Decision ID: c3285c66-0aa0-4cbc-a2c9-0da2fff5d24f
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1954, war
von 1991
bis April 2003
a
ls Maschinist in der
Bodenlegerbranche
tätig
(
Urk.
7/8,
Urk.
7/9
Ziff.
6.3.1,
Urk.
7/21
Ziff.
5-6). Ab
November 2003 war er arbeitslos gemeldet
und bezog bis zu seiner Aussteue
rung
im Oktober 2005 und erneut ab März 2007 Arbeitslosenentschädigung
(
Urk.
7/15
,
Urk.
7/59
). A
m
6.
Juni 2006
meldete sich der Versicherte
unter Hin
weis auf eine
Bandscheibenproblematik erstmals bei der Invalidenversicherung zum
Leistungs
bezug
an (
Urk.
7/9
Ziff.
7.2
)
. Mit Verfügung vom 1
9.
März
2007 (
Urk.
7/34) ver
neinte
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, bei einem Invaliditätsgrad von 18
%
einen Rentenanspruch
.
Ab September 2009 war der Versicherte im Rahmen eines
Arbeitsintegrations
projekts
in einem Pensum von 50
%
bei der
Y._ AG,
beziehungsweise der
Z._
AG, tätig
(
Urk.
7/43
Ziff.
5.4,
Urk.
7/59)
.
Seit Februar 2013 wird er von der Sozialhilfe
unterstützt (
Urk.
3/3).
1.2
Am 1
0.
Februar 2014 me
ldete sich der Versicherte unte
r Hinweis auf
Rücken
probleme
,
eine im August 2011 erfolgte Operation
am Kop
f bei
Arnold-
Chiari
-
M
alformation, einen Diabetes sowie Schwindelanfälle
erneut zum
Leistungsbe
zug
an (
Urk.
7/43
Ziff.
6.2-3). Die IV-Stelle holte
bei
der MEDAS
A._
ein polydiszipl
inäres Gutachten ein, das am 1
0.
Oktober 2014 erstattet wurde
(
Urk.
7/58).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/63-
73
)
verneinte
sie
mit Verfügung vom 1
0.
Februar 2015
eine
n
Rente
nan
spruch (
Urk.
7/78 =
Urk.
2).
2.
Der
Versicherte erhob am 1
3.
März 2015
Beschwerde gegen die Verfügung vom
1
0.
Februar 2015
(
Urk.
2) und beantragte,
diese sei aufzuheben und es sei die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm eine Invalidenrente nach Gesetz, nament
lich eine ganze Rente, zu gewähren (
Urk.
1 S. 2 oben).
Die IV-Stelle beantr
agte mit Beschwerdeantwort vom 2
9
.
April 2015
(
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
2
0.
August 2015
wurden antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S.
2 unten
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt und dem Beschwerdeführer die Besch
werdeantwort zugestellt (
Urk.
8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalid
e
n
versicherung,
IVV), so ist im
Beschwerdever
fahren
zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch re
levante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszu
standes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
ons
grund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
sprache
entscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenan
spruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
verneinte einen Rentenanspruch des
Beschwerdefüh
rers mit der Begrü
ndung,
dass sich der somatische Gesundheitszustand
seit 2007 nicht wesentlich verändert
habe und d
ie im
MEDAS-
Gutachten (neu) gestellte psych
iatrische
Diagnose
einer
mittelgradige
n
depressive
n Episode nicht zu einer
Erwerbsunfähigkeit führe.
Dass aufgrund der mittelgradigen depressiven Epi
sode
eine volle Arbeitsunfähigkeit in angepassten Tätigkeiten bestehen solle, sei nicht
nachvollziehbar.
Eine entsprechende Diagnose sei von den behandelnden Ärzten
nie gestellt worden und der
Beschwerdeführer
habe sich
bisher
auch
kei
ner Therapie unterzogen
. Abgesehen davon handle es sich bei depressiven Epi
soden definitionsgemäss um vorübergehende Leiden und damit nicht um einen
lang
dauernden
Gesundheitsschaden.
Die organische Persönlichkeits- und Ver
haltens
störung sei schliesslich lediglich als Verdachtsdiagnose gestellt
worden.
Da
der Beschwerdeführer
wie bereits 2007 als zu 100
%
arbeitsfähig
in einer ange
passten Tätigkeit beurteilt werde, sei kein neuer
Einkommensvergleich
er
stellt worden.
Der Invaliditätsg
rad liege voraussichtlich auch heute noch unter 40
%
(
Urk.
2,
Urk.
6).
2.2
Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde (
Urk.
1) demgegenüber geltend, die Beschwerdegegnerin
gehe zu Unrecht
davon aus, dass (nur) die psy
chiatrische
Diagnose zu der guta
chterlich attestierten vollen Arbeitsunfähigkeit führ
e. Darin berücksichtigt sei aber auch die hirnorganische Veränderung (S. 11
Ziff.
19). Gestützt auf das Gutachten sei eine revisionsrelevante Veränderung der tatsächlichen Verhältni
sse seit der Verfügung vom 1
9.
März
2007 klar aus
gewiesen, sowohl in psychiatrischer als auch
in
somatischer Hinsicht. Daher sei eine Anp
assung beziehungsweise
Neufestlegung des IV-Grades erforderlich. Gestützt auf das Guta
chten sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
auszuge
hen (S. 12
Ziff.
21 f.). Die Überwindbarkeitspraxis sei bei ausgewiesenen orga
nischen Leiden ni
cht anwendbar (S.
12
Ziff.
23) und d
ie
Behandelbarkeit eines psych
ischen
Leidens sage für sich allein nichts über dessen invalidisierenden Charakter (S.
13
Ziff.
24).
Abgesehen davon lass
e sich
der Gesundheitszustand
gemäss gutachterlicher Beurteilung
nicht meh
r signifikant verbessern
(S.
13
Ziff.
25). Bei
einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit
in allen Tätigkeiten resul
tiere
eine
ganze Rente
(S. 14
Ziff.
28 f.)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob
sich der Gesu
ndheitszustand und damit einher
ge
hend die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers seit Erlass der Verfügung vom
1
9.
März 2007
(
Urk.
7/34
)
anspruchsrelevant verschlechtert haben (vgl. vorste
hend E.
1.
4-5
)
.
3.
3.1
Am 2
4.
Oktober 2005 rutschte der Beschwerdeführer beim Treppensteigen aus
und
zog
sich
Prellung
en
am
Rücken
zu
(
Urk.
7/19/38
Ziff.
6,
Ziff.
9)
.
Vom
5.
April
bis 1
2.
Mai
2006 weilte er in der Rehaklinik
B._
. Gemäss
Austritts
bericht
der dortigen Ärzte vom 2
1.
Juni 2006 (
Urk.
7/14/3-10) ergab die am
4.
Mai
2006 durchgeführte Magnetresonanztomographie (MRI)
Diskusprotrusio
nen
im Be
reich L2/3 und L3/4 aber
- im Unterschied zum MRI vom 3
1.
Oktober 2005 -
keine eigentliche
Herniation
bei relativer spinaler Enge. Auf Niveau L4/5 zeigte sich eine schon bekannte partielle Blockwirbelbildung und auf Höhe L5/S1 eine degenerativ bedingte knöcherne Stenose mit möglicher
Kompromit
tierung
der Nervenwurzeln L5 und S
1.
Neurologisch fanden sich keine Hinweise auf eine
radikuläre
Reiz- oder Ausfallsymptomatik. Die psychosomatische Beur
teilung ergab ke
ine schwere psychische Störung
(S. 3 Mitte).
3.2
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Innere Medizin, bericht
ete am
5.
Juli 2006 (
Urk.
7/20/6
-8) und nannte als Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine posttraumatisch
exazerbierte
Lumboischialgie
links nach Treppensturz am 2
4.
Oktober 2005 sowie chronische Kopfschmerzen rechts, Differentialdiagnose: Cluster
Headache
(S.
1
lit
. A). Betreffend Befundlage ver
wies er auf den Austrittsbericht der Rehaklinik
B._
(S. 2
Ziff.
5). Für die bisherige Tätigkeit als Bauarbeiter erachtete
Dr.
C._
eine Arbeits
fä
hig
keit
mit
grosser
W
ahrscheinlichkeit
auch längerfristig
für nicht mehr gegeben
.
Betreffend Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit empfahl er, die neurologische
Kon
trollu
ntersuchung
vom Oktober 2006 abzuwarten (
S.
3 oben)
.
3.3
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie, berichtete am
3.
Januar 2007 (
Urk.
7/26/8-9), den Beschwerdeführer am
7.
März 2005 und am
7.
November 2006 untersucht zu haben (S. 1
lit
. D.1).
Er nannte keine Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er ein chronisches linksseitiges
lumbospondylogenes
Syn
drom nach Sturz aufs
Gesäss
am 2
4.
Oktober 2005, ein seit 2005 besteh
en
des chronisches rechtsseitiges Kopfweh bei
myofaszialem
Syndrom
zerviko-ze
phal
rechts und bekanntem Cluster-
Headache
sowie eine seit 2005 bestehende Symptomausweitung (S.
1
lit
. A).
Dr.
D._
führte aus, im neurologischen Fach
bereich bestehe derzeit auch in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Bauarbei
ter/Schaler keine Arbeitsunfähigkeit (S. 1
lit
. B).
3.
4
Gestützt auf diese Aktenlage
sowie die Stellungnahme einer Ärztin ihres regio
nalen ärztlichen Dienstes (RAD) vom 2
2.
Januar 2007 (
Urk.
7/30/3)
ging die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 1
9.
März 2007 (
Urk.
7/34) davon aus, dass der Beschwerdeführer
seine bisherige Tätigkeit als Bodenleger nicht mehr ausüben könne, ihm eine be
h
inderungsangepasste (leichte
rückensch
o
n
en
de
) Tä
tigke
i
t
indes zu 100
%
zumutbar sei
,
und ermittelte - in Anwendung der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs
und unter Gewährung ei
nes leidensbedingten Abzugs vom Invalideneinkommen von 10
%
- einen
ren
ten
ausschlies
senden
Invaliditätsgrad von 18
%
.
4.
4.1
Am
7.
Februar 2014 (
Urk.
7/42) berichtete
Dr.
C._
, in den letzten rund fünf Jahren habe sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers bedeut
sam verschlechtert. Seit mehreren Jahren leide
er
unter zunehmenden rechtssei
tigen Kopf- und Nackenschmerzen. Ab 2011 sei
en
zunehmend ein Hitzegefühl am rechten Fuss mit brennenden Schmerzen vor allem nachts und zunehmende brennende Schmerzen rechts am basalen Rippenbogen und Oberbauch aufge
treten. Die neurologischen Abklärungen hätten eine Arnold
Chiari-Malforma
tion
(Typ I) mit
Syringomyelie
und Hydrozephalus ergeben. Auch nach operati
ver Sanierung am 1
5.
Au
gust 2011 mit Erwe
i
te
ru
ngsplastik der Dura und Re
sekti
on des C1-Bogens seien die störenden
Sensationen rechtsbetont an den unteren Extremitäten und am rechten basalen Ri
ppenbogen und Oberbauch so
wie w
i
e
derholte Kopf- und Nackenschmerzen rechts verblieben. Der
Allgemein
zustand
sei leicht beeinträchtigt (S. 1 unten).
4.2
Am 1
0.
Oktober
2014
erstatteten die Ärzte der MEDAS
A._
ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
7/58). Sie
stützten sich auf die ihnen überlassenen
und zusätzlich angeforderten
Akten
(S. 2 ff.), die Angaben des Beschwerdeführers (S. 19 ff.) sowie ihre am
7.
und 1
7.
Juli, 1
4.
August und
1.
September 2014 (S. 1 Mitte) durchgeführten
internistischen
, rheumatologi
schen, psychiatrischen und neurologischen
Untersuchungen (S. 24 ff.).
Die Gutachter nannten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit (S. 28
Ziff.
1.1):
mittelgradige depr
essive
Episode mit somatischem Syndrom
(ICD-10 F32.11), bestehend
seit
spätestens dem
1.
Januar
2011
Verdacht auf
nicht näher bezeichnete organische Persönlichkeits
- und Ver
haltensstörung aufgrund
einer Krankheit, Schädigung oder Funkti
onsstörung des Gehirns (ICD-10 F07.9),
bestehend
seit spätestens
dem
1.
Januar
2011 aufgrund einer Arnold-
Chiari
-Malformation
(Typ I) mit
Syringomyelie
und Hydrozephalus, welche im Jahr
2011
diagnostiziert wurde
chronisches
zerviko
- und
lumbospondylogenes
Syndrom, bestehend
seit mehr als 20 Jahren
mit/bei
kongenitaler Blockwirbelbildung Lendenwirbelkörper (LWK)
4/5
degenerativen
Veränderung
en der mittleren und unteren
Halswirbel
säule
(HWS) und unteren Lendenwirbelsäule (LWS)
myofaszialem
Begleitsyndrom
Als Diagnosen ohne Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit nannten
die Gutachter
ein metabolisches Syndrom bei Diabetes mellitus Typ II,
Dyslipidämie
und
Adi
positas, einen substituierten Vitamin B12-Mangel, eine fehlende
Medikamen
ten
compliance
, eine als funktionelle Störung zu beurteilende sub
jektive progressive Schwäche der Beine und der rechten Hand (klinisch und elektrophysiologisch
nicht objektivierbar) sowie eine als funktionelle Störung zu interpretierende sub
jektive röhrenförmige Hypoästhesie des ganzen linken Bei
nes und der rechten Hand (S. 28
Ziff.
1.2).
In ihrer Beurteilung führten die Gutachter unter anderem
aus,
aufgrund der dege
nerativen Veränderungen im Bereich der HWS und LWS seien dem Be
schwerdeführer aus rein rheumatologischer Sicht schwere körperliche Arbeiten und damit auch die zuletzt innegehabte Tätigkeit als Bodenleger oder als
Glätter
sowie als Maschinist nicht mehr zumutbar. Körperlich leicht belastende Tätig
keiten im Sitzen seien jedoch ganztags zumutbar (S. 31 unten).
Im Rahmen der neurologischen Untersuchung
sei es - hauptsächlich wegen man
gelnder Kooperation - sehr schwierig gewesen, eine Parese an den unteren Extremitäten und/oder an der rechten Hand zu objektivieren. Es hätten sich we
der anamnestisch, klinisch noch elektrophysiologisch Anhaltspunkte für eine Läsion des zentralen oder peripheren Nervensystems, welche die subjektive Schwäche an den unteren Extremitäten erklären könnten, ergeben. Da sich neu
ro
logisch keine Defizite hätten objektivieren lassen, bestehe aus rein neuro
lo
gischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 31 unten, S. 32 oben).
Auch a
us internistischer Sicht bestünden keine Einschränkungen oder Leiden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 32 Mitte).
Das aus psychiatrischer Sicht zu erhebende mittelgradig depressive Zustandsbild habe zumindest im letzten halben Jahr die Funktionalität des Beschwerdefüh
rer
s
zusätzlich deutlich beeinträchtigt.
Das Zustandsbild erscheine insgesamt
chronifiziert
, es sei jedoch festzuhalten, dass eine adäquate Behandlung (insbe
sondere medikamentös) bislang nicht erfolgt sei (S.
32 Mitte).
Auffallend sei
die
d
eutliche Verschlechterung
des (psychischen) Gesundheitszustands
infolge Arnold-
Chiari
-Malformation, bei der es anhand der Aktenlage im Verlauf of
fenbar auch zur Ausbildung eines Hydrozephalus gekommen sei.
Die depressive
Entwicklung vermöge einen Grossteil der Symptomatik
durchaus
zu erklären; in
sgesamt hätten sich jedoch verschiedenartige Verdachtsmomente ergeben, die eine möglicherweise
komorbid
bestehende organische psychische Störung in
folge
einer Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns nahelegten. Das
vom Beschwerdeführer klin
isch gezeigte
Bild habe nicht vollumfänglich einem „rein“ depressiven
60-jährigen Mann entsprochen;
die kognitiven Auffälligkeiten wie
auch die anamnestisch berichteten Einschränkungen
hätten z
usätzlich „orga
nisch-
psychisch“ an
gemutet
, wie es klinisch wiederholt in der Folge von diffu
sen (vergleichsweise leichten und in einer Bildgebung oftmals nicht fassbaren) Hirnschädigungen - vorliegend des Hydrozephalus - zu beobachten sei
(S. 32 unten).
Der Beschwerdeführer
sei
in seiner Persönlichkeit verflacht
erschienen
; in der Folge der Operation scheine er nie sein vorheriges Funktionsniveau wie
dererlangt zu haben, auch wenn hierbei unklar bleibe, auf welche Faktore
n (De
pressivität, Schmerzen, etc.
) dies letztendlich zurückzuführen sei. Eine einge
hen
dere Testung der kognitiven Fähigkeiten sei im Rahmen der aktuellen Un
tersuchung nicht möglich gewesen, der Beschwerdeführer sei bereits an der Aufgabe gescheitert, die Monatsnamen rückwärts aufzusagen. Eine vertiefende neuropsychologische Abklärung im Rahmen der
aktuellen Begutachtung er
scheine angesichts des klinischen Zustandsbildes nicht durchführbar (S. 33 oben).
Die im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung festgehaltenen Beeinträch
tigungen der Funktionali
tät seien in den Bereichen
Durchhaltefähigkeit,
Um
stellungsfähigkeit
und Spontanaktivitäten
als schwer einzuschätzen
.
Die psy
chische
Stabilität,
die
emotionale
n
Funktionen und
die kognitive
Leistungs
fähigkeit
zeigten sich
ebenfalls deutlich beeinträchtigt.
Der Beschwerdeführer sei i
m Alltag in vielen Bereichen auf Unterstützung
seiner
Angehörigen ange
wiesen.
Aus psychiatrischer Sicht erscheine er in seiner
Funktionalität und Arbeitsfähigkeit gesamthaft
schwergradig
(100
%
)
beeinträchtigt
; es sei aktuell von keiner verwertbaren Restarbeitsfähigkeit, auch nicht in einer angepassten Tätigkeit, auszugehen
(S. 33 Mitte und
Ziff.
2.1,
S. 34
Ziff.
3.1,
S. 35
Ziff.
5.4).
Während der Beschwerdeführer von 2005 bis
Ende 2010 in einer angepassten Tätigkeit noch ga
nztags arbeitsfähig
g
e
wesen sei, müsse davon ausgegangen werden, dass sich
sein Gesundheitszustand ab dem
1.
Januar
2011 aufgrund des sich entwickelnden Hydrozephalus mit vorwiegend psychiatrischen Verände
rungen deutlic
h verschlechtert habe. Daher sei davon auszugehen, dass seit
1.
Januar
2011
für jede Tätigkeit in der freien Wirtschaft
eine Arbeitsunfähig
keit von
100
%
bestehe
(S. 34
Ziff.
3.7).
Eventuell könnte versucht werden, den Beschwerdeführer
mit Antidepressiva zu behandeln;
jedo
ch könne bei der schweren psychischen
Beeinträchtigung und der
Chronifizierung
nicht davon ausgegangen werden, dass
sich
der G
esund
heitszustand noch signifikant verbessern
werde
, auch nicht mit medizinischen Massnahmen
(S. 35
Ziff.
6).
4.3
In seiner Stellungnahme vom 2
0.
Oktober 2011 (
Urk.
7/60
S. 3 f.) führte RAD-Arzt
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Anästhesiologie, aus, gestützt auf das MEDAS-Gutachten sei eine signifikante Verschlechterung des Gesundheitszu
stands seit Januar 2011 ausgewiesen (S. 3 Mitte). Seit diesem Zeitpunkt bestehe auch für eine angepasste Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit mehr (S. 3 unten).
4.4
Am 1
3.
November 2014 führte eine
Kundenberaterin der Beschwerdegegnerin eine „Überwindbarkeitsprüfung“ durch (
Urk.
7/60 S.
4 f.). Sie führte aus, ge
samthaft gesehen bestehe gemäss Gutachten aufgrund
einer
vom behandelnden Arzt
allerdings
nie diagnostizierten und weder therapeutisch noch pharmakolo
gisch
angegangenen
mittelgradigen depressiven Episode eine volle Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten. Aus Sicht des
Rechtsan
wenders
sei dies nicht nachvollziehbar. Da der Aspekt der zumutbaren Behand
lung nicht erfüllt sei, könne der Anspruch abgewiesen werden. Dem Beschwer
deführer sei eine Schadenminderungspflicht (psychiatrische Therapie) aufzuerle
gen und bei einer allfälligen Neuanmeldung zu prüfen, ob er diese durchgeführt habe (S. 4 unten, S. 5 oben).
Dementsprechend wurde der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 1
3.
Novem
ber 2014 (
Urk.
7/61) aufgefordert, das psychiatrische Leiden mit sei
nem Haus
arzt zu besprechen und eine Therapie durchzuführen. Gleichzeitig wurde ihm mitgeteilt, dass er den vorgesehenen abschlägigen Rentenbescheid mit separater Post erhalten werde.
5.
5.1
Bei Erlass der Verfügung vom März 2007 (
Urk.
7/34)
wurde in somatischer Hin
sicht davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer
nurmehr
leichte,
rücken
schonende
Tätigkeiten ausüben kann, dies jedoch in einem vollzeitlichen Pensum (
vgl.
vorstehend E.
3.4). Ein relevantes psychiatrisches Leiden war zum damaligen Zeitpunkt nicht zu erheben (vgl. vorstehend E. 3.1).
5.2
Im Jahr 2014 wurde der Beschwerdeführer durch die Ärzte der MEDAS
A._
polydisziplinär begutachtet
(vorstehend E. 4.2)
.
Was den somatischen Gesundheitszustand
anbelangt, so ist der
Beschwerde
gegneri
n
beizupflichten, dass sich diesbezüglich im Vergleich zur 2007 erfolg
ten
Ans
p
ruchsprüfung keine wesentlichen Veränderungen ergeben. Wie
Dr.
D._
im Jahr 2007 (vorstehend E.
3.3) konnte auch der am Gutachten betei
ligte Neu
rologe keine neurologischen Defizite objektivieren und vernei
nte er eine Ein
schränkung der A
rbeits
fähigkeit
aus neurologischer Sicht. Die internis
tischen Untersuchungen ergabe
n ebenfalls kein sich auf die Arbeitsfähigkeit
auswir
ken
des Leiden.
Au
s rheumatologischer Sicht schliesslich wurde
ein dege
neratives Rückenleiden beschrieben. Eine k
örperlich leicht belastende
, sitzende (und da
mit rückenschonende) Tätigkeit
wurde aber (weiterhin) als
ganztags zu
mutbar beurteilt.
Hingegen beschrieben d
ie am
MEDAS-Gutachten
beteiligten Psychiater
eine
deut
li
che
Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands seit
dem
1.
Janu
ar 201
1.
Sie diagnostizierten neu
eine mittelgradige depressive Episode und einen Verdacht auf eine hirnorganische Beeinträchtigung
(
vgl.
Urk.
7/58
/60
oben) aufgrund einer i
m Jahr 2011 diagnostizierten
Ar
nold-Chiari-Malfor
ma
tion
mit
Syringomyelie
und Hydrozephalus
und
attestierten dem Beschwer
de
füh
rer
seit dem
1.
Januar
2011
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
für
sämt
liche
Tätig
keiten in der freien Wirtsc
haft
.
5.3
Die Beschwerdegegnerin stellte die Beweiswertigkeit
(vgl. dazu vorstehend E. 1.6
)
des von ihr eingeholten Gutachtens insofern in Frage, als sie
die aus psy
chia
trischer Sicht gezogenen Schlussfolgerungen als nicht nachvollziehbar be
zeich
nete
.
Sie nahm eine rechtliche Überprüfung vor
(
vorstehend E.
4.4)
und verneinte
das Vorliegen eines
IV-rechtlich relevanten
psychischen
Gesund
heitsschadens
und damit einer revisionsrechtlich relevanten Verschlechterung
.
Die rechtliche Übe
rprüfung der Beschwerdegegnerin
erfolgte hinsichtlich der von den Gutachtern diagnostizierten mittelgradigen depressiven Episode.
Ge
mäss b
undesgericht
licher Rechtsprechung ist
eine mittelgradige
dep
r
essive Epi
sod
e
grundsätzlich
therapeutisch
angehbar
(vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts
9C_856/2013 vom
8.
Oktober
2014 E.
5.1, 9C_122/2014 vom 1
1.
September 2014
E. 3.3 und 8C_759/2013 vom
4.
März 2014 E.
3.6.1)
, weshalb die
versi
cherte
Person
aufgrund der ihr obliegenden Schadenminderungspflicht
grund
sätzlich ver
pflichtet ist
, eine entsprechende Behandlung aufzunehmen (
vgl.
Ur
teil des
Bun
desgerichts 9C_506/2014 vom 1
0.
November
2014 E.
4.2
).
Dass die
Beschwer
de
gegnerin
dem Beschwerdeführer v
or dem Hintergrund dieser Recht
sprechung
die
bislang unterbliebene Depressionstherapie (vgl. vorstehend E. 4.2) vorhielt und der Depressivität keinen invalidisierenden Charakter zuerkannte
, ist nach
vollziehbar
.
Allerdings darf nicht ausser Acht gelassen werden, dass
die am MEDAS-Gutachten beteiligten Psychiater nebst der Depressivität auch
eine
im Zuge
einer
im Jahr 2011 diagnostizierten Arnold-
Chiari
-Malformation mit
Hydroz
e
phalus aufgetretene
komorbid
bestehende organisch-psychische Stö
rung
im Sinne einer Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns
als möglich erachteten
.
Auch wenn
die
Gutachter
eine
hirnorganische Störung letztlich nu
r als Verdachtsdiagnose nannten
,
erweist es
sich
angesichts
der Tatsache, dass die
Gutachter
die in der Untersuchung
ssituation
festgestellten
kognit
iven Auffällig
k
e
ite
n
und anamnestisch berichteten Ei
n
s
chränkungen nicht vollumfänglich einem rein depressiven Leiden zuordnen konnte
n
und
sie aufgrund
ver
schieden
artiger Verdachtsmomente
eine organisch-psychische Beteiligung
als nahelie
gend erachteten,
nicht als gerechtfertigt
,
de
n
inva
lidisierende
n
Charakter der psychischen Beeinträchtigung
alleine
unter
Ver
weis
auf
eine
ausgebliebene adäquate Depressionstherapie
zu
vernein
en
, zu
mal die Gutachter
bezweifelten
, dass sich der Gesundheitszustand
durch Gabe von Antidepressiva
signifikant verbessern
lasse
(E. 4.2 am Ende)
.
5.4
Das psychiatrische
MEDAS-
Teilgutachten
(
Urk.
7/58/45-61)
basiert auf den
Vorakten
, den Angaben des Beschwerdeführers sowie
einer eingehenden
Befun
derhebung
,
im Rahmen welcher insbesondere auch verschiedene psychologische Testverfahren
-
darunter ein Mini-ICF-Rating für Aktivitäts- und
Partizipa
tionsstörungen
bei psychischen Erkrankungen (Mini-ICF-APP)
- durchgeführt wurden
(S. 2 ff.
Ziff.
I-III)
.
In ihrer psychiatrischen Beurteilung (S. 10 ff.
Ziff.
V) legten die Gutachter
dar,
dass beim
Beschwerdeführer
schwere
Beeinträchtigun
gen in der Funktionalität - insbesondere in den Bereichen Durchhaltefähigkeit, Umstellungsfähigkei
t und Spontanaktivitäten - zu erheben
und auch seine psy
chische Stabilität, seine emotionalen Funktionen sowie seine kognitive Leis
tung
s
fähigkeit
deutlich
beeinträchtigt
seien
.
Die Gutachter gelangten zum Schluss, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verschlechtert habe und keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr bestehe, was
a
ngesichts der von ihnen beschriebenen
Befundlage
nachvollziehbar
ist
.
Einleuchtend ist auch, dass die Gutachter den Zeitpunkt der Verschlechterung auf den
1.
Januar 2011 festlegten, nachdem die Diagnose einer Arnold-
Chiari
-Malformation
mit
Syringo
myelie
und Hydrozephalus
im Jahr 2011 gestellt wurde und der Be
schwer
deführer jedenfalls ab dem Jahr 2011 zunehmend unter Beschwerden gelitten zu haben scheint, welche auf diese Erkrankung zurückzuführen waren (vgl. vorste
hend E. 4.1).
Insgesamt erfüllt das psychiatrische Teilgutachten alle praxisgemässen Kriterien (vorstehend E.
1.6) vollumfänglich, so dass darauf abzustellen ist.
Allein die Tatsache, dass sich - wie von der Beschwerde
gegnerin
geltend gemacht
(
Urk.
6)
- dem Gutachten
Anhaltspunkte für eine Symptomverdeutlichung und ein
unkooperatives
Verhalten
des Beschwerdeführers entnehmen lassen
, vermag die gutachterlichen Schlussfolgerungen nicht in Zweifel zu ziehen, nachdem sich gemäss d
en Gutachtern
jedenfalls keine
Hinweise auf ein
aggravierendes
Ver
halten oder gar eine Simulation
ergaben
(
Urk.
7/58/50 Mitte).
5.5
Zusammenfassend ist der Sachverhalt als dahingehend erstellt zu erachten, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit
Erlass der Verfügung vom
1
9.
März 2007 (
Urk.
7/34)
verschlechtert hat, indem seit Januar 2011 ein psychisches Leiden besteht, welches
ihm
die Ausübung einer Arbeitstätigkeit in der freien Wirtschaft verunmöglicht.
Bei einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten ist ein An
spruch auf eine ganze Rente ausgewiesen (vgl. vorstehend E.
1.2-3)
, dies ab
1.
August
2014, nachdem die IV-Neuanmeldung des Beschwerdeführers
(
Urk.
7/43)
am 1
2.
Februar 2014 bei der Beschwerdegegnerin einging (
Art.
28
Abs.
1 in Verbindung mit
Art.
29
Abs.
1
und 3
IVG
).
Dies führt
zur
Gutheissung
der Beschwerde.
6.
6.1
D
ie Verfahrenskosten
gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG s
in
d ermessensweise
auf
Fr.
7
00.-- festzusetzen und
ausgangsgemäss
der Beschwerdegegner
in
auf
zuer
legen.
6.2
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Nach E
in
sicht
in
die Honorarnote von
Rechtsanwalt Rainer
Deecke
vom
1.
September 2015 (
Urk.
11)
ist diese
r
für
seine
Bemühungen als
unentgeltlich
e
r
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit
Fr.
3‘475.10
(
in
klusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen. Die Entschädigung ist von der
Beschwer
degegner
in
zu bezahlen.