Decision ID: d0ce4a89-6ebb-48c5-807d-59f13745ec70
Year: 2016
Language: de
Court: BS_APG
Chamber: BS_APG_001
Canton: BS
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
B_ war von Januar 1988 bis ins Jahr 2009 als Personalfachfrau zunächst bei der [...] in den USA und dann, nach deren Übernahme durch die A_ bei dieser in der Schweiz angestellt. Am 19. September 2008 kündigte die A_ das Arbeitsverhältnis mit B_. Dagegen erhob B_ Einsprache und machte Nichtigkeit wegen Krankheit im Sinne von Art. 336c Abs. 1 lit. b OR geltend. Nach Diskussionen und Verhandlungen über die Gültigkeit der Kündigung schlossen die Parteien am 19./25. Mai 2009 eine Auflösungsvereinbarung, worin sie die Beendigung des Arbeitsverhältnisses per 31. Mai 2009 festlegten und verschiedene Ansprüche von B_ regelten. Die Vereinbarung enthielt auch eine Saldoklausel.
Nachdem ein von ihr vor der kantonalen Schlichtungsstelle für Diskriminierungsfragen eingeleitetes Schlichtungsverfahren betreffend "Lohndiskriminierung, Anspruch auf Abgangsentschädigung" ohne Einigung verlaufen war, reichte B_ am 19. Juli 2010 Klage beim Zivilgericht Basel-Stadt "nach Gleichstellungsgesetz" ein. Damit beantragte sie im Wesentlichen die Feststellung, dass das Arbeitsverhältnis mit der A_ erst per 31. Oktober 2009 rechtsgültig aufgelöst worden sei, und deren Verurteilung zur Zahlung von CHF 330'916.– als Abgangsentschädigung, CHF 95'993 für durch die vorzeitige Beendigung entstandenen Nachteile und CHF 4'875.– und 19'596.– für notwendige Rechtsberatung, alles nebst Zins. Mit Entscheid vom 7. November 2012 hiess das Zivilgericht die Klage im Umfang von CHF 294'452.– sowie im Umfang von CHF 4'875.–, jeweils zuzüglich Zins, gut. Die weiteren Klagebegehren wurden abgewiesen. Die seitens der A_ erhobene Berufung hiess das Appellationsgericht mit Entscheid vom 26. März 2014 teilweise gut und verpflichtete die Berufungsklägerin zur Zahlung von CHF 208'276.60 sowie CHF 4'875.–, jeweils nebst Zins. Mit Urteil vom 12. Februar 2015 (BGer 4A_523/2014) hiess das Bundesgericht eine hiergegen erhobene Beschwerde in Zivilsachen teilweise gut, hob den Entscheid des Appellationsgerichts auf und wies die Sache zur Neubeurteilung an dieses zurück. Mit Entscheid vom 26. Oktober 2015 verpflichtete das Appellationsgericht die Berufungsklägerin abermals zur Zahlung von CHF 208'276.60 sowie CHF 4'875.–, jeweils nebst Zins. Auf erneute Beschwerde in Zivilsachen hin hob das Bundesgericht mit Urteil vom 19. Juli 2016 (BGer 4A_23/2016) den appellationsgerichtlichen Entscheid auf und wies die Klage vom 19. Juli 2010 ab. Die Berufungsbeklagte wurde zur Tragung der Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens von CHF 800.– sowie zu einer Parteientschädigung von CHF 2'500.– an die Berufungsklägerin verurteilt. Im Übrigen wurde die Sache an das Appellationsgericht zur Neufestsetzung der Kosten des kantonalen Verfahrens zurückgewiesen.

Erwägungen
1. Hebt das Bundesgericht einen kantonalen Entscheid auf und weist es die Sache an die kantonale Behörde zurück, hat diese ihrer neuen Entscheidung die rechtliche Begründung des Bundesgerichts zugrunde zu legen. Zum Rückweisungsentscheid ist – wie bereits für die beiden Berufungsentscheide – die Kammer des Appellationsgerichts zuständig (vgl. § 91 Ziff. 3 GOG).
2. Das Bundesgericht ist in seinen beiden Entscheiden vom 12. Februar 2015 (BGer 4A_523/2014) und vom 19. Juli 2016 (BGer 4A_23/2016) zum Schluss gekommen, dass die von der Berufungsbeklagten mit Klage vom 19. Juli 2010 erhobenen Ansprüche letztlich unbegründet sind, und hat dementsprechend die Klage vollumfänglich abgewiesen (Ziff. 1 des Urteildispositivs von BGer 4A_23/2016 vom 19. Juli 2016). Dementsprechend hat es die Gerichts- und Parteivertretungskosten im bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahren gänzlich der Berufungsbeklagten auferlegt (BGer 4A_23/2016 vom 19. Juli 2016, E. 9 sowie Ziff. 2 und 3 des Urteildispositivs). Ausserdem hat das Bundesgericht die Sache zur Neufestsetzung der Kosten des kantonalen Verfahrens an das Appellationsgericht zurückgewiesen (BGer 4A_23/2016 vom 19. Juli 2016, Ziff. 4 des Urteildispositivs). Ist die Klage der Berufungsbeklagten letztinstanzlich vollumfänglich abgewiesen worden, hat die Berufungsbeklagte nach dem Unterliegerprinzip sowohl die erst- wie auch die zweitinstanzlichen Kosten ganz zu tragen (Art. 106 Abs. 1 ZPO).
Der Berufungsbeklagten wurden schon erstinstanzlich Gerichtskosten von CHF 5'400.– auferlegt, da sie mit ihrem Rechtsbegehren auf Zahlung eines Betrags von CHF 95'993.– unterlegen war, welches Begehren ausschliesslich arbeitsvertraglicher und nicht gleichstellungsrechtlicher Natur und angesichts des Streitwerts daher auch nicht gerichtskostenfrei war (Entscheid des Zivilgerichts vom 7. November 2012, E. 10 und Ziff. 2 des Urteilsdispositivs). Im Berufungsentscheid vom 26. Oktober 2015 sind demgegenüber gar keine Gerichtskosten erhoben worden, weil vor zweiter Instanz lediglich noch der "gleichstellungsrechtliche" Aspekt des Falls zur Diskussion gestanden hatte (vgl. Art. 114 lit. a ZPO) und der erstinstanzliche Kostenentscheid nicht angefochten war (AGE vom 26. Oktober 2015, E. 5.1). Diese Kostenverteilung bleibt unverändert, was mit dem vorliegenden Entscheid zu bestätigen ist.
Demgegenüber sind die ausserordentlichen Kosten sowohl des erst- wie auch des zweitinstanzlichen Verfahrens gemäss dem Prozessausgang neu zu verlegen. Die Berufungsklägerin hat mit Datum vom 31. August 2016 eine Kostennote für beide Verfahren eingereicht, die derjenigen entspricht, welche sie anlässlich der Hauptverhandlung vom 26. März 2014 eingereicht hatte. Ausgehend von einem erstinstanzlichen Streitwert von CHF 451'380.– errechnet sie ein Grundhonorar gemäss § 4 lit. b der Honorarordnung (HO; SG 291.400) von CHF 30'000.– sowie drei Zuschlägen von insgesamt CHF 27'000.–, was unter Hinzurechnung von Kopiaturen (CHF 332.50) und Auslagen (CHF 121.–) ein Total von CHF 57'453.– ergibt (zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer von CHF 4'596.30). Das Zivilgericht hat in seinem Entscheid vom 7. November 2012 die von der Berufungsbeklagte beanspruchten Parteikosten von CHF 65'000.– als mit der Honorarordnung übereinstimmend und als angemessen bezeichnet (E. 10), was mutatis mutandis auch für den von der Berufungsklägerin nunmehr beanspruchten Betrag von CHF 57'000.– gilt. Für das zweitinstanzliche Verfahren geht die Berufungsklägerin vom erstinstanzlichen Honorar von CHF 57'000.– abzüglich eines Drittels (§ 12 Abs. 1 HO) aus, was einen Betrag von CHF 38'000.– ergibt. Dies entspricht im Ergebnis fast der Berechnung der Parteientschädigung im nunmehr aufgehobenen Berufungsentscheid vom 26. Oktober 2015 in der Höhe von CHF 39'000.– (E. 5.2) und ist somit nicht zu beanstanden. Unter Berücksichtigung der ausgewiesenen Auslagen für Kopien (CHF 70.50) bzw. Porti etc. (CHF 28.–) ist der Berufungsklägerin somit für das Berufungsverfahren ein Honorar von CHF 38'098.50 zuzüglich Mehrwertsteuer zu Lasten der Berufungsbeklagten zuzusprechen.