Decision ID: cfed1e45-2cf4-5b72-a58c-399c911cdf87
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Mit Meldung vom 29. November 2019 zeigte die Eidgenössische Zoll-
verwaltung (nachfolgend: EZV) der Stiftung Antidoping Schweiz (nachfol-
gend: Antidoping Schweiz oder Vorinstanz) an, das Zollinspektorat Genf-
Flughafen habe im Rahmen einer Postkontrolle eine Sendung mit 12 Am-
pullen Somatotropin (nachfolgend: Wachstumshormon oder HGH) à 4 mg,
12 Ampullen Saline (B-12) sowie 270 Kapseln Melatonin à 3 mg zurückge-
halten, welche an A._ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) adres-
siert sei. Mit der gleichen Meldung überwies die EZV die Angelegenheit zur
Überprüfung und allfälligen Einleitung der erforderlichen Massnahmen an
die Vorinstanz (Akten im Beschwerdeverfahren [nachfolgend: B-act.] 7 Bei-
lage 1).
A.b Mit Vorbescheid vom 23. Januar 2020 informierte die Vorinstanz die
Beschwerdeführerin, unter Einräumung der Gelegenheit zur Stellung-
nahme, über die Zurückhaltung der Wachstumshormone ("Produkt:
12 Stechampullen mit Pulver 4MG, HGH / dry"), deren unzulässige Einfuhr
sowie die dabei anfallende Gebühr in Höhe von Fr. 400.– für die Einzie-
hung und Vernichtung (B-act. 7 Beilage 2).
A.c Mit Mail vom 1. Februar 2020 ersuchte die Beschwerdeführerin um
Freigabe und rasche Zustellung der Sendung, da sie krankheitshalber auf
die Wachstumshormone angewiesen sei. Gleichzeitig bekundete sie ihr
Nichteinverständnis mit dem Vorbescheid und begründete dies damit, dass
die Wachstumshormone für den Eigengebrauch bestimmt seien und einem
medizinisch legitimierten Zweck dienten (B-act. 7 Beilage 3). Dabei ver-
wies sie unter anderem auf die entsprechende ärztliche Bestätigung von
B._, M.D., D._, E._, vom 27. Januar 2020 (B-act. 1
Beilagen 4-8 und B-act. 7 Beilage 3 S. 2 ff.).
A.d Mit Verfügung vom 22. April 2020 ordnete die Vorinstanz die Einzie-
hung und Vernichtung der zurückgehaltenen Inhalte an und auferlegte der
Beschwerdeführerin eine Gebühr in der Höhe von Fr. 400.–. Zur Begrün-
dung führte sie an, es fehle ein aktuelles, vor dem Import ausgestelltes
Arztrezept, weshalb nicht von einem medizinisch legitimierten Zweck aus-
gegangen werden könne (B-act. 7 Beilage 5).
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Seite 3
B.
B.a Hiergegen erhob die Beschwerdeführerin beim Bundesverwaltungsge-
richt mit Eingabe vom 12. Mai 2020 Beschwerde und beantragte sinnge-
mäss die Aufhebung der Verfügung vom 22. April 2020. Sie machte die
unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
haltes, Unangemessenheit sowie die Verletzung von Bundesrecht ein-
schliesslich der Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens geltend
(B-act. 1). Zur Begründung führte sie aus, sie habe die Wachstumshor-
mone zum Eigengebrauch und gestützt auf ein Rezept bestellt, wobei un-
abhängig vom Ausstellungsdatum des Rezeptes ein medizinisch legitimier-
ter Zweck vorliegen würde (B-act. 1 Beilage 1).
B.b Der mit Zwischenverfügung vom 20. Mai 2020 (B-act. 3) eingeforderte
Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.– ging am 3. Juni 2020 bei der
Gerichtskasse ein (B-act. 9).
B.c Mit Vernehmlassung vom 23. Juli 2020 beantragte die Vorinstanz, die
Beschwerde sei abzuweisen und die Verfügung vom 22. April 2020 zu be-
stätigen, unter Kostenfolge zulasten der Beschwerdeführerin (B-act. 13).
Zur Begründung brachte sie vor, es sei kein aktuelles, vor dem Import aus-
gestelltes Rezept von einem in der Schweiz zugelassenen und hiesig täti-
gen Arzt eingereicht worden. Dazu erläuterte die Vorinstanz ihre Praxis zu
den Ausnahmefällen bei Vorliegen eines medizinisch berechtigten Zwecks
(B-act. 13 Rz. 18 ff.).
B.d Mit Replik vom 4. September 2020 hielt die Beschwerdeführerin an ih-
ren Anträgen fest und führte nunmehr aus, der Zweck der Antidoping Stif-
tung sei die Bekämpfung von Doping im Sport und nicht die Verfolgung
einer 90-jährigen Pensionärin. Zudem hielt sie an ihrer Begründung fest,
wonach sie über ein Dauerrezept verfüge und ein medizinisch legitimierter
Zweck vorliege (B-act. 15).
B.e Mit Zwischenverfügung vom 9. September 2020 brachte das Gericht
die Replik der Vorinstanz zur Kenntnis und schloss den Schriftenwechsel
ab (B-act. 16).
C. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten
wird, soweit entscheidrelevant, im Rahmen der nachfolgenden Erwägun-
gen eingegangen.
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Seite 4

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich im We-
sentlichen nach dem VwVG und dem VGG.
1.2 Die Zuständigkeit zur Beurteilung der vorliegenden Streitsache richtet
sich nach Art. 31 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desverwaltungsgericht (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32).
Danach beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Ver-
fügungen der Instanzen oder Organisationen ausserhalb der Bundesver-
waltung, die in Erfüllung der ihnen übertragenen öffentlich-rechtlichen Auf-
gaben des Bundes verfügen (Art. 33 Bst. h VGG). Da die Stiftung Antido-
ping Schweiz eine solche Organisation darstellt (vgl. Art. 19 Abs. 2 und 20
des Bundesgesetzes über die Förderung von Sport und Bewegung vom
17. Juni 2011 [SpoFöG; SR 415.0] und Art. 73 Abs. 1 und 2 der Verordnung
über die Förderung von Sport und Bewegung vom 23. Mai 2012 [Sportför-
derungsverordnung, SpoFöV; SR 415.01]), die angefochtene Anordnung
ohne Zweifel als Verfügung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG,
SR 172.021) zu qualifizieren ist und zudem keine Ausnahme gemäss
Art. 32 VGG vorliegt, ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der
vorliegenden Beschwerde zuständig.
1.3 Die Beschwerdeführerin hat als Adressatin der angefochtenen Verfü-
gung vom 22. April 2020 am vorinstanzlichen Verfahren als Partei teilge-
nommen, ist durch diesen Entscheid besonders berührt und hat an dessen
Aufhebung oder Änderung ein schutzwürdiges Interesse (Art. 48 Abs. 1
VwVG). Nachdem auch der Verfahrenskostenvorschuss innert der aufer-
legten Frist geleistet wurde, ist auf die frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde (vgl. Art. 22a in Verbindung mit Art. 50 Abs. 1 und Art. 52
Abs. 1 sowie Art. 63 Abs. 4 VwVG) einzutreten.
2.
2.1 Die Beschwerdeführerin kann im Rahmen des Beschwerdeverfahrens
die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs oder
der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unangemes-
senheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG).
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Seite 5
2.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechts-
anwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der
Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG).
2.3 Nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln sind in verfah-
rensrechtlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, welche im
Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1
E. 3.2), unter Vorbehalt spezialgesetzlicher Übergangsbestimmungen. In
materiell-rechtlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze
massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Sach-
verhalts Geltung haben (BGE 130 V 329 und 130 V 445).
2.4 Vorliegend wurden die in Frage stehenden Wachstumshormone seit
dem 29. November 2019 von der Eidgenössischen Zollverwaltung zurück-
gehalten und die Vorinstanz hat am 22. April 2020 darüber verfügt. In ma-
teriell-rechtlicher Hinsicht sind die Bestimmungen des SpoFöG und der
SpoFöV in derjenigen Fassung anwendbar, die bis zum Zeitpunkt des Er-
lasses der angefochtenen Verfügung vom 22. April 2020 bzw. des zu
Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Kraft gewesen sind (vgl. BGE 129
V 1 E. 1.2 mit Hinweisen), das heisst die Bestimmungen des SpoFöG in
der Fassung vom 1. Januar 2019, die SpoFöV in der Fassung vom 1. Ja-
nuar 2019, die Verordnung des VBS über die Gebühren des Bundesamts
für Sport vom 15. November 2017 in der Fassung vom 1. Januar 2018
(GebV-BASPO, SR 415.013) und die Allgemeine Gebührenverordnung
vom 8. September 2004 in der Fassung vom 1. Januar 2013 (AllgGebV,
SR 172.041.1).
3.
3.1 Strittig und vorliegend zu prüfen ist, ob die Vorinstanz zu Recht die Ein-
ziehung und Vernichtung des Inhalts der zurückgehaltenen Sendung ver-
fügt hat.
3.2 Nach Art. 19 Abs. 2 SpoFöG kann der Bundesrat die Kompetenz,
Massnahmen gegen Doping zu ergreifen, ganz oder teilweise an eine na-
tionale Agentur zur Bekämpfung von Doping übertragen. Diese erlässt die
erforderlichen Verfügungen. Dieser Kompetenzeinräumung ist der Bundes-
rat mit der Schaffung der Nationalen Agentur zur Bekämpfung von Doping,
Antidoping Schweiz (Vorinstanz), nachgekommen (vgl. Art. 73 SpoFöV).
Die Vorinstanz ist beauftragt worden, Massnahmen gegen Doping durch
Ausbildung, Beratung, Dokumentation, Forschung und Information sowie
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Seite 6
die Massnahmen nach Art. 20 Abs. 3 SpoFöG zu ergreifen (Art. 73 Abs. 2
SpoFöV).
3.3 Gemäss Art. 20 SpoFöG arbeiten die Verwaltungseinheiten des Bun-
des, das Schweizerische Heilmittelinstitut, die zuständigen kantonalen
Stellen sowie die nach Art. 19 für Massnahmen gegen Doping zuständige
Stelle zusammen, um die Verfügbarkeit von Dopingmitteln und -methoden
einzuschränken (Abs. 1). Die Zollverwaltung ist berechtigt, bei Verdacht ei-
ner Zuwiderhandlung gegen dieses Gesetz Dopingmittel an der Grenze o-
der in Zolllagern zurückzuhalten und die nach Art. 19 für Massnahmen ge-
gen Doping zuständige Stelle beizuziehen. Diese nimmt die weiteren Ab-
klärungen vor und trifft die erforderlichen Massnahmen (Abs. 3). Die nach
Art. 19 für Massnahmen gegen Doping zuständige Stelle kann unabhängig
von einem allfälligen Strafverfahren die Einziehung und Vernichtung von
Dopingmitteln oder von Gegenständen, die der unmittelbaren Entwicklung
und Anwendung von Dopingmethoden dienen, verfügen (Abs. 4).
3.4 Gemäss Art. 19 Abs. 3 SpoFöG legt der Bundesrat in der Verordnung
die Mittel und die Methoden fest, deren Verwendung oder Anwendung
strafbar sind. Wer zu Dopingzwecken Mittel nach Artikel 19 Absatz 3 her-
stellt, erwirbt, einführt, ausführt, durchführt, vermittelt, vertreibt, ver-
schreibt, in Verkehr bringt, abgibt oder besitzt oder Methoden nach Arti-
kel 19 Absatz 3 bei Dritten anwendet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei
Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 22 Abs. 1 SpoFöG). Soweit Herstel-
lung, Erwerb, Einfuhr, Ausfuhr, Durchfuhr oder Besitz ausschliesslich zum
Zweck des eigenen Konsums erfolgen, bleibt die Täterin oder der Täter
allerdings straflos (vgl. Art. 22 Abs. 4 SpoFöG).
3.5 Verbotene Dopingmittel im Sinne von Art. 19 Abs. 3 SpoFöG sind ge-
mäss Art. 74 Abs. 1 SpoFöV: a) die im Anhang aufgeführten Stoffe; b) de-
ren Salze, Ester, Ether und optische Isomere; c) die Salze, Ester und Ether
der optischen Isomere; und d) Präparate, die diese Stoffe enthalten. Die
verbotenen Stoffe sind im Anhang zur SpoFöV in Ziffer I aufgelistet. Dazu
gehören unter anderem Anabolika, Erythropoiese stimulierende Substan-
zen, Wachstumshormone, insulinähnliche Wachstumsfaktoren und andere
Wachstumsfaktoren.
4.
4.1 Vorliegend hat die EZV eine verdächtige Sendung mit 12 Ampullen
Wachstumshormonen (HGH, Somatotropin) à 4 mg, gestützt auf Art. 20
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Seite 7
Abs. 3 SpoFöG zurückgehalten und an die Vorinstanz zur weiteren Abklä-
rung weitergeleitet. Die Vorinstanz kann die erforderlichen Massnahmen,
wie hier die Einziehung und Vernichtung nach Art. 20 Abs. 4 SpoFöG, ver-
fügen (s. E. 3.3 hiervor).
4.2 In der fraglichen Sendung wurden Wachstumshormone (HGH, Soma-
totropin) gefunden, die unter den verbotenen Mitteln in Ziffer I.4 des An-
hangs SpoFöV aufgeführt werden (vgl. Art. 74 Abs. 1 SpoFöV). Damit sind
die eingeführten Wachstumshormone Substanzen, die gemäss Art. 74
Abs. 1 SpoFöV unter die aufgezählten Dopingmittel fallen (s. E. 3.5 hier-
vor). Der geltend gemachte Eigengebrauch ist für die verwaltungsrechtli-
chen Massnahmen nicht von Relevanz (s. E. 3.4 hiervor). Diesbezüglich
nimmt Art. 22 Abs. 4 SpoFöG dahingehend eine Differenzierung vor, dass
der Erwerb und die Einfuhr zum Zweck des eigenen Konsums straflos blei-
ben.
4.3
4.3.1 Die Beschwerdeführerin bringt replikweise vor, die Vorinstanz bezwe-
cke in erster Linie die Bekämpfung von Doping im Sport und nicht die Ver-
folgung einer Pensionärin (B-act. 15, B-act. 15 Beilage 6).
4.3.2 Hierzu ist festzuhalten, dass kein strafrechtliches Verfahren eingelei-
tet wurde, zumal der (hier unstreitige) Eigenkonsum straflos bleibt (s. E. 4.2
hiervor). Allerdings zielt das SpoFöG auf die Einschränkung der Verfügbar-
keit von Dopingmitteln ab, indem unabhängig von einem allfälligen Straf-
verfahren die Einziehung und Vernichtung von Dopingmittel als verwal-
tungsrechtliche Massnahmen gegen Doping in Art. 20 Abs. 4 SpoFöG vor-
gesehen ist. Gemäss Botschaft des Bundesrates sollen Bund und Vo-
rinstanz Massnahmen gegen den Handel von Dopingmitteln ergreifen
(vgl. Botschaft des Bundesrates vom 11. November 2009 zum Sportförd-
erungsgesetz und zum Bundesgesetz über die Informationssysteme des
Bundes im Bereich Sport [BBl 2009 8189 S. 8220 ff., nachfolgend: Bot-
schaft SpoFöG 2009]). Nach Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts
verbietet der Gesetzgeber damit bereits die Einfuhr von Mitteln, die zu Do-
ping dienen könnten, ohne dabei an eine Sportlereigenschaft anzuknüpfen
(vgl. BVGE 2015/46 E. 3.4; Urteil des BVGer C-1351/2013 vom 19. Feb-
ruar 2015 E. 10).
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Seite 8
4.3.3 Damit fällt der Erwerb von Wachstumshormonen inkl. deren Import in
die Schweiz unabhängig von einer sportlichen Betätigung der Beschwer-
deführerin unter die vom SpoFöG untersagte Einfuhr. Dieses Importverbot
sowie die verfügten Massnahmen, die Einziehung und Vernichtung, be-
zwecken die Dopingbekämpfung. Im Unterschied zum Strafverfahren, wel-
ches einen Vorsatz in Bezug auf den Dopingzweck verlangt, was sich aus
dem Begriff "zu Dopingzwecken" ergibt (vgl. Botschaft SpoFöG 2009,
8240) ist im Verwaltungsverfahren bereits der Erwerb inkl. der Import ohne
Dopingabsicht untersagt.
4.4 Die Beschwerdeführerin stellt sich im Weiteren auf den Standpunkt, es
liege gestützt auf einen medizinisch legitimierten Zweck eine Ausnahme
zum Importverbot von Dopingmitteln vor.
4.4.1 Der Botschaft SpoFöG 2009 ist zu entnehmen, dass der Bund mit
seinem Beitritt zu internationalen Übereinkommen unter anderem Mass-
nahmen zur Einschränkung der Verfügbarkeit von verbotenen Substanzen
und Methoden ergreifen muss, mit Ausnahme bei Vorliegen eines legitimen
medizinischen Zweckes (vgl. Botschaft SpoFöG 2009, 8220). Art. 20
Abs. 4 SpoFöG wiederum ermächtigt die Vorinstanz im Sinne einer Kann-
Bestimmung, die Einziehung und Vernichtung von Dopingmitteln als Mass-
nahme zur Dopingbekämpfung zu verfügen. Daraus folgt, dass die Vor-
instanz beim Vorliegen legitimer medizinischer Zwecke von einer Einzie-
hung und Vernichtung absehen kann. Gemäss Internetseite der Vorinstanz
könne ein medizinisch berechtigter Zweck die Freigabe verbotener Pro-
dukte im Sinne eines Ausnahmefalles allenfalls erlauben. Dazu müssten
innert vorgeschriebener Frist ein Auszug des medizinischen Dossiers
und/oder ein gültiges Schweizer Arztrezept (Ausstellungsdatum vor dem
Import) sowie ein schriftlicher Antrag um Freigabe eingereicht werden (vgl.
"Ausnahmefälle", < https://www.antidoping.ch/recht/importverbot >, abge-
rufen am 9.4.2021).
4.4.2 Vorliegend beruft sich die Beschwerdeführerin auf das Vorliegen ei-
nes legitimen medizinischen Zweckes und legt beschwerdeweise eine ärzt-
liche Bestätigung von B._, M.D., D._, E._, vom
27. Januar 2020 für das besagte Wachstumshormon und ein ärztliches Re-
zept von C._, M.D., D._, E._, vom 30. Januar 2013
(B-act. 1 Beilagen 5 und 8) sowie die Berichte vom 30. Januar 2013 (un-
vollständig), 7. Februar 2013 und 9. März 2015 (ebenfalls unvollständig)
(B-act. 1 Beilagen 4, 6 und 7) ins Recht. Replikweise reicht sie zudem wis-
senschaftliche Artikel von B._, M.D., ein, welche die Lebensqualität
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Seite 9
unter Einnahme von Hormonen aufzeigen sollen (B-act. 15 Beilage 1). Sie
führte zudem aus, dass sie seit 2002 ein Dauerrezept habe und
B._, M.D., der ihr die Wachstumshormone verschrieben habe, auf
dem Gebiet des Anti-Agings eine Autorität sei (B-act. 15).
4.4.3 Im vorliegenden Fall wurde zwar eine ärztliche Bestätigung (vom
27.1.2020) eingereicht, diese ist jedoch erst nach der Meldung der EZV am
29. November 2019 ausgestellt worden. Die Vorinstanz bringt vernehm-
lassungsweise dazu vor, praxisgemäss würde sie eingezogene Doping-
mittel freigeben, wenn ein legitimer medizinscher Grund vorliege. Dafür sei
ein medizinisches Dossier bzw. ein Arztzeugnis eines in der Schweiz zu-
gelassenen und tätigen Arztes einzureichen. Darüber hinaus müsse der
Sachverhalt plausibel erscheinen, wobei für die Bewertung der Plausibilität
das Heilmittelgesetz vom 15. Dezember 2000 (HMG, SR 812.21) und die
Arzneimittelverordnung vom 17. Oktober 2001 (VAM, SR 812.212.21) her-
anzuziehen seien (B-act. 13 Rz. 18).
4.4.4 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich bereits früher mit der Aus-
nahme zum Importverbot auseinandergesetzt, wobei es im Urteil C-
1351/2013 vom 19. Februar 2015 in Erwägung 8.6 die Frage mangels Vor-
liegens einer ärztlichen Verschreibung offenliess und im Urteil C-864/2018
vom 16. Oktober 2020 in den Erwägungen 6.6. und 9.3 erwogen hat, dass
die Voraussetzungen nicht erfüllt seien, zumal das Arztrezept verspätet
eingereicht worden sei und das medizinische Dossier fehle.
4.4.5 Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass im vorliegenden Fall kein ak-
tuelles, vor dem Import ausgestelltes Rezept eingereicht wurde. Die Bestä-
tigung vom 27. Januar 2020 wurde nach dem Import ausgestellt und ist
deshalb als nachträglicher Legitimierungsversuch einer grundsätzlich un-
zulässigen Handlung (vgl. E. 4.3) zu werten. Die vorinstanzliche Praxis, vor
dem Import ein entsprechendes Zeugnis zu verlangen, erweist sich auch
insofern als angemessen, als damit eine bessere Kontrolle durch die Zoll-
behörden und durch die Vorinstanz möglich ist. Wäre die nachträgliche Ein-
reichung zuzulassen, schwächte sich die Kenntnisnahme durch die Behör-
den auf die durch den Zoll stichprobeweise erhobenen Fälle ab, was die
Marktüberwachung erheblich erschwert.
4.4.6 Zum "medizinischen Dossier" ist festzuhalten, dass der Arztbericht
vom 30. Januar 2013, der auf Laboruntersuchungen vom 17. Dezember
2012 abstützt, keine Hinweise auf eine krankheitsbedingte Behandlung mit
Wachstumshormonen enthält; dem gleichentags ausgestellten Rezept ist
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Seite 10
jedoch u.a. eine Verschreibung von 0.2 mg Genotropin pro Tag zu entneh-
men. Diesbezüglich enthält die Fachinformation den Hinweis, dass Genot-
ropin bei Erwachsenen bei einem Mangel an Wachstumshormonen ver-
schrieben werde, mit einer Dosierung bei über 60-jährigen Patienten initial
von 0.1-0.2 mg/Tag, danach "individuell" (https://compendium.ch/pro-
duct/103393-genotropin-trockensub-12-mg-mit-solv). Der ärztlichen Be-
stätigung vom 7. Februar 2013, der auf Laboruntersuchungen vom 30. Ja-
nuar 2013 Bezug nimmt, ist zu entnehmen, dass sich der Wachstumshor-
mon-Spiegel bei der Beschwerdeführerin mit einem IGF-1 Wert von 101.0
auf tiefem normalem Niveau ("low normal range") bewege. Ungeachtet
dessen wird der Beschwerdeführerin empfohlen, die bisherige Dosis von
0.2 mg/Tag auf 0.4 mg/Tag zu erhöhen, um ihren IGF-1 Level (mit dem die
Aktivität an Wachstumshormonen gemessen werde) näher an das Opti-
mum zu führen ("to bring your IGF-1 level closer to optimum"). Der unvoll-
ständig eingereichten Bestätigung vom 9. März 2015 wiederum ist der Hin-
weis zu entnehmen, dass der IGF-1 Wert infolge Nichteinnahme von HGH
zum Zeitpunkt der Labormessung mit 66.2 abnormal tief sei. Ein solcher
Wert entspricht jedoch gemäss Pschyrembel, gemäss welchem der Wert
bei Erwachsenen ab 55 Jahren bei 70-290 ng/dl liege <https://www.pschy-
rembel.de/lnsulin-like%20Growth-Factors/KOAJB>, abgerufen am
29.3.2021), einem knapp unter dem Grenzwert liegenden Wachstumshor-
mongehalt (vgl. dazu auch E. 4.). Keinem dieser Berichte ist zu entneh-
men, dass ein krankhafter "GH-Mangel beim Erwachsenen infolge hypo-
thalamischer oder hypophysärer Erkrankung, mit Beginn im Kindes- oder
Erwachsenenalter" (vgl. Fachinformation) vorliege und behandelt werde.
Damit sind die Hinweise in den Arzt- und Laborberichten nicht geeignet,
eine aktuelle Behandlungsnotwendigkeit im Sinne eines medizinisch legiti-
mierten Zweckes für den Import des Wachstumshormons aufzuzeigen.
4.5
4.5.1 Eine eigenständige Regelung des Eigengebrauchs von Arzneimit-
teln, die auf der Dopingliste geführt werden, fehlt im Sportförderungsrecht.
Die Botschaft SpoFöG 2009 lässt wie gesagt Ausnahmen gestützt auf ei-
nen medizinisch legitimierten Zweck zu (s. E. 4.4.1 hiervor); SpoFöG und
SpoFöV enthalten jedoch keine konkretisierenden Bestimmungen. Eine
solche Ausnahme ist daher, worauf die Vorinstanz zu Recht hinweist, im
Lichte des Heilmittelrechts auszulegen, das eine entsprechende Regelung
bereits kennt.
C-2493/2020
Seite 11
4.5.2 Nach Art. 20 Abs. 2 Bst. a HMG kann der Bundesrat erlauben, dass
nicht zugelassene, verwendungsfertige Arzneimittel in kleinen Mengen ein-
geführt werden von Einzelpersonen für den Eigengebrauch. Weiter kann
der Bundesrat gemäss Abs. 3 vorschreiben, dass die Einfuhr bestimmter
Arzneimittel, die zum Schutz der Gesundheit einer besonderen Kontrolle
bedürfen, im Einzelfall durch das Institut bewilligt werden muss (Bst. a) und
die Einfuhr bestimmter Arzneimittel beschränken oder verbieten, wenn aus
den Umständen erkennbar ist, dass sie für widerrechtliche Zwecke oder
missbräuchliche Verwendung bestimmt sein könnten (Bst. b). In Art. 48 der
Arzneimittel-Bewilligungsverordnung vom 17. Oktober 2001 (AMBV,
SR 812.212.1; in ihrer Fassung gültig ab 16. Juli 2019 [AS 2019 2195]) hat
der Bundesrat von dieser Regelungskompetenz Gebrauch gemacht und
die Einfuhrvorschriften dahingehend konkretisiert, dass eine Einzelperson
verwendungsfertige Arzneimittel, die in der Schweiz nicht zugelassen sind,
in der für den Eigengebrauch erforderlichen kleinen Menge dennoch ein-
führen darf. In Analogie zur Regelung der nicht zugelassenen Arzneimittel
in Art. 48 AMBV und in Übereinstimmung mit der Botschaft SpoFöG 2009
ist bei Vorliegen eines medizinisch legitimierten Zweckes die Einfuhr von
kleinen Mengen eines Arzneimittels zum Eigengebrauch durch Einzelper-
sonen folglich zu erlauben. Da jedoch ein medizinisch legitimer Zweck –
wie oben (E. 4.4) dargelegt – zu verneinen ist, ist auch ein Import unter
dem Aspekt des Eigengebrauchs nicht zu bestätigen.
4.6 Für eine Ausnahme vom Importverbot ist nach Praxis der Vorinstanz
ein Arztrezept (vgl. B-act. 13 Rz. 19) eines in der Schweiz zugelassenen
und tätigen Arztes erforderlich.
4.6.1 Nach Art. 6 Bst. g i.V.m. Art. 2 Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes
über die universitären Medizinalberufe vom 23. Juni 2006 (MedBG,
SR 811.11) kennen die Absolventen eines Medizinalberufs die gesetzli-
chen Grundlagen des schweizerischen Systems der sozialen Sicherheit
und des Gesundheitswesens und können diese die erworbenen Kennt-
nisse in der beruflichen Tätigkeit umsetzen; ein ausländisches Diplom kann
(nur) unter den Voraussetzungen von Art. 15 MedBG anerkannt werden.
Das Eidgenössische Departement des Innern EDI führt ein Register mit
sämtlichen Personen, die einen universitären Medizinalberuf ausüben
(Art. 51 Abs. 1 MedBG). Dass B._, M.D., über eine schweizerische
Zulassung verfügt, wird vorliegend nicht geltend gemacht.
4.6.2 Sodann sieht das Schweizerische Gesundheitssystem zum Schutze
der Gesundheit des Einzelnen ein Arzneimittelabgabesystem vor, welches
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Seite 12
durch das Heilmittelgesetz und die Arzneimittelverordnung geregelt wird.
Gemäss Art. 23 Abs. 1 HMG werden die Arzneimittel in Kategorien mit und
ohne Verschreibungspflicht eingeteilt. Die Kategorien mit Verschreibungs-
pflicht sind in Art. 41 f. VAM geregelt. Art. 41 VAM regelt die Arzneimittel,
die einmalig auf ärztliche oder tierärztliche Verschreibung abgegeben wer-
den (verschärft verschreibungspflichtige Arzneimittel; Abgabekategorie A).
Nach Art. 41 VAM wird ein Arzneimittel in die Kategorie der verschärft ver-
schreibungspflichtigen Arzneimittel (Abgabekategorie A) eingeteilt, wenn
die Therapiedauer begrenzt ist und aus Gründen der Sicherheit nicht ohne
ärztliche oder tierärztliche Verschreibung verlängert werden darf (Bst. a);
sein Gebrauch ohne ärztliche oder tierärztliche Diagnose und Überwa-
chung der Anwendung zu ernsten Schäden führen kann (Bst. b); durch
eine falsche Anwendung die spätere Behandlung ernsthafter Leiden ent-
scheidend beeinträchtigt werden könnte (Bst. c).
Mit Blick auf die Einfuhr von Arzneimitteln aus dem Ausland durch Privat-
personen ist die Beachtung desselben Regelungsstandards, wie er auch
für den Bezug von Arzneimitteln im Inland vorgeschrieben ist, angezeigt.
Zur Sicherstellung dieses Regelungsstandards ist es für Arzneimittel – die
auf der Dopingliste geführt werden – erforderlich, dass ein in der Schweiz
zugelassener Arzt, der mit der schweizerischen Behandlungs- und Arznei-
mittelabgabepraxis vertraut ist, das Vorliegen eines medizinisch legitimier-
ten Zweckes mittels ärztlicher Verschreibung bestätigt.
Vorliegend genügt das in Erwägung 4.4.3 nur als ärztliche Bestätigung ge-
würdigte Dokument vom 27. Januar 2020 nicht den Anforderungen an eine
ärztliche Verschreibung eines in der Schweiz zugelassenen und im Medi-
zinalberuferegister eingetragenen Arztes. Auch die weiteren ärztlichen Be-
richte wurden ausnahmslos durch einen amerikanischen Arzt ausgestellt
und sind mit Blick auf den Schutzgedanken des schweizerischen Heilmit-
telrechts (vgl. E. 4.6.2) nicht zu akzeptieren. Angesichts der Einteilung von
Wachstumshormonen in die Abgabekategorie A ist (a) eine ärztliche Ver-
schreibung eines in der Schweiz zugelassenen Arztes unabdingbar.
Selbst wenn – wie von der Beschwerdeführerin replikweise behauptet, je-
doch nicht belegt wird – ein Dauerrezept eines Arztes vorliegen würde,
kann ein solches Dauerrezept nicht akzeptiert werden, da für die Abgabe-
kategorie A eine verschärfte Verschreibungspflicht gilt, wonach die Abgabe
grundsätzlich einmalig ist (s. E. 4.6.2 hiervor).
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4.7 Es ist schliesslich zu fragen, ob ein medizinisch legitimierter Zweck vor-
liegt, wenn der Einsatz des Medikaments im Off-Label-Use (Art. 71a-d der
Verordnung über die Krankenversicherung [KVV, SR 832.102]; vgl. dazu
BGE 146 V 240) erfolgt: Im Verwaltungsverfahren behauptete die Be-
schwerdeführerin, dass sie die Wachstumshormone krankheitshalber be-
zogen habe (s. Bst. B.b hiervor). Gemäss Fachinformation dient das
Wachstumshormon Genotropin, das bei der Beschwerdeführerin bereits im
Februar 2013 eingesetzt wurde [B-act. 1 Beilage 4) und den hier streitigen
Wirkstoff Somatotropin enthalt, zur Behandlung einer hypothalamischen o-
der hypophysären Erkrankung der Erwachsenen, mit Beginn im Kindes-
oder Erwachsenenalter (https://compendium.ch/product/103393-genotro-
pin-trockensub-12-mg-mit-solv/mpro#Mpro7100, abgerufen am
29.3.2021). Eine solche Behandlung ist – wie oben aufgezeigt (E. 4.4) –
vorliegend nicht ersichtlich. Vielmehr ist aus den weiteren Ausführungen
der Beschwerdeführerin (s. insbesondere Replik) zu entnehmen, dass die
Wachstumshormone nicht zur Behandlung einer eigentlichen Krankheit
eingesetzt werden, sondern der Vorbeugung im Sinne eines Anti-Agings
dienen. Auch der Bestätigung vom 27. Januar 2020 sind keine Hinweise
auf eine diagnostisch relevante Erkrankung zu entnehmen: B._,
M.D., bestätigte einzig, dass seine Patientin die Injektionen (mit Wachs-
tumshormonen) "zur Erhaltung ihrer guten Gesundheit" benötige ("to con-
tinue her good health"). Weiteren Berichten, die im Internet frei zugänglich
sind, ist zu entnehmen, dass B._s, M.D., Behandlung darauf be-
ruhe, Mängel im Hormonhaushalt des menschlichen Körpers mittels Hor-
monersatz auf den Stand einer ca. 20-jährigen Person zu korrigieren (sog.
"total hormone replacement therapy"), dabei kommen u.v. Wachstumshor-
mone zum Einsatz (vgl. https://regenerativemc.com/growth-hormone-the-
anti-aging-movement-controversy-from-the-beginning/; https://www.fuer-
sie.de/beauty/anti-aging/artikel/hormon-cocktails-fuer-ein-juengeres-aus-
sehen; http://www.life-extension.de/studie.php; https://www.bild.de/ratge-
ber/gesundheit/zur-person-3373804.bild.html; https://www.welt.de/print-
wams/article599456/Jung-fuer-immer.html; alle abgerufen am 18. Mai
2021). Auch die mit Replik ins Recht gelegten vier Publikationen von
B._, M.D., rücken das Anti-Aging als medizinisch legitimierten
Zweck in den Vordergrund (B-act. 15 Beilage 1; vgl. auch https://ca-
selaw.findlaw.com/us-dc-circuit/1124982.html; abgerufen am 18. Mai
2021). Damit liegt keine ärztliche Behandlung eines krankheitswertigen Zu-
standes vor. Wird ein Medikament jedoch ausserhalb des eigentlichen Be-
handlungsziels eingesetzt, was sich an der Fachinformation zu bemessen
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hat, liegt ein Off-Label-Use im obgenannten Sinne vor und ist ein medizi-
nisch legitimierter Zweck zu verneinen (so im Ergebnis bereits Urteil des
BVGer C-5098/2013 vom 30. Juli 2014 E. 5.2).
5.
Nach dem Gesagten steht fest, dass die zurückgehaltenen Wachstumshor-
mone verbotene Dopingmittel gemäss Anhang Ziff. I.4 SpoFöV sind. Die
nach Art. 19 Abs. 2 und Art. 20 SpoFöG in Verbindung mit Art. 73 SpoFöV
zuständige Vorinstanz hat zu Recht die Einziehung und Vernichtung der
am 29. November 2019 zurückgehaltenen Wachstumshormone angeord-
net. Eine Ausnahme vom Importverbot liegt mangels Vorliegen eines legi-
timen medizinischen Grundes bzw. mangels Einreichung der erforderlichen
Unterlagen nicht vor.
6.
Nachfolgend ist abschliessend die Erhebung einer Verwaltungsgebühr in
der Höhe von Fr. 400.– zu beurteilen.
6.1 Die Vorinstanz kann in Anwendung von Art. 20 Abs. 3 und 4 i.V.m.
Art. 19 Abs. 2 SpoFöG Abklärungen vornehmen und erforderliche Mass-
nahmen verfügen. Die Gebührenpflicht der Beschwerdeführerin für die ver-
fügten Massnahmen stützte sie auf die Verordnung des VBS über die Ge-
bühren des Bundesamtes für Sport und die Allgemeine Gebührenverord-
nung. Für amtliche Leistungen werden gemäss Art. 1 GebV-BASPO und
Art. 2 GebV-BASPO i.V.m. Art. 2 AllgGebV vom Veranlasser Gebühren er-
hoben. Aufgrund der Einfuhr und des versuchten Erwerbs von Dopingmit-
teln ist die Beschwerdeführerin als direkte Verursacherin der verfügten Ein-
ziehung und Vernichtung der Dopingmittel zu betrachten, womit sie gebüh-
renpflichtig erscheint.
6.2 Die Gebühr wird nach Zeitaufwand berechnet, falls im Anhang kein An-
satz festgelegt ist (Art. 6 Abs. 2 GebV-BASPO). Der Stundenansatz beträgt
zwischen Fr. 50.– und Fr. 250.–. Die verfügungsweise auferlegte Gebühr
in der Höhe von Fr. 400.– entspricht, ausgehend von einem durchschnittli-
chen Stundenansatz von Fr. 120.–, einem Zeitaufwand von nicht einmal
3.5 Stunden, was aufgrund des aktenkundigen Aufwandes der Vorinstanz
angemessen ist.
7.
Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient-
schädigung.
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7.1 Als unterliegende Partei hat die Beschwerdeführerin die Verfahrens-
kosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Prozesskosten, welche auf
Fr. 800.– festgesetzt werden, sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen
und aus dem bereits geleisteten Kostenvorschuss zu entnehmen.
7.2 Weder der unterliegenden Beschwerdeführerin noch der obsiegenden
Vorinstanz ist eine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1
e contrario und Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
(VGKE, SR 173.320.2).
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