Decision ID: aaadec22-9774-58b7-89b2-7b5c6ace7d50
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Am 31. August 2019 reichte A._ (fortan: Beschwerdeführerin) beim
Bundesamt für Sozialversicherungen (fortan: Vorinstanz) ein Beitragsge-
such um Gewährung von Finanzhilfen betreffend Tagesstrukturen (...) ein
(Gesuchsnummer ...). Als Datum der Betriebsaufnahme der Tagesstruktur
wurde der 7. August 2019 angegeben.
B.
Mit Verfügung vom 20. September 2019 trat die Vorinstanz auf das Gesuch
nicht ein. Zur Begründung machte sie geltend, das Beitragsgesuch sei erst
nach Eröffnung der Einrichtung eingereicht worden, weshalb die Frist ver-
passt wurde. Objektive Gründe für die verspätete Gesuchseingabe seien
nicht ersichtlich, womit eine Fristwiederherstellung ausser Betracht falle.
Vor allem könne eine wegen Rechtsunkenntnis, Arbeitsüberlastung oder
Ferienabwesenheiten versäumte Frist nicht wiederhergestellt werden.
C.
Am 22. Oktober 2019 reichte die Beschwerdeführerin, vertreten durch den
Gemeinderat, Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein und bean-
tragte, die Verfügung vom 20. September 2019 sei aufzuheben und die Sa-
che zur materiellen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Zur Be-
gründung machte sie im Wesentlichen geltend, die Vorinstanz habe den
abschlägigen Entscheid getroffen, ohne der Beschwerdeführerin Gelegen-
heit zu geben, ihre objektiven Gründe für die verspätete Gesuchseingabe
darzulegen.
D.
In ihrer Vernehmlassung vom 27. November 2019 beantragte die
Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde. Gesuche um Finanzhilfen an
Kindertagesstätten und Einrichtungen für die schulergänzende Betreuung
seien vor der Betriebsaufnahme der Institution einzureichen. Werde ein
Gesuch erst nach erfolgter Betriebsaufnahme eingereicht, sei es verspätet
und könne darauf nicht eingetreten werden. Sie habe die Beschwerdefüh-
rerin über die verpasste Frist informiert. Zwischen dieser Information und
dem angefochtenen Entscheid seien 17 Tage verstrichen, in denen die Be-
schwerdeführerin ausreichend Zeit gehabt hätte, sich zu den objektiven
Gründen ihrer Verspätung zu äussern, was sie aber unterlassen habe. Er-
gänzend weist sie darauf hin, dass zwischenzeitlich ein zweites Gesuch
zusammen mit B._ (Trägerschaft der Tagesstruktur in (Ort) bis Juli
2019) eingereicht wurde. Demnach würde die Tagesstruktur in (Ort) von
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der Beschwerdeführerin übernommen und weitergeführt, sodass das ein-
gangs gestellt Gesuch betreffend Betriebsaufnahme ohnehin hinfällig sei.
E.
Mit unaufgeforderter Stellungnahme vom 18. Dezember 2019 moniert die
Beschwerdeführerin erneut, die Vorinstanz habe ihr verwehrt, zu den Grün-
den für die verspätete Gesuchseingabe Stellung zu nehmen. Betreffend ihr
gemeinsames Gesuch mit B._ führt sie aus, dies sei lediglich in-
folge des angefochtenen Nichteintretensentscheids gestellt worden und
könne dem ersten Gesuch nicht entgegengehalten werden.
F.
Die Vorinstanz hält mit Eingabe vom 10. Januar 2020 unverändert an ihren
Anträgen fest und weist darauf hin, dass vorliegend nur die Frage nach der
Rechtmässigkeit des Nichteintretens aufgrund verpasster Frist streitgegen-
ständlich sei.
G.
Auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung haben beide Seiten
stillschweigend verzichtet.
H.
Auf weitere Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die eingereichten Ak-
ten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der folgenden Erwägungen ein-
gegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig zur Beurteilung von Be-
schwerden gegen Verfügungen der Vorinstanz im Bereich Finanzhilfen für
familienergänzende Kinderbetreuung (vgl. Art. 31 ff. VGG i.V.m. Art. 5
VwVG sowie Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 2002 über
Finanzhilfen für familienergänzende Kinderbetreuung [KBFHG, SR 861]).
Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen,
ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat an deren
Aufhebung oder Änderung ein schutzwürdiges Interesse (Art. 48 Abs. 1
VwVG). Die Beschwerdeführerin ist eine öffentlich-rechtliche Körperschaft
und als solche zur Beschwerde legitimiert; sie ist durch den Gemeinderat
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rechtsgenüglich vertreten. Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht
eingereicht (Art. 50 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) und auch der Kostenvor-
schuss rechtzeitig geleistet (Art. 63 Abs. 4 VwVG). Die übrigen Sachurteils-
voraussetzungen liegen vor (Art. 44 ff. VwVG).
1.2 Anfechtungsobjekt ist vorliegend die Verfügung vom 20. September
2019, mit der die Vorinstanz auf das Gesuch um Gewährung von Finanz-
hilfen betreffend Tagesstrukturen nicht eingetreten ist. In einer Beschwerde
gegen einen Nichteintretensentscheid kann nur geltend gemacht werden,
die Vorinstanz habe zu Unrecht das Bestehen der Eintretensvoraussetzun-
gen verneint (BGE 135 II 38 E. 1.2; Urteil des BVGer B-4003/2014 vom
24. Juni 2015 E. 1.5). Der Streitgegenstand beschränkt sich auf die Eintre-
tensfrage (BGE 132 V 74 E.1.1; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ
KNEUBÜHLER; Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl.
2013, Rz. 2.164).
Auf den Antrag der Beschwerdeführerin, die Verfügung sei aufzuheben und
die Sache der Vorinstanz zur materiellen Behandlung zurückzuweisen, ist
daher einzutreten.
2.
2.1 Das KBFHG ist seit dem 1. Februar 2003 in Kraft. Das Gesetz und die
zugehörige Verordnung über Finanzhilfen für familienergänzende Kinder-
betreuung vom 25. April 2018 (KBFHV, SR 861.1) bilden die Grundlage für
ein Impulsprogramm, das die Schaffung von Betreuungsplätzen für Kinder
fördern und den Eltern eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf
oder Ausbildung ermöglichen soll.
2.2 In seiner Botschaft vom 29. Juni 2016 zur Änderung des KBFHG defi-
nierte der Bundesrat zusätzliche Aufgabenbereiche: Ziel der Gesetzesän-
derung war die Schaffung zweier neuer, auf fünf Jahre befristeter Instru-
mente zur Förderung der familienergänzenden Kinderbetreuung, nämlich
Finanzhilfen für die Erhöhung von kantonalen und kommunalen Subven-
tionen sowie Finanzhilfen für Projekte zur besseren Abstimmung des fami-
lienergänzenden Betreuungsangebotes auf die Bedürfnisse der Eltern (vgl.
Botschaft vom 29. Juni 2016 zur Änderung des Bundesgesetzes über Fi-
nanzhilfen für familienergänzende Kinderbetreuung [BBl 2016 6377,
6378 f.]). Die neuen gesetzlichen Grundlagen erforderten ebenfalls eine
Anpassung der dazu gehörenden Verordnung (vgl. die Erläuterungen zur
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Totalrevision der Verordnung über Finanzhilfen für familienergänzende Kin-
derbetreuung vom 25. April 2018, S. 4 f., < https://www.bsv.ad-
min.ch/dam/bsv/de/dokumente/familie/gesetze/Erlaeuterungen_neue_Fi-
nanzhilfen.pdf.download.pdf/20180425%20Erlaeuterun-
gen%20KBFHV.pdf >, abgerufen am 7. Dezember 202014. Dezember
2020). Die revidierten Erlasse traten am 1. Februar 2019 in Kraft.
2.3 Das Verfahren für die Gewährung von Finanzhilfen für familienergän-
zende Kinderbetreuung richtet sich mangels anderslautender Bestimmun-
gen im KBFHG nach dem Subventionsgesetz vom 5. Oktober 1990 (SuG,
SR 616.1). Gemäss Art. 35 Abs. 1 SuG bestimmt sich der Rechtsschutz
nach den allgemeinen Bestimmungen der Bundesrechtspflege. Ausnah-
men sind keine vorgesehen (Urteile des BVGer B-5932/2018 vom
18. März 2019 E. 2.1; B-3819/2017 vom 3. Mai 2018 E. 2.1; B-3091/2016
vom 8. Februar 2018 E. 2).
2.4 In zeitlicher Hinsicht werden Gesuche um Finanzhilfen nach dem zum
Zeitpunkt der Gesuchseinreichung geltenden Recht beurteilt, wenn die
Leistung vor der Erfüllung der Aufgabe verfügt wird, oder nach dem zu Be-
ginn der Aufgabenerfüllung geltenden Recht, wenn die Leistung nachher
zugesprochen wird (Art. 36 Bst.a und b SuG). Die Beschwerdeführerin
reichte ihr Gesuch am 31. August 2019 ein, weshalb die am 1. Februar
2019 in Kraft getretenen Bestimmungen Anwendung finden.
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz sei auf ihr Gesuch zu Un-
recht nicht eingetreten. Sie sei nur eine kleine Gemeinde und der Gemein-
derat habe sich mit dem Aufbau einer Ganztagesbetreuung zum Schuljahr
2019/2020 viel Arbeit vorgenommen. Die Umsetzung sei nicht zuletzt mit
der Erwartung erfolgt, die hohen Anfangsinvestitionen seien durch Bun-
dessubventionen gedeckt. Es sei auch zu berücksichtigen, dass die Tages-
strukturen nicht von einem professionellen Unternehmen in Gewinnabsicht
von langer Hand geplant wurden, sondern von nebenamtlich tätigen Per-
sonen in Reaktion auf einen drohenden Abbau öffentlicher Leistungen im
Interesse der Bevölkerung. Die Eröffnung des neuen Angebots erst nach
Beginn des Schuljahres anzusetzen, sei nicht zur Debatte gestanden und
die Einhaltung der Frist gleichzeitig unzumutbar gewesen. Ursächlich hier-
für seien der ohnehin sehr straff kalkulierte Zeitplan für die Eröffnung der
Tagesstruktur in Kombination mit Ferienabwesenheiten, die zu einem re-
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duzierten Betrieb in der Gemeinde geführt haben. Die Eröffnung der Ta-
gesstruktur habe als übergeordnetes Ziel gegenüber der Erstellung des
Subventionsgesuchs Priorität genossen. Indem die Vorinstanz der Be-
schwerdeführerin zwischen Gesuchseinreichung und Nichteintretensent-
scheid keine Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben hat, habe sie ihr
rechtliches Gehör verletzt. Die die Beschwerdeführerin beratende Fach-
stelle habe ihr geraten, im August 2019 ein eigenes Gesuch einzureichen.
Das gemeinsame Gesuch mit B._ sei erst nach dem Nichteintreten-
sentscheid und fruchtlosen Wiedererwägungsgesuchen der beratenden
Fachstelle bei der Vorinstanz eingereicht worden. Es sei irritierend, dass
die Vorinstanz das nachträglich eingereichte Gesuch in Zusammenhang
mit der Verweigerung des ersten Gesuchs in Feld führe.
3.2 Die Vorinstanz bringt vor, auf nach erfolgter Betriebsaufnahme einge-
reichte Gesuche könne nicht eingetreten werden. Dadurch werde sicher-
gestellt, dass effektiv nur neu zu schaffende Plätze von den Finanzhilfen
des Bundes profitieren können. Laut den Angaben im Beitragsgesuch habe
die Eröffnung der Tagesstrukturen (Ort) bereits am 7. August 2019 stattge-
funden, wogegen das Gesuch erst am 31. August 2019 eingereicht worden
sei. Bei den in der Beschwerde geltend gemachten Gründen der Arbeits-
überlastung sowie Ferienabwesenheiten handle es sich nicht um objektive
Gründe, womit die Frist nicht wiederhergestellt werden könne. Der Vorwurf,
die Vorinstanz habe der Beschwerdeführerin keine Gelegenheit gegeben,
die objektiven Gründe für die verspätete Gesuchseinreichung zu belegen,
sei unbegründet. Die Vorinstanz habe die Trägerschaft per E-Mail und Te-
lefon informiert und somit Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Es
habe anschliessend auch ein Austausch mit der die Beschwerdeführerin
beratenden Fachstelle stattgefunden. Da sich die Gemeinde daraufhin 17
Tage lang nicht gemeldet habe, sei am 20. September 2019 der Nichtein-
tretensentscheid gefällt worden. Die Beschwerdeführerin habe sich (nach-
träglich) mit dem bisherigen Anbieter der vorbestehenden Tagesstruktur
geeinigt, deren Angebot zu übernehmen und in eigener Verantwortung wei-
terzuführen. Auf die geltend gemachte Eröffnung einer neuen Tagesstruk-
tur per 7. August 2019 hätte daher auch diesem Grund nicht eingetreten
werden können, da es sich so um eine Übernahme einer bestehenden In-
stitution unter neuer Trägerschaft handle.
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4.
4.1 Der Bund gewährt im Rahmen der bewilligten Kredite Finanzhilfen zur
Schaffung familienergänzender Betreuungsplätze für Kinder, damit die El-
tern Familie und Arbeit oder Ausbildung besser miteinander vereinbaren
können (Art. 1 KBFHG). Die Finanzhilfen können unter anderem an Kin-
dertagesstätten und Einrichtungen für die schulergänzende Betreuung
ausgerichtet werden (Art. 2 Abs. 1 KBFHG). Als Kindertagesstätten gelten
Institutionen, die Kinder im Vorschulalter betreuen (Art. 4 Abs. 1 KBFHV).
Als Einrichtungen für die schulergänzende Betreuung gelten Institutionen,
die Kinder im Schulalter ausserhalb der Unterrichtszeiten betreuen (Art. 7
Abs. 1 KBFHV). Die Finanzhilfen werden in erster Linie für neue Institutio-
nen gewährt (Art. 2 Abs. 2 KBFHG). Gesuche um Finanzhilfen betreffend
Kindertagesstätten und Einrichtungen für die schulergänzende Betreuung
sind beim BSV zu stellen (Art. 6 Abs. 1 KBFHG).
4.2 Die Gesuche müssen vor der Betriebsaufnahme der Institution oder vor
der Erhöhung des Angebots eingereicht werden (Art. 6 Abs. 2 KBFHG;
Art. 12 Abs. 2 KBFHV). Es handelt sich um eine zwingend einzuhaltende
Frist (vgl. Urteile des BVGer B-8087/2010 vom 12. Februar 2013 E. 4.1;
B-4608/2013 vom 16. Juni 2015 E. 4.2). Grund dafür ist die Absicht, einen
Anreiz zur Schaffung neuer Angebote zu setzen (Art. 2 Abs. 2 KBFHG) und
mit initialen Subventionen den Trägerschaften den Start zu erleichtern. Die
Frist dient dazu sicherzustellen, dass nur ernsthafte Projekte mit sorgfältig
vorbereiteten Subventionsgesuchen und nicht bestehende Projekte dann
gefördert werden, wenn sie die erforderliche Auslastung erreicht haben.
Nur effektiv neu zu schaffende Angebote können darum von der Finanzhilfe
des Bundes profitieren. Ein rückwirkender Antrag auf Subventionen ist
nicht möglich.
Diese Regel steht im Einklang mit der Regelung des Subventionsgesetzes,
wonach ein Gesuchsteller erst mit dem Bau beginnen oder grössere An-
schaffungen tätigen darf, wenn ihm die Finanzhilfe zumindest dem Grund-
satz nach zugesichert worden ist und die zuständige Behörde dafür die
Bewilligung erteilt hat, anderenfalls keine Leistungen gewährt werden.
(Art. 26 Abs. 1 und Abs. 3 SuG; vgl. Urteile des BVGer B-8087/2010 vom
12. Februar 2013 E. 4.2; B-4608/2013 vom 16. Juni 2015 E. 4.2). Eine Ge-
suchseinreichung ist nach der Praxis der Vorinstanz bis am Vortag der Er-
öffnung möglich (vgl. < https://www.bsv.admin.ch/bsv/de/home/finanzhil-
fen/kinderbetreuung/finanzhilfen-schaffung-betreuungsplaetze.html >, ab-
gerufen am 7. Dezember 2020)
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4.3 Ist ein Gesuchsteller unverschuldeterweise abgehalten worden, binnen
Frist zu handeln, so kann die Frist wiederhergestellt werden, wenn die Vor-
aussetzungen von Art. 24 VwVG erfüllt sind. Aus formeller Sicht muss eine
Partei zur Wiederherstellung der Frist ein begründetes Gesuch innert
30 Tagen nach dem Wegfall des Hindernisses stellen und die versäumte
Rechtshandlung nachholen. In materieller Hinsicht ist zu prüfen, inwieweit
ein Gesuchsteller in unverschuldeter Weise abgehalten wurde, innert Frist
zu handeln (PATRICIA EGLI, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxis-
kommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, Art 24 N. 5 und 12). Als unver-
schuldet gilt ein Versäumnis, wenn der betroffenen Person keine Nachläs-
sigkeit vorgeworfen werden kann und objektive Gründe, d.h. solche, auf
die sie keinen Einfluss nehmen kann, gegeben sind. Massgeblich sind aus-
schliesslich jene Gründe, die einer Person die Wahrung ihrer Interessen
auch bei Einsatz der gehörigen Sorgfalt gänzlich verunmöglichen und in
unzumutbarer Weise erschweren (STEFAN VOGEL, in: Christoph Auer/Mar-
kus Müller/Benjamin Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz
über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Aufl. 2019, Art. 24 Rz. 10 f.).
Nicht als unverschuldete Hindernisse gelten namentlich Unkenntnis der
gesetzlichen Vorschriften, Arbeitsüberlastung, Ferienabwesenheit oder or-
ganisatorische Unzulänglichkeiten. Taugliche Entschuldigungsgründe bil-
den etwa Naturkatastrophen, Militärdienst oder schwerwiegende Erkran-
kungen. Aus Gründen der Rechtssicherheit und eines geordneten Verfah-
rens darf ein Hinderungsgrund nicht leichthin bejaht werden. Die Recht-
sprechung zur Wiederherstellung einer Frist ist restriktiv (Urteil des BGer
2C_34/2012 vom 25. März 2013 E. 3.3; Urteil des BVGer A-2656/2018 vom
19. Dezember 2018 E. 3.4; VOGEL, a.a.O., Art. 24 Rz. 9 f.).
4.4 Der Anspruch der Parteien auf rechtliches Gehör ist in Art. 29 Abs. 2
der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV, SR 101) gewährleistet. Der
Grundsatz des rechtlichen Gehörs als persönlichkeitsbezogenes Mitwir-
kungsrecht verlangt, dass die Behörde die Vorbringen des vom Entscheid
in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, sorgfältig und
ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt die
grundsätzliche Pflicht der Behörden, ihren Entscheid zu begründen (vgl.
BGE 141 V 557 E. 3.2.1, 134 I 83 E. 4.1, 126 I 97 E. 2b und 112 Ia 107
E. 2b). Für das Verfahren in Verwaltungssachen vor Bundesverwaltungs-
behörden wird dies in Art. 35 Abs. 1 VwVG explizit festgehalten.
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5.
Vorliegend strittig ist, ob die Vorinstanz zu Recht nicht auf das Gesuch der
Beschwerdeführerin um Gewährung von Finanzhilfen für familienergän-
zende Kinderbetreuung eingetreten ist.
5.1 Aufgrund der Akten steht fest und ist auch unbestritten, dass das Bei-
tragsgesuch erst am 31. August 2019 (Datum Poststempel) und damit
nach Betriebsaufnahme der Tagesstrukturen, die laut Gesuch am 7. Au-
gust 2019 erfolgte, eingereicht wurde. Das Gesuch wurde verspätet einge-
reicht. Grundsätzlich käme eine Fristwiederherstellung in Betracht. Die Be-
schwerdeführerin hat aber kein schriftliches Gesuch um Fristerstreckung
gestellt (vgl. E. 4.3), sondern lediglich ihr verspätetes Gesuch eingereicht.
Indessen ist es durchaus nachvollziehbar, dass die Aufnahme des Ange-
bots der Tagesstrukturen für die Gemeinde mit einem gewissen organisa-
torischen Aufwand verbunden war und die von Sommerferien überschat-
tete Eröffnungsphase die Administration erschwerte. Die im Beschwerde-
verfahren vorgebrachten Gründe (vgl. E. 3.1) – namentlich Ferienabwe-
senheiten und eine daraus resultierende erhöhte Arbeitsbelastung wäh-
rend der Sommermonate – für die verspätete Eingabe stellen indessen
keine anerkannten objektiven Wiederherstellungsgründe dar (vgl. E 4.3).
Das im Nachgang bei der Vorinstanz eingereichte Gesuch der Beschwer-
deführerin zusammen mit B._ ist für das vorliegende Verfahren und
die Frage des rechtmässigen Nichteintretens nicht relevant. Es ist auch
nicht ersichtlich, dass die Vorinstanz dieses für den angefochtenen Ent-
scheid als massgeblich erachtete.
Die Vorinstanz ist auf das Gesuch wegen Fristversäumnis grundsätzlich
zurecht nicht eingetreten.
5.2 Die Beschwerdeführerin bemängelt weiterhin, sie habe vor dem ab-
schlägigen Entscheid keine Gelegenheit erhalten sich zu den Gründen der
Verspätung zu äussern und bringt sinngemäss vor, die Vorinstanz habe ihr
diesbezüglich kein rechtliches Gehör gewährt (vgl. E. 4.4).
Die Vorinstanz hat dem Gemeinderat mit E-Mail vom 3. September 2019
(deren Eingang der Gemeinderat bestreitet) und mit Telefonat vom glei-
chen Tag (das der Gemeinderat bestätigt) mitgeteilt, dass auf das Gesuch
wegen Fristversäumnis nicht eingetreten werden könne. Zwischen Telefo-
nat (und E-Mail) vom 3. September 2019 und Nichteintretensentscheid la-
gen 17 Tage, in denen die Beschwerdeführerin ausreichend Gelegenheit
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gehabt hätte, sich zu äussern. Bei der Fristwiederherstellung ist in der Re-
gel nicht vorgesehen, dass die Vorinstanz die säumige Partei zur Stellung-
nahme einlädt, sondern die Partei muss ihre Gründe für die verspätete Ein-
gabe von selbst darlegen. Es kann der Vorinstanz daher nicht vorgeworfen
werden, sie habe keine Gelegenheit zur Äusserung gegeben. Es wäre an
der Beschwerdeführerin gewesen, nach Kenntnis über ihre Säumnis und
die weggefallenen Hinderungsgründe ein Gesuch um Fristwiederherstel-
lung einzureichen und ihre Begründung für die verspätete Gesuchseingabe
darzulegen (vgl. E. 4.3). Dies hat sie jedoch unterlassen. Indem die Vor-
instanz die Beschwerdeführerin nicht gesondert zur Stellungnahme einlud,
hat sie das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin nicht verletzt.
5.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz auf das Ge-
such um Finanzhilfe betreffend die Erhöhung des Angebots der Tages-
strukturen (Ort) zu Recht nicht eingetreten ist. Die Beschwerde erweist sich
daher als unbegründet und ist abzuweisen.
6.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerdefüh-
rerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr bemisst sich
nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung
und der finanziellen Lage der Parteien (Art. 63 Abs. 4bis VwVG, Art 2 des
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Kosten
des Verfahrens sind total mit Fr. 800.– zu beziffern und dem von der Be-
schwerdeführerin in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu entneh-
men. Der Vorinstanz ist als Bundesbehörde keine Parteientschädigung
auszurichten (Art. 7 Abs. 3 VGKE).
7.
Die Beschwerde an das Bundesgericht gegen Entscheide betreffend Sub-
ventionen, auf die kein Anspruch besteht, ist ausgeschlossen (Art. 83
Bst. k BGG). Die Finanzhilfen für familienergänzende Kinderbetreuung
stellen keine Anspruchs-, sondern Ermessenssubvention dar, weshalb das
vorliegende Urteil beim Bundesgericht nicht angefochten werden kann und
somit endgültig ist.
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