Decision ID: e1688ae7-4be4-5151-9346-39777b93a9ec
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Per 21. Juni 2019 errichtete A._ die "X._" (nachfolgend: Be-
schwerdeführerin; vgl. öffentliche Urkunde vom 12. Juni 2019, Eintragung
im Handelsregister des Kantons Zug vom [...], publiziert im Schweizeri-
schen Handelsamtsblatt [SHAB] am [...]) mit Sitz in Y._. Als einzel-
zeichnungsberechtigte Stiftungsräte amten seither B._ (Präsident)
und C._ (Mitglied).
Der Stiftungszweck gemäss Ziff. 2.1 der Stiftungsurkunde lautet:
"Die Stiftung bezweckt die Förderung sowie die finanzielle Unterstützung von:
a) Schweizer Bürgern und Personen, die länger als 10 Jahre in der Schweiz
wohnhaft sind und eine Aus- und Weiterbildung anstreben, aber hierfür keine
oder zu wenig eigene Mittel zur Verfügung haben;
b) Institutionen mit Domizil in der Schweiz, welche die Unterstützung von Per-
sonen im Sinne des vorstehenden Absatzes a. bezwecken oder sich in der
Forschung und Unterstützung von traditionellen oder neuen Bildungswegen
engagieren;
c) Die Unterstützung soll mehrheitlich Personen und Institutionen mit Wohnsitz
bzw. Sitz in der Zentralschweiz betreffen.
Dabei ist der Fokus der Unterstützung auf Gebiete zu legen, die der Stifterin
und ihrem verstorbenen Ehemann, Herrn D._, hinsichtlich ihrer frühe-
ren beruflichen Tätigkeiten und Hobbys nahekommen. Dazu zählen im Spezi-
ellen:
- Medizin und Pharma und hier insbesondere Pflegeberufe;
- Naturwissenschaften und hier insbesondere Geologie, Energie, Umwelt
und Technologie;
- Kultur und hier insbesondere Kunst aller Art, Musik, Theater etc.;
- Institutionen, die sich der Betreuung und Förderung behinderter Kinder
und Jugendlicher widmen."
B.
Mit Schreiben vom 25. Juni 2019 teilte das Handelsregisteramt des Kan-
tons Zug der Eidgenössischen Stiftungsaufsicht, welche durch das Eidge-
nössische Departement des Innern (EDI; nachfolgend: Vorinstanz) ausge-
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übt wird, mit, es erwarte eine Aufsichtsübernahmeverfügung, da die Auf-
sicht über die Beschwerdeführerin wohl in den Zuständigkeitsbereich der
Vorinstanz falle.
Mit Verfügung vom 16. Juli 2019 unterstellte die Vorinstanz die Beschwer-
deführerin der Aufsicht des Bundes und wies das Handelsregisteramt des
Kantons Zug an, die notwendigen Eintragungen vorzunehmen. Zudem
wurde die Beschwerdeführerin angewiesen, das Anfangsvermögen bei ei-
ner Bank in der Schweiz einzubezahlen, und der Stiftungsrat angehalten,
diverse Unterlagen einzureichen.
C.
Mit Schreiben vom 15. Juli 2019 (Eingang bei der Vorinstanz: 16. Juli 2019)
ersuchte die Zentralschweizer BVG- und Stiftungsaufsicht (nachfolgend:
ZBSA) die Vorinstanz um einen Meinungsaustausch über die Frage der
Zuständigkeit zur Ausübung der Aufsicht über die Beschwerdeführerin.
Am 14. August 2019 teilte die Vorinstanz der ZBSA mit, dass deren Schrei-
ben aufgrund des späten Posteingangs nicht habe berücksichtigt werden
können. Dies ändere jedoch nichts an Rechtsauffassung, dass die Be-
schwerdeführerin weiterhin der Bundesaufsicht zu unterstehen habe.
D.
Mit Eingabe vom 16. August 2019 erhob die X._ Stiftung Be-
schwerde an das Bundesverwaltungsgericht und beantragte die Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung. Zudem sei die Beschwerdeführerin
der Aufsicht der ZBSA zu unterstellen. Als Begründung brachte sie im We-
sentlichen vor, dass sie ihre Gründungsunterlagen und die Reglemente der
ZBSA zur Vorprüfung unterbreitet habe. Überdies sehe der Stiftungszweck
vor, mehrheitlich Personen und Institutionen mit Sitz oder Wohnsitz in der
Zentralschweiz zu unterstützen.
D.a Mit Schreiben vom 8. Oktober 2019 beantragte die ZBSA, als "andere
Beteiligte" ohne Parteistellung ins Verfahren einbezogen zu werden, da der
Ausgang des Verfahrens erheblichen Einfluss auf ihre Aufsichtszuständig-
keit habe.
Mit Verfügung vom 9. Oktober 2019 hiess der Instruktionsrichter diesen
Antrag gut und stellte in Aussicht, dass die ZBSA zu gegebener Zeit über
den Ausgang des Verfahrens informiert werde.
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D.b Mit Vernehmlassung vom 21. Oktober 2019 beantragte die Vorinstanz
die Abweisung der Beschwerde. Sie machte insbesondere geltend, das
räumliche Wirkungsfeld und der Destinatärkreis seien klar national ausge-
richtet, weshalb die Stiftung primär einen gesamtschweizerischen Zweck
verfolge.
D.c Mit Schreiben vom 6. November 2019 ersuchte die ZBSA in ihrer Stel-
lung als "andere Beteiligte" um Einräumung der Möglichkeit zur Stellung-
nahme.
Nach Gutheissung dieses Gesuchs reichte die ZBSA mit Eingabe vom 25.
November 2019 eine Stellungnahme ein. Sie machte insbesondere gel-
tend, die Beschwerdeführerin habe ihr Tätigkeitsgebiet hauptsächlich in
der Zentralschweiz, weshalb diese der Aufsicht der ZBSA zu unterstellen
sei.
D.d Hierzu reichten die Vorinstanz am 19. Dezember 2019 und die Be-
schwerdeführerin am 23. Dezember 2019 ihre Schlussbemerkungen bzw.
ihre abschliessende Stellungnahme ein. Beide hielten an ihren Anträgen
fest.
E.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten Un-
terlagen wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen
näher eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom
20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), soweit sich diese auf öffentli-
ches Recht des Bundes stützen.
Die staatliche Aufsicht über die Stiftungen hat ihre rechtliche Grundlage im
Privatrecht (vgl. Art. 84 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. De-
zember 1907 [ZGB, SR 210]). Gleichwohl bilden die Bestimmungen des
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ZGB, welche die Aufsichtsbehörden über Stiftungen zum Eingreifen er-
mächtigen, materiell öffentliches Bundesrecht. Das Verhältnis zwischen
Stiftung und Aufsichtsbehörde ist damit vorwiegend öffentlich-rechtlicher
Natur (BGE 107 II 385 E. 2; Urteil des BVGer B-2948/2017 vom 21. De-
zember 2017 E. 1.1).
1.2 Die Beschwerde ist unter anderem zulässig gegen Verfügungen der
Departemente und der ihnen unterstellten Dienststellen der Bundesverwal-
tung (Art. 33 Bst. d VGG), somit auch gegen Verfügungen der Vorinstanz,
welche die Aufsicht über dem Bund unterstehende gemeinnützige Stiftun-
gen ausübt (Art. 3 Abs. 2 Bst. a der Organisationsverordnung für das Eid-
genössische Departement des Innern vom 28. Juni 2000 [OV-EDI], SR
172.212.1). Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das
Bundesverwaltungsgericht ist somit zur Beurteilung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig.
1.3 Bei der Beschwerdeführerin handelt es sich um eine juristische Person
in der Form der Stiftung nach den Art. 80 ff. ZGB. Sie hat am vorinstanzli-
chen Verfahren teilgenommen, ist als Adressatin der angefochtenen Verfü-
gung durch diese besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse
an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Sie ist somit
zur Beschwerde legitimiert.
1.4 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (Art. 50
Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) und der Kostenvorschuss fristgerecht ge-
leistet. Da auch die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen vorliegen
(Art. 44 ff. VwVG), ist auf die Beschwerde einzutreten
2.
Strittig ist im vorliegenden Verfahren die Frage, welche Aufsichtsbehörde
für die Beschwerdeführerin zuständig ist.
2.1 Die Beschwerdeführerin macht diesbezüglich geltend, dass sie ge-
mäss Stiftungsurkunde beabsichtige, mehrheitlich Personen und Institutio-
nen mit Wohnsitz bzw. Sitz in der Zentralschweiz zu unterstützen. Entspre-
chend sei sie der Aufsicht der ZBSA und nicht derjenigen der Vorinstanz
(Bundesaufsicht) zu unterstellen. Diese Auffassung wird von der ZBSA ge-
teilt.
Demgegenüber spricht sich die Vorinstanz für eine Unterstellung unter die
Aufsicht des Bundes aus, da das räumliche Wirkungsfeld und der Destina-
tärkreis gemäss Zweckartikel der Stiftungsurkunde national ausgerichtet
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seien. Entsprechend verfolge die Stiftung einen gesamtschweizerischen
Zweck, selbst wenn mehrheitlich (nicht ausschliesslich) Personen und In-
stitutionen der Zentralschweiz unterstützt werden sollen.
2.2 Als einzige juristische Person des Bundesprivatrechts steht die Stiftung
aufgrund ihrer Rechtsform, im Sinne eines Ersatzes für die Aufsicht durch
eine Mitgliederversammlung bei den Körperschaften, unter staatlicher öf-
fentlich-rechtlicher Aufsicht (HANS MICHAEL RIEMER, Stämpflis Handkom-
mentar, Vereins- und Stiftungsrecht [Art. 60-89bis ZGB], 2012, Art. 84 Rz.
2). Nach Art. 84 Abs. 1 ZGB stehen Stiftungen unter der Aufsicht des Ge-
meinwesens (Bund, Kanton, Gemeinde), dem sie nach ihrer Bestimmung
angehören. Zuständig ist jenes Gemeinwesen, in dessen Aufgabenbereich
der Stiftungszweck fällt (AEBERSOLD/LEIMER in: Kostkiewicz/No-
bel/Schwander/Wolf [Hrsg.], ZGB Kommentar – Schweizerisches Zivilge-
setzbuch, 3. Aufl. 2016, Art. 84 Rz. 1). Statutarischer Zweck und örtlicher
Tätigkeitsbereich bestimmen somit (bei einer gewöhnlichen bzw. klassi-
schen Stiftung) das für die Aufsicht zuständige Gemeinwesen; der Stifter-
wille sowie der Stiftungssitz sind für die Aufsichtszuständigkeit dagegen
nicht von Belang (BGE 120 II 374 E. 3). Schweizweit, grenzüberschreitend
oder im Ausland tätige Stiftungen bzw. Stiftungen mit nationaler und inter-
nationaler Bedeutung unterstehen der Aufsicht des Bundes (AEBER-
SOLD/LEIMER, a.a.O., Art. 84 Rz. 2; SPRECHER/VON SALIS-LÜTOLF, Die
schweizerische Stiftung, Ein Leitfaden, Zürich 1999, S. 167; vgl.
TUOR/SCHNYDER/SCHMID/JUNGO, Das Schweizerische Zivilgesetzbuch, 14.
Aufl. 2015, §17 Rz. 35; RIEMER, a.a.O., Art. 84 Rz. 6 ff.; Urteil des BVGer
B-1703/2013 vom 31. Juli 2013 E. 2.1).
2.3 Die Bundesaufsicht über gemeinnütze Stiftungen wird durch das Ge-
neralsekretariat des Eidgenössischen Departementes des Innern EDI aus-
geübt (Art. 3 Abs. 2 Bst. a OV-EDI). Die Aufsichtsbehörde trifft eine Pflicht
zur Wahrnehmung der Stiftungsaufsicht und sie handelt von Amtes wegen
(SPRECHER/VON SALIS-LÜTOLF, a.a.O., S. 171 f.). Die staatliche Aufsicht ist
zwingend und kann auch vom Stifter nicht wegbedungen werden (SPRE-
CHER/VON SALIS-LÜTOLF, a.a.O., S. 166). Diese ist umfassend und beinhal-
tet die Überprüfung der Anlage und Verwendung des Stiftungsvermögens,
von Organisationsfragen sowie der allgemeinen Verwaltungstätigkeit
(Art. 84 Abs. 2 ZGB). Dafür stehen ihr sowohl präventive als auch repres-
sive Aufsichtsmittel zur Verfügung (AEBERSOLD/LEIMER, a.a.O., Art. 84
Rz. 11 f.; Urteil B-1703/2013 E. 2.2).
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2.4 Die Handelsregisterbehörden machen die Eintragung einer Stiftung im
Handelsregister regelmässig abhängig vom Vorliegen der Zustimmung der
Aufsichtsbehörde, die Aufsicht zu übernehmen (SPRECHER/VON SALIS-
LÜTOLF, a.a.O., S. 167). Allerdings muss eine Stiftung nach der bundesge-
richtlichen Rechtsprechung auch eingetragen werden, wenn keine Bestä-
tigung der Aufsichtsbehörde vorliegt (BGE 120 II 375 E. 4a.). Bei Vorliegen
der gesetzlichen Voraussetzungen besteht ein Anspruch auf Eintragung im
Handelsregister (TUOR/SCHNYDER/SCHMID/RUMO-JUNGO, a.a.O., §17 Rz.
9). Nach Art. 96 Abs. 1 der Handelsregisterverordnung vom 17. Oktober
2007 (HRegV, SR 221.411) teilt das Handelsregisteramt die Errichtung der
Stiftung der Stiftungsaufsichtsbehörde mit, die nach den Umständen zu-
ständig erscheint; es sendet ihr eine Kopie der Stiftungsurkunde oder der
Verfügung von Todes wegen sowie einen Auszug aus dem Handelsregis-
ter. Die Aufsichtsbehörde meldet die Übernahme der Aufsicht dem Han-
delsregisteramt zur Eintragung an oder überweist die Mitteilung über die
Errichtung der Stiftung umgehend der zuständigen Behörde (Art. 96 Abs. 2
HRegV). Die Aufsichtsbehörde erwartet somit nach erfolgter Beurkundung,
dem Eintrag im Handelsregister sowie der Publikation im SHAB die ent-
sprechenden Unterlagen und erlässt anschliessend die Übernahmeverfü-
gung (SPRECHER/VON SALIS-LÜTOLF, a.a.O., S. 168). Der Entscheid über
die Aufsichtsübernahme ist daher spätestens mit der Zuweisung durch das
Handelsregisteramt vorzunehmen (BERNHARD HAHNLOSER, Stiftungsland
Schweiz, Ein Überblick für die Praxis mit Schwergewicht auf der Stiftungs-
aufsicht, Schriftenreihe proFonds, Heft 7, 2004 S. 13; Urteil B-1703/2013
E. 2.3).
2.5 Welche Aufsichtsbehörde gemäss Art. 84 Abs. 1 ZGB für die einzelne
Stiftung örtlich zuständig ist, ist danach zu beantworten, welchem Gemein-
wesen die Stiftung nach ihrer Bestimmung angehört. Gemeint ist damit das
räumliche Wirkungsfeld (Tätigkeitsgebiet) der Stiftung nach Massgabe ih-
res Zwecks bzw. Destinatärkreises (BGE 120 II 374 E. 3; RIEMER, a.a.O.,
Art. 84 Rz. 6).
2.5.1 Gemäss Stiftungsurkunde bezweckt die Beschwerdeführerin die För-
derung sowie die finanzielle Unterstützung von Schweizer Bürgern und
Personen, die länger als 10 Jahre in der Schweiz wohnhaft sind und eine
Aus- und Weiterbildung anstreben, aber hierfür keine oder zu wenig eigene
Mittel zur Verfügung haben (Ziff. 2.1 Bst. a), sowie Institutionen mit Domizil
in der Schweiz, welche die Unterstützung von Personen im Sinne des vor-
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stehenden Absatzes bezwecken oder sich in der Forschung und Unterstüt-
zung von traditionellen oder neuen Bildungswegen engagieren (Ziff. 2.1
Bst. b).
Somit erstreckt sich das räumliche Wirkungsfeld (Tätigkeitsgebiet) der Stif-
tung wie auch der Destinatärkreis grundsätzlich auf die ganze Schweiz,
womit die Zuständigkeit der Eidgenössischen Stiftungsaufsicht ohne Wei-
teres gegeben wäre.
2.5.2 Zu prüfen bleibt, ob an dieser Sichtweise Ziff. 2.1 Bst. c der Stiftungs-
urkunde etwas ändert, wonach die Unterstützung mehrheitlich Personen
und Institutionen mit Wohnsitz bzw. Sitz in der Zentralschweiz betreffen
soll.
2.5.2.1 Sowohl die Beschwerdeführerin als auch die ZBSA machen gel-
tend, die X._ Stiftung habe ihren Tätigkeitsgebiet hauptsächlich in
der Zentralschweiz und ihren Sitz in Zug. Obwohl Vergabungen ausserhalb
der Zentralschweiz möglich seien, könne nicht von einem gesamtschwei-
zerischen Tätigkeitsgebiet gesprochen werden. Die bewusste Bezeich-
nung der Zentralschweiz als vorrangiges Wirkungsgebiet weise nach, dass
die Stiftung gerade nicht gesamtschweizerisch sondern vornehmlich im Zu-
ständigkeitsbereich der ZBSA tätig sein wolle.
Demgegenüber führt die Vorinstanz aus, der Wille, mehrheitlich Personen
und Institutionen mit Wohnsitz bzw. Sitz in der Zentralschweiz zu unterstüt-
zen, enthalte keine enge Fokussierung und lasse Raum, nahezu die Hälfte
der Fördergelder auch Personen und Institutionen in der übrigen Schweiz
zukommen zu lassen. Entsprechend sei von einer Bundesaufsichtskompe-
tenz auszugehen.
2.5.2.2 Im vorliegenden Fall ist das räumliche Wirkungsfeld bzw. ein ent-
sprechender Destinatärkreis der Beschwerdeführerin nicht auf einen be-
stimmten Kanton begrenzt. Auch wenn gemäss dem Stiftungszweck mehr-
heitlich Personen und Institutionen mit Wohnsitz oder Sitz in der Zentral-
schweiz unterstützt werden sollen, könnte fast die Hälfte der Fördergelder
auch Personen und Institutionen in der übrigen Schweiz zugesprochen
werden.
Die Zentralschweiz umfasst die Kantone Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden,
Nidwalden und Zug. Die ZBSA ist eine öffentlichrechtliche Anstalt der zent-
ralschweizerischen Konkordatskantone mit eigener Rechtspersönlichkeit
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und mit Sitz in Luzern. Sie beruht auf dem Konkordat über die Zentral-
schweizer BVG- und Stiftungsaufsicht vom 19. April 2004. Die ZBSA ist
zuständig für die Wahrnehmung der gesetzlichen Aufsicht über sämtliche
Vorsorgeeinrichtungen der 2. Säule (registrierte Pensionskassen, nichtre-
gistrierte ausserobligatorische Personalvorsorgestiftungen, patronale
Wohlfahrtsfonds) mit Sitz in einem der Konkordatskantone. Zudem ist die
Aufsichtsbehörde über die klassischen (in der Regel gemeinnützigen) Stif-
tungen, die nach ihrer Bestimmung den Kantonen Luzern, Schwyz, Nidwal-
den oder Zug oder mehreren Gemeinden dieser Kantone angehören (vgl.
https://www.zbsa.ch/ueber_uns/leistungsauftrag; zuletzt abgerufen am 30.
März 2020). Die ZBSA ist somit – soweit es wie vorliegend um eine klassi-
sche Stiftung geht – nicht Aufsichtsbehörde in den Zentralschweizer Kan-
tonen Uri und Obwalden.
In Anbetracht der Umstände, dass theoretisch sogar über die Hälfte der
Fördergelder an Personen und Institutionen in der übrigen Schweiz und an
die beiden Zentralschweizer Kantone Uri und Obwalden, welche soweit
hier interessierend nicht der Aufsicht der ZBSA unterstellt sind, zugespro-
chen werden könnte, lässt sich ein deutlicher Tätigkeits- bzw. Destinatär-
kreisschwerpunkt (vgl. RIEMER, a.a.O., Art. 84 Rz. 7) weder hinsichtlich ei-
nes einzelnen Kantons noch hinsichtlich des Zuständigkeitsbereichs des
ZBSA erkennen. Entsprechend überschreitet der Stiftungszweck die Gren-
zen eines Kantons und den Zuständigkeitsbereich des ZBSA, weshalb sie
der Bundesaufsicht zuzuweisen ist (vgl. TUOR/SCHNYDER/SCHMID/JUNGO,
a.a.O., §17 Rz. 35).
An dieser Sichtweise vermag auch der Hinweis der Beschwerdeführerin in
der abschliessenden Stellungnahme vom 23. Dezember 2019 nichts zu
ändern, wonach sie bereits erste Spenden im Rahmen ihres statutarischen
Zwecks mehrheitlich (insgesamt 84 % der bisher gesprochenen Gelder) an
Personen und Institutionen mit Domizil in der Zentralschweiz vergeben hat.
Massgebend ist allein die statutarische Möglichkeit, beinahe die Hälfte der
Fördergelder jederzeit anders, nämlich an Personen und Institutionen in
der übrigen Schweiz verteilen zu können.
2.5.3 Die ZBSA bezieht sich weiter auf die inhaltliche Tätigkeit der Stiftung.
Diesbezüglich sei für die Aufsichtszuständigkeit massgeblich, welches Ge-
meinwesen in die Lücke springen müsste, falls die Stiftung nicht bestünde
oder ihren Zweck nicht mehr erfüllen könnte. Die Stiftung betätige sich vor
allem in den Gebieten der Bildung und Weiterbildung, unterstütze kulturelle
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Institutionen und fördere Kinder und Jugendliche. Für diese Aufgabenbe-
reiche seien vornehmlich die Kantone zuständig.
2.5.3.1 Die Vorinstanz hält dies für eine veraltete Sichtweise, welche vom
Bundesgericht in der geltenden Rechtsprechung wiederholt widerlegt und
verworfen worden sei.
2.5.3.2 Das Bundesgericht hat bereits im Urteil vom 15. März 1946 i.S. Re-
gierungsrat des Kantons Bern gegen Eidgenössisches Departement des
Innern festgehalten, dass der Stiftungszweck nicht allein entscheidend sein
könne. Es sei auch der Tätigkeitsbereich der Stiftung in Betracht zu ziehen
und dort, wo er einer Stiftung einen ausgesprochen interkantonalen Cha-
rakter gebe, sei er sogar massgebend. In der Folge stellte das Bundesge-
richt nicht darauf ab, dass der zu beurteilende Zweig der Fürsorge zwar
zum kantonalen Aufgabengebiet gehörte, sondern darauf, dass das Tätig-
keitsgebiet der Stiftung die ganze Schweiz umfasste und mass der Stiftung
daher gesamtschweizerischer Charakter zu (BGE 72 I 56 E.2).
Dieser gesamtschweizerische Charakter trifft wie gesehen auch auf die Be-
schwerdeführerin zu (vgl. E. 2.5.2 ff. hiervor), deren Tätigkeitsgebiet und
der Destinatärkreis sich grundsätzlich auf die ganze Schweiz erstrecken,
auch wenn die Unterstützung mehrheitlich Personen und Institutionen mit
Wohnsitz bzw. Sitz in der Zentralschweiz zukommen soll.
2.5.3.3 Da ein gesamtschweizerischer Wirkungskreis gegeben ist, besteht
somit auch kein Ermessen, die Aufsicht dem weniger umfassenden Ge-
meinwesen zu überlassen, wie die ZBSA weiter argumentiert.
3.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Unterstellung der Beschwerdefüh-
rerin unter die Eidgenössische Stiftungsaufsicht zu Recht erfolgt ist. Die
Beschwerde erweist sich daher als unbegründet und ist abzuweisen.
4.
Entsprechend dem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin die
Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie Art. 1 ff. des Reg-
lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor
dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Diese werden auf
Fr. 1'500.– festgesetzt. Dieser Betrag ist dem geleisteten Kostenvorschuss
von Fr. 1'500.– zu entnehmen.
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Der unterliegenden Beschwerdeführerin ist keine Parteientschädigung
auszurichten (Art. 64 Abs. 1 VwVG).