Decision ID: da61a7d6-b3a2-4fb0-a009-d91ffb6a4ac4
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X ist Eigentümer des Grundstücks Nr. 000 an der X-Strasse 00 in der politischen
Gemeinde A. Das Grundstück mit einer Fläche von 1'567 m ist mit dem
Einfamilienhaus Vers.-Nr. 000 überbaut. Es wurde im Rahmen der alle zehn Jahre
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stattfindenden ordentlichen Neubeurteilung am 23. Juni 2011 mit einem Mietwert von
Fr. 38'940.-- und einem Verkehrswert von Fr. 1'110'000.-- geschätzt. Diese
Steuerwerte wurden X durch das Gemeindesteueramt A mit Verfügung vom 1. Juli
2011 eröffnet. Aus den beigelegten Berechnungsgrundlagen waren die Ermittlung des
Mietwertes von Fr. 38'940.-- anhand eines Ansatzes von Fr. 100.-- pro Monat für die
Garage und eines Ansatzes von Fr. 185.-- pro m für die Nutzfläche von 204 m des
Einfamilienhauses sowie der Realwert von Fr. 1'434'000.-- und der Ertragswert von
Fr. 649'000.-- ohne weitere Berechnungsdetails und der Faktor von 0,7 für die
Gewichtung des Ertragswertes im Verhältnis zum Realwert bei der Bestimmung des
Verkehrswertes ersichtlich.
Am 13. Juli 2011 erhob X Einsprache gegen die Schätzung und ersuchte um
Verlängerung der Frist zur Begründung nach Zustellung der vollständigen Details zur
Berechnung des Realwertes, des Ertragswertes und des Verkehrswertes sowie der
Vergleichsberechnungen der Nachbarliegenschaften X-Strasse 00 und X-Strasse 0.
Das Steueramt A teilte ihm am 19. Juli 2011 weitere Details der Berechnung mit,
nämlich den Kapitalisierungssatz von 6% zur Ermittlung des Ertragswertes auf der
Basis des Mietwertes, Neu-, Minder- und Zeitwerte des Gebäudes und der Umgebung
sowie den Landwert des Umschwungs von 1'032 m , ermittelt auf der Basis einer
Lageklassenziffer von 4,2, und des Mehrumschwungs von 400 m zu einem Ansatz von
Fr. 150.-- pro m . Die Berechnungen zu den Nachbarliegenschaften wurden nicht
bekannt gegeben.
Am 25. Juli 2011 verlangte X, es seien ihm die detaillierten Berechnungsunterlagen zur
Lageklassenbestimmung und die entsprechenden Berechnungen der
Nachbarliegenschaften X-Strasse 00 und S-Strasse 0 zuzustellen. Er bat zudem, ihm
die Rechtsgrundlagen bzw. das entsprechende Merkblatt bzw. die Weisung über die
Anwendung des Kapitalisierungssatzes (langfristiger mittlerer Zinssatz von derzeit
3,5%) zu nennen. Sollte die Herausgabe der Unterlagen verweigert werden, sei eine
anfechtbare Verfügung zu erlassen. Am 13. September 2011 gab ihm das kantonale
Steueramt die von einer privaten Unternehmung sowie von der Gemeinde A erhobenen
Mietwerte für Einfamilienhäuser in A bekannt, wies jedoch das Auskunftsgesuch
betreffend die Nachbargrundstücke ab. Zur Begründung wurde auf die geltenden
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Richtlinien des kantonalen Steueramtes und der Gebäudeversicherungsanstalt vom
5. Februar 2009 betreffend Auskünfte über Grundstückschätzungen verwiesen.
B.- X erhob gegen den Entscheid des kantonalen Steueramtes vom 13. September
2011 mit Eingabe vom 20. September 2011 (Postaufgabe: 21.09.11) Rekurs bei der
Verwaltungsrekurs-kommission mit den Anträgen, der angefochtene Entscheid sei
unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen,
alle zum Nachvollzug der Lageklassenziffer von 4,2 relevanten Unterlagen und die
detaillierten "Berechnungsgrundlagen Steuerwerte" der Nachbargrundstücke X-Strasse
00 und X-Strasse 0 herauszugeben. Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung
vom 25. Oktober 2011, der Rekurs sei unter Kostenfolge abzuweisen. Der Rekurrent
äusserte sich dazu mit Eingabe vom 5. November 2011. Auf die Ausführungen der
Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge wird, soweit erforderlich, in den

Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen.
Anfechtungsobjekt ist nicht der Entscheid über die Einsprache gegen eine Verfügung
über die Grundstückwerte im Sinn von Art. 180 Abs. 1 des Steuergesetzes (sGS 811.1,
abgekürzt: StG). Der Rekurrent wendet sich vielmehr gegen den Entscheid des
kantonalen Steueramtes, ihm im Einspracheverfahren gegen die verfügten Steuerwerte
bestimmte Unterlagen nicht offen zu legen. Damit rügt er eine Verletzung des
Akteneinsichtsrechts, über welches die Vorinstanz in der angefochtenen und
selbständig anfechtbaren Zwischenverfügung entschieden hat (vgl. Richner/Frei/
Kaufmann/ Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, N 46 zu Art. 131 des
Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG, und N 34
zu Art. 132 DBG). Einspracheentscheide betreffend die besondere Verfügung über die
Grundstückwerte sind gemäss Art. 194 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 180 StG bei der
Verwaltungsrekurskommission anfechtbar. Da Zwischenverfügungen bei der für die
Hauptsache zuständigen Instanz anfechtbar sind, ist die Verwaltungsrekurskommission
zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur Rekurserhebung ist gegeben. Der
Rekurs vom 20. September 2011 (Postaufgabe: 21.09.11) ist rechtzeitig innerhalb der
30-tägigen Rekursfrist eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher
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Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Der Rekurrent rügt eine Verletzung des Akteneinsichtsrechts hinsichtlich der
Kriterien, die bei der Landbewertung zur Annahme einer Lageklassenziffer von 4,2
führten. Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Zwischenverfügung zur Ermittlung der
Lageklassenziffer keine Stellung bezogen und dem Rekurrenten die Einsicht in die
entsprechenden Berechnungsgrundlagen damit im Ergebnis verweigert.
Im Verfahren vor den Steuerbehörden kann der Betroffene gemäss Art. 165 Abs. 1 StG
Akten, die er eingereicht oder unterzeichnet hat, einsehen; die übrigen Akten stehen
ihm nach abgeschlossener Ermittlung des Sachverhaltes zur Einsicht offen, soweit
nicht öffentliche oder private Interessen entgegenstehen. Die Regelung entspricht den
Vorgaben des Art. 41 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der
direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (SR 642.14, abgekürzt: StHG) und deckt
sich inhaltlich mit Art. 114 Abs. 1 und 2 DBG. Der Anspruch auf Akteneinsicht besteht
auch im Einspracheverfahren (vgl. Art. 181 Abs. 1 StG). Das Akteneinsichtsrecht
umfasst in laufenden Verfahren alle Akten, welche die Behörde für ihren Entscheid
verwendet (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 30 zu Art. 114 DBG).
Allgemein fordert das rechtliche Gehör, dass auch interne Akten einsehbar sind, wenn
ihr Einfluss auf den Ausgang des Verfahrens nicht auszuschliessen ist. Eingesehen
werden dürfen deshalb alle Akten, welche geeignet sind, Grundlage des späteren
Entscheides zu bilden. Dass die Akten im konkreten Verfahren tatsächlich als
Beweismittel herangezogen werden, ist nicht erforderlich (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/
Meuter, a.a.O., N 33 zu Art. 114 DBG).
Die Vorinstanz hat für die Schätzung des Landwertes auf die Lageklassenmethode
abgestellt und zur Bestimmung des Verhältnisses zwischen Baukosten und Landwert
für das Grundstück des Rekurrenten eine Lageklassenziffer von 4,2 festgelegt. Diese
Bewertung wurde dem Rekurrenten mit den Berechnungsgrundlagen der Schätzung
am 19. Juli 2011 mitgeteilt (vgl. act. 6-1.04). Gemäss den von der Vorinstanz
angewendeten Schätzungsrichtlinien ergibt sich die Ziffer aus dem Durchschnitt der
Einstufung des zu schätzenden Grundstücks in eine Rangordnung zwischen 1 und 10
nach insgesamt fünf Kriterien, nämlich dem Standort, der Nutzung, der Wohnlage, der
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Erschliessung und den Marktverhältnissen (vgl. Art. 9 Abs. 1 der Verordnung über die
Durchführung der Grundstückschätzung, sGS 814.11, abgekürzt: VGS; Schweizerische
Vereinigung kantonaler Grundstückbewertungsexperten und Schweizerische
Schätzungsexperten-Kammer/Schweizerischer Verband der Immobilientreuhänder
[Hrsg.], Das Schweizerische Schätzerhandbuch, Ausgabe 2005, nachfolgend:
Schätzerhandbuch, Tabelle 10, S. 244). Die Festlegung der Lageklassenziffer anhand
dieser Kriterien stellt einen wesentlichen Schritt auf dem Weg zur Ermittlung des
Landwertes und damit des Verkehrswertes eines Grundstücks dar und gehört damit
zur Begründung der Schätzung (vgl. die Darstellung auf dem früheren
Schätzungskataster; act. 6-3.10).
Indem die Vorinstanz dem Rekurrenten die Details zur Ermittlung der Lageklassenziffer
von 4,2 für sein Grundstück nicht bekannt gegeben hat, hat sie deshalb seinen
Anspruch auf Akteneinsicht verletzt. Unbehelflich ist insbesondere der Einwand der
Vorinstanz, der Rekurrent hätte die Einzelheiten telefonisch in Erfahrung bringen
können. Der Rekurrent hat mehrfach schriftlich um die entsprechenden Angaben
ersucht. Die Einstufungen des Grundstückes anhand der einzelnen Kriterien sind
elektronisch erfasst und hätten dem Rekurrenten als Ausdruck ohne Weiteres
ausgehändigt werden können. Mittlerweile hat die Vorinstanz in der Vernehmlassung
zum Rekurs die Einstufungen des Grundstückes nach den fünf Kriterien, nämlich
Standort (Dorf in wichtiger Region) 3,5, Nutzung (Wohnzone) 5, Wohnlage (Attraktivität)
5, Erschliessung (öffentlicher Verkehr) 3,5, Marktverhältnisse (Angebot und Nachfrage
für das betreffende Objekt) 4, bekannt gegeben. Das Schätzerhandbuch ist allgemein
zugänglich und Auszüge, beispielsweise die angewendete Tabelle 10, können dem
Rekurrenten soweit erforderlich in Form von Kopien zugänglich gemacht werden. Einen
Anspruch auf die einzelnen Detailangaben, welche den Einstufungen der fünf
Lageklassen-Kriterien zugrundeliegen, hat der Rekurrent hingegen nicht. Die
Schätzungsbehörde hat die detaillierten Kriterien mitzuteilen. Die einzelnen Elemente,
weshalb bspw. eine Wohnlage als "mittel" oder als "gut" eingeschätzt wird, sind nicht
Teil der Akten und der Schätzungsunterlagen. Diese festzuhalten würde den Rahmen
einer Schätzung sprengen. Der Eigentümer ist aufgrund der Bekanntgabe der
vorliegend vermerkten Kriterien ohne weiteres imstande, ein Rechtsmittel gegen eine
Schätzung zu begründen.
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Aus dem Gesagten folgt, dass dem Rekurrenten in der Vernehmlassung die zum
Nachvollzug der Lageklassenziffer relevanten Unterlagen eröffnet wurden, weshalb der
Rekurs in diesem Punkt gegenstandslos geworden ist. Die Verletzung des
Einsichtsrechts ist jedoch bei der Kostenverlegung zu berücksichtigen (vgl. dazu
nachfolgend E. 4).
3.- Der Rekurrent beantragt sodann, es seien ihm die detaillierten
"Berechnungsgrundlagen Steuerwerte" der Nachbargrundstücke X-Strasse 00 und X-
Strasse 0 herauszugeben.
a) Der Rekurrent macht zu Recht nicht geltend, bei den Berechnungsgrundlagen für die
Schätzungen der Nachbargrundstücke handle es sich um Akten, welche von der
Vorinstanz zur Entscheidfindung beigezogen worden seien. Grundstücke werden nicht
anhand von Vergleichen mit Schätzungen anderer Objekte geschätzt. Vielmehr ist jedes
Objekt für sich nach den in Gesetz und Verordnung vorgeschriebenen
Schätzungsregeln zu bewerten. Die Schätzung der Steuerwerte eines Grundstückes
richtet sich gemäss Art. 4 in Verbindung mit Art. 1 lit. a des Gesetzes über die
Durchführung der Grundstückschätzung (sGS 814.1, abgekürzt: GGS) nach dem
Steuergesetz. Der Mietwert bzw. der Verkehrswert entspricht dem mittleren Preis, zu
dem Grundstücke gleicher oder ähnlicher Grösse, Lage und Beschaffenheit in der
betreffenden Gegend vermietet bzw. veräussert werden (vgl. Art. 34 Abs. 2 und Art. 57
Abs. 1 StG). Die Schätzungswerte werden gemäss Art. 9 VGS nach den allgemein
anerkannten, von den massgeblichen Berufsorganisationen empfohlenen
Schätzungsregeln ermittelt (Abs. 1), wobei der Fachdienst für Grundstückschätzung
ergänzende Richtlinien und Weisungen (Abs. 2) erlässt. Dieser Schätzungsmethode
liegt nicht das System der Ableitung neuer Schätzungswerte aus bestehenden früheren
Schätzungen – sei es des zu schätzenden Objektes, sei es anderer Objekte –
zugrunde.
Dem verfahrensrechtlich begründeten Akteneinsichtsrecht im Sinn von Art. 165 Abs. 1
StG steht im Übrigen die gesetzliche Geheimhaltungspflicht der Steuerbehörde
gegenüber. Gemäss Art. 162 Abs. 1 StG sind die mit dem Vollzug des Steuergesetzes
betrauten Personen zur Geheimhaltung verpflichtet. Nach Art. 162 Abs. 2 StG werden
die letzten rechtskräftigen Steuerfaktoren gemäss der Veranlagung von natürlichen
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Personen für Einkommen und Vermögen sowie von juristischen Personen für Gewinn
und Kapital gegen Gebühr einem Dritten, der ein wirtschaftliches Interesse nachweist,
mitgeteilt. Die Steuerfaktoren bei der Grundstückgewinnsteuer, der Quellensteuer, der
Grundsteuer und der Minimalsteuer sowie das Steuersubstrat der indirekten Steuern
werden nicht mitgeteilt (vgl. Weidmann/Grossmann/ Zigerlig, Wegweiser durch das st.
gallische Steuerrecht, 6. Aufl. 1999, S. 375). Die kantonale Regelung bewegt sich im
Rahmen der Vorgaben von Art. 39 Abs. 1 StHG, wonach die mit dem Vollzug der
Steuergesetze betrauten Personen zur Geheimhaltung verpflichtet sind und eine
Auskunftspflicht vorbehalten wird, soweit hierfür eine gesetzliche Grundlage im
Bundesrecht oder im kantonalen Recht besteht. Eine vergleichbare Regelung trifft das
Recht zur direkten Bundessteuer in Art. 110 DBG, wonach, wer mit dem Vollzug des
Gesetzes betraut ist oder dazu beigezogen wird, über Tatsachen, die ihm in Ausübung
seines Amtes bekannt werden, und über die Verhandlungen in den Behörden
Stillschweigen bewahren und Dritten den Einblick in amtliche Akten verweigern muss
(Abs. 1). Eine Auskunft ist zulässig, soweit hierfür eine gesetzliche Grundlage im
Bundesrecht gegeben ist (Abs. 2).
Der Rekurrent verlangt Einsicht in die Berechnungsgrundlagen, nach denen die
Steuerwerte der benachbarten Liegenschaften X-Strasse 00 und X-Strasse 0 amtlich
geschätzt wurden. Diese Angaben gehen über die Steuerfaktoren, für deren
Bekanntgabe gemäss Art. 162 Abs. 2 StG ein wirtschaftliches Interesse genügt, hinaus.
Deren Bekanntgabe hätte einen Eingriff in das Steuergeheimnis der betroffenen
Grundeigentümer zur Folge (zur Interessenabwägung vgl. nachfolgend E. 3b/bb).
b) Der Rekurrent begründet seinen Anspruch damit, dass die Einhaltung des
Rechtsgleichheitsgebots lediglich anhand dieser Schätzungen der
Nachbargrundstücke überprüft werden könne und Art. 60 der Verfassung des Kantons
St. Gallen (sGS 111.1, abgekürzt: KV), wonach die Behörden von sich aus oder auf
Anfrage über ihre Tätigkeit informieren, soweit keine öffentlichen oder schützenswerten
privaten Interessen entgegenstehen, den Grundsatz der Öffentlichkeit der Verwaltung
statuiere.
aa) Die Vorinstanz hat ein schutzwürdiges Interesse des Rekurrenten an der
Offenlegung der Berechnung der Schätzungswerte der Nachbarobjekte verneint mit der
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Begründung, für die aktuelle Schätzung seines Grundstückes seien die Schätzungen
der Nachbargrundstücke nicht relevant. Solche Schätzungen würden weder von den
Schätzern noch von den Rechtsmittel-instanzen zum Vergleich beigezogen. Ein
Vergleich hätte höchstens dann eine gewisse Aussagekraft, wenn alle Schätzungen
gleichzeitig vorgenommen würden. Für die Schätzung seien in erster Linie Marktdaten
zu den tatsächlich bezahlten Baulandpreisen sowie Mietzinsen im relevanten Zeitraum
und in der besagten Region massgebend. Der Rekurrent hält dem entgegen, die
Vorinstanz habe nicht zu begründen, warum er die geforderten Daten nicht benötige.
Vielmehr habe sie zu prüfen, ob ein öffentliches Geheimhaltungsinteresse oder ein
schützenswertes privates Interesse bestehe, das höher zu gewichten sei als sein
Interesse an den verlangten Informationen. Eine unvoreingenommene Güterabwägung
könne nur zum Schluss kommen, dass sein Interesse, die sachliche und rechtmässige
Richtigkeit der Schätzwerte zu überprüfen, höher zu werten sei. In einem
demokratischen Rechtsstaat müsse wohl kaum weiter begründet werden, dass der
Bürger die Tätigkeit der Verwaltung wirksam kontrollieren können müsse, insbesondere
wenn er von ihr direkt in seinem rechtlich geschützten Interesse betroffen sei.
bb) Art. 60 Abs. 1 KV verankert den Grundsatz der Öffentlichkeit der Verwaltung mit
Geheimnisvorbehalt (vgl. Botschaft und Verfassungsentwurf der
Verfassungskommission vom 17. Dezember 1999, in: ABl 2000 S. 320). Das in der
Verfassung verankerte Öffentlichkeits-prinzip ist allerdings nicht als Grundrecht oder
verfassungsmässiges Recht des Bürgers zu verstehen (vgl. Urteil des
Verwaltungsgerichts B 2010/123 vom 16. Dezember 2010 E. 2.5; publiziert auf:
www.gerichte.sg.ch). Es steht zudem in diametralem Gegensatz zum Steuergeheimnis.
Allein gestützt auf dieses Prinzip, das ausdrücklich entgegenstehende öffentliche oder
schützenswerte private Interesse schützt, kann das Steuergeheimnis deshalb nicht
durchbrochen werden (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/ Meuter, a.a.O., N 15 zu Art. 110
DBG zur Bedeutung des Bundesgesetzes über das Öffentlichkeitsprinzip der
Verwaltung, SR 152.3, im Recht der direkten Bundessteuer).
Gemäss Art. 60 Abs. 2 KV regelt das Gesetz die Informationsverbreitung und den
Zugang zu amtlichen Informationen. Der Gesetzgeber ist diesem Auftrag bisher nicht
durch den Erlass eines Informationsgesetzes nachgekommen (vgl. Urteil des
Verwaltungsgerichts B 2010/123 vom 16. Dezember 2010 E. 2.2-2.4). Jedoch
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umschreibt Art. 9 GGS das Recht, in die rechtskräftigen Schätzungsergebnisse von
Grundstücken Dritter Einsicht zu nehmen. Dritten werden die rechtskräftigen
Schätzungsergebnisse bekannt gegeben, wenn sie ein schutzwürdiges Interesse
glaubhaft machen (Art. 9 Abs. 1 GGS). Eigentümern, Grundpfandgläubigern und
Bürgen von Grundpfandforderungen wird Einsicht in die Schätzungsunterlagen
gewährt und auf Verlangen eine Kopie ausgehändigt (Abs. 9 Abs. 2 GGS). Der
Gesetzgeber hat mit dieser Regelung entsprechend der von Art. 60 Abs. 1 KV
vorgeschriebenen Interessenabwägung das Verhältnis zwischen dem
Informationsbedürfnis einerseits und dem privaten Geheimhaltungsinteresse anderseits
geklärt. Einsicht in die über das Schätzungsergebnis hinausgehenden
Schätzungsunterlagen erhalten danach einzig Eigentümer, Grundpfandgläubiger und
Bürgen von Grundpfandforderungen. Weiteren Personen kommt – bei glaubhaft
gemachtem schützenswerten Interesse - lediglich ein Anspruch auf Kenntnis der
rechtskräftigen Schätzungsergebnisse zu.
Der Rekurrent beantragt die Offenlegung der Berechnungsgrundlagen der Steuerwerte
der Nachbargrundstücke X-Strasse 00 und X-Strasse 0. Einsicht in die
Schätzungsunterlagen erhalten jedoch nach der vom Gesetzgeber vorgenommenen
Interessenabwägung neben dem Eigentümer lediglich Gläubiger, für deren
Forderungen letztlich das Schätzungsobjekt haftet. Die Vorinstanz hat deshalb zu
Recht darauf hingewiesen, dass sich der Rekurrent nicht auf Art. 9 Abs. 2 GGS stützen
kann. Anderen Personen wird gemäss Art. 9 Abs. 1 GGS lediglich Einsicht in die
Schätzungsergebnisse gewährt. Über eine Einsicht in die Schätzungsergebnisse ist
vorliegend aber nicht zu befinden, da der Rekurrent ausdrücklich Einsicht in die
detaillierten Berechnungs- bzw. Schätzungsunterlagen verlangt.
cc) Der Rekurrent beruft sich auf das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 16. Dezember
2010. Dieses unterschied sich aber in einem wesentlichen Punkt vom vorliegenden Fall,
indem das Verwaltungsgericht nicht zu prüfen hatte, ob dem Einsichtsanspruch private
Interessen gegenüberstanden. In Steuersachen hat sich der Gesetzgeber gegen die
allgemeine Publizität von Steuerdaten entschieden. Hinzu kommt, dass für eine
wirksame Begründung der Einsprache gegen die Schätzung eines Grundstücks die
Kenntnis der Steuerwerte der Nachbargrundstücke nicht erforderlich ist. Der Rekurrent
macht zwar geltend, es sei ihm zu ermöglichen, im Rahmen der Neuschätzung die
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rechtsgleiche Anwendung der Schätzungsbestimmungen zu prüfen. Allein die Berufung
auf eine mögliche rechtsungleiche Behandlung rechtfertigt es aber nicht, das gesetzlich
verankerte Steuergeheimnis gegenüber unbeteiligten Dritten zu durchbrechen. Dem
Rekurrenten bleibt es unbenommen, bei den Eigentümern der benachbarten
Grundstücke die Festlegung der Lageklassenziffer in Erfahrung zu bringen. Hingegen
rechtfertigt es sich angesichts der in Art. 9 GGS vom Gesetzgeber vorgenommenen
Abwägung zwischen dem Informationsinteresse und dem privaten
Geheimhaltungsinteresse nicht, dass ihm die Behörde unter Verletzung des
Steuergeheimnisses dieser Grundeigentümer die Berechnungsgrundlagen der
Schätzungen ihrer Objekte offen legt.
Offen bleiben kann im Übrigen, ob Abweichungen bei der Schätzung von
Nachbarobjekten, beispielsweise andere Gewichtungen bei der Ermittlung der
Lageklassenziffer, überhaupt als Grundlage für die Rüge einer rechtsungleichen
Behandlung herangezogen werden können und eine Einsicht in die
Schätzungsgrundlagen von Objekten Dritter nicht ohnehin mangels Relevanz der
entsprechenden Daten verweigert werden darf.
c) Zusammenfassend erweist sich der Rekurs, insoweit damit die Aufhebung der
angefochtenen Zwischenverfügung und die Herausgabe der Berechnungsgrundlagen
der Schätzungen der Nachbarobjekte an der X-Strasse 00 und an der X-Strasse 0
beantragt wird, als unbegründet. Er ist dementsprechend in diesem Punkt abzuweisen.
4.- Dem Verfahrensausgang und dem Verursacherprinzip entsprechend sind die
amtlichen Kosten zur Hälfte dem Rekurrenten aufzuerlegen; die andere Hälfte der
Kosten trägt der Staat (Art. 95 Abs. 1 und 2 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.--
ist angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist zu verrechnen. Die Finanzverwaltung ist
anzuweisen, dem Rekurrenten Fr. 300.-- zurückzuerstatten.
Der Rekurrent stellt seine Anträge unter Entschädigungsfolge. Gemäss Art. 98 VRP
werden im Rekursverfahren ausseramtliche Kosten entschädigt, soweit sie aufgrund
der Sach- oder Rechtslage notwendig und angemessen erscheinen. Nach Art. 98
VRP wird die ausseramtliche Entschädigung den am Verfahren Beteiligten nach
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Obsiegen und Unterliegen auferlegt. In der Regel werden die ausseramtlichen Kosten
nach den gleichen Grundsätzen wie die amtlichen Kosten verlegt (vgl. R. Hirt, Die
Regelung der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, St. Gallen
2004, S. 182). Bei je hälftiger Auferlegung der amtlichen Kosten hat nach der
Rechtsprechung keine der beteiligten Parteien Anspruch auf Entschädigung ihrer
ausseramtlichen Kosten; dies gilt auch dann, wenn der einen Partei keine
Entschädigung oder lediglich eine Umtriebsentschädigung zusteht (vgl. Hirt, a.a.O.,
S. 183 f.). Dementsprechend sind dem Rekurrenten keine ausseramtlichen Kosten zu
entschädigen.