Decision ID: 7b33c639-d65a-4b36-ab3e-754792ae2638
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1967, war
von Oktober 2009
bis Januar 2012 zu
60
%
als
Hilfsköchin/Reinigerin
im
Restaurant
Y._
tätig, wobei der
letzte Arbeitstag am
2
0.
Januar 2012
war (
Urk.
6/9
/8-9
)
.
Unter Hinweis auf
eine chronische Schmerzstörung
mit somatischen und psychischen Faktor
e
n
meldete sich
die Versicherte
am
2
1.
Februar 2013
bei der Invalidenversicher
ung zum
Leistungsbezug an (
Urk.
6/8
). Die Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, klärte die medizinische und er
werblich
e Situation ab, zog Akten der
Krankentaggeldversicherung
bei (
Urk.
6/16-17,
Urk.
6/24,
Urk.
6/30
) und holte bei
m
Zentrum Z._
ein
p
oly
dis
ziplinäres
Gutachten ein
, das am 3
0.
Juni 2014
erstattet wurde (
Urk.
6/34
).
Nach
durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
6/36-46) verneinte
die IV-Stelle
mit Verfügung vom
5.
Januar 2015 e
inen Rentenanspruch
der Versicher
ten
(
Urk.
6/47
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am
2
9.
Januar 2015
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfü
gung vom
5.
Januar 2015
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben
und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr eine ganze Rente zuzusprechen, even
tuell seien die Akten an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen zu einer erneuten Prüfung des Anspruchs (S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
9.
März 2015
(
Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde.
Dies wurde
der Beschwerdeführerin am
2
6.
März 2015
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung
des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit
liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person
bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver
werten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend ob
jektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung
einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen
Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden
kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Per
son
sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1
.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die
Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den
Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt ein
e Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Be
gehren über
haupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abge
lehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheid
rele
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in ihrer Verfügung vom
5.
Januar 2015 (
Urk.
2) gestützt auf ihre Abklärungen
, insbesondere das
Z._
-Gutachten
,
davon aus,
dass bei der Beschwerdeführerin gesundheitliche Einschränkungen vorlägen, wel
che die Arbeitsfähigkeit in subjektiver Weise einschränken würden. Eine
so
ma
to
forme
Schmerzstörung ohne nachweisbare organische Grundlage vermöge keine
lang dauernde, zu einer Invalidität führende Einschränkung der Arbeits
fähig
keit zu bewirken und sei überwindbar (S.
1). Eine psychische Komorbidität
liege nicht vor. Ei
ne schwer
wiegende körperliche Begleiterkrankung und ein mehr
jähriger Krankheitsverlauf, ein sozialer Rückzug, ein primärer
Krankheits
gewinn
sowie ein unbefriedigendes Behandlungsergebnis bestünden ebenfalls nicht
.
Aus orthopädischer Sicht bestehe in der bisherigen Tätigkeit eine volle Ar
beitsfähigkeit. Ein IV-relevanter Gesundheitsschaden sei nicht ausgewiesen (S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenü
ber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
dass sie
seit Januar 2012 nicht mehr berufstätig
sei. Z
u
nächst
sei sie wegen so
matischen Leiden, dann
ab Januar 2013 aus psychischen Gründen zu 100
%
ar
beitsunfähig erklärt worden
(S.
2)
.
Die im Auftrag einer privaten Versicherung durchgeführte Begutachtung durch
Dr.
A._
bestätige die Befunde der behandelnden Psychiaterin (S.
3).
Das
Z._
-Gutachten hingegen komme auf geradem Weg zu einem diametral entgegengesetzten Schluss. Ausserdem habe sich der
Z._
-Gutachter mit der eingehend dargestellten anderen Meinung der behandelnden Fachärztin und derjenigen der Gutachterin
Dr.
A._
über
haupt nicht auseinander
gesetzt
, obwohl er die entsprechenden Dokumente zi
tie
re
(S.
3 f.).
Es sei deshalb auf die Bericht
e
der behandelnden Fachärztin und das Gutachten von
Dr.
A._
abzustellen (S
.
4).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob und in welchem Ausmass die Beschwerdeführerin
in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist beziehungsweise ob ein Anspruch auf ein
e Invalidenrente besteht.
3.
3.1
Die Ärzte der
Klinik B._
berichteten am 2
0.
Dezember 2012
(
Urk.
6/10/5-7) über die
Hospitalisation
der Beschwerdeführerin vom
5.
Novem
ber
bis
2.
Dezember 201
2.
Sie nannten folgende Diagnosen
(S.
1)
:
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren mit/bei
Zustand nach Mikrodiskektomie L5/S1 im Mai
20
12
Verdacht auf
eine posttraumatische Belastungsstörung
depressive Störung mit Ängsten, aktuell leicht bis mittelgradig
gastroösophageale
Refluxbeschwerden
Sie führten aus, d
er Heilungsverlauf sei etwas verzögert gewesen und trotz be
reits erreichter Fortschritte auf psychischer und somatischer Ebene sei das
Be
schwerdebild
noch nicht ausreichend gebessert
(S. 2)
.
Es habe während des Auf
ent
halts in der Klinik vom
5.
November bis
2.
Dezember 2012 und danach vom
3.
bis 1
6.
Dezember 2012 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden
(S. 3)
.
3.2
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berich
tet
e
am 1
0.
April 2013 (
Urk.
6/10/1
-4) und
nannte folgende Diagnosen
mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit
(Ziff. 1.1)
:
chronische Schmerzstörung
Status nach Diskushernien-Operation
depressive Störung, Ängste
Er führte aus, dass er die Beschwerdeführerin seit Mai 2004 behandle
(Ziff. 1.2)
.
Zurzeit
würden
keine Behandlung
en
bei ihm, sondern beim Psychiater
statt
fin
den
.
Ab dem
7.
Januar 2013 sei durch ihn keine Arbeitsunfähigkeit mehr atte
stiert wor
den
(Ziff. 1.5-1.6)
.
3.3
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, berich
tet
e
am 3
0.
April 2013 (
Urk.
6/11) und nannte folgende Diagnosen
mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 1)
:
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren mit/bei
Zustand nach Mikrodiskektomie L5/S1 im Mai
20
12
posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
c
hronische rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradig (ICD-10 F33.1)
Panik- und Angststörung (ICD-10 F41.0)
Zwangsgedanken und –
handlungen
gemischt
(ICD-10 F42.2)
Sie führte aus, z
u Beginn der Behandlung
am
7.
Februar 201
2 sei die B
eschwer
de
führerin
definitiv zu 100
%
arbeitsunfäh
ig gewesen. Aktuell sei die Be
schwer
deführerin
in der Tagesklinik (S. 1 f.).
E
s seien in den letzten Jahre
n viele am
bu
lante Therapien bezüglich d
er Rückenerkrankung erfolgt (Physiotherapie, Aku
punk
tur), welche wirkungslos gewesen seien
(S. 2)
.
Die Beschwerdeführerin
habe nach der Geburt der Tochter erstmals psychologi
sche Hilfe angenommen. Es sei davon auszugehen, dass sie damals unter einer
postpartalen
Depression
sowie unter
schweren Angst- und Panikattacken gelit
ten
habe und durch die Ermordung des Bruders traumatisiert gewesen sei. Ihre Psy
chotherapeutin sei kurz nach Abschluss der Therapie ebenfalls ermordet worden
, was si
e ebenfalls traumatisiert habe
(S. 2).
Die Prognose sei eher ungünstig. Es finde neu eine Behandlung in einer
Tages
klinik
statt. Es bestehe ein chronisches Schmerzleiden bei somatischem Korrelat. Es bestehe ausserdem eine langjährige psychisch
komorbide
Erkrankung. Als
Küchenhilfe könne die B
eschwerdeführerin
nicht mehr arbeiten. Es sei vermut
lich
möglich
,
dereinst
ein paar Stunden pro Woche (0 bis 2 St
unden pro Tag, nicht jeden Tag),
im Sinne einer Beschäftigung
,
etwas zu machen, wobei die Beschäf
tigung der verminderten Belastbarkeit angepasst werden müsse. Es sei davon aus
zugehen, dass das Schmerzleiden und die psychische Belastbarkeit in ihrer In
ten
sität dauerhaft variier
en würden (S. 4). Diese Angaben wiederholte Dr.
D._
im Wesentlichen in ihrem am 10. Mai 2013 zuhanden der Taggeldversicherung der Beschwerdeführerin erstatteten Bericht (Urk. 6/17/6-9).
3.4
Dr.
med. E._
,
Zentrum F._
, berichtete am
6.
September 2013 (
Urk.
6/20/5-7)
und nannte folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 1 f.)
:
rezidivierende depressive Störung, derzeit mittelgradig (ICD-10 F33.1)
posttraumatische Belastungsstörung
(ICD-10 F43.1)
Angst- und Panikstörung (ICD-10 F41.0 und 41.1)
Zwangsgedanken und Zwangshandlungen gemischt (ICD-10 F42.2)
chronische Schmerzverarbeitungsstörung mit somatischen und psychi
schen Faktoren bei Mikrodiskektomie L5/S1
Er führte aus, die Beschwerdeführerin
sei
zu
100
%
arbeitsunfähig.
Sie
leide an
den Folgen verschiedener Traumas in der Kindheit und im Erwachsenenalter und
an Schmerzen. Die daraus resultierende Depression verursache
Funktions
ein
schrän
kungen
in Belastungs- und Leis
tungssituationen, welche eine Ar
beits
fähig
keit
verunmöglichten.
Die P
rognose sei offen
(S. 1)
.
3.5
Dr.
D._
berichtete erneut am 3
0.
November 2013 (
Urk.
6/23) und nannte fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 1)
:
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren mit/bei
Zustand nach Mikrodiskektomie L5/S1 im Mai
20
12
posttraumatische Belastungsstörung
(ICD-10 F43.1)
mehrere Verluste von nahen Angehörigen in der Kindheit
chronische rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradig (ICD-10 F33.1)
Panik- und Angststörung (ICD-10 F41.0/1)
Hypochondrie nach ärztlichem Kunstfehler (ICD-10 F40.2)
Zwangsgedanken und –
handlungen
gemischt (ICD-10 F42.2)
Zähneknirschen (ICD-10 F45.8)
Sie führte aus, dass die Beschwerdeführerin s
eit dem Austritt aus der
Tageskli
nik
in die ambulante Behandlung
komme
. Das
komorbide
Krankheitsleiden sei un
verändert vorhanden.
Die
Beschwerden seien gegenüber dem Bericht der
Ta
ges
klinik
kaum verändert. Einzig eine leichte Besserung der depressiven Symp
to
matik, ein leichter Rückgang der Ängste sowie phasenweise ein gebesserter Schlaf
seien eingetreten. Die Schmerzen seien unverändert, in ihrer Intensität variie
rend, jedoch dauerhaft vorhanden (S. 2).
Die Prognose sei unverändert, eher ungünstig. Bei Austritt aus der Tagesklinik im
September 2013 sei die B
eschwerdeführerin
immer noch
zu
100
%
arbeitsunfä
hig gewesen. Daran habe sich auch nach 3 Monaten ambulanter psychiatrischer Behandl
ung
zu wenig bezüglich der Symptomatik verändert, um zu einer ande
ren Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu kommen (S.
3 Ziff.
5). Die Invaliden
versicherung könne entlastend dazu beitragen, die Erkrankung anzuerkennen, und die Patientin entsprechend zu berenten und einen zermürbenden
Rechts
kampf
zu vermeiden, damit Ressourcen für die Therapie vorhanden seien (S. 4).
3.6
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete ihr Gutachten zuhanden der Krankentaggeldversicherung am
1.
April 2014 (
Urk.
6/30) und nannte folgende Diagnosen (S. 11):
komplexe posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradige depressive Epi
sode (ICD-10 F33.1)
Panik- und Angststörung (ICD-10 F41.0/1)
Zwangsgedanken und –
handlungen
gemischt (ICD-10 F42.2)
Verdacht auf
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
Sie führte aus, dass die Beschwerdeführerin
ihre Beschwerden im Grunde ge
nommen nur sehr unkonkret und global angeben
könne
.
Die Beschwerdeführe
rin
leide sehr unter ihrer aktuellen schwierigen Lebenssituation. An erster Stelle
ihrer Beschwerden nenne die sie
ihre grossen Konzentrationsschwierigkeiten, an zweiter Stelle die Schmerzen im Bereich des Rückens, Nackens und Kopfes, an dritter Stelle die ständige Angst (S. 8).
Zum Tagesablauf gebe die Beschwerde
führerin an, dass sie ihre
Tochter in
den
Kindergarten
bringe
und auf dem Nachhauseweg ein bisschen
bummle
, jedoch ohne etwas zu kaufen (S. 9).
Im Gespräch mit der Beschwerdeführerin
würden sich deutliche Auffassungs
störungen zeigen,
so scheine
die B
eschwerdeführerin
die Fragen auch in ihrer Muttersprache nicht ganz zu verstehen und gebe oft weitschweifige Antworten (S. 10).
Bei der aktuellen Untersuchung habe die Anamnese trotz Übersetzerin aufgrund
der ausgeprägten psychopathologischen
Befunde
nur unzureichend erhoben wer
den können. Im Grossen und Ganzen seien aber die Diagnosen der behan
deln
den Psychiaterin nachvollziehbar. Wenngleich im Mai 2012 ein Bandschei
ben
vorfall diagnostiziert worden sei, müsse heute aufgrund fehlender, die Sympto
matik erklärender organischer Befunde zudem die Diagnose einer
so
matoformen
Schmerzstörung gestellt werden. Als Hauptsymptome bestünden die
Schmerz
symp
to
matik
mit damit verbundener erhöhter Ermüdbarkeit und daraus resul
tie
renden kognitiven Störungen, die ausgeprägten Zwangsgedanken und Zwangs
handlungen, die ebenfalls zu kognitiven Einschränkungen und Er
schöpfung füh
ren würden,
und
die ausgeprägte Angstsymptomatik, die zu sozialem Rück
zug und dysfunktionalen Verhaltensmustern führen würde (S. 13).
Die B
eschwerdeführerin scheine
in ihrer A
rbeitsfähigkeit nachhaltig und
deut
lich
eingeschränkt zu sein. Aufgrund der Schwankungen der Symptomatik scheine
zumindest zum aktuellen Zeitpunkt keine verwertbare Leistungsfähig
keit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt zu bes
tehen. Zwar bestehe bei der Be
schwerde
füh
rer
i
n
trotz allem eine gewisse Restleistungsfähigkeit in dem Sinn, dass sie immerhin
in der Lage sei, mit Unterstützung des Ehemannes und der Schwester, der Er
zieh
ung der Tochter und dem Haushalt nachzukommen. Es sei jedo
ch davon aus
zu
gehen, dass die Beschwerdeführerin
insgesamt in ihrer Leistungsfähigkeit massiv
eingeschränkt sei (S. 13).
Unter Ausschöpfung aller möglichen Integrationsmassnahmen könnte möglich
erweise in den nächsten 6-12 Mona
ten zumindest eine teilweise Arbeitsfähigkeit
in einer leidensangepassten Tätigkeit erreicht werden. Aufgrund der
Schmerz
symptomatik
kämen sicher nur leichte körperliche Tätigkeiten in Frage mit der Möglichkeit zu vermehrten Pausen und einer gewissen Flexibilität in der Ein
teilung der Belastung. Mittel- bis langfristig sei nicht von ei
ner Arbeitsfä
higkeit
über 50
%
auszugehen (S. 14).
A
ls
weitere Massnahmen könnte möglicherweise eine berufliche Integration und Abklärung durchgeführt werden. Erschwerend seien sicherlich die Schwie
rigkeit
der
Fremdsprachigkeit
und das ausgesprochen tiefe Bildungs
niveau der Be
schwer
deführerin
(S. 15)
.
3.7
Die Ärzte des Zentrums Z._
erstatte
ten ihr polydisziplinäres Gutachten am 3
0.
Juni 2014 (
Urk.
6/34) und nannten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 10):
rezidivierende depressive Störung, leichte, allenfalls in den mittelschwe
ren Bereich tendierende Episode (ICD-10 F33.0)
chronisches
Lumbovertebralsyndrom
, im Stadium nach
Mikrodiskekto
mie
L5/S1 und
myostatischer
Insuffizienz
Sie nannten sodann folgende Diagnosen
ohne Auswirkung auf die
A
rbeits
fähig
keit
(S. 10):
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
unveränderte Schmerzen, insbesondere
lumbosakral
mit Ausstrahlung in die Beine und Ganzkörperschmerz bei Status nach
Diskushernienopera
tion
L5/S1 rechts am 4.5.12
zervikale Myalgie und Muskelspannungsstörungen
Sie führten aus, a
us psychiatrischer Sicht könne die in der Vergangenheit
be
schriebene Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS)
auf dem Boden der erhobenen psychopathologischen Befunde nicht bestätigt werden. Auch die depressive Symptomatik müsse als leicht, allenfalls zeitweilig in den mittelschweren Bereich tendierend, eingestuft werden. Aus psychiatrischer Optik sei die B
eschwerdeführerin
zu 75
%
arbeitsfähig
(S. 8)
.
Aus internistischer Sicht ergäben sich keine relevanten Diagnosen. Die B
e
schwerdeführerin
sei aus rein internistischer Sicht in der Lage, sowohl ihre zu
letzt ausgeübte Tätigkeit wie auch Verweistätigkeiten vollumfänglich auszuüben (S. 8).
Die aktuelle neurologische Untersuchung ergebe keine D
iagnosen mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit
. Ohne Relevanz für die A
rbeitsfähigkeit
ergebe sich das
lumbosakrale
Schmerzsyndrom. Auch aus neurologischer Sicht sei die B
e
schwer
deführerin
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit vollumfänglich
arbeitsfähig
(S. 9).
Aus orthopädisch-
traumatologischer
Sicht bestehe für die zuletzt ausgeübte Tä
tigkeit eine A
rbeitsfähigkeit
von 80
%
, weil lumbale Rückenschmerzen bei die
sen
Arbeiten nicht gänzlich zu vermeiden seien, so dass das Arbeitstempo und die Produktivität zu einer Leistungsminderung von 20
%
führten. Für
Ve
r
weistätig
keiten
bestehe eine Arbeitsfähigkeit
von 100
%
(S. 9).
Die Laboruntersuchung hab
e bezüglich
der Antidepressiva einen Spiegel weit un
terhalb des therapeutischen Rahmens ergeben (S. 10 oben).
Zusammenfassend könne die Beschwerdeführerin
sowohl die zuletzt ausgeübte Tätigkeit wie auch eine Verweistätigkeit 8.5 Stunden täglich mit einer Minde
rung der Leistungsfähigkeit von 25
%
ausüben, so dass sich eine Arbeitsfähig
keit
von 75
%
ergebe (S. 10 unten).
Die Foerster Kriterien seien nicht hinlänglich erfüllt. Es bestehe weder eine aus
gewiesene, ausre
i
chend schwere Komorbidität noch ein ausgewiesener sozialer
Rückzug aus allen Lebensbereichen. Ein primärer Krankheitsgewinn, welcher the
ra
pieresistent wäre, sei nicht zu bestätigen. Es könne auch keine
Therapiere
sis
tenz
nach ausreichend langer und intensiver psychiatrisch-psychotherapeu
ti
scher Fachbehandlung benannt werden. Ein sekundärer Krankheitsgewinn er
gebe
sich durch Entpflichtung und Entlastung, ein etwaiger Therapieerfolg stünde die
sem sekundären Krankheitsgewinn diametral entgegen (S. 12).
Unter fortgesetzter Fachbehandlung sei die Prognose günstig, innert Jahresfrist wäre bei konsequenter Durchführung der Behandlung eine A
rbeitsfähigkeit
von 100
%
zu erzielen (S. 12).
3.8
Dr.
med
.
G._
, Facharzt für Psychiatrie,
Psychotherapie
und Neu
rologie
, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am
7.
Juli 2014 Stellung (
Urk.
6/35/4) und führte aus, d
em
Z._
-Gutachten sei aus med
izinischer
Sicht zu folgen.
4.
4.1
Aus den angeführten ärztlichen Beurteilu
ngen lässt sich der aktuelle Ge
sund
heits
zustand der Beschwerdeführerin und insbesondere deren Arbeitsfä
hig
keit nur ungenügend beurteilen.
So
divergieren das Gutachten von
Dr.
A._
(vgl. vorstehend E.
3.6) und das
Z._
-Gutachten (vgl. vorste
hend E.
3.7) erheb
lich voneinander
und kommen
bezüglich der Diagnosen und der Arb
e
its
fähig
keit
zu wesentlich
anderen
Beurteilungen
, obwohl die Begut
achtungen der Be
schwerdeführerin lediglich
wenige Wochen
auseinander lagen.
4.2
Auf das Gutachten von
Dr.
A._
(vgl. vorstehend E. 3.6)
kann zur
Ent
scheidfindung
nicht ohne weiteres abgestellt werden, zumal daraus
nicht
klar
hervor
geht
,
gestützt auf welche Befunde sie
die Diagnose einer
komplexen
post
traumatischen Belastungsstörung ableitet
.
So erwähnte
Dr.
A._
zwar diverse Traumatisierungen
der Beschwerdeführerin
von der Kindheit bis ins Er
wachsenenalter
(
Urk.
6/30 S.
12 oben)
, machte jedoch keine weiteren Ausfüh
rung
en zu den Kriterien
gemäss
ICD
10 F43.1
, wonach
eine posttrauma
tische
Belastungsstö
rung
nur anerkannt
wird
, wenn sie
als eine ver
zögerte oder pro
tra
hierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situa
tion ausserge
wöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmasses ent
steht, die in fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde
(vgl. Internationale Klassifi
kation psy
chischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), 9. Auflage 2014, F43.1).
Ebenso wenig erwähnte
Dr.
A._
die typischen
und zur Klassifizierung notwendige
n
Merk
male
des
wiederholte
n
Erleben
s
des Traumas
in sich auf
drän
genden Erinne
rungen oder in Träumen vor dem Hintergrund eines andau
ernden Gefühls von
Betäubtsein
und emotionaler Stumpfheit, Gleichgültigkeit gegen
über anderen Menschen, Teilnahmslosigkeit der Umgebung gegenüber,
Anhe
do
nie
sowie Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, die Erinnerun
gen an das
Trauma wachrufen könnten.
4.3
R
echtspre
chungsgemäss
wird
eine pos
ttraumatische Belastungsstörung
sodann
nur dann als invalidisierend anerkannt, wenn sie nach einem Ereignis mit ext
re
mem Belastungsfaktor auftritt (Urteil des Bundesgerichts 8C_248/2007 vom
4.
August 2008, E.
5.6.1). Auf eine posttraumatische Belastungsstörung ist ge
mäss ICD weiter grundsätzlich nur zu erkennen, wenn die Störung innerhalb von
sechs Monaten nach einem traumatischen Ereignis aufgetreten ist (
vgl. dazu das
Urteil des Bundesgerichts I 715/05 vom 2
7.
Januar 2006, E. 6.2). Zwar kann auch bei einem grösseren zeitlichen Abstand zwischen dem traumatisie
renden Ereignis und dem Auftreten der Beschwerden eine posttraumatische
Be
las
tungs
störung
diagnostiziert werden, wenn die klinischen Merkmale typisch sind und
keine andere Diagnose (wie Angst- oder Zwangsstörung oder depres
sive Epi
sode
)
gestellt werden kann (Urteil des Bundesgerichts I 715/05 vom 2
7.
Januar 20
06 E. 6.2). Solche Fälle kommen, wenn auch
selten
,
vor (Urteil des Bundesgerichts I 750/06 vom 2
2.
August 2007 E.
3.2.1
); für eine solche verspätete
Krankheits
mani
festation
sind vorliegend jedoch keine Anhaltspunkte gegeben.
Eine diag
nos
tizierte posttraumatische Belastungsstörung gilt zudem nicht per se als inva
lidisierend, sondern es muss dargelegt werden, inwiefern sie nicht durch zumut
bare
Wil
lensanstrengung
überwunden werden kann (Urteil des Bundesgerichts I 203/06 vom 2
8.
De
zember 2006, E. 4.5).
Vorliegend geht auch a
us den
übrigen
Akten nicht klar hervor
, wie die Diag
no
se der posttraumatisc
hen Belastungsstörung
zustande kam
.
D
ie Ärzte der
Klinik B._
nannten im Dezember 2012
erstmals ei
nen Ver
dacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung (vgl. vorstehend E. 3.1). Die behandelnde Psychiaterin
Dr.
D._
übernahm
die Diagnose einer posttrau
ma
tischen Belastungsstörung
sodann
in ihrem Bericht von April 2013
(vgl. vor
steh
end E.
3.3)
,
führte jedoch
ebenfalls
nicht
s Näheres dazu aus.
Allfäl
lige inner
halb eines halben
Jahres seit
den
von
Dr.
D._
und
Dr.
A._
erwähnten
Ereignissen (Ermordung
d
es Bruders
der Beschwerdeführerin
1992, Fehldiag
no
se
einer HIV-Erkrankung 1993)
aufgetretene Probleme im Zusammenhang mit einer
post
traumatischen Belastungsstörung sind aus den Akten somit keine ersich
tlich.
Vielmehr
lagen die erwähnten Ereignisse im Dezember 2012, als erstmals
von einer posttraumatischen Belastungsstörung die Rede war, praktisch 20 Jahre
zurück. Die bei einer posttraumatischen Belastungsstörung typische Latenzzeit von 6 Monaten war somit in diesem Zeitpunkt bereits um ein Mehrfaches überschritten. Weiter
geht aus den Berichten von
Dr.
D._
wie auch aus dem Gutachten von
Dr.
A._
hervor,
dass die Beschwerdeführerin erstmals nach der Geburt ihrer Tochter im Jahre 2007 psychologische Hilfe in Anspruch genommen habe.
Die Schilderungen in den Akten bezüglich
der Diagnose einer post
traumatischen
Belastungsstörung blieben somit
insgesamt eher unbestimmt.
So bleibt insbesondere in Bezug auf die Angaben zu den für eine posttraumati
sch
e Belastungsstörung zentralen Nachhall-Erinnerungen ungewiss,
ob und
was für Erinne
rungen dieser Art die Beschwerdeführerin verfolgen. Auch die
ursäch
liche
trau
matisieren
den Ereignisse blieben letztlich weitg
ehend im Dunkeln.
Im Übrigen lassen die Ausführungen von Dr.
D._
betreffend die Berentung der Beschwerdeführerin (vgl. vorstehend E.
3.5) die ärztliche Objektivität ver
missen. Es
ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass nicht nur
allge
meinpraktizierende
Hausärzte, sondern auch behandelnde Spezialärzte (vgl. Urtei
le I 383/04 vom 26. November 2004, E. 3.4, und I 139/04 vom 20. Oktober 2004,
E
.
4.2.2, je mit Hinweisen) im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens
stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl.
BGE 125 V 353
E
. 3b/cc mit Hinweisen).
4.4
Entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin vermag a
uch das
Z._
-Gutachten (vgl. vorstehend E. 3.7)
nicht zu überzeugen. So nahmen die
Z._
-Gutachter, trotz ihrer abweichenden Meinung zum
Gesundheitszustand und zur
Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
in keiner W
ei
se
Bezug
zu den Ausfüh
r
un
g
en
und Beurteilungen
der behandelnde
n Psy
c
h
iaterin
Dr.
D._
un
d de
m
Gutachten von
Dr.
A._
,
was angesichts
des Umstandes, dass ihnen de
ren
Berichte bekannt gewesen sind
(vgl. S. 7 des Gutachtens)
, zu erwarten gewesen wäre.
So führte d
er psy
chiatrische Teilgutachter
lediglich aus, dass die Diagnose einer posttraumati
schen Belastungsstörung nicht gestellt werden könne und er die Auffassung der behandelnden Psychiaterin hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit nicht teile
(
Urk.
6/34 S. 23 Mitte)
.
Weitere nachvollziehbare und begründete
Ausführungen zur abweichenden Einschätzung
machte er hin
gegen nicht.
Dies setzt den Beweiswert des
Z._
-Gutachtens entscheidend herab.
Die genannte, nicht schlüssige
und sich widersprechende
medizinische Akten
lage
erlaubt nach dem Gesagten keine verlässliche Beurteilung der Arbeitsfä
higkeit der Beschwerdeführerin sowohl in einer leidensangepassten Tätigkeit als auch in der an
gestammten Tätigkeit
.
Erforderl
ich ist somit eine
Gesamtbe
trachtung
des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin
ins
besondere
aus psychiatrischer Sicht
, welch
e
die aktuellen Ein
schränkungen
der Beschwerdeführerin
berücksichtigt.
4.5
Festzuhalten ist, dass entgegen der - salopp abgefassten - Begründung der ang
e
fochtenen Verfügung (vgl. Urk. 2 S.
2 ff.) kein Anlass zur Prüfung einer
Über
windbarkeit
der Beschwerden anhand der Foerster Kriterien
bestand, vermerkten die
Z._
-Gutachter doch die Diagnose der chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren als nicht arbeitsfähigkeitsbeeinflussend (S.
10 des Gutachtens), so dass sich diesbezüglich die Frage einer
Überwind
bar
keit
nicht stellte. Soweit die Beschwerdegegnerin eine Überwindbarkeit der psy
chi
schen Beschwerden im allgemeinen Sinn (vgl. vorstehend E. 1.3) prüfen wollte,
wäre dies entsprechend zu formulieren gewesen. Zudem verkannte die
Beschwer
de
gegnerin
, dass eine organische (Teil-)Grundlage für die Beschwerden besteht, diagnostizierten die
Z._
-Gutachter doch ein chronisches
Lumboverte
bralsyn
drom
.
4.6
Zusammenfassend erweist sich die vorliegende Aktenlage für die abschliessende Beurteilung des Leistungsanspruchs in Bezug auf den medizinischen Sachver
halt als unzuläng
lich, weshalb die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache
– dem
Eventua
lantrag der Beschwerdeführerin e
ntsprechend -
an die
Be
schwerdegegnerin
zurückzuweisen ist, damit diese nach
erneuter
Abklärung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
,
welche unter Berücksichtigung und Würdigung sämtlicher vorhandenen Akten zu erfolgen hat
,
eine neue Be
urtei
lung vornehme und über den Leistungsanspruch neu verfüge.
Dabei wird auch die
Qualifikation der Beschwerdeführerin als Voll- oder Teilerwerbstätige zu prüfen und festzulegen sein.
4.
7
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die an
ge
fochtene Verfügung vom
5
.
Januar
201
5
aufgehoben und die Sache an die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, neu verfüge.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht,
ist das Verfahren kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Ausgangsgemäss sind die
Geri
chtskosten in der Höhe von Fr. 7
00.-- der unterliegenden
Beschwerde
geg
ne
rin
aufzuerlegen.
5.2
Bei
diesem Verfahrensausgang hat die
vertretene
Beschwerdeführerin
Anspruch auf eine Prozessentschädigung. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (
§
34
Abs.
3
des Gesetzes
über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
) und beim massgeblichen
Stun
den
ansatz
von Fr.
2
2
0.-- (zuzügli
ch Mehrwertsteuer) auf Fr. 1‘
8
00
.-- (inkl.
Bar
aus
lagen
und
MWSt
) festzulegen.