Decision ID: 3cc1e35e-f588-4d65-93af-9f474d926f0d
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1959, arbeitete
nach eigenen Angaben
ab dem
1.
Oktober 2014
in einem 60%-Pensum
für die
Y._
(
Urk.
3/3/1).
Nach dem Ende dieses Arbeitsverhältnisses (Lohn
anspruch bis 1
3.
Februar 2015) schloss er mit der Suva eine
Abredeversicherung
mit Wirkung
vom 1
6.
März bis 1
5.
September 2015
ab (
Urk.
3/3/3).
Mit Schaden
meldung vom
18
.
September 2015
meldete
er
der
Suva
, dass er
am
2
8.
August 2015
mit dem Velo gestürzt sei und auf die rechte Schulter und das rechte Knie gefallen sei
(Urk.
3
/
3/
1
, vgl.
Urk.
3/3/10;
Aktenverzeichnis
zu
Urk.
3/3/1-93
).
Die Suva erbrachte
zunächst
Heilbehandlungs- und Taggeld
leistungen (
Urk.
3/3/16).
1.2
Denselben Unfall
meldete
X._
am
1
1.
November 2015 der
AXA
Ver
sicherung AG (nachfolgend:
AXA
)
. In der Unfallmeldung wurde
angege
ben, dass er
seit
1.
Juni 2013
bei
der
Z._
in eine
m
40%-Pen
sum
als
“Betriebsfach
mann, Event Organisator“ angestellt sei
und dabei einen Lohn (inkl. Anteil 13. Monatslohn sowie Ferien- und Freitagegeld) von Fr.
5'610.60 pro Monat erzielt habe (
Urk.
13/A1)
.
1.3
Auf entsprechende Auf
forde
rung hin reichte der Beschwerde
führer der Suva am 1
8.
Januar 2016 seinen Arbeitsvertrag mit der
Z._
vom 1
8.
März 2015, die Lohnab
rechnung 2015 sowie die Kündi
gung des Arbeitsver
hältnisses durch die
Z._
per 30. Septem
ber 2015 (
Urk.
3/3/28) ein. Nach Prüfung dieser Unter
lagen teilte
ihm
die Suva am 1
9.
Januar 2016 mit, dass nicht sie, sondern die
AXA
aufgrund des Unfalles vom 2
8.
August 2015 leistungspflichtig sei
(
Urk.
3/3/29).
Alsdann machte sie gegenüber der
AXA
mit Schreiben vom 2
8.
Januar 2016
einen
Rückforderungs
anspruch
bezüglich der bisher erbrachten Unfallversicherungsleistungen
geltend (
Urk.
3/3/31).
1.
4
Nach einer ersten Prüfung des Sachverhalts teilte die
AXA
X._
am 2. Februar 2016
mit, dass sie für die Folgen des Unfalls vom 2
8.
August 2015
leistungspflichtig sei
(
Urk.
13/A
19
). Daraufhin verlangte
er
, dass bei der Berechnung des Taggelds nicht nur sein
Salär
bei der
Z._
, sondern auch sein bei der
Y._
erzieltes Einkom
men zu berück
sich
tigen sei (
vgl.
Urk.
13/
A22-
A26
).
Bei ihren weiteren Abklärun
gen erhielt die AXA
von
X._
und der
Z._
diverse Unter
lagen
zum gel
tend gemachten Arbeitsverhältnis
(vgl. Urk. 13/A39
-41
, Urk.
13/A48
, Urk.
13/
A
59
-60
)
.
Alsdann for
derte sie die
Z._
am 2
2.
Februar
und
2.
März
2016 auf,
wei
tere Unterlagen
einzureichen
, insbeson
dere auch
die
Arbeitsrapporte
von
X._
(
Urk.
13/A65
,
Urk.
13/A85
).
Nach weiterer Korrespondenz
lehnte die AXA
ihre Leistungs
pflicht für die Folgen
des
Unfalles vom 28. August 2015
m
it Verfügung vom 9. März 2016
ab
. Zur
Begründung
führte sie aus
, dass bei ihr keine Versiche
rungs
deckung bestehe, da
aufgrund der ihr vorliegenden Unterlagen
der Nach
weis
einer
Anstellung bei der
Z._
im Unfallzeitpunkt nicht er
bracht worden sei (
Urk.
13/A98
). Dage
gen erhoben
X._
und
die Suva
am 9. März beziehungs
weise am 18. April 2016 jeweils Einsprache (
Urk.
13/A117, Urk.
13/A120
). Mit
Einsprachee
ntscheid
vom 15. No
vember 2016 wies die
AXA
die Einsprachen ab (vgl. Urk. 2; Urk. 2/1 im Prozess UV.2016.00290).
2
.
2.1
Dagegen erhob
X._
am 14. Dezember 2016 Beschwerde und bean
tragte sinngemäss, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, für die Fol
gen des Unfalls vom 28. August 2015 Versicherungsleistungen zu erbringen (Urk. 1 S. 1).
Am 15. Dezember 2016 erhob die
Suva
ebenfalls Beschwerde und bean
tragte, in Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom 15. November 2016 sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, in Anerkennung der
Ver
sicherungs
deckung
X._
die gesetzlichen Versicherungsleistungen im Zu
sammenhang mit dem Unfallereignis vom 28. August 2015 zu erbringen (Urk. 1 S. 2 im Prozess UV.2016.00290).
2.2
Mit Verfügung vom 2
1.
Dezember 2016 wurde der Prozess UV.2016.00290 in Sachen
Suva
gegen
AXA
mit dem vorliegenden Prozess UV.2016.00287 verei
nigt und unter dieser Prozessnummer weitergeführt. Der Prozess UV.2016.00290
wurde als da
durch erledigt abgeschrieben (
Urk.
4). Dessen Akten werden im vorliegenden Prozess als
Urk.
3/0-4 geführt.
2.3
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
April 2017 Abweisung der Beschwerden (
Urk.
12
, unter Beilage ihrer Akten [
Urk.
13/A1-139,
Urk.
13/M1-10
).
2.
4
Mit Verfügung vom 1
9.
April 2017 wurde ein zweiter Schriftenwechsel ange
ordnet (
Urk.
14).
Auf Gesuch des Beschwerdeführers 1 vom 2
6.
Mai 2017 hin (
Urk.
16)
,
wurde ihm die
Frist zur Einreichung einer Replik am 2
9.
Mai 2017 bis 1
5.
Juni 2017 erstreckt (
Urk.
18). In der Folge beantragte der nunmehr anwalt
lich vertretene Beschwerdeführer
1
mit Eingabe vom 1
4.
Juni 2017
eine
weitere
Fristerstre
ckung bis
1
6.
August 2017 und ersuchte ferner um Gewährung der unentgeltli
chen Rechtspflege (
Urk.
20).
Mit
Ver
fügung vom 1
6.
Juni 2017
wurde die Frist bis zur Einreichung der Replik
bis 3
0.
Juni 2017
erstreckt
.
Innert derselben Frist hatte er
ausserdem
sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zu substantiie
ren (
Urk.
22). Mit Eingabe vom 3
0.
Juni 2017
beantragte
der Rechtsver
treter des Beschwerde
führers
1
, dass die Frist zur Einreichung der Replik
bis 1
6.
August 2017
erstreckt werde
(
Urk.
24). Mit Eingabe vom selben Tag
nahm
der Beschwerdeführer
1
zur Beschwerde
antwort
vom 1
2.
April 2017
(
Urk.
12)
Stel
lung, reichte weitere Unterlagen (
Urk.
26/1-4)
ein und beantragte unter ande
rem,
es
sei
ihm
für die “Ergänzung der Replik“
eine
“
Nachfrist bis zum 16. August 2017
“
zu gewähren (
Urk.
25)
.
Daraufhin wurde
die Frist zur Erstat
tung der Replik
mit Verfügung vom 5. Juli 2017
im Sinne einer Notfrist bis zum 1
2.
Juli 2017 erstreckt. Sodann wurde
das
Gesuch
des Beschwerdeführers 1
vom 1
4.
Juni 2017
um Bestellung eines unentgelt
lichen Rechtsvertreters abgewiesen (
Urk.
28).
Mit Eingabe vom 1
2.
Juli 2017 führte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
1
im Wesentlichen
aus, gestützt auf die
bis
herige
n
Aus
führungen und die ein
gereichten Unterlagen
sei der Beweis dafür erbracht, dass
d
er
Beschwerdeführer 1
bei der
Z._
angestellt gewesen sei (
Urk.
30).
Die Beschwerdeführerin 2 erklärte mit Eingabe vom 2
3.
August 2017, sie ver
zichte auf eine Replik und halte an ihren Anträgen fest (
Urk.
31).
Die Beschwerdegegnerin hielt mit Duplik vom 2
8.
September 2017 ebenfalls an ihren Anträgen fest (
Urk.
34).
2.5
Mit Verfügung vom
2.
Oktober 2017 wurde den Beschwerdeführenden je ein Dop
pel der Duplik der Beschwerdegegnerin vom 2
8.
September 2017 (
Urk.
34) zugestellt (
Urk.
35).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestim
mungen des Bundes
gesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verord
nung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechts
normen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall
soll
sich am 2
8.
August 2015 ereignet
haben
, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorlie
genden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1
.2
Nach Art. 1a Abs. 1 UVG (ab 1. Januar 2017: Art. 1a Abs. 1
lit
. a UVG) sind die in der Schweiz beschäftigten Arbeitnehmer, einschliesslich der Heimarbeiter, Lehrlinge, Praktikanten, Volontäre sowie der in Lehr- oder Invalidenwerkstätten tätigen Personen obligatorisch versichert. Als Arbeitnehmer gilt, wer eine un
selbständige Erwerbstätigkeit im Sinne des Bundes
gesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVG) ausübt (Art. 1 UVV).
1
.
3
Gemäss
Art.
6
Abs.
1 UVG werden
-
soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt
-
die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nicht
berufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt.
Als
Nichtberufsunfälle gelten alle Unfälle (
Art.
4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG), die nicht zu den
Berufsunfälle
n
(
Art. 7
UVG
)
zählen
.
Teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmer, deren wöchentliche Arbeitszeit bei einem Arbeitgeber mindestens acht Stunden be
t
rägt, sind
auch gegen Nichtberufsunfälle
versichert
(
Art.
13
Abs.
1
UVV).
1
.
4
Gemäss
Art.
3
Abs.
2 UVG endet die Versicherung mit dem 3
0.
Tag
nach dem
Tage, an dem der Anspruch auf mindestens den halben Lohn aufhört.
Der Ver
sicherer hat dem Versicherten jedoch die Möglichkeit zu bieten, die Ver
sicherung durch besondere Abrede bis zu 180 Tage zu verlängern (
Art.
3
Abs.
3 UVG). Abreden mit dem Versicherer über die Verlängerung der Nicht
berufsunfallversicherung müssen einzeln oder kollektiv vor dem Ende dieser Versicherung getroffen werden (
Art.
8 UVV).
1.5
Bei Nichtberufsunfällen erbringt derjenige Versiche
rer die Leistungen
, bei dem der Verunfallte zuletzt auch gegen Berufs
unfälle versichert war (
Art. 77 Abs. 2 UVG;
vgl. auch Art. 99 Abs. 2 Satz 1 UVV betreffend Leistungspflicht bei Ver
sicherten mit mehreren Arbeitgebern)
.
1.6
Zu berücksichtigen ist ferner, dass die freiwillige
Abredeversicherung
nach Art. 3 Abs. 3 UVG nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts keinen eigen
ständigen Versicherungscharakter besitzt. Vielmehr verlängert die Abrede ledig
lich eine bestehende obligatorische Versicherungsdeckung, womit der
Abrede
versicherung
- wie der Versicherung durch Nachdeckung gemäss
Art.
3
Abs.
2 UVG - Auffangcharakter zukommt. Daran ändert auch die Freiwilligkeit des Ab
schlusses nicht.
Art.
3
Abs.
3 UVG bezweckt die Verhinderung von Ver
siche
rungslücken für Personen, die nach Beendigung eines Arbeitsverhältnisses län
ger als 30 Tage keine neue Stelle antreten, da sie ohne getroffene Abrede über keinen Versicherungsschutz verfüg
ten. Sobald indessen wiederum ein solcher Schutz vorhanden ist, ist die neue Versicherung zuständig, selbst wenn im Unfallzeitpunkt eine
Abredeversicherung
besteht, da diese nicht mehr not
wendig ist. Der Arbeitnehmer der ohne Unterbruch aus einem alten in ein neues Arbeitsverhältnis übertritt, kann ebenfalls nicht geltend machen, es bestünde im Rahmen der
Abredeversicherung
gemäss
Art.
3
Abs.
3 UVG ein Ver
siche
rungs
schutz beim ersten Arbeitgeber. Verunfallt er, hat der Versicherer des neuen Arbeitgebers zu leisten, auch wenn diese Leistungen
allenfalls tiefer sind, als jene bei der Versich
erung des früheren Arbeitgebers. Da es um das Zusam
men
wirkungen von freiwilliger und obligatorischer Versicherung geht, ist
Art.
77
Abs.
2 UVG nicht anwendbar (Urteil des Bundesgerichts U 286/02 vom 1
6.
September 2003 E. 3.1 f.).
1.7
Gemäss höchstrichterlicher Praxis muss der für die Beurtei
lung er
hebliche Sach
verhalt mit dem im Sozialversicherungs
recht üblichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlich
keit ausgewiesen sein (BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
). Unter meh
reren behaupteten oder in Be
tracht fallenden Sachverhalten stellt das Gericht auf denjenigen ab, der ihm am wahrschein
lichsten erscheint.
1
.
8
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungs
rechts in der Regel auf die “Aussagen der ersten Stunde“ ab, denen in beweis
mässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungs
recht
licher oder
anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
1.9
Das Versicherungsgericht stellt unter Mitwirkung der Parteien die für den Ent
scheid erheblichen Tatsachen fest; es erhebt die notwendigen Beweise und ist in der Beweiswürdigung frei (Art. 61
lit
. c ATSG; § 23 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
,
GSVGer
). Der Untersuchungs
grund
satz besagt, dass das Gericht von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des Sachverhalts zu sorgen hat, was allerdings den Versicherten nicht davon ent
bindet, im Rahmen der ihm obliegenden Mitwirkungspflicht seinerseits zur Fest
stellung des Sachverhalts beizutragen. Das Gericht darf dabei eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn es von ihrem Bestehen überzeugt ist. Sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, hat es beim Fehlen klarer Beweise nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit darüber zu befinden, ob eine Tatsache als be
wiesen oder unbewiesen zu gelten hat. Dabei genügt die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes den Beweisanforderungen nicht. Beizufügen bleibt, dass der Untersuchungsgrundsatz die Beweislast im Sinne der Beweis
führungslast begriffsnotwendig ausschliesst. Die Parteien tragen mithin in der Regel eine Beweislast nur insofern, als sie im Falle der Beweislosigkeit der Ent
scheid zuungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten will (BGE 115 V 38 E. 2b).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen
ist
, ob die Beschwerdegegnerin für
die Folgen des
Unfall
s
vom 28.
August 2015 leistungspflichtig ist.
2.2
Mit angefochtenem
Einspracheentscheid
vom 1
5.
November 2016 erwog die Beschwerdegegnerin, unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Unter
lagen könne die Anstellung des Beschwerdeführers 1 bei der
Z._
im Rahmen des Arbeitnehmerstatus nicht mit dem geforderten Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden
(Urk. 2 S. 6
, 8
-9
)
.
Vielmehr sei davon auszugehen, dass die geltend gemachte Anstel
lung vom
1.
April bis 3
0.
September 2015 bei der
Z._
nicht wirklich bestanden ha
b
e und die zum Nachweis der genannten Anstellung
ein
gereichten Unterlagen, wie der Arbeitsvertrag, die Kündigung, die Lohnab
rech
nungen, die Quittungen, die AHV-Deklarationen, nicht echtzeitlich erstellt, sondern im Nachhinein zusammengetragen
worden seien
(
Urk.
2 S. 7-8).
Es würden die zur Deckungsbeurteilung notwendigen Dokumente wie die Buchhal
tungsunterlagen der GmbH, Kontoauszüge Bank/Post mit nachvoll
zieh
baren Eingängen und Belastungen von Waren und Lohnzahlungen, Steuer
unterlagen der GmbH sowie und/oder privat und echtzeitliche AHV Deklaratio
nen fehlen, weshalb nicht von einer Anstellung zum Unfallzeitpunkt ausge
gan
gen werden könne
(
Urk.
2 S. 6)
.
Sämtliche zur Verfügung stehende
n
Dokumente seien einer
seits nicht echtzeitlich erstellt
worden
und würden anderseits aufgrund von Wider
sprüchlichkeiten in beweisrechtlicher Hinsicht nicht genügen (
Urk.
2 S. 8).
Eine Versicherungsdecku
ng müsse daher abgelehnt werden
(
Urk.
2 S. 6)
.
Im vor
liegenden Verfahren brachte die Beschwerdegegnerin
ausserdem
vor, dass weder der für das Jahr 2014 noch der für das Jahr 2015 deklarierte Lohn dem vom Beschwerdeführer
1
in den betreffenden J
ahren angeblich erwirtschafteten
Salär entsprechen würden. Der Beschwerdeführer
1
habe nachträglich zu Beweis
zwecken erstellte Urkunden eingereicht. Im Übrigen erscheine die Lohner
hö
hung im Jahr 2015 von über 80
%
bei gleichgebliebener Position und gleich
bleibendem Pensum in Anbetracht der Umstände (Streit mit dem Ver
mieter der Geschäfts
räume bzw. des Lokals, [drohende] Kündigung der Geschäftsräume etc.) aus wirtschaftlicher Sicht nicht nachvollziehbar (
Urk.
34 S. 4)
. Dass sich die Geschäftsleitung eines kaufmännischen Unternehmens dazu verpflichte, einen Event-Organisator mit einem Arbeitsaufwand von durch
schnitt
lich 25 Stunden pro Monat, das heisst 6.25 Stunden pro Woche, in einem 40%-Pensum anzustellen und ihm einen fixen Monatslohn von
Fr.
5'610.60 (statt den bis dahin vereinbarten
Fr.
3'049.25) zu bezahlen, erscheine aus unternehme
rischer Sicht äusser
s
t unglaubwürdig (
Urk.
34 S. 5).
2.
3
Der Beschwerdeführer 1 bringt
im Wesentlichen vor, er habe mit der
Z._
per
1.
April 2015 einen neuen Arbeitsvertrag unter
zeichnen kön
nen.
Wegen “Zwischenfällen“ in den Geschäftsräumlichkeiten der Gesellschaft sei ihm am 1
8.
Juli 2015 per 3
0.
September 2015 gekündigt wor
den. Am 2
8.
August 2016 (richtig: 2015) habe sich der Unfall ereignet. Im damaligen Zeitpunkt sei er mithin bei der Beschwerdegegnerin gegen die Folgen von Unfällen versichert gewesen (
Urk.
1 S. 2). Nachdem er davon erfahren habe, dass die Löhne der
Z._
nicht in seinem individuellen Konto (IK) eingetragen
seien
, habe er sich deswegen bei der Sozialversiche
rungsanstalt erkundigt. Dabei sei festgestellt worden, dass die Löhne “falsch verbucht“ wor
den seien. Zugleich habe die
Z._
die Lohn
deklaration 2015 ausgefertigt. Am
3.
März 2016 habe er dann einen aktuali
sierten IK-Aus
zug
erhalten
, welchen er der Beschwerdegegnerin gleichentags eingereicht habe (
Urk.
1 S. 2
,
Urk.
25 S. 5
).
Die Löhne für das Jahr 2014 und 2015
seien
sodann auch bei der Beschwerdegegnerin deklariert worden, welche darauf Prämien er
hoben habe (
Urk.
25 S. 3).
Schliesslich
sei darauf hinzuweisen, dass es der Geschäftsleitung der
Z._
wegen finanziellen Schwierig
keiten nicht möglich ge
wesen sei, die Buchhaltung der Gesellschaft nachzu
führen. Die Löhne der Mitar
beiter seien jeweils auf Anfang des nächsten Monats mittels Barauszahlungen abge
rechnet
worden, wofür
Quittungen ausgestellt worden
seien
(
Urk.
1 S. 3).
2.4
Die Beschwerdeführerin 2 macht im Wesentlichen geltend, dass diverse Akten vorliegen würden, welche auf ein Arbeitsverhältnis zwischen dem Beschwerde
führer 1 und der
Z._
schliessen lassen würden. Hinzuweisen sei insbesondere auf die zwei Arbeitsverträge vom 1
6.
Mai 2013 und 1
8.
März 2015 und die schriftliche Kündigung sowie die Quittungen der Lohnzahlungen aus dem Jahr 201
5.
In solchen Fällen würden kaum Zweifel bestehen, dass es sich um einen Arbeitnehmer im Sinne von
Art.
1a
Abs.
1 UVG handle. Daran ändere auch nichts, dass der Lohn bar ausbezahlt worden sei, bestehe doch kei
ne Verpflichtung, von einer anderen Zahlungsart Gebrauch zu machen (
Urk.
3/1 S. 2).
Anzufügen sei s
odann, dass gemäss IK-Auszug von der
Z._
im Jahr 2015 Lohnbeiträge auf einem Erwerbseinkommen von
Fr.
48‘509
.-- entrichtet worden seien.
Im Übrigen sei auch von der Arbeitslo
senkasse nicht angezweifelt worden, dass ein Arbeitsverhältnis bestanden habe. Schliesslich sei die fehlende beziehungsweise mangelhafte Buchhaltung der
Z._
für die Beurteilung der Frage nach der Versicherungsde
ckung nicht von Belang, da sich in den Akten bereits Belege für ein Arbeitsver
hältnis finden lassen würden.
Zudem dürften die diesbezüglichen Versäumnisse seiner Arbeitgeberin nicht zum Nachteil des Beschwerdeführers 1 gereichen (
Urk.
3/1 S. 3).
3.
3.1
Beim vorliegend zu beurteilenden Unfall vom 2
8.
August 2015 handelt es sich
um
einen Nichtberufsunfall.
In der
Unfallmeldung vom 1
1.
Novem
ber 2015
wurde
ausgeführt
, dass
der Beschwerdeführer
1
am Tag des Unfalls
bis 19.00 Uhr
gearbeitet
habe. Der Unfall habe sich um 20.30 Uhr ereignet
(Urk.
13/A1).
Der Beschwerdeführer
1
gab
sodann gegen
über der Beschwerdeführer
in
2
an, dass er beim Velofahren (“Biken“)
im Wald
gestürzt sei
(
Urk.
3/3/8)
.
Zu prüfen ist daher,
ob
der Beschwerdeführer
1
bei der
Z._
zu mindestens 8 Stunden pro Woche beschäftigt war, womit gemäss
Art. 13 Abs.
1
UVV
bei der Beschwerdegegnerin
auch eine Versicherung gegen
die Folgen von
Nichtberufsunfällen
bestehen würde
.
3.2
3.2.1
Ge
mäss dem vom 1
6.
Mai 2013 datieren
den Arbeitsvertrag wurde der Beschwerdeführer
1
bei der
Z._
ab dem
1.
Juni 2013
in einem 40%-Pensum
beziehungsweise einer Arbeitszeit von 71 Stunden pro Monat
als “Betriebsfachmann
-
Event Organisa
tor“
eingesetzt und dafür mit
einem Bruttolohn
(inkl. Ferien- und Feiertagsent
schädigung sowie Anteil am 1
3.
Monatslohn) von
Fr.
3‘049.25 ent
schädigt
(Beilage zu
Urk.
13/A60)
.
Sodann findet sich bei den Akten ein vom 1
8.
März 2015 datierender Arbeitsvertrag
,
ge
mäss welchem der Beschwerdeführer 1 ab
1.
April 2015 bei unverändertem Arbeitspensum jedoch nur noch für leichte Arbeiten ohne Trag- und Hebearbei
ten einen Monatslohn von brutto
Fr.
5‘610.60 erhielt (Beilage zu
Urk.
13/A60).
Gemäss Auszug aus dem Handelsregister des Kantons Zürich vom 15. Dezember 2015 bezweckte die
Z._
die
“
Führung von Gastgewerbe
betrieben,
Takeaway
, Lebensmittel sowie Arbeitsvermittlung und das Erbringen entsprechender Dienstleistungen in diesem Zusammenhang
“
. Als
deren
einziger Gesellschafter und Geschäfts
führer
amtete
A._
(Beilage zu Urk. 13/A46).
Dieser beschrieb
die
Tätigkeit des Beschwerdeführers 1
für die
Z._
wie folgt:
“Events“
organisieren
und
bei der Montage und Demontage
helfen
. Zudem habe er sehr viel “Frontarbeit“ geleistet und sei
ne “Freizeit in das
Cafe
investiert
“
(
Schreiben
von
A._
an die Beschwerdegegnerin vom 15. Februar 2016 [
Urk.
13/A60
]
).
Am 1
8. Juli 2015 kündigte die
Z._
das Arbeitsverhältnis mit dem Beschwer
deführer 1 per 30.
September 201
5.
Zur Begründung wurde angeführt, dass
der Ver
mie
ter
den Mitarbeitern der
Z._
keinen Zutritt zu den von der Gesellschaft
gemieteten Räumlich
keiten
(Kaffee “
Z._
“ und Büro
in
B._
, vgl. den Mietvertrag vom 2
7.
August 2010 [Beilage zu Urk.
13/A79])
mehr gewähre
n würde
(Beilage zu
Urk.
13/A60).
Diesbezüglich führte
A._
in seinem Schreiben an die Beschwerde
geg
nerin vom 15. Februar 2016
aus,
dass die Gesellschaft
-
nach dem Verlust die
ser Räumlichkeiten -
ab Sommer 2015 verschiedene “temporäre Lokalitäten“ mieten und sämtliche Produkte habe ersetzen müssen, damit sie wenigstens die geplanten “Events“
habe
durchführen können (Urk. 13/A60)
.
Am 2
4.
Februar 2016 teilte
A._
der Beschwerdegegnerin
sodann
mit, dass
der Beschwerde
führer 1, nachdem
das Lokal wegen Streitigkeiten mit dem Ver
mieter habe geschlossen werden müsse
, zwar
in der gleichen Ortschaft ein neues Lokal gefunden
habe,
dieses aber nicht erfolgreich “gelaufen“
sei.
Der Beschwerdeführer 1
habe noch zwei bis drei Hilfspersonen, die er auf Abruf ein
stelle (
Urk.
13/A72).
3.2.2
Der Beschwerdeführer 1 selbst machte am 1
1.
Februar 2016 geltend, dass er noch bis August 2015 für die
Z._
gearbeitet habe. Im Juli und August 2015 seien noch “Events“ organisiert und durchgeführt worden (Urk. 13/A74/6). In den Akten findet sich eine vom 2
2.
August 2016 datieren
de und vom Beschwerdeführer 1 unterzeichnete Quittung, wonach er für die Orga
nisa
tion der Küche und das Ein
richten vom 13. bis 1
7.
August 2015 sowie das Kochen und den Service wäh
rend z
wei Tagen “pauschal“ Fr. 2'500.--
erh
alten habe
(Urk. 13/A71). Im
Einspracheverfahren
reichte der Beschwerdeführer
1
sodann vo
n
ihm und
A._
unter
zeich
nete, hand
schriftlich verfasste
“Arbeitsrapporte“
ein, wonach der Beschwerde
führer 1 im Jahr 2015 im Januar 15 Stunden, im Februar 6 Stunden, im März 17 Stunden, im April 32 Stunden, im Mai 47 Stund
en, im Juni 18 Stunden, im Juli
21 Stunden und im August 43 Stunden für die
Z._
gearbeitet haben soll (Beilagen 16-18 zur Einsprache vom
7.
April 2016 [
Urk.
13/A117]).
3.3
3.3.1
Damit ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer
1
vor dem Unfall
vom 2
8.
August 2015
im Jahr 2015 die in den Arbeitsverträgen vom 1. Juni 2013 und 18. März 2015 (Beilage zur Urk. 13/A60) vereinbarten 71 Arbeitsstunden pro Monat nicht geleistet hat. Etwas
anderes
ergibt sich auch nicht aus den
vom Beschwerdeführer 1
und
A._
einge
reichten Lohnabrech
nungen der Jahre 2013 bis 2015 (
Urk.
13/A40
, Urk. 13/A60
)
,
wurde dort
doch
unter “Arbeitszeitkontrolle“
jeweils
keine Arbeitszeit fest
ge
halten. Ebenso wenig wurden in der Arbeitgeberbeschein
ig
ung zuh
anden der Arbeitslosenkasse An
gaben zur ver
traglichen Normalarbeit
s
zeit des Beschwerdeführers
1
gemacht (Beilage zu Urk. 13/A60). Weder die Arbeitsverträge noch die Lohnabrech
nun
gen noch die Arbeitgeberbeschein
ig
ung
lassen
somit
Rückschlüsse darauf zu, wieviel der Beschwer
deführer
1
vor dem Unfall vom 2
8.
August 2015 tatsäch
lich für die
Z._
geleistet hat.
Eine Buchhaltung exi
stiert gemäss den Aussagen von
A._
nicht (Urk.
13/A60).
3.3.2
Ebenso wenig kommt
den “Arbeitsrapporten“
des Beschwerdeführers
1
(Beilagen 16-18 zur Ein
sprache vom
7.
April 2016 [Urk. 13/A117])
Beweiswert zu. Zwar
wurden diese Zusammenstellung
en
auch vom im Handelsregister eingetra
ge
nen Geschäftsführer
A._
unterschrieben.
Bei diesen Arbeits
rapporten handelt es sich jedoch nicht um echtzeitliche Dokumente, denn laut dem Wortlaut dieser Dokumente
hat
A._
die Rapporte für den Zeitraum
von Januar bis März 2015 am 3
1.
März 2015, diejenigen für
April bis Juni
2015
am 3
0.
Juni 2015
und
diejenigen vom Juli bis September 2015
am 3
0.
September 2015 unterschrieben
(Beilagen 16-18 zur Einsprache vom
7.
April 2016 [Urk. 13/A117]). Sie besagen nicht, dass
A._
die Arbeitszeiten des Beschwerdeführers
1
aufgrund seiner eigenen Fest
stellungen
tatsächlich kontrolliert hatte
.
Des Weiteren ist davon auszu
gehen,
dass
ihm eine solche Kontrolle gar nicht oblag
, zumal gemäss seinen eigenen Aussagen der
Beschwerdeführer 1
d
er “echte“ Geschäftsführer
der
Z._
gewesen
war
(Urk. 13/A70
, vgl. auch den Telefonanruf von
A._
bei der Beschwerdegegnerin vom 2
4.
Februar 2016, wonach der Beschwerdeführer 1 die
von der GmbH
geforderten Unterlagen einreichen werde [
Urk.
13/A72]
)
.
Die übrigen Mitarbeiterinnen der
Z._
waren nur auf Abruf für die Gesellschaft tätig
(
Urk.
13/A72)
. Sie können bezüglich der
in den nachträglich erstellten
Arbeitsrapporte
n
des Beschwerde
führers 1
aufge
führten Stunden
mithin ebenfalls keine verlässlichen
A
ussagen
machen. Von weiteren Abklärungen sind
daher
keine zusätzlichen
ent
scheidrelevanten
Auf
schlüsse zu erwarten.
3.
4
Zusammenfassend ist daher
nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht massge
benden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich
keit erstellt, dass
der
Beschwerdeführer
1
vor dem Unfall vom 2
8.
August 2015 durchschnittlich
acht
Stunden pro Woche für die
Z._
tätig
gewesen
war. Die Beschwerde
gegnerin ist für diesen Unfall demnach nicht leistungspflichtig.
Die Beweis
losigkeit wirkt sich
zulasten der Beschwerdeführenden aus, die aus dem unbewiesenen geblie
benen Sachverhalt Rechte ab
leiten wollten (vgl.
E. 1.
9
vor
stehend;
BGE 140 V 220 E. 5.4.3
; Urteil des Bundesgerichts 8C_525/2008 vom 1
9.
November 2009
).
Ob die Anstellung als solche überhaupt genügend nach
gewiesen wurde – wogegen sich die Beschwerdegegnerin ausspricht (E. 2.2) – braucht im vorliegenden Verfahren daher nicht abgeklärt zu werden.
4.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerden.