Decision ID: d1da6259-b7d8-4d15-a14d-147ea71dd38a
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960,
ist gelernte Damenschnei
derin (
Urk.
9/1/20). V
om
1.
August
2000 bis
3
1.
Oktober 2007
arbeitete sie
als
Disponentin
bei
der
Y._
AG
(
Urk.
9/9
Ziff.
2.1,
Ziff.
2.7
)
.
Am 2
1.
September 2006 erlitt die Versicherte einen Unfall (
Urk.
9/7/77).
Am 2
7.
August 2008 meldete sie sich wegen einer Beeinträchtigung der linken Hand bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (berufliche Massnahmen) an (
Urk.
9/2
Ziff.
7.2,
Ziff.
7.8).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürichs, IV-Stelle, holte
Arztbe
rich
te
(
Urk.
9/
13,
Urk.
9/14
/1-19
)
, einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
9/9)
sowie
ei
nen Auszug aus dem individuellen Konto der Versicherten (IK-Auszug;
Urk.
9/8) ein und zog Akten des Unfallversicherers bei (
Urk.
9/7
,
Urk.
9/15
,
Urk.
9/24
,
Urk.
9/34
).
Sodann führte sie berufliche Abklärungen durch (
vgl.
Urk.
9/11) und
verneinte
nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
9/22,
Urk.
9/25) m
it Verfügung vom 1
3.
Mai 2009 (
Urk.
9/30)
einen
Anspruch
der Versicherten
auf berufliche Massnahmen.
Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechts
kraft.
1.2
Mit Verfügung vom 1
2.
Dezember 2009 (
Urk.
9/34/5-6) spr
ach die
S
chweizeri
sche Unfallversicherungsanstalt (SUVA) der Versicherten eine Entschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 5
%
zu.
Mit Vorbescheid vom 1
4.
September 2010 (
Urk.
9/39) stellte die IV-Stelle
die
Zusprache
einer
vom
1.
September 2007 bis 3
0.
November 2008
befristeten ganzen Rente
und
einer vom
1.
Dezember 2008 bis 3
1.
März 2009
befristeten halben Rente
in Aussicht. Dagegen erhob die Versicherte am
5.
Oktober 2010 (
Urk.
9/41) Einw
and
und ergänzte diese
n
am 1
0.
November 2010 (
Urk.
9/45). Die IV-Stelle holte daraufhin
weitere Arztberichte (
Urk.
9/48,
Urk.
9/52,
Urk.
9/55) ein
und zog weitere
Akten des Unfallversicherers bei (
Urk.
9/60).
Mit Verfügung vom 1
3.
Juli 2012
sprach die IV-Stelle der Versicherten
eine vom
1.
September 2007 bis 3
0.
November 2008
befristete ganze Rente
und
eine vom
1.
Dezember 2008 bis 3
1.
März 2009
befristete halbe Rente
zu (
Urk.
9/72 =
Urk.
2).
2.
G
egen
die Verfügung vom 1
3.
Juli 2012 (
Urk.
2)
erhob die Versicherte am
6.
September 2012 (
Urk.
1) Beschwerde und beantragte
deren Aufhebung
und
die
Zusprache
einer Rente
auch nach dem
1.
April 2009
(S. 2
Ziff.
1-2)
. Even
tuell sei ein
polydisziplinäres Gutachten
einzuholen
(S. 2
Ziff.
3)
. Mit
Beschwer
deantwort
vom
9.
Oktober 2012 (
Urk.
8) beantragte die
Beschwerdegegnerin
di
e
Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 1
6.
November 2012 (
Urk.
10)
wurde
die
Valitas
Sammelstiftung BVG
zum Verfahren beigeladen. Die Beigela
dene liess sich innert Frist
nicht vernehmen, was
der Beschwerdeführerin
zu
sammen mit der Beschwerdeantwort
am 2
1.
Januar 2013 zur Kenntnis gebracht
wurde
(
Urk.
15).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Renten
be
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbe
sondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesund
heitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heits
zustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revi
sionsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materi
ellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.
4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung bzw. Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versi
cherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die
Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die un
bestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 f. E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfas
sen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hin
weisen).
1.5
Gemäss
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder bei einer
Verminderung der Hilflosigkeit
die anspruchsbeeinflussende Ände
rung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeit
punkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichti
gen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die
hiezu
notwendige Prognose unterliegt dabei dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 1
19 V 7 E. 3c/
aa
mit Hinweisen).
1.6
Gemäss
Art.
88a
Abs.
2 IVV ist bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen oder bei einer Zu
nahme der Hilflosigkeit oder Erhöhung des invaliditätsbedingten
Betreuungs
auf
wandes
oder Hilfebedarfs die anspruchsbeeinflussende Änderung zu berück
sichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat.
Art.
29
bis
IVV ist sinngemäss anwendbar.
1.
7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein
leuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2,
Verfü
gungsteil 2
) davon aus,
die Beschwerdeführerin sei
vom
2
0.
September 2006
bis
zum
Ablauf des Wartejahres
im
September 2007 vollständig in ihrer Erwerbsfä
higkeit eingeschränkt gewesen (S. 1 unten).
Ab
Mitte August 2008
sei sie in der optimal behinderungsangepassten angestammten Tätigkeit als Disponentin wie
der zu 50
%
arbeitsfähig gewesen, weshalb sie ab
1.
Dezember 2008 Anspruch auf eine halbe Rente habe. Ab Januar 2009 sei wieder von einer vollen Ar
beits
fähigkeit auszugehen. Im Anschluss an die Handoperation vom 1
4.
Juli 2010 sei keine relevante, mindestens drei Monate anhaltende Einschränkung ausge
wie
sen. Ab 1
4.
Oktober 2010 bestehe
eine Restarbeitsfähigkeit von 75
%
auch in der angestammten Tätigkeit. Der Einkommensvergleich ergebe einen
Invalidi
täts
grad
von 75
%
(richtig: 25
%
[S.
2 f.,
Urk.
8
]).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellt
e
sich demgegenüber auf den Standpunkt
, dass sich ihr Gesundheitszustand nicht verbessert habe
. Die Gesundheitssituation verbunden mit den Schmerzen und den sich immer mehr abzeichnenden Prob
lemen mit dem Arbeitgeber hätten die psycho-soziale Gesamtsituation erheblich
aggraviert
. Zudem sei eine Exazerbation der bekannten Migräne und der
Colitis
ulceros
a
sowie der Major Depression erfolgt (
Urk.
1
S. 5
Ziff.
5.9). Sie könne wegen den ausgewiesenen massiven Einschränkungen an beiden Händen nicht mehr zeichnen und deshalb ihre angestammte Tätigkeit als Modedesignerin
und
Warenmanagerin nicht mehr ausüben (S. 6
Ziff.
5.14).
Nach ärztlicher Einschät
zung sei
s
ie als Controllerin und Arbeitsdisponentin Flugsicherung, wo sie nun tätig sei, nur noch zu 75
%
arbeitsfähig, wobei eine Leistungsfähigkeit von 50
%
bestehe (S. 8).
Gemäss dem aktuellen Arztbericht sei sie auf unbestimmte Zeit zu
k
einer manuellen Tätigkeit
mehr
fähig (S. 9
Ziff.
5.24).
Die angefochtene Verfügung
berücksichtige
nur
die
Unfallleiden und nicht auch die
krankheitsbe
dingten
Leiden
(S. 10
Ziff.
5.26).
Die Beschwerdeführerin brachte weiter vor,
sie habe vor September 2010 unter Ausschöpfung ihrer Resterwerbsfähigkeit noch ein Einkommen zwischen zirka
Fr.
2‘700.-- bis
Fr.
3‘700.
--
pro Monat oder
Fr.
35‘477.-- pro Jahr erwirtschaf
ten können (S. 11
Ziff.
6.3). B
eim Einkommensvergleich per 1
4.
Oktober 2010 sei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
91‘866.55
dieses
Invalideneinkommen von
Fr.
35‘477.-- gegenüber zu stellen
, was
einen Invaliditätsgrad von 61
%
er
ge
be
(S. 11
Ziff.
6.4). Im Februar 2011 sei sie
zur Gruppenleiterin Flugsicherung befördert worden. Diese Stelle sei ideal, da sie praktisch keine manuellen Arbeiten mehr verrichten müsse.
Dadurch
habe
sie
unter Ausschöpfung ihrer Rest
erwerbsfähigkeit von zirka 75
%
das Einkommen auf
Fr.
50‘433.-- steigern können (S. 11
Ziff.
6.5).
Damit
ergebe
sich
ein
Invaliditätsgrad von 46
%
(S.
11
f.
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist
der Invaliditätsgrad
der Beschwerdeführerin
und
damit zusammenhängend
die Frage
, ob
der Beschwerdeführerin
über den
Zeitpunkt vom
3
1.
März 20
09
hinaus
ein Rentenanspruch zusteht.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Chirurgie, stellte mit Bericht vom
5.
Dezember 2007 (
Urk.
9/7/28-29) folgende Diagnosen (S. 1):
Schnittverletzung
Dig
. III links mit Durchtrennung des
N.
dig
.
Ulnar
CRPS-I der Hand links ab Oktober 2006
Ausweitung auf
Epikondylitis
humero-radialis
und
subacromiales
Impin
gementsyndrom
ab Januar 2007
Am 2
0.
September 2006 habe die Beschwerdeführerin eine Schnittverletzung am linken Finger erlitten, welche operiert worden sei. In der Folge sei die diag
nostizierte Ausweitung eingetreten. Familiäre Krankheits- und Todesfälle sowie Führungsprobleme beim Arbeitgeber hätten die psychosoziale Gesamtsituation ab März 2007 erheblich verstärkt. Die bekannte Migräne,
Colitis
ulcerosa
und die Major Depression seien
exazerbiert
. Ab Mai 2007 habe der Arbeitgeber auf eine teilweise Wiederaufnahme der Arbeit gedrängt. Seit 2
0.
September 2009 sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsunfähig. Es sei ein Arbeitsversuch mit zweimal wöchentlich zwei Stunden Hilfsarbeiten erfolgt, was die langsamen Besserungsfortschritte des CRPS-I nahezu zum Stillstand bringe (S. 1). Per Ende Oktober 2007 sei der Beschwerdeführerin gekündigt worden, was als schwere narzisstische Kränkung erlebt worden sei und die Symptome verstärkt habe. Die anhaltende Major Depression habe sich infolge der Stellenlosigkeit vertieft und habe zur psychotherapeutischen Behandlung geführt (S. 2).
3.2
Dr.
med.
A._
,
Fachärztin für Innere Medizin FMH
,
nannte in ihrem Bericht vom
7.
Mai 2008 (
Urk.
9/13) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
Sudeck’sche
Dystrophie linke Hand nach Handoperation wegen
Schnitt
verletzung
, seit
2
1.
September 2006
Status nach verschiedenen Schnittverletzungen Hände
beideits
(1978, 2006)
, Status nach
Ganglionoperation
rechts 1986, Status nach
Hand
ope
ration
rechts
rezidivierende depressive Störung mit somatischem Syndrom
, etwa seit September 2007
Ferner nannte sie als Diagnosen ohne Aus
wirkung
auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.2):
Colitis
ulce
rosa
Status nach
Lendenwirbelkörper-
Fraktur
Endometriose
Dr.
A._
führte aus, sie könne keine Angaben zur Arbeitsunfähigkeit der Beschwer
deführerin machen
.
Der behandelnde
Handchirurg
,
Dr.
Z._
,
habe die Beschwerdeführerin
seit September 2006
zu 100
%
arbeitsunfähig geschrie
ben
(
Ziff.
2). Sie habe die Beschwerdeführerin nur
in
zwei Konsultationen
,
am 1
8.
Dezember und 2
4.
Dezember 2007
,
behandelt
(
Ziff.
3.1).
In diesen beiden Konsultationen sei es darum gegangen, abzuklären, ob eine ambulante Psycho
therapie möglich sei (
Ziff.
3.7).
3.3
Dr.
Z._
nannte in seinem Bericht vom 2
5.
Mai 2008 (
Urk.
9/14/1-6) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
chronische
Handgelenksschmerzen beidseits
sei 1980
komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS
-
I) links nach
Schnittver
letzung
Dig
.
III
Migraine
accompagnée
seit Mai 2007
Ferner nannte er als Diagnosen ohn
e Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.2):
Endometriose
Status nach
Läsion des Diskus
triangularis
(TFCC)
mit postoperativem CRPS-
I
Colitis
ulcerosa
Chondropathia
patellae
beidseits
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Modeeinkäuferin und Disponentin sei die Beschwerdeführerin
seit 2
1.
September 2006
zu 100
%
arbeitsunfähig
(
Ziff.
2). Es bestünden Beugedefizite
der
DIP-Gelenke III-IV links und
des
PIP-Gelenk
s
Dig
.
III links,
ein
wechselndes Weichteilödem der ganzen
linken Hand, eine
palmare
Hyperhidrose
,
eine
Major D
epression
und eine
Somatisierungsstörung
(
Ziff.
3.5).
Ab Januar 20
08
sei d
ie
bisherige Tätigkeit im Umfang von 10 Stun
den
pro Woche
steigernd
und eine angepassten Tätigkeit im Umfang von 40 Stunden
pro Woche
zumutbar
(
Ziff.
5.2).
3.
4
Kreisarzt
Dr.
med.
B._
,
Facharzt
FMH
für
Chirurgie,
führte mit Bericht vom
2
9.
Juli 2008 (
Urk.
9/15/8-12) aus,
die Beschwerdeführerin sei
linksdomi
nant
umgeschult (S. 3).
K
linisch
liege
eine deutlich gesteigerte Kraft
vor
. Die Beschwerdeführerin erreiche heute Werte um 5 kg gegenüber der letzten Un
tersuchung, bei der sie nur Werte um 1 kg habe erreichen können. Auf der ge
sunden Seite habe sie ebenfalls die Werte verdoppelt. Wesentliche Residuen des CRPS seien heute nicht mehr zu finden. Auf der
ulnarseitigen
Mittel- und
End
phalanx
zeige sich noch eine diskrete Dysästhesie und
Hyperpathie
. Die Beweg
lichkeit sei ebenfalls etwas besser. Die Handgelenksreflexion habe deutlich
gesteigert werden können.
Während des Gesprächs
gestikulierte
die Beschwer
deführerin mit beiden Händen seitengleich und hierbei habe er keine wesentli
chen Bewegungseinschränkungen feststellen können. Insgesamt zeige sich seit der letzten kreisärztlichen Untersuchung eine deutliche Besserung, vor allem der Ha
ndkraft
. Die Beschwerdeführerin betreue ihren Vater in der Freizeit und mache eine Ausbildung im Rahmen der traditionellen chinesischen Medizin. Insofern sollte der Beschwerdeführerin eine leichte Tätigkeit (vornehmlich administrativ) zugemutet werden können. Während der Einarbeitung sei an
fänglich ein halbtägiger Einsatz vorzuziehen
(S. 4
unten
).
Mit Bericht vom
1
7.
Dezember 2008 (
Urk.
9/24/4-8) diagnostizierte
Dr.
B._
eine Schnittverletzung
Dig
.
III
ulnar
Höhe PIP links (dominant) mit
und
bei Status nach CRPS (S. 4 unten).
Er führte aus, die Beschwerdeführerin habe hauptsächlich über ihre allgemeinen Beschwerden gesprochen. Erst nach detailliertem Nachfragen habe sie die Beschwerden an der linken Hand erwähnt; die Schmer
zen seien
un
dulierend. Die Beschwerdeführerin
habe
an
gegeben
, die Schmerzen
seien
te
ilweise am ganzen Körper gleich
. Subjektiv mache sie keine Fortschritte und die gesamte Situation belaste sie (S. 5 oben).
K
linisch zeige sich weitgehend ein unveränderter Befund. Wesentliche Residuen eines CRPS lägen nicht mehr vor. Die Beweglichkeit im
Dig
.
III
sei
weiterhin leicht eingeschränkt und über dem
ulnaren
DIP
Dig
.
III sei ein diskretes
Tinel
phänomen
zu finden. Insgesamt habe sich seit der letzten kreisärztlichen Untersuchung die Situation an der linken Hand nicht wesentlich geändert. Auf
grund des aktuellen klinischen Befundes sei eine vornehmlich administrative Tätigkeit vollschichtig zumutbar. Die Beschwerden, welche die Beschwerdefüh
rerin beklage, seien multifunktionell und nicht nur spezifisch auf die
Schnitt
verletzung
und den Status nach CRPS zurück zu führen. Die Arbeitszeit könne schrittweise gesteigert werden, so dass bis März/April 2009 ein vollschichtiger administrativer Einsatz möglich sein sollte (S. 5).
3.
5
Dr.
B._
diagnostizierte mit Bericht vom
2
6.
Juni 2009 (
Urk.
9/34/23-26) eine Schnittverletzung
Dig
.
III
uln
ar
Höhe PIP link (dominant) mit und
bei Status nach CRPS
sowie einen
Verdacht auf
ein
Narbenneurom PIP
palmoulnar
,
d
iffe
rentialdiagnostisch
(
DD
)
ein
Granulom (S. 4 oben).
D
ie Beschwerdeführerin beklage sich über zunehmende Beschwerden seit sie die Arbeit auf dem Flugplatz aufgenommen habe
;
die Belastung sei bei einem
Teil
zeiteinsatz
erheblich
(S. 4 oben).
K
linisch seien keine wesentlichen CRPS-Resi
duen zu finden. Die bereits vorhandenen Knötchen au
f der Höhe der Narbe am PIP
Dig
.
III
palmoulnar
sei
en
im Vergleich zu der Voruntersuchung deutlich
grösser geworden. Aufgrund der Schnittverletzung und dem nun grösser wer
denden Knötchen stelle sich der Verdacht auf ein Neurom bei fraglichem
Tinel
-Phänomen und einer Dysästhesie distal der Narbe, im Innervationsgebiet des
palmoulnaren
Nervenastes.
Der Beschwerdeführerin sei aufgrund des aktuellen klinischen Befundes eine vornehmlich administrative Arbeit vollschichtig zu
mutbar. Die aktuell durchgeführte Tätigkeit am Flugplatz sei
als
eher ungeeignet zu beurteilen (S. 4).
3.6
Im
Bericht über die Handoperation vom 1
4.
Juli 2010 (
Urk.
9/44)
nannte
Dr.
Z._
folgende Diagnose:
Entrapment
und
epineurale
Narbe R.
digitalis
III
ulnar
links; chronische
Handgelenksynovialitis
bei degenerativer TFCC-Läsion und dorsales
Hand
gelenksganglion
links
Es
bestünden langjährige beidseitige Handgelenksschmerzen.
Im Anschluss an die Nachversorgung sei die Ergotherapie fortzuführen
(S. 2
unten
).
3.7
Dr.
med.
C._
, Innere Medizin
FMH
, führte mit Schreiben vom 2
5.
Januar 2011 (
Urk.
9/48/5) aus, er behandle die Beschwerdeführerin bereits seit 198
9.
Im Jahr 1998 se
i die Diagnose einer
Colitis
ulc
erosa
gestellt worden, die
rezidivfrei
geblieben sei. Kleiner
e
Schübe hätten mit Medikamenten unter Kontrolle gebracht werden können. Im Herbst 2010 sei ein zunehmender Schub verzeichnet worden, welcher hochdosiert
behandelt worden und
allmählich am Abklingen
sei
. Während
dieses
Schubes sei
es
vom 3
0.
September bis 1
2.
Oktober 2010 zu
einem Arbeitsausfall von
100
%
gekommen
und seit 1
3.
Oktober 2010
habe ein
Arbeitsausfall von
25
%
bestanden
.
Die Beschwer
deführerin
sei
seit Jahresbeginn wieder vollständig arbeitsfähig.
3.
8
Dr.
Z._
nannte in einem
undatierten
Bericht
vom Frühling 2011 (
Urk.
9/55, vgl.
Urk.
9/5
3
)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
Schnittverletzung Grundphalanx
Dig
.
III links mit Durchtrennung des
Ner
vus
digitalis
ulnar
links
CRPS
-
I und
Causalgie
bei narbigem
Entrapment
des
Nervus
digitalis
III
ulnar
degenerative TFCC-Läsion mit chronischer
Synovialitis
und symptoma
tischem dorsalem Handgelenksganglio
n
links
Ferner nannte er als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
Migräne
Endometriose
chronische Handgelenkschmerzen beidseits
Colitis
ulcerosa
Die Beschwerdeführerin
habe sich vom 1
4.
Juli bis 1
6.
Juli 2010
zur stationären
Behandlung im
Spital D._
aufgehalten
(
Ziff.
1.3).
Am 1
4.
Juli 2010 sei
en
die von der SUVA schon Ende 2009 geforderte
Neurolyse
, die
Gang
lionex
stirpation
und das TFCC-
Débridement
mit
Teilsynovialektomie
ausgeführt worden. Nicht unerwartet sei anschliessend das CRPS-I erneut
exazerbiert
und habe trotz fortgesetzter Therapie kaum noch relevante Beschwerderegression gezeigt.
Erstmals sei die
Beschwielung
des Fingers und der gesamten linken Hand gegenüber präoperativ vermindert. Die Beschwerdeführerin habe kalte Finger ohne Abblassen.
Palpatorisch
könne ein erneutes narbiges
Entrapment
in der verdickten Narbe nicht ausgeschlossen werden (
Ziff.
1.4). In ihrer Tätigkeit als Controlle
r
in
und Disponentin
am Flughafen
E._
sei die Beschwerdefüh
rerin vom 1
4.
Juli bis 3
1.
Juli 2010 zu 100
%
, vom
1.
August bis 2
9.
September 2010 zu 25
%
, vom 3
0.
September bis 1
3.
Oktober 2010 wieder zu 100
%
und seit 1
4.
Oktober 2010 wieder zu 25
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
1.6). Die bisherige Tätigkeit sei aufgr
und der stark schmerz
eingeschränkte
n und vermindert mus
kulär kraft
eingeschränkte
n
Gebrauchsfähigkeit der linken Hand eingeschränkt
.
Diese Einschränkung wirke sich dergestalt aus, dass kraftbedingte, aber auch kraftlose, lang anhaltende repetitive Handarbeiten nicht möglich seien. Bei der 75%igen Arbeitsfähigkeit bestehe seitens des Handgebrauchs links eine
Leis
tungs
minderung
von 50
%
. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei mit nie
dri
gem Belastungsgrad der Hand über
einen halben bis dreiviertel Tage denk
bar
(
Ziff.
1.7).
3.
9
Am 3
1.
Mai 2011 erstattete
Dr.
med.
F._
, Facharzt
für
Innere Medi
zin und Rheumatologie, Regionalärztlicher Dienst (RAD), seine Stellungnahme (
Urk.
9/63/3) und führte aus, dass die Arztberichte plausibel seien. Es sei dem
nach durch die erneute Handoperation am 1
4.
Juli 2010 und der anschl
iessen
den Exazerbation des CRPS-
I und der
Colitis
zu einer vorübergehenden Verschlechterung des Gesundheitszustandes gekommen. Seit 1
4.
Oktober 2010 bestehe jedoch in der bisherigen Tätigkeit wieder eine Rest-Arbeitsfähigkeit von 75
%
.
3.10
Dr.
Z._
nannte in seinem
am
1
5.
August 2012
zuhanden
des Rechtvertreters
der Beschwerdeführerin erstatteten Bericht
(
Urk.
3/4)
folgende Diagnosen
(S. 1)
:
chronische
Algodystrophie
(
Sudeck
) Stadium IV
Dig
. III-V links bei
Links
dominanz
nach
:
Schnittverletzung mit Durchtrennung eines Fingerastes am Mittelfin
ger links
primäre Nervennaht
Dig
.
III links 2
0.
September 2006
Neurolyse
bei narbigem
Entrapment
und teilweise Neurombildung mit
Causalgie
1
4.
Juli 2010
wiederholte
Algodystrophie
-Verläufe nach chirurgischer Sanierung einer TFCC-Schädigung mit Entwicklung eines Handgelenkganglions rechts 1995 und links 2010
mittelschwere bis schwere depressive Störung mit
somatoformer
Kom
ponente und adaptive Störung
mittelschwer aktive
Colitis
ulcerosa
mit Begleitarthritiden, unter ande
rem der Handgelenke, unter wechselnder Therapie
floride
Migraine
teils degenerative, teils posttraumatische Spondylosen und
Spon
dylarthrosen
nach
thoraco
-lumbalem M. Scheuerman
n
und
Wirbel
körper
-Impressionsfraktur
Die
Beschwerdeführerin sei seit der am 2
0.
September 2006 erlitten
en
Schnitt
verletzung
am linken Mittelfinger
mit Nervendurchtrennung und trotz erfolgter Nervennaht am Verletzungstag und einer mikroskopische
n
Nervenbefreiung am 1
4.
Juli 2010 wegen chronischer und stark beeinträchtigender Schmerzen auf unbestimmte Zeit zu keiner manuellen Tätigkeit fähig. Dies gelte nicht nur für grobmotorische Tätigkeiten, sondern besonders auch für repetitive Belastungen durch sogenannte Low impact-
Belastungen, wie die PC-Arbeit (S. 1
Ziff.
1). Die Beschwerdeführerin könne ihre angestammte Tätigkeit als Warenmanagerin seit 2
0.
September 2006 und auf unbestimmte Zeit nicht mehr ausführen, auch nicht
an
eine
r
andere
n
Arbeitsstelle (S. 1
Ziff.
1 und
2).
4.
4.1
Aufgrund der medizinischen Akten ist ausgewiesen und im Übrigen unbestrit
ten, dass die Beschwerdeführerin infolge der am 2
0.
September 2006 erlittenen Handverletzung zunächst vollständig arbeitsunfähig war. Handchirurg
Dr.
Z._
ging sodann ab Januar 2008 von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit aus (vgl.
Urk.
9/14/6
Ziff.
5.2). Dies steht in Übereinstimmung mit dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin im Jahr 2008 auf eigene Kosten eine Umschulung im Bereich Traditionelle Chine
sische Medizin beginnen konnte (vgl.
Urk.
9/31/1). Auch Kreisarzt
Dr.
B._
er
achtete mit Bericht vom 2
9.
Juli 2008 eine leichte, vornehmlich administrative Tätigkeit als zumutbar, wobei während der Einarbeitungszeit anfänglich ein halbtägiger Einsatz vorzuziehen sei (vgl. vorstehend E. 3.4). Im Dezember 2008 erachtete
Dr.
B._
eine vollschichtige administrative Tätigkeit als zumutbar und ging davon aus, dass die Beschwerdeführerin dies mit schrittweiser Steigerung bis März/April 2009 erreichen könne (vgl. vorstehend E. 3.4). Dementsprechend ist
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin von einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf 50
%
ab Mitte August 2008 ausging.
4.2
Im weiteren Verlauf wurden weitere medizinische Abklärungen dokumentiert, ohne dass eine Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde. So wurde am 2
9.
Juli 2009 eine bildgebende Untersuchung veranlasst (vgl.
Urk.
9/34/12;
Urk.
9/34/17-19), nachdem
Dr.
B._
im Juni 2009 den Verdacht auf ein Neurom und eine Dysäs
thesie der Narbe geäussert hatte (vgl. vorstehend E. 3.5). Am 2
3.
Juli 2009 empfahl
Dr.
B._
die handchirurgische Evaluation einer operativen
Narbenrevi
sion
und die Vorlage an
Dr.
Z._
(vgl.
Urk.
9/34/14). Zu diesem Zeitpunkt ging
Dr.
B._
jedoch nach Lage der Akten weiterhin von einer vollen Arbeitsfä
higkeit in einer angepassten Tätigkeit aus. Dass
Dr.
B._
die damalige Tätigkeit der Beschwerdeführerin in der Flugsicherung, wo sie offenbar mit Gewichten hantieren musste (vgl.
Urk.
9/34/25), als eher ungeeignet erachtete (vgl. vorste
hend E. 3.5), reicht zur Annahme einer tatsächlichen Arbeitsunfähigkeit nicht aus. Somit ist ebenfalls nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin von einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf 100
%
ab Januar 2009 ausging.
4.3
In der Folge trat jedoch eine Verschlechterung ein. Am 1
4.
Juli 2010 wurde die Beschwerdeführerin an der Hand operiert, was gemäss
Dr.
Z._
nicht uner
wartet zu einer
anschliessend
en
Exazerbation des
CRPS-I
geführt habe. Trotz fortgesetzter Therapie sei kaum mehr ein Beschwerderückgang möglich. Ein erneutes narbiges
Entrapment
in der verdickten Narbe könne nicht ausgeschlos
sen werden. In ihrer Tätigkeit als Controllerin und Disponentin am Flughafen sei die Beschwerdeführerin ab Oktober 2010 zu 25
%
arbeitsunfähig
(vgl. vor
stehend E. 3.8 und 3.1
0). Diese Einschätzung wurde nachvollziehbar und schlüssig begründet, weshalb darauf abzustellen ist:
Dr.
Z._
legte dar, dass die Arbeitsfähigkeit
der
Beschwerdeführerin aufgrund der stark
schmerzeinge
schränkten
und vermindert muskulär krafteingeschränkten Gebrauchsfähigkeit der linken Hand beeinträchtigt ist. Die
Einschränkung wirke sich dergestalt aus, dass kraftbedingte, aber auch kraftlose, lang anhaltende repetitive Handarbeiten nicht möglich seien
(vgl. vorstehend E. 3.8)
.
Dies gelte auch für die repetitive Belastung durch die Arbeit am Computer (vgl. vorstehend E. 3.10).
Soweit
Dr.
Z._
jedoch eine zusätzliche Leistungsminderung von 50
%
postulierte, kann dies nicht zur Einschätzung der 75
%
igen Resta
rbeitsfähigkeit
addiert werden, da der Beeinträchtigung schon mit der Teilarbeitsfähigkeit Rechnung getragen wurde.
4.4
In psychiatrischer Hinsicht ist keine Diagnose ersichtlich, welche die Arbeits
fähig
keit der Beschwerdeführerin beeinträchtigen würde. Die durch
Dr.
A._
diagnostizierte rezidivierende depressive Störung mit somatischem Syndrom (vorstehend E. 3.
2
) wurde nicht durch weitere Befunde untermauert, zudem konnte
Dr.
A._
keine medizinisch-theoretische Beurte
ilung der Arbeitsfähigkeit abgeb
en, sondern verwies stattdessen auf die Beurteilung von
Dr.
Z._
als behandelnden Chirurgen. Die Beschwerdeführerin hat
Dr.
A._
zudem lediglich
am 1
8.
Dezember und 2
4.
Dezember 2007
für zwei Konsultationen
aufgesucht. Den Akten ist zu entnehmen, dass seit diesem Zeitpunkt keine weitere psycho
logische Behandlung mehr stattgefunden hat
, was darauf hindeutet, dass der Leidensdruck
von der
Beschwerdeführerin als eher klein empfunden wurde.
Was sodann die weiteren Diagnosen (
Colitis
ulcerosa
und weitere somatische Beeinträchtigungen) angeht, so wurden diese von den beteiligten Ärzten und auch von
Dr.
Z._
als nicht massgeblich arbeitsfähigkeitsrelevant beurteilt (vgl. vorstehend E. 3.2, 3.7, 3.10).
4.5
Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Beschwerdeführerin ab
Mitte August 2008
zu 50
%
und ab Januar 2009 wieder zu 100
%
arbeitsfähig war. Ab Oktober 2010 trat jedoch erneut eine Verschlechterung ein; es bestand eine Restarbeitsfähigkeit von 75
%
. Dies ist ab
1.
Januar 2011 zu berücksichtigen (
Art.
88a
Abs.
2 IVV).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin stellte unter Berücksichtigung der seit 1
4.
Oktober 2010 vorliegenden Arbeitsunfähigkeit von 25
%
einem
Valideneinkommen
von
Fr.
91'866.55 ein Invalideneinkommen von
Fr.
68'899.90 gegenüber und ermit
telte einen
rentenausschliessenden
Invaliditätsgrad von 25
%
(S. 3 oben).
5.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensent
wicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen).
Die Beschwerdegegnerin ermittelte gestützt auf das letz
t
mals
vor Eintritt des Gesundheitsschadens bei der Firma
Y._
AG erzielte Einkom
men
ein hypothetisches
Valideneinkommen
von
Fr.
91‘86
7
.
--
(vgl.
Urk.
2 Ver
fügungsteil 2 S. 3). Dies ist nicht zu beanstanden und im
Übrigen
unbestritten (vgl.
Urk.
1 S. 11). Für das Jahr 2011 ergibt sich unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
von 1
%
(Die Volkswirtschaf
t 12-2013, S. 91, Tabelle B10.2
)
ein
hypothetisches
Valideneinkommen
von
Fr.
92‘786.-- (
Fr.
91‘867.-- x 1.01).
5.4
Nicht gefolgt werden kann der Beschwerdegegnerin jedoch hinsichtlich der Berechnung des hypothetischen Invalideneinkommens, da sie einen
Prozentver
gleich
zum früher bei der
Y._
AG erzielten Einkommen vor
nahm (vgl.
Urk.
9/63/5). Die Beschwerdeführerin hat jedoch diese Stelle seit November 2007 nicht mehr inne. Rechtsprechungsgemäss ist f
ür die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkom
mens (Invalideneinkommen) primär von der beruflich-erwerblichen Situation aus
zugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Ein
tritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als
Invaliden
lohn
(BGE 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b/
aa
mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts I 850/05 vom 21.
August 2006 E. 4.2).
5.5
Die Beschwerdeführerin war gemäss IK-Auszug von Januar bis Dezember 2010 bei der
G._
in der Flugsicherung tätig und erzielte ein Einkommen von insgesamt
Fr.
35‘477.-- (vgl.
Urk.
3/5). Diese Tätigkeit war nach ärztlicher Einschätzung eher ungeeignet und es wäre ihr eine
behinde
rungsangepasste
Arbeit in einem vollen Pensum zumutbar gewesen (vgl. vor
stehend E. 4.2). Auch die Beschwerdeführerin selbst hielt fest, dass sie diese Stelle wahrscheinlich nicht angenommen hätte, wenn sie vom Arbeitsinhalt Kenntnis gehabt hätte (vgl.
Urk.
9/34/25 oben). Dieses Einkommen ist deshalb nicht zu berücksichtigen.
Ab Februar 2011 wurde die Beschwerdeführerin bei der
G._
zur Gruppenleiterin befördert und leistet dort nach Angaben der Arbeitge
berin ausgezeichnete Arbeit (vgl.
Urk.
9/61). Sie erzielte 2011 ein Jahresein
kommen von
Fr.
50‘433.-- (vgl.
Urk.
3/5). Es ist davon auszugehen, dass es sich um ein stabiles Arbeitsverhältnis handelt und die Beschwerdeführerin dabei ihre Restarbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft. Dies zeigt sich anhand eines Vergleiches mit den Werten der Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes für Statistik (LSE).
Dabei wird berücksichtigt, dass die Beschwerdeführerin gemäss dem Zwischen
zeugnis ihres Arbeitgebers (
Urk.
9/61) weitere Ausbildungen absolv
iert hat und über hervorragende
Sprachkenntnisse
verfügt, was das Niveau 3 (vorausgesetzte Berufs- und Fachkenntnisse) rechtfertigt.
Gemäss LSE belief sich der durchschnittliche Lohn von Frauen im Wirtschafts
zweig „Wach- und Sicherheitsdienste, Detekteien“ unter Berücksichtigung von Berufs- und Fachkenntnisse
n
(Niveau 3) im Jahr 2010 auf
Fr.
5‘182.-- monat
lich (LSE 2010, Tabelle TA 1,
Ziff.
80, Niveau 3), somit auf
Fr.
62‘184.-- jährlich (
Fr.
5‘182.-- x 12). Angepasst an die betriebsübliche durchschnittliche
Wochen
arbeitszeit
von 42.1 Stunden (Die Volkswirtschaft 12-2013, S. 90, Tabelle B9.2,
lit
. N) und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis 2011 von 1
%
(Die Volkswirtschaft 12-2013, S. 91, Tabelle B 10.2,
Ziff.
45-96) ergibt dies
Fr.
66‘103.-- jährlich (
Fr.
62‘184.
-- :
40 x 42.1 x 1.01). Bei einem
Arbeits
pensum
von 75
%
ergibt sich ein hypothetisches Invalideneinkommen von
Fr.
49‘577.-- (
Fr.
66‘103.-- x 0.75).
Die Beschwerdeführerin erzielt somit ein Einkommen, welches mit dem in ihrer Branche, ihrem Fähigkeitsniveau und ihrem Pensum statistisch erzielbaren Ein
kommen weitgehend übereinstimmt. Somit gilt der
tatsächlich erzielte Verdienst
von
Fr.
50‘
433.--
als Invalidenlohn
.
5.6
Der Vergleich des hypothetischen
Valideneinkommens
von
Fr.
92‘786.-- (vor
stehend E. 5.
3
) mit dem Invalideneinkommen von
Fr.
50‘433.-- ergibt eine Erwerbseinbusse von
Fr.
42‘353.-- und damit einen Invaliditätsgrad von rund 46
%
(
Fr.
42‘353.
-- :
Fr.
92‘786.-- x 100 = 45.65
%
).
5.7
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin
ab
1.
Januar
2011
bei einem Invaliditätsgrad von 46
%
Anspruch auf eine
Viertelsrente
hat
.
Die angefochtene Verfügung erweist sich somit nicht als rechtens, was zur
teil
weisen
G
utheissung der Beschwerde führt.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
900.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
der
Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
6.2
Der
teilweise
obsiegenden Beschwerdeführerin steht gemäss dem Ausgang des Verfahrens eine Parteientschädigung zu, die beim praxisgemässen
Stunden
ansatz
von
Fr.
200.
--
(zuzüglich
MWSt
) auf
Fr.
2
‘
30
0
.--
(inklusive
Bar
auslagen
und Mehrwertsteuer) festzusetzen und von der Beschwerdegegnerin zu bezahlen ist.