Decision ID: bf6252b0-2c6b-5122-a62c-f7038f8c33e7
Year: 2016
Language: de
Court: BE_VB
Chamber: BE_VB_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt
1. Die Gemeinde Ringgenberg erteilte dem Beschwerdeführer am 19. März 2005 eine
kleine Baubewilligung für die "Sanierung des bestehenden Hüttlis, Nutzung als Holzlager"
auf der Parzelle Ringgenberg Gbbl. Nr. Y._. Das Grundstück liegt im Wald. Die
Bewilligung enthielt insbesondere die Auflage "Zweckentfremdungsverbot: Das Gebäude
darf ausschliesslich zur Brennholzlagerung benutzt werden". Mit Gesamtbauentscheid vom
15. Oktober 2012 bewilligte das Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli die
Erweiterung des Platzes für die Brennholzverarbeitung. Dieser Entscheid enthielt unter
anderem folgende Auflagen: "Der Platz darf nur für die Holzverarbeitung und -lagerung
benutzt werden. Er darf insbesondere nicht als Abstellplatz für alte/ausgediente Fahrzeuge
und Gerätschaften verwendet werden. [...] Zweckentfremdungsverbot: Nur
Brennholzlagerung/-aufbereitung; kein Abstellplatz für Fahrzeuge usw." Mit Schreiben vom
28. August 2015 teilte die Waldabteilung Alpen des Amtes für Wald des Kantons Bern
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(Waldabteilung Alpen) der Gemeinde Ringgenberg mit, sie habe anlässlich einer Kontrolle
festgestellt, dass das Hüttli wie auch der Brennholzplatz hauptsächlich mit Fahrzeugen
belegt ist.
2. Mit Wiederherstellungsverfügung vom 15. September 2015 forderte die
Baupolizeibehörde der Gemeinde Ringgenberg den Beschwerdeführer auf, die
abgestellten Fahrzeuge bis zum 20. Oktober 2015 von der Parzelle zu entfernen.
Gleichzeitig wies sie ihn auf die Möglichkeit eines nachträglichen Baugesuches hin und
drohte die kostenpflichtige Ersatzvornahme an.
3. Gegen diese Verfügung reichte der Beschwerdeführer am 14. Oktober 2015
Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Er
beantragt sinngemäss die Aufhebung der Wiederherstellungsverfügung. Zur Begründung
führt er insbesondere aus, der Gebrauch von entsprechendem Gerät gehöre zur Nutzung
eines Holzbearbeitungs- und Lagerplatzes. Zudem müssten etliche andere Situationen zu
ähnlichen Reaktionen seitens der Gemeinde führen. Soweit ersichtlich, verzichtete der
Beschwerdeführer auf die Einreichung eines nachträglichen Baugesuches.
4. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, holte die
Vorakten sowie die Stellungnahme der Vorinstanz ein. Die Gemeinde beantragt die
Abweisung der Beschwerde. Zudem zog das Rechtsamt die Baubewilligungsakten des
Regierungsstatthalteramtes Interlaken-Oberhasli, sowie die Stellungnahme der Gemeinde
an das Regierungsstatthalteramt bezüglich den vom Beschwerdeführer geltend gemachten
Vergleichssituationen bei.
5. Auf die Rechtsschriften und die beigezogenen Akten wird, soweit für den Entscheid
wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191).
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II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
Gemäss Art. 49 Abs. 1 BauG2 können baupolizeiliche Verfügungen nach Art. 45 bis 48
BauG innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Beschwerde bei der BVE angefochten werden.
Der Beschwerdeführer ist als Adressat durch die angefochtene Verfügung beschwert und
daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf seine form- und fristgerecht eingereichte
Beschwerde ist einzutreten.
2. Umfang der Baubewilligungen
a) Mit Verfügung vom 15. September 2015 hat die Vorinstanz den Beschwerdeführer
aufgefordert, die widerrechtlich abgestellten Fahrzeuge, zwei Traktore, zwei
Personenfahrzeuge und drei Anhänger bis zum 20. Oktober 2015 von der Parzelle
Ringgenberg Gbbl. Nr. Y._, zu entfernen. Der Beschwerdeführer macht dagegen
geltend, der Gebrauch von entsprechenden Geräten und Fahrzeugen gehöre zur Nutzung
eines Holzbearbeitungs- und Lagerplatzes, ohne dass nach jedem Arbeitsgang ins Dorf
gefahren werden müsse.
b) Es ist unbestritten, dass das Hüttli und der Platz für Brennholzverarbeitung als
forstliche Baute und Anlage gemäss Art. 2 Abs. 2 Bst. b WaG3 bewilligt wurden. Nach der
kleinen Baubewilligung vom 19. März 2005 darf das Hüttli nur zur Brennholzlagerung
benutzt werden. Der Regierungsstatthalter bewilligte mit Gesamtbauentscheid vom
15. Oktober 2012 den Platz ausschliesslich für die Holzverarbeitung und Holzlagerung. Es
liegt keine Baubewilligung vor für das Abstellen von Fahrzeugen im Hüttli und auf dem
Platz.
c) Für die Verrichtung der Arbeiten auf dem Holzverarbeitungs- und Holzlagerplatz
benötigt der Beschwerdeführer insbesondere für den Transport des Holzes Fahrzeuge und
Anhänger. Der Einsatz und das kurzfristige Abstellen dieser Fahrzeuge auf dem Platz
2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721). 3 Bundesgesetz vom 4. Oktober 1991 über den Wald (Waldgesetz, WaG; SR 921.0).
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müssen daher von der Baubewilligung umfasst sein. Im Hüttli und auf dem Platz befinden
sich aber insgesamt zwei Traktore, zwei Personenfahrzeuge und drei Anhänger. Die
Anzahl Fahrzeuge belegt, dass der Beschwerdeführer diese Fahrzeuge nicht nur während
der Dauer der Arbeiten auf dem Platz abstellt. Auf den Fotografien in den Akten ist zudem
ersichtlich, dass zumindest ein Fahrzeug über kein Nummernschild verfügt. Es ist
offensichtlich, dass der Beschwerdeführer die Fahrzeuge für einen längeren Zeitraum und
auch während seiner Abwesenheit auf dem Platz und im Hüttli abstellt. Dieses Abstellen
von Fahrzeugen überschreitet die erteilten Bewilligungen. Es ist daher formell rechtswidrig.
3. Bewilligungsmöglichkeit
a) Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts gilt es als unverhältnismässig, eine an sich
bewilligungsfähige Baute oder Anlage bloss wegen Fehlens der Baubewilligung beseitigen
zu lassen (sog. formelle Rechtswidrigkeit). Im Wiederherstellungsverfahren ist auch bei
fehlendem Baugesuch summarisch zu prüfen, ob das Vorhaben gegen einschlägige
Vorschriften verstösst (sog. materielle Rechtswidrigkeit).4 Es ist daher zu prüfen, ob das
Abstellen von zwei Traktoren, zwei Personenfahrzeugen sowie drei Anhängern auf der
Parzelle Ringgenberg Gbbl. Nr. Y._ bewilligt werden könnte.
b) Das Waldgesetz des Bundes will den Wald in seiner Fläche und räumlichen
Verteilung erhalten, den Wald als naturnahe Lebensgemeinschaft schützen, dafür sorgen,
dass der Wald seine Funktionen, namentlich seine Schutz-, Wohlfahrts- und
Nutzungsfunktion erfüllen kann und die Waldwirtschaft fördern und erhalten (Art. 1 Abs. 1
WaG). Gemäss Art. 2 Abs. 2 Bst. b WaG gelten forstliche Bauten und Anlagen als Wald.
Ursprünglich galten nur technische Werke zum Schutze von Naturereignissen als forstliche
Bauten und Anlagen.5 Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann der
forstliche Charakter einer Baute und Anlage jedoch auch dann bejaht werden, wenn sie
den Zwecken des Waldes dient, eine betriebliche Notwendigkeit dafür besteht und ihr keine
überwiegenden öffentlichen Interessen entgegenstehen. Es müssen gewichtige Gründe
vorliegen, welche den Standort im Nichtsiedlungsgebiet gegenüber dem Standort innerhalb
4 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 N. 15a. 5 Botschaft zum Waldgesetz vom 29. Juni 1988, BBl 1988 III 173 ff., S. 190.
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der Bauzone als erheblich vorteilhafter erscheinen lassen.6 Das Bundesgericht hat
dementsprechend die Zonenkonformität von Bienenhäusern verneint.7 Ebenso hat es die
Notwendigkeit eines Forstwerkhofes im Wald verneint, da vorwiegend finanzielle
Überlegungen für den Standort im Wald gesprochen hatten und nicht nachgewiesen war,
dass ein Standort in der Bauzone aus zwingenden betriebswirtschaftlichen Erwägungen
nicht in Frage komme.8 Hingegen hat es ein Forstmagazin im Waldgebiet als zulässig
erachtet.9
c) Seit dem 1. Juli 2013 konkretisiert Art. 13a Abs. 1 WaV10 den Begriff forstliche
Bauten und Anlagen. Demnach dürfen Forstwerkhöfe, gedeckte Energieholzlager und
Waldstrassen im Wald bewilligt werden, wenn sie der regionalen Bewirtschaftung des
Waldes dienen, für sie ein Bedarf ausgewiesen wird, ihr Standort zweckmässig und ihre
Dimensionierung den regionalen Verhältnissen angepasst ist. Überdies dürfen ihnen keine
überwiegenden öffentlichen Interessen entgegenstehen (Art. 13a Abs. 2 WaV). Dieser
Artikel nimmt die von der Rechtsprechung bereits erarbeiteten Voraussetzungen auf,
welche bei forstlichen Bauten und Anlagen erfüllt sein müssen. Die Bestimmung soll
zudem die Bewilligung von Energieholzlager erleichtern.11 Für die Beurteilung, ob das
Abstellen von zwei Traktoren, zwei Personenfahrzeugen und drei Anhängern im
Waldgebiet bewilligungsfähig ist, hat die Gesetzesänderung aber keine Neuerungen
gebracht.
d) Bevor für eine forstliche Baute oder Anlage allenfalls eine Baubewilligung erteilt
werden darf, ist die zuständige kantonale Forstbehörde anzuhören (Art. 14 WaV). Die
Waldabteilung Alpen hat in ihrem Schreiben vom 28. August 2015 ausgeführt, dass das
Abstellen von Fahrzeugen im Wald mit einer zweckfremden Nutzung einhergehe und
dementsprechend einer Rodungsbewilligung bedürfte. Es liege keine Ausnahmesituation
vor, welche eine Ausnahmebewilligung rechtfertigte.
6 BGE 123 II 499 E. 3, BGE 118 Ib 335 E. 3. 7 BGer 1A.277/1999 vom 25.05.2000, E. 5a. 8 BGE 123 II 499 E. 3b/dd. 9 BGE 118 Ib 335 E. 3. 10 Verordnung des Bundesrates vom 30. November 1992 über den Wald (Waldverordnung, WaV; SR 921.01). 11 Maja Saputelli, Neues Waldgesetz – Flexibilisierung der Waldflächen, erschienen in: Zürcher Zeitschrift für öffentliches Baurecht, PBG 2014/1, S. 5 ff., Ziff. IV.
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e) Wie bereits erläutert, ist der Einsatz von Fahrzeugen bei der Bewirtschaftung des
Waldes zulässig. Demgegenüber dient das längerfristige Abstellen von Fahrzeugen den
Funktionen des Waldes nicht. Auf dem Holzverarbeitungs- und Holzlagerplatz des
Beschwerdeführers besteht dafür auch keine betriebliche Notwendigkeit. Es ist für den
Beschwerdeführer ohne weiteres möglich, mit den Fahrzeugen zu diesem Platz zu fahren,
wenn er diese Geräte für die Verrichtung seiner Arbeit benötigt. Es ist entgegen seinen
Ausführungen nicht ersichtlich, weshalb das Abstellen der Fahrzeuge ausserhalb des
Waldes dazu führen sollte, dass nach jedem Arbeitsgang ins Dorf gefahren werden
müsste. Wenn er die Fahrten an den Randzeiten plante, wäre das Abstellen der Fahrzeuge
im Siedlungsgebiet nicht mit mehr Fahrten verbunden, da er anschliessend die Fahrzeuge
nicht zurück in den Wald fahren müsste. Für die Erledigung der Arbeiten auf dem
Holzverarbeitungs- und Lagerplatz ist der Beschwerdeführer nicht darauf angewiesen,
dass er die Fahrzeuge während seiner Abwesenheit im Waldgebiet parkieren kann. Er
kann die Arbeiten auch dann verrichten, wenn er die Fahrzeuge im Siedlungsgebiet
abstellt.
Für das Abstellen der Fahrzeuge im Waldgebiet besteht dementsprechend kein
ausgewiesener Bedarf. Insbesondere sind die für den Beschwerdeführer resultierenden
Vorteile nicht so erheblich, dass sie ein längerfristiges Abstellen der Fahrzeuge im
Nichtsiedlungsgebiet rechtfertigten. Das öffentliche Interesse an der Trennung von
Siedlungs- und Nichtsiedlungsgebiet überwiegt das private Interesse des
Beschwerdeführers, die Fahrzeuge im Waldgebiet abstellen zu können. Die summarische
Überprüfung ergibt, dass das Abstellen von drei Anhängern, zwei Traktoren und zwei
Personenfahrzeugen im Wald nicht zonenkonform ist. Da das Abstellen der Fahrzeuge im
Wald nicht standortgebunden ist, ist der Waldabteilung Alpen auch zuzustimmen, dass
keine Ausnahmesituation vorliegt. Die Voraussetzungen für das Erteilen einer
Ausnahmebewilligung sind nicht erfüllt. Das Abstellen der Fahrzeuge im Wald ist somit
auch materiell rechtswidrig.
4. Gleichbehandlung im Unrecht
a) Der Beschwerdeführer führt aus, dass ihm auf dem Gemeindegebiet von
Ringgenberg und Goldswil etliche andere Situationen aufgefallen seien, welche zu
ähnlichen Reaktionen seitens der Gemeinde führen müssten. Er verlange Rechtsgleichheit.
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b) Das Gebot rechtsgleicher Behandlung nach Art. 8 Abs. 1 BV ist ein
verfassungsmässiges Recht. Es garantiert die Gleichbehandlung von Personen durch alle
staatlichen Organe. Die Rechtsgleichheit gebietet, Gleiches nach Massgabe seiner
Gleichheit gleich und Ungleiches nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich zu
behandeln.12 Der Umstand, dass das Gesetz in anderen Fällen nicht oder nicht richtig
angewandt worden ist, gibt dem Bürger grundsätzlich keinen Anspruch darauf, ebenfalls
abweichend vom Gesetz behandelt zu werden. Der Grundsatz der Gesetzmässigkeit der
Verwaltung geht dem Rechtsgleichheitsprinzip, und damit dem Anspruch auf
Gleichbehandlung im Unrecht, in der Regel vor. Auf Gleichbehandlung im Unrecht besteht
jedoch ein Anspruch, wenn die Behörde nicht nur in einem oder einigen Fällen, sondern in
ständiger Praxis vom Gesetz abweicht und zu erkennen gibt, dass sie auch in Zukunft nicht
gesetzeskonform handeln werde.13 Selbst wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind,
können der Gleichbehandlung im Unrecht öffentliche Interessen oder berechtigte
Interessen Dritter an der gesetzmässigen Rechtsanwendung entgegenstehen.14 Bei einer
erstmaligen gerichtlichen Überprüfung ist zudem davon auszugehen, dass die Behörde
eine rechtswidrige Praxis anpasst.15
c) Der Beschwerdeführer hat einige Fotos eingereicht, auf welchen abgestellte
Fahrzeuge im Waldgebiet ersichtlich sind. Ob es sich bei den gerügten Zuständen
tatsächlich um vergleichbare Situationen handelt, kann auf Grund der nachfolgenden
Erwägungen offen gelassen werden.
Auch wenn die Gemeinde ähnliche Situationen in der Vergangenheit toleriert haben sollte,
so kann davon ausgegangen werden, dass die Gemeinde in Zukunft gesetzeskonform
handeln wird. Die Gemeinde hat im Schreiben an das Regierungsstatthalteramt Interlaken-
Oberhasli unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass sie in der Nichtbauzone keine
unnötig abgestellten Fahrzeuge etc. dulden will. Die Gemeinde verfolgt somit keine
gesetzeswidrige Praxis. Ihr Verhalten verletzt das Rechtsgleichheitsgebot nicht.
12 Regina Kiener/Walter Kälin, Grundrechte, 2. Auflage, Bern 2013, S. 414. 13 BGE 127 I 1 E. 3a, BGE 131 V 9 E. 3.7. 14 BGE 123 II 248 E. 3c. 15 BGer 1C_43/2015 vom 6.11.2015, E. 6.
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Im Übrigen würden einer allfälligen Gleichbehandlung im Unrecht gewichtige öffentliche
Interessen an der Durchsetzung der Waldgesetzgebung entgegenstehen. Die in Art. 1
WaG umschriebenen Förderungs- und Schutzzwecke des Waldes stellen gewichtige
öffentliche Interessen dar. Da das private Interesse des Beschwerdeführers am Abstellen
der Fahrzeuge nicht sehr stark wiegt, würde eine Interessenabwägung zu Gunsten der
öffentlichen Interessen ausfallen. Die Beschwerde erweist sich somit unabhängig davon,
ob die vom Beschwerdeführer gerügten Situationen vergleichbar sind oder nicht, auch in
diesem Punkt als unbegründet.
5. Wiederherstellung
a) Wird ein Bauvorhaben ohne Baubewilligung oder in Überschreitung einer
Baubewilligung ausgeführt oder werden bei der Ausführung eines bewilligten Vorhabens
Vorschriften missachtet, so setzt die Baupolizeibehörde eine angemessene Frist zur
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes unter Androhung der Ersatzvornahme
(Art. 46 Abs. 1 und 2 BauG). Die Wiederherstellungsverfügung muss im öffentlichen
Interesse liegen, verhältnismässig sein und darf den Vertrauensgrundsatz nicht verletzen.
Eine Wiederherstellungsmassnahme ist verhältnismässig, wenn sie geeignet ist, das
angestrebte Ziel zu erreichen, nicht weiter geht, als zur Herstellung des rechtmässigen
Zustandes nötig ist und die Belastung für die pflichtige Person in einem vernünftigen
Verhältnis zum verfolgten Ziel steht.16
b) Wie bereits erläutert, wiegt das öffentliche Interesse an der Durchsetzung der
Waldgesetzgebung schwer. Da die momentanen Verhältnisse gegen die
Waldgesetzgebung verstossen, besteht ein öffentliches Interesse an der Wiederherstellung
des rechtmässigen Zustandes. Die Entfernung der Fahrzeuge ist geeignet, die
rechtmässige Ordnung wiederherzustellen. Ein teilweises Entfernen würde für den
Beschwerdeführer zwar eine weniger starke Beeinträchtigung bedeuten, allerdings hebt
dies den rechtswidrigen Zustand nicht ganz auf. Schliesslich ist es dem Beschwerdeführer
auch zuzumuten, die Fahrzeuge zu entfernen, da er für die Holzverarbeitung und -lagerung
nicht auf das Abstellen der Fahrzeuge im Wald angewiesen ist. Die Wiederherstellung des
rechtmässigen Zustandes erweist sich insgesamt als verhältnismässig und ist ebenfalls zu
bestätigen.
16 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9 ff., BVR 2013 S. 85 E. 5.1.
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c) Die von der Gemeinde angesetzte Frist zur Wiederherstellung ist zwischenzeitlich
abgelaufen. Die Vorinstanz hat dem Beschwerdeführer rund fünf Wochen Zeit eingeräumt,
um die abgestellten Fahrzeuge zu entfernen. Daher wird ihm erneut rund fünf Wochen Zeit
eingeräumt. Die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes hat neu bis am 6. März
2016 zu erfolgen.
6. Beweisabnahme
a) Der Beschwerdeführer bot an, die Situation als Ganzes anlässlich einer Begehung
vor Ort zu erörtern. Damit beantragte er sinngemäss die Durchführung eines Augenscheins
mit Instruktionsverhandlung.
b) Die Behörden stellen den Sachverhalt von Amtes wegen fest; sie sind nicht an die
Beweisanträge der Parteien gebunden (Art. 18 VRPG17). Der Anspruch auf rechtliches
Gehör (Art. 21 ff. VRPG) verpflichtet die Behörden, die von den Parteien angebotenen
Beweise abzunehmen, sofern diese für die Klärung des Sachverhalts nötig sind. Wenn die
Behörde bei freier, pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung gelangt, die
vorhandenen Akten erlaubten die richtige und vollständige Feststellung des Sachverhalts
oder die behauptete Tatsache sei für die Entscheidung der Streitsache nicht von
Bedeutung, so kann sie auf das Erheben weiterer Beweise verzichten. Diese sogenannte
antizipierte Beweiswürdigung verletzt den Anspruch auf rechtliches Gehör nicht.18
c) Der für den Entscheid relevante Sachverhalt ergibt sich genügend klar aus den
Akten. Für die Beurteilung des massgeblichen Sachverhaltes war die Durchführung eines
Augenscheines somit nicht nötig.
7. Verfahrenskosten
Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt der Beschwerdeführer. Er hat die
Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine
17 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21). 18 BVR 2012 S. 252 E. 3.3.3, mit Hinweisen.
RA Nr. 120/2015/62 10
Pauschalgebühr von Fr. 600.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1
GebV19).
Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 Abs. 1 und 4 VRPG).