Decision ID: 46ed2ac2-03ba-47f6-ae4c-0c58cc794631
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. Die X. bzw. X. GmbH (Handelsregister) ist im Rahmen der bis 31. Dezember 2016
befristeten Betriebsbewilligung zur Führung des sozialpädagogischen Wohnangebots
mit vier Plätzen für Kinder und Jugendliche im Alter von 6-18 Jahren (act. G 9/1) der
Interkantonalen Vereinbarung für soziale Einrichtungen (IVSE; sGS 381.31) unterstellt
(Verfügung vom 19. September 2013; act. G 9/2). Mit Eingabe vom 27. November 2014
reichte die X. GmbH dem Amt für Soziales die Unterlagen zum Budget 2015 ein (act. G
9/16). Am 12. Februar 2015 liess ihr das Amt für Soziales die Berechnung der
budgetierten Leistungsabgeltung mit Darstellung und Erläuterung der
Budgetabweichungen (Kürzungen) zukommen (act. G 9/13). Am 13. März 2015 stellte
das Amt für Soziales der X. GmbH den Verfügungsentwurf betreffend budgetierte
Leistungsabgeltung 2015 zur Stellungnahme (rechtliches Gehör) zu (act. G 9/10).
b. Nachdem sich die X. GmbH dazu am 23. März 2015 geäussert hatte (act. G 9/6-8),
hielt das Departement des Innern in der Verfügung vom 17. April 2015 fest, der gemäss
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Stellungnahme vom 23. März 2015 beantragte Kürzungsverzicht hätte insgesamt zur
Folge, dass Art. 21 der Verordnung zur Interkantonalen Vereinbarung für soziale
Einrichtungen IVSE (V-IVSE; sGS 387.21) trotz der klar familienähnlichen Struktur des
Betreuungsangebots nicht angewendet würde. Dies sei vor dem Hintergrund der
Rechtsanwendung bei ähnlichen Institutionen und entgegenstehender Erfahrungswerte
insgesamt nicht vertretbar, weshalb an den Kürzungen festgehalten werde (act. G 2).
B.
a. Gegen diese Verfügung liess die X. GmbH durch Rechtsanwalt lic. iur. Stefan Blum,
Winterthur, mit Eingabe vom 5. Mai 2015 Beschwerde erheben mit den Anträgen, die
Verfügung sei aufzuheben (Ziff. 1) und die Sache sei zur Neubeurteilung an die
Vorinstanz zurückzuweisen (Ziff. 2), unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten
der Vorinstanz (act. G 1).
b. Mit Vernehmlassung vom 29. Mai 2015 beantragte die Vorinstanz Abweisung der

Beschwerde. Sie verwies auf die Erwägungen der angefochtenen Verfügung und
äusserte sich ergänzend zu den Darlegungen der Beschwerdeführerin (act. G 8).
c. In der Stellungnahme (Replik) vom 11. Juni 2015 bestätigte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin seine Anträge und Ausführungen (act. G 13).
d. Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben des vorliegenden
Verfahrens wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachstehenden
Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2.
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2.1. Nach Art. 41 lit. b des Sozialhilfegesetzes (SHG; sGS 381.1) erhalten Heime
und Einrichtungen im Kanton Beiträge nach der IVSE für ausserkantonale
Betreuungsbedürftige im Umfang der Vergütungen anderer Kantone (Ziff. 1) und für st.
gallische Betreuungsbedürftige in sachgemässer Anwendung der Bestimmungen der
IVSE (Ziff. 2). Die zuständige politische Gemeinde trägt nach Art. 43 SHG bei
Unterbringung in ein Kinder- oder Jugendheim zwei Drittel der Leistungsabgeltung
nach Abzug der Beiträge der Unterhaltspflichtigen sowie der weiteren gesetzlichen
Kostenträger (Abs. 1 lit. a) und die Beiträge der Unterhaltspflichtigen nach Art. 22 IVSE,
wenn diese nicht leistungsfähig sind (Abs. 1 lit. b). Der Staat trägt den verbleibenden
Betrag der Leistungsabgeltung auf Basis der erteilten Kostenübernahmegarantie sowie
ein allfälliges Defizit (Abs. 2). Die Leistungsabgeltung berechnet sich aus dem
anrechenbaren Nettoaufwand abzüglich der Bau- und Betriebsbeiträge des Bundes.
Der verbleibende Betrag wird auf die Person je Verrechnungseinheit umgerechnet. Der
anrechenbare Nettoaufwand ergibt sich aus dem anrechenbaren Aufwand abzüglich
des anrechenbaren Ertrags (Art. 20 IVSE). Als anrechenbarer Aufwand gelten die für die
Leistung erforderlichen Personal- und Sach- inkl. Kapitalkosten und Abschreibungen.
Als anrechenbarer Ertrag gelten Einnahmen aus dem Leistungsbereich inkl.
Kapitalerträge sowie freiwillige Zuwendungen, soweit diese für den Betrieb bestimmt
sind. Der Vorstand VK erlässt eine Richtlinie zu den Art. 20 und 21 (Art. 21 IVSE). Nach
Art. 23 IVSE kann die Leistungsabgeltung sowohl durch Methode D (Defizitdeckung) als
auch Methode P (Pauschalen) erfolgen (Abs. 1).
Gemäss Art. 20 V-IVSE erlassen die zuständigen Departemente Richtlinien zu den
anrechenbaren Gehaltsansätzen für das Fachpersonal. Für das Personal richten sich
die Gehaltsansätze sachgemäss nach dem Anhang der Personalverordnung vom
13. Dezember 2011. Nach Art. 21 Abs. 1 V-IVSE wird für Pflegeeltern von
heilpädagogischen Gross- und Pflegefamilien höchstens ein Gehalt für Erzieher nach
der Sonderschulgesetzgebung angerechnet. Das Gehalt wird erhöht um das 1,3-fache
bei drei Pflegekindern, das 1,6-fache bei vier Pflegekindern und das Doppelte ab fünf
Pflegekindern.
2.2. Gemäss Betriebskonzept der Beschwerdeführerin soll Kindern und jungen
Menschen ein möglichst alltägliches, familiäres Umfeld im Sinn einer professionell
sozialpädagogisch betreuten Alternative und Ergänzung zu herkömmlichen Kinder- und
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Jugendheimen zur Verfügung gestellt werden (act. G 3 S. 5 und 6). Es finden Kinder
und Jugendliche Aufnahme, welche aufgrund problematischer Lebensverhältnisse bzw.
Entwicklungsstörungen professioneller sozialpädagogischer Betreuung und Förderung
im Rahmen einer Kleingruppe bedürfen (act. G 3 S. 15). Die Kinder/Jugendlichen
erhalten im Rahmen des betreuten Wohnens in übereinanderliegenden, mit einem
internen Treppenhaus verbundenen Wohnungen Anschluss an die Familie des
Leiterehepaars. Es wird gemeinsam gekocht, gegessen und gespielt bzw. die Freizeit
verbracht. Die Familiennähe wird als besonderes Merkmal der Einrichtung
hervorgehoben (act. G 3 S. 16, 22 f., 35). Die Betreuung wird sichergestellt durch ein
ausgebildetes Leiterehepaar bzw. durch ausgebildete Sozialpädagogen und
Praktikanten sowie gegebenenfalls weiteren Betreuungspersonen (act. G 3 S. 24).
In der Unterstellungsverfügung vom 19. September 2013 wurde unter anderem
festgehalten, das eingereichte Budget 2013 habe bezüglich Anrechenbarkeit gemäss
den Richtlinien des Departementes des Innern betreffend die Finanzierung gemäss
IVSE von Einrichtungen im Bereich A vom 27. September 2012 (nachstehend
„Richtlinien IVSE Bereich A“) und Art. 21 Abs. 1 V-IVSE erheblich gekürzt werden
müssen. Im Rahmen des gekürzten Budgets sei eine wirtschaftliche Betriebsführung
gegeben. Die Leistungsabgeltung erfolge nach der Methode D (Art. 23 Abs. 1 IVSE).
Grundlage dafür würden Art. 20 ff. IVSE, Art. 7 f., 20 und 34 V-IVSE sowie die IVSE-
Richtlinien zur Leistungsabgeltung und zur Kostenrechnung vom 1. Dezember 2005
(mit Änderungen vom 7. Dezember 2007 und 9. Dezember 2011) und die „Richtlinien
IVSE Bereich A“ bilden (act. G 9/2 Ziff. 3 und Erwägungen Ziff. 2).
3.
3.1. Streitig ist, ob die Vorinstanz bei der Festlegung des Budgets 2015 der
Beschwerdeführerin hinsichtlich des Personalaufwands zu Recht die Ansätze für
Pflegeeltern einer heilpädagogische Gross- und Pflegefamilie im Sinn von Art. 21 V-
IVSE zugrunde legte und dementsprechend Kürzungen bei dem von der
Beschwerdeführerin budgetierten Personalaufwand vornahm.
3.2. Die angefochtene Verfügung wurde von der Vorinstanz damit begründet, dass
die Beschwerdeführerin ein familiennahes Betreuungsangebot zur Verfügung stelle. Die
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in Art. 20 f. V-IVSE getroffene Unterscheidung sei darin begründet, dass das
gemeinsame Leben im Familienalltag die Nutzung von Synergien ermögliche, indem
der Haushalt gemeinsam geführt, das Essen für alle vorbereitet und der Familientisch
gemeinsam gelebt werde. Die Grossfamilieneltern stünden auch in der Arbeitssituation
24 Stunden für ihre eigenen Kinder zur Verfügung. Alle Kinder hätten während der
Schulzeit eine geregelte Tagesstruktur. Die Betreuung der eigenen Kinder sei für die
Eltern ohne professionelle Grossfamilienstruktur entweder mit Aufwendungen oder
Einkommenseinbussen verbunden, was bei der Beurteilung des anrechenbaren
Aufwands berücksichtigt werde. Die Entschädigung der professionellen Betreuung von
aufgenommenen Kindern bleibe dennoch wesentlich höher als bei einer Pflegefamilie,
die weniger als vier Kinder betreue und die Anforderungen an eine stationäre
Einrichtung nicht erfülle. Die Wohnungen der Kernfamilie und der aufgenommenen
Kinder seien miteinander verbunden. Der zentrale Ess- und Wohnort der Kernfamilie
sowie die Aufenthaltsräume der Wohnung der aufgenommenen Kinder könnten
gemeinsam genutzt werden bzw. stünden allen gleichermassen zur Verfügung. Das
Schlafzimmer der Grossfamilieneltern befinde sich auf dem Stockwerk der betreuten
Kinder. Der Zugang in die Familienwohnung sei nur durch die Wohnung der betreuten
Kinder möglich. Die Trennung bestehe einzig in einer Zimmertüre im Treppenhaus
zwischen den beiden Etagen. Es sei insgesamt unbestritten, dass die
Beschwerdeführerin eine Institution der Heimpflege und keine Pflegefamilie sei. Die
Leistungsabgeltung nach IVSE sei ausschliesslich für Einrichtungen der Heimpflege
möglich. Die Ausführungen der Beschwerdeführerin vom 23. Marz 2015 würden nicht
aufzeigen, weshalb Art. 21 V-IVSE vorliegend und im Unterschied zu anderen
heilpädagogischen Gross- und Pflegefamilien keine Anwendung finden solle. Das
eingereichte Budget 2015 gehe von einer Maximalauslastung von 100% aus, was bei
vier Plätzen 1‘460 Aufenthaltstage im Jahr ergebe. Bei Austritten und
Aufenthaltsabbrüchen, welche nicht sofort wieder besetzt werden könnten, trage der
Kanton das Defizitrisiko. Deshalb könnten nur 1‘400 Tage angerechnet werden, was
eine Auslastung von 95.9% ergebe. In der Jahresrechnung würden die effektiven Tage
angerechnet und die Stellenprozente für die Betreuung entsprechend der effektiven
Auslastung berücksichtigt (act. G 2).
In der Verfügung wurde im Weiteren dargelegt, der budgetierte Personalaufwand sehe
für die Betreuung 195 Stellenprozente und für die Heimleitung bzw. Verwaltung 20
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Stellenprozente vor. Ab Sommer 2015 sei zusätzlich die Anstellung einer Praktikantin
(100%) eingerechnet. Unter Berücksichtigung der Auslastung sowie unter Anwendung
von Art. 21 V-IVSE ergebe sich ein anrechenbarer Personalaufwand von insgesamt Fr.
235‘036.02; dies entspreche im Vergleich zu dem von der Beschwerdeführerin
budgetierten Aufwand einer Kürzung von Fr. 47‘780.70. Aufgrund von Art. 21 V-IVSE
seien bei vier aufgenommenen Kindern 160 Stellenprozente anzurechnen. Die
Beschwerdeführerin habe die Anrechnung von 240 Stellenprozenten im Wesentlichen
mit der notwendigen Erholungszeit (Freizeit/Ferien) als Aspekt der
Gesundheitsprävention des Leiterehepaars begründet. Diesem berechtigten Einwand
sei dadurch Rechnung getragen worden, dass mit einem Pensum von 190
Stellenprozenten bereits ein höherer Aufwand angerechnet werde als in den
massgeblichen Rechtsgrundlagen vorgesehen. Darin seien auch Aufwendungen für
Besprechungen, Weiterbildung, Entschädigung externer Stellvertretungen sowie
Krankheitstage eingerechnet. Für vier Kinder sei nur eine Einerbesetzung notwendig.
Der von der Beschwerdeführerin budgetierte Stellenplan entspreche demjenigen einer
vom Bundesamt für Justiz anerkannten Einrichtung. Das in Art. 21 V-IVSE vorgesehene
Höchstgehalt für Pflegeeltern von heilpädagogischen Gross- und Pflegefamilien nach
der Sonderschulgesetzgebung umfasse bei Angeboten mit Familienanschluss bereits
sämtliche lohnwirksamen Leistungen; es decke auch den Personalaufwand für die
Position „Heimleitung bzw. Verwaltung“ sowie „Ökonomie und Hausdienst“. Es werde
der budgetierte Satz für Sozialleistungen von 17.52% für die Berechnung der Gehälter
angerechnet, obwohl dieser über der Grenze der „Richtlinien IVSE Bereich A“ liege.
Dieser Satz sei erfahrungsgemäss knapp; eine Überschreitung werde in begründeten
Fällen akzeptiert. Die budgetierten Kosten für Honorare für Fremdleistungen Dritter
würden ungekürzt angerechnet. Auch die beantragte Praktikumsstelle (100%) werde
angerechnet (act. G 2).
3.3. Die Beschwerdeführerin führt beschwerdeweise aus, die Vorinstanz lege Art.
21 V-IVSE entgegen dessen klaren Wortlaut und Sinn in willkürlicher Weise so aus,
dass der anrechenbare Personalaufwand derart reduziert werde, dass der
Beschwerdeführerin unter qualitativ-sozialpädagogischen, arbeitsrechtlichen,
gesundheitspräventiven und wirtschaftlichen Gesichtspunkten der Betrieb
verunmöglicht werde bzw. der Betrieb seine Verpflichtungen nicht erfülle könne. Die in
Art. 20 und 21 V-IVSE getroffene Unterscheidung beziehe sich nicht auf den für die
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Leistungserbringung erforderlichen Personalaufwand allgemein, sondern
ausschliesslich auf die Anrechenbarkeit des Gehalts der Pflegeeltern. Sogenannte
sozial- und heilpädagogische Grossfamilien seien in Bezug auf Konzeptualisierung,
Organisation, Finanzierung und Beaufsichtigung Kinder- und Jugendheimen
weitestgehend gleichgestellt und würden sich deutlich von normalen Pflegefamilien
unterscheiden (act. G 1 Ziff. 3-7). Sodann teile die Vorinstanz das Betreuungsangebot
fälschlicherweise dem Bereich „Heilpädagogische Gross- und Pflegefamilie“ zu. Die
Beschwerdeführerin erfülle sämtliche an ein anerkanntes sozialpädagogisches
Kleinheim gestellten Anforderungen und Auflagen vollumfänglich. Sie habe daher
Anspruch auf dieselbe Leistungsabgeltung wie alle anderen Institutionen der
Heimpflege, gemäss V-IVSE und den „Richtlinien IVSE Bereich A“. Entgegen den
Feststellungen im vorinstanzlichen Entscheid sei hinsichtlich Raumkonzept einzig
richtig, dass die beiden Wohnungen nicht nur vom Aussenbereich her betreten werden
könnten, sondern intern durch eine Tür verbunden seien, welche in ihrer Funktion die
beiden Eingangsbereiche bzw. die beiden Wohnungen trenne, wenn das Leiterehepaar
nicht arbeite. Das Betriebskonzept sehe eine ausdifferenzierte Abgrenzung der beiden
Wohnungen vor. Die Räume der Privatwohnung stünden dem Betreuungsangebot nicht
zur Verfügung, wenn das Leiterehepaar nicht arbeite. Die Privatwohnung sei komplett
unabhängig von der Wohnung der Beschwerdeführerin; es werde lediglich der Alltag in
beiden Wohnstrukturen geteilt. Die Zuordnung zum Angebot der heilpädagogischen
Gross- und Pflegefamilie sei zu Unrecht erfolgt; es sei eine Zuordnung zum Angebot
der privaten stationären Kinder- und Jugendeinrichtungen (Art. 1 lit. b V-IVSE)
vorzunehmen (act. G 1 Ziff. Ziff. 8-19). Weder der Wortlaut noch die systematische
Stellung von Art. 21 Abs. 1 V-IVSE würden die Anwendung der von der Vorinstanz
bestätigten Pauschalisierung auf weiteres angestelltes Personal zulassen. Eine solche
Pauschalisierung sei mit den Anforderungen an die Qualität der Gesamtdienstleistung
solcher Institutionen in keiner Weise vereinbar (act. G 1 20-30).
3.4.
3.4.1. Für die Beschwerdeführerin gelten die Bewilligungsvoraussetzungen gemäss
der Verordnung über Kinder- und Jugendheime (KJV, sGS 912.4; vgl. Art. 1 Abs. 1 lit. a
und Art. 2 f. KJV); gestützt darauf wurde denn auch die befristete Betriebsbewilligung
erteilt (act. G 9/1). Nach Lage der Akten erfüllt die Beschwerdeführerin mit vier
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Betreuungsplätzen die Mindestgrösse gemäss Ziff. 5.2 der „Richtlinien IVSE Bereich A“
für eine IVSE-Unterstellung. Die Verordnung über die Aufnahme von Pflege- und
Tagespflegekindern (Pflegekinderverordnung, PKV; sGS 912.3) ist auf die
Beschwerdeführerin nicht anwendbar, da diese die Familienpflege (Tag und Nacht) von
höchstens drei Kindern regelt (Art. 1 Abs. 1 PKV). Anderseits kann sie auch nicht als
stationäre Einrichtung mit mehr als fünf Plätzen behandelt werden (vgl. Art. 2 Abs. 1
IVSE). Hieran vermag der von der Beschwerdeführerin (act. G 13 S. 3) angeführte
Umstand nichts zu ändern, dass im Schreiben des Amtes für Soziales vom 3. August
2010 (act. G 14/2) das damals geplante Angebot als „Kleinheim“ bezeichnet und das
Projekt im Übrigen - wie im späteren Schreiben vom 6. Juli 2012 (act. G 14/3) - eher
kritisch gewürdigt worden war. Die Tatsache allein, dass die Betriebsbewilligung der
Beschwerdeführerin gestützt auf die KJV erteilt wurde und sie von daher als
Einrichtung der Heimpflege gilt (act. G 1 S. 10), hat entgegen ihrer Auffassung nicht zur
Folge, dass Art. 21 V-IVSE keine Anwendung mehr finden kann.
Art. 1 V-IVSE führt als Einrichtungen, welche der IVSE unterstellt werden können, die
stationären, von politischen Gemeinden geführten Kinder- und Jugendeinrichtungen (lit.
a) sowie private stationäre Kinder- und Jugendeinrichtungen und heilpädagogische
Gross- und Pflegefamilien mit einer kantonalen Betriebsbewilligung (lit. b) auf. Die Art.
20 und 21 V-IVSE treffen hinsichtlich des Personalaufwands eine Unterscheidung
zwischen dem Fachpersonal von (öffentlichen und privaten) stationären Kinder- und
Jugendeinrichtungen (Art. 1 Abs. 1 lit. a und b V-IVSE) einerseits und Pflegeeltern von
heilpädagogischen Gross- und Pflegefamilien (Art. 1 Abs. 1 lit. b V-IVSE) anderseits.
Für die Festlegung des Gehalts von Pflegeeltern einer heilpädagogischen Gross- und
Pflegefamilie kommt demgemäss Art. 21 V-IVSE zur Anwendung.
3.4.2. Die „Richtlinien IVSE Bereich A“ sind für die unterstellten Einrichtungen
verbindlich (Ziff. 3). Nach deren Ziff. 7.3.1 Abs. 4 f. sind Lohnkosten für Personal
anrechenbar, die im Stellenplan gemäss Budget aufgeführt sind. Die Lohnkosten sind
anrechenbar, soweit sich die Gehaltsansätze für das Personal sachgemäss nach den
„Richtlinien über Einreihung und Beförderung der Arbeitskräfte in privaten
Sonderschulen und Heimen“ vom 1. Januar 2004 richten. Unter den Begriff „Personal“
im Sinn dieser Richtlinienbestimmung fallen damit auch Pflegeeltern von
heilpädagogischen Gross- und Pflegefamilien. Die Erteilung der Betriebsbewilligung
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(vgl. act. G 9/1 S. 5) und die Unterstellung unter die IVSE (act. G 9/2) setzte beim
Leiterehepaar - anders als bei Pflegeeltern gemäss Pflegekinderverordnung - eine
Fachausbildung im pädagogischen Bereich voraus. Im Gegensatz zur Situation in
stationären Betreuungs-Einrichtungen ohne Familienanschluss (vgl. Art. 1 Abs. 1 und
20 V-IVSE) leben heilpädagogische Gross- und Pflegefamilien einen gemeinsamen
Alltag, in welchen die eigenen und die betreuten Kinder integriert sind. Hieran vermag
der von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Umstand, dass gemäss ihrem
Betriebskonzept eine klare Trennung zwischen dem Wohnangebot und der
Privatfamilie des Leiterehepaars durchgesetzt werde (act. G 1 S. 7), nichts zu ändern.
Die Betreuung erfolgt „rund um die Uhr mit konstanten Ansprech- und
Bezugspersonen“ (act. G 3 S. 35). Familienexterne festangestellte Betreuungspersonen
gehören - anders als bei stationären Einrichtungen ohne Familienanschluss im Sinn von
Art. 1 Abs. 1 und 20 V-IVSE - vom Grundsatz her nicht zum Konzept der
heilpädagogischen Gross- und Pflegefamilie. Dies findet sich implizit auch im
Betriebskonzept der Beschwerdeführerin bestätigt, indem dort ein lediglich punktueller
Einbezug von Stellvertretungen im Sinn einer Ausnahmeregelung vermerkt ist (act. G 3
S. 35). Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin erfolgte somit die Zuordnung
zur heilpädagogischen Gross- und Pflegefamilie zu Recht. Soweit zusätzliches
Personal ergänzend bzw. zur Abdeckung von Abwesenheiten des Leiterehepaars
(Ferien- und Wochenendvertretungen) zum Einsatz kommt, erscheint es gerechtfertigt,
dessen Entlöhnung in Form eines pauschalen Zuschlags zum bewilligten Etat ebenfalls
nach den Ansätzen der Sonderschulgesetzgebung zu bemessen. Dies vorab deshalb,
weil die eingesetzten Stellvertretungen während eines befristeten Zeitraums inhaltlich
die Aufgabe als Pflegeeltern einer heilpädagogischen Gross- und Pflegefamilie im Sinn
von Art. 21 V-IVSE übernehmen. In diesem Sinn kommt Art. 21 Abs. 1 V-IVSE auch auf
weiteres angestelltes (stellvertretendes) Personal zur Anwendung. Ein sachlicher
Grund, dies anders zu handhaben, ist nicht ersichtlich.
Die Beschwerdeführerin rügt in diesem Zusammenhang in formeller Hinsicht eine
Verletzung der Begründungspflicht durch den vorinstanzlichen Entscheid, da dieser die
vorgenommene Pauschalisierung nicht begründet habe (act. G 1 Ziff. 26). - Die
Verfügungsbegründung muss nach der Rechtsprechung so abgefasst sein, dass der
Betroffene die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann (BGE 133 III 439
E. 3.3; BGE 129 I 232 E. 3.2). Dies ist nur möglich, wenn dieser sich über die Tragweite
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des Entscheids ein Bild machen kann; in diesem Sinne müssen wenigstens kurz die
Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche
sich ihr Entscheid stützte. Allerdings bedeutet dies nicht, dass sich die Behörde
ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand
auseinandersetzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen
Gesichtspunkte beschränken (BGE 133 I 270 E. 3.1). Die Vorinstanz begründete den
angefochtenen Entscheid im Wesentlichen mit dem Hinweis auf die einschlägigen
rechtlichen Grundlagen und den massgebenden Sachverhalt. Sie zeigte die
Überlegungen, von denen sie sich leiten liess, in zureichender Weise auf und setzte
sich mit den wesentlichen Gesichtspunkten auseinander. Eine Verpflichtung, sich mit
jeder tatbeständlichen Behauptung oder jedem rechtlichen Einwand zu befassen,
besteht wie dargelegt nicht. Ein Begründungsmangel ist somit nicht ersichtlich.
3.4.3. Bei vier Pflegekindern werden gemäss Art. 21 Abs. 1 lit. b V-IVSE das 1.6-
fache Gehalt bzw. 160 Stellenprozente berücksichtigt. Mit der von der Vorinstanz
bestätigten pauschalen Erhöhung von 160 auf 190 Stellenprozente bzw. um rund 19%
werden die während des Ferienbezugs des Leiterehepaars (während rund 9% der
Jahresarbeitszeit) resultierenden Entschädigungen von externen Stellvertretungen
sowie Aufwendungen für Weiterbildung und Krankheitstage (vgl. act. G 9/13)
angemessen abgegolten und ein sachgerechter Ausgleich zwischen Familienzeit und
Betreuungszeit (letztere wurde mit 7 Stunden täglich und für Wochenenden mit 17
Stunden berücksichtigt) geschaffen. Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung
getragen, dass die Grossfamilieneltern auch während ihrer Betreuungsarbeit für
aufgenommene Kinder 24 Stunden für ihre eigenen Kinder zur Verfügung stehen. Was
die Beschwerdeführerin mit ihrem Hinweis, dass Synergien sowohl zugunsten der
Privatfamilie des Leiterehepaars als auch zugunsten der betreuten Personen spielen
würden und sich diese Synergien daher gegenseitig aufheben würden (act. G 1 S. 8),
aussagen möchte, ist nicht ohne Weiteres nachvollziehbar. Dies gilt auch für ihre
Schlussfolgerung der Untauglichkeit des Synergie-Arguments (act. G 1 S. 8). Fest steht
in diesem Zusammenhang, dass die Beschwerdeführerin für die Zurverfügungstellung
ihres Betreuungsangebots für Kinder im dargelegten Umfang entschädigt wird. Der
positive (immaterielle) Aspekt, dass die betreuten Kinder Familienanschluss und
Geborgenheit erhalten, lässt sich nicht „monetär“ quantifizieren und aufrechnen.
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3.4.4. Bei einer pauschalen Berücksichtigung von 190 Stellenprozenten entfallen (bei
4 Kindern) auf jedes betreute Kind 47.5%. Zum Vergleich ist festzuhalten, dass gemäss
Ziff. 7.3.1 der „Richtlinie IVSE Bereich A“ für den Stellenplan einer nicht vom
Bundesamt für Justiz anerkannten Einrichtung für eine Gruppengrösse von sechs bis
zehn Kindern ab sechs Jahren ein Grundstellenplan von 300-450 Stellenprozenten
(ohne Gesamtleitung, Verwaltung und Auszubildende) bzw. ein Durchschnittswert pro
Kind von 45-50 Stellenprozenten gilt. Inwiefern eine Pauschalisierung mit den
Anforderungen an die Qualität der Gesamtdienstleistung in keiner Weise vereinbar sein
soll (act. G 1 Ziff. 28), ist nicht ersichtlich. Die vollzeitliche Praktikumsstelle wird im
Übrigen zusätzlich (separat) vergütet (vgl. act. G 9/13). Vor dem geschilderten
Hintergrund ist festzuhalten, dass es für die von der Beschwerdeführerin beantragte
pauschale Erhöhung auf 240 (statt der bewilligten 190) Stellenprozente an einer
sachlichen Begründung fehlt. Wenn die Vorinstanz zusätzlich zur erwähnten
pauschalen Erhöhung des Gehalts des Leiterehepaars keinen weiteren, ordentlichen
Stellenetat anrechnete, so blieb sie damit im Bereich des ihr zustehenden Ermessens.
Für das angerufene Verwaltungsgericht besteht kein Anlass, in dieses Ermessen
einzugreifen. Eine Rechtsverletzung, welche vom Verwaltungsgericht korrigiert werden
müsste (vgl. Art. 61 Abs. 3 VRP), kann der Vorinstanz nicht vorgeworfen werden.
4. (...).