Decision ID: 62e65b9b-85d4-49e6-96ef-3f6fdc100b3c
Year: 2018
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

Sachverhalt, die Unfallkausalität sowie die Arbeitsfähigkeit mittels
Gutachten geklärt werden.
10. In ihrer Vernehmlassung vom 10. März 2017 beantragte die SUVA
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Im
Wesentlichen brachte sie vor, der Endzustand sei bei der erstmaligen
Rentenprüfung erreicht gewesen. Massgebend sei nicht die retrospektive,
sondern die prognostische Beurteilung. Ebenfalls sei nicht entscheidend,
dass der Beschwerdeführer beschwerdefrei wäre. Bereits im
Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 21. Mai 2015 sei keine
Behandlung mehr vorgesehen worden, die eine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands hätte erwarten lassen. Seitens Dr. med. C._
sei die Behandlung ein Jahr postoperativ, am 10. September 2015,
abgeschlossen worden, womit die Beurteilung des Kreisarztes Dr. med.
D._ nachvollziehbar sei. Weiter führte die Beschwerdegegnerin aus,
bezüglich des Zumutbarkeitsprofils für eine angepasste Tätigkeit sei auf
den Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon sowie den Bericht des
Kreisarztes Dr. med. D._ abzustellen. Diese würden alle
Anforderungen, die hinsichtlich des Beweiswertes entscheidend seien,
erfüllen. Entgegen der Meinung des Beschwerdeführers liege kein
Widerspruch zwischen der kreisärztlichen Beurteilung und der Beurteilung
der Rehaklinik Bellikon vor. Die Rehaklinik Bellikon habe nur eine
vorübergehende Beurteilung der Zumutbarkeit vorgenommen. Zudem
erachte auch Dr. med. C._ in seinem Bericht vom 16. Februar 2017
eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit als zumutbar. Der medizinische
Sachverhalt zeige sich damit richtig und vollständig abgeklärt, weshalb
sich weitere Abklärungen erübrigen würden. Betreffend den
Leidensabzug hielt die Beschwerdegegnerin fest, dieser sei mit 5 %
angemessen. Ein Vergleich zwischen dem Valideneinkommen von
Fr. 67‘053.-- und dem Invalideneinkommen von Fr. 63‘700.-- ergebe ein
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Invaliditätsgrad von 5 %, welcher keinen Rentenanspruch begründe.
Schliesslich machte sie im Zusammenhang mit der Kausalität der
Supraspinatussehnenläsion geltend, der Fallabschluss sei korrekt
vorgenommen worden, womit der Beschwerdeführer die Beweislast für
das Vorliegen eines Kausalzusammenhangs zwischen der neuen Läsion
der Supraspinatussehne sowie dem Unfall vom 20. März 2014 trage.
Diesbezüglich sei auf die kreisärztliche Beurteilung von Dr. med. D._
abzustellen, welcher zum Schluss gelange, dass die aktuelle
Supraspinatussehnenläsion nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
auf den Unfall vom 20. März 2014 zurückzuführen sei. Dieser Beurteilung
komme voller Beweiswert zu, so gäbe es keine anderslautenden
ärztlichen Einschätzungen. Die Kausalität sei damit zu Recht verneint
worden.
11. Mit Eingabe vom 25. März 2017 reichte der Beschwerdeführer einen
Bericht von Dr. med. E._, SportClinic Zürich, vom 21. März 2017 ein,
woraus hervorgehe, dass die am 30. August 2016 operierte
Supraspinatussehnenläsion überwiegend wahrscheinlich unfallkausal sei.
12. Zu diesem Bericht nahm die Beschwerdegegnerin am 3. Mai 2017
Stellung und führte aus, dieser widerspreche der Beurteilung des
Kreisarztes Dr. med. D._ vom 14. Juli 2016. Deshalb habe sie den
Bericht von Dr. med. E._ dem Versicherungsmediziner med. pract.
F._ vorgelegt, welcher in seiner Beurteilung eingehend aufzeige,
weshalb der Argumentation von Dr. med. E._ nicht gefolgt werden
könne. Zusammenfassend hielt die Beschwerdegegnerin vollumfänglich
an ihrem Standpunkt fest und reichte die Beurteilung von med. pract.
F._ vom 2. Mai 2017 sowie den Operationsbericht des
Kantonsspitals Graubünden vom 30. August 2016 ins Recht.
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13. In seiner Stellungnahme vom 12. Mai 2017 bestritt der Beschwerdeführer
alsdann die Behauptungen der Beschwerdegegnerin sowie von med.
pract. F._ und wies darauf hin, dass es sich bei der Beurteilung von
med. pract. F._ lediglich um eine Parteibehauptung handle. Aufgrund
des Prinzips der Waffengleichheit und der Fairness sei nicht einfach auf
den Standpunkt der Beschwerdegegnerin abzustellen, sondern
wenigstens ein unabhängiges medizinisches Gutachten einzuholen.
Zudem habe Dr. med. E._ im Rahmen eines Telefonats vom 8. Mai
2017 auch nach Prüfung der versicherungsmedizinischen Einschätzung
an seiner Beurteilung vom 21. März 2017 festgehalten.
14. Mit Schreiben vom 3. Oktober 2017 reichte der Beschwerdeführer dem
Gericht zudem einen Bericht von Dr. med. G._, Klinik Gut, vom
22. September 2017 ein, aus welchem ebenfalls die Unfallkausalität der
Beschwerden hervorgehe.
15. In der Stellungnahme vom 13. Oktober 2017 brachte die
Beschwerdegegnerin zum neu eingereichten Bericht von Dr. med.
G._ im Wesentlichen vor, die Beurteilung der Kausalität anhand des
von Dr. med. G._ angeführten Rasters müsse in Frage gestellt
werden. Weiter sei der Bericht nicht umfassend, da Dr. med. G._
keine Kenntnis der massgeblichen Akten gehabt habe. Zudem würde er
auch keine Auseinandersetzung mit der Beurteilung von med. pract.
F._ vom 2. Mai 2017 vornehmen. Aus diesen Gründen könne nicht
auf den Bericht von Dr. med. G._ abgestellt werden. Die
Beschwerdegegnerin kam zum Schluss, dass die vom Beschwerdeführer
eingereichten Beweismittel die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
ärztlichen Feststellungen der versicherungsinternen Fachpersonen nicht
in Zweifel ziehen könnten und hielt entsprechend an ihrem bisherigen
Standpunkt fest.
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16. Mit Stellungnahme vom 20. Oktober 2017 bestritt der Beschwerdeführer
die Ausführungen der Beschwerdegegnerin. Zu den neuen Vorbringen
führte er aus, Dr. med. G._ habe die Unfallkausalität umfassend,
sorgfältig, nachvollziehbar und schlüssig begründet. Im Gegensatz zu
med. pract. F._ habe dieser nicht nur die Akten, sondern auch ihn
gesehen. Somit sei sowohl auf die Beurteilung von Dr. med. G._ als
auch auf diejenige von Dr. med. E._ abzustellen. Der
Beschwerdeführer hielt ebenfalls vollumfänglich an den Ausführungen in
seiner Beschwerde sowie in den weiteren Eingaben fest.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und
auf den angefochtenen Einspracheentscheid sowie auf die im Recht
liegenden Beweismittel wird, soweit rechtserheblich, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Anfechtungsobjekt ist der Einspracheentscheid vom 16. Januar 2017.
Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung
(UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1) kann gegen Einspracheentscheide der Unfallversicherer beim
Versicherungsgericht desjenigen Kantons Beschwerde erhoben werden,
in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung
Wohnsitz hat. Der Beschwerdeführer wohnt in X._, weshalb die
örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden
gegeben ist. Dessen sachliche und funktionelle Zuständigkeit ergibt sich
alsdann aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über
die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Damit ist die
Zuständigkeit des angerufenen Gerichts zu bejahen. Als formeller und
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materieller Adressat des angefochtenen Entscheides ist der
Beschwerdeführer vom angefochtenen Einspracheentscheid berührt und
weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Überprüfung auf (Art. 59
ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde ist somit – unter Vorbehalt nachfolgender Erwägung 1.2 –
einzutreten (Art. 1 UVG i.V.m. Art. 60 und Art. 61 lit. a ATSG).
1.2. Der Beschwerdeführer beantragt die Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids vom 16. Januar 2017 sowie die Aufhebung der
diesem Entscheid zugrunde liegenden Verfügung vom 17. August 2016.
Diesbezüglich gilt es zu beachten, dass gemäss ständiger
Rechtsprechung des Bundesgerichtes der Einspracheentscheid an die
Stelle der zugrunde liegenden Verfügung tritt und damit alleiniger
Anfechtungsgegenstand des Beschwerdeverfahrens bildet. Mit dem
Erlass des Einspracheentscheids verliert die Verfügung – soweit
angefochten – jede rechtliche Bedeutung (BGE 130 V 424 E.1.1; BGE
119 V 347 E.1b; Urteil des Bundesgerichts 9C_539/2014 vom
18. Dezember 2016 E.2.1). Soweit der Beschwerdeführer vorliegend also
auch die Verfügung vom 17. August 2016 anficht, ist darauf nach dem
soeben Gesagten nicht einzutreten.
2. Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob ein Kausalzusammenhang
zwischen der (neuen) Supraspinatussehnenläsion und dem Unfallereignis
vom 20. März 2014 gegeben ist und die Beschwerdegegnerin dafür
Versicherungsleistungen zu erbringen hat, und ob die
Beschwerdegegnerin den Anspruch auf eine Invalidenrente zu Recht
verneint hat.
3. Bezüglich des anwendbaren Rechts gilt zu beachten, dass am 1. Januar
2017 die revidierten Bestimmungen des UVG und der Verordnung über
die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten sind. Gemäss
http://links.weblaw.ch/de/BGE-130-V-424 http://links.weblaw.ch/de/BGE-119-V-347 http://links.weblaw.ch/de/9C_539/2014
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Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September
2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem
Inkrafttreten der Änderung vom 25. September 2015 ereignet haben, und
für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach
bisherigem Recht gewährt. Vorliegend ereignete sich der Unfall im März
2014, so dass diesbezüglich grundsätzlich die bis zum 31. Dezember
2016 gültigen Bestimmungen Anwendung finden. Hinsichtlich der für das
vorliegende Verfahren anwendbaren Bestimmungen haben sich indessen
mit Inkrafttreten der neuen Rechtssätze keine Änderungen ergeben.
4.1. Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat die zuständige
Unfallversicherungsgesellschaft, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten
Versicherungsleistungen zu gewähren. Als Unfall im Sinne dieser
Bestimmung gilt laut der in Art. 4 ATSG enthaltenen Legaldefinition die
plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Ist ein Versicherter infolge eines
solches Ereignisses voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), hat
er Anspruch auf vorübergehende Versicherungsleistungen in Form von
Taggeldern (Art. 16 UVG) und der Übernahme der Kosten für die
zweckmässige Behandlung der Unfallverletzungen (Art. 10 UVG). Kann
von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte
Besserung des Gesundheitszustands des Versicherten mehr erwartet
werden und sind allfällige Eingliederungsmassnahmen der
Invalidenversicherung abgeschlossen (Art. 19 Abs. 1 UVG), hat die
zuständige Unfallversicherungsgesellschaft den Fall unter Einstellung der
vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs
auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung
abzuschliessen (vgl. BGE 134 V 109 E.4.1, 133 V 57 E.6.6.2, 128 V 169
http://links.weblaw.ch/de/BGE-134-V-109 http://links.weblaw.ch/de/BGE-133-V-57 http://links.weblaw.ch/de/BGE-128-V-169
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E.1b). Mit dem Rentenbeginn fallen der Anspruch auf Taggeldleistungen
sowie die Gewährung der Heilbehandlung, mit Ausnahme der in Art. 21
Abs. 1 UVG vorgesehenen, dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
4.2. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen
dem Unfallereignis und der gesundheitlichen Schädigung ein natürlicher
und adäquater Kausalzusammenhang besteht (Urteil des Bundesgerichts
8C_269/2017 vom 13. September 2017 E.4.1 mit Hinweis auf BGE 129 V
177 E.3). Für die Bejahung der natürlichen Unfallkausalität eines
Beschwerdebilds genügt eine Teilursächlichkeit (Urteil des
Bundesgerichts 8C_715/2016 vom 6. März 2017 E.4.1 mit Hinweis auf
BGE 134 V 109 E.9.5), wobei sich die Leistungspflicht des obligatorischen
Unfallversicherers auch auf mittelbare bzw. indirekte Unfallfolgen
erstreckt (Urteil des Bundesgerichts 8C_715/2016 E.4.1 mit Hinweis auf
den nicht publ. E.3a des Urteils BGE 127 V 491 u.a.). Im Bereich
organisch objektiv ausgewiesener körperlicher Beeinträchtigungen spielt
die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers
praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der
natürlichen Kausalität deckt (BGE 140 V 356 E.3.2; BGE 138 V 248 E.4).
4.3. Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Beurteilung des
Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit sowie der Feststellung
natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin – sind
Sozialversicherungsträger und Sozialversicherungsrichter auf Unterlagen
angewiesen, die ihnen vorab von Ärzten zur Verfügung zu stellen sind.
Arztberichte unterliegen – wie sämtliche Beweismittel in
sozialversicherungsrechtlichen Verfahren − der freien Beweiswürdigung
(Art. 61 lit. c ATSG). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf
allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
http://links.weblaw.ch/de/8C_269/2017 http://links.weblaw.ch/de/BGE-129-V-177 http://links.weblaw.ch/de/BGE-129-V-177 http://links.weblaw.ch/de/8C_715/2016 http://links.weblaw.ch/de/BGE-134-V-109 http://links.weblaw.ch/de/8C_715/2016 http://links.weblaw.ch/de/BGE-127-V-491 http://links.weblaw.ch/de/BGE-140-V-356 http://links.weblaw.ch/de/BGE-138-V-248
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berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darstellung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung
der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1; BGE 125 V 351
E.3a). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder
die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten
oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten
(BGE 125 V 351 E.3a; BGE 122 V 157 E.1c mit Hinweisen). Dennoch hat
es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung
als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer
Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen.
So kommt den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen
ihre Zuverlässigkeit sprechen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt
in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es
bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die
Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen.
Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des
Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351
E.3b/ee). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und
Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E.4.4; Urteil des
Bundesgerichtes 8C_245/2011 vom 25. August 2011 E.5.3).
5. Vorliegend kam die Beschwerdegegnerin auf Ersuchen des
Beschwerdeführers hin auf die rechtskräftige Verfügung vom
29. Dezember 2015, mit welcher ein Anspruch auf eine Invalidenrente
verneint worden war, zurück. Der Grund hierfür lag darin, dass der
http://links.weblaw.ch/de/BGE-134-V-231 http://links.weblaw.ch/de/BGE-125-V-351 http://links.weblaw.ch/de/BGE-125-V-351 http://links.weblaw.ch/de/BGE-122-V-157 http://links.weblaw.ch/de/BGE-125-V-351 http://links.weblaw.ch/de/BGE-135-V-465 http://links.weblaw.ch/de/8C_245/2011
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Beschwerdeführer geltend machte, die Feststellung in der besagten
Verfügung, wonach der damalige Arbeitgeber zugesichert habe, dass der
Beschwerdeführer als Stapelfahrer wieder zu 100 % eingesetzt werde,
dadurch keine Lohneinbusse entstehe und demnach die
Voraussetzungen für eine Invalidenrente nicht erfüllt seien, unzutreffend
sei, nachdem der Arbeitgeber ihm das Arbeitsverhältnis bereits am
16. November 2015 per Ende Januar 2016 gekündigt habe (vgl. SUVA-
act. 104). Mit neuer Verfügung vom 17. August 2016, bestätigt mit dem
angefochtenen Einspracheentscheid vom 16. Januar 2017, verneinte die
Beschwerdegegnerin abermals einen Anspruch auf eine Invalidenrente.
Damit ist der Beschwerdeführer vorliegend nicht einverstanden.
6.1. Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, der medizinische
Endzustand betreffend die rechte Schulter sei noch nicht erreicht und rügt
damit den Zeitpunkt des Fallabschlusses als verfrüht. Der Kreisarzt Dr.
med. D._ habe in seiner Beurteilung vom 27. Oktober 2015 zu
Unrecht den Endzustand behauptet. Dieses Vorbringen begründet er
insbesondere mit der neuerlichen Schulteroperation vom 30. August
2016.
6.2. Gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer einen Fall in
dem Zeitpunkt abzuschliessen, in welchem von der Fortsetzung der
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden
kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung
abgeschlossen sind (BGE 134 V 113 ff. E.4). Ob eine namhafte
Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe
der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der
Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Dabei
verdeutlicht die Verwendung des Begriffes "namhaft" durch den
Gesetzgeber, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende
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Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen
genügen nicht (vgl. BGE 134 V 109 E.4.3). Die Möglichkeit einer
namhaften Besserung ist prognostisch und nicht aufgrund retrospektiven
Feststellungen zu beurteilen (RKUV 2005 Nr. U 557 S. 388). Zur
Beurteilung der Frage, bis zu welchem Zeitpunkt von der Fortsetzung der
ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands erwartet werden kann, sind Sozialversicherer und
Gerichte auf die Angaben medizinischer Experten angewiesen.
6.3. Vorliegend stellte die Beschwerdegegnerin gestützt auf die kreisärztliche
Beurteilung von Dr. med. D._, Facharzt für Chirurgie, vom
27. Oktober 2015, worin dieser in Bezug auf die rechte Schulter von
einem Endzustand ausging (vgl. SUVA-act. 83 S. 4), ihre
Versicherungsleistungen per 30. November 2015 ein. Anschliessend
prüfte sie in ihrer Verfügung vom 29. November 2015 den Anspruch auf
eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung. Es ist damit zu
prüfen, ob der Fallabschluss korrekt erfolgt ist.
6.4. Im hier zur Diskussion stehenden Fall ergeben sich aus den Akten keine
Hinweise dafür, dass im massgeblichen Zeitpunkt IV-Eingliederungs-
massnahmen im Gange waren. Im Übrigen wurden solche auch vom
Beschwerdeführer nicht geltend gemacht. Sodann geht aus den
medizinischen Akten hervor, dass bereits im Austrittsbericht der
Rehaklinik Bellikon vom 21. Mai 2015 noch zwei Serien ambulante
Physiotherapie inklusive Medizinische Trainingstherapie (MTT) zwei bis
drei Mal pro Woche mit anschliessendem Übergang in ein selbständiges
Training sowie die Fortsetzung des instruierten Heimprogramms
empfohlen wurde (SUVA-act. 56 S. 2). Folglich war keine Behandlung
vorgehsehen, die eine namhafte Besserung hätte erwarten lassen.
Schliesslich stellte Dr. med. C._, Facharzt FMH für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, in seinem Bericht
vom 10. September 2015, mithin ein Jahr nach der Operation vom
- 16 -
9. September 2014, aus chirurgisch/orthopädischer Sicht ein
vollständiges Einwachsen der Sehen und somit den
Behandlungsabschluss fest. Er empfahl lediglich zur Steigerung der
scapulothoracalen Beweglichkeit sowie der Kräftigung des rechten
Schultergürtels das Weiterführen der intensiven Physiotherapie sowie des
MTT (SUVA-act. 75). Überdies gab der Beschwerdeführer anlässlich der
kreisärztlichen Untersuchung bei Dr. med. D._ am 27. Oktober 2015
selbst an, dass auch die regelmässige Physiotherapie, die er momentan
noch zweimal pro Woche habe, nicht wirklich etwas Dauerhaftes
verbessern würde (SUVA-act. 83 S. 3). Vor diesem Hintergrund erscheint
die Beurteilung des Kreisarztes Dr. med. D._ vom 27. Oktober 2015
nachvollziehbar und schlüssig, weshalb es nicht zu beanstanden ist, dass
die Beschwerdegegnerin gestützt darauf davon ausgegangen ist, dass
keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers erwartet werden könne. Dementsprechend erweist
sich der Fallabschluss als rechtens.
7.1. Da der Fallabschluss korrekt vorgenommen wurde, ist im Weiteren zu
prüfen, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente zu Recht abgelehnt hat.
7.2. Gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine
Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid
ist. Art. 8 Abs. 1 ATSG beschreibt Invalidität als die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird wiederum als der durch die
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt bezeichnet (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Bei der Bemessung des
- 17 -
Invaliditätsgrads sind die Art. 18 Abs. 2 UVG i.V.m. Art. 16 ATSG
anwendbar. Danach wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte
Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage
erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen). Art. 20 Abs. 1 UVG zufolge beträgt
die Invalidenrente bei Vollinvalidität 80% des versicherten Verdienstes,
bei Teilinvalidität wird sie entsprechend gekürzt.
7.3. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet damit die
Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person unfallbedingt
arbeitsunfähig ist. Wie vorstehend ausgeführt, ist die rechtsanwende
Behörde bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und
insbesondere auch bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf
medizinische Unterlagen angewiesen. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin
ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu
nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist (vgl. BGE 132 V 93 E.4).
8.1. Hinsichtlich des Rentenanspruchs beanstandet der Beschwerdeführer
zunächst, dass die Beschwerdegegnerin zu Unrecht davon ausgegangen
sei, dass ihm eine mittelschwere körperliche Tätigkeit zumutbar sei. Dies
widerspreche der Beurteilung der Rehaklinik Bellikon vom 21. Mai 2015.
8.2. Vorliegend stützte sich die Beschwerdegegnerin betreffend das
Zumutbarkeitsprofil auf die kreisärztliche Beurteilung von Dr. med.
D._ vom 27. Oktober 2015. Dieser hielt darin eine erhebliche
Abduktionseinschränkung der dominanten rechten Schulter bis 90° fest
und führte aus, dass als Stapelfahrer wieder volle Arbeitsfähigkeit
bestehe, wobei jegliche Tätigkeit über die Horizontale hinaus zu
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vermeiden sei und Überkopfarbeiten mit der rechten Hand nicht in Frage
kämen. Ansonsten bestünden für den Einsatz als Stapelfahrer keine
Einschränkungen. Hinsichtlich anderer beruflicher Tätigkeiten hielt er fest,
dass sich bei unverändert gebliebener Einschränkungen für die rechte
Schulter eine Steigerung von einer ganztags leichten Tätigkeit auf eine
leicht bis mittelschwere körperliche Tätigkeit ergeben habe (vgl. SUVA-
act. 83 S. 4). Demgegenüber wurde im Bericht der Rehaklinik Bellikon
vom 21. Mai 2015 eine Tätigkeit als Lagerist aktuell als nicht zumutbar
erachtet und in Bezug auf andere berufliche Tätigkeiten aktuell leichte
Arbeiten für ganztags zumutbar beurteilt, wobei diesbezüglich folgende
speziellen Einschränkung betreffend die rechte Schulter erwähnt wurden:
Kein Hantieren von Gewichten über Kopf, keine längerdauernde Tätigkeit
über Kopf, keine Vibrationsbelastung und Schläge auf die rechte Schulter
(SUVA-act. 56 S. 2). Wie die Beschwerdegegnerin richtig darlegt, wurde
im Bericht der Rehaklinik Bellikon nicht eine abschliessende, sondern
bloss eine momentane Zumutbarkeitsbeurteilung für die berufliche
Tätigkeit als Lagerist und für eine angepasste Tätigkeit vorgenommen,
was sich jeweils aus dem Wort „aktuell“ ergibt. Zudem ist dem letzten
Abschnitt des Berichts zu entnehmen, dass die Fachärzte der Rehaklinik
Bellikon davon ausgehen, dass es noch zu einer gewissen Steigerung der
Belastbarkeit der rechten Schulter kommen werde, was ebenfalls den
momentanen Charakter der Zumutbarkeitsbeurteilung untermauert (vgl.
SUVA-act. 56 S. 4). Der Beurteilung der Rehaklinik Bellikon schloss sich
alsdann auch Dr. med. C._ in seinem Bericht vom 10. September
2015 an (SUVA-act. 75 S. 2). Demzufolge steht die Beurteilung von Dr.
med. D._ vom 27. Oktober 2015 – entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers – nicht im Widerspruch zur Beurteilung der Rehaklinik
Bellikon vom 21. Mai 2015. Vielmehr erscheint die kreisärztliche
Beurteilung vor dem Hintergrund der bloss momentanen
Zumutbarkeitsbeurteilung der Rehaklinik Bellikon mit Hinweis auf eine
- 19 -
mögliche künftige Steigerung der Belastbarkeit der rechten Schulter
schlüssig und nachvollziehbar.
8.3. In diesem Zusammenhang wäre höchstens zu fragen, ob die Beurteilung
von Dr. med. D._ korrekt ist, zumal sich Dr. med. C._ in seinem
Bericht vom 10. September 2015 bezüglich Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit der Einschätzung der Rehaklinik Bellikon anschloss, und
der Kreisarzt Dr. med. D._ nicht im Detail begründete, weshalb eine
Steigerung von einer leichten Tätigkeit zu einer leichten bis
mittelschweren Tätigkeit angenommen wird. Diesbezüglich ist allerdings
festzuhalten, dass selbst wenn nur von einer leichten Tätigkeit
ausgegangen würde, dies lediglich allenfalls Auswirkungen beim
Leidensabzug hätte, sich vorliegend aber im Ergebnis nichts ändern
würde (vgl. hinten E.10.4). Im Übrigen geht Dr. med. C._ in seinem
neueren Arztbericht vom 16. Februar 2017 ebenfalls von einer leichten bis
mittelschweren körperlichen Tätigkeit, unter Vermeidung einer schweren
Belastung des rechten Arms über 5 kg sowie repetitiv über der
Horizontalen, aus (vgl. SUVA-act. 149).
8.4. Soweit der Beschwerdeführer Zweifel an der Unabhängigkeit und
Unbefangenheit des Kreisarztes Dr. med. D._ äussert, ist
diesbezüglich festzuhalten, dass allein ein Anstellungsverhältnis des
beurteilenden Arztes zum Versicherungsträger gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht bereits auf mangelnde
Objektivität und Befangenheit schliessen lässt. Es bedarf vielmehr
besondere Umstände, welche das Misstrauen in die Beurteilung objektiv
als begründet erscheinen lassen (vgl. vorne E.4.3). Hierfür bestehen
vorliegend – gestützt auf die vorstehenden Erwägungen – keine
Anhaltspunkte.
- 20 -
8.5. Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht
auf die kreisärztliche Beurteilung von Dr. med. D._ vom 27. Oktober
2015 abgestellt hat und folglich zutreffend bezüglich der Unfallfolgen an
der rechten Schulter von einer dem Beschwerdeführer ganztags
zumutbaren leichten bis mittelschweren körperlichen Tätigkeit
ausgegangen ist.
9. Der Sachverhalt ist damit genügend abgeklärt und die medizinischen
Berichte lassen eine ausreichende Aussage über den
Gesundheitszustand und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers zu. Folglich erübrigt sich in Anwendung der
antizipierten Beweiswürdigung die vom Beschwerdeführer beantragte
Einholung eines versicherungsexternen Gutachtens, da hiervon keine
neuen entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten sind (vgl. BGE 134 I
140 E.5.3; BGE 124 V 90 E.4b).
10.1. Zu prüfen bleibt damit, ob die Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad
korrekt berechnet hat. Die Beschwerdegegnerin ermittelte ein
Valideneinkommen für das Jahr 2016 von Fr. 67‘053.--. Dabei stützte sie
sich auf die Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) des
Bundesamtes für Statistik und stellte auf den statistischen
Durchschnittsmonatslohn aller Wirtschaftszweige (Zeile „Total“) von
Männern auf dem tiefsten Kompetenzniveau 1 gemäss Tabelle TA1 der
LSE 2014 ab (vgl. angefochtener Entscheid E.4). Dieses
Valideneinkommen wird vom Beschwerdeführer zu Recht nicht bestritten.
Sodann erhebt der Beschwerdeführer auch keine Einwände gegen die
Bemessung des Invalideneinkommens, ebenfalls gestützt auf obgenannte
Parameter (LSE 2014, TA1, Total, Männer, Kompetenzniveau 1,
indexiert).
- 21 -
10.2. Der Beschwerdeführer rügt indessen den von der Beschwerdegegnerin
vorgenommenen Leidensabzug von 5 %. Dieser sei nicht angemessen,
viel zu tief und trage seinen erheblichen Einschränkungen nicht
ausreichend Rechnung. Dies zeige sich zusätzlich darin, dass ihm eine
Integritätsentschädigung von 15 % zugesprochen worden sei. Zudem
fielen sein Alter, die gesundheitlich nicht mehr verwertbare
Berufsausbildung, seine ausländische Staatsangehörigkeit und auch
seine unzureichenden deutschen Sprachkenntnisse ins Gewicht.
Demnach müsse der Leidensabzug gesamthaft eigentlich auf 25 % und
dürfe jedenfalls nicht unter 20 % festgesetzt werden (vgl.
Beschwerdeschrift S. 8 f.).
10.3. Wird das Invalideneinkommen wie vorliegend auf der Grundlage von
statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende
Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung
getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale der
versicherten Person, wie Art und Ausmass der Behinderung, Alter, Dauer
der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können. Der
so genannte Leidensabzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann
erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die
versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre
Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit
unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung
des Leidensabzugs ist der Einfluss aller Merkmale auf das
Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall
massgebend, wobei der Abzug vom statistischen Lohn auf insgesamt
höchstens 25 % zu begrenzen ist (vgl. BGE 134 V 322 E.5.2; BGE 126 V
75 E.5). In Bezug auf die Überprüfung des Leidensabzugs ist die
Kognition des kantonalen Versicherungsgerichts allerdings nicht auf die
Rechtsverletzung beschränkt, sondern sie erstreckt sich auch auf die
http://links.weblaw.ch/de/BGE-134-V-322 http://links.weblaw.ch/de/BGE-126-V-75 http://links.weblaw.ch/de/BGE-126-V-75
- 22 -
Beurteilung der Angemessenheit der Verwaltungsverfügung (BGE 137 V
71 E.5.2; MEYER/REICHMUTH, in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.],
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf
2014, Art. 28a Rz. 114).
10.4. Die beim Beschwerdeführer vorhandenen Einschränkungen aufgrund der
Schulterproblematik ergeben sich aus den Berichten der Rehaklinik
Bellikon vom 21. Mai 2015, dem Bericht von Dr. med. C._ vom
10. September 2015 sowie dem Bericht des Kreisarztes Dr. med.
D._ vom 27. Oktober 2015 (vgl. SUVA-act. 56, 75 und 83).
Demgemäss sind beim Beschwerdeführer – wie bereits vorstehend
ausgeführt – folgende speziellen Einschränkungen vorhanden: kein
Hantieren mit Gewichten über Kopf; keine länger dauernden Tätigkeiten
über Kopf; keine Vibrationsbelastung oder Schläge auf die rechte
Schulter. Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin gestützt auf diese
Beeinträchtigungen einen Leidensabzug von 5 % gewährt. Damit wurde
den Einschränkungen des Beschwerdeführers aufgrund der
Schulterproblematik genügend Rechnung getragen. Für einen höheren
Leidensabzug gibt es – entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers –
keinen Anlass. Dem Beschwerdeführer ist gemäss Bericht des
Kreisarztes Dr. med. D._ vom 27. Oktober 2015 eine
leidensangepasste leichte bis mittelschwere Tätigkeit ganztags zumutbar.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist der Umstand, dass nur
noch leichte Arbeiten zumutbar sind, selbst bei eingeschränkter
Leistungsfähigkeit, kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten
Abzug. Dies darum, weil der Tabellenlohn im Anforderungsniveau 4
(entspricht heutigem Kompetenzniveau 1) bereits eine Vielzahl von
leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_97/2014 vom 16. Juli 2014 E.4.2 m.w.H.; Urteil des
Bundesgerichts 9C_386/2012 vom 18. September 2012 E.5.2).
- 23 -
Vorliegend rechtfertigt sich damit kein zusätzlicher Abzug unter diesem
Aspekt. Dies folglich auch selbst dann nicht, wenn gestützt auf den
Bericht der Rehaklinik Bellikon vom 21. Mai 2015 auch nur bloss von
leichten Arbeiten – und nicht von leichten bis mittelschweren Tätigkeiten –
ausgegangen werden würde. Weiter ist auch das fortgeschrittene Alter
des Beschwerdeführers von beinahe 50 Jahren im Zeitpunkt des
angefochtenen Entscheids nicht zu berücksichtigen, weil Hilfsarbeiten auf
dem massgeblichen hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt
grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt werden und sich das Alter in
diesen Tätigkeiten nicht lohnsenkend auswirkt (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 9C_134/2016 vom 12. April 2016 E.5.2). Sodann
erfordern einfache und repetitive Arbeiten weder gute Sprachkenntnisse
noch ein besonderes Bildungsniveau (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E.3.4.2). Im Übrigen kann die
Nationalität vernachlässigt werden, da die statistischen Löhne aufgrund
der Einkommen der schweizerischen als auch der ausländischen
Wohnbevölkerung erfasst werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 39/04
vom 20. Juli 2004 E.2.4). Zudem bestehen vorliegend keine
Anhaltspunkte, dass der Beschwerdeführer in dem für ihn in Frage
kommenden Arbeitsmarkt benachteiligt wäre. Im Übrigen hat der
Leidensabzug nichts mit dem Integritätsschaden zu tun, weshalb nicht
ersichtlich ist, was der Beschwerdeführer aus seiner diesbezüglichen
Argumentation abzuleiten versucht.
10.5. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist der von der
Beschwerdegegnerin vorgenommene Leidensabzug von 5 % damit nicht
zu beanstanden und das von der Beschwerdegegnerin ermittelte
Invalideneinkommen von Fr. 63‘700.-- (vgl. angefochtener Entscheid E.4)
korrekt. Aus der Gegenüberstellung des Valideneinkommens von
Fr. 67‘053.-- und dem Invalideneinkommen von Fr. 63‘700.-- resultiert
alsdann eine unfallbedingte Erwerbseinbusse von 5 % und damit von
- 24 -
weniger als 10 %. Somit besteht kein Anspruch des Beschwerdeführers
auf eine Invalidenrente. Die Verneinung des Anspruchs auf eine
Invalidenrente durch die Beschwerdegegnerin ist somit nicht zu
beanstanden.
11.1. Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, die gemäss Arztbericht des
Kantonsspitals Graubünden vom 31. Mai 2016 neu diagnostizierte
Supraspinatussehnenläsion (vgl. SUVA-act. 111) sei kausal zum
Unfallereignis vom 20. März 2014. Es würden deshalb nach wie vor
Unfallfolgen vorliegen. Diesbezüglich vertritt er die Ansicht, dass die
Beschwerdegegnerin hierfür die Beweislast trägt und den Wegfall der
Kausalität nachzuweisen habe. Der Auffassung des Beschwerdeführers
kann nicht gefolgt werden. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis
und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang
besteht, ist eine Tatfrage. Darüber haben die Verwaltung sowie das im
Beschwerdefall angerufene Gericht nach dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu befinden. Die blosse Möglichkeit eines
Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches
nicht (vgl. BGE 129 V 177 E.3.1 m.H.; RUMO-JUNG/HOLZER, in:
MURER/STAUFFER [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum So-
zialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung,
4. Aufl., Zürich 2012, Art. 6 S. 54). Dasselbe gilt für den Wegfall eines
einmal bestehenden Kausalzusammenhangs. Während bei der Frage, ob
ein Kausalzusammenhang existiert, der Versicherte die objektive
Beweislast trägt, liegt die objektive Beweislast für den behaupteten
Wegfall der Kausalität aufgrund des Erreichens des Status quo sine vel
ante beim Unfallversicherer (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2013
vom 28. Januar 2014 E.4.2.1 m.H.; RUMO-JUNG/HOLZER, a.a.O., Art. 6
S. 54). Vorliegend stellte der Kreisarzt, Dr. med. D._, in seinem
Bericht vom 27. Oktober 2015 (SUVA-act. 83) den medizinischen
http://links.weblaw.ch/de/BGE-129-V-177 http://links.weblaw.ch/de/8C_604/2013
- 25 -
Endzustand der rechten Schulter fest, woraufhin die Beschwerdegegnerin
den Fallabschluss vorgenommen hat. Dieser Fallabschluss erfolgte – wie
vorstehend ausgeführt (vgl. vorne E.6.4) – korrekt. Damit geht es aber
nunmehr bei der Frage der Unfallkausalität der am 31. Mai 2016 neu
diagnostizierten Läsion der Supraspinatussehne um eine
leistungsbegründende Tatfrage und nicht um einen
anspruchsaufhebenden Wegfall eines ursächlichen
Kausalzusammenhangs. Demzufolge trägt der Beschwerdeführer die
Beweislast für das Vorliegen eines Kausalzusammenhangs zwischen der
neu diagnostizierten Läsion der Supraspinatussehne sowie dem Unfall
vom 20. März 2014.
11.2. Vorliegend verneinte die Beschwerdegegnerin die natürliche Kausalität
zwischen der Supraspinatussehnenläsion und dem Unfall vom 20. März
2014 und stützte sich dabei auf die Beurteilung ihres Kreisarztes Dr. med.
D._ vom 14. Juli 2016 (SUVA-act. 116) sowie auf die im Rahmen
des vorliegenden Beschwerdeverfahrens eingeholte
versicherungsmedizinische Beurteilung von med. pract. F._ vom
2. Mai 2017 (SUVA-act. Bg.Bel.1). Es gilt damit zu prüfen, ob die
Beschwerdegegnerin zu Recht auf diese versicherungsinternen
Beurteilungen abgestellt hat oder ob die übrigen medizinischen Akten
daran Zweifel zu wecken vermögen, wobei geringe Zweifel genügen (vgl.
vorne E.4.3 mit Hinweis auf Rechtsprechung).
11.3. Bezüglich der Frage der natürlichen Kausalität sind im Wesentlichen
folgende medizinischen Akten zu berücksichtigen:
11.3.1. Der Kreisarzt Dr. med. D._ verneinte in seinem Bericht vom 14. Juli
2016 die Kausalität zwischen der neuen Läsion der Supraspinatussehne
an der rechten Schulter und dem Unfall vom 20. März 2014. Begründend
hielt er fest, der Arthro-MRI Befund vom 16. Mai 2014 der rechten
- 26 -
Schulter knapp zwei Monate nach dem Unfall beschreibe lediglich eine
Tendiose der Supraspinatussehne. Dies sei ein degenerativer Befund.
Zudem habe zu diesem Zeitpunkt keine Kontinuitätsunterbrechung der
Sehne bestanden (SUVA-act. 116).
11.3.2. Dieser Beurteilung steht die Einschätzung von Dr. med. E._, FMH
Chirurgie, Unfallchirurgie, SportClinic Zürich, in seinem Bericht vom
21. März 2017 entgegen, wonach dieser der Meinung ist, dass die
Supraspinatussehnenruptur mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf
den Unfall vom 20. März 2014 zurückzuführen sei. Diesbezüglich führte er
aus, dass der Beschwerdeführer vor dem Unfall bezüglich Schulter
beschwerdefrei gewesen sei, so dass eine Vorschädigung der
Rotatorenmanschette mit Sicherheit ausgeschlossen werden könne.
Weiter komme es beim Impact, der zu einer Tuberculum minus Fraktur
führe, zu einem erheblichen Trauma des Rotatorenmanschetten-
Ansatzes, wobei die Durchblutung des Sehnenansatzes unterbrochen
werden könne. Diese Unterbrechung der Durchblutung führe aber erst
nach Monaten zu einer substanziellen Schädigung der
Rotatorenmanschette (vgl. Beilagen Beschwerdeführer [Bf-act.] 5).
11.3.3. Der SUVA Versicherungsmediziner, med. pract. F._, Facharzt für
Chirurgie, hielt in seiner chirurgischen Beurteilung vom 2. Mai 2017 im
Wesentlichen fest, ein die Supraspinatussehne gefährdendes Trauma der
rechten Schulter im Rahmen des Unfallereignisses vom 20. April 2014 sei
nicht überwiegend wahrscheinlich eingetreten. Hierfür wäre
beispielsweise ein Sturz auf den nach hinten ausgestreckten Arm, ein
Festhalten am Geländer bei einem Absturz oder eine Schulterluxation zu
bedenken. Sodann zeige die Sehne des M. supraspinatus auch bei der
zeitnah zum Unfallereignis durchgeführten MR-Arthrographie keine
Rissbildung, sondern die Zeichen eines Verschleissleidens, einer
Tendinose. Weiter führte er aus, dass die von Dr. med. E._
- 27 -
postulierten Folgen einer traumabedingten Durchblutungsstörung der
Supraspinatussehne als Folge der Tuberculum minus Fraktur mit dem
MRI vom 12. April 2014 nicht dokumentiert seien. Dies obwohl das
Trauma 2014 bereits mindestens fünf Jahre zurückliege. Denn der Befund
der MR-Arthrographie vom 16. Mai 2014 weise darauf hin, dass es sich in
Zusammenschau mit den Röntgenthoraxbildern aus 2009 und 2014 am
ehesten um einen alten Abriss des Tuberculum minus handle. Dieser
Einschätzung habe sich auch Dr. med. C._ in seinem Bericht vom
6. August 2014 angeschlossen. Er könne diese Einschätzung nach
eigener Einsichtnahme in die Bildgebung bestätigen. Dr. med. E._
gehe – wohl ohne genaue Kenntnis der Akten – fälschlich davon aus,
dass die Schulter des Beschwerdeführers beim Ereignis vom 20. März
2014 schwer traumatisiert worden sei. Schliesslich kommt er zum
Schluss, dass die Läsion der Supraspinatussehne mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit keine Folge des Ereignisses vom 20. März 2014,
sondern überwiegend wahrscheinlich Ausdruck des fortschreitenden
Verschleissleidens der Schulter des Beschwerdeführers sei (vgl. SUVA-
act. Bg.Bel.1).
11.3.4. Dr. med. G._, Leitender Arzt Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie FMH, nimmt in seinem Bericht vom 22. September 2017
eine Beurteilung der Kausalität anhand eines "Rasters" vor und kommt
dabei zum Ergebnis, dass sich beim Beschwerdeführer als Hinweise auf
eine degenerative Aetiologie lediglich zwei Punkte, namentlich das Alter
sowie die Lokalisation der Supraspinatussehnenläsion, zeigen würden.
Demgegenüber würden für den Unfall als Ursache mehrere Merkmale
sprechen, da ein klar definiertes Ereignis vorliege, keine
Schultervorgeschichte bestünde und andere Punkte im Raster bejaht
worden seien. Sodann äusserte Dr. med. G._ Kritik an einer von Dr.
med. C._ gemachten Äusserung, wonach Letzterer nochmals den
Operationsbericht vom 9. September 2014 durchgelesen habe und zum
- 28 -
Schluss gekommen sei, dass zum damaligen Zeitpunkt sicher keine
transmurale Läsion der Supraspinatussehne vorgelegen habe. So hielt
Dr. med. G._ diesbezüglich fest, bei der Operation vom
9. September 2014 handle es sich um eine offene Operation des
Tuberculum minus bzw. der Subscapularissehne. In dieser Technik sei
die Integrität der Supraspinatussehne nur sehr schwierig oder nicht zu
beurteilen. Zudem werde im Operationsbericht vom 9. September 2014
die Supraspinatussehne mit keinem Wort erwähnt. Weiter beurteilte er
den Befund der Arthro-MRT vom 16. Mai 2014 als Primärtraumatisierung
und in der Folge Grössenprogredienz der Läsion. Zusammenfassend sei
beim Beschwerdeführer mit überwiegend grosser Wahrscheinlichkeit von
einer unfallbedingten Schädigung der Rotatorenmanschette auszugehen
(Bf-act. 6 S. 5 f.).
11.4. In Würdigung dieser medizinischen Akten ist festzuhalten, dass die
Beurteilung von Dr. med. E._ vom 21. März 2017 (Bf-act. 5) aus
nachfolgenden Gründen nicht aussagekräftig ist. Zunächst ist in
beweisrechtlicher Hinsicht unbeachtlich, dass der Beschwerdeführer vor
dem Unfall nie an Schulterbeschwerden gelitten hat. Die Kausalität
zwischen einem Unfall und der Manifestierung einer
Gesundheitsbeeinträchtigung kann nicht bloss aus dem Umstand
hergeleitet werden, dass die Beeinträchtigungen erst nach dem Unfall
eingetreten sind. Eine solche Argumentation beruht auf einer
unzulässigen "post hoc ergo propter hoc"-Argumentation (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_119/2012 vom 30. März 2012 E.2 mit Hinweisen auf
BGE 119 V 335 E.2b/bb). Soweit Dr. med. E._ sodann in seinem
Bericht vom 21. März 2017 (Bf-act. 5) festhält, eine Vorschädigung der
Rotatorenmanschette könne mit Sicherheit ausgeschlossen werden, ist
dies unzutreffend. Aus dem MRI vom 16. Mai 2014 ergeben sich
bildgebend ein Abriss eines alten Tuberculum minus mit konsekutiver
teilweiser fettiger Atrophie des M. subscapularis, eine Tendinose der
http://links.weblaw.ch/de/8C_119/2012 http://links.weblaw.ch/de/BGE-119-V-335
- 29 -
Supraspinatussehne sowie eine Bizepssehnentendinose (SUVA-act. 7).
Demzufolge waren beim Beschwerdeführer dannzumal – entgegen den
Ausführungen von Dr. med. E._ in seinem Bericht vom 21. März
2017 – sehr wohl degenerative Veränderungen bzw. eine Vorschädigung
der Rotatorenmanschette vorhanden, wie dies auch med. pract. F._
in seiner Beurteilung vom 2. Mai 2017 festhält (SUVA-act. Bg.Bel.1 S. 8).
Die Äusserung von Dr. med. E._, wonach der Beschwerdeführer vor
dem Unfall an der Schulter beschwerdefrei gewesen sei, weshalb keine
Vorschädigung der Rotatorenmanschette vorliegen würde, lässt darauf
schliessen, dass Dr. med. E._ die relevanten Akten – insbesondere
der Befund der MRI-Untersuchung vom 16. Mai 2014 (SUVA-act. 7) – für
seine Beurteilung nicht vorgelegen haben. Aus seinem Bericht vom
21. März 2017 ergeben sich auch keine diesbezüglichen Hinweise (vgl.
Bf-act. 5). Weiter setzt sich Dr. med. E._ in seiner Beurteilung vom
21. März 2017 auch in keiner Weise mit dem Unfallhergang auseinander
und stellt ohne weiteres darauf ab, dass es beim Unfall vom 20. März
2014 zu einem erheblichen Trauma des Rotatorenmanschetten-Ansatzes
gekommen sein soll. Diese Auffassung wird vom Versicherungsmediziner
med. pract. F._ in seiner Beurteilung vom 2. Mai 2017
nachvollziehbar widerlegt. So führt med. pract. F._ in diesem
Zusammenhang aus, ein die Supraspinatussehne gefährdendes Trauma
der rechten Schulter im Rahmen des Unfallereignisses vom 20. März
2014 sei nicht überwiegend wahrscheinlich eingetreten, da hierfür zum
Beispiel ein Sturz auf den nach hinten ausgestreckten Arm, ein Festhalten
am Geländer bei einem Absturz oder eine Schulterluxation notwendig
gewesen wären. Ebenso zeige die Supraspinatussehne gemäss der
zeitnah zum Unfallereignis durchgeführten MRI-Untersuchung (gemeint
ist wohl diejenige vom 16. Mai 2014 [SUVA-act. 7]) bildgebend keine
Rissbildung, sondern Zeichen eines Verschleissleidens, einer Tendinose
(SUVA-act. Bg.Bel.1 S. 8). Auch die Auffassung von Dr. med. E._ in
seinem Bericht vom 21. März 2017, wonach der Unfall vom 20. März
- 30 -
2014 zu einer Tuberculum minus Fraktur geführt haben soll, entkräftet
med. pract. F._ gestützt auf die medizinischen Akten schlüssig.
Diesbezüglich hält er in seiner Beurteilung vom 2. Mai 2017 zunächst fest,
dass der Beschwerdeführer bei einer Abrissfraktur des Tuberculum minus
eine erhebliche Störung der betroffenen Schulter aufgewiesen
(mindestens die Innenrotation des rechten Armes wäre erheblich
beeinträchtigt gewesen) und starke Schmerzen gehabt und solche nicht
erst mit deutlicher Latenz entwickelt hätte (SUVA-act. Bg.Bel.1 S. 6).
Dass der Beschwerdeführer unmittelbar nach dem Unfallereignis vom
20. März 2014 nicht an derart starken Schulterschmerzen bzw.
Beeinträchtigungen gelitten hat, ergibt sich aus dem Bericht des
Kantonsspitals Graubünden vom 20. März 2014, wo die Erstbehandlung
erfolgte. In diesem wird eine Kniekontusion rechts diagnostiziert und unter
„Jetziges Leiden“ u.a. mehrere Kontusionen an Ellenbogen und Thorax,
jedoch Hauptschmerz im Knie links, festgehalten. Weiter ist dem Bericht
zu entnehmen, dass die oberen Extremitäten schmerzfrei beweglich
waren (SUVA-act. 8). Sodann führt med. pract. F._ bezüglich des
Abrisses des Tuberculum minus aus, das bildgebend dargestellte
Knochenstück sei von erheblicher Grösse. Eine erhebliche Blutung aus
dem freiliegenden spongiösen Knochen wäre aufgetreten und nicht zu
übersehen gewesen. Zudem sei ein solches Ossikel bereits fünf Jahre vor
dem Unfallereignis im Befund der Röntgenuntersuchung vom 15. April
2009 sowie der Röntgenuntersuchung vom 19. Februar 2014 beschrieben
worden. Gestützt auf die bildgebenden Abklärungen der MRI-
Untersuchung vom 16. Mai 2014 (SUVA-act. 7) kommt pract. med.
F._ zum Schluss, dass das mit dem MRT dargestellte Ossikel von
der Lage her dem bereits im Jahr 2009 dargestellten Knochenstück mit
Verbindung zur Subscapularissehne entspreche. Infolgedessen seien
bereits im Jahr 2009 radiologisch die Folgen eines Abrisses des
Tuberculum minus bildgebend objektiviert (SUVA-act. Bg.Bel.1 S. 6 f.). Zu
dieser Ansicht eines alten Tuberculum minus Abrisses gelangten bereits
- 31 -
die zuständigen Fachärzte in ihrem Befund zur MRI-Untersuchung vom
16. Mai 2014 (SUVA-act. 7). Demzufolge hat med. pract. F._ in
seiner Beurteilung vom 2. Mai 2017 anhand der medizinischen
bildgebenden Abklärungen (MRI- und Röntgenuntersuchungen) schlüssig
und nachvollziehbar dargelegt, dass der Abriss des Tuberculum minus
überwiegend wahrscheinlich keine Folge des Unfallereignisses vom
20. März 2014 ist, sondern ein solcher vielmehr bereits im Jahr 2009
verursacht wurde. Damit überzeugt denn auch die Argumentation von Dr.
med. E._ in seinem Bericht vom 21. März 2017 nicht, wonach als
Folge einer Tuberculum minus Fraktur die Durchblutung des
Sehnenansatzes unterbrochen werden könne und eine solche
Unterbrechung erst nach Monaten zu einer substanziellen Schädigung
der Rotatorenmanschette führe (vgl. Bf-act. 5). Denn obwohl die
Tuberculum minus Fraktur wohl bereits im Jahr 2009 entstanden ist,
konnten vorliegend am 16. Mai 2014 bildgebend keine Folgen einer
traumabedingten Durchblutungsstörung der Supraspinatussehne
festgestellt werden (vgl. SUVA-act. 7).
11.5. Ebenfalls überzeugt die Beurteilung von Dr. med. G._ vom
22. September 2017 (Bf-act. 6) nicht. Dieser nimmt eine Beurteilung der
Kausalität anhand eines "Rasters" vor. Dieses ist unterteilt in zwei
Hauptkategorien, namentlich „Steckbrief eindeutiger Erkrankungen oder
Degenerationen“ sowie „Merkmale für eine unfallähnliche
Körperschädigung“. Die erste Hauptkategorie ist wiederum in folgende
Unterkategorien gegliedert: Vorgeschichte (Alter, Antezedenzien),
Einwirkung ungeeignet, Primärbefund (Klinik, Röntgen, Ultraschall und
MRT) sowie Verlauf (Anamnese, MRT). Je mehr Kriterien der
obgenannten Kategorien mit Ja beantwortet werden könnten, desto
wahrscheinlicher sei der Schaden an der Rotatorenmanschette Ausdruck
eines krankhaften oder degenerativen Prozesses. Die zweite
Hauptkategorie ist sodann unterteilt in Anamnese, Erscheinungsbild
- 32 -
sowie Einwirkung geeignet. Dr. med. G._ konnte unter dem Titel
„Steckbrief eindeutiger Erkrankungen oder Degenerationen“ lediglich zwei
Kriterien mit Ja beantworten und kommt deshalb zum Ergebnis, dass sich
beim Beschwerdeführer als Hinweise auf eine degenerative Aetiologie
lediglich zwei Punkte/Kriterien, namentlich das Alter sowie die
Lokalisation der Supraspinatussehnenläsion, zeigen würden.
Demgegenüber würden für den Unfall als Ursache mehrere Merkmale
sprechen, da ein klar definiertes Ereignis vorliege, keine
Schultervorgeschichte bestünde und andere Kriterien im Raster bejaht
worden seien (vgl. Bf-act. 6 S. 5). Bei einem solchen Vorgehen kann
kaum von einer begründeten und differenzierten ärztlichen Beurteilung
gesprochen werden. Es geht nicht an, dass Dr. med. G._ für die
Beurteilung der Unfallkausalität lediglich darauf abstellt, in welcher
Hauptkategorie mehr Kriterien bejaht wurden (degenerativ oder
unfallbedingt), ohne die Kriterien nur ansatzweise gegeneinander
abzuwägen oder zu gewichten. Eine solche Methode ist schlicht
willkürlich. Vielmehr hätte er sich mit den Kriterien auseinandersetzen und
begründend darlegen müssen, weshalb er zu seiner Schlussfolgerung
gelangt, wonach die Schulterbeschwerden an der rechten Schulter auf
das Unfallereignis vom 20. März 2014 zurückzuführen seien. Dr. med.
G._ führt bei der Erklärung des Rasters denn auch selbst aus, dass
bei Vorliegen von Kriterien sowohl der Hauptkategorie 1 wie 2 diese
gegeneinander abzuwägen seien (vgl. Bf-act. 6 S. 5). Eine solche
Abwägung erfolgt in der Beurteilung allerdings nicht. Ferner ergibt sich
aus der Beurteilung von Dr. med. G._ vom 22. September 2017
zwar, dass ihm die Befundberichte der MRI-Untersuchungen vom 16. Mai
2014 (SUVA-act. 7) zur Verfügung standen, aber nicht, dass ihm auch die
entsprechenden Bilder dazu vorgelegen haben. Zumindest hält er
diesbezüglich in seiner Beurteilung nichts Entsprechendes fest. Ebenso
ist davon auszugehen, dass Dr. med. G._ auch sonst nicht über
sämtliche relevanten medizinischen Akten verfügte, geht aus der
- 33 -
Beantwortung des Kriteriums 2.3 „Einwirkung geeignet“ hervor, dass ihm
offenbar der Traumamechanismus nicht klar war (vgl. Bf-act. 6 S. 5).
Hinzu kommt sodann, dass er sich auch in keiner Weise mit der
versicherungsmedizinischen Beurteilung von med. pract. F._ vom
2. Mai 2017 (SUVA-act. Bg.Bel.1) auseinandersetzte. So nimmt Dr. med.
G._ in seiner Beurteilung weder zur Aussage von med. pract.
F._ Stellung, wonach der Unfallhergang nicht geeignet gewesen sei,
die Supraspinatussehne zu tangieren, noch dazu, dass bereits im Jahr
2009 radiologisch die Folgen eines Abrisses des Tuberculum minus
bildgebend objektiviert seien. Zwar hält Dr. med. G._ in seiner
Beurteilung vom 22. September 2017 bei der Kategorie 1.1.2 zu „bereits
Schmerzen, Vorerkrankung der Schulter“ fest, dass die Gegenseite eine
solche bejahe, er hingegen eine solche verneine. Eine weitergehende
Auseinandersetzung mit der divergierenden ärztlichen Meinung erfolgte
indes aber nicht (vgl. Bf-act. 6 S. 3).
11.6. Vor dem Hintergrund der vorstehenden Ausführungen ist damit
festzuhalten, dass die Beurteilung von med. pract. F._ vom 2. Mai
2017 (SUVA-act. Bg.Bel.1) auf den gesamten medizinischen Vorakten
samt bildgebenden Abklärungen beruht und vollständig ist. Die
Ausführungen von med. pract. F._ sind in Bezug auf die im
vorliegenden Verfahren strittige Frage, ob die am 31. Mai 2016 neu
diagnostizierte Supraspinatussehnenläsion an der rechten Schulter auf
den Unfall vom 20. März 2014 zurückzuführen ist, in sich schlüssig und
nachvollziehbar. So erklärt med. pract. F._ in seiner Beurteilung vom
2. Mai 2017 u.a. anhand der bildgebenden Abklärungen eingehend,
weshalb der Unfallhergang ungeeignet erscheine, eine
Supraspinatusläsion zu verursachen, weshalb der Abriss des Tuberculum
minus wohl auf das Jahr 2009 zurückzuführen sei sowie dass die
Supraspinatussehne nach dem Unfallereignis keine Rissbildung, sondern
eine Tendinose aufgewiesen habe. Mit der abweichenden Meinung und
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Einschätzung von Dr. med. E._ vom 21. März 2017 (Bf-act. 5) hat
sich med. pract. F._ in seiner Beurteilung vom 2. Mai 2017 ebenfalls
auseinandergesetzt und er begründet einlässlich, insbesondere anhand
des Unfallhergangs, der vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden
unmittelbar nach dem Unfall vom 20. März 2014 sowie der bildgebenden
Abklärungen, weshalb er diese als unzutreffend erachtet (vgl. E.11.4
vorne). Sodann bestätigt med. pract. F._ die Einschätzung des
Kreisarztes Dr. med. D._ in dessen Bericht vom 14. Juli 2016
(SUVA-act. 116). Das Gericht sieht demnach keinen Anlass, an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Beurteilung von pract. med.
F._ vom 2. Mai 2017 (SUVA-act. Bg.Bel.1) zu zweifeln, insbesondere
vermögen die vom Beschwerdeführer eingereichten ärztlichen
Einschätzung von Dr. med. E._ vom 21. März 2017 (Bf-act. 5) sowie
von Dr. med. G._ vom 22. September 2017 (Bf-act. 6) aus
vorstehend dargelegten Gründen (vgl. vorne E.11.4 und 11.5) die
versicherungsmedizinische Beurteilung nicht in Zweifel zu ziehen. Soweit
der Beschwerdeführer in seiner Stellungnahme vom 12. Mai 2017 darauf
hinweist, dass Dr. med. E._ anlässlich eines am 8. Mai 2017
geführten Telefonats erklärt habe, auch nach Prüfung der
versicherungsinternen Einschätzung vom 2. Mai 2017 weiterhin an seiner
Beurteilung vom 21. März 2017 festzuhalten, ist dies irrelevant, da
diesbezüglich nichts Schriftliches bei den Akten liegt. Der Beurteilung von
med. pract. F._ vom 2. Mai 2017 (SUVA-act. Bg.Bel.1) kommt damit
voller Beweiswert zu.
11.7. Soweit der Beschwerdeführer schliesslich auch bezüglich med. pract.
F._ den Einwand des Abhängigkeitsverhältnisses vorbringt bzw.
behauptet, es handle sich bei dessen Beurteilung um ein Parteigutachten,
ist auf die vorstehende Erwägung 4.3 und den dort erwähnten
Bundesgerichtsentscheid zu verweisen. Entgegen der
beschwerdeführerischen Auffassung handelt es sich bei der Beurteilung
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von med. pract. F._ vom 2. Mai 2017 (SUVA-act. Bg.Bel.1) nicht um
ein Parteigutachten. Vielmehr handelt es sich dabei um einen
versicherungsinternen Arztbericht. Diesem kommt denn auch voller
Beweiswert zu, da er – wie vorstehend dargelegt – schlüssig erscheint,
nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei ist und keine
Indizien gegen seine Zuverlässigkeit sprechen. Insbesondere ändert auch
die Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin den Bericht von med. pract.
F._ erst im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens
eingeholt hat, an dessen Beweiswert nichts. Im erstinstanzlichen
Beschwerdeverfahren ist eine Sachverhaltsvervollständigung durch die
Verwaltung im Rahmen punktueller Abklärungen rechtsprechungsgemäss
in aller Regel noch zulässig, wohingegen umfassendere Abklärungen wie
eine medizinische Begutachtung mit Mitwirkung der versicherten Person
oder vergleichbare zeitraubende Beweismassnahmen den Rahmen
sprengen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_410/2013 vom 15. Januar
2014 E.5.4). Nachdem der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren
den neuen Bericht von Dr. med. E._ vom 21. März 2017 (Bf-act. 5)
eingereicht hat, war die Beschwerdegegnerin ohne weiteres berechtigt,
eine weitere medizinische Beurteilung einzuholen, zumal diese ohne
Mitwirkung des Beschwerdeführers erstellt wurde und keine namhafte
zeitliche Verzögerung des Verfahrens verursachte (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_284/2014 vom 16. Dezember 2014 E.5.4 und 5.5).
Die Aktenbeurteilung von med. pract. F._ vom 2. Mai 2017 wurde
dem Beschwerdeführer denn auch zusammen mit der Stellungnahme der
Beschwerdegegnerin vom 3. Mai 2017 mit Verfügung vom 4. Mai 2017
zur Stellungnahme unterbreitet, wovon er in der Folge auch Gebrauch
gemacht hat.
11.8. Nach dem Gesagten kommt das Gericht zur Überzeugung, dass die
Beschwerdegegnerin bezüglich der Frage des natürlichen
Kausalzusammenhangs zu Recht auf die Beurteilungen des Kreisarztes
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Dr. med. D._ vom 14. Juli 2016 (SUVA-act. 116) und von med. pract.
F._ vom 2. Mail 2017 (SUVA-act. Bg.Bel.1) abgestellt hat und
demzufolge den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen der am
31. Mai 2016 neu diagnostizierten Supraspinatussehnenläsion an der
rechten Schulter und dem Unfall vom 20. März 2014 zu Recht verneint
hat.
12. Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin
zu Recht einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers abgelehnt hat
und zu Recht einen überwiegend wahrscheinlichen natürlichen
Kausalzusammenhang zwischen der neuen Läsion der
Supraspinatussehne an der rechten Schulter sowie dem Unfall vom
20. März 2014 verneint und somit die Erbringung von weiteren
Versicherungsleistungen abgelehnt hat. Der angefochtene
Einspracheentscheid erweist sich damit als rechtens, was zu seiner
Bestätigung und zur Abweisung der erhobenen Beschwerde führt, soweit
auf diese einzutreten ist (vgl. vorne E.1.2)
13. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in
Sozialversicherungssachen grundsätzlich kostenlos, weshalb vorliegend
keine Kosten erhoben werden. Der obsiegenden Beschwerdegegnerin
steht kein Anspruch auf Ersatz der Parteikosten zu (Art. 61 lit. g ATSG e
contrario).
14.1. Der Beschwerdeführer beantragt für das vorliegende Verfahren die
unentgeltliche Rechtspflege mit Rechtsvertretung durch Rechtsanwalt
Dr. iur. Peter Stadler. Nach Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) hat jede Person, die
nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf unentgeltliche
Rechtspflege, wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint.
Soweit es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist, hat sie ausserdem
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Anspruch auf unentgeltlichen Rechtsbeistand. Die unentgeltliche
Rechtspflege bezweckt, der bedürftigen Partei den Zugang zum Gericht
und die Wahrung ihrer Parteirechte zu ermöglichen. Sie soll sicherstellen,
dass jedermann unabhängig von seinen finanziellen Verhältnissen nicht
aussichtslose Streitsachen zur gerichtlichen Entscheidung bringen und
sich überdies im Prozess, sofern es sachlich geboten ist, durch einen
Anwalt vertreten lassen kann (BGE 135 I 1 E.7.1). Art. 61 lit. f ATSG
wiederholt dieses Recht auf unentgeltliche Rechtspflege explizit.
Rechtsprechungsgemäss erweist sich eine Person danach als bedürftig,
wenn sie nicht über die Mittel verfügt, um den prozessualen Notbedarf zu
decken (SVR 2007 AHV Nr. 7 E.4.1.2.1). Aussichtslos ist ein Prozess,
dessen Gewinn-chancen beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahr
und kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Hingegen darf nicht
von Aussichtslosigkeit ausgegangen werden, wenn sich
Gewinnaussichten und Verlustgefahr ungefähr die Waage halten oder
jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei,
die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu
einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den
sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht allein
deshalb anstrengen können, weil er nichts kostet (BGE 138 III 217
E.2.2.4; BGE 129 I 129 E.2.3.1; BGE 122 I 267 E.2b).
14.2. Gemäss der Bestätigung der Sozialen Dienste vom 10. Februar 2017
bezieht der Beschwerdeführer seit dem 1. Oktober 2016 Sozialhilfe (vgl.
Bf-act. 4), womit seine Bedürftigkeit ausgewiesen ist. Zudem kann seine
Beschwerde nicht als aussichtslos bezeichnet werden. Sodann erscheint
auch der Beizug eines Rechtsvertreters notwendig und angemessen,
zumal es sich beim Beschwerdeführer um einen Laien handelt und die
Materie doch sehr komplex ist. Damit sind die Voraussetzungen für die
Gewährung der unentgeltlichen Rechtsvertretung erfüllt, womit dem
Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege mit
http://links.weblaw.ch/de/BGE-135-I-1 http://links.weblaw.ch/de/BGE-138-III-217 http://links.weblaw.ch/de/BGE-129-I-129 http://links.weblaw.ch/de/BGE-122-I-267
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Rechtsvertretung durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Stadler stattzugeben
ist.
14.3. Die Entschädigung richtet sich nach der Anwaltsgesetzgebung (Art. 76
Abs. 3 VRG). Gemäss Art. 5 der Verordnung über die Bemessung des
Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte
(Honorarverordnung, HV; BR 310.250) wird für den berechtigten Aufwand
der unentgeltlichen Vertretung ein Honorar von Fr. 200.-- pro Stunde
zuzüglich not-wendige Barauslagen und Mehrwertsteuer ausgerichtet.
14.4. Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Stadler reichte mit Schreiben vom 20. Oktober
2017 seine Kostennote ein. Das geltend gemachte Honorar umfasst einen
Zeitaufwand von 17.25 Stunden à Fr. 300.--, zuzüglich 3 % Spesen und
8 % MWST, und beträgt total Fr. 5‘756.67. Dieser Zeitaufwand erscheint
angemessen, allerdings ist der Stundenansatz entsprechend der
Honorarverordnung auf Fr. 200.-- zu kürzen. Demzufolge resultiert ein
Honorar von Fr. 3‘837.80, inklusive Spesen (Fr. 103.50) und MWST
(Fr. 284.30). Dieses Honorar geht als Auslage für die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung zu Lasten der Gerichtskasse.
Der Beschwerdeführer ist gemäss Art. 77 VRG verpflichtet, die ihm
vorgeschossenen Vertretungskosten (Fr. 3‘837.80) zurückzuerstatten,
falls er dazu dereinst aufgrund verbesserter Einkommens- oder
Vermögensverhältnisse im Stande sein sollte.