Decision ID: 570c3a66-c49a-44a1-96aa-30b321085ead
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
J._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marco Bivetti, Oberer Graben 42, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1976 geborene J._ meldete sich am 8. März 2006 zum Bezug von
Leistungen der IV an und beantragte namentlich Berufsberatung, Umschulung,
Wiedereinschulung und Arbeitsvermittlung. Er sei 1992 in die Schweiz gekommen und
von März 1993 bis Dezember 1996 als Hilfsarbeiter angestellt gewesen. Nach einer
Arbeitslosigkeitsphase sei er ab Februar 1999 bis Dezember 2004 als Hilfsmonteur in
der Fenstermontage beschäftigt gewesen. Hernach sei er (ab 19. Dezember 2004) bis
zum 31. Mai 2005 arbeitsunfähig gewesen, dann bis 11. November 2005 arbeitslos.
Seither sei er zu 50 % arbeitslos. Einem Fragebogen vom 22. März 2006 (Eingang,
act. 8) war zu entnehmen, dass letzter Arbeitstag der 15. Dezember 2004 gewesen sei.
A.b Der Arbeitgeber teilte am 27. März 2006 (act. 12) mit, der Versicherte sei vom
1. Februar 1999 bis 28. Februar 2005 als Hilfs-Fenster-Anschläger angestellt gewesen.
Er habe ihm gekündigt, weil er öfters wegen Krankheit von der Arbeit ferngeblieben sei
und weil im Winter eine schlechte Auftragslage gewesen sei. Ab Juni 2004 sei der
Versicherte bei Schmerzen zuhause geblieben. Er habe eine Arbeitszeit von
45 Stunden pro Woche gehabt und im Jahr 2002 Fr. 62'291.80, 2003 Fr. 65'286.-- und
2004 Fr. 63'253.75 verdient. Der Jahreslohn habe seit 2004 Fr. 57'200.-- ausgemacht.
Gegenwärtig würde er pro Jahr Fr. 59'800.-- verdienen.
A.c Dr. med. A._, FMH Physikalische Medizin, gab in seinem IV-Arztbericht vom
19. April 2006 (act. 20) bekannt, es liege als (Haupt-) Diagnose seit Jahren eine
chronische Lumboischialgie links bei Spondylolyse mit Olisthesis L5/S1, degenerativen
Veränderungen L4-S1, muskulärer Insuffizienz und chronischer Überlastung durch die
Adipositas vor. Die wiederholten Vorschläge einer operativen Sanierung habe der
Versicherte abgelehnt. Die konservativen Möglichkeiten seien ausgeschöpft. Nicht
einmal das Kraft-/Ausdauertraining sei möglich gewesen, weil der Versicherte schon
bei geringster Belastung Schmerzen bekommen habe. Er sei als Fenstermonteur nicht
mehr arbeitsfähig. Körperlich wenig belastende Tätigkeiten (mit Lastenheben bis
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maximal 10 kg und Wechselbelastung des Rückens), am ehesten Tätigkeiten im Sitzen
mit der Möglichkeit, regelmässig aufzustehen und etwas herumzugehen, seien ihm
aktuell zu etwa 50 % zumutbar, und es bestehe die Möglichkeit, die Arbeitseinsätze
langsam bis auf über 80 % zu erhöhen. Zurzeit sei der Versicherte völlig
dekonditioniert, so dass er auch in einer leichten Arbeit nach vier Stunden Schmerzen
bekomme. Es bestünden objektiv Befunde, die eine verminderte Belastbarkeit des
Rückens erklärten, doch könne nicht definitiv festgelegt werden, wie viel ihm zumutbar
sei, da man die Schmerzen nicht sehen könne. Er halte aber dafür, dass der
Versicherte für eine körperlich wenig belastende Tätigkeit wieder voll arbeitsfähig
werden sollte. Am besten würde der Versicherte unter Beobachtung in einer
geschützten Werkstatt arbeiten, wo die Einsätze allmählich gesteigert werden könnten.
Dem Versicherten sei bereits eine Umschulung zum Staplerfahrer finanziert worden. Bei
dieser Tätigkeit würden aber glaubhafterweise Schmerzen auftreten. Der Versicherte
sei 1998, 2001, 2003 und vom 16. Juni 2004 bis Ende September 2005 bei ihm in
Behandlung gewesen. Eine letzte Untersuchung habe am 19. April 2006 stattgefunden.
- Mit einem Schreiben vom 21. September 2005 (act. 22-1 f.) hatte Dr. A._ Dr. med.
B._ als offenbar neuem Hausarzt des Versicherten berichtet, die Behandlung bei ihm
sei abgeschlossen. Einem Bericht der Klinik Valens vom 14. Juni 2005 (act. 22-3 ff.)
über einen Aufenthalt des Versicherten vom 27. April bis 21. Mai 2005 war zu
entnehmen, dass für schwere Arbeit wie jene als Fenstermonteur volle
Arbeitsunfähigkeit bestehe, für leichte, wechselbelastende aber, bei welcher
vorgeneigtes Stehen nur manchmal vorkomme und nach Bedarf unterbrochen werden
könne, volle Arbeitsfähigkeit. Empfohlen werde ein medizinisches Training.
A.d Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung (Dr. med. C._)
würdigte die Aktenlage am 13. Juli 2006 (act. 23) dahingehend, dass von einer
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 50 % auszugehen sei, wie sie
Dr. A._ festgestellt habe. Auf die prognostizierte Steigerung könne nicht abgestellt
werden, ebenso wenig wie auf die unrealistische, dem Profil der Evaluation der
funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) widersprechende Einschätzung der Klinik Valens.
A.e Die IV-Eingliederungsberaterin berichtete am 16. August 2006 (act. 26), der
Versicherte bezeichne seinen Gesundheitszustand als schlecht und bezweifle, dass er
in der Lage wäre, eine geregelte Festanstellung annehmen zu können. Die Begleitung
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bei der Stellensuche erfolge in sehr kompetenter Art über das Regionale
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV), wo geplant sei, dem Versicherten die Möglichkeiten
der Verwertung der Arbeitsfähigkeit mit einem nochmaligen EP (wohl:
Einsatzprogramm) aufzuzeigen. Es könne deshalb die Rentenprüfung eingeleitet
werden. Im Jahr 2003 habe der Versicherte ein Einkommen von Fr. 65'286.-- erzielt, bei
dem es für das Jahr 2006 zu bleiben habe. Der Tabellenlohn für das Jahr 2006 betrage
Fr. 58'320.--, das Invalideneinkommen bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 %, einem
Abzug von 20 % und einer Umrechnung auf eine 43-Stunden-Woche Fr. 24'113.--.
A.f Am 14. September 2006 (act. 29) wurde zur Verbesserung der "Rechtssicherheit
im Entscheidungsbereich" beschlossen, eine medizinische Begutachtung zu
veranlassen.
A.g Die MEDAS Ostschweiz gab in ihrem Gutachten vom 5. Januar 2007 (act. 38) als
Hauptdiagnosen bekannt: (erstens) ein chronisch progredientes und
therapieresistentes lumbospondylogenes Syndrom mit pseudoradikulären
Ausstrahlungen beidseits bei/mit fixierter lumbosakraler Spondylolisthesis bei
Spondylolyse von 45 % mit fortgeschrittener Osteochondrose, radiologisch
Hypermobilität/Instabilität im Segment L4/L5 (Funktionsaufnahmen 28.04.2005),
reaktiven Tendomyosen im distalen Erector trunci, und Ausschluss eines engen
Spinalkanals (MRI 18.11.2004) mit Einengung der Neuroforamina L5/S1 beidseits, und
(zweitens) rezidivierende kurze depressive Störungen, und psychische Faktoren, die
körperliche Störungen bewirken. Die bisherige Tätigkeit als Fensteranschläger sei seit
Ende Dezember 2004 nicht mehr zumutbar. Für den umschriebenen Voraussetzungen
entsprechende adaptierte Tätigkeiten bestehe aus somatischer Sicht keine,
polydisziplinär aber unter Berücksichtigung der psychiatrischen Diagnose eine
höchstens 20 % betragende Arbeitsunfähigkeit.
A.h Der RAD (Dr. med. D._/Dr. C._) schloss sich dem Ergebnis des Gutachtens
am 28. Februar 2007 (act. 42) an.
A.i Die IV-Eingliederungsberaterin stellte gemäss Protokoll und Schlussbericht vom
23. Mai 2007 (act. 49 f.) fest, dass der Versicherte sichtlich davon ausgehe, seine
Arbeitsfähigkeit nicht mehr verwerten zu können. Es sei eine latente Aggression
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spürbar, Interesse oder Beteiligung am eigenen Prozess hingegen nicht. Das RAV habe
ein Einsatzprogramm verfügt. Es sei geplant gewesen, dieses ab Juni 2007 mit IV-
Taggeldern weiterzuführen und den Versicherten anschliessend an eine berufliche
Abklärung bei der Stellensuche zu unterstützen. Der Versicherte habe die Arbeit
schliesslich aufgenommen und ein Arztzeugnis mit einer attestierten Arbeitsfähigkeit
von 50 % beigebracht, dann habe er sich auch teilweise krankgemeldet oder sei nicht
erschienen. Dr. B._ habe erklärt, der Versicherte sei seit dem 19. Dezember 2006 fast
durchgehend zu 50 % arbeitsunfähig geschrieben, und zwar aufgrund seiner
Schmerzangaben. Er habe das Gutachten mit dem Versicherten besprochen, sei bei
ihm allerdings nicht auf Verständnis gestossen. Aufgrund des Ablaufs des
Einsatzprogramms und der fehlenden Mitwirkung des Versicherten müsse die Beratung
abgeschlossen werden. Gemäss dem Protokoll hatte der Versicherte berichtet, er gehe
in regelmässigen Abständen zu Dr. med. E._, der ihm Medikamente gegeben habe.
A.j Mit Vorbescheid vom 4. Juli 2007 (act. 52 f.) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Versicherten in Aussicht, die
Arbeitsvermittlung abzuschliessen, weil sie zurzeit nicht möglich sei. Er fühle sich nicht
arbeitsfähig.
A.k Der Versicherte liess am 3. September 2007 beantragen, es sei ihm ab November
2005 eine angemessene Invalidenrente zuzusprechen und die beruflichen Massnahmen
seien weiterzuführen, eventuell seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen.
Als er sich bei der IV angemeldet habe, habe schon länger als ein Jahr eine
Problematik aufgrund einer Wirbelsäulenerkrankung bestanden. Er sei von Dr. A._
seit dem 2. Juli 2004 voll arbeitsunfähig geschrieben. Das Ergebnis der
rheumatologischen Begutachtung widerspreche der Einschätzung von Dr. A._, der
Klinik Valens und des RAD. Die Diskrepanz werde nicht erklärt, womit das Gutachten
unvollständig sei. Nach Darstellung des Gutachters seien die geschilderten
Auswirkungen auf den Alltag und die gescheiterten Arbeitsversuche auch bei sehr
leichter Tätigkeit nicht erklärbar. Der Gutachter frage sich, ob das lumbosakrale
Bewegungssegment primär für die Schmerzen verantwortlich sei, da es sich doch um
eine angeborene Störung handle und die radiologischen Verhältnisse seit Oktober 2003
absolut identisch seien. Er verkenne dabei, dass der Versicherte bereits seit Oktober
1998 über Kreuzbeschwerden klage. Im Oktober 2003 habe die zunehmende
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Schmerzsituation offenbar durch Medikamente und Physiotherapie gebessert werden
können. Im Oktober und November 2004 habe der Versicherte erneut wegen starker
Schmerzen Dr. A._ und das Spital aufgesucht. Dass der Krankheitsverlauf
insbesondere seit der Kündigung anfangs 2005 auffällig gewesen sei, wie der
Gutachter annehme, lasse sich demnach nicht nachvollziehen. Ebenso wenig, dass er
das Funktionsdiagramm der Klinik Valens in Frage gestellt habe mit der Feststellung,
dass die radiologischen Verhältnisse seit Oktober 2003 absolut identisch seien. Es sei
ausserdem unklar, woher die Erkenntnis stamme, dass es sich um eine angeborene
Anlagestörung handle. Unhaltbar sei, dass Dr. C._ sich zum Gutachten nicht
geäussert habe. Jedenfalls hätte auf die frühere Stellungnahme Bezug genommen
werden müssen, was Dr. C._ noch werde nachholen müssen. Die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit sei unklar. Bei einer
Arbeitsfähigkeit von 50 % sei von einem Invaliditätsgrad von nahezu 70 % und damit
von einer Dreiviertelsrente auszugehen. Selbst bei einer Arbeitsfähigkeit von 80 %
bestehe ein Rentenanspruch. Im massgeblichen Zeitpunkt vom November 2005
betrage das Valideneinkommen Fr. 70'000.-- (13x Fr. 4'600.-- zuzüglich mehr als
Fr. 10'000.-- Überstundenentschädigung). Beim Invalideneinkommen 2005 sei von
Fr. 55'551.-- (Tabellenlohn 2004 zuzüglich 0.9 % Nominallohnentwicklung) und von
einem Abzug von 20 % auszugehen, womit sich bei 50 % Arbeitsfähigkeit ein
Invaliditätsgrad von 68.25 % ergebe, bei einer Arbeitsfähigkeit von 80 % aber 49 %.
Der Beschwerdeführer habe auch Anspruch auf berufliche Massnahmen und
verschliesse sich diesen keineswegs, wie auch seine diversen Versuche beim RAV
zeigten. Bis anhin sei keine Möglichkeit aufgezeigt worden, wie er seine verbleibende
Restarbeitsfähigkeit verwerten könne. Die bisherigen Arbeitsversuche hätten stets auf
Gebieten stattgefunden, wo das nicht möglich gewesen sei. Die letzte Arbeit im
Einsatzprogramm F._ sei gänzlich ungeeignet gewesen, habe der Beschwerdeführer
doch am Fliessband stehend teilweise schwere Elektronikgeräte auseinanderschrauben
müssen, obwohl Arbeit in vornübergeneigter Stellung nicht geeignet sei. Der
Beschwerdeführer sei nach wie vor bereit, seine Arbeitskraft in einer angepassten
Tätigkeit umzusetzen.
A.l Die IV-Stelle prüfte daraufhin erneut Arbeitsvermittlungsmassnahmen. Bei einem
Gespräch mit dem Versicherten und seinem Rechtsvertreter gab der Erstere erneut an,
sich nicht arbeitsfähig zu fühlen. Die IV-Eingliederungsberaterin hielt in dem Bericht
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vom 18. Oktober 2007 (act. 61) fest, ein möglicher Eingliederungsplan würde eine
intensive therapeutische Intervention voraussetzen. Der Versicherte werde eine
mögliche Anmeldung in einer Tagesklinik mit dem behandelnden Psychiater Dr. E._
besprechen. Gegenwärtig könne mit einem Eingliederungserfolg nicht gerechnet
werden.
A.m Dr. C._ setzte sich erneut mit dem Dossier auseinander und gab am
3. Dezember 2007 (act. 63) bekannt, es könne auf das qualitativ hochstehende
Gutachten abgestellt werden.
A.n Mit Vorbescheid vom 21. Januar 2008 (act. 65 f.) wurde dem Rechtsvertreter des
Versicherten eine voraussichtliche Abweisung dessen Rentenanspruchs angezeigt. -
Am gleichen Tag schloss die IV-Stelle durch Verfügung (act. 67) die Arbeitsvermittlung
ab. Eine Unterstützung bei der beruflichen Wiedereingliederung könne im Moment
wegen der subjektiven Überzeugung des Beschwerdeführers, nicht arbeitsfähig zu
sein, nicht erfolgen.
A.o Mit Einwand vom 19. Februar 2008 (act. 69) liess der Versicherte die Zusprechung
einer angemessenen Rente ab November 2005, eventuell weitere medizinische
Abklärungen, beantragen. Bei der Bestimmung des Invalideneinkommens sei eine
Aufrechnung des Tabellenlohns auf eine Arbeitszeit von 45 Stunden pro Woche nicht
zulässig, allenfalls eine solche auf 41.6 Stunden pro Woche. Es sei ein leidensbedingter
Abzug am Platz. Es sei nicht ersichtlich, woher die IV-Stelle die Erkenntnis nehme,
dass die Arbeitstätigkeit ganztägig mit reduzierter Leistung möglich sei. Selbst dann
aber sei ein Abzug gerechtfertigt, denn der Arbeitsplatz müsse den ganzen Tag über
zur Verfügung gestellt werden, was einen tieferen Lohn bewirke. Bis anhin habe der
Versicherte übrigens beinahe ausschliesslich für seinen Schwager gearbeitet und
ausschliesslich körperliche Schwerstarbeit verrichtet. Es sei ein Leidensabzug von
mindestens 20 % gerechtfertigt.
A.p Der RAD (Dr. C._) legte am 1. Juli 2008 dar, der Hauptgrund für die
unterschiedliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. A._ und den
rheumatologischen Gutachter liege darin, dass Dr. A._ den Versicherten aufgrund
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des bio-psycho-sozialen Modell beurteilt habe, der Gutachter aber nach
versicherungsmedizinischen Kriterien unter Ausblendung IV-fremder Faktoren.
A.q Mit Verfügung vom 24. November 2008 (act. 72) lehnte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle den Rentenanspruch des Versicherten bei einem
Invaliditätsgrad von 25 % (Valideneinkommen Fr. 68'273.--, Invalideneinkommen
Fr. 51'082.--) ab.
B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Marco Bivetti für den
Betroffenen am 12. Januar 2009 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und dem
Beschwerdeführer sei ab März 2005 eine angemessene Invalidenrente zuzusprechen,
eventuell sei die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Ausserdem sei dem Beschwerdeführer die
unentgeltliche Prozessführung und -verbeiständung zu gewähren. Obschon die
Gutachter wie Dr. A._ und die Klinik Valens davon ausgegangen seien, dass vorerst
eine Arbeitsabklärung und ein Arbeitstraining durchzuführen seien, sei der
Beschwerdeführer im Einsatzprogramm als normaler ALV-Teilnehmer behandelt
worden. Es sei daher nicht verwunderlich, dass die "Eingliederung" wenig fruchtbar
gewesen sei. Der Fall sei dann auf der Basis der nach Durchführung der Eingliederung
attestierten Arbeitsfähigkeit von 80 % abgeschlossen worden. Im Laufe des langen
Vorverfahrens habe sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zunehmend
verschlechtert. Nicht zuletzt die gescheiterte Wiedereingliederung bzw. die zu Beginn
überhöhten Erwartungen an ihn hätten sich in seinem psychischen
Gesundheitszustand niedergeschlagen. Im Zusammenhang mit der Behandlung durch
Dr. E._, dessen Erkenntnisse sich aus unerfindlichen Gründen nicht bei den Akten
befänden, sei der Beschwerdeführer in einem vierwöchigen Rehabilitationsaufenthalt in
der Klinik Teufen gewesen. Gemäss deren Bericht an Dr. e._ vom 5. Januar 2009
leide der Beschwerdeführer an einer mittelgradigen depressiven Störung und einer
andauernden somatoformen Schmerzstörung. Er sei demnach zu 100 %
arbeitsunfähig. Es könne langfristig mit regelmässigem Aufbautraining eine
Arbeitsfähigkeit von 50 % für körperlich nicht belastende Tätigkeiten erreicht werden.
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Der Bericht der Klinik Teufen belege eine stabile, seit längerem andauernde volle
Arbeitsunfähigkeit. Der Beschwerdeführer habe daher grundsätzlich Anspruch auf eine
ganze Rente, doch seien weitere Abklärungen, insbesondere beim behandelnden
Psychiater und in Form eines allfälligen weiteren psychiatrischen Gutachtens,
unbedingt angezeigt. Es wäre angebracht gewesen, einen Bericht über den aktuellen
psychischen Gesundheitszustand einzuholen. Selbst bei einer Arbeitsfähigkeit von
80 % bestehe ein Rentenanspruch. Das Valideneinkommen betrage Fr. 70'000.--. Das
Invalideneinkommen (wohl: der Tabellenlohn mit Nominallohnentwicklung) liege im Jahr
2005 bei Fr. 55'551.--, bei Aufwertung auf eine durchschnittliche Arbeitszeit pro Woche
von 41.6 Stunden läge es bei Fr. 57'258.--. Da ein Abzug von 20 % zu berücksichtigen
sei, ergebe sich bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 % ein Invaliditätsgrad von 67.3 %
(offenbar gerechnet mit einer Basis für das Invalideneinkommen von Fr. 57'258.--) und
bei einer Arbeitsfähigkeit von 80 % ein Invalideneinkommen von Fr. 35'553.-- (offenbar
gerechnet mit einem Ausgangspunkt von Fr. 55'551.--), was einem Invaliditätsgrad von
49 % entspreche. - Die Klinik Teufen hatte in ihrem Bericht vom 5. Januar 2009 erklärt,
der Beschwerdeführer habe vom 17. November bis 12. Dezember 2008 in ambulanter
Rehabilitationsbehandlung gestanden. Es lägen (nebst den bereits erwähnten
Diagnosen) Adipositas und ein chronifiziertes Schmerzsyndrom bei seit Jahren
bekannten Wirbelsäulenveränderungen vor. Der Beschwerdeführer sei wegen einer
Zunahme unter anderem von depressiven Symptomen zugewiesen worden. Diese und
die starke Rückzugstendenz hätten leicht gebessert werden können. Die
Arbeitsunfähigkeit betrage nach wie vor 100 %, jedoch mit der Option der
Besserungsfähigkeit. Ein Case-Management oder eine ähnliche engmaschige
Betreuung unter anderem mit Arbeits- und körperlichem Aufbautraining wäre dringend
notwendig. Mittel- bis langfristig könnte damit eine Arbeitsfähigkeit von 50 % für
körperlich nicht belastende Tätigkeiten erreicht werden, allenfalls auch mehr.
C.
Mit Beschwerdeantwort vom 4. März 2009 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde.
D.
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Am 6. März 2009 hat die Gerichtsleitung dem Beschwerdeführer die unentgeltliche
Prozessführung bewilligt.
E.
In seiner Replik vom 10. März 2009 lässt der Beschwerdeführer vorbringen, es könne
durchaus auch auf das MEDAS-Gutachten abgestellt werden. Der Bericht der Klinik
Teufen berücksichtige aber die zwischenzeitlich eingetretene gesundheitliche
Entwicklung. Zum massgeblichen Zeitpunkt des Verfügungserlasses sei er gerade in
der Rehabilitation gewesen, weshalb die dort festgestellte Arbeitsfähigkeit zu
berücksichtigen sei. Das ergebe sich auch daraus, dass die Beschwerdegegnerin jene
Massnahme selber veranlasst habe. Aufgrund des Berichts sei davon auszugehen,
dass sich die Verschlechterung des Gesundheitszustandes über Monate
hinweggezogen habe. Anzunehmen, dass eine somatoforme Schmerzstörung
grundsätzlich nicht invalidisierend sei, sei unhaltbar, bestünden doch Ausnahmen. Ob
eine solche hier gegeben sei, kläre die Aktenlage nicht. Unklar sei auch die
Behauptung, dass er ganztags einer Hilfstätigkeit nachgehen könne. Die Behauptung,
neben der Arbeitsunfähigkeit sei ein Leidensabzug nicht zulässig, widerspreche der
Rechtsprechung. Der Abzug berücksichtige die Tatsache, dass gerade in körperlich
anstrengenden Tätigkeiten beschäftigte Personen kein Einkommen gemäss den
Tabellen zu erzielen in der Lage seien. Die Eingliederungsberaterin sei am 16. August
2006 selber von einem Abzug von 20 % ausgegangen. Eine Erwerbseinbusse von
25 % sei im Übrigen nicht leicht, sondern führe dazu, dass er für den Grundbedarf der
Familie nicht mehr aufkommen könne.
F.
Die Beschwerdegegnerin hat am 17. März 2009 auf die Erstattung einer Duplik
verzichtet.

Erwägungen:
1.
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1.1 Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die
Beschwerdegegnerin hat die angefochtene Verfügung am 24. November 2008, also
unter der Geltung des Rechts dieser Revision, erlassen. Zu beurteilen ist der
Sachverhalt, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses dieser Verfügung entwickelt
hat. Dieser Sachverhalt reicht in eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision zurück.
Soll auf bestimmte Sachverhalte nicht neues Recht Anwendung finden, sondern das
aufgehobene Recht massgebend bleiben, muss eine geltende Norm die
Weiteranwendbarkeit aufgehobenen Rechts für bestimmte Sachverhalte anordnen. Die
5. IV-Revision enthält keine die Rente betreffende übergangsrechtliche Bestimmung.
Das Bundesamt für Sozialversicherungen unterstellt aber zu Recht eine
ausfüllungsbedürftige Lücke (vgl. das Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007).
Die Definition der Sachverhalte, auf die noch altes Recht anwendbar sein soll, sollte
durch ein materiellrechtliches, unbeeinflussbares Merkmal erfolgen. In Frage kommen
der Zeitpunkt der Entstehung des Auszahlungsanspruchs oder der Eintritt des
Versicherungsfalls, beide definiert nach dem alten, ausser Kraft getretenen Recht (zum
Ganzen im Detail der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S
M. vom 28. Oktober 2009, IV 2009/5). Bezüglich des Rentenbeginns sind deshalb
vorliegend angesichts der IV-Anmeldung von 2006 und des Eintritts der
Arbeitsunfähigkeit 2004 die bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen
Bestimmungen (im Folgenden angeführt) anzuwenden. Für die Invaliditätsbemessung
hat sich indessen materiell keine Änderung der Rechtslage ergeben.
1.2 Strittig sind einzig Rentenleistungen.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente,
wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen
von Bedeutung. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu
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beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind im
Weiteren eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V
99 f. E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit
auch tatsächlich ausübt, ist für die Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich
(Rz 3046 des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens
über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH).
2.3 Die Beschwerdegegnerin stützt sich bei der Beurteilung des
Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf das
Ergebnis des polydisziplinären MEDAS-Gutachtens vom Januar 2007. Der
Beschwerdeführer lässt in der Replik einräumen, für den damaligen
Gesundheitszustand sei durchaus möglich, hierauf abzustellen.
2.4 Das Gutachten basiert auf einer Kenntnisnahme von den IV-Akten und von
weiteren eingeholten medizinischen Unterlagen und Röntgenbildern. Der
Beschwerdeführer wurde nach Anamnese und Beschwerden befragt und (internistisch/
rheumatologisch, mit Labor und PACT-Test) untersucht. Dazu kam ein psychiatrisches
Consiliargutachten.
2.5 Was die somatische Situation betrifft, wurde ausgeführt, die Röntgenbilder
zeigten eine seit Oktober 2003 absolut stationäre lumbosakrale Spondylolisthesis bei
Spondylolyse mit sekundär hochgradiger Osteochondrose und Ausschluss eines engen
Spinalkanals bei leichter Einengung des Recessus lateralis L5/S1 beidseits. Gemäss
den Funktionsaufnahmen der Klinik Valens (vom April 2005) bestünden eine absolut
fehlende Beweglichkeit im lumbosakralen Bewegungssegment und eine deutliche
Hypermobilität im Segment L4/L5 mit nach kaudal verlagertem Rotationszentrum und
pathologischem translatorischem Gleiten von 6 mm. Es dürfe dort (L4/L5) wohl von
einer Instabilität gesprochen werden, wegen (vorläufig noch) fehlender reaktiver
Veränderungen (traction spurs) aber noch nicht von einer sicher bewiesenen. Es frage
sich trotz des dortigen eindrücklichen radiologischen Befundes, ob das lumbosakrale
Segment für die Schmerzen primär verantwortlich sei, da es sich doch um eine
angeborene Störung handle und die Verhältnisse seit Oktober 2003 absolut identisch
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seien. Es sei differentialdiagnostisch denkbar, dass das hypermobile/instabile Segment
L4/L5 pathogenetisch im Vordergrund stehe. Die vom Beschwerdeführer geklagten
positions- und belastungsabhängigen Rückenschmerzen auf Höhe des lumbosakralen
Übergangs würden sich zusammenfassend durch die klinischen und radiologischen
Befunde bezüglich der Art und der Lokalisation glaubhaft nachweisen lassen.
Somatisch nicht erklärbar seien hingegen die geschilderten Auswirkungen auf den
Alltag und die durchwegs gescheiterten Arbeitsversuche auch bei sehr leichter
körperlicher Tätigkeit nach der Kündigung anfangs 2005. Wegen der Anlagevariante
des lumbosakralen Übergangs mit dann sekundär reaktiven Veränderungen sei die
zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Fensteranschläger medizinisch nicht mehr zumutbar.
Unter Berücksichtigung diverser qualitativer Einschränkungen bestehe aber aus
rheuma-orthopädischer Sicht von Seiten des Bewegungsapparates keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Das Gutachten kann diesbezüglich als Bestätigung
der vollen Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten betrachtet werden, welche die
Klinik Valens dem Beschwerdeführer gemäss dem Bericht vom 14. Juni 2005 attestiert
hatte (mit allerdings tieferer Gewichtslimite). Inwiefern das EFL-Belastungsprofil
hiergegen sprechen soll, wie der RAD am 13. Juli 2006 darlegte, lässt sich nicht ohne
weiteres nachvollziehen, hat die Klinik doch festgehalten, die arbeitsbezogene
körperliche Leistungsfähigkeit bei Austritt entspreche weiterhin einer leichten
Arbeitsbelastung. Da nach der Beurteilung des Gutachters seit Oktober 2003 absolut
identische radiologische Verhältnisse bestanden (wobei zu berücksichtigen ist, dass
ihm insbesondere auch ein MRI vom November 2004 vorlag), kann davon
ausgegangen werden, dass der Verzicht auf das Erstellen neuer Bilder vorliegend zu
tolerieren ist. Im Vergleich zu dieser Einschätzung, die in Kenntnis der umfassenden
Akten erfolgte und mit derjenigen der Klinik Valens übereinstimmt, vermag die
Beurteilung von Dr. A._ vom April 2006 nicht anzukommen. Jene
Arbeitsfähigkeitsangabe war ohnehin mit einer völligen Dekonditionierung und der
Angabe des Beschwerdeführers begründet worden, dass er nach vier Stunden wegen
Schmerzen nicht mehr arbeiten könne, während der Arzt darauf hinwies, dass das
Zumutbare nicht definitiv festgelegt werden könne. Ob die Angabe, dass längerfristig
mit einer Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von 100 % für angepasste Arbeit zu
rechnen sei, als rein prognostische Arbeitsfähigkeitsschätzung zu betrachten ist, auf
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welche, wie der RAD zu Recht ausgeführt hatte, sich nicht abstellen lässt, kann unter
diesen Umständen dahingestellt bleiben.
2.6 In psychiatrischer Hinsicht stellte das Gutachten eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit um höchstens 20 % fest, und zwar aufgrund von rezidivierenden
kurzen depressiven Störungen mit psychischen Faktoren, die körperliche Störungen
bewirkten. Durch die schwierige persönliche und familiäre Situation sei ein psychischer
Zustand entstanden, der Krankheitswert habe.
2.7 Für den Zeitpunkt der Begutachtung (November 2006) kann von deren Ergebnis
ausgegangen werden.
2.8 Der Beschwerdeführer lässt indessen in der Beschwerde vom Januar 2009 eine
Verschlechterung seines psychischen Zustands im Verlauf des langen
Verwaltungsverfahrens geltend machen und beruft sich hierfür auf den Bericht der
Klinik Teufen vom 5. Januar 2009. In der Klinik waren unter anderem eine mittelgradige
depressive Störung, eine andauernde somatoforme Schmerzstörung und ein
chronifiziertes Schmerzsyndrom bei seit Jahren bekannten Wirbelsäulenveränderungen
diagnostiziert und eine Arbeitsunfähigkeit bei Austritt (nach wie vor, d.h. wohl wie bei
Eintritt) von 100 % attestiert worden. Von Bedeutung ist allerdings, ob und
gegebenenfalls inwiefern von einer Veränderung des medizinischen Sachverhalts im
Zeitablauf auszugehen ist. Im Bericht wird darauf hingewiesen, dass die Situation
bereits jahrelang so andauere, weshalb es zu einer kontinuierlichen Verschlimmerung
und Chronifizierung gekommen sei. Tatsächlich waren damals (bei der ambulanten
Behandlung durch die Klinik bzw. bei Verfügungserlass) seit der Begutachtung rund
zwei Jahre vergangen (ohne dass die Beschwerdegegnerin aber vor Erlass der
Verfügung nochmals einen medizinischen Verlaufsbericht eingeholt hätte). Ab 2007 hat
der Beschwerdeführer nach der Aktenlage ausserdem eine psychiatrisch-
psychotherapeutische Behandlung aufgenommen, wie sie im Gutachten als
wünschenswert bezeichnet wurde. Anderseits zeigt die Befundlage keine auffällig
andere Sachlage auf. Es wird von der Klinik berichtet, im Gespräch zeige sich kein
Anhaltspunkt für Auffassungsstörungen, doch scheine die Konzentration merklich
eingeschränkt zu sein, und das formale Denken sei verlangsamt. Im psychiatrischen
Gutachten war festgehalten worden, im normalen Gespräch zeigten sich keine
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wesentlichen Hinweise auf Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen; der
Beschwerdeführer gebe aber an, sich wenig konzentrieren zu können, wenn er im
Stress sei. Bereits gemäss dem Gutachten hatte der Beschwerdeführer
Angespanntheit, rasche Nervosität und innere Unruhe (im Vergleich zu starker innerer
Unruhe und Reizbarkeit) angegeben. Der Antrieb war damals ebenfalls leicht
eingeschränkt gewesen. Der Gutachter hatte auch festgestellt, es bestünden wenig
Aussenkontakte und der Beschwerdeführer habe erklärt, seinen Hobbys nicht mehr
nachgehen zu können; die Klinik hielt fest, der Beschwerdeführer habe von starkem
sozialem Rückzug berichtet. Bei der Begutachtung war die Grundstimmung
ausgeglichen, doch bestand gemäss dem Gutachten eine erhöhte Affektlabilität mit
kurzen depressiven Einbrüchen. Die Klinik berichtete von einem deutlich deprimierten
Affekt und deutlich herabgesetzten Vitalgefühlen. Während der ambulanten
Behandlung konnten allerdings die depressiven Symptome und die starke
Rückzugstendenz leicht gebessert werden. Der psychiatrische Gutachter war davon
ausgegangen, dass beim Beschwerdeführer rezidivierende kurze depressive Störungen
auftraten, von denen er sich aber jeweils wieder vollständig erholt habe, weshalb die
Kriterien für eine leichte, mittelgradige oder schwere depressive Episode nicht erfüllt
waren. Eine mittelgradige depressive Störung wurde allerdings nun (Ende 2008) gerade
(nebst einer andauernden somatoformen Schmerzstörung) diagnostiziert. Ein
Arztbericht von Dr. E._ wurde nicht eingeholt, aber auch nicht vom
Beschwerdeführer beigebracht.
2.9 Auch wenn der Beschwerdeführer erstmals mit der Beschwerde eine Änderung
geltend machte, lässt sich unter diesen Umständen ohne weitere Abklärungen nicht mit
ausreichender Wahrscheinlichkeit feststellen, ob sich nach der Begutachtung noch
innerhalb des vorliegend massgeblichen Beurteilungszeitraums eine relevante
Verschlechterung des psychiatrischen Gesundheitszustands ergeben habe. Die Sache
ist daher zur ergänzenden Abklärung zurückzuweisen, wobei es naheliegend erscheint,
diese beim psychiatrischen Gutachter der MEDAS Ostschweiz zu veranlassen, dem die
Frage einer allfälligen Sachverhalts- (und Arbeitsunfähigkeits-) Entwicklung unterbreitet
werden könnte.
3.
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3.1 Was die Zeit bis zur Begutachtung betrifft, kann ein Einkommensvergleich
vorgenommen werden. Rechtsprechungsgemäss ist bei der Ermittlung des
Valideneinkommens entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden
Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde
tatsächlich verdienen würde. Da nach empirischer Feststellung in der Regel die
bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist
Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens grundsätzlich der
letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der Teuerung und
der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (vgl.
Bundesgerichtsentscheid i/S. K. vom 23. März 2009, 8C_515/2008). Für die Vornahme
des Einkommensvergleichs ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des
allfälligen Rentenbeginns abzustellen (BGE 129 V 222). Es rechtfertigt sich, von den
Einkommensverhältnissen im letzten Jahr vor Eintritt der gesundheitlichen
Beeinträchtigung, nämlich 2003, auszugehen. Der Beschwerdeführer erzielte im Jahr
2003 ein Einkommen von Fr. 65'286.--, das als Valideneinkommen bezeichnet werden
kann.
3.2 Nach Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung stehen dem
Beschwerdeführer gemäss dem Begutachtungsergebnis noch verschiedene
Hilfstätigkeiten offen. Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret
steht. Hat sie nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an
sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können nach der
Rechtsprechung statistische Werte (Tabellenlöhne) beigezogen werden (BGE 129 V
472 E. 4.2.1, Bundesgerichtsentscheid i/S C. vom 19. Juni 2008, 9C_81/2008). Im Jahr
2003 machte der statistische Durchschnittslohn für einfache und repetitive Tätigkeiten
von Männern Fr. 57'745.-- aus (Anhang 2 der Textausgabe IVG und ATSG).
3.3 Nach der Rechtsprechung werden die Tabellenlöhne gekürzt, wenn Versicherte,
die in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten, nach Eintritt des
Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nur beschränkt einsatzfähig sind,
wenn sie - unabhängig von der früher ausgeübten Tätigkeit - als gesundheitlich
Beeinträchtigte im Rahmen leichter Hilfsarbeitertätigkeiten nicht mehr voll
leistungsfähig sind oder wenn weitere persönliche und berufliche Merkmale wie Alter,
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Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben. Der Abzug ist nicht
schematisch vorzunehmen. Vielmehr ist der Einfluss aller Merkmale auf das
Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Letztlich ist der Abzug vom
statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale
auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen (vgl. BGE 126 V 75). Der Abzug dient
insbesondere auch der Korrektur der Einkommensgrössen, welche der Statistik
entnommen werden, aus dem Grund, dass die Zahlen von gesunden Arbeitskräften
erhoben werden. Vorliegend fällt in Betracht, dass der Beschwerdeführer keine
ausschliesslichen oder häufigen körperlich schweren Arbeiten mit Heben und Tragen
schwerer Gewichte über 20 bis 30 kg (vereinzelt unter Einhaltung der Rückendisziplin
sind sie zumutbar), keine Arbeiten mit häufigen starken Rumpfrotationen, keine
längerdauernden Arbeiten in einer unergonomischen Flexions- oder
Hyperextensionsstellung und keine Arbeiten mit axialen Schlägen oder groben
Vibrationen ausüben kann. Er bedarf insofern der Rücksichtnahme eines Arbeitgebers
bzw. eines angepassten Arbeitsplatzes. Männer mit einem Beschäftigungsgrad von
maximal 89 % (Teilzeitbeschäftigte) verdienen ausserdem (auf allen
Anforderungsniveaus) in der Regel überproportional weniger als Vollzeitangestellte.
Gemäss dem Gutachten ist der Beschwerdeführer zu mindestens 80 % arbeitsfähig; er
ist aus psychischen Gründen zu höchstens 20 % in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt.
Mit dem Teilzeitabzug soll nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nur die
eigentliche Teilzeitarbeit erfasst werden, nicht aber eine vollzeitliche Tätigkeit mit
eingeschränkter Leistungsfähigkeit (Bundesgerichtsentscheid i/S I. vom 4. März 2009,
9C_980/2008; vgl. auch den Bundesgerichtsentscheid i/S S. vom 5. Juni 2008,
9C_344/08). Es erscheint jedoch als gerechtfertigt, einen leidensbedingten Abzug von
den Tabellenlöhnen auch bei versicherten Personen anzuerkennen, die ganztägig, aber
nur mit reduzierter Leistungsfähigkeit anwesend sein können. Es ist der Argumentation
des Bundesgerichts im Entscheid i/S T. vom 8. Januar 2008, 9C_603/07, zu folgen (so
der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S F. vom
29. September 2008, IV 2007/242). Männer im tiefsten Anforderungsniveau erzielten
etwa im Jahr 2004 mit einem zwischen 75 % und 89 % liegenden Arbeitspensum ein
(aufgerechnet auf ein Vollpensum) um etwa 6 % unter dem Total der Bruttolöhne
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(beider Sektoren) liegendes Einkommen (LSE 2006, Tabelle T2*;
1 - Fr. 4'363.--/Fr. 4'665.--). Insgesamt ist damit zu rechnen, dass der
Beschwerdeführer im Vergleich mit gesunden Mitbewerbern einen gewissen
Lohnnachteil wird in Kauf zu nehmen haben. Es rechtfertigt sich daher, einen Abzug
von (höchstens) 10 % von den Tabellenlöhnen vorzunehmen. Das
Durchschnittseinkommen ist somit auf Fr. 51'971.-- herabzusetzen. Bei einer
Arbeitsfähigkeit von mindestens 80 % ergibt sich ein zumutbares Invalideneinkommen
von mindestens Fr. 41'577.--. Der Invaliditätsgrad, wie er sich bei den bis zur
Begutachtung vorliegenden Verhältnissen ergibt, beträgt somit höchstens 36 %.
3.4 Ob und inwiefern sich hieran allenfalls für die Zeit bis zum Erlass der
angefochtenen Verfügung eine Änderung ergebe, wird nach Vorliegen der ergänzenden
Sachverhaltsabklärungen zu bestimmen sein.
4.
4.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 24. November 2008 teilweise gutzuheissen und die
Sache ist zu ergänzenden medizinischen Abklärungen im Sinne der Erwägungen und
zu entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Eine Rückweisung zur weiteren Abklärung der Streitsache und anschliessender
neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin stellt praxisgemäss aus prozessualer
Sicht in Bezug auf die Kosten ein vollständiges Obsiegen dar (vgl. SVR 1995 IV Nr. 51
S. 143; ZAK 1987 S. 266 E. 5a). Die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung
(Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) vom 6. März 2009 ist damit obsolet geworden.
4.3 Angesichts des Unterliegens der Beschwerdegegnerin rechtfertigt es sich, ihr die
Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert
festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1 IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1
VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen.
4.4 Der Beschwerdeführer hat bei diesem Ausgang des Verfahrens gegenüber der
Beschwerdegegnerin Anspruch auf Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne
bis
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Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff.
VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand angemessen
erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG