Decision ID: 7f428ba4-d0d3-42e5-829b-a9ae7c20b2c6
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 19
65
, war als
Hilfsmonteur
bei der
Y._
bei der
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt
(
Suva
) gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er
gemäss der Un
fall
meldung vom
1. November 2011
am 28. Oktober 2011 das Knie verdrehte
. Er sei
rasant die Treppe heruntergesprungen
(Urk.
7/
1
).
Der Versicherte liess sich am Tag da
rauf in der Notfallstation der Chirurgischen Klinik des
Z._
be
handeln, wo gemäss dem Notfallbericht vom 29. Oktober 2011 die Diagnose
des
Ver
dacht
s
auf
eine
Kniedistorsion rechts gestellt wurde
(Urk. 7/7).
In der Folge wurde der Versicherte von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Innere Medizin,
behandelt, der
eine Magnetresonanztomographie (MRT) des rechten Knies
in der
Radio
logie der
B._
(
vgl.
Bericht der
B._
vom 4.
November 2011
,
Urk. 7/13)
erstellen liess und den Ver
sicherten an die Kniesprechstunde der
C._
überwies (Urk.
7/12/2).
1.2
Mit Schreiben vom 27. Februar 2012 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass sie mangels Unfall
ereignisses
und unfallähnlicher Schädigung keine Leistungen
für
den Vorfall vom
28. Oktober 2011
erbringe
(Urk. 7/15)
.
Der Versicherte
er
klärte sich
am 6.
März 2012 telefonisch
damit
nicht einver
stan
den
,
weil
Ärzte der
C._
bei ihm eine
Bandläsion festgestellt
hätten
(Urk. 7/19). Die Suva holte daraufhin den Bericht der
C._
, Untere Extremitäten, vom 5. März 2012
ein, worin
der Oberarzt der Orthopädie Dr. med.
D._
die Diagnose
n
einer
posteromedialen
Ausrissläsion Kap
s
elbandapparat Knie rechts, traumatisch, und des Ver
dachts einer kleinen Meniskusläsion medial in der Pars
intermedia
nach Distorsionstrauma vom 28. Oktober 2011 sowie die Nebendiagnose einer beginnende medialen
Tibiofemoralarthrose
festhielt
(Urk.
7/21).
G
emäss dem Berich
t
des Oberarztes der Orthopädie Dr. med.
E._
der
C._
vom 14.
Mai 2012
ergab ein am gleichen Tag erstelltes
MRT des rechten Knies
(
Urk.
7/39)
eine Ausheilung der Läsion
postero
medial
im Bereich der Gelenkskapsel und ansonsten keine
Kniebinnen
ver
let
zungen
bei beginnender medialer
femorotibialer
Gelenkspaltverschmä
lerung
und Subluxation des Meniskus nach medial (Urk. 7/27).
1.3
Der Kreisarzt Dr. med.
F._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates
, kam in seiner Stellungnahme vom 5. Juni 2012 zum Schluss,
es liege keine
unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 9
Abs.
2 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vor
(Urk. 7/23).
Wie angekündigt verneinte die Suva mit Verfügung vom 7. Juni 2012
den Leistungsanspruch aufgrund des Ereignisses vom 28. Oktober 2011 (Urk. 7/31).
Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben vom 22. Juni 2012
(Urk. 7/33), ergänzt mit Schreiben vom 3. Juli 2012 (Urk. 7/35), Einsprache.
Die Suva holte
in der Folge
den Bericht von Dr. med.
G._
, Facharzt für Chirur
gie, der
Abteilung
Ver
sicherungsmedizin
der Suva
vom 30. Oktober 2012 ein
, der das Vor
liegen eines Menis
kusrisses und einer Bandläsion verneinte
(Urk. 7/42)
,
und wies die Ein
sprache mit
Einspracheentscheid
vom 6. November 2012 ab (Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
6. November 2012
erhob
der Versicherte mit Eingabe vom
7.
D
ezember 2012
Beschwerde und beantrag
t
e,
es sei in Auf
hebun
g der Verfügung der Suva vom 7.
Juni 2012 und des
Einsprache
entschei
des
der Suva vom 6. November 2012 festzustellen, dass die Be
schwer
den am Knie rechts, die sich in der Folge des Ereignisses vom 28. Oktober 2012 (richtig: 2011) einstellten, durch einen Unfall verursacht wur
den beziehungs
weise eine unfallähnliche Körperschädigung darstellen, und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen gemäss dem Bundesgesetz über die Un
fallversicherung (UVG) zu erbringen (Urk. 1).
Die Beschwerdegegnerin schloss in d
er
Be
schwerde
antwort
vom
6. November 2012
auf
Abweisung der Beschwerde (Urk.
6
S. 2).
Im weite
ren Schriftenwechsel hielten die Parteien an ihren Anträgen fest (Replik vom
4. März 2013, Urk. 11 S.
2
; Duplik vom
2. April 2013
, Urk.
14 S. 4
).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ein Unfall ist gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi
gende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschli
chen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit oder den Tod
zur Folge hat (BGE 129 V 402 E.
2.1).
Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlich
keit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwer wiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jewei
ligen Lebensbereich Alltäg
lichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlag
gebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begrün
den keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 mit Hinweis).
Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen
äusse
ren
Faktors in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei
Körper
bewegun
gen
gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der
äusseren
Ein
wirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der
Aussenwelt
begründeter Um
stand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "
programm
widrig
" beein
flusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche
äussere
Faktor zu bejahen; denn der
äussere
Faktor - Ver
änderung zwischen Körper und
Aussenwelt
- ist wegen der erwähnten
Pro
grammwidrigkeit
zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (
BGE
130 V
117 E. 2.1,
134 V 72 E. 4.3.2.1
a.E
.,
je mit Hinweisen
).
1.2
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat
Körper
schädigungen
, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2
der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV)
Gebrauch gemacht und folgende Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurück
zuführen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist ab
schliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schwei
zerisches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausal
zu
sammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausal
zu
sam
menhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vor
handensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise be
zie
hungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürli
chen Kau
salzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
lei
nige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit
andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.4
Ausser dem natürlichen setzt die Leistungspflicht des Unfallversicherers auch den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität
, Tod) voraus (vgl. BGE 129 V 177 E
. 3.2). Bei somatischen Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche Ein
grenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haf
tung des Unfallversicherers jedoch praktisch keine Rolle, weil dieser auch für
seltenste, schwerwiegendste Komplikationen haftet, welche nach der
unfall
m
e
dizi
nischen
Erfahrung im Allgemeinen gerade nicht einzut
reten pflegen (BGE 118 V 2
86
E
. 3a, 117 V 35
9
E. 5d/
bb
mit Hinweisen).
1.5
Nach der allgemeinen Beweislastregel sind die Folgen einer allfälligen
Beweislo
sigkeit
in Bezug auf das Unfallereignis als solchem
(RKUV 2002 Nr. U 469 E. 3a S. 528, 1996 Nr. U 247 S. 171 E. 2a und 1988 Nr. U 55 S. 362 E. 1b)
wie auch hinsichtlich der Unfallkausalität des Gesundheitsschadens
(RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b) in dem Sinne vom Leistungsansprecher zu tragen, als der Entscheid
diesfalls
zu seinen Ungunsten auszufallen hat.
Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht
dürfen
eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Be
stehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht gilt, soweit das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, der Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit (
BGE 126 V 353
E. 5b). Bei sich widersprechenden Angaben der versi
cherten Person über den Unfallhergang ist auf die Beweismaxime hin
zuweisen, wonach die sogenannten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen
versicherungsrecht
licher
oder anderer Art beeinflusst sein können. Wenn die versicherte Person ihre Darstel
lung im Laufe der Zeit wechselt, kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, meistens
grösseres
Gewicht zu als jenen nach Kenntnis
einer Ablehnungsverfügung des Versicherers (
BGE 121 V 45
E. 2a
mit Hinwei
sen). Der Grundsatz, wonach die ersten Aussagen nach einem schädi
genden Er
eignis in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellun
gen, stellt eine im Rahmen der freien Beweiswürdigung zu berück
sichtigende Entscheidungshilfe dar. Sie kann nur zur Anwendung gelangen, wenn von zusätzlichen Abklärungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteil
des Bundesgericht
8C_696/2013 vom 14. November 2013
E. 2 mit Hinweisen).
2.
2.1
D
ie Beschwerdegegnerin stellte sich
im angefochtenen
Einspracheentscheid
auf den Stand
punkt, mangels eines ungewöhnlichen äusseren Faktors
sei
der
Un
fallcharakter
des Ereignisses vom
28. Oktober 2011
zu verneinen
.
Denn weder
bei der Beschre
ibung der Schadenmeldung vom 1.
November 2011, nach wel
cher der Beschwerdeführer an diesem Tag rasant die Treppe hinunter
ge
sprun
gen sei und sich dabei das rechte Knie verdreht habe, noch nach der etwas diver
gierenden Beschreibung des Versicherten gemäss dem Notfallbericht des
Z._
vom 29.
Oktober 2011, nach welcher er beim Bergablaufen ein knackendes Geräusch gehört und danach ein blockierendes Gefühl im rech
ten Knie gespürt habe, sei ein sinnfälliges Ereignis wie Stolpern, Ausgleiten etc. beschrieben worden.
Auch
sei
gestützt
auf die Stellungnahmen von Dr.
F._
und Dr.
G._
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer keine
unfallähn
li
che
Körperschädigung
erlitten habe
(Urk. 2
S. 3 ff.
).
2.2
Seitens des Beschwerde
führers
wird
dagegen vorgebracht,
er
sei von der
Be
schwerdegegnerin
nie über die Details des Vorfalls vom 28. Okto
ber 2011 befragt worden.
Der im Bericht des
Z._
beschriebene Ablauf ent
spreche in keiner Weise den Tatsachen. Er sei vielmehr, wie in der
Schadenmel
dung
angegeben, die Treppe heruntergerannt. Die Schmerzen hätten sich plötz
lich eingestellt, als er sich an einer Stelle, wo die Treppe eine 180°-Wende mache, durch eine ungeschickte Bewegung das Knie verdreht
habe. Im An
schluss an den Vorfall sei es ihm nicht mehr möglich gewesen zu stehen.
Es handle sich im vorliegenden Fall um eine
unkoordinierte Bewegung
, welche zu einer Verdrehung des Knies geführt habe.
Damit sei ein
ungewöhnliche
r
äus
se
re
r
Faktor Ursache für die Gesundheitsschädigung am rechten Knie
gegeben und der Unfallbegriff sei erfüllt.
Bei unterlassener Sachverhaltsabklärung durch den Versicherer könne die Beweismaxime der „Aussagen der ersten Stunde“ nur bei eigentlichen Wider
sprüchen in der Sachverhaltsdarstellung seitens des Ver
si
cherten Anwendung finden und nicht gegen reine Präzisierungen ins Feld ge
führt werden. Zudem liege
mit der von Dr.
D._
ge
stellten Diagnose einer
posteromedialen
Ausrissläsion Kapselbandapparat Knie rechts eine
un
fall
ähnli
che
Körperschä
digung im Sinne von Art. 9 Abs.
2 UVV vor. Diese
Diag
nose
stellung
sei offenkundig aufgrund der klini
schen
Be
funde
und auf
grund eines MRT-Bildes erfolgt.
Dr.
D._
habe das MRT der
B._
vorgele
gen. Es sei davon auszugehen, dass die Inter
pretation eines MRT nicht immer zu eindeutigen Schlüssen führe.
Gemäss Dr.
A._
habe er, der Beschwerdeführer, von Anfang an über eine
Druckdolenz
beim
Kapselband
ap
parat
geklagt.
Es sei keineswegs zwingend, dass eine solche Aus
rissläsion auf dem MRT
sichtbar werde.
Dagegen sei auf die Beurteilungen von Dr.
F._
und Dr.
G._
mangels einigermassen zeitnaher klinischer Unter
suchung
en
nicht abzustellen.
Auch liege unzweifelhaft ein unfallähnliches Ereig
nis im Sinne der Rechtsprechung vor
(
Urk.
1 S. 3 ff.
, Urk. 11
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer nach den Umständen des Gesche
hens am 28. Oktober 2011 einen leistungsbegründenden Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG oder eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 UVV erlitten hat.
3
.
3.1
Zum Ablauf des Ereignisses vom 28. Oktober 2011 war i
m Notfallbericht des
Z._
vom 29. Oktober 2011 Folgendes festgehalten worden: „
Not
fallmässige
Selbstzuweisung bei Schmerzen im rechten Knie, unter denen der Patient bereits seit dem Vortrag (28.10.2011) am Nachmittag leidet. Er berichtet, er habe beim Bergablaufen ein knackendes Geräusch gehört, im Anschluss ein blockierendes Gefühl im rechten Knie gespürt und Schmerzen beim Auftreten ge
habt.“
(Urk. 7/7).
In der Unfallmeldung vom 1. November 2011 wurde der Ablauf mit dem folgenden Worten beschrieben: „Rasant die Treppe herunter
gesprungen, um die
Sonnerie
zu testen, dabei das Knie verdreht.“ (Urk. 7/1).
Wie die Beschwerdegegnerin
richtig
feststellte
(
Urk.
2 S. 3 f., Urk. 6 S. 3)
, fehlt es bei beiden Darstellungen an einem
sinnfälligen Ereignis wie einem Stolpern, Ausgleiten, Hängenbleiben oder einem Sturz, das sich als ungewöhnlichen äusseren Faktor
im Sinne des Unfallbegriffs von Art. 4 ATSG
ausmachen liesse. Insbesondere bietet der
geschilderte
Geschehensablauf bei beiden Szenarien kei
ne
n
Anhalts
punk
t
für die Annahme einer unkoordinierten Bewegung, die als
unge
wöhn
licher äusserer Faktor in Frage käme, indem sie den natürlichen Ab
lauf einer Körperbewegung durch einen in der Aussenwelt begründeten Um
stand gleich
sam "programmwidrig" beeinflusst hätte (
vgl. BGE 130 V 117 E
. 2.1; RKUV 200
0 Nr. U 368 S. 100 E
. 2d mit Hinweisen
, RKUV 2004 Nr. U 502 S. 183 E
. 4.1, Nr. U
510 S. 275, Nr. U 523 S. 541 E
. 3.1).
Rasant die
Treppe
„herunterzu
springen
“
, mithin
schnell
die Treppe nach unten zu rennen oder zu gehen
,
und erst recht das
„
Bergablaufen
“
entsprechen all
täglichen Bewegungs
abläufen und d
ie
damit einhergehende
körperliche Be
lastung
entspricht dem üblichen Ausmass.
Auch die
in der Unfallmeldung auf
geführten
Worte „dabei das Knie verdreht“
(Urk. 7/1)
lassen für sich allein nicht auf eine den
normalen Be
wegungsablauf störende Programmwidrigkeit
schlies
sen
. Dies gilt umso mehr, als
vor
dieser
Unfallmeldung
bei der Erstbehandlung ärztlicherseits
ein
Verdacht
auf eine Kniedistorsion rechts geäussert
wurde, mithin eine Knie
v
erdrehung
als Folge des Ereig
nisses fest
gehalten wurde
, ohne dass der Versicherte
gegenüber den Ärzten des
Z._
eine unkoordinierte Bewegung
irgendwelcher Art
geschildert hätte (Urk. 7/7)
.
3.2
Auch die Darstellung
des
Beschwerdeführer
s
in der Beschwerdeschrift
führt zu keine
m
anderen Ergebnis.
Wenn er ausführt,
die Schmerzen hätten sich plötz
lich eingestellt, als
er sich
an einer Stelle, wo die Treppe eine 180°
-
Wende mache,
durch eine ungeschickte Bewegung
das Knie verdreht
habe
(Urk. 1 S. 3)
, ist damit noch nichts über die Art der
Bewegung
und
darüber,
inwiefern
d
ie
Körperb
ewegung ungeschickt
und gleichsam „programmwidrig“
beeinflusst
ge
wesen sein soll
,
gesagt. Der behauptete Umstand, die Treppe habe ein
e
180°-Wendung gemacht, gibt darüber
ebenfalls
keinen Aufschluss, zumal dies ledig
lich bedeuten würde, dass sich der Beschwerdeführer auf einem Zwischen
boden zwischen zwei Treppen
fortbewegte
, als sich plötzlich die Schmerzen einstellten
. Aber auch das schnelle Begehen eines Treppenzwischenbodens ist für sich kein ungewöhnlicher äusserer Faktor
im Sinne des Gesetzes.
D
ie
vom Beschwerdeführer
in der Beschwerdeschrift erstmals vorgebrachte
Be
hauptung
,
er habe eine
„ungeschickten Bewegung“
gemacht,
stellt e
ntgegen
seiner
Ansicht
nicht
eine
Präzisierung des aktenmässigen Sachverhalts
dar
, wel
che das Abstellen auf die „Aussagen der ersten Stunde“ (vgl.
dazu
Erwägung 1.5 hiervor)
ausschliessen würde.
Es handelt sich hierbei vielmehr um eine neue
, ab
weichende
Tatsachenbehauptung
,
die im Übrigen unzureichend substantiiert ist
.
Der Beschwerdeführer räumt
selbst ein, dass nicht feststeht
und es lediglich „durchaus wahrscheinlich“
ist
, dass es eine unkoor
dinierte Bewegung - ein Stolpern, Ausgleichen oder Abwehren eines Sturzes -
war
, welche die
Gesund
heitsschädigung
verursacht ha
t
(Urk. 1 S. 3).
Er
vermag
somit nicht
zu
benen
nen
,
ob eine
beziehungsweise
welche
zu
sätzliche
,
programmwidrige
Bewegung zu den plötzlichen Schmerzen führte.
Auch
in der Replik bringt er
- wiederum ohne Benennung
einer
kon
kreten
Bewegung -
lediglich vor
, es handle sich bei seinem Fall um eine derar
tige unkoordinierte Bewegung, welche zu einer Ver
drehung des Knies geführt habe (Urk. 11 S. 3).
3.3
Vor diesem Hintergrund sind v
on
zusätzlichen
Abklärungen keine
neuen
Ergeb
nisse zu erwarten
.
Unbestrittenermassen
erfolgte die
Behauptung
einer
„unge
schickten Bewegung“ zudem
erst
in diesem Verfahren
,
somit zu einem Zeit
punkt
,
als der Beschwerdeführer
bereits von der ablehnenden Haltung der
Be
schwerdegegnerin
Kenntnis hatte und anwaltlich beraten war.
Da weder nach der Darstellung
gemäss
dem Notfallbericht
des
Z._
vom 29.
Oktober 2011 (
Urk.
7/7) noch nach jener im Unfallbericht vom 1. November 2011 (
Urk.
7/1)
ein
unge
wöhnliche
r
äussere
r
Faktor
auszumachen
war, ist
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
dieses Merkmal
ohne
w
ei
ter
füh
rende Sachverhaltsabklärungen
zum Ereignis
vom 28. Oktober 2011
ver
neinte.
M
angels ungewöhnlicher äusserer Einwirkung
ist der Vorfall vom 28. Oktober 2011 somit
nicht als Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG zu qualifizieren.
4.
4.1
Damit bleibt zu prüfen
, ob eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV vorliegt. Z
ur Begründung der Leistungspflicht des
Unfall
ver
sicherers
müssen
mit Ausnahme der Ungewöhnlichkeit die übrigen
Tat
be
standsmerkmale
des Unfalls erfüllt sein. Be
sondere Bedeutung kommt hierbei der Voraussetzung des
äusseren
Ereignisses zu,
das
heisst
eines
ausserhalb
des Körpers liegenden, objektiv feststellbaren, sinn
-
fälligen, eben unfallähnlichen Vorfalles (BGE 129 V 466
E. 2.2
).
Die schädigende
äussere
Einwirkung kann in einer körpereigenen Bewegung bestehen (BGE 129 V 466 E. 4.1 mit Hinweisen). Das Auftreten von Schmerzen als solches ist kein
äusserer
(schädigender) Faktor im Sinne der Rechtsprechung, weshalb dieser nicht gegeben ist, wenn die versicherte Person nur das (erst
ma
lige) Auftreten von Schmerzen in zeitlicher Hinsicht anzugeben vermag (BGE 129 V 466
E.
4.2.1
). Nicht erfüllt ist das Erfordernis des
äusseren
schädigenden Faktors auch, wenn das erstmalige Auftreten der Schmerzen mit einer
blossen
Lebensverrichtung
einhergeht, welche die versicherte Person zu be
schreiben in der Lage ist. Vielmehr ist
gemäss
Rechtsprechung für die Bejahung eines
äus
se
ren
auf den menschlichen Körper schädigend einwirkenden Faktors stets ein Geschehen verlangt, dem ein gewisses gesteigertes Gefährdungspotenzial inne
wohnt. Das ist zu bejahen, wenn die zum
einschiessenden
Schmerz führende Tätigkeit im Rahmen einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies etwa für viele sportliche Betätigungen zutreffen kann. Der
äussere
Faktor mit erheblichem Schädigungspotenzial ist sodann auch zu beja
hen, wenn die in Frage stehende Lebensverrichtung einer mehr als physiolo
gisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers,
insbesondere seiner
Gliedmassen
, gleichkommt. Deswegen fallen
einschiessende
Schmerzen als Symptome einer Schädigung nach
Art.
9
Abs.
2 UVV
ausser
Betracht, wenn sie allein bei der Vornahme einer alltäglichen
Lebens
verrichtung
auftreten, ohne dass dazu ein davon unterscheidbares
äusseres
Moment hin
einspielt. Wer also lediglich beim Aufstehen, Absitzen, Abliegen, der Bewegung im Raum, Handreichungen usw. einen
einschiessenden
Schmerz erleidet, wel
cher sich als Symptom einer Schädigung nach
Art.
9
Abs.
2 UVV herausstellt, kann sich nicht auf das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung berufen. Die physiologische Beanspruchung des Skelettes, der Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder stellt keinen
äusseren
Faktor dar, dem ein zwar nicht un
gewöhnliches, jedoch gegen
über dem normalen Gebrauch der Körperteile gesteigertes Gefährdungspotenzial innewohnen muss (BGE 129 V 466
E.
4.2.2). Für die Bejahung eines
äusseren
Faktors braucht es zusammen
fassend demzu
folge ein gesteigertes Schädi
g
ungspotenzial, sei es zufolge einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur
Unkon
trolliertheit
der Vornahme der alltäglichen Lebensverrichtung führenden Faktors (BGE 129 V 466 E. 4.3
; Urteil des Bundesgerichts
8C_705/2012
vom
1
7.
Januar 2013
E. 3.2).
4.2
Mit der körpereigenen Bewegung des eiligen
D
ie
-
Treppe
-
Hinuntergehens oder -rennens wurde der Körper zwar mehr beansprucht als beim langsamen Gehen etwa auf ebener
Strasse
. Jedoch ist dieser Bewegungsablauf, selbst wenn der Beschwerdeführer dabei eine 180°-Wendung in der Treppe passierte,
nicht mit einer
derartigen Belastung verbunden, dass
er
nicht mehr zu den alltäglichen Lebensverrichtungen gezählt werden könnte. Diese Bewegung erfolgte im Rah
men de
r
physiologisch normalen und psychologisch beherrschten Bean
spru
chung des
Gebrauchs der Körperteile, ohne dass darin ein ge
steigertes
Gefähr
dungspotential
erblickt werden könnte
, zumal weder eine abrupte Rotations- oder Seitwärtsbewegung oder ähnliches stattfand.
Damit fehlt es
bereits am gesetzlichen Begriffsmerkmal
einer schä
digenden Ein
wirkung
eines
äusseren
Faktor
s
auf den Körper des Beschwerdeführers. Es kann
nach dem Gesagten
offen bleiben, ob beim Beschwerdeführer im Anschluss an das Ereignis vom 28. Oktober 2011 eine in
Art. 9 Abs. 2 UVV genannte
Kör
perschädigung
vorlag.
Was der Beschwerdeführer dagegen unter Bezug
nahme auf die Rechtsprechung vor
bringt (Urk. 11 S. 3 f.), führt zu keiner anderen Betrachtungsweise. Denn seine Vor
bringen stehen wiederum unter der An
nahme des Vorliegens einer unkoor
dinierten Bewegung, wovon hier - wie oben ausgeführt - nicht auszugehen ist.
4.3
Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.