Decision ID: e79cfbbe-86cb-504d-99ac-fcb44c8e5d6b
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
W._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Fürsprecher Dr. iur. Michel Béguelin, Dufourstrasse 12, 2502 Biel/
Bienne,
gegen
Helsana Versicherungen AG, Versicherungsrecht, Postfach, 8081 Zürich,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a W._, geboren 1977, war seit 26. Juni 2000 als Aussendienstmitarbeiterin bei der
A._ angestellt und dadurch obligatorisch bei der «La Suisse» Unfall-Versicherungs-
Gesellschaft (nachfolgend La Suisse) versichert. Am frühen Morgen des 16. Juli 2000
wurde die Versicherte als Beifahrerin im Personenwagen ihrer Kollegin verletzt. Diese
fuhr vor einem Lichtsignal, das auf Orange wechselte, auf das vordere Fahrzeug auf,
das zum Stehen gekommen war (UV-act. K1, K3). Bei der Erstkonsultation am
folgenden Tag auf der Notfallstation des Regionalspitals Santa Maria, Visp,
diagnostizierte Dr. med. B._ ein Hyperextensionstrauma der Halswirbelsäule (HWS)
und eine Distorsion des Schultergürtels links (UV-act. M1). Die Versicherte wurde zu
100% arbeitsunfähig geschrieben (vgl. UV-act. M7 f.). Die La Suisse erfuhr von früheren
ähnlichen Verletzungen der Versicherten und erbrachte die gesetzlichen Leistungen
unter Vorbehalt der Überprüfung ihrer Leistungspflicht (vgl. UV-act. M3 f., K5 bis K8,
K19 bis K22, K24).
A.b Bei einer misslungenen Landung auf einem Trampolin hatte sich die Versicherte
bereits 1994 am Hinterkopf und an der Halswirbelsäule verletzt (vgl. UV-act. M17 S. 5 f.
[bzw. Übersetzung M18 S. 4 f.; wobei das Unfalljahr im Gegensatz zu mehreren
anderen Akten - und demnach wahrscheinlich unzutreffend - mit 1991 angegeben
worden war]; M24; K5). Die dabei erlittenen Verletzungen waren nach Angaben der
Versicherten vollständig verheilt und die Arbeitsfähigkeit wieder hergestellt worden (vgl.
UV-act. K5).
A.c 1996 war ein Personenwagen, der auf der Autobahn im Ausland ausser Kontrolle
geraten war, gegen das Motorrad ihres damaligen Freundes geprallt, wodurch sie bei
hoher Geschwindigkeit vom Beifahrersitz geschleudert worden war. Dabei hatte sie
sich multiple Verletzungen an Armen und Beinen sowie im Nacken-Schulterbereich
zugezogen (vgl. UV-act. M17 S. 6 bzw. Übersetzung M18 S. 4 unten; M24 S. 2 oben;
Bericht Dr. med. C._, Facharzt FMH für Neurologie, über die konsiliarische
Untersuchung vom 11. März 1997 [Beilage zu M78]; K5). Gegenüber der IV-Stelle Bern
hatte der damalige Hausarzt der Versicherten, Dr. med. D._, Facharzt FMH für
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Allgemeinmedizin, am 9. März 2002 über eine leichte traumatische Hirnverletzung beim
Motorradunfall berichtet (Beilage zu UV-act. M81). Die Invalidenversicherung (IV) hatte
der Versicherten eine Umschulung zur Büroangestellten finanziert, da ihr die Ausübung
ihres Berufs als Offset-Druckerin nach dem Motorradunfall nicht mehr möglich war
(UV-act. K63: Urteil des Verwaltungsgericht des Kantons Bern vom 15. Juli 2003, S. 2).
Auch zu diesem Unfall führte die Versicherte aus, die Beschwerden seien vollständig
ausgeheilt (UV-act. K5).
A.d Die La Suisse holte verschiedene ärztliche Berichte ein, besonders das Gutachten
des Centre Multidisciplinaire de la Douleur vom 29. Januar 2001 (UV-act. M17 mit
Übersetzung M18) und verfügte am 13. Februar 2001 die Ablehnung einer weiteren
Leistungspflicht ab 1. Januar 2001 für die Folgen des Unfalls vom 16. Juli 2000 (UV-
act. K22). Diese Ablehnung bestätigte sie mit Einspracheentscheid vom 31. Mai 2002
(UV-act. K40). Die dagegen erhobene Beschwerde wies die
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern mit
Entscheid vom 15. Juli 2003 ab (UV-act. K63). Das Eidgenössische
Versicherungsgericht (EVG) hiess die Verwaltungsgerichtsbeschwerde U 207/03 der
Versicherten am 16. September 2005 gut. Unter Berücksichtigung des zusätzlich
eingereichten, von der IV veranlassten, interdisziplinären Gutachtens des Ärztlichen
Begutachtungsinstituts (ABI), Basel, vom 11. Februar 2004 (UV-act. I/1) hält das Urteil
fest, dass das psychosomatische Schmerzsyndrom schon vor dem Unfall vom 16. Juli
2000 bestand und daher zu diesem nicht kausal sei (E. 2.1). Bezüglich körperlicher
Befunde kam das EVG zum Schluss, deren Kausalität müsse eingehender abgeklärt
werden (E. 2.2 f.), und wies die Sache dazu und zu neuer Verfügung an die
Unfallversicherung zurück (UV-act. K71).
B.
B.a Neben den Beschwerden im Nacken- und Kopfbereich hatte die Versicherte in der
Zwischenzeit auch über solche an der linken Schulter und an der linken Hüfte geklagt.
An der linken Hüfte waren ein Labrumriss und ein Impingement festgestellt (vgl. UV-
act. M29 bis M32, M34 bis M42, M44 bis M55, M69 f., M74 f.), an der linken Schulter
der Verdacht auf eine hintere Instabilität geäussert und Acromion-Clavicula-
Gelenksbeschwerden verzeichnet worden (UV-act. M53, M56 bis M68, M71 bis M73).
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Die Versicherte führte auch diese Diagnosen, die Monate bzw. Jahre nach dem
Autounfall gestellt worden waren, auf das Ereignis vom 16. Juli 2000 zurück und
machte eine entsprechende Leistungspflicht der Unfallversicherung geltend.
B.b Die Helsana Unfall AG (nachfolgend Helsana) als Rechtsnachfolgerin der
La Suisse veranlasste in Absprache mit der Versicherten eine interdisziplinäre ärztliche
Beurteilung durch die Academy of Swiss Insurance Medicine (asim), Basel. Sie erfolgte
mit Gutachten vom 1. Juli 2008 und Ergänzung vom 14. November 2008 (UV-act. M82,
M84). Gestützt darauf stellte die Helsana mit Verfügung vom 1. Dezember 2008 fest,
dass der natürliche Kausalzusammenhang der andauernden Beschwerden zum Unfall
vom 16. Juli 2000 nach dem 31. Dezember 2000 nicht mehr mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit gegeben sei, und verneinte eine weitere Leistungspflicht (UV-act.
K121). Die hiergegen erhobene Einsprache wies sie mit Entscheid vom 8. April 2009 ab
(UV-act. K125).
C.
C.a Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 18. Mai 2009 mit den Anträgen auf
Aufhebung des Einspracheentscheids vom 8. April 2009 und Erbringung der
gesetzlichen Leistungen ab 1. Januar 2001. Zur Begründung wird angeführt, das asim-
Gutachten vom 1. Juli 2008 sei widersprüchlich und die Ergänzung vom 14. November
2008 antworte lediglich auf die teilweise suggestiven Fragen der Beschwerdegegnerin;
mit der Kritik der Beschwerdeführerin seien die Begutachtenden gar nicht konfrontiert
worden. Es gehe ihr hauptsächlich um Leistungen für die Heilbehandlung, welche zur
Erhaltung ihres Gesundheitszustands auch nach Meinung der asim-Gutachter
unerlässlich sei. Mit der Beschwerde liess die Versicherte auch ein Gesuch um
unentgeltliche Prozessführung durch ihren Rechtsvertreter, Fürsprecher Dr. iur. Michel
Béguelin, Biel, einreichen.
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 15. Juni 2009 beantragte die Helsana die
Abweisung der Beschwerde. Sie verneinte Widersprüche des Gutachtens und wies
darauf hin, dass dieses mit der Feststellung weiterer Therapiebedürftigkeit keinerlei
Aussagen über den zuständigen Leistungserbringer mache.
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C.c Am 10. Juli 2009 hiess der Präsident des Versicherungsgerichts das Gesuch um
unentgeltliche Verbeiständung der Beschwerdeführerin durch Fürsprecher Dr. iur.
Michel Béguelin gut (act. G 7).
C.d In der Replik vom 7. September 2009 führte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin aus, die asim-Gutachter hätten eine strukturelle Läsion nicht
verneint. Auf jeden Fall würden die Gutachter frühestens ab dem Zeitpunkt des
Gutachtens (1. Juli 2008) und nicht bereits ab 1. Januar 2001 einen Zusammenhang mit
dem Unfall nur noch für möglich halten. Die Aussage der Gutachter, weitere
Heilbehandlung sei nötig, jedoch nicht mehr unfallkausal, widerspreche ihrer Haltung
klar, wonach der Endzustand des unfallbedingten Schadens noch nicht erreicht sei.
C.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete in der Duplik vom 23. September 2009 auf
eine ausführliche Stellungnahme.
C.f Auf die weiteren Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt
der übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig und zu prüfen ist, ob die körperlichen Gesundheitsbeeinträchtigungen, an
denen die Beschwerdeführerin über den 31. Dezember 2000 hinaus leidet, in einem
ursächlichen (natürlichen und allenfalls auch adäquaten) Zusammenhang zum Unfall
vom 16. Juli 2000 stehen und ob demnach die Voraussetzungen für eine weitere
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin gegeben sind. In diesem Zusammenhang
steht insbesondere die Schlüssigkeit des asim-Gutachtens zur Diskussion. - Über die
Kausalität der psychiatrischen Diagnosen, speziell des psychosomatischen
Schmerzsyndroms, ist demgegenüber durch das EVG am 16. September 2005
abschliessend geurteilt worden (U 207/03, E. 2.1).
1.2 Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid die
Bestimmungen über die Leistungspflicht des Unfallversicherers nach Art. 6 Abs. 1 des
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Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) sowie über die
Voraussetzung des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und dem
Gesundheitsschaden zutreffend dargelegt. Gleiches gilt in Bezug auf den Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit und den Beweiswert ärztlicher Berichte
(Erwägungen III 3. f.). Darauf kann verwiesen werden.
1.3 Da die La Suisse als Rechtsvorgängerin der Helsana die Leistungspflicht nie
grundsätzlich anerkannt und die Leistungen jeweils unter Vorbehalt erbrachte (vgl. UV-
act. K5, K8), sind die erwähnten Voraussetzungen der Leistungserbringung
massgebend. Die (rechtlichen) Aspekte, unter denen eine einmal anerkannte
Leistungspflicht aufgehoben werden kann, spielen vorliegend keine Rolle.
2.
2.1 Zum asim-Gutachten ist zunächst festzuhalten, dass der Fragenkatalog
ausdrücklich auf objektivierbare Befunde aus den Bereichen Orthopädie,
Rheumatologie und Neurologie beschränkt und das psychiatrische Beschwerdebild
unmissverständlich ausgeschlossen worden war (UV-act. K103). Die Begutachtungs-
Stelle veranlasste im Rahmen des polydisziplinären Gutachtens dennoch auch ein
psychiatrisches und ein neuropsychologisches Fachgutachten (Beilagen 5 und 4 zum
asim-Gutachten [UV-act. M82]). Begründet wurden diese als Dokumentation, dass seit
der letzten psychiatrischen Beurteilung (ABI- Gutachten vom 11. Februar 2004 [UV-act.
I/1]) keine weiteren psychischen oder psychiatrischen Diagnosen hinzugekommen
seien, welche die aktuelle Beurteilung beeinflussen könnten (asim-Gutachten [UV-act.
M82] S. 40/51). Bei der Beantwortung des Fragenkatalogs der Helsana hielten sich die
Begutachtenden an die Vorgaben des Auftrags, beschränkten sich auf die Fachgebiete
Orthopädie, Rheumatologie und Neurologie und wiesen die Folgen des Unfalls vom
16. Juli 2000 aus (Ziff. 7.2 ab S. 42/53), während im vorangehenden allgemeinen Teil
des asim-Gutachtens nicht zwischen den Folgen der verschiedenen Unfälle (beim
Trampolinspringen 1994, Motorradunfall 1996 sowie Autounfall vom 16. Juli 2000)
unterschieden und auch krankheitsbedingte Gesundheitsbeeinträchtigungen
beschrieben wurden.
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2.2 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht zunächst geltend, strukturelle
Verletzungen beim Unfall vom 16. Juli 2000 würden im asim-Gutachten nicht klar
verneint (Antwort auf Frage 2.1, S. 43-46/51). In der Antwort auf Frage 2.2 ("Falls Sie
eine solche strukturelle Läsion als nachgewiesen betrachten: Wie lange hat diese
Läsion ihrer Ansicht nach bestanden bzw. war diese im Zeitpunkt ihrer Untersuchung
noch nachweisbar?" S. 45/51) würden Beschwerden bzw. Befunde beschrieben und es
sei aufgrund der Fragestellung davon auszugehen, dass es sich dabei um strukturelle
Verletzungen handle. Es trifft zu, dass die Begutachtenden die Teilfragen 2.1 und 2.2
nach strukturellen Verletzungen - für sich betrachtet - nicht eindeutig beantworten.
Eigentliche strukturelle Läsionen im Sinn von organisch objektiv ausgewiesenen
Unfallfolgen bzw. objektivierbaren Untersuchungsergebnissen, die reproduzierbar und
von der Person der Untersuchenden und den Angaben der Patientin unabhängig sind
(vgl. SVR 2010 UV Nr. 6 S. 25 E. 2 mit Hinweis [Urteil des Bundesgerichts 8C_216/2009
vom 28. Oktober 2009; in BGE 135 V 465 nicht publizierte E. 2]), werden in ihren
Antworten jedoch nicht aufgelistet. Es wurden keine Befunde erhoben, die als mit
apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigte strukturelle Läsion bezeichnet
werden können. Das gilt sowohl für die klinisch festgestellten Einschränkungen der
Inklination und der Rotation der HWS als auch die radiologisch dokumentierte
Streckhaltung (Antwort auf Frage 2.2, S. 45/51; vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_124/2008 vom 17. Oktober 2008 E. 6.1). In der Antwort auf Teilfrage 2.1 (S.
43-46/51) führen die Begutachtenden aus, dass allfällige Weichteilverletzungen nicht
beweisbar seien. Sie begründen einlässlich, weshalb die linksseitigen
Schulterbeschwerden nicht auf den Unfall vom 16. Juli 2000 zurückzuführen seien und
dass ein Zusammenhang der Diagnosen und Behandlungen an der linken Hüfte mit
dem Unfall zwar möglich aber nicht überwiegend wahrscheinlich sei. Diese
Ausführungen und Antworten der Begutachtenden sind unglücklich platziert, weil sie
zwar unter der Hauptfrage 2 "Organische Befunde und Diagnosen?" stehen, die
gestellten Teilfragen 2.1 und 2.2 jedoch nicht gezielt beantworten. Dass die
Begutachtenden keine organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen beschrieben
haben und dass sich in den medizinischen Akten keine solchen des Unfalls vom
16. Juli 2000 finden, wird jedoch - wie die Beschwerdegegnerin zu Recht ausführt - im
Vergleich mit der vorstehend zitierten Rechtsprechung klar.
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2.3 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin führt weiter aus, die Begutachtenden
würden nicht nachvollziehbar und schlüssig erklären, weshalb der (natürliche)
Kausalzusammenhang mit dem Unfall bereits ab dem Zeitpunkt der
Leistungseinstellung (31. Dezember 2000) nicht mehr gegeben bzw. nur noch möglich
sein sollte.
2.3.1 Im rheumatologischen Fachgutachten vom 12. November 2007 (Beilage 2
zu UV-act. M82) erhob Oberarzt Dr. med. E._, Facharzt FMH für Innere Medizin und
Rheumatologie, folgende rheumatologischen Diagnosen: Chronisches
Schmerzsyndrom (ICD-10: M79.0) bei/mit: initial geringem organischen Korrelat; Status
nach chirurgischer Hüftluxation; Pfannenrandtrimmung, Labrumfixation, Kopf-/
Schenkelhals-Taillierung links am 13. Januar 2006 bei gemischt femuro-acetabulärem
Impingement Hüfte links; Status nach Re-Arthrotomie Hüfte links und Entfernung der
Bohrerspitze am 13. Januar 2006; Status nach Schraubenentfernung am 4. August
2006; persistierender Periarthropathie der Hüfte links; Status nach Schulter-
Arthroskopie mit hinterer Stabilisierung Juni 2003 bei Verdacht auf posttraumatische
hintere Schulterinstabilität links, Differentialdiagnostik: posttraumatisch/
Hypermobilitätssyndrom (Beighton-Score 6/9); Status nach HWS-Distorsion 1994,
1996 und 2000; Hypermobilitätssyndrom Beighton-Score 6/9 (a.a.O. S. 5/8). Der
begutachtende Rheumatologe führte in seiner Beurteilung sodann unter anderem aus:
"In Anbetracht der heute zu erhebenden Befunde, der weiterhin relativ globalisiert,
schwer lokalisierbar und diffus beklagten Symptome mit Fokussierung auf die
Bereiche, in denen operative Eingriffe durchgeführt wurden oder wo sich anderweitige
Traumata schadhaft manifestiert haben sollen, stehen für mich in diesem Fall Aspekte
einer chronischen Schmerzstörung mit häufigem Arztwechsel (so lange bis sich einer
findet, der einen organischen, evtl. operationsfähigen Kern der Beschwerden
identifiziert) im Vordergrund gegenüber denen einer organischen Erkrankung. -
Entsprechend kann ich, in detaillierter Kenntnis der Aktenlage die Einschätzung des
Centre multidisciplinaire de la Douleur nicht in gleicher Weise in Frage stellen, wie dies
der Vorgutachter des ABI tut. Nach meinem Dafürhalten muss in Anbetracht des
Verlaufs, vermutlich in Übereinstimmung mit den sich diesbezüglich selbst als
befangen bezeichnenden Rheumatologen der Klinik Balgrist, sogar davon
ausgegangen werden, dass die Schmerzverarbeitungsstörung als Ursache des
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'Versagens' der operativen Schmerztherapien sogar als primäres Korrelat des
ungünstigen Verlaufs bezeichnet werden muss." (Beilage 2 zu UV-act. M82 S. 7/8).
2.3.2 Unter Berücksichtigung der Vorakten, der eigenen Untersuchungen sowie
aller Fachgutachten lautet die Antwort auf die Frage nach dem natürlichen
Kausalzusammenhang im asim-Gutachten vom 1. Juli 2008 (3.1, UV-act. M82
S. 46/51): "Die zervikobrachialen Beschwerden könnten im Sinne eines late whiplash
syndromes interpretiert werden. Wahrscheinlicher ist jedoch, bei sehr diffuser
Schmerzangabe und ausgeweiteter Symptompräsentation ein Zusammenhang mit dem
chronischen Schmerzsyndrom im Sinne Symptomausweitung vor dem Hintergrund der
bereits 1999 im psychiatrischen Gutachten beschriebenen Somatisierungstendenz und
Persönlichkeitsstörung (...). Seit dem Unfall 2000 hat eine Chronifizierung und
Ausbreitung der Schmerzen zu einem Panvertebralsyndrom eingesetzt. Ein
Zusammenhang mit dem Unfall vom 16. Juli 2000 ist ab Zeitpunkt des Gutachtens
bestenfalls noch möglich, aber nicht mehr überwiegend wahrscheinlich. Ein
Zusammenhang mit den vorherigen Unfällen 1994 und 1996 aber ebenfalls möglich.
(...)" Auf Nachfrage der Helsana hin präzisierte Dr. med. F._, Facharzt FMH für Innere
Medizin und stellvertretender asim-Chefarzt, am 14. November 2008 (UV-act. M83 f.):
"Wie aus den ausführlichen Darlegungen unseres Gutachtens unter 7.1. und speziell
7.2., Punkt 2.1 und 7.2., Punkt 3.1 unmissverständlich hervorgeht, ist die
Unfallkausalität der aktuellen Beschwerden nicht gegeben und die vorbestehende
Somatisierungsstörung ausschlaggebend für die aktuelle Beschwerdesituation - nebst
den Folgen der diversen Operationen, deren Indikation hinterfragt werden kann (siehe
entsprechende Ausführungen im Gutachten). - Entsprechend muss die Aussage unter
Punkt 3.4.3 dahingehend korrigiert werden, dass der status quo ante nicht erreicht ist
(aus unfallfremden Gründen), dass der status quo sine jedoch durchaus erreicht ist,
indem die zugrunde liegende Psychopathologie ausschlaggebend ist für die
Chronifizierung und Ausweitung der Beschwerden und dies auch ohne Unfall in
gleichem Masse hätte auftreten können. - In erneuter Durchsicht der Akten und der
Ausführungen des Gutachtens erscheint es plausibel, die Kausalität zum Zeitpunkt der
Leistungseinstellung per 1. Januar 2001 als nicht mehr überwiegend wahrscheinlich
einzustufen."
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2.3.3 Ausser der nachträglich als Irrtum bezeichneten und in der Ergänzung vom
14. November 2008 korrigierten Angabe bezüglich Status quo sine unter Antwort 3.4.3
(UV-act. M82 S. 48/51 oben) sind im Gutachten vom 1. Juli 2008 keine Widersprüche
zum Kausalzusammenhang ersichtlich. Vielmehr argumentieren sowohl das
Gesamtgutachten als auch die einzelnen Fachgutachten dahingehend, dass die
physischen Gesundheitsbeeinträchtigungen der Beschwerdeführerin nur beschränkte
Zeit auf den Unfall vom 16. Juli 2000 zurückzuführen sind. Mit der Ergänzung vom
14. November 2008 wird präzisiert, dass die Kausalität zum Zeitpunkt der
Leistungseinstellung per 1. Januar 2001 als nicht mehr überwiegend wahrscheinlich
einzustufen ist.
2.3.4 Zusammenfassend ist im asim-Gutachten vom 1. Juli 2008 und der
Ergänzung vom 14. November 2008 (UV-act. 82, 84) schlüssig dargetan, dass die
physischen Gesundheitsbeeinträchtigungen der Beschwerdeführerin, die über den
31. Dezember 2000 hinaus geklagt werden, nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 16. Juli 2000 zurückzuführen sind und damit der
natürliche Kausalzusammenhang fehlt.
2.4 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht zu Recht geltend, die
Teilfragen 4.1 und 4.2 (UV-act. 82 S. 48/51) seien als solche widersprüchlich
beantwortet. Bei Gesamtbetrachtung und vor allem unter Einbezug der Ergänzung vom
14. November 2008 wird dieser Widerspruch jedoch aufgelöst: Die Begutachtenden
beschreiben weitere Behandlungsmöglichkeiten, verneinen jedoch eine Leistungspflicht
der beschwerdegegnerischen Unfallversicherung, da die natürliche Kausalität nicht
mehr überwiegend wahrscheinlich gegeben ist. Die Fragen nach dem Endzustand sind
jedoch vorliegend nicht massgebend, da die Voraussetzungen der Leistungserbringung
zu prüfen sind, nicht die Aufhebung der einmal anerkannten Leistungspflicht und deren
Zeitpunkt (vgl. BGE 134 V 109 E. 3 f. S. 112 ff.), wie in der vorstehenden E. 1.3
ausgeführt.
2.5 Zusammenfassend kann für die vorliegend relevante Frage des natürlichen
Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall vom 16. Juli 2000 und den physischen
Gesundheitsbeeinträchtigungen der Beschwerdeführerin, die über den 31. Dezember
2000 hinaus geklagt werden, auf das asim-Gutachten vom 1. Juli 2008 und die
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Ergänzung vom 14. November 2008 (UV-act. 82, 84) abgestellt werden. Sie sind für die
streitigen Belange umfassend, beruhen auf allseitigen Untersuchungen,
berücksichtigen auch die geklagten Beschwerden, sind in Kenntnis der Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden, leuchten in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die
Schlussfolgerungen der Experten und Expertinnen sind begründet (BGE 125 V 351
E. 3a S. 352). Auch bei ausdrücklicher Mitberücksichtigung des Gutachtens des Centre
Multidisciplinaire de la Douleur vom 29. Januar 2001 (UV-act. M17 mit Übersetzung
M18) und des interdisziplinären Gutachtens des Ärztlichen Begutachtungsinstituts
(ABI), Basel, vom 11. Februar 2004 (UV-act. I/1), die bereits dem EVG für das Urteil
vom 16. September 2005 (U 207/03; UV-act. K71) vorlagen und als Vorakten durch die
Begutachtenden des asim berücksichtigt wurden, ergibt sich keine andere Würdigung
des natürlichen Kausalzusammenhangs. Eine weitere Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin über den 31. Dezember 2000 hinaus ist nicht begründet und
wurde in der Verfügung vom 1. Dezember 2008 und im Einspracheentscheid vom
8. April 2009 zu Recht verneint.
3.
Letztlich nicht zu beanstanden ist das Vorgehen der Beschwerdegegnerin bzgl.
Ergänzungsfragen an die Begutachtenden: Dem Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin wurde das asim-Gutachten vom 1. Juli 2008 am 3. Juli 2008 zur
allfälligen Stellungnahme zugestellt (UV-act. K113). Er gab diese am 14. Oktober 2008
ab. Dabei wies er auf "etwas widersprüchliche Angaben" des Gutachtens hin, stellte
jedoch keinerlei Anträge auf Ergänzungsfragen an die Begutachtenden (UV-act. K118).
Die Beschwerdegegnerin stellte solche am 31. Oktober 2008 ohne vorgängige
Rücksprache mit dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, bediente diesen jedoch
mit einer Kopie des Schreibens an die Gutachterstelle (UV-act. M83, K119). Die
Ergänzung der Gutachterstelle vom 14. November 2008 (UV-act. M84) wurde dem
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am 26. November 2008 zugestellt und der
Entscheid der Helsana in den nächsten Tagen in Aussicht gestellt (UV-act. K120).
Hätten die Beschwerdeführerin bzw. ihr Rechtsvertreter auf weiteren Ergänzungsfragen
an die Begutachtenden bestanden, hätten sie die Gelegenheit gehabt, auf diejenigen
der Unfallversicherung sofort zu reagieren und solche zu stellen oder durch die
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Beschwerdegegnerin stellen zu lassen. - Selbst wenn der Beschwerdegegnerin der
Vorwurf gemacht werden kann, sie sei nicht korrekt vorgegangen und hätte die
Gegenpartei vorgängig über die vorgesehenen Ergänzungsfragen informieren sollen,
damit die Ergänzungsfragen hätten gemeinsam gestellt werden können (BGE 136 V
113 E. 5.4 S. 116), ist dieser allfällige Verfahrensmangel vorliegend geheilt, weil die
Beschwerdeführerin keine Ergänzungsfragen stellen liess und auf diejenigen der
Beschwerdegegnerin mit Stillschweigen reagierte (vgl. BGE 136 V 113 E. 5.5 S. 116 mit
Hinweis).
4.
4.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
Gerichtskosten sind gemäss Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) keine zu erheben.
4.2 Der Beschwerdeführerin wurde die unentgeltliche Rechtsverbeiständung am
10. Juli 2009 bewilligt (act. G 7). Sie kann indessen, wenn es ihre wirtschaftlichen
Verhältnisse gestatten, zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet
werden (Art. 288 Abs. 1 des Zivilprozessgesetzes sGS 961.2, i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1). Zufolge der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung ist der Staat zu verpflichten, für die Kosten der Rechtsvertretung
der Beschwerdeführerin aufzukommen, wobei dem unentgeltlichen Rechtsbeistand
lediglich ein um 20% reduziertes Honorar zusteht (vgl. Art. 31 Abs. 3 des
Anwaltsgesetzes, sGS 963.70; Honorarverordnung für Rechtsanwälte und
Rechtsagenten [HonO; sGS 963.75]). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat
am 6. Oktober 2009 eine Kostennote über insgesamt Fr. 3'815.50 (um 20% gekürztes
Honorar von Fr. 3'450.-- zuzüglich Barauslagen Fr. 96.-- und Mehrwertsteuer
Fr. 269.50; act. G 13) eingereicht. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen
spricht in unfallversicherungsrechtlichen Verfahren gestützt auf Art. 22 Abs. 1 lit.b
HonO regelmässig eine (ungekürzte) pauschale Entschädigung zwischen Fr. 3'500.--
und Fr. 4'500.-- zu. Es ist kein Anlass ersichtlich, weshalb im vorliegenden Fall anders
zu verfahren wäre. In Würdigung aller Umstände ist die Parteientschädigung
vorliegend, wie in vergleichbaren Fällen üblich, ohne direkte Berücksichtigung des
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geltend gemachten Zeitaufwandes von 171⁄4 Stunden auf Fr. 3'600.-- (80% von
Fr. 4'500.-- inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG