Decision ID: dc6b5ccb-5342-4e4d-8a09-64d9c68ca464
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1977, war von Juli 2007 bis Juni 2013 bei der
Y._
AG als Betriebsangestellte tätig, wobei der letzte Arbeitstag am 18. April
2013 war (Urk. 7/8)
.
Unter Hinweis auf
Schmerzen sowie eine Depres
sion meldete sich
die Versicherte
am 17. Mai 2013 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
7
/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Sit
uation ab und holte bei der Z._, Universitätsspital A._
, ein
bidisziplinäres
Gutachten ein, das am 16. Oktober 2017 erstattet wurde (Urk.
7
/133).
Nach ergangenem Vorbescheid (Urk.
7
/137-138) sprach die IV-Stelle der Ver
si
cherten mit Verfügung vom 14. Mai 2018 bei einem Invaliditätsgrad von 50 % eine befristete halbe Rente von Januar 2014 bis August 2017 zu (Urk.
7
/144
). Die von der Versicherten dagegen erhobene Beschwerde (Urk. 7/150/3-13) wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 25. September 2018 im Verfahren IV.2018.00540 ab (Urk. 7/161).
1.2
Am 8. Juli 2019 meldete sich die Versicherte erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/157) und machte eine Verschlechterung geltend.
Nach durchgeführtem
Vorbe
scheid
verfahren
(Urk.
7
/
182, Urk. 7/187, Urk. 7/189, Urk. 7/192, Urk. 7/195
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
9. September 2020
einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk.
7
/
198
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
2. Oktober 2020
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfü
gung vom 9. September 2020 (Urk. 2) und beantragte sinngemäss, diese sei auf
zuheben
. D
ie IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
6. November 2020
(Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde.
Dies wurde der Beschwerdeführerin am 16. November 2020 zur Kenntnis gebracht (Urk. 8).
Mit Eingabe vom 22. Novem
ber 2020 machte die Beschwerdeführerin weitere Ausführungen (Urk. 9). Am 2.
Februar 2021 fand eine Instruktionsverhandlung statt (Urk. 11, Protokoll S. 3).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen
Invaliditätsgradesverweigert
, so wird nach Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, das
s sich der Grad der Invalidität
der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaub
haft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat dem
nach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nun
mehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und her
nach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungs
pflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesent
lichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem
Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbe
achtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
li
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu han
deln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer mate
riellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f IVV auf dem Weg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauffolgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
1.4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung
(Urk. 2)
davon aus, rheumatologisch sei weiterhin keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte Tätigkeiten dokumentiert. Psychiatrisch würden keine neuen Diagnosen gestellt. Es handle sich weiterhin um diejenigen Diagnosen, welche bereits zum Zeitpunkt des Gutachtens von 2017 versicherungsmedizinisch nicht nachvollziehbar gewesen seien. Es sei zwar zu einer vorübergehenden Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes im Juli 2019 mit stationärem Aufenthalt gekommen, es gebe jedoch keinen Hinweis auf eine dauerhafte Ver
schlechterung des psychischen Gesundheitszustandes
(S. 1 f.). Die Aufnahme von Eingliede
rungsmassnahmen sei nochmals geprüft worden. Die Anspruchs
voraussetzungen seien nicht erfüllt. Die Beschwerdeführerin sei für leichte Hilfstätigkeiten zu 100
% arbeitsfähig. Es gelte die Selbsteingliederungspflicht (S.
2).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwe
rdeführerin auf den Standpunkt
, ihre gesundheitlichen Probleme seien vor allem durch die Nacken- und Schulter
schmerzen bedingt und mittlerweile chronifiziert. Sie sei seit 2013 krankge
schrieben.
Ihre Grenze liege
bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 %
(Urk. 1)
.
Es habe sich nichts verändert seit 2013, sie habe die gleichen Beschwerden (Urk.
9).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verschlechtert hat. Die letztmalige materielle Prüfung des Rentenanspruchs fand mit dem Urteil des hiesigen Gerichts vom 25. September 2018 im Verfahren IV.2018.00540 (Urk. 7/161) ihren Ab
schluss. Zu vergleichen ist dem
nach der Sachverhalt im Zeitpunkt jene
s
Urteils
mit demjenigen im Zeitpunkt der vor
liegend angefochtenen V
erfügung (vgl. vorstehend E. 1.3
).
3.
3.1
Dem Urteil des hiesigen Gerichts vom 25. September 2018 (Urk. 7/161
) lagen
fol
gende Berichte zugrunde:
3.2
Die Ärzte des
Kantonsspitals B._
berichteten am 30. April 2012 (Urk. 7/21/9-10) über die neurologische Untersuchung der Beschwerdeführerin und führten aus, die Beschwerdeführerin
berichte
über episodisch aufgetretenes Übelkeitsgefühl ohne Begleitsymptomatik in Dauer von einer bis vier Stunden mit spontanem Sistieren nach Ausruhen. Im Zusammenhang mit unauffälligem Neurostatus käme differentialdiagnostisch am ehesten ein
Migräneequivalent
in Frage. Zuletzt sei eine somatoforme Störung bei belastender psychosozialer Situation nicht auszuschliessen.
3.3
Die Ärzte des
Zentrums C._
berichteten am 15. Dezember 201
2
(Urk.
7
/21/44-46) über die psychiatrisch-psychologische Abklärung der Beschwer
de
führerin und nannten folgende Diagnose (S. 1):
-
rezidivierende gegenwärtig mittelgradige depressive Episode mit soma
ti
schem Syndrom (ICD-10 F33.11)
Sie führten aus, die Beschwerdeführerin beklage seit August 2012, vermehrt unter einer depressiven Verstimmung, Kraftlosigkeit, Ängsten, Schreckhaftigkeit, Ner
vo
sität, Gedankenkreisen, Lust- und Interesselosigkeit, Spannungsgefühlen und Existenzängsten zu leiden (S. 1). Die Störung habe Krankheitswert. Seit dem 12. Oktober 2012 sei die Beschwerdeführerin zu 50 % arbeitsunfähig. Seit 2008 bestehe eine ambulante Psychotherapie (S. 2).
3.4
Die Ärzte des
Universitätsspitals D._
, Rheumaklinik, berichteten am 20. Dezember 2012 (Urk. 7/21/39-43) über das
Arbeitsassessment
der Beschwer
deführerin. Sie nannten folgende arbeitsrelevante Diagnosen (S. 2):
-
Zervikozephalsyndrom
rechtsbetont
-
MRI der HWS am 26. Februar 2012: mediale Diskushernie C4/5 mit lokaler Eindellung des Duralsackes und des Rückenmarkes ohne Nervenwurzelkompression
-
Lumbovertebralsyndrom
links
-
nach
lumboradikulärem
Reizsyndrom rechts im Februar 2007
-
MRI der LWS am 26. Februar 2007: kleine
mediolaterale
Diskushernie L4/5 links mit Nervenwurzelkontakt L5
Als andere Diagnosen nannten sie eine depressive Episode nach Scheidung 2008 sowie Knieschmerzen beidseits. Sie führten aus, mit dem Testverfahren könnten hoch repetitive Arm-Handeinsätze während des ganzen Tages, wie sie beim In
stru
menten verputzen und der optischen Kontrolle vorkämen, nicht beurteilt wer
de
n. Es
sei davon auszugehen, dass das arbeitsbezogene relevante Problem vor allem eine verminderte muskuläre Stabilisierung der Wirbelsäule in den Berei
chen der Lenden- und oberen Brustwirbel und eine verminderte Kraft
ausdauer beider Arme seien. Es sei bei den Tests keine Selbstlimitierung festgestellt und keine
Inkonsistenzpunkte
beobachtet worden (S. 2).
Durch die Kumulation von Beschwerden (Nacken- und Armschmerzen) im Tages
verlauf bestehe eine Leistungsminderung von 20 %. Diese könne durch Zusatz
pausen aufgefangen werden. Daraus ergebe sich eine zumutbare Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit von 80 % (S. 3). In einer angepassten ganz
tägigen leichten bis mittelschweren Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeits
fähig
keit (S. 4).
3.5
Dr. med. E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie, berichtete am 29. Januar 2013 (Urk. 7/21/38) und führte aus, er habe der Beschwerdeführerin seit zirka September 2006 einen Arbeitsstellen
wechsel empfohlen. Damals seien zum ersten Mal
Zervikalgien
basierend auf einer muskulären Dysbalance bei Überbeanspruchung aufgetreten. Die Beschwer
deführerin sei seit 2006 nur für eine kurze Zeitspanne (2-3 Tage) und einmalig vom 4. bis 30. März 2008 wegen akutem
zervikovertebralem
Syndrom
zu 100 % arbeitsunfähig gewesen.
3.6
Dr. med. F._
, Facharzt für Rheumatologie, berichtete am 10. April 2013 (Urk. 7/4/3-4 = Urk. 7/21/50-51 = Urk. 7/22/21-22) und nannte folgende Diag
nosen (S. 1):
-
reaktive Depression bei
-
schwerer psychosozialer Belastungssituation mit
-
somatoformer Schmerzkomponente
-
funktionellen Beschwerden
-
Zerviko
-Brachialsyndrom rechts bei
-
diskreten degenerativen Veränderungen im MRI
-
Periarthropathie
-Beschwerden im Bereich der rechten Schulter
-
einseitiger Arbeitsbelastung rechts
-
zerviko-spondylogenes
und
lumbo
-vertebrales Syndrom bei
-
nur diskreten degenerativen Veränderungen
-
vorerwähnter Belastungssituation
Er führte aus, für den Leidensdruck der Beschwerdeführerin seien die fassbaren somatischen Befunde im Hintergrund. Es bestehe eine grosse Diskrepanz zwi
schen dem glaubhaften ausgeprägten subjektiven Leidensdruck und den äusserst
diskreten fassbaren Befunden. Sicher bleibe aber die belastete Lebensgeschichte d
er Beschwerdeführerin geeignet, eine reaktive Depression mit begleitend soma
to
formen Beschwerden auszulösen (S. 1). Die fassbaren muskulären Verände
rung
en
paravertebral und im
Trapeziusbereich
blieben äusserst gering. Weder im Bereich der oberen noch der unteren Extremitäten bestünden Hinweise auf ein senso
mo
torisches radikuläres Ausfallmuster. In der ergänzend durchgeführten Ultra
schall
untersuchung der Schultern fehlten Hinweise für
Rotatorenman
schetten
läsionen
, für
Calcareaeinlagerungen
oder für eine subacromiale oder
subdeltoi
deale
Bursitis. Zum beschränkten Wert der fassbaren
Bewegungsapparats
be
schwerden
passe gut, dass weder Schmerzmedikamente noch Physiotherapie das Beschwer
deausmass richtig zu lindern vermöchten (S. 2).
3.7
Dr. med. G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 30. April 2013 (Urk. 7/22/19-20) und führte aus, die Beschwerdeführerin leide unter einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwere Episode (ICD-10 F33.11, ICD-10 F33.2), die auf dem Boden einer ängst
lichen Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6) liege und von intensiven Nacken- und Kopfschmerzen, welche ihre Ursachen in der Wirbelsäulenänderung hätten, belgeitet würden. Die Beschwerdeführerin stehe seit dem 26. Januar 2013 in seiner Behandlung. Sie sei niedergeschlagen, innerlich angespannt, sehr ängst
lich, leide unter starken Versagens- und Schamgefühlen sowie Zukunftsängsten. Dazu habe sie starke Konzentrationsschwierigkeiten und zeige Tendenz zum sozia
len Rückzug. Wegen der Schmerzen sei sie rasch müde, könne trotzdem nicht ruhig schlafen. Aus diesem Grund sei sie bei der Arbeit verlangsamt, mache wegen der Konzentrationsschwierigkeiten viele Fehler, werde rasch erschöpft und brauche häufig Erholungspausen. Der Zustand habe sich trotz der bisherigen Therapie nicht gebessert. Im Gegenteil zeige sich eine Tendenz zur Verschlech
te
rung, so dass die Beschwerdeführerin für eine stationäre Beh
andlung in der Reha
klinik H._
angemeldet worden sei. Die Beschwerdeführerin werde medikamen
tös und psychotherapeutisch behandelt (S. 1). Seit dem Beginn der Behandlung am 26. Januar 2013 bis zum 21. April 2013 sei die Beschwerdeführerin zu 50 % arbeitsunfähig gewesen. Seit dem 22. April 2013 bestehe eine volle Arbeitsun
fähigkeit. Es sei ungewiss, wie sich der gesundheitliche Zustand entwickeln werde. Jedoch sei zu erwarten, dass sich die Beschwerdeführerin wieder erhole und wieder eine Arbeit werde übernehmen können (S. 2).
3.8
Die Ärz
te der H._
berichteten am 30. Juli 2013 (Urk. 7/21/52-54) über den stationären Aufenthalt der Beschwerdeführerin vom 16. Juni bis 12. Juli 2013 und nannten folgende Diagnosen (S. 1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10 F33.1)
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
Kopfschmerzen
-
zervikospondylogenes
und
lumbovertebrales
Syndrom
-
Zervikobrachialsyndrom
rechts bei
-
diskreten degenerativen Veränderungen im MRI
-
Periarthropathie
-Beschwerden im Bereich der rechten Schulter
-
einseitiger Arbeitsbelastung rechts
Sie führten aus, die Beschwerdeführerin habe sich in die stationären Abläufe gut integriert und habe zu Beginn am meisten von aktiven Therapien profitiert.
Medizinischerseits
sei eine Therapie mit 5 mg Cipralex begonnen worden. Der restliche internistische Verlauf habe sich komplikationslos gestaltet (S. 2).
Neben deutlichen, wiederholten und länger anhaltenden Belastungssituationen in den Partnerschaften hätten sich deutliche Hinweise für Selbstwertstabilisierung durch Leistung, nicht ausreichende Selbstsorge mit Mühe, eigene Bedürfnisse und Grenzen wahrzunehmen und vor allem zu kommunizieren, ergeben. Ebenso hätten sich Schwierigkeiten gezeigt, Emotionen ausreichend zu regulieren. Es werde die Fortführung von Physiotherapie, Gestaltungstherapie und Psychothe
rapie im ambulanten Setting empfohlen. Es bestehe eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit bis zum 28. Juli 2013 (S. 3).
3.9
Dr. G._
berichtete am 20. Januar 2014 (Urk. 7/17) und nannte folgende Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 Ziff. 1.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10 F33.11)
-
ängstliche Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6)
-
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
-
chronifiziertes
zervikobrachiales
Syndrom bei bekannten Wirbelsäulen
änderungen
-
Kopfschmerzen
Er führte aus, beim letzten Gespräch sei die Beschwerdeführerin bewusstseinsklar,
voll orientiert, innerlich angespannt, im Antrieb vermindert, sehr ängstlich, immer
erschöpft gewesen. Im Denken sei sie sehr eingeengt und ausschliesslich mit ihren Beschwerden und der entstandenen Situation beschäftigt gewesen. Zweitweise seien Konzentrationsschwierigkeiten vorhanden gewesen. Die Prognose sei unge
wiss. Es handle sich um eine rezidivierende, langandauernde psychische Störung, die sich bis jetzt als therapieresistent erwiesen habe (S. 2 Ziff. 1.4). Die Beschwer
deführerin werde medikamentös und ps
ychotherapeutisch behandelt (S.
2 Ziff. 1.5). Seit dem Beginn der Behandlung am 26. Januar 2013 bis zum 21. April 2013 sei die Beschwerdeführerin zu 50 % arbeitsunfähig gewesen. Seit dem 22. April 2013 bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit (S. 2 Ziff. 1.6). Bei der Arbeit sei sie
psychomotorisch verlangsamt, habe keine Ausdauer, mache wegen der Konzentrationsschwierigkeiten viele Fehler, ziehe sich rasch zurück und brauche häufige Erholungspausen von unvorhergesehener Dauer. Im Moment sei die Beschwerdeführerin weder in ihrem Beruf noch in einer angepassten Tätigkeit arbeitsfähig (S. 3 Ziff. 1.7).
3.10
Med.
pract
. I._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 23. März 2014 (Urk. 7/21/6-8), nannte die bekannten Diagnosen (S. 1 Ziff. 1.1) und führte aus, die therapeutischen Bemühungen bei ihm bestünden in der Begleitung und Unterstützung der Beschwerdeführerin im Alltag und bei der
Schmerz
verarbeitung. Die Arbeitsunfähigkeit werde zurzeit aufgrund der psychia
trischen Diagnosen durch den behandelnden Psychiater festgelegt. Eine Prognose sei schwer zu stellen, es sei aber eher mit einer anhaltenden Teilarbeitsunfähigkeit zu rechnen (S. 2).
3.11
Dr. G._
berichtete erneut am 6. November 2014 (Urk. 7/34), nannte die bekannten Diagnosen (S. 1 Ziff. 1.1) und führte aus, die Beschwerdeführerin habe
die vorgeschriebenen Medikamente eingenommen und sei regelmässig zu den psy
chotherapeutischen Gesprächen gekommen. Durch die ganze Zeit sei sie in ihrer Stimmung sehr labil gewesen. Trotz der durch
geführten Therapie seien die de
pressiven Symptome vorhanden gewesen. Deswegen sei sie zur intensiveren psy
chiatrischen Behandlu
ng in die Tagesklinik K._
überwiesen worden. Nach
dem sie in etwas gebessertem Zustand entlassen worden sei, sei die ambu
lante
Behandlung bei ihm fortgesetzt worden. Sie sei jedoch weiterhin psychisch unsta
bil. In der letzten Zeit hätten sich die körperlichen Beschwerden wieder inten
siviert (S. 2 Ziff. 1.4). Die Beschwerdeführerin leide unter intensiven Schmer
zen, depressiver Verstimmung mit Beeinträchtigung der kognitiven Funk
tionen, rascher Ermüdbarkeit und der Tendenz zum sozialen Rückzug (S, 2 Ziff. 1.7).
3.12
Die Ärzte der Integrier
ten Psychiatrie K._
berichteten am 25. Novem
ber 2014 (Urk. 7/38/7-8) über die tagesklinische Behandlung der Beschwerdeführerin vom 3. April bis 3. Juli 2014 und führten aus, die Beschwer
de
führerin habe sich sehr motiviert gezeigt, sich mit der eigenen Problematik auseinanderzusetzen. Die zu Beginn zu beobachtende depressive Symptomatik habe sich im Verlauf der Behandlung schrittweise zurückbilden können, so dass sich die Beschwerdeführerin am Ende der Behandlung subjektiv als offener und ausgeglichener erlebt habe.
3.13
Dr. G._
berichtete am 5. Februar 2015 (Urk. 7/47) und führte aus, die Beschwer
deführerin könnte seiner Meinung nach für einen Spitex-Dienst umgeschult
werden. Die Beschwerdeführerin möchte selber gerne auf diesem Gebiet eine Täti
g
keit ausüben und er halte sie nach einer Umschulung für diese Aufgabe fähig. Sie könnte ab dem 1. März 2015 zwei Stunden täglich eine Beschäftigung ausüben, nach einem
weiteren Monat vier Stunden. Sie könne nur physisch leichtere Auf
gaben ausüben (S. 1). Die Intensität der körperlichen Beschwerden oszilliere sehr stark. Es sei klar, dass solche Beschwerden zeitweise nachlassen würden, aber sich wieder intensivieren könnten. Phasenweise seien diese auch sehr limitierend, was die Arbeitsfähigkeit betreffe (S. 2).
3.14
Die Ärzte der Klinik L._
berichteten am 25. Mai 2016 (Urk. 7/88) über die Hospitalisation der Beschwerdeführerin vom 17. Februar bis 24. März 2016 und nannten folgende Diagnosen (S. 1):
-
komplexe posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11)
-
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
Sie führten aus, während des Gesprächs bestünden Hinweise für
Aufmerk
sam
keits
- und Gedächtnisstörungen. Das formale Denken erscheine leicht verlang-
s
amt, kohärent, geordnet und nachvollziehbar. Affektiv sei sie sehr traurig, deprimiert und eingeschränkt schwingungsfähig. Der Antrieb sei reduziert, psycho
motorisch sei sie unauffällig. Es bestehe eine
konstriktive
Symptomatik mit Ent
fremdungserleben, Depersonalisation, Kraft- und Energielosigkeit, Kon
zentra
tions
störungen, Gefühle der inneren Leere, Lustlosigkeit und eine fehlende Zukunftsperspektive (S. 3).
Die Durchhaltefähigkeit bei der Ausführung von Aufgaben sei schwankend gewesen, teilweise seien erhebliche Beeinträchtigungen in Konzentration und Ausdauer vorgelegen. Aktuell bestehe eine mittelgradige Beeinträchtigung mit rascher Erschöpfbarkeit. Während der ganzen Zeit der stationären Behandlung habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Die störungsspezifische Thera
pie führe zu einer langsamen, aber derzeit noch nicht hinreichenden Symptom
verbesserung. Die komplexe psychiatrische Erkrankung erfordere eine zeitlich längere und intensive Therapie (S. 5). Entsprechend dem gesamten klinischen Eindruck sei die Beschwerdeführerin derzeit eingeschränkt arbeits- und leistungs
fähig. Die Beschwerdeführerin trete auf eigenen Wunsch vorzeitig in die ange
stammten häuslichen Verhältnisse aus. Die ambulante Therapie erfolge bei Dr.
G._
(S. 6).
3.15
Dr.
G._
berichtete am 6. September 2016 (Urk. 7/93), nannte die bekannten Diagnosen (S. 1 Ziff. 1.1) und führte aus, in den Gesprächen sei die Beschwerde
führerin stets depressiv, innerlich angespannt, im Antrieb reduziert und sehr ängstlich. Die ambulante Behandlung sei nach dem Klinikaufe
nthalt in der Klinik
L._
fortgesetzt worden und es sei danach auch zu einer Besserung ihres psychischen Zustandes gekommen, als sie den Kontakt zu ihrer zur Adop
tion gegebenen Tochter gefunden habe. Obwohl die psychischen Schwankungen weiterbestünden und zeitweise die Schmerzen stark seien, habe sich der Zustand in den letzten Monaten etwas stabilisiert. B
eim letzten Gespräch sei die Be
schwerdeführerin für ihre psychischen Probleme und ihre Lebenssituation zugäng
licher gewesen. Sie sei affektiv ausgeglichener und in ihrem Selbst
wert
gefühl nicht mehr so stark beeinträchtigt. Die Prognose scheine im Moment besser zu sein. Obwohl die depressiven und Angstsymptome sowie die körperlichen Beschwerden noch vorhanden seien, sei die Beschwerdeführerin motiviert, eine Umschulung zu machen und die Wiedereingliederung ins Berufsleben zu verwirk
lichen (S. 2 Ziff. 1.4). Die Beschwerdeführerin werde seit dem Austritt aus der Klinik ausschliesslich psychotherapeutisch behandelt. Wegen ihren Beschwerden sei die Beschwerdeführerin zu 75 % arbeitsunfähig (S. 2 Ziff. 1.7). In ihrem Beruf sei sie nach wie vor zu 100 % arbeitsunfähig (S. 3 Ziff. 1.7). Die Beschwerde
führerin könnte nach einer Umschulung eine angepasste Tätigkeit in einem Pen
sum von 50 % ausüben (S. 3 Ziff. 1.7 und Ziff. 1.8).
3.16
Prof. Dr. med. M._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheu
matologi
e, und med.
pract
. N._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothe
rapie, Z._
, erstatteten ihr
bidisziplinäres
Gutachten am 16. Oktober 2017 (Urk. 7/133) gestützt auf die Akten sowie die Untersuchungen der Beschwer
deführerin. Sie nannten folgende Diagnosen mit qualitativer Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 6 Ziff. 5.1.2):
-
Spondylose der Halswirbelsäule (HWS) mit ausstrahlenden Schmerzen in den Schulterbereich beidseits und in den Hinterkopf
-
ohne Hinweise für Radikulopathie
-
Spondylose im Lendenwirbelsäulen (LWS)-Bereich mit Ausstrahlung ins Gesäss links
-
ohne Hinweise für Radikulopathie
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie (S. 6 Ziff. 5.2):
-
Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung (ICD
10 Z73), Akzentuierung von Persönlichkeitszügen (emotional-instabil, dissozial)
-
Kontaktanlässe mit Bezug auf Kindheitserlebnisse (ICD-10 Z61), Verände
rungen der familiären Struktur in der Kindheit, Probleme mit Bezug auf vermutete körperliche Misshandlung
-
Kontaktanlässe mit Bezug den engeren Familienkreis (ICD-10 Z63), unge
nügende familiäre Unterstützung, Partnerschaftsprobleme
-
Kontaktanlässe mit Bezug auf bestimmte psychosoziale Umstände (ICD
10 Z64), unerwünschte Schwangerschaft und Freigabe zur Adoption
-
Kontaktanlässe mit Bezug auf das Berufsleben (ICD-10 Z56), Verlust des Arbeitsplatzes 2013 durch Kündigung
-
Status nach bilateralen
Hallux
valgus-Operationen
Sie führten aus, es bestünden aufgrund der rheumatologischen Diagnosen im Kern nachvollziehbare qualitative Belastungslimitierungen aufgrund der bekann
ten degenerativen Veränderungen der HWS und BWS. Das Ausmass der subjektiv daraus abgeleiteten Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit sei so jedoch nicht begründbar (S. 6). Bei der jetzigen klinischen Untersuchung habe man keine Hin
weise für eine aktive Radikulopathie finden können, mithin keine auslösbaren Schmerzen bei Extension und Lateralflexion des lumbosakralen Axialskeletts, ein negatives
Lasèguezeichen
und keine objektiven neurologischen Befunde. Die nega
tive Serologie spreche gegen eine entzündliche arthritische Krankheit (S. 7 oben). Die über das somatisch Erklärbare hinausgehende subjektive Beeinträch
ti
gung sei im Rahmen der psychischen Fehlverarbeitung vor dem Hintergrund der diversen psychiatrischen Diagnosen mit primär sozioökonomischen und fami
liä
ren/persönlichen Hintergründen zu interpretieren. Wie im ausführlichen psychia
trischen Fachgutachten dargelegt, könnten diese Diagnosen ihrerseits eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit nicht begründen (S. 7). Aufgrund der Aktenlage sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ab dem 22. April 2013, von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit ab dem 1. April 2015, von einer vorübergehenden 100%igen Arbeitsunfähigkeit vom 17. Februar bis 24. März 2016 (stationär), von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit ab dem 1. April 2016 und von einer vollen Arbeitsfähigkeit ab dem Datum des aktuellen Gutachtens mit gewissen quali
tati
ven Limiten aus somatischer Sicht auszugehen (S. 10). Angepasst seien leichte bis mittelschwere Tätigkeiten in wirbelsäulenadaptierten Wechselpositionen mit der Möglichkeit zum Wechseln zwischen Sitzen, Stehen und Gehen, insbesondere sei kein Heben von schweren Lasten mehr als 15 kg empfohlen. Für eine schwere Arbeit sei die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsunfähig wegen Spondylose am HWS- und BWS-Bereich (S. 11).
4.
4.1
Dr. med.
F._
, Facharzt für Rheumatologie, berichtete am 6. November 2019 (Urk. 7/175/6-7)
und nannte folgende Diagnosen (S. 1):
-
ausgeprägte generalisierte
Tendomyopathie
mit
-
grossflächigen muskulären Schmerzen und
-
den typischen Druckpunkten
-
somatoformer Schmerzkomponente
-
funktionellen Beschwerden
-
reaktive Depression bei
-
schwerer psychosozialer Belastungssituation
-
chronisches
zerviko
-brachiales Syndrom beidseits bei
-
kaum degenerativen Veränderungen im MRI der Halswirbelsäule (HWS)
-
keinen Hinweisen auf eine Radi
k
ulopathie
-
Periarthropathie
-Beschwerden im Bereich der Schultern bei
-
sonographisch altersentsprechend normalem Schulterbefund beidseits
Er führte aus,
hauptursächlich für die Beschwerden der Beschwerdeführerin bleibe wohl die belastete Lebensgeschichte mit in der Folge reaktiver Depression und somatoformen Beschwerden (S. 1). Im klinischen Untersuch bestehe eine schmerzhaft leicht eingeschränkte HWS-Rotation in Extension mehr als in Flexion nach links mehr als rechts mit ausgeprägten Bewegungs-End
phasen
schmerzen und myofaszialen Beschwerden im Bereich der autocht
h
onen Rücken- und
Trapeziusmuskulatur
.
Im Bereich der Brustwirbelsäule (BWS) bestehe eine
Druckdolenz
über Th4 mit ausstrahlenden Schmerzen sowie Rotations-End
phasenschmerzen in der Lendenwirbelsäule (LWS). Sensomotorisch bestünden keine Hinweise auf eine Radi
k
ulopathie oder eine Kompressions
neuropathie, es bestehe ein seitengleich unauffälliges Refl
e
xmuster. Im Bereich der Schultern bestünden linksbetont Abduktions- und Aussenrotations-Endphasen
schmerzen
sowie teilweise positive
Impingement
-Zeichen. Am ganzen Körper seien die Druckpunkte der generalisierten
Tendomyopathie
schmerzhaft, die Beschwerde
führerin leide gehäuft unter grossflächigen muskulären Schmerzen im Schulter- und Beckengürtel.
In der ergänzenden Sonographie der Schultern zeige sich eine normale Dicke, Dynamik und Echotextur der ganzen
Rotatorenmanschette
beid
seits, ein unauffälliger im
Sulcus
gelegener Bizeps longus beidseits ohne Luxationstendenz
und
ohne Erguss im Recessus
bicipitis
.
Zudem bestehe
kein intraartikulärer Ergu
ss und keine subacromiale Bursitis und es gebe
keine Hin
weise auf eine AC-Gelenks- oder G
lenohumeral-Gel
enks
arthrose.
Auf weitere bildgebende Verfahren im Bereich der HWS könne bewusst verzichtet werden, die letzten beiden MRI de
r
HWS hätten nur diskrete degenerative Veränderungen gezeigt, welche das Beschwerdeausmass der Beschwerdeführerin nicht erklären könnten. Therapeutisch gelte es aus rheumato
logischer Sicht unbedingt die sport
liche Aktivität der Beschwerde
führerin zu unterstützen (S. 2).
4.2
Dr. med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 27. Dezember 2019 (Urk. 7/165) und führte aus, die Beschwerdeführerin stehe seit dem 26. Januar 2013 in seiner Behandlung.
Sie leide an
eine
r
rezidivierende
n
depressive
n
Störung sowie eine
r
posttraumatische
n
Belastungsstörung, eine
r
Panikstörung und chronische
n
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren.
Die depressive Störung zeige Schwankungen, meist sei sie doch mittel
gradig, zeitweise
gehe sie in eine schwergradige Episode über.
In den letzten Monaten habe die Beschwerdeführerin versucht, eine Arbeit im Pflegebereich in einem 40%-Pensum auszuüben. Trotz guter Motivation und Anstrengungen sei es ihr manchmal kaum gelungen, diese Aufgabe zu erledigen. Es sei gleichzeitig zur Verschlechterung des psychischen Zustandes gekommen.
Die Beschwerde
führerin sei häufig in innere Spannungen geraten, die Depression habe sich ver
tieft, die Ängste seien intensiver geworden, sie sei schnell ganz erschöpft geworden. Sie sei häufig nicht imstande gewesen, mehr als zwei Stunden täglich zu arbeiten.
Da im Moment die Beschwerden extrem stark gewesen seien, habe sie notfallmässig ins Krise
ninterventionszentrum O._
aufgenommen wer
den müssen.
Die Oszillation der psychischen Beschwerden bleibe die ganze Zeit vorhanden, sie sei deswegen gar nicht imstande, eine kontinuierliche Arbeit zu verrichten. Sie habe keine Ausdauer gehabt, sei sehr rasch müde geworden, brauche häufige Erholungspausen von unvorhergesehener Dauer, habe sich auch bei der Arbeit
nicht konzentrieren können, habe häufig Fehler gemacht und sei deswegen noch mehr entmutigt und schnell suizidal gewesen (S. 1). Aufgrund des Erwähnten sei sichtbar, dass die Beschwerdeführerin sei Juli 2019 eine Ver
schlechterung ihres psychischen Zustandes zeige (S. 2).
4.3
Dr. med. P._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 10. März 2020 (Urk. 7/175/1-5)
und führte aus, die Beschwerdeführerin sei
vom
5. Juli bis 16. Juli 2019 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen (S. 1 Ziff. 1.3).
Die Beschwerdeführerin habe Schmerzen und Erschöpfung, in letzter Zeit Sehstörun
gen wie ein Schleier vor beiden Augen. Die Schmerzen seien konstant/chronisch (S. 2 Ziff. 2.2).
Die Prognose bei angepasster Tätigkeit sei eher günstig (S. 2 Ziff.
2.7). Ausser Analgetika und weitere
r
psychiatrische
r
Behandlung seien keine spezifischen Massnahmen geplant (S. 3 Ziff. 2.8).
Mittelschwere Arbeiten lägen kaum drin, Einkaufen und den Haushalt erledige die Beschwerdeführerin gestaffelt, da es sonst zu viel sei (S. 3 Ziff. 3.4).
4.4
Pract
. med. Q._
, Facharzt für Arbeitsmedizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am 27. März 2020 Stellung (Urk.
7/181 S. 6-7) und führte aus, zusammenfassend ergebe sich aus ver
siche
rungs
medizinischer Sicht kein Anhalt für eine nachhaltige dauerhafte Ver
schlechte
rung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin im Vergleich zum Zeit
punkt der Begutachtung 2017.
5.
5.1
Das Bundesgericht geht nach ständiger Rechtsprechung davon aus, dass mit dem Eintreten auf eine
erneute A
n
meldung im Sinne von Art. 87 Abs. 3 IVV in analoger
Weise wie bei einem Revisionsverfahren nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vor
zugehen ist (BGE 133 V 108 E. 5.2; vgl. beispielsweise Urteil des Bundesgerichts 8C_398/2017 vom 1. März 2018 E. 2; vgl. vorstehend E. 1.5).
Dabei gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, insbe
sondere in den persönlichen Verhältnissen der versicherten Person (BGE 133 V 545 E. 7.1), Anlass zur Rentenrevision. Dazu gehört namentlich der Gesund
heits
zustand. Dabei ist nicht die Diagnose massgebend, sondern in erster Linie der psychopathologische Befund und der Schweregrad der Symptomatik. Aus einer anderen Diagnose oder einer unter
schiedlichen Einschätzung der Arbeits
fähigkeit aus medizinischer Sicht allein kann somit nicht auf eine für den Inva
liditätsgrad erhebliche Tatsachenänderung geschlossen werden (Urteil des Bun
des
gerichts 9C_602/2016 vom 14. Dezember 2016 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen).
Auch das Hinzutreten einer neuen Diagnose stellt nicht per se einen Revisions
grund dar, weil damit das quantitative Element der (erheblichen) Gesundheitsver
schlechterung nicht zwingend ausgewiesen ist (BGE 141 V 9 E. 5.2 mit Hinwei
sen). Massgebend ist einzig, ob bzw. in welchem Ausmass – unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie – den medizinischen Akten eine Verschlechterung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit im relevanten Zeitraum entnommen werden kann (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_664/2017 vom 25. Januar 2018 E. 9 und 9C_799/2016 vom 21. März 2017 E. 5.2.1 mit weiteren Hinweisen).
5.2
Mit Urteil des hiesigen Gerichts vom September 2018 im Verfahren IV.2018.00540 (Urk. 7/167) - welches die letzte materielle Überprüfung des Rentenan
spruchs darstellt - wurde die angefochtene Verfügung vom 14. Mai 2018 (Urk. 7/144) geschützt. Gestü
tzt auf die Beurteilung der Z._
-Gutachter (vorstehend E. 3.16)
wurde davon ausgegangen, dass
die Beschwerdeführerin glaubwürdig über mechanische Schmerzen im HWS- und BWS-Bereich berichte, welche durch die bekannten degenerativen Veränderungen plausibel erklärt s
eien.
Hinweise für eine aktive Radikulopathie
seien keine gefunden worden
. Für körperlich schwere Tätigkeiten besteh
e
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Diagnosen und Be
funde, welche eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit in wirbelsäulenadaptierten Wechselpositionen ohne Heben von schweren Lasten von mehr als 15 kg
begrün
de
te
n, hätten
dagegen nicht dokumentiert werden
können. A
nlässlich der
psychiatri
schen
Begutachtung
sei
weder eine Persönlichkeits
störung noch eine chronische Schmerzstörung, hingegen eine affektive Störung im Sinne der
Dysthymia
als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnos
tiziert wo
rden.
5.3
Sowohl aus somatischer wie auch aus psychiatrischer Sicht lässt die Gegen
überstellung der bei der letzten Renten
prüfung vorhandenen mit den seither eingegangenen medizinischen Berichten auf keine wesentliche Veränderung beziehungsweise Verschlechterung des Ge
sundheitszustandes der Beschwerde
führerin schliessen. Anlässlich der seit der erneuten Anmeldung erfolgten Abklärungen wurden
insbesondere
keine neuen psychopathologischen Befunde erho
ben, die eine wesentliche Einschränkung der funktionellen Leis
tungsfähig
keit begründen könnten und nicht bereits zum Zeitpunkt der letzten Renten
prüfung bekannt gewesen wären.
So wurden nach wie vor die belastete Lebens
ge
schichte der Beschwerdeführerin mit in der Folge reaktiver Depression und somatoformen Beschwerden sowie die schmerzhaft leicht eingeschränkten HWS
, BWS- und LWS-Beschwerden, nach wie vor ohne Hinweise auf eine Radi
k
ulo
pathie oder eine Kompressionsneuropathie
,
genannt
. Auf
weitere bildgebende Verfahren
wurde bewusst verzichtet, da die letzten beid
en MRI
nur diskrete degenerative Veränderungen gezeigt
hätten
, welche das Beschwerdeausmass der Beschwerdeführerin nicht erklären könnten
(vorstehend E. 4.1). Die Prognose wurde in einer angepassten Tätigkeit als günstig beurteilt (vorstehend E. 4.3).
Bisher unberücksichtigte objektive Befunde wurden nicht erhoben und es lässt sich den medizinischen Berichten auch keine Verschlechterung der bereits bekannten Beschwerden oder Befunde entnehmen.
Zum Bericht von Dr.
G._
(vorstehend E. 4.2) bleibt anzumerken, dass die
von ihm genannten
psychiatri
schen Befunde und
gestellten
Diagnosen von der Z._
Gutachterin bereits 2017 nicht bestätigt werden konnten (vorstehend E.
3.16; Urk. 7/133/35-57 S. 19 f.). In der
bidiszip
linären
Zusammenfassung des Z._
-Gutachtens (Urk. 7/133/1-26) wurde ausdrücklich erwähnt, dass die Dokumentation der Arbeitsunfähigkeiten in den Akten sowohl diagnostisch als auch in Bezug auf die daraus resultierende Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nicht restlos schlüssig sei. Die von Dr.
G._
attestierte Arbeitsunfähigkeit beziehe sich einerseits auf somatische und anderer
seits auf psychiatrische Faktoren, wobei
die damaligen Diagnosen so aktuell nicht mehr bestätigt werden könnten (S. 10 f.
). Insbesondere wurde aufgrund eines fehlen
den traumatisierenden Ereignisses die damals gestellte Diagnose einer post
traumatischen Belastungsstörung von der Gutachterin nicht bestätigt (vgl.
Urk. 7/133/35-57 S. 20). Auch die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung wurde von der Gutachterin nicht bestätigt, vielmehr ging diese davon aus, dass die Persönlichkeitsakzentuierung reaktiv immer wieder zu affektiven Schwankungen im Sinne einer
Dysthymia
(ICD-10 F34.1) führe (S. 19). Die Stimmungsschwankungen würden jeweils kurz andauern und hätten sich immer wieder in belastenden Lebenssituationen gefunden (S. 19 f.).
Somit wurde rheumatologisch weiterhin keine Einschränkung der Arbeits
fähig
keit für eine körperlich leichte Tätigkeit dokumentiert und psychiatrisch werden keine neuen Befunde oder Diagnosen gestellt.
In den neuen medizi
nischen Berichten wird im Wesentlichen derselbe Gesundheitszustand beschrieben, wie bereits in den früheren Arztberichten.
Auch die Beschwerde
führerin selbst machte denn geltend, dass sie seit 2013 an psychischen und physischen Besc
hwerden leide (vorstehend E. 2.2
).
Eine Verschlimmerung des Zustandes liess sich nach dem Gesagten nicht dokumentieren, zumal keine neu hinzuge
kom
me
nen Beschwerden oder Pathologien feststellbar gewesen waren.
Zusammenfassend ist
somit seit der letztmaligen Renten
prüfung weder
aus psychiatrischer
noch aus somatischer
Sicht eine Verschlechterung des Gesundheitszustands im Sinne von Art. 17 ATSG eingetreten.
5.4
Der Gesundheitszustand und die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit sind nach dem Gesagten aufgrund der medizinischen Akten hinreichend abgeklärt. Von weiteren Untersuchungen wären diesbezüglich keine neuen Erkenntnisse zu erwarten. Der medizinische Sachverhalt ist dahingehend erstellt, dass d
ie
Beschwe
r
deführer
in nach wie vor
in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist.
Zusammenfassend ist somit davon auszugehen, dass es seit der letzten Renten
prüfung im
Mai 2018
beziehungsweise
September
201
8
weder zu einer wesentli
chen Veränderung der festgestellten Befunde noch zu einer wesentlichen Verän
derung der Arbeitsfähigkeit gekom
men ist. Ein Revisionsgrund ist somit zu ver
neinen, womit von einem struktu
rierten Beweisverfahren abgesehen we
rden kann (vgl. BGE 141 V 281).
Der angefochtene Entscheid ist somit rechtens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausg
ang des Ver
fahrens sind sie der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.
Das Gericht
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von Fr.
900
.-- werden
de
r
Beschwerdeführer
in
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X._
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.