Decision ID: 86bf6619-e1fe-4198-af73-78cda5354c9b
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1994 geborene
X._
ist
seit dem 1. Mai 2016 bei der
Z._
AG als Assistentin Gesundheit und Soziales
(
EBA
)
angestellt und dadurch bei der
Elips
Versicherungen AG
gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 3. September
2019
verdrehte sie sich beim Pf
legen einer Bewohnerin das Knie
(
Schadenmeldung vom
10
.
September
2019
[
Urk.
7/8
]
)
.
Der erstbehandelnde Arzt
Dr. med. A._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin,
stellte
am 6. September
2019
eine Kniedistorsion links fest
(Bericht vom 27. September 2019 [Urk. 7/6])
. Die
Elips
Versicherungen AG
lehnte mit Mitteilung vom 14. November
2019
die Übernahme des Schadenfalls ab, da weder ein Unfall noch eine unfallähnliche Körperschädigung vorliege (
Urk.
7/5) und verfügte am 28. November
2019 die Leistungsablehnung (
Urk.
7/2). Die da
ge
gen erhobene Ein
spra
che vom 14. Januar 2020 (
Urk.
7/1) wies sie mit Entscheid vom 26. Februar 2020 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 27. März 2020 Beschwerde mit dem Antrag, es seien ihr die Leistungen gemäss UVG auszurichten. Eventualiter seien detaillierte Sachverhaltsabklärungen betreffend den Unfallbegriff anzuordnen (
Urk.
1). Am
16. April 2020
schloss die
Elips
Versicherungen AG
, vertreten du
rch Rechtsanwalt Reto Bachmann,
auf Abweisung der Beschwer
de (
Urk.
6). Mit Verfügung vom
6. Mai
2020 wurde der Beschwerdegegnerin Frist zur Einreichung einer schrift
lichen Vertretungsvollmacht angesetzt (
Urk.
8).
Nach Eingang derselben (
Urk.
10) wurde
die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
11. Mai
2020 über die Be
schwer
deantwort
i
n Kenntnis gesetzt (
Urk.
12
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes üb
er die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrank
ung zurückzuführen sind: Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskusrisse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Band
läsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h).
Ausserdem erbringt die
Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.3
Nach der Rechtsprechung bezieht sich
das
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktor
s, sondern nur auf diesen selbst
. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objektiven Massstab – den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlag
gebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umweltein
wirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Aus
wirkungen allein begründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.1 und E. 4.3.1 mit Hinweis
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_368/2020 vom 17. September
2020 E. 4.2 mit Hinweisen
).
1.4
Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam «programmwidrig» beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Veränderung zwischen Körper und Aussen
welt – ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (
Urteil des Bundesgerichts 8C_395/2020 vom 28. September
2020 E. 2.2 mit Hinweis auf
BG
E 130 V 117 E. 2.1
).
1.5
Selbst bei fehlender Störung des Bewegungsablaufs durch einen äusseren Faktor kann die Aussergewöhnlichkeit auch dann gegeben sein, wenn beim Heben oder Schieben einer Last zufolge ausserordentlichen Kraftaufwandes, das heisst einer sinnfälligen Überanstrengung, eine Schädigung eintritt. Es muss allerdings jeweils geprüft werden, ob die Anstrengung im Hinblick auf Konstitution und be
rufliche und ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden Person ausser
or
dent
licher Art war (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_395/2020 vom 28. Septem
ber
2020 E. 4.2, insbesondere mit Hinweis auf
BG
E 116 V 136 E. 3b
). Kein Unfall
liegt vor, wenn die Anstrengung nur wegen bestehender krankhafter Verände
rungen zu Schädigungen führen kann, weil sich dann eine innere Ursache aus
wirkt, während der äussere, oft harmlose Anlass bloss den patho
logischen Faktor manifest werden lässt (BGE 116 V 136 E. 3b mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) damit, dass
mangels eines ungewöhnlichen äusseren Faktors
kein Unfall im Rechtssinne vorliege. Gest
ützt auf den Bericht von Dr.
A._
vom 27. September
2019
könne auch nicht von einer Listenverletzung ausgegangen werden, da eine Distorsi
on nicht
bei
den
abschliessend aufgeführten Körperschädigungen
gemäss
Art.
6 Abs.
2 UVG erwähnt werde. Damit entfalle eine Leistungspflicht der Unfall
versicherung.
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
dass der Unfallbegriff gemäss der gesetzlichen Definition vorliegend zu
bejahen sei. Bereits das Auftreff
en des Körpers der sich fallenlassenden Bewohnerin stelle eine plötzliche, unbeabsichtigte Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den Körper der Beschwerdeführerin dar, welche eine Beeinträchtigung der Gesundheit
zur Folge gehabt habe.
Zudem sei der normale Bewegungsablauf der Beschwerdeführerin
–
durch den unerwarteten Ver
such der Bewohnerin aufzustehen –
gestört worden, indem sich die Beschwerdeführerin reflexartig zurückgedreht habe, um die Bewohnerin aufzufangen.
3.
3.1
3.1.1
Es liegen unterschiedliche Schilderungen zum Unfallhergang vor, weshalb diese hi
er einzeln wiedergegeben werden:
3.1.2
In der Schadenmeldung der Arbeitgeberin vom
10
.
September
2019
wurde fest
gehalten, dass sich die Beschwerdeführerin beim Pflegen einer Bewohnerin das Knie verdreht habe. Als sie abgewendet gewesen sei, habe die Bewohnerin
ver
sucht aufzustehen. Da die Bewohnerin schwach auf den Beinen gewesen sei, habe die Beschwerdeführerin sich umgedreht, um ihr zu helfen, und sich dabei das linke Knie
verdreht (
Urk.
7/8)
.
Nahezu identisch schilderte die Beschwer
deführerin den Unfa
llhergang im Fragebogen vom 25.
September 2019 (
Urk.
7/7).
3.1.3
Dr.
A._
hielt in seinem Bericht vom 27.
September 2019
zum Unfallhergang
fest, dass
d
ie
Beschwerdeführerin
rasch habe ausweichen müssen, als
eine Bewoh
nerin
sie habe schlagen wollen
. Dabei habe sie sich das linke Knie verdreht
(
Urk.
7/6).
3.1.4
In der Einsprache vom 14. Januar 2020
führte
die Beschwerdeführerin
aus
,
dass sie am 3. September
2019 damit beschäftigt gewesen sei, eine demente, sehr schwache
Bewohnerin
zu pflegen. Sie habe die
Bewohnerin
, welche auf den Rollstuhl angewiesen sei, auf den Duschstuhl im Badezimmer gesetzt.
Nach der Pflege habe sie sich zu den Kleidern gedreht, welche seitlich
aufgehängt gewesen seien
. In diesem Moment habe die
Bewohnerin
völlig unerwartet versucht auf
zustehen. Als die
Beschwerdeführerin
dies bemerkt habe, habe sie sich um
gehend zur einknickenden
Bewohnerin
zurückgedreht, welche sie im letzten Moment noch habe greifen können, um sie sicher auf den Duschstuhl zurück zu setzen.
Hätte die Beschwerdeführerin nicht umgehend reagiert, wäre die
Bewoh
nerin
auf d
en harten Plattenboden gefallen
. Diese plötzliche und ungewohnte Bewegung habe zu den Kniebeschwerden geführt
(Urk. 7/1
S. 3
).
3.1.5
In der Beschwerde vom 27. März 2020 führte die Beschwerdeführerin aus,
dass sie am 3. September 2019 eine Kniedistorsion erlitten habe, als sie damit beschäf
tigt gewesen sei, eine demente, sehr schwache Bewohnerin, welche seit einiger Zeit auf den Rollstuhl angewiesen sei, zu pflegen. Sie habe die Bewohnerin aus dem Rollstuhl auf den Duschstuhl im Badezimmer gehievt und sie abgeduscht. Nach der Pflege habe sie sich zu den Kleidern gedreht, welche seitlich an einer Stange hingen. In diesem Moment habe die B
ewohnerin
völlig unerwartet ver
sucht aufzustehen. Als die Beschwerdeführerin dies bemerkt habe, habe sie sich umgehend zur einknickenden Bewohnerin zurückgedreht, welche sie im letzten Moment noch habe auffangen können, um sie sicher auf den Duschstuhl zurück
zusetzen.
D
ie demente Bewohnerin
sei
bereits seit längerer Zeit aufgrund ihrer körperlichen Konstitution auf den Rollstuhl angewiesen. Es sei auch nicht be
kannt gewesen, dass die Bewohnerin trotz ihrer Schwäche jemals versucht
habe
aufzustehen, seitdem sie im Rollstuhl sei. Ansonsten hätte
sich die Beschwerde
führerin
auch nicht einfach abgewandt, um die Kleider von der Stange zu nehmen. Bewohner, bei welchen bekannt sei, dass sie plötzliche Bewegungen machten, würden in solchen Situationen entsprechend gestützt beziehungsweise festgehalten, wenn man sich von ihnen abwende
(Urk. 1
S
.
2 und 4
)
.
3.2
3.2.1
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicheru
ngsrechts in der Regel auf die «
Aussagen der ersten Stunde
»
ab, denen in beweismässiger Hinsicht
grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbe
wusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder ande
rer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
3.2.2
In der Schadenmeldung
vom 10. September
2019
sowie der Schilderung der Beschwerdeführerin im Fragebogen vom
25.
September
2019 wurde jeweils be
rich
tet, dass die Beschwerdeführerin sich umgedreht habe, um der
Bewohnerin
zu helfen, und sich dabei das Knie verdreht habe. Dass die
Bewohnerin
eingeknickt und/oder
auf
die Beschwerdeführerin gefallen
sei oder
dass
die Beschwerde
führerin eine übermässige Anstrengung habe vornehmen müssen, um die
Bewoh
ne
rin
aufzufangen, wur
de nicht festgehalten (E. 3.1.2
). Solches
wurde
auch im Bericht von Dr.
A._
nicht
geäussert
, wobei dort zusätzlich auch ein anderer Grund für die von der Beschwerdeführerin vorgenomm
ene (Dreh-)Bewegung angegeben wu
rd
e (E. 3.1.3)
.
Erst in den späteren
Ausführungen
im Rahmen des Einsprache- beziehungsweise Beschwerdeverfahrens wurde ange
geben,
dass sich die Beschwerdeführerin durch die Einwirkung der einknickenden Bewohnerin auf ihren Körper verletzt habe
(E. 3.1.4 und 3.1.5)
.
Betreffend die
Frage, ob die Bewohnerin auf die
Beschwerdeführerin
gefallen sei
beziehungsweise die
Beschwerdeführerin die
Bewohnerin aufgefangen habe,
ist auf die Aussage der ersten Stunde und damit auf die Schilderung vom
25. Septem
ber 2019
(E.
3.1.2
) abzustellen
, zumal diese auch
nahezu
wortwörtlich mit den Ausführungen in der Schadenmeldung übereinstimmt (E. 3.1.2)
und auch Dr.
A._
keinen Kontakt zwischen den Körpern der Beschwerdeführerin und der Bewohnerin erwähnte
. Es ist daher nicht erstellt, dass die
Bewohnerin
tat
sächlich einknickte und auf
die Beschwerdeführerin
fiel beziehungsweise die Beschwerdeführerin die Bewohnerin
effektiv
auffangen
oder auch nur schon
z
ugreifen
musste.
Mithin
ist nicht von einer m
echanische
n
Einwirkung eines äusseren Faktors
auf den Körper der Beschwerdeführerin auszugehen.
Damit ist auch die Rechtsprechung zur Überanstrengung im pflegerischen Bereich nicht einschlägig (vgl. die Rechtsprechung zur Überanstrengung beim Auffangen von Pflegepatientinnen und -patienten im Urteil des ehemaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 166/04 und im Urteil des Bundesgerichts 8C_444/2009
vom 11. Januar
2010
E. 4.2 f. [in BGE 13
6 V 2 nicht veröffentlicht]
, vgl. auch E. 1.5
).
3.2.3
Zu prüfen bleibt, ob der Bewegungsablauf der Beschwerdeführerin durch eine Programmwidrigkeit gestört wurde.
Das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann
wie erwähnt (vgl. E. 1.4)
in einer unkoordinier
ten Bewegung bestehen. Verläuft die Bewegung
unkoordiniert, liegt der unge
wöhnliche äussere Faktor darin, dass die körperliche Bewegung durch etwas Pro
grammwidriges gestört wird, was beispielsweise dann zutrifft, wenn die versi
cherte Person stolpert, ausgleitet oder an einem Gegen
stand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige Abwehrhaltung ausführt oder auszuführen versucht (Urteil des ehemaligen Eidge
nössischen Versiche
rungsgerichts U 313/04 vom 1. Februar 2005 mit Hinweis auf RKUV 1999 Nr. U 345 S. 422 E. 2b). Die Körperbewegungen sind nicht isoliert zu beurteilen, son
dern der Bewegungsablauf ist – sowohl in rechtlicher als auch
sachverhaltlicher
Hinsicht – gesamthaft zu betrachten (Urteil des Eidgenössischen Versicherungs
gerichts U 222/05 vom 21. März 2006 E. 6.2 mit Hinweis).
Die Beschwerdeführerin drehte sich
gemäss ihren Schilderungen (vgl. E. 3.1.2)
zur Bewohnerin um, um ihr zu helfen. Zu einem Stolpern, Ausgleiten oder Anstossen kam es dabei
offensichtlich
nicht. Es mag allenfalls sein, dass die Bewegung, das heisst das Abdrehen zur Bewohnerin, reflexartig und damit einhergehend mit einem gewissen Kraftaufwand verbunden ausgeführt wurde.
Ebenso ist es möglich, dass d
ie Drehbewegung in dem Sinne als «extrem» ausgefallen sein
könnte
, als diese
so weit
ausgeführt wurde, wie dies die körperliche Beweglichkeit wider
standsfrei zuliess. Eine vom Körper nicht mehr ohne weiteres beherrschbare Vielzahl von verschiedenen, ineinandergreifenden Bewegungsabläufen, wie sie etwa bei einem (unerwarteten) Fehltritt ausgelöst werden können, lässt sich hingegen nicht ausmachen. Der Körper ist nicht anders bewegt worden, als dies etwa auch im Rahmen einer körperlichen Ertüchtigung (beispielsweise beim Tanzen) der Fall gewesen wäre. Zwar ist der Vorgang als solcher durch das plötzliche Aufstehen der Bewohnerin unwillkürlich ausgelöst worden. Er hat sich indessen in kontrollierbaren Bahnen bewegt und kann insoweit nicht als programmwidrig bezeichnet werden. Ebenso wenig recht
fertigt es sich, einer
solchen Bewegung
generell ein erhebliches Gefährdungspo
tential zuzusprechen (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 8C_742/2017 vom 13. Juni 2018 E. 6).
Nach dem Gesagten ist der Unfallbegriff somit nicht erfüllt.
Weitere
(Sach
verhalts-)
Abklärungen vermögen an diesem Ergebnis nichts zu ändern
,
weshalb darauf zu verzichten ist
(antizipierte Beweiswürdi
gung
)
.
4.
Die Behandlung der Beschwerdeführerin beschränkte sich
offenbar
auf die am 6. September
2019 erfolgte
Konsultation bei Dr.
A._
und allfällige
Verlaufs
kontrolle
n
.
Der Allgemeinmediziner
stellte unter Verweis auf einen unauffälligen Röntgenbefund
eine Kniedistorsion links fest
(
Urk.
7/6)
.
Eine Kniedistorsion stellt allerdings – unbestrittener- und
ausgewiesenermassen
– keine unfallähnliche
Körper
schädigung
im Sinne von
Art. 6 Abs. 2 UVG
dar
. Insbesondere
erfasst Art. 6 Abs. 2
lit
. b UVG
nach der Rechtsprechung nur eigentliche Gelenks
ver
renkungen (Luxationen), nicht aber unvollständige Verrenkungen (Subluxa
tionen) oder Torsionen (Verdrehungen) un
d Distorsionen (Verstauchungen;
vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_1000/2008 vom 27. Februar 2009 E. 2.3, U 236/04 vom 10. Januar 2005 E. 3.1 mit Hinweis und U 385/01 vom 10. Januar 2003 E.
3).
Folglich hat
die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht auch unter diesem Aspekt zu Recht verneint.
5.
Da das Ereignis vom 3. September 2019 weder als Unfall zu qualifizieren ist noch die Voraussetzungen für eine unfallähnliche Körperschädigung erfüllt sind, hat die Beschwerdegegnerin eine Leistungspflicht
gestützt auf das Bundesgesetz über die
Unfallversicherung für die Fol
gen dieses Ereignisses zu Recht verneint. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.