Decision ID: 19b40ee5-b007-4d49-8796-2042c179eb03
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1958,
ist gelernter Maurer (Urk. 6/15/5) sowie diplomierter Heimerzieher (Urk. 6/15/6) und
war zuletzt vom 1. April bis zum
14. Juni 2013 im
Y._
als
Dipl.
Sozialpädagoge tätig (Urk. 6/40/1-7;
Urk. 6/40/9).
Am
1. September 2013
meldete sich der Versicherte
unter Hinweis auf einen Diabetes, eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung
(ADHS)
sowie Depressionen bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
6/18
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisc
he und erwerbliche Situation ab und teilte dem
Versicherten
am 7. November 2013 mit, aufgrund seines Gesundheitszustandes seien derzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich (Urk. 6/31).
Nachdem die IV-Stelle
die Kosten für eine Potentialabklärung vom 17. März bis zum 11. April 2014
übernommen hatte
(Urk. 6/50)
,
teilte
sie
dem Versicherten am 15. Mai 2014 mit, gemäss den Ergebnissen der Potentialabklärung
seien
derzeit keine beruf
li
chen Massnahmen möglich (Urk. 6/63).
Zudem holte die IV-Stelle ein psychia
trisches Gutachten ein, das am 10. November 2014 erstattet wurde (Urk. 6/72).
Mit Vorbescheid vom 25. November 2014 (Urk. 6/74 = Urk. 6/77/1-2) stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht.
Nachdem der Versicherte dagegen Einwände erhoben hatte (Urk. 6/75/1; Urk. 6
/78/1-5; Urk. 6/80; Urk. 6/83)
,
klärte die IV-Stelle die medizinische und erwerbliche Situation erneut ab und
holte
bei der
medizinischen Abklärungsstelle (
MEDAS
)
Z._
in
A._
ein polydiszi
p
li
näres Gutachten ein, das am 26. Februar 2016
erstattet wurde (Urk.
6/111/1-33
).
Mit neuem Vorbescheid vom 20. April 2017 (Urk. 6/128) stellte die IV-Stelle dem Versicherten wiederum die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Der
Versicherte stellte am 11. Mai 2017 ein Gesuch um Wiedereingliederung (Urk. 7/135
) und erhob am 24. Mai
und 19. Juni
2017
wiederum Einwände
gegen den Vorbescheid (Urk.
6
/136
/1-5; Urk. 6/138
).
Die IV-Stelle teilte dem Versi
cher
ten am 29. Juli 2017 mit, dass sie eine polydisziplinäre Begutachtung
in den Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie und Neuropsychologie
als notwendig erachte (Urk. 6/141)
,
und teilte ihm die vorgesehene
n Gutachter
und
Gutachterstelle am 16. August 2017 mit (Urk. 6/147).
Mit Eingabe vom 18. August 2017 erhob der Versicherte Einwendungen gegen die vorgesehenen Gutachter und das Begutachtungsinstitut (Urk. 6/148/1-2). Am 11. Oktober 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten die neu vorgesehene
n Gutachter und die
Gutachterstelle mit (Urk. 6/158).
Die IV-Stelle verzichtete
in der Folge
auf die Einholung des polydisziplinären
Gutachtens und teilte dies dem
Beschwer
de
führer
am 25. Oktober 2017 telefonisch mit (Urk. 6/161).
Mit Verfügung vom 7. November 2017 (Urk. 6/163
= Urk. 2
) hielt die IV-Stelle an ihrem Vorbescheid fest und wies das Leistungsbegehren ab.
2.
Der
Versicherte erhob am
7. Dezember 2017
Beschwerde gegen die Verfügung vom
7. November 2017
(Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
die IV-Stelle zu verpflichten, ihm Leistungen nach dem
Bundesgesetz über
die Invalidenversicherung (IVG; Rentenleistungen und berufliche Massnahmen) zuzusprechen und er sei durch das Gericht medizinisch begutachten zu lassen. Eventuell sei die Sache zwecks Durchführung einer medizinischen Begutachtung an die IV-Stelle zurückzuweisen (
Urk.
1 S.
2
Ziff. 1-4
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
30. Januar 2018
(Urk.
5
) die Abweisung der Be
schwer
de. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
1. März 2018
zur Kenntnis gebra
cht (Urk. 7
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vo
r
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.4
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
fak
toren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das
tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE
141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbe
grün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.5
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
-
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) aus, dass der Beschwerdeführer gestützt auf die ein
ge
holten Berichte und die psychiatrische sowie polydisziplinäre Begutachtung seit Juli 2013 nicht mehr in einer leitenden Funktion (Gruppenleiter) als Sozialpädagoge habe arbeiten können.
Spätestens seit Ende September 2013 habe in seiner bisherigen Tätigkeit als Sozialpädagoge (ohne Leitungsfunktion) oder in angepassten (körperlich leichten bis mittel
schwe
ren) Tätigkeiten keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr bestanden. Als angepasst gälten Tätigkeiten mit möglichst wenig administrativen Aufgaben in einer ruhigen Arbeitsumgebung. Der Beschwerdeführer dürfe jedoch nicht Schicht arbeiten, nicht professionell Personen befördern oder als Lastkraftfahrer arbeiten.
Nach der Durchführung eines Einkommensvergleiches ermittelte die
Be
schwer
degegnerin
einen
Invaliditätsgrad von 17 %.
Zudem führte die
Beschwer
de
gegnerin
aus, dass der
Beschwerdeführer
i
m Dezember 2015 polydisziplinär untersucht worden
sei
. Seither betrage die Arbeitsfähigkeit in einer optimal angepassten Tätigkeit 80 %
. Nach der Durchführung eines
weiteren
Einkommens
vergleiches ermittelte die
Beschwerdegegnerin
einen
Invaliditätsg
rad von 34 % (S. 1 f.).
Im Mai 2017 habe der Beschwerdeführer ein Gesuch um berufliche Wieder
ein
gliederung gestellt. Diesbezüglich könne festgehalten werden, dass, um entspre
chend von der Invalidenversicherung unterstützt zu werden, eine gesundheitliche Einschränkung vorliegen müsse. Da der Invaliditätsgrad unter 40 % liege, bestehe die Möglichkeit einer Arbeitsvermittlung. Aus dem Zusatzgesuch gehe hervor, dass der Beschwerdeführer ein
e selbständige Tätigkeit ausübe, weshalb
keine Un
ter
stützung angeboten werden
könne
. Er solle sich an entsprechende Unter
neh
men wenden, die Startups unterstützen. Des Weiteren sei die regionale Arbeits
ver
mittlung ebenfalls beratend tätig
(S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber beschwerdeweise (Urk. 1) auf den Standpunkt,
dass die notwendigen medizinischen Untersuchungen im vorlie
genden Fall nicht erfolgt seien
, obwohl die Beschwerdegegnerin offensichtlich der Ansicht gewesen sei, dass eine neuerliche Begutachtung notwendig sei. Weshalb nun davon
habe abgesehen werden können, habe die Beschwerde
geg
nerin nicht weiter begründet. Die Beurteilung seines Gesundheitszustandes stütze sich auf ein Gutachten, das mittlerweile mehr als zwei Jahre alt sei. Seither sei mit der
Autismus-Spektrum-
Störung auch eine neue Diagnose gestellt worden, die im Begutachtungszeitpunkt noch nicht bekannt gewesen sei. Insgesamt sei der Sachverhalt noch nicht umfassend geklärt und die Beschwerdegegnerin habe durch den vollkommen unbegründeten Verzicht auf die anfänglich geplante Begutachtung ihre Abklärungspflicht nach
Art.
43 ATSG verletzt. Es werde deshalb eine Begutachtung durch das Gericht beantragt (S. 7 ff.
Rz
22 ff.). Zudem verweigere ihm die Beschwerdegegnerin seit Jahren zu Unrecht eine Unter
stützung bei der beruflichen Eingliederung (S. 9 ff.
Rz
28 ff.). Schliesslich habe die Beschwerdegegnerin ihre Entscheidung in der angefochtenen Verfügung nur ungenügend und teilweise gar nicht begründet (S. 11 f.
Rz
35 f.).
3.
3.1
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und für Allgemeine Innere Medizin, führte in seinem Bericht vom 1. Oktober 2013
(Urk. 6/26/1-4) aus, dass er den Beschwerdeführer seit Juli 2012 behandle (Ziff. 1.2),
und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (Ziff. 1.1):
-
Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (
ADHS
)
von gemischten Typ (ICD-10 F90.0)
-
a
ktuell: Anpassungsstörung wegen beruflicher Überforderung und Verlust des Arbeitsplatzes in Probezeit (ICD-10 F43.2)
-
schwerer Suizidversuch durch Insulin (Juli 2013)
-
Diabetes mellitus Typ 1
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Sozialpädagoge bestehe seit Juli 2007 eine andauernde 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.6). Eine angepasste (praktische/
manuelle) Tätigkeit könne der Beschwerdeführer seit dem 22. August 2013 zu 100 % in einem Vollzeitpensum ausüben. Zusätzliche Einschränkungen seitens der Insulinbehandlung des Diabetes könne
er nicht
beurteil
en
(Ziff. 1.7).
3.2
Dr.
med. C._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, führte in ihrem Bericht vom 23. Oktober
2013 (Urk. 6/28/1-4) aus, dass s
ie den Beschwer
deführer seit 2008 behandle (Ziff. 1.2), und nannte einen
seit 1980 bestehenden
Diabetes mellitus Typ 1
, einen
Suizidversuch
(
Juli 2013
) sowie eine
ADHS
als Diagnosen mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1).
Durch den Dia
betes bestünden gewisse berufliche Einschränkungen (Ziff. 1.11).
3.3
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
führte in seinem Bericht vom 23. Oktober 2013 (Urk. 6/29/5-6) aus, dass er den
Beschwerdeführer seit 2001 kenne, ihn jedoch nur selten gesehen habe (Ziff. 1.2). Er nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
Anpassungsstörungen
-
Status nach Suizidversuch Juli 2013
-
ADHS
-
Diabetes mellitus Typ 1 seit 1979
Die bisherige Tätigkeit als Sozialpädagoge sei dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar. Angaben zu einer angepassten Tätigkeit könne er nicht machen (Ziff. 1.7).
3.4
Die Ärzte des
E._
berichteten in ihrem Austrittsbericht vom 10. März 2014 (Urk. 6/58) über die teilstationär-psychiatrische Behandlung des Beschwerdeführers vom 21. Oktober 2013 bis zum 31. Januar 2014
, zuvor sei er bei ihnen vom 18. Juli bis zum 21. Oktober 2013 stationär behandelt worden. Sie
nannten eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Epi
sode (ICD-10 F33.1), als Hauptdiagnose sowie einen primär insulinabhängigen Diabe
tes mellitus Typ 1 und eine ADHS (ICD-10 F90.0) als Nebendiagnosen (S. 1
f.
).
3.5
Dr.
med.
Dr.
rer
. nat. F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie,
E._
,
führte
in seinem
Bericht vom 30. Juni 2014 (
Urk. 6/67) aus, dass sich der Beschwerdeführer seit dem 13. Februar 2014 in ambulanter psychotherapeutischer Behandlung im
E._
befinde (Ziff. 1.4), und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (Ziff. 1.1):
-
Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2)
-
primä
r insulin
abhängiger Diabetes mellitus Typ 1
, Diabetes ohne Kompli
kationen, nicht als entgleist bezeichnet
-
ADHS (ICD-10 F90.0)
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Sozialpädagoge bestehe seit dem 18. Juli 2013 bis auf Weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff.
1.6).
3.6
Dr.
med. G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete das von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene psychiatrische Gutachten am 10. November 2014 (Urk. 6/72)
. Er nannte keine
psychiatrischen
Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit (S. 20 Ziff. 5.1), nannte
jedoch
eine anam
nestisch
e
ADHS (ICD-10 F90.0) sowie eine akzentuierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 Z73.1) als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 20 Ziff. 5.2).
Im Rahmen der aktuellen psychiatrischen Untersuchung sei ein weitgehend nor
maler psychischer Befund erhoben worden. Es sei nicht nachvollziehbar, wieso der Beschwerdeführer jetzt aufgrund des schon seit Jahren bestehenden ADHS und einer vollständig remittierten (möglicherweise rezidivierenden) psychischen Störung in seinem angestammten Beruf als Sozialpädagoge/Erzieher nicht arbeiten kö
nne, insbesondere weil bei einer
ADHS eine Persönlichkeitsstörung bzw. Persönlichkeitsakzentuierung einige der häufigsten Komorbiditä
ten sei
und
eine
gute Behandelbarkeit der
ADHS selbst durch spezifische Medikamente be
stehe.
Anhaltspunkte für eine klinisch relevante depressive Symptomatik hätten in der Untersuchung nicht festgestellt werden können (S. 22 f. Ziff. 6).
Psychia
trischerseits
sei die Arbeitsfähigkeit als Sozialpädagoge bzw. Erzieher für eine Tätigkeit mit vergleichbarem Anforderungsprofil oder auf dem allgemeinen freien Arbeitsmarkt nicht eingeschränkt (S. 23 Ziff. 7.1). Durch
eine
regelmässige ärzt
liche/psychopharmakologische und psychotherapeutische Behandlung sei eine anhaltende Stabilität zu erreichen (S. 23 Ziff. 7.2).
3.7
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
führte in seinem Bericht vom 9. Dezember 2014 (
Urk. 6/82
) aus, dass er den Beschwer
deführer von April 2007 bis Oktober 2010 behandelt habe
,
und diagnostizierte eine langgezogene Depression, akut mit Suizidalität bei ADHS und Arbeitsplatz
konflikten (S. 1 Mitte). Ab Ende April 2007 sei der Beschwerdeführer mit Ritalin behandelt worden mit eindeutig positiver Wirkung. Nach konstanter Einnahme während mindestens eines Jahres sei es möglich geworden, in
entspannteren
Lebenssituationen damit auszusetzen, ohne dass das problematische Verhalten unmittelbar wieder aufgetreten wäre (S. 1 unten f.).
3.8
Dr.
med.
I._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
E._
, nannte in ihrem
Verlaufsbericht vom 29. Dezember 2014 (Urk. 6/81) eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Epi
sode (ICD-10 F33.1; bestehend vermutlich seit 1994), als Hauptdiagnose sowie eine ADHS (ICD-10 F90.0; bestehend seit Kindheit) und ein primär insulin
ab
hängiger Diabetes mellitus Typ 1 (bestehend seit 1980) als Nebendiagnosen (S. 1 Mitte). Aufgrund der Entwicklungsgeschichte des Beschwerdeführers sowie der anhaltenden depressiven Symptomatik, die sich seit dem Suizidversuch im Juli 2013 nicht wesentlich verbessert habe und als stark
chronifiziert
anzusehen sei, müsse die ursprüngliche Diagnosestellung einer Anpassungsstörung
mit Status nach Suizidversuch abgeändert werden zu einer rezidivierenden depressiven Stö
rung, gegenwärtig mittelgradige Episode. Es müsse des Weiteren davon ausge
gangen werden, dass vor dem Suizidversuch im Sommer 2013 eine schwere depressive Episode vorgelegen habe (S. 3 unten f.).
Seit sich der Beschwerdeführer in ihrer ambulanten psychiatrisch/psycho
thera
peutischen Behandlung befinde, mithin seit dem 13. Februar 2014, bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 4 Mitte).
3.9
Dr.
