Decision ID: 4de7edda-9f69-591a-998e-4a87fe89e94c
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Bernhard Zollinger, Rämistrasse 5, Postfach 462,
8024 Zürich,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 22. August/16. September 2003 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an und beantragte namentlich Arbeitsvermittlung
und eine Rente. Er sei 1990 in die Schweiz gekommen und sei seither bis September
2003 als B._ angestellt gewesen. Die Behinderung bestehe seit einem Unfall vom
16. August 2002; ihre Art sei aus den Unfallversicherungsakten ersichtlich. Gemäss
Unfallmeldung vom 19. August 2002 (Fremdakten) war er bei der Arbeit mit der rechten
Hand auf die Hobelwelle geraten. Gemäss der Arbeitgeberbescheinigung vom
30. September 2003 (IV-act. 7) ist das Arbeitsverhältnis - der Versicherte habe bei einer
Wochenarbeitszeit von 46.25 Stunden einen Stundenlohn von Fr. 21.50 und im Jahr
2001 insgesamt Fr. 45'924.-- verdient - auf den 30. Juli 2003 gekündigt worden, weil
der Versicherte nicht mehr einsetzbar gewesen sei und die Arbeit verweigert habe,
obwohl die Unfallversicherung ihn für arbeitsfähig erklärt habe. Gemäss IK-Auszug (IV-
act. 6) verdiente der Versicherte im Jahr 2001 Fr. 48'950.--.
A.b Das Kantonale Spital C._ (Dr. med. D._, Facharzt FMH für Chirurgie) gab im
IV-Arztbericht vom 17. Oktober 2003 (IV-act. 12) an, es bestehe beim Versicherten eine
traumatische Endgliedamputation der Finger III und IV rechts. Seither sei er zu 100 %
arbeitsunfähig. Er sollte eine Arbeit verrichten können, bei welcher die rechte Hand nur
als Hilfshand eingesetzt werde. Sollte eine Nachamputation die Beschwerden lindern,
könnte sie allenfalls wieder vermehrt einbezogen werden.
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A.c Dr. med. E._, Arzt für allgemeine Medizin, benannte in seinem Arztbericht vom
1. Dezember 2003 (IV-act. 16) als Diagnosen einen St. n. traumatischer Endglied
amputation der Finger III und IV rechts am 16.08.2002, ein Décollement am Thenar
volar, eine (sc. bevorstehende) Nachamputation im Bereich der Finger III und IV im
Spital C._ und eine Verarbeitungsproblematik. In der bisherigen Arbeit sei der Ver
sicherte nicht mehr arbeitsfähig, zurzeit auch nicht in einer anderen Tätigkeit, da in den
nächsten Tagen eine weitere Operation vorgesehen sei. Eine Einschränkung von
mindestens 20 % werde auch danach voraussichtlich bestehen bleiben. - Beigelegt
war unter anderem ein Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 15. April 2003 (IV-
act. 16-36 ff.), wonach eine regrediente verminderte Belastbarkeit der rechten,
dominanten Hand bestehe (stark ausgeprägte Berührungsintoleranz in den
Fingerstümpfen). Im Bericht über die kreisärztliche Abschlussuntersuchung vom 4. Juli
2003 (IV-act. 16-42 ff.) war festgehalten worden, die bisherige Tätigkeit sei dem
Versicherten nicht mehr zumutbar. Eine ganztägige Beschäftigung in einem adäquaten
beruflichen Umfeld mit Arbeitseinsätzen der linken Hand und angepassten
Zudientätigkeiten der rechten Hand seien ihm hingegen zumutbar. Für die
Restbeschwerden werde ihm eine Anpassungs- und Übergangsphase von drei Jahren
gewährt.
A.d Gemäss den UV-Akten sprach die Unfallversicherung dem Versicherten mit Ver
fügung vom 18. Juli 2003 ab August 2003 eine Rente bei einem Erwerbsunfähigkeits
grad von 20 % und ab Februar 2005 bis Juli 2006 eine solche bei einer
Erwerbsunfähigkeit von 10 % zu (infolge leichter Einschränkungen in der
Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit).
A.e In einem Verlaufsbericht vom 8. April 2004 (Eingangsdatum; IV-act. 23) gab
Dr. E._ an, der Versicherte leide an schmerzhaften Fingeramputationsstümpfen III
und IV rechts mit Narbenneurom. Am 12. Dezember 2003 habe eine Stumpfkorrektur
mit Excision der Narbenneurome, Kürzung der Mittelphalanx und besserer Stumpf
polsterung stattgefunden. Anfänglich habe der Eingriff gut verlaufen zu sein
geschienen, inzwischen sei der Versicherte aber wieder am selben Punkt wie vor dem
Eingriff. In einer Büroarbeit wäre der Versicherte zu 100 % arbeitsfähig. - Einem
beigelegten Bericht des Kantonalen Spitals C._ vom 1. April 2004 war zu entnehmen,
dass die Schmerzen trotz guter Stumpfpolsterung und besserer Trophik nicht
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nachlassen würden. Der Versicherte klage wiederum auch über Schmerzen im Arm, im
Schulter- und im Halsbereich. Diese seien eine Folge der Schonung des rechten Arms.
Vielleicht lasse sich die Stimmung mit einem Antidepressivum etwas aufhellen.
A.f Am 8. Februar 2005 reichte der Versicherte (diesmal ohne Rechtsvertreter) eine
weitere Anmeldung (IV-act. 25) ein und ersuchte um Ausrichtung von Leistungen
(namentlich eine Rente), da er als Rechtshänder die rechte Hand nicht einsetzen und
so den Alltag nur schwer meistern könne. - Einer beigelegten Verfügung der
Kantonalen Arbeitslosenkasse vom 6. Januar 2005 (IV-act. 29) war zu entnehmen, dass
die Unfallversicherung den Versicherten seit 1. Juli 2004 für zu 50 % arbeitsfähig hielt.
A.g Am 11. August 2005 (IV-act. 33) erkundigte sich die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle des Kantons St. Gallen bei der Unfallversicherung und erhielt unter anderem
die Auskunft, es seien dem Versicherten seit August 2004 keine Leistungen mehr
gewährt worden.
A.h In einem Formular zur Überprüfung des Leistungsanspruchs gab der Versicherte
im August
2007 (IV-act. 40; Eingangsdatum 27. August 2007) an, er stehe zurzeit in einer RAV-
Tätigkeit.
A.i In einer Arbeitgeberbescheinigung vom 3. September 2007 (IV-act. 41) gab der
Verein F._ an, der Versicherte habe vom 7. März 2005 bis 8. Dezember 2006 in einem
befristeten Arbeitsverhältnis gestanden. Er habe vollzeitlich Personentransporte und
diverse leichte Arbeiten erledigt.
A.j Dr. med. G._, Allgemeine Medizin FMH (IV-act. 44-1 bis 4), und Dr. med. H._,
Fachärztin für Allgemeine Medizin FMH (IV-act. 44-5 ff.), gaben in Verlaufsberichten
vom 12. November 2007 und vom 13. November 2007 an, der Gesundheitszustand des
Versicherten sei bei geänderter Diagnose stationär. Eine leichte, wechselbelastende
körperliche Tätigkeit, etwa in Form von Kontrollfunktionen, ohne Arbeiten über Kopf,
mit nur wenig Belastung der Nacken-/Schulterpartien und der rechten Hand sei ihm zu
etwa 80 % zumutbar. Es bestünden (verkürzt wiedergegeben) chronische
neuropathische Schmerzen und Allodynie an den Fingerstümpfen Dig. III und IV rechts
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und chronische Schmerzen an Nacken, Schulter, Arm und Hand rechts bei unter
anderem leichtem CTS rechts, rezidivierenden lokalen Veränderungen im Sinn eines
komplexen regionalen Schmerzsyndroms (M. Sudeck) leichten Ausmasses, aus
geprägten degenerativem Wirbelsäulenleiden der cervikalen Wirbelsäule mit Einengung
des Neuroforamens HWK 5/6 (MRI HWS 05/07), und bei V. a. zentrale Fixierung der
Schmerzen.
A.k Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung erachtete am
3. Januar 2008 (IV-act. 45) eine Arbeitsfähigkeit von 100 % für adaptierte Tätigkeiten
für gegeben. Die medizinischen Voraussetzungen für Arbeitsvermittlung seien erfüllt.
A.l Die Unfallversicherung gab am 7. Februar 2008 telefonisch die Auskunft (IV-
act. 46), nach einem kreisärztlichen Untersuch vom August 2007 seien die früheren
Rentenbeschlüsse (Rente bis Juli 2006) bekräftigt worden.
A.m Mit Vorbescheid vom 14. Februar 2008 (IV-act. 48 f.) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen dem Versicherten die
Abweisung seines Gesuchs um eine Rente bei einem Invaliditätsgrad von 0.44 %
(Valideneinkommen Fr. 53'362.--, Invalideneinkommen Fr. 53'125.--) in Aussicht. Am
18. Februar 2008 (IV-act. 52 f.) kündigte sie ihm auch eine Ablehnung von
Arbeitsvermittlungsunterstützung an, da er bei der Stellensuche gesundheitlich nicht
eingeschränkt sei. - Der Versicherte liess am 29. Februar 2008 (IV-act. 54) einwenden,
er stehe in laufender spezialärztlicher Behandlung und Abklärung; es stünden eine
grosse Bandscheibenoperation und eine Laseroperation bevor. Er sei voll
arbeitsunfähig geschrieben. Mit Schreiben vom 27. März 2008 (IV-act. 58) legte er
persönlich dar, leider hätten weder Schmerzspritzen noch eine transcutane elektrische
Nervenstimulation im Kantonsspital St. Gallen die Schmerzen gelindert. Dr. H._
ersuchte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle am 14. April 2008 (IV-act. 59) um eine
Neubeurteilung unter Berücksichtigung der in der Interdisziplinären
Schmerzsprechstunde am Kantonsspital St. Gallen erhobenen Befunde und allenfalls
um einen Gutachtensauftrag an eine MEDAS.
A.n In ihrem Verlaufsbericht vom 21. August 2008 (IV-act. 61) berichtete Dr. H._
unter Beilage diverser ärztlicher Berichte unter anderem, die somatische Therapie sei
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ausgeschöpft. Ob die im Bericht des Palliativzentrums des Departements Inter
disziplinäre medizinische Dienste am Kantonsspital St. Gallen vom 29. Mai 2008 auf
gelisteten Möglichkeiten ausprobiert werden sollten, sei fraglich. Neu werde der Ver
sicherte nebst der hausärztlichen Betreuung auch durch den ambulanten psychi
atrischen Dienst betreut. Der Versicherte habe als Magaziner und als Buschauffeur ge
arbeitet; beides habe zu einer Schmerzzunahme geführt. Es sei fraglich, ob in einer
Tätigkeit mit wenig Einsatz der nicht dominanten linken Hand eine volle Arbeitsfähigkeit
bestehe. Wünschenswert sei eine Integration an einem geschützten Arbeitsplatz. - Die
Psychiatrie-Dienste hatten am 24. Juni 2008 nach einer Erstkonsultation von einer An
passungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung von anderen Gefühlen (wie Ärger,
aber auch Angst und Sorgen) und von einer ausgeprägten Schlafstörung berichtet.
A.o Im Arztbericht vom 21. August 2008 (IV-act. 63) bezeichneten die Psychiatrie-
Dienste als (Haupt-) Diagnose eine Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerz
syndrom bei zusätzlich bestehendem neuropathischem Schmerzsyndrom im Bereich
der rechten Hand (Komplexes regionales Schmerzsyndrom) bei Status nach trauma
tischer Endgliedamputation der Dig. III und IV der rechten Hand am 16.08.2002. Ohne
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei ein seit Anfang 2007 bestehendes cervicocephales
und -brachiales Syndrom rechts bei degenerativen HWS-Veränderungen v.a. HWK 5
und 6. Der Versicherte sei als B._ seit Anfang 2006 voll arbeitsunfähig. Tätigkeiten,
welche nur den Einsatz der linken Hand erforderten, seien ihm aus psychiatrischer
Sicht zu maximal 50 % zumutbar. Dabei sollte insbesondere die Möglichkeit zu
längeren Pausen bestehen. Weil aufgrund der Schmerzen Konzentration und Ausdauer
beeinträchtigt seien, sei für die verbleibende Arbeitsfähigkeit von einer verminderten
Leistungsfähigkeit von ca. 30 bis 50 % auszugehen. Eine berufliche Massnahme
könnte die Chancen der Integration in den freien Arbeitsmarkt verbessern.
A.p Am 10. Juni 2009 erstattete das Ärztliche Begutachtungsinstitut (ABI) das Gut
achten vom 9. Juni 2009 (Untersuchung vom 12. Mai 2009; IV-act. 71). Als Diagnosen
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden bezeichnet: (erstens) ein Komplexes
regionales Schmerzsyndrom der rechten Hand bei Status nach Fräsenverletzung mit
Endgliedamputation Dig. III und IV rechts sowie Décollement Thenar volar und nach
folgendem Sudeck am 16.08.2002 und Status nach Stumpfkorrektur Dig. III und IV am
12.12.2003, (zweitens) ein chronisches zervikovertebrales Schmerzsyndrom bei
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Osteochondrose und Diskusprotrusion HWK5/6 mit foraminaler Einengung rechts (MRI
04.05.2007) und (drittens) eine leichte depressive Episode. Für die zuletzt ausgeübte
und andere körperlich anhaltend mittelschwere bis schwere, beidhändig belastende
Tätigkeiten sei der Versicherte vollständig arbeitsunfähig. In einer körperlich leichten
bis gelegentlich mittelschweren Tätigkeit ohne wesentliche Belastung der rechten Hand
bestehe eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80 %, in einem ganztägigen Pensum
verwertbar. Aus neurologischer Sicht bestehe für die orthopädisch und neurologisch
gesehen zumutbaren Tätigkeiten eine Leistungseinschränkung von 20 %, weil die
Schmerzsymptomatik vermehrte Pausen erfordere. Durch die leichte depressive
Episode werde die Arbeitsfähigkeit ebenfalls um 20 % eingeschränkt. Die Leistungs
einbussen seien nicht zu kumulieren, da dieselben Zeitabschnitte für die Pausen
genutzt werden könnten. Bei vollschichtigem Pensum ergebe sich ein leicht reduziertes
Rendement.
A.q Am 2. Juli 2009 (IV-act. 73) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem
Rechtsvertreter des Versicherten mit, die Arbeitsvermittlung werde abgeschlossen.
Entsprechende Massnahmen machten keinen Sinn, weil der Versicherte sich subjektiv
nicht arbeitsfähig fühle. Am 17. Juli 2009 (IV-act. 78 f.) stellte sie bei einem
Invaliditätsgrad von 24 % (Valideneinkommen Fr. 50'479.--, Invalideneinkommen
Fr. 38'424.--) eine Abweisung des Rentenanspruchs in Aussicht. - Der Versicherte liess
am 23. Juli 2009 (IV-act. 80) die Zusprechung einer ganzen Rente beantragen,
eventualiter von Arbeitsvermittlung. Eventuell sei eine ausführliche Berichterstattung
der behandelnden Spezialärzte zu veranlassen. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung des ABI
erstaune, seien doch klare Hinweise für eine Ausweitung der Schmerzproblematik
festgestellt und sei einer palliativen Schmerztherapie zugestimmt worden. Die
Diagnose einer Persönlichkeitsänderung sei (zu Unrecht) nicht bestätigt worden, weil
angeblich keine deutlichen Schmerzen, keine Unfähigkeit, Beziehungen beizubehalten
und keine Passivität mit Vernachlässigung von Freizeitbeschäftigung vorlägen. Im
Gutachten stehe aber auch, der Versicherte sei psychisch verunsichert und traurig. Im
Bericht der Psychiatrie-Dienste sei sogar von eindeutigem Lebensüberdruss mit
passiven Todesgedanken die Rede. Der Versicherte leide ausserdem unter
Appetitverlust. Die Auffassung des ABI, der Versicherte könne mit der notwendigen
Willensanstrengung sehr wohl einer Erwerbstätigkeit nachgehen, sei subjektiv, denn
nur er müsse diese Schmerzen seit fast sieben Jahren ertragen. Das ABI-Gutachten sei
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auch widersprüchlich, stehe doch einerseits, der Versicherte könne keine Motivation
zur Arbeit aufbringen, anderseits, er sei bereit, jegliche Tätigkeit auszuführen, wenn die
Schmerzen am Nacken und der rechten oberen Extremität etwas abnähmen, und er
leide, weil er keine Arbeit habe und kein Geld verdiene. Auch Dr. H._ berichte, dass
er ihr gegenüber wiederholt habe, wie gern er arbeiten würde.
A.r In einem Verlaufsbericht vom 3. August 2009 (IV-act. 83) gaben die Psychiatrie-
Dienste an, im Kontext des negativen Entscheids der Verwaltung habe sich die leichte
depressive Episode stark verschlechtert und erreiche nun einen mittleren bis schweren
Ausprägungsgrad. Ausserdem habe das Sozialamt den Versicherten, obwohl dieser
gegen den Vorbescheid ein "Rechtsmittel" eingelegt habe, unter Androhung einer
Leistungskürzung aufgefordert, zu 50 % einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die zu
sätzliche Aufnahme dieser Tätigkeit im Elektrorecycling ab dem 27. Juli 2009 habe zu
einer Überforderung und zu dadurch bedingtem ausgeprägtem Lebensüberdruss ge
führt, weswegen seit dem 30. Juli 2009 ein stationärer Behandlungsrahmen für den
Versicherten notwendig geworden sei. In dem seit der ambulanten Behandlung ab dem
24. Juni 2008 beobachteten Verlauf hätten die geforderten Kriterien einer andauernden
Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerzsyndrom festgestellt werden
können. Ausserdem seien sie fremdanamnestisch durch die Hausärztin und durch die
Mitarbeiterin des Sozialamts bestätigt worden. Es wäre daher erstaunlich, wenn der
psychiatrische Gutachter selbst bei Anwendung der (nunmehr) richtigen Kriterien diese
ausschliessen könnte. Es sei auch etwas unklar, was er sich unter den von ihm zu
sätzlich geforderten schwereren Schmerzen vorstelle, sei doch das komplexe regionale
Schmerzsyndrom auch vom orthopädischen Gutachter als von Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit erkannt worden. Es bestehe weiterhin eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
von mindestens 50 %.
A.s Dr. H._ teilte mit Verlaufsbericht vom 31. August 2009 (IV-act. 85) mit, es habe
sich eine akute Verschlechterung mit schwerer Depression und Suizidalität eingestellt.
Seit dem 30. Juli 2009 befinde sich der Versicherte in stationärer Therapie.
A.t Gemäss einem Abklärungsbericht Verzahnungsprogramm vom 15. Dezember
2009 (IV-act. 93) hatte der Versicherte vom 19. Oktober bis 18. Dezember 2009 in einer
Abklärung gestanden (zunächst mit einem Pensum von 50 %, ab 2. November mit
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einem solchen von 60 bis 70 %). Er habe eine Leistung von 30 bis 40 % erbringen
können, ohne dass es nach der Pensenausweitung zu einer deutlichen Veränderung
gekommen wäre. Die Arbeitsqualität habe er immer sehr gut erreichen können, das
Tempo sollte jedoch noch gesteigert werden. Aufgrund der körperlichen Einschränkung
sei er momentan dem Druck des ersten Arbeitsmarktes nicht gewachsen; eine Arbeit in
geschütztem Rahmen wäre erstrebenswert. - Die Eingliederungsberatung hielt weitere
Bemühungen in der Folge für nicht sinnvoll (IV-act. 94 f.).
A.u Nach einem entsprechenden Vorbescheid vom 28. Januar 2010 (IV-act. 97 f.)
schloss die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen die Arbeits
vermittlung mit Verfügung vom 10. März 2010 (IV-act. 99) ab. Aufgrund der gezeigten
Leistungsfähigkeit sei eine Eingliederung im ersten Arbeitsmarkt nicht erfolgver
sprechend.
A.v Dr. H._ hielt in einem Verlaufsbericht vom 16. März 2010 (IV-act. 100) dafür, der
Versicherte könnte in geschütztem Rahmen allenfalls eine Arbeit von 50 % während
voller Arbeitszeit leisten. Die Psychiatrie-Dienste erklärten am 24. März 2010 (IV-
act. 101), psychiatrisch gesehen bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50 %;
die Arbeitsunfähigkeit wegen der Einengung des Neuroforamens könne nicht beurteilt
werden. Neu werde dem Versicherten eine sozialarbeiterische Unterstützung bei
massivem sozialem Rückzug und zur Unterstützung bei finanziellen Problemen ge
boten.
A.w Der RAD befürwortete am 31. März 2010 (IV-act. 102), auf das Ergebnis der Be
gutachtung abzustellen. Eine zwischenzeitliche wesentliche Verschlechterung des Zu
stands sei nicht auszumachen. Die stark eingeschränkte Leistungsfähigkeit gemäss
Abklärungsbericht Verzahnungsprogramm sei auf die bekannte Selbstlimitation und
Fixation auf die Verletzungsfolgen, also auf invaliditätsfremde Faktoren zurückzuführen.
Die von der Hausärztin attestierte Arbeitsfähigkeit sei versicherungsmedizinisch nicht
plausibel.
A.x Mit Verfügung vom 27. April 2010 (IV-act. 103) wies die Sozialversicherungs
anstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen einen Rentenanspruch des Versicherten bei
einem Invaliditätsgrad von 24 % ab.
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B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die Einsprache (recte: Beschwerde) vom 26. Mai
2010 (Poststempel: 27. Mai 2010). Der Beschwerdeführer beantragt sinngemäss Zu
sprechung von Leistungen. Er leide an ständigen starken Schmerzen im Nacken, im
rechten Arm und zeitweise in der linken Schulter und könne seine rechte Hand
schmerzbedingt nicht benutzen. Aus der Sicht des Regionalen Arbeitsvermittlungs
zentrums (RAV) sei er nicht mehr arbeitsfähig. - Am 27. Mai 2010 (Poststempel: 31. Mai
2010) erhob auch Rechtsanwalt lic. iur. Bernhard Zollinger für den Betroffenen Be
schwerde. Er beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei dem
Beschwerdeführer eine ganze Rente zuzusprechen, eventualiter sei die Sache zur
Neubeurteilung zurückzuweisen, ausserdem sei dem Beschwerdeführer die unent
geltliche Prozessführung zu gewähren. Die Ärzte würden von einer gravierenden Ver
schlimmerung dessen Gesundheitszustands berichten. Die Depression habe sich
selbst unter medikamentöser Behandlung verstärkt. Andere Therapiemassnahmen
seien fehlgeschlagen und weitere kämen nicht in Frage. Die verfahrene Situation habe
sich in einem weitgehenden sozialen Rückzug des Beschwerdeführers manifestiert. Es
liege ein jahrelanger progredienter Verlauf und nicht eine blosse Episode der
Beschwerden vor. Der seit langem behandelnde Spezialarzt könne über die
Gesamtlage am zuverlässigsten Auskunft geben, zumal auch psychosoziale und
soziokulturelle Faktoren für die medizinische Entwicklung - und damit auch für die
juristische Beurteilung - von Bedeutung seien. Neben dem eindeutig ausgewiesenen
somatischen Krankheitssubstrat liege eine vom blossen psychogenen Syndrom
losgelöste andauernde schwere psychiatrische Erkrankung vor. Der mehrjährige
Krankheitsverlauf, der Rückzug, ein therapeutisch kaum mehr angehbarer Verlauf einer
missglückten Konfliktbewältigung und unbefriedigende Behandlungsergebnisse bei
vorhandener Motivation und Eigenanstrengung sprächen für sich. Der
Beschwerdeführer habe keine Ressourcen mehr. Die arbeitsmarktliche Anstellung sei
an den Schmerzen und depressiven Symptomen gescheitert. Es sei ausserdem wegen
der früheren schweren Tätigkeit und der Ausländerqualität, die in Kombination mit dem
Alter trotz C-Bewilligung im Hinblick auf die extrem schwierigen psychosozialen
Faktoren erheblich zu Buche schlage, mindestens der volle Leidensabzug von 25 % zu
gewähren. Wegen der erheblichen Auswirkungen in anderen Rechtsgebieten (wie
haftpflichtrechtlichen Entschädigungsfragen) sei der Invaliditätsgrad korrekt zu
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ermitteln, auch wenn er nicht rentenbegründend sein sollte. Vor der Neubegutachtung
hätte eine Stellungnahme eingereicht werden wollen. Die Beschwerdegegnerin weise
eine solche Möglichkeit pauschal von sich. Das Gutachten sei ausserdem ohne den
erforderlichen Dolmetscher gemacht worden und daher weitgehend unverwertbar. -
Beigelegt war ein Bericht der Psychiatrie-Dienste an den Rechtsvertreter vom 10. Mai
2010, wonach der Beschwerdeführer weder über verlässliche Beziehungen noch über
eine eindeutige Tagesstruktur verfüge. Freizeitaktivitäten seien nicht nachvollziehbar.
Der Beschwerdeführer sei affektarm und -gemindert.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 8./12. Juli 2010 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liege nicht
vor. Anlässlich der psychiatrischen Exploration sei auf Wunsch des Beschwerdeführers
ein Dolmetscher eingesetzt worden. Es bestünden im Übrigen keine Hinweise darauf,
dass es Verständigungsschwierigkeiten gegeben habe. Die Arbeitsfähigkeit von 20 %,
welche das ABI aus der leichten depressiven Episode abgeleitet habe, erscheine
bereits als ziemlich grosszügig. Ob diesbezüglich volle Arbeitsfähigkeit vorliege, könne
aber offen bleiben, weil sich an der Gesamtschätzung nichts änderte. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des Psychiatrie-Zentrums überzeuge dagegen nicht. Es
stelle statt auf objektive Faktoren schwergewichtig auf die präsentierten Schmerzen ab.
Dramatische Schmerzen dürften nur einbezogen werden, wenn sie durch
entsprechende Befunde hinreichend erklärbar seien, was hier nicht der Fall sei. Klinisch
und radiologisch seien die Verhältnisse unauffällig bzw. gut. Die Schmerzen an der
rechten Hand seien somatisch nicht erklärbar. Es liege eine erhebliche
Symptomausweitung vor. Die degenerativen Veränderungen bei der HWS würden die
Nacken- und Schulterbeschwerden ebenfalls nicht erklären. Ob die vom Psychiatrie-
Zentrum benannte Persönlichkeitsänderung vorliege oder nicht, sei nicht
ausschlaggebend, zumal eine solche Diagnose nicht per se invalidisierend sei. Es
bestünden im Wesentlichen ätiologisch-pathogenetisch unerklärliche syndromale
Leidenszustände, denen infolge der fehlenden Objektivierbarkeit keine invalidisierende
Wirkung zukomme. Eine psychiatrische Komorbidität sei nicht ersichtlich. Auch andere
Faktoren, welche die zumutbare Willensanstrengung für die Aufnahme einer
Erwerbstätigkeit mit der notwendigen Intensität behindern könnten, seien nicht
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erkennbar. Der mehrjährige chronifizierte Krankheitsverlauf ohne Besserung entspreche
keiner Komorbidität. Die deutliche Beeinträchtigung an der rechten Hand könne mit
einem Leidensabzug berücksichtigt werden. Die Berichte des Psychiatrie-Zentrums
würden keine Gesichtspunkte enthalten, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt
geblieben wären. Das Valideneinkommen 2001 betrage Fr. 48'950.--. Auf einem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt gebe es für den Beschwerdeführer angepasste
Tätigkeiten, so dass das Invalideneinkommen anhand der Lohnstrukturerhebungen des
Bundesamtes für Statistik berechnet werden könne. Nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung (I 654/05) könnten sogar an einer Hand vollständig Gelähmte noch
angepasste Tätigkeiten verrichten. Der Wert für das Jahr 2001 von Fr. 56'883.-- sei mit
Ausnahme einer Differenz von 5 % zum Valideneinkommen zu kürzen, weil nicht
anzunehmen sei, der Beschwerdeführer habe sich freiwillig mit einem bescheideneren
Einkommen begnügen wollen. Mit dieser Parallelisierung seien alle invaliditätsfremden
Faktoren berücksichtigt. Ein weiterer Abzug rechtfertige sich nicht. Hingegen sei
gerechtfertigt, einen Leidensabzug von 20 % vorzunehmen, da der Beschwerdeführer
nur noch leichte Hilfstätigkeiten ausüben könne und in seinen manuellen Fähigkeiten
deutlich eingeschränkt sei. Anspruch auf einen Teilzeitabzug bestehe nicht. Das
Invalideneinkommen betrage somit Fr. 32'894.-- und der Invaliditätsgrad mache 33 %
aus.
D.
Am 13. Juli 2010 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung
(Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsver
beiständung) gewährt.
E.
Mit Replik vom 30. Juli/2. August 2010 bringt der Rechtsvertreter des Beschwerde
führers vor, eine Tätigkeit, die vorwiegend mit der linken Hand ausgeführt werden
könne, gebe es nicht, da der Beschwerdeführer Rechtshänder und die rechte seine
Arbeitshand sei. Ein Folgebericht von Dr. E._ sei nicht eingeholt worden. Im Bericht
vom 7. November 2007 sei eine Eingliederungshilfe zu Unrecht als bereits erfolgt mit
eingerechnet worden. Dr. H._ habe in ihrem Verlaufsbericht vom 21. August 2008
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eine Arbeitseinschätzung ohne Eingliederungshilfe als fraglich erachtet. Es sei zu
fragen, woher die Differenz in den Arbeitsunfähigkeitsschätzungen des Psychiatrie-
Zentrums einerseits und der anderen Ärzte anderseits rühre. Der behandelnde Arzt sei
auch bei Gutachten näher mit einzubeziehen. Die Ausführungen der Beschwerde
gegnerin seien zu allgemein gehalten und würden den konkreten Sachverhalt nicht be
rücksichtigen. Sie gehe wie offenbar die Ärzteschaft des ABI von einer falschen sach
verhaltlichen Ausgangslage aus (Handverwechslung). Sie unterschätze die chronische
körperliche Begleiterkrankung. Dass die Computerisierung und Maschinisierung er
hebliche Einschränkungen bei der konkreten Zuweisung von Arbeit mit sich bringe,
sollte wenigstens bei den beruflichen Massnahmen berücksichtigt werden. Es bestehe
beim Leidensabzug die Möglichkeit einer Erhöhung auf 25 %, zumal wohl eher nur Teil
zeitarbeit in Frage komme. Zu untersuchen wäre hier Krankes, nicht Gesundes ge
wesen. Der Beschwerdeführer habe zwar vielleicht noch keinen Anspruch auf eine
Rente, aber Anspruch auf ein korrektes Verfahren.
F.
Die Beschwerdegegnerin hat am 13. August 2010 auf die Erstattung einer Duplik ver
zichtet.
G.
Das zuständige Abteilung II des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen hat
das arbeitslosenversicherungsrechtliche Urteil der Abteilung I des Gerichts betreffend
Vermittlungsfähigkeit und Arbeitslosenentschädigung des Beschwerdeführers vom
22. Dezember 2005 (AVI 2004/172 und 2005/29) beigezogen. Die Parteien haben auf
eine Stellungnahme dazu verzichtet.

Erwägungen:
1.
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1.1 Angefochten ist eine Verfügung, die nach Inkrafttreten der 5. IV-Revision am
1. Januar 2008 ergangen ist, nämlich am 27. April 2010. Der Sachverhalt reicht in
dessen in eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision zurück. Für den Rentenbeginn
anwendbar ist eine vom Bundesamt für Sozialversicherungen lückenfüllend
geschaffene (vgl. IV-Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007; vgl. Entscheid
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S M. vom 28. Oktober 2009,
IV 2009/5), vom Gericht als rechtmässig erkannte (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S F. vom 25. März 2011, IV 2009/425)
übergangsrechtlichen Norm, wonach altes Recht für Fälle gilt, in denen der
Versicherungsfall - definiert nach dem alten, ausser Kraft getretenen Recht - (nebst den
Eintritten bis 2007) spätestens im Jahr 2008 eintritt (d.h. das Wartejahr vor dem
1. Januar 2008 zu laufen beginnt und im Jahr 2008 erfüllt wird) und die Anmeldung
spätestens im Jahr 2008 erfolgte. Bezüglich eines allfälligen Rentenbeginns sind
deshalb vorliegend angesichts der IV-Anmeldung von 2003 und des Eintritts der
Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2002 die bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen
Bestimmungen anzuwenden. Für die Invaliditätsbemessung hat sich keine Änderung
der Rechtslage ergeben. Die nach Erlass der angefochtenen Verfügung eingetretenen
Rechtsänderungen sind vorliegend nicht zu berücksichtigen.
1.2 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin das Leistungs
gesuch des Beschwerdeführers von 2003 um eine Rente abgewiesen. Am 10. März
2010 hatte sie die Arbeitsvermittlung verfügungsweise (und formell rechtskräftig)
eingestellt, weil eine Eingliederung im ersten Arbeitsmarkt aufgrund der gezeigten
Leistungsfähigkeit nicht erfolgversprechend sei. Der Beschwerdeführer lässt im
Gerichtsverfahren (im Hauptstandpunkt) einzig Rentenleistungen beantragen. Strittig ist
demnach zunächst ein allfälliger Anspruch auf eine Rente. Ergäbe sich allerdings, dass
ohne Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in Frage steht, so gehörte zum
Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz
"Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht des Beschwerdeführers zu
Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe.
2.
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2.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der seit 1. Januar 2008 in Kraft stehenden Fassung)
besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu
60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf
eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf
eine Viertelsrente.
2.2 Der altrechtliche Eintritt des Rentenfalls wird durch Art. 29 Abs. 1 IVG (in der bis
31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung) geregelt. Der Rentenanspruch entsteht
(abgesehen von der hier nicht anwendbaren lit. a) frühestens in dem Zeitpunkt, in dem
die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch
schnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (lit. b). Die
einjährige Wartezeit gilt als eröffnet, sobald eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens
20 % vorliegt (AHI 1998 S. 124 E. 3c). Im Rahmen des Art. 29 Abs. 1 IVG nicht an
wendbar ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts der Grundsatz, dass bei
langdauernder Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf - oder sobald klar wird, dass
die Wiederaufnahme der bisher ausgeübten Tätigkeit nicht mehr in Frage kommt - nach
Ablauf einer gewissen Übergangsfrist auch zumutbare Tätigkeiten in einem andern
Beruf zu berücksichtigen sind. Bei der Anwendung dieser Bestimmung ist aus
schliesslich die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit zu betrachten (Ent
scheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S S. vom 23. Oktober 2003,
I 392/02, vgl. BGE 130 V 99 E. 3.2, bereits unter Hinweis auf den künftigen Art. 6 ATSG;
Bundesgerichtsentscheid i/S P. vom 27. Dezember 2007, 9C_684/07). Es genügt nach
der Rechtsprechung, dass die versicherte Person im Zeitpunkt der rechtsgenüglich er
wiesenen Verschlechterung des Gesundheitszustandes bzw. des festzusetzenden
Rentenbeginns das Wartejahr bestanden hat (Entscheid des Eidgenössischen Ver
sicherungsgerichts i/S S. vom 20. Juni 2003, I 285/02; vgl. auch 9C_684/07; eine
Änderung war mit der Anpassung des IVG an das ATSG wohl nicht beabsichtigt). Ein
wesentlicher Unterbruch der Arbeitsfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person an
mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29 IVV; Ent
scheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S K. vom 26. März 2004, I 19/04).
Auch vor der Anmeldung liegende Zeiten von Arbeitsunfähigkeit sind zu
berücksichtigen (ZAK 1966 S. 58; Ulrich Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts
ter
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zum IVG, 1. A. 1997, S. 238; BGE 117 V 26 E. 3b; BGE 121 V 264; Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S C. vom 2. März 2000, I 307/99).
2.3 Im Fall einer rückwirkenden Rentenfestsetzung ist es unter Umständen
notwendig, den Invaliditätsgrad für verschiedene zurückliegende Zeitabschnitte nach
Massgabe der jeweiligen Erwerbsunfähigkeit unterschiedlich hoch zu bemessen (vgl.
BGE 106 V 16; BGE 109 V 125). Bei einer rückwirkenden stufenweisen
Rentenzusprechung richtet sich der Zeitpunkt einer Rentenherabsetzung oder -
aufhebung ausschliesslich nach Art. 88a Abs. 1 IVV. Art. 88 Abs. 2 IVV findet keine
Anwendung (BGE 106 V 16). Nach Art. 88a Abs. 1 IVV ist die anspruchsbeeinflussende
Änderung bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit für die Herabsetzung oder
Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem
angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in
jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei
Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Der Zeitpunkt
einer Rentenerhöhung richtet sich bei rückwirkenden Zusprachen ausschliesslich nach
Art. 88a Abs. 2 IVV. Art. 88 Abs. 2 IVV findet keine Anwendung (vgl. BGE 109 V 125).
Nach Art. 88a Abs. 2 IVV ist eine anspruchsbeeinflussende Änderung bei einer
Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen, sobald sie ohne
wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat. Art. 29 IVV ist sinngemäss
anwendbar.
2.4 Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen
von Bedeutung. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu
beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in
der Folge eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeits
leistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261
E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch tat
sächlich ausübt, ist für die Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3045 des
vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen, ab 1. Januar 2012 gültigen
Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung =
KSIH).
3.
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3.1 Die Beschwerdegegnerin stellt in der angefochtenen Verfügung vom April 2010,
mit welcher sie das Gesuch des Beschwerdeführers vom August/September 2003 zu
beurteilen hatte, in medizinischer Hinsicht auf das Ergebnis der ABI-Begutachtung vom
Juni 2009 ab und errechnet bei einer Arbeitsunfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von
20 % einen Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers von 24 % (gemäss der
Beschwerdeantwort lässt sie einen Leidensabzug von 20 % zu und gelangt zu einem
Invaliditätsgrad von 33 %).
3.2 Das Gutachten erging nach Kenntnisnahme von den Vorakten und von Anamnese
und geklagten Beschwerden. Es wurden internistisch/allgemeinmedizinisch der Status
erhoben und Zusatzuntersuchungen durchgeführt. Ferner wurden in psychiatrischer,
orthopädischer und neurologischer Hinsicht spezialärztliche Untersuchungen (Teilgut
achten) getätigt, die sich jeweils auch mit früheren ärztlichen Einschätzungen aus
einandersetzten. Den orthopädischen und neurologischen Befunden wurde eine
Arbeitsunfähigkeit für körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere Tätigkeiten
ohne Belastung der rechten Hand von 20 % zugeschrieben. Aufgrund der Schmerz
symptomatik seien vermehrte Pausen notwendig. Daneben schränke eine leichte de
pressive Episode die Arbeitsfähigkeit um 20 % ein. Die (beiden) Leistungseinbussen
seien nicht zu kumulieren. - Eine abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzung gaben die
Psychiatrie-Dienste am 21. August 2008 ab. Aus psychischen Gründen sei die Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers zu 50 % eingeschränkt. Die Einschränkung sei auf
eine Persönlichkeitsänderung zurückzuführen. Es wird wohl eine Restleistungsfähigkeit
von insgesamt durchschnittlich 30 % (um durchschnittlich 40 % verminderte
Leistungsfähigkeit während verbleibender Arbeitsmöglichkeit von 50 %) postuliert. -
Was die Befunderhebung betrifft, sind vom psychiatrisch Begutachtenden - wie von
den Psychiatrie-Diensten - eine depressive Stimmungslage, ein herabgesetzter Antrieb
und Schlafstörungen festgestellt worden, daneben eine erhöhte Ermüdbarkeit. Seine
Erhebungen und Darlegungen zur zumutbaren Arbeitsfähigkeit erscheinen
nachvollziehbar. Ob das auch auf die für die Würdigung der abweichenden Diagnose
getroffenen Einschätzungen zutrifft, ist vorliegend wegen des finalen Charakters der
Invalidenversicherung nicht von wesentlicher Bedeutung, jedenfalls nicht, solange sie -
wie hier - nicht Anlass bieten, die Stichhaltigkeit insgesamt in Zweifel zu ziehen. Auf die
gutachterliche psychiatrische Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit mit 20 % kann daher
für die Zeit der Begutachtung vom Mai 2009 abgestellt werden. Gemäss dem
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Gutachten ging die psychiatrische Exploration im Übrigen auf Wunsch des
Beschwerdeführers mit einem Dolmetscher vonstatten. - In Bezug auf den somatischen
Aspekt fällt auf, dass, obwohl der Beschwerdeführer bei der orthopädischen Abklärung
von einer dreimaligen Blockade in den Jahren 2007 und 2008 an der rechten unteren
Extremität (IV-act. 71-14) berichtet hatte, und dort eine diffuse rechtsseitige
Hypästhesie an Ober- und Unterschenkel rechts (IV-act. 71-16 und 18) gefunden
worden war, keine die LWS betreffenden röntgenologischen Massnahmen getroffen
worden sind. Es ist allerdings einzuräumen, dass nach der letzten Injektion wegen der
Blockaden eine Schmerzsistierung erfolgt ist und der Beschwerdeführer diesbezüglich
offenbar keine weiteren Klagen vorbrachte. Der neurologisch begutachtende Facharzt
hatte im Unterschied zum Orthopäden festgehalten, abgesehen von der rechten oberen
Extremität bestehe kein sensibles Defizit. Der orthopädische Gutachter hielt ausserdem
dafür, der Beschwerdeführer vermöchte sicherlich mehr zu leisten, als er ihm
angegeben habe, denn die deutlichen Beschwielungen insbesondere der linken Hand
und die fehlenden Atrophiezeichen der Vorderarmmuskulatur seien untrügliche Zeichen
kürzlich erfolgter, nicht unerheblicher manueller Tätigkeit (IV-act. 71-20). Allerdings
hatte die Umfangmessung rechts (an der dominanten Hand) 24 und links 24.5 cm
ergeben. Es habe sich eine deutlich vermehrte palmare Beschwielung links, aber auch
am Daumen rechts gezeigt. Der Orthopäde legte ausserdem dar, an der zervikalen
Wirbelsäule bestünden deutliche degenerative Veränderungen samt foraminaler Enge
der rechten Seite. Für nicht geklärt hielt er allerdings die Beschwerden an der rechten
oberen Extremität und die Tatsache, dass es trotz langdauernder körperlicher
Schonung, wiederholter konservativer Therapiemassnahmen und rechtsseitiger
Infiltration HWK5/6 und einer Ganglion stellatum-Blockade nicht zu einer deutlichen
Schmerzreduktion gekommen sei. Ferner habe der Beschwerdeführer am Ende der
Untersuchung nicht über einen besonderen Schmerzzuwachs geklagt. Dass er am
Untersuchungstag kein Analgetikum eingesetzt hatte, veranlasste den Experten, die
Ausprägung des Leidensdrucks zu hinterfragen. Insgesamt hielt der orthopädische
Gutachter dafür, es bestünden klare Hinweise für eine Ausweitung der
Schmerzproblematik. Auch wenn diese Begründungsstränge teilweise nicht ohne
weiteres stringent erscheinen, ist doch insgesamt das Ergebnis der Abklärung
überzeugend, so dass darauf für den Zeitpunkt der Begutachtung vom Mai 2009
abgestellt werden kann. Immerhin hat auch Dr. H._ dem Beschwerdeführer im
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November 2007 eine Arbeitsfähigkeit von 80 % attestiert und am 21. Juli 2008 eine
Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit befürwortet, wobei sie eine Arbeitsfähigkeit von
100 % für fraglich hielt.
3.3 Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von 80 % kann als wirtschaftlich ver
wertbar betrachtet werden, ist doch hypothetisch von einer ausgeglichenen Arbeits
marktlage auszugehen (vgl. Art. 16 ATSG), bei welcher die verfügbaren Arbeitsplätze
dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen (AHI 1998 S. 291 E. 3b). Der ausge
glichene Arbeitsmarkt dient dazu, die Risiken Arbeitslosigkeit und Invalidität von
einander abzugrenzen (vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/
S C. vom 16. Juli 2003, I 758/02; BGE 110 V 276 E. 4b). Ein solcher Arbeitsmarkt be
inhaltet von seiner Struktur her sowohl bezüglich der beruflichen und intellektuellen
Voraussetzungen als auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes einen Fächer ver
schiedenartiger Stellen (Bundesgerichtsentscheid i/S J. vom 24. April 2012, 8C_869/11;
ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b). Die Gerichtspraxis geht davon aus, dass der ausgeglichene
Arbeitsmarkt selbst für Personen, welche funktionell als Einarmige zu betrachten sind
und überdies nur noch leichte Arbeiten verrichten können, genügend realistische Be
tätigungsmöglichkeiten bietet (Bundesgerichtsentscheid i/S V. vom 29. März 2012,
8C_94/12). Zwar hat Dr. H._ am 21. August 2008 einen geschützten Arbeitsplatz für
den Beschwerdeführer als wünschenswert bezeichnet, doch ist aufgrund des
Gutachtens für die betreffende Zeit nicht damit zu rechnen, dass seine Einsatzmöglich
keiten so eingeschränkt gewesen sind, dass eine Erwerbstätigkeit realitätsfremd er
schiene.
3.4 Gemäss IK-Auszug verdiente der Beschwerdeführer im Jahr 2001 Fr. 48'950.--
(nach einem Rückgang von Fr. 50'445.-- im Spitzenjahr 1999). Der statistische Brutto
durchschnittslohn von Männern für einfache und repetitive Tätigkeiten (Anforderungs
niveau 4) im privaten Sektor lag in jenem Jahr bei Fr. 56'883.-- (vgl. Anhang 2 der Text
ausgabe Invalidenversicherung, Gesetze und Verordnungen, 2008, herausgegeben von
der Informationsstelle AHV/IV, S. 204, basierend auf der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung LSE des Bundesamtes für Statistik). Da der Beschwerdeführer
somit unterdurchschnittlich verdiente, aber keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass
er sich aus freien Stücken mit einem bescheidenen Einkommensniveau hätte begnügen
wollen, kann für das Valideneinkommen und für den Ausgangspunkt zur Bestimmung
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des Invalideneinkommens vom selben Wert ausgegangen werden. Der Invaliditätsgrad
entspricht unter solchen Verhältnissen dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Be
rücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (Entscheide des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i/S M. vom 8. Juni 2005, I 552/04 E. 3.4, und i/S Z. vom
19. November 2003, I 479/03 E. 3.1).
3.5 Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre
gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur
mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist ein Abzug von den
Tabellenlöhnen zu machen. Mit dem behinderungsbedingten Abzug wird in der Praxis
dem Umstand Rechnung getragen, dass versicherte Personen, die in ihrer letzten
Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten, nach Eintritt des Gesundheitsschadens
auch für leichtere Arbeiten nur beschränkt einsatzfähig sind, dass sie - unabhängig von
der früher ausgeübten Tätigkeit - als gesundheitlich Beeinträchtigte im Rahmen leichter
Hilfsarbeitertätigkeiten nicht mehr voll leistungsfähig sind oder dass weitere
persönliche und berufliche Merkmale wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit,
Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die
Höhe des Lohnes haben können. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der
Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter
Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf
höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen. Dabei ist zu beachten, dass
allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen beachtete
invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten Leidensabzuges nicht
nochmals berücksichtigt werden dürfen (vgl. zum Ganzen: BGE 134 V 322 E. 5.2 und
BGE 126 V 75). - Die Beschwerdegegnerin hat in der Beschwerdeantwort einen
Leidensabzug von 20 % befürwortet. Seit BGE 126 V 75 hat die bundesgerichtliche
Praxis bei Versicherten, welche - wie der Beschwerdeführer - ihre dominante Hand
gesundheitlich bedingt nur sehr eingeschränkt, z.B. als unbelastete Zudienhand,
einsetzen können, regelmässig einen Abzug von 20 % oder sogar 25 % vorgenommen
oder als angemessen bezeichnet (Bundesgerichtsentscheid i/S M. vom 17. September
2008, 9C_418/08). In das Ermessen der Verwaltung braucht nicht eingegriffen zu
werden. - Der Invaliditätsgrad stellt sich demnach auf 36 % (100 % - 0.80 x 80 %).
Unter Berücksichtigung der Parallelisierungsaussparung von 5 % gemäss BGE 135
V 297 ergäbe sich ein Invaliditätsgrad von gerundet 32 % (Fr. 48'950.--
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Valideneinkommen, Fr. 33'128.-- Invalideneinkommen [statt 14 nur 9 %
Minderverdienst, von Fr. 56'883.-- ausgehend). Eine rentenbegründende Höhe
erreichte der Invaliditätsgrad daher in der Zeit der Begutachtung nicht.
4.
4.1 Das ABI hatte im Gutachten erklärt, die (volle) Arbeitsunfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit bestehe seit dem Unfall im August 2002. Für die angepasste Tätig
keit könne seither keine länger andauernde Arbeitsunfähigkeit von mehr als 20 % be
stätigt werden. Einen Verlauf der gesundheitlichen Beeinträchtigung und der Arbeits
fähigkeit in den vergangenen fast sieben Jahren beschrieb es nicht.
4.2 Die Akten zeigen aber Folgendes: Der Beschwerdeführer war nach dem Unfall
vom 16. August 2002 in seiner bisherigen Tätigkeit unbestrittenermassen zu 100 %
arbeitsunfähig. Wie den UV-Unterlagen zu entnehmen ist, konnte bis Dezember 2002
die am 7. November 2002 von kreisärztlicher Seite vorgesehene Arbeitsfähigkeit in der
bisherigen Tätigkeit als B._ von 50 % noch nicht verwirklicht werden. In der Klinik
Bellikon war im Februar 2003 keine psychische Störung von Krankheitswert gefunden
worden. Die Art, sich zu präsentieren, sei mit einer Symptomausweitung bzw.
Selbstlimitierung vereinbar, aber keineswegs beweisend dafür. Unter neurologischem
Aspekt war im März 2003 festgehalten worden, sämtliche Befunde seien durch die
Schmerzausstrahlung der amputierten Finger noch zu erklären. Es war weiterhin eine
volle Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Auch bei der kreisärztlichen Abschlussunter
suchung vom 4. Juli 2003 war festgestellt worden, dass dem Beschwerdeführer die
bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei. Dabei ist es auch geblieben (vgl. ABI-
Begutachtung). Eine ganztägige Beschäftigung in einem adäquaten beruflichen Umfeld
mit Arbeitseinsätzen der linken Hand und angepassten Zudientätigkeiten der rechten
Hand hatte der Kreisarzt damals (am 4. Juli 2003) hingegen als zumutbar bezeichnet.
Der Beschwerdeführer hat ab August 2003 zwar Arbeitslosenentschädigung für eine
Arbeitsfähigkeit von lediglich 50 % beantragt, doch ist auf die medizinische
Arbeitsfähigkeitsschätzung des Kreisarztes abzustellen, da sie überzeugend erscheint.
Es ist deshalb davon auszugehen, dass bei Ablauf einer erstmöglichen Wartezeit im
August 2003 zwar noch volle Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit, aber volle
Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten bestand, weshalb sich selbst unter
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Berücksichtigung des maximalen Abzugs kein rentenbegründender Invaliditätsgrad
ergab und kein Rentenanspruch entstand.
4.3 Im Dezember 2003 musste sich der Beschwerdeführer einer Nachoperation
unterziehen. Dr. E._ attestierte ihm im Arztbericht vom 1. Dezember 2003 eine volle
Arbeitsunfähigkeit auch für adaptierte Arbeit. Wie dem Sachverhalt des arbeitslosen
versicherungsrechtlichen Entscheids (AVI-Entscheid) vom 22. Dezember 2005 be
treffend den Beschwerdeführer zu entnehmen ist, hat der Arzt dies in einem weiteren
ärztlichen Zeugnis vom 15. Dezember 2003 (für die Zeit bis voraussichtlich Ende März
2004) bestätigt und hat die Unfallversicherung ab 8. Dezember 2003 bis Ende Juni
2004 wieder ein Taggeld für volle Arbeitsunfähigkeit ausgerichtet. Im Juli 2004
betrachtete die Unfallversicherung den Beschwerdeführer noch als zu 50 %
arbeitsunfähig (vgl. IV-act. 29-1 und AVI-Entscheid), ab August 2004 richtete sie keine
Leistungen mehr aus (vgl. IV-act. 33). - Bei dieser Sachlage ist - in Abweichung von der
Einschätzung des ABI ("keine länger andauernde Arbeitsunfähigkeit in höherem
Ausmass") - eine lang dauernde volle Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers in
adaptierter Tätigkeit anzunehmen. Angesichts dieser vollen Arbeitsunfähigkeit selbst in
adaptierter Tätigkeit ab Dezember 2003 ist ab diesem Zeitpunkt auch von einer vollen
Erwerbsunfähigkeit auszugehen. Da in einem Wartejahr davor (Dezember 2002 bis
Dezember 2003, immer noch) volle Arbeitsunfähigkeit als B._ gegeben war und
berufliche Massnahmen, die den Rentenanspruch noch hätten senken können, damals
nicht möglich waren (also ganze Invalidität vorlag), entstand nach der oben (E. 2.2)
erwähnten Rechtsprechung im Dezember 2003 Anspruch auf eine ganze Rente. Die
angefochtene Verfügung ist demnach als unrichtig aufzuheben.
5.
5.1 Bei der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 29. Juni 2004 (UV-Akten)
wurde festgehalten, es bestehe weiterhin eine verminderte Belastbarkeit und einge
schränkte Funktions- und Einsatzfähigkeit der rechten Hand. Eine gewisse
Ressourcenmobilisationsfähigkeit sei bei dem differenzierten Beschwerdeführer trotz
teilweise beträchtlicher Selbstlimitation und Fixation auf die Verletzungsfolgen im
Bereich der rechten Hand möglich. Es seien ihm leichtere Beschäftigungen,
insbesondere in einem adäquaten beruflichen Umfeld ganztags zumutbar. Ab Juli 2004
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lebe eine Teilvermittlungsfähigkeit von 50 %, im August 2004 die volle
Vermittlungsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit wieder auf. Nach der Aktenlage hat die
Unfallversicherung (im Sinn der früher vorgesehenen Übergangsfrist) bis Januar 2005
einen Erwerbsunfähigkeitsgrad von 20 % und von Februar 2005 bis Juli 2006 einen
solchen von 10 % angenommen. Das Kantonale Spital C._ hatte am 13. Mai 2004
(UV-Akten) berichtet, es sei gut vorstellbar, dass der Beschwerdeführer noch
Schmerzen habe. Verhängnisvoll sei, dass die Schmerzen im Cerebrum wahrscheinlich
schon so stark eingraviert seien, dass sie kaum wegzubekommen seien. Nachdem der
Beschwerdeführer nun sehr viel mit der Hand gearbeitet habe, habe man ihm
empfohlen, keine speziellen Hand-Übungen mehr durchzuführen. Da er nachts offenbar
fast alle zehn bis fünfzehn Minuten aufwache und über starke Spannungsschmerzen im
Hals- und Nackenbereich klage, dränge sich eine Behandlung mit einem
Psychopharmakon auf. Am 29. Juni 2004 berichtete das Kantonale Spital C._, der
Beschwerdeführer könne nun wenigstens etwa drei bis vier Stunden hintereinander
schlafen; sobald er erwache, verspüre er Schmerzen in der rechten Hand. Positiv
aufgefallen sei, dass die Schulter etwas lockerer geworden sei. - Im September 2004
meldete sich der Beschwerdeführer wieder beim RAV an, im Februar 2005 gelangte er
erneut an die Invalidenversicherung. Vom 7. März 2005 bis 8. Dezember 2006 hatte er
in der Folge vollzeitlich in einem befristeten Arbeitsverhältnis
(Beschäftigungsprogramm) gestanden.
5.2 Ärztliche Berichte liegen aus der Zeit ab Juli 2004 bis April 2007 mit Ausnahme
eines Berichts von Dr. med. I._, Neurologie FMH, vom 6. Oktober 2004 (IV-
act. 44-16) und von PD Dr. med. J._, Facharzt FMH für Neurologie, vom 17. August
2006 (IV-act. 44-14 f.) keine mehr vor. Dr. I._ hatte klinisch und neurographisch Be
funde eines leichteren - im sensiblen Bereich mässigen - CTS rechts festgestellt. Der
Nervus ulnaris sei im Sulcus grenzwertig beeinträchtigt (wohl Druckschädigung). Nach
PD Dr. J._ waren damals ein komplexes regionales Schmerzsyndrom und ein leichtes
Carpaltunnelsyndrom rechts festzustellen gewesen. Eine Arbeitsfähigkeitsschätzung
haben beide Ärzte nicht abgegeben. - Die medizinische Aktenlage lässt darauf
schliessen, dass der Beschwerdeführer ab August 2004 in adaptierter Tätigkeit volle
Arbeitsfähigkeit erreichen konnte. Mit voller Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit
ergibt sich (wie oben festgehalten) kein rentenbegründender Grad an Invalidität mehr.
Gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV ist der Rentenanspruch somit drei Monate nach der Ver
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besserung, d.h. auf den 30. November 2004, einzustellen. - Angemerkt werden kann,
dass gemäss der Arbeitgeberbescheinigung der Lohn (Stundenlohn von Fr. 18.40) des
Beschwerdeführers für die vom März 2005 bis Dezember 2006 tatsächlich erbrachte
Arbeit in einem Beschäftigungsprogramm seiner Leistung entsprach. Mit gewissen
Tätigkeiten (z.B. als Chauffeur mit Schaltgetriebe) hat er dort allerdings wohl teilweise
über das zumutbare Mass hinaus gearbeitet bzw. ungeeignete, weil schmerzfördernde
Arbeit geleistet.
6.
Am 23. April 2007 hatte gemäss Bericht vom 24. April 2007 (IV-act. 44-13) wegen
rezidivierender, zum Teil heftigster Nackenschmerzen und Einschlafstörungen (zeit
weise mit Brachialgie medial und Sensibilitätsstörung Dig. IV/V rechts) ein radio
logischer Untersuch (HWS ap/lateral/Dens transbuccal) stattgefunden, der ausgeprägte
degenerative Veränderungen im Segment HWK5/6 und eine Streckfehlhaltung der
HWS ergab. Am 1. Mai 2007 (IV-act. 44-12) hat Dr. med. K._, Handchirurgie FMH,
von einem chronischen Schmerzsyndrom berichtet. Arbeitsfähigkeitsschätzungen sind
in beiden Berichten nicht enthalten. Am 29. August 2007 hielt der UV-Kreisarzt (befasst
mit den unfallkausalen Beschwerden) fest, es bestehe ein ausgesprochen stark chroni
fiziertes Schmerzsyndrom an der rechten Hand mit erheblichem Beschwerdeaus
weitungscharakter, ausserdem ein beträchtliches Krankheitsbewusstsein mit ent
sprechendem Gesundheitsdefizit bei erkennbarer sozio-ökonomischer Problematik.
Eine ausdrückliche Arbeitsfähigkeitsschätzung gab er nicht ab. Dr. H._ beschrieb in
ihrem Arztbericht vom 13. November 2007 eine gewisse Besserung der Schmerz
situation (durch medikamentöse und Serien von physiotherapeutischer Behandlung).
Leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne Überkopfarbeiten und mit wenig Belastung
für die Nacken- und Schulterpartien und die rechte Hand seien mit einer Einschränkung
um ca. 20 % zumutbar. Es rechtfertigt sich unter diesen Umständen die Annahme,
dass ab April 2007 diese Einschränkung in adaptierter Tätigkeit, wie sie auch vom
Gutachten eingeschätzt wurde, wieder eingetreten ist. Ein Rentenanspruch ergibt sich
bei dieser Arbeitsfähigkeit nicht.
7.
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7.1 Im August 2009 berichteten sowohl die Psychiatrie-Dienste wie Dr. H._
von einer (starken bzw. akuten) Verschlechterung des Gesundheitszustands. Die
Psychiatrie-Dienste gaben an, die leichte depressive Episode erreiche nun einen
mittleren bis schweren Ausprägungsgrad, Dr. H._ stellte eine schwere Depression
und Suizidalität fest. Nach Angaben der Psychiatrie-Dienste hat die zusätzliche
Aufnahme einer Tätigkeit im Elektrorecycling ab dem 27. Juli 2009 zu einer Über
forderung und zu dadurch bedingtem ausgeprägtem Lebensüberdruss geführt, sodass
ab dem 30. Juli 2009 ein stationärer Behandlungsrahmen notwendig geworden war.
Die Hospitalisation dauerte nach der Aktenlage bis zum 18. September 2009 (IV-
act. 86). In der Folge fand auf Veranlassung der Beschwerdegegnerin vom 19. Oktober
bis 18. Dezember 2009 eine berufliche Abklärung statt. Bei dieser Abklärung zeigte
sich, dass der Beschwerdeführer, der sehr viel Engagement und Wille gezeigt habe, bei
allen Arbeiten (fein- und grobmotorisch) schnell an die Grenze der körperlichen
Belastbarkeit gekommen sei. Trotz der hohen Schmerzbelastung habe er stets
versucht, bis zum Arbeitsende durchzuhalten, was ihm nicht immer gelungen sei. Er
habe die unterbrochene Arbeit aber jeweils am nächsten Tag wieder aufgenommen
und versucht, für sich neue Strategien zu finden, wie er länger durchhalten könne.
Aufgrund seiner gesundheitlichen Einschränkung habe er viele Tätigkeiten nur
einhändig verrichten können, was zu einer Minderung des Tempos geführt habe. Er sei
darauf bedacht gewesen, die lädierte Hand als Haltehand einzusetzen, was aber wegen
der entsprechenden Fehlbelastung zu Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich
geführt habe.
7.2 Der RAD befürwortete daraufhin, bei der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung gemäss
dem ABI-Gutachten zu bleiben. Es sei keine andauernde wesentliche Verschlechterung
des Gesundheitszustands auszumachen. Die stark eingeschränkte Leistungsfähigkeit
müsse auf die bekannte, in den medizinischen Akten immer wieder erwähnte Selbst
limitation und Fixation auf die Verletzungsfolgen im Bereich der rechten Hand zurück
geführt werden. - Dieser Einschätzung stehen zum einen die beiden erwähnten ärzt
lichen Zeugnisse (vgl. auch noch IV-act. 100 f.) gegenüber, welche übereinstimmend
von einer wesentlichen Verschlechterung des Gesundheitszustands des Beschwerde
führers berichten. Das kann nicht ausser Acht gelassen werden, auch wenn die Psychi
atrie-Dienste die Arbeitsunfähigkeit unverändert auf mindestens 50 % veranschlagten.
Dr. H._, die den Beschwerdeführer früher noch als zu 80 % arbeitsfähig bezeichnet
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hatte, attestierte ihm am 16. März 2010 (IV-act. 100) lediglich noch eine Arbeitsfähigkeit
von 50 % in geschütztem Rahmen. Zum andern ist eine stationäre Behandlung
erforderlich geworden. Vom Einholen eines ärztlichen Berichts der behandelnden Klinik
Z._ hat die Beschwerdegegnerin abgesehen. Bei der zwei Monate dauernden
Arbeitsabklärung nach dem Klinikaustritt wurde im Weiteren eine Leistungsfähigkeit
des Beschwerdeführers von 30 bis 40 % festgestellt. Seine Einschränkung wurde von
der Bericht erstattenden Person als körperlich bedingt wahrgenommen.
7.3 Die Leistungseinschränkung anhand einer blossen Aktenwürdigung ohne weiteres
auf Selbstlimitierung zurückführen zu wollen, geht bei diesen Gegebenheiten nicht an.
Wohl wurde in der Gesamtbeurteilung des ABI-Gutachtens (IV-act. 71-25) im Juni 2009
geschlossen, es sei eine deutliche Selbstlimitierung und Diskrepanz zwischen den
angegebenen Beschwerden, den Untersuchungsbefunden und dem spontanen Ver
halten des Beschwerdeführers festzustellen gewesen. Der UV-Kreisarzt hatte im
August 2007 einen erheblichen Beschwerdeausweitungscharakter beschrieben. Schon
im Juli 2003 hatte er von einem uneinheitlichen, ausgeweiteten, therapieresistenten
Schmerzsyndrom mit nicht einstufbarer Selbstlimitation und Fixation auf die
Verletzungsfolgen berichtet. In der Klinik Bellikon war im Februar 2003 aber festgestellt
worden, die Art, sich zu präsentieren, sei mit einer Symptomausweitung bzw.
Selbstlimitierung vereinbar, aber keineswegs beweisend dafür. Unter neurologischem
Aspekt waren im März 2003 sämtliche Befunde als durch die Schmerzausstrahlung der
amputierten Finger noch erklärbar bezeichnet worden. Der Psychiater des ABI hat im
Juni 2009 in seiner Teilbeurteilung ebenfalls erklärt, eine deutlich ausgeprägte
Symptomausweitung mit diffusen Schmerzen im Bewegungsapparat liege nicht vor (IV-
act. 71-12). Nachdem der Beschwerdeführer im April 2007 über starke
Nackenschmerzen geklagt hatte, waren des Weiteren bei einem MRI (IV-act. 44-13)
ausgeprägte degenerative Veränderungen im Segment HWK5/6 (mit foraminaler
Einengung) und eine Streckfehlhaltung der HWS gefunden worden. Die Schilderung
eines guten Leistungswillens des Beschwerdeführers im Abklärungsbericht
Verzahnungsprogramm erscheint ausserdem nachvollziehbar, hat doch auch Dr. H._
am 13. November 2007 (IV-act. 44-6) dargelegt, der Beschwerdeführer habe nie von
sich aus eine Invalidisierung angesprochen, sondern sich zusammen mit dem RAV um
eine Reintegration bemüht. Er habe immer einen grossen Willen gezeigt, seine
Schmerzen zu überwinden und zu arbeiten. Er wolle sehr gern arbeiten können, auch
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um von den Schmerzen abgelenkt zu sein. Es zeigt sich denn auch aufgrund der Akten,
dass der Beschwerdeführer die Arbeitsgelegenheiten genutzt hat.
7.4 Ohne ergänzende Abklärungen lässt sich die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers für die Zeit ab der geltend gemachten Verschlechterung des Zustands dem
nach nicht ausreichend zuverlässig beurteilen. Die Darlegungen im Arztbericht der
Psychiatrie-Dienste vom 24. März 2010 (IV-act. 101) werfen die Frage auf, ob sich
allenfalls eine somatische Veränderung (von Seiten der Einengung des Neuroforamens)
ergeben haben könnte. Es wird erwogen, es könne zurzeit nicht beurteilt werden, ob
die paradoxe Reaktion auf die Nervenwurzelinfiltration ein psychisches Symptom
gewesen sei oder ob es sich um eine Fehlinfiltration gehandelt habe. Die
diesbezügliche Arbeitsunfähigkeit könne von der psychiatrischen Stelle nicht beurteilt
werden. Unter psychiatrischem Gesichtspunkt wurde vom Einsatz
psychotherapeutischer Gespräche und medikamentöser Behandlung und neu von
sozialarbeiterischer Unterstützung infolge eines massiven sozialen Rückzugs berichtet.
Die Sache ist daher zur Vornahme zusätzlicher medizinischer Abklärungen für die Zeit
ab Juli 2009 an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
8.
8.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung
der angefochtenen Verfügung vom 27. April 2010 teilweise gutzuheissen. Dem Be
schwerdeführer ist für die Zeit vom 1. Dezember 2003 bis 30. November 2004 eine
ganze Rente zuzusprechen. Was den Sachverhalt in der Zeit ab Juli 2009 betrifft, ist die
Sache zur Vornahme ergänzender medizinischer Abklärungen und zu entsprechender
neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
8.2 Der Verfahrensausgang entspricht insgesamt einem weitgehenden Obsiegen des
Beschwerdeführers: Für eine zurückliegende, allerdings befristete Zeit ergab sich ein
Rentenanspruch. Eine Rückweisung zur weiteren Abklärung der Streitsache und an
schliessender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin, wie vorliegend für den
Sachverhalt ab Juli 2009 angeordnet, stellt praxisgemäss aus prozessualer Sicht in
Bezug auf die Kosten ein vollständiges Obsiegen dar (vgl. SVR 1995 IV Nr. 51 S. 143;
ZAK 1987 S. 266 E. 5a). Die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung (Befreiung
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von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung)
vom 13. Juli 2010 ist damit obsolet geworden.
8.3 Angesichts des Unterliegens der Beschwerdegegnerin rechtfertigt es sich, ihr die
Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
gelegt werden (Art. 69 Abs. 1 IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP/
SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen.
8.4 Der Beschwerdeführer hat bei diesem Ausgang des Verfahrens gegenüber der
Beschwerdegegnerin Anspruch auf Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff.
VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand angemessen
erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP