Decision ID: 69448102-0139-558b-9cc6-6eab3f5acbe0
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1959, arbeitete seit dem
1.
Juni 1999 als techni
sche Sterilisationsassistentin beim
Y._
(Urk.
8/11).
Am 2. April 2007
rutschte sie auf der Treppe ihre
s
Wohnhauses aus, stürzte
einige Treppenstufen nach unten
und erlitt dadurch eine
Unter
schenkel
fraktur
rechts (
Urk.
8/18/20)
. Wegen den Folgen dieses Unfalles mel
dete sich die Versicherte am 1
3.
November 2007 bei der Invaliden
versiche
rung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/3).
Die
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte den Arbeitgeberbericht des
Y._
vom
7.
Januar 2008 (
Urk.
8/11) bzw. 2
5.
Februar 2008 (
Urk.
8/13) sowie die Arztberichte des
Y._
vom 2
9.
November 2007 (Urk. 8/10/6),
vom 1
9.
Juni 2008 (Urk
.
8/17)
, vom
4.
September 2008 (
Urk.
8/21), vom 21. Oktober 2008 (
Urk.
8/22) und vom 1
5.
Januar 2009 (
Urk.
8/26) ein.
Ausserdem zog sie die Akten der Unfallversicherung Stadt Zürich
(Urk.
8/18/
1-20
,
Urk.
8/25/1-15,
Urk.
8/29/1-6
) sowie der Pensions
kasse Stadt Zürich (
Urk.
8/20/1-24) bei.
Am 2
3.
März 2009 teilte die IV-Stelle
X._
mit, sie übernehme die Kosten eines Arbeitstrainings im
Y._
vom
1.
April bis zum 3
0.
September 2009 (
Urk.
8/31) und gewähre ihr Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche durch die Stellen
vermittlung (
Urk.
8/32).
Die Versicherte
reichte am
8.
Juli 2009 (Urk.
8/43) den Arztbericht von
Dr.
med.
Z._
, FMH für Rheuma
tolo
gie, Physikalische Medizin und Rehabilitation, vo
m
2.
Juli 2009 (Urk.
8/42) ein, worauf die IV-Stelle den Bericht von
Dr.
Z._
vom 11. August 2009 (Urk. 8/51) einholte. Mit Verfügung vom 1
2.
Oktober 2009 schloss die
IV-Stelle das Arbeitstraining ab, da es der Versicherten nicht m
ehr möglich sei, an diesem teilzu
nehmen und keine Steigerung der Leistungsfähigkeit habe erreicht werden können (
Urk.
8/53). Ebens
o schloss die IV-Stelle mit Ver
fü
gung vom 1
3.
Oktober 2009 die Arbeitsvermittlung ab, da sich die Versi
cherte nicht arbeitsfähig fühle (
Urk.
8/54). Am
2.
März 2010 (
Urk.
8/62) reichte die Versicherte die Arztberichte des Zentrums für medizinische
Radio
logie,
A._
, vom 1
8.
Oktober 2009 (Urk. 8/61/1)
und der
B._
vom
9.
November 2009 (Urk.
8/61/2-3) zu den Akten. Mit Verfügung vom 1
8.
März 2010 sprach die Unfallversicherung Stadt Zürich
X._
mit Wirkung ab dem 1.
Januar 2010 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 12
%
eine Invalidenrente zu (
Urk.
8/65/2-4). Ihre Feststellungen basierten unter anderem au
f dem Gut
achten von
Dr.
med. C._
, Facharzt FMH für Rheumato
logie, vom
5.
Januar 2010 (Urk.
8/65/10-26). Die IV-Stelle holte in der Folge die weite
ren Arztberichte der
B._
vom 2
5.
März 2010 (
Urk.
8/66) und von
pract
. med.
D._
, Facharzt für Orthopädi
e FMH, vom
2.
August 2010 (Urk.
8/70/1-4; unter Beilage weiterer Arztberichte, Urk.
8/70/5
-11) ein. Sodann liess
sie das Gutachten des
E._
vom 1
1.
Februar 2011 erstellen
(
Urk.
8/74).
Ausserdem nahm sie eine Abklärung im Haushalt der Versicherten vor (vgl.
Haushalt
abklärungsbericht
vom
4.
April 2011, Urk.
8/76).
Mit Vorbescheid
vom 5.
April 2011 teilte die IV-Stelle
X._
mit, dass sie keinen Anspruch auf eine Invali
denrente habe, da
ihr Invaliditätsgrad bis zum 2.
August 2009 22
%
(Anwen
dung der gemischten Methode; Erwerbsbereich: Anteil 60
%
, Einschränkung 16
%
, Teilinvaliditätsgrad 10
%
; Haushalt: Anteil 40
%
, Einschränkung 29,75
%
, Teilinvaliditätsgrad 12
%
) und ab dem
3.
August 2009 34
%
(Anwendung der gemischten Methode;
Erwerbs
bereich
: Anteil 60
%
, Ein
schränkung 16
%
, Teilinvaliditätsgrad 10
%
; Haushalt: Anteil 40
%
, Ein
schränkung 59,5
%
, Teilinvaliditätsgrad 24
%
) betrage (
Urk.
8/80).
Dagegen erhob die Versicherte durch Rechtsanwältin Kristina
Herenda
am 1
5.
Mai 2011 (
Urk.
8/
81) bzw. am 2
6.
Juni 2011 (Urk.
8/86)
und am 1
3.
Dezember 2011 (
Urk.
8/96)
unter Beilage des Arztberichtes des
F._
vom 20.
Juni 2011 (Urk.
8/85)
und vom 1
5.
November
2011 (
Urk.
8/95)
Einwand
.
Daraufhin holte d
ie IV-Stelle das Gutachten des
G._
vom 2
0
.
September 2012 ein (
Urk.
8/101/2-32).
Am 2
4.
Janu
ar 2013 nahm
das
G._
auf Nachfrage der
IV-Stelle ergänzend Stellung (
Urk.
8/107).
Mit Eingabe vom 1
7.
April 2013 (
Urk.
8/110) nahm die Versicherte unter Beilage der Berichte des
H._
vom
8.
Januar 2013 (
Urk.
8/109/1-5) und vom
6.
Juni 2012 (
Urk.
8/109/6-11) Stellung zum Gutachten des
G._
. Dazu nahm das
G._
am 1
4.
Oktober 2013 Stellung (Urk. 8/114). Die Versicherte machte am 1
0.
Juli 2014 weitere Ausführungen und hielt an ihrem Einwand fest (
Urk.
8/122). Mit Verfügung vom 1
8.
September 2015 verneinte die IV-Stelle
ein
en Rentenanspruch von
X._
(
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob
X._
durch Rechtsanwältin
Herenda
unter anderem unter Beilage des Berichtes des
H._
vom 2
5.
Juni 2014 (
Urk.
3/6)
am 2
1.
Oktober 2015 Beschwerde mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
„1.
Es sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 1
8.
September 2015 aufzuheben und der Beschwerdeführerin eine ganze Invalidenrente aus
zurichten;
2.
eventualiter sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 18. September 2015 aufzuheben und der Beschwerdeführerin eine
Tei
l
invalidenrente
zuzusprechen;
3.
subeventualiter
sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
1.
(richtig: 18.) September
2015
aufzuheben und zur umfassenden
Neu
abklärung
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen;
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. 8
%
MWST zu Lasten der Beschwerdegegnerin.“
Die Beschwerdegegnerin ersuchte mit Beschwerdeantwort vom 2
5.
November 2015 um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was der Beschwerdeführerin am 3
0.
November 2015 mitgeteilt wurde (
Urk.
9).
Am 2
7.
Januar 2016 (Urk. 10) reichte die Beschwerdeführerin weitere Arztberichte von
Dr.
med.
I._
, Spezialarzt FMH für
Chirurgie, Wirbelsäulenleiden, Schleudertrauma und orthopädische Traumatologie vom 2
6.
Januar 2016 (
Urk.
11/1) sowie des
H._
vom
5.
Januar 2016 (
Urk.
11/2) ein. Diese Berichte wurden der Beschwerdegegnerin am 1. Februar 2016 zugestellt (
Urk.
12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat
tin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der
Invaliditätsbemes
sung
).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versi
cherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen
Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im
Erwerbs
bereich
ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf
gabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medi
zinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des
Beweiswer
tes
eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die
geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizini
schen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die
rechts
anwendende
Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351
E.
3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behand
lung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unter
schiedliche Natur von Behandlungsauftrag de
r therapeutisch tätigen (Fach-)
Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten
fachme
dizinischen
Experten anderseits (BGE 124 I 170
E. 4
) nicht zu, ein Administ
rativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass wei
terer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige
–
und nicht rein subjektiver Inter
pretation entspringende
–
Aspekte benennen, die bei der Begutachtung uner
kannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil
des Bundesgerichts
8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2
mit Hinweisen, u.a. auf
SVR 2008 IV Nr
. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]
).
1.5
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des
Art.
69
Abs.
2
der Verordnung über die Invalidenversicherung [
IVV
]
; vgl. auch
Rz
. 3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Ein
schränkung im Haushalt dar (Urteil
des Bundesgerichts
9C_201/2011 vom 5. September 2011 E. 2, in: SVR 2012 IV Nr. 19 S. 86). Einer ärztlichen
Fach
person
, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahme
fällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (Urteil des Bundesge
richts
8C_817/2013 vom 2
8.
Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweis
kraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der
Abklärungs
bericht
voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61
E.
6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von
teilerwerbs
tätigen
Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, wes
halb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkun
gen erfah
ren kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet.
Grundsätzlich jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grund
lage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, das heisst wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vorder
grund steht (AHI 2004 S. 137 E. 5.3). Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztli
chen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regel
mässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteile des Bun
desgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1,
9C_986/2009 vom 11. November 2010 E. 7.2 und 9C_631/2009 vom 2. Dezember 2009 E. 5.1.2, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdeführerin lässt zur Begründung ihrer Beschwerde geltend machen, aus den Berichten des
H._
sei ersichtlich, dass sie als
arbeitsunfähig beurteilt werde, während die Gutachter des
G._
sie für leichte, verschiedentlich adaptierte Tätigkeiten als uneinge
schränkt arbeitsfähig einstufen würden. Eine objektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in orthopädischer Hinsicht könne nur durch eine Abklärung der funktionellen Leistungsfähigkeit erreicht werden. Es fehle beim
G._
-Gut
achten auch an einer den Anforderungen der neusten Rechtsprechung genü
genden Auseinandersetzung mit der somatoformen Schmerzstörung bzw. der dort diagnostizierten Schmerzverarbeitungsstörung. Beim
Ein
kommensver
gleich
müsse sodann berücksichtigt werden, dass die Beschwerdeführerin mittlerweile 56 Jahre alt sei und ihre Chancen, eine leidensangepasste Stelle zu finden,
geringfügig seien. Ihre angestammte Tätigkeit als
Sterilisationsas
sistentin
könne sie nicht mehr ausüben und sie könne nur noch als unge
lernte Hilfskraft tätig sein. Daneben begünstigten auch der Umstand, dass sie Deutsch nicht als Muttersprache spreche, ihre Aussichten auf den Arbeits
markt nicht. Realistisch gesehen
werde ihre Arbeitskraft auf dem ausgegli
chenen Arbeitsmarkt nicht mehr nachgefragt. Zur psychischen Erkrankung kämen körperliche Schmerzen hinzu, die in einer Wechselwirkung stünden. Sollte von einer Verwertbarkeit der
Rest
arbeitsfähigkeit
ausgegangen werden, so sei beim Invalideneinkommen zumindest ein maximaler Leidensabzug von 25
%
zu gewähren. Schliesslich sei
die Beschwerdegegnerin bei der Berech
nung des Invaliditätsgrades zu Unrecht von einem Anteil von 60
%
Erwerbs
bereich
und 40
%
Haushaltsbereich ausgegangen. Tatsächlich habe die Beschwerdeführerin an ihrem letzten Arbeitsort das Pensum nur befristet reduzieren wollen, um ihrer Tochter bei der Kinderbetreuung zu helfen. Es sei jedoch vorgesehen gewe
sen, dass die Beschwerdeführerin wieder zu 100
%
gearbeitet hätte, sobald das Enkelkind e
inen Krippenplatz gehabt hätte (
Urk.
1).
2.2
Demgegenüber macht die Beschwerdegegnerin zur Begründung der ange
fochtenen Verfügung geltend,
die Abklärungen hätten ergeben, dass die Beschwerdeführerin ohne Eintritt des Gesundheitsschadens weiterhin zu 60 % als Sterilisationsassistentin erwerbstätig gewesen wäre und sich wäh
rend den restlichen 40
%
dem Haushalt gewidmet hätte. Aus ärztlicher Sicht sei der Beschwerdeführerin die Ausübung einer körperlich leichten, wechsel
belastenden Tätigkeit mit einem Pensum von 75
%
zumutbar. Der
Einkom
mensvergleich
ergebe eine
Einbusse
bzw. einen Invalid
itätsgrad von 16
%
. Im Haushalt habe bis zum
2.
August 2009 eine Einschränkung von 29,75
%
bestanden und ab diesem Zeitpunkt betrage sie 59,5
%
. Gesamthaft ergebe sich
damit ein Invaliditätsgrad von 22
%
bis zum
2.
August 2009 und von 34
%
ab dem
3.
August 200
9.
Anlass zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen bestehe nicht (
Urk.
2 und
Urk.
7).
3.
3.1
3.1.1
Laut dem Arztbericht des
Y._
vom 1
9.
Juni 2008 (
Urk.
8/17) bestehen bei der Beschwerdeführerin mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit ein Status nach Unterschenkelfraktur rechts mit Fraktur des Volk
mann Dreiecks rechts und Logensyndrom am Unterschenkel rechts am 3. April 2007, ein Status nach Transfixation der Fraktur mit einem Fixateur externe un
d
Logenspaltung am
3.
April 2007, ein Status nach Wundrevision,
Débri
dement
am
4.
April 2007, definitiver Wundverschluss am Unterschenkel am
7.
bzw.
9.
April 2007, ein Status nach definitiver Osteosynthese der Fibula und des
Tibiaschaftes
am 1
3.
April 2007 und persistierende Schmer
zen des linken
(richtig wohl: rechten)
Beines bei längerer Belastung, Hyposensibilität ventral am Unterschenkel sowie ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Hypertonie. Seit dem Unfall bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Arbeitsversuche hätten abge
brochen werden müssen.
3.1.2
Am
4.
September 2008 (
Urk.
8/21/7-8) hielt
en die Ärzte des
Y._
fest, aufgrund der Funktionseinschränkung am rechten Bein bestehe aktuell eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit in der
Zentral
sterilisation
(zumeist stehend).
Es werde nun ein Arbeitsversuch unter
nommen. Die Prognose sei äusserst günstig und es bestehe die Hoff
nung, dass die anfänglich täglich zweistündige Tätigkeit später gesteigert werden könne.
3.1.3
Am 2
1.
Oktober 2008
(
Urk.
8/2
2/6
)
hielt
Dr.
med.
J._
, Leitender Arzt
Y._
fest, es bestehe die Möglichkeit der Wiedereinglie
derung am bisherigen Arbeitsplatz. Die Belastung werde nun kontinuierlich gesteigert. Die Prognose sei auch bezüglich des bisherigen Arbeitsplatzes grundsätzlich günstig. Für
behin
derungsangepasste
, insbesondere keine das rechte
Bein belastende Tätig
keiten, dürfte demnächst eine volle Arbeitsfähig
keit bestehen.
3.1.4
Am 1
5.
Januar 2009 (
Urk.
8/26/6-7) führte
Dr.
J._
aus, aktuell sei die Beschwerdeführerin im Rahmen eines Arbeitsversuchs zu 35
%
an ihrem bis
herigen Arbeitsplatz erwerbstätig. Es sei geplant, in den nächsten Monaten eine 50%ige Einsatzfähigkeit zu erreichen. Grundsätzlich sei eine weitere Steigerung zu erwarten, so dass langfristig keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit mehr bestehe.
3.2
Gemäss dem Arztbericht von
Dr.
Z._
vom 1
0.
August 2009 (
Urk.
8/51) beste
hen bei der Beschwerdeführerin ein Zustand bei Status nach
Unter
schenkelfraktur
seit Sturz am
2.
April 2007, anschliessender Osteosynthese am 1
3.
April 2007, Materialentfernung am 1
3.
September 2008 und
Logen
syndrom
am rechten Unterschenkel mit fraglich
„
sudegoider
“
Reaktion. Auf
grund auswärtiger Angaben sei die Beschwerdeführerin sei dem
3.
April 2007 zu 100
%
arbeitsunfähig. Seit dem
4.
Mai 2009 bestehe eine Arbeitsunfähig
keit von 50
%
.
Die Beschwerdeführerin könne keine längeren Gehstrecken laufen, keine monotonen Tätigkeiten ausüben und keine schweren Lasten über 5 kg heben. Die Prognose sei unsicher, die Beschwerden bestünden jedoch seit bald zwei Jahren.
3.3
Laut dem zu Händen der Unfallversicherung erstellten Gutachten von Dr.
C._
vom
5.
Januar 2010 (
Urk.
8/65/10-28) bestehen bei der Beschwerdeführerin ein Status nach komplexer Unterschenkelfraktur rechts am
2.
April 2007 bei Status nach Osteosynthese und partieller
Osteosynthese
material-Entfernung
und Restzustand mit persistierender
Schwellungs
nei
gung
und Schmerzhaftigkeit, differenzialdiagnostisch neuropathisch sowie eine Ellbogenfraktur links am
3.
August 200
9.
Aktuell sei die Beschwerde
führerin in erster Linie eingeschränkt und beeinträchtigt durch ihre
Ellbo
genfraktur
links. Durch das Unfallereignis vom
2.
April 2007 mit
Unter
schenkelfraktur
sei die
Beschwerdeführerin heute noch eingeschränkt für stark belastende Tätigkeiten im Bereich des rechten Fusses und Beines, somit bezüglich vorwiegend stehend und gehend auszuführen
den Tätigkeiten, häu
figem Treppensteigen oder auch Besteigen von Leitern. Vorwiegend sitzende Tätigkeiten mit der Möglichkeit, immer wieder aufzustehen und ein paar Schritte zu gehen, seien von Seiten der Unterschenkelverletzung medizi
nisch-theoretisch
uneingeschränkt
zumutbar.
3.4
Gemäss dem Bericht der
B._
vom 2
5.
März 2010 (
Urk.
8/66/6-7) bestehen bei der Beschwerdeführerin ein Status nach komplexer
Ellbo
genluxation
(terrible
triad
) mit Radiusköpfchenfraktur (Mason Typ II, persis
tierend disloziert und
posterolateral
subluxiert) und
Coronoidfraktur
(
Regan
Morrey
Typ I) links vom
3.
August 2009, eine
Radiusköpfchen
resektion
,
posteriore
Fragmentexzision
, Implantation Radiusköpfchen-Prothese (SBI, Schaft 3 nicht zementiert, Head
Recon
2),
transossäre
Reinsertion
laterales Seitenband Ellbogen links am
6.
November 2009 sowie als Nebendiagnose eine arterielle Hypertonie.
Die Beschwerdeführerin sei am
3.
August 2009 ausgerutscht und auf den
linken Ellbogen gefallen. Am 6.
November 2009 sei eine operative Behandlung erfolgt. In der Folge habe ein deutliches
Rehabi
litationsdefizit
mit eingeschränkter Beweglichkeit bestanden. Die Prognose bezüglich des Ellbogens sei eher ungünstig. Bis zum 10. Februar 2010 sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen.
Auf längere Sicht seien im Haushalt sowie Erwerbsbereich gewisse Einschränkungen der
Ellbo
genfunktion
zu erwarten.
3.5
Laut dem Gutachten des
E._
vom 1
1.
Februar 2011 (Urk. 8/74) bestehen bei der Beschwerdeführerin ein Status nach
Treppen
sturz
und geschlossener distaler Unterschenkelfraktur rechts am 2.
April
2007 bei Fixateur externe und Logenspaltung am
3.
April 2007,
Débridement
am
4.
April 2007, wiederholtem
Wundverschluss am
7.
und
9.
April 2007, Ent
fernung de
s
Fixateur externe und Schraubenosteosynthese des
Volk
mann
dreiecks
sowie Plattenosteosynthese der distalen Fibula und des
Tibulaschaf
tes
rechts am 1
3.
April 2007, Status nach CRPS I, Erstdiagnose am 1
7.
Juli 2008, partieller
Osteosynthesematerial
-Entfernung am 1
3.
März 2009 und bleibender Extensionseinschränkung im oberen Sprunggelenk auf 10° Dor
salextension sowie ein Status nach Ellbogenluxationsfraktur links am
3.
August 2009 bei Status nach Implantation einer Radiusköpfchenprothese am
6.
November 2009 und bleibendem Extensionsdefizit von rund 20°.
Es stehe ausser Zweifel, dass zwei Unfälle stattgefunden hätten (Treppensturz im April 2007, Sturz mit Radiusköpfchenluxationsfraktur im August 2009).
An beiden Orten hätten durch chirurgische Eingriffe hervorragende Resultate erzielt werden können.
Am rechten Unterschenkel
ver
bleibe lediglich ein leichtes Extensionsdefizit im oberen Sprunggelenk, am linken Ellbogen ein unwesentlich einschränkendes Extensionsdefizit von rund 20°. Die
b
eklagten Schmerzen würden zwar glaubhaft sein, ein Korrelat habe aber weder kli
nisch noch radiologisch gefunden werden können.
Die durchgeführte
Hand
kraftmessung
zeige nicht nachvollziehbare Werte auf und somit eine massive Selbstlimitierung. Gepaart mit der ängstlichen Persönlichkeit sei diese mit hoher Wahrscheinlichkeit auch der Grund, warum im Arbeits
versuch nicht mehr als 35 bis 50
%
Arbeitsleistung habe erreicht werden können. Bei opti
mal eingerichtetem Arbeitsplatz sollte in der angestammten Tätigkeit eine 70 bis 80%ige Leistung erreicht werden können. Jede Tätigkeit, die vorwiegend im Sitzen ausgeübt werden könne, aber
ein
Wechsel der Position zu Stehen und Gehen zulasse und zudem keine repetitive Belastung des linken Ellbo
gens beinhalte, wie wiederholte
s
Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, sei der Beschwerdeführerin medizinisch-theoretisch zumutbar.
3.6
3.6.1
Gemäss
Schreiben
des
F._
vom 2
0.
Juni 2011
(
Urk.
8/85)
berücksichtigt das Gutachten des
E._
lediglich die somatischen Diagnosen und lässt die psychiatrischen Diagnosen unbe
achtet. Im medizinischen
F._
seien die Diagnosen einer mit
telgradig depressiven Episode (ICD-10 F32.1) sowie einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung diagnostiziert worden. Mit den somatischen Diagnosen zusammen sei seit dem Unfall vom
4.
April 2007 von einer Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
auszugehen.
3.6.2
Im Bericht vom 1
5.
November 2011 (
Urk.
8/95) hielten die Ärzte des
F._
an ihre
n
Diagnose
n
fest. Als positives Leistungsbild seien die Körperpflege, tägliches Spazieren, soziale Kontakte und die Reisefähigkeit mit dem öffentlichen Verkehr zu erwähnen. Negativ sei dagegen, dass die Beschwerdeführerin bei Anstrengung reaktiv vermehr
t
Schmerzen verspüre, immer wieder Pausen brauche und Stehen, Sitzen
Heben, Treppensteigen und längeres Gehen problematisch seien. Aufgrund dieser Bilder sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsunfähig auch für angepasste Tätigkeiten einzuschätzen.
3.7
3.7.1
Laut dem Gutachten des
G._
vom 2
0.
September 2012 (
Urk.
8/101/2-32) beste
hen bei der Beschwerdeführerin mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (1.) chronische vorwiegend belastungsabhängige Unterschenkelschmerzen rechts (ICD-10 M79.67) bei Status nach gelenksüberbrückendem Fixateur externe und Spaltung der Unterschenkellogen bei drohendem
Kompartmentsyndrom
am
3.
April 2007, nach Wundrevision und Erweiterung der
Dermato
faszio
tomie
lateral sowie Wundverschluss medial am
4.
April 2007, nach partiellem Wundverschluss lateraler Unterschenkel am
7.
April 2007, nach definitivem Wundverschluss lateraler Unterschenkel am
9.
April
2007 sowie nach Fixa
teur externe-Entfernung und Platten- sowie
Schraubenosteo
synthese
Tibia und Fibula am 1
3.
April 2007 (Z98.8), Status nach subtotaler OSME am 1
3.
März 2009 (Z47.0) und Status nach Unterschenkelfraktur mit drohendem
Kompartmentsyndrom
nach Sturz
2.
April 2007 (T93.2),
(2.)
einer leichtgra
digen Gelenkkontraktur Ellbogen links in Flexion und Extension (ICD-10 M24.52)
bei Radiusköpfchenprothese seit
6.
November 2009 (Z96.6), Status nach komplexer Ellbogenluxation mit Radiusköpfchenfraktur und
Koronoid
fraktur
vom
3.
August 2009 mit initial konservativer Behandlung (T92.1) sowie
(3.)
ein
chronische
s
zervikal und lumbal betonte
s
panvertebrale
s
Schmerzsyndrom ohne
radikuläre
Symptomatik (ICD-10 M54.80) bei mode
raten degenerativen Veränderungen der unteren
Lenden
wirbelsäule
(47.86/M51.2). Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit bestünden aus
serdem
(1.)
eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0), (2.)
eine
Schmerz
verarbeitungsstörung
(ICD-10 F54),
(3.)
eine Adipositas (BMI 31 kg/m
3
) (ICD-10 E66.0) sowie
(4.)
eine arterielle Hypertonie, medikamentös behandelt (ICD-10 I10). Die Beschwerdeführerin
klage
über verschiedene Beschwerden am Bewegungsapparat und über psychisch zuzuordnende Beschwerden wie Ver
gesslichkeit und Nervosität.
Es würden nebst
den objektivierbaren Befunden auch subjektiv stärkere Limitierungen angegeben
, als sich dies in der klini
schen Unter
suchung nachvollziehen lasse.
Hinsichtlich Arbeitsfähigkeit resultiere, dass körperlich schwere, mittel
schwere und nicht adaptierte Tätig
keiten nicht mehr zumutbar seien.
Ob dies für die angestammte Tätigkeit zutreffe, könne nicht mit Sicherheit bestätigt werden. Offensichtlich
habe
es sich um eine eher leichte Tätigkeit
gehandelt
, welche jedoch vo
rnehmlich im Stehen durchzuführ
en gewesen sei. Allgemein sei festzustellen, dass für kör
perlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten, ohne längeres Stehen und auch
ohne
längeres Sitzen, ohne Lasten
heben und tragen über 10 kg, eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeits
fähigkeit bestehe. Aus allgemeininternistischer Sicht bestünden keine Befunde und Diagnosen, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten. Aus psychiatrischer Sicht könne bei somatisch nicht ausreichend erklärbaren Befunden für die subjektive
Limi
tierung, bei nicht gegebener
psychosozialer Belastungssituation, von einer Schmerzverarbeitungsstörung gesprochen werden. Es bestehe eine leichte affektive Auslenkung, die einer leichten dep
ressiven Episode zuzuordnen sei
.
Die Arbeitsfähigkeit werde dadurch nicht eingeschränkt. Zusammenfassend resultiere aus interdisziplinärer Sicht, dass bei der Beschwerdeführerin für körperlich leichte, verschiedentlich adaptierte Tätigkeiten eine 100%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit bestehe. Körperlich mittelschwere, schwere und nicht adaptierte Tätigkeiten seien
ihr
nicht mehr zumutbar.
Bezüglich des Verl
aufs sei davon auszugehen, dass durch den
Unfall am
2.
April 2007 eine volle Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten eingetreten sei. Mög
licherweise sei die Arbeitsfähigkeit ab 2008 im heutigen Ausmass bereits gegeben gewesen, unterbrochen durch einige Wochen Arbeitsunfähigkeit nach der Metallentfernung im März 200
9.
Ab dem
3.
August 2009
sei
wieder
von
eine
r
volle
n
Arbeitsunfähigkeit nach dem Unfall
auszugehen
. Spätestens ab Mai 2010 sei davon auszugehen, dass
d
ie Arbeitsfähigkeit wieder im heu
tigen Ausmass gegeben gewesen sei. Aus medizinisch-gutachterlicher Sicht nicht nachvollzogen werden könne, weshalb der Beschwerdeführerin im Haushalt eine derart hohe Ei
nschränkung von 59
%
attestiert
worden sei. Dies entspreche fast einer
tetraplegischen
Situation. Ganz offensichtlich seien die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin voll übernommen worden und man sei so auf eine derart hohe, unrealistische Zahl gekommen. Aus medizinisch-theoretischer Sicht bestehe im Haushalt eine Einschränkung von maximal 25
%
. Eine adaptierte Tätigkeit wäre der
Beschwerdeführerin neben der Haushalttätigkeit aus medizinisch-theoretischer Sicht zumutbar. Die Beschwerdeführerin erfahre offenbar im häuslichen Rahmen einen hohen sekundären Krankheitsgewinn, indem sie von verschiedenen Tätigkeiten entlastet werde, obwohl dies medizinisch gar nicht notwendig wäre. Es sei bei der Beschwerdeführerin eine nicht unerhebliche körperliche
Dekonditio
nierung
festzustellen, welche durch ein entsprechendes Training
revertierbar
wäre.
Aus internistischer Sicht sei sodann eine Gewichtsreduktion zu emp
fehlen. Aus psychiatrischer Sicht sei durch Massnahmen keine wesentliche Beeinflussung der Situation zu erwarten, da die ausgeprägte subjektive Krankheitsüberzeugung nicht einer psychiatrisch behandelbaren Erkrankung entspreche.
3.7.2
Am
8.
Januar 2013 (
Urk.
8/109/1-4) nahm das
H._
Stellung zum Gutachten des
G._
und sprach ihm den Beweiswert bezüglich des psychiatrischen Teils ab. Das Gutachten sei nicht
beweis
wür
dig
, da keine Übersetzung vorhanden gewesen sei. Ein gravierender Fehler liege sodann darin, dass im Gutachten der
2.
statt der
3.
April 2007 als Unfalldatum angegeben werde. Sodann enthalte es auch falsche Angaben über die Medikamenteneinnahme der Beschwerdeführerin. Es seien keine Symptome betreffend psychiatrische Störungen erfragt und deshalb auch keine psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt worden, obwohl die Beschwerdeführerin die Kriterien einer mittelgradigen Depression erfülle. Es fehlten jegliche Fremdanamnese und jeglicher Versuch einer Objektivierung der Beobachtungen. Die Diagnosen des
H._
laute daher: (1.) mittelgradige depressive Episode (ICD-10, F32.1), (2.) anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4), (3.) Status nach komplexer Ellbogenluxation links am
3.
August 2009 mit
Radi
usköpfchenfraktur
(Mason Typ II), persistierend disloziert und
posterolateral
subluxiert,
Coronoidfraktur
(
Regan
Morrey
Typ I) bei
Radiusköpfchenresek
tion
,
posteriore
Fragmentexzision
, Implantation Radiusköpfchen-Prothese (SBI, Schaft 3 nicht zementiert, Head
Recon
2),
transossäre
Reinsertion
late
rales Seitenband Ellbogen links am
6.
November 2009 (
B._
1
6.
Februar 2010), (4.) Schmerzen rechter Fuss bei Status nach
Unterschen
kelfraktur
rechts mit Fraktur des Volkmann Dreiecks rechts und
Logensyn
drom
am Unterschenkel rechts am
3.
April 2007 (
Y._
1
9.
Juni 2008), Status nach Transfixation der Fraktur mit einem Fixateur externe und Logenspaltung am
3.
April 2007 (
Y._
1
9.
Juni 2008), Status nach definitiver Osteosynthese der Fibula und des
Tibiaschaftes
am 1
3.
April 2007 (
Y._
1
9.
Juni 2008) und klinisch und
szintigraphisch
CRPS I (
Y._
4.
September 2008) sowie (5.) Tumor
Dig
. II links bei Operation im
K._
201
0.
Im Falle von Gesundheit würde die Beschwer
deführerin zu 100
%
arbeiten. Subjektiv sei die Beschwerdeführerin auch für angepasste Tätigkeiten zu 100
%
arbeitsunfähig. Als positives Leistungsbild seien die Körperpflege, tägliches Spazieren, soziale Kontakte und die
Reisefä
higkeit
mit dem Öffentlichen Verkehr zu erwähnen. Das negative
Leistungs
bild
bestehe in den reaktiven Schmerzen und der Problematik verschiedener Körperhaltungen. Insgesamt sei die Beschwerdeführerin auch in angepassten Tätigkeiten als 100
%
arbeitsunfähig einzuschätzen.
3.7.
3
Am 1
4.
Oktober 2013 (
Urk.
8/114
/1-3
) äusserten sich die Ärzte des
G._
zur von der Beschwerdeführerin gegen ihr Gutachten vorgebrachten Kritik. Die psychiatrische Untersuchung sei auf Deutsch ohne weiteres möglich und eine Übersetzung zu keinem Zeitpunkt erforderlich gewesen, zumal die Beschwer
deführerin seit 1977 in der Schweiz lebe und als
Sterilisations
assistentin
in einem Spital gearbeitet habe. Das Unfalldatum 2. April 2007 ergebe sich aus zahlreichen Berichten, wobei es für die
psychiatrische Beurteilung ohnehin völlig irrelevant sei, ob der Unfall am
2.
oder
3.
April 2007 stattgefunden habe. Es entspreche sodann nicht der klinischen Erfahrung, dass gängige Antidepressiva wegen Nebenwirkungen abgesetzt würden. Die Beschwerde
führerin sei auch explizit nach ihren Beschwerden und Einschränkungen gefragt und diese im Gutachten ausführlich dargelegt worden. Von einer Fremdanamnese bei der Tochter könne kaum ein objektiver Befund erwartet werden, da diese kaum Aussagen machen würde, welche eine
Rentenzuspra
che
verhindern würden.
Bei psychologischen Testverfahren sei zu beachten, dass ein Beschwerdevalidierungstest durchzu
führen sei, um eine allfällige Aggravation feststellen zu können. Die Beschwerdeführerin habe keine Hin
weise für psychosoziale Belastungen geliefert. Die Diagnose der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung werde nicht näher begründet. Sie könne beim Fehlen einer psychosozialen Belastung nicht gestellt werden. Schliesslich mache die Durchführung einer EFL bei
vorhandener
Selbstlimitierung und
Schmerzverarbeitungs
problematik
keinen Sinn.
3.
8
Laut dem Abklärungsbericht Haushalt vom
4.
April 2011 (
Urk.
8/76) gab die Beschwerdeführerin im Gespräch an, ihr Gesundheitszustand habe sich weiter verschlechtert, da sie im August 2009 bei einem weiteren Unfall den Ellbo
gen gebrochen habe. Auch bezüglich ihrer Unterschenkel habe sie nach wie vor starke Schmerzen. Sie müsse wegen Schwellungen die Beine immer wie
der hochlagern. Ihre Arbeitsstelle habe sie verloren. Sie habe trotz finanziel
ler Einbussen im November 2006 ihr Pensum auf 60
%
reduziert, um mehr Zeit für sich zu haben. Hätte es finanziell nicht gereicht, hätte sie wieder aufstocken können. Bei guter Gesundheit würde sie weiterhin in einem Pen
sum von 60
%
arbeiten. Seit April 2007 benötige sie im Haushalt Hilfe und im August 2009 habe sich die Situation weiter verschlechtert. Die Hilfe werde durch
den Sohn und den Ehemann geleistet.
Ausserdem komme auch noch eine Cousine gelegentlich vorbei und erledige vor allem gründliche Arbeiten für sie. Im Bereich Haushaltführung, welcher mit 5
%
zu gewichten sei, erleide die Beschwerdeführerin keine Einschränkungen. Im Bereich Ernäh
rung, welcher mit 45
%
zu gewichten sei, habe bis Juli 2009 eine Einschrän
kung von 35
%
und ab diesem Zeitpunkt von 70
%
bestanden. Die Beschwerdeführerin habe nach dem Unfall im Jahre 2007 keine Kuchen mehr backen und kei
ne aufwändigen Mahlzeiten mehr zu
bereiten können. Seit August 2009 könne sie gar nicht mehr kochen. Im mit 20
%
zu gewichtenden Bereich Wohnungspflege sei die Einschränkung bis Juli 2009 40
%
und ab dann 75
%
. Bis Juli 2009 habe sie einfachere Reinigungsarbeiten noch erle
digen können, seither könne sie nur noch punktuell mit der linken Hand abstauben und es sei ihr nicht mehr möglich, den Lappen auszuwringen. Der Bereich Einkauf sei mit 10
%
zu gewichten und es sei keine Einschränkung anzuerkennen. Die Beschwerdeführerin könne kleinere Einkäufe noch selber besorgen und im Übrigen seien die Mithilfe des Ehemannes und des Sohnes in diesem Bereich zumutbar.
Der Bereich Wäsche und Kleiderpflege sei ebenfalls mit 20
%
zu gewichten und die Einschränkung betrage 30
%
bis Juli 2009 und 65
%
ab August 200
9.
Die Beschwerdeführerin könne nur noch kleinere Stücke waschen. Insgesamt gelangte die Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin zum Ergebnis, dass die Beschwerdeführerin im Haushalt von Juli 2007 bis Juli 2009 zu 29,75
%
und ab August 2009 zu 59,5
%
ein
geschränkt sei.
4.
4.1
Das
G._
-Gutachten
vom 2
0.
September 2012 (
Urk.
8/101/2-32)
erweist sich als für die streitigen Belange umfassend und beruht auf allen nötigen Untersuchungen. Die Gutachter gingen auf die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden ein und gaben ihre Beurteilung in Kenntnis der wesentlichen
Vorakten
beziehungsweise der Anamnese ab. Die medizinische Situation wie auch die medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend dargelegt und beurteilt und die Schlussfolgerungen einlässlich und überzeu
gend begründet. Damit erfüllt das
G._
-Gutachten sämtliche von der Recht
sprechung (E. 1.4) an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens gestellten Anforderungen.
4.2
Die Beschwerdeführerin lässt geltend machen, dass in orthopädischer Hin
sicht eine objektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nur durch eine Abklä
rung der funktionellen Leistungsfähigkeit
(EFL)
erreicht
werden könne (
Urk.
1 S. 9
, S. 11 f.
).
Zum Umstand, dass keine EFL durchgeführt wurde, ist
jedoch
festzuhalten, dass eine solche praxisgemäss allenfalls in Betracht zu ziehen ist, wenn sich die beteiligten Fachärzte ausser Stande sehen, eine zuverlässige Einschätzung des leistu
ngsmässig Machbaren vorzunehmen
und deshalb eine konkrete leistungsorientierte berufliche Abklärung als zweck
mässigste Massnahme ausdrücklich empfehlen (Urteil
e
des Bundes
gerichts 9C_73
0/2014 vom 1.
Dezember 2014 E. 2.3
und 9C_132/2016 vom 2
1.
Juni 2016 E. 3.3
).
Vorliegend
wird von keinem Arzt die Durch
führung einer EFL empfohlen, sondern
die Ärzte des
G._
verweisen im Gegenteil darauf, dass eine EFL im Falle einer Selbstlimitierung keine verwert
baren Ergebnisse lie
fern könne und von einer solchen deshalb keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten wäre
n
(Urk. 8/11
4
/3)
.
4.3
Was die vor allem vom
H._
vorgebrachte Kritik an der psychiatrischen Teilbegutachtung durch das
G._
anbelangt (
Urk.
8/109/1-5),
ist festzuhalten
, dass es praxisgemäss für den
Aussage
ge
halt
eines medizinischen Gutachtens nicht auf die Dauer der Exploration ankommt. Zwar muss der zu betreibende zeitliche Aufwand der Fragestellung und der zu beurteilenden Pathologie angemessen sein. Zuvorderst hängt der Aussagegehalt einer Expertise aber davon ab, ob sie inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (vgl. Bundesgerichtsurteil 8C_662/2014 vom 12. November 2014 E. 8). Dies trifft vorliegend zu.
Entgegen der Ansicht der Ärzte des
H._
führt auch der Umstand, dass bei der psychiatrischen Untersuchung
im
G._
kein Dolmetscher beige
zogen worden ist, nicht zur Beweisunwürdigkeit des Gutachtens. Die Ärzte des
G._
konnten sich mit der Beschwerdeführerin aus
r
eichend auf Deutsch unterhalten und sie weisen denn auch zu Recht darauf hin, dass
der Umstand, dass
die Beschwerdeführerin seit 1977 in der Schweiz lebt und den Beruf als St
e
rilisationsassistentin
ausübte
,
für
genügende
Deutschkenntnisse zur Führung eines solchen Gesprächs spricht.
Völlig ins Leere stösst sodann der
Vorwurf
des
H._
, dass das
G._
-G
ut
achten den
2.
statt den 3.
April 2007 als Unfalldatum nenne.
Erstens
wäre dies entgegen der Ansicht der Ärzte des
H._
kein gra
vierender Fehler,
zweitens
ergibt sich aus den Akten
das Gegenteil
, dass
nämlich
der
2.
April 2007 das korrekte Unfalldatum ist und sich der
3.
April 2007 auf das Datum der
nachfolgenden
Operation bezieht.
Ebenso ist dem Vorhalt der fehlenden Einholung
fremdanamnesti
scher
Auskünfte nichts abzugewinnen. Denn im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung ist grundsätzlich nicht eine Fremdanamnese entscheidend, sondern die klinische Untersuchung in Kenntnis der Anamnese (
Bundesge
richtsurteil
8C_808/2012 vom 21. Dezember 2012 E. 3.3.3).
Die Notwendi
g
keit der Einholung einer Fremd
anamnese ist in erster Linie eine Frage des
med
izinischen Ermessens (
Bundesgerichts
urteil
8C_323/2014 vom 2
3.
Juli 2014 E. 5.2.1)
.
Werden die fremdanamnestischen Angaben ausserdem bei nahen Angehörigen eingeholt, welche über kein medizinisches Fach
wissen verfügen, sind diese entsprechend vorsichtig zu würdigen.
Schliesslich ist nach der Rechtsprechung
dem testmä
ssigen Erfassen der Psychopathol
ogie im Rahmen
der psychiatrischen Exploration
nur eine ergänzende Funktion beizumessen. Ausschlagge
bend bleibt die klinische Untersuchung mit
Anam
neseerhebung
, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung (
Bundesge
richtsurteil
9C_344/2013 vom 16. Oktober 2013 E. 3.1.5).
5.
5.1
Die vor BGE 141 V 281 ergangene Rechtsprechung zu den somatoformen Schmerzstörungen und ähnlichen Leidenszuständen lautete unter anderem wie folgt: F
ür die Annahme eines in
validisierenden Gesundheitsscha
dens
bedarf es grundsätzlich
einer fachärztlichen, lege
artis
a
uf die Vorgaben eines an
erkann
ten Klassifikationssystems abgestützten Diagnose
(BGE 130
V
396 E.
6). Soma
toforme Schmerzstörungen und ähnliche Leidenszustände vermögen in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität im Sinne von
Art.
4 Abs.
1 IVG führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit z
u bewirken (BGE 130 V 352
E.
2.2.2 und 2.2.3). Die praxisgemässen Grund
sätze gelten auch für die Beurteilung der invalidisierenden Wirkung einer spezifis
chen Verletzung der HWS ohne or
ganisch nachweisbare
Funktions
ausfälle
(BGE 136 V 279 E. 3.2.3). Die Praxis fasst auch ein chronisches zer
vikales und
zervikozephales
Schmerz
syn
drom
nach
HWS-Distor
sions
trauma
, ein
thorak
overtebrales
Schmerzsyndrom
sowie einen chronischen Kopf
schmerz darunter (Bundesgerichtsurteil
9C_681/2010 vom 1
4.
Dezember 2010 E. 3.2.2).
Mit
BGE 141 V 281
hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organi
sche Ursache und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 u
nd anschliessende Urteile) ange
passt und festgehalten, dass die
Invaliditäts
bemessung
stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichtigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss. Auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit bezweckte die durch BGE
130 V 352 begründete Rechtspre
chung die Sicherstellung eines gesetzmässigen Versicherungsvollzuges mittels der Regel/Ausnahme-Vorgabe beziehungsweise (seit E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der Überwindbarkeitsvermutung. Deren Rechtsnatur kann offen bleiben. Denn an dieser Rechtsprechung ist nicht festzuh
alten. Das bishe
rige Regel/Ausnahme-Modell wird durch ein st
rukturiertes Beweisverfahren er
setzt. An der Recht
sprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG – ausschliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung und objektivierte
Zumutbar
keitsprüfung
bei materieller Beweisl
ast der rentenansprechenden Per
son (Art. 7 Abs. 2 ATSG) – ändert sich dadurch
nichts. An die Stelle des bishe
ri
gen Kriterienkatalogs (bei anhaltender somatoformer Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) trete
n im Regelfall beachtliche Stan
dardindikatoren. Diese lassen sich in die Ka
tegorien Schweregrad und Konsis
tenz der funktionellen Auswirkungen einteilen. Auf den Begriff des primären Krankheitsgewinnes und die
Präponderanz
der psychiatrischen Komorbidität ist zu verzichten. Der Prüfungsraster ist rechtlich
er Natur. Recht und Medizin wir
ken sowohl bei der Formulierung der
Standardindika
toren
wie auch bei deren – rechtlich gebotener – Anwendung im Einzel
fall zusammen. Im Grunde konkre
tisieren die in E. 4 und 5 formulierten
Beweis
themen
und Vorgehensweisen für die Invaliditätsbemessung bei psychoso
matischen Leiden die
gesetzgeberischen Anordnungen nach Art. 7 Abs. 2 ATSG. Die
Anerkennung eines rentenbegrün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, w
enn die funktionellen Auswirkun
gen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der
Standardin
dikatoren
schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt e
s da
ran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wi
e vor die materiell beweisbelas
tete versicherte Person zu tragen (E. 6).
5.2
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychoso
matischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beachtlich, die das Bundesgericht wie folgt systematisiert hat
(
BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
Komplex „Gesundheitsschädigung"
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
Komorbiditäten
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
Komplex „Sozialer Kontext"
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung
leistungshindern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und
Kompensati
onspotenzialen
(Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leis
tungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1;
Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Beweisrechtlich entscheidend ist der Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4):
Der Indikator einer
gleichmässigen
Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen zielt auf die Frage ab, ob die disku
tierte Einschränkung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im Aufgabenbereich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Frei
zeitgestaltung) anderseits gleich ausgeprägt ist. Dabei ist das bisherige Krite
rium des sozialen Rückzugs (wiederum) so zu fassen, dass neben Hinweisen auf Einschränkungen auch Ressourcen erschlossen werden; umgekehrt kann ein krankheitsbedingter Rückzug aber auch Ressourcen zusätzlich vermin
dern. Soweit
erhebbar
, empfiehlt sich auch ein Vergleich mit dem Niveau sozialer Aktivität vor Eintritt der Gesundheitsschädigung. Das
Aktivitätsni
veau
der versicherten Person ist stets im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu sehen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1).
Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, das
heisst
das
Ausmass
, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz unter dem Komplex "Gesundheitsschädigung") auf den tat
sächlichen Leidensdruck hin. Dies gilt allerdings nur, solange das betreffende Verhalten nicht durch das laufende Versicherungsverfahren beeinflusst ist. Nicht auf fehlenden Leidensdruck zu
schliessen
ist, wenn die Nichtinan
spruchnahme einer empfohlenen und zugänglichen Therapie oder die schlechte Compliance klarerweise auf eine (unabwendbare) Unfähigkeit zur Krankheitseinsicht zurückzuführen ist. In ähnlicher Weise zu berücksichtigen ist das Verhalten der
versicherten Person im Rahmen der beruflichen (Selbst-) Eingliederung. Inkonsistentes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend gemachte Einschränkung sei anders begründet als durch eine versi
cherte Gesundheitsbeeinträchtigung (BGE 141 V 281 E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.2).
5.3
Nach altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten verlieren ihren
Beweis
wert
nicht. Es ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bun
desrecht standhält. In sinngemässer Anwendung auf die nunmehr mate
riell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prü
fen, ob die beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständi
gengutachten - gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fach
ärztlichen Berich
ten - eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgebli
chen Indikatoren erlauben oder nicht (BGE 141 V 281 E. 8 S. 309).
5.4
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung führt die auf die Begrifflichkeit des medizinischen Klassifikationssystems abstellende Diagnose der anhalten
den somatoformen Schmerzstörung nur dann zur Feststellung einer
invali
denversicherungsrechtlich
erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigung, wenn die Diagnose auch unter dem Gesichtspunkt der - in der Praxis zu wenig beachteten - Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor, soweit die
Leis
tungseinschränkung
auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche und andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns ergeben sich namentlich, wenn eine erhebliche Diskre
panz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren
Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken; schwere Einschränkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Ver
halten hin. Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass solche
Ausschluss
gründe
die Annahme einer Gesundheitsbeeinträchtigung verbieten, so besteht von vornherein keine Grundlage für eine Invalidenrente, selbst wenn die
klassifikatorischen
Merkmale einer somatoformen Schmerzstörung gegeben sein sollten (vgl.
Art.
7
Abs.
2 erster Satz ATSG). Soweit die betreffenden Anzeichen neben einer ausgewiesenen verselbständigten
Gesundheitsschädi
gung
auftreten, sind deren Auswirkungen derweil im Umfang der Aggrava
tion zu bereinigen (BGE 141 V 281 E. 2.2).
5.
5
Die psychiatrische Be
urteil
ung durch das
G._
hat ergeben, dass das Ausmass der geklagten Beschwerden bei der Beschwerdeführerin durch die objekti
vierbaren Befunde nicht erklärt werden kann. Es ist bei der Beschwerdefüh
rerin vielmehr in Folge ihrer zwei Unfälle zu einer Schmerzausweitung gekommen und die Beschwerdeführerin hat eine subjektive
Krankheitsüber
zeugung
entwickelt, welche sie von der dauerhaften Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit abh
ä
lt.
So diagnostizierte der psychiatrische Gutachter nebst einer leichten depressiven Episode eine Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F 54) (E. 3.7.1). Diesen Diagnosen massen die
G._
-Gutachter - auch unter Berücksichtigung dessen, dass die im damaligen Zeitpunkt anwendbaren Förster-Kriterien weitgehend nicht erfüllt waren (
Urk.
8/101/19) - keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu, hatte sich doch anlässlich der fachärztlichen Exploration keine wesentliche Einschränkung der Beschwerde
-
führerin im Alltag erkennen lassen (Urk. 8/101/18). Angesichts
dessen, dass die Untersuchung durch den orthopädischen Gutachter eine erhebliche Diskrepanz zwischen den anamnestischen Beschwerdeschilde
-
rungen und den objektivierbaren Befunden sowie den Schmerzäusserungen anlässlich der Untersuchung zu Tage gefördert hatte (vgl. insbesondere
Urk.
8/101/28, wonach anamnestisch zwar der Fokus auf den rechten Unterschenkel und den linken Ellenbogen gerichtet war, diesbezüglich klinisch aber nur geringe Einschränkungen feststellbar waren und nur selten Schmerzen geäussert wurden, während es schien, dass sich die Beschwer
-
deführerin klinisch durch die panvertebralen Rückenschmerzen viel stärker kompromittiert fühle, was aber anamnestisch nur beiläufig Erwähnung gefunden habe), würde die Prüfung der Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 infolge Vorliegens eines Ausschlussgrundes (E. 5.4) grundsätzlich ohne Weiteres entfallen.
5.6
Selbst wenn aber ein Ausschlussgrund zu verneinen wäre, führte die Prüfung der Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 nicht zu einem invalidisie
-
renden Gesundheitsschaden, wie nachfolgend zu zeigen ist:
5.7
Unter dem Aspekt „funktioneller Schweregrad“ ist in Betracht zu ziehen, dass die diagnoserelevanten Befunde und Symptome nicht besonders ausgeprägt erscheinen.
Die Beschwerdeführerin wurde nach ihren beiden Unfällen mit jeweils gutem Ergebnis operativ behandelt. Das gezeigte Barfussgangbild und die Gangvarianten bei der Begutachtung durch das
G._
belegten eine insge
samt wieder gute Funktionalität. Auch am linken Ellenbogen besteht ein günstiges postoperatives Ergebnis (
Urk.
8/10
1
/26).
Von einer Ausschöpfung der Behandlungsmöglichkeiten resp. einer Behandlungsresistenz ist aufgrund der gutachterlichen Feststellungen nicht auszugehen,
die aufgrund ihrer Krankheitsüberzeugung gezeigte Passivität hat aber bei der Beschwerde
füh
rerin zu einer
Dekonditionierung
geführt.
Was den Indikator „Komorbiditä
ten“ betrifft,
so erweisen sich die Diagnosen der Beschwerde
führerin als rela
tiv geringfügig
(vgl. auch
Urk.
8/101/26-27)
.
5.8
Zum Komplex „Persönlichkeit“ ist festzuhalten,
dass
keinerlei Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung bestehen.
Hinsichtlich des Komplexes „Sozialer Kontext“ kann auf du
rchaus vorhandene Ressourcen der Beschwerdeführerin
geschlossen werd
en. Langanhaltende psychosoziale oder emotionale
Belas
tungsfaktoren
bestehen nicht. Die Beschwerdeführerin lebt mit ihrem Ehe
mann in einer intakten Beziehung und hat auch ein gutes Verhältnis zu ihren Kindern und Enkelkindern
(
Urk.
8/101/15)
.
Zum - beweisrechtlich entschei
denden - Aspekt der Konsistenz ist zu erwähnen, dass die aktenkundigen Behandlungsbemühungen nicht auf einen ausgeprägten Leidensdruck schliessen lassen.
5
.9
Demnach
wären
auch unter Berücksichtigung der nunmehr im Regelfall beachtliche
n Standardindikatoren (vgl. E. 5.2
) erhebliche funktionelle Aus
wirkungen der Schmerzstörung auf die Arbeitsfähigkeit nicht schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen.
Auch a
us rechtlicher Sicht ist daher die
Schmerzverarbeitungsstörung
nicht als invalidisierend zu betrachten.
5.10
Es ist damit festzuhalten, dass d
ie
Beschwerdeführer
in für körperlich leichte, verschiedentlich adaptierte Tätigkeiten zu 100
%
arbeitsfähig ist
(vgl. E. 3.7.1)
6.
6.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit de
r
Beschwer
deführer
in
in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt.
Die Beschwerde
führerin hat gegenüber der Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin ange
geben, sie habe ihr Arbeitspensum im November 2006 auf 60
%
reduziert, um mehr Zeit für sich zu haben. Bei guter Gesundheit hätte sie weiter in diesem Umfang gearbeitet (
E. 3.8
).
Den Angaben der Beschwerdeführerin gegenüber der Abklärungsperson kommt zur Klärung der Statusfrage ein besonderes Gewicht zu, da sie als sogenannte Aussagen der ersten Stunde als unbefangener und zuverlässiger gelten als spätere Darstellungen (vgl. BGE 121 V 45 E. 2 und das Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2011 vom
9.
Juli 2012 E. 5.5 mit Hinweisen).
Erhebliche Hinweise für das Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach sie
die
Pensumsreduktion
vorgenommen ha
be
, um ihre Tochter vorübergehend bei der Kinderbetreuung zu unterstützen und sie danach ihr Arbeitspensum wieder auf 100
%
aufgestockt hätte
, sind dem
gegenüber nicht aktenkundig.
Es ist damit übereinstimmend mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 60
%
erwerbstätig und zu 40 % im Haushalt tätig gewe
sen wäre und der Invaliditätsgrad
ist
nach der gemischten Methode zu berechnen.
6.
2
Gemäss Arbeitgeberbericht
des Stadtspitals
Y._
vom
7.
Januar 200
8 (Urk. 8/11
) hätte
die
Beschwerdeführer
in
ohne Eintritt des
Gesundheits
scha
dens
im Jahre 200
7 bei einem Pensum von 60
%
ein Bruttoeinkommen von
Fr.
3‘404.10 pro Monat bzw.
Fr.
40‘849.25
pro Jahr erzielt. Angepasst an die Nominallohnentwicklung für
Frauen
(vgl. Bundesamt für Statistik,
Wichtige Arbeits
marktindikatoren, Entwicklung
, Tabelle
3.1.1.1
: 200
7
=
2454
, 20
08
=
2499
) beträgt das hypothetische Einkommen im Jahr 200
8
Fr. 41‘598.30
.
6.3
6.3.1
Entgegen der vo
n der
Beschwerdeführer
in
vertretenen Auffassung steht ih
r
mit Blick auf die gutachterliche Einschätzung und das aus medizinischer Sicht objektiv vorhandene Leistungspotenzial eine genügend breite Palette von zumutbaren Erwerbsmöglichkeiten offen, welche der ausgeglichene Arbeitsmarkt kennt. Nicht massgebend ist in diesem Zusammenhang, ob eine invalide Person unter den
konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würde. Zu berücksichtigen ist zudem, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt auch sogenannte Nischenarbeitsplätze umfasst, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen kön
nen. Namentlich bestehen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus einfache, geistig wenig anspruchsvolle Überwachungs-, Prüf- und
Kontroll
tätigkeiten
, welche keine Stressbelastungen enthalten (vgl. Urteil des Bun
desgerichtes 8C_514/2013 vom 2
9.
August 2013 E. 4.2 mit Hinweisen).
6.
3
.2
Gemäss Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) betrug der Durchschnittslohn für die mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten beschäf
tigten
Frauen
im Jahr 200
8
pro Monat
Fr.
4‘116
.-- (LSE 200
8
TA 1 S.
2
6
) bzw.
Fr.
49‘392
.-- (
Fr.
4‘116
.-- x 12) pro Jahr. Bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit im Jahr 200
8
von 41,
6
Stunden (vgl. Bundesamt für Sta
tistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche [T 03.02.03.01.04.01]) resultiert ein mutmassliches Einkommen von
Fr.
51‘367.70
pro Jahr.
Bei einem Pensum von 60
%
beläuft sich das Einkommen auf
Fr.
30‘820.60.
6.
3
.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksich
tigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter
nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug ent
wickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskatego
rie
sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unter
durchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des
Tabellenloh
nes
zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen mit
verantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merk
mal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berück
sichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser angemessen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
Dem Umstand, dass
die Beschwerdeführerin
lediglich noch maximal
leichte
Hilfsarbeitertätigkeiten ausüben kann und auch darin gewisse - wenn auch nur relativ
geringfügige - Einschränkungen erleidet,
hat die
Beschwerde
geg
nerin
mit einem Abzug von
10
%
angemessen Rechnung ge
tragen. Das
Inva
lideneinkommen
ist demnach
für ein Pensum von 60
%
mit Fr.
27‘738.55
(
Fr.
30‘820.60
x 0.9) zu bemessen. Verglichen mit dem ermittelten
Validen
einkommen
von
Fr. 41‘598.30
ergibt sich damit eine Einkommenseinbusse von
Fr.
13‘859.75
bzw.
für den Erwerbsbereich
ein
ungewichteter
Invalidi
tätsgrad
von rund
33 %
.
6.4
Ginge man davon aus, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 100
%
erwerbstätig wäre, so beliefe sich das
Valideneinkommen
auf Fr. 69‘330.50 (60
%
= Fr. 41‘598.30).
Beim Invalideneinkommen wäre zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführerin die Ausübung einer
behin
de
rungsangepassten
Tätigkeit zu einem Pensum von 100
%
zumutbar ist. Gemäss den statistischen Tabellenlöhnen würde hierfür ein mutmass
liches Einkommen von
Fr.
51‘367.70 pro Jahr resultieren (vgl. E. 6.3.2). Nach Vor
nahme des Abzugs von 10
%
beliefe sich
das Invalideneinkommen auf Fr.
46‘230.9
5.
Verglichen mit dem
Valideneinkommen
von Fr. 69‘330.50 ergäbe sich damit eine Einkommenseinbusse von
Fr.
23‘099.55 bzw. ein Invaliditätsgrad von rund 33 %.
7.
7.1
Bezüglich der Einschränkungen bei der Erledigung der Aufgaben im Haushalt ist die Abklärungsperson der Beschwerdeführerin anlässlich der Abklärungen vor Ort zum Ergebnis gelangt, dass die Beschwerdeführerin von Juli 2007 bis Juli 2009 zu 29,75
%
und ab August 2009 zu 59,5
%
eingeschränkt gewesen sei (
E. 3.8
).
Wie die Ärzte des
G._
zu Recht festgehalten haben, ist aber eine Einschränkung von 59,5
%
nicht nachvollziehbar, sondern basiert offen
sichtlich auf den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin. Dies gilt umso mehr, als es dem Ehemann und dem Sohn im Rahmen der
Schaden
minderungspflicht
zumutbar ist, einen Teil der Haushaltarbeiten zu über
nehmen. Sodann ist zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin beim Gebrauch der rechten Hand keinerlei Einschränkungen erleidet und ihr auch der Gebrauch der linken Hand grundsätzlich nach wie vor möglich
ist. Die von der Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin für die Zeit ab August 2009 festgelegten Einschränkungen im Bereich Ernährung von 70
%
, im Bereich Wohnungspflege von 75
%
, und im Bereich Wäsche und
Kleider
pflege
von 65
%
sind unter diesen Umständen viel zu hoch. Vielmehr erscheinen die für die Zeit davor festgelegten Einschränkungen im Bereich Ernährung von 35
%
, im Bereich Wohnungspflege von 40
%
und im Bereich Wäsche und Kleiderpflege von 30
%
auch unter Berücksichtigung der Ein
schränkungen beim Gebrauch der linken Hand als angemessen
(vgl. auch Urk. 8/101/30)
.
Gesamt
haft ist im Aufgabenbereich Haushalt von einem
ungewichteten
Invaliditäts
grad
von gerundet 30
%
auszugehen.
7.2
Insgesamt resultiert ein Invaliditätsgrad von 32 % (33
%
von 60
%
= 20
%
im Erwerbsbereich und 30
%
von 40
%
= 12
%
im Haushalt), womit kein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
8.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kanto
nalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichti
gung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
600.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.