Decision ID: 27c9f4a2-8927-41de-abf8-8d7993d14bbd
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherte) war bei Agentur B._ GmbH als Raumpflegerin
beschäftigt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt
(nachfolgend: Suva) gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten
obligatorisch versichert, als sie am 2. September 2017 beim Betreten des Kellers auf
dem mit Wasser überschwemmten Boden ausrutschte und stürzte (Suva-act. 1, 21).
Eine Erstbehandlung fand am 5. September 2017 durch Dr. med. C._, FMH für
Allgemeine Innere Medizin, statt. Die Versicherte gab an, beim Sturz am 2. September
2017 den Hinterkopf angeschlagen zu haben und bewusstlos gewesen zu sein. Sie
beklagte Kopf- und Armschmerzen. Dr. C._ erhob neurologisch unauffällige Befunde
und diagnostizierte eine Commotio cerebri (Suva-act. 11). Am 25. September 2017
verordnete er der Versicherten eine erste Physiotherapieserie (Suva-act. 15). Ab 17.
Oktober 2017 stellte er fortlaufende Zeugnisse für eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(Suva-act. 7 f., 17 f.) und am 31. Oktober 2017 eine weitere Physiotherapieverordnung
aus (Suva-act. 23).
A.a.
Insbesondere wegen fortdauernder Kopfschmerzen wurde die Versicherte am 29.
November 2017 durch Dr. med. D._, Facharzt FMH für Neurologie, Psychiatrie und
Psychotherapie, untersucht. Dieser diagnostizierte nach einer klinisch-neurologischen
und einer EEG-Untersuchung ohne auffällige Befunde eine Commotio cerebri sowie
einen Verdacht auf eine arterielle Hypertonie (Suva-act. 19). Gleichentags fand
A.b.
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zwischen der Suva und der Versicherten eine Besprechung über den Unfall- und
Heilverlauf sowie das aktuelle Befinden statt (Suva-act. 21). Die Versicherte wurde von
Dr. C._ weiterhin zu 100% arbeitsunfähig geschrieben (Suva-act. 27).
In einer Kausalitätsbeurteilung vom 20. Dezember 2017 stellte Suva-Kreisarzt Dr.
med. E._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, fest, dass die Kopfschmerzen bei unauffälligem neurologischem
Befund drei Monate nach dem geltend gemachten Ereignis eher der ausgeprägten
arteriellen Hypertonie geschuldet zu sein schienen. Dennoch empfehle er zum
Ausschluss einer Contre-coup-Verletzung oder intrakranieller Blutungen die
Durchführung einer MR-Untersuchung des Neurocraniums (Suva-act. 22).
A.c.
Die kreisärztlich verlangte MR-Abklärung lag allerdings bereits vor. So war der
Versicherten am 8. November 2017 in der Radiologie F._, Diagnosezentrum G._,
eine MR-Untersuchung des Schädels und am 9. November 2017 zudem eine solche
der Halswirbelsäule (HWS) durchgeführt worden. Die Untersuchungen hatten jedoch
lediglich eine leichte neuroforaminale Einengung in den Segmenten HWK 5/6 und HWK
6/7 ohne Hinweise auf Nervenwurzelkompressionen erbracht. Ansonsten hatten sich
eine physiologische Darstellung der Wirbelsäule und weder eine intracraniellen Blutung
noch ein Subduralhämatom gezeigt (Suva-act. 28).
A.d.
Am 11. Dezember 2017 stellte Dr. C._ der Versicherten eine dritte
Physiotherapieverordnung aus (Suva-act. 37).
A.e.
Mit Schreiben vom 27. Dezember 2017 sprach die Suva der Versicherten für die
Folgen des Unfalls vom 2. September 2017 die gesetzlichen Leistungen (Heilkosten-
und Taggeldleistungen) zu (Suva-act. 25).
A.f.
Der Versicherten wurde von Dr. C._ weiterhin eine 100%ige, kurzzeitig eine
50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (Suva-act. 27, 30, 32, 34, 36, 38) und am 1.
Februar 2018 eine vierte Physiotherapieverordnung ausgestellt (Suva-act. 49). Am 5.
März 2018 reichte Dr. C._ der Suva einen Verlaufsbericht ein (Suva-act. 44). Ab 12.
März 2018 bescheinigte er der Versicherten eine 90%ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act.
47) und am 19. März 2018 verordnete er ihr eine weitere Physiotherapie (Suva-act. 54).
A.g.
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B.
C.
Nach Einholung einer Beurteilung von Kreisarzt Dr. E._ am 15. März 2018 (Suva-
act. 46) eröffnete die Suva der Versicherten mit Verfügung vom 23. März 2018, dass
der Fall, was die Unfallfolgen betreffe, per 3. April 2018 abgeschlossen und der
Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen abgelehnt werde. Die bisherigen
Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) würden auf diesen Zeitpunkt
eingestellt (Suva-act. 48).
A.h.
Ab 9. April 2018 attestierte Dr. C._ der Versicherten eine 80%ige
Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 50).
A.i.
Am 22. April 2018 erhob die Versicherte gegen die Verfügung vom 23. März 2018
Einsprache (Suva-act. 50).
B.a.
In einer ärztlichen Beurteilung vom 16. Mai 2018 nahm Kreisarzt Dr. E._
nochmals ausführlich zum Schadenfall Stellung (Suva-act. 53).
B.b.
Mit Einspracheentscheid vom 18. Juni 2018 wies die Suva die Einsprache der
Versicherten vom 22. April 2018 ab (Suva-act. 56).
B.c.
Gegen den Einspracheentscheid erhob die Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 18. Juli 2018 Beschwerde mit dem
sinngemässen Antrag, der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und es
seien ihr für die Folgen des Unfallereignisses vom 2. September 2017 über den 3. April
2018 hinaus die gesetzlichen Versicherungsleistungen auszurichten (act. G 1).
C.a.
Mit Beschwerdeantwort vom 29. August 2018 beantragte die Suva (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 18. Juni 2018 (act. G 3).
C.b.
Mit Replik vom 28. September 2018 hielt die Beschwerdeführerin an ihrem
beschwerdeweise gestellten Antrag fest (act. G 5).
C.c.
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Erwägungen
1.
Die Beschwerdeführerin hat am 2. September 2017 unstreitig einen Unfall im Sinn von
Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG; SR 830.1) erlitten, welcher Anspruch auf Versicherungsleistungen ausgelöst
hat. Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin die Versicherungsleistungen zu Recht per
3. April 2018 eingestellt hat.
2.
Mit Eingabe vom 31. Oktober 2018 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die
Einreichung einer umfassenden Duplik und verwies auf die Ausführungen in ihrer
Beschwerdeantwort (act. G 7).
C.d.
Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art.
6 ATSG), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Sie hat zudem Anspruch auf die zweckmässige
Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG). Ist die versicherte Person infolge des
Unfalls mindestens zu 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente
(Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde
erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat
sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die
vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld) sind einzustellen und der
Anspruch auf eine Invalidenrente zu prüfen, wenn allfällige Eingliederungsmassnahmen
der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind und von der Fortsetzung der
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der
versicherten Person mehr erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG). Die
Integritätsentschädigung wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein
Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art.
24 Abs. 2 UVG). Das Erreichen des medizinischen Endzustands bildet demgemäss in
Nachachtung des Eingliederungsgrundsatzes die Voraussetzung für die Prüfung der
Rentenfrage und der Integritätsentschädigung. Angesichts des Gesagten besteht ein
Endzustand in einem Gesundheitszustand, der sich zumindest im Zeitpunkt der
Rentenprüfung (Art. 19 Abs. 1 oder Art. 19 Abs. 3 UVG) als stabil bzw. beständig
darstellen muss. Dies in dem Sinn, dass Invalidität die voraussichtlich bleibende und
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit ist (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
2.1.
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2.2.
Angesichts der in Erwägung 2.1 angeführten gesetzlichen Bestimmungen
besteht ausserdem eine Leistungspflicht des Unfallversicherers nur für
Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten
Unfallereignis zusammenhängen (vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE 129 V 181 E. 3;
Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 53 ff.).
2.2.1.
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers endet, wenn der Unfall nicht mehr
eine natürliche und adäquate Ursache der fortdauernden Beschwerden darstellt, d.h.
wenn die Beschwerden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen
beruhen. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang
muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich
fehlender Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4;
Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl.
Bern 2014, § 70 N. 58). Da es sich dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage
handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender
natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person,
sondern beim Unfallversicherer (Urteil des Bundesgerichts vom 25. April 2017,
8C_766/2016, E. 2.2). Allerdings greift die vorgenannte Beweisregel erst dann Platz,
wenn die Verwaltung und - im Beschwerdefall - das Gericht dem
Untersuchungsgrundsatz rechtsgenüglich nachgekommen sind bzw. es sich als
unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer
Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiegende
Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (Rumo-Jungo/Holzer,
a.a.O., S. 55; BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 327 E. 1).
2.2.2.
Der Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. dessen Wegfall ist in
erster Linie mit den Angaben medizinischer Fachpersonen zu führen (Urteil des
Bundesgerichts vom 21. August 2015, 8C_331/2015, E. 2.2.3.1). Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181
E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
2.2.3.
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Untersuchungen beruht, auch die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind.
Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich
weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E.
5.1, 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Insofern sind auch Berichte und Gutachten, welche
die Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und
Ärztinnen einholen, beweistauglich. Bestehen indessen auch nur geringe Zweifel an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen,
so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 mit Hinweis;
bestätigt in Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3;
BGE 125 V 352 E. 3; RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311 ff.). Die Rechtsprechung erachtet
sodann Aktengutachten als zulässig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über
Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten
sind. Voraussetzung ist ein lückenloser Untersuchungsbefund, damit der Experte bzw.
die Expertin imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein lückenloses
Bild zu verschaffen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 24. März 2017, 8C_780/2016,
E. 6.1). Dr. E._ als Facharzt der Orthopädie und Traumatologie des
Bewegungsapparates kann schliesslich die fachliche Qualifikation für die medizinische
Würdigung des konkreten Falles nicht abgesprochen werden. Seine Fachrichtungen
beinhalten die Behandlung von Erkrankungen und Unfallverletzungen des Stütz- und
Bewegungsapparates, also auch von Verletzungen der HWS. Die Kreisärzte und
Kreisärztinnen der Beschwerdegegnerin sind nach ihrer Funktion und beruflichen
Stellung Fachärzte im Bereich der Unfallmedizin. Da sie ausschliesslich Unfallpatienten,
unfallähnliche Körperschädigungen und Berufskrankheiten diagnostisch beurteilen
sowie Heil- und Therapieverläufe prüfend beobachten bzw. diesbezüglich
Empfehlungen und Einschätzungen abgeben, verfügen sie über besonders
ausgeprägte traumatologische Kenntnisse und Erfahrungen (Urteil des Bundesgerichts
vom 3. Oktober 2008, 8C_510/2007, E. 7.5.4.), welche im konkreten Fall gefragt sind.
Angesichts der obigen Darlegungen sprechen keine formell-rechtlichen Gründe gegen
den Einbezug der kreisärztlichen Aktenbeurteilungen von Dr. E._ (Suva-act. 46, 53).
Ob letztlich auf diese abgestellt werden kann, ist im Rahmen der nachfolgenden
materiell-rechtlichen Beurteilung bzw. Beweiswürdigung zu prüfen.
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Bei Unfällen mit klar ausgewiesenen organischen Unfallfolgen spielt die
Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang
sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle. Sie ist bei
ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres sowohl bezüglich vorübergehender
als auch dauerhafter Gesundheitsschäden zu bejahen (BGE 134 V 111 f. E. 2.1, 127 V
103 E. 5b/bb; SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch
nicht (hinreichend) nachweisbar, ist betreffend Dauerschäden (Invalidität und
Integritätsschaden) eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei
welcher wie folgt zu differenzieren ist: Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte
Person beim Unfall ein Schleudertrauma der HWS, eine dem Schleudertrauma
äquivalente Verletzung oder ein Schädelhirntrauma (vgl. dazu Urteil des
Bundesgerichts vom 1. Juni 2016, 8C_12/2016, E. 7.1 mit Hinweisen; SVR 1995 UV Nr.
23 S. 67 E. 2) erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung gemäss
BGE 115 V 140 E. 6c/aa (sogenannte "Psycho-Praxis") zur Anwendung. Ergeben die
Abklärungen dagegen, dass eine versicherte Person eine der erwähnten Verletzungen
erlitten hat, muss geprüft werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen
Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar (teilweise) vorliegen, im Vergleich zur
psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die
Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit
psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a),
andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359
festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten Kriterien (sogenannte
"Schleudertrauma-Praxis"). Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten
Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die
psychischen Beschwerden aus dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den
organischen Beschwerden, die ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind,
ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 E. 3b).
2.2.4.
Bei fehlender natürlicher und adäquater Kausalität zwischen einem Unfall und
fortdauernd geklagten Beschwerden entfällt zum Vornherein ein weiterer Anspruch auf
Heilbehandlung und Taggeld. Die Leistungseinstellung erfolgt diesfalls ohne Prüfung
des Erreichens des medizinischen Endzustands gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG (vgl.
Erwägung 3.1) und es muss deshalb auch nicht mehr geprüft werden, ob von der
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands erwartet werden kann (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 116 V 44 E.
2c; Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Bern 1989 2. Aufl., S.
274). Dem Gesagten kommt insbesondere in Bezug auf organisch objektivierbare
2.2.5.
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3.
Unfallfolgen Bedeutung zu, wo sich der Zeitpunkt des Erreichens des medizinischen
Endzustands in der Regel zuverlässig beurteilen lässt (vgl. SVR 2007 UV Nr. 29 S. 99,
E. 3.1, U 98/06). Sind hingegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend)
nachweisbar und hat die versicherte Person ein Schleudertrauma oder eine
schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten (vgl. dazu nachfolgende Erwägung 6.1),
wobei nicht entscheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/
oder psychischer Natur bezeichnet werden (vgl. BGE 117 V 367 E. 6.a), liegt der Fokus
auf den Voraussetzungen für das Ende des Anspruchs auf Heilbehandlung und
Taggeld (Art. 19 Abs. 1 UVG). Hat der Unfallversicherer die vorübergehenden
Leistungen mit Blick auf das Erreichen des medizinischen Endzustands zu Recht
eingestellt, folgt erst hinsichtlich der Ansprüche auf die Dauerleistung Rente oder eine
Integritätsentschädigung die Prüfung, ob zum Zeitpunkt der Einstellung der
vorübergehenden Leistungen noch adäquat unfallkausale Restfolgen in Form eines
Dauerschadens (Invalidität und Integritätsschaden) vorhanden sind (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 18. Dezember 2017, 8C_254/2017, E. 4.3). Eine Adäquanzprüfung
nach Massgabe der in BGE 115 V 133 begründeten Rechtsprechung zu den
psychogenen Unfallfolgen bzw. zur sogenannten "Psycho-Praxis" ist im Zeitpunkt des
Dahinfallens der kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines somatischen
Gesundheitsschadens oder des Erreichens des medizinischen Endzustands der
physischen Unfallverletzungen vorzunehmen. Dies ergibt sich daraus, dass die
psychischen Beschwerden im Rahmen der Adäquanzbeurteilung gemäss "Psycho-
Praxis", wo es gerade um die Beurteilung der Unfallkausalität psychischer
Beschwerden geht, auszuklammern und nur die physischen Unfallfolgen zu
berücksichtigen sind (BGE 134 V 109 E. 6.1).
Vorerst ist zu prüfen, ob zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 3. April 2018
noch organisch objektivierbare Unfallfolgen vorhanden waren, welche die fortdauernd
geklagten Beschwerden verursachen konnten. Die Beschwerdeführerin beschreibt
insbesondere Kopf- und Nackenschmerzen und gibt zusätzlich Schmerzen im linken
Arm, im Bereich des Brustbeins und im oberen Rückenbereich zwischen den
Schulterblättern an (Suva-act. 21, 43 f., 54, act. G 1, G 5).
3.1.
Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird grundsätzlich eine
strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares
Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar und von der
Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten bzw. der Patientin
unabhängig sind. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen organisch-strukturellen
3.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/17
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Unfallfolgen dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit -
wissenschaftlich anerkannten - apparativen/bildgebenden Abklärungen (wie Röntgen,
MRT, CT, EEG) bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 121 E. 9, 134 V 232 E. 5.1 mit
Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E. 2; SVR
2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]).
Die Beschwerdeführerin ist laut eigener Schilderung beim Unfall vom 2. September
2017 auf den Hinterkopf gefallen (Suva-act. 11, 21), weswegen bei ihr in der Radiologie
F._ am 8. November 2017 eine MR-Untersuchung des Schädels und am 9.
November 2017 eine solche der HWS durchgeführt worden sind (Suva-act. 28). Beide
Untersuchungen haben laut übereinstimmender und nachvollziehbarer ärztlicher
Beurteilung von Dr. E._ und Dr. C._ im Ergebnis keine Hinweise für einen
traumatisch verursachten strukturellen Gesundheitsschaden erbracht (Suva-act. 44, 46,
53). Auch die klinisch-neurologische sowie die EEG-Untersuchung vom 29. November
2017 durch Dr. D._ ergaben gänzlich unauffällige Befunde (Suva-act. 19). Nach dem
Gesagten steht fest, dass die Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit anlässlich des Unfalls vom 2. September 2017
keine klar ausgewiesene neue, bleibende, allenfalls schlecht verheilte Läsion im Bereich
des Kopfs oder der HWS erlitten hat.
3.3.
In Bezug auf das Brustbein, den oberen Rückenbereich zwischen den
Schulterblättern sowie den linken Arm wurden bei der Beschwerdeführerin nach dem
Unfall keine radiologischen Untersuchungen durchgeführt. Dr. C._ stellte zwar die
Physiotherapieverordnungen mit der Diagnose Status nach Prellung Rücken/Schulter
links am 2. September 2017 mit/bei persistierenden ausstrahlenden Schmerzen Arm
links und interscapulären muskulären Beschwerden (Suva-act. 15, 23, 37, 49, 54) aus.
Dies weist jedoch zumindest nicht auf einen strukturellen Gesundheitsschaden hin (vgl.
zur Prellung: nachfolgende Erwägung 4.2; vgl. zu Schmerzen: Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 2. Dezember 2001, I 53/02, E. 2.2,
mit Hinweis auf Urteil des EVG vom 9. Oktober 2001, I 383/00, E. 2b; vgl. zu
muskulären Beschwerden: SVR 2008 UV Nr. 2 S. 3 E. 5.2 mit Hinweisen, U 328; Urteil
des EVG vom 6. Dezember 2006, U 334/06, E. 3; Alfred M. Debrunner, Orthopädie,
Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 578, 782, 860; Roche Lexikon, Medizin,
5. Aufl. München 2003, S. 1275; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin/
Boston 2017, S. 1212). Im Übrigen ist anzunehmen, dass Dr. C._ - hätte er eine
strukturelle Unfallverletzung in Erwägung gezogen - entsprechende weitergehende
Untersuchungen in die Wege geleitet hätte. Hinzu kommt, dass sich Kopf, Nacken,
oberer Rückenbereich und Arme örtlich nahe beieinander befinden. Es ist deshalb nicht
3.4.
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4.
auszuschliessen, dass sich hier punktuelle Beschwerden wechselseitig beeinflussen
und unterhalten. So werden sie erfahrungsgemäss auch häufig zusammen
beschrieben. Bei derart übertragenen, ausstrahlenden Schmerzen ist also nicht in
jedem der schmerzenden Glieder von einer eigenen Störung auszugehen (vgl. z.B.
Kopfschmerz: Pschyrembel, a.a.O., S. 983; Roche Lexikon, a.a.O., S. 1040;
Nackenschmerzen bzw. -steifigkeit: Pschyrembel, a.a.O., S. 1220; Roche Lexikon,
a.a.O., S. 1286; Myogelose: Pschyrembel, a.a.O., S. 1212; Debrunner, a.a.O., S. 799 f.).
Dass Dr. C._ in der Diagnose der Physiotherapieverordnungen die Schmerzen im
linken Arm als ausstrahlende Schmerzen charakterisiert, weist nach dem Gesagten
darauf hin, dass ein allfälliger Gesundheitsschaden nicht im linken Arm zu lokalisieren
ist. Schmerzen im Bereich des Brustbeins wurden schliesslich von der
Beschwerdeführerin erstmals in der Beschwerde vom 18. Juli 2018 beschrieben (act. G
1). In den medizinischen Akten und im Besprechungsprotokoll vom 29. November 2017
(Suva-act. 21) wurden sie nicht erwähnt, weshalb diesbezüglich eine Unfallverletzung
ohnehin nicht als überwiegend wahrscheinlich erscheint.
In den medizinischen Akten wurden allerdings nach dem Unfall vom 2. September
2017 unstreitig organische Körperschädigungen - eine Prellung am Oberkörper sowie
eine Commotio cerebri (Suva-act. 11, 15, 19, 23, 37, 49, 54; vgl. Pschyrembel, a.a.O.,
S. 351) - diagnostiziert. Bezüglich dieser gilt es zu prüfen, ob sie bis zur Einstellung der
vorübergehenden Versicherungsleistungen per 3. April 2018 vollständig abgeheilt
waren.
4.1.
Bei einer Prellung bzw. Kontusion handelt es sich grundsätzlich um eine
Weichteilverletzung ohne strukturelle Läsion. Ihre Diagnose drückt eine direkte stumpfe
schädigende Gewalteinwirkung wie ein Schlag oder Aufprall durch einen Unfall aus, die
insbesondere anhand klinischer Befunde - wie Hämatome, Schwellung,
Druckdolenzen, Bewegungseinschränkungen, Muskelverhärtungen - objektiviert wird.
Auch bei einer Commotio cerebri bzw. einem leichten Schädelhirntrauma zeigt sich
kein morphologisch fassbares Substrat, d.h. keine anatomische Veränderung
(Pschyrembel, a.a.O., S. 351; Roche Lexikon, a.a.O., S. 353). Es entspricht
medizinischer Erfahrung, dass Kontusionen ohne strukturelle Läsionen normalerweise
innert kurzer Zeit abheilen und sich die damit verbundenen Beschwerden gänzlich
zurückbilden. Ebenso ist eine Hirnfunktionsstörung infolge eines leichten
Schädelhirntraumas voll reversibel (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 412; Pschyrembel,
a.a.O., S. 351, 981; Roche Lexikon, a.a.O., S. 353, 357). Dass es zu keiner Besserung
kommt, ist für eine traumatische Genese untypisch und weist auf andere
4.2.
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Ursächlichkeiten hin (Gerhard Jenzer, Klinische Aspekte bei HWS-Belastungen durch
Kopfanprall oder Beschleunigungsmechanismus; Grenzbereich zum leichten Schädel-
Hirn-Trauma, SZS 1996, S. 469 mit Hinweis auf S. 463). Der vorgenannte
Erfahrungssatz darf im Rahmen des Wahrscheinlichkeitsbeweises berücksichtigt
werden (Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4.
Aufl. Bern 2014, §70 N. 58 f.). Dies hat insbesondere für den Nachweis des
Dahinfallens natürlich kausaler Unfallfolgen zu gelten, bei dem es sich um einen
hypothetischen Zustand handelt, welcher sich häufig nur mit Erfahrungswerten
bestimmen lässt (Urteil des EVG vom 18. September 2002, U 60/02, E. 2.2). Auch ohne
Veränderung bzw. Besserung der klinischen Befundsituation kann ab einem
bestimmten Datum von einem Dahinfallen der Unfallfolgen ausgegangen werden bzw.
können fortdauernde Beschwerden aufgrund der obgenannten medizinischen
Erfahrungstatsache eben nicht mehr auf den Unfall zurückgeführt werden. Bezüglich
einer Commotio cerebri wird von Seiten der medizinischen Forschung festgehalten,
dass der typische posttraumatische Verlauf nach einer solchen Verletzung einer
Erholung innert sechs bis zwölf Wochen entspreche (Jenzer, a.a.O., S. 462 ff. 467). Im
konkreten Fall stellte die Beschwerdegegnerin die Leistungen sogar erst per 3. April
2018, also ein halbes Jahr nach dem Unfall vom 2. September 2017, ein. Dies
nachdem Dr. E._ in Übereinstimmung mit der dargelegten medizinischen Erfahrung
bezüglich Prellungen und leichten Schädelhirntraumen in seiner ärztlichen Beurteilung
vom 16. Mai 2018 feststellte, nunmehr sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass die über den Zeitraum von sechs Monaten bestehenden
Beschwerden nicht mehr unfallkausal dem geltend gemachten Ereignis zuzuschreiben
seien, sondern unfallunabhängigen Faktoren, wie zum Beispiel der von Dr. D._
festgestellten arteriellen Hypertonie (Suva-act. 53). Dass sich der Blutdruck laut
Angaben der Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 18. Juli 2018 normalisiert
haben soll (act. G 1), vermag an der Beurteilung von Dr. E._ keine Zweifel zu
erwecken. So wurde die arterielle Hypertonie von Dr. E._ nur als möglicher Grund für
die Kopfschmerzen in Erwägung gezogen und von Dr. D._ nur als Verdachtsdiagnose
gestellt (Suva-act. 19). Im Übrigen hat der Unfallversicherer nicht den Beweis für
unfallfremde Ursachen zu erbringen, sondern nur darzutun, dass die unfallbedingten
Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben (Urteil des
EVG vom 27. Februar 2004, U 29/03, E. 3.1).
Medizinische Erfahrungssätze beziehen sich auf den Regelfall, das heisst auf
medizinische Sachverhalte, die sich im konkreten Fall gleich dargestellt haben. Eine
Ausnahme von der Regel ist grundsätzlich nicht ausgeschlossen, doch muss sie sich
eben als solche präsentieren. In den vorliegenden Akten finden sich keine Hinweise,
4.3.
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welche bezüglich des Heilverlaufs der von der Beschwerdeführerin erlittenen
interscapulären Prellung und Commotio cerebri auf einen Ausnahmefall hindeuten. Eine
Kontusion kann sich durch verschiedene Schweregrade auszeichnen, kann also
durchaus auch nach einem geringfügigen Vorfall auftreten. Eine Prellung im oberen
Rückenbereich bzw. interscapulär wird im Arztzeugnis UVG betreffend die
Erstbehandlung vom 5. September 2017 von Dr. C._ vom 6. November 2017 in den
Rubriken "Objektiver Befund" und "Diagnose" überhaupt nicht erwähnt (Suva-act. 11).
Eine solche Verletzung geht, wie bereits erwähnt, einzig aus der Diagnose in den
Physiotherapieverordnungen hervor (Suva-act. 15, 23, 37, 49, 54). Linksseitige
Armschmerzen sind sodann im Arztzeugnis UVG lediglich unter den "Angaben des
Patienten" aufgeführt und können, wie dargelegt, ohnehin nicht als eigenständige
Verletzung betrachtet werden (vgl. Erwägung 3.4). Kontusionstypische Befunde, wie
Ödeme oder eine Schwellung im Bereich der Schulterblätter, des Kopfs und des
Nackens, sind in den medizinischen Akten und der ersten Physiotherapieverordnung
vom 25. September 2017 nicht vermerkt (vgl. Suva-act. 11, 15). Hinsichtlich der im
gesamten Beschwerdebild offensichtlich im Vordergrund stehenden Kopf- und
Nackenschmerzen, aber auch bezüglich der Muskelverspannungen, ist schliesslich
anzufügen, dass gerade das Ursachenspektrum dieser Schmerzen bzw. Beschwerden
vielfältig ist; sie müssen nicht (mehr) durch einen Unfall begründet sein (vgl. z.B.
Kopfschmerz: Pschyrembel, a.a.O., S. 983; Roche Lexikon, a.a.O., S. 1040;
Nackenschmerzen bzw. -steifigkeit: Pschyrembel, a.a.O., S. 1220; Roche Lexikon,
a.a.O., S. 1286; Myogelose: Pschyrembel, a.a.O., S. 1212; Debrunner, a.a.O., S. 799 f.).
Insgesamt liegt damit mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit kein
Ausnahmefall vor, welcher die Annahme einer längeren Heilungsdauer verlangen
würde.
Zusammenfassend ist angesichts der Darlegungen in den Erwägungen 4.2 und 4.3
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass
die beim Unfall vom 2. September 2017 erlittene Kontusionsverletzung im Bereich des
oberen Rückens und die Schädelverletzung in Form einer Commotio cerebri
spätestens bis zur Einstellung der vorübergehenden Versicherungsleistungen per 3.
April 2018 vollständig abgeheilt waren und deswegen eine natürliche Kausalität
zwischen den fortdauernd geklagten Beschwerden und dem fraglichen Unfall im Sinn
des Vorliegens von organischen Restfolgen der vorgenannten Verletzungen zu
verneinen ist. Die Tatsache, dass Kopf-, Nacken- sowie Rückenschmerzen körperlich
wahrgenommen werden, bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine physische
Gesundheitsbeeinträchtigung oder gar eine fortdauernde Unfallverletzung vorliegen.
Der nötige Beweis gelingt der Beschwerdeführerin jedenfalls nicht.
4.4.
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5.
Nachfolgend bleibt zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin im Zeitpunkt der
Leistungseinstellung allenfalls noch unter natürlich und adäquat kausalen nicht
objektivierbaren organischen und/oder psychischen Unfallrestfolgen litt.
5.1.
5.2.
Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist bekannt, dass bei
Schleudertraumaverletzungen sowie äquivalenten Verletzungen (u.a.
Schädelhirntrauma, HWS-Distorsion; vgl. dazu RKUV Nr. 341 S. 408 E. 3b; BGE 117 V
369 E. 3) auch ohne nachweisbare pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre
nach dem Unfall funktionelle Ausfälle verschiedenster Art auftreten können. Der
Umstand, dass die für ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung typischen
Beschwerden nicht mit entsprechenden Untersuchungsmethoden (wie Röntgen, MRT,
CT, EEG) objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, die diesbezüglichen
Beschwerden in Abrede zu stellen (BGE 117 V 363 E. 5d/aa). Ist ein Schleudertrauma
oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung diagnostiziert und liegt ein für
diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie
diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen,
Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität,
Depression, Wesensveränderung usw. vor, so ist der natürliche Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in
der Regel anzunehmen (BGE 117 V 360 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 382 E. 4b). Dieses
Beschwerdebild muss nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis
höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten. Es genügt, wenn sich in diesem
Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS und bei einem
Schädelhirntrauma zusätzlich Kopfschmerzen manifestieren (Urteile des
Bundesgerichts vom 5. Januar 2009, 8C_413/2008, E. 5.2 mit zahlreichen Hinweisen,
und vom 15. März 2007, U 258/06, E. 4.3; RKUV 2000 Nr. 359 S. 29 E. 5e). Die anderen
im Rahmen eines Schleudertraumas oder einer schleudertraumaähnlichen Verletzung
typischerweise auftretenden Beschwerden müssen sich jedoch immerhin in einem
Zeitraum zeigen, der es erlaubt, vom Vorhandensein eines natürlichen
Kausalzusammenhangs auszugehen.
5.2.1.
Der erstbehandelnde Arzt Dr. C._ diagnostizierte zwar eine Commotio cerebri
und damit eine schleudertraumaähnliche Verletzung (Suva-act. 11). Die innerhalb einer
Latenzzeit von 24 bis höchstens 72 Stunden und auch später aktenkundige
Beschwerdesymptomatik spricht allerdings gegen das Vorliegen einer durch den Unfall
5.2.2.
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vom 2. September 2017 überwiegend wahrscheinlich verursachten
schleudertraumaähnlichen Verletzung, insbesondere einer solchen mit Langzeitfolgen.
Im Arztzeugnis UVG vom 6. November 2017 über die Erstbehandlung vom 5.
September 2017 werden Kopfschmerzen erwähnt (Suva-act. 11). In der ersten
Physiotherapieverordnung vom 25. September 2017 werden sodann gar keine
schädelhirntraumatypischen Beschwerden aufgeführt (Suva-act. 15). Anlässlich der
Besprechung vom 29. November 2017 mit der Beschwerdegegnerin schilderte die
Beschwerdeführerin, sie habe unmittelbar nach dem Unfall einen komischen, dummen
Kopf gehabt sowie Verspannungen im Nackenbereich und eine leichte Übelkeit
verspürt. Während der drei Tage nach dem Unfall bis zur hausärztlichen
Erstbehandlung vom 5. September 2017 habe sie sodann leichtes Kopfweh gehabt.
Von Woche zu Woche habe sie aber mehr Mühe wegen der Kopfschmerzen und
teilweise der Nackenverspannungen gehabt. Ab dem 17. Oktober 2017 habe sie leider
nicht mehr arbeiten können. Dr. C._ habe ihr ein Arztzeugnis ausgestellt. Die
Kopfschmerzen seien fortan täglich permanent vorhanden gewesen. Sie habe auch
eine ganztägige Müdigkeit, unterschwellig immer leichten Schwindel und manchmal
eine Übelkeit verspürt. Aktuell leide sie den ganzen Tag und auch während der Nacht
an Kopfschmerzen, an einer verspannten Nackenmuskulatur sowie weiterhin an einem
unterschwellig leichten Schwindelgefühl (Suva-act. 21). Diese Ausführungen zeigen,
dass das initial aufgetretene Beschwerdebild in seiner Bedeutsamkeit wenig
ausgeprägt beschrieben worden ist. Das Beschwerdebild blieb auch in der folgenden
Zeit begrenzt. Weitere charakteristische Beschwerden einer schleudertraumaähnlichen
Verletzung traten erst rund eineinhalb Monate nach dem Unfall in Erscheinung. Im
Übrigen fällt auf, dass im weiteren Verlauf offensichtlich nur noch die Kopfschmerzen
von zentraler Bedeutung waren (vgl. Suva-act. 19, 43 f.), dass also von einem für eine
schleudertraumaähnliche Verletzung typischen Beschwerdebild mit einer Häufung von
Beschwerden nicht mehr gesprochen werden kann. Diese Sachlage lässt es damit als
zweifelhaft erscheinen, dass die Beschwerdeführerin anlässlich des Unfalls vom 2.
September 2017 eine schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten hat. Diesbezügliche
Versicherungsleistungen über den Leistungseinstellungszeitpunkt hinaus fallen damit
ausser Betracht.
Dies ergibt sich auch mit Blick auf die höchstrichterliche Rechtsprechung,
wonach ein Schädelhirntrauma die analoge Anwendung der Schleudertrauma-Praxis
nur dann rechtfertigt, wenn die erlittene Hirnerschütterung mindestens im Grenzbereich
zwischen einer Commotio und Contusio cerebri liegt. Leichte Hirnerschütterungen
hingegen reichen hierfür nicht aus (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. August
5.2.3.
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6.
Zusammenfassend lässt sich der angefochtene Einspracheentscheid vom 18. Juni
2018 nicht beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist im Sinn der
vorstehenden Erwägungen abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61
lit. a ATSG).