Decision ID: 72600e9d-f2ee-414e-8995-df9abbc21543
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1. X._, geboren 1962, arbeitete zuletzt seit dem 29. Oktober 2001 als Serviceangestellte beim Hotel Y._, ehe sie am 13. März 2006 krankgeschrieben wurde (Urk. 8/18/7). Am 8. Dezember 2006 meldete sich die Versicherte wegen einer Diskushernie bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 8/1). Die IV-Stelle nahm medizinische und berufliche Abklärungen vor und sprach X._ mit Verfügung vom 22. Mai 2008 - ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 55 % - mit Wirkung ab 1. März 2007 eine halbe Rente zu (Urk. 8/34/1).
2. Anlässlich einer von Amtes wegen durchgeführten Rentenrevision holte die IV-Stelle den Bericht von Dr. med. Z._, Facharzt FMH für Neurologie, vom 14. Juli 2009 (Urk. 8/45) sowie den Arbeitgeberbericht des Hotel Y._ vom 13. August 2009 (Urk. 8/47) ein und liess einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug vom 27. November 2009, Urk. 8/49) erstellen. Weiter verfasste sie den Abklärungsbericht für Selbständigerwerbende vom 15. Januar 2010 (Urk. 8/76), zog den Bericht von Dr. med. A._, FMH für Allgemeinmedizin, vom 9. September 2010 (Urk. 8/57/1-6) bei und gab beim B._ ein rheumatologisch-psychiatrisches Gutachten in Auftrag, welches am 11. Februar 2011 (Urk. 8/72) respektive 6. Juni 2011 (Urk. 8/74) erstattet wurde. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Vorbescheid vom 27. Juli 2011, Urk. 8/80, und Einwand vom 14. Oktober 2011, Urk. 8/88/1-5, unter Beilage des Berichts von Dr. Z._ vom 13. September 2011 [Urk. 8/88/6-9]) hob die IV-Stelle die Rente der Versicherten mit Verfügung vom 15. November 2011 (Urk. 2) mit Wirkung per Januar 2012 auf.
3. Hiergegen erhob X._, vertreten durch Rechtsanwalt Reto Zanotelli, am 3. Januar 2012 Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom 15. November 2011 sei aufzuheben und es sei der Beschwerdeführerin auch nach dem 31. Dezember 2011 eine halbe Invalidenrente auszurichten. Ferner seien die Kosten von Fr. 1‘839.15 für die Untersuchung und den Bericht von Dr. Z._ der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin ersuchte mit Beschwerdeantwort vom 15. Februar 2012 um Abweisung der Beschwerde (Urk. 7). Die Beschwerdeführerin hielt mit Replik vom 21. Februar 2012 an ihren Anträgen fest (Urk. 11). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 14. März 2012 auf das Erstatten einer Duplik (Urk. 14), was der Beschwerdeführerin angezeigt wurde (Urk. 15).
4. Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die somatoforme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chronische körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischen Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352).
1.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349 mit Hinweisen). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3 S. 75 ff; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.4 Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352).
2.
2.1 Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Rente der Beschwerdeführerin zu Recht aufgehoben hat. Dabei stellt sich die Frage, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin oder dessen erwerbliche Auswirkungen zwischen der Rentenzusprache vom 22. Mai 2008 (Urk. 8/34) und dem Erlass der angefochtenen Verfügung vom 15. November 2011 (Urk. 2) wesentlich verändert haben oder nicht.
2.2 Bei der ursprünglichen Rentenzusprache ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit seit März 2006 (Beginn der einjährigen Wartezeit) erheblich eingeschränkt sei. Die angestammte Tätigkeit als Serviceangestellte sei ihr nicht mehr zumutbar, in einer angepassten Tätigkeit sei sie noch zu 50 % arbeitsfähig (Urk. 8/30/1). Sie stützte sich diesbezüglich auf den Bericht des C._ vom 20. Februar 2007 (Urk. 8/13) und die Berichte von Dr. Z._ vom 17. Oktober 2006 (Urk. 8/10) und 24. Januar 2007 (Urk. 8/9; Urk. 8/24/4).
2.2.1 Im erwähnten Bericht des C._ vom 20. Februar 2007 erhoben die behandelnden Ärzte gestützt auf ihre Erkenntnisse anlässlich der vom 13. März bis 1. April und vom 21. Juni bis 7. Juli 2006 erfolgten Hospitalisationen sowie der ambulatorischen Nachkontrolle vom 20. August 2006 folgende Diagnose (Urk. 8/13/2):
ein lumboradikuläres Reizsyndrom S1 links bei/mit
- Diskushernie L5/S1 mit Luxat nach kaudal (MRI Lendenwirbelsäule 14. März 2006), Mikrodiskektomie/Wurzelneurolyse S1 am 23. Juni 2006
- einem Status nach Diskushernien-Operation 1997 (Mikrodiskektomie L5/S1 links, Kantonsspital D._)
Wegen der immobilisierenden Schmerzen sei die Beschwerdeführerin seit dem 11. März 2006 zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 8/13/3). Für eine aktuelle Beurteilung verwiesen sie auf den Hausarzt.
2.2.2 Dr. Z._ diagnostizierte in seinem an Prof. Dr. med. E._, FMH für Neurochirurgie, gerichteten Bericht vom 17. Oktober 2006 einen Status nach einem Sturz im März 2006 und einen Status nach starkem Niesen eine Woche später, mit Entwicklung einer luxierten Diskushernie L5/S1 links im Bereich einer bereits operierten Etage vor zehn Jahren, jetzt Status nach Operation mit neuropathischem Schmerzsyndrom (Urk. 8/10/2). Im Bericht vom 24. Januar 2007 erklärte Dr. Z._, in der ursprünglichen Tätigkeit im Service sei die Beschwerdeführerin nicht mehr arbeitsfähig. In Frage komme noch eine Tätigkeit im Bereich Kontrolle oder als Gouvernante, zunächst zwei Stunden vormittags, evtl. zwei Stunden nachmittags (Urk. 8/9/1).
2.3 Anlässlich des vorliegenden Revisionsverfahrens äusserten sich die beteiligten Ärzte wie folgt:
2.3.1 Dr. Z._ gab in seinem Bericht vom 14. Juli 2009 an, dass ein chronifizierter Krankheitsverlauf mit Rücken- und Nackenbeschwerden vorliege. Seit ca. vier Wochen bestehe eine Exacerbation der Lumboischialgie links mit lumbalen Schmerzen und einem Schwächegefühl im linken Bein sowie Schwierigkeiten beim Laufen und Ein-/Aussteigen aus Bus und Tram (Urk. 8/45).
2.3.2 Dr. A._ nannte in seinem Bericht vom 9. September 2010 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumboradikuläres Syndrom, einen Status nach zweimaliger Diskushernienoperation (1997 und Unfall 2006) und passagerer Beinparese links. Die Beschwerdeführerin sei in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Kellnerin seit dem 7. Juni 2007 bis auf Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig. Auch einer angepassten Tätigkeit könne sie nicht nachgehen, da sie nicht länger als eine halbe Stunde sitzen oder stehen könne. Rotationen und Bücken seien ebenfalls nicht möglich (Urk. 8/57/1-6).
2.3.3 Die B._-Gutachter stellten in ihrer rheumatologisch-psychiatrischen Expertise vom 6. Juni 2011, die auch eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin umfasste, folgende Diagnosen (Urk. 8/74/6):
(1) ein chronisches zerviko- und lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit Ausstrahlungen in das linke Bein mit/bei
- Kopfprotraktion, abgeflachter BWS-Kyphose
- einem Status nach zweimaliger Diskushernienoperation L5/S1 1997 und 2006, residuell abgeschwächtem Achillesehnenreflex
aktuell keine Hinweise für eine manifeste radikuläre Reiz- oder sensomotorische Ausfallsymptomatik
(2) Zeichen eines dysfunktionalen Schmerz- und Krankheitsverhaltens, in geringgradigem Ausmass
(3) eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
(4) ein Status nach Depression nach dem Unfalltod ihres Sohnes im Oktober 2000
In der interdisziplinären Beurteilung kamen die B._-Gutachter zum Schluss, die aktuelle Tätigkeit als Inhaberin einer Boutique für Kleider, Schmuck und Accessoires entspreche gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin einer körperlich leichten Tätigkeit. Auch als Serviceangestellte sei sie sowohl aus somatischer als auch aus psychiatrischer Sicht arbeitsfähig. Aufgrund der Befundlage seien ihr diese Tätigkeiten seit dem 11. März 2007 in vollem Arbeitspensum zumutbar. Für eine körperlich leichte Tätigkeit bestehe unter Berücksichtigung der nachfolgend aufgeführten Limiten ebenfalls eine volle Arbeitsfähigkeit seit dem 11. März 2007: Heben vom Boden zur Taillenhöhe maximal/selten mindestens 10 kg (gezeigte Leistung bei manchmal), wahrscheinlich bis 12,5 kg; Heben von Taillen- zu Kopfhöhe maximal/selten 7,5 kg; Heben horizontal maximal/selten mindestens 7,5 kg (gezeigte Leistung bei oft), wahrscheinlich bis 15 kg Tragen rechte Hand maximal/selten mindestens 7,5 kg (gezeigte Leistung bei oft), wahrscheinlich bis 10 kg; Tragen linke Hand maximal/selten mindestens 7,5 kg (gezeigte Leistung bei manchmal), wahrscheinlich bis 10 kg (Urk. 8/74/7-8).
2.3.4 Dr. Z._ hielt in seinem Bericht vom 13. September 2011 einen Status nach Diskushernienoperationen lumbosakral 1997 und 2006, mit postoperativen neuropathischen Schmerzen, bei Wurzelvernarbungen fest. Das Krankheitsbild sei chronifiziert. Zum psychiatrischen Gutachten der Klinik F._ vom 11. Februar 2011 und zum B._-Gutachten vom 6. Juni 2011 erklärte Dr. Z._, dass für die Beschwerden mit Lumboischialgie links ein somatisches Korrelat im CT vorliege, sowohl früher als auch aktuell. Auch würden sklerotische Veränderungen im Bereich der ISG mit sektorieller Aufhebung vom Gelenkspalt bestehen. Sodann sei die neuropathische Schmerzkomponente nicht berücksichtigt worden. Die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung sei bei den vorhandenen organischen Grundlagen nicht vertretbar, auch wenn die Beschwerdeführerin durch ihre lange Krankheit als Reaktion depressive Züge zeige. Auch bei den nachvollziehbaren und bekannten Schmerzen könne bei der EFL-Testung nicht einfach eine Selbstlimitierung angenommen werden, wenn die Beschwerdeführerin tatsächlich Schmerzen habe. Wegen der neuropathischen Schmerzen habe Prof. E._ ihr früher das Medikament Lyrica verschrieben. Die medizinischen Grundlagen bei der Zusprechung der Rente und heute seien die gleichen geblieben (Urk. 8/88/7-8).
3.
3.1
3.1.1 Dr. med. G._, FMH Innere Medizin/Rheumatologie, und Dr. med. H._, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation/Rheumatologie, haben im rheumatologischen B._-Fachgutachten vom 6. Juni 2011 detaillierte und nachvollziehbare Befunde und Diagnosen erhoben. Ihr Gutachten basiert auf einer fachärztlichen Untersuchung einschliesslich einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit und wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben. Die beiden Gutachter haben die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt. Die medizinischen Zustände und Zusammenhänge haben sie einleuchtend dargelegt (Urk. 8/74/2-9).
3.1.2 Die B._-Rheumatologen nannten als Diagnose insbesondere ein chronisches zerviko- und lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit Ausstrahlungen in das linke Bein (Urk 7/74/6). Die vonseiten des C._ am 20. Februar 2007 gestellte Diagnose eines lumboradikulären Reizsyndroms S1 links (Urk. 8/13/2), welche der Rentenzusprache vom 22. Mai 2008 im Wesentlichen zugrunde lag, konnten sie nicht (mehr) bestätigen. Sie erklärten, dass es aktuell keine Hinweise für eine manifeste radikuläre Reiz- oder sensomotorische Ausfallsymptomatik gebe. In Bezug auf den Status nach der radikulären Symptomatik hätten sie persistierend noch einen abgeschwächten Achillesehnenreflex linksseitig gefunden. Die diffuse und nicht dermatombezogene Sensibilitätsminderung des gesamten linken Beines, die verminderte Kraft bei Fusssenkung und -hebung und der höchstens endphasig positive Lasègue seien bei negativem Slump weniger Ausdruck einer aktuellen radikulären Reiz- oder sensomotorischen Ausfallsymptomatik (Urk. 8/74/6). Diese Ausführungen sind schlüssig und nachvollziehbar. So erhoben die behandelnden Ärzte des C._ als auch Dr. Z._ noch ein ausgeprägtes Schonhinken links, mässige schmerzhafte Bewegungseinschränkungen der LWS in allen Ebenen mit Finger-Boden-Abstand von 40 bzw. 50 cm, segmentale, sehr schmerzhafte Palpation LWK (Lendenwirbelkörper) 5 und LWK 4 und einen positiven Lasègue bei 70° bzw. 30° links (Urk. 8/13/3; Urk. 8/10/2).
3.1.3 Weiter gaben die B._-Rheumatologen an, aufgrund der postoperativen MRI- und CT-Untersuchungen der Lendenwirbelsäule würden keine Hinweise für eine Rezidivhernie bestehen. Die von Dr. Z._ beschriebene partielle Syndesmose der ISG erscheine angesichts der Tatsache, dass eine zuvor erfolgte MRI-Untersuchung (C._) keine Hinweise für aktive oder chronische Veränderungen gezeigt habe, unklar. Auch unter Berücksichtigung der Klinik sei eine Spondylarthritis wenig wahrscheinlich (Urk. 8/74/6). Der Einwand Dr. Z._s, die neuropathische Schmerzkomponente sei vorliegend nicht berücksichtigt worden, geht ebenfalls fehl (Urk. 8/88/8). Die B._-Rheumatologen haben im Rahmen der ausführlichen Anamnese auch die von Prof. E._ geäusserte Vermutung, aufgrund der erfolgreichen Behandlung mit dem Medikament Lyrica könnte ein neuropathischer Schmerzanteil vorliegen, erwähnt (Urk. 8/74/2). Bei ihrer sorgfältigen Untersuchung konnten sie dann aber offensichtlich keine neuropathischen Schmerzen feststellen. Dr. Z._ hatte im Übrigen - so wie Prof. E._ im späteren Verlauf (Urk. 8/11/9) - in seinem Bericht vom 24. Januar 2007 erklärt, dass das erwähnte Lyrica der Beschwerdeführerin trotz einer 500 mg-Dosierung nicht viel nütze (Urk. 8/9/1).
3.1.4 Betreffend die Belastungstests führten die B._-Rheumatologen aus, dass die Beschwerdeführerin einige Selbstlimitierungen, zeitweilig ein auffällig langsames Bewegungsverhalten mit wiederholten Schmerzäusserungen und entsprechender Mimik/Gestik gezeigt habe. Dies weise unter Berücksichtigung der tiefen Selbsteinschätzung der Leistungsfähigkeit auf ein dysfunktionales Schmerz- und Krankheitsverhalten hin (Urk. 8/74/6). Die Belastbarkeit der Beschwerdeführerin liege im Minimum im Bereich einer leichten Tätigkeit. Die aktuelle Tätigkeit als Inhaberin einer Boutique für Kleider, Schmuck und Accessoires sei gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin selbst als körperlich leicht einzustufen und zumutbar. Auch die Tätigkeit als Serviceangestellte sei ihr aus somatischer Sicht zuzumuten (Urk. 8/74/7). Angesichts der überzeugenden Darlegungen der B._-Rheumatologen und der vorliegenden Testresultate (Urk. 8/74/10-19) erscheint diese Einschätzung ohne Weiteres nachvollziehbar.
3.1.5 Dr. A._ hat in seinem Bericht vom 9. September 2010 sodann nicht plausibel begründet, weshalb die Beschwerdeführerin seit dem 7. Juni 2007 in ihrer angestammten und auch in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig sein soll (Urk. 8/57/1-6). Zudem darf und soll das Gericht in Bezug auf Berichte von Hausärzten der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten und Patientinnen aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc).
3.1.6 Es ist somit festzuhalten, dass das rheumatologische B._-Fachgutachten vom 6. Juni 2011 eine zuverlässige Beurteilungsgrundlage darstellt. Aus somatischer Sicht liegt eine wesentliche Änderung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin vor. Daran vermag auch die Rückdatierung der vollen Arbeitsfähigkeit auf den 11. März 2007 nichts zu ändern. Denn wie unter E. 3.1.2 dargelegt, haben die B._-Gutachter hinreichend begründet, inwiefern seit der letztmaligen Beurteilung mit Befunderhebungen eine wesentliche Änderung des Gesundheitszustands eingetreten ist.
3.2
3.2.1 Auch Dr. med. I._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH und Chefarzt der Klinik F._, hat in seinem psychiatrischen Fachgutachten vom 11. Februar 2011 detaillierte Befunde sowie eine nachvollziehbare Diagnose erhoben. Sein Gutachten basiert auf einer fachärztlichen Untersuchung und wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben. Dr. I._ hat die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt.
3.2.2 In seiner psychiatrischen Beurteilung erklärte Dr. I._, die Beschwerdeführerin habe am 1. Oktober 2001 nach einem schweren Autounfall ihren einzigen Sohn verloren, und im Rahmen der akuten Belastungs- sowie prolongierten Trauerreaktion sei es zur Entwicklung einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion gekommen. Deshalb sei die Beschwerdeführerin gesprächspsychotherapeutisch und psychopharmakologisch behandelt worden. Nach einem Jahr sei es zur Remission der depressiven Symptomatik gekommen, und sie habe wieder voll arbeiten können. Die Beschwerdeführerin habe den Verlust ihres Sohnes aber nie richtig verarbeiten können, was auch während der vorliegenden Untersuchung aufgefallen sei. Aufgrund der anamnestischen Angaben habe sie im August 2006 eine Rückenoperation gehabt, wobei es nie zur vollständigen Schmerzrückbildung gekommen sei. Bei doch unausreichenden somatischen Befunden und erheblichen bewussten und unbewussten seelischen Belastungen könne der Beschwerdeführerin daher die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung gestellt werden. Eine schwerwiegende psychische Komorbidität, weitere schwere körperliche Begleiterkrankungen, ein ausgewiesener sozialer Rückzug, ein primärer Krankheitsgewinn sowie unbefriedigende Behandlungsergebnisse trotz konsequenter Therapie seien bei ihr allerdings nicht festzustellen. Deshalb könne der Beschwerdeführerin trotz der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht attestiert werden. Für die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht würden auch die weitgehend erhaltenen psychokognitiven Funktionen (Gedächtnisfunktion, Konzentrations-, Merkfähigkeit, Auffassungsvermögen, Gedankenfluss, geistige Flexibilität, Antrieb und Psychomotorik) sprechen. Aus psychiatrischer Sicht sei sie demzufolge seit dem 11. März 2007 (Zeitpunkt der Berentung) nie über längere Zeit arbeitsunfähig gewesen (Urk. 8/72/5-6). Diese Schlussfolgerung von Dr. I._ ist gestützt auf die von ihm genannten unauffälligen Befunde und unter Einbezug seiner Erläuterungen ohne Weiteres nachvollziehbar. Sein psychiatrisches Fachgutachten bildet demnach ebenfalls eine zuverlässige Beurteilungsgrundlage. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass bereits Prof. E._ in seinem Bericht vom 14. Dezember 2006 (Urk. 8/5/1) und Hausarzt Dr. med. J._, FMH für Allgemeine Medizin, in seinem Bericht vom 27. Januar 2007 (Urk. 8/11/5) bei der Beschwerdeführerin eine somatoforme Schmerzverarbeitungsstörung diagnostiziert hatten.
3.2.3 Der Argumentation von Dr. med. K._, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD), wonach sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin auch aus psychiatrischer Sicht verbessert hat, zumal im Rahmen der Rentenzusprache eine somatoforme Schmerzverarbeitungsstörung und eine Depression als relevant angesehen worden seien, kann nicht gefolgt werden (Urk. 8/90/2). Im damaligen Verfahren wurde keine psychiatrische Untersuchung durchgeführt. Die von Dr. K._ zitierten Ärzte Prof. E._ (Urk. 8/5/3) und Dr. J._ (Urk. 8/11/5) diagnostizierten zwar - wie erwähnt - unter anderem eine somatoforme Schmerzverarbeitungsstörung, äusserten sich aber beide nicht zur Frage deren Überwindbarkeit mit einer zumutbaren Willensanstrengung (vgl. E. 1.2). Dr. Z._ bemerkte lediglich am Rande, dass die Depressionen der Beschwerdeführerin angesichts ihrer Situation stärker werden könnten (Urk. 8/9/1).
3.3 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass vorliegend eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht eingetreten ist. Da ihr die angestammte Tätigkeit als Serviceangestellte sowie eine angepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar sind, besteht keine Erwerbseinbusse mehr. Die Beschwerdegegnerin hat die Rente der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 15. November 2011 (Urk. 2) deshalb zu Recht aufgehoben. Diesbezüglich ist die Beschwerde abzuweisen.
4.
4.1 Art. 45 Abs. 1 ATSG sieht vor, dass der Versicherungsträger die Kosten der Abklärung übernimmt, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeordnet, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden (vgl. auch Art. 78 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]).
4.2 Die Untersuchung der Beschwerdeführerin, deren Ergebnisse Dr. Z._ im Bericht vom 13. September 2011 festhielt, wurde nicht von der Beschwerdegegnerin angeordnet (Urk. 8/88/6-9). Zudem erwies sich diese Untersuchung bzw. dieser Bericht für die Beurteilung des Anspruchs der Beschwerdeführerin nicht als unerlässlich. Wie unter E. 3.1 erörtert, wurden der somatische Gesundheitszustand und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit im überzeugenden rheumatologischen B._-Fachgutachten vom 6. Juni 2011 hinreichend abgeklärt (Urk. 8/24/2-9). Die Beschwerdegegnerin kann demnach nicht verpflichtet werden, die Kosten dieses Berichtes zu übernehmen. Die Beschwerde ist daher auch in diesem Punkt abzuweisen.
5. Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.