Decision ID: 4926abd1-e0b0-4408-88dc-c84355195e09
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 10.06.2013 Art. 53 Abs. 2 ATSG. Keine Wiedererwägung einer Anpassungsverfügung (Rentenheraufsetzung) wegen damals ungenügender Sachverhaltsabklärung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. Juni 2013, IV 2012/341).
Präsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterinnen Miriam Lendfers und
Marie Löhrer; Gerichtsschreiberin Fides Hautle
Entscheid vom 10. Juni 2013
in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Christoph Anwander, Bahnhofstrasse 21,
Postfach 21, 9101 Herisau,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente (wiedererwägungsweise Herabsetzung)
Sachverhalt:
A.
A._, meldete sich am 21./24. Februar 2000 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung, namentlich von Wiedereinschulung in die bisherige Tätigkeit, an.
Sie sei 1992 in die Schweiz gekommen, Mutter von vier Kindern (1982, 1986, 1994 und
1998) und seit 1998 im Hausdienst und in der Küche eines Restaurants angestellt. Seit
etwa zwei Jahren leide sie an Rückenschmerzen und Asthma. In der
Arbeitgeberbescheinigung vom 5. Mai 2000 wurde angegeben, die Versicherte sei seit
Dezember 1998 vollzeitlich angestellt gewesen, ab Februar 2000 noch zu 50 %. Seit
April 2000 werde sie noch teilzeitlich auf Abruf beschäftigt. In einem Arztbericht vom
11. Mai 2000 (act. 7; ununterzeichnet) gab Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine
Innere Medizin FMH, an, es bestünden seit ca. 1989 ein Asthma bronchiale, eine
Allergie auf NSAR und Augmentin sowie eine Asthenie. Vom 25. Januar 2000 bis
13. Februar 2000 sei die Versicherte zu 100 %, hernach bis 9. April 2000 zu 50 % und
anschliessend bis ca. Mitte Mai 2000 wiederum zu 100 % arbeitsunfähig gewesen.
Seither sei sie zu 50 % arbeitsunfähig. Die Mutter von vier Kindern arbeite seit vielen
Jahren nebst ihrem Haushalt noch in Gastbetrieben, trotz Abratens jeweils bis zu
100 %. Das führe regelmässig zu schweren Dekompensationen vor allem des Asthmas.
Die maximale Belastung, die der Versicherten an auswärtiger Arbeit zumutbar sei, be
trage 50 %. Im beigelegten Austrittsbericht der Reha-Klinik C._ vom 8. Mai 2000
waren ein nichtallergisches Asthma bronchiale mit mittelschwerer Obstruktion
und leichter Überblähung, eine Arzneimittelallergie auf NSAR und Augmentin sowie
eine Anpassungsstörung bei sozialer Belastung diagnostiziert worden. Ergänzend gab
Dr. B._ an (act. 10, undatiert, ununterzeichnet, Eingang SVA: 13. Juli 2000), die
Arbeitsfähigkeit betrage bei allen Tätigkeiten im Gastgewerbe unabhängig von der
Belastung zu Hause 50 %. Möglicherweise wären in einer leichten, sitzenden Tätig
keit ohne Umgebungsbeeinflussung acht Stunden Arbeitszeit pro Tag zumutbar. Der
Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung stellte sich am 28. Juli 2000
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(act. 11) auf den Standpunkt, angesichts der Schwere des Asthmas sei von einer
Arbeitsunfähigkeit von 50 % für alle Erwerbstätigkeiten auszugehen. Der IV-
Berufsberater hielt am 29. August 2000 (act. 16) fest, Eingliederungsmassnahmen seien
zurzeit nicht angezeigt, für einen Rentenanspruch sei die Karenzfrist (wohl: Wartezeit)
noch nicht erfüllt. Am 23. Oktober 2000 (act. 19) erging eine Abweisung zurzeit. In
einem Arztbericht vom 4. April 2001 (act. 21) bestätigte Dr. B._, dass die Versicherte
seit 15. Mai 2000 zu 50 % (in Teilzeit, nicht ganztags mit reduzierter Leistung)
arbeitsunfähig sei. Es gehe ihr bezüglich des Asthmas eher schlechter. Sie arbeite seit
dem 9. Dezember 2000 an einer andern Stelle während fünf Stunden pro Tag, was
sicherlich die oberste Limite ihrer Arbeitsfähigkeit als Restaurant-Aushilfe, aber auch
generell für ausserhäusliche Arbeit bilde. Am 2. August 2001 (act. 27) sprach die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Versicherten ab 1. Januar 2001 eine halbe
Rente (samt Zusatzrente und vier Kinderrenten) bei einem Invaliditätsgrad von 59 %
(Valideneinkommen Fr. 36'000.--; Invalideneinkommen Fr. 14'865.--) zu.
B.
B.a Am 22. Oktober 2002 füllte die Versicherte unter Beilage eines Ärztlichen
Zeugnisses von Dr. med. D._, Allgemeinmedizin FMH, vom 21. Oktober 2002,
wonach sie ab 11. September 2002 zu 100 % arbeitsunfähig sei, eine neue Anmeldung
(act. 33) aus, welche als Anpassungsgesuch zu betrachten war. Dr. D._ erklärte im
Arztbericht vom 11. und 12. November 2002 (act. 36), es bestehe ein seit langem
bekanntes Belastungsasthma bei vegetativer Dystonie und latenter Depression. Bei der
ersten Konsultation sei die Versicherte sicherlich nicht arbeitsfähig gewesen; seither
habe sie sich etwas stabilisiert. Im Vordergrund stünden nun die neurasthenischen
Symptome; die Versicherte sei ausserordentlich rasch erschöpft, was regelmässig in
ein depressives Zustandsbild münde. Gleichzeitig verschlechtere sich dann die
Atemnot und die Versicherte benötige hohe Dosen systemischer Steroide, die sie auf
die Länge schlecht ertrage. Verschiedene Versuche der Reintegration in den
Arbeitsprozess seien fehlgeschlagen. Jede erneute Arbeitstätigkeit habe zur
Exazerbation des Asthmas geführt, die jeweils so schwer gewesen sei, dass die
Versicherte hohe Medikamentendosen gebraucht habe. Seit längerem sei eine
Zunahme der Steroidnebenwirkungen im Sinn eines Cushing-Syndroms zu beobachten
gewesen. Der Versicherten sei es wegen des Asthmas zeitweise kaum möglich, die
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Grundversorgung der Familie mit den anfallenden Haushaltarbeiten zu verrichten.
Beigelegt wurde ein Bericht von Dr. med. E._, Facharzt FMH für Innere Medizin, vom
4. November 2002 über eine Abdomensonographie. - Nachdem der RAD eine volle
Arbeitsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit aufgrund der haus- und spezialärztlichen
Angaben/Befunde für ausgewiesen betrachtet hatte (act. 40), erhöhte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle den Rentenanspruch der Versicherten mit
Verfügung vom 26. März 2003 (act. 46) ab 1. Januar 2003 auf eine ganze Rente (wohl
irrtümlich als halbe bezeichnet; samt Zusatzrente und drei Kinderrenten) bei einem
Invaliditätsgrad von 100 %. Am 4. Juli 2005 erging für die Zeit ab 1. August 2005 eine
Anpassung, weil lediglich noch zwei Kinderrenten geschuldet waren (act. 49).
B.b Bei einer Revision vom April 2006 gab die Versicherte am 3. Mai 2006 an, ihr
Zustand sei gleich geblieben (act. 50). - Dr. D._ erklärte am 16. Mai 2006 (act. 53), die
Versicherte könne keiner geregelten Arbeit nachgehen. Ihr Zustand habe sich eher
verschlechtert. Ihre Leistungsfähigkeit im Haushalt sei entsprechend dem unterschied
lich ausgeprägten Asthmaleiden zeitweise deutlich eingeschränkt, zeitweise ohne
grössere Einschränkung vorhanden. - Daraufhin wurde der Rentenanspruch belassen
(act. 55). Mit einer Verfügung vom 24. Januar 2008 (act. 57) wurde der Anspruch rück
wirkend ab 1. Januar 2005 insofern korrigiert, als keine Zusatzrente mehr ausgerichtet
und der Anspruch auf die Stamm- und die Kinderrenten betragsmässig erhöht wurde.
C.
C.a Bei einer weiteren Revision gab die Versicherte im entsprechenden Fragebogen
am 21. März 2011 (act. 58) an, ihr Gesundheitszustand sei gleich geblieben, aber
unter anderem auch, sie leide an starken Kopfschmerzen. - Nachdem die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle bei einer Besprechung vom 7. April 2011 ein
Wiedererwägungspotenzial erkannt (act. 61) und Dr. med. F._, Allgemeine Medizin
FMH, in einem Arztbericht vom 6. April 2011 (act. 62) angegeben hatte, die Versicherte
sei arbeitsunfähig und an eine Wiedereingliederung sei nicht zu denken, wurde eine
bidisziplinäre RAD-Untersuchung vorgesehen (act. 63).
