Decision ID: d5d83912-d29d-4635-afd0-492519de7e2e
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1954,
war
seit 2
6.
Oktober 2006
unter der Einzelfirma
Y._
mit Sitz
in Z._
im Handelsregister
eingetragen (
Urk.
6
/10).
A
m
3.
Januar 2007
reichte er
den Fragebogen für
Selb
ständigerwerbende
und Personengesellschaften
bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse,
ein (
Urk.
6
/8/1-
4
).
Gestützt auf Steuermeldungen
für die Jahre 2011,
2012
und 2013
(
Urk.
6/18, 6/23, 6/53)
ver
pflichtete die Ausgleichskasse
X._
m
it Beitragsverfügung
en
vom
7.
Janu
ar 2015,
2
9.
Mai 2015
sowie
2
5.
November 2016
(
Urk.
6
/22,
6
/24
, 6
/59
)
,
basierend auf den
gemeldeten L
ohnsumme
n
entsprechende Beiträge zu ent
richten.
1.2
Am
6.
Juli 2017 (
Urk.
6
/102/1-4) reichte
X._
das Anmeldeformular für die AHV-Beitragsp
flicht Nichterwerbstätiger und a
m
7.
November 2017
den
Fragebogen f
ür
Selbständigerwerbende
(
Urk.
6
/105/1-4)
bei der Ausgleichskasse
ein
. Am
2
0.
Februar 2018 (
Urk.
6
/123) teilte die Ausgleichskasse
X._
mit, dass
er
hinsichtlich der Erwerbstätigkeiten für die Firmen
A._
AG,
B._
GmbH,
C._
AG und
D._
AG als unselbständig zu qualifizieren sei, was zur Folge habe, dass er nicht als selbständig erwerbende Person registriert werden könne
. Nach Einwen
dungen von
X._
vom
8.
März 2018
(
Urk.
6
/130)
erliess die
Ausgleichs
kasse
am
17.
April 2018 (
Urk.
6
/139)
eine entsprechende Verfügung und
am
9.
Mai 2018 einen
«
Einspra
cheentscheid
»
(
Urk.
6/148)
, bezugnehmend auf die Einwendungen vom 8 März 2018 (Ur
k
. 6/130)
. Auf die
dagegen erhobene Beschwerde
(
Urk.
6
/152) wurde mit Beschlu
ss des hiesigen Gerichts vom 9.
August 2018
(
Urk.
6
/155)
nicht eingetreten und die Sache
zur Behandlung als Einsprache
an die
Vorinstanz
überwiesen.
Mit
Einspracheentsch
eid
vom 18.
Oktober 2018 (
Urk.
6
/161 =
Urk.
2) wies die Ausgleichskasse das Gesuch um Anschluss und Registrierung
von
X._
als
Selbständigerwerbender
ab.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 1
8.
Oktober 2018 (
Urk.
2) erhob
X._
am
7.
November 2018 Beschwerde
und beantragte
(
Urk.
1
S. 2
):
«
1.
Es sei der
Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin
vom 1
8.
Oktober 2018
aufzuheben und festzustellen, dass
der Beschwerdeführer
bereits als
Selbständigerwerbender
registriert ist.
2.
Es sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, gegenüber allen von ihr kontak
tierten Auftraggebern
des Beschwerdeführers
richtig zu stellen, dass d
er Beschwerdeführer
bei ihr als
Selbständigerwerbender
registriert ist und seine Arbeit für sie entsprechend nicht der AHV-Beitragspflicht untersteht. Es sei
die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer jeweils eine Kopie ihrer Schreiben zuzustellen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Beschwerde
gegnerin.
»
Die Ausgleichskasse stellte
in ihrer Beschwerdeantwort vom 1
3.
Dezember 2018
Antrag auf A
bweisung der Beschwerde (
Urk.
5). Nach Zustellung der Beschwer
deantwort äusserte sich der Beschwerdeführer am 2
0.
Dezember 2018 erneut zur Sache
(
Urk.
9),
was
der Beschwerdegegnerin am 2
1.
Dezember 2018
zur
Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die sozialversicherungsrechtliche Beitragspflicht Erwerbstätiger richtet sich unter anderem danach, ob das in einem bestimmten Zeitraum erzielte Erwerbseinkom
men als solches aus selbständiger oder aus unselbständiger Erwerbstätigkeit zu qualifizieren ist (Art. 5 und 9
des
Bundesgesetz
es
über die Alters- und
Hinter
lassenenversicherung
(AHVG)
sowie Art. 6 ff.
der
Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVV)
. Nach Art. 5 Abs. 2 AHVG gilt als massgebender Lohn jedes Entgelt für in unselbständiger Stellung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit; als Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit gilt nach Art. 9 Abs. 1 AHVG jedes Einkommen, das nicht Ent
gelt für in unselbständiger Stellung geleistete Arbeit darstellt.
Nach der Rechtsprechung beurteilt sich die Frage, ob im Einzelfall selbständige oder unselbständige Erwerbstätigkeit vorliegt, nicht aufgrund der Rechtsnatur des Vertragsverhältnisses zwischen den Parteien. Entscheidend sind vielmehr die wirtschaftlichen Gegebenheiten. Die zivilrechtlichen Verhältnisse vermögen dabei allenfalls gewisse Anhaltspunkte für die AHV-rechtliche Qualifikation zu bieten, ohne jedoch ausschlaggebend zu sein. Als unselbständig erwerbstätig ist im Allgemeinen zu betrachten, wer von einem Arbeitgeber in betriebswirtschaft
licher beziehungsweise arbeitsorganisatorischer Hinsicht abhängig ist und kein spezifisches Unternehmerrisiko trägt.
Aus diesen Grundsätzen allein lassen sich indessen noch keine einheitlichen, schematisch anwendbaren Lösungen ableiten. Die Vielfalt der im wirtschaftlichen Leben anzutreffenden Sachverhalte zwingt dazu, die beitragsrechtliche Stellung einer erwerbstätigen Person jeweils unter Würdigung der gesamten Umstände des
Einzelfalles zu beurteilen. Weil dabei vielfach Merkmale beider Erwerbsarten zu Tage treten, muss sich der Entscheid oft danach richten, welche dieser Merkmale im konkreten Fall überwiegen (BGE 144 V 111 E. 4.2 mit Hinweisen).
1.2
In der Regel zählen Agenten zu de
n
Unselb
ständigerwerbenden
(ZAK 1986
121 f. E. 3). Es wird aufgrund der Erfahrungen
vermutet, ein Agent sei
unselb
-
ständig
erwerbend, wobei es immerhin Umstände gibt, die in Sonderfällen auf selbstän
dige Erwerbstätigkeit schliessen lassen (
BGE
97 V 137 E. 2). Eine unselbständige Erwerbstätigkeit übt auch ein auf Kommissionsbasis tätiger Agent aus (ZAK 1988 378 f. E. 3a und b). Beim Agenten fällt ins Gewicht, dass es für die Abgrenzung der selbständigen von der unselbständigen Erwerbstätigkeit nicht allein auf das Unternehmerrisiko ankommt (9C_946/2009, E. 5.1). Gegenteilig ist nur zu ent
scheiden, wenn der Agent in eigenen Geschäftsräumlichkeiten einen Betrieb mit Angestellten führt und dadurch ein echtes Unternehmerrisiko trägt (ZAK 1988 378 E. 3b). Praxisgemäss können somit Agenten nur als selbständig erwerbend gelten, wenn sie kumulativ eigene Geschäftsräumlichkeiten benutzen, eigenes Personal beschäftigen und die Geschäftskosten im Wesentlichen selber tragen (
BGE
119 V 163).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid
(
Urk.
2
S.
3) im Wesentlichen
mit der
Wegleitung über den massgebenden Lohn in der AHV/IV/EO (WML),
wonach ein
Agent
ein eigentliches Unternehmerrisiko tragen müsse, was heisse, dass er über eine eigene Verkaufsorganisation verfügen müsse
,
damit er
als
Selbständiger
werbender
betrachtet werden könne. Dazu müsste
n
die fol
genden drei Bedingungen erfüllt sein
:
1.
Er benutze
eigene oder gemietete Geschäftsräume
;
2.
e
r beschäftige
Personal und
3.
e
r
trage
die Geschäft
skosten im Wesentlichen selbst. D
ass
d
er
Beschwerdeführer
diese d
rei Kriterien kumulativ erfülle
,
sei aufgrund der Unterlagen nicht ausgewiesen und es liege somit keine
selbständige
Erwerbst
ätigkeit vor
.
Im Verfahren führte sie aus (
Urk.
5
S. 2 f.
), i
nsofern der Beschwerdeführer
verlange
,
es sei festzustellen, dass er bereits als
Selbständigerwerbender
registriert sei, könne dies nicht festgestellt werden, da
er
nicht bei ihr
er Kasse
als
Selbstän
digerwerbender
registriert sei.
Der Beschwerdeführer habe es unterlassen
,
die notwendigen
Unterlagen zur Prüfung des
Beitragsstatuts einzureichen und a
uf
grund unterlassener Mitwirkung
sei die Ausgleichskasse
nicht in der Lage
gewe
sen
, das Beitr
agsstatut zu bestimmen. Erst am
9.
November 2017
seien
die für
eine Prüfung nötigen Unterlagen
eingereicht
worden
, woraus s
ich ergebe
, dass
der Beschwerdeführer
unselbständig erwerbend
sei. Da das Beitragsstatut vor der
hier angefochtenen Einordnung als
Unselbständigerwerbender
nie bestimmt wor
den sei, brauche der Entscheid auch keinen Revisions- oder Wiedererwägungs
grund.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1
S.
6
f.
)
,
er habe sich im Jahr 20
06 mit seiner Einzelfirma Y._
bei der AHV Ausgleichskasse als
Selbständigerwerbender
angemeldet. Auch wenn die Beschwerdegegnerin zu Beginn tendenziell gegen eine Registrierung als
Selbstän
digerwerbender
eingestellt gewesen sei, fehle eine entsprechende formelle Verfü
gung. Stattdessen habe sie den Beschwerdeführer nicht nur immer im Glauben gelassen, er sei auc
h AHV-rechtlich als
selbständig
erwerbend
registriert
worden
, sondern sie habe ihm dies mit den Beitrags
verfügungen für die Jahre 2011 bis
2013 sogar noch bestätigt.
Der Standpunkt der Beschwerdegegnerin,
wonach
sie
die Frage des Beitrags
statuts
gar
nie abschliessend
geprüft
habe
und sie deshalb berechtigt sei
, ihn rückwirkend ab 2014 als unselbständig erwerbend zu taxieren, verletze
den Vertrauensgrundsatz.
Es sei auch nie
ein
An
trag auf Neuregistrierung ab 1.
Januar 2014 gestellt worden
.
Die
Beschwerdegegnerin könne deshalb auch nicht
von sich aus auf die von ihr seit 2006 und
auf die durch entsprechende
Beitragsverfügungen akzeptierte Zuordnung der Tätigkeit des Bes
chwerdeführers als selbständige
Erwerbsarbeit zurückkommen
, ohne dass
sich
die tatsächlich
en und rechtlichen Verhältnisse
wesentlich geändert hätten
, oder d
ie Voraussetzun
gen
von
Art.
53
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialver
sicherungsrechts (ATSG)
erfüllt
seien
(S. 8).
Er habe bis 2018 nie eine formelle Verfügung erhalten, dass er nicht als
Selbstän
digerwerbender
gelte, und entsprechend in all den Jahren mit seinen Kunden immer als
Selbstän
digerwerbender
abgerechnet. D
ie Beschwerdegegnerin
habe
im Februar 2018 auch seine
n
Kunden eine Mitteilung
zugestellt
, dass sie auf seinem Honorar rückwirkend ab 20
14 AHV-Beiträge abführen müss
t
en.
Dies sei
geschäftsschädigend und erwecke den Eindruck,
er
habe gelogen.
Die Beschwer
degegnerin sei deshalb zu verpflichten, den Auftraggebern gegenüber die
Tat
sachen richtig zu stellen (S. 8 f.).
3.
3.1
Aufgrun
d
seines
Eintrags im Handelsregister
vom 1.
November 2006
(
Urk.
6/1)
wurde der Beschwerdeführer
von der Beschwerdegegnerin
verschiedentlich
auf
gefordert
,
zur Abklärung
seiner
Beitragspflicht Unte
rlagen einzureichen (vgl.
Urk.
6/2, 6/5, 6
/7). A
m
3.
Januar 2007
reichte er
den Fragebogen für
Selbstän
digerwerbende
und Pe
rsonengesellschaften ein (
Urk.
6
/8/1-4
). Am 8.
Januar 2007 teilte die
Beschwerdegegnerin
die Ablehnung des Antrags einer selbständigen Erwerbstätigkeit
des Beschwerdeführers
mit dem Vertragspartner
D._
AG mit (
Urk.
6
/9).
In der Folge forderte die Beschwerdegeg
nerin zur
Abklärungen einer selbständigen Erwerbstätigkeit als Marketing- Kommunikationsberater für KMU
weitere Unterlagen ein (
Urk.
6/11, 6
/12
). Am 1
1.
September 2007 (
Urk.
6
/13) teilte
die Beschwerdegegnerin
mit, sofern
der Beschwerdeführer die
Unterlagen
nicht einreiche,
werde davon ausgegangen
, dass die Sozialversicherungsabgabe
n als Arbeitnehmer entrichtet wü
rden oder
der Beschwerdeführer
k
eine Tätigkeit aufgenommen habe und sich damit eine Erfas
sung bei der Ausgleichskasse als «überflüssig» erweise.
3
.2
Am 2
2.
Juni 2011 (
Urk.
6
/14) ersuchte
der Beschwerdeführer bei der Beschwer
degegnerin
um Zustellung einer Rechnung zum Minimalansatz für die Jahre 2006 und 200
7.
Das Gesuch
begründete
er damit, dass ihm keine Beitragslücken im Alter entstünden, da
er in diesen Jahren nichts verdient habe und mit dem Aufbau der eigenen Firma beschäf
tigt gewesen sei
. Am 3
0.
Juni 2011 forderte die
Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer
auf,
für weitere
Abklärung
en
die bereits im April 2007 verlangten Dokumente
sowie weitere
Belege
einzureichen (
Urk.
6
/15).
Hierauf reichte der Beschwerdeführer am 11.
Juli 2011 verschie
dene Unterlagen ein (vgl.
Urk.
6
/16/1-146).
Mit Schreiben vom 10.
Oktober 2011 (
Urk.
6/17) teilte di
e Beschwerdegegnerin
unter
Bezugnahme auf ein
mit ihm
a
m
5.
September 2011
geführtes
Telefonat
mit, dass die verlangten Unterlagen nicht eingeg
angen seien.
Dabei hielt die Beschwerdegegnerin fest
,
dass ohne ent
sprechen
de Informationen davon ausgegangen werde
, dass entweder die Sozial
versicherungsabgaben als Arbeitnehmer
entrichtet
wü
rden
oder
der Beschwerde
führer
k
eine Tätigkeit aufgenommen habe und
so
eine
Erfassung bei der Ausgleichskasse «überflüssig
» sei
.
3
.3
3.3.1
Mit Steuermeldung vom
7.
Mai 2014 (
Urk.
6
/18) meldete das Kantonale Steuer
amt der Ausgleichskasse ein Einkommen
des Beschwerdeführe
r
s
aus selbständiger Erwerbstätigkeit für das Steuerjahr 2011 von
Fr.
81'123.--. Mit Sc
hreiben vom 2
2.
Oktober und 25.
November 2014 (
Urk.
6/
20,
6/
21) forderte die
Beschwerde
gegnerin den Beschwerdeführer
auf
,
Angabe
n und Unterlagen zur Abklärung
seiner Beitragspflicht zu liefern. Mit Beitragsverfügung
vom 7.
Januar 2015 (
Urk.
6
/22) verpflichtete
sie
den Beschwerdeführer
,
basi
erend auf der Lohnsumme von Fr.
81'123.--
die
Beiträge zu entrichten. Nach Eingang einer weiteren Steuermeldung des Kantonalen Ste
ueramtes vom
5.
Mai 2015 (
Urk.
6
/23) über ein Einkommen aus selbständiger E
rwerbstätigkeit von Fr.
72'013.-- für das Steuerjahr 2012 erliess die
Beschwerdegegnerin
am 2
9.
Mai 2015 (
Urk.
6
/24) eine entsprechende Beitragsverfügung. Am 2
5.
September 2015
(
Urk.
6/27)
ersuchte
der Beschwerdeführer
um Herabsetzung der persönlichen Beiträge 2011 und 2012, was die Ausgleichskasse mit Ver
fügung vom 1
6.
Juni 2016 (
Urk.
6
/52) gewährte.
Am 1
1.
August 2016 (
Urk.
6
/53) meldete das Kantonale Steueramt ein Einkommen aus sel
bständiger Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers
für das Steuerjahr 2013 von
Fr.
68'452.--.
Mit
zwei Herabsetzungsverfügungen
vom 5.
Oktober 2016 (
Urk.
6/54, 6
/55)
hielt die Beschwerdegegnerin
ein reines Ein
kommen
des Beschwerdeführers
aus selbständiger
Erwerbstätigkei
t von Fr.
0.00
für die Jahre 2011 und
2012
fest, und teilte mit, dass dadurch die
Verfügungen vom
7.
Januar 2015
und
2
9.
Mai 2015 ersetzt werden.
3.3.2
Am
6.
Oktober 2016
(
Urk.
6
/56) teilte die
Beschwerdegegnerin dem Beschwerde
führer
mit, dass er bis 3
1.
Dezember 2012
bei
der Ausgleichskasse als
Selbstän
digerwerbender
angeschlossen gewesen sei und das Kantonale Steueramt gemel
det habe, dass er auch im Jahr 2013 ein Einkommen aus selbständiger Erwerbs
tät
igkeit versteuert habe. O
hne Rückmeldung
würden sie
das Abrech
nungskonto
wieder
eröffnen
.
In der Folge legte die Beschwerdegegnerin m
it Verfügu
ng vom 2
5.
November 2016 (
Urk.
6
/59)
die
Beiträge für das Jahr 2013 gestützt auf ein Einkommen aus selbständiger Erw
erbstätigkeit von
Fr.
68'452.--
gem
äss Steuer
meldung (
Urk.
6/53)
fest. Am 1
6.
März 2017 (
Urk.
6
/64) ersuchte
der Beschwer
deführer
auch um die Herabsetzung der persönlichen Beiträge für das Jahr 2013, was die
Beschwerdegegnerin
mit Ve
rfügung vom
7.
Juni 2017 (
Urk.
6
/101) gewährte.
3
.4
Am
6.
Juli 2017 (
Urk.
6
/102/1-4) reichte
der Beschwerdeführer
das Anmeldefor
mular für die AHV-Beitragspflicht
Nichterwerbstätiger ein. Am 2.
Oktober 2017 (
Urk.
5/104) teilte die
Beschwerdegegnerin
mit, dass den mit der Anmeldung eingereichten Steuerunterlagen zu entnehmen sei, dass in den Jahren 2014 bis
2016 Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit deklariert worden sei
en
. Die Erfassung als Nichterwerbstätiger wäre damit ab
1.
Januar 2017 möglich. Für die korrekte Erfassung der AHV-Beitragspflicht sei
en
der beigelegte Fragebogen und weitere Unterlagen einzureichen.
Am
7.
November 2017
reichte
der Beschwerde
führer
den ausgefüllten Fragebogen f
ür
Selbständigerwerbende
(
Urk.
6
/105/1-4)
und
versc
hiedene
Unterlagen (vgl.
Urk.
6
/10
5/7-35) ein.
3.5
Mit Herabsetzungsverfügung
vom 1
0.
November 2017 (
Urk.
6
/108) teilte die Aus
gleichskasse
dem Beschwerdeführer
mit, dass gestützt auf ein reines Einkommen aus selbständiger
Erwerbstätigkeit von
Fr.
0.00
für die Periode Januar bis Dezem
ber 2013 das Gesuch um Herabsetzung der persönlichen Beiträge gutgeheissen und
dadurch
die Verfügung
vom 25.
November 2016 ersetzt werde.
3.6
Am 2
0.
Februar 2018 (
Urk.
6
/123) teilte die Ausgleichskasse
dem Beschwerdefüh
rer
mit, dass er hinsichtlich der Erwerb
stätigkeit
für die Firmen
A._
AG,
B._
GmbH,
C._
AG und
D._
AG als unselbständig zu qualifizieren sei, was zur Folge habe, dass er nicht als selbständig erwerbende Person registriert werden könne und das Gesuch abgelehnt werden müsse. Dagegen wandte sich
der Beschwerdeführer
in seinem Sc
hreiben vom
8.
März 2018 (
Urk.
6
/130). Mit Verf
ügung vom 1
7.
April 2018 (
Urk.
6
/139) lehnte die
Beschwerdegegnerin
die Qualifizierung als Selbständiger ab
und
hielt hieran im
E
insprachee
ntscheid
vom
9.
Mai 2018 (
Urk.
6
/148)
fest
.
4.
4.1
Das Vorbringen des Beschwerdeführers, er sei von der Beschwerdegegnerin nicht nur im Glauben gelassen worden, dass er AHV-rechtlich als
Selbständigerwer
bender
qualifiziert worden sei, sondern es sei ihm dies auch noch schriftlich bestätigt worden (vgl.
Urk.
1 S. 6), ist im vorliegenden Zusammenhang irrelevant. Nach der Rechtsprechung greift bei der Prüfung des Wechsels des Beitragsstatuts für die Zukunft die freie erstmalige Prüfung Platz unter Beachtung der gebotenen Zurückhaltung in Grenzfällen (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts H 221/99 vom 2
0.
November 2000 E. 6). Selbst wenn die Beschwerdegegnerin also in der Vergangenheit Beiträge aus selbständiger Erwerbstätigkeit für
die selben
Arbeitgeber abgerechnet hätte, könnte der Beschwerdeführer nichts daraus ableiten.
Die Beitragsrechnungen der Beschwerdegegnerin basierten allesamt auf einem Einkommen von
Fr.
0.--, nachdem sie die Herabsetzungsgesuche für die Jahre 2011 bis 2013 gutgeheissen hatte. Mit anderen Worten
verabgabte
er kein Ein
kommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit. Bei diesem Ergebnis ist die erforder
liche Zurückhaltung nicht näher zu prüfen und namentlich nicht abzuklären, ob die aktuell in Frage stehenden Einkommen von den identischen juristischen Per
sonen stammen wie jene in den Jahren 2011 bis 201
3.
Bei dieser Ausgangslage sind klarerweise auch die Voraussetzungen für einen allfälligen Vertrauensschutz nicht gegeben. So fehlt es bereits an einer ent
sprechenden Zusicherung der Beschwerdegegnerin, hat sie doch zu keinem Zeit
punkt die nun strittigen Einkommen als solche aus selbständiger Erwerbstätigkeit bezeichnet. Es sind sodann auch keine Dispositionen des Beschwerdeführers erkennbar, die nicht ohne Nachteil wieder rückgängig gemacht werden können.
Anzufügen bleibt, dass
die
Beitragserhebung unter dem Titel
Selbständigerwerbender
in den Jahren 2011 bis 2013 auch insofern ohne Relevanz für die vorliegende Streitsache ist, als für jedes einzelne Vertragsverhältnis zu prüfen ist, ob das daraus fliessende Einkommen als solches aus selbständiger oder unselbständiger Erwerbstätigkeit zu fassen ist. Aus einer früheren Erfassung als
Selbständiger
werbender
für einen anderen Auftraggeber kann der Beschwerdeführer damit nichts zu seinen Gunsten ableiten. Überdies erfolgte aufgrund der Herabsetzung nie eine Prüfung, ob die in den Jahren 2011 bis 2013 erzielten Einkommen effektiv aus selbständiger Erwerbstätigkeit herrührten.
4.
2
Zu prüfen bleibt
die
Qualifikation des Beschwerdeführers als
Selbständigerwer
bender
aufgrund seiner Anmeldung vom
6.
November 2017 (
Urk.
6/105). Die Beschwerdegegnerin verneinte dies im Wesentlichen damit, dass
der Beschwer
deführer bei den Firmen
A._
AG,
B._
GmbH,
C._
AG und
D._
AG
in arbeitsorganisatorischer Hinsicht abhängig sei.
Seine
Einkünfte
bei den Firmen bestünden aus Provisio
nen,
sodass er nach den
Voraussetzungen für
Reisevertreter (Handelsreisen
de, Vertreterinnen, Vertreter,
Agentinnen, Agenten usw.)
zu beurteilen sei, die
nur ausnahmsweise als
Selbständigerwerbende
gelten
könnten
. Die Beschwerdegeg
nerin erachtete dabei
die
drei Voraussetzungen,
eigen
e oder gemietete Geschäfts
räume, Beschäftigung von
Personal und
das S
elber
-T
ragen der
Geschäftskosten, die
kumulativ
erfüllt sein
müsste
n
,
aufgrund der Unterlagen
für
nicht ausgewie
sen
(
Urk.
6/125
). Etwas Anderes wird vom Beschwerdeführer nicht geltend gemacht
und
die
Akten ergeben
auch keine Anhaltspunkte für eine andere Sicht
weise.
Die Begründung der Beschwerdegegnerin steht sodann im Einklang mit Rechtsprechung
(
vgl.
E. 2.2 hie
r
vor; siehe auch
Kieser
, Rechtsprechung zur AHV,
3.
Au
flage, Zürich 2012,
Art.
5 N 25 f. und N
114
)
.
D
ie Beschwerde
erweist sich damit
insgesamt als unbegründet, was zu deren Abweisung führt.