Decision ID: 4812d702-2412-41ab-8679-97a8d3cd8e39
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1965, war seit
dem
1.
April 2009
beim
Y._
, als
Informatiker und Krankenpfleger
angestellt
und damit bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend Zürich
) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert, als er
gemäss Bagatellunfallmeldung vom 6. Dezember 2010
(
Urk. 7/Z1
)
-
am 1
5.
Sep
tember 2010 von einer Zecke
in den linken Oberarm
gebissen wurde
. Auf Nachfrage teilte der Versicherte mit, dass er im Jahr 2008 einmal und im Jahr 2009 zweimal von einer Zecke gestochen worden sei
und nicht im Jahr 2010
(vgl.
Urk.
7/Z9
,
Urk.
7/
ZM14).
Mit Verfügung vom
7.
November 2011 stellte die Zürich ihre Leistungen für Heil
behandlungen mangels natürliche
n
Kausalzusammenhang
s
per
1.
April 2011 ein (
Urk.
7/Z21). Die dagegen von der Kranken
versicherung am 1
0.
November 2011
erhobene
und
am
1
4.
November 2011
begründete Einsprache
(
Urk.
7/Z29,
Urk.
7/Z31) zog diese nach am 1
2.
Dezember 2012 ergangenen Gutachten von Pro
f.
Dr. med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für
Infektiologie
, Klinikdirektor der Klinik für Infektionskrankheiten und Spital
hygi
ene,
A._
(
Urk.
7/ZM23) am
8.
Januar 2013
zurück (
Urk.
7/Z47).
1.2
Am 2
8.
Dezember 2015
meldete sich der Versicherte erneut bei
der Zürich
und
machte einen Rückfall geltend (
Urk.
7/Z50). Nach am
1.
Mai 2016
erfolgter
Akten
beurteilung
durch Prof.
Z._
(
Urk.
7/ZM41)
und ergänzenden Stellung
nahmen (
Urk.
7/
ZM42-ZM43
)
stellte die Zürich ihrer Leistungen erneut mit Ver
fügung vom
6.
September 2016 per
1.
April 2011 ein (
Urk.
7/Z61). Die dage
gen vom Versicherten am
5.
Oktober 2016 erhobene Einsprache (
Urk.
7/Z63
) wies die Zürich mit
Einspracheentscheid
vom 2
9.
Juni 2017 ab (
Urk.
7/Z72
=
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am 2
8.
August 2017 Beschwerde gegen den
Ein
spracheentscheid
der Zürich vom 2
9.
Juni 2017 (
Urk.
2) und beantragte, die Ver
siche
rungs
leistungen seien nicht rückwirkend einzustellen, sondern es sei festzustel
len, dass die Leistungen ab
1.
April 2011 weiterhin geschuldet seien. Es sei ein medizinisches Gutachten eines neutralen Experten einzuholen (
Urk.
1 S.
2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
5.
September 2017 (
Urk.
6) beantragte die Zürich die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
7.
November 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8)
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. No
vember 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
ge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat
sich
in den Jahren 2008 respektive 2009
ereignet
, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und i
n dieser Fassung zitiert werden
1.2
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltun
g beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm
obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1
.4
Nach der Rechtsprechung erfüllt der Zeckenbiss sämtliche Merkmale des Unfall
begriffs
gemäss
Art. 4 ATSG, wobei
massgebend
ist, ob aufgrund der fach
ärztli
chen Stellungnahmen darauf geschlossen werden kann, dass im Zeitpunkt der vorhandenen Versicherungsdeckung überwiegend wahrscheinlich
von einem Zeckenstich auszugehen ist, der die Gesundheitsschädigung bewirkt hat.
Der erfolgte Kontakt mit dem Borreliose-Erreger kann
mit serologischen Unter
suchungen belegt werden
; indessen genügen diese nicht für den Schluss auf eine daraus entstandene
Lyme
-Borreliose. Deren Diagnose - gleich welchen Sta
diums
setzt ein entsprechendes klinisches Beschwerdebild (Müdigkeit, Malaise, Kopf
schmerzen, Schlafstörungen, Fieber, Arthralgien, Myalgien, Heiserkeit, Nausea, Erbrechen, Konjunktivitis, Gewichtsverlust, Diarrhöe) und den Aus
schluss von Differentialdiagnosen voraus, wobei
je nach Krankheitsstadium ein patho
logi
scher laborchemischer Test die Wahrscheinlichkeit der Diagnose erhöhen k
ann. Ebenso hilfreich können bei rückblickender Einschätzung der Ver
lauf und die Ergebnisse einer Therapie sein. Weitere Indizien sind denkbar (Urteil des Bundes
gerichts 8C_831/2016 vom 7. März 2017 E. 2.2 mit Hinweisen).
Eine Neuroborreliose gilt als wahrscheinlich, wenn
neben dem typischen klini
schen Bild
Borrelien
-spezifische
IgG
- und/oder
IgM
-Antikörper im Serum und ein positiver
Liquorbefund
mit
lymphozytärer
Pleozytose
, Blut/
Liquor
schranken
stö
rung
und/oder
intrathekaler
Immunglobulinsynthese
vorhanden sind; zudem müssen andere Ursachen für die Symptomatik ausgeschlossen werden können
(Urteil des
Bundesgerichts
U 77/05 vom 22. August 2005 E. 3.2 mit Verweis auf die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie zur Neuroborreliose der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften AWMF).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) damit, dass gemäss dem
Gutachten von Prof.
Z._
vom Dezember 2012 die Beschwer
den des Beschwerdeführers nicht in einem Zusammenhang mit einem Zeckenbiss stünden. Weder klinisch, labormässig noch in anderen zahlreichen Befunden ergäben sich Hinweise dafür, dass er an einer systemischen
Lyme
-Borreliose gelitten habe oder immer noch leide. Insbesondere leide er auch nicht an einem Post-
Lyme
-Syndrom. Auch aus den neu eingereichten Akten ergäben sich keine Anhaltspunkte für eine aktive oder in früherer Zeit durchgemachte
Lyme
-Borre
liose (S. 3 f.
Ziff.
5.1). Der histologische Befund se
i nicht beweisend für eine
Lyme
-
Borreliose. Die
Lyme
-
Serologie sei bisher in den Suchtests immer negativ gewesen. Zusammenfassend habe sich nie eine klare kl
inische Präsentation einer
Lyme
-
Borreliose präsentiert (S. 4
Ziff.
5.2). Eine erneute Untersuchung durch Prof.
Z._
werde nicht für notwendig erachtet
. Die Diagnose einer
Lyme
-Bor
reliose könne nicht nur aufgrund der klinischen Befunde gestellt werden, sondern es sei auch ein
e
po
sitive
Lyme
-
Serologie notwendig
(S.
5
Ziff.
5.4).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend, ver
schiedene Ärzte hätten in ihren Ber
ichten das Vorliegen einer
Lyme
-
Borreliose bestätigt
. Er habe eine grosse Leidensgeschichte hinter sich
(S. 2 f. II
Ziff.
3,
S. 6 f.
Ziff.
10
).
Prof.
Z._
habe die neuen
Unterlagen nur zum Teil gewürdigt. So sei aus den histologischen Diagnosen eindeutig hervorgegangen, dass es sich bei der einen Probe nicht nur möglicherweise, sondern mit Sicherheit um eine Bor
reliose handle (S. 3 f.
Ziff.
5
, S. 5
Ziff.
8-9
). Die ergänzende Begründung von Prof.
Z._
genüge hierzu nicht. Zudem habe er
ihn
seit
dem Jahr
2012 nicht mehr persönlich gesehen (S. 4 f. Ziff.6-7).
2.3
Strittig und zu prüfen ist
die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin und ins
besondere
,
ob
die Beschwerden des Versicherten auf einen Zeckenbiss zurückge
führt werden können respektive ob
eine
Lyme
-Borreliose
mit dem im Sozialver
sicherungsrecht
massgebenden
Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlich
keit ausgewiesen ist
.
3.
3.1
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin
,
stellte in seinem Bericht vom 2
2.
März 2011 (
Urk.
7/ZM8) folgende Diagnosen (S. 1):
-
Status nach Erythema
migrans
-
Myalgien der linken Brust mit Ausstrahlung in den Oberarm unklarer Genese
-
Müdigkeit und Konzentrationsstörungen unklarer Genese
Dr.
B._
führte aus, es habe am 1
9.
März 2010 eine ambulante Abklärung statt
gefunden sowie eine Verlaufsbeobachtung bis 2
1.
März 201
1.
Der
Beschwerde
führer habe im August 2008 Stiche gehabt und seit November 2008 Schmerzen auf der Brust mit Ausstrahlung in die linke Brust. Im Mai 2009 habe er einen Zeckenstich bemerkt.
Gemäss
eine
m Foto
habe ein
etwa 10 cm grosses Erythema
migrans
am rechten Oberschenkel bestanden. Es sei keine an
tibiotische Behand
lung erfolgt
(S. 1 Mitte).
Dr.
B._
führte aus, bei der jetzigen Untersuchung habe physikalisch kein wesent
licher pathologischer Befund erhoben werden können. Die speziellen Untersu
chungen bezüglich
Borrelia
burgdorferi
hätten bei normalen Antikörpertitern im Western
Blot
ein Resultat ergeben, das mit einem kurzfristigen Immunkontakt vereinbar sei. Die
Komplementbindungsreaktion
(
KBR
)
sei normal ausgefallen. In den beiden Kontrollserologien hätten sich identische Resultate ergeben. Aufgrund der vorliegenden Resultate bestehe ein Status nach Erythema
migrans
wozu auch die Serologie passe. Die vom Patienten beklagten aktuellen Beschwerden könnten damit nicht
erklärt werden. Serologisch lieg
e eine stabile Narbe vor, die keinen Krankheitswert habe (S. 2).
3.2
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, nannte in seinem Bericht vom 3
0.
Mai 2011 (
Urk.
7/ZM12) als Diagnose eine klinische Neu
roborreliose. Es sei eine
Rocephtherapie
über vier Wochen durchgef
ührt worden. Es bestehe ein Sta
t
us
nach Zeckenbiss im September 2008 sowie im Mai 2009 mit fotodokumentiertem Erythema
migrans
am linken Oberschenkel (S. 1 Mitte).
Dr.
C._
führte aus, die Befunde und die Besserung
auf eine vierwöchige
Rocephint
herapie
seien für ihn Ausdruck einer Neuroborreliose (S.
2).
3.3
Dr.
B._
nannte in seinem Bericht vom
3.
Juni 2011 (
Urk.
7/ZM5) als Diagnose einen Status nach E
rythema
migrans
im Mai 2008
(
Ziff.
2). Der Beschwerdeführer sei seit dem 1
9.
März 2010 bei ihm in Behandlung (
Ziff.
1). Er
leide an
Schwin
delzuständen
sowie an Gleichgewichts- und an K
onzentrationsstörungen (
Ziff.
3a).
Zur Zeit
finde keine Behandlung statt (
Ziff.
5).
3.4
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, nannte in seinem Beri
cht vom
7.
Juli 2011 (
Urk.
7/ZM
11) als Diagnose einen Verdacht auf
eine
Neuroborreliose (
Ziff.
1). Der Beschwerdeführer klage immer wieder über Schwin
del, Übelkeit mit Erbrechen und über verschiedene armbetonte sensomotorische Ausfälle, die relativ kurz andauerten
und
sich wieder von selber erholten.
Dr.
D._
führte aus, bei den Konsultationen hätten die Beschwerden nicht mehr objekti
viert werden können, weil sie schon vorbei gewesen seien (
Ziff.
2). Die letzte Konsultation h
abe
am
1.
Juli 2011 stattgefunden (
Ziff.
5). Laut mündlichem Bericht vom Spital Uster sei der Liquor unauffällig (
Ziff.
9). Der Patient sei wieder auf der neurologischen Klinik des
A._
zu weiteren Abklärungen (
Ziff.
6).
3.5
Prof.
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin
und für
Infek
tiologie
, Chefarzt des
F._
, führte anlässlich der Bespre
chung mit der Beschwerdegegnerin vom 3
0.
September 2011 (
Urk.
7/ZM15) aus, die vorliegende
Borre
lienserologie
inklusive
Liquoru
nter
suchung
sei negativ. Damit könne eine aktive Borreliose ausgeschlossen werden. Was die Ursache der Beschwerden sei, sei unklar. Damit seien die beklagten Beschwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit Folge eines Zeckenstiches.
3.6
Dr.
B._
führte in seinem Bericht vom
2.
April 2012 (
Urk.
7/ZM31) aus, es sei ein Jahr nach der ersten Untersuchung bei gesamthaft unverändertem Beschwerde
bild (siehe Bericht vom März 2012) eine Nachkontrolle erfolgt. Die speziellen Unter
suchungen bezüglich
Borrelia
burgdorferi
, das heisse der
IgG
-Anti
körper
titer
,
habe gegenüber der Voruntersuchung kein signifikant unter
schiedliches Resultat ergeben. Damit könne mit Eindeutigkeit eine durchgemachte oder noch
floride
Lyme
-Borreliose im Stadium II oder III als Ursache der Beschwerden aus
geschlossen werden. Der serologische Befund sei damit als Narbe ohne Krank
heitswert zu interpretieren. Da die Beschwerden seit dem durch
gemachten Erythema
migrans
im Mai 2009 bestünden, sei
differenzial
diagnostisch
ein
Postlyme
-Syndrom als
Ursache der Beschwerden
möglich.
3
.
7
Am 1
2.
Dezember 2012 erstattete
Prof.
Z._
das von der Beschwerdegegnerin veranlasste
Gutachten
(
Urk.
7/ZM
23)
.
Prof.
Z._
führte aus, er habe den Patienten am 1
9.
Oktober und am 1
1.
Dezember 2012 persönlich gesehen (S. 1).
Auf die Frage, ob die gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Versicherten auf den Unfall vom 1
5.
September 2009 (Zeckenstich) als alleinige oder als Teilursa
che zurückzuführten seien, führte Prof.
Z._
aus, das aktuelle Beschwerdebild könne nicht auf eine
Lyme
-Borreliose zurückgeführt werden. Serologisch ergäben sich keine Hinweise, dass der Patient je an einer
Lyme
-Borreliose gelitten habe. Seltenerweise gebe es die Situation, dass nach einem Erythema
migrans
und sofortiger antibiotischer Therapie die Serologie negativ bleibe. Somit sei nicht
ausgeschlossen, dass die vom Patienten gezeigten Fotos tatsächlich ein Erythema
migrans
darstellten. Selbst wenn ein Erythema
migrans
stattgefunden hätte, wäre es höchst unwahrscheinlich, dass der Patient jetzt mit negativer
Lyme
-Serologie an einem Post-
Lyme
-Syndrom oder anderen Beschwerden im Zusammenhang mit einer durchgemachten
Lyme
-Borreliose leiden würde.
Die
vom Patienten gezeig
ten Fotos seien nicht datiert. Wie in der Tabelle beschrieben, wären sie theoretisch vereinbar mit einem Erythema
migrans
, doch könnten ähnliche Läsionen auch im Rahmen einer Furunkulose oder anderen Hautinfektionen auftreten. Auch eine artifizielle Läsion könnte so aussehen
(S. 9
Ziff.
5.1)
.
Prof.
Z._
hielt fest, dass es i
mmerhin
für
die meisten Beschwerden eine auf der Hand liegende plausible Erklärung
gebe
, insbesondere für die diskret pathologi
schen Laborwerte und die Nackenbeschwerden. Die am
A._
durchgeführte neu
rologische Untersuchung habe keine Hinweise auf ein neurologisches Leiden ergeben. Der leichte Schwindel, die Gleichgewichtsstörungen wie auch die Kopf
schmerzen könnten durchaus im Rahmen eines
Cerv
ikalsyndroms
auftreten.
Die übrigen berichteten Beschwerden seien sehr diffus und könnten kaum objektiviert werden. Sie seien vom Beschwerd
emuster her kaum
mit einer
Lyme
-Borreliose
vereinbar
. Die leicht erhöhte
Creatinkinase
(
CK
)
sei höchstwahrscheinlich mit dem Training assoziiert, das der Patient - trotz Beschwerden - bis
zu
dreimal wöchent
lich durchführe. Klinisch, intern
i
stisch und neurologisch ergäben sich keine Hin
weise auf eine
Myopathie
. Der Patient wolle eine Muskelbiopsie durchführen lassen, was erfahrungsgemäss bei dieser leicht erhöhten CK keine klaren Patho
logien ergebe. Was auch immer e
ine Muskelbiopsie ergeben würde
, b
ei negativer
Lyme
-Serologie werde die
Myopathie
nicht als Borreliose verursacht interpretiert werden können.
Die Konstellation der Trans
a
minasen weise auf eine Fettleber hin, was klinisch
durch das massive Übergewicht zu erklären sei
. Das aktuell dis
kutierte Beschwerdebild könnte auch nicht mit einer Lebererkrankung erklärt werden
(S. 9
)
.
Abschliessend hielt Prof.
Z._
fest, dass sich zusammenfassend weder klinisch, labormässig noch in anderen zahlreichen Befunden Hinweise darauf ergäben, dass der Patient an einer systemischen
Lyme
-Borreliose gelitten h
abe
oder immer noch leide. Insbesondere leide er nicht an einem Post-
Lyme
-Syndrom (S. 11
Ziff.
9).
3.
8
Dr.
B._
führte in seinem Bericht
vom
1
0.
April 2013 (
Urk.
7/ZM27) aus, bei einem Status
nach Erythema
migrans
sei ein
Postlyme
-Syndrom
möglich.
Die speziellen Untersuchungen bezüglich
Borrelia
burgdorferi
,
das heisse der
IgG
-Antikörper
,
habe gegenüber der Voruntersuchung vom 2
1.
März 2012 kein signifikant unterschiedliches Resultat ergeben. Damit könne davon ausgegangen
werden, dass weiterhin keine Immunaktivität bezüglich
Borrelia
burgdorferi
vor
liege. Der Beginn der Beschwerden falle zusammen mit dem Erythema
migrans
, welches der Patient 2009 durchgemacht habe. Es sei daher möglich, dass das heutige Beschwerdebild Ausdruck eines
Postlyme
-Syndroms sei.
Eine antibioti
sche
Therapie sei in dieser Situation nicht indiziert.
3.9
PD
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
H._
,
Deutschland,
nannte in seinem zuhanden des Beschwerdeführers erstellten Bericht vom
2
5.
November 2013
(
Urk.
7/ZM38)
als Diagnose eine
Lyme
-Borreli
ose Stadium III. Die
Borrelien
Serologie sei positiv, 10/12 LTT
Borrelien
leicht positiv, CD 57 NK-Zellen seien bisher nicht bestimmt. Es bestehe eine extreme
Fatigue
und ein Kopfdruck (S. 1 Mitte).
PD
Dr.
G._
führte aus, seit März 2010 seien wiederholt serologische Unter
suchungen erfolgt. Zunächst seien die Befunde wenig ausgeprägt gewesen oder zweifelhaft. Im Jahr 2011 habe sich jedoch bereits ein signifikanter pathologi
scher Befund g
ezeigt.
Auch nachfolgende serologische Kontrollen hätten jeweils signifikant pathologische Werte gezeigt (S. 11 oben)
.
Ein im Jahr 2012 durchgeführter LTT sei leicht pathologisch gewesen. Die CD 57 NK-Zellen seien bisher nicht bestimmt worden. Bei der jetzigen körperlichen Untersuchung habe sich kein pathologischer Befund ergeben
,
und insbesondere die körperlich neurologische Untersuchung sei unauffällig gewesen (S. 11 Mitte).
PD
Dr.
G._
hielt abschliessend fest, im vorliegenden Fall sei eine sorgfältige Verlaufsbeobachtung erforderlich. Die Diagnose werde nicht zuletzt durch eine effektive Behandlung gestützt. Eine aktuelle Bestimmung von LTT
Borrelien
und die Bestimmung der CD 57 NK-Zellen wäre hilfreich (S. 12 oben).
3
.10
PD
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Dermatologie und Venerologie, Oberarzt, Dermatologische Klinik, Dermatologisches Labor,
A._
, nannte nach Untersuchung der Probe vom
6.
März 2014
in seinem undatierten Bericht (
Urk.
7/ZM37) als histologische Diagnose des
Exzisat
von 8 x 8 mm eine Atrophie der
Dermis
sowie schüttere
gemischtzellige
Entzündungsinfiltrate
mit Residuen einer entzündlichen
Reaktion
, möglicherweise im Rahmen einer
Lyme
-Borreliose
vereinbar (
S. 1 Mitte). Hinsichtlich des 6 mm messenden Punch-
Exzisats
nannte PD
Dr.
I._
als histologische Diagnose eine
deutliche
atrophe
Dermis
mit hochgedrückten Schweissdrüsen, mit dem
atrophen
Stadium einer Borreliose im
3.
Stadium (
Akrodermatitis
chronica
atrophicans
) vereinbar
(S. 2 Mitte).
3.11
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
führte in sei
nem Bericht vom
2
4.
August 2014 (
Urk.
7/ZM24)
aus, der Beschwerdeführer sei seit dem Jahr 2012 bei ihm in hausärztlicher Behandlung.
Er
leide seit Jahren an einem sehr
komplexen Beschwerdebild
und sei
teilweise erheblich beeinträchtigt. Ursprünglich hätten sich im Jahr 2009 mehrere Zeckensticke mit nachfolgendem klarem Erythema
chronicum
migrans
gefunden, welches nicht antibiotisch behandelt worden sei. Die anhaltenden Beschwerden seien am 1
0.
April 2013 durch
Dr.
B._
im Rahmen eines möglichen
Postlyme
-Syndroms gesehen worden.
Hinsichtlich des bei PD
Dr.
G._
in
H._
Deutschland
durchgeführten
Lymphozytentransformationstest
s
LTT
und de
s
Immun
fluor
eszenz
test
s
(IFT) führte
Dr.
J._
aus,
diese beiden Nachweisverfahren
seien schul
medizinisch zu wenig anerkannt, so dass die
Infektiologen
des
A._
nur von einem Status nach
Borrelieninfektion
ausgegangen seien.
In der aktuellsten Unter
suchung vom
6.
März 2014 habe im Rahmen einer Biopsie der Haut, untersucht am
A._
,
jedoch
eine deutliche
atrophe
Dermis
mit hochgedrückten Schweissdrüsen, welche mit dem Stadium 3 einer Borreliose (
Akrodermatitis
chronica
atrophicans
) einher
gehe, festgestellt werden können.
Dieser Befund stützte nun klar die Diagnose einer chronischen Borreliose im Stadium
3.
Die Diagnose sei mit diesem Befund gesichert
.
3.12
Prof.
Z._
führte in seiner Aktenbeurteilung vom
1.
Mai 2016
(
Urk.
7/ZM41
) aus, in
den neuen Akten, die ihm anlässlich seines Gutachtens vom 1
2.
Dezember 2012 noch nicht zur Verfügung gestanden hätten, ergäben sich keine Anhalts
punkte für eine
zur Zeit
aktive oder eine früher durchgemachte
Lyme
-
Borreliose. Neu stehe ein Befund vom 1
1.
Dezember 2013 vom Institut für Diagnostik Berlin
zur Verfügung
, welcher eine
n
positiven
Lymphozytentrans
for
mations
test
LTT
Borrelien
dokumentiere. Prof.
Z._
hielt fest, der
Lymphozyten
transformations
test
sei als diagnostische Methode einer Borreliose
nicht anerkannt,
da der Test
bekannterweise
unspezifisch sei
(S. 2 Mitte)
.
Ebenfalls neu
stehe
ein histologischer Befund zur
Verfügung
, welcher am 1
9.
März 2014 einen unspezifischen Befund beschreibe,
welcher das
Vorliegen einer aktiven Borreliose nicht
bewei
se
. Insbesondere gebe es in der histologischen Untersuchung keine
direkten Hinweise auf eine
Lyme
-
Borreliose wie zum Beispiel einen
Borreliennachweis
.
Z
um Schreiben von PD
Dr.
G._
führte Prof.
Z._
aus, dass dieses ebenfalls
keine Hinweise darauf enthalte
, die den Befund einer aktiven
Lyme
-Borreliose stützen würden
(S. 2 unten f.)
. Mit der Interpretation des
Lymphozytentransfor
mationstest
LTT
Borrelien
sei er nicht einverstanden. Insbesondere
sei dieser ohne positive
Lyme
-
Serologie nicht hilfreich
(S. 3 oben).
A
uch die
Akten von
Dr.
B._
zeigten keine Befunde, die überwiegend wahr
schein
lich mit einer Borreliose vereinbar wären. Aufgrund des Beschwerdebildes des Patienten und auf
grund der Anamnese diskutiere
Dr.
B._
die Mögl
ichkeit
eines
Postlyme
-Syndroms, dies jedoch sehr zurückhaltend, so dass dieses als nicht über
wiegend wahrscheinlich postuliert werde
.
Weiter sei d
ie Differenz
ialdiagnose einer
Acrodermatitis
chronica
atrophicans
auf
grund der vorliegenden Dokumentation
nicht nachvollziehbar. Immerhin habe der Patient am 1
6.
Oktober 2014 eine dermatologische Untersuchung am
A._
gehabt, und im Hautstatus sei keine
Acrodermatitis
chronica
atrophicans
beschrieben worden, die ja in der Regel klar auffalle (S. 3 Mitte).
Z
usammen
fas
send habe er keine Hinweise, dass der Patient an einer vergangenen oder aktiven Borreliose leiden würde (S. 3 unten).
3.13
Ergänzend führte Prof.
Z._
in seinem Bericht vom 2
9.
Mai 2017
(
Urk.
7/ZM43
) aus,
a
uch die deutlich
atrophe
Dermis
mit hochgedrückten Schweissdrüsen, mit dem
Atrophestadi
um
einer Borreliose im Stadium 3
vereinbar,
sei unspezifisch und zeige eine mögliche Differenzialdiagnose, müsse aber im Kontext mit klini
schen Befunden sowie der
Lyme
-Serologie interpretiert werden. Prof.
Z._
führte aus, er könne nur feststellen, dass sich seit seinem Gutachten vom 1
2.
Dezember 2012 keine neuen Gesichtspunkte oder Befunde erg
eben hätten, die mit einer
Lyme
-
Borreliose vereinbar wären
.
4.
4.1
Vorab ist festzuhalten, dass nicht
von einem Rückfall im eigentlichen Sinne ge
sprochen
werden kann, zumal die Beschwerdegegnerin mit
rechtskräftiger Verfü
gung vom
7.
November 2011 (
Urk.
7/ZM21)
ihre Leistungspflicht für den Zecken
biss per
1.
April 2011 gestützt auf die
Einschätzung
durch
Prof.
E._
vom 3
0.
September
2011 (vgl.
vorstehend E. 3.5
) abgelehnt hat
mit der Begründung, dass aufgrund der vorliegenden insgesamt negativen
Borreliensero
logie
inklusive
Liquoruntersuchung
eine aktive Borreliose ausgeschlossen werden könne und die Ursache der Beschwerden nach wie vor unklar sei.
Mit der gleichen Begründung verneinte auch der
Gutachter Prof.
Z._
in seinem Gutachten vom Dezem
ber 2012 (vgl. vorstehend E. 3.7
) das
Vorliegen einer
Lyme
-Borreliose,
woraufhin die Krankenversicherung ihre
vorsorglich erhobene
Einsprache
am
8.
Januar 2013
zurückzog
(vgl.
Urk.
7/Z47)
.
Im vorliegend angefochtenen
Einspracheentscheid
(
Urk.
2)
ging die Beschwerde
gegnerin
gestützt auf
das Gutachten von Prof.
Z._
vom Dezember 2012 sowie dessen
Aktenbeurteilung vom Mai 2016 und seine ergänzende Stellungnahme vom
Mai 2017
(vgl.
vorste
hend E. 3.12-13
)
davon aus, dass die vom Beschwer
de
führer geltend gemachten Beschwerden
nach wie vor
nicht in einem Zusam
men
hang mit einem Zeckenbiss stünden. Es ergäben sich keine Anhaltspunkte
für eine aktive oder in einer früheren Zeit durchgemachte
Lyme
-Borreliose, ins
besondere seien die Serologien immer negativ
gewesen (vgl. vorstehend E. 2.1
).
Dagegen machte der Beschwerdeführer unter Hinweis auf verschiedene behan
deln
de Ärzte, namentlich
Dr.
C._
(vgl. vorstehend E. 3.2),
Dr.
D._
(vgl. vor
stehend E. 3.4), PD
Dr.
G._
(vgl. vorstehend E. 3.9) sowie seine in Serbien behandelnden Ärzte der
L._
und
Dr.
K._
(vgl.
Urk.
7/ZM16
-19) und insbesondere auf die Ergebnisse der histologischen Untersuchung
vom
März 2014 bei
PD
Dr.
I._
(vgl. vorstehend E. 3.10) geltend, das Vorliegen einer
Lyme
-Borreliose sei ausgewiesen (vgl. vorstehend E. 2.2
,
Urk.
1 S. 2 f. II
Ziff.
3, S. 6 f.
Ziff.
10
).
4.2
Wie au
sgeführt (vgl. vorstehend E. 1.4
) bedarf es zum Nachweis einer durch einen Zeckenstich verursachten
Lyme
-Borreliose
respektive Neuroborreliose
nebst den erforderlichen klinischen Symptomen eine
r
positive
n
Blutserologie.
Vorliegend fällt i
ns Gewicht, dass sämtliche, regelmässig seit März 2010
und zuletzt im März 2013
durgeführten
Blutserologien
un
d Liquor-Tests (vgl.
Urk.
7/ZM1-4,
Urk.
7/ZM6,
Urk.
7/ZM9-10,
Urk.
7/ZM26,
Urk.
7/ZM29-30
,
Urk.
7/ZM32
)
keinen überwiegend wahrscheinlichen Nachweis einer
Lyme
-Borreliose erbrachten. Prof.
E._
(vgl. vorstehend E. 3.5)
hielt diesbezüglich im September 2011 zu den bis dato vorliegenden
Borreliense
r
ologie
n
inklusive
Liquoru
ntersuchungen
fest, dass diese negativ seien, weswegen eine Borreliose ausgeschlossen werden könne. Auch
Dr.
B._
führte im April 2012 (vgl.
vorste
hend E. 3.6) nach erneut im
März 2012 veranlassten
Serumskontrollen
(vgl.
Urk.
7/
ZM29-30
)
aus, dass damit mit Eindeutigkeit eine durchgemachte oder noch
flori
de
Lyme
-Borreliose ausgeschloss
en werden könne und der serologische Befund als ohne Krankheitswert zu interpretieren sei. Auch Prof.
Z._
führte in s
einem Gutachten vom Dezember 2012 nach Untersuchung
des
Beschwerde
führers und Vorlage der Ergebnisse der durchgeführten Laboruntersuchungen aus, dass sich serologisch keine Hinweise darauf ergäben, dass der Beschwerde
führer je an einer
Lyme
-Borreliose gelitten habe. Erneut bestätigte
Dr.
B._
in seinem Bericht vom April 2013 (vgl. vorstehend E. 3.8),
nach erneut im März 2013 negativ ausgefallener
Borrelienserologie
(vgl.
Urk.
7/ZM26),
dass weiterhin keine Immunaktivität betreffend
Borrelia
burgdorferi
vorliege. Lediglich für mög
lich erachtete er das Vorliegen eines
Postlyme
-Syndroms.
Nicht zu überzeugen vermag die von
Dr.
D._
im Juli 2011 gestellte Verdachts
diagnose einer Neuroborreliose (vgl. vorstehend E. 3.4), zumal
Dr.
D._
gemäss Auskunft des Spitals Uster vom 2
2.
Juni 2011
bereits
mitgeteilt worden war, dass eine Neuroborreliose gemäss Krankengeschichteeintrag vom
9.
März 2011 mit
den durchgeführten Untersuchungen (Serologie und Liquor) ausgeschlossen wer
den
konnte
(vgl.
Urk.
7/ZM6).
Daran, dass demnach sämtliche Blutserologien und
Liquoruntersuchungen
nega
tiv ausgefallen
waren
, ändert auch der Bericht von PD
Dr.
G._
vom Novem
ber 2013 (vgl. vorstehend E. 3.9) nicht
s
, zumal sich der von ihm genannte
positive
Lymphozytentransformationstest
LTT
Borrelien
(
vgl
.
Urk.
7/ZM40
)
, wie
Dr.
J._
im August 2014 (vgl. vorstehend E. 3.11) und Prof.
Z._
im Mai 2016 (vgl. vorstehend E. 3.12) ausführte
n, zum Nachweis einer
Lyme
-Borreliose als unspezifisch erweist. Wird das Testresultat nicht in den klinischen Kontext gestellt und zusammen mit den anderen Laborbefunden (Titer, Western
Blot
) beurteilt, so kommt es mit Rege
l
mässigkeit zur Überdiagnostizierung einer
Lyme
-Borreliose (
vgl. Satz
, Klinik der
Lyme
-Borreliose,
3.
vollständig überar
beitete und erweiterte Auflage, Bern 2010, S.
237).
Soweit der in Serbien behandelnden Arzt
Dr.
K._
in seinem Bericht vom 1
2.
März 2012 (vgl.
Urk.
7/ZM16) ausführt
e
, die Serologie auf
Borrelia
burg
dorferi
sei positiv, erweist sich dies vor dem Hintergrund, dass die zum gleichen Zeitpunkt behandelnden Ärzte der
L._
in Serbien
(vgl.
Urk.
7/ZM
17-19
) nach Untersuchung des Beschwerdeführer
s
am
1
4.
März 2012
ausführten,
dass der
IgG
-und
IgM
-Titer auf
Bo
rrelia
burgdorferi
negativ
sei
,
als
nicht plausibel.
4.3
Zu den klinischen Symptomen
, welche
ausschliesslich
durch
Borrel
i
a
burgdorferi
verursacht sind,
gelten als krankheitsweisend
im ersten Stadium
das Erythema
migrans
, das
Borrelien-Lymphozytom
und im III.
Stadium die chronische Haut
entzündung
Akrodermatitis
chronica
atrophicans
(
vgl. Satz
,
a.a.O
, S. 272 Tabellen 8.1-2)
.
Hierzu ist auszuführen, dass Prof.
Z._
zu den vom Beschwerdeführer in den Jahren 2008 und 2009 fotographisch festgehaltenen Hautrötungen im Dezember 2012 ausführte, es sei nicht auszuschliessen, dass diese ein Erythema
migrans
darstellten. Jedoch sei es höchst unwahrscheinlich, dass der Patient zu einem späteren Zeitpunkt mit negativer
Lyme
-Serologie an einem Post-
Lyme
-Syndrom oder an anderen Beschwerden im Zusammenhang mit einer durchgemachten
Lyme
-Borreliose leiden würde (vgl. vorstehend
E. 3.7).
Vorliegend
erachtete
der Beschwerdeführer die Diagnose einer
Lyme
-Borreliose im Wesentlichen gestützt auf die am
6.
März 2014 erfolgte Hautbiopsie und die Ausführungen von PD
Dr.
I._
(vgl. vorstehend E. 3.10)
als
ausgewiesen.
Dr.
I._
führte zum zweiten
Exzisat
aus,
dieses hätte eine deutliche
atrophe
Dermis
mit hochgedrückten Schweissdrüsen gezeigt, welches mit dem
atrophen
Stadium einer Borreliose im
3.
Stadium (
Akrodermatitis
chronica
atrophicans
) vereinbar sei. Gestützt auf diese Aussage respektive diesen Befund erachtete dann
Dr.
J._
in seinem Bericht vom Aug
ust 2014 (vgl. vorstehend E. 3.11
) die Diagnose einer chronischen Borreliose im Stadium 3 als gesichert.
Diesbezüglich ist zu bemerkten, dass
ein negativer Titer
das Vorliegen einer
Lyme
-Borreliose v
or allem zu Beginn der Krankheit, also beim Auftreten des Erythema
migrans
,
nicht
ausschliesst
. Die Diagnose des Erythema
migrans
ist daher in erster Linie eine klinische Diagnose, welche auch gestellt werden muss, wenn die Serologie negativ ausfällt. Bei Manifestationen der
Lyme
-Borreliose im Stadium II oder III steigt die Wahrscheinlichkeit erhöhter
IgG
-Titer bis gegen 100
%
an (
vgl. Satz
,
a.a.O
, S. 246).
Insbesondere bei dem
von
PD
Dr.
I._
postulierten Stadium III der
Lyme
-
Borreliose ist abgesehen von Ausnahmefällen ein positiver Labortest (
IgG
-Antikörper,
IgG
-Western
Blot
) bezüglich der Borre
liose
bur
g
dorferi
Conditio sine qua non (
vgl. Satz
,
a.a.O
, S. 190).
Demnach bedarf eine klinisch festgestellte
Akrodermatitis
chronica
atrophicans
meistens
der
Bestätigung durch einen Western
Blot
(Spätantikörper, breites Antikörperspekt
rum) oder durch einen ELISA-/IF-Test, der in der Regel das Mehrfache des oberen Normwertes anzeigt (
vgl. Satz
,
a.a.O
,
S. 242
).
Die Diagnose einer
Lyme
-Borreliose erweist sich demnach, entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers, auch nicht gestützt auf die Berichte von PD
Dr.
I._
vom März 2014 sowie auf jenen von
Dr.
J._
vom August 2014
als
ausgewiesen
.
4
.
4
Aufgrund des Gesagten liegt nach wie vor keine positive
Borrelienserologie
vor, weshalb eine
Lyme
-
Borreliose
nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrschei
nlichkeit ausgewiesen ist.
Bei dieser Ausgangslage sind von weiteren Abklärungen
keine neuen Erkennt
nisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdi
gung; BGE 124 V 90 E. 4b).
Damit entfällt eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
Das Verfahren ist kostenlos.