Decision ID: cafb6aa2-6d86-5960-8dcd-3468dc230208
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Die Kantonsstrasse Nr. 13 führt vom Nationalstrassen-Anschluss der A1 in Wil über
Bazenheid und Bütschwil nach Wattwil sowie über Wildhaus zu den Nationalstrassen-
Anschlüssen Haag und Buchs der A13. Wattwil bildet am Eingang zur Region
Obertoggenburg zusammen mit Lichtensteig ein regionales Zentrum. Der
Durchgangsverkehr von der Umfahrung Wattwil (1. Etappe) im Norden zur im Süden
des Dorfes beginnenden Umfahrung Ebnat-Kappel wird über die durch das
Dorfzentrum verlaufende Kantonsstrasse geführt. Die Kantonsstrasse hat an
Werktagen den Durchgangs- und Binnenverkehr mit einem erheblichen
Schwerverkehrsanteil (bis 6%) und an Wo-chenend- und Feiertagen den
Ausflugsverkehr in das Obertoggenburg aufzunehmen. Anlass für die Planung der
Umfahrungsstrasse Wattwil (2. Etappe) bildeten das Verkehrsaufkommen, die
Verkehrssicherheit im Zentrum von Wattwil, der Schutz der schwächeren
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Verkehrsteilnehmer und Umweltschutz-Überlegungen. Der Durchgangsverkehr soll aus
dem Dorfkern von Wattwil auf die rund 3.36 km lange Umfahrungsstrasse verlagert
werden. Diese soll über die Anschlüsse Brendi im Norden und Stegrüti im Süden mit
dem bestehenden Strassennetz verbunden werden und die Lücke zwischen den
bestehenden Umfahrungsstrassen Wattwil (1. Etappe) und Ebnat-Kappel schliessen.
Die Umfahrungsstrasse Wattwil (2. Etappe) weist zwei Lehnenbrücken von 160 bzw.
120 Metern Länge, einen Tunnel von 280 Metern und eine Brücke von 360 Metern
Länge über die Thur, die Bahnlinie SOB und die Kantonsstrasse auf (vgl. Botschaft und
Entwurf zum Kantonsratsbeschluss über den Bau der Umfahrungsstrasse Wattwil [2.
Etappe], ABl 2009, 1542ff.).
Am 1. Dezember 2009 stimmte der Kantonsrat dem Bau der Umfahrungsstrasse
Wattwil (2. Etappe) zu (ABl 2009, 3424). Gegen den dem fakultativen Referendum
unterstellten Kantonsratsbeschluss (ABl 2009, 3410) wurde das Referendumsbegehren
eingereicht, welches jedoch die erforderliche Unterschriftenzahl innert Frist nicht
erreichte und daher nicht zustande kam (vgl. ABl 2010, 398). Vom 9. Juni bis 8. Juli
2010 wurden Ausführungsprojekt, Umweltverträglichkeitsbericht (nachstehend: UVB)
und Rodungsgesuch in den politischen Gemeinden Wattwil und Ebnat-Kappel
öffentlich aufgelegt mit dem Hinweis, dass innerhalb der Auflagefrist bei der Regierung
(gegen das Auflageprojekt einschliesslich UVB sowie gegen die Zulässigkeit der
Enteignung) bzw. beim Kantonsforstamt (gegen das Rodungsgesuch) Einsprache
erhoben werden könne (ABl 2010, 1807f, 1809 und 1816). Mit Schreiben vom 2. Juni
2010 waren überdies persönliche Anzeigen an Emil Zwingli und Willi Böniger betreffend
die Durchführung des Planverfahrens und das Enteignungsbegehren ergangen (act. G
22/1 [B 2012/182f.]).
B./ Innert der Auflagefrist erhoben Emil Zwingli als Eigentümer der Grundstücke Nr.
1210, 1211 und 499 und Mitbewirtschafter in Betriebsgemeinschaft der Grundstücke
Nr. 494-497, alle Grundbuch Wattwil und in der Landwirtschaftszone gelegen (teils
bewaldet), sowie Willi Böniger, Eigentümer der Grundstücke Nr. 493-496, 498, 1208
und 1212 und Mitbewirtschafter der vorerwähnten Grundstücke, am 16. Juni bzw. 3.
Juli 2010 Einsprache gegen das Projekt Umfahrungsstrasse Wattwil (2. Etappe) und
gegen die Zulässigkeit der Enteignung (act. G 22/2 [B 2012/182f.]). Am 29. Oktober und
23. November 2010 führte das Tiefbauamt je eine Einspracheverhandlung mit
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Augenschein durch. Am 8. April 2011 liess das Tiefbauamt den Einsprechern die
Ergebnisse der Einspracheverhandlungen und der anschliessend vorgenommenen
Abklärungen zukommen (act. G 22/6 [B 2012/182], G 22/5 [B 2012/183]). Am 3. Juni
2011 nahmen die Einsprecher Stellung zum Protokoll der Einspracheverhandlung und
zu den nachträglich zugestellten Unterlagen. Sie beantragten, die
Einigungsverhandlungen weiterzuführen (act. G 22/9 [B 2012/182], G 22/8 [B
2012/183]). Am 19. Juli 2011 fand eine dritte Einspracheverhandlung mit Augenschein
zusammen mit Emil Zwingli und Willi Böniger statt. Die Einsprecher wurden im Voraus
darauf hingewiesen, dass die geplanten ökologischen Ausgleichsflächen im Gelände
ausgesteckt würden. Sie wurden aufgefordert, die von ihnen vorgeschlagenen
Ersatzaufforstungsflächen in der näheren Umgebung für die Einspracheverhandlung zu
definieren (act. G 22/10 [B 2012/182], G 22/9 [B 2012/183]). Am 22. November 2011
hielt das Tiefbauamt die Ergebnisse der dritten Einspracheverhandlung und der
nachfolgend getätigten Abklärungen schriftlich fest (act. G 22/11 [B 2012/182], G 22/10
[B 2012/183]). Am 27. Januar 2012 nahmen die Einsprecher Stellung zum Protokoll der
Einspracheverhandlung und zu den nachträglich zugestellten Unterlagen. Sie stimmten
den für den Fall einer gütlichen Einigung in Aussicht gestellten Projektänderungen nicht
zu und hielten an ihren Einsprachen fest (act. G 22/14 [B 2012/182], G 22/13 [B
2012/183]). Am 14. August 2012 wies die Regierung des Kantons St. Gallen die
Einsprachen ab, soweit darauf eingetreten wurde (act. G 2 [B 2012/182f.]).
C./ Mit Eingabe vom 27. August 2012 erhoben Emil Zwingli (Beschwerdeführer 1) und
Willi Böniger (Beschwerdeführer 2) Beschwerde gegen den Entscheid der Regierung
(act. G 1 [B 2012/182f.]). Hinsichtlich der von ihnen gegen den in den Gemeinden
Wattwil und Ebnat-Kappel vom 22. August bis 20. September 2012 öffentlich
aufgelegten Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) erhobenen Einsprache vom 20.
September 2012 wurden die Beschwerdeführer von Seiten des Verwaltungsgerichts
darauf hingewiesen, dass hierfür eine Zuständigkeit des Gerichts nicht gegeben sei
(act. G 6 [B 2012/182f.]). Am 1. Oktober 2012 teilte das Baudepartement dem
Rechtsvertreter der Beschwerdeführer, Rechtsanwalt M. Heer, Flawil, mit, dass gegen
die Umweltverträglichkeitsprüfung der Umfahrung Wattwil 2. Etappe kein Rechtsmittel
gegeben sei. Die Vorbehalte gegen den UVB könnten jedoch im Verfahren vor
Verwaltungsgericht angebracht werden (act. G 12 [B 2012/182], G 11 [B 2012/183]). In
den Beschwerdeergänzungen vom 12. Oktober 2012 (act. G 13 [B 2012/182f.])
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beantragte Rechtsanwalt M. Heer, Flawil, für die Beschwerdeführer, der Entscheid der
Regierung vom 14. August 2012 sei aufzuheben und die Enteignung von Land der
Beschwerdeführer sei für unzulässig zu erklären bzw. ihnen im Enteignungsfall
vollständigen Realersatz zuzugestehen und danebst auch den Ertragsausfall während
der Bauphase vollumfänglich zu entschädigen (Ziff. 1a). Auf die ökologischen
Massnahmen auf dem Land der Betriebsgemeinschaft der Beschwerdeführer sei zu
verzichten; eventualiter seien diese auf die Flächen gemäss aktueller Schutzverordnung
der Gemeinde Wattwil zu reduzieren (Ziff. 1b). Auf die Erstellung eines
Ölrückhaltebeckens auf Grundstück Nr. 494 mitsamt Notwegerstellung sei zu
verzichten und das Bauvorhaben auf kantonseigenem Grund zu errichten (Ziff. 1c). Für
die landwirtschaftliche Bewirtschaftung seien zwei Tunneldurchgänge, wovon einer
landmaschinentauglich passierbar mit den Lichtmassen von 3.5m Höhe und 4m Breite
im Bereich des Mettlenbaches, der andere an der Westgrenze von Grundstück Nr. 496,
als Viehtrieb vorzusehen (Ziff. 1d). Den Beschwerdeführern seien
Lärmschutzmassnahmen uneingeschränkt dort zuzugestehen, wo die Planungswerte
überschritten würden; insbesondere seien das Wohnhaus des Beschwerdeführers 1 auf
Grundstück Nr. 499 und dasjenige des Beschwerdeführers 2 auf Grundstück Nr. 494
mit einer Lärmschutzwand und geeigneter Bepflanzung auf den Grundstücken der
Umfahrungsstrasse vor den zu erwartenden Immissionen zu schützen (Ziff. 1e). Auf
eine Landenteignung für das Strassenprojekt sei vollständig zu verzichten und
stattdessen im Eventualfall eine Dienstbarkeit zugunsten der Öffentlichkeit einzurichten;
die dauerhaft wie auch vorübergehend beanspruchten Flächen seien zu minimieren
(Ziff. 1f). Es sei ein landwirtschaftlicher Fachspezialist im Rahmen der
Bodenbaubegleitung zuzugestehen und bei der Ausarbeitung des Detailprojektes
beizuziehen (Ziff. 1g). Den Beschwerdeführern sei die angestammte Nutzung sämtlicher
Quellen uneingeschränkt mittels rechtlicher Neuordnung und gegebenenfalls
technischen Massnahmen zu gewährleisten (Ziff. 1h). Eventualiter sei die Sache zur
neuen Beurteilung und Entscheidfindung an die Vorinstanz zurückzuweisen (Ziff. 2).
Subeventualiter sei die Sache zur öffentlichen Neuauflage mit übereinstimmenden
Auflage- und UVB-Plänen zurückzuweisen (Ziff. 3). Die Beschwerdeführer lassen
sodann die Durchführung eines Augenscheins vor Ort und einer mündlichen
Verhandlung beantragen (act. G 13 S. 5 und 10 [B 2012/182f.]).
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In der Beschwerdeantwort vom 30. November 2012 beantragte das Baudepartement
für die Regierung (vgl. Art. 23 lit. c Staatsverwaltungsgesetz, sGS 140.1, und Art. 2 lit. a
Ziff. 1 Ermächtigungsverordnung, sGS 141.41) die vollumfängliche Abweisung der
Beschwerde unter Kostenfolge und verwies zur Begründung auf die Darlegungen im
angefochtenen Entscheid. Hinsichtlich des Antrags auf mündliche Verhandlung mit
Augenschein vor Ort hielt es fest, dass hierfür die Teilnahme des verantwortlichen
technischen Projektleiters und des Sachbearbeiters der Dienststelle
Grundstücksgeschäfte erforderlich sei (act. G 21 [B 2012/182f.]).
Am 19. Dezember 2012 nahm die Politische Gemeinde Wattwil als Verfahrensbeteiligte
zu den Beschwerdeverfahren Stellung. Sie beantragte Abweisung der Beschwerden
und verwies zur Begründung auf die Ausführungen in den angefochtenen Entscheiden
der Regierung (act. G 24 [B 2012/182f.]). Die Politische Gemeinde Ebnat-Kappel
verzichtete auf eine Vernehmlassung.
Mit Eingabe (Replik) vom 30. März 2013 bestätigte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführer seine Anträge und Ausführungen (act. G 28).
Am 11. Juni 2014 wurde eine mündliche Verhandlung mit Augenschein durchgeführt.
Auf die Darlegungen der Parteien in den Eingaben der vorliegenden Verfahren und
anlässlich der mündlichen Verhandlung wird, soweit für den Entscheid notwendig, in
den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die beiden Beschwerden B 2012/182 und B 2012/183 betreffen im Wesentlichen
denselben Sachverhalt bzw. sind inhaltlich in weiten Teilen identisch. Insbesondere
geht es unter anderem auch um landwirtschaftliche Grundstücke, welche von den
Beschwerdeführern im Rahmen einer Betriebsgemeinschaft gemeinsam bewirtschaftet
werden. Es ist somit zweckmässig, die Beschwerdeverfahren zu vereinigen und in
einem einzigen Entscheid zu erledigen (vgl. BGE 131 V 59 E. 1 mit Hinweis).
2. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 46 des
Strassengesetzes, sGS 732.1, abgekürzt StrG, in Verbindung mit Art. 59bis Abs. 1 des
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Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Sodann
entsprechen die Beschwerdeeingaben vom 27. August 2012 und ihre Ergänzungen
vom 12. Oktober 2012 zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen
(Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). - Gegenstand
eines Beschwerdeverfahrens im Fall einer Kantonsstrasse sind das Projekt als solches
und die Zulässigkeit der Enteignung (vgl. Art. 45 Abs. 1 lit. a und b StrG). Der
Rechtsschutz richtet sich im Übrigen nach den Vorschriften des VRP (Art. 46 StrG).
Nach Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP setzt die Rechtsmittelbefugnis
voraus, dass eine besondere, beachtenswerte, nahe Beziehung zum Streitgegenstand
besteht. Dabei liegt das schutzwürdige Interesse im "praktischen Nutzen", den ein
erfolgreich geführtes Rechtsmittel dem Betroffenen in seiner rechtlichen oder
tatsächlichen Situation einträgt, bzw. in der Abwendung materieller, ideeller oder
sonstiger Nachteile, die ein Bestand der angefochtenen Verfügung oder des
angefochtenen Entscheids mit sich bringen würde (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 391 mit
Hinweisen; BGE 137 II 30 E. 2.2.3). Die Rechtsmittelbefugnis ist vorliegend zu bejahen,
nachdem die Beschwerdeführer als Eigentümer und/oder Bewirtschafter der durch den
Entscheid betroffenen Grundstücke Nr. 1210, 1211, 494-497, 499 (Beschwerdeführer
1; Grundbuch Wattwil) sowie Nr. 493-496, 498, 1208 und 1212 (Beschwerdeführer 2;
Grundbuch Wattwil) mit der Prozessführung eigene Interessen im erwähnten Sinn
verfolgen (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 388 mit Hinweisen). Auf die Beschwerden ist damit
einzutreten.
3. Nach Art. 32 StrG werden Strassen gebaut, wenn eine der folgenden
Voraussetzungen es erfordert: Zweckbestimmung (lit. a); Verkehrssicherheit (lit. b);
Verkehrsaufkommen (lit. c); Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer, insbesondere
von Fussgängern, Radfahrern und Behinderten (lit. d); Interessen des öffentlichen
Verkehrs (lit. e); Umweltschutz (lit. f). Die Aufzählung ist abschliessend und alternativ zu
verstehen, d.h. Strassen dürfen gebaut werden, wenn mindestens eine der genannten
Voraussetzungen erfüllt ist (Schönenberger, in: G. Germann [Hrsg.], Kurzkommentar
zum st. gallischen Strassengesetz vom 12. Juni 1988, Rz. 2 zu Art. 32 StrG). Ein
elementares Kriterium bildet das in Art. 32 lit. c StrG erwähnte Verkehrsaufkommen
(Schönenberger, a.a.O., Rz. 5 zu Art. 32 StrG). Sodann sind nach Art. 33 StrG beim
Strassenbau folgende Aspekte zu beachten: Schutz des Menschen und seiner Umwelt
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(lit. a); Verkehrssicherheit (lit. b); Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer,
insbesondere von Fussgängern, Radfahrern und Behinderten (lit. c); Ortsbild- und
Heimatschutz (lit. d); Natur- und Landschaftsschutz (lit. e); die anerkannten Grundsätze
eines umwelt- und siedlungsgerechten Strassenbaus (lit. f); sparsamer Verbrauch des
Bodens (lit. g). Die Grundsätze des StrG sind bei der Planung, Projektierung und
Ausführung einer Strasse zwingend zu beachten (Schönenberger, a.a.O., Rz. 1 zu
Art. 33). Im Weiteren beurteilt sich die Zweckbestimmung im Sinn von Art. 32 lit. a StrG
nach den Zielen und Grundsätzen von Art. 1 und Art. 3 Abs. 2 des Bundesgesetzes
über die Raumplanung (SR 700, abgekürzt RPG; vgl. Schönenberger, a.a.O., Rz. 1 zu
Art. 33 StrG). Gemäss Art. 1 Abs. 1 und Art. 3 Abs. 2 RPG haben die Behörden dafür zu
sorgen, dass der Boden haushälterisch genutzt und die Landschaft geschont wird. Mit
den raumplanerischen Massnahmen sind insbesondere wohnliche Siedlungen zu
schaffen und zu erhalten (Art. 1 Abs. 2 lit. b RPG) sowie Wohngebiete vor schädlichen
und lästigen Einwirkungen möglichst zu schonen (Art. 3 Abs. 3 lit. b RPG).
3.1. Am 8. April 2011 bestätigte das Tiefbauamt die Ergebnisse der
Einspracheverhandlungen vom 29. Oktober und 23. November 2010 sowie der
nachfolgenden Abklärungen dahingehend, dass für die ökologischen
Ersatzmassnahmen die Auflagepläne massgebend seien, insbesondere Plan 12 des
Auflageprojektes. Im UVB seien bloss zusätzliche Massnahmen aufgeführt, die nicht
Bestandteil der öffentlichen Auflage des Projektes seien, sondern nachträglich
öffentlich aufgelegt werden müssten, um Rechtskraft zu erlangen. Für den Fall einer
gütlichen Einigung mit dem Beschwerdeführer 2 wurde vereinbart, dass das
Ölrückhaltebecken auf seinem Grundstück Nr. 494 um rund 40m von der Scheune
weggeschoben und neu unter der bestehenden Zufahrtsstrasse angelegt werde. Eine
weitere Verschiebung, wie sie der Beschwerdeführer 1 wünsche, sei wegen der Gefäll-
Verhältnisse nicht möglich. Sodann wurde festgehalten, dass der Kanton in Wattwil fast
keinen Boden besitze, den er als Realersatz zur Verfügung stellen könnte. Der
Gemeinderat Wattwil schlage als möglichen Realersatz jedoch das gemeindeeigene
Grundstück Nr. 459 im Pachtverhältnis vor. Das vom Beschwerdeführer 1
vorgeschlagene Grundstück Nr. 457 (Rickenhof), das der Gemeinde gehöre, sei im
Moment verpachtet (Z. Im Weiteren seien von der Gemeinde Wattwil als möglicher
Realersatz für den verloren gehenden Wald die gemeindeeigenen Grundstücke Nr.
1237 und 1242 vorgeschlagen. Sodann wurde der Beschwerdeführer 1 im
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Zusammenhang mit den von ihm beanstandeten ökologischen Ausgleichsflächen
darauf hingewiesen, dass nur die Feuchtwiesen Lochweidli-Scheftenau unterhalb der
Umfahrungsstrasse Bestandteil des Kantonsstrassenprojektes seien. Eine
Weiterbewirtschaftung dieser Flächen mit Bewirtschaftungsverträgen sei geplant. Im
Weiteren wurden den Beschwerdeführern die Lärmberechnungen betreffend ihre
Wohnhäuser zugestellt. Hinsichtlich der von den Beschwerdeführern verlangten
Lärmschutzwand hätten die Abklärungen ergeben, dass eine solche entlang der
Umfahrungsstrasse in unverhältnismässigen Dimensionen ausgeführt werden müsste.
Eine Lärmschutzwand entlang der Wohnhäuser der Beschwerdeführer sei aus Gründen
der landschaftlichen Eingliederung nicht sinnvoll. Der Kanton St. Gallen werde
stattdessen als Strasseneigentümer Antrag auf Erleichterung stellen und als
Ersatzmassnahme den Einbau eines Schallschutzfensters bezahlen. Den
Beschwerdeführern wurden sodann Unterlagen zu ihren Quellen sowie Pläne über
einen Durchgang unter der Umfahrungsstrasse für das Vieh im Bereich des
Grundstücks Nr. 498 und einen breiteren Durchgang beim Mettlenbach (letzterer
betreffend das Grundstück des Beschwerdeführers 2) zugestellt. Dazu wurde
festgehalten, dass diese Durchgänge nur für den Fall einer gütlichen Einigung mit den
Beschwerdeführern errichtet würden. Schliesslich wurde im Zusammenhang mit dem
Standpunkt des Beschwerdeführers 1, wonach der Hang entlang der
Umfahrungsstrasse mit Maschinen sollte befahren werden können, darüber informiert,
dass die Böschungen entlang der Umfahrungsstrasse im Verhältnis 2:3 ausgestaltet
würden und Trocken- und Magerstandorte geplant seien, nicht aber Bestockungen.
Sodann wurde darauf hingewiesen, dass alle Entschädigungsfragen Gegenstand des
nachfolgenden Landerwerbsverfahrens bilden würden (act. G 22/6 [act. G 2012/182], G
22/5 [act. G 2012/183]).
Gemäss Protokoll vom 22. November 2011 betreffend die dritte
Einspracheverhandlung wurde dem Beschwerdeführer 1 vom Gemeinderat Wattwil
nochmals das Grundstück Nr. 459 im Pachtverhältnis als Realersatz angeboten.
Hinsichtlich des vom Beschwerdeführer 1 favorisierten Grundstücks Nr. 457
(Rickenhof) wurde von Seiten der Gemeinde Wattwil (als Eigentümerin desselben)
festgehalten, dass Pläne bezüglich eines Sportplatzes bestünden, weshalb es keinen
Sinn mache, diese Wiese als Realersatz zur Verfügung zu stellen (Ziff. 1). Ausserdem
bestätigte der Gemeinderat Wattwil, sich vorstellen zu können, allenfalls das
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Grundstück Nr. 1265 (Allmenwald) als Realersatz für den verlorengehenden Wald
anzubieten (Ziff. 2). Erneut wurde darauf hingewiesen, dass Landerwerbsfragen erst im
nachfolgenden Landerwerbsverfahren (nach Rechtskraft des Projektes) abschliessend
geregelt werden könnten. Bezüglich der geplanten ökologischen Ausgleichsflächen auf
den Grundstücken des Beschwerdeführers 2 in der Ebene wurde anlässlich der
Vermessung festgestellt, dass der Plan der Schutzverordnung mit den tatsächlichen
Verhältnissen in der Wiese nicht übereinstimmt. Es wurde vorgeschlagen, zusammen
mit den Beschwerdeführern für die Bewirtschaftung bessere Flächen zu definieren. Es
wurde in Aussicht genommen, die Fläche der ökologischen Ersatzmassnahmen in
jenem Bereich allenfalls zu reduzieren (Ziff. 3). Der Beschwerdeführer 1 schlug vor, das
Grundstück Nr. 1256 wieder aufzuforsten, statt das Kulturland des Beschwerdeführers
2 zu beanspruchen. Nachträgliche Abklärungen ergaben jedoch, dass dies nicht
möglich sei, weil sich das Grundstück Nr. 1256 im Naturschutzgebiet feucht NFA
(unbeweidet) befinde. Ein Pflegekonzept dieses Grundstücks könnte hingegen an die
ökologischen Ausgleichsflächen angerechnet werden (Ziff. 3 Absatz 2). Die Böschung
entlang der Umfahrungsstrasse werde auf Wunsch der Beschwerdeführer statt im
Verhältnis 2:3 neu im Verhältnis 1:3 ausgestaltet, so dass sie bewirtschaftet werden
könne. Der betreffende Boden könne beim Eigentümer (Beschwerdeführer 2) bleiben.
Auch die Fläche des Viehdurchlasses könne beim Eigentümer bleiben (Ziff. 3 Absatz 3).
Abklärungen beim Haus des Beschwerdeführers 1 hätten ergeben, dass keine
rechtliche Grundlage für den Einbau von Schallschutzfenstern bestehe. Die Fassade
mit Überschreitung des Planungswertes (gegen Norden) habe keine Fenster zu einer
lärmempfindlichen Nutzung (Scheune). Es wurde daran festgehalten, dass der Bau
einer Lärmschutzwand als Schutz für ein einzelnes Haus unverhältnismässig sei. Beim
Gebäude auf dem Grundstück Nr. 494 des Beschwerdeführers 2 bestehe bei beiden
Fenstern in der Veranda Anspruch auf Rückerstattung der Kosten von
Schallschutzfenstern (Ziff. 5). Die Beschwerdeführer wurden ersucht, die Pläne
bezüglich Durchgang unter der Umfahrungsstrasse für das Vieh im Bereich des
Grundstücks Nr. 498, für einen breiteren Durchgang beim Mettlenbach sowie für die
Verschiebung des Ölrückhaltebeckens unterschrieben zurückzusenden und ihr
Einverständnis zu diesen Projektänderungen zu bekunden (act. G 22/11 (B 2012/182, G
22/10 [B 2012/183]). Eine gütliche Einigung kam in der Folge nicht zustande (act. G
22/14f. [B 2012/182], G 22/13f. [B 2012/183]).
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3.2. Die Beschwerdeführer wenden sich vorliegend, wie bereits in den
vorangegangenen Verfahren, zum einen gegen die konkrete Ausgestaltung des
Projekts Umfahrungsstrasse Wattwil 2. Etappe (vgl. Beschwerdeanträge Ziff. 1b-h in
act. G 13 [B 2012/182f.]). Soweit sie zum anderen auch Realersatzforderungen und
Entschädigungsansprüche für den Ertragsausfall während der Bauphase geltend
machen (Beschwerdeanträge Ziff. 1a) und die Frage diskutieren, ob Anspruch auf
Realersatz besteht (vgl. dazu nachfolgend E. 5.2), betrifft dies nicht den
Anfechtungsgegenstand, d.h. das Projekt als solches und die Fragen der Zulässigkeit
der Enteignung (vgl. Art. 45 Abs. 1 lit. a und b StrG), weshalb darauf im vorliegenden
Verfahren nicht eingetreten werden kann. Realersatz- und Entschädigungsfragen sind
im Landerwerbsverfahren - dieses ist vom Projektauflageverfahren und
anschliessenden Rechtsmittelverfahren zu unterscheiden - zu klären. Das
Landerwerbsverfahren, d.h. die Sicherung der für den Strassenbau erforderlichen
Rechte durch den Kanton, kann erst nach Rechtskraft des Projektes als Ganzes und
Klärung der Zulässigkeit der Enteignung erfolgen.
4. Die vorliegend streitige dauernde Bodenabtretung und vorübergehende
Beanspruchung ab den Grundstücken Nr. 1210, 1211 und 499 (Beschwerdeführer 1)
bzw. Nr. 493-496, 498, 1208 und 1212 (Beschwerdeführer 2) stellt einen Eingriff in das
Eigentumsrecht der Beschwerdeführer dar. Solche Eingriffe sind nur zulässig, wenn sie
auf einer gesetzlichen Grundlage beruhen, im öffentlichen Interesse liegen und
verhältnismässig sind (vgl. BGE 115 Ia 29 mit Hinweisen). Art. 48 Abs. 2 StrG verweist
auf das Enteignungsgesetz (sGS 735.1, abgekürzt EntG), sofern das StrG nichts
anderes bestimmt. Nach Art. 5 lit. a EntG ist die Enteignung zulässig für den Bau eines
öffentlichen oder überwiegend im öffentlichen Interesse liegenden Werks. Des Weiteren
wird vorausgesetzt, dass der Zweck des Werks auf andere Weise nicht befriedigend
oder nur mit unverhältnismässigem Mehraufwand verwirklicht werden kann.
Insbesondere darf die Enteignung nicht zu einem Nachteil führen, der in einem
Missverhältnis zum verfolgten Zweck steht (Art. 6 EntG; Grundsatz der
Verhältnismässigkeit). Die Prüfung der Verhältnismässigkeit von Eingriffen in das
Eigentumsrecht setzt eine umfassende Interessenabwägung aller öffentlichen und
privaten Interessen voraus. Verfassungsrechtliche Gesichtspunkte und Art. 6 Ziff. 1 der
Europäischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101) gebieten, dass das
Verwaltungsgericht bei der Überprüfung der Verhältnismässigkeit einer formellen
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Enteignung umfassende Kognition ausübt und sich nicht nur auf die Rechtskontrolle
beschränkt (VerwGE B 2010/7 vom 24. August 2010, E. 3.1 mit Hinweisen, abrufbar
unter www.gerichte.sg.ch).
4.1. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer rügt die Verletzung von Rechtsnormen
und –grundsätzen sowie die unrichtige Sachverhaltsfeststellung und falsche
Rechtsanwendung. Frühzeitig habe die Behörde die Ultimo ratio der Enteignung
angedroht, statt sich um Alternativlösungen und Varianten zu kümmern. Er stellt die
Notwendigkeit der geplanten Umfahrung als solche in Frage mit dem Hinweis, dass der
angefochtene Entscheid zur Begründung des öffentlichen Interesses unpräzis und
allgemein auf verschiedene in Art. 32 StrG festgelegte Voraussetzungen des
Strassenbaus verweise. Die Vorinstanz habe es nicht als erforderlich erachtet, eine
Interessenabwägung zwischen dem Strassenprojekt und den
Grundeigentümeranliegen, dem allgemeinen Bedürfnis der landwirtschaftlichen
Versorgungssicherheit und der zunehmenden Bedeutung der öffentlichen
Verkehrsmittel vorzunehmen. Eine Enteignung sei nur zulässig, soweit der Zweck nicht
auf andere Weise befriedigt oder nur mit unverhältnismässigem Mehraufwand
verwirklicht werden könne (vgl. act. G 13 S. 3-7 [B 2012/182f.]). Das Baudepartment
hält dem entgegen, die gesetzlichen Bestimmungen des Bundes
(Umweltschutzgesetzgebung, Verordnung über Umweltverträglichkeit) und des
Kantons seien sowohl im Rahmen der Planung, der Projektierung und Genehmigung
als auch bei der öffentlichen Auflage und im Einspracheverfahren eingehalten worden.
Der bei früheren Umfahrungsstrassen bewährte und auch nie bestrittene
Verfahrensablauf sei auch bezüglich der Umfahrung Wattwil 2. Etappe zur Anwendung
gekommen. Der pauschale Vorwurf des Nichteinbezugs der Betroffenen, des
Verstosses gegen das Rechtmässigkeits- und Zweckmässigkeitsprinzip sowie der
fehlenden Interessenabwägung sei mit Hinweis auf die langjährige Projektabklärung mit
Zweckmässigkeitsbeurteilung, das politische Verfahren und die umfangreichen
Verhandlungen im Rahmen des Einspracheverfahrens unzutreffend. Mit dem UVB sei
eine Gesamtinteressenabwägung erfolgt, selbstverständlich auch unter
Berücksichtigung der landwirtschaftlichen Interessen (haushälterische Nutzung des
Bodens; act. G 21 S. 2 [B 2012/182f.]).
http://www.gerichte.sg.ch
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4.2. Nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV) haben die
Parteien in einem Verwaltungsverfahren Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche
Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, anderseits stellt es ein
persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher
in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu gehört insbesondere das Recht der
Betroffenen, sich vor Erlass eines in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur
Sache zu äussern und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken
oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den
Entscheid zu beeinflussen (vgl. statt vieler BGE 127 I 56 mit Hinweis). Nach Art. 15 Abs.
2 VRP sind - abgesehen von hier nicht einschlägigen Ausnahmen - Verfügungen, die
erheblich belasten, nur zulässig, wenn die Betroffenen den wesentlichen Sachverhalt
kennen und Gelegenheit zur Stellungnahme hatten.
Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG;
SR 841.01) informieren die Behörden die Öffentlichkeit sachgerecht über den
Umweltschutz und den Stand der Umweltbelastung (Abs. 1). Die
Umweltschutzfachstellen beraten Behörden und Private (Abs. 2). Sie empfehlen
Massnahmen zur Verminderung der Umweltbelastung (Abs. 3). Die Beschwerdeführer
lassen einwenden, dass die Vorinstanz ihrer Informationspflicht nach Art. 6 USG ihnen
gegenüber nicht rechtsgenüglich nachgekommen sei. Der Einbezug in das Verfahren
sei verspätet erfolgt, d.h. erst nach Abschluss der Planungsarbeiten mit persönlicher
Anzeige vom 2. Juni 2010 und im anschliessenden Einspracheverfahren. Eine
Mitwirkung und Einflussnahme, vor allem betreffend die ökologischen
Begleitmassnahmen, sei nicht möglich gewesen (act. G 28 Ziff. 1 [B 2012/182f.]). Es sei
erstellt, dass die Erarbeitung eines Genehmigungsprojektes bereits vor November 2007
angelaufen sei und die Landerwerbspläne sowie der Umweltverträglichkeitsbericht
(UVB) – beides Handlungen, in welche die betroffenen Grundeigentümer hätten
einbezogen werden müssen – bereits im Juli 2008 fertiggestellt gewesen seien (act. G
28 Ziff. 4 [B 2012/182f.]). Dazu ist vorweg festzuhalten, dass Art. 6 USG eine
allgemeine Informations- und Beratungspflicht (Abs. 1 und 2) sowie eine Ermächtigung
zur Abgabe von Empfehlungen beinhaltet (vgl. Kommentar zum Umweltschutzgesetz,
Zürich 2003, N. 1 und 26 zu Art. 6 USG). Zur Frage, wann über einzelne
Planungsschritte im Rahmen von Strassenprojekten zu informieren ist, lässt sich dieser
Bestimmung keine Antwort entnehmen. Ein Anspruch der betroffenen
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Grundeigentümer auf Beizug bei der Ausarbeitung des Detailprojektes ist weder
gesetzlich verankert noch lässt sich ein solcher aus allgemeinen Rechtsgrundsätzen
(Treu und Glauben) ableiten. Hingegen diente vorliegend das Einspracheverfahren mit
drei Einspracheverhandlungen unter Einbezug der Betroffenen (vgl. act. G 22/6+11 [B
2012/182], G 22/5+10 [B 2012/183]) der Einräumung des umfassenden rechtlichen
Gehörs zum Projekt der Umfahrungsstrasse. Eine Verletzung von Verfahrensrechten
kann somit nicht als dargetan gelten.
4.3. Das Projekt Umfahrungstrasse Wattwil 2. Etappe stützt sich zum einen auf Art. 32
StrG einschliesslich der nach Art. 32 lit. f StrG zu beachtenden Vorgaben der
Umweltschutzgesetzgebung und bezieht zum anderen auch die beim Strassenbau
anzuwendenden Grundsätze nach Art. 33 StrG mit ein (vgl. vorstehende E. 3 sowie
Entscheid der Regierung vom 12. August 2012 über die Genehmigung des
Ausführungsprojekts mit Projektänderungen sowie über die Umweltverträglicheit des
Vorhabens, RRB 2012/579, E. 4a [act. G 21a B 2012/183]). Das Bestehen einer
gesetzlichen Grundlage für den in Frage stehenden Eingriff in privates Eigentum der
Beschwerdeführer ist damit zu bejahen. - Für die Klärung der Zulässigkeit der
Enteignung ist zu prüfen, inwiefern die Umfahrung im öffentlichen Interesse liegt und
verhältnismässig ist. Der zuständigen Verwaltungsbehörde kommt bei der
Interessenabwägung im Zusammenhang mit den raumplanungs- und
strassenrechtlichen Grundsätzen, die untereinander kein widerspruchsfreies Zielsystem
bilden, ein erheblicher Ermessenspielraum zu. Diesen Ermessenspielraum hat das
Verwaltungsgericht, das nach Art. 61 Abs. 1 VRP nur zur Rechtskontrolle befugt ist, zu
respektieren. Eine Ermessenskontrolle gegenüber der Regierung steht ihm bei der
Prüfung des Projektes als solchem (dies im Gegensatz zur Frage der Enteignung;
vorstehende E. 4.) nicht zu. Das Verwaltungsgericht darf daher einen Entscheid der
Vorinstanz nur ändern, wenn damit Rechtsnormen und -grundsätze verletzt werden.
Soweit es um die Ausübung pflichtgemässen Ermessens geht, ist ihm dagegen eine
Korrektur verwehrt. Im Streitfall bedeutet dies, dass das Verwaltungsgericht einen
sachlich haltbaren und zweckmässigen Strassenplanungsentscheid der Vorinstanz
selbst dann nicht ändert, wenn es eine andere Lösung als ebenso zweckmässig
erachtet oder sogar bevorzugen würde (VerwGE B 2010/7 vom 24. August 2010, E. 3.4
mit Hinweisen, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch).
http://www.gerichte.sg.ch
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Die geplante Umfahrungstrasse Wattwil 2. Etappe ist zum einen mit Blick auf die
aktuelle (bzw. prognostizierte) Verkehrsbelastung auf der Dorfdurchfahrt von Wattwil
von täglich bis zu 13'000 Fahrzeugen und die erwartete Verkehrsentlastung von rund
50% begründet. Mit der Verringerung des Verkehrsaufkommens um 50 Prozent werden
die Verkehrssicherheit erhöht und die ungenügende Wohnqualität wegen zu hoher
Belastung mit Lärm und Luftschadstoffen massiv verbessert (vgl. dazu im Einzelnen
Botschaft und Entwurf zum Kantonsratsbeschluss über den Bau der
Umfahrungsstrasse Wattwil 2. Etappe, ABl 2009, 1545-1547). Im Rahmen der
Projektplanung erfolgte eine umfassende Abwägung der beteiligten Interessen. Im
Verlauf der Projektierung wurden das Kantonsforstamt, das Amt für Natur, Jagd und
Fischerei sowie das AFU einbezogen und angehört (vgl. ABl 2009, 1552-1557 und RRB
2012/579, a.a.O., S. 2). Was die von den Beschwerdeführern angeführten flankierenden
Massnahmen auf dem bestehenden Strassennetz (act. G 13 S. 6 Ziff. 3 [B 2012/182f.])
betrifft, ist festzuhalten, dass das Erfordernis solcher Massnahmen als solches erkannt
und deren Realisierung teilweise bereits konkretisiert ist (vgl. ABl 2009, 1549f.), die
Umsetzung der Massnahmen als solche jedoch Aufgabe der betroffenen Gemeinden
ist. Die Beschwerdebeteiligte 1 weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sie
bereits mit dem Verkehrsrichtplan im Jahr 2007 die Umsetzung der flankierenden
Massnahmen verbindlich aufgezeigt habe (act. G 24 [B 2012/182f.]). Im Übrigen ist zum
Einwand der Beschwerdeführer, wonach die erwartete Verkehrsentlastung von 50% auf
einer wackeligen Grundlage stehe (act. G 13 S. 6 [B 2012/182f.]), festzuhalten, dass die
erwartete Verkehrsentlastung in Wattwil durch die "Beurteilung der verkehrlichen
Auswirkungen der Umfahrungsstrasse Wattwil" vom 11. Januar 2011 (zitiert in act. G
21 S. 4 oben [B 2012/183]), welche auf einer vorgängigen Nummernschild-Erhebung
basiert, bestätigt wurde. Das öffentliche Interesse am Bau der Umfahrung, welche
unbestritten in einem gewissen Umfang die natürliche Landschaft verändert bzw.
zerschneidet, hat auf der geschilderten Grundlage als dargetan zu gelten (vgl. auch act.
G 21a [B 2012/183] E. 4a).
4.4. Nachdem die geplante Umfahrungsstrasse sich auf die erwähnten gesetzlichen
Grundlagen im Strassengesetz stützt und auch das öffentliche Interessen am Bau der
Umfahrungsstrasse als gegeben zu erachten ist (vorstehende E. 4.2 und 4.3), bleibt
hinsichtlich der vorübergehenden Beanspruchung sowie der dauernden
Bodenabtretung ab den Grundstücken Nr. 1210 und 1211 sowie 1208 und 1212 die
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Einhaltung des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit, d.h. die Geeignetheit und
Erforderlichkeit der Bodenbeanspruchung zur Erreichung des im öffentlichen
Interessen liegenden Zwecks, zu klären. Auf den Grundstücken, welche sich im
Eigentum des Beschwerdeführers 2 befinden und welche der Beschwerdeführer 1
zusammen mit diesem und einem dritten Landwirt in Betriebsgemeinschaft
bewirtschaftet, ergeben sich sodann Zweckänderungen (Gemeindestrassen) von 1'284
m . - Die Beschwerdeführer lassen die Verhältnismässigkeit (Zweckmässigkeit) des
Projekts sowie der Bodenbeanspruchung zusammengefasst mit der Begründung in
Abrede stellen, dass ihre eigenen und die von ihnen in Betriebsgemeinschaft
bewirtschafteten Liegenschaften durch den daraus resultierenden Landverbrauch und
die Immissionen (Lärm) als Folge des Baus und des Betriebs der Umfahrung
beeinträchtigt würden (act. G 13). Zu prüfen ist damit, ob das geschilderte öffentliche
Interesse an der Verwirklichung des Projekts das private Interesse der
Beschwerdeführer am Erhalt ihres Grundeigentums zu überwiegen vermag
(nachfolgende E. 5).
5. Für den Bau der Umfahrungsstrasse Wattwil 2. Etappe sind insgesamt Rodungen im
Umfang von 34'922 m erforderlich, wovon 19'073 m definitiv und 15'849 m
vorübergehend beansprucht werden (act. G 21a [B 2012/183] E. 4.3). Für die definitiven
Rodungen ist ein Realersatz durch Aufforstungen im Umfang von 8'988 m
vorgesehen. Der verbleibende Ersatzaufforstungsbedarf von 10'086 m soll in
Absprache mit dem Kantonsforstamt durch Massnahmen zugunsten des Natur- und
Landschaftsschutzes nach Art. 7 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Wald
(Waldgesetz, WaG; SR 921.0) geleistet werden. Die auf den Grundstücken des
Beschwerdeführers 2 geplanten Ersatzmassnahmen in Form von Ausgleichsflächen
gehören zu diesen Massnahmen. Sie betreffen die bestehenden Feuchtwiesen
Lochweidli-Scheftenau unterhalb der Umfahrungsstrasse (vgl. Planauflage Umfahrung
Wattwil 2. Etappe, Rodungsgesuch; act. G 22/6 [B 2012/182]; act. G 2 E. 6c [B
2012/182]).
5.1. Die Beschwerdeführer vertreten den Standpunkt, dass zur Deckung des
Landbedarfs nebst der formellen Enteignung auch die Möglichkeit der Pacht oder der
zeitlich beschränkten Nutzniessung offen stehen würden; diese weniger
einschränkenden Massnahmen seien nicht diskutiert worden (act. G 13 S. 7 Ziff. 6 [B
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2012/182f.]). Das Baudepartement führt dazu aus, dass dies nicht nur der langjährigen
Praxis, sondern auch Art. 6 Abs. 2 StrG widersprechen würde, wonach
Kantonsstrassen in der Regel Eigentum des Kantons seien. Abweichungen von dieser
Regel gebe es in der Praxis lediglich dann, wenn im Innerortsbereich Gehwege als Teil
der Kantonsstrassen in Arkaden (innerhalb von Bauwerken Dritter) geführt würden.
Fragen des Eigentums und des Unterhalts sowie der Grundeigentümerhaftung würden
einen Erwerb der Strassenfläche verlangen (act G 21 S. 4 [B 2012/182f.]). In einem
Merkblatt des Grundbuchinspektorats vom 21. November 1986 sei sodann
festgehalten, dass für die Anlegung einer Strasse, eines Kehrplatzes oder Parkplatzes
kein Baurecht im Sinn von Art. 675ff. des Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) begründet
und eingetragen werden könne, ungeachtet der baulichen Beschaffenheit der
Strassenfläche. Im Gegensatz zu den von den Beschwerdeführern zum Vergleich
herangezogenen elektrischen Übertragungsleitungen (vgl. act. G 13 S. 14 [B 2012/182]
bzw. G 13 S. 15 [B 2012/183]) seien Strassen fest mit dem Boden verbunden und
würden im Bereich der Strassenfläche eine anderweitige Nutzung ausschliessen (act. G
21 S. 8 [B 2012/182f.]). Diese Argumentation erscheint nachvollziehbar und begründet.
Insbesondere erscheint von Bedeutung, dass die für den Strassenbau verwendete
Fläche, unabhängig von der Erwerbsart (Kauf, Pacht, Nutzniessung), der
Landwirtschaft dauerhaft nicht mehr zur Verfügung steht. Im Übrigen ist auch hier
festzuhalten, dass das Landerwerbsverfahren, in welchem Art und Umfang der zu
erwerbenden Rechte festgelegt werden, wie dargelegt erst nach Rechtskraft des hier
streitigen Projekts einsetzt.
5.2. Nach Art. 14 Abs. 3 EntG hat der Enteignete bis zum Ausgleich der
Ertragswertminderung Anspruch auf geeigneten Realersatz, wenn durch die
Enteignung ein landwirtschaftliches Gewerbe in seiner Existenz bedroht wird, soweit
der Enteigner den Realersatz ohne unverhältnismässigen Nachteil leisten kann. Die
Beschwerdeführer berufen sich auf diese Bestimmung und machen geltend, die
abzutretenden Flächen sowie die Lage der Umfahrungsstrasse würden die täglichen
Betriebsabläufe sowie auch die wirtschaftliche Existenz der selbstbewirtschafteten
Familienbetriebe erheblich erschweren. Die Betriebsgemeinschaft werde mitten
entzweit; die betroffenen Grundstücke, welche ca. 15% der landwirtschaftlichen
Nutzfläche der Betriebsgemeinschaft ausmachen würden, seien nur mehr erschwert
ohne Durchgänge unter der Umfahrungsstrasse erreichbar. Der Beschwerdeführer 2
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werde auf die Benützung öffentlicher Strassen mit seinem Vieh angewiesen sein (act. G
13 S. 7f. Ziff. 9-18 [B 2012/182f.]). Die Beschwerdeführer verlangen die
eigentumsmässige Zuweisung der gemeindeeigenen Grundstücke Nr. 457
(Pumpenwiese) an den Beschwerdeführer 2 sowie Nr. 1265 (Allmenwald) an den
Beschwerdeführer 1 (act. G 13 S. 9 Ziff. 15 [B 2012/182; G 13 S. 9 Ziff. 18 [B
2012/183]). Die Vorinstanz hatte im angefochtenen Entscheid hinsichtlich des von den
Beschwerdeführern geltend gemachten privaten Interesses an einer weiterhin
ertragreichen landwirtschaftlichen Nutzung ausgeführt, auch nach der dauernden
Bodenabtretung, welche rund 14.6% bzw. 1.3 % der ursprünglichen Grundfläche
ausmache, würden die Grundstücke noch eine für die zonengemässe Nutzung
hinreichende Grösse von 21'978 m (Grundstück Nr. 1210) bzw. 44'341 m
(Grundstück Nr. 1211) aufweisen. Eine landwirtschaftliche Nutzung des Landes sei
nach wie vor möglich, wenn auch unter etwas erschwerteren Bedingungen als bis
anhin (act. G 2 E. 6g [B 2012/182] bzw. G 2 E. 6e [B 2012/183]). Das Baudepartement
legte im vorliegenden Verfahren dar, der Beschwerdeführer 1 müsse aufgrund der
Auflageunterlagen insgesamt 4'356 m und der Beschwerdeführer 2 insgesamt 14'224
m dauernd abtreten. Das Total der bewirtschafteten Flächen der
Betriebsgemeinschaft der Beschwerdeführer betrage gemäss Erhebungsformular für
das Beitragsjahr 2010 rund 46.8 ha. Die Erwerbsfläche für die Umfahrung Wattwil 2.
Etappe (rund 1.8 ha) mache somit knapp 4% aus. Im Herbst 2011 habe die
Betriebsgemeinschaft die bewirtschaftete Fläche durch einen Zukauf in der Gemeinde
Ebnat-Kappel um weitere 5 ha erweitern können (act. G 21 S. 5 [B 2012/182f.]). Die
Beschwerdeführer lassen hierzu richtigstellen bzw. präzisieren, dass die 46.8 ha,
welche vorinstanzlich den Betrieben der Beschwerdeführer zugeordnet werde,
Produktionsgrundlage von drei Landwirtschaftsbetrieben (diejenigen der
Beschwerdeführer und einer weiteren Person) sei, welche eine Betriebsgemeinschaft
bilden würden. Im Weiteren betrage die im Herbst 2011 zugekaufte Fläche 4.7 ha (nicht
5 ha). Der Veräusserer der Fläche habe sich auf 1. Januar 2013 ebenfalls der
Betriebsgemeinschaft der Beschwerdeführer angeschlossen. Schliesslich sei zu
erwähnen, dass nebst dem laufenden Verlust von ca. 3.5 ha Kulturland im Baugebiet
Bleiken dem Beschwerdeführer 1 das Pachtgrundstück Nr. 473 mit einer
landwirtschaftlichen Nutzfläche von 3.66 ha auf den 31. März 2014 gekündigt worden
sei (act. G 28 Ziff. 11-13 [B 2012/182f.).
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Vorab ist festzuhalten, dass die Frage, ob gestützt auf Art. 14 Abs. 3 EntG Anspruch
auf Realersatz besteht, wie dargelegt (E. 3.2) nicht im vorliegenden Verfahren, sondern
im Landerwerbsverfahren zu klären ist. Jedoch sind die diesbezüglichen Ausführungen
der Parteien im Zusammenhang mit der Prüfung des privaten Interesses der
Beschwerdeführer an der Aufrechterhaltung einer weiterhin ertragreichen
Landwirtschaft zu berücksichtigen. Hinsichtlich des erwähnten Vorbringens der
Beschwerdeführer, wonach inskünftig rund 15% der landwirtschaftlichen Nutzfläche
der Betriebsgemeinschaft nördlich der geplanten Kantonsstrasse nicht über die für die
Bewirtschaftung erforderliche ausreichende Erschliessung verfügen (erschwerte
Erreichbarkeit ohne Durchgänge unter der Umfahrungsstrasse), ist festzuhalten, dass
wie erwähnt im Rahmen der Einspracheverhandlungen seitens des Kantons Vorschläge
für die Verbesserung der Bewirtschaftungsmöglichkeiten und der Erschliessung nach
dem Bau der Umfahrung eingebracht wurden; die Beschwerdeführer stimmten diesen
jedoch nicht zu. Die Feststellung, der Kanton habe willkürlich auf weitere Abklärungen
verzichtet (act. G 13 S. 11 Ziff. 21 [B 2012/182]), trifft mit Blick auf diese Umstände
offensichtlich nicht zu. Dabei bleibt die Frage offen, ob allenfalls im Zeitpunkt des (nach
Rechtskraft des Projekts durchzuführenden) Landerwerbsverfahrens
Realersatzmöglichkeiten beim Kanton bestehen werden bzw. ob allenfalls die
Gemeinde Wattwil im Eigentum von für Realersatz geeigneten Flächen sein wird (act. G
21 S. 5f. und S. 8 [B 2012/182f.]). Immerhin ist festzuhalten, dass - wie bereits im
Einspracheverfahren - vom Gemeinderat Wattwil das Grundstück Nr. 459 (ca. 1.2 ha
Wiese) im Pachtverhältnis als Realersatz für Landwirtschaftsland sowie allenfalls das
Grundstück Nr. 1265 (Allmenwald) als Realersatz für den verlorengehenden Wald
offenbar nach wie vor angeboten wird (vgl. act. G 24 [B 2012/182f.] und Bestätigung
des Gemeindepräsidenten von Wattwil anlässlich der mündlichen Verhandlung), wobei
die Beschwerdeführer hier allerdings einwenden lassen, dass mit dem Pachtangebot
des für sie wenig geeigneten landwirtschaftlichen Grundstücks Nr. 459 kein echter
Realersatz erbracht werde (act. G 28 S. 5 [B 2012/182f.]). Die Frage, ob die Gemeinde
Wattwil auch das von den Beschwerdeführern verlangte Grundstück Nr. 457
(Pumpenwiese) im Landerwerbsverfahren zur Verfügung stellen wird (vgl. act. G 28 Ziff.
8 [B 2012/182]), ist wie ausgeführt im vorliegenden Verfahren nicht zu beantworten.
5.3. In ihren schriftlichen Eingaben sowie anlässlich der mündlichen Verhandlung
bestätigen die Beschwerdeführer ihren Standpunkt, wonach auf die ökologischen
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Massnahmen auf dem Land der Betriebsgemeinschaft zu verzichten sei; eventualiter
seien diese auf die Fläche gemäss aktueller Schutzverordnung der Gemeinde Wattwil
zu reduzieren (act. G 13 Rechtsbegehren Ziff. 1b [B 2012/182f.]). Sie rügen Umfang
und Anordnung der ökologischen Ersatzmassnahmen, von denen sie nördlich der
Umfahrungsstrasse stark betroffen seien. Es werde die Hergabe wertvollsten
Landwirtschaftslandes für ökologische Zwecke abverlangt, obschon keinerlei Gründe
für eine Ortsgebundenheit dieser Rodungsersatzmassnahmen geltend gemacht
würden. Auch sei de lege ferenda eine erleichterte Regelung der Waldrodung im
Berggebiet auf Bundesebene in Vorbereitung, weshalb bereits heute nichts gegen
reduzierte Ausgleichsmassnahmen spreche (act. G 13 S. 9f. [B 2012/182f.]). Die
Vorinstanz argumentiere widersprüchlich, wenn sie die ökologischen Massnahmen
explizit als notwendig und zweckmässig erachte, wo doch gemäss ihren eigenen
Ausführungen die Umsetzung der weitergehenden ökologischen Massnahmen noch
ungewiss sein solle. Die Ausführungen im UVB seien irreführend und wider Treu und
Glauben, insbesondere was die tatsächlich projektierte Flächeninanspruchnahme für
ökologische Massnahmen anbelange. Die Art und Weise der öffentlichen Auflage sei
fehlerhhaft und irreführend gewesen und sei nach Ansicht der Beschwerdeführer zur
Rechtswahrung zu wiederholen (act. G 28 S. 3f. [B 2012/182f.]).
5.3.1. Eine UVP-Pflicht ergibt sich aus dem Umstand, dass ein Bauvorhaben
Umweltbereiche erheblich belasten kann, so dass die Einhaltung der Vorschriften über
den Schutz der Umwelt vor-aussichtlich nur mit projekt- oder standortspezifischen
Massnahmen sichergestellt werden kann (Art. 10 a USG) und deshalb einer
Gesamtbeurteilung bedarf. Nach Art. 16 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum USG
(sGS 672.1, abgekürzt EG-USG) wird die Umweltverträglichkeit in einem Verfahren
geprüft, in dem das Vorhaben öffentlich aufgelegt wird. Die Prüfung des erforderlichen
UVB obliegt dabei der Umweltschutzfachstelle bzw. dem Amt für Umweltschutz (Art.
10c Abs. 1 USG, Art. 12 Abs. 1 und Art. 13 Abs. 1 der Verordnung über die
Umweltverträglichkeitsprüfung, SR 814.011, abgekürzt UVPV, Art. 1 der Verordnung
zum EG-USG, sGS 672.11). Der UVB vom 30. April 2010 kam zum Schluss, dass das
Vorhaben mit den im Bericht aufgelisteten projektintegrierten Massnahmen den
Anforderungen der Umweltschutzgesetzgebung entspricht (vgl. UVB Ziff. 17 S. 24).
Hinsichtlich des Einwandes der Beschwerdeführer, dass der UVB nicht mit den
Projektplänen übereinstimme und mit den geplanten ökologischen Ersatzmassnahmen
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auf den Grundstücken des Beschwerdeführers 2 in der Ebene bestes Kulturland
verloren gehe, hatte die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid ausgeführt, dass die
Auflagepläne der Umfahrungsstrasse Wattwil (2. Etappe) und der UVB unterschiedliche
Pläne beinhalten würden. Massgebend für die Ausführung des
Kantonsstrassenprojektes seien die Auflagepläne. Die ökologischen
Ersatzmassnahmen gemäss "Landschaftspflegerischer Begleitplanung" (Plan 12 des
Auflageprojekts) seien Bestandteil der Auflage (vgl. dazu act. G 21a [B 2012/183] E.
4.1). Im UVB seien bloss zusätzliche Massnahmen aufgeführt (act. G 2 E. 5c [B
2012/182f.]). Das Baudepartement bestätigt in diesem Zusammenhang, dass die
weitergehenden ökologischen Massnahmen im Anhang des UVB (Anhang 8-5) nicht
Bestandteil der öffentlichen Auflage des Projekts sind. Eine mögliche Umsetzung
dieser weitergehenden ökologischen Massnahmen, beispielsweise als Ersatz für im
Projekt vorgesehene (nicht umsetzbare) Massnahmen, werde im Rahmen der
Ausführungsplanung zu prüfen, zu bearbeiten und zu verhandeln sein. Die Umsetzung
weitergehender Massnahmen bedürfe auf jeden Fall der Zustimmung der Betroffenen.
Die Umweltverträglichkeit werde allerdings auch ohne Umsetzung von weitergehenden
ökologischen Massnahmen festgestellt. Die Beschwerdeführer würden die in der
Umweltschutzgesetzgebung verlangte öffentliche Zugänglichmachung des Entscheids
über die Umweltverträglichkeit, die zwischenzeitlich in den Gemeinden Wattwil und
Ebnat-Kappel erfolgt sei, mit einer allfälligen öffentlichen Auflage für nachträgliche
Projektänderungen wie z.B. für weitergehende ökologische Massnahmen verwechseln.
Ob überhaupt und wann dies allenfalls erfolgen werde, sei im derzeitigen
Verfahrensstadium nicht bestimmbar (act. G 21 S. 2f. [B 2012/182f.]). Letzteres wurde
von Seiten der Vorinstanz anlässlich der mündlichen Verhandlung bestätigt.
Unter den dargelegten Umständen erübrigt sich im vorliegenden Verfahren die weitere
Klärung der Frage der Zulässigkeit von weitergehenden ökologischen Massnahmen, da
diese nicht Teil des aufgelegten Strassenprojektes bilden; damit bedarf es
insbesondere auch der von den Beschwerdeführern verlangten Feststellung nicht,
wonach die im UVB dargelegte Absicht nicht rechtsverbindlich sein könne (act. G 13 S.
4 Ziff. 5 [B 2012/182]).
5.3.2. Anlässlich der Vermessung und Aussteckung der ökologischen
Ausgleichsflächen im Gelände in der Ebene im Bereich der Grundstücke Nr. 494 und
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495 wurde im Weiteren festgestellt, dass der Plan der Schutzverordnung (der
Gemeinde Wattwil) mit den tatsächlichen Verhältnissen in der Wiese nicht
übereinstimmt. Die Vorinstanz vermerkte hierzu, dem Beschwerdeführer 1 sei
vorgeschlagen worden, für die Bewirtschaftung bessere Flächen zu definieren. Auch
sei festgestellt worden, dass die Fläche der ökologischen Ersatzmassnahmen in der
Ebene allenfalls reduziert werden könnte (vgl. act. G 22/11 Ziff. 3 [B 2012/182f.]). Dem
Vorschlag des Beschwerdeführers 1, statt der Schaffung von ökologischen
Ausgleichsflächen im besten Kulturland in der Ebene das Grundstück Nr. 1256 im Hang
aufzuforsten, könne nicht entsprochen werden. Dieses Grundstück befinde sich
nämlich gemäss Schutzverordnung der Gemeinde Wattwil im Naturschutzgebiet feucht
NFA. Eine Aufforstung komme demzufolge nicht in Frage. Möglich sei allenfalls ein
langfristiges Pflegekonzept, das an die ökologischen Ausgleichsflächen angerechnet
werden könnte (act. G 2 E. 5c [B 2012/182f.]). Im Übrigen komme ein Verzicht auf die
ökologischen Ersatzmassnahmen gemäss Auflageprojekt auch darum nicht in Betracht,
weil sich diese Flächen auf die Schutzverordnung stützen und den abgeschlossenen
GaöL-Verträgen entsprechen würden (act. G 2 E. 6c [B 2012/182f.]). Nachdem eine
gütliche Einigung nicht zustande gekommen sei, müsse aufgrund der ursprünglich
aufgelegten Pläne entschieden werden. Die Flächen der ursprünglich aufgelegten
Ersatzmassnahmen seien aufgrund des UVB sinnvoll, zweckmässig und räumlich
richtig situiert. Demzufolge würden die öffentlich aufgelegten Pläne mit den
ökologischen Ersatzmassnahmen in der Ebene auf den Grundstücken Nr. 494 und 495
in der ursprünglichen Grössenordnung gelten (act. G 2 E. 5c [B 2012/182f.]).
Diese Darlegungen erscheinen nachvollziehbar und begründet. Ein Anlass, aufgrund
dessen sie in Frage zu stellen wären, wird weder geltend gemacht noch ist ein solcher
aus den Unterlagen ersichtlich. Als zentrale Ersatzmassnahme ist die Aufwertung und
flächenmässige Erweiterung der Feuchtwiesen im Gebiet Loch-weidli/Scheftenau in
das Projekt integriert. Dieses hangnahe Gebiet im Talboden ist nicht durchgehend
erschlossen, weshalb hier die Möglichkeit besteht, auch störungsempfindliche
Tierarten anzusiedeln oder ihnen auf dem Durchzug eine Rastmöglichkeit zu bieten. Die
Massnahmen im Gebiet Lochweidli/Scheftenau wurden durch einen lokalen Experten
vorgeschlagen und geplant. Entlang des Hangfusses unterhalb der Scheftenaustrasse
wird ein Mosaik von Trockenstandorten und Feuchtwiesen mit Teichen in Muldenlagen
angelegt (vgl. Umweltverträglichkeitsbericht vom 30. April 2010, S. 13f.). Die
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ökologischen Ersatzmassnahmen als solche erscheinen - soweit sie überhaupt Teil des
aufgelegten Projektes bilden - als solche insbesondere auch insofern notwendig und
zweckmässig, als sie eine Vernetzung der bereits rechtskräftig ausgeschiedenen
Feuchtwiesen Lochweidli-Scheftenau entlang des Hangfusses ermöglichen. Was die im
Einspracheverfahren festgestellte Differenz zwischen dem Plan der Schutzverordnung
und den tatsächlichen Verhältnissen betrifft, ist festzuhalten, dass eine allfällige
Korrektur der Schutzverordnung Sache der Gemeinde Wattwil ist und diese damit nicht
Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet.
5.4. Die Beschwerdeführer beantragen im Weiteren, auf die Erstellung eines
Ölrückhaltebeckens auf Grundstück Nr. 494 mit Notwegerstellung sei zu verzichten
und das Bauvorhaben auf kantonseigenem Grund zu errichten (act. G 13
Rechtsbegehren Ziff. 1c [B 2012/182f.]). Sie verlangen die Verlegung des
Ölrückhaltebeckens zur nordöstlich gelegenen Abwasserreinigungsanlage. Die geringe
Distanz zum Standort des Ölrückhaltebeckens könne mit Abwasserpumpen
problemlos, und ohne Privatland zu beanspruchen, überwunden werden. Die
landwirtschaftlichen Betriebsabläufe würden so weitgehend ungestört bleiben und auf
eine unverhältnismässige Enteignung könne verzichtet werden. Die vorgeschlagene
Lösung biete nebst dem vereinfachten Unterhalt den Vorteil, nicht in einen aufwendigen
Ausbau der Notzufahrt investieren zu müssen. Der vorgeschlagene Standort sei seitens
der Vorinstanz nie geprüft worden, weshalb auch keine Nutzen-Kosten-Analyse
vorliege. Den Beschwerdeführern sei überdies bekannt, dass der Kanton über eigene
Grundstücke westlich von Grundstück Nr. 494 verfüge, welche sich als Standort für
das Ölrückhaltebecken eignen würden. Der Sachverhalt sei seitens der Vorinstanz
ungenügend abgeklärt worden (act. G 13 S. 11f. [B 2012/182f.]). Nachdem der Kanton
Eigentümer der beiden in unmittelbarer Nähe zum Tunnelportal befindlichen
Grundstücke Nr. 1204 und Nr. 490 sei, mute die vorinstanzliche Absicht, fremden
Grund und Boden mit einem langen Bewirtschaftungsweg für das Ölrückhaltebecken
beanspruchen zu wollen, seltsam an. Dies umso mehr, als die technische und
ökonomische Machbarkeit der beschwerdeführerischen Alternativvorschläge nicht
einmal geprüft worden sei und überdies in einer Distanz von weniger als 1000m an den
Standort der östlich gelegenen ARA entwässert werden könnte (act. G 28 S. 4 [B
2012/182f.]). Die Vorinstanz hatte im angefochtenen Entscheid festgehalten, im
Rahmen der Einspracheverhandlungen seien dem Beschwerdeführer 1 und dem
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Grundeigentümer des Grundstücks Nr. 494 (Beschwerdeführer 2) in Aussicht gestellt
worden, dass für den Fall einer gütlichen Einigung die Verschiebung des
Ölrückhaltebeckens geprüft werden könne. Die geänderten Pläne mit dem
verschobenen Ölrückhaltebecken seien den Beschwerdeführern zugestellt worden. Sie
hätten diese jedoch nicht unterschrieben bzw. ihre Zustimmung verweigert. Deshalb sei
aufgrund der Auflagepläne zu entscheiden. Das Ölrückhaltebecken sei notwendig und
zweckmässig. Es verbleibe an dem in den ursprünglichen Plänen festgesetzten
Standort (act. G 2 E. 5d [B 2012/182f.]). Das Baudepartement ergänzte diesbezüglich,
im Rahmen der Einspracheverhandlungen seien prioritär Lösungen ohne Pumpen
gesucht worden, um der Wirtschaftlichkeit des Strassenprojekts Genüge zu tun. Das
Ölrückhaltebecken sei unterirdisch angeordnet und mit Erdmaterial überdeckt, so dass
es begrünt und bewirtschaftet werden könne. Die vom Beschwerdeführer
vorgeschlagene Verlegung des Ölrückhaltebeckens zur ARA sei demgegenüber
technisch und ökonomisch fraglich. Die sogenannte Notzufahrt zum projektierten
Standort des Ölrückhaltebeckens diene schliesslich nicht nur dem Betrieb des
Ölrückhaltebeckens, sondern auch den Beschwerdeführern zur Bewirtschaftung (act. G
21 S. 6f. [B 2012/182]). Diese Sichtweise bestätigte die Vorinstanz anlässlich der
mündlichen Verhandlung.
Der Einwand der Beschwerdeführer, wonach das Projekt unnötig landwirtschaftliche
Vorrangflächen beanspruche (act. G 13 S. 11 Ziff. 22 [B 2012/182] bzw. Ziff. 25 [B
2012/183]), trifft insofern nicht zu, als die Bewirtschaftungsmöglichkeit der mit Erde
überdeckten und begrünten Fläche erhalten bleibt. Insgesamt erscheint die Situation
insofern abgeklärt, als Alternativmöglichkeiten für den Standort des
Ölrückhaltebeckens hinsichtlich technischer und wirtschaftlicher Realisierbarkeit näher
untersucht wurden. Die im Auflageplan vermerkte Lösung erweist sich damit insgesamt
als vertretbar, auch wenn nicht sämtliche (technischen) Varianten bis ins Detail geklärt
wurden.
5.5. Die Beschwerdeführer lassen sodann beantragen, für die landwirtschaftliche
Bewirtschaftung seien zwei Tunneldurchgänge vorzusehen, wovon einer
landmaschinentauglich passierbar mit den Lichtmassen von 3.5m Höhe und 4m Breite
im Bereich des Mettlenbaches und der andere an der Westgrenze von Grundstück Nr.
496 als Viehdurchtrieb (act. G 13 Rechtsbegehren Ziff. 1d [B 2012/182f.]). Dazu ist
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festzuhalten, dass Projektänderungen im Sinn eines Durchgangs unter der
Umfahrungsstrasse im Bereich des Grundstückes Nr. 498 für das Vieh und eines
breiteren Durchgangs beim Mettlenbach für den Fall einer gütlichen Einigung im Ein-
spracheverfahren in Aussicht gestellt worden waren (act. G 22/6 Ziff. 9; act. G 22/11
Ziff. 3 Absatz 3 [B 2012/182]). Der vorinstanzliche Entscheid vermerkte in diesem
Zusammenhang, dass die Hangneigung der Böschung entlang der Umfahrungsstrasse
auf Wunsch der Beschwerdeführer (zur besseren Bewirtschaftung) geändert worden
sei, so dass sie neu im Neigungsverhältnis 1:3 (statt 2:3) ausgestaltet sein sollte. Die
Böschung sollte auch nicht - wie geplant - vom Kanton erworben werden, sondern
beim Eigentümer (Beschwerdeführer 2) verbleiben. Auch die Fläche, auf welcher der
Viehdurchlass hätte erstellt werden sollen, wäre nicht erworben worden, sondern beim
Eigentümer (Beschwerdeführer 2) verblieben. Insgesamt hätte sich dadurch der Erwerb
von Boden durch den Kanton verringert. Allen diesen Projektänderungen hätten die
Beschwerdeführer jedoch ihre Zustimmung versagt. Der Durchgang beim Mettlenbach
sei Bestandteil des ursprünglich aufgelegten Projektes gewesen. Er sei zweckmässig
und nötig (act. G 2 E. 5f [B 2012/182] bzw. G 2 E. 5e [B 2012/183]). Angesichts dieses
Sachverhalts ist zum Einwand der Beschwerdeführer, wonach ihre Vorschläge
hinsichtlich eines sparsamen Bodenverbrauchs (Art. 33 lit. g StrG) allesamt abgelehnt
worden seien (act. G 13 S. 7 Ziff. 7f), festzuhalten, dass sie selbst den von Seiten des
Tiefbauamtes unterbreiteten Varianten die Zustimmung verweigerten. Wie dargelegt
hatte das Tiefbauamt jeweils verschiedene Änderungen am Auflageprojekt
aufgenommen und mit Plänen dargestellt. Auch legte es nachvollziehbar dar, inwiefern
und aus welchen Gründen die Vorschläge der Beschwerdeführer nicht berücksichtigt
werden konnten (vgl. act. G 22/6 und 11 einschliesslich Beilagen [B 2012/182]). Im
Rahmen der mündlichen Verhandlung bestätigte die Vorinstanz (R. Vögeli), dass für die
Bewirtschaftung der Grundstücke der Beschwerdeführer grundsätzlich beide
Übergänge nötig seien. In dieser Situation erscheint es nicht sachgerecht, mangels
Unterzeichnung der anlässlich der Einspracheverhandlungen geänderten Pläne durch
die Beschwerdeführer die Bestimmungen der aufgelegten Pläne der
Umfahrungsstrasse als massgebend zu erklären. Vielmehr erweist es sich als
angemessen, die für den Fall einer gütlichen Einigung von der Vorinstanz in Aussicht
gestellte Variante in dem Sinn zur Anwendung zu bringen, dass für die
landwirtschaftliche Bewirtschaftung zwei Tunneldurchgänge vorzusehen sind: Der eine
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Durchgang im Bereich des Mettlenbachs soll landmaschinentauglich passierbar sein,
der zweite Durchgang soll an der Westgrenze von Grundstück Nr. 496 als
Viehdurchtrieb dienen. Die Angelegenheit ist dementsprechend zur Durchführung eines
Projektänderungsverfahrens im Sinn von Art. 47 Abs. 2 StrG (unbedeutende
Änderungen) an die Vorinstanz zurückzuweisen, und die Beschwerden sind in diesem
Sinne und Umfang teilweise zu schützen.
5.6. Die Beschwerdeführer lassen sodann das Begehren stellen, die angestammte
Nutzung sämtlicher Quellen sei uneingeschränkt mit rechtlicher Neuordnung und
gegebenenfalls technischen Massnahmen zu gewährleisten (act. G 13 Rechtsbegehren
Ziff. 1h [B 2012/182f.]). Gemäss dem im Nachgang zu den Einsprachever-handlungen
erstellten Protokoll vom 8. April 2011 wurden den Beschwerdeführern die
einschlägigen Objektblätter des im Jahr 2010 erhobenen Quellkatasters zugestellt und
festgehalten, dass das Messkonzept die Durchführung von regelmässigen Messungen
(Ergiebigkeit, Temperatur, Leitfähigkeit) während und nach Abschluss der Bauarbeiten
vorsehe. Ziel sei der Erhalt aller Quellen. Falls dies wider Erwarten nicht möglich sein
sollte, sei vom Kanton Ersatz zu schaffen oder Entschädigung zu leisten (act. G 22/6
Ziff. 8 [B 2012/182], G 22/5 Ziff. 7 [B 2012/183]). Im angefochtenen Entscheid wurde
hierzu vermerkt, dass diese Fragen im nachfolgenden Landerwerbsverfahren im Detail
zu regeln seien (act. G 2 E. 6f [B 2012/182] bzw. G 2 E. 6d [B 2012/183]). Insgesamt
kann somit das Begehren, ihnen die Nutzungsrechte an Quellen, die sich auf
abzutretenden Flächen befinden, mit Dienstbarkeiten und Grundbucheinträgen
sicherzustellen, nicht im vorliegenden Verfahren, sondern erst im
Landerwerbsverfahren geprüft werden. Das Baudepartement bestätigt im Übrigen,
dass der Kanton zu diesbezüglichen Verhandlungen bereit sei (act. G 21 S. 9 [B
2012/182f.]).
5.7. Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid fest, Beeinträchtigungen durch
baubedingte Immissionen seien während der rund dreijährigen Bauzeit zu erwarten,
wobei die eigentlichen Bauarbeiten im Nahbereich der Liegenschaften der
Beschwerdeführer lediglich rund ein Jahr dauern würden. Diese Immissionen seien
durch geeignete Massnahmen auf ein zumutbares Mass zu reduzieren. Zudem würden
die dannzumal beauftragten Unternehmungen angehalten, namentlich die Richtlinie
Luftreinhaltung auf Baustellen und die Baulärm-Richtlinie einzuhalten (act. G 2 E. 5c [B
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2012/182] bzw. G 2 E. 5b [B 2012/183]). Die Beschwerdeführer verlangen sodann
beschwerdeweise, dass Lärmschutzmassnahmen uneingeschränkt dort zuzugestehen
seien, wo die Planungswerte überschritten würden. Insbesondere seien ihre
Wohnhäuser auf den Grundstücken Nr. 494 und 499 mit einer Lärmschutzwand und
geeigneten Bepflanzungen auf dem Grundstück der Umfahrungsstrasse vor den zu
erwartenden Immissionen zu schützen (act. G 13 Rechtsbegehren Ziff. 1e [B
2012/182f.]). Wenn einerseits das Strassenprojekt mit dem Schutz des Menschen vor
Lärm- und Luftbelastungen begründet und anderseits der Lärmschutz mit
Lärmschutzwand bei den Beschwerdeführern wegen angeblich lediglich geringfügiger
Überschreitung der Planungswerte bzw. landschaftsschützerischen Überlegungen
verweigert werde, so verletze dies das Gebot der rechtsgleichen Behandlung (act. G 28
Ziff. 6 [B 2012/182f.]).
5.7.1. Nach Art. 7 Abs. 1 lit. b der Lärmschutz-Verordnung (LSV; SR 814.41) müssen
die Lärmemissionen einer neuen ortsfesten Anlage soweit begrenzt werden, dass die
von der Anlage allein erzeugten Lärmimmissionen die Planungswerte nicht
überschreiten. Da die Umfahrung Wattwil 2. Etappe als neue Anlage die Planungswerte
im Sinn erwähnten LSV-Bestimmung einzuhalten hat, erhielten die Beschwerdeführer
den Lärmnachweis für ihr Haus zusammen mit dem Einspracheverhandlungs-Protokoll
zugestellt (act. G 22/6 Beilage (B 2012/182] bzw. G 22/5 [B 2012/183]). Nach dem
Zonenplan der Gemeinde Wattwil liegt die geplante Umfahrung vorwiegend in
Landwirtschafts- und Waldgebiet, so dass sich diesbezüglich die Lärmbelastung nach
Art. 32 EG-USG, Empfindlichkeitsstufe III, beurteilt. Die Planungswerte für die
Empfindlichkeitsstufe III betragen 60 dB(A) am Tag und 50 dB(A) in der Nacht (Art. 40
Abs. 1 LSV in Verbindung mit Anhang III LSV [Belastungsgrenzwerte für
Strassenverkehrslärm Ziff. 2]). Auch die auf den Grundstücken Nr. 494 und Nr. 499
gelegenen Wohnhäuser der Beschwerdeführer befinden sich in der
Landwirtschaftszone, für welche die erwähnten Planungswerte zur Anwendung
kommen. Nach den Lärmberechnungen für die Häuser der Beschwerdeführer, welche
das für das Jahr 2025 prognostizierte Verkehrsaufkommen berücksichtigen, wurden die
erwähnten Planungswerte leicht überschritten (61 dBA am Tag und 51 dBA in der
Nacht; act. G 22/6 Beilage [B 2012/182] und act. G 22/5 Beilage [B 2012/183]). Im
angefochtenen Entscheid hielt die Vorinstanz fest, die nach der ersten
Einspracheverhandlung getätigten Abklärungen hätten ergeben, dass eine
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Lärmschutzwand mindestens 50m lang und deren Wirkung mindestens 5 dBA betragen
und der Schutz mehr als eine Wohneinheit (Haushalt mit drei Personen) erreichen
sollte, um als verhältnismässig gelten zu können. Zudem sei der Ortsbildschutz
sicherzustellen. Abklärungen beim Gebäude des Beschwerdeführers 1 im Nachgang
zur zweiten Einsprachever-handlung hätten ergeben, dass alle Fenster bei Räumen mit
lärmempfindlicher Nutzung unter dem Planungswert liegen würden. Der Raum der
Nordfassade des Gebäudes, der eine geringfügige Überschreitung des Planungswertes
aufweise, habe keine lärmempfindliche Nutzung. Demnach bestehe keine rechtliche
Grundlage für Lärmschutzmassnahmen (Lärmschutzwand bzw. Schallschutzfenster).
Der vom Beschwerdeführer 1 verlangte Sichtschutz zur Umfahrungsstrasse würde den
Lärm nicht verringern. Eine (gesetzliche) Verpflichtung, einen Sichtschutz zu erstellen,
bestehe nicht (act. G 2 E. 5g [B 2012/182]). Mit Bezug auf das Wohnhaus des
Beschwerdeführers 2 hielt die Vorinstanz fest, dass bei minimaler Überschreitung der
gesetzlichen Planungswerte eine Lärmschutzwand aufgrund der Topographie in
unverhältnismässigen Dimensionen ausgeführt werden müsste und überdies das
Ortsbild des Weilers Scheftenau massiv beeinträchtigen würde. Hinsichtlich des
Grundstücks Nr. 494 (mit Wohnhaus des Beschwerdeführers 2) bestehe eine rechtliche
Grundlage für die Rückerstattung der Kosten von zwei Schallschutzfenstern; die
diesbezügliche Regelung habe im Rahmen des Landerwerbs zu erfolgen. Hingegen sei
eine Fassadensanierung mangels gesetzlicher Grundlage abzulehnen (act. G 2 E. 5f [B
2012/183]).
5.7.2. Lärmemissionen neuer ortsfester Anlagen sind (neben der Einhaltung der
Planungswerte) soweit zu begrenzen, als dies technisch möglich und wirtschaftlich
tragbar ist (Art. 11 Abs. 2 USG und Art. 7 Abs. 1 lit. a LSV). Die Vorinstanz erachtete die
(technisch machbare) Anbringung einer Lärmschutzwand insofern als
unverhältnismässig, als sie mit einer (topographiebedingten) Länge von 54m und einer
Höhe von 3-5m ausgeführt, einem einzigen Haus mit einer Wohneinheit dienen und
Kosten von drei- bis vierhunderttausend Franken verursachen würde. Auch würde eine
solche das Ortsbild des Weilers Scheftenau massiv beeinträchtigen. Die Kostenfrage
stelle bei der Beurteilung der Zweckmässigkeit einen massgebenden Aspekt dar. Die
wirtschaftliche Tragbarkeit der beantragten Lärmschutzwand sei für ein Haus allein
nicht gegeben. Eine solche sei im Bereich der Liegenschaft des Beschwerdeführers 1
weder technisch notwendig noch aus raumplanungs- oder umweltschutzrechtlichen
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Gründen erforderlich (act. G 2 E. 5g). Mit ähnlicher Begründung lehnte sie die
beantragte Lärmschutzwand auch im Fall des Beschwerdeführers 2 ab (act. G 2 E. 5f
[B 2012/183]. Zum Vorbringen der Beschwerdeführer, wonach die
Lärmberechnungsmethode kaum nachvollziehbar sei und der Verkehr auf einer
geschätzten Annahme beruhe (act. G 13 S. 13 [B 2012/182f.]), hielt das
Baudepartement fest, die Lärmberechnungen seien mit einem anerkannten
dreidimensionalen EDV-unterstützten Rechenmodell unter Berücksichtigung sämtlicher
relevanter Einflussparameter durchgeführt worden. Obwohl das Verkehrsaufkommen
eine Prognose darstelle, könnten diese Zahlen für die Lärmberechnungen zuverlässig
eingesetzt werden, da für eine Änderung der Lärmbelastung von 1 dBA rund ein Drittel
mehr Verkehr vorhanden sein müsste. Die Lärmberechnungsmethode entspreche somit
dem Stand der Technik und sei nachvollziehbar. Da keine relevante Überschreitung des
Planungswerts beim Haus des Beschwerdeführers 1 als Folge der Umfahrung auftrete,
seien auch keine Erleichterungen zu gewähren (act. G 21 S. 7 [B 2012/182]).
Hinsichtlich der Feststellung der Beschwerdeführer, wonach zusätzlich die Möglichkeit
zu prüfen gewesen wäre, mit geeigneten Bepflanzungen am Strassenrand
lärmhemmende Wirkungen mit Sichtschutz zu erzielen (act. G 13 S. 13 Ziff. 31 [B
2012/182], G 13 S. 14 Ziff. 34 [B 2012/183]), merkte das Baudepartement an, dass die
Lärmschutzwirkung von Bepflanzungen oft erheblich überschätzt werde. Die
Fachliteratur zeige auf, dass ein 50m breiter dichter Waldstreifen mit dichtem Unterholz
eine Pegelminderung von 5-10 dBA bewirke. Einzelne nicht dicht gepflanzte Bäume
würden so gut wie keinen Schallschutz bieten. Somit sei die Bepflanzung als
Lärmschutz nicht geeignet und damit auch nicht zu prüfen (act. G 21 S. 8 (B
2012/182f.]). Zum weiteren Einwand der Beschwerdeführer, wonach die
Kostenschätzung der Lärmschutzwand nicht belegt sei (act. G 13 S. 13 Ziff. 31 [B
2012/182], G 13 S. 14 Ziff. 34 [B 2012/183]), führte das Baudepartement aus, die
durchgeführte Kostenschätzung sei ausreichend, da sich die Lärmschutzwand klar als
unverhältnismässig herausgestellt habe (act. G 21 S. 7).
In Anbetracht dieser Sachlage bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass die
Vorinstanz im Fall des Beschwerdeführers 1 eine relevante Überschreitung der
Planungswerte bzw. die wirtschaftliche Tragbarkeit einer Lärmschutz-Wand im Fall
beider Beschwerdeführer zu Unrecht verneinte. Eine Ermessensüberschreitung bzw.
rechtsfehlerhafte Ausübung des Ermessens von Seiten der Vorinstanz ist m.a.W.
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hinsichtlich des Entscheids, den Anspruch des Beschwerdeführers 1 auf Lärm- und
Schallschutzmassnahmen gänzlich und im Fall des Beschwerdeführers 2 mit Bezug auf
die Anbringung einer Lärmschutzwand zu verneinen, nicht dargetan. Entgegen der
Auffassung des Beschwerdeführers 2 (act. G 13 S. 14 Ziff. 33 [B 2012/183] wurden im
Entscheid über die Umweltverträglichkeit des Vorhabens Erleichterungen
(Rückerstattung der Kosten von Schallschutzfenstern) zugesichert (vgl.
Umweltverträglichkeitsbericht vom 30. April 2010, S. 22 unten; act. G 21a E. 4b 2.
Absatz [B 2012/183]).
5.8. Die Beschwerdeführer lassen im Weiteren den Beizug eines landwirtschaftlichen
Fachspezialisten im Rahmen der Bodenbaubegleitung bei der Ausarbeitung des
Detailprojektes beantragen. Es treffe zwar zu, dass im angefochtenen Projekt eine
Bodenbaubegleitung vorgesehen sei. Die bisher vernachlässigte Berücksichtigung
landwirtschaftlicher Interessen würden jedoch Anlass bilden, den Beizug eines
landwirtschaftlichen Fachspezialisten des Schweizerischen Bauernverbandes für die
Rückführung des vor-übergehend beanspruchten Kulturlandes zu verlangen. Selbst
wenn der Beizug des Grundeigentümers bei der Ausarbeitung des Detailprojektes
gesetzlich nicht vorgesehen sei, dürfe ein Miteinbezug der Beschwerdeführer in die sie
betreffenden Projektierungsarbeiten erwartet werden (act. G 13 S. 14 [B 2012/182f.], G
13 S. 15 [B 2012/183]). Das Baudepartement hielt in diesem Zusammenhang fest, dass
bei der Planung und Projektierung, aber auch bei der Gesamtinteressenabwägung im
Rahmen der Genehmigung des Projekts die landwirtschaftlichen Interessen (wie
haushälterische Nutzung des Bodens) angemessen eingeflossen seien. Der Beizug
eines landwirtschaftlichen Fachspezialisten im Rahmen der Bodenbaubegleitung
erweise sich als nicht notwendig, nachdem für den Entscheid über die
Umweltverträglichkeit die Erstellung eines Bodenschutz- und Altlastenkonzepts mit
beweissichernden Bodenaufnahmen der vom Projekt betroffenen Kulturlandflächen
durch eine Fachperson vorgeschrieben werde und sämtliche Massnahmen im Bereich
Umweltschutz – dazu gehöre auch der Bodenschutz – durch eine
Umweltbaubegleitung und Erfolgskontrollen sicherzustellen seien (act. G 21 S. 2 und
8f. [B 2012/182f.]). Anhaltspunkte dafür, dass die Vorinstanz mit dem Entscheid, keinen
zusätzlichen landwirtschaftlichen Spezialisten bei der Planung beizuziehen, ihr
Ermessen rechtsfehlerhaft ausübte, liegen angesichts der geschilderten Gegebenheiten
nicht vor, zumal der Beizug eines Spezialisten nicht gesetzlich normiert ist.
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6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz im Rahmen des ihr
zustehenden Ermessens entschieden hat, wenn sie das Interesse an einer wesentlichen
Verkehrsentlastung und der daraus resultierenden Verbesserung der Verkehrssicherheit
sowie der Lärm- und Luftschadstoffkonzentration in Wattwil höher einstufte als das
private Interesse der Beschwerdeführer am ungeschmälerten Erhalt der
Grundstückflächen, zumal den Beschwerdeführern Realersatz in Aussicht gestellt
wurde. Jedoch sind im Sinn der vorstehenden Erwägung 5.5 die Beschwerden
teilweise gutzuheissen und die Angelegenheit zur Projektierung zweier
Tunneldurchgänge bzw. zur Durchführung eines Projektänderungsverfahrens im Sinn
von Art. 47 Abs. 2 StrG (unbedeutende Änderungen) an die Vorinstanz zurückzuweisen.
Abgesehen von diesem eher untergeordneten Punkt sind die Beschwerden im Übrigen
aber abzuweisen.
6.1. Beim geschilderten Verfahrensausgang sind die amtlichen Kosten der
Beschwerdeverfahren zu einem Viertel der Vorinstanz bzw. dem Staat und zu drei
Vierteln den Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 10'000.-- ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Dem Staat werden somit Kosten im Betrag
von Fr. 2'500.-- auferlegt; auf die Kostenerhebung wird verzichtet (Art. 95 Abs. 3 VRP).
In der Regel werden die amtlichen Kosten in vereinigten Verfahren gleichmässig auf die
Pflichtigen verteilt (R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 84). Die Beschwerdeführer
haben somit amtliche Kosten von je Fr. 3'750.-- zu übernehmen. Die geleisteten
Kostenvorschüsse von je Fr. 1'500.-- werden angerechnet.
6.2. Bei diesem Verfahrensausgang (kein mehrheitliches Obsiegen) besteht kein
Anspruch der Beschwerdeführer auf die Entschädigung ausseramtlicher Kosten (Art. 98
Abs. 1 in Verbindung mit Art. 98bis VRP; vgl. R. Hirt, a.a.O., S. 182 ff.). Die Vorinstanz
und die Beschwerdebeteiligten haben ebenfalls keinen Anspruch auf ausseramtliche
Entschädigung (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 825ff., 829).
Demnach hat das Verwaltungsgericht