Decision ID: 476e75aa-092e-4c2e-8289-a531f9b189aa
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
Z._
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Jean-Pierre Menge, Quaderstrasse 5, Postfach
26, 7002 Chur,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision und unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren
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Sachverhalt:
A.
A.a Z._, geboren 1958, meldete sich am 12. April 1995 bei der Invalidenversicherung
(IV) zur Umschulung auf eine neue Tätigkeit an (act. 6.1.1). Seit seinem Sturz vom
Baugerüst aus 6 m Höhe am 16. Oktober 1994 litt der Versicherte an Rücken- Brust
und Kopfschmerzen sowie Atem- und Herzproblemen (act. G 6.1.7 und 1). Am
18. Oktober 1994 diagnostizierten Dr. med. A._, Assistenzarzt, und Dr. med. B._,
Orthopädische Abteilung der Chirurgischen Klink des Rätischen Kantons- und
Regionalspitals, Chur, ein Polytrauma mit Commotio cerebri, instabiler BWK 8
Kompressions- /Distraktionsfraktur mit Rotationskomponente bei Sternumfraktur,
Contusio cordis, Hämathorax rechts, Metacarpale V-Frakturen beidseits sowie
Luxation Dig. l im PIP (act. G 6.1.7). Nach diversen Operationen stellte Dr. B._ am 21.
Juli 1995 folgende zusätzlich Diagnosen: Status nach dorsaler
Aufrichtungsspondylodese Th7/Th8 mit Fixateur interne Th7/Th9 sowie Einlegen einer
Bülau-Drainage rechts am 17.9.1994, Status nach geschlossener Reposition und
Anlegen eines Iselingipses rechts am 18.9.1994, links am 22.9.1994, Status nach
Entfernung des Fixateurs interne Th7/Th9 sowie der abgebrochenen
Schanzensschrauben am 26.5.1995, Dyspnoe unklarer Aetiologie und eine reaktive
Depression (act. G 6.1.15). Im Oktober 1995 begann der Versicherte eine zweijährige
Umschulung zum kaufmännischen Angestellten an der Handels- und
Dolmetscherschule C._ auf Kosten der IV, die er am 22. Juni 1997 abschloss (act. G
6.1.18 bis 21 und 31). Mit Verfügung vom 5. Januar 1999 sprach die IV dem
Versicherten aufgrund langdauernder Krankheit eine halbe Invalidenrente ab dem 1.
Juni 1997 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 56.42% (Valideneinkommen Fr.
61'094--, Invalideneinkommen Fr. 26'622.--) zu. Eine Revision der Rente wurde auf den
31. Januar 2002 vorgesehen (act. G 6.1.61).
A.b Am 22. April 2002 reichte der Versicherte den Revisionsfragebogen ein, in welchem
er angab, dass sich sein Gesundheitszustand sowohl körperlich als auch geistig
verschimmert habe oder gleich geblieben sei. Von Februar bis April 2001 sei er zu
100% arbeitsunfähig gewesen. Zur Zeit sei er bei Dr. D._ und Dr. E._ in
Behandlung. Seit der Zusprechung der Rente seien aus gesundheitlichen Gründen drei
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berufliche Umstellungen erfolgt (act. G 6.1.69). Dem Fragebogen für Arbeitgeber vom
27. Mai 2002 lässt sich entnehmen, dass der Versicherte seit dem 1. Juli 1999 als
Nachtwache im F._ angestellt war und ab April 2001 noch 4.3 Std./Tag arbeitete, bei
einem Stundenlohn von Fr. 27.62 (seit 1. Januar 2002). Im Jahr 2000 hat er Fr.
28'805.25 und 2001 Fr. 26'157.25 verdient (act. G 6.1.68). Mit Verlaufsbericht vom 27.
Juni 2002 teilte Dr. med. D._, Facharzt für Allgemeinmedizin, der IV mit, dass sich der
Gesundheitszustand des Versicherten verschlechtert habe. Der Versicherte habe eine
depressive Störung entwickelt, die eine psychiatrische Behandlung sowie einen
stationären Aufenthalt in der Klinik St. Pirminsberg, Klinik für Psychiatrie,
Psychotherapie und Suchtbehandlung, Pfäfers, notwendig gemacht habe. Der Befund
habe sich seit Januar /Februar 2001 verschlechtert und seit Mai 2002 sei der
Versicherte nur noch zu 20-30% fähig, seine bisherige Tätigkeit als Nachtwache im
Heim F._ zu versehen. Zur Beurteilung der weiteren Erwerbsfähigkeit sei die
Einholung eines Berichts bei den Psychiatern (G._ für Erwachsene) angezeigt. Dr.
E._, Assistenzarzt, und Dr. med. H._, Oberarzt, Fachstelle I._ teilten Dr. D._ am
6. September 2002 mit, dass beim Versicherten, der bei ihnen vom 25. April 2001 bis 6.
September 2002 in ambulanter Behandlung gewesen sei, eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig relimitiert (ICD-10 F 33.4), vorliege und sie zur
Rückfallprophylaxe die Beibehaltung von Floxyfral für zwei Jahre mit dem Versicherten
vereinbart hätten (act. G 6.1.72). Am 11. April 2002 teilte die IV- Stelle dem
Versicherten mit, dass die Überprüfung des Invaliditätsgrades keine
rentenbeeinflussende Änderung ergeben habe (act. G 6.1.74).
B.
B.a Mit Schreiben vom 27. April 2004 liess der Versicherte um die Einleitung einer
Revision bitten, da sich sein Gesundheitszustand erheblich verschlechtert habe. Er
legte seine Kündigung beim F._ bei (act. G 6.1.76 und 77). Gemäss Fragebogen für
den Arbeitgeber vom 24. Mai 2004 arbeitete der Versichert ab dem 1. Januar 2002
noch 27.62 Stunden pro Woche als Nachtwache und verdiente 2002 Fr. 18'097.30 und
2003 Fr. 9'433.90. Mit Verlaufsbericht vom 20. Juli 2004 teilte Dr. D._ mit, dass sich
die Diagnose zwar nicht verändert, aber der Gesundheitszustand sich seit Ende
Oktober 2003 verschlechtert habe. Der Versicherte sei auch bei Dr. K._, G._ für
Erwachsene, in Behandlung, der die psychische Verschlechterung bestätige und auch
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von psychiatrischer Seite eine Erwerbsunfähigkeit von etwa 70% empfehle (act. G
6.1.80).
B.b Dr. med. K._, Assistenzarzt, und Dr. med. L._, Oberärztin, von der Fachstelle
I._ diagnostizierten am 18. August 2004 eine rezidivierende depressive Störung mit
gegenwärtig mittelgradiger Episode. Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar.
Der Versicherte könne die psychischen Belastungen an der bisherigen Stelle nicht mehr
ertragen. Zumutbar seien noch Tätigkeiten, die weder körperlich noch seelisch sehr
belastend seien, dies im Rahmen von zwei bis drei Stunden pro Tag, wobei eine
verminderte Leistungsfähigkeit bestehen würde. Aus psychiatrischer Sicht würden sie
eine Dreiviertelsrente vorschlagen. Der Gesundheitszustand habe sich seit dem letzten
Bericht deutlich verschlechtert und die Prognose bezüglich der Arbeitsfähigkeit sei
eher ungünstig (act. G 6.1.81). Nachdem die Suva daraufhin die UV-Rente bei 50%
beliess, da die Veränderung ihrer Ansicht nach keine Auswirkungen auf die zumutbare
Arbeitsfähigkeit habe, veranlasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre medizinische
Abklärung bei der ABI Basel, dies weil Unklarheit darüber bestand, ob die
Verschlechterung des psychischen Zustandes als Spätfolge des Unfalles von 1994
anzusehen sei oder ob es sich dabei um ein selbstständiges Krankheitsbild handle (act.
G 6.1.86 bis 91).
B.c Dr. med. M._, Orthopädie, und Dr. med. N._, Innere Medizin, Ärztliches
Begutachtungsinstitut, Basel, stellten am 10. Januar 2006 im Gutachten (internistisch,
orthopädisch, psychiatrisch) folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
chronisches thorakolumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik
(ISD-10 M54.85), Status nach dorsaler Aufrichtungsspondylodese Th7/8 mit Fixateur
interne Th7 bis Th9 am 17.09.94 und Status nach Spondylodesematerial-Entfernung
am 26.5.95 (ICD- 10Z98.8/ Z47.0), Status nach instabiler BWK8 Kompressions-/
Distraktionsfraktur mit Rotationskomponente bei Sternumfraktur (ICD-10 T91.1) sowie
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ISD-10 F 33.0).
Aus orthopädischer Sicht bestehe in seiner angestammten Tätigkeit als Kaufmann
weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 50%, idealerweise in einem Pensum,
das je hälftig auf Morgen und Nachmittag verteilt sei. Aus psychiatrischer Sicht bestehe
aufgrund der gegenwärtig leicht ausgebildeten rezidivierenden depressiven Störung
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20%. Aus internistischer Sicht bestehe
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keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Zusammenfassend bestehe für die
angestammte Tätigkeit oder für jede andere körperlich leichte Tätigkeit in wechselnder
Position und ohne wesentliche Zwangshaltungen der Wirbelsäule eine zumutbare
Arbeitsfähigkeit von 50% (act. G 6.1.100).
B.dMit Verfügung vom 9. Februar 2006 lehnte die IV-Stelle die Erhöhung der
Invalidenrente ab. Die Abklärungen hätten ergeben, dass sich der Gesundheitszustand
des Versicherten nicht in einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise verändert
habe. Die Ausübung einer leidensadaptierten Tätigkeit wäre ihm aus medizinischer
Sicht im Rahmen von 50% zumutbar. Ob eine zumutbare Tätigkeit auch tatsächlich
ausgeübt werde, sei für die Bemessung der Invalidität unerheblich. Der Invaliditätsgrad
betrage 56% und begründe weiterhin den Anspruch auf die bisherige Rente (act. G
6.1.104).
C.
C.a Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 7. März 2006 Einsprache (act.
G 6.1.107). Mit Einsprachebegründung vom 30. August 2006 liess er das ABI-
Gutachten vom 10. Januar 2006 zurückweisen. Vielmehr sei auf die beiliegenden
Arztberichte abzustellen. Ausserdem habe sich der Versicherte durch den Arzt der
Gutachterstelle sehr schlecht behandelt gefühlt, habe das Gespräch doch nur 45
Minuten gedauert, wobei es vor allem darum gegangen sei, dem Versicherten Vorwürfe
zu machen. Der angeschlagene Gesundheitszustand des Einsprechers sei komplex
und widerspreche dem Gutachten des ABI in verschiedener Hinsicht. Dabei verwies er
auf folgende Dokumente: Bericht der Fachstelle I._ vom 4. Juli 2006, Schreiben von
Dr. O._ vom 23. August 2006, Schreiben von Dr. P._ vom 25.Juli 2006, Bericht von
Dr. Q._ vom 14. Juni 2006 (act. G 6.1.115).
C.b Dr. med. Q._, Facharzt für Chirurgie, berichtete am 14. Juni 2006, dass kein
Anhaltspunkt für eine höhergradige Durchblutungsstörung der Arme bestehe, aber ein
Verdacht auf Nervenstörung bei Wirbelsäulenproblemen (act. G 6.1.116).
C.c Dr. med. L._, Oberärztin, und med. prakt. R._, Assistenzarzt, Fachstelle I._
berichteten am 4. Juli 2006 zu Handen des Rechtsvertreters, dass eine rezidivierend
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depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10.F33.1), vorliege. Beim
Versicherten bestehe seit Jahren eine rezidivierende depressive Störung. Seit 1997
werde er an ihrer Fachstelle behandelt. Der Verlauf der letzten Jahre sei durch
ausgeprägte Stimmungsschwankungen gezeichnet gewesen. Trotz medikamentöser
Therapie und Psychotherapie hätten sich nach wie vor zum Teil ausgeprägte
Schwankungen der depressiven Störung mit immer wieder auftretenden depressiven
Krisen gezeigt. Durch die Instabilität des psychischen Zustandes sei er nicht in der
Lage, konstant über einen längeren Zeitabschnitt zu arbeiten. In der angestammten
Tätigkeit als kaufmännischer Angestellter würden sie die Arbeitsunfähigkeit bei
mindesten 50% einschätzen. Es müsse jedoch darauf hingewiesen werden, dass
dieses Arbeitspensum wahrscheinlich nicht konstant durchgehalten werden könnte und
immer wieder Pausen eingelegt werden müssten, so dass zuletzt eine verwertbare
Arbeitsleistung von zwei bis drei Stunden pro Tag resultieren würde (act. G 6.1.119).
C.d Dr. med. P._, Spezialarzt Orthopädische Chirurgie FMH, erwähnte am 25. Juli
2006 eine geringgradige Wirbelsäulearthrose L 5/S1 rechts sowie eine sekundäre
Brustwirbelfehlstellung von ca. 30 Grad, woraus seines Erachtens eine geringe
Arbeitsunfähigkeit von 15-20% resultieren dürfte (act. G 6.1.116).
C.e Dr. med. O._, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, spez. Pneumologie,
organisierte am 23. August 2006 für den Versicherten bei Dr. med. S._, Pneumologie,
Kantonsspital, St. Gallen, eine stationäre CPAP-Einschulung, da dieser unter einem
leichten obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndrom mit einem Aapnoe-/Hypnoeindex von 21/
h und einem Entsättigungsindex von 17/h leide. Seine Schlafstörung sei sicher
multifaktoriell und es würden bei ihm noch einige Randprobleme mitlaufen. Vom RAV
sei er als nicht vermittlungsfähig eingestuft worden, weshalb er auch kurzfristig einen
Termin wahrnehmen könne (act. G 6.1.117).
C.f Dr. Q._ teilte dem Rechtdienst der SVA St. Gallen am 29. September 2006 mit,
dass sich aufgrund der Daten der Lungenfunktion noch keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit für eine körperlich leichte Tätigkeit ergebe. Das leichte obstruktive
Schlaf-Apnoe-Syndrom könne hingegen zu einer gewissen Beeinträchtigung der
Leistungsfähigkeit führen, schon gar, wenn es sich um eintönige Arbeiten
(Kontrollfunktion, ständig gleiche Tätigkeiten am Bildschirm etc.) handle. Er gehe
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jedoch davon aus, dass eine solche Beeinträchtigung 30% nicht übersteige. Hinzu
komme, dass unter der Voraussetzung einer erfolgreichen Therapie mit einer CPAP-
Beatmung eine in diesem Sinne volle Arbeitsfähigkeit erreicht werden kann. Eintönige
und einschläfernde Arbeiten sollten möglichst vermieden werden (act. G 6.1.122).
D.
Mit Entscheid vom 31. Oktober 2006 lehnte der Rechtsdienst der SVA St. Gallen die
Einsprache vom 7. März 2006 ab. Das ABI-Gutachten entspreche den Anforderungen
der Rechtsprechung. Die Begutachtung sei von qualifizierten Begutachtern
vorgenommen worden, basiere auf umfassenden Kenntnissen des Sachverhalts und
beinhalte ein orthopädisches sowie psychiatrisches Teilgutachten. Die Anamnese
sowie die Befunde seien erhoben worden. Auch die Beschwerdebeschreibung des
Versicherten sowie sämtliche IV-Akten hätten Eingang in das Gutachten gefunden. Die
Beurteilung der zumutbaren Arbeitsleistung sei nach Kenntnisnahme der Vorakten
abgegeben worden. Zu bereits vorliegenden Arztberichten sei Stellung genommen und
eine allfällige Abweichung begründet worden. Zudem sei gewürdigt worden, dass die
Depression bereits schon mittelschwer gewesen sei. Zum Untersuchungszeitpunkt
habe allerdings nur eine leichte Depression vorgelegen, woraus eine 20%-ige
Arbeitsunfähigkeit abgeleitet worden sei. Die von der Fachstelle I._ vorgeschlagene
Arbeitsfähigkeit von nur 2-3 Stunden pro Tag sei nicht nachvollziehbar. Die Einwände
gegen das Gutachten im Gesamten aufgrund des laufenden Strafverfahrens gegen Dr.
N._ seien allgemein gehalten und würde nicht aufzeigen, inwiefern dieses Gutachten
zu Ungunsten des Versicherten erfolgt sei. Das ABI-Gutachten könne daher nicht von
vorneherein abgelehnt werden. Zu beachten sei auch, dass es sich bei den Gutachten
um eine Einzelfallproblematik handle und das Strafverfahren noch hängig sei und somit
die Unschuldsvermutung für Dr. N._ gelte. Nach Prüfung und unter Berücksichtigung
der beigelegten Arztberichte erweise sich die Begutachtung auch als korrekt. Die
beigelegten Arztberichte würden keine höhere Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit
belegen, sondern stimmten sogar grösstenteils mit der Einschätzung des ABI überein.
Es bestehe daher weiterhin eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit und eine Verschlechterung
des Gesundheitszustands liege nicht vor (act. G 1.1).
E.
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E.a Mit Beschwerde vom 29. November 2006 lässt der Versicherte beantragen, es sei
der Einspracheentscheid vom 31. Oktober 2006 aufzuheben und ihm eine ganze
unbefristete IV-Rente zuzusprechen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Eventualiter müsse ein polydisziplinäres Obergutachten eingeholt werden, um den
Arbeitsunfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers zu ermitteln. Es sei ihm für das
Einsprache- und Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren.
Das ABI-Gutachten sei aus dem Recht zu weisen, auch wenn das Strafverfahren gegen
Dr. N._ in der Zwischenzeit eingestellt worden sei. Dagegen sei jedoch Rekurs bei
der Rekurskammer des Strafgerichts T._ erhoben worden. Es handle sich auch nicht
um einen Einzelfall, werde Dr. N._ doch vorgeworfen, dass er bei verschiedenen
Patientendossiers den Arbeitsfähigkeitsgrad ohne Rücksprache mit den
Nebengutachtern gegen oben korrigiert habe. Selbst wenn das Strafverfahren
rechtskräftig eingestellt werde oder mit einem Freispruch enden sollte, würde dies nicht
heissen, dass er sich keines Fehlverhaltens schuldig gemacht habe. Die Vorwürfe seien
dermassen gravierend, dass nicht nur er, sondern auch das ABI, welchem er als
Geschäftsführer vorstehe, nicht mehr als unabhängige Gutachterstelle in Frage
kommen könne, da die geforderte Unparteilichkeit nicht gegeben sei. Auf die weitere

Begründung wird soweit notwendig in den Erwägungen eingegangen (act. G 1).
E.b Am 15. Dezember 2006 teilt der Beschwerdeführer mit, dass er über keine
Rechtsschutzversicherung verfüge (act. G 4.1).
E.c Mit Beschwerdeantwort vom 8. Januar 2007 beantragt die IV-Stelle die Abweisung
der Beschwerde. Zur Begründung verweist sie auf die Erwägungen im
Einspracheentscheid (act. G 6).
E.d Am 20. Februar 2007 reicht der Vertreter des Beschwerdeführers den
Austrittsbericht der Reha-Klinik Walenstadtberg vom 16. Februar 2007 ein, wo sich
dieser ab dem 23. Januar 2007 in stationärer Behandlung befunden hatte. Dr. med.
U._, Neurologie, und Dr. med. V._ hielten folgende Diagnosen fest: 1. Status nach
mehrzeitigen ischämischen Hirninfarkten im Versorgungsgebiet der linken A. cerebri
media mit i-Hemiparese rechts, motorische Aphasie - persistierendes Foramen ovale-
kvRF; Hypertonie, Diabetes mellitus, Nikotinabusus, Hypercholesterinämie, Adipositas;
2. KHK- Status nach inferiorem Mykoardininfarkt; 3. Hypertonus; 4. Diabetes mellitus
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Typ 2; 5. Hypercholesterinamäie; 6. Adipositas; 7. depressive Störung (act. G 8 und
8.1).
E.e Am 10. Mai 2007 reicht der Vertreter des Beschwerdeführers ein an die
Beschwerdegegnerin adressiertes Schreiben der psychiatrischen Dienste W._ vom
27. April 2007 ein. In diesem beantragen Dr. med. X._, Assistenzarzt, und Dr. med.
Y._, Leitender Arzt, eine ausserordentliche Rentenrevision für den Beschwerdeführer.
Dieser habe sich vom 21. Dezember 2006 bis 10. Januar 2007 bei ihnen befunden,
wobei eine schwergradig depressive Episode festgestellt worden sei, und befinde sich
zur Zeit, nach Aufenthalten im Kantonsspital St. Gallen, der Reha-Klinik
Walenstadtberg und im Spital Grabs, wieder in ihrer Klinik. Der Eintritt sei am 20. März
2007 erfolgt und zwar aufgrund neuerlicher psychischer Dekompensation, Depression
mit Existenzängsten und ausgeprägten, anhaltenden Einschränkungen bei der
Wortfindung, die auf die mehrzeitigen ischämischen Hirninfarkte zurückzuführen seien,
weshalb sie zusätzlich zu den Vordiagnosen eine mittelgradige motorische Aphasie
feststellten. Der Beschwerdeführer sei aufgrund der Folgen seiner Erkrankung auf
umfassende Heimpflege durch das Angehörigenumfeld und die Spitex angewiesen, so
dass keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben sei. Aufgrund der Vorgeschichte und der
aktuellen Situation mit akuter Verschlechterung des Zustandbildes nach multiplen
Hirninfarkten Anfang 2007 sei eine ausserordentlich Rentenrevision durchzuführen und
die Vollberentung zu prüfen. Es sei ein rückwirkender Bescheid ab dem 21. Dezember
2006 zu erlassen, da er aufgrund seiner Erkrankungen schon zu diesem Zeitpunkt nicht
mehr in der Lage gewesen sei, einer regelmässigen Arbeit nachzugehen (act. G 10 und
10.1).
Erwägungen:
1.
Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung
einer Streitsache auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen
Einspracheentscheids (hier: 31. Oktober 2006) eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129
V 4 E. 1.2 neues Fenster mit Hinweis). Ferner sind in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich
diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx129xVx1_10&AnchorTarget=E1x2 https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx129xVx1_10&AnchorTarget=E1x2
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führenden Tatbestandes Geltung hatten (BGE 130 V 329 neues Fenster, 127 V 467 E. 1
neues Fenster). Daher finden bei der Beurteilung des geltend gemachten Anspruchs
die auf den 1. Januar 2008 eingetretenen Änderungen des IVG keine Anwendung.
2.
2.1 Gemäss Art. 28 neues Fenster Abs. 1 IVG neues Fenster (in der bis zum 31.
Dezember 2003 gültig gewesenen Fassung) haben Versicherte Anspruch auf eine
ganze Rente, wenn sie mindestens zu 66 2/3%, auf eine halbe Rente, wenn sie
mindestens zu 50%, oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid
sind. In Härtefällen besteht gemäss Art. 28 neues Fenster Abs. 1 IVG neues Fenster
bereits bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% Anspruch auf eine halbe Rente.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen neuen Rentenabstufungen geben bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50% Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 60% Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 70% Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 neues
Fenster Abs. 1 IVG neues Fenster in der seit dem 1. Januar 2004 in Kraft stehenden
Fassung).
2.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur
Rentenrevision gibt nach der auch unter dem ATSG massgeblichen Rechtsprechung
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist
nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f.
E. 3.5). Eine bloss unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich
gebliebenen Sachverhaltes stellt dagegen praxisgemäss keine revisionsbegründende
Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2b; SVR 1996 IV Nr. 70 S. 203). Ob eine
revisionsbegründende Änderung eingetreten ist, beurteilt sich nach einer neuen
Rechtsprechung durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten (der
bis
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx130xVx329_334&AnchorTarget=BGEx130xVx329 https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx127xVx466_474&AnchorTarget=E1 https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx127xVx466_474&AnchorTarget=E1 https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx831x20xA28&AnchorTarget= https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx831x20&AnchorTarget= https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx831x20xA28&AnchorTarget= https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx831x20&AnchorTarget= https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx831x20xA28&AnchorTarget= https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx831x20xA28&AnchorTarget= https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx831x20&AnchorTarget=
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versicherten Person eröffneten) rechtskräftigen Verfügung bestand, welche auf einer
materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten
für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht
(BGE 133 V 108), mit demjenigen zur Zeit der streitigen Neubeurteilung (BGE 130 V 351
E. 3.5.2; BGE 125 V 369 E. 2).
2.3 Nach Art. 88a IVV ist eine anspruchsbeeinflussende Änderung bei einer
Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen, sobald sie ohne
wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat (Abs. 2), bei einer
Verbesserung von dem Zeitpunkt an, in dem angenommen werden kann, dass sie
voraussichtlich längere Zeit dauern wird, in jedem Fall nachdem sie ohne wesentliche
Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern
wird (Abs. 1).
2.4 Die Ermittlung des Invaliditätsgrades erfolgt im Revisionsverfahren nach den
allgemeinen, für die Invaliditätsbemessung geltenden Vorschriften (Rz 5015 des vom
Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über Invalidität und
Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH). Für die Bestimmung des
Invaliditätsgrades im Zusammenhang mit Geldleistungen wird nach Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen; sog. allgemeine Methode).
3.
3.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 neues Fenster). Im Weiteren sind die
ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx125xVx256_262&AnchorTarget=E4
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Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 neues Fenster mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b.cc).
3.2 Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das
heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss
zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie
stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten.
Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die
Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische
These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend
für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels
noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als
Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 neues Fenster ).
3.3 Die IV-Stellen können medizinische Abklärungsstellen beiziehen (Art. 59 Abs. 3
IVG). Das Bundesamt für Sozialversicherung trifft mit Spitälern oder anderen
geeigneten Stellen Vereinbarungen über die Einrichtung von medizinischen
Abklärungsstellen, welche die zur Beurteilung von Leistungsansprüchen erforderlichen
ärztlichen Untersuchungen vornehmen (Art. 72 IVV). Auch mit dem ABI in Basel hat
das Bundesamt für Sozialversicherung eine entsprechende Vereinbarung
abgeschlossen. Es handelt sich beim ABI also um eine anerkannte MEDAS. Die
höchstrichterliche Rechtsprechung betrachtet jede MEDAS als unabhängig, da sich die
Weisungsbefugnis des Bundesamtes für Sozialversicherung auf die organisatorischen
und administrativen Belange bezieht. "Schliesslich ist auch nicht entscheidend, dass
die Kosten für die Einrichtung und den Betrieb der MEDAS durch die
Invalidenversicherung getragen werden [...]. Denn der Umstand, dass
Abklärungsdienste, Gutachterstellen usw. mit Mitteln des Sozialversicherers finanziert
bis
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx125xVx256_262&AnchorTarget=E4 https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx125xVx256_262&AnchorTarget=E4 https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx125xVx351_354&AnchorTarget=E3a
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werden, steht der Annahme eines freien Abklärungsverfahrens nicht im Wege
[...]" (BGE 123 V 179). Der generelle Verdacht des Beschwerdeführers, das ABI erstelle
versichertenfeindliche Gutachten, ist haltlos. Das Bundesamt für Sozialversicherung hat
weder die Möglichkeit noch eine Veranlassung, das ABI dazu zu bringen,
versichertenfeindliche Gutachten zu erstellen, d.h. medizinisch nicht objektiv, sondern -
tatsachenwidrig - zulasten der Versicherten zu urteilen. Das ABI hat keinen Anlass, sich
versichertenfeindlich zu verhalten, denn weder die Zahl der Begutachtungsaufträge
noch die Vergütung der Abklärungsarbeit hängt vom Ergebnis der Begutachtung ab. Es
ist gerichtsnotorisch, dass die Beschwerdegegnerin die Begutachtungsaufträge nach
Massgabe der Länge der Wartefristen der einzelnen MEDAS-Stellen erteilt. Der vom
Beschwerdeführer geäusserte Verdacht kann also nicht die Wahl einer anderen
Abklärungsinstitution rechtfertigen. Das gilt auch für den sich auf einen Fernsehbericht
und auf Beobachter-Artikel stützenden Vorwurf des Beschwerdeführers, das ABI pflege
Gutachten zu manipulieren. Die gegen das ABI in den Medien erhobenen Vorwürfe
dürfen nicht Anlass dazu geben, alle Gutachten des ABI pauschal als unglaubwürdig zu
qualifizieren und auf weitere Abklärungen durch das ABI zu verzichten. Im übrigen hat
die Beschwerdegegnerin jedes Gutachten sorgfältig darauf zu prüfen, ob es die
Anforderungen an ein Gutachten mit vollem Beweiswert erfüllt (vgl. zum Ganzen die
Urteile des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. Juli 2007 i.S. L.C., IV
2007/11, und vom 20. Dezember 2007, IV 2007/373). Entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers ist das ABI in Basel also geeignet, objektiv abzuklären, wie hoch
die Arbeitsunfähigkeit ist.
3.4 Das ABI-Gutachten vom 10. Januar 2006 stellt zusammenfassend fest, dass für
die angestammte Tätigkeit oder für jede andere körperlich leichte Tätigkeit in
wechselnder Position und ohne wesentliche Zwangshaltungen der Wirbelsäule eine
zumutbare Arbeitsfähigkeit von 50% besteht. Aus orthopädischer Sicht besteht in der
angestammten Tätigkeit als Kaufmann weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von mindestens
50%, idealerweise in einem Pensum, das je hälftig auf Morgen und Nachmittag verteilt
ist. Aus psychiatrischer Sicht besteht aufgrund der im Zeitpunkt der Begutachtung
leicht ausgebildeten rezidivierenden depressiven Störung eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit von 20%. Aus internistischer Sicht besteht keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit. Dabei gehen die Gutachter von folgenden Diagnosen mit Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit aus: chronisches thorakolumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne
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radikuläre Symptomatik (ISD-10 M54.85), Status nach dorsaler
Aufrichtungsspondylodese Th7/8 mit Fixateur interne Th7 bis Th9 am 17.09.94 und
Status nach Spondylodesematerial-Entfernung am 26.5.95 (ICD- 10Z98.8/ Z47.0),
Status nach instabiler BWK8 Kompressions-/Distraktionsfraktur mit
Rotationskomponente bei Sternumfraktur (ICD-10 T91.1) sowie eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ISD-10 F 33.0; act. G 6.1.100).
3.5 Der Beschwerdeführer wendet gegen die Annahme einer Arbeitsfähigkeit von 50%
ein, dass er, wie sich aus dem Schreiben von Dr. O._ vom 23. August 2006 ergebe,
gemäss RAV nicht vermittlungsfähig sei, was gegen die Annahme einer Arbeitsfähigkeit
von 50% spreche, dass möglichst eintönige und einschläfernde Arbeiten vermieden
werden sollten, was bei körperlich leichten Tätigkeiten in vermehrten Masse zutreffe,
weshalb auch hier von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden
müsse und es sei nicht nachvollziehbar, dass ergänzende Auskünfte bei Dr. O._
eingeholt worden seien, nicht jedoch bei der Fachstelle I._. Wenn doch ihre
Einschätzung als zu wenig fundiert und widersprüchlich betrachtet worden sei, hätte
diese Stelle mit den Vorbehalten konfrontiert werden müssen.
3.6 Soweit sich der Beschwerdeführer auf die vom RAV festgestellte
Vermittlungsunfähigkeit beruft, ist zu bemerken dass es ausschliesslich die Aufgabe
des Arztes ist, für die Belange der IV zur Frage der Arbeitsunfähigkeit Stellung zu
nehmen (Urteil vom 3. Januar 2002 U 189/01) und die Einschätzung des RAV daher für
das IV-Verfahren nicht relevant ist. Ausserdem stammt die vom Beschwerdeführer
eingereichte diesbezügliche Verfügung einerseits vom 4. Dezember 2006, erging also
drei Monate nach dem Einspracheentscheid und stützt sich andererseits auf ein
einfaches Arztzeugnis des Hausarztes ab, das die Arbeitsfähigkeit ab dem 6.
September 2006 verneint. Darüber hinaus wird die Vermittlungsfähigkeit auch aufgrund
der mangelnden subjektiven Bereitschaft für eine Wiedereingliederung verneint (act. G
4.5). Dass die Beschwerdegegnerin im Einspracheverfahren die RAV-Akten nicht
beigezogen hat, stellt demgemäss keine Verletzung des rechtlichen Gehörs bzw. des
Untersuchungsgrundsatzes dar. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers handelt
es sich bei körperlich leichten Tätigkeiten nicht hauptsächlich um eintönige und
einschläfernde Arbeiten, die vermieden werden sollten. Auch der Verzicht auf das
Einholen von weiteren Auskünften bei der Fachstelle I._ ist nicht zu bemängeln.
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Nachdem die Abklärungen die Beschwerdegegnerin nach pflichtgemässer
Beweiswürdigung zur Überzeugung geführt haben, der von ihr festgestellte Sachverhalt
sei überwiegend wahrscheinlich und weitere Beweismassnahmen könnten an diesem
feststehendem Ergebnis nichts mehr ändern, konnte sie auch aus der Sicht des
urteilenden Gerichts auf die Abnahme weiterer Beweise verzichten.
3.7 Das ABI-Gutachten erfüllt die entscheidenden Voraussetzungen für den
Beweiswert eines Arztberichts. Der Bericht ist für die streitigen Belange umfassend,
beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und
ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden. Es leuchtet in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein.
Die Schlussfolgerungen des Experten sind begründet (BGE 125 V 352 E. 3a). Damit ist
auf das Gutachten abzustellen.
3.8 Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwaltung oder
das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein bestimmter
Sachverhalt sei überwiegen wahrscheinlich und weitere Beweismassnahmen könnten
an diesem feststehendem Ergebnis nichts mehr ändern, ist, wie bereits ausgeführt, auf
die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (antizipierte Beweiswürdigung; Urteil vom
27. April 2005 I 769/04 E. 3 mit Hinweisen). Angesichts dessen, dass die Akten eine
zuverlässige Beurteilung der Auswirkungen des Gesundheitszustands auf die Arbeits-
und Erwerbsfähigkeit zulassen, kann das Gericht von den beantragten
Abklärungsmassnahmen absehen, da von ihnen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten
sind. Soweit sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nach Erlass des
Einspracheentscheids vom 31. Oktober 2006 verschlechtert hat, ist darüber in einem
weiteren Verfahren zu befinden, welches bereits am 27. April 2007 von den Dres. med.
X._ und Y._, Klinik St. Pirminsberg, Pfäfers, in Gang gesetzt worden ist (act. G
10.1). Es finden sich keine Anhaltspunkte in den neuen Arztberichten, dass die
späteren Hirninfarkte mit der Zuspitzung der Kreislaufsymptomatik bereits
Auswirkungen auf die Zeit vor Oktober 2006 gehabt hätten.
3.9 Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass beim Beschwerdeführer im Zeitpunkt
des Einspracheentscheids eine Arbeitsunfähigkeit von 50% und keine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes vorlag, weshalb keine Rentenrevision
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vorzunehmen ist. Der angefochtene Einspracheentscheid erweist sich in diesem Punkt
als rechtmässig.
4.
Der Beschwerdeführer macht ausserdem geltend, dass die Beschwerdegegnerin nicht
auf das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege eingegangen
sei und beantragt, dass ihm für das Einspracheverfahren die unentgeltliche
Rechtspflege zu gewähren sei. Weder der Einsprache vom 7. März 2006, dem
Schreiben des Rechtsvertreters vom 9. Mai 2006 noch der der Einsprachebegründung
vom 30. August 2006 lässt sich jedoch ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege
entnehmen. Da der Beschwerdeführer bis zum Erlass des Einspracheentscheids am
31. Oktober 2006 kein derartiges Gesuch gestellt hatte, konnte die
Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid auch nicht darauf eingehen. Da diese
Frage im Einspracheverfahren nicht Streitgegenstand war, kann das Gericht vorliegend
auf das entsprechende Begehren nicht eintreten.
5.
Zu prüfen bleibt das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung für das vorliegende Verfahren. Die Voraussetzungen für die
Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung sind in der Regel erfüllt, wenn der
Prozess nicht offensichtlich aussichtslos, die Partei bedürftig und die Vertretung durch
einen Anwalt notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 47 E. II.1b neues Fenster,
100 V 62 E. 3 neues Fenster in Verbindung mit SVR 2004 AHV Nr. 5 S. 17 E. 2.1; RKUV
1996 Nr. U 254 S. 209 E. 2, 1994 Nr. U 184 S. 78 E. 4a; vgl. auch BGE 125 V 202 E. 4a
neues Fenster; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, S. 626 Rz 88 zu Art. 61). Als
aussichtslos sind Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten
beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft
bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn
Gewinnaussichten und Verlustgefahren sich ungefähr die Waage halten oder jene nur
wenig geringer sind als diese (BGE 129 I 135 E. 2.3.1 neues Fenster , 128 I 236 E. 2.5.3
neues Fenster mit Hinweis; SVR 1996 UV Nr. 40 S. 123 E. 2). Da der Gesuchsteller
hälftiges Miteigentum an einer Immobilie im Wert von über Fr. 500'000-- besitzt
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx103xVx46_48&AnchorTarget=EII https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx103xVx46_48&AnchorTarget=EII https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx125xVx201_203&AnchorTarget=E4a https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx125xVx201_203&AnchorTarget=E4a https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx129xIx129_138&AnchorTarget=E2x3x1 https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx128xIx225_236&AnchorTarget=E2x5x3 https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx128xIx225_236&AnchorTarget=E2x5x3
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(Verkehrswert Fr. 955'000.--, Hypothekarschulden Fr. 397'200.--; act. G 4.6), ist er
nicht bedürftig. Der Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung ist
abzuweisen.
6.
Gemäss den Schlussbestimmungen des IVG zur Änderung vom 16. Dezember 2005, in
Kraft seit 1. Juli 2006, gilt für die vor dem 1. Juli 2006 von der IV-Stelle erlassenen,
aber noch nicht rechtskräftigen Verfügungen das bisherige Recht (lit. a der
Schlussbestimmungen). Somit gelangt Art. 69 Abs. 1 IVG zur Kostenpflicht von
Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen im
kantonalen Gerichtsverfahren nicht zur Anwendung. Gerichtskosten sind somit keine zu
erheben. Der vollumfänglich unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf
eine Parteientschädigung durch die Beschwerdegegnerin.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG