Decision ID: 1a1e6ba9-44bd-44ca-a3a9-9c04c7556ec4
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1965,
meldete sich am 3. Juni 2014
u
nter Hinweis auf
un
fallbedingte
Schulter
beschwerden bei der Invalidenversicher
ung zum Leistungs
bezug an (Urk. 9/4
= Urk. 9/63/54-60
; vgl. Urk. 9/8/19 = Urk. 9/8/20
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und zog Akten der Unfallversicherung bei (Urk. 9/8; Urk. 9/32). Die IV-Stelle teilte dem Beschwerdeführer am 15. September 2014 mit,
aufgrund seines aktuellen Gesundheitszustandes und der unklaren weiteren ge
sundheitlichen Entwicklung seien derzeit keine beruflichen Massnahmen möglich
(
Urk.
9/17 =
Urk.
9/32/73-74
= Urk. 9/63/76-77
)
.
Der Versicherte ersuchte
die IV-Stelle
am 19. März 2015 um erneute Prüfung
von
beruflichen Massnahmen (Urk. 9/27).
In der Folge teilte die
IV-Stelle dem Be
schwer
de
führer am 9. März 2016 den Abschluss der IV-Berufsberatung mit, da
er
per
1.
März 2016
bei der Firma
Y._
eine unbefristete Festan
stellung als Sachbearbeiter Technik erhalten habe
,
w
omit keine Eingliederungs
massnahmen mehr notwendig seien und er rentenausschliessend eingegliedert sei (Urk. 9/42
= Urk. 9/63/159-160
; vgl. Urk. 9/39
= Urk. 9/63/151-154
).
Der Beschwerdeführer meldete sich am 3. November
2016 unter Hinweis auf Schmerzen im rechten Bein erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (Urk. 9/44
= Urk. 9/63/167-174
).
Die IV-Stelle klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und zog Akten der Krankentaggeldversicherung bei (U
rk. 9/53; Urk. 9/63; Urk. 9/65)
.
N
ach
ergangenem Vorbescheid (Urk. 9/67
)
wies die IV-Stelle
das Leistungsbegehren des Versicherten
mit Verfügung vom 17. Januar 2018 (Urk. 9/70
= Urk. 2)
ab.
2.
Der
Versicherte erhob am
14. Februar 2018
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
17. Januar 2018
(Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihm eine ganze Rente
zuzusprechen, eventuell sei
en ihm berufliche Eingliederungsmass
nahmen zu gewähren, subeventuell sei die Angelegenheit zur näheren Abklärung des rechtserheb
lichen medizinischen
Sachverhalts, insbesondere zur Arbeitsfä
higkeit, an die IV-Stelle zurückzuweisen
(Urk.
1 S. 2 Ziff. 1-3
).
Zudem ersuchte der Beschwerdeführer um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung (Urk. 1 S. 2 unten).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
9. April
2018
(Urk.
8
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
23. April 2018
zur Kenntnis gebracht (Urk.
10
).
Mit Eingabe vom 16. August
2018 (Urk. 11) reichte der Beschwerdeführer weitere Unterlagen (Urk. 12/1-6) ein.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) aus, dass der Beschwerdeführer nach dem Abschluss der Berufsberatung eine Stelle als Sachbearbeiter Technik
bei der
Y._
angetreten habe und wieder ein rentenausschliessendes Einkommen habe erzielen können. Nach einer erneu
ten Operation im Juli 2016
habe sich der Beschwerdeführer
im November 2016
wieder
zur Prüfung seines Leistungsanspruches angemeldet.
Die medizinischen Abklärungen seien mit der Taggeldversicherung koordiniert worden. Deren
Gut
achten
habe ergeben, dass seit Juli 2017 wieder eine 80%ige Arbeitsfähigkeit im angestammten Arbeitsbereich vorliege (100%-Pensum mit Leistungsminderung von rund 20 %). Er sei damit in der Lage, wieder ein rentenausschliessendes Ein
kommen zu erzielen, weshalb keine Invalidität im Sinnes des Gesetzes vorliege und kein Anspruch auf berufliche Massnahmen und Rente entstehe (S. 1 unten).
2.2
Der Beschwerdeführer
machte
demgegenüber
geltend
(Urk. 1), dass er seit Juli 2016 und bis auf Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig sei
(S. 7
Rz
16). D
ie Beschwer
degegnerin habe keine eigenen medizinischen Abklärungen in Auftrag gegeben, sondern habe sich einzig auf das Gutachten zuhanden der Krankentaggeldversi
cherung gestützt. Selbst aus dem Gutachten gehe hervor, dass die Ursache der einschränkenden Beinbeschwerden nicht geklärt sei und eine
angiologische
Ab
klärung erfolg
en sollte.
Im Weiteren sei eine stationäre Rehabilitation empfohlen worden. Gegen das Gutachten sprächen die Berichte der behandelnden Ärzte. Während die Arbeitsunfähigkeit mit umfassenden, begründeten Berichten belegt worden sei, sei
en
die Abklärung
en
betreffend die Ausstrahlungen in die Beine in vollem Gange. Bei dieser Ausgangslage sei für die Beurteilung der Frage der zu
künftigen Rente sicherlich der Verlauf der Abklärungen abzuwarten. Für die bis
herige Phase sei eine Rente in jedem Fall geschuldet (S. 9 f.
Rz
21)
.
Zwischenzeit
lich erachte er sich seit
1.
August 2018 als grundsätzlich wieder arbeitsfähig (
Urk.
1
1
S. 1)
.
3.
3.1
Dr. med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte in seinem Bericht vom 17. August 2014 (Urk. 9/16
= Urk. 9/63/71-75
) aus, dass er den Be
schwerdeführer seit 1992 behandle (Ziff. 1.2), und nannte eine seit 1992 beste
hende posttraumatische
Omarthrose
der Schulter links mit Restinstabilität und
Axillaris
p
arese
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1).
Der Beschwerdeführer könne die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Schlosser nicht mehr ausüben, mit der linken Hand und dem linken Arm könne er nur noch ganz leichte Tätigkeiten ausführen (Ziff. 1.6-1.7). Eine Besserung der Situation sei kaum zu erwarten (Ziff. 1.4). Eine Umschulung sei notwendig (S. 5).
3.2
Ein Arzt der
A._
,
Muskulo
-Skelettal Zentrum, Orthopädie Obere Extremitäten,
nannte in seinem Bericht vom 14. Januar 2015 (Urk. 9/25/6-8)
fol
gende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
posttraumatische
Omarthrose
Schulter links mit Restinstabilität
und
Axil
l
arisp
arese
nach
-
Erstluxation
1992, Snowboard mit
Axillarisp
arese
-
Nervenrekonstruktion 1993
-
arthroskopische
Stabilisierung 2008
-
offene Stabilisierung nach
Latarjet
2013
-
Entfernung eines angebrochenen Spickdrahtes März 2013
Eine Infiltration habe die Schmerzen nicht verändert (Ziff. 1.5). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Metallbauschlosser bestehe eine 100%ige Arbeit
sunfä
higkeit (Ziff. 1.6). Ab dem
17. Februar 2015 werde
die Implantation einer inver
sen Prothese geplant, die eine Schmerzreduktion und eine Wiederaufnahme der Funktion zum Ziel habe. Eine Wiederaufnahme der Arbeit als Schlosser sei jedoch ausgeschlossen (Ziff. 1.3, Ziff. 1.8). Zumutbar seien angepasste sitzende, stehende und wechselbelastende Tätigkeiten ohne Gehen auf unebenem Gelände, ohne Überkopfarbeiten, ohne Heben und Tragen sowie ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten (S. 2 f.).
3.3
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Neurochirurgie,
C._
, berich
tete am 16. August 2016 (Urk. 9/53/8 = Urk. 9/63/195) über die b
eim Beschwer
deführer am 26. Juli 2016 aufgrund eines
lumboradikuläre
n
Schmerzsyndroms L5 rechts bei
foraminal
-lateraler Diskushernie L5/S1 rechts und einem Zustand nach einer Dekompression L4/5 rechts
durchgeführte
dorso
laterale
Spondylodese
L5/S1 mit
Pedikels
c
hrauben
und Stangen
, die
ventrale
Spondylodese
mit Cage sowie die
Dekompression
, erweiterte
Fenestration
L5/S1 von rechts,
Foraminoto
mie
,
Neurolyse
,
Adhäsiolyse
L5 rechts
(vgl. auch den undatierten Operationsbe
richt
,
Urk. 9/53/9-10
= Urk. 9/53/30-31
).
3.4
Dr. med.
D._
, Facharzt für Neurologie,
C._
, be
richtete am 29. August 2016 (Urk. 9/53/22
-23
) über die gleichentags erfolgte Un
tersuchung und diagnostizierte ein
residuelles
leichtes distales sensibles
radiku
läres
Ausfallsyndrom L5 rechts
(S. 1 Mitte). Die (chronische) Fühlminderung am
distalen medialen
Vorfuss
habe sich gemäss Angaben des Beschwerdeführers nach
der Lendenwirbelsäule
n
(LWS)-Operation am 26. Juli 2016 nur vorüberge
hend gebessert, seit dem 10. August 2016 sei diese im Wesentlichen unverändert zum präoperativen Zustand. Seither habe der Beschwerdeführer wiederum auch beim Gehen rechtsseitige Gesässschmerzen mit Ausstrahlung über den dorsalen Oberschenkel bis zur Kniekehle (S. 2 oben).
3.5
Dr.
B._
legte in seinem Bericht vom 17. Februar 2017 (Urk. 9/63/35-36) dar, dass der Verlauf nach der Operation am 26. Juli 2016 initial günstig verlaufen sei, dann habe der Beschwerdeführer vermehrt Schmerzen gehabt. Wegen der Therapieresistenz werde eine Verlängerungsspondylose L4/5 in Betracht gezogen (S. 1).
In der Folge wurde beim Beschwerdeführer am 20. Februar
2017 in der
C._
eine Re-Dekompression L4/5 und
Neurolyse
,
Adhäsiolyse
, mediane
Fazettenektomie
L4/5 rechts,
Revisionsspondylodese
L5/S1 und
Spondylodesen
verlängerung
L4/5 mit Schrauben und Stangen, ventrale
Spondylodese
mit Cage
durchgeführt (vgl. hierzu den Bericht von Dr.
B._
vom 14. März
2017, Urk. 9/63/6-7
= Urk. 9/65/29-30
; vgl. auch den undatierten Operationsbericht, Urk.
9
/63/8-9
= Urk. 9/65/31-32
).
3.6
Med.
pract
.
E._
, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabi
litation, erstattete am 28. Juli
2017 das von der Krankentaggeldversicherung in Auftrag gegebene Gutachten (Urk. 9/65/10-21)
und nannte folgende Diagnosen (
S. 8 f.
Ziff. 10):
-
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
mit/bei
-
Dekompression L4/L5 rechts
Oktober 2014
-
Spondylodese
L5/S1 mit Cage bei
lumboradikulärem
Reizsyndrom L5 rechts
Juli 2016
-
Re-Dekompression L4/5,
Neurolyse
,
Adhäsiolyse
, mediane
Fazetten
ektomie
L4/5 rechts, Revisions-
Spondylodese
L5/S1 und
Spondylo
desenverlängerung
L
4/5 mit Schrauben und Stangen, v
entrale
Spon
dylodese
mit Cage
Februar 2017
-
aktuell:
-
positions- und belastungsabhängige lumbale Rückenschmerzen
-
residuelles
sensibles Ausfallsyndrom S1 rechts
-
C
laudicatio
Wade/Oberschenkel rechts unklarer Ätiologie
, Differen
tialdiagnose dynamische Kompression Nervenwurzel L4/L5 rechts, vaskulär (weiter abklärungsbedürftig)
, stark eingeschränkte Gehfä
higkeit
-
Status nach Implantation einer inversen Schulterprothese links 2015
-
Status nach Schulterluxation links 1992 mit
Axillarisparese
-
Status nach diversen Voroperationen nach habitueller Schulterluxation
-
aktuell: eingeschränkte Schultergelenksbeweglichkeit und Belastbar
keit
-
Status nach medialer
Teilmeniskektomie
und vordere Kreuzbandplastik links 2007
-
Alkoholkrankheit, eigenanamnestisch aktuell abstinent
Der Beschwerdeführer leide unter einem anhaltenden
lumbospondylogenen
Schmerz
syndrom
bei inzwischen Status nach drei Rückenoperationen.
Nach
der letzten Rückenoperation im
Februar 2017 hätten sich zwar die rechtssei
tigen Ge
sässschmerzen gebessert,
a
nhaltend seien bis heute
hingegen
die belastungsab
hängigen Oberschenkel- und Wadenschmerzen beim Laufen.
Unklar bleibe die Ätiologie der berichteten Oberschenkel- und Waden-
Claudicatio
rechts. Die Anamnese mit eingeschränkter Gehstrecke (100 m) versus bessere Belastbarkeit beim Velofahren sei suggestiv für das Vorliegen einer
Claudicatio
spinalis
. Die zuletzt durchgeführte Bildgebung vom Juni 2017 zeige aber keine wegweisenden Befunde.
Allenfalls würde ein Funktions-MRI in LWS-Extension mit der Frage nach dem Vorliegen einer dynamischen Kompression der Nervenwurzeln L4 und L5 rechts hier noch eine Erklärung liefern. Bei nichtpalpablen Fusspulsen werde zusätzlich eine
angiologische
Abklärung empfohlen.
Zudem bestehe weiterhin eine Funktionsstörung der linken Schulter mit eingeschränkter Schulterbeweg
lichkeit und Belastbarkeit nach Implantation einer inversen Schulterprothese im Jahr 201
5.
Zudem wäre eine
stationäre Rehabilitation
sinnvoll
(S.
9 f.
Ziff. 11
)
.
Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei die
LWS-Beweglichkeit und Belastbar
keit dauerhaft eingeschränkt.
Zumutbar seien noch körperlich leichte Tätigkeiten ohne statisch vorgeneigte Haltungen in frei
einteilbarer
Wechselpositionierung. Aktuell sei auch die G
ehfähigkeit stark eingeschränkt. O
b diese Einschränkungen dauerhafter Natur seien, müsse zum jetzigen Zeitpunkt noch
offen bleiben
.
D
ie zuletzt ausgeübte Tätigkeit
als Sachbearbeiter
sei
dem Beschwerdeführer
ab sofort
gan
ztags, mithin in einem 100%-Pensum, mit vermehrten Pausen (+ zwei Stun
den
) zumutba
r, entsprechend einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in der angestamm
ten Tätigkeit (S. 11 Ziff. 11-12
).
3.7
Dr.
B._
führte in seinem Bericht vom 14. September 2017 (Urk. 3/5) aus,
dass ein therapieresistentes
femoralgieformes
Schmerzsyndrom rechts vorliege und
die Gehstrecke
des Beschwerdeführers nach wie vor
massiv eingeschränkt sei. Insge
samt
liege ein
protrahierter Verlauf
vor. Der Beschwerdeführer leide an
invalidi
sierende
n
belastungsabhängige
n
Schmerzen.
In der aktuellen Situation sei d
er
Beschwerdeführer
nicht im Stande,
einen Arbeitsvers
uch oder eine Arbeit anzu
nehmen, da er zu wenig mobil sei.
Ein stationärer rheumatologischer Aufenthalt werde empfohlen. Der Beschwerdeführer sei deshalb für einen stationären Auf
enthalt
in
H._
angemeldet worden (S. 1).
3.8
In seinem Bericht vom 14. Dezember 2017 (Urk. 3/7) legte Dr.
B._
dar, dass der Beschwerdeführer in der Zwischenzeit zur stationären Rehabilitation und Schmerzeinstellung für vier Wochen in
H._
gewesen sei und dort die Schmerz
mittel wesentlich habe reduzieren können. I
m Vordergrund stehe nach
Angaben
des Beschwerdeführers
die
radikuläre
Schmerzsymptomatik in das rechte Bein, zum Teil nur bis zum Oberschenkel, dann aber unter vermehrter Be
lastung bis in den Fuss und in die Zehen ausstrahlend.
3.9
PD Dr. med. I._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für
An
giologie
,
berichtete am 31. Januar 2018 (Urk. 3/9)
über die gleichentags
erfolgte
angiol
o
gische
Untersuchung und d
iagnostizierte eine schwere
Athero
sklerose
obliterans
bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit im funktionellen Stadium
IIb
rechts und I links bei zumindest Verschluss der
Arteria
iliaca
communis
rechts und Verschluss der
Arteria
femoralis
superficialis
links im Adduktorenkanal (S. 1).
Der Beschwerdeführer werde direkt an Dr. med.
G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Kardiologie sowie für
Angiolo
gie
,
F._
, zur Angiographie der Becken-/Beinstrombahn beidseits
in
perkutaner
transluminaler
Angioplastie
(
PTA-)Bereit
schaft
überwiesen (S. 2 oben).
3.10
Dr.
B._
führte in seinem Bericht vom 12. Februar 2018 (Urk. 3/10) aus, dass der Beschwerdeführer aufgrund seines Rückenleides nach mehreren Eingriffen nur bedingt belastbar sei. Aktuell sei er wegen der rezidivierenden Schmerzaus
strahlung in das Bein noch zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben. Dies sei einer
seits wegen der diagnostizierten peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK), die noch in weiterer Abklärung stehe und allenfalls therapiebedürftig sein könnte, sowie
aufgrund des
Wirbelsäulenleiden
s
(S. 1 unten). Beim Be
schwerdeführer sei mittelfristig allenfalls eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit denkbar. Auch die kardiale Situation müsse noch weiter abgeklärt werden (S. 2 oben).
3.11
Dr.
G._
berichtete 13. Februar 2018 (Urk. 12/2) über die am 9. Febru
ar
2018 durchgeführte
endovaskuläre
kathetertechnische
Rekanalisation
der rechts
seitigen Beckenachse bei Diagnose einer Art
eri
osklerose
obliterans
bei peri
pherer arterieller Verschlusskrankheit
Stadium
IIb
rechts
,
bei Verschluss der
Arteria
ili
aca
communis
rechts und Verschluss der
Arteria
femoralis
superf
icialis
links (S. 1 Mitte). Im Angiogramm zeige sich ein komplett unauffälliger Befund. Trotz langer Suche habe sich keine Ursache für die vom Beschwerdeführer angegebenen Be
schwerden gefunden (S. 2 Mitte).
3.12
Dr.
I._
berichtete am 19. Juni 2018 (Urk. 12/5) über die gleichentags durchge
führte
angiologische
Nachkontrolle und führte aus, dass die aktuellen Beschwer
den des Beschwerdeführers als kaum vaskulär bedingt zu interpretieren seien (S. 2 Mitte).
4.
4.1
Der Beschwerdeführer begann am 1. März 2016 bei der Firma
Y._
in einer unbefristeten Festanstellung als Sachbearbeiter Technik zu arbeiten (Urk. 9/39). In der Folge schloss die Beschwerdegegnerin die IV-Berufsberatung ab, da der Beschwerdeführer rentenausschliessend eingegliedert war (Urk. 9/42 = Urk. 9/63/159-160). Das Arbeitsverhältnis wurde im gegenseitigen Einvernehmen per 31. August 2016 aufgelöst (vgl. Urk. 9/66 S. 2 Mitte; Urk. 9/65/10-21 S. 5 Ziff. 2).
Im Juli 2016 wurde der Beschwerdeführer zum zweiten Mal am Rücken operiert (vorstehend E. 3.3). Unter Hinweis auf Schmerzen im rechten Bein meldete sich der Beschwerdeführer am
3. November 2016 erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 9/44 = Urk. 9/63/167-174)
.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich für die Beurteilung des Gesundheitszustan
des des Beschwerdeführers auf die eingeholten Akten der Krankentaggeldversi
cherung und war gestützt auf das Gutachten von med.
pract
.
E._
vom
Juli
2017
(vgl. vorstehend
E. 3.6
) der Ansicht, seit Juli 2017 bestehe eine 80%ige Ar
beitsfähigkeit im angestammten Arbeitsbereich (100%-Pensum mit Leistungs
minderung von rund 20 %), weshalb der Beschwerdeführer in der Lage sei, ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen (vorstehend E. 2.1)
. Der Be
schwer
deführer vertrat demgegenüber den Standpunkt, er sei seit Juli 2016 zu 100 % arbeitsunfähig (vorstehend E. 2.2).
Strittig und zu prüfen ist
somit
der Leistungsanspruch des Beschwerdeführers und dabei insbesondere, ob der medizinische Sachv
erhalt genügend abgeklärt wurde.
4.2
Med.
pract
.
E._
legte in ihrem Gutachten
(vorstehend E. 3.6)
dar, dass der Beschwerdeführer neben einer Funktionsstörung der linken Schulter mit einge
schränkter Schulterbeweglichkeit und Belastbarkeit unter einem anhaltenden
lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom leide, sich die rechtsseitigen Gesäss
schmer
zen nach der dritten Rückenoperation im Februar
2017 zwar gebessert hätten, die belastungsabhängigen Oberschenkel- und Wadenschmerzen beim Laufen jedoch anhalten würden. Unklar bleibe die Ätiologie der berichteten Ober
schenkel- und Waden-
Claudicatio
rechts. Med.
pract
.
E._
konnte demnach keine abschliessende Beurteilung der Bei
nbeschwerden vornehmen
.
Somit waren
die Beinbeschwerden bereits zum Verfügungszeitpunkt bekannt
, die Beschwerdegegnerin unterliess es jedoch, trotz Empfehlung von med.
pract
.
E._
zu einer
angiologischen
Abklärung (vgl. vorstehend E. 3.6)
weitere Abklä
rungen
vorzunehmen
.
Der Beschwerdeführer wurde am 31. Januar 2018, mithin einige Tage nach Verfügungserlass, zum ersten Mal
angiologisch
untersucht, wo
be
i PD Dr.
I._
eine schwere
Ather
osklerose
obliterans
diagnostizierte und den Beschwerdeführer direkt an Dr. med.
G._
zur Angiographie der Be
cken-/Beinstrombahn beidseits in PTA-Bereitschaft überwies (vorstehend E. 3.9).
In Bezug auf die Beinbeschwerden ist unklar,
inwiefern sich die
diagnostizierte
schwere
Ather
osklerose
obliterans
vor der
endovaskulären
Operation
auf die Ar
beitsfähigkeit
des Beschwerdeführers auswirkt
e
.
Diesbezüglich sind weitere Ab
klärungen nötig
.
Dabei stand
der Bericht bezüglich der Angiographie der Becken-/Beinstrombahn von Dr.
G._
zum Verfügungszeitpunkt
noch aus (vgl.
Urk. 1 S. 6
Rz
11
; vgl. auch vorstehend E. 2.2
).
Der Bericht von Dr.
G._
vom Februar
2018 (vorstehend E. 3.11) wurde zwar nach
ge
reicht, jedoch si
nd dem Bericht keine Angaben zu
einer
allfälligen Arbeits
unfähigkeit
vor der Operation
zu entnehmen. Auch dem nachgereichten Bericht von Dr.
I._
vom Juni 2018 (vorstehend E. 3.12) sind diesbezüglich keine Angaben zu entnehmen. Es besteht deshalb nach wie vor Abklärungsbedarf in Bezug auf die
Auswirkung der
A
therosklerose
obliterans
auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers.
Ferner
fehlt der Austrittsbericht des vierwöchigen stationären Rehabilitationsauf
enthaltes in
H._
, auf den Dr.
B._
im Dezember 2017 verwies (vgl. vorste
hend E. 3.8).
4.3
Nach dem Gesagten liegt keine schlüssige und zuverlässige Beurteilung des Ge
sundheitszustandes des Beschwerdeführers vor. Vielmehr besteht weiterer Abklä
rungsbedarf bezüglich der Beinbeschwerden
und der
en Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Nach deren Abklärung ist eine
Gesamtbeurteilung
des Gesund
heitszustandes
unter Berücksichtigung
der ebenfalls bestehenden Schulter- und Rückenbeschwerden vorzunehmen.
Dementsprechend erweist sich die vorliegende Aktenlage für die abschliessende Beurteilung des Leistungsanspruchs des Beschwerdeführers als unzulänglich, weshalb die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Beschwer
degegnerin zurückzuweisen ist, damit diese nach erg
änzender Abklärung und Einholen des
noch fehlenden
Berichtes
(vgl. vorstehend E. 4.2)
eine neue Beur
teilung vornehme und über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers neu verfüge. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr.
6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Diese ist in Beachtung der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses sowie in Berücksichtigung eines gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr. 220.-- vorliegend auf
Fr. 2'300.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.
5.3
Unter diesen Umständen erweist sich das Gesuch des Beschwerdeführers um Ge
währung der unentgeltlichen Prozessführung und um Bestellung einer unentgelt
lichen Rechtsvertretung (Urk. 1 S. 2 unten)
als gegenstandslos.