Decision ID: 2ae2bd44-7e1c-47d4-bd95-0f64ff7c2a82
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1960 geborene
X._
arbeitete ab 1982 auf dem Bau. Seit zirka 1995 litt er unter gelegentlichen Lumbalgien. Im Oktober 1997 kam es beim Hantieren mit einem rund 20 kg schweren Balken auf einer Leiter zu einer Exa
zerbation. Der Versicherte wurde notfallmässig hospitalisiert und analgetisch sowie physiotherapeutisch behandelt (Urk. 7/41/5 unten). Im August 1998 mel
dete er sich unter Hinweis auf eine Diskushernie und Rückenschmerzen zum Be
zug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 7/1).
1.2
Nachdem die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
d
en An
spruch des Versicherten auf berufliche Massnahmen und eine Rente mit Verfü
gung vom 12. November 1999 noch ver
neint hatte (Urk. 7/
22
), sprach sie ihm mit Verfügung vom 23. Oktober 2001 ab 1. Januar 1999 bei einem
Invaliditäts
grad
von 43 % eine
Viertelsrente
der Inva
lidenversicherung (Urk. 7/55) und ab 1. Nov
ember 2001 eine halbe Härtefall
rente zu (Verfügung vom 21. Dezember 2001 [Urk. 7/59]). Im Rahmen einer Rentenrevision verfügte die IV-Stelle am 7. Januar 2005 die
Zusprechung
einer halben Rente ab 1. Januar 2004, neu ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 50 % (Urk. 7/100). Ein
Rentenrevisi
onsbegehren
, das der Versicherte am 18. September 2008 aufgrund eines im Mai 2008 erlittenen Herzinfarktes stellte (Urk. 7/103), wies die IV-Stelle mit Verfügung vom 29. Juli 2009 mangels Verschlechterung des Gesundheitszu
standes ab (Urk.
7/128
). Die vom Versicherten dagegen erhobene Beschwerde (
Urk.
7/131/
3
-4)
hiess das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 28. Februar 2011 in dem Sinne gut, das
s
die angefochte
ne Verfü
gung aufgehoben und die
Sache an die IV-Stelle zu weiteren medizinischen Ab
klärungen zu
rückgewiesen wurde (
Urk.
7/140
).
1.3
Die IV-Stelle veranlasste in der Folge ein interdisziplinäres
Gutachten beim
Y._
, das am 14. November 2011 erstattet wurde (
Urk.
7/156
/1-58
)
.
Mit rechtskräftiger Verfügung (
Urk.
7/171) vom 24. Mai 2012 w
ies
die IV-Stelle
das Erhöhungsgesuch ab (
Urk.
7/169
;
Invalidi
tätsgrad
von 54 %
, weiterhin bisherige halbe Rente
).
1.4
Mit Schreiben vom 30. Oktober 2012 stellte
X._
erneut ein Gesuch
um Rentenerhöhung (
Urk.
7/172) unter
dem
Hinweis, dass er nebst
Herzproble
men
auch noch starke Rückenschmerzen
(Diskushernien und Arthrose)
habe. Am 21. November 2012 ging bei der IV-Stelle ein Bericht des Hausarztes Dr.
med.
Z._
, Allgemeine Inne
re Medizin FMH
,
ein (
Urk.
7/174). Nach Rücksprache mit
ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst
(
RAD,
Urk.
7/176 S. 3) stellte die IV-Stelle
dem Versicherten mit Vorbescheid vom 28. Dezember 2012 Nichteintreten auf das Leistungsbegehren in Aussicht (
Urk.
7/178).
Auf Ein
wände des Versicherten (
Urk.
7/181 und
Urk.
7/182) hin, wobei ein Einwand von dessen Arzt
Dr.
med.
A._
, Psychiatrie/Psychotherapie
FMH,
stammte (
Urk.
7/182)
,
veranlasste die IV-Stelle
bei der Abklärungsstelle
B._
ein
bidisziplinäres
Gutachten, das am 30. August
2013
erstattet wurde (
Urk.
7/197/1-30).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7
/202
,
Urk.
7
/205
und
Urk.
7/206
) wies die IV-Stelle das Erhöhungsgesuch mit Verfügung vom 3. März 2014 (
Urk.
2) ab.
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 1.
April 2014 Beschwerde (Urk. 1) mit dem Begehren, es sei die bisher zugesprochene halbe Invalidenrente auf mindestens eine
Dreiviertel
s
rente
zu erhöhen (S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Vernehmlassung vom 20. Mai 2014 auf Abweisung der Be
schwerde (
Urk.
6), was dem Beschwerdeführer mit Mitteilung vom 26. Mai 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung, IVG
).
1.
3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle eine Verschlechterung des
Gesundheits
zustandes im massgebenden Vergleichszeitraum zwischen der rechtskräftigen Verfügung vom 24. Mai 2012 (Urk. 7/1
69
; weiterhin halbe Rente
) und der Verfügung vom 3. März 2014 (Urk. 2) und damit einen
Revisi
onsgrund
zur Erhöhung der halben Invalidenrente zu Recht verneint hat.
2.2
Die IV-Stelle kam zum Schluss, dass sich aus dem
bidisziplinären
Gutachten
der Abklärungsstelle
B._
vom 27. August 2013 keine ob
jektive Verschlechterung des Gesundheitszustandes ergebe.
Im rheumatologi
schen Gutachten werde eine im September 2012 neu aufgetretene Diskushernie dokumentiert. Dies sei ein radiologischer Befund mit günstiger Prognose. Die Diskushernie werde deshalb nicht als langandauernde Verschlechterung aner
kannt (
Urk.
2).
Die Angst- und Panikattacken
würden
seit dem im Jahr 2008 er
littenen Herzinfarkt
bestehen
und seien bereits im Gutachten
des
Y._
vom
14. November 2011 gewürdigt und
bei
der Beurteilung
d
er Arbeitsfähigkeit berück
sichtigt worden
.
Es könne davon ausgegangen werden, dass es sich bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die Gutachter um eine andere Beurtei
lung des gleichen Sachverhaltes handle
(
Urk.
2 und
Urk.
6)
.
2.3
Der Beschwerdeführer
wies
demgegenüber
darauf hin
,
dass im Gutachten
der Abklärungsstelle
B._
eine
Reduktion der Arbeitsfähig
keit
auf
30 % angenommen und festgehalten werde, dass die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit im Vergleich zum Gutachten des
Y._
aus dem Jahr
2011 um 20 % höher ausfalle. Die Ausführungen der Beschwerdegegnerin, wonach die neuen Gutachter eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhaltes vor
nehmen würden, seien unzutreffend (
Urk.
1 Ziff.
7).
3.
3.1
Der Verfügung vom 24. Mai 2012 (
Urk.
7/1
69
) lag das nach dem
Rückweisungs
entscheid
des hiesigen Gerichts (
Urk.
7/140) von der IV-Stelle veranlasste
Y._
-Gutachten vom 14. November 2011 zugrunde (
Urk.
7/156/1-5
8
).
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH,
Dr.
med.
D._
, FMH für Allgemein-, Unfall- und Orthopädische Chirurgie
,
und
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
stellten
darin
die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 48):
chronisch therapieresistentes,
lumbospondylogenes
Syndrom links bei
Wirbelsäulen
fehlform
(
thoracale
Hyperkyphose) mit muskulärer
Dysbalance
m
ittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.01)
k
oronare Herzkrankheit mit/bei:
k
oronarer Dreigefässerkrankung
Status nach
Myocardinfarkt
im Mai 2008
Status nach PTCA und
Stenteinlage
im Mai 2008
Status nach PTCA und
Stenteinlage
wegen Re-Stenose im Januar 2009
Status nach PTCA,
Stenteinlage
und minimal invasivem AC-Bypass wegen Re-Stenose im September 2010
l
eicht verminderter linksventrikulärer Funktion
Ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit waren nach Ansicht der Gutachter die folgenden Diagnosen (S. 48):
m
oderate, degenerative Veränderungen der gesamten Wirbelsäule
k
leine
mediolaterale
Diskushernie L4/L5 links (MRI vom 11.10.1997)
k
ardiovaskuläre Risikofaktoren
:
f
amiliäre Belastung
Status nach
Nikotinabusus
Hypercholesterinämie
Nach Einschätzung der Gutachter
war der
Beschwerdeführer
für die bisherige Tätigkeit auf dem Bau aus rheumatologischer Sicht nicht mehr arbeitsfähig. Für eine angepasste Tätigkeit
schätzten
die Gutachter die
Restarbeitsfähigkeit
wie folgt
ein:
80 %
aus rheumatologischer Sicht
,
100 %
aus internistischer Sicht
und 50 % aus psychiatrischer Sicht
.
Gesamthaft
attestier
t
en
sie
dem
Beschwer
deführer
für eine angepasste Tätigkeit eine Restarbeitsfähigkeit von 50
% (S.
54).
Als angepasst erachteten die Gutachter
körperlich leichte,
wechselbelas
tende
Tätigkeit
en
zwischen Gehen, Stehen und Sitzen
,
ohne Zugluft oder grös
sere klimatische Schwankungen, ohne Überkopfarbeiten, ohne
rückenergono
m
isch
ungünstige Zwangshaltungen und
ohne repetitives Heben und Tragen von Lasten über 10
k
g
(S. 5
2 und 55
).
Eine Angsterkrankung von relevanter Schwere liess sich nach Einschätzung der Gutachter aktuell nicht erheben (S. 55).
3.2
Nach Erlass der
Verfügung vom 24. Mai 2012
reichte der Versicherte
der
IV-Stelle ein
en
Bericht des
F._
, Herz-Kreislauf-Zentrum, Klinik für Kardiologie
vom
19.
Mä
rz 2012
(
Urk.
7/170)
betreffend eine
gleichentags stattgefunde
ne
Untersuchung
ein
. Es wurden die nachfolgenden Diagnosen gestellt:
k
oronare Dreigefässerkrankung
Koro
07.09.10:
hochgradige Stenose des
ostialen
RIVA,
zirka
70%ige Stenose der RCX, RCA chronisch verschlosse
n, LV-Funktion leicht reduziert
Status nach
PCI/
Stenti
ng
(1xDES) des RCX am 14.09.2010
Status nach
M
IDCAB (LIMA-RIVA) am 10.09.2010
Status nach
PCI/
Stenting
(2x DES) mediale RIVA und PCI/
Stenting
(1x DES) dis
taler
PLA/
RCX am
20.1.2009
Status nach
PCI/
Stenting
(Biomatrix 2.75 mm) einer subtota
l
en proxi
malen RCX-Stenose am 26.05.2008
Status nach
subakutem
inferoposteriorem
ST-
Hebungsinfarkt 03.05.2008
cvRF
:
Status nach
Nikotinabusus
,
pos. Familienanamnese, Hyperchol
esterinä
mie
Depression
Gastroösophagealer
Reflux
Die
Ärzte
konnten aktuell
k
eine
definitive
Stellungnahme bezüglich der Arbeitsfä
higkeit
abgeben, wobei sie feststellten, eine
50%ige
Ar
beits
(
un
)
fähigkeit
könne momentan
aufgrund der kardialen Situation unter
stützt werden. Sie erwarteten jedoch unter optimaler (gemeint wohl:
optimaler
Therapie der) Herzinsuffizienz eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit.
4.
4.1
Im Revisionsverfahren
wurden die folgenden medizinischen Berichte eingereicht beziehungsweise eingeholt:
4.2
Am 21. November 2012 berichtete
Dr.
Z._
(
Urk.
7/174)
, in den letzten Monaten hätten Angst und Panik vor einem erneute
n Herzinfarkt massiv zuge
nommen. Grund dafür sei i
nsbesondere,
dass
der Beschwerdeführer nun das Alter von 52 Jahren erreicht habe. Zudem leide der Beschwerdeführer an Ma
genbeschwerden, die ebenfalls stark zugenommen hätten. Im Sommer habe er plötzlich eine Exazerbation der vorbestehenden lumbalen Beschwerden erlitten. Im MRI habe eine grosse medio-links laterale Diskushernie mit Verlagerung der S1-Wurzel links nachgewiesen werden können. Zurzeit müsse er Opiate sowie
Lyrica
einnehmen, um die Schmerzen einigermassen
coupieren
zu können. Eine operative Sanierung lehn
e er strikt ab. Er habe massive
Angst, neben seiner Herzkrankheit
auch
noch gelähmt zu
sein
. Der Beschwerdeführer stehe in stän
diger psychiatr
ischer Begleitung
durch
Dr.
A._
. Er selber betreue ihn seit über 15 Jahren und sehe zunehmend die Verschlechterung des Allgemeinzustandes. Es sei
ganz
klar, dass der Beschwerdeführer keiner Arbeit mehr nachgehen könne.
4.3
Dr.
A._
berichtete am 23. Januar 2013 (
Urk.
7/179) unter Hinweis auf vorhe
rige Berichte
,
der Zustand des Beschwerdeführers
sei heute
schlechter denn je. Die chronische Depression sei nur ein Teil der Symptomatik, an
welcher
der Beschwerdeführer leide. Er habe mehrfach wöchentlich Panik- und Angststö
rungen, die nachweislich durch die Herzschmerzen (Stents) kommen würden.
Dr.
A._
äusserste sein Unverständnis
darüber
, dass der Beschwerdeführer nur ein 50%-Rente erhalte und fügte hinzu, die IV-Stelle solle den Beschwerdefüh
rer
von ihren
eigenen Ärzten untersuchen lassen. Er g
ehe
davon aus, dass diese
bescheinigen würden, dass es für den Beschwerdeführer unmöglich sei, eine 50 %-Stelle zu find
en
.
4.4
Dr.
med.
G._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, sowie
Dr.
med.
H._
, FMH Rheumatologie, Abklärungsstelle
B._
,
stellten in ihrem
bidisziplinären
Gutachten vom 27. August 2013 (
Urk.
7/197
/
1-30
)
die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 27 f.):
Mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom und ausgeprägter
Angst
sympto
matik
(thematisch auf die
Herz
erkankung
bezogen) inklusive Panikattacken (ICD-10 F32.11)
C
hronisches therapieresistentes
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom bei
–
links
mediolateraler
Diskushern
ie L5/S1 mit Verlagerung der
S
1-Wurzel links
-
neurologisch fragliche S
1
-Wurzelreizung links bei inkonstantem
Las
è
gue
- Manö
ver
-
ohne Hinweise für eine
radikuläre
Ausfallssymptomatik mit diffuser nicht
derma
tombezogener
Hypästhesie im Bereiche der ganzen linken unteren Extre
mität
–
beginnender
Chondrose
und
Diskusprotrusion
L4/L5 ohne Nerv
enwurzelkontakt, leichter langgezogener Kyphose der BWS
Ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit waren nach Ansicht der Gu
tachter die folgenden Diagnosen
:
Diskrepanzen im spontanen Bewegungsverhalten verglichen mit der Limitierung durch die Schmerzen (VAS 9 bis 10), inkonstant reproduzierbare Befunde, 5 von 5 positive
Waddell
- Zeichen
deutliche Hinweise für eine bewusstseinsna
he Schmerzverdeutlichung mit
Sel
bstlimi
tierung
und Inkonsistenzen
Der
rheumatologische
Gutachter stellte
fest, die Untersuchungsbefunde und das beobachtete Schmerzverhalten des Exploranden entsprächen weitgehend den Beobachtungen und Befunden anlässlich der M
EDAS
-Begutachtung im Jahr 2011. Objektiv neu sei eine Diskushernie L5/S1 mit Verlagerung (nicht Kom
pression) der Nervenwurzel S1 links, radiologisch im vergangenen September dokumentiert, wobei klinisch keine sicheren Hinweise für eine
radikuläre
Mit
beteiligung bestünden. Die
s sei ein radiologischer Befund
mit einer günstigen Prognose.
Diskushernien, die nicht zu neurologischen Ausfällen führten,
wür
den sich
im Verlaufe von Monaten
stabilisieren und im Rahmen der Involution vernarben
. Es sei daran erinnert, dass eine Operationsindikation dann gegeben sei, wenn reproduzierbar die Schmerzen nicht kontrollierbar seien respektive progredient neurologische Ausfälle bestünden. Beide Aspekte seien beim
Be
schwerdeführer nicht erfüllt. Es fehlten
neurologische Ausfälle
und
das Schmerzverhalten sei geprägt von einer Selbstlimitierung mit Inko
n
sistenzen,
namentlich
inkonstanter Reproduzierbarkeit der angegebenen Beschwerden je
nach Untersuchungsposition respektive bei Ablenkung. Um dem Beschwerde
führer gerecht zu werden
,
müsse festgehalten werden, dass sich eine solche
Dis
kushernie
auf die Belastbarkeit auswirke, mit folgenden notwendigen
Schon
kriterien
:
Zumutbar seien leichte, zeitweise wechselbelastende Tätigkeiten, ohne monoton vornüber gebückte Arbeitsposition, ohne Gewichtsbelastung repetitiv über
15
k
g
, mit ideal Wechsel zwischen sitzender und stehender Position, verbunden mi
t kurzen Wegstrecken, das heiss
e Tätigkeiten im Sinne von Kontrollaufgaben, Sortieren und leichte Lagerarbeiten
.
Die angestammte frühere Arbeit als Bauar
beiter sei nicht mehr zumutbar.
Da unter anhaltender Belastung die Beschwer
den verstärkt werden könnten, empfehle
es
sich
,
das Pensum auf
je
einen Teil morgens und nachmittags zu verteilen respektive kurze Pausen
einzuhalten
. Für eine solche, diese Schonkriterien berücksichtigende Tätigkeit erachtete der rheumatologische Gutachter eine 70%ige Arbeitsfähigkeit als zumutbar und ausgewiesen. Mit dieser Beurteilung weiche er von derjeni
gen im
Y._
-Gutach
ten ab. Damals sei aus
chirurgisch-orthopädisch
er
Sicht
eine annähernd 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
ange
nommen
und wegen der Minderung der Leistungsfähigkeit von 20
% schliess
lich ein tägliches Arbeitspensum von maximal
sechs Stunden empfohlen wor
den
(S. 25
f.
)
.
Auch wenn klinisch soweit objektivierbar keine Progredienz der Beschwerden und keine neuen neurologischen Ausfälle gefunden worden seien, so müsse man der Diskushernie L5/S1 und der dort lokalisierten
Spondylar
throse
Rechnung tragen, weshalb seine
Einschätzung
der zumutbaren Arbeitsfä
higk
eit und der Arbeitsbelastung von
der früheren Begutachtung abweiche
(S. 27).
Die Psychiaterin
Dr.
G._
hielt
fest, ein affektiver Rapport sei herstell
bar, die Stimmung sei beim Bes
chwerdeführer deutlich gedrückt. Sie nahm i
h
n als
affektarm, mit aufgehobener Schwingungsfähigkeit und fast fehlenden mi
mischen Regungen
wahr
,
als
hoffnungslos und ausgeprägt ängstlich. Sie wies
im Weiteren
auf einen deutlich reduzierten Antrieb hin. Zudem gab sie an,
der Beschwerdeführer
habe
von einem sozialen Rückzug und teilweise kon
kreten Suizidgedanken berichtet
(S. 12). Sie
kam zum Schluss, rein aufgrund der de
pressiven Symptomatik im engeren Sinn könne eine Minderung der Arbeitsfä
higke
it auf 50 % angenommen werden. D
ies entspreche der Beurteilung
des
Y._
vom November 2011. Im Vordergrund der Beschwerden stünden aktuell aber die Angstsymptomatik und insbesondere das vermehrte Auftreten von Pa
nikattacken. Eine Akzentuierung von Ängsten, die sich auf eine Gefährdung durch bestehende körperliche Erkrankung beziehen würden, könne typischer
weise eintreten, wenn der Betroffene selber das Alter erreiche, in dem nahe An
gehörige an der gleichen Erkrankung verstorben seien. Durch die ausgeprägte Angst und die gehäuften Panikattacken sei die Arbeitsfähigkeit zusätzlich redu
ziert, so dass eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit beziehungsweise eine Arbeitsfä
higkeit von 30 % resultiere. Dies könne aufgrund der Angaben für die Zeit seit September 2012 nachvollziehbar angenommen werden. Durch eine Anpassung der Medikation solle versucht werden, die Angstsymptomatik zu verbessern. Falls dies gelinge, sei eine 50%ige Arbeitsfähigkeit wieder erreichbar (S. 13).
4.5
Der RAD-Arzt
Dr.
I._
, Arzt für Allgemeine Medizin FMH,
hielt in seiner Stellungnahme vom 7. Oktober 2013 zum Gutachten vom 27. August 2013
(
Urk.
7/199 S. 3)
fest,
eine Verschlechterung sei
aufgrund
der
im Jahr
2012 neu aufgetretenen Diskushernie und der seit
Herbst 2012 verschlechterten psychiat
rischen Befunde gegeben
. Es könne eine noch 30%ige Restarbeitsfähigkeit an
gepasst seit September 2012 festgehalten werden. Unter einer angepassten Me
dikation sollte eine Verbesserung der Angstsymptomatik erreichbar sein. Zu
sätzlich werde die Weiterführung der Psychotherapie empfohlen. Dies sei dem Beschwerdeführer im Rahmen seiner Schadenminderung
s
pflicht aufzuerlegen
.
5.
5.1
Die Gutachter der Abklärungsstelle
B._
hielten
in ihrer
in
Kenntnis der
Vorakten
und nach eigenen Untersuchungen ergangenen Ex
pertise ausdrücklich fest, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdefüh
rers seit September 2012 verschlechtert habe, so dass gegenüber der letzten Prüfung
durch
d
a
s
Y._
vom 14. November 2011
von einer reduzierten Ar
beitsfähigkeit auszugehen sei. Sie begründeten diesen Schluss mit einer neu aufgetretenen Diskushernie sowie mit einer Verschlechterung des psychischen Zustandes
. In psychischer
Hins
icht erachteten die Gutachter den Beschwerde
führer nur noch als zu 30 % arbeitsfähig
(E. 4.4)
.
Die behandelnden Ärzte gin
gen ebenfalls von einer Verschlechterung aus
(E. 4.2-3)
.
Der
RAD stellte auf die
Ergebni
sse des Gutachtens ab (E.
4.5)
.
Es
fragt sich
, ob
die Beschwerdegegnerin von dieser Einschätzung der Mediziner zu Recht abwich
.
Hiezu
führt
e
die IV-Stelle aus, die Angst- und Panikattacken hätten bereits im Zeitpunkt der M
EDAS
-Be
gutachtung im November 2011 vor
gel
egen und seien bei der
Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt wor
den (
Urk.
7
/199 S. 3). Die Anzahl der Panikattacken könne aufgrund der vor
handenen psychiatrischen Befunde keine höhere Arbeitsunfähigkeit rechtferti
gen. Die objektiven Befunde seien gleichgeblieben. Es sei lediglich aus subjekti
ver Sicht zu einer Verschlechterung gekommen
(
Urk.
2 S. 2
)
.
5.2
5.2.1
Zutreffend ist, dass die Angst- und Panikattacken
in den Arztberichten schon seit längerem thematisiert wurden
. So stellte
der behandelnde Psychiater Dr.
A._
bereits im Bericht vom 30. September 2008 die Diagnose Depression, zurzeit mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom Angst (Urk.
7
/107 S. 1).
Dr.
A._
berichtete damals, der Beschwerdeführer habe seit dem Infarkt Brustschmerzen, Atemnot, könne keine langen Strecken mehr lau
fen, ziehe sich vor den Leuten zurück und habe Angst,
dass
der nächste Infarkt sein letzter sein
könnte
. In der Folge
berichteten
Dr.
A._
und der Hausarzt
Dr.
Z._
auch im
vormaligen
Revisionsverfahren
von der auf
Herzbe
schwerden bezogen Angst, die sich nach Angaben von
Dr.
A._
(
24.
August 2009
)
in Panikstörungen mit Schweissausbruch, Mundtrockenheit, Übelkeit, Schwächegefühl
und Atembeschwerden manifestier
e.
Dr.
A._
hielt
zudem
fest, es wäre
i
n Anbetracht der Herzerkrankung
vermesse
n, diese Beschwerden
als rein psychisch zu interpretieren (
Urk.
7
/129).
Am 13.
November 2009 berichtete der Hausarzt
Dr.
Z._
, seit dem Herzanfall und der Implantierung der Stents am 26. Mai 2008 und 20. Januar 2009
liege
eine ausgeprägte Angst- und Panikstörung
vor
. Wegen einer familiären Häufung von Herzkrankheiten be
stehe beim Beschwerdeführer eine ausgeprägte Angst, da die meisten männli
chen Familienangehörigen im Alter zwischen 50 und 60 Jahren gestorben seien.
Der Beschwerdeführer habe A
ngst, dass sein Herz plötzlich versagen könn
t
e (
Urk.
7
/134
; vgl. auch
Urk.
7/138
). Am 10.
November 2010
gab
Dr.
A._
an
, der Zustand habe sich gegenüber dem Zeitpunkt seines Schreibens vom 24. Au
gust 2009 verschlechtert. Die Panikstörungen hätten zugenommen und damit auch die Herzschmerzen (
Urk.
7
/139).
Diese Wahrnehmungen stimm
en
mehrheitlich
mit den Angaben der Gutachterin Dr.
G._
überein, was auch
im Hinweis auf
derzeit
erneut
gehäufte Pa
nikattacken zum Ausdruck kommt
(
Urk.
7/197/1-30
S. 13 erster Abschnitt). Fraglich ist, inwieweit
die
Angst- und Panikattacken bereits im
Y._
-Gutachten Berücksichtigung fand
en
beziehungsweise, ob seither erhebliche
Änderungen eingetret
en sind.
5.2.2
Den
Y._
-Guta
chtern waren
die
zitierten
Berichte bekannt
(
Urk.
7/156/1-58 S.
2
ff.)
.
Der psychiatrische
Y._
-Gutachter
verwies
ausdrücklich
auf
das
Schreiben von Dr.
A._
vom
10. November 2010
(
Urk.
7/139
)
. Er stellte fest, der Versicherte habe über die darin beschriebenen
Panikstörungen in der psy
chiatrischen Untersuchungs
situation nicht spontan geklagt
und möglicherweise hätten sich diese Symptome unter der aktuellen Psychopharmakotherapie ge
bessert (Urk.
7
/156/1-5
8
S. 47).
Gleichwohl
gaben
die
Y._
-
Gutachter an anderer Stelle
an
, der Versicherte habe berichtet, dass er Angst vor erneuten Herzattacken habe und davor,
gleich
wie ein Teil seiner Familienangehörigen daran zu sterben. Er zittere dann am gan
zen Körper, jeden zweiten Tag würden ihn P
anikattacken ergreifen (S. 51 f.
).
Diese n
icht ganz konsistenten Ausführungen im Gutachten
des
Y._
erschweren
den Entscheid, inwiefern die Ängste bereits damals bestanden und gewürdigt wurden
.
Entscheidend ist aber, dass
der
psychiatrische
Gutachter
– entsprechend
seiner
Wahrnehmung in der Begutachtungssituation (vgl.
Urk.
7
/156/1-58 S. 46
f.
) – den vom Beschwerdeführer geschilderten Ängsten
kein besonderes Gewicht
bei
mass
, sondern vielmehr von einer
möglichen
Verbesserung gegenüber den Schilderungen in den bi
sherigen Arztberichten ausging
.
Die Gutachter kamen zum Schluss
, eine Angsterkrankung von relevanter Schwere habe sich aktuell nicht erheben lassen (E. 3.1).
5.
2.
3
Während die
Y._
-Gutachter
also
davon ausgingen, dass sich die Panik-Symp
tome möglicherweise verbessert hätten,
gelangte
die psychiatrische Gutachterin der Abklärungsstelle
B._
zum
Ergebnis
, dass derzeit die Angstsymptomatik und insbesondere das vermehrte Auftreten von
Panikatta
cken
im Vordergrund stünden. Sie beschrieb diesbezüglich, wie der Versicherte zu Beginn des Gesprächs einen Hub seines Nitrosprays eingenommen
und
von starkem Herzklopfen berichtet habe. Dabei sei er sichtbar unruhig, schwitzend und ängstlich gewesen. Sie nahm ein auf das Leiden eingeengtes Denken wahr, wobei die Angst vor
de
m Tod durch einen Herzinfarkt stark ausgeprägt sei
(S. 11).
Als mögliche Erklärung für die Akzentuierung der Angst erwähnte sie den Umstand, dass der Beschwerdeführer das Alter erreicht habe, in dem nahe Fa
milienangehörige an Herzkrankheiten gestorben seien
(E. 4.4)
.
Mit
diesen
im Gutachten beschriebenen Wahrnehmungen in der
Untersuchungssi
tuation
, die von der Psychiaterin unter Berücksichtigung der
medizinischen Aktenlage und der
Angaben des Beschwerdeführers nachvoll
ziehbar gewürdigt wurden (vgl.
hievor
E. 1.4), ist ein
e Verschlechterung ausge
wiesen.
Nicht ersichtlich ist,
weshalb auf die Einschätzung der Gutachterin deshalb nicht abgestellt werden
soll
t
e
,
weil sie
auf die Schwierigkeiten bei der Abgren
zung zwischen Angstattacken und
Angina
-
pectoris
-
Beschwerden
hinwies
(vgl. der Einwand in
Urk.
6
sowie
Urk.
7/197
/1-30
S. 12 f.
)
.
5.
2.
4
Es bleibt zu prüfen, ob auch die Schlussfolgerung, wonach die beschriebenen Panikattacken die Arbeitsfähigkeit um weitere 20 % re
duzier
t
en, zu überzeugen vermag.
Auch diesbezüglich gibt es keine Anhaltspunkte, welche diese fachärztliche Ein
schätzung als zweifelhaft erscheinen l
ie
ssen
.
Dies gilt namentlich für den
nicht mit medizinischen Erkenntnissen untermauerte
n
Einwand
der
Beschwerdegeg
nerin
,
die Anzahl
der Angst- und Panikattacken
vermöge
die Arbeitsfähigkeit
nicht massgeblich zu vermindern
(
Urk.
6)
.
Die Gutachterin wies im Übrigen
in Bezug auf die akuten
Panikattacken
auf medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten
hin und empfahl, den Erfolg einer solchen Behandlung in etwa einem Jahr durch eine psychiatrische Beurteilung zu überprüfen. Bei deutlicher Reduktion der Panikattacken könne durchaus wieder eine Arbeitsfähigkeit von 50 % erreicht werden (S. 14).
Dies
nahm die Beschwerdegegnerin zum Anlass, dem Beschwerdeführer unter Hinweis auf die Möglichkeit der Verbesserung der Angstsymptomatik unter Anpassung der Me
dikation, die Weiterführung der Psychotherapie im Rahmen der
Schadenmin
derungspflicht
aufzuerlegen (Urk.
7
/200).
5.3
Bei diesem Ergebnis
(bereits aus psychiatrischer
Sicht 70%ige Arbeitsunfähig
keit
)
kann offen bleiben, wie es sich mit der Einschätzung des rheumatologi
schen Gutachters verhält, der einzig aufgrund der radiologisch nachgewiesenen Diskushernie mit günstiger Prognose von einer relevanten Verschlechterung ausging, obwohl die Untersuchungsbefunde und das be
obachtete
Schmerzver
halten
weit
gehend den Beobachtungen und Befunden anlässlich der
Y._
-Be
gutachtung 2011
entsprachen
und
die
klaren
Hinweise
auf
eine
bewusstseins
nahe
Schmerzverdeutlichung mit Selbstlimitierung und Inkonsistenzen
sogar Eingang in die Diagnoseliste
f
anden
.
Festzuhalten ist, dass weiterhin auf das eher differenzierter ausformulierte
somatische
Belastungsprofil des
Y._
abge
stellt werden kann
(vgl. E. 3.1)
.
5.
4
Die Feststellung der Gutachter, wonach die Verschlechterung im September 2012 eingetreten sei,
wird nicht nur durch die Angaben des Beschwerdeführers, sondern auch durch die Berichte der behandelnden Ärzte (E. 4.2-3) gestützt, weshalb
– wie dies
auch
der RAD empfahl – darauf ebenfalls abgestellt werden kann.
5.
5
Der medizinische Sachverhalt ist zusammenfassend als dahingehend erstellt zu betrachten, dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit
nach wie vor
nicht mehr zumutbar ist
und für eine leidens
adaptierte
, namentlich
leichte,
rü
cken
- und herz
angepasste
Tätigkeit
gemäss beschriebenem Zumutbarkeitsprofil
ab September 2012
lediglich eine 30%ige Arbeitsfähigkeit besteht
.
Eine für die Invaliditätsbemessung relevante wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes ist demnach ausgewiesen.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die
seit September 2012 stärker
eingeschränkte Arbeits
unfähigkeit
in erwerblicher Hinsicht
auswirkt.
Eine Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit ist zu berücksichtigten, sobald sie ohne wesentliche Unterbre
chung drei Monate gedauert hat (Art. 88a
Abs.
2
der Verordnung über die Inva
lidenversicherung, IVV
). Massgeblicher Zeitpunkt für eine Rentenerhöhung ist somit der Dezember 2012
(vgl. auch Art. 88
bis
Abs.
1
lit
. a IVV)
.
6.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.
3
Für das
Valideneinkommen
rechtfertigt sich
aufgrund der
langjährige
n
Nichter
werbstätigkeit des
zuletzt im Baugewerbe tätig
gewesenen
Beschwerdeführers
– wie dies die Beschwerdegegnerin bereits im letzten Revisionsverfahren tat
(
Urk.
7
/169)
– auf die
vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) und hier auf die Tabellenlöhne
im Baugewerbe abzustellen.
Dieses Vorgehen, das sich
angesichts
der zuletzt vor über 15 Jahren erzielten Einkünfte (
Urk.
7/3 und
Urk.
7/107) zu Gunsten des Beschwerdeführers auswirkt, entspricht der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichts, wonach das
Valideneinkommen
grundsätzlich ausgehend vom zuletzt erzielten Ein
kommen (BGE 134 V 322 E. 4.2) oder
subsidär
gestützt auf die
LSE
ermittelt wird (Meyer/
Reichmuth
, Bun
desgesetz über die Invalidenversi
cherung, Zürich 2014 S. 329 RZ 55 zu
Art.
28a).
Im Baugewerbe betrug der i
n einfachen und repetitiven Tätigkeiten
von Män
nern
im privaten Sektor
erzielte
standardisierte
Medianlohn im Jahr 2010
Fr.
5‘310.--
(
LSE 2010,
TA1, S. 26, Ziff. 41-43
, Anforderungsniveau 4, Männer
)
.
A
ngepasst an
die
betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit im Baugewerbe
im Jahr 2012 von 41.5
Stunden
(Die Volkswirtschaft 3/4-2015 B9.2 S.
88) und
an die Nominall
ohnentwicklung bis ins Jahr 2012
(Die Volkswirtschaft 3/4-2015 B10.3 S. 89) ergibt sich ein
Lohn von
rund
Fr.
67
‘
278
.--
(Fr. 5‘310.-- x 12 / 40 x 4
1
.5 / 2150 x 21
88
).
6.
4
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens sind ebenfalls die Tabellenlöhne
ge
mäss
LSE heranzuziehen. Dem Beschwerdeführer
wäre
trotz seiner Einschrän
kungen grundsätzlich noch eine breite Palette von Tätigkeiten zumutbar, wie
beispielsweise
Kontrollaufgaben, Sortieren und leichte Lagerarbeiten
.
Es recht
fertigt sich daher, für die Bemessung des Invalideneinkommens auf den stan
dardisierten Medianlohn für einfache und repetitive Tätigkeiten in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors abzustellen (LSE 2010, S. 26,
Tabellen
gruppe
TA1, Rubrik „Total“, Niveau 4, Fr.
4‘901.--).
Wird dieses Einkommen
an die durchschnittliche
wöchen
tliche
Arbeitszeit im Jahr 2012 in sämtlichen Sek
toren von 41.7 Stunden
(Die Volkswirtschaft 3/4-2015 B9.2 S. 88)
sowie an die Nominallohnentwicklung angepasst
,
ergibt dies im 2012 ein Jahreseinkommen von gerundet
Fr.
62
‘3
95
.--
(
Fr.
4‘901.-- x 12 / 40 x 41
.7
/
2150 x 2188)
. Unter Berücksichtigung
des noch zumutbaren 30 %-Pensums sowie eines
Abzugs vom Tabellenlohn von 1
5
%
aufgrund
teilzeit
- und
belastungprofilbedingter
Lohn
einbussen
(vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75)
resultiert ein
massgebliches
Invali
deneinkommen
von rund
Fr.
1
5
‘
911
.-- und ein Invaliditätsgrad von rund 7
7
%
.
Bei diesem Invaliditätsgrad besteht Anspruch auf eine
ganze Rente der Invali
denversicherung.
6.
5
Die angefochtene Verfügung vom
3.
März 2014 (Urk. 2) ist
demnach
in
Gutheis
sung
der Beschwerde aufzuheben. Es ist festzustellen, dass der Beschwerdefüh
rer ab dem 1. Dezember 2012 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat.
7
.
7
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden B
eschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7
.2
Ausgangsgemäss steht
dem vertretenen Beschwerdeführer
eine
Prozessent
-
schädi
gung
zu, die gemäss Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Pro
zesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen zu bemessen und unter Berück
sichtigung dieser Grundsätze auf Fr.
1‘
4
00.-- (inklusive Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen ist.