C._
führte in ihrem Bericht vom 8. Januar 2015 (Urk. 6/87) aus, dass de
m
Beschwerdeführer aus ihrer Sicht leichtere körperlich und zeitlich überschaubare Arbeiten zumutbar
seien
, eine Sicherung des Lebensunterhaltes in seinem alten B
eruf oder gar auf dem Bau
sei jedoch
völlig undenkbar. Der Beschwerdeführer habe eine ausgezeichnete
Insulinpumentherapie
, müsse sehr häufig den Blut
zucker messen. Körperliche Arbeiten oder wechselnde körperliche Belastungen seien ihm nicht zuzumuten (S. 2 Mitte).
3.10
Dr.
G._
nahm am 13. April 2015 zu seinem psychiatrischen Gutachten (vgl. vorstehend
E. 3.6
) Stellung (Urk. 6/91) und legte dar,
dass
keine Anhaltspunkte vorlägen
,
um
von der dazumal abgegebenen Beurteilung abzuweichen (S. 7).
3.11
Die Ärzte des
Z._
erstatteten am 26. Februar 2016 das von der
Beschwer
de
gegnerin
in Auftrag gegebene polydisziplinäre Gutachten (Urk. 6/111
/1-33
) ge
stützt auf die ihnen überlassenen Akten (S. 2 ff. Ziff. 2), die Angaben des
Be
schwerdeführer
s (S. 10 ff. Ziff. 3)
, die von ihnen durchgeführten Untersuchungen (S. 21 f. Ziff. 4.2) sowie auf ein neurologisch-neuropsychologisches (
vgl.
Urk. 6/111/35-39), psychiatrisches (
vgl.
Urk. 6/111/40-57) und
endokrinolo
gi
sches
(
vgl.
Urk. 6/111/58-61) Teilgutachten.
Die Gutachter nannten eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
,
sowie eine ADHS (ICD-10 F90.0) als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 22 Ziff. 5.1). Zudem nannten sie folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 22 Ziff. 5.2):
-
akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1)
-
Diabetes mellitus Typ 1, bekannt seit 1980
-
primäre Insulinabhängigkeit
-
intensivierte Insulintherapie mit
Infusor
seit 2011
-
Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörung
-
arterielle Hypertonie, bekannt seit 2011
-
behandelte
Dyslipidämie
-
Hohlfuss, bekannt seit 2003
Die Gutachter kamen zum Schluss, dass der Beschwerdeführer global aus medi
zinischer-theoretischer Sicht in seinem angestammten Beruf als Sozialpädagoge und Erzieher zu 40% arbeitsunfähig sei, die Arbeitsunfähigk
eit
jedoch rein psy
chiatrischer Natur
sei.
Aus neurologischer und neuropsychologischer Sicht könne keine Diagnose gestellt werden und deshalb bestehe keinerlei Arbeitsunfähigkeit. Aus
endokrinologischer
Sicht könnte der Beschwerdeführer
trotz seines
Diabetes mellitus als Erzieher tätig werden. Aus psychiatrischer Sicht sei zu erwähnen, dass der Beschwerdeführer nachweislich an einem ADHS-Syndrom leide und es könne auch die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, die zum Untersuchungszeitpunkt eines mittelgradigen Ausmasses
gewesen sei, gestellt werden.
Dies begründe eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf. Es handle sich dabei um eine Leistungsminderung im Vergleich zu einer 100%igen Tätigkeit. Diese Reduktion der Arbeitsfähigkeit habe sicher schon im Juli 2013 bestanden, als der Beschwerdeführer einen Suizidversuch unternommen habe, habe sich dann aber offensichtlich bis zum Gutachten von Dr.
G._
(vgl. vorstehend E. 3.6)
verbessert, der keine psychiatrische Diagnose mehr gestellt habe. In der Folge habe sich die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers wieder verschlechtert und aktuell bestehe eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf. Den Verlauf
der Arbe
itsunfähigkeit zu beurteilen sei
relativ schwierig
.
Wann sich der
Zustand des
Beschwerdeführers
gebessert habe, sei
nich
t 100%ig nachweisbar
,
aber es sei
anzunehmen,
dass er
spätestens ab Januar 2015, als die
Endokrinologin
von einer besseren
Diabetes-Einstellung wegen eines besse
ren, stabileren Zustandes des Beschwerdeführers
berichtet
habe
,
diesen erreicht habe. Prognostisch sei
nicht damit zu rechnen, dass der
Beschwerdeführer
in näherer Zukunft
mehr als 60% in seinem angestammten Beruf leisten
könne (S. 27 Ziff. 7-8).
In einer leistungsangepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer zu 80
%
berufs
fähig
. Neurologisch und neuropsychologisch gebe es für den Beschwerdeführer in keinerlei Berufen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit. Aus
endokrino
lo
gischer
Sicht seien jedoch folgende Berufe ungeeignet: Der Beschwerdeführer könne keine schweren körperlichen Arbeiten
,
keine Schichtarbeiten
und
keine Arbeit
en
mit Personentransport ausführen und
er
benötig
e Zeit, um sieben
Mal täglich Blutzuckerprofile anfertigen zu können. Der
Beschwerdeführer könne Autofahren,
dies aber nur, wenn
er regelmässig Blutzucker messe
und bei tiefen Blutzuckerwerten
auf
die Autofahrten verzichte
.
Er könne
nicht professionell Personen befördern oder als
Lastkraft
fahrer eingesetzt werden. Würden
diese Be
dingungen alle eingehalten, könne der Beschwerdeführer
in einer
a
ngepasste
n
Tätigkeit zu 100
% tätig s
ein. Dies betreffe auch seinen Beruf als
Sozialarbeiter, da dies mit einer B
ürotätigkeit vergleichbar sei.
Aus psychiatrischer
Sicht verfüge der Beschwerdeführer
über ein tragendes Umfeld, habe
eine gute
Intelligenz und sei
motiviert zum Arbeiten, was als positive Ressourcen zu
werten seien
.
Er leide
unter Insuffizienzgefühlen, vermindertem Selbstwertgefühl und er
habe
Konzen
trations
- und Aufmerksamkeitsstörungen
, welche
die 20%ige Arbeitsunfähigkeit
auch in einer
adaptierten Tätigkeit begründe
. Bei einer Einglieder
ung des Be
schwerdeführers
sollte
darauf geachtet werden, dass sich die administrativen Arbeiten in Form von Berichten
und Organisation von Mitarbeitern möglich reduziert werden. Ausserdem sollte er
keinem hektischen und lauten Umfeld a
us
gesetzt werden, weil es ihm
in
einer ruhigen Umgebung leichter falle, sich zu konzentrieren (S. 28 Ziff. 9).
3.12
PD
Dr.
med. univ.
J._
, Facharzt für Neurologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD),
führte in seiner Stellungnahme vom 2. März 2016 (Urk. 6/127/5) aus, es könne auf das
Z._
-Gutachten (vgl. vorstehend E. 3.11) abgestellt werden.
3.13
Dr.
F._
diagnostizierte in seinem Bericht vom 2. August 2016 (Urk. 6/116) neu eine Autismus-Spektrum-Störung und führte diesbezüglich aus, dass der Verdacht einer Autismus-Spektrum-Störung nach der Abklärung in ihrer Sprechstunde habe bestätigt werden können (S. 4 Mitte).
3.14
Dr.
med.
K._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
E._
, nahm am
30. August 2016
zum
Z._
-Gutachten (vgl. vor
stehend E. 3.11) Stellung (Urk. 6/118
= Urk. 6/123
) und führte aus, dass sich der Beschwerdeführer seit Januar 2016 in ihrer ambulanten psychiatrisch/psycho
therapeutischen Behandlung befinde. Aus ihrer Sicht verstärke sich das ADHS zusätzlich mit der Autismus
-S
pektrum
-S
törung, die depressive Symptomatik sei diesem aufgelagert. Arbeiten, die ein höchstes Mass an sozialer Kompetenz erforderten, seien für den Beschwerdeführer höchst ungeeignet und die Rück
fall
gefahr in depressive Episoden somit stark erhöht. Aus ihrer Sicht sei der Be
schwer
deführer in seinem angestammten Beruf als Sozialpädagoge zu 100 % arbeitsunfähig. Es bestehe eine bis zu 50%ige Erwerbsfähigkeit (S. 1).
3.15
Der psychiatrische
Z._
-Gutachter
Dr.
med. L._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
nahm zu seinem psychiatrischen Teilgutachten (vgl. vorstehend E. 3.11) am 22. November 2016 Stellung (Urk. 6/121) und legte dar, dass es verglichen
mit der Beschreibung der Symptomatologie des Be
schwer
deführer
s der
E._
im Dezember 2014 (vgl. vorstehend
E. 3.8
) sowohl im neuropsychologischen Bereich als auch in der der affektiven Symptomatik eine leichte Verbesserung gegeben habe und es daher seines Erachtens keinen Grund gebe, von der im Gutachten gemachten Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung heute abzuweichen. Hinsichtlich der Diagnose aus dem
Autismusspektrum
sei es richtig, dass diese Störungen bei einer einmaligen Untersuchung sicher
lich schwierig zu erkennen sei
e
n
. Es wundere jedoch, dass diese Störung, die heute so eindeutig erscheine, nicht schon vor zwei Jahren festgestellt worden sei, der Beschwerdeführer sei lange Zeit und intensiv im Ambulatorium des
E._
begleitet worden. Beim
Aspergersyndrom
handle es sich um eine Ent
wicklungsstörung der sozialen Wahrnehmung und der Beziehungsfähigkeit
,
die
vor allem im kognitiven Bereich durchaus Gemeinsamkeiten mit ADHS
habe
. Auch wenn die Diagnose
Aspergersyndrom
erst im Erwachsenenalter gestellt werde, handle es sich jedoch um eine Entwicklungsstörung
,
d
ie im Kindesalter be
ginne. Die «Lebenskrise»
habe sicher die Schwierigkeiten verstärkt und man
gelnde Kompensationsstrategien blossgestellt, aber bis zum Jahre 2013 h
abe
der Beschwerdeführer trotz zwischenmenschlicher Schwierigkeiten, auch zur eigenen Zufriedenheit zumindest bis 2008, als Sozialpädagoge gearbeitet. Die
Autismus-Spektrum-Störung habe
natürlich
in
all diesen Jahre
n
schon bestanden, wie auch das
ADHS
(S. 3)
.
Aufgrund der neu hinzugekommenen D
iagnose (ein
Aspergersyndrom
sei durch
aus möglich) sei er
durchaus der Meinung, dass weiterer Abklärung
sbedarf be
stehe
, nicht so sehr hinsichtlich der
Diagnosen
selber, die ADHS und auch das
Aspergersyndrom
bestünden
schon seit Jahren, die
Depression anamnestisch seit m
indest
ens 2007, a
ber von 2007 bis Anfang 2013 habe
der
Beschwerdeführer
als
Sozialpädagoge gearbeitet. Nach eigener Aussage sei die Krise vor allem ent
standen aufgrund
d
er Verantwortung als Gruppenleit
er,
eine
Aufgabe
,
die er, zumindest intermittierend, seit
2008 innegehabt hatte.
Die Abklärung sollte sich also vor allem der Frage widmen, ob der Beschwerdeführer mit der Symptomatik der drei beschriebenen Krankheiten generell als Sozialpädagoge arbeitsunfähig sei oder lediglich in verantwortungsvoller Position, beispielsweise als Gruppen
leiter (S. 3 f.).
3.16
RAD-Arzt PD
Dr.
J._
führte in seiner Stellungnahme vom 5. Dezember 2016 (Urk. 6/127/7) aus, der psychiatrische
Z._
-
G
utachter halte die Diagnose
eines
Aspergersyndroms
/Autismus-Spektrum-Störung für durchaus möglich; ein dies
be
züglicher Abklärungsbedarf bestehe aber nicht in der medizinischen Diagnos
tik, sondern im Bereich beruflicher Eingliederung. Letztlich handle es sich um differente
Beurteilungen desselben Sachverhalte
s. Der psychiatrische Gutachter halte
an den Ergebnissen seines
Gutachtens fest (vgl. vorstehend E. 3.15). Er
emp
fehle
darauf abzustellen.
Seine
Stellungnahme
vom 2. März 2016
(vgl. vorstehend E. 3.12)
könne
weiter
gelten.
3.17
Dr.
K._
führte in ihrem Bericht vom 13. Juni 2017 (Urk. 6/137/2-3) aus, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig sei (Ziff. 2). Tätigkeiten, welche eine klare Struktur vorgäben, wo wenige Stör
faktoren von aussen vorhanden seien und ruhige Räumlichkeiten mit wenig Aussen- und Innenlärm seien dem Beschwerdeführer zumutbar. Zu bevorzugen
seien handwerkliche Tätigkeiten. Tätigkeiten mit hohen interpersonellen, kom
mu
nikativen und sozialen Kompetenzen seien eher zu verme
iden (Ziff. 3).
3.18
RAD-Arzt PD
Dr.
J._
empfahl in seiner Stellungnahme vom 27. Juni 2017 (Urk. 6/162/2-3) aufgrund der komplexen und deutlich differierend beurteilten Datenlage eine neue gutachterliche Standortbestimmung in den Fachdisziplinen Innere Medizin, Psychiatrie und Neuropsychologie.
3.19
RAD-Är
z
t
in
Dr.
med. M._
, praktische Ärztin,
empfahl hingegen in ihrer Stellungnahme vom 25. Oktober 2017 (Urk. 6/162/3) nach erneuter Prüfung aller vorliegenden Unterlagen
die
Beurteilung der
Z._
(80%
ige
Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit) zugrunde zu legen. Die Tätigkeit als Sozialpädagoge (mit Leitungsfunktion) habe bei Vorliegen der genannten psychiatrischen Diagnosen über einen jahrelangen Zeitraum umgesetzt werden könne
n
. Eine Tätigkeit ohne Leitungsfunktion und Beachtung der Rahmenbedingungen (keine hektischen Arbeitsabläufe, ruhiges Umfeld) werde unter Berücksichtigung einer Leistungs
einschränkung von 20 % als möglich angesehen. Der Einstieg in die Tätigkeit werde stufenweise empfohlen. Die versicherungsmedizinische Beurteilung be
gründe sich auf den vorliegenden, dokumentierten funktionellen Einschrän
kung
en (Defizite der Aufmerksamkeit und der Konzentration, Insuffizienzgefühle, ver
mindertes Selbstwertgefühl) und weniger auf der Diagnosediskussion, die schein
bar auch unter Ärzten derselben Fachrichtung (Psychiatrie) nicht einheit
lich/
eindeutig zu einer Diagnose geführt habe. Die Beurteilung des
E._
(
vom
30. August 2016; vgl. vorstehend
E. 3.14
) werde überwiegend wahrscheinlich als eine andere Beurteilung desselben Sachverhaltes bewertet. Eine erneute Begutachtung werde aktuell nicht empfohlen.
4.
4.1
Das polydisziplinäre
Z._
-Gutachten vom Februar 2016 (vorstehend E. 3.11) um
fasst die Fachrichtungen
Allgemeine Innere Medizin, Neurologie/Neuro
psy
cho
logie, Psychiatrie und Endokrinologie. Die Gutachter verfügen über den entspre
chenden Facharzttitel und waren somit in ihren Fachgebieten zur Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers befähigt (vgl. Urk. 6/111/1-33 S. 30 f.). Das
Z._
-Gutachten erscheint denn auch für die streitigen Belange umfassend und berücksichtigt die geklagten Beschwerden des Beschwerdeführers. Zudem wurde es in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) er
stellt und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen wurden nachvollziehbar begründet. Damit erfüllt das
Z._
-Gutachten die praxis
gemässen Kriterien an ein beweiskräftiges Gutachten (vgl. vorstehend
E. 1.6
).
4.2
In psychiatrischer Hinsicht diagnostizierten die Gutachter eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), und eine ADHS (ICD-10 F90.0) mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sowie akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) ohne Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit
und attestierten dem Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht in der angestammten Tätigkeit als Sozialpädagoge und Erzieher eine
6
0%ige und in einer angepassten Tätigkeit eine
8
0%ige Arbeitsfähigkeit
(vorstehend E. 3.11).
Der psychiatrische Gutachter
Dr.
L._
führte in seinem psychiatrischen Teil
gutachten (Urk. 6/111/40-57) diesbezüglich
präzisierend
aus,
dass seit Juli 2013, wenige Wochen vor dem Suizidversuch des Beschwerdeführers, eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe, die sich bis zum Zeitpunkt des Gutachtens von
Dr.
G._
im November 2014 (vgl. vorstehend E. 3.6), der keine Reduktion der Arbeitsfähigkeit festgestellt habe, auf 0 % reduziert habe.
Seitdem
bis zum Zeitpunkt der aktuellen Untersuchung im Dezember 2015 (
vgl.
S. 1) sei die Arbeitsunfähigkeit bis auf die heutigen 40 % in der angestammten Tätigkeit ange
stiegen (S. 13 Ziff. F.3
, S. 17 f. Ziff. F.16
).
In
einer
angepasste
n
Tätigkeit habe seit mindestens Ende September 2013 bis zum Zeitpunkt des aktuellen Gutachtens im Dezember 2015 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestanden. Seitdem bestehe eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 17 f. Ziff. F.16).
4.3
Das Bundesgericht entschied mit BGE 143 V 418, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (vgl. vor
stehend E. 1.
4
), so auch vorliegend. Es ist deshalb nachfolgend
anhand der
Standardindikatoren
zu beurteilen, ob aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode, der ADHS und den akzen
tuierten Persönlichkeitszügen eine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen ist.
Zum Komplex Gesundheitsschädigung ist in Bezug auf den Indikator Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde festzuhalten,
dass der Beschwerdeführer
Kon
zen
trations
- und Aufmerksamkeitsstörungen hat und an einer leichten Antriebs
minderung, starken Insuffizienzgefühlen, herabgesetztem Selbstwertgefühl und Gefühlen der Wertlosigkeit leidet (Urk. 6/111/40-57 S. 11 Ziff. E; vgl. vorstehend E. 3.11). Demnach bestehen beim Beschwerdeführer mässige psychische Beein
trächtigungen.
In Bezug auf den Indikator Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder
–
resi
stenz
ist festzuhalten,
dass sich der Beschwerdeführer seit 2007 in psychiatrisch
-psychotherapeutischer Behandlung
befindet und pharmakologisch behandelt wird, wobei es von 2010 bis 2012 eine Unterbrechung der Konti
nuität gegeben hat
. Das Interesse des Beschwerdeführers an einer Therapie hat seit dem Suizid
versuch im Juli 2013 noch zugenommen (Urk. 6/111/40-57
S. 6 Ziff. A.1.4,
S. 17 Ziff. F.14).
Zudem
wurde der Beschwerdeführer
nach seinem Suizidversuch sta
tio
när und teilstationär behandelt (vorstehend E. 3.4).
Der psychiatrische G
ut
achter
Dr.
L._
empfahl die Weiterführung der psy
chiatrisch-psycho
the
ra
peutische
n
und psychopharmakologische
n
Therapie, wobei er weitergehende psy
chiatrische Massnahmen nicht als notwendig erachtete, da die Therapie durchaus adäquat sei (Urk. 6/111/40-57 S. 15 Ziff. F.6
, S. 18 Ziff. F.17
).
In Bezug auf die Komorbidität ist festzuhalten,
dass der
Beschwerdeführer
an einem ADHS-Syndrom und einer leicht- bis mittelgradigen depressiven Episode
leidet, deren Symptome sich gerade im kognitiven Bereich überschneiden
und sich
beide ressourcenhemmend auswirken
können
(Urk. 6/111/40-57 S. 14 Ziff. F.5).
Gleichzeitig ist festzuhalten, dass eine medikamentöse Behandlung der ADHS mit Ritalin gute Erfolge brachte, was Dr.
H._
bestätigte (vgl. vorstehend E. 3.7).
Zum Komplex Persönlichkeit
ist festzuhalten, dass zwar Hinweise für akzentuierte Persönlichkeitszüge vorliegen, diese jedoch keinen klinisch relevanten Charakter
haben
. Eine Persön
lichkeitsstörung besteht hingegen
nicht (Urk. 6/111/40-57 S. 12 Ziff. E).
Zudem verfügt der Beschwerdeführer über eine gute Intelligenz (Urk. 6/111/40-57 S. 8 Ziff. D; vgl. vorstehend E. 3.11).
Der Beschwerdeführer verfügt demnach durchaus über persönliche Ressourcen.
Zum Komplex sozialer Kontext ist festzuhalten,
dass der
Beschwerdeführer
mit seiner Ehefrau und dem gemeinsamen Sohn (Jahrgang 2001) zusammenlebt. Er ist eher eine zurückgezogene Person, hat viele Kontakte über seine Ehefrau und hat noch einige wenige Kontakte aus seiner Vergangenheit selber aufrecht
er
halten können (Urk. 6/111/1-33 S. 11 f. Ziff. 3.2). Zudem verfügt der
Beschwer
deführer
über einen geregelten Tagesablauf und
geht
diversen Aktivitäten nach. Am Morgen steht er um zirka 7:00 Uhr auf und legt sich selten danach wieder hin. Meist bereitet er das Mittagessen für seine Frau vor, das sie dann zur Arbeit mitnimmt. Er isst mit dem Sohn ein Morgenessen und kontrolliert, dass er all seine sieben Sachen
beieinander hat
. Die Ehefrau verlässt das Haus um 8:30 Uhr und der Sohn zwischen 7:00 und 7:30 Uhr. Nachdem die zwei gegangen sind, räumt der
Beschwerdeführer
auf, legt sich wieder hin oder erledigt kleinere Auftragsarbeiten. Der Sohn kommt zirka um 12:15 Uhr nach Hause und der
Beschwerdeführer
bereitet ihm eine Mahlzeit vor, die sie gemeinsam essen. Um 13:00 Uhr verlässt das Kind das Haus wieder. Danach widmet sich der
Beschwer
deführer
wieder der Hausarbeit, erledigt anfallende Arbeiten, geht einkaufen. Um zirka 17:30 Uhr ist der Sohn wieder zu Hause. Der
Beschwerdeführer
gibt ihm etwas Kleines zu essen. In der Folge überwacht er seine Hausaufgaben und kontrolliert, ob er auf dem Keyboard seine Übungen macht. Wenn die Frau nach Hause kommt, essen sie um 19:30 Uhr eine Mahlzeit, die der
Beschwerdeführer
zubereitet hat. Nach dem Essen schauen sie fern oder machen ein Spiel. In der Weihnachtszeit basteln sie. Der Sohn geht zirka um 22:00 Uhr ins Bett und der
Beschwerdeführer
ungefähr um 23:00 Uhr (Urk. 6/111/1-33 S. 19 f. Ziff. 3.7).
Damit verfügt der
Beschwerdeführer
d
urchaus über soziale Ressourcen
und ist fähig, einen doch anspruchsvollen Tagesablauf zu bewältigen. Ebenso ist er fähig, sein Motorrad bis ins Tessin zu lenken (vgl. Urk. 6/111/10).
Zu prüfen ist weiter die Konsistenz. Hinsichtlich des Gesichtspunkts des
Aktivi
tätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen ist festzuhalten, dass
sowohl im sozialen Kontext als auch im beruflichen Kontext nahezu gleich
mässig
e
, jedoch
eher geringe
Einschränkungen vorliegen
. Der
Beschwerdeführer
kann sich um den Haushalt, wo er sich frei und ohne Zwänge und ohne Stress bewegen kann und den Arbeitsrhythmus selbst bestimmen kann, selbständig
kümmer
n (Urk. 6/111/40-57 S. 16 Ziff. F.9).
Er
kann nach Ansicht des psychia
trischen
G
utachters seine Aufgaben während einer Tätigkeit
zwar
auch weiterhin in genügender Qualität erfüllen, doch benötigt er dafür mehr Energie im Vergleich zu gesunden Personen. Daher kommt der
Beschwerdeführer
rascher an seine Belastungsgrenzen, was zu einer quantitativen Einschränkung der Arbeitsstunden führt (Urk. 6/111/40-57 S. 14 Ziff. F.5).
Hinsichtlich des Gesichtspunkts des behandlungs- und eingliederung
sana
m
nes
tisch ausgewiesenen Leidensdrucks ist schliesslich festzuhalten
, dass sich der
Beschwerdeführer
seit 2007 in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung befindet und eine antidepressive Medikation erhält (Urk. 6/111/40-57 S. 6 Ziff. A.1.4, S. 17 Ziff.
F.14). Der psychiatrische G
utachter war sodann der An
sicht, dass der
Beschwerdeführer
die psychiatrisch-psychotherapeutische und psychopharmakologische Therapie weiterführen solle, wobei er weitergehende psychiatrische Massnahmen nicht als notwendig und die Therapie durchaus als adäquat erachtete (Urk. 6/111/40-57 S. 15 Ziff. F.6, S. 18 Ziff. F.17). Es ist des
halb durchaus von einem gewissen Leidensdruck des
Beschwerdeführer
s auszu
gehen.
4.4
Zusammengefasst führt die Prüfung der einzelnen Indikatoren zum Schluss, dass dem psychiatrischen Teilgutachten von Dr.
L._
,
wonach die diagnos
ti
zier
ten psychischen Leiden
eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit von 60 % und in einer angepassten Tätigkeit von 20 % bewirken, schlüssig und widerspruchsfrei gefolgt werden kann. Es steht somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest,
dass der Beschwerdeführer seine ange
stammte Tätigkeit mit Führungsverantwortung seit Juli 2013 zunächst nicht mehr und danach ab November 2014 vorübergehend wieder zu 100 %, spätestens ab Datum des polydisziplinären Gutachtens jedoch nur noch zu 60 % ausüben konnte. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit bestand gemäss Gutachter bereits ab Ende September 2013 eine vollständige und ab Zeitpunkt des Gut
achtens eine 80%ige Arbeitsfähigkeit (vgl. vorstehend E. 4.2). Letzteres ist jedoch aufgrund des Umstands, dass sich der Beschwerdeführer im Oktober 2013 und bis Ende Januar 2014 in teilstationärer Behandlung befand (vgl. vorstehend E. 3.4), dahingehend zu korrigieren, dass die volle Arbeitsfähigkeit in einer ideal ange
passten Tätigkeit ab Februar 2014 galt, bevor dann ab Dezember 2015 von einer Einschränkung von 20 % auszugehen ist.
4.5
In Bezug auf die vor der polydisziplinären Begutachtung des Beschwerdeführers vorliegenden Berichte (
vgl.
vorstehend E. 3.1
-
E. 3.10
) legten die
Z._
-Gutachter in ihrem Gutachten
(Urk. 6/111/1-33)
in nachvollziehbarer und schlüssiger Weise dar, dass die
100%ige A
rbeitsunfähigkeit, die durch die
behandelnden Psychiater
attestiert worden sei
, nicht nachvollziehbar
sei
.
So habe der Beschwerdeführer trotz seiner ADHS-Erkrankung j
ahrel
ang seiner Arbeit nachgehen könne. Die depressive
Entwicklung sei
definitionsgemäss
eine fluktuierende Krankheit
. Der
Be
schwerdeführer sei
sicher zum Zeitpunkt seines Suizidversuches und der entsprechenden
Hospitalisation
zu 100
% arbe
itsunfähig gewesen. Es gebe
keine Hinweise, die Beurteilung
des Gutachters
Dr.
G._
vom Jahre 2014 anz
uz
weifeln
(vgl. vorstehend E. 3.6, E. 3.10). Die Psychotherapie habe
offenbar
den Zustand des Beschwerdeführers verbessert
.
I
n der Zwischenzeit
, mithin zum Begut
ach
tungszeitpunkt im Dezember 2015, sei
es aber wieder zu einer
Verschlechterung
des depressiven Zustandes des Beschwerdeführers
gekommen und
er sei
in
seinem angestammten Beruf als Heimerzieher zu 40
% und in einer adaptierten
Tätigkeit zu 20
% arbeitsunfähig. Die 1
00%ige Arbeitsfähigkeit, die von Dr.
G._
atte
stiert worden sei, könne
von
ihnen
nicht nachvollzogen werden, da
nachweislich die Konzent
ration und Aufmerksamkeit des Beschwerdeführers derart reduziert seien
,
dass auch in einer angepassten Tätigkeit von einer Leistungsminderung
ausgegangen werden müsse (S. 29 Ziff. 10.A).
Anderslautende, vor der polydiszi
plinären Begutachtung erstellte Berichte vermögen somit nichts am Beweiswert des
Z._
-Gutachtens zu ändern.
4.6
Der Psychiater
Dr.
F._
diagnostizierte im August 2016 neu eine Autis
mus-Spektrum-Störung
, ohne sich jedoch dazu zu äussern, wie sich diese auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirke
(vorstehend E. 3.13)
. Die den Beschwerdeführer seit Januar 2016 behandelnde Psychiaterin Dr.
K._
führte sodann ebenfalls i
m August 2016 aus, dass sich die
ADHS aus ihrer Sicht zusätzlich mit der Autismus-Spektrum-Störung verstärke
,
und attestierte dem Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit eine 100%ige und in ange
passter Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (vorstehend E. 3.14
, E. 3.17
).
Der psychiatrische
Gutachter
Dr.
L._
legte in seiner Stellungnahme vom November 2016 (vorstehend E. 3.15) diesbezüglich in schlüssiger und nachvoll
ziehbarerweise dar, dass, auch wenn die Diagnose
Aspergersyndrom
erst im Erwachsenenalter gestellt werde, es sich jedoch um eine Entwicklungsstörung handle, die im Kindesa
lter beginne. Die «
Lebenskrise
»
habe sicher die Schwierig
keiten verstärkt und mangelnde Kompensationsstrategien blossgestellt, aber bis zum Jahre 2013 habe der Beschwerdeführer trotz zwischenmenschlicher Schwie
rig
keiten, auch zur eigenen Zufriedenheit zumindest bis 2008, als Sozialpädagoge gearbeitet. Die Autismus-Spektrum-Störung habe natürlich in all diesen Jahren schon best
anden, wie auch die
ADHS. Er war der Ansicht, dass aufgrund der neu hinzugekommenen Diagnose
zwar
weiterer Abklärungsbedarf bestehe, nicht
jedoch
hinsichtlich der Diagnosen selber,
sondern in Hinblick auf die Frage, ob der Beschwerdeführer mit der Symptomatik der drei Krankheiten ADHS,
Asper
gersyndrom
und Depression generell als Sozialpädagoge arbeitsunfähig sei oder lediglich in verantwortungsvoller Position, beispielsweise als Gruppenleiter. Er sah jedoch keinen Grund, um von der im Gutachten gemachten Arbeitsun
fähig
keitsbeurteilung abzuweichen.
Die neu diagnostizierte Autismus-Spektrum-Stö
rung vermag somit entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. vorstehend E. 2.2) nichts am Beweiswert des
Z._
-Gutachtens zu ändern.
Schliesslich
begründete
die RAD-Ärztin
Dr.
M._
in ihrer Stellungnahme vom Oktober 2017 (vorstehend E. 3.19)
in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise, weshalb auf das
Z._
-Gutachten, wonach eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit vorliege, abgestellt werden können. So habe der Beschwerde
führer die Tätigkeit als Sozialpädagoge (mit Leitungsfunktion) bei Vorliegen der genannten psychiatrischen Diagnosen über einen jahrelangen Zeitraum umsetzen können. Eine Tätigkeit ohne Leitungsfunktion und Beachtung der Rahmen
bedin
gungen (keine hektischen Arbeitsabläufe, ruhiges Umfeld) werde deshalb unter
Berücksichtigung einer Leistungseinschränkung von 20 % als möglich ange
sehen
. Die versicherungsmedizinische Beurteilung begründe sich auf den vor
lie
genden, dokumentierten funktionellen Einschränkungen (Defizite der Aufmerksamkeit und der Konzentration, Insuffizienzgefühle, vermindertes Selbstwertgefühl) und weniger auf der Diagnosediskussion, die scheinbar auch unter Ärzten derselben Fachrichtung (Psychiatrie) nicht einheitlich/eindeutig zu einer Diagnose geführt habe. Eine erneute Begutachtung des Beschwerdeführers erweist sich somit der RAD-Ärztin
Dr.
M._
folgend als nicht notwendig, auch wenn dies die Beschwer
degegnerin ursprünglich geplant hatte, jedoch dann davon absah (vgl.
Urk. 6/141;
Urk. 6/147; Urk. 6/161
). Der diesbezügliche Einwand des Beschwerdeführers (vgl. vorstehend E. 2.2) erweist sich somit als unbegründet.
Schliesslich legte der
Beschwerdeführer
auch nicht näher dar, weshalb inhaltlich nicht auf das
Z._
-Gutachten abgestellt werden könne (vgl. Urk. 1
S. 7 ff.
Rz
21 ff.
).
4.7
In somatischer Hinsicht
stell
ten die
Z._
-Gutachter keine Diagnose, die sich auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirkt, weder in der angestammten noch
in
einer
angepasste
n
Tätigkeit
(vorstehend E. 3.11).
Die Gutachter legten dar, dass
gewisse Berufe für den Beschwerdeführer aus
endokrinologischer
Sicht aufgrund des Diabetes mellitus Typ 1 ungeeignet
seien
, so sollte er keine schweren körperlichen Arbeiten, keine Schichtarbeiten und keine Arbeit
en
mit Personentransport ausführen.
Er benötig
e
Zeit, um sieben Mal täglich Blut
zucker
profile anfertigen zu können. Der Beschwerdeführer
könne
zwar Autofahren, dies aber nur, wenn
er regelmässig Blutzucker messe
und bei tiefen Blutzuckerwerten auf die Autofahrten verzichte. Z
udem könne
er nicht professionell Personen befördern oder als Lastkraftfahrer eingesetzt werden.
Seien
die
se Bedingungen eingehalten, könne
der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % tätig sei
. Dies betreffe
auch seine angestammte Tätigkeit
(vorstehend E. 3.11).
Diese Einschätzung stimmt denn auch mit der Beurteilung der behandelnden Ärztin
Dr.
C._
überein
, wonach dem Beschwerdeführer leichtere körperliche Arbeiten zumutbar seien
(E. 3.9
).
Zudem legten die
Z._
-Gutachter dar, dass i
n neurops
ychologischer Hinsicht
zwar ein Defizit der Aufmerksamkeit und der Konzentration gefunden
worden sei
, dieses aber auf einer psychiatrischen Diagnose, namentlich der ADHS,
beruhe
und deshalb neurologisch nicht als eigenständiges Krankheitsbild zu werten
sei
(Urk. 6/111/1-33 S. 29 Ziff. 10.B; Urk. 6/111/35-39 S. 38 f.).
Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus somatischer Hinsicht erscheint nach dem Gesagten als nachvollziehbar und wird vom
Beschwerdeführer
auch nicht be
stritten (vgl. Urk. 1
S. 7 ff.
Rz
21 ff.
).
5.
5.1
Im Rahmen der Invaliditätsbemessung stellt sich die Frage, ob der Beschwer
de
führer angesichts des schon fortgeschrittenen Alters nach allgemeiner Lebenser
fahrung in einem als ausgeglichen unterstellten Arbeitsma
rkt noch als vermittel
bar gilt
und die ihm verbliebene Leistungsfähigkeit erwerblich verwerten kann.
5.2
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wo
bei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 9C_118/2015 vom 9. Juli 2015 E. 2.1 mit Hinweis).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditäts
fremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren
Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumut
bar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leis
tungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalles ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesund
heitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungs
aufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhan
dene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE
138 V 457 E. 3.1 mit Hinweisen). Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht (BGE 138 V 457 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
5.3
Für den Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-) Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, ist auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit abzustellen. Gemäss BGE 138 V 457 steht die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sach
verhaltsfeststellung erlauben (BGE 143 V 431 E. 4.5.1; vgl. BGE 138 V 457 E. 3.4)
.
Dies war vorliegend
mit E
rstattung des
Z._
-Gutachtens im Februar 2016 (vgl. vorstehend E. 3.11) der Fall. Der am 5. November 1958 geborene Beschwerde
führer war in dem für die gerichtliche Beurteilung massgebenden Zeitpunkt
57 Jahre und drei Monate alt, was für sich allein die Verwertbarkeit nicht aus
schliesst.
Der Beschwerdeführer ist gelernter Maurer (Urk. 6/15/5 = Urk. 6/43/5) und bildete sich, nachdem 1980 die Diagnose eines Diabetes mellitus gestellt worden war, zum Heimerzieher
weiter
(Urk. 6/15/6 = Urk. 6/43/6; vgl. Urk. 6/111/1-33 S. 12 Ziff. 3.3).
Seit
her
war er bis im Juni 2013 als Sozialpädagoge tätig
(vgl.
Urk. 6/111/1-33 S. 12 Ziff. 3.3; Urk. 6/111/40-57 S. 2 Ziff. 1.1).
Ausserdem erwarb
der Beschwerdeführer im Jahr 1992 das Handelsdiplom (Urk. 6/43/7). Dem Be
schwerdeführer sind keine schweren Tätigkeiten mehr zumutbar, jedoch
kann er
angepasste
körperlich leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten in
einem Pensum von 80 % ausüben
, sofern es sich dabei um eine Tätigkeit ohne Leitungsfunktion und
in
Beachtung der Rahmenbedingungen (keine hektischen Arbeitsabläufe, ruhiges Umfeld) handelt.
Zudem darf der Beschwerdeführer nicht Schicht arbeiten, nicht professionell Personen befördern oder als Lastkraftfahrer arbeiten
(
vgl.
vorstehend
E. 4.4
). Auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt stehen dem Be
schwer
deführer demnach genügend Beschäftigungsmöglichkeiten in verschie
de
nen Branchen und Funktionen offen, zumal eine besondere Ausgestaltung des Arbeitsplatzes und des Arbeitsumfeldes nicht erforderlich ist, und Hilfsarbeiten grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt werden (vgl. Urteil des Bundesge
richts 8C_17/2011 vom 2
1.
April 2011 E. 6.2 mit Hinweisen).
Im Lichte der dargelegten Grundsätze und der relativ hohen Hürden für die Annahme einer unverwertbaren Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen ist festzu
halten, dass der Beschwerdeführer mit Blick auf die verbleibende Aktivitätsdauer im massgebenden Zeitpunkt von sieben Jahren und neun Monaten bis zum ordentlichen Pensionsalter sicherlich nicht leicht vermittelbar ist, jedoch die gesundheitliche Beeinträchtigung nicht derart einschränkend ist, dass sich der Schluss rechtfertigt, eine Anstellung sei nicht mehr realistisch. Ausserdem steht ihm ein breites Spektrum an einfachen Hilfstätigkeiten offen. Die Anstellungs
chancen im von Gesetzes wegen als ausgeglichen zu betrachtenden Arbeitsmarkt sind somit insgesamt noch intakt.
5.4
Z
u prüfen bleibt, wie sich das Leistungsvermögen des Beschwerdeführers in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt.
5.5
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rech
net werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
5.6
Der Beschwerdeführer kann seit Juli 2013 nicht mehr in einer leitenden Funktion als Gruppenleiter als Sozialpädagoge tätig sein (
vgl.
vorstehend
E. 4.2
). Für die Bemessung des
Valideneinkommens
zog die Beschwerdegegnerin den stand
ardi
sierten Durchschnittslohn für Juristen/innen, Sozialwissenschaftler/innen und Kulturbetriebe gemäss LSE (LSE 2014, Tabellengruppe T17, Berufsgruppen nach ISCO, monatlicher Bruttolohn nach Berufsgruppen, Lebensalter und Geschlecht, privater und öffentlicher Sektor zusammen, Total Männer, www.bfs.admin.ch,
Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen/Arbeitskosten, Lohnniveau – Schweiz
)
heran und ermittelte unter Berücksichtigung der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2014 von 41.7 Stunden
im Sektor 3
(Betriebs
übliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen,
Sektor 3
, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, Arbeitszeit) ein
Validen
ein
kommen
von rund Fr. 108'474.-- (Fr. 8'671.-- : 40
x 41.7 x 12) für das Jahr 2014 sowie unter Berücksichtigung der allgemeinen Lohnentwicklung im Jahr 2015 in der Höhe von 0.3 % im Sektor 3 (Nominallohnindex
1993-2016, Tabelle T1.93,
Sektor 3 Dienstleistungen, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Er
werbs
ein
kommen/Arbeitskosten, Lohnentwicklung) und der durchschnittlichen wöch
ent
lichen Arbeitszeit im Jahr 2015 von 41.7 Stunden im Sektor 3 (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Sektor 3, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, Arbeitszeit) ein
Valideneinkommen
von rund Fr. 108'800.-- (Fr. 8'671.-- : 40 x 41.7 x 12 x 1.003) für das Jahr 2015
(Urk. 2 S. 1
; vgl. Urk. 6/126 S. 1)
.
Dies ist nicht zu
beanstanden und wurde
vom Beschwerdeführer
auch nicht substantiell
gerügt
(vgl. Urk. 1
S. 7 ff.
Rz
20 ff.
).
5.7
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss LSE herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Mas
s
gabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V
592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reich
muth
, IVG, 3. Aufl. 2014, N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.8
Seit
Februar 2014
bestand in der bisherigen Tätigkeit des Beschwerdeführers als Sozialpädagoge (ohne Leitungsfunktion) oder in angepassten Tätigkeiten keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr (vgl. vorstehend
E. 4.4
). Für die Be
mes
sung des
Inv
alideneinkommens zog die Beschwerdegegnerin den standardi
sierten Durchschnittslohn für komplexe praktische Tätigkeiten, welche ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen, in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors gemäss LSE (LSE 2014, Tabellengruppe TA1, Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftszeigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Sektor 3, Total Männer) heran und errechnete unter Berücksichtigung der durchschnittli
chen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2014 von 41.7 Stunden (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, Arbeitszeit) ein Invalideneinkommen von
rund Fr. 89'884.--
(Fr. 7'185.--
: 40 x 41.7 x 12)
für das Jahr 2014
(Urk. 2 S. 2; vgl. Urk. 6/126 S. 1)
.
Dies ist nicht zu beanstanden und wurde vom Beschwerdeführer auch nicht substantiiert bestritten.
Seit der polydisziplinären Begutachtung im Dezember 2015 beträgt die Arbeits
fähigkeit in einer optimal angepassten Tätigkeit 80 % (vorstehend
E. 4.4
). Die Beschwerdegegnerin zog
für die Bemessung des
Inv
alideneinkommens ebenfalls
den standardisierten Durchschnittslohn für komplexe praktische Tätigkeiten, welche
ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen, in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors gemäss LSE heran (Urk
. 2 S. 2; vgl. Urk. 6/126 S. 2), was nicht zu beanstanden ist.
U
nter Berücksichtigung der allge
meinen Lohnentwicklung im Jahr 2015 in der Höhe von 0.
4
% (Nominal
lohn
index 1993-2016, Tabelle T1.93, Total, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb,
Löhne/Erwerbseinkommen/Arbeitskosten, Lohnentwicklung) und der durch
schnit
t
lichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2015 von 41.7 Stunden (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen,
Total
, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, Arbeitszeit)
resultiert ein Invalidenein
kommen von
rund
Fr. 90'244.-- (
Fr. 7'185.-- : 40 x 41.7 x 12
x 1.004) für ein 100%-Pensum bzw. Fr. 72'195.-- für ein 80%-Pensum.
5.9
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von Fr. 108'474.-- für das Jahr 2014 mit dem Invalideneinkommen von Fr. 89'884.-- für das Jahr 2014 ergibt eine Ein
kommenseinbusse von Fr. 18'590.-- und damit einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von rund 17 %.
Der Vergleich des
Valideneinkommen
von Fr. 108'800.-- für das Jahr 2015 mit dem Invalideneinkommen von Fr. 72'195.-- für das Jahr 2015 ergibt eine Ein
kommenseinbusse von Fr. 36'605.-- und damit ebenfalls einen nicht renten
be
gründenden Invaliditätsgrad von rund 34 %.
Dementsprechend hat der
Beschwerdeführer
keinen Anspruch auf eine Rente. Mithin ist die angefochtene Verfügung betreffend die Rente
(Urk. 2 S. 1 ff.) nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist diesbezüglich abzuweisen.
6
.
6
.1
Es bleibt der Anspruch auf berufliche Massnahmen zu prüfen.
Der Beschwer
de
führer
stellte am 11. Mai 2017 ein Gesuc
h um Wiedereingliederung (Urk. 6
/135) und machte beschwerdeweise geltend,
die Beschwerdegegnerin verweigere ihm seit Jahren zu Unrecht eine Unterstützung bei der beruflichen Eingliederung (vorstehend E. 2.2).
6.2
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch
auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspru
ch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2
lit
. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige beruf
liche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
6.3
Der
Beschwerdeführer
legte in seinem Gesuch um Wiedereingliederung vom 11. Mai 2017 (Urk. 6/135) dar, dass er angefangen habe, Dienstleistungen in den Bereichen Garten, Maler, Maurer und Entsorgungen an
zubieten. Im Moment stehe er vor
den Problemen, die ein Aufbau von einem Kleinstbetrieb mit sich bringe, worunter viele administrative Aufgaben fallen würden.
Indem der Beschwerdeführer eigenständig begonnen hat, von sich aus diverse Dienstleistungen anzubieten, zeigt er, dass es ihm möglich ist, seine Restarbeits
fähigkeit auf dem Arbeitsmark
t zu verwerten und er bezüglich der (Wieder-)Auf
nahme einer Erwerbstätigkeit keiner Hilfe bedarf. Die von ihm genannten Prob
leme beim Aufbau von einem Kleinstbetrieb betreffen nicht seine Arbeitsfähigkeit selbst, weshalb ein Anspruch auf berufliche Massnahmen zu verneinen ist. Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung aus, es bestünde
grundsätzlich die Möglichkeit einer Arbeitsvermittlung (vorstehend E. 2.1). So
llten die diesbezüglichen Voraussetzungen (vgl. Art. 18 IVG) erfüllt sein, steht es dem Beschwerdeführer frei, bei der Beschwerdegegnerin um Arbeitsvermittlung zu ersuchen.
Dementsprechend erweist sich die angefochtene Verfügung
auch
in Bezug auf berufliche Massnahmen (Urk. 2 S. 2) als rechtens, was auch diesbezüglich zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zu
legen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausga
ng des Verfahrens sind sie dem
u
nterliegenden Beschwerdeführer
aufzuer
legen.