Decision ID: 4a50c0da-9c49-5a48-98a3-8cde60ee567d
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Der 1984 geborene iranische Staatsangehörige S_ (nachfolgend: Gesuchsteller) beantragte am 13. Mai 2008 bei der Schweizerischen Vertretung in Teheran ein Visum für einen  Besuchsaufenthalt bei seiner Tante und deren Ehemann (: Gastgeber bzw. Beschwerdeführer) in Affoltern am Albis (ZH). Nach formloser Verweigerung leitete die Schweizerische Vertretung das Gesuch an die Vorinstanz zur Prüfung und zum formellen  weiter.
B. Nachdem das Migrationsamt des Kantons Zürich bei den Gastgebern zusätzliche Abklärungen getätigt und deren Ergebnis an die Vorinstanz weitergeleitet hatte, wies diese das Gesuch um Erteilung eines  mit Verfügung vom 2. Juli 2008 ab. Sie begründete ihre Ablehnung damit, dass keine Gewähr für eine anstandslose und  Wiederausreise nach dem Besuchsaufenthalt bestehe.
C. Mit Beschwerde vom 13. Juli 2008 gelangen die Gastgeber an das Bundesverwaltungsgericht und beantragen sinngemäss, die  Verfügung sei aufzuheben und das Visum zu einem  sei zu erteilen. Zur Begründung rügen sie im , die Vorinstanz sei zu Unrecht davon ausgegangen, dass die Wiederausreise des Gesuchstellers nach einem Besuchsaufenthalt nicht gewährleistet wäre.
D. Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 8. August 2008 auf Abweisung der Beschwerde.
E. Die Beschwerdeführer haben von der ihnen eingeräumten Möglichkeit zur Replik keinen Gebrauch gemacht.
F. Auf den Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägungen eingegangen.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der  unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (Art. 31, Art. 32 sowie Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).
1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem  nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das  nichts anderes bestimmt. In der vorliegend zu beurteilenden Rechtsmaterie ist das Urteil des  endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des  vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.3 Die Beschwerdeführer sind als formelle Verfügungsadressaten zur Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und  eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 49 ff. VwVG).
1.4 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die  von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie, wenn nicht eine kantonale  als Beschwerdeinstanz verfügt hat, die Unangemessenheit  werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den  gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt seines  (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publ. Urteils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).
2. 2.1 Ausländerinnen und Ausländer benötigen zur Einreise in die Schweiz ein für den Grenzübertritt anerkanntes Ausweispapier und ein Visum, sofern sie nicht von der Visumpflicht befreit sind (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20] i.V.m. Art. 3 ff. der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über das Einreise- und  [VEV, SR 142.204]).
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2.2 Der Beschwerdeführer kann sich als iranischer Staatsangehöriger auf keine Ausnahmeregelung berufen und unterliegt deshalb der .
2.3 Für die Visumerteilung ist - unter Vorbehalt der Zuständigkeiten des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) sowie der kantonalen Ausländerbehörden - das BFM zuständig (vgl. Art. 6 AuG i.V.m. Art. 23 Abs. 1 VEV).
3. Für die Erteilung eines Visums ist - wenn nur ein vorübergehender Aufenthalt beantragt wird - unter anderem vorausgesetzt, dass der Gesuchsteller oder die Gesuchstellerin für die gesicherte  Gewähr bietet (Art. 5 Abs. 2 AuG). Darüber ist im Rahmen einer Prognose zu befinden, in welche die allgemeine Lage im , die persönlichen Verhältnisse des Gesuchstellers bzw. der  sowie sonstige Besonderheiten des Einzelfalles  sind (vgl. dazu ALBERTO ACHERMANN, Die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts im Bereich des Ausländer- und , S.197, in: ALBERTO ACHERMANN / MARTINA CARONI / ASTRID EPINEY / WALTER KÄLIN / MINH SON NGUYEN / PETER UEBERSAX [Hrsg.], Jahrbuch für Migrationsrecht 2007/2008, Bern 2008).
4. 4.1 Die politischen Machtstrukturen im Iran sind vom autoritären  des "velayat-e faqih" (Herrschaft der islamischen Rechtsgelehrten) geprägt und haben Auswirkungen auf praktisch  Lebensbereich. Die mit Reformbestrebungen einhergehende Amtszeit von Staatspräsident Sayed Mohammed Khatami endete im August 2005 mit dem Amtsantritt von Mahmud Ahmadinejad, der als Vertreter des streng religiösen konservativen Flügels der iranischen Politik gilt. Nach seinem ersten Amtsjahr, welches einen  Kurswechsel einleitete, rückten innen- und wirtschaftspolitische Themen - darunter die Bekämpfung der Inflation - in den Vordergrund. Unter zunehmendem innenpolitischen Druck verfügte die Regierung Ahmadinejad die Schliessung verschiedener Zeitungen sowie die Kontrolle des Internets durch Einsatz von Filterprogrammen.  Demonstrationen von Frauen- und Menschenrechtsaktivisten, Lehrerproteste und Proteste an Universitäten führten dazu, dass  Teilnehmer verhaftet und teilweise zu Haftstrafen verurteilt  (Quelle: http://www.auswaertiges-amt.de, Stand: Juni 2008, be-
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sucht am 8. Oktober 2008). Die vor allem in reformwilligen, gebildeten Kreisen bestehende Unzufriedenheit über die dargelegte  Situation ist für diejenigen, die es sich leisten können, häufig , eine Emigration (insbesondere auch nach West- oder ) ins Auge zu fassen. Dabei zeigt sich die Tendenz zur  erfahrungsgemäss besonders stark bei jüngeren und ledigen männlichen Personen. Sie wird vor allem dann noch begünstigt, wenn bereits Verwandte oder Bekannte im Ausland leben und  ein minimales soziales Beziehungsnetz besteht. Im Falle der Schweiz führt dies angesichts der restriktiven fremdenpolizeilichen  nicht selten zur Umgehung ausländerrechtlicher .
4.2 Beim Gesuchsteller handelt es sich um einen 24-jährigen, ledigen Mann. Gemäss den Äusserungen der Beschwerdeführer in ihrer schriftlichen Stellungnahme gegenüber dem kantonalen Migrationsamt lebt der Gesuchsteller nach wie vor bei seiner Ursprungsfamilie in . Der Vater des Gesuchstellers sei Botschafter und habe sich mit einem Teil der Familie (ohne den Gesuchsteller) während längerer Zeit in Polen aufgehalten. Die Mutter des Gesuchstellers sei eine  der Beschwerdeführerin. Ein Onkel des Gesuchstellers lebe  in der Schweiz und sei hier eingebürgert. Der Gesuchsteller habe im Moment keine Arbeitsstelle und erlerne die deutsche Sprache (nach Erklärung des Gesuchstellers selbst in seinem Antragsformular an einer Privatschule). Nach Beendigung des angestrebten  werde er zu seiner Familie zurückkehren, weiter nach einer Arbeitsstelle suchen und auch das Deutschstudium fortführen. Über den angestammten Beruf, bzw. den Bereich, in dem der Gesuchsteller bisher erfolglos eine Arbeitsstelle gesucht hat, ist nichts aktenkundig. Ebenso wenig ist ersichtlich, welches Ausbildungsziel der  mit seiner Sprachschulung anstrebt. Entsprechend lässt sich nicht abschätzen, ob er mit diesen zusätzlichen Sprachkenntnissen in  Heimat bessere Aussichten haben wird, sich eine eigene  und wirtschaftliche Existenz schaffen zu können. Von der  in deren Vernehmlassung zu Recht auf diese Lücken  gemacht, haben die Beschwerdeführer trotz eintsprechender  nicht repliziert.
4.3 Aus den Akten kann solchermassen weder unter dem  noch unter einem wirtschaftlich-beruflichen Aspekt auf  geschlossen werden, die verlässlich von einer allfälligen
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Emigration abzuhalten vermöchten. Dies gilt um so mehr, als der  mit seinen in der Schweiz lebenden Verwandten (Tante und Onkel) über nahe Bezugspersonen verfügt, was einen solchen  nach dem bereits Gesagten noch fördern kann.
4.4 Tritt hinzu, dass mit der angestrebten Einreise ein weiteres, im  noch nicht deklariertes Ziel verfolgt wird. Nachdem der Gesuchsteller in seinem Visumsantrag auf die Frage nach dem  der Reise vermerkt hatte, er wolle in der Schweiz die Tante und den Onkel besuchen und die deutsche Sprache erlernen, hatten sich vorerst auch die Beschwerdeführer (in ihrer Stellungnahme gegenüber dem kantonalen Migrationsamt vom 9. Juni 2008) in gleicher Weise geäussert. Demgegenüber bringen sie in ihrer Rechtsmitteleingabe beim Bundesverwaltungsgericht erstmals vor, ein Hauptzweck der  liege auch darin, den Gesuchsteller hier in der Schweiz von einem Facharzt untersuchen und abklären zu lassen. Der Gesuchsteller habe vor drei Jahren bei einem Verkehrsunfall Verletzungen im  erlitten. Als Folge der Verletzungen und von bereits im frühen Kindesalter bei einer Operation erlittenen Schädigungen habe er nach Einschätzung iranischer Ärzte seine Zeugungskraft eingebüsst. Diese Befunde wollten sie (die Beschwerdeführer) nun von einem  in der Schweiz überprüfen lassen. Die Befunde seien für den  insofern wichtig, als es für ihn darum gehe, über eine  Heirat zu entscheiden. Dass diese Umstände nicht schon im  vorgetragen worden seien, habe seinen Grund darin, dass es dabei um einen privaten und intimen Bereich des  gehe.
Irgend welche Belege medizinischer Natur wurden im  nicht ediert. Dies obwohl die Vorinstanz in ihrer  noch ausdrücklich auf deren mögliche Erheblichkeit aufmerksam gemacht hatte. Solchermassen lässt sich nicht abschätzen, wie  diese Abklärungen geplant wurden bzw. ob sie sich überhaupt im zeitlichen Rahmen des zur Diskussion stehenden Besuchsaufenthalts durchführen liessen. In völliger Unkenntnis der Umstände kann auch das Risiko nicht beurteilt werden, dass eine Behandlung während des Besuchsaufenthalts begonnen und zum Anlass für ein  bzw. für eine Änderung des Aufenthaltszwecks genommen werden könnte, was wiederum geeignet wäre, das  der zuständigen Behörden einzuschränken.
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5. Vor dem aufgezeigten Hintergrund durfte die Vorinstanz somit zu Recht davon ausgehen, dass für eine anstandslose und fristgerechte Wiederausreise nicht genügend Gewähr besteht (Art. 5 Abs. 2 AuG).
6. Die angefochtene Verfügung ist im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
7. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens werden die  Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die  sind auf Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und  vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).
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