Decision ID: 802e26d2-820a-4889-8005-8e0545463fb1
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1958
,
meldete
sich
am 19. Juli 2019
beim Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV)
Winterthur
zur
Arbeitsvermittlung an (Urk.
7
/256
) und stellte am
26. August 2019
einen Antrag auf Ausrichtung von Arbe
itslosenentschädigung
ab 1. August 2019
(
Urk. 7/182-185
).
Mit
Verfügung vom
5. August 2020 (Urk. 7/60-62)
verneinte die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich (nachfolgend: Kasse) einen Anspruch des Versicherten auf Arbeitslosen
ent
schädigung ab
11. August 2019
mit der Begründung, er habe die Mindes
t
beitragszeit
nicht erfüllt und es sei auch kein Grund für eine Befreiung von
der
Beitragszeit
ersichtlich
. Die vom der Versicherten dagegen am
3. September 2020 erhobene (Urk. 7/41
)
und am 7. Januar 2021 ergänzte (Urk. 7/14-15) Einsprache
wies die Kasse mit
Einspracheentscheid
vom 25. Januar 2021 (Urk. 7/9-13
= Urk.
2)
ab.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
25. Januar 2021 (Urk. 2) erhob der Ver
si
cherte am
25. Februar 2021
Beschwerde und beantragte, dieser sei aufzuheben, und es sei der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung infolge genügender Bei
tragszeit anzuerkennen (Urk. 1 S. 2 oben).
Mit Beschwerdeantwort vom
22. März 2021 (Urk. 6)
schloss die Kasse auf Abweisung der Beschwerde
. Dies wurde
dem Besch
werdeführer am 6. April 2021 zur Kenntnis gebracht (Urk. 9
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 9 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die obligatorische Arbeitslosenver
sicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) gelten - soweit das Gesetz nichts
anderes vorsieht - für den Leistungsbezug und für die Beitragszeit zwei
jährige Rahmenfristen. Die Rahmenfrist für den Leistungsbezug beginnt mit dem ersten Tag, für den sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind (Art. 9 Abs. 2 AVIG), und die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor diesem Tag (Art. 9 Abs. 3 AVIG).
Ist die Rahmenfrist für den Leistungsbezug abgelaufen und beansprucht der Versicherte wieder Arbeitslosenentschädigung, so gelt
en, sofern das Gesetz
nichts anderes vorsieht, erneut zweijährige Rahmenfristen für den Leistungsbezug und die Beitragszeit (Abs. 4).
1.2
Eine der gesetzlichen Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosenent
schädigung besteht darin, dass die ver
si
cherte Person die Beitragszeit erfüllt hat (Art. 8 Abs. 1
lit
. e AVIG). Die Beitragszeit hat erfüllt, wer innerhalb der Rahmen
frist nach Art. 9 Abs. 3 AVIG während mindestens
zwölf Monaten eine bei
tragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat (Art. 13 Abs. 1 AVIG).
1.3
Voraussetzung für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung unter dem Ge
sichtspunkt der erfüllten Beitragszeit nach Art. 8 Abs. 1
lit
. e in Verbindung mit Art. 13 Abs. 1 AVIG ist grundsätzlich einzig die Ausübung einer beitragspflich
tigen Beschäftigung während der geforderten Dauer von zwölf Beitragsmonaten. Diese Tätigkeit
muss genügend überprüfbar sein.
Nach der Rechtsprechung ist die Ausübung einer an sich beitragspflichtigen Beschäftigung nur Beitragszeiten bildend, wenn und soweit hie
r
für effektiv ein Lohn ausbezahlt wird. Mit dem Er
for
dernis des Nachweises effektiver Lohnzahlung sollen und können Miss
bräuche im Sinne fiktiver Lohnvereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer verhindert werden. Als Beweis für den tatsächlichen Lohnfluss genügen Belege über entsprechende Zahlungen auf ein auf den Namen des Arbeitnehmers oder der Arbeitnehmerin lautendes Post- oder Bankkonto. Bei behaupteter Baraus
zahlung fallen Lohnquittungen und Auskünfte von ehemaligen Mitarbeitern (allenfalls in Form von Zeugenaussagen) in Betracht. Höchstens Indizien für tatsächliche Lohnzahlung bilden Arbeitgeberbescheinigungen, vom Arbeitneh
mer oder der Arbeitnehmerin unterzeichnete Lohnabrechnungen und Steuerer
klärungen sowie Eintragungen im individuellen Konto (BGE 131 V 444 E. 1.2 mit Hinweisen).
