Decision ID: 2b4395f4-4a16-43b8-8220-dfdbba374144
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1981, trat am 14.
April 2008 in die
Justizvollzugsanstalt
Y._
ein (Urk.
7/2). Er meldete sich am 21.
Februar 2012
wegen seit dem 22.
November 2000
aufgrund eines
Verkehrsu
nfalls
bestehende
r
Schmerzen im oberen Brustbereich, Atemnot und Schlafstörungen bei der
Eidgenössischen In
validenversicherung an
(
Urk.
7/4).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
nahm medizinische und
erwerbliche
Abklärungen vor (Urk.
7/6, Urk.
7/9,
Urk.
7/17
) und zog
die Akten der Suva bei (Urk.
7
/15/3). Mit Vorbescheid vom 21.
August 2012
stellte die IV-Stelle
eine Abweisung des
B
egeh
rens in Aussicht (Urk.
7/19). Dagegen erhob der Versicherte a
m 1.
Oktober 2012 Einwand (Urk.
7/23). Nach Vorliegen
von
Bericht
en
der Rheumaklinik des
S
pitals
Z._
vom 21. November und 28. Dezember 2012
(Urk. 7/27, Urk.
7/28) teilte die IV-Stelle dem Versicherten m
it weiterem Vor
bescheid vom 31.
Januar 2013 mit, dass das Leistungs
begehren abgewiesen werde
, da kein versicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden ausge
wiesen sei
(Urk.
7/31). Gegen diesen Vorbescheid erhob der Versicherte am 25.
Fe
bruar 2013 erneut Einwand (Urk. 7/33). Mit Verfügung vom 13.
März 2013 entschied die IV-Stelle i
m Sinne ihres Vorbescheid
s
(Urk.
2).
2.
Dagegen
erhob der Versicherte am 4. April 2013 Beschwerde (Urk. 1). Am 10.
Mai 2013 schloss die Beschwerdegegnerin auf
Abweisung der Beschwerde (Urk.
6).
Mit Verfügung vom 13.
Mai 2013 wurde ein zweiter Sc
hriftenwechsel angeordnet (Urk.
8). Am 5.
Juni 2013 liess der Versicherte, nun vertreten durch
Fürsprecher
Arquint
, ein Gesuch um unentgeltliche
Prozess
führung und
Rechtsve
rbeiständung
stellen und am 14.
August 2013 liess er
die
Replik erstatten
, wobei er eine Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Anordnung weiterer Abklärungen beantragte
(Urk. 10, Urk.
14).
Am 20. August 2013 wurde der Versicherte aus der Justizvollzugsan
stalt
Y._
entlassen (Urk.
17) und gemäss seinem Rechtsvertreter anschliessend direkt in sein Heimatland
A._
ausgeschaf
ft (Urk.
15).
Mit Verfügung vom 5. September 2013 wurde
dem Versicherten die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und ihm in der Person von
Fürsprecher
Arquint
ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt (Urk. 19).
Am 4.
Oktober 2013 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine Duplik, was dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 8.
Okto
ber 2013 mitge
teilt wurde (Urk.
21).
Auf die einzelnen Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten, wird soweit nötig, in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder tei
lweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teils des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden au
sgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Si
cht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs.
2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art.
28 Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung [
IVG
]
).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E.
4 mit Hinweisen; AHI 2002 S.
70 E.
4b/cc).
2.
2.1
Die IV-Stelle
führte in der Verfügung vom 13.
März 2013 aus, der aktuelle Arztbericht der Rheumaklinik
des
S
pitals Z
._
enthalte keine Diagnose, welche
auf
eine Beeinträchtigung der funktionellen Leistungsfähigkeit
hinweise
. Somit sei für die Invalidenversicherung kein relevanter Gesundheitsschaden ausgewiesen. Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit werde auf die angestammte Tätigkeit als Hilfsarbeiter abgestellt, welche dem Versicherten aus medizinisch-theoretischer Sicht une
ingeschränkt zumutbar sei (Urk.
2).
2.2
Der Versicherte bemängelte in der Beschwerde,
er sei
nie von einem Vertrauens
arzt der IV-Stelle untersucht worden. Bei den Untersuchungen, welche stattge
funden hätten, sei es nicht um die Frage gegangen, ob die IV-Stelle Leistungen zu erbringen habe. Er leide
sowohl beim Schlafen als auch während der Arbeit unter Schmerzen im Brustbereich.
Leistungen der Invalidenversicherung habe er
erst jetzt und nicht bereits
unmittelbar
nach dem
Unfall im Jahr 2001 oder 2002 beantragt, da sein Zustand sich verschlechtert habe (Urk.
1). Der Rechtsvertreter des Versicherten
führte
i
n der
Replik
vom 14.
August 2013
aus
, die Schmerzen seien klinisch nachvollziehbar und müssten als
chronifiziert
gelten. Aufgrund der vorhandenen Schmerzsymptomatik und der auffälligen Aspekte in der psychiatrischen Biographie müsse abgeklärt werden, ob diese Schmerzen mit einer psychischen
Störung
zusammenhingen. Der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und eine psychiatrische Begutacht
ung
anzuordnen (Urk.
14).
3.
3.1
Gemäss dem Bericht der Rheumaklinik und des Instituts für Physikalische Medi
zin des
S
pitals Z
._
vom 12. Januar 2002
lag ein
Thorakovertebralsyndrom
bei mehrsegmentaler D
y
sfunktion mit konsekutiver Rippenblockade und entsprechender
sternocostaler
Schmerzsymptomatik der dritten Rippe rechts vor. Die
Schmerzen
seien
tendenziell am Abklingen
und in der Computertomo
graphie
sei
keine Pathologie erkennbar (Urk. 7/10/1).
Dr.
med.
B._
von der Suva führte am 18. Mai 2004 aus, nach dem
Verkehrsu
nfall vom 22. November 2000
habe
kein pathologischer Befund erhoben werden können
,
und der Versicherte
sei
ab dem 11. Januar 2001 wieder voll arbeitsfä
hig gewesen (Urk. 7/15/8).
3.2
Laut
dem Bericht von Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Medizin
der
Justiz
vollzugsanstalt
Y._
, vom 10. April 2012, bestehen die vom Auto
unfall herrührenden Schmerzen
gemäss Angaben des Versicherten
seit
dem Jahr
2001. In der
Justiz
vollzugsanstalt
Y._
sei keine längerdauernde Arbeits
unfähigkeit aufgetreten, wobei
„Gefängnisarbeit“
nicht mit einer Arbeit im freien Arbeitsmarkt verglichen werden könne (Urk. 7/9/1-4).
Der behandelnde Arzt
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthop
ädische Chirurgie, hielt am 15.
Juni 2010 fest, der Versicherte
habe
über eine seit Jahren beste
hende Sympto
mato
logie
berichtet
, welche eher etwas zunehmend sei.
Aus
seiner Sicht
müsse der Versicherte
lernen
,
mit den Beschwerden zu leben, welche gemäss der Schilderung des Versicherten jeweils nur kurzfristig auftrete
n wür
den
. Die Einatmungsstörung sei nicht genügend erklärt und er sei sich nicht sicher, ob sich dahinter eine gewisse Überlagerungsproblematik verstecke
(Urk.
7/3/2).
Im Bericht der
K
linik
E._
vom 13. September 2012
wurde der
Verdacht auf ein Tietze-Syndrom
geäussert
und eine erneute rheumatologische Begut
achtung
empfohlen
(Urk. 7/22/2-3).
3.3
Nach erfolgter Untersuchung wurde im
Bericht der Rheumaklinik des
S
pitals
Z
._
vom 21.
November 201
2
festgehalten,
die Beschwerden
beständen
seit dem Autounfall im Jahr 2000, wobei in den letzten zehn Jahr
en keine wesentliche Besserung erfolgt
sei. Beim Versicherten bestehe ein persis
tierendes
costosternalvertebrales
Syndrom
mit en
t
sprechender
sternocostaler
Schmerzsymptomatik des dritten
Sternocostalgelenks
rechts. Gegenüber den früheren Beurteilungen im Jahr 2001
würden
sich keine neuen Aspekte
ergeben
(Urk.
7/28).
V
on
Dr.
med.
F._
von der Rheumaklinik des
S
pitals
Z
._
wurde
am 28.
Dezember 2012 i
n einem
Bericht festgehalten,
es bestehe
auch ein
e
volle
Arbeitsfähigkeit für
schwere körperliche
Tätigkeiten (Urk.
7/27/2). Derselbe Arzt gab in dies
em Bericht an, dass dem Versich
erten gewisse Tätigkeiten nicht mehr zumutbar seien
, ohne dies zu begründen
(Urk.
7/27/4).
3.4
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie,
vom
Regionalen Ärztli
chen Dienst (RAD) hielt in seiner Stellungnahme
vom 18.
August 2012 fest, es liege kein objektiver klinischer oder radiologischer Befund vor, welcher eine Arbeitsunfähigkeit be
gründe (Urk.
7/18/2). Am
28.
Januar 2013
erklärte er
,
auch
der aktuelle Arztbericht der Rheumaklinik
des
S
pitals Z
._
enthalte keinen Befund, welcher eine Beeinträchtigung der funktionellen Leis
tungsfähigkeit beinhalte
,
und somit sei weiterhin kein invalidisierender Gesundheits
schaden
ausgewiesen
(
Ur
k.
7/29/2)
.
4.
4.1
Der Versicherte
verletzte sich im Jahr 2000 im
Alter von 19 Jahren
bei einem
Autounfall
.
Wie sich den Auszügen aus dem Individuellen Konto (IK-Auszüge) entnehmen lässt, war der Versicherte nach d
iesem
Unfall durchaus weiterhin erwerbstätig, wobei er nach einer Phase der Arbeitslosigkeit in den Jahren 2004 und 2005
vom
Jahr 2005 bis ins Jahr 2007
hinein
einer
Erwerbstätigkeit nach
ging (Urk.
7/17).
Er war
somit in der Zeit zwischen dem Unfall vom 22. November 2000 und dem Beginn
seine
s
Aufenthalt
es
in der
Justiz
vollzugs
anstalt
Y._
am 14. April 2008
erwerbstätig oder erhielt Leistungen der Arbeitslosenversicherung, galt also als vermittelbar.
Es fehl
t in den Akten und Ausführungen des Versicherten an
Hinweise
n
für eine längerdauernde Arbeits
unfähigkeit.
Auch in der
Justiz
vollzugsanstalt
Y._
konnte
der Versicherte
einer Beschäftigung nachgehen
(Urk. 7/9/1-4)
. In der Anmeldung zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung vom 21. Februar 2012 erklärte
er
,
seit
dem
Unfall vom
22. November 2000 unter Beschwerden zu leiden.
E
ine Ver
schlechterung seines gesundheitlichen Zu
stands
erwähnte er nicht
(Urk. 7/4).
Dr.
D._
hielt in seinem Bericht vom 15. Juni 2010 (Urk. 7/3/2) lediglich
fest, der Versicherte berichte
über zunehmende Schmerzen, ohne diese Aussagen zu werten oder zu objektivieren. W
ie sich aus dem überzeugenden Bericht der Rheumaklinik des
S
pitals
Z
._
vom 21.
November 2012
(Urk.
7/28) ergibt,
hat sich der somatische Gesundheitszustand seit dem Jahr 2001
nicht massgeblich verändert.
4.2
Mittels
bildgebender Untersuchungen
konnte
kein pathologischer Befund eruiert werden
(
Urk.
7/28)
.
Was die
klinisch feststellbare Schwellung auf der Höhe der dritten R
ippe betrifft (vgl. Urk.
7/10/1, Urk.
7/22/2,
Urk.
7/28), so stellte die Klinik
E._
die Verdachtsdiagnose eine
s
Tietze-Syndroms
(Urk. 7/22/2-3)
.
Bei einem Tietze-Syndrom handelt es sich um eine druckschmerzhafte Schwel
lung unbekannter Ursache, die meist im Bereich des Brustbeinansatzes der zweiten oder dritten Rippe auftritt und bei welcher keine Anzeichen für eine Entzündung vorhanden sind.
Unabhängig davon, ob diese Verdachtsdiagnose zutrifft oder nicht, begründet
eine solche
Schwellung keine Arbeitsunfähigkeit
.
Dr.
D._
führte zudem basierend auf den Aussagen des Versicherten selbst aus, die Beschwerden
träten
jeweils nur für kurze Zeit auf
(Urk. 7/3/2)
, was ebenfalls aufzeigt, dass diese Beschwerden die Arbeitsfähigkeit nicht
in relevanter Hin
sicht
beeinträchtigen
.
Die
betreffende
Schwellung bes
tand
im Übrigen bereits
im
Jahr 2002 (Urk.
7/10/1), als der Versicherte
noch
arbeitstätig war (Urk.
7/17/3).
Es steht somit fest, dass in somatischer
Hinsicht kein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen ist. Dies wird vom Versicherten in der Replik
vom
14. August 2013 (Urk. 14)
im Übrigen
gar nicht m
ehr
geltend gemacht
, sondern da
rin
wird ausdrücklich
a
nerkann
t, dass die aktenkundig vorhandenen Diagnosen keine invalidenversicherungsrechtlich releva
nte Arbeitsunfähigkeit begründ
en. In somatischer Hinsicht
besteht
somit kein weiterer Abklärungsbedarf
und es ist festzuhalten, dass keine versicherungsrechtlich relevanten somatischen Beschwerden vorliegen
.
4
.
3
Es
bleibt zu
prüfen, ob der Beschwerdeführer
,
wie von ihm
in der Replik vom 14. August 2012 (Urk. 14)
geltend gemacht,
psychiatrisch
abzuklären ist
.
Die Tatsach
e allein
e, dass nicht alle geklagten Schmerzen somatisch erklä
rbar sind, vermag für einen
Verdacht
auf eine
relevante
psychische Störung
nicht zu ge
nügen.
In den Arztberichten findet sich im Hinblick auf psychische Beschwer
den einzig die Anmerkung von
Dr.
D._
im Bericht vom 15. Juni 2010, dass er die momentane Einatmungsstörung nicht genügend erklären könne und sich nicht sicher sei, ob sich da eine gewisse Überlagerungsthematik verstecke (Urk. 7/3/2). Dies genügt nicht als Anhaltspunkt für
das mögliche Vorliegen
eine
r
invalidenversicherungsrechtlich relevante
n
psychische
n
Problematik.
Beim Versicherten, welcher sich sechs Jahre lang
im Strafvollzug
und dort in ärztli
cher Behandlung
befand, wäre beim Verdacht auf psychische Beschwerden
durch die behandelnden Ärzte der
Justiz
vollzugsanstalt s
icherlich eine entspre
chende Ab
klärung eingeleitet worden, um solche Beschwerden
im Falle
ihres
Vorhandensein
s
mittels Medikamenten und The
rapie entsprechend behandeln
zu können
.
Weiter war der Versicherte wie bereits ausgeführt
(vergleiche E. 4.1)
vor Antritt seiner Strafe in der Lage
,
einer Arbeitstätigkeit nachzugehen und
ging auch
im Rahmen des Strafvollzugs
stets
einer Beschäftigung nach
.
Dies war ihm möglich ohne
medikamentöse Behandlung
von
psychische
n
Beschwer
den - er nahm lediglich das Schmerzmittel
Mefenacid
500 mg ein und verwen
dete die Pflaster
Flector
Tissugel
(
Urk.
7/27/2) - und ohne
eine
psychiatrische Therapie,
was gegen das Vorhandensein einer
versicherungsrechtlich
relevanten
psychischen Störung spricht.
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
führte aus
,
in der psychiatrischen Biographie seie
n auffällige Aspekte vorhanden und
diesbezüglich
könne
ein Vergleich mit dem Strafverfahren erfolgen (Urk.
14)
.
Die
Tatsache einer straf
rechtlichen
Verurteilung allein
ist kein Hinweis auf
vorhandene
psychische Beschwerden
.
Wäre im Strafverfahren
eine relevante psychische Störung als
Befund erhoben worden, so hätte der Versicherte im Strafv
ollzug
sicherlich eine Therapie durchlaufen
oder
Medikamente verschrieben erhalten
, was
wie
soeben
ausgeführt
,
offensichtlich nicht der Fall war. Ein entsprechender
Beizug
der Strafakten erübrigt sich trotz
geltender
Untersuchungsmaxime insbesondere deshalb, da
diese mehr
als sechs Jahre
alt
sind, der Versicherte jedoch für allfäl
lige Leistungsansprüche aktuelle Beschwerden in dieser Hinsicht aufweisen müsste.
Zusammengefasst ist festzuhalten, dass sich in den Akten keine Hin
weise auf versicherungsrechtlich relevante psychische Beschwerden des Versi
cherten finden, weshalb sich eine Rückweisung zur psychiatrischen Begutach
tung als nicht angebracht erweist.
4
.4
Die IV-Stelle hat das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers mit der Verfü
gung vom 13.
März 2013 zu Recht abgewiesen (Urk.
2). W
eitere medizinische Abklärungen
erweisen sich
wie dargelegt
als nicht notwendig
, da der Sachver
halt genügend abgeklärt wurde
.
Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
5
.
5
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen der gesetzlichen Vorgabe (Art.
69 Abs.
1
bis
IVG) auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Die Kosten sind dem unterlie
genden Beschwerde
führer aufzuerlegen. Infolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sind sie einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5
.2
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers,
Fürsprecher
Sararard
Arquint
,
hat keine Kostennote eingereicht, weshalb
seine
Entschädigung unter Berücksichtigung des Umfangs und der
Komplexität
des Verfahrens sowie seines Aufwands auf
Fr.
1‘300.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
)
festzusetzen ist. Dieser Betrag ist
aus der Gerichtskasse
auszuzahlen
Der Beschwerdeführer ist darauf hinzuweisen, dass er diesbezüglich ebenso wie bezüglich der Gerichts
kosten laut §
16 Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.