Decision ID: 8ae927b7-1f5b-4c3d-8388-ed0094bfe05d
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1985, Mutter von
heute vier
-
2006, 2008, 2010 (Urk.
6/16) und 2014 (
Urk.
6/67) geborenen
-
Töchtern, war gemäss
Arbeit
ge
berbericht
(
Urk.
6/10) vom
1.
September 2007 bis
6.
April 2010 in einem
Voll
pensum
bei der „
Y._
GmbH“ tätig, erlitt am
6.
April 2010 einen Unfall (
Urk.
6/8/56) und meldete sich am
5.
November 2010 bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
verneinte mit Ver
fü
gung vom 2
5.
Mai 2011 einen Leistungsanspruch (
Urk.
6/15
)
.
1.2
Per
1.
April 2012 schlossen die Versicherte und ihr Ehemann als Inhaber der „
Z._
“ einen Arbeitsvertrag (
Urk.
3/3) und am
1
4.
Januar 2013
meldete sie sich wieder zum Leistungsbezug an
(
Urk.
6/
19
)
.
D
ie IV-Stelle
veranlasste
unter anderem ein polydisziplinäres Gutachten, das am 1
7.
März 2014 erstattet wurde (
Urk.
6/47).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/56,
Urk.
6/58), Beizug von Akten des Unfallversicherers (
Urk.
6/64) und des Taggeldversicherers (
Urk.
6/66) und Eingang eines Observationsberichts (
Urk.
6/
69) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
8.
Januar 2015 einen Rentenanspruch (
Urk.
6/75 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am
2.
März 2015 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
8.
Januar 2015 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr eine Invalidenrente auszurichten, eventuell sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2 oben
Ziff.
1-2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
4.
April 2015 (
Urk.
5) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 1
4.
September 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung (IVG)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüberge
stellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigenden ausge
gli
chenen Arbeitsmarktlage (Art. 16 ATSG) ist grundsätzlich auch bei der Fest
setzung des
Validenlohnes
Rechnung zu tragen, wobei auf die Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstruk
tur
erhebung
(LSE) abgestellt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 23. September 2014 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhe
bungen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40
Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf der Grundlage der LSE kann
ausnahmsweise
der Lohn eines einzelnen Sektors („Produktion" oder „Dienst
leistungen") oder gar einer bestimmten Branche herangezogen werden, wenn es als sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren erwerbli
chen Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen, namentlich bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit im betreffenden Bereich tätig gewesen waren und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt (SVR 2008 IV Nr. 20 S. 63, 9C_237/2007 E.
5.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_667/2013 vom 29. April 2014 E. 5.3).
1.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Aus
wirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann
erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, gemäss der medizinischen Beurteilung sei der Beschwerdeführerin eine behinderungsangepasste Tätigkeit zu 80
%
zumutbar, womit das anhand von Tabellenlöhnen ermittelte Invalideneinkommen das
Valideneinkommen
über
steige (S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
das
Valideneinkommen
sei
ausgehend von dem 2012 zwischen ihr und ihrem Mann abgeschlossenen Arbeitsvertrag zu ermitteln (S. 5
Ziff.
3) und beim Abstellen auf Tabellenlöhne sei der Beschwerdegegnerin ein Übertragungsfehler (
Fr.
4‘525.-- statt, richtig,
Fr.
4‘225.--) unterlaufen, und es sei ein Leidensabzug von 25
%
angezeigt (S. 7). Ferner sei der Observationsbericht, dessen Ergebnisse sich nach Ansicht der Beschwerdegegnerin mit dem gutachterlichen
Belas
tungsprofil
deckten, aus bestimmten Gründen unbeachtlich (S. 8 f.
Ziff.
8).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit, dem Invaliden- und dem
Valideneinkommen
verhält.
3.
3.1
Am 1
7.
März 2014 erstatteten die Ärzte des
A._
ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
6/
47
/1-27
).
Sie stützten sich auf die ihnen überlassenen
Akten (S. 2 ff.), die Angaben der Beschwerdeführerin (S. 7 ff.)
,
und
die
von ihnen am 2
4.
und 2
6.
Februar 2014 (S. 1 Mitte) erhobenen internistischen (S. 9 f.), psychiatrischen (S. 10 ff.), rheu
matologischen (S. 13 ff.) und neurologischen (S. 20 ff.) Befunde.
Berufsanamnestisch wurde unter anderem berichtet, die Beschwerdeführerin habe von September 2007 bis August 2011 im Vollzeitpensum für die ihrem Ehemann gehörende Firma als Reinigungsfrau gearbeitet, sei dann bis Ende Februar 2012 arbeitslos gewesen und habe sodann ab März 2012 noch einmal für zwei Monate im Geschäft ihres Mannes gearbeitet, wo sie nach wie vor angestellt sei, aber keinen Lohn beziehe (S. 8
Ziff.
3.1.2).
Zusammenfassend stellten die Gutachter folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 24
Ziff.
5.1):
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
Differentialdiagnose (DD): chronische
Radikulopathie
L5 links
radiomorphologisch (MRT
LWS
9.
April 2013) schwere
Segment
de
gene
ration
L4/5
Modic
Typ II mit
breitbasiger
Dis
kus
protrusion
bis
Herniation
links
betont bis
intraforaminal
mit mög
licher Kompressio
n der Nervenwurzel L5
beidseits
links
betont, Streckhaltung der
Lenden
wirbelsäule
(LWS), hingegen unauffällige proximale und distale Bandscheibenabschnitte
Wirbelsäulenfehlform und -
fehlhaltung
mit Abflachung der Lenden
lordose und leichter
thorakolumbal
rechtskonvexer Skoliose
Abschwächung der abdominellen und rückenstabilisierenden
Muskel
gruppen
mit reaktiven paravertebralen lumbalen
Myogelosen
Sodann nannten sie
die
folgende
n
, hier verkürzt angeführte
n
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 24
Ziff.
5.2):
intermittierende Polyarthralgien am Stamm ventral sowie an den oberen und unteren Extremitäten unklarer Ätiologie
pulmonale
Sarkoidose
Stadium I, Erstdiagnose 3
0.
August 2013
rezidivierende Synkopen und unklarer Schwindel unklarer Ätiologie (DD psychogen, im Rahmen einer Hyperventilation)
supprimiertes
thyroidstimulierendes
Hormon (TSH) bei normalen peri
phe
ren Schilddrüsenwerten (DD am ehesten im Rahmen der Schwan
ger
schaft)
Zur Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, aufgrund der verminderten Belast
barkeit des unteren Achsenskeletts bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit in der früher ausgeübten Tätigkeit im Reinigungsdienst wie auch für jede andere körperlich mittel- bis schwerbelastende berufliche Tätigkeit
. Bei fehlender psy
chiatrischer und relevanter allgemeininternistischer Komorbidität bestehe aber eine 80%ige ganztags verwertbare Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer kör
perlich
leichten, wechselbelastenden beruflichen Tätigkeit mit Möglichkeit des regelmässigen Wechseln
s
der Arbeitsposition ohne länger fixiertes Sitzen, Stehen oder Gehen, ohne Arbeiten in anhaltender Oberkörpervorneigeposition oder Arbeiten mit stereotypen Rotationsbewegungen der LWS oder
Überkopf
bewegungen
. Aufgrund der Gangunsicherheit mit Angaben von Schmerzen im linken Bein sollten keine sturzgefährdeten beruflichen Tätigkeiten ausgeübt werden (S. 25
Ziff.
6.2).
Aufgrund der anamnestischen Angaben, der Untersuchungsbefunde, der vor
liegenden Dokumente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten sei davon auszugehen, dass diese Angaben zur Arbeitsfähigkeit spätestens ab Sep
tember 2012 (erstmalige Evaluation in der Wirbelsäulensprechstunde) gälten (S.
26
Ziff.
6.3).
Im Haushalt sei von einer maximal 20%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (S.
26
Ziff.
6.4).
Berufliche Massnahmen könnten zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund der fixierten Krankheits- und Invaliditätsüberzeugung der Explorandin nicht durchgeführt werden (S. 26
Ziff.
6.8).
3.2
Am 1
6.
April 2014 berichtete
Dr.
med.
B._
,
Facharzt für Neurologie, über seine am
4.
April 2014 auf Zuweisung der Hausärztin erfolgte Untersuchung (
Urk.
3/20). Er nannte folgende Diagnosen (S. 1):
chronisches lumbales Schmerzsyndrom, DD:
lumboradikuläres
Reizsyn
drom
L5 links,
lumbospondylogen
mit/
bei
Status nach Sturz von einer Leiter am
6.
April 2010 (Arbeitsunfall)
Exazerbation nach Sturz im April 2013 im häuslichen Umfeld
Hemihypästhesie
links, wahrscheinlich im Sinne einer
somatoformen
Schmerzausweitung, DD:
cervikale
Myelopathie?
pulmonale
Sarkoidose
Schwangerschaft
3.3
Am
8.
Dezember 2014 wurde über eine am
2.
Dezember 2014 (infolge
Spät
schwangerschaft
und Geburt verzögerte) Verlaufskontrolle bei pulmonaler
Sarkoidose
Stadium I berichtet (
Urk.
3/21), die Patientin schildere, dass es ihr gut gehe, sie aktuell nicht mehr leistungsgemindert sei und ihrer täglichen mütterlichen Leistung gerecht werden könne. Intermittierend spüre sie immer noch
Thoraxschmerzen
(S. 1 unten). Insgesamt zeige sich ein erfreulicher klini
scher Verlauf der pulmonalen
Sarkoidose
(S. 2 Mitte).
4.
4.1
Die von der Beschwerdeführerin eingereichten späteren ärztlichen
Berichte (vor
stehend E. 3.2 und 3.3)
enthalten keine
Anhaltspunkte
dafür
,
dass das
einge
holte Gutachten und dessen Schlussfolgerungen in Zweifel zu ziehen
wären
. Solches wurde auch nicht geltend gemacht.
Das Gutachten erfüllt alle praxisgemässen Kriterien (vorstehend E. 1.
6
) vollum
fänglich, so dass darauf abzustellen ist.
Demnach ist der medizinische Sachverhalt dahingehend erstellt, dass die Arbeits
fähigkeit 80
%
beträgt für
körperlich leichte, wechselbelastende Tätig
keit
en
mit Möglichkeit des regelmässigen Wechseln
s
der Arbeitsposition
,
ohne länger fixiertes Sitzen, Stehen oder Gehen, ohne Arbeiten in anhaltender
Ober
körpervorneigeposition
oder Arbeiten mit stereotypen Rotationsbewegungen der LWS oder Überkopfbewegungen
oder Sturzgefährdung
.
4.2
Die letzten im Auszug aus dem individuellen Konto (IK) verzeichneten
Erwerbsein
kommen
sind
Fr.
34‘908.-- im Jahr 2011 (
Urk.
6/27) und
Fr.
9‘362.-- im Jahr 2012 (
Urk.
6/27-28).
D
rei
Kinder der Beschwerdeführerin kamen in den Jahren 2006, 2008
und
2010
zur
Welt.
Ihr Alter betrug a
lso im
Juli 2013, dem
für die Anspruchsprüfung relevanten Zeitpunkt (6 Monate nach der erneuten Anmeldung
vo
m Januar 2
013), zirka 7, 5 und 3 Jahre.
Ende August 2014
kam ein viertes Kind zur Welt.
Vor diesem Hintergrund ist es sehr erstaunlich, dass die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin umstandslos als Vollerwerbstätige qualifiziert und die Invalidität anhand der allgemeinen Methode bemessen hat. Da nicht
ergebnis
relevant
, ist darauf jedoch nicht weiter einzugehen.
4.3
Die Beschwerdeführerin plädierte dafür, das
Valideneinkommen
ausgehend vom 2012 vertraglich vereinbarten Lohn zu bestimmen (
Urk.
1 S. 5
Ziff.
3).
Dem kann nicht gefolgt werden, denn nach Vertragsabschluss war sie gemäss ihren eigenen berufsanamnestischen Angaben gar nicht mehr erwerbstätig, dies abgesehen davon, dass es sich beim nominellen Arbeitgeber um ihren Ehemann handelte und sie
gemeinsam
die Höhe des mutmasslichen Lohnes nach Belieben festsetzen konnten.
4.4
Richtigerweise ist das
Valideneinkommen
deshalb anhand der Tabellenlöhne der LSE zu bestimmen.
Das mittlere von Frauen in der Altersgruppe der Beschwer
deführerin in der Berufsgruppen „Reinigungspersonal und Hilfskräfte“ erzielte Einkommen betrug im Jahr 2012
Fr.
3‘880.-- (LSE 2012 Tabelle T17 =
Urk.
9
/1
,
Ziff.
91, Alter <= 29 Jahre) monatlich.
Auf ein Jahr umgerechnet und angepasst an die Nominallohnentwicklung 2013
von 0.7
%
(
T1.10, lit. G-S
) und die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41.
7
Stunden
resultiert für das Jahr 2013 ein
Valideneinkommen
von rund Fr.
48‘879.-- (
Fr.
3‘880.-- x 12 x 1.007 : 40.0 x 41.7).
4.5
Das Invalideneinkommen ist ebenfalls gestützt auf die Tabellenlöhne zu ermitteln, zumal der Beschwerdeführerin beim gegebenen Belastungsprofil (vorstehend E. 4.1) ein weites Spektrum von Tätigkeiten offensteht. Das mittlere von Frauen mit einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art erzielte Ein
kommen betrug im Jahr 2012
Fr.
4
‘228.-- (LSE 2012 Tabelle T1_tirage_skill_level =
Urk.
9/2, Total, Niveau 1).
Auf ein Jahr umgerechnet und angepasst an die Nominallohnentwicklung 2013 von 0.7
%
(T1.10, lit. G-S) und die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden resultiert
bei einer Arbeitsfähigkeit von 80
%
für das Jahr 2013
ein Einkommen von rund
Fr.
42‘610.-- (
Fr.
4‘228.-- x 12 x 1.007 : 40.0 x 41.7 x 0.8).
4.6
Im Vergleich zum
Valideneinkommen
von
Fr.
48‘879.-- (vorstehend E. 4.4) resul
tiert bei einem Invalideneinkommen von
Fr.
42‘610.-- eine
Einkommens
einbusse
von
Fr.
6‘269.--, was einen Invaliditätsgrad von 13
%
ergibt. Würde man - wie beantragt, aber nicht näher begründet -
ohne nähere Prüfung
den maximalen Leidensabzug von 25
%
(vorstehend E. 1.5)
gewähren, so betrüge das Invalideneinkommen rund
Fr.
31‘958.-- und die Einkommenseinbusse
Fr.
16‘921.--, was einen Invaliditätsgrad von 35
%
ergäbe.
Der resultierende Invaliditätsgrad liegt damit unter dem
anspruchs
begründen
den
Minimum von 40
%
. Die angefochtene Verfügung, mit welcher ein Renten
anspruch verneint wurde, erweist sich damit als rechtens, was zu Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
5.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr.
700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzu
erle
gen.