Decision ID: 6447fd55-2e21-4424-8b20-e60b9f81f16f
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1982, war
seit dem
1.
Februar 2008 bei der
Y._
AG als Maî
t
re de
Cabine
/Flight
Attendant
angestellt
. In dieser Eigenschaft war er bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen ver
sichert
(Urk. 10/1)
. Am 11. September 2016 stürzte er während eines Familienbesuchs in
Z._
aus ca. 2,5 Metern zu Boden und erlitt dabei eine
Patellatrümmerfraktur
links sowie eine Daumenfraktur links (Urk. 10/1,
Urk.
10/3
,
Urk. 10/98 S. 1,
Urk. 10/481 S. 8
). Am 1
2.
September 2016 wurde das linke Knie in einem Spital in
Z._
mit einer
Zug
gurten
osteosynthese
versorgt (
Urk.
10/39).
Die Suva er
brachte
Heilbehandlungs- und Taggeld
leistungen.
Am
26
.
September 2016 wurde der Versicherte in der Klinik für Unfall
chirurgie des Universitätsspitals
A._
untersucht (
Urk.
10/8 S. 2-3).
Bei der Folgeuntersuchung vom
6.
Oktober 2016 klagte er über eine
Schmerz
exa
zerbation
im Rahmen
der Physiotherapie (Urk. 10/11 S. 1).
Bei der Unter
suchung vom 25.
Oktober 2016
gab
er weiterhin bestehende stechende Schmer
zen im Kniegelenk, welche insbesondere in der Nacht zunehmen würden
, an
(
Urk.
10/10 S. 1). Die Ärzte des
Universitätsspitals A._
verordneten die Weiterführung des Bewegungsaufbaus des Kniegelenks
mittels Physiotherapie und attestierten dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsun
fähig
keit bis 5.
Dezem
ber 2016 (
Urk.
10/10 S. 2).
Hernach
überwies die Hausärztin des Versicherten diesen für eine Zweit
meinung an PD
Dr.
med.
B._
, Leiter Knie
chirurgie,
Univer
sitäts
klinik
C._
(
Urk.
10/16 S. 2)
, welcher wegen einer
Non
union
und
Malunion
der Patella links am
1
2.
Dezember 2016 eine Re-Osteo
syn
these
vornahm
(
Urk.
10/32
-33
)
. A
m 2
4.
Februar 2017
wurde der Versicherte er
neut von PD
Dr.
B._
operiert. Er führte eine
Knieathroskopie
links, ein
Knorpel
débridement
retropatellär
und eine
Entfernung von freien Gelenks
körpern durch
(
Urk.
10/53-54).
Bei der Verlaufs
kontrolle vom
4.
April 2017 berichtete der Versicherte über Schmerzen im media
len Kniebereich und vor allem beim Beugen
des Knies auftretende Blocka
den
(
Urk.
10/66 S. 1).
Aufgrund der Diagnose stö
rendes
Osteosynthesematerial
und
osteochondraler
Defekt Patella links ent
fernte
PD
Dr.
B._
bei der Operation vom
26. Juni 2017
das
Osteosynthesematerial
und füllte den
osteochondralen
Defekt mittels
autologer
Spongiosa und einer AMIC-Membran auf
(Urk. 10/87
S. 1
).
Bei der Verlaufskontrolle vom 2
2.
August 2017 bestanden persistierende Knieschmerzen. Nach
d
er Erörterung der ver
schiedenen Therapieoptionen durch PD
Dr.
B._
entschied
sich der
Ver
sicherte für eine Kniearthroskopie mit
Arthrolyse
sowie
Débridement
retropatellär
und
recessal
(Urk. 10/107 S. 2, Urk. 10/119 S. 1)
.
Die Operation
fand
am 2
5.
August 2017
stat
t (
Urk. 10/119 S.
1
).
Daraufhin befand sich der Ver
sicherte
v
om
3
0.
August
bis
2
0.
September 2017
für eine stationäre Rehabili
t
ation in der Rehaklinik
D._
(
Urk.
10/126).
Bei der Untersuchung durch PD Dr.
B._
vom 26.
September 2017 gab der Versicherte an, dass sich die Beschwerde
symptomatik nicht verbessert habe. PD
Dr.
B._
diagnostizierte eine post
traumatische
femoropatelläre
Arthrose Knie links (Urk. 10/129 S. 1).
Hernach wurde b
ei der
Operation vom 2
0.
Oktober 2017
eine
femoropatelläre
Prothese einge
setzt (
Urk.
10/139
S. 1
).
Nach der Operation
beschrieb der Versicherte
schmerzhafte P
arästhesien im linken Fuss (
Urk.
10/141 S. 1,
Urk.
10/142
,
Urk.
10/146
)
, weswegen
er
am 8. November 2017 von PD
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Neurologie, leitender Arzt Paraplegie, Universitätsk
linik
C._
,
untersucht wurde. PD Dr.
E._
diag
nostizierte
ein neuropathisches Schmerzsyndrom (
Urk.
10/146
S. 1
).
Bei grund
sätzlich günstiger Prognose ver
ordnete PD Dr.
E._
eine medikamentöse Behandlung zur Schmerz
ver
bes
serung und Schlaf
regulierung (Urk. 10/146 S.
3). Die nächste Untersuchung bei PD Dr.
B._
vom 30. November 2017 erfolgte wegen Schmerzen beim medialen
Femur
kondylus
links (Urk. 10/148 S. 1)
. Im Anschluss an diese Unter
suchung wurde
n
zunächst die Schmerzmedikation und die rehabilitativen Mass
nahmen ange
passt (
Urk.
10/148 S. 2
,
Urk.
10/151
).
Dr.
med.
F._
, Oberarzt
Sport
medizin, Universitätsklinik
C._
, be
richtete am
5.
Dezember 2017, dass weiter
hin eine komplexe Schmerzsituation und starke Reizung des Knies mit Erguss
bildung und Überwärmung bestehe (
Urk.
10/161 S. 2).
Die Physiotherapie wurde fortgeführt (
Urk.
10/163-165,
Urk.
10/167)
. Der
Befund der 3-Phasen-Skelettzinti
grafie und SPECT/CT des linken Kniegelenks im
Universitätsspital
A._
vom 14. Februar 2018 zeigte
sodann
eine akute Gon
arthritis (Urk. 10/180). Bei der Unter
suchung vom 29. März 2018 diagnosti
zierte PD Dr.
B._
mediale Knie
schmerzen links (Urk. 10/185).
Am
3.
Mai 2018 hielt
er
fest, dass klinisch ein Menis
kus
schaden imponiere und eine Arthroskopie geplant werde (
Urk.
10/189)
. Er wies den Versicherten für eine Zweitmeinung Prof.
Dr.
med.
G._
, Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates FMH,
Klinik H._
, zu. Prof.
Dr.
G._
diagnos
tizierte ein
multilokuläres
Schmerz
syndrom mit Erguss Knie links (Urk. 10/195 S.
1).
Bei der
von PD Dr.
B._
am 1. Juni 2018 durchgeführten Operation
wurde eine Knie
arthros
kopie mit
Knorpeldébridement
, medialer
Teilmenisk
ek
tomie
, Resektion
Plica
medio
patellaris
,
Arthrolyse
und partieller
Synovektomie
mit Sampling
vor
ge
nommen
(
Urk.
10/208
S. 1
).
Nach dieser Operation
klagte der Versicherten über
ein
en
aus
ge
prägte
n
anteromediale
n
Knieschmerz (Urk. 10/2
12
S.
1
,
Urk.
10/222 S.
2
)
.
In der Folge wurde a
m 3
1.
August 2018
in der Universitätsklinik
C._
eine
Knietotal
endo
prothese
eingesetzt (
Urk.
10/247).
Nach seiner Untersuchung
des Versicherten vom 27.
September 2018 hielt PD Dr.
B._
fest, dass mediale Knieschmerzen links mit
algodystopher
Reaktion bestünden (Urk. 10/24
0
S. 2).
Am
4.
Oktober 2018 untersuchte
Dr.
med.
I._
, Teamleiterin
Reha
biliation
, Rheumatologie Physikalische Medi
zin, Universitätsklinik
C._
, den Versicherten
(
Urk.
10/248).
Wegen der neuro
pathischen Schmer
zen des
Ner
vus
saphenus
überwies sie den Versicherten an das Schmerz
ambulatorium des
Universitätsspitals A._
,
um
weitere analgetische Mass
nahmen
zu evaluieren (Urk. 10/
258 S. 3
). D
o
rt wurden
zur Behandlung der
persistierenden
medialen Knie
schmerzen links unter anderem
diagnostische
Nervenblockaden durchgeführt
(
Urk.
10/271,
Urk.
10/281,
Urk.
10/284,
Urk.
10/292,
Urk.
10/303).
1.2
Am 2
1.
Februar 2019 untersuchte Suva-Kreisarzt
Dr.
med.
J._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
ap
parates, den Versicherten (Urk. 10/291).
Mit Schreiben vom
8.
März 2019
(
Urk.
10/305)
hielt die Suva fest, dass der medizinische Endzustand gemäss der Beurteilung ihres Kreisarztes
spätestens am 3
1.
August 2019
(ein Jahr nach dem letzten invasiven Eingriff)
erreicht sei
(vgl.
Urk.
10/291 S.
6)
. Sie werde die Kosten
für die Schmerz
behandlung und die Physiotherapie somit noch bis
Ende
August 2019 über
nehmen (
Urk.
10/305).
Am 1
8.
Juli 2019 untersuchte
Dr.
J._
den Ver
sicher
ten ein weiteres Mal (Urk. 10/368).
Die Suva kam in der Folge zusätzlich für die physiotherapeutische Behandlung bis Ende des Jahres 2019 auf (Urk.
10/381).
Die Taggeldleistungen wurden vorerst
ebenfalls
weiter aus
gerichtet, weil die Suva diese Lei
s
tun
gen mit den Eingliederungsmassnahmen der Eidgenössischen Invali
den
versiche
rung koordinieren wollte (
Urk.
10/421).
Am
2
0.
November 2019
nahm PD Dr.
B._
eine weitere
Kniearthroskopie
vor
(
Urk.
10/
417
).
Am 27. November 2019 gab Dr.
J._
eine ärztliche Beurteilung zu diesem Eingriff ab (Urk. 10/415).
Gleichentags entschied die Sozial
versiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, dass aufgrund des Gesund
heits
zustandes des Ver
sicherten keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 10/420). Die Suva teilte dem Versicherten mit Schreiben vom 3.
Dezember 2019 mit, dass sie keine Kosten
gutsprache für die
Operation
vom 20. November 2019
erteile. Zudem teilte sie ihm mit, dass sie die Taggeldleistungen per 3
1.
Januar 2020 einstellen werde
(
Urk. 10/421
). Nachdem der
Versicherte
am 1
3.
Januar 2020 eine
ein
sprachefähige
Verfügung verlangt hatte
(Urk. 10/444)
, hielt die Suva diese Leistungsableh
n
ung
bzw. -einstellung
am 1
4.
Januar 2020 auch verfügungsweise fest
(Urk. 10/445)
. Alsdann sprach d
ie
Suva
X._
mit Verfügung vom
5.
Februar 2020 bei einem Invalidi
tätsgrad von 22 % mit Wirkung ab
1.
Februar 2020 eine Invaliden
rente und bei einer festgestellten Integri
täts
einbusse von 25 % eine Integritäts
entschädigung in der Höhe von
Fr. 37'800.-- zu (
Urk. 10/460
). Gegen diese Verfügungen erhob der Versicherte am
14.
Februar 2020
Einspra
che
(Urk. 10/469)
. Mit der
Einsprache
er
gänzung
vom 2
1.
April 2020 (
Urk.
10/481
S. 1-7
) reichte er
unter anderem
die Beurteilung von
Dr.
med.
K._
, Fachärztin für Chirurgie
FMH
, vom 3
1.
März 2020 (
Urk. 10/481 S. 8-16
) ein.
Dr.
J._
nahm am 2
3.
April 2020
erneut
Stellung (
Urk. 10/483
).
Gestützt auf diese Stellungnahme zog die Suva ihre Ver
fügung vom 14. Januar 2020 m
it Verfügung vom 1
3.
Mai 2020 zurück. Sie führte aus, dass die Kosten für den Eingriff vom 2
0.
November 2019 im Sinne eines kurz
fristigen Rückfalles übernommen würden. Am medizinischen End
zu
stand werde weiterhin festgehalten und die Heilkosten würden per 3
1.
Januar 2020 eingestellt (Urk. 10/
485
).
Gegen die Verfügung vom 1
3.
Mai 2020 erhob der Ver
sicherte a
m
8.
Juni 2020 Einsprache. Er beantragte, die Verfügung sei insofern auf
zuheben, als der medizinische Endzustand festgestellt worden sei (Urk. 10/
494
). In der Folge wurde am 2
2.
Juni 2020 in der Universitätsklink
C._
eine
Knie-Total
endo
prothese
n-Wechsel
links und eine
Neurol
y
s
e
des
Nervus
sapenius
durch
geführt (Urk. 10/
502
).
Dr.
J._
gab am
6.
August 2020 eine weitere ärztliche Beurteilung ab (
Urk.
10/519).
Mit seinen Eingaben vom 24. November und 3. Dezember 2020 reichte der Versicherte bei
der Suva
sodann
weitere Arzt
berichte
, unter anderem den Bericht zur 3-Phasen-Skelettszintigrafie und SPECT/CT Knie links
im
Universitätsspital A._
vom 2
3.
Oktober 2020 (Urk. 10/523) und die Unter
suchungs
berichte des
Universitätsspitals A._
im Zusammenhang mit
einem
Sturz von Ende November 2020 (
Urk.
10/525-526),
ein
(
Urk. 10/520,
Urk.
10/527
).
Am 8.
Dezem
ber 2020 befasste sich
Dr.
J._
mit den Fragen, ob bezüglich der beim Unfall vom
11. September 2016
erlittenen Verletzung des linken Daumens
die Zumut
barkeitsbeurteilung und die Beurteilung des Integritätsschadens zu ergänzen seien (
Urk.
10/529).
Mit
Ein
sprach
eentscheid
vom 10. Dezember 2020
wies die Suva die Einsprachen
von
X._
ab (Urk. 2).
2.
2.1
Dagegen erhob
X._
am 2
9.
Januar 2021
Beschwerde
und beantragte (Urk. 1 S. 2):
«
1.
Es sei der
Einspracheentscheid
vom 1
0.
Dezember 2020 aufzuheben.
2.
Es sei festzustellen, dass der medizinische Endzustand noch nicht erreicht ist; dementsprechend sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer weiterhin die gesetzlichen Leistungen, insbesondere Tag
gelder sowie Pflegeleistungen und Kostenvergütungen, auszurichten. Die
Beschwerdegegnerin sei somit zu verpflichten, auch die Kosten für die am 2
2.
Juni 2020 erfolgte Operation mit
Prothesenwechsel zu übernehmen.
3.
Eventualiter sei ein Gerichtsgutachten zur Frage einzuholen, ob der medizinische Endzustand erreicht ist; sollte der medizinische Endzustand er
reicht sein, sei ein Gerichtsgutachten zur Frage einzuholen, wie die Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit zu beurteilen ist und ob es zur Verbesserungen oder dem Erhalt der Erwerbsfähigkeit am linken Knie weiterer medizinischer oder therapeutischer Massnahmen, allen
falls dauernd, bedarf.
4.
Subeventualiter
sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung und Klärung der Fragen gemäss Rechtsbegehren
Ziff.
3 an die Beschwerdegegnerin zurück
zu
weisen.
5.
Sub-
Subeventualiter
sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine Invalidenrente von mindestens 39% sowie Pflege
leistun
gen und Kostenvergütungen auszurichten.
6.
Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung basierend auf einem Integritätsschaden von mindestens 40% auszurichten.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. MWST) zulasten der
Beschwerdegegnerin.»
In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte
d
er
Beschwerdeführer, dass ein
zweite
r
Schriftenwe
chsel durchzuführen sei
(
Urk.
1 S. 3).
2.2
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2. Juni 2021 Abweisung der Beschwerde (Urk. 9, unter Beilage ihrer Akten,
Urk. 10/1-551
), was dem Beschwerdeführer am
7.
Juni 2021 zur Ken
ntnis gebracht wurde (Urk. 11).
Mit Verfügung vom 3
0.
August 2021 wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, dass das Gericht die Anordnung eines weiteren Schriftenwechsels nicht als erfor
derlich erachte. Den Parteien bleibe es jedoch unbenommen, sich nochmals zur Sache zu äussern und weitere sachbezogene Unterlagen einzureichen (
Urk.
12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
UV170760
Übergangsrecht UVG-Revision, in Kraft seit 1. Januar 2017
09.2019
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt aus
gebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
11. September 2016
ereignet
(Urk. 10/1)
, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1
.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden - soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1
.3
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (
Art.
11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu
(weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
1
.4
1.4.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht wer
den kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4.2
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des
eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (Urteil des Bundesgerichts 8C_75/2016 vom 18. April 2016 E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.5
Nach
Art.
10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung der Unfallfolgen, nämlich auf die ambulante Behandlung durch den Arzt, den Zahnarzt oder auf deren Anordnung durch eine medizinische Hilfsperson sowie im
weiteren
durch den
Chiropraktor
(
lit
. a), die vom Arzt oder Zahnarzt verordneten Arzneimittel und Analysen (
lit
. b), die Behandlung, Ver
pflegung und Unterkunft in der allgemeinen Abteilung eines Spitals (
lit
. c), die ärztlich verordneten Nach- und Badekuren (
lit
. d) und die der Heilung dienlichen Mittel und Gegenstände (
lit
. e).
1.
6
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts,
ATSG), so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld.
1.
7
UV170600
Fallabschluss, Ende Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen, Beginn des Anspruchs auf Invalidenrente und Integritätsentschädigung
05.2021
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
gehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der ver
sicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; BGE 144 V 354 E. 4.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundes
gerichts 8C_527/2020 vom 2. November 2020 E. 4.1 mit Hinweisen). In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
674/2019 vom 3. Dezember 2019 E. 4.1).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen
-
wie etwa einer Badekur
-
zu erwartender gering
fügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_64/2021 vom 14. April 2021 E. 3.2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3). Grundlage für die Beurteilung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu den therapeutischen Möglichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose erfasst werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_44/2021 vom 5. März 2021 E. 5.2 mit Hinweisen).
Für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen braucht der Entscheid der Invalidenversicherung über Eingliederungsmassnahmen nicht abgewartet zu wer
den, wenn von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte gesundheitliche Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhaltspunkte dafür vor
liegen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das der Invaliditäts
bemessung der Unfallversicherung gestützt auf die medizinischen Abklärungen
zugrunde gelegte Invalideneinkommen verbessert und so der die Invalidenrente der Unfallversicherung bestimmende Invaliditätsgrad beeinflusst werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.5).
1
.
8
1
.
8
.1
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1
.
8
.
2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
gegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
1
.
8
.
3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der
entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Um
stände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Ab
zug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidens
bedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
1
.
9
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
1
.
10
1
.
10
.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1
.
10
.2
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Ver
sicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
1.10
.3
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ander
seits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte zu anders
lautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige - und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder un
gewürdigt geblieben sind (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc; Urteil des Bundesgerichts 8C_77/2021 vom 20. April 2021 E. 3 mit Hinweisen).
