Decision ID: 53e7b04a-ef49-53b6-b566-70f1ff27b49a
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
Z._,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
berufliche Massnahmen und Rente (Sanktionsverfügung)
Sachverhalt:
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A.
A.a Z._, wurde am 21. Dezember 1999 zum Bezug von IV-Leistungen für Versicherte
vor dem 20. Altersjahr angemeldet (IV-act. 1). Im Arztbericht vom 21. Januar 2000
diagnostizierte Dr. med. A._, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, eine
Nierenagenesie links und eine partielle Doppelbildung der Niere rechts (IV-act. 2). Mit
Verfügung vom 29. Februar 2000 wurden dem Versicherten medizinische Massnahmen
zur Behandlung des Geburtsgebrechens Nr. 342 zugesprochen (IV-act. 4).
A.b Mit Verfügung vom 27. Juni 2002 wurde hingegen ein Gesuch um berufliche
Massnahmen (Berufsberatung) abgewiesen. Trotz gesundheitlichen Einschränkungen
bestehe in der Berufswahl keine wesentliche Beeinträchtigung (IV-act. 13).
A.c Nachdem Dr. A._ wiederholt bei der IV um Berufsberatung für den Versicherten
gebeten und der Versicherte am 2. Oktober 2003 selber berufliche Massnahmen
beantragt hatte (IV-act. 36), veranlasste die IV-Stelle eine berufliche Abklärung bei der
Stiftung B._ (IV-act. 33). Die Abklärung wurde nach einem Zwischenfall mit einer Kuh
abgebrochen, woraufhin eine weitere berufliche Abklärung im C._ angeordnet wurde
(IV-act. 42, 46, 50, 58). Allerdings wurde auch diese Abklärung abgebrochen. Gemäss
Zwischenbericht des Berufsberaters vom 26. März 2004 sei der Verlauf der Abklärung
(ab 15. Dezember 2003) durch eine enorme Inkonstanz des Versicherten geprägt
gewesen. Dieser habe immer wieder stunden- und tageweise gefehlt. Auch seien seine
Leistungen stark schwankend gewesen. Nachdem der Versicherte seit 24. Februar
2004 nicht mehr gearbeitet habe, sei die Abklärung am 2. März 2004 abgebrochen
worden (IV-act. 62). Dr. A._ attestierte dem Versicherten ab 24. Februar 2004 eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit und ab 19. Mai 2004 wieder eine volle Leistungs- und
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 60, 65). Mit Standortbericht vom 11. Oktober 2004 hielt der
Berufsberater fest, dass er die Berufsberatung ab Juni 2004 wieder aufgenommen
habe, nachdem der Versicherte gesundheitlich eine Ausbildung im geschützten
Rahmen wieder in Betracht habe ziehen können. Die Suche nach einer geeigneten
Ausbildungsmöglichkeit in der Landwirtschaft gestalte sich wegen des Verhaltens des
Versicherten schwierig (IV-act. 67). Mit Schlussbericht vom 7. April 2005 zeigte der
Berufsberater seine Bemühungen auf und hielt fest, der Versicherte habe am 18. März
2005 erklärt, er wolle keine Ausbildung mehr absolvieren, sondern werde sich selber
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eine Arbeitsstelle suchen. Da auch die Beiständin den Versicherten nicht habe
umstimmen können, schliesse er den Auftrag ab (IV-act. 71). Mit Verfügung vom 20.
April 2005 wurde die Arbeitsvermittlung abgeschlossen, da der Versicherte darauf
verzichte (IV-act. 74).
A.d Am 30. März 2007 meldete sich der Versicherte wieder bei der IV-Stelle und
beantragte erneut berufliche Massnahmen (Berufsberatung, IV-act. 76). Im Arztbericht
vom 10. Mai 2007 diagnostizierten die Ärzte der Klinik St. Pirminsberg, Klinik für
Psychiatrie, Psychotherapie und Suchtbehandlung, u.a. eine rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10; F 33.1), und akzentuierte
Persönlichkeitszüge mit paranoiden und dissozialen Anteilen (ICD-10; F 73.1). Es
bestehe eine Reduktion der Leistungsfähigkeit von ca. 20%. Eine Tätigkeit im Bereich
der Landwirtschaft oder handwerklicher Art in der freien Natur sei dem Versicherten
acht Stunden pro Tag zumutbar (IV-act. 83). Auf Anfrage des Regionalen Ärztlichen
Dienstes (RAD) hielt Dr. D._, Oberärztin St. Pirminsberg, am 22. Mai 2007 fest, der
Versicherte sei schlecht kritikfähig und unbedingt auf einen geschützten Rahmen für
eine Ausbildung angewiesen. Da er am folgenden Tag aus der Klinik austreten werde,
stehe er für Eingliederungsmassnahmen der IV zur Verfügung (IV-act. 84). Die neu
beauftragte Berufsberaterin hielt in einem nicht datierten Bericht fest, der Versicherte
sei unsicher, ob er sich eine Ausbildung oder eine Arbeitsaufnahme zutrauen könne, da
er sehr wenig belastbar sei. Zur Klärung der offenen Fragen sei eine BEFAS-Abklärung
nötig (IV-act. 88). In der Folge ordnete die IV-Stelle am 20. Februar 2008 eine
Abklärung durch die Berufliche Abklärungsstelle (BEFAS) Appisberg an (IV-act. 92).
Nachdem der Versicherte drei Eintrittstermine nicht wahrgenommen hatte und für die
Berufsberaterin telefonisch nicht erreichbar war, teilte die IV-Stelle dem Versicherten
mit Schreiben vom 4. Juni 2008 mit, dass die Kostengutsprache für die beruflichen
Massnahmen vom 20. Februar 2008 per 8. April 2008 aufgehoben wurde (IV-act. 105).
In einem Mahnschreiben ebenfalls vom 4. Juni 2008 wurde der Versicherte unter
Hinweis auf Art. 21 Abs. 4 und Art. 43 Abs. 3 ATSG aufgefordert, sich bis am 18. Juni
2008 bei der zuständigen Berufsberaterin zu melden, ansonsten aufgrund der Akten
entschieden werde und er damit rechnen müsse, dass sein Gesuch abgewiesen werde
(IV-act. 106). Dieser Aufforderung kam der Versicherte nach und sicherte eine künftige
Kooperation zu. Darauf wurde am 26. August 2008 erneut eine Abklärung bei der
BEFAS angeordnet. Der Versicherte wurde darauf hingewiesen, dass im Rahmen seiner
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Mitwirkungspflicht Anwesenheit und voller Einsatz erwartete werde, ansonsten keine
weiteren Leistungen von der IV erbracht werden könnten. Ohne Mitwirkung bei der
beruflichen Eingliederung könne auch kein Rentenanspruch geprüft werden (IV-act.
111). Der Eintrittsbeginn zur beruflichen Abklärung wurde auf den 22. September 2008
festgelegt und danach auf Wunsch des Versicherten auf den 29. September 2008
verschoben (IV-act. 115, 119). Trotz Ankündigung seines Beistands erschien der
Versicherte am 29. September 2008 nicht in Appisberg (IV-act. 118 f.).
A.e Mit Vorbescheid vom 27. Oktober 2008 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, dass er keinen Anspruch auf berufliche Massnahmen und Rentenleistungen
habe und das Leistungsbegehren deshalb abgewiesen werden müsse (IV-act. 124). Mit
Verfügung vom 12. Dezember 2008 eröffnete die IV-Stelle entsprechend dem
Vorbescheid, dass kein Anspruch auf berufliche Massnahmen und Rentenleistungen
bestehe. Obwohl der Versicherte auf die Folgen der Verweigerung von
Eingliederungsmassnahmen aufmerksam gemacht worden sei, widersetze er sich
diesen nach wie vor. Das Leistungsbegehren werde deshalb abgewiesen.
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vom Beistand des Versicherten eingereichte
Beschwerde vom 21. Januar 2009 (Datum Postaufgabe: 23. Januar 2009) mit den
Anträgen, das Rentenbegehren sei gutzuheissen und es sei dem Beschwerdeführer die
unentgeltliche Prozessführung zu gewähren. Zur Begründung wird im Wesentlichen
ausgeführt, dass der Beschwerdeführer seit mehreren Jahren an einer Depression mit
ausgeprägtem sozialem Rückzug leide und deshalb die Eingliederungsmassnahme
verweigert habe. Diese Depression verunmögliche es dem Beschwerdeführer, einer
geregelten Arbeit nachzugehen und an der verfügten Eingliederungsmassnahme
teilzunehmen. Er müsse sich bezüglich dieser Depression auch immer wieder in
stationäre psychiatrische Behandlung begeben.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 4. März 2009 beantragt die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde. Gemäss Arztbericht der Klinik Pfäfers vom 10. Mai 2007
sei der Beschwerdeführer durchaus eingliederungsfähig. Es sei allerdings davon
auszugehen, dass er den notwendigen Willen nicht aufbringen könne.
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B.c Mit Replik vom 24. April 2009 lässt der Beschwerdeführer vorbringen, der mit der
Beschwerde eingereichte Bericht von Dr. med. E._ von der Psychiatrischen Klinik St.
Pirminsberg vom 22. Januar 2009 belege, dass aufgrund der ausgeprägten
depressiven Symptome die Eingliederungsmassnahmen verunmöglicht würden.
B.d Mit Schreiben vom 30. April 2009 hat die Beschwerdegegnerin auf eine Duplik
verzichtet.

Erwägungen:
1.
Bevor die angefochtene Verfügung auf ihre Rechtmässigkeit geprüft werden kann, gilt
es festzustellen, ob es sich vorliegend um eine materiellrechtliche
Abweisungsverfügung, um eine sanktionsweise Leistungsverweigerung nach Art. 21
Abs. 4 ATSG oder um eine verfahrensrechtliche Sanktionsanordnung nach Art. 43 Abs.
3 ATSG handelt. Dabei kann nicht ausschliesslich auf das Verfügungsdispositiv
abgestellt werden, sondern es ist nach dem tatsächlichen rechtlichen Gehalt zu fragen
(vgl. BGE 120 V 496 E. 1). Vorliegend wurde das Leistungsbegehren ohne materielle
Würdigung der vorhandenen Akten abgewiesen. Eine Abweisungsverfügung aufgrund
materieller Prüfung kommt somit nicht in Betracht. Die Beschwerdegegnerin hat in der
angefochtenen Verfügung auf die Schreiben vom 4. Juni und 26. August 2008
verwiesen. Im Mahnschreiben vom 4. Juni 2008 wurde die Erfüllung der
Schadenminderungspflicht nach Art. 21 Abs. 4 ATSG und die Erfüllung der
Mitwirkungspflicht bei der Sachverhaltsabklärung nach Art. 43 Abs. 3 ATSG angeführt.
Im Schreiben vom 26. August 2008 war allgemein von einer Mitwirkungspflicht die
Rede, mit dem Hinweis, dass bei fehlender Mitwirkung keine Leistungen zu erwarten
seien. In der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einerseits auf die
Schadenminderungspflicht hingewiesen und anderseits Bezug auf die erwähnten
beiden Schreiben genommen. Im undatierten Bericht "Antrag der beruflichen
Eingliederung" schlug die Berufsberaterin eine BEFAS-Abklärung vor, damit die
Diskrepanz zwischen der objektiven und subjektiven Arbeitsfähigkeit geprüft und die
Belastbarkeit geklärt werden könne, der Beschwerdeführer die eigenen Möglichkeiten
und Grenzen in der Praxis erfahre und verschiedene Arbeitsmöglichkeiten kennen
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lerne. Dem Fragenkatalog ist zu entnehmen, dass die berufliche Abklärung
insbesondere die Höhe der Arbeits- und Leistungsfähigkeit, die Belastbarkeit, die Art
der behinderungsangepassten Tätigkeiten, die Motivation des Beschwerdeführers und
die behinderungsfremden Faktoren klären sollte. Sodann sollten die Fragen nach einem
konkreten Eingliederungsplan sowie den ersten Schritten des Beschwerdeführers nach
dem Austritt beantwortet werden (IV-act. 88). Im Schreiben vom 20. Februar 2008 teilte
die IV-Stelle dem Beschwerdeführer mit, dass eine berufliche Abklärung durch die
BEFAS notwendig sei. Damit der Anspruch auf Leistungen der IV geprüft werden
könne, müsse die Eingliederungs- und Arbeitsfähigkeit abgeklärt werden (IV-act. 92).
Aufgrund dieser Aktenlage ist davon auszugehen, dass mit der Abklärung in Appisberg
keine konkrete berufliche Massnahme bzw. Eingliederung durchgeführt werden sollte,
sondern es sollte abgeklärt werden, ob und was für eine berufliche Eingliederung
überhaupt möglich ist. Eine sanktionsweise Leistungsverweigerung nach Art. 21 Abs. 4
ATSG war unter diesen Umständen nicht möglich. Wie das Vorgehen der
Beschwerdegegnerin zeigt, hat sie vom Beschwerdeführer wiederholt verlangt, dass er
an der geplanten Abklärung mitwirke, zuletzt am 26. August 2008 (act. G 6.111). Als
der Beschwerdeführer nicht zur Abklärung im Appisberg erschienen war, hat sie die
angefochtene Verfügung erlassen. Trotz des missverständlichen bzw. falschen
Hinweises auf Art. 21 Abs. 4 ATSG ist aufgrund der Aktenlage davon auszugehen, dass
die Beschwerdegegnerin mit der angefochtenen Verfügung eine verfahrensrechtliche
Sanktionsanordnung im Sinne von Art. 43 Abs. 3 ATSG getroffen hat.
2.
2.1 Kommen leistungsbeanspruchende versicherte Personen der Auskunfts- und
Mitwirkungspflicht in unentschuldbarer Weise nicht nach, so kann der
Versicherungsträger gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG aufgrund der Akten verfügen oder die
Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen. Er muss die Person vorher
schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hinweisen; ihr ist eine angemessene
Bedenkzeit einzuräumen. Dieses Mahn- und Bedenkzeitverfahren entspricht jenem von
Art. 21 Abs. 4 ATSG bei Verletzung der Schadenminderungspflicht. Das Mahn- und
Bedenkzeitverfahren hat den Zweck, eine versicherte Person zu einem bestimmten
regelkonformen Verhalten zu bewegen. Der Sanktionierung der Verletzung der
Mitwirkungspflicht wohnt ein erzieherischer Gedanke inne; es geht nicht um eine
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Bestrafung der Strafe willen, sondern darum, das gewünschte Verhalten doch noch zu
erreichen. Bei der Festlegung der Rechtsfolgen ist das Verhältnismässigkeitsprinzip zu
beachten (vgl. BGE 125 V 242). Wie bei Art. 21 Abs. 4 ATSG kann die Sanktion auch im
Rahmen von Art. 43 Abs. 3 ATSG nur solange greifen, als zwischen der sanktionierten
Verhaltensweise und dem Schaden ein Kausalzusammenhang besteht. Entschliesst
sich die versicherte Person, die bisherige Verweigerung aufzugeben, fällt für die
Zukunft der Kausalzusammenhang grundsätzlich dahin (vgl. ZAK 1977 46 ff.; Ueli
Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Rz 98 zu Art. 21). Kommt die versicherte Person
schliesslich ihrer Mitwirkungspflicht doch noch nach, kann sich die festgelegte
Sanktion - Nichteintreten, Entscheid aufgrund der Akten - nur auf diejenige Zeitspanne
beziehen, während der die Mitwirkung verweigert wurde (vgl. SVR 2008 IV Nr. 48,
I 988/06, E. 7; Kieser, a.a.O., Rz 56 zu Art. 43).
2.2 Bevor eine verfahrensrechtliche Sanktionsanordnung nach Art. 43 Abs. 3 ATSG
ausgesprochen werden kann, gilt es zu prüfen, ob die angeordnete berufliche
Abklärung dem Beschwerdeführer zugemutet werden konnte, oder ob er aus
gesundheitlichen Gründen die Teilnahme in entschuldbarer Weise nicht
wahrgenommen hat. Der Beistand des Beschwerdeführers macht geltend, dass eine
Teilnahme an der Abklärung behinderungsbedingt nicht möglich gewesen sei. Die
Beschwerdegegnerin ist hingegen der Ansicht, dass eine solche gesundheitliche
Einschränkung nicht ausgewiesen sei.
2.3 Den vorliegenden Akten ist zu entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer bisher
im Berufsleben nicht etablieren und auch keine Berufsausbildung absolvieren konnte.
Die angeordneten beruflichen Abklärungen in der Stiftung B._ sowie im
C._mussten ebenfalls jeweils abgebrochen werden. Gemäss Schlussbericht vom 8.
April 2004 musste die Massnahme im C._infolge psychischer Unstabilitäten vorzeitig
abgebrochen werden. Aufgrund der psychischen und persönlichen Probleme habe der
Beschwerdeführer nicht die notwendige Sorgfalt und Zuverlässigkeit aufbringen
können. Er habe Mühe mit Kritik umzugehen, nehme immer alles sehr persönlich und
müsse sich dann zusammenreissen, um nicht verbal ausfällig zu werden. Aufgrund
seines Arbeitsverhaltens, den beobachteten Arbeitsleistungen und seinen persönlichen
Schwierigkeiten sei der Beschwerdeführer momentan nicht in der Lage, eine
Ausbildung zum Mechapraktiker oder eine andere Tätigkeit in der freien
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Marktwirtschaft aufzunehmen (IV-act. 63). Nach drei Schnupperwochen auf dem Hof
F._, in welchen der Beschwerdeführer gut und motiviert gearbeitet habe, konnte die
Ausbildung aufgrund der Bedenken der Wohnbereichs-Betreuerinnen doch nicht
aufgenommen werden (IV-act. 70). Der Beschwerdeführer unterzog sich vom 1. bis 27.
Dezember 2006, vom 15. Januar bis 1. Februar 2007 und vom 14. März bis 23. Mai
2007 einer stationären psychiatrischen Behandlung in der Klinik St. Pirminsberg (IV-act.
83 f.). Im Arztbericht vom 10. Mai 2007 hielten die Ärzte der Klinik fest, dass dem
Beschwerdeführer nach Stabilisierung der Stimmungslage aus heutiger Sicht eine
Tätigkeit im Bereich der Landwirtschaft oder handwerklicher Art in der freien Natur acht
Stunden pro Tag zumutbar sei. Es bestehe derzeit eine Verminderung der
Leistungsfähigkeit um 20%. Die Prognose bezüglich der vorliegenden rezidivierenden
depressiven Störung könne bei aktuell gut verlaufendem Arbeitsversuch und
gebesserter Stimmungslage sowie Abklingen der depressiven Symptomatik als günstig
angesehen werden. Aufgrund der auffälligen Persönlichkeitszüge mit paranoiden und
dissozialen Anteilen, der psychologischen und psychiatrischen Behandlung seit dem
15. Lebensjahr sowie der fehlenden Berufsausbildung und Arbeitslosigkeit seit zwei
Jahren sei die Prognose aus psychosozialen Gesichtspunkten aber als eher ungünstig
anzusehen. In der Stellungnahme vom 14. Mai 2007 teilte der RAD mit, dass eine
reguläre erstmalige Ausbildung nicht möglich sein dürfte. Falls die
Eingliederungsfähigkeit medizinisch begründet werden könne, wäre eine Einarbeitung
bei einem Landwirt wohl eine der wenigen möglichen Eingliederungschancen. Dr. D._
führte auf entsprechende Nachfrage des RAD ebenfalls aus, dass der
Beschwerdeführer bei der Ausbildung auf einen geschützten Rahmen angewiesen sei
(IV-act. 84). Im Schreiben vom 22. Januar 2009 teilte Dr. E._ mit, dass der
Beschwerdeführer am 8. November freiwillig in die Klinik eingetreten sei. Die
ausgeprägten depressiven Symptome mit starken Rückzugstendenzen würden es dem
Beschwerdeführer erschweren, sich an eine geordnete Tagesstruktur zu halten und
regelmässig einer Beschäftigung nachzugehen. Durch die aktuelle Behandlung sollte
die Fähigkeit ansteigen, sich an Strukturen zu halten und Verpflichtungen
nachzukommen.
2.4 Die vorliegende Aktenlage belegt eine augenfällige Inkonstanz bezüglich der
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers. Trotz Motivation und gutem Einsatz war es
ihm nicht möglich, eine Tätigkeit oder eine Abklärung über eine längere Periode
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durchzuführen. Aufgrund des gesamten Verlaufs erscheint es äusserst fraglich, dass
der Beschwerdeführer die in der Klinik St. Pirminsberg attestierte 80%ige
Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft hätte verwerten können. Im entsprechenden
Bericht sind die Ärzte bezüglich der Arbeitsfähigkeitsschätzung von einer Stabilisierung
des Zustands ausgegangen. Ob es zu einer solchen Stabilisierung des
Gesundheitszustands tatsächlich gekommen ist, lässt sich anhand der vorliegenden
Akten nicht beurteilen. Der Bericht von Dr. E._ weist darauf hin, dass eine weitere
stationäre Behandlung notwendig ist, um die angestrebte Stabilisation zu erreichen.
Die attestierte 80%ige Arbeitsfähigkeit stellt somit offenbar eher eine Momentaufnahme
dar, unter der Annahme, dass es nach entsprechender Behandlung zu einer Besserung
des Zustands kommen werde. Insbesondere erscheint aufgrund der Akten eine 80%ige
Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft nicht realisierbar. Weitere Einschätzungen der
Arbeitsfähigkeit sind den Akten nicht zu entnehmen. Ohne eine aktuelle medizinische
Abklärung des Beschwerdeführers kann vorliegend nicht entschieden werden, ob ihm
der Eintritt in die berufliche Abklärung in Appisberg zumutbar gewesen ist oder nicht.
Aufgrund des bisherigen Verlaufs erscheint es eher unwahrscheinlich, dass der
Beschwerdeführer gesundheitlich in der Lage war, die von ihm verlangte Leistung zu
erbringen.
2.5 Zusammenfassend erscheint es angezeigt, dass beim Beschwerdeführer weitere
medizinische - insbesondere psychiatrische - Abklärungen durchgeführt werden und
seine Arbeits- und Leistungsfähigkeit festgelegt wird. Aufgrund dieser medizinischen
Abklärung wird sich zeigen, ob dem Beschwerdeführer die angeordnete berufliche
Abklärung zumutbar ist oder nicht.
3.
3.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 21. Januar 2009
teilweise gutzuheissen, die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur
weiteren medizinischen Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
3.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- bis
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erscheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als
volles Obsiegen (BGE 132 V 235 E. 6), weshalb die Beschwerdegegnerin die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen hat. Die bewilligte unentgeltliche
Prozessführung wird damit gegenstandslos.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG