Decision ID: 772f1bac-be5a-5ac4-aa1a-17985a9da2e6
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- K., geb. 2010, ist die gemeinsame Tochter von A. und B.. Sie steht unter der
gemeinsamen elterlichen Sorge. Mit Eheschutzentscheid vom 24. Februar 2016
genehmigte das Kreisgericht Toggenburg die Vereinbarung der Eltern vom 14. August
2015 betreffend die faktische Obhut bei der Mutter sowie das begleitete Besuchs- und
Ferienrecht des Vaters. Das Kreisgericht wies zudem die Kindes- und
Erwachsenenschutzbehörde Toggenburg (nachfolgend: KESB) an, eine
Besuchsrechtsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB zu errichten. Mit Beschluss
vom 22. März 2016 setzte die KESB T., Berufsbeistandschaft Toggenburg, als Beistand
ein.
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Die Durchführung des begleiteten Besuchsrechts gestaltete sich in der Folge aufgrund
der ablehnenden Haltung der Mutter schwierig. Nach entsprechendem Antrag des
Beistandes erteilte die KESB mit Beschluss vom 20. September 2016 die Weisung, für
vorerst vier Monate eine sozialpädagogische Familienbegleitung (SPF) bei der VORSA
in Lichtensteig in Anspruch zu nehmen. Am 23. Januar 2017 erstattete die VORSA
einen Bericht, indem eine therapeutische Begleitung von K. sowie die Weiterführung
der begleiteten Besuchskontakte zum Vater empfohlen wurden. Der Beistand hielt am
3. März 2017 fest, K. leide unter einem Loyalitätskonflikt; die Umsetzung des
Besuchsrechts sei auf Dauer ohne Veränderung der Haltung der Kindsmutter nicht
umsetzbar. Seit Mai 2017 fanden wegen der Belastung von K. keine begleiteten
Besuche mehr statt.
Mit verfahrensleitender Verfügung vom 4. Juli 2017 ordnete die KESB eine
interventionsorientierte Begutachtung am Kompetenzzentrum für Rechtspsychologie
des Instituts für Rechtswissenschaft und Rechtspraxis der Universität St. Gallen an. Im
Gutachten vom 15. Januar 2018 (nachfolgend: Gutachten) wurde empfohlen, das
Besuchsrecht des Vaters zu sistieren, K. therapeutisch zu unterstützen, eine
Erziehungsbeistandschaft zu errichten, eine Familienbegleitung als fachliche
Unterstützung der Mutter zu installieren und regelmässig Standortgespräche mit
Fachpersonen abzuhalten.
Die KESB führte am 9. Mai 2018 ein Standortgespräch durch; sie hörte die Kindsmutter
am 29. Mai 2018 und den Kindsvater am 30. Mai 2018 an. Nach Abklärungen bei den
Kantonalen Jugendpsychiatrischen Diensten (abgekürzt: KJPD) am 6. Juni 2018
verzichtete sie auf eine Anhörung von K.. Am 4. Juni 2018 fand ein weiteres
Standortgespräch statt. Mit Beschluss vom 26. Juni 2018 erteilte die KESB der Mutter
u.a. die Weisung, für K. eine kinderpsychiatrische Therapie bei den KJPD Z. und ein
Coaching in Anspruch zu nehmen; sie sistierte zudem das Besuchsrecht des Vaters
und errichtete für K. eine Erziehungsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 ZGB; weiter
verfügte sie folgendes:
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[...]
4. Als Beistand wird eingesetzt resp. bestätigt:
T. [...]
5. Im Rahmen der Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB erhält der Beistand
den Auftrag,
[...]
b) die Entwicklung des Kindes, insbesondere die Unterbringung, Betreuung,
Erziehung
und Ausbildung, zu begleiten,
c) als Koordinator der beteiligten Fachpersonen, insbesondere des Kinder- und
Jugendpsychiatrischen Dienstes sowie der Schule und des
Schulpsychologischen
Dienstes, tätig zu sein, zu vermitteln und regelmässig Standortgespräche über
den
Verlauf der schulischen, psychischen und physischen Entwicklung des Kindes
zu
organisieren.
[...]
6. Der Beistand wird beauftragt, [...]
[...]
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b) der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Toggenburg sobald als nötig,
jedoch
bis spätestens 31. Dezember 2018 einen ordentlichen Bericht einzureichen,
welcher
insbesondere Auskunft erteilt über
- das Ergebnis der Abklärungen des Schulpsychologischen Dienstes
- die Notwendigkeit einer Sonderbeschulung des Kindes
- den Verlauf der Therapie und des Coachings der Kindsmutter
- die Zusammenarbeit der Kindsmutter mit den Fachpersonen
- allfällige Veränderungen seit Erlass des Beschlusses sowie Empfehlungen
enthält.
7. Einer allfälligen Beschwerde wird die aufschiebende Wirkung entzogen.
8. Die Kosten des Gutachtens des Instituts für Rechtswissenschaft und Rechtspraxis
der Universität St. Gallen vom 15. Januar 2018 über Fr. 10'692.00 und vom 15.
April 2018
über Fr. 639.75 gehen zu Lasten und in Rechnung der Kindsmutter.
9. Es wird eine Gebühr von Fr. 500.00 (GebT Nr. 51.06) erhoben und der Kindsmutter
auferlegt. Die Rechnungsstellung erfolgt an die Kindsmutter.
B.- Gegen die aufgeführten Ziffern liess die Mutter am 27. Juli 2018 Beschwerde bei
der Verwaltungsrekurskommission erheben. Sie beantragte deren Abänderung
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(Dispositivziffern 5 lit. b und 6 lit. b betreffend Unterbringung und Ausbildung) bzw.
Aufhebung (Dispositivziffern 4, 5 lit. c, 8 und 9), die Einsetzung von S. als
Erziehungsbeiständin und die Wiedererteilung der aufschiebenden Wirkung; alles unter
Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der KESB Toggenburg. Ausserdem stellte
sie ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung.
Mit Schreiben vom 28. August 2018 reichte die KESB Toggenburg eine
Vernehmlassung ein und beantragte die kostenfällige Abweisung der Beschwerde.
Gleichentags fällte die KESB einen Wiedererwägungsbeschluss betreffend den
Beistand (Dispositivziffer 4) und setzte S., Berufsbeistandschaft Toggenburg, (anstelle
von T.) als Beiständin ein. Am 27. Juli 2018 reichte der Rechtsvertreter der Mutter die
Begründung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung
samt Akten nach; am 13. August 2018 reichte er weitere Akten ein. Mit Schreiben vom
30. August 2018 gewährte der Abteilungspräsident die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung. Am 12. September 2018 liess der Vater eine Stellungnahme
zum Beschwerdeverfahren zukommen und verwies auf die Ausführungen der KESB.
Die Mutter reichte am 27. September 2018 eine Replik ein und änderte ihre
Rechtsbegehren dahingehend, dass sie den Antrag um Wechsel des Beistands
wegliess. Ihre Anträge lauten wie folgt:
1. Ziff. 5 b) des Beschlusses der KESB Toggenburg vom 26. Juni 2018 sei
abzuändern,
indem die Unterbringung und Ausbildung des Kindes nicht vom Erziehungsbeistand
zu begleiten sei.
Demnach sei auch Ziff. 6 lit. b des Beschlusses abzuändern, indem der Beistand
keinen Bericht über die Notwendigkeit einer Sonderbeschulung des Kindes zu
erstellen habe.
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2. Ziff. 5 c) des Beschlusses der KESB Toggenburg vom 26. Juni 2018 sei
aufzuheben.
3. Ziff. 8 des Beschlusses der KESB Toggenburg vom 26. Juni 2018 sei aufzuheben.
4. Ziff. 9 des Beschlusses der KESB Toggenburg vom 26. Juni sei aufzuheben.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der KESB Toggenburg.
Mit Zwischenentscheid-Nr. ZV-2018/71 hiess der Abteilungspräsident das Gesuch um
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung teilweise gut. Er erteilte der
Beschwerde gegen die Dispositivziffern 5 lit. b, 8 und 9 die aufschiebende Wirkung; im
Übrigen wies er das Gesuch ab. Die Kosten für das Zwischenverfahren beliess er bei
der Hauptsache. Am 8. Februar 2019 erstattete die Beiständin einen schriftlichen
Bericht und reichte den Bericht der schulpsychologischen Untersuchung des
Schulpsychologischen Dienstes des Kantons St. Gallen, Beratung und Diagnostik,
Regionalstelle Z., vom 21. Januar 2019 ein. Am 27. Februar 2019 reichte der
Rechtsvertreter ein Schreiben samt Akten und seine Honorarnote ein.
Auf weitere tatsächliche Gegebenheiten, die Akten und die Ausführungen der
Beteiligten ist, soweit erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.

Erwägungen:
1.- a) Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rechtsmittelerhebung ist gegeben. Die Beschwerde vom 27. Juli 2018 ist rechtzeitig
eingereicht worden und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen von Art. 314 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 450 und Art. 450b des
schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR 210, abgekürzt: ZGB), Art. 27 des
Einführungsgesetzes zum Kindes- und Erwachsenenschutzrecht (sGS 912.5,
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abgekürzt: EG-KES) sowie Art. 41 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
(sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
b) Mit der Beschwerde können Rechtsverletzungen, die unrichtige oder unvollständige
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und auch die Unangemessenheit
gerügt werden; die Verwaltungsrekurskommission verfügt über volle Kognition (Art.
450a ZGB). Sie kann einen reformatorischen Entscheid fällen, sofern die Streitsache
entscheidungsreif ist und dadurch keine unzulässige Verkürzung des
Rechtsmittelweges entsteht (vgl. Art. 56 Abs. 2 VRP; Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 1025 ff.)
2.- Die angefochtene Verfügung und das vorinstanzliche Verfahren sind von Amtes
wegen auf die formelle Rechtmässigkeit hin zu überprüfen. Die Tochter der
Beschwerdeführerin hat ihren zivilrechtlichen Wohnsitz in der politischen Gemeinde Y.,
weshalb die Vorinstanz zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 26. Juni 2018
sowohl örtlich als auch sachlich zuständig war (Art. 315 Abs. 1 ZGB). Die Vorinstanz
verfügte in der Besetzung von drei Behördenmitgliedern (Art. 16 EG-KES). Das
rechtliche Gehör wurden der Beschwerdeführerin im Rahmen der persönlichen
Anhörung vom 29. Mai 2018 sowie dem Vater am 29. Mai 2018 gewährt (Art. 29 Abs. 2
der Bundesverfassung [SR 101]).
Nach Art. 314a Abs. 1 ZGB ist das Kind vor dem Erlass von Kindesschutzmassnahmen
in geeigneter Weise anzuhören, soweit nicht sein Alter oder andere wichtige Gründe
dagegensprechen. Das Bundesgericht geht im Sinn einer Richtlinie davon aus, dass die
Kinderanhörung grundsätzlich ab dem vollendeten sechsten Altersjahr möglich ist (BGE
131 III 553 E. 1.2.3). Unter Vorbehalt des vom Gesetz genannten "Ausschlusses durch
Kindesalter" oder der "anderen wichtigen Gründe" besteht eine Verpflichtung zur
Anhörung des Kindes. Wichtige Gründe können gegeben sein bei
Aussageverweigerung des Kindes, befürchteten Repressalien oder dauerndem
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Auslandaufenthalt; unter alleiniger Berufung auf einen Loyalitätskonflikt kann hingegen
nicht auf eine Anhörung verzichtet werden (BGer 5A_2/2016 vom 28. April 2016 E. 2.3).
Eine mehrmalige Anhörung kann dort unterbleiben, wo sie einzig um der Anhörung
willen stattfände namentlich, wenn sie für das Kind eine unnötige Belastung bedeuten
würde und überdies keine neuen Erkenntnisse zu erwarten wären (BGer 5A_215/2017
vom 25. Oktober 2017 E. 4.2). K. war im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung der
Vorinstanz sieben Jahre alt und hatte damit das für die Anhörung relevante
Schwellenalter überschritten. Die KESB hörte K. nicht selbst an; persönliche
Gespräche mit ihr fanden jedoch im Rahmen der Begutachtung am 5. Dezember 2017
durch die Fachpsychologin statt (vgl. S. 12 ff. des Gutachtens). Damit ist dem Recht
des Kindes auf Anhörung Genüge getan. In formeller Hinsicht erweist sich die
angefochtene Verfügung insoweit als rechtmässig.
Mit Blick auf die grosse Belastung für K., die Anhörung durch eine Spezialistin im
Verfahren vor der Vorinstanz und das eingeschränkte Beschwerdethema ist im Übrigen
auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren auf eine Kindesanhörung zu verzichten.
3.- Die Beschwerdeführerin verlangte in ihrer ursprünglichen Beschwerde den Wechsel
des Beistands von T. zu S. (vgl. Antrag 1 der Beschwerde vom 27. Juli 2018). Im
Rahmen eines Wiedererwägungsbeschlusses vom 9. Mai 2018 verfügte die KESB
diesen Wechsel. Die Beschwerdeführerin verzichtete in der Folge in ihrer Replik vom
27. September 2018 auf den entsprechenden Antrag, ohne diesen jedoch explizit
zurückzuziehen. Der Wechsel des Beistands ist aber nicht mehr strittig, weshalb die
Beschwerde in diesem Punkt infolge Gegenstandslosigkeit als erledigt abzuschreiben
ist (vgl. z.B. BGer 5A_576/2017 vom 6. November 2017 E. 1.2.3).
4.- a) Die Beschwerdeführerin beantragt zunächst, den Auftrag des
Erziehungsbeistands restriktiver zu definieren. Die Begleitung der Entwicklung des
Kindes solle nur die Betreuung und Erziehung, nicht aber die Unterbringung und
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Ausbildung umfassen; Dispositivziffern 5 lit. b und 6 lit. b des Beschlusses der KESB
Toggenburg vom 26. Juni 2018 seien entsprechend abzuändern. Ausserdem sei die
Kompetenz des Beistandes als Koordinator der involvierten Fachpersonen nicht
notwendig; Dispositivziffer 5 lit. c des Beschlusses sei daher aufzuheben.
b) Die Vorinstanz begründete die Errichtung der Erziehungsbeistandschaft nach Art.
308 Abs. 1 ZGB und die Einräumung der damit verbundenen Aufgaben damit, dass
nicht nur das Kind, sondern auch die Mutter fachliche Unterstützung benötige. Die
Einsicht der Mutter in die Situation und die Reflektion ihres Eigenanteils seien wichtig.
Es seien im vorliegenden Fall viele Akteure involviert (z.B. Schule, sozialpädagogischer
Dienst, Schulsozialarbeiter, KJPD); im Sinne des Kindeswohls sei eine angemessene
Koordination sinnvoll und nötig. Der Erziehungsbeistand solle dem Kind und den
Kindseltern u.a. vermittelnd, unterstützend und koordinierend zur Verfügung stehen.
Von der Entziehung des Aufenthaltsbestimmungsrechts der Mutter sei aktuell
abzusehen; eine Massnahme nach Art. 310 Abs. 1 ZGB bzw. eine Fremdplatzierung
oder Sonderbeschulung sei jedoch spätestens nach Vorliegen der schulpädagogischen
Abklärung nochmals zu prüfen. Aufgrund der starken Bindung des Kindes zur Mutter
und mit Fokus auf die Defizite bei der Erziehung stände dabei eine Internatsbeschulung
im Gegensatz zu einer Pflegefamilie nicht im Zentrum.
c) Die Beschwerdeführerin hält dem entgegen, in der Begründung des vorinstanzlichen
Beschlusses fände sich keine Erklärung, weshalb der Beistand die Unterbringung und
Ausbildung der Tochter zu begleiten habe; es sei nur erwähnt, dass eine
Fremdplatzierung oder Sonderbeschulung nach Vorliegen der schulpsychologischen
Abklärungen nochmals zu prüfen sei. Die beistandschaftliche Begleitung der
Unterbringung und Ausbildung sei hingegen weder notwendig noch verhältnismässig.
Das gelte auch für den Auftrag, die Koordination der involvierten Fachpersonen zu
übernehmen. Es sei erstellt, dass die Mutter die Grundbedürfnisse ihrer Tochter erfülle
und die Koordination der Therapien und Fachpersonen bis anhin stets selber habe
vornehmen können. Die Beschwerdeführerin könne einzig die ihr obliegende Pflicht zur
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Gewährleistung des Besuchsrechts des Vaters nicht erfüllen, da sie diesem nicht
vertraue. Aus dem Gutachten gehe klar hervor, dass das Problem bei den Eltern liege;
es scheine daher sinnvoller, wenn beim Elternkonflikt angesetzt werde.
d) Im Bericht vom 20. Februar 2019 führte die Beiständin aus, K. pflege einen sehr
aktiven Lebensstil. Langfristig sehe sie bei ihr die Gefahr einer Störung des
Sozialverhaltens; sie müsse lernen, sich im gesellschaftlichen und sozialen Regelwerk
einzufügen. Die Notwendigkeit einer Sonderbeschulung bestehe aus Sicht des
Schulpsychologischen Dienstes nicht. K. besuche die dritte Primarklasse und werde
punktuell von der schulischen Heilpädagogin betreut. Sie befände sich seit einiger Zeit
bei den KJPD Z. in psychotherapeutischer Behandlung; K. besuche dort alle zwei
Wochen eine Spieltherapie, was sie gerne tue und woran sie sich aktiv beteilige. Es sei
mit einer längeren Therapiedauer zu rechnen. Auch die Mutter nehme das Coaching bei
den KJPD nach Bedarf wahr, wobei mit zwei bis vier Terminen pro Jahr zu rechnen sei.
Die Kooperationsfähigkeit der Mutter gestalte sich grundsätzlich positiv; sie arbeite mit
den involvierten Fachpersonen kooperativ und zuverlässig zusammen. Die Problematik
des Verhältnisses zum Vater habe sich noch nicht entspannt; K. reagiere auf eine
zukünftige Besuchsrechtslösung mit Wut, Tränen und Abwehr. Auch der
Informationsfluss von K. zum Vater sei derzeit unmöglich. Nur mit dem Zugeständnis,
dieses Thema vorerst beiseite zu legen, habe die Beiständin einen Zugang zu K.
schaffen können.
e) Die Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB stellt eine
Kindesschutzmassnahme im Sinne von Art. 307 ff. ZGB dar. Ist das Wohl des Kindes
gefährdet und sorgen die Eltern nicht von sich aus für Abhilfe oder sind sie dazu
ausserstande, so trifft die KESB die geeigneten Massnahmen zum Schutz des Kindes
(Art. 307 Abs. 1 ZGB). Erfordern es die Verhältnisse, kann sie dem Kind einen Beistand
ernennen, der die Eltern in ihrer Sorge um das Kind unterstützt und das Kind in genau
definierten Bereichen vertritt. Diese Massnahme geht weiter als die Erteilung von
Weisungen oder die Errichtung einer Erziehungsaufsicht (vgl. Art. 307 Abs. 3 ZGB),
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indem der Erziehungsbeistand nicht nur Weisungen erteilt oder die Aufsicht ausübt,
sondern eine aktive Rolle übernimmt (BGer 5A_156/2016 vom 12. Mai 2017 E. 4.2). Die
Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft setzt voraus, dass die Entwicklung des
Kindes gefährdet ist (BGE 108 II 372 E. 1) und dieser Gefahr nicht durch die Eltern bzw.
durch weniger einschneidende Massnahmen gemäss Art. 307 ZGB begegnet werden
kann (Grundsatz der Verhältnismässigkeit; BGer 5C.109/2002 vom 11. Juni 2002 E.
2.1). Die Errichtung einer Beistandschaft muss zudem geeignet sein, den angestrebten
Zweck zu erreichen (Grundsatz der Geeignetheit; BGE 140 III 241 E. 2.1). Die
anordnende Behörde verfügt über ein grosses Ermessen (Art. 4 ZGB; BGer
5A_656/2010 vom 13. Januar 2011 E. 3). Die Anordnung der geeigneten Massnahme
setzt in einem gewissen Ausmass die Prognose über die künftige Entwicklung der
massgebenden Umstände voraus (BGE 120 II 384 E. 4d). Es ist die sachlich richtige
Massnahme unter Würdigung der im Einzelfall bestimmenden sozialen, medizinischen
und erziehungswissenschaftlichen Gesichtspunkten anzuordnen (BGer 5A_840/2010
vom 31. Mai 2011 E. 3.1.2).
f) Im vorliegenden Fall ist die Definition des Auftrages des Erziehungsbeistandes bzw.
sind die eingeräumten Kompetenzen hinsichtlich der Unterbringung und Ausbildung
sowie der Koordinationsaufgaben umstritten; unangefochten blieben demgegenüber
die Errichtung der Erziehungsbeistandschaft an sich sowie die Kompetenzen
hinsichtlich der Betreuung und Erziehung. Bei der Definition des Umfangs der
Erziehungsbeistandschaft verfügt die Vorinstanz über einen grossen
Ermessensspielraum; sie ist mit den Verhältnissen des Einzelfalles am besten vertraut.
Die Verwaltungsrekurskommission fällt nicht einfach anstelle der KESB einen neuen
Ermessensentscheid; sie greift aber ein, wenn die Voraussetzungen des Vorliegens
einer Kindeswohlgefährdung und der Verhältnismässigkeit nicht gegeben sind oder das
Ermessen falsch oder nicht ausgeübt wurde. Dass eine Kindeswohlgefährdung hier
vorliegt und Kindesschutzmassnahmen angezeigt sind, wird von allen Beteiligten
anerkannt; auch die Mutter focht den vorinstanzlichen Entscheid nicht integral an und
akzeptierte die Weisungen hinsichtlich der Therapien und die Errichtung der
Erziehungsbeistandschaft.
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Aus den gutachterlichen Feststellungen, wonach die Tochter teilweise
Lernschwierigkeiten habe (vgl. S. 36 des Gutachtens), ein problematisches
Sozialverhalten in der Schule zeige (vgl. S. 42 des Gutachtens), ein regelmässiger
Austausch mit den involvierten Fachpersonen zu erfolgen habe (vgl. S. 49 des
Gutachtens) und der Vater über den Beistand Informationen erhalten solle (vgl. S. 49
des Gutachtens), ergibt sich, dass ein Handlungsbedarf in Bezug auf die Ausbildung
und die Koordination mit Fachpersonen besteht. Es lag deshalb im Rahmen des
Ermessens der Vorinstanz, diese Bereiche in den Auftrag des Erziehungsbeistands
miteinzubeziehen. Daran vermögen auch die Vorbringen der Beschwerdeführerin nichts
zu ändern, eine Sonderbeschulung sei angesichts des Schulzeugnisses und der
bestehenden pädagogischen Unterstützung nicht angezeigt. Die Begleitung der
Ausbildung umfasst nicht nur die Frage einer Sonderbeschulung, sondern alle
schulischen Aspekte. Es ist zudem darauf hinzuweisen, dass der Erziehungsbeistand
im Sinne des Subsidiaritätsprinzips überhaupt nur tätig wird, sofern ein konkreter
Handlungsbedarf besteht und die Mutter nicht von sich aus die notwendigen und
angemessenen Vorkehrungen trifft.
Was hingegen die Begleitung der Unterbringungssituation von K. anbelangt, so hält
das Gutachten fest, dass eine Fremdplatzierung nicht notwendig sei (vgl. S. 42 des
Gutachtens) und für das Kind eine traumatische Erfahrung darstellen könnte (vgl. S. 43
des Gutachtens). Eine Fremdplatzierung wäre von der KESB entsprechend erst nach
umfassenden Abklärungen neu zu prüfen. Da derzeit keine Fremdplatzierung besteht
und die Art und Weise der Unterbringung bei der Mutter von keiner Seite beanstandet
wird, besteht keine Veranlassung für die Beiständin, in diesem Bereich aktiv zu werden.
Für eine entsprechende Kompetenz in ihrem Mandat besteht daher keine
Notwendigkeit.
g) Zusammengefasst ist die Beschwerde bei der Definition des Aufgabenbereichs der
Beiständin hinsichtlich der Ausbildung, Koordination und Berichterstattung
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abzuweisen; gutzuheissen ist sie demgegenüber hinsichtlich der Begleitung der
Unterbringung. Dispositivziffer 5 lit. c ist entsprechend anzupassen.
4.- a) Die Beschwerdeführerin bestreitet sodann die Rechtmässigkeit der ihr allein
auferlegten Kosten des Verfahrens vor der KESB (Gebühr von Fr. 500.– sowie
Barauslagen für das Gutachten von total Fr. 11'601.75).
b) Die KESB begründete die alleinige Kostenauferlegung zulasten der Mutter mit dem
Verursacherprinzip gemäss Art. 94 VPR. Die Tochter stehe infolge dauerhafter
negativer Beeinflussung durch die Kindsmutter in einem derartig massiven
Loyalitätskonflikt, dass sie sich für einen Elternteil habe entscheiden müssen.
c) Die Beschwerdeführerin hält dem entgegen, es sei nicht erklärbar, weshalb sie die
Gesamtkosten zu tragen habe. Die Erstellung des Gutachtens sei durch die KESB
veranlasst worden; sie habe stets angegeben, sie befürworte das Gutachten nicht.
Zudem seien die Kosten und der Umfang des Gutachtens schrittweise durch die KESB
erhöht worden. Es liege in der Kompetenz der KESB festzulegen, ob und wie
umfangreich ein Gutachten auszufallen habe; darauf könne die Beschwerdeführerin
keinen Einfluss nehmen. Der einzige Vorwurf, welcher der Beschwerdeführerin gemacht
werden könne, sei, dass sie kein Vertrauen zum Kindsvater habe und darum das
Besuchsrecht in Frage stelle. Ob dieses Verhalten gerechtfertigt sei, könne im
Nachhinein nicht mehr festgestellt werden; somit könne sie auch nicht als
Verursacherin der Verfahrenskosten abgestempelt werden. Überhaupt rechtfertige es
sich im vorliegenden Fall, auf die Erhebung der Kosten nach Art. 97 VRP zu verzichten.
Die Beschwerdeführerin sei ausgewiesenermassen mittellos; die Vorinstanz hätte daher
vorgängig überprüfen müssen, ob die Verfahrenskosten vom Sozialamt oder im
Rahmen der unentgeltlichen Prozessführung übernommen würden.
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d) aa) Für das Verfahren vor der KESB und der gerichtlichen Beschwerdeinstanz fehlt
hinsichtlich der Kosten und Entschädigungen eine bundesrechtliche Regelung;
anwendbar ist das kantonale Recht sowie subsidiär die Bestimmungen der
Schweizerischen Zivilprozessordnung (SR 272, abgekürzt: ZPO) als ergänzendes
kantonales Recht (vgl. Art. 450f ZGB; Murphy/Steck, Kap. 18: Kindes- und
Erwachsenenschutzbehörde, in: Fountoulakis/Affolter-Fringeli/Biderbost/Steck [Hrsg.],
Fachhandbuch Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, Zürich 2016, Rz. 18.207). Nach
Art. 10 EG-KES werden für das Verfahren vor der KESB die Bestimmungen des VRP
sachgemäss angewendet, soweit das ZGB oder das EG-KES selbst keine Regelung
enthalten. Weder im ZGB noch im EG-KES finden sich Bestimmungen zur Bemessung
und Verteilung der Kosten des Verfahrens vor der KESB; Art. 25 EG-KES bestimmt
lediglich, dass die KESB keinen Kostenvorschuss verlangen darf und die
Verfahrenskosten in der Verfügung über die Hauptsache festlegt.
bb) Zu den Verfahrenskosten zählen neben den Entscheidgebühren, die sich nach
gesetzlichen Tarifen richten (Gebührentarif für die Kantons- und Gemeindeverwaltung,
sGS 821.5; vgl. auch Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12), auch die Barauslagen,
die im Laufe des Verfahrens anfallen (vgl. Art. 94 Abs. 1 Satz 2 VRP). Als Barauslagen
fallen namentlich die Kosten für die Beweisführung, Übersetzung und Vertretung des
Kindes in Betracht (vgl. Art. 95 Abs. 2 lit. c-e ZPO); dazu zählen auch die
Entschädigungen für Zeugen, Auskunftspersonen und Sachverständige (vgl. Art. 23
und Art. 24 Gerichtskostenverordnung). Soweit kein amtlicher Tarif besteht, werden
Sachverständige nach branchenüblichen Ansätzen entschädigt (vgl. Art. 24 Abs. 2
Gerichtskostenverordnung).
cc) Nach Art. 94 Abs. 1 VRP hat derjenige, der eine Amtshandlung zum eigenen Vorteil
oder durch sein Verhalten veranlasst, die vorgeschriebene Gebühr zu entrichten; er
kann überdies zum Ersatz der Barauslagen der Behörde verpflichtet werden; in dieser
Bestimmung ist das Verursacherprinzip verankert (R. Hirt, Die Regelung der Kosten
nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 42). Wenn
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es sich um eine Streitigkeit handelt, sieht Art. 95 Abs. 1 VRP zudem vor, dass jener
Beteiligte die Kosten zu tragen hat, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen
werden; diese Bestimmung enthält das aus dem Zivilrecht bekannte Erfolgsprinzip (vgl.
Art. 106 ZPO; Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 758 ff.). Eine Streitigkeit (im
verwaltungsverfahrensrechtlichen Sinne) liegt vor, wenn sich zwei Parteien mit
entgegengesetzten Interessen vor der Behörde gegenüberstehen und nicht nur ein
einzelner Beteiligter in seiner Rechtssphäre berührt ist (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 748).
In Art. 107 Abs. 1 ZPO ist sodann die Möglichkeit einer ermessensweisen Verteilung
der Prozesskosten vorgesehen, namentlich wenn es sich um ein familienrechtliches
Verfahren handelt (lit. c) oder wenn andere besondere Umstände vorliegen, die eine
Verteilung nach dem Ausgang des Verfahrens als unbillig erscheinen lassen (lit. f). Nach
der Rechtsprechung des Kantonsgerichtes kann insbesondere in Kinderbelangen
unabhängig vom Prozessausgang die Kostentragung zu gleichen Teilen angeordnet
werden, weil nicht leichthin von einem Obsiegen des einen und einem Unterliegen des
anderen gesprochen werden dürfe (vgl. Mitteilungen des Kantonsgerichts St. Gallen
zum Familienrecht Nr. 7, Oktober 2005, S. 43, abrufbar unter: www.gerichte.sg.ch).
dd) Nach Art. 97 VRP kann die Behörde auf die Erhebung amtlicher Kosten verzichten,
wenn es die Umstände rechtfertigen. Art. 10 Ziff. 2 der Verordnung über Kosten und
Entschädigungen im Verwaltungsverfahren (Verwaltungsgebührenverordnung, sGS
821.1, abgekürzt: VGV) präzisiert diese Bestimmung u.a. dahingehend, dass ein ganzer
oder teilweiser Verzicht möglich ist, wenn sich der Gebührenpflichtige in einer Notlage
befindet oder die Bezahlung der Gebühren für ihn eine Härte bedeuten würde, wobei
Bezüger von Armenunterstützungen in der Regel keine Gebühren zu entrichten haben.
Ein Verzicht im Sinne dieser Bestimmungen ist definitiv; der Betroffene ist grundsätzlich
keinen späteren Nachforderungen ausgesetzt. Ob zu verzichten ist, hat die Behörde
nach pflichtgemässem Ermessen zu entscheiden; ein Anspruch auf Verzicht besteht
nicht. Es ist auch möglich, dass lediglich auf die Gebühren verzichtet wird, während die
Barauslagen eingezogen werden (Hirt, a.a.O., S. 111).
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ee) Neben der Möglichkeit auf die Erhebung der Verfahrenskosten zu verzichten steht
die Möglichkeit der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Diese wird im
erstinstanzlichen Verwaltungsverfahren vom Justizdepartement gewährt (vgl. Art. 99
Abs. 3 VRP und Art. 26 lit. h des Geschäftsreglements der Regierung und der
Staatskanzlei [sGS 141.3, abgekürzt: GeschR]). Die Voraussetzungen richten sich
sachgemäss nach den Vorschriften der ZPO (vgl. Art. 99 Abs. 2 VRP). Nach Art. 119
Abs. 1 ZPO ist grundsätzlich ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung zu stellen, was vor oder nach Eintritt der Rechtshängigkeit
erfolgen kann. Die Wirkungen treten grundsätzlich erst ab Einreichung des Gesuchs
ein; eine rückwirkende Bewilligung wird nur ausnahmsweise zugelassen (Art. 119
Abs. 4 ZPO). Eine Rückwirkung lässt das Bundesgericht etwa dann zu, wenn eine
mittellose und anwaltlich nicht vertretene Partei – etwa aufgrund mangelhafter
Aufklärung über die mutmassliche Höhe der Prozesskosten und die unentgeltliche
Rechtspflege – vorbringen kann, sie habe diesen Anspruch nicht gekannt (BGE 122 I
203 E. 2e; BSK ZPO-Rüegg/Rüegg, 3. Aufl., Basel 2017, Art. 119 N 4 f.). Die
unentgeltliche Rechtspflege bewirkt lediglich einen vorläufigen Verzicht auf die
Erhebung der Verfahrenskosten; eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege
gewährt wurde, ist zur Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu wirtschaftlich in der
Lage ist (vgl. Art. 123 ZPO).
e) aa) Die Vorinstanz wendete im vorliegenden Fall das Verursacherprinzip an, weil sie
den Grund für die Notwendigkeit der Kindesschutzmassnahmen zur Hauptsache im
Verhalten der Mutter sah. Ihr Misstrauen gegenüber dem Vater sei ungerechtfertigt und
ihre Einstellung zum Kontakt- und Besuchsrecht des Vaters führe bei der Tochter zu
einem massiven Loyalitätskonflikt. Diese Argumentation findet im Gutachten eine
Stütze; darin wird festgestellt, dass die Mutter den Kontakt zum Vater nicht unterstütze
(vgl. S. 37 des Gutachtens), obwohl dieser die Grundbedürfnisse der Tochter während
der Besuche hinreichend gut erfülle (vgl. S. 39 des Gutachtens). Das Gutachten stellt
somit fest, dass die ablehnende Haltung der Mutter gegenüber dem Besuch der
Tochter des Vaters unbegründet und dem Kindeswohl abträglich ist. Es erscheint unter
diesem Gesichtspunkt deshalb gerechtfertigt, die Kosten der Mutter alleine
aufzuerlegen.
ter
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bb) Im vorliegenden Fall wäre die Vorinstanz aber gehalten gewesen, die Kindsmutter
explizit darauf aufmerksam zu machen, dass sie beim Justizdepartement ein Gesuch
um unentgeltliche Rechtspflege stellen kann (vgl. Art. 97 ZPO). Es geht aus den
Verfahrensakten eindeutig hervor, dass sie um ihre angespannte finanzielle Situation
wusste. So haben sich verschiedene Mitarbeiter wiederholt an das zuständige
Sozialamt gewandt, um die Kostentragung für bereits laufende
Kindesschutzmassnahmen zu koordinieren. Ausserdem erklärte die
Beschwerdeführerin im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs und auch im
Zusammenhang mit Inkassobemühungen, sie könne und wolle die anfallenden Kosten
nicht übernehmen. In der verfahrensleitenden Verfügung über die Anordnung der
Begutachtung vom 4. Juli 2017 beauftragte die KESB zudem ausdrücklich das
zuständige Sozialamt mit der Regelung der Gutachtenskosten (Dispositivziffer 5).
cc) Es scheint, als habe die Vorinstanz die Verfahrenskosten fälschlicherweise als
Kosten für Kindesschutzmassnahmen behandelt, die nach Art. 276 Abs. 1 ZGB von
den Eltern – und subsidiär vom Sozialamt (vgl. Art. 293 ZGB) – zu tragen sind.
Verfahrenskosten, wozu die Beschlussgebühren und die Gutachtenskosten (als Kosten
im Rahmen der Beweisführung) zählen, fallen aber nicht unter diesen Titel, sondern
sind nach den verfahrensrechtlichen Bestimmungen zu behandeln. Sie sind im
Entscheiddispositiv separat zu verlegen; es handelt sich mit anderen Worten nicht um
einen materiell-rechtlichen Unterhaltsentscheid, für den die Vorinstanz im Streitfall
überhaupt nicht zuständig wäre (vgl. Art. 279 ZGB). Die Vorinstanz hätte auf die
Erhebung der Verfahrenskosten ganz oder infolge Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege durch das zuständige Departement vorläufig verzichten können;
demgegenüber durfte sie – im Gegensatz zu Kindesschutzmassnahmen – nicht das
Sozialamt mit der Regelung der Bezahlung der Verfahrenskosten beauftragen. Die
mittlerweile anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin ist deshalb hier auf die
Möglichkeit einer nachträglichen Stellung eines Gesuchs um unentgeltlichen
Rechtspflege zu verweisen. Eine solche ist möglich, solange das Verfahren noch nicht
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rechtskräftig abgeschlossen ist (BSK ZPO-Rüegg/Rüegg, a.a.O. Art. 119 N 4). Die
Voraussetzung für eine rückwirkende Gewährung scheinen intakt.
dd) Die Beschwerdeführerin wendet ein, auf die Erhebung der Kosten sei gemäss Art.
97 VRP gänzlich zu verzichten. Aus den eingereichten Steuerveranlagungen 2016 und
2017 ist ersichtlich, dass sie nur über ein geringes Einkommen und kein Vermögen
verfügt. Die Gemeinde Y. bestätigte ausserdem, dass sie die Beschwerdeführerin in
unregelmässigen Abständen mit Sozialhilfeleistungen unterstütze. Eine längerfristige
wirtschaftliche Angewiesenheit auf Sozialhilfeleistungen steht indessen nicht fest. Der
(implizite) Ermessensentscheid der Vorinstanz, nicht von Amtes wegen auf die
Kostenerhebung zu verzichten, ist daher nicht zu beanstanden. Es erscheint nicht
ausgeschlossen, dass die Beschwerdeführerin inskünftig die Verfahrenskosten wird
bezahlen können. Ein Rechtsanspruch auf einen Verzicht besteht zudem nicht.
f) Zusammengefasst ist der vorinstanzliche Kostenentscheid grundsätzlich zu schützen.
Die Vorinstanz hätte die Beschwerdeführerin jedoch auf die Möglichkeit eines Gesuchs
um unentgeltliche Rechtspflege hinweisen müssen. Die Beschwerdeführerin kann ein
solches Gesuch um rückwirkende Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege indes
auch noch nachträglich beim Justizdepartement stellen. Bei einer entsprechen
Gutheissung wird vorläufig auf die Erhebung der Entscheidgebühren und Barauslagen
(d.h. die Gutachtenskosten) zu verzichten sein.
5.- Da der Beschwerde von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zukommt
(Art. 450c ZGB) und während eines allfälligen Rechtsmittelverfahrens vor dem
Kantonsgericht die wichtige Kontinuität und Stabilität sowie die Möglichkeit der
Wahrnehmung der Aufgaben durch die Beiständin gefährdet wären, ist einer allfälligen
Beschwerde gegen Dispositivziffern 2 (Kompetenzen), soweit diese die Ausbildung
betrifft, und 3 (Koordinationsfunktion) dieses Entscheids die aufschiebende Wirkung zu
entziehen.
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6.- a) Nach Art. 11 lit. a EG-KES in Verbindung mit Art. 95 Abs. 1 VRP hat in
Streitigkeiten jene Beteiligte die Kosten zu tragen, deren Begehren ganz oder teilweise
abgewiesen werden; es gilt der Grundsatz der Kostentragung nach Massgabe des
Obsiegens oder Unterliegens. Im vorliegenden Fall dringt die Beschwerdeführerin mit
ihren Anträgen nur zum Teil durch. So wird der Aufgabenbereich der Beiständin nur
teilweise angepasst und dem Antrag auf Neuregelung der Kostenverlegung nicht
entsprochen. Zu berücksichtigen ist indessen auch, dass die Vorinstanz ihren
Entscheid teilweise in Wiedererwägung zog und es unterliess, die Beschwerdeführerin
auf die unentgeltliche Rechtspflege hinzuweisen. Insgesamt erscheint es gerechtfertigt,
von einem je hälftigen Obsiegen und Unterliegen auszugehen.
b) Diesem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten der
Beschwerdeführerin und der Vorinstanz je zur Hälfte aufzuerlegen. Angemessen
erscheint eine Entscheidgebühr von Fr. 1'500.–, beinhaltend die Kosten für das
Zwischenverfahren-Nr. ZV-2018/71 (Art. 7 Ziff. 112 der Gerichtskostenverordnung; sGS
941.12). Infolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist bei der
Beschwerdeführerin vorläufig auf die Erhebung zu verzichten. Gestützt auf Art. 95
Abs. 3 VRP ist auf die Erhebung der Kosten bei der Vorinstanz ganz zu verzichten.
c) Das Honorar des unentgeltlichen Rechtsvertreters wird in der
Verwaltungsrechtspflege grundsätzlich als Pauschale bemessen; vor der
Verwaltungsrekurskommission beträgt diese zwischen Fr. 1'500.– und Fr. 15'000.– (Art.
22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten [sGS
963.75, abgekürzt: HonO]). Das Honorar wird nach den besonderen Umständen,
namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des Falles und
den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten, festgesetzt (Art. 19 HonO und Art. 31
Abs. 1 und 2 des Anwaltsgesetzes [sGS 963.70; abgekürzt AnwG]). Bei der
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unentgeltlichen Rechtsverbeiständung ist es um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3
AnwG); der Rahmen der Honorarpauschale beträgt somit Fr. 1'200.– bis Fr. 12'000–.
Der Anspruch einer Rechtsvertretung im Rahmen der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung geht soweit, wie dies zur Wahrung der Rechte der betroffenen
Person notwendig ist. Es geht dabei nur um die rechtliche und nicht auch um die
persönliche oder fürsorgerische Betreuung (vgl. BGer 4A_20/2011 vom 11. April 2011
E. 8.2.1; Emmel, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenbeger, ZPO Komm., 3. Aufl., Art.
118 N 5). Massstab der Beurteilung ist, ob eine vernünftige Person guten Glaubens und
mit den erforderlichen Mitteln entsprechende Bemühungen eines Anwalts veranlassen
würde (vgl. BGer 5A_244/2014 vom 25. Juni 2014 E. 4.2.1). Von der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung gedeckt werden demnach nicht einfach sämtliche Leistungen,
die eine Rechtsvertretung erbringt, sondern nur diejenigen, die im Rahmen der
Rechtswahrung tatsächlich erforderlich sind. Es steht der Rechtsvertretung dabei
selbstverständlich frei, darüberhinausgehende Aufwendungen zu tätigen; allerdings
kann dafür keine Entschädigung über die Verbeiständung verlangt werden. Es ist
Bestandteil der Mandatsführung, dies Klienten entsprechend mitzuteilen.
Der Rechtsvertreter verlangt in seiner Kostennote vom 27. Februar 2019 ein Honorar
von Fr. 8'166.60 für einen Aufwand von 40.83 Stunden sowie effektive Spesen von Fr.
185.70 und 7.7% Mehrwertsteuer von Fr. 643.15, insgesamt einen Betrag von Fr.
8'995.45. Der geltend gemachte Aufwand erscheint für den vorliegenden Fall, in dem
es im Wesentlichen um die Person des Beistandes und deren Kompetenzen sowie die
vorinstanzliche Kostenverlegung ging, als massiv übersetzt. Namentlich der
Zeitaufwand für das Aktenstudium (von über 11 Stunden) und das Verfassen der
Beschwerde (von rund 20 Stunden) fällt deutlich zu hoch aus; dies gilt gerade auch mit
Blick auf vergleichbare Fälle. Der Aktenumfang war im vorliegenden Fall zwar nicht
gering, aber dennoch überschaubar. Die sich stellenden Rechtsfragen waren zudem
nicht besonders komplex. Insgesamt handelte es sich um einen durchschnittlichen Fall.
Dafür benötigt ein erfahrener und effizienter Rechtsanwalt jedenfalls nicht mehr als
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zwei volle Arbeitstage. Im Weiteren ist zu berücksichtigen, dass keine
Hauptverhandlung durchgeführt wurde. Schliesslich sind die Kosten für die Stellung
des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege nicht zu entschädigen (vgl. Ziffer 4 Abs. 6
Spiegelstrich 6 der Richtlinien zur unentgeltlichen Rechtspflege im Zivilprozess und für
die Privatklägerschaft im Strafprozess vom Mai 2011 des Kantonsgerichts). Insgesamt
erscheint eine pauschale Entschädigung von Fr. 3'500.– als angemessen.
Hinzuzurechnen sind die geltend gemachten effektiven Barauslagen von Fr. 185.70
(Art. 28 HonO) und die Mehrwertsteuer von Fr. 283.80 (= 7.7% von Fr. 3'685.70; Art. 29
HonO). Der Staat entschädigt den unentgeltlichen Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin demnach mit total Fr. 3'969.50. Es bleibt der Hinweis, dass der
unentgeltliche Rechtsvertreter von seiner Mandantin kein zusätzliches Honorar fordern
darf (Art. 11 HonO).
d) Abschliessend ist die Beschwerdeführerin darauf aufmerksam zu machen, dass sie
zur Nachzahlung der ihr auferlegten Prozesskosten und der vorläufig vom Staat
übernommenen Kosten der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung verpflichtet ist,
sobald dies ihre wirtschaftliche Lage zulässt (Art. 99 Abs. 2 VRP und Art. 123 Abs. 1
ZPO).