Decision ID: 88027f76-493c-45b4-bce2-956033587c5f
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
P._
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Christa Rempfler, Falkensteinstrasse 1,
Postfach 112, 9006 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, Marktplatz 4, 9004 St. Gallen,
betreffend
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Versicherungsleistungen (Einstellung der Taggeldleistungen)
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1956 geborene P._ war bei der A._ als Produktionsmitarbeiter tätig und
dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) unfallversichert, als
er am 16. Juni 2006 von einer Holzglasleiste, die ein Arbeitskollege in seine Richtung
geworfen hatte, am rechten Auge getroffen wurde (Suva-act. 1, 2, 17.1). Der
Versicherte wurde gleichentags nach Diagnose einer Bulbusruptur am Limbus in der
oberen Zirkumferenz, Blut und Teilen des Augeninhalts in der Vorderkammer durch den
Augenarzt Dr. med. B._ in die Augenklinik des Kantonsspitals St. Gallen überwiesen
(Suva-act. 3, 5), wo er noch am selben Tag operiert wurde (Suva-act. 8). Im CT NNH
vom 19. Juni 2006 zeigte sich eine Orbitabodenfraktur rechts mit Fettluxation und
Subluxation des Musculus rectus inferior in den Sinus maxillaris (Suva-act. 28.1). Auf
Grund anhaltender Schmerzen unterzog sich der Versicherte am 31. August 2006 in
der HNO-Klinik, Hals- und Gesichtschirurgie des KSSG einer
Orbitabodenrekonstruktion transkonjunktival rechts (Suva-act. 29). Die Suva
anerkannte ihre Leistungspflicht.
A.b Anlässlich der Untersuchung in der Augenklinik des KSSG vom 13. Dezember
2006 berichtete der Versicherte über rechts frontal ausstrahlende Augenschmerzen von
zunehmender Intensität. Die Ärzte attestierten ihm zuerst weiterhin eine volle
Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 32.1) und eine Senkung auf 50% ab dem 5. Februar 2007
(Suva-act. 37, 38). Da der Versicherte der Arbeit jedoch weiterhin fernblieb, teilte ihm
die Suva mit Schreiben vom 7. Februar 2007 mit, dass sie an der 50%igen
Arbeitsfähigkeit ab dem 5. Februar 2007 festhalte und ab dem 19. Februar 2007 von
einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgehe (Suva-act. 45.1). Am 13. Februar 2007 liess Dr.
med. C._, Psychiater, die Suva wissen, dass sich der Versicherte bei ihm wegen
posttraumatischen Belastungsstörungen angemeldet habe. An der 50%igen
Arbeitsfähigkeit könne aber festgehalten werden (Suva-act. 46). Mit Verfügung vom
14. März 2007 eröffnete die Suva dem Versicherten die Einstellung der Taggelder ab
dem 19. Februar 2007. Allfällige Heilbehandlungen für Unfallfolgen am Auge würden
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aber auch in Zukunft zu Lasten der Suva gehen (Suva-act. 59 und 59.1). Gegen diese
Verfügung liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter Einsprache erheben
(Suva-act. 60).
A.c Im Bericht vom 3. Mai 2007 befand Dr. med. D._, Psychiatrie/Psychotherapie
FMH, den Versicherten wegen der vorhandenen Psychopathologie bzw. vorwiegend
wegen andauernden Ängsten, Flashbacks, leichten Konzentrationsstörungen und
leichten formalen Denkstörungen seit der ersten Sprechstunde am 13. Februar 2007
eindeutig zu 50% arbeitsunfähig (Suva-act. 70).
A.d Am 6. September 2007 zog die Suva ihre Verfügung zurück. Neu ging sie gestützt
auf den Bericht des KSSG vom 2. April 2007 (vgl. Suva-act. 63) vom 11. Februar bis
20. März 2007 von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit aus. Danach seien keine weiteren
Taggeldleistungen mehr zu erbringen. Die ab dem 21. März 2007 bestehende
Arbeitsunfähigkeit von 50% infolge psychischer Beschwerden stelle keine Unfallfolge
dar, weshalb auch keine Leistungen geschuldet seien (Suva-act. 75). Per 31. Dezember
2007 löste die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten auf (Suva-
act. 77).
A.e Am 31. Januar 2008 verfügte die Suva nach Prüfung der Kriterien gemäss BGE
115 V 133 eine Verneinung der Adäquanz zwischen den geltend gemachten
psychischen Beschwerden und dem Unfall vom Juni 2006. Sie erbringe daher ab dem
21. März 2007 für die 50%ige Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen keine
Versicherungsleistungen (Suva-act. 89). Mit Verfügung vom 20. Februar 2008 sprach
sie dem Versicherten eine Integritätsentschädigung von Fr. 5'340.-- auf der Basis einer
Integritätseinbusse von 5% zu (Suva-act. 94).
B.
B.a Gegen die beiden Verfügungen reichte Rechtsanwältin lic. iur. Christa Rempfler,
St. Gallen, für den Versicherten am 3. und 20. März 2008 je eine Einsprache ein (Suva-
act. 97, 106). Zudem informierte sie die Suva mit Schreiben vom 6. Oktober 2008, dass
der Versicherte ab dem 20. August 2008 lediglich noch zu 30% arbeitsunfähig sei
(Suva-act. 116).
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B.b Nachdem die H._ als Krankenversicherer des Versicherten, durch Schreiben
vom 14. Oktober 2008 Kenntnis über die Suva-Verfügung vom 31. Januar 2008
erhalten hatte (Suva-act. 120), erhob sie am 15. Oktober 2008 ebenfalls dagegen
Einsprache (Suva-act. 121).
B.c Mit Entscheid vom 27. Januar 2009 hob die Suva die Verfügung vom 20. Februar
2008 auf. Im Übrigen wies sie die Einsprachen des Versicherten und der H._ ab,
soweit sie darauf eintrat (Suva-act. 135).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte am 27. Februar 2009
durch seine Rechtsvertreterin Beschwerde erheben. Die Rechtsvertreterin stellte den
Antrag, die Verfügung vom 31. Januar 2008 und der Einspracheentscheid vom
27. Januar 2009 seien bezüglich der Einstellung der Taggelder aufzuheben und dem
Beschwerdeführer seien die gesetzlichen Leistungen ab 21. März 2007 auszuzahlen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen
aus, dass der Beschwerdeführer auch heute noch Probleme mit der Augenprothese
habe, er diejenige aus Glas wegen einer ausgeprägten Befeuchtungsproblematik
schlecht ertrage und nun zur Verbesserung der Beschwerden wie Kopfschmerzen,
Trockenheitsgefühl, Chalazion am Unterlied, Meibomitis und Befeuchtungsproblemen
eine erneute Prothesenanpassung geplant sei. Neben den somatischen Beschwerden
habe der Beschwerdeführer aber auch unfallbedingte psychische Probleme, weshalb
er sich seit dem 13. Februar 2007 in regelmässiger psychiatrischer Behandlung
befinde. Zudem bestreite der Beschwerdeführer vehement, dass die Sehkraft auf
seinem rechten Auge seit Geburt eingeschränkt sei. Eine Prüfung der Kriterien von BGE
115 V 133 ff. führe schliesslich zur Bejahung der Adäquanz der psychischen
Beschwerden. In der Beilage reichte die Rechtsvertreterin einen Fragenkatalog an Dr.
D._ sowie die darauf bezogene Stellungnahme des Psychiaters ein (act. G 1.1/2 und
1.1/3).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 2. Juni 2009 beantragte die Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, St. Gallen, Abweisung der
Beschwerde.
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C.c In der Replik vom 28. Juli 2009 hielt die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers
an ihren Anträgen fest und reichte einen zusätzlichen Fragenkatalog samt Antworten
von Dr. D._ ein. Auch der Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin erneuerte mit
Duplik vom 7. September 2009 sein Begehren auf Abweisung der Beschwerde. Auf die
Begründungen der einzelnen Anträge wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden

Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
1.1 Streitig und zu prüfen ist, ob die über den 20. März 2007 hinaus geklagten
Beschwerden in einem rechtsgenüglichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis
vom 16. Juni 2006 stehen, der eine fortdauernde Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin begründet. Soweit die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers
in der Einsprache darüber hinaus eine Stellungnahme der Beschwerdegegnerin in
Bezug auf den zwischen ihr und der Arbeitgeberin des Beschwerdeführers erfolgten E-
Mailverkehr vom 1. Juni 2007 beantragt (Information über psychische Probleme und
Bedrohungssituation), ist darauf nicht einzutreten, da dieses Thema nicht Gegenstand
des angefochtenen Entscheids bildet.
1.2 Im Übrigen ist in Bezug auf die unfallbedingte Augenproblematik festzuhalten,
dass die Beschwerdegegnerin - entsprechend ihrer verfügungsweisen Zusicherung -
für zukünftige augenärztliche Kontrollen und Behandlungen aufkommen und zu
gegebener Zeit über den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung befinden wird.
2.
2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt zunächst voraus, dass
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher
Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinn des natürlichen
Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der
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eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht
zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Für die Bejahung des natürlichen
Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder
unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende
Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität
der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht
weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung
entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die
Verwaltung oder im Beschwerdefall das Gericht nach dem im Sozialversicherungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die
blosse Möglichkeit eines Kausalzusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181, 119 V 337 f. E. 1). Die Leistungspflicht des
Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und
dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der
Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten,
wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen
Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen
herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis allgemein als
begünstigt erscheint (BGE 129 V 181, 119 V 337 f. E. 1). Aufgabe des Arztes oder der
Ärztin ist es dabei, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, während es
dem Gericht obliegt, die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu
beantworten (PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen hat jedoch die
Adäquanz gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine
selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 3a).
2.2 Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von
nachweisbaren strukturellen Veränderungen (organisches Substrat konnte mit Bild
gebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG]
nachgewiesen werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus
dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers
praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne Weiteres zu
bejahen (BGE 134 V 109 E. 2.1, 127 V 102 E. 5b/bb, mit Hinweisen). Sind dagegen die
Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen
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Kausalität nicht automatisch auch die Bejahung der adäquaten Kausalität, können
doch gerade klinische Befunde erfahrungsgemäss auch psychisch ausgelöst werden.
In diesen Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung nach der Rechtsprechung
gemäss BGE 115 V 133 E. 6c/aa durchzuführen, sofern keine Anhaltspunkte auf ein
Schleudertrauma hindeuten, was vorliegend ohne Weiteres ausgeschlossen werden
kann.
3.
3.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Arbeitsunfähigkeit habe aus
ophthalmologischer Sicht über den 20. März 2007 hinaus gedauert, weshalb die
Beschwerdegegnerin den Fall zu früh abgeschlossen habe. Dies gehe aus den
Unfallscheinen hervor, auf welchen drei Augenärzte des KSSG eine auch nach diesem
Zeitpunkt bestehende 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hätten.
3.2 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind Heilbehandlung und
Taggelder nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung
noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands erwartet werden kann. Trifft
dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit
gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine
Integritätsentschädigung abzuschliessen (BGE 134 V 114 E. 4.1). Ob eine namhafte
Besserung noch möglich ist, bestimmt sich nach Massgabe der zu erwartenden
Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt
beeinträchtigt ist. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffs "namhaft" durch den
Gesetzgeber, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins
Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (E. 4.3 S. 115).
Damit stellen sich die Fragen, ob eine allenfalls noch bestehende Arbeitsunfähigkeit
unfallbedingt ist und (falls ja) ob sie durch weitere Heilbehandlung noch namhaft
gesteigert oder wieder hergestellt werden kann.
3.2.1 Auf Grund des Unfalls vom 16. Juni 2006 blieb der Beschwerdeführer aus
ophthalmologischer Sicht unbestrittenermassen bis zum 10. Februar 2007 vollständig
arbeitsunfähig (Suva-act. 5, 6, 21, 26, 32.2, 63). Ab dem 11. Februar 2007 bestand
gemäss ärztlichem Zwischenbericht der Klinik für Augenkrankheiten des KSSG vom
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=ist+der+Fall+unter+Einstellung+der+vor%FCbergehenden+Leistungen+mit+gleichzeitiger+Pr%FCfung+des+Anspruchs+auf+eine+Invalidenrente+und+auf+eine+Integrit%E4tsentsch%E4digung+abzuschliessen++BGE+115+V+133&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-V-109%3Ade&number_of_ranks=0#page109
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2. April 2007 aus ophthalmologischer Sicht noch eine 50%ige und ab dem 21. März
2007 eine Arbeitsunfähigkeit von 0% (Suva-act. 63). Auch die nachfolgenden
Zwischenberichte der Augenklinik hielten an der wieder erlangten vollständigen
Arbeitsfähigkeit von 100% fest (Suva-act. 79, 105, 133). Die durch drei Fachärzte der
Augenklinik mit kurzer Unterschrift auf dem Unfallschein bescheinigte weiterhin
bestehende Teilarbeitsunfähigkeit mag zwar erstaunen, dennoch widerspricht es den
Feststellungen auf den Zwischenberichten nicht. Da auf den Unfallscheinen kein Grund
für die Arbeitsunfähigkeit vermerkt ist, kann allein aus der Angabe des
Arbeitsunfähigkeitsgrads nicht geschlossen werden, die Arbeitsunfähigkeit habe aus
ophthalmologischer Sicht bestanden. Vielmehr wird aus dem Zeugnis der Augenklinik
des KSSG vom 15. Januar 2009 ersichtlich, dass die Augenärzte von der
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers aus psychiatrischen Gründen Kenntnis
hatten, weshalb sie die Arbeitsunfähigkeitsatteste auf den Unfallscheinen wohl lediglich
zur Vereinfachung der administrativen Abläufe beim Beschwerdeführer im Umgang mit
dem Arbeitgeber getätigt hatten (vgl. Suva-act. 133).
3.2.2 Der Beschwerdeführer hatte gemäss den Aufzeichnungen seines
Augenarztes Dr. B._ bereits vor dem Unfall auf dem rechten Auge einen
eingeschränkten Visus von 0.1 (Suva-act. 27, 56). Dies war - selbst wenn er eine
vorbestehende Einschränkung - namentlich im Fernbereich - heute bestreitet - auch
seiner Arbeitgeberin bekannt (Suva-act. 2, 12). Sowohl Dr. B._ als auch die Suva-
Versicherungsmedizinerin Dr. med. E._, Fachärztin für Ophthalmologie und
Ophthalmochirurgie FMH, schätzten daher die Angewöhnungsdauer an die neue
Situation auf Grund des Fehlens des Gesichtsfeldes und dem vorgängig scheinbar
lediglich noch bestehenden Pseudostereosehen auf vier bzw. sogar weniger als vier
Monate (Suva-act. 44). Nachdem die Ärzte des KSSG dem Beschwerdeführer am 13.
Dezember 2006 noch die lockeren Hornhautfäden entfernt hatten, welche als Ursache
geltend gemachter Schmerzen erschienen waren, stand einer Anpassung der
Augenprothese und davon grundsätzlich unabhängig einer Wiederaufnahme der Arbeit
nichts mehr im Wege. Aus medizinischer Sicht war neben einer Versorgung mit
Augentropfen zur guten Befeuchtung und Tabletten gegen Schmerzen z.B. bei
Wetterwechsel (vgl. Suva-act. 79, 105) somit keine Behandlung mehr indiziert (Suva-
act. 63, 127). Daher sahen die Ärzte auch lediglich beim Auftreten von Problemen noch
die Möglichkeit zur Durchführung einer Enukleation vor (Suva-act. 63). Die
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Beschwerdegegnerin stellte die Taggeldleistungen gestützt auf die Beurteilungen der
Augenärzte des KSSG per 21. März 2007 definitiv ein. Aus den Akten geht nichts
hervor, was gegen eine "Heilung" im Sinn des überhaupt Möglichen nach dem Verlust
des Auges bis dahin sprechen würde. Folglich ist hinsichtlich der am rechten Auge
erlittenen Verletzungen davon auszugehen, dass diese spätestens im Zeitpunkt der
Leistungseinstellung keine ärztliche Behandlung mehr erforderlich machte, welche eine
namhafte Besserung des Gesundheitszustands hätte bewirken können.
3.3 Somit lässt sich eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für organisch
objektivierte Unfallrestfolgen im Bereich des rechten Auges und der Gesichtsknochen
nicht begründen. Auf Grund der dargelegten Umstände und der nachvollziehbaren und
in sich schlüssigen medizinischen Akten kann nicht erwartet werden, dass weitere
medizinische Abklärungen zu anderen Erkenntnissen führen würden, weshalb darauf
verzichtet werden kann (BGE 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c).
4.
4.1 Die Rechtsvertreterin sieht schliesslich einen über den Zeitpunkt der
Leistungseinstellung weiter bestehenden Leistungsanspruch darin begründet, dass die
psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers adäquat-kausal auf das
Unfallereignis zurückgeführt werden könnten. Gemäss Telefonnotiz vom 13. Februar
2007 diagnostizierte Dr. C._ beim Beschwerdeführer eine posttraumatische
Belastungsstörung (Suva-act. 46). Dr. D._ hielt im Bericht vom 3. Mai 2007 ab dem
13. Februar 2007 wegen andauernden Ängsten, Flashbacks, leichten
Konzentrationsstörungen und leichten formalen Denkstörungen eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit von 50% fest (Suva-act. 70). Gemäss Bericht vom 5. Februar 2009
führte Dr. D._ die fortbestehende Teilarbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers auf
die posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) sowie die Anpassungsstörung
mit Angst und Depression gemischt (ICD-10: F43.22) zurück. Er schätzte die Höhe der
Arbeitsunfähigkeit vom 11. Februar 2007 bis 19. August 2008 auf 50% und danach bis
auf weiteres auf 30%. Demzufolge sind für die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers über den 20. März 2007 hinaus psychische Beschwerden
verantwortlich.
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4.2 Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers für psychische Beeinträchtigungen
würde voraussetzen, dass zwischen dem Unfall und der eingetretenen
Gesundheitsschädigung sowohl ein natürlicher als auch ein adäquater
Kausalzusammenhang bestünde (BGE 122 V 416 E. 2a mit Hinweis). Vorliegend lässt
sich eine natürliche Unfallkausalität hinsichtlich der psychischen Beschwerden aus
dem Bericht von Dr. D._ vom 5. Februar 2009 (act. G 1.1/3) ableiten. Dieser hielt fest,
dass es nach dem Unfall einerseits zu typischen Symptomen einer posttraumatischen
Belastungsstörung sowie zu einer Anpassungsstörung gekommen sei. Im Rahmen der
Alpträume, die eindeutig in Zusammenhang mit dem Unfall stünden, habe der
Beschwerdeführer einige Panikattacken mit massivem Herzklopfen, Brustschmerzen,
Erstickungsgefühlen und Furcht zu sterben entwickelt. Zudem habe er ständige
Befürchtungen vor möglichen Verletzungen des gesunden Auges, er meide Situationen,
welche solche Verletzungen auslösen könnten und gehe sogar im Winter morgens aus
Angst vor einem Sturz auf Glatteis nicht spazieren. Damit ist die natürliche Kausalität
offensichtlich.
4.3 Zu prüfen ist somit die Adäquanz der über den 20. März 2007 hinaus
vorliegenden Beschwerden gemäss der Rechtsprechung zu den psychischen
Unfallfolgen (BGE 115 V 133). Wie bereits in Erwägung 2.1 erwähnt, ist die Frage der
Adäquanz vom Gericht zu beurteilen. Daher ist die sich von Dr. D._ auf die Fragen
der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers beziehende Stellungnahme zur Erfüllung
der Adäquanzkriterien (vgl. act. G 12.2/9 Punkt 2) dafür unerheblich. Die
Beschwerdegegnerin ist bezüglich der vorzunehmenden Katalogisierung von einem
leichten Unfallereignis ausgegangen. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers
stufte demgegenüber den Unfall als schwer, allenfalls als schwer innerhalb der
mittleren Gruppe ein. Zu prüfen ist im Rahmen einer objektivierten Betrachtungsweise,
ob der Unfall eher als leicht, als mittelschwer oder als schwer erscheint, wobei im
mittleren Bereich gegebenenfalls eine weitere Differenzierung nach der Nähe zu den
leichten oder schweren Unfällen erfolgt. Massgebend sind der augenfällige
Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften, nicht jedoch Folgen des
Unfalls oder Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet
werden können. Derartigen dem eigentlichen Unfallgeschehen nicht zuzuordnenden
Faktoren ist gegebenenfalls bei den Adäquanzkriterien Rechnung zu tragen. Dies gilt
etwa für die - ein eigenes Kriterium bildenden - Verletzungen, welche sich die
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versicherte Person zuzieht, aber auch für - unter dem Gesichtspunkt der besonders
dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls zu
prüfende - äussere Umstände, wie eine allfällige Dunkelheit im Unfallzeitpunkt oder
Verletzungs- resp. gar Todesfolgen, die der Unfall für andere Personen nach sich zieht
(Urteile des Bundesgerichts vom 28. Januar 2009 i/S M. [8C_519/2008] E. 5.2.1; vom
19. November 2007 i/S Z. [U 2/07] E. 5.3.1; SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26). Nach der Praxis
des Bundesgerichts wurden Unfälle mit Verletzungen eines Auges in folgenden Fällen
den mittelschweren Unfällen im mittleren Bereich zugeteilt: Ein Querschläger einer von
Polizeibeamten bei Auseinandersetzungen zwischen Klubanhängern abgefeuerten
Gummischrotladung traf die versicherte Person am linken Auge, was zu einer
erheblichen Beeinträchtigung im Sehvermögen des linken Auges und im
stereoskopischen Sehen führte (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
[EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom
10. August 2005 i/S B. [U 343/04]); durch eine Explosion der Autobatterie während
deren Überprüfung trat dem Versicherten Säure ins Gesicht und ins linke Auge, was zu
einer Einschränkung des Visus auf 0.1 führte (SVR 2007 UV Nr. 24); beim Hantieren mit
einer Maschine zur Herstellung von Kunststoffteilchen löste sich ein eingeklemmter
Gegenstand plötzlich und traf mit so hoher Geschwindigkeit auf die Brille des
Versicherten, dass diese zerbrach und ein Glassplitter das rechte Auge verletzte,
wodurch ein Schaden in Form einer Hornhautperforation mit Restvisus von 10%
entstand (Urteil des Bundesgerichts vom 5. Mai 2009 i/S T. [8C_965/2008]). Offen liess
das Bundesgericht die Einstufung in einen mittelschweren oder schwereren Unfall bei
einem Versicherten, der infolge eines Fräsunfalls einen sofortigen Visusverlust erlitt
(RKUV 2000 Nr. U 364) sowie im Fall eines Versicherten, der sich beim Binden von
Elektrokabeln mit einer Schnabelzange ins rechte Auge stach und dadurch einen
praktisch vollständigen Verlust der Sehkraft erlitt (EVG-Urteil vom 9. Dezember 2004 i/S
K. [U 84/04]). Beim hier zu beurteilenden Vorfall, bei dem ein Arbeitskollege den
Beschwerdeführer scheinbar lediglich von hinten und angeblich ohne
Verletzungsabsicht mit einer Holzglasleiste treffen wollte (vgl. Suva-act. 17.1), traf der
Gegenstand infolge einer Kopfdrehung des Beschwerdeführers das rechte Auge.
Nachdem daraus der vollkommene Verlust des Auges sowie ein Riss im
darunterliegenden Knochen resultierte, ist dieses Ereignis innerhalb der mittelschweren
Unfälle dem mittleren Bereich zuzuordnen.
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4.4 Die Unterscheidung zwischen mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu den
schweren Unfällen und solchen im mittleren Bereich ist insofern von Bedeutung, als bei
Unfällen im mittelschweren Bereich praxisgemäss grundsätzlich mehrere
Zusatzkriterien erfüllt sein müssen, um die Adäquanz bejahen zu können, wobei die
Zahl umso geringer sein kann, je näher das Ereignis bei den schweren Unfällen liegt
(vgl. dazu BGE 115 V 133 E. 6c/bb).
4.4.1 Der Unfall vom 16. Juni 2006 hat sich nicht unter besonders dramatischen
Begleitumständen abgespielt. Zwar kann dem Ereignis eine gewisse Eindrücklichkeit
nicht abgesprochen werden, es kann aber nicht gesagt werden, der Unfall sei von
besonderer Eindrücklichkeit gewesen. Das Kriterium der besonderen Eindrücklichkeit
ist objektiv zu beurteilen und nicht auf Grund des subjektiven Empfindens bzw.
Angstgefühls der versicherten Person (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 207, U 287/97 E. 3b/
cc; Urteil vom 25. Januar 2008 i/S A. [U 56/07] E. 6.1). Denn nicht was im Betroffenen
psychisch vorgeht, ist entscheidend, sondern die objektive Eignung der
Begleitumstände, psychische Fehlentwicklungen auszulösen (RKUV 1999 Nr. U 335 S.
209 E. 3b/cc). Zu beachten ist, dass jedem mittelschweren Unfall eine gewisse
Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit allein noch nicht für eine Bejahung des
Kriteriums ausreicht (Urteil vom 11. Februar 2009 i/S S. [8C_799/2008] E. 3.2.3 mit
Hinweis). Vorliegend sind jedoch keine Begleitumstände ersichtlich, die objektiv
geeignet waren, zu einer psychischen Fehlentwicklung zu führen. Allein der Umstand,
dass der Unfall zum Verlust des rechten Auges führte, genügt nicht zur Annahme einer
besonderen Eindrücklichkeit, sondern ist im Rahmen des Kriteriums der Schwere und
besonderen Art der erlittenen Verletzungen zu berücksichtigen.
4.4.2 Das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung,
ins-besondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen
auszulösen, ist im Einklang mit der Beschwerdegegnerin zu bejahen. Einerseits ist
natürlich bereits die Verletzung am rechten Auge als schwer zu bezeichnen.
Andererseits stellt der Verlust des Sehvermögens auf einem Auge an sich schon eine
schwerwiegende Beeinträchtigung dar, zumal sie ein stereoskopes Sehen
verunmöglicht und die Gefahr einer vollständigen Erblindung erhöht wird. Darin liegt
das erfahrungsgemässe psychogene Schädigungspotenzial eines einseitigen
Augenverlusts, hat doch der Betroffene verständlicherweise Angst davor, auch das
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zweite gesunde Auge zu verlieren (EVG-Urteil vom 4. Dezember 2004, a.a.O., mit
Hinweis; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 5. Mai 2009, a.a.O.). Daher ist neben
der Schwere auch die besondere Art der erlittenen Verletzung zu bejahen. Daran ändert
die Vorschädigung nichts.
4.4.3 Beim Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung
wird auf die kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung
des Gesundheitszustands gerichtete ärztliche Behandlung abgestellt. Eine Behandlung,
die lediglich noch der Erhaltung des bestehenden Gesundheitszustands und nicht der
Heilung dient, ist im Rahmen der Adäquanzprüfung grundsätzlich nicht relevant. Auch
Abklärungsmassnahmen und blossen ärztlichen Kontrollen sowie der Verordnung von
Medikamenten (wie Schmerzmitteln etc.) kommt nicht die Qualität einer regelmässigen,
zielgerichteten Behandlung zu (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. Februar 2008 i/S
D. [U 11/07] E 5.3.1 mit Hinweisen, vgl. auch EVG-Urteil vom 21. Juli 2003 i/S S.
[U 509/00] E. 4.3.2). Vorliegend war der postoperative Verlauf nach Entfernung des
prolabierenden Gewebes, der Hornhaut- und Skleranaht sowie der Bindehautnaht zwar
regelrecht (vgl. Suva-act. 6), dennoch musste sich der Beschwerdeführer am 31.
August 2006 auf Grund anhaltender Schmerzen nochmals einer Operation zur
Orbitabodenrekonstruktion unterziehen. Danach fanden sodann nur noch ärztliche
Kontrollen und Prothesenanpassungen statt (Suva-act. 63, 81, 95, 127). Demzufolge
wäre der Beschwerdeführer aus ophthalmologischer Sicht ja auch ab dem 11. Februar
2007 wieder in der Lage gewesen, einer 50%igen und per 21. März 2007 schliesslich
einer vollen Arbeitstätigkeit nachzugehen (Suva-act. 75). Auf Grund dieses Verlaufs ist
das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung somit zu
verneinen.
4.4.4 Der Beschwerdeführer litt seit der Operation im Anschluss an den Unfall an
Schmerzen auf Grund der Orbitabodenfraktur und Subluxation des Musculus rectus
interior (Suva-act. 6), weshalb Ende August 2006 die Orbitabodenrekonstruktion
durchgeführt wurde (Suva-act. 24). Aber auch danach schilderte der Beschwerdeführer
gegenüber den Ärzten des KSSG (vgl. Bericht des KSSG vom 21. Dezember 2006,
Suva-act. 32.1) das Vorhandensein von Schmerzen als zentrales Problem. Vorerst habe
es sich nur um Knochenschmerzen im Bereich des Orbitarandes gehandelt, welche
sich im Verlauf gebessert hätten. Dann habe der Beschwerdeführer über
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Augenschmerzen berichtet, rechts frontal ausstrahlend, von zunehmender Intensität,
weshalb er auch täglich Schmerztabletten einnehme. Am 2. April 2007 berichtete Dr.
F._, Klinik für Augenkrankheiten, KSSG, St. Gallen, dass der Beschwerdeführer
aktuell noch immer Schmerzen hinter dem rechten Auge verspüre (Suva-act. 63) und
auch im ärztlichen Zwischenbericht vom 5. November 2007 wurden Augenschmerzen
rechts sowie ein Trockenheitsgefühl festgehalten (Suva-act. 79). Im Zwischenbericht
vom 19. März 2008 wurden schliesslich "lediglich" noch Kopfschmerzen sowie ein
trockenes Gefühl beim Prothesentragen aufgeführt (Suva-act. 105), wogegen im
Bericht des Augenarztes Dr. med. G._ vom 25. Oktober 2008 sodann gar keine
Schmerzen mehr genannt wurden (Suva-act. 127). Insgesamt verursachten die
organisch nachgewiesenen Unfallfolgen somit keine Dauerbeschwerden von solcher
Erheblichkeit, dass sie den Beschwerdeführer im Lebensalltag massgeblich
beeinträchtigen würden. Dieses Kriterium ist folglich nicht erfüllt.
4.4.5 Anzeichen für eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen
erheblich verschlimmert hat, sind aus den medizinischen Akten nicht ersichtlich und
werden auch nicht geltend gemacht.
4.4.6 Sodann lagen - aus somatischer Sicht - weder ein schwieriger
Heilungsverlauf noch erhebliche Komplikationen vor. Zwar musste sich der
Beschwerdeführer zweieinhalb Monate nach dem Unfall nochmals einer Operation
unterziehen, danach konnte er jedoch das Spital bereits nach zwei Tagen wieder
verlassen und wie schon infolge der ersten Operation war der postoperative Verlauf
komplikationslos (vgl. Suva-act. 25.1, 4 und 6). Selbst wenn allenfalls noch eine
Enukleation oder eine Eviszeration durchgeführt werden müsste (Suva-act. 32.1, 63),
was gemäss den neuesten Berichten wenig wahrscheinlich ist (Suva-act. 127, 130,
133), könnte das Kriterium der erheblichen Komplikationen - bei normalem Verlauf -
nicht bejaht werden.
4.4.7 Ebenfalls nicht gegeben ist das Kriterium von Grad und Dauer der physisch
bedingten Arbeitsunfähigkeit, da der Beschwerdeführer seine Arbeit am 11. Februar
2007 wieder aufnehmen konnte und rund neun Monate nach dem Unfallereignis, d.h.
ab dem 21. März 2007, in Bezug auf die Augenproblematik als vollständig arbeitsfähig
galt (Suva-act. 63).
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4.5 Da vorliegend somit höchstens eines der für die Adäquanzbeurteilung
massgebenden Kriterien (Schwere und besondere Art der erlittenen Verletzung) erfüllt
ist, und dieses nicht in besonders ausgeprägter Weise, muss die Unfallkausalität der
geklagten psychischen Beschwerden verneint werden. Damit steht dem
Beschwerdeführer für seine über den 20. März 2007 hinaus bestehende
Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen kein Anspruch auf Taggelder zu.
5.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass sich gestützt auf die medizinischen Akten
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit weder aus somatischen
noch psychischen Gründen ein Anspruch des Beschwerdeführers auf Taggelder recht
fertigten. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 27. Januar 2009 lässt sich somit
nicht beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist im Sinn der vorstehenden
Erwägungen abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG