Decision ID: 85c3737e-cc38-5a57-a3ae-e7a8e17433c1
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- Am Sonntag, 22. Mai 2011, fiel X einer Polizeipatrouille durch eine unsichere und
langsame Fahrweise auf. Die Polizei beobachtete, wie er in Jonschwil mehrmals die
Mittelleitlinie überfuhr. Sie schaltete daraufhin die Frontmatrix "Stop Polizei" ein und
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gab Zeichen mit der Lichthupe. Später schaltete sie die Sirene ein. X reagierte auf
keines der Zeichen und fuhr weiter. Er konnte erst kontrolliert werden, als er in
Bettenau vor einer Liegenschaft angehalten hatte. Es ergaben sich keine Hinweise auf
Alkoholkonsum. Das Strassenverkehrsamt ordnete daraufhin eine vertrauensärztliche
Untersuchung an. Der Amtsarzt befürwortete die Fahreignung von X im Bericht vom 17.
Juli 2011 mit Hinweis auf eine demenzielle Erkrankung nicht uneingeschränkt und
empfahl zur weiteren Abklärung eine ärztlich begleitete Kontrollfahrt, welche am 28.
September 2011 durchgeführt und nicht bestanden wurde. Aufgrund dieses negativen
Ergebnisses teilte das Strassenverkehrsamt X am 6. Oktober 2011 mit, es
beabsichtige, ihm den Führerausweis auf unbestimmte Zeit zu entziehen. Gleichzeitig
verbot es X das Führen von Motorfahrzeugen aller Kategorien vorsorglich ab sofort.
Einem allfälligen Rekurs wurde die aufschiebende Wirkung entzogen. Einen dagegen
erhobenen Rekurs wies der Abteilungspräsident der Verwaltungsrekurskommission mit
Entscheid vom 16. November 2011 ab (VRKE IV-2011/129 P).
B.- Gegen die Verfügung des Strassenverkehrsamts vom 28. September 2011 (nicht
bestandene Kontrollfahrt) erhob X durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 11.
Oktober 2011 Rekurs. Er beantragte die Aufhebung der Verfügung und die
Rückweisung der Angelegenheit zur Wiederholung der Kontrollfahrt an die Vorinstanz.
Im Weiteren trug er auf Wiedererteilung der aufschiebenden Wirkung des Rekurses an;
unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Vorinstanz.
Mit Vernehmlassung vom 10. November 2011 beantragte das Strassenverkehrsamt,
der Rekurs sei vollumfänglich abzuweisen. Dazu, insbesondere zu dem darin
integrierten Bericht des Verkehrsexperten, nahm der Rekurrent durch seinen
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 22. November 2011 Stellung.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge wird,
soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Der Entscheid
über das Bestehen oder Nichtbestehen der Kontrollfahrt stützt sich auf Art. 14 Abs. 3
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des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: SVG) in Verbindung mit Art. 29
der Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum
Strassenverkehr (SR 741.51, abgekürzt: VZV). Eine nicht bestandene Kontrollfahrt hat
notwendigerweise den Entzug des Führerausweises zur Folge (Art. 29 Abs. 2 lit. a VZV;
vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_225/2009 vom 4. November 2009, E. 1.1). Dem
negativen Entscheid über die Kontrollfahrt kommt somit Verfügungscharakter zu.
Analog zur Anfechtung eines Entscheids über das Ergebnis einer Führerprüfung ist
demnach das Rechtsmittel des Rekurses auch gegen den Entscheid über eine nicht
bestandene Kontrollfahrt zulässig (vgl. GVP 1977 Nr. 54, S. 105). Die sachliche
Zuständigkeit der Verwaltungsrekurskommission ist somit gegeben. Der Rekurrent ist
zur Rechtsmittelerhebung befugt. Der Rekurs vom 11. Oktober 2011 ist rechtzeitig
eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 24 Abs. 1 SVG; Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über
die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist
einzutreten.
2.- Der Rekurrent bringt vor, dem Rekurs hätte mit der Verfügung vom 28. September
2011 die aufschiebende Wirkung nicht entzogen werden dürfen. Es mangle an einem
wichtigen Grund im Sinne von Art. 51 Abs. 1 VRP, da ihm mit Verfügung vom
6. Oktober 2011 der Führerausweis entzogen worden sei. Die aufschiebende Wirkung
sei wiederzuerteilen. Zudem sei der Entzug der aufschiebenden Wirkung nicht
begründet worden.
Mit Verfügung vom 28. September 2011 stellte die Vorinstanz fest, dass der Rekurrent
die Kontrollfahrt nicht bestanden und damit in jenem Zeitpunkt nicht über die
notwendige Eignung zur Führung eines Fahrzeuges verfügt habe. In solchen Fällen ist
der Führerausweis zu entziehen (Art. 29 Abs. 2 lit. a VZV). Dies tat die Vorinstanz mit
Verfügung vom 6. Oktober 2011. Sie verbot dem Rekurrenten das Führen von
Motorfahrzeugen aller Kategorien sowie aller Unter- und Spezialkategorien ab sofort
bzw. ab dem 28. September 2011 vorsorglich. Folglich würde die Wiedererteilung der
aufschiebenden Wirkung an der Situation nichts ändern. Der Führerausweis bliebe
aufgrund der Verfügung vom 6. Oktober 2011 eingezogen. Abgesehen davon wird das
Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung mit dem Entscheid in der Sache
gegenstandslos.
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3.- Der Rekurrent rügt weiter, die Verfügung vom 28. September 2011 verletze den
Anspruch auf rechtliches Gehör, da sie nicht ausreichend begründet worden sei. Die
Begründungspflicht sei Ausfluss des in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, abgekürzt: BV) garantierten Anspruchs
auf rechtliches Gehör.
a) Bei der Anfechtung von Prüfungsentscheiden können formelle Mängel bei der
Abwicklung der Führerprüfung frei überprüft werden. Diese muss dann annulliert
werden, wenn die festgestellten Mängel einen Einfluss auf das Prüfungsergebnis haben
können. In diesem Fall muss dem Rekurrenten die Gelegenheit geboten werden, die
Führerprüfung noch einmal abzulegen; Entsprechendes gilt auch für die Kontrollfahrt
(vgl. VRKE 2010/137 vom 24. Februar 2011 i.S. B.B., E. 5).
b) Zu den verfassungsrechtlich gewährleisteten Verfahrensgarantien gehört der
Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV, aus dem sich unter
anderem die Begründungspflicht ergibt. Die Begründung muss so abgefasst werden,
dass der Betroffene erkennen kann, warum die Behörde in einem bestimmten Sinn
entschieden hat, so dass er den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann
(BGE 136 I 229 E. 5.2, 129 I 232 E. 3.2 mit Hinweisen). Sie dient darüber hinaus der
Transparenz der Entscheidfindung und der Selbstkontrolle der Behörde. Die
Begründung braucht nicht ausführlich zu sein; sie genügt, wenn sie dem Betroffenen
die sachgerechte Anfechtung des Entscheides ermöglicht (vgl. BGE 124 II 146). Der
Verkehrsexperte, der eine Führerprüfung abnimmt, hat dem Kandidaten das Ergebnis
zu eröffnen und das Nichtbestehen mündlich und auf Verlangen schriftlich zu
begründen (vgl. Art. 12a VZV); dasselbe gilt für das Ergebnis einer Kontrollfahrt (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 6A.121/2001 vom 14. März 2002, E. 2a). Bei
Prüfungsentscheiden kommt die Behörde der Begründungspflicht nach, wenn sie dem
Betroffenen – allenfalls auch nur mündlich – kurz darlegt, was von ihm erwartet wurde
und weshalb er diesen Anforderungen nicht zu genügen vermochte. Der Anspruch auf
Begründung ist nicht schon dann verletzt, wenn der Prüfungsexperte sich vorerst
darauf beschränkt, die Bewertung der Fahrt bekannt zu geben. Es genügt, wenn er die
ausführliche schriftliche Begründung im Rechtsmittelverfahren liefert und der
Betroffene Gelegenheit erhält, in einem zweiten Schriftenwechsel dazu Stellung zu
nehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2P.23/2004 vom 13. August 2004, E. 2.2, wo
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es um eine nicht bestandene Vorlizenziatsprüfung ging; L. Kneubühler, Die
Begründungspflicht, Bern 1998, S. 26 ff.).
c) Der Verkehrsexperte kreuzte zur Begründung des negativen Entscheids
verschiedene Felder eines in fünf Kategorien aufgeteilten Kriterienkatalogs (Kriterien 10
bis 68) an. Demnach gaben folgende Kriterien Anlass zu Bemerkungen: (13) Gangwahl,
(21) Voraussicht/Erkennen von Gefahrenstellen/Blickfilter, (22) Spiegelbenützung/
Seitenblick/Nachbeobachtung, (30) Geschwindigkeit mithalten/differenzieren, (33)
Fahrzeugführung, (40) Befahren von Verzweigungen/Kreisel, (45) Vortritt missachtet,
(46) Verkehrssignale missachtet (Bemerkung: V-Max), (48) Fussgänger Verhalten,
(50) Autobahn Ausfahrt/Geschwindigkeit. Die Vorinstanz gab an, der negative
Prüfungsentscheid sei dem Rekurrenten und seinem Fahrlehrer anschliessend an die
Kontrollfahrt ausserhalb des Fahrzeugs durch den Verkehrsexperten mündlich
mitgeteilt und ausführlich erläutert worden. Dieses Gespräch habe rund zwanzig
Minuten gedauert. Zusammenfassend hätten folgende Punkte zum negativen
Prüfungsentscheid geführt: ungenügende Voraussicht, konkrete und/oder erhöhte
abstrakte Gefährdung wegen unzweckmässiger Beobachtung, Geschwindigkeit nicht
den Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen angepasst, Gefährdung von
schwächeren Verkehrspartnern (spielende Kinder), krasse Bedienungsfehler, unsichere
Fahrzeugführung/Spurhalten generell ungenügend.
Das Ankreuzen der Felder auf der Verfügung vom 28. September 2011 und die
ausführliche mündliche Begründung unmittelbar nach der Kontrollfahrt ermöglichten es
dem Rekurrenten, die Tragweite zu erkennen und die sachgerechte Anfechtung der
Verfügung einzuleiten; entsprechend war die Begründungsdichte der angefochtenen
Verfügung ausreichend. Daran ändert nichts, dass die Vorinstanz die angeforderte
umfassendere Begründung nicht innerhalb der Rekursfrist nachsandte. Dies wurde im
Rahmen des Rechtsmittelverfahrens nachgeholt. Dass sie ihr Vorgehen nachträglich
mit der fehlenden Vollmacht des Rechtsvertreters begründete, ist zwar falsch, aber
nicht entscheidrelevant. Gemäss Art. 26 Abs. 1 des Anwaltsgesetzes (sGS 963.70) wird
vermutet, dass der Rechtsanwalt Inhaber einer Vertretungsvollmacht ist. Wenn die
verfahrensleitende Behörde daran zweifelt, kann sie eine Vollmacht verlangen (Abs. 2).
In diesem Punkt liegt demnach keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor. Bei dieser
Ausgangslage erübrigt es sich, allfällige Notizen des Verkehrsexperten beizuziehen (vgl.
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zur Zulässigkeit der "antizipierten Beweiswürdigung" Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz 622). Im
Übrigen war der Fahrlehrer des Rekurrenten gemäss unwidersprochener Angabe der
Vorinstanz bei der mündlichen Begründung anwesend und konnte den Rekurrenten
entsprechend unterstützen.
Soweit der Rekurrent anführt, die erwähnten Umstände seien bei der Kostenverlegung
zu berücksichtigen, weil es nicht angehe, dass zuerst ein kostenpflichtiger Rekurs
erhoben werden müsse, um eine gesetzlich und verfassungsmässig garantierte
Begründung zu erhalten, ist ihm nicht zu folgen. Die schriftliche Entscheidbegründung
enthält nicht mehr als das bereits nach der Kontrollfahrt anhand der angekreuzten
Felder mündlich Dargelegte. Zur Ergreifung des Rechtsmittels war der Rekurrent
folglich nicht auf die schriftliche Begründung in der Vernehmlassung angewiesen.
4.- a) Mit der Vernehmlassung vom 10. November 2011 reichte die Vorinstanz sodann
den Bericht des Verkehrsexperten ein. Darin wird ausgeführt, der Rekurrent sei oft
unnötig lange im zweiten Gang gefahren (Kriterium 13), was sich verkehrsbehindernd
ausgewirkt und unnötigen störenden Lärm verursacht habe. Er habe während der
ganzen Fahrt grobe Fahrfehler gemacht, indem er mehrmals auf gerader Strasse in der
Strassenmitte und bei der Kurvenfahrt über die Mittellinie oder gefährlich nahe am
Strassenrand gefahren sei (Kriterium 33). Sodann wurde festgehalten, die Voraussicht
(Kriterium 21) sowie die Spiegelbenützung (Kriterium 22) und das Beobachten mit
Seitenblicken links und rechts seien mangelhaft gewesen. Der Rekurrent sei auch
mehrmals auf diese Fehler hingewiesen worden. Im Weiteren habe er auf der
Ziegelbrückerstrasse in Niederurnen in der Nähe der Coop-Filiale einen Fussgänger,
der klar erkennbar die Strasse habe überqueren wollen, übersehen. Mit einem verbalen
Eingriff sei er auf die Vortrittsmissachtung aufmerksam gemacht worden (Kriterium 48).
In derselben Ortschaft habe der Rekurrent sodann beim Linksabbiegen von der Haupt-
in die Poststrasse das Vortrittsrecht des Gegenverkehrs missachtet. Nur dank der
Aufmerksamkeit und der richtigen Reaktion des entgegenkommenden Lenkers sei die
Gefährdung nicht konkret geworden (Kriterien 40 und 45). Auf der Bahnhofstrasse in
Niederurnen sei er in der "Zone 30" mehrmals mit einer Geschwindigkeit von 40 km/h
gefahren. Im Ausserortsbereich (80 km/h) auf der Strecke Niederurnen-Bilten sei er bei
guten Strassen- und Sichtverhältnissen unmotiviert mit einer Geschwindigkeit von 50
bis 60 km/h gefahren. Dies habe nachfolgende Verkehrsteilnehmer zu gefährlichen
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Überholmanövern animiert (Kriterien 30 und 46). Innerhalb des Wohnquartiers
Gallusgasse/Forrenstrasse in Schänis habe er weder bei unübersichtlichen
Rechtsvortritten noch bei spielenden Kindern oder unübersichtlichen Hausausfahrten
Bremsbereitschaft erstellt (Kriterium 21). Bei der Autobahnausfahrt Reichenburgerkreuz
in Richtung Reichenburg habe er das Fahrzeug schon auf der Normalspur ungefähr 50
Meter vor Beginn der Verzögerungsspur auf 70 km/h abgebremst, was zu einer
gefährlichen Behinderung der nachfolgenden Verkehrsteilnehmer geführt habe
(Kriterium 50). Beim anschliessenden Fahrstreifenwechsel in Richtung Reichenburg
habe der Rekurrent weder einen Seitenblick gemacht noch in den Rückspiegel
geschaut (Kriterium 22). In der Folge habe er einen linksseitig fahrenden
Verkehrsteilnehmer zu Vermeidung einer Kollision zu einem riskanten und unnötigen
Bremsmanöver gezwungen.
b) In der Stellungnahme vom 22. November 2011 zur Rekursvernehmlassung der
Vorinstanz beanstandet der Rekurrent, der Bericht des Verkehrsexperten enthalte im
Wesentlichen pauschale Kritik an seiner Fahrweise. Es fehle an der Beschreibung
konkreter Situationen. Darin kann ihm nicht gefolgt werden. Der Verkehrsexperte führte
in seinem Bericht zu fast allen angekreuzten Kriterien konkrete Beispiele zum
Fehlverhalten des Rekurrenten an; einzig zu den Kriterien 13 (Gangwahl) und 33
(Fahrzeugführung) wurden eher allgemeine, den Gesamteindruck wiedergebende
Ausführungen gemacht. Diese Feststellungen ermöglichten es dem Rekurrenten, in
seiner Eingabe vom 22. November 2011 auf die einzelnen Kritikpunkte einzugehen und
die Verfügung sachgerecht anzufechten. Damit stellt sich die hier zu beurteilende
Situation anders dar als diejenige, welche dem vom Rekurrenten zitierten Entscheid der
Verwaltungsrekurskommission zu Grunde lag (VRKE IV-2010/137 vom 24. Februar
2011 i.S. B.B., publiziert in: www.gerichte.sg.ch). Im damals zur Diskussion stehenden
Expertenbericht fehlten Angaben zu konkreten Situationen, in welchen die
Verkehrsregelverletzungen begangen wurden. Vorliegend werden die Vorfälle,
grösstenteils mit Bezug zu den konkreten Örtlichkeiten, nachvollziehbar beschrieben.
c) Der Rekurrent rügt weiter, der Bericht des Verkehrsexperten sei am 10. November
2011 verfasst worden, also rund eineinhalb Monate nach der Kontrollfahrt. Es sei nicht
anzunehmen, dass der Experte sich nach dieser Zeit noch an jedes Detail der
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Kontrollfahrt erinnern könne, es sei denn, er habe sich handschriftliche Notizen
gemacht; diese seien beizuziehen.
Der Experte fällte den Entscheid aufgrund des anlässlich der Kontrollfahrt gewonnenen
Gesamteindrucks. Die während der Fahrt angekreuzten Stichworte dienten ihm als
Gedankenstütze für die mündliche Entscheidbegründung. Soweit sich der Experte im
Anschluss an die mündliche Eröffnung der Verfügung im Hinblick auf die schriftliche
Berichterstattung im Rahmen eines allfälligen Rechtsmittelverfahrens weitere Notizen
machte, kann diesen nur eine Hilfsfunktion ohne Beweischarakter zukommen. Im
Weiteren kam der ebenfalls anwesende Facharzt für Verkehrsmedizin in seiner
verkehrsmedizinischen Stellungnahme vom 7. November 2011 zu denselben
Feststellungen wie der Verkehrsexperte. Er ortete Schwachpunkte beim Spurhalten, in
der Geschwindigkeitsgestaltung, beim Beachten des Querverkehrs bzw. des
Rechtsvortritts, bei der Vorausschau sowie bei der Vortrittsbeachtung. Zudem stellte er
unsicheres Verhalten in mehreren Situationen fest und erwähnte in diesem
Zusammenhang unter anderem, kurz vor der Autobahnausfahrt habe der Rekurrent
stark abgebremst. Dieser Bericht einer fachlich qualifizierten Begleitperson ist geeignet,
die Expertenbewertung zu objektivieren (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2P.23/2004
vom 13. August 2004, E. 2.4).
5.- Der Rekurrent macht sodann geltend, die Durchführung der Kontrollfahrt sei
mangelhaft gewesen, weshalb deren Resultat unverwertbar sei. Eine eigentliche
Instruktion habe vor der Kontrollfahrt nicht stattgefunden. Sie sei zudem als Blindfahrt
mit kurzfristigen Anweisungen von Richtungsänderungen durchgeführt worden. Im
Übrigen habe sich der begleitende Facharzt in unzulässiger Weise zu fahrtechnischen
Fragen geäussert, jedoch nicht zur Frage der Leistungsfähigkeit und der medizinischen
Fahrfähigkeit.
a) Die Durchführung der Kontrollfahrt wird in den Richtlinien Nr. 19 der Vereinigung der
Strassenverkehrsämter vom 26. November 2010 zu Kontrollfahrt und
Zusatztheorieprüfungen (nachfolgend: Richtlinien Nr. 19) konkretisiert. Danach ist die
Einführung äusserst wichtig. Insbesondere geht es darum, die gegenseitige
Verständigung sicherzustellen und den Fahrzeugführer über den Prüfungsablauf zu
informieren. Diese Richtlinien stellen zwar keine Rechtssätze dar und binden insofern
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das Gericht nicht. Sie dienen jedoch der Schaffung einer einheitlichen
Verwaltungspraxis, indem sie für die Durchführung, den Umfang und die Bewertung
der Kontrollfahrt einheitliche und sachgerechte Kriterien festlegen. Insoweit sind sie bei
der Auslegung und Konkretisierung unbestimmter Rechtsbegriffe von Bedeutung (vgl.
Th. Fleiner-Gerster, Grundzüge des allgemeinen und schweizerischen
Verwaltungsrechts, 2. Aufl. 1980, S. 132; Imboden/Rhinow, Schweizerische
Verwaltungsrechtsprechung, Bd. I, 5. Aufl. 1976, Nr. 9, S. 55 f.).
Der Rekurrent führt an, ihm seien lediglich die anwesenden Personen vorgestellt
worden. Sowohl der Verkehrsexperte als auch der begleitende Facharzt gaben in ihren
Berichten indes an, man habe den Rekurrenten nach der Begrüssung über Ablauf und
Anweisungen während der Kontrollfahrt informiert. Der Verkehrsmediziner hielt zudem
fest, vorgängig seien die vorhandenen Unterlagen zwischen dem Verkehrsexperten und
dem ärztlichen Begleiter besprochen worden. Im Weiteren habe man ihn über seine
gesundheitliche Verfassung, eine allfällige Medikamenteneinnahme und seine
Fahrpraxis befragt. Die entsprechenden Informationen flossen in die vom Facharzt
unterzeichnete, den Verfahrensakten zum vorsorglichen Führerausweisentzug
angefügte Kurzbeurteilung der Kontrollfahrt ein. Unter diesen Umständen ist davon
auszugehen, dass der Rekurrent vorschriftsgemäss über die Kontrollfahrt informiert
worden ist; insbesondere handelt es sich beim Verkehrsexperten und beim Facharzt
um erfahrene Sachverständige. Aus den Akten ist zudem ersichtlich, dass der
Rekurrent im Hinblick auf die ärztlich begleitete Kontrollfahrt eine Fahrschule besuchte.
Es ist nicht anzunehmen, dass er dort nicht über den Ablauf der Kontrollfahrt informiert
wurde.
b) Der Einwand des Rekurrenten, die Fahrfähigkeit hätte anhand von realistischen
Fahrmustern geprüft werden müssen, ist unbegründet. Die Kontrollfahrt dient dazu, die
Fahreignung einer Person zu prüfen. Diese ist in allen Situationen unter Beweis zu
stellen und nicht lediglich im Rahmen "realistischer Fahrmuster". Andernfalls müsste
auch die Fahrerlaubnis entsprechend eingeschränkt werden, was das Gesetz jedoch
nicht vorsieht.
c) Der Rekurrent rügt, die medizinische Begleitperson habe die Frage zu beantworten,
ob bei der Kontrollfahrt medizinisch begründete Mängel erkennbar seien, die ein
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sicheres Führen des Fahrzeugs beeinträchtigen, oder ob verkehrsmedizinisch
bedeutsame Auswirkungen der vorhandenen Grundkrankheiten bestehen. Diese
Fragen habe der Arzt jedoch nicht beantwortet. Er habe sich ausschliesslich zu Fragen
der Verkehrsregelbeachtung und der Fahrzeugführung geäussert.
Gemäss Ziff. 6 Abs. 2 der Richtlinien Nr. 19 ist der Verkehrsexperte zuständig für den
Entscheid, ob die Kontrollfahrt bestanden wurde. Der begleitende Arzt kann sich
gegebenenfalls im Schlussgespräch einbringen. Dies tat der ärztliche Begleiter, indem
er im Anschluss an die Kontrollfahrt einen Kurzbericht zuhanden der Vorinstanz
einreichte. Darin beurteilte er das Fahrverhalten des Rekurrenten (Vorausschau,
Geschwindigkeitsgestaltung, z.T. abruptes Bremsen, Beachten Querverkehr/rechts vor
links, Missachten Vortritt, Spurhalten, z.T. unsicheres Verhalten) unter
Berücksichtigung der Auffälligkeiten bezüglich Aufmerksamkeit, Konzentration,
Wahrnehmung, Ablenkbarkeit, Situationserfassung, Reaktion, Belastbarkeit und
Lerneffekt. Er setzte demnach die rein fahrtechnischen Aspekte in Bezug zu den
medizinischen Gesichtspunkten. Diese Verknüpfung von Fahrverhalten und
medizinischer Diagnose wurde im schriftlichen Bericht des Arztes konkretisiert und
vertieft. Unter anderem wurde darin festgehalten, der Fahrzeuglenker reagiere mit
zunehmender Verkehrsanforderung an die geteilte Aufmerksamkeit verunsichert und
konzentriere sich nur noch auf Teilaspekte beim Lenken des Fahrzeugs. Das
pathologische Ergebnis im Trail-Making-Test sei damit vereinbar. Der Einwand, der
Verkehrsmediziner habe sich bei der Beurteilung auf rein verkehrstechnische
Gesichtspunkte beschränkt, trifft folglich nicht zu.
d) Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Durchführung der Kontrollfahrt nicht zu
beanstanden ist.
6.- Der Rekurrent rügt, die Kontrollfahrt hätte nicht angeordnet werden dürfen. Er bringt
dazu vor, die Vorinstanz habe eine ärztlich begleitete Kontrollfahrt angeordnet, was
darauf schliessen lasse, dass sie einen medizinisch begründeten Eignungsmangel
vermute. Er könne die von Dr. med. Y gestellte Diagnose "demenzielle Erkrankung"
nicht nachvollziehen, zumal er trotz seines Alters noch als aktiver Viehhändler tätig sei
und laufend Tiere verkaufe und kaufe.
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a) Bestehen Bedenken über die Eignung eines Fahrzeugführers, so kann zur Abklärung
der notwendigen Massnahmen eine Kontrollfahrt angeordnet werden (Art. 14 Abs. 3
SVG in Verbindung mit Art. 29 Abs. 1 VZV). Die Bestimmung umschreibt Art und
Ausmass der Zweifel nicht weiter. Einerseits müssen die Zweifel an der Fahreignung
dergestalt sein, dass sie mittels Kontrollfahrt geklärt werden können. Die Bedenken
müssen sich dementsprechend auf das Vorhandensein der für das Lenken eines
Motorfahrzeugs erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten beziehen.
Anderseits verlangt die Bestimmung keine besonders schweren oder erheblichen
Zweifel. Da es sich um eine Kann-Vorschrift handelt, liegt die Anordnung im
pflichtgemässen Ermessen der Administrativbehörde. Mit einer Kontrollfahrt darf sie
beispielsweise abklären, ob ein älterer Fahrzeuglenker ein Motorfahrzeug noch sicher
zu führen vermag, auch wenn ihm das Begehen von Verkehrsdelikten nicht
nachgewiesen werden kann. Voraussetzung für die Anordnung einer Kontrollfahrt ist,
dass aufgrund der gesamten relevanten Umstände Zweifel am fahrtechnischen Können
eines Motorfahrzeuglenkers bestehen (vgl. VRKE IV-2006/50 vom 3. Juli 2006 in
Sachen P.B., E. 3b).
b) Nachdem der Rekurrent einer Polizeipatrouille durch seine unsichere Fahrweise
aufgefallen war, ordnete die Vorinstanz mit Zwischenverfügung vom 7. Juli 2011 eine
Untersuchung beim Vertrauensarzt an. Dieser erstatte am 17. Juli 2011 Bericht. Er
stellte unter anderem fest, aus medizinischer Sicht könne die Fahreignung nicht mehr
eindeutig bejaht werden. Es bestehe eine demenzielle Erkrankung, wobei vor allem das
Kurzzeitgedächtnis und die für die Fahreignung besonders wichtigen
Exekutivfunktionen (diese Funktionen gelten für Menschen als Voraussetzung, um sich
rasch und erfolgreich an neuartige, unerwartete Situationen in der Umwelt anzupassen;
vgl. Nadja Gwigger, Die Exekutivfunktionen im Jugendalter, Diss. 2004, München, S. 6)
beeinträchtigt seien. Er empfahl deshalb eine ärztlich begleitete Kontrollfahrt. Die
Vorinstanz informierte den Rekurrenten am 21. Juli 2011 über das
Untersuchungsergebnis und gab ihm Gelegenheit, sich dazu zu äussern. In der
Stellungnahme vom 29. Juli 2011 bestritt er, an einer demenziellen Erkrankung zu
leiden und hielt fest, er fühle sich gesund und sei auch noch sehr aktiv im Viehhandel
tätig. Die Tests bei Dr. med. Y seien alles andere als angenehm gewesen. Er sei kein
Mensch, der sich schnell an solche Situationen gewöhnen könne. Auf diese Art und
Weise komme auch kein brauchbares Ergebnis zustande. Wenn man sich bei einem
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solchen Test so unwohl fühle, könne daraus kein korrektes Ergebnis resultieren.
Deshalb ziehe er die Testergebnisse in Zweifel. Mit Zwischenverfügung vom 3. August
2011 wurde schliesslich eine ärztlich begleitete Kontrollfahrt der Kategorie B
angeordnet. Dagegen wurde kein Rekurs erhoben.
c) Die Vorinstanz ordnete die Kontrollfahrt aufgrund des vertrauensärztlichen
Gutachtens an. Der Vertrauensarzt unterzog den Rekurrenten verschiedenen Tests
(Mini-Mental-Test, Uhrentest, Trail-Making Test A und B), die geeignet sind, Defizite bei
der Fahreignung festzustellen (vgl. R. Seeger, Fahren im Alter - Hauptprobleme und
sinnvolle Konzepte zur Überprüfung der Fahreignung aus verkehrsmedizinischer Sicht,
in: R. Schaffhauser [Hrsg.], Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2005, St. Gallen
2005, S. 18). Die Testergebnisse wiesen auf eine deutlich eingeschränkte geistige
Leistungsfähigkeit hin. Im Lichte der von der Polizei beobachteten Fahrfehler und des
fortgeschrittenen Alters bestanden somit konkrete Anhaltspunkte für eine
Beeinträchtigung des fahrerischen Könnens, welche die Anordnung einer Kontrollfahrt
als angezeigt erscheinen liessen. Sie bildet eine wertvolle Zusatzabklärung, wenn die
Beurteilung aufgrund der Aktenlage und ärztlicher Untersuchungen Schwierigkeiten
bereitet (vgl. R. Seeger, a.a.O., S. 20). Auch wenn die Kontrollfahrt nicht ausschliesslich
aufgrund des Alters angeordnet werden darf, dürfen die Anforderungen an deren
Anordnung nicht überspannt werden. Es handelt sich um eine die betroffene Person
nicht übermässig belastende Massnahme, die dem Schutz wichtiger Rechtsgüter dient
und auch im Interesse des Fahrzeugführers selbst liegt (vgl. Urteil des Bundesgerichts
1C_110/2011 vom 6. Juni 2011, E. 3.3). Auch im Bericht seines langjährigen
Hausarztes, sind "gewisse kognitive Einschränkungen" vermerkt. Der Hausarzt führte
dazu aus, er könne keine Aussagen über die Fahrfähigkeit praktischer Art machen,
halte den Rekurrenten aus medizinischen Gründen für das Führen von Personenwagen
in angepasster Weise aber noch für qualifiziert. Mit seiner Feststellung, es bestünden
keine Hinweise auf eine schwerwiegende demenzielle Entwicklung in den letzten zwei
bis drei Jahren, lässt er im Übrigen offen, ob die kognitiven Einschränkungen nicht die
Folge einer leichten demenziellen Erkrankung sind. Allerdings ist die Fahreignung auch
bei leichten Formen der Demenz zumindest fraglich und somit zu überprüfen. In
solchen Konstellationen ist zudem zu beachten, dass die Stellung des Hausarztes als
beurteilende Instanz problematisch sein kann, da das über Jahre hinweg aufgebaute
Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und dem oftmals aus Krankheitsgründen
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uneinsichtigen Patienten einer objektiven Beurteilung hinderlich ist (vgl. R. Seeger,
a.a.O., S. 18). Schliesslich erwähnte der Hausarzt nicht und geht auch nicht aus den
Akten hervor, dass er über spezielle verkehrsmedizinische Kenntnisse verfüge.
Der Rekurrent führt in diesem Zusammenhang an, sowohl der Prüfungsexperte als
auch die medizinische Begleitperson seien von der falschen Annahme ausgegangen, er
sei dement. Aus diesem Grund sei ernsthaft zu befürchten, dass sie ihn nicht objektiv
beurteilt hätten. Inwiefern die Kenntnis von einer allfälligen Demenzerkrankung die
Objektivität des Verkehrsexperten beeinflusst haben soll, ist nicht ersichtlich und wird
nicht substanziert dargelegt. Insbesondere legt er nicht dar, wie sich dies im
Expertenbericht niedergeschlagen haben soll, weshalb darauf nicht weiter einzugehen
ist. Hingegen ist nachfolgend zu prüfen (E. 7), ob die Feststellungen des
Verkehrsexperten einer Willkürprüfung standzuhalten vermögen.
Unter den dargelegten Umständen ist die Anordnung einer Kontrollfahrt durch die
Vorinstanz nicht zu beanstanden. Es kann folglich offen bleiben, ob die mittels
selbständig anfechtbarer Zwischenverfügung vom 3. August 2011 ergangene
Anordnung der Kontrollfahrt überhaupt noch Gegenstand dieses Rekurses sein kann.
7.- In materieller Hinsicht bestreitet der Rekurrent die vorgeworfenen Fahrfehler.
Insbesondere macht er geltend, es sei nicht zutreffend, dass er einen Fussgänger
übersehen oder während der Fahrt einen Vortritt missachtet habe. Ebenso wenig habe
er ein unangepasstes Geschwindigkeitsverhalten gezeigt oder die Bremsbereitschaft
nicht erstellt. In Bezug auf sein angebliches Fehlverhalten auf der Autobahnausfahrt
seien die Berichte des Verkehrsexperten und des Verkehrsmediziners widersprüchlich.
a) Bei der Beurteilung von persönlichen – geistigen und körperlichen – Fähigkeiten
einer Person stellen sich letztlich kaum justiziable Fragen. Soweit sich ein Gericht mit
solchen auf Fachwissen beruhenden und stark ermessensgeprägten Bewertungen zu
befassen hat, kann es regelmässig sinnvollerweise nur untersuchen, ob die für den
Entscheid zuständigen und fachlich kompetenten Behörden unter Wahrung der
verfassungsrechtlich gewährleisteten Verfahrensgarantien alle wesentlichen
Gesichtspunkte vollständig und gewissenhaft geprüft haben bzw. ob sich die
Bewertung allenfalls als offensichtlich bzw. krass falsch, d.h. willkürlich, erweist (vgl.
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Urteil des Bundesgerichts 1C_225/2009 vom 4. November 2009, E. 1.1.1 mit
Hinweisen auf BGE 132 II 257 E. 3 und 131 I 467 E. 3.1). Bei der sachlichen Beurteilung
von Führerprüfungen erfährt der Grundsatz der uneingeschränkten Neuüberprüfung
deshalb gewisse Einschränkungen (GVP 1977 Nr. 54; Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 632);
dies gilt auch für eine Kontrollfahrt. Die vom Rekurrenten gerügten Feststellungen und
deren Bewertung durch den Verkehrsexperten sind deshalb nachfolgend mit einer
gewissen Zurückhaltung nur auf offensichtliche Fehler zu überprüfen (VRKE 2010/137
vom 24. Februar 2011 i.S. B.B., E. 4, publiziert in: www.gerichte.sg.ch; Entscheid des
UVEK vom 21. Januar 2005 in Sachen M.H., E. 2; BGE 106 Ia 1 E. 3c).
b) Gemäss Darstellung des Verkehrsexperten verweigerte der Rekurrent einem
Fussgänger an der Ziegelbrückerstrasse in Niederurnen den Vortritt. Dieser kann sich
an diese Situation ebenfalls erinnern, gibt jedoch an, der Fussgänger sei nicht beim
Fussgängerstreifen gestanden und habe auch nicht klar angezeigt, dass er die Strasse
habe überqueren wollen. Er kritisiert, im Bericht werde nicht ausgeführt, inwiefern die
Überquerungsabsicht zu erkennen gewesen sei.
Umstritten ist demnach, ob die Überquerungsabsicht dieses Fussgängers in der
beschriebenen Situation erkennbar war oder nicht. Wie der Rekurrent zu Recht festhält,
ist dem Bericht darüber nichts zu entnehmen. Gemäss der nicht widersprochenen
Feststellung im Expertenbericht wurde er jedoch während der Fahrt auf die
Vortrittsmissachtung hingewiesen, so dass ihm die genauen Umstände der Kritik
bekannt waren. Soweit er anführt, der Fussgänger habe nicht klar angezeigt, dass er
die Strasse überqueren wolle, ist ihm entgegenzuhalten, dass ein Fussgänger auf
Fussgängerstreifen ohne Verkehrsregelung Vortritt hat, ausser gegenüber der
Strassenbahn (Art. 47 Abs. 3 der Verkehrsregelnverordnung, SR 741.11, abgekürzt:
VRV). Angesichts dieser Umstände und der Tatsache, dass auch der ärztliche Begleiter
erwähnte, Fussgänger am Zebrastreifen seien nicht beachtet worden, kann die
Feststellung des Verkehrsexperten nicht als offensichtlich falsch bezeichnet werden.
c) Der Verkehrsexperte beanstandete, der Rekurrent sei in der "Zone 30" mehrmals mit
einer Geschwindigkeit von 40 km/h gefahren. Im Ausserortsbereich habe er
andererseits die Geschwindigkeit unmotiviert auf 50 bis 60 km/h reduziert. Der
Rekurrent bestreitet dies. Er gehe davon aus, dass er ausserorts mindestens 70 km/h
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und in der "30er-Zone" maximal 35 km/h gefahren sei. Der Vorwurf, er habe andere
Verkehrsteilnehmer zu gefährlichen Überholmanövern animiert, sei nicht gerechtfertigt.
Wenn sich andere Verkehrsteilnehmer entschlössen, gefährliche Manöver
durchzuführen, sei dies nicht ihm anzulasten.
Es trifft zu, dass ihm die gefährlichen Überholmanöver der übrigen Verkehrsteilnehmer
nicht angelastet werden dürfen. Jedoch sind solche Manöver ein Indiz für eine
empfindliche Störung des Verkehrsflusses, die insbesondere dann ins Gewicht fällt,
wenn die Überholmanöver durch starken Gegenverkehr oder eine unübersichtliche
Streckenführung nahezu verunmöglicht bzw. stark erschwert werden (vgl. BGE 93
IV 96, E. 3). Der Fahrzeugführer darf deshalb ohne zwingende Gründe nicht so langsam
fahren, dass er einen gleichmässigen Verkehrsfluss hindert (Art. 4 Abs. 5 VRV). Dies
scheint nach übereinstimmenden Angaben des Verkehrsexperten und des ärztlichen
Begleiters auf der Strecke Niederurnen-Bilten der Fall gewesen zu sein. Von einem
offensichtlichen Beurteilungsfehler des Verkehrsexperten kann auch diesbezüglich
nicht gesprochen werden. Ob der Rekurrent in der 30er-Zone 35 km/h oder 40 km/h
erreichte, ist in diesem Zusammenhang nicht von entscheidender Bedeutung.
Wesentlich ist die Feststellung, dass er die Geschwindigkeit mehrmals überschritt und
damit einen weiteren Hinweis darauf lieferte, dass er Mühe hat, die Geschwindigkeit
den Signalisationen und konkreten Verhältnissen anzupassen.
d) Der Rekurrent führt weiter an, in Bezug auf sein angebliches Fehlverhalten auf der
Autobahnausfahrt seien die Berichte des Verkehrsexperten und des
Verkehrsmediziners widersprüchlich. Der Verkehrsexperte berichte von einem
Fahrstreifenwechsel nach links nach der Autobahnausfahrt, den er nicht korrekt
vollzogen haben soll. Der Verkehrsmediziner schreibe hingegen, dass er auf die linke
Fahrbahn gekommen sei und dort ein Auto behindert habe. Da die Autobahnausfahrt in
einer Kurve verlaufe, sei es angemessen gewesen, die Geschwindigkeit rechtzeitig zu
drosseln. Zudem sei die Situation bei dieser Autobahnausfahrt unübersichtlich, was die
Angelegenheit für den Rekurrenten, der nur noch selten die Autobahn benutze,
besonders schwierig gemacht habe. Es sei deshalb nicht sachgemäss gewesen, die
Kontrollfahrt auch auf der Autobahn durchzuführen.
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Sowohl der Verkehrsexperte als auch der ärztliche Begleiter stellten fest, dass der
Rekurrent durch den Spurwechsel ein linksseitig fahrendes Fahrzeug behinderte. Auch
wenn die Formulierungen unterschiedlich lauten, ist darin kein Widerspruch zu
erkennen. Die Rüge, die Kontrollfahrt auf die Autobahn auszudehnen, sei nicht
sachgerecht, ist unbegründet. Ein Fahrzeugführer hat seine Fähigkeiten in allen
Situationen unter Beweis zu stellen; er muss sich in jeder Verkehrssituation
zurechtfinden. Wenn der Rekurrent geltend macht, aufgrund der schwierigen
Streckenführung bei der Autobahnausfahrt habe er die Geschwindigkeit rechtzeitig
drosseln müssen, ist im entgegenzuhalten, dass dafür der Verzögerungsstreifen (vgl.
Art. 90 Abs. 2 der Signalisationsverordnung, SR 741.21, abgekürzt: SSV) zu nutzen ist,
der auch bei der Autobahnausfahrt in Reichenburg vorhanden ist.
e) Der Rekurrent ist weiter der Ansicht, dass er während der ganzen Fahrt nie einen
Vortritt missachtet und die Bremsbereitschaft jeweils erstellt habe. Dabei äussert er
sich nicht zu den konkreten Feststellungen des Verkehrsexperten, sondern hält
lediglich in allgemeiner Weise fest, es werde im Bericht nicht ausgeführt, wie die
fehlende Bremsbereitschaft erkannt worden sei. Dabei übersieht er, dass ein geübter
Verkehrsexperte durch das Beobachten der Füsse des Fahrzeuglenkers leicht
feststellen kann, ob Bremsbereitschaft besteht oder nicht. In bremsbereiter Stellung
wird der Fuss an das Bremspedal geführt ohne jedoch bereits eine Bremsung
einzuleiten. Dieser Umstand muss nicht ausdrücklich erwähnt werden. Was die
Missachtung des Vortritts anbelangt, legt der Rekurrent nicht dar, inwiefern die im
Bericht geschilderten Vorkommnisse, insbesondere der Vorfall an der Kreuzung
Haupt-/Poststrasse, nicht zutreffend sein sollen. Es ist nicht Aufgabe der
Rechtsmittelinstanz, auf die blosse Rüge hin, der Sachverhalt sei nicht richtig
festgestellt worden, weitere Abklärungen zu treffen (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 927).
Darauf ist deshalb nicht weiter einzugehen.
f) Insgesamt besteht somit kein Anlass, die Beurteilung des Verkehrsexperten als
offensichtlich falsch bzw. willkürlich zu beurteilen. In seinem Bericht hat er die
wesentlichen Aspekte beurteilt und nachvollziehbar dokumentiert. Im Lichte des
amtsärztlichen Berichts und der verkehrsmedizinischen Stellungnahme ist auch das
Fazit des Prüfberichts, die Fahreignung des Rekurrenten sei nicht mehr zu befürworten,
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nicht zu beanstanden. Daran ändert nichts, dass der Rekurrent über eine langjährige
Fahrpraxis verfügt und heute noch im Viehhandel tätig ist.
8.- Zusammenfassend ergibt sich, dass weder die Durchführung der Kontrollfahrt noch
deren Beurteilung durch den Experten zu beanstanden ist. Der Rekurs gegen die
Verfügung der Vorinstanz vom 28. September 2011 erweist sich somit als unbegründet
und ist abzuweisen.
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.-- erscheint
angemessen (Art. 7 Ziff. 112 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'200.-- ist mit der Entscheidgebühr zu verrechnen.