Decision ID: a5864e59-f8a3-58ed-ae85-51a40b636fb4
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ C.L., geb. 1976, ist Staatsangehöriger von Nigeria. Er reiste am 2. Februar 2002
unter der falschen Identität Mike Law, geb. 1983, Staatsangehöriger von Sierra Leone,
illegal in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch. Dieses wurde mit Verfügung vom
24. Mai 2002 abgewiesen, der Gesuchsteller aus der Schweiz weggewiesen und einer
allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzogen. Der Gesuchsteller verliess
die Schweiz binnen der angesetzten, bis 7. Juni 2002 laufenden Ausreisefrist nicht,
sondern widersetzte sich der Ausreise und war nicht bereit, bei der Papierbeschaffung
mitzuwirken. Mit Entscheid vom 15. Juli 2002 trat die Asylrekurskommission auf die
gegen den negativen Asylentscheid erhobene Beschwerde nicht ein. Am 11. Dezember
2002 verschwand der Gesuchsteller aus dem Asylbewerberzentrum Neckermühle und
war fortan untergetaucht.
Am 3. Januar 2003 heiratete C.L. in Nigeria die in Rorschach wohnhafte Schweizer
Staatsangehörige Katrin F., geb. 1982. Am 28. Januar 2003 reichte er bei der
schweizerischen Botschaft in Lagos ein Einreisegesuch zum Verbleib bei der Ehefrau
ein. Nach der Bewilligung des Gesuchs und der Erteilung des Visums reiste er am
24. April 2003 in die Schweiz ein. Am 8. Mai 2003 erteilte ihm das Ausländeramt des
Kantons St. Gallen eine Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des Familiennachzugs. Am
24. April 2008 wurde ihm die Niederlassungsbewilligung erteilt.
Seit 2003 wurde C.L. während seines Aufenthalts in der Schweiz mehrmals straffällig.
Das Bezirksamt Arbon verurteilte ihn mit Strafverfügung vom 17. Oktober 2003 wegen
grober Verletzung von Verkehrsregeln durch Überschreiten der zulässigen
Höchstgeschwindigkeit ausserorts zu einer Busse von Fr. 800.--. Das
Untersuchungsamt Altstätten verurteilte ihn am 23. April 2004 wegen Gewalt und
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Drohung gegen Behörden und Beamte zu einer Gefängnisstrafe von drei Wochen und
einer Busse von Fr. 200.--. Der Vollzug der Gefängnisstrafe wurde unter Ansetzung
einer Probezeit von zwei Jahren aufgeschoben. Das Bezirksamt Arbon büsste C.L. am
8. Februar 2005 wegen wiederholten Schwarzfahrens mit Fr. 300.--. Die
Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl verurteilte ihn mit Strafbefehl vom 30. März 2005 wegen
Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz und mehrfacher Übertretung des
Betäubungsmittelgesetzes zu drei Monaten Gefängnis. Der Vollzug wurde unter
Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren aufgeschoben. Am 22. Juni 2006 verurteilte
die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl C.L. wegen derselben Delikte zu einer
Gefängnisstrafe von zwei Monaten und einer Busse von Fr. 300.--. Der vom
Untersuchungsamt Altstätten am 23. April 2004 und von der Staatsanwaltschaft
Zürich-Sihl am 30. März 2005 gewährte bedingte Strafvollzug wurde widerrufen und
der Vollzug der beiden Strafen angeordnet.
Am 19. April 2009 sprach das Bezirksgericht Zürich C.L. der mehrfachen
Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig und verurteilte ihn in
teilweisem Zusatz zu den Strafbefehlen der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl zu einer
Freiheitsstrafe von zweidreiviertel Jahren, abzüglich 274 Tage Polizeiverhaft und
Untersuchungshaft. Am 4. Februar 2009 trat der Verurteilte den Strafvollzug an. Am
5. März 2010 waren zwei Drittel der Strafe verbüsst.
Mit Verfügung vom 13. Oktober 2009 widerrief das Ausländeramt die
Niederlassungsbewilligung von C.L.. Zur Begründung hielt es fest, der Betroffene sei
mehrfach verurteilt worden und weise schwere Integrationsdefizite auf. Sein
Verschulden wiege sehr schwer. Er stelle für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ein
erhebliches Risiko dar. Aufgrund der wiederholten Verurteilungen wegen
Drogendelikten habe auch seine schweizerische Ehefrau mit einer Wegweisung des
Ehemannes bzw. mit der Möglichkeit, die Ehe künftig nicht mehr in der Schweiz leben
zu können, rechnen müssen.
B./ Gegen den Widerruf der Niederlassungsbewilligung erhob der Betroffene durch
seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 29. Oktober 2009 Rekurs, der vom
Sicherheits- und Justizdepartement mit Entscheid vom 22. Januar 2010 abgewiesen
wurde.
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C./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 8. Februar 2010 erhob C.L. Beschwerde
beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, Ziff. 1 des Rekursentscheids und die
Verfügung des Ausländeramts vom 13. Oktober 2009 seien aufzuheben, es sei auf den
Widerruf der Niederlassung zu verzichten und stattdessen eine Verwarnung
auszusprechen, eventualiter sei vorerst ein Führungsbericht einzuholen und/oder die
Entlassung aus dem Strafvollzug abzuwarten und erst anschliessend über
fremdenpolizeiliche Massnahmen zu befinden, alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Ausserdem beantragte der Beschwerdeführer die unentgeltliche
Rechtspflege und Rechtsverbeiständung. Zur Begründung wird im wesentlichen
vorgebracht, die Vorinstanz habe die Interessenabwägung einseitig zu Ungunsten des
Beschwerdeführers vorgenommen. Die Freiheitsstrafe von zweidreiviertel Jahren weise
nicht darauf hin, dass ein äusserst schweres Verschulden angenommen werden könne.
In anderen Fällen hätten Ausländer mit weit höheren Strafen mit dem Segen der Justiz
in der Schweiz bleiben dürfen. Der Beschwerdeführer sei vom Strafvollzug beeindruckt
und werde nie wieder deliktisch tätig werden. Auf die weiteren Vorbringen wird, soweit
wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 11. Februar 2010 auf Abweisung
der Beschwerde.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 8. Februar 2010
entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1
in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2. Nach Art. 63 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer
(SR 142.20, abgekürzt AuG) kann die Niederlassungsbewilligung widerrufen werden,
wenn die Voraussetzungen nach Art. 62 lit. a oder b AuG erfüllt sind (lit. a), wenn der
Ausländer in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in
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der Schweiz oder im Ausland verstossen hat oder diese gefährdet oder die innere oder
die äussere Sicherheit gefährdet (lit. b) oder wenn der Ausländer oder eine Person, für
die er zu sorgen hat, dauerhaft und in erheblichem Masse auf Sozialhilfe angewiesen
ist (lit. c). Die Niederlassungsbewilligung von Ausländern, die sich seit mehr als
fünfzehn Jahren ununterbrochen und ordnungsgemäss in der Schweiz aufhalten, kann
nur aus Gründen von Art. 63 Abs. 1 lit. b und Art. 62 lit. b AuG widerrufen werden (Art.
63 Abs. 2 AuG). Nach Art. 62 lit. b AuG kann die Niederlassungsbewilligung widerrufen
werden, wenn der Ausländer zu einer längeren Freiheitsstrafe verurteilt oder gegen ihn
eine strafrechtliche Massnahme im Sinn von Art. 64 oder 61 StGB angeordnet wurde.
2.1. Freiheitsstrafen von mehr als einem Jahr gelten nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung als längere Freiheitsstrafen im Sinn von Art. 62 lit. b AuG und bilden
einen Grund für den Widerruf der Niederlassungsbewilligung (vgl. BGE 135 II 377;
VerwGE B 2008/199 vom 9. Juli 2009 und VerwGE B 2009/121 vom 3. Dezember 2009,
in: www.gerichte.sg.ch).
2.2. Art. 63 AuG gewährt der zuständigen Behörde beim Entscheid über den Widerruf
der Niederlassungsbewilligungen einen Ermessensspielraum. Der Tatbestand ist als
"Kann-Bestimmung" formuliert. Das Gesetz schreibt nicht zwingend den Widerruf der
Niederlassung vor, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Der Widerruf
einer Niederlassungsbewilligung ist anzuordnen, wenn er bei sorgfältiger Abwägung
der Interessen verhältnismässig erscheint (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung, SR 101,
abgekürzt BV). Die Behörden berücksichtigen gemäss Art. 96 Abs. 1 AuG die
öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der
Integration, wobei namentlich die Schwere des Verschuldens, die Dauer der
Anwesenheit in der Schweiz sowie die dem Ausländer und seiner Familie drohenden
Nachteile ins Gewicht fallen (BGE 135 II 377 E. 4.3 mit Hinweisen). Dabei sind umso
strengere Anforderungen an den Widerruf einer Niederlassung bzw. an eine
Wegweisung zu stellen, je länger ein Ausländer in der Schweiz anwesend war. Es ist
aber in Betracht zu ziehen, dass der Widerruf der Niederlassung und die Wegweisung
selbst gegenüber Ausländern der zweiten Generation, welche ihr gesamtes Leben in
der Schweiz verbracht haben, grundsätzlich zulässig ist (Weisungen des Bundesamts
für Migration, Ziff. 8.2.1.2.1. mit Hinweis auf BGE 122 II 433 ff.). Nach der Praxis des
Bundesgerichts ist eine Wegweisung im übrigen umso eher zulässig, wenn der
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Ausländer selbst nach längerer Anwesenheit in der Schweiz sich nicht oder nur wenig
integriert hat, hauptsächlich mit Landsleuten zusammen ist, enge Beziehungen zu
seinem Heimatland pflegt sowie dessen Sprache spricht (vgl. BGE 2A.540/2001 vom
4. März 2002).
2.3. Die Notwendigkeit einer Verhältnismässigkeitsprüfung ergibt sich auch aus Art. 8
Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101, abgekürzt EMRK). Auf
diese Bestimmung kann sich der Beschwerdeführer grundsätzlich berufen, da er mit
einer Schweizerin verheiratet ist. Nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK ist ein Eingriff in das von Art.
8 Ziff. 1 EMRK geschützte Familienleben statthaft, wenn er gesetzlich vorgesehen ist
und eine Massnahme darstellt, die in einer demokratischen Gesellschaft für die
nationale Sicherheit, die öffentliche Ordnung, das wirtschaftliche Wohl des Landes, die
Verteidigung der Ordnung oder zur Verhinderung von strafbaren Handlungen, zum
Schutz der Gesundheit und Moral sowie der Rechte und Freiheiten anderer notwendig
erscheint. Bei der Interessenabwägung im Rahmen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK sind die
Schwere des begangenen Delikts, der seit der Tat vergangene Zeitraum, das Verhalten
des Ausländers während dieser Periode, die Auswirkungen auf die primär betroffene
Person sowie deren familiäre Situation zu berücksichtigen. Zudem sind die Dauer der
ehelichen Beziehung und weitere Gesichtspunkte relevant, welche Rückschlüsse auf
deren Intensität zulassen (Geburt und Alter allfälliger Kinder, Kenntnis der Tatsache,
dass die Beziehung wegen der Straftat unter Umständen nicht in der Schweiz gelebt
werden kann). Von Bedeutung sind auch die Nachteile, welche dem Ehepartner oder
den Kindern erwachsen würden, müssten sie dem Betroffenen in dessen Heimat folgen
(BGE 135 II 377 E. 4.3. mit Hinweisen). Im übrigen verschafft Art. 13 BV in diesem
Bereich dem Beschwerdeführer keine über Art. 8 EMRK hinausgehenden Ansprüche.
2.4. Der Beschwerdeführer wurde wegen Verkaufs von über einem Kilogramm Kokain
ab ca. 2004 bis zur Verhaftung am 6. Mai 2008 zu einer Freiheitsstrafe von
zweidreiviertel Jahren verurteilt. Der Beschwerdeführer hat sich in erheblichem Masse
als Drogenhändler betätigt. Er hielt sich während mehrerer Jahre in Zürich auf und
verkaufte auf der Strasse Kokain an Drogenkonsumenten. Gemäss der Anklage,
welche der Verurteilung zugrundeliegt, wurden dem Beschwerdeführer 3296 Verkäufe
von ingesamt über 1,1 Kilogramm Kokain für über Fr. 150'000.-- zur Last gelegt. Sein
Verschulden muss in fremdenpolizeilicher Hinsicht als schwer qualifiziert werden. Bei
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Betäubungsmitteldelikten ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch unter
dem neuen Ausländerrecht ein strenger Massstab anzulegen (BGE 2C_578/2009 vom
23. Februar 2010, E. 2.4. mit Hinweis auf BGE 125 II 527). Erschwerend kommt hinzu,
dass der Beschwerdeführer trotz verschiedener Vorstrafen wegen Widerhandlung
gegen das Betäubungsmittelgesetz seine deliktische Tätigkeit in diesem Bereich
intensivierte, je länger er sich in der Schweiz aufhielt. Zu Recht weist die Vorinstanz
darauf hin, dass der Beschwerdeführer ein hohes Mass an krimineller Energie aufweist
und für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ein erhebliches Risiko darstellt. Der
Beschwerdeführer hat sich von bedingten und von kurzen Freiheitsstrafen nicht
beeindrucken lassen und seine deliktische Tätigkeit trotz dieser Sanktionen fortgesetzt.
Beim Beschwerdeführer wurde bereits mit dem Strafbefehl vom 22. Juni 2006 der
Vollzug zweier Freiheitsstrafen angeordnet. Dies hielt ihn offenbar nicht vor weiteren
Delikten ab. In fremdenpolizeilicher Hinsicht muss aufgrund des bisherigen Verhaltens
des Beschwerdeführers trotz des klaglosen Strafvollzugs von einer erheblichen
Rückfallgefahr ausgegangen werden. Selbst wenn die Beteuerungen des
Beschwerdeführers, er habe sich durch den Vollzug der Freiheitsstrafe beeindrucken
lassen, als glaubhaft betrachtet werden, ist bei solchen Betäubungsmitteldelikten
selbst ein relativ geringes Rückfallrisiko grundsätzlich nicht hinzunehmen, und es darf
auch generalpräventiven Gesichtspunkten Rechnung getragen werden (BGE
2C_578/2009 vom 23. Februar 2010 E 2.4 mit Hinweisen).
Der Beschwerdeführer reiste am 24. April 2003 erstmals legal in die Schweiz ein. Er hält
sich seither rund sieben Jahre in der Schweiz auf. Damit ist noch nicht von einem
langjährigen Aufenthalt auszugehen, der in erheblichem Masse zugunsten des
Beschwerdeführers ins Gewicht fällt. Zudem war er von 2004 bis 2008 im
Drogenhandel tätig, was die Bedeutung der Aufenthaltsdauer relativiert.
Der Beschwerdeführer ist seit 3. Januar 2003 mit einer Schweizerin verheiratet. Die Ehe
blieb kinderlos. Ob der Ehefrau eine Übersiedlung mit dem Beschwerdeführer in
dessen Heimatstaat Nigeria zumutbar ist, kann offen bleiben. Selbst bei
Unzumutbarkeit des Übersiedelns nach Nigeria für die Ehefrau erweist sich der
Widerruf der Niederlassung aufgrund der Aufenthaltsdauer von erst rund sieben Jahren
in der Schweiz und des sehr schweren Verschuldens des Beschwerdeführers als
verhältnismässig. Zu Recht wies die Vorinstanz darauf hin, dass die Ehefrau bei der
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polizeilichen Befragung am 16. Juni 2005 wusste, dass ihr Ehemann kurz nach der
Einreise straffällig geworden war. Der Beschwerdeführer stellte im übrigen nicht in
Frage, dass seine Ehefrau zumindest kurze Zeit nach seiner Einreise in die Schweiz
darum wusste, dass sie die Ehe mit ihm möglicherweise nicht in der Schweiz leben
kann.
Die Berufung des Beschwerdeführers auf Fälle anderer Ausländer, die trotz schweren
Straftaten die Schweiz nicht verlassen mussten, ist unbegründet. Zum einen ist die
Rechtsprechung anderer Kantone für das Verwaltungsgericht nicht massgebend. Hinzu
kommt, dass die genauen Umstände und die persönlichen Verhältnisse bei den vom
Beschwerdeführer geltend gemachten Fällen nicht bekannt sind. Selbst wenn in
ähnlich gelagerten Fällen von einem Widerruf der Niederlassung abgesehen worden
wäre, würde dies aber keinen Anspruch des Beschwerdeführers auf Gleichbehandlung
begründen.
Eine Verwarnung wäre aufgrund des schweren Verschuldens und der nicht
unerheblichen Rückfallgefahr nicht geeignet, die Gefahr für die öffentliche Sicherheit
und Ordnung hinreichend einzuschränken.
2.5. Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass der
Widerruf der Niederlassung rechtmässig und verhältnismässig ist. Folglich ist die
Beschwerde als unbegründet abzuweisen.
3. Der Beschwerdeführer stellte ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung. Da die
Beschwerde nicht als geradezu aussichtslos zu qualifizieren ist, ist dem Gesuch
stattzugeben. Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 2'000.-- gehen
daher zu Lasten des Staates. Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ist als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu
bestimmen. Sein Anspruch gegenüber dem Staat aus der Vertretung im
Beschwerdeverfahren ist auf Fr. 1'200.-- zuzügl. MWSt festzusetzen (Art. 22 Abs. 1
lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, in
Verbindung mit Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70).
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Demnach hat das Verwaltungsgericht