Decision ID: ff41054a-cf13-56a3-b3a6-7f91944de55c
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Karl Gehler, LL.M., Hanfländerstrasse 67, Post
fach 1539, 8640 Rapperswil SG,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
IV-Leistungen (Nichteintreten auf neues Leistungsgesuch)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 23. August 2002 erstmals zum Leistungsbezug bei der IV-
Stelle des Kantons St. Gallen an; als Behinderung gab er ein Rückenleiden an (IV-act.
3-1 ff.).
A.b Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte im Juli 2003 durch die Klinik für
Rheumatologie und Rehabilitation des Bewegungsapparates, Valens, rheumatologisch-
orthopädisch und psychiatrisch begutachtet. Im Gutachten vom 25. August 2003 (IV-
act. 27-1 ff.) wurden folgende die Arbeitsfähigkeit beeinflussende Diagnosen genannt:
Chronisches thorako-lumbospondylogenes Syndrom rechts seit 1986 (M54.4) sowie
eine chronische Periarthropathia humeroscapularis tendinopathica rechts (M75.0) seit
zirka einem Jahr (IV-act. 27-16). Der Versicherte sei bei einer leichten bis mittel
schweren, wechselbelastenden Arbeit mit seltenen Gewichtsbelastungen bis maximal
20 kg zu 100 % (8 Stunden pro Tag) arbeitsfähig, wenn dabei Arbeiten über Kopf und
Stehen vorgeneigt nur selten, d.h. 1-5 % eines Achtstundenarbeitstages und Sitzen
vorgeneigt nur manchmal vorkämen (IV-act. 27-22).
A.c Basierend auf diesem Gutachten berechnete die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad
von 14 % und verneinte mit Verfügung vom 28. Januar 2004 den Anspruch des Ver
sicherten auf eine Invalidenrente (IV-act. 35-1 f.). Die dagegen erhobene Einsprache
vom 10. Februar 2004/9. März 2004 (IV-act. 38-1, 40-1 ff.) liess der Versicherte mit
Schreiben vom 15. Juli 2004 zurückziehen (IV-act. 46-1 f.).
B.
B.a Am 6. April 2006 meldete sich der Versicherte für Hilfsmittel (Gehstock) und eine
Rente der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an; als Be
hinderung gab er ein psychisches Leiden an (IV-act. 56-1 ff.).
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B.b Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte im August 2006 erneut durch
Dr. med. B._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, psychiatrisch
begutachtet. Im Verlaufsgutachten vom 16. September 2006 (IV-act. 66-1 ff.) wurde
keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt. Dem Versicherten
seien die bisherigen Tätigkeiten zu 100 %, d.h. acht Stunden täglich, zumutbar.
B.c In einer internen Stellungnahme vom 13. November 2006 (IV-act. 70-1 f.) führte
Dr. med. C._ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD) aus, im Ver
laufsgutachten vom September 2006 könne keine Verschlechterung des psychischen
Gesundheitszustandes im Vorgleich zum Vorgutachten vom Juli 2003 festgestellt
werden. Zudem sei aus somatischer Sicht ebenfalls keine Änderung des Gesundheits
zustandes eingetreten; es könne auf das rheumatologische Gutachten der Klinik Valens
vom August 2003 verwiesen werden (Arbeitsfähigkeit von 100 % für eine leichte bis
mittelschwere Tätigkeit).
B.d Mit Vorbescheid vom 14. November 2006 kündigte die IV-Stelle an, sie gedenke,
den Rentenanspruch zu verneinen (IV-act. 74-1). Am 8. Januar 2007 verfügte die IV-
Stelle bei einem Invaliditätsgrad von 15 % die Rentenabweisung (IV-act. 75-1 f.).
B.e Mit Beschwerde vom 8. Februar 2007 beantragte der Versicherte die Aufhebung
der Verfügung der IV-Stelle vom 8. Januar 2007 und die Zusprache der gesetzlichen
Rentenleistungen (IV-act. 78-2 f.). In der Beschwerdeantwort vom 12. März 2007 be
antragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (IV-act. 81-1 ff.). Am 17. April
2007 erstattete der Versicherte Replik und liess an sämtlichen Anträgen und Aus
führungen in der Beschwerde vom 8. Februar 2007 festhalten (IV-act. 84-1 f.). Mit der
Replik legte der Versicherte zudem Berichte sowohl des Spitals Lachen, Institution für
Radiologie, vom 19. Februar 2007 (IV-act. 86-1) als auch von Dr. med. D._ vom
26. Februar 2007 (IV-act. 85-1) ins Recht.
B.f In einer internen Stellungnahme vom 20. April 2007 (IV-act. 87-2) führte RAD-Arzt
Dr. C._ aus, es handle sich nicht um eine echte Verschlechterung des Gesund
heitszustandes, sondern um eine "Enthüllung" von Befunden aufgrund immer neuer
bildgebender Verfahren, deren Stellenwert untergeordneter Natur sei. Einmal sei es
eine Protrusion L5/S1, bei anderer Gelegenheit sei es eine altersentsprechende neuro
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foraminale Verengung an der HWS. Was zähle sei die Funktionsfähigkeit und letzt
lich die Arbeitsfähigkeit, welche Dr. D._ in einem rentenausschliessenden Bereich
definiere.
B.g In der Duplik vom 23. April 2007 bestätigte die IV-Stelle unter Hinweis auf die
Stellungnahme des RAD-Arztes vom 20. April 2007 ihren Antrag (IV-act. 88-1).
B.h In der Folge wies das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die
Beschwerde mit Entscheid vom 17. Juli 2008 ab (IV 2007/72). Der Entscheid erwuchs
unangefochten in Rechtskraft.
C.
C.a Am 27. Juni 2011 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug bei
der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an; als Behinderung gab er Kopf-, Nacken- und
Rückenschmerzen, Bewegungseinschränkungen und Missempfindungen an (IV-act.
97-1 ff.).
C.b Am 11. Juli 2011 ging bei der IV-Stelle der Verlaufsbericht von Dr. med. E._,
physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, vom 31. Mai 2011 ein (IV-act. 99-1).
Dr. E._ führte aus, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten verschlechtert
habe. Sie nannte als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach
ventraler Diskektomie C6/7 vom 13. März 2009 mit weiterhin chronischen Schmerzen,
ein Cervicoradikulärsyndrom C5/6 rechts sowie eine Wurzelreizsymptomatik L5 rechts
bei Diskushernie rechts medio-lateral L5/S1. In den letzten Monaten habe die
Schmerzsymptomatik stark zugenommen, aktuell sei in keiner Tätigkeit eine
Arbeitsfähigkeit gegeben. Es bestünde eine massive Einschränkung der HWS und
LWS-Beweglichkeit, FBA 40 cm, massive Klopf- und Druckschmerzen sowie
ausstrahlende Schmerzen bis in den linken Fuss und den rechten Arm.
C.c Im internen Protokoll vom 9. August 2011 führte Dr. med. F._ vom RAD nach
einem gleichentags stattgefundenen Gespräch mit dem behandelnden Hausarzt Dr.
med. G._, Allgemeine Innere Medizin, aus, es bestünden folgende Beeinträchti
gungen der Arbeitsfähigkeit des Versicherten: Bekannte Rückenprobleme seit Jahren,
Diabetes mellitus Typ 2 sowie ein Verdacht auf depressive Reaktion seit ca. August
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2008. Aus somatischer Sicht seien leichte Tätigkeiten wahrscheinlich möglich; aus
psychischer Sicht müsse offen bleiben, welche Tätigkeiten der Versicherte trotz der
Defizite noch ausüben könne. Dr. G._ hielt am 12. August 2011 ergänzend fest, auf
grund der langjährigen Geschichte mit Krankheit/Invalidität sei kaum mit einer ver
nünftigen Integration zu rechnen (IV-act. 103-1 f.).
C.d In einer internen Stellungnahme vom 26. August 2011 erfolgte durch die RAD-
Ärztin Dr. F._ die Empfehlung, an der früheren Einschätzung festzuhalten (IV-act.
105-1).
C.e Mit Vorbescheid vom 26. September 2011 stellte die IV-Stelle das Nichteintreten
auf das Leistungsbegehren in Aussicht. Als Begründung wurde angeführt, der Ver
sicherte habe mit dem neuen Gesuch nicht glaubhaft dargelegt, dass sich die tat
sächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten (IV-
act. 106-1 f.).
C.f Gegen die vorgesehene Erledigung erhob der Versicherte am 14. November 2011
diverse Einwände. Er beantragte das Eintreten auf sein aktuelles Leistungsbegehren,
die Vornahme von weiteren medizinischen Abklärungen, den Erlass eines neuen Ent
scheides sowie die Zusprache der gesetzlichen Leistungen (IV-act. 117-1 ff.). Gleich
zeitig legte der Versicherte ein ärztliches Attest von Dr. E._ vom 28. Oktober 2011
(IV-act. 117-5) sowie einen Bericht der Schmerz- und Osteoporosezentrum (SOZ) AG,
Pfäffikon SZ, vom 7. Juni 2010 (IV-act. 117-7) ins Recht.
C.g In einer internen Stellungnahme vom 8. Dezember 2011 (IV-act. 119-1) führte
Dr. F._ vom RAD aus, die behandelnde Rheumatologin nenne keine relevanten
neurologischen Einschränkungen und die Neurochirurgen stellten mangels Fehlens
solcher keine OP-Indikation. Die Situation wäre neu zu beurteilen, wenn der be
handelnde Psychiater relevante Diagnosen stellen würde. Am Entscheid könne fest
gehalten werden (IV-act. 119-1).
C.h Mit Verfügung vom 16. Dezember 2011 trat die IV-Stelle auf das
Leistungsbegehren nicht ein. Als Begründung wurde dargelegt, in den eingereichten
Unterlagen würden keine neuen medizinisch objektivierbaren wesentlichen Änderungen
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der Befunde oder Symptome mitgeteilt, welche nicht schon zum Zeitpunkt des
Vorbescheides bekannt gewesen wären. Somit könne nicht von einem erheblich
veränderten Gesundheitszustand ausgegangen werden (IV-act. 121-1 f.).
D.
D.a Gegen diese Verfügung richtet sich die am 24. Januar 2012 erhobene
Beschwerde von Dr. iur. Karl Gehler in Vertretung des Beschwerdeführers. Darin wird
beantragt, die Verfügung vom 16. Dezember 2011 sei aufzuheben, die
Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, auf das erneute Leistungsbegehren des
Beschwerdeführers einzutreten, die Invalidität des Beschwerdeführers rechtsgenüglich
abzuklären und ihm die gesetzliche Rentenleistungen zuzusprechen. Zur Begründung
wird im Wesentlichen ausgeführt, der Beschwerdeführer habe die Verschlechterung
glaubhaft gemacht, indem er einen ärztlichen Bericht einer Fachärztin eingereicht habe,
die festhalte, dass sich der Gesundheitszustand in den letzten Monaten vor der
Gesuchseinreichung, konkret seit Mai 2010, verschlimmert habe. Daher sei durch ein
solches ärztliches Attest bzw. einen Verlaufsbericht, der eine Verschlimmerung
attestiere, diese auch glaubhaft gemacht. Es sei im Weiteren darauf hinzuweisen, dass
die Beschwerdegegnerin an Gesuche von Laien keine allzu hohen Anforderungen
stellen dürfe. Zudem sei es nicht zulässig und willkürlich, im vorliegenden Fall darauf
hinzuweisen, die Diagnose sei bereits bekannt und es seien keine Veränderungen oder
Verschlimmerungen nachgewiesen. Die letzte polydisziplinäre Untersuchung in dieser
Angelegenheit sei am 25. August 2003 erfolgt, habe also vor mehr als sieben Jahren
stattgefunden. In einer solchen Zeit könnten sich die damals festgestellten Befunde
ohne weiteres verschlimmert und verschlechtert haben. Die psychologischen
Abklärungen seien ebenfalls mehr als vier Jahre alt und würden lediglich die
psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers betreffen. Ebenfalls nicht haltbar
sei die zwischen den Zeilen aufgestellte Behauptung, es handle sich vorliegend um die
neue medizinische Beurteilung des gleichen Sachverhaltes. Von der
Beschwerdegegnerin werde mit nichts dargelegt, ob sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers bei gleichen gesundheitlichen Problemen nicht doch verschlechtert
habe. Entsprechend vage seien auch die Ausführungen im RAD-Protokoll vom
9. August 2011. Neben der Behauptung in der Stellungnahme des RAD vom 8. August
2011, es sei nicht glaubhaft gemacht, dass sich der Gesundheitszustand relevant
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verschlechtert habe, sei auch dieser Stellungnahme nichts Sinnvolles zu entnehmen. In
Hinblick auf die Ausführungen von Dr. E._ sei diese Behauptung schlicht willkürlich
(act. G 1).
D.b In der Beschwerdeantwort vom 23. März 2012 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie im
Wesentlichen aus, die Arbeitsfähigkeit eines Versicherten sei aufgrund von objektiven
Faktoren, namentlich gestützt auf sorgfältig erhobene Befunde, zu bestimmen. Geltend
gemachte "dramatische" Schmerzen dürften nur insofern in die Beurteilung einbezogen
werden, als diese durch entsprechende Befunde hinreichend erklärbar seien. Dies sei
beim Beschwerdeführer nicht der Fall. Dr. E._ stütze ihre pessimistische
Arbeitsfähigkeitsschätzung schwergewichtig auf die Schilderungen des
Beschwerdeführers ab. Der RAD führe diesbezüglich in seiner Stellungnahme vom
29. Februar 2012 nachvollziehbar aus, dass sich die Befundlage beim
Beschwerdeführer seit der Verfügung vom 8. Januar 2007 nicht verändert habe. Die bei
ihm am 13. März 2009 durchgeführte ventrale Diskektomie C6/7 habe zu keiner
Verbesserung der Schmerzsymptomatik geführt. Eine befundmässige Verschlechterung
sei jedoch ebenfalls nicht ausgewiesen, zumal Dr. E._ keine weiteren Abklärungen
veranlasst habe. Beim Beschwerdeführer lägen weiterhin im Wesentlichen einzig
syndromale Leidenszustände vor, denen infolge der fehlenden Objektivierbarkeit
jedoch keine invalidisierende Wirkung zukomme. Weil sich somit der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nicht glaubhaft verschlechtert habe, sei
die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die Neuanmeldung nicht eingetreten (act. G 4).
D.c Am 15. Mai 2012 lässt der Beschwerdeführer Replik erstatten (act. G 6). Er führt
aus, dass der verschlechterte Gesundheitszustandes seit 2007 nicht eine subjektive
Annahme seinerseits sei, sondern auf der Einschätzung von Dr. E._ vom 31. Mai
2011 beruhe. Dabei handle es sich um einen ärztlichen Zwischenbericht einer
Fachärztin. Immerhin halte Dr. E._ darin fest, dass sich der Gesundheitszustand seit
2007 verschlechtert und dass sich auch die Diagnose verändert habe. Gerade eine
Ausweitung oder Änderung der Diagnose müsse dazu führen, dass nicht mehr ohne
Weiteres auf die Abklärung im Jahre 2003 abgestützt werden könne. Dr. E._ halte
nämlich in der Diagnose fest, dass am 13. März 2009 eine Diskektomie (Bandscheiben-
Operation) durchgeführt worden sei, leider mit weiterhin chronischen Schmerzen. Diese
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zusätzliche Operation müsse zu einer neuen Beurteilung führen und zeige, dass
Dr. E._ sich nicht nur auf die Angaben des Beschwerdeführers stütze. Es treffe im
Weitern nicht zu, dass Dr. E._ ihre pessimistische Arbeitsfähigkeitsschätzung
schwergewichtig auf die Schilderung des Beschwerdeführers abstütze. Zudem müsse
die Glaubhaftmachung einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes gelingen,
wenn eine Fachärztin diese feststelle, und zwar nach persönlicher Untersuchung und
nach Änderung der Diagnose. Es könne nicht angehen, dass sein beurteilender Arzt
weitere Abklärungen veranlassen müsse. Vielmehr sei es an der Beschwerdegegnerin
selbst, die notwendigen Abklärungen zu treffen, zumal seit der letzten polydisziplinären
Untersuchung mehr als sieben Jahre verstrichen seien. Wenn schliesslich die
Beschwerdegegnerin Verlaufsberichte nicht berücksichtige bzw. die
Glaubhaftmachung bestreite, so würden diese Berichte zur Farce. Im Austrittsbericht
der Reha-Klinik Walenstadtberg vom 23. Januar 2012 zeige sich, dass sich die
Diagnose mittlerweile stark ausgeweitet habe. Gemäss dem Bericht der Etzelclinic AG
vom 24. Februar 2012 werde eine weitere Operation ins Auge gefasst, und in einem
weiteren Bericht der Etzelclinic AG vom 24. Februar 2012 werde zudem eine neue
Diagnose aufgelistet, nämlich eine artikulärseitige Partialruptur im Bereich der SSP-
Sehne. Mit der Replik legt der Beschwerdeführer den Austrittsbericht der Klinik für
Rheumatologie und internistische Rehabilitation, Walenstadtberg, vom 23. Januar 2012
(act. G 6.1, Beilage 7), den Bericht der Etzelclinic AG, Pfäffikon, vom 24. Februar 2012
(act. G 6.1, Beilage 8), das Überweisungsschreiben der Etzelclinic AG an die
Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vom 24. Februar 2012
(act. G 6.1, Beilage 9) sowie das Schreiben des KSSG an den Beschwerdeführer vom
29. Februar 2012 (act. G 6.1, Beilage 10) ins Recht.
D.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 8).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2012 ist der erste Teil der 6. Revision der Invalidenversicherung in Kraft
getreten. In zeitlicher Hinsicht gilt der übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Be
urteilung jene Rechtsnormen zugrunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen
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Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklichte (vgl. BGE 127 V 467 E. 1,
126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin hat die angefochtene
Verfügung am 16. Dezember 2011 (IV-act. 121-1 f.) und somit vor Inkrafttreten der IV-
Revision 6a erlassen. Die übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen im vorliegenden
Fall ohnehin keine materiell-rechtlichen Folgen, weshalb nachfolgend die zum
Zeitpunkt des Verfügungserlasses anwendbaren Bestimmungen wiedergegeben
werden.
2.
Streitig und vorliegend zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht auf
das Gesuch des Beschwerdeführers eingetreten ist. Eine materielle Beurteilung bildet
nicht Gegenstand dieses Verfahrens.
2.1 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise Erwerbs
unfähigkeit. Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(IVG; SR 831.20) besteht ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die ver
sicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Eine erstmalige Rentenzusprache aufgrund einer Neuanmeldung nach vorange
gangener Ablehnung eines Rentengesuchs gemäss Art. 87 Abs. 4 der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in Verbindung mit Abs. 3 dieser Be
stimmung setzt voraus, dass seit der letzten rechtskräftigen Verfügung, die auf einer
materiellen Prüfung des Anspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Be
weiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 133 V 108
E. 5, 130 V 71 E. 3.2.3), eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten
ist, welche zu einem höheren Invaliditätsgrad führt, der nunmehr einen Rentenanspruch
begründet (BGE 133 V 108 E. 5).
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2.3 Nach der Rechtsprechung ist unter Glaubhaftmachung im Sinn von Art. 87 Abs. 3
IVV kein Beweis nach dem im Sozialversicherungsrecht allgemein massgebenden Grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 121 V 47 E. 2a) zu verstehen. Dem Zweck
der Eintretenshürde von Art. 87 Abs. 3 IVV gemäss muss es sich bei der Glaubhaft
machung um eine deutlich reduzierte Beweisanforderung handeln. Es genügt, dass für
den geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstand wenigstens gewisse Anhalts
punkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, dass
eine eingehende Sachverhaltsabklärung die behauptete Veränderung nicht bestätigen
wird. Grundsätzlich unterliegt das Glaubhaftmachen nach Art. 87 Abs. 3 IVV weniger
strengen Anforderungen als im Zivilprozessrecht. Bei der Prüfung der Eintretensvoraus
setzung der glaubhaft gemachten Sachverhaltsänderung berücksichtigt die Verwaltung
– oder im Beschwerdefall das Gericht –, ob die frühere Verfügung nur kürzere oder
schon längere Zeit zurückliegt. Sie wird dementsprechend an die Glaubhaftmachung
höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen (SVR 2003 IV Nr. 25 E. 2.2 mit
Hinweisen, Urteil des Bundesgerichtes 9C_688/2007 vom 22. Januar 2008).
2.4 Es gilt festzuhalten, dass das Gericht bei der beschwerdeweisen Überprüfung in
der Regel auf den Sachverhalt abstellt, wie er sich der Verwaltung bot. Nachfolgend zu
würdigen sind auch die im vorliegenden Verfahren eingereichten medizinischen Unter
lagen neueren Datums, sofern diese mit dem Streitgegenstand in engem Sachzu
sammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Verfügungszeitpunkt zu
beeinflussen (vgl. BGE 116 V 80 E. 6b).
3.
3.1 Ausgangspunkt für die Verlaufsbeurteilung ist vorliegend die rechtskräftige Ver
fügung vom 8. Januar 2007 (IV-act. 75-1 f.). Damals wurde von einer leidensadaptierten
Arbeitsfähigkeit von jedenfalls 75-100 % ausgegangen (vgl. Urteil Versicherungsgericht
vom 17. Juli 2008, E. 2.3).
3.2 Die Neuanmeldung reichte der Beschwerdeführer nahezu 4 1⁄2 Jahre nach der
rechtskräftig gewordenen Verfügung vom 8. Januar 2007 am 27. Juni 2011 ein (IV-
act. 97-1 ff.). Damit sind an die Glaubhaftmachung neuer Tatsachen nicht allzu hohe
Anforderungen zu stellen, zumal die Begutachtung der Klinik Valens, auf die sich die
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abweisende Verfügung vom 8. Januar 2007 in somatischer Hinsicht stützt, im Juli 2003
(IV-act. 27-1) und die Begutachtung von Dr. B._, auf die sich die abweisende
Verfügung in psychiatrischer Hinsicht stützt, im August 2006 durchgeführt wurden (IV-
act. 66-2).
3.3 Im von der Beschwerdegegnerin eingeholten Verlaufsbericht von Dr. E._ vom
31. Mai 2011 (IV-act. 99-1) nannte die Rheumatologin als Diagnose unter anderem
einen Status nach ventraler Diskektomie C6/7 vom 13. März 2009 mit weiterhin
chronischen Schmerzen. Sie führte aus, in den letzten Monaten habe eine stark zu
nehmende Schmerzproblematik bestanden. Aktuell sei keine Arbeitsfähigkeit gegeben;
bereits Tätigkeiten des Alltags seien erschwert ausführbar. Liegen, Sitzen und Stehen
seien immer nur in kurzen Zeitabschnitten möglich. Tragen und Heben sei nur minimal
(unter 5 kg) möglich. Auch für angepasste Tätigkeit sei keine Arbeitsfähigkeit vor
handen. Als Verlauf/veränderte Befunde gab Dr. E._ an, dass massive Einschränkung
der HWS und LWS-Beweglichkeit, FBA von 40 cm, sowie massive Klopf- und Druck
schmerzen bestünden. Der Beschwerdeführer leide unter ausstrahlenden Schmerzen
bis in den linken Fuss und rechten Arm. Die Prognose sei schlecht, es bestünde eine
starke Chronifizierung. Im anlässlich des Einwandverfahrens vom Beschwerdeführer ins
Recht gelegten ärztlichen Attest von Dr. E._ vom 28. Oktober 2011 (IV-act. 117-5)
wird ausgeführt, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich seit Mai
2010 verschlimmert. Aus Sicht von Dr. E._ bestünde eine 100 %ige
Arbeitsunfähigkeit. Bei fehlender Einsatzmöglichkeit der Arbeitshand des
Beschwerdeführers sei dieser unfähig, lange zu stehen oder zu sitzen. Der
Beschwerdeführer könne nur mit Unterarmstütze links gehen. Der Austrittsbericht der
Klinik für Rheumatologie und internistische Rehabilitation Walenstadtberg vom
23. Januar 2012 hält ebenfalls fest, dass die im März 2009 durchgeführte
Dekompression und Stabilisation Höhe HWK 6/7 eher noch eine Verschlechterung der
Schmerzsituation mit weiterhin vorhandenen Schmerzen und Taubheits- sowie
Kältegefühl vor allem im 3. und 4. Finger rechts gebracht habe (act. G 6.1, Beilage 7, S.
2). Dr. E._ stellt im Verlaufsbericht vom 31. Mai 2011 zudem die Arbeitsfähigkeit
beeinflussenden neuen Diagnosen eines Cervicoradikulärsyndroms C 5/6 rechts sowie
eine Wurzelreizsymptomatik L5 rechts bei Diskushernie rechts medio-lateral L5/S1 (IV-
act. 99-1). Wie dem erwähnten Austrittsbericht der Klinik für Rheumatologie und
internistische Rehabilitation Walenstadtberg entnommen werden kann, besteht die
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Cervicoproblematik erst seit ca. 2008; die Schmerzen cervical hätten eine
intermittierende Ausstrahlung in den rechten Arm des Beschwerdeführers zur Folge
(act. G 6.1, Beilage 7, S. 2). Geht man nunmehr davon aus, dass seit der Verfügung
vom 8. Januar 2007 neue Diagnosen wie das Cervicoradikulärsyndroms C 5/6 rechts
sowie die Wurzelreizsymptomatik L5 rechts bei Diskushernie rechts medio-lateral L5/
S1 hinzugekommen sind und eine Bandscheibenoperation stattgefunden hat, erscheint
eine relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes glaubhaft gemacht.
3.4 Die Beurteilungen der behandelnden Ärzte stellen objektive Hinweise für eine
Verschlimmerung des Leidens des Beschwerdeführers dar, die eine rentenrelevante
Auswirkung auf den Invaliditätsgrad haben kann. Es ergeben sich somit unter Berück
sichtigung der neuen Diagnosen eines Cervicoradikulärsyndroms C 5/6 rechts und
einer Wurzelreizsymptomatik L5 rechts, die zudem durch eine nach der Verfügung vom
8. Januar 2007 zugezogene Fachärztin gestellt wurden, Anhaltspunkte für eine rele
vante Veränderung des Sachverhalts.
3.5 Soweit die nicht der rheumatologischen Fachrichtung angehörige RAD-Ärztin -
ohne dass ihr die aktuellen bildgebenden Befunde vorgelegen haben - vorbringt, die
Auffassung von Dr. E._ beruhe lediglich auf subjektiver Einschätzung (IV-act. 119), so
ist anzumerken, dass für das Glaubhaftmachen einer wesentlichen Änderung im Sinn
von Art. 87 Abs. 3 IVV auch eine abweichende medizinische Einschätzung genügen
kann. Eine bloss unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich
gebliebenen Sachverhaltes stellt zwar zweifellos keine revisionsbegründende Änderung
dar (BGE 112 V 372 E. 2b). Als Indiz dafür, eine relevante, nachträgliche Veränderung
als wenigstens im oben genannten Sinn glaubhaft erscheinen zu lassen, kann aber eine
erhebliche Differenz in der Arbeitsfähigkeitsschätzung - wie sie von Dr. E._ vorge
nommen wurde - genügen (Entscheide des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen vom 16. Mai 2007, IV 2007/54, E. 2e, vom 17. Juni 2008, IV 2008/9, E. 2.5.4
und vom 28. Januar 2009, IV 2008/189, E. 3.3).
3.6 Vor dem gegebenen Hintergrund ist eine relevante Änderung des
Invaliditätsgrades im Sinne von Art. 87 Abs. 4 in Verbindung mit Abs. 3 IVV seit Erlass
der Verfügung vom 8. Januar 2007 glaubhaft gemacht. Die Beschwerdegegnerin ist
deshalb zu Unrecht auf die Neuanmeldung vom 27. Juni 2011 nicht eingetreten.
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4.
4.1 In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom
16. Dezember 2011 aufzuheben und die Sache zur materiellen Prüfung der
Neuanmeldung vom 27. Juni 2011 an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Die unterliegende Beschwerdegegnerin
hat die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der vom
Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm zurückzuerstatten.
4.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei ins
besondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen ist
(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung und
Komplexität der Streitsache angemessen erscheint eine Parteientschädigung von
pauschal Fr. 3'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VR