Decision ID: 8e69d93a-119b-5b02-82f7-116ebf851229
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Pro Infirmis St. Gallen-Appenzell, Poststrasse 23, Postfach 1544,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Integrationsmassnahmen; berufliche Massnahmen
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Sachverhalt:
A.
A.a A._, geboren 19_, meldete sich am 13. April 2011 (wohl: 2012) auf Grund einer
Erschöpfungsdepression (Burnout) und Nackenschmerzen bei der IV-Stelle zum
Leistungsbezug an und beantragte Massnahmen für die berufliche Eingliederung (IV-
act. 1). Der Versicherte war seit 1. Februar 1999 für das B._, Kanton C._
(Arbeitgeberin), als Nachtwächter und Aufsichtsperson mit Wochenenddiensten tätig
gewesen (IV-act. 11-1f.). Seit 19. September 2011 war er krankgeschrieben und ab
30. Januar 2012 unternahm er einen therapeutischen Arbeitsversuch in der bisherigen
Tätigkeit mit einer täglichen Arbeitszeit von 17.00 bis 20.00 Uhr (IV-act. 1-7, 11-2). Dr.
med. D._, Schmerzzentrum des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG), hatte im Bericht
vom 22. Dezember 2011 einerseits einen Verdacht auf ein Burnout sowie als
Differentialdiagnose eine Erschöpfungsdepression und andererseits Nackenschmerzen
mit Ausstrahlung in den Hinterkopf und die Schultern diagnostiziert (IV-Fremdakten:
Personalamt).
A.b Gegenüber der Case Managerin und zwei Vorgesetzten gab der Versicherte am
27. April 2012 an, auf Grund der zu grossen Belastung nicht mehr als Nachtwächter
arbeiten zu können. Eine ihm im Werkhof E._ in Aussicht gestellte Hausabwartsstelle
lehnte er ab, weil diese Arbeit zu streng für seinen Rücken sei (IV-Fremdakten:
Personalamt). Im Fragebogen für Arbeitgebende vom 2. Mai 2012 wurde das
voraussichtliche Ende des Arbeitsverhältnisses auf 30. September 2012 terminiert (IV-
act. 11-2).
A.c Gemäss Triage-Protokoll vom 20. Juni 2012 beurteilte der RAD-Arzt Dr. med.
F._ den Versicherten im bisherigen Tätigkeitsbereich auf Grund der
überdurchschnittlichen Belastung in den Nachtdiensten zu 0% arbeitsfähig, in einem
adaptierten Tätigkeitsbereich ohne Heben schwerer Lasten oder Zwangshaltungen des
Nackens (Überkopfarbeiten) betrage die Arbeitsfähigkeit 100% (IV-act. 17-3).
A.d Im Rahmen der Frühintervention vereinbarten die IV-Stelle sowie ein Mitarbeiter
von G._, Umsetzungsberatung zusammen mit dem Versicherten am 16. Juli / 8.
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August 2012 die Durchführung eines Coachings im Umfang von 20 Stunden. Als Ziel
hielten die Beteiligten im Wesentlichen die berufliche Eingliederung und Begleitung des
Versicherten bei der Stellensuche in Zusammenarbeit mit dem Coach und der IV-
Eingliederungsberaterin fest (IV-act. 24). In der Mitteilung vom 10. September 2012
informierte die IV-Stelle den Versicherten, dass sie die Kosten für das Coaching
übernehme (IV-act. 28). Ebenfalls durch Mitteilung vom 10. September 2012 sprach sie
dem Versicherten im Sinne von Arbeitsvermittlung Beratung und Unterstützung bei der
Stellensuche durch die Eingliederungsverantwortliche zu (IV-act. 30).
A.e Gemäss den Protokollen aus den Coachinggesprächen von August und
September 2012 erhielt der Versicherte per 1. Oktober 2012 eine Zusage des
ehemaligen Arbeitgebers für eine Stelle als Buschauffeur im H._ mit einem 70%-
Pensum im Stundenlohn. Der Versicherte habe aus dem Zwang heraus zugesagt, eine
Anschlusslösung zu haben; er wolle dadurch primär vermeiden, ein "Arbeitsloser" zu
sein (IV-act. 38-13, vgl. auch IV-act. 38-2). Nachdem er einen Monat gearbeitet habe,
sei er jedoch müde und erschöpft wirkend zum Coachinggespräch vom 24. Oktober
2012 gekommen. Die Fahrten und Auseinandersetzungen mit den X._ würden ihm an
die Substanz gehen. Er habe berichtet, erneut unter Kopfschmerzen zu leiden; er fühle
sich unsicher und sei innerlich unruhig. Er spüre, dass er diese Arbeit nicht auf die
Länge machen könne, sehe jedoch keine Alternativen (IV-act. 38-9). Er habe das
Arbeitsverhältnis per 9. November 2012 gekündigt und sei nun bereit und willig, sich
auf offene Stellen zu bewerben (IV-act. 38-7). Gemäss dem Coaching-Protokoll vom
16. November 2012 wurde der Versicherte vom Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum
(RAV) wegen "nicht Bewerbens" für 9 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt.
Er wolle arbeiten, doch ohne Suchbemühungen und dem dazu erforderlichen
Kampfgeist finde er keine Anstellung (IV-act. 38-6). Im Schlussbericht vom 23. Januar
2013 hielt der Coach fest, die momentan andauernde Stellenlosigkeit bewirke, dass der
Versicherte zunehmend zynisch und resignativ agiere und sich seine Hilflosigkeit in ein
inadäquates Verhalten oder dunkle Wut übertrage. Da er über ein ausgesprochen
starkes Werteverständnis und feste Moralvorstellungen verfüge, sei eine ihm
sinngebende und fordernde Aufgabe mit einem wirtschaftlich vertretbaren Pensum
auch zumutbar. Nicht mehr sinnvoll seien Tätigkeiten in den Bereichen Y._ und
Sicherheitsdienste, da der Versicherte mit den Bedrohungssituationen nicht mehr
umgehen könne (IV-act. 38-1ff.)
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A.f Nach Einholung von telefonischen und schriftlichen Erkundigungen beim Hausarzt
des Versicherten Dr. med. I._ und beim behandelnden Psychiater Dr. med. J._
hatte Dr. med. im Bericht vom 26. Juni 2012 zu Handen der Pensionskasse des
Arbeitgebers als Diagnosen mit Auswirkung auf die Dienstfähigkeit eine chronische
Angststörung seit 2011 sowie als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Dienstfähigkeit
ein Cervikalsyndrom mit leichten degenerativen Veränderungen und nicht
kompressiven Diskushernien C4/5 und C5/6 seit 2011 festgehalten. Laut Auskunft des
behandelnden Psychiaters hatte weiterhin und andauernd eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit für die bisherige Tätigkeit aus medizinischen Gründen bestanden.
Eine andere psychisch nicht so belastende Tätigkeit sei ab sofort zu 100% wieder
möglich gewesen (IV-act. 39-1f.). In einer Aktenbeurteilung vom 15. Dezember 2012
hielt Dr. K._ auf Grund seiner erneuten telefonischen Erkundigung bei Dr. J._ fest,
die Beurteilung des behandelnden Psychiaters gegenüber dem Bericht von vor sechs
Monaten sei praktisch identisch ausgefallen, obwohl eine interne Wiedereingliederung
inzwischen gescheitert sei. Neu sei als Diagnose mit Auswirkung auf die Dienstfähigkeit
eine Anpassungsstörung hinzu gekommen (IV-act. 40). Gestützt auf diese
vertrauensärztlichen Abklärungen sprach die Pensionskasse dem Versicherten am 14.
Januar 2013 eine Invalidenrente, zwei Invalidenkinderrenten sowie eine Zusatzrente ab
1. Oktober 2012 zu (IV-act. 37-2f.).
A.g Gemäss Verlaufsprotokoll der Eingliederungsverantwortlichen der IV-Stelle startete
der Versicherte am 4. Februar 2013 über das RAV einen OKP-Kurs (Orientierung,
Kommunikation, Praktikum). Eine Praktikumsstelle als Chauffeur habe er jedoch nicht
gefunden. Am 16. April 2013 hielt die Eingliederungsverantwortliche fest, der
Versicherte habe gegenüber dem RAV die Zuteilung in ein Einsatzprogramm zur
Erhaltung einer Tagesstruktur und Unterstützung im Bewerbungsprozess abgelehnt (IV-
act. 42-5). In der Schlussbeurteilung vom 17. April 2013 kam die IV-
Eingliederungsverantwortliche zum Ergebnis, dass eine weitere Begleitung des
Versicherten bei der Stellensuche keinen Sinn mache und die Arbeitsvermittlung daher
abgeschlossen werde. Es fehle ihm an der spürbaren Motivation, eine Stelle finden zu
wollen. Ebenfalls würden das zur Schau getragene Leiden, die negative Haltung und
die Resignation des Versicherten jegliches Interesse eines potentiellen Arbeitgebers
verhindern (IV-act. 42-6).
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A.h RAD-Arzt Dr. F._ hielt in seiner Stellungnahme vom 2. Mai 2013 an der
Beurteilung im Triage-Protokoll vom 20. Juni 2012 fest, wonach der Versicherte (einzig)
in der bisherigen Tätigkeit als "Alleinenachtwächter" in einem Z._ zu 100%
arbeitsunfähig sei, in jeder adaptierten Tätigkeit (unter Beachtung der Gewichtslimite),
auch als Nachtwächter in einem weniger konfliktträchtigen Umfeld sei der Versicherte
voll arbeitsfähig (IV-act. 45).
A.i Mit Mitteilung vom 3. Mai 2013 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch des Ver
sicherten auf weitere berufliche Massnahmen (IV-act. 48). Ausserdem stellte sie im
Vorbescheid vom 6. Mai 2013 auch eine Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht
(IV-act. 51), was sie am 13. Juni 2013 verfügte (IV-act. 54).
A.j Gegen die Mitteilung vom 3. Mai 2013 liess der Versicherte durch die Pro Infirmis
am 27. Mai 2013 eine Stellungnahme mit dem Antrag einreichen, es seien ihm weitere
berufliche Massnahmen / Integrationsmassnahmen zuzusprechen (Arbeitsversuch,
Arbeitstraining, Arbeitsvermittlung etc.). Zur Begründung verwies der Versicherte auf
zwei Berichte seines behandelnden Psychiaters Dr. J._. Dieser hatte am 14. Mai
2013 festgehalten, dass der Versicherte zwar in einer adäquaten Tätigkeit einsatzfähig
sei, dies aber voraussetze, dass die gewählte Tätigkeit ihn nicht überfordere. Aus Sicht
des behandelnden Arztes wäre dem Versicherten dringend weitere Unterstützung wie
auch ein weiteres Coaching bei der Bewerbungstätigkeit zur Verfügung zu stellen (IV-
act. 52-8). Mit Antwortschreiben an die Pro Infirmis vom 20. Mai 2013 hatte der
Psychiater die Diagnosen eines Status nach mittelschwerer depressiver Reaktion auf
aggressives Arbeits-Umfeld im Y._ und eine depressive Anpassungsstörung bei einer
narzisstisch kränkbaren, eher überangepassten, in der Schweiz gut integrierten
Persönlichkeit mit Migrationshintergrund gestellt. Aktuell bestehe eine dysphorisch-
depressive auch resignative Grundstimmung nach lang dauernder Arbeitslosigkeit
sowie eine phobische Residualsymptomatik für die frühere Tätigkeit als Nachtwächter
im Z._ und als Shuttle-Bus Chauffeur (IV-act. 52-9ff.). Weiter machte der Versicherte
geltend, gleichentags für einen vierwöchigen Aufenthalt in die psychiatrische Klinik
einzutreten, um einer Verschlechterung seines Gesundheitszustands entgegenzuwirken
(IV-act. 52-1ff.).
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A.k RAD-Arzt Dr. F._ befand in der Stellungnahme vom 20. Juni 2013, es würden in
den Berichten von Dr. J._ keine neuen Sachverhalte zum Gesundheitsschaden
vorgebracht. Alle erwähnten Vorbehalte seien in der letzten Stellungnahme des RAD
berücksichtigt worden (IV-act. 56).
