Decision ID: 6b7977b5-1170-516c-af61-6e7ad167b6cd
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._, angelernter Restaurationsangestellter/Küche, war seit 1. Mai 2000 als
Hilfsverchromer bei der B._ AG tätig und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) gegen die Folgen von Unfällen und
Berufskrankheiten obligatorisch versichert (Suva-act. 1, Suva-act. 122). Dr. med. C._,
Spezialarzt für Ohren-, Nasen- und Halsheilkunde, diagnostizierte am 16. Dezember
2002 eine vasomotorische Rhinopathie (Suva-act. 2). Dem Versicherten wurde eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% attestiert (Suva-act. 3, 10, 12 f.). Dr. med. D._,
Abteilung Arbeitsmedizin der Suva, hielt am 14. April 2003 fest, die vasomotorische
Rhinopathie werde durch die berufliche Tätigkeit bzw. die beruflichen Einflüsse in Form
von Chromsäure und Tensiden richtungsgebend verschlimmert. Die vasomotorische
Rhinopathie selbst sowie die atopische Veranlagung betreffe die Suva nicht, nach
Aufgabe der Tätigkeit sei sie für die weitere Behandlung nicht mehr zuständig (Suva-
act. 25, vgl. 20). Mit Verfügung vom 2. Juni 2003 erklärte die Suva den Versicherten ab
sofort als nicht geeignet für alle Arbeiten mit Exposition zu Chromsäure und zu
Tensiden (Suva-act. 29). Sie richtete ihm vom 1. Juni bis 30. September 2003
Übergangstaggelder und ab 1. Oktober 2003 eine Übergangsentschädigung aus (Suva-
act. 56, 84, 96, 113, 131).
A.b Am 21. Oktober 2004 sprach die Suva dem Versicherten eine
Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 10% zu (Suva-
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act. 75). Dagegen erhob der Versicherte Einsprache und machte unter anderem
Augenprobleme sowie eine Beeinträchtigung des Geschmackssinns geltend (Suva-act.
85, 87). Nachdem die Suva ihre Verfügung zwecks Durchführung von weiteren
Abklärungen zurückgezogen hatte (vgl. Suva-act. 94), teilte sie mit Schreiben vom 3.
März 2006 mit, eine Integritätsentschädigung von 10% werde als ausgewiesen
betrachtet (Suva-act. 124).
A.c Ab November 2006 absolvierte der Versicherte zwei Praktika in Restaurants (Suva-
act. 135 f.) und übte danach Koch- und Küchentätigkeiten aus. Zwischendurch war er
auch wiederholt arbeitslos (Suva-act. 170, 221). Am 14. Juni 2011 meldete der
Versicherte der Suva einen Rückfall (Suva-act. 148). Zu diesem Zeitpunkt war er im
Rahmen eines Zwischenverdienstes bei der E._ GmbH (Restaurant F._) als Koch
tätig (Suva-act. 170, 221) und dadurch bei der Schweizerischen Mobiliar
Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Mobiliar) gegen die Folgen von Unfällen
und Berufskrankheiten obligatorisch versichert.
A.d Dr. med. G._, Abteilung Arbeitsmedizin der Suva, hielt am 6. Juli 2011 fest, die
Übernahme von 2004 habe keine primäre Berufskrankheit betroffen, sondern die
vorübergehende Verschlimmerung einer vorbestehenden Rhinopathie durch
Chromsäureexposition. Der Vorzustand sei wieder erreicht worden. Die Exposition
durch Grillgerüche könne die vorhandene Symptomatik verstärken, aber nur für die
Dauer der Exposition. Ein Rückfall liege nicht vor. Bezüglich einer allfälligen
Nichteignungsverfügung seien weitere Abklärungen nötig (Suva-act. 164 f.). Dr. med.
H._, Bereich Arbeitsmedizin der Suva, untersuchte den Versicherten und berichtete
am 25. Oktober 2011, er habe seit Beginn der Aufnahme der Tätigkeit als Koch im
Jahre 2006 zunehmende Beschwerden von Seiten der oberen Luftwege bemerkt. Er
diagnostizierte eine chronisch toxische Rhinitis. Der zytologische Befund widerspiegle
typische Schleimhautschäden nach Exposition gegenüber Chromsäuredämpfen. Es sei
plausibel, dass die chronisch geschädigte Nasenschleimhaut keine weitere Belastung
durch Luftschadstoffe, sei es in Form von Pyrolyseprodukten oder von Rauchen und
Dämpfen, vertrage. Die Voraussetzungen für eine Nichteignungsverfügung seien
gegeben. Es bestehe kein Zweifel, dass die Beschwerden von Seiten der oberen
Luftwege mit hoher Wahrscheinlichkeit in kausalem Zusammenhang mit der am 23.
April 2003 anerkannten Berufskrankheit stünden (Suva-act. 193).
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A.e Mit Verfügung vom 14. November 2011 erklärte die Suva den Versicherten
rückwirkend auf den 17. August 2011 als nicht geeignet für die Tätigkeit als Koch
(Suva-act. 197). Die Suva richtete dem Versicherten für die Zeit vom 17. bis 31. August
2011 Taggelder und vom 1. September bis 31. Dezember 2011 Übergangstaggelder
aus (Suva-act. 200). Sie anerkannte die erneut aufgetretenen Beschwerden von Seiten
der oberen Luftwege als Rückfall zur Berufskrankheit (vgl. Schreiben vom 20. März
2012; Suva-act. 230).
A.f Die Mobiliar verfügte am 24. November 2011 die Ablehnung eines
Leistungsanspruchs. Sie begründete, die gemeldeten Beschwerden hätten bereits vor
Antritt der Arbeitsstelle bei ihrem Versicherungsnehmer, der E._ GmbH, bestanden,
weshalb kein Versicherungsschutz bestehe (Suva-act. 223). Die Suva erfuhr erst am 1.
März 2012 telefonisch vom Versicherten, dass er bei der Mobiliar um Leistungen
ersucht, aber eine ablehnende Verfügung erhalten hatte (Suva-act. 225). Mit Schreiben
vom 4. April 2012 führte die Suva auf Nachfrage (vgl. Suva-act. 232) aus, die Mobiliar
sei für das Übergangstaggeld und die Übergangsentschädigung zuständig. Über diese
Leistungen habe diese Versicherung noch nicht verfügt. Die Suva habe
vorschusshalber vom 1. September bis 31. Dezember 2011 ein Übergangstaggeld
bezahlt und bitte die Mobiliar um Rückvergütung (Suva-act. 233). Die Mobiliar machte
darauf mit Schreiben vom 30. April 2012 geltend, es handle sich offensichtlich um
einen Rückfall oder eine Spätfolge der früheren Berufskrankheit. Die Suva habe sich
mit Ausrichtung von Taggeldern gesamthaft als zuständig erachtet und einen Anspruch
anerkannt. Sie ersuchte die Suva von ihrer Forderung Abstand zu nehmen und
eröffnete ihr ihre Verfügung vom 24. November 2011 nachträglich förmlich (Suva-act.
235). Die Suva führte mit Schreiben vom 1. Juni 2012 an die Mobiliar aus, der
Versicherte sei zum Zeitpunkt der Nichteignungsverfügung als Koch über die Mobiliar
versichert gewesen, weshalb diese für die Folgen der Nichteignungsverfügung vom 14.
November 2011 leistungspflichtig sei, sofern die entsprechenden Voraussetzungen
erfüllt seien. Die Ausrichtung des Übergangstaggeldes durch die Suva sei zu Unrecht
erfolgt, folglich bestehe diesbezüglich ein Wiedererwägungsgrund (Suva-act. 243). Die
Mobiliar hielt am 5. Juni 2012 an ihren Ausführungen fest (Suva-act. 245).
A.g Mit Schreiben vom 19. Juni 2012 teilte die Suva dem Versicherten mit, er sei vom
1. September bis 14. Dezember 2011 voll arbeitsunfähig gewesen und hätte für diesen
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Zeitraum einen Taggeldanspruch gehabt. Da er bereits ein Übergangstaggeld erhalten
habe, entfalle die jetzige Zahlung. Auf eine Rückforderung des zu viel bezahlten
Betrages verzichte sie (Suva-act. 251). Die Mobiliar führte am 3. Juli 2012 aus, infolge
Verzichts auf eine Rückforderung des (Übergangs-)Taggeldes gegenüber dem
Versicherten gehe sie davon aus, dass auch die gegenüber ihr erhobene Forderung
dahinfalle. Der erneute Ausbruch der Berufskrankheit sei nicht erst auf den Zeitpunkt zu
beziehen, in dem erstmals wieder eine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei.
Behandlungsbedürftige Beschwerden hätten bereits ab Beginn der Tätigkeit als Koch,
vor Antritt der Stelle bei ihrer Versicherungsnehmerin, bestanden. Zudem sei die
generelle Anfälligkeit auf Gerüche jeglicher Art klarerweise auf frühere toxische
Schädigungen als Galvaniker zurückzuführen, weshalb Dr. H._ die Rückfallkausalität
zur früheren, von der Suva anerkannten Berufskrankheit bejaht habe (Suva-act. 253).
A.h Mit Verfügung vom 23. Juli 2012 verneinte die Suva einen Rentenanspruch und
hielt fest, sie sei für Leistungen im Zusammenhang mit der Nichteignungsverfügung
vom 14. November 2011 nicht zuständig (Suva-act. 256). Dagegen erhob die Mobiliar
am 28. August 2012 Einsprache und beantragte die Aufhebung der Verfügung sowie
die Anerkennung eines Rückfalls oder Spätfolgen der 2003 festgestellten
Berufskrankheit über den 14. November 2011 hinaus (Suva-act. 257). Die Suva führte
mit Schreiben vom 24. Januar 2013 an die Mobiliar aus, für eine
Übergangsentschädigung sei derjenige Versicherer leistungspflichtig, bei dem der
Versicherte zur Zeit der erheblichen Gefährdung versichert gewesen sei, vorliegend
also die Mobiliar (Suva-act. 263). Nach einem Briefwechsel mit der Mobiliar (Suva-act.
264 ff.) zog die Suva ihre Verfügung vom 23. Juli 2012 insoweit zurück, als diese das
Thema Zuständigkeit für Leistungen in Zusammenhang mit der
Nichteignungsverfügung vom 14. November 2011 betraf und erachtete das
Einspracheverfahren in diesem Punkt als gegenstandslos (Schreiben vom 5. März
2013; Suva-act. 268). Die Mobiliar hielt am 11. März 2013 erneut an ihrem Standpunkt
fest (Suva-act. 271)
A.i Der Versicherte hatte am 14. September 2012 ebenfalls Einsprache erhoben und
die Aufhebung der Verfügung, die Anerkennung der Zuständigkeit betreffend
Nichteignungsverfügung vom 14. November 2011 und die Zusprache einer
Übergangsentschädigung mit Wirkung ab 1. Januar 2012 beantragt. Der Entscheid
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betreffend eine Invalidenrente sei aufzuschieben; eventualiter sei ihm eine solche von
mind. 20% spätestens ab Januar 2012 zu gewähren (Suva-act. 258). Mit
Einspracheentscheid vom 6. März 2013 verneinte die Suva einen Rentenanspruch und
wies die Einsprache ab (Suva-act. 269). Dagegen erhob der Versicherte am 22. April
2013 Beschwerde an das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen (Suva-act. 276).
Dieses wies die Beschwerde mit Entscheid vom 10. Dezember 2014 (UV 2013/28)
insoweit ab, als sie das Gesuch um Ausrichtung einer Invalidenrente betraf. Soweit sie
die Rechtsverweigerung betraf, wurde die Beschwerde gutgeheissen und die Suva
verpflichtet, umgehend über den Anspruch auf eine Übergangsentschädigung zu
verfügen (Suva-act. 313).
A.j Mit Verfügung vom 21. April 2015 verneinte die Suva einen Anspruch auf eine
Übergangsentschädigung. Sie begründete, der Versicherte sei für die Tätigkeit als
Koch, welche er vom 1. September 2010 bis 21. August 2011 ausgeübt und für welche
die Nichteignungsverfügung vom 14. November 2011 ausgestellt worden sei, bezüglich
Übergangsleistungen nicht bei der Suva versichert. Selbst wenn die
Anspruchsvoraussetzungen erfüllt wären, könnte für das bekannte
Berufskrankheitsleiden nicht nochmals eine Übergangsentschädigung zugesprochen
werden, da von 2003 bis 2007 bereits eine solche ausgerichtet und für den gemeldeten
Rückfall von September bis Dezember 2011 bis zum Erreichen einer vollen
Arbeitsfähigkeit im Rahmen der Nichteignungsverfügung ein ordentliches Taggeld
ausgerichtet worden sei (Suva-act. 322).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 21. April 2015 erhob der Versicherte Einsprache und
beantragte deren Aufhebung sowie die Ausrichtung einer weiteren
Übergangsentschädigung mit Wirkung ab Januar 2012. Eventualiter sei das Verfahren
zu sistieren, bis die Mobiliar ihrerseits über einen Anspruch auf
Übergangsentschädigung befunden habe. Er machte geltend, die Suva habe
zumindest einen Rückfall anerkannt, womit sie auch für eine Übergangsentschädigung
leistungspflichtig sei. Mit der Nichteignungsverfügung vom 14. November 2011 sei der
Anspruch auf eine Übergangsentschädigung wieder neu entstanden (Suva-act. 323).
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B.b Mit Einspracheentscheid vom 29. Mai 2015 wies die Suva die Einsprache ab. Sie
begründete, es seien weder aufgrund des Gesetzes noch der Praxis Hinweise
vorhanden, dass ein Anspruch auf eine Übergangsentschädigung gegenüber einem
Unfallversicherer bestehen könnte, der keine mit Nichteignungsverfügung
ausgeschlossene gefährdende Tätigkeit versichert habe, weshalb vorliegend klar kein
Anspruch gegenüber der Suva gegeben sei. Es rechtfertige sich, die irrtümliche
Ausrichtung eines Übergangstaggeldes bis zum 31. Dezember 2011 gemäss dem
Schreiben der Suva vom 17. November 2011 als zweifellos unrichtig zu betrachten,
soweit man daraus überhaupt eine implizite Anerkennung eines Anspruchs auf eine
Übergangsentschädigung ableiten möchte (Suva-act. 330).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 29. Mai 2015 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 2. Juli 2015. Der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer)
beantragt darin dessen Aufhebung und die Ausrichtung einer Übergangsentschädigung
mit Wirkung ab Januar 2012; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Weiter beantragt
er die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Er bringt vor, die grundlegende
Schädigung habe er zweifellos durch die ursprüngliche Tätigkeit bei Arbeiten mit
Exposition zu Chromsäure und Tensiden erlitten. Dass sich diese Schädigung bei der
Tätigkeit als Koch ebenfalls auf die Länge negativ auswirken könnte, sei damals nicht
voraussehbar gewesen. Der vorliegende Fall sei in den von der Suva (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) angewendeten Ad-hoc Empfehlungen nicht vorgesehen, wobei
die Berufung auf diese Empfehlungen sowieso nicht verbindlich sein könne. Die zweite
Nichteignungsverfügung vom 14. November 2011 bedeute eine Ausdehnung der nicht
mehr ausübbaren Tätigkeiten, hier also der angestammten als Koch, womit sich
gezeigt habe, dass die erste Verfügung von 2003 zu eng gefasst worden sei. Es sei
offensichtlich, dass bei einer weiteren Nichteignungsverfügung, welche als Rückfall zur
ersten aufzufassen sei, erneut ein Anspruch auf Übergangsentschädigung bestehen
könne bzw. müsse. Entscheidend sei, dass die ursprüngliche Schädigung der
Nasenschleimhäute etc. in einem der Beschwerdegegnerin unterstellten Betrieb
geschehen sei und diese Schädigung nun im Jahr 2011 eine ganz andere Ausdehnung
erfahren habe, womit die Beschwerdegegnerin erneut für die Erschwerung des
wirtschaftlichen Fortkommens einzustehen habe. Dieser Ansicht sei die
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Beschwerdegegnerin anfänglich ebenfalls gewesen und sie habe auch das
vorgesehene Übergangstaggeld ausgerichtet, worauf logischerweise die
Übergangsentschädigung folge (act. G1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 12. August 2015 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des Einspracheentscheids. Sie
führt aus, bei den Übergangsentschädigungen handle es sich nicht um
Versicherungsleistungen im engeren Sinne, sondern um Leistungen, welche im
Zusammenhang mit der Verhütung von Berufsunfällen und Berufskrankheiten erbracht
würden. Aus den gesetzlichen Grundlagen ergebe sich, dass derjenige Versicherer die
Übergangsentschädigung zu entrichten habe, bei welchem der Arbeitnehmer im
Zeitpunkt der erheblichen Gefährdung bzw. der Nichteignungsverfügung versichert
gewesen sei. Die Nichteignungsverfügung vom 14. November 2011 sei durch seine
erhebliche Gefährdung als Koch bei der E._ GmbH ausgelöst worden. Der
Beschwerdeführer sei weder im Zeitpunkt der erheblichen Gefährdung noch im
Zeitpunkt der Nichteignungsverfügung bei der Suva versichert gewesen, weshalb sie
auch nicht für die Leistung der Übergangsentschädigung zuständig sei. Ob die
Nichteignungsverfügung vom 2. Juni 2003 rückblickend als zu eng gefasst zu
betrachten sei, könne dahingestellt bleiben. Dass die Suva unzuständigerweise für die
Zeit vom 1. September bis 31. Dezember 2011 Übergangstaggeld erbracht habe,
vermöge ebenfalls keinen Anspruch auf Ausrichtung von Übergangsentschädigung zu
begründen (act. G4).
C.c Am 31. August 2015 bewilligte die Verfahrensleitung das Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege bzw. Rechtsverbeiständung einstweilen mangels des Nachweises der
Bedürftigkeit nicht (act. G7). Mit Schreiben vom 5. November 2015 erachtete der
Beschwerdeführer das Gesuch als hinfällig (act. G12).
C.d In seiner Replik vom 5. November 2015 hielt der Beschwerdeführer an seinen
Anträgen fest. Er macht geltend, es sei nachvollziehbar, dass die Mobiliar Leistungen
abgelehnt habe, da die erhebliche Gefährdung schon vor der Anstellung als Koch bei
der E._ GmbH bestanden habe. Da die erwähnte Ad-hoc Empfehlung 1985 erlassen
worden sei, diese keinen Gesetzescharakter habe und dazu keinerlei gesicherte
Rechtsprechung bestehe, sei nach den allgemeinen Bestimmungen und logischen
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Überlegungen vorzugehen. Erleide ein Angestellter nach acht Jahren einen Rückfall zu
einer ersten Nichteignungsverfügung und seien die medizinischen Grundlagen des
Rückfalles bzw. der Arbeitsunfähigkeit am entsprechenden Arbeitsplatz identisch, so
sei offensichtlich, dass der erstmalige Versicherer für den Rückfall auch aufzukommen
habe. Ausserdem habe sich die Beschwerdegegnerin nach der erneuten
Nichteignungsverfügung ausdrücklich für eine allfällige Rente zuständig erklärt, dies
weil von Anbeginn klar gewesen sei, dass es sich um einen Rückfall handle. Die
Zuständigkeit für Rente und Übergangsentschädigung müsse einheitlich bleiben (act.
G13).
C.e Mit Schreiben vom 6. November 2015 forderte das Versicherungsgericht die
Beschwerdegegnerin zur Einreichung einer Duplik auf. Gleichzeitig stellte es dem
Beschwerdeführer die mit der Beschwerdeantwort eingereichte Beilage (act. G4.1) zu
und räumte ihm eine Frist für eine allfällige Stellungnahme ein (act. G14). Die Parteien
liessen sich nicht mehr vernehmen (vgl. act. G15).

Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden daher
grundsätzlich die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
Hinsichtlich der für das vorliegende Verfahren anwendbaren Bestimmungen (Art. 77
UVG, Art. 11 UVV) haben sich indessen mit Inkrafttreten der neuen Rechtssätze keine
Änderungen ergeben.
2.
Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu beurteilen ist der Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine Übergangsentschädigung ab Januar 2012 gegenüber der
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Beschwerdegegnerin. Wie die Beschwerdegegnerin richtig vorbringt (vgl. act. G4), ist
nur ein Anspruch gegenüber dieser und nicht gegenüber einer allfälligen anderen
Unfallversicherung zu prüfen. Unumstritten und aktenkundig (vgl. Suva-act. 197) ist,
dass beim Beschwerdeführer eine Berufskrankheit i.S.v. Art. 9 Abs. 1 UVG vorliegt.
2.1 Gemäss Art. 84 Abs. 2 UVG können die Durchführungsorgane Versicherte, die
hinsichtlich Berufsunfällen oder Berufskrankheiten durch bestimmte Arbeiten
besonders gefährdet sind, von diesen Arbeiten ausschliessen. Der Bundesrat ordnet
die Entschädigung für Versicherte, die durch den Ausschluss von ihrer bisherigen
Arbeit im Fortkommen erheblich beeinträchtigt sind und keinen Anspruch auf andere
Versicherungsleistungen haben. Unter “andere Versicherungsleistungen“ im Sinn dieser
Bestimmung sind andere Leistungen der Unfallversicherung zu verstehen (Urteil des
Bundesgerichts vom 29. April 2009, 8C_1031/2008 E. 3.1 mit Hinweis auf BGE 130 V
438 E. 4.3). Gestützt auf Art. 84 Abs. 2 UVG hat der Bundesrat in den Art. 82 ff. der
Verordnung über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten (VUV; SR 832.30)
die Ansprüche der Arbeitnehmenden geordnet, die von einer befristeten oder
dauernden Nichteignungsverfügung betroffen sind. Dazu gehört unter anderem die
Übergangsentschädigung gemäss den Art. 86 ff. VUV.
2.2 Eine arbeitnehmende Person, die von einer Arbeit befristet oder dauernd
ausgeschlossen oder nur als bedingt geeignet erklärt worden ist, erhält vom
Unfallversicherer eine Übergangsentschädigung, wenn die vorliegend nicht zu
prüfenden Voraussetzungen von Art. 86 Abs. 1 VUV kumulativ erfüllt sind. Die
Übergangsentschädigung wird während höchstens vier Jahren ausgerichtet (Art. 87
Abs. 3 VUV). Bei der Übergangsentschädigung handelt es sich nicht um
Versicherungsleistungen im engeren Sinne, sondern um Leistungen, welche im
Zusammenhang mit der Verhütung von Berufsunfällen und Berufskrankheiten erbracht
werden. Mit ihnen soll die versicherte Person einen teilweisen finanziellen Ausgleich
von wirtschaftlichen Nachteilen erhalten, die sie im Voraus zur Verhütung einer
Schädigung in Kauf nehmen muss bzw. die sie durch den mit der
Nichteignungsverfügung verbundenen Eingriff in die persönliche Freiheit erleidet. Sie
soll die berufliche Neuorientierung erleichtern (Suche einer anderen Stelle, Erwerb
neuer beruflicher Kenntnisse und Fertigkeiten). Der Übergangsentschädigung und der
Unfallinvalidenrente liegen somit unterschiedliche leistungsbegründende Tatbestände,
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d.h. verschiedene Risiken zugrunde. Die Übergangsentschädigung setzt denn auch
weder Arbeitsunfähigkeit noch Invalidität voraus (BGE 138 V 41 E. 4.2 mit weiteren
Hinweisen).
3.
Es ist unbestritten und überdies aus den Akten ersichtlich, dass der Beschwerdeführer
für die früheren Tätigkeiten als Hilfsverchromer und als Koch von der hierfür
zuständigen Suva für nicht geeignet erklärt wurde (Suva-act. 29, 197). Vorerst ist zu
prüfen, ob die Beschwerdegegnerin für die Ausrichtung einer allfälligen
Übergangsentschädigung ab Januar 2012 zuständig ist. Unterdessen anerkannt (vgl.
Suva-act. 230) bzw. von der Beschwerdegegnerin mindestens nicht mehr substantiiert
bestritten und durch die überzeugende Einschätzung von Dr. H._ (vgl. Suva-act. 193)
hinreichend belegt ist, dass es sich bei den während der Tätigkeit als Koch
aufgetretenen Beschwerden um einen Rückfall zur 2003 anerkannten Berufskrankheit
handelt.
3.1 Gemäss der Empfehlung der Ad-hoc-Kommission Schaden UVG vom 3.
September 1985 (Nr. 12/85: Übergangsentschädigungen; abrufbar unter http://
www.svv.ch/de/politik-und-recht/recht/empfehlungen-der-ad-hoc-kommission-
schaden-uvg) ist die Übergangsentschädigung eine Prophylaxeleistung und als solche
unabhängig von einer allfällig schon bestehenden Berufskrankheit. Als versichertes
Risiko gemäss Art. 78 VUV ist die “erhebliche Gefährdung“ anzusehen. Für die
Übergangsentschädigung ist daher derjenige Versicherer leistungspflichtig, bei dem
der Versicherte zur Zeit der erheblichen Gefährdung versichert war. Laut der
Empfehlung vom 1. Juli 1989/Totalrevision vom 26. Oktober 2009 (Nr. 3/89:
Leistungspflicht bei negativem Kompetenzkonflikt; abrufbar a.a.O.) erbringt bei unter
mehreren Unfallversicherern umstrittener Leistungspflicht der Versicherer die vollen
Leistungen, der dem Ereignis in zeitlicher Hinsicht am nächsten ist. Diese
Empfehlungen sind zwar für Verwaltung und Gerichte nicht verbindlich, sind jedoch
geeignet, eine rechtsgleiche Praxis herzustellen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 24.
März 2011, 8C_758/2010, E. 4.2.2 mit Hinweis auf BGE 120 V 231 E. 4c). Im Ergebnis
entsprechen sie zudem den mindestens analog anwendbaren Bestimmungen des UVG.
So ist bei Berufskrankheiten der Versicherer zu Leistungen verpflichtet, bei dem die
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Versicherung bestanden hat, als der Versicherte zuletzt durch schädigende Stoffe oder
bestimmte Arbeiten oder durch berufliche Tätigkeiten gefährdet war (Art. 77 Abs. 1
UVG). Schliesslich spricht auch Art. 86 Abs. 1 lit. c VUV für diese Lösung. Der genannte
Artikel hält fest, dass das Gesuch um Übergangsentschädigung beim Versicherer jenes
Arbeitgebers zu stellen ist, bei dem der Versicherte zur Zeit des Erlasses der
Nichteignungsverfügung gearbeitet hat. Der Beschwerdeführer bringt sinngemäss
gestützt auf Art. 11 UVV vor (act. G1, act. G13, vgl. dazu auch den Standpunkt der
Mobiliar; Suva-act. 267), Versicherungsleistungen, so insbesondere
Übergangsentschädigungen, seien auch für Rückfälle und Spätfolgen zu gewähren.
Dem ist entgegenzuhalten, dass es sich bei der Übergangsentschädigung wie erwähnt
nicht um eine Versicherungsleistung im engeren Sinne handelt (BGE 138 V 41 E. 4.2
mit weiteren Hinweisen) und Art. 11 UVV daher nicht einschlägig ist.
3.2 Somit ist derjenige Unfallversicherer für die Leistung von einer
Übergangsentschädigung zuständig, bei dem ein Versicherter zum Zeitpunkt der
erheblichen Gefährdung bzw. bei der letztmaligen Gefährdung durch schädigende
Stoffe oder bestimmte Arbeiten oder berufliche Tätigkeiten versichert war. Vor dem
Rückfall, welcher schliesslich zur zweiten Nichteignungsverfügung vom 14. November
2011 (Suva-act. 197) geführt hatte, war der Beschwerdeführer zuletzt als Arbeitnehmer
der E._ GmbH schädigenden Stoffen ausgesetzt. Für die dortige Tätigkeit als Koch
war er nicht bei der Beschwerdegegnerin versichert, womit diese keine Leistungspflicht
trifft. Dass er die Tätigkeit lediglich im Sinne eines Zwischenverdienstes ausübte,
ändert daran nichts, da gemäss Art. 6 Abs. 1 der Verordnung über die
Unfallversicherung von arbeitslosen Personen (SR 837.171), die bis Ende 2016 in Kraft
gewesen ist, bei Berufsunfällen der Versicherer des betreffenden Betriebs Leistungen
erbringt. Selbst wenn man davon ausginge, dass die Nichteignungsverfügung auf einen
früheren Zeitpunkt hin, namentlich den Beginn der Tätigkeit in der Küche 2007, als
gemäss Angaben des Beschwerdeführers erneut Beschwerden auftraten (vgl. Suva-
act. 170, 193), hätte ausgesprochen werden müssen, wäre der Beschwerdeführer
damals nicht bei der Beschwerdegegnerin versichert gewesen (Suva-act. 330, S. 6).
Sollte die ursprüngliche Nichteignungsverfügung, wie vom Beschwerdeführer
vorgebracht (act. G1, act. G13) “zu eng gefasst“ gewesen sein, kann er daraus keinen
Leistungsanspruch ableiten. Es gab zwar bereits zum Zeitpunkt der ersten
Nichteignungsverfügung 2003 bzw. kurz darauf Hinweise auf allfällige weitere
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problematische Stoffe, insbesondere Staub (vgl. Suva-act. 70, 71, 73-2, 80, 87, 103),
Anhaltspunkte für eine Nichteignung für die Tätigkeit als Koch bestanden jedoch nicht.
Dies bestreitet der Beschwerdeführer auch nicht (act. G1). Die Nichteignungsverfügung
vom 2. Juni 2003 (Suva-act. 29) entsprach somit dem damaligen Wissensstand und
war nicht zu beanstanden.
3.3 Der Beschwerdeführer bringt vor, die Beschwerdegegnerin habe ihre Zuständigkeit
für die Leistung einer Übergangsentschädigung anerkannt, indem sie vom 1.
September bis 31. Dezember 2011 Übergangstaggelder erbracht habe (act. G1, G13).
Die Mobiliar machte dazu geltend, die Beschwerdegegnerin habe bereits faktisch über
den Anspruch auf Übergangstaggelder verfügt und die Voraussetzungen, um darauf
zurückzukommen, seien nicht erfüllt (Suva-act. 235). Wie die Beschwerdegegnerin
jedoch nachvollziehbar vorbrachte, entrichtete sie dem Beschwerdeführer (entgegen
dem Wortlaut des Schreibens vom 17. November 2011; Suva-act. 200) lediglich im
Sinne einer Vorleistung Übergangstaggelder. Dies steht im Einklang mit der
Empfehlung Nr. 3/89 der Ad-hoc-Kommission, wonach bei negativen
Kompetenzkonflikten der fallführende Versicherer die Leistungen im Sinne von
Vorleistungen unter Wahrung seiner Rückerstattungsrechte zu erbringen hat. Das
formlose Schreiben vom 17. November 2011 (Suva-act. 200), welches sich auf
(Übergangs-)Taggelder bezog, ist damit nicht als Anerkennung der Zuständigkeit für
einen allfälligen Anspruch auf Übergangsentschädigung zu sehen. Selbst wenn von
einer faktischen Verfügung ausgegangen würde, erschiene die Leistung von
Übergangstaggeld im Lichte der erwähnten gesetzlichen Grundlagen als offensichtlich
unrichtig, weshalb die Beschwerdegegnerin im Sinne von Art. 53 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) auf ihren Entscheid zurückkommen durfte. Der Beschwerdeführer führt weiter
aus, auch die Leistung von Taggeldern und die Prüfung des Rentenanspruchs durch
die Beschwerdegegnerin spreche für deren Zuständigkeit (act. G13). Dagegen ist
jedoch einzuwenden, dass der Übergangsentschädigung und Rentenleistungen
unterschiedliche leistungsbegründende Tatbestände bzw. Risiken zugrunde liegen (vgl.
BGE 138 V 41 E. 4.2 mit weiteren Hinweisen) und daher nicht zwingend der gleiche
Versicherer für die beiden Leistungen zuständig sein muss.
4.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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St.Galler Gerichte
4.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 29. Mai
2015 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG)
4.3 Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.