Decision ID: 23ebd357-6a6b-5db0-b004-67163b7b8a86
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

C. Mit Rekurs vom 6. Juni 2006 (Datum des Poststempels) beantragte der Beschwerdeführer bei der Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) durch seine Rechtsvertretung die Aufhebung des  Entscheids und die Asylgewährung. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Subeventualiter sei die Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die  Aufnahme anzuordnen. In prozessualer Hinsicht sei die  Rechtspflege samt Entbindung von der Vorschusspflicht (Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) zu gewähren. Zur Begründung machte er unter Hinweis auf den von ihm anlässlich der Befragungen dargelegten Sachverhalt geltend, aus der Armee desertiert zu sein. Entsprechend müsse er im Falle der Rückkehr die Todesstrafe gewärtigen. Von  habe er erfahren, dass sein entführter Bruder im Gewahrsam der äthiopischen Behörden gewesen sei. Nach der Haftentlassung sei er geflohen. Der dem Beschwerdeführer vorgehaltene Widerspruch  die Datierung der erwähnten Entführung sei auf einen  Umrechnungsfehler anlässlich der Summarbefragung . Im Weiteren seien die militärischen Versammlungen  gewesen, weshalb er sich auch noch Ende Juni 2004 an  solchen habe beteiligen müssen. Generell wäre die Vorinstanz  gewesen, die Aussagen des Beschwerdeführers an den  Sitzungen vertieft abzuklären und auch den Fragen , weshalb er erst im Juli 2004 geflohen sei und welche  sich ins Ausland abgesetzt hätten. Entgegen der  Sichtweise sei sein Zuwarten nachvollziehbar, da er diesen  Entscheid nicht sofort habe treffen können. Um kein Miss-
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trauen zu erwecken, sei er nicht untergetaucht. Als blosser  der OLF sei er sodann über die politischen Aktivitäten seiner  nicht im Detail informiert gewesen, was ihm nicht angelastet  könne. Durch seine kritischen Äusserungen anlässlich der  Versammlungen und seine in verschiedener Hinsicht  Bekenntnisse zu demokratischen Werten habe er sich aber  exponiert. Zudem verfüge er als ... [Berufsmilitär] über ein  militärisches Fachwissen und sei über geheime militärische  informiert. Vor diesem Hintergrund sei das behördliche Interesse, welches sich aufgrund seiner kritischen Äusserungen zu behördlicher Verfolgung entwickelt habe, durchaus realistisch. Dies umso mehr, als gemäss übereinstimmenden Quellen bereits die blosse Sympathie für die Oromo-Bewegung in Äthiopien oftmals eine relevante Gefährdung ausmache. Insgesamt habe der Beschwerdeführer glaubhaft machen können, sein Heimatland aus begründeter Furcht vor ernsthaften Nachteilen verlassen zu haben. Ins Gewicht falle ferner, dass gemäss amnesty international (ai) Deutschland zwei nach Äthiopien  zurückgeführte Luftwaffenpiloten inhaftiert und gefoltert worden seien. Schliesslich bestünden auch subjektive Nachfluchtgründe. Der Beschwerdeführer habe am ... 2005 und am ... 2005 in ... gegen die äthiopische Regierung demonstriert. Dabei seien Videoaufnahmen  worden. Nach dem Gesagten würde ein allfälliger Vollzug der Wegweisung gegen die relevanten gesetzlichen Bestimmungen .
Der Eingabe lagen ein Flugblatt vom ... 2005, ein vierseitiges  des Beschwerdeführers, Internet-Ausdrucke betreffend Äthiopien und eine Kostennote bei.
D. Am 7. Juni 2006 übermittelte der Beschwerdeführer der ARK eine  für seine Bedürftigkeit.
E. Mit Zwischenverfügung vom 13. Juni 2006 verzichtete die ARK auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und hiess das Gesuch im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut.
F. Mit Vernehmlassung vom 4. Juli 2006 beantragte das BFM die  der Beschwerde. Die beigebrachten Internet-Ausdrucke zur
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Situation repatriierter äthiopischer Piloten beträfen den  nicht direkt. Die Vorbringen in seinem vierseitigen Schreiben seien bereits Gegenstand der angefochtenen Verfügung gewesen oder handelten von Drittpersonen. In Anbetracht der Fallumstände müsse auch die Relevanz der geltend gemachten subjektiven  verneint werden.
G. Mit Replik vom 20. Juli 2006 hielt der Beschwerdeführer an seinen  Vorbringen fest. Die Internet-Beweismittel belegten seine  als Deserteur. In seiner handschriftlichen Beschwerdebeilage habe er sodann auf S. 3 acht äthiopische Piloten namentlich . Diese seien ... [ihm persönlich bekannt] gewesen und nach ihm  Landes geflohen. Dies werde ihm ohne Zweifel angelastet . Als jahrelanger ... [Berufsmilitär] bei der Luftwaffe dürfte er durch die äthiopischen Behörden in der Schweiz nach seiner Teilnahme an Demonstrationen identifiziert worden sein, und als Geheimnisträger werde er mit Sicherheit das besondere Interesse der Sicherheitskräfte wecken.
H. Mit Eingabe vom 3. Juli 2008 teilte der Beschwerdeführer dem  mit, dass er an Diabetes erkrankt sei. Ein  Arztzeugnis wurde in Aussicht gestellt. Der Eingabe lag eine Entbindungserklärung (ärztliche Schweigepflicht) bei.
I. Am 23. Juli 2008 gab der Beschwerdeführer ärztliche Unterlagen zu den Akten. Ein detaillierter Arztbericht wurde in Aussicht gestellt. Im Weiteren machte er geltend, am ... 2008 sei ein Interview mit ihm durch ... [eine Medienanstalt] ausgestrahlt worden. Darin habe er die Zuhörer über Belange der äthiopischen Luftwaffe informiert. Verbunden damit sei eine heftige Kritik an der heutigen Regierung gewesen.  habe er ergangene Todesurteile von Piloten der  Luftwaffe angeprangert. Der Eingabe lagen ferner verschiedene Internet-Ausdrucke betreffend die aktuelle Situation in Äthiopien und der Tonträger des Interviews bei.
J. Mit Eingabe vom 16. Oktober 2008 reichte der Beschwerdeführer -Ausdrucke im Zusammenhang mit einem von ihm in amhari-
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scher Sprache verfassten Artikel ein. Darin gehe es um die äthiopische Luftwaffe. Eine Übersetzung wurde in Aussicht gestellt.
K. Am 13. November 2008 gab der Beschwerdeführer die erwähnte  und ärztliche Unterlagen zu den Akten.
L. Ein weiteres ärztliches Zeugnis samt Begleitschreiben ging am 20.  2008 beim Bundesverwaltungsgericht ein.
M. Mit Eingabe vom 5. März 2009 gab der Beschwerdeführer den  einer Internet-Seite (mit einem Link zu einem von ihm verfassten Artikel), den von ihm verfassten fremdsprachigen Artikel, einen  Ausdruck einer Internet-Seite (mit einem Link zu einer  mit dem Beschwerdeführer anlässlich einer Demonstration in ... vom ... 2009) zu den Akten. Eine Übersetzung des Artikels wurde in Aussicht gestellt und am 18. März 2009 nachgereicht.
N. Am 16. April 2009 gab der Beschwerdeführer zwei Fotos, welche er der Eingabe vom 5. März 2009 irrtümlich nicht beigelegt hatte, zu den Akten.
O. Nachdem die Vorinstanz am 25. Mai 2009 zur erneuten  eingeladen worden war, hielt sie mit Stellungnahme vom 29. Mai 2009 an ihrem Entscheid fest. Die Diabetes-Erkrankung des  sei medikamentös behandelbar. Bezüglich Exilpolitik wies das BFM darauf hin, der Beschwerdeführer habe nicht glaubhaft machen können, vor der Ausreise durch die äthiopischen Behörden verfolgt worden zu sein. Es bestehe somit kein Anlass zur Annahme, dass er vor dem Verlassen seines Heimatstaates als regimefeindliche Person registriert worden sei. Entsprechend dürfte er auch in der Schweiz seit seiner Ankunft nicht unter spezieller Beobachtung der äthiopischen Behörden gestanden haben. Das Interview ... [durch eine kleinere Medienanstalt] sei durch diese zweifellos nicht ... [registriert] worden. Vor diesem Hintergrund komme dem angeblich von ihm  und im Internet nachlesbaren Artikel keine entscheidende  zu, zumal den äthiopischen Behörden die oftmals  Motive ihrer Bürger im Ausland bei Protestaktionen bewusst
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seien.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet endgültig über  gegen Verfügungen des BFM auf dem Gebiet des Asyls (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]) i.V.m. Art. 31 - 34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Das Bundesverwaltungsgericht übernahm am 1. Januar 2007 die Beurteilung der am 31. Dezember 2006 bei der ARK hängig  Rechtsmittel. Es gelangt das neue Verfahrensrecht zur  (Art. 53 Abs. 2 VGG).
1.3 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige  des rechtserheblichen Sachverhalts und die  gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
2. Der Beschwerdeführer ist legitimiert; auf die frist- und formgerecht  Beschwerde ist einzutreten (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, Art. 50 und Art. 52 VwVG).
3. Die vorinstanzliche Vernehmlassung vom 29. Mai 2009, welche sich zur Gesundheit des Beschwerdeführers und den geltend gemachten subjektiven Nachfluchtgründen äussert, wird dem Beschwerdeführer in der Beilage in Kopie zur Kenntnis gebracht. Angesichts des Ausgangs im vorliegenden Verfahren konnte auf die vorgängige Einsicht dieser Akte aus prozessökonomischen Gründen verzichtet werden.
4. Vorab ist praxisgemäss über den (lediglich eventualiter gestellten)  des Beschwerdeführers auf Rückweisung der Sache an die  zur Neubeurteilung zu befinden. Zur Begründung führt er dazu aus, die Vorinstanz wäre verpflichtet gewesen, seine Aussagen an den
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militärischen Sitzungen in Äthiopien vertieft abzuklären und auch den Fragen nachzugehen, weshalb er erst im Juli 2004 geflohen sei und welche Arbeitskollegen sich ins Ausland abgesetzt hätten. Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer das ihm abgegebene Merkblatt betreffend Mitwirkungspflicht gelesen hat. Entsprechend dürfte ihm die Tragweite der kantonalen Anhörung bewusst gewesen sein, zumal er zu Beginn auf deren Zweck – Sammlung aller , die eine Behandlung des Asylgesuchs ermöglichen – offenbar  hingewiesen wurde (A 7/18, S. 2). In der Folge ging die  detailliert auf die militärischen Sitzungen ein, wobei die Antworten des Beschwerdeführers indes eher einsilbig blieben. Auch seine weiteren Angaben, wonach Kollegen von ihm verschwunden  ins Ausland geflohen seien, wirkten eher vage und kaum in direktem Zusammenhang mit seinen persönlichen Vorbringen stehend (A 7/18, Antwort 63). Entsprechend drängten sich in den genannten Punkten keine weiteren Fragen auf, zumal der Beschwerdeführer im Rahmen der ihm obliegenden Mitwirkungspflicht gehalten gewesen wäre, allfällige und aus seiner Sicht wesentliche Sachverhaltselemente selbständig beizusteuern. Eine Verletzung der Untersuchungsmaxime durch die Behörde ist nach dem Gesagten zu verneinen. Schliesslich ist die vorinstanzliche Sichtweise, wonach die Flucht des  bei tatsächlich drohender Gefahr erfahrungsgemäss früher  wäre, als blosse Sachverhaltswürdigung nicht zu beanstanden und stellt vorliegend ebenfalls keine Verletzung der Offizialmaxime dar, zumal sich auch hier keine Nachfragen aufdrängten. Der entsprechend gestellte Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheids und Rückweisung an die Vorinstanz zur weiteren Sachverhaltsabklärung ist demnach abzuweisen.
5.
5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person , wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu  bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen  ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).
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5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft  oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender  für gegeben hält (Art. 7 AsylG). Vorbringen sind dann , wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in  Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen  widersprechen. Darüber hinaus muss die asylsuchende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte  abstützt (vgl. Art. 7 Abs. 3 AsylG), aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt oder unbegründet , mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige  verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im  zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Beschwerdeführers. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft , wenn der Richter von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftmachung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände  die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die Gründe, die für die  der Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl.  und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1994 Nr. 5 E. 3c S. 43 f.; 1996 Nr. 28 E. 3a S. 270; 2005 Nr. 21 E. 6.1. S. 190 f.). An den genannten Kriterien ist nach wie vor festzuhalten, zumal die Rechtslage diesbezüglich keine Änderung  hat.
5.3 Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid die  des Beschwerdeführers für unglaubhaft erachtet. Diese Einschätzung ist grundsätzlich zu teilen. Einleitend kann festgehalten werden, dass die militärische Laufbahn des Beschwerdeführers  der Aktenlage nicht zu bezweifeln ist. Seine Tätigkeit als ... [] beziehungsweise seine langjährige Anstellung in der  Armee und allfällige ... [besondere Aufgaben] dürften ihn auch
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mit sensiblen Daten in Kontakt gebracht haben. In diesen Punkten ist den Beschwerdevorbringen nicht zu widersprechen. Hingegen wirken die Vorkommnisse, welche schliesslich zur Ausreise des  geführt haben sollen, in verschiedener Hinsicht nicht  und müssen aufgrund von Ungereimtheiten für unglaubhaft  werden. Zwar mag die widersprüchliche Datierung der geltend gemachten Entführung des Bruders des Beschwerdeführers unter  tatsächlich auf einem kalendarischen Umrechnungsfehler . Auffallend ist jedoch, dass die spontane Schilderung des  anlässlich der Anhörung, was ihn zum Verlassen des Heimatlandes bewogen habe, äusserst vage wirkt und kaum  aufweist. Von einer militärischen Führungsperson, welche in der ... tätig gewesen ist, hätten indes bereits zu diesem Zeitpunkt der Anhörung substanziiertere und anschaulichere Beschreibungen der Verfolgungssituation erwartet werden können, falls eine solche Verfolgung denn tatsächlich gedroht hätte. Im Weiteren ist auf die  unter Ziff. 4 erwähnte Einsilbigkeit der Antworten zu Belangen der militärischen Sitzungen hinzuweisen (A 7/18, Antworten 45 ff.). Dass solche oder ähnliche Sitzungen tatsächlich stattgefunden haben, mag zwar zutreffen; sollte sich der Beschwerdeführer aber dabei tatsächlich in der geltend gemachten Art regimekritisch geäussert und exponiert haben, hätten auf Nachfragen wiederum wesentlich substanziierte Schilderungen mit Realkennzeichen erwartet werden können. Dies umso mehr, als er gemäss S. 7 der Beschwerdeschrift in der Lage  sei, sich pointiert zu äussern. Die Tatsache, dass er auf  erstmals detailliertere und substanziiertere Angaben macht, ändert entgegen den diesbezüglichen Rekursargumenten nichts daran, da so der Eindruck, der Beschwerdeführer habe bei der Anhörung aufgrund vager Angaben keine konkret drohende  im geltend gemachten Ausmass vermitteln können, nicht  wird. Generell ist darauf hinzuweisen, dass er im Sinne der  zwar unter Umständen bereits damals für  Werte einstand und diese möglicherweise auch am  vermitteln wollte. Demgegenüber ist aufgrund seiner Laufbahn kaum anzunehmen, dass er politische Werte seit jeher intensiv zu  suchte, zumal er ja angab, dies sei ihm als Armeeangehörigen im Rahmen einer politischen Bewegung nicht möglich (A 7/18, Antwort 43). Entsprechend erstaunt, dass er noch Ende Juni 2004 und mithin gemäss seinen Angaben nach der Akzentuierung der Gefahr und  in Planung der Ausreise gleichwohl erneut regimekritische  gemacht haben will (A 7/18, Antworten 49 f.). Zumindest in
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diesem Sinne ist die Auffassung der Vor-instanz, das Verhalten des Beschwerdeführers vor der Ausreise sei nicht mit demjenigen einer tatsächlich sich verfolgt fühlenden Person vereinbar, entgegen den nicht stichhaltigen Beschwerdevorbringen zu teilen. Schliesslich gab der Beschwerdeführer die angebliche Suche nach seiner Flucht  wenig substanziiert zu Protokoll (A 7/18, Antworten 74 ff. und 83); der Eindruck, dass er sein Heimatland nicht aus den genannten Gründen verlassen und keine Desertion begangen hat, wird so . Die blosse (teilweise) Zugehörigkeit zur Ethnie der Oromo und  Sympathien des Beschwerdeführers oder von Angehörigen zur OLF ändern nichts an dieser Beurteilung, da allein dadurch in der  Fallkonstellation noch keine relevante Gefährdung als  glaubhaft erscheint. Dasselbe trifft auf die Behauptung auf S. 3 des handschriftlichen Schreibens des Beschwerdeführers, wonach ... [ihm bekannte Personen] nach ihm ebenfalls geflohen seien, zu, zumal deren Flucht – auch wenn es sich tatsächlich um ... [Personen mit  Kontakt] handeln sollte – kaum ihm ursächlich angelastet .
5.4 Dem Beschwerdeführer ist es demnach nicht gelungen,  oder glaubhaft zu machen, dass er im Zeitpunkt der Ausreise aus Äthiopien ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG ausgesetzt war oder solche zu befürchten hatte. Es erübrigt sich, auf weitere Beschwerdevorbringen und die Beweismittel im Einzelnen , weil sie am Ergebnis nichts ändern können. Das Bundesamt hat das Asylgesuch zu Recht abgelehnt.
6. Der Beschwerdeführer macht ferner geltend, aufgrund seiner Ausreise und seiner exilpolitischen Aktivitäten in der Schweiz aus heutiger Sicht Verfolgung im Heimatstaat befürchten zu müssen.
6.1 Eine Person, welche sich auf das Vorliegen subjektiver  beruft, hat begründeten Anlass zur Furcht vor künftiger , wenn der Heimat- oder Herkunftsstaat mit erheblicher  von den Aktivitäten im Ausland erfahren hat und die  deshalb bei einer Rückkehr in flüchtlingsrechtlich relevanter Weise verfolgen würde (vgl. EMARK 1995 Nr. 9 E. 8c S. 91). Subjektive  begründen zwar die Flüchtlingseigenschaft im Sinn von Art. 3 AsylG, führen jedoch nach Art. 54 AsylG nicht zur . Die vom Gesetzgeber bezweckte Bestimmung subjektiver Nach-
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fluchtgründe als Asylausschlussgrund verbietet ein Addieren solcher Gründe mit Fluchtgründen vor der Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat, die für sich allein nicht zur Anerkennung der  ausreichen (vgl. EMARK 1995 Nr. 7 E. 7b und 8 S. 67 und 70).
6.2 Gemäss Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. statt vieler Urteil D-4943/2006 vom 8. Juli 2008) ist davon auszugehen, dass die äthiopischen Sicherheitsbehörden die Aktivitäten der  Exilgemeinschaften in einem gewissen Ausmass überwachen und mittels elektronischer Datenbanken registrieren. Angesichts der 2007 in Äthiopien erfolgten Amnestie von einigen Mitgliedern der KINJIT/CUDP und der nicht unerschöpflichen Ressourcen des  Nachrichtendienstes mag sich zwar die Frage nach der  Überwachungsdichte in der Schweiz stellen. Diese kann  nicht schlüssig beantwortet werden. Allerdings dürfte  sein, dass die äthiopischen Behörden bei Personen, welche aus  Sicht im Ausland wiederholt staatsgefährdend agieren, durch  Technik eine Identifikation in der Regel vornehmen können. Von Bedeutung ist vorliegend mithin die tatsächliche Erkennbarkeit der behaupteten exilpolitischen Tätigkeit, die Individualisierbarkeit des  sowie insbesondere dessen konkrete exilpolitische Tätigkeit. Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts können  Aktivitäten indes nur dann zur Zuerkennung der  aufgrund von subjektiven Nachfluchtgründen führen, wenn zumindest glaubhaft gemacht wird, dass im Falle einer Rückkehr in den Heimat- bzw. Herkunftsstaat infolge dieser Aktivitäten mit  Wahrscheinlichkeit mit politischer Verfolgung zu rechnen wäre (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts D-7379/2007 vom 6. März 2008, E-113/2008 vom 26. Mai 2008). Der erwähnte Umstand, wonach die Aktivitäten äthiopischer Exilorganisationen von regimetreuen  oder im Ausland lebenden Behördenvertretern beobachtet , reicht für sich allein genommen noch nicht aus, um eine  Verfolgungsfurcht glaubhaft zu machen. Vielmehr müssen , konkrete Anhaltspunkte – nicht lediglich die abstrakte oder rein theoretische Möglichkeit – dafür vorliegen, dass ein exilpolitisch aktiver Äthiopier tatsächlich das Interesse der äthiopischen Behörden auf sich gezogen hat respektive als regimefeindliche Person namentlich  und registriert wurde.
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6.3 Derartige konkrete Hinweise sind vorliegend vorhanden. Die  des Beschwerdeführers an Protestaktionen in ... und die  entsprechender Bilder ins Internet fällt für sich alleine besehen zwar kaum ins Gewicht, zumal die blosse Anwesenheit an solchen  üblicherweise noch kein markantes politisches Profil  lässt. Fraglich erscheint hingegen, ob das am ... 2008  ... [Interview], worin er das Regime heftig kritisierte, den  Behörden im Sinne der zweiten Vernehmlassung des BFM  nicht bekannt geworden ist. Auch wenn es sich um ... [eine kleinere Medienanstalt] handelte, dürfte der Beschwerdeführer so in exiläthiopischen Kreisen gleichwohl einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt haben. Dass diese Kreise teilweise durch staatstreue  Bürger unterwandert sind, muss ebenfalls angenommen werden. Gemäss der am 13. November 2008 eingereichten Übersetzung eines Internet-Artikels kritisierte der Beschwerdeführer die äthiopische  erneut – zwar in eher gemässigtem Stil, aber unmissverständlich. Gleichzeitig nannte er diverse Namen von hochrangigen . Auch wenn der Artikel offenbar primär auf vergangene Ereignisse fokussiert ist, dürfte so der eine oder andere Namen im Internet- der äthiopischen Sicherheitskräfte hängen geblieben sein. Das Bundesverwaltungsgericht hat keine überwiegenden Zweifel daran, dass der Artikel, welcher mit seinem Namen und (ehemaligen)  unterzeichnet ist, nicht vom Beschwerdeführer verfasst wurde. Spätestens in diesem Zeitpunkt dürfte seine Identifikation mittels der vor Ort archivierten Personalakte des Militärs erfolgt sein. Schliesslich rief er im am 5. März 2009 eingereichten Artikel die äthiopische Armee zum Aufstand gegen die Regierung auf. Derartige Artikel dürften zwar im Internet in grosser Menge vorhanden und abrufbar sein. Stammen sie indes von einem ehemaligen ... und ... [Berufsmilitär] der Flugwaffe, der – aus welchen Gründen auch immer – seit Jahren emigriert ist, aber über ein grosses diesbezügliches Wissen verfügt, dürften sie den Argwohn verbunden mit Abklärungs- und Verfolgungsabsichten der  äthiopischen Stellen in gesteigertem Ausmass wecken. Die Artikel des Beschwerdeführers dürften mithin mit erheblicher  als konkrete Gefährdung für das politische System  worden sein und wahrgenommen werden. Er gehört zwar mutmasslich nach wie vor nicht zum eigentlichen "harten Kern" von  oppositionellen Äthiopiern im Ausland; aufgrund seiner Biografie und seines Wissens in sensiblen militärischen Bereichen seines  ist jedoch gleichwohl mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit
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davon auszugehen, dass die äthiopischen Behörden aus heutiger Sicht bei ihm von einer Bedrohung für das Regime ausgehen.
6.4 Zusammenfassend ist unter diesen Umständen festzustellen, dass es dem Beschwerdeführer gelungen ist, das Bestehen subjektiver Nachfluchtgründe im Sinne von Art. 54 AsylG überwiegend glaubhaft zu machen, und er damit die Voraussetzungen für die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft erfüllt. Im Weiteren bestehen gemäss  keine Ausschlussgründe im Sinne von Art. 1 F des  vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30).
7. 7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21).
7.2 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das  nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige  von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).
7.3 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche  der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des  in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat  (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land  zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der  (FK, SR 0.142.30). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Be-
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handlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung  werden.
7.4 Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass der  begründete Furcht vor zukünftiger Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft machen konnte. Der Vollzug der  nach Äthiopien erweist sich daher wegen drohender Verletzung des flüchtlingsrechtlichen Gebots des Non-Refoulements (Art. 5 AsylG) sowie auch mit Blick auf Art. 3 EMRK als unzulässig, da davon ausgegangen werden muss, dass er im Falle seiner Rückkehr nach Äthiopien mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit menschenrechtswidriger Behandlung ausgesetzt wäre.
8. Die Beschwerde ist demnach insoweit gutzuheissen, als die  der vorläufigen Aufnahme wegen Unzulässigkeit des  beantragt wurde. Im Übrigen ist sie abzuweisen. Die  1, 4 und 5 des Dispositivs der Verfügung des BFM vom 5. Mai 2006 sind aufzuheben und die Vorinstanz ist anzuweisen, den  gestützt auf Art. 44 Abs. 2 AsylG als Flüchtling  aufzunehmen.
9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wäre dem Beschwerdeführer  seines bloss teilweisen Obsiegens ein reduzierter Anteil der  aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da indessen mit Zwischenverfügung der ARK vom 13. Juni 2006 das Gesuch des  um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege  Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen wurde, ist auf die  von Verfahrenskosten zu verzichten.
10. Dem teilweise obsiegenden und vertretenen Beschwerdeführer ist  in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des  vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine  um einen Drittel reduzierte Entschädigung für die ihm  erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Diese ist unter Berücksichtigung der Kostennote seiner Rechtsvertretung vom 31. Mai
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2006 und der seitherigen Eingaben anteilsmässig auf Fr. 1'800.– ( Auslagen und allfällige Mehrwertsteuer) festzusetzen und von der Vorinstanz zu entrichten.
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