Decision ID: 0438acbc-dcbe-49df-80ed-a4f3e034cf68
Year: 2007
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 14.09.2007 Art. 53 Abs. 2 ATSG. Bei Zweifeln, ob der von einem EL-Bezüger und seinem Sohn als dessen Vermieter vereinbarte Mietzins tatsächlich bezahlt wird bzw. ob dieser vereinbarte Mietzins nicht deutlich übersetzt ist, kann nicht ohne weitere Abklärungen der massiv unter dem geltend gemachten Mietzins liegende Eigenmietwert der Wohnung in der EL-Berechnung berücksichtigt werden. Vermutet die EL-Durchführungsstelle einen Versicherungsbetrug, so hat sie den Sachverhalt nötigenfalls unter Beizug der Strafverfolgungsbehörden näher abzuklären. Wurden EL in einer bestimmten Höhe unter Anrechnung eines von der EL-Durchführungsstelle neu als übersetzt betrachteten Mietzinses bereits rechtskräftig zugesprochen, so kann die EL-Durchführungsstelle ohne Sachverhaltsveränderung keine Anpassung vornehmen, sondern kann sich gegebenenfalls der Wiedererwägung bedienen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. September 2007, EL 2007/35).
Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und Marie
Löhrer; Gerichtsschreiberin Miriam Lendfers
Entscheid vom 14. September 2007
In Sachen
B._,
Beschwerdeführer,
gegen
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Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Ergänzungsleistung zur AHV (Anpassung)

hat das Versicherungsgericht in Erwägung gezogen:
I.
A.- a) B._, Jahrgang 1936, bezog während Jahren Ergänzungsleistungen (EL) zur
Altersrente. Am 30. April 2003 verkaufte er die sich ursprünglich in seinem Eigentum
befindliche Liegenschaft an der A._strasse in C._ (Grundstück-Nr. X._) an seinen
Sohn und seine Schwiegertochter (EL-act. 21-3). Die Liegenschaft beinhaltet unter
anderem eine Wohnung, die offenbar von Sohn und Schwiegertochter bewohnt wird,
und eine Kleinstwohnung, in der der Versicherte wohnt (EL-act. 7-2). Gemäss
Mietvertrag vom 1. Mai 2003 bezahlt der Versicherte seinem Sohn für die von ihm
bewohnte Wohnung mit Wohnküche, Wohnzimmer, Schlafzimmer und Bad monatlich
Fr. 1'300.-, erstmals zahlbar per 1. Januar 2005 (EL-act. 21-10). In diesem Betrag
inbegriffen sind gemäss Mietvertrag eine Garage und zwei Autoabstellplätze, die nach
Angabe des Versicherten einen Wert von Fr. 100.- aufweisen (EL-act. 18-3).
b) Bis und mit Januar 2005 wurde dem Versicherten bei der EL-Berechnung eine
Bruttojahresmiete von Fr. 3'600.- angerechnet (EL-act. 22). Im Berechnungsblatt zur
Verfügung vom 5. April 2005 betreffend den EL-Anspruch ab Februar 2005 setzte die
EL-Durchführungsstelle neu eine Bruttojahresmiete von Fr. 14'400.- zuzüglich eine
Nebenkostenpauschale von Fr. 840.- ein (EL-act. 17). Diese Verfügung erwuchs
unangefochten in Rechtskraft.
c) Im Rahmen einer im Juni 2005 eingeleiteten periodischen Überprüfung der EL
forderte die EL-Durchführungsstelle eine aktuelle Zahlungsbestätigung der Miete ein
(EL-act. 13). Am 26. Oktober 2005 wurde ihr daraufhin unter anderem eine schriftliche
Bestätigung des Sohnes des Versicherten vom 20. Oktober 2005 eingereicht, wonach
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der Vater die Miete gemäss Mietvertrag bis und mit September 2005 stets pünktlich
und vollständig bezahlt habe (EL-act. 12-11). In der Verfügung vom 3. November 2005
betreffend den Anspruch ab 1. Juni 2005 setzte sie in der Folge weiterhin
Mietausgaben von Fr. 14'400.- zuzüglich eine Nebenkostenpauschale von Fr. 840.- in
die Berechnung ein (EL-act. 11). Einer internen Notiz vom 1. März 2007 ist zu
entnehmen, dass die EL-Durchführungsstelle einen telefonischen Hinweis erhalten
habe, wonach der Versicherte die Miete an seinen Sohn nicht bezahle (EL-act. 6). Sie
forderte daraufhin beim Grundbuchamt D._ eine Liegenschaftsschätzung über das
Grundstück an der A._strasse ein. Gemäss dieser Schätzung vom 16. Februar 2006
beträgt der Eigenmietwert der Lagerhalle mit Kleinstwohnung, die vom Versicherten
bewohnt sein soll, Fr. 510.- pro Jahr (EL-act. 7-2). Mit Schreiben vom 1. März 2007 an
den Versicherten verwies die EL-Durchführungsstelle auf diese Schätzung und bat um
Mitteilung, ob die Wohnung seit der Schätzung renoviert worden sei und deshalb einen
höheren Wert aufweise. Wenn ja, benötige sie die entsprechende Neuschätzung vom
Grundbuchamt, damit sie den neuen Eigenmietwert berücksichtigen könne (EL-act. 8).
Als der Versicherte auf diese Anfrage trotz Erinnerungsschreiben vom 23. März 2007
nicht reagierte, berechnete die EL-Durchführungsstelle die EL ab 1. April 2007 neu,
wobei sie eine Bruttojahresmiete von Fr. 510.- zuzüglich die Nebenkostenpauschale
von Fr. 840.- als Ausgabe anerkannte. Mit Verfügung vom 4. April 2007 wies sie die EL
infolge eines Einnahmenüberschusses von Fr. 1'933.- ab (EL-act. 4). Gegen diese
Verfügung richtet sich die Einsprache des Versicherten vom 9. April 2007. Er
beantragte, die EL gemäss dem Mietvertrag vom 1. Mai 2003 zu berechnen (EL-act. 1).
d) Der Rechtsdienst der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen wies die
Einsprache mit Entscheid vom 25. Juni 2007 ab. Der vom Versicherten vertraglich
vereinbarte Mietzins von Fr. 1'300.- monatlich sei offensichtlich übersetzt, weil der
Mietwert der Wohnung lediglich Fr. 510.- monatlich betrage. Es handle sich somit um
einen missbräuchlichen Mietzins, der in der EL-Berechnung nicht berücksichtigt
werden dürfe. Indem der Versicherte einen viel zu hohen Mietzins bezahle, schmälere
er indirekt seine Einkünfte und sein Vermögen, weshalb Art. 3c Abs. 1 lit. g ELG analog
anzuwenden sei. Zur Miete von Fr. 510.- komme die Nebenkostenpauschale von Fr.
1'680.- hinzu. In der angefochtenen Verfügung sei irrtümlich lediglich die Hälfte der
Pauschale angerechnet worden. Dessen ungeachtet ergebe sich noch immer ein
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Einnahmenüberschuss, weshalb die angefochtene Verfügung im Ergebnis rechtmässig
sei (act. G 1.1).
B.- a) Gegen diesen Entscheid richtet sich die Beschwerde des Versicherten vom 20.
Juli 2007 (Postaufgabe 23. Juli 2007). Er beantragt die Aufhebung des
Einspracheentscheids und die rückwirkende Wiederaufnahme der EL-Zahlungen. Die
Sachbearbeiter der Beschwerdegegnerin seien sich nicht einig, ob der Mietwert nun Fr.
510.- monatlich oder jährlich sei. Der Beschwerdeführer äussert seine Ansicht, dass
dieser Schätzwert der Liegenschaft, die ihm nicht gehöre, nicht relevant sei. Die
Beschwerdegegnerin wisse sehr genau, was er an Miete bezahlen müsse, da sie in den
letzten Jahren mehrmals Verträge und Zahlungsnachweise verlangt habe. Obwohl er
die Sachbearbeiter nicht kenne, habe er den Eindruck, dass diese ihn schikanieren
wollten. Dauernd müsse er irgendwelche Belege, Kopien usw. einreichen. Er glaube
nicht, dass dieses Verhalten normal sei. In der Schweiz gelte seines Wissens die freie
Wohnungswahl auch für Rentner. Auch habe er noch nie davon gehört, dass eine
Wohnung maximal zum Eigenmietwert vermietet werden dürfe. Er müsse und möchte
den deklarierten Betrag bezahlen. Seines Erachtens sei die Wohnung diesen Betrag
wert, er würde nirgends eine vergleichbare Wohnung günstiger und schon gar nicht für
Fr. 510.- im Jahr (oder Monat?) finden (act. G 1).
b) Die Beschwerdegegnerin beantragt am 6. August 2007 die Abweisung der
Beschwerde und verweist zur Begründung auf die Erwägungen im
Einspracheentscheid (act. G 3).
c) Mit Vollmacht vom 20. August 2007 ermächtigte der Beschwerdeführer seinen Sohn
zu seiner Vertretung unter anderem im vorliegenden Verfahren. Der Sohn nahm am
selben Tag Einsicht in die Gerichtsakten (act. G 5 und 6).
II.
1.- a) Eine formell rechtskräftig zugesprochene Dauerleistung wird von Amtes wegen
oder auf Gesuch hin erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der ihr
zugrunde liegende Sachverhalt nachträglich erheblich verändert (Art. 17 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR
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830.1]). Die Anpassung einer Dauerleistung an einen nachträglich veränderten
Sachverhalt (vgl. dazu etwa ULRICH MEYER-BLASER, Die Abänderung formell
rechtskräftiger Verwaltungsverfügungen in der Sozialversicherung, ZBl 1994, S. 349 f.)
setzt also voraus, dass diese nachträgliche Veränderung für den Leistungsanspruch
erheblich ist. Das einer Anpassungsverfügung vorausgehende Verwaltungsverfahren
muss deshalb darauf ausgerichtet sein festzustellen, ob seit der rechtskräftigen
Leistungszusprache eine Sachverhaltsveränderung eingetreten ist und ob diese
Veränderung erheblich ist, d.h. ob sie eine Neufestsetzung der laufenden Leistung ex
nunc et pro futuro erfordert.
b) In der Verfügung vom 4. April 2007 wollte die Beschwerdegegnerin eine Anpassung
vornehmen. Sie hatte in der EL-zusprechenden Verfügung vom 5. April 2005 betreffend
den Anspruch ab 1. Februar 2005 Mietausgaben in der Höhe von Fr. 1'200.- monatlich
bzw. Fr. 14'400.- jährlich zuzüglich eine Pauschale für die Nebenkosten in der Höhe
von Fr. 840.- jährlich als Ausgaben anerkannt. Diese Verfügung erwuchs
unangefochten in Rechtskraft. Bereits zu jenem Zeitpunkt lag ihr der Mietvertrag
zwischen dem Beschwerdeführer und dessen Sohn vom 1. Mai 2003 vor. Sie stellte auf
die dort vereinbarte Miete ab, wobei sie vom vereinbarten Mietzins von Fr. 1'300.- den
Betrag von Fr. 100.- für Garage und Abstellplätze in Abzug brachte. Seit jener
Verfügung vom 5. April 2005 ist die Wohnsituation des Beschwerdeführers dieselbe
geblieben. Da der Sachverhalt in diesem Punkt also unverändert ist, waren bei Erlass
der Verfügung vom 4. April 2007 die Voraussetzungen für die Anpassung nicht
gegeben.
2.- a) Neben der Anpassung gibt es weitere Möglichkeiten, auf rechtskräftige
Verfügungen zurückzukommen, insbesondere die Wiedererwägung und die
prozessuale Revision. Nach Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger auf
formell rechtskräftige Verfügungen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn
diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung
ist (BGE 119 V 183 Erw. 3a mit Hinweisen). Demgegenüber ist der Versicherungsträger
gemäss Art. 53 Abs. 1 ATSG verpflichtet, mittels prozessualer Revision auf eine formell
rechtskräftige Verfügung oder einen Einspracheentscheid zurückzukommen, wenn
neue Tatsachen oder Beweismittel entdeckt werden, die zu einer anderen rechtlichen
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Beurteilung führen, in diesem Sinn also erheblich sind (siehe zum Begriff etwa
THOMAS LOCHER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, Bern 2003, S. 467 f.).
b) Im vorliegenden Fall sind keine neuen Tatsachen oder Beweismittel zum Vorschein
gekommen, deren Beibringung zuvor nicht möglich gewesen wäre. Die Schätzung der
Liegenschaft vom Februar 2006 kann nicht als ein derartiges neues Beweismittel
gewertet werden, hätte die Beschwerdegegnerin doch bereits beim Verkauf der
Liegenschaft und bei Abschluss des Mietvertrags zwischen dem Beschwerdeführer
und dessen Sohn eine Liegenschaftsschätzung einverlangen können. Somit scheidet
auch die prozessuale Revision aus.
c) Damit bleibt die Wiedererwägung wegen zweifelloser Unrichtigkeit. Ungewiss ist, ob
sich die vom Beschwerdeführer deklarierten Mietausgaben als zweifellos unrichtig
erweisen. Die Liegenschaft an der A._strasse in C._ besteht aus drei separat
versicherten Grundstückteilen. Unter der Versicherungs-Nr. Y._ ist eine Wohnung mit
Lager und Büro versichert, der Eigenmietwert wurde im Februar 2006 auf Fr. 9'663.-
geschätzt. Mit einem geschätzten Eigenmietwert von Fr. 510.- ist unter der
Versicherungs-Nr. Z._ eine Lagerhalle mit Kleinstwohnung aufgeführt; der
Ertragswert wurde auf Fr. 6'220.- geschätzt. Schliesslich befindet sich auf dem
Grundstück noch eine Werkstätte (Versicherungs-Nr. W._) mit einem geschätzten
Mietwert von Fr. 1'079.- (EL-act. 7-2). Offenbar wohnen Sohn und Schwiegertochter
des Versicherten in der unter der Nr. Y._ versicherten Wohnung, während der
Versicherte selbst die Kleistwohnung unter der Nr. Z._ bewohnt (vgl. den Hinweis auf
eine entsprechende telefonische Auskunft des Grundbuchbeamten vom 1. März 2007
in EL-act. 7-2). Gemäss Schätzungsprotokoll weist die "Lagerhalle (mit
Kleinstwohnung)" 908 Kubikmeter auf und ist zusammengebaut mit der "Werkstätte"
Nr. W._, die ihrerseits 328 Kubikmeter gross ist. Vor dem Hintergrund, dass die
Wohnung des Beschwerdeführers samt Lagerhalle offenbar nur über einen Ertragswert
von Fr. 6'220.- jährlich bzw. einen Eigenmietwert von Fr. 510.- jährlich verfügt,
erscheint der vom Beschwerdeführer und dessen Sohn vereinbarte monatliche Mietzins
von Fr. 1'200.- (exkl. Garage und Abstellplätze) tatsächlich als deutlich zu hoch. Zudem
ist nicht ersichtlich, weshalb die vereinbarte Miete von offenbar Fr. 700.- im Jahr 2002
plötzlich auf Fr. 1'300.- angestiegen sein soll (EL-act. 27-1), zumal keine Umbauten
oder Renovationen geltend gemacht werden.
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d) In der EL-Berechnung zur Verfügung vom 4. April 2007 rechnete die
Beschwerdegegnerin den Eigenmietwert des Objekts mit der Versicherungs-Nr. Z._
als Mietkosten an. Dieses Vorgehen ist nicht rechtmässig. Grundsätzlich ist der effektiv
geschuldete Mietzins anzurechnen. Der Beschwerdeführer als Mieter und sein Sohn als
Vermieter unterschrieben, dass der Mietzins Fr. 1'300.- inklusive Garage und
Abstellplätze betrage, und der Sohn bestätigte am 20. Oktober 2005 zudem
unterschriftlich, der Vater habe diese Miete bis und mit September 2005 stets pünktlich
und vollständig bar bezahlt (EL-act. 12-11). Die Beschwerdegegnerin erhielt den
telefonischen Hinweis, der Beschwerdeführer bezahle die Miete an seinen Sohn nicht,
wobei die Quelle aus den Akten nicht ersichtlich ist (EL-act. 6). Im Rahmen ihrer
Untersuchungspflicht hat sie abzuklären, in welcher Höhe effektiv Miete geschuldet
bzw. bezahlt wird. Schenkt sie den Aussagen des Beschwerdeführers und dessen
Sohnes als Vermieter keinen Glauben und unterstellt diesen, vorsätzlich falsche
Angaben zu machen, vermutet sie also einen Versicherungsbetrug, so hat sie dem
Sachverhalt nötigenfalls unter Beizug der Strafverfolgungsbehörden auf den Grund zu
gehen. Sicher nicht rechtmässig ist es, dem Beschwerdeführer ohne weitere
Abklärungen den Eigenmietwert von Lager und Kleinstwohnung anzurechnen. Nach
Lage der Akten ist der Beschwerdeführer nicht mehr Eigentümer der Liegenschaft, seit
er diese im April 2003 an Sohn und Schwiegertochter verkauft hat. Da der Verkauf
ohne Einräumung eines Wohnrechts oder der Nutzniessung für den Beschwerdeführer
erfolgte, hat dieser keinen Anspruch darauf, die Wohnung zum Eigenmietwert von
seinem Sohn und der Schwiegertochter zu mieten. Die Beschwerdegegnerin hat nicht
abgeklärt, ob ein vergünstigtes oder unentgeltliches Wohnen des Beschwerdeführers
im Rahmen von Art. 328 des Zivilgesetzbuchs (ZGB; SR 210) in Frage kommt (wobei
freilich sowohl der Beschwerdeführer als auch dessen Sohn unentgeltliches Wohnen
des Erstgenannten bestreiten). Lediglich in diesem Fall wäre die Anrechnung des
Eigenmietwerts unter Umständen gerechtfertigt (vgl. dazu Rz. 3024 der vom
Bundesamt für Sozialversicherung herausgegebenen Wegleitung über die EL zur AHV
und IV [WEL] sowie RALPH JÖHL, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: SBVR XIV-
Meyer, Soziale Sicherheit, Basel 2007, S. 1702).
e) Im Zusammenhang mit der Anrechnung des Eigenmietwerts ist der
Beschwerdegegnerin übrigens im Einspracheentscheid gleich noch ein Fehler
unterlaufen, indem sie das Ergebnis der EL-Abweisung bestätigt, der Verfügung vom 4.
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April 2007 aber irrtümlich unterstellt, einen Mietzins von Fr. 510.- monatlich statt
jährlich angerechnet zu haben. Bei Anrechnung eines Mietzinses von Fr. 510.-
monatlich würde ein EL-Anspruch bestehen. Die bereits in der Verfügung vom 4. April
2007 falsche Anrechnung des Mietzinses wurde in der Begründung des
Einspracheentscheids also sogar noch verschlimmert, sodass dieser Entscheid in
Begründung und Ergebnis widersprüchlich ist.
f) Im Übrigen erscheint auch die Anrechnung einer Mietkostenpauschale, die im
Einspracheentscheid von Fr. 840.- auf Fr. 1'680.- erhöht wurde, als nicht gerechtfertigt.
Die Pauschale von Fr. 1'680.- pro Jahr nach Art. 16a ELV kann nur Personen
angerechnet werden, die eine ihnen gehörende Liegenschaft bewohnen bzw. die über
die Nutzniessung oder ein Wohnrecht verfügen. Dies ist vorliegend nicht der Fall. Nach
Art. 16b ELV ist bei Personen, die ihre Mietwohnungen selber beheizen müssen und
dem Vermieter keine Heizkosten nach Art. 257b Abs. 1 des Obligationenrechts (OR; SR
220) zu zahlen haben, für die Heizkosten zu den übrigen Nebenkosten eine Pauschale
von Fr. 840.- hinzugezählt.
g) Sollte sich aufgrund von weiteren Abklärungen zeigen, dass der Beschwerdeführer
tatsächlich Zahlungen über Fr. 1'300.- monatlich leistet und sollte z.B. eine Schätzung
des marktkonformen Mietwerts – nicht des Eigenmietwerts – ergeben, dass die vom
Beschwerdeführer gemietete Wohnung nicht diesen Wert aufweist, so könnte der
überhöhte Mietzins einen EL-rechtlich relevanten Vermögensverzicht darstellen.
3.- Nach Lage der Akten ist nicht ausgeschlossen, dass die Voraussetzungen für eine
Wiedererwägung der Verfügung vom 5. April 2005 durch die zweifellos unrichtige
Anrechnung eines ungerechtfertigt hohen Mietzinses sowie möglicherweise auch durch
schon in jener Verfügung falsch angerechnete Nebenkosten gegeben sind. Diese Frage
kann vom Gericht nicht beantwortet werden, da der massgebliche Sachverhalt von der
Beschwerdegegnerin nicht in ausreichender Weise abgeklärt wurde. Durch das
Abstellen auf den Eigenmietwert, ohne dass genügende Abklärungen vorgenommen
worden wären, hat sie ihre Untersuchungspflicht verletzt. Eine Rückweisung zur
weiteren Abklärung ist jedoch nicht angezeigt, da die Beschwerdegegnerin sich nicht
etwa entschieden hat, eine Wiedererwägung vorzunehmen, und ihr nicht bewusst war,
dass sie die gewünschte Korrektur gegebenenfalls nur unter diesem Titel vornehmen
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könnte. Die Beschwerdegegnerin ist der Ansicht, eine Anpassung vorgenommen zu
haben, obwohl verfahrensrechtlich wie erläutert nur eine Wiedererwägung in Frage
käme. Nach der Praxis des Bundesgerichts zu den Revisionsbestimmungen im IV-
Bereich ist es zulässig, einen Rentenrevisionsentscheid einer IV-Stelle, der sich nicht
mit einer erheblichen Veränderung des IV-Grads rechtfertigen lässt, im
Beschwerdeverfahren mit der substituierten Begründung der Wiedererwägung zu
"retten" (vgl. BGE 129 V 433 ff., Erw. 3 m.H.). Dieser Praxis folgt das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen insoweit nicht, als die
Wiedererwägungsfrage regelmässig der Verwaltung überlassen wird (z.B. Urteil EL
2003/39 vom 15. Juni 2004). Da der Sachverhalt mangelhaft abgeklärt wurde und
aktuell nicht entschieden werden könnte, ob die Voraussetzungen für die
Wiedererwägung tatsächlich gegeben sind, käme die Anwendung der
höchstrichterlichen "Substitutionspraxis" jedoch ohnehin nicht in Frage. Sollte sich die
Beschwerdegegnerin nach weiteren Abklärungen im Rahmen ihres Ermessens dazu
entscheiden, ein Wiedererwägungsverfahren zu eröffnen, so hätte sie zu beachten,
dass durch die Wiedererwägung die ursprünglich falsche Verfügung zerstört würde und
sie diese durch eine korrekte Verfügung zu ersetzen hätte, die Wiedererwägung also ex
tunc durchzuführen wäre und die Wirkung nicht lediglich ex nunc et pro futuro eintreten
könnte (vgl. RALPH JÖHL, Zur Praxis der substituierten Begründung der
Wiedererwägung bei zu Unrecht ergangenen Anpassungsverfügungen, in: AJP 8/2004,
S. 1001 ff.).
4.- a) Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist der angefochtene
Einspracheentscheid vom 15. Mai 2007 in Gutheissung der Beschwerde ersatzlos
aufzuheben.
b) Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG