Decision ID: 1627d529-f59e-59e3-b42b-d5d6096f6ff9
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
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Helsana Versicherungen AG, Zürichstrasse 130, 8600 Dübendorf,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Helsana Versicherungen AG, Debitorenmanagement-Einsprachen,
Postfach, 8081 Zürich,
betreffend
Forderung
Sachverhalt:
A.
A.a A._, seine Ehefrau B._ und die volljährigen Kinder C._, D._ sowie E._
waren seit 1. Juli 2004 im Rahmen einer Familienpolice bei der Helsana Versicherungen
AG (nachfolgend: Helsana) obligatorisch krankenversichert. Am 27. November 2008
kündigten alle Mitglieder der Familie A._ die obligatorische
Krankenpflegeversicherung (act. G 1.2 bzw. G 3.1-14/6; wobei als Datum für die
Wirksamkeit der Kündigung der 30. November 2008 angegeben wurde). Alle
Familienmitglieder unterzeichneten ebenfalls am 27. November 2008
Versicherungsanträge der sansan Versicherungen AG (nachfolgend: sansan; wie die
Helsana ein Unternehmen der Helsana-Gruppe, siehe auch http://www.helsana.ch/de/
ueber_uns/unternehmen/portraet/, Abfrage vom 28. September 2011; act. G 3.1-14 bis
G 3.1-14/4). Auf den Versicherungsanträgen der Eltern und der beiden Töchter wurde
vermerkt, dass diese vier Personen Anfang 2009 in der Gemeinde F._ Wohnsitz
nehmen würden, während C._ den bisherigen Wohnsitz in G._ beibehalte. Mit
Schreiben vom 23. Dezember 2008 an A._ bestätigte die sansan ihm und seiner
Familie den Wechsel der obligatorischen Krankenpflegeversicherung
(= Grundversicherung) und der bestehenden Zusatzversicherungen von Helsana zu
sansan per 1. Januar 2009 (act. G 1.3).
A.b Nachdem die Helsana der Gemeinde G._ auf Anfrage bestätigt hatte, dass das
Ehepaar A._ bei ihr krankenversichert sei, teilte die Gemeinde der
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Krankenversicherung am 9. Januar 2009 mit, dass sich die Eheleute per 31. Dezember
2008 ins Ausland abgemeldet hatten (act. G 3.1-14/8). Per Mail an die Gemeinde F._
brachte die Helsana am 9. Februar 2009 in Erfahrung, dass sich das Ehepaar A._ in
der Gemeinde F._, die es für den zukünftigen Wohnsitz in Aussicht genommen hatte,
noch nicht angemeldet hatte (act. G 3.1-14, G 3.1-14/8 [S. 3]). Mit Schreiben vom
16. Februar 2009 teilte die Helsana A._ daraufhin mit, ein Wechsel zu einem neuen
Versicherer könne erst stattfinden, wenn alle Ausstände beim bisherigen Versicherer
beglichen seien. Leider würden Zahlungsausstände bestehen, weshalb sie einen
Übertritt zu ihrer Tochtergesellschaft sansan ablehne. Weiter führte die Helsana aus,
mit der Abmeldung ins Ausland seien er und seine Ehefrau nicht mehr
versicherungspflichtig, weshalb die beiden Versicherungsdeckungen per 31. Dezember
2008 vollständig aufgehoben würden (act. G 1.4).
A.c Am 30. November 2009 mahnte die Helsana den Betrag von CHF 15‘781.25 für
Leistungen im Zeitraum zwischen Dezember 2008 und April 2009, Prämien gemäss
Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) von Juni 2009 bis
Dezember 2009, zuzüglich 5% Verzugszins seit 15. Juli 2009 bis 30. November 2009
von CHF 353.15, Bearbeitungsgebühren und Kosten von CHF 258.--; abzüglich der
Zahlung von CHF 38.05 somit im Gesamtbetrag von CHF 16‘354.35 (act. G 3.1-8/1).
Am 6. Januar 2010 beantragte die Helsana beim Betreibungsamt F._ die Betreibung
von A._ für die Forderung von CHF 15‘743.20 zuzüglich 5% Verzugszins seit 15. Juli
2009, Bearbeitungsgebühren von CHF 140.-- sowie bisherige Betreibungskosten von
CHF 118.-- (act. G 3.1-9/1). Gegen den Zahlungsbefehl Betreibung Nr. 1XX‘XX7 vom
15. Januar 2010, zugestellt am 20. Januar 2010, wurde am 1. Februar 2010
Rechtsvorschlag erhoben (act. G 3.1-10/1). Gegen die Verfügung vom 15. Februar
2010 zur Beseitigung des Rechtsvorschlags und Erteilung der Rechtsöffnung
opponierte A._ mit Schreiben vom 19. März 2010 (act. G 3.1-11/1, G 3.1-12/1).
A.d Am 26. April 2010 mahnte die Helsana den Betrag von total CHF 8‘966.50,
bestehend aus der Prämienforderung nach KVG von Dezember 2009 bis Juni 2010
über CHF 8‘766.80, zuzüglich 5% Verzugszins seit 2. Februar 2010 bis 26. April 2010
von CHF 99.70 sowie Bearbeitungsgebühren und Kosten von CHF 100.-- (act. G 3.1-8).
Am 31. Mai 2010 beantragte die Helsana beim Betreibungsamt F._ die Betreibung
von A._ auch für die Forderung von CHF 8‘766.80, zuzüglich 5% Verzugszins seit
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2. Februar 2010 sowie Bearbeitungsgebühren von CHF 100.-- (act. G 3.1-9). Gegen
den Zahlungsbefehl Betreibung Nr. 1XX‘XX9 vom 3. Juni 2010, zugestellt am 14. Juni
2010, wurde am 14. (15.) Juni 2010 Rechtsvorschlag erhoben (act. G 3.1-10, G 1.6).
Gegen die Verfügung vom 28. Juni 2010 zur Beseitigung des Rechtsvorschlags und
Erteilung der Rechtsöffnung opponierte A._ mit Schreiben vom 27. Juli 2010 (act.
G 3.1-11, G 3.1-12).
B.
Die Helsana behandelte die Schreiben vom 19. März 2010 und vom 27. Juli 2010 als
Einsprachen gegen die jeweiligen Verfügungen, wies beide mit Entscheid vom
6. August 2010 ab und bestätigte ihre Rechtsöffnungsverfügungen vom 15. Februar
2010 und vom 28. Juni 2010 (act. G 3.1-13 sowie G 3.1-11 bis G 3.1-12/1).
C.
C.a Dagegen richtet sich die Beschwerde („und Einsprache“) vom 10. September
2010 mit folgenden Anträgen:
1. Ich beantrage, meine Einsprache vollumfänglich zu schützen und den
Einspracheentscheid der Helsana abzuweisen.
2. Ich bestreite sämtliche Kosten der Helsana, da seitens Helsana keine Leistung
erbracht werden musste.
3. Die Betreibungen gegen meine Person sind zurückzuziehen und zu löschen.
4. Im Zeitraum bis zum 31. Dezember 2008 hat die Helsana die angefallenen
Krankheitskosten zu bezahlen, da die Versicherungsprämien bezahlt waren;
unabhängig davon, wenn (wohl: dass) die Rechnungen erst im 2009 eingetroffen sind.
5. Ich beantrage eine Umtriebsentschädigung für die entstandenen Aufwände.
Zur Begründung wird der Versicherungswechsel angeführt und die mündliche Zusage
der Helsana, nach der Rückkehr der Familie aus dem Ausland sollte alles erledigt sein
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und sie sollten die Prämienrechnungen der sansan automatisch erhalten. Wegen des
Auslandaufenthalts habe die Helsana jedoch den Übertritt zur sansan blockiert. Obwohl
die Prämien bis zum 31. Dezember 2008 vollständig vorausbezahlt gewesen seien, und
die Helsana die Versicherungsleistungen hätte erbringen müssen, habe sie sämtliche
Leistungen für ihn und seine Frau eingestellt. Da sie bis Ende März 2009 immer noch
keine definitive Rechnung oder Bestätigung für den Versicherungsantritt bei der sansan
gehabt hätten, habe sich die ganze Familie A._ entschieden, sich bei der Atupri neu
versichern zu lassen. Es sei nicht zu verstehen, dass die Helsana ihre Kündigung vom
November 2008 immer noch nicht akzeptiere und sie jetzt doppelt krankenversichert
seien.
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 12. Oktober 2010 beantragt die Helsana die
Abweisung der Beschwerde vom 10. September 2010. Zur Begründung wird angeführt,
im Zeitpunkt des Wechsels zur sansan habe der Beschwerdeführer noch
Leistungsausstände gehabt, weshalb es der Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 64a
Abs. 4 KVG nicht möglich gewesen sei, dem Wechsel zu entsprechen. Der
Beschwerdeführer habe einen Krankenkassenwechsel weder zur sansan noch zur
Atupri vornehmen können und sei weiterhin bei der Beschwerdegegnerin versichert.
Sobald der Beschwerdeführer sämtliche ausstehenden Zahlungen (Prämien,
Kostenbeteiligungen, Verzugszinsen und Betreibungskosten) entrichtet habe, werde sie
die Leistungen erbringen, die bisher verweigert worden seien. - Die Akten der
Beschwerdegegnerin, die dem Versicherungsgericht mit der Beschwerdeantwort
eingereicht worden sind, werden mit act. G 3.1 und der jeweiligen Belegnummer zitiert.
C.c Der Beschwerdeführer hat die Frist zur Einreichung einer Replik unbenützt
verstreichen lassen, worauf der Schriftenwechsel am 12. November 2010
abgeschlossen worden ist (act. G 4 f.).
D.
D.a Mit Schreiben vom 19. April 2011 an die Beschwerdegegnerin hat die zuständige
Gerichtsschreiberin festgestellt, dass diverse Unterlagen der Helsana fehlten und diese
aufgefordert, die genannten Akten nachzureichen (act. G 6).
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D.b Mit Eingabe vom 16. Mai 2011 hat die Beschwerdegegnerin die fehlenden
Unterlagen nachgereicht und zu den aufgeworfenen Fragen der Gerichtsschreiberin
Stellung genommen (act. G 7, G 7.1). - Die nachgereichten Akten werden mit act. G 7.1
und der jeweiligen Belegnummer zitiert.
D.c Am 19. Mai 2011 ist dem Beschwerdeführer das Doppel der gegnerischen
Stellungnahme vom 16. Mai 2011 zugestellt und ihm Gelegenheit eingeräumt worden,
seinerseits bis 6. Juni 2011 nochmals Stellung zu nehmen (act. G 8). Er hat von dieser
Möglichkeit keinen Gebrauch gemacht.
E.
Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der übrigen
Akten wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
näher eingegangen.

Erwägungen:
1.
1.1 Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens sind eine offene Kostenbeteiligung
sowie hauptsächlich offene Prämienforderungen aus der obligatorischen
Krankenpflegeversicherung des Beschwerdeführers, seiner Ehefrau sowie seiner Kinder
C._, D._ und E._ für die Zeit von Juni 2009 bis Juni 2010 zuzüglich
Verzugszinsen, Bearbeitungsgebühren und Betreibungskosten.
1.2 Ebenfalls umstritten und vorab zu prüfen ist der Weiterbestand der
obligatorischen Krankenpflege- bzw. Grundversicherung der Familie A._ bei der
Beschwerdegegnerin über den 31. Dezember 2008 hinaus.
2.
2.1 Gemäss Art. 7 Abs. 1 und 2 KVG in Verbindung mit Art. 94 Abs. 2 der Verordnung
über die Krankenversicherung (KVV; SR 832.102) kann eine versicherte Person unter
Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist den Versicherer auf das Ende eines
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Kalenderjahrs wechseln. Säumige Versicherte können laut Art. 64a Abs. 4 KVG den
Versicherer nicht wechseln, solange sie die ausstehenden Prämien,
Kostenbeteiligungen, Verzugszinse und Betreibungskosten nicht vollständig bezahlt
haben. Das Versicherungsverhältnis beim bisherigen Versicherer endet zudem gemäss
Abs. 5 von Art. 7 KVG erst, wenn ihm der neue Versicherer mitgeteilt hat, dass die
betreffende Person bei ihm ohne Unterbrechung des Versicherungsschutzes versichert
ist. Unterlässt der neue Versicherer diese Mitteilung, so hat er der versicherten Person
den daraus entstandenen Schaden zu ersetzen, insbesondere eine allfällige
Prämiendifferenz. Sobald der bisherige Versicherer die Mitteilung erhalten hat,
informiert er die betroffene Person, ab welchem Zeitpunkt sie nicht mehr bei ihm
versichert ist.
2.2 Das KVG basiert auf dem Prinzip der Individualversicherung. Mit dem Beitritt
einer Person zur obligatorischen Krankenpflegeversicherung ist nur sie allein versichert;
diese ist nicht als Familienversicherung konzipiert und kennt keine "Kollektiv"-Verträge
für Familien (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar
2007: Sozialversicherungsrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 4. Juli 2003,
K 137/02, E. 4.1 sowie Gebhard Eugster, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
KVG, 2010, Rz 2 zu Art. 3 [nachfolgend zitiert als Rechtsprechung] und Gebhard
Eugster, Krankenversicherung, S. 406, Rz 16 f., in: Schweizerisches
Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit, Hrsg. Ulrich Meyer, 2. Aufl.
2007 [nachfolgend zitiert als Krankenversicherung]). Auch die Kündigung des Vertrages
zur obligatorischen Krankenpflegeversicherung ist durch die versicherte Person selbst
(oder ihre gesetzliche Vertretung) vorzunehmen (vgl. Eugster, Rechtsprechung, a.a.O.,
Rz 3 zu Art. 3).
2.3 Aus dem Prinzip der Individualversicherung resultiert auch eine individuelle Pflicht
der versicherten Person auf Zahlung der Prämien und allfälliger Kostenbeteiligungen
(vgl. Eugster, Krankenversicherung, a.a.O., S. 406, Rz 16 am Ende). Aufgrund der
Leistungspflicht für die laufenden Bedürfnisse der Familie besteht unter den Ehegatten
solidarische Haftung für die Prämien der obligatorischen Krankenpflegeversicherung;
für die Prämien der Kinder endet die Zahlungspflicht der Eltern aufgrund der
familienrechtlichen Unterhaltspflicht jedoch mit Erreichen des Mündigkeitsalters (vgl.
Eugster, Rechtsprechung, a.a.O., Rz 5 f. zu Art. 61 und Eugster, Krankenversicherung,
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a.a.O., S. 744 Rz 1021 f., je mit Hinweisen). Dem Prinzip der Individualversicherung
entspricht auch, dass bei einer Kündigung nur diejenige Person nicht aus dem
obligatorischen Krankenpflegeversicherungs-Vertrag entlassen werden kann, die mit
Prämien und/oder Kostenbeteiligungen sowie allfälligen Kostenentschädigungen
säumig ist (vgl. Eugster, Krankenversicherung, a.a.O., S. 440 Rz 131, mit dem Beispiel,
dass Eltern, die nur die Prämien für ihre Kinder nicht bezahlt haben, den Versicherer
trotzdem wechseln
können, nicht aber ihre Kinder).
3.
3.1 Die Familie A._ hatte bei der Helsana per 1. Juli 2004 die obligatorische
Krankenpflegeversicherung abgeschlossen, wobei ausschliesslich A._ als Schuldner
der halbjährlich im Voraus bezahlten Prämien und der jeweiligen Kostenbeteiligungen
für alle Familienmitglieder auftrat (vgl. act. G 7 Ziff. 4). Am 27. November 2008
kündigten alle Familienmitglieder, je mit eigener Unterschrift auf dem gemeinsamen
Formular, ihre Verträge der obligatorischen Krankenpflegeversicherung per
30. November 2008 (vgl. act. G 1.2 bzw. G 3.1-14/6; wobei die Kündigungen gemäss
Art. 7 Abs. 2 KVG in Verbindung mit Art. 94 Abs. 2 KVV erst per 31. Dezember 2008
wirksam werden konnten). Ebenfalls am 27. November 2008 unterzeichneten alle
Familienmitglieder individuelle Versicherungsanträge für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung bei der sansan Versicherungen AG (act. G 3.1-14 bis
G 3.1-14/4). Sie wurden dabei vom Helsana Mitarbeitenden H._ beraten (vgl. act.
G 14/5). - Nachdem die Prämien für die zweite Jahreshälfte 2008 unbestrittenermassen
bezahlt waren, hatten diejenigen Familienmitglieder ihre obligatorische
Krankenpflegeversicherung rechtsgültig gekündigt und mussten von der Helsana aus
dem Versicherungsverhältnis entlassen werden, für die per 31. Dezember 2008 keine
Kostenbeteiligungen mehr offen waren (Anwendung der in E. 2 dargestellten
Grundsätze und gesetzlichen Normen). Dies war für den Beschwerdeführer selbst -
unabhängig von seiner vertraglichen Schuldnerschaft und als erste Ansprechperson
gegenüber der Helsana -, für C._ und E._ der Fall.
3.2
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3.2.1 Aus act. G 7.1-03 geht hervor, dass die Helsana A._ am 1. März 2008
unter der Abrechnungsnummer 1XXXXXXX3 den Betrag von total CHF 1‘502.35
(darunter die Rückforderung des irrtümlicherweise ausbezahlten Betrages von
CHF 1‘072.15) in Rechnung gestellt hatte. Der Kontoauszug der Beschwerdegegnerin
für das Jahr 2008 zeigt, dass der Gesamtbetrag am 18. Mai 2008 gemahnt worden war
und per 31. Juli 2008 an diese Forderung lediglich der Anteil von CHF 430.20
gutgeschrieben wurde, während der Restbetrag von CHF 1‘072.15 am 12. August 2008
erneut gemahnt und am 17. Oktober 2008 in Betreibung gesetzt wurde (act. G 7 Ziff. 2
sowie G 7.1-02, G 7.1-05 f.). Aus der Korrespondenz der Helsana mit A._ vom
Sommer 2008 geht hervor, dass es sich beim Betrag von CHF 1‘072.15 um die
Rückforderung einer irrtümlich aus der Zusatzversicherung von D._ geleisteten
Zahlung für die Extraktion der Weisheitszähne im Juni 2007 handelte. Der Betrag von
ursprünglich CHF 1'191.50 (CHF 1‘072.15 zuzüglich 10% Kostenbeteiligung von
CHF 119.15), den A._ dem Leistungserbringer bezahlt hatte, war nachträglich als
Pflichtleistung aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung erkannt und jenem
auch von der Helsana gezahlt worden. Von A._ wurde der Anteil von CHF 1‘072.15
zurückgefordert mit dem Hinweis, er müsse seinerseits die Rückzahlung durch den
Zahnarzt veranlassen, falls er diesem den Betrag bereits überwiesen habe (act.
G 3.1-15/1 bis G 3.1-15/5). Die Rückzahlung des Betrages von CHF 1‘072.15 war per
31. Dezember 2008 unbestrittenermassen noch offen (er ging erst am 12. Mai 2009
über das Betreibungsamt ein; vgl. act. G 7 Ziff. 2).
3.2.2 Entgegen der Bezeichnung als "Kostenbeteiligung" in der Mahnung vom
12. August 2008 sowie im Betreibungsbegehren vom 17. Oktober 2008 (act.
G 7.1-05 f.), handelt es sich beim Betrag von CHF 1‘072.15 nicht um eine solche. Die
Kostenbeteiligung von CHF 119.15 an der Zahnarztrechnung über insgesamt
CHF 1'191.50 war unbestrittenermassen per 31. Juli 2008 bezahlt worden (vgl. act. G 7
Ziff. 2). Die Rückforderung von CHF 1‘072.15 basierte auf der Zahlung einer
Nichtschuld und war ursprünglich aus der Zusatzversicherung geleistet worden (vgl.
act. G 3.1-15/5). Obwohl der Betrag von CHF 1‘072.15 per 31. Dezember 2008 noch
offen war, kann daher nicht von ausstehenden Prämien oder Kostenbeteiligungen aus
der obligatorischen Krankenpflegeversicherung von D._ im Sinn von Art. 64a Abs. 4
KVG gesprochen werden. Diesbezüglich erfüllte somit auch sie per Ende 2008 die
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Voraussetzungen für die Entlassung aus der obligatorischen
Krankenpflegeversicherung bei der Helsana.
3.2.3 Die Kosten für die Rückforderung des Betrags von CHF 1‘072.15, inklusive
Betreibungskosten, folgen der Hauptschuld; denn sachlogisch können in Art. 64a
Abs. 4 KVG und Art. 105b Abs. 3 KVV nur Aufwendungen, Verzugszinsen und
Betreibungskosten gemeint sein, die durch den Ausstand von Prämien und/oder
Kostenbeteiligungen entstanden sind. Der Ausstand von insgesamt CHF 210.00 für die
Kosten gemäss Betreibungsbegehren vom 17. Oktober 2008 (act. G 7.1-06), ändert
daher nichts an der vorstehenden Beurteilung (E. 3.2.2), dass diesbezüglich per
31. Dezember 2008 kein Ausstand im Sinn von Art. 64a Abs. 4 KVG nachgewiesen war.
3.3
3.3.1 Für die Leistungsabrechnungen 1XXXXXXX9 betreffend D._, 1XXXXXXX2
betreffend B._ und 1XXXXXXX1 betreffend D._, die von der Beschwerdegegnerin
als per 31. Dezember 2008 offen aufgeführt worden sind, ist nicht ausgewiesen, dass
sie vor Ende 2008 schriftlich gemahnt worden waren (vgl. act. G 7.1-02). Auf den
Abrechnungen 1XXXXXXX9 vom 23. August 2008 und 1XXXXXXX2 vom 29. November
2008 ist vermerkt, dass die Beträge von CHF 3.90 und CHF 4.00 nicht heute belastet,
sondern mit der nächsten Abrechnung verrechnet würden. Ob diese Verrechnungen
vor dem 30. Mai 2009 vorgenommen worden waren (sie sind in der entsprechenden
Abrechnung 1XXXXXXX1 [act. G 3.1-6/3 bzw. G 7.1-07] aufgeführt), geht aus den
Unterlagen der Beschwerdegegnerin nicht hervor. Für diese beiden Beträge ist daher
Säumigkeit per 31. Dezember 2008 weder von D._ oder B._ noch für den
Beschwerdeführer nachgewiesen. Die Abrechnung 1XXXXXXX1 über CHF 34.60 datiert
vom 13. Dezember 2008 und war per 12. Januar 2009 fällig. Eine Mahnung, die
gemäss Art. 105d Abs. 1 KVV erst zur Säumigkeit gemäss Art. 64a Abs. 4 KVG führen
würde, hatte mangels Fälligkeit vor 31. Dezember 2008 noch gar nicht vorgenommen
werden können (vgl. Art. 105b Abs. 1 KVV). Somit sind von der Beschwerdegegnerin
keine Kostenbeteiligungen nachgewiesen worden, die per 31. Dezember 2008 gemahnt
worden waren. Weder eines der betroffenen Familienmitglieder (D._ oder B._) noch
der Beschwerdeführer selbst waren damit per 31. Dezember 2008 bezüglich einer
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dieser drei Leistungsabrechnungen (1XXXXXXX9, 1XXXXXXX2 und 1XXXXXXX1) im
Sinn der gesetzlichen Bestimmungen säumig.
3.3.2 Die Leistungsabrechnungen 1XXXXXXX1 vom 30. Mai 2009, 1XXXXXXX1
vom 29. August 2009 und 1XXXXXXX2 vom 12. September 2009 (vgl. act. G 7 Ziff. 2
am Ende, G 7.1-07 ff.), somit alle nach Ablauf der Kündigungsfrist per 31. Dezember
2008 vorgenommen, interessieren im Zusammenhang mit allfälligen Säumnissen auf
den Kündigungszeitpunkt per 31. Dezember 2008 nicht und sind für die Prüfung der
Entlassung aus den bestehenden Verträgen mit der und durch die Helsana nicht
relevant.
3.4 Da weder die Säumigkeit des Beschwerdeführers noch eines andern Mitglieds
der Familie A._ im Zeitpunkt des vorgesehenen Versichererwechsels per
31. Dezember 2008 ausgewiesen ist, konnte die Helsana keinem Mitglied der Familie
A._ auf dieses Datum hin den Wechsel der obligatorischen
Krankenpflegeversicherung verweigern. In formeller Hinsicht fehlt einzig die
Bestätigung der sansan an die Helsana betreffend nahtlose Weiterversicherung
gemäss Art. 7 Abs. 5 Satz 1 KVG (vgl. act. G 7 Ziff. 5). Dem Beschwerdeführer
gegenüber wurde der Wechsel der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (und der
Zusatzversicherung) zur sansan am 23. Dezember 2008 jedoch von dieser Tochter der
Helsana vorbehaltlos bestätigt (vgl. act. G 1.3 bzw. G 3.1-17). Da zwischen der Helsana
und der sansan ein direktes Abhängigkeitsverhältnis besteht (Die sansan bezeichnet
sich gemäss act. G 1.3 als Unternehmen der Helsana; bzw. beide
Krankenversicherungen "Töchter" der Helsana-Gruppe sind [vgl. http://
www.helsana.ch/de/ueber_uns/unternehmen/portraet/, Abfrage vom 28. September
2011].), der Wechsel zur sansan laut Beschwerdeschrift offenbar von der Helsana
empfohlen wurde und der ganze Versicherungswechsel durch einen bei der Helsana
angestellten Versicherungsberater begleitet wurde (act. G 3.1-14/5), ist auch ohne
aktenmässigen Nachweis der Weiterversicherungsbestätigung mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Helsana rechtzeitig von der
Weiterführung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung durch die sansan für alle
fünf Familienmitglieder Kenntnis hatte. Für die Kenntnis der Vorgänge bei der sansan
spricht auch, dass die Helsana am 9. Februar 2009 wusste, dass A._, B._ und
D._ in F._ Wohnsitz nehmen würden (vgl. Handnotizen auf act. G 7.1-11 und
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besonders act. G 7.1-12 [Mailverkehr mit der Gemeinde F._]), was nur erklärbar ist,
wenn sie durch die Administration der Tochter von der neuen Adresse in den
Versicherungsanträgen Kenntnis erlangte. Mit Schreiben vom 16. Februar 2009 an den
Beschwerdeführer wies sich die Helsana zudem ausdrücklich über ihre Kenntnis aus,
dass er und seine Familie A._ einen "Übertritt zu unserer Tochtergesellschaft sansan"
beantragt hatten (act. G 1.4 bzw. G 3.1-18). Diesen wies sie ab, weil noch
Zahlungsausstände bestehen würden, und nicht weil die Weiterversiche
rungsbestätigung der sansan fehle. Gegenüber dem Beschwerdeführer wurde seitens
der Helsana denn auch erstmals im Schreiben vom 20. April 2009 die fehlende Nach
versicherungsbestätigung erwähnt (act. G 7.1-14).
3.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass per 31. Dezember 2008 kein
Zahlungsausstand gemäss Art. 64a Abs. 4 KVG in Verbindung mit Art. 105d Abs. 1 KVV
und damit keine Säumigkeit bestand. Es ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen, dass die Helsana von der nahtlosen Weiterführung der
obligatorischen Krankenpflegeversicherung aller Mitglieder der Familie A._ durch die
sansan ab 1. Januar 2009 Kenntnis hatte. Deshalb sind alle fünf Kündigungen der
bisherigen Versicherungsverträge per 31. Dezember 2008 wirksam geworden und
bestand bei der Helsana die obligatorische Krankenpflegeversicherung aller Mitglieder
der Familie A._ nicht weiter. Die Prämienforderungen der Helsana für die Zeit ab
1. Januar 2009 sind damit hinfällig. Leistungen für Behandlungen ab 1. Januar 2009
waren durch die Helsana nicht geschuldet und konnten keine Ersatzpflicht für
Kostenbeteiligungen auslösen. Entsprechend kann für die in Betreibung gesetzten
Beträge keine definitive Rechtsöffnung erteilt werden und ist der angefochtene
Einspracheentscheid vom 6. August 2010 aufzuheben.
4.
4.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens kann offenbleiben, ob die
Beschwerdegegnerin die von Eugster (Krankenversicherung, a.a.O., S. 440 Rz 133)
postulierte Pflicht zur rechtzeitigen Erinnerung an allfällige Ausstände so rechtzeitig
nach einer Kündigung der Grundversicherung, dass deren Begleichung noch innerhalb
der Kündigungsfrist möglich wäre, und damit ihre Aufklärungs- und Beratungspflicht
gemäss Art. 27 Abs. 1 und 2 ATSG verletzt hat (vgl. auch BGE 131 V 480 E. 5 und
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Eugster, Krankenversicherung, a.a.O., S. 808 f. Rz 1190). Es braucht auch nicht
ausgeführt zu werden, welche Wirkung die vom Beschwerdeführer in der Beschwerde
geltend gemachte Aussage der Beschwerdegegnerin anlässlich der Kündigung der
Verträge am 27. November 2008 hat, es sei alles in Ordnung und der
Versichererwechsel zur Tochter sansan sollte nach der Rückkehr aus dem Ausland
erledigt sein.
4.2 Nicht in diesem Verfahren zu entscheiden ist, bei welcher andern Gesellschaft
(sansan oder Atupri) die Mitglieder der Familie A._ ab dem 1. Januar 2009
obligatorisch krankenpflege- bzw. grundversichert wurden.
4.3 Da die Kündigung der Versicherung bei der Helsana per 31. Dezember 2008
wirksam wurde, ist auch nicht über die Wirksamkeit ihrer Aufhebung der
Versicherungsdeckung gegenüber dem Ehepaar A._ wegen Auslandsaufenthalts
Anfang 2009 (ausgesprochen im Schreiben vom 16. Februar 2009, act. G 1.4) zu
befinden.
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde unter Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids vom 6. August 2010 gutzuheissen. Es ist festzuhalten, dass die
Versicherungsverhältnisse aller Mitglieder der Familie A._ zur Helsana gemäss
Kündigung vom 27. November 2008 per 31. Dezember 2008 endeten und die Helsana
keine genügende Veranlassung hatte, den Versicherungswechsel per 1. Januar 2009 zu
verweigern.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). - Der
Beschwerdeführer beantragt die Ausrichtung einer Umtriebsentschädigung, ohne
seinen Aufwand zu beziffern und ohne nähere Begründung. Er ist nicht anwaltlich
vertreten, weshalb gemäss Art. 95 Abs. 3 lit. c der Schweizerischen
Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) eine angemessene Umtriebsentschädigung nur
ausnahmsweise gewährt wird (vgl. Viktor Rüegg, Art. 95 N 16 ff. in: Basler Kommentar
ZPO, Karl Spühler, Luca Tenchio, Dominik Infanger [Hrsg.]). Die Rechtsprechung (BGE
110 V 81 f. E. 7 und 134 f. E. 4d) geht von einer solchen Ausnahmesituation aus, wenn
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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es sich um eine komplizierte Sache mit hohem Streitwert handelt und zusätzlich die
Interessenwahrung einen hohen Arbeitsaufwand notwendig macht, der den Rahmen
dessen überschreitet, was der einzelne üblicher- und zumutbarerweise nebenbei zur
Besorgung der persönlichen Angelegenheiten auf sich zu nehmen hat. Als dritte,
ebenfalls zu erfüllende Voraussetzung ist gefordert, dass zwischen dem betriebenen
Aufwand und dem Ergebnis der Interessenwahrung ein vernünftiges Verhältnis besteht.
Der Beschwerdeführer hat eine Beschwerde im Umfang von zwei A4-Seiten verfasst.
Auf eine Replik und eine Stellungnahme zur Eingabe der Helsana vom 16. Mai 2011 hat
er verzichtet (vgl. Sachverhalt C.c und D.c). Die Möglichkeit, die von der
Beschwerdegegnerin eingereichten Akten beim Versicherungsgericht einzusehen, hat
er ebenfalls nicht wahrgenommen. Eine Ausnahmesituation im Sinn von Gesetz und
Rechtsprechung ist vorliegend nicht zu erkennen. Es fehlt vorab klarerweise an der
Voraussetzung des hohen Arbeitsaufwands, der die normale Betätigung während
einiger Zeit erheblich beeinträchtigt hat. Das Begehren des Beschwerdeführers auf
Ausrichtung einer Umtriebsentschädigung ist daher abzuweisen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP