Decision ID: 5c337a83-c6eb-4b3a-8870-09adc0dbc105
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend mehrfachen Diebstahl etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abteilung, vom
28. Februar 2017 (DG160300)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 11. Oktober 2016 ist
diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
− des mehrfachen, teilweise versuchten Diebstahls im Sinne von Art. 139
Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB;
− der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB;
− des mehrfachen, teilweise versuchten Hausfriedensbruchs im Sinne von
Art. 186 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 20 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 170
Tage durch Haft erstanden sind.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2
Jahre festgesetzt.
4. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Schadenersatzforderung der
Privatklägerin B._ (B._) im Betrag von Fr. 1'964.40 anerkannt hat.
5. Die Privatkläger C._ und D._ werden mit ihren Zivilansprüchen auf
den Zivilweg verwiesen.
6. Es wird vorgemerkt, dass der Entscheid über die beschlagnahmten Gegen-
stände und Vermögenswerte dem verfahrensabschliessenden Entscheid
gegen den separat verfolgten Mittäter vorbehalten wird.
7. Rechtsanwalt lic. iur. X._ wird für seine Aufwendungen als amtlicher
Verteidiger aus der Gerichtskasse mit Fr. 9'584.80 (inkl. 8.0 % Mehrwert-
steuer) entschädigt.
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8. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 4'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 1'100.– Gebühr Strafuntersuchung
Fr. 9'584.80 amtliche Verteidigung Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-
nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten
auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichts-
kasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135
Abs. 4 StPO im Umfang von Fr. 8'207.25 (ohne Übersetzungskosten).
Berufungsanträge:
Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 92 S. 2)
1. Das Verfahren betreffend die Vorwürfe der Sachbeschädigung sowie
des versuchten Hausfriedensbruchs gemäss Dossier 1 (zum Nachteil
der E._ AG) sei einzustellen.
2. Der Beschuldigte/Berufungskläger sei mit einer Freiheitsstrafe von 13
Monaten zu bestrafen, unter Anrechnung der erstandenen Haft.
3. Die Kosten des erstinstanzlichen Urteils seien dem Beschuldig-
ten/Berufungskläger aufzuerlegen, jedoch zufolge offensichtlicher Un-
einbringlichkeit sofort definitiv abzuschreiben.
4. Die Kosten des Berufungsverfahrens, inkl. jener der amtlichen Vertei-
digung seien definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen.
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Erwägungen:
I. Prozessgeschichte und Prozessuales
1. Der Beschuldigte wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abtei-
lung, vom 28. Februar 2017 des mehrfachen, teilweise versuchten Diebstahls im
Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Sach-
beschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB und des mehrfachen, teilweise
versuchten Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1
StGB schuldig gesprochen und mit 20 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 170 Tage
durch Haft erstanden sind, bestraft. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde aufge-
schoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt. Weiter wurde vorgemerkt,
dass der Beschuldigte die Schadenersatzforderung der Privatklägerin B._
anerkannt hat. Die Privatkläger C._ und D._ wurden mit ihren Zivilan-
sprüchen auf den Zivilweg verwiesen. Sodann wurde vorgemerkt, dass der Ent-
scheid über die beschlagnahmten Gegenstände und Vermögenswerte dem ver-
fahrensabschliessenden Entscheid gegen den separat verfolgten Mittäter vorbe-
halten werde (Urk. 79).
Das vorinstanzliche Urteil wurde dem Verteidiger am 28. Februar 2017
mündlich eröffnet und im Dispositiv übergeben (Prot. I S. 12, Urk. 64). Der
Staatsanwaltschaft und der Privatklägerschaft wurde das Urteilsdispositiv schrift-
lich zugestellt (Urk. 66/1-8). Mit Eingabe vom 8. März 2017 meldete die Verteidi-
gung fristgerecht die Berufung an (Urk. 67). Das begründete Urteil wurde der
Staatsanwaltschaft und dem Verteidiger am 29. Juni 2017 und der Privatkläger-
schaft am 30. Juni 2017, 1. Juli 2017, 3. Juli 2017, 4. Juli 2017, 6. Juli 2017 und
19. Juli 2017 schriftlich zugestellt (Urk. 75/1-9).
Mit Eingabe vom 19. Juli 2017 reichte die Verteidigung des Beschuldigten
fristgerecht die Berufungserklärung ein (Urk. 80). Die Staatsanwaltschaft erklärte
mit Schreiben vom 3. August 2017 den Verzicht auf Anschlussberufung und bean-
tragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 85).
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Mit Verfügung vom 12. September 2017 wurde das schriftliche Verfahren
angeordnet (Urk. 88). Die Berufungsbegründung erfolgte innert erstreckter Frist
mit Eingabe vom 8. November 2017 (Urk. 92) und wurde der Staatsanwaltschaft
zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 93). Beweisanträge wurden keine gestellt.
2. Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung
(Art. 402 StPO). Die nicht von der Berufung erfassten Punkte erwachsen in
Rechtskraft (Schmid, StPO Praxiskommentar, 2. Aufl. 2013, Art. 402 N 1; Art. 437
StPO).
Der Beschuldigte beschränkte seine Berufung auf die Schuldsprüche der
Sachbeschädigung und des versuchten Hausfriedensbruchs gemäss Dossier 1 (in
Dispositivziffer 1 enthalten), das Strafmass (Dispositivziffer 2) sowie die Kosten-
auflage (Dispositivziffer 9; Urk. 92). Damit ist festzustellen, dass das Urteil des
Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, vom 28. Februar 2017 bezüglich der Disposi-
tivziffern 3 (Vollzug), 4 und 5 (Zivilklagen der Privatklägerschaft), 6 (Beschlag-
nahme), 7 (Honorar amtliche Verteidigung) sowie 8 (Kostenfestsetzung) in
Rechtskraft erwachsen ist.
3. Strafantrag der E._ AG
3.1. Bezüglich der Vorwürfe der Sachbeschädigung und des versuchten
Hausfriedensbruchs gemäss Dossier 1 macht die Verteidigung in ihrer Beru-
fungsbegründung geltend, nachdem sie vor Vorinstanz die Gültigkeit des Strafan-
trags der Geschädigten E._ AG in Frage gestellt habe, habe sich die Vo-
rinstanz auf den Standpunkt gestellt, eine Anscheinsvollmacht sei zu bejahen.
Zwar sei der Strafantrag durch die Sachbearbeiterin F._ übermittelt worden
und es liege kein Nachweis einer Vertretungsbefugnis vor, allerdings liege der
Strafantrag im Interesse der Geschädigten und sei im Rahmen der üblichen Ge-
schäftstätigkeit erfolgt. Dies überzeuge nicht. Eine Anscheinsvollmacht schütze
lediglich die Adressatin einer Willenserklärung, nicht aber die erklärende bzw. ver-
tretende Person. Die E._ AG könne sich somit nicht auf eine Anscheinsvoll-
macht berufen. Die Anklägerin könne sich auch nicht auf ein gutgläubiges Ver-
trauen berufen, denn sie habe das Vorliegen der Prozessvoraussetzungen von
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Amtes wegen zu prüfen und auch kritisch zu hinterfragen. Der Unterzeichnete ha-
be die Problematik der Strafanträge informell sogar gegenüber dem Staatsanwalt
thematisiert. Nachdem die E._ AG auf ihre Rechte i.S.v. Art. 120 StPO ver-
zichtet habe, sei sodann nicht schlüssig, wieso die Vorinstanz davon ausgehen
wolle, dass ein Strafantrag im Interesse der Geschädigten sein solle. Vielmehr sei
das Verhalten der Geschädigten dahingehend zu interpretieren, dass sie kein
massgebliches Interesse an einer Strafverfolgung des Beschuldigten habe. Unbe-
stritten sei, dass die erklärende F._ nicht im Handelsregister eingetragen sei
und von der E._ AG keine Vollmacht für einen Strafantrag erhalten habe. Die
zuständigen Organe der Geschädigten hätten diesbezüglich keinerlei Erklärung
abgegeben, welche ein Vertrauen im Sinne einer Anscheinsvollmacht begründen
könnte. Die Anklägerin habe es nicht für nötig befunden, diesbezüglich nachzu-
fragen. Auf keinen Fall sei der Vorinstanz in ihrem Argument zuzustimmen, dass
ein Strafantrag im Rahmen der üblichen Geschäftstätigkeit liege. Gemäss Eintrag
im Handelsregister bezwecke die Geschädigte den An- und Verkauf, die Vermitt-
lung, Verwaltung, Vermietung und Verpachtung von Liegenschaften. Das Stellen
eines Strafantrags sei typischerweise ein ausserordentlicher Vorgang, der vom
Gesellschaftszweck nicht erfasst sei. Die relevante Straftat sei noch nicht einmal
im Rahmen der Geschäftstätigkeit der E._ AG begangen worden. Daher sei
nicht von einem rechtsgenügenden Strafantrag auszugehen, was von Amtes we-
gen zu berücksichtigen sei. Weil somit eine Prozessvoraussetzung fehle, sei das
Verfahren in Bezug auf die Antragsdelikte gemäss Dossier 1 einzustellen (Urk. 92
S. 2 f.).
3.2. Ist eine Tat nur auf Antrag strafbar, so kann jede Person, die durch sie
verletzt worden ist, die Bestrafung des Täters beantragen (Art. 30 Abs. 1 StGB).
Die Antragsberechtigung nach dieser Bestimmung richtet sich nach dem
Träger des angegriffenen Rechtsgutes. Bei höchstpersönlichen Rechtsgütern (Eh-
re, Berufsgeheimnis usw.) ist Verletzter nur der Träger des Rechtsgutes selbst,
bei anderen Rechtsgütern sind auch andere Personen, die ein rechtlich geschütz-
tes Interesse an der Erhaltung des Rechtsgutes haben, antragsberechtigt. Die An-
tragsberechtigung kann auch im Interesse an der Erhaltung des Rechtsgutes be-
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gründet sein, welches nicht nur der eigentliche Rechtsgutsträger besitzt. Insofern
kann auch derjenige verletzt sein, in dessen Rechtskreis die Tat unmittelbar ein-
greift, sowie derjenige, der ein besonderes Interesse an der Erhaltung des Ge-
genstandes hat. Hinsichtlich der Sachbeschädigung gemäss Art. 145 Abs. 1
aStGB hat das Bundesgericht die Antragsberechtigung in diesem Sinne auch auf
den Mieter bzw. jeden Berechtigten, der die Sache nicht mehr gebrauchen kann,
ausgedehnt (BGE 121 IV 258 E. 2.b).
Bei juristischen Personen ist dasjenige Organ zum Strafantrag befugt, wel-
ches die durch das Delikt verletzten Interessen wahrt (Donatsch, OFK-StGB,
19. Aufl., StGB 30 N 7). Zulässig ist auch die Antragstellung durch eine Person,
die (ohne im Handelsregister aufgeführt zu sein) ausdrücklich oder stillschwei-
gend damit beauftragt ist, die konkret betroffenen Interessen der juristischen Per-
son zu wahren bzw. den betreffenden Vermögenswert zu verwalten. Vorausge-
setzt ist aber, dass der Antrag dem Willen der Gesellschaftsorgane nicht wider-
spricht und von diesen genehmigt werden kann (BSK StGB-Riedo, 3. Aufl., Art. 30
N 81; BGer 6B_972/2009 vom 16. Februar 2010 E. 3.4.1). Zur Stellung eines
Strafantrags bedarf es keiner besonderen Ermächtigung im Sinne von Art. 462
Abs. 2 OR, wenn der Strafantrag lediglich darauf abzielt, den öffentlichen Anklä-
ger in die Lage zu versetzen, das Strafverfahren einzuleiten (BGer 6B_972/2009
vom 16. Februar 2010 E. 3.4.1).
Ein Vertreter kann zur Abgabe der Willenserklärung ermächtigt werden. Wo
die Verletzung materieller Rechtsgüter in Frage steht, die nicht direkt von der Per-
son des Berechtigten abhängen, sondern etwa vom Inhalt einer vertraglichen Be-
ziehung (z.B. bei Hausfriedensbruch), ist die Vertretung durch eine generelle Er-
mächtigung zulässig. Der Antrag ist somit auch dann gültig, wenn er sich auf eine
vom Geschädigten vor der Tat erteilte Vollmacht stützt. Insbesondere darf die
Ermächtigung des Vertreters zur Antragstellung in der Regel angenommen wer-
den, wenn das betreffende Delikt materielle Rechtsgüter verletzt, mit deren Wah-
rung oder Verwaltung der Vertreter allgemein betraut ist (BGE 122 IV 207 E. 3.c;
Donatsch, a.a.O., StGB 30 N 8). Mangels entsprechender Vorschrift in der StPO
bedarf es zur Gültigkeit des Strafantrags keiner schriftlichen Vollmacht für den
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Vertreter (Trechsel/Jean-Richard, in Trechsel/Pieth [Hrsg.], StGB PK, 2. Aufl.
2013, Art. 30 N 5).
3.3. Bezüglich der eingeklagten Sachbeschädigung und des eingeklagten
versuchten Hausfriedensbruchs bei der Liegenschaft an der G._-Strasse ...
in Zürich wurde die Liegenschaftsverwaltung E._ AG nach erfolgter Tat des
Beschuldigten durch die Polizei informiert (Urk. 3 S. 5). F._, gemäss Polizei-
rapport Sekretärin von Beruf (Urk. 3 S. 3), stellte mit E-Mail vom 6. Mai 2015 im
Namen der E._ AG Strafantrag wegen Sachbeschädigung und Hausfrie-
densbruch (Urk. 9). Es trifft zwar zu, dass F._ im Handelsregister nicht als
Zeichnungsberechtigte eingetragen ist und keine Organstellung inne hat. Aber als
Sekretärin einer AG, welche die Verwaltung von Liegenschaften bezweckt und die
Liegenschaft an der G._-Strasse ... in Zürich verwaltete, ist davon auszuge-
hen, dass auch sie mit der Wahrung und Verwaltung dieser Liegenschaft (und
damit des vorliegend verletzten materiellen Rechtsguts) allgemein betraut war,
weshalb eine Ermächtigung von F._ zur Antragstellung angenommen wer-
den darf. Entsteht Sachschaden an einer Liegenschaft oder wird versucht, daran
Hausfriedensbruch zu begehen, gehört es durchaus zur Geschäftstätigkeit einer
Liegenschaftsverwaltung, welche die betreffende Liegenschaft verwaltet, rechtli-
che Schritte gegen den Verursacher einzuleiten und einen Strafantrag zu stellen.
Selbst wenn F._ nicht mündlich von den Gesellschaftsorganen gebeten wor-
den war, diese E-Mail zu verfassen, reichte es aus, wenn sie auch nur stillschwei-
gend damit beauftragt war, die konkret betroffenen Interessen der E._ AG zu
wahren. Sodann widersprach der Strafantrag nicht dem Willen der Gesellschafts-
organe, war doch eine von der E._ AG verwaltete Liegenschaft von den be-
gangenen Delikten betroffen. Auch wenn die E._ AG bzw. die Eigentümer-
schaft sich später nicht als Privatklägerin konstituierte und keine Zivilansprüche
stellte, ändert das nichts. Die entsprechende Erklärung bezieht sich auf die Betei-
ligung am weiteren Verfahren nicht auf die Durchführung desselben an sich. Ge-
stützt auf die vorstehend erwähnte bundesgerichtliche Rechtsprechung bedurfte
es weder einer besonderen Ermächtigung im Sinne von Art. 462 Abs. 2 OR noch
einer schriftlichen Vollmacht für F._, um als Vertreterin der E._ AG ei-
nen gültigen Strafantrag zu stellen. Entgegen der Auffassung der Verteidigung ist
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das Verfahren in Bezug auf die Antragsdelikte gemäss Dossier 1 deshalb nicht
einzustellen.
II. Sachverhalt und rechtliche Würdigung
1. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten des mehrfachen, teilweise
versuchten Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit
Art. 22 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144
Abs. 1 StGB sowie des mehrfachen, teilweise versuchten Hausfriedensbruchs im
Sinne von Art. 186 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig (Urk. 79
S. 14).
2. Der Beschuldigte anerkannte den ihm vorgeworfenen Sachverhalt voll-
umfänglich und die rechtliche Würdigung wurde von der Verteidigung weder vor
Vorinstanz noch im vorliegenden Berufungsverfahren beanstandet (vgl. Urk. 79
S. 7 und Urk. 80). Da von der Gültigkeit des Strafantrags der E._ AG auszu-
gehen und das Verfahren betreffend die Vorwürfe der Sachbeschädigung und des
versuchten Hausfriedensbruchs gemäss Dossier 1 nicht einzustellen ist, ist der
Schuldspruch der Vorinstanz bezüglich der Dossiers 1, 5, 6, 7, 8, 9 und 10 zu be-
stätigen.
III. Strafzumessung
1. Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe
von 20 Monaten, woran 170 Tage Haft angerechnet wurden (Urk. 79 S. 14).
2. Die Verteidigung beantragt mit ihrer Berufung die Bestrafung mit einer
Freiheitsstrafe von 13 Monaten, unter Anrechnung der erstandenen Haft (Urk. 92
S. 3).
Zusammenfassend führte die Verteidigung dazu aus, anstatt klar zu definie-
ren, von welcher Deliktssumme sie ausgehe, habe sich die Vorinstanz darauf be-
schränkt, diese als "nicht unerheblich" zu bezeichnen. Damit versäume sie es,
den für die objektive Tatschwere zentralen Faktor zu bestimmen. Bezüglich der
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objektiven Tatkomponente fänden sich denn auch keine weiteren Erwägungen.
Es sei einzig zu lesen, dass die beiden Versuche lediglich leicht strafmindernd zu
berücksichtigen seien. Was dies konkret (in Tagen/Monaten Freiheitsstrafe) be-
deute und ob die Strafminderung im gerichtsüblichen Ausmass vorgenommen
worden sei, erschliesse sich aus der Begründung nicht. In Anwendung des
Grundsatzes in dubio pro reo sei von der für den Beschuldigten günstigsten
Sachverhaltsvariante auszugehen, was auch für die Deliktssumme gelten müsse.
Die unklare Deliktssumme sei im Vergleich zum massivsten möglichen Diebstahl,
welcher das obere Ende des ordentlichen Strafrahmens definiere, am unteren
Ende des Spektrums anzusiedeln. Die objektive Tatschwere sei insgesamt als
leicht einzustufen. In subjektiver Hinsicht würden sich keine Gründe ergeben, von
einem "nicht mehr leichten" Verschulden auszugehen. Das von der Vorinstanz
angerufene "monetäre Motiv" erhöhe das Verschulden nicht, denn bei Diebstäh-
len sei die Tatmotivation regelmässig monetärer Natur. Die von der Vorinstanz er-
rechnete Einsatzstrafe erscheine als übersetzt (Urk. 92 S. 3 f.).
Die Verteidigung macht weiter geltend, es werde von der Vorinstanz nicht
begründet, warum sie das Verschulden bezüglich der Sachbeschädigung als
"noch leicht" einstufe. Sie beschränke sich darauf, den Gesamtschaden als "nicht
unerheblich" zu bezeichnen. Auch in diesem Punkt sei der Vergleich mit der
schwerstmöglichen Sachbeschädigung anzustellen. Das Verschulden sei als
leicht einzustufen. Genauso unklar bleibe, weshalb die Vorinstanz bezüglich der
Hausfriedensbrüche nicht von einem leichten Verschulden ausgehen wolle. Unter
Berücksichtigung aller Umstände sei eine hypothetische Strafe von 20 Monaten
angemessen (Urk. 92 S. 4).
Weiter führte die Verteidigung aus, es sei unverständlich, dass das vollum-
fängliche Geständnis des Beschuldigten, anders als üblich und entsprechend
bundesgerichtlicher Rechtsprechung, nicht zu einer Reduktion der Strafe um ei-
nen Drittel führen solle. Die Vorinstanz begründe dies damit, der Beschuldigte ha-
be die Taten zuerst abgestritten und das Geständnis erst nach Vorhalt diverser
Beweise abgelegt. Welche Beweise das gewesen sein sollen, bleibe offen. Der
Beschuldigte habe das Geständnis in einer frühen Phase der Strafuntersuchung
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abgelegt. Dieses Verhalten sei nichts Aussergewöhnliches und werde regelmäs-
sig nicht zu Lasten des Beschuldigten gewertet. Es seien nur wenige Beweise
vorgelegen und es sei davon auszugehen, dass ein hartnäckiges Bestreiten zu
Freisprüchen in mehreren Nebendossiers geführt hätte. Das gefundene Deliktsgut
habe nicht klar dem Beschuldigten zugeordnet werden können, sei es doch in der
Tasche des Mitbeschuldigten gefunden worden. Dieser sei flüchtig und habe kei-
ne Aussagen machen können. Der von der Anklägerin im Rahmen des Antrags
auf Untersuchungshaft angeführte Modus Operandi habe keinerlei Beweiswert
und sei bei Einbrüchen völlig üblich, sodass kein Rückschluss auf die konkrete
Täterschaft möglich sei. Zu mehreren Taten gebe es keine belastenden Tatsa-
chen als das Geständnis und die Tatsache, dass der Beschuldigte im gleichen
Zimmer wie der Mitbeschuldigte gewohnt habe. Dennoch habe der Beschuldigte
ein Geständnis abgelegt, kooperiert, sich reuig gezeigt und sich entschuldigt. Im
Fazit sei eine Freiheitsstrafe von 13 Monaten angemessen, unter Anrechnung der
erstandenen Haft (Urk. 92 S. 5).
3. Die Vorinstanz hat den Strafrahmen korrekt abgesteckt und die gesetz-
lichen Zumessungsregeln zutreffend dargelegt. Um unnötige Wiederholungen zu
vermeiden, kann vorab auf diese Erwägungen im angefochtenen Entscheid ver-
wiesen werden (Urk. 79 S. 8 ff.).
3.1. Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzun-
gen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der
Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das
Höchstmass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei
ist es an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1
StGB). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei der Bildung einer Ge-
samtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB vorab der Strafrahmen für die schwerste
Straftat zu bestimmen und alsdann die Einsatzstrafe für die schwerste Tat inner-
halb dieses Strafrahmens festzusetzen. Schliesslich ist die Einsatzstrafe unter
Einbezug der anderen Straftaten in Anwendung des Asperationsprinzips ange-
messen zu erhöhen. Das Gericht hat mithin in einem ersten Schritt gedanklich die
Einsatzstrafe des schwersten Delikts festzulegen, indem es alle diesbezüglichen
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straferhöhenden und strafmindernden Umstände einbezieht. In einem zweiten
Schritt hat es die Strafe zu erhöhen, um die weiteren Delikte zu sanktionieren.
Auch dort muss es den jeweiligen Umständen Rechnung tragen (BGE
6B_865/2009 vom 25. März 2010 E. 1.2.2). Als schwerste Tat gilt jene, die ge-
mäss abstrakter Strafdrohung des Gesetzes mit der höchsten Strafe bedroht ist
(BGE 6B_885/2010 vom 7. März 2011 E. 4.4.1).
Vorliegend sind die Diebstähle die mit der höchsten Strafe bedrohten Delik-
te, da das Gesetz eine abstrakte Strafdrohung einer Freiheitsstrafe bis zu fünf
Jahren oder eine Geldstrafe vorsieht (Art. 139 Ziff. 1 StGB). Bei der Bemessung
der auszufällenden Strafe sind die mehrfache Tatbegehung zu berücksichtigen
und dass es bei den Diebstählen teilweise beim Versuch blieb. Mangels Vorliegen
von ausserordentlichen Umständen ist der ordentliche Strafrahmen jedoch nicht
zu verlassen (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.8) und die mehrfache Tatbegehung inner-
halb des ordentlichen Strafrahmens entsprechend straferhöhend und der vollen-
dete Versuch strafmindernd zu berücksichtigen.
3.2. Innerhalb des festgelegten Strafrahmens misst das Gericht die Strafe
nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die
persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf dessen Leben (Art. 47
Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Ge-
fährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den
Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter
nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder
Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Ausgangspunkt bei der Strafzu-
messung ist die objektive Tatschwere, d.h. die Schwere der Verletzung oder Ge-
fährdung des betroffenen Rechtsguts bzw. der schuldhaft verursachte Erfolg.
Ebenso massgeblich ist die subjektive Tatschwere, die sich aus der Intensität des
deliktischen Willens sowie den Beweggründen für die Tat ergibt. Mit zu berück-
sichtigen sind schliesslich das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des
Täters.
3.2.1. Was das objektive Tatverschulden betrifft, so entsprechen die in der
Anklageschrift aufgeführten Deliktsbeträge von ca. Fr. 3'625.– (Dossier 6), ca.
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Fr. 11'146.85 (Dossier 7), ca. Fr. 14'767.80 (Dossier 8), ca. Fr. 4'194.98 (Dossier
9) und ca. Fr. 1'580.– (Dossier 10) zwar teilweise dem Neuanschaffungswert der
betroffenen Gegenstände, aber gerade Schmuck und Uhren, was ein grosser An-
teil des Deliktsguts des Beschuldigten ausmacht, verlieren nicht stark an Wert,
nur weil sie gebraucht sind. Auch wenn die Deliktssumme unklar ist, geben die
von den Geschädigten angegebenen Werte, selbst wenn es sich dabei teilweise
um den Neuanschaffungswert handelt, einen Anhaltspunkt dafür, in welchem
Rahmen der Deliktsbetrag in etwa liegt. In Übereinstimmung mit der Verteidigung
ist die Deliktssumme verglichen mit anderen Fällen von Diebstählen aber am un-
teren Ende der möglichen Deliktsbeträge anzusiedeln. Bei der Beurteilung des
objektiven Verschuldens ist aber nicht nur die Deliktssumme massgebend. Eben-
so ist hervorzuheben, dass der Beschuldigte während eines Zeitraums von einem
Jahr eine Vielzahl von Diebstählen beging, was für eine grosse kriminelle Energie
spricht. Der Beschuldigte brach zwar in die Räumlichkeiten ein, als keine Men-
schen darin verweilten, es kam aber vor, dass diese in ihre Wohnung zurückkehr-
ten, als er sich darin befand, was auf die Betroffenen erschreckend gewirkt haben
muss. Ausserdem hinterliess er jeweils ein Chaos in den Wohnungen. Er fügte
den Eigentümern der entwendeten Gegenstände nicht nur einen finanziellen
Schaden zu, sondern beeinträchtigte auch deren Sicherheitsgefühl. Sein Ver-
schulden wiegt in objektiver Hinsicht nicht mehr leicht.
Was die subjektive Tatschwere betrifft, so ist festzuhalten, dass der Be-
schuldigte direktvorsätzlich gehandelt hat. Sein Motiv war vorwiegend finanzieller
und damit egoistischer Natur, was - entgegen der Auffassung der Verteidigung -
unter dem Aspekt der Verwerflichkeit des Handelns durchaus als den Beschuldig-
ten belastend berücksichtig werden darf. Das subjektive Tatverschulden des Be-
schuldigten wiegt ebenfalls nicht mehr leicht.
Zusammenfassend ist das Gesamtverschulden unter Berücksichtigung der
dargelegten objektiven und subjektiven Tatumstände für die Diebstähle als nicht
mehr leicht einzustufen, was einer hypothetischen Einsatzstrafe in der Grössen-
ordnung von 18 Monaten Freiheitsstrafe entspricht.
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Weiter ist zu berücksichtigen, dass es bei den Diebstählen gemäss Dossier
1 und 5 beim Versuch blieb. Beim Versuch im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB in
der Ausformung des vormals als vollendeter Versuch bezeichneten Tathandlung,
bei welcher der zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg nicht eintritt, handelt es
sich um eine Tatkomponente, die verschuldensunabhängig ist. Deshalb ist sie bei
der Gesamteinschätzung des Verschuldens nicht einzubeziehen. Sie hat sich in-
dessen im Sinne einer Reduzierung der (hypothetischen) verschuldensangemes-
senen Strafe auszuwirken (Mathys, SJZ 100 [2004], S. 173 f.). Vorliegend fällt der
Versuch kaum mindernd ins Gewicht, da der Beschuldigte alles Erforderliche ge-
tan hatte, um Deliktsgut behändigen zu können. Dies führt lediglich zu einer Re-
duktion der hypothetischen Einsatzstrafe um zwei Monate auf 16 Monate Frei-
heitsstrafe.
3.2.2. Straferhöhend wirken sich die weiteren Delikte d.h. die mehrfache
Sachbeschädigung und der mehrfache, teilweise versuchte Hausfriedensbruch
aus.
Der mehrfache, teilweise versuchte Hausfriedensbruch tritt neben dem
mehrfachen Diebstahl und der mehrfachen Sachbeschädigung in den Hinter-
grund. Diese führte aber zu einem Sachschaden zum Nachteil der Geschädigten
und Privatkläger in der Höhe von ca. Fr. 500.– (Dossier 1), ca. Fr. 1'700.– (Dos-
sier 5), ca. Fr. 500.– (Dossier 6), ca. Fr. 500.– (Dossier 7), ca. Fr. 700.– (Dossier
8), ca. Fr. 600.– (Dossier 9) und ca. Fr. 500.– (Dossier 10). Die verursachten
Schäden überschreiten die Grenze zum geringfügigen Delikt deutlich, liegen aber
noch im unteren Drittel im Rahmen des Grundtatbestandes. Der Beschuldigte
beging Hausfriedensbruch und verursachte Sachschaden, um sein Ziel, an Wert-
sachen heranzukommen, zu erreichen. Dies tat er wiederum direktvorsätzlich.
Sein Verschulden wiegt sowohl in objektiver als auch in subjektiver Hinsicht noch
leicht.
Zusammenfassend rechtfertigt es sich, die Einsatzstrafe von 16 Monaten um
fünf Monate zu erhöhen, weshalb eine Strafe von 21 Monaten Freiheitsstrafe dem
gesamten Tatverschulden des Beschuldigten angemessen erscheint.
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3.2.3. Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten
kann auf die Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden (Urk. 79
S. 10 f.). Aus der Biographie und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldig-
ten ergeben sich keine Anhaltspunkte, die für die Strafzumessung von wesentli-
cher Bedeutung wären.
Der Beschuldigte ist geständig. Ein Geständnis, das kooperative Verhalten
eines Täters bei der Aufklärung von Straftaten sowie die Einsicht und Reue wir-
ken strafmindernd. Dabei können umfangreiche und prozessentscheidende Ge-
ständnisse eine Strafreduktion von bis zu einem Drittel bewirken (BGE 121 IV 202
E. 2d/cc). Der Grad der Strafminderung hängt aber insbesondere davon ab, in
welchem Stadium des Verfahrens das Geständnis erfolgte. Ein Verzicht auf
Strafminderung ist zulässig, wenn das Geständnis die Strafverfolgung nicht er-
leichtert hat, namentlich weil der Täter nur aufgrund einer erdrückenden Beweis-
lage oder gar erst nach Ausfällung des erstinstanzlichen Urteils geständig gewor-
den ist (BGer 6B_558/2011 vom 21. November 2011 E. 2.3). Die bundesgerichtli-
che Praxis zeigt, dass nur ein ausgesprochen positives Nachtatverhalten zu einer
maximalen Strafreduktion von einem Drittel führen kann. Zu einem solchen gehört
ein umfassendes Geständnis von allem Anfang an und aus eigenem Antrieb, also
nicht erst auf konkrete Vorwürfe hin oder nach Vorlage entsprechender Beweise.
Ferner gehört kooperatives Verhalten in der Untersuchung dazu, wozu gehört,
dass beispielsweise aufgrund des Verhaltens eines Beschuldigten weitere Delikte
aufgeklärt oder Mittäter zur Rechenschaft gezogen werden können, was ohne
sein kooperatives Mitwirken nicht möglich gewesen wäre. Schliesslich gehört Ein-
sicht ins Unrecht der Tat und Reue dazu. Nur wenn all diese Faktoren erfüllt sind,
kann eine Strafreduktion von einem Drittel erfolgen. Fehlen einzelne Elemente, ist
die Strafe entsprechend weniger stark zu mindern (BSK StGB-
Wiprächtiger/Keller, 3. Aufl., Art. 47 N 169 ff.; Trechsel/Affolter-Eijsten, in Trech-
sel/Pieth [Hrsg.], StGB PK, 2. Aufl., Art. 47 N 22 und 24). Der Beschuldigte bestritt
anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 6. Mai 2015, Einbruchdiebstähle
begangen zu haben (Urk. 5 S. 4 ff.). Dabei blieb er auch in der Hafteinvernahme
bei der Staatsanwaltschaft vom 16. Juni 2016 (Urk. 19 S. 3 ff.). In der Haftanhö-
rung vor Bezirksgericht am 17. Juni 2017 war er ebenfalls nicht geständig
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(Urk. 25/14 S. 1 f.). Erst anlässlich der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft
vom 29. August 2016 anerkannte der Beschuldigte den ihm vorgeworfenen Sach-
verhalt (Urk. 21 S. 2 ff.). Er führte zudem aus, die durch ihn verursachten Schä-
den gemäss Dossier 9 zu bereuen (Urk. 21 S. 6). Das Geständnis des Beschul-
digten erfolgte demnach erst in einer späten Phase der Strafuntersuchung, als der
Entwurf der Anklageschrift bereits vorlag (vgl. Urk. 21, Urk. 23/1) und keine weite-
ren Beweiserhebungen mehr gemacht werden mussten. Von einem kooperativen
Verhalten des Beschuldigten bei der Aufklärung der Straftaten kann keine Rede
sein. Es handelte sich nicht um ein Geständnis von allem Anfang an, sondern erst
auf konkrete Vorwürfe und in Kenntnis der Beweise (inbs. DNA-Treffer und Modus
Operandi) hin. Ausser der Erwähnung, dass er die Schäden gemäss Dossier 9
bereue, zeigte er sich sodann nicht reuig oder einsichtig. Unter diesen Umständen
hat die Vorinstanz die hypothetische Strafe aufgrund des Geständnisses zu Recht
nicht um einen Drittel reduziert. Zu beachten ist aber, dass die Kürzung einer
Strafe von 28 Monaten um 8 Monate beinahe einer Kürzung um einen Drittel ent-
spricht (ein Drittel wäre die Reduktion um 9 1/3 Monate gewesen). Ausgehend
von der hypothetischen Strafe von 21 Monaten erscheint vorliegend aufgrund des
Geständnisses des Beschuldigten eine Reduktion um 6 Monate als angemessen.
Weitere Straferhöhungs- oder -minderungsgründe sind nicht ersichtlich.
In Würdigung aller massgeblichen Strafzumessungsgründe erweist sich für
die vorliegend zu beurteilenden Delikte eine Freiheitsstrafe von 15 Monaten als
angemessen. Anzurechnen an die Freiheitsstrafe sind die erstandene Untersu-
chungs- und Sicherheitshaft im Umfang von insgesamt 170 Tagen (Art. 51 StGB;
Urk. 15/1, Urk. 15/6, Urk. 25/2, Urk. 30, Urk. 44, Urk. 49-50).
IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Die Verteidigung beantragt, die Kosten des erstinstanzlichen Urteils,
inkl. jener der amtlichen Verteidigung, seien dem Beschuldigten aufzuerlegen, je-
doch zufolge offensichtlicher Uneinbringlichkeit sofort abzuschreiben (Urk. 92
S. 2). Sie begründet dies damit, dass es aufgrund der persönlichen, finanziellen
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Verhältnisse des Beschuldigten offensichtlich sei, dass er die Kosten nie werde
zurückbezahlen können (Urk. 92 S. 5).
Der Beschuldigte verdient nach seinen Angaben etwa Lari 700.– bis 800.–
pro Monat, was ca. Fr. 252.– bis Fr. 288.– entspricht. Sodann verfügt er über kein
Vermögen und hat Schulden und muss für Frau und Kinder aufkommen (Urk. 20
S. 3 f., Urk. 5 S. 2). Unter Berücksichtigung dieser schwierigen wirtschaftlichen
Verhältnisse des Beschuldigten sind die Kosten der Untersuchung und des erstin-
stanzlichen Gerichtsverfahrens zwar dem Beschuldigten aufzuerlegen, gestützt
auf Art. 425 StPO jedoch definitiv abzuschreiben. Die Kosten der amtlichen Ver-
teidigung sind definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen.
2. In Berufungsverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe
ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Erwirkt eine Partei, die
ein Rechtsmittel ergriffen hat, einen für sie günstigeren Entscheid, so können ihr
die Verfahrenskosten auferlegt werden, wenn der angefochtene Entscheid nur
unwesentlich abgeändert wird (Art. 428 Abs. 2 lit. b StPO).
Ausgangsgemäss sind die Kosten des Berufungsverfahrens dem Beschul-
digten aufzuerlegen. Die Reduktion der Strafe rechtfertigt keine teilweise Über-
nahme der Kosten durch die Staatskasse, da die Strafzumessung im Ermessen
des Gerichts liegt.
Die Verteidigung beantragt auch die sofortige Abschreibung der Verfahrens-
kosten des Obergerichts, inkl. jener der amtlichen Verteidigung. Aufgrund der
persönlichen, finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten sei es offensichtlich,
dass er die Kosten nie werde zurückbezahlen können (Urk. 92 S. 5). Gestützt auf
die Ausführungen unter Ziff. IV.1 vorstehend sind auch die Kosten des Beru-
fungsverfahrens in Anwendung von Art. 425 StPO definitiv abzuschreiben. Die
Kosten der amtlichen Verteidigung, welche auf Fr. 1'596.80 (inkl. 8 % MWST)
festzusetzen sind (vgl. Urk. 94), sind definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen.
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