Decision ID: 14c07120-f454-4e66-a94e-c6a406e506d0
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1957 geborene
X._
absolvierte nach der Lehre zum Feinmechaniker eine kaufmännische Ausbildung und war zuletzt in der Versicherungsbranche tätig (
Urk.
8/42/3,
Urk.
8/132/30,
Urk.
8/132/53).
Ab Dezember 2001 arbeitete er für die
A._
als Key Account Manager
und Fachspezialist für Kredit- und Kautionsversicherungen (
Urk.
1 S. 3,
Urk. 8/
4/6,
Urk.
8/12/2).
Am 3
0.
Sep
tember 2010 meldete er sich unter Hinweis auf einen Bandscheibenvorfall
in der Lendenwirbelsäule
und
eine
mindestens 60%ige Arbeitsunfähigkeit ab 1
0.
Mai 2010 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/4,
Urk.
8/
13/6-7). Da er nach zwei operativen Eingriffen
(mikrochirurgische Dekompression L4/5 am 2
0.
Mai 2010 und L3/4 am 2
1.
Oktober 2010)
ab Februar 2011 wieder zu 100
%
arbeiten konnte (
Urk.
8/13/8,
Urk.
8/15/6,
Urk.
8/17/5), verneinte die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
mit Ver
fügung vom
1
8.
Mai 2011
das Bestehe
n eines Rentenanspruchs (
Urk.
8/
21
). Die Verfügung erwuchs in Rechtskraft.
1.2
Unter Hinweis auf erneute Rückenbeschwerden, welche am 2
1.
März 2013 einen weiteren operativen Eingriff erforderten (
Mikrorchirurgische
Entfernung einer
Rezidivhernie
L3/4;
Urk.
8/24), meldete sich der Beschwerdeführer am 1
9.
Juli 2013
aufs Neue
bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an
(
Urk.
8/2
5
)
.
Bereits ab
Juni 2012
hatte
er
eine
neu
e Funktion
im Innendienst als
Customer
Account
auf
genommen
(
Urk.
1 S. 3,
Urk.
8/29/3,
Urk.
8/42/3
).
Wegen
einer
Rezidivhernie
in der Lendenwirbelsäule und einer Nervenwurzelkompression in der Halswirbel
säule erfolgten am 1
4.
November und 1
8.
Dezember 2013 zwei weitere operative Interventionen (
ventrale
Foraminotomie
H6/7 mit Entfernung eines Bandschei
bensequesters und eines kleinen
Spondylophyten
sowie
translaminäre
Fensterung L3/4; mit
Sequestrektomie
und
Nukleotomie
;
Urk.
8/36/13-16
,
Urk.
8/40/6
).
Die anhaltenden körperlichen Beschwerden führten zu einer leichten Anpassungsstö
rung (
Urk.
8/42).
Ab dem
1.
Mai 2014 konnte der seit Anfang 2013 in wechseln
dem Umfang
krank geschriebene
Versicherte die Arbeit wieder zu 70
%
und ab dem
1.
Oktober 2014 zu 100
%
aufnehmen
(
Urk.
8/48/4-
6
)
.
Die IV
Stelle
sprach
ih
m aufgrund ihrer Abklärungen mit Verfügung vom
6.
Mai 2015 befristet für die Monate Februar bis April 2014 eine ganze Invalidenrente zu (
Urk.
8/57,
Urk.
8/60).
1.3
Am
7.
und 1
5.
Mai 2015 teilte der Versicherte der IV-Stelle mit, dass er wegen
erneut intensivierter
Rückenschmerzen ab dem
6.
Mai 2015 nur noch zu 50
%
arbeiten könne
, und ersuchte sinngemäss darum, seinen Anspruch auf eine Rente zu prüfen
(
Urk.
8/64,
Urk.
8/66).
Am
7.
Oktober 2015 wurde er erneut am Rücken
operiert (360°-
Spondylodese
L3/4;
Urk.
8/85/4).
Per Ende März 2016 wurde ihm das Arbeitsverhältnis gekündigt (
Urk.
8/104,
Urk.
8/1
4
2/41).
Nach dem
Beizug
von Verlaufsberichten der behandelnden Ärzte (
Urk.
8/69,
Urk.
8/71,
Urk.
8/
85
,
Urk.
8/98,
Urk.
8/108
) gab die IV-Stelle bei der
B._
ein polydiszipli
näres
(allgemeininternistisches, orthopädisches, neurologisches und psychiatri
sches)
Gutachten in Auftrag (
Urk.
8/128)
, welches am
7.
November 2016 erstattet wurde (
Urk.
8/132).
Gestützt auf das Gutachten stellte die IV-Stelle dem Versi
cherten mit Vorbescheid vom 1
5.
März 2017 die Zusprechung einer halben Rente für die Zeit vom
1.
November 2015 bis 3
1.
Januar 2016 sowie einer ganzen Rente vom
1.
Februar befristet bis zum 3
0.
Juni 2016
in Aussicht (
Urk.
8/147).
Nachdem der Versicherte dagegen Einwand erhoben (
Urk.
8/149,
Urk.
8/
152)
und
die
Stellungnahmen
zum Gutachten vom
8.
Mai 2017 von
Dr.
C._
, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin, sowie vom 2
4.
Mai 2017 von
D._
, Facharzt für Allgemeine Medizin,
eingereicht hatte (
Urk.
8/151,
Urk.
8/154), sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom
5.
Sep
tember 2017 ankündigungsgemäss für die Zeit vom
1.
November 2015 bis 3
1.
Januar 2016 eine halbe Rente sowie ab dem
1.
Februar befristet bis zum 3
0.
Juni 2016
eine ganze Rente zu (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Christoph
Häberli
, mit Eingabe vom 1
0.
Oktober 2017 Beschwerde
mit dem Antrag, es sei ihm eine unbefristete Rente zuzusprechen, eventualiter sei die Sache zu weiteren Abklä
rungen und neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2). In der Beschwerdeantwort vom 2
0.
Dezember 2017 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte
, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei au
s
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die befristete Rentenzusprechung mit der angefochtenen Verfügung damit, dass
sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers gemäss dem beweiskräftigen polydisziplinären Gutachten vom
7.
November 2016
vorübergehend
verschlechtert habe, so dass von einer 50%igen Arbeitsunfähig
keit vom
6.
Mai bis 3
1.
Oktober 2015 und von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit vom
1.
November 2015 bis 3
1.
März 2016 auszugehen sei.
Ab
1.
April 2016
bestehe
nach
einer Verbesserung der gesundheitlichen Situation
eine
Erwerbsfä
higkeit von mindestens 75
%
in der angestammten Tätigkeit als Fachspezialist für Kreditversicherungen. Der Invaliditätsgrad belaufe sich daher auf 25
%
.
Da die Invalidität ab Mai 2015 und damit innert drei Jahren seit der letzten Renten
aufhebung wegen des gleichen Leidens wieder ein
e
rhebliches Ausmass erreicht habe, müsse kein erneutes Wartejahr berücksichtigt werden. Ab
1.
November 2015
-
sechs Monate nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs am 2
0.
Mai 2015
-
bis 3
1.
Januar 2016
-
drei Monate nach dem 3
1.
Oktober 2015
habe der Beschwerdeführer Anspruch auf eine halbe Rente, vom
1.
Februar bis 3
0.
Juni 2016
-
drei Monate nach dem 3
1.
März 2016
-
auf eine ganze Rente. Danach bestehe bei einem Invaliditätsgrad von 25
%
kein Rentenanspruch mehr
.
In den
zwei Stellungnahmen
der behandelnden Ärzte
zum Gutachten würden keine neuen medizinischen Fakten vorgebracht. Deren abweichende Beurteilung könne im Wesentlichen durch eine andere ärztliche Ermessensausübung und die unter
schiedliche Rolle von Gutachtern und behandelnden Ärzten erklärt werden
(
Urk.
2 S. 3)
.
In der Beschwerdeantwort führte die IV-Stelle ergänzend aus, der Einkommens
vergleich sei mittels eines Prozentvergleichs erfolgt. Auch bei einer ziffernmässig genauen Bestimmung der Vergleichseinkommen resultiere kein Rentenanspruch ab
1.
Juli
201
6.
Gemäss der
LSE (Schweizerische Lohnstrukturerhebung) 2014, Tabelle 1, hätte der Beschwerdeführer in der Versicherungsbranche in einer Tätigkeit mit dem Kompetenzniveau 3, auf das Jahr 2015 hochgerechnet, ein Invalideneinkommen von
Fr.
114'458.35 verdienen können. Als Gesunder hätte er im Jahr 2015, wenn
zu seinen Gunsten sein Lohn im Jahr 2009 - das höchste je generierte Jahreseinkommen
-
herangezogen und auf dieses Jahr hoch
gerech
net werde, ein
Valideneinkommen
von
Fr.
162'915.90 verdienen können. Der Vergleich dieser Einkommen ergebe einen Invaliditätsgrad von 30
%
, welcher ebenfalls unter der rentenbegründenden Schwelle von 40
%
liege (
Urk.
7).
2.2
Der Beschwerdeführer stellt sich dagegen auf den Standpunkt, er habe auch nach dem 3
0.
Juni 2016 Anspruch auf eine Rente.
Das Gutachten der
B._
weise folgende, von den behandelnden Ärzten
Dr.
C._
sowie
Dr.
D._
aufge
zeigte Mängel auf: Im Gutachten fehle eine klare und ausführliche Schilderung der Beschwerden aus seiner persönlichen Perspektive. Zudem würden die wieder
gegebenen Beschwerden nicht in
Beziehung
zu seiner Arbeitssituation und den dort entstehenden Einschränkungen
gesetzt.
Auch sei d
ie klinisch-orthopädische Untersuchung nicht mit genügender Sorgfalt
erfolgt.
Die Gutachter hätten sodann nicht berücksichtigt, dass die Dauerschmerzen im
Dermatom
L3
beziehungsweise L4 links und
die
wiederkehrenden Schmerzen in Zwangs
positionen einen massi
ven Einfluss auf die Konzentrationsfähigkeit und damit seine Leistungsfähigkeit
im angestammten Beruf hätten.
Überdies
würden
sie
die erhebliche Diskrepanz zwischen seiner Selbsteinschätzung und der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die behandelnden Ärzte
auf der einen Seite
und ihrer eigenen Einschätzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit
auf der anderen Seite
als «
geringgradig
» herun
ter
spielen
; eine plausible Begründung für ihre deutlich positivere Bewertung der Arbeitsfähigkeit fehle im Gutachten, und
zwar vor dem Hintergrund einer im Wesentlichen übereinstimmenden diagnostischen Einordnung der Beschwerden.
Aufgrund der genannten Mängel könnten nicht sämtliche für die gutachterliche Beurteilung massgeblichen Faktoren nachvollzogen werden
.
D
ie abweichenden Beurteilungen der behandelnden Ärzte
dürften
nicht einfach mit dem Argument, diese beruhten auf einer unterschiedlichen Ermessensausübung, als beweisrecht
lich unerheblich
eingestuft werden. Die Einschätzung der behandelnden Ärzte beruhe auf
Kenntnissen, welche sie im Rahmen
seiner
langjährigen
Behandlung erworben hätten
. Seine überwiegend intellektuelle berufliche Tätigkeit erfordere eine hohe und dauernde Konzentrationsfähigkeit, welche durch die Dauerschmer
zen und die dagegen eingesetzten Medikamente massiv beeinträchtigt werde.
Durch die
be
nötig
t
en regelmässigen Pausen müssten Gedankengänge immer wieder unterbrochen werden, was einen weit über die Dauer der Pausen hinaus
gehenden Leistungsverlust verursache. Zudem sei er im Ver
gleich zu Gesunden viel früher e
rschöpft. Deshalb sei die Beurteilung der behandelnden Ärzte nach
vollziehbar, dass er maximal einen halben Tag bei reduzierter Leistung, entspre
chend 3,4
Leistungsstunden pro Tag, arbeiten könne.
Seine Leistungsfähigkeit sei mindestens zwischen 60 und 70
%
eingeschränkt. Da jede intellektuell weniger anspruchsvolle Tätigkeit zu einem massiven Einbruch beim erzielbaren Einkom
men führen würde, erübrige es sich, dem Leiden besser angepasste Tätigkeiten zu eruieren (
Urk.
1 S. 7 ff.).
Dem Gutachten
könne
auch nicht
entnom
men
werden
, ob sich die attestierte 75%ige Arbeitsfähigkeit auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit, welche mit
Fr.
116'364.-- pro Jahr
entlöhnt
worden sei, oder auf die frühere Tätigkeit, womit er im Jahr 2009 ein Einkommen von
Fr.
156'085.-- erwirtschaftet habe
, beziehe
.
Deshalb sei die Argumentation der IV-Stelle, ein Einkommensvergleich sei nicht nötig, da er auch in der bisherigen Tätigkeit ein
rentenaussschliessendes
Einkom
men erzielen könne, nicht zulässig.
Werde das im Jahr 2009 erzielte Einkommen an die Nominallohnsteigerung angepasst
, belaufe sich das hypothetische
Vali
deneinkommen
im Jahr 2016 auf rund
Fr.
165'000.--. Wenn er nun laut den Gut
achtern nur noch 75
%
des letzten Einkommens von
Fr.
116'364.
--
verdienen könne, resultiere im Vergleich zum
Valideneinkommen
bereits ein Invaliditäts
grad zwischen 40 und 50
%
. Werde zusätzlich berücksichtigt, dass er nur noch zu rund 40
%
einsatzfähig sei, resultiere ein
e
Erwerbseinbusse von mindestens
70
%
, was Anspruch auf eine ganze Rente gebe (
Urk.
1 S. 6 f. und 9 f.). Zur Festsetzung des Rentenbeginns sei der
Anfang
der Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2015 massgeblich, und nicht das Datum der im November 2015 durchgeführten
Spondylodese
. Da bereits früher eine Rente ausgerichtet worden sei, entstehe der Rentenanspruch drei Monate nach Eintritt der dauerhaften Änderung der Erwerbsfähigkeit, mithin per
1.
August
201
5.
Gegebenenfalls sei
die Sache zu genauerer Ermittlung des effektiv erzielbaren Einkommens unter Berücksichti
gung der objektiv nachge
wiesenen Schmerzproblematik und der erheblichen Mängel des Gutachtens der
B._
an die
IV-Stelle zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 10).
3.
3.1
Der behandelnde Rheumatologe
Dr.
C._
hielt in seinem Verlaufsbericht vom
5.
Januar 2016 fest, der Beschwerdeführer habe ihn am 1
0.
November und
1.
Dezember 2015 wegen anhaltenden lumbalen Schmerzen mit Ausstrahlung ins linke Bein aufgesucht. Er leide einerseits an einem chronischen
lumbospondylo
genen
Syndrom links bei Status nach fünf chirurgischen Interventionen lumbal, letz
t
mals am
7.
Oktober 201
5.
Klinisch bestehe eine deutliche schmerzhafte Bewegungseinschränkung der Lendenwirbelsäule ohne Hinweise auf eine
lumbo
radikuläre
Problematik bei Hypästhesie im
Dermatom
L4
und fehlendem
Patella
sehnenreflex
links.
Während der klinischen Untersuchung seien ihm keine Diskrepanzen, Inkonsistenzen oder Widersprüche aufgefallen; hingegen habe der Beschwerdeführer verängstigt und verunsichert gewirkt.
Sodann leide er unter
ein
em chronischen
zervikovertebralen
Syndrom bei Status nach ventraler
Fora
minotomie
C5/C6 im November 201
3.
Im Nackenbereich bestehe eine leichte Bewegungseinschränkung mit
myofaszialen
Schmerzen im Schulter-Nackenbe
reich beidseits. Schliesslich bestehe eine
seronegative
Spondarthropathie
, die erst
mals im Juli 2005 diagnostiziert und erfolgreich mit
Methotrexat
behandelt werde. Da aktuell weder
skelettszintigraphisch
noch klinisch
Synovitiden
nach
gewiesen werden könnten, sei von einer Remission auszugehen. Schliesslich bestünden
b
ewegungsabhängige Leistenschmerzen links bei beginnender
Coxarthrose
. Während des Gespräches sei eine gewisse Konzentrationsstörung, Vergesslichkeit und Gedächtnisschwäche aufgefallen. Ob dies allenfalls mit dem Status nach FSME zusammenhänge, sei ihm,
Dr.
C._
, nicht klar. Störend wirkten sich für den Beschwerdeführer zudem eine Dysästhesie und Parästhesie im Bereich des
Dermatoms
L4 links
im Unterschenkel und Gesäss bei Verdacht auf ein
residuelles
sensorisches Irritationssyndrom L4 links aus. Ebenfalls eine Dysästhesie bestehe
am Vorderarm rechts. Zurzeit sei der Beschwerdeführer bei Status nach der Operation vom
7.
Oktober 2015 noch voll arbeitsunfähig. Gute
drei Monate nach der Operation, ab Februar 2016, könne das Arbeitspensum in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit langsam von 20
%
auf längerfristig maximal 50
%
gesteigert werden. Mit der Kündigung per 3
1.
März 2016 seien nun auch psycho
soziale Belastungsfaktoren hinzugetreten, welche aber für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit irrelevant seien (
Urk.
8/98).
Im
Bericht an die IV-Stelle
vom 2
5.
Mai 2016 führte
Dr.
C._
aus, der Gesund
heitszustand sei inzwischen stabil und dürfte sich nicht mehr wesentlich bessern
. Es liege eine komplexe gesundheitliche Situation vor. Einerseits bestehe
mit der
seronegativen
Spondyloarthritis
eine
entzündlich-rheumatische Erkrankung am Achsenskelett, die seit Jahren erfolgreich mit
Methotrexat
behandelt werde. Andererseits liege eine segmentale Dysfunktion im Bereich der mittleren und unteren Lendenwirbelsäule und im HWS-Bereich mit chronischer Nerven
wurzel
reizung L3 und L4
links nach mehrfacher operativer Intervention vor
, die einer Schmerztherapie nur bedingt zugänglich sei.
Aufgrun
d der chronischen Schmerzen im linken Bein
bei
Radikulopathie
sei
die Konzentration gestört
; gleichzeitig sei aus mechanischer Sicht die Belastung der Wirbelsäule einge
schränkt. In einer leichten, wechselbelastenden und den einzelnen Funktionsstö
rungen Rechnung tragenden Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 40
%
, entsprechend 3,4 Stunden pro Tag (
Urk.
8/
108
; vgl. auch
Urk.
8/109
).
Im
Bericht vom 1
4.
Juni 2016 der interdisziplinären Schmerzsprechstunde des Kantonsspitals
E._
wird bei den Diagnosen unter anderem ein chronisches
lumbovertebrales
/-
spondylogenes
Schmerz- und
radikuläres
Reizsyndrom L3 und L4 links aufgeführt. Laut den Schmerzspezialisten stand
beim Beschwerdeführer
eine neuropathische (
radikuläre
) Schmerzkomponente
im Vordergrund.
Der Bein
schmerz folge klinisch am ehesten dem
Dermatom
L4, diskret auch L
3.
In diesem Gebiet bestehe auch eine Hypästhesie und
Hypalgesie
. In der
Elektromyograhie
von L3 und L4 habe sich im Vergleich zu L5 paravertebral eine pathologische Spontanaktivität ableiten lassen. Die aktuelle Bildgebung habe demgegenüber keine Hinweise für eine Kompression neuraler Strukturen ergeben
. Da bereits in der Vergangenheit eine chronische Schädigung diagnostiziert worden sei, rühre der Nervenschmerz am ehesten von einer chronischen sensorischen Schädigung der Nervenwurzeln L4 und L3 her. Die medikamentöse Therapie mit verschiede
nen Co-Analgetika habe bisher keine Verbesserung der Schmerzen erbracht. Dass der neuropathische Schmerz nicht auf die medikamentösen Therapieversuche anspreche, sei ein häufiges Phänomen. Nur jeder
3.
bis
7.
Patient erfahre bei einer Behandlung mit Co-Analgetika eine 50%ige Schmerzlinderung (
Urk.
8/118).
3.2
Im
allgemeininternistischen, orthopädischen, neurologischen und psychiatri
schen Gutachten der
B._
vom
7.
November 2016
werden folgende
Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt: ein
lumbo
vertebra
les
Schmerzsyndrom mit ausstrahlenden Schmerzen ins linke Bein und eine
Radikulopathie
mit sensibler Betonung L3 und L4 links, jeweils bei Status nach vier Bandscheibenoperationen in den Segmenten L3/4 und L4/5
;
eine
Radikulo
pathie
C7 links mit sensibler Betonung bei Status nach einer ventralen
Forami
notomie
mit
Sequesterektomie
HWK
C5/6 im Jahr 2013
(
Urk.
8/132/52)
.
Der Beschwerdeführer gab den
Gutachtern
an, unter dauerhaften linksseitigen
Rücken- und Beinschmerzen
sowie
Hüftschmerzen mit Ausstrahlung in
den
Ober
schenkel und das Knie zu leiden, welches sich «wie im Schraubstock ein
ge
klemmt» anfühle.
Zudem bestünden Gefühlsstörungen im linken Unterschenkel sowie in den Fingern II und III der rechten Hand.
Weiter leide er unter Gelenk
schmerzen verschiedenster Intensität
. Durch die dauerhaften Schmerzen sei er auch sehr empfindlich und weniger belastbar geworden. Für die Zukunft könne er sich vorstellen, trotz seiner Beeinträchtigungen eine leichte wechsel
belastende Tätigkeit im Rahmen eines Beschäftigungsgrades von 40
%
aufzu
nehmen. Der im Rahmen der allgemeininternistischen Untersuchung
ermittelte PACT-Score
ent
sprach
einer ausgesprochen tiefen Selbsteinschätzung der kör
perlichen Leistungs
fähigkeit
(
Urk.
8/132/32
-34
,
Urk.
8/132/36,
Urk.
8/132/41-42,
Urk.
8/132/47)
.
Die psychiatrischen, neurologischen und orthopädischen Teilgutachter hielten fest,
sie hätten w
ährend ihrer
Untersuchungen keine Anzeichen für
aggravierendes
Verhalten feststellen können (
Urk.
8/132/37
,
Urk.
8/132/40,
Urk.
8/132/48
)
.
Aus allgemein-internistischer Sicht ergab die Begutachtung keine relevanten Erkrankungen mit Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit. Die psychiatrische Untersu
chung führte zur Diagnose einer länger
dauernden Anpassungsstörung mit Angst- und depressiven Symptomen (ICD-10
F43.21), welche keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe (
Urk.
8/132/54
55).
Im neurologischen Teilgutachten wer
den als einschränkende Faktoren eine Hypästhesie und
Hypalgesie
im
Dermatom
L3 und L4 linksseitig, eine fragliche M4-Parese für Hüftbeuge- und Kniestreckung und Kniebeugung lin
k
sseitig sowie ausgefallene Achillessehnen- und
Patella
sehnenreflexe
links und Adduktorenreflexe beidseits
genannt;
diagnostisch
wer
den diese
als
vorwiegend sensible
Radikulopathie
L3 und L4 links eingeordnet (
Urk.
8/132/44-45). Der orthopädische Teilgutachter
ging gestützt auf seine Untersuchungsbefunde von einem
lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom mit Ausstrahlung ins linke Bein aus. Die Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule sei eingeschränkt.
Störend wirkten sich auch die Hypästhesie im Unterschenkel im Bereich des
Dermatoms
L4 sowie die Schmerzen im Oberschenkel aus.
Als Handicaps nannte er
die Unmöglichkeit, längere Zeit zu sitzen, gehen oder stehen, sowie eine Einschränkung beim Heben von Gewichten
. Ausserdem wies der begutachtende Or
th
opäde darauf hin, dass seine
Untersuchungsergebnisse in etwa mit denen von
Dr.
C._
gemäss Bericht vom
5.
Januar 2016 identisch seien; ein
zige Ausna
h
me sei der
Lasègue
-Test, welcher damals beidseits bei 40° positiv gewesen sei, heute aber nur links und zwar bei 60° positiv ausgefallen sei (
Urk.
8/132/49-50)
.
Seit
dem Jahr 2011 hätten die Schmerzen und die Hyposen
sibilität im
Dermatom
L4 zugenommen (
Urk.
8/132/57
). Als Ressource sei der starke Wille und die Motivation de
s Beschwerdeführers, wieder zu a
rbeiten, zu nennen (
Urk.
8/132/45,
Urk.
8/132/50).
Zur
Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter fest, in seiner letzten Funktion als Fachspezialist für Kreditversicherungen habe der Beschwerdeführer häufig in der ganzen Schweiz Kundenbesuche machen müssen. Er sei oft für viele Stunden mit dem Auto unterwegs gewesen und habe jeweils bei den Kunden für die Gespräche längere Zeit am Tisch sitzen müssen. Da er nur noch zwischen 30 und 60 Minuten sitzen sowie gleich lange stehen könne,
sei
er in diese
r
Tätigkeit
eingeschränkt
. Er müsse die Möglichkeit haben, bei längeren Sitzungen zwischendurch aufzustehen, und längere Autofahrten nach einer Stunde jeweils kurz zu unterbrechen
. Deshalb bestehe in der ange
stammten Tätigkeit eine 25%ige Arbeitsunfähigkeit.
Diese Einschätzung gelte ab März/April 2016; nach der Operation im November 2015 sei er zunächst für mehrere Monate zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen.
In einer den Einschränkungen Rechnung tragenden, leichten wechselbelastenden Tätigkeit ohne Überkopfarbei
ten, Rotationsbewegungen sowie Arbeiten in Inklination und
Reklination
bestehe eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit, wobei aus neurologischer Sicht zusätz
lich die Möglichkeit bestehen müsse, Pausen einzuschalten (
Urk.
8/132/45-46,
Urk.
8/132/50-51,
Urk.
8/132/56-
57).
Die Selbsteinschätzung des Beschwerde
führers bezüglich seiner Arbeitsfähigkeit sei als realistisch
, jedoch
geringgradig
zu tief anzusehen. Dass er mit seinem Physiotherapeuten regelmässig seine Belastungsgrenze teste, zeige, dass er bemüht sei, wieder eine adäquate Anstellung zu finden, weshalb seine Arbeitsfähigkeit höher einzuschätzen sei (
Urk.
8/132/45-46,
Urk.
8/132/51,
Urk.
8/132/55). Der orthopädische Teilgutach
ter wies sodann darauf hin, dass er die Arbeitsfähigkeit
in Prozenten eines Voll
zeitpensums höher einschätze als
Dr.
C._
, sich
dem von
Dr.
C._
angeführten Belastbarkeitsprofil für adaptierte Tätigkeiten aber anschliessen könne (
Urk.
8/132/51).
3.3
In seiner
Stellungnahme
vom
8.
Mai 2017 zum polydisziplinären Gutachten hielt
Dr.
C._
fest, die Gutachter hätten die subjektiv vom Beschwerdeführer erlebten Beschwerden lediglich sehr oberflächlich erhoben; so hätten sie weder die Schmerzintensität anhand der VAS-Skala erfragt noch Angaben zu schmerz
steigernden und –lindernden Faktoren
eingeholt
. Auch sei
en sie
nicht spezifisch auf seine Einschränkung im Berufsleben eingegangen. Die von den Gutachtern
erhobene
Radikulopathie
L3 und L4 links äussere sich nicht nur in der sensiblen Problematik, welche bezüglich Arbeitsfähigkeit vo
n unter
geordneter Bedeutung sei;
von Bedeutung sei vielmehr der chronische Schmerz im
Dermatom
L3 beziehungsweise L4 links. Durch den auf einen ausgewiesenen Gesundheitsscha
den zurückzuführenden Dauerschmerz im linken Bein sei der Beschwerdeführer glaubwürdig in seinem Konzentrationsvermögen und in der generellen Leistungs
fähigkeit eingeschränkt. Ferner sei nicht nachvollziehbar, dass die von den Gut
achtern erwähnte Notwendigkeit, Pausen einzuschalten, zu keiner Reduktion der Leistungsfähigkeit führe. Auch sei seine abweichende Beurteilung der Arbeitsfä
higkeit im Gutachten nicht gebührend gewürdigt und diskutiert worden, so dass nicht nachvollziehbar sei, weshalb die Gutachter zu einem anderen Ergebnis gelangt seien (
Urk.
8/151/1-2).
Der Hausarzt
D._
kritisierte das Gutachten in seiner Stellung
nahme vom 2
4.
Mai 2017
ebenfalls
mit ähnlichen Argumenten
.
Er
wies insbe
sondere darauf hin
, beim Beschwerdeführer
bestehe
ein bestens dokumentiertes, schmerzhaftes Nervenleiden im Bereich
der unteren linken Extremität, welches seine Arbeitsfähigkeit einschränke. Ein leidensangepasstes Arbeitsumfeld, in wel
chem er zu 100
%
arbeitsfähig sei, existiere seines Erachtens nicht. Die von den Gutachtern bescheinigte Arbeitsfähigkeit sei unrealistisch. Die Gutachter hätten die Schmerzsymptomatik
trotz ausgebauter und in der Vergangenheit nie redu
zierter analgetischer Medikation
zu wenig berücksichtigt. Seines Erachtens bestehe eine Arbeitsfähigkeit von maximal 50
%
in leidensangepasster Tätigkeit (
Urk.
8/151/3-4).
3.4
Hinsichtlich der Diagnosen und der erhobenen objektiven Befunde besteht wei
testgehend Einigkeit zwischen den Gutachtern der
B._
und den behandelnden Ärzten. Zudem hoben auch die Gutachter ausdrücklich die fehlen
den Aggravationstendenzen des Beschwerdeführers während der Untersuchung sowie seinen Arbeitswillen hervor.
I
n der Expertise
werden
die Dauerschmerzen
mehrmals
erwähnt
, und zwar ohne diese in Frage zu stellen. Vor diesem Hinter
grund
sticht
die erhebliche A
bweichung
der gutachterlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in optimal behinderungsangepassten Tätigkeiten (100
%
)
von
derjenigen des
Beschwerdeführers und der behandelnden Ärzte (40
%
) ins Auge; dies gilt umso mehr auch angesichts dessen, dass die Gutachter die Selbstein
schätzung des Beschwerdeführers als realistisch
bezeichneten
(
Urk.
8/132/46,
Urk.
8/132/51)
.
Zwar erwähnt der neurologische Gutachter unter dem Titel «Selbstlimitierte Arbeitsfähigkeit», der Beschwerdeführer habe gemeinsam mit dem Hausarzt ausgearbeitet, dass er i
n einer leidensangepassten Täti
g
k
eit noch zu 40
%
arbeitsfähig sein könne, was auch sein Ziel sei (
Urk.
8/132/42).
Eine
nachvollziehbar
e Begründung für die stark divergierende Beurteilung der Arbeits
fähigkeit
fehlt
aber
im Gutachten. Insbesondere
werden die
neuropathischen
Dau
erschmerzen
, gemäss den behandelnden Ärzten die Leitsymptomatik,
bei
den Ausführungen
zur
zumutbaren Arbeitsfähigkeit
nicht als beeinträchtigender Fak
tor genannt
beziehungsweise gar nicht gewürdigt
. Das gleiche gilt für die von
Dr.
C._
genannten, schmerzbedingten Konzentrationsstörungen. Es ist nach
vollziehbar, dass neuropathische Dauerschmerzen zu schnellerer Ermüdung und Konzentrationsstörungen führen können, welche nicht zuletzt bei einer geistigen Tätigkeit zu einer Einschränkung des
ansonsten
möglichen Arbeitspensums führen können.
Zu beachten ist auch, dass
der behandelnde Rheumatologe
Dr.
C._
aufgrund
der abgeschlossenen Gutachterausbildung bei der
F._
über Kenntnisse in der versicherungsmedizinischen Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit verfügt (
Urk.
8/151/2).
Dementsprechend prüfte er auch, ob beim Beschwerdeführer während der Untersuchung Anzeichen für wider
sprüchliches und inkonsistentes Verhalten vorhanden waren, was er ver
n
einte (
Urk.
8/98/2). Aufgrund dieser Überlegungen
hat seine Beurteilung beweisrecht
lich durchaus
ein gewisses
Gewicht.
Unklar ist, ob die Gutachter die Schmerz
symptomatik bei der Würdigung der
Arbeitsfähigkeit
versehentlich ausser Acht gelassen haben,
etwa
weil sich keiner der Teilgutachter zur Würdi
gung dieser Symptomatik zuständig fühlte
.
Jedenfalls erfolgte keine Begutach
tung durch einen Rheumatologen.
Möglich ist
aber
auch, dass
die Gutachter die
geklagten Dauerschmerzen
aufgrund legitimer und plausibler medizinischer Überlegungen, welche im Gutachten aber nicht schriftlich festgehalten wurden, bei der Beur
teilung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit anders würdigten als die behandelnden Ärzte.
Ferner ist nicht ohne weiteres nachvollziehbar, ob beziehungsweise inwiefern die von den Gutachtern erwähnte Notwendigkeit, Pausen einzu
schalten, innerhalb eines Arbeitstages mit den üblichen Anwesen
heitszeiten im Ergebnis das
verrichtbare
Arbeitspensum einschränkt.
3.5
Die noch offenen Fragen können durch Rückfrage bei den Gutachtern geklärt werden.
Ein solches Vorgehen hätte sich bereits nach Eingang der Berichte von
Dr.
C._
vom
8.
Mai 2017
(
Urk.
8/151/1-2)
und von
Dr.
D._
vom 2
4.
Mai 2017
(
Urk.
8/151/3-4)
im
Einwandverfahren
aufgedrängt, zumal
die IV-Stelle bei begründeten Einwänden gegen polydisziplinäre Gutachten, die sie im Ver
wal
tungs
verfahren eingeholt hat, immer wieder auf diese Weise verfährt.
Deshalb rechtfertigt es sich, die Sache an
s
ie zurückzuweisen. Die IV-Stelle wird die
B._
anzuweisen haben, zu den genannten offenen Fragen und zu den Berichten von
Dr.
C._
vom
8.
Mai 2017 und von
Dr.
D._
vom 2
4.
Mai 2017
eingehend Stellung zu nehmen, und falls nötig weitere
Erhebungen
, etwa
s
chmerzmedizinische
r
, rheumatologischer
und/oder neur
opsychologischer Art,
durchzuführen. Sollten die Gutachter
die offenen
Fragen nicht überzeugend beantworten, wird die IV-Stelle von sich aus eine erneute polydisziplinäre Begut
achtung des Bes
chwerdeführers anzuordnen haben. Nach erfolgter Abklärung wird die IV-Stelle neu über den Rentenanspruch des Beschwerde
führers zu verfügen haben.
4.
4.1
Ausgangsgemäss gehen die Verfahrenskosten von
Fr.
700.-- zulasten der unter
liegenden IV-Stelle (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).
4.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Nach § 34
Abs. 3
des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht (
GSVGer
)
wird der Anspruch
auf
Ersatz der Parteikosten
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache
,
der Schwierigkeit des Prozesses
und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
)
.
Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze
ist die Prozessentschädigung
des Beschwerdeführers
ermessensweise auf Fr.
2'7
00.-- festzusetzen (inklusive Bar
auslagen und Mehrwertsteuer).