C.b Im Bericht über die Untersuchung vom 12. und 15. Juli und 14. November 2011
(act. 76) wurde abschliessend interdisziplinär von Dr. med. G._, Facharzt für unter
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anderem Innere Medizin und Pneumologie FMH, und Dr. med. H._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, festgehalten, die Leistungsfähigkeit der Versicherten
in einer Tätigkeit als Hotelmitarbeiterin wie in einer den umschriebenen
Voraussetzungen entsprechenden leidensangepassten Tätigkeit sei um etwa 50 % ein
geschränkt. Diagnostiziert worden waren ein dringender Verdacht auf eine Aspirin-
sensitive Atemwegserkrankung mit langjährig bestehendem Asthma bronchiale,
Polyposis nasi et sinuum und Salizylat-Intoleranz, eine mittelschwere bis schwere
obstruktive Ventilationsstörung, der Verdacht auf ein Karpaltunnelsyndrom rechts, eine
Unterschenkelvarikosis beidseits, und der Verdacht auf eine Benzodiazepin-Abhängig
keit. Psychiatrisch war keine Hauptdiagnose gestellt worden. Im internistischen Bericht
wurde festgehalten, aus rein lungenärztlicher Sicht werde die Leistungsfähigkeit für den
überblickbaren Zeitraum von 2000 bis 2011 auf etwa 50 % geschätzt. - Ein weiterer
RAD-Arzt bestätigte diese Ergebnisse am 23. Dezember 2011 (act. 77).
C.c Gegen einen Vorbescheid vom 27. März 2012 (act. 84), wonach die Verfügungen
vom 26. März 2003, 4. Juli 2005 und 24. Januar 2008 wiedererwägungsweise
aufgehoben würden und die Rente auf eine Viertelsrente bei einem Invaliditätsgrad von
48 % (Invalideneinkommen Fr. 20'494.--) herabgesetzt werde, liess die Versicherte am
11. Mai 2012 einwenden, die damaligen Verfügungen seien richtig gewesen. Eine
Wiedererwägung sei daher nicht zulässig. Für das Jahr 2012 sei von einem Validenein
kommen von rund Fr. 40'000.-- auszugehen. Zur Bestimmung des
Invalideneinkommens sei nicht vom statistischen Durchschnittslohn auszugehen,
sondern vom tatsächlich erzielten Lohn bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 %. Der letzte
jährliche Verdienst habe bei Fr. 36'000.-- (im Jahr 2000) gelegen. Der Betrag von
Fr. 18'000.-- sei noch um einen Teilzeitabzug und den vollen Leidensabzug von 20 %,
insgesamt also um 25 %, zu kürzen. Der Versicherten sei weiterhin mindestens eine
Dreiviertelsrente (bei einem Invaliditätsgrad von gerundet 67 %) auszurichten (act. 88).
- Der RAD erklärte am 11. Juli 2012, im Untersuchungsbericht sei nachvollziehbar
dargelegt worden, dass die Einschränkung von 50 % seit dem Jahr 2000 angenommen
werden könne (act. 91).
C.d Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle hielt daraufhin am 19. Juli 2012 (act. 92)
dafür, die Arbeitsunfähigkeit von 100 % sei in den (früheren) Arztberichten ungenügend
begründet worden und der RAD habe sich auf einen fachärztlichen Bericht bezogen,
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der damals gar nicht vorgelegen habe. Es hätten daher weitere medizinische
Abklärungen erfolgen müssen. Da der Untersuchungsgrundsatz verletzt worden sei, sei
(gemäss dem Bundesgerichtsurteil i/S S. vom 14. April 2009, 9C_1014/08) ein
Wiedererwägungsgrund gegeben. Ein Teilzeitabzug sei nicht anzubringen. Ein
Minderverdienst sei ab 5 % zu berücksichtigen. - Die damalige Rechtsvertreterin der
Versicherten wies am 25. Juli 2012 (act. 93) auf einen Bundesgerichtsentscheid vom
28. Juli 2011 (i/S M., 8C_962/10) hin, wonach auch bei eher dürftigen Akten, die aber
keine Ungereimtheiten oder Widersprüche aufgewiesen hätten, kein
Wiedererwägungsgrund gegeben sei. Nur weil heute offensivere medizinische
Abklärungen gemacht würden, könne nicht rückblickend von einer ungenügenden
Abklärung gesprochen werden. Die Beurteilung habe sich nach der damaligen
Verwaltungs- und Rechtspraxis zu richten.
C.e Mit Verfügung vom 10. August 2012 (act. 94) hob die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle des Kantons St. Gallen die Verfügungen vom 26. März 2003, 4. Juli 2005 und
24. Januar 2008 wiedererwägungsweise auf. Die Rente werde nach Zustellung der
Verfügung auf das Ende des folgenden Monats hin auf eine Viertelsrente bei einem
Invaliditätsgrad von 48 % herabgesetzt. Einer Beschwerde gegen die Verfügung werde
die aufschiebende Wirkung entzogen.
C.f Am 8. August 2012 hatte die Schweizerische Ausgleichskasse eine Mitteilung
(act. 95) an die Versicherte versandt, wonach sie (die Kasse) zufolge Wegzugs des
Ehegatten der Versicherten für die Rentenauszahlung zuständig sei und die Versicherte
ab 1. September 2012 Anspruch auf eine ganze Rente (samt einer Kinderrente) habe.
Gemäss Schreiben der Zentralen Ausgleichsstelle ZAS vom 20. August 2012 (act. 98)
wurden die Akten wieder der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen über
tragen. Am 31. August 2012 (act. 99) erliess die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle
des Kantons St. Gallen eine Verfügung über den Anspruch der Versicherten ab
1. August 2012 (ganze Rente, samt einer Kinderrente, betragsmässig im Vergleich zur
Mitteilung vom 8. August 2012 etwas reduziert). Am 12. September 2012 (act. 100)
sprach sie für die Monate August und September 2012 die Nachzahlung einer weiteren
Kinderrente zu. Ferner (act. 101) vollzog sie ab 1. Oktober 2012 die Herabsetzung auf
eine Viertelsrente (samt zwei Kinderrenten).
D.
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Gegen die Verfügung vom 10. August 2012 richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur.
Christoph Anwander für die Betroffene am 13. September 2012 erhobene Beschwerde.
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei
aufzuheben und es sei der Beschwerdeführerin weiterhin eine ganze Rente,
mindestens aber eine Dreiviertelsrente auszurichten, eventuell sei die Sache zur
weiteren Abklärung und zu anschliessender neuer Verfügung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, ferner sei die aufschiebende Wirkung wieder
herzustellen und die Beschwerdegegnerin anzuweisen, für die Dauer des Verfahrens
die bisherige Rente auszurichten. Dr. D._ habe bestätigt, dass sich der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verschlechtert habe. Weitere
medizinische Berichte würden belegen, dass die gesundheitliche Situation damals
genau abgeklärt worden sei. Der RAD habe die volle Arbeitsunfähigkeit als
ausgewiesen betrachtet. Es könne keine Rede davon sein, dass der medizinische
Sachverhalt vor der Erhöhung der Rente unrichtig festgestellt worden wäre. Die
Berichte hätten auch keine Ungereimtheiten aufgewiesen, die zwingend zu weiteren
Abklärungen hätten Anlass geben müssen. Es sei auch weiterhin von einer
Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin von 100 % auszugehen. Das habe auch
Dr. F._ in seinem Verlaufsbericht vom 6. April 2011 bestätigt. Auch nach den Be
richten des RAD sei der Beschwerdeführerin eine Arbeitstätigkeit nur noch unter
diversen Einschränkungen zumutbar. Diese verunmöglichten, eine Stelle zu finden. Eine
Selbsteingliederung in den ersten Arbeitsmarkt sei ihr ausserdem nicht zumutbar. Sie
sei 48 Jahre alt, verfüge über keine berufliche Ausbildung, sei bereits seit mehreren
Jahren vollständig aus dem Arbeitsprozess ausgeschieden und ihre Deutschkenntnisse
seien eher schlecht. Abzuklären wäre, ob sie an einem geschützten Arbeitsplatz be
schäftigt werden könnte oder ob ein Arbeitstraining durchzuführen sei. Vor der Klärung
solcher Fragen könne nicht angenommen werden, die Beschwerdeführerin könne ein
Invalideneinkommen von Fr. 20'494.-- erzielen. Andernfalls wäre jedenfalls ein Leidens
abzug von 20 % vorzunehmen. Die Beschwerdegegnerin habe ein Valideneinkommen
2008 von Fr. 39'036.-- (aufgerechnet von 2001 auf 2008) und ein Invalideneinkommen
von Fr. 20'494.-- (50 % des Tabellenlohns 2008 abzüglich eines Minderverdienstes von
26.59 %, von dem nicht klar sei, wie er zustande gekommen sei) verglichen. Der zu
treffende Tabellenlohn 2008 betrage Fr. 49'392.--, bei 50 % also noch Fr. 24'696.--,
wovon nach Abzug von 26.59 % Fr. 18'130.-- verblieben. Der Invaliditätsgrad betrüge
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nicht 47.5 %, sondern 53.5 %. Im Gastgewerbe mache der Tabellenlohn 2008 aber nur
Fr. 43'764.-- pro Jahr aus, so dass sich ein Invaliditätsgrad von mindestens 58.8 %
(ohne Leidensabzug) ergebe. Die Beschwerdeführerin sei dringend auf die Ausrichtung
der ganzen Rente angewiesen.
E.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 26. Oktober 2012 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Es sei nicht mit grosser Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Hauptverfahren obsiegen werde, was für
die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung erforderlich wäre. Dr. D._ sei als
Allgemeinmediziner nicht fachärztlich kompetent gewesen, die Arbeitsfähigkeit aus
psychiatrischer Sicht festzulegen. Hierzu bedürfe es zwingend eines Psychiaters.
Ausserdem sei der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte
aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Stellung zugunsten ihrer Patienten aussagten.
Dr. D._ habe vor allem auf die Angaben der Beschwerdeführerin abgestellt, was
invalidenversicherungsrechtlich nicht zulässig sei. Der Arzt habe weitere Abklärungen
vorgeschlagen; das sei übersehen worden. Auch aus der RAD-Stellungnahme ergebe
sich nicht schlüssig, weshalb die Beschwerdeführerin voll arbeitsunfähig sein sollte. Die
Verfügung vom 26. März 2003 habe auf ungenügenden medizinischen Unterlagen be
ruht und sei zweifellos unrichtig gewesen. Dass die Verfügung auch im Ergebnis
rechtsfehlerhaft sei, sei nicht erforderlich. Die Wirkung der Renteneinstellung mittels
Wiedererwägung sei nach der Rechtsprechung nicht rückwirkend vorzunehmen. Es sei
vollumfänglich auf den ausführlichen begründeten RAD-Bericht nach umfassender
Untersuchung abzustellen. Da die Beschwerden im Jahr 2000 aufgetreten seien, könne
das Einkommen 1999 von Fr. 36'000.-- als Valideneinkommen verwendet werden. Da
die Beschwerdeführerin nicht mehr arbeite, es für sie aber auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt noch geeignete Stellen (etwa Maschinenbedienung, Kontrolle, Sortieren,
Verpacken, Lager- und Ersatzteilbewirtschaftung) gebe, sei ihr Invalideneinkommen an
hand des Tabellenlohns 1999 von Fr. 44'240.-- zu bestimmen. Weil dieser Betrag höher
sei als das Valideneinkommen, sei er bis zu einer positiven Differenz von 5 % zum
Valideneinkommen zu kürzen. Mit dieser Parallelisierung seien sämtliche invaliditäts
fremden Faktoren berücksichtigt, weshalb sich kein Abzug mehr rechtfertige. Das Inva
lideneinkommen betrage somit Fr. 18'900.-- und der Invaliditätsgrad belaufe sich auf
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48 %. Die Herabsetzung ohne vorgängige Eingliederungsmassnahmen sei rechtmässig
gewesen, da lediglich eine Arbeitsvermittlung nötig erscheine und die Selbstein
gliederung zumutbar sei.
F.
Mit Replik vom 10. Dezember 2012 macht der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
geltend, aufgrund der damaligen eindeutigen Auskunft des RAD habe kein Anlass für
weitere medizinische Abklärungen bestanden. Der RAD-Untersuchungsbericht stehe im
Widerspruch zu den früheren medizinischen Abklärungen, wonach für die
angestammte Arbeit wie leidensadaptierte Tätigkeiten volle Arbeitsunfähigkeit bestehe.
Dieses ergebe sich auch aus dem Arztbericht von Dr. F._ vom 6. August 2011.
Deshalb dürfe nicht einfach auf den RAD-Bericht abgestellt werden. Daraus lasse sich
auch nicht schlüssig entnehmen, weshalb sich der Gesundheitszustand in letzter Zeit
verbessert haben sollte. Die Beschwerdeführerin sei nicht in der Lage, ein
Invalideneinkommen zu erzielen.

Erwägungen:
1.
1.1 Mit der angefochtenen Verfügung vom 10. August 2012 hat die
Beschwerdegegnerin ihre Anpassungsverfügung vom 26. März 2003 (und als blosse
Folge - ohne eigenständige Bedeutung - davon die Verfügungen vom 4. Juli 2005 und
vom 24. Januar 2008 betreffend die Ansprüche auf Zusatz- und Kinderrenten) in
Wiedererwägung gezogen und aufgehoben und hat den Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin für die Zukunft auf eine Viertelsrente herabgesetzt. Einer
Beschwerde entzog sie die aufschiebende Wirkung.
1.2 Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die
Beschwerdegegnerin hat die angefochtene Verfügung am 10. August 2012, also unter
der Geltung des Rechts dieser Revision, erlassen. Zu beurteilen ist der Sachverhalt, wie
er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses dieser Verfügung entwickelt hat. Dieser
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Sachverhalt reicht, da die Beschwerdegegnerin eine Verfügung von 2003 in
Wiedererwägung zog, in eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. (und selbst der 4.) IV-Revision
zurück. Es rechtfertigt sich, für die Beurteilung der Verhältnisse vor dem 1. Januar 2008
die jeweils gültig gewesenen Bestimmungen (im Folgenden angeführt) anzuwenden.
Für die Invaliditätsbemessung hat sich allerdings keine Änderung der Rechtslage
ergeben.
1.3 Mit dem Entscheid in der Sache erübrigt sich eine förmliche Behandlung des
beschwerdeweise gestellten Antrags auf Wiederherstellung der aufschiebenden
Wirkung der Beschwerde; dieser wird hinfällig.
2.
2.1 Nach Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger auf formell rechtskräftige
Verfügungen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos un
richtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Die Wieder
erwägung fällt nur in Betracht, wenn es um die Korrektur grober Fehler der Verwaltung
geht. Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist,
dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss - derjenige auf die
Unrichtigkeit der Verfügung - denkbar. Zurückhaltung ist bei der Annahme zweifelloser
Unrichtigkeit stets dann geboten, wenn der Wiedererwägungsgrund eine materielle
Anspruchsvoraussetzung betrifft, deren Beurteilung massgeblich auf Schätzungen oder
Beweiswürdigung und damit auf Elementen beruht, die notwendigerweise Ermessens
züge aufweisen. Eine vor dem Hintergrund der seinerzeitigen Rechtspraxis vertretbare
Beurteilung der (invaliditätsmässigen) Anspruchsvoraussetzungen kann nicht zweifellos
unrichtig sein (Bundesgerichtsentscheid i/S S. vom 30. Oktober 2012, 9C_396/12; vgl.
Bundesgerichtsentscheid i/S Q. vom 17. August 2009, 8C_1012/08).
2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis 31. Dezember 2003 gültig gewesenen
Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu zwei Dritteln, derjenige auf eine halbe Rente, wenn sie
wenigstens zur Hälfte invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 40 % vor, so
besteht Anspruch auf eine Viertelsrente oder, sofern ein Härtefall gegeben ist, auf eine
halbe Rente (Art. 28 Abs. 1 IVG). Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der vom 1. Januar 2004 bis
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bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung) besteht der Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf
eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, sind medizinische Grundlagen
wesentlich. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu
beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind eine
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der ver
sicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; ZAK 1982
S. 34; Rz 3047 f des vom Bundesamt für Sozialversicherung erlassenen
Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung =
KSIH).
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin begründet ihre Wiedererwägung damit, dass eine
Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin von 100 % (bei der Rentenerhöhung auf
Gesuch hin) nicht genügend begründet gewesen sei. Dr. D._ sei psychiatrisch nicht
fachärztlich kompetent. Er habe weitere Abklärungen vorgeschlagen, die nicht
vorgenommen worden seien. Der Untersuchungsgrundsatz sei verletzt worden.
3.2 Dr. D._ hatte der Beschwerdeführerin am 21. Oktober 2002 eine solche volle
Arbeitsunfähigkeit ab 11. September 2002 bescheinigt und am 11. und 12. November
2002 erklärt, es bestehe ein seit langem bekanntes Belastungsasthma bei vegetativer
Dystonie und latenter Depression. Die Beschwerdeführerin sei ausserordentlich rasch
erschöpft, was regelmässig in ein depressives Zustandsbild münde. Jede erneute
Arbeitstätigkeit habe zur Exazerbation des Asthmas geführt. Dann benötige die
Beschwerdeführerin jeweils hohe Medikamentendosen. Seit längerem sei bei ihr aber
eine Zunahme der Steroidnebenwirkungen im Sinn eines Cushing-Syndroms zu
beobachten gewesen. Seine Feststellung einer Verschlechterung deren
Gesundheitszustands wird unterstrichen durch den Umstand, dass er die
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Beschwerdeführerin Dr. E._ zur internistischen Kontrolle und Abklärung abdominaler
Beschwerden (IV-act. 36-3) sowie zur Revision der Asthmatherapie (IV-act. 36-1)
zugewiesen hatte. Dr. E._ hatte gemäss Bericht vom 4. November 2002 eine
Abdomensonographie durchgeführt und bezüglich des Asthmas festgehalten, die
chronische Steroidmedikation führe zu einem iatrogenen Cushing-Syndrom. Als
weiteres Anzeichen der beschriebenen Verschlechterung findet sich der Hinweis von
Dr. D._, dass eine antidepressive Medikation bis anhin in jeder Hinsicht erfolglos
gewesen sei und einzig Anxiolytica eine gewisse emotionale Stabilisierung hätten
bewirken können. Es sei eine psychotherapeutische Behandlung begonnen worden
(act. 36-1). Dass die Beschwerdegegnerin eine Verschlechterung des
Gesundheitszustands mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit als ausgewiesen
betrachtet hat, lässt sich daher nachvollziehen.
3.3 Dr. D._ hatte in seinem Arztbericht das Feld zur Bejahung der Frage markiert,
ob eine ergänzende medizinische Abklärung angezeigt sei. Dr. E._ hatte
dafürgehalten, es sei zu versuchen, die peroralen Steroide zu reduzieren und
abzusetzen. Er erachtete dazu eine pneumologische Standortbestimmung als
erforderlich, allenfalls auch eine Abklärung der Cortisonachse. Dr. D._ verwies
gegenüber der Beschwerdegegnerin diesbezüglich aber gleichzeitig auf das Vorliegen
des Berichts der Rehaklinik C._ vom Mai 2000 und stellte sich auf den Standpunkt,
es sei kaum zu erwarten, dass den damaligen Befunden Wesentliches beigefügt
werden könnte. Damals sei bei der Beschwerdeführerin eine ausgeprägte Obstruktion
gefunden worden, die kaum reversibel gewesen sei. Das deute auf einen
erfahrungsgemäss nur schwer beeinflussbaren Befund hin. Die neue
Lungenfunktionsprüfung dürfte für den Schweregrad des Leidens und den Grad der
Erwerbsunfähigkeit (bzw. Arbeitsunfähigkeit) kaum neue Aspekte ergeben. Ein weiterer
Abklärungsbedarf ergab sich nach der Auffassung von Dr. D._ demnach im Ergebnis
nicht. Inwiefern der Arzt die attestierte volle Arbeitsunfähigkeit auf psychiatrische
Gründe (die latente Depression) zurückführte, d.h. ob er diesen Gründen die Wirkung
beimass, dass sie allenfalls eine tiefere somatisch bedingte Arbeitsunfähigkeit
erhöhten, lässt sich nicht feststellen. Eine diesbezügliche Ausscheidung der beiden
Elemente hat der Arzt nicht vorgenommen. Er hat dargelegt, jede Arbeitstätigkeit habe
zu einer Exazerbation des Asthmas geführt. Es ist möglich, dass er die volle
Arbeitsunfähigkeit schon dem somatischen Leiden für sich allein zuschrieb, aber auch,
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dass er psychiatrische Faktoren als verstärkend betrachtete. Von der begonnenen
Psychotherapie erwartete der Arzt eine künftige emotionale Entlastung der
Beschwerdeführerin. Eine fachärztliche psychiatrische - oder andere ergänzende -
Abklärung musste damals bei diesen Gegebenheiten nicht als unabdingbar betrachtet
werden. Dass die Beschwerdegegnerin damals von einer vollen Arbeitsunfähigkeit der
Beschwerdeführerin ausgegangen ist, erscheint nicht als zweifellos unrichtig.
3.4 Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus den jüngeren Akten. Dass im RAD-
Untersuchungsbericht festgehalten wird, aus allein lungenärztlicher Sicht werde die
Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin für den Zeitraum von 2000 bis 2011 auf
etwa 50 % geschätzt, vermag die damalige Beurteilung nicht als zweifellos unrichtig er
scheinen zu lassen. Zu bedenken ist, dass es sich um ein Leiden handelt, das wohl von
einer gewissen Instabilität ist. Die Beschwerdeführerin war im November 2003 wegen
einer Exazerbation für drei Tage hospitalisiert gewesen (act. 75-28). Am Austrittstag
hatte Dr. med. I._, Facharzt FMH für Pneumologie und Innere Medizin, eine
mittelschwere obstruktive Ventilationsstörung festgestellt, wobei nach Inhalation mit
Ventolin keine Verbesserung des FEV1 erreicht worden sei, ausserdem eine schwere
absolute Lungenüberblähung und eine leicht verminderte CO-Diffusion in Bezug auf
Alveolarvolumen (act. 75-33). Im Januar 2004 hatte der Arzt eine mittelschwere
obstruktive Ventilationsstörung diagnostiziert, mit einer Verbesserung des FEV1
(act. 75-25), im Oktober 2004 wiederum eine signifikante Verschlechterung (Abnahme
des FEV1) im Vergleich zur Voruntersuchung vom Januar 2004 und eine schwere
absolute Lungenüberblähung (act. 75-19 bis 21). Am 18./19. November 2004 wurde im
Spital ein V.a. gastrointestinale Nebenwirkung nach AB-Therapie abgeklärt (act. 75-17),
vom 25. November bis 2. Dezember 2004 erfolgte erneut ein Spitalaufenthalt. Es
wurden dort nebst dem Asthma bronchiale Abdominalschmerzen unklarer Genese,
ein viraler Infekt der oberen Atemwege, eine chronische Depression, eine Hypercho
lesterinämie und ein Benzodiazepinabusus diagnostiziert. Am 14. Januar 2005 be
richtete Dr. I._, eine wirkliche Stabilisierung des Asthmas sei trotz ausgebauter
Behandlung nicht möglich gewesen. Unter höher dosiertem Prednison sei die Be
schwerdeführerin rasch beschwerdefrei geworden; es stelle sich die Frage nach einem
Störfaktor, welcher das Asthma permanent unterhalte (act. 75-9 f.). Am 4. April 2005
wurde berichtet, nach Reduktion des genannten Medikaments sei die Beschwerde
führerin erneut vermehrt symptomatisch geworden. Auch am 1. März 2007 gab
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Dr. I._ an, das Asthma sei sehr hartnäckig und vor allem die entzündliche Aktivität sei
mittels topischer Steroide kaum zu beherrschen. Der RAD hat diese Entwicklungen zur
Kenntnis genommen. Seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit über die zehn Jahre
zurückliegende Zeit hinweg im Untersuchungsbericht ist als Einschätzung eines Durch
schnitts zu betrachten, welche aber wie erwähnt nicht ausreicht, das Abstellen auf die
damals aktuelle Beurteilung des behandelnden Arztes als offensichtlich unzutreffend zu
würdigen. Dazu kommt, dass der psychiatrisch untersuchende RAD-Arzt davon
ausging, dass psychiatrische Abklärungen oder Behandlungen nicht stattfanden, wie
es der Hausarzt allerdings früher berichtet hatte. Ob die damals bezeichnete
Behandlung nicht aufgenommen oder abgebrochen wurde, ist nicht ersichtlich. Nicht
nur vom Hausarzt, sondern auch vom Spital war am 3. Dezember 2004 eine
(chronische) Depression festgestellt worden.
3.5 Eine nicht auf einer nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzung der massgeblichen
Arbeitsfähigkeit beruhende Invaliditätsbemessung ist nicht rechtskonform und die
entsprechende Verfügung zweifellos unrichtig im wiedererwägungsrechtlichen Sinn
(Bundesgerichtsentscheid i/S S. vom 14. April 2009, 9C_1014/08). Eine aktuelle andere
Zumutbarkeitsbeurteilung einer verfügenden Behörde kann aber eine frühere in der
Regel nicht als zweifellos falsch erscheinen lassen (Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i/S L. vom 28. Juli 2005, I 276/04). Eine vor dem Hintergrund der
seinerzeitigen Rechtspraxis vertretbare Beurteilung der invaliditätsmässigen
Anspruchsvoraussetzungen kann nicht zweifellos unrichtig sein. Eine Reduktion der
Rente unter dem Titel der Wiedererwägung kann nur bei Unvertretbarkeit der
ursprünglichen Rentenzusprache erfolgen, drohte die Wiedererwägung ansonsten doch
in einer Vielzahl langjähriger Rentenbezugsverhältnisse zum Instrument einer
voraussetzungslosen Neuprüfung zu werden, was sich mit dem Wesen der
Rechtsbeständigkeit formell zugesprochener Dauerleistungen nicht vertrüge
(Bundesgerichtsurteil i/S M. vom 28. Juli 2011, 8C_962/10). - Da die
Invaliditätsbemessung vorliegend vor dem Hintergrund der damaligen Rechtspraxis
vertretbar war, ist sie nicht als zweifellos unrichtig zu betrachten. Damit ist die
angefochtene Wiedererwägungsverfügung vom 26. März 2003 unzulässig und
aufzuheben.
4.
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Dass eine Anpassung an veränderte Verhältnisse (nach Art. 17 ATSG) das verfügte
Dispositiv rechtfertigen könnte, hat die Beschwerdegegnerin nicht geltend gemacht.
Auf diese Frage hat sich bis anhin weder das Verwaltungs- noch das vorliegende
Verfahren bezogen. Keine der Parteien hat diesbezüglich auch nur einen Standpunkt
eingenommen oder eine Prozesserklärung abgegeben. Verfügungsgegenstand bildete
allein die Wiedererwägung. Auf eine Ausdehnung des Streitgegenstands auf die Frage
einer allfälligen Anpassung wird verzichtet, zumal sie ausserdem nicht liquid erscheint.
Die Akten lassen ein instabiles (Grund-) Leiden annehmen. Eine Veränderung bzw. Ver
besserung im Sachverhalt mit beträchtlicher anhaltender Wirkung auf die Arbeitsfähig
keit wird im RAD-Untersuchungsbericht vom 30. November 2011 aber nicht be
schrieben. Ob eine erhebliche Veränderung des Sachverhalts im Zeitablauf mit Aus
wirkung auf die Arbeitsunfähigkeit und die Invalidität eingetreten sei, wäre wohl ergän
zend abzuklären. Was den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Jahr 2011
betrifft, waren gemäss dem RAD-Untersuchungsbericht nebst dem Asthma der
Verdacht auf ein Karpaltunnelsyndrom rechts und eine Unterschenkelvarikosis
beidseits zu berücksichtigen. Die Beschwerdeführerin beklagte ausserdem vor allem
Schmerzen in den Füssen. Eine Bedeutung für die Arbeitsfähigkeit hat der RAD diesen
Faktoren indessen offenbar nicht zugeschrieben. Dr. F._ hat sich im Arztbericht vom
6. April 2011 anderseits auf den Standpunkt gestellt, an eine Wiedereingliederung der
Beschwerdeführerin könne nicht gedacht werden. Während der RAD sich mit den
Akten auseinandergesetzt hat, ist diese Einschätzung allerdings ohne nähere
Begründung geblieben. Auch der RAD hat aber im Übrigen diverse einschränkende
Bedingungen beschrieben, welche für eine adaptierte Tätigkeit der Beschwerdeführerin
eingehalten werden müssen.
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter ersatzloser
Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 10. August 2012 zu schützen.
5.2 Angesichts des Unterliegens der Beschwerdegegnerin rechtfertigt es sich, ihr
die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1 IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl.
Art. 95 Abs. 1 VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen.
bis
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Der Beschwerdeführerin ist der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.--
zurückzuerstatten.
5.3 Die Beschwerdeführerin hat bei vollem Obsiegen Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61
lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) erscheint als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP