Decision ID: dcdc915f-8d3f-4dc1-816f-cfb143f3422f
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführerin,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
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A.
A.a S._, geboren 1968, meldete sich am 4. Januar 2007 aufgrund starker
Rückenschmerzen sowie Dauerschmerzen von Kopf bis Fuss zum Bezug von IV-
Leistungen (Umschulung und Rente) an (act. G 6.4).
A.b Der behandelnde Dr. med. A._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, stellte im
Arztbericht vom 2. März 2007 folgende seit August 2004 bestehende Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: ein chronisches Panvertebral- und
cervikocephales Syndrom, einen Verdacht auf Fibromyalgie-Syndrom sowie eine
Discushernie L4/5 links. Seit 9. August 2004 bescheinigte er der Versicherten
wiederholt länger dauernde Arbeitsunfähigkeiten von 50% und 100% in der bisherigen
Tätigkeit als Reinigungsangestellte (vgl. zur bisherigen Tätigkeit act. G 6.15). Seit
20. November 2006 attestierte er ihr bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Das chronische, therapieresistente, generalisierte muskuloskelettale Schmerzsyndrom
lasse auch eine andere Tätigkeit nicht zu (act. G 6.19.1 ff.).
A.c Die IV-Stelle gab am 27. Juni 2007 eine interdisziplinäre Begutachtung in Auftrag
(act. G 6.23). Am 29. August 2007 wurde die Versicherte psychiatrisch von Dr. med.
B._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie am 3. und
4. September 2007 durch die Experten der Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und
Hygiene AG (AEH) begutachtet. Die Gutachter diagnostizierten ein
Panvertebralsyndrom, ein überwiegend rechtsbetontes Zervikocephal- und
lumbospondylogenes Syndrom rechts sowie ein Thorakovertebralsyndrom (act.
G 6.27.5). Das Bestehen einer nach ICD-10 klassifizierbaren psychiatrischen Störung
mit Wirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde ausgeschlossen (act. G 6.26.7). Die
angestammte Tätigkeit erachteten sie als leicht und bescheinigten der Versicherten
hierfür eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Medizinisch-theoretisch seien ihr auch
anderweitige, wechselbelastende Tätigkeiten ganztags zumutbar (act. G 6.27.6).
A.d Mit Vorbescheiden vom 18. Oktober 2007 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, einen Anspruch auf Arbeitsvermittlung (act. G 6.34) und auf Rentenleistungen
(act. G 6.35) mangels gesundheitlicher Einschränkung zu verneinen.
B.
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B.a Gegen die beiden Vorbescheide erhob die Versicherte am 19. November 2007
Einwand und beantragte, ihr sei eine Invalidenrente basierend auf einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50% zuzusprechen und eine Kostengutsprache für
berufliche Massnahmen zu gewähren (act. G 6.43). Am 27. Dezember 2007 reichte sie
ein Arztzeugnis vom behandelnden Dr. med. C._, Facharzt FMH für Rheumatologie
und Innere Medizin, vom 30. November 2007 ein (act. G 6.46). Darin stellte dieser die
Diagnosen einer chronischen Schmerzkrankheit, eines chronischen
Panvertebralsyndroms mit lumbospondylogener Komponente, anamnestisch unklarer
Schwellungen der Handrücken und der Unterschenkel sowie multipler psycho-
vegetativer Störungen. Aus Sicht der IV seien solche vorwiegend muskulären
Schmerzen kein Grund für eine Arbeitsunfähigkeit, sondern lediglich wenn zusätzlich
noch eine erhebliche psychische Krankheit vorliege (act. G 6.47).
B.b Am 10. Januar 2008 verfügte die IV-Stelle entsprechend der Vorbescheide vom
18. Oktober 2007. Zur Begründung gab sie an, dass gemäss interdisziplinärem
Gutachten der AEH keine IV-relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe.
Daran vermöge auch der Bericht von Dr. C._ vom 30. November 2007 nichts zu
ändern. Vielmehr bestätige er die gutachterliche Einschätzung (act. G 6.48). Ausgehend
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ermittelte die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von
0%. Dabei ging sie davon aus, dass die Versicherte im Gesundheitsfall zu 70%
erwerbstätig und zu 30% im Haushalt tätig sein würde (act. G 6.49).
C.
C.a Gegen die Verfügung vom 10. Januar 2008 betreffend die Ablehnung eines
Rentenanspruchs richtet sich die am 12. Februar 2008 erhobene Beschwerde. Die
Beschwerdeführerin beantragt darin, ihr sei eine Invalidenrente basierend auf einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50% zuzusprechen. Zur Begründung führt sie aus,
dass der behandelnde Dr. A._ von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgehe.
Dr. C._ habe im Bericht vom 7. November 2006 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
bescheinigt. Sie bestreitet, dass sie sich anlässlich der AEH-Begutachtung nicht
kooperativ verhalten habe. Die Einschätzung der AEH-Gutachter sei nicht
nachvollziehbar und stehe in Widerspruch zu den Beurteilungen der behandelnden
Ärzte. Ferner macht sie geltend, dass sie seit etwa 3 Monaten vermehrt wegen ihrer
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Krankheit psychisch belastet sei (act. G 1). Ergänzend reicht die Beschwerdeführerin
mit Schreiben vom 5. April 2008 ein ärztliches Zeugnis der seit dem 14. März 2008
behandelnden Psychiaterin, med. pract. D._, vom 2. April 2008 ein (act. G 4). Darin
berichtet diese, dass die Beschwerdeführerin infolge ihrer ausgeprägten depressiven
Störung - einer schweren Depression - sowie infolge ihres chronischen
Schmerzsyndroms seit Behandlungsbeginn zu 50 bis 60% arbeitsunfähig sei (act.
G 4.1).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 6. Mai 2008 die
Beschwerdeabweisung. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass vollständig auf die
überzeugende gutachterliche Beurteilung abgestellt werden könne. Da sich das
Schmerzempfinden der Beschwerdeführerin nicht durch ein somatisches Korrelat und
auch nicht durch eine psychische Diagnose erklären lasse, könne aus IV-rechtlicher
Sicht entgegen der von den behandelnden Ärzten bescheinigten Arbeitsunfähigkeit
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründet werden. Der ärztliche Bericht der
behandelnden Psychiaterin beschlage nicht den bis zum Erlass der angefochtenen
Verfügung vom 10. Januar 2008 eingetretenen Sachverhalt, weshalb er im vorliegenden
Verfahren nicht zu beachten sei. Da die Beschwerdeführerin über eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit verfüge, erübrige sich die Vornahme eines Einkommensvergleichs. Mit
Blick auf die gutachterlich attestierte volle Leistungsfähigkeit erübrige sich eine
Haushaltsabklärung. Denn es ergebe sich aus der medizinischen Einschätzung, dass
höchstens eine Einschränkung für schwere Haushaltsarbeiten bestehe, die
erfahrungsgemäss nur einen geringen Anteil ausmachen würden. Selbst wenn von
einer maximal vorstellbaren 20%igen Einschränkung im Haushalt ausgegangen würde,
resultierte ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 6% (act. G 6).
C.c Replikweise wendet die Beschwerdeführerin ein, dass die Auffassung der
Beschwerdegegnerin unzutreffend pauschal sei. Der Bericht der behandelnden
Psychiaterin vom 2. April 2008 sei im vorliegenden Verfahren zu berücksichtigen. Im
Übrigen lautet die Begründung ähnlich wie diejenige der Beschwerde (act. G 8).
Gleichzeitig reicht die Beschwerdeführerin einen ärztlichen Bericht der behandelnden
Psychiaterin vom 8. Juni 2008 ein, worin diese die Beschwerdeführerin für
schätzungsweise 60% arbeitsunfähig hält (act. G 8.1).
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C.d In der Duplik vom 26. Juni 2008 weist die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass
auch der replikweise eingereichte Bericht der behandelnden Psychiaterin für das
vorliegende Verfahren nicht relevant sein könne, da er nicht den massgeblichen
Sachverhalt betreffe (act. G 10).

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist vorliegend einzig der Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin, da die Verfügung vom 10. Januar 2008 betreffend den Anspruch
auf Arbeitsvermittlung unangefochten geblieben ist.
2.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am
10. Januar 2008 ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem
Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008
begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung
betrifft, über die noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den
allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die
damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der
5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage
zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des
Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber
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der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die
seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben.
3.
3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Art. 28a
Abs. 3 IVG regelt die so genannte gemischte Methode der Invaliditätsbemessung bei
Personen, die zum Teil erwerbstätig und zum Teil im Aufgabenbereich tätig sind. In
einem solchen "gemischten" Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der
Tätigkeit im Aufgabenbereich (vgl. zum Aufgabenbereich Art. 27 IVV) festzulegen und
der Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu
bemessen.
3.2 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie
körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinn von Art. 4 Abs. 1 IVG in
Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant
gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei
Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten,
abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv
bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer
Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen
Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur
soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die
Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-
praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 50 E. 1.2 mit Hinweisen).
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3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens
zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine
Viertelsrente.
3.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Das
Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen,
ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen
Leistungsanspruchs gestatten. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über
die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende
Klarheit besteht. Führen die im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes von Amtes
wegen vorzunehmenden Abklärungen den Versicherungsträger oder das Gericht bei
umfassender, sorgfältiger, objektiver und inhaltsbezogener Beweiswürdigung (BGE 132
V 400 E. 4.1) zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei überwiegend
wahrscheinlich (BGE 126 V 360 E. 5b mit Hinweisen) und es könnten weitere
Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so liegt im
Verzicht auf die Abnahme weiterer Beweise keine Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes und des Anspruchs auf rechtliches Gehör (SVR 2001 IV
Nr. 10 S. 28 E. 4b mit Hinweisen).
3.5 Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen
oder internen Spezialärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der
Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 ff. E. 3b/bb und 3b/ee).
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4.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Ablehnung eines Rentenanspruchs auf
das interdisziplinäre AEH-Gutachten vom 25. September 2007 (act. G 6.27). Die
Beschwerdeführerin hält dieses für nicht aussagekräftig.
4.1 Die Beschwerdeführerin bringt gegen die gutachterliche Beurteilung vor, dass sie in
Widerspruch zu den Einschätzungen der behandelnden Ärzte stehe (act. G 1).
4.1.1 Was die Berichte der behandelnden Psychiaterin vom 2. April und vom 8. Juni
2008 (act. G 4.1 und G 8.1) anbelangt, so hat die Beschwerdegegnerin richtig bemerkt,
dass nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung die richterliche Überprüfung einer
Verwaltungsverfügung grundsätzlich auf den Zeitraum bis zum Erlass dieser Verfügung
beschränkt ist; nachträgliche Sachverhalts- und Rechtsänderungen werden nicht
berücksichtigt (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar
2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 28. August 2003,
I 596/02, E. 1.1). Die angefochtene Verfügung ist am 10. Januar 2008 ergangen. In der
vorliegenden Angelegenheit ist daher lediglich der bis zum 10. Januar 2008
eingetretene Sachverhalt zu beurteilen. Da sich die Aussagen der behandelnden
Psychiaterin auf den seit 14. März 2008 eingetretenen Sachverhalt beziehen (vgl. act.
G 4.1 und G 8.1), können sie im vorliegenden Verfahren keine Berücksichtigung finden.
4.1.2 Dr. C._ attestierte der Beschwerdeführerin im ärztlichen Zeugnis vom
11. Februar 2008 - wie bereits im Bericht vom 7. November 2006 (act. G 6.19.31 ff.) -
für eine leidensadaptierte Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 1.13). Das
ärztliche Zeugnis enthält nebst der bescheinigten Arbeitsunfähigkeit lediglich die
erhobenen Diagnosen. Es enthält keine Begründung und nimmt keinen Bezug zur
gutachterlichen Einschätzung. Vor diesem Hintergrund vermag es keine ernsthaften
Zweifel am AEH-Gutachten entstehen zu lassen. Dies umso weniger als Dr. C._ im
Bericht vom 30. November 2007 - bei gleichlautender Diagnose - selbst ausführte,
dass die geltend gemachten Beschwerden aus IV-rechtlicher Sicht keinen Grund für
eine Arbeitsunfähigkeit darstellen würden. Er habe wenig Hoffnung, dass ein
Rechtsmittel gegenüber dem IV-Entscheid Erfolg haben werde (act. G 6.47.3). Auch
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aus den übrigen Stellungnahmen von Dr. C._ ergeben sich keine objektiven
Anhaltspunkte, die nicht Eingang in die gutachterliche Beurteilung gefunden hätten.
4.1.3 Auch die Stellungnahme von Dr. A._ vom 2. März 2007 (act. G 6.19.1 ff.) ist
nicht geeignet, die gutachterliche Beurteilung in Zweifel zu ziehen. Zum einen ist zu
berücksichtigen, dass sie ein halbes Jahr vor dem AEH-Gutachten erstellt worden ist
und damit nicht geeignet ist, Mängel am AEH-Gutachten aufzuzeigen. Zum anderen
scheint sich Dr. A._ bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit überwiegend auf die
Angaben der Beschwerdeführerin gestützt zu haben. Es lassen sich aus dem Bericht
von Dr. A._ ferner keine objektiven Gesichtspunkte entnehmen, die von den
Gutachtern ausser Acht gelassen worden wären.
4.2 Bei der Beurteilung der medizinischen Situation fällt aber vor allem ins Gewicht,
dass das AEH-Gutachten auf eigenständigen interdisziplinären Abklärungen, mithin auf
allseitigen Untersuchungen beruht und damit für die streitigen Belange umfassend ist.
Die Vorakten wurden verwertet und die von der Beschwerdeführerin geklagten
Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt. Die gutachterliche Beurteilung leuchtet in
der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation ein. Unter diesen Umständen vermögen auch die darin
enthaltenen Schlussfolgerungen, namentlich die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bzw.
deren invalidisierende Wirkung - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin - zu
überzeugen. Sie erfüllt alle praxisgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige
Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a), so dass grundsätzlich darauf abzustellen ist. Die
teilweise abweichenden Einschätzungen der behandelnden Ärzte vermögen die
zuverlässige gutachterliche Beurteilung nicht zu erschüttern. Dies umso weniger, als sie
keine konkreten Mängel am Gutachten benennen.
4.3 Nach dem Gesagten ist gestützt auf die gutachterliche Beurteilung davon
auszugehen, dass die Beschwerdeführerin sowohl für ihre bisherige Tätigkeit als
Reinigungskraft wie auch für anderweitige, wechselbelastende Tätigkeiten über eine
100%ige Arbeitsfähigkeit verfügt, mithin ihre Leistungsfähigkeit aus
invalidenversicherungsrechtlicher Sicht nicht massgeblich eingeschränkt ist. Die Frage,
ob die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 30% im Haushalt tätig gewesen
wäre, mithin die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung zur Anwendung
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gelangt - wie die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung geltend macht
(act. G 6.49) - oder ob sie vollzeitlich einer Erwerbstätigkeit nachgegangen wäre, kann
offen gelassen werden. In beiden Fällen resultiert nämlich kein Rentenanspruch, da
auch für den Haushaltsbereich angesichts der gutachterlich bescheinigten 100%igen
Arbeitsfähigkeit davon ausgegangen werden kann, dass eine allfällig darin bestehende
Einschränkung keinen Rentenanspruch zu begründen vermöchte. Mit Blick auf die
höchstrichterliche Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Juli 2008,
9C_13/2008, E. 5.1, unter Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts vom 19. Mai
2008, 9C_596/2007, E. 4.3), wonach bei Anwendung der gemischten Methode zur
Invaliditätsbemessung auf eine Haushaltabklärung grundsätzlich nicht verzichtet,
indessen davon abgesehen werden darf, wenn der zur Erreichung einer
rentenbegründenden Gesamtinvalidität erforderliche Invaliditätsgrad im
Haushaltbereich derart hoch ausfallen müsste, dass eine entsprechende
Einschränkung nach den Grundsätzen der antizipierten Beweiswürdigung
ausgeschlossen werden kann, durfte die Beschwerdegegnerin auf die Vornahme einer
Abklärung an Ort und Stelle verzichten. Die verfügte Rentenablehnung ist damit zu
Recht ergangen.
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen. Der von ihr geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr daran
anzurechnen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht