Decision ID: 8442c8c6-55ab-563f-8d0b-d8b2f1a31fb7
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh, Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (Jg. 1964) meldete sich am 7. Januar 2005 zum Bezug von IV-Leistungen an
(IV-act. 1). Dr. med. B._ vom Kantonsspital St. Gallen berichtete der IV-Stelle am 15.
Februar 2005 (IV-act. 12), bezüglich der Diskushernie L5/S1 zeige sich eine gute
Antwort auf die konservative Therapie, so dass auf eine Operation habe verzichtet
werden können. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe keine Arbeitsunfähigkeit. Die
C._ teilte am 15. Februar 2005 mit (IV-act. 13), sie habe den Versicherten vom 1.
Januar 2001 bis 1. Oktober 2002 als Elektriker beschäftigt. Der Jahresverdienst 2001
habe sich auf Fr. 72'761.40 belaufen. Dr. med. D._, Facharzt für Allgemeine Medizin
FMH, berichtete am 14. Mai 2005 (IV-act. 19), er habe folgende Diagnosen erhoben:
Nach cranial sequestrierte DH L5/S1 links mit lumboradikulärer Reiz- und
Ausfallsymptomatik L5 links, posttraumatische Belastungsreaktion (Unfalltod des
Sohnes), noch nicht weiter definierte psychogene Reaktion bei Partnerproblematik
sowie - ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit - St. n. mehrfragmentärer distaler
intraartikulärer Radiusfraktur links. Dr. D._ gab weiter an, als Elektriker sei der
Versicherte seit dem 4. Juli 2004 zu 100% arbeitsunfähig. Schon nach 10 Min. stehen
oder beim Lastenheben komme es nämlich zu starken Beschwerden im Rücken. Die
neu hinzugekommene psychische Verschlechterung ab 12.04/1.05 verhindere
momentan jeden Arbeitseinsatz. Dr. med. E._, Spezialärztin FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie und lic. phil. F._, Psychologe, teilten der IV-Stelle am 27. September
2005 mit (IV-act. 27), der Versicherte habe zwei Termine eingehalten und dann den
dritten aus geschäftlichen Gründen abgesagt. Monate später habe er sich wieder
gemeldet, um die Therapie fortzusetzen. Schliesslich habe er aber doch wieder
abgesagt. Diagnostisch handle es sich um eine depressive Verstimmung und
Anpassungsstörung bei Todesfall des geliebten Sohnes vor drei Jahren und um eine
schwere häusliche Gewaltproblematik nach Auszug der Ehefrau ins Frauenhaus. Sie
hätten die Arbeitsfähigkeit des Versicherten nicht abschätzen können. Dr. med. G._,
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Oberärztin am Psychiatrischen Zentrum H._, gab in einem ausführlichen Bericht vom
3. Juli 2006 an (IV-act. 29), die psychiatrischen Diagnosen lauteten: St. n. schwerer
depressiver Episode mit latenter Suizidalität nach Trauerfall 11/01 und V. a. kombinierte
Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen, unreifen und emotional instabilen Zügen. Die
gesundheitliche Störung wirke sich in der Form einer geringen Belastbarkeit und
Frustrationstoleranz aus. Es bestehe die typische depressive Symptomatik mit
Schlafstörungen, Appetit- und Freudlosigkeit, Rückzug und latenter Suizidalität. Das
Ausmass der Arbeitsunfähigkeit sei schwierig einzuschätzen. Der Versicherte wäre
durchaus auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt einsetzbar. Versucht werden könne eine
50%ige Wiedereingliederung mit Steigerung bei ausreichender Belastbarkeit.
A.b Die IV-Stelle gab eine bidisziplinäre Begutachtung (psychiatrisch/rheumatologisch)
in Auftrag. Dr. med. I._, Chefarzt der Klinik J._, führte in seinem psychiatrischen
Teilgutachten vom 13. April 2007 aus (IV-act. 41), er habe folgende Diagnosen
erhoben: V. a. kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen, infantilen und
emotional instabilen Zügen und St. n. schwerer depressiver Episode nach dem Tod des
Sohnes im November 2001, gegenwärtig remittiert. Er berichtete weiter, die
traumatischen Erfahrungen (Tod des Sohnes, Tod des Vaters, Trennung von der
Familie) hätten eine reduzierte emotionale Belastbarkeit bewirkt, phasenweise auch
Stimmungsschwankungen, Nervosität, narzisstische Kränkungen und aggressive
Ausbrüche. Die Symptome erfüllten jedoch nicht die Kriterien einer psychischen
Erkrankung. Es handle sich um eine wenig belastbare Persönlichkeit, die bei
Konfliktsituationen über bescheidene Problemlösungsstrategien verfüge und zu
impulsiven Handlungen und Stimmungsschwankungen neige. Aufgrund der
festgestellten Störungen und insbesondere wegen der reduzierten Belastbarkeit sei der
Versicherte aus psychiatrischer Sicht (seit Anfang 2002) zu 30% arbeitsunfähig. Das
N._ hielt in seinem Hauptgutachten vom 2. Mai 2007 fest (IV-act. 42), aus
rheumatologisch-orthopädischer Sicht seien folgende Diagnosen gestellt worden:
Funktionsstörung des linken Handgelenks, Lumbovertebralsyndrom und residuelles
diskretes sensomotorisches Ausfallsyndrom L5 links und chronische Kopf- und
Nackenschmerzen unklarer Aetiologie. Gemäss der Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit bestehe das relevante Problem in einer schmerzhaft verminderten
Belastbarkeit der LWS und des linken Beins sowie in einer Funktionsstörung der Fuss-
und Zehenheber links, weiter in einer reduzierten Belastbarkeit des linken Handgelenks
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und in einer ungenügenden muskulären Stabilisation insbesondere unter Belastung im
Handgelenk. Allgemein liege die Belastbarkeit im Bereich einer mittelschweren,
wechselbelastenden Arbeit. Positionen im Kniestand und Stehen an Ort sollten nicht
länger als insgesamt drei Stunden täglich vorkommen. Vermieden werden sollten
Tätigkeiten, die einen grossen Krafteinsatz der linken Hand erforderten, Belastungen
des linken Handgelenks ausserhalb der Neutralstellung und Schläge und Vibrationen
auf das linke Handgelenk. Unter Beachtung dieser Limiten sei eine körperlich
mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit ganztags zumutbar. Unter
Berücksichtigung auch des psychischen Gesundheitszustands bestehe in einer ideal
adaptierten Erwerbstätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 70%. Von medizinischen
Massnahmen sei keine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten.
A.c Die C._ gab am 25. Oktober 2007 an (IV-act. 53), der Versicherte könnte bei
einem 100%-Einsatz Fr. 7'500.-- verdienen. Die IV-Stelle bewilligte am 14. November
2007 eine Wiedereinarbeitung in die frühere Tätigkeit bei der C._ (IV-act. 57). Der
Eingliederungsberater der IV-Stelle notierte am 23. Januar 2008 (IV-act. 66, 69), die
Arbeitsbedingungen seien ausgesprochen adaptiert. Die Leistung des Versicherten
schwanke zwischen 20% und 80%. Die C._ teilte am 16. September 2008 mit (IV-
act. 77), der Versicherte müsse stabiler werden. Wenn er depressiv sei, könne man ihn
nicht brauchen, weil er zu viele Fehler mache. Dann schicke man ihn jeweils nach
Hause. Dr. med. K._, Oberärztin am Psychiatrischen Zentrum H._, berichtete der
IV-Stelle am 9. Oktober 2008 (IV-act. 84), der Versicherte sei seit dem 22. März 2007
nicht mehr in psychiatrischer Behandlung. Er lebe wieder mit der Familie zusammen,
weshalb sich sein psychischer Zustand stabilisiert habe. Die berufliche Eingliederung
habe dazu geführt, dass er mehr Selbstsicherheit bekommen habe. Der weitere Verlauf
sei als prognostisch günstig zu betrachten. Am 26. November 2008 gab Dr. K._
ergänzend an (IV-act. 88), eine Psychotherapie könnte die Belastbarkeit erhöhen und
zu einer Verbesserung der Arbeitsqualität führen. In einer Aktennotiz vom 4. März 2009
hielt ein Sachbearbeiter der IV-Stelle fest (IV-act. 93), der Versicherte sei regelmässig
während 6-8 Tagen nicht arbeitsfähig. Seine Leistung am Arbeitsplatz schwanke
zwischen 0% und 100%. Er sei für die Montage von Lasergeräten und die
Kundenberatung vor Ort zuständig. Dies entspreche einer adaptierten Tätigkeit. Der
Arbeitgeber habe eine Festanstellung zu einem Lohn von Fr. 2'000.-- angeboten. Um
die definitive Arbeitsfähigkeit festlegen zu können, sei eine psychiatrische RAD-
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Untersuchung notwendig. Dr. med. L._, Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete
der IV-Stelle am 16. September 2009 (IV-act. 105), sie behandle den Versicherten seit
dem 17. November 2008. Die Diagnosen lauteten: Rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig (seit Oktober 2008) mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom,
Merkmale einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen, infantilen und
emotional instabilen Zügen und St. n. schwerer depressiver Episode nach dem Tod des
Sohnes. Da es sich eher um eine Persönlichkeitsstörung mit anhaltender
Dissoziationsneigung und mangelnder Distanzierungsfähigkeit handle, sei die
gewünschte Psychotherapie kaum möglich. Die Einschränkungen bestünden in einer
Stimmungsinstabilität mit aggressiven Durchbrüchen, einer geringen psychischen
Belastbarkeit und einer depressiven Antriebs- und Stimmungslage. Aufgrund kognitiver
Verzerrungen und affektiver Dysregulation mit Neigung zu Somatisierung sei der
Versicherte nicht imstande, ein volles Pensum zu leisten. Die Arbeitsfähigkeit betrage
wegen der chronischen Depression und der chronischen multiplen
Schmerzproblematik nur 50%.
A.d Dr. med. M._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Kinder- und
Jugendpsychiatrie, vom RAD Ostschweiz berichtete am 28. September 2009 über
seine psychiatrische Untersuchung vom 24. Juni 2009 (IV-act. 107), die Diagnosen
lauteten: Dysthyme Störung, kombinierte Persönlichkeitsstörung,
Bandscheibenvorfalloperation L5/S1 mit Diskektomie und Fensterung links 03/05 mit
diskreter sensomotorischer Restsymptomatik L5. Dr. M._ berichtete, bei der
körperlichen Untersuchung hätten sich eine diskrete Sensibilitätsminderung in L5 links,
eine diskrete, funktionell nicht limitierende Schwäche der Fuss- und Zehenheber links,
eine leichte Achsenabweichung der linken Hand nach ulnar und eine rechtsbetonte
Handbeschwielung ergeben. Dieser Befund stelle in einer adaptierten Tätigkeit keine
wesentliche Behinderung dar. Psychisch habe eine dysthyme, dysphorische und
stimmungslabile Verfassung mit deutlich histrionischer, narzisstischer und
affektüberdauernd nachtragender Persönlichkeitsstörung mit querulatorischen
Tendenzen imponiert. Hinweise auf eine depressive Störung hätten gefehlt. Die
dysthyme Störung sei gekennzeichnet gewesen durch chronische, wenigstens mehrere
Jahre anhaltende depressive Verstimmungen, die weder schwer noch hinsichtlich
einzelner Episoden anhaltend genug gewesen seien, um die Kriterien einer schweren,
mittelgradigen oder auch nur leichten depressiven Störung zu erfüllen. Zumindest in
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der Zeit ab der Jahresmitte 2007 fänden sich Perioden normaler Stimmung, in denen
der Versicherte keine psychiatrische Unterstützung in Anspruch genommen habe. Die
Dysthymia und die Persönlichkeitsstörung erklärten die Leistungsschwankungen,
zumal sich der Versicherte sehr schnell ungerecht behandelt und auch ausgenutzt
fühle. Die von Dr. I._ angegebene Arbeitsunfähigkeit von 20% könne akzeptiert
werden. Entgegen den Angaben von Dr. L._ habe keine mittelgradige depressive
Episode festgestellt werden könne. Deshalb könne der Arbeitsfähigkeitsschätzung
(50%) nicht gefolgt werden. Für eine angepasste Tätigkeit ohne ständigen Zeitdruck,
ohne Schichtarbeit, mit einem klar strukturierten Arbeitsrahmen bestehe eine
Arbeitsfähigkeit von mindestens 80%.
A.e Die C._ teilte der IV-Stelle am 7. November 2009 sinngemäss mit (IV-act. 111),
sie müsse das "Projekt" abbrechen, wenn der Versicherte nicht mehr weiter unterstützt
werde. Die IV-Stelle verglich ein Valideneinkommen von Fr. 91'800.-- (2008) mit einem
zumutbaren Invalideneinkommen von Fr. 73'440.-- und ermittelte so einen
Invaliditätsgrad von 20% (IV-act. 112). Mit einem Vorbescheid vom 13. Januar 2010
orientierte die IV-Stelle den Versicherten darüber, dass sie das Begehren um berufliche
Eingliederungsmassnahmen abweisen müsse, weil seine Leistungsschwankungen nicht
medizinisch begründet seien, so dass er angemessen eingegliedert sei (IV-act. 115).
Mit einem zweiten Vorbescheid vom 13. Januar 2010 kündigte die IV-Stelle dem
Versicherten die Abweisung seines Rentenbegehrens an (IV-act. 117). Der Versicherte
liess am 15. Februar 2010 Einwand gegen beide Vorbescheide erheben (IV-act. 120).
Der Rechtsvertreter des Versicherten führte am 9. April 2010 aus (IV-act. 122), Dr.
K._ könne keine verbindlichen Angaben zur Arbeitsfähigkeit machen, weil sie den
Versicherten nur einmal gesehen habe. Für die Periode April 2005 bis März 2007 sei auf
die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. G._ abzustellen. Er beantrage die Einholung
eines Berichts dieser Ärztin. Der RAD gehe selbst für Perioden, in denen Fachärzte eine
starke depressive Störung mit latenter Suizidalität festgestellt hätten, davon aus, dass
keine massgebliche Arbeitsunfähigkeit vorgelegen habe. Dies zeige, dass der RAD alles
andere als objektiv sei. Das könne auch nicht erwartet werden, da es sich um ein
klassisches Parteigutachten handle. Sollte die IV-Stelle dem Bericht des RAD
irgendeinen Beweiswert zugestehen, beantrage er die Einholung eines unabhängigen
fachärztlichen Gutachtens. Entgegen der Auffassung des RAD dürfe aus dem
Umstand, dass der Versicherte sich zeitweise nicht psychiatrisch habe behandeln
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lassen, nicht auf eine Verbesserung des Gesundheitszustands geschlossen werden. Er
beantrage die Einholung eines Berichts von Dr. D._. Der IV-Sachbearbeiter
erkundigte sich am 14. April 2010 bei Dr. M._, ob die Stellungnahme zu den
Vorbescheiden neue, fallrelevante Anhaltspunkte enthalte und ob gegebenenfalls
ergänzende medizinische Abklärungen angezeigt seien. Dr. M._ antwortete am 16.
Juni 2010 (IV-act. 123), die Stellungnahme habe keine neuen, fallrelevanten Fakten
ergeben, die in seinem Gutachten nicht schon berücksichtigt worden seien. Er habe nie
bestritten, dass der Versicherte an einer Depression leide, weshalb der Vorwurf der
Parteilichkeit nicht nachweisbar sei. Es bestehe keine Veranlassung, ein weiteres
Gutachten zu veranlassen. Dr. K._ habe über die Behandlungsunterlagen des
Ambulatoriums verfügt, so dass sich ihre Beurteilung nicht auf einen einzigen
Gesprächskontakt gestützt habe. Mit einer Verfügung vom 22. Juni 2010 wies die IV-
Stelle das Rentenbegehren ab (IV-act. 124). Gemäss dem Text der Verfügung lag die
Notiz des RAD vom 16. Juni 2010 bei. Ausserdem wurde der Inhalt dieser Notiz in der
Verfügungsbegründung teilweise wiedergegeben. Der Rechtsvertreter des Versicherten
forderte die Notiz von Dr. M._ am 9. August 2010 bei der IV-Stelle an, weil sie der
Verfügung nicht beigelegt gewesen sei (IV-act. 125).
B.
B.a Der Versicherte liess am 21. August 2010 Beschwerde erheben und beantragen,
die Verfügung vom 22. Juni 2010 sei aufzuheben und die Sache sei zur Gewährung des
rechtlichen Gehörs und zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen; eventualiter sei eine Invalidenrente zuzusprechen (act. G 1). Sein
Rechtsvertreter machte geltend, ihm sei vor dem Erlass der angefochtenen Verfügung
nicht mitgeteilt worden, dass weitere Abklärungen getroffen worden seien.
Dementsprechend seien ihm auch die Resultate dieser Abklärungen nicht vorgängig
eröffnet worden. Dadurch sei der Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches
Gehör verletzt worden. Eine weitere Gehörsverletzung bestehe darin, dass sich die
Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung nicht ausreichend mit der
Stellungnahme zum Vorbescheid auseinandergesetzt habe. Eine Heilung sei nicht
möglich, zumal das Versicherungsgericht die einzige Instanz mit voller Kognition sei.
Das Interesse an einer korrekten Durchführung des Verfahrens überwiege das Interesse
an einer beförderlichen materiellen Behandlung des Leistungsbegehrens. In der Sache
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selbst machte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers geltend, dass Dr. K._ über
die Unterlagen des Ambulatoriums verfügt habe, ändere nichts daran, dass sie den
Beschwerdeführer praktisch nicht persönlich gekannt und dementsprechend nur sehr
beschränkt eine verbindliche Beurteilung habe abgeben können. Dr. G._ habe für die
Periode April 2005 bis März 2007 nur eine Arbeitsfähigkeit von 50% attestiert. Für
diese Periode seien die Voraussetzungen einer Berentung also klar erfüllt. Bei Dr. G._
sei ein Bericht einzuholen. Die einseitige Einschätzung des RAD, die nicht mit den
Feststellungen der behandelnden Ärzte zu vereinbaren sei, zeige, dass der RAD alles
andere als objektiv gewesen sei. Es sei ein interdisziplinäres Gutachten einzuholen.
Ausserdem sei ein Bericht von Dr. D._ über die psychische Verfassung des
Beschwerdeführers während der Dauer der "nicht psychiatrischen" Behandlung
einzuholen.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 27. September 2010 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung machte sie geltend, in der RAD-Stellungnahme
seien dem Beschwerdeführer bereits bekannte Fakten gewürdigt worden. Für die
Beurteilung bereits bekannter Fakten müsse das rechtliche Gehör nicht gewährt
werden. Die angefochtene Verfügung erfülle die Mindestanforderungen an die
Begründungspflicht. Der Beschwerdeführer habe keinen Bericht von Dr. G._ vom 15.
August 2008 eingereicht. Im ersten Bericht des Psychiatrischen Zentrums sei keine
Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben worden. Die verschiedenen vom
Beschwerdeführer erwähnten Arztberichte attestierten dem Beschwerdeführer einzig
eine schwere depressive Episode nach dem Tod des Sohnes im November 2001. Es
gebe keinen Hinweis darauf, dass ab dem potentiellen Rentenbeginn (Februar 2005)
noch eine schwere Depression bestanden hätte. Die von Dr. L._ angegebene
Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode überzeuge nicht, da sie aus der
vom Beschwerdeführer geltend gemachten Schmerzsymptomatik abgeleitet sei. Es
handle sich aber nur um eine reaktive Begleiterscheinung zur Schmerzstörung und
damit nicht um eine relevante Komorbidität. Demnach sei die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. L._ zu pessimistisch. Das Valideneinkommen
belaufe sich auf Fr. 70'200.-- (2002), das zumutbare Invalideneinkommen auf Fr.
57'008.--. Ein Abzug vom Tabellenlohn sei nicht gerechtfertigt. Somit resultiere ein
Invaliditätsgrad von 35%.
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B.c Der Beschwerdeführer liess am 25. Januar 2011 einwenden (act. G 11), die
Beschwerdegegnerin verkenne, dass es sich bei der Würdigung von Arztberichten
nicht um eine Rechts-, sondern um eine Sachverhaltsfrage handle. Deshalb müsse im
Anschluss an eine Expertise das rechtliche Gehör gewährt werden. Auch die
Begründungspflicht sei verletzt, denn effektiv begründend sei einzig der Verweis auf
eine beiliegende Stellungnahme des RAD. Die Beschwerdegegnerin berufe sich auf die
Praxis zur Würdigung der Arbeitsfähigkeitsschätzungen von Hausärzten, blende aber
aus, dass eine Stellungnahme des RAD weitaus kritischer gewürdigt werden müsse.
Dr. G._ habe am 15. August 2008 für die Behandlungsphase 18. April 2005 bis 22.
März 2007 eine Arbeitsunfähigkeit von 50% bestätigt. Dr. D._ habe am 17. Januar
2006 eine Arbeitsunfähigkeit ab dem 4. Juli 2004 angegeben.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 8. Februar 2011 auf eine Duplik (act. G
14).

Erwägungen:
1.
1.1 Mit der Stellungnahme zum Vorbescheid machte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers grundsätzlich geltend, der medizinische Sachverhalt sei noch nicht
ausreichend abgeklärt. In dieser Situation wollte sich die Sachbearbeitung der
Beschwerdegegnerin durch eine Rückfrage an den RAD nur vergewissern, dass ihre
Auffassung, der medizinische Sachverhalt stehe fest, richtig sei. Die entsprechende
Frage hätte verneint werden müssen, wenn mit der Stellungnahme zum Vorbescheid
ein Indiz für eine bisher noch nicht bekannte, möglicherweise die Arbeitsfähigkeit
tangierende Gesundheitsbeeinträchtigung geliefert worden wäre oder wenn glaubhaft
gemacht worden wäre, dass die bereits bekannten Gesundheitsbeeinträchtigungen
noch nicht ausreichend abgeklärt seien. Die Sachbearbeitung hat die entsprechenden
beiden Fragen gestellt und der RAD hat sie verneint. Damit hat sich der RAD im
Rahmen von Art. 49 Abs. 3 IVV bewegt, d.h. er hat der Sachbearbeitung nur beratend
beigestanden. Rein formal betrachtet sind damit zwar neue Aktenstücke produziert
worden, aber diese Aktenstücke haben die Sachverhaltskenntnis nicht erweitert. Sie
haben nur der Würdigung des bereits aus den früher produzierten Akten sich
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ergebenden Sachverhalts gedient. Eine derartige Auskunft des RAD lässt keine
(erneute) Vorbescheidspflicht entstehen, da sie nicht geeignet ist, den Kenntnisstand
zum massgebenden Sachverhalt zu erweitern. Dasselbe gilt für den Hinweis des RAD,
Dr. K._ habe über die Behandlungsunterlagen des Ambulatoriums verfügt. Auch
damit hat sich die Sachverhaltskenntnis nicht erweitert, denn bekanntlich war Dr. K._
am Ambulatorium tätig und verfügte deshalb mit Selbstverständlichkeit über die dort
geführte Krankengeschichte. Die Verwahrung des RAD gegen einen in der
Stellungnahme zum Vorbescheid erhobenen Vorwurf der Parteilichkeit dient ebenfalls
nur der Würdigung bereits bekannter Akten und ist deshalb, wie die Bemerkung zum
Bericht von Dr. K._, unter Art. 49 Abs. 3 IVV zu subsumieren. Die
Beschwerdegegnerin hat also den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches
Gehör vor dem Erlass der Rentenverfügung nicht verletzt (vgl. die Luzerner Gerichts-
und Verwaltungspraxis, LGVE 2005, Nr. 36, S. 323).
1.2 Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll
entsprechen (Art. 49 Abs. 3 Satz 2 ATSG). "Die Begründung muss wenigstens kurz die
Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sich ihr
Entscheid stützt.... Die Begründung darf sich insoweit nicht auf den Hinweis
beschränken, die Überlegungen der versicherten Person seien zur Kenntnis genommen
und geprüft worden" (U. Kieser, ATSG-Kommentar, 2. A., N. 37 f. zu Art. 49 ATSG, S.
620 f.). Der vom Beschwerdeführer erhobene Vorwurf der unzureichenden Begründung
der angefochtenen Verfügung beruht nicht auf dem Begründungsteil, der bereits im
Vorbescheid vorweg genommen worden ist, sondern auf dem Teil, in dem sich die
Beschwerdegegnerin zu den in der Stellungnahme zum Vorbescheid erhobenen
Einwänden äussert. Die Beschwerdegegnerin hat ausgeführt, in der Stellungnahme
zum Vorbescheid seien keine neuen medizinischen Fakten vorgelegt worden. Es
bestehe keine Veranlassung, weiterführende medizinische Abklärungen vorzunehmen.
Sie halte an einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 80% fest. Damit hat die
Beschwerdegegnerin klargestellt, dass sie den entscheidenden Vorwurf des
Beschwerdeführers, der massgebende medizinische Sachverhalt sei unzureichend
abgeklärt worden, für nicht berechtigt halte und dass sie weiter davon ausgehe, dass
insbesondere der massgebende Arbeitsfähigkeitsgrad ausreichend geklärt sei. Die
Beschwerdegegnerin hat weiter ausgeführt, dass sie den Vorwurf der Parteilichkeit des
abklärenden RAD-Arztes zurückweise, denn dieser habe nie behauptet, dass der
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Beschwerdeführer nicht an einer Depression gelitten habe. Die Beschwerdeführerin hat
sich somit zwar nicht mit den Details des Vorwurfs der unzureichenden
Sachverhaltsabklärung auseinandergesetzt. Das ist auch nicht nötig gewesen, denn es
hat offensichtlich genügt, um dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zu erläutern,
dass und warum seine Einwände gegen den Vorbescheid als nicht stichhaltig
qualifiziert worden sind. Der Beschwerdeführer hat effektiv über die notwendige
Kenntnis von der Argumentation der Beschwerdegegnerin verfügt, wie sich dem
Umstand entnehmen lässt, dass er seine Beschwerde ausreichend und detailliert
genug hat begründen können. Die Beschwerdegegnerin hat ihre Begründungspflicht
also erfüllt, so dass auch in dieser Hinsicht keine Verletzung des Anspruchs auf
rechtliches Gehör vorliegt. Entsprechend dem Eventualbegehren ist somit nachstehend
zu prüfen, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine Invalidenrente habe.
2.
2.1 Gemäss Art. 16 ATSG ist zur Bemessung des Invaliditätsgrads das Einkommen,
das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum Erwerbseinkommen, das sie
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Das
ausschlaggebende Element der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens -
und damit indirekt des Invaliditätsgrades - ist in aller Regel der Grad der verbliebenen
Arbeitsfähigkeit.
2.1.1 Im Anmeldeformular hat der Beschwerdeführer angegeben, er habe eine
Lehre als Elektromonteur und später eine Zusatzausbildung absolviert. Die C._ hat
ihm einen im Vergleich zum durchschnittlichen Einkommen der Elektriker hohen Lohn
ausgerichtet. Am 25. Mai 2007 hat sie der Beschwerdegegnerin bestätigt, dass der
Beschwerdeführer über ein sehr grosses Fachwissen verfüge. Später hat sie sich bereit
erklärt, dem Beschwerdeführer eine Wiedereingliederung in die frühere Erwerbstätigkeit
zu ermöglichen. Dies zeigt, dass die C._ grossen Wert auf die Mitarbeit des
Beschwerdeführers gelegt hat. Damit erscheint die Hypothese als plausibel, dass der
Beschwerdeführer, wäre er gesund geblieben, weiterhin in der bisherigen Funktion tätig
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gewesen wäre. Seine Validenkarriere besteht deshalb in der hypothetischen
Weiterbeschäftigung durch die C._. Das Valideneinkommen entspricht dem Lohn,
den der Beschwerdeführer dabei im massgebenden Zeitpunkt erzielt hätte. Die
versuchte Wiedereingliederung bei der C._ ist erst nach einer längeren (Teilzeit-)
Beschäftigung abgebrochen worden. Der Grund dafür ist gemäss den Angaben der
C._ vom 7. November 2009 der Umstand gewesen, dass die Beschwerdegegnerin
die Ausrichtung von IV-Taggeldern eingestellt hat. Zum Zeitpunkt der
Leistungseinstellung hat die C._ noch erwartet, dass der Beschwerdeführer
längerfristig wieder eine wesentlich höhere Leistung werde erbringen können. Beim
ersten, der angefochtenen Verfügung zugrundeliegenden Einkommensvergleich ist die
Beschwerdegegnerin von einer Invalidenkarriere ausgegangen, die in einer
hypothetischen Weiterführung des (Teilzeit-) Arbeitsverhältnisses mit der C._
bestanden hat. Dabei hat die Beschwerdegegnerin einen Arbeitsfähigkeitsgrad von
80% angenommen. Sie hat deshalb 80% des Valideneinkommens als zumutbares
Invalideneinkommen angerechnet. In einem späteren, im Rahmen der
Beschwerdeantwort angestellten Einkommensvergleich hat die Beschwerdegegnerin
dann auf eine völlig andere Invalidenkarriere abgestellt. Sie hat nämlich 80% des
Durchschnittseinkommens eines Hilfsarbeiters angerechnet. Begründet hat sie dieses
Vorgehen nur damit, dass der Beschwerdeführer nicht in einem zumutbaren Ausmass
einer Erwerbstätigkeit nachgehe. Entweder hat sie also übersehen, dass der
Beschwerdeführer einen Beruf erlernt und ausgeübt hat (Elektriker mit
Zusatzqualifikation), oder sie ist davon ausgegangen, dass die Ausübung dieses Berufs
behinderungsbedingt nicht mehr zumutbar sei. Dr. B._ und Dr. D._ sind zwar im
Jahr 2005 möglicherweise unter dem Eindruck der damals akuten Rückenproblematik)
davon ausgegangen, dass die Tätigkeit als Elektriker nicht behinderungsadaptiert sei,
so dass eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit bestehe. Demgegenüber hat der
rheumatologisch-orthopädische Sachverständige der N._ aber im Jahr 2007 aus der
Sicht seiner Fachgebiete für die Tätigkeit bei der C._ eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit attestiert. Medizinisch lässt sich die von der Beschwerdegegnerin
vorgenommene Auswechslung der Invalidenkarriere also nicht begründen. Bei der
Tätigkeit für die C._ hat es sich zwar möglicherweise in Bezug auf die körperlichen
Anforderungen nicht um eine typische Arbeit als Elektriker gehandelt. Aber das ist nicht
von Belang, denn es ist davon auszugehen, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt
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Stellen für Arbeitnehmer mit den beruflichen Kenntnissen und Erfahrungen des
Beschwerdeführers aufweist, die behinderungsadaptiert sind und an denen Löhne auf
demselben Niveau wie bei der C._ erzielt werden können. Entgegen der in der
Beschwerdeantwort vertretenen Auffassung der Beschwerdegegnerin kann die
Invalidenkarriere nach der Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit der C._ keine
behinderungsadaptierte Hilfsarbeit sein. Die Invalidenkarriere des Beschwerdeführers
besteht entweder in der hypothetischen Weiterführung des Arbeitsverhältnisses mit der
C._ oder in der hypothetischen Ausübung einer in jeder Hinsicht gleichwertigen
Tätigkeit bei irgendeinem anderen Arbeitgeber. Die erste Variante erweist sich als
wenig überzeugend, da das Arbeitsverhältnis mit der C._ nicht aufgrund eines
Fehlverhaltens des Beschwerdeführers, sondern aufgrund eines nicht beeinflussbaren
äusseren Umstands (Einstellung der Taggeldausrichtung) aufgelöst worden ist. Die
Invalidenkarriere wird deshalb durch die zweite Variante bestimmt. Sie besteht in einer
hypothetischen Erwerbstätigkeit, bei welcher der Beschwerdeführer seine beruflichen
Kenntnisse und Erfahrungen vollumfänglich einbringen kann und bei der er ein
Einkommen erzielen kann, das demjenigen bei der C._ entspricht.
2.1.2 Dr. B._ und Dr. D._ haben während der akuten Rückensituation vor und
unmittelbar nach der Diskushernienoperation eine vollständige Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers für sämtliche Arten von Erwerbstätigkeiten angegeben. Dr. E._
und lic. phil. F._ haben am 27. September 2005 ausgeführt, bei den beiden
Sitzungen im Frühjahr 2005 habe der Beschwerdeführer den Eindruck erweckt, dass er
körperlich zu 100% arbeitsfähig sei. Das lässt darauf schliessen, dass die
rückenbedingte Arbeitsunfähigkeit für alle Arten von Erwerbstätigkeiten erheblich
weniger als ein Jahr gedauert und deshalb keinen vorübergehenden Anspruch auf eine
(ganze) Invalidenrente begründet hat. Dr. G._ hat am 3. Juli 2006 berichtet, trotz der
geringen Belastbarkeit und Frustrationstoleranz und trotz der typischen depressiven
Symptomatik mit Schlafstörungen, Appetit- und Freudlosigkeit, Rückzug und latenter
Suizidalität sei die bisherige Tätigkeit noch zumutbar. Als limitierend für die Leistungs
fähigkeit hat sie die somatischen Diagnosen und die Persönlichkeitsmerkmale des
Beschwerdeführers angegeben. Offenbar hat sie also der typischen depressiven
Symptomatik keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen. Allerdings hat sie
bewusst keine definitive Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben. Die von ihr genannten
50% haben sich nämlich auf den Beginn einer allfälligen beruflichen
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Wiedereingliederung bezogen, wobei Dr. G._ von einer Steigerungsmöglichkeit
ausgegangen ist. Diese Arbeitsfähigkeitsschätzung hatte also wohl rein
therapeutischen Charakter, d.h. es handelte sich nicht um eine IV-rechtlich notwendige
langfristige Schätzung. Dr. I._ hat im Frühjahr 2007 eine Arbeitsunfähigkeit von 30%
angegeben. Er hat sich dabei auf die Exploration und auf die testpsychologischen
Untersuchungen abgestützt. Bei der Exploration hatte der Beschwerdeführer keine für
eine erhebliche Depression typischen Symptome gezeigt und die testpsychologischen
Untersuchungen hatten eine subjektive Überbewertung, objektiv betrachtet aber nur
eine leicht erhöhte depressive Symptomatik aufgezeigt. Dieses Abklärungsresultat
stimmte weitgehend mit demjenigen von Dr. G._ überein. Dr. I._ hat aus dem
Umstand, dass der Beschwerdeführer in der Vergangenheit während Jahren keine
psychiatrische Behandlung in Anspruch genommen hatte, den Schluss gezogen, dass
der Beschwerdeführer nicht unter psychischen Problemen in einem
behandlungsbedürftigen Ausmass gelitten habe. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers hat diese Schlussfolgerung - und die darauf beruhende
Arbeitsfähigkeitsschätzung - zu Recht als wenig überzeugend qualifiziert. Das bedeutet
aber nicht, dass für die gesamte Zeit zwischen dem Unfalltod des Sohnes und dem
Beginn der psychiatrischen Behandlung von einer schweren, die Arbeitsfähigkeit
erheblich beeinträchtigenden Arbeitsunfähigkeit auszugehen wäre. Vielmehr muss
festgestellt werden, dass das Fehlen medizinischer Berichte es verunmöglicht, für
diese Periode eine Arbeitsfähigkeitsschätzung vorzunehmen, die dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit genügen würden. Erst ab der Begutachtung durch
Dr. I._ im Frühjahr 2007 steht mit dem erforderlichen Beweisgrad fest, dass die
psychische Gesundheitssituation tatsächlich eine Teilarbeitsfähigkeit zur Folge hat.
Dr. K._ hat am 8. Oktober 2008 bestätigt, dass sich der psychische
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers schon seit längerer Zeit stabilisiert habe.
Dr. L._ hat am 16. September 2009 eine seit Oktober 2008 bestehende
rezidivierende depressive Episode und eine kombinierte Persönlichkeitsstörung
angegeben und sie hat von den entsprechenden Symptomen (kognitive Verzerrungen,
affektive Dysregulation) auf eine Arbeitsunfähigkeit von 50% geschlossen. Da
behandelnde Ärzte erfahrungsgemäss aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Stellung und
aufgrund ihrer Therapeutenrolle dazu neigen, die Einstellung ihrer Patienten zur
Arbeitsfähigkeit zu übernehmen, so kann der Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. L._
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keine ausreichende Überzeugungskraft beigemessen werden. Dr. M._, der den
Beschwerdeführer zuletzt untersucht hat, hat keine mittelgradige depressive Episode
diagnostiziert. Er hat zwar die bereits früher mehrfach bestätigten Diagnosen einer
kombinierten Persönlichkeitsstörung gestellt, aber für den ebenfalls angetroffenen
depressiven Zustand hat er nur die Diagnose einer dysthymen Störung gewählt. Er ist
also von langanhaltenden depressiven Verstimmungen ausgegangen, die allerdings die
Kriterien einer depressiven Störung nicht erfüllten. Seine Einschätzung sowohl der
Schwere der psychischen Beeinträchtigungen als auch der daraus resultierenden
Arbeitsunfähigkeit stimmt weitgehend mit derjenigen von Dr. I._ überein. Die
Differenz in den Arbeitsunfähigkeiten (20% bzw. 30%) dürfte sich durch das
insbesondere mit den psychiatrischen Einschätzungen notwendigerweise verbundene
Ermessen erklären lassen. Der Vorwurf der Befangenheit von Dr. M._ als Folge seiner
Zugehörigkeit zum RAD Ostschweiz ist nicht stichhaltig, denn die Beschwerdegegnerin
hat als mit der Durchführung der Sozialversicherung betraute Organisation das
Legalitätsprinzip, den Untersuchungsgrundsatz und das Gleichbehandlungsprinzip zu
beachten. Hinweise für eine Verletzung dieser Grundsätze sind nicht ersichtlich und
werden auch nicht substantiiert geltend gemacht. Der Bericht über eine RAD-
Untersuchung darf nach dem Gesagten in bezug auf seinen Beweiswert nicht einem
Parteigutachten gleichgesetzt werden. Vielmehr ist davon auszugehen, dass ihm eine
objektive und sorgfältige Untersuchung und Einschätzung zugrunde liegt. Ob die
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers nun 20% oder 30% beträgt, ist irrelevant,
da das Einkommenspotential in der Validenkarriere demjenigen in der qualitativ
gleichwertigen Invalidenkarriere entspricht. Bei dem in dieser Situation anwendbaren
Prozentvergleich resultiert, selbst wenn man allfälligen indirekt behinderungsbedingten
Nachteilen des Beschwerdeführers gegenüber gesunden Konkurrenten für einen
entsprechenden Arbeitsplatz mit einem zusätzlichen Abzug von praxisgemäss 10%
Rechnung tragen will, ein Invaliditätsgrad von maximal 37%. Die Untergrenze von 40%
für die Entstehung eines Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 2 IVG) ist somit nicht erreicht,
weshalb die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Rentenanspruch des
Beschwerdeführers verneint hat.
3.
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Da sich die angefochtene Verfügung als rechtmässig erweist, ist die Beschwerde
abzuweisen. Der unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung, so dass das entsprechende Begehren ebenfalls abzuweisen ist.
Das Beschwerdeverfahren in IV-Sachen ist kostenpflichtig. Die Gerichtsgebühr richtet
sich nach dem Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1 IVG). Der konkrete
Verfahrensaufwand ist als durchschnittlich zu werten, weshalb die Gerichtsgebühr
praxisgemäss auf Fr. 600.-- festzusetzen ist. Sie ist durch den vom Beschwerdeführer
in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP