Decision ID: 00916fd3-dcda-4966-b70c-2968a85f06d6
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
A._ (geb. 1964) wohnt seit Januar 2017 in X._, wo er sich am 13. April 2018 ein
Einfamilienhaus kaufte (act. 8/7/1.7). Er arbeitet als Säger bei der Y._ AG in K._,
politische Gemeinde M._ TG. Seit 1. Mai 2017 hat A._ an seinem Arbeitsort eine 1 1⁄2-
Zimmerwohnung mit einem Autoabstellplatz für CHF 650 pro Monat gemietet
(act. 8/7/1.13) und ist dort als Wochenaufenthalter angemeldet.
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B.
In der Steuererklärung 2018 deklarierte A._ bei den Berufskosten Abzüge bei
auswärtigem Wochenaufenthalt, und zwar CHF 7'800 für die Unterkunft und CHF 6'400
für die Verpflegung, sowie CHF 4'221 bzw. begrenzt auf CHF 3'860 für die Benützung
des privaten Motorfahrzeugs für wöchentliche Fahrten von X._ nach K._ und zurück
(act. 8/7/1.3). Die Veranlagungsbehörde veranlagte A._ mit Verfügungen vom 2. April
2019 für die Kantons- und Gemeindesteuern 2018 mit einem steuerbaren Einkommen
von CHF 33'900 und einem steuerbaren Vermögen von CHF 20'000 sowie für die
direkte Bundessteuer 2018 mit einem steuerbaren Einkommen von 37'100. Sie liess die
Aufwendungen für auswärtigen Wochenaufenthalt nicht zum Abzug zu, gewährte
dagegen anstelle der Mehrkosten für auswärtigen Wochenaufenthalt den
Verpflegungsabzug von pauschal CHF 3'200 sowie für die Benützung des privaten
Motorfahrzeugs die auf CHF 3'860 (Kantons- und Gemeindesteuern) bzw. CHF 3'000
(direkte Bundessteuer) beschränkten Fahrkosten (act. 8/7/1.8, 1.9). Mit Entscheiden
vom 16. Juli 2019 wies das kantonale Steueramt die von A._ gegen die beiden
Veranlagungsverfügungen erhobenen Einsprachen ab (act. 8/7/1.15, 1.16). Dagegen
erhob A._ Rekurs und Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission, welche mit
Entscheid vom 18. November 2019 die Rechtsmittel ebenfalls abwies (act. 3).
C.
A._ (Beschwerdeführer) erhob gegen den Entscheid der
Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) vom 18. November 2019 mit Eingabe
seines Rechtsvertreters vom 19. Dezember 2019 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht. Er beantragte, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei der
angefochtene Entscheid aufzuheben. Es seien die Staats- und Gemeindesteuern 2018
sowie die direkte Bundessteuer 2018 neu zu veranlagen, und zwar unter Verzicht auf
die Aufrechnung der zusätzlichen Kosten im Bereich Berufskosten für
Wochenaufenthalt von insgesamt CHF 11'000. Die Einspracheentscheide vom 16. Juli
2019 betreffend Veranlagung für die Staats- und Gemeindesteuern 2018 und direkte
Bundessteuer 2018 seien ebenfalls aufzuheben. Allenfalls sei die Angelegenheit zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen (act. 1).
Sowohl die Vorinstanz als auch das kantonale Steueramt (Beschwerdegegner)
verzichteten am 24. Januar 2020 (act. 7) bzw. am 14. Februar 2020 (act. 11)
ausdrücklich und die Eidgenössische Steuerverwaltung (Beschwerdebeteiligte)
stillschweigend auf eine Vernehmlassung.
Auf die Vorbringen des Beschwerdeführers, den angefochtenen Entscheid und die

Akten ist – soweit notwendig – in den nachstehenden Erwägungen einzugehen.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die streitigen Einkommenssteuerveranlagungen fallen unter die harmonisierte
Steuergesetzgebung (vgl. insbesondere Art. 7 ff. des Bundesgesetzes über die
Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden, SR 642.14, StHG).
Die Vorinstanz erledigte deshalb den Rekurs betreffend Kantons- und
Gemeindesteuern 2018 einerseits und die Beschwerde betreffend direkte
Bundessteuer 2018 andererseits zu Recht im gleichen Entscheid, aber mit getrennten
Dispositivziffern. Unter diesen Umständen durfte auch der Beschwerdeführer die
Beschwerden in einer gemeinsamen Rechtsschrift erheben (BGE 135 II 206 E. 1.3.4).
Ebenso ist es zulässig, dass das Verwaltungsgericht über die Beschwerden im gleichen
Urteil entscheidet (vgl. statt vieler BGer 2C_440 und 441/2014 vom 10. Oktober 2014;
VerwGE B 2014/222 und223 vom 25. Februar 2016 E. 1).
2.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP; Art. 196 Abs. 1 des
Steuergesetzes, sGS 811.1, StG; Art. 1 Abs. 3 und Art. 7 Abs. 2 der Verordnung zum
Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 145 des Gesetzes über
die direkte Bundessteuer, SR 642.11, DBG). Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerde
legitimiert, und die Eingabe vom 19. Dezember 2019 entspricht zeitlich, formal und
inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 196 Abs. 1 StG in Verbindung mit
Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 VRP; Art. 145 in Verbindung mit Art. 140 Abs. 1 und 2 DBG).
Auf die Beschwerden ist somit grundsätzlich einzutreten.
Da der angefochtene Entscheid an die Stelle der ihm zugrundeliegenden
Einspracheentscheide vom 16. Juli 2019 getreten ist ("Devolutiveffekt", BGE 134 II142
E. 1.4; BGer 1C_166/2013 vom 27. Juni 2013 E. 1.1; 2C_204/2015 vom 21. Juli 2015 E.
1.2), kann auf die Beschwerden, soweit damit die Aufhebung der entsprechenden
Einspracheentscheide des Beschwerdegegners beantragt wird, nicht eingetreten
werden.
3.
Strittig ist einzig, ob der Wochenaufenthalt des Beschwerdeführers in K._ TG
steuerlich anzuerkennen ist.
Die Vorinstanz hat die rechtlichen Voraussetzungen zur Abzugsfähigkeit von
3.1.
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Berufskosten bei den kantonalen Steuern (Art. 39 Abs. 1 StG, Art. 20 der
Steuerverordnung [sGS 811.11, StV]) und den direkten Bundessteuern (Art. 26 DBG,
Art. 9 der Verordnung des Bundes über den Abzug von Berufskosten der
unselbständigen Erwerbstätigkeit bei der direkten Bundessteuer [SR 642.118.1,
Berufskostenverordnung]) in E. 3 des angefochtenen Entscheids zutreffend dargelegt,
weshalb – anstelle von unnötigen Wiederholungen – darauf verwiesen wird.
Steuerpflichtige, die sich während der Woche am Arbeitsort aufhalten, jedoch
regelmässig über das Wochenende nach Hause zurückkehren und daher dort
steuerpflichtig bleiben, können die beruflich notwendigen Mehrkosten, darunter auch
die Kosten der Unterkunft und der Verpflegung steuerlich abziehen. Die Mehrkosten
des auswärtigen Wochenaufenthalts können nur dann abgezogen werden, wenn der
Aufenthalt in der Nähe des Arbeitsorts beruflich notwendig ist, das heisst die tägliche
Rückkehr an den Wohnort nicht möglich oder nicht zumutbar ist. Keine
berufsbedingten Aufwendungen sind die Mehrkosten des Wochenaufenthalts am
Arbeitsort, wenn dieser lediglich der Bequemlichkeit oder anderen persönlichen
Vorteilen des Steuerpflichtigen dient (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar
zum DBG, 3. Aufl. 2016, N 4 zu Art. 26 DBG). Die Frage der Zumutbarkeit der täglichen
Rückkehr an den Wohnort kann nicht allgemein beantwortet werden. Die Dauer des
Arbeitswegs ist allein nicht massgebend. Im Einzelfall ist zu prüfen, ob der Zeitpunkt
von Arbeitsbeginn und -ende eine tägliche Rückkehr zumutbar macht, wie lange die
Arbeit dauert, ob die Arbeitszeiten (fix oder gleitend, Blockzeiten) dem Steuerpflichtigen
in Bezug auf die Rückkehr an den Wohnort einen gewissen Spielraum lassen, ob
Teilzeitarbeit vorliegt, oder wie der Arbeitsweg zumutbarerweise bewältigt (öffentliche
oder private Transportmittel; häufiger Wechsel von Tram/Bus/Zug) und ob ein Teil
davon als Ruhe- oder Arbeitszeit (längere Zugsreisen) genutzt werden kann. Das
Bundesgericht hat die Zumutbarkeit der täglichen Rückkehr bejaht, wenn Wohn- und
Arbeitsort nur rund zehn Kilometer auseinanderliegen und die Strecke durch öffentliche
Verkehrsmittel erschlossen ist (BGer 2A.439/1996 vom 12. März 1997 E. 2c, in: ASA 66
632). Hingegen kann ein Steuerpflichtiger mit Wohnsitz in Varazze/Italien (in der Nähe
von Genua), der in der Schweiz als Wochenaufenthalter arbeitet und hier steuerpflichtig
ist, die Kosten für die Wohnung in der Schweiz als notwendige Gewinnungskosten
abziehen (BGer 2A.237/1995 vom 9. Dezember 1996, in: ASA 67 551). Nach Ansicht
des Bundesgerichts ist es zumindest unvernünftig, wenn ein Steuerpflichtiger täglich
zweimal 185 km Arbeitsweg (vom Wallis in die Stadt Genf und zurück) mit dem Auto
zurücklegt. Es hat deshalb die geltend gemachten Fahrtkosten als unangemessen nicht
zum Abzug zugelassen und den Entscheid der kantonalen Behörden geschützt, die
3.2.
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dem Steuerpflichtigen stattdessen die tieferen Kosten für ein Zimmer in Genf als
Wochenaufenthalter abgezogen hatten (vgl. zum Ganzen BGer 2A.224/2004 vom
26. Oktober 2004 E. 8.2, 8.3 mit den Hinweisen auf die zitierte Rechtsprechung). Für
die Auslegung der Zumutbarkeit der täglichen Rückkehr an den Wohnort kann zudem
auf den Begriff der zumutbaren Arbeit nach Art. 16 des Bundesgesetzes über die
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung
(Arbeitslosenversicherungsgesetz, SR 837.0, AVIG) zurückgegriffen werden. Nach
Art. 16 Abs. 2 lit. f AVIG wird dabei ein Arbeitsweg von bis zu zwei Stunden je Hin- und
Rückfahrt als zumutbar definiert (vgl. auch BGer 2A.224/2004 vom 26. Oktober 2004
E. 8.1).
Der Beschwerdeführer hat seinen Wohnsitz in X._. Weil die Zugfahrt von X._ aus bis
an den Arbeitsort in K._ zwischen zwei und drei Stunden dauert und der
Beschwerdeführer selbst mit der frühesten Zugverbindung nicht rechtzeitig im Betrieb
ankommen würde, blieb die Unzumutbarkeit der Benützung des öffentlichen Verkehrs
zu Recht unbestritten. Mit dem Auto kann die Strecke zwischen Arbeitsort und
Wohnort von 66.7 Kilometer in knapp 50 Minuten zurückgelegt werden (vgl. act. 8/3/3).
Der Arbeitstag des Beschwerdeführers beginnt um 6.30 Uhr im Sommer bzw. 7.00 Uhr
im Winter und endet um 17.30 Uhr bzw. 17.15 Uhr, wobei freitags jeweils um 16.30 Uhr
Schluss ist. Unter Berücksichtigung der Pausen beträgt die Wochenarbeitszeit im
Sommer 45.25 Stunden und im Winter 41.75 Stunden (vgl. act. 8/3/11). Die
Arbeitszeiten des Beschwerdeführers bewegen sich damit im branchenüblichen
Bereich, wobei ein Arbeitsweg (Hin- und Rückweg) von insgesamt knapp zwei Stunden
täglich noch nicht aussergewöhnlich ist. In Übereinstimmung mit den vorinstanzlichen
Ausführungen wäre es dem Beschwerdeführer unter dem zeitlichen Aspekt deshalb
durchaus zuzumuten, jeweils täglich an seinen Wohnort in X._ zurückzukehren, wo im
Übrigen auch seine Lebenspartnerin lebt.
