Decision ID: 435f5f1d-7cbd-5303-86e8-dd9021bad34b
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1971, ist gelernte Pflegeassistentin (Urk. 9/2 Ziff. 5.3), arbeitet jedoch seit
1. September 2000
als
Kassierin
(Urk. 9/
30
Ziff.
2.1 und 2.7
)
, seit Oktober 2012 in einem Pensum von rund 80 % (Urk. 9/30 Ziff. 2.9)
. Unter Hinweis auf die Folgen eines am 8. Januar 2013 erlittenen Zentralarterienverschlusses (vgl. Urk. 9/1/2-4) meldete sie sich am 11. Juni 2013 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 9/2). Die
Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle tätigte in der Folge medizini
sche
(Urk. 9/9-11
, Urk. 9/14, Urk. 9/20, Urk. 9/22, Urk. 9/24, Urk. 9/27-28
)
so
wie
erwerbliche
(Urk. 9/12
, Urk. 9/30
)
Abklärungen
und zog die Akten des zu
ständigen Taggeldversicherers bei (Urk. 9/14).
Am 26. August 2013 beantragte die Versicherte eine Kostengutsprache für eine Brille (Urk. 9/15), was die IV-Stelle nach ergangenem Vorbescheid (Urk. 9/17) mit Verfügung vom 5. November 2013 ablehnte (Urk. 9/19).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 9/35, Urk. 9/48
) sowie dem Eingang weiterer Arztberichte (Urk. 9/44, Urk. 9/46-47, Urk. 9/50-51) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 24. März 2015 auch einen Rentenanspruch der Versicherten (Urk. 9/55 = Urk. 2).
2.
Am 17. April 2015 erhob die Versicherte Beschwerde (Urk. 1) g
egen die Verfü
gung vom 24. März 2015 (Urk. 2)
und beantragte in der ergänzenden
Beschwer
debegründung
vom 5. Mai 2015 sodann die
Zusprache
einer Rente beziehungs
weise die Rückweisung der Sache an die IV-Stelle zur neuen Rentenberechnung, eventualiter zu weiteren medizinischen Abklärungen (Urk. 6 S. 2). Mit
Be
schwerdeantwort
vom 28. Mai 2015 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8), was der Beschwerdeführerin am 10. September 2015 mit
geteilt wurde (Urk. 10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung (IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglie
derungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Ar
beitsmarktlage
erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor
den wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die
ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) führte die Beschwerdegegnerin aus, die Beschwerdeführerin sei seit Januar 2013 in ihrer bisherigen Tätigkeit als Kassierin eingeschränkt, es bestehe eine Leistungsfähigkeit von noch 50 %. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit, bei welcher ein eingeschränktes Ge
sichtsfeld kein Handicap darstelle, sei die Beschwerdeführerin jedoch weiterhin zu 100 % arbeitsfähig. Hinweise auf weitere
zerebrovas
k
uläre
Erkrankungen gebe es nicht (S. 2).
In der Beschwerdeantwort (Urk. 8) führte die Beschwerdegegnerin ergänzend aus, der vorliegende Gesundheitsschaden sei unbestritten, es gehe lediglich um die unterschiedliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. Diesbezüglich sei in der Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) plausibel begründet, weshalb nicht auf die von der behandelnden Ärztin attestierte generelle Ar
beitsunfähigkeit von 50 % abzustellen sei (S. 2). Die vollständige Arbeitsfähig
keit in einer angepassten Tätigkeit ergebe sich aus dem
Bericht von Dr.
Y._
(S. 1).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend, es bestehe weiterhin eine erhöhte Erschöpfung nach einer Arbeitsdauer von dreieinhalb bis vier Stunden. Diese Erschöpfung beschränke sich nicht nur auf die bisherige Tätig
keit, sondern sei allgemein gefasst.
Dr.
Z._
führe
explizit aus, dass auch in einer angepassten Tätigkeit lediglich eine Arbeitsfähigkeit von 50 % bestehe (Urk. 5 S. 2 Ziff. II.4).
Die Ausführungen von
med.
pract
.
A._
seien demgegenüber nicht nachvollziehbar (S. 3 Ziff. 2.2).
2.3
Strittig und zu prüfen
sind
demnach die Arbeitsfähigkeit und der
Invaliditäts
grad
der Beschwerdeführerin.
3.
3.
1
Nach einem Zentralarterienverschluss links am 8. Januar 2013, aufgrund dessen die Beschwerdeführerin auf dem linken Auge
erblindete
, war die Beschwerde
führerin vom 8. bis 15. Januar 2013 im
B._
, Klinik für Neurologie, hospitalisiert. Als weitere Diagnose nannten die Ärzte in ihrem Bericht vom 10. Januar 2013 ein Wolff-Parkinson-White Syndrom. Die Be
schwerdeführerin sei bis und mit dem 22. Januar 2013 vollständig arbeitsunfä
hig, dann sei ein Wiederbeginn mit 50 % Arbeitszeit sowie einer Leistungsfä
higkeit von 50 % möglich, was faktisch eine
r
Arbeitsfähigkeit von 25 % ent
spreche. Die weitere Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei durch den Hausarzt zu beurteilen (Urk. 9/10 S. 1 und 3).
Die Ursache des Zentralarterienverschlusses links bleibe trotz umfangreichen weiterführenden Abklärungen offen. Für den weiteren Verlauf sei eine ambulante Kontrolle von Seiten der ophthalmologi
schen Kollegen sowie von neurologischer Seite in der Schlaganfall-Sprech
stunde geplant (S. 5).
3.
2
Am 21. Februar 2013 führten die Ärzte der Augenklinik des
B._
bei
den
bekann
ten
Diagnosen aus,
die Patientin benötige b
ei der beruflichen Tätigkeit momentan eine vermehrte Zeitinvestition für die Erledigung der Arbeit im Rahmen der bestehenden Arbeitsunfähigkeit von 50 %
. Was die Fahrtauglich
keit betreffe, sei das Fahren für drei Monate nach
dem Ereignis verboten, da
nach
wieder erlaubt
(
Urk. 9/9
S. 2).
In ihrem Bericht vom 1. März 2013 (Urk. 9/11/1-3) empfahlen die Ärzte
sodann
einen langsamen und schrittweisen Wiedereinstieg in das Arbeitsleben (S.
1).
3.
3
Am
30. April 2013
hielten
die verantwortlichen Ärzte des
B._
, Klinik für Neurolo
gie,
fest, a
namnestisch und klinisch zeige sich ein unveränderter Be
fund, es hätten sich keine Hinweise auf ein intermittierendes Vorhofflimmern ergeben. Es werde die Weiterführung der medikamentösen Therapie empfohlen
und
ein langsamer und schrittweiser Wiedereinstieg in das Arbeitsleben unter
stützt (Urk. 9/1/2-4 S.
3
).
3.
4
Der Hausarzt
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte am 23. Mai 2013 aus,
e
s bestünden persistierende Einschränkungen im Alltag durch die
Amaurosis
auf der linken Seite. Dies führe zu einer deutlichen
und
raschen Ermüdbarkeit. Störend sei die fehlende Wahrnehmung aufgrund des Gesichtsfeldausfalls auf der linken Seite (
Urk. 9/14
Ziff. 2). Bis Ende Mai
2013
bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit als Kassierin. Ein therapeutischer Arbeitsversuch sei gemacht worden, dies habe jeweils eine deutliche Ermüdbarkeit gezeigt, mit deutlichem Nachlassen der Konzentration nach einer Stunde sowie Problemen bei der Wahrnehmung von Leuten im Be
reich des linken Gesichtsfeldes. Die Patientin sei gewillt zu arbeiten, weshalb ab
Anfang Juni
2013
ein Arbeitsversuch zu 25 % geplant sei (Ziff. 5).
Grundsätz
lich werde davon ausgegangen, dass im Rahmen einer langsamen Angewöh
nung die Tätigkeiten, welche als Kassierin anfallen würden, wieder möglich seien (Ziff. 6b). Die Beschwerdeführerin wolle unbedingt wieder als Kassierin in einem Pensum von 80 % arbeiten und versuche auch die Instruktionen der Blindenschule umzusetzen (Ziff. 7).
3.5
In ihrem Bericht vom 10. Oktober 2013 (Urk. 9/24) hielten die Ärzte der
Au
-
genkli
nik
des
B._
fest, die Prognose für eine
Visusverbesserung
sei leider schlecht. Die Sehschärfe sei im Februar 2012 auf
ein
Fingerzählen reduziert ge
wesen. Eine
Visuszunahme
sei leider nicht zu erwarten (Ziff. 1.4). Es bestehe eine
monokulare
Situation mit volle
m
Visus
am rechten Auge. Am Anfang habe
mit einer
vermehrte
n
Zeitinvestition für die Erledigung der Arbeit
ein Grund für eine verminderte Leistung bestanden. Aktuell
e
Angaben zur bisherigen Tätigkeit
könnten keine
gemachten werden, da sie die Beschwerdeführerin letztmals am 4. Februar 2013 untersucht hätten. Es bestehe jedoch kein dreidimensionales Stereosehen. Grundsätzlich sei die bisherige Tätigkeit als Verkäuferin im Rah
men von acht Stunden täglich ohne verminderte Leistungsfähigkeit zumutbar (Ziff. 1.7).
3.
6
Am 8. November 2013
ging Dr.
C._
davon aus, dass sich das linke Auge nicht mehr verbessern werde. Es sei fraglich, wie sich die Beschwerdeführerin mit dieser Problematik im Alltag zunehmend zurecht finden könne (Urk. 9/20 Ziff. 1.4).
Die aktuelle Tätigkeit an der Kasse sei immer noch sehr anstrengend. Die Patientin arbeite derzeit drei bis vier Stunden. Nach längerer Zeit komme es zu einer deutlichen Ermüdung mit Verlangsamung des Arbeitstempos,
Kon
zentrationsproblemen
und Kopfschmerzen. Aufgrund des eingeschränkten Ge
sichtsfeldes sei auch eine verstärkte Rotation des Kopfes an der Kasse oder beim Kontakt mit Kunden und auch für die Regale notwendig. Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht noch zumutbar, die Beschwerdeführerin könne aktu
ell das gewollte Arbeitstempo noch nicht einhalten (Ziff. 1.7). In letzter Zeit habe die Arbeitsfähigkeit immer wieder gesteigert werden
können
. Aufgrund der Einschränkung des
Visus
und des Gesichtsfeldes sei jedoch davon auszuge
hen, dass längerfristig auch eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehen bleibe. Wie gross diese ausfalle, sei derzeit noch schwierig zu sagen (Ziff. 1.9).
3.
7
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
D._
,
nannte in ihrem Bericht vom 17. Februar 2014 folgende Diagnosen (Urk.
9/27
S. 1):
leichte kognitive Störung
Zentralarterienverschluss 2013 mit Amaurose links
Wolff-Parkinson-White-Syndrom 2011
Aktuell
äussere sich die
Amaurosis
links nach Zentralarterienverschluss links im Januar 2013 in einer erhöhten Anstrengung und Geschwindigkeitseinbussen bei der Bearbeitung von eng beieinander liegenden Zeichen sowie im beeinträch
tigten Lesen eines Textes. Die Patientin gebe an, dass auf dem Kassenbildschirm bei ihrer Arbeitsstelle auch relativ eng beieinander liegende
Zeichen vorhanden seien. Aufgrund der Untersuchungsbefunde sei es daher nachvollziehb
ar, dass die Beschwerdeführerin
nach einer Stunde Kassentätigkeit auf dem
Kassenbild
schirm
alles verschwommen sehe und eine erhöhte Erschöpfung nach 50%
iger
Arbeitstätigkeit an der Kasse beklage.
Möglicherweise sei die kognitive Belast
barkeit der Patientin bereits vor dem Zentralarterienverschluss links im Januar 2013 durch die vorhergehenden ischämischen Läsionen im Thalamus und Cere
bellum reduziert gewesen, jedoch danach durch die zusätzliche kognitive Be
anspruchung
aufgrund des
Ausgleich
s
des Sehausfalls links nicht mehr wie vor
her
kompensierbar
gewesen
. Eine dadurch reduzierte Arbeitsfähigkeit an der Kasse sei daher verständlich. Eventuell wäre eine Arbeitstätigkeit mit weniger anspruchsvollem visuellem Material (wie das Auffüllen von Regalen) für die Beschwerdeführerin einfacher und länger zu bewältigen (S. 3).
3.
8
Der behandelnde Augenarzt
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Ophthal
mologie,
attestierte in seinem Bericht vom 18. März 2014 (Urk. 9/28) bei bekannter Diagnose (
lit
. A) eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % für die Zeit vom 8. Januar bis 7. April 2013 (
lit
. B). Der Gesundheitszustand der Beschwerdefüh
rerin sei stationär, die Arbeitsfähigkeit könne durch medizinische Massnahmen nicht mehr verbessert werden (
lit
. C.1-2). Die Erblindung des linken Auges sei definitiv. Die Patientin sei an einem adaptierten Arbeitsplatz mit Tätigkeiten, welche einäugig durchgeführt werden könnten und das gesunde rechte Auge nicht gefährdeten
,
zu 100 % arbeitsfähig (
lit
. D.7).
3.
9
Med.
pract
.
A._
, Facharzt für Neurologie, Regionaler Ärztlicher Dienst der Beschwerdegegnerin (RAD), führte am 17. Juni 2014 aus, es sei nachvollziehbar, dass die Versicherte einen höheren Zeitaufwand benötige, da sie ein eingeschränktes Gesichtsfeld habe. Die andauernde Leistungseinbusse von 50 % werde aber nicht anhand von plausiblen Angaben quantifiziert. Es sei in diesem Fall schwierig, eine genaue Arbeitsunfähigkeit festzulegen, auch durch eine RAD-Untersuchung oder ein Gutachten könne die Arbeitsunfähigkeit nicht besser bestimmt werden. Dies wäre nur im Rahmen einer Abklärung am Arbeitsplatz möglich. Eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit werde aber als überwiegend unwahrscheinlich erachtet. Jenseits dessen bestehe eine Arbeitsfä
higkeit von 100 % an einem angepassten Arbeitsplatz, bei welchem ein einge
schränktes Gesichtsfeld kein Handicap darstelle, beginnend spätestens vier bis
acht Wochen nach dem Zentralarterienverschluss links am 8. Januar 2013 (Urk. 9/49 S. 4).
3.
10
Im Rahmen einer
Verlaufsuntersuchung
in der
D._
führte
Dr.
phil.
E._
, Psychologin, am
29. August 2014
verschiedene Tests durch (Urk. 9/44 S. 2 f.) und hielt in ihrem Bericht fest, aktuell äussere sich die
Amaurosis
links nach Zentralarterienverschluss links im Januar 2013 weiterhin in einer erhöhten Anstrengung und Geschwindigkeitseinbussen und teilweise
auch in einer erhöhten Fehleranzahl bei der Bearbeitung von eng bei
einander liegenden Zeichen sowie im beeinträchtigten Lesen und im dadurch reduzierten Lesesinnverständnis für einen Text, wobei sich die Leistung der Pa
tientin in den erstgenannten Tests im Vergleich zur Untersuchung vor zirka sie
ben Monaten leicht verbessert habe.
Einen Test, bei dem es auf die visuelle Dis
krimination sehr ähnlicher, eng beieinander liegender klein geschriebener Zei
chen angekommen sei, habe die Patientin weiterhin wie bei der Voruntersu
chung bei der ersten Durchführung nach zwei Minuten und zwanzig Sekunden abgebrochen, da sie die Zeichen doppelt und verschwommen gesehen habe, bei der zweiten Durchführung schon etwas früher als bei der Voruntersuchung. Bei der zweiten Durchführung des Tests nach 90 mit anderen kognitiven Tests ge
füllten Minuten habe sie jedoch bis zum Abbruch eine leicht verbesserte Leis
tung gezeigt, was auf eine insgesamt erhaltene kognitive Belastbarkeit über 90 Minuten hindeute. Daneben zeige die Patientin weiterhin unterdurchschnitt
liche oder weit unterdurchschnittliche Leistungen in weiteren kognitiven Tests, welche an sich nicht durch ihre
Amaurosis
sowie den Zentralarterienverschluss links erklärbar seien, wobei sich die Patientin auch in einigen dieser Tests ver
bessert, in wenigen anderen aber auch verschlechtert habe. Die jeweils unter
durchschnittlichen Leistungen im auditiven verbalen Kurzzeit- und
Arbeitsge
dächtnis
, die leicht erhöhte proaktive Interferenz beim Lernen von auditivem verbalen Material, die unterdurchschnittliche auditive phonematische
Wortflüs
sigkeit
, die weit unterdurchschnittliche visuelle figurale Ideenproduktion und erhöhte visuelle Interferenzanfälligkeit könnten auf die alten ischämischen Lä
sionen im Thalamus links sowie
z
erebellär
rechts zurückführbar sein, könnten jedoch auch von Geburt an bestehen.
Die Beschwerdeführerin habe angegeben, dass auf dem Kassenbildschirm bei ihrer Arbeitsstelle auch relativ eng beieinander liegende Zeichen vorhanden seien. Aufgrund der
Untersuchungsbefunde sei es daher nachvollziehbar, dass die Patientin weiter über eine erhöhte Erschöpfung nach dreieinhalb bis vier Stunden Arbeitstätigkeit, insbesondere an der Kasse, klage (S. 5).
3.
11
Dr.
Y._
überwies die Beschwerdeführerin am 19. September 2014 zur erneu
ten Verlaufsbeurteilung
an das
B._
und berichtete über eine einmalige
Amau
rosis-fugax-ähnliche
Episode rechts (Nebelsehen für zwei Stunden) während den Sommerferien. Nebenbei stelle sich immer noch die Frage der Arbeitsfähig
keit. Eine Berentung durch die Invalidenversicherung sei - wie erwartet bei diesem Befund - nicht gewährt worden (Urk. 9/50/5).
Am 3. November 2014 (Urk. 9/50/1-4) attestierte er ergänzend eine Belastbar
keit für Massnahmen der Wiedereingliederung im Umfang von mindestens zwei Stunden pro Tag (Ziff. 4.2). Das Ressourcenprofil für berufliche Tätigkeiten könne er nicht beurteilen (Ziff. 2). Die Motivation der Patientin beurteile er auf einer Skala von eins bis zehn mit vier (Ziff. 4.3).
3.
12
In ihrem Bericht vom 9. Oktober 2014 führte Dr.
Z._
bei unveränder
ten Diagnosen aus, insgesamt äussere sich die Amaurose links wei
terhin in einer erhöhten Anstrengung und Geschwindigkeitseinbussen und teil
weise auch in einer erhöhten Fehlerfrequenz bei der Bearbeitung von eng beiei
nander liegenden Zeichen sowie im beeinträchtigten Lesen und in dadurch re
duzierten Lesesinnverständnis für einen Text, wobei sich die Leistung der Pati
entin zwischen den beiden Untersuchungen leicht verbessert habe. Bei einem Test, bei welchem die visuelle Diskrimination sehr ähnlicher, eng beieinander liegender, klein geschriebener Zeichen überprüft werde, habe die Beschwerde
führerin die Untersuchung abgebrochen, da sie doppelt und verschwommen gesehen habe. Insgesamt hätten sich die kognitiven Leistungen im Vergleich zur ersten Untersuchung nicht verbessert. Die Arbeitsfähigkeit werde hauptsächlich durch den Zentralvenenverschluss mit Amaurose links beeinflusst (Urk.
9/46
S. 2 Ziff. 3). Es scheine, dass nicht mehr mit einer Besserung der Sehfähigkeit gerechnet werden könne (S. 2 Ziff. 4). Nach der erneuten neuropsychologischen Untersuchung werde eine Arbeitsfähigkeit von dreieinhalb bis vier Stunden als realistisch eingeschätzt (S. 2 Ziff. 5).
Aufgrund der Untersuchungsergebnisse sei die Beschwerdeführerin insbesondere in der Arbeit an der Kasse deutlich einge
schränkt und könne das Pensum nicht über die jetzigen 50 % steigern. Auf
grund der erhöhten Ermüdbarkeit
könnten
ihr auch andere Arbeiten nicht mehr als in einem Pensum von 50 % zugemutet werden (S. 2 Ziff. 6).
3.
13
Mit Schreiben vom 30. Oktober 2014 schloss sich Dr.
C._
der Beurteilung durch Dr.
Z._
an. Aktuell resultiere bei der Beschwerdeführerin eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Es habe sich auch in den letzten Monaten gezeigt, dass dies in der Umsetzung realistisch sei. Aus seiner Sicht sei von keiner Stei
gerung mehr auszugehen. Die von gewissen Augenärzten attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit sei sicherlich nicht realistisch und beruhe auf einer etwas ober
flächlichen Beurteilung ohne Berücksichtigung der effektiven Einschränkungen am Arbeitsplatz (Urk. 9/51/1).
3.
14
Am 14. Januar 2015 führte med.
pract
.
A._
aus, eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % in der bisherigen Tätigkeit als Kassierin wegen der aufgrund der Seh
störung eingeschränkten Leistungsfähigkeit sei nachvollziehbar. An einem an
gepassten Arbeitsplatz, bei welchem ein eingeschränktes Gesichtsfeld kein Han
dicap darstelle, bestehe aber nach wie vor eine volle Arbeitsfähigkeit. Die kog
nitive Leistungsfähigkeit sei in der Kontrolle weitgehend durchschnittlich. An einem angepassten Arbeitsplatz sei keine kognitive Leistungsfähigkeit erforder
lich, die mit dem Funktionsniveau in einer neuropsychologischen Testung zu vergleichen wäre. Die Beschwerdeführerin arbeite als Kassierin
und führe einfa
che Tätigkeiten wie Regale einräumen aus, das derzeitige Leistungsprofil sei für eine vergleichbare Tätigkeit, die der schulischen Ausbildung entspreche, ausrei
chend. In der neuropsychologischen Testung würden Fähigkeiten geprüft, die für die bisherige Tätigkeit als Kassierin ohne Bedeutung seien, wobei das
prä
morbide
Funktionsniveau zu berücksichtigen gewesen wäre. Hinweise für eine weitere
zerebrovaskuläre
Erkrankung fänden sich nicht beziehungsweise wären falls indiziert sicher genauer neurologisch abgeklärt worden. Die
Verdachts
diagnosen
seien spekulativ (Urk. 9/54 S. 3).
3.
15
Mit Schreiben vom
17. April 2015 wies Dr.
C._
darauf hin, dass der RAD-Arzt med.
pract
.
A._
zwar eine Einschränkung von 50 % bei der Tätigkeit als Kassierin anerkenne, jedoch davon ausgehe, dass an einem angepassten Ar
beitsplatz das eingeschränkte Gesichtsfeld kein Handicap darstelle
. Er beziehe sich in der Erläuterung vor allem auf die kognitive Leistungsfähigkeit und gehe davon aus, dass ein Arbeitsplatz gefunden würde mit weniger Auswirkungen auf die gesundheitlichen Probleme, da die Patientin wahrscheinlich weniger kognitiv gefordert würde und somit eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe. Die Aussage von Dr.
Z._
, wonach die Beschwerdeführerin auch in an
deren Arbeiten nicht mehr als 50 % arbeiten könne, sei bei der Beurteilung einfach übergangen worden
(Urk.
3/4
S. 1
)
.
4.
4.1
Unbestritten und aufgrund der medizinische
n
Akten ohne Weiteres ausgewiesen ist, dass die Beschwerdeführerin im Januar 2013 einen Zentralarterienverschluss erlitt und in der Folge auf dem linken Auge erblindete.
Ebenso gehen alle
b
etei
ligten Ärzte wie auch die Beschwerdegegnerin davon aus, dass die Beschwer
deführerin in der bisherigen Tätigkeit als Kassierin lediglich noch 50 % arbeits
fähig ist.
Für die Beurteilung der
noch strittigen Arbeitsfähigkeit in einer
behinde
-
rungsan
gepassten
Tätigkeit
stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die Berichte der Ärzte des
B._
sowie des behandelnden Augenarztes Dr.
Y._
.
Diese gingen übereinstimmend davon aus, dass die Beschwerdeführerin in der Ausübung einer behinderungsangepassten Tätigkeit langfristig nicht einge
schränkt sei.
Die Ärzte der Augenklinik des
B._
hielten im Oktober 2013 dar
über hinaus medizinisch-theoretisch auch die bisherige Tätigkeit als Kassierin im Rahmen von acht Stunden täglich ohne verminderte Leistungsfähigkeit für zumutbar (E. 3.5).
Zu
dieser Beurteilung
passt auch die Aussage der
Ärzte des
B._
im Februar 2013,
wonach
das
Autof
ahren für drei Monate nach dem Ereig
nis verboten sei (E. 3.2).
Auch der behandelnde Augenarzt Dr.
Y._
führte nach einer Kontrolle am 18. März 2014 aus, in der bisherigen Tätigkeit habe vom 8. Januar bis 7. April 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % bestanden, und hielt eine angepasste Tätigkeit, welche einäugig durchgeführt werden könne und das gesunde rechte Auge nicht gefährde, in einem Pensum von 100 % zumutbar (E. 3.8). Darüber hinaus erwähnte Dr.
Y._
am 19. September 2014, eine Berentung durch die Invalidenversicherung werde bei diesem Befund erwartungsgemäss nicht gewährt (E. 3.11).
Was den Zeitpunkt betrifft, ab wann wieder eine vollständige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit angenommen werden kann, ging med.
pract
.
A._
von vier bis acht Wochen nach dem Zentralarterienverschluss aus, ohne dies je
doch näher zu begründen (E. 3.9). Nachdem der Beschwerdeführerin für drei Monate das Autofahren verboten wurde (E. 3.2) und der Augenarzt Dr.
Y._
ebenfalls
für diese Zeit bis 7. April 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % für die bisherige Tätigkeit attestierte (E. 3.8), ist davon auszugehen, dass die Be
schwerdeführerin spätestens drei Monate nach dem Zentralarterienverschluss am 8. Januar 2013 in einer Tätigkeit, für welche die Einäugigkeit und damit
das
eingeschränkte
Gesichtsfeld
kein Handicap darstellt und welche die Gesundheit des rechten Auges nicht gefährdet,
wieder vollständig arbeitsfähig war.
4.2
Demgegenüber vermag die Beurteilung durch Dr.
Z._
nicht zu über
zeugen. Bei den Ärzten der
D._
handelt es sich ausschliesslich um Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie und auch Dr. phil.
E._
ist Psychologin und Psychotherapeutin. Im vorliegenden Fall sind jedoch die neurologischen sowie ophthalmologischen Fachrichtungen be
troffen, weshalb den Beurteilungen durch Dr.
Z._
als psychiatrische Fachärztin weniger Gewicht zuzumessen ist als den übrigen involvierten Neu
rologen und Augenärzten
.
Hinzu kommt, dass auch die Ausführungen von Dr.
Z._
als solche nicht nachvollziehbar und plausibel erscheinen. So ging Dr.
Z._
im Februar 2014
davon aus, dass die bisherige Tätigkeit als Kassierin zwar lediglich noch im Umfang von 50 % zumutbar sei, eine Tätigkeit mit weniger anspruchs
vollem visuellen Material
jedoch
eventuell einfacher und länger zu bewältigen sei (E. 3.7). Im Rahmen der Verlaufsuntersuchung im August 2014 attestierte sie sodann
ohne weitere Begründung
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit, obschon die Testresultate mehrheitlich leicht besser als in der ersten Untersuchung ausgefallen waren und sie die jeweils unterdurchschnittlichen Leistungen als möglicherweise durch die alten ischämischen Läsionen bedingt oder allenfalls sogar seit Geburt bestehend beurteilte (E. 3.12
, vgl. auch E. 3.10
).
Ebenfalls nicht
zu
überzeugen
vermögen sodann die Ausführungen des Hausarz
tes Dr.
C._
, welcher sich insbesondere auf die Beurteilungen durch Dr.
Z._
stützt. Soweit er gegen die Annahme einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit einwendet, eine solche sei nicht realis
tisch und beruhe auf einer etwas oberflächlichen Beurteilung ohne Berücksich
tigung der effektiven Einschränkungen am Arbeitsplatz (E. 3.13), ist darauf hin
zuweisen, dass die
attestierte
100%ige Arbeitsfähigkeit gerade nicht die bishe
rige Tätigkeit als Kassierin betrifft, so dass die diesbezüglichen effektiven Ein
schränkungen nicht von Bedeutung sind.
4.3
Zusammenfassend ist gestützt auf die übereinstimmenden und überzeugenden Berichte der Ärzte des
B._
sowie des behandelnden Augenarztes Dr.
Y._
der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu betrachten, dass die Beschwerdeführerin drei Monate nach dem Zentralarterienverschluss am 8. Januar 2013 und somit ab April 2013 in einer behinderungsangepasste
n
Tä
tigkeit, bei welcher das aufgrund der bestehenden Einäugigkeit eingeschränkte Gesichtsfeld kein Handicap darstellt und welche die Gesundheit des rechten Au
ges nicht gefährdet, wieder vollständig arbeitsfähig ist.
5.
5.1
Zu prüfen bleiben damit die erwerblichen Auswirkungen der bestehenden Beein
trächtigung.
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
-
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns
- mithin im Jahre 2014 -
nach dem
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesund
heitsschaden
fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Unbestritten und auch ausgewiesen ist, dass das zuletzt gewählte Pensum der Beschwerdeführerin, welche zwei erwachsene Kinder (Urk. 9/2 Ziff. 3.1) und damit keine Betreuungsaufgaben mehr zu erfüllen hat
,
33 Wochenstunden be
trug (Urk. 9/30 Ziff. 2.9). Bei der allgemein üblichen Arbeitszeit von 41 Wochenstunden (vgl. Urk. 9/30 Ziff. 2.9) entspricht dies einem Pensum von 80 %.
Mit Urteil 9C_178/2015 vom 4. Mai 2016 präzisierte das Bundesgericht die gel
tende Rechtsprechung, wonach sich die Invalidität bei einer hypothetisch im Gesundheitsfall lediglich teilerwerbstätigen versicherten Person ohne Aufga
benbereich im Sinne von Art. 27 IVV nach der allgemeinen Methode des
Ein
kommensvergleichs
bemisst und das
Valideneinkommen
dabei nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen ist, wobei entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte (E. 5 mit weiteren Hinweisen). Gemäss den präzisierenden Ausführungen ist die bei teilerwerbstätigen Versicherten ohne Aufgabenbereich anhand der
Einkom
mensvergleichsmethode
zu ermittelnde Einschränkung im allein versicherten erwerblichen Bereich proportional - im Umfang der hypothetischen Teiler
werbstätigkeit - zu berücksichtigen. Der Invaliditätsgrad entspricht damit der proportionalen Einschränkung im erwerblichen Bereich und kann dementspre
chend den versicherten Bereich, welcher durch das hypothetische
Teilzeitpen
sum
definiert wird, nicht übersteigen (E. 7.3).
Im vorliegenden Fall ist damit vom letzten
, tatsächlich erzielten
Verdienst der Beschwerdeführerin als Kassierin auszugehen. Dabei
würde
sie gemäss den An
gaben im Arbeitgeberbericht im Jahre 201
4
ein Jahreseinkommen in der Höhe von Fr. 42‘085.-- erzielen (Urk. 9/30 Ziff. 2.11).
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472
E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Die Beschwerdeführerin ist gelernte Pflegeassistentin
(Urk. 9/2 Ziff. 5.3)
, arbeitet
jedoch
seit
dem Jahre 2000 als Kassierin (Urk. 9/30 Ziff. 2.1 und 2.7)
, seit Ein
tritt des Gesundheitsschadens noch in einem Pensum von 50 %
. Dabei schöpft sie jedoch die ihr gemäss den vorliegenden Arztberichten zumutbare mögliche Arbeitsfähigkeit von 100 % in angepasster Tätigkeit nicht aus (vgl. vorstehend E. 4.3). Das Invalideneinkommen ist daher gestützt auf die Tabellenlöhne zu bestimmen
.
Das Bundesgericht hat mit
Urteil 9C_632/2015 vom
4.
April 2016 festgehalten, dass d
en
LSE 2012 nach Massgabe des bisher Erwogenen für alle Fälle erstmali
ger Invaliditätsbemessung und auf Neuanmeldung hin nach vorausgegangener rechtskräftiger Ablehnung oder nach Aufhebung der Invalidenrente sowie im Revisionsverfahren (mit Entstehung des potentiellen oder Veränderung des lau
fenden Rentenanspruches im Jahr
2012 oder später; vgl. E. 2.5.7
)
Beweiseig
nung
zukommt.
Das
Invalideneinkommen ist
damit gestützt
auf den standardisierten
Durch
-
schnitts
lohn
in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors
zu
be
-
stimmen und es ist vom mittleren Lohn für Frauen, die
einfache und repeti
tive
Arbeiten ausführen, auszugehen. Dieser belief sich im Jahre 2012 auf mo
natlich Fr.
4‘112.-- (LSE 2012, S.
35, Tabelle TA1, Total, Niveau
1)
, mithin Fr. 49‘344.-- im Jahr (Fr. 4‘112.-- x 12)
.
Unter Berücksichtigung einer durch
schnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Wochenstunden (
betriebsübli
che
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total;
www.bfs.admin.ch
,
Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detaillierte Daten) sowie der No
minal
-
lohnerhöhung (Schweizerischer Lohnindex insgesamt [1939 = 100],
Frauen, Stand 2012:
2630
, Stand 2014:
2673
;
www.bfs.admin.ch
, Arbeit und Er
werb,
Löhne/Erwerbseinkommen, detaillierte Daten, Lohnentwicklung) ergibt dies für das Jahr 2014 ein
Invalidenein
kommen von rund Fr. 52‘282.-- (Fr. 49‘344.-- : 40 x 41.7 : 2630 x 2673).
5.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen
Durch
-
schnitts
werten
ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Bei einem Invalideneinkommen von Fr. 52‘282.-- (vorstehend E. 5.3) zeigt der Vergleich mit dem
Valideneinkommen
von Fr. 42‘085.-- (vorstehend E. 5.2), dass keine
Erwerbseinbusse
vorliegt, sondern die Beschwerdeführerin bei Aus
übung einer behinderungsangepassten Tätigkeit vielmehr ein um rund Fr. 10‘000.-- höheres Einkommen als bisher erzielen könnte. Ob vorliegend ein leidensbedingter Abzug angemessen wäre, kann offen bleiben, zumal selbst beim maximal zulässigen Abzug von 25 % kein rentenbegründender
Invalidi
tätsgrad
resultieren würde.
Diesfalls
würde nämlich das Invalideneinkommen Fr. 39‘211.50 (Fr. 52‘282.-- x 0.75) betragen, womit sich bei einer
Erwerbsein
busse
von Fr. 2‘873.50 ein Invaliditätsgrad von gerundet 7 % ergäbe.
5.5
Zusammenfassend ergibt sich ein Invaliditätsgrad von maximal 7 %, was kei
nen Anspruch auf eine Invalidenrente begründet. Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen
(Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind
sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.