Decision ID: 44b6d76c-c4a6-55fd-8cbc-44b881fbd3d3
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Der aus Thailand stammende D._ (geb. 1980, nachfolgend: Gesuchsteller bzw. Eingeladener) beantragte am 16. Juli 2007 bei der Schweizerischen Botschaft in Bangkok die Erteilung eines  für die Dauer von zwei Wochen. Als Zweck der beabsichtigten Reise gab er an, den in Basel wohnhaften S._ (nachfolgend: Gastgeber bzw. Beschwerdeführer) besuchen zu wollen.
Nach formloser Verweigerung übermittelte die Schweizerische  das Gesuch zur Prüfung und zum Entscheid an die Vorinstanz. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass der Eingeladene freiberuflich  sei und nur "Thai" spreche; zu seinem Gastgeber, bei dem es sich immerhin um seinen Freund handeln solle, habe der Gesuchsteller kaum Angaben machen können.
B. Nachdem die Migrationsbehörde des Kantons Basel-Stadt beim  ergänzende Auskünfte eingeholt und an das BFM weitergeleitet hatte, wies die Vorinstanz das Einreisegesuch mit Verfügung vom 10. September 2007 ab. Dies im Wesentlichen mit der Begründung, der Gesuchsteller stamme aus einer Region, aus welcher der  als Folge der dort herrschenden wirtschaftlichen und  Verhältnisse bekannterweise nach wie vor stark anhalte. Viele seiner Landsleute versuchten – einmal in der Schweiz – ihren Aufenthalt durch Ausschöpfung sämtlicher rechtlicher Mittel zu , um sich so in Umgehung der bundesrätlichen  eine vermeintlich bessere Zukunft aufzubauen. Dem  oblägen im Heimatland weder zwingende berufliche oder gesellschaftliche Verpflichtungen noch familiäre Verantwortlichkeiten, die gegebenenfalls Gewähr für eine fristgerechte Rückkehr bieten könnten.
C. Mit Rechtsmitteleingabe vom 9. Oktober 2007 beantragt der  sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen  und die Erteilung des gewünschten Besuchervisums. Zur  bringt er im Wesentlichen vor, die Vorinstanz gehe zu  davon aus, die Wiederausreise des Gesuchstellers nach einem Besuchsaufenthalt wäre nicht gesichert, lebe doch dessen Familie, zu
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welcher er eine sehr starke Bindung habe, im Heimatland. Überdies sei vorgesehen, dass er seinen Gast nach Thailand zurückbegleite. In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer sinngemäss eine  der Begründungspflicht, indem die Vorinstanz die ablehnenden Gründe sehr allgemein gehalten habe und in keiner Weise auf die spezifischen Verhältnisse eingegangen sei.
D. In ihrer Vernehmlassung vom 29. November 2007 spricht sich die  für die Abweisung der Beschwerde aus und hält ergänzend fest, der Gesuchsteller sei jung, unverheiratet, kinderlos und ohne  Anstellung. Entgegen der Behauptung in der Beschwerdeschrift  die persönlichen Umstände sehr wohl geprüft und bei der  des pflichtgemässen Ermessens berücksichtigt worden.
E. In seiner Replik vom 10. Januar 2008 hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen und deren Begründung vollumfänglich fest und macht geltend, er habe den Eingeladenen im vergangenen Jahr mehrmals in Thailand besucht und als ehrliche und zuverlässige Person kennen und schätzen gelernt. Auf ihrer Thailand-Reise im Dezember 2007  er und sein Lebenspartner vom Gesuchsteller begleitet worden. Dieser habe ihnen, wie auch während ihren früheren Besuchen, sein Heimatland näher gebracht. Dafür möchten sie sich bedanken und sich mit einer Einladung in die Schweiz revanchieren. Im Weitern versichert der Beschwerdeführer erneut, dass sein Gast die Schweiz fristgerecht wieder verlassen werde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden  Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen u.a. Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der , welche vom Bundesverwaltungsgericht endgültig  werden (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
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1.2 Sofern das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt, richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem VwVG (Art. 37 VGG).
1.3 Der Beschwerdeführer ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  berechtigt. Auf die frist- und formgerechte Beschwerde ist einzutreten (Art. 50–52 VwVG).
2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des  Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im  das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist  Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht  und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Rechts- und Sachlage zum Zeitpunkt seines  (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten  2A.451/2002 vom 28. März 2003).
3. 3.1 Der Beschwerdeführer rügt in formeller Hinsicht eine Verletzung der Begründungspflicht, indem die Vorinstanz das Einreisegesuch in pauschaler Weise abgelehnt habe, ohne auf den Einzelfall einzugehen.
3.2 Gemäss Art. 35 Abs. 1 VwVG sind schriftliche Verfügungen zu . Die Begründungspflicht soll unter anderem sicherstellen, dass der Entscheid von der betroffenen Partei sachgerecht  und von der Rechtsmittelinstanz umfassend beurteilt werden kann. Die verfügende Behörde muss daher kurz die Überlegungen nennen, von denen sie sich leiten liess und auf die sich der Entscheid stützt (vgl. PIERRE TSCHANNEN / ULRICH ZIMMERLI, Allgemeines Verwaltungsrecht, 2. Aufl., Bern 2005, § 29 Rz. 13; ALFRED KÖLZ / ISABELLE HÄNER,  und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl.,  1998, S. 128).
3.3 Das BFM geht in der angefochtenen Verfügung insofern auf die Verhältnisse des Gesuchstellers ein, als es beurteilend feststellt, er habe in seinem Heimatland weder zwingende berufliche oder gesell-
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schaftliche Verpflichtungen noch familiäre Verantwortlichkeiten, die verlässlich von einer Emigration abhalten könnten. Diese  liessen erkennen, welche Massstäbe die Vorinstanz im  mit der Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise setzt und erlaubten dem Beschwerdeführer, sachgerecht Einwände zu . Die diesbezügliche Rüge erweist sich somit als offensichtlich .
4. Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie alle anderen  auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und  die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher  handelt es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).
5. Am 1. Januar 2008 sind das Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) sowie die dazu gehörigen Ausführungsverordnungen (u.a. die Verordnung vom 24. Oktober 2007 über das Einreise- und Visumverfahren [VEV, AS 2007 5537]) in Kraft getreten. In der Volksabstimmung vom 5. Juni 2005 wurde dem Bundesbeschluss vom 17. Dezember 2004 über die Genehmigung und die Umsetzung der bilateralen Abkommen  der Schweiz und der EU über die Assoziierung an Schengen und an Dublin (SR 362) zugestimmt. Die entsprechenden  (darunter das Abkommen vom 26. Oktober 2004  der Schweizerischen Eidgenossenschaft, der Europäischen  und der Europäischen Gemeinschaft über die Assoziierung dieses Staates bei der Umsetzung, Anwendung und Entwicklung des -Besitzstands [SAA, SR 0.360.268.1]) sind sodann für die Schweiz am 12. Dezember 2008 definitiv in Kraft getreten. Seitdem ist die Schweiz verpflichtet, den übernommenen Schengen-Besitzstand  und umzusetzen, wie u.a. die Bestimmungen zur  Visapolitik, auf die verschiedentlich in EG-Rechtsakten verwiesen wird. Durch die Übernahme des Schengen-Besitzstandes wurden im AuG entsprechende Anpassungen notwendig (vgl. u.a. Art. 2 Abs. 4 AuG, wonach die Bestimmungen über das Visumverfahren und über die Ein- und Ausreise nur gelten, sofern das Schengen-Recht keine
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abweichenden Bestimmungen enthält). Im Weiteren ist die VEV total revidiert worden (Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumerteilung [VEV, SR 142.204], in Kraft seit 12. Dezember 2008). Art. 57 VEV sieht vor, dass hängige Verfahren nach dem neuen, übergeordneten (Schengen-)Recht fortgeführt werden. Das bedeutet, dass die Schweiz ungeachtet der übergangsrechtlichen Bestimmung von Art. 126 Abs. 1 AuG völkerrechtlich verpflichtet ist, auf Verfahren, die am 12. Dezember 2008 hängig sind, das neue Recht anzuwenden (zum Vorrang des internationalen Rechts: vgl. BGE 131 II 352 E. 1.3.1 [mit Hinweis auf Rechtsprechung und zitierte Doktrin], 119 V 171 E. 4; RAINER J. SCHWEIZER, Zur Einleitung: Das Bundesverwaltungsgericht im System der öffentlich-rechtlichen Rechtspflege des Bundes, in: Bernhard Ehrenzeller/Rainer J. Schweizer (Hrsg.), Das : Stellung und Aufgaben, St. Gallen 2008, S. 24).
6. 6.1 Bezüglich der Einreisevoraussetzungen für einen Aufenthalt von höchstens drei Monaten verweist Art. 2 Abs. 1 VEV auf die Verordnung (EG) Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen (Schengener Grenzkodex [SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1–32]). Art. 5 Abs. 1 SGK präzisiert die  für Drittstaatsangehörige. Diese benötigen zur Einreise ein oder mehrere gültige Reisedokumente und – sofern sie der Visumspflicht unterliegen – ein gültiges Visum (Bst. a und b). Sie müssen den Zweck und die Umstände ihres beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichende finanzielle Mittel verfügen (Bst. c). Im Weiteren dürfen sie nicht im Schengener  (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die  Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines  darstellen (Bst. d und e).
6.2 Die Einreisevoraussetzungen gemäss Schengener Grenzkodex entsprechen im Wesentlichen Art. 5 Abs. 1 Bst. a–d AuG. Das in Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK genannte Erfordernis, Zweck und Umstände des  Aufenthalts zu belegen, wird in Art. 5 Abs. 1 AuG nicht explizit erwähnt. Demgegenüber verlangt Art. 5 Abs. 2 AuG, dass im Falle  nur vorübergehenden Aufenthalts für die gesicherte  Gewähr zu bieten ist. Dies stellt jedoch kein zusätzliches im  Recht verankertes Erfordernis dar und steht daher nicht im Wi-
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derspruch zum Schengener Grenzkodex. Die Angabe des  Aufenthaltszwecks stellt nämlich zugleich eine  dar, nach Erfüllung dieses Zwecks wieder ausreisen zu wollen. Erfolgen widersprüchliche oder unglaubwürdige Angaben zum , so kann daraus der Schluss gezogen werden, dass der  Gesuchsteller nicht willens ist, nach Ablauf des geplanten  den Schengenraum fristgerecht zu verlassen. In diesem Sinne äussert sich auch die Gemeinsame Konsularische Instruktion an die diplomatischen Missionen und die konsularischen Vertretungen, die von Berufskonsularbeamten geleitet werden (GKI, ABl. C 326 vom 22.12.2005, S. 1–149), die eine analoge Auslegung vornimmt. Die GKI verlangt hinsichtlich des Entscheids über den Visumsantrag die  des Migrationsrisikos; es muss geprüft werden, "ob der  die Absicht hat, in das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten mit Hilfe eines zu Touristik-, Studien-, Geschäfts- bzw. zu  ausgestellten Visums einzuwandern und sich dort “ (vgl. ABl. C 326, S. 10). Die laut Art. 5 Abs. 2 SGK zur Glaubhaftmachung des Aufenthaltszwecks in Frage kommenden  werden beispielhaft in Anhang I des Schengener Grenzkodex .
6.3 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist somit festzuhalten, dass die nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK erforderliche Überprüfung des Aufenthaltszwecks dieselbe Fragestellung aufwirft wie die Überprüfung des in Art. 5 Abs. 2 AuG genannten Merkmals der gesicherten . Es kann daher an die bisherige Praxis und Rechtsprechung bezüglich des letztgenannten Merkmals angeknüpft werden.
7. Das Schengen-Recht nimmt eine Differenzierung in Bezug auf die  von Drittstaatsangehörigen vor. Die Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001 (ABl. L 81 vom 21.03.2001, S. 1–7) verweist in Art. 1 Abs. 1 und 2 auf die Anhänge I und II, welche jeweils eine Liste von Drittländern enthalten. In  I sind diejenigen Drittstaaten aufgelistet, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengrenzen der Schengen-Mitgliedstaaten im Besitz eines Visums sein müssen; Anhang II dagegen führt  Drittländer auf, deren Staatsangehörige von der Visumspflicht  sind. Als thailändischer Staatsangehöriger unterliegt der  damit der Visumspflicht.
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8. 8.1 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der  keine gesicherten Feststellungen, sondern lediglich Voraussagen machen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu würdigen.
8.2 Anhaltspunkte zur Beurteilung der fristgerechten Wiederausreise können sich aus der allgemeinen Lage im Herkunftsland der  oder des Besuchers ergeben.
Die Wirtschaft Thailands hat sich nach der Asienkrise von 1997/98 überraschend schnell erholt. Das Wachstum des Bruttoinlandproduktes zog von 2001 (2.2 %) bis 2003 (7.1 %) respektive 2004 (6.3 %) stark an. In den Jahren 2005 bis 2007 verlangsamte sich das Wirtschaftswachstum jedoch mit einer Wachstumsrate von 4.5 %, 5.1 % und 4.8 %, was auf die innenpolitische Unsicherheit,  Gewalt in den vier südlichsten Provinzen des Landes und  des verheerenden Tsunami von 2004 zurückzuführen ist (Quelle: U.S. Departement of State, <http://www.state.gov >, Travel > Countries and Regions > Background Notes > Thailand, Stand: Januar 2009, besucht am 26. Februar 2009). Die grundsätzlich ermutigende wirtschaftliche Entwicklung kann nicht über die Tatsache , dass nach wie vor breite Bevölkerungsschichten von  schwierigen ökonomischen und sozialen  betroffen sind. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) pro Kopf betrug im Jahre 2007 nur gerade USD 3'737 (Quelle: Staatssekretariat für Wirtschaft, <http://www.seco.admin.ch >, Themen > Aussenwirtschaft > Länderinformationen > Asien/Ozeanien > Thailand, Stand: Juni 2008, besucht am 26. Februar 2009). Entsprechend hoch ist der Anteil jener, die versuchen, ins Ausland zu gelangen, um sich unter günstigeren Lebensbedingungen eine bessere Existenz aufbauen respektive  zu können. Der Trend zeigt sich erfahrungsgemäss dort  stark, wo durch die Anwesenheit von Verwandten oder Bekannten bereits ein minimales soziales Beziehungsnetz im Ausland besteht. Im Falle der Schweiz führt dies angesichts der restriktiven  nicht selten zur Umgehung ausländerrechtlicher .
8.3 Der Beschwerdeführer bringt in diesem Zusammenhang vor, die Berufung auf die Zuwanderung aus der Herkunftsregion des Gesuch-
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stellers sowie der Hinweis auf die in zahlreichen Fällen gemachten  sei zu pauschalisiert und verstosse gegen das . Dazu ist klarzustellen, dass es in der Tat zu schematisch und nicht haltbar wäre, generell und ohne spezifische Anhaltspunkte, ausschliesslich aufgrund der politischen und/oder wirtschaftlichen  im Heimatland auf eine nicht hinreichend gesicherte  zu schliessen. Im Rahmen einer Gesamtwürdigung können jedoch aus der allgemeinen Lage im Herkunftsland und der  Anhaltspunkte zur Beurteilung der fristgerechten  gewonnen werden. So können insbesondere  von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit politisch oder wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen darauf hindeuten, dass die persönliche Interessenlage in solchen  nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten  in Einklang steht.
8.4 Bei der Risikoanalyse sind aber nicht nur solch allgemeine  und Erfahrungen, sondern auch, wie erwähnt, sämtliche  des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt  Gesuchsteller oder einer Gesuchstellerin im Heimatstaat  eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. Andererseits muss bei  und Gesuchstellern, die in der Heimat keine der  Verpflichtungen haben, die sie von einer möglichen  abhalten könnten, aufgrund entsprechender Erfahrungen das  eines fremdenpolizeilich nicht vorschriftsgemässen Verhaltens (nach bewilligter Einreise zu einem Besuchsaufenthalt) hoch  werden.
9. 9.1 Beim Eingeladenen handelt es sich um einen 28-jährigen, ledigen Mann, welcher den Angaben des Beschwerdeführers zufolge eine starke Bindung zu seiner in Thailand lebenden Familie, insbesondere zu seiner Mutter, haben soll. Auf den ersten Blick könnte der Umstand, dass der Gesuchsteller für die Dauer des Besuchsaufenthaltes in der Schweiz seine Familienangehörigen in der Heimat zurücklassen , durchaus für eine gewisse Verwurzelung sprechen. Andererseits zeigt die Erfahrung, dass zurückbleibende Angehörige gerade in  angespannter wirtschaftlicher Verhältnisse nicht verlässlich  abhalten können, den Entschluss für eine Emigration zu fällen. Im
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Gegenteil, der Entscheid kann dabei von der Hoffnung getragen sein, die Verwandten aus dem Ausland wirtschaftlich besser unterstützen zu können.
9.2 Entsprechend grosse Bedeutung kommt deshalb den  Verhältnissen zu, in denen sich der Gesuchsteller befindet.  seiner Gesuchseinreichung machte er weder Angaben zu  beruflichen Tätigkeit noch zu einem allfälligen Arbeitgeber (vgl. Ziff. 9 und 10 des persönlichen Einreisegesuches vom 16. Juli 2007). Gegenüber der kantonalen Migrationsbehörde hielt der  am 28. August 2007 schriftlich fest, er habe den Eingeladenen im Dezember 2006 als Kellner in einer Bar in Pattaya kennen gelernt. Auf die Frage, welcher (aktuellen) Tätigkeit sein Gast im Heimatland nachgehe, wies der Beschwerdeführer lediglich darauf hin, dass jener zurzeit seine Familie unterstütze und die Rolle des Vaters übernehme, weil Letzterer aus beruflichen Gründen abwesend sei.
Für die Annahme, der Eingeladene ginge in der Zwischenzeit (wieder) einer geregelten Erwerbstätigkeit nach und sei in der Arbeitswelt , ergeben sich aus den Akten jedenfalls keine Anhaltspunkte. Der Beschwerdeführer, welcher die Vermögensverhältnisse des  Freundes weder im vorinstanzlichen Verfahren noch auf  offen legte, macht denn auch nicht geltend, dieser lebe in wirtschaftlich günstigen Verhältnissen, die ihn verlässlich von einer Emigration abzuhalten vermöchten. Vor diesem Hintergrund  die Vorbringen auf Beschwerdeebene, wonach genügend  für eine fristgerechte Wiederausreise vorhanden seien, als nicht ausschlaggebend bezeichnet werden. Im Übrigen hegte auch die Schweizerische Vertretung in Bangkok, welche mit den sozialen,  und politischen Verhältnissen im Herkunftsstaat des  gut vertraut ist und sich somit durchaus ein Bild des  machen kann, grosse Bedenken bezüglich der  Wiederausreise und verweigerte formlos die Einreisebewilligung.
9.3 Unter den gegebenen Umständen durfte die Vorinstanz zu Recht davon ausgehen, die Wiederausreise des Gesuchstellers sei im Sinne der massgeblichen Bestimmungen nicht gesichert. An der Richtigkeit dieser Einschätzung ändert auch die Tatsache nichts, dass der  wiederholt die rechtzeitige Rückkehr des  zugesichert hat, denn eine solche Garantie ist trotz bester und ehrlicher Absichten nicht möglich bzw. rechtlich nicht durchsetzbar.
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Gastgeber können zwar für gewisse finanzielle Risiken im  mit dem Besuchsaufenthalt, nicht aber für ein bestimmes  ihrer Gäste garantieren (vgl. anstelle vieler: Urteil des  C-6950/2007 vom 7. November 2008 E. 8). Der (durchaus verständliche) Wunsch des Beschwerdeführers, sich beim Eingeladenen für dessen Gastfreundschaft zu revanchieren, hat  in den Hintergrund zu treten. Auch die weiteren Ausführungen des Beschwerdeführers sind nicht geeignet, zu einer von der  abweichenden, rechtlichen Würdigung zu gelangen.
10. Aus diesen Gründen ist somit nicht zu beanstanden, dass die  das öffentliche Interesse sowie die Beachtung der geltenden  entsprechend gewichtete und dem Gesuchsteller die  verweigerte. Die angefochtene Verfügung verletzt kein . Der rechtserhebliche Sachverhalt wurde richtig und vollständig festgestellt, und die Vorinstanz hat das ihr zustehende Ermessen pflichtgemäss und zutreffend gehandhabt (Art. 49 VwVG). Die  ist demzufolge abzuweisen.
11. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die  sind auf Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und  vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).
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