Decision ID: a0606353-a6a3-4f7f-ad4f-6fbfbe567b34
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1958,
absolvierte
im Jahr 198
2 eine
Anlehre
als
Fassadenisol
eur
(
Urk.
12/1/4
und 12/6/3
)
.
Diese Tätigkeit übte er in der Folge mit
Unterbrüc
hen für
verschiedene
Arbeitgeber aus.
Z
uletzt
war er
ab dem 16.
April 2012
bei
seinem Bruder
Y._
angestellt, für den er bereits seit
2006
mit Unterbrüchen
gearbeitet hatte (vgl.
Urk.
12/5/2
, 12/6/2
und 12/7).
Im Oktober 2012 wurde beim Versicherten
ein
multilokulärer
Blasentumor
diag
nostiziert
, weswegen er sich am 1
7.
Oktober 2012
i
n der Klinik für Urologie des
Z._
einem operativen Ei
ngriff
unterziehen musste, bei dem eine bei
d
seitige
transurethrale
Resektion der Harnblase (TUR-B)
vorgenommen wurde
(Urk.
12/5/4, 12/5/6
und
12/5/8).
Die behandelnden Ärzte attestierten ihm v
om 1
1.
Oktober
2012
bis
Ende Januar 2013
eine
100%ige Arbeitsunfähig
keit (vgl.
Urk.
12/5/5, 12/5/7
und 12/5/10
ff.).
Nach dem Auftreten eines Re
zidivs
wurde
am
8.
April 2013
eine
Urethrotomie
nach Sachse
durchgeführt
(Urk.
12/5/20)
.
A
m 19. April 2013
liess sich
d
er
Versicherte
wegen
eine
r
Makro
hämaturie
auf der Notfallstation des
Z._
ambulant
mit
Algesie und
Flüssig
keits
zufuhr
behandel
n
(Urk.
12/5/22).
V
om
8.
April
bis
zum
6
.
Mai 2013
wurde ihm erneut eine
100%
ige A
rbeitsunfähig
keit bescheinigt
(
vgl.
Urk.
12
/
5
/21,
12
/
5
/24, 12/
5/
25 ff.
und
12/
5/31
).
Am 1
3.
September 2013 wurde
n
wegen
multipler Rezidive
eine
weitere TUR-B und eine
Meatotomie
vorgenommen
,
worauf
sich der Versicherte
bis zum 17.
Septem
ber 2013
abermals
i
n der Klinik für Urol
o
gie des
Z._
aufhalten musste
(Urk. 12/5/36).
Dort
fand am
1
5.
Oktober 2013 eine
Nach
re
sek
tion
statt, die einen
weiteren
stationären Klinikaufenthalt
bis zum 17.
Okto
ber 2013
erforderte
(Urk.
12/5/37)
und bei der kein Tumor mehr nachgewiesen wer
den konnte (vgl.
Urk.
12/5/50 und 12/5/51)
.
Im Januar 2014 wurde erneut eine TUR-B vorgenommen,
die ohne
Tumornachweis
endete
(vgl.
Urk.
12/15).
Am 21. März 2014 meldete sich
der Versicherte
bei der
Sozialversicherungsan
stalt
des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 12/1). Diese zog die Akten
des Krankentaggeldversicherers bei (Urk. 1
2
/5). Überdies tä
tigte sie weitere erwerbliche (Urk.
12/7
) und medizinische (Urk.
12/8
) Abklärungen.
Mit Vorbescheid vom
10
.
Juni
2014 stellte die IV-Stelle
dem Versicherten
die Abweisung des
Leistungsbegehrens
in Aussicht (Urk.
12
/
10
). Dagegen liess
er
Ein
wand erheben
(
Urk.
12/11)
und
denselben
später
unter
Einreichung
weiterer medizinischer Unterlagen (vgl.
Urk.
12/15, 12/16 und 12/18)
ergänzend begrün
den
(Urk.
1
2
/
1
7
).
Am 1
7.
September 2014 wurden
diverse
Arbeitsunfähigkeits
bescheinigungen
zu den Akten gegeben
(vgl. Urk.
12/19 und 12/20).
Die IV-Stelle holte darauf bei der Klinik für Urologie des
Z._
einen
ärztli
chen
Bericht
ein (
Urk.
12/21).
Dazu nahm der Rechtsvertreter des Versicherten
am 18.
November 2014
schriftlich Stellung (
Urk.
12/24) und reichte
nebst
Ko
pien bereits vorhandener
Unterlagen
ein neues ärztliches Zeugnis
der Klinik für Urologie des
Z._
vom 3
0.
September 2014
ein (vgl.
Urk.
12/23, ins
besondere
12/23/3).
Am
6.
Februar 2015 forderte die IV-Stelle
do
rt
einen
Ver
laufsbericht
an, worauf ihr mit Schreiben vom 24.
Februar 2015 mitgeteilt wurde, der Versicherte
habe sich
seit Herbst 2014 einer Nachkontrolle entzogen, nachdem er seine Unterlagen abgeholt
gehabt
ha
b
e
(Urk.
12/26).
Die
IV-Stelle
holte darauf
Verlaufsberichte bei den mit der aktuellen Behandlung betrauten Ärzten ein (vgl.
Urk.
12/28 und 12/29)
.
Der
Rechtsvert
r
eter des Versicherten gab eine
weitere
Kopie der Krankenkarte
zuhanden des Krankentaggeldversicherers
zu den Akten (vgl.
Urk.
12/30 und 12/31)
.
Mit Verfügung vom 1
0.
August 2015 verneinte die IV-Stelle einen Leistungsanspruch (
Urk.
2 = 12/
36
).
2.
Gegen die Verfügung vom 1
0.
August 2015 liess der Versicherte mit Eingabe vom
26. August 2015 Beschwerde erheben (Urk. 1). Sein Rechtsvertreter, Rechts
an
walt
lic
.
iur
. Tobias
Figi
, bean
tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzu
heben und es sei dem Beschwerdeführer spätestens ab September 2014 eine ganze Rente der Invalidenversicherung auszurichten. Eventualiter sei
die Sache
zur Einholung eines polydisziplinären Gutachtens
an die
Beschwerdege
g
nerin
zurückzuweisen.
Subeventualiter
seien dem Beschwerdeführer Eingliede
rungs
massnahmen, insbesondere berufliche Massnahmen zuzusprechen. Alles unter
Kosten- und Entschädi
gungsfolgen zu
l
ast
en der Beschwerdegegnerin (Urk.
1 S.
2).
Am 1
4.
September 2015 wurden
von Seiten des Beschwerdeführers
weitere
medizinische Unterlagen eingereicht (vgl.
Urk.
6 und 7/1-2).
Die IV-Stelle schloss
am
30
.
Oktober 2015
auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
11
).
Die Replik wurde am
4.
Dezember 2015 erstattet (
Urk.
15). Mit derselben wur
den weitere
Arztberichte
eingereicht
(vgl.
Urk.
16/1-2).
Die
Beschwerdege
gnerin
ver
zic
htete am
16.
Dezember 2015 auf
eine
Duplik (
Urk.
18)
.
Dies wurde der
Gegen
partei mit
Verfügung vom
2
1.
Dezember
2015
mitgeteilt
(
vgl.
Urk.
19
).
In der Folge reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Eingaben vom 2. Februar
2016 (
Urk.
20) und vom 2
6.
Februar 201
6
(
Urk.
23) weitere ärztliche Berichte ein
(vgl.
Urk.
21/1-2 und 24/1-2), wovon der Beschwerdegegnerin je
weils Kenntnis gegeben wurde (vgl.
Urk.
22 und 25).
Auf die Ausführungen der Parteien in de
n Rechtsschriften und die im
Be
schwer
deverfahren
neu eingereichte
n
Unterlage
n (vgl.
Urk.
3
, 7/1-2
, 16/1-2, 21/1-2
und
24/1-2) wird, soweit erfor
der
l
ich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt z
udem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7 Abs. 2
ATSG).
1.2
Invalide o
der von einer Invalidität (Art.
8 ATSG) bedroht
e Versicherte haben gemäss Art.
8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
(Abs. 1)
:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen erfüllt sind
.
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen
gemäss Abs. 3 in
me
dizinischen Mass
nahmen (
lit
. a),
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die
berufliche Eingliederung (
lit
.
a
bis
),
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsverm
ittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
.
d).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei,
das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
gemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Be
richten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arzt
berichtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange um
fassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Be
schwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeich
nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
Zur Begründung der angefochtenen Verfügung führte die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen an, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in seiner angestammten Tätigkeit nicht eingeschr
änkt sei (vgl. Urk.
2).
In der
Beschwer
deantwort
machte sie darüber hinaus geltend, dass nur phasenweise Arbeitsun
fähigkeiten bestanden hätten. Aufgrund der dazwischen liegenden wesentlichen Unterbrüche sei das Wartejahr nicht erfüllt (
vgl.
Urk.
11).
Demgegenüber lässt der Beschwerdeführer den Standpunkt vertreten, es treffe nicht zu, dass er in seiner
angestammten Tätigkeit als
Fassadenisoleur
arbeits
fähig sei
.
Sein Hausarzt,
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, habe bestätigt, dass er an einer progredienten Erkrankung leide. Insbesondere habe
Dr.
A._
ihm vom
8.
April 2013 bis zum 2
0.
Mai 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in angestammter Tätigkeit bes
cheinigt
. Überdies habe er
der Beschwerdegegnerin
bereits
im
Einwandverfah
ren
mitteilen lassen
, dass er a
b dem 2
4.
Februar 2014 in der Abteilung für
Vis
zeralchirurgie
des
Z._
hospitalisiert gewesen
sei
, wo er auch operiert worden sei. Seit
her habe er
seine Arbeit
nie mehr im angestammten Arbeitspensum von 100
%
verrichten können
. Die Beschwerdegegnerin habe den Sach
verhalt dies
bezüglich nicht
aus
reichend abgeklärt
(
vgl.
Urk.
1; vgl. auch
Urk.
12/11/2
und
12/17/2
).
3.
3.1
Die Anmeldung zum Leistungsbezug erfolgte am
21. März 2014 (vgl.
Urk.
12/1)
. Es stehen somit ein Rentenanspruch ab dem
1.
September 2014
(
Art.
29
Abs.
1 IVG) und ein Anspruch auf Massnahmen beruflicher Art ab dem
2
1.
März 2014
(
Art.
10
Abs.
1 IVG) zur Diskussion.
Dabei ist
strittig und zu prüfen, wie sich die medizinischen Verhältnisse, namentlich die Arbeits- und Er
werbsfähigkeit, zwischen dem 1.
September 2013
(vgl.
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG
)
und dem Erlass der angefochtenen Verfügung am 10. August 2015 präsentierten.
3.2
Zum relevanten Zeitraum lässt sich den Akten entnehmen, dass am 13. Septem
ber 2013 eine
TUR-B und
eine
Meatotomie
durchgeführt wurden
, die mit
einem stationären Aufenthalt in der Klinik für Urologie des
Z._
bis zum
17.
September
2013 verbunden war
en
(vgl.
Urk.
12/5/36)
.
D
er Hausarzt
Dr.
A._
attestierte
dem Beschwerdeführer
ab dem 13.
September
2013 eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit
und verwies für genauere Angaben a
uf
die behan
delnde Klinik
(vgl.
Urk.
12/5/41 und 12/5/42).
3.3
Im Zusammenhang mit der Nachresektion vom 1
5.
Oktober 2013 wurde dem Be
schwerdeführer von den Ärzten
der Klinik für Urologie des
Z._
eine vom 1
5.
bis und mit 2
0.
Oktober 2013
an
dauernde 100%
ige
Arbeitsunfä
hig
keit attestiert
; ein Tumor
war
nicht mehr nach
weisbar
(vgl. Urk.
12/5/37
,
12/5/39
, 12/5/47 und 12/5/50
).
Dr.
A._
beurteilte
den Beschwerdeführer am
2
1.
Oktober 2013 als
bis auf
Weiteres
zu 100
%
arbeitsunfähig (
vgl.
Urk.
12/5/40
und 12/5/41).
3.
4
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Urologie, vo
n der Klinik für Urologie des
Z._
hielt in seinem Bericht
vom 2
0.
Mai 2014
fest
, dass der Be
schwerdeführer
mit dem
erstmals im Oktober 2012 diagnostizierten
ob
erflächli
chen
Urothelkarzinom
und erneuter
Resektion bei
mul
t
iloku
lärem
Rez
i
div im September 2013 in seiner angestammten Tätigkeit arbeitsfähig sei (
Urk.
12/8/5).
3.
5
Gemäss dem provisorischen Austrittsbericht der Klinik für Urologie des
Z._
vom 1
3.
August 2014
unterzog
sich der Beschwerdeführer
wegen des Verdachts auf ein
mult
i
lokuläres
Tumorrezidiv
am 15. August 2014 ei
nem wei
teren operativen Eingriff, dem ein stationärer Klinikaufenthalt
bis zum 19. Augus
t 2014
folgte
(
Urk.
12/15).
Mit är
ztlichem Zeugnis vom 18.
August 2014 wurde ihm
von Seiten der Klinik eine
v
om 1
3.
bis zum 2
9.
August 2014
andauernde
100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt
(
Urk.
12/16 = 12/23
/1
).
3.6
Dr.
A._
hielt in seinem Arztzeugnis
vom 1
6.
September 2014
fest, dass
der Beschwerdeführer vom 3
0.
August bis zum 3
0.
September 2014 wegen Krank
heit vollumfänglich arbeitsunfähig
sei
(
Urk.
12/19/1
= 12/23/2
).
Auf der Krankenkarte zu
Handen
des Krankentaggeldversicherers
bestätigte er
ab dem 1
3.
und dem
3
0.
August
sowie
ab dem
1
6.
September
(gemeint wohl: 2014)
eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit (Urk. 12/19/2).
3.
7
Der Beschwerdeführer wurde
am 2
6.
September 2014 erneut
in der Klinik für
Urologie des
Z._
operiert (vgl.
Urk.
12/18
und 12/21/7
).
Am 21.
Okto
ber 2014 hielt
Dr.
B._
schriftlich fest, dass auch die letzte Operation vom
2
6.
September 2014 nichts an seiner bisherigen Beurteilung ändere, zumal sich
auch
in der aktuellen Nachresektion kein Tumor mehr habe nachweisen lassen. Die nächste Routinekontrolle sei wie üblich in drei Monaten mittels Blasenspie
gelung vorgesehen (
Urk.
12/21/6). Zum Beleg seiner Ausführungen legte er den Operationsbericht vom 2
6.
September 2014
(
Urk.
12/21/7)
und den
Austritts
bericht
vom
2
9.
September 2014
(
Urk.
12/21/8)
zur
Hospitalisation
vom 2
6.
bis zum
3
0.
September 2014
bei
.
Mit ärztlichem Zeugnis vom 3
0.
September 2014
bestätigt med.
pract
. C._
, Assistenzarzt der
Klinik für Urologie des
Z._
,
eine
vom 26.
Septem
ber bis zum 1
9.
Oktober 2014 dauernde 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk.
12/23
/3
)
.
3.
8
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Urologie, hielt in seinem Bericht vom 2
5.
März 2015 (
Urk.
12/28) ein rezidivierende
s
Urothelkarzinom
der Harn
blase als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest. Er habe den Beschwerdeführer vom
4.
November 2014 bis zum 1
5.
Januar 2015 behandelt.
Zystoskopisch
habe er am 1
5.
Januar 2015 suspekte Schleimhautveränderungen festgestellt, die Histologie habe aber keinen bösartigen Befund ergeben.
Aus
uro
logischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
12/28/2).
3.9
In seinem Bericht vom
2.
April 2015 (
Urk.
12/29) führte
Dr.
A._
das im Okto
ber 2012 diagnostizierte rezidivierende
multilokuläre
Urothel
karzinom
(gegen
wärtig ohne Hinweis auf Restanteile),
eine
Reiz
blase
,
rezidivierende Harnwegs
infekte
und
ein Prostataobstruktionssyndrom des Stadiums I
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
auf
(
Urk.
12/29/3)
. Er habe den Beschwer
deführer letztmals am 1
9.
März 2015 untersucht.
Es handle sich um eine pro
grediente Erkrankung.
Ab dem 1
3.
August 2014 bis zu eine
m
Dr.
A._
nicht
bekannten Zeitpunkt sei der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig. Eventuell könnte er
sie
mit einem
zu Beginn
vermin
derten Pensum von 50
%
ab dem
1.
Juni 2015 wieder
aufnehmen
.
Ferner sei vom
8.
April 2013 bis zum 2
0.
Mai 2015 eine Arbeitsunfähigkeit dokumentiert.
Die Arbeitsfähigkeit sei aufgrund der Schmerzen und des häufigen Wasserlösens eingeschränkt. Eine schwere körperliche Arbeit sei kaum durchführbar.
Auf der Krankenkarte attestierte
Dr.
A._
vom 1
3.
August (gemeint wohl: 2014) bis zum 2
0.
Mai 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (vgl.
Urk.
12/31 und 12/32).
Einzig die darauf vermerkte Arbeitsunfähigkeitsbestätigung vom 2
6.
August (gemeint wohl: 2014) stammt vom
Z._
(vgl.
Urk.
12/31/1).
4.
4.1
Es ist insoweit unbestritten und
mit der geschilderten
medizinischen Akten
lage erstellt,
dass wegen des im
Oktober
2012 diagnostizierten
Urothelkarzinoms
mehrere operative Therapien durchgeführt
werden mussten
. Während der
ein
zelnen
in diesem Zusammenhang erforderlichen
Hospitalisationen
und an
sch
l
iessenden kurzen Erholungsphasen
war
der Beschwerdeführer jeweils zu 100
%
arbeitsunfähig. Aus urologischer Sicht wurde jedoch keine andauernde
Arbeitsunfähigkeit attestiert.
Vielmehr hielt
der behandelnde Facharzt
Dr.
B._
am 2
0.
Mai und am 21. Oktober 2014 ausdrücklich fest, dass der Be
schwer
deführer seine angestammte Tätigkeit
nach
wie vor ausüben
kann
(Urk. 12/8/5 und
Urk.
12/21/6). Diese Beurteilung steht im Einklang
mit der
fachärztlichen Einschätzung
von
Dr.
D._
vom 2
5.
März
2015,
wonach
aus
urologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
vorhanden
sei
(Urk. 12/28/2).
4.2
Eine
(
teilweise
)
davon abweichende
Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit hat einzig der behandelnde Hausarzt
Dr.
A._
vorgenommen, indem er dem Beschwerde
führer
am
2.
April 2015
eine seit
dem 1
3.
August 2014 beziehungsweise seit dem
8.
April 2013
andauernde
100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigte (vgl.
12/29
; vgl. auch
Urk.
16/1
).
Dr.
A._
vermag
die Beurteilung
von
Dr.
B._
und von
Dr.
D._
indessen
nicht in Zweifel zu ziehen, zumal
er seine eigene nicht
ein
leuchtend und nachvollziehbar
begründete
. In
s
besondere
verfügt
Dr.
A._
als Allgemeinmediziner auch nicht über die erforderliche fachärztli
che Eignung eines Urologen.
Es kommt hinzu, dass den vorhandenen Unterla
gen nicht an
satz
weise zu entnehmen ist, dass
Dr.
A._
den Beschwerdeführer in der Zeit vom 2
2.
Oktober 2013 bis zum 1
3.
August 2014 einmal
persönlich
untersuchte.
Bereits an dieser Stelle ist sodann zu bemerken, dass
Dr.
A._
die Arbeitsun
fähigkeit
, soweit überhaupt,
im erwähnten Bericht
lediglich mit dem urolo
gi
schen Leiden
begründete (
Urk.
12/29/3
; vgl. auch
Urk.
16).
Eine gesund
heitliche Beeinträchtigung
,
die
einen
v
i
szeralchirurgischen
Eingriff am
2
4.
Februar 2014 erforderlich machte
,
und damit einhergehende oder daraus resultierende Ein
schrän
kungen der Arbeitsfähigkeit blieben unerwähnt.
Im
Be
schwerdeverfahren
wurde ein weiterer Bericht von
Dr.
A._
vom 26. November 2015 (
Urk.
16/1) eingereicht, dem unter anderem Details zum Eingriff vom Februar 2014 zu entn
e
hmen sind.
Demnach wurden
ein
Umbikalhernienrepair
und eine
Lipo
mex
zision
am Unterbauch und an den Obersche
nkel
n
durchge
führt
.
Es ist weder ersichtlich noch geht aus den Ausführungen von
Dr.
A._
hervor, dass des
wegen die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer
in
validitätsrele
vanten
Weise eingeschränkt sein könn
t
e. Vielmehr hat
Dr.
A._
auch
im
neu eingereichten
Bericht die attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 1
3.
August 2013 allein mit urologischen Beschwerden begründet. Un
ter diesen Umständen erscheinen die beantragten weiteren Abklärungen bezüg
lich des
vi
s
zeral
chirurgischen
Eingriffs vom Februar 2014
(vgl.
Urk.
1, 12/11/2 und 12/17/2)
nicht als angezeigt. Es ist daher darauf zu ver
z
ichten.
Vielmehr ist
auf den Bericht von
Dr.
B._
abzustellen und dementsprechend
davon auszu
gehen, dass der Beschwerdeführer spätestens am 2
0.
Mai 2014 wieder voll ar
beitsfähig war (
Urk.
12/8/5).
4.3
Eine
erneute
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
wird
erst
wieder
ab dem 13.
August 2014
mit echtzeitlichen Arztzeugnissen
dokumentiert (vgl. Urk. 12/16
und12/19/2).
Daraus folgt, dass die
einjährige Wart
ezeit
im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG
, deren Beginn
–
soweit hier relevant
–
auf den 13.
September 2013 festzusetzen ist,
wesentlich unterbrochen
wurde
, da der Beschwerdeführer spätestens ab dem 2
0.
Mai bis zum 1
3.
August 2014, mithin während mehr als 30 aufeinanderfolgenden Tagen wieder voll arbeitsfähig war (vgl.
Art.
29
ter
der Verordnung über die Invalidenversicherung; IVV).
4.
4
D
as Wartejahr
begann am 1
3.
August 2014
neu zu laufen und war
beim Erlass der angefochtenen Verfügung vom 1
0.
August 2015 noch nicht beendet.
Eine
wesentliche Voraussetzung für die
Rentenzusprache
(vgl.
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG)
war somit
nicht erfüllt
ohne dass geprüft werden muss, ob ab dem 13. August 2014 eine
ununterbrochene
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40 % bestand
.
Es erweist sich folglich als korrekt, dass die
Be
schwerdegegnerin
dem Be
schwer
deführer keine Invalidenrente zugesprochen hat. Die Beschwerde ist in diesem Punkt abzuweisen.
5.
5.1
Im Weiteren ist zu untersuchen, ob die Beschwerdegegnerin dem Beschwerde
führer zur Recht keine Eingliederungsmassnahmen, insbesondere
keine
berufli
che Massnahmen gewährt hat. Dies würde unter anderem zutreffen, wenn der Beschwerdeführer weder als invalid noch als von Invalidität bedroht zu qualifi
zieren ist (vgl.
Art.
8
Abs.
1 IVG). Eine drohende Invalidität liegt vor, wenn der Eintritt einer Erwerbsunfähigkeit überwiegend wahrscheinlich ist. Der Zeitpunkt des Eintritts der Erwerbsunfähigkeit ist unerheblich (
Art.
1
novies
IVV).
5.2
Es ist deshalb zum
weiteren Verlauf festzuhalten, dass der Beschwerdeführer
gemäss der insoweit übereinstimmenden medizinischen Aktenlage
v
om
13.
August
bis zum 1
9.
Oktober 2014
ohne wesentlichen Unterbruch
wieder
zu 100
%
arbeitsunfähig
war
(vgl.
Urk.
12/15, 12/16
, 12/18, 12/19, 12/21/7 und 12/23/3).
5.
3
Gestützt auf den Bericht
von
Dr.
D._
vom 2
5.
März 2015 (
Urk.
12/28)
ist da
von auszugehen, dass
die Arbeitsfähigkeit
de
s
Beschwerdeführer
s
spätestens am 1
5.
Januar 20
15 wieder
vollumfänglich vorhanden war
.
A
uf die davon abwei
chende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch
Dr.
A._
(vgl.
Urk.
12/29 und
12/31)
ist
aus den bereits dargelegten Gründen nicht abzustellen. Es
ist
daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
beim Erlass der angefoch
tenen Verfügung vom 1
0.
August 2015 davon ausgegangen ist, der Beschwer
deführer
sei
voll arbeitsfähig und unter den gegebenen Umständen weder inva
lid noch von Invalidität bedroht. Zu keinem anderen Ergebnis führt das im
Beschwerdeverfahren neu eingereichte ärztliche Zeugnis von
Dr.
D._
vom 2
0.
Ma
i 2015 (
Urk.
3). Darin h
ielt
dieser
lediglich fest, dass er den Beschwerde
führer seit dem 2
7.
April 2015 behandle und dass dessen Arbeitsunfähigkeit vom 2
7.
April zum 2
5.
Mai 2015 100
%
betrage.
Dem ebenfalls erst im
Be
schwerdeverfahren
beigebrachten Zwischenzeugnis von
Dr.
A._
vom 1
6.
Juli 2017 (gemeint wohl: 1
6.
Juli 2015) ist hierzu
ergänzend
zu entnehmen, dass am 27. April 2015 erneut eine TUR-B durchgeführt und im Mai 2015 eine
Epirubi
cin-Therapie
begonnen
wurde
(
Urk.
7/2 S. 2).
Anhaltspunkte für eine längere Zeit andauernde d.h. invaliditätsrelevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sind damit
jedoch
nicht vorhanden.
Gegen
das Vorliegen einer
solche
n
spre
chen
insbesondere
die
Bericht
e
von
Dr.
A._
vom 26.
November 2015
(vgl.
Urk.
16/1)
und von
Dr.
D._
vom 2
5.
November 2015 (
Urk.
16/2)
.
Denselben ist auch zu
entnehmen, dass
erst im September 2015 wieder eine TUR-B wegen ei
nes Rezidivs und ab
dem
5. November
2015
eine
Epirubicin-Rezidivprophylaxe
erfor
derlich waren.
Es
ist
somit
unverändert davon auszugehen, dass
keine längere Zeit andau
ernde
, sondern lediglich eine intermittierende Arbeitsunfähigkeit besteht, wel
che
auf
die
einzelnen operativen Eingriffe mit
kurzen
Hospitalisationen
und
al
lenfalls ab Mai 2015 auch auf die für einen beschränkten Zeitraum angeordne
ten
Instillationsbehandlungen
zurückzuführen ist
.
Die weiteren im
Beschwerde
verfahren
eingereichten medizinischen Unterlagen (vgl.
Urk.
7/1
, 21/1-2 und 24/1-2
) äussern sich lediglich
neu
zur Entwicklung der gesundheitlichen Ver
hältnisse nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung. Sie haben hier daher unberücksichtigt zu bleiben. Dennoch ist zu bemerken, dass sie sich weder dazu eignen, eine Invalidität zu belegen
,
noch
lassen sie
den Eintritt einer Erwerbs
unfähigkeit als überwiegen
d wahrscheinlich scheinen
.
Unter diesen Umständen be
steht kein Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen. Daraus folgt
, dass die Be
schwerde auch in diesem Punkt und damit
vollumfänglich
abzuweisen ist.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- festzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem unterliegenden Beschwerde
führer aufzuerlegen.