Decision ID: 14d1c574-a60a-4fae-94dd-2ea2c2de4624
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1965 geborene
X._
war zuletzt als
selbständiger Lastwagencha
u
f
feur bis 1999 erwerbstätig (
Urk.
13/22/4, vgl. auch Auszug individuelles Konto [IK,
Urk.
13/10/3
]
).
Am 1
5.
Oktober 2007 (Eingangsdatum,
Urk.
13/7) meldete er
sich bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an. Die IV-Stelle tätigte daraufhin medizinische Abklärungen und sprach dem Versicherten bei einem Invaliditäts
grad von 100 % ab Oktober 2006 eine ganze Invalidenrente sowie bei einem Invaliditätsgrad von 55 % ab April 2008 eine halbe
Invalidenrente
zu (Verfügun
g
en
vom
1
7.
Juni 2010,
Urk.
13/39
i.V.m
. 1
3/33).
1.2
Im Zuge der 2013 von Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevision bestätigte die IV-Stelle bei einem (unveränderten) Invaliditätsgrad von 50 % die halbe Invali
denrente (Mitteilung vom 3
0.
Oktober 2013,
Urk.
13/61).
1.3
Anlässlich der 2017 von Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevision holte die IV-Stelle einen Verlaufsbericht der behandelnden Klinik
ein
(Bericht vom 1
3.
April 2017,
Urk.
13/77/1-5
) und veranlasste die Erstellung eines
bidisziplinären
Gut
achtens in internistischer und psychiatrischer Fachrichtung. Nach erfolgter Begutachtung durch die
Z._
(Gutachten vom 2
5.
September 2017,
Urk.
13/84)
stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 2
7.
Juni 2018 (
Urk.
13/88) in Aussicht, die Rente nach Zustellung der Verfügung auf Ende des folgenden Monats aufzu
heben. Dagegen erhob der Versicherte Einwand (Einwände vom
2
8.
August [
Urk.
13/92] und vom 1
6.
November 2018 [
Urk.
13/101]).
Am 2
9.
April 2019 ver
fügte d
ie IV-Stelle im angekündigten Sinne (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
3.
Juni 2019 Beschwerde beim hiesigen Sozi
alversicherungsgericht und beantragte, die Verfügung vom 2
9.
April
2019
sei aufzuheben und es sei ihm weiterhin eine halbe Rente der Invalidenversicherung auszurichten. Sodann sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren (
Urk.
1). Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 1
6.
Juli 2019 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
12), wovon dem Beschwerdeführer am 1
7.
Juli 2019 Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
14). Unter Beilage einer Unterstützungsbe
stätigung (
Urk.
16) teilte der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 2
8.
Januar 2020 mit, dass er
zwischenzeitlich
mit wirtschaftlicher Sozialhilfe unterstützt werden müsse (
Urk.
15).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung,
IVG
).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Dabei kann
nicht nur eine (erhebliche) Gesundheitsverbesserung, sondern grund
sätzlich auch eine gesundheitliche Verschlechterung revisionsrechtlich relevant sein. Die gesundheitliche Situation hat sich aber nur dann in anspruchsrelevanter Weise
verbessert oder verschlechtert, wenn die veränderten Umstände den Ren
tenanspruch berühren. An einem Revisionsgrund n
ach
Art.
17
Abs.
1 ATSG
man
gelt es daher beispielsweise, wenn die Sachverhaltsänderung lediglich in einer Reduktion oder Erhöhung des erwerblichen Arbeitspensums liegt und dieser Umstand für sich allein nicht anspruchsrelevant ist
(Urteil des Bundesgerichts 9C_42/2019 vom 1
6.
August 2019 E. 5.2.2).
Liegt ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsäch
licher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdi
gung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht
(
statt vieler
Urteil des Bundesgerichts
8C_735/2019
vom 2
5.
Februar 2020 E. 3.2)
.
1.4
1.4.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.
2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V
396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsl
eistung zu erbringen (BGE 145 V
215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von
Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Ja
nuar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.5
Den von Versicherung
strägern im Verfahren nach Art.
44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper
tise sprechen (BGE 135 V 465 E.
4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom
11. Juni 2019 E.
2 mit Hinweisen).
2.
2.
1
Die Beschwerdegegnerin hob die halbe Invalidenrente mit der Begründung auf,
das in Auftrag gegebene Gutachten habe
eine aus somatischer Sicht
eingetretene Verschlechterung des Gesundheitszustandes gezeigt, in Zuge dessen sich auch das Belastungsprofil geändert habe. Damit sei
ein
Revisionsgrund ausgewiesen. Die Gutachter hätten sodann aus psych
i
atrischer Sicht eine A
rbeits
fähigkeit von 50 % und aus somatischer Sicht von 70 % attestiert. Auf erstere könne
allerdings
nicht abgestellt werden.
So
habe sich
bei
der durchgeführten
Indikatorenprüfung
gezeigt, dass der Beschwerdeführer über namhafte Ressourcen verfüge, weshalb aus psychiatrischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit angenommen werden könne.
G
estützt auf den durchgeführten Einkommensvergleich sei deshalb von einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von we
niger als 40 % auszugehen (Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber vor
, eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes liege nicht vor, weshalb die ihm gewährte Invaliden
rente nicht in Revision gezogen werden könne. Sofern dennoch von einem
Revi
sionsgrund
auszugehen wäre, sei auf die
im Gutachten attestierte Arbeitsfähigkeit von 50 % abzustellen. So verfüge
er
- entgegen der Annahme der Beschwerde
gegnerin - nicht über namhafte Ressource
n
,
welche ein Abweichen von der gut
achterlich attestierten Arbeitsfähigkeit erlauben würde
n
.
Gesamthaft betrachtet sei sein Anspruch auf eine halbe Invalidenrente nach wie vor ausgewiesen (
Urk.
1)
.
3.
3.1
Ob eine revisionsrechtlich relevante Änderung eingetreten ist, ergibt sich aus dem Vergleich des Sachverhalts
,
wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen
Rentenzu
sprache
im Juni 2010
(
Urk.
13/39
i.V.m
.
13/33)
bestand - anlässlich der Revision im Jahr 2013 wurden nur kurze Verlaufsberichte (Urk.
13/51, 13/55/1
) eingeholt, was dem Anspruch an eine rechtskonforme Sachverhaltsabklärung nicht zu genügen vermag (E.
1.3
) - mit demjenigen, welcher der hier angefochtenen Ver
fügung (Urk. 2) zugrunde liegt.
3.2
Die ursprüngliche
Rentenzusprache
(Verfügung vom
1
7.
Juni 2010,
Urk.
13/39
i.V.m
. 13/33
) basierte in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen
(vgl. dazu auch Feststellungsblatt für den Beschluss,
Urk.
13/24)
auf dem
Gutachten von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2
2.
Juli 2009
(
Urk.
13/22)
sowie dem Bericht des
B._
, Klinik für Nephro
logie, vom
2.
November 2007 (
Urk.
13/11/5-7)
.
3.2.1
Im Bericht
des
B._
, Klinik für Nephrologie, vom
2.
Novem
ber 2007
wurden folgende Diagnosen genannt (
Urk.
13/11/5-6):
Mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Nierentransplantation
iliacal
links am 20.10.2006
-
Depressive Entwicklung bei psychosozialer Belastungssituation
-
Adipositas
-
Belastungsdyspnoe NYHA II
whs
i.R. der
Dekonditionierung
-
Hypertensive
Herzkrankheit
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Chronische
r
HBV-Antigenträger
-
St. n. Herpetische
r
Stomatitis (11.2006)
Die Ärzte der
B._
attestierten dem Beschwerdeführer für seine Tätigkeit als Taxifahrer eine seit dem 1
6.
September 2004 bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit, wiesen jedoch darauf hin, dass aus
nephrologischer
Sicht eine Wiederaufnahme der angestammten Tätigkeit zumutbar sei (
Urk.
13/11/6).
3.2.2
Im Gutachten vom 2
2.
Juli 2009 nannte
Dr.
A._
, folgende Diagnosen (
Urk.
13/22/8):
-
Rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1)
-
Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit dissozialen, impulsiven und ängstlich-vermeidenden Zügen (ICD-10: F61.9)
-
Agarophobie
mit Panikattacken (ICD-10: F40.01)
Dr.
A._
attestierte dem Beschwerdeführer in Bezug auf seine angestammte Tätigkeit
eine Arbeitsfähigkeit von 50 %, hielt jedoch fest, (im besten Fall)
könne mit einer Verbesserung auf 70 % gerechnet werden (
Urk.
13/22/9).
Aus psychiat
rischer Sicht könne der Beschwerdeführer sämtliche Tätigkeit
en
ausführen. Die Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit beruhe auf einer Einschränkung der kognit
iven Fähigkeiten und
der Achse
– II -
Persönlichkeitsstörung mit Einschränkung der Anpassungsfähigkeit, Flexibilität und Möglichkeiten zur Integration respektive der Gewissenhaftigkeit (
Urk.
13/22/11).
3.3
Anlässlich der am
2
6.
Juni (internistisch) und am
3.
Juli 2017 (psychiatrisch)
erfolgten Untersuchung
en
gelangten
die Gutachter de
r
Z._
zu folgenden Diagnosen (Urk.
13/84/6
):
Mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Panikstörung (ICD-10: F40.0)
-
Rezidivierende depressive Störung, aktuell leichtgradige Episode (ICD-10: F33.0)
-
Persönlichkeitsstörung mit impulsiven, ängstlich vermeidenden und dissozialen Zügen (ICD-10: F61.0)
-
Spielsucht (ICD-10: F10.01)
-
Verdacht auf mittelschwere Schlafapnoe
-
Nierentransplantation
iliakal
links am 20.10.2006
-
Chronisch intermittierendes
Lumbovertebralsyndrom
-
Metabolisches Syndrom, koronare Herzkrankheit nicht ausgeschlossen
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Chronischer HBV-Träger
-
Fortgesetzter Nikotinkonsum, schädlicher Gebrauch (ICD-10: F17.1)
Die Gutachter attestierten dem Beschwerdeführer
aus
bidisziplinärer
Sicht
für
seine
angestammte Tätigkeit als Lastwagenchauffeur eine vollständige Arbeits
unfähigkeit. In Bezug auf eine leidensadaptiert angepasste Tätigkeit (körperlich leicht, wechselbelastend)
bescheinigten
sie
eine solche im Umfang von
50 %. Zum Belastungsprofil hielten sie fest, körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeit
en
seien genauso ungeeignet wie Tätigkeiten, die das
Zurücklegenmüssen
einer Gehstrecke von mehr als 100 Meter erforderlich machten. Auch Arbeiten in sturzge
fährdeter Höhe, an gefährlichen Maschinen oder welche das berufsmässige Führen eines Motorfahrzeugs erforderlich machten, würden nicht infrage kom
men (
Urk.
13/84/9-10).
Die psychiatrische Gutachterin hielt zum Befund fest, es hätten sich keine Beein
trächtigungen der Bewusstseinsklarheit oder
der
Bewusstseinshelligkeit finden lassen. Sodann würden sich im klinischen Eindruck keine Hinweise auf umfas
sende und ausgeprägte kognitive Störungen ergeben. Auch hätten keine
Auffas
sungs
-, Gedächtnis-, Merkfähigkeits- oder Aufmerksamkeitsstörungen gefunden werden können. Der formale Gedanken
gang
sei weitgehend geordnet gewesen. Zur dokumentierten depressiven Störung hielt sie fest, diese habe sich nicht gänz
lich zurückgebildet
, da aktuell
(noch)
von einer leichten depressiven Störung
ausgegangen werden müsse.
Alsdann weise der Beschwerdeführer akzentuierte Persönlichkeitszüge mit impulsivem Verhalten und einer Spielsucht sowie
auch ängstlich vermeidende Züge
auf. Der Beschwerdeführer selbst habe zudem von regelmässig auftretenden Panikattacken berichtet (
Urk.
13/84/37). Zum psycho
pathologischen Befund vermerkte die Gutachterin, der Beschwerdeführer habe sich demonstrativ sehr leidend mit angedeuteter Verdeutlichungstendenz gezeigt (
Urk.
13/84/35).
Der internistische Gutachter wies auf eine moderate chronische Niereninsuffizi
enz und erhöhte Retentionswerte hin. Betre
ffend die vom Beschwerdeführer g
eklagte Dyspnoe habe keine
pneumologische
Ursache eruiert
werden können. So
dann
spreche das normale NT-
proBNP
gegen das Vorl
iegen einer Herzinsuffi
zienz. Als
d
ann hätten sich
neu
degenerative Veränderungen der Lendenwirbel
säule gezeigt, welche sich
im
Vorliegen eines belastungsabhängigen
Lumbover
tebralsyndroms
äusserten
(
Urk.
13/84/7).
Wegen der chronischen Niereninsuffi
zienz bestehe in für körperlich
leichte Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
(
Urk.
13/84/48).
Insgesamt sei internistisch deshalb von einem - verglichen mit der Situation im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
- verschlechterten Gesundheits
zustand a
usz
ugehen (
Urk.
13/84/9).
4.
4.1
Nachdem das Gutachten auf allseitigen Untersuchungen beruht (Urk.
13/84/3
), in
Kenntnis der relevanten
Vorakten
sowie der Anamnese erging (Urk.
13/84/4, 16-
19,
33-34, 4
2-44
) und die g
eklagten Beschwerden berücksichtigt (Urk.
13/84/9, 33,
42
), bleibt einzig strittig, ob der Arbeitsunfähigkeitsschät
zung der Gutachter Folge zu leisten ist.
4.2
Betreffend die vom internistischen Gutachter erwähnte
-
als behandelbar einge
stufte
(
Urk.
13/84/48)
- Verdachtsdiagnose einer
Schlaf
apnoe
(E. 3.3)
ist
vorweg darauf
hinzuweisen, dass diese das Belastungsprofil, jedoch nicht die Arbeitsfä
higkeit tangiert
(
Urk.
13/84/8, 13/84/10)
.
Soweit der Beschwerdeführer unter Berufung
auf eine Schlafapnoe
sowie einen Diabetes mellitus Typ
2 von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgeht, verkennt er (
Urk.
1 S. 9), dass die Gutachter internistisch auf eine solche von 70 % schlossen. So beruht die interdisziplinäre Arbeitsfähigkeitsschätzung von 50 % in angepasster Tätigkeit (
Urk.
13/84/9-10) auf d
em psychiatrischen Gutachten. Aus
internistischer Fachrichtung wurde dem
gegenüber sowohl im Einzelgutachten wie auch in der interdisziplinären Beurtei
lung von einer 70%igen Arbeitsfäh
igkeit in angepasster Tätigkeit
ausgegangen
(vgl. dazu auch deren Herleitung [
Urk.
13/84/9-10, 13/84/47
-48
])
. Darauf
kann abgestellt und im Vergleich
zur Situation
im Ze
itpunkt der
Rentenzusprache
(E.
3.2
und
Urk.
13/24/3
)
festgehalten werden, dass sich der Gesundheitszust
and ver
ändert hat (
vgl. auch
Urk.
13/84/9
).
4.3
4.
3
.1
Die gutachterlich
diagnostizierte
n
psychische
n
Erkrankung
en
sind alsdann
einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. Dabei trifft den Rechtsanwender die Pflicht, die medizinischen Angaben daraufhin zu prüfen, ob die Ärzte sich an die mass
gebenden normativen Rahmenbedingungen gehal
ten haben, mithin ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf eine Arbeitsunfähigkeit schl
iessen lassen (E. 1.4).
Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktio
nellen Auswirkungen einer Störung, welche im Rahmen des Sozialversiche
rungs
rechts abschliessend nur aus juristischer Sicht beant
wortet werden kann (BGE 144 V 50 E. 4.3
).
4.
3
.2
Zum Komplex «Gesundheitsschädigung» in der Kategorie «funktioneller Schwe
re
grad» ist festzuhalten, dass die anlässlich der psychiatrischen Begutachtung erho
benen objektiven Befunde und Symptome nicht besonders ausgeprägt erschienen (E. 3).
So hielt die psychiatrische Gutachterin zwar fest, der Beschwer
deführer
sei psychomotorisch leicht verlangsamt und sei auf funktionellem Niveau in einiger Hinsicht eingeschränkt
.
Allerdings
ersah
sie keine Hinweise auf Wahn, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen
.
Sodann konnte sie im psychopa
thologischen Befund keine Auffälligkeiten
, keine
Beeinträchtigungen der Bewusstseinsklarheit oder der Bewusstseinshelligkeit feststellen
sowie
auch
keine Hinweise auf Störungen der kognitiven Funktionen
erheben
(
Urk.
13/84/37)
.
Soweit sie im
psychopatologischen
Befund von einer Tagesmüdigkeit berichtete (
Urk.
13/84/35), lässt sich hierfür die Erklärung ohne weiteres im Tagesablauf des Beschwerdeführers – wonach er oft am Abend in den Club gehe und erst sehr spät nach Hause zurückkehre (
Urk.
13/84/34, 42) – finden.
In Zusammenhang mit der genannten
(noch)
leichten depressiven Störung ist
alsdann
darauf hinzuwei
sen, dass sich der Beschwerdeführer aktuell in keiner psychiatrischer Behandlung befindet (
Urk.
13/84/37). Dies obgleich sich sein Zustandsbild - nach Einschät
zung der Gutachterin - grundsätzlich mit einer regelmässigen psychiatrischen Behandlung verbessern würde (
Urk.
13/84/39). Unter Berücksichtigung des Gesagten ist somit nicht von einer invalidenver
sicherungsrechtlich relevanten erheblichen Schwere der psychischen Gesund
heitsstörung und insgesamt nicht von einer erheblichen Gesundheitsschädigung auszugehen.
Zum Komplex «Persönlichkeit» ist festzuhalten, dass
die Gutachterin zwar
eine
P
ersönlichkeitsstörung diagnostizierte, derselben aber im Wesentlichen bloss Auswirkungen auf den Lebensstil des Beschwerdeführers zumass (
Urk.
13/84/39).
Hin
sichtlich des Komplexes «Sozialer Kontext» ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer
zusammen mit seiner Mutter
in einer
3-Zimmerwohnung lebt (
Urk.
13/84/34)
. Seine Ausführungen zum Alltag schliessen
auf
eine relativ aktive Teilhabe (
Aufstehen, frühstücken, nachmittags in den Club gehen und Fussball
mat
ch
es schauen sowie dort Kollegen bis spät in die Nacht treffen [
Urk.
13/84/34], tagsüber auch oft Zeit im Internet verbringen sowie sich manch
mal mit Leuten im Restaurant zum Kaffee treffen, auch etwas Zeitung
lesen
und seiner Mutter etwas im Haushalt
helfe
n
[
Urk.
13/84/42]
).
Zudem
verfügt er über ein intaktes Verhältnis
zu seiner
Mutter
und
trifft seine Kollegen mehrmals wöchentlich
(
Urk.
1 S. 10, 13/84/34, 13/84/42). Des Weiteren unterhält er einen regelmässigen Kontakt zu seinen
erwachsenen Kindern sowie zu seiner
geschie
denen
Ehefrau
(
Urk.
13/84/33).
Damit enthält der soziale Lebenskontext (Komplex «sozialer Kontext»; vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.3)
klare
Ressourcen, auf die der Beschwerdeführer zurückgreifen kann.
4.3
.3
Zum Aspekt der «Konsistenz» ist darauf hinzuweisen, dass sich der Beschwerde
führer nicht nur in den eigenen vier Wänden bewegt, sondern
sich auch regel
mässig - mehrmals wöchentlich - mit Kollegen ausserhalb dieser trifft
sowie alltägliche Verrichtungen regelmässig wahr
nimmt.
Ferner pflegt er auch einen regelmässigen Kontakt zu seinen erwachsenen Kindern sowie zu seiner
geschie
denen
Ehefrau
. Kontrastierend hierzu hält sich der Beschwerdeführe
r für nicht arbeitsfähig (Urk.
13/84/35
, 13/84/44
).
Diese Selbsteinschätzung findet in den Akten allerdings, mithin unter Berück
sichtigung der eruierten Diskrepanzen zwi
schen der Klinik einerseits und den objektivierbaren Befunden andererseits
(E.
4.3.2)
,
was zudem auch die Gutachterin vermerkte
(
Urk.
13/84/8), keine
genü
gende
Stütze.
Zudem
ist
darauf hinzuweisen, dass es dem Beschwerdeführer trotz
der von ihm beklagten
erheblichen
Beschwerden
(
Urk.
13/84/33)
offensichtlich ohne weiteres
möglich
ist
, regelmässig bis spät in die Nacht in einen Club zu gehen sowie auch ins Ausland zu reisen
/fliegen
(
Urk.
13/84/34
,
13/73/3
).
Im Weiteren sind den Akten auch keine Indizien zu entnehmen, die auf einen erheb
lichen Leidensdruck hinwiesen.
So befindet sich
der Beschwerdeführer
- wie erwähnt -
aktuell in keiner psychiatrischer Behandlung (
Urk.
13/84/37).
Dies obgleich
sich
sein
Zustandsbild
- nach Einschätzung der
Gutachterin
-
grund
sätzlich mit einer regelmässigen psychiatrischen Behandlung verbessern würde
, zudem sie auch
einen Ausbau der antidepressiven Medikation
empfahl
(
Urk.
13/84/39). Unter Berücksichtigung des Ge
sagten weist die Kategorie der Konsistenz deshalb Auffälligkeiten auf.
4.4
Zusammenfassend erweist sich die Arbeitsunfähigkeitseinschätzung unter Beach
tung der massgebenden Indikatoren als nicht hinreichend und nachvollziehbar begründet. Insbesondere mangelt es an einer plausiblen Erklärung dafür, weshalb
trotz nicht unwesentlich vorhandenen Kompensationspotentialen
und einer fast gänzlichen Remission der depressiven Störung
eine dermassen hohe Arbeitsun
fähigkeit resultieren sollte
, zumal die Gutachter selbst auf
nicht un
erhebliche Inkonsistenzen (
Urk.
13/84/8)
sowie einen Beschwerdeführer, der sich sehr lei
dend mit angedeuteter Verdeutlichungstendenz gezeigt habe
(
Urk.
13/84/35
-36
)
,
aufmerksam gemacht hatten.
Nachdem
auch
aus den Schilderungen des Beschwerdeführers zu schliessen ist, dass es ihm besser geht (Urk.
13/84/33)
, die Gutachterin nur noch eine leichte depressive Episode bei sonst weitgehend unverändertem Befund feststellen konnte,
fehlt
es insgesamt an einem stim
migen Gesamtbild für die Annahme einer rechtlich relevanten psychischen Funk
tions
einbusse
, die über
die
internistisch attestierte Arbeitsunfä
higkeit von 30 % (E.
4.2) hinausginge
(
vgl. zum Ganzen auch
BGE 145 V 361 E. 4.4
, E. 1.4.2
).
4.5.
In Würdigung der gesamten Umstände
ist
deshalb, verglichen mit der Situation im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
(E. 3.2)
,
von einem veränderten Gesundheits
zustand
,
mithin einer Verbesserung auf eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
,
auszu
gehen
.
Zu prüfen bleibt
damit
, wie sich die gesundheitliche Beeinträchtigung in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.1.
1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinli
chkeit erstellt sein (BGE 139 V
28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr
ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversiche
rung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
5.1.
2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.2
Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer zuletzt 1999 eine Erwerbs
tätigkeit ausgeübt hatte
(
Urk.
13/22/4, vgl. auch Auszug individuelles Konto [IK,
Urk.
13/10/3])
.
E
ine sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende gesundheitliche
Beeinträchtigung
liess sich vorliegend erstmals
2004
objektiv nachweisen
(vgl.
Urk.
13/11/6).
Infolge dessen rechtfertigt es sich, das
Valideneinkommen
anhand der Tabellenlöhne zu ermitteln (E. 5.1.
1
).
Aus den
Akten ist dabei ersichtlich, dass der Beschwerdeführer über keine in der Schweiz abgeschlossen
e
oder aner
kannte Berufsausbildung verfügt
sowie in der Vergangenheit vorwiegend Hilfsarbeiter
tätigkeiten ausgeübt hatte (
Urk.
13/4/2, 13/84/33,
vgl.
auch
IK
-Auszug
[
Urk.
13/62]
).
Mithin sind
für die Bestimmung des
Valideneinkommens
dieselben Bemessungsgrundlagen wie für die Festsetzung des
Invalideneinkommen
s
heran
zuziehen, womit
sich ein ordentlicher Einkommensvergleich
erübrigt
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_463/2012 vom 3. August 2012 E. 4.2 mit Hinweisen
).
Da
der ausgeglichene Arbeitsmarkt ein breites Spektrum an leichten Tätigkeiten
bereit hält
und anderweitige Hinweise, welche einen leidensbedingten
Abzug (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
)
rechtfertigten
, nicht aktenkundig sind
,
ergibt sich
- unter Berück
sichtigung
der um
3
0 % eingeschränkten
Arbeitsfähigkeit
-
ein rentenausschliessender
Invaliditätsg
rad von 30 % (E. 1.2)
.
6.
Zusammenfassend
ist die revisionsweise vorgenommene Aufhebung der Invali
denrente nicht zu beanstanden. Damit erweist sich die an
ge
fochtene Verfügung vom 2
9.
April 2019 (
Urk.
2) als rechtens, was zur Ab
weisung der Beschwerde führt.
7.
7.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos
und
die Partei bedürftig
ist
(BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
7.2
Der Beschwerdeführer bezieht Sozialhilfe (Urk. 16). Mit Blick darauf ist er im vor
liegenden Verfahren bezogen auf den massgebenden Zeitpunkt als prozes
sual bedürftig zu qualifizieren. Da auch die weitere Anspruchsvoraussetzung (fehlende Aussichtslosigkeit) erfüllt ist, ist dem Beschwerdeführerin in Bewilligung seines Gesuchs vom
3.
Juni 2019 (
Urk.
1)
die unentgeltliche Prozessführung zu gewäh
ren.
7.3
Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert zu bemessen sind (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), sind auf Fr. 700.-- anzusetzen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen, jedoch zufolge Ge
wäh
rung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Der Beschwerdeführer ist darauf hinzuweisen, dass er zur Nachzahlung der Gerichtskosten verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist (§16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozial
ver
siche
rungsgericht,
GSVGer
).