Decision ID: e41bf074-ee4a-58d0-9768-fbc546f7f09b
Year: 2019
Language: de
Court: FR_TC
Chamber: FR_TC_001
Canton: FR
Region: Espace_Mittelland
Law Area: civil_law

Sachverhalt
A. A._, geboren 1957, arbeitete seit Oktober 2001 bei der B._ AG als Fahrer für Entsorgungsfahrzeuge zur Sammlung von Siedlungsabfällen.
Am 10. November 2017 kündigte die B._ AG das Arbeitsverhältnis fristlos. Die B._ AG stützte ihre fristlose Entlassung auf die zwei Verwarnungen vom 11. Februar 2016 und 26. Juli 2016 sowie einen erneuten Vorfall am 9. November 2017.
B. Nach einer erfolglosen Schlichtungsverhandlung reichte A._ am 3. Juli 2018 Klage beim Arbeitsgericht des Seebezirks ein und beantragte, die B._ AG sei zu verpflichten, ihm für die ungerechtfertigte fristlose Entlassung einen Schadenersatz in der Höhe von CHF 15'750.- brutto zuzüglich AHV- und BVG-Arbeitgeberbeiträge, eine Entschädigung wegen ungerechtfertigter fristloser Entlassung in der Höhe von CHF 15'750.- netto, eine Entschädigung für die Überzeit in der Höhe von CHF 4'251.45 brutto sowie den ausstehenden Ferienlohn in der Höhe von CHF 31'836.95 zu bezahlen. Weiter habe die B._ AG den Lohnanspruch von A._ ab 16. Oktober 2017 zu belegen und den ausstehenden Betrag zu bezahlen, soweit die B._ AG nicht nachweise, die Zahlung sei erfolgt.
Die B._ AG beantragte in ihrer Klageantwort vom 16. November 2018, die Klage sei .
An der Sitzung des Arbeitsgerichts des Seebezirks vom 10. April 2019 waren beide Parteien . Die Parteien sowie verschiedene Zeugen wurden zur Sache befragt.
Mit schriftlichem Schlussvortrag vom 29. April 2019 änderte A._ seine Rechtsbegehren dahingehend ab, als dass ein Schadenersatz in der Höhe von CHF 17'144.50 brutto sowie ein Lohnanspruch ab 16. Oktober 2017 in der Höhe von CHF 6'061.85 brutto zu bezahlen sei. Die B._ AG bestätigte ihre Rechtsbegehren.
Mit Entscheid vom 6. Mai 2019 hiess das Arbeitsgericht des Seebezirks die Klage teilweise gut und hielt fest, die B._ AG sei verpflichtet, A._ den ausstehenden Zuschlag für die geleistete Überzeit in der Höhe von CHF 4'233.45 brutto und den Lohnanspruch ab 16. Oktober 2017 im Betrag von CHF 5'339.05 brutto resp. CHF 4'510.55 netto zu bezahlen. Die weiteren Rechtsbegehren wurden abgewiesen.
C. A._ (nachfolgend: der Berufungskläger) reichte am 21. Juni 2019 gegen diesen Entscheid Berufung ein mit folgenden Anträgen:
1. Die B._ AG sei zu verpflichten, dem Berufungskläger für die ungerechtfertigte fristlose Entlassung einen Schadenersatz gestützt auf Art. 337c Abs. 1 OR in der Höhe von CHF 15'755.- brutto zzgl. vier BVG-Arbeitgeberbeiträge à CHF 351.90/Monat zu bezahlen.
2. Die B._ AG sei zu verpflichten, dem Berufungskläger eine Entschädigung wegen ungerechtfertigter fristloser Entlassung gestützt auf Art. 337c Abs. 3 OR in der Höhe von CHF 15'750..- netto zu bezahlen.
3. Die B._ AG sei zu verpflichten, dem Berufungskläger den ausstehenden Ferienlohn in der Höhe von CHF 31'331.80 brutto zu bezahlen.
Kantonsgericht KG Seite 3 von 10
4. Der B._ AG seien die ganzen erstinstanzlichen Verfahrenskosten aufzuerlegen.
5. Die B._ AG sei zu verpflichten, dem Berufungskläger für das erstinstanzliche Verfahren eine Parteikostenentschädigung von CHF 9'746.- gemäss Honorarnote vom 10. April 2019 zu bezahlen.
- alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge -
Mit Berufungsantwort vom 12. September 2019 beantragte die B._ AG (nachfolgend: die Berufungsbeklagte) die Berufung sei abzuweisen unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Berufungsklägers.

Erwägungen
1.
1.1. End- und Zwischenentscheide des Arbeitsgerichts unterliegen der Berufung an das Kantonsgericht, sofern der Streitwert mindestens CHF 10‘000.- beträgt (Art. 308 ff. ZPO und Art. 52 des Justizgesetzes vom 31. Mai 2010 [JG; SGF 130.1]). Zur Berechnung des erforderlichen Streitwertes wird auf die zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren abgestellt. Massgebend sind damit die bis zur Eröffnung des erstinstanzlichen Entscheides vorgebrachten Erklärungen der Parteien und nicht der erstinstanzliche Entscheid selbst, die Rechtsmittelanträge oder die  im Rechtsmittelverfahren (REETZ/THEILER, in Kommentar zur Schweizerischen , 3. Aufl. 2016, Art. 308 N. 39 f.).
Aus den erstinstanzlichen Rechtsbegehren ergibt sich vorliegend ein Streitwert von CHF 74'321.95. Auf die Berufung ist somit einzutreten.
Der Streitwert für die Beschwerde in Zivilsachen ans Bundesgericht ist ebenfalls erreicht (Art. 51 Abs. 1 lit. a und 74 Abs. 1 lit. a BGG).