Decision ID: 37bce1ca-0d96-595d-b808-d15c744a12d8
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
O._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Christof Brack, Frankenstrasse 18, 6003 Luzern,
gegen
Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft, Hohlstrasse 552, Postfach, 8048 Zürich,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a O._, geboren 1957, war als Heimleiterin im Alters- und Pflegeheim A._ tätig
und dadurch bei der ELVIA Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft Zürich (heute:
Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft; nachfolgend Allianz) obligatorisch gegen die
Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie von Berufskrankheiten versichert.
Am Abend des 5. Januar 2001 wurde die Versicherte auf dem Fussgängerstreifen von
einem Auto angefahren. In den Akten ist folgender Unfallhergang dokumentiert (UV-
act. 15): Die Mutter der Versicherten, T._, überquerte den Fussgängerstreifen auf
Höhe des "Spar-Marktes" von links nach rechts. Der Unfallverursacher sah T._ und
bremste nach eigenen Angaben sein Fahrzeug ab. Als er bemerkte, dass er nicht mehr
vor dem Fussgängerstreifen würde anhalten können, wich er nach links aus. Erst jetzt
sah er die ca. 1 bis 2 Meter hinter ihrer Mutter gehende Versicherte. Obwohl der Fahrer
eine Vollbremsung einleitete und die Versicherte noch versuchte, zurück zu laufen,
konnte er eine Kollision nicht mehr verhindern. Sie sprang vor der Kollision noch in die
Luft, stützte sich mit beiden Händen auf der Motorhaube ab und wurde einige Meter
nach hinten geschleudert. Sie kam halb auf der Fahrbahn, halb auf dem Trottoir zu
liegen. Die Versicherte wurde mit der Ambulanz in das Kantonale Spital Uznach
überführt. Im Eintrittszeugnis vom 5. Januar 2001 (UV-act. 2) wurden multiple
Kontusionen HWS, BWS diagnostiziert. Die Versicherte war danach bis zum 16. Januar
2001 hospitalisiert. Im Kurzaustrittsbericht vom 16. Januar 2001 (UV-act. 9) und im
Austrittsbericht vom 23. Januar 2001 (UV-act. 11) wurden eine Commotio cerebri, ein
HWS-Distorsionstrauma und multiple Kontusionen (Unterschenkel links, Becken links,
Knie rechts) diagnostiziert. Die Allianz anerkannte ihre Leistungspflicht nach UVG und
übernahm die Kosten für die Heilbehandlung und richtete das gesetzliche Taggeld aus
(Schreiben vom 24. Januar 2001, UV-act. 12 und Bericht des Schadeninspektors vom
31. August 2001, UV-act. 29). In der Folge begab sich die Versicherte in eine stationäre
Therapie im medizinischen Zentrum Bad Ragaz (UV-act. 16). Der nachbehandelnde
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Arzt, Dr. med. B._, Innere Medizin FMH, bescheinigte der Versicherten vom 5. Januar
2001 bis zum 4. März 2001 eine Arbeitsunfähigkeit von 100%, vom 5. März bis zum 20.
März 2001 eine Arbeitsunfähigkeit von 75% und vom 21. März bis zum 10. Juni 2001
eine Arbeitsunfähigkeit von 50% (UV-act. 23). Am 5. Juni 2001 konnte die medizinische
Behandlung vorerst abgeschlossen werden, und laut Dr. B._ bestand ab dem 11.
Juni 2001 eine Arbeitsfähigkeit von 100% (UV-act. 25). Die Versicherte gab am
31. August 2001 gegenüber dem Schadeninspektor der Allianz an, sie sei seit dem
11. Juni 2001 voll arbeitsfähig, schone sich aber noch bei gewissen Arbeiten (UV-act.
29 und 30). Mit Schreiben vom 17. September 2001 (UV-act. 30) teilte die Allianz der
Versicherten mit, der Fall werde abgeschlossen, nachdem die ärztliche Behandlung am
5. Juni 2001 habe abgeschlossen werden können.
A.b Mit Unfallmeldung vom 27. Mai 2002 (UV-act. 34) meldete die Versicherte einen
Rückfall. Gemäss Arztzeugnis von Dr. B._ vom 4. Juni 2002 (UV-act. 35) und Bericht
vom 16. August 2002 (UV-act. 44) kam es am 13. März 2002 bei einer Drehbewegung
während der Arbeit zu einem einschiessenden Schmerz wie schon vor einem Jahr mit
Schmerzen parasternal links, Rücken und bis in den linken Arm ausstrahlend. Dr.
B._, bei dem die Versicherte seit dem 15. März 2002 wieder in Behandlung stand,
stellte massive Dreh- und Belastungsschmerzen im Bereich der BWS, mit Ausstrahlung
thorakal links, sowie eine deutliche erneute Druckdolenz der BWS fest. Objektiv
bestand einzig eine fragliche Hypästhesie. Motorische Ausfälle waren nicht
nachweisbar. Im MRI vom 20. März 2002 zeigte sich eine diskreteste Keilwirbelbildung
einzelner HWK und vor allem der BWK, ohne aktive Knochenmarkspathologie. Ferner
waren keine Nervenwurzelkompression und keine paravertebrale Pathologie
nachweisbar. Dr. B._ diagnostizierte ein Rezidiv des thorakospondylogenen/
thorakoradikulären Schmerzsyndroms links nach Kontusionstrauma im Januar 2001.
Nach seiner Einschätzung dürften die Beschwerden der Versicherten als Rückfall zum
Ereignis vom 5. Januar 2001 gewertet werden, da es sich um genau dieselben
Beschwerden wie damals handle. Die Unfallkausalität dürfte mit als sicher
anzusehendem Beweisgrad gegeben sein. Ab dem 13. März 2002 war die Versicherte
zu 100% und ab dem 8. April 2002 zu 50% arbeitsunfähig. Anlässlich einer
persönlichen Befragung gab die Versicherte am 19. Juni 2002 an, sie sei seit
Behandlungsabschluss am 5. Juni 2001 nie beschwerdefrei gewesen (UV-act. 39). Mit
Schreiben vom 15. Oktober 2002 (UV-act. 51) berichtete Dr. B._ über neu
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auftretende Konzentrationsstörungen bzw. eine vermehrte rasche geistige
Ermüdbarkeit. Er schätzte die theoretische Arbeitsfähigkeit der mittlerweile arbeitslosen
Versicherten im damaligen Job immer noch auf 50%. Ein 50%iger Bürojob als
Heimleiterin dürfte möglich sein, eine Arbeit am Patienten selbst als Krankenschwester
hielt er für ausgeschlossen. Die Allianz legte den Schadenfall ihrem beratenden Arzt,
Dr. med. C._, Chirurgie FMH, vor. Mit Stellungnahme vom 15. Oktober 2002 (UV-act.
50) führte Dr. C._ aus, seines Erachtens handle es sich hier nicht um einen Rückfall,
sondern um ein sogenanntes Verhebetrauma, das nicht als UVG-pflichtig anzusehen
sei. In der Folge wurde wegen der unklaren medizinischen Situation ein Gutachten bei
der MEDAS Zentralschweiz in Aussicht genommen. Wegen zu langer Wartezeit wurde
schliesslich am 20. Juli 2004 Dr. med. D._, Facharzt für orthopädische Chirurgie, mit
der Begutachtung beauftragt (UV-act. 87). Mit Gutachten vom 2. November 2004 (UV-
act. 90) diagnostizierte Dr. D._ eine posttraumatische Zervikobrachialgie links mit
intermittierender Radikulopathie C7 links. Zur Kausalität führte er aus, die festgestellte
Beeinträchtigung sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 5.
Januar 2001 zurückzuführen (S. 5). Zudem bestehe aus seiner Sicht seit dem Unfall
eine dauernde Arbeitsunfähigkeit von 100%. Zwar habe die Versicherte seit dem Unfall
während eines Jahres immer wieder Arbeitsversuche unternommen und sei von den
Ärzten mit einer Arbeitsunfähigkeit von 75% degressiv bis 0% taxiert worden, ohne
dass sich eine verwertbare Leistung ergeben hätte. Mit der damals erbrachten Leistung
wäre sie auf dem freien Arbeitsmarkt ohne Zweifel entlassen worden (S. 7). Am 4. und
10. Mai 2005 wurde die Versicherte in der Rheinburg-Klinik, Ambulatorium St. Gallen,
neuropsychologisch abgeklärt. Mit Bericht vom 2. Juni 2005 (UV-act. 103)
diagnostizierten E._, Dipl. Psych., und Dr. med. F._ ein chronisches
Schmerzsyndrom zervikothoraco-brachial linksbetont bei St. n. Kontusionstrauma im
Januar 2001 mit wahrscheinlichem HWS-Distorsionstrauma und eine mittelschwere
neuropsychologische Funktionsstörung unklarer Genese. Die Arbeitsunfähigkeit in
ihrem angestammten Beruf als Pflegefachfrau wurde mit 100% beziffert. Gestützt auf
das Gutachten von Dr. D._ und den neuropsychologischen Bericht betrachtete die
Allianz mit Schreiben vom 20. Juli 2005 (UV-act. 107) die natürliche Kausalität zwischen
der vorhandenen Symptomatik und dem Unfall vom 5. Januar 2001 als gegeben und
anerkannte die Leistungspflicht nach UVG. Am 29. Juni 2006 fand eine erneute
Begutachtung durch Dr. D._ statt. Mit Gutachten vom 11. Juli 2007 (UV-act. 135)
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diagnostizierte er eine Cervikobrachialgie links nach HWS-Distorsion und als
Folgezustand der schmerzbedingten Schonung ein erhebliches
Dekonditionierungssyndrom. Die natürliche Kausalität zwischen der aktuell geltend
gemachten Gesundheitsschädigung und dem Unfall vom 5. Januar 2001 betrachtete
Dr. D._ immer noch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als gegeben. Aus
orthopädischer Sicht sei zudem der Endzustand erreicht. Durch eine weitere
medizinische Behandlung könne höchstens der gegenwärtige Zustand stabilisiert und
allenfalls in geringem Ausmass die Lebensqualität verbessert werden. Zudem bestehe
sowohl in der angestammten Tätigkeit als Heimleiterin als auch in einer
Ausweichtätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
A.c Nach Einräumen des rechtlichen Gehörs (UV-act. 140) und Stellungnahme der
Versicherten (UV-act. 154) stellte die Allianz mit Verfügung vom 3. April 2007 (UV-
act. 157) die Versicherungsleistungen per 30. September 2006 mangels adäquater
Kausalität zwischen dem Verkehrsunfall vom 5. Januar 2001 und den gegenwärtig
noch geltend gemachten Beschwerden ein. Weiter wurde das der Versicherten noch
zustehende Taggeld auf Fr. 2'621.-- (Restguthaben) festgesetzt.
B.
B.a Am 4. Mai 2007 erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur.
Christof Brack, Luzern, Einsprache gegen die Verfügung vom 3. April 2007 (UV-
act. 160). Während des Einspracheverfahrens wurde die Versicherte im Auftrag der IV
von Prof. Dr. med. G._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und von Dr. med.
H._, Facharzt FMH für Rheumatologie, begutachtet. Mit Gutachten vom 26. Juni
2007 (IV-act. 4 – 37.1 ff.) diagnostizierten die Ärzte ein Thorakovertebralsyndrom mit
Tendenz zu panvertebraler Ausweitung und eine massive Dekonditionierung, ferner
radiologisch (CT-mässig) nachweisbare Costotransversalarthrosen primär TH10
rechtsbetont, geringer auch TH7-9 (IV-act. 4 – 147/203). Die Gutachter führen aus,
dass die Costotransversalarthrosen gemäss der medizinischen Aufzeichnungen weder
2002 noch 2004 radiologisch nachweisbar waren. Die Genese dieser Pathologie müsse
offen bleiben. Eine traumatische Genese sei möglich, aufgrund der Aufzeichnungen
aber nicht überwiegend wahrscheinlich (IV-act. 4 – 149/203).
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B.b Mit Einsprache-Entscheid vom 13. Mai 2008 wies die Allianz die Einsprache mit
der (neuen) Begründung ab, dass ihre Leistungspflicht bereits ab dem 5. Juni 2001
mangels adäquater Kausalität zu verneinen sei. Daher hätten für die unter dem Titel
Rückfall geltend gemachten Beschwerden keine weiteren vorübergehenden Leistungen
erbracht werden müssen. Ohne eine Rückforderung geltend zu machen, bestätigte sie
die in der angefochtenen Verfügung vorgenommene Leistungseinstellung per
30. September 2006 (UV-act. 186).
C.
C.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die am 13. Juni 2008 erhobene Beschwerde.
Die Beschwerdeführerin beantragt darin: Die Verfügung vom 3. April 2007 und der
Einsprache-Entscheid vom 13. Mai 2008 seien aufzuheben und es seien ihr die
gesetzlichen Leistungen auszurichten; es sei ihr insbesondere eine volle UVG-Rente
auf der Basis eines Jahreslohns von Fr. 61'272.-- auszurichten; für die Zeit vom 13.
März 2002 bis zur Zusprechung der Rente sei ihr ein Taggeld auf der Basis eines
Jahreslohns von Fr. 61'272.-- auszurichten und im Sinn der gutachterlichen
Feststellungen vom 11. Juli 2006 eine Integritätsentschädigung von mindestens 45%
zu leisten; eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und die Sache zu weiteren
Sachverhaltsabklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen; das Verfahren sei mit dem
Verfahren IV 2008/135 zu vereinigen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu
Lasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1).
C.b Mit Schreiben vom 18. Juni 2008 (act. G 2) teilte der Präsident des
Versicherungsgerichts der Beschwerdeführerin mit, dass eine Vereinigung der
Verfahren vor Versicherungsgericht nicht möglich sei. Die Akten des Verfahrens IV
2008/135 wurden jedoch beigezogen und der Beschwerdegegnerin zur Einsicht
zugestellt (act. G 6 und act. G 8).
C.c Mit Beschwerdeantwort vom 1. September 2008 (act. G 13) beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.
Mit Replik vom 24. Dezember 2008 (act. G 23) hält die Beschwerdeführerin an den
Anträgen gemäss Beschwerde fest. Mit Duplik vom 26. Januar 2009 (act. G 28) hält die
Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest.
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Erwägungen:
1.
Im Einsprache-Entscheid vom 13. Mai 2008 verneinte die Beschwerdegegnerin, dass
die nach dem 5. Juni 2001 geltend gemachten Beschwerden unfalladäquat seien. Auf
eine Rückforderung der bis 30. September 2006 ausbezahlten Geldleistungen
verzichtete sie indessen (UV-act. 186). Zu prüfen ist damit die Frage, ob diese
Leistungseinstellung zu Recht erfolgt ist. Mit Verfügung vom 3. April 2007 hat die
Beschwerdegegnerin auch über das der der Beschwerdeführerin bis zum 30.
September 2007 noch zustehende Taggeld abgerechnet. Da die Beschwerdeführerin
mit der Höhe des Taggeldes nicht einverstanden ist, bildet die Taggeldberechnung bis
zum Einstellungszeitpunkt ebenfalls Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens. Da
die Beschwerdeführerin weder in der Verfügung vom 3. April 2007 noch im Einsprache-
Entscheid vom 13. Mai 2008 den Anspruch auf eine Invalidenrente oder eine
Integritätsentschädigung materiell geprüft hat, stellen diese Rechtsverhältnisse
hingegen nicht Streitgegenstand dar. Deshalb ist auf die entsprechenden Anträge nicht
einzutreten.
2.
2.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss Bundesgesetz über die
Unfallversicherung (UVG, SR 832.20) setzt zunächst voraus, dass zwischen dem
Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein
natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Bei Rückfällen und Spätfolgen erbringt die
Unfallversicherung gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV;
SR 832.202) ebenfalls Versicherungsleistungen. Diese Ereignisse werden gleich
beurteilt wie der versicherte Grundfall. Bei einem Rückfall handelt es sich um das
Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Unfallfolge, so dass es zur erneuten
ärztlichen Behandlung, möglicherweise sogar zu einer (zusätzlichen) Arbeitsunfähigkeit
kommt (BGE 118 V 296 E. 2c).
2.2 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung
ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die
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Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der diesen Instanzen
obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden haben. Die blosse
Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt dabei für die Begründung eines
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1; BGE 119 V 335 E. 1; BGE 118 V 286
E. 1b, je mit Hinweisen). Weiter ist das Vorhandensein des adäquaten
Kausalzusammenhangs zu prüfen. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als
adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von
der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das
Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2; BGE 125 V 456 E.
5a mit Hinweisen). Während es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen
Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 110 E. 3a).
2.3 Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von
nachweisbaren strukturellen Veränderungen (organisches Substrat konnte mit Bild
gebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG]
nachgewiesen werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus
dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers
praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne Weiteres zu
bejahen (BGE 134 V 109 E. 2.1; BGE 127 V 102 E. 5b/bb, mit Hinweisen). Sind
dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung
der natürlichen Kausalität nicht automatisch auch die Bejahung der adäquaten
Kausalität, können doch gerade klinische Befunde erfahrungsgemäss auch psychisch
ausgelöst werden. In diesen Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung
durchzuführen, bei der wie folgt zu differenzieren ist: Es ist zunächst abzuklären, ob die
versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall,
gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben
die Abklärungen dagegen, dass die versicherte Person eine Schleudertraumaverletzung
erlitten hat, muss geprüft werden, ob die zum typischen Bild einer solchen Verletzung
gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen
Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die
Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 133 E. 6c/aa für Unfälle mit
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psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze massgebend, andernfalls erfolgt die
Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 E. 6a festgelegten bzw. den
mit BGE 134 V 109 E. 10.3 modifizierten Kriterien (BGE 127 V 102 E. 5b/bb). Die
Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang bei
Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus dem
Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die ebenfalls
auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV
2000 Nr. U 397 S. 328 E. 3b). Zu präzisieren bleibt, dass die zu den Verletzungen nach
klassischem Schleudertrauma entwickelte Rechtsprechung zum natürlichen und
adäquaten Kausalzusammenhang (BGE 119 V 335, 117 V 359) auch auf analoge
Verletzungen wie Distorsionen der HWS sowie Schädel-Hirntraumen anwendbar ist,
wenn und soweit sich deren Folgen mit jenen eines Schleudertraumas vergleichen
lassen (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar
2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 17. August 2004, U
243/03; RKUV 2000 Nr. U 395 S. 317, E. 3; BGE 117 V 369).
3.
Aus den Akten geht hervor, dass die von der Beschwerdeführerin ab dem 13. März
2002 geklagten Beschwerden nicht mit klar ausgewiesenen unfallkausalen organischen
Befunden im Sinn nachweisbarer unfallkausaler struktureller Veränderungen erklärbar
sind. Die nach dem Unfall am Kantonalen Spital Uznach angefertigten
Röntgenaufnahmen vom 5. Januar 2001 zeigten keine posttraumatische ossäre
Läsionen (UV-act. 7). Das CT der Halswirbelsäule vom 9. Januar 2001 zeigte eine
Schonhaltung und eine ungleichmässige Weichteilverdichtung der tiefen
Nackenmuskulatur, jedoch keine posttraumatischen ossären Veränderungen der
intakten HWS C1 bis C7. Ferner zeigten sich keine Muskelhämatome, subfaszialen
Hämatome oder paravertebralen Hämatome (UV-act. 7). Das CT des Thorax vom 9.
Januar 2001 zeigte eine ödematöse Strukturverdichtung der Thoraxwand links lateral
im Bereich des Muskulus seratus anterior und Oblikus externus, im Übrigen jedoch
keine auffälligen Befunde (UV-act. 8). Ein im medizinischen Zentrum Bad Ragaz
durchgeführtes MRI HWS/BWS vom 20. März 2002 zeigte eine diskreteste
Keilwirbelbildung einzelner HWK und vor allem der BWK, jedoch keine aktive
Knochenmarkspathologie, im Bereich des zervikothorakalen Übergangs keine
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Nervenwurzelkompression und keine paravertebrale Pathologie (UV-act. 35). In seinem
Gutachten vom 2. November 2004 (UV-act. 90) führt Dr. D._, der die
Beschwerdeführerin am 26. Oktober 2004 in seiner Praxis untersucht hatte, zur Frage,
ob die Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit einem objektivierbaren
organischen Substrat, einem organisch objektivierbaren Funktionsausfall oder einer
anderen organisch nachweisbaren Störung zugeordnet werden können, wörtlich aus:
"Radiologisch und kernspintomographisch kann kein organisches Substrat objektiviert
werden. In den Funktionsaufnahmen der HWS finden wir jedoch als organisch
nachweisbaren Funktionsausfall ebenso in der klinischen Untersuchung eine Störung
des Bewegungsablaufs, dem die Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
zugeordnet werden können". Dieser Funktionsausfall, der sich in einer
Bewegungseinschränkung der Halswirbelsäule vor allem in der Flexion äussere, lasse
sich mit der traumatisch verursachten Muskelschädigung und Störung der
Bewegungskoordination erklären. Die subjektiven Beschwerden könnten zumindest
was Nackenbeschwerden, Auftreten von Schwindel, Verlangsamung und
Konzentrationsstörungen anbelange, durch die klinische Untersuchung objektiviert
werden (S. 5). Diesen Ausführungen ist indessen entgegenzuhalten, dass
Bewegungseinschränkungen der HWS nach höchstrichterlicher Rechtsprechung kein
klar fassbares organisches Substrat darstellen (vgl. Urteil des EVG vom 3. August
2005, U 9/05, E. 4; Urteil des Bundesgerichts vom 25. Juli 2007, U 328/06, E. 5.2). Im
Bereich der Brustwirbelsäule wurden im Gutachten der Schulthess-Klinik vom 26. Juli
2007 radiologisch nachweisbare Costotransversalarthrosen primär Th10 rechtsbetont,
geringer auch Th7-9 festgestellt (IV-act. 4 – 147/203). Eine traumatische Genese dieser
Beschwerden wird als möglich, aber nicht als überwiegend wahrscheinlich eingestuft
(IV-act. 4 – 149/203). Aus den vorangehenden Ausführungen ergibt sich somit, dass
kein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfallkausales organisches Substrat im
Sinn der genannten Rechtsprechung besteht, das die gesundheitlichen Leiden der
Beschwerdeführerin erklären könnte.
4.
4.1 Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist bekannt, dass bei
Schleudertraumaverletzungen sowie äquivalenten Verletzungen auch ohne
nachweisbare pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall
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funktionelle Ausfälle verschiedener Art auftreten können. Der Umstand, dass die für ein
Schleudertrauma, eine Distorsion der HWS oder ein Schädel-Hirntrauma typischen
Beschwerden nicht mit entsprechenden Untersuchungsmethoden (Röntgen,
Computertomogramm, EEG) objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, die
diesbezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen (BGE 117 V 363 E. 5d/aa). Ist ein
Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung diagnostiziert
und liegt – wie dies konkret der Fall ist – kein fassbarer pathologischer (unfallbedingter)
Befund an der HWS vor, muss für die Bejahung der natürlichen Unfallkausalität ein für
diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie
diffusen Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen,
Übelkeit, rasche Affektlabilität, Depressionen, Wesensveränderungen usw. vorliegen
(BGE 117 V 360 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 379 E. 3e). Nach der Rechtsprechung des
Bundesgerichts (Urteile vom 30. Januar 2007, U 215/05 und vom 15. März 2007,
U 258/06) muss bei einer HWS-Verletzung das typische Beschwerdebild mit einer
Häufung von Beschwerden nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24
bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in
diesem Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS – bei einem
Schädel-Hirntrauma in Form von Kopfschmerzen – manifestieren. Die anderen im
Rahmen eines Schleudertraumas oder einer äquivalenten Verletzung typischerweise
auftretenden Beschwerden müssen sich jedoch immerhin in einem Zeitraum
manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein eines natürlichen
Kausalzusammenhangs auszugehen.
4.2 Die Beschwerdeführerin gab anlässlich einer polizeilichen Befragung vom 19.
Januar 2001 zu Protokoll: "Bevor es mit dem herannahenden Personenwagen zu einer
Kollision kam, machte ich einen Sprung in die Luft. Ich stützte mich dann mit beiden
Händen auf der Motorhaube ab. Dann wurde ich nach hinten geschleudert und schlug
mit dem Gesäss/Rücken und dem Hinterkopf auf dem Asphalt auf. Ich kam dann halb
auf dem Trottoir halb auf der Fahrbahn zu liegen" (UV-act. 15). Aufgrund des von der
Beschwerdeführerin glaubhaft geschilderten Unfallmechanismus, der auch von
anderen Zeugen bestätigt wird, erscheinen die vom Kantonales Spital Uznach
gestellten Diagnosen einer Commotio cerebri und eines HWS-Distorsionstraumas (UV-
act. 9 und 11) nachvollziehbar. Die Diagnose einer Commotio cerebri wurde von Prof.
Dr. G._ und Dr. H._ mit Gutachten vom 26. Juli 2007 zwar wieder in Frage gestellt,
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weil nach dem Unfall keine Bewusstseinsstörung und keine posttraumatische Amnesie
bestanden habe und keine Symptome einer Commotio cerebri in der initialen
Dokumentation zu finden seien (IV-act. 4 – 148/203). Angesichts dessen, dass die von
Prof. Dr. G._ und Dr. H._ geäusserten Zweifel einen mehr als sechs Jahre
zurückliegenden Zustand beschlagen und sie die schlüssigen echtzeitlichen
medizinischen Feststellungen des Kantonalen Spitals Uznach nicht zu erschüttern
vermögen, ist auf die echtzeitlich erhobenen Diagnosen abzustellen. Aus dem
Austrittsbericht des Kantonalen Spitals Uznach vom 23. Januar 2001 (UV-act. 11)
ergibt sich ferner, dass die Beschwerdeführerin Schmerzen im Bereich von Nacken,
Hinterkopf und Unterschenkel links angab. Somit sind unmittelbar nach dem Unfall
Nacken- und Kopfschmerzen dokumentiert. Die Beschwerdegegnerin anerkennt denn
auch im angefochtenen Einsprache-Entscheid gestützt auf die medizinische Aktenlage
ausdrücklich, dass nebst diesen Schmerzen auch Schwindel, Übelkeit, Störungen der
Konzentration, Vergesslichkeit, Verlangsamung, Ermüdbarkeit sowie eine Sehstörung,
mithin das typisch bunte Beschwerdebild nach einem HWS-Distorsionstrauma
vorgelegen hat (act. G UV-act. 186, S. 12).
4.3 Die Beschwerdeführerin wurde am 26. Oktober 2004 durch Dr. D._ untersucht.
Im Gutachten vom 2. November 2004 (UV-act. 90) diagnostizierte er eine
posttraumatische Zervikobrachialgie links (M48.32) mit intermittierender Radikulopathie
C7 links (S. 5). Gemäss den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin litt sie zu
diesem Zeitpunkt vor allem an starkem Schwindel, hatte erhebliche
Konzentrationsprobleme, fühlte sich stark verlangsamt und vergesslich und klagte über
Koordinationsstörungen. Zudem beklagte sie Nackenschmerzen, ausstrahlend in den
linken Arm, teilweise auch in den Kopf und den Brustkorb. Thoraxschmerzen seien in
den letzten Monaten weniger häufig aufgetreten. Zur Unfallkausalität führt Dr. D._
aus: "Die heute festzustellende Beeinträchtigung ist mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 05.01.01 zurückzuführen. Die Beschwerden sind
seit dem Unfall in Qualität durchgehend und unverändert vorhanden, lediglich das
Ausmass der Beschwerdeintensität hat seit dem Unfall geändert. Vor dem Unfall war
die Patientin beschwerdefrei und voll leistungsfähig. Im Unfallzeitpunkt wie auch heute
lassen sich keine degenerativen Veränderungen, welche ähnliche Nackenbeschwerden
verursachen könnten, nachweisen" (S. 5 f.). Die Beschwerdegegnerin legte das
Gutachten von Dr. D._ ihrem beratenden Arzt Dr. C._ vor. Dieser erklärt mit
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Stellungnahme vom 17. März 2005 (UV-act. 95): "Das Gutachten geht meines
Erachtens in Ordnung. Die Kausalität der Beschwerden im Nacken/Armbereich sehe
ich als gegeben an. Nicht beurteilen kann ich die erwähnte Verlangsamung mit
Verdacht auf Hirnfunktionsstörung." In der Folge wurde die Beschwerdeführerin in der
Rheinburg-Klinik, Ambulatorium St. Gallen, neuropsychologisch abgeklärt. Mit Bericht
vom 2. Juni 2005 (UV-act. 103) diagnostizieren E._, Dipl. Psych. und Dr. med. F._
ein chronisches Schmerzsyndrom zervikothoraco-brachial linksbetont bei Status nach
Kontusionstrauma im Januar 2001 mit wahrscheinlichem HWS-Distorsionstrauma und
eine mittelschwere neuropsychologische Funktionsstörung unklarer Genese. Aus der
Anamnese, dem Verhalten und den Testergebnissen ergäben sich Hinweise, dass die
erhobenen schwachen Testleistungen vermutlich keine hirnorganisch bedingte
Leistungsschwäche reflektierten. Als leistungsmindernde Einflussfaktoren kämen v.a.
die chronifizierte Schmerzsymptomatik, eine evtl. vorliegende depressive Störung mit
Antriebsmangel sowie eine mangelnde Anstrengungsbereitschaft in der Testsituation in
Frage. Dr. C._, dem die Beschwerdegegnerin die neuropsychologische Beurteilung
vorlegte, führt mit Stellungnahme vom 30. Juni 2005 (UV-act. 105) aus: "Es ist richtig,
dass die neuropsychologische Untersuchung keine hirnorganische Leistungsschwäche
aufzeigen konnte. Als Gründe für die gefundene Einschränkung wurden die
chronifizierte Schmerzsymptomatik, eine eventuelle depressive Störung mit
Antriebsmangel oder eine fehlende Motivation bei der Testsituation aufgeführt. Man
darf davon ausgehen, dass Frau O._ zum Zeitpunkt des Unfalls voll leistungsfähig
war und dass man keine Hinweise hatte, dass damals eine psychische Vorschädigung
vorlag. Man muss deshalb die Unfallkausalität der heute noch vorhandenen
Symptomatik als gegeben betrachten." Gestützt auf diese ärztlichen Beurteilungen hat
die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 20. Juli 2005 (UV-act. 107) die natürliche
Unfallkausalität der geklagten Beschwerden explizit anerkannt und in der Folge unter
dem Titel Taggelder/Heilungskosten eine Akontozahlung von Fr. 65'000.-- geleistet
(vgl. UV-act. 120). Die natürliche Unfallkausalität der im Jahr 2004/2005 geklagten
Beschwerden muss deshalb und mit Blick auf das typische Beschwerdebild (vgl.
vorstehende E. 4.2) bejaht werden.
4.4 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers entfällt erst, wenn das Dahinfallen
jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Weil es
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sich dabei um eine leistungsaufhebende Tatsache handelt, liegt die Beweislast nicht
bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (Urteil des EVG vom
15. Oktober 2003, U 154/03, E. 2.1; RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45). Dabei muss nicht
etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen erbracht werden. Entscheidend ist allein,
ob unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung
verloren haben, also dahingefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b). Vorliegend
ergibt sich nicht aus den Akten, dass die einmal anerkannte natürliche Kausalität
zwischen dem Unfall und den gesundheitlichen Beeinträchtigungen der
Beschwerdeführerin weggefallen wäre. Im Gegenteil geht aus dem
Ergänzungsgutachten von Dr. D._ vom 11. Juli 2006 (UV-act. 135) hervor, dass die
Beschwerden seit Oktober 2004 praktisch unverändert seien. Da somit nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist, dass ab dem Zeitpunkt der
Leistungseinstellung per 30. September 2006 keine Unfallfolgen mehr bestehen, ist
auch nach diesem Datum vom Fortbestehen eines natürlichen Kausalzusammenhangs
auszugehen. Dem entspricht, dass die Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Einsprache-Entscheid ihre Leistungen nicht mangels natürlicher, sondern lediglich
mangels adäquater Kausalität eingestellt hat (UV-act. 186).
5.
Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, dass es bereits für die ab Mai
2002 geltend gemachten gesundheitlichen Beschwerden am Erfordernis der adäquaten
Kausalität fehle (UV-act. 186, S. 18).
5.1 Nach bundesgerichtlicher Praxis (BGE 134 V 109) ist die Adäquanzprüfung bei
Schleudertraumaverletzungen im Zeitpunkt des Fallabschlusses vorzunehmen. Dem
Gesetz lässt sich nicht entnehmen, zu welchem Zeitpunkt der Unfallversicherer den Fall
abschliessen und die Heilbehandlungen und Taggelder einstellen darf. Dieser Zeitpunkt
ergibt sich jedoch aus Art. 19 Abs. 1 UVG, wonach der Rentenanspruch entsteht, wenn
von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und
allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind.
Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin.
Nach konstanter Rechtsprechung bedeutet dies, der Versicherer hat die
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Heilbehandlung und das Taggeld nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der
Heilbehandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet
werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der
vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine
Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (BGE 134 V 109
E. 4.1). Eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes des Versicherten
bestimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder
Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt. "Namhaft"
bedeutet, dass die Besserung ins Gewicht fallen muss und unbedeutende
Verbesserungen nicht genügen (BGE 134 V 109 E. 4.3).
5.2 Es ist deshalb zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin die Adäquanz bereits für
die ab Mai 2002 geltend gemachten Beschwerden zu Recht verneint hat. Entgegen der
von der Beschwerdegegnerin vertretenen Auffassung sind die Adäquanzkriterien
jedoch auf den Einstellungszeitpunkt, d.h. den 30. September 2006 hin, zu prüfen.
Wenn sie geltend macht, bei der Adäquanzprüfung sei in zeitlicher Hinsicht einzig auf
den Sachverhalt bis zum erstmaligen Fallabschluss im Sommer 2001 abzustellen, setzt
sie sich in Widerspruch zu ihrer ausdrücklichen Anerkennung der natürlichen Kausalität
der ab dem 13. März 2002 aufgetretenen Beschwerden, die zudem von verschiedenen
Ärzten bejaht wird. Die Beschwerdegegnerin argumentiert, aus ihrer Anerkennung der
natürlichen Kausalität mit Schreiben vom 20. Juli 2005 dürfe nicht automatisch auf eine
Anerkennung auch des adäquaten Kausalzusammenhangs geschlossen werden. Damit
verkennt sie die Bedeutung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur
Adäquanzprüfung bei "Schleudertrauma"-Verletzungen, wonach eine gesonderte
Adäquanzprüfung erst verlangt und auch erst möglich ist, wenn Dauerleistungen
(Rente, Integritätsentschädigung) zur Diskussion stehen. Vor diesem Zeitpunkt geht die
Bejahung der natürlichen Kausalität mit derjenigen der adäquaten Kausalität einher.
Demnach ist bis zum Zeitpunkt der per 30. September 2006 vorgenommenen
Adäquanzprüfung sowohl die natürliche wie auch die adäquate Kausalität als gegeben
zu betrachten und eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin bis zum
30. September 2006 zu bejahen.
6.
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Damit bleibt zu prüfen, ob auch für die Zeit nach dem 30. September 2006 die von der
Beschwerdeführerin geklagten Leiden adäquat unfallkausal sind, was die
Beschwerdegegnerin anhand der Vornahme einer gesonderten Prüfung verneint. Die
Beschwerdeführerin bestreitet die Notwendigkeit einer gesonderten Adäquanzprüfung,
weil bei ihr ein organisches Substrat objektiviert werden könne. Es wurde jedoch
bereits ausgeführt, dass bei der Beschwerdeführerin kein organisches Substrat im Sinn
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung diagnostiziert wurde (vorstehende E. 3).
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist eine gesonderte Prüfung der
Adäquanz deshalb nicht entbehrlich.
6.1 Dr. D._ führt in seinem Ergänzungsgutachten vom 11. Juli 2006 aus, dass aus
orthopädischer Sicht von einem Endzustand gesprochen werden könne. Durch eine
medizinische Behandlung könne höchstens der heutige Zustand stabilisiert und
allenfalls in geringem Ausmass die Lebensqualität verbessert werden (UV-act. 135,
Ziff. 6a). Da somit von einer ärztlichen Behandlung keine namhafte Verbesserung des
Gesundheitszustandes im Sinn einer erheblichen Steigerung oder Wiederherstellung
der Arbeitsfähigkeit mehr zu erwarten wäre, hat die Beschwerdegegnerin zu Recht den
Fall per 30. September 2006 abgeschlossen. Daran ändert auch die Beurteilung durch
Prof. Dr. G._ und Dr. H._ in ihrem Gutachten vom 26. April 2007 nichts, wonach es
nicht ausgeschlossen sei, dass die von ihnen empfohlene Rehabilitation auch zu einer
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit führen könnte (IV-act. 4 – 153/203). Die Gutachter
bringen durch die Aussage, eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei "nicht
ausgeschlossen" selbst zum Ausdruck, dass sie eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
als nicht sehr wahrscheinlich einstufen. Da die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
zudem namhaft sein müsste, ist der Fallabschluss per 30. September 2006 auch unter
Berücksichtigung der genannten gutachterlichen Einschätzung nicht zu beanstanden.
6.2 Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs im Rahmen einer
gesonderten Adäquanzprüfung ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die
Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung
zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit
anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist an das
Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf
– zwischen banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, schweren Unfällen anderseits und
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schliesslich dem dazwischen liegenden mittleren Bereich unterschieden wird. Während
der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne Weiteres
bejaht und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage der
Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht aufgrund des Unfallgeschehens
allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv erfassbare Umstände, die
unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte
Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Dabei müssen die
weiteren unfallbezogenen Kriterien entweder in gehäufter oder auffallender Weise oder
ein einziges Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein, damit die
Adäquanz bejaht werden kann (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.1; BGE 117 V 359 E. 6, mit
Hinweisen). Als in die Adäquanzbeurteilung einzubeziehende Kriterien nennt die
Rechtsprechung (BGE 134 V 109 E. 10.3) abschliessend: besonders dramatische
Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder
besondere Art der erlittenen Verletzungen; fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche
Behandlung; erhebliche Beschwerden; ärztliche Fehlbehandlung, welche die
Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche
Komplikationen und erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
6.3 Das Bundesgericht hat in einem neueren Urteil einen Unfall, bei dem eine
Fussgängerin von einem Auto mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h angefahren
wurde, Frakturen sowie multiple Kontusionen erlitt und anschliessend für sieben
Stunden bewusstlos war, als mittelschweren Unfall qualifiziert (Urteil des
Bundesgerichts vom 4. Mai 2007, U 228/06, E. 3.4). Ebenfalls als mittelschwer wurde
ein Unfall qualifiziert, bei dem eine Fussgängerin auf dem Fussgängerstreifen
angefahren wurde und eine Commotio cerebri, eine HWS-Distorsion und eine
Kontusion der rechten Schulter erlitt (Urteil des EVG vom 5. Oktober 2006, U 385/05,
E. 4). Vor dem Hintergrund dieser Rechtsprechung ist das vorliegende Ereignis als
mittelschwerer Unfall einzustufen.
6.4
6.4.1 Was das Kriterium der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls oder der
dramatischen Begleitumstände anbelangt, so hat die höchstrichterliche
Rechtsprechung dieses Kriterium etwa bei einem Fall verneint, in dem die Versicherte
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innerorts und in der Nähe eines Rotlichts angefahren wurde, wobei sie das Auto nicht
kommen sah (Urteil des EVG vom 5. Oktober 2006, U 385/05, E. 4). Unter
Berücksichtigung dieser Rechtsprechung ist vorliegend ebenfalls nicht von besonders
dramatischen Begleitumständen oder einer besonderen Eindrücklichkeit auszugehen.
Die Bewertung des Unfalls hat aus objektiver Sicht zu erfolgen. Die Tatsache, dass die
Beschwerdeführerin Angst hatte, ihre Mutter würde überfahren, begründet aus
objektiver Sicht keine besondere Eindrücklichkeit oder besonders dramatische
Begleitumstände, da die Mutter der Beschwerdeführerin beim Unfall nicht verletzt
wurde.
6.4.2 Der Unfall hatte auch keine schweren Verletzungen oder Verletzungen
besonderer Art zur Folge, ist mithin verhältnismässig glimpflich ausgegangen. Die
Diagnose eines Schleudertraumas oder einer schleudertraumaähnlichen Verletzung der
HWS vermag die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung für sich allein
nicht zu begründen. Es bedarf hierzu einer besonderen Schwere der für das
Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, die das
Beschwerdebild beeinflussen können, wie etwa eine besondere Körperhaltung im
Unfallzeitpunkt (BGE 134 V 109 E. 10.2.2). Auch die Tatsache, dass die
Beschwerdeführerin neben einer HWS-Distorsion zusätzlich eine Commotio cerebri
erlitten hat, vermag für sich allein das Kriterium der besonderen Schwere bzw. der
besonderen Art der erlittenen Verletzung nicht zu begründen (vgl. Urteil des EVG vom
27. April 2006, U 393/05, E. 8.2.1). Die Beschwerdeführerin bringt vor, sie habe gemäss
den medizinischen Akten ein Polytrauma erlitten (vgl. etwa UV-act. 7 f. und 23). Ein
Polytrauma wird definiert als schwere Mehrfachverletzung, d.h. gleichzeitig
entstandene Verletzung mehrerer Körperregionen oder Organsysteme, wobei
wenigstens eine Verletzung oder die Kombination mehrerer lebensbedrohlich ist (vgl.
Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 260. Auflage, 2004, Stichwort Polytrauma). Aus
den Akten ergibt sich jedoch, dass die Verletzungen der Beschwerdeführerin nicht
lebensbedrohlich waren. So ist insbesondere im Austrittsbericht des Kantonalen
Spitals Uznach vom 23. Januar 2001 (UV-act. 11) lediglich von multiplen Kontusionen
(Prellungen, Quetschungen), einem HWS-Distorsionstrauma und einer Commotio
cerebri die Rede. Der Begriff Polytrauma findet sich einzig in den Berichten der
Radiologie des Kantonale Spitals Uznach, wo unter Indikation von einem Status nach
Polytrauma mit multiplen Kontusionen die Rede ist (UV-act. 7 und 8) und wird in der
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Folge von Dr. B._ unbesehen übernommen. Auch aus dem Polizeirapport (UV-
act. 15) ergibt sich, dass das Kantonale Spital Uznach nach Rücksprache der Polizei
mitteilte, dass die Verletzungen der Beschwerdeführerin nicht gravierend seien. Der
Begriff "Polytrauma" wurde somit offensichtlich nicht in seiner medizinisch korrekten
Bedeutung verwendet. Das Kriterium ist deshalb nicht erfüllt.
6.4.3 Zum Kriterium der fortgesetzt spezifischen belastenden ärztlichen
Behandlung ist zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin vom 5. bis zum
16. Januar 2001 stationär im Kantonalen Spital Uznach behandelt wurde. Danach
folgte ein stationärer Aufenthalt vom 16. Januar bis zum 2. Februar 2001 in Bad Ragaz.
Die Therapie in Bad Ragaz wurde in der Folge ambulant weitergeführt mit mehreren
Terminen pro Woche. Bis im Dezember 2001 besuchte die Beschwerdeführerin noch
eine medizinische Bewegungstherapie. Nach dem Rückfall im März 2002 begab sie
sich erneut in Behandlung bei Dr. B._ und wandte sich zusätzlich verschiedenen
alternativmedizinischen Behandlungsmethoden zu, deren Kosten sie selbst übernahm.
Insgesamt ist jedoch keine fortgesetzte und belastende ärztliche Behandlung
ausgewiesen. Die Beschwerdeführerin macht jedoch geltend, eine weiterführende
ärztliche Behandlung habe einzig wegen der Untätigkeit der Beschwerdegegnerin nicht
stattgefunden. Dieser Einwand ist jedoch im Rahmen des Kriteriums der ärztlichen
Fehlbehandlung zu prüfen. Das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden
ärztlichen Behandlung ist deshalb vorliegend nicht als gegeben zu betrachten.
6.4.4 Beim Kriterium der erheblichen Beschwerden beurteilt sich die
Erheblichkeit nach den glaubhaften Beschwerden und der Beeinträchtigung, welche
die verunfallte Person in ihrem Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4). Die
Beschwerdeführerin gibt unter Anderem an, ständig unter Schmerzen zu leiden, wobei
jede Belastung zu einer Schmerzvermehrung im Nacken ausstrahlend in den linken
Arm und in den Thorax nach links bis zum Brustbein führe. Zudem leide sie nach
eigenen Angaben unter Schwindel, habe Konzentrationsstörungen und Mühe mit dem
Lesen. Weiter führten die kleinsten Erschütterungen, wie sie z.B. beim Gehen in
unebenem Gelände auftreten würden, zu Schwindel (vgl. etwa UV-act. 90, 103, 135, IV-
act. 4 – 141 ff./203). Die Beschwerdeführerin hat inzwischen gelernt, mit den
Schmerzen zu leben und ihre Bewegungen und Aktivitäten so anzupassen, dass
Schwindelattacken nur noch selten auftreten. Es ist ihr ferner trotz geklagter
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unfallbedingter Beschwerden grundsätzlich möglich, gelegentlich ins Fitnesscenter zu
gehen und "Walking" auszuüben - wobei diese Tätigkeiten wegen einer unfallfremden
Kehlkopfentzündung nicht mehr ausgeübt werden (vgl. Gutachten Dr. D._ vom
11. Juli 2006, S. 2, UV-act. 135; vgl. zum zweimal wöchentlich stattfindenden
Schwimmen, UV-act. 103). Sie ist auch in der Lage, Auto zu fahren, wenn auch - nach
eigenen Angaben - nicht mehr lange Strecken (UV-act. 103). Die vorliegend zu
beurteilende Beeinträchtigung des Lebensalltags ist daher nicht als erheblich im Sinn
des Kriteriums (der erheblichen Beschwerden) zu bezeichnen.
6.4.5 Eine ärztliche Fehlbehandlung ist nicht nachgewiesen. Die
Beschwerdeführerin macht jedoch geltend, dass die Beschwerdegegnerin durch die
schleppende Bearbeitung des Falles zur Verschlechterung des Gesundheitszustandes
beigetragen habe, was nach höchstrichterlicher Rechtsprechung einer ärztlichen
Fehlbehandlung gleichzusetzen sei (vgl. Urteil des EVG vom 13. November 2006,
U 284/06, E. 3.5). Tatsächlich vergingen vom Wiederauftreten der Beschwerden im
März 2002 bis zur ersten Begutachtung durch Dr. D._ im Jahr 2004 mehr als zwei
Jahre, während derer die Beschwerdeführerin nicht ärztlich behandelt wurde. In seinem
Gutachten vom 2. November 2004 betrachtete Dr. D._ den medizinischen
Endzustand als noch nicht erreicht und empfahl neben einer neuropsychologischen
Abklärung und allfälligen Behandlung eine intermittierende Ruhigstellung des Nackens
und ein dann mögliches intensiveres isometrisches Krafttraining der Nackenmuskulatur
und oberen Rumpfmuskulatur, wodurch aus seiner Sicht eine namhafte Besserung der
Nackenbeschwerden erzielt werden könnte (UV-act. 90, S. 8). Im
neuropsychologischen Gutachten der Rheinburg-Klinik vom 2. Juni 2005 (UV-act. 103)
und in der Stellungnahme von Dr. C._ vom 20. Juni 2005 (UV-act. 105) wurde eine
stationäre interdisziplinäre Behandlung zur Verbesserung der Schmerzsymptomatik
und psychischen Stabilisierung empfohlen. Mit Schreiben vom 20. Juli 2005 schlug die
Beschwerdegegnerin eine 3-wöchige stationäre Rehabilitation in der Klinik Valens vor
(UV-act. 107). Mit Schreiben vom 25. August 2005 (UV-act. 110) und vom 12. Oktober
2005 (UV-act. 113) teilte die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin mit, sie
wäre zu einer weiteren Behandlung bzw. Rehabilitation bereit, allerdings lieber
ambulant und nicht stationär. Trotz schriftlicher Beanstandung am 6. Dezember 2005
(UV-act. 116) fand erst am 20. Januar 2006 ein Gespräch mit dem Schadeninspektor
statt, bei dem sich die Beschwerdeführerin wiederum für eine stationäre Behandlung in
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Valens nicht motiviert zeigte (UV-act. 121). Im Ergänzungsgutachten vom 11. Juli 2006
(UV-act. 135) kommt Dr. D._ zum Schluss, dass von einer Weiterführung der
Heilbehandlung keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes mehr
erwartet werden könnte (Ziff. 6a). Zur Frage, ob sich die seit längerer Zeit nicht mehr
durchgeführte medizinische Behandlung negativ auf den Grad der Arbeitsunfähigkeit
ausgewirkt hat, führt er aus, die in den letzten zwei Jahren fehlende medizinische
Behandlung habe sich nicht negativ auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt (Ziff. 7b). Aus
den Akten ergibt sich, dass es vor allem bis zur ersten Begutachtung zu erheblichen
Verzögerungen seitens der Beschwerdegegnerin kam. Andererseits hat auch die
Beschwerdeführerin ohne ersichtlichen Grund die von der Beschwerdegegnerin
vorgeschlagene stationäre Rehabilitation in Valens verweigert. Unter diesen
Umständen beruhte die Verzögerung in der Fallbearbeitung - nicht nur, aber immerhin -
in nicht unbeträchtlichen Teilen auf dem Verhalten der Beschwerdeführerin selbst,
weshalb der Vorwurf nicht begründet ist, die teilweise der Beschwerdegegnerin
anrechenbaren Verzögerungen in der Fallbearbeitung kämen einer ärztlichen
Fehlbehandlung gleich. Ohnehin, und das scheint vorliegend entscheidend, fehlt es an
klaren Anhaltspunkten dafür, dass die längere Fallbearbeitung durch die
Beschwerdegegnerin zu einer Verfestigung oder gar Verschlimmerung des
Gesundheitsschadens geführt habe.
6.4.6 Von einem schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen ist
vorliegend nicht auszugehen. Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und
der geklagten Beschwerden darf nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf
geschlossen werden. Hierzu bedarf es besonderer Gründe, welche die Heilung
beeinträchtigt haben (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 7. Februar 2008, U 590/06,
E. 4.3.2 und vom 10. Juli 2008, 8C_61/2008, E. 7.6). Die Einnahme vieler Medikamente
und die Durchführung verschiedener Therapien genügen nicht zur Bejahung dieses
Kriteriums (Urteil des EVG vom 6. März 2006, U 219/05, E. 6.4.2 mit Hinweisen).
Gleiches gilt für den Umstand, dass trotz regelmässiger Therapien weder eine
Beschwerdefreiheit noch eine Arbeitsfähigkeit erreicht werden konnte (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 7. November 2007, U 503/06, E. 7.6.). Besondere Gründe, welche
die Heilung beeinträchtigt haben, sind vorliegend nicht gegeben. Eine erhebliche
Erschwerung der Behandlung kann insbesondere nicht im Umstand erblickt werden,
dass die Beschwerdeführerin auf verschiedene Analgesiemittel allergisch ist, zumal
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trotzdem eine entsprechende medikamentöse Behandlung nicht ausgeschlossen war
und aus den Akten keine - zumindest keine erheblichen - allergischen Reaktionen
hervorgehen. Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, dass sich ihre Beschwerden
längst chronifiziert hätten (act. G 1, Ziff. 53, S. 57, unten). Eine Chronifizierung von
Beschwerden genügt rechtsprechungsgemäss (Urteil des Bundesgerichts vom 1. Mai
2009, 8C_29/2009, E. 4.2 mit Hinweisen) jedoch nicht zur Bejahung des Kriteriums.
Nach dem Gesagten sind sowohl das Vorliegen eines schwierigen Heilungsverlaufs als
auch das Vorliegen von erheblichen Komplikationen zu verneinen.
6.4.7 Das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener
Anstrengungen setzt voraus, dass die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen
unternimmt, die Arbeitsunfähigkeit zu überwinden. Darin liegt der Anreiz für die
versicherte Person, alles daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig zu
werden. Gelingt es ihr trotz solcher Anstrengungen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung
des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Willen erkennbar sein, sich durch aktive
Mitwirkung raschmöglichst wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche
Anstrengungen der versicherten Person können sich insbesondere in ernsthaften
Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei
ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen von Therapiemassnahmen zu
berücksichtigen. Sodann können Bemühungen um alternative, der gesundheitlichen
Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in
der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in erheblichem Masse
arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium
erfüllen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7 mit Hinweisen). Nach dem Unfall vom 5. Januar 2001
bestand bis zum 4. März 2001 eine Arbeitsunfähigkeit von 100%, vom 5. März bis zum
20. März 2001 eine Arbeitsunfähigkeit von 75% und vom 21. März bis zum 10. Juni
2001 eine Arbeitsunfähigkeit von 50% (UV-act. 23). Ab dem 10. Juni 2001 bestand
wieder eine Arbeitsfähigkeit von 100% (UV-act. 25). Nach dem Rückfall vom 13. März
2002 bestand gemäss Dr. B._ bis zum 7. April 2002 eine Arbeitsunfähigkeit von
100% und ab dem 8. April 2002 von 50% (UV-act. 35). Nach dem Rückfall sind in den
Akten keine ernsthaften Arbeitsversuche mehr belegt. Während aus Sicht von Dr. D._
seit dem Unfall eine Arbeitsunfähigkeit von 100% angenommen werden müsste und
dies sowohl in der angepassten als auch in einer Ausweichtätigkeit (UV-act. 90, S. 6 f.),
kommen Dr. G._ und Dr. H._ zum Schluss, in einer angepassten, körperlich nicht
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belastenden Tätigkeit bestünde eine volle Arbeitsfähigkeit (IV-act. 4 – 150 ff./203). Das
Gutachten G._/H._ wurde nach dem Fallabschluss erstellt. Seit dem Rückfall vom
13. März 2002 bis zum Fallabschluss am 30. September 2006 wird demgegenüber von
allen Ärzten eine zumindest teilweise Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Die
Beschwerdegegnerin hat auch vom 8. April 2002 bis zum Einstellungszeitpunkt am
30. September 2006 für die Taggeldberechnung durchgehend eine Arbeitsunfähigkeit
von 50% akzeptiert (UV-act. 11, S. 4). Es fragt sich lediglich, ob die
Beschwerdeführerin auch in diesem Zeitraum die nötigen Anstrengungen zur
Überwindung der Arbeitsunfähigkeit unternommen hat, zumal bei einer
längerdauernden Arbeitsunfähigkeit auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen
Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt werden muss (vgl. Art. 6 ATSG). Die im
Rahmen des Kriteriums geforderten erheblichen Anstrengungen sind vorliegend nicht
erfüllt. Zwar verweist die Beschwerdeführerin auf eine abschlägige Antwort einer
potenziellen Arbeitgeberin vom 29. Dezember 2003 (act. G 1/116; vgl. act. G 1 Ziff. 56,
S. 60) auf einen von ihr vorgenommenen Bewerbungsversuch. Indessen fehlt es an
weiteren Nachweisen für Arbeitsbemühungen, vor allem für die Zeit nach dem 13. März
2002. Die Beschwerdeführerin benennt denn in ihrer Darstellung (act. G 1, Ziff. 52,
S. 60 mit Verweis auf Ziff. 9 bis 13) nebst einem gescheiterten Versuch, stundenweise
Kleinkinder zu betreuen (act. G 1, Ziff. 13, S. 17), auch keine weiteren konkreten,
ernsthaften Arbeitsbemühungen. Vor dem Hintergrund nicht ausgewiesener ernsthafter
Bemühungen für die Aufnahme einer angepassten Tätigkeit ist das Kriterium der
erheblichen Arbeitsunfähigkeit - wenn überhaupt - höchstens in nicht sehr
ausgeprägter Weise erfüllt.
6.4.8 Zusammenfassend ist bei einem als mittelschwer zu qualifizierenden Unfall
ereignis höchstens ein Adäquanzkriterium (Arbeitsunfähigkeit) erfüllt, jedoch nicht in
ausgeprägter Weise. Das Vorliegen eines adäquaten Kausalzusammenhangs muss
deshalb ab dem 30. September 2006 (Zeitpunkt der gesonderten Adäquanzprüfung;
vgl. vorstehende E. 5.2) verneint werden. Die Leistungseinstellung auf dieses Datum hin
ist demnach nicht zu beanstanden.
7.
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Aus den vorangehenden Erwägungen ergibt sich, dass der adäquate
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 5. Januar 2001 und den
gesundheitlichen Beschwerden der Beschwerdeführerin (erst) ab dem 30. September
2006 zu verneinen ist und ab diesem Zeitpunkt keine Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin mehr besteht.
8.
8.1 Der Anwalt der Beschwerdeführerin rügt weiter die Berechnung der bis zum
30. September 2006 geschuldeten Taggeldleistungen. Die Beschwerdegegnerin hat
gestützt auf eine Arbeitsunfähigkeit von 100% für die Periode vom 13. März 2002 bis
zum 7. April 2002 ein Taggeld in der Höhe von Fr. 65.23 und gestützt auf eine
Arbeitsunfähigkeit von 50% für den Zeitraum vom 8. April 2002 bis zum 30. September
2006 ein Taggeld von Fr. 32.62 ausgerichtet. Sie ist dabei vom in der Rückfallmeldung
vom 27. Mai 2002 (UV-act. 34) angegebenen versicherten monatlichen Verdienst von
Fr. 2'480.-- ausgegangen. Sie stützte sich bei der Festsetzung der Taggelder auf die
Einschätzung von Dr. B._. Nach Abzug einer Akontozahlung von Fr. 65'000.-- ergab
sich ein Guthaben zu Gunsten der Beschwerdeführerin von Fr. 2'621.--. Die
Berechnung der Taggelder ist nach den massgeblichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3
und Anhang 2 UVV) nicht zu beanstanden. Die Beschwerdeführerin macht jedoch
geltend, gestützt auf das Gutachten von Dr. D._ sei ab dem 13. März 2002 bzw.
spätestens ab dem 26. April 2004 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% ausgewiesen und
deshalb ein volles Taggeld auszurichten. Zudem sei sie als im Betrieb mitarbeitendes
Familienmitglied im Sinne von Art. 22 Abs. 2 lit. c UVV zu qualifizieren, so dass als
versicherter Verdienst der berufs- und ortsübliche Lohn von Fr. 61'272.--
heranzuziehen sei (act. G 1, Ziff. 64). Selbst wenn sie nicht als mitarbeitendes
Familienmitglied zu qualifizieren wäre, ergäbe sich auch aufgrund von Art. 23 Abs. 7
UVV ein höherer versicherter Verdienst (act. G 1, Ziff. 66). Die Beschwerdegegnerin
stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, die strittige Frage nach der Höhe des
versicherten Verdienstes ab Mai 2002 müsse nicht beantwortet werden. Mangels
Adäquanz hätten unter dem Titel Rückfall ohnehin keine Leistungen erbracht werden
müssen. Gemäss BGE 130 V 380 könne der Unfallversicherer die durch
Heilbehandlung und Taggeld anerkannte Leistungspflicht ex nunc et pro futuro ohne
Berufung auf den Rückkommenstitel der Wiedererwägung oder der prozessualen
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Revision einstellen mit der Begründung, bei richtiger Betrachtungsweise liege gar kein
versichertes Ereignis vor. Aus den zu Unrecht erbrachten Taggeldleistungen könne die
Beschwerdeführerin deshalb nichts zu ihren Gunsten ableiten (UV-act. 186, S. 18).
8.2 Aus den vorangehenden Darlegungen (vgl. zusammenfassend E. 7) ergibt sich,
dass die natürliche und adäquate Kausalität zwischen dem Unfall und den seit der
Rückfallmeldung im Frühjahr aufgetretenen Beschwerden bis zum 30. September 2006
gegeben ist und die vorgenommenen Taggeldzahlungen rechtmässig sind. Die
Argumentation der Beschwerdegegnerin, die unter dem Titel Rückfall erbrachten
Leistungen seien zu Unrecht erfolgt, ist deshalb nicht haltbar. Entgegen dem
Standpunkt der Beschwerdegegnerin, ist die Taggeldberechnung bis zum
30. September 2006 deshalb zu überprüfen. Rechtskräftig sind allerdings die im Jahr
2001 abgerechneten Taggelder. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist es im
Bereiche der obligatorischen Unfallversicherung zulässig, die Kosten für
Heilbehandlungen zu übernehmen und Taggelder auszurichten, ohne eine formelle
Verfügung zu erlassen (sogenanntes De-facto-System; BGE 132 V 412 E. 2.1). Die
betroffene Person kann jedoch den Erlass einer Verfügung verlangen (vgl. Art. 51
Abs. 2 ATSG). Diese Rechtslage galt bereits vor dem Inkrafttreten des ATSG am
1. Januar 2003 (vgl. BGE 132 V 412 E. 2.1). Auch formlose Entscheide erwachsen nach
spätestens einem Jahr in Rechtskraft (vgl. BGE 134 V 145). Die für den Grundfall im
Jahr 2001 abgerechneten Taggelder können deshalb nicht mehr angefochten werden.
Für die für den Rückfall abgerechneten Taggelder wurde bereits im Jahr 2006 eine
Akontozahlung von Fr. 65'000.-- geleistet (UV-act. 120). Da die definitive Abrechnung
jedoch erst mit Verfügung vom 7. April 2007 erfolgte, sind die Taggelder für den
Rückfall für die Dauer vom 13. März 2002 bis 30. September 2006 anfechtbar und im
Nachfolgenden zu überprüfen.
8.3 Die Versicherte führte zusammen mit ihrem Ehemann seit Dezember 2000 das
Alters- und Pflegeheim A._ als Heimleiterehepaar. Sie hat dabei in den Jahren 1999
und 2000 für ein Pensum von 25 Wochenstunden lediglich einen Monatslohn von
Fr. 2'050.-- bezogen (Jahreslohn Fr. 24'600.--) und ab dem Jahr 2001 monatlich
Fr. 2'100.-- (Jahreslohn Fr. 25'600.--). Dazu kamen noch Kinderzulagen von monatlich
Fr. 380.-- (vgl. act. G 1.1/48 aus Verfahren IV/2008/135; UV-act. 10, 34 und 170). Die
Beschwerdeführerin bringt vor, sie habe in der Startphase des Betriebes einen
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aussergewöhnlich tiefen Lohn bezogen, um die Fixkosten des neu eröffneten Betriebes
nicht unnötig zu strapazieren. Zudem habe sie tatsächlich erheblich mehr als
25 Stunden gearbeitet. In Anwendung von Art. 22 Abs. 2 lit. c UVV sei deshalb von
einem berufs- und ortsüblichen Lohn auszugehen. An ihrer letzten Stelle im Alters- und
Pflegeheim I._ (Anstellung vom August 1997 bis April 1999), hatte sie bei einem
Beschäftigungsgrad von 50% (bei 20,5 Wochenstunden, wobei die Arbeitszeit in den
Akten nicht belegt ist) einen Jahreslohn von Fr. 50'243.05 verdient (vgl. act.
G 1.1/47-50 aus Verfahren IV/2008/135). Umgerechnet auf 25 Wochenstunden sei
deshalb von einem jährlichen Bruttosalär von Fr. 61'272.-- als versicherter Verdienst
auszugehen (act. G 1, Ziff. 64).
8.4 Zweck von Art. 22 Abs. 2 lit. c UVV "ist es, Familienmitglieder und andere mit
einem Betrieb verwandtschaftlich oder persönlich eng verbundene und darin
arbeitende Personen nach einem versicherten Unfall nicht entgelten zu lassen, dass sie
mit Rücksicht auf ihre persönlichen und verwandtschaftlichen Bindungen keine
arbeitsmarktkonforme Entlöhnung erzielten oder erzielen konnten. Zwecks Vermeidung
einer Benachteiligung dieser Personen sollen deshalb die ihnen zustehenden Renten
(und Taggelder) auf Grundlage einer berufs- und ortsüblichen Entlöhnung ihrer
Mitarbeit im Betrieb und nicht des effektiv bezogenen, AHV-rechtlich massgebenden
Lohnes berechnet werden." (RKUV 2001 Nr. U 420, S. 105; SVR-UV 2007 Nr. 39
E. 3.2.3). Art. 22 Abs. 2 lit. c UVV findet vorliegend Anwendung. Das Alters- und
Pflegeheim A._ wurde von ihrem Ehemann als Einzelfirma geführt. Die
Beschwerdeführerin ist deshalb zweifellos als mitarbeitendes Familienmitglied im Sinne
von Art. 22 Abs. 2 lit. c UVV zu qualifizieren, weshalb für die Taggeldberechnung
mindestens vom orts- und branchenüblichen Lohn auszugehen ist, falls der tatsächlich
bezogene Lohn geringer ist. Als orts- und branchenüblicher Lohn gilt nach
höchstrichterlicher Rechtsprechung ein arbeitsmarktlicher Durchschnittslohn, wie er
von einem anderen Arbeitgeber für dieselbe Leistung nach rein ökonomischen
Gesichtspunkten bezahlt worden wäre (SVR-UV 2007 Nr. 39 E. 3.2.1). Dieser ist auf
möglichst einfache Weise ohne die Mitwirkung der versicherten Person und/oder ihres
Arbeitgebers anhand von Tabellenlöhnen oder Auskünften von ortsnahen Firmen, die
eine vergleichbare Stelle anbieten, zu ermitteln (RKUV 2002 Nr. U 450, S. 59; SVR-UV
2007 Nr. 39 E. 3.2.1).
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8.5 Der von der Beschwerdeführerin vor dem Unfall und vor dem Rückfall bezogene
Lohn von Fr. 2'100.-- (exklusive Kinderzulagen) ist klar als deutlich
unterdurchschnittlich und deshalb nicht als orts- und berufsüblich zu qualifizieren. Dies
zeigt sich, wenn man den Lohn der Beschwerdeführerin mit Daten der
Lohnstrukturerhebung 2002 vergleicht. Danach betrug der monatliche Bruttolohn bei
Frauen im Bereich "Gesundheits- und Sozialwesen" für ein Vollzeitäquivalent von
40 1/3 Wochen à 40 Arbeitsstunden für das Anforderungsniveau 1 + 2 Fr. 6'114.-- und
für das Anforderungsniveau 3 Fr. 5'282.-- (LSE 2002, TA1, Position 85). Stuft man die
Beschwerdeführerin in das Anforderungsniveau 3 ein, ergibt sich umgerechnet auf ein
25 Stunden-Pensum immer noch ein monatliches Einkommen von gerundet
Fr. 3'301.--, was deutlich über dem von der Beschwerdeführerin erzielten Einkommen
liegt. Für die Bestimmung des gemäss Art. 22 Abs. 2 lit. c UVV für die
Taggeldberechnung massgeblichen versicherten Verdienstes darf jedoch nicht einfach
auf das von der Beschwerdeführerin bei ihrer letzten Festanstellung erzielte
Einkommen abgestellt werden. Vielmehr ist gemäss vorab zitierter Rechtsprechung von
einem hypothetischen Durchschnittseinkommen auszugehen. Dabei kann nicht einfach
auf die nationalen Durchschnittswerte der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung
(LSE) abgestellt werden, da diese keine spezifischen Angaben zu einzelnen Berufen
enthält (vgl. in verwandtem Kontext RKUV 2003 Nr. U471 S. 36 f.). Aus den Akten
ergibt sich, dass sich die Beschwerdegegnerin während des laufenden
Einspracheverfahrens bereits einmal mit dem früheren Arbeitgeber (Alters- und
Pflegeheim I._) in Verbindung gesetzt hat zwecks Ermittlung eines ortsüblichen
hypothetischen Gehalts (UV-act. 184). Der Personalverantwortliche des Altersheims
I._ habe jedoch keine Akten zum Anstellungsverhältnis der Beschwerdeführerin mehr
finden können (UV-act. 185). Anstatt die angefangenen Abklärungen weiter zu führen,
hat sich die Beschwerdegegnerin im Einsprache-Entscheid vom 13. Mai 2008 auf den
unzutreffenden Standpunkt gestellt, eine Prüfung der strittigen Frage nach der Höhe
des versicherten Verdienstes erübrige sich (vgl. UV-act. 186, S. 18). Die Sache ist
deshalb an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen zur Festlegung eines orts- und
branchenüblichen Lohns für eine Heimleiterin in einem Alters- und Pflegeheim.
Entsprechend der Einschätzung der Dres. G._ und H._, die in ihrem Gutachten zum
Schluss kamen, dass sich der Grad der Arbeitsunfähigkeit seit 15. März 2002 nicht
verändert habe (IV-act. 4 - 37.23), ist zur Bestimmung der Taggeldhöhe für die Zeit der
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strittigen Taggeldleistungen - 13. März 2002 bis 30. September 2006 - nach Ermittlung
des zu berücksichtigenden versicherten Verdienstes von der von Dr. B._ schlüssig
begründeten 50%igen Arbeitsunfähigkeit (vgl. UV-act. 35 und 51) auszugehen. Auf die
von Dr. D._ geschätzte - nach seiner Auffassung ab dem 5. Januar 2001
ununterbrochen bestehende - 100%ige Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 135) ist nicht
abzustellen, da sie mit der übrigen medizinischen Aktenlage (vgl. IV-act. 4 - 37.23; UV-
act. 35 und 51), insbesondere der zwischenzeitlich von Dr. B._ ab 11. Juni 2001
bescheinigten 100%igen Arbeitsfähigkeit (UV-act. 25), sowie der ab 11. Juni 2001
begonnenen - zwischenzeitlichen - Wiederaufnahme der Arbeit (vgl. hierzu den Bericht
des Schadeninspektors vom 31. August 2001; UV-act. 29) nicht zu vereinbaren ist.
Dr. D._ setzte sich mit diesen von seiner Einschätzung abweichenden Verhältnisse
nicht auseinander, was aber für eine schlüssige Beurteilung erforderlich wäre.
9.
9.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die Sache betreffend die für die
Dauer vom 13. März 2002 bis 30. September 2006 geschuldeten Taggeldleistungen zur
Vornahme ergänzender Abklärungen über die Höhe des versicherten Verdienstes und
zu neuer Verfügung im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit auf sie einzutreten
ist.
9.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
9.3 Eine beschwerdeführende Partei hat Anspruch auf eine Parteientschädigung für die
Kosten der Vertretung und Prozessführung (Art. 61 lit. g ATSG). Da die
Beschwerdeführerin mit ihren Anträgen lediglich teilweise durchgedrungen ist, hat sie
einen reduzierten Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht
ermessensweise festzusetzen, wobei insbesondere der Bedeutung der Streitsache und
dem Aufwand Rechnung zu tragen ist. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Honorarnote
eingereicht. Bei vollständigem Obsiegen wäre mit Blick auf vergleichbare Fälle eine
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Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- als angemessen zu bezeichnen. Entsprechend
dem Ausmass des Obsiegens von zwei Fünfteln erscheint eine Parteientschädigung
von Fr. 1'600.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als gerechtfertigt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG