Decision ID: 33e85927-fc84-44e5-accc-554e0ec9ed61
Year: 2005
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Sachverhalt:
A. Mit Bankenrundschreiben und Editionsaufforderung vom 12. März 2004  die Schweizerische Bundesanwaltschaft (nachfolgend „“) im Rahmen eines gegen B. und unbekannte Täterschaft wegen des Verdachts der Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis StGB geführten gerichtspolizeilichen Ermittlungsverfahrens an die A. AG, Zürich. Sie  unter anderem Auskunft über allfällig bestehende  mit B. und drei juristischen Personen sowie über allfällige  einer existierenden Geschäftsbeziehung getätigte Transaktionen.  untersagte sie der Bank bzw. deren zuständigen Organen und  unter Strafandrohung, der beschuldigten Person sowie den  genannten Gesellschaften von ihrem Schreiben Mitteilung zu machen (act. 1.3). Die A. AG kam dieser Editionsaufforderung nach (act. 1.2 S. 2).
B. Mit Editionsverfügung vom 12. Juli 2005 gelangte die Bundesanwaltschaft erneut an die A. AG und verlangte Auskunft über seit der ersten Verfügung saldierte bzw. neu eröffnete Geschäftsbeziehungen mit B. (in seinem  oder als wirtschaftlich oder Zeichnungsberechtigter) sowie über  Kontakte mit ihm seit 1. Juli 2005 bis zur Erledigung dieser  (Ziff. 1). Unter Ziffer 2 der Verfügung erliess sie ein Mitteilungsverbot, worin der Bank bzw. ihren zuständigen Organen unter Strafandrohung  wurde, B. und die wirtschaftlich berechtigten Personen über diese Zwangsmassnahmen zu informieren; ebenso untersagte sie die  von Originalen oder Kopien gemäss Ziffer 1 und 2 mit Ausnahme  Zusendungen an den Kunden (act. 1.2).
C. Gegen die vorgenannte Verfügung liess die A. AG mit Eingabe ihrer
Rechtsvertreter an die Beschwerdekammer vom 18. Juli 2005 Beschwerde führen mit dem Antrag, deren Ziffer 2 (Mitteilungsverbot) sei aufzuheben, es sei keine Gerichtsgebühr zu erheben und es sei ihr für das  eine angemessene Entschädigung auszurichten (act. 1).
D. Die Bundesanwaltschaft hob am 2. August 2005 das Mitteilungsverbot ge-
mäss Verfügung vom 12. Juli 2005 mit sofortiger Wirkung auf und  gleichentags in ihrer Beschwerdeantwort bei der  die Abschreibung des Verfahrens infolge Gegenstandslosigkeit, ohne sich in der Sache selbst zur Beschwerde zu äussern (act. 5 und 5.1 S. 2).
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Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. Die Beschwerdegegnerin auferlegte der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 12. Juli 2005 unter Strafandrohung gemäss Art. 292 StGB ein  betreffend eine Editionsverfügung, worin sie die  um Auskunft über Geschäftsbeziehungen zu einem Bankkunden ersuchte (act. 1.2). Dieses Mitteilungsverbot hob die Beschwerdegegnerin am 2. August 2005 mit sofortiger Wirkung auf (act. 5.1). Demnach fehlt es der Beschwerde an einem aktuellen praktischen Rechtsschutzinteresse (vgl. NIKLAUS OBERHOLZER, Grundzüge des Strafprozessrechts, 2. Aufl., Bern 2005, N 1604). Das Beschwerdeverfahren, welches einzig die  des Mitteilungsverbots zum Gegenstand hat, ist daher infolge  abzuschreiben, wie dies denn auch von der  in der Beschwerdeantwort beantragt worden ist (act. 5 und 5.1 S. 2).
2. Wird ein Rechtsstreit gegenstandslos oder fällt er mangels rechtlichen Inte-
resses dahin, so erklärt ihn das Gericht nach Vernehmlassung der Parteien ohne weitere Parteiverhandlung als erledigt und entscheidet mit  Begründung über die Prozesskosten auf Grund der Sachlage vor Eintritt des Erledigungsgrundes (Art. 72 BZP i.V.m. Art. 245 BStP und Art. 149 ff. sowie 40 OG).
2.1 Die zitierte Bestimmung sowie Art. 29 Abs. 2 BV gebieten grundsätzlich,
eine Stellungnahme der Verfahrensbeteiligten zur Frage der Prozesskosten einzuholen. Davon kann jedoch mit Bezug auf die Beschwerdeführerin  werden, wenn diese Frage – wie vorliegend – im Sinne ihrer  entschieden wird (vgl. Entscheid des Bundesgerichts 1S.15/2005 vom 24. Mai 2005 E. 2). Die Beschwerdegegnerin ihrerseits überliess es der Beschwerdekammer, ob sie nach Eröffnung der  des Entscheids des Bundesgerichts 1S.11/2005 vom 25. Juli 2005 noch zur Stellungnahme bezüglich der Frage der Kostenliquidation  sei (act. 5). Indem sie selber die Abschreibung des Verfahrens  Gegenstandslosigkeit beantragte, ohne sich weder gleichzeitig zur  zu äussern noch sich eine allfällige Stellungnahme vorzubehalten, können ihre Äusserungen zwanglos als Verzicht auf eine solche  werden, zumal die vorliegende Beschwerde – wie nachfolgend  ist – wohl im Sinne der Erwägungen des von der  zitierten Bundesgerichtsentscheids zu entscheiden gewesen wäre.
2.2 Im Entscheid vom 25. Juli 2005 hielt das Bundesgericht bei einem gleich
gelagerten Sachverhalt fest, dass das Bundesgesetz über die Bundesstraf-
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rechtspflege keine ausdrückliche formellgesetzliche Grundlage für  Mitteilungsverbote gegenüber von Editionsverfügungen betroffenen Privaten kenne. Es erblickte jedoch in der Generalklausel von Art. 101 Abs. 2 BStP insoweit eine hinreichende gesetzliche Grundlage, als sachlich  und zeitlich limitierte Informationssperren gegenüber Banken grundsätzlich keinen besonders empfindlichen Eingriff in die  geschützte Kommunikations- und Wirtschaftsfreiheit darstellten (E. 6.2 und 6.3). Im konkreten Fall hielt es fest, dass die Bank nicht  habe, aus welchen Gründen ihr privates Interesse, ihre Kunden oder Dritte über hängige strafprozessuale Ermittlungen zu informieren, das öffentliche Interesse an der ungestörten Aufklärung von mutmasslichen schweren Straftaten überwiegen könnte. Der vorgenommene Eingriff in  Individualrechte müsse jedoch auch in zeitlicher Hinsicht verhältnismässig sein, was bei einer (zeitlich unlimitiert angeordneten) , die bereits knapp ein Jahr dauere und seither nicht  worden sei, nicht der Fall sei. Zudem wäre eine unbefristete  Informationssperre auch als schwerer Eingriff in die Wirtschafts- und Kommunikationsfreiheit der betroffenen Bank anzusehen, der einer ausdrücklichen formellgesetzlichen Grundlage bedürfe (E. 6.4). Das  erklärte gestützt auf diese Ausführungen die Weiterdauer der in Frage stehenden Informationssperre als verfassungswidrig (E. 7).
2.3 Die Beschwerdeführerin macht vorliegend unter anderem eine Unverhält-
nismässigkeit des Mitteilungsverbots wegen seiner bisherigen Dauer und der fehlenden Befristung geltend. Das mit Verfügung vom 12. Juli 2005  Mitteilungsverbot bekräftigt im Prinzip das - unangefochten  - Mitteilungsverbot gemäss Verfügung vom 12. März 2004. In der  geht es hier wie dort darum, dass die Beschwerdegegnerin der  verbot, ihren – soweit aus den Akten ersichtlich gleichen – Bankkunden davon Mitteilung zu machen, dass die Beschwerdegegnerin im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens um Auskunft über bestehende, saldierte und neu eingegangene Geschäftsbeziehungen ersuchte.  ersuchte die Beschwerdegegnerin mit der teilweise angefochtenen  vom 12. Juli 2005 um Auskunft über allfällige seit der ersten  eingetretene Veränderungen in den Geschäftsbeziehungen und  der Bank diesbezüglich ein Mitteilungsverbot. Der Sache nach liegt damit ein seit mehr als einem Jahr bestehendes unbefristetes  vor. Dieser Eingriff in die Individualrechte der Beschwerdegegnerin hätte im Lichte der vorstehend zitierten Rechtsprechung wohl als  eingestuft werden müssen.
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2.4 Demnach ist davon auszugehen, dass die Beschwerde ohne vorherige  des Mitteilungsverbots mutmasslich hätte gutgeheissen werden müssen. Damit ist von der Erhebung von Gerichtskosten abzusehen (Art. 245 BStP i.V.m. Art. 156 Abs. 2 OG), der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten und die  zu einer Entschädigung an die Beschwerdeführerin zu  (Art. 245 BStP i.V.m. Art. 159 Abs. 2 OG). Diese ist auf Fr. 2’000.– festzusetzen (Art. 2 Abs. 1 und 3 Abs. 3 Reglement über die  in Verfahren vor dem Bundesstrafgericht; SR 173.711.31).
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