Decision ID: b3aadae0-6c83-4a91-958f-13963e9611b4
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1.
X._, geboren 1950, bezog von Juni 1999 bis Mai 2011 eine Rente der Invalidenversicherung und ab September 2013 die AHV-Rente (Urk. 11/I-G1). Ab Oktober 1999 bis zum Wegzug nach Y._ per 1. Mai 2011 (Urk. 11/2 S. 2, Urk. 11/V/52) war er bei der
Stadt Zürich,
Amt für
Zusatz
leis
tungen zur AHV/IV (nachfolgend: AZL),
zum Bezug von Zusatz
leistungen zur AHV/IV angemeldet (Urk. 2 S. 1, Urk. 11/164, Urk. 11/180).
Im September 2013 meldete sich der Versicherte nach seinem Zuzug in die Stadt Zürich (Urk. 11/254 S. 4) erneut beim AZL zum Leistungsbezug an (Urk. 2 S. 1, Urk. 11/247a).
Nach Abklärungen der finanziellen Ver
hältnisse hielt das AZL mit Verfügung vom 27. Januar 2014 fest, dass der Beschwerdeführer für die Zeit ab September 2013 und ab Januar 2014 keinen Anspruch auf Zusatz
leistun
gen habe. Dabei berücksichtigte das AZL in der ZL-Berechnung für das Jahr 2013 den Betrag von Fr. 309‘144.-- und für das Jahr 2014 von Fr. 299‘144.-- als Vermögen beziehungsweise Verzichtsvermögen aufgrund einer nicht deklarierten aus
ländischen Liegenschaft und eines Alterskapitals der 2. Säule (Urk. 11/268a, Urk. 11/257-258, Urk. 11/248/7, Urk. 11/268a). Mit Ver
fügung vom 29. Januar 2014 verpflichtete das AZL den Beschwerdeführer zudem zur Rückerstattung von Fr. 52‘737.-- der von Januar 2009 bis März 2011 geleisteten Zusatz
leistungen (Urk. 11/268a). Gegen diese beiden Verfügungen erhob der Ver
sicherte mit Schreiben vom 26. März 2014 Einsprache (Urk. 11/268), auf welche das AZL mit Einsprache
entscheid vom 12. Mai 2014 teils zufolge ver
späteter Einsprache und teils wegen Gegenstandslosigkeit nicht eintrat (Urk. 11/V/60). Dieser Entscheid erwuchs in Rechtskraft.
1.2
Am 4. Februar 2015 legte der Versicherte der AZL eine Verkehrswertschätzung seiner ehemaligen Liegenschaft in Serbien vom Dezember 2014 vor und bean
tragte eine Neuberechnung der Zusatzleistungen (Urk. 11/283). Mit Verfügung vom 27. Februar 2015 (Urk. 11/V/61), versandt mit Datum vom 2. März 2015 (Urk. 11/287), hielt das AZL unter Anrechnung eines Vermögensverzichtes von Fr. 271‘000.-- fest, dass ab Februar 2015 kein Anspruch auf Zusatz
leistun
gen bestehe. Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben vom 16. April 2015 Ein
sprache (Urk. 11/288), welche das AZL mit Einspracheentscheid vom 24. No
vember 2015 abwies (Urk. 2).
2.
2.1
Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 11. Januar 2016 Beschwerde und beantragte, es sei die anrechenbare Vermögensentäusserung auf Fr. 150‘015.-- und ein Anspruch auf Ergänzungsleistungen von Fr. 10‘825.-- festzulegen. In pro
zessualer Hinsicht beantragte er, es sei ihm die unent
geltliche Prozessfüh
rung zu gewähren und ein unentgelt
licher Rechts
vertreter in der Person von Rechts
anwalt Eduard M.
Barcikowski
zu bestellen (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerde
gegnerin schloss in der Beschwerdeantwort auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 10 S. 2). Mit Verfügung vom 8. Juni 2016 wurde dem Be
schwer
deführer Rechts
anwalt Eduard M.
Barcikowski
als unentgeltlicher Rechts
vertre
ter für das vorliegende Verfahren bestellt (Urk. 17). Mit Eingabe vom 20. September 2016 (Urk. 18) reichte die Beschwerdegegnerin ein vom Be
schwerde
führer an sie aus
gehändigtes Dokument samt Übersetzung zu einer Baugenehmigung aus dem Jahr 1996 ein (Urk. 19/1-2). Dem Beschwerde
führer wurde mit Verfügung vom 26. September 2016 Gelegenheit gegeben, dazu Stellung zu nehmen (Urk. 20), welche er mit Ein
gabe vom 13. Oktober 2016 einreichte (Urk. 23). Die Beschwerdegegnerin liess sich dazu innert der mit Verfügung vom 14. Oktober 2016 angesetzten Frist (Urk. 24) nicht verlauten.
2.2
Mit Eingabe vom 17. Oktober 2016 teilte Rechtsanwalt Daniel U. Walder dem Gericht unter Beilage der Vollmacht (Urk. 26) mit, dass ihn der Beschwerde
füh
rer mit der Wahrung seiner Interessen für das vorliegende Verfahren betraut habe und der Beschwerdeführer seinem bisherigen Rechtsvertreter, Rechts
anwalt Eduard M.
Barcikowski
, das Mandat entzogen habe. Gleichzeitig beantragte er, er sei als unentgeltlicher Rechtsvertreter des Be
schwerdeführers zu bestellen respektive es sei die allenfalls bereits gewährte un
entgeltliche Rechts
verbei
stän
dung auf ihn zu übertragen (Urk. 25). Mit Eingabe vom 19. Oktober 2016 teilte Rechts
anwalt Eduard M.
Barcikowski
dem Gericht unter Beilage eines ent
sprechenden Schreibens des Beschwerdeführers (Urk. 29) mit, dass ihm dieser das Mandat entzogen habe. Ausserdem bat er um Entlassung aus der Funktion als unent
geltlicher Rechts
vertreter (Urk. 28). Nach Einholung ergänzender Begründungen zum Vertreterwechsel (mit Verfügung vom 15. November 2016, Urk. 33 S. 5; Ein
gaben vom 12. Januar 2017, Urk. 37, und vom 8. März 2017, Urk. 39) wurde mit Verfügung vom 14. März 2017 Rechtsanwalt Eduard M.
Barcikowski
als unentgeltlicher Rechts
vertreter für das vorliegende Ver
fah
ren entlassen und Rechtsanwalt Daniel U. Walder als neuer unent
geltlicher Rechtsvertreter ab dem 17. Oktober 2016 bestellt (Urk. 40 S. 5).
2.3
Mit Eingabe vom 31. Mai 2017 beantragte der Beschwerdeführer die Sistierung des Verfahrens bis zum Abschluss des Erbteilungsverfahrens in Serbien, allen
falls bis einstweilen Ende August 2017 (Urk. 45 S. 1). Mit Verfügung vom 13. Juni 2017 wurde der Antrag auf Verfahrenssistierung abgewiesen (Urk. 47). Mit Eingabe vom 6. Juli 2017 (Urk. 49) reichte der Beschwerdeführer ein Schreiben seiner Schwester vom 28. Juni 2017 (Urk. 50) ein, zu welchem die Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 19. Juli 2017 Stellung nahm (Urk. 54). Mit Eingabe vom 9. August 2017 gab der Beschwerdeführer ausserdem eine Be
stätigung seiner Tochter vom 2. August 2017 zu den Akten (Urk. 57). Die Beschwerdegegnerin teilte dem Gericht telefonisch mit, dass sie auf eine weitere Stellung
nahme verzichte (Urk. 59).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1.
Der Bund und die Kantone gewähren Personen, welche die Voraussetzungen nach den Art. 4 bis Art. 6 des Bundesgesetzes über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invaliden
ver
sicherung vom 6. Oktober 2006 (ELG) erfüllen, Zusatzleistungen zur Deckung ihres Existenzbedarfs (Art. 2 Abs. 1 ELG; §§ 1, 13, 15 und 20 des Gesetzes des Kan
tons Zürich über die Zu
satzleistungen zur AHV/IV, ZLG, in der seit 1. Januar 2008 gültigen Fas
sung).
1.2
1.2.1
Die jährliche Ergänzungsleistung hat dem Betrag zu entsprechen, um den die anerkannten
Ausgaben
die
anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG). Die anrechenbaren Ausgaben werden nach Art. 10 ELG, die Einnahmen nach Art. 11 ELG ermittelt.
Als Einnahmen angerechnet werden
unter anderem Einkünfte aus beweg
lichem und unbeweglichem Vermögen (Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG) sowie (bei Alters
ren
t
nerinnen und Altersrentnern) ein Zehntel des Reinvermögens, soweit es bei alleinstehenden Personen Fr. 37‘500.-- übersteigt (Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG). Grundsätzlich a
nrechen
bar sind
namentlich
auch Liegenschaft
en eines Ver
sicherten
im Ausland
(
Urteil
des Bundesgerichts
8C_187/2007
vom 22.
Novem
ber 2007
E. 6.2).
Ebenfalls als Einnahmen berücksichtigt werden auch
Einkünfte und Ver
mö
gens
werte, auf die verzichtet worden ist (
Art.
11
Abs.
1 lit. g ELG
, Art. 15 ZLG
).
1.2.2
Zweck der Ergänzungsleistungen ist eine angemessene Deckung des Existenz
bedarfs. Bedürftigen Rentnern der Alters- und Hinterlassenen- sowie der In
vali
denversicherung soll ein regelmässiges Mindesteinkommen ge
sichert wer
den. Die Einkommensgrenzen haben dabei die doppelte Funktion einer Bedarfslimite und eines garantierten Mindesteinkommens. Deshalb sind bei der Anspruchs
be
rechnung nur tatsächlich vereinnahmte Einkünfte und vorhandene Vermö
gens
werte zu berücksichtigen, über die der Leistungsansprecher unge
schmälert ver
fügen kann (BGE 127 V 248 E. 4a, 122 V 19 E.
5a).
Dieser Grundsatz gilt nicht
und es liegt eine Verzichtshandlung im Sinne von Art.
11
Abs.
1 lit. g ELG
vor
, wenn die versicherte Person ohne rechtliche Ver
pflich
tung und ohne adä
quate Gegenleistung auf Einkünfte oder Ver
mö
gen ver
zichtet hat, wenn sie einen Rechtsanspruch auf bestimmte Ein
künfte und Ver
mögens
werte hat, davon aber faktisch nicht Gebrauch macht oder ihre Rechte nicht durch
setzt, oder wenn sie aus von ihr zu verant
wor
ten
den Gründen von der Aus
übung einer möglichen und zumutbaren Erwerbs
tä
tig
keit absieht (
nicht publi
zierte E. 3e des Urteils BGE 128 V 39, BGE 121 V 204 E. 4a, AHI 2001 S. 133 E. 1b,
SVR 2011 EL Nr. 4 S. 11, 9C_329/2010 E. 3.1
,
Urteil des Bundes
gerichts 9C_558/2013
vom 12.
No
vember 2013 E. 3.1.2
,
je mit Hinweisen).
Dies gilt auch betreffend
erb- oder ehegüterrechtliche Ansprüche (BGE 120 V 182 E. 4a; Urteil des Bun
desge
richts 9C_198/2010 vom 9. August 2010 E. 3.1).
Für die Annahme einer Verzichtshandlung im Sinne von
Art.
11
Abs.
1 lit. g ELG ist nicht erforderlich, dass beim Verzicht der Gedanke an Ergänzungs
leis
tungen tatsächlich eine Rolle gespielt hat (
BGE 131 V 329
E. 4.4
). Es ist also nicht wesentlich, dass sich d
i
e
v
ersicherte
Person
über die sozialversicherungs
rechtlichen Konsequenzen
ihres
Tuns im Klaren war. Eine Verzichtshandlung setzt aber schon begrifflich
(„Verzicht“)
voraus, dass die Vermögensvermin
de
rung mit Wissen und Wollen de
r v
ersicherten
Person
geschehen ist. Dabei ist nur, aber immerhin erforderlich, dass d
i
e
v
ersicherte
Person
hinsichtlich der Vermögensverminderung an sich urteilsfäh
ig war, nicht aber, dass sie
von der mög
lichen ergänzungsleistungsrechtlichen Qua
lifikation als Verzichtshandlung wusste und eine solche in Kauf nahm
(
Urteil
des Bundesgerichts
9C_934/2009
vom 28.
April 2010
E. 5.1).
1.2.3
Nach Art. 17 der
Verordnung über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinter
las
senen- und Invalidenversicherung (ELV)
ist
das
anrechenbare Vermögen nach den Grundsätzen der Gesetzgebung über die direkte kantonale Steuer für die Bewertung des Ver
mögen
s im Wohnsitzkanton zu bewerten (Abs. 1).
Dienen Grundstücke dem Bezüger oder einer Person, die in der EL-Berechnung einge
schlossen ist, nicht zu eigenen Wohnzwecken, so sind die
se zum Verkehrs
wert einzusetzen (Abs. 4).
Bei der entgeltlichen oder unentgeltlichen Entäusserung eines Grund
stückes ist der Verkehrswert für die Prüfung, ob ein Vermögens
ver
zicht im Sinne von Art
.
11 Abs
.
1
lit.
g ELG vorliegt, massgebend
.
Der Ver
kehrs
wert gelangt nicht zur Anwendung, wenn von Gesetzes wegen ein Rechts
an
spruch auf den Erwerb zu einem tieferen Wert besteht
(Abs. 5)
.
Die Kantone können anstelle des Ver
kehrswertes einheitlich den für die interkan
tonale Steu
erausscheidung massgebenden Repartitionswert anwenden
(Abs. 6)
.
Der Kanton Zürich hat indessen von dieser Befugnis keinen Gebrauch gemacht (vgl. die Weisungen und Infor
ma
tionen be
treffend Zusatzleis
tungen zur AHV/IV,
„Voll
zugsweisungen
betr. Zusatzleistun
gen mit Wirkung ab 1. Januar 1999“ vom 24. November 1998
und
vom 2
7.
März 2013
, S. 9, ein
sehbar unter
www.sozialamt.zh.ch
).
1.2.4
Ob eine adäquate Gegenleistung vorliegt, beurteilt sich nach dem Verhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung im Zeitpunkt der Entäusserung
(BGE 120 V 182 E. 4a; Urteil des Bun
desgerichts 9C_198/2010 vom 9. August 2010 E. 3.1). Die Anrechnung von Verzichtsvermögen richtet sich hingegen nicht nach dem geltenden Recht im Zeitpunkt des zur Diskussion stehenden Ver
mö
gensverzichts, sondern nach dem im Moment der Anrechnung gelten
den Recht.
Es handelt sich dabei um eine zulässige, sogenannte unechte Rück
wir
kung (ex
nunc et pro futuro) auf einen Sachverhalt, der sich zwar vor In
kraft
treten
der Neufassung von Art.
17 ELV
(
in der
ab
1.
Januar 1999
und ab 1. Januar 2008
geltenden Fassung
)
verwirklicht hat, sich aber auch danach noch auswirkt, indem sich unter Herrschaft des neuen Rechts die Frage der Be
wertung des Ver
zichtsvermögens stellt
(BGE 120 V 182 E. 4b; Urteile des Bundes
ge
richts 9C_198/2010 vom 9. August 2010 E. 3.3 und
8C_849/2008 vom 1
6.
Juni 2009
E. 6.3.2 mit Hinweisen).
1.2.5
Art. 11 Abs. 1 lit. g
ELG enthält keine zeitliche Beschränkung in Bezug auf die Berücksichtigung des Vermögensverzichts. Ein hypothetisches Vermögen ist also auch dann anzurechnen, wenn die Verzichts
handlung sehr lange zurück
liegt
. Dem Aspekt des Zeitablaufs wird durch die
jährliche Reduktion gemäss Art.
17a
ELV
Rechnung getragen. Danach wird der an
zurechnende Betrag von Vermögenswerten, auf die verzichtet worden ist, jähr
lich um Fr.
10'000.- ver
mindert, wobei der Wert des Vermögens im Zeit
punkt des Ve
rzichtes un
verän
dert auf den 1.
Januar des Jahres, das auf den Verzicht folgt, zu über
tragen und dann jeweils nach einem Jahr
zu vermindern ist (Abs. 1 und 2;
Urteil des Bun
desgerichts 9C_198/2010 vom 9. August 2010 E. 3.2 mit Hin
weisen).
1.3
Ist ein einmal bestehendes Vermögen nicht mehr vorhanden, so trägt der Leis
tungsansprecher die Beweislast dafür, dass es in Erfüllung einer recht
lichen Verpflichtung oder gegen
eine
adäquate Gegenleistung hingegeben worden ist, wobei der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gilt
(Urteile des Bundesgerichts
8C_1039/2008
vom
2
5.
Februar 2009
E. 2 und
9C_934/2009 vom 2
8.
April 2010
E. 3, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich
im angefochtenen Einspracheentscheid (Urk. 2) auf den Standpunkt, der
Beschwerdeführer
habe im Jahr 2007 als Ver
mögen das hälftige Eigentum an einem unbebauten Grundstück angegeben, das er als Wiese dritter Klasse mit einer Fläche von 945 m
2
bezeichnet habe. Im Rahmen einer Überprüfung durch das Inspektorat der Sozialen Dienstes der Stadt Zürich und dem sich daraus ergebenden Strafverfahren habe sich jedoch herausgestellt, dass der
Beschwerdeführer
über weiteres Eigentum mit zwei Wohn
häusern in Z._, Serbien, gemäss einer Schätzung von Dipl. Bau
inge
nieur A._ vom 30. November 2012 im Wert von Euro 176‘028.-- verfügt habe. Am 19. Juli 2013 habe er seine Liegenschaften in Serbien an seine Tochter ver
schenkt, weshalb eine Verzichtsanrechnung, und zwar Fr. 220‘000.-- für das Jahr 2014 und Fr. 210‘000.-- für das Jahr 2015, verzinst zu 0,180 % vorzu
nehmen sei. Auf die neue Schätzung des Sach
verständigen A._ vom Dezember 2014, welche einen um Euro 63‘678.-- geringeren Wert der Lie
genschaften angebe, könne nicht abgestellt werden. Denn für die Höhe des anzurechnenden Verzichtbetrages sei allein der Zeitpunkt der Eigentumsüber
tragung entscheidend und damals sei der Sachverständige von einem minima
len und fairen Marktpreis ausgegangen. Der nunmehr fest
gestellte Minderwert dagegen werde vom Sach
verständigen unter anderem mit den zwischenzeitlich gesunkenen Preisen in Serbien begründet. Zudem sei mit Blick auf die Bil
d
dokumentation nicht nach
vollziehbar, weshalb sich für den Sachverständigen auf
grund des nunmehr gesichteten Ausbaustandards des In
nen
bereichs ein Min
der
wert ergeben habe. Des Weiteren habe der
Be
schwerde
führer
mit Valuta vom 11. Juli 2011 sein Kapital der 2. Säule im Betrag von Fr. 91‘369.-- vom Freizü
gigkeitskonto bei der B._ bezogen, welches in der Folge ohne plau
sible Erklärung nicht mehr aufgetaucht sei. Daher sei (zusätzlich) ein Betrag von Fr. 91‘000.- respektive per 2015 von Fr. 61‘000.-- als Verzichtsvermögen auf
zuführen, was insgesamt ein Verzichtsvermögen von Fr. 271‘000.-- ergebe und in der ZL-Berech
nung zu berücksichtigen sei (Urk. 2, Urk. 11/V/61 S. 3).
2.2
Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein, der Wert der betreffenden Liegen
schaft sei anhand der neuen Schätzung von D. A._ (vom Dezember 2014) mit dem Schätzwert von Euro 112‘350 bei einem Eurokurs von 1.10 auf Fr. 123‘915.-- (richtig: Fr. 123‘585.--) festzusetzen. Denn die erste Schätzung vom 29. Dezember 2012 sei ge
heim und ohne Besichtigung der Räum
lichkeiten erfolgt. Darin sei nur ein ungefährer Richtwert angegeben worden und der Schätzer habe wieder
holt auf die Un
sicherheiten und Ungenauigkeiten in der Ermittlung hinge
wiesen. Die
Beschwerdegegnerin
hätte daher eine Ergänzung des Gutachtens einholen müssen. Der Verweis auf die Verwendung der ersten Schätzung im Strafver
fahren und durch die Sozialbehörde vermöge daran nichts zu ändern, da in beiden Ver
fahren der genaue Wert der Liegenschaften keine Rolle gespielt habe. Beim nun
mehr von ihm, dem
Beschwerdeführer
, ein
geholten Gutachten vom Dezem
ber 2014 habe der Gutachter Zugang zu den Liegenschaften gehabt und das alte Gutachten durch die tatsächlichen Werte korrigiert. So seien die Entfernung vom Stadtzentrum von 1‘500 Meter auf 3‘900 Meter, die effektive Nutzfläche im ersten Gebäude von 276 m
2
auf 257 m
2
respektive im zweiten Gebäude von 230 m
2
auf 184.79 m
2
und das Baujahr von 2009 auf 1996 korrigiert worden. Zudem seien die Objekte illegal ohne Bauge
nehmigung ge
baut worden, was den Wert schmälere. Die seinerzeitige Un
sicherheit bei der Ein
schätzung des Innen
ausbaus hingegen habe sich nicht ausgewirkt. Der Gutachter habe zudem alle Faktoren berücksichtigt, indem in der Schätzung auch die Erhöhung des Preises pro Quadratmeter für den Bauwert von Euro 400.-- im Jahr 2012 auf Euro 425 im Jahr 2014 beachtet worden sei. Wollte man auf den Stand 2013 abstellen, würde sich mit der Anwendung eine Korrektur von (interpoliert) 3.125 % um zirka Euro 3‘500.-- auf einen tieferen Preis von zirka Euro 109‘000.-- ergeben. Ferner seien seit 2009 bereits 5 Jahre anzurechnen und unter Berücksichtigung des Freibetrages von Fr. 40‘000.-- ergebe sich mit 1/15 ein anrechenbares Einkommen von Fr. 5‘595.--.
Nach dem Tod seines Vaters sehe er sich in
zwischen mit Erbansprüchen seiner beiden Geschwister C._ und D._ konfrontiert, die je ein Drittel der betreffenden Liegenschaften bean
spruchen würden. Die Schen
kung werde daher voraussichtlich gerichtlich für ungültig erklärt werden und die Liegenschaft ins Miteigentum der drei Ge
schwister überführt werden, welche sie dann teilen müssten. Damit sinke das anrechenbare Vermögen weiter we
sentlich. Dieser Sachverhalt werde jedoch erst aufgrund von rechtskräftigen Verfügungen des zuständigen serbischen Gerichts ins Verfahren bei der
Be
schwerde
gegnerin
eingebracht werden können und alsdann wohl zu einem Revisionsgesuch führen.
Dass er die BVG-Bezüge im Casino verspielt habe, sei aufgrund der Tatsache glaubhaft, dass er sich dort habe sperren lassen. Dies könne er allerdings nicht nachweisen. Daher werde die Zurechnung der BVG-Auszahlung nicht mehr
be
stritten, so dass es insofern bei der Anrechnung von Fr. 61‘000.-- bleibe. Insgesamt sei der Betrag der an
rechenbaren Vermögensentäusserung auf Fr. 150‘015.-- festzusetzen, was zu einem Anspruch von Fr. 10‘825.-- führe (Urk. 1 S. 3 ff.).
2.3
2.3.1
Zu Recht nicht mehr strittig ist, dass das dem
Beschwerdeführer
am 11. Juli 2011 von der Freizügigkeitsstiftung 2. Säule der B._ ausbezahlte Kapital von Fr. 91‘369.65 (Urk. 1/248/7) mangels Nachweis vom dessen Ver
wen
dung in Anwendung von Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG und Art. 17a ELV in der ZL-Berechnung (aufgrund der Neuanmeldung im Februar 2015, Urk. 11/283) für das massgebliche Jahr 2015 im Betrag von (gerundet) Fr. 61‘000.-- als Ver
mö
gen zu berücksichtigen ist (Fr. 91‘000.-- - [3 x Fr. 10‘000.-- Amortisation von 2013-2015]).
2.3.2
Allein strittig und zu prüfen ist daher, ob
die Beschwerdegegnerin in der Be
rech
nung der Zusatzleistungen für das Jahr 2015 zu Recht den Betrag von Fr. 210‘000.-- als Verzichts
ver
mögen im Sinne von Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG aufgrund der Schenkung eines Grundstückes mit zwei Wohnhäusern in
Z._, Serbien, verzeichnet im Grundbuch des Bezirkes E._ mit der Kataster-Nr. F._, an seine Tochter (Urk. 8/6-6a) berück
sichtigt hat.
Zutreffend und zu Recht nicht strittig ist, dass die Schenkung der Liegenschaft an seine Tochter als Verzichtshandlung im Sinne von Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG zu beurteilen ist und daher der Verkehrswert der Liegenschaft be
messen auf den Zeitpunkt dieser Handlung (Art. 17 Abs. 5 ELV) am 19. Juli 2013 (Urk. 8/6-6a) zu bestimmen ist. Es gilt im Folgenden somit den Wert der besagten Liegen
schaft im Zeit
punkt der Entäusserung am 19. Juli 2013 zu klären (E. 3 nachfol
gend) sowie die Frage, ob und gegebenenfalls inwiefern allfällige Erban
sprüche den Umfang des Vermögensverzichts reduzieren (E. 4 hernach).
3.
3.1
3.1.1
Unter dem Verkehrswert ist der Verkaufswert zu verstehen, den eine Liegen
schaft im normalen Geschäftsverkehr besitzt
(
Urteil
des Bundesgerichts P 49/05 vom 9. Juni 2006 E.
2.1 mit Hinweisen
)
.
Wie dieser Wert zu ermitteln ist, wird in der Gesetzgebung nicht vorgeschrieben
(
Carigiet/Koch, Ergänzungsleistungen zur A
HV/IV, 2. Aufl. 2009, S. 171).
Die Berechnung des Ver
kehrswertes (= Marktpreis) von Liegenschaften erfolgt bei überbauten Grundstücken in der Regel auf Grund einer Kombination von Real- und Ertragswert, wobei unter Realwert der Anlagewert (bestehend aus Bau- und Landwert) und unter Ertrags
wert der kapi
talisierte Bruttoertrag zu verstehen i
st (Urteile des Bundesgerichts
8C_849/2008 vom 16. Juni 2009 E. 6.3.4 und
P
62/01 vom 3
0.
Mai 2003 E. 3.2
, je
mit Hin
weisen). Die Be
stim
mung des Verkehrswertes anhand des gewichteten Mittels aus Real- und Ertragswert ist als Methode (im normalen Geschäfts
verkehr) anerkannt und ver
breitet. Die Gewichtung hängt von der Art des Bewertungsobjekts im konkreten Einzelfall ab (vgl. BGE 125 III 1 E. 5; 134 III 42 E. 4, je Wohn- und Geschäfts
liegenschaften betreffend; Urteil des Bun
des
gerichts 5A_591/2009 vom 22.
Oktober 2009 E. 2.3).
3.1.2
Das
Bundesgericht
hat
festgehalten, der an sich als Verkehrswert mass
gebende Verkaufswert, den eine Liegenschaft im normalen Geschäfts
verkehr besitze, setze eine konkrete und aktuelle Liegenschaftsschätzung voraus, wes
halb
eine solche
Bewertungsmethode für die Ermittlung des Zusatzleistungsan
spruchs nicht praktikabel sei
.
D
er zusatzleistungsrechtliche Verkehrswert
habe
sich soweit möglich und sinnvoll auf geeignete anderweitige Schätzungswerte zu stützen (
SVR 1998 EL Nr.
5 S.
9 E
.
6a
;
Urteil
des Bundesgerichts
8C_849/2008 vom 16. Juni 2009
E.
6.3.4).
Als solche geeignete anderweitige Methode hat das Bundesgericht neben dem bereits im Gesetz genannten Repartitionswert (
gesamtschweizerisch verein
heit
lichter Steuerwert,
Art. 17 Abs. 6 ELV
,
vgl. Carigiet/Koch,
a.a.O., S.
171
FN 522
; Urteil des Bundesgerichts P 31/01 vom 13. Dezember 2001, E. 2a) im Falle einer bebauten Liegenschaft etwa das Abstellen auf das Mittel zwischen dem Steuer
wert und dem Gebäudeversicherungswert, wie es im Kanton Thurgau praktiziert wird, als in der Regel sachgerecht beurteilt (Urteil
des Bundesgericht 8C_849/2008 vom 16. Juni 2009 E. 6.3.4).
Das Bundesgericht gelangte aber auch schon zur Beurteilung, diese Berech
nungs
methode führe im konkreten Fall nicht ohne Weiteres zu einem ver
tret
baren Ergebnis, und hielt deshalb eine konkrete rückwirkende Liegen
schafts
schätzung für erforderlich (Urteil
e
des Bundesgerichts
P
49/05
vom 9. Juni 2006, E. 2.2 und E.
2.3
sowie
P 62/01 vom 3
0.
Mai 2003
E. 3.2
). In einem den Kanton Graubünden betreffenden Entscheid stellte das Bundes
gericht auf die Verkehrswertschätzung durch die kantonale Schätzungskommission ab (Urteil des Bundesgerichts P 48/04 vom 22. Februar 2005 E. 2.1).
In dem den Kanton Zürich betreffenden Urteil 9C_396/2013, 9C_397/2013, 9C_398/2013 vom 15. Oktober 2013 kam das Bundesgericht in Bezug auf ein Reihen
einfamilienhaus zum Schluss, die Addition des Zeit
bau
werts
(Zu
stands
wert)
der auf dem Grund
stück liegenden Gebäude
, welcher die Alter
sentwertung be
rücksichtige,
und des Marktwerts des Bodens stelle eine ge
schützte Ver
mö
gensermittlung dar (E. 7.1.2; vgl. Carigiet/Koch,
a.a.O., S. 171
f. mit Hinweis auf AHI-Praxis 1998 S. 274 f.).
3.2
3.2.1
Hier wurde der Wert der betreffenden Immobilie mit zwei Wohnhäusern in E._ (Kataster-Nr. F._, Liegenschaftsblatt Nr. G._), Z._, Ser
bien (Urk. 11/282/4-5), mittels zweier Schätzungen von demselben ortskundigen Sachver
ständigen dipl. grad. inz. A._ erstellt. Und zwar ergab die Schätzung vom 30. November 2012 mittels der Kostenmethode (Zeitbauwert der Gebäude plus Markt
wert des Grundstückes) einen Schätzungswert von Euro 176‘028.-- (Urk. 11/254/1 S. 3). Die zweite Schätzung vom 10. Dezember 2014 ergab für den Bauwert der Immobilien mittels der Kostenmethode („The Cost Approach Methodology“, Zeitbauwert der Gebäude plus Markt
wert des Grund
stückes) den Schätzwert von Euro 141‘340.-- und mittels der vergleichen
den Methode (Vergleichswertverfahren, Verkaufsmethode durch das Vergleichen von Preisen ähnlicher Immobilien auf dem Markt, „The Sales Approach Metho
dology“) einen Marktwert von Euro 112‘350.-- (Urk. 11/282/1+2 S. 13 f.).
3.2.2
Auf das Ergebnis der vergleichenden Methode mit dem Schätzwert von Euro 112‘350.-- kann schon deshalb nicht abgestellt werden, weil dieser sich auf einen Zeitpunkt rund eineinhalb Jahre (Ende 2014) nach dem massgeblichen Datum vom 19. Juli 2013 bezieht und sich in dieser Zeit die Immobilien
marktwerte in Serbien nach Angaben des Sachverständigen ständig senkten (Urk. 11/282/1 S. 14, Urk. 11/282/2 S. 13).
Zudem wurden die Preise der Ver
gleichsobjekte aufgrund von im Internet verbreiteten Verkaufsangeboten ermit
telt, was mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für den individuellen Fall fraglich zu verlässlichen Aussagen zum tatsächlichen Verkehrswert, der auf dem freien Markt bezahlt wird, führt (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_540/2009 vom 1
7.
September 2009 E. 5.3
)
.
3.2.3
Dagegen ist die in beiden Schätzungen angewandte Kostenmethode, bei welcher der Sach
verständige den Bauwert der Gebäude (Zeitwert inklusive Zusatz
kosten) festlegte und den Markt
wert des Grundstückes dazu addierte, mit Blick auf das
Urteil
e
des Bundesgerichts
9C_396/2013, 9C_397/2013, 9C_398/2013 vom 15. Oktober 2013
,
E. 7.1, nicht zu beanstanden.
Entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin
kann jedoch nicht auf die erste dieser beiden Schätzungen (vom 30. November 2012) abgestellt werden. Denn gemäss den Ausführungen des Sachverständigen wurde der Bauwert der Objekte ohne Ausmessen der Fläche der begutachteten Objekte, ohne genaue Kenntnis von deren Alter und der kommunalen Ausstattung sowie ohne Einsicht in den Innenausbau, mithin allein aufgrund der äusseren Betrachtung, vorgenommen (Urk. 11/282/1 S. 14, Urk. 11/282/2 S. 13; vgl. dazu auch den Ermittlungs
bericht des Inspektorats des Sozialdepartementes der Stadt Zürich vom 10.
De
z
ember
2012, Urk. 11/254/1 S. 3).
Dagegen hatte der Sachverständige bei der zweiten Begutachtung Zugang zum Grundstück und den Wohnhäusern, er nahm eigene Vermessungen vor und nahm die Schätzung in Kenntnis der Bau- sowie Renovationsdaten (Haus Nr. 1: 1994-1995, letzte Renovation: 2007; Haus Nr. 2: 1985-1988, letzte Renovation: 2005; 11/284/1-2 S. 8) vor. Die zweite Schätzung nach der Kostenmethode wie
derspiegelt damit die konkreten Begebenheiten der Immobilie genauer.
3.2.4
Allerdings ist auch bei der zweiten Schätzung nach der Kostenmethode vom Dezember 2014 zu berücksichtigen, dass der so ermittelte Zeitwert aufgrund der darin berücksichtigten Altersentwertung vom hier massgeblichen Zeitpunkt per 2013 etwas abweicht. Und zwar wurde der danach im Dezember 2014 ermittelte Schätzwert von Euro 141‘340.-- bezüglich beider Wohnhäuser mit einer Abschreibung von je 1,25 % pro Jahr (22,5 % : [2014-1996] respektive 32,5 % : [2014-1988]; vgl. Urk. 11/282/1-2 S. 10 f.) ermittelt, weshalb dement
sprechend der Wert um diesen Faktor (1,25 %) für ein Jahr zu korrigieren ist.
Dies ergibt bei Haus Nr. 1 die folgende Berechnung
: „Wert des neuen Objektes“ Euro 111‘617.-- - Euro 23‘718.60 (21.25 %) = Euro 87‘898.40 („Bauwert“); ab
züglich „Baudefekte“ Euro 1‘730.-- = Euro 86‘168.40 („Bauwert Immobilie Nr. 1“); zuzüglich Euro 2‘295.-- („Marktwert des Grundstücks“) = Euro 88‘463.40 (Total „Bauwert von Immobilie Nr. 1“).
Bei Haus Nr. 2 resultiert der folgende Wert: Euro 79‘164.-- („Wert des neuen Objektes“) - Euro 24‘738.75 (31,25 %; „Physische Abschreibung„) = Euro 54‘425.25 („Bauwert“); abzüglich „Baudefekte“ Euro 1‘069.-- = Euro 53‘356.25 („Bauwert Immobilie Nr. 2“); zuzüglich Euro 1‘905.-- („Markt
wert des Grundstücks“) = Euro 55‘261.25 (Total „Bauwert von Immobilie Nr. 2“).
3.3
Damit beläuft sich der Schätzungswert für die gesamte Immobilie mit beiden Wohnhäusern im Jahr 2013 auf gerundet Euro 143‘725.-- (Euro 88‘463.40 + Euro 55‘261.25). Von diesem Immobilienwert ist bezüglich der Verzichts
hand
lung am
19. Juli 2013
auszugehen.
Was die Parteien zum Schätzungswert vorbringen, führt zu keiner anderen Betrach
tungsweise. Namentlich vermögen entgegen der Ansicht der Be
schwerde
gegnerin (Urk. 2 S. 4) die Fotos der Wohnhäuser die insgesamt lege artis erstellte Schätzung vom 10. Dezember 2014 nicht in Frage zu stellen. Der erste Schätzungsbericht vom
30. November 2012 ist im Übrigen nicht in den Akten, so dass eine weitere Überprüfung nicht möglich ist. Nach dem Gesagten erübrigt sich dies denn auch.
Unerheblich ist sodann, dass die Rückforderungs
verfügung vom 29. Januar 2014 betreffend die Rück
forderung für Zusatz
leis
tungen von Januar 2009 bis März 2011 (Urk. 11/268a) auf Grundlage der ersten Immobilienschätzung
vom 30. November 2012
erstellt wurde, zumal
eine Ver
fügung über
Zusatz
leistungen in zeitlicher Hinsicht Rechtsbeständigkeit nur für das Kalenderjahr entfalten
kann und
die Grund
lagen der
ZL-
Berechnung ohne Bindung an früher berücksichtigte Be
rechnungs
faktoren von Jahr zu Jahr neu fest
gelegt werden (BGE 139 V 570 E.
3.1, 128 V 39 E. 3b; Urteil des Bundesge
richts 9C_333/2014 vom 2
2.
August 2014 E. 4.2).
4.
4.1
4.1.1
Was das Vorbringen des
Beschwerdeführer
s betrifft,
er sehe sich nach dem Tode seines Vaters am 9. Dezember 2014
(Urk. 3/7)
mit Erban
sprüchen seiner beiden Geschwister
zu je einem Drittel
konfrontiert
(Urk. 1 S. 7), ist das Folgende massgeblich.
In den vom
Beschwerdeführer
signierten Fragebögen zur periodischen Über
prüfung des Anspruchs auf Zusatzleistungen vom 25. September 2007 (Urk. 11/164 S. 2) und 20. September 2009 (Urk. 11/180 S. 2) wurde bei der Frage nach in- und ausländischem Vermögen angegeben, er habe vor ein paar Jahren eine Wiese dritter Klasse von seinem Onkel, der damals verstorben sei, geerbt. Diese Parzelle sei 9,45 Aare gross gewesen. Bei der Scheidung von seiner Ehefrau (H._) habe jeder die Hälfte erhalten. Den Akten ist dazu ein in kyrillisch Schrift verfasster Beleg vom 2. März 2006 (ohne Über
setzung) zu entnehmen, auf dem die Nr. F._ und die Zahl 9.45 zu erkennen ist (Urk. 11/162/2).
In der Einsprache vom 26. März 2014 (Urk. 11/268) gegen die dem angefoch
tenen Ein
sprache
entscheid (Urk. 2) zugrunde liegenden Verfügungen vom 27. und 29. Januar 2014 (Urk. 11/259-260)
brachte
der Beschwerdeführer
vor
, die fraglichen Grundstücke seien nicht a
uf ihn im Grundbuch einge
tragen
, da sie der verstorbenen Mutter gehört hätten und zudem der - mittler
weile verstor
bene - Vater als Erbe einen Anspruch darauf habe (Urk. 11/268).
Im Schreiben vom 2
1.
Dezember 2015 führte der Beschwerdeführer aus, die Häuser in Serbien würden ihm nicht gehören. Seine inzwischen verstorbenen Eltern hätten seinen Anteil seine
r
Tochter vermacht. E
r sei i
m beiliegenden Katasterauszug denn auch nirgends verzeichnet (
Urk.
11/293). Dazu ist den Akten eine Bescheinigung des Amtes für Liegenschaftskataster in
Z._
vom 5. November 2014 zu entnehmen, wonach, auf den Namen des Beschwerde
füh
rers keine Liegen
schaften im Gebiet der Gemeinde
Z._
eingetragen seien (
Urk.
11/268d/2, Übersetzung in
Urk.
8/3; vgl. auch
Urk.
11/295).
In seiner Stellungnahme vom 13. Oktober 2016 (Urk. 23) zu dem von ihm mit Übersetzung eingereichten Entscheid der Abteilung für Urbanisierung und Wohn- sowie Kommunalgeschäfte und Bau
wesen der Gemeindeverwaltung
Z._
vom 5. November 1996 betreffend Baubewilligung an
I._
(Urk. 19/1-2) hat der Beschwerde
füh
rer des Weiteren
geltend ge
macht
, dieses Doku
ment belege seinen Standpunkt, dass die Liegenschaft(en) von seiner Mutter
I._
gebaut wor
den sei(en) und sich in ihrem Eigentum befunden hätten (Urk. 23 S. 2).
4.1.2
Die Darstellungen des
Beschwerdeführer
s sind in sich widersprüchlich und unglaubwürdig. Die Bestätigung zur Behauptung, er sei im Katasterauszug nir
gends verzeichnet und die Häuser würden ihm nicht gehören, ist vom
5. No
vember 2014 (Urk. 8/3, Urk. 11/268d/2). Sie wurde mithin zu einem Zeitpunkt ausgestellt, als die betreffende Immobilie mit zwei Wohnhäusern in E._ (Kataster-Nr. F._, Liegenschaftsblatt Nr. G._), Z._, Ser
bien (Urk. 11/282/4-5) gemäss dem Schenkungsvertrag vom 19. Juli 2013 bereits an die Tochter des
Beschwerdeführer
s (Urk. 8/6-6a) übertragen worden war, was hier - wie ausgeführt - als Verzichtshandlung im Sinne von Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG zu beurteilen ist.
Aus dem Schenkungsvertrag des
Beschwerdeführer
s mit seiner Tochter vom 19. Juli 2013 geht denn auch hervor, dass er vor der Übertragung an seine Tochter der einzige und alleinige Eigentümer der beiden Wohnhäuser auf einer Fläche von 1,53 und 1,27 Aren sowie der Wiese dritter Klasse mit einer Fläche von 6,18 Aren war (Urk. 8/6-6a S. 1). Dies wird erhärtet durch den Ermittlungs
bericht des In
spekto
rates des Sozialdepartementes der Stadt Zürich vom 10. Dezember 2012, worin er, gemäss einem dort vorliegenden Katasterauszug, als alleiniger Eigentümer der gesamten Liegenschaft betreffend das Liegen
schaftsblatt Nr. G._ bezeichnet wurde (Urk. 8/254/1 S. 4).
4.1.3
Ein Beweis dafür, dass die Häuser auf dieser Liegenschaft, die bis am 19. Juli 2013 im alleinigen Eigentum des
Beschwerde
führer
s standen, zuvor im Eigen
tum seiner Mutter gewesen wären und dass sie diese an ihn ohne Gegenleistung übertragen hätte, liegt nicht vor. Aus dem hierzu mit Übersetzung (Urk. 19/2) vorgelegten Schreiben (Urk. 19/2) ist zu entnehmen, dass die
Abteilung für Urbanisierung und Wohn- sowie Kommunalgeschäfte und Bau
wesen der Gemeindeverwaltung
Z._
am
5. No
vember 1996
auf Antrag von
I._
hin eine Baubewilligung erteilt hat für den Ausbau von zwei Wohnhäusern auf dem Katastergrundstück Nr. F._ der Katastergemeinde E._ im Wert von Dinar (RSD) 161‘964’00
(Urk. 19/1-2)
. Das Schreiben vom 5.
November
1996 ist in serbischer Sprache verfasst und wurde mit dem Namen des Sekretärs ver
sehen, jedoch ohne einen amtlichen Briefkopf und ohne erkenn
baren amtlichen Stempel. I._, die mittlerweile verstor
bene Mutter des
Beschwerde
führer
s (Urk. 11/262 S. 1),
wird darin als Antrags
stellerin für die Baube
will
igung und als Investorin bezeichnet, nicht jedoch als Eigentümerin. Allfällige Finanzierungen des Baus der Häuser durch die Mutter des
Be
schwerdeführer
s ändern ohne entsprechenden Vertrag mit Eintrag im Grund
buch nichts an den Eigentumsverhältnissen an der Im
mobilie.
4.1.4
Vor diesem Hintergrund und bei vorliegender Beweislage ist nicht überwiegend wahrscheinlich, dass der Vater des Beschwerdeführers respektive nach dessen Ableben am 9.
Dezember
2014 (Urk. 3/7) seine Erben, mithin der
Beschwerde
führer
und seine beiden Geschwister, einen erbrechtlichen Anspruch bezüglich der Immobilie auf dem Katastergrundstück Nr. F._ hätten geltend machen können.
Daran vermögen auch die vom
Beschwerdeführer
eingereichten Schreiben von D._, seiner Schwester, vom 28. Juni 2017 (Urk. 50) und von J._, seiner Tochter, vom 2. August 2017 (Urk. 57) nichts zu ändern. Im ersten Schreiben wurde im Wesentlichen ausgeführt, die verstorbene Mutter habe die Liegenschaft in Z._ selbst gebaut und das Ganze sei über sie gelaufen. Die Liegenschaft sei als Schenkung an ihren Bruder übertragen worden. Da allerdings auch noch sie, D._, und ihr Bruder ein Recht auf diese Häuser hätten, gelte der Anspruch auch für sie beide. Im Falle eines Verkaufes der Häuser wären sie ihrer Nichte sehr dankbar, wenn sie einen Viertel des Erlöses, nämlich zirka Euro 25‘000.-- bis Euro 30‘000.-- erhalten würden (Urk. 50).
Dass dies den rechtlichen Tatsachen entspricht, ist nicht belegt. Wie hiervor ausgeführt, ist eine Schenkung der Liegenschaft an den
Be
schwerdeführer
durch dessen Mutter unwahrscheinlich und ein sonstiger Anspruch aufgrund eines allfälligen Erbvorbezuges nicht belegt. Es wurde denn auch nicht ausgeführt, dass ein Anspruch aus Erbrecht gerichtlich festgestellt worden wäre. Die Aus
führungen von D._ stellen damit in Bezug auf den hier zu beurtei
lenden Anspruch des
Beschwerdeführer
s auf Zusatz
leistungen ein recht
lich nicht massgeb
licher Standpunkt eines Erben dar.
Die Bestätigung von J._ im Schreiben vom 2. August 2017, dass sie im Fall eines Verkaufes der Liegenschaften in Z._ jedem der bei
den Geschwister des
Beschwerdeführer
s einen Anteil von Euro 30‘000.-- zukommen lassen werde (Urk. 57), ist ebenfalls unerheblich. Denn als neue Eigentümerin aus Schenkung kann sie über die Liegenschaften frei verfügen.
4.2
4.2.1
Dementsprechend ist auch das Vorbringen des
Beschwerdeführer
s, d
ie Schen
kung werde voraus
sichtlich als ungültig erklärt und ins Miteigentum der drei Geschwister über
führt werden, welche sie dann teilen müssten
(Urk. 1 S. 7), nicht überwiegend wahrscheinlich
.
Als Beweis zu diesem Vor
bringen reichte der Beschwerdeführer ein auf Serbisch verfasstes, undatiertes Schreiben samt deutscher Übersetzung ein, das am Ende mit den Namen
K._
und
D._
ohne Unter
schrift versehen wurde (Urk. 3/8).
Im
Antrag auf Sistierung des Ver
fahrens
hat der
Beschwerdeführer
weiter ausgeführt
, dass betreffend die im vor
liegenden Verfahren umstrittenen Liegen
schaf
ten in Serbien eine Erbteilung stattfinde. Die Beschwerde seiner Ge
schwister
C._
und
D._
seien bereits als Beilage 8 eingereicht worden. Das Verfahren in Serbien sei noch nicht abgeschlossen. Die nächsten Schritte seien nun aber im Juli 2017 zu erwarten. Zur Vermeidung eines lang
wierigen Revisionsverfahrens sei das vorliegende Verfahren bis zum Schluss des Erbteilungsverfahrens in Serbien, mit dem wohl in Bälde gerechnet werden könne, allenfalls bis einstweilen Ende August 2017 zu sistieren (Urk. 45 S. 1).
4.2.2
Wie bereits in der die Verfahrenssistierung abweisenden Verfügung vom 13. Juni 2017 (Urk. 47) ausgeführt wurde, beweist das
mit der Beschwerde ein
gereichte
(undatierte)
Schreiben
in
Urk. 3/8
nicht
, dass die darin
behauptete
Beschwerde tatsächlich beim Amtsgericht
Z._
respektive beim zuständigen Gericht in Serbien eingereicht, dass auf diese eingetreten und dass damit rechts
gültig ein Erbteilungsverfahren hängig gemacht wurde. Denn das Schreiben enthält weder eine Adresse des Adressaten und der Absender, ein Datum, eine Unterschrift der angeblichen Be
schwerde
führerinnen „
K._
“ und „
D._
“, noch einen ge
richt
lichen Eingangsstempel und/oder eine Versand
be
stätigung (Urk. 3/8). Auch aus anderen Akten geht nicht hinreichend verlässlich hervor, dass tatsächlich ein Erbteilungsverfahren in Serbien betref
fend die hier mass
geblichen Ver
mögens
werte hängig ist.
Ausserdem wurde nicht weiter substantiiert und mit nichts belegt, dass im angeb
lichen Erb
teilungs
verfahren in absehbarere Zeit mit einem materiellen Entscheid ge
rech
net werden
könnte
. So wurde im Einzelnen weder ausgeführt noch belegt, welche Verfahrensschritte bereits erfolgt und welche weiteren noch zu erwarten sind respektive in welchem Stadium sich das serbische Verfahren befindet.
4.3
Wie es sich ferner mit der in der Übersetzung eines Scheidungsurteils vom 6. April 2006 festgehaltenen ehegüterrechtlichen Teilung der Wiese in der Katasterparzelle Nr. F._ (Urk. 11/5a; vgl. auch Urk. 11/254/2) im Einzelnen verhält, kann offen bleiben. Denn sie betrifft jedenfalls nicht die von der
Beschwerdegegnerin
als Verzichtsvermögen berücksichtigten Wohnhäuser auf derselben Parzelle, sondern allein die Wiese. Die Wiese neben den Wohnhäusern umfasst gemäss dem Schenkungsvertrag vom 19. Juli 2013 6,18 Aren, so dass eine Teilung selbst der gesamten Grundstücksfläche von rund 9 Aren kein Reduktionsgrund darstellt. Eine Reduktion des Wertes gemäss der Schätzung aufgrund dieser ehegüterrechtlichen Teilung wurde denn auch nicht geltend gemacht.
5.
5.1
Nach dem Gesagten ist von einem Vermögensverzicht im Sinne von Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG von
Euro 143‘725.-- per Juli 2013
auszugehen. Der Eurokurs lag am 19. Juli 2013 bei gerundet 1.23 (
www.finanzen.ch/devisen/historisch
/eurokurs
; vgl. auch:
http://
sdw.ecb.europa.eu/quickview.do?SERIES_KEY=
120.EXR.D.CHF.EUR.SP00.A
), so dass der Betrag von gerundet Fr. 176‘781.-- resultiert. Unter Berücksichtigung der Amortisation nach Art. 17a ELV erstmals per 2015 ist von einem Vermögensverzicht von Fr. 166‘781.-- auszugehen.
Zusammen mit dem als Vermögensverzicht anzurechnenden Betrag von Fr. 61‘000.-- (Wert nach Amortisation per 2015; Kapitalauszahlung, 2. Säule; vgl. E. 2.3.1 hiervor) ist damit in der ZL-Berechnung unter diesem Titel ein Vermögen von Fr. 227‘781.-- (anstatt Fr. 271‘000.--, Urk. 11/V/61 S. 3) anzu
rechnen. Den genauen Anspruch wird die Beschwerdegegnerin festzulegen haben.
5.2
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist der angefochtene Ein
sprache
ent
scheid vom 24. November 2015 (Urk. 2) somit aufzuheben und
es
ist
die Sache
unter Berücksichtigung des Verzichtsvermögens wie beschrieben
an die Beschwerdegegnerin zur
Festlegung des Anspruchs des
Beschwerdeführer
s auf Zusatzleistungen ab Februar 2015 zurückzuweisen.
6.
Das Verfahren ist kostenlos.
Den unentgeltlichen Rechtsvertretern
Rechtsanwalt Eduard M. Barcikowski, Zürich,
und
Rechtsanwalt Daniel U. Walder, Zürich (Urk. 17 S. 2, Urk. 40 S. 5) ist für den jeweiligen notwendigen Aufwand je
eine Parteient
schädigung zuzusprechen, welche
nach Massgabe von
Art.
61 lit. g ATSG in Verbindung mit
§
34
des
Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer)
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeu
tung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeit
aufwand und den Barauslagen
festzulegen ist. Die Parteientschädigungen sind ausgangsgemäss von der Beschwerde
gegne
rin zu entrichten.
Unter
Berücksichtigung
der genannten Grundsätze und
des gerichtsüblichen Stunden
ansatzes von
Fr.
2
2
0.--
sowie der Honorarnote von
Rechtsanwalt Eduard M. Barcikowski
von 16. März 2017, welche einen angemessenen Auf
wand für die Zeit vom 4. Januar bis 12. Oktober 2016 von 6.20 Stunden und Barauslagen von Fr. 49.50 ausweist (Urk. 42), ist die Prozessentschädigung für
Rechtsanwalt Eduard M. Barcikowski
auf Fr. 1‘526.60 ([6.20 x Fr. 220.--] +
Fr. 49.50
; + MWST von 8 %) fest
zusetzen.
Die Prozessentschädigung für Rechtsanwalt Daniel U. Walder, Zürich, der ab dem 17. Oktober 2016 als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt worden ist (Urk. 40 S. 5), ist unter Berücksichtigung der massgeblichen Kriterien auf Fr. 1‘200.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen.