Decision ID: c9004773-91df-452d-a351-7372e081e426
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Februar 2013 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er gab an, er habe eine Berufslehre zum
Feinmechaniker absolviert. Zuletzt sei er arbeitslos gewesen. Am 18. März 2013
berichtete die Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen (IV-act. 10), der
Versicherte leide an einer strukturellen Epilepsie mit zwei stattgehabten dyskognitiven
Anfällen und einem fraglichen nächtlichen Anfall seit September 2011, die als sekundär
zu einer operativ versorgten Aneurysmablutung rechts frontal im Jahr 1996 qualifiziert
werde. Dem Versicherten sei eine Tätigkeit an einem Arbeitsplatz mit einem minimalen
Verletzungsrisiko uneingeschränkt zumutbar. Mit einem Vorbescheid vom 4. Juli 2013
teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass er keinen Anspruch auf berufliche
Massnahmen habe, weil er für leidensadaptierte Tätigkeiten uneingeschränkt
arbeitsfähig sei und weil die Stellensuche nicht durch gesundheitsbedingte
Einschränkungen erschwert sei (IV-act. 20). Dagegen wandte der Versicherte am 31.
Juli 2013 ein (IV-act. 24), seine gesundheitliche Situation belaste ihn psychisch stark,
weshalb er sich in einer psychiatrischen Behandlung befinde. Er sei nicht arbeitsfähig.
Der Allgemeinmediziner Dr. med. B._ berichtete am 23. August 2013 (IV-act. 26), der
Versicherte sei subjektiv müde, unkonzentriert, unsicher und ängstlich. Er befinde sich
in einer psychiatrischen Behandlung. Eine Tätigkeit ohne eine Selbst- oder
Fremdgefährdung sei ihm allerdings zumutbar. Der Psychiater Dr. med. C._ gab am
29. August 2013 an (IV-act. 27), der Versicherte leide an rezidivierenden depressiven
Episoden mit Angst respektive an schweren Konzentrationsstörungen, an einer
äusserlichen Verwahrlosung, an massiven Ängsten und an einer fehlenden
Belastbarkeit. Bis auf weiteres sei er vollständig arbeitsunfähig. Er könnte höchstens –
im Sinne einer Tagesstruktur – in einem Pensum von 30 Prozent in einer geschützten
Umgebung tätig sein. Mit einer Mitteilung vom 16. Dezember 2013 verneinte die IV-
Stelle einen Anspruch des Versicherten auf berufliche Eingliederungsmassnahmen mit
der Begründung, aktuell bestehe gemäss einer Auskunft des IV-internen regionalen
ärztlichen Dienstes (RAD) kein Eingliederungspotential; betreffend Rente werde der
Versicherte später eine Verfügung erhalten (IV-act. 34).
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A.b Am 24. April 2014 berichtete Dr. C._ (IV-act. 36), der Versicherte leide seit dem
Epilepsieanfall im Jahr 2011 an chronischen depressiven Episoden sowie an einer
zunehmenden Verwahrlosung. Er sei bleibend zu mindestens 80 Prozent
arbeitsunfähig. Schon in der Adoleszenz habe er depressive Episoden gehabt. Seit
dem geplatzten Aneurysma im Gehirn leide er an permanenten Angstzuständen. Die
Grand Mal-Anfälle hätten diese Angst verstärkt. Seit dem Jahr 2010 lebe der
Versicherte sozial komplett zurückgezogen, alleine und verwahrlost. Innerlich habe er
mit dem Leben abgeschlossen. Im Gespräch liessen die Aufmerksamkeit und die
Konzentration nach etwa 15 Minuten deutlich nach. Der Versicherte verliere sich in
Details, verliere den roten Faden, habe Gedankenabrisse und sei oft auch ideenflüchtig.
Am 19. Juni 2014 empfahl die RAD-Ärztin Dr. med. D._ die Einholung eines
psychiatrisch-neurologischen Gutachtens bei Dr. med. E._ (IV-act. 42). Dieser
erstattete das in der Folge in Auftrag gegebene Gutachten am 16. Oktober 2014 (IV-
act. 46). Er hielt fest, der Versicherte habe sich in der Untersuchung unauffällig
verhalten. Er sei äusserlich gepflegt, modisch-sportlich gekleidet, freundlich und
zugewandt gewesen. Der neurologische Befund sei unauffällig gewesen. Auch in
psychischer Hinsicht seien keine Besonderheiten aufgefallen. In den beiden
dreistündigen Untersuchungen seien keine Anzeichen von Müdigkeit, Verlangsamung
oder Erschöpfung wahrnehmbar gewesen. Eine neuropsychologische
Testuntersuchung habe keine Beeinträchtigungen der kognitiven Funktionen ergeben.
Bezüglich einzelner Parameter seien die Leistungen aber nur knapp im unauffälligen
Bereich gelegen. Während der Untersuchung seien keine Zeichen der Ermüdung oder
einer nachlassenden Leistung aufgefallen. In einem Selbstbeurteilungsbogen zur
Verlaufsuntersuchung bei Depressionen habe sich eine Punktzahl ergeben, die
mindestens einer mittelgradigen Depression entspreche. Die Ergebnisse der klinischen
Untersuchung hätten aber nicht zu den Antworten im Fragebogen gepasst. Bei der
spezifischen Exploration zu den Ergebnissen des Fragebogens habe sich
herausgestellt, dass der Versicherte das Vorhandensein von Merkmalen bejaht habe,
auch wenn dieses Merkmal nur irgendwann einmal in der Vergangenheit vorhanden
gewesen sei. Zu anderen Items des Fragebogens habe er keine oder keine gut
passenden Angaben zu konkret Erlebtem machen können. Diagnostisch leide der
Versicherte an einem Status nach einer Hirnblutung bei einem Hirnarterienaneurysma
im Jahr 1996, an einer Epilepsie, wahrscheinlich nach einer Hirnblutung im Jahr 1996,
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erstmals im Jahr 2010 diagnostiziert, mit (sekundär) generalisierten Anfällen sowie an
einem Cannabis-Abusus mit einem leichten amotivationalen Syndrom. Die von Dr.
C._ diagnostizierte depressive Störung habe nicht objektiviert werden können. In den
neurologischen Expertisen des Kantonsspitals St. Gallen fehlten Hinweise auf
entsprechende Befunde. Bei der aktuellen Untersuchung habe der Versicherte
Angaben gemacht, die nicht zu einer seit Jahren bestehenden rezidivierenden
depressiven Störung passten. Der aktuell erhobene Befund entspreche keinem
ausgeprägten depressiven Syndrom. Zudem habe Dr. C._ die Behandlung erst im
Jahr 2012 aufgenommen. Damals sei der Versicherte noch einer Erwerbstätigkeit
nachgegangen. Trotzdem habe Dr. C._ eine vollständige Arbeitsunfähigkeit seit dem
Jahr 2010 attestiert. Das überzeuge nicht. Die Epilepsie gehe mit einem gewissen
Risiko einher, dass plötzlich und unerwartet epileptische Anfälle mit einem
Bewusstseinsverlust auftreten könnten. Daher sei das Führen von Fahrzeugen und das
Arbeiten mit gefährlichen Maschinen und Anlagen oder das Arbeiten in einer
gefährlichen Umgebung nicht möglich. Ansonsten seien aber keine Einschränkungen
nachgewiesen. Die Berichte des Versicherten über Aktivitäten im Alltag und sein
Verhalten und seine Leistungen bei der Untersuchung ergäben den Nachweis, dass
umfangreiche Fähigkeiten vorhanden seien, die für eine Arbeit eingesetzt werden
könnten. Die RAD-Ärztin Dr. Frei qualifizierte das Gutachten von Dr. E._ als
überzeugend (IV-act. 47).
A.c Mit einem Vorbescheid vom 5. Februar 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten
mit, dass sie die Abweisung seines Rentenbegehrens vorsehe (IV-act. 53). Zur
Begründung führte sie an, sowohl das Validen- als auch das zumutbarerweise
erzielbare Invalideneinkommen entspreche dem statistischen Zentralwert der
Hilfsarbeiterlöhne. Der Invaliditätsgrad betrage deshalb null Prozent. Dagegen wandte
der Versicherte am 26. Februar 2015 ein (IV-act. 60–1), er sei mit dem Gutachten von
Dr. E._ nicht einverstanden. Dieser sei bei der Begutachtung überhaupt nicht auf die
psychischen Beschwerden eingegangen. Er habe das Gespräch wie ein polizeiliches
Verhör geführt und ihn, den Versicherten, dabei massiv unter Druck gesetzt. Auch Dr.
C._ sei mit dem Gutachten nicht einverstanden. Dieser hatte am 24. Februar 2015
ausgeführt (IV-act. 60–4 ff.), er sei in keiner Weise mit der Diagnosestellung und der
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. E._ einverstanden. Das Gutachten sei das
Ergebnis einer komplementären Gegenübertragung. Der Gutachter habe eine
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vorgefasste, negative Meinung gehabt und sein Augenmerk nur auf jene Punkte
gerichtet, die er habe sehen wollen. Andere Gesichtspunkte habe er übersehen. Das
Resultat sei eine selbsterfüllende Prophezeiung. Im Lebenslauf des Versicherten habe
es nach den epileptischen Anfällen einen klar erkennbaren „Knick“ gegeben. Selbst für
einen Laien sei ersichtlich, dass hier etwas nicht stimmen könne. Der Versicherte
scheine nur auf den ersten Blick unauffällig. Bei genauem Hinschauen erkenne man
aber schnell, dass das, was der Versicherte sage, und das, was in Wirklichkeit
geschehe, nicht zueinanderpasse. Der Versicherte dissimuliere und zeige deshalb nicht
die klassischen Symptome einer Depression. Jedoch sei ein klarer Leidensdruck
vorhanden. Es handle sich um eine „male depression“. Diese sei durch einen inneren
Druck gekennzeichnet, den der Betroffene aber bagatellisiere oder verleugne. Der
Versicherte leide an einer chronisch rezidivierenden depressiven Episode mit Angst,
zurzeit mittelgradiger Ausprägung, sowie an einer andauernden
Persönlichkeitsänderung nach Erkrankung. Der Umstand, dass Dr. E._ keine
psychiatrische Diagnose ausser einem Cannabis-Abusus gestellt habe, sei erstaunlich,
da der Versicherte auch für einen Laien mit seinem verwahrlosten Erscheinungsbild
und seinem Verhalten, Denken und Sprechen sehr auffällig sei. Die von Dr. E._
erwähnte Diskrepanz zwischen dem klinischen Befund und dem
Selbstbeurteilungsbogen finde ihre Erklärung in der Dissimulation des Versicherten. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. E._ sei absurd. Der Versicherte sei nur in einem
geschützten Arbeitsumfeld zu etwa 40 Prozent arbeitsfähig. Am 24. April 2015
berichtete die Pneumologin Dr. med. F._ (IV-act. 73), der Versicherte leide an einem
mittelschweren obstruktiven Schlafapnoesyndrom. Als weitere Problematik liege
sicherlich auch eine ungenügende Schlafhygiene mit einem ausserordentlich
unregelmässigen Schlaf-Wach-Rhythmus vor. Am 15. Juni 2015 berichtete die
Psychiaterin Dr. med. G._, die um eine unabhängige Zweitmeinung gebeten worden
war (IV-act. 79), der Versicherte leide an einer Anpassungsstörung und an einer
gemischten Angst- und depressiven Störung (differentialdiagnostisch: organische
depressive Störung). In seinem Gutachten habe Dr. E._ die depressiven Symptome
nicht ausreichend gewürdigt. Insbesondere habe er unberücksichtigt gelassen, dass
eine sogenannte „Männer-Depression“ vorliege. Derzeit könne für leidensadaptierte
Tätigkeiten lediglich eine Arbeitsfähigkeit von 40 Prozent attestiert werden.
Prognostisch könne eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden. Auch auf
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Dauer werde aber wohl eine Einschränkung von mindestens 20 Prozent bestehen
bleiben. Am 29. Oktober 2015 notierte die RAD-Ärztin Dr. D._ (IV-act. 81), Dr. C._
und Dr. G._ hätten keine Verschlechterung des psychischen Zustandes beschrieben.
Es handle sich also um anderslautende Beurteilungen eines unverändert gebliebenen
Sachverhaltes. Das Gutachten von Dr. E._ sei aber überzeugender. Das neu
diagnostizierte Schlafapnoesyndrom habe keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in
einer ideal leidensadaptierten Tätigkeit. Zur Sicherheit sollte aber noch ein Bericht
inklusive Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. F._ eingeholt werden. Diese gab im
November 2015 an, aus pneumologischer Sicht sei der Versicherte uneingeschränkt
arbeitsfähig (IV-act. 82). Mit einem zweiten Vorbescheid vom 2. Dezember 2015 teilte
die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie nach wie vor die Abweisung seines
Rentenbegehrens vorsehe (IV-act. 84). Mit einer Verfügung vom 4. Januar 2016 wies
sie das Rentenbegehren des Versicherten ab (IV-act. 85).
B.
B.a Am 2. Februar 2016 erhob der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer)
eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 4. Januar 2016 (act. G 1). Er beantragte
eine Überprüfung seiner Invalidität. Zur Begründung führte er an, er sei mit dem
Gutachten von Dr. E._ nicht einverstanden. In einem Zweitgutachten habe Dr. G._
lediglich eine Arbeitsfähigkeit von 40 Prozent attestiert. Der Beschwerde lag eine
Stellungnahme von Dr. C._ vom 26. Januar 2016 bei (act. G 1.2), der ausgeführt
hatte, die von Dr. G._ diagnostizierte Anpassungsstörung sei grundsätzlich falsch, da
eine solche nur für die ersten sechs Monate nach einem belastenden Ereignis
diagnostiziert werden dürfe, der Beschwerdeführer aber schon seit mehreren Jahren
mit den Folgen der epileptischen Anfälle zu kämpfen habe. Ebenfalls nicht
nachvollziehbar sei, dass Dr. G._ die Kriterien einer andauernden
Persönlichkeitsänderung als nicht erfüllt erachtet habe. Absolut falsch sei auch die
Angabe von Dr. G._, es fehlten Hinweise auf eine längere depressive Phase. Dazu
stehe auch die Diagnose einer mittelgradigen Depression völlig im Widerspruch. Die
Therapievorschläge von Dr. G._ gingen an der Sache vorbei. Zusammenfassend
müsse das Gutachten von Dr. G._ leider als „das Papier nicht wert“ bezeichnet
werden. Der Beschwerdeführer sei nach wie vor zu mindestens 70 Prozent
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arbeitsunfähig. Eine Arbeit sei höchstens halbtags in einem geschützten Rahmen
möglich.
B.b Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 14. März 2016
die Abweisung der Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie aus, das
Gutachten von Dr. E._ sei in jeder Hinsicht überzeugend. Beim Gutachten von Dr.
G._ falle auf, dass diese lediglich eine bleibende Einschränkung von 20 Prozent
attestiert habe. Zudem habe sie zum Ausdruck gebracht, dass die
psychotherapeutische Behandlung schon längst hätte Ergebnisse zeitigen oder aber
intensiviert werden müssen. Der behandelnde Psychiater Dr. C._ habe keine objektiv
feststellbaren Gesichtspunkte vorgebracht, die bei der neurologisch-psychiatrischen
Begutachtung durch Dr. E._ unberücksichtigt geblieben wären.
B.c Am 21. März 2016 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche
Prozessführung bewilligt (act. G 6).
B.d Der Beschwerdeführer verzichtete auf eine Replik (vgl. act. G 7 f.).
B.e Am 21. Februar 2018 forderte das Versicherungsgericht Dr. F._ auf anzugeben
(act. G 9), ob es dem Beschwerdeführer objektiv zumutbar wäre, die CPAP-
Atemmaske regelmässig zu benutzen, oder ob bislang nicht aktenkundige objektive
Hindernisse eine solche regelmässige Benutzung der CPAP-Atemmaske
verunmöglichten. Am 26. Februar 2018 antwortete Dr. F._ (act. G 11), die CPAP-
Therapie sei grundsätzlich eine einfache und zumutbare Massnahme. Die Therapie sei
effektiv. Die Akzeptanz sei bei den Patienten aber unterschiedlich. Bei einer
Angststörung sei eine Therapie mittels einer CPAP-Maske nicht immer einfach, denn
die Patienten könnten Erstickungsgefühle entwickeln. Vorliegend sei die Schlafapnoe
allerdings nicht schwer ausgeprägt, weshalb sie auch unbehandelt keinerlei
Arbeitsunfähigkeit begründen könne.
B.f Am 21. Februar 2018 hatte das Versicherungsgericht auch Dr. E._ aufgefordert
(act. G 10), Stellung zur Kritik von Dr. C._ und zum Gutachten von Dr. G._ zu
nehmen. Am 26. Februar 2018 antwortete Dr. E._ (act. G 12), die Stellungnahmen
von Dr. C._ und das Gutachten von Dr. G._ wiesen schwerwiegende Mängel in
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Bezug auf die Vollständigkeit, die Plausibilität und die Nachvollziehbarkeit auf. Die
Stellungnahmen von Dr. C._ enthielten keine Hinweise auf konkrete Befunde, anhand
derer auf konkrete Funktionsbeeinträchtigungen geschlossen werden könnte. Eine
Arbeitsfähigkeitsschätzung lasse sich damit nicht begründen. Die Kritik am Gutachten
von ihm, Dr. E._, sei nicht überzeugend begründet; sie ziele ad personam und
enthalte keine relevanten sachlichen Argumente. Zudem habe Dr. C._ das Gutachten
fehlinterpretiert, denn er, Dr. E._, habe sich gar nicht zur Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers geäussert und folglich entgegen der Ansicht von Dr. C._ keine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestiert. Auch das Gutachten von Dr. G._ sei
unvollständig, denn diese habe eine Substanzabstinenz empfohlen und damit offenbar
die Selbstangaben des Beschwerdeführers zum Suchtmittelkonsum angezweifelt, aber
diesbezüglich keine objektiven Befunde erhoben. Die Angaben von Dr. G._ zu den
angeblichen kognitiven Defiziten des Beschwerdeführers seien vage und sie stünden
im Widerspruch zur Tatsache, dass er, Dr. E._, keine solchen Defizite habe
objektivieren können. Die Diagnosestellung im Gutachten von Dr. G._ sei
widersprüchlich. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung sei nicht nachvollziehbar, da das
Gutachten von Dr. G._ keine Hinweise auf objektive Befunde und entsprechende
Funktionsbeeinträchtigungen enthalte, anhand derer die Arbeitsfähigkeitsschätzung
nachvollzogen werden könnte. Gesamthaft sehe er, Dr. E._, keine Veranlassung,
seine in seinem Gutachten enthaltene Einschätzung zu revidieren.
B.g Die Beschwerdegegnerin nahm keine Stellung zu den neuen Akten. Der
Beschwerdeführer liess am 16. März 2018 geltend machen (act. G 16), er könne nicht
einmal mehr die Konzentration aufbringen, die für das Verfassen eines Briefes nötig sei.
Deshalb habe er Unterstützung für die Stellungnahme zu den neuen Akten benötigt. Er
leide aber nicht nur an einer Hoffnungslosigkeit und an einer Deprimiertheit, sondern
auch an schwerwiegenden körperlichen Gesundheitsbeeinträchtigungen, namentlich
an einer Atemnot, die einen chronischen Schlafentzug zur Folge habe, an einer starken
Einschränkung der Bewegungsfähigkeit seiner Schulter und im unteren Rücken, an
Zahn- und Kieferbeschwerden und an Nebenwirkungen der starken Schmerztabletten,
der Antidepressiva und der Epilepsiehemmer, die er einnehmen müsse. Bei Dr. E._
habe er sich wie in einem Verhör gefühlt. Er habe die Fragen etwas zu optimistisch
beantwortet, um sich nicht rechtfertigen zu müssen, nicht die Nerven zu verlieren und
möglichst schnell aus dem Termin „rauskommen“ zu können. Es treffe allerdings zu,
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dass er nach wie vor regelmässig Cannabis konsumiere. Am 7. März 2018 hatte Dr.
C._ festgehalten (act. G 16.1), der Verlauf sei seit Oktober 2014 sehr labil gewesen.
Gesamthaft habe sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers deutlich
verschlechtert. Der Beschwerdeführer leide an einem mittelgradigen depressiven
Zustandsbild bei rezidivierenden depressiven Episoden und an einer andauernden
Persönlichkeitsänderung nach jahrelangen depressiven Phasen, nach einer Hirnblutung
und nach epileptischen Anfällen. Beim Studium der Stellungnahme von Dr. E._ sei
aufgefallen, dass dieser keine neuen Argumente angeführt, sondern lediglich sein altes
Gutachten verteidigt habe. Die Punkte, die er genannt habe, seien „oft unklar und auch
sogar falsch“. Der Beschwerdeführer sei jedenfalls nur noch zu höchstens 40 Prozent
im geschützten Rahmen arbeitsfähig.
B.h Am 23. Mai 2018 gab das Versicherungsgericht dem Beschwerdeführer die
Gelegenheit, allfällige ihm selbst angefallene Kosten für das Parteigutachten von Dr.
G._ und für die zwei ausführlichen Stellungnahmen von Dr. C._ zu den Gutachten
der Dres. G._ und E._ geltend zu machen und zu belegen (act. G 18). Der
Beschwerdeführer teilte am 7. Juni 2018 mit (act. G 19), dass das Gutachten von Dr.
G._ 2’250 Franken gekostet habe und dass die sozialen Dienste der Stadt H._
davon 250 Franken übernommen hätten, sodass er selbst 2’000 Franken für das
Parteigutachten bezahlt habe (vgl. act. G 19.1 und G 19.2). Von Dr. C._ habe er
bislang noch keine Rechnung erhalten. Am 5. September 2018 teilte der
Beschwerdeführer dem Versicherungsgericht telefonisch mit, dass ihm für die
Stellungnahmen von Dr. C._ keine Kosten angefallen seien (act. G 23).

Erwägungen
1.
Eine versicherte Person hat gemäss dem Art. 28 Abs. 1 IVG einen Anspruch auf eine
Rente der Invalidenversicherung, wenn ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wiederhergestellt, erhalten oder verbessert werden kann,
wenn sie während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und wenn sie nach dem Ablauf
dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist. Für die Bemessung der Invalidität
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wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu
jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben
wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG).
2.
2.1 Der Beschwerdeführer hat eine Ausbildung zum Feinmechaniker und zum
technischen Kaufmann (letztere allerdings ohne eidgenössisches Fähigkeitszeugnis)
absolviert. Nach dem Abschluss der Ausbildung zum Feinmechaniker hat er
mehrheitlich im entsprechenden Berufsfeld gearbeitet und auch Weiterbildungen in
jenem Bereich absolviert. Zuletzt ist er zwar im Software-Bereich selbständig
erwerbstätig gewesen, aber dabei könnte es sich bereits um einen Versuch eines
Wechsels in eine leidensadaptierte Tätigkeit nach der Hirnblutung im Jahr 1996
gehandelt haben. Jedenfalls könnte der Beschwerdeführer angesichts seiner
Fähigkeiten und Fertigkeiten im Bereich der Feinmechanik als Gesunder weiterhin
einen entsprechenden Beruf ausüben, weshalb seine Erwerbsmöglichkeiten jenen
eines ausgebildeten Fein- beziehungsweise Polymechanikers mit mehreren Jahren
Berufserfahrung entsprechen. Als Valideneinkommen ist folglich der statistische
Zentralwert der Polymechanikerlöhne zu berücksichtigen. Dieser hat gemäss den
Ergebnissen der Schweizer Lohnstrukturerhebung für das Jahr 2012 monatlich 5’674
Franken (bei einer standardisierten Arbeitszeit von 40 Stunden pro Woche) betragen,
wenn das Kompetenzniveau 2 berücksichtigt wird. Dieses Niveau entspricht
definitionsgemäss praktischen Tätigkeiten wie etwa der Bedienung von Maschinen.
Das Niveau 3 würde dagegen komplexe praktische Tätigkeiten beinhalten, die ein
grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen. Für entsprechende Fähigkeiten
des Beschwerdeführers fehlt in den Akten aber ein Hinweis. Unter Berücksichtigung
der betriebsüblichen statistischen Arbeitszeit von 41,5 Stunden pro Woche im Jahr
2016 (Branchen 24–25) und der Nominallohnentwicklung in den Jahren 2012–2016
(Nominallohnindex der Männer, Branchen 10–33, Basis 2010) entspricht der oben
erwähnte Monatslohn einem massgebenden Jahreslohn von 72’660 Franken. Dieser
Betrag ist als Valideneinkommen zu berücksichtigen.
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2.2 Bei der Bestimmung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens
kommt der medizinischen Arbeitsfähigkeitsschätzung eine massgebende Bedeutung
zu. Aus den Akten geht übereinstimmend hervor, dass der Beschwerdeführer aus
somatischer Sicht für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten uneingeschränkt arbeitsfähig
ist: Weder der Status nach einer Hirnblutung und mehreren epileptischen Anfällen noch
das obstruktive Schlafapnoesyndrom bewirken eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
für eine leidensangepasste Tätigkeit. Der Beschwerdeführer darf allerdings wegen der
Gefahr eines weiteren epileptischen Anfalls keine schweren Maschinen mehr bedienen
und nicht mehr in gefährlichen Umgebungen arbeiten. An einem Arbeitsplatz, bei dem
keine Gefahr einer Selbst- oder Fremdgefährdung besteht, ist der Beschwerdeführer
dagegen aus somatischer Sicht voll arbeitsfähig. Auch als Fein- beziehungsweise
Polymechaniker dürfte er auf dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt eine
Arbeitsstelle finden, die diesen Anforderungen entspricht. In psychiatrischer Hinsicht
liegt eine widersprüchliche Aktenlage vor: Der behandelnde Psychiater Dr. C._ hat
den Beschwerdeführer wegen einer depressiven Störung als praktisch vollständig
arbeitsunfähig qualifiziert; die consiliarisch beigezogene Psychiaterin Dr. G._ hat eine
Anpassungsstörung und eine gemischte Angst- und depressive Störung diagnostiziert
und eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 40 Prozent – allerdings mit der Möglichkeit einer
Steigerung auf bis zu 80 Prozent – attestiert; der Sachverständige Dr. E._ hat
lediglich einen Cannabis-Abusus mit einem leichten amotivationalen Syndrom
diagnostiziert und eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
attestiert. Von diesen drei Fachärzten hat nur der Sachverständige Dr. E._
neuropsychologische Tests zur Messung der neurokognitiven Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführers durchgeführt. Die Resultate dieser Tests sind weitgehend
unauffällig gewesen, was bedeutet, dass der Beschwerdeführer an keiner relevanten
Einschränkung bezüglich seiner kognitiven Fähigkeiten gelitten hat. Damit
übereinstimmend hat Dr. E._ während zwei je dreistündigen Untersuchungen objektiv
klinisch keine wesentlichen Beeinträchtigungen festgestellt. Namentlich ist der
Beschwerdeführer in der Lage gewesen, seine Konzentration und seine
Aufmerksamkeit über die gesamte Untersuchungsdauer hinweg aufrecht zu erhalten.
Damit ist die Behauptung von Dr. C._, die Konzentration und die Aufmerksamkeit des
Beschwerdeführers nähmen jeweils bereits nach 15 Minuten deutlich ab, widerlegt,
denn Dr. C._ hat seine Behauptung nicht mittels entsprechenden Testresultaten
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untermauern können. Auch die von Dr. C._ angegebene zunehmende Verwahrlosung
hat nicht objektiviert werden können, denn sowohl Dr. E._ als auch Dr. G._ haben
den Beschwerdeführer als gepflegt und äusserlich unauffällig beschrieben. Das
Argument von Dr. C._, der Beschwerdeführer habe sich bei den Untersuchungen im
besten Licht präsentieren wollen, da er im Rahmen seiner „Männer-Depression“ zu
einer Dissimulation neige, überzeugt nicht. Eine entsprechende Dissimulationsneigung
müsste nämlich auch gegenüber Dr. C._ bestehen, weshalb sich der
Beschwerdeführer ihm gegenüber ebenfalls nicht als offensichtlich verwahrlost
präsentiert hätte. Zudem hätte eine Verwahrlosung im von Dr. C._ beschriebenen
Ausmass wohl kaum dermassen überspielt werden können, dass sie den beiden
erfahrenen psychiatrischen Sachverständigen Dres. E._ und G._ nicht aufgefallen
wäre. Ohnehin hätte der Beschwerdeführer Dr. E._ aber nicht während insgesamt
sechs Stunden einen vom tatsächlichen psychischen Gesundheitszustand wesentlich
abweichenden Zustand (im Sinne einer Dissimulation) vorspielen können. Auch die
neuropsychologischen Testergebnisse können nicht durch eine Dissimulation
verfälscht worden sein, denn vorgespielt werden kann nur ein schlechteres, aber kein
besseres als das tatsächlich vorhandene Leistungsniveau. Die Berichte und
Stellungnahmen von Dr. C._ lassen offensichtlich die notwendige Objektivität
vermissen, was ihren Beweiswert erheblich schmälert und sie zum Vorneherein als
nicht überzeugend erscheinen lässt. Der Consiliarbericht von Dr. G._ erscheint
dagegen zwar auf den ersten Blick als erheblich objektiver. Aber auch in diesem
Bericht fehlt eine überzeugende Begründung für das Attest einer weitgehend
aufgehobenen Arbeitsfähigkeit. Weder die Diagnose noch die von Dr. G._
beschriebenen objektiven klinischen Befunde können eine Arbeitsunfähigkeit von 60
Prozent erklären. Die Diagnose einer gemischten Angst- und depressiven Störung setzt
nämlich voraus, dass sowohl die Angst- als auch die depressive Störung nicht
genügend ausgeprägt vorhanden sind, um als eine (jeweils) eigenständige Störung
diagnostiziert werden zu können (vgl. ICD-10 F 41.2). Die Psychiaterin Dr. G._ hat
allerdings nicht einmal eine eigenständige Angst- und depressive Störung
diagnostiziert, sondern diese Störung nur im Zusammenhang mit einer
Anpassungsstörung (vgl. ICD-10 F 43.2) genannt und auch nur den entsprechenden
ICD-10-Code angeführt. Diese Diagnose, die sich gemäss ICD-10 F 43.2 nur durch
eine gemischte Angst- und depressive Reaktion während eines Anpassungsprozesses
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nach einem belastenden Lebensereignis auszeichnet, kann wohl keine länger
anhaltende Arbeitsunfähigkeit von 60 Prozent rechtfertigen. Auch die von Dr. G._
beschriebenen objektiven klinischen Befunde können die erhebliche Arbeitsunfähigkeit
nicht erklären, denn Dr. G._ hat keine wesentlichen Befunde genannt, die Dr. E._
übersehen hätte. Auch hat sie keine neuropsychologische Testuntersuchung
durchgeführt, die das von ihr behauptete tiefe Funktionsniveau des Beschwerdeführers
hätte belegen können. Ihre Ausführungen zur Dissimulation vermögen das von Dr.
E._ ausführlich beschriebene und belegte unauffällige Funktionsniveau des
Beschwerdeführers in der klinischen Untersuchung und in der neuropsychologischen
Testuntersuchung nicht zu widerlegen. Im Gegensatz zum Consiliarbericht von Dr.
G._ und zu den Berichten und Stellungnahmen von Dr. C._ zeichnet sich das
Gutachten von Dr. E._ durch eine ausführliche Schilderung der objektiven klinischen
Befunde, durch eine Testung des kognitiven Leistungsniveaus mittels
neuropsychologischer Tests und durch eine eingehende Auseinandersetzung mit
Diskrepanzen aus. So hat Dr. E._ nicht nur überzeugend begründet dargelegt,
weshalb er die von Dr. C._ gestellte Diagnose und dessen
Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht bestätigen könne, sondern er hat sich auch eingehend
mit dem auffälligen Resultat eines Depressionsfragebogens auseinandergesetzt (was
Dr. C._ offenbar überlesen hat). Mittels gezielter Nachfragen hat er den Grund für die
Diskrepanz zwischen dem Resultat des Fragebogens und den von ihm erhobenen
objektiven klinischen Befunden ermitteln können: Der Beschwerdeführer hatte wegen
eines Missverständnisses ungenaue Angaben im Fragebogen gemacht. Im Gutachten
von Dr. E._ findet sich kein Anhaltspunkt für eine Voreingenommenheit oder für die
von Dr. C._ behauptete komplementäre Gegenübertragung. Der Sachverständige Dr.
E._ hat sämtliche Angaben in den Akten, die subjektiven Angaben des
Beschwerdeführers, die neuropsychologischen Testergebnisse und die von ihm
sorgfältig erhobenen objektiven klinischen Befunde gewürdigt und daraus mit einer
überzeugenden Begründung eine Diagnosestellung und eine
Arbeitsfähigkeitsschätzung abgeleitet. In seiner ausführlichen und für einen
medizinischen Laien gut nachvollziehbaren Stellungnahme vom 26. Februar 2018 hat
Dr. E._ sodann mit einer überzeugenden Begründung aufgezeigt, weshalb die von
seiner Diagnosestellung und seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung abweichenden
Diagnosen und Arbeitsfähigkeitsschätzungen von Dr. G._ und Dr. C._ aus
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medizinischer Sicht nicht zu überzeugen vermögen. Zusammenfassend findet sich
weder im Gutachten von Dr. E._ selbst noch in den übrigen medizinischen Akten ein
Hinweis, der Zweifel an der Überzeugungskraft des Gutachtens wecken würde.
Gestützt auf dieses Gutachten ist deshalb von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten auszugehen.
2.3 Da der Beschwerdeführer seinen erlernten Beruf trotz der Gefahr einer Selbst- oder
Fremdschädigung an einem adaptierten Arbeitsplatz weiter ausüben kann, entspricht
der Ausgangswert des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens dem
Valideneinkommen, weshalb der Invaliditätsgrad mittels eines sogenannten
Prozentvergleichs berechnet werden kann: Er entspricht dem Arbeitsunfähigkeitsgrad
und einem allfälligen Tabellenlohnabzug. Obwohl der Beschwerdeführer schon lange
keinen epileptischen Anfall mehr gehabt hat, steht das Risiko eines erneuten Anfalls
weiterhin im Raum. Ein strikt betriebswirtschaftlich-ökonomisch denkender Arbeitgeber
wird dieses Risiko bei der Festsetzung des Lohnes einkalkulieren müssen, da ein
allfälliger unerwarteter Epilepsieanfall des Beschwerdeführers zusätzliche Lohnkosten
(z.B. krankheitsbedingte Absenz vom Arbeitsplatz) und indirekte Kosten (z.B.
Unterbruch einer Produktionsreihe, bis ein Ersatz gefunden ist) zur Folge haben dürfte.
Das rechtfertigt praxisgemäss einen Tabellenlohnabzug von zehn Prozent. Bei einer
uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit entspricht der Invaliditätsgrad diesem
Tabellenlohnabzug, das heisst er beläuft sich auf zehn Prozent. Selbst wenn man
annehmen würde, dass der Beschwerdeführer seinen erlernten Beruf als Fein-
beziehungsweise Polymechaniker nicht mehr ausüben könnte und dass er als
technischer Kaufmann ohne ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis und nach der
langen Zeit, in der er nicht als Kaufmann gearbeitet (und damit den Anschluss an den
Beruf verloren) hat, keine Arbeitsstelle finden würde, wäre er nicht in einem
rentenbegründenden Ausmass invalid. Der Ausgangswert des zumutbarerweise
erzielbaren Invalideneinkommens würde bei diesen Annahmen nämlich dem
statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne entsprechen. Dieser hat sich im Jahr
2016 auf 54’517 Franken belaufen (vgl. Anh. 2 der von der Informationsstelle AHV/IV
herausgegebenen Textausgabe des IVG). Unter Berücksichtigung eines
Tabellenlohnabzuges von zehn Prozent und einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit
würde sich das zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen folglich auf 49’065
Franken belaufen. Im Vergleich zum Valideneinkommen von 72’660 Franken ergäbe
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sich ein Invaliditätsgrad von 32,47 bzw. 32 Prozent. Im Ergebnis erweist sich die
Abweisung des Rentenbegehrens folglich als rechtmässig.
3.
Zu beantworten bleibt die Frage, wie die Kosten für das Parteigutachten und für die
vom Versicherungsgericht durchgeführten Abklärungen zu verlegen sind. Letztere sind
gemäss dem sogenannten Verursacherprinzip der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen,
denn sie sind nur deshalb notwendig gewesen, weil die Beschwerdegegnerin ihre
Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) nicht vollständig erfüllt hat. Die
Aktenwürdigung ihres RAD-Arztes ist nämlich zu knapp ausgefallen und hat keine
Begründung enthalten, die es einem medizinischen Laien erlaubt hätte, ohne Weiteres
zu erkennen, welche der medizinischen Stellungnahmen (von Dr. C._, von Dr. E._
und von Dr. G._) überwiegend wahrscheinlich richtig gewesen ist. Über die Kosten
des Parteigutachtens kann dagegen in diesem Verfahren nicht entschieden werden,
denn da es im Verwaltungsverfahren eingereicht worden ist, kann nur die
Beschwerdegegnerin über die Verlegung der entsprechenden Kosten verfügen. Soweit
ersichtlich, hat sie das bislang noch nicht getan. Sie ist deshalb gerichtlich anzuweisen,
über die Verlegung der Kosten des Parteigutachtens zu verfügen. Im Sinne eines obiter
dictum ist auf Folgendes hinzuweisen: Rechtsprechungsgemäss hat ein
Versicherungsträger die Kosten einer nicht von ihm angeordneten
Abklärungsmassnahme gestützt auf den Art. 45 Abs. 1 ATSG zu tragen, wenn diese
Massnahme für die Beurteilung des Anspruchs „unerlässlich“ gewesen ist (vgl. dazu
etwa UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, Art. 45 N 18 ff., mit Hinweisen).
Die Abklärung muss zwar nicht zwingend neue, von den bisherigen Resultaten
abweichende Ergebnisse zur Folge haben, damit ihre Kosten auf den
Versicherungsträger überwälzt werden können, sondern es soll bereits genügen, wenn
die so gewonnenen Ergebnisse für die Abklärung „verwendbar“ sind (vgl. KIESER,
a.a.O., Art. 45 N 20, mit Hinweis). Diese weite Auslegung des im Art. 45 Abs. 1 ATSG
verwendeten Begriffs „unerlässlich“ führt in der Praxis dazu, dass die Kosten für ein
Parteigutachten regelmässig dem Versicherungsträger auferlegt werden können. Das
dürfte zwar im Ergebnis richtig sein, aber die Begründung dafür vermag nicht zu
überzeugen, denn wenn man tatsächlich am Mehrwert eines Parteigutachtens für die
Sachverhaltsabklärung anknüpfen will, dann kann eine Kostenüberwälzung auf den
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Versicherungsträger nur dort gerechtfertigt sein, wo ein Parteigutachten einen
wesentlichen Erkenntnisgewinn verschafft. Das dürfte vorliegend nicht der Fall
gewesen sein, weil das Gutachten von Dr. E._ eine überzeugende
Arbeitsfähigkeitsschätzung enthalten hat, sodass von weiteren psychiatrischen
Abklärungen kein relevanter Erkenntnisgewinn hat erwartet werden können. Der
Beschwerdeführer hat allerdings ein verfassungsmässiges Recht auf ein faires
Verfahren und damit auch auf eine Waffengleichheit (vgl. Art. 29 BV; Art. 6 Abs. 1
EMRK). Er muss also im Verwaltungs- und im Gerichtsverfahren unabhängig von
seinen finanziellen Mitteln die Möglichkeit haben, mit gleich langen Spiessen wie die
„Gegenpartei“ kämpfen zu können. Dieses Verteidigungsrecht muss die Möglichkeit zur
Einholung eines Parteigutachtens als Gegenpol zu einem Administrativgutachten
einschliessen. Die Durchsetzung dieses Anspruchs ist aber in aller Regel nur
gewährleistet, wenn die versicherte Person die Kosten eines Parteigutachtens nicht
selbst tragen muss, denn ein entsprechendes Kostenrisiko dürfte eine versicherte
Person in vielen Fällen von der Einholung eines Parteigutachtens abhalten. Eine
Kostenüberwälzung muss also unabhängig vom erwarteten Erkenntnisgewinn
gewährleistet sein. Etwas anderes kann nur dann gelten, wenn die Einholung eines
Parteigutachtens zum Vorneherein als aussichtslos qualifiziert werden muss. Bleibt die
Frage zu beantworten, auf wen die Kosten zu überwälzen sind. Das kann im
Verwaltungsverfahren nur der Versicherungsträger sein, da abgesehen von diesem und
der versicherten Person in aller Regel gar niemand am Verfahren beteiligt ist und da der
Art. 45 ATSG eine generelle Kostenpflicht des Versicherungsträgers für sämtliche
Abklärungsmassnahmen im Verwaltungsverfahren vorsieht, was bedeutet, dass der
Versicherungsträger wohl auch die Kosten jener Abklärungsmassnahmen bezahlen
muss, die zur Wahrung der Waffengleichheit erforderlich sind.
4.
Da der Beschwerdeführer im Hauptpunkt unterliegt, müssten die Gerichtskosten von
600 Franken an sich ihm auferlegt werden. Zufolge der Bewilligung der unentgeltlichen
Prozessführung ist er aber von der Pflicht zur Bezahlung der Gerichtskosten zu
befreien. Sollten es seine wirtschaftlichen Verhältnisse dereinst gestatten, wird er zur
Nachzahlung der Gerichtskosten verpflichtet werden können (Art. 99 Abs. 2 VRP i.V.m.
Art. 123 ZPO).
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