Decision ID: 03927920-4d8c-47d6-addf-8c02587f25f1
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 5. Februar 2001 erneut bei der Invalidenversicherung (IV)
zum Leistungsbezug an und beantragte berufliche Massnahmen (Berufsberatung,
Umschulung) mit Hinweis auf Rücken- sowie Schulter- und Halsbeschwerden (IV-act.
52). Vorgängig war ein erstes Gesuch um berufliche Mass-nahmen vom 27. September
1994 (Eingang bei der IV-Stelle, IV-act. 2) wegen Wirbelsäulenproblemen abgewiesen
worden, da der Versicherte angemessen eingegliedert sei (Verfügung vom 28.
November 1995; IV-act. 16). Aufgrund eines erneuten Gesuchs vom 29. April 1999 (IV-
act. 17) wurde eine erste berufliche Abklärung in der Informatikabteilung des B._
durchgeführt, die ergeben hatte, dass der Versicherte momentan psychisch nicht in der
Lage sei, eine weiterführende berufliche Massnahme zu absolvieren (Schlussbericht
vom 16. Februar 2000, IV-act. 43-2 f.). In der Folge war der Versicherte durch Dr.med.
C._ psychiatrisch begutachtet worden (Gutachten vom 7. Juni 2000, IV-act. 45). Der
Gutachter hatte eine psychische Überlagerung von körperlichen Beschwerden aus dem
rheumatischen Formenkreis (ICD-10: F54) bei Störung der Persönlichkeitsentwicklung
mit schizoiden und depressiven Zügen (ICD-10: F60.8) sowie eine Polytoxikomanie mit
Cannabisabusus und anamnestisch auch Heroin- und Kokainabusus (ICD-20: F19.2)
diagnostiziert. Er hatte festgehalten, kurzfristig könne der Versicherte als arbeitsfähig
bezeichnet werden. Die jeweilige Arbeitsfähigkeit sei ohne Konstanz und langfristig
gefährdet. Geschätzt betrage die Arbeitsfähigkeit durchschnittlich etwa 50%.
Berufliche Massnahmen ohne vorgängige oder mindestens begleitende (stationäre)
psychotherapeutischen Massnahmen seien zum Scheitern verurteilt. Die IV-Stelle hatte
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das Gesuch vom 29. April 1999 schliesslich ebenfalls abgewiesen, da sich der
Versicherte einer zumutbaren Abklärungsmassnahme (psychiatrische Behandlung)
widersetze (Verfügung vom 4. Dezember 2000; IV-act. 50).
A.b Nach einer erneuten beruflichen Abklärung im B._ vom 3. September bis 31.
Oktober 2001, die wegen zu vieler Absenzen nicht vollständig erfolgreich verlief
(Verfügung vom 19. Juli 2001, IV-act. 70; Zwischenbericht Berufsberatung vom 16.
November 2001, IV-act. 81), erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für Kurse zum
Erwerb des SIZ-Anwenderdiploms vom 1. November 2001 bis 4. Mai 2002 (Verfügung
vom 12. Dezember 2001, IV-act. 87). Diese Ausbildung wurde am 12. Februar 2002
abgebrochen, da wegen zahlreichen Absenzen (zuletzt wegen einer Nierenkolik) der
Rückstand nicht mehr aufzuholen sei bzw. weil Defizite in fachlichen, sozialen und
persönlichen Kompetenzen bestünden (Schlussbericht B._ vom 6. März 2002, IV-act.
95).
A.c Die Sozialpsychiatrische Beratungsstelle D._ berichtete über eine einmalige
Konsultation am 13. März 2002, es bestünden der Verdacht auf eine
Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.8), eine Anpassungsstörung (ICD-10: F43.23) bei
zahlreichen sozialen Problemen sowie ein Rückenleiden. Es wurde ausgeführt,
angesichts der fehlenden Tagesstruktur und der zahlreichen psychosozialen Probleme,
die wahrscheinlich in engem Zusammenhang mit der Persönlichkeitsstörung stünden,
aber ihrerseits auch zu einer zusätzlichen Anpassungsstörung führten, sei eine
stationäre Psychotherapie geeignet. Zur Zeit dürfte der Versicherte angesichts seiner
psychischen Verfassung und den zahlreichen sozialen Problemen, wobei eines das
andere negativ beeinflusse, nicht eingliederungs- und arbeitsfähig sein (Arztbericht
vom 23. Mai 2002, IV-act. 101).
A.d Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (Vorbescheid vom 26. Juli 2002,
IV-act. 108) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 4. Oktober 2002
mit Wirkung ab 1. April 2000 eine ganze Rente zu (IV-act. 113).
A.e Im Fragebogen zur Revision gab der Versicherte am 26. Juli 2007 an, sein
Gesundheitszustand sei unverändert. Teilweise bzw. gelegentlich übe er bei der O._
eine Erwerbstätigkeit aus und erziele dabei ein monatliches Einkommen von ca. Fr.
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400.-- (IV-act. 114). Dr.med. E._, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, bezeichnete
im Bericht vom 27. August 2007 Gesundheitszustand und Invalidität als unverändert
(IV-act. 118-1 ff.). Mit Mitteilung vom 22. Januar 2008 eröffnete die IV-Stelle dem
Versicherten, er habe weiterhin Anspruch auf die bisherige Invalidenrente (IV-act. 126).
A.f Im Fragebogen zur Revision vom 9. Februar 2011 (Eingang bei der IV-Stelle)
erklärte der Versicherte wiederum, sein Gesundheitszustand sei gleich geblieben (IV-
act. 151). Dr. E._ teilte im Arztbericht vom 26. Februar 2011 mit, er habe den
Versicherte sehr sporadisch und seit dem 28. Juli 2010 nicht mehr gesehen (IV-act.
154). Die Arbeitgeberin gab an, das seit November 2006 bestandene Arbeitsverhältnis
sei per 31. Dezember 2010 aufgelöst worden, da der Versicherte nicht mehr erschienen
sei (IV-act. 159-1). Der Versicherte erklärte am 31. August 2011 (Posteingang IV-Stelle),
er arbeite seit 1. Februar 2011 zu einem Pensum von 20% bei der F._ (IV-act. 161).
Diese führte im Bericht vom 12. Oktober 2011 aus, es handle sich um einen
stundenweisen, von Woche zu Woche unterschiedlichen Einsatz im Bereich
Datenbankpflege/Bilddatenaufbereitung (IV-act. 167).
A.g Die IV-Stelle liess den Versicherten rheumatologisch und psychiatrisch
begutachten (Gutachten vom 24. Januar 2012; Dr.med. G._, Facharzt für
Rheumatologie und Innere Medizin, Dr.med. H._, Psychiatrie und Psychotherapie
FMH, Untersuchungen 28. November 2011; IV-act. 179). Die Gutachter diagnostizierten
als Erkrankungen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bei/mit Wirbelsäulenfehlhaltung und -fehlform
(Hohl-Rundrücken, Sakralisation LWK5), Facettensymptomatik lumbal bei
Spondylarthrosen der unteren LWS, muskulärer Dysbalance bei Fehlstatik und
Dekonditionierung sowie myelofaszialem Triggerpunkstsyndrom gluteal, ein
cervikothorakospondylogenes Syndrom beidseits bei/mit Wirbelsäulenfehlhaltung und -
fehlform sowie Fehlstatik und muskulärer Dysbalance sowie eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen, emotional instabilen und schizoiden Anteilen
(ICD-10: F60.8). Aus rheumatologischer Sicht erscheine eine wirbelsäulenadaptierte
körperlich eher leicht belastende Tätigkeit in Wechselpositionen ohne schweres Heben
und Tragen von Lasten sowie ohne wirbelsäulenbelastende Haltungsmonotonien
medizinisch-theoretisch in einem 100%-igem Pensum zumutbar, wobei der
Wiedereinstieg allmählich erfolgen sollte, beginnend mit einem etwa 60%-igem
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Pensum. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Heizungsmonteur, die bereits 1999 nicht
mehr als zumutbar erschienen sei, sei auch derzeit nicht mehr zumutbar (IV-act.
176-21, 23). Die Persönlichkeitsstörung sei mit einer 50%-igen Arbeitsfähigkeit
vereinbar (IV-act. 176-23; IV-act. 175-10 ff.). Aus bidisziplinärer Perspektive resultiere
demnach spätestens ab Datum der gutachterlichen Untersuchung eine Arbeitsfähigkeit
von 50% bedingt durch die psychiatrische Diagnose, wobei sich diese rein
psychiatrische Einschätzung auch retrospektiv bis zum Vorgutachten Dr C._
vertreten lasse. Auch seitens des Bewegungsapparates erscheine eine rückwirkende
Beurteilung vertretbar (IV-act. 176-23).
A.h RAD-Ärztin Dr.med. I._, Fachärztin für Allgemeine Medizin, nahm am 1. Februar
und 19. März 2012 Stellung, auf das Gutachten könne vollumfänglich abgestellt
werden. Der damalige Rentenentscheid (Verfügung vom 4. Oktober 2002, IV-act. 113)
sei trotz instabilen Gesundheitszustandes und ohne genauere Überprüfung des
medizinischen Sachverhalts gefällt worden (IV-act. 177, 181).
A.i Die IV-Stelle sprach dem Versicherten mit Mitteilung vom 30. Juli 2012
Arbeitsvermittlung zu (IV-act. 193). Die Eingliederungsverantwortliche schloss den Fall
am 30. Mai 2012 (richtig: 2014) ab. Der Versicherte habe in der Zwischenzeit immer
wieder temporäre Einsätze leisten können, jedoch sei es nicht gelungen, einen
Arbeitgeber zu finden, welcher ihn für ein Pensum von 50% einstellte. Aufgrund dessen
seien berufliche Massnahmen nicht angezeigt (IV-act. 209-12). Am 27. Februar 2015
erliess die IV-Stelle die Mitteilung, trotz ihrer Bemühungen und Unterstützung sei es
nicht gelungen, den Ver¬sicherten in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die beruflichen
Massnahmen würden somit abgeschlossen (IV-act. 211).
A.j Mit Vorbescheid vom 14. September 2015 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten
das rechtliche Gehör zur vorgesehenen wiedererwägungsweisen Aufhebung der
Verfügung vom 4. Oktober 2002 und zur Herabsetzung der bisherigen ganzen Rente
auf eine halbe Rente (IV-act. 223). Mit Eingabe vom 8. Oktober 2015 (Posteingang bei
der IV-Stelle) liess der Versicherte dagegen Einwand erheben (IV-act. 228). Mit Eingabe
vom 27. November 2015 liess er im Wesentlichen geltend machen, das Kriterium der
zweifellosen Unrichtigkeit des Entscheides (vom 4. Oktober 2002) sei nicht erfüllt (IV-
act. 235). Der Rechtsdienst der IV-Stelle nahm am 4. Dezember 2015 Stellung, es liege
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auf jeden Fall ein erwerblicher Revisionsgrund vor. Seit 2013 erziele der Versicherte
jährliche Erwerbseinkommen in der Grössenordnung von Fr. 30'000.--. Der Arztbericht
der sozialpsychiatrischen Beratungsstelle D._ vom 23. Mai 2002 sei nicht schlüssig.
Weil sich die Rentenverfügung darauf abgestützt habe, sei sie zweifellos unrichtig,
ohne dass feststehen müsse, dass sie auch im Ergebnis falsch gewesen sei. Zudem sei
der Untersuchungsgrundsatz verletzt worden. Auch dies bedeute eine zweifellose
(zumindest formelle) Unrichtigkeit der Rentenverfügung (IV-act. 238).
A.k Mit Verfügung vom 23. Dezember 2015 hob die IV-Stelle die Verfügung vom 4.
Oktober 2002 wiedererwägungsweise auf, setzte die bisherige ganze Rente mit dem
ersten Tag des zweiten Monats nach Zustellung der Verfügung auf eine halbe Rente
herab und entzog einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung. Im Rahmen
der aktuellen Rentenrevision sei festgestellt worden, dass die Zusprache einer ganzen
Rente ab 1. April 2000 zu Unrecht erfolgt sei. Die aktuellen fachärztlichen Abklärungen
hätten ergeben, dass seit der Begutachtung von Dr. C._ vom 7. August 2000 aus
gesamtmedizinischer Sicht in adaptierten Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 50%
bestehe. Unter teilweiser Wiedergabe der Stellungnahme des Rechtsdienstes vom 4.
Dezember 2015 führte sie aus, die rentenzusprechende Verfügung sei zweifellos
unrichtig. Aufgrund der Tatsache, dass der Versicherte seit 2013 Einkommen zu
erzielen vermöge, welche der zugemuteten Arbeitsfähigkeit entsprächen, liege auch ein
erwerblicher Revisionsgrund vor (IV-act. 243).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 23. Dezember 2015 lässt A._, vertreten durch
Rechtsanwältin lic.iur. B. Surber, am 1. Februar 2016 Beschwerde erheben und
beantragen, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
aufzuheben und es sei ihm weiterhin eine ganze Rente zuzusprechen. Dem
Rentenentscheid seien einerseits berufliche Massnahmen vorausgegangen, die keinen
Erfolg gehabt hätten, dies u.a. auch deshalb, weil der Beschwerdeführer immer wieder
krankheitsbedingt abwesend gewesen sei. Auch habe aufgrund des Gutachtens von
Dr. C._ beim Beschwerdeführer kaum von einer verwertbaren Arbeitsfähigkeit
ausgegangen werden können, da seine Fähigkeit, zu arbeiten, ohne Konstanz gewesen
sei. Nach Abbruch der beruflichen Massnahme sei es offensichtlich zu einer weiteren
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Verschlechterung des Gesundheitszustandes gekommen, welche schliesslich die
Zuweisung an die Sozialpsychiatrische Beratungsstelle D._ notwendig gemacht
hätte. Diese sei von einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % ausgegangen. Es könne daher
nicht davon ausgegangen werden, dass der Entscheid, es bestehe Anspruch auf eine
ganze Rente, zweifellos unrichtig gewesen sei, auch wenn man heute zum Ergebnis
gelange, das Warten auf den Abschluss einer stationären Therapie wäre der richtigere
Entscheid gewesen. Aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer in den letzten
Jahren in der Lage gewesen sei, ein gewisses Einkommen zu erzielen, könne nicht die
zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Verfügung abgeleitet werden. Er sei mit
Blick auf eine Festanstellung immer wieder vertröstet worden und es könne nicht
davon ausgegangen werden, dass er effektiv im Umfang von 50% in den Arbeitsmarkt
eingegliedert sei (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 9. März 2016 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Der erwerbliche Sachverhalt habe sich seit der
ursprünglichen Verfügung erheblich verändert. Selbst wenn kein
Wiedererwägungsgrund vorliege, könne die ganze IV-Rente mittels Revision auf eine
halbe IV-Rente herabgesetzt werden. Aus dem Umstand, dass die Eingliederung bei
ihm nicht zum Ziel geführt habe, könne der Beschwerdeführer nichts zu seinen
Gunsten ableiten. So halte Dr. C._ im Gutachten fest, der Beschwerdeführer sei
während der Untersuchung nicht kooperativ gewesen. Demnach hätten auch IV-fremde
Motivationsmängel dazu geführt, dass er die Eingliederung nicht erfolgreich habe
abschliessen können. Gemäss Gutachten von Dr. C._ sei der Beschwerdeführer zu
50% arbeitsfähig. Dem Gutachten lasse sich nicht entnehmen, dass diese
Arbeitsfähigkeit nicht verwertbar sei. Im Arztbericht der sozialpsychiatrischen
Beratungsstelle D._ werde lediglich der Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung
sowie eine Anpassungsstörung diagnostiziert und daraus eine volle Arbeitsunfähigkeit
abgeleitet. Zudem enthalte der Arztbericht der sozialpsychiatrischen Beratungsstelle
eine erheblich vom Gutachten von Dr. C._ abweichende
Arbeitsfähigkeitseinschätzung. Weil sich die ursprüngliche Verfügung auf den nicht
schlüssigen Arztbericht der sozialpsychiatrischen Beratungsstelle abstütze, sei sie
zweifellos unrichtig. Es hätten damals zwingend weitere Abklärungen durchgeführt
werden müssen. Diese Verletzung des Unter¬suchungsgrundsatzes bedeute eine
zweifellose (zumindest formelle) Unrichtigkeit der Rentenverfügung. Demnach sei ein
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Wiedererwägungsgrund gegeben. Gemäss dem schlüssigen Gutachten von Dr. G._
stehe fest, dass der Beschwerdeführer auch aktuell in einer rückenadaptierten Tätigkeit
zu 50% arbeitsfähig sei. Demnach sei die Rente zu Recht herabgesetzt worden (act. G
6).
B.c Am 14. Oktober 2016 lässt der Beschwerdeführer Lohnabrechnungen der Firma
J._ einreichen. Er macht geltend, er sei aktuell wieder arbeitsunfähig. Die kurze
Phase, in welcher er regelmässig gearbeitet habe, wobei das Pensum durchschnittlich
unter dem gemäss der Beschwerdegegnerin zumutbaren Arbeitspensum von 50%
gelegen habe, habe zu erheblichen Beeinträchtigungen geführt. Bereits im September
habe er nur noch eine sehr bescheidene Arbeitsleistung erbringen können (act. G 23).
B.d Das Versicherungsgericht bewilligt am 17. Oktober 2016 die unentgeltliche
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten, unentgeltliche Rechtsverbeiständung;
act. G 24).
B.e Mit Replik vom 7. November 2016 macht der Beschwerdeführer ergänzend zur
Beschwerde und mit Verweis auf die Eingabe vom 14. Oktober 2016 geltend, dass er
versucht habe, seine von der Beschwerdegegnerin attestierte Restarbeitsfähigkeit zu
verwerten. Bereits nach kurzer Zeit habe er wieder massiv Schmerzen v.a. im Rücken
verspürt, sich in ärztliche Behandlung (Dr.med. K._) begeben und die Arbeitstätigkeit
wieder aufgeben müssen. Wie immer wieder in der Vergangenheit sei er nicht in der
Lage gewesen, seine Arbeitsfähigkeit über längere Zeit hinweg zu verwerten. Es sei
davon auszugehen, dass sich physische und psychische Beeinträchtigungen
gegenseitig negativ beeinflussten. Sein Zustandsbild entspreche jenem, welches auch
durch die Ärzte vor der Rentenzusprache gezeichnet worden sei und zur Annahme
einer vollen Arbeitsunfähigkeit geführt habe. Es sei zu Unrecht von einem Grund für
eine Wiedererwägung ausgegangen worden (act. G 25).
B.f Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 27).
B.g Mit Schreiben vom 13. November 2017 informiert die Beschwerdegegnerin über
die provisorische Abmeldung des Beschwerdeführers nach Spanien (act. G 28; 28.1,
28.2).
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Erwägungen
1.
Mit der angefochtenen Verfügung setzte die Beschwerdegegnerin die bisherige ganze
Rente des Beschwerdeführers auf eine halbe Rente herab.
1.1 Gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger auf formell
rechtskräftige Verfügungen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese
zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist.
Eine solche Wiedererwägung setzt voraus, dass kein vernünftiger Zweifel an der
Unrichtigkeit der Verfügung möglich, folglich nur dieser einzige Schluss denkbar ist. In
diesem Sinne qualifiziert unrichtig ist eine Verfügung, wenn eine Leistung aufgrund
falscher Rechtsregeln beziehungsweise ohne oder in unrichtiger Anwendung der
massgeblichen Bestimmungen zugesprochen wurde. Gleiches gilt bei einer klaren
Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes, insbesondere wenn die notwendigen
fachärztlichen Abklärungen überhaupt nicht oder nicht mit der erforderlichen Sorgfalt
durchgeführt wurden. Hingegen scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus,
soweit ermessensgeprägte Teile der Anspruchsprüfung vor dem Hintergrund der Sach-
und Rechtslage einschliesslich der Rechtspraxis im Zeitpunkt der rechtskräftigen
Leistungszusprechung in vertretbarer Weise beurteilt worden sind (Urteil des
Bundesgerichts vom 2. August 2018, 8C_717/2017, E. 3.2, mit Verweis auf BGE 141 V
414 f. E. 5.2 und weitere Urteile). Es ist gemäss Bundesgericht zulässig, die
Wiedererwägung bei gegebenen Voraussetzungen für die Zukunft ("ex nunc et pro
futuro"), nicht aber für die Vergangenheit vorzunehmen (Urteil vom 23. Februar 2018
8C_456/2017, E. 3.2, BGE 110 V 295; KIESER, Kommentar ATSG, 3. Aufl., Zürich 2015,
Art. 53 Rz 67)).
1.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR
830.1]). Kann eine rentenberechtigte Person neu ein Erwerbseinkommen erzielen oder
ein bestehendes Erwerbseinkommen erhöhen, so wird die Rente nur dann im Sinne
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von Art. 17 Abs. 1 ATSG revidiert, wenn die Einkommensverbesserung jährlich mehr als
1500 Franken beträgt (Art. 31 IVG). Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer
anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrads ist bei der Prüfung eines
Gesuchs um Erhöhung der Rente wie auch bei der Prüfung einer Rentenanpassung von
Amtes wegen die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung
des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung
und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 133 V 108; BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2010, 9C_438/2009, E. 1). Bei
gegebenem Revisionsgrund ist der Rentenanspruch gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung umfassend neu zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 und E. 6.1; Urteil vom
5. Dezember 2012, 9C_427/2012, E. 3.4).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie
ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
2.
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2.1 Die Zusprache der ganzen Invalidenrente vom 4. Oktober 2002 (IV-act. 113)
erfolgte gestützt auf einen Arztbericht der Sozialpsychiatrischen Beratungsstelle D._
vom 23. Mai 2002. Die (zweite) am 1. November 2001 begonnene berufliche
Massnahme im B._ hatte am 12. Februar 2002 infolge von Defiziten in den Bereichen
der fachlichen, sozialen und persönlichen Kompetenzen (hohe Ausfallzeit infolge
Krankheit, mangelnde Berufsmotivation und dadurch ungenügende Arbeitsleistungen,
unklare Berufsfindung) abgebrochen werden müssen. Der Beschwerdeführer hatte
während dieser Zeit insgesamt 30 Tage krankheitsbedingt gefehlt und war zwei Tage
unentschuldigt der Arbeit ferngeblieben (Schlussbericht B._ vom 6. März 2002 IV-act.
95). Die psychiatrische Diagnostik der Sozialpsychiatrischen Klinik D._ lautete
"Verdacht auf Persönlichkeits¬störung (ICD-F60.8) sowie Anpassungsstörung (ICD-10:
F43.23) bei zahlreichen sozialen Problemen". Der Beschwerdeführer sei bisher
erstmalig in der genannten Beratungsstelle gewesen. Angesichts der fehlenden
Tagesstruktur und der zahlreichen psychosozialen Probleme, die wahrscheinlich in
engem Zusammenhang mit der Persönlichkeitsstörung stünden, aber ihrerseits auch zu
einer zusätzlichen Anpassungsstörung führten, dürfte eine stationäre Psychotherapie,
wahrscheinlich auch eine Psychopharmakotherapie, die geeignete Massnahme sein.
Zur Zeit dürfte der Beschwerdeführer angesichts seiner psychischen Verfassung und
der zahlreichen sozialen Probleme, wobei eines das andere negativ beeinflusse, nicht
eingliederungs- und arbeitsfähig sein (IV-act. 101).
2.2 Die Einschätzung der Sozialpsychiatrischen Beratungsstelle beruhte auf einer
einmaligen Konsultation, welche hinsichtlich der Persönlichkeitsstörung lediglich das
Erheben einer Verdachtsdiagnose ermöglichte. Nähere Ausführungen, welche
invalidenversicherungsrelevanten Einschränkungen bestanden und über den Einfluss
der offenbar gewichtigen psychosozialen Belastungsfaktoren sind dem Bericht nicht zu
entnehmen. Die Gewährung einer ganzen Rente erfolgte somit vorwiegend, weil sich
der Beschwerdeführer nicht im Stande zeigte, dauerhaft einer Erwerbstätigkeit bzw.
einer beruflichen Massnahme nachgehen zu können. Leistungen der IV setzten schon
vor Inkrafttreten des ATSG eine dauernde oder während längerer Zeit bestehende
Beeinträchtigung der Erwerbsmöglichkeiten (BGE 130 V 347 E. 3.3; Art. 4 Abs. 1 aIVG,
Stand 1. Januar 1999) voraus. Dem Beschwerdeführer wurde jedoch die fehlende
Eingliederungs- und Arbeitsfähigkeit ausdrücklich "zur Zeit" attestiert, solange die
aktuellen psychosozialen Probleme und die schlechte Verfassung andauerten bzw. bis
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eine stationäre Therapie erfolgreich durchgeführt worden sei (vgl. IV-act. 101-2). Die
Sozialpsychiatrische Beratungsstelle bezeichnete den Gesundheitszustand
ausdrücklich als besserungsfähig. Damit fehlte es an einer dauerhaften
gesundheitlichen Beeinträchtigung. Aus diesen Gründen erfolgte die Zusprache der
ganzen IV-Rente mit Verfügung vom 4. Oktober 2002 in Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes ohne ausreichende medizinische Abklärung sowie in
fehlerhafter Rechtsanwendung und damit nach der Rechtsprechung offensichtlich zu
Unrecht (E. 1.1). Die Voraussetzungen einer Wiedererwägung gemäss Art. 53 Abs. 2
ATSG sind erfüllt.
3.
Gemäss Auszug aus dem Individuellen Konto (IK) erzielte der Beschwerdeführer im
Jahr 2001 ein Erwerbseinkommen von Fr. 16'974.-- (Temporärstellen L._ AG und
M._), 2002 Fr. 986.-- (N._ AG), 2003 Fr. 766.-- (N._ AG), 2004 Fr. 2'936.-- (N._
AG), 2006 Fr. 2'629.-- (O._ GmbH), 2007 Fr. 19'418.-- (O._ GmbH), 2008 Fr.
17'522.-- (O._ AG), 2009 Fr. 14'983.-- (O._ GmbH), 2010 Fr. 19'697.-- (O._), 2011
Fr. 17'667.-- (F._), 2012 Fr. 23'853.-- (F._, P._ AG), 2013 Fr. 30'911.-- (Q._ AG,
P._ AG) und 2014 Fr. 30'670.-- (P._ AG, Q._ AG). Der Beschwerdeführer erzielte
somit ab dem Jahr 2007 und ab 2013 markant höhere Erwerbseinkommen als in den
Jahren zuvor. Der Grenzwert gemäss Art. 31 ATSG von Fr. 1'500.-- ist klar und
dauerhaft überschritten. Damit ist zusätzlich zu einem Wiedererwägungsgrund ein
erwerblicher Grund für eine Anpassung nach Art. 17 ATSG gegeben.
4.
Die Beschwerdegegnerin hat – wohl mit Blick auf den Herabsetzungsgrund der
Revision – die Rente gemäss Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV auf den ersten Tag des zweiten
Monats nach Zustellung der Verfügung herabgesetzt. Gleichzeitig hat sie die Verfügung
vom 4. Oktober 2002 wiedererwägungsweise aufgehoben, ohne deren Weitergeltung
bis zu ihrer Aufhebung ausdrücklich anzuordnen. Damit würde zwar rückwirkend die
Rechtsgrundlage für die Ausrichtung der ganzen Rente entfallen. Durch Auslegung ist
wohl von einer Weitergeltung der als unrichtig aufgehobenen Verfügung bis zum
Zeitpunkt ihrer Aufhebung auszugehen. Die wiedererwägungsweise Wiederherstellung
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des rechtmässigen Zustandes erst auf das Ende des der Zustellung folgenden Monats
(bzw. auf den ersten Tag des zweiten der Zustellung folgenden Monats) entspricht
denn auch der aktuellen bundesgerichtlichen Rechtsprechung (Urteil vom 23. Februar
2018, 8C_456/2017, E. 3.2).
5.
Zu befinden bleibt, ob das bidisziplinäre Gutachten vom 24. Januar 2012 (IV-act. 176)
eine ausreichende medizinische Grundlage für die Festlegung des Rentenanspruchs
bildet.
5.1 Soweit der rheumatologische Gutachter zum Schluss kommt, aufgrund des
chronischen lumbospondylogenen Schmerzsyndroms und des
cervikothorakospondylogenen Syndroms beidseits sei der Beschwerdeführer in der
Tätigkeit als Heizungsmonteur nicht mehr, in einer wirbelsäulenadaptierten, körperlich
eher leicht belastenden Tätigkeit jedoch aus medizinisch-theoretischer Sicht zu 100 %
arbeitsfähig (IV-act. 176-21, 23), erscheint dies nachvollziehbar und schlüssig.
5.2 Der psychiatrische Gutachter führte aus, der Beschwerdeführer sei ausschliesslich
auf die Situation fixiert gewesen, dass man ihm in der Klinik Valens gesagt habe, dass
er im Alter von 50 Jahren gelähmt sein werde. Er habe Angst vor einer ungünstigen
Bewegung. Er habe auch aus Angst vor der bevorstehenden Lähmung keine Beziehung
eingehen wollen, auf Sport und eine regelmässige Arbeit verzichtet. Überhaupt habe er
die vergangenen 12 Jahre nur noch vegetiert, in Erwartung der bevorstehenden
Lähmung. Inwiefern diese Aussagen valide seien, oder ob diese aktuell nur als Gründe
für eine weitere Berentung vorgeschoben würden, lasse sich nicht wirklich beurteilen.
Die Diagnose einer hypochondrischen Störung könne nicht an einer einzelnen Sitzung
abschliessend gestellt werden. Vieles spreche auch für das Vorliegen einer
somatoformen Schmerzstörung. Bei beiden Diagnosen sei jedoch von einer
zumutbaren Willensanstrengung zur Überwindung der Beschwerden auszugehen,
welche die Arbeitsfähigkeit nicht oder nur in geringem Masse zu beeinträchtigen in der
Lage seien. Zudem bestehe keine affektive Beteiligung von ausreichender Schwere.
Die aktuell aufgewühlte Stimmung sei dem Umstand zuzuschreiben, dass die
jahrelange Diagnose "Lähmung" nun in Frage gestellt worden sei. Deshalb sei die
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ebenfalls vorbestehende Diagnose einer Anpassungsstörung übernommen worden,
welche jedoch aufgrund der jahrelangen Dauer nun eigentlich als Dysthymie
interpretiert werden müsse. Dabei bestünden auch Phasen von vergleichsweise
normalen affektiven Zuständen; eine durchgehend depressive Verstimmung werde
weder berichtet noch könne sie den Akten entnommen werden. Dass der Versicherte
schon immer soziale Probleme gehabt habe (insbesondere finanzieller Art), müsste
eigentlich als IV-fremder Faktor aus dem psychosozialen Feld gewertet und dürfe nicht
erschwerend der affektiven Störung beigemessen werden. Es bleibe deshalb
unverständlich, warum dies in der Beurteilung der Sozialpsychiatrischen
Beratungsstelle D._ als so krankheitsbestimmend eingestuft worden sei. Als einzige
wirklich arbeitseinschränkende und IV-relevante Tatsache verbleibe die
Persönlichkeitsstörung, welche auch in der diesmaligen Untersuchung nachvollziehbar
gewesen sei. In den Akten werde die schwierige Integration glaubhaft nachvollziehbar
dargestellt und auch das Vorgutachten von Dr. C._ sei bezüglich Nachvollziehbarkeit
der dort geschilderten Persönlichkeitsmerkmale schlüssig. Aus gutachterlicher Sicht
werde der Beurteilung von Dr. C._ gefolgt, die nach wie vor Gültigkeit habe. Die
Persönlichkeitsstörung des Beschwerdeführers sei mit einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit
vereinbar (IV-act. 175-11 f.). Aus psychiatrischer Sicht gebe es keine Einschränkungen
bezüglich Arbeitsplatzgestaltung (IV-act. 175-12). Eine begleitende ambulante
Psychotherapie sei notwendig, damit der Beschwerdeführer die Chancen auf ein
erfolgreiches Leben erkenne, trotz bestehender körperlicher Beeinträchtigungen (IV-
act. 175-12).
5.3 Ein strukturiertes Beweisverfahren im Sinne von BGE 141 V 281 wurde für
psychische Leiden erst mit dem nach der Begutachtung ergangenen BGE 143 V 418
grundsätzlich erforderlich. Gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten
verlieren nicht per se ihren Beweiswert. In sinngemässer Anwendung auf die
materiellbeweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu
prüfen, ob die administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten –
gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige
Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (BGE 141 V
309 E. 8; Urteil des Bundesgerichts vom 13. April 2016, 9C_168/2015, E. 2.2.3). Das
psychiatrische Gutachten thematisiert vorliegend den geringen funktionellen
Schweregrad der affektiven Komponente und grenzt deren Auswirkungen (Fixiertheit
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auf die befürchtete Lähmung) von denjenigen der Persönlichkeitsstörung ab. Zu den
durch diese bewirkten Einschränkungen nimmt es zwar nicht explizit Stellung. Dem
Vorgutachten von Dr. C._ ist diesbezüglich zu entnehmen, der Beschwerdeführer sei
(bei der Untersuchung) nicht in der Lage (gewesen), kooperativ zu sein. Er wolle sich
offensichtlich nicht mit der eigenen Realität konfrontieren, sei frustrationsintolerant und
alloakkusativ (IV-act. 45-6). Der Schlussbericht des B._ vom 6. März 2002 hielt fest,
die gezeigten Arbeitsleistungen würden für eine Ausbildung im Informatikbereich nicht
genügen. Das Sozialverhalten des Beschwerdeführers sei als kritisch zu taxieren. Über
kurz oder lang gerate er immer wieder und mit praktisch allen Personen in für ihn
existentielle Konfliktsituationen. Diese gehe er dann sehr "kämpferisch" an. Im Hinblick
auf die Eingliederung in einen bestehenden Arbeitsmarkt sei die Sozialkompetenz
defizitär (IV-act. 95-2). Im Bereich der Selbstkompetenzen weise der Beschwerdeführer
etliche Defizite auf. Äussere Einflussfaktoren (Finanzen, Wohnsituation, Möbel,
Körperschmuck usw.) seien derart stark gewesen, dass er nur wenig Energie für seine
eigentliche Ausbildung zur Verfügung gehabt habe. Im Lernbereich habe er dadurch
sehr unselbständig und nicht bei der Sache gewirkt. Im zwischenmenschlichen Bereich
sei eine grosse Tension spürbar gewesen, was einen gestressten oder gar gehetzten
Eindruck hinterlassen habe (IV-act. 95-2 f.). Im Zwischenbericht vom 13. November
2001 wurde die Lern- und Arbeitstechnik des Beschwerdeführers als wenig strukturiert
bezeichnet. Die Arbeitsorganisation sei stark von seinem "Lustprinzip" geprägt. Darauf
angesprochen sei er in der Lage gewesen, seine ursprünglich geplanten Aufgaben
wieder aufzunehmen und weiterzuverfolgen (IV-act. 78-3). Die Ausführungen des B._,
welche dem psychiatrischen Gutachter bekannt waren (IV-act. 175-5), beschreiben
plastisch die Einschränkungen des Beschwerdeführers. Auch wenn diese nicht im
Gutachten aufgeführt oder kommentiert sind, ergänzen sie dieses und lassen die vom
psychiatrischen Gutachter attestierte Arbeitsunfähigkeit als plausibel erscheinen. Dass
die von den Gutachtern geschätzte Arbeitsfähigkeit nicht nur vorübergehend
verwertbar ist, zeigen die im IK aufgeführten Einkommen, wenngleich diese auch aus
verschiedentlichen temporären Einsätzen stammen (IV-act. 215, E. 3). Auch auf das
psychiatrische Teilgutachten kann daher abgestellt werden.
6.
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Für den Einkommensvergleich ist vorliegend der Zeitpunkt der rentenherabsetzenden
Verfügung aus dem Jahr 2015 massgebend, da aufgrund des gegebenen
Wiedererwägungs- bzw. Revisionsgrundes der Einkommensvergleich neu
vorzunehmen ist. Der Beschwerdeführer arbeitete in seinem angestammten Beruf als
Monteur zuletzt vom 1. März 1998 bis 30. September 1999 bei der Filtrox AG (IV-act.
21 und 196-5). Dort hätte er im Jahr 1999 ein Einkommen von 13 x Fr. 4'900.-- = Fr.
63'700.-- erzielt (Angaben Arbeitgeberin vom 26. Mai 1999, IV-act. 21-2;
Taggeldberechnung, IV-act. 31). Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
(Bundesamt für Statistik [BFS], Lohnentwicklung 2014, T39, Indices Männer 1999:
1835, 2015: 2226, vgl. Informationsstelle AHV/IV, IV, Ausgabe 2018, Bern 2018,
Anhang 2) beträgt das Jahreseinkommen Fr. 77'273.--. Es ist davon auszugehen, dass
der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsschaden seine erlernte Tätigkeit fortgesetzt
und weiterhin ein entsprechendes Einkommen erworben hätte, weshalb dieser
Jahresverdienst dem Valideneinkommen entspricht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
21. Dezember 2016, 8C_728/2016, E. 3.1, mit weiteren Verweisen). Für die Bemessung
des Invalideneinkommens ist vom Tabellenlohnwert gemäss Lohnstrukturerhebung/
Lohnentwicklung 2015,, Kompetenzniveau 1, Männer, auszugehen. Dieser beträgt Fr.
66'633.-- (Informationsstelle AHV/IV, IV 2018, a.a.O.). Gründe für einen
Tabellenlohnabzug ergeben sich nicht, nachdem die Auswirkungen der
Persönlichkeitsstörung umfassend in der psychiatrischen Arbeitsfähigkeitsschätzung
enthalten sind (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Januar 2015, 9C_846/2014, E.
4.1.1). Basierend auf der Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten von 50% ergibt sich
somit ein Invaliditätsgrad von gerundet 57%([Fr. 77'273.-- - {50% x Fr. 66'633.--}]: Fr.
77'273.--) . Die Herabsetzung der ganzen auf eine halbe IV-Rente erweist sich somit als
korrekt.
7.
7.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem unterliegenden
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Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten vollumfänglich aufzuerlegen. Zufolge
unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu befreien.
7.3 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat keine Kostennote
eingereicht. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick auf
vergleichbare Fälle eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3‘500.-- angemessen.
Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70).
Somit hat der Staat der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers pauschal mit Fr.
2‘800.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
7.4 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).