Decision ID: 855caf23-b186-4fc0-a651-0f79906b5c12
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1962 geborene
X._
war seit 2003 als Busführer bei den
Y._
tätig und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Berufs- und
Nichtbe
rufsunfällen
versichert. Am 1
7.
Mai 2013 hielt er mit seinem Motorrad vor dem Zebrastreifen, woraufhin
der
hinter ihm fahrende PKW
auf ihn auffuhr
(Schadenmeldung
gemäss Bundesgesetz über die Unfallversicherung [
UVG
]
vom 2
9.
Mai 2013,
Urk.
13/5). Die am 1
8.
Mai 2013 erstbehandelnden Ärzte der Kli
nik für Unfallchirurgie des
Z._
diagnostizierten 1) ein
kranio
-zervikales Beschleunigungstrauma nach Motorradunfall am 1
7.
Mai 2013, 2) eine Unterarmkontusion links, 3) eine Oberschenkelkontusion rechts und 4) eine
Thoraxkontusion
rechts
(Bericht vom 1
8.
Mai 2013,
Urk.
13/18)
.
Die SUVA erbrachte Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen (Schreiben vom 3
1.
Mai 2013,
Urk.
13/6-7).
Nach medizi
nischen und erwerblichen Abklärungen stellte die SUVA mit Verfügung vom 5.
August 2014 die Versicherungsleistun
gen per 3
1.
August 2014 ein, da die noch geklagten Beschwerden
organisch
nicht
hinreichend nachweisbar
und der Schaden nicht adäquat kausal
seien. Da keine Unfallfolgen vorlägen, bestehe auch kein Anspruch auf weitere Geld
leistungen in Form einer Invalidenrente und/oder einer Integritätsentschädigung (Urk.
13/115). Hieran hielt die SUVA - nach erfolgter Einsprache des Versicher
ten
vom 2
8.
August 2014 (
Urk.
13/116
; ergänzende
Einsprachebegründung
vom 2
2.
Oktober 2014,
Urk.
13/122) - mit
Einspracheentscheid
vom
9.
Dezember 2014 fest (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am
2
2.
Januar 2015 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, der
Einspracheentscheid
sei aufzuheben und die Angelegenheit sei zur ergänzenden Abklärung und anschliessenden Neuverfügung an die Ver
waltung zurückzuweisen. Mit Beschwerdeantwort vom
5.
Mai 2015 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung
der Beschwerde
(
Urk.
11 unter Beilage ihrer Akten
, Urk. 12 und
Urk.
13/1-129), was dem Beschwerdeführer am
7.
Mai 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
14). Mit Eingabe vom 2
8.
Oktober 2015 nahm der Beschwerdeführer erneut Stellung und reichte weitere Unterlagen ein (Urk.
15 und
Urk.
16/1-6), woraufhin der Beschwerdegegnerin am 3
0.
Oktober 2015 Frist zur Stellungnahme angesetzt wurde (
Urk.
17). Die
Beschwerdegegne
rin
hielt mit Schreiben vom 1
1.
November 2015
am Antrag auf
Abweisung der Beschwerde fest (
Urk.
19),
was dem Beschwerdeführer am 13.
November 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
20).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin führte im angefochtenen
Einspracheentscheid
im We
sentlichen aus (
Urk.
2), es seien sämtliche Beschwerden abgeklärt worden. Der Beschwerdeführer habe keine gravierenden Verletzungen erlitten, ins
besondere auch keine strukturellen Läsionen an Wirbelsäule und Schädel, so dass auch eine neurologische Abklärung keinen pathologischen Befund ergeben hätte. Dass das neurologische Konsilium nicht habe stattfinden können, habe der Beschwerdeführer durch die Verletzung der Mitwirkungspflicht selbst zu ver
antworten. Von einer Weiterführung der ärztlichen Behandlung sei, gestützt auf die Kreisärztin, keine namhafte Verbesserung mehr zu erwarten
(
Urk.
2 S.
6)
. Die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule gehörenden Beeinträchtigungen seien zwar teilweise gegeben, träten aber im Vergleich zur ausgeprägten psychischen Problematik in den Hintergrund, so dass der adäquate Kausalzusammenhang unter dem Gesichts
punkt einer psy
chischen Fehlentwicklung nach Unf
all zu prüfen sei
.
Vorliegend habe es sich um einen mittelschweren Unfall gehandelt und dem Unfallereignis könne nach Prüfung der entsprechenden Kriterien keine massgebende Bedeutung für die Entstehung der psychischen Störungen beigemessen werden, weshalb der adä
quate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den psychischen Störun
gen zu verneinen sei (
Urk.
2 S. 8
ff.
).
1.2
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber in seiner Beschwerde im Wesentli
chen vor, dass der Tinnitus nicht abgeklärt worden sei. Auch habe der Beschwerdeführer das neurologische Konsilium aufg
rund der Unfallfolgen ver
passt
,
habe die Untersuchung inzwischen
aber
aus eigener Initiative nachgeholt. Auch die Abklärung der Schulterbeschwerden sei ungenügend.
Des Weiteren handle es
sich zweifellos um ein Unfal
lereignis im mittleren Bereich und
die Kriterien, so
insbesondere
die besondere Eindrücklichkeit und
die Erheblichkeit der Arbeitsunfähigkeit trotz
ausgewiesener zuverlässiger Anstrengungen, seien erfüllt. Die weiteren Kriterien, insbesondere die Schwere oder besondere Art der Verletzungen liessen sich aufgrund der unvollständigen Sachverhaltsabklärung nicht schlüssig
beantworten. D
iskutabel sei
auch eine ärztliche Fehlbehandlung in der
Klinik A._
(
Urk.
1).
1.3
Mit Beschwerdeantwort vom
5.
Mai 2015
konstatierte
die Beschwerdegegn
erin zur Hauptsache, dass
der Beschwerdeführer bereits vor dem Unfall an einem Tinnitus gelitten habe und dies gestützt auf den Bericht
von
Dr.
med.
B._
, Fachärztin FMH für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten, Hals- und
Gesichts
chirurgie
,
nicht als unfallursächliche Diagnose oder
teil-unfall
ursächli
che
Verschlimmerung zu beurteilen sei. Gestützt auf die kreisärztliche Beurtei
lung liege keine traumatische strukturelle Verletzung der linken Schulter vor (
Urk.
11 S. 6 f.). Des Weiteren sei dem Bericht von
Dr.
B._
zu entnehmen, dass eine zentral-vestibuläre Dysfunktion im Rahmen des
Zervikal
syndroms
zwar möglich sei, es sich aber aufgrund des fehlenden bildgebend nachgewiese
nen Substrates im Sinne einer strukturellen Verände
rung ebenfalls um eine organisch nicht nachweisbare Beeinträchtigung handle, die erfahrungs
gemäss auch psychisch ausgelöst werden könne (
Urk.
11 S. 7). Auch gestützt auf die eingereichte neurologische Beurteilung von
Dr.
C._
lägen keine strukturellen Unfallfolgen vor (
Urk.
11 S. 7).
Bei der
Adäquanz
prüfung
sei höchstens das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen zu bejahen, wobei dieses nicht besonders ausgeprägt erfüllt sei, womit die Adä
quanz der Beschwerden zu ver
neinen sei (
Urk.
11 S. 8 ff.).
1.4
Mit Stellungnahme vom 2
8.
Oktober 2015 (
Urk.
15
) hielt der Beschwerdeführer
dafür, dass der medizinische Endzustand im August 2014
noch nicht
erreicht
worden sei und
dies
selbst
im Oktober 2015
noch nicht der Fall
gewesen
sei
. Diese Entwicklung sei ber
eits im August 2014
voraussehbar gewesen, wobei es nicht der Beschwerdeführer zu vertreten habe, dass die gezielte Behandlung des Schwindels erst im Jahr 2015 erfolgt sei.
1.5
Die Beschwerdegegnerin brachte in der Stellungnahme vom 1
1.
November 2015 (
Urk.
19) dagegen vor, dass für die Beurteilung des Endzustandes lediglich der Abschluss der somatischen Behandlung massgebend sei, da die psychischen Beschwerden bereits kurz nach dem Unfall im Vordergrund gestanden hätten und die Adäquanzprüfung entsprechend nach der sogenannten Psycho-Praxis durchzuführen sei. Die Behandlung der Schwindel
beschwerden im Jahr 2015 zeitige
entsprechend keine Auswirkungen auf den Zeitpunkt der
Adäquanzbe
urteilung
.
2.
2.1
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
2.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
–
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.3
2.3.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
2.3.2
Die Beurteilung der Adäquanz in denjenigen Fällen, in denen die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule gehörenden Beein
trächtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zu einer ausgeprägten
psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten, ist nach der Pra
xis des Bundesgerichts nicht nach den für das Schleudertrauma in BGE 117 V 359 entwickelten Kriterien, sondern nach den in BGE 115 V 133 für psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall aufgestellten Kriterien vorzunehmen (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
, 123 V 98 E. 2a, RKUV 1995 Nr. U 221 S. 113 ff., SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 1; ferner BGE 134 V 109 E. 10.2 f.).
2.3.3
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergange
nen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzu
stellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus
versi
cherungsmässiger
Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinwei
sen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E.
5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
2.3.4
Bei der Einteilung der Unfälle mit psychischen Folgeschäden in leichte, mittel
schwere und schwere Unfälle ist nicht das Unfallerlebnis des Betroffenen mass
gebend, sondern das objektiv erfassbare Unfallereignis (vgl. BGE 120 V 352 E.
5b/
aa
, 115 V 133 E. 6; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2; RKUV 2005 Nr. U 549 S.
237, 1995 Nr. U 215 S. 91).
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder
als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine
Gesamt
würdigung
einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
körperliche Dauerschmerzen;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genü
gen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, wel
cher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr.
U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeits
unfä
higkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem
Einzelkri
terium
besonderes beziehungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittle
ren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzu
ordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auf
fal
lender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Wür
digung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfä
higkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S.
544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E.
2).
2.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozial
versiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
3.
3.1
Die ärztliche Erstbehandlung erfolgte am 1
8.
Mai 2013 in der Klinik für Unfall
chirurgie des
Z._
. Die Ärzte diagnostizierten in ihrem Bericht vom 1
8.
Mai 2013 1) ein
kranio
-zervikales
Beschleunigungstrauma nach Motorrad
unfall vom 1
7.
Mai 2013, 2) eine Unterarmkontusion links, 3) eine
Oberschenkel
kontusion
rechts und 4) eine
Thoraxkontusion
rechts (
Urk.
13/2).
Der Beschwerdeführer habe sich bei ihnen auf dem Notfall vorgestellt, nachdem es am Abend zuvor um ca. 21.30 Uhr zu einem Motorradunfall gekommen sei. Er berichte, mit dem Motorrad an einem Zebrastreifen gehalten zu haben, woraufhin es zu einem Auffahrunfall mit einem hinter ihm fahrenden grossen PKW gekommen sei. Er sei ca. 2 m weit geschleudert worden und sei auf der linken Körperhälfte zum Liegen gekommen. Direkt danach habe er aufstehen können. Er habe einen Helm getragen. Amnesie oder
Bewusstlosigkeit hätten keine b
estanden, initial habe er unter Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit gelitten. Erbrochen habe er gestern Abend und erneut heute Morgen. Akt
uell habe er nur Kopfschmerzen (
Urk.
13/2/1).
Es werde Mobilisation und Schmerzmedikation nach Massgabe der Beschwerden verordnet. Solange er
Tizanidin
einnehme
,
dürfe er weder Autofahren noch Alkohol konsumieren. Eine Verordnung für Physiotherapie zur Analgesie sei dem Beschwerdeführer mitgegeben worden. Bei zunehmenden Kopfschmerzen,
Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Seh- oder Hörstörungen sei sofort eine ärztliche Abklärung vorzunehmen. Er sei vom 1
9.
b
is zum 2
2.
Mai 2013 voll
umfänglich arbeitsunfähig (
Urk.
13/2/2).
3.2
Die weitere Behandlung
erfolgte durch
Dr.
med.
D._
,
Allgemeine Innere Medizin, welcher in seinem Bericht vom 1
3.
Juni 2013 1) ein
kranio
-zer
vikales Beschleunigungstraum und 2) ein mögliches posttraumatisches
Belas
tungssyndrom
als Diagnosen festhielt. Der Beschwerdeführer sei seit dem 1
8.
Mai 2013 vollumfänglich arbeitsunfähig (
Urk.
13/15).
3.3
Dr.
med.
E._
, Otorhinolaryngologie FMH, untersuchte den Beschwer
deführer am 1
2.
Juli 201
3.
In ihrem Bericht vom 3
1.
Juli 2013 notierte sie, dass der Beschwerdeführer seit dem Motorradunfall verschiedene Ein
schränkungen habe. Er berichte,
in ruhiger Situation liegend oder sitzend mit geschlossenen Augen das Gefühl zu haben, die Welt drehe sich um ihn. Wenn er die Augen öffne, sei dies nicht der Fall. Bei Bewegungen im Raum fühle er sich oft unsicher. Auch habe er häufig Ohrgeräusche, teilweise handle es sich dabei um ein pulsierendes Rauschen. Es gebe aber auch
tieffrequente
und hochfrequente kontinuierliche
Tinnitusvorkommnisse
. Die Schwindel seien unabhängig von der Bewegung, in der Regel träten sie in Ruhe auf. In den ersten vier Wochen nach dem Unfall seien sie ausgeprägt gewesen, jetzt nähmen sie ab (
Urk.
13/33).
Anamnestisch handle es sich nicht um einen gerichteten Schwindel, sondern um einen
ungerichteten
Trümmel
.
Dieser sei sicher nicht peripher vestibulär bedingt. Vielleicht bestehe auch noch eine gewisse Stresssymptomatik. Der Beschwerdeführer fühle
sich
zu müde, um sich wirklich bewegen zu können. Er beschreibe,
dass er
immer tiefer in die Inaktivität
sinke
. Bezüglich Hörvermögen und Gleichgewichtssystem sei keine organische Störung im ORL-Bereich vor
handen (
Urk.
13/33).
3.4
Dr.
med.
F._
, Radiologie FMH, führte am
2.
August 2013 eine
Magnetreso
nanz-Tomographie
der Halswirbelsäule (HWS) sagittal, axial nativ und nach intravenöser Kontrastmittelgabe durch. Er konstatierte, es b
estünden
eine
Osteo
chrondrose
C5/6 mässig bis mittelgradig
ossär
,
stenosierende
Uncovertebralar
th
r
osen
vor allem in Höhe C3/4 rechts und bilateral in Höhe C5/
6.
Es
liege
eine geringfügige bilaterale
Protrusion
der Bandscheibe C3/4
vor
. Eine traumatische Läsion sei nicht nachzuweisen. Es bestehe eine chronische oder
residuelle
Sinu
sitis
sphenoidalis
(
Urk.
13/35).
3.5
Dr.
med.
B._
, Fachärztin FMH für Ohren-, Nasen- und Halskrank
heiten, Hals- und Gesichtschirurgie, hielt in ihrem Bericht vom 28.
August 2013
(
Urk.
13/44)
fest, dass der subjektiv bereits vorbestehende
,
aber wenig störende Tinnitus beidseits von
Dr.
E._
und auch an der
Z._
-ORL-Klinik mehrmals beurteilt
und dem Beschwerdeführer in einem
Tinni
tuscouncelling
erklärt worden sei. Seit dem Unfall habe sich dieser Tinnitus zu einem Leidensdruck
mit hohem Stellenwert entwickelt, so dass er bei gleichzei
tig permanenten Kopfschmerzen schlechte Nachtruhe finde und oft wieder auf
wache. Der Tinnitus sei strukturell erklärbar durch die ihres Erachtens
vorbeste
hende
Hochtonhörminderung im Frequenzbereich von 4000-6000 Hertz beid
seits und lasse sich auch in diesem Bereich subjektiv 5-10 Hertz über der Hör
schwelle vergleichend lokalisieren. Dazu empfehle sie die früheren
Reintonau
diogramme
bei ORL-Fachärztin
Dr.
E._
oder an der HNO-Klinik
des
Z._
einzufordern, um die Innenohrfunktion vor und nach dem Unfallereignis bezüglich Verschlimmerung der strukturellen Gegebenheiten beurteilen zu kön
nen. Die heutige Hörschwelle beurteile sie bis auf die leichte Hochtonsenke mit einem Hörverlust von CPT-AMA-Tabelle rechts von 9
%
respektive links von 5
%
als alterskonform. Das
Tinnitusleiden
und die Verarbeitungsstrategie des Beschwerdeführers sei
en
multifaktoriell und abhängig von
muskulotendinösen
Verspannungen
,
Blockaden im HWS-Bereich,
und
auc
h der psychogenen Ver
fassung sowie
Kreislaufschwankungen. Der Beschwerdeführer beschreibe auch, dass
der Tinnitus
unter vermehrter muskulärer Belastung in seiner Intensität zunehme (
Urk.
13/44/4).
Betreffend d
i
e Schwindelbeschwerden, welche als kurze Drehschwindelattacken im Liegen und insbesondere in Dunkelheit und verstärkt durch Angst überlagert seien, müsse festgehalten werden, dass während der gesamten Untersuchung keine objektiven pathologischen Befunde des peripheren Gleichgewichtssystems feststellbar seien. Insbesondere reagierten beide Gleich
gewichtsorgane prompt und seitengleich. Auffällig sei der pathologische sensorische Organisationstest bezüglich der schlechten Verarbeitung der
vestibulospinalen
Reflexbahnen
sowie
die zentrale vestibuläre
Präponderanz
nach links im Pendelstuhl und in der kalorischen Reizprüfung
,
was
mögliche Hinweise für eine zentral-ves
tibuläre Dysfunktion im Rahmen des
Zervikalsyndroms
seien
(
Urk.
13/44/4).
Abschliessend möchte sie erwähnen, dass der Beschwerdeführer während der Untersuchung mehrfach den Tränen nahe seiner Verzweiflung Ausdruck gege
ben habe, dass er grosse Ängste zu seinem aktuellen Zustand und zur weiteren Prognose habe, da die eingeleitete Physiotherapie die Gesamtsituation betref
fend Tinnitus und
Cephalia
verschlechtert habe (
Urk.
13/44/4).
3.6
Der Beschwerdeführer hielt sich vom 1
5.
August bis zum 2
5.
September 2013
stationär
in der
Klinik A._
auf. Im Austrittsbericht vom 2
7.
September 2013 hielten die behandelnden Ärzte
die folgend
en
gekürzt aufgeführten Diag
nosen fest (
Urk.
13/57/1):
Unfall vom 1
7.
Mai 2013: Motorrollerunfall (Auffahrunfall durch PKW von hinten)
Kranio
-zervikales Beschleunigungstrauma
Unterarmkontusion links
Oberschenkelkontusion rechts
Thoraxkontusion
rechts
Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD
10 F43.22), zusätzlich Unfallalbträume
Verdacht auf arterielle Hypertonie
Als Probleme beim Austritt notierten sie 1) eine erhebliche
Symptomauswei
tung
, 2) belastungs- und bewegungsverstärkte HWS-Schmerzen, Kopfschmerzen und Schwindelbeschwerden, 3) deutliche Bewegungseinschränkung der HWS, im Verlauf mässig gebessert, 4) Schlafstörungen, Sorgen und 5) intermittierend erhöhte Blutdruckwerte
(Urk.
13/57/2).
Bezüglich Arbeitsfähigkeit, Zumutbarkeit und Eingliederungsperspektive hielten die Ärzte fest, dass eine erhebliche Symptomausweitung beobachtet worden sei. Infolge Selbstlimitierung hätten die zu erwartenden Verbesserungen betreffend Funktion und Belastbarkeit nicht erreicht werden können. Die Resultate der physischen Leistungstests seien deshalb für die Beurteilung der zumutbaren körperlichen Belastbarkeit nur teilweise verwertbar. Das Ausmass der de
mon
strierten physischen Einschränkungen liesse sich mit den objektivierbaren patho
logischen Befunde
n
der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärung sowie den Diagnosen nur ungenügend erklären. Aufgrund seines Berufes als Buschauffeur dränge sich eine genauere psychiatrische Abklärung auf, um die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer
Sicht bestimmen zu könne
n
. Dies sei mit dem Beschwerdeführer so besprochen worden
und
er habe dies so angenommen. Ebenso müsse beachtet werden, dass der Beschwerdeführer zum aktuellen Zeitpunkt noch
Remeron
30 mg einnehme (vom Hausarzt verordnet). Die bei der Einnahme von Antidepressiva mit sedierender Komponente mög
licherweise verminderte Reaktionszeit müsse bezüglich des Führens von Kraft
fahrzeugen beachtet werden. Der Beschwerdeführer sehe sich selbst aufgrund von Schwindel, Erschöpfung, Kopfschmerzen sowie
Konzentrationsstörungen aktuell
nicht als arbeitsfähig (
Urk.
13/57/2).
Die angestammte Tätigkeit als Buschauffeur sei (aktuell) noch nicht zumutbar. Das psychophysische Anforderungsprofil sei zu hoch.
Die ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit liege bezogen auf die bisherige Tätigkeit bei 100
%
seit dem 2
6.
September 2013 (
Urk.
13/57/2 f.).
Die Zumutbarkeit für eine andere Tätigkeit werde aktuell noch nicht festgelegt, da die medizinische Phase noch andauere. Sie empfählen ab Mitte/Ende Oktober
einen Arbeitsversuch angepasst halbtags (leichte Tätigkeit, wechselbelastend, ohne längerdauernde Zwangshaltungen der HWS). Der Case Manager der
Y._
habe eine solche angepasste Tätigkeit in Aussicht gestellt (
Urk.
13/57/2).
3.7
Die Kreisärztin
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Chirurgie FMH, unter
suchte den Beschwerdeführer am 1
5.
Mai 2014 und notierte im gleichentags erstellten Bericht als Diagnosen
1)
der Beschwerdeführer sei psychisch auffällig mit
Somatisierungstendenz
und
2)
es liege ein Status nach Motorradunfall vom 1
7.
Mai 2013 ohne nachweisbare strukturelle
Traumafolge
vor (
Urk.
13/87/7).
Bei der klinischen Untersuchung präsentiere sich der Beschwerdeführer zur Per
son, Ort, Zeit und Situation orientiert. Im inhaltlichen Gedankengang sei er jedoch noch voll auf den Unfall und die ungerechte Behandlung fixiert. Er gebe sehr ausschweifend über seine Beschwerden, den Unfallhergang und die unge
rechte Behandlung Auskunft. Die heute erhobenen Befunde seien im Grunde genommen identisch mit denen, welche beim Austritt aus der
Klinik A._
erhoben worden seien. Während der klinischen Untersuchung verhalte er sich sehr passiv und limitiere sich selbst, obwohl vor und während der
Anam
neseerhebung
in der Beobachtung der Bewegungsablauf zum Teil problemlos erfolgt sei. Die passive Beweglichkeit des Nackens habe nicht geprüft werden können, da er sofort dagegen gespannt
und vermehrt Schmerzen und Schwindel angegeben habe. Die passive Beweglichkeit der Schulter habe problemlos geprüft werden können und sei im Seitenvergleich frei gewesen (
Urk.
13/87/8).
Insgesamt seien aus somatischer Sicht aufgrund der klinischen Untersuchung, der Beobachtung und der vorliegenden Röntgen-/MRI-Diagnostik die fortbeste
henden Beschwerden bei fehlendem strukturellen Korrelat nicht erklärbar. Vor dem Abschluss empfehle sie noch die Durchführung eines neurologischen
Kon
sils
zur Beurteilung der Kopfschmerzen bezüglich Ätiologie und Kausalität (
Urk.
13/87/8).
3.8
Am
3.
Juni 2014 führte
Dr.
med.
H._
, Facharzt Radiolo
gie/
Neuro
radiologie
FMH, ein
Arthro
-MRT der linken Schulter des Beschwer
deführers durch
(
Urk.
13/99)
. Er konstatierte, dass die
Rotatorensehnen
intakt
,
mit fraglicher
intratendinöser
Partialruptur der
Subscapularissehne
und nicht eindeutig pathologisch seien. Es bestünden oberflächliche
bursaseitige
Abrasio
nen
der
Supraspinatussehne
mit begleitender Bursitis, ein umschriebener Sehnenriss liege nicht vor. Das
anterosuperiore
Labrum sei etwas irregulär abgebildet, es liege auch hier kein eindeutig pathologischer Befund vor.
Es bestünden allenfalls klinische
Hinweise für eine SLAP-Läsion.
3.9
Vom 2
4.
Februar bis zum
9.
Mai 2014 befand sich der Beschwerdeführer in der tagesklinischen Rehabilitationsbehandlung im
I._
,
J._
. Die behandelnden
Ärzte
und Psychologen
hielten in ihrem Bericht vom
2.
Juli 2014 folgende Diagnosen fest (
Urk.
13/105/1):
Mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
Status nach HWS-Distorsion (S13.4) mit/bei
Status nach Unfall am 1
7.
Mai 2013
Eventuell Fraktur linker Ellbogen
Commotio cerebri (Patientenangaben)
Tinnitus (H93.1)
Der Beschwerdeführer sei am
9.
Mai 2014 in leicht gebesserten Zustand aus der tagesklinischen Rehabilitationsbehandlung entlassen worden und sei weiterhin vollumfänglich arbeitsunfähig. Die Depression habe mässig reduziert werden können. Es sei zu keiner generellen Reduktion der Schmerzen gekommen, aber zu einer Verbesserung in Bezug auf den Umgang mit Schmerzen. Auf die psy
chische Befindlichkeit hätten sich die Tagesstruktur sowie die einzel- und gruppen
therapeutischen Gespräche positiv ausgewirkt. Damit der Beschwerde
führer möglichst bald in die Berufstätigkeit als Buschauffeur einsteigen könne, brauche es weitere intensive Behandlung. Aus diesem Grund würden sie die Verlängerung des tagesklinischen Rehabilitationsprogrammes befürworten. Ziele des Programms seien die weitere Reduktion der Depression, die Verbesserung der Schmerzbewältigung sowie die Vorbereitung auf den Berufseinstieg (
Urk.
13/105/4).
3.10
Die Kreisärztin
Dr.
G._
konstatierte in ihrem Bericht vom 1
5.
Juli 2014 im Wesentlichen,
dass anhand der bildgebend durchgeführten Diagnostik keine traumatische strukturelle Läsion habe nachgewiesen werden können und
die beklagten Beschwerden gestützt auf die Untersuchung vom 1
5.
Mai 2014
aus klinischer Sicht
nicht erklärbar
seien
. Der Beschwerdeführer verhalte sich während der Untersuchung sehr passiv und limitiere sich selbst, obwohl
der Bewegungsablauf
vor und während der Anamneseerhebung in der Beobachtung zum Teil problemlos erfolge. Während der Kreisarztuntersuchung sei er psy
chisch sehr auffällig (
Urk.
13/108/2).
Aus somatischer Sicht sei bei fehlender traumatischer struktureller Verletzung eine Behandlung der subjektiv beklagten Schmerzen unmöglich, so dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte Verbesserung erreicht werde. Die objektiven Befunde der kreisärztlichen Untersuchung seien kongruent mit den Eintritts- und Austrittsbefunden der
Klinik A._
, so dass sich innerhalb von 7-8 Monaten trotz regelmässiger Physiotherapie keine objektive Veränderung der somatischen Befunde ergeben habe, so dass es auch durch Weiterführung der Physiotherapie zu keiner Verbesserung der Gesamtsituation
kommen werde, da an sich keine traumatischen strukturellen Verletzungen vorlägen (
Urk.
13/108/2).
3.11
Mit Schreiben vom 2
4.
Juli 2014 nahm die Kreisärztin
Dr.
G._
Stellung zur Kausalität der Beschwerden in der linken Schulter (
Urk.
13/110). Sie führte aus, dass anhand der vorliegenden Unterlagen die fortbestehenden beklagten
Schul
terbeschwerden
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr unfallkausal seien. Im durchgeführten
Arthro
-MRI der linken Schulter sei keine strukturelle traumatische Verletzung nachweisbar. Die dokumentierte
intratendinöse
Partial
ruptur
der
Subscapularissehne
bzw. die
Abrasionen
der
Supraspinatus
sehne
und die irreguläre Abbildung des Labrums entsprächen degenerativen Verände
rungen, welche nicht mit der geforderten überwiegenden Wahrschein
lichkeit auf das Unfallereignis zurückzuführen seien. Des Weiteren habe im Rahmen der kreisärztlichen Untersuchung passiv eine freie Beweglichkeit der linken Schulter dokumentiert werden können, sodass man aufgrund des
Arthro
-MRI-Befundes und der klinischen Untersuchung davon ausgehen könne, dass aus somatischer Sicht keine traumatische strukturelle Verletzung der linken Schulter vorliege. Sollte es beim Unfallereignis zu
einer Prellung/Zerrung gekommen sein, seien diese Beschwerden ohne strukturelles Korrelat aus medi
zinischer Sicht längstens folgenlos abgeheilt. Die derzeit subjektiven Beschwer
den des Beschwerdeführers sähe sie eher im Rahmen der psychischen Vulnera
bilität mit
Somatisierungs
tendenz
(
Urk.
13/110/2).
4.
Zu prüfen ist, ob
die Beschwerdegegnerin genügende Abklärungen vornahm,
der Fallabschluss per 3
1.
August 2014 verfrüht erfolgte und darüber hinaus noch organisch objektiv ausgewiesene Unfallfolgen feststellbar gewesen
sind
.
4.
1
Der Zeitpunkt des allfälligen Fallabschlusses
- und damit der in diesem Zusam
menhang gegebenenfalls vorzunehmenden Adäquanzpr
üfung - ist dann gege
ben, „wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des - unfallbedingt beeinträchtigten - Gesundheitszustands mehr erwartet werden kann“ (BGE 137 V 199 E. 2.2.3
.1). Entscheidend ist die Präzi
sierung „unfallbedingt“: Nicht jede noch festgestellte Behandlungsbedürftigkeit genügt zum Hinausschieben des Fallabschlusses; wäre dies der Fall, so würden bis zur vollständigen Genesung Leistungen erb
racht, dies auch für die Behand
lung von Beschwerden, die sich bei rechtzeitig erfolgter Adäquanzprüfung als gar nicht unfallbedingt erwiesen hätten.
4.
2
Dr.
G._
stellte
in ihrem Bericht vom 2
4.
Juli 2014
(E. 3.11) ausführlich dar
, da
ss
die fortbestehenden beklagten Schulterbeschwerden
gestützt auf ihre Untersuchung vom 1
5.
Mai 2014
(E. 3.7)
als auch des
Arthro
-MRI vom
3.
Juni
2014 (E.
3.8) nicht unfallkausal
,
sondern degenerativ bedingt seien. Dafür spricht auch, dass weder die erstbehandelnden Ärzte des
Z._
noch
der weiter
behandelnde
Dr.
D
._
schulterspezifische Diagnosen oder Beschwerden auflisteten
(E. 3.1 und E. 3.2
). Zusammenfassend sind die vom Beschwerde
führer beklagten Schulterbeschwerden hinreichend abgeklärt und nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfallkausal.
4.
3
Bezüglich des neurologischen Gesundheitszustandes ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer am 2
2.
Mai 2014 darüber in Kenntnis setzte (
Urk.
13/90), dass er für ein neurologisches Konsilium angemel
det worden sei. Nachdem der Beschwerdeführer den ersten Termin am
4.
Juni 2014 nicht wahrgenommen hatte
,
wurde ihm ein neuer Termin am 1
8.
Juni 2014 um 16.40 Uhr angeboten (Schreiben vom
4.
Juni 2014,
Urk.
13/94). Die Beschwerdegegnerin wies den Beschwerdeführer mit Einschreiben vom 6.
Juni 2014 auf seine Mitwirkungspflicht hin sowie
,
dass deren Nichterfüllen dazu führen würde, dass aufgrund der Akten entschieden werde (
Urk.
13/96). In der Folge nahm der Beschwerdeführer auch den zweiten Termin nicht wahr, da er verschlafen habe (
Urk.
13/101). Die Beschwerdegegnerin entschied so
mit zu Recht aufgrund der Akten bzw. der Beurteilung von
Dr.
G._
vom 1
5.
Juli 2014, worin sie strukturelle Unfallfolgen verneinte (E. 3.10).
Auch
die vom Beschwerdeführer auf eigene Initiative nachgeholte neurologi
sche Untersuchung
bei
Dr.
med.
C._
, FMH Neurologie, vom 1
0.
No
vember 2014
lässt darauf schliessen, dass keine strukturellen Unfallfolgen vorliegen
(
Urk.
3/4):
Dr.
C._
hielt dafür, dass der Beschwerdeführer vor dem Hintergrund der durch die Kollegen der Psychiatrie diagnostizierten
arbeitsein
schränkenden
Depression mit Verdacht auf
Somatisierungstendenz
ein per
sistierendes linksbetontes zervikales bis
zervikozephales
Syndrom (ohne Korre
lat in der Bildgebung) sowie weitere multiple Beschwerden beklage, die teilweise die Arbeitshypothese einer
Somatisierungstendenz
unterstützen würden. Neurologisch-klinisch finde er bis auf eine schmerzhafte eingeschränkte HWS-Beweglichkeit keine Auffälligkeiten, insbesondere keine Zeichen einer zervika
len Myelopathie. Weitere neurologische Abklärungen seien aus seiner Sicht nicht notwendig, die Therapie sollte seines Erachtens in erster Linie durch die behandelnden Psychiater festgelegt
werden.
Der neurologische Gesundheitszustand ist damit
so oder anders
rechtsgenüglich
abgeklärt und es ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass strukturelle Unfallfolgen vorliegen.
4.
4
Der Bes
chwerdeführer litt gemäss eigenen Angaben bereits vor dem Unfall an einem Tinnitus und wurde nach dem Unfall von
Dr.
B._
am 2
8.
August 2013
untersucht (E
. 3.5
). Nachdem der Beschwerdeführer gerügt hatte, dass der Tinnitus zu wenig abgeklärt wurde (
Urk.
1) holte die Beschwerdegegnerin erneut eine Stellungnahme von
Dr.
B._
ein (
Urk.
11,
Urk.
12).
Dr.
B._
führte in ihrer Stellungnahme vom 1
9.
April 2015
aus, dass der Beschwerdeführer bereits am 2
6.
September 2011 von
Dr.
E._
bezüglich seines damals störenden Tinnitus
otologisch
beraten und abgeklärt wurde und in der Folge auch eine Tinnitus-Beratung am
Z._
beanspruchte
(
Urk.
12 S. 1)
.
Aufgrund ihrer audiometrischen Messungen vom 2
7.
August 2013 habe sich eine isolierte Hochtonsenke beidseits bei 4‘000 Hz bestätigt, welche den frühe
ren Messungen von
Dr.
E._
entspreche. Entsprechend sei sie der Meinung, dass
durch das Unfallereignis
kein
neuer
organischer Schaden
am Innenohr a
ufgetreten od
er strukturell nachweisbar sei. Der Tinnitus sei aus medizinischer Sicht als nicht unwesentlicher und vorbelastender Krankheitszustand zu gewichten und sei auch bei jeglichen erneuten Beeinträchtigungen des
Allge
meinzustandes
als vorbestehende, psychosomatische funktionelle Störung im Sinne einer Tinnitus-Aggravation zu erwarten, dabei sei der Tinnitus in seiner Verschlimmerung auf jegliche äusseren stressverursachenden (sei dies
krank
heitsursächlich
oder unfallursächlich) Veränderungen reagierend. Insbesondere unter einer zunehmend depressiven Verarbeitungsstörung sei auch die Tinnitus-Bewältigungsstrategie äusserst ineffizient und eine Tinnitus-Verschlimmerung
sei oft
geradezu präjudiziert. Werde der Tinnitus also als unfallähnliche Ver
schlimmerung beklagt, so müsse dagegen gehalten werden, dass diese Sympto
matik ebenso l
abil vorbestanden habe und
den Angaben des Beschwerdeführers im Untersuchungsgespräch vom 2
7.
August 2013
entsprechend
teilweise den persönlichen Alltag vor dem Unfallereignis
fluktuativ
beeinträchtig
t
habe und der Tinnitus zeitnah zum Unfall nicht
aggraviert
thematisiert worden sei. Der
Tinnitus sei dazumal unfallursä
c
h
lich nicht als schwere
persönlichkeitsbeein
trächtigende
Symptomatik beklagt worden. Der Beschwerdeführer habe explizit gesagt, dass er sich an den Tinnitus gewöhnt habe und ihn nicht fürchte. In diesem Sinne beurteile sie die
Tinnitussymptomatik
nicht als
unfallursächliche Diagnose
oder teil-unfallursächlich weg
weisende Verschlimmerung und habe keinen Integritätsschaden an
erkannt (
Urk.
12
).
Die Ausführungen von
Dr.
B._
beruhen
auf
ihrer Untersuchung vom 28.
August 2013 (E. 3.5), sind schlüssig
, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei und
es sprechen
keine Indi
zien gegen ihre Zuverlässigkeit, womit ihren Ausführungen Beweiswert zukommt
(vgl. E. 2.4)
. Des Weiteren blieben s
ie auch seitens des Beschwerdeführers unbestritten (vgl.
Urk.
15).
Damit ist der Tinnitus hinreichend abgeklärt und als nicht unfallursächlich zu qualifizieren.
4.
5
Der Beschwerdeführer brachte mit Eingabe vom 2
8.
Oktober 2015 vor, dass
ins
besondere die rezidivierend auftretenden Schwindelepisoden dem Fallabschluss per 3
1.
August 2014 entgegengestanden hätten (
Urk.
15).
Die Schwindelbeschwerden wurden von
Dr.
B._
ebenfalls abgeklärt und sie hielt in ihrem Bericht vom 2
8.
August 2013 fest, dass während der Untersu
chung keine objektiven pathologischen Befunde des peripheren
Gleichge
wichtssystems
feststellbar seien. Es bestünden mögliche Hinweise bezüglich einer zentral-vestibulären Dysfunktion im Rahmen des
Zervikalsyndroms
(
Urk.
13/44/4). Entsprechend hielt die Kreisärztin
Dr.
G._
dafür, dass
die beklagten Beschwerden nicht erklärbar seien und aus somatischer Sicht bei fehlender traumatischer struktureller Verletzung keine namhafte Verbesserung mehr erreicht werde (
Urk.
13/108/2).
Auch die vom Beschwerdeführer nachträglich eingereichten Arztberichte des Interdisziplinären Zentrums für Schwindel und Gleichgewichtsstörungen des
Z._
vom 1
6.
März, 1
0.
Juni und 2
9.
September 2015 (
Urk.
16/1-3) zeigten durchwegs unauffällige objektive Befunde
.
Im Übrigen wurden die organisch nicht erklärbaren Schwindelbeschwerden
- soweit aus den Akten ersichtlich - am Interdisziplinären Zentrum für Schwindel und Gleichgewichtsstörungen nicht behandelt, sondern remittierten zwischen der Erstkonsultation vom 9.
März
und der
Kontrolle vom 1
0.
Juni 2015 ohne spezifische Behandlung (
Urk.
16/1 S. 2 f.;
Urk.
16/2).
4.6
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt
rechtsgenüglich
abgeklärt und gestützt auf die medizinischen Akten zutreffend erkannt, dass bei Fallabschluss am 3
1.
August 2014 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen bzw. strukturellen Läsionen mehr bestanden (
Urk.
11 S. 6 ff.).
Behandlungsbedürftige psychische
Gesund
heitsschäden
stellen bei der „Psycho-Praxis“ kein Hindernis für den
Fallab
schluss
dar (vgl.
Rumo-Jungo
/Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4.
Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, S. 144; vgl. folgend E. 5.1).
Entsprechend ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin den Fall per 3
1.
August 2014 abge
schlossen und die vorübergehenden Leistungen eingestellt hat
(Urk.
13/115)
.
5.
Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Rente und/oder eine Integritätsentschädigung hat
. Mit dem Fallabschluss ist daher zu prüfen, ob ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall des Beschwerde
führers und
den noch vorhandenen
Beschwerden vorliegt.
5.1
Unbestrittenermassen ist die Adäquanz unter dem Gesichtspunkt einer psychi
schen Fehlentwicklung nach Unfall (BGE 115 V 133, sog. Psycho-Praxis) zu beurteilen, da bereits kurze Zeit nach dem Unfall die zum typischen
Beschwer
debild
eines Schleudertraumas gehörenden Beeinträchtigungen im Vergleich zur ausgeprägten psychischen Problematik in den Hinte
rgrund getreten sind (vgl.
E.
1.1 und E. 1.2
).
5.2
Die Unfallschwere ist aufgrund des objektiv fassbaren und nicht aufgrund des subjektiven Unfallerlebnisses des Beschwerdeführers zu beurteilen. Aufgrund der Aktenlage
(vgl. Ausführliche Unfallmeldung vom 1
0.
Juni 2013,
Urk.
13/13; Polizeirapport vom 2
5.
Juni 2013,
Urk.
13/37)
als auch unter Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
(vgl.
Rumo-Jungo
/Holzer, Rechtspre
chung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung,
4.
Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, S.
61 ff.)
handelt es sich
maximal um einen mittelsc
hweren Unfall im engeren Sinne, was seitens der Pa
rteien unbestritten blieb (E. 1.1, E. 1.2
).
5.3
Bei im engeren Sinne mittelschweren Unfällen müssen drei der massgeblichen Kriterien oder eines der Kriterien ausgeprägt erfüllt sein um den adäquaten Kausalzusammenhang zu bejahen (Urteil des Bundesgerichts 8C_897/2009 vom 2
9.
Januar 2010 E. 4.5
; vgl. E. 2.3.4
).
5.3.1
Ob
besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklich
keit des Unfalls vorliegen, beurteilt sich objektiv und nicht aufgrund des sub
jektiven Empfindens
beziehungsweise
Angstgefühls der versicherten Person. Zu beachten ist, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Ein
drücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteri
ums ausreichen kann. Es wird nur das Unfallgeschehen an sich und nicht die dabei erlittene Verletzung betrachtet. Der nachfolgende Heilungsprozess wird bei diesem Kriterium nicht einbezogen (Urteil des Bundesgerichts 8C_372/2013 vom 2
8.
Oktober 2013 E. 7 m
it Hinweisen auf nicht
publ
. E.
3.5.1 des Urteils
BGE 137 V 199
; SVR 2013 UV Nr. 3 S. 7 E. 6.1 sowie Urteil 8C_15/2013 vom 24. Mai 2013 E. 7.1)
.
Im Polizeirapport wurde folgender Sachverhalt festgehalten: Der Beschwerde
führer habe am Fussgängerstreifen angehalten, um einem wartenden Fuss
gänger den Vortritt zu
gewähren
. Der hinter ihm fahrende Automobilist habe dies zu spät bemerkt und sei gegen das Heck des vom Beschwerdeführer gelenkten Rollers gefahren (
Urk.
13/37/4)
. Der Beschwerdeführer gab anlässlich der Besprechung vom 2
4.
Juni 2013 an, dass das Motorrad noch fahrtauglich gewesen sei und er in langsamen Tempo nach Hause gefahren sei (Urk.
13/16/2).
In einem ähnlich gelagerten Fall verneinte das Bundesgericht
das Kriterium
der be
s
o
n
der
s
dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit bezüglich eines Unfalls, bei welchem der
Lenker eines Renn
rades von einem aus einer Querstrasse einmündenden, nicht vortrittsberechtigten Personenwagen a
ngefahren und zu Boden geworfen wurde
(Urteil des Bundesgerichts 8C_498/2011 vom
3.
Mai 2012 Sachverhalt A und E. 6.2.3)
.
Entsprechend verneinte die Beschwerdegegnerin das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls zu Recht.
5.3.2
Die Beschwerdegegnerin verneinte mit Blick auf die im Bericht der
Kli
nik für Unfallchirurgie des
Z._
vom 1
8.
Mai 2013 gestellten Diagnosen
(vgl. E. 3.1) als auch des weiteren Verlaufs (E. 3.2 ff.)
zu Recht das Vorliegen schwerer oder besonders gea
rteter Verletzungen
.
5.3.3
In Bezug auf das Kriterium des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit ist festz
uhalten, dass die Arbeitsunfähigkeit bereits nach kurzer Zeit im Wesentlichen nicht
mehr
physisch sondern psychisch bedingt war. So wurde bereits im Austrittsbericht der
Klinik A._
vom 27.
Sep
tember 2013
festgehalten, dass die Resultate der physischen
Leistungs
tests
für die Beurteilung der zumutbaren körperlichen Belastbarkeit nur teil
weise verwertbar seien und sich das Ausmass der demonstrierten Ein
schränkungen nur ungenügend mit den objektivierbaren pathologischen Befun
den der klini
schen Untersuchung und bildgebende
n Abklärungen sowie Diag
nosen erklären lasse. Aufgrund des Berufs als Buschauffeur dränge sich
eine genauere
psy
chiatrische Abklärung auf um die Arbeitsfähigkeit aus psychiatri
scher Sicht bestimmen zu können (
Urk.
13/57/2). Damit ist dieses Kriterium ebenfalls zu verneinen.
5.3.4
D
ie als körperlich imponierenden, organisch jedoch nicht hinreichend erklärba
ren Beschwerden sind bei einer Prüfung der Adäquanz nach BGE 115 V 133
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
nicht in
die Beurteilung einzube
ziehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_825/2008 vom
9.
April 2009 E.
4.6). Die nach dem Unfall organisch nachgewiesenen Unfallfolgen verur
sachen keine Dauerbeschwerden (vgl. E. 3.1 ff.
und E. 4
).
5.3.5
Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmer
te, ist offensichtlich nicht gegeben.
Die Beschwerdegegnerin verneinte auch das Vorliegen der übrigen Kriterien. Dies ist nicht zu beanstanden und es kann auf die entsprechenden Erwägungen verwiesen werden (
Urk.
11 S. 8 ff.
, insbesondere E. 6.2.5 und E. 6.2.8
).
5.4
Zusammenfassend liegen weder drei erfüllte Kriterien noch ein Kriterium in ausge
prägter Weise vor, so dass die
Beschwerdegegnerin zu Recht die Adäquanz zwischen dem Unfallereignis vom 1
7.
Mai 2013 und den geklagten Beschwer
den verneint
hat
.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich damit als rechtens und die Beschwerde ist abzuweisen.