Decision ID: 6f5bad09-caec-4e40-8c6d-4ec8bb572a8f
Year: 2022
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_005
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt:
1. Am 20. Dezember 2012 erteilte die Gemeinde C._ (ehemals
Gemeinde D._) E._ die Bewilligung zum Umbau des in
der Dorfzone liegenden Stalles F._ auf Parzelle G._ in
der Gemeinde D._ (heute C._). In dieser Bewilligung wies
die Gemeinde E._ darauf hin, dass die Süd- und Ostfassade mit
Art. 37 Abs. 3 des kommunalen Baugesetzes D._ (BG) nicht zu
vereinbaren sei und die Pläne entsprechend anzupassen seien. Mit den
Bauarbeiten dürfe deshalb erst begonnen werden, wenn die Pläne
hinsichtlich der Fassaden vom Gemeinderat genehmigt worden seien. Am
13. Februar 2013 wurden die nachgereichten Pläne von der Gemeinde
genehmigt. Danach wurde die Liegenschaft durch die A._ GmbH
(nachfolgend Bauherrschaft) erworben. Einziger Gesellschafter war und ist
gemäss Handelsregisterauszug B._. Mit Kaufvertrag vom
22. Januar 2016 erwarben H._ und I._ an vorgenanntem
Grundstück (neu Parzelle J._) einen Miteigentumsanteil mit einem
Sonderrecht an der 31⁄2-Zimmerwohnung im 3. Obergeschoss mit Keller als
Nebenraum im Erdgeschoss.
2. Die Baukommission der Gemeinde führte am 14. November 2016 die
Schlussabnahme des erfolgten Umbaus durch und stellte Nachstehendes
fest:
 Die Raumeinteilung sei in allen vier Wohnungen abgeändert worden.  An der Nordfassade seien zwei anstatt nur eine Türe erstellt worden.  An der Ostfassade sei die Fenstereinteilung geändert, die Geländer
seien mit Staketen anstatt mit einer Brüstung versehen und der Handlauf sei in der Mitte um ca. 30 cm erhöht worden.
 An der Südfassade sei die Fenstereinteilung geändert, die Geländer seien mit Staketen anstatt mit einer Brüstung versehen, der Handlauf sei in der Mitte um ca. 30 cm erhöht worden und die Holzlamellen vor dem Fenster seien nicht erstellt worden.
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3. Mit Schreiben vom 16. November 2016 reichte die Bauherrschaft der
Gemeinde die Ausführungspläne mit den Projektabweichungen nach. Am
9. März 2017 zeigte die Gemeinde der Bauherrschaft die zuvor genannten
Abweichungen von den am 20. Dezember 2012 bzw. vom 13. Februar
2013 bewilligten Plänen schriftlich an und wies sie darauf hin, dass gemäss
Art. 7 BG und Art. 86 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton
Graubünden (KRG; BR 801.100) Bauten und Anlagen nur mit schriftlicher
Bewilligung der kommunalen Baubehörden geändert werden dürften. Eine
solche Bewilligung liege nicht vor, weshalb davon auszugehen sei, dass
die Baubehörde wegen Verletzung von baugesetzlichen Vorschriften und
Bestimmungen die Aussprechung einer Busse in Betracht ziehen müsse.
Zeitgleich wurde der Bauherrschaft Gelegenheit gegeben, sich innert
10 Tagen schriftlich zu den festgestellten Abweichungen zu äussern.
4. Zu den von der Gemeinde festgestellten Abweichungen nahm die
Bauherrschaft am 21. März 2017 Stellung. Im Wesentlichen brachte die
Bauherrschaft vor, sie habe keine baugesetzlichen Vorschriften verletzt.
Die von der Gemeinde vorgebrachten Einwände beträfen rein ästhetische
Details, die in Material und Form nicht anders ausgeführt worden seien, als
die Gemeinde es in ihrem Bewilligungsschreiben 2012.38 empfohlen habe
und es in der Gemeinde üblich sei. Insbesondere sei ein von der
Bauherrschaft unlängst gezeichnetes Umbauprojekt einer Scheune mit
demselben Geländerbild vor der Fensterfront bewilligt worden.
5. Mit Schreiben vom 9. Juni 2017 übermittelte die Gemeinde der
Bauherrschaft den Bericht von K._ vom 10. Mai 2017 zur
Kenntnisnahme und forderte sie zugleich auf, ihr Terminvorschläge zu
unterbreiten, damit die gesamte Problematik besprochen werden könne.
K._ gelangte im vorgenannten Bericht zum Ergebnis, dass es sich
beim fraglichen Stall um eine für das Ortsbild sehr wichtige Baute handle.
Damit der ehemalige Stallteil auch künftig als solcher erkennbar sei, müsse
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eine massgebende Fläche in Holz belassen werden. Dies sei an der
Ostfassade mehr oder weniger erreicht. Anders sei dies bei der
Südfassade. Durch die leichte, durchlässige Brüstung und das Weglassen
der Holzflächen erscheine die Fassade als gläserne Fläche. Dieser Schritt
gehe aus gestalterischer Sicht zu weit und sei nicht akzeptabel.
6. Mit Entscheid vom 17. Oktober 2017, mitgeteilt am 23. November 2017,
verfügte die Gemeinde, die Holzlamellen vor dem Fenster an der
Südfassade seien so wie in den Plänen vom 13. Februar 2013 bewilligt, bis
spätestens am 1. Juni 2018 auszuführen; die übrigen erfolgten
Projektänderungen würden nachträglich bewilligt; wegen Missachtung des
Baugesetzes werde B._ mit einer Busse von CHF 3'000.00
gebüsst und die Busse sei innert 30 Tagen zahlbar; die Verfahrenskosten
in Höhe von CHF 2'000.00 gingen zu Lasten der Bauherrschaft und seien
gleichzeitig mit der Busse zu bezahlen.
7. Dagegen erhoben die Bauherrschaft und deren einziger Gesellschafter
B._ am 11. Januar 2018 Beschwerde beim Verwaltungsgericht
des Kantons Graubünden (nachfolgend Verwaltungsgericht) und
beantragten was folgt:
1. Ziff. 1, 3 und 4 des Entscheids des Gemeindevorstandes der Gemeinde C._ vom 17. Oktober 2017 i.S. Wiederherstellungs- und Bussverfahren wegen Projektabweichung von der Baubewilligung bzw. der bewilligten Pläne seien aufzuheben und zu neuem Entscheid und zur Durchführung eines ordnungsgemässen Bussstrafverfahrens an die Vorinstanz zurückzuweisen.
2. Eventualbegehren zu Ziff. 1: Ziff. 1, 3 und 4 des Entscheids des Gemeindevorstandes der Gemeinde C._ vom 17. Oktober 2017 i.S. Wiederherstellungs- und Bussverfahren wegen Projektabweichung von der Baubewilligung bzw. der bewilligten Pläne seien aufzuheben und der Beschwerdeführerin sei entsprechend den am 16. November 2016 eingereichten Plänen die Bewilligung für die Projektänderung der Südfassade gegenüber der Baubewilligung vom 20. Dezember 2012 zu erteilen.
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3. Subeventualbegehren zu Ziff. 1 und 2: Ziff. 1, 3 und 4 des Entscheids des Gemeindevorstandes der Gemeinde C._ vom 17. Oktober 2017 i.S. Wiederherstellungs- und Bussverfahren wegen Projektabweichung von der Baubewilligung bzw. der bewilligten Pläne seien aufzuheben und zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Vorinstanz sei anzuweisen, der Beschwerdeführerin 1 entsprechend den am 16. November 2016 eingereichten Plänen die Bewilligung für die Projektänderung der Südfassade gegenüber der Baubewilligung vom 20. Dezember 2012 zu erteilen.
4. Subsubeventualbegehren zu Ziff. 1, 2 und 3: Ziff. 1, 3 und 4 des Entscheids des Gemeindevorstandes der Gemeinde C._ vom 17. Oktober 2017 i.S. Wiederherstellungs- und Bussverfahren wegen Projektabweichung von der Baubewilligung bzw. der bewilligten Pläne seien aufzuheben und zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Vorinstanz sei anzuweisen, eine Duldungsverfügung zu erlassen.
5. Verfahrensantrag: Es sei ein Augenschein vor Ort in D._, L._, durchzuführen.
6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich gesetzliche Mehrwertsteuer).
8. Mit Urteil des Verwaltungsgerichts vom 30. Oktober 2018 (R 18 2) wurden
die Ziffern 1, 3 und 4 des angefochtenen Entscheids aufgehoben und die
Gemeinde angewiesen, das Wiederherstellungs- und Bussverfahren im
Sinne der Erwägungen weiterzuführen und neu zu entscheiden.
Begründend wurde insbesondere ausgeführt, dass sich weder der
Begründung im angefochtenen Entscheid noch dem Bericht von
K._ vom 10. Mai 2017 entnehmen lasse, welche in Art. 37 Abs. 3
BG genannten ästhetischen Vorgaben die Bauherrschaft und B._
an der Südfassade der fraglichen Liegenschaft mit den
Projektabweichungen verletzt haben sollten.
9. Gestützt auf dieses in Rechtskraft erwachsene Urteil holte die Gemeinde
bei K._ einen ergänzenden Bericht ein, welcher ihr am 5. April
2019 vorgelegt wurde. Darin wurde im Wesentlichen festgehalten, dass die
ehemalige Scheune auch inskünftig als solche erkennbar sein müsse. Für
die Erkennbarkeit sei erforderlich, dass eine massgebende Fläche der
Holzausfachung zwischen den Pfeilern in Holz belassen werde.
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Entsprechend sei auch eine Holzfassade in Form von Schräglamellen
bewilligt worden. Damit könne ein natürlicher Lichteinfall ermöglicht
werden, ohne dass zugleich der gewünschte Eindruck einer vollflächigen
Holzfassade beeinträchtigt werde. An der nun umgebauten Südfassade der
fraglichen Liegenschaft würden indes die Glasflächen und die grauen
Rollläden dominieren. Damit werde Art. 37 Abs. 3 BG sowohl in Bezug auf
das verwendete Material als auch die Farbe verletzt.
10. Mit separaten Schreiben vom 19. Juli 2019 stellte die Gemeinde der
Bauherrschaft und B._ sowie den Stockwerkeigentümer der
fraglichen Liegenschaft ein Wiederherstellungsverfahren in Aussicht, mit
der Verpflichtung zum Anbringen von Schräglamellen aus Holz (i) vor den
beiden schmalen vertikalen Fenstersegmenten (auf einer Breite von ca. 1.5
m) im westlichen Bereich der Wohnungen im 2. und 3. Geschoss (STWE-
Einheiten Nrn. 481-3 und 481-4) sowie (ii) vor dem Fenstersegment auf der
Westseite der Wohnung im 1. Geschoss (STWE-Einheit Nr. 481-2).
Gleichzeitig wurden die Bauherrschaft und B._ unter Angabe des
gesetzlichen Strafrahmens auf die einschlägigen Vorschriften und
Strafbestimmungen gemäss Art. 93 ff. KRG hingewiesen. Die genannten
Personen erhielten mit Schreiben vom 19. Juli 2019 die Gelegenheit, sich
zur Angelegenheit vernehmen zu lassen.
11. In ihrer Stellungnahme vom 17. September 2019 beantragten die
Bauherrschaft und B._, dass auf die in Aussicht gestellte
Wiederherstellung zu verzichten und der Bauherrschaft die Baubewilligung
für die Projektänderung gemäss den eingereichten Plänen vom 16.
November 2016 zu erteilen sei; eventualiter sei in Bezug auf die Gestaltung
der Südfassade eine Duldungsverfügung zu erlassen. Am 18. November
2019 liessen sich unter Verweis auf die Stellungnahme der Bauherrschaft
und B._ vom 17. September 2019 auch H._ und
I._ vernehmen.
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12. Mit separaten Entscheiden vom 2. März 2020, mitgeteilt am 11. März 2020,
verfügte die Gemeinde, dass die Bauherrschaft und B._ einerseits
und die Stockwerkeigentümern der fraglichen Liegenschaft andererseits
unter solidarischer Haftbarkeit zu verpflichten seien, sowohl vor den beiden
schmalen vertikalen Fenstersegmenten auf einer Breite von ca. 1.5 m im
westlichen Bereich der Wohnungen im 2. und 3. Geschoss (STWE-
Einheiten Nrn. 481-3 und 481-) als auch beim zusätzlich erstellten
Fenstersegment auf der Westseite der Wohnung im 1. Geschoss (STWE-
Einheit Nr. 481-2) Schräglamellen aus Holz anzubringen; wegen
vorsätzlicher Widerhandlung gegen Art. 86 KRG werde B._ mit
einer Busse von CHF 3'000.-- gebüsst und diese Busse sei innert 30 Tagen
zu bezahlen; die Verfahrenskosten in Höhe von insgesamt CHF 3'762.70
gingen unter solidarischer Haftbarkeit zulasten der Bauherrschaft und
B._ und seien ebenfalls innert 30 Tagen zu bezahlen.
13. Dagegen erhoben die Bauherrschaft und B._ (nachfolgend
Beschwerdeführerin und Beschwerdeführer) am 8. Mai 2020 Beschwerde
beim Verwaltungsgericht und beantragten, was folgt:
1. Ziff. 1, 2, 3 und 4 des Entscheids des Gemeindevorstandes der Gemeinde C._ vom 2. März 2020 i.S. Wiederherstellung des gesetzmässigen Zustandes mit Bezug auf die Gestaltung der Südfassade des Wohnhauses auf Parzelle Nr. J._ (vormals Nr. G._) in D._ seien aufzuheben und der Beschwerdeführerin 1 sei entsprechend den am 1. September 2015 und am 16. November 2016 eingereichten Plänen die Bewilligung für die Projektänderung der Südfassade gegenüber der Baubewilligung vom 20. Dezember 2012 zu erteilen.
2. Eventualbegehren zu Ziff. 1: Ziff. 1, 2, 3 und 4 des Entscheids des Gemeindevorstandes der Gemeinde C._ vom 2. März 2020 i.S. Wiederherstellung des gesetzmässigen Zustandes mit Bezug auf die Gestaltung der Südfassade des Wohnhauses auf Parzelle Nr. J._ (vormals Nr. G._) in D._ seien aufzuheben und zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Vorinstanz sei anzuweisen, die Beschwerdeführerin 11 entsprechend den am 1. September 2015 und am 16. November 2016 eingereichten Plänen die Bewilligung für die
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Projektänderung der Südfassade gegenüber der Baubewilligung vom 20. Dezember 2012 zu erteilen.
3. Subeventualbegehren zu Ziff. 1 und 2: Ziff. 1, 2, 3 und 4 des Entscheids des Gemeindevorstandes der Gemeinde C._ vom 2. März 2020 i.S. Wiederherstellung des gesetzmässigen Zustandes mit Bezug auf die Gestaltung der Südfassade des Wohnhauses auf Parzelle Nr. J._ (vormals Nr. G._) in D._ seien aufzuheben und zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Vorinstanz sei anzuweisen, eine Duldungsverfügung zu erlassen.
4. Verfahrensantrag a: Der vorliegenden Beschwerde sei superprovisorisch und für die Dauer des Beschwerdeverfahrens die aufschiebende Wirkung zu gewähren.
5. Verfahrensantrag b: Es sei ein Augenschein vor Ort in D._, L._, durchzuführen.
6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich gesetzliche Mehrwertsteuer).
In beweisrechtlicher Hinsicht beantragten die Beschwerdeführer zusätzlich
zum Augenschein die Edition der Vorakten des Gemeindevorstandes der
Gemeinde sowie der Bewilligungsakten des Feuerpolizeiamtes
Graubünden im Zusammenhang mit der fraglichen Liegenschaft, den
Beizug der Akten des verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens R
18 2, die Parteibefragung von B._, die Einholung eines
Fachberichts/Gutachtens betreffend Rücksichtnahme auf die wesentlichen
Merkmale des vorbestandenen Gebäudes und die Nachbarbauten sowie
zur Höhe der Kosten der verlangten Anpassung. Begründend brachten die
Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, dass es sich bei der realisierten
Projektänderung lediglich um eine geringfügige Änderung handle, die
keinen Einfluss auf das Gesamterscheinungsbild habe. So seien
insbesondere keine zusätzlichen Glasflächen geschaffen worden. Bei den
Fenstern der Wohnungen im 2. und 3. Geschoss handle es sich um
bewilligte Fenster, bei welchen nur aus wohnhygienischen Gründen auf
das Anbringen von Schräglamellen verzichtet worden sei. Auch sei bei der
Wohnung im 1. Geschoss nicht ein zusätzliches Fensterelement anstelle
von Mauerwerk realisiert worden. Vielmehr sei nur eine andere
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Fenstereinteilung vorgenommen worden, die das Gesamterscheinungsbild
indes nicht zu beeinträchtigen vermöge. Sämtliche typenähnlichen bzw.
regionaltypischen Gebäude in der Umgebung würden zudem eine gleiche
oder ähnliche Charakteristik, wie das vorliegende Bauprojekt, aufweisen.
Auf der gesamten Fläche seien Holzbrüstungen bzw. Balkone mit
Holzverschalungen verbaut worden. Damit lägen keine dominanten
Glasfronten vor. Hinzu komme, dass sich sowohl das Material, die Grösse
und Proportionen an die traditionelle Bauweise anpassen würden. Damit
vermöge die realisierte Fassadengestaltung die Ästhetikvorschriften ohne
Weiteres zu erfüllen. Vor diesem Hintergrund habe die Gemeinde die
Bewilligung der Projektänderung gestützt auf Art. 37 Abs. 3 BG zu Unrecht
verweigert; dies umso mehr, als die Praxis der Gemeinde bezüglich der
Einordnung in das Ortsbild willkürlich sei, was der Vergleich mit dem – in
der identischen Dorfkernzone von D._ – bewilligten und von ihnen
realisierten Projekt "M._" belege. Daran, dass die Projektänderung
zu Unrecht verweigert worden sei, vermöge im Übrigen auch der
ergänzende Bericht der Bauberaterin vom 5. April 2019 nichts zu ändern.
Dieser Bericht sei nämlich einseitig und undifferenziert. Zudem habe die
Gemeinde die Bauberaterin nicht bereits im Rahmen des ursprünglichen
Baubewilligungsverfahrens, sondern erst danach beigezogen.
Entsprechend könne ihnen der ergänzende Bericht der Bauberaterin vom
5. April 2019 nicht entgegengehalten werden. Selbst dann, wenn die
Schräglamellen vor den Fenstern angebracht werden müssten, sei zu
berücksichtigen, dass sie nicht Eigentümer der fraglichen Liegenschaft
seien. Entsprechend seien sie nicht befugt, Änderungen ohne Zustimmung
der Stockwerkeigentümergemeinschaft vorzunehmen. Entsprechend hätte
die Gemeinde die Stockwerkeigentümergemeinschaft zur
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes bzw. zumindest zur
Duldung der entsprechenden Arbeiten verpflichten müssen. Daraus ergebe
sich, dass sie gar nicht in der Lage seien, die angeordnete Anbringung von
Schräglamellen vorzunehmen. Sollten sie wider Erwarten zur Anbringung
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von Schräglamellen verpflichtet werden, wäre diese Anordnung überdies
als unverhältnismässig zu qualifizieren. Einerseits würden die
Abweichungen von einem aussenstehenden Betrachter kaum
wahrgenommen oder zumindest nicht als störend empfunden werden.
Andererseits lasse es die realisierte Fassadenkonstruktion nicht zu, diese
mit angemessenem (finanziellem) Aufwand nachzurüsten bzw. mit
Schräglamellen zu versehen. Mithin wäre eine Duldungsverfügung zu
erlassen. Eine Busse könne und dürfe gegen B._ nicht
ausgesprochen werden. Ihm könne nämlich weder vorsätzliches noch
fahrlässiges Verhalten vorgeworfen werden, zumal die vorgenommene
Projektänderung lediglich geringfügig sei, die Gemeinde keine
Nachbesserung der im Januar 2013 eingereichten Pläne verlangt habe und
auch auf den vom ihm am 1. September 2015 (nachträglich) eingereichten
Fassadenplan keine Rückmeldung erhalten habe. Läge wider Erwarten ein
Verschulden vor, sei höchstens von leichtem Verschulden auszugehen.
Damit wäre eine Busse im untersten Bereich des Strafrahmens
auszusprechen.
14. Am 22. Juni 2020 reichte die Gemeinde (nachfolgend
Beschwerdegegnerin) ihre Vernehmlassung ein. Darin beantragte sie die
vollumfängliche Abweisung der Beschwerde unter solidarischer Kosten-
und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdeführer. In formeller
Hinsicht beantragte die Beschwerdegegnerin die Durchführung eines
Augenscheins sowie die Parteibefragung des Bauamtsleiters und der
Bauberaterin. In materieller Hinsicht stellte sie sich im Wesentlichen auf
den Standpunkt, dass die weitgehend als Glasfassade wahrnehmbare
Hausfront den vormaligen Heustall nicht mehr erkennen lasse und damit
untypisch für das Ortsbild im Dorfkern sei. Damit verstosse die realisierte
Fassadengestaltung nicht nur gegen die bewilligten Pläne vom 13. Februar
2013, sondern auch gegen Art. 37 Abs. 3 BG. Es könne durchaus sein,
dass in der Vergangenheit – insbesondere noch vor der Fusion der
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Gemeinde C._ – in Einzelfällen Glasfassaden an ausgebauten
Heuställen bewilligt worden seien, welche rückblickend betrachtet,
insbesondere in ihren Ausmassen nicht hätten akzeptiert werden sollen. Im
Hinblick auf die laufende Umsetzung von Art. 9 Abs. 1 ZWG sei für die
Zukunft eine restriktive Praxis zu Glasfassadenflächen zentral. Die von den
Beschwerdeführern 1 und 2 ins Feld geführten Vergleichsprojekte seien im
Übrigen nicht durchgehend einschlägig, wie z.B. die landwirtschaftliche
Remise des Gemeindepräsidenten. Diese befinde sich nämlich nicht im
besonders schützenden Dorfkern von D._, sondern ausserhalb
der Bauzone. Was die Verhältnismässigkeit der verfügten
Wiederherstellung und der Baubusse anbelange, werde auf die
Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen. Soweit die
Beschwerdeführer geltend machten, dass die angeordnete
Wiederherstellung nicht vollstreckt werden könne, sei auf die
Duldungsverfügung vom 15. Juni 2020 zu verweisen. Darin sei die
Stockwerkeigentümergemeinschaft Parzelle Nr. J._ verpflichtet
worden, die mit Entscheid vom 2. März 2020 verfügte Wiederherstellung zu
dulden, sollten die Verfügungsadressaten ihren Verpflichtungen nicht
nachkommen.
15. Nachdem die Beschwerdegegnerin in ihren Vernehmlassungen vom 22.
Juni 2020 keine Einwände erhoben hatte, wurde der Beschwerde die
aufschiebende Wirkung zuerkannt.
16. Am 25. August 2020 hielt die Beschwerdeführer replicando an ihren
Anträgen fest. Die Replik enthielt nichts rechtsrelevantes Neues, lediglich
eine Vertiefung der bereits bezogenen Positionen.
17. Mit Duplik vom 16. September 2020 hielt auch die Beschwerdegegnerin
duplicando an ihren Anträgen fest. Im Übrigen war in der Duplik in Bezug
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auf die beschwerdeführerischen Vorbringen nichts Neues oder
Rechtsrelevantes enthalten.
18. Am 22. November 2021 führte das Verwaltungsgericht einen Augenschein
vor Ort durch, an welchem der Beschwerdeführer sowohl für sich selber als
auch als einziger Gesellschafter für die Beschwerdeführerin sowie der
beschwerdeführerische Rechtsvertreter anwesend waren. Von Seiten der
Beschwerdegegnerin nahmen N._ (Vizegemeindepräsident),
O._ (technischer Leiter/Mitglied der Geschäftsleitung Bauamt)
sowie der beschwerdegegnerische Rechtsvertreter am Augenschein teil.
Allen Anwesenden wurde dabei an verschiedenen Standorten Gelegenheit
geboten, sich anhand der Örtlichkeiten auch noch mündlich zu den
aufgeworfenen Fragen zu äussern, wovon allseits Gebrauch gemacht
wurde.
Auf die Ausführungen der Parteien am Augenschein, in ihren
Rechtsschriften sowie in den angefochtenen
Wiederherstellungsverfügungen wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Fall bildet der baurechtliche Entscheid
der Beschwerdegegnerin vom 2./11. März 2020 betreffend
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands und Busse, wonach (i) die
Beschwerdeführer und sämtliche Eigentümer der Stockwerkeinheiten Nrn.
481-1 bis 481-4 unter solidarischer Haftbarkeit verpflichtet worden sind, an
der Südfassade sowohl vor den beiden schmalen vertikalen
Fenstersegmenten auf einer Breite von ca. 1.5 m im westlichen Bereich der
Wohnungen im 2. und 3. Obergeschoss (Stockwerkeinheiten Nrn. 481-3
und 481-4) als auch vor dem zusätzlich erstellten Fenstersegment im
westlichen Bereich der Wohnung im 1. Obergeschoss Schräglamellen aus
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Holz anzubringen sowie (ii) der Beschwerdeführer verpflichtet worden ist,
eine Busse von CHF 3'000.-- zu bezahlen. Das Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden ist aufgrund von Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) vorliegend zur
Beurteilung der Beschwerde zuständig. Die Beschwerdeführer sind als
Verfügungsadressaten beschwert und folglich zur Erhebung der
Beschwerde legitimiert. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht
eingereichte Beschwerde ist demnach einzutreten.
2. Gemäss Art. 34 Abs. 1 VRG kommt einer Beschwerde grundsätzlich keine
aufschiebende Wirkung zu. Nach Art. 34 Abs. 2 VRG kann die Behörde im
Einzelfall jedoch von Amtes wegen oder auf Antrag die aufschiebende
Wirkung erteilen. Die Gewährung dieser Rechtswohltat setzt insbesondere
die Vermeidung erheblicher, für die betroffene Person nicht leicht
wiedergutzumachende Rechtsnachteile voraus. Die Beschwerdeführer
beantragten die aufschiebende Wirkung. Die Beschwerdegegnerin erhob
dagegen keine Einwände. Aus diesem Grund erteilte der Instruktionsrichter
den Beschwerdeführern mit Schreiben vom 30. Juni 2020 die
aufschiebende Wirkung.
3. Im formeller Hinsicht werden seitens der Beschwerdeführer diverse
Beweisanträge gestellt. Neben den Anträgen auf Durchführung eines
Augenscheins sowie auf Beizug sowohl der vorinstanzlichen Akten als
auch der Akten des verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens R 18
2, welchen das Verwaltungsgericht entsprochen hat, beantragten die
Beschwerdeführer ferner die Edition der Bewilligungsakten des
Feuerpolizeiamtes Graubünden, die Parteibefragung von B._
sowie Einholung eines Fachberichts/Gutachtens betreffend
Rücksichtnahme auf die wesentlichen Merkmale des vorbestandenen
Gebäudes und die Nachbarbauten sowie zur Höhe der Kosten der
verlangten Anpassung. Für das Verwaltungsgericht ist aufgrund der im
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Recht liegenden Beweisurkunden erstellt, dass an der Südfassade
vollflächige Holzbrüstungen geplant waren (vgl. nachstehende Erw. 8.4.).
Damit ist nicht ersichtlich, inwiefern durch die beantragten
Bewilligungsakten des Feuerpolizeiamtes Graubünden neue wesentliche
Erkenntnisse zu erwarten sind. Mithin wird der entsprechende
Beweisantrag in antizipierter Beweiswürdigung abgewiesen. Dasselbe hat
auch hinsichtlich der beantragten Parteibefragung von B._ zu
gelten. Diese Parteibefragung wird insbesondere im Zusammenhang mit
dem beschwerdeführerischen Vorbringen beantragt, wonach O._
ihm zur Auskunft gegeben habe, dass die Nachtragseingabe nach
Bauvollendung eingereicht werden könne und die geringfügigen
Änderungen nicht bewilligungspflichtig seien bzw. nach Bauvollendung
genehmigt werden würden. Diese Auskunftserteilung wird von O._
bestritten. Hinzu kommt, dass O._ mangels Entscheidkompetenz
ohnehin nicht zuständig gewesen wäre, eine verbindliche Auskunft zu
erteilen (vgl. nachstehende Erw. 5.3.2.). Vor diesem Hintergrund wären
auch von der Parteibefragung von B._ keine rechtsrelevanten
neuen Erkenntnisse zu erwarten. Der entsprechende Beweisantrag ist
somit ebenfalls abzuweisen. Das Verwaltungsgericht hat sich anlässlich
des Augenscheins davon überzeugen können, dass durch die von den
Beschwerdeführern entgegen den bewilligten Plänen realisierte und
einsehbare Südfassade (nicht angebrachte Schräglamellen aus Holz und
angebrachte graue Rollstoren) der Stallcharakter nicht mehr gewahrt wird
(vgl. Erw. 4.1. ff.). Damit sieht das Verwaltungsgericht insbesondere
aufgrund des der Beschwerdegegnerin zustehenden weiten Ermessens
keine Veranlassung einzuschreiten. Aus diesem Grund ist der Antrag der
Beschwerdeführer auf Einholung eines Fachberichts betreffend
Rücksichtnahme auf die wesentlichen Merkmale des vorbestandenen
Gebäudes und die Nachbarbeuten abzuweisen. Was das beantragte
Gutachten zur Höhe der Kosten der verlangten Anbringung der
Schräglamellen verlangt, ist dieser Antrag abzuweisen. Dabei ist zu
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berücksichtigen, dass bei Anbringung der Schräglamellen aus Holz, also
bei baubewilligungskonformer Realisierung der Südfassade, von Anfang
ein entsprechender Aufwand angefallen wäre. Bei der angeordneten
Anbringung der Schräglamellen aus Holz würde es sich – wenn überhaupt
– höchstens um einen gewissen Mehraufwand handeln. Verzichten die
Beschwerdeführer entgegen den bewilligten Plänen bewusst auf die
Anbringung von Schräglamellen, wodurch eine Kosteneinsparung
resultierte, können sie im Nachhinein nicht geltend machen, die
Anbringung derselben sei in finanzieller Hinsicht unverhältnismässig. Wie
bereits gesagt: Die Kosten für Material, Herstellung und Montage etc.
wären ohnehin angefallen.
4.1. Strittig und zu prüfen ist in einem ersten Schritt, ob die
Beschwerdegegnerin die von den Beschwerdeführern gemäss den
nachgereichten Fassadenplänen vom 1. September 2015 (vgl.
beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 13) bzw. vom 16. November 2016
(vgl. Bg-act. 23) – und damit in Abweichung zum bewilligten Fassadenplan
vom 24. Januar 2013 (vgl. Bg-act. 6) – realisierte Südfassade zu Recht
nicht bewilligt hat. In einem zweiten Schritt ist alsdann zu prüfen, ob die von
der Beschwerdegegnerin zur Herstellung des rechtmässigen Zustandes
angeordnete Anbringung der Schräglamellen aus Holz vor den
Fenstersegmenten im westlichen Bereich der 1. bis 3. Obergeschosse
sowie die Auferlegung einer Busse von CHF 3'000.-- rechtens ist.
4.2. Für das streitberufene Gericht steht vorweg fest, dass die Bestimmungen
betreffend gestalterische Einordnung einer Baute ins zeitlich gewachsene
Orts- und Landschaftsbild naturgemäss einen relativ weiten
Ermessensspielraum der Bewilligungsbehörden mit sich bringt, da diese
mit dem jeweils vorherrschenden Baustil, der historischen Bau- und
Ortsentwicklung sowie den architektonischen Gepflogenheiten und
Besonderheiten in ihrer Gemeinde einschliesslich den ganzen Talschaften
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am besten vertraut sind. Nach gefestigter Rechtsprechung auferlegt sich
das Verwaltungsgericht bei einzelfallbezogenen Überprüfung von Fragen
der Ästhetik und Gestaltung selbst eine gewisse Zurückhaltung, was
bedeutet, dass es nur aus ganz triftigen Gründen bzw. nicht ohne Not in
das beträchtliche Ermessen der lokalen Baubehörden eingreift, was im
Ergebnis auf eine weniger strenge Willkürprüfung hinausläuft (vgl. statt
vieler: Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] R
16 35 vom 4. November 2016 E.2d und R 15 12 vom 11. Juni 2015 E.3b).
Im konkreten Fall hat die von der Beschwerdegegnerin beanstandete
Ästhetik anhand der Bestimmungen gemäss Art. 73 Abs. 1 KRG und Art.
37 Abs. 3 des kommunalen Baugesetzes (BG) zu erfolgen. Während
erstgenannte Bestimmung verlangt, dass Bauten und Anlagen nach den
Regeln der Baukunst zu gestalten seien und sich so einzuordnen hätten,
dass mit der Umgebung und der Landschaft eine gute Gesamtwirkung
entstehen würde, ist die kommunale Bestimmung offensichtlich strenger
formuliert. Nach Art. 37 Abs. 3 BG haben sich Umbauten und
Renovierungen in der "zona P._" hinsichtlich des Materials,
Grösse, Proportionen, Positionen, Form des Dachs und der Farbe an die
traditionelle Bauweise der Gemeinde anzupassen.
4.3. Vorgängig ist zu bemerken, dass die Beschwerdegegnerin mit Entscheid
vom 17. Oktober 2017 – mit Ausnahme der Anbringung von
Schräglamellen aus Holz an der Südfassade – sämtliche anlässlich der
Schlussabnahme vom 14. November 2016 vorgebrachten
Beanstandungen (Raumeinteilung in sämtlichen Wohnungen; zwei anstatt
eine Türe an der Nordfassade; Fenstereinteilung, Staketen anstatt
vollflächige Holzbrüstungen sowie Erhöhung des Handlaufs um ca. 30 cm
an der Ostfassade; Fenstereinteilung, Staketen anstatt vollflächige
Holzbrüstung sowie Erhöhung des Handlaufs um ca. 30 cm an der
Ostfassade) nachträglich bewilligt hat. Diese Beanstandungen können bei
der Prüfung der Frage, inwiefern die Beschwerdeführer mit der realisierten
- 18 -
Südfassade Art. 37 Abs. 3 BG verletzt haben, somit nicht berücksichtigt
werden. Ob diese Bestimmung verletzt wurde, beurteilt sich somit
ausschliesslich daran, ob die Beschwerdeführer durch das Nichtanbringen
der Schräglamellen aus Holz sowie dem Anbringen der grauen Rollstoren
an der Südfassade die traditionelle Bauweise der Gemeinde nicht
eingehalten haben. Dabei ist allerdings zu konkretisieren, dass es
vorliegende ausschliesslich um die Nichtanbringung der Schräglamellen
aus Holz vor den Fenstersegmenten im 2. und 3. Obergeschoss gehen
kann (vgl. nachstehende Erw. 4.4.).
4.4. Der von den Beschwerdeführern eingereichte Fassadenplan vom 24.
Januar 2013 wurde von der Beschwerdegegnerin am 13. Februar 2013
bewilligt (vgl. Bg-act. 6). Diesem Plan kann entnommen werden, dass
ausschliesslich vor den Fenstersegmenten im westlichen Bereich des 2.
und 3. Obergeschosses Schräglamellen aus Holz geplant waren (vgl. Bg-
act. 6). Für das Fenstersegment im westlichen Bereich des 1.
Obergeschosses waren solche Schräglamellen gemäss bewilligtem
Fassadenplan vom 24. Januar 2013 indes nicht vorgesehen (vgl. Bg-act.
6). Vor diesem Hintergrund kann den Beschwerdeführern nicht
vorgeworfen werden, sie hätten vor dem Fenstersegment im 1.
Obergeschoss keine Schräglamellen aus Holz angebracht; schliesslich war
dies gemäss bewilligtem Fassadenplan vom 24. Januar 2013 auch nicht
vorgesehen. Mithin ist zu konkretisieren, dass einzig und allein zu prüfen
ist, ob die Nichtanbringung von Schräglamellen vor den Fenstersegmenten
im 2. und 3. Obergeschoss sowie die Anbringung der grauen Rollstoren die
gestalterischen Vorgaben gemäss Art. 37 Abs. 3 BG verletzen.
4.5. Im angefochtenen Entscheid macht die Beschwerdegegnerin geltend,
durch das Nichtabringen der Schräglamellen aus Holz an der Südfassade
und die grauen Rollstoren würde der Stallcharakter nicht mehr gewahrt
werden. Begründend wird im Wesentlichen vorgebracht, die realisierte
- 19 -
Südfassade würde grosse sichtbare Glasflächen aufweisen, was
hinsichtlich Materialisierung und Farbe mit der traditionellen Bauweise
gemäss Art. 37 Abs. 3 BG in keinem Zusammenhang stehe. Infolge der
grossen Glasflächen leuchteten die Wohnräume nachts sehr stark, was
genau das Gegenteil von dem sei, was die ehemalige Stallscheune nachts
wiedergegeben habe. Die Funktion des Stalles sei nach dem Umbau
wegen falscher Materialisierung (viel zu viel Glas und viel zu wenig Holz)
kaum noch lesbar. Die von den Beschwerdeführern im Wesentlichen als
Glasfront realisierte Südfassade des vormaligen Stalles könnte genauso
gut anderswo in der Schweiz oder im Ausland als Fassade eines
"geschichtslosen" modernen Mehrfamilienhauses stehen. Der
Fassadenplan vom 24. Januar 2013 (vgl. Bg-act. 6), wonach das
Bauvorhaben Glasfassadenelemente aufgewiesen habe, habe unter
Berücksichtigung von Art. 37 Abs. 3 BG nur deshalb bewilligt werden
können, weil die Fenstersegmente im westlichen Bereich der 2. und 3.
Obergeschosse mit Schräglamellen aus Holz, einem traditionellen
Baustoff, verblendet worden seien. Diese Begründung stützt die
Beschwerdegegnerin auf den Bericht von K._ vom 5. Mai 2019
(Bg-act. 36). Darin wurde festgehalten, dass die Stallwände zwischen den
gemauerten Eckpfeilern vollflächig aus Holzbrettern bestanden hätten und
ortstypisch gewesen seien. Die ehemalige Bauernhausanlage sei für das
Ortsbild von hoher Bedeutung gewesen. Vor dem Umbau seien an den
Fassaden der Stallscheune nur zwei Materialen vorherrschend gewesen,
nämlich verputztes Mauerwerk und unbehandeltes, einheimisches Holz.
Ziel müsse es sein, den ehemaligen Stall nach dem Umbau weiterhin als
solchen zu erkennen. Hierfür müsse zumindest eine massgebende Fläche
der Holzausfachung zwischen den Pfeilern in Holz belassen werden. Glas,
vor allem in grossen Flächen, sei ein modernes, optisch sehr hartes
Material. Im Gegensatz zu Holz altere Glas nicht. Zudem bilde es einen
Kontrast zu den historischen Materialien. Zusammenfassend hielt
K._ fest, dass an der Südfassade die Glasflächen deutlich
- 20 -
dominieren würden, weshalb Art. 37 Abs. 3 BG hinsichtlich des
verwendeten Materials nicht eingehalten worden sei. Diese Auffassung
vertrat K._ bereits in ihrem ersten Bericht vom 10. Mai 2017 (Bg-
act. 35). Daraus kann insbesondere entnommen werden, dass die
Stallbauten von einer durch die Landwirtschaft geprägte Lebensweise und
Kultur vergangener Zeiten zeugten. Mit den dazugehörigen Wohnbauten
hätten sie bauliche Ensembles gebildet, welche für das Ortsbild der Dörfer
bis heute prägend seien. Aus diesem Grund müsse gemäss Bund und
Kanton bei ortsbildprägenden Stallbauten die äussere Erscheinung und die
bauliche Grundstruktur erhalten werden. Beim Stall F._ handle es
sich in jedem Fall um eine für das Ortsbild bedeutende Baute. Damit der
ehemalige Stall auch in Zukunft als zum Wohnteil gehörender Stall zu
erkennen sei, sei es wichtig, eine massgebende Fläche in Holz zu
belassen. Dies sei bei der Ausführung der Ostfassade mehr oder weniger
erreicht, jedoch nicht an der Südfassade. Durch die leichte, durchlässige
Brüstung und das Weglassen der Holzflächen erscheine die Südfassade
als gläserne Fläche. Aus gestalterischer Sicht gehe dieser Schritt deutlich
zu weit, was inakzeptabel sei. Zusammenfassend empfahl K._,
eine massgebliche Fläche an der Südfassade mit Holz schliessen zu
lassen.
4.6. Die Beschwerdeführer rügen zunächst, dass K._ nicht bereits im
Baubewilligungsverfahren 2012.38, sondern fälschlicherweise erst im
Rahmen des Wiederherstellungsverfahren beigezogen worden sei. Diese
Rüge verfängt nicht. Im Rahmens des Baubewilligungsverfahrens 2012.38
wurde der Fassadenplan vom 24. Januar 2013, wonach vor den westlichen
Fenstersegmenten an der Südfassade im 2. und 3. Obergeschoss
Schräglamellen aus Holz vorgesehen waren, bewilligt (vgl. Bg-act. 6). Die
entsprechende Baubewilligung ist in Rechtskraft erwachsen (vgl. Bg-act.
8). In diesem rechtskräftigen Baubewilligungsverfahren wurde
augenscheinlich auf den Beizug von K._ verzichtet. Vor diesem
- 21 -
Hintergrund kann die Frage, ob K._ bereits im Rahmen des
Baubewilligungsverfahrens 2012.38 hätte beigezogen werden müssen,
nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bilden. Wie die
Beschwerdeführer zu Recht ausführen, wurde K._ erst im Rahmen
des Wiederherstellungsverfahrens als Beraterin beigezogen. Hierzu war
die Beschwerdegegnerin, was von den Beschwerdeführern im Grundsatz
auch nicht beanstandet wird, berechtigt. Es verhält sich nämlich so, dass
die Gemeinden Fachpersonen (Juristen etc.) zwecks Beratung beiziehen
dürfen (vgl. Art. 96 Abs. 1 KRG). Von dieser Möglichkeit hat die
Beschwerdegegnerin im Rahmen des Wiederherstellungsverfahrens zu
Recht Gebrauch gemacht, indem sie K._ zur internen
Meinungsbildung beigezogen hat, ob die von den bewilligten Plänen
abweichende Südfassade in gestalterischer Hinsicht nachträglich
genehmigt werden kann. Die entscheiderheblichen Feststellungen der
Beraterin in ihren Berichten vom 10. Mai 2017 und 5. April 2019 hat die
Beschwerdegegnerin alsdann materiell in den angefochtenen Entscheid
einfliessen lassen. Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden (vgl. Urteil
des Bundesgerichts 1C_388/2009 vom 17. Februar 2010 E.5.).
4.7. Ferner bringen die Beschwerdeführer vor, dass K._ in ihren
Berichten vom 10. Mai 2017 und 5. April 2019 im Nachhinein
Anforderungen an die Gestaltung des Bauvorhabens formuliert habe, die
von der Beschwerdegegnerin im gesamten Verfahren nie verlangt worden
seien, was auch im Widerspruch zur erteilten Baubewilligung stehe. Auch
dieses Vorbringen ist nicht zu hören. K._ hält in ihrem Berichten
übereinstimmend fest, dass die Glasflächen an der Südfassade deutlich
dominieren würden. Damit den baugestalterischen Vorschriften genüge
getan werde, müsse indes eine massgebliche Fläche an der Südfassade
mit Holz geschlossen werden. Es verhält sich nun so, dass das Baugesuch
vom 1. November 2012 ausschliesslich deshalb zur Überarbeitung
zurückgewiesen wurde, weil die Südfassade weitgehend in Glas und nicht
- 22 -
in Holz projektiert war (vgl. Bg-act. 1). In der Folge wurde ein überarbeiteter
Fassadenplan, datierend vom 24. Januar 2013, eingereicht (vgl. Bg-act. 6).
Gemäss diesem Plan waren die sichtbaren Glasflächen im Vergleich zum
ursprünglichen Baugesuch vom 1. November 2012 erheblich reduziert
worden, indem unter anderem vor den Fenstersegmenten im westlichen
Bereich des 2. und 3. Obergeschosses Schräglamellen aus Holz
vorgesehen waren. Der Fassadenplan vom 24. Januar 2013 wurde von der
Beschwerdegegnerin in der Folge bewilligt (vgl. Bg-act. 6). Aufgrund dieser
Ausführungen erhellt, dass die Beschwerdegegnerin seit Erlass der
Baubewilligung vom 20. Dezember 2012 (vgl. Bg-act. 1) verlangte, dass
insbesondere die Südfassade mit einer massgeblichen Fläche aus Holz
geschlossen werden müsse. Diesem Verlangen ist mit den im bewilligten
Fassadenplan vom 24. Januar 2013 geplanten Schräglamellen aus Holz im
2. und 3. Obergeschoss – um welche es hier ausschliesslich geht –
nachgekommen worden. Vor diesem Hintergrund kann keine Rede davon
sein, dass die von K._ gestellten Anforderungen an die
Gestaltung, wonach die Südfassade mit einer massgeblichen Holzfläche
zu schliessen sei, über die ursprünglichen Anforderungen der
Beschwerdegegnerin hinausgehen bzw. im Widerspruch zu dem am 13.
Februar 2013 bewilligten Fassadenplan stehen.
4.8. Des Weiteren beanstanden die Beschwerdeführer den Bericht von
K._ vom 5. April 2019 in materieller Hinsicht. Es treffe nicht zu,
dass die ehemalige Bauernhausanlage für das Ortsbild von hoher
Bedeutung sei. Der Stall sei vor dem Umbau ein unscheinbares Gebäude
ohne traditionellen Charakter gewesen. Auch sei nur ein kleiner Teil der
Fassade vom öffentlichen Strassengebiet aus überhaupt sichtbar. Es lägen
zudem keine dominanten Glasflächen an der Südfassade vor. Bei den
realisierten Projektänderungen handle es sich lediglich um geringfügige
Änderungen, die keinen Einfluss auf das Gesamterscheinungsbild hätten.
Der Stallcharakter sei durch den Umbau weiterhin gewahrt. Diese von den
- 23 -
Beschwerdeführern geltend gemachten Beanstandungen vermögen nichts
daran zu ändern, dass die von den Beschwerdeführern realisierte
Südfassade unter dem Gesichtspunkt der Baugestaltung nicht
(nachträglich) bewilligt werden kann. Die Beschwerdegegnerin hat im
angefochtenen Entscheid – unter Auseinandersetzung mit den
Ausführungen von K._ in ihrem Bericht vom 5. April 2019 –
dargelegt, welche ästhetischen Vorgaben von Art. 37 Abs. 3 BG die
getätigten Projektänderungen sie als verletzt erachtet hat. So erweise sich
der realisierte Umbau insbesondere wegen den grossen sichtbaren
Glasflächen als gesetzeswidrig. Diese Glasflächen würden sowohl
hinsichtlich Materialisierung und Farbe keinen Zusammenhang mit der
traditionellen Bauweise aufweisen. Dasselbe habe auch für die
grossflächigen grauen Metallstoren zu gelten. Die Funktion des
ehemaligen Stalls sei nach dem Umbau wegen falscher Materialisierung
(zu viel Glas und viel zu wenig Holz) kaum noch lesbar. Infolge der grossen
Glasflächen würden die Wohnräume zudem nachts sehr stark leuchten,
was das Gegenteil von dem sei, was die ehemalige Scheune nachts
wiedergegeben habe. Dieser bauliche Zustand verletze Art. 37 Abs. 3 BG.
Dieser Auffassung schliesst sich das Verwaltungsgericht an. Dabei ist zu
berücksichtigen, dass an den Fassaden des Stalls verputztes Mauerwerk
und unbehandeltes, einheimisches Holz vorherrschend gewesen sind (vgl.
Bg-act. 36). Unter Berücksichtigung dieser Tatsache, kann die realisierte
Südfassade nicht als der traditionellen Bauweise angepasst gelten. Zur
Frage der Ästhetik des realisierten Umbaus in der "zona P._" bzw.
seiner Anpassung an die traditionelle Bauweise insbesondere hinsichtlich
Material und Farbe hat der gerichtliche Augenschein vom 22. November
2021 nämlich gezeigt, dass die Glasflächen an der Südfassade im
Vergleich zum Holz dominant sind; dies insbesondere deshalb, weil die
Beschwerdeführer in Abweichung zum bewilligten Fassadenplan vom 24.
Januar 2013 auf die Anbringung der projektierten Schräglamellen aus Holz
im 2. und 3. Obergeschoss verzichtet und grossflächige graue Rollstoren
- 24 -
angebracht haben. Was die Rollstoren anbelangt, ist zu berücksichtigen,
dass diese – wie der Augenschein gezeigt hat – meistens heruntergelassen
sind; schliesslich handelt es sich um Zweitwohnungen, deren Inhaber nur
zeitlich beschränkt anwesend sind. Durch die heruntergelassenen grauen
Rollstoren, wodurch eine graue dominierende Fassadenfront entsteht, und
das Nichtanbringung der hier zur Diskussion stehenden Schräglamellen
aus Holz, lässt sich der ehemalige Stall – entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführer – nicht mehr als solcher erkennen. Vor diesem
Hintergrund ist die Auffassung der Beschwerdegegnerin, wonach es sich
bei der realisierten Südfassade auch um eine Fassade eines
"geschichtslosen" und modernen Mehrfamilienhauses handeln könnte,
nicht zu beanstanden. Bei dieser Betrachtungsweise muss deshalb gesagt
werden, dass die realisierte Südfassade hinsichtlich Material und Farbe
sich nicht an die traditionelle Bauweise gemäss Art. 37 Abs. 3 BG anpasst.
Das Verwaltungsgericht hat daher keine Veranlassung einzuschreiten.
Dabei sei nochmals auf die gefestigte Rechtsprechung des streitberufenen
Gerichts hinzuweisen, wonach den mit den lokalen Verhältnissen und den
historischen Gegebenheiten am besten vertraute Gemeinde in
Ästhetikfragen grundsätzlich ein weites Ermessen eingeräumt wird, in
denen das Gericht nicht ohne Not eingreift bzw. nur bei
Ermessensmissbrauch oder Ermessensüberschreitung (vgl. statt vieler:
VGU R 16 5 vom 8. September 2016 E.2r, R 15 12 vom 11. Juni 2015 E.3b;
PVG 1995 Nr. 25, 1994 Nrn. 19/20, 1991 Nr. 75, 1990 Nr. 18; Urteile des
Bundesgerichts 1C_434/2012 vom 28. März 2013 E.3, 3.2 und 3.3,
1C_115/2011 vom 17. Mai 2011 E.3, 3.1-3.3, 1A.9/2007 vom 4. Dezember
2007 E.2.2.1, 2.2.2, 3.4 am Ende, 1A.174/2003 vom 4. Mai 2004 E.3.2).
Vorliegend ist dies nicht der Fall, weshalb auch keine Korrekturen
notwendig sind.
5.1. Hat die Beschwerdegegnerin die realisierte Südfassade infolge Verletzung
von Art. 37 Abs. 3 BG nachträglich zu Recht nicht bewilligt, liegt eine
- 25 -
materielle Baurechtsverletzung vor. Entsprechend stellt sich die Frage, ob
die Beschwerdegegnerin zu Recht die Wiederherstellung des
gesetzmässigen Zustands verlangt hat, indem sie die Beschwerdeführer
wie folgt verpflichtete:
1. Zur Herstellung des rechtmässigen Zustands sind Schräglamellen aus Holz vor den beiden schmalen vertikalen Fenstersegmenten auf einer Breite von ca. 1.5 m im westlichen Bereich der Wohnungen im 2. und 3. Geschoss (StWE-Einheiten Nrn. 481-3 und 481-4) sowie Schräglamellen aus Holz bei der Wohnung im 1. Geschoss (StWE-Einheit Nr. 481-2) beim zusätzlichen Fenstersegment auf der Westseite anzubringen.
(...)
5.2. Dem überarbeiteten Fassadenplan vom 24. Januar 2013 (Bg-act. 6) kann
entnommen werden, dass an der Südfassade ausschliesslich vor den
beiden schmalen vertikalen Fenstersegmenten auf einer Breite von ca. 1.5
m im westlichen Bereich der Wohnungen im 2. und 3. Obergeschoss
Schräglamellen auf Holz vorgesehen waren. Im 1. Obergeschoss waren
hingegen keine solche Schräglamellen geplant (vgl. Bg-act. 6). Am 13.
Februar 2013 bewilligte die Beschwerdegegnerin diesen Fassadenplan.
Die entsprechende Baubewilligung ist in der Folge in Rechtskraft
erwachsen (vgl. Bg-act 8). Hat die Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Entscheid angeordnet, es müssten auch beim Fenstersegment im
westlichen Bereich der Wohnung im 1. Obergeschoss Schräglamellen aus
Holz angebracht werden, kommt sie auf den rechtskräftigen Fassadenplan
vom 24. Januar 2013 bzw. die entsprechende Baubewilligung zurück.
Hierfür besteht kein Anlass. Gemäss Art. 67 Abs. 1 VRG revidiert die
Behörde, die zuletzt entschieden hat, rechtskräftige Entscheide von Amtes
wegen oder auf Antrag, wenn: a) die Partei nachträglich erhebliche
Tatsachen oder Beweismittel entdeckt, deren rechtzeitige Beibringung ihr
nicht möglich war, b) durch ein Verbrechen oder Vergehen auf den
Entscheid eingewirkt wurde, c) eine von der Behörde beurteilte zivil- oder
strafrechtliche Vorfrage vom zuständigen Zivil- oder Strafgericht anders
- 26 -
entschieden worden ist, d) die Behörde aktenkundige erhebliche
Tatsachen aus Versehen nicht gewürdigt hat, e) einzelne Punkte des
Rechtsbegehrens unbeurteilt geblieben sind. Es verhält sich nun so, dass
keiner dieser Revisionsgründe einschlägig sind, was von der
Beschwerdegegnerin auch nicht geltend gemacht wird. Dies hat zur
Konsequenz, dass die Beschwerdegegnerin die rechtskräftige
Baubewilligung (vgl. Bg-act. 8) nicht dahingehend in Revision ziehen kann,
dass sie die Anbringung von "Schräglamellen aus Holz bei der Wohnung
im 1. Geschoss (StWE-Einheit Nr. 481-2) beim zusätzlich erstellten
Fenstersegment auf der Westseite" verlangen kann. Die Beschwerde ist
insofern gutzuheissen; dies umso mehr, als auch die Voraussetzungen für
einen Widerruf gemäss Art. 25 Abs. 1 VRG nicht gegeben sind.
5.3.1. Aufgrund des Darlegten ist demnach ausschliesslich zu beurteilen, ob im
Sinne einer Wiederherstellung Schräglamellen aus Holz vor den beiden
schmalen vertikalen Fenstersegmenten auf einer Breite von ca. 1.5 m im
westlichen Bereich der Wohnungen im 2. und 3. Obergeschoss (StWE-
Einheiten Nrn. 481-3 und 481-4) anzubringen sind. Gemäss Art. 94 Abs. 1
und Abs. 2 des kantonalen Raumplanungsgesetzes (KRG; BR 801.100)
sind materiell rechtswidrige Zustände auf Anordnung der kommunalen
Baubehörde zu beseitigen, gleichgültig, ob für deren Herbeiführung ein
Bussverfahren durchgeführt wurde oder nicht. Die Pflicht zur
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands obliegt gemäss Art. 94
Abs. 3 KRG sowohl dem Eigentümer als auch der Person, die den
rechtswidrigen Zustand herbeigeführt hat. Nur ausnahmsweise kann
gemäss Art. 94 Abs. 4 KRG aus Gründen der Verhältnismässigkeit oder
des Vertrauensschutzes von der Anordnung von
Wiederherstellungsmassnahmen ganz oder teilweise abgesehen werden,
weshalb über eine Duldungsverfügung der gesetzwidrige Zustand
hingenommen werden muss. Die Bestimmung von Art. 94 Abs. 3 KRG,
welche vorschreibt, dass der Bauherr einen vorschriftswidrigen Zustand zu
beseitigen hat, gleichgültig ob er für dessen Herbeiführung bestraft worden
- 27 -
ist oder nicht, gilt nicht absolut, sondern ist entsprechend dem Grundsatz
der Verhältnismässigkeit so zu handhaben, dass ein blosser Verstoss
gegen formelle Baupolizeivorschriften für sich allein die Anordnung der
Beseitigung von Bauteilen nicht nach sich zieht; für einen solchen Eingriff
ist nach ständiger Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts vielmehr auch
eine Verletzung materieller Bauvorschriften Voraussetzung (PVG 1993 Nr.
29 E. 2, PVG 1981 Nr. 22 R.3).
5.3.2. Ein weiteres Kriterium, welches das Bundesgericht bei der
Wiederherstellung berücksichtigt, ist die Frage, ob der Bauherr zur
Bauausführung ermächtigt war. Diese Frage wäre zu bejahen, wenn die
Beschwerdeführer sich erfolgreich auf den Schutz des guten Glaubens
berufen könnten. Es ist aktenkundig, dass die Beschwerdeführer –
entgegen dem bewilligten Fassadenplan vom 24. Januar 2013 (vgl. Bg-act.
6) – an den hier zur Diskussion stehenden Fenstersegmenten im 2. und 3.
Obergeschoss keine Schräglamellen aus Holz angebracht haben. Gemäss
Art. 60 Abs. 4 KRG hätte das Bauvorhaben indes den bewilligten Plänen
entsprechend ausgeführt werden müssen. In diesem Zusammenhang
machen die Beschwerdeführer geltend, sie hätten O._ am 1.
September 2015 (vgl. Bg-act. 13), mithin während der Bauphase, einen
neuen Fassadenplan eingereicht, gemäss welchem die Südfassade
realisiert worden sei. Zu diesem neuen Fassadenplan habe sie von der
Beschwerdegegnerin nie eine Rückmeldung erhalten. Sofern die
Beschwerdeführer damit geltend machen wollen, sie hätten darauf
vertrauen dürfen, dass die Beschwerdegegnerin die vom bewilligten
Fassadenplan vom 24. Januar 2013 (vgl. Bg-act. 6) abweichenden
Projektänderungen dulden würde, weil sie auf den neu eingereichten
Fassadenplan vom 1. September 2015 nicht reagierte, ist dies nicht zu
hören. Grundsätzlich hindert die vorübergehende Duldung eines
rechtswidrigen Zustandes die Behörde nicht an der späteren Behebung
dieses Zustands. Eine Vertrauensgrundlage, die der Wiederherstellung der
- 28 -
Rechtmässigkeit ganz oder teilweise entgegensteht, wird durch
behördliche Untätigkeit nur in Ausnahmefällen geschaffen
(HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl.,
Zürich/St. Gallen 2020, Rz 651). Den Akten kann entnommen werden, dass
die Beschwerdeführer O._ den Fassadenplan, gemäss welchen
die Südfassade realisiert wurde, am 1. September 2015 eingereicht hatten.
Mit Schreiben vom 9. März 2017 setzte die Beschwerdegegnerin die
Beschwerdeführer alsdann darüber in Kenntnis, dass ihnen anlässlich der
Bauabnahme vom 14. November 2016 angezeigt worden sei, dass vor den
Fenstern fälschlicherweise keine Schräglamellen aus Holz angebracht
worden seien. Gleichzeitig teilte die Beschwerdegegnerin mit, dass eine
solche Bauausführung nicht bewilligt werden könne (vgl. Bg-act. 16). Vor
diesem Hintergrund musste den Beschwerdeführern am 14. November
2016, spätestens aber am 9. März 2017, klar gewesen sein, dass der
Fassadenplan vom 1. September 2015 nicht bewilligt werden würde. Selbst
wenn in diesem Verhalten eine (vorübergehende) behördliche Untätigkeit
zu erblicken wäre, vermöchte dadurch noch keine Vertrauensgrundlage
geschaffen werden; schliesslich hätte diese Untätigkeit lediglich maximal
rund 18 Monate gedauert. Diese Zeitdauer vermag bei weitem keinen
Ausnahmefall zu begründen, wonach behördliche Untätigkeit eine
Vertrauensgrundlage darstellt. Auf Vertrauensschutz kann sich zudem nur
derjenige berufen, der von der Vertrauensgrundlage Kenntnis hatte und
ihre allfällige Fehlerhaftigkeit nicht kannte und auch nicht hätte kennen
müssen (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz 654 f.). Grundsätzlich muss
in diesem Zusammenhang davon ausgegangen werden, dass sich der
Bauwillige selber um die Zulässigkeit seines Tuns zu kümmern hat (vgl.
PVG 1993 Nr. 29 E.2). Der Schutz des Vertrauens rechtfertigt sich nur,
wenn der Bauherr die ihm nach den Umständen zumutbare Sorgfalt und
Aufmerksamkeit hat walten lassen. Wer trotz vorhandener und sich nach
objektiven Massstäben aufdrängenden Zweifeln über die Tragweite einer
Baubewilligung ohne entsprechende Abklärungen bei der verfügenden
- 29 -
Behörde Bauarbeiten vornimmt, kann sich gegenüber einem
Abbruchbefehl nicht mit Erfolg auf den Schutz seines Glaubens berufen
(BGE vom 14. Februar 1979 in ZBl 80/1979 S. 312 f. E.4b). Der bewilligte
Fassadenplan vom 24. Januar 2013 (vgl. Bg-act. 6) sah an der Südfassade
unbestrittenermassen Schräglamellen aus Holz vor den beiden schmalen
vertikalen Fenstersegmenten auf einer Breite von ca. 1.5 m im westlichen
Bereich der Wohnungen im 2. und 3. Obergeschoss vor. Dieser
Fassadenplan wurde wohlgemerkt von den Beschwerdeführern gezeichnet
(vgl. Bg-act. 6). Auf dem am 1. September 2015 von den
Beschwerdeführern nachgereichten Fassadenplan notierte O._
am 15. September 2015, dass sich die Beschwerdeführer bewusst seien,
dass die realisierte Südfassade nicht dem bewilligten Fassadenplan vom
24. Januar 2013 entspreche. Den Beschwerdeführern musste somit
bekannt sein, dass sie die Südfassade nicht entsprechend den bewilligten
Fassadenplan vom 24. Januar 2013 ausgeführt haben. Vor diesem
Hintergrund kann den Beschwerdeführern der gute Glaube nicht zugebilligt
werden; dies umso weniger als die Beschwerdeführer in ihrer Eingabe vom
8. Mai 2020 selber ausführen, dass "lediglich aus wohnhygienischen
Gründen von der Anbringung der Schräglamellen (...)" abgesehen worden
sei. Daraus ergibt sich, dass die Beschwerdeführer in vollem Bewusstsein
vom bewilligten Fassadenplan vom 24. Januar 2013 (vgl. Bg-act. 6)
abgewichen sind, indem sie an der Südfassade auf die Anbringung von
Schräglamellen aus Holz verzichtet haben. Unbehelflich ist auch der
Einwand, wonach O._ den Beschwerdeführern dahingehend
Auskunft gegeben haben solle, dass die Projektanpassungen als Nachtrag
bewilligt werden würden. Der Vertrauensschutz schreibt vor, dass die
Amtsstelle, die die Auskunft gab, zur Auskunftserteilung zuständig
gewesen sein müsse. Die Kompetenz zum Entscheid schliesst
grundsätzlich auch diejenige zur Auskunftserteilung ein
(HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz 676 f). Bei der Frage, ob sich in
diesem Zusammenhang der Vertrauensschutz rechtfertigt, ist zu
- 30 -
berücksichtigten, dass die Beschwerdeführer in der Gemeinde bereits
mehrere Bauprojekte realisiert haben. Es hätte ihnen somit bewusst sei
müssen, dass über (nachträgliche) Baugesuche ausschliesslich der
Gemeindevorstand entscheidet, zu welchem O._ indes nicht
gehörte. Um eine verbindliche Zusicherung zu erhalten, ob die
Abänderungen als Nachtrag bewilligt werden würden, hätten sich die
Beschwerdeführer somit an den Gemeindevorstand wenden müssen;
schliesslich schliesst die Entscheidkompetenz des Gemeindevorstands
auch die Zuständigkeit zur Auskunftserteilung mit ein. Hat sie dies nicht
getan, haben sie auch nicht die von ihnen geforderte nötige Sorgfalt und
Aufmerksamkeit walten lassen, so dass sich der Vertrauensschutz auch
unter diesem Aspekt nicht rechtfertigt.
5.3.3. Der Beschwerdeführer wendet ein, dass die angeordnete Anbringung von
Schräglamellen aus Holz vor den Fenstern an der Südfassade nicht
verhältnismässig sei. So gehe es einerseits um zwei Fenster an der
Südfassade von knapp einem Meter Breite, vor welchen keine
Holzlamellen angebracht worden seien und andererseits sei die
Südfassade nicht in ihrer vollen Fläche einsehbar. Im Hinblick auf die
generelle Rechtmässigkeit der Wiederherstellungsverfügung hat eine
Abwägung zwischen den öffentlichen und privaten Interessen an der
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands und den privaten
Interessen am Festhalten am gesetzwidrigen Zustand zu erfolgen. Da
generell ein sehr gewichtiges öffentliches Interesse an der Einhaltung der
baurechtlichen Ordnung besteht, sind kaum Fälle denkbar, in denen es
trotz grösseren Abweichungen von den Bauvorschriften als durch ein
schützenswertes Interesse abgedeckt erscheint, eine widerrechtliche
Baute stehen zu lassen. Es darf deshalb bei materiell rechtswidrigen
Bauten höchstens dann von einer Wiederherstellung abgesehen werden,
wenn die Abweichung sehr geringfügig ist und die berührten allgemeinen
Interessen den aus der Wiederherstellung für den Eigentümer
- 31 -
erwachsenen Schaden nicht zu rechtfertigten vermögen (BGE 111 Ib 224
E.6b; VGU R 15 58 vom 4. Oktober 2016 E.5.c; BEELER, Die widerrechtliche
Baute, Diss. Zürich 1984, S. 79). Weiter wird die Ansicht vertreten, dass es
selbst bei Geringfügigkeit der Rechtsverletzung nicht angehe, die
Einhaltung klarer Gesetzesbestimmungen mit Berufung auf den Grundsatz
der Verhältnismässigkeit aufzugeben. Das Verhältnismässigkeitsprinzip
dürfe nicht dazu führen, ein zweites Mal materielle Gesichtspunkte
anzuwenden; es gehe nicht um Kapitulation vor faktischen Zwängen,
sondern um ein in Extremfällen gebotenes Abweichen vom starren Recht
(RHINOW/KRÄHENMANN, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung,
Ergänzungsband, Basel 1990, Nr. 56 B VI d, S. 174). Das öffentliche
Interesse an der Durchsetzung der Baugesetzgebung ist bekanntlich gross.
Zum einen soll verhindert werden, dass die Verletzung von gesetzlichen
Vorschriften honoriert wird und damit letztlich die Glaubwürdigkeit von
Raumplanung und Rechtsstaat gewahrt werden (vgl. BGE 111 Ib 2013
E.6b). Zum anderen spielt aber auch der Aspekt der Rechtsgleichheit eine
Rolle. Grundsätzlich kann festgehalten werden, dass für den Erlass einer
Wiederherstellungsverfügung im Rahmen der
Verhältnismässigkeitsprüfung nicht eine schwere Verletzung öffentlicher
Interessen vonnöten ist. Vielmehr erweist sich eine solche Massnahme
bereits als gerechtfertigt, wenn die Abweichung vom Gesetz nicht mehr als
gering bezeichnet werden kann und die allgemeinen Interessen an der
Einhaltung der Bauordnung den dem Bauherrn erwachsenen Schaden zu
rechtfertigen vermöge. Nach der Rechtsprechung kann sich selbst ein
Bauherr, der sich nicht in gutem Glauben befindet, gegenüber einer
Wiederherstellung auf den Grundsatz der Verhältnismässigkeit berufen. Er
muss aber in Kauf nehmen, dass die Behörde aus grundsätzlichen
Erwägungen, nämlich zum Schutz der Rechtsgleichheit und der
baurechtlichen Ordnung, dem Interesse an der Wiederherstellung des
gesetzmässigen Zustandes erhöhtes Gewicht beimessen und die dem
- 32 -
Bauherrn allenfalls erwachsenden Nachteile nicht oder nur in verringertem
Masse berücksichtigen (BGE 111 Ib 224 E.6, 108 Ia 218 E.4b).
5.3.4. Um beantworten zu können, ob die Beschwerdeführer gut- oder bösgläubig
waren, muss erst geprüft werden, ob er sich an den am 13, Februar 2013
bewilligten Fassadenplan vom 24. Januar 2013, welcher Schräglamellen
aus Holz vorsah, hätte halten müssen oder nicht, was klar zu bejahen ist;
dies umso mehr, als sie sich – wie dargelegt – auch nicht erfolgreich auf
den Vertrauensschutz berufen können. Die Beschwerdeführer haben
mithin nicht als gut-, sondern als bösgläubig zu gelten. An der Einhaltung
der Ästhetikvorschrift gemäss Art. 37 Abs. 3 BG, welche vorliegend
mangels Anbringung der Schräglamellen aus Holz verletzt wurde, besteht
ein öffentliches Interesse, da damit das traditionelle ursprüngliche Ortsbild
in der "zona P._", welches von verputztem Mauerwerk und Holz
geprägt war (vgl. Bg-act. 35 und 36), beibehalten werden soll. Daran ändert
auch das Vorbringen der Beschwerdeführer nichts, wonach die
Südfassade nicht einsehbar sei. Wie der Augenschein gezeigt hat, verfängt
dieses Vorbringen nämlich nicht. Es verhält sich vielmehr so, dass die
Südfassade insbesondere von der Verbindungsstrasse zwischen
"Q._" und "R._" ganzflächig einsehbar ist (vgl. Foto 9 des
Augenscheinprotokolls). Daneben ist die Südfassade – wenn auch nicht in
ihrer gesamten Fläche – auch vom Dorfbrunnen beim "Q._" sowie
vom "Q._" selber einsehbar (vgl. Foto 8 und 10 des
Augenscheinprotokolls).
5.3.5. Falls es sich jedoch so verhält, dass eine grosse Anzahl von Stallumbauten
in der "zona P._" nicht der Gestaltungsvorschrift von Art. 37 Abs.
3 BG entspricht, kann unter Umständen ein Anspruch der
Beschwerdeführer auf Gleichbehandlung im Unrecht bestehen. Die Lehre
und Rechtsprechung äussern sich dahingehend, dass wenn eine Behörde
in einem Fall eine vom Gesetz abweichende Entscheidung getroffen hat,
- 33 -
dies den Privaten, die sich in der gleichen Lage befinden, grundsätzlich
keinen Anspruch darauf gibt, ebenfalls abweichend von der Norm
behandelt zu werden (vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz 599; BGE
139 II 49 E.7.1, 124 IV 44 E.2.c). Dies gilt allerdings nur dann, wenn die
abweichende Behandlung lediglich in einem einzigen Fall oder in einigen
wenigen Fällen erfolgt ist. Besteht hingegen eine eigentliche ständige
gesetzeswidrige Praxis und lehnt es die Behörde ab, diese aufzugeben, so
können Private verlangen, dass die widerrechtliche Begünstigung, die
Dritten zuteilwurde, auch ihnen gewährt wird (vgl.
HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz 599; BGE 139 II 49 E.7.1, 136 I 65
E.5.6). In diesem Zusammenhang führen die Beschwerdeführer aus, dass
sich der hier zur Diskussion stehende Stallumbau insbesondere mit dem
Projekt "M._", welches sich ebenfalls in derselben Dorfkernzone
in D._ befinde, vergleichen lasse (vgl. Bf-act. 12). Im vorliegenden
Verfahren sowie im Parallelverfahren (R 20 38) können neben dem Projekt
"M._" nur noch einige wenige angebliche Vergleichsobjekte,
welche – wie der hier zur Diskussion stehende Stall – in der "zona
P._" in D._ liegen, ins Feld geführt werden (vgl. Bf-act.
10). Selbst wenn diese Vergleichsprojekte mit der hier zur Diskussion
stehenden Baute vergleichbaren wären, was für das Verwaltungsgericht
nicht ohne Weiteres augenfällig ist, könnte somit höchstens von einer
falschen Rechtsanwendung in einigen wenigen Fällen gesprochen werden.
Da im vorliegenden Fall keine ständige Praxis der Beschwerdegegnerin
ausgemacht werden kann, Art. 37 Abs. 3 BG verletzende Stallumbauten zu
tolerieren, kann den Beschwerdeführern auch keine Begünstigung gewährt
werden.
6. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass das Nichtanbringen von
Schräglamellen aus Holz vor den beiden schmalen vertikalen
Fenstersegmenten auf einer Breite von ca. 1.5 m im westlichen Bereich der
Wohnungen im 2. und 3. Obergeschoss (StWE-Einheiten Nrn. 481-3 und
- 34 -
481-4) materiell rechtswidrige bauliche Massnahmen darstellen. Da
generell ein gewichtiges öffentliches Interesse an der Einhaltung der
baurechtlichen Ordnung vorliegt und die Beschwerdeführer keine
besonderen Umstände geltend machen können, ist dieses vorliegend
gegeben. Im Sinne des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes wurde von der
Beschwerdegegnerin das mildeste Mittel angewendet. Es ist nicht
ersichtlich, welche andere, weniger weit in die Rechtsposition
eingreifenden Rechtsinstitute zur Durchsetzung der Rechtsordnung zur
Verfügung stünden. Die von den Beschwerdeführern vorgebrachten
finanziellen und faktischen Interessen der Stockwerkeigentümer und des
damit verbundenen Festhaltens am gesetzwidrigen Zustand vermag dem
öffentlichen Interesse an der Durchsetzung der Zwangsmassnahme nicht
entgegen zu stehen. Was die faktischen Interessen anbelangt, hat der
Augenschein nämlich gezeigt, dass trotz Schräglamellen aus Holz – wenn
auch eingeschränkt – dennoch eine angemessene Aussicht besteht.
Entscheidrelevant ist aber vor allem, dass der Verkaufsdokumentation (vgl.
Bg-act. 48) entnommen werden konnte, dass vor den hier zur Diskussion
stehenden Fenstern an der Südfassade Schräglamellen aus Holz
angebracht werden würden. Entsprechend ist im Baubeschrieb zu den
Kaufverträgen (vgl. Bg-act. 49) auch festgehalten, dass "alle Fenster, deren
Fläche nicht von der Holzbretterverschalung" verkleidet sind,
Lamellenstoren erhalten. Vor diesem Hintergrund hätte den
Stockwerkeigentümern als Käufer der Wohnungen bewusst sein müssen,
dass Schräglamellen aus Holz geplant waren. Vor diesem Hintergrund ist
die Argumentation, wonach die Stockwerkeigentümer durch das Anbringen
der Holzlamellen ihrer Aussicht beraubt würden nicht einschlägig. Ob die
Wiederherstellung beträchtliche finanzielle Kosten für die
Stockwerkeigentümer mit sich bringen wird, kann nicht beurteilt werden.
Diese Frage kann letztlich offengelassen werden; schliesslich stehen den
Stockwerkeigentümern als Käufer der Wohnungen allenfalls
Gewährleistungsansprüche aus Kaufvertrag gegen die Beschwerdeführer
- 35 -
zu, womit sie die Kosten einer Wiederherstellung auf die Beschwerdeführer
überwälzen könnten. Dass die Anbringung der Schräglamellen aus Holz an
sich technisch nicht möglich sei, wird im Übrigen nicht behauptet.
7.1. Die Beschwerdeführer machen ferner geltend, die verlangte Anbringung
von Schräglamellen aus Holz an der Südfassade sei nicht möglich, zumal
es die Beschwerdegegnerin unterlassen habe, die
Stockwerkeigentümergemeinschaft zur Wiederherstellung des
rechtmässigen Zustandes bzw. zumindest zur Duldung der
entsprechenden Arbeiten zu verpflichten. Zunächst ist festzuhalten, dass
die Beschwerdegegnerin mit Entscheid vom 15. Juni 2020 die
Stockwerkeigentümergemeinschaft verpflichtet hat, die Wiederherstellung
des gesetzmässigen Zustandes zu dulden (vgl. Bg-act. 51). Unbeantwortet
ist somit ausschliesslich die Frage, ob die Beschwerdegegnerin neben den
einzelnen Stockwerkeigentümern auch noch die
Stockwerkeigentümergemeinschaft an sich zur Wiederherstellung des
rechtmässigen Zustandes hätte verpflichten müssen. Diese Frage ist zu
verneinen. Das Stockwerkeigentum ist der Miteigentumsanteil an einem
Grundstück, der dem Miteigentümer das Sonderrecht gibt, bestimmte Teile
eines Gebäudes ausschliesslich zu benutzen und innen auszubauen (Art.
712a Abs. 1 ZGB). Miteigentümer des Grundstückes, welches zu
Stockwerkeigentum ausgeschieden ist, sind somit die
Stockwerkeigentümer als Eigentümer und nicht die
Stockwerkeigentümergemeinschaft (vgl. 655 Abs. 2 Ziff. 3 ZGB). Da die
Störung von der Fassadengestaltung, also von einem gemeinschaftlichen
Bauteil gemäss Art. 712b Abs. 2 Ziff. 2 ZGB, und nicht von einem
sonderrechtsfähigen Bauteil ausgeht, haben als Zustandsstörer die
Stockwerkeigentümer als Eigentümergemeinschaft und nicht die
Stockwerkeigentümergemeinschaft zu gelten. Vor diesem Hintergrund ist
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die
- 36 -
Wiederherstellung ausschliesslich gegenüber den Stockwerkeigentümern
angeordnet hat.
7.2. Die Beschwerdeführer machen eine Verletzung des rechtlichen Gehörs
geltend, weil die Stockwerkeigentümergemeinschaft vor Erlass der
Duldungsverfügung vom 16. Juni 2020 nicht angehört worden sei. Diese
Rüge verfängt nicht. Mit Schreiben vom 19. Juli 2019, also vor Erlass der
angefochtenen Wiederherstellungsverfügung, wurde sämtlichen
Stockwerkeigentümern die Möglichkeit gegeben, ihre Einwände zu den
Vorwürfen des baurechtswidrigen Zustandes vor Vorinstanz vorzubringen.
Vor diesem Hintergrund ist nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz
dadurch, dass sie die Stockwerkeigentümer, aus welchen sich die
Stockwerkeigentümergemeinschaft zusammensetzt, vor Erlass der
Duldungsverfügung vom 16. Juli 2020 nicht nochmals zu den Vorwürfen
des baurechtswidrigen Zustands angehört hat, das rechtliche Gehör
verletzt haben soll.
8.1. Der Beschwerdeführer beanstandet die gegen ihn ausgefällte Baubusse in
Höhe von CHF 3'000.--, zumal er weder vorsätzlich noch fahrlässig
gehandelt habe. Selbst wenn der Tatbestand von Art. 95 KRG erfüllt sein
sollte, würde sich die Höhe der Busse als unangemessen erweisen.
8.2. Art. 95 KRG sieht für Verletzungen dieses Gesetzes oder darauf
beruhenden Erlassen oder Verfügungen des Kantons oder der Gemeinden
eine Busse zwischen CHF 200.-- und CHF 40'000.-- vor. Strafbar ist die
vorsätzliche und fahrlässige Widerhandlung, begangen durch die nach Art.
93 verantwortlichen Personen. Art. 2 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zur
Schweizerischen Strafprozessordnung (EGzStPO; BR 350.100) normiert,
dass die Bestimmungen des schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB;
SR 311.0) sinngemäss Anwendung finden. Gemäss Art. 106 Abs. 3 StGB
bemisst sich die Höhe der Busse nach den Verhältnissen des Täters,
- 37 -
sodass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist.
Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Täters ("je nach den
Verhältnissen") spielt dabei eine zentrale Rolle, wenngleich hier das
Gericht über ein grösseres Ermessen verfügt als im Tagessatzsystem der
Geldstrafe (Urteil des Bundesgerichts 1C_4/2012 vom 19. April 2012 E.7.3,
BGE 134 IV 60 E.7.3.3). Zu den auf das Bussenverfahren anwendbaren
Normen zählt damit auch Art. 47 i.V.m. Art. 104 StGB, wonach die Busse
grundsätzlich nach dem Verschulden des Täters zu bemessen ist, wobei
die Beweggründe, das Vorlegen und die persönlichen Verhältnisse des
Schuldigen zu berücksichtigen sind (PVG 1995 Nr. 26 E.2). Dazu gehören
grundsätzlich das Einkommen und das Vermögen des Beschuldigten. Bei
der Bemessung der Busse hängt es im Einzelfall nicht zuletzt von der
finanziellen Leistungsfähigkeit des Gebüssten ab, ob die Busse ihn in der
seinem Verschulden angemessenen Härte trifft (PVG 1997 Nr. 55 E.3b,
1986 Nr. 28).
8.3. Die Beschwerdegegnerin wirft dem Beschwerdeführer vor, sich mit
diversen Projektabweichungen über das formelle und teilweise auch
materielle Baurecht hinweggesetzt zu haben. So habe der
Beschwerdeführer an der Südfassade keine Schräglamellen aus Holz
angebracht, wodurch entgegen Art. 37 Abs. 3 BG zu grosse Glasflächen
resultierten. Auch sei die Raumeinteilung in allen vier Wohnungen
verändert worden. An der Nordfassade seien zudem zwei Türen anstatt –
wie bewilligt – eine Türe eingebaut worden. Überdies sei die
Fenstereinteilung an der Ost- und Südfassade abgeändert und anstatt
vollflächige Holzbrüstungen Staketen verbaut worden.
8.4. Es wurde bereits ausgeführt, dass das Nichtanbringen der Schräglamellen
aus Holz vor den Fenstersegmenten im 2. und 3. Obergeschoss dem
bewilligten Fassadenplan vom 24. Januar 2013 widerspricht (formelle
Baurechtsverletzung) und zu einer Verletzung von Art. 37 Abs. 3 BG
- 38 -
(materielle Baurechtsverletzung) führt. Ein Vergleich des bewilligten
Fassadenplans vom 24. Januar 2013 (vgl. Bg-act. 6) mit dem realisierten
Umbau (vgl. Bg-act. 23) bestätigt zudem die Projektabweichungen
hinsichtlich der Türen an der Nordfassade und der abgeänderten
Fenstereinteilung an der Süd- und Ostfassade. Dass entgegen dem
bewilligten Fassadenplan vom 24. Januar 2013 (vgl. Bg-act. 6) nicht
vollflächige Holzbrüstungen, sondern Staketen eingebaut wurden, ergibt
sich zudem daraus, dass in diesem Plan – im Unterschied zu den Plänen,
gemäss welchen das Bauprojekt realisiert wurde (vgl. von der
Beschwerdegegnerin anlässlich des Augenscheins verwendete und zu den
Akten gegebene Zusammenstellung sämtlicher einschlägigen Pläne) – im
Bereich der Brüstungen keine blauen Fenstereinfärbungen entnommen
werden können. Daraus ist zu schliessen, dass die Brüstungen vollflächig
geplant und bewilligt wurden. Die abgeänderte Raumeinteilung in allen vier
Wohnungen ergibt sich überdies aus der Gegenüberstellung der bewilligten
Grundrisspläne vom 27. Juli 2012 (Bg-act. 2 und 3) und den von den
Beschwerdeführern anlässlich des Augenscheins eingereichten Plänen
betreffend realisierte Raumeinteilung. Diese nachträglich bewilligten
Projektänderungen (zwei anstatt eine Türe an der Nordfassade,
Fenstereinteilung, Staketen anstatt vollflächige Holzbrüstungen), stellen
allesamt formelle Baurechtsverletzung dar. Vor diesem Hintergrund muss
es als erstellt gelten, dass der Beschwerdeführer sowohl gegen materielle
als auch formelle Bauvorschriften verstossen hat; dies umso mehr, als sich
in der Beschwerdeschrift vom 8. Mai 2020 ausschliesslich das Vorliegen
des subjektiven Tatbestandes beanstandet wird. Zusammenfassend kann
somit festgehalten werden, dass der Beschwerdeführer den objektiven
Tatbestand von Art. 95 KRG erfüllt hat.
8.5. Hinsichtlich des subjektiven Tatbestands, führt der Beschwerdeführer aus,
dass er weder vorsätzlich noch fahrlässig gehandelt habe. Die am 20.
Dezember 2012 und am 13. Februar 2013 bewilligten Grundriss- (vgl. Bg-
- 39 -
act. 3 und 4) bzw. Fassadenpläne (vgl. Bg-act. 6) wurden vom
Beschwerdeführer gezeichnet. Dem Beschwerdeführer musste somit
bewusst sein, wie der Stallumbau sowohl innen als auch aussen zu
realisieren gewesen wäre. Indem die Beschwerdegegnerin erst am 15.
September 2015 (vgl. Bg-act. 13) bzw. anlässlich der Baukontrolle vom 14.
November 2016 feststellte, dass anders gebaut wurde, als es die
bewilligten Pläne vorsahen, kann bejaht werden, dass der
Beschwerdeführer zumindest damit rechnen musste, dass die
Beschwerdegegnerin den realisierten Umbau nachträglich nicht
genehmigen würde, weshalb er zumindest eventualvorsätzlich handelte.
Daran ändern auch die Ausführungen des Beschwerdeführers, wonach er
sich auf die Auskunft habe verlassen dürfen, dass die Nachtragseingabe
nach Bauvollendung eingereicht werden könne und die geringfügigen
Änderungen nicht bewilligungspflichtig seien bzw. nach Bauvollendung
genehmigt würden. Eine solche Auskunft ist nicht aktenkundig und wurde
seitens der Beschwerdegegnerin auch stets bestritten.
8.6. Allein aus dem Vorsatz lässt sich nicht ohne Weiteres auf ein schweres
Verschulden schliessen. Zu beachten ist, dass die Beschwerdeführerin,
deren einziger Gesellschafter der Beschwerdeführer ist, die Liegenschaft
von E._ erworben hatte, nachdem der Fassadenplan vom 24.
Januar 2013 bewilligt wurde. Es ist davon auszugehen, dass insbesondere
durch das Nichtanbringen der Schräglamellen aus Holz an der Südfassade
der Liegenschaft der Nutzungsvorteil der Wohnungen insofern erhöht
wurde, als dadurch eine bessere Aussicht und Raumhelligkeit resultierte.
In diesem Sinne wird in der Beschwerdeschrift vom 8. Mai 2020 ausgeführt,
dass die betreffenden Innenräume um Licht und Aussicht beraubt würden,
müssten die Schräglamellen aus Holz angebracht werden.
Erfahrungsgemäss lassen sich nun Wohnungen mit erhöhter
Raumhelligkeit und uneingeschränkter Aussicht besser verkaufen als
Wohnungen, an deren Fenstern teilweise Schräglamellen aus Holz verbaut
- 40 -
sind; dies umso mehr, als es sich dabei um Zweitwohnungen handelt,
wobei deren potentielle Käufer besonderen Wert auf eine freie Aussicht
legen. Vor diesem Hintergrund kann gesagt werden, dass der
Beschwerdeführer als alleiniger Gesellschafter der Beschwerdeführerin,
insbesondere durch das Nichtanbringen der Schräglamellen aus Holz
durchaus einen besonderen Vorteil dahingehend erfahren hatte, als sich
die Wohnungen dadurch besser verkaufen liessen. Nicht zum Vorteil des
Beschwerdeführers ausgelegt werden kann zudem die Tatsache, dass er
auf Aufforderung der Vorinstanz hin, keine Anstalten machte, seine
aktuellen Einkommens- und Vermögensverhältnisse offenzulegen. Unter
Berücksichtigung, dass der Beschwerdeführer zudem mehrere formelle
Baurechtsverletzungen und eine materielle Baurechtsverletzung begangen
hat, also Tatmehrheit vorliegt, ist die Auffassung der Beschwerdegegnerin,
wonach das Verschulden des Beschwerdeführers schwer wiegt nicht zu
beanstanden. Aufgrund des beschwerdeführerischen Verschuldens sowie
der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers, welcher
gemäss aktuellstem Kenntnisstand unbestrittenermassen über ein
steuerbares Einkommen von CHF 75'000.-- und kein steuerbares
Nettovermögen verfügt, scheint die ausgefällte Busse von CHF 3'000.--
grundsätzlich als angemessen. Nachdem dem Beschwerdeführer
hinsichtlich des Nichtanbringens von Schräglamellen aus Holz vor dem
Fenstersegment im 1. Obergeschoss indes kein Vorwurf gemacht werden
kann, rechtfertigt es sich, diese Busse um einen Fünftel auf CHF 2'400.00
zu reduzieren.
9.1. Die Beschwerdeführer beanstanden die ihnen auferlegten
Verfahrenskosten von insgesamt CHF 3'762.70. Begründend wird im
Wesentlichen angebracht, diese Kosten seien nicht aufgrund ihres
Verhaltens, sondern durch den mit Verfahrensmängeln behafteten
vorinstanzlichen Entscheids verursacht worden.
- 41 -
9.2. Gemäss Art. 96 Abs. 1 KRG erheben die Gemeinden für ihren Aufwand im
Baubewilligungsverfahren und in weiteren Verfahren Gebühren. Auslagen
für Leistungen Dritter, wie Fachgutachten, Beratungen sowie
Grundbuchkosten sind der Gemeinde zusätzlich zu vergüten. Nach Abs. 2
ist kostenpflichtig, wer den Aufwand durch Gesuche aller Art oder durch
sein Verhalten verursacht hat.
9.3. Wie bereits festgehalten, war die Beschwerdegegnerin zwecks interner
Willensbildung berechtigt, K._ als Beraterin beizuziehen. Bringen
die Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang vor, auf die schriftlichen
Berichte von K._ hätte zum Vornherein nicht abgestellt werden
könne, liegt sie falsch. Dabei verkennen sie nämlich, dass es bei diesen
Stellungnahmen nicht um externe Gutachten, sondern vielmehr um der
internen Meinungsbildung dienende Unterlagen handelt, welche materiell
in den angefochtenen Entscheid eingeflossen sind. Solche Beratungen
sind gemäss Art. 96 Abs. 1 KRG zu vergüten. Es ist im Übrigen nicht
ersichtlich, inwiefern die Kosten für zwei schriftliche Stellungnahmen von
insgesamt CHF 1'207.70 unangemessen sein sollen, was von den
Beschwerdeführern dem Grundsatz nach auch nicht beanstandet wird.
Dasselbe hat auch für die juristische Beratung im Umfang von insgesamt
CHF 1'250.00 sowie den in Rechnung gestellten Personalaufwand von
CHF 1'305.00 zu gelten. Was die Verteilung der Verfahrenskosten von
insgesamt CHF 3'762.70 anbelangt, machen die Beschwerdeführer gelten,
dass ihnen diese nicht vollumfänglich auferlegt werden dürften, weil sie
nicht von ihnen verursacht worden seien. Dieses Vorbringen ist nicht zu
hören. Es wurde dargelegt, dass die von den bewilligten Fassadenplänen
abweichende Südfassade zu einer Verletzung von Art. 37 Abs. 3 BG
geführt hat. Aufgrund dieser materiellen Baurechtsverletzung hat die
Beschwerdegegnerin letztlich zu Recht die Wiederherstellung des
rechtmässigen Zustandes dahingehend verfügt, dass vor den beiden
schmalen vertikalen Fenstersegmenten auf einer Breite von ca. 1.5 m im
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westlichen Bereich der Wohnungen im 2. und 3. Obergeschoss (StWE-
Einheiten Nrn. 481-3 und 481-4) Schräglamellen aus Holz anzubringen
sind. Des Weiteren wurde dargelegt, dass die Beschwerdeführer weitere
formelle Baurechtsverletzungen begangen haben. Vor diesem Hintergrund
kann keine Rede davon sein, dass der Beschwerdeführer nicht als (Mit-
)Verursacher der Verfahrenskosten zu gelten hätte. Nachdem indessen die
von der Beschwerdegegnerin angeordnete Wiederherstellung des
gesetzmässigen Zustandes (Anbringung von Schräglamellen aus Holz vor
dem zusätzlichen Fenstersegment an der Südfassade der Wohnung im 1.
Geschoss [StWE-Einheit Nr. 481-2]) nicht ohne Weiteres übernommen
werden kann, erscheint es gerechtfertigt, die Beschwerdegegnerin
mindestens als Mitverursacherin der Kosten zu betrachten. Es rechtfertigt
sich daher die Kosten in Höhe von CHF 3'762.70. zu einem Fünftel bei der
Beschwerdegegnerin zu belassen. Auf den Beschwerdeführer entfällt somit
noch ein Gesamtkostenanteil in Höhe von CHF 3'010.15.
10. Die Beschwerde wird somit bezüglich der Wiederherstellung, der
auferlegten Baubusse sowie der Verfahrenskosten teilweise gutgeheissen,
im Übrigen jedoch abgewiesen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens
gehen die Verfahrenskosten zu 4/5 zu Lasten der solidarisch haftenden
Beschwerdeführer und zu 1/5 zu Lasten der Beschwerdegegnerin, welche
überdies den anwaltlich vertretenen Beschwerdeführern eine entsprechend
dem Verfahrensausgang reduzierte Parteientschädigung zu bezahlen hat.
Diese wird entsprechend der eingereichten Honorarnote auf CHF 2'344.15
(inkl. MWST) festgesetzt.