Decision ID: 16b2232d-aa8f-5e1b-852c-3cdafe154bcd
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1976 geborene
X._
ist
seit
1.
Oktober 1998 bei der
Y._
als Polizist angestellt. Dadurch
ist
er bei der Unfallversicherung Stadt Zürich obli
gatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert
(
Urk.
15/G1)
.
Mit
Schaden
meldung vom 1
9.
Mai 2017 wurde
die
Unfallversicherung
über einen am 16.
Mai 2017
auf dem Weg
von der Arbeit nach Hause
mit dem Velo
erlittenen Sturz des
Versicherten in Kenntnis gesetzt
(
Urk.
15/G1).
Nachdem
X._
noch gleichen
tags
das
Z._
aufgrund von zunehmenden Schmerzen im Bereich der rechten Hüfte und des Nackens
auf
gesucht hatte
(Urk.
15/M2
),
verreiste
er
einige Tage später
in die USA.
Am 1
8.
Juli 2017 begab
sich
der Versicherte
wegen per
sistierender Schmerzen in der Leistengegend in die
A._
(
Urk.
15/M
3). Es
erfolgten diverse Untersuchungen (Magnetresonanztomographie
[
Urk.
15/M4]
,
sonographische Untersuchung
[Urk.
15/M10],
Computertomographie
[Urk.
15/M17
]
), welche eine
Bursitis
iliopecti
nea
, eine Reizung der
Psoassehne
und einen
leichte
n Pfannenüberstand
des im November 2016 eingesetzten Hüft
implantat
e
s
zu Tage förderten
. Nachdem konservative Massnahmen zu keiner anhaltenden Besserung der Beschwerden
geführt hatten
, wurde a
uf den 2
2.
Febru
ar 2018 eine Operation (Pfannenwechsel
und
Psoassehne
n
-Revision
) vorgesehen
(Urk.
15/M11)
. Nach Beurteilung durch den beratenden Arzt
Dr.
med. B._
, Facharzt für
O
rthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates
, welcher die noch bestehenden Beschwerden als nicht mehr unfallkausal einschätzte
(Urk.
15/M18
)
,
wurde
mit Verfügung vom 21.
Februar 2018 die Kostenübernahme für die bevorstehende Operation
beziehungsweise
eine weitere Leistungspflicht
abgelehnt
(
Urk.
15/G19).
Die da
gegen erhobene Einsprache (Urk.
15/J1
und 15/J3
) wies die Unfallversicherung Stadt Zürich mit Entscheid vom
4.
September 2018 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
5.
Oktober 2018 Beschwerde und beantragte, es sei der
Einspracheentscheid
vom
4.
September 2018 aufzuheben
und
die Be
schwer
degegnerin zu verpflichten, für das Unfallereignis vom 1
6.
Mai 2017 die gesetzlichen Leistungen gemäss UVG
(Taggeld, Heilbehandlung,
UVG-
Rente, Integritätsentschädigung)
zu erbringen. Eventualiter sei der
Einspracheentscheid
vom
4.
September 2018 aufzuheben und über die Frage der Unfallkausalität ein gerichtliches Gutachten in die
Wege zu leiten
(
Urk.
1).
Am
5.
November 2018 liess sich der Beschwerdeführer ergänzend vernehmen (
Urk.
8 und 9).
Mit Be
schwerdeantwort vom
4.
Dezember 2018 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
12). Am
2
5.
Februar 2019
reichte der Beschwer
deführer seine Replik ein (
Urk.
19
). Die Unfallversicherung Stadt Zürich erstattete am
6.
März 2019
ihre Duplik (
Urk.
23
), wovon der Beschwerdeführer mit Verfü
gung vom
12.
März 2019
in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
24
)
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Be
rufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Ver
sicherung erbringt ihre Leistungen auch bei folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskus
risse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Band
läsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h). Ausserdem erbringt die Ver
sicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Ren
tenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund
heitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
di
tät, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald
der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen
beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er un
mittel
bar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publi
ziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheits
scha
dens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursäch
licher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu
sam
menhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfall
versicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spät
folgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesge
richts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante
noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kosten
vergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.5
Die Beweislastregel, wonach der Unfallversicherer und nicht der Versicherte die Beweislast für das überwiegend wahrscheinliche Dahinfallen der natürlichen Unfallkausalität trägt, greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 61
lit
. c des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]) und der Beweis
wür
di
gung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiegende Wahr
schein
lichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b in
fine
S. 264 mit Hinweisen).
1
.6
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
sal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfall
folgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte ihre Leistungspflicht im angefochtenen Ent
scheid mit der Begründung, dass zwischen
dem Un
fall vom 1
6.
Mai 2017 und den
vom Versicherten
noch
beklagten Hüftbeschwerden kein überwiegend wahr
schein
licher Kausalzusammenhang bestehe.
Ursächlich für die
Impingementsymp
to
matik
und die Iliopsoas-Tendinit
i
s sei nicht die
durch den Fahrradsturz erlittene
Kontusion der rechten Hüfte
,
sondern der Vorzustand an der rechten Hüfte,
das heisst
die nicht korrekt eingesetzte Hüftpfanne mit ventralem Überstand ohne ossäre Bedeckung
. I
n der Regel
trete eine
Iliopsoas-Tendinitis nicht u
nmittelbar postoperativ auf
.
Denn nach einer Operation seien die Patienten weniger aktiv.
Bei Steigerung der Aktivität, insbesondere vermehrter und verstärkter Bewegung im Hüftgelenk, könne es dann aber zu
einer solchen
Iliopsoas-Tendinitis
kommen.
Eine wie
durch den Unfall vom 1
6.
Mai 2017 erlittene Hüftkontusion sei
demge
genüber
in der Regel nach sechs bis acht Wochen als abgeheilt zu
betrachten
. Demzufol
ge habe der Gutachter
Dr.
C._
sowohl eine unfallbedingte Arbeitsun
fähigkeit, weitere unfallbedingte therapeutische Massnahmen als auch den An
spruch auf eine In
tegritätsentschädigung verneint
(
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer wandte dagegen im Wesentlichen ein, dass
er
nach seiner
Operation die Behandlung bei
PD
Dr.
D._
abgeschlossen habe und vor dem Un
fall
praktisch beschwerdefrei gewesen sei. Trotz beruflicher Aktivität und Freizeit
akti
vität seien die Beschwerden erst unvermittelt nach dem Unfallereignis vom 1
6.
Mai 2017 aufgetreten
.
Das Gutachten von
Dr.
C._
sei inkorrekt, was die Computertomographie-Messung betreffe, da ein Überstand der Pfanne auf einer Distanz von
15 mm
beschrieben werde.
Diese 15 mm würden sich aber nicht auf die Breite des Überstandes, sondern auf die Zirkumferenz der Pfanne (
Ergolänge
) beziehen. Solche kleinen Überstände am vorderen Pfannenrand seien für die
Psoassehne
in der Regel unproblematisch. Da der Beschwerdeführer vor dem Unfall beschwerdefrei gewesen sei, handle es sich gemäss der Beurteilung von PD
Dr.
D._
um eine
unfallbedingte beziehungsweise
traumatische Problematik der
Psoassehne
. Das heftige Unfallereignis habe zu einer Zerrung oder Überdehnung der Sehne
und d
ies wiederum zu der chronischen Reizu
ng der
Iliopsoassehne
geführt.
Auf das Gut
achten von
Dr.
C._
könne
folglich
nicht abg
estellt werden, da seine Beurtei
lu
ng auf falschen Annahmen beruhe
(
Urk.
1).
Im Nachgang zur Beschwerde reichte der Versicherte am
5.
November 2018 den Bericht der Radiologie der
E._
vom 17. November 2017 mit Ergänzung vom 16. Oktober 2018 ein. Der Beschwerdeführer führte dazu aus, dass der ventrale Überstand der Prothesenpfanne nicht 15 mm, sonder
n lediglich 2 bis 3 mm (
antero
posteriore
Ausdehnung), in sagittaler Ebene gemessen, betrage. Die im Bef
undtext genannte Distanz von 15 m
m beziehe sich auf die
medio
late
rale
Ausdehnung, auf der die Prothesenpfanne nicht vom Knochen bedeckt sei
(Urk.
8 und 9)
.
2.3
Die Beschwerdegegnerin f
ührte in ihrer Beschwerdeantwort
vom
4.
Dezember 2018 aus, sie habe
den
Bericht der Radiologie der
E._
vom 17. November 2017 beziehungsweise
1
6.
Oktober 2018 dem Gutachter
Dr.
C._
unterbreitet.
Dieser
komme
in
s
einer Ergänzung des Gutachtens
vom 26.
Novem
ber 2018
nach wie vor
zum Schluss, dass der prominente und nicht von Knochen bedeckte Anteil der Hüftpfanne ven
t
ral mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ursächlich
für die Iliopsoas-
Impingementsymptomatik
gewesen sei
. Daran ändere auch die
nun festgestellte
räumliche Ausbreitung von 15 x 3 mm
nichts
.
Eine Reizung der
Psoassehne
im Sinne einer Bursitis
könne sich
minimalst innert eines Monats entwickeln, da es sich bei einer Reizung nicht um ein einmaliges Ereignis
,
sondern um ein wiederholtes
und chronisches Geschehen handl
e
.
Folglich könne eine Bursitis
nicht auf
ein Unfallereignis zurückge
führt werden. Ein Unfall
könne lediglich Risse beziehungsweise
Teilr
isse an einer Sehne verursachen. Solche
struk
turelle
n
Schädigungen an der
Il
iopsoassehne
hätten
aufgrund
der
bildgeben
den
Abklärungen
aber
a
usgeschlossen werden
können
.
Bei konservativ behan
delten und therapieresistenten Beschwerden
würde
ein arthros
kopisches Release der
Iliopsoass
ehnen
im Bereich der na
c
hgewiesenen Läsion durchgefü
hrt. Dieser minimalinva
sive operative Eingriff
sei
vorliegend jedoc
h nicht vorgenommen
worden
, sondern ei
n
e
für den Patienten viel
belastendere
und gefährlicher
e
Ope
ra
tion eines Pfannenwechsels
. Bereits dieser Umstand
lasse
offensichtlich den Schluss zu, dass die falsch sitzende Hüftpfanne und nicht
eine
traumat
isch irri
tierte
Il
iopsoassehne
beschwerdeverursachend gewesen sei (
Urk.
12
und 13
)
.
3.
3.1
Laut
Bericht der Notfallstation des
Z._
vom 1
8.
Mai 2017 wurde
n
an
läss
lich
der Konsul
t
atio
n vom 1
6.
Mai 2017 e
ine Hüftkontusion rechts (Status
nac
h Hüft TP rechts, 11/2016
O._
), eine Ellbogenkontusion links, e
ine HWS Dis
torsion Grad II und m
ultiple Exkoriationen
(gluteal rechts, Ellbogen links, Schulte
r links) diagnostiziert
. An der Wirbelsäule und am
Becken wurden keine Druck- und
K
lopf
dolenzen
, kein
Be
ckenkompr
essionsschmerz, kein
Symphysen
d
r
uck
schmerz
und
keine
Dr
uckdolenz
über
dem
Trochanter
major
, hingegen eine
leichte
Druckdolenz
inguinal re
c
h
ts
festgestellt
. Die bildgebenden Untersuc
hung
en zeigten unauffällige Verhältnisse
(
Urk.
15/M2).
3.2
Die am 2
4.
Juli 2017 von
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Radiologie,
E._
,
durchgeführte Magnetresonanz-Tomographie der rechten
Hüfte führte eine Bursitis
iliopectinea
bei Verdacht auf leichten Pfannen
überstand zutage. Zudem wurde ein kleines subfasziales Muskelödem im Muscu
lus
glutaeus
minimus anterior auf Höhe der Spina iliaca anterior superior, DD leichte Zerrung, festgestellt (
Urk.
15/M4).
PD
Dr.
med.
G._
, Facharzt für
Radiologie in der
E._
,
führte am 1
7.
November 2017 ge
stützt auf die durchgeführte Computertomographie der Hüfte rechts aus,
es bestehe ein ventraler Überstand der Prothesenpfanne, wobei
die Prothesenpfanne v
entral über eine Distanz von etwa
1,5 cm nicht von Knochen bedeckt sei (
Urk.
15/M17).
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Allgemeine I
nnere Medizin,
hielt
im Protokoll über die sonographische Untersuchung vom 2
3.
November 2017 fest
, dass im Übergangsbereich vom
Prothesenschaft
zum nativen
Femurhals
darüber
liegend im
Psoas
eine etwas
fibrosiert
wirkende Zone habe erkannt werden können. Es liege zurzeit aber kein Erguss vor und es sei auch keine vermehrte lokale Durchblutung zu finden. Er stellte mässig ausgeprägte weiche Leisten beidseits in etwa symmetrischem Ausmass fest, ohne Hinweis für
Inguinalhernien
(Urk.
15/M10).
3.3
PD
Dr.
med.
D._
, Facharzt für
O
rthopädische Chirurgie
und Trauma
to
logie des Bewegungsapparates
, führte in seinem Bericht vom
9.
Januar 2018 aus, dass der Versicherte seit dem Verkehrsunfall vom 1
6.
Mai 2017 unter einer hart
näckigen und persistierenden Reizung der
Psoassehne
an der rechten Hüfte leide. Konservative Massnahmen hätten zu keiner anhaltenden Besserung der Be
schwer
den geführt, so dass dem Patienten die operative Revision der
Psoassehne
und - aufgrund des in der Computertomographie nachgewiesenen Pfannenüber
stands -
der
gleichzeitige
Pfannenwechsel
angeboten werde
(Urk.
15/M11).
3.4
Auf Vorlage der Akten hielt der die Beschwerdegegnerin beratende
Dr.
med.
B._
,
Facharzt für O
rthopädische Chirurgie und Traumatologie des Be
wegungsapparates
, fest, das Hauptproblem sei der Pfannenüberhang der nicht absolut korrekt implantierten Hüftpfanne. Die
Psoassehne
gleite genau über den
Pfannenrand, was zur Irritation der Sehne und zur Bursitis führe. Die Bursitis habe
sich langsam entwickelt. Der Velosturz sei dafür nicht verantwortlich. Der beab
sichtigte Pfannenwechsel sei daher nicht unfallbedingt (
Urk.
15/M18).
3.5
PD
Dr.
D._
nahm mit
seinen
Arztbericht
en
vom 1
6.
April 2018
und 3
0.
Mai 2018
Bezug auf die Einschätzung von
Dr.
B._
. Er führte aus,
dass der Versicherte am 24.
November 2016 eine Hüfttotalprothese rechts über einen direkten ante
rioren Zugang bei konservativ ausgeschöpfter früher
Coxarthrose
rechts erhalten habe. Die Operation sei komplikationslos verlauf
en
, ebenso habe sich ein erfreu
licher postoperativer Verlauf gezeigt. Der Patient sei sehr zufrieden und be
schwerdefrei gewesen, bis er am 1
6.
Mai 2017 einen Verkehrsunfall erlitten habe. In der Folge seien Leistenschmerzen aufgetreten. Die klinische Abklärung sowie die Bildgebung hätten die Diagnose
einer traumatischen
Psoassehnen
-R
eizung ergeben. Konservativ habe keine nachhaltige Besserung der Symptomatik er
ziel
t werden können, so dass am 2
2.
Februar 2018 ein Pfannenwechsel mit Revision
der
Psoassehne
durchgeführt worden sei.
Ein umschriebener Überstand einer Hüf
t
gelenkspfanne im Bereich der Vorderwand werde häufiger beobachtet und führe
üblicherweise nicht zu Beschwerden. Theoretisch könne über die Zeit ein Pfannen
überhang
zwar zu einer Irritation der
Psoa
ss
ehne
und einer lokalen Bursitis führen. Der Versicherte sei jedoch bis zum Unfallereignis völlig beschwerdefrei
gewesen, so dass nicht von einer chronischen Bursitis ausgegangen werden könne
. Durch das plötzliche und unvorhergesehene Trauma-Ereignis seien Beschwerden aufgetreten. Hier könne eine Zerrung oder Überdehnung der Sehne stattgefunden haben, so dass sich erst hierdurch eine chronische Reizung ergeben habe. D
ie Reizung der
Psoassehne
sei folglich
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
auf das Unfallereignis v
om 1
6.
Mai 2017 zurückzuführen, d
ies im Sinne einer rich
tunggebenden
Verschlimmerung eines Vorzustandes, s
ofern der ventrale Überstan
d der
Pfanne als Vorzustand bezeichnet
werde
(
Urk.
3/1
und
3/2)
.
3.6
Das Gutachten von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für O
rthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates
, vom 16. Juli 2018
nannte
folgende, die Hüfte betreffenden Diagnosen (
Urk.
15/M21):
-
Impingementsymptomatik
Hüfte rechts bei Status nach zementfreier
Hüft
total
endoprothese
24.11.2016/Pfannenwechsel 22.02.2018
-
Status nach Polytrauma 16.05.2017 (Fahrradunfall) mit Hüftkontusion rechts, Ellbogenkontusion links, HWS-Distorsion Grad II, multiple Exkoriationen gluteal rechts, Ellbogen links und Schulter links
Als übrige orthopädische Diagnosen wurden folgende
genann
t:
-
Status nach Ellbogenluxation links, Status nach Schulteroperation rechts, Status nach AC-Gelenkfraktur rechts
-
Hüftdysplasie beidseits rechts endoprothetisch versorgt
Der Versicherte
sei nach
seinem Fahrradunfall am 1
6.
Mai 2017
nach Hause gebracht worden
und habe sich von dort aus ins
Z._
begeben, wo er ein
gehend
untersucht
und abgeklärt worden sei. Gleichentags sei er nach Hause entlassen worden. Weder klinisch noch radiologisch hätten sich im Bericht über die Notfallkonsultation gravierende Verletzungen im Bereich der rechten Hüfte ergeben. An der rechten Hüfte habe zu diesem Zeitpunkt ein Zustand nach
Hüft
endoprothesenimplantation
im November 2016 bestanden. Diese Hüftpro
these sei radiologisch nach dem Unfall weiterhin stabil verankert gewesen. Unverändert habe man jedoch eine Fehlpositionierung der Hüftpfanne gesehen. Auf der axialen Aufnahme sei sichtbar, dass der ventrale Pfannenrand deutlich über dem ossären Pfannenlager vorstehe.
Nach dem Unfall sei der Versicherte in die Ferien in die USA geflogen. Auch dies sei ein Hinweis, dass im Bereich der rechten Hüfte keine
wesentliche invalidisierende Hüftproblematik bestanden haben dürfte. Nach Rückkehr aus den Ferien
habe sich
der Versicherte
so
dann in Behandlung in der
A._
begeben
. Es habe ein
Leistenschme
r
z rechts persistiert
im Sinne einer
Impingementsymptomatik
. Die im
Verlauf durchgeführte CT-Unters
u
c
hung habe einen Überstand der Hüftpfanne ventral gezeigt. Im weiteren Verlauf sei
angesichts
dieser anhaltenden
Psoassehnen
-R
eizung recht
s
die Indikation für einen
Pfannenwechsel gestellt worden, der am 2
2.
Februar 2018 durchgeführt worden sei.
Bei der Iliopsoas-Tendinitis mit entsprechendem
Hüftimpingement
handle es sich um eine bekannte Problematik nach endoprothetischer Versorgung des Hüftge
lenkes durch beispielsweise
eine
überdimensionierte, retrovertierte oder nicht ge
nügend tief eingesetzte Hüftpfanne. Dabei könne es zu einer Irritati
on der
Psoas
sehne
kommen. Bei
m Versicherten habe nachgewiesen werden können, dass die Hüftpfanne auf einer Strecke von 15 mm ventral nicht ossär
bedeckt gewesen sei: Der ventrale Pfannenrand, das heisst die Region
, in welcher
die
Iliopsoassehne
verlaufe
, sei nicht von Knochen bedeckt
gewesen
, sondern
sei 15
mm über dem v
orderen Hüftpfannenrand vor
gestanden
.
Dies müsse in der ersten Zeit nach der Hüftprothesenoperation nicht zwingend Beschwerden verursachen, die Patienten seien
postoperativ
auch weniger aktiv. Bei Steigerung der Aktivität, und insbe
sondere
bei
vermehrter und verstärkter Bewegung im Hüftgelenk, könne es aber zu
einer
Reizung der
Iliopsoassehne
kommen. Ungünstig und die Beschwerden verstärkend dürfte auch der kurz nach dem Unfall durchgeführte
Transat
lantik
flug gewesen sein
(S. 10
f
f.).
Nicht jede Hüftpfanne, die ventral nicht von Knochen bedeckt sei, führe zu einer solchen Ili
opsoas-R
eizung. Bei
m Versicherten se
i aber über eine Strecke von 15
mm die Hüftpfanne nicht von Knochen bedeckt
gewesen
. Dies sei wohl ge
nügen
d, um eine Iliopsoas-P
roblemati
k auszulösen
(S. 13).
Der Gutachter erklärte, dass
für die
Impingementsymptomatik
und Iliopsoas-Tendinitis deshalb nicht die Kontusion der rechten Hüfte, die der Versicherte beim Fahrradsturz erlitten habe, sondern der Vorzustand an der rechten Hüfte
-
die nicht korrekt eingesetzte Hüft
pfanne mit ventralem
Ü
berstand ohne ossäre Bedeckung
- ursächlich gewesen sei
Eine wie
anlässlich des
Unfallereignis
ses
vom 1
6.
Mai 2017
erlittene
Kontusion im Bereich der rechten Hüfte
sei in der Regel nach se
c
h
s bis
acht Wochen als abgeheilt zu betrachten. Bildgebend habe in der MRI-Untersuchung vom 2
4.
Juli
2017 ein kleines subfasziales Muskelödem im Musculus Gluteus m
i
nimus auf Höhe
der Spina iliaca anterior superior nachgewiesen werden könne
n. Dies dürfte mit überwiegender Wa
hrscheinlichkeit in Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 1
6.
Mai 2017
gestanden haben
und Hinweis auf die erlittene Kontusion
ge
wesen
sein
(S. 14)
.
Eine Ein
schränkung der beruflichen Täti
g
ke
it d
urch das Unfall
ereignis vom 16.
Mai 2017 liege
folglich
nicht
(
mehr
)
vor.
Ebenfalls seien kei
ne therapeutischen Massnahmen im
Zusammenhang mit diesem Unfall not
wen
d
ig. Auch ein Integritätsschaden, zurückzuführen auf das Unfallereignis vom 1
6.
Mai 2017
,
sei nicht gegeben
(S. 11)
.
Abschliessend hielt Dr.
C._
fest, der aktuelle Gesundheitszustand des Beschwer
defüh
r
er
s
sei
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausschliesslich auf prätrau
ma
tische und somit unfallfremde Faktoren zurückzuführen (S. 14).
3.7
Am 1
6.
Oktober 2018 nahm PD
Dr.
G._
zu seine
m Bericht vom 17.
November 2017
ergänzend
Stellung. Er präzisierte, dass der ventrale
Überstand der Prothe
sen
pfanne 2-3 mm
betrage (
anteroposteriore
Ausdehnung
)
, in sagittaler Ebene gemessen. Die im Befundtext gen
annte Distanz von 1,5 cm beziehe
sich auf die
mediolaterale
Ausdehnung, auf der die Prothesenpfanne nicht v
on
Knochen be
de
c
k
t
sei
(
Urk.
9).
3.8
In Ergänzung zu seinem Gutachten vom 1
6.
Juli
2018 (
Urk.
15/M21)
nahm
Dr.
C._
am 2
6.
November 2018 (
Urk.
13
)
Stellung zum präzisierten Bericht von
PD
Dr.
G._
(E. 3.7)
.
Dr.
C._
führt
e
aus, dass
nunmehr
von e
iner nicht ossären Bedeckung von
15
mm x 3 mm ausgegangen
werde
, wobei aufgrund der
Bildauf
nahmen und der 3D-Rekonst
r
u
ktion der Eindruck entstehe, dass ventral die Hüft
pfanne deutlich mehr als 3 mm nicht von
Knochen bedeckt sei
(S. 7).
Zur Gesamtbeurteilung der Problematik
verwies
Dr.
C._
auf eine Arbeit
von Prof.
I._
über das I
li
o
psoas-
Impingement
nach
Hüft
endoprothese
. Eine chro
nische I
li
o
psoas-
Tendinitis und
Bursitis könne danach bedingt sein
durch einen direkten mechanischen
Mechanismus oder einen indirekten mechanischen Mechanismus auf Grund eines zu hohen horizontalen Offsets beziehungsweise eines Beinlängenunterschieds. Das Auftreten der Beschwerden sei variabel. So sei es möglich, dass die Beschwerden schon nach einem Monat oder auch erst nach 96 Monaten auftreten könnten. Eine überragende
acetabuläre
Komponente von
mehr als 12
mm scheine ein Prädispositions-F
aktor für ein
Iliopsoas-
Impinge
ment
darzustel
len. Andere Untersu
c
hungen würden aber einen durchschnittlichen Überstand von 5.8 mm nachweisen, wobei ein Range von 2 bis 10 mm bestehe.
Die Häufigkeit
eines
Iliopsoas-
Impingement
betrage etwas mehr als 4
%
. In dieser Arbeit von Prof.
I._
werde beschrieben, dass
bei -
auf konservative Mass
nahmen
-
therapieresistente
n
Beschwerden ein arthroskopisches Re
l
ease der
Iliop
soas
s
ehne
im Bereich der nachgewiesenen Läsion durchgeführt werde (S. 8 f.)
.
Am 2
2.
Februar
2018 habe PD
Dr.
D._
eine
Revision der
Hüftendoprothese
rechts durchgeführt. Er
habe
eine
Psoassehnen
-R
evision und einen Pfannenwechsel
vor
genommen
.
Im Operationsbericht
habe
er
beschrieben
,
dass die
Psoass
ehne
gut darzustellen sei, diese verlaufe in einer relativ tiefen Inzisur, sei leicht verdickt und entzündlich über einen kleinen Vorstand der Pfanne. Dieser intraoperative Befun
d und die Inspektion der
Psoass
ehne
gebe
keinen Hinweis
darauf
, dass es bei dem Unfallereignis vom 1
6.
Mai 2017 zu einer manifesten S
chädigung im Be
reich der
Psoass
ehne
gekommen sei. Die leichte Verdickung und
die
entzünd
lichen Veränderungen
würden
dafür
sprechen
, dass die
Psoassehne
hier über die nicht vom Knochen bedeckte Pfanne
gelaufen sei
und gerieben habe
(S.
9)
.
Wenn der prominente Pfannenrand ohne knöcherne Bedeckung nicht
ursächlich für dieses Iliopsoas-
Impingement
gewesen wäre, hätte
kein
Hüftpfannenwechsel durch
ge
führ
t werd
en müssen und dürfen. Ein Hüftpfannenwechsel sei ein relativ grosser und auch risikoreicher Eingriff. Einerseits komme es bei
m
Lösen einer stabil verankerten Pfanne immer zu einem gewissen Knochendefekt, anders
eits seien grosse Gefässe und N
erven ziemlich nahe am vorderen Pfannenrand und könnten verletzt werden. Ein Pfa
nnenwechsel bei einem Iliopsoas-
Impingement
sollte deshalb nur dann durchgeführt werden, wenn das
Problem am prominenten und nich
t ossär bedeckten Hüftpfan
nenrand liege. Bei einer allein
igen Iliopsoas-
Impingementsymptomat
ik
genüge
nämlich eine Tenotomie der
Iliopsoas
sehne
(vgl. Arbeit von
I._
). Der durchgeführte Pfannenwechsel spreche deshalb dafür, dass der prominente Pfannenrand ventral als Ursache
des
Impingement
s
der
Psoassehne
angenommen
worden sei
(
S. 9 f.
)
.
Er könne
sich der Aussa
ge von PD
Dr.
D._
nur anschliessen, dass kleine Über
stände am vorderen Pfannenrand häufig ohne Probl
eme
für die
Psoassehne
seien.
Wenn di
es bei dem Versicherten so gewe
sen wäre, hätte man
aber keinen Pfanne
n
wechsel machen müssen
(S. 10)
.
4.
4.1
Das Gutachten von
Dr.
C._
vom 1
6.
Juli 2018
(
Urk.
15/M21
) vermag die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen vollumfänglich zu erfüllen (E.
1.7
). So tätigte der Gutachter sorgfältige, umfassende Abklärungen, berücksichtigte die geklagten Beschwerden und begründete seine Einschätzung in nachvollziehbarer Weise sowie in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
. Hin
weise, welche gegen die Verwertbarkeit des Gutachtens sprächen, sind nicht ersichtlich.
Nachdem
PD
Dr.
G._
mit dem ergänzenden Arztbericht vom 16. Oktober 2018 (
Urk.
9) das Ausmass des
ventralen
Überstandes
der Prothesenpfanne
präzisiert hatte
, legte
Dr.
C._
am 26. November 2018
nachvollziehbar dar, weshalb
den
noch
an
d
er Einschätzung fest
zu
halte
n sei
, wonach
die Beschwerden an der Hüfte nicht auf das Unfallereignis
vom 1
6.
Mai 2017
zurückgeführt werden könn
t
en.
In ausführlicher Auseinandersetzung mit den sich in den Akten befindlichen ärztlichen Berichten
erklärte er
schlüssig
, dass
die Untersuchungen
am Unfalltag und die im Verlauf durchgeführten bildgebenden Abklärungen keine strukturelle Schädigung der
Iliopsoassehne
, die auf ein einmaliges Ere
ignis zurückgeführt werden könnte
,
gezeigt hätten. Die durch den Unfall verursachte Hüftkontusion sei
nach sechs bis acht Wochen
als
ab
geheilt
zu betrachten
und
führe
zu keiner dauernden oder erh
e
blichen Schädigung der körperlichen
Integrität
.
Eine
Bursitis
und Tendinitis entstehe
demgegenüber erst
durch
einen längeren Reizzustand, wi
e er vorliegend durch den
Überstand der Hüftpfanne
gegeben
sei
(Urk. 13, E. 3.8)
.
In diesem Sinne hatte bereits
Dr.
B._
in seiner Kurzbeurteilung vom
6.
Februar 2018 festgehalten, dass der Pfannenüberhang die darüber gleitende
Psoassehne
gereizt habe, wodurch sich langsam eine Bursitis entwickelt habe. Der Velosturz sei dafür nicht verantwortlich (
Urk.
15/M18).
4.2
Der Beschwerdeführer stützt sich zur Begründung seines Standpunktes auf die Berichte
des ihn
behand
e
lnden
und operierenden
Arztes
PD
Dr.
D._
.
Von der Erfahrungstatsache abgesehen, dass behandelnde Arztpersonen mitunter im Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen u
nd
Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc)
, vermögen die
Einschätzungen
von
PD
Dr.
D._
auch aus anderen Gründen
das Gutachten v
on
Dr.
C._
nicht zu entkräften:
4.2.1
Die
Ausführung
en
von
PD
Dr.
D._
, wonach der
Beschwerdeführer
bis zum
Unfall
ereignis vollständig
beschwerdefrei gewesen sei
und keine
Psoas
-S
ympto
matik
aufgewiesen
habe
(
Urk.
3/1)
,
werden
durch die Akten widerlegt.
So
wurde
im Bericht
der
A._
vom 2
3.
Februar 2017
zwar
festgestellt, dass die Schmerzen rückläufig seien. Der Patient
verspüre nach langem Sitzen aber
noch teilweise geringere Beschwerden
und verwende z
ur Analgesie sporadis
ch eine Tablette Dafalgan (Urk. 15/M16
).
Dr.
C._
wies
in diesem Zusammenhang
darauf hin, dass die Hüftrehabilitation nach
der endoprothetischen Versorg
ung
im Zeit
punkt des Unfallereignis
s
es
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nicht voll
stän
dig abgeschlossen gewesen sei und eine gewisse Einschränkung der Belast
barkeit und eventuell auch Restbeschwerden vorgelegen hätten. Die vollständige Rehabilitation nach
Einsetzen
einer Hüftprothese könne durchaus bis zu einem Jahr dauern (
Urk.
13 S. 2). In diesem Sinne
erwähnt
e
auch
PD
Dr.
D._
in seinem Bericht vom 10.
Oktober 2018
-
über
sieben Monate nach dem Pfannenwechsel
und der
Psoas
sehnen
-R
evision der rechten Hüfte -
, dass mit dem Endergebnis nach
einer Revisionsoperation frühestens nach 12 Monaten gerechnet werden könne (Urk. 15/M22)
.
Doch selbst wenn die Beschwerden tatsächlich erst nach dem Unfallereignis aufgetreten wären, könnte der Beschwerdeführer daraus nichts
zu seinen Gunsten
ableiten.
Die Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
4.2.2
Soweit
PD
Dr.
D._
ausführte,
dass durch das plötzliche und
unvorhergesehene
Traumaereignis
ei
ne Zerrung oder Überdehnu
ng der Sehne stattgefunden
haben könne
und s
ich hierdurch eine chronisch
e
Reizung ergeben habe
(
Urk.
3/2)
,
ist
vorab darauf hinzuweisen, dass die blosse Möglichkeit einer
u
nfallkausalen Ursache
einer Gesundheitsschädigung nicht genügt (E. 1.3).
Wie
Dr.
C._
in seinen
ergänzenden
Ausführungen
vom 2
6.
November 2018
sodann
darlegt
e
,
wäre eine
wie von PD Dr.
D._
dargelegte
Erklärung zwar möglich
. Aufgrund der
Akten
hätt
en sich
aber keinerlei
strukturelle Schädigungen im Bereich der rechten H
ü
fte
nachweisen lassen
:
Anlässlich
der Unters
u
c
hung im Notfall des
Z._
am 16.
Mai 2017 habe der Versicherte Schmerzen im Nacken rechtsseitig und im Bereich der rechten Hüfte angegeben. Es habe aber am Becken keine
Druck- und
Klopfdolenz
vorgelegen, ebenfalls kein Beckenkompressionsschm
erz und kein
Symphysenschmerz
. Lediglich e
ine leichte
Druckdolenz
habe inguinal rechts bestanden.
Auch in den
im Verlauf durchgeführten bildgeb
enden Abklä
rungen habe sich kei
n
e
Verletzung beziehungsweise
posttraumatische V
erände
rung der
Iliopsoassehne
im
Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 1
6.
Mai 2017 nachweisen lassen
.
Im MRI des Beckens vom 2
4.
Juli 2017
seien
lediglich eine Bursitis
il
iopec
tinea
bei Verdacht auf le
i
c
hten Pfannenüberstand sowie ein kleines subfas
ziales Muskelödem im M
usculus gluteus minimus anterior
auf Höhe der Spina i
l
iaca anter
ior superior
zur Darstellung gebracht worden
.
Am 2
3.
November 2017 habe
sich anlässlich
eine
r
Ultraschalluntersuchung des Beckens eine umschriebene und unscharf auslaufende vermehrte
Echogenität
mit Eindruck einer fibrösen Zone
gezeigt
. Inguinal habe sich eine deutlich vermehrte,
breitbasige
und stumpfe Vorwölbung im Hesselbach Dreieck unter
Va
l
salva
nach
weisen lassen, symmetrisch. Dies sei als mässig ausgeprägte weiche Leiste
beid
seits interpretiert worden
(
Urk.
13 S. 3 f.)
.
Diese Ausführungen überzeugen und es lässt sich damit
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
feststellen, dass
nach dem Unfallereignis vom 1
6.
Mai 2017 keine strukturelle
n
Schädigung
en
im Be
reich der rechten Hüfte ventral
vorgelegen haben.
Daran ändert auch nichts, dass es sich gemäss den Ausführungen des Be
schwer
deführers in seiner Replik
vom 2
5.
Februar 2019
um einen
sehr heftigen Sturz
gehandelt haben soll
(
Urk.
19)
, da allein die aus dem Unfall folgenden Körper
v
erletzungen
zu beurteilen sind
. Insofern der Beschwerdeführer
weiter
geltend macht, dass anlässlich der
am Unfalltag
erfolgten Notfallkonsul
t
ation im
Z._
keine Sonographie
und
Computertomographie
der Hüfte durchgeführt w
orden sei
en
, ist
mit der
Beschwerdegegnerin (
Urk.
23 S. 3)
davon auszugehen, dass die zuständigen Fachärzte entsprechende Abklärungen in die Wege geleitet hätten, wenn sie durch die gesundheitliche Situation beziehungsweise das Vorlie
gen von schweren Sc
hmerzen indiziert gewesen wären.
Die wenige Tage nach dem Unfallereignis angetretene Reise in die USA
lässt das Bestehen von starken Beschwerden beziehungsweise Verletzungen ebenfalls als
wenig
wahrscheinlich erscheinen
, ist eine derartige Reise
– wie auch Dr.
C._
bemerkt
e
(
Urk.
13 S. 5) -
doch immer mit gewissen Belastungen für den Bewegu
ngsapparat verbunden
.
Sodann
kann die Reizung der
Psoassehne
auch nicht direkt auf das Unfallereignis vom 1
6.
Mai 2017 zurückgeführt werden.
Dr.
C._
stellt
e
hierzu nachvollziehbar
dar
, dass es sich bei einer Reizung nicht um ein einmaliges Ereignis
,
sondern um ein wiederholtes un
d chronisches Geschehen handle
(Urk
.
13 S. 7).
4.2.3
Endlich vermag auch die Feststellung von PD Dr.
D._
, kleinere Überstände am vorderen Pfannenrand verblieben häufig ohne Probleme hinsichtlich der
Psoas
sehne
(Urk. 3/3), die Einschätzung von Dr.
C._
, wonach für die fragliche Hüft
problematik ausschliesslich prätraumatische Faktoren verantwortlich seien (E. 3.6),
nicht umzustossen. Die Erklärung des Gutachters, (auch) der Pfannenwechsel spreche angesichts der bestehenden Risiken sowie der Grösse des Eingriffs - bei im Übrigen fehlenden intraoperativen Befunden für eine unfallkausale manifeste Schädigung im Bereich der
Psoassehne
- dafür, dass der Pfannenüberstand als Ursache des
Impingements
der
Psoassehne
angenommen worden sei (E.
3.8), über
zeugt.
4.3
Folglich ist mit
Dr.
C._
davon auszugehen, dass
das
Unfallereignis vom Mai 2017 keine schweren Verletzungen
an der Hüfte
verursacht hat.
Die durch den Unfall erlittene Hüftkontusion ist
nach sechs bis acht Wochen
als ausgeheilt zu betrachten.
Sie hat
höchstens
zu einer vorübergehenden
Verstärkung der Schmer
zen geführt
, nicht
jedoch
zu einer richtunggebenden Verschlimmerung der mit der Prothesenpfanne einhergehenden Beschwerden
(vgl. E.
1.4
)
.
Mit dem Errei
chen des Status quo sine
vel
ante nach
spätestens acht
Wochen entfällt eine Teil
ursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden.
Für weitere medizinische Abklärungen besteht kein Anlass, zumal davon keine
neuen
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweis
wür
digung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3). Dies gilt insbesondere auch für die Frage, ob die Hüftpfanne ventral allenfalls mehr als 3
mm nicht vom Knochen bedeckt
gewesen
sein könnte (vgl.
Urk.
13 S. 7). Denn Dr.
C._
hat schlüssig begründet, weshalb
vorliegend - unabhängig vom Aus
mass dieses Überstandes - eine unfallkausale Verursachung der Hüftprob
lematik bloss möglich, nicht aber überwiegend wahrscheinlich bleibt (E. 3.6, E. 3.8
)
.
Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass
die am 2
7.
August 2018
im Nachgang zum Gutachten gestellten
Ergänzungsfragen
des Beschwerdeführers
(
Urk.
1 S. 5,
Urk.
15/J27)
nunmehr allesamt vom Gutachter beantwortet wurden.
Auf das Gutachten von
Dr.
C._
vom 1
6.
Juli 2018 (
Urk.
15/M21) und dessen Ergänzung vom 26. November 2018 (
Urk.
13) kann deshalb vollumfänglich abge
stellt werden.
5.
Aufgrund dieser Ausführungen ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwer
de
gegnerin gestützt auf das Gutachten
von Dr.
C._
die Unfallkausalität für die noc
h bestehenden Beschwerden
an der rechten Hüfte
und damit auch den Anspruch auf
Leistungen der Unfallversicherung
verneint hat (vgl.
Urk.
2 S. 5).
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
4.
September 2018 erweist sich damit als rechtens, was
zur Abweisung der Beschwerde
führt
.