Decision ID: 39b04041-c68a-4b95-97b4-d950dfbccb5d
Year: 2012
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

Sachverhalt sei rechtsgenüglich abgeklärt worden. Dr. med. ... habe dargelegt,
dass das anlässlich des Unfalls im 2001 verletzte AC-Gelenk im gesamten
klinischen Geschehen bzw. in der Schmerzsymptomatik in der rechten Schulter
keine Rolle mehr spiele. Auch Dr. med. ... habe die Relevanz der AC-
Gelenkbeschwerden als sehr rudimentär und fraglich angesehen. Er habe
zudem eine ähnliche, geringer ausgeprägte Symptomatik auch im linken AC-
Gelenk beobachtet, jedoch ohne Symptomatik im Arm (rechts von der HWS),
weshalb er denn auch die Unfallkausalität der Veränderungen im AC-Gelenk
ohnehin hinterfragt habe. Weitergehende Abklärungen hätten sich aufgrund
dieses Berichtes jedoch nicht aufgedrängt. Auch Dr. med. ... habe dargelegt,
dass die AC-Instabilität nicht als Ursache der geklagten Beschwerden
angesehen werden könne. Dr. med. ... wiederum habe die Feststellungen der
Dres. ..., ... und ... bestätigt. Dr. med. ... habe zudem in seinem Bericht vom
28. Dezember 2011 festgehalten, dass die Sensibilitätsstörungen am rechten
Daumen ulnar auf die unfallfremde HWS-Problematik, welche im Jahre 2005
eine Spondylodese C5/C6 zur Folge gehabt habe, zurückgeführt werden
könnten. Hingegen erachte er die damals erlittene Läsion der Nervii digitalis als
Auslöser der Beschwerden als eher unwahrscheinlich. Aus den medizinischen
Akten gehe jedenfalls nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit hervor, dass
die geklagten Beschwerden auf einen Riss der Nervii digitalis anlässlich des
Unfalls vom August 2001 zurückgeführt werden könnten. Zudem seien während
mehr als sechs Jahren nach dem Unfall weder Daumenschmerzen aufgetreten
noch Behandlungen erforderlich gewesen, und aus den Akten würden sich
auch keine Brückensymptome ergeben. Vielmehr seien Daumenbeschwerden
zeitgleich mit den Schulterbeschwerden wieder aufgetreten. Die geklagten
Sensibilitätsstörungen am rechten Daumen ulnar seien auch daher nicht
überwiegend wahrscheinlich unfallkausal, zumal die Dysästhesien in
Zusammenhang mit dem Daumen erstmals zehn Jahre nach dem Unfall
erwähnt worden seien. Selbst wenn jedoch die Sensibilitätsstörungen als
unfallkausal gewertet werden müssten, käme ihnen gemäss den
nachvollziehbaren Darlegungen von Dr. med. ... keine klinische Relevanz zu.
6. In seiner Stellungnahme zum Bericht von Dr. med. ... (datiert vom 28.
Dezember 2011) machte der Beschwerdeführer geltend, dass dieser Bericht
nur von geringer Bedeutung sein könne. Inhaltlich entspreche er der vom
selben Arzt verfassten Stellungnahme vom 19. Oktober 2011. Insbesondere
setze er sich darin auch nicht mit den seit dem Unfall bestehenden und immer
noch anhaltenden Daumenbeschwerden auseinander. Auch mit der
Feststellung von Dr. med. ..., welcher die Schwellung am rechten Daumen als
im Zusammenhang mit der Seitenbandplastik stehend, mithin vermutungsweise
als Residuum der damaligen Verletzung erachtet habe, habe sich der Arzt nicht
auseinandergesetzt. Weitere medizinische Abklärungen seien auch daher
notwendig.
7. Die Beschwerdegegnerin brachte demgegenüber vor, der Arztbericht von Dr.
med. ... sei objektiv und begründet. Besondere Umstände, welche daran
Zweifel zu begründen vermöchten, würden nicht vorgebracht und seien auch
keine ersichtlich. Festzuhalten sei, dass andauernde, seit dem Unfallereignis
vom August 2001 permanent bestehende Daumenschmerzen rechts nicht
aktenkundig seien, sondern dass vielmehr während mehr als sechs Jahren
diesbezüglich offenbar ein beschwerde- und behandlungsfreies Intervall
vorgelegen habe. Bereits daher könne nicht mit der erforderlichen
überwiegenden Wahrscheinlichkeit gesagt werden, dass die geklagten
Beschwerden unfallkausal seien. Dr. med. ... habe sich mit den
Daumenschmerzen auseinandergesetzt und habe diese mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auf die unfallfremde HWS-Problematik zurückgeführt.
Entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers bestehe auch kein
Widerspruch zwischen den Ausführungen der Dres. ... und .... Beide Ärzte
hätten ausschliesslich Sensibilitätsstörungen für die klinische Befindlichkeit im
Daumengrundgelenk rechts verantwortlich gemacht und die Parästhesien
spondylogen erklärt. Dass Dr. med. ... die Schwellung vermutlich als Residuum
der damaligen Verletzung gesehen habe, vermöge die Beweistauglichkeit der
Ausführungen von Dr. med. ... nicht zu erschüttern, weil die Schwellung gar
keinen Einfluss mehr auf die Beschwerdesymptomatik habe. Sodann hätten
weder Dr. med. ... noch Dr. med. ... diesbezüglich eine Problematik festgestellt,
sondern ausschliesslich die Dysästhesien als verantwortlich für die geklagten
Beschwerden erachtet. Folglich habe sich Dr. med. ... auch nicht mehr mit der
Schwellung auseinandersetzen müssen, sondern sich auf die Beantwortung der
Frage der Unfallkausalität beschränken dürfen.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird,
soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. a) Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt nach dem Bundesgesetz
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1)
sowie der Spezialgesetzgebung im Unfallversicherungsrecht (UVG; SR 832.20)
zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem geklagten
Gesundheitsschaden ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang
besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhanges sind alle
Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als
verwirklicht gedacht werden kann. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis
und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang
bestehe, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung und im Beschwerdefall der
Richter nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit
eines Sachzusammenhanges genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruches noch nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1, 123 V 138 E. 3a, 119
V 138 E. 1, 118 V 289 E. 1b; Pra 3/2004 Nr. 45 E. 2.2.2 S. 235; SVR-
Rechtsprechung [SVR] 8-9/2003 UV Nr. 11 E. 3.1 S. 32, Nr. 12 UV E. 3.1.1 S.
35; PVG 2000 Nr. 26, 1994 Nr. 65).
b) Als adäquate oder rechtserhebliche Ursache eines Erfolges hat ein Ereignis
dann zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der
allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des
eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das
Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2, 125 V 461
E. 5a, 123 V 141 E. 3d, 122 V 416 E. 2a, 121 V 49 E. 3a; SVR 8-9/2003 UV Nr.
11 E. 3.2 S. 32). Der Voraussetzung des adäquaten
Kausalzusammenhanges kommt die Funktion einer Haftungs-begrenzung zu
(BGE 125 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b). Sie hat bei allen
Gesundheitsschädigungen, die aus ärztlicher Sicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit als natürliche Unfallfolgen gelten, Platz zu greifen. Die
Frage der Adäquanz ist eine Rechtsfrage, sie ist nicht von medizinischen
Sachverständigen, sondern vom Richter zu beurteilen (SVR 8-9/2003 UV Nr. 12
E. 3.2.1 S. 36, 9/2002 UV Nr. 11 E. 2b S. 31).
c) Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR
832.202) werden die Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und
Spätfolgen gewährt. Laut Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückfall
um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Verletzung, sodass es
zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise zu weiterer Arbeitsunfähigkeit kommt.
Von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe
längerer Zeit organische oder psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem
anders gearteten Krankheitsbild führen können. Rückfälle und Spätfolgen
schliessen somit begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Entsprechend
können sie eine Leistungspflicht des Unfallversicherers nur auslösen, wenn
zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim
versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigungen ein natürlicher und
adäquater Kausalzusammenhang bejaht werden kann (SVR 8-9/2003 UV Nr.
14 E. 4 S. 43; BGE 118 V 296 E. 2c; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 2). Bei
Rückfällen und Spätfolgen obliegt es der versicherten Person, das Vorliegen
eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem neuen
Beschwerdebild und dem Unfall mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Je grösser der zeitliche Abstand zwischen
dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto
strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des
natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E.
1c in fine). Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten
Person aus (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E 3b). Werden durch den Unfall
Beschwerden verursacht, übernimmt die Unfallversicherung den durch das
Unfallereignis verursachten Schaden, spätere Gesundheitsstörungen dagegen
nur, wenn eindeutige Brückensymptome gegeben sind (Urteil des
Bundesgerichts U 293/01 vom 17. Mai 2002 E. 1, mit Hinweisen auf die
Literatur).
d) Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob
der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet
sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2. a) Strittig und im Sinne eines Rückfalls zu prüfen ist, ob die vom
Beschwerdeführer am 3. Februar 2010 gemeldeten Beschwerden in
rechtsgenüglichem Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 11. August
2001 stehen, der Beschwerdeführer somit Anspruch auf
Versicherungsleistungen aus der Unfallversicherung hat. Im Lichte der oben
unter dem Tatbeständlichen aufgeführten, diversen Arztberichte und der
zitierten Rechtsprechung betrachtet, erweist sich die streitige
Leistungsverweigerung als rechtens. Auf die im angefochtenen
Einspracheentscheid enthaltenen, zutreffenden Darlegungen kann, anstelle von
Wiederholungen, verwiesen werden.
b) HWS-Beschwerden
Diesbezüglich ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass die
geklagten HWS-Beschwerden in keinem direkten Zusammenhang mit dem
Unfallereignis vom August 2001 stehen. So bereits deshalb, weil unfallzeitnah
keine HWS-Beschwerden aktenkundig sind. Auf jeden Fall hat der
Beschwerdeführer unmittelbar nach dem Unfall nicht über Nackenbeschwerden
geklagt. Demgegenüber hat der erstbehandelnde Arzt, Dr. med. ..., in seinem
Arztzeugnis vom 24. September 2001 festgehalten, dass radiologisch
Abnützungserscheinungen im Bereich HWS/BWS erkennbar seien.
Entsprechend war somit ein Vorzustand (degenerative Veränderungen der
HWS) im Unfallzeitpunkt bereits ausgewiesen. Erst im März 2005, also rund 3
1⁄2 Jahre nach dem Unfall wurde aufgrund der später sichtbar gewordenen,
initial aber nicht beklagten Symptomatik eine Spondylodese C5/C6 (operative
Versteifung der beiden Wirbelkörper) als Folge einer chronischen
pseudoradikulärer Schmerzausstrahlung links bei fortgeschrittener
Osteochondrose und Spondylose C5/C6 vorgenommen. Entsprechend erweist
sich die von Dr. med. ... in seinem Bericht vom 19. Oktober 2011
vorgenommene und mit Schreiben vom 28. Dezember 2011 bestätigte
Beurteilung, wonach die HWS-Beschwerden nicht mit der erforderlichen
überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf den Velounfall zurückgeführt werden
können, als objektiv nachvollziehbar. Seine Einschätzung wird von Dr. med. ...,
Rheumatologe, in dessen Bericht vom 20. Oktober 2011 vorbehaltlos geteilt. In
dieselbe Richtung zielen sodann die Ausführungen von Dr. med. ... in seinem
Bericht vom 25. Februar 2011. Dieser hielt betreffend der geklagten
Dysästhesien und Beschwerden ausstrahlend in den Ober- und Unterarm fest,
dass diese als Rest der HWS-Problematik (Status nach Spondylodese C5/C6)
gewertet und daher denn auch ein wahrscheinlicher Kausalzusammenhang mit
dem Unfallereignis verneint werden müsse. Die im selben Bericht vorgebrachte
Vermutung, wonach allenfalls die Unfallkausalität bezüglich der HWS-
Beschwerden angenommen werden müsste, falls der Beschwerdeführer vor
dem Unfall keine solchen gehabt habe, ist nicht haltbar, wie die Vorinstanz im
angefochtenen Einspracheentscheid unter Verweis auf die unzulässige
Beweisregel „post hoc ergo propter hoc“ (SVR 2008 UV Nr. 11 S. 34) zu Recht
geltend gemacht hat. Darauf kann verwiesen werden.
c) Beschwerden am rechten Daumen
Auch bezüglich dieser Beschwerden ist mit der Beschwerdegegnerin davon
auszugehen, dass sie nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit unfallkausal
sind. So ist die Beschwerdesymptomatik (Schwellung mit Einschränkung der
Beugung am Grundgelenk) unfallzeitnah letztmals im Arztbericht von Dr. med.
... vom 10. November 2003 ausgewiesen worden. Erst in einem, im Nachgang
an die Rückfallmeldung bei der Beschwerdegegnerin vom Beschwerdeführer
eingereichten und von diesem selbst verfassten Schreiben vom 14. April 2010
werden diese Beschwerden wieder aufgeführt. Dr. med. ... wiederum erwähnt
Schmerzen am rechten Daumen erstmals wieder im Arztbericht vom 16. August
2010 und er weist sodann noch in einem weiteren Bericht vom 29. August 2011
auf Dysästhesien am Daumen hin. Damit steht aber fest, dass die geltend
gemachten Daumenbeschwerden während eines Zeitraums von mehr als sechs
Jahren zwischen dem Abschluss der Erstbehandlung Ende 2003 und der
Rückfallmeldung vom Februar 2010 zu keiner nachgewiesenen anhaltenden
Behandlungsbedürftigkeit geführt haben, weshalb sie denn auch nicht als für
das Bestehen der Kausalität beweiskräftige Brückensymptome herangezogen
werden können. Aufgrund der breiten medizinischen Aktenlage erweist sich die
von der Dr. med. ... im Arztbericht vom 20. Oktober 2011 vorgenommenen
Beurteilung, dass die geklagten Sensibilitätsstörungen am rechten Daumen
nicht mehr auf das Unfallereignis zurückgeführt werden könnten, sondern mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit eine vertebral-spondylogene bzw. radikuläre
Ursache hätten, als schlüssig und nachvollziehbar. Auch der
versicherungsinterne Arzt, Dr. med. ..., hat sich in seinen in Kenntnis der
diversen medizinischen Akten verfassten Beurteilungen vom 19. Oktober 2011
und 28. Dezember 2011 ausführlich mit der Daumenproblematik
auseinandergesetzt und schlüssig und nachvollziehbar dargelegt, dass die
geklagten Beschwerden letztlich auf die HWS-Problematik, mithin eine
unfallfremde Ursache, zurückgeführt werden müssen. Seiner in sich
widerspruchsfreien und im Einklang mit der Einschätzung von Dr. med. ...
stehenden Beurteilung kommt im Lichte der hierzu ergangenen
Rechtsprechung voller Beweiswert zu (BGE 125 V 351). Dies umso mehr, als
weder besondere Umstände ersichtlich sind noch geltend gemacht werden,
welche Zweifel an der Objektivität oder Begründetheit der Beurteilung von Dr.
med. ... aufkommen liessen. Der Umstand, dass er die von Dr. med. ... in
dessen Arztbericht vom 15. September 2011 angeführte Würdigung, wonach
eine Schädigung der Nervii digitalis mit grosser Wahrscheinlichkeit als
unfallbedingte Ursache für die Daumenbeschwerden herangezogen werden
müsse, als mögliche Ursache nicht ausdrücklich ausgeschlossen hat, genügt
rechtsprechungsgemäss nicht für die Begründung eines Leistungsanspruchs
(BGE 119 V 338 E. 1; RKUV 2000 Nr. U 377 S. 185 E. 4a). Hinzu kommt, dass
eine Schädigung der Nervii digitalis weder unfallzeitnah noch später Eingang in
die medizinischen Akten gefunden hat, und auch Dr. med. ... nicht darlegt,
worauf er seine Annahme, dass es beim Unfall zu einer solchen Verletzung
gekommen sein soll, abstützt.
Auch dass Dr. med. ... die Schwellung im Bereich des Daumengrundgelenkes
in Zusammenhang mit der Seitenbandplastik und vermutlich als Residuum der
damaligen Verletzung gewertet hat, vermag am geschilderten Ergebnis nichts
zu ändern. Dies bereits deshalb, weil diese, wie von Dr. med. ... erwähnt und in
den weiteren Akten bestätigt wird, keinen Einfluss auf die
Beschwerdesymptomatik mehr hat. Dr. med. ... erwähnte eine solche letztmals
Ende 2003. In seinem Arztbericht vom 16. August 2010 erwähnt er denn auch
lediglich Dysästhesien, nicht aber eine Schwellung des Daumens. Auch Dr.
med. ... hat in seinem Arztbericht vom 15. September 2011 diesbezüglich keine
Problematik festgehalten, sondern lediglich Sensibilitätsstörungen angeführt,
welche er als verantwortlich für die geklagten Beschwerden erachtet. Auch in
Kenntnis dieser ärztlichen Einschätzungen erweist sich die Beurteilung von Dr.
med. ..., wonach die Schwellung keinen Einfluss mehr auf heutige
Beschwerdesymptomatik habe, als nachvollziehbar und begründet. Daher
durfte Dr. med. ... denn auch die Unfallkausalität der geklagten Beschwerden
ohne weiteres verneinen. Von weiteren medizinischen Abklärungen durfte bei
dieser Sachlage ohne weiteres abgesehen werden.
d) Schulter- und Armbeschwerden
Auch bezüglich der geklagten Schulter- und Armbeschwerden rechts ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass diese Beschwerden ebenfalls
nicht unfallkausal sind. So wurde auch diese Beschwerdesymptomatik
unfallzeitnah letztmals Ende 2003 aktenkundig ausgewiesen. Erst mit der
Wiederaufnahme der ärztlichen Behandlung an der Klinik ... im Jahre 2009 sind
Schulter- und Armbeschwerden wieder aktenkundig. Diesbezüglich liegen
übereinstimmende Beurteilungen der Dres. ..., ... und ... vor, welche
übereinstimmend zum Schluss gelangt sind, dass die geklagten Beschwerden
an der rechten Schulter und im rechten Oberarm nicht auf die im August 2001
erlittene AC-Gelenksverletzung, sondern mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
auf die HWS-Problematik (vorbestehende degenerative Veränderungen)
zurückzuführen sind. Die ärztlichen Einschätzungen sind in sich
widerspruchsfrei, schlüssig und nachvollziehbar, weshalb sich denn auch in
dieser Hinsicht weitere medizinische Abklärungen erübrigen.
Die vom Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. med. ...., im Arztbericht vom 14.
November 2011 vertretene Auffassung, wonach die Schulterbeschwerden
rechts eindeutig mit der unfallbedingten Instabilität des AC-Gelenkes in
Verbindung gebracht werden müssten, geht fehl. Insbesondere legt er nicht dar,
weshalb nach über fünf Jahren behandlungs- und beschwerdefreier Zeit immer
noch die im Jahre 2001 erlittene Verletzung für die geklagte
Beschwerdesituation verantwortlich sein soll, und dies obwohl sich die HWS-
Problematik in den Vordergrund gedrängt und zu dominanten Schulter- und
Armschmerzen rechts geführt hatte. Die Stellungnahmen des Hausarztes
vermögen jedenfalls die überzeugenden und begründeten Einschätzungen der
Dres. ..., ... und ... nicht zu erschüttern. Dies umso weniger, als der
Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, dass Hausärzte mitunter im
Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu
Gunsten ihrer Patienten Stellung beziehen (BGE 125 V 353 E. 3b.cc). Im
Übrigen gelangt selbst der vom Beschwerdeführer beigezogene Dr. med. ... in
seinem Arztbericht vom 15. September 2011 zum Schluss, dass die
Beschwerden in der rechten Schulter nicht überwiegend wahrscheinlich auf das
Unfallereignis vom August 2001 zurückgeführt werden könnten. Er hält
vielmehr fest, dass er hinsichtlich der Unfallkausalität der anhaltenden
Schulterschmerzen aus neurologischer Sicht den Einschätzungen der
orthopädischen Kollegen nichts hinzuzufügen habe. Dabei erwähnt er im
Übrigen auch, dass die geklagten Sensibilitätsstörungen am rechten Oberarm,
der rechten Schulter und am rechten Daumen erst auf wiederholte Nachfrage
angegeben wurden, weshalb sie nicht alltagsrelevant stören würden. Letztlich
bestätigt auch dieser Arzt damit, dass die Unfallkausalität der geklagten
Beschwerden nicht gegeben ist.
e) Nach dem Ausgeführten ist es nicht zu beanstanden, wenn die
Beschwerdegegnerin aufgrund der vorhandenen Aktenlage den für die
Beurteilung des natürlichen Zusammenhanges rechtserheblichen Sachverhalt
als hinreichend abgeklärt erachtet und im Rahmen der antizipierten
Beweiswürdigung von der Einholung weiterer Beweismittel abgesehen hat (vgl.
zur antizipierten Beweiswürdigung Urteil des Bundesgerichts 8C_818/2008 vom
20. Februar 2009, mit weiteren Hinweisen). Aus denselben Gründen kann
deshalb auch auf die in der Beschwerde eventualiter beantragten weiteren
medizinischen Abklärungen verzichtet werden.
f) Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass sämtliche im Rahmen der
Rückfallmeldung vom 3. Februar 2010 geltend gemachten
Gesundheitsbeschwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das
Unfallereignis vom August 2001 zurückzuführen sind, sondern vielmehr
unfallfremde Ursachen haben. Entsprechend hat die Beschwerdegegnerin denn
auch ihre Leistungspflicht zu Recht verneint und die Beschwerde ist demzufolge
abzuweisen.
3. Gerichtskosten werden keine erhoben, da das kantonale Beschwerdeverfahren
vor dem Versicherungsgericht laut Art. 61 lit. a ATSG - von hier nicht
zutreffender Ausnahmen abgesehen - grundsätzlich kostenlos ist. Gemäss Art.
61 lit. g ATSG e contrario hat die Beschwerdegegnerin keinen Anspruch auf
Parteientschädigung.