Decision ID: 01a3fc02-7c8e-5a78-adbd-bc0df9b231ea
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1965, besuchte in
Z._ die Polytechnische Ober
schule und absolvierte danach eine Lehre in m
oderner Frisierkunst mit Weiter
bildung an der Hochschule
A._
.
Im
Januar 2005
zog er in die Schweiz und trat eine Vollzeitstelle
als Maskenbildner am
B._
an (vgl.
Urk.
7
/1
/5 und die Angaben vom 3
0.
August
2010 im Fragebogen für
Arbeitgebende
,
Urk.
7/8
).
1.2
Nachdem
X._
schon im Jahr 2008 an Nackenbeschwerden
gelitten hatte
(Bericht des
C._
,
D._
, vom 9. Dezember 2008
über eine Kern
spintomographie de
r Halswirbelsäule,
Urk. 7
/9/
13-14) und im Juni 2009 eine akute
Zervikobrachialgie
aufgetreten war
, verstärkten sich im November 2009 die Beschwerden und es traten
Parästhesien
im linken Arm auf (Bericht von Dr. med.
E._
vom 9. O
ktober 2010, Urk.
7
/9/1-6).
X._
wurde daraufhin im
F._
zunächst konser
vativ mit Infiltratio
nen in die Nervenwurzel C8 behandelt (Berichte vom 20. Januar, vom 16. Februar und vom 24. März 2010, Urk.
7
/18/62-67
; vgl. auch den Bericht des
G._
vom 7. Dezember 2009,
Urk.
7
/18/79),
und am 8. April 2010
wurde dort schliesslich
eine
Foraminotomie
auf der Höhe
C7/Th1 durchgeführt
(Bericht
des
F._
vom 14.
April
2010,
Urk
.
7
/9/
8-9).
Es
folgten
Nachbehandlungen
und
weitere
Magnetresonanzto
mographien
der
Halswirbelsäule
(Berichte
des
F._
vom 3
0.
Juli sowie vom 2
0.
u
nd vom 2
5.
August 2010, Urk.
7
/
18/68
72 und
Urk.
7
/9
/
10
-11
) sowie eine Magnet
resonanztomographie
der Lendenwirbelsäule
(Bericht der
H._
vom 29. Jul
i 2010, Urk. 7
/9/1
2).
Ferner fanden im März und im Dezember 2010 im
F._
und bei Dr. med.
I._
, Spezialarzt für Handchi
rurgie und Orthopädische Chirur
gie, Untersuchungen wegen Beschw
erden in den Händen statt (
Urk.
7
/9
/7 un
d Urk.
7
/18/75-76), und
im Juli 2010
suchte
X._
wegen einer Depression
PD Dr. med.
J._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, auf (Bericht von PD Dr.
J._
vom 2. Juli 2010, Urk. 7
/18/
73-74).
Schliesslich
war
X._
im Juni und im Dezember
2009 wegen einer chronischen
polypösen
Pansinusitis behandelt
und operiert worden
(
Bericht
e
des
K._
vom
22. Juni
2009,
Urk.
7/18/80, und des
F._
vom 11. Dezember 200
9, Urk. 7/18/
59).
1.3
Am 14. Juli 2010 meldete sich
X._
bei der I
nvalidenversicherung an (Urk. 7
/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle, holte
den Bericht des
Chiropraktors
L._
vom 3. August 2010 (Urk. 7/6) und den Bericht
von Dr.
E._
vom 9. Okto
ber 2010
ein
(Urk. 7/9/
1-6)
und b
e
auftragte die Medizinische Begutachtungsstelle
M._ mit der interdiszipli
nären Begutachtung des Versicherten (Gesamtgutachten von Dr. med.
N._
, Spezialarzt für Innere Medizin, med.
pract
.
O._
, Spezialarzt für o
rtho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, und med.
pract
.
P._
, Spezialärztin für Chirur
gie, vom 26. April 2011, Urk. 7
/18
/
1-44, mit dem
psychiatrischen Konsiliarbericht von Dr. med.
Q._
, Spezialärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 20. Februar 2011, Urk.
7
/18
/
45-51, u
nd dem neurologischen Konsiliar
bericht von Dr. med.
R._
und Prof. Dr.
S._
, Spezialärzte für Neurol
o
gie, vom 7. März 2011, Urk. 7
/18
/
52-58).
Nach durchgeführte
m
Vorbescheidverfahren
verneinte die IV-Stelle mit Verfü
gung vom 3
0.
Juni 2011 den Anspruch von
X._
auf Versicherungsleistungen (berufliche
Massnahmen
und Rente), da ihm seit Oktober 2010 seine angestammte Tätigkeit als Maskenbildner wieder zu 100 % zuzumuten sei und er vorher nicht während mehr als eines Jahres erwerbsunfähig gewesen sei (
Urk.
7/26). Mit Urteil vom 1
9.
Dezember 2011
(
Urk.
7/35)
wies das Sozialver
sicherungsgericht des Kantons Zürich die Beschwerde von
X._
mit der
Begründung
ab, in der Zeit bis zum Erlass der Verfügung vom 3
0.
Juni 2011 bestehe schon mangels Ablaufs der einjährigen Wartezeit kein Rentenanspruch und berufliche
Massnahmen
seien ebenfalls nicht angezeigt angesichts dessen, dass der Versicherte im Oktober 2010 die volle Arbeitsfähigkeit für die ange
stammte Tätigkeit als Maskenbildner wieder erlangt habe
(
Urk.
7/35/9-10 E.
2.4.2). D
a der Versicherte im Beschwerdeverfahren jedoch eine weiter
e
Band
scheibenoperation
vom 25.
August 2011 erwähnt hatte, überwies das Gericht die Sache an die IV-Stelle, damit sie zur gesundheitlichen Entwicklung in der Zeit nach dem 3
0.
Juni 2011 nähere Angaben einhole und die Ansprüche des Versicherten ab dann prüfe (
Urk.
7/35/10 E. 2.4.3). Das Urteil vom 1
9.
Dezember 2011 blieb unangefochten.
1.4
Der Versicherte dokumentierte die IV-Stelle in der Folge über den Verlauf seit Frühjahr 2011, und zwar insbesondere mit dem Bericht des
F._
vom 2
9.
August 2011 über die operative Dekompression der Nervenwurzel C6
vom 2
5.
August 2011
(
Urk.
7/33/26-28)
und dem Bericht über die Röntgenkon
trolle vom 29
.
August 2011 (
Urk.
7/33/44) sowie
mit
den Berichten über die vor
angegangenen Untersuchungen
der Halswirbelsäule
und die durchgeführten
Infil
trationsbehandlungen
(
Urk.
7/33/16-25
,
Urk.
7/33/36-38 und
Urk.
7/33/40-41
)
.
Daneben
hatte sich der Versicherte im April 2011 einer
Arthro
-M
agnetreso
nanzuntersuchung
der linken Schulter
und einer nachfolgenden
Infiltrations
behandlung
unterzogen (Bericht
e
der
T._
vom 1
8.
April 201
1 und vom 2
6.
September 2013,
Urk.
7/33/35 und
Urk.
7/53),
am 1
4.
April 2011 war seine rechte Hand operiert worden (Operationsbericht von
Dr.
I._
,
Urk.
7/50) und
im
Juni 2011 war eine Magnetresonanztomographie des
Gehirns
angefertigt worden (Bericht von
Dr.
med.
U._
, Facharzt für diagnostische Radiologie und Neuroradiologie,
D._
,
vom 2
5.
Juni 2011,
Urk.
7/33/39).
Nachdem die IV-Stelle den Bericht von
Dr.
E._
vom 2
9.
September 2012 ein
geholt hatte (
Urk.
7/40), liess sie durch das
M._
ein weiteres interdisziplinäres Gutachten erstellen (Gesamtgutachten von
Dr.
med.
V._
, Spezialarzt für
Innere Medizin, med.
pract
.
P._
,
Spezialärztin für Chirurgie, Fallführung,
Dr
.
med.
W._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates,
Dr.
med.
AA._
, Spezialärztin für Neurologie, und
Dr
.
med.
BB._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Urk.
7/67/1-76
).
Zusätzlich fand im Rahmen
der Begutachtung eine Abklärung in der Augen
klinik des
CC._
statt (Bericht
zuhanden des
M._
vom 1
3.
Mai 2014,
Urk.
7/67/88-90, mit den vorangegangenen Unters
uchungsergebnissen,
Urk.
7/67/77-87)
, und die IV
Stelle holte auf den Wunsch des
M._
hin (Brief vom 2
3.
September 2013,
Urk.
7/48) den
Bericht
der Klinik
DD._
vom 2
7.
Sept
ember 2013
ein, wo der Versicherte im Jahr 2013
Infiltrationsbe
handlungen
der Halswirbelsäule hatte durchführen lassen
(
Urk.
7/51)
.
Nach Vorliegen des Gutachtens des
M._
holte d
ie IV-Stelle nach Rücksprache mit dem RAD-Arzt PD
Dr.
med.
EE._
, Facharzt für Neurologie (Stellungnahme vom 2
8.
August 2014,
Urk.
7/71/4-5), beim
M._
die ergänzenden An
gaben vom 1
2.
September 2014 ein
(
Urk.
7/69; Anfrage vom 2
8.
August 2014,
Urk.
7/68) und eröffnete dem Versicherten daraufhin
nach nochmaliger Rück
sprache mit PD
Dr.
EE._
(Stellungnahme vom
6.
Oktober 2014,
Urk.
7/71/5)
mit Vorbescheid vom 1
4.
Oktober 2014, dass sie seinen Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 25
%
zu verneinen gedenke (
Urk.
7/72). Der Versicherte,
vertreten durch die DAS Rechtsschutz-Versicherungs-AG,
MLaw
Y._
,
liess mit den Eingaben vom 17.
November 2014 und vom 3
1.
März 2015 Einwendungen erheben und die Durchführung weiterer Abklärungen beantra
gen (
Urk.
7/75 und
Urk.
7/80). Im Nachgang zu seinen Einwendungen liess er eine Stellungnahme von
Dr.
med.
FF._
,
GG._
, vom 15.
April 2015 beibringen
(
Urk.
7/81). Mit Verfügung vom 1
2.
Mai 2015 entschied die IV-Stelle im Sinne ihres Vorbescheids und verneinte den Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente (
Urk.
2 =
Urk.
7/84).
2.
X._
liess gegen die Verfügung vom 1
2.
Mai 2015 durch die DAS Rechts
schutz-Versicherungs-AG,
MLaw
Y._
, mit Eingabe vom 11.
Juni 2015 Beschwerde erheben (
Urk.
1) und beantragen, die Verfügung sei aufzuheben
,
e
s sei der medizinische und berufliche Sachverhalt rechtsgenügend abzuklären und ihm seien sodann die ihm zustehenden gesetzlichen Leistungen auszurichten
(
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 2
0.
August 2015 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Versicherten am 2
2.
August 2015 mitgeteilt wurde (
Urk.
8).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerb
sunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit
oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG]).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG (in Verbindung mit Art. 28 Abs. 2 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes
Invalidenein
kommen
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkom
men
).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit,
sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Artikel 28
Abs.
1
lit
. b IVG liegt gemäss Art.
29
ter
der Verordnung über die Invalidenversi
cherung (IVV)
vor, wenn die versicherte Person an mindestens 30 aufeinander
folgenden Tagen voll arbeitsfähig war.
Während bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades die Erwerbseinbusse und da
mit die Höhe des Einkommens eine entscheidende Rolle spielt, das auf dem ge
samten in Frage kommenden Arbeitsmarkt mit einer dem Gesundheitsschaden angepassten zumutbaren Tätigkeit erzielbar ist (Art. 7 ATSG), beurteilt sich die Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) im Sinne von Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG nach der durch einen Gesundheitsschaden bedingten Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen, und es kommt dabei in der Regel einzig auf die Einschrän
kungen im bisherigen Beruf an (vgl. BGE 130 V 97 E. 3.
2, 105 V 156 E. 2a, 97 V 226 E
. 2). Zwischen der durchschnittlichen
Beeinträchtigung der Arbeitsfä
hig
keit während eines Jahres und der
nach Ablauf der Wartezeit beste
henden Erwerbsunfähigkeit besteht aber insofern ein Zusammenhang, als beides kumu
lativ und in der für die einzelnen Rente
nabstufungen erforderlichen
Min
dest
höhe
gegeben sein muss, damit eine Rente im entsprechenden Umfang zuge
sprochen werden kann (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/cc).
1.4
Invalide oder von einer Invalidität unmittelbar bedrohte Versicherte haben nach Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese not
wendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im (nicht erwerblichen) Aufgabenbereich zu betätigen, wiederherzustellen, zu ver
bessern, zu erhalten oder ihre Verwertung zu fördern. Zu diesen Massnah
men gehören die in Art. 15 ff. IVG geregelten Massnahmen beruflicher Art (Art. 8 Abs. 3
lit
. b IVG).
Nach dem Grundsatz "Eingliederung vor Rente" (Art. 28 Abs. 1
lit
. a IVG), g
e
hen Eingliederungs
massnahmen den Rentenleistungen vor. Letztere werden nur erbracht, wenn die versicherte Person nicht oder bloss in ungenügendem Masse eingegliedert wer
den kann. Sowohl bei der erstmali
gen Prüfung des
Leistungs
gesuch
s
als auch im Revisionsfall hat die Verwaltung von Amtes wegen abzu
klären, ob vorgän
gig der Gewährung oder Weiterausrichtung einer Rente Ein
gliederungsmass
nahmen durchzuführen sind (
Urteil des Bundesgerichts
I 534/02
vom 25. August 2003 E. 4.1 mit Hinweisen, unter anderem auf BGE 126 V 241 E. 5).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob und gegebenenfalls ab welchem Zeitpunkt und in welcher Höhe der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
2.2
2.2.1
Zur Zeit der ersten Begutachtung im
M._
mit den Untersuchungen
vom
Januar und Februar 2011
hatte der Beschwerdeführer die
Foraminotomie
auf der Höhe C7/Th1 vom April 2010 hinter sich, welche das Beschwerdebild mit Schmerzen im linken Arm und Ausstrahlung bis in die Finger beheben sollte (
Urk.
7/9/8-9; vgl.
Urk.
7/35/6 E. 2.2.1).
Bei der Begutachtung liessen sich in der linken Hand
eine gewisse Kraftminderung beim Faustschluss und eine verringerte Ausbildu
ng der
Muskuli
interossei
sowie eine fehlende Spreizbarkeit
im
Bereich zwischen dem dritten und dem vierten Finger feststellen (Urk.
7/18/
17
+22), und der
Beschwerdeführer
klagte zudem
über eine reduzierte Sensibilität im
Dermatom
C8 links, insbesondere auf der
Aussenseite
des Kleinfingers (Urk. 7/18/22). Die neu
ro
logischen
Konsiliargutachter
ordneten diese Beschwerden einem
leichtgra
dige
n
residuellen
sensiblen C8-Wurzel-Kompressionssy
ndrom zu, konnten hingegen weder e
ine Parese der kleinen Handmuskulatur
noch
eine sichere Störung der Fingerfeinmotorik
nachweisen (
Urk.
7/18/30).
Das Gericht erachtete es daher im
Urteil vom 1
9.
Dezember 2011 als einleuchtend, dass die Gutachter den Beschwer
deführer von Seiten der Fingerfunktion nicht als wesentlich beeinträchtigt in der Arbeit als Maskenbildner beurteilten, welche
gemäss
seinen Schilderungen zu 80 % in Feinarbeit mit Knüpfen von Haaren in Perücken und Bärte bestand
(Urk.
7/35/7-8 E. 2.3.3).
Als einleuchtend erachtete das Gericht es ferner
(
Urk.
7/35/8 E. 2.3.3)
, dass die
Gutachter der geklagten Kopf- und Nackenproblematik
- Kopfschmerzen, die
fast täglich aufträten und jeweils im Nacken begännen - ebenfalls
keine
massgeblich
behindernde
Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit zuschrieben (vgl. Urk.
7
/18/41)
und dass sie in Bezug auf die nur sporadisch auftretenden Schmerzen in der Lendenwirbelsäule zur selben Beurteilung gelangten (vgl.
Urk. 7/18/24+40). Weiter gelangte das Gericht zum Schluss, die von einem frü
h
kindlich entstandenen sensiblen
Hemisyndrom
links herrührende Symptomatik
könne ebenfalls nicht als beeinträchtigend für die angestammte Arbeit betrach
tet werden (
Urk.
7/35/8 E. 2.3.3). Und
schliesslich
wies das Gericht darauf hin, dass
hinsichtlich der
Pansinusitis
eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gar
nicht be
hauptet worden sei und dass der Beschwerdeführer
zudem
nicht geltend
gemacht habe
, die Neigung zu Depressionen, die
im
Juli 2010 zur Konsultation von PD Dr.
J._
geführt hatte (vgl. Urk. 7/18/
33
+34+48
), habe sich im Zeit
punkt der Begutachtung im
M._ noch ein
schrän
kend ausgewirkt (
Urk.
7/35/8-9 E. 2.3.3).
2.2.2
Dementsprechend
stellte das Gericht für die Zeit der Untersuchungen im
M._
von Januar und Februar 2011 auf die dortige Beurteilung ab, wonach der Be
schwerdeführer seine Arbeit als Maskenbildner wieder zu 100 % zu ver
richten in der Lage
gewesen sei
(
Urk.
7/35/9 E.
2.4.1). Was die Entwicklung der Arbeitsfähi
gkeit vor der Begutachtung betri
fft, so erachtete das Gericht die Ein
schätzung der Gutachter als plausibel, dass nach der Halswirbelsäulenoperation vom April 2010 bis Ende Juni 2010 eine 100%ige und bis Oktober 2010 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden
hab
e
und der Beschwerdeführer ab O
kto
ber 2010
wieder
zu 100 % arbeitsfähig im Beruf als Maskenbildner
gewesen sei
(
vgl. Urk.
7/18/43).
Für
den
Zeitraum vor der Operation
ging
das Gericht
von
eine
r
teilweise
n
Arbeitsunfähigkeit ab
dem 14.
September 2009
aus,
die jedoch
vom 1
2.
Oktober bis zum
5.
Dezember 2009 für mehr als 30 Tage unterbrochen worden sei, und legte den Beginn der
einjährigen Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG daher auf den 6. Dezember 200
9.
Bei
einer 100%igen Arbeitsfähigkeit von Oktober 2010 bis Januar/Februar 2011
war damit
ein Rentenanspruch
in der Zeit
bis zum Erlass der ange
fochtenen Verfügung vom 3
0.
Juni 2011 schon mangels Ablaufs de
s
Wartejahres
zu verneinen
gewesen
,
und zwar
selbst dann, wenn sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführer nach der Begutach
tung im
M._
wieder verschlechtert hätte
(
Urk.
7/35/9-10 E. 2.4.2).
2.2.3
Die vorstehend
wiedergegebenen Erwägungen sind nach
wie vor massgebend.
Aufgrund der gerichtlichen Überweisung (
Urk
7/35/10 E.
2.4.3) hatte die
Be
schwerdegegnerin
neu
zu
prüfen, wie sich die gesundheitliche Situation nach
der Begutachtung im
M._
vom Januar/Februar 2011
entwickelt
e
, ob
diese Entwicklung mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigk
eit einherging und ob daraus für die Zeit nach dem Erlass der Verfügung vom 3
0.
Januar 2011
Ansprüche auf Leistungen der Invalidenversicherung resultier
t
en.
Dies ist Gegenstand der angefochtenen Verfügung vom 1
2.
Mai 2015 und somit des vorliegenden Verfahrens.
2.3
2.3.1
Das Gericht hatte sich zur Überweisung der Akten
zur weiteren Prüfung
an die Beschwe
rdegegnerin
veranlasst gesehen, weil der Beschwerdeführer
im dama
ligen Beschwerdeverfahren auf die Operation vom 2
5.
August 2011 mit opera
tiver Dekompression der Nervenwurzel
C6 hingewiesen hatte (vgl. Urk.
7/35/10 E. 2.4.3).
Die Gutachter des
M._
setzten sich im neuen Gutachten vom 1
0.
Juli 2014, dem Untersuchungen von September und Oktober 2013 zugrunde lagen, eingehend mit dieser Operation und de
n
von der Halswirbelsäule ausgehenden
Beschwerden auseinander.
2.3.2
Anhand der
Vorakten
, auch solchen, die sie zusätzlich beschafft hatten (vgl.
Urk.
7/67/2-4), stellten
die Gutachter
fest, dass
der Operation eine verminderte Kraft bei der Streckung des linken Arms mit Ausstrahlung in den Finger II vorausgegangen sei und die Symptomatik der Nervenwurzel C6 zugeordnet worden sei, dass jedoch nach der Operation
keine
Besserung der Armhebung
eingetreten
sei und zusätzlich Einschränkungen in der Armbeugung und in der Abduktion bestand
en hätten. Ausserdem
seien die Handextension, der
Faust
schluss
und die Fingerspreizung leicht vermindert gewesen und es habe eine Hypästhesie an den Fingern IV und V bestanden. Das Beschwerdebild sei nun
mehr dem
Dermatom
C8
zugeordnet worden
,
und im weiteren Verlauf sei eine
D
iskushernie auf der Höhe C4/5 diagnostiziert worden (
Urk.
7/67/19-21).
Anlässlich der Befragung im
M._
k
lagte der Beschwerdeführer nach wie vor üb
er vom Nacken und von der linken Schulter ausgehende Schmerzen mit Aus
strahlung bis in die Finger II
I
bis V, die
er nicht abspreizen könne (Urk.
7/67/25-26,
Urk.
7/67/32,
Urk.
7/67/47); vor allem gegenüber der Neuro
login schilderte
er
zusätzlich Schmerzan
fälle und Krämpfe im linken
Arm, eine Schwäche für die seitliche Elevation der
linken Schulter
und Schmerzen im Hinterkopf (
Urk.
7/67/47
-48).
Die
klinischen Untersuchungen durch
Dr.
V._
und med.
pract
.
P._
sowie durch den orthopädischen Chirurgen
Dr.
W._
und durch die Neurologin
Dr.
AA._
zeigten eine schmerzhafte und einge
schränkt bewegliche
Halswirbelsäule
,
und es waren Verspannungen festzustel
len (
Urk.
7/67/28+35+
50). Sodann liess sich auch die Schwäche im linken Arm mit unvollständigem Faustschluss und den Defiziten in der
Abspreizbarkeit
der Finger reproduzieren (
Urk.
7/67/2
8-29, Urk. 7/67/38
39 und
Urk.
7/67/
50), und
die Neurologin erhob zusätzlich Sensibilitätsstörungen im linken Arm (
Urk.
7/67/51
).
Aufgrund der analysierten Akten und der erhobenen Befunde
hielten
d
ie Gut
achter des
M._
in der Gesamtbeurteilung fest
,
seit d
em Eingriff vom 25.
August 2011 mit der Fusion von C5/6 bestehe eine verminderte Belastbarkeit der Halswirbelsäule und
es
sei eine Diskushernie
auf der Höhe
C4/5 mit Verdacht auf Kompression der Wurzel C5 li
nks diagnostiziert worden, so
dass insgesamt von einer Verschlechterung des Gesundheitszustands gespr
ochen werden könne (
Urk.
7/67/75
).
Von einer solchen Verschlechterung ist auszugehen. Namentlich
legte
die Neurologin einleuchtend
dar
, dass es nach den beiden zervikalen Eingriffen und den wiederholten Infiltrationen zu einem
nozizeptiven
lokalen
Zervikalsyndrom
gekommen sei und der Verlauf über die Jahre kontinuierlich leicht progredient sei, was sich in der Progression der Diskushernien manifestiere, denen Ausfallsyndrome zugeordnet worden seien, wobei die Parese für die Armelevation links
teilweise durch die neue Diskushernie C4/5 und teilweise als Folge der Schmerzhemmung zu interpretieren sei (
Urk.
7/67/56).
2.3.3
Was die
Auswirkungen
des dargelegten Beschwerdebildes auf die Arbeitsfähig
keit
betrifft, so
erachtete
die Neurologin
Dr.
AA._
die vom Beschwerdeführer geschilderten Arbeitsabläufe deshalb für ungünstig, weil viele Tätigkeiten über lange Zeit in einer Position durchgeführt werden müssten, die eine Inklination der Halswirbelsäule und das Halten der Arme in Abduktion verlangten
(
Urk.
7/67/57). Dementsprechend bezeichnete sie Tätigkeiten, bei denen die
Hals
wirbelsäule
, der Schulterbereich und der Oberarm belastet würden,
Zwangshal
tungen
eingenommen werden müssten oder Überkopfarbeiten auszuführen seien,
als kontraindiziert, ebenfalls Arbeiten, die mit dem Tragen von schwereren Lasten oder Schlägen auf die
Wirbe
lsäule einhergingen. Ferner
wies sie auf die Einschränkungen der Handfunktion hin, die län
gerdauernde
feinmotorische Arbeiten erschwere, bei entsprechend
grösserem
Zeitaufwand jedoch nicht ver
unmögliche (
Urk.
7/67/58).
Der orthopädische
Chirurge
Dr.
W._
interpretierte das Beschwerdebild im Be
reich des linken Armes grundsätzlich gleich wie
Dr.
AA._
und schloss
insbe
sondere
aus, dass
Veränderungen im Schultergelenk
daran namhaft
beteiligt seien (vgl.
Urk.
7/67
/36-37+43
-44
). In einer gewissen Diskrepanz zu
Dr.
AA._
leitete er jedoch aus diesem Beschwerdebild keine namhaften Beeinträchtigun
gen im Beruf ab, namentlich schrieb er den Bewegungseinschränkungen
der Finger keine
n
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu (
Urk.
7/
67/
45).
2.3.4
Diese Diskrepanz
rührt zu einem
Teil davon her, dass die Gutachter nicht erschöpfend im Bild waren
über die Anforderungen der beruflichen Tätigkeit
des Beschwerdeführers
. Denn während
der Beschwerdeführer
bei der Begutach
tung des Jahres 2011 noch in der angestammten Stellung
a
m
B._
gestanden hatte,
war dies zur Zeit der neuen Begutachtung nicht mehr der Fall, sondern der Beschwerdeführer berichtete den Gutachtern vielmehr, die Stelle sei
ihm
per 1
3.
September 2012 gekündigt worden
und er habe daraufhin ab Dezember
2012
im
HH._
im Umfang von etwa 25
%
im Vorstellungsdienst
arbeiten können
, im Januar habe er eine verg
l
eichbare Stelle im
II._
angetreten und schliesslich sei ei
ne 50%-Stelle am
JJ._
hinzugekommen
, wo er ebenfalls im Vorstellungsdienst eingesetzt sei, da die Arbeiten in der Werkstatt für ihn zu streng seien
.
Da er bei sämtlichen Stellen auf Abruf eingesetzt werde, könne er die Einsätze zudem dosieren (
Urk.
7/67/22).
Wenn
Dr.
W._
bei dieser Schilderung der beruflichen Situation an
gab
, der Beschwerdeführer sei in der Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt
(
Urk.
7/67/45)
, so
ist dies
e Angabe
insoweit unvollständig, als
für das Bestehen des Wartejahres nach Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG die Arbeitsfähigkeit in der ursprünglichen Tätig
keit massgebend ist, die der Beschwerdeführer indessen im
September 2012 ver
loren hatte.
Und bei der
Festlegung des Invaliditätsgrades
ist zwar das
Ein
kommen
in einer angepassten Tätigkeit von Bedeutung,
aufgrund der vorhan
denen Angaben kann jedoch nicht abschliessend
beurteilt
werden, ob die neuen Tätigkeiten des Beschwerdeführers in den drei Theatern tatsächlich angepasst im invalidenversicherungsrechtlichen Sinne sind. Wohl gab der Beschwerde
führer gegenüber
Dr.
W._
an, er müsse die für die Hände anstrengende Tätig
keit des Perückenknüpfens nur noch gelegentlich ausüben, und bezeichnete die jetzige Arbeitssituation grundsätzlich als angepasst
(Urk.
7/67/45). Bei der
Be
rufsanamnese
durch
Dr.
V._
und med.
pract
.
P._
erklärte der Beschwer
deführer jedoch, insgesamt nur etwa zu 50
%
zu arbeiten, und sprach vom Vorteil, die Einsätze dosieren zu können (
Urk.
7/67/22). Auf diese Umstände ging
Dr.
W._
aber
nicht ein. Umgekehrt ist ohne genauere Angaben zum Anforderungsprofil auch nicht
abschliessend geklärt
, inwieweit der Beschwer
deführer in der (bisherigen und gegenwärtigen) Tätigkeit als Maskenbildner ungünstig eingesetzt ist, wie
Dr.
AA._
vermutete (Urk.
7/67/57-58).
Präzi
sierungsbedürftig
ist
zudem die Angabe von Dr.
AA._
, der Beschwerdeführer sei selbst in einer angepa
ssten Tätigkeit lediglich zu 60
70
%
arbeitsfähig (
Urk.
7/67/58). Denn wenn
Dr.
AA._
diese Beurteilung damit begründete, dem Beschwerdeführer sei neben der Arbeit genügend Zeit für körperliche Aktivi
täten und ausreichende Entspannung im gesundheitsfördernden Sinn einzuräu
men, so geht daraus zu wenig deutlich hervor, ob sie hier eigentliche therapeu
tische Vorkehren zur Besserung des Gesundheitszustand
s anvisierte (vgl.
Urk. 7/67/56
57) oder lediglich allgemein eine ausgegliche
ne Lebensweise emp
fah
l, die indessen
invalidenversicherungsrechtlich nicht zu einer Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit führen kann.
2.3.5
E
ntsprechend
den dargelegten Lücken
lässt auch die Gesamtbeurteilung der
Arbeitsfähigkeit Fragen offen.
Dort wurden zunächst die Arbeitsfähigkeitsbeur
teilungen der einzelnen Fachgutachter wiedergegeben
,
neben den Beurteilungen
von
Dr.
W._
und
Dr.
AA._
auch die Beurteilungen von
Dr.
V._
und med.
pract
.
P._
, des Psyc
hiaters Dr.
BB._
und der Augenklinik des
CC._
(Urk. 7/67/68
72).
Nicht
umstritten
ist die Beurteilung
, dass
der Beschwerdeführer weder aus internistischer Sicht
(vgl.
Urk.
7/67/30-31)
, noch von Seiten der
ophta
lmologischen
Befunde (vgl. Urk.
7/67/88-90) und der psychischen Situation (vgl.
Urk.
7/67/59-63)
als in seiner Arbeitsfähigkeit ein
ge
schränkt
beurteilt wurde
. Angesichts der
von der Neurologin festgestellten
Einschränkungen leuchtet aber nach den zutreffenden Ausführungen in der Beschwerdeschrift (
Urk.
1 S. 4 ff.) nicht ohne
Weiteres
ein,
dass die Gutachter dem Beschwerdeführer „in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Maskenbilder“ ab März 2012 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
attestierten (
Urk.
7/67/73).
Die Gut
achter
hielten denn auch relativierend fest, dies gelte nur, wenn das festgelegte
Belastbarkeitsprofil
eingehalten werden könne
, und empfahlen diesbezüglich eine Arbeitsplatzabklärung. Im nachfolgenden Abschnitt formulierten sie so
dann als
solches Profil einer dem Leide
n optimal angepassten Tätigkeit
eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne Zwangshaltung für die
Hals
wirbelsäule
und die Schultern, ohne Arbeiten mit Schlägen auf die Wirbelsäule sowie ohne lange andauernde feinmotorische Arbeiten für die
linke Hand (
Urk.
7/67/74), dies offensichtlich in Anlehnung
an die
Beurteilung der Neuro
login
(vgl.
Urk.
7/67/58).
Ebenfall
s in Anlehnung an die Neurologin
bemassen die Gutachter in diesem Abschnitt die Arbeitsfähigkeit jedoch auf lediglich 60-70
%
, und der Beschwerdeführer hielt es zu Recht nicht für plausibel, we
shalb
bei gleichem Profil die Arbeitsfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit
höher sein sollte als in ei
ner Verweistätigkeit (
Urk.
1 S.
5
und S. 6
).
Dem Beschwerdeführer
ist auch darin zu folgen (vgl.
Urk.
1 S. 6 f.), dass die ergänzende Stellungnahme des
M._
vom 1
2.
September 2014
diese Ungereimtheit nicht aufzulösen vermag.
Die nachträgliche Interpretation, die Einschränkung auf 60-70
%
beziehe sich lediglich auf die Belastbarkeit des linken Armes, sodass eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für Tätigkeiten bestehe, bei denen der linke Arm nicht zu mehr als 60-70
%
eingesetzt werden müsse (Urk.
7/69), erscheint nämlich entgegen
der Aussage in der Stellungnahme vom 1
2.
September 2014 nicht lediglich als Korrektur einer unglücklichen Formu
lierung. Vielmehr
hatte
die Neurologin
Dr.
AA._
diese quantitative Einschrän
kung
, wie schon dargelegt, mit einem erhöhten Zeitbedarf für körperliche Akti
vitäten und Entspannung
begründet
(
Urk.
7/67/58),
und die Gesamtgutachter hatten
die Restarbeitsfähigkeit von 60-70
%
explizit auf
Tätigkeiten
ohne
lang
d
auernde
feinmotorische Arbeiten
bezogen
. Die Beurteilung
von
Dr.
AA._
und
der
Gesamtgutachter könnte
zwar
nach dem ebenfalls schon Dargelegten
hinterfragt und allenfalls widerrufen werden,
dies müsste
jedoch entsprechend
be
gründet werden
und die Neurologin
als Urheberin der Beurteilung müsste
einbezogen werden.
Für eine Korrektur auf rein sprachlicher Ebene
, wie sie in der Stellungnahme vom 1
2.
September 2014 vorgenommen worden ist,
bleibt
hingegen
angesichts der Unzweideutigkeit der Formulierung
en
im Gutachten
kein Raum
. Dies gilt umso mehr, als die
Stellungnahme
vom 1
2.
September 2014
nur von
Dr.
V._
und der Fallverantwortlichen med.
pract
.
P._
unter
zeichnet worden
ist und eine Mitwirkung von
Dr.
AA._
nicht ersichtlich ist (vgl.
Urk.
7/6
9
).
2.3.6
Bei den dargestell
ten offenen Fragen nicht nur zu den
Anforderungsprofil
en
der Tätigkeit
en
als Maskenbildner
in der früheren Anstellung am
B._
und in den späteren Anstellungen in verschiedenen Theatern, sondern auch zur generellen Leistungsfähigkeit in einer optimal angepassten Tätigkeit, sind weitere Abklärungen unabdingbar.
Diese
Abklärungen können sich nicht auf eine Arbeitsplatzabklärung beschrän
ken, wie sie die Gutachter des
M._
empfahlen (
Urk.
7/67/73+75). Vielmehr ist es angezeigt,
dass die Beschwerdegegnerin
eine sogenannte Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) durch
führen lässt
, in deren Rahmen so
wohl die Anforderungen und die Belastbarkeit im früher und
im
gegenwärtig ausgeübten Beruf als auch die Anforderungen und die Belastbarkeit in einer an
gepassten Verweistätigkeit erhoben und erprobt werden. Vorgängig zur
Anord
nung der EFL wird die Beschwerdegegnerin
vom
B._
einen Folgebericht zu den Angaben vom 3
0.
August 2010 im Fragebogen für
Arbeitgebende
(
Urk.
7/8) einzuholen haben, sodann wird sie
den Beschwerdeführer zur genaue
n Bezeichnung der
Arbeitgeber seit dem Verlust der Stelle im
B._
aufzufordern haben und bei diesen Arbeitgebern
ebenfalls
die Angaben gemäss Fragebo
gen für
Arbeitgebende
zu beschaffen
haben.
Diese werden abgesehen vom A
nforderungsprofil
auch über die
Entlöh
n
ung
und die
weitere Ausgestaltung der Anstellung
Aufschluss geben
,
was
für
die Bemessung des
Invalid
en
einkommens
von Bedeutung sein
kann
(zu den Voraussetzungen, unter denen das Invalideneinkommen anhand des tatsächlich erzielten Einkommens zu be
messen ist, vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_90/2011 vom 8. August 2011 E.
5.2 mit Hinweis auf BGE 135 V 297 E.
5.2
).
Mit der anschliessend durchzu
führenden EFL wird zu eruieren sein,
wieweit der Beschwerdeführer mit seinen gesundheitlichen Einschränkungen den
verschiedenen
Anforderungsprofilen zu entsprechen in der Lage ist. Es wird sich dabei voraussichtlich auch zeigen, ob und in welchem Umfang neben qualitativen Einschränkungen in der Arbeits
fähigkeit auch quantitative Einschränkungen im Sinne der
Arbeitsfähigkeits
beurteilung
von
Dr.
AA._
bestehen.
Ferner wird von Interesse sein,
ob sich die Beobachtung von sogenannten
Waddell
-Zeichen durch
Dr.
V._
und med.
pract
.
P._
(Urk.
7/67/29) und die beschriebenen Anzeichen für eine Über
treibung der Funktionseinschränkung der linken Hand
(
Urk.
7/67/30) bestätigen lassen
.
Je nach den Ergebnissen der EFL wird die Beschwerdegegnerin alsdann zu prü
fen haben, ob
medizinische Vorkehren im Sinne der Vorschläge von
Dr.
AA._
(vgl.
Urk.
7/67/56-57) und der Gesamtgutachter (
Urk.
7/67/74) zu treffen sind. Ebenso wird sie
vorgängig zu einer allfälligen Rentenzusprechung
der Frage nachzugehen haben, ob berufliche Massnahmen durchzuführen sind, wie sie das
M._
für den Fall, dass die Tätigkeit als Maskenbildner dem
aufgestellten
Zumutbarkeitsprofil nicht entspreche, für angezeigt hielt (vgl. Urk
.
7/67/75).
2.4
Damit ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die
angefochtene
Verfügung vom 1
2.
Mai 2015 aufzuheben und die
Sache an die
Beschwerde
gegnerin
zurückzuweisen ist, damit diese
die erforderlichen weiteren Abklä
rungen
im Sinne der Erwägungen
treffe und
hernach über
die Ansprüche des Beschwerdeführers neu befinde
.
3.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Verfahren für die unterliegende
Be
schwerdegegnerin
kostenpflichtig. Die Kosten sind unter Berücksichtigung des g
esetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) ermessensweise auf Fr. 700.--
festzusetzen.
4.
Nach Art. 61
lit
. g ATSG hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person An
spruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten, die ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen si
nd; als weitere Bemessungskrite
rien nennen die ergänzenden kantonalen Vorschriften (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
] sowie
§ 8 der Verordnung über die Ge
büh
ren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht [
GebV
SVGer
]) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Aufgrund
dieser Kriterien recht
fertigt es sich, dem Beschwerde
führer eine
Pro
zessentschädigung
von Fr. 1‘800.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.