Decision ID: c5941d16-f256-5898-87a5-a94679c8c958
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
Vorsorgestiftung A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Isabelle Vetter-Schreiber, Seestrasse 6,
8027 Zürich,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
und
M._,
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Beigeladener,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Urs Bertschinger, St. Gallerstrasse 46,
Postfach 945, 9471 Buchs SG 1,
betreffend
Rente iS M._
Sachverhalt:
A.
M._ (nachfolgend: Versicherter) war vom 2. August bis 29. Oktober 2004 bei der
A._ beschäftigt und dadurch bei der Vorsorgestiftung A._ (nachfolgend:
Vorsorgestiftung) berufsvorsorgeversichert. Nachdem der Versicherte bereits im Jahr
2003 in der Klinik St. Pirminsberg, Pfäfers, stationär behandelt worden war (IV-act.
16-5/15), stellten die Klinikärzte im Nachgang zu einem weiteren Aufenthalt im Bericht
vom 19. September 2006 die Diagnose einer schwerwiegenden paranoiden
Schizophrenie mit Negativsymptomatik seit mindestens 2002 (IV-act. 14). Nach
Vornahme von weiteren Abklärungen und Durchführung des Vorbescheidsverfahrens
sprach die IV-Stelle des Kantons St. Gallen dem Versicherten mit Verfügung vom 10.
April 2008 bei einem IV-Grad von 100% eine ganze Rente mit Wirkung ab Oktober
2005 zu (IV-act. 68).
B.
B.a Gegen diese Verfügung liess die Vorsorgestiftung durch Rechtsanwältin Dr. iur.
Isabelle Vetter-Schreiber, Zürich, mit Eingabe vom 13. Mai 2008 Beschwerde erheben
mit den Rechtsbegehren, die Verfügung sei aufzuheben, und es sei der Beginn der
Invalidenrente spätestens auf den 1. August 2005 festzulegen; eventualiter sei der
Beginn der Invalidenrente auf den 1. Mai 2007 festzulegen. Zur Begründung legte die
Rechtsvertreterin unter anderem dar, die Festsetzung des Beginns der Wartefrist ab
Oktober 2004 und auch der Beginn der Invalidenrente seien nicht korrekt erfolgt. Die
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Klinik St. Pirminsberg habe festgestellt, dass der Versicherte krankheitsbedingt nie in
der Lage gewesen sei, seine Arbeitsstellen über die Probezeit hinaus zu behalten. Im
Mai 2006 sei der Versicherte mit fürsorgerischer Freiheitsentziehung (FFE) erneut in die
Klinik eingewiesen worden (act. G 1.1.7, 1.1.8). Keinem Arztbericht sei zu entnehmen,
dass der Versicherte erst seit dem 25. Oktober 2004 arbeitsunfähig geworden sei, oder
auch nur, dass sich der Gesundheitszustand in diesem Zeitpunkt verschlechtert habe.
Sämtliche Berichte würden vielmehr auf einen Beginnzeitpunkt im Jahr 2003 oder
früher hinweisen. Zu Recht habe denn auch B._, IV-Stelle Liechtenstein, mit Mail vom
12. Januar 2007 festgehalten, dass er die Ansetzung der Wartefrist ausgerechnet auf
das Datum der Kündigung des Arbeitsverhältnisses bei der A._ nicht nachvollziehen
könne. Sollten Zweifel daran bestehen, ob die Arbeitsunfähigkeit dauerhaft bereits ab
mindestens 2003 bestanden habe, werde die Einholung eines ergänzenden Berichts
der Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie (FSP) beantragt. Selbst wenn
davon ausgegangen werde, dass die erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
nicht schon mindestens seit 2003 bestanden habe, und sollte die FSP wider Erwarten
eine solche Einschränkung auch nicht bestätigen, so wäre die Festsetzung des
Beginns der Arbeitsunfähigkeit auf den 25. Oktober 2004 dennoch nicht zulässig. Es
müsste diesfalls auf den 5. Mai 2006 abgestellt werden, das Datum, ab dem gemäss
den Berichten der Klinik St. Pirminsberg eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden
habe. Die erhebliche und fortdauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des
Versicherten werde auch aus seinen Erwerbstätigkeiten ersichtlich. Obwohl bei den
Arbeitseinsätzen jeweils eine Vollbeschäftigung während dreier Monate und die
Möglichkeit einer Übernahme in eine Festanstellung vertraglich vereinbart gewesen sei,
habe der Versicherte - wie sich aus den Lohnabrechnungen der C._ ergebe -
wesentlich weniger gearbeitet, und es seien die Arbeitseinsätze innert kürzester Zeit
wieder beendet worden. Auch bei der A._ habe er die an ihn gestellten
Anforderungen in keiner Weise zu erfüllen vermocht. Der Arbeitsversuch sei nach
mehrfachen Ermahnungen noch in der Probezeit aufgelöst worden.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 9. Juli 2008 beantragte die Beschwerdegegnerin,
auf die Beschwerde sei nicht einzutreten; eventualiter sei sie abzuweisen. Zur
Begründung führte sie unter anderem aus, die Beschwerdeführerin habe
ausschliesslich Leistungen nach liechtensteinischem Recht auszurichten und sei
ausschliesslich an Entscheide der IV Liechtenstein gebunden. Sie sei an die
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angefochtene Verfügung nicht gebunden und durch die Festlegung des Beginns der
Wartefrist auch nicht beschwert. Ihr fehle somit die Legitimation, die Verfügung
anzufechten. Falls das Gericht auf die Beschwerde eintrete, sei festzuhalten, dass der
Beginn der Wartefrist korrekt festgelegt worden sei.
B.c Mit Replik vom 28. Oktober 2008 bestätigte die Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin ihre Anträge und Ausführungen (act. G 11). Auch die
Beschwerdegegnerin hielt mit Eingabe vom 5. November 2008 an ihren Anträgen und
Ausführungen fest.
B.d Am 6. November 2008 wurde der Versicherte zum Verfahren beigeladen (act.
G 14). Mit Eingabe vom 26. November 2008 stellte Rechtsanwalt lic. iur. Urs
Bertschinger, Buchs, für den Beigeladenen das Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung (act. G 15, 22). Am 9. Januar 2009 beantragte der
Rechtsvertreter des Beigeladenen die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf
einzutreten sei (act. G 21). Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin äusserte sich
dazu mit Eingabe vom 12. Februar 2009 (act. G 27). Die Beschwerdegegnerin und der
Beigeladene verzichteten auf weitere Ausführungen (act. G 24, 29).

Erwägungen:
1.
1.1 Die Beschwerdeführerin beantragt, den Rentenanspruchsbeginn spätestens auf
den 1. August 2005, eventualiter auf den 1. Mai 2007 festzulegen. - Gemäss Art. 59
ATSG ist zur Beschwerde berechtigt, wer durch die angefochtene Verfügung berührt ist
und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat.
Vorsorgeeinrichtungen haben nach der Rechtsprechung ein schutzwürdiges Interesse
an der gerichtlichen Überprüfung des von einer IV-Stelle festgelegten Beginns der
einjährigen Wartezeit nach Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG, mit welchem in der Regel der Eintritt
des vorsorgerechtlichen Versicherungsfalles zusammenfällt (Art. 23 und 26 Abs. 1 BVG;
BGE 118 V 239 E. 3c S. 245), wenn die versicherte Person im fraglichen Zeitpunkt bei
ihnen obligatorisch versichert war (Entscheid des Bundesgerichts i/S Pensionskasse B.
vom 24. April 2007 [I 687/06]). Denn die Vorsorgeeinrichtungen sind im Bereich der
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gesetzlichen Mindestvorsorge (Art. 6 BVG) nach einer - nachstehend in Erw. 1.3 noch
zu diskutierenden - Rechtsprechung (Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen i/S H. vom 20. November 2007, IV 2006/68) an die Feststellungen
der IV-Organe, insbesondere hinsichtlich des Invaliditätsgrades (Art. 23 BVG) sowie
des Eintrittes der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit (vgl. Art. 26 Abs. 1 BVG),
grundsätzlich gebunden, soweit die invalidenversicherungsrechtliche
Betrachtungsweise auf Grund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als
offensichtlich unhaltbar erscheint. Daraus ergibt sich - gleichsam als Korrelat der
Bindungswirkung - die Verfahrenslegitimation im Sinne des ausreichenden
"Berührtseins" nach Art. 49 Abs. 4 ATSG (BGE 132 V 1).
1.2 Bei der Beschwerdeführerin handelt es sich um eine im Fürstentum Liechtenstein
domizilierte Vorsorgeeinrichtung, welche Leistungen gemäss dem liechtensteinischen
Gesetz über die betriebliche Personalvorsorge (BPVG) vom 20. Oktober 1987
ausrichtet. Gemäss Art. 8a Abs. 3 BPVG wird die Invalidenrente solange ausgerichtet,
als die versicherte Person im Sinne der staatlichen Invalidenversicherung invalid ist,
längstens aber, bis sie das Rentenalter erreicht hat. Der Beigeladene hat sich auch bei
der liechtensteinischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug angemeldet (IV-act.
56). Die Beschwerdeführerin richtet ihre Leistungen gestützt auf das ab 1. Januar 2004
gültige Reglement (act. G 11.1) bzw. auf liechtensteinisches Recht - als
vorsorgerechtlichen Minimalstandard - aus. Das Reglement verwendet einerseits einen
von der IV abweichenden (weitergehenden) Invaliditätsbegriff (Art. 5.2 lit. a des
Reglements); zum anderen verweist es auf IV-Grad und Rentenbeginn gemäss
liechtensteinischer IV-Rentenverfügung (Art. 5.2 lit. c mit der Überschrift
"Teilinvalidität"). Welchen IV-Begriff das Reglement effektiv verwendet bzw. ob gemäss
Reglement für Voll- und Teilinvalidität tatsächlich ein anderer IV-Begriff gelten soll,
ergibt sich aus diesen Bestimmungen nicht eindeutig. Wie es sich damit verhält, kann
jedoch offenbleiben, denn es besteht in jedem Fall keine Bindung an die
schweizerische IV-Rentenverfügung und an den dort festgelegten Beginn der
Wartefrist, da für die Beschwerdeführerin entweder liechtensteinisches Recht direkt zur
Anwendung kommt oder von ihr der Inhalt einer liechtensteinischen Verfügung zu
übernehmen ist. Die Beschwerdeführerin ist daher durch die angefochtene Verfügung
nicht beschwert. Allein die geltend gemachte Tatsache, dass die liechtensteinische IV
für ihren Rentenentscheid auf die Abklärungen der Beschwerdegegnerin abstellt (act. G
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11 S. 2), stellt keinen zureichenden Grund dar, eine Beschwerdelegitimation für das
vorliegende Verfahren anzunehmen. Auch die fehlende Möglichkeit für
Vorsorgeeinrichtungen zur Anfechtung von liechtensteinischen IV-Entscheiden (act. G
11 S. 2) bewirkt nicht, dass "ersatzweise" eine Beschwerdelegitimation im vorliegenden
Verfahren ohne weiteres zu bejahen wäre. Sodann hat der Umstand, dass die
angefochtene Verfügung der Beschwerdeführerin eröffnet wurde und die
Beschwerdegegnerin zuvor auch den Einwand der Beschwerdeführerin zum
Vorbescheid entgegennahm (act. G 11 S. 3), keine präjudizierende Wirkung für die
Frage der Beschwerdelegitimation. Bei fehlender Beschwerdelegitimation ist somit auf
die Beschwerde nicht einzutreten.
1.3 In einem Urteil vom 16. Dezember 2008 (IV 2008/109) hat das st. gallische
Versicherungsgericht gestützt auf die Literatur (dazu Franz Schlauri,
Koordinationsfragen in der Unfallversicherung - de lege lata und ferenda, in SZS 2008
234 f.; vgl. auch Ueli Kieser in AJP 2007, 108 ff.; ders., Zur Bindungswirkung der
Invaliditätsschätzungen unter den Sozialversicherungszweigen, in R. Schaffhauser/F.
Schlauri, Sozialversicherungsrechtstagung 2008, 57 ff.) die Annahme einer
Bindungswirkung der IV-Entscheide für die BV abgelehnt. Die Legitimation der
Pensionskasse im IV-Verfahren könne nicht auf eine angebliche Bindungswirkung
gestützt werden. Normativ sei eine Vorsorgeeinrichtung grundsätzlich nur an gewisse
analog anwendbare Rechtsregeln des IVG gebunden, nicht an IV-Entscheide als solche
im Einzelfall. Auch der Berufsvorsorge sei wie der IV oder UV (vgl. BGE 133 V 549) für
die Invaliditätsbemessung die Autonomie zu belassen. Es würden für alle Zweige die
gleichen Argumente gelten. Von der Frage der Bindungswirkung sei das
koordinationsrechtliche Berührtsein (Art. 49 Abs. 4 ATSG) zu unterscheiden, das
seinerseits gegebenenfalls ein Verfahrensbeteiligungsrecht der Pensionskasse
begründen könnte. Dieses Berührtsein sei enger als jenes gestützt auf Art. 59 ATSG. Es
sei gegeben, wo ein Sozialversicherer wegen seiner koordinationsrechtlichen
Möglichkeiten zur Leistungskürzung oder Leistungsverweigerung oder wegen der
Vorleistungspflicht vom (Fehl-) Entscheid eines andern Zweigs benachteiligt zu werden
droht (vgl. zum Verhältnis der kürzungsberechtigten BV zur UV BGE 134 V 153 Erw. 4;
zum Verhältnis der kürzungsberechtigten UV gegenüber der IV Entscheid des
Bundesgerichts vom 2. August 2007 [I 249/06]). An einer Legitimationsgrundlage im
Sinn von Art. 49 Abs. 4 ATSG für die Beschwerdeführerin würde es vorliegend fehlen,
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weil sie kein koordinationsrechtliches Interesse im Sinne von Art. 49 Abs. 4 ATSG
verfolgt. Der Entscheid des st. gallischen Versicherungsgerichts vom 16. Dezember
2008 (IV 2008/109) ist inzwischen vom Bundesgericht ohne vertiefte
Auseinandersetzung aufgehoben worden (Urteil 9C_51/2009 vom 30. April 2009). Das
ändert allerdings nichts an der (aus anderen Gründen) fehlenden Legitimation.
2.
2.1 Wenn auf die Beschwerde materiell eingetreten werden könnte, müsste sie
abgewiesen werden, wie sich aus dem Folgenden ergibt. Die Beschwerdeführerin lässt
rügen, dass in der angefochtenen Verfügung auf ihre in der Stellungnahme (Einwand)
zum Vorbescheid vorgetragenen Argumente betreffend Arbeitsunfähigkeit und Beginn
der Wartefrist nicht eingegangen worden sei. Dadurch sei das rechtliche Gehör verletzt
worden (act. G 1 S. 8). Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der
Parteien nicht voll entsprechen (Art. 49 Abs. 3 ATSG). Die grundsätzliche Pflicht einer
Behörde, ihren Entscheid zu begründen, folgt aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör.
Dabei sind die Anforderungen an die Begründungsdichte unter Berücksichtigung aller
Umstände des Einzelfalls sowie der Interessen der Betroffenen festzulegen. Die
Begründung muss so abgefasst sein, dass der Betroffene den Entscheid
gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz
die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf
welche sich ihr Entscheid stützt. Je grösser der Spielraum der Behörde (unter anderem
infolge Ermessen) und je stärker der Entscheid in die individuellen Rechte eingreift,
desto höhere Anforderungen sind an dessen Begründung zu stellen (BGE 112 Ia 107
Erw. 2b mit Hinweisen; BGE 118 V 58). Die Verwaltung darf sich nicht damit begnügen,
die von der betroffenen Person vorgebrachten Einwendungen zur Kenntnis zu nehmen
und zu prüfen; sie hat ihre Überlegungen der betroffenen Person gegenüber auch
namhaft zu machen und sich dabei ausdrücklich mit den Einwendungen auseinander
zu setzen oder zumindest die Gründe anzugeben, weshalb sie gewisse Gesichtspunkte
nicht berücksichtigen kann (BGE 124 V 180 Erw. 2b). Ein Mangel in der
Verfügungsbegründung kann unter bestimmten Voraussetzungen im
Beschwerdeverfahren geheilt werden (LVGE 1994, 219 Erw. 2b; ZAK 1990, 396 Erw. 2).
Eine - nicht besonders schwerwiegende - Verletzung des rechtlichen Gehörs kann
dann als geheilt gelten, wenn der Betroffene die Möglichkeit erhält, sich vor einer
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Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei
überprüfen kann. Diese Voraussetzung ist im Fall des Versicherungsgerichts erfüllt (vgl.
Art. 46 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, VRP [sGS 951.1]).
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung im Wesentlichen mit
dem Hinweis auf die rechtlichen Grundlagen der Zusprechung von Invalidenrenten und
die im konkreten Fall zu berücksichtigenden Vergleichseinkommen. Sodann nahm sie -
wenn auch in kurzen Worten - Stellung zu den Einwänden der Beschwerdeführerin und
bestätigte den Standpunkt, dass die psychische Erkrankung ab 25. Oktober 2004 zu
einer wesentlichen Arbeitsunfähigkeit geführt habe (IV-act. 67). Sie zeigte damit die
Überlegungen, von denen sie sich leiten liess, in zureichender Weise auf und setzte
sich mit den wesentlichen Gesichtspunkten auseinander. Eine Verpflichtung, sich mit
jeder tatbeständlichen Behauptung oder jedem rechtlichen Einwand zu befassen,
besteht nicht (vgl. BGE 124 V 180 Erw. 1a). Ein Begründungsmangel wäre somit nicht
ersichtlich. Aber selbst wenn - wie die Beschwerdeführerin rügen lässt - von einer
Verletzung der Begründungspflicht auszugehen wäre, müsste der Mangel im
vorliegenden Verfahren als geheilt gelten.
2.2 Der Rentenanspruch entsteht nach Art. 29 Abs. 1 IVG (abgesehen von der hier
nicht anwendbaren lit. a) frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu
40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (lit. b). Unter Arbeitsunfähigkeit im
Sinne von Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG ist die durch den Gesundheitsschaden bedingte
qualitative und/oder quantitative Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im
bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen (BGE 130 V 99 Erw. 3.2). Für die
Eröffnung der einjährigen Wartezeit (vgl. BGE 96 V 34) muss die Arbeitsunfähigkeit ein
gewisses Mass erreichen; sie muss erheblich sein. Nach der Gerichtspraxis ist eine
Verminderung des funktionellen Leistungsvermögens im bisherigen Beruf von
mindestens 20 % vorausgesetzt (Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] i/S A. vom 21. Juli 2005 [I 816/04]; AHI 1998 S. 124 Erw. 3c; vgl. auch
BGE 129 V 419 unten; SVR 1998 IV Nr. 7, 27; Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i/S K. vom 26. März 2004 [I 19/04]). Ein wesentlicher Unterbruch
der Arbeitsfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person an mindestens 30
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aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29 IVV; Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S K. vom 26. März 2004 [I 19/04]). Auch vor
der Anmeldung liegende Zeiten von Arbeitsunfähigkeit sind zu berücksichtigen (ZAK
1966 S. 58; BGE 117 V 26 E. 3b; BGE 121 V 264; Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i/S C. vom 2. März 2000 [I 307/99]).
2.3 Im Bericht der Klinik St. Pirminsberg vom 29. März 2007 wurde beim Versicherten
eine seit mindestens 2002 bestehende schwerwiegende paranoide Schizophrenie mit
Negativsymptomatik bestätigt. Er hatte seit seiner Einreise in die Schweiz im Jahr 1999
verschiedene, kurzzeitige Arbeitsstellen als Hilfsarbeiter inne. Am 28. März 2002
bestand der Versicherte die Autoprüfung (act. G 21.1). Seit November 2003 bestand
ein Anstellungsvertrag bei einer Personalvermittlungsfirma (IV-act. 2, 9, 45), und vom
2. August bis 29. Oktober 2004 ein solcher bei der A._ (IV-act. 10). Seit Mai 2003
wurde er von der Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie betreut. Im
Bericht der Fachstelle vom 13. Dezember 2006 wurde im Zusammenhang mit einem
Gesuch um Hilflosenentschädigung des Versicherten festgehalten, dieser sei in der
Lebensführung auf die Unterstützung der Eltern angewiesen. Es sei ihm nicht möglich,
alleine zu wohnen und die häuslichen und ausserhäuslichen Verrichtungen selber
durchzuführen (IV-act. 23). Das Gesuch wurde abgelehnt (IV-act. 32). Da der
Versicherte in den Jahren ab 2003 immer in einem bestimmten Umfang arbeitstätig war
und die Erkrankung Schwankungen hinsichtlich ihrer Ausprägung und ihrer
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit aufwies, kam RAD-Arzt D._ in den Berichten
vom 3. Januar und 29. Mai 2007 zum Schluss, eine durchgehende Arbeitsunfähigkeit
von 40% könne nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als belegt gelten, zumal
der Versicherte nach der ersten stationären Behandlung (im Jahr 2003 in der Klinik St.
Pirminsberg) ein rentenausschliessendes Einkommen habe erzielen können. Von einer
durchgängigen Arbeitsunfähigkeit über 40% könne mit Sicherheit erst seit dem 25.
Oktober 2004 ausgegangen werden. Die im Fragebogen für den Arbeitgeber von der
A._ angeführten Gründe für die Auflösung des Arbeitsverhältnisses (Team- und
Arbeitseinstellung/Verhalten) stünden höchstwahrscheinlich mit Symptomen der
Grunderkrankung in Zusammenhang (IV-act. 25, 48).
2.4 Insgesamt wäre mit Blick auf diese Aktenlage festzuhalten, dass der Versicherte im
Jahr 2003 wegen einer depressiven Episode in der Klinik St. Pirminsberg in
ter
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Behandlung war. Die Anstellungsverträge seit November 2003 waren zwar immer sehr
kurz. Jedoch steht fest, dass der Versicherte im Juli 2004 erneut eine Arbeit fand. Der
Schluss der Beschwerdegegnerin, dass vor Oktober 2004 nicht von einer
durchgängigen, mindestens 40%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden konnte,
erscheint vertretbar bzw. lässt sich nicht mit zureichenden Gründen in Abrede stellen.
Jedenfalls könnte eine offensichtlich unrichtige Feststellung des Beginns der
Arbeitsunfähigkeit nicht angenommen werden, selbst wenn gewisse Zweifel an der
Einschätzung der Beschwerdegegnerin zu bejahen wären (vgl. dazu SZS 2008, 383
[betreffend Bundesgerichtsurteil 9C_182/2007]). Es wäre demnach davon auszugehen,
dass die Wartezeit im Sinn von Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG mit einer Arbeitsunfähigkeit in
der bisherigen Tätigkeit von 100% im Oktober 2004 begann. Es wäre festzuhalten,
dass bei diesen Gegebenheiten ab 1. Oktober 2005 Anspruch auf eine ganze Rente
bestünde. Die rein berufsvorsorgerechtliche Frage, ob der zeitliche Zusammenhang
einer allenfalls bereits zu einem früheren Zeitpunkt eingetretenen Arbeitsunfähigkeit
(von mindestens 20%) zur späteren Invalidität durch die Tätigkeit bei der A._
unterbrochen wurde oder ob es sich dabei - wie die Beschwerdeführerin geltend
machen lässt (act. G 1 S. 6 unten) - um einen blossen Arbeitsversuch gehandelt hatte
(vgl. dazu BGE 120 V 112 = Pra 1995 [84] Nr. 189 und seither ergangene
Rechtsprechung zu Art. 23 BVG), wäre in diesem ausschliesslich auf IV-rechtliche
Fragen bezogenen Verfahren zum vornherein nicht zu prüfen.
3.
3.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.
Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Als
unterliegende Partei hat die Beschwerdeführerin die Gerichtskosten zu bezahlen (vgl.
Art. 95 Abs. 1 VRP). Diesbezüglich macht sie allerdings geltend, bei der
Kostenverlegung sei zu berücksichtigen, dass die Beschwerdegegnerin ihr sowohl den
Vorbescheid als auch die Verfügung eröffnet und auch den Einwand zum Vorbescheid
entgegengenommen habe (act. G 11 S. 4). Dazu ist festzuhalten, dass die in Art. 49
Abs. 4 ATSG geregelte Verfügungszustellung an andere Verfügungsträger
bis
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voraussetzungslos zu erfolgen hat. Eine Vorprüfung des zustellenden
Versicherungsträgers, ob der andere Versicherungsträger für ein allfälliges, gegen die
Verfügung gerichtetes Beschwerdeverfahren legitimiert sei, ist nicht verlangt. Der
Umstand der Zustellung des Vorbescheids und der Verfügung sowie die
Entgegennahme des Einwands durch die Beschwerdegegnerin kann sich daher nicht
auf die Kostenverlegung im vorliegenden Verfahren auswirken, auch wenn die
Beschwerdegegnerin im Beschwerdeverfahren das Nichteintreten wegen fehlender
Beschwerdelegitimation beantragte. Die Gerichtskosten sind somit der
Beschwerdeführerin zu auferlegen und ermessensweise auf Fr. 600.-- zu
veranschlagen. Mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist die
geschuldete Gerichtsgebühr getilgt.
3.2 Sofern sich der Beigeladene am Verfahren aktiv beteiligt und Anträge stellt, kommt
ihm volle Beteiligtenstellung zu (Urs Peter Cavelti/Thomas Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen - dargestellt am Verfahren vor dem
Verwaltungsgericht, 2. Aufl., St. Gallen 2003, S. 188 Rz 352; Martin Bernet, Die
Parteientschädigung in der schweizerischen Verwaltungsrechtspflege, Zürich 1986,
S. 127 Rz 222). Der Beigeladene hat beim erwähnten Verfahrensausgang Anspruch auf
Parteientschädigung gegenüber dem unterliegenden Versicherungsträger (Ueli Kieser,
ATSG-Kommentar, 2.A., N 115 zu Art. 61 ATSG; Urteil des EVG vom 7. August 2001 i/S
L. [I 245/01] Erw. 4b). Es rechtfertigt sich, die Parteientschädigung gestützt auf die vom
Rechtsvertreter des Beigeladenen eingereichte Kostennote festzulegen, wobei für das
Honorar (7.7 Stunden) ein ungekürzter Stundenansatz von Fr. 250.-- zur Anwendung zu
bringen ist. Zum Honorar von Fr. 1'925.-- kommen Barauslagen von Fr. 143.20 und
Mehrwertsteuer von Fr. 157.20 (7.6% von Fr. 2'068.20), woraus eine Summe von
Fr. 2'225.40 resultiert. Das Gesuch des Beigeladenen um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung wird dementsprechend gegenstandslos.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG