Decision ID: 8051e79b-96bc-4b20-8931-b03493383508
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1972
, war
zwischen 1989
bis
2001
kurzzeitig
erwerbs
tätig
(Urk. 8/13 Ziff. 5.6)
. Unter Hinweis auf eine psychische Erkrankung, Diabetes, Blutdruck und Herzbeschwerden meldete sich die Versicherte am
28. Juni 2010
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8
/13
). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
und veranlasste eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt, über welche am 13.
Januar 2011 berichtet
wurde (Urk. 8/24).
Mit Verfügung vom 9. Juni 2011 (Urk. 8/33) sprach die IV-Stelle
der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 72 % eine ganze Rente ab Januar 2011 zu.
1.2
N
ach Eingang des am 6. Februar 2012 ausgefüllten
Revisionsf
ragebogens (Urk.
8/35
) holte die IV-Stelle insbesondere ein psychiatrisches Gutachten ein, das am 30. August 2012 erstattet wurde (Urk. 8/41)
.
Nach durchgeführtem
Vorbe
scheid
verfahren
(Urk. 8/47, Urk. 8/49)
stellte
sie
mit Verfügung vom 20.
Februar 2012
(richtig: 2013)
die Rente
bei einem
Invaliditätsgrad von 5 %
ein
(Urk. 8/54)
. Die
se
Verfügung erwuchs
unangefochten in Rechtskraft.
1.3
Mit erneuter Anmeldung, welche am 22. Juli 2016 bei der IV-Stelle einging, beantragte die Versicherte Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 8/56).
Auf das neue Leistungsbegehren wurde mit
Verfügung vom 4. Januar 2017
nicht ein
getreten (Urk. 8/81).
Am 24. April 2018 stellte die Versicherte ein Wiederer
wä
gungsgesuch (Urk. 8/86).
Die IV-Stelle tätigte
in der Folge
medizinische und erwerbliche Abklärungen und veranlasste eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt
, über welche am 19.
November 2018 be
richtet wurde
(Urk.
8
/101).
Nach durchgeführte
m
Vorbescheidverfahren
(Urk.
8
/105, Urk. 8/111
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 28. Mai 2019 einen Rentenanspruch (Urk. 8/115 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 28. Juni 2019 Beschwerde gegen die Verfügung vom 28. Mai 2019 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen zu gewähren, insbesondere
eine ganze Rente
ab Oktober 2018
,
eventuell sei die Sache an die Beschwerdegegnerin für weitere medizinische
Abklärungen zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2
Ziff. 1-3
). Ferner beantragte
s
ie die Be
willigung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung (Urk. 1 S.
2).
D
ie
IV-Stelle beantragte
m
it Beschwerdeantwort vom 6. August 2018 (Urk. 7)
, die Beschwerde sei
teilweise
gutzuheissen und die Sache an sie zurückzuweisen
.
Mit Replik vom 16. Oktober 2019
(Urk. 14)
hielt die Beschwerdeführerin an ihren
Anträgen fest.
Die
Beschwerdegegnerin
verzichtete mit Schreiben
am
1. Novem
b
er 2019 (Urk. 17)
auf Duplik,
was der Beschwerdeführerin am 5. November 2019
zur
Kenntnis gebracht wurde (Urk. 18
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regel
fall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 7.4).
1.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraus
setz
ungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisions
ge
such glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass die Vorbringen der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früh
eren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie
zunächst noch zu prüfen, ob die fest
ge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.5
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.6
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswir
kung
en auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeb
lichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschied
liche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.7
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung
bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche
auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht
.
1
.8
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nen
falls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.9
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung
(Urk. 2)
davon aus,
dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit
nicht mehr in einem 50%-Pensum, sondern
in einem 60%-Pensum erwerbstätig wäre, womit ein Revisions
grund vorliege
(S. 1 unten)
. Die medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass sich die gesundheitliche Situation nicht verändert habe.
Aufgrund der Unterlagen sei bezüglich
der psychischen Gesundheitssituation keine Veränderung bezieh
ungs
weise Verschlechterung ersichtlich.
Schwierige Lebenssituationen könnten in
der medizinischen Beurteilung nicht berücksichtigt werden
. Ferner seien die
kö
r
perlichen Einschränkungen
gut behandelbar und wirkten sich nicht auf die Arbeits
fähigkeit aus. Die Berichte der aktuellen Behandler seien durch den Regionalen Ärztlichen Dienst
(RAD)
berücksichtigt und geprüft worden (S. 2 oben).
In der Beschwerdeantwort vom August 2019 (Urk. 7) beantragte die Beschwer
de
gegnerin die teilweise Gutheissung
der Beschwerde
.
Der Sachverhalt
sei
medizi
nisch nicht
ausreichend abgeklärt
und gestützt auf die vorhandenen Unterlagen
sei
keine fundierte Ressourcenprüfung möglich (S. 2 Ziff. 5). Die Ausführungen der Beschwerdeführerin bezüglich der festgelegten Qualifikation seien hingegen aus näher genannten Gründen nicht nachvollziehbar
(S. 2 Ziff.
6). In Abweichung
zu
r angefochtenen Verfügung seien demnach weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen und anschliessend über den Leistungsanspruch neu zu entscheiden, es
werde deshalb die teilweise Gutheissung der Beschwerde im Sinne einer Rück
weisung an die Beschwerdegegnerin beantragt (S. 2 Ziff. 7).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin
im Wesentlichen
geltend (Urk. 1),
ihr Gesundheitszustand habe sich aus näher genannten Gründen sowohl in soma
tischer als auch in psychischer Hinsicht verschlechtert (S. 8 Ziff. 12.1). Ferner sei der Sachverhalt nicht
rechtsgenüglich
abgeklärt worden.
In der RAD-Beurteilung fehle eine vertiefte Auseinandersetzung mit den medizinischen Unterlagen, wes
halb nicht beurteilt worden sei, inwiefern sich der Gesundheitszustand verändert habe. Die
betreffende RAD-Ärztin
verfüge denn auch nicht über den erforder
lichen
Facharzttitel in Psychiatrie
(S. 9 Ziff. 12.2).
Gemäss
den Berichten der be
handelnden Ärzte, welche schlüssig und nachvollziehbar seien, sei eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen. Sollte das
Gericht
hingegen der Ansicht sein, dass auf die Beurteilung der behandelnden Ärzte nicht abgestellt werden könne, wäre die Sache zur Durchführung einer Begutachtung an die Beschwerdegegnerin zurückweisen (S. 10 f. Ziff. 13.1).
Entgegen den Ausführungen im Abklärungs
be
richt sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sie bei guter Gesundheit in einem vollen Pensum arbeiten würde (S. 11 ff. Ziff. 14-14.4).
2.3
Streitig ist, ob
der medizinische Sachverhalt
rechtsgenüglich
abgeklärt wurde und
ob
die Beschwerdeführerin Anspruch auf
Leistungen der Invalidenversicherung
hat
.
Die Beschwerdegegnerin ist auf die
erneute A
nmeldung,
welche am 22. Juli 2016 bei der IV-Stelle einging
(Urk. 8/56), materiell eingetreten. Es ist daher zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im massgeblichen Zeit
raum zwischen der
am
20. Februar
2013 erlassenen
Verfügung (Urk. 8/54)
und der angefochtenen Verfügung vom
28. Mai 2019
(Urk. 2)
insoweit verschlechtert hat, dass nunmehr ein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung be
steht.
3.
3.1
Die Verfügung vom 20. Februar 2012 (richtig: 2013), mit welcher ein Anspruch auf IV-Leistungen verneint wurde
(Urk. 8/54),
stützte sich im Wesentlich
en
auf den folgenden medizinischen Bericht.
3.2
Dr. med
. Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete im Auftrag der Beschwerdegegnerin am 30. August 2012 ein psychiatrisches Gut
achten über die am
20. August 2012 erfolgte Exploration
(Urk. 8/41)
und nannte die folgenden Diagnosen (S. 10 Ziff. 5):
-
chronische Depression, heute mittleren Schweregrades (ICD-10 F32.11)
-
selbstunsichere Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6)
-
Diabetes mellitus, Adipositas, Hypertonie
A
ktuell
bestehe
noch ein mittelschwerer depressiver Zustand. Dieser verlaufe schwankend und trete vor allem verstärkt auf, wenn sich die Beschwerdeführerin vor übermächtige Schwierigkeiten gestellt sehe
. Ihre Lebenssituation sei von den
äusseren Umständen her
jedoch
deutlich stabiler geworden. Suizidgedanken kämen
noch auf, aber nicht mehr in konkreter Form. Die Attacken von Atemnot
und die Ängstlichkeit seien
Ausdruck der Selbstunsicherheit
.
Daneben erledige die Be
sch
wer
deführerin den Haushalt
selbst, wenn auch mit Mühe und habe gute soziale Kontakte (S. 11 Ziff. 5).
Die psychische Belastbarkeit und die generelle Leistungsfä
higkeit erschienen dem
nach aktuell
gefestigter und besser zu sein, aber bei Weitem noch nicht voll
ständig remittiert. Eine ausserhäusliche Erwerbstätigkeit von grob geschätzt 50
% erscheine möglich. Dass sich die B
eschwerdeführerin dies nicht zutraue, stehe stärker
in Zusammenhang mit ihrer persönlichen Selbstunsicherheit und dem subjektiv mangelnden Durchsetzungsvermögen als mit dem pathologischen Moment des depressiven Zustands. Demzufolge benötige die Beschwerdeführerin Unterstützung und Betreuung, damit sie die berufliche Wiedereingliederung reali
sieren könne (S. 11 Ziff. 5).
Aufgrund der diagnostizierten psychischen Störungen mit Krankheitswert be
stehe eine etwa 50%ige Arbeitsfähigkeit für eine auswärtige Erwerbstätigkeit. Dabei gebe es mit Ausnahme einer allgemein herabgesetzten psychischen Belastbarkeit kein weiteres Belastungsprofil zu berücksichtigen. Für die Haushaltsarbeiten be
stünden ferner keine psychischen Einschränkungen mehr. Die Prognose sei günstig,
sofern keine weiteren schweren Belastungen auftreten würden
. Sie benötige eine fachmännische berufliche und psychotherapeutische
supportive
Betreuung und die Wiederaufnahme der Behandlung mit einem Antidepressivum zur besseren psychischen Stabilisierung sei zu empfehlen (S. 12 Ziff. 6).
4.
4.1
Der aktuelle Gesundheitszustand stellt sich folgendermassen dar.
4.2
Dr. med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
the
rapie, führte in seinem Bericht vom 29. März 2018 (Urk. 8/85 = Urk. 3/3) aus, dass er die Beschwerdeführerin seit 28. August 2017 behandle, und nannte die folgenden psychiatrischen Diagnosen (S. 1 f.):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1) mit Status nach mehrfachen Suizidversuchen und psy
chia
trischer
Hospitalisation
-
generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1)
-
somatoforme autonome Funktionsstörung, oberes Verdauungssystem (ICD-10 F45.31) und unteres Verdauungssystem (ICD-10 F45.32)
-
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit Merkmalen aus der
anankas
ti
schen
(zwanghaften),
histrionischen
und ängstlich-vermeidenden Persön
lichkeitsstörungen (ICD-10 F61)
-
Low-Dose Benzodiazepine Abhängigkeitssyndrom,
Zolpidem
10mg/d seit über 10 Jahren (ICD- 10 F13.2)
Die Beschwerdeführerin zeige tief verwurzelte, anhaltende Verhaltensmuster, die sich in starren Reaktionen auf unterschiedliche persönliche und soziale Lebens
lagen zeigten. Diese dysfunktionalen Verhaltensmuster seien rigid und würden sich auf vielfältige Bereiche ihres Verhaltens und der Ich-Funktionen beziehen
. Sie
zeige deutliche Abweichungen im Wahrnehmen, Denken, Fühlen und in Be
ziehungen zu anderen (S. 3 unten). Differentialdiagnostisch bestünden deutliche Hinweise auf pathologische Trauer infolge traumatischen Todes des Ex-Mannes durch Suizid (S. 4 oben).
Die Prognose sei bei seit Jahren
chronifizierten
psychiatrischen Erkrankungen mit ausgeprägten dysfunktionalen Bewältigungsstrategien und fehlenden persön
li
chen Ress
ourcen
ungünstig. Aus psychiatrischer Sicht bestehe aufgrund der be
schriebenen Psychopathologie eine deutliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähig
keit (S. 4 oben).
In seinem Bericht vom 26. Juni 2018 (Urk. 8/94) nannte Dr.
Z._
dieselben Diag
nosen wie im Bericht vom März 2018. Eine dem Leiden angepasste Tätigkeit sei nicht möglich (S. 5 Ziff. 4.2). Aus gesundheitlichen Gründen sei die Beschwer
deführerin eigenanamnestisch nicht in der Lage, den Haushalt sowie admini
strative Angelegenheiten alleine zu führen und sei auf die Hilfe ihrer Kinder ange
wiesen. Sie könne den Alltag zwar selbständig bewältigen, brauche jedoch weiter
hin eine begleitende Unterstützung, um ihre persönliche und familiären Ange
legenheiten zweckmässig zu erledigen (S. 7 Ziff. 4.5).
4.3
Im Bericht vom 19. November 2018 (Urk. 8/101) über die am 10. Oktober 2018 erfolgte Abklärung der beeinträchtigen Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt wurde aufgeführt, die Beschwerdeführerin wohne
zusammen
mit ihrer Tochter in einer 4-Zimmer Wohnung
(S. 3 Ziff. 2.3.1).
Sie
habe angegeben, dass die Beant
wortung der
Qualifikationsfrage schwierig für sie
sei
. Sie sei schon lange krank und könne keiner Erwerbstätigkeit nachgehen. Sie habe angemerkt, dass sie aus finanziellen Gründen bei Gesundheit sicher einer 50-60%igen Erwerbstätigkeit nachgehen müsste, damit sie ihren Lebensunterhalt finanzieren könnte. Die Kinder seien jetzt im Erwachsenenalter und nicht mehr betreuungsbedürftig (S. 3 Ziff. 2.5). Diese Angaben wurden von der Abklärungsperson als nachvollziehbar beurteilt (S. 4 Ziff. 2.6.1).
Im Ergebnis wurde die Beschwerdeführerin zu 60 % erwerbstätig und zu 40 % im Haushalt tätig qualifiziert (S. 3 Ziff. 2.6)
.
Entsprechend den Angaben der Abklä
rungsperson wurde einzig
bei
dem mit 30 % gewichteten Bereich der Wohnungs- und Hauspflege eine Einschränkung von 10 % festgestellt
(Ziff. 6.2)
. Insgesamt ergab sich daraus eine Einschränkung von 3 % im Haushaltsbereich, woraus ein Invaliditätsgrad von 1.20 % resultierte (S. 7 Ziff. 7).
4.4
Pract
. med. A._
, nannte in seinem Bericht vom 19.
August
2017 (Urk. 8/103 = Urk. 3/4) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
Schwankschwindel
unklarer Genese
-
Differentialdiagnose: vestibuläre Migräne, sekundär somatoformer Schwin
del nach Neuritis
vestibularis
im Jahr 2015
-
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig- bis schwere Episode mit frag
lichem somatischem Syndrom
-
Status nach Suizidversuch im Jahr 2003 und 2006
-
metabolisches Syndrom mit/bei
-
Diabetes mellitus Typ II
-
arterielle Hypertonie
-
Adipositas Grad II
-
Dyslipidämie
-
Migräne ohne Aura
-
diabetische
Makulopathie
und Polyneuropathie
Anhand der Schweregrad-Kriterien nach ICD müsse bei dieser Symptom
kon
stel
lation mindestens eine mittelgradige bis
schwergradige
depressive Episode ange
nommen werden.
A
nhand der beschriebenen Symptome sei auch von dem Vor
liegen eines eventuellen somatischen Syndroms auszugehen, da mindestens vier von acht
Symptomen vorl
ä
gen. Ein somatisches Syndrom sei ein entscheidendes Kriterium, welches bei der Diagnose einer schweren depressiven Episode praktisch immer vorhanden sei (S. 2 unten). Wegen Polymorbidität mit Depression und Energielosigkeit, erhöhter Ermüdbarkeit und massiver Einschränkung der psychi
schen und physischen Belastbarkeit,
Schwankschwindel
mit Übelkeit und Erbre
chen, Kopfschmerzen bei bekannter Migräne, Diabetes mellitus, arterieller Hyper
tonie, Adipositas sowie diabetischer
Makulopathie
sei die Beschwerdeführerin aktuell nicht in der Lage, in der freien Wirtschaft eine Tätigkeit aufzunehmen und diese über längere Zeit beizubehalten. Sie könne höchstens in einem geschützten Arbeitsplatz in einem Pensum von 20-30 % beschäftigt werden, wobei mit
ver
mehrten Absenzen zu rechnen sei (S. 2 f.).
4.5
Dipl.-me
d.
B._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Prävention und Gesundheitswesen, RAD, führte in ihrer Stellungnahme vom 9.
Januar 2019 (Urk. 8/104 S. 5) aus, Dr.
Z._
stelle gleich
lautend mit der
Vorbehandlerin
die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung
(mittelgradig)
. Eine Persönlichkeitsstörung s
e
i vormals nicht berichtet worden, die
Vorbehandlerin
sei von einer Persönlichkeitsakzentuierung ausge
gan
gen, was eine andere Beurteilung desselben Sachverhalts sei
. Die diagnos
ti
zierte generalisierte Angststörung werde nicht hinreichend begründet und könne somit nicht berücksichtigt werden. Die Diagnose einer somatoformen autonomen Funktionsstörung könne nur bei Fehlen somatischer Befunde gestellt werden und sei daher nicht zu berücksichtigen. Es verbleibe somit die bereits beschriebene rezidivierende depr
essive Störung (mittelgradig). E
ine Veränderung beziehungs
weise Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands sei im Längsschnitt der vergangenen 10 Jahre nicht ersichtlich und werde auch nicht beschrieben. Es würden mehrere somatische Diagnosen vorliegen, welche durch
eine
Lifestyle-Modifikation beziehungsweise medikamentös gut behandelbar seien und somit für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sekundär seien (S. 5 unten).
4.6
In der Ressourcenprüfung vom 9. Januar 2019 (Urk. 8/104 S. 6) wurde fest
ge
halten, die Beschwerdeführerin könne ihren Pflichten als Hausfrau rudimentär nachgehen und den Alltag selbständig bewältigen.
A
ufgrund mangelnder Erheb
lichkeit
(Persönlichkeitsakzentuierung, generalisierte Angststörung, somatische Beschwerden) beziehungsweise fehlender Verschlechterung der gesundheitlichen
Situation (depressives Leiden)
könne die Ressourcenprüfung
abgeschlossen w
erden (S. 6).
5.
5.1
Die leistungsabweisende Verfügung
erging
2013
im Wesentlichen gestützt auf das Gutachten
von Dr.
Y._
(vorstehend E. 3.2
), welcher aus psychiatrischer Sicht eine chronische Depression mittleren Schweregrades (ICD-10 F32.11) sowie eine selbstunsichere Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6) diagno
stizierte und eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestierte. Eine Einschränkung im Haushaltsbereich bestand aus seiner Sicht nicht.
Die Beschwerdeführerin wurde
von der Be
schwer
degegnerin
zu 50 % erwerbstätig und zu 50 % im Haushalt tätig qualifiziert.
5.2
Bezüglich des aktuellen psychiatrischen Gesundheitszustands
enthalten die
Akten einzig die fachärztliche Beurteilung des beh
andelnden Psychiaters Dr.
Z._
. Dieser führte im
März 2018 (vorstehend E. 4.2
) bezüglich der Arbeits
fähigkeit lediglich auf, dass aufgrund der von ihm beschriebenen Psycho
pathologie eine deutliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit bestehe. Im
Juni 2018 (vorstehend E. 4.2
) gab er an, dass eine dem Leiden angepasste Tätigkeit nicht möglich sei.
Fe
rner diagnostizierte er aktuell zusätzlich
eine generalisierte Angststörung, eine somatoforme autonome Funktionsstörung sowie eine kombi
nierte Persönlichkeitsstörung. Die objektive Befunderhebung erweist sich diesbe
züglich
jedoch
als zu oberflächlich, um die daraus von Dr.
Z._
abgeleiteten Diagnose
n
und
resultierende
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
so
wie die Entwicklung des Krankheitsverlaufs
schlüssig nachvollziehen zu können.
Ferner fehlt eine Abgrenzung
der aus psychiatrischer Sicht bestehenden
Störung von Krankheitswert
zu den aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht unbe
acht
lichen psychosozialen Belastungsfaktoren
.
Pract
. med.
A._
nannte in seinem Bericht vo
m August 2017 (vorstehend E.
4.4
) somatische
wie
auch psychiatrische Diagnosen.
Dabei äusserte er sich aus
führlich zum psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und führte aus, weshalb
aus seiner Sicht
die Diagnosen einer depressiven Störung und eines somatischen Syndroms zu stellen seien. Seinem Bericht sind keine näheren An
gaben b
ezüglich der somatischen Beschwerden und
deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen. Da es sich hierbei aus psychiatrischer Sicht um keine fachärztliche Beurteilung handelt, erfüllt
die Beurteilung von
p
ract
. med.
A._
die Anforderungen an den Beweiswert eines Arztberichts
(vorstehend E. 1.9)
nicht
, weshalb darauf nicht abgestellt werden
kann
.
Zusammenfassend ist a
ufgrund der Berichte der behandelnden Ärzte nicht klar erstellt, an welchen Erkrankungen die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer und somatischer Sicht leidet und wie sich diese auf die Arbeitsfähigkeit auswir
ken. Ferner hat g
emäss der Re
chtsprechung des Bundesgerichts
für sämtliche psy
chiatrischen Erkrankungen unabhängig von der diagnostischen Einordnung bei psychischen Leiden
in der Regel
eine
umfassende Prüfung anhand der
Stand
ard
indikatoren
zu erfolgen (vgl. vorstehend E. 1.3
).
Eine
Indikatorenprüfung
erweist sich jedoch gestützt auf die
vorliegenden
Berichte als nicht möglich.
5.3
Die
Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die
Stellungnahme der RAD-Ärztin
Dr.
B._
(vorstehend E. 4.5
) davon aus, dass
keine Veränderung beziehungs
weise Verschlechterung des
Gesundheitszustands vorliege
.
RAD-Ärztin Dr.
B._
führte aus, dass a
uf die von dem behandelnden Ar
z
t Dr.
Z._
beschriebene Persönlichkeitsstörung, generalisierte Angststörung und so
ma
to
forme autonome Funktionsstörung nicht abgestellt werden
könne
, womit einzig die bereits
dokumentierte
rezidivierende depressive Störung mittelgradigen Schweregrades verbleibe.
Die somatischen Beschwerden seien gut behandelbar und daher sekundär für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit.
Diesbezüglich ist anzumerken, dass es sich b
ei der sehr knapp gehaltenen
und unzureichend begründeten
Beurteilung
durch die
RAD-Ärztin
Dr.
B._
um keine fachärztliche Einschätzung
aus psychiatrischer Sicht handelt
. D
ie
für den Beweiswert von medizinischen Beurteilungen massgebenden K
riterien (vgl. vor
steh
end E. 1.9
)
sind daher
nicht erfüll
t, womit die RAD-Stellungnahme
keine abschliessende Beurteilung der tatsächlich vorhandenen psychischen Beeinträch
ti
gungen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu
lässt
.
5.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Pro
zess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
5.5
Nach dem Gesagten ist ein abschliessender materieller Entscheid gestützt auf die
vorhandenen medizinischen Akten nicht möglich, da der
entscheidrelevante
Sac
h
verhalt aus psychiatrischer und somatischer Sicht ungenügend abgeklärt wurde.
Insbesondere
die
tatsächlich vorhandenen psychischen
und somatischen
Beein
träch
tigungen der Beschwerdeführerin und deren Auswirkun
gen
in Beruf und Haushalt
sind
medizinisch
nicht abschliessend
beurteilt
.
Die angefochtene Verfügung (Urk. 2/1) ist folglich aufzuheben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu erneutem Ent
scheid über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen.
Im Rahmen der Abklärungen
wird
sich die Beschwer
de
gegnerin
auch mit
den
Vorbringen
der Beschwerdeführerin hinsichtlich der
sozialversicherungsrechtliche
n
Qualifikation
auseinandersetzen
.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
6.3
Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss § 8 in Verbindung mit § 7 Abs. 1 der seit 1. Juli 2011 in Kraft stehenden Verordnung über die Ge
bühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
6.4
Mit Honorarnote vom 10. Dezember
2019 (Urk.
1
9)
machte die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin einen Aufwand von 14.6 Stunden sowie Barauslagen von Fr. 131.40, was der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht
angemessen ist.
Insbesondere die verrechneten Aufwendungen im Zusam
men
hang mit der Beschwerdeschrift, Aktenn
achreichung sowie Replik erschei
nen überhöht
.
Angesichts der zu studierenden Aktenstü
cke der Beschwerdegegnerin, des Aufwands für die Beschwerdeschrift und Replik
sowie der in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträge ist die Entschädigung bei Anwendung des gerichtsüb
li
chen Stundenansatzes von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer
)
auf Fr.
2700
.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
6.5
Damit erweist sich das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Rechts
vertretung als gegenstandslos.