Decision ID: fecfe68f-2c9d-4d42-a0a6-cdba881749ff
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ bezog ab dem 1. April 2009 neben einer Kinderrente
Ergänzungsleistungen (EL-act. 141 und 148-1). Ab November 2009 lebte sie im B._,
weshalb die EL anhand einer Heimberechnung festgesetzt wurde (EL-act. 144-25). Die
anrechenbare Tagestaxe betrug von November 2009 bis Dezember 2011 Fr. 180.-- und
ab Januar 2012 Fr. 33.-- (neuer Höchstansatz aufgrund einer Verordnungsänderung,
EL-act. 141-3).
A.b Am 26. März 2012 wurde die Versicherte vom Z._ zu einer beruflichen
Abklärung eingeladen (IV-act. 129 D. 2). Dem Schreiben war zu entnehmen, dass die
Abklärung am 24. April 2012 beginnen und die Versicherte vom 6. Mai bis 1. Juni 2012
intern im Wohnhaus C._ wohnen würde. Einer E-Mail vom 29. Mai 2012 des Z._ an
die Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle war zu entnehmen, dass die Versicherte
den Monat Juni 2012 im B._ verbringen würde, da im Wohnheim C._ in diesem
Monat kein Platz mehr frei war. Am 8. Juli 2012 würde sie wieder nach Y._
zurückkehren, um sich bis am 31. Juli 2012 auf eine Vorlehre vorzubereiten (IV-act.
295-16). Die E-Mail wurde auch an die Versicherte gesendet. Die IV-Stelle teilte der
Versicherten am 5. Juli 2012 mit, dass die Kosten für die berufliche Abklärung vom 23.
April bis 31. Juli 2012 übernommen würden. Die Abklärung erfolge vom 23. April bis 5.
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Mai 2012 extern und vom 6. Mai bis 31. Juli 2012 intern. Die Kosten würden nach dem
IV-Tarif vergütet (IV-act. 136 D. 2).
A.c Im September 2012 (genaues Datum unbekannt) reichte H._, die Beiständin
der Versicherten, der EL-Durchführungsstelle eine IV-Taggeldverfügung vom 18.
September 2012 ein (EL-act. 132). Dieser war zu entnehmen, dass der Versicherten
berufliche Eingliederungsmassnahmen zugesprochen worden waren und sie
rückwirkend ab dem 1. August 2012 Anspruch auf ein Taggeld abzüglich eines
Verpflegungsbeitrages hatte. Ausserdem war die Verfügung an die neue Adresse der
Versicherten, d.h. an das Wohnheim C._ adressiert.
A.d Mit Verfügung vom 8. Oktober 2012 (EL-act. 129) wurde die monatliche EL
rückwirkend ab 1. Mai 2012 wegen der Taggeldzahlungen auf Fr. 787.-- festgesetzt.
Die Verfügung war an die Amtsvormundschaft D._ adressiert.
A.e Am 22. Oktober 2012 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass die
Mehrkosten der erstmaligen beruflichen Ausbildung in Form eines Vorbereitungsjahres
im kaufmännischen Bereich im Z._ vom 1. August 2012 bis 31. Juli 2013
übernommen würden. Die Kosten würden nach dem IV-Tarif vergütet (intern, mit
Mittagessen; IV-act. 154 D. 2).
A.f Mit Verfügung vom 27. Dezember 2012 wurde die monatliche EL ab 1. Januar
2013 auf Fr. 803.-- festgesetzt (EL-act. 117). Die Verfügung wurde der
Amtsvormundschaft zugestellt. Bei den Ausgaben wurde weiterhin die Tagestaxe von
Fr. 33.-- für das B._ berücksichtigt (EL-act. 116). Auch die Verfügung vom 8. Juli
2013, die den EL-Anspruch ab 1. August 2013 festlegte, war an die
Berufsbeistandschaft E._ adressiert und berücksichtigte die Tagestaxe des B._
von Fr. 33.-- (EL-act. 107).
A.g Am 18. Juli 2013 reichte das Sozialamt F._ der EL-Durchführungsstelle ein
Schreiben der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Region G._ vom 16. Juli
2013 ein (EL-act. 106-2). Diesem war zu entnehmen, dass die bestehende
Beistandschaft nach Art. 394 aZGB mit Beschluss vom 12. Juni 2013 in eine
neurechtliche Begleitbeistandschaft nach Art. 393 ZGB umgewandelt worden sei.
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Gleichzeitig sei die bisherige Beiständin H._ aus ihrem Amt entlassen worden. Die
Massnahme sei zur Weiterführung an die Kesb I._ übertragen worden. Die
Einsetzung des neuen Beistandes erfolge durch die neue Behörde. Am 2. August 2013
informierte die Kesb I._ die IV-Stelle, dass sie mit Entscheid vom 18. Juni 2013 eine
neue Beiständin für die Versicherte ernannt habe. Die Beiständin habe den Auftrag
erhalten, die Versicherte in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung zu
unterstützen, zu begleiten und insbesondere die Koordination mit der IV-Stelle und
dem Ausbildungsbetrieb zu übernehmen (IV-act. 182 D. 2).
A.h Mit Verfügung vom 3. Oktober 2013 reduzierte die EL-Durchführungsstelle die
monatliche EL rückwirkend per 1. August 2012 auf Fr. 488.--, per 1. Januar 2013 auf
Fr. 502.-- und per 1. August 2013 auf Fr. 712.-- (EL-act. 99). Zur Begründung führte sie
an, dass die Versicherte seit dem 1. August 2012 Anspruch auf eine Kinderrente habe.
Die Rückforderung wurde mit der Rentennachzahlung verrechnet.
A.i Mit Verfügung vom 27. Dezember 2013 wurde die monatliche EL per 1. Januar
2014 auf Fr. 395.-- festgesetzt (EL-act. 85). Die Tagestaxe des B._ von Fr. 33.-- war
in der Berechnung weiterhin als Ausgabe enthalten (EL-act. 84).
A.j Mit Verfügung vom 25. April 2014 stellte die EL-Durchführungsstelle die
Ergänzungsleistungen per 1. Mai 2014 mit der Begründung ein, die Versicherte sei
nicht mehr im Kanton St. Gallen wohnhaft (EL-act. 71). Am 12. Juni 2014 teilte das Amt
für Sozialbeiträge des Kantons der EL-Durchführungsstelle mit, dass die EL-
Durchführungsstelle des Kantons St. Gallen weiterhin für eine allfällige EL zuständig
sei, da die Versicherte in einem Heim wohne (EL-act. 60).
A.k Die Versicherte informierte die EL-Durchführungsstelle am 18. Juni 2014
telefonisch darüber, dass sie bereits seit dem 16. Juli 2012 im Wohnhaus C._ wohne,
in der EL-Berechnung bis April 2014 jedoch immer noch die Heimkosten des Heims
B._ berücksichtigt seien. Sie erklärte zudem, dass sie gar nie eine Heimrechnung
erhalten habe, da das Wohnheim C._ direkt mit der IV-Stelle abgerechnet habe (EL-
act. 59).
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A.l Mit Verfügung vom 21. Juni 2014 forderte die EL-Durchführungsstelle für den
Zeitraum vom 7. Juli 2012 bis 26. April 2014 vergütete Krankheitskosten von insgesamt
Fr. 2‘087.85 zurück (EL-act. 53). Mit Verfügung desselben Tages wurde die EL ab 1.
Mai 2014 eingestellt (EL-act. 52). Die EL-Durchführungsstelle erklärte, dass gemäss
einem IV-Beschluss die Unterkunftskosten direkt über die IV-Stelle abgerechnet
worden seien und der Versicherten daher keine Heimausgaben angefallen seien.
Ebenfalls am 21. Juni 2014 verfügte die EL-Durchführungsstelle, dass die Versicherte
rückwirkend vom 1. Juni 2012 bis 30. April 2014 keinen EL-Anspruch mehr habe. Die
Rückforderung belief sich auf Fr. 12‘668.-- (EL-act. 51).
Am 29. Juli 2014 wurde die Versicherte aufgefordert, die EL-Rückforderung von Fr.
12‘668.-- zzgl. einer Mahngebühr von Fr. 60.-- sowie die Rückforderung der vergüteten
Krankheitskosten von Fr. 2‘087.85 zzgl. einer Mahngebühr von Fr. 20.-- zu begleichen
(EL-act. 37 f.).
A.m Am 24. September 2014 liess die Versicherte ein Gesuch um Erlass der EL-
Rückforderungen von Fr. 12‘668.-- und Fr. 2‘087.85 stellen (EL-act. 31). Zur
Begründung machte ihre Rechtsvertreterin geltend, der Grund für die Rückforderung,
d.h. der Umzug ins Wohnheim C._ und die Übernahme der Heimkosten durch die IV,
sei in eine Zeit gefallen, in der die Versicherte verbeiständet gewesen sei. Die
Korrespondenz sei nicht direkt mit der Versicherten, sondern über die
Berufsbeistandschaft erfolgt. Der Änderungsgrund sei für die EL-Durchführungsstelle
aus der IV-Taggeldverfügung vom 18. September 2012 ersichtlich gewesen. Wenn
überhaupt jemandem eine Meldepflicht oblegen hätte, dann der Beiständin. Die
Versicherte selbst habe keine Veranlassung gehabt, an der Richtigkeit der ihr
ausgerichteten Ergänzungsleistungen zu zweifeln. Deshalb habe sie die Leistungen in
gutem Glauben empfangen. Da auch eine grosse finanzielle Härte vorliege, sei die
Rückforderung zu erlassen.
A.n Mit Verfügung vom 6. November 2014 wurde das Erlassgesuch abgewiesen (EL-
act. 21). Zur Begründung führte die EL-Durchführungsstelle an, die Versicherte sei am
5. Juli 2012 und am 22. Oktober 2012 von der IV-Stelle darüber informiert worden,
dass die Kosten im Zusammenhang mit der beruflichen Massnahme über die IV-Stelle
vergütet würden. Der Versicherten hätte zudem auffallen müssen, dass sie über die EL
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die Heimkosten finanziert erhalten habe, obwohl sie die entsprechenden Rechnungen
gar nicht selber habe bezahlen müssen. Ein allfälliges Fehlverhalten ihrer Beiständin
müsse sie mittragen. Indem die Versicherte die EL-Durchführungsstelle über die zu
hohen EL-Leistungen erst informiert habe, als diese infolge des Kantonswechsels
fälschlicherweise eingestellt worden seien, habe sie ihre Melde- und Kontrollpflicht
verletzt. Der gute Glaube sei daher zu verneinen.
A.o Gegen diese Verfügung liess die Versicherte am 12. Dezember 2014 Einsprache
erheben und die Aufhebung der Verfügung und den Erlass der EL-Rückforderungen
beantragen (EL-act. 13). Ihre Rechtsvertreterin argumentierte, dass die Übernahme der
Heimkosten durch die IV-Stelle der EL-Durchführungsstelle durch die Einreichung der
Taggeldverfügung vom 18. September 2012 mitgeteilt worden sei. Daher liege keine
Meldepflichtverletzung vor. Die EL-Durchführungsstelle habe die EL unmittelbar nach
Kenntnisnahme der IV-Taggeldverfügung reduziert. Deshalb habe für die Versicherte
keine Veranlassung bestanden, an der Richtigkeit der Anspruchsberechnungen zu
zweifeln. Sie habe somit auch keine Kontrollpflichten verletzt. Dies gelte umso mehr
seit Juni 2013, d.h. seit sich die Versicherte persönlich um ihre Angelegenheiten habe
kümmern müssen. Für die Beurteilung der geforderten Sorgfalt sei auch das den
Betroffenen in ihrer Subjektivität Mögliche und Zumutbare zu berücksichtigen. Die noch
junge Versicherte sei in schwierigen Verhältnissen aufgewachsen. Sie leide an einer
schweren Persönlichkeitsentwicklungsstörung mit emotional-instabilen Zügen
(Borderline-Typus), Selbstverletzungen, dissozialem Verhalten, chronischer Suizidalität
und schädlichem Gebrauch mehrerer Suchtmittel auf dem Hintergrund einer
vermuteten pränatalen Suchtmittelexposition, von multiplen Beziehungsabbrüchen und
einer extrem dysfunktionalen familiären Situation. Die Versicherte habe im
massgeblichen Zeitraum somit nicht über die notwendigen Kenntnisse, die Erfahrung
und die Ressourcen verfügt, um den Berechnungsfehler zu erkennen. Selbst wenn eine
Verletzung der Kontrollpflichten bejaht werden müsste, dann sei dies angesichts der
Umstände zumindest nicht in grobfahrlässiger Weise geschehen. Die Voraussetzungen
des gutgläubigen Empfangs der Leistungen seien somit erfüllt. Auch die
Voraussetzungen der grossen Härte seien gegeben, weshalb das Erlassgesuch
gutzuheissen sei.
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A.p Am 22. Januar 2015 sistierte die EL-Durchführungsstelle das
Einspracheverfahren gegen die Erlassverfügung bis zum Abschluss des
Beschwerdeverfahrens betreffend die Verrechnung einer IV-Taggeldnachzahlung mit
den strittigen EL-Rückforderungen (IV 2015/4; EL-act. 7). Gegen diese
Sistierungsverfügung erhob die Versicherte am 6. Februar 2015 Beschwerde (EL-act. 3;
EL 2015/5). Mit Entscheid vom 9. Oktober 2015 hiess das Gericht die Beschwerde gut,
hob die Sistierungsverfügung auf und wies die Sache zur Fortsetzung des
Einspracheverfahrens gegen die Erlassverfügung an die EL-Durchführungsstelle zurück
(act. G 7).
A.q Am 5. November 2015 wies die EL-Durchführungsstelle die Einsprache gegen
die Erlassverfügung vom 6. November 2014 ab (act. G 1.1.2). Zur Begründung brachte
sie vor, dass die Versicherte gegen die Meldepflicht verstossen habe, indem sie der
EL-Durchführungsstelle nicht gemeldet habe, dass die Heimkosten ab Juni 2012 von
der IV vergütet worden seien. Zudem habe die Versicherte gegen ihre Prüfungspflicht
verstossen. Ansonsten hätte sie bemerkt, dass in den Berechnungsblättern der EL-
Verfügungen stets eine Tagestaxe von Fr. 33.-- enthalten gewesen sei, obwohl diese
Kosten seit dem 6. Mai 2012 von der IV-Stelle übernommen worden seien. Der
Versicherten habe nicht entgehen können, dass ihr für den Heimaufenthalt seither keine
Rechnungen mehr gestellt worden seien und deshalb in den EL-Berechnungen keine
Heimtaxe als Ausgabe mehr hätte angerechnet werden dürfen. Die Versicherte wäre
verpflichtet gewesen, sich bei der EL-Durchführungsstelle nach dem Grund der
überhöhten EL-Leistungen zu erkundigen. Aufgrund dieser grobfahrlässigen Verletzung
der Prüfungs- und Auskunftspflicht sei die Erlassvoraussetzung des guten Glaubens
nicht erfüllt.
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess die Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) am 7. Dezember 2015 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihre
Rechtsvertreterin beantragte die Aufhebung des Entscheides und den Erlass der EL-
Rückforderungen von Fr. 12‘668.-- und Fr. 2‘087.85. Die Beschwerdebegründung
entsprach inhaltlich der Einsprachebegründung. Ergänzend hielt die Rechtsvertreterin
fest, dass sich die gesundheitlichen Einschränkungen noch immer in erheblichem
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Ausmass auf das Leben der Beschwerdeführerin auswirkten, sodass sie nun eine
ganze IV-Rente erhalte.
B.b Die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am
7. Januar 2016 die Abweisung der Beschwerde und verwies zur Begründung auf die

Erwägungen im Einspracheentscheid (act. G 3).
B.c Am 3. Februar 2016 reichte die Beschwerdegegnerin die angeforderten
vollständigen IV-Akten ein (act. G 13). Die Rechtsvertreterin hielt in ihrer
diesbezüglichen Stellungnahme vom 11. Februar 2016 (act. G 15) fest, dass die
aktuellen IV-Akten die Ausführungen in der Beschwerdeschrift bestätigten. In den
Akten sei mehrfach vom noch heute dringenden Unterstützungsbedarf und der
anhaltenden Überforderung der Beschwerdeführerin in administrativen Belangen die
Rede.
B.d Am 14. März 2016 reichte das Heim B._ die angeforderten Heimrechnungen
für das Jahr 2012 ein (act. G 18). Diesen war zu entnehmen, dass die Versicherte für
den Monat Juni 2012 die Tagestaxe von Fr. 200.-- für jeden Tag (insgesamt Fr.
6‘000.--) und für den Monat Juli 2012 für acht Tage (insgesamt Fr. 1‘600.--) hatte
bezahlen müssen. Diese Rechnungen wurden den Parteien zur Kenntnis gebracht (act.
G 19).
Erwägungen
1.
Die Beschwerdegegnerin hat mit je einer Verfügung vom 21. Juni 2014 zu viel bezahlte
Ergänzungsleistungen für den Zeitraum 1. Juni 2012 bis 30. April 2014 in der Höhe von
Fr. 12‘668.-- und zu Unrecht vergütete Krankheitskosten für den Zeitraum 1. Juli 2012
bis 30. April 2014 im Umfang von Fr. 2‘087.85 zurückgefordert. Diese
Rückforderungsverfügungen sind unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Die
Gesuche der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin um Erlass dieser
Rückforderungen sind mit der Verfügung vom 6. November 2014 abgewiesen worden.
Die von der Rechtsvertreterin gegen diese Abweisungsverfügung erhobene Einsprache
ist mit dem Entscheid vom 5. November 2015 abgewiesen worden. Dieser
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Einspracheentscheid bildet den Anfechtungsgegenstand dieses
Beschwerdeverfahrens. Nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden
hingegen die am 29. Juli 2014 auferlegten Mahngebühren von insgesamt Fr. 80.--, da
es sich hierbei nicht um unrechtmässig bezogene Sozialversicherungsleistungen i.S.v.
Art. 25 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) handelt, die erlassen werden könnten.
Ebenso kann nicht überprüft werden, ob die Rückforderungen selber rechtmässig sind,
da diese bereits in Rechtskraft erwachsen sind.
2.
Unrechtmässig bezogene Leistungen sind zurückzuerstatten (Art. 25 Abs. 1 Satz 1
ATSG). Diese Rückerstattungspflicht der versicherten Personen korreliert mit der
Rückforderungspflicht der Sozialversicherungsträger, die Ausfluss des
Legalitätsprinzips (Art. 5 Abs. 1 der Bundesverfassung, BV, SR 101) und des
Gleichbehandlungsgebotes (Art. 8 Abs. 1 BV) ist. In Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG ist eine
Ausnahme vom Grundsatz der Rückerstattungspflicht unrechtmässig bezogener
Leistungen vorgesehen: Unrechtmässig bezogene Leistungen müssen dann nicht
zurückerstattet werden, wenn sie in gutem Glauben empfangen worden sind und eine
grosse Härte vorliegt. Sind diese beiden Voraussetzungen kumulativ erfüllt, wird einer
versicherten Person eine Leistung, auf die sie von Gesetzes wegen keinen Anspruch
gehabt hätte, die also gesetzeswidrig ist, erlassen. Die versicherte Person wird dadurch
besser gestellt als alle anderen Versicherten, die "lediglich" die gesetzlich
vorgesehenen Leistungen erhalten haben. Für die Beurteilung der Frage, ob die
Leistungen gutgläubig bezogen worden sind, ist deshalb ein strenger Massstab
anzuwenden (zum Ganzen vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St.
Gallen vom 17. April 2015, EL 2013/61 E. 2.1). Der gute Glaube entfällt von vornherein,
wenn der Leistungsbezüger um die Unrechtmässigkeit des Leistungsbezugs gewusst
hat, d.h. „bösgläubig“ gewesen ist. Ein gutgläubiger Bezug ist auch dann zu verneinen,
wenn die versicherte Person bei gebührender Sorgfalt um die Unrechtmässigkeit der
Leistungen hätte wissen müssen. Die erforderliche Sorgfalt beurteilt sich dabei nach
einem objektiven Massstab, wobei aber das der versicherten Person in ihrer
Subjektivität Mögliche und Zumutbare (Urteilsfähigkeit, Gesundheitszustand,
Bildungsgrad usw.) nicht ausgeblendet werden darf. Hat die versicherte Person um die
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Unrechtmässigkeit der Leistungen nicht gewusst und auch nicht darum wissen
müssen, fehlt der gute Glaube, wenn die zu Unrecht erfolgte Leistungsausrichtung auf
eine grobe Melde- oder Auskunftspflichtverletzung zurückzuführen ist (zum Ganzen
siehe BGE 138 V 218 E. 4 mit Hinweisen). Von einer groben Verletzung der Auskunfts-
und Meldepflicht ist auszugehen, wenn der Leistungsbezüger nicht das Mindestmass
an Aufmerksamkeit aufgewendet hat, welches von einem verständigen Menschen in
gleicher Lage und unter den gleichen Umständen verlangt werden muss (Urteil des
Bundesgerichts vom 26. November 2006, 8C_759/2008 E. 3.5).
3.
3.1 Zu prüfen ist, ob der gute Glaube für die im Zeitraum 1. Juni 2012 bis 30. April
2014 zu Unrecht bezogenen Ergänzungsleistungen (inkl. Krankheits- und
Behinderungskosten) zu bejahen ist. Die EL-Verfügungen sind bis und mit der
Verfügung vom 8. Juli 2013, mit welcher der EL-Anspruch per 1. August 2013 neu
festgesetzt worden war, der ehemaligen Beiständin der Beschwerdeführerin zugestellt
worden. Daher ist, obwohl es sich nur um eine Begleitbeistandschaft gehandelt hat,
davon auszugehen, dass sich die Beiständin während dieser Zeit um die EL-
Angelegenheiten der Beschwerdeführerin gekümmert hat. Die Beschwerdeführerin
muss sich das Verhalten ihrer ehemaligen Beiständin anrechnen lassen (BGE 112 V 97
E. 3b).
3.2 Der gute Glaube beim Bezug der zurückgeforderten Leistungen muss in jenen
Fällen ohne weiteres bejaht werden, in denen eine rechtswidrige Rückforderung
erlassen worden ist. Rechnet eine EL-Durchführungsstelle beispielsweise rückwirkend
ein zu hohes Erwerbseinkommen an, hat die versicherte Person im Zeitpunkt des
Erhalts der (richtig berechneten) EL selbstverständlich gar nicht wissen können, dass
die EL-Durchführungsstelle diese Einnahmenposition nachträglich ‒ gesetzeswidrig ‒
erhöhen und die – rechtmässige – EL zurückfordern wird. Auch ihre Melde- und
Kontrollpflichtverletzung hat sie in diesem Fall nicht verletzt, da das ursprünglich
angerechnete Erwerbseinkommen korrekt gewesen ist, sich also nicht reduziert hat
und auch nicht mit einem zu tiefen Betrag in der Anspruchsberechnung berücksichtigt
worden ist (vgl. den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
4. November 2015, EL 2014/23 und 25 E. 3.2). Somit ist zunächst zu prüfen, ob die
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Rückforderung, deren Erlass hier allein strittig ist, rechtmässig ist (wobei die
Rückforderung, ob richtig oder falsch, bestehen bleibt, da sie rechtskräftig verfügt
worden ist). Die berufliche Abklärung in Y._ ist während des ganzen Monats Juni
2012 unterbrochen worden, da in diesem Monat im Wohnheim C._ kein freier Platz
zur Verfügung gestanden hat. Den Monat Juni 2012 hat die Beschwerdeführerin
deshalb im Heim B._ verbracht. Sie ist erst am 8. oder 9. Juli 2012 wieder nach Y._
zurückgekehrt. Das Heim B._ hat der Beschwerdeführerin für jeden Tag des Monats
Juni 2012 und für acht Tage des Monats Juli 2012 die Tagestaxe in Rechnung gestellt.
Die IV-Stelle hat der Beschwerdeführerin nur die effektiv in Rechnung gestellte
Tagestaxe für den Heimaufenthalt im Wohnheim C._ bezahlt, d.h. sie hat während
des Unterbruchs der beruflichen Abklärung wegen Platzmangels im Wohnheim C._
die Kosten für das Heim B._ nicht übernommen. Die Beschwerdegegnerin hätte
daher für den Juni und Juli 2012 in der EL-Berechnung die Tagestaxe des Heims B._
resp. den Höchstansatz von Fr. 33.-- pro Tag gemäss Art. 1a Abs. 1 der Verordnung
über die nach Ergänzungsleistungsgesetz anrechenbare Tagespauschale (sGS 351.52)
berücksichtigen müssen. Zwar hat die Beschwerdeführerin die Tagestaxe des Heims
B._ im Juli 2012 nur noch für acht Tage bezahlen müssen. Die EL-Berechnung wird
jedoch praxisgemäss frühestens auf den ersten Tag des neuen Monats angepasst,
weshalb die Tagestaxe des Heims B._ auch für den Monat Juli 2012 anzurechnen
gewesen wäre. Die Beschwerdeführerin hätte somit in den Monaten Juni und Juli 2012
− wie ursprünglich verfügt − einen EL-Anspruch von Fr. 787.-- gehabt (siehe EL-act.
124 und 129). Krankheits- und Behinderungskosten hat die Beschwerdeführerin für den
Monat Juni 2012 nicht zurückgefordert, weshalb keine unrechtmässige Rückforderung
der Krankheits- und Behinderungskosten für diesen Monat erfolgt ist. Hingegen hätte
die Beschwerdegegnerin die Krankheitskosten für den Monat Juli 2012 von Fr. 9.05
und Fr. 12.-- (insgesamt Fr. 21.05) sowie die Abo-Gebühren von Fr. 48.-- (EL-act. 53-1)
nicht zurückfordern dürfen, da die Beschwerdeführerin in diesem Monat bei korrekter
Berechnung eigentlich einen EL-Anspruch gehabt hätte. Da die für die Monate Juni und
Juli 2012 ausbezahlten Ergänzungsleistungen (inkl. Krankheits- und
Behinderungskosten) rechtmässig gewesen sind, haben die Beschwerdeführerin bzw.
ihre Beiständin bei deren Bezug nicht „bösgläubig“ sein können. Der gute Glaube ist
somit bezüglich der für die Monate Juni und Juli 2012 bezogenen EL in der Höhe von je
Fr. 787.-- (total Fr. 1‘574.--) und bezüglich der für den Juli 2012 vergüteten Krankheits-
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und Behinderungskosten von insgesamt Fr. 69.05 (Fr. 9.05 + Fr. 12.-- + Fr. 48.--) zu
bejahen. Die Rückforderungen der jährlichen EL und der Vergütung von Krankheits-
und Behinderungskosten für die Monate August 2012 bis April 2014 sind hingegen
rechtmässig, weshalb der gutgläubige Bezug für die restlichen Rückforderungen nicht
zum Vornherein bejaht werden kann.
3.3 Daher bleibt zu prüfen, ob der gute Glaube bezüglich des
Rückforderungsbetrages ab 1. August 2012 aus einem anderen Grund zu bejahen ist.
Zunächst ist zu klären, ob die ehemalige Beiständin oder die Beschwerdeführerin eine
Meldepflichtverletzung begangen haben. Gemäss Art. 24 der Verordnung über die
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV, SR
831.301) hat der Anspruchsberechtigte, sein gesetzlicher Vertreter oder gegebenenfalls
die Drittperson oder die Behörde, welcher eine Ergänzungsleistung ausbezahlt wird,
der EL-Durchführungsstelle von jeder Änderung der persönlichen und von jeder ins
Gewicht fallenden Änderung der wirtschaftlichen Verhältnisse des
Anspruchsberechtigten unverzüglich Mitteilung zu machen.
3.4 Die Beschwerdeführerin ist spätestens durch die E-Mail des Z._ vom 29. Juni
2012 (IV-act. 295-16) darüber informiert worden, dass ihr Aufenthalt im Heim B._ am
8. Juli 2012 definitiv enden werde. Zudem muss sie spätestens Ende Juli 2012 gewusst
haben, dass sie ab 1. August 2012 ein Vorbereitungsjahr im kaufmännischen Bereich
im Z._ absolvieren werde. Auch die Beiständin muss bei gebührender Sorgfalt in der
Erfüllung ihrer Pflichten darüber informiert gewesen sein, ist es doch ihre Aufgabe
gewesen, die Versicherte in Angelegenheiten, die ihre Ausbildung betreffen, zu
unterstützen. Hätten die Beschwerdeführerin resp. ihre Beiständin die
Beschwerdegegnerin umgehend über das Ende des Aufenthalts im Heim B._ am
8. Juli 2012 sowie über den Beginn der beruflichen Eingliederungsmassnahmen am
1. August 2012 im Z._ informiert, hätte die Beschwerdegegnerin die EL ab 1. August
2012 rechtzeitig an diese Veränderungen anpassen können, da die EL jeweils am
4. Arbeitstag des Monats ausbezahlt wird (Sozialversicherungsanstalt des Kantons
St. Gallen, www.svasg.ch/de/produkte/ahv/3-ebene/auszahlungstermine.php, besucht
am 18. März 2016). Zwar leidet die Beschwerdeführerin an einer schweren
Persönlichkeitsentwicklungsstörung, aber ihre Konzentration, ihre Aufmerksamkeit, ihre
Wahrnehmung, ihre Auffassung oder ihr Denken ist nicht beeinträchtigt gewesen und
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sie ist durchschnittlich intelligent (siehe z.B. IV-act. 121-7 D. 2). Sie hätte daher
erkennen müssen, dass die vorgenannten Informationen für den EL-Anspruch von
Bedeutung waren. Die Beschwerdeführerin bzw. ihre Beiständin haben somit eine
grobe Verletzung der Meldepflicht begangen, indem sie die Beschwerdegegnerin nicht
umgehend über das Ende des Aufenthalts im Heim B._ und den Beginn der Vorlehre
in Y._ informiert haben. Denn obwohl die Beschwerdegegnerin (d.h. die EL-
Durchführungsstelle) und die IV-Stelle unter dem (rein kantonalrechtlich errichteten)
Dach der Sozialversicherungsanstalt St. Gallen angesiedelt sind, handelt es sich um
zwei Sozialversicherungsträger, die mit der Erfüllung verschiedener gesetzlicher
Aufgaben betraut sind. Die Beschwerdeführerin resp. ihre Beiständin haben daher nicht
davon ausgehen können, dass die IV-Stelle die Beschwerdegegnerin über den Beginn
der Vorlehre in Y._ informieren werde, so dass keine Meldepflicht bestehe. Für die für
August und September 2012 bezogene EL (inkl. Krankheits- und Behinderungskosten)
ist die Erlassvoraussetzung des guten Glaubens aufgrund der Meldepflichtverletzung
also zu verneinen.
3.5 Zu prüfen bleibt, ob die Beiständin ihre Meldepflicht verspätet erfüllt hat, indem
sie der Beschwerdegegnerin noch im September 2012 die IV-Taggeldverfügung vom
18. September 2012 zugestellt hat. Der Taggeldverfügung ist zu entnehmen, dass die
Beschwerdeführerin ab dem 1. August 2012 im Rahmen einer beruflichen
Eingliederungsmassnahme ein IV-Taggeld erhalten hat. Diese Information hätte die
Beschwerdegegnerin dazu veranlassen müssen, in die aktuellen IV-Akten Einsicht zu
nehmen. Hätte sie dies getan, hätte sie Kenntnis davon erhalten, dass die
Beschwerdeführerin die Schule inzwischen abgeschlossen hatte und dass sie neu in
einem Wohnheim lebte, welches von der IV finanziert wurde. Hätte die
Beschwerdegegnerin genügend Sorgfalt walten lassen, hätte sie dank der
eingereichten Taggeldverfügung den EL-Anspruch ab 1. Oktober 2012 also rechtzeitig
an die tatsächlichen Verhältnisse anpassen resp. die EL-Zahlungen einstellen können.
Die Beiständin ist ihrer Meldepflicht somit nachgekommen. Allerdings obliegt der
Beiständin (bzw. der Beschwerdeführerin) nicht nur eine Melde-, sondern auch eine
Kontrollpflicht. Hätte die Beiständin (resp. die Beschwerdeführerin) die wegen den
Taggeldern angepasste EL-Verfügung vom 8. Oktober 2012 bzw. die dazugehörigen
Berechnungsblätter kontrolliert, hätte ihr auffallen müssen, dass für die gesamte Zeit
ab 1. Mai 2012, d.h. auch für die Zeit ab 1. August 2012, als die Beschwerdeführerin
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nicht mehr im Heim B._ gewohnt hatte, die Tagestaxe des Heims B._
berücksichtigt worden war. Daher ist die Gutgläubigkeit auch betreffend die ab 1.
Oktober 2012 zu Unrecht bezogenen Ergänzungsleistungen zu verneinen, da die
Beiständin (resp. die Beschwerdeführerin) ihre Kontrollpflicht verletzt hat.
3.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Gutgläubigkeit bezüglich der in den
Monaten Juni und Juli 2012 bezogenen Ergänzungsleistungen von insgesamt Fr.
1‘574.-- (2 x Fr. 787.--) sowie bezüglich der im Monat Juli 2012 vergüteten Krankheits-
und Behinderungskosten von Fr. 69.05 zu bejahen ist. Betreffend die zu Unrecht
bezogenen EL für die Zeit vom 1. August 2012 bis 30. April 2014 in der Höhe von Fr.
11‘094.-- (Fr. 12‘668.-- - Fr. 1‘574.--) sowie betreffend die in diesem Zeitraum
vergüteten Krankheits- und Behinderungskosten von Fr. 2‘018.80 (Fr. 2‘087.85 - Fr.
69.05) ist die Gutgläubigkeit zu verneinen.
3.7 Die Rückerstattung kann nur erlassen werden, wenn die Voraussetzungen des
gutgläubigen Bezugs und der grossen Härte kumulativ erfüllt sind. Die
Beschwerdegegnerin hat die Voraussetzung der grossen Härte nicht geprüft, da sie
den guten Glauben bezüglich des gesamten Rückforderungsbetrages verneint hat.
Betreffend die anteiligen Rückforderungen von Fr. 1‘574.-- und von Fr. 69.05, die auf
einem gutgläubigen Leistungsbezug beruhen, ist die Sache daher zur Prüfung der
grossen Härte an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Bezüglich der restlichen
Rückforderungen von Fr. 11‘094.-- und Fr. 2‘018.80 hat die Beschwerdegegnerin das
Erlassgesuch zu Recht abgewiesen, da sich bei einer Verneinung der
Erlassvoraussetzung des guten Glaubens eine Prüfung der Erlassvoraussetzung der
grossen Härte erübrigt.
3.8 Demnach ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und die Sache ist zur
Prüfung der grossen Härte bezüglich der für Juni und Juli 2012 bezahlten EL von
Fr. 1‘574.-- und bezüglich der für den Juli 2012 vergüteten Krankheits- und
Behinderungskosten von Fr. 69.05 und zur anschliessenden neuen Verfügung über das
Erlassgesuch an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.
4.1 Gerichtskosten werden keine erhoben (Art. 61 lit. a ATSG).
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4.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Praxisgemäss ist die Rückweisung der Sache
zur ergänzenden Abklärung und neuen Beurteilung an die Verwaltung als volles
Obsiegen der Beschwerdeführerin zu werten (BGE 132 V 215 E. 6.2). Denn die
Anfechtung des Einspracheentscheides ist unumgänglich gewesen, auch wenn sich
dieser Entscheid nun als lediglich teilweise rechtswidrig erwiesen hat; andernfalls wäre
er auch in seinem rechtswidrigen Teil in Rechtskraft erwachsen und verbindlich
geworden. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75)
pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Da es sich trotz der grossen Zahl an Akten als
Folge der Beschränkung des Streits auf die Erlassfrage um einen durchschnittlich
aufwändigen EL-Fall gehandelt hat, erscheint eine pauschale Parteientschädigung von
Fr. 3‘000.-- im vorliegenden Fall als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat die
Beschwerdeführerin entsprechend mit Fr. 3‘000.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zu entschädigen.