Decision ID: 489fa7bd-94ac-4c8f-b270-a4f662ffc3dd
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1955 geborene
X._
war seit Februar 2009
als Fachvorgesetzter Technik
bei der
Z._
angestellt und in diesem Rahmen bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Gemäss Un
fallmeldung vom 27. September 2017 verspürte er
am 14. September 2017
beim Verschieben (Tragen) einer Kaffeemaschine mit einer weiteren Person plötzlich Schmerzen im Schulterbereich (Urk. 13/1). Die medizinische Erstvorstellung erfolgte
gleichentags
bei Dr. med.
A._
, Fachärztin FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates (Urk. 13/10).
Diese veran
lasste am
19. September
2017
eine MR
T
-
Arthrographie
des linken Schulterge
lenks
(Urk. 13/30) und führte am
25. September 2017 eine
Schulterarthroskopie links mit Rekonstruktion der
Supraspinatussehne
,
Débridement
an der
Subsca
pu
larissehne
, Tenotomie der langen
Bizepssehne
sowie ausführliche
Acromio
plastik
und ACG-Resektion
durch
(Urk. 13/8-9).
Die Suva klärte beim Versicherten die Umstände und den Hergang des Ereignisses vom 1
4.
September 2017 ab (
Urk.
13/11) und legte die Akten Kreisarzt
Dr.
med. B._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, zur Stellungnahme vor (
Urk.
13/15).
Mit Schreiben vom 1. November 2017 teilte die Suva dem Versi
cher
ten mit, dass sie nicht leistungspflichtig sei (Urk. 13/18), woraufhin der Versicherte am 8. November 2017 eine einsprachefähige Verfügung verlangte
(Urk. 13/20).
Nach Vorlage an die Kreisärztin Dr.
med.
C._
, Fach
ärztin
für Anästhesiologie (Ärztliche Beurteilung vom 19. Dezember 2017, Urk. 13/33)
,
verneinte die Suva eine Leistungspflicht m
it Verfügung
vom 28. Dezem
ber 2017 (Urk. 13/35).
Die dage
gen erhobene Einsprache vom
15. Janu
ar 2018 (Urk. 13/36)
wies die Suva mit Entscheid vom
1. Juni 2018
(Urk.
2
=
Urk.
13
/43)
ab.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 22. Juni 2018
Beschwerde (Urk. 1)
und bean
tragte
, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es
sei die Suva zu ver
pflichten, für die Folgen des Ereignisses vom 14. September 2017 die gesetzlichen Leistungen nach UVG zu entrichten
.
Eventualiter beantragte er die Rückweisung der Sache an die Suva zur weiteren medizinischen Abklärung und anschliessender Neuverfügung. Mit Eingabe vom 7. Juli 2018 reichte der
Beschwerdeführer
eine
Stellungnahme
von Dr.
A._
vom 25. Juni 2018 zu den Akten (Urk. 9-10).
Mit Beschwerdeantwort
vom
10. August 2018
(Urk.
12, unter Beilage ihrer Akten Urk. 13/1-51
) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde
, was dem
Beschwerdeführer
mit Verfügung vom 15. August 2018
(Urk. 14)
ange
zeigt wurde
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am
9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirk
licht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Das
hier zu beurteilende
Ereignis
hat sich am
14. September 2017
ereignet, weshalb die
ab dem 1. Januar 2017
gültigen
Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die
Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
kran
k
heiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei fol
genden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskusrisse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Bandläsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.3
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper
, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit oder den Tod zur Folge hat.
Nach der Rechtsprechung bezieht sich
das
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objektiven Massstab – den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlag
gebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umweltein
wirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.1 und E. 4.3.1 mit Hinweis).
Selbst bei fehlender Störung des Bewegungsablaufs durch einen äusseren Faktor kann die Aussergewöhnlichkeit auch dann gegeben sein, wenn beim Heben oder Schieben einer Last zufolge ausserordentlichen Kraftaufwandes, das heisst einer sinnfälligen Überanstrengung, eine Schädigung eintritt. Es muss allerdings jeweils geprüft werden, ob die Anstrengung im Hinblick auf Konstitution und berufliche und ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden Person ausserord
ent
licher Art war (BGE 116 V 136 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38). Kein Unfall liegt vor, wenn die Anstrengung nur wegen bestehender krankhafter Veränderungen zu Schädigungen führen kann, weil sich dann eine innere Ursache auswirkt, während der äussere, oft harmlose Anlass bloss den patho
logischen Faktor manifest werden lässt (BGE 116 V 136 E. 3b mit Hin
weisen).
1.
4
1.4.1
Seit dem Inkrafttreten der Revision des UVG und der dazugehörigen Verordnung (UVV) per 1. Januar 2017 ist das Bestehen einer vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung nicht länger vom Vorliegen eines äusseren Ereignisses abhängig. Die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 UVG genannte Körperschädigung vorliegt, führt zur Vermutung, dass es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung handelt, die vom Unfallversicherer über
nommen werden muss. Dieser kann sich aber von der Leistungspflicht befrei
en, wenn er beweist, dass die Körperschädigung
vorwiegend
auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen ist (Zusatzbotschaft zur Änderung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [Unfallversicherung und Unfallverhütung; Organi
sation und Nebentätigkeiten der Suva] vom 19. September 2014,
BBl
2014 7922 7934 f.).
Vorwiegend
ist
dabei
analog zur Rechtsprechung der Berufskrankheit (Art. 9 Abs. 1 UVG) mit mehr als 50 % zu definieren
. Die vorwiegend durch Abnützung oder Erkrankung bedingte Verursachung hat der Unfallversicherer mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu beweisen (
Ad-Hoc-Kommission Schaden UVG, Empfehlungen zur Anwendung von UVG und UVV vom 10. Juli 1986, Revision per 24. März 2017
, S. 3,
m.H.a
.
BGE 133 V 421
).
1.4.2
Massgebend zur Beurteilung, ob eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG vorliegt, ist die ärztliche Diagnose. Lässt sich das klinische Bild mit mehreren Diagnosen umschreiben, so kann eine Leistungspflicht des Unfallversicherers nur dann bestehen, wenn die Listenverletzung den
Hauptbe
fund darstellt
(
Ad-Hoc-Kommission Schaden UVG, Empfehlungen zur Anwen
dung von UVG und UVV vom 10. Juli 1986, Revision per 24. März 2017
, S. 2,
m.H.a
. Urteil des EVG vom 20. August 19
97 E. 2b sowie BGE 116 V 152 E.
4d)
.
1.4.3
Die Leistungspflicht der Unfallversicherung gemäss Art. 6 Abs. 2
lit
. f UVG beschränkt sich gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung streng auf
Sehnen
risse. Ein partieller Sehnenriss reicht
für die Übernahme von Leistungen nur dann
aus, wenn er zweifelsfrei nachgewiesen ist (
Urteil des Bundesgerichts 8C_245
/2015 vom 19. August 2015 E. 2).
SLAP-Läsionen können nicht als Sehnenrisse im Sinne von Art. 6 Abs. 2
lit
. f UVG qualifiziert werden (
Urteil des Bundesgerichts 8C_1/2015 vom 27. März 2015 E. 3.2 mit Hinweis auf
Urteil 8C_835/2013 vom 28. Januar 2014
). Dagegen gilt eine
Rotatorenmanschettenruptur
als gedeckter Sehnenriss (Urteil des Bundesgerichts 8C_381/2014 vom 11. Juni 2015).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungs
interner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das
An
stellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rung
s
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall
jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an
die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur ge
ringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE
142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
1.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrele
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid stellte sich die
Beschwerdegegnerin
im Wesentlichen auf den Standpunkt, angesichts der vom
Beschwerdeführer
zuvor mehrmals
geän
dert
en Sachverhaltsdarstellung erweise sich der von ihm nach Erhalt der Leis
tungs
ablehnung der Suva geschilderte Hergang des Ereignisses vom 14. Septem
ber 2017 als wenig glaubhaft. Aufgrund der Schilderungen des Geschehens durch den
Beschwerdeführer
bis zur Leistungsablehnung könne der Unfallbegriff im Sinne von Art. 4 ATSG nicht als erfüllt angesehen werden. Die gemeldeten Rückenbeschwerden
(gemeint wohl: Schulterbeschwerden)
gingen nicht auf spe
ziell sinnfällige Umstände wie etwa ein Stolpern, Ausgleiten, Anstossen, Hängen
bleiben oder ein reflexartiges Abwehren eines Sturzes zurück
. Dies würde selbst dann gelten, wenn auf die Sachverhaltsdarstellung des
Beschwerdeführer
s in seiner Einsprache abgestellt würde (Urk. 2 S. 7).
Im vorliegenden Fall sei zwar die Körperschädigung eines Sehnenrisses im Sinne von Art. 6 Abs. 2
lit
. f UVG gegeben, diese
sei
jedoch – gemäss kreisärztlicher Beurteilung – vorwiegend auf ein degeneratives Geschehen (Abnützung) zurückzuführen, weshalb sie hierfür keine Leistungspflicht treffe (Urk. 2 S. 9).
2.2
Dahingegen führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, er habe eine unk
o
ordinierte Bewegung getätigt, als er auf das plötzliche Abrutschen der Maschine reflexartig reagiert habe, um sich zu schützen
. Damit sei das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors und ein Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG zu bejahen, weshalb die
Beschwerdegegnerin
für die daraus resultierenden Folgen leistungspflichtig sei.
Selbst wenn das Gericht diese Ansicht nicht teilen würde,
sei
die Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin
zu bejahen: Es liege unbe
stritte
nermassen ein Sehnenriss und damit eine Listenverletzung im Sinne von Art. 6
Abs. 2
UVG vor. Damit bestehe die gesetzliche Vermutung der Leistungspflicht.
Die
Beschwerdegegnerin
könne sich
von ihrer Leistungspflicht
nur
befreien, in
dem sie beweisen würde, dass die Listenverletzung vorwiegend auf Abn
ü
tzung/
Erkrankung zurückzuführen sei. Dafür stütze sie sich auf zwei kreisärztliche Berichte, welche – aus verschiedenen Gründen – nicht beweistauglich seien. Die bildgebenden Befunde würden für einen 62jährigen erstaunlich wenige degene
rative Veränderungen zeigen. Diese seien allerhöchstens teilursächlich für die Listenverletzung, mitnichten jedoch zu mehr als 50 %. Auch Dr.
A._
habe die Listenverletzung als klar nicht degenerativ bedingt erachtet. Damit stehe fest, dass die
Beschwerdegegnerin
für die Folgen des Ereignisses vom 14. September 2017 vollumfänglich leistungspflichtig sei (Urk. 1 S. 4-6).
3.
3.1
Am 14. September 2017 erfolgte die medizinische Erstbehandlung des
Beschwer
deführer
s bei Dr.
A._
. In ihrem Bericht vom 21. September 2017 diagnostizierte Dr.
A._
eine mediale Luxation der langen
Bizepssehne
bei kranialer Ruptur der
Subscapularissehne
und Partialrupturen von Supra- und
Infraspinatussehne
.
Beim Tragen eines ca. 100
Kilogramm
schweren Gegenstands mit einer weiteren Hilfsperson sei es zu einem plötzlichen Schlag in der linken Schulter gekommen. Danach hätten erhebliche Beschwerden bestanden und die aktive Elevation sei deutlich eingeschränkt gewesen. Zuvor sei die Schulter voll funktionsfähig ge
wesen ohne Beschwerden. Als Befund habe sich in der linken Schulter
inspek
torisch
kein Hämatom und keine Deformation ergeben. Die aktive Elevation und Abduktion
betrage
45°, passiv ca. 100°. Die aktive Aussenrotation sei aufgehoben.
Palpatorisch
bestünden diffuse Schmerzen im Bereich des
Humeruskopfes
lateral- wie dorsalseitig. Nach peripher bestehe kein sensomotorisches Defizit. Der Ell
bogen könne aus Schmerzgründen nicht geprüft werden, sei aber nicht schmerz
haft
(Urk. 13/10)
.
Das
Arthro
-MRI der linken Schulter vom 19. September 2017 habe eine leicht
gradige, leichtgradig aktivierte AC-Gelenksarthrose ergeben. Zudem ein etwas enger
subakromialer
Raum und eine leich
t
gradige Bursitis
subacromialis
/
sub
deltoidea
. Es bestehe eine
Tendinose
der Supra- und
Infraspinatussehne
mit kleinen Partialrupturen am
Footprint
. Ferner auch eine
Tendinose
der
Subsca
pu
larissehne
, Ruptur im kranialen Anteil mit Riss des
Pulley
und Luxation der langen
Bizepssehne
. Es bestehe eine
Tendinose
und Tendovaginitis
des langen Bizeps
(Urk. 13/10
,
vgl. auch Urk. 13/30
).
3.2
In seiner Stellungnahme vom 31. Oktober 2017 wies der Kreisarzt Dr.
B._
darauf hin, dass hier viele Diagnosen vorliegen würden. Führend sei die AC-Arthrose, welche entscheidend für das gesamte Geschehen sein dürfte. Innerhalb des gesamten degenerativen Geschehens finde man natürlich auch Listendiag
no
sen mit
lit
. f (auch die SLAP falle hierunter) (2), wobei dies wie bereits beschrieben innerhalb des degenerativen Gesamtbef
undes sicherlich vorwiegend abnü
tzungs- beziehungsweise krankheitsbedingt einges
tuft werden müsse (Urk. 13/15).
3.3
Die Kreisärztin Dr.
C._
hielt in ihrem Bericht vom 19. Dezember 2017 fest, es würden – wie bereits Dr.
B._
beurteilt habe – im aktuellen Fall viele Diagnosen vorliegen. Die führende und entscheidende Diagnose für das gesamt
e
Geschehen sei die AC-Gelenk
s
arthrose, welche keine Listendiagnose sei. Die
trans
murale
Ruptur der
Supraspinatussehne
sei eine Listendiagnose, Ziffer f, Sehnenrisse, wobei
innerhalb
des degenerativen Gesamtbefundes die Diagnos
e sicherlich vorwiegend auf Abnü
tzung zurückzuführen sei (Urk. 13/33).
3.4
Dr.
A._
hielt in ihrer Stellungnahme vom 25. Juni 2018 fest,
die
Instabilität der langen
Bizepssehne
habe die
Hauptindikation zur operativen Versorgung der linken Schulter dargestellt. Diese habe rezidivierende Luxationen/Subluxationen gezeigt, welche zu einer deutlichen Beschwerdesymptomatik, einem Instabilitäts
gefühl und einem plötzlichen Kraftverlust in der Schulter bei Rotationsbe
we
g
ung
en führten. Der
Beschwerdeführer
sei nach dem Trauma auch nicht mehr arbeitsfähig geworden. Auch die
transmurale
Supraspinatussehnenruptur
lasse sich gut durch das Trauma erklären. Auch wenn die Sehnen der
Rotatoren
man
schette
beim
Beschwerdeführer
tendinotisch
verändert seien, führe dies nicht automatisch zu einer Ruptur. Der
Beschwerdeführer
habe
nach dem Trauma eine Elevationsschwäche
gehabt
, welche bei schon vorhandener Läsion der
Supraspi
na
tus
sehne
bereits
zuvor hätte vorliegen müsse
n
. Die Versorgung des zusätzlich leicht schmerzhaften AC-Gelenks sei durchgeführt worden, um für die
Supra
spi
natus-Sehnennaht
genügend Raum zu schaffen. Ohne die traumatischen Läsionen hätte keine Indikation zur Operation bezüglich des AC-Gelenks bestanden. Weder der Unfallhergang, noch die vorhandenen Läsionen in der linken Schulter, welche einer Operation bedurften, liessen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf eine degenerative Ursache schliessen
(Urk. 9).
4.
4
.1
Strittig und zu prüfen ist zunächst, ob es sich beim Schadensereignis vom
14. September
2017 um einen Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG handelt. Die Be
schwerdegegnerin stellte dies insbesondere mit der Begründung in Abrede, es fehle an einem ungewöhnlichen
äusseren
Faktor
beziehungsweise an einer sinn
fälligen Überanstrengung (vgl. Urk. 2 S. 7
).
4.2
Zum Ereignishergang ist der Unfallmeldung vom 27. September 2017 zu entneh
men, dass der
Beschwerdeführer
am 14. September 2017 beim Verschieben (Tra
gen) einer Kaffeemaschine mit einer weiteren Person plötzlich Schmerzen im Schulterbereich verspürte (Urk. 13/1).
Im Bericht über die
ärztliche
Erstkonsul
tation
am
14. September 2017
führte
Dr.
A._
zum Unfallgeschehen aus
, b
eim Tragen eines
ca. 100 Kilogramm
schweren Gegenstands mit einer weiteren Hilfs
person sei es zu einem plötzlichen Schlag in der linken Schulter gekommen
(vgl. E. 3.1)
.
Auf die schriftlich unterbreitete Frage, bei welcher Tätigkeit oder unter welchen Umständen die geltend gemachten Beschwerden aufgetreten seien, und nach genauer Beschreibung des Sachverhaltes befragt, schrieb der
Beschwerde
führer
im Fragebogen vom 3. Oktober 2017
«
B
eim
Verschieben und Anheben einer Kaffeemaschine zu zweit
»
(Urk. 13/11). In seiner Einsprache vom 15. Januar 2018
führte der
Beschwerdeführer
zum Geschehensablauf aus, er und sein Chef,
D._
, hätten eine Kaffeemaschine m
it einem Gewicht von rund 100 Kilogramm
verschieben und auf einen Tisch heben müssen. Das sei gut gegangen
,
bis sein Chef auf eine Palette gestiegen sei, um an Höhe zu gewinnen, und sich das Gewicht der Maschine plötzlich auf seine Seite verlagert habe. Er habe reflexartig reagiert, da die ganze Maschine auf ihn zugekommen sei und ihn zu erdrücken drohte
. Bei diesem Vorgang sei ein «Knall» hörbar gewesen, was auch sein Chef wahrgenommen habe. Er habe augenblicklich höllische Schmerzen in der linken Schulter gehabt und gewusst, dass etwas gerissen sei
(Urk. 13/36)
. In seiner Beschwerde
vom 22. Juni 2018
fügte der
Beschwerdeführer
dem
ergän
zend
hinzu,
D._
habe sich
, ohne ihn vorzuwarnen,
daran gemacht
,
auf das
Palett
zu steigen
.
Da dieses leicht wegrutschte, habe
D._
für einen Moment die Balance verloren und eine ruckartige Vorwärtsbewegung gemacht. Dadurch habe sich die Maschine mit ihrem ganzen Gewicht plötzlich auf ihn (den
Beschwerdeführer
) zubewegt. Er habe eine reflexartige Abwehr
bewegung gemacht, indem er die Arme mit dem gesamten Gewicht der Maschine hochgerissen habe. Dabei habe er eine Art «Schlag» in seiner linken Schulter und gleichzeitig enorme Schmerzen verspürt. Zudem sei ein Knall zu hören gewesen (Urk.
1 S. 2).
4.3
4.3.1
Es bestehen deutliche Unterschiede hinsichtlich dem
durch den
Beschwerdeführer
geschilderte
n
Ablauf
der Geschehnisse
vor und nach Erlass der abweisenden Verfügung vom 28. Dezember 2017 (Urk. 13/35).
So war bis zum Verfügungser
lass noch keine Rede davon
, dass
D._
auf ein
Palett
gestiegen und sich eine
plötzliche
Gewichtsverlagerung ergeben ha
b
e, welche den
Beschwerde
führer
zu einer reflexartigen Abwehrbewegung, mit darauffolgendem Knall, ver
anlasst habe. Dies wurde erstmals in der Einsprache vorgebracht (vgl. Urk. 13/36). Die Ergänzung,
das
Palett
sei kurz weggerutscht, als es
D._
habe b
esteigen wollen, was dazu geführt habe, dass
D._
kurz die Balance verloren habe
,
sowie die darauffolgende Abwehrbewegung des
Beschwerde
füh
rer
s mit einem Hochreissen der Arme mit dem gesamten Gewicht der Maschine, erfolgte gar erst in der Beschwerde (Urk. 1 S. 2).
4.3.2
Bei sich widersprechenden Angaben des Versicherten über den Unfallhergang ist auf die Beweismaxime hinzuweisen, wo
nach die sogenannten spontanen «Aus
sagen der ersten Stunde»
in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überle
gungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können. Wenn der Versicherte seine Darstellung im Laufe der Zeit wechselt, kommt den An
gaben, die er kurz nach dem Unfall gemacht hat, meistens grösseres Gewicht zu als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des Versicherers
(BGE 121 V 45 E. 2.a mit Hinweis).
Vorliegend gibt es keinen Anlass, von diesem Grundsatz abzuweichen, da dem
Beschwerdeführer
vor Erlass der ablehnenden Verfügung vom
28. Dezember 2017
wiederholt
die Möglichkeit eröffnet worden war, detail
liert von Besonderheiten des Ereignishergangs zu berichten (Urk. 13/1, Urk. 13/11).
Die
Schilderungen über den Geschehensablauf
durch den
Beschwerdeführer
ge
wannen
aber erst
von dem Moment
an Detailschärfe, als
er
mit der Ablehnung
seines
Leistungsbegehrens konfrontiert wurde, was gegen diese Darstellung spri
cht.
Demnach sind die Angaben des
Beschwerdeführer
s in der Unfallmeldung
für die Beurteilung
des Vorliegens eines Unfalls im Sinne von Art. 4 ATSG
massgebend
.
4.4
Der
Beschwerdeführer
verspürte am 14. September 2017 beim Verschieben (Tragen) einer Kaffeemaschine mit einer weiteren Person plötzlich Schmerzen im Schulterbereich (Urk. 13/1). Das Tragen einer
Kaffeemaschine zu zweit ist – insbesondere unter Berücksichtigung
der langjährigen Anstellung des
Beschwer
de
führer
s
in einem Unternehmen für Betriebsverpflegung
–
für den
Beschwer
deführer
nicht als ungewöhnlich einzustufen, auc
h wenn diese Maschine ca. 100 Kilogramm
wog.
Beweisrechtlich entscheidend ist, dass sich gemäss der Akten
lage während dem Tragen der Kaffeemaschine
koordinativ
nichts Ausserge
wöhnliches zugetragen hat. Auf Nachfrage der
Beschwerdegegnerin
schilderte der
Beschwerdeführer
weder
ein Ausgleiten, Stolpern, reflexartiges Abfangen eines Sturzes oder etwas in dieser Art,
was auf eine
Störung des Bewegungsablaufs durch einen äusseren Faktor
hinweisen würde
(vgl. Urk. 13/11)
.
Da es somit am
Merkmal eines ungewöhnlichen
äusseren
Faktors mangelt, gelangte die Beschw
er
de
gegnerin berechtigterweise zum Schluss, dass kein Unfal
l im Rechtssinne vorliegt.
4.5
Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass
ein lediglich erhöhter plötzlicher Kraft
aufwand
infolge einer unerwarteten Gewichtsverlagerung
ebenfalls nicht zur Erfüllung des für den Unfallbegriff erforderlichen ungewöhnlichen
äusseren
Fak
tors führ
en würde
.
So erachtet
e
die Rechtsprechung den für den Unfallbegriff vorausgesetzten ungewöhnlichen äusseren Faktor bisweilen
nur
als erfüllt, wenn beim Heben oder Verschieben einer Last ein ganz ausserordentlicher Kraf
tauf
wand zu einer Schädigung geführt hat. Dies wurde in den Fällen bejaht, in denen zu diesem Kraftaufwand besondere sinnfällige Umstände hinzutraten, wie etwa beim
Klavierbauer, welcher einen 500
Kilogramm schweren wegrollenden Flügel aufhalten musste, nachdem er ihn zusammen mit einem Mitarbeiter von zwei
Böcken heruntergehoben hatte, beim Versicherten, welcher eine schwere Schach
t
röhre halten wollte, die auf der nassen, leicht geneigten Unterlage ins Rutschen geraten war und eine Telefonleitung zu beschädigen drohte, und dabei selbst aus
glitt, oder bei der Gemeindekrankenschwester, die einen schwergewichtigen Patie
n
ten beim Transfer vom Bett in den Rollstuhl vor dem unvermuteten Sturz bewahrte. Nicht als erfüllt erachtet wurde das Begriffsmerkmal der Ungewöhn
lichkeit beim Umlagern eines 100 bis 120 Kilogramm schweren Patienten durch einen Hilfspfleger allein, beim Transport einer 200 Kilogramm schweren Glas
scheibe zu zweit sowie beim Heben eines 100 Kilogramm schweren Radiators und
einer 85
Kilogramm schweren Steinplatte (Urteil des Bundesgerichts 8C_245/
2015 vom 19. August 2015
E. 5 mit weiteren Hinweisen). Im zitierten Entscheid ver
neinte das Bundesgericht sodann die Voraussetzung des ungewöhnlichen äusse
ren Faktors bei einem Anheben eines 140 Kilogramm schweren Lamellenrostes zu zweit ohne besondere sinnfällige Umstände.
Die
Schilderung des Geschehensablaufes durch den
Beschwerdeführer
in Ein
sprache und Beschwerde lässt auf einen
infolge des Besteigens des
Paletts
durch die Gewichtsverlagerung
erforderlichen
erhöhten
Kraftaufwand
, nicht jedoch auf besondere sinnfällige Umstände
schliessen
.
Der
Transport eines schweren Gegen
standes
von Hand
zu zweit ist kaum ohne eine währenddessen stattfindende Ge
wichts
verlagerung zwischen den tragenden Personen im Sinne einer «Pendelbe
wegung» zu bewältigen. Dementsprechend ist
von den Beteiligten
zu erwarten, dass
sie
auf drohende Gewichtsverlagerungen
vorbereitet
sind
. Da der
Be
schwer
deführer
in der Betriebsverpflegung tätig ist, ist zudem anzunehmen, dass er regelmässig schwere Gegenstände hebt und verschiebt, weshalb das Gesagte
für ihn
umso mehr zu gelten hat.
Daran ändert auch die – erst im Beschwer
de
ver
fahren vorgebrachte
–
Ergänzung nichts, wonach das
Palett
kurz weggerutscht sei, nachdem es
D._
betreten habe, zumal dies die Gewichtsver
la
gerung allenfalls verstärkt, darüber hinaus aber
keine äussere Wirkung nament
lich in der Form eines Sturzes gezeitigt hat.
Zudem ist anzunehmen, dass sich der
Beschwerdeführer
im Moment des
behaupteten
kurzen Wegrutschens des
Paletts
in einem Zustand erhöhter
Aufmerksamkeit
befunden hat, da
D._
kurz
zuvor auf das
Palett
gestiegen und somit bereits für eine merkliche Ge
wichts
verlagerung gesorgt hatte. Die durch das Wegrutschen bewirkte zusätzliche Gewichtsverlagerung
konnte
den
Beschwerdeführer
somit
nicht
völlig unerwartet
treffen,
sodass die damit verbundene
Anpassungs
bewegung
nicht als programm
widrig bezeichnet werden kann
.
Das Vorliegen eines ungewöhnlichen
äusseren
Faktors ist sodann auch nicht bereits deshalb zu bejahen, weil die Bewegung
reflexartig ausgeführt wurde (Urteil des Bundesgerichts 8C_783/2013 vom 10. April
2014 E.
6.2).
In Anbetracht dieser
Gegebenheiten
und mit Blick auf d
ie
darob
geschilderten ähnlich gelagerten
Fälle, wäre
der Unfallbegriff
selbst bei einem Abstellen auf die detaillierte Sachverhaltsschilderung durch den
Beschwer
deführer
nicht erfüllt.
5.
5.1
Zu klären bleibt damit, ob eine Körperschädigung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG
vorliegt
.
Unter den Parteien unbestritten ist,
dass der
Beschwerdeführer
einen Sehnenriss erlitten hat und damit
grundsätzlich
eine Listendiagnose im Sinne von Art. 6 Abs. 2
lit
. f UVG
gegeben ist
(Urk. 1 S. 5, Urk. 2 S. 9).
Die
Be
schwerdegegnerin
verneint eine Leistungspflicht
damit
, dass die Körper
schädi
gung vorwiegend auf e
in degeneratives Geschehen (Abnü
tzung) zurückzuführen sei (Urk. 2 S. 9).
5.2
Sowohl die
Kreisärzte der
Suva
als auch
Dr.
A._
sind sich
darin
einig, dass eine Listendiagnose vorliegt
. Während
D
r.
A._
in ihrem Bericht vom 21
. September
2017 eine kraniale Ruptur der
Subscapularissehne
und Partialrupturen von Supra
- und
Infraspinatussehne
fest
hielt
(E. 3.1
),
ging
Dr.
B._
namentlich von einer SLAP-Läsion (E. 3.2) und
Dr.
C._
von einer
transmuralen
Ruptur der
Supra
spinatussehne
(E. 3.3)
als Listendiagnose
aus
.
Aus den Berichten der drei mit dem vorliegenden Fall befassten Ärzte lassen sich somit unterschiedliche Listendiagnosen entnehmen. Das
Arthro
-MRI der linken Schulter vom 19. September 2017 stützt dabei mehrheitlich die Diagnostik von Dr.
A._
, wobei darin die Partialrupturen von Supra- und
Infraspinatussehne
ausschliesslich dem
Footprint
zugeordnet wurden und zudem eine
Pulley
-Läsion festgestellt wurde (Urk. 13/30). Den Berichten der
Suva
-Ärzte mangelt es an einer Auseinandersetzung mit den gestützt auf das
Arthro
-MRI und den Bericht von Dr.
A._
in Frage stehenden Listendiagnosen. Während Dr.
B._
pauschal das Vorliegen von Listendiagnosen gemäss Art. 6 Abs. 2
lit
. f UVG bejaht, jedoch bis auf die
–
rechtsprechungsgemäss nicht als Listendiagnose in Frage kommende
(vgl. E. 1.4.3) – SLAP-Läsion keine konkrete Diagnose nennt, erläutert Dr.
C._
in keiner Weise,
weshalb
entgegen dem Vorbericht und den Ergeb
nissen des
Arthro
-MRIs eine komplette und nicht nur eine teilweise Ruptur der
Subpraspinatussehne
vorliegen soll.
Zu
der
Ruptur der
Subscapularissehne
und der
Partialruptur der
Infraspinatussehn
e
lassen sich ihrem Beric
ht keine Ausfüh
rungen entnehmen, obwohl
potentiell beide Diagnosen
als Listendiagnose
n
in Frage kommen
(vgl. E. 1.4.2)
.
Vor diesem Hintergrund
lässt sich gestützt auf die medizinische Aktenlage nicht verlässlich beurteilen, ob
und in welcher
konkreten
Ausprägung
Listendiagnose
n
gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG
vorliegen
.
In Anbetracht, dass für
die Beurteilung, ob eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art.
6 Abs. 2 UVG vorliegt, die ärztliche Diagnose massgebend ist (E. 1.4.2), erweist sich der medizinische Sachverhalt diesbezüglich als ungenügend
festgestellt
.
5.3
Weiter in Frage steht, ob
der vorliegende Gesundheitsschaden
überwiegend auf Abnützung zurückzuführen
ist
, wofür der Beschwerdegegner beweisbelastet ist
.
In medizinischer Hinsicht
stimmen die Beurteilungen der
Suva
-Ärzte und Dr.
A._
darin
überein
, als eine AC-Gelenksarthrose mit etwas engem
subakromialem
Raum,
tendinotische
V
eränderungen an Supra- und
Infraspinatussehnen
sowie an der
Subscapularissehne
, eine leichtgradige Bursitis und eine
Tendinose
/
Teno
vaginitis
der langen
Bi
zepssehne
vorliegen
. Diese stellen keine Gesundheitsschä
den dar, die ohne Unfallereignis eine Schadensdeckung nach UVG begründen würden.
Mit die
sen Vorzuständen allein ist ein
überwiegend auf Abnützung zurück
zu
führende
r
(partieller)
Sehnenriss
nicht nachvollziehbar dargetan. Zur konkreten Begründung ihrer Einschätzung, wonach der Sehnenriss vorwiegend auf Abnüt
zung zurückzuführen sei, führten die Kreisärzte lediglich die Diagnose der AC-Arthrose an. Kommt hinzu, dass
Dr.
A._
ausführte, ohne Luxation der langen
Bizepssehne
wäre
eine operative Intervention nicht notwendig gewesen
.
O
hne medizinische Stellungnahme
ist daher
nicht klar, ob die
Luxationen/Sub
luxa
tionen der langen
Bizepssehne
erst aufgrund
eines Sehnenrisses
entstanden sind
. Somit fehlt es an einer (auch für den medizinischen Laien) nachvollziehbaren Begründung für die Beurteilung der Kreisärzte, wonach die AC-Gelenksarthrose führend und entscheidend für das gesamte Geschehen sein soll.
Ferner ist darauf hinzuweisen
, dass die ausführl
ichere Aktenbeurteilung vom 19.
Dezember 2017 von einer Fachärztin für Anästhesiologie stammt, womit s
ie nicht über die praxis
gemäss
notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt und ihre Stellungnahme
somit nicht
mit einem medizinischen Sachverständigengutachten vergleichbar ist (vgl.
BGE 137 V 210
E. 1.2.1).
Auch der fachärztliche Bericht von Dr.
A._
vom
25. Juni 2018 lässt keine verlässliche Beurteilung der vorwiegenden Verursa
chung
des Sehnenrisses zu. So lassen ihre Ausführungen, wonach sich die
transmurale
Supraspinatussehnenruptur
gut durch das Trauma erklären lasse und die
tendino
tischen
Veränderungen der Sehnen der
Rotatorenmanschette
nicht automatisch zu einer Ruptur führen würden, zwar darauf
schliessen
, dass auch sie von einem mit degenerativen und unfallbedingten Ursachen gemischten Schadensbild aus
geht. Jedoch ist gestützt auf diese Stellungnahme nicht zu beurteilen, ob der
Sehnenriss
vorwiegend auf degenerative Veränderungen oder auf das Ereignis vom 14. September 2017 zurückzuführen ist,
zumal sie von einem anderen Ge
schehensablauf und dabei von einem Unfall im Rechtssinne auszugehen scheint. Eine untergeordnete Bedeutung der
tendinotischen
Veränderungen ist aber auch nicht auszuschliessen.
Nach dem Gesagten ist die Schlussfolgerung eines überwiegend auf Abnützung zurückzuführenden Sehnenrisses nicht nachzuvollziehen und es ergeben sich zumindest
geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versiche
rungsinternen ärztli
chen Feststellungen (vgl. E. 1.5
).
Es kann somit nicht einzig auf die
vorliegenden Kurzb
erichte der Kreisärzte vom 31. Oktober 2017 und vom 19. Dezember 2017 abgestellt werden
(Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7)
.
5.4
Die Angelegenheit ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese in
rechtsgenüglicher
Weise abklärt, ob
eine
konkrete
Listendiagnose
gemäss
Art. 6 Abs. 2
lit
. f UVG vorliegt u
nd – bejahendenfalls – ob diese vorwiegend (d.h.
50 %
oder mehr
, vgl. E. 1.4.1
) auf Abnützung oder Degeneration bzw. Erkrankung zurückzuführen ist und ob der vorgenommene operative Eingriff der Heilung einer Listendiagnose oder ihrer Folgen diente
.
6.
6.1
Das Verfahren ist nach
Massgabe
von Art. 61
lit
.
a
ATSG
kostenlos.
6.2
Der
Beschwerdeführer
beantragte eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'295.-- (7 Stunden à Fr. 185.--; Urk. 1 S. 7).
Liegt keine
anwaltschaftliche
Vertretung vor, besteht der Anspruch auf eine Parteientschädigung nur, wenn die Vertretung für das in Frage stehende Rechtsgebiet besonders qualifiziert ist und wenn nicht anzunehmen ist, dass sie kostenlos erfolgt (BGE 108 V 270 E. 2; ZAK 1991 S. 421 E. 2).
Der
Beschwerdeführer
liess sich im Beschwerdeverfahren durch
Y._
vertreten (Urk. 4).
Den Akten lassen sich keine Hinweise dafür entnehmen, dass der Vertreter über besondere Qualifikationen im Bereich des Unfallversicherungsrechts verfügt, dies wird sodann auch nicht behauptet. Viel
mehr ist anzunehmen, dass die Vertretung im Sinne einer Gefälligkeit und damit kostenlos erfolgte, womit
dem
Beschwerdeführer
keine
Parteientschädigung
zuzu
sprechen ist
.