1.11
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich
-
in Form einer Verfügung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
-
Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraus
setzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einsprache
entscheid
ergangen ist (BGE 144 I 11 E. 4.3, 131 V 164 E. 2.1, 125 V 413 E. 1a).
2.
2.1
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 1
0.
Dezember 2020 führte die Beschwerdegegnerin
zusammengefasst
aus, dass durch einen Prothesenwechsel
im linken Knie überwiegend wahrscheinlich
keine
namhafte
B
esserung
der
Beschwerden im Sinne einer Wiederherstellung beziehungsweise Steigerung der Arbeitsfähigkeit erreicht werden könne. Im Zeitpunkt des von ihr angenommenen Endzustandes
(am 3
1.
Januar 2020, vgl. die Verfügung vom 1
3.
Mai 2020, Urk. 10/485)
sei ein fester Sitz der Prothese und eine gute Beweglichkeit ge
geben gewesen. Von einem Infekt sei nicht berichtet worden. Den später ein
gegangenen Berichten könne sodann entnommen werden, dass die zwischen
zeitlich im Juni 2020 durchgeführte Operation zu keiner Besserung geführt habe. Weitere medizi
nische M
assnahmen mit na
mhaften Besserungspotential seien nicht ausgewiesen. Die Verletzung am linken Daumen sei konservativ therapiert worden. In den letzten beiden Jahren habe diese Verletzung in keinem Arztbericht mehr Erwähnung gefunden. Aufgrund der Akten ergäben sich keine Anhalts
punkte da
für, dass der Beschwerdeführer am linken Daumen operiert werde
. Da der medizinische Endzustand erreicht sei, seien die vorübergehenden Leistungen zu Recht eingestellt worden (
Urk.
2 S. 8). Zum Anspruch des Beschwerdeführers
auf eine Invalidenrente sei festzuhalten, dass d
er
Beschwerdeführer
gemäss der Beurteilung von Kreisarzt
Dr.
J._
vom 1
9.
Juli 2019 eine leidensangepasste Tätigkeit ganztags verrichten könnte
(
Urk.
2 S. 9)
. Beim Invalideneinkommen sei auf lohnstatistische Angaben (
Tabelle TA1 Kompetenzniveau 2 der
LSE 2018
) ab
zustellen (
Urk.
2 S. 9-10). Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen wöchent
lichen Arbeitszeit, bereinigt um die Nominallohnentwicklung und bei einem Ab
zug vom Tabellenlohn von 10
%
würde
ein
hypothetisches
Invalidenkommen in der Höhe von
Fr.
65'009.--
resultieren.
Der Vergleich mit dem
vom
Beschwerde
führer nicht
bestritten
en hypothetischen
Valideneinkommen
in der Höhe von
Fr.
83'435.-- ergebe
eine Erwerbseinbusse von 22
%
. Der Beschwerdeführer
habe somit Anspruch auf eine Invalidenrente bei einem
Invaliditätsgrad
von 22
%
. Alsdann habe der Kreisarzt den Integritätsschaden mit einer überzeugenden
Begründung
auf 25
%
geschätzt. Darauf sei abzustellen (
Urk.
2 S. 11-13).
Und schliesslich sei festzuhalten, dass Massnahmen gemäss
Art.
21 UVG
(Heil
behandlung nach Festsetzung der Rente)
nicht Gegenstand der Verfügung vom 1
3.
Mai 2020 seien. Auf das entsprechende Gesuch des Beschwerdeführers sei somit nicht einzutreten (
Urk.
2 S. 13).
2.2
Der Beschwerdeführer führte im Wesentlichen aus, dass es bei einem derart komp
lexen Fall, wie dem vorliegenden zwingen
d angezeigt gewesen wäre, bei
m behan
delnden Arzt
PD
Dr.
B._
eine Stellungnahme
zu den versicherungs
recht
lich wesentlichen Fragestellungen
einzuholen (
Urk.
1 S.
12). Weil die Beschwerde
gegnerin dies nicht getan habe, habe sie den Unter
suchungs
grundsatz verletzt (
Urk.
1 S. 13).
Die Beschwerdegegnerin sei sodann zu Unrecht davon aus
ge
gangen, dass der medizinische Endzustand erreicht sei.
Bereits bei der kreisärzt
lichen Untersuchung vom 2
1.
Februar 2019 hätten Anzeichen für eine Knie
in
stabilität
bestanden
(Urk. 1 S. 15)
.
Dies habe
Dr.
K._
in ihrem Bericht vom 3
1.
März 2020 ebenfalls bestätigt
. Da gar nie ein stabiler Gesund
heits
zustand vorgelegen
habe
, könne daher gar nicht von einem Rückfall gesprochen werden
(
Urk.
1 S. 16).
Bei der Unter
suchung vom 1
8.
Juli
2019
habe er den Kreisarzt ausdrücklich darüber informiert, dass er beim Gehen dauerhaft auf die Verwen
dung von Unterarmstöcken angewiesen sei. Ohne Stöcke käme er sonst zu Fall. An objektiven Befunden hätten bei der Unter
suchung nach wie vor eine Auf
klappbarkeit bei
Varusstress
und Schubladen bei der Testung der vorderen und hinteren Schublade festgestellt werden können (
Urk.
1 S. 15).
Ziel der medizi
nischen Behandlung durch
PD
Dr.
B._
sei es, seine Schmerzsituation zu verbessern und ihn von den Gehstöcken wegzubringen
(
Urk.
1 S. 16)
.
Beim Ver
dacht auf Instabilität der Prothese sei es folgerichtig gewesen, diese durch ein anderes Modell zu ersetzen. Dies auch unter dem Blickwinkel seines noch jungen Alters (
Urk.
1 S. 17-18).
Der Prot
h
esenwechsel im Juni 2020 habe
zudem
eine gewisse Verbesserung seiner Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit zur Folge gehabt. Aktuell würde ihm
PD
Dr.
B._
in einer solchen Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 40
%
attestier
en. Vor der Operation seien es
erst
20
%
gewesen (
Urk.
1 S. 16)
.
Wenn ein Ver
sicherungsfall ohne Ein
holung eines ver
sicherungsexternen Gutachtens ent
schieden werden solle, so seien an den Beweiswert der versicherungsinternen ärztlichen Stellungnahmen strenge An
forderungen zu stellen. Bestünden auch nur geringe Zweifel an der Zuver
läs
sig
keit und Schlüssigkeit der versiche
rungsinternen ärztlichen Feststel
lungen, so seien ergänzende Abklärungen vorzunehmen (Urk. 1 S. 14).
Die kreisärztlichen Stellungnahmen seien nicht nachvollziehbar. Es entstehe der Eindruck, dass die Beschwerdegegnerin den Fall einfach habe abschliessen wollen (
Urk.
1 S. 17).
Selbst wenn
die Beurteilung des Kreisarztes und damit der Entscheid der Beschwerdegegnerin, wonach der medizinische Endzustand erreicht sei,
als richtig angesehen werden könnte, müsste deren
Festsetzung des Invalidi
täts
grades
als falsch moniert werden (
Urk.
1 S. 18). Die attestierte Restarbeits
fähigkeit sei unzutreffend, das Heranziehen des LSE-Lohnes mit dem Kompetenz
niveau 2 falsch und der leidensbedingte Abzug vom Tabellenlohn von 10
%
zu tief (
Urk.
1 S. 18-
20).
Korrekt ermittelt würde der Invaliditätsgra
d 39
%
betragen (
Urk.
1 S.
21).
3
.
3.1
Die Arztberichte, welche vor den kreisärztlichen Untersuchungen vom
21. Februar und
18.
Juli 2019 in die Suva-Akten aufgenommen wurden, wurden in den Berichten zu den kreisärztlichen Untersuchungen zusammengefasst
(
Urk. 10/291 S. 1-5,
Urk.
10/
368 S. 1-5)
, weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden
.
3.2
3.2.1
Im Bericht zur kreisärztlichen Untersuchung vom 1
8.
Juli 2019
hielt
Dr.
J._
unter «Diagnosen»
folgendes fest (
Urk.
10/368 S. 7):
Ereignis vom 1
1.
September 2016 mit
Patellatrümmerfraktur
links und
-
Status nach
Zuggurtu
ngsosteosynthese
Patella links,
in
Z._
am
12.
September 2016
-
Status nach Re-Osteosynthese Patella links mit Metallentfernung, lateraler
Teilfacettektomie
Patella,
osteochondralem
Autograft und
Zug
gurt
u
ngs
osteosynthese
am 1
2.
Dezember 2016
-
Status nach Kniearthroskopie,
Knorpeldébridement
retropatellär
und Ent
fernung freier Gelenkskörper am 2
4.
Februar 2017
-
Status nach Kniearthroskopie links
Arthrolyse
und
Débridement
retro
patellär
und
recessal
am 2
5.
August 2017
-
Status nach Implantation einer
patellofemoralen
Prothese links am 20. Oktober 2017
-
Status nach Kniearthroskopie links,
Knorpeldébridement
medialer
Femur
kondylus
, mediale
Teilmeniskektomie
, Resektion
Plica
mediopatellaris
,
Arthrolyse
und partielle
Synovektomie
am
1.
Juni 2018
-
Status nach Knierevision links, Einbau einer
Knietotalendoprothese
links am 3
1.
August 2018
-
Neuropathisches Schmerz
s
yndrom Kniegelenk links, schmerz
reflek
to
rische Muskelinsuffizienz des Kniestreckapparates und hierdurch ein
geschränkte Gehfähigkeit
3.2.2
In seiner Beurteilung vom 1
9
.
Juli 2019
hielt
Dr.
J._
fest, dass das klinische Bild gegenüber der kreisärztlichen Untersuchung vom 21. Februar 2019 nicht nam
haft gebessert habe
. Bezüglich Schmerzhaftigkeit und Belastbarkeit habe keine Besserung
erreicht werden können. Trotz zahlreiche
r rückenmarksnaher und peripher
er
Nervenblockaden habe keine anhaltende Schmerzlinderung im Bereich des linken Kniegelenks erreicht werden können, so dass von weiteren Behand
lung
en keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes im Sinne einer Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit in der ange
stamm
ten Tätigkeit mehr zu erwarten sei. Die aktuell durchgeführten Behandlungen, die Physiotherapie und Chirotherapie, seien geeignet
,
eine akute Verschlimmerung des Gesundheitszustandes zu verhindern
,
und es werde Kostengutsprache für diese Behandlungen bis Ende Jahr empfohlen
. Versicherungsmedizinisch sei ein stabiler Zustand erreicht. Die angestammte Tätigkeit als Flugbegleiter sei dem Beschwerde
führer nicht mehr zumutbar. Unfallkausal sei
en ihm
leichte wechsel
belastende
Tätigkeiten, vorwiegend im Sitzen, ohne Arbeiten auf Leitern und Ge
rüsten und ohne Arbeiten auf unebenem Gelände und ohne Arbeiten in hockender oder kniender Stellung
vollzeitig
zumutbar
(
Urk.
10/368 S. 7)
.
3.3
In seiner Beurteilung des Integritätsschadens vom 18.
Juli 2019 führte Dr.
J._
a
us, dass in der Suva-Tabelle 5 (
I
ntegritätsschaden bei Arthrosen)
bei
Endoprothesen
mit gutem Erfolg im Bereich
des Kniegelenks bei
Femortibia
l
-arthrose und
Pangonarth
rose
ein Integritätsschaden von 20
%
ausgewiesen
werde
. Beim Beschwerdeführer habe initial eine
Femoropatellararthrose
bestanden, welche im Verlauf bei Schmerzpersistenz zur Implantation einer
Knie
totalendo
prothese
links am 31.
August 2018 geführt habe. Postoperativ besteh
e
ein
neuro
patischer
Schmerz, so dass der Erfolg der
Endop
rothesenoperation
als nicht gut gewertet werden müsse. Unter B
erücksichtigung des Quervergleichs mit dem Gesamtwert des Beinverlustes von 50
%
, erscheine eine Integritäts
entschädigung von 25
%
angemessen. Der Beschwerdeführer habe zum Zeitpunkt der
Endo
prothesen
implantation
das
3
7.
Lebensjahr erreicht. Im Verlauf sei mit Revisionsoperationen zu rechnen (Urk. 10/36
9).
3.
4
Dr.
I._
führte in ihrem Sprechstundenbericht vom 2
9.
Juli 2019 aus, dass bei der Untersuchung deutlich
weniger Reizzeichen als vor drei Monaten bestanden hätten, wobei anamnestisch der Verlauf sehr fluktuierend sei. Sie könne keine neuen therapeutischen Optionen anbieten. Es seien erneut die Entzündungswerte sowie die Vitamin D, B12 und Folsäure
kontrolliert worden
. Diesbezüglich werde der Beschwerde
führer brieflich oder telefonisch
informiert
. Eine reguläre Ver
laufskontrolle sei in drei Monaten geplant (
Urk.
10/379 S. 5).
3.
5
PD
Dr.
B._
führte in seinem Bericht vom 1
2.
August 2019 die Diagnose aus
geprägter
anteromedialer
Knieschmerz an (
Urk.
10/386). Er hielt fest, dass bei korrekt liegenden Implantaten
,
fast identisch orientiert wie dem gegenseitigen nativen Gelenk,
nicht von einem Rotationsfehler auszugehen sei. Er
empfehle weiterhin das Ausschöpfen der konservativen Therapie. Falls diese keine Bes
serung bringe und die Beschwerdelast nicht abnehme, könne im äussersten Fall eine Simulation einer
Arthrodese
mittels Gipsanlage versucht werden. Er plane eine Verlaufskontrolle in drei Monaten (
Urk.
10/386 S. 2).
3.6
In seinem Bericht vom 1
5.
Oktober 2019 führte PD Dr.
B._
aus,
das
s
die Situation unklar sei. Es sei eine MRI-Untersuchung zur Beurteilung, ob ein struk
tureller Schaden vorliege, geplant. Formell könne mit einer stabilen Prothese gearbeitet werden, wobei auch hier ein grosses Fragezeichen betreffend
die
Erfolgschancen bestehe. Eine
Arthrodese
sei ebenfalls angesprochen worden. Es werde zwischenzeitlich eine Don-Joy-Schiene zur Simulation einer stabileren Situation probiert. Formell sei der Beschwerdeführer weiterhin zu 100
%
arbeits
unfähig (
Urk.
10/399 S. 3).
3.7
B
ei der
von PD
Dr.
med.
L._
, Chefarzt, Radiologie Universitätsklinik
C._
,
befundeten
MRI-Untersuchung des linken Knies vom 2
5.
Oktober 2019 zeigte sich eine Knie-
Totalendoprothese
mit
Fibrose
des
Hoffa’schen
Fettkörpers und leichter
suprapatelläre
r
Arthrofibrose
, ein verdicktes mediales Kollateral
band, ohne Kontinuitätsunterbruch
,
und ein intakter
Pes
anserinus
(
Urk.
10/402 S. 3).
3.8
Nach der Prüfung der Befunde der MRI-Untersuchung vom 2
5.
Oktober 2019 hielt PD Dr.
B._
fest, dass eine Arthroskopie gerechtfertigt sei, um einerseits die
Arthrolyse
durchzuführen, wohlwissend des erneuten
Einsteifen
des Gelenks. Anderseits rechtfertige sich dieser operative Eingriff, um eine Diagnostik mittels Einsicht in Gelenk und Prüfung einer allfälligen Instabilität vorzunehmen (Urk. 10/406).
3.9
Bei der Kniearthroskopie vom 20. November 2019 fand
en sich
gemäss dem Ope
rations
bericht von
PD Dr.
B._
beim
Recessus
suprapatellaris
narbige Ver
änderungen sowie wenig Erguss. Am
Recessus
medialis
zeigten sich narbige Veränderungen, die auch auf das Inlay übergriffen. Der
Recessus
lateralis
war frei mit nur wenig narbigen Veränderungen.
Retropatellär
war der Befund unauffällig mit guter
Patellazentrierung
und problemlose
m
Gleiten auf dem
Femurschild
in Flexion.
Intrakondylär
fanden sich narbige Veränderungen des Hoffa-Fettkörpers
(Urk. 10/417
S. 3
).
3.10
In seinem
Schreiben vom 5. Dezember 2019 führte
PD
Dr.
B._
aus, dass beim Beschwerdeführer mediale Knieschmerzen bestanden hätten. Die Knie
schmerzen hätten sich klinisch wie eine eingeklemmte
Schleimfalte
geäussert
. Aufgrund dessen sei die Indikation zum operativen
Vorgehen gestellt worden
(Urk. 10/
429
).
3.
11
Am
2
1.
Februar 2020 stellte
PD Dr.
B._
die Diagnose Status nach
Knie
athroskopie
links,
Arthrolyse
,
Adhäsiolyse
,
Syn
o
vektomie
, bakte
riologischem Sampling und Mobilisation vom 2
0.
November 2019 (Urk. 10/472 S. 2).
Beim Knie links erhob er den folgenden Befund: «Reizlose Narbenverhältnisse. Weiter
hin diskrete Schwellung, keine Rötung, keine Überwärmung.
Atrophische
Quadri
zepsmuskulatur
. Flexion/Extension: 120-0-5°. Gute
P
atellaverschieblichkeit
ohne Anpress- bzw. Verschiebeschmerz.
Ligamentär
stabil. Starke
Druckdolenz
im Bereich des medialen Gelenkspaltes, lateral indolent. Hyposensibilität des
Ramus
infrapatellaris
, restliche periphere Durchblutung. Motorik und Sensibilität
intakt.
»
Dazu führte
PD Dr.
B._
aus, dass weiterhin persistierende Gelenk
schmerzen
medial bestünden. Bei komplexer Beschwerdesymptomatik und vielfacher Voroperation
sowie
weiterhin
frustraner
konservativer Therapie mittels Physio
therapie seien mit dem Beschwerdeführer die operativen Therapiemöglichkeiten mittels Revision
Totalendo
prothese
beziehungsweise
Kniearthrodese
besprochen worden. Hierfür seien dem Beschwerdeführer ein abnehmbarer
Kniegips
in 10° Flexion zur Simulation solch einer
A
rthrodese
versch
r
ieben worden. Der Beschwerdeführer soll in den nächsten Wochen einen Eindruck gewinnen, ob eine solche
Arthrodese
für ihn im alltäglichen Leben durchführbar sei.
Für gehende und stehende Tätigkeiten sei derzeit keine Arbeitsfähigkeit gegeben. Eine ver
mehrt sitzende Tätigkeit, welche das Knie nicht belaste, wäre für den Beschwerdeführer jedoch möglich (
Urk.
10/472 S. 3).
3.
12
In seinem Bericht
zur telefonischen Konsultation
vom 1
7.
März 2020 führte PD Dr.
B._
aus, dass die Gipsschiene grundsätzlich eher eine Stauung bewirkt habe. Zusätzlich sei nach dem Ablegen der Schiene jeweils eine Schwellung auf
getreten. Die Schmerzen hätten durch die Schiene nicht positiv beeinflusst wer
den können. Zudem habe die IV die unterstützenden Massnahmen eingestellt. Die verschiedenen Möglich
keiten
seien
mit dem Beschwerdeführer
besprochen wor
den.
Letztlich denke er (PD Dr.
B._
), dass aufgrund des jungen Alters des Beschwerdeführers doch ein Prothesenwechsel in Betracht gezogen werden solle. Er favorisiere dieses Vor
gehen, wohlwissend, dass sie
(gemeint sind die bisherigen Behand
lun
gen)
bis dato nicht von Erfolg gekrönt gewesen seien (Urk. 10/480).
3.
13
Dr.
K._
führte in ihrer Beurteilung vom 31. März 2020 unter anderem aus,
dass der
antero
-mediale Knieschmerz im Vordergrund der Behandlung bei PD Dr. med.
B._
stehe. Dieser
antero
-mediale, unter Belastung zunehmende Knieschmerz sei differentialdiagnostisch hinsichtlich einer Prothesenfehlposition, einer Infektion und einer Auslockerung der Prothese zu klären und beinhalte bis zum aktuellen Z
eitpunkt einen behandelbaren Schmerz (Urk. 10/481 S. 15). Dr.
K._
hielt weiter fest,
dass der behandelnde Arzt PD Dr. med.
B._
bislang keine Abklärung unterlassen habe. Ebenso wenig habe er eine Operation gescheut, die präoperativ auf ein operativ behebbares Problem hingewiesen habe. Es bleibe nun als
ultima
ratio
der Wechsel der Knieprothese als letzte operative Möglichkeit, das be
stehen
de Schmerzproblem zu lösen. Es handle sich um einen schweren Ent
scheid, da die Prothese bildgebend korrekt sitze. Trotzdem müsse dieser Entscheid getroffen werden. Insbesondere bei den aktuellen Angaben des Beschwerde
führers, dass ihm das Knie wegsacke. Die Chancen für eine Beschwerdebesserung würden 50 zu 50 stehen. Diese letzte Möglichkeit sei differentialdiagnostisch bei diesem jungen Mann zu klären. Erst dann sei der Endzustand erreicht respektive seien definitiv alle Behandlungsmassnahmen
aus
geschöpft
(Urk.
10
/
481
S.
15
)
. Auch wenn ein jahrelanges Schmerzsyndrom am linken Knie persistiere, sei der Knietotalprothesen-Wechsel im Rahmen der Differentialdiagnostik indiziert
(Urk.
10
/
481
S.
16
)
. Bezüglich des kreisärztlich geschätzten Integritätsschadens in der Höhe von 25 % sei bei Eintreten des definitiven Endzustandes eine Revision dahingehend vorzunehmen, ob schluss
endlich definitiv eine
Endoprothese
mit schlechtem Erfolg bestehe. Dann wäre der Integritätsschaden gemäss der Suva-Tabelle 5 (Integritätsschaden bei Arth
rose) auf gesamthaft 40 % anzuheben
(Urk.
10
/
481
S.
15
).
3.
14
Dr.
J._
hielt
in seiner ärztlichen Beurteilung vom
23.
April 2020
fest
, es müsse diskutiert werden, inwiefern der Eingriff vom 2
0.
November 2019 als Rück
fall zu werten sei. Der versicherungsmedizinische Endzustand sei über
wie
gend wahrscheinlich im Juli 2019 erreicht gewesen. Durch den
8.
Eingriff mit der Indikation «progrediente Schmerzen medial mit Schnappphänomenen
»
sei eine neue Diagnose in den Raum gestellt worden, nämlich
der Verdacht, dass sich eine «eine Schleimhautfalte einklemme».
Unerfreulicherweise
habe der Verdacht intra
operativ nicht verifiziert werden
können
und die Beschwerden hätten post
operativ weiter
hin unverändert bestanden. Jedoch handle es sich versicherungs
medizinisch um neue Erkenntnisse
, da diese (Verdachts-)Diagnose bis anhin nicht gestellt worden sei. Aus versicherungsmedizinischer Sicht handle es sich um einen Rückfall nach Endzustand. Der Endzustand nach dieser Operation sei über
wiegend wahr
scheinlich
nach drei Monaten erreicht
gewesen
.
Seine
Beurteilung vom 2
7.
November 2019, wonach durch den Eingriff vom
20. November 2019 (
Urk. 10/417
)
keine
namhafte Besserung im Sinne einer Steigerung oder Wieder
herstellung in der angestammten Tätigkeit zu erreichen sei, habe sich retrospektiv bestätigt. Nach wie vor liege ein Schmerzsyndrom nach
acht Knieoperationen
vor. Das Schmerz
syn
drom habe sich durch keinen Eingriff gebessert. Die Wahr
schein
lichkeit, dass sich
das Schmerzsyndrom
durch eine 9.
Knieoperation
bes
sere, liege weit unter 50 %. Es finde sich ein üblicher
läsional
bedingter Schmerz als Begleitsymptom der unvermeidbaren erheblichen Gewebsschädigung, welche sich durch Chirurgie nicht überwiegend wahrscheinlich beseitigen lasse
(Urk. 10/483
S. 4
).
3.
15
Bei der Untersuchung vom
2.
Juni 2020 stellte PD
Dr.
B._
ein leichtes Schonhinken fest.
Er erhob bei der klinischen Untersuchung
keinen Erguss, eine Flexion/Extension 100-0-5° mit Übertreckbarkeit. Das Knie sei lateral etwas ver
mehrt aufklappbar in Extension. Die Patella laufe ordentlich. Zudem fände sich ein Elektrisieren im Bereich des
Saphenus
, kein eigentliches
Tin
el
-Zeichen
, jedoch Hyposensibilität im
Saphenus
-Bereich. Die Motorik sei ansonsten gut (Urk.
10/512 S. 2).
3.16
Die MRI-Untersuchung vom 18. Juni 2020 ergab im Vergleich zur Vorunter
suchung ein unverändert gelenkgerechter Sitz der intakten zementierten Knie-
Totalendoprothesen
sowie ein stationärer Sitz des
Patellarückflächen
-Ersatzes, keine Lockerungszeichen, eine zentrierte Patella mit regulärem Stand, kein Gelenkerguss und eine etwas
osteopene
Knochenstruktur (Urk. 10/507 S. 1).
3.17
In seinem Schreiben zuhanden der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers vom 19. Juni 2020 führte PD Dr.
B._
aus, dass am 22. Juni 2020 die Durch
führung eines Prothesenwechsels vorgesehen sei. Es bestehe eine Schmerz
pro
ble
matik mit direkten Zeichen einer Instabilität des Kniegelenks bei Streckung und lateral etwas vermehrter Aufklappbarkeit in Extension. Während der klinischen Untersuchung habe sich zusätzlich noch ein Elektrisieren im Bereich des
Nervus
saphenus
-Gebietes gezeigt. Eine subjektive Hyposensib
i
lität sei ebenso angege
ben worde
n, trotz abwesendem
Tinel
-Zeich
en (Urk. 3/4 S. 1).
3.
18
Gemäss dem Operationsbericht
war
PD Dr.
B._
vom 2
2.
Juni 2020
war der Knie-
Totalendoprothesen
-Wechsel
zu einer stabilen Prothese im Sinne einer Hinge-Prothese
links aufgrund von
persistierenden Schmerzen medial und letzt
lich auch aufgrund der massiven Hyperextension indiziert (
Urk.
10/502 S. 3).
3.
19
Dr.
J._
führt
e
in seiner ärztlichen Beurteilung vom
6.
August 2020 aus
, dass sich aus
den Berichten
aus der Zeitperiode vom
7.
Januar 2020
bis und mit dem Operations
bericht vom
2
2.
Juni 2020 (Urk.
10/519 S.
1-2) keine neue
n
medizi
nischen Erkenntnisse ergeben würden
. Der stabile medizinische Endzustand sei nach der
8.
Operation per Ende Januar 2020 erreicht gewesen. Die weiterhin geklagten Beschwerden würden den üblichen
läsional
bedingten Schmerzen als Begleitsymptom der Gewebeschädigung nach den Unfallfolgen und den darauf
folgenden acht Operationen entsprechen. Sämtliche im Verlauf nach der
8.
Operation erhobenen Befunde seien gleichlautend wie vor der
8.
Operation ge
wesen. Die tatsächlichen Verhältnisse hätten sich unfallbedingt nicht wesent
lich verändert, die Indikation zur
9.
Operation sei aufgrund der Klagen des Beschwer
de
führers gestellt worden. Retrospektiv betrachtet klage der Beschwerde
führer im Verlauf seit dem Ereignis über übliche
läsional
bedingte Schmerzen. Ende Januar 2020, zwei Monate nach der Arthroskopie mit Weich
teilbehandlung vom 2
0.
November 2019, habe ein stabiler medizinischer Zustand vorgelegen. Es sei keine namhafte Besserung im Sinne einer Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit mehr zu erreichen und keine Besserung der chronischen Schmerzen zu erwarten
(
Urk.
10/519
S. 3
).
3.
20
In seiner Beurteilung vom
8.
Dezember 2020 zum linken Daumen des Beschwerde
führers hielt Dr.
J._
fest, dass die Flexionskontraktur von 10°, welche im Jahr 2017 habe objektiviert werden können, die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit nicht beeinträchtigen würde.
Bei der im Jahr 2017 festgestellten uneingeschränkten Kraft der linken Hand, der unauffälligen
Trophik
der linken Hand und lediglich verdickter
palmaren
Platte seien dem Beschwerdeführer alle leichten
bimanuellen
Tätigkeiten ohne Gefahr für Leib und Leben sowie ohne die Entstehung von nicht zumutbaren Schmerzen vollzeitig zumutbar (Urk. 10/529 S. 4).
Alsdann führte Dr.
J._
aus, dass bei intaktem
und vollständig erhalten
em Daumenglied, einer Flexionskontraktur von 10° und intakter Handfunktion links die
Erheblichkeitsgrenze
für die Annahme eines Integritätsschadens nicht über
schritten sei. Laut Suva-Tabelle 1
(Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten)
müsste eine Versteifung i
m Handgelenks
bereich gege
ben sei
, welche
beim Beschwerdeführer
aber nicht vorliegen würde. L
aut Suva-Tabelle 3 (Integritätsschaden bei einfachen oder kombinierten Finger-, Hand- und Armverlusten)
wäre ein Integritätsschaden von 5
%
ausgewiesen, falls das End
glied des Daumens fehlen würde. Dies sei aber nicht der Fall. Hinzuweisen sei schliesslich darauf, dass die Suva-Tabelle 5
(Integritätsschaden bei Arthrosen)
selbst bei schweren Fingergelenksarthrosen einen Integritäts
schaden von 0
%
ausweisen würde
. Deshalb wäre hier auch bei einer - lediglich möglichen - schwe
ren Arthrose im Verlauf keine Integritäts
entschä
digung geschuldet
(
Urk. 10/529 S. 4).
4
.
4.1
Zu prüfen ist zunächst, ob die Beschwer
degegnerin dadurch, dass sie die vo
m
Beschwerdeführer
geforderte Stellungnahme von PD Dr.
B._
zu den ver
siche
rungs
recht
lich wesentlichen Fragestellungen (
Urk.
1 S. 12)
nicht einge
holt hat, den Untersuchungs
grundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG) verletzt
hat
.
D
er Ver
sicherungsträger prüft die Begehren, nimmt die notwendigen Abklä
run
gen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein. Mündlich erteilte Auskünfte sind schriftlich festzuhalten
(Art. 43 Abs. 1 ATSG; anwendbar im Bereich der obligatorischen Unfallversicherung gestützt auf
Art.
1
Abs.
1 UVG
und
Art.
2 ATSG)
.
Was die Berichte des behandelnden Kniespezialisten PD Dr.
B._
betrifft, so ist aktenkundig, dass die Beschwerdegegnerin die jewei
ligen Untersuchungs- und Operationsberichte beigezogen hat. Diesbezüglich rügt der Beschwerdeführer keine Unvollständigkeit der Akten.
Für ihn ist für die Sach
ver
haltsabklärung aber zusätzlich noch e
ine Stellungnahme
von PD Dr.
B._
zu den versiche
rungs
recht
lich wesentlichen Fragestellungen
nötig
. Laut Beschwerde
führer bezieht sich dies sowohl auf die Frage des medizi
nischen End
zustandes als auch auf allenfalls notwendige medizinische Mass
nahmen oder die Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 12). Dazu ist festzuhalten, dass die von PD Dr.
B._
erhobenen Befunde und seine Beurteilungen und Prognosen - ink
lusive der mit dem Beschwerdeführer bespro
chenen und de
r
von diesem ge
wähl
ten Behandlungsoptionen - und dessen Arbeitsunfähigk
eitsatteste bereits in den
Akten
der Beschwerdegegnerin
vorhanden sind. PD Dr.
B._
w
ürde
in einer weiteren Stel
lung
nahme nicht von seinen bisherigen Berichten ab
weichen. Von einer solchen Stellungnahme
wären
somit keine zusätz
lichen Er
kenntnisse zu er
warten. Hinzu kommt, dass PD Dr.
B._
- auf Anfrage des Beschwerde
führers hin -
bereits ausdrücklich erklärte, dass
er
dazu nicht Hand bieten möchte
. Zur Begründung führte er an, dass er als behandelnder Arzt ver
siche
rungs
recht
liche Fragen nicht beantworten könne (Urk. 3/7). Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 13) hat die Beschwer
degegnerin
somit
dadurch, dass sie die von ihm geforderte
zusätzliche
Stellungnahme von PD Dr.
B._
nicht eingeholt hat, den Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG) nicht verletzt.
4.2
Zu prüfen ist
weiter
, ob der medizinische
Endzustand erreicht ist
.
D
en Akten
ist
zu entnehmen, dass die Beschwerdegegnerin die Heilbehandlungs- und Tag
geld
leistungen letztlich per 31. Januar 2020 eingestellt hat (vgl. das Schreiben vom 3. Dezember 2019 betreffend Einstellung der Taggeldleistungen Urk. 10/421, so
wie die Verfügung vom 13. Mai 2020 betreffend Einstellung der Heilbehand
lungsleistungen, Urk. 10/485; s. a. Urk. 10/305, Urk. 10/381).
Hinsichtlich des beim Unfall vom 11. September 2016 verletzten linken Knies (Urk. 10/1, Urk. 10/3,
Urk. 10/481 S. 8)
verweist die Beschwerdegegnerin
z
ur Begründung
ihres Standpunktes
auf die Beurteilungen ihres Kreisarztes Dr.
J._
vom 19. Juli 2019, 27. November 2019, 23. April 2020 und 6. August 2020 (Urk. 2 S. 6-7).
In seiner
letzten
ärztlichen Beurteilung vom 6. August 2020 führte Dr.
J._
im Wesentlichen aus, dass keine neuen medizi
nischen Erkenntnisse vorliegen würden.
D
ie Indikation zur
Operation vom 2
2.
Juni 2020 sei aufgrund der Kla
gen des Beschwerdeführers gestellt worden.
Ein stabiler medizinischer Zu
stand habe aber schon
Ende Januar 2020, zwei Monate nach der Arthroskopie mit Weich
teilbehandlung vom 20. November 2019,
vorgelegen
(
E. 3.19
).
Der Beschwerde
füh
rer
wendet dagegen ein
, dass die Fortführung der medizi
nischen Behand
lung über den 31. Januar 2020
hinaus
aufgrund
direkter
Anzeichen für eine Knie
instabi
lität notwendig sei
(Urk. 1 S. 14-16). Diese Anzeichen hätten bereits bei den kreisärzt
lichen Untersuchungen bestanden (Urk. 1 S. 16). Dr.
J._
untersuchte den Beschwerdeführer am 21. Februar und 18. Juli 2019 (Urk. 10/291 S.
5, Urk. 10/368 S. 6), wobei er ihn auch zu seinen Beschwerden befragte (Urk. 10/291 S. 4, Urk. 10/368 S. 5). Bei der Untersuchung vom 18. Juli 2019 teilte der Beschwerdeführer Dr.
J._
, mit, dass er dauerhaft auf das Ver
wenden von Unterarmstützkrücken beim Gehen angewiesen sei, da das linke Kniegelenk oft
malig unkontrolliert wegsacke
. Dies hat
Dr.
J._
in seinem Bericht zur kreis
ärztlichen Untersuchung so protokolliert
(Urk. 10/368 S.
5).
E
r gab seine Beurtei
lung, dass versicherungs
medizi
nisch ein stabiler Zustand erreicht sei (Urk. 10/368 S. 7), mithin in Kenntnis dieser An
gaben des Beschwerde
führers ab. Der Kreisarzt hat die Beschwerden des Beschwerdeführers nicht unberücksichtigt gelassen und er konnte für seine fach
ärztlichen Beurtei
lungen auf die von ihm am 21. Februar und 18. Juli 2019 erhobenen Unter
suchungsbefunde (Urk. 10/291 S.
5, Urk. 10/368 S. 6) und
- für seine späteren Aktenbeurteilungen - auf
die medizinischen Akten im Dossier der Beschwerde
geg
nerin abstellen.
Der Umstand, dass der Beschwerdeführer den medizi
nischen Sach
verhalt selber anders würdigt (
Urk.
1 S. 16), begründet
für sich allein
noch keine Zweifel an der fachlichen Beurteilung von
Dr.
J._
.
Zu prüfen ist weiter, ob fachärztliche Berichte und Stellungnahmen vorliegen, welche Zweifel an der Beurteilung von
Dr.
J._
begründen.
Dr.
K._
hat
in ihrer Beur
teilung vom 31. März 2020
die F
rage aufgeworfen, ob die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden, wonach ihm das linke Knie unkontrolliert wegsacke, für eine Knieinstabilität sprechen könnten (
Urk.
10/481 S. 14). Sie beantwortete diese Frage
selber
aber
nicht und
verwies in ihrer Akten
beur
teilung auch nicht auf Befunde, welche
für eine Knieinstabilität sprechen
würden
. Des Weiteren erklärte Dr.
K._
, dass
der
Knieschmerz differen
tial
diagnostisch hinsichtlich einer Prothesenfehlposition, einer Infektion und einer Auslockerung der Prothese zu klären
sei (
E. 3.13
). Sie hielt in ihrer Beurteilung
vom 31. März 2020
aber ebenfalls fest, dass
gemäss den Akten
die
Infekt
abklärung
negativ gewesen sei und die (erste) Prothese bildgebend korrekt sitze
(Urk. 10/481 S. 15
; E. 3.13
).
Letzteres wurde in der Folge durch die Befunde der MRI-Untersuchung vom 18. Juni 2020 (E. 3.16) noch einmal bestätigt. Zur Beurteilung von Dr.
K._
mu
ss somit gesagt werden, dass
ihre Stellung
nahme
widersprüchlich ist und deswegen keinen Beweiswert hat
.
Alsdann sollte die
Kniearthroskopie vom 20. November 2019
laut
dem
behandelnden Arzt PD Dr.
B._
unter anderem
auch der Abklärung einer allfälligen Knie
in
stabilität dienen
(E.
3.8)
.
I
m Operationsbericht vom 20.
November 2019 (
E.
3.9
) und de
m
in der Folge verfassten
Bericht
vom 2
1.
Februar 2020
(E.
3.11)
machte
PD Dr.
B._
aber keine Angaben zu einer Knieinstabilität.
Dem Bericht vom 21. Februar 2020 ist vielmehr zu entnehmen, dass das Knie bei der klinischen Untersuchung vom 18. Februar 2020
ligamentär
stabil gewesen sei (E.
3.11).
Her
nach erhob PD Dr.
B._
bei der Untersuchung vom
2.
Juni 2020
unter anderem
eine Flexion/Extension
100-0-5° mit Über
s
treckbarkeit.
Zusätzlich führte er aus, dass d
as Knie
in Extension
lateral etwas ve
r
mehrt aufklappbar
sei
(
E. 3.17
).
In seinem vom
19. Juni 2020
datierenden Schreiben an die Rechts
ver
tre
terin des Beschwerdeführers sprach PD Dr.
B._
von
direkten Zeichen einer Instabilität des Kniegelenks bei Streckung und lateral etwas vermehrter Auf
klappbarkeit in Extension
(
E. 3.17
)
und im Operations
bericht
vom 2
2.
Juni 2020
dann gar von einer massiven H
yperextension (E. 3.18)
.
Bezüglich dieser Angaben von
PD Dr.
B._
ist zu berücksichtigen, dass behandelnde Ärzte im Zweifelsfall zugunsten ihrer
Patienten aussagen (E. 1.10.2). Es ist ferner darauf hinzuweisen
, dass
die erste Prothese gemäss den Befunden der
MRI-Untersuchung vom 1
8.
Juni 2020 gelenkgerecht sass und keine Lockerungs
zeichen bestanden (E.
3.16
)
. Damit setzte
sich
PD Dr.
B._
aber ebenso wenig auseinander wie mit seiner früheren Aussage im Zusammenhang mit dem Prothesenwechsel, wo
nach die bisherigen medizinischen
Massnahmen nicht von Erfolg gekrönt gewesen seien (E.
3.12
)
.
Und schliesslich finden sich die Untersuchungsb
efunde
vom
18. Februar 2020 mit
ligamentär
stabile
m
Knie bei den Akten
(E. 3.11)
.
PD Dr.
B._
ist
in seinen späteren Berichten
auch darauf nicht eingegangen.
Im Bericht vom
2.
Juni 2020 heisst es unter «Beurteilung und Prozedere» zum Prothesenwechsel schlicht, dass letztlich der Entscheid zu diesem Vorgehen gefällt worden sei (
Urk. 10/512 S. 2).
D
iesem und den anderen Berichten
von
PD Dr.
B._
ist folglich
nicht zu entnehmen, dass
mit der
Operation vom 2
2.
Juni 2020
eine
namhafte Verbesserung
bezüglich
der Folgen des Unfalles vom 1
1.
September 2016
zu erwarten war
.
Zu den
Kribbel
paräshesien
ist der Voll
stän
digkeit
auszuführen
, dass zu deren Behandlung bei der Operation vom 2
2.
Juni 2020
gemäss dem Bericht zur Untersuchung in der Universitätsklinik
C._
vom 1
7.
Juni 2020
die Nerven dargestellt und eine mögliche Engstelle freigeräumt werden sollte. Die Prognose war
gemäss den Ärzten der Universitäts
klinik
C._
jedoch ungewiss (
Urk.
10/514 S. 2).
Auch diesbezüglich kann somit nicht davon gesprochen werden, dass prognostisch vom operativen Eingriff eine namhafte Verbesserung bezüglich der Folgen des Unfalles vom 11. September 2016 zu erwarten war.
Die Berichte der behandelnden Ärzte und die Aktenbeurteilung von Dr.
K._
vom 31. März 2020 (E. 3.13) begründen somit keine Zweifel an den Beurteilungen von
Dr.
J._
. Seine Beurteilungen genügen den von der
Recht
sprechung an den Beweiswert von versicherungsinternen Stellungnahmen gestellten Anfor
derungen (E.
1.10.2
).
Es ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerde
gegnerin auf die Beurteilungen von
Dr.
J._
abgestellt hat.
Bezüglich des linken Knies sind somit keine weiteren Abklärungen nötig.
Die Beschwerdegegnerin
ist zudem zu Recht davon ausgegangen, dass im Zeitpunkt der Einstellung der
Heil
be
hand
lungs
- und Taggeld
leistungen
per 31.
Januar 2020 bezüglich des beim Unfall vom 11.
Sep
tember
2016 wahrscheinlich
eben
falls ver
letzten linken Daumen
s
(vgl.
dazu die Beurteilung des Suva-Versiche
rungs
mediziners
Dr.
med.
M._
, Facharzt
für Chirurgie, vom 2
2.
August 2017,
Urk.
10/98 S.
1)
keine weiteren Unter
suchungen oder Behandlungen im Gang waren (
Urk.
2 S.
8).
Der Untersuchungsb
ericht von
Prof.
Dr. N._
,
Chef
arzt Handchirurgie, Universitätsklinik
C._
,
datiert
vom
9.
A
ugust 2017 (
Urk.
10/97 S. 1
)
. Wie diesem Bericht zu entnehmen ist, hatte sich der Beschwerdeführer damals noch nicht für die - gemäss Prof.
Dr.
N._
theoretisch denkbar
e
-
operative Behandlung entschieden. Weitere Konsultationen bei Prof.
Dr.
N._
wurden nicht vereinbart (
Urk.
10/97 S. 2).
Zu berücksichtigen
ist
sodann, dass die IV-Stelle dem Beschwerdeführer nach der Kniearthroskopie vom 2
0
. November 2019 (Urk. 10/417) am 27. November 2019
mitteilte, dass
aufgrund
seines
Gesundheitszustandes keine Eingliederungs
mass
nahmen möglich seien (Urk. 10/420).
Als die Beschwerdegegnerin ihre
Heilbe
handlungs
- und Taggeldleistungen per 3
1.
Januar 2020 eingestellt hat, waren so
mit keine Eingliederungsmassnahmen der Eidgenössischen Invaliden
ver
siche
rung pendent
(s. a. Urk. 10/473)
. Hinzu kommt, dass weder vom Beschwerde
füh
rer behauptet wurde noch aufgrund der Akten ersichtlich ist, dass durch all
fällige weitere Eingliede
rungsmassnahmen der Eidgenössischen Invaliden
ver
sicherung der die Invaliden
rente der Unfallversicherung bestimmende Invalidi
tätsgrad beeinflusst werden kann (E. 1.
7
vorstehend)
.
Es ist somit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre
Heilbehand
lungs
- und Taggeldleistungen per 3
1.
Januar 2020 eingestellt hat.
4.
3
4.3.1
Bezüglich der Höhe der Invalidenrente rügt der Beschwerdeführer zunächst
,
das
s
der Kreisarzt ohne weitere Begründung davon ausgegangen
sei
,
dass er voll
schichtig einsatzfähig sei.
Er habe
beispielsweise d
as Erfordernis eines erhöhten Pausen
bedarfs nicht geprüft
. Zudem trage das
Zumutbarkeitsprofil von Dr.
J._
vom 19. Juli 2019
, wonach ihm unfallkausal leichte wechsel
be
lasten
de Tätigkeiten, vor
wiegend im Sitzen, ohne Arbeiten auf Leitern und Ge
rüsten und ohne Arbeiten auf unebenem Gelände und ohne Arbeiten in hockender oder kniender Stellung vollzeitig zumutbar
seien
(
E.
3.2.2
)
,
den permanent be
stehenden Schmerzen
nicht Rechnung. Sein Knie reagiere auf jegliche Belastung mit Schmerzen, Anschwellen etc. Der Kreisarzt habe nicht berücksichtigt, dass er täglich mehrmals Blockaden im Knie habe, die er mit gezielten Übungen jeweils lösen müsse. Und schliesslich würden die durch die Nervenläsionen hervor
ge
rufenen zeitweiligen Einbrüche nicht berücksichtigt. Diese würden eine er
heb
liche Instabilität beim Gehen/Stehen darstellen (
Urk.
1 S. 19).
Dem ist entgegen
zu
halten, dass gemäss der B
eurteilung des Kniespezialisten
PD
Dr.
B._
vom
21. Februar 2020
dem Beschwerdeführer eine vermehrt sitzende Tätigkeit, welche das Knie nicht belaste, möglich
war
(E. 3.11).
Dies entspricht im Wesentlichen dem Zumutbarkeitsprofil
des Kreisarztes
. Weiter
ist festzuhalten, dass
PD
Dr.
B._
dem Beschwerdeführer
mit seinem ärztlichen Zeugnis vom
17.
März 2020 für den Zeitraum vom 1. und 30. April 2020
in einer angepassten
Tätigkeit
zwar nur
eine Arbeitsfähigkeit von 20
%
attestierte (
Urk.
3/8). Mangels Begrün
dung ist die Abweichung zur
früheren
Beurteilung von PD
Dr.
B._
vom 21. Februar 2020 (E. 3.11)
jedoch
nicht nachvollziehbar.
Der Beschwerde
führer kann aus diesem Arbeitsunfähigkeitszeugnis somit nichts zu seinen Gunsten ableiten. Dies gilt ebenfalls für die vom Beschwerdeführer eingereichten ärztlichen Zeugnisse der Assist
enzärztinnen und Assistenzärzte
der Orthopädie der Universitätsklinik
C._
(
Urk.
3/8), weil sie in derselben Form wie das ärzt
liche Zeugnis von PD
Dr.
B._
vom 17. März 2020 abgefasst sind.
Zur vom Beschwerdeführer angeführten Nervenläsion ist sodann festzuhalten, dass der Beschwerdegegnerin im Z
eitpunkt der
Rentenzusprache
kein Arbeitsunfähig
keits
attest einer Neuro
login oder eines Neurologen vorlag. Es kann somit
offen bleiben
, ob die geltend gemachte Nervenläsion überhaupt in eine
m
natürlichen und adäquaten Kausal
zusammenhang zum Unfall vom 11.
September 2016 steht.
Der Voll
stän
dig
keit halber ist zu erwähnen, dass die Verletzung des linken Daumens vom 11. September 2016 die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers gemäss der nach
vollziehbaren Beurteilung von
Dr.
J._
nicht beeinträchtigt (
E
. 3.20). Dementsprechend
hatte das Zumutbarkeitsprofil von
Dr.
J._
vom 19. Juli 2019 bei
der
Zusprache
der Rente mit Wirkung ab
1.
Februar 2020 noch Gültig
keit. Es ist somit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin darauf abge
stellt hat.
4.3.2
Der Beschwerdeführer moniert sodann, dass die Beschwerdegegnerin beim ge
stützt auf lohnstatistische Angaben ermi
ttelte
n
Invalideneinkommen
einen
Tabel
lenlohn
im
Kompetenzniveau 2
verwende
t ha
t
(
Urk.
1 S. 19).
Wenn die ver
sicherte Person nach Eintritt der Invalidität - wie
im vorliegenden Fall (E.
3.2.2
)
- nicht auf einen angestammten Beruf zurückgreifen kann, rechtfertigt sich die
An
wendung
von LSE-
Kompetenzniveau
2
(praktische Tätigkeiten wie Verkauf/
Pflege/Datenverarbeitung und Administration/Bedienen von Maschinen und elektronischen Geräten/Sicherheitsdienst sowie Fahrdienst) nach der bundes
gericht
lichen Praxis nur dann, wenn sie über
besondere Fertigkeiten und Kennt
nisse verfügt
(Urteil
d
e
s Bundesgerichts
8C_
2
7
3/2021 vom 2
.
November
2021
E.
5.4.1
mit weiteren Hinweisen). Der
Beschwerdeführer hält dafür, dass er mit seinen körperlichen Einschränkungen auch seinen ursprünglich gelernten Beruf als diplomierter Pflegefachmann HF nicht mehr ausüben könne. Zudem würden ihm das
bei der
Y._
als
Maître de
Cabine
«on
the
job
»
Gelernte bei Ver
weisungs
tätigkeiten keinen Vorteil bringen (
Urk.
1 S. 19). Die Beschwerde
gegnerin begrün
dete die Anwendung des Kompetenzniveaus 2
da
mit, dass der Beschwerde
führer in verschiedenen Berufen
(diplomierter Pflegefachmann HF, Servicemitarbeiter im In- und Ausland, Flight
Attendant
und Maître de
Cabine
bei der
Y._
)
ge
arbeitet
und über Sprachkenntnisse (Deutsch und Französisch als Mutter
sprache, Englisch fliessend in Wort und Schrift) verfüge (
Urk.
2 S. 9-10
, vgl. auch den Lebenslauf des Beschwerdeführers,
Urk.
10/442 S. 3-4
).
Mit
seinem Fachhoch
schulabschluss und seinen Sprachkenntnissen
ist der Beschwerdeführer in einer Verweisungstätigkeit in der Administrati
on einsetzbar. Zu denken ist etwa an die Administration in einem Spital
oder Pflegeheim
, der
en Betrieb er bereits aufgrund seiner früheren Tätigkeiten
als Pflegefachmann
kennt
(
Urk.
10/442 S. 3)
.
Das Ab
stellen auf das
Kompetenzniveau 2
ist somit gerechtfertigt.
4.3.3
Der Beschwerdefüh
rer bringt sodann vor, die Beschwerdegegnerin sei bei der Prüfung eines leidensbedingten Abzuges vom Tabellenlohn nicht darauf ein
gegangen, dass er nur mit zwei Unterarmgehstöcken mobil sei und sich kaum ohne sie bewegen könne. Er könne keine Gegenstände tragen. Dieser Umstand benachteilige ihn klarerweise auf dem Arbeitsmarkt. Ein potentieller Arbeitgeber habe bei einem Bewerber mit Unterarmstöcken wohl klare Vorbehalte aufgrund der Leistungseinschränkung, der geringen Flexibilität und der Angst vor beschwerdebedingen Absenzen. Zudem könne er als Linkshänder aufgrund der Daumenverletzung links kaum mehr von Hand schreiben. Daher sei vorliegend der maximal mögliche Abzug in der Höhe von 25
%
angezeigt (
Urk.
1 S. 20).
Die Beschwerdegegnerin führte aus, dass ein Abzug in der Höhe von 10
%
gerecht
fertigt sei. Angesichts des von ihrem Kreisarzt formulierten Belastbar
keitsprofils sei von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungs
tätigkeit
en
im Kompetenzniveau 2 auszugehen (
Urk.
2 S. 10).
Dies vermag zu überzeugen.
Bei den
dem Beschwerd
eführer noch zumutbaren adminis
trativen Tätigkeiten (E.
4.3.2) sind durchaus auch solche ohne Tragen von Lasten denkbar. Wie
sodann
die
E-Mail-
Korrespondenz des Beschwerdeführers mit seiner Case-Managerin bei der Beschwerdegegnerin zeigt, ist er Beschwerdeführer in der L
age
, mit einer Tastatur zu schreiben (vgl. etwa
Urk.
10/411)
.
Überdies ist
d
er
aus
geglichene Arbeitsmarkt
ein theoreti
scher und abstrakter Begriff
. Er berück
sichtigt die konkrete
Arbeitsmarktlage
nicht, umfasst in wirt
schaftlich schwie
rigen Zeiten auch tatsächlich nicht vorhandene Stellenangebote und über
geht die fehlenden oder verringerten Chancen gesund
heitlich Beein
trächtigter, tatsächlich eine zumutbare und geeignete
Arbeitsstelle
zu finden. Er umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen
Arbeitsmarkt
, d
er von seiner Struktur her einen Fächer
verschiedenartiger Stellen
offenhält
(Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2019
vom 2
6.
Juni 2019 E. 4.
2
.2 mit Hinweisen).
Diese Gründe sprechen gegen einen höheren leidensbedingten A
bzug.
4.3.4
Im Übrigen blieb der Einkommensvergleich der Beschwerdegegnerin (
Urk.
2 S. 9-10)
un
bestritten und er gibt auch zu keinen Beanstandungen
zugunsten des Beschwerdeführers
Anlass.
Der Beschwerdeführer hat demnach Anspruch auf eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 22
%
(
Urk.
2 S. 10).
4.4
Der Beschwerdeführer beantragte zudem, dass ihm - nebst der Invalidenrente - von der Beschwerdegegnerin Pflegeleistungen und Kostenvergütungen auszu
richten seien (
Urk.
1 S. 2).
Nach dem Festsetzen der Rente werden dem Bezüger die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen (
Art.
10-13 UVG) unter anderem gewährt, wenn er zur Erhaltung seiner verbleibenden Erwerbsfähigkeit dauernd der Behandlung und Pflege bedarf (
Art.
21
Abs.
1
lit
. c UVG, in der bis 3
1.
Dezember 2016 gültig gewesenen Fassung).
Die Beschwerdegegnerin trat mit dem angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 1
0.
Dezember 2020 (
Urk.
2) auf das Gesuch des Beschwerdeführers auf Gewährung von Massnahmen gemäss
Art.
21 UVG nicht ein, weil sie nicht Gegenstand der Verfügung vom
1
3.
Mai 2020
(Urk. 10/485)
gewesen seien
(
Urk.
2 S. 13). Weil die Beschwerdegegnerin das Ge
such des Beschwerdeführers um Ausrichtung von Pflegeleistungen und Kosten
ver
gütungen nach der Festsetzung der Rente im angefochtenen
Einsprache
entscheid
vom 1
0.
Dezember 2020 (
Urk.
2) somit zu Recht nicht behandelte, fehlt es diesbezüglich an einem anfechtbaren Anfechtungsge
genstand (vgl. E.
1.1
1
vor
stehend). Auf den Antrag des Beschwerdeführers auf Ausrichtung solcher Leistungen im vorliegenden Verfahren (
Urk.
1 S. 2) ist daher nicht einzutreten.
4.
5
Zum Anspruch
des Beschwerdeführers auf eine Integritätsentschädigung ist
schliesslich
festzuhalten, dass
die
Beurteilung des Integritäts
schadens in erster Linie Aufgabe des Mediziners
ist
. Er hat insbesondere den Befund zu erheben sowie dessen Dauerhaftigkeit und Schwere zu beurteilen. Dabei hat er auch den Quervergleich mit anderen
im
Anhang 3 der UVV oder den S
uva
-Tabellen auf
geführten Integritätsschäden vorzunehmen
(Urteil des Bundesgerichts U 344/01 vom 1
1.
September 2002 E. 6).
Dr.
J._
hat unter Berücksichtigung der vor
liegenden Befunde mit seinen schlüssig und überzeugen
d
en Beurteilungen den unfallbedingten Integritätsschaden beim linken Knie mit 25
%
geschätzt
(E. 3.3).
E
benso
überzeugend ist seine Beurteilung vom
8. Dezember 2020, wonach beim linken Daumen kein unfallbedingter Integritätsschaden vorliege (E.
3.20
). Von den übrigen beteiligten medizinischen Fachpersonen befasste sich einzig noch
Dr.
K._
mit der Frage, ob ein Integritätsschaden vorliege.
Sie führte aus, dass der Integritätsschaden erst nach dem
Knietotal
endo
prothesen
-Wechsel beurteilt werden könne
. Bei einem schlechten Ergebnis der Prothesen
versorgung
wäre der Integritätsschaden gemäss der Suva-Tabelle 5 (
Integritäts
schaden bei Arthrose
n
) auf gesamthaft 40 % anzuheben
(
E. 3.12
).
Daraus lässt sich nichts zu Gun
sten Beschwerdeführers ableite
n. Zum einen war der
Knietotalendopro
thesen-Wechsel
- wie festgehalten
(E. 4.2)
- unfallbedingt nicht notwendig
.
Zum anderen
lag
vor dieser Operation - wie dem MRI-Befund vom 18. Juni 2020 zu entnehmen ist (E.
3.16
)
-
objektiv betrachtet kein schlechtes Ergebnis der ersten Prothesenversorgung vor. Demnach gibt es keine medizinische
n
Berichte
und Stellungnahmen
, welche Zweifel an den Beurteilun
gen von
Dr.
J._
begründen. Die Beschwerdegegnerin hat somit zu Recht auf die Beurteilungen ihres Kreisarztes abgestellt und dem Beschwerdeführer eine Integritäts
entschädigung bei einer
Integritätseinbusse
von 25
%
ausgerichtet.
5.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde, soweit auf sie einzu
treten ist.