Decision ID: cc7426d7-2895-5205-b203-92d4c0eb9561
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war als Lastwagenchauffeur bei der B._ AG
angestellt, als er am 6. Mai 2013 einen Unfall mit Rippenserienfrakturen erlitt (vgl. act.
G 3.2-1 S. 112; vgl. ferner act. G 3.2-1 S. 102 f. und 86 f.). Nach dem Unfall klagte er
über persistierende Schmerzen thorakal rechts (vgl. act. G 3.2-1 S. 94, 87 und 86)
sowie über exazerbierte lumbale Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in das linke Bein,
nachdem er schon früher intermittierend an Rückenschmerzen von jeweils kürzerer
Dauer gelitten hatte (vgl. act. G 3.2-1 S. 39). Am 6. Juni 2013 stellte sich der
Versicherte bei Dr. med. C._, Orthopädische Traumatologie FMH und SRK
Sportmedizin, vor und berichtete über einen Unfall vom April 2013, bei welchem er sich
eine Distorsion des oberen Sprunggelenks (OSG) rechts zugezogen habe. Das
Fussproblem bestehe aber schon seit über zehn Jahren. Dr. C._ erhob anamnestisch
einen Status nach mehrmaligen Operationen, zuletzt vor drei bis vier Jahren mit einer
OSG-Bandplastik rechts (IV-act. 125 S. 46). Die Arbeitgeberin kündigte das
Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten per _. Juli 2013 (vgl. act. G 3.2-1 S. 50). Eine
MRT-Untersuchung der Wirbelsäule vom 26. August 2013 zeigte eine Spondylolyse
LWK5 mit Anteroposition gegenüber SWK1 mit begleitender breitbasiger Diskushernie
und hypertropher Spondylarthrose mit foraminaler Kompression des Ganglions/
Spinalnervs L5 links und Einengung mit möglicher Kompression foraminal rechts, eine
rechtskonvexe skoliotische Fehlhaltung, partiell überbrückende ventrale
Spondylophyten BWK11/12 und BWK12/LWK1 sowie eine moderate bilaterale
Spondylarthrose (act. G 3.2-1 S. 29 und 30). Am _. Oktober 2013 unterzog sich der
Versicherte aufgrund der lumbalen Beschwerden einer transpedikulären Spondylodese
L5/S1 mit Laminektomie L5 und beidseitiger Entlastung der Nervenwurzeln L5 und S1,
was einen stationären Aufenthalt in der Klinik für Neurochirurgie des KSSG vom _. bis
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_. Oktober 2013 nach sich zog (IV-act. 14 S. 10 ff.; act. G 3.2-1 S. 26). Am 6.
November 2013 informierte die Unfallversicherung den Versicherten darüber, dass sie
ihre Leistungen per 11. November 2013 einstellen werde, da ein Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfallereignis und den beklagten Beschwerden nicht mehr überwiegend
wahrscheinlich gegeben sei (act. G 3.2-1 S. 8 f.). Wegen einer Wundentzündung nach
der Spondylodese erfolgte am _. November 2013 im Rahmen eines vom _.
November bis _. Dezember 2013 dauernden stationären Aufenthaltes im KSSG eine
operative Revision mit einer nachfolgenden Antibiose für insgesamt zehn Wochen (vgl.
IV-act. 14 S. 7 ff.; vgl. ferner Diagnosestellung in IV-act. 14 S. 15 ff. und 125 S. 47).
A.b Am 21. Februar 2014 meldete der Hausarzt Dr. med. D._ den Versicherten zur
Früherfassung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) an (IV-
act. 1).
A.c Am _. März 2014 berichtete der behandelnde Arzt der Klinik für Neurochirurgie
des KSSG über einen zögerlichen Krankheitsverlauf. Bei der letzten Konsultation habe
der Versicherte weiterhin lumbale Rückenschmerzen mit einer Ausstrahlung bis in die
Brustwirbelsäule (BWS) und Halswirbelsäule (HWS) angegeben. Weiterhin träten auch
Schmerzen im Bereich der unteren Extremitäten auf. In der durchgeführten Bildgebung
zeige sich eine regelrechte Lage des eingebrachten Materials. Die Neuroforamen L5
beidseits seien jedoch aufgrund der fortgeschrittenen Degeneration und der Listhese
noch recht eng. Hinsichtlich der Schmerzen lumbal und derjenigen im Bereich der BWS
und HWS gebe es momentan keinen vernünftigen chirurgischen Therapieansatz.
Bezüglich der Beinschmerzen werde eine diagnostische und therapeutische
Nervenwurzelinfiltration L5 beidseits in die Wege geleitet. Sollte der Versicherte davon
profitieren, müsste man über eine Revisionsoperation L5/S1 nachdenken (IV-act. 14
S. 15). Am _. April 2014 berichtete der behandelnde Arzt der Klinik für Neurochirurgie
des KSSG, dass die Nervenwurzelinfiltration leider keine Besserung gebracht habe. Zur
Objektivierung der Situation werde nun eine Funktionsmyelografie angefertigt (IV-
act. 14 S. 17).
A.d Am 8. April 2014 reichte der Versicherte das Anmeldeformular der IV-Stelle ein (IV-
act. 6). Er gab an, nach einer Fraktur an Rücken- und Rippenproblemen zu leiden (IV-
act. 6 S. 6).
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A.e Nach einer durchgeführten Myelografie berichtete der behandelnde Arzt der Klinik
für Neurochirurgie des KSSG am _. Mai 2014, dass sich in der bildgebenden
Diagnostik eine regelrechte Lage des eingebrachten Materials zeige. Die Neuroforamen
L5 beidseits seien aufgrund der bekannten Listhese relativ eng. Eine massive
Kompression liege jedoch nicht vor. Weiterhin zeige sich eine minime Hypermobilität im
Segment L4/5, wobei es jedoch nicht zum Abrutschen der Wirbel und zu keiner
Kompression des Duralschlauches komme. Zusammenfassend sei das klinische
Beschwerdebild recht diffus und auch die Bildgebung nicht gerade sehr eindrücklich,
sodass ein chirurgisches Prozedere im Moment nicht sehr erfolgversprechend sei.
Auch schienen psychosoziale Komponenten eine wichtige Rolle zu spielen, weshalb
das Schmerzzentrum hinzuzuziehen sei (IV-act. 21).
A.f Nach einer computertomographischen Abklärung des rechten Rück- und
Mittelfusses vom 27. Juni 2014, die unter anderem Arthrosen sichtbar werden liess
(vgl. IV-act. 125 S. 44), kam der Versicherte am 2. Juli 2014 wegen massiver
Schmerzen im rechten Fuss erneut zu Dr. C._, welcher zu einer konservativen
Therapie riet und den Versicherten zur Einholung einer Zweitmeinung Dr. med. E._
von der Orthopädie F._ zuwies (IV-act. 125 S. 43). Dr. E._ führte am 16. Juli 2014
aus, dass eine chronische Achillessehnenproblematik sowohl der Sehne selbst als
auch an der Insertion im Vordergrund stehe, wobei es sich um eine Domäne der
konservativen Therapie handle. Zusätzlich liege ein ventrales Impingement im OSG bei
bestehenden degenerativen Veränderungen vor. Sofern diese Problematik in den
Vordergrund rücke, müsse die Indikation zu einer OSG-Arthroskopie diskutiert werden
(IV-act. 125 S. 42). In einem Bericht an die IV-Stelle vom 25. Juli 2014 führte Dr. D._
aus, dass sich die Problematik beim Versicherten nicht auf eine Körperregion
beschränke, sondern sowohl den Thorax, die LWS als auch das Sprunggelenk am
rechten Fuss betreffe. In der angestammten Tätigkeit bestehe seit dem Unfall im
Frühjahr 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Adaptierte Tätigkeiten müssten sicher
in einem kleinen Rahmen begonnen werden mit kurzen temporären Einsätzen mit einer
Evaluation nach kurzer Zeit und falls möglich einer Steigerung der Arbeitsstunden über
einen längeren Zeitraum (IV-act. 125 S. 58 f.). Am 15. September 2014 trat beim
Versicherten eine Kniegelenksblockade rechts mit massiven Schmerzen auf. Eine MRT-
Untersuchung vom 16. September 2014 ergab unter anderem einen mittelvolumigen
Kniegelenkserguss mit Zeichen einer mässiggradigen unpezifischen Synovitis sowie
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eine mässiggradige Degeneration des lateralen Meniskusvorderhornes und des
medialen Meniskus (IV-act. 125 S. 39). Gemäss Angaben des Versicherten tauchte die
Ergussbildung im Rahmen der Antibiotikatherapie auf (vgl. IV-act. 125 S. 23).
A.g Am 2. Oktober 2014 sprach die IV-Stelle dem Versicherten gestützt auf eine
Zielvereinbarung (vgl. IV-act. 39) die Kostenübernahme für einen Weiterbildungskurs
sowie für ein Jobcoaching zu (IV-act. 41). Mit Schreiben vom 19. November 2014 teilte
Dr. D._ der IV-Stelle mit, dass er die Situation mit dem Versicherten besprochen
habe. Für diesen komme ein Arbeitseinsatz bei den noch immer persistierenden
Beschwerden weder im angestammten Beruf noch in einer anderen Tätigkeit in
Betracht. Der Versicherte sehe eine Vermittelbarkeit im aktuellen Stadium als nicht
realistisch an. Daher möchte er aktuell keine Leistungen von der IV-Stelle beziehen und
bitte die Bemühungen um Arbeitsvermittlung respektive Umschulung aktuell
einzustellen (IV-act. 47). Am 28. Januar 2015 stellte die IV-Stelle die beruflichen
Massnahmen mit der Begründung ein, der Versicherte fühle sich subjektiv nicht
arbeitsfähig und verfüge in einer angepassten Tätigkeit über eine volle Arbeitsfähigkeit
(IV-act. 53).
A.h Am 10. Juni 2015 suchte der Versicherte Dr. C._ wegen eines Gichtschubs am
Grosszehengrundgelenk links auf, woraufhin dieser ihm aufgrund eines erhöhten
Harnsäurewertes Olfen abgab (IV-act. 125 S. 38).
A.i Mit einer Verfügung vom 3. Juli 2015 lehnte die IV-Stelle, nachdem sie ein
Vorbescheidverfahren durchgeführt hatte (vgl. IV-act. 56 ff.), einen Rentenanspruch des
Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 2 % mit der Begründung ab, der
Versicherte sei in einer ideal adaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig (IV-act. 58).
Gegen diese Verfügung liess der Versicherte am 24. August 2015 durch seinen
Rechtsvertreter Beschwerde beim Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen
erheben (IV-act. 62).
A.j Am 8. September 2015 liess sich der Versicherte für eine Testphase
Stimulationselektroden implantieren. Aufgrund eines Abszesses im Bereich Th10 bis L1
mussten die Elektroden am 22. September 2015 im Spital G._ jedoch wieder entfernt
werden. Gleichzeitig wurde eine Abszessdrainage durchgeführt. Zur
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Abszessbehandlung war der Versicherte vom _. September bis _. Oktober 2015 in
der Klinik für Neurochirurgie des KSSG hospitalisiert, wo er sich am _. September
2015 einer Hemilaminektomie Th10 und Th11 rechts unterzog, bei der die Drainage
entfernt wurde (IV-act. 125 S. 47).
A.k Am 29. Oktober 2015 schrieb das Versicherungsgericht das hängige
Beschwerdeverfahren ab (IV-act. 84), da die IV-Stelle die angefochtene Verfügung vom
3. Juli 2015 nach einer Rückfrage beim regionalen ärztlichen Dienst (RAD; IV-act. 75)
am 21. September 2015 widerrufen hatte, um das Verwaltungsverfahren für weitere
Abklärungen erneut aufzunehmen (vgl. IV-act. 76). Der RAD hatte am 16. September
2015 nämlich ausgeführt, dass der medizinische Sachverhalt nicht genügend abgeklärt
worden sei. Die Annahme einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten
Tätigkeit trotz des bei der IV-Stelle am 25. November 2014 eingegangenen Schreibens
von Dr. D._ vom 19. November 2014 (vgl. IV-act. 47) sei nicht zielführend gewesen.
Spätestens mit der Rentenprüfung hätte eine erneute umfassende Überprüfung des
Gesundheitszustandes erfolgen müssen. Eine polydisziplinäre Begutachtung sei
erforderlich (IV-act. 75).
A.l Am 12. November 2015 zeigte die IV-Stelle dem Versicherten eine polydisziplinäre
Begutachtung in der ABI Begutachtungsinstitut GmbH (nachfolgend: ABI) an (IV-
act. 86), woraufhin das ABI dem Versicherten für den 18. und 19. Januar 2016 ein
Terminaufgebot zukommen liess (IV-act. 88). Aufgrund einer von Dr. D._ am 11.
Januar 2016 für die Zeit bis zum 25. Januar 2016 ausgestellten Transportdispens (IV-
act. 93; vgl. ferner IV-act. 103) erschien der Versicherte nicht zu den vereinbarten
Begutachtungsterminen (vgl. IV-act. 90 ff.). Am 13. Februar 2016 berichtete Dr. D._
gegenüber der IV-Stelle, dass er den Versicherten im Januar 2016 mehrfach gesehen
habe. Zuletzt seien die Schmerzen am Bein, die Motorik mit Gehstörungen und die
Sensibilität so ausgeprägt gewesen, dass der Versicherte in Begleitung seiner Partnerin
und an Stöcken in die Praxis gekommen sei und nur noch kurze Strecken habe gehen
können. Er habe die Analgesie ausbauen müssen und eine Mitbeurteilung durch den
behandelnden Neurochirurgen veranlasst (IV-act. 103). Dieser hatte am _. Januar 2016
festgehalten, dass sich in einer MRT vom November 2015 eine deutliche foraminale
Stenose L5 beidseits gezeigt habe. Diese sei durch ein deutlich kollabiertes
Bandscheibenfach L5/S1 und die bekannte Listhese bedingt. Der Pedikel L5 und die
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Hinterkante S1 berührten sich fast. Dazwischen werde die Nervenwurzel massiv
eingeengt. Insgesamt sei die Situation in einem operativen Prozedere recht schwierig
zugänglich. Zunächst sollte der Versicherte in der Schmerzsprechstunde zur
Optimierung der Medikation vorstellig werden. Sollten diese Massnahmen nicht greifen,
müsste man über ein operatives Prozedere nachdenken (IV-act. 105). Am _. März
2016 fand eine erste Konsultation im Schmerzzentrum des KSSG statt. Die
behandelnden Ärzte hielten dazu fest, dass der Versicherte das klinische Bild eines
Failed-Back-Surgery-Syndroms mit Zustand nach multiplen Operationen mit einem
nozizeptiven und neuropathischen Schmerzanteil zeige. Insgesamt weise er einen
hohen Chronifizierungsgrad auf. Langfristig sollte der Versicherte in ein bio-psycho-
soziales Therapiekonzept eingebettet werden, wozu eine psychosomatische
Mitbetreuung notwendig sei (IV-act. 117). Am _. Mai 2016 berichteten die
behandelnden Ärzte des Schmerzzentrums gegenüber der IV-Stelle, dass eine
Begutachtung nach einer dreimonatigen Schmerztherapie sinnvoll sei (IV-act. 116).
A.m Nach dem Erhalt weiterer medizinischer Berichte hielt der RAD am 24. Mai 2016
fest, dass die Begutachtung nun in die Wege geleitet werden könne (vgl. IV-act. 118).
Am 29. und 30. August 2016 wurde der Versicherte vom ABI Basel polydisziplinär
(allgemeininternistisch, psychiatrisch, orthopädisch und neurologisch) begutachtet
(vgl. IV-act. 125 S. 1 und 123 S. 1 f.). Als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
erhoben die Gutachter ein chronisches thorakal und lumbal betontes panvertebrales
Schmerzyndrom mit Punctum maximum im lumbosakralen Übergang, eine medial
betonte Gonarthrose beidseits sowie eine OSG-Arthrose beidseits, radiologisch mehr
rechts als links. Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten die
Gutachter eine leichte depressive Episode, eine chronische Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren, eine Störung durch einen multiplen
Substanzkonsum, gegenwärtig mit ärztlich verordnetem Methadon, ein metabolisches
Syndrom, eine Niereninsuffizienz sowie eine Steatosis hepatis (IV-act. 125 S. 32 f.). In
ihrem polydisziplinären Konsens kamen die Gutachter zum Schluss, dass beim
Versicherten für die angestammte Tätigkeit als Lastwagenchauffeur ebenso wie für
andere körperlich mittelschwere und schwer belastende berufliche Tätigkeiten keine
zumutbare Arbeitsfähigkeit bestehe. Für körperlich leichte, angepasste Tätigkeiten sei
eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 70 % (ganztags mit einer um 30 %
verminderten Leistungsfähigkeit bei einem erhöhten Pausenbedarf) gegeben. Ab dem
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Zeitpunkt des Unfalls (6. Mai 2013) habe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
bestanden. Die Arbeitsfähigkeit von 70 % für angepasste Tätigkeiten gelte definitiv ab
dem August 2016. Inwiefern in einer solchen Arbeitstätigkeit zuvor bereits eine
Arbeitsfähigkeit bestanden habe, könne nicht mit Sicherheit festgestellt werden, da seit
dem Jahr 2013 wiederholt Operationen, teilweise mit Komplikationen, durchgeführt
worden seien, sodass die Arbeitsfähigkeit arbiträr über die Zeit von Mai 2013 bis Juli
2016 gemittelt überwiegend aufgehoben gewesen sei (IV-act. 125 S. 34 f.). Am 14.
November 2016 hielt der RAD fest, dass das Gutachten die
versicherungsmedizinischen Anforderungen erfülle. Aus versicherungsärztlicher Sicht
könne die administrative Entscheidung darauf abgestützt werden (IV-act. 126).
A.n Mit einem Vorbescheid vom 9. Januar 2017 stellte die IV-Stelle dem Versicherten
die Abweisung des Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 31 % in Aussicht.
Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass der Versicherte seit dem 6. Mai
2013 in seiner Arbeitsfähigkeit als Chauffeur zu 100 % eingeschränkt sei. Aber eine
leidensangepasste Tätigkeit sei ihm aus versicherungsmedizinischer Sicht in einem
Pensum von 100 % mit einer aufgrund von Pausen reduzierten Leistungsfähigkeit von
70 % möglich (IV-act. 134).
A.o Dagegen liess der Versicherte am 13. Februar 2017 einwenden, die ABI-Gutachter
hätten unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass die von ihnen vorgenommene
Einschätzung einer 70%igen Leistungsfähigkeit erst ab dem August 2016 bzw. ab dem
Begutachtungszeitpunkt gelte. Zuvor habe seit dem Unfall vom 6. Mai 2013 eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Nach Ansicht der Gutachter sei die
Arbeitsfähigkeit über die Zeit gemittelt von Mai 2013 bis Juli 2016 überwiegend
aufgehoben gewesen. Deshalb sei ihm zumindest rückwirkend eine IV-Rente
zuzusprechen. Überdies habe es die IV-Stelle unterlassen, bei der Bemessung des
Invalideneinkommens auch seine persönlichen und beruflichen Merkmale zu
berücksichtigen. Aufgrund der Umstände sei ein Tabellenlohnabzug von mindestens
15 % vorzunehmen. Schliesslich seien aufgrund der neuen Ausgangslage auch die
Optionen an beruflichen Massnahmen erneut zu prüfen (IV-act. 137).
A.p Mit Verfügung vom 3. März 2017 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren bei einem
Invaliditätsgrad von 31 % ab. Zum Einwand des Versicherten vom 13. Februar 2017
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merkte sie an, dass kein Tabellenlohnabzug vorzunehmen sei. Die zusätzlichen Pausen
seien bereits mit einer Leistungsreduktion von 30 % berücksichtigt worden. Bei
Berufswechseln sei gemäss dem Bundesgericht kein Tabellenlohnabzug angezeigt.
Auch ein allfälliger tieferer Anfangslohn begründe keinen Anspruch auf einen Abzug.
Weiter führte die IV-Stelle aus, dass für eine Herabsetzung oder Einstellung einer
Rentenleistung ein Revisionsgrund notwendig sei. Ein wirtschaftlicher Revisionsgrund
liege zweifelsfrei nicht vor. Ein medizinischer Revisionsgrund müsse ebenfalls verneint
werden, da weder im Gutachten noch in der Stellungahme des RAD ein Zeitpunkt
erwähnt werde, in welchem eine wesentliche Änderung des Gesundheitszustandes mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eingetreten sei. Demnach könne auch rückwirkend kein
Rentenanspruch entstehen (IV-act. 139).
B.
B.a Gegen diese Verfügung liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am
23. März 2017 Beschwerde erheben mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung der
IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 3. März 2017 sei aufzuheben und
ihm sei für den Zeitraum vom 1. Oktober 2014 bis 30. November 2016 eine ganze
Invalidenrente zuzusprechen. Mit Wirkung ab dem 1. Dezember 2016 sei der
Invaliditätsgrad unter Berücksichtigung eines angemessenen Leidensabzuges neu zu
berechnen. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung vom 3. März 2017 aufzuheben
und die Streitsache sei zur Durchführung weiterer Abklärungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu
Lasten der Beschwerdegegnerin. Zudem liess der Beschwerdeführer ein Gesuch um
die unentgeltliche Rechtpflege und Rechtsverbeiständung stellen. Zur Begründung
liess er im Wesentlichen anführen, dass seine Arbeitsfähigkeit nach Ansicht der ABI-
Gutachter von Mai 2013 bis Juli 2016 überwiegend aufgehoben gewesen sei. Die
Gutachter hätten somit eine per August 2016 eigetretene wesentliche Verbesserung
des Gesundheitszustandes bzw. der Leistungsfähigkeit festgestellt. Weder die
Beschwerdegegnerin noch der RAD hätten Zweifel am Ergebnis der Begutachtung
geäussert. Dennoch verneine die Beschwerdegegnerin entgegen der Einschätzung der
Gutachter einen befristeten Rentenanspruch. Die Auffassung der Gutachter, dass die
geschätzte Leistungsfähigkeit in der Zeit vor der Begutachtung noch nicht vorgelegen
habe, decke sich auch mit zahlreichen in den Akten enthaltenen fachärztlichen
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Einschätzungen. Insbesondere aus orthopädischer Sicht sei nachvollziehbar
geschildert worden, wie sich die im Zusammenhang mit den Operationen erlittenen
Komplikationen negativ auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt hätten. Erst nachdem die
postoperativen Infekte ausgeräumt gewesen seien, habe sich ein im Grundsatz
korrekter Verlauf entwickelt. Aufgrund der eingetretenen Verbesserung könne zwar
davon ausgegangen werden, dass ihm heute zumindest die teilweise Ausübung einer
leichten, an seine Beschwerden angepassten Tätigkeit möglich sei. Für die
Vergangenheit sehe dies anders aus. Die IV-Anmeldung sei am 8. April 2014 erfolgt,
weshalb ein Rentenanspruch am 1. Oktober 2014 entstanden sei. Ab diesem Zeitpunkt
sei ihm eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Die Gutachter hätten die
Verbesserung des Gesundheitszustandes auf den Zeitpunkt der Begutachtung, also
auf den 29. und 30. August 2016, festgelegt. Eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit
sei zu berücksichtigen, nachdem sie drei Monate ohne wesentliche Unterbrechung
gedauert habe und voraussichtlich andauern werde, weshalb vorliegend eine
Rentenanpassung per 1. Dezember 2016 möglich sei. Bei der Invaliditätsbemessung
für den Zeitraum ab dem 1. Dezember 2016 habe die IV-Stelle zu Unrecht keinen
Tabellenlohnabzug vorgenommen. Schliesslich seien aufgrund der neuen
Ausgangslage auch die Optionen an beruflichen Massnahmen neu zu prüfen (act. G 1).
B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 29. Mai 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Sie führte im Wesentlichen aus, dass im Jahr 2014
und bis September 2015 keine Operationen stattgefunden hätten. Vielmehr gehe aus
den Akten hervor, dass die Schmerzproblematik im Vordergrund gestanden habe.
Insofern sei es nicht nachvollziehbar, inwiefern dem Beschwerdeführer in dieser Zeit
keine adaptierte Tätigkeit im Rahmen der im Gutachten attestierten Arbeitsfähigkeit
zumutbar gewesen sein solle. Selbst wenn Ende September 2015 nach der Operation
wieder von einer kurzfristigen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden müsste, sei
spätestens ab dem Untersuchungszeitpunkt im August 2016 von der im Gutachten
attestierten 70%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Auch habe während den
Operationen ein instabiler Gesundheitszustand vorgelegen, weshalb noch keine
bleibende oder länger dauernde Erwerbsunfähigkeit vorgelegen habe. Ein
Tabellenlohnabzug komme vorliegend gemäss der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung nicht in Frage. Die Beschwerdegegnerin habe intern Rücksprache
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gehalten und die zuständige Sachbearbeiterin werde sich mit dem Beschwerdeführer
betreffend berufliche Massnahmen in Verbindung setzen (act. G 3).
B.c In seiner Replik vom 15. Juni 2017 hielt der Beschwerdeführer an seinen in der
Beschwerde gestellten Rechtsbegehren vollumfänglich fest (act. G 7).
B.d Am 28. Juni 2017 entsprach die verfahrensleitende Richterin dem Gesuch um
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung für das
Verfahren vor dem Versicherungsgericht (act. G 8).
B.e Am 29. Juni 2017 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine ausführliche Duplik
und hielt an ihrem in der Beschwerdeantwort gestellten Antrag vollumfänglich fest (act.
G 10).

Erwägungen
1.
Vorliegend strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Invalidenrente.
2.
2.1 Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern
können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
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Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Gestützt auf Art. 54 des Gerichtsgesetzes des Kantons St. Gallen
(GerG, sGS 941.1) entspricht es der Praxis des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen, dass Versicherte, die während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und die nach Ablauf
dieses Jahres weiterhin zu mindestens 40 % arbeitsunfähig sind, grundsätzlich
Anspruch auf eine Rente haben, auch wenn zumutbare Eingliederungsmassnahmen,
welche ihre Arbeitsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wiederherstellen, erhalten oder verbessern können, nicht abgeschlossen sind.
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung - und im
Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4; BGE 115 V 134 E. 2). Im
Weiteren sind die ärztlichen Aussagen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der
Frage, welche Arbeitsleistungen einer Person noch zugemutet werden können (BGE
115 V 134 E. 2). Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie
stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
der Fachperson begründet sind (zum Ganzen BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
2.3 Die Parteien tragen im Sozialversicherungsrecht in der Regel eine Beweislast nur
insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei
ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte.
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Beweislosigkeit ist jedoch erst anzunehmen, wenn es sich als unmöglich erweist, im
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen
Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der
Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 221 f. E. 6 mit Hinweisen; vgl. ferner Alexandra
Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf, S. 4 und 55).
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin stützt sich für die Abweisung des Rentenbegehrens in
erster Linie auf das ABI-Gutachten (vgl. act. G 1.1 und 3), welches dem
Beschwerdeführer ab dem Begutachtungszeitpunkt eine 70%ige Arbeitsfähigkeit in
einer adaptierten Tätigkeit attestiert hat (IV-act. 125 S. 33 ff.). Der Beschwerdeführer
erachtet das Gutachten ebenfalls als beweiskräftig, ist aber der Ansicht, dass die
Gutachter ihm für die Vergangenheit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hätten,
weshalb er rückwirkend einen Anspruch auf eine befristete Rente habe (vgl. act. G 1
und 7). Demgegenüber stellt sich die Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt, dass
im Jahr 2014 und im Jahr 2015 bis im September keine Operationen stattgefunden
hätten. Die Schmerzproblematik habe im Vordergrund gestanden und es sei nicht
nachvollziehbar, inwiefern dem Beschwerdeführer in dieser Zeit keine adaptierte
Tätigkeit zumutbar gewesen sein soll. Am 25. Juli 2014 hätte auch der Hausarzt des
Beschwerdeführers angegeben, dass dieser eine adaptierte Tätigkeit aufnehmen könne
(act. G 3).
3.2 Die Gutachter haben den Beschwerdeführer eingehend untersucht und befragt, sie
haben die geklagten Beschwerden berücksichtigt und ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung
in Kenntnis der Vorakten abgegeben. Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass
objektiv wesentliche Tatsachen im Gutachten nicht berücksichtigt worden wären. Die
Begutachtung erscheint lege artis durchgeführt worden zu sein. Selbst wenn einzelne
gutachterliche Aussagen möglicherweise nicht ganz schlüssig sind (vgl. IV-act. 125;
vgl. dazu auch die nachfolgenden Ausführungen), so ist die im Gutachten enthaltene
Arbeitsfähigkeitsschätzung von 70 % in einer adaptierten Tätigkeit ab dem August
2016, sprich ab dem Zeitpunkt der Begutachtung, jedenfalls nachvollziehbar und
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ausreichend begründet (vgl. IV-act. 125). Auch die Parteien sind sich grundsätzlich
darin einig, dass dem Gutachten Beweiskraft zukomme und beanstanden die
gutachterliche Schätzung der Arbeitsfähigkeit nicht (vgl. act. G 1, 1.1, 3 und 7). Folglich
ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit ab dem Zeitpunkt der Begutachtung in einer ideal angepassten
Tätigkeit zu 70 % arbeitsfähig ist. Anzumerken sei an dieser Stelle, dass es allerdings
äusserst fraglich erscheint, ob angesichts des beträchtlichen Substanzkonsums
(namentlich Benzodiazepine und Hypnotika; vgl. IV-act. 125 S. 18 oben) auch
Tätigkeiten, bei denen ein Fahrzeug geführt werden muss, unter die möglichen
adaptierten Tätigkeiten fallen (vgl. dazu IV-act. 125 S. 18 und 34). Jedenfalls ist es gut
denkbar, dass das Spektrum der möglichen Tätigkeiten durch den Substanzkonsum
eingeschränkt sein könnte, wobei beispielsweise gefahrgeneigte Tätigkeiten allenfalls
nicht mehr möglich sind. Ob der Beschwerdeführer eine konkrete Tätigkeit noch
ausüben kann, wird im Einzelfall zu prüfen sein. Jedenfalls ist davon auszugehen, dass
der allgemeine ausgeglichene Arbeitsmarkt (vgl. Art. 16 ATSG; vgl. ferner BGE 110 V
276 E. 4b; Urteil des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 2.2)
noch Tätigkeitsoptionen für den Beschwerdeführer bereithält, wobei er dabei in seiner
Leistungsfähigkeit um 30 % eingeschränkt ist.
3.3 Weiter ist zu prüfen, inwiefern der Beschwerdeführer vor dem August 2016 in seiner
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen ist. Die Gutachter haben in ihrem
polydisziplinären Konsens ausgeführt, dass beim Beschwerdeführer ab dem Zeitpunkt
des Unfalls, also ab dem 6. Mai 2013, eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden
habe. Die gutachterliche Einschätzung einer 70%igen Arbeitsfähigkeit für angepasste
Tätigkeiten gelte ab dem August 2016. Inwiefern in einer leidensadaptierten Tätigkeit
bereits zuvor eine Arbeitsfähigkeit bestanden habe, könne nicht mit Sicherheit
festgestellt werden, da sich der Beschwerdeführer seit dem Jahr 2013 wiederholten
Operationen unterzogen habe, wobei teilweise Komplikationen aufgetreten seien,
sodass die Arbeitsfähigkeit arbiträr über die Zeit gemittelt von Mai 2013 bis Juli 2016
überwiegend aufgehoben gewesen sei (IV-act. 125 S. 35). Dem Beschwerdeführer ist
darin zuzustimmen, dass die Gutachter ihm somit von Mai 3013 bis Juli 2016 eine volle
Arbeitsunfähigkeit attestiert haben (vgl. act. G 1 und 7). Der Beschwerdegegnerin ist
hingegen darin zuzustimmen, dass die retrospektive Arbeitsfähigkeitsschätzung der
Gutachter nicht überzeugt bzw. nicht dazu ausreicht, um rückwirkend für die Dauer von
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Mai 2013 bzw. sechs Monate nach der IV-Anmeldung bis Juli 2016 eine ganze
Invalidenrente zuzusprechen (vgl. act. G 1.1 und 3). Für die Entstehung eines
Rentenanspruchs muss eine Arbeitsunfähigkeit nämlich mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit feststehen. Insbesondere ist die gutachterliche Einschätzung
insofern nicht überzeugend, als die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit bis
Juli 2016 vollständig aufgehoben gewesen sein, ab August 2016 jedoch plötzlich 70 %
betragen haben soll. Vielmehr ist davon auszugehen, dass sich die Arbeitsfähigkeit
nicht von einem Tag auf den anderen um 70 % gesteigert hat. Die
Beschwerdegegnerin hat zu Recht darauf hingewiesen (vgl. act. G 3 S. 4), dass Dr.
D._ bereits im Juli 2014 die Aufnahme einer adaptierten Tätigkeit in einem kleinen
Rahmen mit kurzen temporären Einsätzen und einer Steigerung der Arbeitsstunden
über einen längeren Zeitraum hinweg für möglich gehalten habe (vgl. IV-act. 125 S. 58
f.). Demnach ist davon auszugehen, dass mindestens vorübergehend eine (volle oder
teilweise) Arbeitsfähigkeit bestanden hat. Auch aus den gutachterlichen Ausführungen
geht indirekt hervor, dass die Arbeitsunfähigkeit in der Vergangenheit geschwankt und
eben gerade nicht stets 100 % betragen hat. Der von den Gutachtern angegebene
Durchschnittswert kann unter diesen Umständen nicht als überwiegend wahrscheinlich
richtig qualifiziert werden. In dieser Situation war es nicht zielführend, die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers für die Zeit bis Juli 2016 anhand der in den
Akten liegenden Berichte der damaligen Behandler ohne Beizug einer medizinischen
Fachperson zu "ermitteln". Die Beschwerdegegnerin hat dadurch, dass sie ein
medizinisches Gutachten in Auftrag gegeben hat, klar zum Ausdruck gebracht, dass
sie auf den Sachverstand unabhängiger medizinischer Fachleute angewiesen gewesen
ist. Als sie dann – zu Recht - Zweifel an der im Gutachten enthaltenen retrospektiven
Arbeitsfähigkeitsschätzung gehegt hat, wäre sie im Rahmen der sie treffenden
Untersuchungspflicht gehalten gewesen, bei den Gutachtern entsprechend
nachzufragen, um eine möglichst konkrete Arbeitsfähigkeitsschätzung für die Zeit bis
Juli 2016 zu erhalten. Dies wird die Beschwerdegegnerin nachzuholen haben. Sollte sie
dieses Vorgehen wählen, wird die Beschwerdegegnerin die Gutachter darauf
hinzuweisen haben, dass eine Arbeitsfähigkeitsschätzung nur verwertbar ist, wenn sie
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit richtig ist. Aufgrund der Akten und der
Ausführungen im Gutachten scheint es nicht als ausgeschlossen, dass die Gutachter
die Arbeitsfähigkeit genauer werden angeben können, weshalb der
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Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG) eine Nachfrage bei den Gutachtern
erfordert. Da die Beschwerdegegnerin dies bisher unterlassen hat, hat sie die
angefochtene Verfügung in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes erlassen,
weshalb diese als rechtswidrig aufzuheben ist. Die Streitsache ist deshalb zur
vollständigen Erfüllung der Untersuchungspflicht, d.h. zur Nachfrage bei den
Gutachtern an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (vgl. dazu auch Urteil des
Bundesgerichts vom 9. Februar 2018, 8C_580/2017, E. 3.1 mit weiteren Hinweisen).
4.
4.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung
aufzuheben und die Sache ist zur Vornahme weiterer Abklärungen und zur
anschliessenden neuen Verfügung im Sinne der Erwägungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Praxisgemäss ist die
Rückweisung an die Verwaltung zur weiteren Abklärung als volles Obsiegen des
Beschwerdeführers zu werten (vgl. BGE 132 V 215 E. 6.2). Dementsprechend ist die
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Auch hier gilt, dass eine Rückweisung zur
weiteren Abklärung als volles Obsiegen des Beschwerdeführers zu betrachten ist. Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (vgl. Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt
das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75; in der vorliegend
anwendbaren, seit 1. Januar 2019 gültigen Fassung, siehe Art. 30bis HonO) pauschal
Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Im hier zu beurteilenden, durchschnittlich aufwändigen
Fall erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- als angemessen.
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Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer deshalb mit Fr. 3'500.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.