das
Scapula
-Knarren selbst entspreche einer funktionellen
Dysbalance
der Muskulatur und sei nicht relevant für die Beurteilung der Ar
beitsfähigkeit. Die klinischen u
nd radiologischen Befunde deckten
sich nicht mit den Schmerzangaben de
r Beschwerdeführerin, sodass eine rheumatologische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nicht gestellt werden könne. Sämtliche bisher durchgeführten und angestammten Tätigkeiten wie
Zahnarzt
ge
hilfin
, Hostess oder Telefonistin seien der Beschwerdeführerin nach wie vor zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht seien die Beschwerden unter einer undif
ferenzierten
Somatisierungsstörung
zusammenzufassen. Insgesamt betrage die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin für ihre bisher durchgeführten berufli
chen Tätigkeiten 100 %. In der Haushaltführung sei sie ebenfalls nicht einge
schränkt, da sie ohne Zeitdruck arbeiten könne und die Familienangehörigen ihr bei schweren Arbeiten hälfen (Urk. 8/20/13 f.)
3.2
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie,
führte in seinem Gutachten vom 23. August 2005 die folgenden Diagnosen auf (Urk. 8/46/6):
Status nach Distorsion der HWS
Geringfügige
Scapula
alata
rechts, aber ohne funktionelle Einschrän
kung
Leichte
Dysbalance
der Schultergürtelmuskulatur rechts
Psychosomatisch bedingte ausgeprägte Affektlabilität
Somatoforme
Schmerzstörung und
Allodynie
Dr.
Z._
führte aus, er komme nach seiner Befragung und Untersuchung der Beschwerdeführerin zu den gleichen Schlussfolgerungen wie
die
Gutachte
r
des
Y._
. Er wolle die ärztliche Kunst der zwischenzeitlich beurteilenden Chirurgen und Radiologen keineswegs in Frage stell
en
, habe aber bei seiner Untersuchung objektiv andere Befunde, nämlich eine vollständig freie, unauffällige
Schulter
ge
lenksbeweglichkeit
beidseits mit lediglich subjektiver Angabe von vermehrter Emp
findlichkeit und einer vorzeitigen Ermüdbarkeit. Es sei natürlich
Ermes
sens
sache
, ob solche vorgetragenen subjektiven Beschwerden als glaubhaft ein
ge
stuft würden, die Beschwerden müssten aber einigermassen ins Gesamtbild pas
sen. Den klinischen Untersuchungsbefund von
Dr.
C._
aus dem Jahre 2002 könne er in keiner Art und Weise nachvollziehen; er halte den radiologischen Befund (MRI) für massiv überdiagnostiziert. Nachdem eine eindeutige
Affekt
la
bilität
gefunden worden sei, komme er zum Schluss, dass in erster Linie eine
somatoforme
Schmerzstörung mit
Allodynie
vorliege und dass eine erhebliche
Dis
kre
panz zwischen subjektiv vorgetragenen Beschwerden und objektivem Befund
bestehe
. Er kenne die Ursache der Störung nicht, diese müsste psychiat
risch evaluiert werden. In objektiver Hinsicht bestehe im angestammten Beruf als Zahnarztgehilfin keinerlei Arbeitsunfähigkeit, ebenso bestehe im Haushalt objektiv keinerlei Einschränkung (Urk. 8/46/6 f.).
Dies gelte seit dem Gutachten des
Y._
vom 18. März 200
2.
Die Anfertigung eines neuen MRI sei unnötig und überflüssig (Urk. 8/8).
3.3
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie,
stellte in sei
nem Gutachten vom 25. Februar 2008 die folgenden Diagnosen
(Urk. 8/80/4)
:
Chronisch rezidivierende
Cervicobrachialgie
rechts
Unklare Schulterbeschwerden rechts, leichte
Scapula
alata
rechts
Verdacht auf leichtes Carpaltunnelsyndrom (CTS) rechts
Dr.
A._
wies auf eine s
chwierige psychosoziale Situation
und
eine
jahrelange Arbeitsunfähigkeit
der Beschwerdeführerin hin. Er
hielt
sodann
fest, nach Anga
ben der Beschwerdeführerin hätten die Probleme im Bereich des rechten Arms bei der Wassergeburt vom 24. September 1999 begonnen. Als dann ein abstehendes Schulterblatt festgestellt worden sei und die Beschwerdeführerin dazu berichtet habe, sie hätte damals einen deutlichen Riss gespürt
, sei auf eine Läsion des
N
ervus
thoracicus
longus
unter der Geburt geschlossen worden. Aus heutiger Sicht scheine ihm diese Hypothese
z
war interessant, sie lasse sich mit medizinischen Befunden aber nicht ausreichend belegen. Als Erstes sei anzu
führen, dass sowohl eine leichte
Scapula
alata
als auch das ebenfalls in den Akten erwähnte
Scapulaknarren
normalerweise als Veränderungen ohne
Krank
heitswert
und ohne Behandlungsbedürftigkeit angesehen würden. Darüber hin
aus werde
Scapulaknarren
von der Patientin meist willkürlich hervorgerufen.
Das MRI-Bild der sonst normalen
Thoraxwand
habe
schon 2002 einen erhalte
nen
N
ervus
thoracicus
longus
gezei
gt. Am 16. Januar 2007 habe
Dr.
B._
zwar eine
Scapula
alata
gefunden, jedoch ohne pathologisches EMG des
M
usculus
serratus
anterior
. Es sollte deshalb an die Möglichkeit gedacht wer
den, dass die bei der Patientin gestellte Diagnose einer
Scapula
alata
seit Beginn ein an sich harmloser Zufallsbefund hätte gewesen sein können (Urk. 8/80/5).
Dr.
A._
führte
weiter
aus, i
n den letzten Jahren habe sich vor allem wegen mehrfach ungeklärter Diagnosen ein unbefriedigender Verlauf ergeben. Die erst 34-jährige Patientin habe trotz ungezählter Abklärungen und Behandlungen immer noch Beschwerden. Dies deute schon einmal stark darauf hin, dass mit der Fortführung der bisherigen Behandlungen überhaupt nichts erreicht werden könne. Gefragt seien in Zukunft vor allem Selbstverantwortung und medizini
sche Trainingstherapie unter fachkundiger Anleitung. Er habe darauf verzichtet,
die andauernden Nackenbeschwerden der Patientin mit dem Ereignis von 1994 in Zusammenhang zu bringen. Nachdem das MRI-Bild von 2007 eine durch
wegs normale Halswirbelsäule gezeigt habe, könne man wohl davon ausgehen, dass damals keine nennenswerte Verletzung (auch ohne sekundär degenerative Folgen in den letzten 14 Jahren) zustande gekommen sei.
Aufgrund der heuti
gen klin
ischen Befunde seien die folgenden Überlegungen anzustellen: Die Pati
entin habe konstitutionell eine sehr schlechte Haltung mit hängenden Schultern. In den letzten neun Jahren sei es zu einer zusätzlichen
Dekonditionierung
gekommen, die schon als solche zu Beschwerden führen dürfte. Eine psychische Überlagerung der Beschwerden scheine in diesem Falle mehr als wahrscheinlich, weshalb sich eine psychiatrische Beurteilung fast aufdränge. Ungeachtet ihrer Beschwerden sei die Beschwerdeführerin für jede leichtere Tätigkeit zu mindes
tens 50 % arbeitsfähig. Es sei davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit in Zukunft durch geeignete Behandlungsmassnahmen weiter gesteigert werden könne (Urk. 8/80/6).
Was den MRI-Untersuch des rechten Schultergelenkes vom 10
. Juli 2002 betreffe, halte er
die
Aufnahmen
für
praktisch normal
.
Bezugnehmend
auf die
Berichterstattung von
Dr.
C._
(Arztbericht vom 14. August 2002)
sei festzu
halten, dass
am rechten Schultergelenk nie relevante pathologische Verände
rungen dokumentiert worden
seien
. Am plausibelsten erscheine die Beurteilung von
Dr.
Z._
(Urk. 8/80/8 f.).
3.4
Das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS
H._
vom 30. Dezember 2008 beruht auf Untersuchungen in den Fachgebieten Rheumatologie, Psychi
atrie und Neurologie (Urk. 8/87
/1
).
Diagnosen mit Einschränkung der zumutba
ren Arbeitsfähigkeit wurden von den Gutachtern keine gestellt. Als Diagnosen ohne Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert, führten sie die folgenden auf
(Urk. 8/88/13)
:
Chronifiziertes
therapierefraktäres
Quadrantenschmerzsyndrom
rechts bei
Status
nach anamnestischer Schultertrau
matisierung anlässlich der Wassergeburt vom 24.9.1999
Anamnestisch partieller Parese des
Musculus
serratus
anterior
mit
Sca
pula
alata
(aktuell nicht mehr nachweisbar)
Undifferenzierte
Somatisierungsstörung
Die Gutachter kamen zum Schluss, aufgrund der Befunde bestehe keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit in sämtlichen bisherigen Tätigkeiten als
Zahn
arztgehilfin
, Kundenberaterin und im Verkauf. Dasselbe gelte auch für jede andere vergleichbare Tätigkeit. Diese Beurteilung stimme mit derjenigen des
Y._
vom 18. März 2002 überein. Seither habe nie ein lang andauernder
Gesund
heitsschaden
mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit objektiviert werden können (Urk. 8/88/13).
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Rheumatologie,
führte
in seinem Teilgutachten
aus, das vorliegende
Quadrantenschmerzsyndrom
rechts finde von rheumatologischer Seite her keine schlüssige Erklärung. Die objekti
vierbaren Befunde ohne wesentlich funktionell uneingeschränkte
(
richtig wohl: e
i
ngeschränkte)
Schulter- und Wirbelsäulenbeweglichkeit und wenig auffälligen bildgebenden Untersuchungsresultaten stünden in Diskrepanz zu den als von der Versicherten invalidisierend erlebten Beschwerden. Ausgehend von einem bio-psycho-sozialen Krankheitsverständnis
würden
die biologischen Faktoren eine untergeordnete Rolle zu spielen
scheinen
. Es scheine eine wesentliche
Über
lagerungssymptomatik
vorzuliegen und insbesondere sei von psychiatri
scher Seite her die weitere Behandlung zu beschreiben. Er erwarte nicht, dass mit weiteren körperzentrierten Massnahmen eine wesentliche Beeinflussung dieser Schmerzen erreicht werden könne (Urk. 8/90/8). Bezüglich der von
Dr.
C._
erwähnten 50%igen Arbeitsfähigkeit im Beruf und im Haushalt sei
en
aktuell keine diesbezügliche
n
fassbare
n Befunde
/
Funktions
einschränkungen
am Bewegungsapparat zu finden, die dies hinreichend begründen würden. Im Vordergrund stehe vielmehr ein subjektives Schmerzerleben mit deutlich abge
schwächter Schmerzschwelle ohne entsprechendes organisches Korrelat (Urk. 8/90/9)
.
Dr.
F._
schilderte sodann, es könne aktuell keine
Scapula
alata
mehr festgestellt werden. Die von
Dr.
H._
am 31. Januar 2000 erwähnte neuralgi
sche
Schulteramyotrophie
komme nicht in Frage, da bei dieser Erkrankung starke, akut einsetzende, in den Arm ausstrahlende Schulterschmerzen mit Lähmungen vor allem der Schul
t
er- und Oberarmmuskulatur aufträten; dies sei bei der Versicherten nie festgestellt worden. Sowohl aufgrund des MRI-Unter
suchs vom 24. Juli 2002 als auch der elektroneurologischen Abklärung
von
Dr.
B._
vom 22. Januar 2007 ergäben sich keine Hinweise für eine Läsion des
Nervus
thoracicus
longus
, welcher den
Musculus
serratus
anterior
versorge. Die Ursache der kernspintomographisch beschriebenen
Serratus
ante
rior-Atrophie
wie auch der Ausdünnung des
Musculus
latissimus
dorsi
im Bereich der
Skapulaspitze
bleibe unklar, möglicherweise sei dies Folge eines schmerzbedingten Schonverhaltens. In allen Berichten werde keine wesentliche Funktionseinschränkung der rechten Schulter beschrieben. Den Zustand, wie ihn
Dr.
C._
im Jahr 2000 vorgefunden habe, könne
er
angesichts der heutigen
Befunde nicht kommentieren
. Es sei
indes
seither zu einer erheblichen Symp
tomauswei
tung gekommen
. Die vom Radiologen im MR-Untersuch der Schulter (Juli 2002
)
beschriebene fragliche SLAP-Läsion, wie auch der fehlende Nach
weis des Ligamentum
glenohumerale
superius
, würden sich klinisch-funktionell weder in den Akten noch im jetzigen Befund auf die Schulterbeweglichkeit auswirken (Urk. 8/88/14 und 8/90/10 f.).
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Neurologie, hielt in seinem
Teil
gutachten
fest,
objektiv lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt keine relevante
Sca
pula
alata
respektive Parese des
Musculus
serratus
anterior
klinisch und
para
klinisch
mittels der elektrophysiologischen Untersuchungsmethoden belegen. Es stelle sich wohl eine jeweils passagere
Scapula
alata
rechts bei gewissen
Schul
terbewegungen
dar, dies sei aber mehr im Sinne einer Bewegungsstörung auf
zufassen
. Eine statische Läsion bestehe nicht, nachdem die entsprechenden Un
ter
suchungen mit Stress auf die
Scapula
, welche sich unter diesen Bedingungen bei entsprechender Parese des
Musculus
serratus
anterior
von der
Thoraxwand
abheben müsste, negativ ausfalle. Es bestehe somit kein funktionelles Defizit aufgrund einer früher angenommenen
Scapula
alata
respektive einer
Serratus
ante
rior-Schwäche
. Eine relevante neurologische Affektion könne als ausge
schlos
sen betrachtet werden. Ein möglicher Trainingsmangel sei nicht Folge einer früher postulierten Nervenläsion, welche auch aktenkundig sehr wider
sprüchlich beurteilt worden sei (Urk. 8/91/3 f.).
Gegenüber
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psycho
therapie, äusserte die Beschwerdeführerin, der Zustand in der rechten Schulter habe sich in den letzten Jahren verschlechtert und die Schmerzen hätten zuge
nommen. Neu seien die Taubheitsgefühle und das Kribbelgefühl in der rechten Hand, das vor allem morgens beim Erwachen auftrete. Seit der psychiatrischen Behandlung gehe es ihr psychisch besser.
Sie nehme auch antidepressive Medi
kamente ein. Vor der psychiatrischen Behandlung
habe sie unter
Angst- und Albträumen gelitten
.
S
ei
t
sie die Medikamente nehme, seien diese aber abge
klungen. Sie fühle sich schmerzbedingt und aufgrund
des Schweregefühls
im rechten Arm in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Sie sei nicht in der Lage, neben dem Haushalt mehr als 50 % zu arbeiten (Urk. 8/91/3).
Aus ihrer Sicht seien vor allem Medikamente zur Schmerzlinderung wirksam. Bei Ablenkung verspüre sie auch weniger Schmerzen. Sie schone den rechten Arm oft, da die Schmerzen unter Belastung zunähmen (Urk. 8/91/5).
Auf ihre Kindheit ange
sprochen, gibt die Beschwerdeführerin zur Auskunft,
unter der Woche bei einer Tagesmutter und am Wochenende bei den Eltern aufgewachsen zu sein. Die Beziehung zu den Eltern sei sehr schwierig gewesen, sie habe als Kind schlecht Italienisch gesprochen und ihre Eltern nicht verstanden. Die Schwester habe immer für sie übersetzen müssen. Sie habe
keine Geborgenheitsgefühle bei den Eltern erlebt. Sie habe ihrem Ehemann schon früh mitgeteilt, bei einer allfälli
gen Mutterschaft tagsüber immer für die Kinder da zu sein. Es sei für sie sehr
wichtig, eine gute Mutter für ihre Kinder zu sein, da sie ihren Kindern eine bessere Kindheit geben wolle, als sie es selber erlebt habe (Urk. 8/91/6).
Dr.
E._
kam zum Schluss, differenzialdiagnostisch sei eine
Somatisierungs
störung
oder eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung in Betracht zu zie
hen. Das Beschwerdebild lasse sich unter der diagnostischen Kategorie undiffe
renzierte
Somatisierungsstörung
(ICD-10 F.45.1) subsumieren. Eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung sei nicht sicher ausschliessbar. Es sei sowohl eine emotionale Konfliktsituation wie auch eine psychosoziale
Disstress
situation
explorierbar
. Das Einkommen des Ehemannes genüge nicht, um den Lebensun
terhalt der Familie zu finanzieren. Abgestützt auf die Angaben der Explorandin habe sich das Paar beim Hauskauf sowohl bei den Schwiegereltern als auch bei ihren Eltern verschuldet. Die Familie wäre auf eine Erwerbstätigkeit der Explo
randin angewiesen. Aufgrund der Kindheitserlebnisse habe die Explorandin sich aber vorgenommen, den Kindern eine präsente Mutter zu sein und sie nicht im Stich zu lassen. Eine Erwerbstätigkeit würde diese Einstellung unterlaufen. Durch „die Krankheit“ könne die emotionale Konfliktsituation neutralisiert wer
den, da die Explorandin krankheitsbedingt nicht in der Lage sei, einer Erwerbs
tätigkeit nachzugehen. Das Kriterium 1 für die Diagnosestellung „ein anhalten
der quälender Schmerz“ sei objektiv gesehen bei der Explorandin nicht erfüllt. Subjektiv nehme sie diesen Schmerz aber als quälend einschränkend wahr. Abgestützt auf die Förster-Kriterien sei die Frage der zumutbaren Willensan
spannung zur Überwindung der Schmerzen bei der Explorandin zu bejahen (Urk. 8/92/9 f.).
4.
4.1
Das
polydisziplinäre
Gutachten
der MEDAS
vom
30. Dezember 2008
vermag die an eine beweiskräftige ärzt
li
che Expertise gestellten Anforderungen vollum
fänglich zu
erfüllen (E. 1.9
).
So tätigten die Gutachter sorgfältige, umfassende Abklärungen, berücksichtig
ten die ge
klagten Beschwerden und begründeten ihre Einschätzung in nachvoll
zieh
barer Weise sowie in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
.
A
uch
der
von der Beschwerdeführerin ausgemachte vermeintliche
Widerspruch
im Teilgutachten von
Dr.
F._
(Urk. 1
Rz
. 10)
vermag nichts an der Verwertbarkeit des Gutachtens zu ändern.
Dr.
F._
hielt in seinem Teilgutachten fest, bezüglich der attestierten Arbeitsfähigkeit
der Be
schwer
deführerin als Hausfrau/Mutter könne er sich dem
Y._
-Gutachten
vom 18.3.2002
ebenfalls
(wie bereits
der Ei
nschätzung von Dr.
C._
)
nicht anschlies
sen (Urk. 8/90/9). Dabei
handelt
es sich um einen
offensichtlichen
Irrtum von
Dr.
F._
, zumal
er
die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin identisch beurteilte wie die Gutachter
des
Y._
.
Dr.
F._
bezog sich
somit auf die Einschätzung von
Dr.
A._
im Gutachten vom 25. Februar 2008, welcher der Beschwerdeführerin - wie Dr.
C._
– eine Arbeitsfähigkeit von 50 % attestierte (vgl. E. 3.3).
4.2
Die
Gutachter
der MEDAS
diagnostizierten eine
Somatisierungsstörung
, welche nicht geeignet ist, die Arbeitsfähigkeit zu beeinträchtigen. Die Beschwerdeführe
rin
macht
ab dem 26. Februar 2008 keinen Rentenanspruch mehr geltend
, wes
halb davon auszugehen ist, dass sie die Einschätzung der MEDAS-Gutachter nicht in
Frage
stellt. Von einer psychischen Überlagerung ihrer Beschwerden gingen
zudem
nicht bloss
die MEDAS-Gutachter au
s, sondern auch die
Y._
-Gutachter (
Somatisierungsstörung
;
Urk. 8/20/12)
, Dr.
Z._
(
somatoforme
Schmerzstö
rung
und
Allodynie
;
Urk. 8/46/6) sowie
Dr.
A._
(Urk. 8/80/6)
.
Von Seiten der Gutachter liegt also eine übereinstimmende Einschätzung des Beschwerdebildes vor.
4.3
In Bezug auf den
MRI-Befund vom 10. Juli 2002
, welcher
initial
zur
Rückwei
sung
der Sache an die IV-Stelle geführt hatte, sind sich
Dr.
Z._
, Dr.
A._
sowie
die
MEDAS-
Gutachter
ebenfalls
einig.
Dr.
Z._
hielt den radiologi
schen Befund für massiv überdiagnostiziert (Urk. 8/46/7). Dr.
A._
hielt die Aufnahmen für praktisch normal. Er kam zum Schluss, es seien nie relevante pathologische Veränderungen dokumentiert worden. Am plausibelsten erscheine ihm die Beurteilung von Dr.
Z._
(Urk.
8/80/8 f.).
Er äusserte sich weiter, er müsse leider feststellen, dass es sich für eine Patientin nicht unbedingt günstig auswirke, wenn versucht werde, medizinische Diagnosen und Behandlungen vor Gericht zu erstreiten. Dies vor allem dann, wenn von seines Erachtens unhalt
baren Voraussetzungen ausgegangen werde (Urk. 8/80/7). Im MEDAS-Gutach
ten wurde festgehalten, sowohl aufgrund des MRI-Untersuchs vom 24. Juli 2002 als auch der elektroneurologischen Abklärung von
Dr.
B._
vom 22. Januar 2007 ergäben sich keine Hinweise für eine Läsion des
Nervus
thora
cicus
longus
, welcher den
Musculus
serratus
anterior
versorge. Die vom Radio
lo
gen im MR-Untersuch der Schulter (Juli 2002) beschriebene fragliche SLAP-Läsion, wie auch der fehlende Nachweis des Ligamentum
glenohumerale
superius
, würden sich klinisch-funktionell weder in den Akten noch im jetzigen Befund auf die Schulterbeweglichkeit auswirken (Urk. 8/88/14).
Die
genannten
Gutachter k
önnen
somit
die Interpretation des MR
I
-Untersuchs vom 10. Juli 2002 durch
Dr.
C._
nicht nachvollziehen.
Wenn die Beschwerdeführerin vorbringt, die Anordnungen des EVG seien über
gangen worden (Urk. 1
Rz
. 13), verkennt sie, dass die Sache
vom EVG
zur er
gän
z
enden Abklärung zur Arbeitsfähigkeit
zurückgewiesen
wurde
und nicht
zur Durchführung einer neuen MR
I-Untersuchung.
Das EVG hatte zwar festgehal
ten, es sei vom Bericht von Dr.
C._
auszugehen, da dieser auf einer aktuellen MRI-Untersuchung beruhe, während das
Y._
diese Untersuchungsmethode nicht eingesetzt habe (Urk. 8/35/5 f.). Im Rahmen der ergänzenden Abklärungen gelangten die Gutachter
gestützt auf die erhobenen klinischen Befunde aber eindeutig zum Schluss, dass keine funktionellen Defizite bestünden, welche die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen
.
Entsprechend kann auf die Einschätzung von
Dr.
C._
, wonach eine Arbeitsunfähigkeit bestehe, nicht abgestellt werden.
4.4
Einzig Dr.
G._
teilte die Ansicht von Dr.
C._
. Allerdings stützte er
sich dabei im Wesentlichen auf subjektive
Angaben der Beschwerdeführerin: Entscheidend für seine Beurteilung sei die rasche Ermüdbarkeit des rechten Armes der Beschwer
deführerin auf Grund der
betroffenen Schultermuskulatur.
Dr.
G._
ging sogar
-
wie auch Dr.
C._
im Schreiben vom 27. August 2002 (Urk. 8/31)
-
von einem bleibenden Gesundheitsschaden
der Beschwerdeführerin
aus (Urk. 8/67/1), was sich offensichtlich nicht bewahrheitete.
Schliesslich ist in Bezug auf die Einschätzungen von
Dr.
C._
und
Dr.
G._
der Erfahrungs
tat
sa
che Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
W
enn die Beschwerdeführerin hinsichtlich der Einschätzung der
Arbeitsfähig
keit auf das Gutachten
von
Dr.
A._
verweist (Urk. 1
Rz
. 13), ist ihr entgegen
zuhalten, dass sich dieser d
er medizinischen Beurteilung von
Dr.
Z._
angeschlossen hatte
.
Er äusserte zudem
den Verdacht, die bei der Patientin gestell
te Diagnose einer
Scapula
alata
könnte seit Beginn ein an sich harml
oser
Zufallsbefund gewesen sein
. Dass
Dr.
A._
der Beschwerdeführerin eine Ar
beits
fähigkeit von
(
mindestens
)
50 %
für jede leichtere Tätigkeit
attestierte, ist
nicht aussagekräftig:
Er hielt eine psychische Überlagerung der Beschwerden für mehr als wahrscheinlich und ging
von einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit bis auf 100 % nach absolvierter medizinischer Trainingstherapie aus
(Urk. 8/80/6
f
.).
Dass
Dr.
B._
die Beurteilung von
Dr.
C._
zur Arbeitsunfähigkeit bestätigt haben soll, wie dies die Beschwerde
führerin vorbringt (Urk. 1
Rz
.
8 und
Rz
.
13
), trifft überdies nicht zu (vgl. Urk. 8/67/3 ff. und Urk. 8/82).
4.5
Mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwie
gen
den Wahrscheinlichkeit ist daher erstellt, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin im anspruchsrelevanten Zeitraum nicht in nennenswertem Mass eingeschränkt gewesen war. Entsprechend ist es nicht zu beanstanden, wenn die IV
Stelle einen Rentenanspruch verneint hat.
4.6
Nur der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdefüh
rerin am 24. September 1999 eine Tochter und am 10. September 2000 einen
Sohn geboren hat. Anlässlich der gutachterlichen Untersuchung im
Y._
er
klärte sie am 18. Dezember 2000, wegen der Kinder komme eine 100%ige
Arbeits
tätig
keit
nicht in Frage
(Urk. 8/20/3). Gegenüber den Gutachtern der MEDAS
H._
gab sie sodann einerseits an, nach dem ersten
Mutter
schafts
urlaub
hätte sie wieder zu 30-50 % arbeiten wollen, anderseits sagte sie, sie hätte erst nach dem Schuleintritt des jüngeren Kindes wieder eine Arbeit mit einem Pen
sum von 30-50 % suchen wollen (Urk. 8/88/7). Dies bedeutet aber, dass selbst wenn die von der Beschwerdeführerin behauptete Arbeitsunfähigkeit von 50 % ausgewiesen wäre, keine Erwerbseinbusse resultiert hätte, da ihr das im
Ge
sund
heitsfall
ausgeübte Erwerbspensum auch nach Einschätzung ihrer behan
delnden Ärzte im anspruchsrelevanten Zeitraum stets zumutbar gewesen wäre.
4.7
Im Sinne des Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
5.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.-- fe
stzulegen und ausgangsgemäss von der
Beschwerdeführer
in
zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).