Decision ID: ba406920-6e67-477a-b66b-e417bf959aaa
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962, arbeitete seit
1.
September 2002 bis zur Kündigung per 3
1.
Dezember 2011 (
Urk.
7/24/2) als Sachbearbeiter Serviceför
de
rung bei der
Y._
AG (
Urk.
7/18/1-7
Ziff.
2.1 und
Ziff.
2.7). Am 2
1.
Februar 2011 (
Urk.
7/3) meldete ihn der Arbeitgeber bei der Invalidenversicherung zur Früherfassung an und im März 2011 (
Urk.
7/7) stellte der Versicherte unter Hinweis auf einen am 2
5.
August 2009 erlittenen ischä
mi
schen Hirnschlag selber ein Gesuch um Leistungen (
Ziff.
6.2). Die Sozialversi
cherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinischen und er
werblichen Verhältnisse ab und holte namentlich das Gutachten der
Begutachtungsstelle Z._
vom 1
7.
Janu
ar 2012 (
Urk.
7/43) ein. Sodann veranlasste sie eine Abklärung im Zen
trum
A._
, vom 2
1.
Mai bis 3
1.
August 2012 (
Urk.
7/55 und
Urk.
7/64) und über
nahm die Kosten für ein vom
Arbeiterhilfswerk B._
durch
ge
führtes Arbeitstraining bei der Personalvorsorge
C._
vom 1
9.
November 2012 bis 1
7.
Mai 2013 (
Urk.
7/72 und
Urk.
7/86). Schliesslich ge
währte die IV-Stelle Beratung und Unterstützung bei der Stel
lensuche vom
1.
Mai
bis
1.
November 2013 (
Urk.
7/75). Ab 2
1.
Mai bis 2
0.
September 2013 wurde er von der
C._
befristet zu einem Pensum von 50
%
angestellt (
Urk.
7/79). Weiter nahm die IV-Stelle Unterlagen des Krankentag
geldversicherers zu den Akten (
Urk.
7/84-85)
1.2
Mit Verfügung vom
4.
November 2013 (
Urk.
7/91) schloss die IV-Stelle die Ein
gliederungsmassnahmen formell ab unter dem Hinweis, dass es nicht gelungen sei, eine angemessene Anstellung zu finden. Nach durchgeführtem Vorbe
scheid
verfahren (
Urk.
7/94 ff.) verneinte die IV-Stelle sodann mit Verfügung vom 2
0.
März 2014 (
Urk.
2) den Anspruch des Versicherten auf eine Rente ba
sierend auf einem Invaliditätsgrad von 20
%
.
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am
5.
Mai 2014 (
Urk.
1) Beschwerde mit den folgenden Anträgen (S. 2):
„1.
Es sei die Verfügung vom 20.3.2014 aufzuheben und es sei
e
n dem
Beschwer
deführer
die gesetzlichen Leistungen aus IVG zu gewähren.
2.
Es sei die Verfügung vom 20.3.2014 aufzuheben und es sei dem
Beschwerde
führer
bei einem Invaliditätsgrad von 63
%
eine 3⁄4-Rente ab dem 1.9.2011 auszurichten.
3.
Eventuell sei die Verfügung vom 20.3.2014 aufzuheben und es sei die Sache für ergänzende Sachverhaltsabklärungen an die
Beschwerdegegnerin
zurück zu weisen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der
Beschwerdegeg
nerin
.“
Die IV-Stelle ersuchte am
4.
Juni 2014 (
Urk.
6) um Abweisung der Beschwerde,
was dem Beschwerdeführer am 1
0.
Juni 2014 (
Urk.
8) zur Kenntnis gebracht wurde
. Am
8.
Oktober 2014 (
Urk.
9) legte der
Beschwerdeführer
einen weiteren Arztbericht (
Urk.
10) auf, welcher der
Beschwerdegegnerin
am 1
3.
Oktober 2014
(
Urk.
11) zugestellt wurde.
Mit Verfügung vom 1
2.
Oktober 2015 (
Urk.
12) wurd
e
die BVG-Kasse
J._
zum Prozess beigeladen, welche sich je
doch nicht
vernehmen liess.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes übe
r die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächti
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausge
glichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
enanntes
Invalidenein
kommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sogenanntes Valideneinkom
men). Der Ein
kommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkom
mensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog
enannte
allgemeine Methode des Ein
kommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
führte zur Begründung ihrer Abweisung des Leistungs
gesuches aus, der Beschwerdeführer sei ab 2
6.
August 2009 vollumfänglich ar
beits
unfähig gewesen, weshalb das Wartejahr am 2
5.
August 2010 abgelaufen sei. Angesichts der Geltendmachung des Leistungsanspruchs am 1
0.
März 2011 stünden Leistungen ab
1.
September 2011 im Raum. Zu diesem Zeitpunkt habe – gestützt auf das eingeholte Gutachten des
Z._
- noch eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20
%
bestanden, was dem Invaliditätsgrad entspreche (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer bemängelte vorweg das
Z._
-Gutachten (
Urk.
1
Ziff.
9 ff.)
und verwies auf ein Post-Stroke-Fatigue-Syndrom (
Ziff.
18) samt neuropsy
cho
lo
gischen Einschränkungen (
Ziff.
13) sowie
auf
die Ergebnisse des Arbeitstrai
nings, welche nur eine 50%ige Arbeitsfähigkeit ergeben hätten (
Ziff.
14 ff.). So
dann monierte er den getätigten Einkommensvergleich (
Ziff.
20 ff.).
3.
3.1
Im neurologischen Bericht der Ärzte der Rehaklinik
I._
vom 2
5.
Juni 2010 (
Urk.
7/12/5-11) betreffend Rehatriageassessment wurde ausgeführt, beim
Be
schwerdeführer
bestehe ein Status nach
paramedian
em
Pons-Infarkt rechts un
klarer Ätiologie. Die damaligen klinischen Symptome mit linksbetonter Ataxie sowie Dysarthrophonie hätten sich vollständig zurückgebildet. Klinisch
neuro
lo
gisch finde sich aktuell
eine leichte neuropsychologische Störung mit redu
zier
ter
Dauer- und Aufmerksamkeitsbelastbarkeit, leichten Unsicherheiten bei der toni
schen Alertness und beim Mehrfachreaktionsverhalten sowie leichten affek
tiven Auffälligkeiten nach erlittenem Ponsinfarkt. Im Vordergrund des Be
schwer
de
bil
des habe die anamnestisch glaubhaft geschilderte, deutlich redu
zierte Dauer
belastbarkeit mit erhöhte
r
Ermüd- und Erschöpfbarkeit gestanden, welche sich im beruflichen Alltag sicherlich stärker bemerkbar mache, als dies im Rahmen der nur dreistündigen neuropsychologischen Untersuchung ersicht
lich geworden
sei. Der Beschwerdeführer habe während der gesamten Untersu
chung sehr koope
rativ gearbeitet und sei um gute Leistungen bemüht gewesen. Im sozialen Kon
takt sei er freundlich und gesprächig gewesen. Das Arbeitsver
halten sei kon
zen
triert bei zügigem Arbeitstempo und raschem Instruktionsver
ständnis gewesen. Über Fehler habe er sich geärgert und sich jeweils aus dem Konzept bringen lassen. Zudem bestehe bei neuen Aufgaben zu Beginn eine leichte Unsicherheit. Der
Beschwerdeführer
habe vordergründig einen heiteren und unbeschwerten Eindruck gemacht. Im Verlauf des Gesprächs sei jedoch er
sichtlich geworden, dass er durch die bestehe
nden Schwierigkeiten sowie dem i
nneren und auch dem von aussen gespürten Druck belastet und verunsichert gewesen sei. Zudem habe er sich Sorgen gemacht, dass ein erneuter Infarkt auftreten könne (S. 6).
Die Ausübung des früheren Berufs erachteten die Ärzte aus neuropsychologi
sche
r Sicht als möglich. Bei hohen kognitiven Anforderungen könne die Funk
tions
fähigkeit eingeschränkt sein. Aufgrund der erhöhten Erschöpfbarkeit emp
fahlen
sie eine Reduktion des Arbeitspensums auf 80
%
. Da die Stabilisierung in der Rege
l längere Zeit beanspruche, sollte die Reduktion der täglichen Arbeits
fähig
keit über mindestens sechs Monate fortgeführt werden. Erst danach sollte eine erneute Beurteilung erfolgen, ob eine Steigerung möglich und sinnvoll sei (S. 7).
3.2
3.2.1
Das
Z._
-Gutachten vom 1
7.
Januar 2012 (
Urk.
7/43/1-41) wurde von Chefarzt
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Neurologie FMH und med. pract.
M._
, Fachärztin Chirurgie, erstellt (S. 41). Daneben wurde ein neuropsychologisches Teilgutach
ten bei
Dr.
sc. Hum. Dipl. Psych.
N._
sowie lic. phil.
O._
, Fachpsycholo
gin für Neuropsychologie FSP, eingeholt (
Urk.
7/43/42-54).
3.2.2
In neurologischer Hinsicht verwies der Gutachter (S. 21 f.) auf eine geschilderte erhebliche Tagesmüdigkeit und rasche Erschöpfbarkeit, welche seit dem Hirn
stamminfarkt im August 2009 bestünden. Die damaligen sensomotorischen De
fi
zite hätten sich aus Sicht des
Beschwerdeführer
s fast vollständig zurückgebil
det. Anlässlich der Untersuchung habe sich ein vollständig unauffälliger Neu
ro
status gefunden. In der verhaltensneurologischen Untersuchung und in der Ver
haltensbeobachtung habe sich keine wesentliche Müdigkeit gefunden. Auf
fällig sei hier die erhebliche Diskrepanz zwischen subjektiv starker Beeinträchti
gung und objektiv nicht nachvollziehbarer Erschöpfung bzw. Konzentrations
störung gewesen. Ausserdem sei psychopathologisch eine subdepressive Stim
mungslage aufgefallen. Es scheine somit eine Anpassungsstörung vorzuliegen.
Auf neurologischem Fachgebiet fänden sich keine relevanten kognitiven oder sensomotorischen Defizite. Der verhaltensneurologische Befund sei im Wesentli
chen unauffällig. Ein hirnorganisc
hes Syndrom als Korrelat einer z
erebralen Vas
kulitis oder einer schweren Mikroangiopathie sei nicht zu diagnostizieren. Eine Vaskulitis, die ein erhebliches Fatigue- oder Erschöpfungssyndrom hätte erklären können, sei in der ausgiebigen Diagnostik in den letzten drei Jahren nicht diagnostiziert worden. Der kleine Hirnstamminfarkt sowie die weiteren lakunären Infarkte seien nicht in der Lage, das vorgetragene Erschöpfungssyn
drom auf organpathologischer Ebene nachvollziehbar zu machen.
Unter Verweis auf die vorliegenden MRI-Bilder diagnostizierte der Fachgutach
ter – ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – einen Status nach paramedia
nem
Ponsinfarkt rechts im August 2009, eine MR-tomographisch gesicherte stumme Ischämie lentikulostriatal rechts sowie eine vas
kuläre Leukenzephalo
pathie bei z
erebraler Kleingefässerkrankung unklarer Ätiologie.
3.2.3
Anlässlich der neuropsychologischen
Beurteilung
(S. 28 f.) wurden gute neuro
psychologische Funktionen mit einigen Teilleistungsschwächen geschildert. Das
verbale Gedächtnis des Beschwerdeführers, sein Arbeitsgedächtnis und sein
e
exe
kutiven Funktionen lägen alle im guten Durchschnittsbereich. Seine Infor
ma
tions
verarbeitungsgeschwindigkeit und Interferenzfestigkeit lägen im Durch
schnit
t. Seine Fähigkeit zum logischen Schlussfolgern liege im oberen Durch
schnittsbereich. Sprichwörter könne er problemlos abstrahieren. Beein
trächtigt seien sein inzidentelles und visuelles Gedächtnis sowie teilweise seine Aufmerk
samkeitsfunktionen. Seine direkte Reaktionsgeschwindigkeit sei durchschnitt
lich,
bei der geteilten Aufmerksamkeit und bei der Selektion von Reizen seien seine Reaktionszeiten unterdurchschnittlich. Die Wortflüssigkeit und das divergente Denken seien leicht eingeschränkt gewesen.
Viele der geprüften neuropsychologischen Funktionen seien unauffällig und lägen
im guten durchschnittlichen Bereich. Wie in den vorherigen neuropsy
cho
logischen Untersuchungen zeigten sich Schwächen in den Aufmerksam
keits
leistungen und in der verbalen Fluenz, aber keine Tendenzen zu Persevera
tion,
Konfabulation oder Interferenzanfälligkeit. Weiterhin bestünden jedoch die erhöh
t
e Ermüdbarkeit und das erhöhte Schlafbedürfnis, welche sich zusätzlich limitierend auf die psychomentale Dauerbelastbarkeit auswirkten.
Diese vorliegenden Befunde seien insgesamt als leichte bis mittelschwere neu
ropsychologische Funktionsstörungen zu beurteilen. Während der
Beschwerde
führer
seinen Alltag ohne weiteres bewältigen könne, schränkten die neuropsy
chologischen Funktionsstörungen die Dauerleistungsfähigkeit bei der Arbeitstä
tig
keit deutlich ein. Der
Beschwerdeführer
sei zwar in der Lage, in ausgeruhter und erholter Verfassung alle Aufgaben seiner angestammten Tätigkeit grund
sätzlich zu übernehmen und zu bewältigen. Aus neuropsychologischer Sicht könne ihm hingegen zurzeit noch kein volles Arbeitspensum zugemutet werden. Bei regelmässig ungenügender Erholung könnte sonst eine weitere Leistungsde
kompensation eintreten. Die Minderung der psychomentalen Dauerleistungsfä
higkeit schätzten die Fachpersonen mit 20
%
ein.
3.2.4
Bei der anderthalbstündigen psychiatrischen Untersuchung (S. 34 f.) stellte der Fachgutachter einen psychischen Normalbefund fest. Er führte aus, der
Be
schwerdeführer
berichte authentisch wirkend über eine gegenüber früher herab
gesetzte Konzentrationsfähigkeit, ein anhaltendes Gefühl der Müdigkeit und eine rasche Ermüdbarkeit. Unter psychiatrisch-psychodynamischen Gesichts
pun
kten könnte diese von ihm subjektiv wahrgenommene Symptomatik einer längeren depressiven Reaktion im Rahmen einer Anpassungsstörung zugeordnet werden, in den übersandten ärztlichen Unterlagen fänden sich aber auch Hin
weise auf eine organisch bedingte leichte kognitive Leistungsbeeinträchtigung. Der
Beschwerdeführer
berichte über eine deutliche Verbesserung der Beschwer
den seit dem Ereignis vom 2
6.
August 2009 mit Verbesserung der Reaktionsge
schwindigkeit, Merkfähigkeit und Konzentration. Eine Sprech- und Sprachstö
rung sei nicht mehr festzustellen. Die psychiatrische Behandlung beschränke sich auf eine Medikation, bis auf drei Sitzungen habe bisher keine psychothera
peutische Behandlung stattgefunden. Der Beschwerdeführer sei in der Lage, seine
persönliche Lebenssituation konstruktiv zu verändern, er könne eine Zu
kunfts
perspektive entwickeln und habe sich in gewissem Umfang auch wieder seinen ehemaligen Hobbys zugewandt. Insgesamt sei die Entwicklung erfreulich und auf rein psychiatrischem Fachgebiet bestünden keine relevanten Beein
trächti
gungen der Leistungsfähigkeit mehr.
Der Fachgutachter diagnostizierte – ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – eine (noch leichte) depressive Reaktion als Ausdruck einer Anpassungsstörung.
3.2.5
Die Gutachter attestierten zusammenfassend eine vollumfängliche Arbeitsfähig
keit des
Beschwerdeführer
s aus neurologischer und psychiatrischer Sicht und eine 20%ige Einschränkung aufgrund der leichten bis mittelschweren neuropsy
chologischen Funktionseinschränkung. Therapieoptionen konnten sie keine nennen
(S. 40 f.).
3.3
Im vom Krankentaggeldversicherer aufgelegten Gutachten von
Dr.
med.
F._
,
Facharzt für Neurologie, und Prof.
Dr.
med.
G._
, Neurologie FMH, vom 2
7.
Mär
z 2012 (
Urk.
7/85/2-17) schilderten diese eine geklagte andauernde Müdigkeit seit dem Schlaganfall im Jahr 200
9.
Die Müdigkeit habe laut Anga
ben des
Be
schwer
deführer
s auch trotz eines reduzierten Arbeitspensums und nach Frei
stellung von der Arbeit fortbestanden (S. 2).
Die Gutachter diagnostizierten eine arterielle Hypertonie mit bildmorphologi
schen Zeichen der infra- und supratentoriellen zerebralen Mikroangiopa
t
hie ohn
e ausreichenden Anhalt
für ein klinisch relevantes enz
ephales Defektsyn
drom
(S.
11). Sie führten aus (S.
12 f.), der Beschwerdeführer habe im Jahr 2009 wahr
s
cheinlich einen paramedianen Ponsinfarkt rechts erlitten. Die diesbezügli
che Anamnese (Ataxie, Dysarthrie) sei mit der berichteten/vorliegenden Bild
morph
ologie vereinbar. In der aktuellen neurologischen Untersuchung lasse sich keine Gangstörung, Extremitätenataxie oder Sprechstörung mehr nachweisen, auch der übrige neurologische Befund sei in allen Teilen regelrecht. Ein De
fekt
syn
drom mit behinderndem Effekt könne hier also nicht objektiviert und demzu
folge
auch nicht attestiert werden. Für die vom
Beschwerdeführer
be
richtete Müdig
keit und Konzentrationsstörungen finde sich kein klinisches Korrelat. Er sei hier
durchgehend vigilant, wach, orientiert und in der spontanen Mnestik und Auf
fassung ungestört.
Der aus den Vorberichten ersichtlichen Diagnose eines behindernden (nament
lich
die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden) Post-Stroke-Fatigue-Syndroms könnten
sie sich nicht anschliessen. Eine derartige Diagnose wäre bereits mit dem be
richteten Führen eines Automobils in keiner Weise vereinbar und hätte seitens der diese Diagnose stellenden Behandler zwingend zur Empfehlung einer Auf
hebung der Fahreignung führen müssen. Die genannte Hypothese eines Fatigue-
Syndroms sei darüber hinaus auch bereits deshalb nicht schlüssig, weil die Diag
nosestellenden gleichzeitig ein depressives Syndrom postuliert hätten, Müdig
keit/
Ermüdbarkeit und Konzentrationsstörungen jedoch gut bekannte Sympto
me
depressiver Syndrome seien, hier also eine konkurrierende Ursache zu disku
tie
ren wäre. Das depressive Syndrom sei angesichts des jetzigen Befun
des allen
falls leichtgradig ausgeprägt und somit nicht geeignet, eine Arbeitsun
fähigkeit zu begründen.
Ausreichend etabliert sei in der Tat das Konzept einer Post-Stroke-Depression, in einer Reihe von Arbeiten zur sogenannten Post-Stroke-Fatigue sei dement
sprechend auch eine signifikante Relation zur Depression beschrieben worden. Er ergäben sich vorliegend Hinweise für ein leichtgradiges depressives Syndrom, welches jedoch keine Arbeitsunfähigkeit begründe. Diesbezüglich sei also ledig
lich eine ambulante psychiatrische und psychologische Mitbetreuung zu emp
fehlen.
Nach den vorliegenden Unterlagen sei ein vermutlich langjährig vorbestehender arterieller Hypertonus anzunehmen. Andere mögliche Ursachen einer zerebralen
Mikroangiopahtie seien bereits lege artis unwahrscheinlich gemacht. Somit stehe
eine Optimierung und engmaschige Kontrolle der antihypertensiven The
rapie zur
Vermeidung weiterer Hirninfarkte im Vordergrund.
Angesichts des blanden neurologischen Untersuchungsbefunds und der darge
legten Überlegungen lasse sich eine Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeüb
ten
Tätigkeit nicht mehr hinreichend medizinisch begründen. Aktuell sei eine Ar
beits
fähigkeit von 100
%
vertretbar.
3.4
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie FMH, welcher den
Beschwerdeführer
in den Jahren 2011, 2012 und 2013 untersucht hatte (
Urk.
7/90), diagnostizierte mit Bericht vom 2
1.
August 2013 (
Urk.
7/90/1-2) ein weitgehend stationäres, chronisches Fatigue-Syndrom bei bildmorphologischer Progredienz einer ze
re
bra
len Amyloidangiopathie mit Nachweis neuer en
z
ephalomalazische
r Verän
derungen bei multiplen, z
erebrova
s
kulären Risikofaktoren.
Er verwies auf die Angaben des
Beschwerdeführer
s, welcher in den Morgen
stunden bis zur Mittagszeit eine hinreichende Leistungsfähigkeit unter Wachheit ver
spüre. Üblicherweise komme es h
ernach zu einer vermehrten Ermüdbarkeit und Erschöpfbarkeit, sodass er Schwierigkeiten habe, auch einfache konzentra
tive Leistungen zu erbringen. E
r
müsse sich dann zum Schlafen hinlegen. Zur
zeit habe er eine 50%ige Anstellung bei der
C._
, wo er einfache administrative Tätigkeiten leiste. Selbst diese Tätigkeiten würden ihn an die Leistungsgrenze bringen.
Dr.
D._
schilderte in seiner zusammenfassenden Beurteilung eine im Ver
gleich zur Voruntersuchung vom November 2012 unveränderte, klinische Symp
to
matik mit abnormer Erschöpfbarkeit sowie vorwiegenden Defiziten der Ein- und Umstellfähigkeit. Als ursächlich seien zweifellos die bildmorphologisch als progredient nachgewiesenen Marklagerläsionen anzusehen. Vor diesem Hinter
grund sei aus sozialmedizinischer Sicht eine Leistungsfähigkeit von ma
ximal 50
%
gegeben.
3.5
Dr.
med.
E._
, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, diag
nos
tizierte am 3
0.
September 2014 (
Urk.
10) eine organisch emotional labile Stö
rung
mit leichter kognitiver Störung und hielt dafür, die deutlich erhöhte Müdig
keit,
welche vorliegend die Hauptbeeinträchtigung des Gesundheitszu
standes darstelle
, stehe eindeutig in direktem Zusammenhang mit dem Hirnin
farkt. Alle anderen Ursachen seien ausgeschlossen. Aufgrund der kognitiven Störung resultierte eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit von 10
%
. Die Leistungsfähigkeit sei mindestens um 50
%
reduziert. Der
Beschwerdeführer
ar
beite
seit
1.
Juli 2014 zu 50
%
. Nach einem halben Arbeitstag müsse er für mindestens vier Stunden ruhen, bevor er auch nur einfachen Arbeiten nachge
hen könne. Wenn er nur eine Stunde nach dem Mittagessen schlafen könne, sei er erschöpft.
3.
6
In bildgebender Hinsicht liegen verschiedene MRI/MRT-Untersuchungsergeb
nisse
bei den Akten.
3.6.1
Im MRI vom
1.
September 2009 (
Urk.
7/43/57) zeigte sich ein umschriebener frischer paramedianer Ponsinfarkt rechts sowie eine supraventrikuläre leichte vaskuläre Leukenzephalopathie sowie ein lakunärer Infarkt der Corona radiata links.
3.6.2
Auf den Aufnahme
n
vom 1
1.
September 2010 (
Urk.
7/43/58) wurde eine im
Ver
gleich zu den Voraufnahmen neu aufgetretene makrovasculäre Ischämie rechts
laterallentikulostriär beschrieben ohne
akute
oder subaku
t
e Ischämie; weiter ein gleichbleibendes Mischbild aus mikro- und makrovasku
l
ären Ischä
mien supra- wie infratentoriell bei multiplen Mikrohämorrhagien sowie einer hochgradigen Stenose der P2 rechts. Der Befund sei gut mit einer Vaskulitis vereinbar.
3.6.3
Das MRT des Neurocraniums vom 1
2.
August 2011 (
Urk.
7/43/59-60) ergab den Nachweis älterer lacunärer Inf
arkte in beiden Grosshirnhemisp
h
ä
ren, in den Kleinhirnhemisphären sowie in der Pons; daneben zusätzlich l
euk
en
z
ephalopa
thische Veränderungen in beiden Grosshirnhemisphären ohne akute oder suba
kute Ischämien sowie unauffällige Gefässe im Bereich des Circulus arteriosus Willisii.
3.6.4
Im MRI vom 2
4.
Oktober 2012 (
Urk.
7/90/4) zeigte sich eine neu aufgetretene enzephalomalazische Veränderung periventrikulär linksseitig mit einer Ausdeh
nung von 8 mm, die Läsion oberhalb der Basalganglien rechtsseitig sei ebenfalls grössenprogredient im Vergleich zur Voruntersuchung. Im Verlauf der Pyrami
denbahn rechtsseitig sei eine umschriebene neue lakunäre Läsion vorhanden. Die übrigen flächig degenerativen Veränderungen im Sinne von mikroangio
pathischen Läsionen seien vergleichbar zur Voruntersuchung. Multiple Hämosi
derinablagerungen wiesen auf eine vorliegende Amyloidangiopa
t
hie hin.
4.
4.1
Mit Bericht vom 1
3.
September 2012 (
Urk.
7/64) über die vom 2
1.
Mai bis 3
1.
August 2012 erfolgte Abklärung im
Zentrum A._
verwiesen die Verantwortlichen (S.
11) auf eine konstant gefühlte Müdigkeit des
Beschwerdeführer
s, was sich – nach seinem Dafürhalten – auf seine Konzentration Einfluss haben könne. Im Verlauf der Massnahme habe sich die Müdigkeit zwar reduziert, sei aber immer noch vorhanden, insbesondere am Nachmittag. Gegen Ende eines Arbeitstages kämpfe er nur noch gegen die Müdigkeit und könne sich kaum mehr auf seine Aufgaben konzentrieren. In gewissen Momenten wirke er leicht gedämpft. Es sei für ihn jedoch kein Thema, psychologische Unterstützung zu beanspruchen. In zeitlicher Hinsicht habe der
Beschwerdeführer
zum Schluss der Abklärung im beschützenden Rahmen sieben Stunden täglich gearbeitet. Er benötige wegen seiner raschen Ermüdung hin und wieder eine fünfminütige Kurzpause. Nach der Arbeitszeit müsse er ca. eine Stunde schlafen, Energie für grössere Aktivi
tä
ten blieben keine mehr. Die
berufliche Abklärung absorbiere – aus seiner Sicht - zu viel Energie für eine ausgeglichene Befindlichkeit.
Zur Leistungsfähigkeit führten die Verantwortlichen aus, im beschützenden Rah
men des
Zentrums
A._
habe der
Beschwerdeführer
in der Präsenzzeit von sieben Stunden und einer durchschnittlichen Verlangsamung um den Faktor 1.4 eine Leistungsfähigkeit von (absolut) ca. 60
%
erreicht. Die Verlangsamung sei unter anderem bedingt durch vermehrte Kurzpausen und zusätzliche Selbstkontrollen. Um diese Leistung umsetzen zu können, benötige er aufgrund der Abklärungs
ergebnisse gute Strukturen und eine enge Führung. Er selber wünsche sich eine selbständige Arbeitsweise und Freiheiten in der Ausführung von Aufträgen. Um die Leistungsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt feststellten zu können, wäre eine weitere Überprüfung an einem konkreten Arbeitsplatz notwendig.
4.2
Im Abschlussbericht über das (bei der
C._
absolvierte) vom 1
9.
November 2012 bis 1
7.
Mai 2013 absolvierte Arbeitstraining führte die Verantwortliche des
B._
am 1
1.
Juni 2013 (
Urk.
7/86) aus, der
Beschwerdeführer
habe
eine Steigerung
erzielen können. Die Konzentration habe sich zum Schluss des Arbeitstrainings
verbessert, er habe neue Aufgabengebiete selbständig übernehmen und eine Tages
struktur habe aufrechterhalten werden können. Der Beschwerdeführer hab
e am Ende des Arbeitstrainings einen halben Tag durcharbeiten können, dies sei zu Beginn des Trainings undenkbar gewesen. An eine Steigerung des Pensums sei jedoch während des gesamten Arbeitstrainings nicht zu denken gewesen. Ziel sei es gewesen, die Kontinuität zu gewährleisten (S. 3).
5.
5.1
Aufgrund der Akten ist erstellt, dass der
Beschwerdeführer
am 2
5.
August 2009 einen Ponsinfarkt erlitt, wobei sich die klinischen Symptome der Ataxie und Dysarthrophonie innert Jahresfrist zurückbildeten. Die Ärzte berichteten im Wesentlichen noch von einer erhöhten Ermüd- und Erschöpfbarkeit (E. 3.1). In der Folge veranlasste die
Beschwerdegegnerin
verschiedene Abklärungen und tätigte Eingliederungsbemühungen. So war der
Beschwerdeführer
in der Periode 2
1.
Mai bis 3
1.
August 2012 in Abklärung, durchlief vom 1
9.
November 2012
bis 1
7.
Mai 2013 ein Arbeitstraining und wurde
1.
Mai bis
1.
November 2013 bei
der Stellensuche unterstützt, namentlich in der Phase der befristeten An
stellung bei der
C._
, wo er das Arbeitstraining absolviert hatte (Sachverhalt
Ziff.
1.1).
An sämtlichen Stellen fiel den Arbeitgebern bzw. Betreuern eine Abnahme der Konzentrationsfähigkeit gegen Mittag auf. Bei der
Y._
AG war der Beschwerdeführer als Projektleiter im Marke
ting/
Kunden
dienst
tätig (
Urk.
7/92/2). Anlässlich eines Gespräches vom 1
7.
Juni 2011 wurde dann festgehalten, dass der
Beschwerdeführer
wohl zu 80
%
an
wesend sei, der Output
aber eher 40 – 50
%
betrage. Dies führte schliesslich zur Entlassung (
Urk.
7/92/5
und
Urk.
7/24/2). Die Verantwortlichen der
A._
ver
wiesen im Rahmen der Be
richterstattung über die von Mai bis August 2012 er
folgte Abklärung auf die
Notwendigkeit regelmässiger Kurzpausen wegen der raschen Ermüdbarkeit sowie
den Schlafbedarf nach der Arbeit (sieben Stunden im beschützenden Rahmen). Die Leistungsfähigkeit schätzten sie mit 60
%
ein ohne
Angaben über die Ver
hältnisse im
ersten Arbeitsmarkt machen zu können (E. 4.1). Auch an der Stelle bei der
C._
(November 2012 bis Mai 2013) fiel den Verantwortlichen – trotz Steigerung im Verlauf – auch am Ende eine massiv eingeschränkte Leistungs
fähigkeit auf bei einer Arbeitszeit von einem halben Tag, was nicht habe über
schritten werden können (E. 4.2). Schliesslich berich
tete die verantwortliche Person
bei der
C._
(während der befristeten Anstellung im Anschluss an das Arbeitstraining) am 3
0.
Oktober 2013, dass die Müdigkeit und Mühe mit der
Konzentration regelmässig gegen Ende des Arbeitsmorgens gut feststellbar seie
n. Gegen Ende der Anstellung sei
d
er
Beschwerdeführer
deutlich weniger müde gewesen und habe auch keine Pausen mehr gemacht. Die relativ einfachen
Buchhaltungsarbeiten habe er gut und zuverlässig erledigt, jedoch deutlich unter
dem Leistungsniveau einer gelernten Fachperson, aber in der Ausbildung ange
messenem Tempo (
Urk.
7/92/21). Im gleichen Sinn er
wähnten auch sämtliche behandelnden
Ärzte
regelmässig die vom
Beschwer
deführer
geschilderte Müdig
keit.
5.2
5.2.1
Als beeinträchtigende Symptome stehen nach dem Gesagten die Müdigkeit und Konzentrationsstörungen im Vordergrund. Die beteiligten Ärzte sind sich indes nicht einig, ob dies organisch bedingt ist oder nicht.
5.2.2
Währenddem
Dr.
D._
das Fatigue-Syndrom als „zweifellos“ durch die bild
morphologisch als progredient nachgewiesenen Marklagerläsionen bedingt sah (Progredienz einer zerebralen Amyloidangiopathie mit Nachweis neuer en
z
e
phalomalazischer Veränderungen, E.
3.4), verneinten vorweg
Dr.
F._
und
Dr.
G._
einen entsprechenden Zusammenhang und diskutierten unter Hinweis auf bildmorphologische Zeichen einer infra- und supratentoriellen zerebralen Mikroangiopahtie ohne ausreichenden Anhalt
für ein klinisch relevantes enz
e
pha
les Defektsyndrom eine psychisch bedingte Müdigkeit (E. 3.3).
Die
Z._
-
Ärzte
ihrerseits stellten
eine Diskrepanz zwischen der subjektiv wahrgenomme
nen Müdigkeit und dem unauffälligen Verhalten anlässlich der Untersuchung fest (E. 3.2.2)
und gründeten
ihre Annahmen
weiter
auf der Interpretation der MRI-Bilder, wonach ein hirnorganisc
hes Syndrom als Korrelat einer z
erebralen Vaskulitis oder einer schweren Mikroangiopathie nicht vorliege und der kleine Hirnstamminfarkt sowie die weiteren lakunären Infarkte die Symptomatik nicht erklären könnten
(E. 3.2.2)
.
5.2.3
Hierzu ist vorweg festzuhalten, dass sich die Dres.
F._
und
G._
wie auch die
Z._
-Ärzte
rund eineinhalb Jahre
v
or der (letzten) Berichterstattung durch
Dr.
D._
äusserten und die inzwischen eingetretene Progredienz nicht ken
nen
konnten.
Wohl war b
ereits aus den
damaligen
bildgebenden Untersu
chungs
resultaten negative Veränderungen zu ersehen: So fanden sich auf den Aufnah
men vom September 2010 eine neu aufgetretene makrovasculäre Is
chämie recht
s laterallentikulostriär sowie ein unverändertes Mischbild aus mikro- und makro
vasku
l
ären Ischämien supra- wie infratentoriell bei multiplen Mikrohämorrha
gien sowie einer hochgradigen Stenose der P2 rechts (E. 3.6.2). Im August 2011 zeigten sich Hinweise auf ältere lacunäre Infarkte in beiden Grosshirnhemi
s
päh
ren, in den Kleinhirnhemisphären sowie in d
er Pons sowie
(neu)
zusätzlich leu
ken
z
ephalopathische Veränderungen in beiden Grosshirn
hemisphären (E. 3.6.3).
Relevant ist
vorliegend
der Nachweis einer
neu aufgetretenen enzephalomalazi
schen Veränderung
im MRI
vom 2
4.
Oktober 2012 (E. 3.6
.4), w
elche
die bisheri
gen
Beurteilungen
als überholt erscheinen lässt.
Die Dres.
F._
und
G._
hatten in ihrer Einschätzung das Vorliegen eines (klinisch relevanten) enzepha
len
Defektsyndroms noch verneint (E. 3.3) und auch die
Z._
-Gutachter hatten
keine (schwere) Mikroangiopathie diagnostiziert (E. 3.2.2). Demgegenüber ver
wies
Dr.
D._
nach Einsicht in die neuen Bilder auf die bildmorphologische Pro
gredienz der zerebralen Amyloidangiopa
t
hie und sah diese als ursächlich für die Fatigue Problematik an (E.
3.4).
Der medizinische Dienst der Beschwerde
geg
nerin würdigte diese neue Sachlage nicht und stützte sich begründungslos auf die (veralteten) Einschätzungen ab (Bericht von med. pract.
H._
, Fach
arzt für Neurologie;
Urk.
10/93 S. 5 f.)
, was die Beschwerdegegnerin zur Grundlage ihres Entscheides machte (
Urk.
10/100).
5.2.4
Für eine organische Genese der Müdigkeit spricht sodann die Einschätzung der Neuropsychologinnen des
Z._
, welche unter Hinweis auf die festgestellten neuropsychologischen Funktionsstörungen die Dauerleistungsfähigkeit als ein
geschränkt beurteilten und deswegen
- in Unkenntnis der neuen Resultate -
eine Arbeitsunfähigkeit (von 20
%
) attestierten (E. 3.2.3).
5.2.5
Zu der von Dres.
F._
und
G._
vorgebrachten Argumentation, wonach
sich das Führen eines Automobils mit einer entsprechenden Annahme nicht verein
baren lasse
(
Urk.
10/85/13), ist festzuhalten, dass
diese Problematik anlässlich der Abklärung in der Rehaklinik
I._
erörtert und die Fahreignung nur un
ter dem Vorbehalt attestiert wurde, dass der
Beschwerdeführer
auf längere Fahrten verzichte und nur in ausgeruhter Verfassung fahre (
Urk.
7/12/10 f.). Was
sodann
die von den genannten Ärzten thematisierte psychische (und nicht organische) Genese der Fatigue betrifft
(
Urk.
7/85/14)
ist festzuhalten, dass sich
in den Akten verschiedene Hinweise auf psychische Schwierigkeiten finden, diese
indes nie ein invalidisierendes Ausmass angenommen haben, sondern sich in einer leichten depressiven Reaktion erschöpften. Dies spricht gegen die Hy
po
these einer psychischen Genese der Müdigkeitsproblematik.
5.2.6
Angesichts dieser Umstände und namentlich der neuen bildgebenden Aktenlage
sowie der eindeutigen Stellungnahme von
Dr.
D._
ist mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt, dass die Fatigue-Symptomatik durch die hirnorga
ni
schen Veränderungen begründet ist.
5.3
Damit ist die Beschwerdegegnerin grundsätzlich leistungspflichtig für die resul
tierende Arbeitsunfähigkeit, ohne dass sich die Frage der invalidenversiche
rungs
rechtlichen Relevanz stellt.
Die Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit wurde von
Dr.
D._
mit 50
%
bezif
fert.
Soweit die
Z._
-Spezialisten eine Einschränkung von lediglich 20
%
postulierten ist festzuhalten, dass in
neuropsychologischer
Hinsicht die Ermüd
barkeit nur am Rande erwähnt und nicht spezifiziert wurde (E. 3.2.3). Dies er
staunt insofern nicht, als der Beschwerdeführer aktenkundig initial gute Leis
tungen erbringen kann und erst im Laufe des Tages ermüdet. Die Dres.
F._
und
G._
attestierten - bei verneinter organischer Komponente - gar eine voll
umfängliche Arbeitsfähigkeit
, was nicht zu überzeugen vermag.
Ein Blick in den Verlauf nach dem Hirnschlag zeigt, dass sich der Beschwerde
führer umgehend wieder um seine Eingliederung in den Arbeitsprozess be
mühte. Allerdings erbrachte er beim bisherigen Arbeitgeber - bei 80%igem Pensum - nur
noch eine eingeschränkte Leistung und konnte nurmehr leichte Büro
ar
bei
ten ohne hohe Konzentrationsfähigkeit erledigen (
Urk.
10/18 S. 2 und S. 7), wo
rauf
ihm die Stelle per Ende 2011 gekündigt wurde (
Urk.
10/43/10). Im Rahmen der Ein
gliederungmassnahmen konstatierten die Verantwortlichen eine Leistungs
fähig
keit von ca. 60
%
unter
der Voraussetzung enger Führung. Dabei erledigte er untergeordnete büropraktische Tätigkeiten (
Urk.
10/64/4).
Im Rah
men des an
schliessenden Arbeitstrainings konnte der Beschwerdeführer seine
Arbeitsfähig
keit
bei der
C._
- und damit nicht in geschütztem Rahmen - nach zunächst
tieferer Leistungsfähigkeit auf 50
%
steigern (E. 4.2). Diese konnte er - bei ein
fachen Buchhaltungsarbeiten - in der Folge beibehalten (
Urk.
10/92/21).
Angesichts dieser Angaben ist die Einschätzung des
Dr.
D._
durch die Pra
xis
erhärtet, dass dem Beschwerdeführer eine Arbeitstätigkeit noch im Umfang von 50
%
zumutbar ist. Eine Leistungsfähigkeit in (etwa) diesem Umfang wurde von sämtlichen Arbeitgebern bestätigt und zeigte der Beschwerdeführer über eine längere Dauer, ohne dass sich Hinweise auf eine Selbstlimitierung ergaben. Im
Gegenteil war der Beschwerdeführer stets bemüht, seine Arbeitsfähigkeit zu stei
gern und zeigte diesbezüglich auch Fortsc
hritte, um zuletzt an einem Ar
beits
platz im ersten Arbeitsmarkt ein 50%iges Pensum zu bekleiden.
Von dieser Leis
tungsfähigkeit ist auszugehen.
6.
Die Beschwerdegegnerin hat keinen Einkommensvergleich durchgeführt, son
der
n mittels Prozentvergleichs (ausgehend von der angenommenen Einschrän
kung von 20
%
) auf einen identischen Invaliditätsgrad geschlossen.
Angesichts der
aus
gewiesenen
50%igen Arbeitsunfähigkeit ist die angefochtene Verfügung vom
2
0.
März 2014 aufzuheben und die Sache zur Durchführung eines Ein
kommens
vergleichs an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Ein Prozent
vergleich ver
bietet sich, da der Beschwerdeführer seine letzte Stelle aus gesund
heit
s
be
ding
ten
Gründen verloren hat
und als
Teilinvalider
voraussichtlich nicht mehr mit eine
m ähnlich hohen Ansatz rechnen kann.
7
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang
des Verfahrens
sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Ausgangsgemäss
ist die Beschwerdegegnerin
sodann
zu verpflichten, de
m
Be
s
chwerdeführer eine Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwendung von
Art. 61 lit. g ATSG, namentlich unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit
des
Prozesses auf Fr.
2
'
300
.-- (inklusive Bar
auslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.