Decision ID: 7c00099b-2a4a-4acb-9ffe-aaaee9d5177f
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1989
geborene
X._
war seit
1.
Oktober
2016 in ei
nem Teilzeiter
werbspensum von 20
Stunden pro Woche als
Verkäuferin
bei der
Y._
angestellt und in dieser Eigenschaft bei der
Suva
gegen die Folgen
von Unfällen versichert. Am 2
0.
September 2018 fiel ihr beim Abladen von Putzmit
teln ein Karton mit flüssigem Waschmittel auf
die Schulter. Dabei zog
sie sich Prellungen an
der rechten Schulter und an der Wirbelsäule zu
(
Urk.
9/2
Ziff.
6 und
Ziff.
9).
D
ie Suva erbrachte
die gesetzlichen
Leistungen (T
aggeld und Heil
behandlung [
Urk.
9/3 und
Urk.
9/4]).
Am 1
7.
Januar 2019
kündigte sie
an, dass sie die Kosten
für eine
am
2
1.
Januar 2019 vorges
ehene Operation nicht über
nehme
und den Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen vorerst abl
ehne (
Urk.
9/37). Mit Verfügung vom
6.
Februar 2019 (
Urk.
9/49)
teilte sie
mit,
dass
nach
dem
zwischenzeitlich eingegangen
en
Operationsbericht
und
einer
Beurtei
lung ihres ärztlichen Dienstes
keine Unfallfolgen mehr vorlägen
und sie die Leis
tungen per 2
0.
Januar 2019 einstelle.
Nach erfolgter
Einsprache (
Urk.
9/53 und
Urk.
9/57
)
legte
die Suva
den Fall
erneut
ihrem
Kreisarzt zur B
eurteilung vor (vgl.
Urk.
9/60) und wies
die Einsprache
mit
Einspracheentscheid
vom
2.
August 2019
ab (
Urk.
2).
2.
Hierg
egen erhob die Versicherte am 1
2.
September 2019
(
Urk.
1) Beschwerde mit
folgenden Anträgen (S. 2):
1.
Es seien der
Einspracheentscheid
vom
2.
August 2019 und die Verfügung vom
6.
Februar 2019 aufzuheben.
2.
Es seien der Beschwerdeführerin als Folge des Unfallereignisses vom 20. September 2018 die gesetzlichen Leistungen gemäss UVG (insbeson
dere Heilbehandlungskosten) auch nach Ende Dezember 2018 bis zur Erreichung des medizinischen Endzustandes, der noch zu ermitteln sein wird, auszurichten.
3.
Eventualiter sei ein neutrales, orthopädisc
hes Gutachten im Sinne von Art.
44 ATSG auf Kosten der Beschwerdegegnerin anzuordnen.
4.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerde
gegnerin.
Die
Suva
beantragte i
n ihrer Beschwerdeantwort vom 2
4.
November 2019
(
Urk.
8)
die
Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des
Einspracheentscheides
(S. 2)
und hielt fest
,
dass sie
die
Kosten für den er
sten Teil der Operation vom 21.
Januar 2019
übernehme (
Ziff.
4.5)
.
Mit der Beschwerdeantwort reichte die Suva die Beurteilung von med.
pract
.
Z._
, Facharzt für Chirurgie, von der Abteilung Versicherungsmedizin vom 1
1.
November 2019 ein (
Urk.
9/78).
Nach Anordnung
eines zweiten Schriftenwechsels (vgl.
Urk.
10), hielten die Parteien
replicando
(
Urk.
14) und
duplicando
(
Urk.
17) an ihren Anträgen fest.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskus
risse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Band
läsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.5
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E.
4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründet ihren Entscheid damit (
Urk.
2
S. 4
f.
), dass
die Kausalitätsfrage
durch ihren Kreisarzt am
1
0.
April 2019 beurteil
t
worden sei.
Dabei sei u
nter de
r Annahme einer unfallbedingten
leichten Kont
usion
davon aus
gegangen worden
, dass das geschi
lderte Ereignis spätestens nach
drei Mona
ten nicht mehr für die beklagten Beschwerde
n verantwortlich gemacht werden könne und d
ementsprechend
sei
der Status quo spä
testens per 20.
Dezember
2018 erreicht
worden.
Die darüber hinaus beklagte Beschwerdesymptomatik sei durch somatische Befunde nicht erklärbar. Daran vermöge auch der Bericht des Opera
teurs vom 2
1.
Februar 2019, wonach eine Bursitis
subacromialis
durchaus durch einen Unfall verursacht sein könne, nichts zu ändern, sei doch eine traumatische Genese lediglich differenzialdiagnostisch in Erwägung gezogen worden.
Im Verfahren führte sie aus (
Urk.
8
S
. 4 f.
),
sie habe das Dossier zur nochmaligen Beurteilung ihrer Abteilung für
Versicherungsmedizin vorgelegt. In der Beurtei
lung vom 1
1.
November 2019 sei der Versicherungsmediziner
med.
pract
.
Z._
zum Schluss
gekommen
, dass der Unfall vom 2
0.
September 2018 an der rechten Schulter mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine strukturelle Verletzung, insbesondere auch keine Bursitis
subacromialis
bewirkt habe, sondern lediglich eine Kontusion leichten bis maximal mässigen Grades
vorgelegen habe
, bei der von
einer
Ausheilung spätestens nach Ablauf von drei Monaten
auszugehen sei
.
Dabei habe insbesondere die
vom Kreisarzt
Z._
vorgenommene Analyse der
intraoperativen Bilder vom 2
1.
Januar 2019 zum Schluss
geführt
, dass sich die im Operationsbericht vermerkte "ausgiebige
subakromiale
Bursitis" bildgebend nicht
zeige
(S. 5)
.
Die erbrachten Leistungen seien damit zu Recht per 2
0.
Januar 2019 eingestellt worden. Davon ausgenommen seien lediglich die Kosten für den ersten Teil der Operation vom 2
1.
Januar 2019 (diagnostische Arthroskopie)
,
da der Eingriff dem Ausschluss
einer unfallkausalen intraartik
u
l
ären Schulterpatho
logie gedient habe. Die Kosten für den zweiten Teil der Operatio
n (therapeutische Arthroskopie) habe sie jedoch
nicht zu übernehmen, weil dieser kein
e Unfallfol
gen adressier
e
(S. 6).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt
(
Urk.
1 S.
7
f.
)
,
gestützt auf die Ausführungen des Kreisarztes vom 2
7.
November 2018 wonach es durch die kontusionsbedingten Schmerzen zu einer
Dezentrierung
des
Humeruskopfes
aufgrund schmerzbedingter Ausweichbewegungen und dadurch zu einer Bursitis
subacromialis
und
subdeltoidea
als Grund für die andauernden Beschwerden gekommen sei, stehe die im Operationsbericht vom 2
1.
Januar 2019 festgestellte ausgiebige
subakromiale
Bursitis überwiegend wahrscheinlich noch im Zusammenhang zum Ereignis vom 2
0.
September 201
8.
Auch trage die Beschwerdegegnerin die Beweislast für das Dahinfallen der kausalen Bedeutung der unfallbedingten Ursachen nachdem sie das Ereignis und deren Folg
en bereits einmal für rund dreieinhalb
Monate (2
0.
September bis Ende Dezember 2018) als Unfallfolgen anerkannt habe.
Es bestünden auch Widersprüche zwischen den Aussagen des Kreisarztes
Dr.
A._
vom 2
7.
November 2018 und jener des Kreisarztes
Dr.
B._
vom
5.
Februar 201
9. Dr.
B._
habe
stets die Unfallkau
salität verneint
während
Dr.
A._
und der operierende
Dr.
C._
sich für eine Unfallkausalität ausgesprochen hätten
(S. 9).
Aufgrund des Untersuchungs
grundsatzes wären im Sinne des Eventualantrages ergänzende medizinische Abklärungen anzuordnen (S. 10).
In
ihrer
Replik
führte
sie
aus
(
Urk.
14 S.
3 f.)
,
die Beschwerdegegnerin halte den im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingeholten kreisärztlichen Bericht von med.
pract
.
Z._
vom 1
1.
November 2019 für schlüssig, welcher die diagnosti
sche Arthroskopie vom 2
1.
Januar 2019 zur diagnostischen Abklärung der Schul
terbeschwer
den als unfallkausal betrachtet habe
. Damit sei der
Einsprache
entscheid
vom
2.
August 2019 gestützt auf die eigenen Feststellungen
des
Kreis
arztes
Z._
nicht auf einer genügend abgeklärten Sachlage erfolgt. Die Beschwerdegegnerin habe damit das Beschwerdeverfahren vor
dem
Sozialversi
cherungsgericht zu verantworten.
3.
3.1
Im Bericht der Notfallpraxis des
Kantonsspitals
D._
vom 2
0.
September 2018 (
Urk.
9/72
)
diagnostizierte
der zuständige
Arzt
eine Kontusion
der Schulter rechts vom selben Tag
.
Die
Beschw
erdeführerin habe eine Schachtel
von einer
Palette herunternehmen müssen. Dabei sei
ihr diese Schachtel auf die rechte Schulter gefallen. Nun habe sie starke
Schmerzen im Bereich der gesamten Schul
ter, wobei die Bewegung stark einges
chränkt sei. Zum
Eintrittsbefund
führte der Arzt aus, die Beschwerdeführerin
zeige sie sich
mit
einer
Schonhaltung
der
rech
ten Schulter und
diffusem
Druckschmerz
um die ganze Schulter mit
punctum
maximum
übe
r dem ventralen
Humeruskopf
. Aufgrund der Schmerzen sei
die Schulter klinisch kaum beurteilbar. Bildgebend (Röntgen)
zeige sich
keine Frak
tur, eine regelrechte Artikulation
sowie eine
muskuläre Ansatzverkalkung des
Musculus
pectoralis
major
.
Es wurde
eine
100%ige
Arbeitsunfähigkeit vom
2
0.
bis 2
8.
September
2018
attestiert
.
3.2
Im Sprechstundenbericht der Universitätsklinik
E._
vom 2
4.
September 2018 (
Urk.
9/1) führten die Ärzte aus, die Schulter rechts sei
inspektorisch
unauffällig, ohne Hämatom, Schwellung, Rötung oder Überwärmung. Es bestünden
eine
d
iffuse
Druckdolenz
mit
punctum
maximum
im
Sulcus
bicipitalis
und eine diffuse Hypästhesie im Bereich der gesamten rechten oberen Extremität vom
Axillaris
gebiet
bis in die gesamte Hand rechts. Eine
ossäre
Läsion habe im aktuellen Rönt
genbild erneut nicht nachgewiesen werden können und aufgrund des
Trauma
m
e
chanismus
sei eine
Rotatorenmanschettenläsion
als eher unwahrscheinlich anzu
sehen. Die diffuse Hypästhesie mit intakter Motorik im Bereich der rechten oberen Extremität sei am ehesten im Rahmen einer funktionellen Sensibilitätsstörung bei ausgeprägten Schmerzen zu interpretieren.
3.3
Im
Sprechstundenbericht
der Klinik
E._
vom 29
.
Oktober
2018
(
Urk.
9/12)
wies der zuständige Arzt auf
die Untersuchung
der Schulter
mittels
Arthro
-MRI
vom
2
6.
Oktober 2018
hin und hielt fest, es
zeig
t
e
n sich keinerlei morphologische
Korrelate zur von der Beschwerdeführerin angegebenen Klinik. Die aktuellen Beschwerden im Bereich der rechten
Schulter seien unklar
. Passiv sei der Bewe
gungsumfang im Schultergelenk nahezu s
eitengleich, womit eine
Frozen
S
houl
der
eh
er unwahrscheinlich erscheine und i
m klinischen Untersuch
seien
e
inzig ein leicht positiver
Palm
up
-Test sowie ein positiver
Yergason
-Test auf
gefallen
, was auf eine
Bicepssehnen
-Pathologie hinweisen könnte. Dies würde auch zum von der Patientin angegebenen Hebetrauma
passen
.
Es sei eine Infiltration besprochen und b
ei unklaren Hyposensibilitäten im Bereich der rechten oberen Extremität eine neurophysiologische Abklärung veranlasst worden
(vgl. auch den Bericht
von
Dr.
med
.
F._
, Facharzt für Rheumatol
o
gie, vom
7.
November 2018,
Urk.
9/77).
3.4
Im Bericht der Klinik
E._
v
om 1
0.
November 2018 (
Urk.
9/18) über die
neu
rologische und neurophysiologische Untersuchung vom
9.
November 2018
führ
ten die Ärzte
aus, in der Untersuchung habe elektrophysiologisch kein Nerven
schaden festgestellt werden können und insbesondere habe sich kein Anhalt für einen Plexus- oder peripheren Nervenschaden ergeben. Bei unauffälligen sensib
len sowie motorischen Neurographien sei von einer guten Prognose auszugehen und es sei keine weitere Verlaufskontrolle geplant.
3.5
Kreisarzt
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Chirurgie speziell Unfallchirurgie, hielt in seiner Stellungnahme vom 2
7.
November 2018 (
Urk.
9/19) fest,
das Unfaller
eignis habe
zw
ar nicht zu einem strukturellen S
chaden
der rechten
Schulter
geführt, aber durch die k
ontusionsbedingten Schmerzen
sei es zu einer
Dezent
rie
rung
des
Humeruskopfes
aufgrund s
chmerzbed
ingter Ausweichbewegungen, und nachfolgend zu einer Bursitis
subacromialis
und
subdeltoidea
als Grund für die andauernden B
es
chwerden und dadurch zu Arbeitsunfähigkeit gekommen.
Eine Besserung
könnte mit einer gezielten Physiotherapie erreicht werden,
n
ach
dem
bislang keine zielgerichtete Therapie erfolgt sei
,
sei mit einer
Behandlungs
dauer
von
sechs bis zwölf Wochen zu rechnen. Die
Prognose
sei
dabei i
nsgesamt positiv auf dauerhafte voll
ständige Heilung ohne bleibende Unfallfolgen.
3.6
Kreisarzt
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie des Bewegungsapparates
,
führte in der Stellungnahme vom 16.
Januar 2019
(
Urk.
9/35)
aus
,
die Beschwerdeführerin habe gemäss Dossier und verschiedenen medizinischen Konsultationen eine Kontusion des rechten Schultergelenkes erlit
ten. Es sei nicht ersichtlich und nachvollziehbar, weshalb hier eine Operation durchgeführt werden sollte und eine Kostenübernahme nicht zu empfehlen. Der Status quo sei bei Ausschluss struktureller Läsionen und zeitlichem Ablauf spä
testens Ende 2018 erreicht. Seiner Ansicht nach fehlten zur Abklärung noch ein
e
Magnetresonanztomographie der Halswirbelsäule. Ansons
ten
sei die
Terminie
rung des
Schadenfalles per Status quo ante empfohlen.
3.7
Im Operationsbericht
der Universitätsklinik
E._
vom 2
1.
Januar 2019
(
Urk.
8/46) über die am gleichen Tag durchgeführte diagnostische Schulterarth
roskopie rechts mit ausgiebiger
subakromialer
Bursektomie
,
Weichteil-Akromio
plastik
und sparsamer
Korakoplastik
nannte
Dr.
med.
C._
,
Oberarzt Orthopädie,
als Diagnosen:
Unklare Schulterschmerzen rechts, differentialdiagnostisch (DD) traumatische
subakromiale
/
subkorakoidale
Bursitis
-
Schultertrauma am 2
0.
September 2018 (Arbeitsunfall)
-
unklare Hyposensibilität der gesamten rechten oberen Extremität
Unter
Eingriff führte der Operateur eine «Schulterarthroskopie rechts diagnos
tisch, ausgiebige
subakromiale
Bursektomie
, Weichteil-
Akromioplastik
, sparsame
Korakoplastik
» auf. Zur Operationsindikation hielt er fest, d
ie
Beschwerdeführerin leide
unter unklare
n Schulterschmerzen rechts nach Schultertrauma. Zudem bestehe eine unklare Hyposensibilität
der gesamten rechten oberen Extremität. Die Situation
sei
sehr unklar un
d die
Schmerzen könn
t
en nicht gänzlich erklärt
werden. Die Schulter
sei
weder
überwärmt noch geschwollen
und es fehlten
systemische
Infektzeichen
. Eine
Frozen
S
houlder
sei
ebenfalls unw
ahrscheinlich bei symmetrischer
Aussenrotation. Eine neurophysiologische Untersuchung vom
9.
November
2018
sei soweit unauffällig
gewesen
und
es sei
von einer guten Pr
ognose der Sensibilitätsstörung
des recht
en Armes aus
gegangen worden
. Kli
nisch imponiere insbesondere eine Reizung
subakromial
. Die
Beschwerdeführerin wünsche
nun die diagnostische Arthroskopie.
Zur diagnostischen Arthroskopie hielt er fest, ü
ber ein dorsales Standardportal erfolge die diagnostische Arthroskopie. Die lange
Bizepssehne
sei intakt, es zeige sich keine SLAP-Läsion, ein unauffälliger Verlauf und keine
Pulley
-Läsion. Die
Rotatorenmanschette
und die Knorpel seien intakt. Es zeige sich eine leichte Mehrdurchblutung im Bereich der vorderen Kapsel, insgesamt sei diese jedoch unauffällig und das Labrum intakt.
Unter
t
herapeutische
r
Arthrosko
pie hielt der Operateur fest, ü
ber ein
anteriores
Arbeitsportal
erfolge
noc
hmals die akribische Inspektion
des Gelenkes mit dem Tasthäkch
en sowie
ein
Portalwechsel. Es lasse sich
keine Labrum- oder
Bizeps
problemati
k
finden und es erfolge ein sparsames
Débridement
intraartikulär. Beim Eingang
subakromial
zeige sich eine a
usgiebig
e
subakromiale
Bursitis, wel
che
mit dem
Shaver
entfernt werde
.
Es erfolge eine
Weichteilak
romioplastik
und eine sparsame
Korakoplastik
.
3.8
Am 2
1.
Februar 2019
(
Urk.
8/57) führte
Dr.
C._
aus, die Beschwerdeführerin habe vor der Schulterkontusion eine voll funktionsfähige Schulter gehabt und erst nach dem Ereignis vom 2
0.
September 2018 seien
die Schmerzen aufgetreten. N
achdem sämtliche konservativen Massnahmen fehlgeschlagen seien habe man sich für die diagnostische Schulterarthroskopie entschieden.
Intraoperativ habe sich ein unauffälliges
Glenohumeralgelenk
gezeigt. Somit habe er die Problematik mehr
subakrominal
oder
subkorakoidal
gesehen
und anschliessend sei die
subak
romiale
Bursektomie
bei
subak
romialis
sowie die
Weichteilakrom
i
opla
stik
und sparsame
Korakoplastik
bei ventralen Schulter
schmerzen erfolgt. Eine Bu
r
sitis
subac
romi
a
l
is
/
subdelt
o
idalis
könne durchaus durch einen Unfall verursacht sein.
3.9
Die im Rahmen des
Einspracheverfahrens
bei Kreisarzt
Dr.
B._
eingeholte Beurteilung vom 1
0.
April 2019 erfolgte ohne Einsichtnahme in die Bilder der intraoperativen Fotodokumentation vom 2
1.
Janur
2019 (vgl.
Urk.
9/60).
Auf Anfrage der Rechtsabteilung der Beschwerdegegnerin führte
med.
pract
.
Z._
in seiner Aktenb
eurteilung vom 1
1.
November 2019 (
Urk.
8/78)
in Kenntnis der intraoperativen Bilder
aus
(S. 6
unten ff.
)
,
im Operationsbericht werde bis auf eine leichte Mehrdurchblutung
auch nach akribischer Inspektion des Gelenks
im Bereich der vorderen Kapsel ein unauffäl
liger Befund
, also ein
Normalbefund des
Glenohumeralgelenks
beschrieben.
B
ei eigener Einsichtnahme
in die Bilder der Operation könne er dies
e Sichtweise
bestätige
n und die Vermutung, dass eine intraartikuläre Pathologie die Schmer
zen erklären könnten, seien durch die intraoperativ erhobenen Bef
unde nicht bestätigt worden. Der
Befund,
welcher sich
nach Umsetzen der Optik in den
Subacromialraum
zeige, und
den
der Operateur als ausgiebige
subacromiale
Bursitis beschreibe
,
sei hingegen
nach
eigener Einsichtnahme in die Bildgebung nicht dokumentiert
. D
ie
intraope
rative Fotodokumentation zeig
e
keinen
solchen
Befund
.
E
ine Bursitis
suba
cromialis
werde a
uch mit den vorangehenden Berichten
nicht als Ursache der
Schmerzen thematisiert.
Sie
sei allerdings eine mögliche
Ursache einer
subacromialen
Impingementsymptomatik
und
eine
Impingement
symptomatik
werde
mehrfach erwähnt. Die klassischen
Impingement
-Tests
hätten jedoch zu keinem Zeitpunkt von
den Untersuchern erfolgreich durchgeführt wer
den
können
, weil die
Beschwerdeführerin so starke Schmerzen angegeben habe, was untypisch sei
. Die typische Symptomatik ei
nes
subacromialen
Impingements
,
der sogenannte
schmerzhafte Bogen,
werde
zu keinem Zeitpunkt
dokumentiert. Eine
subacromiale
Enge oder eine Einengung des Raumes u
m den
Processus
coracoideus
werde weder bildgebend
noch mit
dem Operationsbericht vom 2
1.
Januar
2019 objektiviert.
Der Kreisarzt
Dr.
A._
habe zwar am 2
7.
November 2018 vermutet, dass die Kontusion der rechten Schulter zu einer
Dezentrierung
des
Humeruskopfes
geführt habe und die schmerzhaften Aus
gleichsbewegungen eine Bursitis
subacromialis
bewirkt hätten.
Bildgebend
sei
jedoch
im
vorgängi
gen
fachradiologischen Bericht vom
9.
Oktober
2
018 eine Bursitis
subacromialis
nicht objektiviert worden
. Zudem
sei
die von der
Beschwer
deführerin genannte Schmerzlokalisation
wechselnd und
wie ausgeführt
auch die Untersuchungsbe
funde nicht typisch für eine
Bursi
tis
subacromialis
(S.
8)
.
Als typische Auslöser einer B
ursitis
subacromialis
würden in
der
medizinischen
Literatur Verschleisserscheinungen der Sehnen der
Rotator
enmanschette
genannt und
auch eine
chronische M
ikroinstabilität der Schulter. Weiter
kämen auch
Erkrankungen
aus dem rheumatischen Formenkreis
und auch eine akute
Traumatisierung
in Frage
. Die anderen möglichen Ursachen überwieg
ten in ihrer
Häufig
keit
jedoch
deutlich
gegenüber
eine
r
traumatische
n Genese. Der Operateur ver
weise
mit
seiner Stellungnahme vom 2
1.
Februar 2019 darauf, dass eine Bursitis
subacromialis
durchaus durch e
inen Unfall verursacht sein könne und benenne d
amit
eine theoretische
Möglichkeit
,
aber
keine überwiegende Wahrscheinl
ichkeit im konkreten Einzelfall.
Die Diagnose einer Bursitis
subacromialis
/
subdeltoidea
sei weder bildgebend noch anhand der klinischen Untersuchungsbefunde mit dem Mass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt. Für die Schmerzen der Beschwerdeführerin hätten die behandelnden Ärzte keine einde
utige Erklärung gefunden. E
ine Bursitis
subacromialis
führe aber
zu einer eindeutigen klinisc
hen Symptomatik
und
sei
bildgebend mittels MRI und intraoperativ eindeutig zu erkennen. Es sei nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die lang andauernden Schmerzen, die andauernde Funktionsstörung und die Sensibilitätsstörung der Beschwerdeführerin Folge einer Bursitis
subacromialis
seien.
Nach allgemeiner
traumatologischer
Erfahrung
sei eine
Schulterprellung ohne st
rukturelle Verletzungen nach sechs bis acht
Wochen, spätestens jedoch nach drei Monaten abgeheilt
. Ein Decrescendo der Schmerzen, wie es typische
rweise nach einer Kontusion der Schulter eintrete
,
sei
im vorliegenden Fal
l nicht doku
mentiert. Es handle
sic
h eher um einen anhaltenden
Schmerz, der trotz aller the
rapeutischer Massnahmen zwi
schenzeitlich immer wieder eine Steigerung erfahre. Dies spreche
zusammen mit dem Fehlen somatisc
her struktureller Verän
derungen
zufolge des Ereignisses gegen eine mit überwiegender Wahrscheinlich
ke
it vorliegende Unfallkausalität
der Schmerzen der Versicherten nach Ablauf der drei Monate
(S. 9)
.
Die Röntgenbilder der rechten Schulter, die zeitnah zu dem Ereignis angefertigt worden seien, zeigten gemäss den radiologischen Befunden keine knöchernen Verletzungen und eine reguläre Artikulation des Schultergelenks. Dies könne bei eigener Einsichtnahme in die Bildgebung bestätigt werden. Als einziger patholo
gischer Befund bleibe die Verkalkung am Ansatz der Sehne des
Muskulus
pecto
ralis
major
am Oberarmknochen in der Nähe der rechten Schulter. Eine Trauma
tisierung dieser Veränderung sei zu keinem Zeitpunkt von den behandelnden Ärzten diskutiert worden und es sei nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die Verkalkung am Ansatz der
Pectoralis
major
-Sehne bei dem Ereignis vom 2
0.
Sep
tember 2018 traumatisiert worden sei. Da die Verkalkung bereits am Unfalltag radiologisch dokumentiert sei, könne sie auch nicht Folge des Unfalls sein, de
nn solche Verkalkungen benötigen
mehr Zeit zur Entstehung. Mit dem fachradiologi
schen Befund zu der MR-
Arthrographie
vom
9.
Oktober
2018 werde keine patho
logische Veränderung
der rechten Schulter genannt und Beschwerden oder eine Operation im Bereich der rechten Schulter,
die dem Unfall vorangehen,
seien nicht dokumentiert. Ein krankhafter Vorzustand der rechten Schulter sei nicht dokumentiert und eine Verschlimmerung eines Vorzustandes durch den Unfall somit nicht
mit dem Mass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eingetreten.
Die diagnostische Arthroskopie vom
2
1.
Januar
2019 könne
dennoch z
ur diagnosti
schen Abklärung der
Schulterbeschwerden als unfallkausal betrachtet werden. Denn
anhand der deutlichen Besserung der Beschwerden
nach der intraartikulä
ren Infiltration
habe
der Verdacht
bestanden
, dass doch eine intraartikuläre Pathologie vorliege. Das V
orliegen einer intraartikulären
Pathologie
habe jedoch
anhand der
arthroskopischen
Untersuc
hung ausgeschlossen werden können.
Die nachfolgenden Massnahmen einer
subacromialen
Dekompression und
Bu
rsekto
mie
und der
Korakoplastik
seien jedoch
nicht mit dem Mass der überwiegenden Wahrschei
nlichkeit an Folgen des Unfalls
vom 2
0.
September
2018 adressiert. Eine anatomische Einengung des
subacromialen
Raums oder des
subkorakoidalen
Raums
seien
zufolge des Unfalls bil
dgebend nicht objektiviert und die
Beschwer
den zu diesem Zeitpunkt nicht mehr mit Folgen der
Schulterkontusion zu erklären und
somatische Unfallfolgen
seien
nicht objektiviert
worden
(S. 9 f.)
.
Der Unfall vom 2
0.
September 2018 habe zu einer Schulterk
ontusion leichten bis maximal mä
ssigen Grades geführt.
S
trukturelle Verletzungen zufolge des Unfalls
seien nicht objektiviert und die Folgen der Schulterkontus
ion rechts spätestens nach drei
Monaten abgeheilt. Die dia
gnostische Arthroskopie vom 21.
Januar 2019 sei an die Folgen des Unfalls vom 2
0.
September 2019
adressiert
und habe dem sicheren Ausschluss einer intraartikulären Pathologie zufolge des Unfalls gedient, während
die
nachfolgende
n
operativen Massnahmen nicht mehr an Fol
gen des Unfalls adressiert
gewesen
seien (S. 11).
4.
4.1
Laut Akten war der Beschwerdeführerin am 2
0.
September 2018
beim Abladen von Putzmitteln ein Karton mit Waschmittel
n
auf
die rechte
Schulter gestürzt.
A
m Unfalltag diagnostizierten
die Ärzte
eine Schulterk
ontusion und d
ie bildge
benden Erstu
ntersuchungen zeigten k
eine Fraktur (E. 3.1). Auch die
Untersu
chung vom 2
4.
September 2018
ergab
unauffällige Befunde ohne Hämatom
e
, Schwellung
en
und dergleichen
und aufgrund der
erneuten
Bildgebung keinen Nachweis
für eine
Fraktur an der rechten Schulter (E. 3.2).
D
ie Abklärung
mittels
MRI
rund ein
en
Monat später
am
2
6.
Oktober 2018
zeigte
ebenso
k
ein
morpho
logisches Korrelat für die von der Beschwerdeführerin beklagte Schulter/Arm Symptomatik
(E. 3.3). Aufgrund einer neurologischen und neurophysiologische
n
Untersuchung
wurde
sodann
auch
eine
Nervenschädigung
ausgeschlossen (E.
3.4).
Kreisarzt
Dr.
A._
hielt vor diesem Hintergrund
am 2
7.
November 2018
fest, dass es aufgrund des Unfallereignisses
wohl
zu einer Kontusion der Schulter
,
nicht aber zu einem strukturellen Schaden gekommen sei.
Im Weiteren zog er
in Bet
racht, dass
aufgrund von kontusionsbedingten Schmerzen
und
Ausweichbe
wegungen nachfolgend
eine
Bursitis
subacromialis
aufgetreten
sei und prognos
tizierte eine vollständige Heilung nach
sechs bis zwölfwöchiger Physiothe
rapie (E. 3.5).
Dass Kreisarzt
Dr.
B._
am
1
6.
Januar 2019
(vgl. E. 3.6)
zur Frage einer Schulteroperation
ausführte
, dass
lediglich eine Kontusion des rechten Schulter
gelenks
ohne
struktureller Schaden vorliege
und
er nicht nachvollziehen könne,
was
hier
operiert werden soll
e
,
steht dazu nicht im Widerspruch
.
Denn
selbst
der spätere Operateur
Dr.
C._
erachtete
noch
anlässlich
s
einer Sprechstunde am
4.
Dezember 2018
(vgl.
Urk.
8/25)
ein operatives Vorgehen
für
nicht
sinnvoll
.
Dass
Dr.
C._
dann
kurz darauf am 21.
Januar 2019 trotzdem
den
Eingriff an der rechten Schulter vorgenommen
hat
,
war
einzig
durch den
Wunsch der Beschwerdeführerin nach einer diagnostischen Arthroskopie
begründet
.
Dabei zeigten sich auch intraoperativ im Wesentlichen
unauffällige Befunde, wobei
Dr.
C._
aber
auf eine
subakromiale
Bursitis hin
wies
, welche er mit dem
Shaver
entfernt
hatte
(vgl. E
.
3.7).
Im Zusammenhang der Leistungsablehnung (Verfü
gung vom
6.
Februar 2019) wies
er dann
am 2
1.
Februar 2019
darauf hin, dass eine
Bursitis
subacromialis
/
subdeltoidalis
durch einen Unfall verursacht sein
könne (E. 3.8).
4.2
Mit Blick auf diesen Ablauf stellte
med.
pract
.
Z._
in seiner Aktenbeurteilung vom
11.
November 2019
nachvollziehbar fest, dass aufgrund der Unfallangaben zwar eine Kontusion
an der
rechten
Schultern zu unterstellen ist, der Vorgang aber unter Wert
ung aller medizinischer Fakten,
insbesondere
der zeitnah zum Unfallereignis erstellten bildgebenden Abklärungen
,
aber auch a
ufgrund der
spä
teren
arthroskopischen
Einsichtnahme,
nicht als Ursache
einer strukturellen Schädigung an der rechten
Schulter gelten
kann und
dabei
auch kein Vorzustand besteht.
Nachvollziehbar
sind auch die
weiteren
Ausführungen des Kreisarztes
,
wonach
eine Bursitis
subacromialis
(
Impingementsymptomatik
,
Schleimbeutelentzün
dung)
an der rechten Schulter
in den Akten
z
war erwähnt ist
,
da
s
Leiden aber
einerseits
eine eindeutige klinische
Symptomatik
voraussetzt
und
anderseits in d
er Bildgebung
mittels MRI und
auch
intraoperativ
jeweils
eindeutig
erkennbar
ist
.
Es wurde auch dargelegt,
dass
als Auslöser einer Bursitis
subacromialis
zwar auch eine traum
atische Genese in
Betracht kommen könnte
,
andere Ursachen aber, wie Verschleisserscheinungen der Sehnen der
Rotatorenmanschette
, chro
nische Mikroinstabilität der Schulter oder Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis
,
als Ursache
in ihrer Häufigkeit deutlich überwiegten
.
Mit Blick auf die Akten überzeugen damit auch die kreisärztlichen
F
olgerungen, dass
nachdem
die
fachradiologischen
Abklärungen
k
eine
subacromiale
Enge,
k
eine Einengung des Raumes um den
P
r
ocessus
coracoideus
und
auch
d
ie
Sichtung
der
intraope
rativen Fotodokumentation
kein entzündliches Geschehen
dokumentiert
und auch
die behandelnden Ärzte keine eindeutige Erklärung für die Schmerzsymp
tomatik
hatten
finden könn
en,
der Befund einer
Bursitis
subacromialis
, welcher selbst vom Operateur lediglich differentialdiagnostisch geführt wurde,
nicht
zu bestätigen ist.
Damit
stellt die medizinische Beurteilung von
Dr.
Z._
, an deren Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit kein Zweifel besteht, eine tragfähige Grundlage für die Beant
wortung der strittigen Kausalitätsfrage dar. Ausschlaggebend ist dabei in erster Linie die Erkenntnis, dass
eine durch das Geschehnis vom 2
0.
September 2018
verursachte relevante Schulterverletzung nicht mit dem massgebenden Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen) erstellt ist. Das Ereignis
hat lediglich zu einer Schulterkontusion und insbesondere zu keiner s
trukturellen Schädigung geführt
.
Dabei ist es – soweit
die geltend gemachte
n
Beschwerden an der rechten Schulte
r ursächlich dem Ereignis vom 2
0.
September 2018
zugeschrieben werden können – nicht zu beanstanden, dass der Status quo sine
spätestens zwölf Wochen nach dem Ereignis als erreicht betrachtet wurde
, wobei mit der Ei
nstellung der Taggeldleistungen per
2
0.
Januar 2019 die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen gar während mehr als 17 Wochen erbracht
e
.
Begründete Anhaltspunkte, welche eine Terminierung des Status quo sine auf einen späteren Zeitpunkt als sachlich gerechtfertigt erscheinen liessen, sind nicht greifbar.
An der Schlüssigkeit dieser Schlussfolgerungen ändert auch nicht
s
, dass
der Kreisarzt
Dr.
A._
und der Operateur auf eine Bursitis
subacromialis
an der rechten Schulter (Schleimbeutelentzündung) im Zusammenhang mit dem Unfall
ereignis hingewiesen
haben. Denn
einen
Bezug zum Ereignis
stellten
die beiden Ärzte einzig mit dem Hinweis darauf
her
, dass die Schmerzen nac
h
dem Unfall aufgetreten seien
. Indes lässt sich n
ach ständiger Rechtsprechung
mit der
Formel "
post
hoc, ergo
propter
hoc" - nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schä
digung schon dann als durch
den Unfall verursacht gilt, weil
sie nach diesem aufgetreten ist -
der Beweis eines
natürlichen Kausalzusammenhang
s
mit der im
Unfallversicherungsrecht geforderten ü
berwiegenden Wahrscheinlichkeit
nicht erbringen
(BGE 119
V 335 E. 2b/
bb
; Urteil des Bundesgerichts 8C_6/2009 vom 3
0.
Juli
2009 E. 3).
Ohnehin legte
med.
pract
.
Z._
-
wie
ausgeführt -
nachvoll
ziehbar dar,
dass die lang andauernden Schmerzen, die andauernde Funktions
störung und die Sensibilitätsstörung der Beschwerdeführerin
nicht
Folge einer Bursitis
subacromialis
seien
, nachdem weder
die
Befunde noch die Schmerzan
gaben eine entsprechende Diagnose stützten.
Ein Widerspruch ist auch nicht darin zu erkennen, dass sich
die Beschwerdegeg
nerin im
v
orliegenden Beschwerdeverfahren
bereit erklärte
,
im Rahmen von Abklärungsmassnahmen für jenen Teil
des Eingriffs vom 2
1.
Januar 2019 aufzu
kommen
, welcher die
diagnostische Arthroskopie vom 2
1.
Januar 2019
betroffen hat
. Denn
wie der Kreisarzt ausführte, bestand
wegen
der deutlichen Besserung der Beschwerden nach der intraartikulären Infiltration
der Verdacht
, dass doch
eine intraartikuläre Pathologie
vorhanden sein könnte
, welche dann
jedoch anhand der
arthroskopischen
Untersuchung ausgeschlossen
wurde.
4.3
Bei der gegebenen medizinischen Aktenlage ist der
entscheidrelevante
Sachver
halt namentlich im Hinblick auf die strittige Frage der Unfallkausalität der
nach dem Ereignis vom 2
0.
September 2018
über
den
2
0.
Januar 2019
hinaus
beste
henden rechtseitigen Schulterbeschwerden sowie d
er am 2
1.
Januar 2019
durch
geführte
n
diagnostischen Schulterarthroskopie
mit
subakromiale
r
Bursektomie
, Weichteil-
Akromioplastik
und
sparsame
r
Korakoplastik
hinreichend geklärt. Auf beweismässige Weiterungen kann verzichtet werden. Denn nach bereits durchge
führter Arthroskopie
mit Entfernung der strittigen
subakromialen
Bursitis (vgl. 8/46 S. 5)
können davon keine zusätzlichen Erkenntnisse erwartet werden (anti
zipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157 E. 1d).
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin ihre w
eitergehende Leistungs
pflicht
vorbehältlich
der
Kostenübernahme für
die diagnostische Arthroskopie
damit
zu
Recht ve
rneint. Dies führt zur teilweisen Gutheissung
der Beschwerde
.
5.
Die
Beschwerdeführerin stellte im
Eventualantrag das Rechtsbegehren um weitere
medizinische
Abklärungen. Im Verfahren tätigte die Beschwerdegegnerin
Abklä
rungen
,
indem sie eine ausführliche Aktenbeurteilung bei
med.
pract
.
Z._
ein
holte, welcher
– anders als
Dr.
B._
am 1
0.
April 2019 -
insbesondere auch eine Sichtung der operativen Sequenzen vorgenommen hatte.
Die im
Einsprache
verfahren
eingeholte Beurteilung von Kreisarzt Dr.
B._
hatte noch auf einer unvollständigen Aktenlage beruht (vgl. die erst nachträglich eingeholten Berichte:
Urk.
9/72,
Urk.
9/75,
Urk.
9/77) und wurde der Beschwerdeführerin
sodann erst mit dem
Einspracheentscheid
zugestellt.
Im Verfahren kam die Beschwerdegegnerin
insofern
auf ihren Entscheid
zurück
,
als sie vorerst eine Kos
tenübernahme für die Operation vom 2
1.
Januar 2019 abgelehnt hatte (vgl.
Urk.
9/37), sich dann aber bereit erklärte, jenen Teil der Operation zu überneh
men, welcher die dia
gnostische Arthroskopie betrifft
(
Urk.
8
Ziff.
4.5).
Damit kann
der Beschwerde
führerin insofern gefolgt werden, dass die Beschwerdegeg
nerin das Beschwerdeverfahren zu verantworten hat (vgl.
Urk.
14 S. 4),
weshalb der vertretenen Beschwerdeführerin eine
Prozessentschädigung
zu
zusprechen ist
(vgl
.
Urteil des Bundesgerichts 8C_304/2018 vom
6.
Juli 2018 E. 4
.
4
.
3 und
§
6
Abs.
3 der Verordnung über die Gebühr, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht
,
GebV
SVGer
).
Ausgangsgemäss
ist diese
gestützt auf
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit §
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
,
mit Fr.
2‘0
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
zu bemessen.
Das Gericht
erkennt:
1.
In teilweiser Gutheissung
der Beschwerde
wird
der
Einspracheentscheid
vom
2.
August 2019 insofern abgeändert, als
d
ie Beschwerdegegnerin verpflichtet
wird
,
die
Kosten für die
diagnostische Arthroskopie
vom 2
1.
Januar 2019 zu übernehmen. Im Übrigen wird die
Beschwerde
abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine Prozessent
schädigung von
Fr.
2’0
00
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
CAP Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG
-
Suva
-
Bundesamt für Gesundheit
5.