Decision ID: 460ae0d2-b87b-5028-b76e-f83c8d13f447
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer gelangte gemäss eigenen Angaben am 6. März
2017 in die Schweiz, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte.
B.
B.a Am 13. März 2017 fand die Befragung zur Person (BzP) statt und am
13. September 2017 wurde der Beschwerdeführer vom SEM einlässlich zu
seinen Asylgründen angehört.
Dabei brachte er vor, er sei ethnischer Kurde und stamme aus dem Dorf
B._, Region C._ (D._). Er habe (...) die Schule mit
der Matura abgeschlossen und im (...) die Aushebung absolviert und sein
Militärbüchlein erhalten. Eigentlich habe er ein Sportinstitut besuchen wol-
len, aber weil die Unruhen in Syrien angefangen hätten und er keinen Mili-
tärdienst habe leisten wollen, habe sein Vater seine Ausreise organisiert
und er (Beschwerdeführer) sei im (...) legal und mit einem Visum nach
E._ ausgereist. Dort habe er in einem Lebensmittelgeschäft gear-
beitet. Er habe dreimal über das syrische Konsulat in E._ seinen
Militärdienst verschoben. (...) sei er nach F._ im G._ gereist,
um sich um seinen Vater zu kümmern, der sich dort rund (...) Monate lang
für eine medizinische Behandlung eines (...)leidens aufgehalten habe. Der
Vater habe sich diese gesundheitlichen Beschwerden bei Misshandlungen
während einer Haft in Syrien von (...) bis (...) zugezogen. Weil die Behand-
lung im G._ länger als geplant gedauert habe, habe er (Beschwer-
deführer) anschliessend nicht mehr nach E._ zurückkehren kön-
nen. Anfang (...) habe er G._ verlassen und sei, mit einem (...) Auf-
enthalt in H._, in die Schweiz gereist. Er befürchte, dass er bei einer
Rückkehr nach Syrien in den Militärdienst eingezogen würde, auch sei die
Sicherheitslage dort sehr schlecht.
B.b Der Beschwerdeführer reichte seine Identitätskarte und sein Militär-
büchlein jeweils im Original zu den Akten.
C.
Das SEM stellte mit Verfügung vom 9. Juli 2020 – eröffnet am Folgetag –
fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte
sein Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz. Zu-
folge Unzulässigkeit des Vollzugs der Wegweisung ordnete es die vorläu-
fige Aufnahme des Beschwerdeführers an.
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D.
Der Beschwerdeführer erhob gegen diesen Entscheid mit Eingabe vom
7. August 2020 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er bean-
tragte, es seien die Ziffern 1–3 des angefochtenen Entscheids aufzuheben,
es sei seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm Asyl zu gewäh-
ren. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltli-
chen Prozessführung samt Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-
schusses und um Beiordnung des rubrizierten Rechtsvertreters als amtli-
cher Rechtsbeistand.
Der Beschwerde lagen ein «Arztbericht Vater» (Scan-Kopie), drei Fotos
von Kundgebungen in der Schweiz und eine Fürsorgebestätigung bei.
E.
Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte dem Beschwerdeführer am
10. August 2020 den Eingang der Beschwerde.
F.
Der Beschwerdeführer reichte mit Eingabe vom 18. August 2020 eine deut-
sche Übersetzung des Dokuments «Arztbericht Vater», Fotos des Vaters
angeblich «aus syrischer Gefangenschaft vor dem Bürgerkrieg» und wei-
tere Fotos von Kundgebungen gegen das syrische Regime in der Schweiz
zu den Akten. Er brachte dabei vor, er sei bei der exilpolitischen Kundge-
bung in I._ an vorderster Front aufgetreten, was mit Sicherheit von
Spitzeln des Regimes registriert worden sei.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten
(AS 2010 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht
(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom
25. September 2015 [SR 142.31]).
1.2 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend
– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwerde-
führer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert
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(Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist
einzutreten (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
1.3 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-
gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG.
2.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf
Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwech-
sels verzichtet.
3.
Der Beschwerdeführer hat mit Eingabe vom 18. August 2020 die in der
Beschwerdeschrift in Aussicht gestellten Beweismittel zur Haft des Vaters
und deren Folgen nachgereicht, womit das Begehren auf Fristansetzung
zur Beweismittelergänzung (vgl. Rechtsmittelschrift S. 6) gegenstandslos
geworden ist.
4.
4.1 Die verfahrensrechtlichen Rügen sind vorab zu prüfen, da sie allenfalls
geeignet sind, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken.
4.2 Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung der Begründungspflicht
und damit einhergehend des rechtlichen Gehörs. Er macht geltend, die
Vorinstanz habe sich generell auf die Wiedergabe von Textbausteinen be-
treffend die Folgen der Militärdienstverweigerung in Syrien beschränkt. Die
Gründe für die Verneinung der Flüchtlingseigenschaft würden nicht aus der
Verfügung hervorgehen, namentlich setze die Vorinstanz sich mit seinem
persönlichen Risikoprofil – dem Verfolgungsmotiv und der Verfolgung sei-
nes Vaters – nicht auseinander.
Die Vorinstanz hat zwar den Sachverhalt in der angefochtenen Verfügung
kurz zusammengefasst (vgl. angefochtene Verfügung, Ziff. I), sie hat sich
indessen in den Erwägungen hinreichend mit den Vorbringen des Be-
schwerdeführers anlässlich der BzP und Anhörung auseinandergesetzt
und begründet, weshalb sie davon ausgeht, dass vorliegend keine einzel-
fallspezifischen Risikofaktoren vorliegen, die ein politisches Profil begrün-
den könnten. Dabei ist sie auch auf die früheren politischen Aktivitäten des
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Vaters und dessen Haft eingegangen (vgl. angefochtene Verfügung Ziff. II
S. 3 f.). Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Partei-
standpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen
ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2 S. 70). Im Übrigen zeigt
die Beschwerde selbst, dass eine sachgerechte Anfechtung möglich war.
Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs und der Begründungspflicht ist
nicht erkennbar, weshalb entgegen der Auffassung des Beschwerdefüh-
rers keine Veranlassung für eine Heilung auf Beschwerdeebene besteht.
5.
5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
Gemäss Art. 3 Abs. 3 AsylG sind keine Flüchtlinge Personen, die wegen
Wehrdienstverweigerung oder Desertion ernsthaften Nachteilen ausge-
setzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt
zu werden. Vorbehalten bleibt die Einhaltung der Flüchtlingskonvention.
5.2 Subjektive Nachfluchtgründe liegen vor, wenn eine asylsuchende Per-
son erst durch ihre Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder
wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise eine Verfolgung im Sinne von
Art. 3 AsylG zu befürchten hat. Als subjektive Nachfluchtgründe gelten ins-
besondere unerwünschte exilpolitische Betätigungen, illegales Verlassen
des Heimatlandes (sog. Republikflucht) oder die Einreichung eines Asylge-
suchs im Ausland, wenn sie die Gefahr einer zukünftigen Verfolgung be-
gründen (vgl. BVGE 2009/29 E. 5.1; 2009/28 E. 7.1). Personen mit subjek-
tiven Nachfluchtgründen erhalten gemäss Art. 54 AsylG kein Asyl, werden
jedoch als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen.
5.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
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Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
6.
6.1 Die Vorinstanz verweigerte die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft
des Beschwerdeführers im Wesentlichen mit dem Argument, dass nicht al-
len Wehrdienstverweigerern oder Deserteuren im Fall einer Rückkehr nach
Syrien eine asylrelevante Verfolgung durch das Regime drohe, sondern
nur jenen, bei denen davon ausgegangen werden müsse, dass ihnen auf-
grund zusätzlicher, einzelfallspezifischer Faktoren vom syrischen Regime
eine regierungsfeindliche Haltung unterstellt werde. Diese Einschätzung
entspreche der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts. Der Beschwerde-
führer falle nicht in diese Kategorie, in seinem Fall seien keine Anhalts-
punkte für das Vorliegen von besonderen Faktoren ersichtlich. Er mache
keine politischen Aktivitäten oder Probleme mit den Behörden geltend.
Zwar sei sein Vater früher politisch aktiv und deswegen von (...) bis (...) in
Haft gewesen, doch dieses Ereignis betreffe nicht den Beschwerdeführer
und liege zu weit zurück, um einen Risikofaktor für den Beschwerdeführer
darzustellen, zumal der Vater anschliessend nicht mehr aktiv gewesen sei
und es keine negativen Folgen seiner Haft für den Beschwerdeführer ge-
geben habe. Der ihm möglicherweise drohenden Bestrafung aufgrund der
Wehrdienstverweigerung, bei der ein «real risk» bestehe, werde durch die
Feststellung der Unzulässigkeit des Vollzugs Rechnung getragen. Bei der
vorgebrachten prekären Sicherheitslage handle es sich sodann um Folgen
des Bürgerkriegs in Syrien und damit nicht um eine flüchtlingsrechtlich re-
levante Verfolgung.
6.2 Der Beschwerdeführer entgegnete in seiner Rechtsmittelschrift, er sei
in seinem Heimatland wegen seiner Dienstverweigerung und der ihm von
den Behörden wegen den Aktivitäten seines Vaters und seiner Herkunft
unterstellten politischen Anschauung an Leib und Leben und in seiner Frei-
heit gefährdet.
Ferner sei er in der Schweiz als Teilnehmer von Kundgebungen in Erschei-
nung getreten. Er sei dabei an vorderster Front mitgelaufen und habe sich
mit deutlichen Bildern gegenüber dem Regime exponiert. Die Szene werde
in der Schweiz von Spitzeln des Geheimdienstes akribisch beobachtet.
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7.
7.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich mit der Frage der flüchtlings-
rechtlichen Relevanz der Bestrafung von Wehrdienstverweigerern und Re-
fraktären im syrischen Kontext in BVGE 2015/3 befasst. Dabei kam es vor
dem Hintergrund der analysierten Lageberichte zum Schluss, dass eine
drohende asylbeachtliche Verfolgung dann anzunehmen sei, wenn die
Dienstverweigerung als Ausdruck der Regimefeindlichkeit aufgefasst
werde, wenn also die drohende Strafe nicht allein der Sicherstellung der
Wehrpflicht dienen würde, sondern damit zu rechnen sei, dass der Be-
schwerdeführer als politischer Gegner qualifiziert und als solcher unver-
hältnismässig schwer bestraft würde (BVGE 2015/3 E. 6.7.3). Das Gericht
erachtete die genannten Voraussetzungen im Falle eines syrischen Re-
fraktärs als erfüllt, der der kurdischen Ethnie angehörte, einer oppositionell
aktiven Familie entstammte und bereits in der Vergangenheit die Aufmerk-
samkeit der staatlichen syrischen Sicherheitskräfte auf sich gezogen hatte,
indem er sich politisch exponiert hatte (BVGE 2015/3 E. 6.7.3).
Das Gericht geht demnach davon aus, dass bei Wehrdienstverweigerung
im syrischen Kontext jedenfalls dann eine asylrelevante Strafe in begrün-
deter Weise zu befürchten ist, wenn zusätzliche exponierende Faktoren
gegeben sind, welche darauf schliessen lassen, dass eine Person als Re-
gimegegner angesehen wird und somit aus politischen Gründen eine un-
verhältnismässige Strafe zu befürchten hätte. Hingegen geht das Gericht
in ständiger Praxis nicht davon aus, dass «herkömmlichen Wehrdienstver-
weigerern», das heisst solchen, die nicht zusätzlich politisch exponiert sind,
mit genügender Wahrscheinlichkeit eine die Schwelle der Asylrelevanz er-
reichende Strafe droht. In zahlreichen, in der Folge des Entscheids BVGE
2015/3 ergangenen, nicht publizierten Urteilen hat das Bundesverwal-
tungsgericht diese Praxis betreffend Dienstverweigerer und Deserteure
aus Syrien gefestigt (vgl. Urteil des BVGer E-2188/2019 vom 30. Juni 2020
E. 5.1.2 mit weiteren Hinweisen).
7.2 Im hier zu beurteilenden Fall geht das Bundesverwaltungsgericht in
Übereinstimmung mit der Vorinstanz davon aus, dass der Beschwerdefüh-
rer neben der dargelegten Wehrdienstverweigerung keine weiteren einzel-
fallspezifischen Risikofaktoren aufzuzeigen vermochte.
Zwar gehört der Beschwerdeführer der kurdischen Ethnie an und sein da-
mals politisch aktiver Vater wurde im Jahr (...) festgenommen und für (...)
Jahre inhaftiert. Dies stellt aber – wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt
hat – keinen Risikofaktor für den Beschwerdeführer dar, zumal weder er
http://links.weblaw.ch/BVGE-2015/3
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noch andere Familienmitglieder nach der Freilassung des Vaters negativen
Folgen der Haft gespürt haben (vgl. SEM act. A12 F.94). Daran vermögen
auch die Fotos aus der Gefangenschaft des Vaters und dessen Arztbericht
zu den angeblichen Spätfolgen der Misshandlungen während der Haft
nichts zu ändern, zumal der Umstand, dass der Vater von (...) bis (...) in
syrischer Gefangenschaft gewesen ist, weder von der Vorinstanz noch
vom Bundesverwaltungsgericht in Zweifel gezogen wird. Soweit der Be-
schwerdeführer ausführt, er habe sich aus politischer Überzeugung dem
Militärdienst entzogen, hat sich diese Gesinnung bis zur Ausreise nicht
nach aussen manifestiert. So gab der Beschwerdeführer im vorinstanzli-
chen Verfahren an, er sei nicht politisch aktiv gewesen. Dementsprechend
hatte der Beschwerdeführer vor seiner Ausreise auch keine Probleme mit
den syrischen Behörden gehabt (vgl. SEM act. A5 Ziff. 7.02), konnte sein
Heimatland im (...) mit seinem Reisepass legal über den Flughafen von
J._ verlassen und in der Folge seinen Militärdienst über das syri-
sche Konsulat in E._ wiederholt verschieben (vgl. SEM act. A12
F.30).
Demnach bestehen insgesamt keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass
der Beschwerdeführer im Zeitpunkt seiner Ausreise aus Syrien einer asyl-
relevanten Verfolgung ausgesetzt war oder dass im heutigen Zeitpunkt
eine begründete Furcht vor asylrelevanter Verfolgung zu bejahen wäre,
selbst wenn von einer tatsächlichen Wehrdienstverweigerung des Be-
schwerdeführers auszugehen wäre.
7.3 Schliesslich ist hinsichtlich der vorgebrachten politischen Aktivitäten in
der Schweiz auf das Referenzurteil des Bundesverwaltungsgerichts
D-3839/2013 vom 28. Oktober 2015 hinzuweisen, wonach die Bejahung
einer begründeten Furcht vor Verfolgung wegen exilpolitischer Tätigkeiten
eine gewisse Exponierung voraussetzt. Dies ist dann der Fall, wenn sie
aufgrund ihrer Persönlichkeit, der Form des Auftritts und aufgrund des In-
halts der in der Öffentlichkeit abgegebenen Erklärungen den Eindruck er-
weckt, sie werde aus Sicht des syrischen Regimes als potenzielle Bedro-
hung wahrgenommen. Eine solche Exponierung ist aus den Akten, na-
mentlich aus den Fotos von der Kundgebungsteilnahme, nicht ersichtlich,
zumal sich die exilpolitische Aktivität des Beschwerdeführers auf die Teil-
nahme an einer Demonstration in I._ beschränkt und sich in diesem
Zusammenhang keine konkreten Hinweise ergeben, dass er von den syri-
schen Behörden identifiziert worden wäre.
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8.
Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt
es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug
an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44
AsylG).
Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent-
haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die
Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE
2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist
(Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen.
10.
10.1 Mit vorliegendem Urteil ist der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung
eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden.
10.2 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie die Beiordnung eines
amtlichen Rechtsbeistandes gemäss aArt. 110a Abs. 1 Bst. a AsylG. Auf-
grund der vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass seine Begehren als
aussichtslos zu gelten haben. Damit ist eine der beiden kumulativ zu erfül-
lenden Voraussetzungen (Bedürftigkeit und Nicht-Aussichtslosigkeit) nicht
gegeben, weshalb die Gesuche abzuweisen sind.
10.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.–
festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]).
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