3.3.
Bei der Gegenüberstellung der Kosten einer täglichen Heimkehr mit denjenigen bei
einem Wochenaufenthalt ist – entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers – in aller
Regel auf die Pauschalansätze abzustellen. Wie jede Pauschalisierung ist auch die
Fahrkostenpauschale auf einen Durchschnittssachverhalt ausgerichtet, was bei
überdurchschnittlichen Fahrleistungen eines Steuerpflichtigen zu einer gewissen
Bevorzugung führen kann: Der Abzug gemäss Fahrkostenpauschale kann unter
Umständen nämlich höher ausfallen als die tatsächlich anfallenden "notwendigen
Kosten für die Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte". Ein solcher Verzicht auf
3.4.
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eine nach dem Normzweck an sich gebotene Differenzierung führt praxisgemäss nicht
zur Unzulässigkeit der Fahrkostenpauschale. Die Pauschalisierung der Fahrkosten
beruht vielmehr auf einer gesetzlichen Grundlage, ist durch die damit einhergehenden
Vereinfachungen im Veranlagungsverfahren gerechtfertigt und bewegt sich in einem
verfassungs- und gesetzeskonformen Rahmen (vgl. BGer 2C_630/2012 vom
20. Februar 2013 E. 2.4). Hinzu kommt auch, dass der Beschwerdeführer seine
effektiven Ausgaben in keiner Weise belegte. Eine zusätzliche Berücksichtigung der
geltend gemachten Mehrkosten ist jedenfalls aufgrund des Benzinverbrauchs nicht
angezeigt. Diese sind vielmehr bereits in der Kilometerentschädigung enthalten.
Welches Fahrzeug der Beschwerdeführer für die Bewältigung des Arbeitsweges
benutzen will – den SUV F._ oder den Kleinwagen R._ – ist seine persönliche
Entscheidung. Allenfalls daraus resultierende Mehrkosten an Benzin, Versicherung etc.
sind steuerrechtlich ohne Belang und können daher denn auch nicht berücksichtigt
werden. Soweit der Beschwerdeführer ökologische Gründe für den Wochenaufenthalt
anführt, verhält er sich im Übrigen insofern widersprüchlich, als er einen SUV mit einem
Verbrauch von 8 bis 9 Liter auf 100 Kilometer und nicht den kleineren R._ benutzt. Bei
einer täglichen Heimkehr würden dementsprechend bei einer Fahrstrecke von
insgesamt 134 km täglich bei 230 Arbeitstagen eine Fahrdistanz von total 30'820
Kilometern resultieren. Der Kostenansatz beläuft sich sowohl für den SUV als auch für
den R._ auf CHF 0.45 (vgl. Wegleitung zur Steuererklärung 2018 S. 17, abrufbar unter:
www.steuern.sg.ch Formulare und Wegleitungen / Einkommens- und
Vermögenssteuern), weshalb bei einer täglichen Heimkehr Kosten von CHF 13'869 zu
veranschlagen wären. Hinzu kommen Mehrkosten für die Verpflegung von pauschal
CHF 3'200. Bei einem steuerlich anerkannten Wochenaufenthalt wiederum wäre von 47
wöchentlichen Hin- und Rückfahrten auszugehen (52 Wochen abzüglich 5 Wochen
Ferien). Entsprechend belaufen sich die Fahrkosten auf rund CHF 4'400 (47 x 134 km x
CHF 0.70; vgl. Wegleitung 2018, a.a.O.). Hinzu kommen die Mehrkosten für
Verpflegung von CHF 6'400 sowie für die 1 1⁄2-Zimmerwohnung in K._ von jährlich
CHF 7'800. Zusammenfassend ergeben sich bei einer täglichen Heimkehr somit
Kosten von rund CHF 17'000 und bei einem Wochenaufenthalt von etwa CHF 18'600.
Daraus resultiert bei einer täglichen Heimkehr ein Steuernachteil gegenüber einem
Wochenaufenthalt von rund CHF 1'700. Die von der Vorinstanz angestellte Berechnung
des Steuervorteils erweist sich als korrekt und wird vom Beschwerdeführer denn auch
nicht beanstandet. Unter Berücksichtigung der höheren Steuern ergibt sich effektiv
eine absolut vernachlässigbare Differenz von CHF 18'700 (tägliche Heimkehr) im
Vergleich zu CHF 18'600 (Wochenaufenthalt). Ein finanzieller Vorteil des
Wochenaufenthalts ist damit offensichtlich nicht gegeben. Zu berücksichtigen ist im
streitbezogenen Zusammenhang, dass der Fahrkostenabzug bei den Kantons- und
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4.
(...)
Gemeindesteuern auf CHF 3'860 und bei der direkten Bundessteuer auf CHF 3'000 so
oder anders limitiert ist, weil die Bestimmungen über die Beschränkung des
Fahrkostenabzugs auch bei auswärtigem Wochenaufenthalt gelten (Art. 20 Abs. 4 StV
und Art. 9 Abs. 4 der Berufskostenverordnung). Demnach könnte der
Beschwerdeführer bei einem steuerlich anerkannten auswärtigen Wochenaufenthalt
zwar einen Abzug für Berufskosten von rund CHF 18'000 bzw. CHF 17'200 und bei
einer täglichen Heimfahrt ein solcher von rund CHF 7'000 bzw. CHF 6'200 geltend
machen. Die rund CHF 11'000 höheren Berufskostenabzüge bei auswärtigem
Wochenaufenthalt in K._ hätten eine Steuerersparnis von insgesamt etwa CHF 1'700
an Kantons- und Gemeindesteuern sowie direkter Bundessteuer zur Folge. Wie oben
ausgeführt, besteht unter Hinzurechnung dieser Steuern eine zu vernachlässigende
Differenz von CHF 100.
Soweit der Beschwerdeführer medizinische Gründe geltend macht, wonach er nicht
täglich an seinen Wohnort in X._ zurückfahren kann, hat er diese in keiner Weise
belegt. Insbesondere reichte er kein entsprechendes Arztzeugnis zu den Akten,
welches eine tägliche Heimkehr infolge Kurzsichtigkeit ausschliessen würde.
3.5.
Nichts zu seinen Gunsten kann der Beschwerdeführer daraus ableiten, dass im Jahr
2017 der Status "Wochenaufenthalter" vom Beschwerdegegner akzeptiert worden ist.
Die Veranlagungsbehörde verhält sich insbesondere nicht widersprüchlich, wenn sie
eine von einer früheren Veranlagung abweichende rechtliche Würdigung vornimmt. Die
früher getroffenen Veranlagungsverfügungen entfalten grundsätzlich keine Rechtskraft
für spätere Veranlagungen. Die Steuerbehörde kann im Rahmen jeder neuen
Veranlagung sowohl die tatsächliche als auch die rechtliche Ausgangslage
vollumfänglich überprüfen und soweit erforderlich, abweichend würdigen. Dies ist
Ausdruck der Gesetzmässigkeit im Steuerrecht und kein widersprüchliches Verhalten
(Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das st. gallische Steuerrecht, 7. Aufl. 2014, S. 397 Rz. 48).
3.6.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz die Rechtsmittel gegen die
Einsprachen zu Recht abgewiesen hat. Die beiden angehobenen Beschwerden
erweisen sich als unbegründet und sind daher sowohl hinsichtlich der Kantons- und
Gemeindesteuern 2018 als auch der direkten Bundessteuer 2018 abzuweisen, soweit
darauf einzutreten ist.
3.7.
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