Decision ID: 085f609a-4a4e-5354-9203-e435a24e07c8
Year: 2019
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) suchte zusammen mit sei-
ner Frau B._ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) und den gemein-
samen Kindern C._ und D._ am 8. Februar 2016 im Emp-
fangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) des SEM in F._ um Asyl
nach. Am (...) 2017 wurde der Sohn E._ geboren und in das Ver-
fahren miteinbezogen.
B.
Am 19. Februar 2016 wurden der Beschwerdeführer und die Beschwerde-
führerin summarisch zu ihrer Person, dem Reiseweg und den Asylgründen
befragt (Befragung zur Person, BzP). Am 4. Juni 2018 hörte das SEM den
Beschwerdeführer und die Beschwerdeführerin vertieft zu den Asylgründen
an (Anhörung).
C.
Der Beschwerdeführer machte anlässlich der Befragungen im Wesentli-
chen folgenden Sachverhalt geltend: Er sei als (...)-Lastwagenfahrer zwi-
schen dem Irak und dem Iran tätig gewesen und habe mit seinem eigenen
Lastwagen als selbständig Erwerbender für verschiedene Firmen gearbei-
tet. Es sei bekannt gewesen, dass einige (...)lastwagen-Chauffeure immer
wieder für sich selber (...) abgezweigt und auf eigene Rechnung verkauft
hätten. Deshalb hätten die Firmen „Bewacher“ engagiert, die während den
Fahrten auf die Chauffeure aufgepasst hätten. Durch einen Kollegen na-
mens G._ habe er schliesslich einen gewissen H._ ken-
nen gelernt, der als „Chefwächter“ für einen höheren Funktionär tätig ge-
wesen sei. Von H._ habe er schliesslich den Auftrag erhalten, als
Wächter (...) arabische Chauffeure in den Iran zu begleiten. Am
(...) Juli 2015 seien sie früh morgens losgefahren. Nachdem sie am Abend
des nächsten Tages in einem Restaurant in der Nähe eines Checkpoints
gegessen hätten, habe er zusammen mit den Chauffeuren beschlossen,
gleich dort in der Nähe zu übernachten. Alle (...) Fahrzeuge der von ihm
bewachten arabischen Chauffeure hätten in der Nacht noch neben seinem
Fahrzeug gestanden. Als er am nächsten Morgen aufgewacht sei, seien
alle Lastwagen verschwunden gewesen und er habe keinen der Chauf-
feure mehr telefonisch erreichen können. Auch H._ habe vergeb-
lich versucht, die Chauffeure ausfindig zu machen, und ihm aufgetragen,
auf jeden Fall an Ort und Stelle zu bleiben. Nach längerem Warten seien
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(...) Autos gekommen. In einem der Fahrzeuge habe H._ geses-
sen. Dieser sei ausgestiegen und habe ihm sofort eine Ohrfeige verpasst
und gefragt, wo die (...) Chauffeure und deren Fahrzeuge verblieben seien.
Danach habe ihm H._ sein Mobiltelefon sowie (...) Dollar, welche
er auf sich getragen habe, abgenommen. Anschliessend habe H._
seinen „Personenschützern“ befohlen, ihn in einen Wagen zu platzieren,
und er sei so bis nach I._ gefahren worden. Während der gesam-
ten Fahrt sei er von H._ bedroht worden, der ihn immer wieder
aufgefordert habe zu sagen, wo die verschwundenen Chauffeure zu finden
seien. Bei ihm zu Hause angekommen, hätten die „Wächter“ seine Frau
aufgefordert, ihn zu identifizieren. Er sei dann mit verbundenen Augen zu
einem Haus gefahren worden, wo man ihn in den Keller gebracht habe.
Dort sei er vier Nächte lang festgehalten, immer wieder geschlagen und
gefoltert worden. Schliesslich habe man ihm auch angedroht, man werde
seine Kinder vor seinen Augen zerstückeln. Er sei so verzweifelt gewesen,
dass er H._ versprochen habe, alles zu unternehmen, wenn nur
der Familie nichts passieren würde. H._ habe dann seine Schul-
den berechnet, wobei sich ein Betrag von (...) Dollar ergeben habe. Als
Ausgleich habe er H._ seinen eigenen Lastwagen, sein Haus und
seine Ländereien angeboten und sei deswegen mit den „Personenschüt-
zern“ von H._ zu seinem Haus gefahren, wo seine Ehefrau ihm
und den „Personenschützern“ die Dokumente für den Lastwagen und die
Ländereien ausgehändigt habe. Es seien aber immer noch Schulden von
etwa (...) Dollar übrig geblieben, weshalb H._ ihm eine Frist von
(...) Monaten gesetzt habe, um das restliche Geld zu beschaffen. Später
sei es ihm gelungen, diese Frist auf (...) Monate zu verlängern. Zu Hause
angekommen, habe er seine Familie über die Vorfälle informiert. Danach
habe er mit seinen Verwandten die ganze Zeit die verschwundenen Last-
wagen gesucht. Während dieser Zeit habe er sich auch überlegt, Anzeige
zu erstatten. Sein Cousin J._ sei jedoch dagegen gewesen. We-
nige Tage bevor die Frist abgelaufen sei, sei er von H._ kontaktiert
worden. Er habe H._ gesagt, dass er mehr Zeit benötige, um seine
Schulden zu begleichen. H._ habe ihm daraufhin angeboten, als
(...)lastwagenchauffeur für ihn zu arbeiten und so seine Schulden zu be-
gleichen, und ihm sogar einen kleinen Lohn als Taschengeld offeriert. Als
Gegenleistung hätte er jedoch für H._ gewisse illegale Waren
transportieren müssen, wobei er sofort vermutet habe, dass es sich um
Drogen handeln könnte. Am (...) Dezember 2015 habe sein Bruder mit ei-
ner Vollmacht von ihm auf dem Polizeiposten Anzeige gegen H._
erstattet. Am selben Tag habe die Polizei sein Fahrzeug beim Polizeiposten
(...) gefunden. Zwei Stunden später sei er von seinem Bruder angerufen
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worden, der ihm mitgeteilt habe, dass H._ verhaftet worden sei.
Als er jedoch zum Polizeiposten gekommen sei, habe er H._ mit
zwei „Personenschützern“ in einem nahen Café sitzen sehen, woraufhin er
sich sofort versteckt und seinen Bruder angerufen habe. Von diesem habe
er erfahren, dass H._ wieder auf freiem Fuss sei. Der Polizist sei
der Meinung gewesen, dass H._ ein guter Mensch sei und er
selbst schuld an seiner Situation sei. So laufe es bei ihm zu Hause. Für
gewisse Leute würden die Gesetze nicht gelten. Sein Bruder habe danach
auf dem Polizeiposten zwei Dokumente unterzeichnet. Bei einem sei es
um die Rückgabe seines Fahrzeugs gegangen, mit dem anderen habe er
die gegen H._ erstattete Anzeige zurückgezogen. Dies sei ihm
erst später klargeworden. Sein Bruder habe ihm schliesslich empfohlen, in
die Türkei zu fliehen. Später sei sein Bruder telefonisch bedroht worden,
weshalb er sich dann auch zur Flucht entschieden habe. Neben einem
Fahrzeug der Marke (...) besitze er noch eines der Marke (...). Wegen die-
ses Fahrzeugs, das weiterhin auf seinen Namen registriert sei, habe er
Probleme bekommen im Zusammenhang mit der Kraftfahrzeugsteuer. Es
liege auch ein Haftbefehl gegen ihn vor. Vor etwa vier oder fünf Monaten
habe man seinem Bruder zudem mitgeteilt, dass er endlich das Geld zu-
rückzahlen solle, da sonst etwas passieren würde. Er selbst habe einen
Anruf vom Asayesh (Geheimdienst) erhalten, dass sich sein Bruder melden
solle. Der Bruder habe dem Asayesh daraufhin erklären müssen, weshalb
sich das Fahrzeug seit zwei Monaten im Iran befinde. Wenn das Auto im
Iran verkauft würde, was verboten sei, müsse er mit einem weiteren Haft-
befehl rechnen.
Die Beschwerdeführerin ihrerseits führte anlässlich der Befragungen im
Wesentlichen aus, dass es im Juli 2015 zu den Problemen gekommen sei,
die zu ihrer Ausreise geführt hätten. Der Ehemann sei ein paar Tage weg-
gewesen und sie habe ihn nicht mehr über sein Mobiltelefon erreichen kön-
nen. Sie sei deshalb sehr besorgt gewesen. In seiner Abwesenheit sei je-
mand zu ihr nach Hause gekommen und habe sich nach ihrem Ehemann
erkundigt. Am Mittag sei der Ehemann dann wieder nach Hause zurückge-
kehrt. Er habe ihr erklärt, dass sein Mobiltelefon in den (...) gefallen sei,
weshalb er telefonisch nicht mehr erreichbar gewesen sei. Bevor er wieder
das Haus verlassen habe, habe er noch Dokumente, Papiere und den
Schlüssel mitgenommen. Er habe ihr auch gesagt, dass sie das Haus zei-
gen solle, falls potentielle Käufer vorbeikämen. Sie habe ihren Ehemann
daraufhin gefragt, was er vorhabe, er habe ihr dies jedoch nicht gesagt.
Erst später, als auch ihr Schwager und sein Cousin bei ihr gewesen seien,
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habe er von den verschwundenen (...)lastwagen erzählt. Er habe auch be-
richtet, dass er bedroht würde und dass die Familie deshalb nach den ver-
schwundenen Lastwagen suchen würde. Während dieser Zeit sei sie auf
Anraten ihres Schwagers vorsichtshalber zu ihren Eltern gegangen. Nach
ihrer Ausreise aus dem Irak sei auf ihren Schwager K._ geschos-
sen worden. Dieser sei glücklicherweise Peschmerga und habe zurück-
schiessen können. Auch K._ habe mit seiner Familie ausreisen
müssen. Am 7. Januar 2016 seien sie gemeinsam mit ihren Kindern auf
dem Luftweg von I._ in Richtung Türkei gereist und von dort über
die Balkanroute in die Schweiz gelangt.
D.
Mit Verfügung vom 7. August 2018 – eröffnet am 8. August 2018 – stellte
das SEM fest, die Beschwerdeführenden erfüllten die Flüchtlingseigen-
schaft nicht, lehnte ihre Asylgesuche ab, verfügte die Wegweisung aus der
Schweiz und ordnete den Vollzug an.
E.
Mit Eingabe vom 7. September 2018 liessen die Beschwerdeführenden
diesen Entscheid durch ihren Rechtsvertreter beim Bundesverwaltungsge-
richt anfechten. Dabei beantragten sie in materieller Hinsicht, dass die an-
gefochtene Verfügung aufzuheben, ihre Flüchtlingseigenschaft festzustel-
len und ihnen Asyl zu gewähren sei. Eventualiter sei die Unzulässigkeit
beziehungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs für die Kin-
der (und damit auch für den Beschwerdeführer und die Beschwerdeführe-
rin) festzustellen. Subeventualiter sei die Sache zwecks Ergänzung des
Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen. Ausserdem sei der Be-
schwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen. In prozessualer Hinsicht
ersuchten die Beschwerdeführenden ferner um unentgeltliche Rechts-
pflege sowie um den Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses.
F.
Mit Schreiben vom 10. September 2018 bestätigte das Bundesverwal-
tungsgericht den Eingang der Beschwerde.
G.
Mit Zwischenverfügung vom 18. September 2018 hiess der Instruktions-
richter die Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege sowie um Verzicht auf
die Erhebung eines Kostenvorschusses gut. Auf das Begehren, es sei der
Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen, trat er, in Anbetracht
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des Umstandes, dass die Vorinstanz einer allfälligen Beschwerde die auf-
schiebende Wirkung nicht entzogen hatte, nicht ein. Gleichzeitig lud er
auch die Vorinstanz zur Vernehmlassung ein.
H.
Am 20. September 2018 liess sich das SEM mit ergänzenden Bemerkun-
gen vernehmen, wobei es vollumfänglich an seinen Erwägungen festhielt.
I.
Mit Eingabe vom 4. Oktober 2018 reichten die Beschwerdeführenden frist-
gerecht eine Replik ein.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer-
den gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem Gebiet
des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d
Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Die Beschwerdeführenden sind
als Verfügungsadressaten zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48
VwVG). Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1
der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. Septem-
ber 2015). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist ein-
zutreten (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
3.1 Zur Begründung ihrer abweisenden Verfügung führte die Vorinstanz
aus, dass die Vorbringen den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht
standhalten würden, so dass die Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse.
Zunächst hätten widersprüchliche Angaben des Beschwerdeführers und
der Beschwerdeführerin erhebliche Zweifel bezüglich des angeblich letz-
ten Wohnsitzes und des geltend gemachten Ausreisezeitpunktes aufkom-
men lassen. So habe der Beschwerdeführer vorgebracht, die letzte Fahrt
mit dem (...)lastwagen im Iran im sechsten Monat 2015 beziehungsweise
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anfangs Juli 2015 gemacht zu haben. Gleichzeitig habe er jedoch als Be-
weismittel einen Ladungsschein für (...) im Wert von (...) Dollar, ausgestellt
am (...) Juli 2015, eingereicht. Darauf aufmerksam gemacht, dass diese
beiden Vorbringen zeitlich und logisch nicht zusammen passen würden,
habe er erklärt, die Ladung des (...) sei am (...) Juli 2015 erfolgt, er habe
die Kosten dafür jedoch erst am (...) Juli 2015 bezahlt. Diese Aussage sei
als wenig überzeugender Anpassungsversuch des Sachverhaltes zu wer-
ten. Weiter sei dem von ihm eingereichten irakischen Pass zu entnehmen,
dass das letzte Visum für den Iran bereits am 27. Juni 2015 abgelaufen
sei. Es stelle sich daher die Frage, wie er trotzdem noch anfangs Juli 2015
in den Iran habe fahren können. Auf diesen Umstand angesprochen, habe
er angegeben, nicht direkt nach der Ladung in den Iran gefahren zu sein.
Er habe die Fahrzeuge jeweils zwei bis drei Tage an der Grenze stehen
lassen und sei nach Hause zurückgekehrt, wo er einen Anruf abgewartet
habe, wann er die Grenze überqueren könne. Auch diese Erklärung über-
zeuge nicht, da er unabhängig von den vorherigen Ereignissen dem abge-
laufenen Visum zufolge und aufgrund der Aktenlage nach dem
(...) Juni 2015 gar nicht mehr in den Iran habe reisen können.
Was die Aussagen der Beschwerdeführerin angehe, so habe sie sich wi-
dersprüchlich zum angeblich letzten Wohnsitz geäussert. In der BzP habe
sie zu Protokoll gegeben, in I._ zuletzt im Quartier L._
gewohnt zu haben, während sie im Rahmen der Anhörung habe verlauten
lassen, sie habe nach der Heirat mit ihrem Ehemann zuerst in
L._/M._ gelebt und sei Ende des Jahres 2015 nach
N._ umgezogen, wo sie für acht oder neun Monate ein Haus ge-
mietet hätten. Vor der Flucht seien sie dann in O._ wohnhaft ge-
wesen. Im Rahmen des rechtlichen Gehörs habe sie dazu erklärt,
L._ sei der Ort, wo sie mit ihrem Ehemann am längsten gelebt
habe, in N._ hätten sie nur acht bis neun Monate und an der zu-
letzt genannten Adresse lediglich einen Monat gewohnt. Gleichzeitig habe
sie an der BzP vorgebracht, sie seien am 7. Januar 2016 ausgereist. Wenn
sie aber erst Ende des Jahres 2015 nach N._ gezogen seien und
dann dort acht bis neun Monate gelebt hätten, könne der von ihr genannte
Ausreisezeitpunkt nicht stimmen. Auf die Ungereimtheit angesprochen,
habe sie erläutert, in N._ nur einen Monat gelebt zu haben, bis sie
zum Cousin des Ehemannes gegangen sei, wo sie etwa viereinhalb Mo-
nate gewohnt habe. Dies stehe jedoch in Widerspruch zu ihrer ersten Aus-
sage bezüglich der Aufenthaltsdauer in N._. Damit konfrontiert,
habe sie dann angegeben, dass man sie wohl missverstanden habe, in
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N._ sei sie in jedem Fall acht bis neun Monate gewesen. Es sei
ihr somit nicht gelungen, die ausgeführten Ungereimtheiten zu entkräften.
Darüber hinaus könne beiden nicht geglaubt werden, dass sie im Irak die
geschilderten Probleme mit Drittpersonen gehabt hätten. So habe der Be-
schwerdeführer in der BzP mit keinem Wort erwähnt, dass er im Zusam-
menhang mit den angeblich verschwundenen Lastwagen mehrere Tage
festgehalten und gefoltert worden sei. Es gebe jedoch keinen nachvollzieh-
baren Grund, weshalb er ein so zentrales Vorbringen nicht bereits von sich
aus in der BzP hätte erwähnen können. Als Erklärung habe er angegeben,
er sei in der BzP aufgefordert worden, sich kurz zu fassen. Selbst wenn
das so gewesen wäre, heisse dies nicht, dass er bei dieser Gelegenheit
eine angebliche Gefangennahme nicht zumindest hätte erwähnen können.
Wie dem Protokoll entnommen werden könne, habe er nach der freien Dar-
legung der Asylgründe nochmals ausdrücklich die Gelegenheit erhalten,
allenfalls weitere wichtige Anliegen für das Asylgesuch anzuführen. Er
habe jedoch sinngemäss erklärt, keine weiteren Asylgründe zu haben. Da-
her müsse er sich auf dem BzP-Protokoll, dessen Korrektheit er im Übrigen
unterschriftlich bestätigt habe, behaften lassen. Unter diesen Vorausset-
zungen sei die von ihm geltend gemachte mehrtägige Gefangennahme
durch H._ als nachgeschoben und unglaubhaft zu beurteilen. Die
Beschwerdeführerin habe sodann in der Anhörung verlauten lassen, dass
der Ehemann im Juli 2015 zwei Tage beziehungsweise zwei oder drei Tage
nicht nach Hause gekommen und auf dem Handy nicht mehr erreichbar
gewesen sei. In der BzP habe sie demgegenüber angegeben, dass sie in
der Abwesenheit des Ehemannes einmal von fünf bis sechs Männern auf-
gesucht worden sei, die nach ihm gefragt hätten. In der Anhörung habe sie
dagegen geschildert, dass nur einmal ein Mann zu ihr nach Hause gekom-
men sei und sich nach dem Ehemann erkundigt habe. Überdies habe sie
ausgesagt, den Ehemann nach diesem Besuch sofort telefonisch informiert
zu haben, ohne jedoch irgendwelche Probleme zu dessen telefonischer
Erreichbarkeit zu erwähnen. Anlässlich der Anhörung habe sie dann aber
zu Protokoll gegeben, mehrfach vergeblich versucht zu haben, den Ehe-
mann telefonisch zu erreichen. Sie sei im Rahmen des ihr diesbezüglich
gewährten rechtlichen Gehörs nicht in der Lage gewesen, die Widersprü-
che plausibel aufzulösen und habe stattdessen auf die Missverständnisse
in den Befragungen, ihr schlechtes Gedächtnis oder die Aufforderung in
der BzP, sich kurz zu fassen, verwiesen. Des Weiteren habe der Beschwer-
deführer in der BzP ausgeführt, sich im Zusammenhang mit den Proble-
men mit H._ nie an die heimatlichen Behörden gewandt zu haben,
während er in der Anhörung erläutert habe, sein Bruder K._ habe
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mit einer von ihm ausgestellten Vollmacht seinerseits Anzeige gegen
H._ erstattet. Er sei auch nicht in der Lage gewesen, diesen Wi-
derspruch aufzulösen, sondern habe erklärt, es sei ja der Bruder gewesen,
der Anzeige erstattet habe. Insgesamt führten die ungereimten, wider-
sprüchlichen und nachgeschobenen Aussagen zu zentralen Elementen
zum Schluss, dass sich die Beschwerdeführenden mit den Asylvorbringen
auf einen konstruierten Sachverhalt und nicht auf tatsächlich Erlebtes be-
zögen. Die eingereichten Beweismittel vermöchten nichts an der Einschät-
zung zu ändern. So verweise ein Teil darauf, dass der Beschwerdeführer
im Irak wohl tatsächlich als (...)lastwagenchauffeur unterwegs gewesen
sei. Die Beweismittel zeigten auch, dass er vermutlich ein Haus und Land
besessen habe. Allerdings hätten sie keine Beweismittel für den Verkauf
dieser Besitztümer. Vom Haftbefehl habe der Beschwerdeführer zudem le-
diglich eine fälschungsanfällige Fotographie eingereicht. Darüber hinaus
handle es sich beim Haftbefehl um ein behördeninternes Dokument, dass
sich gar nicht im Besitz des Gesuchten befinden dürfe, was die Beweiskraft
des Dokuments zusätzlich einschränke. Schliesslich seien auch die Anga-
ben zum angeblichen Hintergrund des Haftbefehls, wie bereits dargelegt,
unglaubhaft. Bei seinem Verweis auf allfällige Probleme mit der Kraftfahr-
zeugsteuer gehe es, soweit das Vorbringen angesichts der reduzierten all-
gemeinen Glaubwürdigkeit überhaupt der Wahrheit entspreche, zudem
nicht um eine asylrelevante Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG. Die ein-
gereichten Fotos zur allgemeinen Lage im Nordirak vermöchten schliess-
lich nichts über die eigene Verfolgungslage auszusagen.
3.2 In der Beschwerde wird dagegen vorgebracht, dass die Vorinstanz den
herabgesetzten Beweismassanforderungen an das Glaubhaftmachen
nicht genügend Rechnung getragen habe. Der Einschätzung der
Vorinstanz, wonach die Aussage des Beschwerdeführers bezüglich der un-
terschiedlichen Angaben zum Datum der letzten Ladung und dem Datum
des Ladungsscheins als Anpassungsversuche des Sachverhalts zu werten
sei, könne nicht gefolgt werden. Erstens sei das von der Vorinstanz in der
angefochtenen Verfügung erwähnte Datum ([...]) „falsch und verwirrend“
und zweitens habe er unmissverständlich beschrieben, worum es sich
beim eingereichten Dokument handle. Diesbezüglich sei anzumerken,
dass die Befragerin, welche auch gleich die angefochtene Verfügung ver-
fasst habe, anlässlich der Befragung gereizt gewesen sei und sich gewei-
gert habe, den Sachverhalt zu verstehen. Es sei offensichtlich, dass er we-
der Käufer noch Auftraggeber dieser Ladung gewesen sei, sondern ledig-
lich der Transporteur und mithin nicht verpflichtet, die Fracht bei Ladung zu
bezahlen. Es gehe aus seinen Aussagen unmissverständlich hervor, dass
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er am (...) Juli 2015 die Ladungskosten wegen Verlustes des Transportgu-
tes habe zahlen müssen. Sodann müsse den Ausführungen der
Vorinstanz, wonach die Erklärung des Beschwerdeführers bezüglich des
Visums nicht überzeugend sei, widersprochen werden. Er habe bereits
vorab die Praxis des Visums detailliert und nachvollziehbar geschildert. Die
Vorinstanz greife diesbezüglich zu subsidiären Argumenten, weil sie keine
anderen zur Hand habe. Zur Behauptung der Vorinstanz, die Beschwerde-
führerin habe sich betreffend den letzten Wohnsitz widersprochen, sei fest-
zuhalten, dass sie bei der Anhörung unmissverständlich beschrieben habe,
wo sie zuletzt gewohnt habe. Vorliegend sei zudem festzuhalten, dass es
sich bei P._ um O._ handle. Der vollständige Name des
Ortes laute Q._. Weiter sei festzuhalten, dass der Übersetzer bei
der Anhörung nicht den gleichen Dialekt wie die Beschwerdeführerin ge-
sprochen habe. Sodann habe der Beschwerdeführer weder in der BzP
noch in der Anhörung über den Rückweg in den Irak gesprochen. Er habe
ausführlich geschildert, dass er nach der Ladung auf dem Weg von
R._ (Irak) in den Iran mit (...) (...)lastwagenchauffeuren vor einem
Checkpoint übernachtet habe. Betreffend den Widerspruch im Hinblick auf
die Anzeige sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer detailliert und
glaubhaft geschildert habe, dass er selber keine Anzeige erstattet habe,
sondern sein Bruder K._. Schliesslich sei nicht bekannt, ob tat-
sächlich ein Gerichtsverfahren gegen den Beschwerdeführer laufe, glei-
ches gelte für die individuelle Bedrohung durch den ehemaligen Peiniger,
der als Funktionär der (...) bereits in der Vergangenheit gezeigt habe, wel-
che Macht er ausüben könne, so dass die Wahrscheinlichkeit einer erneu-
ten Verfolgung als real zu bezeichnen sei. Die Hilfswerksvertretung habe
bezüglich der Anhörung des Beschwerdeführers die Bemerkung gemacht,
dass seine Fluchtgründe „unfehlbar“ glaubhaft erscheinen würden. Dies
zeige, dass die Hilfswerksvertretung als unabhängige und neutrale Be-
obachterin davon überzeugt gewesen sei, dass der Beschwerdeführer die
Wahrheit sage. Ihren Einschätzungen sei zu entnehmen, dass der Be-
schwerdeführer vollumfänglich die Voraussetzungen für die Flüchtlingsei-
genschaft erfülle. In der angefochtenen Verfügung würden sodann keiner-
lei Angaben zu Gunsten der Glaubwürdigkeit der Beschwerdeführenden
gewertet. Stattdessen mache es den Anschein als versuche die Vorinstanz
alle Aussagen gegen die Beschwerdeführenden zu verwenden, womit sie
die ihr gebotene staatliche Neutralität bei der Prüfung verletze. Im Rahmen
der Beurteilung der Glaubhaftigkeit sei die Vorinstanz angehalten, alle Ele-
mente, die für oder gegen die asylsuchende Person sprächen, zu beurtei-
len.
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In der Beschwerde werden sodann etliche formelle Rügen erhoben, auf die
unter Erwägung 4 näher einzugehen sein wird.
3.3 In ihrer Vernehmlassung führte die Vorinstanz aus, dass die Beschwer-
deschrift keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel enthalte,
welche eine Änderung ihres Standpunktes rechtfertigen würde. Die Be-
schwerdeführenden seien insgesamt nicht in der Lage gewesen, die Vor-
haltungen in der Verfügung vom 7. August 2018 plausibel zu entkräften.
Insbesondere hätten sie die zahlreichen gewichtigen Widersprüche und
Unvereinbarkeiten in ihren Aussagen nicht überzeugend auflösen können.
Was die dem SEM vorgeworfene angebliche Verletzung der Kinderrechts-
konvention (Übereinkommen vom 20. November 1989 über die Rechte
des Kindes [KRK, SR 0.107]) betreffe, so würden in der Schweiz alle un-
begleiteten minderjährigen Asylsuchenden (UMA) oder Asylsuchende, die
das vierzehnte Altersjahr überschritten hätten, systematisch zu den Asyl-
gründen angehört. Nach Rechtsprechung des Bundesgerichts leite sich
aus Art. 12 Abs. 2 KRK für das Kind kein absoluter Anspruch auf eine per-
sönliche (mündliche) Anhörung ab. Die KRK gewährleiste, dass das Kind
seine Sicht der Dinge in geeigneter Weise geltend machen könne. Dies
könne auch mittels eigener schriftlicher Erklärung oder über eine Vertre-
tung erfolgen. Der Umstand, dass die Kinder der Beschwerdeführenden
nicht angehört worden seien, entspreche demzufolge der gängigen und
gefestigten Praxis.
3.4 In der Replik bringen die Beschwerdeführenden vor, dass die
Vorinstanz ihre Behauptung, die angefochtene Verfügung stehe in Über-
einstimmung mit der bundesgerichtlichen Praxis zur KRK, nicht belege. Die
Vorinstanz lasse somit die Rechtsauffassung der Beschwerde unberührt,
dass die angefochtene Verfügung die KRK ausser Acht lasse. Die Ver-
nehmlassung gebe ohnehin die bundesgerichtliche Praxis zum Partizipati-
onsrecht von 12 KRK in ausländerrechtlichen Belangen unvollständig wie-
der. Zur Vernehmlassung sei zudem festzuhalten, dass die Vorinstanz wei-
terhin auch in der Vernehmlassung die Beweismittel ignoriere. Sie würdige
sie in keiner Weise und nehme dazu auch mit keinem Wort Stellung.
4.
4.1 In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rügen erhoben, wel-
che die vorinstanzliche Verfügung als Ganzes betreffen und die deswegen
vorab zu beurteilen sind, da sie allenfalls geeignet sind, eine Kassation der
vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Die Beschwerdeführenden rügen
zur Hauptsache eine angebliche Nichtbeachtung der KRK, eine Verletzung
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Seite 12
des rechtlichen Gehörs sowie der Pflicht zur vollständigen und richtigen
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes. Sollte aufgrund dieser
Rechtsverletzungen keine Rückweisung an die Vorinstanz erfolgen, sei
festzuhalten, dass die Gehörsverletzungen und die Verletzungen der Sach-
verhaltsabklärung auch eine Verletzung des Willkürverbotes im Sinne von
Art. 9 BV und von Art. 7 AsylG zur Folge haben würden.
4.2 Der in Art. 29 Abs. 2 BV garantierte und in den Art. 26 – 33 VwVG kon-
kretisierte Grundsatz des rechtlichen Gehörs umfasst das Recht, mit eige-
nen Begehren gehört zu werden, Einblick in die Akten zu erhalten und zu
den für die Entscheidung wesentlichen Punkten Stellung nehmen zu kön-
nen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör dient einerseits der Sachaufklä-
rung und stellt andererseits ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungs-
recht der Parteien dar. Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs beinhaltet
die Pflicht der Behörden, die Vorbringen des vom Entscheid in seiner
Rechtsstellung Betroffenen sorgfältig und ernsthaft zu prüfen und in der
Entscheidfindung zu berücksichtigen (Art. 32 Abs. 1 VwVG). Daraus folgt
die grundsätzliche Pflicht der Behörden, sich mit den wesentlichen Vorbrin-
gen des Rechtssuchenden zu befassen und Entscheide zu begründen
(Art. 35 Abs. 1 VwVG). Die Begründung des Entscheides muss so abge-
fasst sein, dass der Betroffene ihn sachgerecht anfechten kann. Deshalb
müssen die für den Entscheid bedeutsamen Überlegungen zumindest kurz
genannt werden (vgl. BVGE 2011/37 E. 5.4.1 m.w.H.).
4.3 Das SEM hat andererseits auch die Pflicht, den rechtserheblichen
Sachverhalt richtig und vollständig abzuklären (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6
AsylG) und hierzu alle für das Verfahren rechtlich relevanten Umstände zu
ermitteln und ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen. Dabei hat es
alle sach- und entscheidwesentlichen Tatsachen und Ergebnisse in den
Akten festzuhalten (vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1 m.w.H.). Die Sachverhalts-
feststellung ist unrichtig, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidri-
ger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt wor-
den sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswe-
sentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERT-
SCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes,
3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, Rz. 1043).
4.4 Art. 29 Abs. 1 BV garantiert den Anspruch auf gleiche und gerechte
Behandlung sowohl in verwaltungsinternen als auch in gerichtlichen Ver-
fahren (vgl. BGE 131 II 169 E. 2.2.3). Die Rechtsprechung hat verschie-
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dene spezifische Teilgehalte des Anspruchs auf gleiche und gerechte Be-
handlung entwickelt. Als Auffangtatbestand bildet Art. 29 Abs. 1 BV darüber
hinaus ein offenes Grundprinzip zur Sicherung rechtsstaatlicher Verfahren
und ist damit Ausdruck des prozessualen Fairnessgrundsatzes (vgl. STEIN-
MANN, in: Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Vallender [Hrsg.], Die schwei-
zerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 2. Aufl. 2014,
Ziff. 39 ff. zu Art. 29 BV).
4.5 Nach Durchsicht der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum
Schluss, dass die formellen rügen der Beschwerdeführenden unbegründet
sind.
4.5.1 Die Beschwerdeführenden rügen zunächst eine Nichtbeachtung der
KRK, da es die Vorinstanz unterlassen habe, die zwei älteren Kinder anzu-
hören.
Gemäss Art. 12 Abs. 1 KRK haben Kinder, die fähig sind, sich eine Meinung
zu bilden, das Recht auf Respektierung ihrer Meinung. Abs. 2 desselben
Artikels bestimmt, dass zu diesem Zweck dem Kind insbesondere Gele-
genheit zu geben ist, in allen das Kind berührenden Gerichts- oder Verwal-
tungsverfahren entweder unmittelbar oder durch einen Vertreter oder eine
geeignete Stelle im Einklang mit den innerstaatlichen Verfahrensvorschrif-
ten gehört zu werden. Eine gesetzliche Bestimmung zum Anhörungsrecht
des Kindes im Verwaltungsverfahren findet sich im Schweizer Recht nicht.
Das Bundesgericht hat aber anerkannt, dass Art. 12 KRK im fremdenpoli-
zeilichen Verfahren unmittelbar anwendbar ist. Die Garantie beinhaltet je-
doch nicht zwingend eine persönliche mündliche Anhörung des Kindes,
sondern lediglich eine Anhörung in angemessener Weise, weshalb der
Standpunkt des Kindes auch schriftlich zum Ausdruck gebracht werden
kann. Ferner ermöglicht Art. 12 Abs. 2 KRK die Anhörung eines Vertreters
des Kindes. Dabei handelt es sich um einen gewillkürten (von den Eltern
oder dem Kind beauftragten) oder einen behördlichen Vertreter (in Anleh-
nung an Art. 146 ZGB) des Kindes, nicht aber um die Eltern selber. Soweit
sich die Interessenlage des Kindes indessen mit derjenigen seiner (beiden)
Eltern deckt, kann auf eine gesonderte Anhörung des Kindes (bzw. dessen
Vertreters) verzichtet werden. Das gilt nach Ansicht des Bundesgerichts
gemäss seinem Entscheid vom 26. Juli 2001 in fremdenpolizeilichen Fällen
generell, sofern es sich nicht um Sachverhalte wie zum Beispiel eine Schei-
dung handelt, wo die Interessen der Beteiligten nicht gleichläufig sind
(vgl. BGer 2P.117/2001 E. 3d). Nach Bundesgericht genügt auch, dass die
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Interessen der Kinder über die Aussagen der Eltern ins Verfahren einge-
bracht werden können (vgl. BGer 2C_372/2008 E. 2). Es geht davon aus,
dass eine persönliche Anhörung des Kindes angezeigt ist, wenn dessen
persönlichkeitsrelevanten eigenen Interessen unmittelbar auf dem Spiel
stehen und sich namentlich nicht mit den Interessen der Eltern oder eines
Elternteils decken, so bei Kindesschutzmassnahmen mit der damit verbun-
denen Trennung von einem Elternteil, beim Entscheid über das Sorgerecht
in Scheidungsverfahren oder bei Entscheiden, die eine Unterbrechung
oder Erschwerung der Kontaktmöglichkeit zum nicht betreuungsberechtig-
ten Elternteil bedeuten (vgl. Urteil des BVGer E-3296/2012 vom 18. Sep-
tember 2012 m.w.H.).
Vorliegend gelangte der Standpunkt der Kinder im Rahmen der vorange-
gangenen Verfahren durch die Ausführungen des Beschwerdeführers und
der Beschwerdeführerin sowie im Rahmen des vorliegenden Verfahrens
durch die Ausführungen des Rechtsvertreters und der eingereichten Be-
weismittel genügend zum Ausdruck. Im Sinne der gemeinsamen Be-
schwerdeanträge verfolgen die Beschwerdeführenden alle dasselbe Ziel,
nämlich die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft, die Gewährung von
Asyl oder allenfalls der vorläufigen Aufnahme. Es ist somit davon auszuge-
hen, dass der Beschwerdeführer und die Beschwerdeführerin anlässlich
der Befragungen auch den Standpunkt ihrer Kinder vertraten, dies insbe-
sondere zumal eine Verfolgung ausschliesslich aufgrund der Erlebnisse
des Beschwerdeführers geltend gemacht wird. Es ist somit nicht davon
auszugehen, dass durch eine zusätzliche Befragung der Kinder ergänzend
Aufschluss über wesentliche Tatsachen zu erwarten wäre.
Folglich gelangt das Bundesverwaltungsgericht in Übereinstimmung mit
der bundesgerichtlichen Praxis zum Schluss, dass auf eine zusätzliche An-
hörung der beiden älteren Kinder verzichtet werden konnte, und keine Ver-
letzung von Art. 12 KRK vorliegt.
4.5.2 Insofern in der Beschwerde geltend gemacht wird, die Verfügung
müsse aufgehoben werden, weil das bisherige Verfahren die zulässige
Dauer für Kinder im Sinne von Art. 29 Abs. 1 BV um das Doppelte bis Drei-
fache überschritten habe, ist festzuhalten, dass daraus keine Verletzung
des Prinzips der Verfahrensfairness abgeleitet werden kann. Die Verfah-
rensdauer hätte allenfalls in einer Rechtsverzögerungsbeschwerde gerügt
werden können, in welcher hätte beantragt werden können, die Vorinstanz
sei anzuweisen, das Verfahren zügig zu Ende zu führen. Da dies seitens
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der Beschwerdeführenden unterlassen wurde, erübrigen sich an dieser
Stelle weitere Ausführungen dazu.
4.5.3 Die Beschwerdeführenden erblicken darin eine Verletzung der Abklä-
rungspflicht, dass die Anhörung des Beschwerdeführers erst zwei Jahre
nach der Einreichung des Asylgesuchs stattgefunden habe, was eine nicht
erklärbare Verschleppung des Verfahrens darstelle.
Diesbezüglich ist Sinne der Ausführungen in der Beschwerde festzuhalten,
dass es zwar durchaus wünschenswert ist, dass zwischen der Einreichung
des Asylgesuchs und der einlässlichen Anhörung zu den Asylgründen ein
relativ kurzer Zeitraum liegt, es aber keine zwingende, mit Rechtsfolgen
versehene gesetzliche Verpflichtung des SEM gibt, die Anhörung innerhalb
eines gewissen Zeitraums nach der Asylgesuchseinreichung durchzufüh-
ren. Angesichts der nur bedingt vorhersehbaren und durch die schweizeri-
schen Asylbehörden nicht steuerbaren Geschäftslast, wäre die Erwartung,
solche Ordnungsfristen könnten ungeachtet der Anzahl der gestellten Asyl-
gesuche ausnahmslos eingehalten werden, unrealistisch.
4.5.4 Eine Verletzung der Abklärungspflicht und Verletzung des Grundsat-
zes eines fairen Verfahrens liege gemäss den Beschwerdeführenden des-
wegen vor, weil die Anhörung des Beschwerdeführers viel zu lange gedau-
ert habe. Es sei diesbezüglich auf das Urteil des Bundesverwaltungsge-
richts D-5017/2014 vom 7. April 2015 zu verweisen, wo angeführt werde,
dass gemäss interner Weisung des SEM die Anhörung in der Regel maxi-
mal vier Stunden dauern soll.
Die Rechtsprechung geht davon aus, dass überlange Anhörungen in Asyl-
verfahren mit Blick auf Art. 29 Abs. 1 BV problematisch sein können
(vgl. Urteil des BVGer D-5017/2014 vom 7. April 2015, E. 5.2). Dies ist ins-
besondere dann der Fall, wenn die Dauer einer Anhörung für die asylsu-
chende Person eine unzumutbare Belastung darstellt und ihr dadurch ver-
unmöglicht wird, ihren Standpunkt klar darzutun. Ob die Dauer einer Anhö-
rung eine unzumutbare Belastung darstellt, lässt sich indes nur im Einzel-
fall beurteilen, wobei neben der asylsuchenden Person auch die bei Anhö-
rungen gesetzlich vorgesehene Hilfswerksvertretung (Art. 30 Abs. 1 AsylG)
diesbezügliche Einwendungen zu Protokoll geben kann (Art. 30 Abs. 4
AsylG). Dass eine Anhörung länger gedauert hat, als dies in der internen
Weisung des SEM vorgesehen ist, stellt für sich genommen keine Verlet-
zung von Art. 29 Abs. 1 BV dar, zumal es sich bei der internen Weisung
des SEM um eine Verwaltungsverordnung ohne Aussenwirkung handelt
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Seite 16
und eine asylsuchende Person daraus keine Rechte und Pflichten ableiten
kann (vgl. Urteil des BVGer E-1652/2016 vom 31. März 2016, E. 3.6).
Die Anhörung des Beschwerdeführers vom 4. Juni 2018 dauerte von 9:10
bis 19:25 und somit inklusive Rückübersetzung zehn Stunden und fünf Mi-
nuten. Da während dieser Zeit fünf Pausen von insgesamt einer Stunde
und fünfundvierzig Minuten eingelegt wurden, ist davon auszugehen, dass
die eigentliche Anhörung inklusive Rückübersetzung achteinhalb Stunden
in Anspruch nahm ([...]). Obwohl die Anhörung somit tatsächlich länger ge-
dauert hat, als in den internen Weisungen vorgesehen, ergeben sich aus
den Akten keine Hinweise darauf, dass die Anhörungsdauer für den Be-
schwerdeführer eine unzumutbare Belastung dargestellt haben könnte.
Weder der Beschwerdeführer noch die anwesende Hilfswerksvertretung
haben entsprechende Einwände geäussert und dem Befragungsprotokoll
sind keine entsprechenden Hinweise zu entnehmen. Hinzu kommt, dass
das ausführliche Aussageverhalten des Beschwerdeführers nicht der Vo-
rinstanz anzulasten ist. In der Beschwerde wird sodann auch nicht sub-
stantiiert dargelegt, aus welchen Gründen die Anhörungsdauer unzumut-
bar sein soll. Sie erschöpft sich in einem Verweis auf das Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts D-5017/2014 und pauschal auf die interne Wei-
sung des SEM, die indes keine Aussenwirkung entfaltet. Eine Verletzung
von Art. 29 Abs. 1 BV liegt mithin ebenfalls nicht vor.
4.5.5 Die Beschwerdeführenden bemängeln weiter, die Vorinstanz habe es
in Verletzung der Abklärungspflicht unterlassen, die vom Beschwerdefüh-
rer eingereichten Beweismittel zu übersetzen. Es wiege insbesondere
schwer, dass das SEM weder die entsprechenden Beweismittel übersetzt
habe, noch eine angemessene Frist zur Übersetzung durch die Beschwer-
deführenden angesetzt habe.
Diese Rüge erweist sich als unbegründet. Anlässlich der Anhörung erklärte
der Beschwerdeführer, worum es sich bei den eingereichten Beweismitteln
handelte ([...]), und erläuterte den Inhalt, wobei der an Anhörung anwe-
sende Dolmetscher die elementaren Eckpunkte wie Ausstellungsdaten
übersetzte ([...]), weshalb die Vorinstanz Kenntnis des wesentlichen Inhal-
tes hatte. Sie hat zudem sämtliche eingereichten Beweismittel im Sachver-
halt der angefochtenen Verfügung aufgenommen und diese entsprechend
ihrer Rechtserheblichkeit gewürdigt (vgl. a.a.O., S. 5, S. 9). Anzumerken
bleibt, dass die Beschwerdeführenden im Rahmen ihrer Mitwirkungspflicht
D-5114/2018
Seite 17
eine Übersetzung der Beweismittel hätten einreichen können und dazu ge-
halten gewesen wären; dies haben sie jedoch auch auf Beschwerdeebene
nicht getan.
4.5.6 Die Beschwerdeführenden rügen weiter, dass die Schilderung der
Asylgründe des Beschwerdeführers anlässlich der Anhörung klare Hin-
weise auf eine geschlechterspezifische Verfolgung ergebe und die
Vorinstanz aufgrund dieser Hinweise gehalten gewesen wäre die Anhörung
aufgrund dieser Indizien abzubrechen und den Beschwerdeführer durch
ein rein männliches Team anzuhören.
Gemäss Art. 17 Abs. 2 AsylG in Verbindung mit Art. 6 der Asylverordnung
1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) wird eine asylsuchende Per-
son von einer Person gleichen Geschlechts befragt, wenn konkrete Hin-
weise auf geschlechtsspezifische Verfolgung vorliegen. Geschlechtsspezi-
fisch ist die Verfolgung dann, wenn sie in der Form sexueller Gewalt statt-
findet oder die sexuelle Identität des Opfers treffen soll (Entscheidungen
und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK]
2003 Nr. 2 E. 5a und b). Art. 6 AsylV 1 – der bei Frauen und Männern
gleichermassen Anwendung findet – ist eine Ausgestaltung des rechtlichen
Gehörs, mithin eine Schutzvorschrift, deren Zweck es ist, dass asylsu-
chende Personen ihre Vorbringen angemessen vortragen, das heisst kon-
kret erlittene Übergriffe möglichst frei und unbeeinträchtigt von Schamge-
fühlen schildern können. Gleichzeitig dient sie dazu, die Richtigkeit der
Sachverhaltsabklärungen zu gewährleisten. Da diese Schutzvorschrift
nicht bloss ein Recht der asylsuchenden Person beinhaltet, eine solche
Befragung zu verlangen, sondern die Behörde dazu verpflichtet ist, in der
vorgesehenen Weise vorzugehen, sobald entsprechende Hinweise vorlie-
gen, ist sie von Amtes wegen anzuwenden.
Nachdem sich aufgrund der BzP des Beschwerdeführers keinerlei Hin-
weise auf eine geschlechtsspezifische Verfolgung ergaben, war die Vor-
instanz nicht verpflichtet, eine Anhörung des Beschwerdeführers durch ein
reines Männerteam anzusetzen. Die von den Beschwerdeführenden in der
Beschwerde aufgeführten Schilderungen des Beschwerdeführers „(...)‘“
sowie „(...).“, enthalten noch keine konkrete Hinweise auf eine ge-
schlechtsspezifischen Verfolgung, da diese Aussagen nicht per se auf eine
Verfolgung, welche mit sexueller Gewalt einhergeht oder die geschlechtli-
che Identität des Opfers treffen soll, schliessen lassen und es nicht an der
Vorinstanz lag, eine solche in die Aussagen des Opfers hineinzuinterpre-
tieren, zumal der Beschwerdeführer offensichtlich nicht den Eindruck
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Seite 18
machte, er habe Mühe über das angeblich Erlebte zu sprechen und sich
die angebliche Verfolgung in einem nachgeschobenen Sachverhalt (vgl. E.
6.2) abspielte. Mithin liegt keine Verletzung von Art. 17 Abs. 2 AsylG i.V.m.
Art. 6 AsylV 1 vor.
4.5.7 Die Beschwerdeführenden erblicken darin eine Verletzung des recht-
lichen Gehörs und der Begründungspflicht, dass die Vorinstanz es unter-
lassen habe zu erwähnen, dass der Beschwerdeführer tagelang gefoltert
worden sei. Diese Ausführungen erweisen sich zunächst als aktenwidrig,
da die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung sehr wohl ausgeführt
hat, dass der Beschwerdeführer angegeben habe, er sei tagelang gefoltert
worden (vgl. a.a.O. S. 3). Schliesslich ist gesamthaft festzustellen, dass die
Vorinstanz die wesentlichen Vorbringen der Beschwerdeführenden in Be-
zug auf die von ihnen geltend gemachten Asylgründe aufgeführt und in der
Begründung des Entscheides auch berücksichtigt hat. Der Umstand, dass
die Vorinstanz nach einer gesamtheitlichen Würdigung der aktenkundigen
Parteivorbringen und Beweismittel zu einem anderen Schluss als die Be-
schwerdeführenden gelangt ist, ist nicht als Verletzung des rechtlichen Ge-
hörs beziehungsweise der Begründungspflicht zu werten.
4.5.8 Soweit die Beschwerdeführenden rügen, dass es unzulässig sei,
dem Beschwerdeführer die Aussagen der Ehefrau zu Last zu legen, ist
festzuhalten, dass diese Rüge fehl geht, zumal sich der Beschwerdeführer
und die Beschwerdeführerin im selben Verfahren befunden haben und mit
einem Abgleich ihrer Vorbringen rechnen mussten.
4.5.9 Insofern die Beschwerdeführenden schliesslich in pauschaler Weise
eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes, der Begründungspflicht
sowie eine willkürliche Würdigung rügen, erweisen sich diese Rügen als
unbegründet. Die Vorinstanz würdigte im angefochtenen Entscheid ein-
lässlich die Asylgründe der Beschwerdeführenden. Angesichts der gesam-
ten Aktenlage konnte darauf verzichtet werden, weitere Abklärungen vor-
zunehmen. Auch hat die Vorinstanz in ihrer Verfügung die wesentlichen
Überlegungen genannt, von denen sie sich hat leiten lassen, und diese
somit ausreichend beziehungsweise so begründet, dass eine sachge-
rechte Anfechtung möglich war, wie die vorliegende Beschwerde zeigt. Mit
den formellen Rügen wird vielmehr die Richtigkeit der materiellen Würdi-
gung in Frage gestellt, welche jedoch mit vorliegendem Urteil bestätigt
wird.
D-5114/2018
Seite 19
4.6 Insgesamt haben sich die formellen Rügen der Beschwerdeführenden,
soweit sie die Verfügung als Ganzes beschlagen, als unbegründet erwie-
sen. Eine diesbezügliche Kassation fällt ausser Betracht.
5.
5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Sie ist glaubhaft gemacht, wenn die Be-
hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gege-
ben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Eine wesentliche Voraus-
setzung für die Glaubhaftmachung einer Verfolgung im Sinne des Asylge-
setzes ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, substantiierte, im We-
sentlichen widerspruchsfreie und konkrete Schilderung der dargelegten
Vorkommnisse. Die wahrheitsgemässe Schilderung einer tatsächlich erlit-
tenen Verfolgung ist gekennzeichnet durch Korrektheit, Originalität, hinrei-
chende Präzision und innere Übereinstimmung.
6.
6.1 Zunächst ist den Beschwerdeführenden zu Gute zu halten, dass das
Argument der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung betreffend das
abgelaufene Visum für den Iran nicht greift, da aus den Schilderungen des
Beschwerdeführers klar hervorgeht, dass er sein (...) jeweils in
R._ (Kurdistan) geladen und sich an jenen besagten Tagen im
Juli 2015 erst auf dem Weg in den Iran befunden habe ([...]). Nach einer
Gesamtwürdigung der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht den-
noch in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass es den
Beschwerdeführenden entgegen ihren Vorbringen in der Beschwerde nicht
gelungen ist, eine asylbeachtliche Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG
D-5114/2018
Seite 20
glaubhaft zu machen. Insbesondere ergibt eine Konsultation der Befra-
gungsprotokolle und der vorinstanzlichen Verfügung, dass die Vorinstanz
die Akten sorgfältig geprüft, die oben genannten Widersprüche in ihrer Ver-
fügung ausführlich und nachvollziehbar aufgezeigt und schliesslich zu
Recht festgestellt hat, dass es den Beschwerdeführenden nicht gelungen
sei, glaubhaft darzulegen, dass sie im Irak die erwähnten Probleme mit
privaten Dritten oder den dortigen Behörden gehabt hätten. Es kann, mit
Ausnahme des eingangs dieser Erwägung erwähnten Arguments, auf die
obenstehenden, vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen werden, wel-
che ansonsten weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht zu bean-
standen sind und denen sich das Gericht anschliesst.
6.2 Die Rechtsmitteleingabe stellt dem nichts Stichhaltiges entgegen und
erschöpft sich im Wesentliche vielmehr in Erklärungsversuchen und in Wie-
derholungen des bereits bekannten Sachverhalts, womit sie nicht aufzeigt,
inwiefern die vorinstanzliche Beweiswürdigung Bundesrecht verletzen oder
zu einer rechtsfehlerhaften Sachverhaltsfeststellung führen soll. Auch der
Einwand des Beschwerdeführers, anlässlich der BzP unter Druck gestan-
den und deswegen gewisse Vorbringen nicht beziehungsweise nicht voll-
ständig erwähnt zu haben, vermag an den vorgängigen Erwägungen nichts
zu ändern, da zentrale Fluchtgründe in aller Regel bereits in der BzP zu-
mindest ansatzweise genannt werden müssen (vgl. Entscheidungen und
Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1993/3
E. 3 sowie das Urteil des BVGer E-5338/2013 vom 2. Oktober 2014
E. 4.1.3). Schliesslich ist in diesem Zusammenhang insbesondere auch die
diesbezügliche Erklärung der Beschwerdeführenden, sie hätten sich kurz
halten beziehungsweise „ihr Problem in zwei Sätzen“ sagen müssen ([...]),
aktenwidrig, da dem Protokoll keine Hinweise zu entnehmen sind, dass die
Beschwerdeführenden während der BzP von der befragenden Person ge-
beten worden wären, sich kurz zu fassen, beziehungsweise auf die Anhö-
rung verwiesen worden wären. Auch wurde den Beschwerdeführenden ge-
gen Ende der BzP die Gelegenheit eingeräumt, weitere Asylgründe vorzu-
tragen, ohne dass sie davon Gebrauch gemacht hätten.
Die Schilderung des Beschwerdeführers, dass er gefangen gehalten und
gefoltert worden sei, ist umso mehr als nachgeschoben zu beurteilen, weil
der Beschwerdeführer in der BzP ausgeführt hat, H._ habe „ihn
bedroht, ihm etwas anzutun“ ([...]), was impliziert, dass das Verhalten von
H._ nicht über eine Bedrohung hinausgegangen ist. Die diesbe-
zügliche Erklärung des Beschwerdeführers in der Anhörung, er habe mit
dieser Aussage alles gemeint, was er nun in der Anhörung geschildert
D-5114/2018
Seite 21
habe, aber er habe es nicht ausführlich darlegen können, vermag nicht zu
überzeugen, zumal ihm gegen Ende der BzP die Gelegenheit gegeben
wurde, weitere Asylgründe zu schildern, und er darauf verzichtete.
Was die Bezugnahme der Beschwerdeführenden auf das Protokoll der
Hilfswerksvertretung anbelangt, ist festzuhalten, dass für die Beurteilung
der Glaubhaftigkeit und Relevanz der Vorbringen im Asylverfahren einzig
das SEM als Vorinstanz beziehungsweise das Bundesverwaltungsgericht
als Beschwerdeinstanz zuständig sind, weshalb sich weitere Ausführungen
zum eingereichten Bericht erübrigen.
6.3 Zusätzlich zu den vorinstanzlichen Erwägungen ist sodann noch auf
folgende Punkte beziehungsweise Ungereimtheiten hinzuweisen:
Was den vom Beschwerdeführer eingereichten Ladungsschein bezie-
hungsweise die von der Vorinstanz diesbezüglich angeführten Ungereimt-
heiten angeht, so ist sein Erklärungsversuch nicht nur, wie von der Vor-
instanz festgestellt, als Anpassungsversuch an den Sachverhalt zu werten,
sondern er vermag auch aus einem anderen Grund nicht zu überzeugen:
Einerseits hat der Beschwerdeführer jeglichen Hinweis darauf in der freien
Schilderung dieses Zeitraums unterlassen. Andererseits hat er sich dahin-
gehend geäussert, dass er aufgrund des angeblichen Vorfalls mit
H._ alles verloren habe ([...]) beziehungsweise das dadurch ent-
standene Problem nicht mit Geld habe lösen können, da er keines gehabt
habe ([...]). Angesichts dessen erstaunt es, dass er dann doch plötzlich
noch über die beträchtliche Summe von (...) verfügt haben will, um den
angeblichen Verlust der Ladung gegenüber der Firma zu begleichen.
Die Ausführungen des Beschwerdeführers weisen jedoch noch weitere Un-
gereimtheiten auf. So äusserte er sich in der Anhörung widersprüchlich dar-
über, wann er die Verwandten über die Vorkommnisse informiert haben will.
So schilderte er zunächst, er habe, einen Tag nachdem er wieder nach
Hause gekommen sei, den Bruder und in den nächsten Tagen die anderen
im Haus informiert ([...]), während er später ausführte, er habe „am nächs-
ten Tag“ mit seinem Bruder, Schwager und Cousin gesprochen, wobei
seine Ehefrau auch dabei gewesen sei ([...]). Neben dem von der Vo-
rinstanz festgestellten Widerspruch weisen die Aussagen des Beschwer-
deführers zu den letzten Wohnorten der Familie noch eine weitere Unge-
reimtheit auf. So gab er in der Anhörung zunächst zu Protokoll, dass er
gegen Ende 2014 das Haus der Familie in N._ gebaut habe und
zwangsmässig auch zwei bis drei Monate im T._ gelebt habe
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([...]). Wenn sich die in der Anhörung geschilderten Vorfälle Anfang Juli
2015 abgespielt haben sollen und die Familie danach noch ungefähr einen
Monat im Haus in N._ verblieben sei, geht der Ablauf unter Be-
rücksichtigung der am 7. Januar 2016 erfolgten Ausreise zeitlich nicht auf,
auch wenn berücksichtigt wird, dass der Beschwerdeführer sich noch zwei
Wochen im Quartier S._ versteckt haben will ([...]). Inkonsistente
zeitliche Schilderungen gab der Beschwerdeführer auch betreffend die bei
den Behörden getätigte Anzeige zu Protokoll. So trug er anfänglich vor,
dass sein Bruder die Anzeige beim Polizeiposten am 23. Dezember ge-
macht habe und dass der Bruder ihm am nächsten Tag mitgeteilt habe,
dass er beim Polizeiposten gewesen sei und der Richter damit einverstan-
den sei, dass die Sache abgeklärt werde. Drei bis vier Tage später habe er
den Anruf bekommen, dass sein Fahrzeug gefunden worden sei bezie-
hungsweise dass H._ verhaftet worden sei ([...]). Als er nach dem
Ausreiseentschluss gefragt wurde, erklärte der Beschwerdeführer aber,
dass sie I._ am 7. Januar 2016 verlassen hätten, dass „etwa vier
bis fünf Tage zuvor“ der Entscheid gekommen sei und er mit diesen vier
bis fünf Tagen meinte „als dieser Vorfall passierte, die Anzeige.“ ([...]). An-
gesichts des einschneidenden Erlebnisses wäre eine zeitlich konsistentere
Schilderung innerhalb derselben Anhörung zu erwarten gewesen. Auch be-
treffend die vom Beschwerdeführer eingereichten Beweismittel ergeben
sich, neben den von der Vorinstanz bereits festgestellten, weitere Unge-
reimtheiten. So führte der Beschwerdeführer diesen als Beweis dafür an,
dass er Probleme betreffend sein Fahrzeug habe, da dieses sich schon im
Iran befinde ([...]). Auf dem Haftbefehl wird jedoch unter „Art der Strafe“
der „Paragraph 443“ aufgeführt, der sich laut irakischem Strafgesetzbuch
mit dem Tatbestand des Diebstahls beschäftigt (Iraq: Penal Code [Iraq],
No. 111 of 1969, July 1969,
https://www.refworld.org/docid/452524304.html, zuletzt abgerufen am
1. April 2019). Zudem ist nicht nachvollziehbar, warum die Behörden mit
dem Haftbefehl nach N._ gekommen sein sollten, um den Be-
schwerdeführer zu verhaften, wenn auf dem Haftbefehl gegen den Be-
schwerdeführer doch bereits (...) als Domizil angegeben war. Ebenso we-
nig nachvollziehbar ist, was der Beschwerdeführer mit dem Schreiben der
Behörden ([...]) beweisen will. So führt er dieses als Beweis an, dass er
„zusätzliche Probleme“ bekommen habe, da das Fahrzeug „weiter auf sei-
nen Namen“ laufe. Das Schreiben wurde jedoch am (....) März 2015 aus-
gestellt, mithin Monate bevor die angeblichen Vorfälle passiert sein sollen.
Zudem hat der Beschwerdeführer in der BzP verneint, irgendwelche per-
sönlichen Probleme mit den Behörden gehabt zu haben ([...]).
https://www.refworld.org/docid/452524304.html
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Wenn sich zudem der gesamte Sachverhalt tatsächlich so abgespielt hätte,
wie vom Beschwerdeführer an der Anhörung geschildert, wäre zu erwarten
gewesen, dass auch die Beschwerdeführerin bereits anlässlich der BzP
über die Probleme ihres Ehemannes hätte berichten können, dass sie ja
dabei gewesen sei, als er mit der Familie über das Vorgefallene gespro-
chen habe ([...]). Auf diesen Umstand in der Anhörung hingewiesen, gab
die Beschwerdeführerin bloss eine ausweichende Antwort ([...]). Auch ihre
weiteren Aussagen vertragen sich teilweise nicht mit jenen des Beschwer-
deführers. So führte die Beschwerdeführerin in der Anhörung aus, dass ihr
Ehemann nicht mit ihr habe sprechen wollen, als er an jenem Abend end-
lich nach Hause gekommen sei ([...]), während laut den Schilderungen des
Beschwerdeführers er bereits an diesem Abend seiner Ehefrau zumindest
von den Problemen mit den Chauffeuren erzählt hat beziehungsweise da-
von, dass diese verschwunden seien ([...]). Sodann sagte die Beschwer-
deführerin aus, dass der Ehemann ihr an jenem Abend nichts von seinen
Problemen berichtet habe, am nächsten Tag nicht und am übernächsten
Tag auch nicht. Wiederum ein Tag danach sei der Bruder gekommen, mit
dem er gesprochen habe und noch ein Tag später der Cousin und ein wei-
terer Bekannter. Der Bruder sei dann auch dabei gewesen, als der Ehe-
mann nachher über alles gesprochen habe ([...]). Dies verträgt sich nicht
mit den Schilderungen des Beschwerdeführers, wonach er am nächsten
Tag seinen Bruder ([...]) oder sogar seinen Bruder, seinen Cousin, seinen
Schwager und seine Frau informiert haben will ([...]).
7.
7.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet
den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-
milie (Art. 44 AsylG).
7.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44
AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
8.
8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis
nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige aufnahmen
(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
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Seite 24
8.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf
Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinische Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum damaligen AuG vom
8. März 2002, BBl 2002 3818). Sind von einem allfälligen Wegweisungs-
vollzug Kinder betroffen, so bildet im Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung
ausserdem das Kindeswohl einen Gesichtspunkt von gewichtiger Bedeu-
tung. Dies ergibt sich nicht zuletzt aus einer völkerrechtskonformen Ausle-
gung des Art. 83 Abs. 4 AIG im Licht von Art. 3 Abs. 1 KRK. Unter dem
Aspekt des Kindeswohls sind demnach sämtliche Umstände einzubezie-
hen und zu würdigen, die im Hinblick auf eine Wegweisung wesentlich er-
scheinen. Dabei können namentlich folgende Kriterien im Rahmen einer
gesamtheitlichen Beurteilung des Kindes von Bedeutung sein: Alter, Reife,
Abhängigkeiten, Art (Nähe, Intensität, Tragfähigkeit) seiner Beziehungen,
Eigenschaften seine Bezugspersonen (insbesondere Unterstützungsbe-
reitschaft und -fähigkeit), Stand und Prognose bezüglich Entwicklung/Aus-
bildung, Grad der erfolgten Integration bei einem längeren Aufenthalt in der
Schweiz usw. (vgl. BVGE 2009/28 E. 9.3.2 367 f.).
8.3 Die Vorinstanz hat das Kindeswohl in der angefochtenen Verfügung mit
keinem Wort thematisiert, sondern beurteilte die Zumutbarkeit des Weg-
weisungsvollzugs nur hinsichtlich des Beschwerdeführers und der Be-
schwerdeführerin. Aufgrund der gänzlich fehlenden Zumutbarkeitsprüfung
betreffend die drei Kinder hat die Vorinstanz die Begründungspflicht ver-
letzt.
8.4 Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die Vorinstanz die Begründungs-
pflicht betreffend die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs unter dem
Aspekt des Kindeswohls verletzt hat. Eine Heilung dieser Verfahrensmän-
gel auf Beschwerdeebene (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.3.4 S. 676 f.) steht
schon deshalb nicht zur Debatte, weil die Vorinstanz auch in der Vernehm-
lassung darauf verzichtete, das Versäumte nachzuholen.
9.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist, so-
weit beantragt wird, die Verfügung sei im Asylpunkt aufzuheben. Die Be-
schwerde ist hingegen gutzuheissen, soweit bezogen auf den angeordne-
ten Vollzug der Wegweisung die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfü-
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gung (Dispositivziffern 4 und 5) beantragt wird, und die Sache ist diesbe-
züglich zur Neubeurteilung an das SEM zurückzuweisen. Dieses wird nach
Vornahme der gebotenen Abklärungen betreffend das Kindeswohl be-
schränkt auf den Vollzug der Wegweisung eine neue Verfügung zu erlas-
sen haben.
10.
10.1 Im Hinblick auf die Kostenliquidation ist der Ausgang des Verfahrens
als teilweises Unterliegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 Satz 2 VwVG) zu werten, wo-
bei das Bundesverwaltungsgericht nach seiner Praxis im Asylbeschwerde-
verfahren bei Konstellationen wie der vorliegenden den partiellen Misser-
folg mit der Hälfte veranschlagt. Nachdem den Beschwerdeführenden mit
Zwischenverfügung vom 18. September 2018 die unentgeltliche Rechts-
pflege gewährt wurde, sind jedoch keine Kosten aufzuerlegen.
10.2 Den Beschwerdeführenden ist – als teilweise obsiegende Partei – in
Anwendung von Art. 64 Abs. 1 VwVG eine Parteientschädigung für die
ihnen erwachsenen notwendigen Vertretungskosten zuzusprechen. Diese
ist praxisgemäss infolge des Unterliegens im Asylpunkt um die Hälfte zu
kürzen (vgl. Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i. V. m. Art. 7 Abs. 2 des Reglements
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Seitens des Rechtsvertre-
ters wurde keine Kostennote eingereicht, weshalb die Entschädigung auf-
grund der Akten festzusetzen ist (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE). Gestützt auf
die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 7 ff. VGKE) sind
den Beschwerdeführenden Fr. 700.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer-
zuschlag) als Parteientschädigung zuzusprechen. Das SEM ist anzuwei-
sen, den Beschwerdeführenden diesen Betrag zu entrichten.
(Dispositiv nächste Seite)
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