A.l Am 27. Juni 2013 verfügte die IV-Stelle eine Abweisung des Anspruchs auf beruf
liche Massnahmen. Nachdem der Versicherte bereits durch die IV-Stelle unterstützt
worden sei und er ein Coaching durch G._ zugesprochen erhalten habe, sei eine
weitere Unterstützung durch berufliche Massnahmen nicht angezeigt. Für die weitere
Unterstützung bei der Stellensuche sei das RAV zuständig (IV-act. 57).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 8. August
2013 mit dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Zusprache von
Integrationsmassnahmen beispielsweise in Form eines Arbeitstrainings. Zudem seien
ihm anschliessend je nach Stellensituation berufliche Massnahmen wie
Arbeitsvermittlung oder auch Einarbeitungszuschüsse zu gewähren; unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Als Begründung machte der Beschwerdeführer im
Wesentlichen geltend, die Aussagen des behandelnden Psychiaters würden erklären,
dass das von der Eingliederungsberaterin beschriebene Verhalten krankheitsbedingt
sei und es umso mehr seine Unterstützungsbedürftigkeit zeige. Durch Unterstützung
könne er den Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt erreichen. Zudem habe auch
der Coach im Schlussbericht festgehalten, dass er bei der schriftlichen Stellensuche
eine enge Begleitung benötige, weil er nicht über die entsprechende Erfahrung und
Fertigkeit verfüge. Sodann sei der Arbeitsversuch als Shuttle-Bus Fahrer von Anfang an
zum Scheitern verurteilt gewesen, aber dennoch habe er mit seiner Teilnahme
bewiesen, dass er motiviert sei und jede Chance nutze, um trotz seiner
Beeinträchtigung wieder in den Arbeitsprozess einsteigen zu können. Auch zeigten die
Ausführungen des Psychiaters, dass der Beschwerdeführer von einer Invalidität
bedroht und die prognostisch 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer
behinderungsangepassten Tätigkeit ohne entsprechende Unterstützung der IV nicht
verwertbar sei. Daher eigne sich vorzugsweise ein Arbeitstraining in einem Betrieb im
ersten Arbeitsmarkt im Rahmen einer Integrationsmassnahme wie zum Beispiel
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Massnahmen der sozial-beruflichen Integration. Ausserdem habe der
Einkommensvergleich in der IV-Verfügung vom 6. Mai 2013 einen IV-Grad von 18% er
geben, womit eine erhebliche Einschränkung in der Erwerbsfähigkeit vorliege. Dies be
stätige die Notwendigkeit, dass der Beschwerdeführer auf eine intensive praktische
Unterstützung durch die Invalidenversicherung angewiesen sei (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 25. September 2013 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Dies begründete sie
zusammenfassend damit, dass der Beschwerdeführer gemäss RAD nicht aus
gesundheitlichen Gründen in der Arbeitssuche eingeschränkt sei, sondern aus
psychosozialen. Daher seien Arbeitsvermittlung und folglich auch
Einarbeitungszuschüsse nicht geschuldet. Schliesslich sei eine Eingliederung bei
geeigneter Tätigkeit sofort und ohne weitere Massnahmen möglich. Das vom
Beschwerdeführer geforderte Arbeitstraining sei nicht notwendig und für die
Stellensuche sei das RAV zuständig (act. G 5).
B.c In der Replik vom 24. Oktober 2013 hielt der Beschwerdeführer an seinem Antrag
fest (act. G 9). Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet
(act. G 11).

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche
Eingliederungsmassnahmen, vorliegend insbesondere Integrationsmassnahmen und
Arbeitsvermittlung.
1.1 Nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) haben Invalide oder von einer Invalidität unmittelbar bedrohte Versicherte
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind,
die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder
herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern, und die Voraussetzungen für den
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind. Die Eingliederungsmassnahmen
bestehen in medizinischen Massnahmen, in Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung
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auf die berufliche Eingliederung, in Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung,
erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (Art. 8 Abs. 3 IVG).
1.2 Versicherte, die seit mindestens sechs Monaten zu mindestens 50%
arbeitsunfähig (im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich; Art. 6 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) sind,
haben gemäss Art. 14a Abs. 1 IVG Anspruch auf Integrationsmassnahmen zur
Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung, sofern dadurch die Voraussetzungen für
die Durchführung von Massnahmen beruflicher Art geschaffen werden können. Als
Integrationsmassnahmen gelten nach Abs. 2 gezielte, auf die berufliche Eingliederung
gerichtete Massnahmen zur sozialberuflichen Rehabilitation und
Beschäftigungsmassnahmen. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 11f. festgehalten
hat, gehe es darum, bei denjenigen Versicherten, die aktuell nicht eingliederungsfähig
seien oder deren Eingliederungsfähigkeit verloren zu gehen drohe, die
Eingliederungsfähigkeit herzustellen oder zu erhalten. Sei aber jemand in einer anderen
zumutbaren Tätigkeit arbeitsfähig, so sei er (in dieser anderen Tätigkeit) bereits
eingliederungsfähig; er brauche keine Integrationsmassnahmen mehr, um die
Eingliederungsfähigkeit herzustellen. Es gebe keinen Grund, Massnahmen zur
Ermöglichung einer beruflichen Eingliederung durchzuführen, wenn auch ohne solche
Massnahmen eine berufliche Eingliederung bereits umgesetzt werden könne. Somit
setze der Anspruch auf Integrationsmassnahmen eine Arbeitsunfähigkeit von
mindestens 50% nicht nur in der bisherigen Tätigkeit, sondern auch in einem anderen
Beruf (oder einem anderen Aufgabenbereich) voraus.
1.3 Vorliegend kam bereits Dr. K._ in den Berichten über die vertrauensärztlichen
Abklärungen vom 26. Juni und 15. Dezember 2012 zum Schluss, dass beim
Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit per sofort wieder eine volle
Arbeitsfähigkeit bestehe (IV-act. 39, 40). Im Bericht vom 20. Mai 2013 gab Dr. J._ an,
der Beschwerdeführer habe aktuell eine dysphorisch-depressive, auch resignative
Grundstimmung nach lang dauernder Arbeitslosigkeit. Für die frühere Tätigkeit als
Nachtwächter im Z._ und als Shuttle-Bus Chauffeur bestehe eine phobische
Residualsymptomatik. Sowohl er als auch der Beschwerdeführer würden davon
ausgehen, dass jede Tätigkeit, die ihn nicht mehr mit aggressiv und bedrohlich sich
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gebärdender Klientel konfrontiere, grundsätzlich zu 100% möglich sei (IV-act. 52-10f.).
Gestützt darauf befand auch RAD-Arzt Dr. F._, dass beim Beschwerdeführer eine
volle Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit vorliege. Eine sofortige Eingliederung bei
geeigneter Tätigkeit sei auf Anhieb denkbar (IV-act. 62-2).
1.4 Auf Grund dieser gleichlautenden und stimmigen ärztlichen Beurteilungen ist un
bestrittenermassen von einer vollen Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten auszu
gehen. Laut der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. Erwägung 1.2) besteht
damit kein Anspruch auf Integrationsmassnahmen, weil der Beschwerdeführer objektiv
eingliederungsfähig ist.
2.
2.1 In der Folge ist zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer ein Anspruch auf
Massnahmen beruflicher Art zusteht. Gemäss Art. 18 Abs. 1 IVG haben arbeitsunfähige
(im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich; Art. 6 ATSG) Versicherte, welche
eingliederungsfähig sind, Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines
geeigneten Arbeitsplatzes (lit. a) und begleitende Beratung im Hinblick auf die
Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (lit. b). Durch die mit der 5. IV-Revision erfolgte
Änderung des die Arbeitsvermittlung betreffenden Art. 18 IVG wurde der
anspruchsberechtigte Personenkreis von "eingliederungsfähigen invaliden
Versicherten" auf "arbeitsunfähige (Art. 6 IVG) Versicherte, welche eingliederungsfähig
sind" ausgeweitet. Die Botschaft zur 5. IV-Revision führt dazu aus, die
Anspruchsvoraussetzungen würden gegenüber dem bisherigen Art. 18 Abs. 1 IVG
offener gefasst, sodass neu jede arbeitsunfähige eingliederungsfähige Person von der
Arbeitsvermittlung profitieren könne. Neu hätten somit alle in ihrer bisherigen Tätigkeit
ganz oder teilweise arbeitsunfähigen Versicherten, die eingliederungsfähig seien,
Anspruch auf Arbeitsvermittlung durch die IV, somit auch Hilfsarbeiterinnen und
Hilfsarbeiter, die in einer angepassten Hilfstätigkeit noch voll arbeitsfähig seien (BBl
2005 4459, S. 4524). Der Bundesrat bezeichnete in der Botschaft das frühere System
in Bezug auf Arbeitsvermittlung als unzureichend. Ein Anspruch auf Arbeitsvermittlung
sei nur gegeben gewesen, wenn die versicherte Person bei der Suche einer geeigneten
Arbeitsstelle wegen ihres Gesundheitszustands Schwierigkeiten gehabt oder
invaliditätsbedingt spezielle Anforderungen an den Arbeitsplatz oder den Arbeitgeber
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gestellt habe. Die IV sei bisher nicht für andere Gründe der erschwerten Stellensuche,
wie Stellenmangel auf dem Arbeitsmarkt, eingetreten. Angesichts des angespannten
Arbeitsmarktes fänden jedoch gesundheitlich eingeschränkte Hilfskräfte nur schwer
eine neue, der Behinderung angepasste Stelle, was oft zur Aussteuerung bei der
Arbeitslosenversicherung und durch die lange Arbeitslosigkeit zu einer Verstärkung der
ursprünglichen gesundheitlichen Probleme bzw. zu zusätzlichen psychischen
Schwierigkeiten führe (vgl. BBl 2005 S. 4522). Durch die Ausweitung des Anspruchs
auf Arbeitsvermittlung der IV, welche auf die Vermittlung von gesundheitlich
eingeschränkten Personen spezialisiert ist, sollten daher die Eingliederungsinstrumente
für unqualifizierte Versicherte verbessert werden. Dazu war eine enge Zusammenarbeit
mit dem RAV vorgesehen (BBl 2005 4459, S. 4524 und 4565). Art. 18 Abs. 1 IVG wurde
vom Parlament unverändert angenommen (vgl. auch Protokoll der Nationalratssitzung
vom 21. März 2006 S. 28 sowie Protokoll der Ständeratssitzung vom 25. September
2006 S. 3, Amtliches Bulletin 05.052).
2.2 Die Beschwerdegegnerin verneint einen Anspruch auf Arbeitsvermittlung und
Einarbeitungszuschüsse, weil der Beschwerdeführer gemäss RAD nicht aus
gesundheitlichen Gründen in der Arbeitssuche beeinträchtigt sei, sondern aus
psychosozialen Gründen. Diese Begründung überzeugt nicht. Die in Art. 18 aufgestellte
Voraussetzung der Arbeitsunfähigkeit verlangt einzig eine Einschränkung in der
bisherigen Tätigkeit. Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) definiert die Arbeitsunfähigkeit als die
durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich
zumutbare Arbeit zu leisten. Dr. D._ gab im Bericht vom 22. Dezember 2011 als
Verdachtsdiagnose ein Burnout sowie als Differentialdiagnose eine
Erschöpfungsdepression und andererseits Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in den
Hinterkopf und die Schultern an (IV-Fremdakten: Personalamt). Gemäss dem Bericht
von Dr. J._ vom 20. Mai 2013 behandelte der Psychiater den Beschwerdeführer seit
23. November 2011 auf Grund einer dannzumal diagnostizierten nun aber
überwundenen mittelschweren depressiven Reaktion auf aggressives Arbeits-Umfeld
im Y._. Weiter diagnostizierte er eine depressive Anpassungsstörung bei einer
narzisstisch kränkbaren, eher überangepassten, in der Schweiz gut integrierten
Persönlichkeit mit Migrationshintergrund. Aktuell bestehe eine dysphorisch-depressive,
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resignative Grundstimmung nach lang dauernder Arbeitslosigkeit sowie eine phobische
Residualsymptomatik für die frühere Tätigkeit als Nachtwächter im Z._ sowie als
Shuttle-Bus Chauffeur. Da der Beschwerdeführer eine persistierende phobische Angst
entwickelt habe für das zunehmend schwierig gewordene Arbeitsfeld als Nachtwächter
im Z._, werde er in dieser oder einer vergleichbar konfliktbelasteten Tätigkeit nicht
mehr eingesetzt werden können (IV-act. 52-9f.). Damit ist auf Grund der weiterhin
bestehenden psychischen Beeinträchtigung die Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder
Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten, gegeben und folglich ein Anspruch auf
Arbeitsvermittlung grundsätzlich zu bejahen.
3.
3.1 Die Arbeitsvermittlung als berufliche Eingliederungsmassnahme bezweckt die
Wiederherstellung, Verbesserung, Erhaltung der Erwerbsfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 IVG).
Ein entsprechender Anspruch besteht grundsätzlich - sobald und solange die dafür
notwendigen Voraussetzungen (BGE 116 V 81 E. 6a; AHI 2003 S. 269 f. [I 421/01])
erfüllt sind - bis zur erfolgreichen Eingliederung. Vorbehalten bleibt das Prinzip der
Verhältnismässigkeit: Die Arbeitsvermittlung muss nur solange erbracht werden, als der
dafür notwendige Aufwand nicht unverhältnismässig ist (Urteil des Bundesgerichts vom
3. Oktober 2005, I 265/05, E. 3.1 mit Hinweisen).
3.2 Vorliegend ist auch die von der IV aufgeworfene Frage der Verhältnismässigkeit zu
bejahen. Dies zumal die Arbeitsvermittlung eine Massnahme ist, die keine hohen
Anforderungen stellt. So befand Dr. J._ hinsichtlich einer Notwendigkeit der
Unterstützung durch die IV, dass der Beschwerdeführer auf Grund der bereits längeren
Erfolglosigkeit nun auf tatkräftige, insbesondere praktisch-konkrete Unterstützung/
Begleitung beim Stellensuchen und in der Bewerbungs-Taktik angewiesen sei. Seine
erlebte Kränkung, das erschütterte Selbstvertrauen, der lange Unterbruch im
Erwerbsleben, die Angst vor Zahlungsunfähigkeit und der Mangel an beruflicher
Erfahrung hätten den Beschwerdeführer zutiefst verunsichert. Er brauche weiterhin ein
solides Coaching und nicht nur psychiatrisch-therapeutische Behandlung. Allerdings
gehe er davon aus, dass bei guter Wahl der geeigneten Tätigkeit, auch bei
verständigem Arbeitgeber der Wiedereinstieg (mit) einer Einführungsphase auf Anhieb
gut gelingen könne. Es hänge eben von günstigen Umständen ab, die ihm angeboten
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werden könnten. Er gehe davon aus, dass ein schrittweiser Einstieg für ein nachhaltig
besseres Gelingen empfehlenswert sei (IV-act. 52-11). Gestützt auf diese Beurteilung
des behandelnden Arztes kam auch Dr. F._ zum Schluss, dass der
Beschwerdeführer auf Hilfe bei der Wiedereingliederung angewiesen sei (IV-act. 62-2).
Dabei zielt seine Bemerkung, es würden nicht gesundheitsbedingte Faktoren (Wunsch
des Beschwerdeführers wieder im Y._ zu arbeiten, weiterhin fehlender geeigneter
Arbeitsplatz, langdauernde Arbeitsabstinenz) überwiegen (vgl. IV-act. 62-2), darauf ab,
den Anspruch auf Arbeitsvermittlung als solchen in Frage zu stellen; dieser Anspruch
ist jedoch - wie vorne dargelegt (E. 2.2) - gegeben. Aus dieser Bemerkung lässt sich
nicht ableiten, Arbeitsvermittlungsmassnahmen wären unverhältnismässig.
3.3 Im Bericht vom 17. April 2013 erachtete die IV-Eingliederungsberaterin sodann
gestützt auf die Aktenlage eine weitere Begleitung bei der Stellensuche als nicht mehr
sinnvoll (IV-act. 42-6). Insbesondere ist dem Verlaufsprotokoll vom 16. April 2013 zu
entnehmen, dass der Beschwerdeführer eine Zuteilung in ein Einsatzprogramm des
RAV abgelehnt habe, wo er Tagesstruktur sowie Unterstützung beim Bewerben
erhalten hätte (vgl. IV-act. 42-5). Gemäss der IV-Eingliederungsberaterin fehle dem
Beschwerdeführer eine spürbare Motivation zur Stellensuche. Auch würde das zur
Schau getragene Leiden, die negative Haltung und die Resignation des Versicherten
jegliches Interesse eines potentiellen Arbeitgebers verhindern (IV-act. 42-6).
3.4 Die versicherte Person hat alles ihr Zumutbare zur Verbesserung der
Erwerbsfähigkeit oder zur Erlangung von neuen Erwerbsmöglichkeiten vorzukehren. Sie
ist zur Mitwirkung verpflichtet und hat sich allen angeordneten und zumutbaren
Abklärungs- und Eingliederungsmassnahmen zu unterziehen (vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG
und Art. 28 Abs. 1 ATSG). Art. 7 Abs. 1 IVG verpflichtet die anspruchsberechtigten
Personen zusätzlich, unter Hinweis auf die Kürzungs- und Verweigerungsmöglichkeiten
gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG, die Durchführung aller Massnahmen, die zur
Eingliederung ins Erwerbsleben getroffen werden, zu erleichtern (Urteil des
Bundesgericht vom 11. August 2008, 8C_156/2008, E. 2.2.1 mit Hinweisen). Der
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen nach Art. 8 Abs. 1 IVG setzt ebenso wie
derjenige auf Arbeitsvermittlung gemäss Art. 18 Abs. 1 IVG insbesondere die subjektive
Eingliederungsbereitschaft des Versicherten voraus (vgl. Urteil vom 3. Oktober 2005,
a.a.O., E. 3.2). Jedoch erlaubt der klare Wortlaut von Art. 21 Abs. 4 ATSG selbst bei
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fehlender Eingliederungsbereitschaft der versicherten Person keine Abweichung vom
Grundsatz, dass sie vorgängig auf die Folgen ihrer Widersetzlichkeit aufmerksam
gemacht werden muss. Sinn und Zweck des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens ist
einerseits, den Versicherten nicht Folgen eines Verhaltens tragen zu lassen, über
dessen Auswirkungen er sich möglicherweise keine Rechenschaft abgelegt hat.
Anderseits soll er innerhalb der gesetzten Frist und im Wissen um die angedrohten
Folgen seine bisherige Verweigerungshaltung aufgeben können. Im Hinblick auf die
Zielsetzung der Eingliederungsmassnahmen, einen Zustand wiederherzustellen oder zu
verbessern, darf die Kürzung oder Verweigerung von Leistungen ohne Rücksicht auf
das Verhalten der versicherten Person zwingend erst dann angeordnet werden, wenn
diese gemahnt und ihr unter Bezugnahme auf das von ihr geforderte Verhalten und
Ansetzen einer angemessenen Bedenkzeit schriftlich mitgeteilt worden ist, welche
Folgen ihre Widersetzlichkeit nach sich ziehen könne (Urteil des Bundesgerichts vom
28. April 2007, I 928/06, E. 4.2 mit Hinweisen). Das gilt auch für die Einstellung einer
einmal zugesprochenen Massnahme wegen angeblich fehlender subjektiver
Eingliederungsbereitschaft (vgl. Urteil des Bundesgericht vom 11. August 2008,
8C_156/2008, E. 2.2.2 mit weiteren Hinweisen).
3.5 Ausser der im Verlaufsprotokoll vom 16. April 2013 dokumentierten Ablehnung
eines Einsatzprogrammes des RAV (vgl. Erwägung 3.3) sind den Akten keine Rügen
gegenüber dem Beschwerdeführer bezüglich einer Verletzung der Mitwirkungspflicht zu
entnehmen. Auch im Schlussbericht Coaching vom 23. Januar 2013 wurde der
Beschwerdeführer als freundliche, pflichtbewusste und für die vom Coach erhaltene
Unterstützung sehr dankbare Person beschrieben. Er sei weiterhin dabei, sich auf
Stellen im ersten Arbeitsmarkt zu bewerben. Denn er wolle und könne arbeiten (IV-act.
38-3). Somit ist auch unter diesem Aspekt nicht von einer fehlenden
Eingliederungsbereitschaft oder von fehlender Mitwirkung auszugehen, weshalb eine
Einstellung der Arbeitsvermittlung aktuell nicht zu begründen wäre.
3.6 Sollte der Beschwerdeführer im Übrigen selber eine geeignete Arbeitsstelle finden,
wäre allenfalls ein Anspruch auf Einarbeitungszuschüsse nach Art. 18b Abs. IVG zu
prüfen. Solche könnten immerhin seine Chancen, den Arbeitsplatz zu erhalten,
zusätzlich erhöhen.
4.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
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St.Galler Gerichte
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde unter Aufhebung der Verfügung vom
27. Juni 2013 teilweise gutzuheissen und die Sache an die Beschwerdegegnerin zur
Durchführung von Arbeitsvermittlungsmassnahmen zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend hat die Beschwerdegegnerin die gesamte Gerichtsgebühr zu
bezahlen.
4.3 Bei diesem Verfahrensausgang besteht ein Anspruch auf Parteientschädigung.
Der Beschwerdeführer wird durch die Pro Infirmis St. Gallen - Appenzell, handelnd
durch eine Sozialarbeiterin, vertreten. Nach Art. 10 Abs. 1 des St. Gallischen
Anwaltsgesetzes (AnwG; sGS 963.70) ist die berufsmässige Vertretung vor Gericht vom
Grundsatz her zwar dem in einem kantonalen Anwaltsregister eingetragenen
Rechtsanwalt vorbehalten. Als Ausnahme lässt Art. 12 lit. b AnwG u.a. im Rekursfall vor
Versicherungsgericht als Vertreter aber auch Vertreter von Selbsthilfe- und
gemeinnützigen Organisationen zu. Diese Voraussetzung erfüllt die Sozialarbeiterin der
Pro Infirmis. Da es sich aber nicht um eine anwaltliche Vertretung handelt, findet die
Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (sGS 963.75; abgekürzt HonO)
keine Anwendung. Ausgehend von einem mehrheitlichen Obsiegen erscheint die
Zusprache einer Parteientschädigung von pauschal Fr. 800.-- (einschliesslich
Barauslagen) angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP