Decision ID: 515ba39a-e435-4462-8d89-0ba6a72a78ee
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 24. März 2010 (undatiert, Posteingang) bei der
Invalidenversicherung (IV) wegen Arthrose zum Leistungsbezug an (IV-act. 1).
A.b Dr.med. B._, Orthopädische Chirurgie FMH, Klinik C._, hielt in einem Bericht
vom 30. März 2010 an Dr.med. D._, FMH Allgemeine Medizin, fest, am 4. Januar
2010 sei es zu einer akuten Verschlimmerung der Knieschmerzen angeblich nach einer
brüsken Kniebewegung mit notwendiger Infiltration gekommen. Eine MRI-
Untersuchung des rechten Kniegelenks vom 18. März 2010 habe eine fortgeschrittene
mediale Gonarthrose sowie Osteonekrose medialseits (Morbus Ahlbäck) gezeigt. Die
zunehmende Schmerzsymptomatik zwinge die Versicherte, ihre vorwiegend im Stehen
geleistete Arbeit am (Bank-)schalter zu beenden. Es seien eine diagnostische
Arthroskopie und danach die Entscheidung über das weitere Procedere vorgesehen
(IV-act. 14).
A.c Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 10. Mai 2010 mit, aufgrund des
Gesundheitszustandes seien zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen
möglich (IV-act. 19).
A.d Im Verlaufsbericht vom 7. Juni 2010 führte Dr. B._ aus, die Versicherte habe am
3. Juni 2010 einen alloplastischen Gelenksersatz erhalten. Die bisherige Tätigkeit sei ihr
nicht mehr zumutbar, adaptierte Tätigkeiten (z.B. im Sitzen) seien vollzeitlich,
kniebelastende Tätigkeiten nur beschränkt zumutbar (IV-act. 26; vgl. auch
Verlaufsbericht vom 27. September 2010, IV-act. 28).
A.e Am 20. Januar 2011 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, sie gewähre ihr
Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche (IV-act. 42).
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A.f Die Versicherte wurde in der Folge im Auftrag des Krankentaggeldversicherers in
der Hirslanden Klinik im Park neurologisch (Prof. Dr.med. F._, Facharzt für
Neurologie FMH), psychiatrisch (Dr.med. G._, Psychiatrie und Psychotherapie) und
orthopädisch (Dr.med. H._, Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH)
begutachtet (Gutachten vom 22. Juni 2011). Der orthopädische Gutachter
diagnostizierte mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach
Knietotalendoprothese bei medial betonter Gonarthrose und Osteonekrose medialseits
(Morbus Ahlbäck) am 3. Juni 2010 mit ausreichender Gelenksfunktion postoperativ mit
noch unzureichender muskulärer Gelenksführung und daraus resultierender
Insertionstendopathie der gelenkstabilisierenden Muskulatur mit existierendem
leichtem Reizerguss sowie eine Haltungsinsuffizienz mit Hyperlordose bei
neuromuskulärer Dysbalance ohne radikuläre Symptomatik. Ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit bestünden u.a. eine beginnende Rhizarthrose links stärker als rechts
und eine Heberden/Bouchard-Arthrose der Langfinger beidseits. Es bestehe eine
Einschränkung der Belastbarkeit für dauernde stehende Tätigkeiten, häufiges Bücken,
Heben schwerer Lasten und häufiges Steigen von Treppen und Leitern. In der
bisherigen Tätigkeit (Bankschalter) sei die Versicherte unter Gewährleistung einer
wechselnden Belastung zu 100 % arbeitsfähig, gegebenenfalls unter Benutzung eines
Stehhockers. In adaptierter Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100 % ab
sofort. Der neurologische Gutachter fand keine Gesundheitsstörung mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit. Der psychiatrische Gutachter ging von einer unter
antidepressiver Medikation weitgehend remittierten vorbestehenden depressiven
Episode aus (IV-act. 53-6 ff.).
A.g Dr. D._ erwähnte im Arztbericht vom 8. Juli 2011 (Posteingang) als Diagnosen
eine chronische Lumbalgie, bestehend seit April 2007, eine Gonarthrose rechts sowie
eine Depression, bestehend seit ungefähr 2003. Die bisherige Tätigkeit sei mit
Sitzmöglichkeit mindestens zu 50 % zumutbar; eine wechselbelastende Tätigkeit sei ab
1. Juli 2011 zu ca. 50 % möglich (IV-act. 53-1 ff.).
A.h Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 3. Oktober 2011 mit, die Arbeitsvermittlung
werde abgeschlossen, da sie per 7. September 2011 eine Praktikumsstelle im 50 %-
Pensum als Büroangestellte gefunden habe (IV-act. 60).
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A.i Mit Vorbescheid vom 3. Januar 2012 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (100 %ige Arbeitsfähigkeit adaptiert,
Invaliditätsgrad 38 %; IV-act. 67). Die Versicherte erhob am 21. Januar 2012 gegen den
Vorbescheid Einwand (IV-act. 69-1) und stützte sich dabei auf ein Attest von Dr. D._,
wonach sich der Gesundheitszustand verschlechtert habe. Sie leide unter Arthrosen
der Finger, beidseitigen Kniebeschwerden und unter Lumbalgien. In angepasster
Tätigkeit bestehe nur noch eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (IV-act. 69-2).
A.j Dr.med. I._, Facharzt FMH Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie,
Chirurgie und Handchirurgie, berichtete am 30. Januar 2012 über die Diagnosen einer
Ringbandstenose A1 D1 rechts, einer Rhizarthrose links stärker als rechts und über ein
Karpaltunnelsyndrom rechts (IV-act. 73-10). Am 15. März 2012 wurde eine
Synovektomie des Carpalkanals mit Carpaltunnelspaltung sowie eine
Ringbandspaltung A1 Dig I rechts mit Tenolyse und partieller Synovektomie
durchgeführt (Operationsbericht vom 29. März 2012, IV-act. 75-1).
A.k Im Auftrag der IV-Stelle wurde am 2. September 2013 durch die MEDAS
Ostschweiz ein bidisziplinäres Gutachten erstattet (Dr.med. J._, Facharzt Innere
Medizin/Rheumatologie, Dr.med. K._, Facharzt Psychiatrie/Psychotherapie,
Untersuchungen vom 18. und 20. Juni 2013). Die Gutachter diagnostizierten eine
rezidivierende depressive Störung, aktuell unter adäquater Medikation remittiert
(ICD-10: F33.4), einen Status nach Knie-Totalprothese rechts Juni 2010 wegen
Gonarthrose und Osteonekrose medialseits, belastungsabhängige Lumbalgien mit/bei
thorakolumbaler Skoliose und diskreten degenerativen Veränderungen,
Fingerpolyarthrosen sowie einen Senk- und Spreizfuss beidseits und Status nach
Operation wegen Hallux valgus bds. Rheumatologisch bestünden qualitative
Einschränkungen bezüglich körperlicher Belastungen, welche wahrscheinlich das
Belastungsprofil der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Bankangestellte nicht überstiegen.
Aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit angestammt und adaptiert um 30 %
eingeschränkt, da die Versicherte wegen Stressintoleranz vermehrte Pausen benötige
(IV-act. 92).
A.l Der RAD (Dr.med. L._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und
Dr.med. M._, Facharzt für Innere Medizin/Rheumatologie) nahmen am 10./29.
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September 2013 zum Gutachten Stellung und hielten fest, eine protektive
Leistungsminderung von 30 % aufgrund einer Neigung zur Überforderung sei aus
versicherungsmedizinischer Sicht nicht nachvollziehbar. Vielmehr sei weiterhin von
einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und in angepassten Tätigkeiten
auszugehen (IV-act. 93).
A.m Mit Vorbescheid vom 10. Oktober 2013 stellte die IV-Stelle der Versicherten bei
Annahme einer vollen Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierter Tätigkeit und eines
Invaliditätsgrades von 36 % die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (IV-act.
97). Hiergegen erhob die Versicherte am 12. November/16. Dezember 2013 Einwand
(IV-act. 98; IV-act. 102), es bestehe unter Berücksichtigung der Arbeitsunfähigkeit
gemäss MEDAS-Gutachten und eines Tabellenlohnabzugs von 25 % ein
Invaliditätsgrad von 68,6 %, weshalb sie Anspruch auf eine Dreiviertelsrente habe. Die
IV-Stelle verfügte am 1. April 2014 gemäss Vorbescheid. Es bestünden psychosoziale
Belastungsfaktoren, die aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht in die medizinisch-
theoretische Arbeitsfähigkeit einzubeziehen seien. Eine protektive Leistungsminderung
von 30 % sei aus versicherungs¬medizinischer Sicht nicht nachvollziehbar. Das
Valideneinkommen entspreche dem als Bankangestellte erzielten Grundlohn von Fr.
83'000.--. Unter Berücksichtigung des Listeneinkommens 2011 Niveau 4 von Fr.
53'255.-- resultiere ein Invaliditätsgrad von 36 %, womit kein Rentenanspruch bestehe
(IV-act. 108).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 1. April 2014 lässt A._, vertreten durch
Rechtsanwältin Dr. K. Hässig, am 16. Mai 2014 Beschwerde erheben. Die
angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen aufzuheben, und
es sei ihr eine Dreiviertelsrente spätestens ab 1. März 2011 auszurichten. Es sei auf das
Gutachten der MEDAS Ostschweiz abzustellen, wonach eine Tätigkeit und
Umsetzbarkeit bidisziplinär beurteilt zu 70 % möglich sei. Die RAD-Stellungnahme sei
nicht beweistauglich, da die Beschwerdeführerin nicht persönlich untersucht und
befragt worden sei und die psychiatrischen Vorakten nicht lückenlos und nicht
unbestritten seien. Indem die Beschwerdegegnerin nach dem Einwand vom 16.
Dezember 2013 nicht eine Stellungnahme des RAD zur Kritik an dessen Beurteilung
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eingeholt habe, habe sie die Abklärungspflicht verletzt. Der RAD könne nicht ein
medizinisches Gutachten als zwingend notwendig erklären und dann eine dem
Gutachten widersprechende Ansicht einnehmen. Gemäss IK-Auszug habe der letzte
Jahreslohn Fr. 84'099.-- betragen. Es treffe nicht zu, dass der Beschwerdeführerin die
im Jahr 2009 ausbezahlte variable Vergütung von Fr. 1'000.-- in den Folgejahren nicht
mehr ausbezahlt worden wäre. Unter Berücksichtigung einer Lohnsteigerung von 1,22
% jährlich betrage das Valideneinkommen Fr. 86'037.--. Das Invalideneinkommen
betrage gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE) 2010 und bei 70 %iger Arbeitsfähigkeit
Fr. 37'368.--. Gestützt auf das massgebliche MEDAS-Gutachten und die Beurteilung
durch Dr. D._ sei zusätzlich ein Leidensabzug von 25 % zu berücksichtigen. Somit
ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 67,4 % und ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente
(act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 14. Juli 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Die Schlussfolgerung des RAD, dass die remittierte
rezidivierende Störung ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei, sei offenkundig
folgerichtig. Sowohl der MEDAS-Gutachter als auch der RAD gingen von einer
Arbeitsfähigkeit angestammt von 70 % aus. Somit habe ein Rentenanspruch von allem
Anfang an gar nicht entstehen können, da lediglich eine durchschnittliche 30 %ige
Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Der IV-Grad entspreche dem Grad der
Arbeitsfähigkeit, da die die Leistung vermindernden Faktoren bereits in der
Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt worden seien. Entsprechend sei
festzustellen, dass der Invaliditätsgrad 30 % (und nicht wie verfügt 36 %) betrage (act.
G 4).
B.c In ihrer Replik vom 8. September 2014 lässt die Beschwerdeführerin geltend
machen, der RAD sei in seiner Stellungnahme vom 20. Dezember 2011 von einer in der
bisherigen Tätigkeit bestehenden 70 %igen Arbeitsunfähigkeit (nicht Arbeitsfähigkeit)
ausgegangen. Die gesetzliche Voraussetzung der mindestens 40 %igen
Arbeitsunfähigkeit während der einjährigen Wartezeit beziehe sich auf den bisherigen,
angestammten Beruf. Nach den echtzeitlichen Beurteilungen des RAD und der
behandelnden Ärzte sei die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit
spätestens seit März 2010 zu mindestens 70 % arbeitsunfähig. Für das
Invalideneinkommen sei gestützt auf die LSE 2010 auf das Einkommen für eine
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angepasste Tätigkeit abzustellen, wobei eine 70 %ige Arbeitsfähigkeit und ein
zusätzlicher leidensbedingter Abzug zu berücksichtigen seien. Die depressive Störung
sei wiederkehrend und habe im Zeitpunkt der Begutachtung vorübergehend
nachgelassen, sei jedoch nicht einfach "nicht mehr vorhanden" gewesen. Für die im
massgebenden Zeitpunkt bereits 61-jährige Beschwerdeführerin bestehe drei Jahre vor
der Pensionierung aufgrund des Risikos krankheitsbedingter Ausfälle, beruflicher
Unerfahrenheit bzw. fehlender Ausbildung und altersbedingt geringer
Anpassungsfähigkeit kein ausgeglichener Arbeitsmarkt mehr. Auch unter diesem
Aspekt sei der Anspruch auf mindestens eine Dreiviertelsrente ausgewiesen (act. G 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Replik (act. G 8).

Erwägungen
1.
1.1 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wiederherstellen, erhalten oder verbessern können, Anspruch auf eine Rente (lit. a),
wenn sie während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40% invalid sind (lit. c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf
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eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie
mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 % invalid
ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; Urteil vom 1. Dezember
2015, 8C_586/2015, E. 2).
1.4 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne
einer Richtlinie ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten
von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
1.5 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
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Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse
Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht.
Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen
möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E.
5b, 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
2.
2.1 Medizinische Grundlage der angefochtenen Verfügung vom 1. April 2014 (IV-act.
108) bilden das Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom 2. September 2013 (IV-act. 92)
und die RAD-Stellungnahme vom 10./26. September 2013 (IV-act. 93).
2.2 Die Beschwerdeführerin hatte anlässlich der Begutachtung angegeben, aktuell sei
sie durch die auch im Liegen und bei über eine Stunde dauerndem Gehen auftretenden
lumbalen Schmerzen am meisten beeinträchtigt. Es gebe gute und schlechte Tage, an
denen sie sich kaum anziehen könne. Das operierte rechte Knie schmerze bei längerem
Stehen und bei längerem Treppensteigen. Im linken Knie habe sie im Frühling plötzliche
Blockaden verspürt (IV-act. 92-13). Bei der klinischen Untersuchung gab die
Beschwerdeführerin beim Aufrichten Schmerzen lumbal links an. Rumpfbeugen,
Seitenneigung und Reklination erfolgten ohne Beschwerden- bzw. Schmerzangabe. In
der linken unteren Extremität wurde eine normale Beweglichkeit festgestellt. Die
untersuchten Gangarten waren unauffällig und das An- und Ausziehen erfolgte ohne
Schonhaltung (IV-act. 92-14). Bezüglich des linken Knie- und Sprunggelenks wurden
keine diagnoserelevanten Befunde erhoben, was nachvollziehbar erscheint, da die
Beschwerdeführerin hier keine Schmerzen mehr angab. Die Gutachter diagnostizierten
in somatischer Hinsicht belastungsabhängige Lumbalgien mit/bei thorakolumbaler
Skoliose und diskreten degenerativen Veränderungen, Fingerpolyarthrosen und einen
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Status nach Knietotalprothese; diese Diagnosen schränkten die Arbeitsfähigkeit nicht
wesentlich ein (IV-act. 92-21). Aus rheumatologischer Sicht bestünden qualitative
Einschränkungen bezüglich körperlicher Belastungen, welche wahrscheinlich das
Belastungsprofil der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Bankangestellte nicht übersteigen
würden (IV-act. 92-22). Die im MEDAS-Gutachten vom 2. September 2013 vermerkten
Befunde sind vergleichbar mit den im Gutachten vom 22. Juni 2011 aufgeführten
orthopädischen Untersuchungsergebnissen (IV-act. 53-42 ff.), die ebenfalls als die
Arbeitsfähigkeit ausschliesslich in qualitativer Hinsicht beeinträchtigend gewertet
wurden (IV-act. 53-50 f). Die Beschwerdeführerin brachte weder im Einwand- noch im
Beschwerdeverfahren wesentliche medizinische Gesichtspunkte vor, welche die
Gutachter nicht berücksichtigt hätten. In somatischer Hinsicht ist demnach mit dem
RAD (Stellungnahme Dr. M._ vom 26. September 2013, IV-act. 93-3) auf das
MEDAS-Gutachten vom 2. September 2013 abzustellen.
2.3 Anlässlich der psychiatrischen Begutachtung am 20. Juni 2013 schilderte die
Beschwerdeführerin, ca. 2005 habe sie eine erste depressive Episode entwickelt, sich
unter Druck gefühlt und alles als mühsam empfunden. Der Hausarzt habe ihr damals
Remeron verordnet. Im Zusammenhang mit den Operationen und den damit
verbundenen Schmerzen habe sie später auch immer wieder mal depressive Phasen
gehabt, weswegen ihr der Hausarzt Antidepressiva verschrieben habe. Wenn sie
familiär oder arbeitsmässig stark beansprucht sei, gerate sie schnell unter Druck,
reagiere dann jeweils nervös, habe Mühe mit der Konzentration und verliere zeitweise
auch die Orientierung. Insgesamt fühle sie sich nicht mehr so belastbar wie früher.
Wenn sie Stressreaktionen ausgesetzt sei, schlafe sie auch entsprechend schlecht (IV-
act. 92-17). Der psychiatrische Gutachter erhob als Diagnose mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, aktuell unter adäquater
Medikation remittiert (ICD-10: F33.4). Die Beschwerdeführerin sei diesbezüglich
hereditär belastet. Anamnestisch sei eine erste depressive Episode 2005
auszumachen. Die Beschwerdeführerin habe sich damals unter Druck gefühlt, sei
besorgt gewesen um die Ausbildung ihrer Tochter, habe Angst- und Insuffizienzgefühle
entwickelt und schnell gereizt reagiert, Mühe mit der Konzentration gehabt und
Momente der Desorientierung erlebt. Auch habe sie in dieser Phase, die sich 2008
wiederholt habe, das Gefühl gehabt, von jemandem verfolgt zu werden, und Angst
gehabt, aus dem Haus zu gehen. Diese depressiven Phasen seien zudem begleitet
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gewesen von Schlaflosigkeit, Exazerbation der körperlichen Schmerzen sowie
allgemeiner Verlangsamung. Aufgrund der Neigung, bei Überforderungssituationen
depressiv zu reagieren oder wegen der Depression bestimmten Herausforderungen
(z.B. Arbeit mit viel Stress) nicht mehr gewachsen zu sein, bestehe aus psychiatrischer
Sicht bei jeglicher (angestammter und adaptierter) Arbeitstätigkeit eine
Leistungsminderung von 30 %. Die Beschwerdeführerin sei stressintolerant, benötige
längere Erholungsphasen und bei einer Präsenz von 100 % vermehrte Pausen. Es sei
nicht auszuschliessen, dass die in den Jahren nach der ersten erhebbaren depressiven
Episode 2005 attestierten Arbeitsunfähigkeiten aus somatischer Sicht teilweise auf die
depressiven Symptome zurückzuführen gewesen seien (IV-act. 92-18 f., 20, 22). RAD-
Ärztin Dr. L._ nahm am 10. September 2013 dahingehend Stellung, dass gemäss
dem Gutachten bei der Beschwerdeführerin psychosoziale Belastungsfaktoren wie eine
bescheidene Berufsbildung, eine langdauernde Abstinenz von der Arbeitswelt,
Selbstlimitierung sowie ihr Alter bestünden. Eine protektive Leistungsminderung von 30
% aufgrund einer Neigung zur Überforderung sei aus versicherungsmedizinischer Sicht
nicht nachvollziehbar. Seit der medizinischen Beurteilung 2011 sei keine
Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes ausgewiesen. Aus
versicherungsmedizinisch-psychiatrischer Sicht sei weiterhin von einer 100 %igen
Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und in angepasster Tätigkeit auszugehen (IV-act. 93-2
f.).
2.4 Das psychiatrische Teilgutachten führt nachvollziehbar aus, dass eine
rezidivierende depressive Störung besteht, von der aufgrund des bisherigen
Krankheitsverlaufs anzunehmen ist, dass sie bei der Belastung durch eine Arbeit zu
einer Leistungseinbusse führt. Die Krankheit ist hereditär und besteht insoweit nicht
ausschliesslich in Auswirkungen von psychischen Belastungssituationen. Dass sie sich
bisher im Zusammenhang mit sozialen Belastungen manifestierte, vermag an ihrer
invalidenversicherungsrechtlichen Relevanz nichts zu ändern, denn soziale Umstände
können sich mittelbar invaliditäts¬begründend auswirken, indem sie - wie vorliegend -
eine (verselbständigte) Gesundheitsschädigung aufrechterhalten oder verschlimmern
(Urteile des Bundesgerichts vom 28. Juni 2012, 9C_537/2011 E. 3.2 und vom 7. Januar
2015, 9C_140/2014, E. 3.3, mit weiteren Verweisen). In der RAD-Stellungnahme wird
im Wesentlichen ausgeführt, die von den Gutachtern angenommene Leistungseinbusse
sei in Anbetracht dessen, dass die Beschwerdeführerin nach 2005 trotz des
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depressiven Leidens arbeitsfähig gewesen und dieses zwischenzeitlich remittiert sei,
nicht nachvollziehbar. Diese Betrachtungsweise stellt massgeblich auf die Diagnose
ab, wobei diese aber nicht alleine ausschlaggebend ist, sondern entscheidend ist,
inwieweit die angegebenen Beschwerden objektiviert werden können und welche
Tätigkeiten der versicherten Person trotz ihrer gesundheitlichen Einschränkungen noch
zumutbar sind (Urteil des Bundesgerichts vom 27. März 2015, 8C_673/2014, E. 5.1.1;
BGE 136 V 281 E. 3.2.1). Der psychiatrische Gutachter hat sodann den
Krankheitsverlauf berücksichtigt und insbesondere auch festgehalten, dass die
rezidivierende depressive Störung derzeit remittiert sei. Die RAD-Stellungnahme enthält
insofern keine weiteren, vom Gutachter nicht in seine Beurteilung einbezogenen
medizinischen Gesichtspunkte; sie würdigt lediglich den medizinischen Sachverhalt
anders. Zudem beruht sie auf den Akten und nicht etwa auf einer eigenen
Untersuchung der Beschwerdeführerin. Zusammenfassend vermögen die
Ausführungen des RAD an der Beweistauglichkeit des Gutachtens der MEDAS
Ostschweiz keine massgeblichen Zweifel zu begründen. Das Gutachten ist umfassend
und berücksichtigt die Angaben der Beschwerdeführerin und die vorhandenen
medizinischen Akten. Es ist daher darauf abzustellen und von einer Arbeitsunfähigkeit
von 30 % auszugehen. Weitere medizinische Abklärungen erübrigen sich somit.
3.
3.1 Gemäss Auszug aus dem individuellen Konto (IK) erzielte die Beschwerdeführerin
2009 ein Einkommen von Fr. 84'099.-- (IV-act. 9-1). Die ehemalige Arbeitgeberin führte
am 31. März 2014 dazu aus, das Jahresgehalt 2009 habe Fr. 83'000.-- betragen. Für
die Leistungen im Jahr 2008 seien Fr. 1'000.-- als variable Vergütung ausbezahlt
worden. Das aktuelle Salär wäre identisch (IV-act. 105). Am 5. Mai 2014 erklärte sie
gegenüber der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, die Lohnerhöhungen hätten
in den letzten fünf Jahren branchenüblich stattgefunden, ein genereller
Teuerungsausgleich sei in den letzten Jahren nicht vorgenommen worden. Die Löhne
würden erfolgs- und leistungsmässig angepasst (act. G 1.3). Gemäss IK-Auszug (IV-
act. 9) betrug das Jahreseinkommen, jeweils unter Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung bis zum Jahr 2011 gemäss Bundesamt für Statistik (BFS),
Lohnentwicklung Tabelle 39, im Jahr 2005 Fr. 85'043.-- (Fr. 77'923.-- : 2386 x 2604), im
Jahr 2006 Fr. 80'198.-- (Fr. 74'439.-- : 2417 x 2604), im Jahr 2007 Fr. 82'262.-- (Fr.
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77'523.-- : 2454 x 2604), im Jahr 2008 Fr. 85'222.-- ([Fr. 75'666.-- + Fr. 6'120.--] : 2499
x 2604 und im Jahr 2009 Fr. 85'813.-- (Fr. 84'099.-- : 2552 x 2604). Im Durchschnitt
resultiert ein Valideneinkommen von Fr. 83'708.--.
3.2 Für die Berechnung des Invalideneinkommens gehen beide Parteien vom
Durchschnittseinkommen für Hilfsarbeitskräfte gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE)
des BFS, Anforderungsniveau 4, Frauen, aus. Dieses betrug für das Jahr 2011 Fr.
53'367.-- (Informationsstelle AHV/IV, IV-Ausgabe, Anhang 2). Unter Berücksichtigung
der Arbeitsfähigkeit von 70 % beträgt es Fr. 37'357.-- (Fr. 53'367.-- x 0,7).
3.3
3.3.1 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen
Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn)
allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass
persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung,
Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E.
3b/aa S. 323). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene
Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit
unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/aa in fine
S. 80). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der
Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und
darf 25 % nicht übersteigen (BGE 126 V 80 E. 5b/bb-cc; 134 V 327 f. E. 5.2; Urteil
9C_368/2009 vom 17. Juli 2009 E. 2.1; zum Ganzen auch Urteil des Bundesgerichts
vom 23. Dezember 2014, 9C_630/2014, E. 2.1 mit weiteren Verweisen). Zu beachten ist
jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit
enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des
leidensbedingten Abzuges einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung
desselben Gesichtspunktes führen (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Januar 2015,
9C_846/2014, E. 4.1.1, mit weiteren Verweisen).
3.3.2 Die Beschwerdeführerin bringt vor, es sei ein Tabellenlohnabzug von 25 %
vorzunehmen, der sich aus einem Abzug für bloss noch mögliche Teilzeitarbeit von 10
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% und einem Abzug von 15 % wegen zusätzlicher massiver Einschränkungen
zusammensetze (act. G 1, Ziff. 19). Ein Teilzeitabzug entfällt, weil die Arbeitsfähigkeit
nicht zeitlich, sondern durch eine Leistungsminderung eingeschränkt ist (MEDAS-
Gutachten vom 2. September 2013, Ziff. 5.4.4 und 5.6.4, IV-act. 92-19, 20). Die von der
Beschwerdeführerin angeführten psychischen Beeinträchtigungen (Stressintoleranz,
längere Erholungsphasen, nur reduzierte Leistungsfähigkeit) begründen die
Arbeitsunfähigkeit von 30 % und können daher nicht nochmals berücksichtigt werden.
Die körperlichen Einschränkungen wirken sich in einer körperlich leichten, vorwiegend
sitzend zu verrichtenden Tätigkeit nicht lohnmindernd aus. Es ist somit von einem
Invalideneinkommen von Fr. 37'357.-- auszugehen. Mit einem Valideneinkommen von
Fr. 83'708.-- ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 55,4 %. Somit hat die
Beschwerdeführerin bei einer angenommenen Arbeitsunfähigkeit von 30 % einen
Anspruch auf eine halbe Rente.
3.4 Weder das Gutachten vom 22. Juni 2011 (IV-act. 53) noch dasjenige vom 2.
September 2013 (IV-act. 92) äussert sich zur vorgängigen Arbeitsfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit. Dr. B._ attestierte ab 15. März 2010 eine 100 %ige und ab
1. Januar 2011 eine 50 %ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 34-1, 2, 3, 4, 5, 8; IV-act. 53-2,
9). RAD-Arzt Dr.med. N._, Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, notierte am 20.
Dezember 2011, dass in der angestammten Tätigkeit seit 15. März 2010 von einer
Arbeitsunfähigkeit von ca. 70 % ausgegangen werden könne (IV-act. 64). Er hatte
bereits früher festgehalten, die bisherige, rein stehend auszuführende Tätigkeit sei der
Beschwerdeführerin nicht mehr zumutbar (Stellungnahme vom 15. Juni 2010, IV-act.
27-1; Triageprotokolle vom 4. November 2010 [IV-act. 31-2] und vom 19. Januar 2011
[IV-act. 41]). Auch RAD-Arzt Dr. M._ führte in der Stellungnahme vom 26. September
2013 aus, in der angestammten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 70 %
bzw. eine Arbeitsfähigkeit von 30 % (IV-act. 93-3). Somit ist von einer 70 %igen
Arbeitsunfähigkeit und nicht etwa von einer 70 %igen Arbeitsfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit auszugehen. Demnach war das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs.
1 lit. b IVG am 15. März 2011 erfüllt. Bei einer Anmeldung am 24. März 2010 (IV-act. 1)
besteht der Rentenanspruch ab 1. März 2011 (vgl. Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG).
4.
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4.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 1. April 2014 in teilweiser
Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und der Beschwerdeführerin ab 1. März
2011 eine halbe Rente zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der
Rentenleistung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Hinsichtlich der
Beschwerde gegen die Rentenverfügung gilt es zu beachten, dass gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung zur Überklagung in
sozialversicherungsrechtlichen Rentenfällen von einem vollständigen Obsiegen der
Beschwerdeführerin auszugehen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Januar 2008,
9C_466/2007, E. 5 mit Hinweisen) und die Beschwerdegegnerin daher die gesamten
Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen hat. Der geleistete Kostenvorschuss ist der
Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.
4.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). In der vorliegenden
Streitsache erscheint eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen.