Decision ID: 3385f832-32d3-4c13-ac65-d627347a287a
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964, meldete sich
unter Hinweis auf
unfall
bedingte
rechtsseitige Fussbeschwerden
(Unfall vom
1.
Juli 2008)
und krankheitsbedingte linksseitige Fussbeschwerden und Rückenbeschwerden bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung am 1
2.
Oktober 2010 zur
Früher
fassung
an (Urk. 7/2). Mit Schreiben vom 2
9.
Oktober 2010 ersuchte die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, den Versicherten um eine Anmeldung zum Leistungsbezug und übersandte ihm ein Anmeldeformular (Urk. 7/4), welches der Versicherte am 2
5.
November 2010 ausfüllte und der IV
Stelle zusandte (Urk. 7/6). Das Formular betraf die Anmeldung zum Bezug einer
Hilflosenentschädigung
, weswegen der Versicherte am 1
6.
Januar 2011
ergänzend
das Formular betreffend Anmeldung zur beruflichen Integration res
pektive Rente ausfüllte (Urk. 7/10).
Die IV-Stelle führte in der
Folge mit dem V
ersicherten ein Resso
urcengespräch durch (Urk. 7/12)
und klärte die erwerblichen Verhältnisse
ab, indem sie Aus
züge aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) und Arbeitgeberbericht
e
zu den Akten nahm
(Urk.
7
/13,
Urk.
7/20
,
Urk.
7/79
,
Urk.
7/101
)
. Zwecks Beurteilung der
gesundheitliche
n
Situation
holte die IV-Stelle zahlreiche Arztberichte
ein und sie liess den V
ersicherten durch die
Y._
begutachten
(Urk.
7
/14,
Urk.
7/
16
,
Urk.
7/25,
Urk.
7/29,
Urk.
7/34,
Urk.
7/39-40,
Urk.
7/49-52,
Urk.
7/59,
Urk.
7/61,
Urk.
7/68,
Urk.
7/72,
Urk.
7/
84
,
Urk.
7/114,
Urk.
7/116-117,
Urk.
7/120
). Ferner
zog
sie
die
Unfallak
ten
der Schweizerischen Unfallversicherung (Suva) bei (Urk. 7/15/
1-163
,
Urk.
7/26/1-28,
Urk.
7/36/1-197
).
Es erfolgten Eingliederungsbemühungen in Form eines Arbeitsversuches (vgl.
Urk.
7/94 ff.).
Betreffend Rentenanspruch e
rliess die IV-Stelle am 20.
Januar 2014 den Vorbescheid (Urk. 7/125). Dagegen erhob der Versicherte am 2
0.
Februar 2014 Einwände (Urk. 7/135). Zur im
Ein
spracheverfahren
ergänzten gesundheitlichen Abklärung (vgl.
Urk.
7/134,
Urk.
7/138) nahm der Versicherte am 2
8.
April 2014 Stellung (Urk. 7/144). Mit Verfügung vom 1
1.
Juni 2014 sprach die IV-Stelle dem Versicherten ab
1.
Juli 2011 eine bis 3
0.
November 2011 befristete ganze Rente zu (
Urk.
2 = Urk. 7/154).
2.
Gegen die Verfügung vom 1
1.
Juni 2014 erhob
der
Versicherte am
1
0.
Juli 2014 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuhe
ben und es sei ihm mit Wirkung ab Mai 2013 eine ganze Rente zuzusprechen (zuzüglich
allfälliger Verzugszins zu
5 %
ab
1.
Mai 2013). Eventualiter seien weitere medizinische
und berufliche
Abklärungen
sowie Eingliederungsmass
nahmen
durchzuführen (Urk. 1). Die IV-Stelle beantragte in der
Beschwerde
antwort
vom 1
0.
September 2014 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Am
8.
Januar 2015 äusserte sich der Beschwerdeführer erneut zur Sache (Urk.
9).
Die Beschwerdegegnerin verzichtete am
9.
Februar 2015 auf eine
zusätzliche
Stellungnahme (Urk. 12).
Auf die Ausführungen der Parteien und die Akten wird, soweit erforderlich in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Beschwerdegegnerin geht vom Vorliegen einer vorübergehenden Erwerbs
unfä
higkeit aus. In der Begründung zu
r
angefochtenen Verfügung fasste sie zusammen,
seit dem am
1.
Juli 2008 erlittenen Unfall sei der Beschwerde
führer in seiner Arbeitsfähigkeit in unterschiedlichem Ausmass eingeschränkt.
Ab Juli 2011 sei die gesundheitliche Beeinträchtigung so erheblich gewesen, dass ihm weder die angestammte noch eine angepasste Tätigkeit habe zugemu
tet werden können. Im weiteren Verlauf habe sich der Gesundheitszustand wieder verbessert und in einer angepassten Tätigkeit könnte der Beschwerde
führer ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen. Entgegen der Auffas
sung des Beschwerdeführers sei bei der Beurteilung der gesundheitlichen Ver
hältnisse
nicht nur die unfallbedingte rechtsseitige Fussproblematik, sondern
es seien gleichermassen
die krankheitsbedingten Beeinträchtigungen am linken Fuss sowie die Rückenproblematik berücksichtigt worden.
Die eingeholten
Arzt
berichte
und die durchgeführte Begutachtung bildeten eine hinreichende Grundlage für den Entscheid und zusätzliche Einschränkungen seien nicht
belegt, so dass weitere Abklärungen nicht erforderlich seien (Urk. 2, Verfü
gungsteil 2 S. 3 ff.).
1.
3
Der Beschwerdeführer macht geltend,
die Beschwerdegegnerin habe zu Unrecht nur eine vorübergehende Invalidität anerkannt. Die Erwerbsfähigkeit werde nicht nur durch die unfallbedingten Beeinträchtigungen am rechten Fuss, son
dern auch durch krankheitsbedingte Veränderungen an beiden Füssen (Klump
füsse),
durch
ein Rückenleiden (Degenerationen im Hals- und
Lendenwirbelbe
reich
)
und
durch
Handprobleme
(Gefühlsstörungen)
limitiert
. Beim Erlass der angefochtenen Verfügungen seien nicht alle Beeinträchtigungen
zusammen
berücksichtigt
und gewürdigt
worden.
Bereits
im Rahmen der ärztlichen Abklärungen
fehle es an
eine
r
Beurteilung der Wechselwirkungen dieser Beein
trächtigungen.
Aufgrund aller leidensbedingten erwerblichen Einschränkungen sei die Erwirtschaftung eines Erwerbseinkommens nicht mehr möglich. Mindes
tens aber bestehe über den anerkannten Anspruch auf eine
befristete
ganze Rente hinaus ein Anspruch auf eine
Viertelsrente
(Urk. 1 S. 7 ff.,
Urk.
9 S. 2).
2.
2.1
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.2
Die Beschwerdegegnerin
holte das
interdisziplinäre
Y._
-Gutachten vom 18.
September 2012 ein (Urk. 7/84), auf das sie beim Erlass der angefochtenen Verfügung abstellte
(
vgl.
Urk.
7/145)
.
Die internistische, orthopädische und psy
chiatrische Begutachtung erfolgte
am
1
5.
August 2012 (Urk. 7/84/2). Die Gut
achter berücksichtigten die
Vorakten
(Urk. 7/84/3 ff.
Ziff.
2.1), sie erhoben die Anamnese
sowie
die Befunde
und sie berücksichtigten die geklagten Beschwer
den (Urk. 7/84/8 ff.
Ziff.
3.2 f.,
Urk.
7/84
/10 ff.
Ziff.
4.1.1-4.1.2, Urk.
7/84/14 ff.
Ziff.
4.2.1-4.2.2)
. Es erfolgte eine Beurteilung je in den einzelnen Fachrichtun
gen und eine
gesamt
haft
e
(Urk.
7/84/10
Ziff.
3.4,
Urk.
7/84/13 f.
Ziff.
4.1.3-4.1.4,
Urk.
7/84/18 ff.
Ziff.
4.2.3-4.2.9,
Urk.
7/84/22 ff.
Ziff.
5-6
). Damit genügt das Gutachten
formal
den Anforderungen an ei
ne beweiskräftige medizinische E
xpertise (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1
mit Hinweisen
).
2.3
Aus allgemeininternistischer Sicht (Untersuchung durch
Dr.
med.
Z._
, FMH Allgemeine Innere Medizin) enthält das
Y._
-Gutachten die Diagnosen einer Adipositas und eines chronischen
Nikotinabusus
(ca. 35
packyears
;
Urk.
7/84/10
Ziff.
3.4) und die Feststellung, den Diagnosen könne weder aktuell noch retro
spektiv ein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zugemessen werden. Angestrebt werden sollte
n
eine deutliche Gewichtsreduktion sowie ein Nikotinstop
p
(Urk. 7/84/10
Ziff.
3.6). Diese Beurteilung ist aufgrund der erhobenen Befunde (
Urk.
7/84/9 f.
Ziff.
3.3) nachvollziehbar und sie ist
auch
unbestritten.
2.4
2.4.1
Der psychiatrische Experte
Dr.
med.
A._
, FMH Psychiatrie und Psycho
thera
pie,
gelangte zum Schluss,
der Beschwerdeführer leide an einer
Schmerz
verarbeitungsstörung
(ICD-10 F54)
. Vor dem 2008 erlittenen Unfall habe er im Verkauf gearbeitet (erlernter Beruf). Er sei
im
Detailhandel
tätig gewesen und habe zuletzt Sandstrahlanlagen verkauft. Während Jahren habe er intensiv Tanz
sport betrieben und sei ein begeisterter Motoradfahrer gewesen. 2008 sei er mit dem Motorrad gestürzt und habe sich eine Verletzung am rech
ten Fuss zuge
zogen. Vorbestehende Rückenbeschwerden hätten sich seither ver
schlimmert. Aufgrund zahlreicher körperlicher Beschwerden fühle sich der Beschwerdeführer nicht mehr in der Lage
,
einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Das Ausmass der geklagten Beschwerden und die subjektive
Krankheitsüberzeu
gung
könn
t
e
n
durch die objektiven Befunde nicht hinreichend objektiviert wer
den, so dass von einer gewisse
n
psychischen Überlagerung auszugehen sei. Hinweise auf lang anhaltende psychosoziale oder emotionale
Belastungsfakto
ren
lägen nicht vor
(Urk. 7/84/13
Ziff.
4.1.3-4.1.4)
.
2.4.2
Zu den Befunden, auf welche
Dr.
A._
die erwähnte Beurteilung abstützte, lässt sich dem Gutachten entnehmen, der Beschwerdeführer habe sich ein einzi
ges Mal in eine psychiatrische Sprechstunde begeben, als 2004 seine Eltern innert kurzer Zeit verstorben seien. Seither sei keine Behandlung mehr erfolgt. Auch eine psychopharmakologische Behan
dlung habe nicht stattgefunden. Der Beschwerdeführer habe erwähnt, dass er ein fröhlicher und aufgestellter Mensch sei und jetzt einzig darunter leide, dass er a
n
dauernd unter Beschwerden leide und in seinen Alltagsaktivitäten eingeschränkt sei. Bei der Untersuchung hätten keine psychopathologischen Symptome festgestellt werden können. Der Beschwer
de
führer lebe alleine und versorge den Haushalt selbständig. Er leide unter leichten schmerzbedingten Schlafstörungen. Antriebsstörungen, depressi
ve Verstimmungen und ein sozialer Rückzug seien nicht vorhanden. Er pflege einen grossen Freundes- und Bekanntenkreis (Urk. 7/84/13 f.
Ziff.
4.1.4).
2.4.3
Aufgrund dieser erhobenen Befunde überzeugt die
Schlussfolgerung des Exper
ten, die Arbeitsfähigkeit sei aus psychiatrischer Sicht nicht eingeschränkt (Urk. 7/84/14
Ziff.
4.1.5).
Die Diagnose und die Darlegungen des P
sychiaters blieben unbestritten.
D
er Beschwerdeführer
bemängelte die Begutachtung bezüglich der somatischen Beschwerden
(vgl. dazu nachstehende E. 2.5).
Mithin
gehen
nicht nur der psychiatrische Experte mit seinen begründeten und nach
vollziehbaren Darlegungen, sondern auch der
Beschwerdeführer davon aus
, dass keine die erwerbliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigende psychische Erkran
kung vorliegt.
2.5
2.
5
.1
Der orthopädische Experte des
Y._
,
Dr.
med.
B._
, FMH Orthopädische Chirur
gie,
diagnostizierte mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit chronische
Fuss
beschwerden
beidseits
(kongenitaler Klumpfuss beidseits mit operativer Behandlung,
Trimalleolarluxa
tionsfraktur
rechts im Jahr 2008
mit Osteosyn
these, erneuter Rekonstruktion und OSG-
Arthrodese
rechts
)
und ein chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom
(nach Dekompressionsbehandlung LWK3/4/5 1998)
sowie (ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) den Verdacht
auf
eine Schmerzausweitung (Urk. 7/84/18 f.
Ziff.
4.2.3).
Zu diesen Diag
nosen führte er aus, bei der orthopädischen
Befunderhebung sei ein praktisch
hinkfreies
Gangbild aufgefallen. An der Wirbelsäule
sei
nur im lumbalen Abschnitt eine mittelgradige Bewegungseinschränkung
feststellbar gewesen
. Unter Ablenkung sei die Kopfrotation frei gewesen. Sowohl an den oberen als auch an den unteren Extremitäten sei die Beweglichkeit erhalten und die Kraftentfaltung ausgezeichnet gewesen. Allein im Rückfussbereich beidseits und aufgrund der
Arthrodese
rechts habe eine Bewegungseinschränkung bestanden. Der Beschwerdeführer habe die ausführliche Untersuchung prob
lemlos toleriert und weder am Stamm noch an den Extremitäten seien
Druck
dolenzen
aufgefallen. Auf neurologischer Ebene hätten sich keine Hinweise für das Vorliegen einer Pathologie im Bereich des peripheren Nervensystems finden lassen.
Bildgebend habe sich eine abgeschlossene Konsolidation des
arthrode
sierten
rechten oberen Sprunggelenks gezeigt. Ein möglicher Kontakt der
Fibu
laspitze
zum
Calcaneus
sei beschrieben worden, doch sei der klinische Befund in diesem Bereich unauffällig gewesen. Am linken Fuss seien bis auf die kongeni
tale Veränderung keine Auffälligkeiten dokumentiert. An der Wirbelsäule lägen zervikal und lumbal mehrsegmentale degenerative Veränderungen und thorakal
Diskopathien
ohne Hinweise auf Neurokompressionen vor. In Anbetracht des
ansonsten objektiv weitgehend
blanden
Befundes sei auf die Anfertigung neuer Bilddokumente verzichtet worden (Urk. 7/84/19 f.
Ziff.
4.2.4).
Zusammenfassend lasse sich feststellen,
dass die geklagten Fussbeschwerden anhand der klinischen und radiologischen Befunde nicht objektivierbar seien. Nachvollziehbar sei eine Restsymptomatik im Bereich des rechten Rückfusses nach schwerer Verletzung
im Jahr 2008
und hernach zahlreichen
Eingriffen, jedoch seien weder aktenanamnestisch noch radiologisch oder anlässlich der gut tolerierten Untersuchung lokale Beschwerdeursachen fassbar, sodass das Ausmass der geschilderten Beschwerden im Alltag erstaune.
Angesichts der weitgehend freien Beweglichkeit der Wirbelsäule seien auch die panvertebral geklagten Beschwerden schwer nachvollziehbar. Das geschilderte fehlende Ansprechen auf verschiedenste Massnahmen (konservative Therapie, körperliche Schonung, Infiltrationen, Einnahme von Analgetika) lasse sich als Hinweis dafür werten, dass eine deutliche nicht-organische Komponente bestehe.
Auf
grund widersprüchlicher Angaben sei auch nicht
klar zum Ausdruck
ge
komme
n
, wie gross der Leidensdruck aufgrund der geklagt
en Beschwerden tatsächlich sei
(Urk. 7/54/20 f.).
Für die angestammte Tätigkeit im Aussendienst (körperlich mittelschwer bis schwer, mit grösseren Gehdistanzen) bestehe
seit der Sprunggelenksverletzung im Juli 2008
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Eine körperlich leichte, über
wiegend sitzende Tätigkeit sei aus orthopädischer Sicht
spätestens
seit
dem Zeitpunkt der Begutachtung
im Umfang von 80 % (ganztägiges Pensum mit um 20 % reduzierter Leistung aufgrund des Pausenbedarfs) zu
mutbar. Zu vermeiden seien das B
esteigen von Treppen und Leitern und das Begehen von unebenem Gelände, ebenso das wiederholte Heben und Tragen von Lasten über 10 kg (Urk. 7/84/21
Ziff.
4.2.5
-6
).
2.
5
.2
Der Beschwerdeführer rügt, die
Y._
-Gutachter hätten nebst den MRI-Befunden der
Klinik C._
vom 2
4.
Juli 2012 (vgl.
Urk.
7/84/18
Ziff.
4.2.2.3) und de
m
Bericht
von
Dr.
med.
D._
, Oberarzt
derselben Klinik
,
vom 2
4.
Juli 2012 (vgl.
Urk.
7/84/22
Ziff.
4.2.8
, vgl. auch
Urk.
7/114/6-7
) nicht auch den Bericht von
Dr.
med.
E._
vom 3
0.
August 2013 berück
sichtigt
, weswegen die
Y._
-Gutachter fälschlicherweise davon ausgegangen seien, es liege keine
radikuläre
Symptomatik vor
. Somit sei das Gutachten nicht korrekt respektive unvollständig. Unabhängig müsse aufgrund der bildgebenden Untersuchungen vom 2
4.
Juli 2012 von einer Vielzahl von körperlichen Beein
trächtigungen ausgegangen werden, die nicht einfach als irrelevant abgetan werden könnten
(Urk. 1 S. 7 f.
Rz
13.1
und S. 9
Rz
13.3
).
Da das
Y._
-Gutachten am 1
8.
September 2012 erstattet wurde (vgl. Urk. 7/84/2)
ko
nnte
darin
der spätere Arztbericht vom 3
0.
August 2013 keine Berücksichti
gung finden. Zudem befindet sich der erwähnte Bericht von
Dr.
E._
nicht bei den Akten und der Beschwerdeführer
reichte diesen auch nicht ein.
Radikuläre
Reizungen verneinten die
Y._
-Gutachter im Übrigen nicht, sondern sie hielten fest, dass aufgrund der bildgebenden Untersuchungen klare Hinweise dafür fehlten (Urk. 7/84/20
Ziff.
4.2.4).
Diese Schlussfolgerung steht in Über
einstimmung mit des Feststellungen von
Dr.
D._
im Bericht vom 2
4.
Juli 2012 (Urk. 7/114/7)
,
und bei der neurologischen Untersuchung im Rahmen der
Y._
-Begutachtung konnte eine spinale Kompressionsproblematik oder die Läsion eines grösseren peripheren Nervs weitestgehend ausgeschlossen werden (Urk. 7/84/20
Ziff.
4.2.4).
Im Übrigen stellten die
Y._
-Gutachter die vorhandenen degenerativen Verände
rungen im Bereich der Wirbelsäule keineswegs
in Abrede
. Allein aufgrund dieser Befunde kann jedoch die funktionelle Beeinträchtigung noch nicht beur
teilt werden. Zu diesem Zweck
erfolgte eine klinische Untersuchung. Diese ergab nur im lumbalen Abschnitt eine mittelgradige Beeinträchtigung der Beweglichkeit und eine leichte
Druckdolenz
der dortigen Muskulatur. Ansonsten
konnten
keine Auffälligkeiten
festgestellt werden
.
Die Kopfrotation war unter
Ablenkung frei (Urk. 7/84/16
Ziff.
4.2.2.1). Dass die
Y._
-Gutachter davon aus
gehend die Funktionsbeurteilung vornahmen
,
ist nicht zu beanstanden. Seithe
rige erhebliche Veränderungen der Befundlage sind weder in den späteren Berichten der
Klinik C._
noch in anderen Arztberichten erwähnt (vgl.
Urk.
7/116,
Urk.
7/117/6 f.,
Urk.
7/134,
Urk.
7/138,
Urk.
7/151).
2.
5
.3
Der Beschwerdeführer macht geltend, das von der
Klinik C._
bereits 2012
im Bericht vom 1
7.
Februar 2014 (vgl.
Urk.
7/134/1-2) und im Schreiben der Klinik vom 1
3.
März 2014 (vgl.
Urk.
7/138) erwähnte Rezidiv der
Dis
kushernie
im Bereich des vierten und fünften Lendenwirbels sei unberücksich
tigt geblieben (Urk. 1 S. 8 f.
Rz
13.2).
Das im Bericht der
Klinik C._
vom 1
7.
Februar 2014
erwähnte
Diskus
h
er
nienr
ezidiv
betrifft
nicht eine Verschlechterung nach Erstattung des Gutachtens, sondern
eine solche zu einem
erheblich
früheren Zeitpunkt. Erwähnt
wurde im Bericht diesbezüglich
ein MRI vom
Januar 2005 (
Urk.
7/134/1). Die im Schreiben der
Klinik C._
vom 13. März 2014 erwähnte
Verschlechterung
sodann
wurde nicht näher beschrieben
oder doku
mentiert
(Urk. 7/138/1).
2.
5
.4
Als mangelhaft erachtete der Beschwerdeführer das Gutachten auch bezüglich Würdigung seiner Handprobleme. Insbesondere seien diese von den Gutachtern nicht weiter abgeklärt worden. Von einer Beurteilung oder Berücksichtigung
könne daher nicht gesprochen werden. Es fehle jede Diagnose oder Würdigung. Zudem sei auch keine neurologische Beurteilung erfolgt. Ein Einfluss dieses Leidens auf die Arbeitsfähigkeit könne nicht ausgeschlossen werden (Urk. 1 S. 9
Ziff.
14).
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers erfolgte eine neurologische Untersuchung und Würdigung - auch unter Berücksichtigung einschlägiger
Vorakten
- anlässlich der Begutachtung durch die Ärzte des
Y._
(vgl. Urk. 7/84/17 f.
Ziff.
4.2.2.2 und
Urk.
7/84/20
Ziff.
4.2.4).
Die Untersuchung ergab keine objektivierbaren Befunde, welche die geklagten
Beschwerden
(Urk. 7/84/8) in ihrem Ausmass zu erklären vermochten.
Auch aus den vom Beschwerdeführer erwähnten Arztberichten der
F._
AG vom 1
2.
Oktober 2013 und von
Dr.
med.
G._
vom 2
6.
November 2013 (Urk. 7/
116,
Urk.
7/12085) e
rgeben sich keine
gegenteilige
n
Anhaltspunkte,
insbesondere keine Anhaltspunkte für eine in diesem Zusammenhang erheblich
e
und voraus
sichtlich dauerhafte Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit in einem angepassten Tätigkeitsbereich. Im Bericht der
F._
AG wurden
Kribbelparästhesien
in der linken Hand
vermerk
t
, die sporadisch mittels
interventioneller
Schmerztherapie und durch Steroidinfiltration behandelt würden. Zur Arbeitsfähigkeit erfolgte der
Hinweis, dass langes Stehen und Gehen sowie das Heben von Lasten nicht möglich seien
(Urk. 7/116/1-2). Dr.
G._
beschrieb ein
Minder
gefühl
am vierten und fünften Finger links. Sodann vermerkte er, die Behand
lung sei abgeschlossen und eine Arbeitsunfähigkeit sei nicht attestiert worden (Urk. 7/120).
Bereits frühere neurologische Untersuchungen ergaben keine gesi
cherten Erkenntnisse zu den Ursachen für die geklagten Sensibilitätsstörungen (vgl.
Urk.
7/59/1-12).
2.
5
.5
Der Beschwerdeführer macht schliesslich geltend, im Gutachten des
Y._
seien die Wechselwirkungen zwischen dem Geburtsgebrechen, den Unfallfolgen
,
dem Rücken und den
Kribbelparästhesien
unzureichend gewürdigt worden.
I
n Anbe
tracht der beidseitigen Klumpfüsse, der massiven Fraktur des rechten Fusses sowie
der Beeinträchtigungen am Rücken
aufgrund der
Belastungsein
schränkungen
beim rechten Fuss nach dem Unfall und der degenerativen Ver
änderungen sowie
angesichts
der weiteren organisch nachweisbaren Probleme
am
Rücken seien sämtliche Schmerzen durchaus organisch nachvollziehbar und belegt.
Die Ärzte der
Klinik C._
seien allein aufgrund der Folgen des Unfalls von einer Arbeitsfähigkeit von maximal 50 % ausgegangen und hätten eine umfassende Beurteilung als nötig erachtet (Bericht der
Klinik C._
vom 2
2.
August 2012). Auch dieser Bericht sei den
Y._
-Gutachtern bekannt gewesen (Gutachten S. 2 und S. 20 f
.
), sei indessen nicht gewürdigt oder kommentiert worden. Die Ärzte der
F._
AG seien im Bericht vom 1
2.
Oktober
2013 von einer erheblichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen (Urk. 1 S. 10 f.
Rz
15).
Den
Y._
-Gutachtern lag der Bericht der
Klinik C._
vom 2
2.
August 2012 vor (vgl.
Urk.
7/84/2
Ziff.
2.1.1) und sie würdigten diesen zusammen mit ver
schiedenen anderen Berichten der
Klinik C._
.
Die von den Ärzten der
Klinik C._
mehrfach attestierte Restarbeitsfähigkeit von 50 % auch in einer angepassten, körperlich leichten und vorwiegend sitzenden Tätigkeit erachteten die
Y._
-Gutachter aufgrund der von ihnen und den Ärzten der
Klinik C._
gleichermassen erhobenen objektiven Befunde als wenig über
zeugend
(Urk. 7/84/21 f.
Ziff.
4.2.8).
Diese Darlegungen sind nachvollziehbar und sie wiederlegen den Standpunkt des Beschwerdeführers,
die von ihm erwähnten B
erichte der
Klinik C._
seien nicht berücksichtigt worden.
Ferner
trifft es nicht zu
, dass die verschiedenen Beeinträchtigungen nicht in ihrer Wechselwirkung beurteilt worden sind. Das
Y._
-Gutachten enthält eine interdisziplinäre Gesamtbeurteilung (vgl. nachstehende E.
2.5.6
).
2.
5
.6
In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung, für die in erster Linie die Beein
träch
tigungen auf orthopädischem Fachgebiet massgebend sind, bestätig
ten die Experten
,
für körperlich mittelschwere bis schwere Tätigkeiten mit grösseren Gehdistanzen und somit auch für das angestammte Tätigkeitsfeld bestehe seit der Sprunggelenksverletzung im Juli 2008 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Eine körperlich leichte, überwiegend sitzende Täti
gkeit sei hingegen spätestens ab
dem Zeitpunkt der Begutachtung im Umfang von 80 % (ganztägiges Pensum mit um 20 % reduzierter Leistung aufgrund des
Pausenbe
darfs
) zumutbar. Zu vermeiden seien
überdies
das Bestei
gen von Treppen und Leitern,
das Begehen von unebenem Gelände
und
das wiederholte Heben und Tragen von Lasten über 10 kg (Urk. 7/84/24 f.
Ziff.
6.2-6.3).
Diese Einschätzung ist schlüssig und nachvollziehbar. Da insgesamt b
ezüglich
der
objektiv limitierenden
Beeinträchtigungen
die erhobenen Einwände unbe
gründet sind (vgl. vorstehende E. 2.5.2-2.5.5), eine Beeinträchtigung der beruf
lich
-
erwerblichen Leistungsfähigkeit
aus psychischen Gründen
nicht besteht (vgl. vorstehende E. 2.4)
und
auch im Übrigen
keine erheblichen Zweifel an der Richtigkeit der Feststellungen und der Angemessenheit der Beurteilung im
Y._
Gutachten
bestehen
,
ist
darauf
abzustellen
und
ab dem Zeitpunkt der Begut
achtung
(August 2012;
Urk.
7/84/2)
von einer Arbeitsfähigkeit von 80 % (
Voll
zeit
präsenz
mit pausenbedingter Leistungsreduktion von 20 %) in einer ange
passten Tätigkeit (körperlich
leicht und überwiegend sitzend
)
auszugehen
.
2
.5.7
Zur Arbeitsfähigkeit vor dem Zeitpunkt der Begutachtung wurde im
Y._
-Gutach
ten festgehalten, eine retrospektive Einschätzung sei schwierig. Jedoch
hätten die Ärzte der
Klinik C._
im Bericht vom 3
1.
August 2011 (vgl.
Urk.
7/40) aufgrund der damals erhobenen Befunde eine Arbeitsfähigkeit von 50 % für eine körperlich leichte, überwiegend sitzende Tätigkeit attestiert (Urk. 7/84/21
Ziff.
4.2.6).
Dies trifft zu. Dem fraglichen Bericht ist zu entnehmen, eine stehende und belastende Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar, hingegen sei ein Arbeitsversuch zumindest sitzend in einer wechselbelastenden leichten Tätigkeit
möglich
, auch wenn der Beschwerdeführer selber denke, zusammen mit den
Rückenbeschwer
den
sei dies nur schwer möglich (Urk. 7/40/2).
Vor dem Hintergrund der
rund ein Jahr später bei der
Y._
-Begutachtung erhobenen Befunde erweist sich diese Einschätzung, die auch die Rückenbeschwerden berücksichtigt, durchaus als nachvollziehbar, so dass darauf abzustellen ist.
Ab September 2011 ist somit von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer angepassten Tätigkeit auszugehen.
Vom Zeitpunkt der Begutachtung durch das
Y._
an, das heisst ab August 2012, ist von einer Restarbeitsfähigkeit von 80
%
auszugehen (vgl. vorstehende E.
2.5.6). Für die Zeit vor September 2011 bestand im Übrigen unbestrittener
massen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit (vgl. vorste
hende E. 1).
3.
3.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Ver
bindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
3.2
Die Beschwerdegegnerin ermittelte gestützt auf Berechnungen der Suva
gültig für das Jahr 2011 ein
Valideneinkommen
von
Fr.
79‘867.-- (
Urk.
7/122/1). Dieses ist unbestritten geblieben (Urk. 1 S. 13
Ziff.
19). Für eine anderweitige Berechnung besteht kein Anlass. Bei dem im Vorbescheid angegeben
en
tieferen Einkommen (vgl.
Urk.
7/125/3
) handelte es sich um eine
irrtümliche Bezeich
nung (vgl.
Urk.
1 S. 13
Rz
18,
Urk.
2 Verfügungsteil 2 S. 4).
Unter Berücksichti
gung der Nominallohnentwicklung bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung im Jahr 2014
(vgl. Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne 1976-2014 [T
39; 1939 = 100
]
,
Nomi
nallohnindex
Männer,
2011 =
2‘171, 2014 = 2‘220
;
abrufbar im Internet
)
beläuft sich das
Valideneinkommen
auf Fr.
81‘670.--.
3.3
Zum
Invalideneinkommen
hielt die Beschwerdegegnerin
im Berechnungsblatt vom
1
6.
Januar 2012 fest, per Juli 2011 (sechs Monate nach der
Gesuch
stellung
) sei weder die Ausübung der angest
ammten noch die Ausübung einer angepassten Tätigkeit möglich gewesen.
Da die Erzielung eines
Erwerbsein
kommens
nicht zumutbar gewesen sei, sei kein Invalideneinkommen
anrechen
bar (Urk. 7/122/1). Diese Beurteilung ist unbestritten geblieben und deckt s
ich mit dem Abklärungsergebnis.
Bezüglich Anspruch auf eine ganze Rente strittig ist lediglich
der
Anspruchsbe
ginn
. Die Beschwerdegegnerin geht von einer Anmeldung im Januar 2011 aus, der Beschwerdeführer hingegen von einer solchen im November 2010 (vgl.
Urk.
1 S. 6
Rz
10-11,
Urk.
2 Verfügungsteil 2 S. 3). Nach der anfänglichen Anmeldung zur Früherfassung (Urk. 7/2) erfolgte die Anmeldung zum
Leistungs
bezug
am 2
5.
November 2010 (Urk. 7/6). Dass der Beschwerdeführer hierfür das Formular betreffend
Hilflosenentschädigung
und nicht das
am 1
6.
Januar 2011 nachgereichte korrekte Formular (vgl.
Urk.
7/10) verwendete
,
ist auf einen Irrtum zurückzuführen. Der Beschwerdeführer legte dies in der Beschwerdeschrift zutreffend dar. Auch die Beschwerdegegnerin ging zu keinem Zeitpunkt davon aus, der Beschwerdeführer wünsche eine
Hilflosenentschädi
gung
(vgl.
Urk.
7/3). Im Übrigen hat es die Beschwerdegegnerin zu vertreten, dass der Beschwerdeführer zunächst das falsche Formular einreichte. Sie hatte ihm dieses zugestellt (vgl. Urk. 7/4). Somit ist von der am 2
5.
November 2010 erfolgten Anmeldung auszugehen. Die Wartefrist gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG war somit
bereits
im Mai 2011 abgelaufen, weswegen der Beschwerdeführer (bei bereits bestandenem Wartejahr im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG
)
ab dann Anspruch auf eine ganze Rente hat.
3.4
3
.4.1
Ab September 2011 trat eine gesundheitliche Verbesserung ein (vgl. vorste
hende E. 2.5.7). Anspruchsrelevant ist diese Veränderung ab Dezember 2011 (
Art.
88a
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversicherung;
IVV).
Zum Invalideneinkommen ab Dezember 2011
hielt
die Beschwerdegegnerin am 1
6.
Januar 2012
fest
, es sei von reinen Unfallfolgen auszugehen. Aus medizini
scher Sicht könne trotz der Unfallrestfolgen am rechten Fuss eine überwiegend
sitzende Tätigkeit ganztags ausgeübt werden. Lasten sollten nur gelegentlich und über kurze Strecken getragen werden. Mit einer solchen Tätigkeit könnte ausgehend von der Rentenverfügung der Suva ein Jahreseinkommen von
Fr.
62‘122.-- erzielt werden (Urk. 7/122/1).
Der Beschwerdeführer vertritt die Auffassung, es sei auf das von ihm
bei der
H._
GmbH
tatsächlich erzielte Einkommen abzustell
en. Er leiste dort ein geringes Pensum. Praktisch sei er
nur
noch an
ein
em
Nischenarbeitsplatz
einsetzbar
.
Ausgehend vom tatsächlich erzielten Einkommen ergebe sich ein Invaliditätsgrad von über 70 %, weswegen auch ab Dezember 2011 Anspruch auf eine ganze Rente bestehe. Auch wenn auf die Tabellenlöhne unter Berück
sichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 25 % abgestellt werde, bestehe Anspruch auf eine ganze Rente (Urk. 1 S. 13 f.
Rz
20 f.).
3.4.2
Die Stelle bei der
H._
GmbH trat der Beschwerdeführer im Rahmen eines von der Beschwerdegegnerin angeordneten
und begleiteten
Arbeitsver
suchs
im Anschluss an die Einstellung der Taggelder der
Arbeitslosenversiche
rung per
Ende Dezember 2012 (vgl.
Urk.
7/94/1
, Urk. 7/110/4 f.
;
vgl. auch
Urk.
7/69
)
am 2
1.
Januar 2013 an (Urk.
7/95
; vgl. auch
Urk.
7/98/4
). Die Ini
tiative für den Arbeitsversuch war vom Beschwerdeführer gekommen. Er hatte dem Eingliederungsberater der Beschwerdegegnerin im Oktober 2012 mitgeteilt, ein Kollege bei der von der
H._
GmbH betriebenen Weinhandlung habe ihm dort im Sinne einer Mithilfe im Betrieb für wenige Stunden pro Woche eine Tätigkeit vorgeschlagen (Urk. 7/94/3).
Das Ziel des Arbeitsversuchs war die Steigerung der Präsenzzeit von anfänglich 3 Stunden an 3 Tagen auf 7
bis 8 Stunden an 4 bis 5 Tagen (Urk. 7/98/2,
Urk.
7/100). Per
1.
Juli 2013 schloss der Beschwerdeführer mit der
H._
GmbH einen Anstellungs
vertrag als Handelsreisender ab, beinhaltend ein Arbeitspensum zwischen 50
und 60 % entsprechend 20 bis 24
Arbeitsstunden je nach körperlicher Belast
barkeit (
Basisstundenlohn
Fr.
25.
;
Urk. 7/108). Für die Zeit vom 2
1.
Juli bis 2
0.
November 2013 sprach die IV
Stelle dem Beschwerdeführer
Ein
arbeit
ungs
zuschüsse
zu (Urk. 7/109).
In dieser Tätigkeit realisierte der Beschwerdeführer 2013 die folgenden monatli
chen Arbeitsstunden: 25.50 Stunden im August, 126.00 Stunden im September, 82.78 Stunden im Oktober, 76.85 Stunden im Dezember (Urk. 7/133/1-5). Für das Jahr 2014 sind die folgenden Arbeitszeiten aktenkundig: 34.50 Stunden im Januar (Urk. 7/133/6), 68.00 Stunden im F
ebruar, 54.50 Stunden im März,
45.00
Stunden im April, 39.75 Stunden im Mai, 57.00 Stunden im Juni (Urk. 3/3), 43.75 Stunden im Juli, 46.50 Stunden im August, 49.25 Stunden im September, 39.75 Stunden im Okt
ober, 35.00 Stunden im November und
24.00
Stunden im Dezember (Urk. 10/1-6). Mit Ausnahme des Spitzenwerts vom September 2013, als der Beschwerdeführer
mit 126 Stunden
nahezu ein Pensum von 80 % leistete
, lag die übrige Arbeitsleistung jeweils unter 80 Stunden respektive 50 % (Basis 40
Arbeitsstunden pro Woche).
Inwiefern die Tätigkeit einer optimal angepassten entsprach, ist nicht aktenkundig. Ein Tätigkeitsprofil liegt nicht vor
,
d
a die zu leistende Arbeitszeit im Anstellungsvertrag mit der
H._
GmbH nicht im vornherein fixiert, sondern je nach körperlicher Belast
barkeit innerhalb einer Bandbreite zwischen 50 und 60 % vorgesehen war
(
Urk.
7/108). Diese Bandbreite und der Umstand, dass der Beschwerdeführer an diesem Arbeitsplatz auf Dauer kein Pensum von über 40 % leistete
(Urk. 1 S. 5
Rz
7)
,
zeigen, dass
Rücksicht auf die Bedürfnisse des Beschwerdeführers
genommen wird und dies von Anfang auch so
geplant war. Der primär ausge
hend von der Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers geleistete
Arbeitsein
satz
vermag indessen nicht Grundlage der Bemessung des Invalideneinkommens zu bilden.
Dies rechtfertigt sich nur
,
wenn feststeht,
dass
die versicherte Person
die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und
überdies
das
erzielte
Einkommen aus der Arbeitsleistung angemessen
ist
und nicht als Soziallohn
zu qualifizieren ist
(BGE 129 V 472 E.
4.2.1, 126 V 75 E.
3b/
aa
mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts I 850/05 vom 21. August 2006 E. 4.2
).
3.4.3
Der Standpunkt der Beschwerdegegnerin, die Erwerbsfähigkeit des Beschwerde
führers
sei
ausschliesslich
aufgrund der
Folgen des 2008 erlittenen Unfalles mit Fussverletzung (vgl.
Urk.
7/36/197)
beeinträchtigt, weswegen von „reinen Unfall
folgen auszugehen“ sei (
Urk.
7/122)
,
trifft nicht zu. Wohl haben die Unfallfolgen einen Einfluss, ebenso aber auch die
Minderbelastbarkeit
aufgrund der degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule (
Urk.
7/84/18 ff.
Ziff.
4.2.3 f.). Das Belastbarkeitsprofil gemäss
Y._
-Gutachten und dasjenige der Suva
deckt sich zwar im Wesentlichen (körperlich leicht und überwiegend sitzend;
Urk.
7/52/8,
Urk.
7/84/
21
Ziff.
4.2.5), hingegen ergab
sich eine unter
schiedliche
Beurteilung
bezüglich der zeitlichen Belastbarkeit. D
ie
Y._
Gut
achter
kamen
zum Schluss,
unter Beachtung aller orthopädisch rele
vanten
Aspekte sei eine Arbeitsbelastbarkeit von 80 % zumutb
ar (Urk. 7/84/21
Ziff.
4.2.5). D
ie Suva ging bezogen auf die Unfallfolgen von einem vollschichtig möglichen Einsatz aus (Urk.
7/52/8)
.
Von der auf dieser Basis erfolgten
Ein
kommensbemessung
durch die
Suva kann somit nicht
ausgegangen
werden. Hinzu kommt, dass die Bemessungsfaktoren (Erhebungen in verschiedenen Betrieben;
Urk.
7/51/3) im Detail nicht aktenkundig sind.
3.4.4
Der
Beschwerdeführer ist gelernter Verkäufer (
Urk.
7/10/5
Ziff.
5.2).
E
r selber hat keine konkrete Vorstellung, welche
leidensangepasste
Tätigkeit
er effektiv
ausüben könnte
. Er geht davon aus, lediglich noch über erwerbliche Ressourcen für einen Nischenarbeitsplatz in sehr geringfügigem Umfang zu verfügen, namentlich die Tätigkeit bei der
H._
GmbH (Urk. 1 S. 13
Rz
20). Auf diese kann für die Bestimmung des Invalideneinkommens jedoch nicht abge
stellt
werden (vgl. vorstehende E. 3.4.2
).
Für die hypothetische Bemessung des Invalideneinkommens
können
rechtsprechungsgemäss die
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturer
hebungen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
Dabei
wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hin
weis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, wes
halb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E.
3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Da das Tätigkeitspektrum für angepasste Tätigkeiten offen ist, ist auf den
Zentral
wert
aller Berufsgruppen
abzustellen
. Dieser
betrug
bei Männer
n
in ungelernten Tätigkeiten (Tabellenkolonne 4) im Jahr 2010
Fr.
4‘901.-- pro Monat. Angepasst an die durchschnittliche Wochenarbeitszeit im Jahr 2014
(vgl.
Bundesamt für Sta
tistik
, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftszwe
i
gen;
abrufbar im Internet) und an die bis dahin aufgelaufene
Nominallohnent
wicklung
(
Bundesamt für Statistik
,
Entwicklung der Nominallöhne, der
Kon
sumentenpreise
und der Reallöhne 1976-2014 [T
39; 1939 = 100
]
,
Nominal
lohnindex
Männer,
2010 =
2‘151, 2014 = 2‘220
; abrufbar im Internet
)
ergibt sich ein Monatseinkommen von
Fr.
5‘273
.-- (
Fr.
4‘901.-- : 40 x 41.7 :
2‘151
x
2‘220). Da für den Beschwerdeführer
ab August 2011
in einer angepassten Tätigkeit
zunächst ein Pensum von 50 % war und ab August 2012
ein Pensum von 80 %, verringert sich der Monatslohn
entsprechend auf Fr.
2‘637.-- (Fr. 5‘273.-- x 0,5) respektive
auf
Fr.
4‘218.-- (
Fr.
5‘273.-- x 0,8).
Dies ent
spricht
bei einem Pensum von 50 %
einem Jahreseinkommen
von Fr.
31‘644.-- (
Fr.
2‘637.-- x 12) und bei einem Pensum von 80 % einem solchen
von
Fr.
50‘616.-- (
Fr.
4‘218.-- x 12).
3.5
Zu prüfen ist ein leidensbedingter Abzug vom Invalideneinkommen
(vgl. BGE 126 V 75)
. Zum einen fällt das eingeschränkte Tätigkeitsprofil
(körperlich leicht, vorwiegend sitzend)
in Betracht sowie der Umstand,
dass der Beschwerdeführer
auch in einer angepassten Tätigkeit
nicht mehr mit voller Leistungsfähigkeit
einsetzbar ist (80 % bei vollschichtiger Präsenz).
Die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, führt nicht automatisch zu einer Verminderung des hypotheti
schen Invalidenlohnes, weil der Tabellenlohn im Anforderungsniveau 4 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.4).
Auch d
er Umstand, dass die versicherte Person zwar ganztags arbeitsfähig, hier
bei aber nur reduziert leistungsfähig ist, rechtfertigt im Gegensatz zu gesund
heitlich bedingter Teilzeitarbeit grundsätzlich keinen Abzug vom Tabellenlohn (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 2
8.
Januar 2014 E. 3.1.2 mit Hinweisen).
Die Rechtsprechung verneint ferner auch
im Hinblick auf den allein massgebli
chen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
16 ATSG;
BGE 134 V 64
E.
4.2.1)
einen Abzug
,
wenn
die versicherte Person gemäss den medizinischen Angaben auf eine Tätigkeit angewiesen ist, die im Sitzen verrichtet werden kann und
dem
nach die
Einsatzmöglichkeiten
begrenzt sind
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom 3. September 2012 E. 8).
Aufgrund der ins Gewicht fallenden Kriterien ist ein Abzug
insgesamt
nicht angezeigt.
3.6
3.6.1
Ab Dezember 2011 (gesundheitliche Verbesserung ab
September
2011 zuzüglich 3 Monate gemäss
Art.
88a
Abs.
1 IVV) stand dem
Valideneinkommen
von
Fr.
81‘670
.--
(vorstehende E. 3.2)
ein Invalideneinkommen
von
Fr.
31‘644.-- (vorstehende E. 3.4.4) gegenüber. Die Differenz der Vergleichseinkommen beträgt
Fr.
50‘026
.-- w
as einem Invaliditätsgrad von 61
% entspricht. Für die Zeit ab Dezember 2011 hat der Beschwerdeführer somit Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
(
Art.
28
Abs.
2 IVG).
3.6.2
Ab August 2012 bestand eine Arbeitsfähigkeit von 80 % in angepasster Tätig
keit (vorstehende E.
2.5.6
). Ab November 2011 ist diese Verbesserung wirksam (
Art.
88a
Abs.
1 IVV).
Die Differenz zwischen dem
Valideneinkommen
von
Fr.
81‘670
.-- und dem Invalideneinkommen von
Fr.
50‘616.-- (vorstehende E.
3.4
.4
) beträgt
Fr.
31‘054
.--. Dies entspric
ht einem Invaliditätsgrad von 38
%. Bei einem Invaliditätsgrad unter 40 % besteht kein Anspruch auf eine Rente (vgl.
Art.
28
Abs.
2 IVG).
Nicht anders verhielte es sich unter der Annahme, der Beschwerdeführer ver
möchte seine Restarbeitsfähigkeit im erlernten Berufsbereich (Detailhandel; vgl.
Urk.
7/84/11) umzusetzen. Die Lohnansätze in diesem Bereich sind auf dem untersten Anforderungsniveau zwar tiefer, jedoch müsste aufgrund der Berufs-
und Fachkenntnisse
in diesem Berufszweig
zumindest auf das
Anforderungsni
veau
3 der Tabellenlöhne abgestellt werden. Mit
Fr.
5‘052.-- im Jahr 2010 (LSE
2010 TA1
Ziff.
47 Kolonne 3) käme
bei der Bemessung des
Invalidenein
kom
mens
somit
ein leicht h
öherer Lohnansatz zur Anwendung, weswegen auch
bei dieser Betrachtungsweise
ein Rentenanspruch ausser Betracht fiele
.
3.7
Zusammengefasst ergibt si
ch, dass der Beschwerdeführer ab
Mai 2011 Anspruch auf eine ganze Rente (vorstehende E. 3.3) und ab Dezember 2011 bis und mit Oktober 2012 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
hat (vorstehende E. 3.6). Ab November 2012 besteht
hingegen
kein
Anspruch auf eine Rente mehr. Die Beschwerde ist somit teilweise gutzuheissen.
4.
Das Gerichtsverfahren ist kostenpflichtig (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Die auf Fr. 900.-- anzusetzenden Kosten sind ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Zudem hat diese
dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung zu bezahlen (
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht;
GSVGer
). Diese ist nicht zu reduzieren, da das Begehren in der Beschwerde, soweit über die
zuzusprechende befristete
D
reiviertelsrente
hinausgehend (sog.
Überklagen
), den Prozessaufwand nicht wesentlich beeinflusst hat (BGE 117 V 401 E. 2c S. 407; Urteil
des Bundesgerichts 9C_846/2015 vom
2.
März 2016 E. 3
).
Die Entschädigung ist gestützt auf
§
34
Abs.
3
GSVGer
auf
Fr.
3‘000.-- (Mehrwertsteuer und Auslagenersatz inbegriffen) festzusetzen.