Decision ID: 8e5d21d9-6168-55ce-bf1d-2299c4bd8b04
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a B._ litt gemäss einem polydisziplinären Gutachten der Medizinischen
Abklärungsstelle (MEDAS) Zentralschweiz vom 3. Februar 2006 u.a. an einem
Fermoropatellarsyndrom rechts, wobei eine beginnende Radiokarpalarthrose beidseits
möglich sei. Dr. med. C._, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt im Rahmen
seiner Untersuchung zudem fest, dass aus psychiatrischer Sicht keine relevanten
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit vorlängen (IV-act. 43-37). Die IV-Stelle sprach
B._ am 3. Mai 2006 rückwirkend ab dem 1. Juli 2003 eine ganze und rückwirkend ab
dem 1. Januar 2005 eine Dreiviertels-IV-Rente zu (IV-act. 53 f.).
A.b Seit Juli 2006 bezog B._ Ergänzungsleistungen zu seiner Dreiviertels-IV-Rente
(act. G 5.1/83). Zum Zeitpunkt der Anmeldung lebte er mit D._ und den
gemeinsamen Kindern E._ und A._ zusammen in seiner eigenen (vgl. dazu act. G
5.1/92) Liegenschaft. Am 18. Juni 2008 zogen D._ und seine Tochter A._ und am
20. Oktober 2008 E._ aus (act. G 5.1/78-3). Nachdem die EL-Durchführungsstelle
darüber Kenntnis erhalten hatte, setzte sie den EL-Anspruch von B._ rückwirkend ab
dem 1. Juli 2008 bzw. ab dem 1. November 2008 herab und forderte die seitdem zu
viel bezogenen Ergänzungsleistungen zurück (act. G 5.1/77). B._ stellte am 14. Mai
2009 ein Erlassgesuch (act. G 5.1/72), welches die EL-Durchführungsstelle am 24. Juni
2009 abwies (act. G 5.1/70).
A.c Am 31. Mai 2011 sprach die IV-Stelle B._ rückwirkend ab dem 1. Juli 2010 eine
ganze IV-Rente zu (IV-act. 89), weil sie aufgrund der neuen medizinischen Akten davon
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ausging, dass B._ u.a. bei geringer Anstrengung und teilweise in Ruhe an einer
Dyspnoe leide und deshalb in sämtlichen Tätigkeiten zu 100% arbeitsunfähig sei (IV-
act. 83).
A.d Dem Formular zur periodischen Überprüfung der Ergänzungsleistungen im Jahr
2011 war zu entnehmen, dass B._ nach wie vor alleine im Haushalt lebte (act.
G 5.1/55-2). Im Rahmen der periodischen Überprüfung der Ergänzungsleistungen im
Mai 2014 wurde hingegen angegeben, dass die Tochter, A._, bei B._ lebe (act. G
5.1/35-2). Weitere Erkundigungen der EL-Durchführungsstelle bei der
Wohnsitzgemeinde von B._ ergaben, dass A._ am 10. August 2010 wieder bei
B._ eingezogen war (act. G 5.1/31, 33). Am 28. November 2014 passte die EL-
Durchführungsstelle den EL-Anspruch von B._ rückwirkend per 1. September 2010
an, indem sie aufgrund der Tatsache, dass B._ seit August 2010 nicht mehr allein
lebte, eine Mietzinsaufteilung vornahm. Daraus ergab sich eine Rückforderung in Höhe
von Fr. 26'083.-- (act. G 5.1/26). Die entsprechende Verfügung erwuchs unangefochten
in Rechtskraft.
A.e B._ ersuchte am 10. Januar 2015 um einen Zahlungsaufschub und schlug eine
Ratenzahlung in Höhe von monatlich Fr. 50.-- vor (act. G 17.2/12). Einen Fragebogen
betreffend die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums füllte er am
11. März 2015 selbstständig aus (act. G 17.2/8). Nachdem die EL-Durchführungsstelle
eine Ratenzahlung zunächst abgelehnt hatte (act. G 17.2/7), bewilligte sie am 5. Juni
2015 eine Zahlung der Rückforderungssumme in Höhe von Fr. 26'083.-- in Raten in
Höhe von monatlich Fr. 440.-- (act. G 17.2/4).
A.f Am 24. Januar 2016 verstarb B._ (act. G 5.1/8). Die EL-Durchführungsstelle
versandte am 23. Februar 2016 eine Erinnerung betreffend die ausstehende Rate vom
30. Januar 2016 an die Adresse von B._ sel. (act. G 17.2/3). In einer internen Notiz
hielt ein Mitarbeiter der EL-Durchführungsstelle am 29. Februar 2016 fest, die Tochter
des Verstorbenen sei anzuschreiben und es sei abzuwarten, was passiere.
Korrespondenzen seien nun ihr zuzustellen (act. G 17.2/5).
A.g Am 2. März 2016 erklärte die Tochter von B._ sel., A._, die Annahme der
Erbschaft (act. G 23.1.1). Daraufhin stellte das zuständige Amtsnotariat am 21. März
2016 eine Erbbescheinigung aus, laut der A._ die einzige Erbin war (act. G 4.1).
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A.h Gemäss einer internen Notiz der EL-Durchführungsstelle war A._ am 8. April
2016 persönlich vorstellig geworden und habe erklärt, sie könne die Fr. 400.-- pro
Monat unmöglich leisten (act. G 17.2/5).
A.i A._ ersuchte am 26. April 2016 um den Erlass bzw. einen Teilerlass der aus der
Verfügung vom 28. November 2014 resultierenden Rückforderung (act. G 5.1/6). Sie
erklärte, dass ihr Vater sie nach der Trennung von ihrem damaligen Freund die ersten
ein bis zwei Jahren kostenlos bei sich habe wohnen lassen, damit sie ihre Schulden
zurückzahlen könne. Im Dezember 2010 sei festgestellt worden, dass er an COPD
sowie an Herzproblemen leide. Sie habe die Krankheitsgeschichte ihres Vaters hautnah
miterlebt und ihn seinen Bedürfnissen entsprechend unterstützt. Während sie anfangs
lediglich geputzt, die Gartenarbeit übernommen und den Hund ausgeführt habe, habe
sie mit der Zeit alle Aufgaben im Haushalt sowie die intensive Pflege ihres Vaters
übernommen. Schliesslich habe sie ihre damalige 80%-Stelle aufgeben müssen, um
den Bedürfnissen ihres Vaters vollständig gerecht werden zu können. Es sei stets ein
Geben und Nehmen gewesen. Sie sei derzeit auf Jobsuche, doch habe sich bislang
nichts ergeben. Die Erbschaft habe sie angenommen, weil ihr das Haus ihres Vaters
sehr am Herzen liege (act. G 5.1/7).
A.j Am 24. Mai 2016 trat die EL-Durchführungsstelle auf das Erlassgesuch ein und
verfügte eine Abweisung. Das Eintreten begründete sie damit, dass das Gesuch
fristgerecht eingereicht worden sei. Zur Abweisung führte sie aus, dass B._ sel.
seiner Meldepflicht in Hinblick auf die Veränderung der Anzahl der Mitbewohner per 10.
August 2010 nicht nachgekommen sei. Ein gutgläubiger Leistungsbezug könne somit
nicht vorliegen (act. G 5.1/5). Gegen diese Verfügung liess A._ am 24. Juni 2016
Einsprache erheben und die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, den Verzicht auf
die Rückforderung in Höhe von Fr. 23'216.30, die Gewährung einer Nachfrist zur
ergänzenden Einsprachebegründung sowie die unentgeltliche Rechtsverbeiständung
für das Einspracheverfahren beantragen. Zur Begründung liess sie zunächst ausführen,
dass sie sich korrekt beim Einwohneramt der zuständigen Gemeinde angemeldet habe,
nachdem sie im August 2010 zu ihrem Vater gezogen sei. Die Rückforderung sei als
grosse Härte zu qualifizieren, weil sie alleinstehend sei und weder eine abgeschlossene
Erstausbildung noch ein geregeltes Einkommen habe. Nebst dem Umstand, dass sie
schon längere Zeit arbeitslos sei, sei das geerbte Elternhaus alt und
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sanierungsbedürftig. Weiter machte sie geltend, dass ihr Vater die ihm zu Unrecht
ausgerichteten Ergänzungsleistungen gutgläubig bezogen habe (act. G 5.1/2).
A.k Am 1. Juli 2016 ging bei der IV-Stelle die Anmeldung von B._ sel. zum Bezug
einer Hilflosenentschädigung ein. Darin hatte A._ u.a. angegeben, sie habe alle für
ihren Vater notwendigen Hilfeleistungen ab Dezember 2010 übernommen (IV-act. 93).
Am 15. August 2016 sprach die IV-Stelle B._ sel. rückwirkend ab dem 1. Juli 2015 bis
zu seinem Tod am 24. Januar 2016 eine Hilflosenentschädigung mittleren Grades zu.
Dazu führte sie aus, B._ sel. sei seit September 2011 beim An- und Auskleiden und
bei der Körperpflege und seit April 2013 beim Aufstehen, Absitzen, Abliegen, beim
Verrichten der Notdurft, bei der Fortbewegung massgeblich auf Dritthilfe angewiesen
gewesen. Ab April 2013 sei ausserdem eine medizinisch-pflegerischer Unterstützung
notwendig gewesen. Auch der Bedarf einer lebenspraktischen Begleitung sei
ausgewiesen, da B._ sel. ohne Dritthilfe seinen Haushalt nicht hätte aufrechterhalten
können (IV-act. 100 f.).
A.l Innert erstreckter Frist liess A._ der EL-Durchführungsstelle am 31. Oktober 2016,
am 30. November 2016, am 13. Januar 2017 sowie am 8. Februar 2017 ergänzende
Stellungnahmen und Unterlagen ihre finanzielle Situation betreffend zukommen (act. G
5.2/8, 11, 15 bzw. act. G 25.1). Darunter befanden sich insbesondere das am
9. November 2016 ausgefüllte Formular zum Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung. Gemäss diesem hatte sie in den letzten 12 Monaten mit
unregelmässigen Arbeitseinsätzen im Stundenlohn Fr. 17'248.40 verdient und
Arbeitslosengelder in Höhe von Fr. 23'570.40 erhalten. Ihre Ausgaben führte sie
folgendermassen auf: Fr. 3'689.50 für AHV, IV, EO, ALV, UV und die 2. Säule, Fr.
8'086.75 für Miete und Nebenkosten, Fr. 8'432.-- (2015) für monatliche Berufsauslagen,
Fr. 2'849.40 für Krankenkassenprämien, Fr. 1'700.50 für Steuern im Jahr 2015, Fr.
2'899.-- für ausserordentliche Arztkosten, die nicht von einer Versicherung
übernommen worden seien und Fr. 4'200.-- für Hypothekarzinsen. Sie habe Schulden
in Höhe von Fr. 30'000.--. Sie sei Eigentümerin einer Liegenschaft, die einen Wert in
Höhe von Fr. 382'000.-- habe und mit einer Hypothek in Höhe von Fr. 280'000.--
belastet sei (act. G 5.2/11-1 ff.). Der Veranlagungsberechnung für das Jahr 2015 war zu
entnehmen, dass A._ im Jahr 2015 ein Erwerbseinkommen von Fr. 29'297.-- erzielt
und Arbeitslosentaggelder von Fr. 8'393.-- bezogen hatte (act. G 25.1-4). Weiter liess
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A._ ergänzend zu ihren Ausführungen in ihrer Einsprache darauf hinweisen, dass in
den EL-Berechnungen ab dem 1. Januar 2016 bei den Ausgaben ein Eigenmietwert in
Höhe von lediglich Fr. 13'080.--, bei den Einnahmen jedoch in Höhe von Fr. 15'480.--
berücksichtigt worden sei. Ausserdem sei die vorgenommene hälftige Aufteilung der
Wohnkosten nicht gerechtfertigt, weil sie nur über ein Zimmer im Dachgeschoss
verfügt habe, mangels abgeschlossener Erstausbildung noch unterstützungsbedürftig
gewesen sei und ausserdem ihren Vater gepflegt habe, der einen Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung gehabt habe. Der Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung
sei jedoch erst im Jahr 2016 geltend gemacht worden. Die grosse Härte sei gegeben,
da ihr ein zwangsweiser Verkauf des Hauses, das einen zentralen und grossen
emotionalen Wert für sie habe, nicht zugemutet werden könne (vgl. act. G 5.2/7, 10, 12,
15).
A.m Am 26. Oktober 2017 wies die EL-Durchführungsstelle die Einsprache von A._
ab. Zur Begründung führte sie u.a. sinngemäss aus, dass A._ Ihren Vater gemäss
den Angaben im Erlassgesuch vom 26. April 2016 und in der Anmeldung zum Bezug
einer Hilflosenentschädigung vom 29. Juni 2016 nicht nur im Haushalt, sondern auch in
administrativen Belangen unterstützt habe. Somit wäre sie verpflichtet gewesen, die
EL-Verfügungen und Berechnungsblätter auf ihre Rechtmässigkeit zu überprüfen und
Unstimmigkeiten zu melden. Weil sie diese Kontrollpflicht verletzt habe, sei der gute
Glaube auszuschliessen. Aufgrund der fehlenden Gutgläubigkeit müsse nicht geprüft
werden, ob die Rückforderung für A._ eine grosse Härte darstelle. Im Übrigen sei die
Rückforderungsverfügung unangefochten in formelle Rechtskraft erwachsen, weshalb
im Rahmen des Erlassverfahrens keine Einwendungen mehr gegen die
Rückerstattungspflicht an sich vorgebracht werden könnten. Das Gesuch um
unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Einspracheverfahren sei abzuweisen, da die
Prüfung des Erlasses nicht als schwierige Rechtsfrage gelte und der Sachverhalt sich
nicht als derart komplex und unübersichtlich erweise, dass eine anwaltliche Vertretung
notwendig erschiene. Zudem sei die Einsprache bei der vorliegenden Sachlage
praktisch aussichtslos gewesen. Abgesehen davon verneinte die EL-
Durchführungsstelle den gutgläubigen Leistungsbezug durch B._ sel. (act. G 5.2/5).
B.
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B.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess A._ (nachfolgend Beschwerdeführerin)
am 27. November 2017 Beschwerde erheben. Darin liess sie die vollumfängliche
Aufhebung des Einspracheentscheides vom 26. Oktober 2017 und der Verfügung vom
24. Mai 2016 betreffend das Erlassgesuch, den Verzicht auf die Rückforderung der
Ergänzungsleistungen in Höhe von Fr. 23'216.30 bzw. deren Erlass sowie für das
vorliegende Verfahren die Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung
beantragen. Zur Begründung liess sie ausführen, dass die Höhe der Rückforderung in
der konkreten Situation trotz der abgelaufenen Einsprachepflicht zu überprüfen sei, da
sie selbst nie Gelegenheit gehabt habe, zur Rückforderungsverfügung Stellung zu
nehmen bzw. gegen die Rückforderungsverfügung Einsprache zu erheben. Sie als
Erbin habe mit den EL-Ansprüchen ihres Vaters nichts zu tun gehabt und erst nach
seinem Tod von der Rückforderung erfahren. Ihr könne daher kein Fehlverhalten
vorgeworfen werden. Zwar habe sie für ihren Vater Geld geholt, seine Rechnungen
bezahlt und Briefe eingeworfen, als es ihrem Vater schlecht gegangen sei, doch
bestreite sie, dass eine Pflicht ihrerseits bestanden habe, die EL-Verfügungen ihres
Vaters zu überprüfen. Als sie bei ihrem Vater eingezogen sei, sei sie erst
einundzwanzigjährig gewesen und habe über keine abgeschlossene Erstausbildung
verfügt. Obwohl sie ihren Vater nach bestem Gewissen unterstützt habe, habe sie mit
seinen Ergänzungsleistungen nichts zu tun gehabt. Insbesondere sei sie nicht die
primäre Ansprechperson und Vertreterin ihres Vaters im Sinne einer Beiständin
gewesen. Mittlerweile sei sie _ Jahre alt, alleinstehend und habe nach wie vor weder
eine abgeschlossene Erstausbildung noch ein geregeltes Einkommen. Die
Rückforderung von rund Fr. 23'216.30 sei deshalb als grosse Härte zu qualifizieren
(act. G 1). Ihrer Beschwerde liess die Beschwerdeführerin ein Schreiben der SVA vom
9. März 2017 betreffend die Anrechnung von Betreuungsgutschriften ab dem Jahr 2014
aufgrund eines Anspruchs auf eine Hilflosenentschädigung mittleren Grades ab dem 1.
Juli 2013 beilegen (act. G 1.3).
B.b Am 18. Januar 2018 liess die Beschwerdeführerin das Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung zurückziehen (act. G 4) und die Erbbescheinigung vom 21. März
2016 einreichen (act. G 4.1).
B.c Die Beschwerdegegnerin beantragte am 24. Januar 2018 die Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung führte sie aus, dass es der Beschwerdeführerin
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zumutbar gewesen wäre, die EL-Verfügungen und Berechnungsblätter von B._ sel.
zu kontrollieren. Dass die Beschwerdeführerin von der Rückforderungsverfügung vom
28. November 2014 keine Kenntnis gehabt haben wolle, sei nicht überzeugend. Noch
in der Einsprache vom 23. Juni 2016 habe sie nämlich geltend gemacht, dass sie für
ihren Vater "schliesslich die gesamte Körperpflege, An- und Ausziehen, Überwachung
Tag und Nacht etc." wahrgenommen habe. Ferner habe sie im Erlassgesuch vom 26.
April 2016 vorgebracht, dass sie "von A bis Z die komplette Betreuung" des
verstorbenen Vaters übernommen habe. Es sei zudem zu bemerken, dass die
Beschwerdeführerin bereits in der Vergangenheit in ein Rückforderungsverfahren
(Erlassgesuch: 14. Mai 2009) involviert gewesen sei. Trotzdem sie nämlich am 18. Juni
2008 aus dem Haushalt des Vaters ausgezogen sei, habe dieser weiter zu Unrecht
höhere Ergänzungsleistungen bezogen. Aufgrund der grossen Nähe zum Vater werde
angenommen, dass dieser Sachverhalt der Beschwerdeführerin bekannt gewesen sei.
Somit habe von ihr erwartet werden können, dass sie die EL-Berechnungsblätter des
Jahres 2011 besonders sorgfältig kontrolliere (act. G 5).
B.d In der Replik vom 9. April 2018 liess die Beschwerdeführerin festhalten, sie gehe
aufgrund der einführenden Worte der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort
davon aus, dass nur der gute Glaube von B._ sel. strittig und die grosse Härte
sowohl in Bezug auf die selbst als auch in Bezug auf B._ sel. zu bejahen sei. Als sie
die Erbschaft angenommen habe, habe sie nichts von der EL-Rückforderung oder
anderen Schulden von B._ sel. gewusst. Wäre dies anders gewesen, hätte sie die
Erbschaft nicht einfach vorbehaltlos angenommen. In das Erlassgesuch vom 14. Mai
2009 sei sie entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin im Übrigen nicht direkt
verwickelt gewesen. Somit habe sie auch keine Kenntnis von der ersten EL-
Rückforderung gehabt. Sie sei damals zusammen mit ihrer Mutter infolge Trennung
und späterer Ehescheidung ausgezogen und habe – belastet von den Folgen der
Trennung – bis Sommer 2009 keinen besonders engen bzw. gar keinen Kontakt zu
ihrem Vater gehabt (act. G 9).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik. Sie hielt an ihrem Antrag fest
und verwies zur Begründung auf ihre Ausführungen in der Beschwerdeantwort (act.
G 11).
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B.f Am 7. Mai 2018 reichte die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin eine
Kostennote über Fr. 1'960.25 ein (act. G 13 f.).
B.g Am 12. Oktober 2018 forderte das Gericht die Beschwerdegegnerin auf, die IV-
Akten von B._ sel. sowie die Beilagen zum Schreiben vom 31. Oktober 2016
einzureichen. Ausserdem bat sie die Beschwerdegegnerin auszuführen, weshalb sie
davon ausgegangen sei, dass das Erlassgesuch vom 26. April 2016 fristgerecht
eingereicht worden sei bzw. wann die Beschwerdeführerin von der bestehenden
Rückerstattungsschuld von B._ sel. Kenntnis erhalten habe (act. G 15, vgl. auch act.
G 16).
B.h Die Beschwerdegegnerin führte am 24. Oktober 2018 aus, sie habe am 23. Februar
2016 eine Ratenplanerinnerung an den zu diesem Zeitpunkt bereits verstorbenen
Versicherten B._ verschickt. Sie gehe davon aus, dass die Beschwerdeführerin als
Erbberechtigte Zugang zu dem Schreiben gehabt habe, die an B._ sel. geschickt
worden seien. Zudem sei die Beschwerdeführerin am 8. April 2016 bei ihr vorstellig
geworden und habe ausgeführt, sie könne die Fr. 400.-- für die monatliche
Ratenzahlung nicht aufbringen. Deshalb sei sie (die Beschwerdegegnerin) davon
ausgegangen, dass die Kenntnisnahme in Bezug auf die Rückforderungsschuld
irgendwann zwischen dem 23. Februar 2016 und dem 8. April 2016 erfolgt sei. Sie
habe nämlich spätestens am 8. April 2016 von der Rückerstattungsschuld gewusst, da
sie ansonsten nichts von der Höhe der monatlichen Ratenzahlung hätte wissen
können. Bezüglich der dreissigtägigen Frist zur Stellung eines Erlassgesuchs sei darauf
hinzuweisen, dass diese auf eine Ordnungsvorschrift zurückzuführen sei. Sie habe sich
deshalb nicht veranlasst gesehen, das Erlassgesuch vom 26. April 2016 als nicht
fristgerecht eingereicht zu qualifizieren (act. G 17). Ausserdem reichte die
Beschwerdegegnerin die vom Gericht geforderten Akten ein (act. G 17.1., 17.2, 25).
B.i Die Beschwerdeführerin liess am 23. November 2018 eine Erklärung vom 2. März
2016 betreffend ihre Annahme der Erbschaft einreichen (act. G 23.1.1.). Zudem liess sie
betreffend das Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 24. Oktober 2018 ausführen,
dass das Erlassgesuch fristgerecht eingereicht worden sei. Sie (die
Beschwerdeführerin) habe erst Kenntnis von der Rückforderung erhalten, nachdem sie
die Erbschaft angenommen habe. Das Schreiben der Beschwerdegegnerin an ihren
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verstorbenen Vater vom 23. Februar 2016 habe sie nicht zur Kenntnis genommen, weil
es nicht an sie adressiert gewesen sei. Es liege denn auch kein Zustellnachweis vor
(act. G 23).

Erwägungen
1.
1.1 In einem ersten Schritt ist der Streitgegenstand des vorliegenden
Beschwerdeverfahrens zu bestimmen.
1.2 Die Beschwerdeführerin hat in ihrer Einsprache die Revisions- und
Rückforderungsverfügung vom 28. November 2014 beanstandet, weil sie der Ansicht
gewesen ist, dass die vorgenommene hälftige Mietzinsaufteilung nicht korrekt gewesen
sei (act. G 5.2/10). Auch im Rahmen ihrer Beschwerde hat sie die Überprüfung der "EL-
Berechnungen der letzten Jahre" beantragt und erklärt, dass einnahmen- und
ausgabenseitig unterschiedlich hohe Eigenmietwerte angerechnet worden seien (act. G
1). Die Revisions- und Rückforderungsverfügung vom 28. November 2014 ist zu
Lebzeiten des Vaters der Beschwerdeführerin in formelle Rechtskraft erwachsen. Im
Zeitpunkt des Todes eines Erblassers gehen alle Rechte und Pflichten auf die
Erbengemeinschaft über. Dabei werden die Schulden des Erblassers zu den
persönlichen Schulden der Erben (vgl. Art. 560 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs
[SR 210; ZGB]). Die fällige und nicht überprüfungsfähige Rückforderungsschuld von
B._ sel. gegenüber der Beschwerdegegnerin und damit die Pflicht, diese
Rückforderungsschuld vollumfänglich zu begleichen, ist also zum Zeitpunkt des
Dahinscheidens von B._ sel. am 24. Januar 2016 an die Beschwerdeführerin
übergegangen (vgl. act. G 4.1). Obwohl die Beschwerdeführerin also tatsächlich keine
Möglichkeit gehabt hat, sich inhaltlich zur Rückforderungsverfügung zu äussern,
können ihre Ausführungen zur Höhe der Rückforderung also nicht berücksichtigt
werden.
1.3 Weiter hat die Beschwerdeführerin die Aufhebung des Einspracheentscheids vom
26. Oktober 2017 und der Verfügung vom 24. Mai 2016 betreffend das Erlassgesuch
sowie den Erlass der Rückforderung der Ergänzungsleistungen von Fr. 23'216.30
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beantragt (act. G 1). Im angefochtenen Einspracheentscheid hat die
Beschwerdegegnerin sowohl das Erlassgesuch als auch das Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Einspracheverfahren abgewiesen (act. G 5.1/2). Auf die
Abweisung des Gesuchs um die unentgeltliche Rechtsverbeiständung im
Einspracheverfahren ist die Beschwerdeführerin weder in den Beschwerdebegehren
noch in der Beschwerdebegründung eingegangen. Weil die Beschwerdeführerin
anwaltlich vertreten gewesen ist, muss davon ausgegangen werden, dass es sich
dabei nicht um ein Versehen gehandelt hat. Obwohl die Beschwerdeführerin die
Aufhebung des Einspracheentscheids beantragt hat, ist unter der Berücksichtigung der
übrigen Begehren sowie der Begründung ihrer Beschwerde also davon auszugehen,
dass sich ihre Beschwerde einzig gegen den Teil des Einspracheentscheids betreffend
den Erlass der Rückforderung richtet. Der Teil des Einspracheentscheids betreffend die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Einspracheverfahren ist hingegen in formelle
Rechtskraft erwachsen und deshalb nicht Gegenstand des Beschwerdeverfahrens.
1.4 Im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist somit einzig zu beurteilen,
ob der Beschwerdeführerin der Erlass der geschuldeten Fr. 23'216.30 gewährt werden
kann.
2.
Die Beschwerdeführerin, die gemäss der Erbenbescheinigung vom 21. März 2016 die
einzige Erbin des am 24. Januar 2016 verstorbenen B._ sel. ist (act. G 4.1), hat ihr
Erlassgesuch betreffend die am 28. November 2014 verfügte, ursprünglich gegenüber
B._ sel. bestehende Rückforderung am 26. April 2016 gestellt (act. G 5.1/6 f.). Die
Beschwerdegegnerin hat dieses Erlassgesuch im Rahmen einer Verfügung vom 24. Mai
2016 materiell behandelt (act. G 5.1/5). Es stellt sich die Frage, ob die
Beschwerdegegnerin überhaupt auf das Erlassgesuch hat eintreten dürfen. Gemäss
Art. 4 Abs. 4 der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(SR 830.11; ATSV) ist ein Erlassgesuch bis spätestens 30 Tage nach Eintritt der
formellen Rechtskraft der Rückforderungsverfügung einzureichen. Die Frist zur Stellung
eines Erlassgesuchs durch B._ sel. selbst wäre angesichts der Revisions- und
Rückforderungsverfügung vom 28. November 2014 somit bereits abgelaufen gewesen.
Vorliegend geht es jedoch um die Beurteilung der Erlassmöglichkeit der
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Beschwerdeführerin und nicht um die Beurteilung der Erlassmöglichkeit von B._ sel.
Eine Erbin, die, wie die Beschwerdeführerin, für eine EL-Rückforderung haftet, ist
berechtigt, aus eigenem Recht neu um den Erlass der Rückforderung zu ersuchen.
Deshalb darf die Tatsache, dass B._ sel. kein Erlassgesuch gestellt hat, nicht dazu
führen, dass das Gesuch der Beschwerdeführerin zum vornherein verspätet ist (vgl.
ZAK 1958, S. 107). Für die Beschwerdeführerin hat erst ab dem Tod von B._ sel. die
Möglichkeit bestanden, um den Erlass der Rückforderung zu ersuchen. Damit die Frist
zur Stellung des Erlassgesuchs durch die Beschwerdeführerin im vorliegenden Fall hat
zu laufen beginnen können, hat die Beschwerdeführerin von der neu entstandenen
Erlassmöglichkeit Kenntnis erhalten müssen. Die vom Bundesgericht vorausgesetzte
allgemeine Gesetzeskenntnis vermag im vorliegenden Fall mangels einer expliziten
Regelung nicht zu einer fingierten Kenntnisnahme der mit dem Tod von B._ sel. neu
entstandenen Erlassmöglichkeit durch die Beschwerdeführerin führen. Den Akten ist
nicht zu entnehmen, dass die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin schriftlich
auf die Erlassmöglichkeit aufmerksam gemacht hätte. Insbesondere kann der an B._
sel. gerichtete Ratenplanerinnerung vom 23. Februar 2016 naturgemäss kein Hinweis
auf die Erlassmöglichkeit der Beschwerdeführerin entnommen werden, weshalb es
keine Rolle spielt, wann diese bei der Beschwerdeführerin eingegangen ist. Gemäss
einer Notiz der Beschwerdegegnerin ist die Beschwerdeführerin am 8. April 2016
persönlich vorstellig geworden und hat erklärt, sie könne monatlich keine Fr. 400.--
bezahlen, weshalb sie "mit dem Vorgesetzten reden" wolle, "um allenfalls eine andere
Lösung zu finden" (act. G 17.2). Weil die Beschwerdeführerin ihr Erlassgesuch am 26.
April 2016 gestellt hat, erscheint es aufgrund des Gesagten als überwiegend
wahrscheinlich, dass sie frühestens am 8. April 2016 von der Möglichkeit eines
Erlassgesuchs Kenntnis erhalten hat. Somit hat sie das Erlassgesuch fristgerecht
eingereicht und die Beschwerdegegnerin ist zu Recht darauf eingetreten.
3.
3.1 Angesichts der formell rechtskräftigen und damit verbindlichen
Rückforderungsverfügung vom 28. November 2014 steht fest, dass B._ sel. infolge
einer erst verspätet vorgenommenen Mietzinsaufteilung Ergänzungsleistungen in Höhe
von insgesamt Fr. 26'083.-- bezogen hat, die ihm von Gesetzes wegen nicht
zugestanden haben (act. G 5.1/26). Der Art. 25 Abs. 1 Satz 1 des Bundesgesetzes über
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den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (SR 830.1; ATSG) sieht als
Grundsatz vor, dass unrechtmässig bezogene Leistungen zurückerstattet werden
müssen. Eine entsprechende Rückforderungsverfügung dient der Verwirklichung des
Legalitätsprinzips und des Gleichbehandlungsgebotes, denn sie bildet die Grundlage
dafür, dass eine versicherte Person, die ihr von Gesetzes wegen nicht zustehende
Leistungen bezogen hat, jene zu viel bezogenen Leistungen zurückerstatten muss. Von
diesem Grundsatz sieht der Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG eine Ausnahme vor:
Unrechtmässig bezogene Leistungen, die in gutem Glauben empfangen worden sind,
müssen nicht zurückerstattet werden, wenn eine grosse Härte vorliegt.
3.2 Im vorliegenden Fall obliegt die Rückerstattungspflicht im Umfang von Fr.
23'216.30 der Beschwerdeführerin als Alleinerbin von B._ sel. Erben kann der Erlass
nur gewährt werden, wenn sie persönlich gutgläubig gewesen sind und wenn die
Rückerstattung der Ergänzungsleistungen, die der verstorbene
Rückerstattungsschuldner zu Unrecht bezogen hat, für sie persönlich eine grosse Härte
bedeuten würde (vgl. die Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV,
RZ 4651.02). Im Zusammenhang mit dem Erlassgesuch der Beschwerdeführerin spielt
es also keine Rolle, ob B._ sel. die Leistungen in gutem Glauben erhalten hat.
Relevant ist einzig, ob die Beschwerdeführerin in Bezug auf die unrechtmässig
ausbezahlten Ergänzungsleistungen gutgläubig gewesen ist und ob die Begleichung
der Rückforderungsschuld für sie persönlich eine grosse Härte bedeuten würde.
3.3 Grundsätzlich gilt, dass eine versicherte Person unrechtmässige Leistungen dann in
gutem Glauben empfangen hat, wenn sie weder gewusst hat noch hätte wissen
müssen, dass sie von Gesetzes wegen keinen Anspruch auf die Leistungen gehabt hat.
Wer also weiss, dass er aufgrund eines Fehlers der EL-Durchführungsstelle zu hohe
Ergänzungsleistungen bezieht, empfängt diese nicht in gutem Glauben. Dasselbe gilt,
wenn eine versicherte Person zwar nicht weiss, dass sie zu hohe Ergänzungsleistungen
bezieht, ihr dies aber bewusst sein müsste. Weiss eine versicherte Person dagegen
nicht um die Unrechtmässigkeit der Leistungen und muss sie auch nicht darum wissen,
empfängt sie die Leistungen gutgläubig. Nach der bundesgerichtlichen Terminologie
fehlt ihr das Unrechtsbewusstsein. Rechtsprechungsgemäss ist ein Erlass einer
Rückforderung darüber hinaus aber auch ausgeschlossen, wenn die versicherte Person
die zu hohen Leistungen zwar gutgläubig bezogen, aber mit einer Verletzung ihrer
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Melde- oder ihrer Kontroll- und Hinweispflicht jenen Fehler mitverursacht hat, der zur
Ausrichtung der zu hohen Leistungen geführt hat. Nach der Terminologie des
Bundesgerichtes kann sich die versicherte Person in einem solchen Fall nicht auf ihren
guten Glauben berufen (BGE 102 V 245 E. 3a f. S. 245 f. mit Hinweisen). Damit ist
gemeint, dass es rechtsmissbräuchlich wäre, wenn eine versicherte Person durch eine
(grobe) Nachlässigkeit in der Form einer Verletzung ihrer Melde- oder ihrer Kontroll-
und Hinweispflicht einen Fehler mitverursacht hätte, die Beseitigung der Folgen dieses
Fehlers (durch eine Rückforderung) mit dem Hinweis auf ihre Gutgläubigkeit beim
Leistungsbezug verhindern könnte. Der Erlass einer Rückforderung ist daher
rechtsprechungsgemäss auch dann ausgeschlossen, wenn eine versicherte Person
ihre Melde- oder ihre Kontroll- und Hinweispflicht in grober Weise verletzt und dadurch
den Fehler der EL-Durchführungsstelle mitverursacht hat (vgl. zum Ganzen auch den
Entscheid EL 2013/31 des St. Galler Versicherungsgerichtes vom 21. Oktober 2014, E.
2.1).
3.4 Die Beschwerdegegnerin hat erklärt, die Beschwerdeführerin wäre verpflichtet
gewesen, die Verfügungen und Berechnungsblätter auf deren Rechtmässigkeit zu
überprüfen und Unstimmigkeiten zu melden, weil sie die im Rahmen der
Hilflosenentschädigung als notwendig erachtete lebenspraktische Begleitung von B._
sel. übernommen habe. Da sie ihrer Kontroll- und Meldepflicht nicht nachgekommen
sei, erfülle sie die Voraussetzungen des guten Glaubens nicht (act. G 5, act. G 5.2/5).
Grund für den unrechtmässigen Bezug der Ergänzungsleistungen ist der Einzug der
Beschwerdeführerin bei B._ sel. im Jahr 2010 gewesen. Um einen unrechtmässigen
Leistungsbezug zu verhindern, hätte der Einzug der Beschwerdegegnerin gemeldet
werden müssen. Somit ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin im Rahmen der
lebenspraktischen Begleitung von B._ sel. (vgl. IV-act. 101) verpflichtet gewesen ist,
dessen EL-Verfügungen und -Berechnungsblätter zu kontrollieren und die Veränderung
der Anzahl der im Haushalt von B._ sel. lebenden Personen zu melden bzw. B._
sel. dazu aufzufordern, dies zu tun. B._ sel. hat in der Vergangenheit aufgrund
diverser physischer Beschwerden eine Dreiviertelsrente der Invalidenversicherung
bezogen (IV-act. 83, 90). In der Anmeldung zur Hilflosenentschädigung im Jahr 2016
hat die Beschwerdeführerin ausschliesslich einen infolge körperlicher Gebrechen
entstandenen Hilfsbedarf von B._ sel. geltend gemacht (IV-act. 93). Auch den
übrigen IV-Akten kann nicht entnommen werden, dass B._ sel. geistig beeinträchtigt
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und somit nicht mehr in der Lage gewesen wäre, seine administrativen Belange
selbstständig zu erledigen. Insbesondere ergibt sich aus den EL-Akten, dass sich B._
sel. noch am 10. Januar 2015 anlässlich der Rückforderungsverfügung vom 28.
November 2014 selbst an die Beschwerdegegnerin gewandt und sich über die
Möglichkeit einer Ratenzahlung informiert hat und dass er ausserdem am 11. März
2015 den Fragebogen zur Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums
selber ausgefüllt hat (act. G 17.2/8, 12). Unter diesen Umständen erscheint es als
überwiegend wahrscheinlich, dass B._ sel. sich bis zu seinem Tod selbst um seine
administrativen Belange gekümmert hat und dass die Beschwerdeführerin im Rahmen
der lebenspraktischen Begleitung lediglich die im Haushalt anfallenden Arbeiten
übernommen hat. Deshalb hat im für die Beurteilung des guten Glaubens relevanten
Zeitraum zwischen 2010 und 2014 seitens der Beschwerdeführerin weder eine
Kontroll- noch eine Melde- und Hinweispflicht bestanden. Weil der Beschwerdeführerin
somit keine Verletzung derartiger Pflichten vorgeworfen werden kann, ist die
Erlassvoraussetzung des guten Glaubens im vorliegenden Fall erfüllt.
3.5 Die Rückforderung kann nur erlassen werden, wenn die Voraussetzungen des
gutgläubigen Bezugs und der grossen Härte kumulativ erfüllt sind. Die
Beschwerdegegnerin hat die Voraussetzung der grossen Härte nicht geprüft, da sie
den guten Glauben verneint hat. Die Sache ist daher zur Prüfung der grossen Härte an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.
4.1 Zusammenfassend ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und die Sache ist zur
Prüfung des Vorliegens der grossen Härte bezüglich die Rückforderung in Höhe von
Fr. 23'216.30 und zur anschliessenden neuen Verfügung über das Erlassgesuch an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Da die Gerichtsschreiberin verhindert ist, ist
dieses Urteil von einer mitwirkenden Versicherungsrichterin mitunterzeichnet (Art. 39
Abs. 2 VRP, sGS 951.1)
4.2 Gerichtskosten werden keine erhoben (Art. 61 lit. a ATSG).
ter
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4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Praxisgemäss ist die Rückweisung der Sache
zur ergänzenden Abklärung und neuen Beurteilung an die Verwaltung als volles
Obsiegen der Beschwerdeführerin zu werten (BGE 132 V 215 E. 6.2). Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.--
bis Fr. 15'000.--. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat im Rahmen einer
am 7. Mai 2018 erstellten Kostennote Vertretungskosten in Höhe von Fr. 1'960.25 inkl.
Barauslagen und Mehrwertsteuer geltend gemacht (act. G 13.1). Im Anschluss daran
hat das Gericht jedoch noch die IV-Akten von B._ sel. sowie fehlende EL-Akten
beigezogen und Fragen betreffend die fristgerechte Einreichung des Erlassgesuchs
gestellt. Sowohl für das Aktenstudium als auch für die entsprechenden Stellungnahmen
ist also nach Abschluss des Schriftenwechsels ein weiterer Vertretungsaufwand
entstanden. Deshalb ist der Beschwerdeführerin eine über den in der Kostennote
angegebenen Betrag hinausgehende Parteientschädigung zuzusprechen. Insgesamt
handelt es sich mit Blick auf den überdurchschnittlichen Aktenumfang, den doppelten
Schriftenwechsel und die anschliessend erfolgten Stellungnahmen um einen
durchschnittlich aufwändigen EL-Fall. Unter diesen Umständen erweist sich eine
Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
als angemessen.