Decision ID: c000ce94-29d6-4fd4-80fc-a34dd1d2ef3d
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
De
r 1971 geborene X._
ist
s
eit Dezember 1994 bei der Y._
als Bankangestellter tätig und dadurch bei der
Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 20. November 2020 blieb er während dem Eishockey-Training bei einer Drill-Übung im Eis hängen und verspürte einen Stich im linken Knie (Unfal
lmeldung vom 25. November 2020,
Urk.
9/1
).
Am 2. Dezember 2020
suchte
der Versicherte
Prof.
D
r.
med. Z._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
auf,
welcher
eine
MRT-Untersuchung
veranlasste
(
Urk.
9/5)
und basierend darauf
einen medialen Menis
kusriss des
Hinterhorns
, einen Knorpe
lschaden
an der medialen
Patellafacette
sowie eine Partialruptur des vorderen Kreuzbandes diagnostizierte
sowie
einen operativen E
ingriff empfahl
(
Urk.
9/
4
).
Nachdem der
beratende Arzt
Dr.
med. A
._
, Facharzt FMH für Chirurgie,
am 15. Dezember 2020
eine medizi
nische
Einschätzung
vorgenommen hatte
, in welcher er das V
orliegen eine
r
Listenverletzung gemäss Art.
6
Ab
s.
2 UVG bejahte, den M
eniskusriss aber als
über 50 % abnutzungsbedingt einschätzte
(
Urk.
9/6)
, lehnte die
Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG
einen Anspruch auf Versicherungs
leistungen mit Schreiben vom 18. Dezember 2020 ab (
Urk.
9/11).
Der Versicherte erklärte sich damit nicht einverstanden (
Urk.
9/
13
) und
legte
eine
n
Bericht von
PD
D
r. med.
B._
,
Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
auf
(Bericht
vom 7. Januar 2021
,
Urk.
9/
16
). Nach erneute
r
Vorlage an ihren beratenden Arzt (vgl.
Urk.
9/
17
) lehnte die
Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG
mit V
erfügung vom 11.
Januar 2021 eine Leistungspflicht ab, da es sich beim geschilderten Ereignis weder um einen Unfall handle noch die Voraussetzungen der unfallähnlichen Körperschädigung gemäss Art.
6 A
bs.
2 UVG erfüllt seien (
Urk.
9/
20)
.
Hiegegen
erhob
der Versicherte
am 15. Januar 2021
Einsprache (
Urk.
9/24)
,
woraufhin
ihm
die
Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG
einen Fragebogen zur weiteren Sachverhaltsabklärung zu
stellte
(
Urk.
9/27)
.
Aus dem ausgefüllten Formular
(
Urk.
9/30)
gingen zwei frühere Unfälle hervor, weshalb
die
Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG
diesbezüglich
die Unfalla
kten bei der Zürich
Versicherungs-Gesellschaft AG (
Urk.
9/58 ff.)
und der Suva
(vgl.
Urk.
9/46 ff.)
einholte. Am
27. Januar 2021
unterzog sich der V
ersicherte einem operativen Eingriff
(
Kniearthroskopie links, mediale
Teilmeniskektomie
Pars
intermedia
und
Hinterhorn
,
Débridement
mediale
Patellafacette
,
Urk.
9/
57
). In der Folge legte
die
Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG
sämtliche medizinischen
Akten ihrem beratenden Arzt Dr.
med. C._
, Facharzt FMH für
Allgemeine Innere Medizin,
vor. Gestützt auf dessen Beurteilung vom 25. Mai 2021 (
Urk.
9/66) wies sie die Einsprache des Versicherten mit Entscheid vom 8. Juli 2021 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 4. August 2021 Beschwerde mit dem Antrag, es sei
en
der
Einspracheentscheid
vom 8. Juli 2021 aufzuheben und die
Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG
zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen zu übernehmen (
Urk.
1 S. 1
). Am 8. September 2021 schloss die
Beschwerdegegnerin
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), wovon der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 14. September 2021 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes üb
er die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrank
ung zurückzuführen sind: Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskusrisse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Band
lä
sionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h).
Ausserdem erbringt die Ver
siche
rung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heil
behandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.3
Nach der Rechtsprechung bezieht sich
das
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktor
s, sondern nur auf diesen selbst
. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor
ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objektiven Massstab – den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlag
gebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umweltein
wir
kungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Aus
wirkungen allein begründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.1 und E. 4.3.1 mit Hinweis
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_368/2020 vom 17. September 2020 E. 4.2 mit Hinweisen
).
1.4
Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam «programmwidrig» beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Veränderung zwischen Körper und Aussen
welt – ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (
Urteil des Bundesgerichts 8C_395/2020 vom 28. September 2020 E. 2.2 mit Hinweis auf
BG
E 130 V 117 E. 2.1
). Ohne besonderes Vorkommnis ist bei einer Sportverletzung das Merkmal der Ungewöhnlichkeit und damit das Vorlie
gen eines Unfalles zu verneinen (BGE 130 V 117 E. 2.2 mit Hinweis).
1.5
Seit dem Inkrafttreten der Revision des UVG und der dazugehörigen Verordnung
über die Unfallversicherung
(UVV) per 1. Januar 2017 ist das Bestehen einer vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung nicht länger vom Vorliegen eines äusseren Ereignisses abhängig. Die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 UVG genannte Körperschädigung vorliegt, führt zur Ver
mu
tung, dass es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung handelt, die vom Unfallversicherer übernommen werden muss. Dieser kann sich aber von der Leis
tungspflicht befreien, wenn er beweist, dass die Körperschädigung vor
wie
gend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen ist (Zusatzbotschaft zur Änderung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [Unfallversicherung und Unfallverhütung; Organisation und Nebentätigkeiten der Suva] vom 19. September 2014,
BBl
2014 7922 7934 f.).
Gemäss
BGE 146 V 51
ergibt sich a
us der in Art. 6 Abs.
2 UVG vorgesehenen Möglichkeit des Gegenbeweises weiterhin die Notwendigkeit der Abgrenzung der vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung von der abnützungs- und erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung und damit letztlich zur Leistungspflicht des Krankenversicherers. Insoweit ist die Frage nach einem initialen
erinnerlichen
und benennbaren Ereignis - nicht
zuletzt auch aufgrund der Bedeutung eines zeitlichen Anknüpfungspunktes (Versicherungsdeckung; Zuständigkeit des Unfallversicherers; Berechnung des versicherten Verdienstes; intertemporalrechtliche Fragestellungen) - auch nach der UVG-Revision relevant. Lässt sich dabei kein initiales Ereignis erheben oder lediglich ein solches ganz untergeordneter respektive harmloser Art, so verein
facht dies zwangsläufig in aller Regel den Entlastungsbeweis des Unfallversiche
rers. Denn bei der in erster Linie von medizinischen Fachpersonen zu beurteilen
den Abgrenzungsfrage ist das gesamte Ursachenspektrum der in Frage stehenden Körperschädigung zu berücksichtigen. Nebst dem Vorzustand sind somit auch die Umstände des erstmaligen Auftretens der Beschwerden näher zu beleuchten. Die verschiedenen Indizien, die für oder gegen Abnützung oder Erkrankung sprechen, müssen aus medizinischer Sicht gewichtet werden. Damit der Entlastungsbeweis gelingt, hat der Unfallversicherer gestützt auf beweiskräftige ärztliche Einschät
zungen - mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit - nachzu
weisen, dass die fragliche Listenverletzung vorwiegend, das heisst im gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50
%, auf Abnützung oder Erkrankung zurückzu
führen ist. Besteht das Ursachenspektrum einzig aus Elementen, die für Abnützung oder Erkrankung sprechen, so folgt daraus unweigerlich, dass der Entlastungsbeweis des Unfallversicherers erbracht ist und sich we
itere Abklärun
gen erübrigen (E.
8.6
; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_593/2021 vom 6. Januar 2022 E. 2.3
).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE
134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E.
3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
).
Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Ver
siche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Be
fangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Ver
sicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden wer
den, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Be
stehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklä
rungen vorzu
neh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentscheid
(
Urk.
2)
im Wesent
lichen damit, dass
der
Unfallbegriff im Sinne von Art.
4 ATSG vorliegend nicht erfüllt sei, da es an einem ungewöhnlichen äusseren Faktor fehle. Insbeson
dere sei der Bewegungsablauf des Beschwerdeführers beim
Wechsel
vom Rückwärts- auf Vorwärtsübersetzen nicht durch etwas Pr
ogrammwidriges w
ie ein Ausrutschen, Anschlagen, einen Sturz oder Ähnliches beeinflusst worden. Ein Hängenbleiben auf dem Eis alleine genüge diesbezüglich nicht.
Mit der erlittenen Verletzung liege zwar eine Listendiagnose im Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG vor. In Übereinstimmung mit der nachvollziehbar begründeten und übe
rzeugenden Einschätzung von Dr.
C._
sei jedoch davon auszugehen, dass
der S
chaden am Innenmeniskus links im gesamten Ursachenspektrum überwiegend wahrschein
lich vorwiegend auf Abnützung zurückzuführen sei und deshalb gestützt auf Art. 6 Abs. 2 UVG keine Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers bestehe.
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend, dass
er
beim Eishockey
-S
pielen
während einer Drillübung,
anlässlich
welcher beim Beschleunigen hohe Torsionskräfte auf den Bewegungsapparat
wirkten
, einen Unfall im Sinne einer plötzlichen, nicht beabsichtigten, schädigenden Ein
wirk
ung auf den menschlichen Körper
erlitten habe
. Allenfalls sei er mit der Kufe im Eis hängen geblieben. Jedenfalls habe er dabei einen Stich im linken Knie gespürt.
Er spiele seit 37 Jahren Eishockey und habe noch nie Meniskus-Probleme mit dem linken Knie gehabt. Das linke Knie sei vor dem Unfall
vollkommen
be
schwerdefrei gewesen. Die konsultierten Ärzte hätten ebenfalls bestätigt, dass der Meniskuseinriss mit
Flap
im
Hinterhorn
mit hoher Wahrschein
lichkeit auf das D
istorsionstrauma beim Eishockey-S
pielen zurückzuführen sei.
Zudem
würden
Meniskusrisse als Listenverletzung
gemäss Art. 6 Abs.
2 UVG eine Leistungs
pflicht der Versicherung begründen, ausser es liege ein Vorzustand von mehr als 50 % vor, was bei ihm nicht der Fall sei.
3.
Dr.
C._
nahm am 25. Mai 2021 eine versicherungsmedizinische
Beurteilung
(Urk. 9/66)
vor, in welcher er den Meniskusriss als vorwiegend abnutzung
s
bedingt
einschätzte
. Konkret führte er dazu aus,
dass
die Menisken funktionell
nur ganz nachrangig an der Stabilisierung des Kniegelenks beteiligt seien. Sie schützten vor allem gegen seitliche Kippbewegungen. Stabilisiert werde das Kniegelenk durch die gelenküberbrückende Muskulatur und vor allem den Kapsel
bandapparat. Diese seien Hemmschuh für Bewegungsausschläge des Knie
gelenks und schützten dieses gegen Verletzungen. Die Menisken seien eine durch den Kapselbandapparat geschützte Struktur.
Meniskusrisse
seien
in der Regel Bestandteil von Kombinationsverletzungen. Bei Kombinationsverletzungen werde von einer relevanten Krafteinwirkung auf das Knie ausgegangen, so dass Meniskusrisse als Bestandteil von Kombinations
ver
letzungen als traumatisch anerkannt würden. Beim Beschwerdeführer liege hin
gegen ein isolierter Meniskusriss vor. Es seien weder bildgebend noch intra
operativ objektivierbare weitere strukturelle traumatisch
e
Läsionen nachgewiesen worden. So fehlten relevante
kapsuloligamentäre
Verletzungen, knöcherne Aus
risse des vorderen Kreuzbandes oder des Innenbandes oder gar Folgen einer
Tibia
impressionsfraktur
. Dies spreche eher für einen überlastungsbedingten, degenera
tiven Meniskusschaden.
Gemäss wissenschaftlicher Fachlit
eratur sei der Meniskus in einen
intakten Kapselbandapparat und in die Gelenkflächen so eingebettet, dass eine äussere Gewalt nur dann zu einer Zerreissung des Menis
kusgewebes füh
ren könne, wenn auch die umgebenden Strukturen mitgeschädigt würden. Als Ursache eines isolierten Meniskusrisses komme nur der sogenannte Drehsturz in Frage, worunter ein Mechanismus verstanden werde, bei dem das gebeugte und rotierte Kniegelenk bei fest fixiertem Unterschenkel/Fuss plötzlich passiv so in die Streckung gezwungen werde, dass die physiologische Schluss
rotation nicht mehr korrekt ablaufen könne und damit der Meniskus zwischen Oberschenkel und Schienbeinkopf eingeklemmt werde. Ein solcher Ereignis
mechanismus liege je
doch beim Beschwerdeführer nicht vor. Dieser sei am Eis hängengeblieben und es habe einen Stich im Knie gegeben. Es habe jedoch die geforderte Fixation bei rotiertem und fl
e
ktiertem Knie mit anschliessender passiver Überstreckung gefehlt. Damit liege kein geeignetes Ereignis vor, um den Meniskus isoliert zu ver
letzen.
Ebenfalls gegen einen traumatischen Meniskusschaden spreche die MRI-Unter
suchung.
Der
Kernspintomographie
komme
besondere Bedeutung
bei der kau
salen Zuordnung von Menis
k
usveränderungen
zu
, indem Flüssigkeitseinlage
rungen sowie
Bone
Bruise
zur Darstellung kommen würden. Beim Beschwerde
führer fehlten unfallspezifische Begleitverletzungen wie Hämatome, relevante struk
turelle Begleitverletzungen sowie ein
Bone
Bruise
.
Das
Fehlen eines
Bone
Bruises
spreche gegen eine
relevante Krafteinwirkung auf das
linke
K
nie
, hin
gegen
für einen degenerativen Meniskusschaden.
Nachweisbare Meniskusveränderungen müssten zudem nicht ohne Weiteres zu einer klinischen Symptomatik führen. Es seien auch bei sogenannten Gelenks
gesunden ohne jegliche Beschwerden und ohne anamnestisch relevante Ver
let
zun
gen Veränderungen an Menisken inklusive Meniskusrisse nachgewiesen worden. Ursächlich für den klinisch stummen Verlauf von Meniskusrissen sei die nur nachrangige funktionelle Bedeutung der Menisken.
Auch mit akutem Auftreten lasse sich ein Meniskusriss traumatischer Ursache nicht
beweisen
. Meniskusrisse beziehungsweise –
schäden
könnten sich allmäh
lich manifestie
ren, sie könnten aber auch akut a
uftreten
, insbesondere wenn eine Einklemmung stattfinde.
Es sei unbestritten, dass die subjektiven
B
eschwerden beim
Besc
hwerdeführe
r wie von PD
Dr.
B._
erwähnt
im Kausalzusammenhang mit dem Distorsionstr
auma beim Eishockey-S
pielen am 20
. November 2020 stän
den. D
araus könne aber nicht gefolg
ert werden, dass der Menisk
usriss auch durch das Eishockey-S
pielen respektive die D
istor
s
i
on entstanden sei. Da eine frische trau
matische Ruptur sich nicht bestätigen lasse, sei es wahrscheinlicher, dass ein vor
geschädigter Meniskusriss durch
das
D
istorsi
onsereignis
symptoma
tisch geworden sei, im Sinne einer
höchstens
vorübergehenden Verschlimmerung.
Wäre der Unfallbegriff erfüllt, dann wäre eine Teilkausalität der Beschwerden für 6 bis 8 Wochen
gegeben
. Der Eingriff, welcher dazu diene, degenerative Schäden zu sanieren, wäre als unfallfremd zu klassifizieren. Wenn der Unfallbegriff
aber
nicht
erfüllt sei, dann
liege zwar mit dem Meniskusschaden eine Listendiagnose gemäss Art. 6 Abs. 2
UVG
vor, jedoch müsste dieser Schaden als abnützungs
be
dingt klassifiziert werden.
4.
4.1
Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht festgestellt hat, ist vorliegend der gesetz
liche Unfall
begriff gemäss Art. 4
ATSG
aufgrund eines fehlenden ungewöhn
lichen äusseren Faktors zu verneinen
:
In der Unfallmeldung vom 25. November 2020 (
Urk.
9/1) sowie
dem Fragebogen betreffend eine
Körperschädigung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG (
Urk.
9/30) führte der Beschwerdeführer aus, dass er am 20. November 2020 beim Eishockey-Training bei einer Drill-Übung, beim
Wechsel
von Rückwärts- auf Vorwärtsüber
setzen, irgendwie im Eis hängen geblieben sei und einen Stich im linken Knie verspürt habe.
In der Beschwerde präzisierte er diesbezüglich, dass beim Wechsel von Rückwärts- auf Vorwärtsübersetzen ein Fuss 180 Grad nach vorne gedreht und der andere Fuss anschliessend nachgezogen werde. Ziel sei es dabei, aus dem
Bogen zu beschleunigen. Dabei könne eine hohe Geschwindigkeit aufgebaut wer
den, in dem man vom leicht gebeugten Knie beim Aufsetzen des Fusses auf dem Eis das Bein strecke und so Energie entwickle. Beim Beschleunigen wirkten hohe Torsions-Kräfte auf den Bewegungsapparat. Irgendwie
müssten
beim Abstossen des linken Fusses
für das Nachziehen des
Fusses bei der Drehung zu hohe
Tor
sions
-Kräfte aufs Kni
e gewirkt haben, mehr als sonst;
allenfalls sei die Kufe im Eis hängen geblieben (
Urk.
1).
Auch
wenn
das E
reignis vom 20. November 2020
, wie vom Beschwerde
führer geltend gemacht (
Urk.
1
), als auslösendes Element der
subjektiven
Beschwerden
an
genommen
wird (vgl. hierzu unter E. 4.2 f.
)
, liegt kein ungewöhnlicher äusserer Faktor vor.
De
nn ein
äussere
r
Faktor ist
nur dann ungewöhnlich, wenn er –
nach einem objektiven Massstab –
nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für den je
weiligen Lebensbereich alltäglich und üblich ist, nicht aber, wenn ein Geschehen in die gewöhnliche Bandbreite der Bewegungsmuster des betreffenden Sports
fällt (vgl.
in BGE 130 V 380 nicht
publ
. E. 4.2 des Urteils U 199/03 vom 10. Mai 2004; Urteile des Bundesgerichts 8C_693/2010 vom 25. März 2011 E. 5; 8C_186/2011 vom 26. Juli 2011 E. 5; 8C_189/2010 vom 9. Juli 2010 E. 5.1). Der Beschwerde
führer machte im
Rahmen der Unfall
meldung (
Urk.
9
/1) beziehungs
weise sp
äte
re
r
S
childerungen (
Urk.
9/30) sowie der Einsprache (
Urk.
9/24
) und Be
schwerde (
Urk.
1) nichts «Programmwidriges» geltend
. Ein
kurzzeitiges
«Hängen
bleiben» im Eis
– das weder zu einem Sturz führt
e
noch
d
urch Kontakt mit einem Mits
pieler zustande kam und
gemäss eigenen Ausführungen
auch nicht mehr
sicher erinnert werden
konnte
– stellt
bei
m
Eishockey
-Spiel
en
keine
unvor
hersehbare
Beeinträchtigung des Bewegungsablaufs
dar
, welcher der betroffene Spieler gleichsam ausgesetzt
wäre
.
Dies zumal
Eishockey
eine schnelle und mit viel Ein
satz geführte
S
portart
darstellt
, bei welcher
der Körper grossen Kräften ausgesetzt ist.
Sogar
Körperattacken und Fallen gehören zu den üblichen Um
ständen dieser Sportart
.
Im Gegensatz zu
m Check gegen eine Bande
, wodurch
der natürliche Ablauf der
Körperbewegu
ng allenfalls programmwidrig beeinflusst we
r
den
kann, liegt im kurzzeitigen Hängenbleiben im Eis nichts Ungewöhnliches oder Unvorhersehbares, das zu einem
unkoordinierte
n
und unkontrollierbaren
Be
wegungsablauf
führt (vgl. hierzu BGE 130 V 117)
. Dieses Geschehen fällt viel
mehr in die gewöhnliche Bandbreite der Bewegungsmuster dieser Sportart
auf dem Eis
(vgl. in BGE 130 V 380 nicht
publ
. E. 4.2 des Urteils U 199/03 vom 10. Mai 2004)
,
selbst
wenn die Übung
wie vorliegend
nicht ideal verlaufen ist
.
Mithin hat sich
beim Beschwerdeführer
das
dem
Eishockey-Spiel inhärente Risiko einer Verletzung verwirklicht (vgl. U 322/02 vom 7. Oktober 2003 E. 4.4).
4.2
Der
anlässlich des operativen Eingriffs vom
27. Januar 2021
sanierte
Meniskus
schaden
(Innenmeniskuskorbhenkelriss mit rezidivierenden Einklemmungen Knie links,
Urk.
9/57
) fällt grund
sätzlich unter die in Art. 6 Abs. 2 UVG aufgelisteten Körperschädigungen
(
lit
. c
). Deshalb ist im Folgenden zu prüfen, ob damit die Ver
mutung greift, dass es sich vorliegend um eine Listendiag
nose handelt, deren Be
handlung vom Unfallversicherer übernommen werden muss, sofern nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit dargetan werden kann, dass die Körperschädigung zu mehr als 50 % auf Ab
nützung oder Krankheit zu
rück
zufü
hren ist (vgl. vorstehend E. 1.5
).
4.3
Die Stellungnahme von Dr.
C._
vom 25. Mai 2021
(E. 3
)
vermag
die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen vo
llumfänglich zu erfüllen (E. 1.6
). So tätigte
der Versicherungsmediziner
sorgfältige, umfassende Ab
klärungen, berücksichtigte die geklagten Beschwerden und begründete
seine
Ein
schätzung in nachvollziehbarer Weise sowie in Auseinandersetzung mit den Vor
akten
und der wissenschaftlichen Fachliteratur
.
Er
legte
unter Berücksichti
gung der MRI-Untersuchung vom 9. Dezember 2020 (
Urk.
9/5) sowie der im Operationsbericht vom 27. Januar 2021 genannten Befunde und Diagnosen (
Urk.
9/57)
schlüssig dar,
dass
sich
im Anschluss
an das E
reignis
vom 20. Novem
ber 2020
keine
unfallspezifischen
Begleitverletzungen
wie Hämatome, relevante strukturelle Begleitverletzungen
(wie
kapsuloligamentäre
Verletzungen, knöcher
ner Ausriss des vorderen Kreuzbandes oder des Innenbandes, Folgen einer
Tibia
impressionsfraktur
)
oder ein
Bone
Bruise
als
Nachweis
einer relevanten Kraft
ein
wirkung
auf das Knie
finden liessen.
Der im MRI vom 9. Dezembe
r 2020 ersicht
liche Meniskusschaden
entspricht
daher
einem isolierten Meniskusriss
, welcher nur im Falle eines Drehsturzes
traumatisch bedingt sein
kann
.
Ein solcher liegt hier
– trotz der in der Beschwerde präzisierten Ereignisschilderung – aber nicht vor, fehlt es vorliegend doch bereits an der für den Mechanismus eines Dreh
sturzes geforderten festen Fixation des Unterschenkels/Fusses auf dem Eis (vgl. Urk. 9/66 S. 6). Folglich
hat das beim Ereignis vom 20. November 2020 erlittene leichte Distorsionstrauma
höchstens
zu einer temporären Verschlimme
rung be
ziehungsweise
einer
Symptomatisierung
bei
degenerativ bedingtem
Vor
zustand
ge
führt.
4.4
Der Beschwerdeführer stützte sich zur Begründung seines Standpunktes auf die Berichte der ihn behandel
nden und operierenden Ärzte
Prof.
Dr.
Z._
und
PD
Dr.
B._
(Urk. 1)
. Von der Erfahrungstatsache abgesehen, dass behandelnde Arzt
personen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc), vermögen die
se
Einschätzungen
auch
aus anderen Gründen die
medizinische Beurteilung von D
r.
C._
nicht in Frage zu stellen
.
Insbesondere
begründete
PD
Dr.
B._
die traumatische
beziehungs
weise unfallbedingte Ursache
des Meniskuseinrisses
lediglich mit dem Argument,
da
ss
erst seit
dem Distorsionstrauma
beim Eishockey-S
pielen vom 20. November 2020 die
Blockaden und einklemmenden Beschwerden beständen (Bericht vom 7. Januar 2021,
Urk.
9/
21
; ähnlich
Prof.
Dr.
Z._
,
Urk.
9/4
)
.
Dies
vermag
allerdings
nicht zu über
zeugen,
ist
doch
im Geltungsbereich von Art. 6 Abs. 1 UVG die natürliche Vermutung, wonach Beschwerden unfallbedingt sein müssten, wenn eine vorbestehende Erkrankung bis zum Unfall schmerzfrei war, un
fallmedizinisch nicht haltbar und beweisrechtlich unzulässig (Formel «
post
hoc
ergo
propter
hoc», vgl. dazu SVR 2008 UV Nr. 11 S. 34, insb. E. 4.2; BGE 119 V 335
E. 2b/
bb
, Urteile des Bundesgerichts 8C_590/2007 vom 6. Oktober 2008
E. 7.2.4, 8C_46/2010 vom 26. April 2010 E. 4.3 und 8C_332/2013 vom 25. Juli
2013 E. 5.1). Dies gilt ebenso im Falle einer unfallähnlichen Körperschädigung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG, bei welcher zwar kein unfallähnliches sinnfälliges Ereignis vorausgesetzt ist, wohl aber ein initiales
erinnerliches
und benennbares Ereignis (E. 1.5
).
Jedenfalls lassen sich diesen Unterlagen keinerlei Hinweise ent
nehmen, welche gegen eine vorwiegend durch Abnützung verursachte Verletzung des Meniskus sprechen.
4.5
Zusammenfassend ist damit gestützt auf die beweiskräftige ärztliche Einschät
zung
von Dr.
C._
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die frag
liche Verletzung
des
Meniskus
vorwiegend, das heisst im ge
samten Ursachenspektrum zu mehr als 50 %, auf Abnützung zurück
zuführen ist. Damit ist der Ent
lastungsbeweis der Beschwerdegegnerin erbracht und die Ver
mutung der Leis
tungs
pflicht gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG umgestossen. Die übrigen Beschwerden
beziehungsweise der Nebenbefund eines Knorpelschadens an der mediale
n
Patellafacette
, von Dr.
C._
zudem als degenerativ klassifiziert
(vgl. Urk. 9/66 S. 5),
stellen
unbestrittener- und
ausgewiesenermassen
keine Li
sten
diagnose
dar, weshalb sich diesbezüglich Weiterungen erübrigen. Die Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht folglich zu Recht verneint.
5.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 8. Juli 2021 erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.