Decision ID: 9335f587-07f1-4c2b-8881-e114f9243a7d
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1965 geborene
X._
,
Vater
dreier
Kinder (geboren 19
84, 1987
und 199
3
), ohne
Berufsausbildung
,
reiste im
März
1998 in die Schweiz ein und
arbeitete
zuletzt
von 2007 bis 2013
als
Storenmonteur
. Am
5.
Oktober 2015
(Eingangs
datum)
meldete er sich
unter Hinweis auf
eine schwere Depression
,
eine
insulin
pflichtige Zuckerkrankheit und
Atherosklerose
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug
an
(
Urk.
6/6
)
.
Zur Abklärung der medizinischen und erwerblichen Verhältnisse
zog
die IV-Stelle
Auszüge
aus dem individuellen Konto bei
(Urk.
6
/
4-
5) und
forderte Arztberichte ein (Urk. 6
/1
2
und
Urk. 6
/1
4
).
Ausgehend von einem fehlenden dauerhaften Gesundheitsscha
den
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
2. Mai 2016 wie vorbeschieden
einen Rentenanspruch des Versicherten (Urk.
6
/
26
).
Am
29. August 2017
stellte
der Versicherte erneut bei der IV-Stelle
ein Rentengesuch (Urk. 6
/3
0
) und reichte im
Nachgang
diverse Arztberichte bei der IV-Stelle ein (
Urk.
6/33).
In der Folge zog die IV-Stelle
einen Auszug aus dem i
ndividuellen Konto bei (
Urk.
6
/
37
)
,
for
derte weitere Arztberichte ein (Urk. 6/39,
Urk.
6/40,
Urk.
6/46 und
Urk.
6/47)
und
stellte dem Versicherten
mit
Vorbescheid
vom 14. August 2018
die Abweisung des
Leistungsbegehren
s
in Aussicht
(Urk. 6
/
49
).
Mit Verfügung vom 24. Septem
ber 2018
verneinte
die IV-Stelle nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid
vom 14. August 2018,
Urk.
6/51; Einwand
vom 11. September 2018, Urk. 6/52)
einen Rentenanspruch
(Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
der Versicherte
am
2
4.
Oktober 2018 Beschwerde und beantragte,
ihm seien in Aufhebung der angefochtenen Verfügung die gesetzlichen Leistun
gen zuzusprechen
. In prozessualer Hinsicht ersuchte d
er
Beschwerdeführer
um
einen zweiten Schriftenwechsel sowie
um Bewilligung der
unentgeltliche
n
Pro
zessführung
und
Verbeiständung
(Urk.
1).
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 22. November 2018 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 5). Mit Replik vom 22. März 2019 hielt der Beschwerdeführer an den beschwerdeweise gestellten Anträgen fest und ergänzte
,
eventualiter sei die vorliegende Streitsache zu weiteren Abklärungen zurückzuweisen
(
Urk.
11-12
). Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom
2
4.
April 2019
auf eine weitere Stellungnahme (
Urk.
14
), was
dem Beschwerdeführer
mit Verfügung vom
2
5.
April 2019
zu
r
Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
1
5
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung,
IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheits
schaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach
Art.
6 ATSG massgebende funktio
nelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (
Art.
59
Abs.
2bis IVG).
Nach Art. 49
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medi
zinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfme
thoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der all
gemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
gewisser
massen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Ver
wal
tung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entschei
den haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdi
gen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzu
nehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bun
desgerichts 9C_406/2014 vom 3
1.
Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Nach der Rechtsprechung ist es zulässig, im Wesentlichen oder einzig auf versi
cherungsinterne medizinische Unterlagen abzustellen. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärzt
lichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind. Sodann können auch nicht auf eigenen Untersuchungen beruhende Berichte und Stellungnahmen regionaler ärztlicher Dienste (RAD; vgl.
Art.
59
Abs.
2 und 2bis IVG,
Art.
47-49 IVV) beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht, mithin die direkte fachärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts 9C_25/2015 vom
1.
Mai 2015 E. 4.1 mit Hinweisen).
1.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrele
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Bei ungenügenden Abklärungen durch den Versicherungsträger holt die Beschwerde
instanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein, wenn sie einen (im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativ
expertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der – anschliessend reformatorisch entscheidenden – Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. Eine Rückweisung an den Versicherungsträger bleibt hingegen mög
lich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig unge
klärten Frage begründet ist. Ausserdem bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE 137 V 210
E. 4.4.1.4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_815/2012 vom 21. Oktober 2013 E. 3.4, publiziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S. 3)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin trat auf die Neuanmeldung ein und erwog im angefoch
tenen Entscheid, die ausführlichen Abklärungen hätten
ergeben
, dass sich die gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers nicht längerdauernd auf seine Arbeitsfähigkeit auswirken würden. Die gesundheitliche Situation habe sich seit dem letzten Entscheid nicht langandauernd ver
schlechtert. Somit
ent
stehe
kein
Anspruch
auf berufliche Eingl
iederungs
massnahmen oder eine Invali
denrente (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass sich seine gesundheitliche Situation insbesondere aus psychiatrischer Sicht ver
schlechtert habe und beantragte
mangels Erhalt der Akten einen zweiten Schrif
tenwechsel
(Urk. 1).
Im Rahmen der Replik
präzisierte er, dass
er sich
seit der
r
entenabweisenden Ver
fügung vom
2.
Mai 2016 sowohl aus psychiatrischer als auch aus somatischer Sicht diverse Male habe behandeln lassen müssen.
Es seien auch Operationen und Hospitalisierungen notwendig gewesen
.
Eine Verschlechterung des Gesundheits
zustands sei a
llein aufgrund dessen sowie der neuen Diagnosen augenfällig. Er könne nicht nachvollziehen, dass die Beschwerdegeg
nerin
,
ohne ihn durch den RAD untersuchen zulassen oder eine Begutachtung zu veranlassen,
von keiner langandauernden V
erschlechterung ausgegangen sei
.
Auch
sei
die
fachfremde Beurteilung der
RAD-
Psychiat
e
rin
nicht
rechtsgenüglich
.
Hinzu
komme, dass sie
in der Stellungnahme vom 1
5.
Mai 2018
explizit
die Beantwortung der
Frage
nach dem Belastungsprofil und d
e
r Arbeitsfähigkeit verlangt
habe
. Als das
Y._
für
diese
Beurteilung an den Haus
arzt
oder den
behandelnden
Kardiolo
gen verwies
en habe
,
sei
daraus geschlossen
worden
, dass
kein langanhaltender Gesundheitsschaden bestehe
. Dadurch werde der Untersuchung
sgrundsatz ver
letzt.
Die
Verneinung der von der
Z._
gestellten Diagnose
sei
eine reine
Mutmassung
und zwingend durch eine psychiatrische
Untersuchung
zu verifizieren
.
Zusätzlich
müsse auf
grund der psychischen Erkrankung auch ein strukturiertes Beweisverfahren durchgeführt werden (Urk.
11
)
.
3.
3.1
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Kardiologie und Innere Medizin,
erhob
in seinem Bericht vom 24. November 2016 folgende Diagnosen
(Urk. 6/46/23)
:
-
Koronare 3-Gefässerkrankung
-
St. n. subak
u
tem
anteriorem
STEMI
-
St. n. ACBPx3, OPCAB
-
Implantation
der Lima
zur RIVA, Vene zum RCX, Vene zum RIVP am 29.
06
.2016
-
Koronarangiographie 29.07.2016
-
Rekanalisation
und
Stenting
der medialen RCX von 99 auf 0%
-
PCI mit
Stenting
des PLA 1-Abg
a
nges von
72 auf 0%
-
Aktuelle Ergometrie
-
Subjektiv und objektiv keine Hinweise für eine LV-Ischämie
-
Keine Rhyt
h
musstörungen, Soll-AK nicht erreicht
-
Aktuelle Echokardiographie
-
Normal grosser linker Vent
r
ikel mit normaler systolischer Globalfunk
tion
-
Keine
regionale
Kinetikstörung
-
Keine
Klappenvitien
-
Peripher
e
arterielle Verschlusskrankheit
,
St. n.
aorto-biliaca
l
er
Prothese 2006
-
Diabetes
mellitus Typ
ll
, insulinpflich
t
i
g
-
CvRF
Diabetes mellitus,
Nikotin
, Hypercholesterinämie
Kardiopulmonal
sei der Beschwerdeführer
im Alltag beschwerdefrei. Selten d.h.
in Abständen von Tagen bis Wochen
träten
kurzzeitige stichartige linksthorakale
Thoraxbeschwerden
(punktförmig)
auf
. Von kardiologischer Seite her könne der Beschwerdeführer wieder eine
Arbeitstätigkeit
aufnehmen (
Urk.
6/46/24).
3.2
Im Bericht des
B._
vom
2
3.
November
2017
wurden fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt
(Urk.
6/40/6):
-
Infiziertes Atherom
subscapular
rechts
-
Diabetes mellitus Typ
ll
, insulinpflichtig
-
Periphere
arterielle
Verschlusskrankh
e
i
t
, St. n.
aorto-bili
a
caler
Prothese 2006
Der Beschwerdeführer sei vom 29. Oktober 2017 bis
1.
November 2017
h
ospita
lisiert worden.
Vom
2
9.
Oktober 2017 bis am 6. November 2017
sei er voll
arbeitsunfähig gewesen. Seine bisherige Tätigkeit
könne er weiter ausüben
(Urk. 7/40/3)
.
3.3
Im Bericht der
Z._
vom 23. November 2017 wurden folgende Diagnosen genannt (
Urk.
6/46/3
5
):
-
Mittelgradige depressive Episode, ICD-10: F32.1
-
KHK
-
St. n. Bypass-Operation 2015
-
St. n. Atherom-Exzision
-
Diabetes mellitus Typ
ll
Der Beschwerdeführer sei freiwillig nach Zuweisung durch
Dr.
med.
C._
zu einer erneuten stationären Therapie und Krisenintervention gekommen. Diese Lebensphase habe begonnen
,
nachdem sich seine Noch-Ehefrau, die sich nun von ihm scheiden lassen wolle, vor zwei Jahren aufgrund einer zuvor bestandenen Spielsucht getrennt habe und keinerlei Kontakt mehr mit ihm haben woll
t
e. Der Bericht enthält keine Äusserungen zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers (Urk. 6/46/36).
3.
4
Dr.
C._
hielt in seinem Bericht vom 24. November 2017 folgende Diagnose
n mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit
fest (
Urk.
6/39/1):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode
ohne psychotische Symptome
,
ICD-10: F32.1
-
Diabetes mellitus Typ 2, insulinpflichtig
-
P
eriphere
arterielle Verschlusskrankheit
, St. n.
aort
o
-iliacalem
Graft
bds
.
-
Chronische Lumbalgie bei Diskushernie L5
/
S1
Der Beschwerdeführer
sei
vom
5.
September 2017 bis 10. Oktober 2017 bei ihm in Behandlung
gewesen
.
Die aktuelle Arbeitsunfähigkeit könne er nicht bewerten. Ebenso könne er aufgrund des akuten Zustands nicht beurteilen, in
welchem Umfang
der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit arbeitsfähig sei (Urk.
6/39/
2
-3)
.
3.
5
Im
Herzkatheter-Bericht
des
B._
vom 1
2.
Januar
2018 wurde ausgeführt, dass sich in der invasiven Untersuchung eine bekannte koro
nare Dreigefässerkra
n
kung St. n. 3-facher ACBP Operation im 06/2016 gezeigt habe. Es
sei
eine spät
e
Stent
t
hrombose
nach PCI des PLA-1 Bifurkation des
rCX
am 2
9.
Juli
2016
gefunden worden
. Diese sei
erfolgreich dilat
iert und mit einem medikamentös beschi
ch
teten Stent behandelt worden. LIMA zum RIVA und Venengraft zum RIVPO der RCA seien offen. Venengraft auf den RCX sei ver
schlossen. Die systolische LV
Funktion
sei bei einer EF von 45% leicht einge
schränkt
und
bei
inferomedialer
Hypokinesie
.
In drei Monaten solle eine kardiologische Kontrolle im
Y._
mit Ergometrie und eine kardiale Rehabilitation stattfinden (Urk. 6/46/31).
3.
6
Dr.
med. D._
, Facharzt für Allgemeine Medizin,
führte in seinem Bericht
vom. 3
1.
März 2018
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit auf
(
Urk
. 6/46/1)
:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne
psychotische
Symptome
-
Koronare 3-
G
efässerkrankung mit mehrmaligem Myokardinfarkt, 3X
ACBB, PTCA und
Stenting
-
Diabetes mellitus Typ
ll
, insulinpflichtig
-
Periphere arterielle Verschlusskrankheit Grad
ll-lll
, St. n.
nach
aort
o
-iliacalem
Graft
bds
im Jahr 2006 bei
paVK
-
Chronische Lumbalgie bei Diskushernie L5/S1
mediolateral
rechts mit
-
Kompression der Nervenwurzel L5 rechts
Unter den Diagnosen ohne
Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit
nannte
er
:
-
I
nfizierte
s
Atherom
subscapular
rechts im Oktober 2017 mit protrahiertem Verlauf
Die Prognose sei weiterhin ungünstig. In aktuellem Zustand sei
der Beschwerde
führer wegen seiner
Therapieresistenz in der freien Wirtschaft weder ar
b
eits- noch eingli
e
derungsfähig.
Gegenw
ä
rtig erhalte er eine medikamentöse Behandlung, eine
Psychotherapie
, nehme
Antidiabetika
, Neuroleptika und
SSRI. Zu
r Arbeits
fähigkeit
könne er keine
sicheren
Angaben
machen
, da
der Beschwerdeführer
seit Monaten keiner
Tätigkeit
mehr nachgehe.
Die Belastbarkeit des Patienten sei sowohl aus somatischer wie auch aus psychiatrischer Seite massiv eingeschränkt. Es bestehe eine beinahe volle Arbeitsunfähigkeit für die bisherige Tätigkeit in der freien Wirtschaft
(Urk. 6/46/2)
.
Auch in einer
angepassten Tätigkeit sei
der Beschwerdeführer arbeits
unfä
hig
(Urk.
6/46/4).
3.
7
Am 1
5.
Mai 2018 nahm
Dr.
med. E._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, für den RAD Stellung. Im Bericht der
Z._
sei
en
im psychopatho
logischen Befund eine leicht niedergestimmte Grundstimmung und eine leicht eingeschränkte Schwingungsfähigkeit angegeben worden (
vgl.
Urk.
6/46/36
).
Aufgrund von diesen
Ausführungen könne sicherlich keine mittelgradige depressive Symptomatik erkannt werden. Der Beschwerdeführer sei vom 3.
bis am 2
3.
November 2017 hospitalisiert worden, bevor er selbständig die Klinik ver
lassen habe. Da der Versicherte im
Y._
zur späten
Stentthr
o
mbose
nach
kontrolliert worden sei, soll
t
e dort ein Verlaufsbericht eingeholt werden (
Urk.
6/48/5).
3.
8
Im Bericht des
Y._
vom 20. Mai 2018 wurde festgehalten
, dass der Beschwerdeführer lediglich
vom 13. Januar bis 1
6.
Januar 2018
stationär
zur Behandlung
gewesen sei
und
daher
seine Arbeitsfähigkeit nicht beurteilt werden könne. Diesbezüglich müsse der Hausarzt oder der Kard
iologe konsultiert werden (Urk.
6/47/5)
3.
9
Dr.
E._
hielt in ihrer
erneuten Stellungnahme
vom 2
7.
Juli 2018
fest, dass der Beschwerdeführer
aufgrund seiner behandelten koronaren 3-Gefässerkrankung
in keiner weiteren medizinischen Behandlung
gewesen sei
. D
a
raus
lasse
sich schliessen, dass kein langanhaltender Gesundheitsschaden
vorliegen würde
(Urk.
6/48/6)
.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte
sich
in ihrem able
hnenden Rentenentscheid
vom 24. September 2018 auf die Einschätzung
der RAD-Ärztin
, namentlich
auf
die Stellungnahme
n
vom 15. Mai 2018 (E 3.7) und
vom
27. Juli 2018 (E 3.
9
).
4.2
Wie der Beschwerdeführer
zu Recht einwandte, vermag die
nur wenige Zeilen umfassende Einschätzung nicht
zu
überzeugen.
Die RAD-Ärztin
hat unbestritte
nermassen keine eigene Untersuchung durchgeführt, sondern eine reine Akten
beurteilung
vorgenommen. Bezüglich des Herzleidens
empfahl
sie
im
Y._
speziell die Arbeitsfähigkeit und das Belastungsprofil
abklären
zu lassen
, da der Beschwerdeführer
nach der letzten Behandlung
am 1
2.
Januar 2018
im
B._
dort
nachkontrollier
t
worden
war
.
Das
Y._
verwies
d
iesbezüglich
jedoch
an
de
n Kardiologen oder den Hausarzt.
Obwohl
k
eine
aktuelle kardiologische Einschätzung über die
Arbeitsfähigkeit vorlag und der Hausarzt
dem Beschwerdeführer in
angestammter und angepasster Tätigkeit
eine beinahe volle Arbeitsunfähigkeit attestierte
,
kam die
RAD-Ärztin
zum Schluss
,
dass kein
langanhaltender Gesundheitsschaden
vorlieg
e
.
Sie begründete dies damit
, dass keine weiteren Behandlungen erfolgt seien
. Dabei äusserte sie sich nicht zur abweichenden
Auffassung des Hausarztes.
Sodann
fehlt es
der RAD
Psychiaterin auch an der fachärztlichen Qualifikation zur Beurteilung des kardiologischen Gesundheitszustandes und dessen Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit.
Aus psychiatrischer Sicht ist nicht schlüssig, ob nur psychosoziale Belastungsfaktoren eine Rolle spielen, welche im Rahmen der Invaliditätsbe
messung grundsätzlich sowieso auszuklammern sind (BGE 127 V 294 E. 5a).
Ins
gesamt kann
demnach
nicht gesagt werden, dass keinerlei Zweifel an der Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit der RAD-Stellungnahme bestehen
.
5.
Zusammengefasst fehlt es an einer verlässlichen medizinischen
Entscheid
grund
lage
zur Beurteilung des Rentenanspruches des Beschwerdeführers.
Die angefoch
tene Verfügung ist daher aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie den medizinischen Sachverhalt
rechtsgenüglich
abkläre und gestützt darauf neu über den Rentenanspruch de
s
Beschwerdeführer
s
verfüge.
Damit erübrigen sich
Weiterungen, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers anspruchsrelevant verändert hat.
6
.
6
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
6
00.-- anzusetzen.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E.
2.2), weshalb die Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
6
.2
Überdies hat der obsiegende Beschwerdeführer Anspruch auf den Ersatz der Par
teikosten (
§
34
Abs.
1
GSVGer
in Verbindung mit
Art.
61
lit
. g ATSG). Die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Somit
erweist sich eine Parteientschädigung von
Fr. 2
’
0
00
.-- (inkl. Barauslage und Mehrwertsteuer) als angemessen.
6
.3
Das
vom Beschwerdeführer
am
24. Oktober 2018
gestellte Gesuch um unentgelt
liche Rechtspflege (Urk. 1 S. 2) ist damit gegenstandslos.