Dem
Nachweis
tatsächlicher Lohnzahlung kommt
nicht der Sinn einer selbständigen Anspruchsvoraussetzung zu, wohl aber jener eines bedeut
samen und in kritischen Fällen unter Umständen ausschlaggebenden Indizes für die Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung. Soweit eine solche Be
schäfti
gung nachgewiesen, der exakte ausbezahlte Lohn jedoch unklar geblieben ist, hat eine Korrektur über den versicherten Verdienst zu erfolgen (Urteil des Bundesgerichts 8C_75/2013 vom 25. Juni 2013 E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 131 V 444 E. 3.2.3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging
im angefochtenen
Einspracheentscheid
(Urk. 2)
davon aus, dass der Beschwerdeführer in der massgebenden Rahmenfrist für die Beitragszeit vom 11. August 2017 bis 10. August 2019 (S. 3 Ziff. 1 am Ende)
mit seiner Tätigkeit bei der Z._
AG
vom 1. April bis 31. Juli 2019 vier Monate an beitragspflichtiger Beschäftigung nachzuweisen vermöge.
Hin
s
ichtlich des weiteren behaupteten Arbeitsverhä
l
t
nisses
mit der A._
AG
vom 1. April 2018 bis 30. April
2019
vermöchten die monatlichen Lohnab
rechnungen in der vorliegenden Konstellation nicht zu belegen,
dass der Be
schwerdeführer diese
Einkommen tatsächlich erzielt habe.
Es sei
nicht möglich zu bestimmen, in welcher Höhe respektive ob überhaupt Lohn geflossen sei. Auf
grund der gesamten Aktenlage und der darin enthaltenen – näher dargelegten – Widersprüche bestünden erhebliche Zwei
fel daran
, ob das Arbeitsverhältnis überhaupt bestanden habe respektive ob überhaupt Löhne ausbezahlt
worden seien. Es sei ni
cht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erwiesen, dass die vom Beschwerdeführer behaupteten Lohnzahlungen auch tatsächlich
erfolgt
seien, womit der versicherte Verdienst auf Fr. 0.00 festzusetzen sei (S. 3 f. Ziff. 2). Der Beschwerdeführer könne die erforderlichen zwölf Monate an beitragspflichtiger Beschäftigung nicht nachweisen und es liege auch kein Befreiungsgrund
vor (S.
4 Ziff. 3).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber (Urk. 1) geltend
, das Steueramt habe zu
Handen
der Beschwerdegegnerin bestätigt, dass er für das Steuerjahr 2019 für die Monate Januar bis März 2019 ein Einkommen in der Höhe von Fr. 3'900.--deklariert habe. Dies sei auch der Lohn, den er
der
Beschwerdegegnerin
gegenüber
deklariert habe. Auch für das Jahr 2018 habe er in der Steuererklärung seine Einnahmen deklariert (S. 4 Mitte)
. Dass es in den Akten Unstimmigk
eiten be
treffend die Beendigung des Arbe
i
tsverhä
ltnisses mit der
A._
AG g
ebe, rühre daher, dass die
A._
AG infolge Konkurses
von der
Z._
AG übernommen worden sei (S. 4 unten). Seit dem Konkurs s
ei
die
A._
AG weder für ihn noc
h
für weitere Ansprech
personen erreichbar gewesen, sodass es ihm unmöglich gewesen sei, Unterlagen aus der Buchhaltung oder Ähnliches erhältlich zu machen. Er beantrage, den ehemaligen Geschäftsführer
und Liquidator der
A._
AG als Zeugen zu befragen, sollte ohne weitere Unterlagen am Bestand des Arbeitsverhältnissens sowie der entsprechende
n
Lohnzahlung gezweifelt werden (S. 4 unten, S. 5 oben).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Arbeits
losen
entschädigung und in diesem Zusammenhang die Frage, ob er die Mindest
bei
tragszeit erfüllt hat.
3.
3.1
Ausweislich der Akten bezog der Beschwerdeführer in einer vom 11. August 2017
bis 10. August 2019 laufenden Rahmenfrist für den Leistungsbezug
(Art. 9 Abs. 2
AVIG) Taggelder der Arbeitslosenversicherung (vgl.
Urk.
7/48
, vgl. auch Urk.
7/192
). Aufgrund der
am 26. August 2019
(erneut) beanspruchten Arbeits
losenentschädigung
(Urk. 7/182-185)
infolge
(erneuter) Arbeitslosigkeit
ab
1.
August 2019 (vgl. Urk. 7/255)
ging die Beschwerdegegnerin
da
von
aus, dass die
massgebende Rahmenfrist für die Beitragszeit
am
11. August 2017
begann und am 10. August 2019 endete (vgl. Urk. 7/61 oben). Dies ist
unbestritten und nicht zu beanstanden
(vgl. vorstehend E. 1.1)
.
3.2
Im Antrag auf Arbeitslosenentschädigung vom 26. August 2019
(Urk. 7/250-253), welchen der Beschwerdeführer auf Aufforderung der Beschwerdegegnerin
hin
(
vgl.
Urk. 7/221) am 31. Januar 2020 vervollständigt einreichte (Urk. 7/182-185), gab
der Beschwerdeführer an, zuletzt vom 1. April 2017 bis 31. Juli 2019
voll
zeitlich
bei der
Z._
AG tätig gewesen zu sein (Ziff. 14-16).
Die
Z._
AG
bestätigte mit Arbeitgeber
be
schei
nigung vom
11. August 2017
(Urk. 7/262-263) ein
e Anstellung des Beschwerde
führers
vom 1.
Januar
bis 10.
August
2017
und mit Arbeit
ge
berbescheinigungen vom 22. August 2019 (Urk. 7/206-207) beziehungsweise 18. Dezember 2019 (Urk. 7/211-212) ein
e
Anstellung
vom 1. April
bis 31. Juli 2019
(jeweils Ziff. 2
-3).
Mit Schreiben vom 19.
Februar
2020
(Urk.
7/1
73)
informierte die
Z._
AG die Beschwerdegegnerin
auf deren Aufforderung zur Aktenvervollständigung hin (vgl. Urk. 7/208)
da
hingehend, dass der Beschwerdeführer vom 1. September 2017 bis 31. März 2019 nicht bei
ihr
angestellt gewesen sei, dies unter Hinweis auf die beigelegten Jahres
kontoblätter 2017 bis 2019 (Urk. 7/167-172).
3.3
Unbestritten
ist, dass
der Beschwerdeführer in der massgebenden Rahmenfrist für die Beitragszeit mit der Tätigkeit für die
Z._
AG vom 1.
April bis 31. Juli 2019 vier Monate Beitragszeit generierte.
Dies kann
aufgrund
der
Aktenlage
(
vgl. vorstehend E. 3.2 sowie
Urk. 7/45,
Urk. 7/108,
Urk. 7/167-173
,
Urk. 7/241-245, Urk. 7/255
)
als ausgewiesen gelten.
Nebst dem Arbeitsvertrag betreffend das Arbeitsverhältnis mit Beginn am 1. April 2019 (Urk. 7/241-245) ist zwar des Weiteren ein
am 8. März 2018
zwischen
der
Z._
AG
und dem Beschwerdeführer geschlossener Arbeits
vertrag
mit
B
eginn am 1. April 2018
aktenkundig (Urk. 7/257-261),
gemäss welchem eine Arbeitszeit nach Einsatzplan (Ziff. 6) und eine Entschädigung mittels Tagespauschale von Fr. 200
.-- (Ziff. 10) vereinbart wurde
n
. Dass der Be
schwerdeführer gest
ützt auf diesen Arbeitsvertrag
zwischen April 2018 und März
2019 Einsätze
für die
Z._
AG
geleistet
und damit
eine bei
tragspflichtige Beschäftigung
ausgeübt hätte, ist durch die
übrigen
Akten
aller
dings
nicht
weiter
b
elegt
.
Strittig und zu prüfen
ist
, ob mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwie
genden Wahrscheinlichkeit erstellt ist, dass der Beschwerdeführer i
n der massge
benden
Rahmenfrist
für die Beitragszeit auch
bei der
A._
AG
eine bei
tragspflichtige Beschäftigung
ausgeübt hat
.
3.4
Mit dem vervollständigten Antrag auf Arbeitslosenentschädigung
(Urk. 7/182-185
)
reichte der Beschwerdeführer am 31. Januar 2020
Lohnabrechnungen der
A._AG
für die
Monate April
bis Dezember 2018 und Januar bis April 2
019 ein (Urk. 7/193-205). Darauf
hatte
er
jeweils
am Tag der Ausstellung der
jeweiligen Lohna
brechnung
en
mittels Datumssetzung und
Unterschrift
bestätigt
,
einen Nettolohn von Fr. 3'370.60 (brutto Fr. 3'900.--) in bar
ausbezahlt
erhalten zu haben
.
Mit Schreiben vom 26. Februar 2020 (Urk. 7/165) forderte die Beschwerde
geg
nerin den Beschwerdeführer auf, die Arbeitgeberbescheinigung der
A._
AG sowie eine Kopie des Arbeitsvertrags einzureichen
. Letztere
ging am 3. März 2020 bei der Beschwerdegegnerin ein (
U
rk.
7/160-161). Im Begleitschreiben wies der Beschwerdeführer darauf hin, dass er keine Arbeitgeberbescheinigung der
A._
AG einreichen könne, da die Firma nicht mehr existiere und er nicht wisse, wo sich der (ehemalige) Geschäftsführer aufhalte (Urk. 7/164).
3.5
Gemäss dem am
20. März 2018 zwischen dem Beschwerdeführer und
der
A._
AG
ab
geschlossenen Arbeitsvertrag (Urk. 7/160-161)
war der Beschwerde
führer ab 1. April 2018 als Chauffeur Kategorie D bei der
A._
AG angestellt (Ziff. 2-3). Vereinbart wurde
unter anderem
ein
monatlicher Bruttolohn von Fr.
3'900.-- und es wurde festgehalten, dass die monatlichen Lohnzahlungen bargeldlos überwiesen werden (Ziff. 7).
Betreffend die wöchentliche Arbeitszeit wurde die ARV 1
(Chauffeurvero
rdnung) für massgebend erklärt (Ziff. 6).
Seitens der
A._
AG wurde der Arbeitsvertrag
von
B._
unterzeichnet.
In der Steuererklärung 2018 mit Druckdatum vom 17. März
2019 (Urk. 7/84-98) findet sich demgegenüber
kein Hinweis auf eine Tätigkeit des Beschwerdeführer
s
bei der
A._
AG
. Per 31. Dezember 2018 wurde als Arbeitgeber dagegen die
C._
GmbH
angegeben (S. 4 Mitte) und es wurde ein Einkommen des Beschwerdeführers aus unsel
bständiger Tätigk
eit in der Höhe von Fr. 15'731.--
deklariert (S. 5 Ziff. 1.1)
, wobe
i eine Aufstellung zu den Einkünften fehlt (vgl. S.
8).
Dieser Betrag ist nicht in Einklang zu bringen mit den
in den
Lohnabrechnungen der
A._
AG für die Monate April
bis Dezember 2018
ausgewiesenen
Einkünften von monatlich Fr. 3'370.60 netto (Urk. 7/193-201). Er
entspricht
allerdings in etwa
dem im
Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug
, Urk.
6/44-45
) für die Zeit von Juli bis Dezember 2018
ausgewiesenen
Einkommen von Fr. 16'936.
-- bei der
C._
GmbH
. Die
A._
AG wird dagegen (auch) im
IK-Auszug
nicht als Arbeitgeberin aufgeführt
.
3.6
Auch im Antrag auf Arbeitslosenentschädigung vom 26. August 2019 erwähnte der Beschwerdeführer keine Täti
gkeit bei der
A._
AG (
Urk. 7/250-253, Urk. 7/182-
185), sondern lediglich ein von 1. April 2017 bis 31. Juli 2019 dauerndes Arbeitsverhältnis bei der
Z._
AG.
3.7
In der
Steuererklärung 2019 mit Druckdatum vom 7. Februar 2020 (Urk. 7/102-114)
findet sich ebenfalls
kein
Hinweis auf eine Tätigkeit des Beschwerdeführers bei der
A._
AG. Für den Beschwerdeführer wurde ein Einkommen aus unselbständiger Tätigkeit in der Höhe von Fr. 9'441.
--
deklariert (S. 5 Ziff. 1.1), wobei es sich gemäss Aufstellung zu den Einkünften (S. 8) um den bei der
Z._
AG erzielten Lohn handelt.
Im Einschätzungsentscheid des Steueramts Winterthur vom 30. April 2020 betref
fend die S
teuerperiode 2019 (Urk. 7/42) wird zu Ziffer 100 der Steuererklärung (Einkünfte des Beschwerdeführers aus unselbständiger Haupterwerbstätigkeit, vgl. Urk. 7/105 Ziff. 1) alsdann folgende Abweichung vermerkt: «Gemäss ihren Angaben haben Sie für die drei Monate Januar b
is März 2019 jeweils brutto CHF
3'900.-- pro Monat verdient. Es wird von einem Nettolohn von Fr. 3'500.
--
ausge
gangen, weshalb CHF 10'500.-- für die Dauer von Januar bis März 2019 aufge
rechnet werden [...]».
Den Einschätzungsentscheid reichte der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin zusammen mit seiner Einsprache vom 3. September 2020 (Urk. 7/41) ein.
Gemäss Aktennotiz der Beschwerdegegnerin vom 17. November 2020 (Urk. 7/29) habe das Steueramt auf telefonische Nach
frage hin mitge
teilt, der Beschwerde
führer
habe bezüglich de
r
Steuerperiode 2019 im März 2020 angegeben, von Januar bis März 2019 Fr. 3'900.-- pro Monat verdient zu haben.
4.
4.1
Der vom Beschwerdeführer eingereichte Arbeitsvertrag vom 20. März 2018 (Urk.
7/160-161) sowie die Lohnabrechnung
en der
A._
AG für die Monate April 2018 bis März 2019, auf welchen der Beschwerdeführer jeden Monat mittels Unterschrift quittierte, dass ihm die ausgewiesenen Löhne jeweils bar ausbezahlt wurden (Urk. 7/193-205), sind als Indizien für die Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung zu werten. Zu berücksichtigen ist
in diesem Zusammenhang
, dass der Beschwerdeführer
besagte
Lohnabrechnungen
der Be
schwerdegegnerin
bereits am 31. Januar 2020 (Eingangs
datum)
einreichte, dies, nachdem die Beschwerdegegnerin ihn mit Schreiben vom 18. Dezember 2019
(Urk. 7/221)
aufgefordert hatte
,
(unter anderem) Kopien
sämtlicher Lohnab
rech
nu
n
gen ab September 2017
der Firma
Z._
AG einzureichen. Dass das Handeln des Beschwerdeführers zu diesem (frühen) Zeitpunkt von ver
sicherungsrechtlichen Überlegungen, namentlich die Erfüllung der Mindestbei
trags
zeit betreffend,
beeinflusst war, scheint wenig wahrscheinlich, zumal die Beschwerdegegnerin dannzumal (noch) nicht explizit a
uf die
Anspruchsvoraus
setzung
der
erfüllten
Mindestbeitragszeit
Bezug genommen hatte
.
Auf Auffor
derung der Beschwerd
egegnerin vom 26. Februar 2020
hin
(Urk. 7/165)
liess
der Beschwerdeführer
der Beschwerdegegnerin
sodann bereits am 3. März 2020 (
Ein
gangsdatum
) den Arbeitsvertrag vom 20. März 2018 (Urk. 7/160-161)
zukommen
, mit dem
Hinweis
, dass
die
A._
AG
nicht mehr existiere und
ihm der Aufenthalt des (für die
A._
AG unterzeichnenden)
Geschäftsführers
nicht bekannt sei (Urk. 7/164). Dies erscheint angesichts der Tatsache, dass die
A._
AG infolge fruchtlosen Ablaufs der ihr zur Wiederherstellung des gesetz
mässigen Zustandes in Bezug auf das Rechtsdomizil angesetzten Frist von Amtes wegen
per 8. Januar 2019 aufgelöst wurde
(vgl. dazu den
Handelsregisterauszug vom 9. Mä
rz 20
20, Urk. 7/157) als glaubwürdig.
4.2
Der Beschwerdegegnerin ist beizupflichten, dass sich aus den Akten
in Bezug auf
die geltend gemachte Beschäftigung bei
der
A._
AG
a
uch
Inkonsistenzen
ergeben
. So
namentlich die Tatsache, dass der Beschwerdeführer
eine Tätigkeit für die
A._
AG weder in den Steuererklärungen 2018 und 2019 noch im Antrag auf Arbeitslosenentschädigung deklariert
e
.
Allerdings kann nicht ausge
schlossen werden, dass dieser Umstand
steuerrechtlichen (Umgehungs-
)
Ü
berle
gungen zuzuschreiben ist und der Beschwerdeführer dies, nachdem er die Ein
kommen
aus der Tätigkeit bei der
A._
AG
der Beschwerdegegnerin gegenüber deklariert hatte,
im
März 2020
durch Meldung an das Steueramt
zu korrigieren suchte
(vgl. Urk. 7/42)
.
Desgleichen vermag es dem Beschwerdeführer in der vor
liegenden Konstellation aus arbeitslosenversicherungs
rechtlicher Si
cht
auch nicht zum Nachteil gereichen, dass die Löhne
durch die
A._
AG
entgegen der im
Arbeitsvertrag
getroffenen Vereinbarung in
bar ausbezahlt wurden
.
D
a
die
A._
AG es
offensichtlich
unterlassen hat, die Löhne mit der Ausgleichskasse abzurechnen
(vgl. IK-Auszug, Urk. 7/44-45),
könnte es durchaus sein
, dass dies auf Geheiss des Arbeitgebers so gehandhabt wurde.
4.3
Zusammenfassend ist
vorliegend gestützt auf den
Arbeitsvertrag vom
20. März 2018 sowie
die Lohnabrechnungen der
A._
AG für die Monate April 2018 bis März 2019, auf welchen der Beschwerdeführer
zugleich
quittierte, den darin ausgewiesenen Lohn in bar erhalten zu haben, als
mit dem Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit erstellt
zu erachten
, dass d
e
r
Besch
werde
füh
rer von April 2018 bis März 2019
(auch)
bei der
A._
AG eine beitrags
pflichtige
Beschäftigung
ausgeübt
und damit einen
monatlichen Bruttolohn von Fr.
3’900.
-- erzielt
hat
.
Damit hat
er
in der massgebenden Rahmenfrist für die Beitragszeit während mindestens
zwölf Monaten eine beitragspf
lichtige Beschäf
ti
gung ausg
eübt.
In diesem Sinne und mit dieser Feststellung ist daher der ange
fochtene
Einspracheentscheid
aufzuheben und die Sache an die
Beschwerde
geg
nerin zurückzuweisen, damit sie die
übrigen
Anspruchsvoraussetzungen prüfe und anschliessend über den Anspruch des Beschwerdeführers
auf Arbeitslosen
ent
schädigung neu verfüge
.