Decision ID: ecdac305-e922-4c3c-87a7-61615654a78c
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1979,
hat in Ungarn Wirtschaftswissenschaften studiert und gemäss eigenen Angaben
ihren Masterabschluss
im Jahr 2001
erlangt
. In der Folge
arbeitete
sie
zuerst einige Monate in
Ö
sterreich im Reinigungs- und
Hotel
leriebereich
. Danach kehrte sie nach Ungarn zurück und war dort in verschie
de
nen Bars im Service tätig
.
Im Dezember 2004 heiratete sie ihren Ehemann und zog zu ihm in die Schweiz, wo sie
fortan
mit einem Pensum
von 10-20 % admi
nistrativen Aufgaben sowie Beschäftigungen in der
Kinderb
etreuung
und der
Krankenpflege
nachging (Urk. 12/93/11). Im Jahr 2008 absolvierte sie an der
Schule
Y._
eine Ausbildung zur diplomierten Fitness-Trainerin (Urk. 12/7/2).
Ab
dem Jahr 2009
arbeitete sie als Fitness-Instruktorin
und hatte teilweise auch noch andere Arbeitseinsätze als Hostess
- oder Service
mitarbeiterin für eine Catering
- und Promotions
firma, wobei ihr Arbeitspensum
insgesamt
20-
40 %
betrug
(Urk. 12/21, Urk. 12/70/2).
Die Versi
cherte wurde
sodann
im Jahr 2011 Mutter einer Tochter (Urk. 12/70/1).
Im Juni 2015 erlangte sie
im Rahmen eines
Fernstudiums
ausserdem einen Doktortitel
in
Management
und
Betriebswirtschaft
an der
Universität Z._
in Ungarn
(Urk. 12/7/1)
. Zuletzt arbeitete die Versicherte
ab
dem 1. Juli 2014 als Fitness
-I
nstruktorin, Rezeptionistin und Bistrot-Mitarbeiterin bei der
A._
mit einem Pensum von 8.59 Stunden pro Woche (Urk. 12/33/1 f.).
1.2
Im Februar 2016 unterzog sich die Versicherte in Ungarn einer Lasertherapie zur E
ntfernung von
zwei
plantaren Dornwarzen
(
Urk.
12/23/5)
. Nach dieser Therapie traten starke Schmerzen auf (Urk.
12/19/10, Urk.
12/30/5, Urk.
12/92/15)
, was zu
Arbeitsunfähigkeiten führte (
vgl. etwa
Urk.
12/6/1-3, Urk.
12/19/3, Urk.
12/19/
6-
8)
. Sie bezog Krankentaggelder (Urk. 12/19/3
, Urk. 12/19/8
). Der Arbeitgeber löste
das Arbeitsverhältnis mit der Versicherten
aufgrund von Umstrukturierungen am 17. Mai
per
30. Juni 2016
auf
(Urk. 12/27, Urk. 12/70/2).
1.3
Am
11. August 2016 (Eingangsdatum, vgl. Aktenverzeichnis zu Urk. 12/8)
mel
dete sich die Versicherte unter Hinweis auf
die
Laserbehandlung an den Fusssohlen
im Februar 2016
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 12/8/6 f.). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und zog Akten der Kranken
taggeldversicherung bei (Urk. 12/19, Urk. 12/42). Am 10. November 2016 teilte sie der Versicherten mit, die beruflichen Massnahmen in Form
einer
Arbeitsver
mittlung würden abgeschlossen, da
sie
durch das RAV bei der Stellensuche unter
stützt werde (Urk. 12/37/1). D
er
Krankentaggeldversicher
er
stellte
seine
Leistun
gen nach
erfolgter
versicherungsmedizinischer Untersuchung
der Versicherten
per 30. November 2016 ein (Urk. 12/55).
Im
Mai 2018 nahm die Versicherte eine selbständige Tätigkeit als Fitness
-I
nstruktorin auf (Urk. 12/70/2)
.
D
ie IV-Stelle
holte weitere ärztliche Berichte ein und führte am 26. Februar 2019
eine Haushaltsabklärung durch (Abklärungsbericht vom 6. März 2019, Urk. 12
/70). Gestützt darauf qualifizierte sie die Versicherte als zu 40 % im Erwerbsbereich und zu 60 % im Haushalt tätig (Urk. 12/71/
8
).
M
it Vorbescheid vom 10. April 2019
kündig
te sie der Versicherten
die Abweisung des Leistungsbegehrens
an
(Urk. 12/72). Dagegen erhob diese am 7. Mai 2019 Einwand und
verlangte
weitere medizinische Abklärungen (Urk. 12/74/1).
Die IV-Stelle liess die Versicherte daraufhin durch Dr. med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medi
zin sowie Rheumatologie
,
und Dipl.
Arzt
C._
, Facharzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie, rheumatologisch-psychiatrisch begutachten (Gut
ach
ten vom 9. beziehungsweise 10. Januar 2020, Urk. 12/92
-93
). Am 19. März
2020 nahm die Versicherte zu den ergänzenden Sachverhaltsabklärungen Stel
l
ung und reichte am 13. Mai 2020 den Austrittsbericht über
ihren
stationären Aufent
halt im Sanatorium
D._
vom 26. März bis 6. Mai 2020 ein (Urk. 12/96, Urk. 12/
99-
10
0
). Mit neuem Vorbescheid vom 25. Juni 2020
informierte
die IV-Stelle d
ie
Versicherte abermals
über die beabsichtigte
Abweisung des Leistungs
begehrens (Urk. 12/104). Dagegen erhob die Versicherte am 1. Juli 2020 wiede
rum
Einwand (Urk. 12/105). Am 7. Juli 2020 verfügte die IV-Stelle im ange
kündig
ten Sinne und verneinte
in Anwendung der gemischten Methode
einen Rentenan
spruch bei einem Gesamtinvaliditätsgrad von 8 % (Urk. 12/107 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 24. Juli 2020 Beschwerde und beantragte, es sei ihr mit Wirkung ab dem 1. Februar 2017 eine ganze Invalidenrente zuzu
sprechen. Ferner ersuchte sie um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung sowie Rechtsvertretung (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Be
schwerdeantwort vom 9. Oktober 2020 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 11). Dies wurde der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 12. Oktober 2020 zur Kenntnis gebracht
;
antragsgemäss
wurde
ihr sodann
die unentgeltliche Prozess
führung bewilligt und Rechtsanwalt Dr. iur. Markus Krapf als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt (Urk. 13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
m
enden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente,
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.
5
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Inva
lidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgaben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültig
gewesenen
Gerichts- und Verwaltungs
praxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125 V 146; vgl.
Art.
27 und 27
bis
der Verordnung über die Invalidenver
si
cherung
[
IVV
]
in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Über
gangs
bestimmung zur Änderung der IVV, in Kraft seit
1.
Januar 2018) wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invalidität bestimmt sich in der Folge dadurch,
dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betäti
gungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss be
rück
sichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teiler
werbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvalidität ergibt sich aus der Addie
rung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
(BGE
131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
1.
6
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbstä
tigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (
Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätig
keit richtet sich nach
Art.
16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäfti
gungs
grads,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. b IVV). Für die Berechnung des Inva
liditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozen
tuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im
Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wä
re, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäftigungsgrad nach Absatz 3 lit. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (
Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
1.
7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung, aus dem Gut
achten von Dr.
B._
sowie Dipl. Arzt
C._
gehe hervor, dass
die Be
schwerdeführerin
seit 18. Februar 2016 (Beginn der einjährigen Wartefrist) aus rheumatologischer Sicht in ihrer Tätigkeit als Fitness
-I
nstruktorin eingeschränkt
sei. Ab Januar 2017 sei ihr eine angepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar. Sie übe ihre angestammte Tätigkeit trotzdem nach wie vor an zirka 10 Stunden pro Woche aus. Die psychischen Einschränkungen seien allesamt auf psychosoziale Belastungsfaktoren zurückzuführen, wie beispielsweise Konflikte mit der ehema
ligen Arbeitgeberin, die kranke Tochter, die fehlende Unterstützung des Ehe
mannes im Haushalt sowie Eheprobleme.
Die Abklärung im Haushalt habe ergeben, dass die Beschwerdeführerin zu 40 % im Erwerb und zu 60 % im Haus
halt tätig wäre. Es gebe keine Hinweise, dass sie auch nur annähernd das Ein
kommen
(als Ökonomin von
Fr.
150'000.--;
Urk.
12/74/2)
gemäss ihrem Einwand vom 7. Mai 2019 erwirtschaften würde. Sie habe nie auf diesem Beruf gearbeitet und es sei fraglich, ob der Abschluss in der Schweiz anerkannt würde. Der durchgeführte Einkommensvergleich ergebe einen Gesamtinvaliditätsgrad von 8 %. Es bestehe somit kein Anspruch auf eine Rente (Urk. 2 S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
auf die im Haushaltsabklärungsbericht
vorgenommene Qualifikation
könne nicht abge
stellt werden. Sie habe schon immer nur reduziert gearbeite
t
(
Urk.
1 S. 4)
; i
hr tiefes Arbeitspensum beruhe auf ihrer gesundheitlichen Situation. Weder die Heirat noch die Geburt ihrer Tochter hätten etwas am Arbeitspensum geändert (Urk. 1 S. 5). Sie sei
als
Vollerwerbstätige zu qualifizieren, denn bei Gesundheit müss
t
e sie allein aufgrund der finanziellen Situation
in
ein
em
volle
n
Pensum
arbeiten, um die Familie zu ernähren. Der Gutachter erteile der These der Beschwer
degegnerin, es lägen nur psychosoziale Belastungsfaktoren vor, eine klare Absage (Urk. 1 S. 6). Die Beurteilung des Gutachters, wonach eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von 40 % vorliege, s
ei nachvollziehbar
. Sie habe einen Uni
versitätsabschluss in Ökonomie.
In einer solchen T
ätigkeit bestehe keine Arbeits
fähigkeit.
Gemäss statistischem Lohnrechner würde sie als Ökonomin mindestens Fr. 139'680.-- pro Jahr verdienen
(Urk. 1 S. 7).
Als behinderungsangepasste Tätigkeit
en
kämen
lediglich
jene
als Fitness-Instruktorin oder
Ähnliches
in Frage. Bei einem 60%igen Pensum könne sie
so
Fr. 39’000.--
verdienen. Es resultiere ein Invaliditätsgrad von 72 % und sie habe Anspruch auf eine ganze Rente ab 1. Februar 2017 (Urk. 1 S. 8).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort ergänzte die Beschwerdegegnerin mit Bezug auf das Valideneinkommen, die Beschwerdeführerin habe das Studium auf Druck ihrer Mutter aufgenommen. Sie selbst habe nie im Wirtschafts
-
, sondern schon immer im Fitness
bereich
tätig sein wollen. Es sei insofern und auch mit Blick auf die Erwerbsbiographie nicht überwiegend wahrscheinlich, dass sie bei guter Gesund
heit ein Einkommen als Ökonomin erwirtschaften würde (Urk. 11).
2.4
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat.
3.
3.1
Der nach der Laserbehandlung des Fusses erstbehandelnde
Dr.
med.
E._
bescheinigte
gegenüber dem Krankentaggeldversicherer
wegen
der
anhaltende
n
Schmerzen
der Beschwerdeführerin
eine Arbeitsunfähigkeit von 50
% ab
7.
März 2016, bezogen auf das ausgeübte Teilzeitpensum (
Urk.
12/42/3-4).
Mit Bericht vom 31. Mai 2016
führte
Dr. med.
F._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie,
aus,
im Februar 2016 habe eine Laserbehandlung der plantaren
Clavi
(Hühneraugen)
stattgefunden. Nach der Behandlung sei es zur Bildung von
einer
etwa
einen
Zentimeter
tiefen
Ulcera
(Geschwür)
gekommen
,
mit sehr starken Schmerzen und seither immer noch reduzierter Belastbarkeit trotz Besserung der Situation. Die Beschwerdeführerin arbeite zurzeit 50 % als Fitness
-T
rainerin. Auslöser der ursprünglichen
Clavusbildung
sei sicher ein soge
nannter Lasttransfer
aufgrund des
Hallux
rigidus
mit praktisch fehlender Dorsal
extension beim Abrollvorgang. Dadurch werde mehr über den lateralen
Vorfuss
abgerollt und es komme, wie man es sonst nicht
sehe, zu einer Überlastung des
m
etatarsalen
IV Köpfchens mit dortig
er
früherer
Clavusbildung
. Die jetzigen Beschwerden und wahrscheinlich auch die Ausstrahlungen in die Sprungge
lenks
region vor allem rechts und in die rechte Knieregion seien eher
als
reaktiv auf die Fehlbelastung zu sehen und es gebe keine Hinweise auf eine sonstige lokale, anatomische Störung (Urk. 12/42/8). Hinweise für eine dystrophe Entwicklung seien nicht vorhanden. So
mit
dürfe die Beschwerdeführerin auch mit einer weite
ren Schmerzreduktion rechnen und sie könne dementsprechend die Belastung und dann auch die Arbeitsfähigkeit in Stufen steigern. Sonstige zusätzliche The
rapiemassnahmen seien nicht anzubieten
,
um den Verlauf zu beschleunigen. Es sollte möglich sein, die Arbeitsfähigkeit im Verlaufe des Junis weiter zu steigern, sodass spätestens Ende Juni
2016
wieder eine normale Belastbarkeit im Alltag erreicht werden könne (Urk. 12/42/9).
3.2
Am
8. Juli 2016
begab
sich die Beschwerdeführerin in psychiatrische Behandlung zu Dr. med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. phil.
H._
. Mit Bericht vom 3. Oktober 2016 (Eingangsdatum, vgl. Aktenverzeichnis zu Urk. 12/30)
nannten sie die Diagnose einer Anpassungs
störung (ICD-10 F43.2, Urk. 12/30/1) und attestierten der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 11. Juli 2016 (Urk. 12/30/2).
Unter weiterer
medizinischer und psychiatrischer Behandlung könn
t
e die Arbeitsfähig
keit mittelfristig teilweise (50
%
) wiedererlangt werden (
Urk.
12/30/5).
Daraufhin liess die Krankentaggeldversicherung die Beschwerdeführerin durch Dr. med.
I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, begutach
ten. Dieser erklärte in seiner Beurteilung vom 25. Oktober 2016
(verfasst am
4.
November 2016)
, klinisch-deskriptiv liessen sich im Rahmen der aktuellen psychopathologisch-phänomenologischen Momentaufnahme ausserhalb einer dysthym-
dysphorischen
Zeichnung keine schweren respektive relevanten affekt
pa
thologischen Alterationen (mehr) objektivieren. Eine schwere respektive rele
vante selbständige depressive Kernsymptomatik, welche klinisch
-objektiv
für ein krankheitswertiges Störungsbild qualifizieren könne, sei aktuell nicht
(
mehr
)
einsehbar (Urk. 12/42/16). Aus medizinisch-theoretischer Sicht bestehe normativ aufgrund des Kausalitätskriteriums
im Sinne einer reaktiven, nicht selbständigen Störung und dem Fehlen berufsrelevanter, objektiv einsehbarer psychopatho
lo
gischer Funktionsdefizite (ausserhalb der subjektiven Beschwerdeschilderung) im weiteren Zeitverlauf für jede störungsadaptierte und bildungsangepasste Tätigkeit per se eine volle Arbeitsfähigkeit. Sozialpraktisch/therapeutisch-rehabilitativ be
stehe unverändert eine volle Arbeitsunfähigkeit bis und mit November 201
6.
Per 1. Dezember 2016 bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit (Urk. 12/42/17).
3.
3
Im November 2016 begab sich die Beschwerdeführerin zur Abklärung in die
Klinik J._
, Muskulo-Skelettal Zentrum, Fusschirurgie. Die
Fusschirurgen
ersahen aus der
veranlassten
Bildgebung keine groben knöchernen Auffällig
keiten
. Sie
verschrieben
ihr
aufgrund
der
Fussbeschwerden
bei einem Verdacht auf Morton-Neuralgie beidseits mit Neuropathie-Fussballen
Einlagen mit
einer
Weichbettung im Bereich des Fussballens und leichter medialer Abstützung (Urk. 12/59/
8-
9). Dem Bericht vom 6. Dezember 2016 lässt sich entnehmen, dass sich eine gute Besserung nach Einlagenversorgung sowie Massage im Heim
programm gezeigt habe. Aufgrund der deutlichen Verbesserung der Beschwerden verzichte die Beschwerdeführerin auf eine Infiltration (Urk. 12/59/17).
3.
4
Gemäss ihren Angaben im
Bericht vom 6. März 2019 über die Haushaltsab
klä
rung vom 26. Februar 2019
arbeitete
die Beschwerdeführerin seit rund 10 Jahren
als Fitness-Instruktorin im Ausmass von 20-40 %. Daneben habe sie auch Arbei
ts
einsätze als Hostessmitarbeiterin bei einer Cateringfirma im Umfang von drei bis vier Tagen pro Jahr gehabt. Sie sei nach der
Kündig
ung durch die
A._
zwei Jahre beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) gewesen und habe sich im Ausmass von 20-40 % für Stellen im Bereich Empfang, Sekretariat, Admini
stration
und Office
beworben. Nach einer Weiterbildung habe sie ab Mai 2018 ihre selbständige Tätigkeit im Bereich Fitness für Senioren aufgenommen. Ihre
Arbeitszeit als Fitness-Instruktorin würde nun also wieder rund sechs Stunden pro Woche betragen (Urk. 12/70/2).
Sie sei wohl nicht mehr beim RAV gemeldet, aber Bewerbungen schreibe sie immer noch. Sie wolle gesamthaft einfach wieder ein Arbeitspensum von 40 % erreichen können. Ihr Ehemann beziehe eine Rente der Invalidenversicherung, inklusive Zusatzleistungen. Das Amt für Zusatzleis
tungen wolle nun
die
Leistungen neu berechnen und davon ausgehen, dass sie heute im Ausmass von 80 % erwerbstätig wäre. Sie selber
w
olle aber auf einem Pensum von 40 % bleiben. Sie sei bisher noch nie im Ausmass von 80 % einer Erwerbstätigkeit nachgegangen und glaube, dass sie dies auch jetzt nicht schaffen würde. Sie habe schliesslich einen kranken Mann und auch ein krankes Kind zu Hause, die ihre Pflege und Betreuung benötigten. Zudem sei sie ja selbst nicht mehr ganz gesund. Das Vorgehen vom Amt sei nun erst einmal gestoppt worden und es werde der Entscheid der
Beschwerdegegnerin
abgewartet (Urk. 12/70/3).
Die Abklärungsperson
qualifizierte
die Beschwerdeführerin als zu 40 % im Erwerbs
bereich und zu 60 % im Haushaltsbereich tätig (Urk. 12/70/
4
). Die ein
zelnen Einschränkungen ergaben eine
Leistungsminderung
von insgesamt 13 % im Haushalt (Urk. 12/70/8).
3.
5
Seit dem 18. Oktober 2017 befand sich die Beschwerdeführerin
in psycho
thera
peutischer Behandlung
bei lic. phil.
K._
,
in der
Praxis
von
Dr.
med.
L._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie (Urk. 12/
77/2
, vgl.
Urk.
12/93/30
).
Mit Bericht vom 1. Juli 2019 führten
die Fachpersonen
als Diagnosen mit leistungsmindernder Wirkung eine komplexe
Traumafolgestörung
mit ausgeprägt ängstlicher und depressiver Symptomatik (ICD-10 F43.1),
eine
emotionale Vernac
hlässigung inklusive
physische und
psychische
Gewalt (ICD
10 Z61) sowie die Akzentuierung von ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsan
teilen
auf
(ICD-10 Z73, Urk. 12/77/4). Die Beschwerdeführerin leide unter den
Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung, Flashbacks und Än
gsten, die sich in den letzten Jahren zunehmend chronifiziert und generalisiert hätten. Sie sei emotional wenig belastbar, leide unter Insuffizienzgefühlen und Über
forderung (Urk. 12/77/3).
Die Beschwerdeführerin sei nur
zu
50 % arbeitsfähig. Prognostisch sei eine Verbesserung ihres gesundheitlichen Zustandes zusätzlich durch ihre soziale Lebenssituation erschwert
. A
ufgrund ihrer psychiatrischen Symptomatik
sei sie
nie in der Lage gewesen,
mehr als 40-50
% zu arbeiten (Urk. 12/77/4).
3.
6
Am
10. Januar 2020
erstatteten Dipl. Arzt
C._
sowie Dr.
B._
ihr psychiatrisch-rheumatologisches Gutachten (Urk. 12/92 f.). Darin
nannten
sie folgende Diagnosen
mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(Urk. 12/93/32)
:
-
e
rschwerte Schmerzbeschwerdeverarbeitung mit somatoformer Störungs
komponente (ICD-10 F54) mit/bei disponierender akzentuierter Persön
lich
keitsstruktur mit emotional instabil-vulnerablen Zügen (ICD-10 Z73.1) und Hinweisen für
eine
frühe Bindungsstörung im Zusammenhang mit Gewaltszenarien in der Kindheit (ICD-10 Z61.3/6)
-
chronische
Metatarsalgie
beidseits
,
linksbetont
,
bei Status nach Laser
the
rapie von plantaren Warzen 2016,
-
myofasziales
Schultergürtel-Syndrom mit sekundärer
Cephalea
Im interdisziplinären Konsens führten sie aus,
die Beschwerdeführerin berichte über eine massiv belastete Dynamik in der Kindheit. Sie sei vom Kleinkindalter an regelmässig von der als psychisch krank beschriebenen Mutter schwer kör
per
lich misshandelt/geschlagen worden, sei permanent leistungsmässig unter Druck gesetzt worden, habe
die
Kindheit in Angst mit
den
beschriebenen depres
siven Einbrüchen und Rückzugstendenz und überangepasstem Verhalten
ver
bracht.
Es fänden sich frühe Hinweise für eine in der Kindheit einsetzende persönlichkeits
strukturelle Störungsentwicklung im Sinne einer Bindungsstörung mit bi
s heute erhöhter Vulnerabilität, emotionaler Instabilität,
Schwierigkeiten in interperso
nellen Abläufen und insbesondere Belastungssituationen, was sich aktuell auch in der hochbelasteten Dynamik zwischen der Beschwerdeführerin und ihrer psy
chisch an einem
Mutismus
erkrankten Tochter wiederspiegle (Urk. 12/93/28 f.).
Die Beziehung zwischen der Beschwerdeführerin und dem 65-jährigen, psychisch erkrankt beschriebenen Ehemann werde als hochbelastet
geschildert
. Der Ehe
mann sei im Alltag verhaltensauffällig und aggressiv, benötige Unterstützung von der Beschwerdeführerin und sei keine Hilfe in der Alltagsbewältigung und in der Betreuung der inzwischen 8-jährigen Tochter. Auch die Tochter werde
als
massiv verhaltensauffällig und insbesondere aggressiv im Umgang mit der Be
schwerdeführerin beschrieben (Urk. 12/93/29).
In der Anamnese werde über eine weitere persönliche Belastung durch eine mit
erlebte Prügelei am Arbeitsplatz im ersten Fitness-Studio berichtet. Die Beschwer
de
führerin habe in diesem Zusammenhang selbst zeitweise Ängste vor einem körperlichen Übergriff durch den damaligen Täter gehabt (Urk. 12/93/29).
In der Gesamtschau zur Vorgeschichte müsse mit erhöhter Wahrscheinlichkeit von einem lange
vorlabilisierten
psychophysischen Gleichgewicht auf dem Boden der zugrundeliegenden
,
in der Kindheit ausgebildeten persönlichkeitsstruk
turel
len Disposition mit erhöhter Vu
lnerabilität ausgegangen werden. Dieses habe
die Beschwerdeführerin im Rahmen einer sehr leistungsbereiten Grundausrichtung in
der dargestellten Gesamtsituation mit den massiv belaste
nd
en persönlichen Lebens
umständen lange knapp kompensieren können (Urk. 12/93/29 f.).
Nach der
offenbar misslungenen Fusswarzen-Operation im Februar 2016 sei es zur Dekom
pensation der Gesundheitssituation gekommen (Urk. 12/93/30).
Im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung werde die Diagnose einer er
schwerten Schmerzbeschwerdeverarbeitung mit richtunggebender Schmerzbe
schwerdever
stärkung durch einflussnehmende psychodynamisch wirksame Pro
zesse und Belastungsfaktoren und einer zugrundeliegenden persönlichkeits
struk
turellen Akzentuierung
gestellt
.
Es
werde der Zusammenhang zwischen den Be
lastungen in der Kindheit und der aktuellen psychophysischen Beschwerde
ent
wicklung nachvollzogen und die funktionellen Auswirkungen im Rahmen der
objektivierbaren Psychopathologie seien entsprechend versicherungsmedizinisch mitgewichtet. Hiervon als nicht primär medizinisch abzugrenzen seien die Belastungsfaktoren im Rahmen einer massiv belastet geschilderten persönlichen Situation in der Betreuung der psychisch kranken Tochter und des psychisch kranken Ehemannes ohne Unterstützungsangebote von aussen
. Diese würden
eine ausgeprägte Erschöpfung bei der Beschwerdeführerin mitunterhalte
n
und
könnten
die emotionale Instabilität und Schmerzverarbeitungsstörung zusätzlich richtunggebend verstärken (Urk. 12/93/31).
A
us rheumatologischer Sicht bestünden eine chronische
Metatarsalgie
beidseits
linksbeton
t
und ein
myofasziales
Schultergürtel-Syndrom mit sekundärer
Cephalea
. Korrelierend zur psychiatrischen Beurteilung würden rheumatolo
gisch zusätzliche, nicht primär
organische Faktoren als möglich einflussnehmend auf das Beschwerdebild angenommen (Urk. 12/93/32).
Betreffend die funktionellen Auswirkungen führten die Gutachter aus,
gemäss Mini-ICF-APP
ergäben sich
leicht- bis zeitweise maximal
mittelgradige Funk
tionseinschränkungen hinsichtlich der Dauerbelastbarkeit, der Du
r
chhaltefähig
keit, der Anpassungs- und Interaktionsfähigkeit
sowie der situativen
und inter
personelle
n
Flexibilität, insbesondere im Rahmen der erhöhten emotionalen Vul
nerabilität und erschwerten Schmerzverarbeitung (Urk. 12/93/24, Urk. 12/93/32)
. Rheumatologisch bestünden Limitierungen bezüglich vorwiegend stehender und gehender und auch vorwiegend sitzender Tätigkeiten mit lang dauernder Hal
tungs
konstanz im Schultergürtel-
, und
Kopfbereich, beispielsweise bei Computer
arbeit (Urk. 12/93/33).
Zur Arbeitsfähigkeit
hielten
die Gutachter
fest
, in der Tätigkeit als Fitness-In
struktorin bestehe rheumatologisch und integrativ ab Februar 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit beziehungsweise eine maximal marginal verwertbare Restar
beits
fähigkeit ab Dezember 2016 (Urk. 12/93/33). Auch in einer angepassten Tätigkeit habe rheumatologisch und integrativ von Februar 2016 bis Dezember
2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen. In einer adaptierten Tätigkeit
(körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit mit Wechselbelastung, ohne lang dauerndes Stehen oder Gehen oder auch lang dauerndem Sitzen mit Haltungs
konstanz im Bereich des Schultergürtels und Kopfes) bestehe rein rheumato
lo
gisch
ab Dezember 2016
keine Arbeitsunfähigkeit
mehr
. Psychiatrisch und inte
grativ ergebe sich eine maximal 40%ige Arbeitsunfähigkeit auch in angepassten Tätigkeiten seit Erkrankungsbeginn im Februar 2016 bei weiterer Behandel- und Besserbarkeit
. Für reine Bürotätigkeiten mit viel Computer-Arbeit werde die Arbeitsfähigkeit ab Dezember 2016 auf 50
%
geschätzt
(Urk. 12/92/18, Urk. 12/93/34).
In der Haushaltführung resultiere allein psychiatrisch begründbar eine maximal 20%ige Leistungseinschränkung im Rahmen der aktuell erhöhten emotionalen Instabilität und erschwerten Schmerzverarbeitungssituation. Rheumatologisch ergäben sich keine
höhergradigen
Limitierungen (Urk. 12/93/34).
3.
7
Dem Austrittsbericht des Sanatoriums
D._
vom 6. Mai 2020 lässt sich ent
nehmen, dass die Beschwerdeführerin sich dort vom 26. März bis 6. Mai 2020 in stationärer psychiatrischer Behandlung befand. Als
Hauptd
iagnose nannten die Behandler eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Epi
sode (ICD-10 F33.1)
,
sowie
als Nebendiagnosen
spezifische Phobien (unte
r ande
rem Angst vor Rolltreppen und
elektronischen Geräten, ICD-10 F40.2) und Kon
taktanlässe mit Bezug auf Kindheitserlebnisse (ICD-10 Z61, Urk. 12/99/1). Dazu vermerkten sie, das Hauptziel des stationären Aufenthaltes habe in der Entlastung der Beschwerdeführerin von der mit dem Alltag und der schwierigen familiären Situation ver
bundenen Überforderung gelegen
(Urk. 12/99/3 f.). Diese seien für
die Beschwerdeführerin sehr belastend. Es seien konkrete Möglichkeiten der nach
haltigen Entlastung erarbeitet worden. Bei Austritt sei die Beschwerde
führerin aufgrund des temporären Wegfalles der Anforderungen und Aufgaben im Alltag deutlich entlastet und die depressive Symptomatik sei reduziert gewesen. Die Be
lastbarkeit der Beschwerdeführerin sei weiterhin vermindert, was sich in der raschen Erschöpfung während der Belastungserprobung gegen Ende des Aufent
haltes gezeigt habe. Die körperlichen Beschwerden persistierten. Es sei eine Ar
beits
unfähigkeit von 100 % bis zum 17. Mai 2020 attestiert worden (Urk. 12/99/4).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
auf das rheumatologisch-psychiatrische Gutachten von Dr.
B._
und Dipl. Arzt
C._
ab
. Sie
ging jedoch davon aus, dass die psychischen Einschränkungen auf
psychosoziale Belastungsfaktoren
zurückgingen
, weshalb sie die aus psy
chia
trischer Sicht attestierte 40%ige Arbeitsunfähigkeit ausklammerte.
Daraus fol
gerte sie
, dass die Beschwerdeführerin einzig aus rheumatologischer Sicht
vom
18. Februar 2016 bis
Dezember 2016
zu 100 % in ihrer Arbeitsfähigkeit ein
geschränkt, jedoch
in einer adaptierten Tätigkeit
ab
Dezember 2016
wieder zu 100 % leistungsfähig
sei
(Urk. 2 S. 2).
4.2
Das rheumatologisch-psychiatrische Gutachten erfüllt
unbestrittenermassen
die formalen Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise (vgl. E.
1.
7
vorste
hend) ohne weiteres, ist es doch für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen der Beschwerdeführerin, berücksichtigt auch die ge
klagten Beschwerden und ihr Verhalten und wurde in Kenntnis und in Ausein
andersetzung mit den Vorakten (Anamnese) abgegeben. Darüber hinaus leuchtet es auch in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge sowie in der Beur
teilung der medizinischen Situation ein und enthält
einleuchtend
begründete Schlussfolgerungen.
Der rheumatologische Gutachter legte nachvollziehbar dar, dass
aufgrund der Beschwerden an beiden Füssen
bei
d
er Tätigkeit als Fitness-Instruktorin, die
vor
wiegend
stehend und gehend ist,
a
b Februar 2016 eine volle Arbeitsunfähigkeit
gegeben ist
. Da sich die
körperlichen
Einschränkungen
der Beschwerdeführerin im Rahmen der Behandlung in der
Klinik J._
im Dezember 2016 ver
besserten
(vorstehend E. 3.3)
,
vermag die gutachterliche Einschätzung zu über
zeu
gen
, dass sie bis zu diesem Zeitpunkt auch in behinderungsgerechten Be
schäftigungen nicht arbeitsfähig war. Jedoch ist gestützt auf die Beurteilung de
r
Gutachter davon auszugehen, dass
aus somatischer Sicht
spätestens
ab Dezember
2016 eine adaptierte Tätigkeit in einem vollen Pensum zumutbar ist
(Urk. 12
/92/18
,
Urk.
12/93/
34
)
, zumal
die behandelnden Chirurgen
Ende Mai 2016
bei praktisch blanden Befunden
eine normale Belastbarkeit
bereits
ab Juni 2016 postulierten (vorstehend E. 3.1) und keine abweichenden
ärztlichen Beurteilungen akten
kun
dig sind
.
Vielmehr schilderten die
Fusschirurgen
die Situation als derart gebessert, dass die Beschwerdeführerin auf die geplante Infiltration verzichtete (vorstehend E. 3.3
; vgl. dazu auch
Urk.
12/92/10
).
Der psychiatrische Gutachter
zeigte sodann auf
, dass die Beschwerdeführerin an
einer erschwerten Schmerzbeschwerdeverarbeitung
leidet. Aus seinen Ausfüh
run
gen geht
ausserdem
hervor, dass diese durch einflussnehmende psychody
na
misch wirksame Prozesse und Belastungsfaktoren und eine zugrundeliegende per
sön
lichkeitsstrukturelle Akzentuierung mit emotional instabilen und vulnera
blen Zügen auf dem Boden einer wahrscheinlich früh entwickelten Bindungs
störung
verstärkt wird
,
und zwar im Sinne einer richtunggebenden Schmerzbe
schwerde
verstärkung
(Urk. 12/93/
22
)
.
In Anbetracht der
leicht- bis zeitweise mittelgra
di
gen
funktionellen Einschränkungen hins
ichtlich der Dauerbelastbar
keit,
Anpas
sungs
- und Interaktionsfähigkeit
sowie der situativen
und interpers
o
nellen
Flexi
bilität
im Rahmen der Schmerzverarbeitung
leuchtet
die Schlussfolge
rung einer 40%igen
Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen und in einer angepassten Tätigkeit
ein
(Urk. 12/93/24
f. und 34
).
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin
untermauern keine echtzeit
lichen medizinischen Unterlagen
ihre
Aussage, dass sie aufgrund ihrer persön
lichen Situation nie mehr als 40
%
habe arbeiten können
(Urk. 1 S. 5
mit Verweis auf
Urk.
12/93/22
)
. G
estützt auf das Gutachten
ist
davon auszugehen, dass der Gesundheitsschaden
im Zusammenhang mit der
Fussoperation
im Februar 2016 eingetreten ist und nicht bereits zu Beginn ihrer beruflichen Karriere. Dies be
stätigten die Gutachter im interdisziplinären Konsens (Urk. 12/93/34). Der
psy
chiatrische Gutachter erkannte bei der Beschwerdeführerin zwar ein lange
vor
labilisiertes
psychophysisches Gleichgewicht (Urk. 12/93/20). Dies führte
gemäss
seiner Beurteilung jedoch nur
zeitweise
zu
eine
r
punktuell
hö
hergradigen
Leis
tungsunfähigkeit, welche nicht
anhaltend war (Urk. 12/93/25). Dem steht der Bericht
der erst seit Oktober 2017 behandelnden
Dr.
L._
und lic. phil.
K._
entgegen, wonach die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Symptomatik nie in der Lage gewesen sei, mehr als 40-50 % zu arbeiten (Urk. 12/77/4). Angesichts des Umstandes, dass die Beschwerdeführerin selbst mehrmals betont hatte, sich
dieses Pensum
aufgrund ihrer persönlichen Situation bereits in der Vorgeschichte und auch in gesundheitlich stabileren Phasen selbst
als Belastungsgrenze
gesetzt zu haben (Urk. 12/93/
17 und
22),
ist
diese Einschätzung jedoch nicht
geeignet, Zweifel am Gutachten zu erwecken
. Denn die Behandler
stellten
letztlich
allein
auf die Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin
und nicht auf eine medi
zinisch-theoretische Zumutbarkeitsbeurteilung
ab.
4.3
Wie die Beschwerdegegnerin korrekt bemerkt (Urk. 2 S. 2), liegen bei
der Be
schwerdeführerin
zudem
zahlreiche psychosoziale Belastungsfaktoren vor
. Dies sind insbesondere
die belastete Kindheit, die Betreuung der psychisch kranken Tochter und des
kranken
Ehemannes, die fehlende Unterstützung im Haushalt sowie die miterlebte Prügelei an ihrem alten Arbeitsplatz im Jahr 2007 (Urk. 12/93/
11 f.
, Urk. 12/93/19 f., Urk. 12/93/24).
Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren sind grundsätzlich nur mittelbar invaliditätsbegründend, wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der unabhängig
von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden Folgen des Gesundheits
scha
dens beeinflussen. Zeitigen soziale Belastungen direkt negative funktionelle Fol
gen, bleiben sie bei der Beurteilung der Gesundheitsbeeinträchtigung ausgeklam
mert (Urteil des Bundesgerichts 8C_717/2018 vom 22. März 2019 E. 3). In einer versicherungsmedizinischen Begutachtung, welche sich nach den normativen Vorgaben der Rechtsprechung orientiert, ist es daher nicht nur zulässig, sondern sogar geboten, solche invalidenversicherungsrechtlich nicht relevanten Umstände aufzuzeigen und gegebenenfalls bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus
zuklammern (Urteil des Bundesgerichts 9C_740/2018 vom 7. Mai 2019 E. 5.2.1).
D
er
psychiatrische Gutachte
r
befolgt
e
diese Vorgaben der Rechtsprechung
und
liess
die psychosozialen Faktoren bei seiner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus
ser Acht
.
Dies zeigt sich daran, dass er die privaten Stressoren zwar als aus
lösende Faktoren und richtunggebende Verstärkung der emotionalen Instabilität und
der
erschwerten Schmerzverarbeitung sah, sie jedoch als nicht primär medi
zinisch beziehungsweise nicht primär krankheitsbedingt
bezeichnete
. Die funk
tionellen Einschränkungen bezog er sodann alleine auf die psychische Gesund
heitssituation (Urk. 12/93/24
).
I
m interdisziplinären Konsens wiesen die Gutach
ter nochmals auf die Unterscheidung zwischen den medizinisch begründbaren Limitierungen und den einflussnehmenden – nicht primär krankheitsbedingt zu gewichtenden – persönlichen Belastungsfaktoren hin (Urk. 12/93/33)
. Somit be
zo
gen sie die
ab
Dezember 2016
noch bestehende
40%ige Arbeitsunfähigkeit
einzig
auf die krankheitsbedingten Einschränkungen
der Beschwerdeführerin
.
Auch wenn sich
ihre
psychische Situation
anlässlich des stationären Aufenthaltes im Sanatorium
D._
durch den Wegfall der
psychosozialen
Anforderungen im Alltag
ver
besserte, war ihre Belastbarkeit
nach Einschätzung der Fachleute der Klinik
weiterhin deutlich vermindert. Dies zeigte sich insbesondere an der raschen Erschöpfung im Rahmen der Belastungserprobung gegen Ende des Aufenthaltes (Urk. 12/101/4).
Damit liegt
überwiegend wahrscheinlich
eine verselbständigte psychische Störung mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit vor
(Urteil des Bundesgerichts 9C_543/2018 vom 21. November 2018 E. 2.2)
.
Der Argu
mentation der Beschwerdegegnerin, wonach die psychischen Einschrän
kun
gen allesamt auf psychosoziale Belastungsfaktoren zurückzuführen und deshalb
aus
zuklammern seien
(Urk. 2 S. 2), kann damit nicht gefolgt werden.
4.
4
Zusammenfassend
ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass
die Be
schwerdeführerin in
der Tätigkeit als
Fitness-Instruktorin seit Februar 2016 nicht mehr
im bisherigen Umfang
arbeitsfähig ist (Urk. 12/93/33). In einer angepassten Tätigkeit bestand von Februar bis Dezember 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit. Ab
Dezember 2016
bestand sodann eine
60%ige Arbeitsfähigkeit in
adap
tierten
Tätigkeiten
(Urk. 12/93/34).
4.
5
Betreffend die Haushaltsführung gingen die Gutachter
von einer
psychisch be
dingten
Einschränkung von 20 %
aus
(Urk. 12/93/34). Die Abklärungsperson ermittelte anlässlich der Haushaltsabklärung
demgegenüber
eine Einschränkung von nur 13 % (Urk. 12/70/8)
.
Allerdings ist der Abklärungsbericht seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beein
trächtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfahren kann, wenn die versicherte Person
– wie vorliegend –
an psychischen Beschwerden leidet. Widersprechen sich die Ergeb
nisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähig
keit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist in der Regel den ärztlichen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur be
schränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit ver
bundenen Einschränkungen zu erkennen (zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1).
In Anwendung dieser Grundsätze ist auf die nachvollziehbare gutachterliche Einschätzung abzustellen,
zumal die Abklä
rungsperson die Einschränkung im Haushalt hauptsächlich anhand der physi
schen
Limitierungen ermittelte, wie beispielsweise
beim
Tragen von Einkaufstaschen,
beim
Kochen und den Reinigungsarbeiten (Urk. 12/70/6 f.).
So
weit
d
ie Beschwer
degegnerin in der angefochtenen Verfügung ohne nähere Begründung
allein
ge
stützt auf die entsprechende Einschätzung der Abklärungsperson (
Urk.
12/70/8)
von einer
Einschränkung
und einem Invaliditätsgrad
von 8 %
im Haushalts
be
reich
aus
ging
(Urk. 2 S. 2)
, kann ihr
daher
ebenfalls nicht
beigepflichtet
werden
.
Vielmehr
ist
gestützt auf das Gutachten
erstellt, dass die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht aufgrund der erschwerten Schmerzverarbeitungsstörung und emotionalen Instabilität zu 20 % in der Haushaltsführung eingeschränkt ist.
Aus r
heumatologisch
er Sicht
bestehen diesbezüglich keine
höhergradigen
Ein
schränkungen (Urk. 12/93/34).
5.
5.1
Damit stellt sich die Frage nach
dem Status der Beschwerdeführerin. Es ist zu klären, ob die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin zu Recht als zu 40 % im Erwerbsbereich und zu
6
0 % im Haushaltsbereich tätig qualifiziert hat
(Urk. 2 S. 2)
.
Die Beschwerdeführerin macht
diesbezüglich
geltend, sie sei als Voller
werbs
tätige zu qualifizieren (Urk. 1 S. 5 f.).
5.2
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person
als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Um
stän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypo
thetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbs
tätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28
E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V
334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
5.3
V
orab
ist zu bemerken, dass es nicht
allein ausschlaggebend
ist, dass
die Be
schwerdeführerin
im Gesundheitsfall
allenfalls
aus finanziellen Gründen einer
Erwerbstätigkeit in einem 100 %-Pensum nachgehen müsste (Urk. 1 S. 5), sondern
was sie tatsächlich tun würde.
Wie
sie
selbst vorbringt (Urk. 1 S. 4), hat
sie
schon immer nur reduziert gearbeitet.
Gemäss ihren Ausführungen im Bericht zur Haus
haltsabklärung ist sie
seit rund 10 Jahren als Fitness-Instruktorin im Umfang von
20-40 %
tätig und hatte auch vorher keine höheren
Arbeitspensen
(Urk. 12/70/2
f
.
)
, was sich
auch anhand ihres
Auszug
es
aus dem Individuellen Konto (IK)
ergibt
.
I
n der Zeit von 2006 bis 2015
weist dieser
durchgehend tiefe E
rwerbse
inkommen in der Grössenordnung
von Fr. 7’000.
--
(2006) bis
höchstens
Fr. 15’474.
--
(2009)
aus
(Urk. 12/14/2, Urk. 12/21/1).
In ihrer letzten Anstellung bei der
A._
arbeitete sie sodann 8.59 Stunden pro Woche
(Urk. 12/33/2)
, was einem Stel
len
pensum von 20.2 %
entspricht
.
Wie bereits erwähnt, ist gestützt auf das beweis
kräftige Gutachten zudem davon auszugehen, dass der
die Arbeitsfähigkeit beein
trächtigende
Gesundheitsschaden im Februar 2016 eingetreten ist (vgl. E.
4.2
vorstehend
). Daher kann nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
gesagt werden, dass die Beschwerdeführerin aufgrund eine
r
schon seit Beginn der
beruflichen Karriere bestehenden
gesundheitlichen
Beeinträchtigung
nur reduziert gearbeitet hätte (Urk. 1 S. 5).
A
nlässlich der Haushaltsabklärung
erklärte sie
denn auch
im Zusammenhang mit der Schilderung über die
vom Ehemann erhaltenen
Zusatzleistungen, sie sei noch nie einer Erwerbstätigkeit von 80 % nachgegangen und wolle auf einem Pensum von 40 % ble
iben. Sie erwähnte zwar, dass sie selbst nicht mehr ganz gesund sei, aber auch, dass sie einen kranken Mann und ein krankes Kind zu Hause habe, die ihre Pflege und Betreuung benötigten (Urk. 12/70/3).
I
m Rahmen der Begutach
tung
erklärte
sie
ebenfalls
mehrmals
, nie ein höheres Arbeitspensum geplant zu haben
,
und verwies dabei auf ihre persönliche und familiäre Situation, die sie mit der Haushaltserledigung und Betreuung der Tochter und der Unterstützung des Ehemannes massiv fordere (Urk. 12/93/
16 und 20
).
Unter Würdigung dieser Umstände ging die Beschwerdegegnerin zu Recht davon aus, dass die Beschwerdeführerin
im relevanten Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 7. Juli 2020
aufgrund ihrer familiären Verpflichtungen im Gesund
heitsfall
zu 40 % im Erwerbsbereich und zu 60 % im Haushaltsbereich
tätig wäre.
Dem steht auch nicht entgegen, dass die Beschwerdeführerin zuletzt
vor Eintritt des Gesundheitsschadens
lediglich in einem Pensum von 20.2 % tätig war. Ihre Aussage, sie habe zeitweise bis zu 40 % gearbeitet und würde dies im Gesundheitsfall auch weiter tun, deckt sich insbesondere mit den schwankenden Einkommen aus dem IK-Auszug
und wurde seitens der Beschwerdegegnerin nicht in Abrede gestellt
.
Mit Bezug auf
die
von der Beschwerdeführerin
als wider
sprüchlich bezeichnete Vorgehen zwischen der Invalidenversicherung und dem Amt für Zusatzleistungen (
Urk.
1 S. 5) ist
im Übrigen
zu erwähnen, dass
letzteres
ein
hypothetische
s
Einkommen von
Fr.
24‘000.-- angerechnet hat
(Urk.
3/5 S. 4)
, was
entgegen der
Darstellung
der Beschwerdeführerin nicht einem Pensum von 80
%
entspricht. Zudem ist die entsprechende Beurteilung des Amtes für Zu
satzleistungen
nicht bindend
f
ür die Invaliditätsbemessung.
6.
6.1
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen
der eingeschränkten Arbeits
fähigkeit
.
Da die Beschwerdeführerin im hypothetischen Gesundheitsfall nicht zu 100 % erwerbstätig wäre, ist der Invaliditätsgrad vorliegend nicht mittels eines reinen Einkommensvergleichs, sondern in Anwendung der gemischten Methode im Sinne von Art. 28a Abs. 3 IVG zu bemessen.
6.2
Wie eingangs erwähnt, wurde per 1. Januar 2018 mit
Art.
27
Abs.
2-4 IVV eine neue Berechnungsmethode bei Teilerwerbstätigen eingeführt.
Die angefochtene
Verfügung ist am 7. Juli 2020 und somit nach Inkrafttreten
der
Verordnungs
änderung
ergangen, wobei angesichts der ab Februar 2016
bescheinigten
Arbeits
unfähigkeit (vorstehend E.
4.4
) ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Verordnungsbestimmungen am 1. Januar 2018 be
gonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2017 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die revidierten Verordnungsbestimmungen abzustellen (BGE 130 V 445 E. 1.2.2).
6.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte
Ist
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätig
keit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausge
gebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE
139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/
Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage
2014, Rn 55
f
. zu Art.
28a
).
Nachdem die Beschwerdeführerin seit 18. Februar 2016 in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
war
(Urk. 12/19/3)
und sich am 11. August 2016 bei der Be
schwer
degegnerin angemeldet hatte (vgl. Aktenverzeichnis zu Urk. 12/8), konnte ein Rentenanspruch in Anwendung von Art. 28
Abs.
1 lit. b in Verbindung mit Art. 29
Abs.
1 und 3 IVG frühestens am 1. Februar 2017 entstehen
, weshalb der Einkommensvergleich zu diesem Zeitpunkt durchzuführen ist
.
Die
Beschwerdegegnerin berechnete das Valideneinkommen
als Fitnessin
struk
torin
gestützt auf die LSE
2016,
TA1
_
t
i
r
age_skill_level
, monatlicher Bruttolohn
(
Zentralwert
)
nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, priva
ter Sektor, Frauen, Kompetenzniveau 1, Ziffer 90-93 (Kunst, Unterhaltung und Erholung;
Urk. 12/102). Die Beschwerdeführerin
bringt dagegen vor
, aufgrund ihres Universitätsabschlusses in Ökonomie sei von einem Valideneinkommen als Ökonomin mit 15 Jahren Berufserfahrung auszugehen, was einem
Lohn
von Fr. 139'680.-- entspreche (Urk. 1 S. 7).
Die Beschwerdeführerin
hat
ihr Master in Wirtschaftswissenschaften im Jahr 2001
abgeschlossen
(Urk. 12/93/11). Seither war sie jedoch
aus freien Stücken
nie
auf diesem Beruf tätig, sondern liess sich nach einigen Hilfsarbeitertätigkeiten im Jahr 2008 zur diplomierten Fitness-Trainerin
ausbilden und arbeitet
e
seit dem Jahr 2009
auf diesem Beruf
(Urk. 12/93/11, Urk. 12/7/2, Urk. 12/21/1)
, den sie laut eigenen Angaben immer gewollt habe (
Urk.
12/93/11)
.
Wie bereits dargelegt, trat der Gesundheitsschaden erst im Februar 2016 ein
, so dass der Umstand
, dass die Beschwerdeführerin
sich zuvor
jahrelang mit der weniger gut
entlöhnten
Arbeit
als Fitness-Instruktorin
begnüg
t
e
und keine berufliche Beschäftigung im Wirtschaftsbereich
aufgenommen h
at,
auf ihren persönlichen Berufsw
unsch
z
u
rückzuführen ist
.
Zudem betonte
sie
selbst
, sie habe das Studium auf Druck der Mutter
absolviert
und die
Arbeit
als Fitness-Instruktorin sei jene gewesen, die sie immer gewollt habe (Urk. 12/93/11).
Auch nach ihrer Erkrankung im Februar 2016 bewarb sie sich ausschliesslich für einfachere Bürotätigkeiten wie Sachbe
arbeitung, Empfang und Kundendienst und Marketing (Urk. 12/40). Es kann dah
er nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darauf geschlossen werden, dass die Beschwerdeführerin ihr Studium im Gesundheitsfall beruflich verwertet hätte.
Vor diesem Hintergrund ist auch die im Jahr 2015 erlangte Dissertation (Urk
.
12/7/1) als persönliche Weiterbildung, jedoch nicht als
hinreichendes
Indiz für die ge
plante Aufnahme
e
iner
Erwerbstätigkeit als Ökonomin zu sehen
(vgl. dazu BGE
139 V 28 E. 3.3.3.2)
.
Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin auch bei Gesundheit weiterhin als Fitness
-I
nstruktorin gearbeitet hätte. Da sie ihre letzte Stelle bei der
A._
aufgrund von Umstrukturierungen verlor (Urk. 12/33/1), hat die Beschwerdegegnerin das Valideneinkommen zu Recht anhand der
ge
nannten
Tabellenlöhne
der LSE 2016 ermittelt
.
6.4
Auch für
die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung
die
Tabellenlöhne
der
LSE herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne erfolgt
jedoch
nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014, Rn 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Die Beschwerdeführerin arbeitet aktuell wieder bis zu 10 Stunden pro Woche als Fitness-Instruktorin (Urk. 12/9
2
/12 und
Urk.
12/93/
21).
Gemäss
eigenen Anga
ben hat sie ihre Arbeit umgestellt und sich aufgrund der
Fussbeschwerden
bei der
M._
im Bereich des Seniorentrainings weitergebildet (Urk. 12/92/10, Urk. 12/92/12, Urk. 12/92/16). Dort kann sie viele Übungen im Sitzen oder Liegen durchführen (Urk. 12/9
2
/10).
Ihre jetzige Tätigkeit als Fitness-Instruktorin im
Seniorenbereich entspricht damit einer angepassten Tätigkeit, welche sich gut mit
dem Belastungsprofil des rheumatologischen Gutachtens vereinbaren lässt
(Urk. 12/92/18)
. Insbesondere arbeitet die Beschwerdeführerin im Seniorenbe
reich
nicht mehr vorwiegend gehend oder stehend, sondern eher wechselbelastend und ohne lang dauerndes Gehen oder Stehen respektive Sitzen.
Auch der psychia
trische Gutachter bezeichnete die derzeitige Beschäftigung als optimal angepasst (Urk. 12/93/24).
Da die Beschwerdeführerin
lediglich
rund 10 Stunden pro Woche arbeitet (Urk.
12/92/12,
Urk.
12/
93/21) und damit ihre
aus ärztlicher Sicht zu
mutbare
60%ige Leistungsfähigkeit nicht voll ausschöpft, ist für das Invaliden
ein
kommen
von vornherein
nicht auf den
seit Mai 2018
tatsächlich erzielten Verdienst, sondern
auf denselben Tabellenlohn der LSE abzustellen
(BGE 139 V
592 E. 2.3
,
135 V 297 E.
5.2)
.
6.5
Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung.
Diesfalls
entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts 8C_148/2017 vom 19. Juni 2017 E. 4 unter Hinweis auf Urteil 9C_675/2016 vom 18. April 2017 E. 3.2.1). Ein Abzug vom Tabellenlohn ist hier nicht gerechtfertigt und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht geltend gemacht. Ausgehend von einer Ar
beitsunfähigkeit von 40 % resultiert ein gleich hoher Invaliditätsgrad von 40 %.
6.6
Für den Zeitraum vom 1. Februar 2017
(
frühest
möglicher Rentenbeginn
)
bis zum 31. Dezember 2017 ist die Berechnung des Invaliditätsgrades nach der damals geltenden Berechnungsart vorzunehmen.
Der Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich beträgt
0 %
, da die Beschwerdeführerin bei ein
em
Erwerbsanteil von 40
%
keinen Erwerbsausfall erleidet
. Der Invaliditätsgrad im Aufgabenbereich beträgt 20 %.
Gewichtet man die jeweiligen Teilbereiche, so resultiert eine Teilinvalidität im Erwerbsbereich von 0 % und eine Teilinvalidität
im Haushalt
von 12 % (0.6 x 20 %).
Damit
liegt der Gesamtinvaliditätsgrad bei 12 % (0 % x 0.4 + 20 % x 0.6).
Nach der neuen Berechnungsmethode per 1. Januar 2018 ergibt sich ein
Invalidi
tätsgrad im Erwerbsbereich von 40 %. Gewichtet auf ein 40%-Pensum entspricht dies einem Teilinvaliditätsgrad von 16 % (
=
0.4 x 40 %). Im Haushaltsbereich
beträgt der
Invaliditätsgrad 20 %
und der
gewichtete Teilinvaliditätsgrad
somit
12 % (
=
0.2 x 60 %).
Zusammenfassend resultiert ab dem 1. Januar 2018 ein Gesamtinvaliditätsgrad von 28 %.
Damit
be
steht weder nach der alten noch nach der neuen Methode ein renten
be
gründender Invaliditätsgrad.
Bei dieser Sachlage erübrigt sich die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 und BGE 143 V 418
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_568/2019
vom 22. November 2019 E. 5.6)
. Unabhängig davon, ob die Indikatorenprüfung die seitens de
r
Gutachter bescheinigte Arbeits
un
fähigkeit von 40 % in einer behinderungsangepassten Tätigkeit bestätigen würde, führt die
gesundheitliche
Einschränkung
nach dem Gesagten
nicht zu einem Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente.
Die Beschwerde ist daher abzuweisen
.
7.
7.1
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten
über die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht
in Abweichung von
Art.
61 lit. a ATSG in der hier anwendbaren, bis am 3
1.
Dezember 2020 in Kraft gewesenen Fassung (
Art.
83 ATSG)
kostenpflichtig.
Die Kosten
sind
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--
zu
bemessen und sind vorliegend auf Fr. 700.-- festzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie
der unterliegenden Beschwerdeführerin
aufzuer
legen.
7.2
Mit Verfügung vom 12. Oktober 2020 wurde der Beschwerdeführerin die unent
geltliche Prozessführung gewährt und Rechtsanwalt
Dr.
Markus Krapf als unent
geltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren bestellt (Urk. 13). Die der Beschwerdeführerin auferlegten Gerichtskosten sind demnach einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Dr. Krapf reichte keine Honorarnote ein, womit
seine
Entschädigung nach Ermes
sen festzusetzen ist (vgl. Urk. 13 Ziff. 3). Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses ist eine Entschädigung in Höhe von Fr. 2‘100.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) angemessen.
Die Beschwerdeführerin
ist auf
§ 16 Abs. 4
des Gesetzes über das Sozialversi
che
rungsgericht (GSVGer)
hinzuweisen, wonach
sie
zur Nachzahlung der Gerichts
kosten
und der
Kosten der
Rechtsvertretung
verpflichtet ist, sobald
sie
dazu in der Lage ist.