Decision ID: 427202f8-30e3-4540-b7ef-82663c781610
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 198
7
,
arbeitet
seit dem 1.
August
2019 als
Primarl
ehr
er
für das Volksschulamt Y._
(Urk.
7
/
A
1, Urk.
8
/
M2 S. 1
). In dieser Eigenschaft
ist
er bei der
AXA Versicherungen AG (nachfolgend: AXA)
gegen die Folgen von Unfäll
en ver
sichert (Urk. 7/A1).
Mit Schadenmeldung vom 1
1.
August 2020 liess er der AXA melden, dass er a
m 5
.
August
20
20
bei einem Streit mit seiner Ehefrau
im Affekt
mit dem
rechten
Fuss gegen
eine
Wand
getreten habe. Er habe sich am selben Tag wegen Fussschmerzen
in das Kantonsspital Z._
begeben, wo eine Fraktur festgestellt worden
sei
(Urk.
7/A
1
).
Am 1
4.
September 2020 machte
der Versicherte
weitere Angaben zum Hergang des Ereignisses (
Urk. 7/A
9
). Mit Schreiben vom 2
4.
September 2020 verneinte die AXA einen Anspruch auf Leistungen der obligatorischen
Unfallversicherung. Zur Begründung führte sie aus, dass es sich beim Ereignis vom 5. August 2020 rechtlich gesehen weder um einen Unfall noch um eine entschädigungspflichtige unfallähnliche Körper
schä
digung
handle (Urk. 7/A10). Nachdem
der Versicherte
mit Eingabe vom 5.
Okto
ber 2020 eine
einsprachefähige
Verfügung verlangt hatte (Urk. 7/A11, mit Begrün
dungsergänzung vom
8.
Oktober 2020, Urk. 7/A15), hielt die AXA ihre Leistungs
ablehnung am
6.
November 2020
auch verfügungsweise fest (
Urk. 7/A19
).
Die da
gegen vom Ver
sicherten am
26
. November 2020 erhoben
e
Ein
sprache (
Urk. 7/A21
) wies die
AXA
mit
Ein
spracheentscheid
vom 6. Juli 2021 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob X._
am 19. Juli 2021 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids
sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, für den Unfall vom
5.
August 2020 und dessen Folgen die vollen UVG-Leistungen zu gewähren (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 14. September 2021 Abweisung der Beschwerde (Urk. 6 S. 2, unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
7
/
A
1-
A28,
Urk.
8
/
M
1-
M2), was dem Beschwerdeführer am 16. September 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.
1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden - soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei
folgenden
im Einzelnen in Abs. 2 aufgeführten Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder
Erkrankung zurückzuführen sind:
Knochenbrüche (
lit
. a); Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskusrisse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Bandläsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h).
Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.
2
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des
Bundesgesetzes über den
Allgemeinen T
eil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.
3
1.
3
.1
Mit seiner Rechtsprechung zu
alt
Art
.
9
Abs.
2 der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) hielt das Bundesgericht fest, dass bei den
unfallähn
lichen Körperschädigungen im Vergleich zu den eigentlichen Unfällen nach
Art.
4 ATSG
einzig das Tatbestandselement der Ungewöhnlichkeit des auf den Körper ein
wirkenden äusseren Faktors
entfallen würde
(
BGE 143 V 285 E.
2.3
,
139 V 327 E. 3.1, 129 V
466 E. 3.1, 123 V 43 E. 2b
je mit Hinweisen
).
Für die Bejahung einer unfallähnlichen Körperschädigung war mithin ebenfalls erforderlich,
dass die
schädigende Einwirkung unfreiwillig erfolgt ist.
Bei einer eventual
vorsätz
lichen Schädigung verneinte das Bundesgericht das Vorliegen einer unfallähn
lichen Körperschädigung (BGE 143 V 285 E.
4.2.5)
1.
3
.2
In BGE
146 V 51
E. 8.6
erwog das Bundesgericht,
dass für die Anwendung von
Art. 6 Abs. 2 UVG
(
in der
ab
1.
Januar 2017 geltenden Fassung)
zwar kein äusserer Faktor und damit kein unfallähnliches sinnfälliges Ereignis oder eine allgemein gesteigerte Gefahrenlage im Sinne der Recht
sprechung zu
alt
Art.
9
Abs.
2 UVV
mehr vorausgesetzt
sei
. Insoweit führ
e
grundsätzlich bereits die Tat
sache, dass eine in
Art. 6 Abs. 2
lit
. a-h UVG
genannte Körperschädigung vor
liegt, nunmehr zur Vermutung, es handle sich hierbei um eine unfallähnliche
Körper
schädigung, die vom Unfallversicherer übernom
men werden muss. Indes
sen ergebe
sich aus der
in Art.
6 Abs.
2 UVG
vorgesehenen Möglichkeit des Gegen
beweises weiterhin die Notwendigkeit der Abgrenzung der vom Unfall
versicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung von der
ab
nützungs
- und erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung und damit letztlich zur Leistungspflicht des Krankenversicherers. Insoweit
sei
die Frage nach einem initialen
erinnerlichen
und benennbaren Ereignis - nicht zuletzt auch auf
grund der Bedeutung eines zeitlichen Anknüpfungspunktes (Versicherungs
deckung; Zuständigkeit des Unfallversicherers; Berechnung des versicherten Ver
dienstes; intertemporalrechtliche Fragestellungen) - auch nach der UVG-Revision relevant.
1.
4
1.
4
.1
Mit BGE 139 V 327
E. 3.3.1
erkannte
das Bundesgericht
im
Zusammenhang mit einem Fersenbeinbruch,
dass
die
vom Beschwerdeführer
empfundenen Schmer
zen nicht spontan, sondern nach heftigem Schlag der Ferse gegen den Boden
aufgetreten seien
. Dabei handle es sich um einen klar erkennbaren äus
seren Faktor. Im Übrigen erwog es
-
in Einklang mit
BGE 129 V 466 E. 4.2.2
-, ein äusserer Faktor mit erheblichem Schädigungspotenzial liege dann vor, wenn die in Frage stehende Lebensverrichtung einer mehr als physiologisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers gleich
komme. Das treffe dort zu, wo alltägliche Handlungen unkontrollierbar würden wie bei einer nicht beherrschten heftigen Bewegung im Zuge eines Wutanfalles (
«
...
comme
un
accès
de
colère
au
cours
duquel
une
personne
effectue
un
mouvement
violent
non
maîtrisé
»
).
1.
4
.2
Mit dem in
BGE 143 V 285
publizierten Entscheid hatte das Bundesgericht den Fall eine
s
Versicherten
zu beurteilen,
welche
r
aus Stress, Ärger oder Wut mit der rechten Faust in eine Wand
geschlagen
und sich dabei einen subkutanen Streck
sehnenausriss am rechten kleinen Finger
zugezogen hatte
.
Dazu
führte das Bundes
gericht
aus
, dass,
anders als beim einem Aufstampfen auf dem Boden
,
bei
einem unkontrollierten Faustschlag in die Wand ein grösseres Verletzungsrisiko
bestehe. Deshalb sei
die Frage des Eventualvorsatzes näher
zu
prüfen
(BGE 143 V 285 E.
2.4.1)
.
In jenem Urteil hielt das Bundesgericht weiter fest, dass
n
ach der Rechtsprechung ein Eventualvorsatz nicht bereits aus dem Wissen um die Möglichkeit des Schadenseintritts oder dessen Bewertung als adäquat kausale Handlungsfolge ab
geleitet werden
kö
nn
e
. Schläge der hier
zu beurteilenden
Art gegen eine Wand oder auf einen Tisch, sei es mit der Hand, der Faust oder mit dem Fuss,
würde
n
in aller Regel aus einer mehr oder weniger heftigen Gemütsbewegung heraus gleichsam eruptiv
erfolgen
, und zwar mit dem primären Ziel, Druck abzubauen
beziehungs
weise
«
Dampf abzulassen
»
. Der Widerstand in Gestalt des geschla
genen Objekts
werde
dabei gezielt gesucht. Dabei
möge
es gerade angesichts der affektiv aufgeladenen Situation mitunter vorkommen, dass die schlagende Person eine besondere Beschaffenheit oder Sit
uierung des Zielobjekts verkenne
, woraus sich Verletzungsfolgen ergeben könn
t
en, die nicht vorausgesehen wurden, ge
schweige denn gewollt waren. Dass im vorliegenden Fall
(Faustschlag gegen die Wand)
eine solche Situation vorgelegen haben könnte,
werde
trotz des Hin
weises in der Unfallmeldung, wonach der Handschlag gegen eine Kante erfolgt sei, weder von der Beschwerdegegnerin noch vom Versicherten geltend gemacht.
Ausser Frage stehe
jedoch, dass der Schlag des hier beteiligten Versicherten aus einer Gemüts
be
wegung heraus erfolgt
sei. Derlei geschehe
notwendigerweise mit Wucht und dies wenn nicht in der Absicht, so doch mit Wissen um den damit verbundenen Schmerz, der in aller Regel auch gewollt
sei
. Je nach Wucht
könne
ein solcher Schlag nicht nur schmerzhaft sein, sondern - wie im vorliegenden Fall mit dem erfolgten Strecksehnenausriss - ernsthafte Verletzungsfolgen zeitigen. Je heftiger der Schlag geführt
werde
, desto näher liege
eine solche Verletzungsfolge und umso eher
werde
sie vom Wissen der handelnden Person als mögliche Folge erfasst. Daraus
dürfe
auf den Willen geschlossen werden, wenn sich dem Handelnden der Eintritt des Erfolgs als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden
könne
.
Aufgrund der hier gegebenen Verletzungs
folge
müsse
der Versicherte seinen Schlag heftig ausgeführt haben, zumal nichts auf eine vorbestandene Schädigung hindeute und - wie soeben erwogen - auch keine besondere Beschaffenheit oder Anord
nung der Aufschlagsfläche vor
gelegen habe
. Dass er um die Möglichkeit des damit verursachten
Gesundheitsschadens nicht gewusst haben könnte,
sei
ni
cht anzunehmen. Immerhin scheine
angesichts der mitbeteiligten Affektlage fraglich, ob dies hinsichtlich der ganzen Tragweite der dabei verursachten Verletzungs- und Behandlungsfolgen der Fall gewesen war. Dessen ungeachtet
sei
der Schlag über das hinaus
gegangen
, was bei all
täglichen Formen des Sich-Abreagierens (
«
Dampfablassen
»
) noch üblich
sei
. An
gesichts der Wucht des Schlages
sei
die Verletzungswahrscheinlichkeit sehr gross
gewesen
, zumal mit Blick darauf, dass es sich beim hier betroffenen Kleinfinger um einen sehr feingliedrigen, entsprechend
empfindlichen Körperteil handle
. Da
mit
sei
das Verletzungsrisiko so nah
gewesen
, dass der Versicherte nicht mehr auf das Ausbleiben des Erfolgs
habe
vertrauen
können. Daran ändere
die affektive Gemütslage nichts. Vielmehr
sei
durch die Aggression die Faust
undosiert
und
unkontrolliert, wider jegliche Sorgfalt gegen die Wand geschlagen
worden
. Ob
wohl zurückhaltend auf Eventualvorsatz zu schliessen
sei
, lieg
e
nach dem Gesagten in Bezug auf die Schädigung ein solcher vor. In einem weiteren Schritt
gelte
es sodann klarzustellen, dass in grundsätzlicher Hinsicht mit wesentlichen Teilen des insbesondere neueren Schrifttums das in RKUV 2000 Nr. U 385 S. 267, U 228/99 Gesagte zu bestätigen
sei
, wonach die absichtliche Gesundheits
schädigung auch den Eventualvorsatz einschliesst. Denn es
sei
, auch unter dem Blickwinkel der Schadensverhütung, nicht ersichtlich, weshalb derjenige, der eine Gesundheitsschädigung in Kauf nimmt, anders behandelt werden soll als jener, der die Schädigung will. Die Folgen einer sinnlosen Gewalteinwirkung der vor
liegenden Art soll
t
en überdies nicht von der Versichertengemeinschaft getragen
werden müssen
(
BGE 143 V 285 E.
4.2.4)
.
2.
2.1
In der Schadenmeldung vom 1
1.
August 2020
hielt der Beschwerdeführer zum Hergang des Ereignisses vom
5.
August 2020 fest,
dass er (an jenem Tag) eine Auseinandersetzung mit seiner Frau gehabt habe. Er sei wütend gewesen und habe im Affekt mit dem rechten Fuss in die Wand getreten. Etwas später
habe der Fuss stark zu schmerzen begonnen und er habe nicht mehr darauf abstehen können. E
r
sei sogleich in den Notfa
ll des Kantonsspitals Z._
gegangen, wo sie den Fuss gerön
t
gt und im
Computertomogra
ph
en
untersucht und eine Fraktur festgestellt hätten. Der Fuss sei nun im
Vacoped
und er gehe an Krücken. Nächste Woche werde er zur Trauma-Besprechung aufgeboten, wo über das weitere Vorgehen und die allfällige Arbeitsunfähigkeit entschieden werde. Im Moment habe er noch kein Arbeitsunfähigkeitszeugnis und er könne auch nicht sagen, ob er arbeitsfähig sei oder nicht (
Urk.
7/A1).
2.2
Im «Formular zum Ereignis»
führte der Beschwerdeführer aus, dass am Dienstag
abend,
4.
Aug
u
st 2020, seine Grossmutter, zu der er eine sehr enge Beziehung
gehabt habe, im Altersheim verstorben sei. Am Mittwoch,
5
.
August 20
20, habe er sich am Morgen in
s Altersheim begeben, um sich von seiner Grossmutter zu verabschieden. Das sei ihm sehr schwer gefallen und er sei daraufhin emotional sehr durcheinander gewesen. Am Nachmittag desselben Tages, als er emotional immer noch völlig durcheinander gewesen sei, sei zwischen seiner Frau und ihm ein heftiger Streit ausgebrochen, wobei er im Affekt mit dem Fuss in die Wand getreten habe. Einige Minuten später habe er bemerkt, dass er mit diesem Fuss
nicht mehr habe abstehen können
, weil er stark geschmerzt habe. Er sei dann
sogle
ich ins Kantonsspital Z._
gegangen, wo sie
im
Computer
tomographen
den
Bruch festgestellt hätten (
Urk.
7/A9).
3.
Der Vergleich dieses Sachverhaltes mit dem eingangs
wiedergegeben BGE
143 V 285
zeigt
, dass das vom Beschwerdeführer beschriebene Ereignis vom
5.
August 2020 in seinen Grundzügen dem vom Bundesgericht beurteilten Faustschlag
gegen eine Wand entspricht.
Wie der vom Bundesgericht beurteilte Fausts
chlag
ging der Fusstritt des Beschwerdeführers
über das hinaus, was bei alltäglichen Formen des Sich-Abreagierens noch üblich ist
. Die
unmittelbar
nach
dem Tritt gegen die Wand vom
5.
August 2020 im
Kantonsspital Z._
festgestellte
undislozierte
intraartikuläre Fraktur des
Kahnbeins
(
Os
naviculare
, Urk. 7/A1, Urk. 8/M2 S. 1
)
zeigt eindeutig
, dass der Beschwerdeführer mit seinem
Fuss
mit einiger Wucht gegen die
Wand getreten hat.
Der Beschwerdeführer wendet dies
bezüg
lich
ein, dass die F
raktur konservativ behandelt worden sei. Dies spreche für eine relativ bescheidene V
erletzung (
Urk.
1 S. 3)
. Dem
ist
entgegen
zuhalten
, dass die zu
r Versorgung eines Knochenbruch
s gewählte
Behandlungs
methode
keine Rückschlüsse auf die physikalischen Kräfte
,
die auf den Knochen
gewirkt haben, zulässt.
Anderseits lässt d
ie Art der Verletzung (
Bruch des Kahnbeins
)
aber gerade auf eine erhebliche Krafteinwirkung und damit auf einen heftige
n
Tritt gegen die Wand schliessen,
handelt es sich doch beim Fusswurzelknochen um einen grösseren Knochen des Bewegungsapparates, der dafür geschaffen ist, grossen Belastungen standzuhalten.
D
araus, dass der Beschwerdeführer
mit
einiger
Heftigkeit
gegen die Wand getreten hat,
leitet sich wiederum ab, dass aufgrund der
Wucht des Schlages die
Ver
letz
ungs
wahr
scheinlichkeit
sehr gross
war.
Damit
war
das Verletzungsrisiko so nah, dass der
Beschwerdeführer
nicht mehr auf das Ausbleiben des Erfolgs vertrauen
konnte
.
Auch dies wird vom Beschwerdeführer bestritten. Er führt dazu aus, da
ss er einen Schuh getragen habe
, welcher seinen Fuss geschützt habe (
Urk.
1
S. 3). Bislang wurde noch nicht abgeklärt, ob
der Beschwerdeführer beim Tritt gegen die Wand vom
5.
August 2020
tatsächlich
ein Schuhwerk getragen hat, das die Füsse
zuver
lässig gegen
einen derartigen Schlag
schützt. Dies ist
aber
auch nicht nötig.
Aus anatomischen Gründen und wegen des physiologischen Bewegungsablaufs ist bei einem nicht näher geschilderten Tritt gegen eine Wand davon auszugehen, dass dieser mit den Zehen voran erfolgte und das Kahnbein
dadurch
nur mittelbar belastet wurde, weshalb
der Tritt vom
5.
August 2020 umso heftiger gewesen sein muss, wenn sich
der Beschwerdeführer
trotz des «schützen
den» Schuhs den Fuss gebrochen hat.
Und je grösser die Wucht des Fusstrittes
war, desto grösser muss das Verletzungsrisiko gewesen sei,
das
der Beschwerde
führer in Kauf
zu
nehmen
bereit war
.
Eben
so wie im
zitierten
BGE
143 V 285
ändert
d
ie un
be
stritten gebliebene (
Urk.
2 S. 5)
affektive Gemütslage
des Beschwerdeführers
(
Urk.
1 S. 5)
an der Beurteilung
nichts
.
Nach dem Gesagten hat der Beschwerdeführer eventualvorsät
zlich gehandelt. Es liegt
kein Unfall im Sinne von
Art.
4 ATSG vor
, weil die Voraussetzung der Unfreiwilligkeit der schädigenden Einwirkung nicht gegeben ist
. Aus demselben Grund liegt auch keine unfallähnliche Körperschädigung vor. Auch wenn dies im seit dem
1.
Januar 2017 gültigen
Art.
6
Abs.
2 UVG unerwähnt blieb und - soweit ersichtlich - vom Bundesgericht bislang noch entschieden wurde, besteht bei eine
m
eventualvorsätzlich herbeigeführten Knochenbruch
(Art. 6 Abs. 2
lit
. a UVG)
keine Leistung
spflicht der Unfallversicherung, denn es wäre unbillig, wenn die Unfallversicherung und die übrigen prämienzahlenden Versicherten für solche Handlungen einstehen müssten.
4.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.