Decision ID: ab3abdd4-c5d2-5306-a8aa-e45971f2beaf
Year: 2007
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge die Türkei am 24. Januar 2006 von Istanbul aus auf dem Landweg verliess und am 31. Januar 2006 illegal in die Schweiz gelangte, wo er am selben Tage um Asyl nachsuchte,
dass er am 16. Februar 2006 im Transitzentrum Altstätten und am 9. März 2006 durch die zuständige kantonale Behörde zu den  angehört wurde,
dass der Beschwerdeführer zur Begründung seines Asylgesuches im Wesentlichen vorbrachte, als aus B_ stammender Kurde sei er in seinem Heimatland in verschiedener Hinsicht derartigen Schikanen ausgesetzt gewesen, dass ihm ein Leben dort nicht mehr lebenswert erschienen sei,
dass die Einwohner von B_ von den türkischen Sicherheitskräften seit vielen Jahren im Zusammenhang mit dem Kampf gegen die PKK ständig unter Druck gesetzt, belästigt, schikaniert und geschlagen würden,
dass er sich dieser allgemein unsicheren Lage durch eine Umsiedlung nach C_ im Jahre 1989 entzogen und dort eine Arbeitsstelle in einer Strassenbaufirma angetreten habe,
dass eines Tages zwei Arbeitskollegen wegen Verteilens von Publikationen verhaftet worden seien und ihm kurz darauf wegen  illegalen Ansichten gekündigt worden sei,
dass er sich politisch nicht betätigt habe, jedoch einer seiner Cousins bei der PKK tätig gewesen sei,
dass er im Jahre 1992 anlässlich einer Razzia in der Wohnung, die er mit zwei Brüdern seines vorerwähnten Cousins bewohnt habe, für zwei Tage festgehalten worden sei,
dass er Mitte der neunziger Jahre nach B_ zurückgekehrt sei,
dass er in der Folge wegen Verdachts der Unterstützung der  zirka zehnmal - so letztmals im Jahre 1999 - auf den Gendar-
Seite 2
E-7792/2007
merieposten gebracht und unter Gewaltanwendung verhört, jedoch  nach kurzer Zeit wieder frei gelassen worden sei,
dass er im Jahre 2002 von Soldaten zusammengeschlagen worden sei, nachdem PKK-Anhänger auf seinem Feld Munition versteckt  und dies entdeckt worden sei,
dass er sich Ende des Jahres 2004 wiederum nach C_ und später nach Istanbul begeben habe, bevor er im Januar 2006 sein Heimatland verlassen habe,
dass auf die weiteren Ausführungen des Beschwerdeführers auf die Akten zu verweisen ist,
dass sich der Beschwerdeführer am 21. Juni 2006 mit einer  verheiratete,
dass das BFM mit Verfügung vom 17. Oktober 2007 feststellte, der  erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht und das  ablehnte,
dass die Vorinstanz zudem festhielt, der Entscheid über den weiteren Aufenthalt oder eine allfällige Wegweisung falle in die Zuständigkeit der kantonalen Behörden,
dass für die Begründung auf die vorinstanzliche Verfügung und, soweit entscheidwesentlich, auf die nachfolgenden Erwägungen verwiesen wird,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 19. November 2007 die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Gewährung von Asyl, eventuell die Anordnung der vorläufigen Aufnahme beantragt,
dass er in prozessualer Hinsicht um Gewährung der Einsicht in die Akten A13/1, A17/1, A18/2, A19/1 und A23/1 und um Nachfrist zur  ersucht,
dass er beantragt, es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten,
dass auf die Begründung der Rechtsbegehren, soweit , in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen ist,
Seite 3
E-7792/2007

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden  Verfügungen (Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) des BFM auf dem Gebiet des Asyls entscheidet (Art. 105 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] i.V.m. Art. 31 - 34 des Bundesgesetzes über das Bundesverwaltungsgericht vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde  ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass auf seine frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde  ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 und 52 VwVG),
dass mit der Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen  und die Unangemessenheit gerügt werden kann (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass die vorliegende Beschwerde - wie sich aus den nachstehenden Erwägungen ergibt - offensichtlich unbegründet ist, weshalb auf einen Schriftenwechsel verzichtet werden kann und der  summarisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG),
dass die Schweiz Flüchtlingen unter Vorbehalt von Ausschlussgründen auf Gesuch hin Asyl gewährt (vgl. Art. 2 Abs. 1 und Art. 49 AsylG),
dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest  gemacht werden muss (Art. 7 Abs. 1 AsylG) und jenen Personen zukommt, welche in ihrem Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen  ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG),
Seite 4
E-7792/2007
dass das BFM die Nichtzuerkennung der Flüchtlingseigenschaft und die Ablehnung des Asylgesuchs im Wesentlichen damit begründete, für die Bestimmung der Flüchtlingseigenschaft sei der Zeitpunkt des Asylentscheides massgebend,
dass die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Vorkommnisse im Zeitpunkt seiner Ausreise aus dem Heimatland mehr als vierzehn  sechs und drei Jahre zurückgelegen hätten und  nicht als unmittelbaren Anlass für die Ausreise gewertet werden könnten,
dass es sich zudem um Vorkommnisse von geringer Eingriffsdauer und -intensität gehandelt habe, in deren Folge ihm keine weiteren  erwachsen seien,
dass er laut seinen eigenen Angaben sein Dorf Ende des Jahres 2004 verlassen habe und im Jahre 2005 keine Schwierigkeiten mehr mit den heimatlichen Behörden gehabt habe,
dass sich aus den Akten auch keine Anhaltspunkte ergeben würden, wonach er im Zeitpunkt seiner Ausreise irgendwelche asylrechtlich  Nachteile zu befürchten gehabt hätte, zumal er selber  nicht tätig gewesen sei,
dass die von ihm geltend gemachten Nachteile daher asylrechtlich  seien,
dass es ihm zudem zumutbar gewesen wäre, sich den lokal  Schwierigkeiten durch einen Wegzug in einen anderen Landesteil, zum Beispiel nach C_ oder Istanbul, zu entziehen,
dass er während einigen Jahren in C_ gewohnt habe, zu dieser Stadt offenbar weiterhin Kontakt pflege, da er eigenen Angaben zu Folge auch dort registriert sei und sein Nüfus dort im Jahre 2003 ohne Schwierigkeiten ausgestellt worden sei,
dass er sich zudem vor seiner Ausreise ohne Schwierigkeiten mehrere Monate in Istanbul aufgehalten habe und dort zwei Schwestern von ihm wohnen würden,
Seite 5
E-7792/2007
dass somit für ihn kein Grund bestanden habe, in der Schweiz um  und Schutz vor Verfolgung zu suchen, weshalb er die  nicht erfülle und das Asylgesuch abzulehnen sei,
dass der Beschwerdeführer aufgrund der Ehe mit einer Schweizerin grundsätzlich einen Anspruch auf Erteilung einer  habe und es in die Zuständigkeit der kantonalen  falle, den Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung konkret zu beurteilen und sich die Vorinstanz hierfür auf die  gemäss Entscheidungen und Mitteilungen der  Asylrekurskommission / EMARK 2001 Nr. 21 stützt,
dass die Ausführungen in der Beschwerde nicht geeignet sind, an den Erwägungen in der vorinstanzlichen Verfügung etwas zu ändern,
dass sich diese im Wesentlichen in einer Wiederholung und  der Authentizität der mündlichen Vorbringen zur Begründung des Asylgesuchs erschöpfen, ohne indessen in substanziierter und  Weise zu den Erwägungen des BFM in der angefochtenen  Stellung zu nehmen,
dass das Vorbringen des Beschwerdeführers in der , allein schon aufgrund seines Herkunftsortes B_i könne er weder in einer anderen Stadt der Türkei Arbeit finden noch dort unbehelligt leben, da er als registrierter PKK-Unterstützer von den Sicherheitskräften überall behelligt würde, offenkundig nicht stichhaltig ist, da klarerweise nicht von einer Kollektivverfolgung von aus B_ Stammenden gesprochen werden kann und aufgrund der Aktenlage keine Hinweise ersichtlich sind, wonach der Beschwerdeführer einer landesweiten einschlägigen Registrierung und somit unweigerlich ernsthaften Nachteilen unterworfen wäre,
dass daran auch der Verweis auf einen Zeitungsartikel vom 3. Juli 2000 betreffend seinen Bruder und der Hinweis, sein in C_ lebender Bruder werde oft von Sicherheitsbehörden und türkischen nationalistischen Kreisen behelligt und müsse deshalb immer den Aufenthaltsort wechseln, an obiger Einschätzung nichts Entscheidwesentliches zu ändern vermögen,
dass der Beschwerdeführer auch nicht substanziiert darzulegen , inwiefern er wegen seiner entfernteren Verwandtschaft zu  bei der PKK tätigen Cousin von den türkischen Behörden unter
Seite 6
E-7792/2007
Druck gesetzt worden wäre, weshalb eine auch eine diesbezügliche Reflexverfolgung ausgeschlossen werden kann,
dass das BFM folglich das Asylgesuch des Beschwerdeführers zu Recht abgelehnt hat,
dass das BFM in seiner Verfügung zu Recht feststellte, dass es in die Zuständigkeit der kantonalen Migrationsbehörden falle, den Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung konkret zu beurteilen und sich somit zu Recht nicht zur Wegweisung und zum  an sich geäussert hat,
dass der Beschwerdeführer in der Rechtsmitteleingabe dagegen auch nichts vorbringt,
dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist, darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder unangemessen sei (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde im vereinfachten Verfahren abzuweisen ist,
dass der Antrag um Gewährung der Akteneinsicht in die Akten A13/1, A17/1, A18/2, A19/1 und A23/1 und das Gesuch um Ansetzung einer Nachfrist zur Beschwerdeergänzung abzuweisen sind,
dass der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang geltend macht, er habe anlässlich der Aktenedition durch das BFM nicht alle Akten  und kenne deshalb den Inhalt dieser Akten nicht,
dass festzustellen ist, dass die Vorinstanz anlässlich der  vom 14. November 2007 zu Recht erkannt hat, es handle sich bei diesen um interne Akten, die dem Einsichtsrecht nicht unterstehen würden,
dass es sich bei A13/ 1 um eine interne Notiz bezüglich der aktuellen Wohnadresse des Beschwerdeführers, bei A17/1 um eine  des Untersuchungsrichteramtes III Bern-Mittelland, bei A18/2 um ein Begleitschreiben des BFM zur Aktenedition des  des Transitzentrums Altstätten vom 16. Februar 2006 an das Untersuchungsrichteramt III Bern-Mittelland, bei A19/1 um  amtsinternen Auszug aus dem ZAR und bei A23/1 um den  Kopienverteiler der Verfügung vom 17. Oktober 2007 handelt,
Seite 7
E-7792/2007
dass es sich bei diesen Akten somit allesamt nicht um Akten handelt, die in irgendeiner Richtung auf die vorinstanzliche Entscheidfindung oder auf die Beurteilung auf Rechtsmittelebene Einfluss nehmen ,
dass der Antrag auf Verzicht der Erhebung eines Kostenvorschusses mit vorliegendem Urteil gegenstandslos ist,
dass die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- bei diesem  (Art. 2 und 3 des Reglements über die Kosten und  vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 11. Dezember 2006 [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
Seite 8
E-7792/2007