Decision ID: 1cecffca-e1c6-543d-a823-76107694b3c9
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ bezog zu seiner Viertelsrente der Invalidenversicherung (IV-Grad von 42 %)
ab dem 1. Oktober 2006 Ergänzungsleistungen (Dossier 1, act. 25, 40, 68-4). In der
Anspruchsberechnung ab Oktober 2006 waren unter anderem die
Arbeitslosentaggelder des Versicherten und das Erwerbseinkommen seiner Ehefrau
angerechnet worden. Ab Januar 2007 löste ein hypothetisches Erwerbseinkommen das
Arbeitslosentaggeld ab. Per 1. August 2011 hob die EL-Durchführungsstelle die
Ergänzungsleistungen wegen eines Einnahmenüberschusses auf (Dossier 1, act. 23).
Sie hatte die Tochter B._ aus der Anspruchsberechnung genommen, weil sie keinen
Anspruch mehr auf eine Kinderrente hatte (vgl. Dossier 1, act. 43). Die gegen die
Einstellung der EL erhobene Einsprache wies die EL-Durchführungsstelle am
16. August 2012 ab (Dossier 2, act. 9). Das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen wies die gegen den Einspracheentscheid erhobene Beschwerde am 2. März
2015 ebenfalls ab (EL 2012/37; Dossier 3, act. 166).
A.a.
Bereits im Januar 2014 hatte sich der Versicherte erneut zum Bezug von
Ergänzungsleistungen angemeldet (Dossier 3, act. 187). Mit Verfügung vom 13. Juni
2015 sprach die EL-Durchführungsstelle dem Versicherten für die Zeit ab 1. Januar
2015 eine monatliche Ergänzungsleistung von Fr. 1'234.-- (exkl. Prämienpauschale
Krankenversicherung) zu (Dossier 3, act. 158). Da die Ehefrau des Versicherten bis
Ende Dezember 2014 Arbeitslosentaggelder erhalten hatte, hatte für das Jahr 2014 ein
Einnahmenüberschuss resultiert. Dem Versicherten war wiederum ein hypothetisches
A.b.
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Erwerbseinkommen angerechnet worden, nicht jedoch seiner Ehefrau (Dossier 3, act.
153).
Am 15. Juni 2015 (Dossier 3, act. 162) teilte die EL-Durchführungsstelle dem
Versicherten mit, dass sich seine Ehefrau ab sofort bewerben müsse, damit ihr
weiterhin kein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet werde. Die
Arbeitsbemühungen gälten als genügend, wenn monatlich mindestens 5 ordentliche
Bewerbungen auf tatsächlich freie Stellen oder mindestens 8 Blindbewerbungen
erfolgten.
A.c.
Am 22. Juni 2015 meldete der Versicherte der EL-Durchführungsstelle, dass seine
Tochter C._ per 1. Mai 2015 aus dem gemeinsamen Haushalt ausgezogen sei
(Dossier 3, act. 152). Die monatlichen Ergänzungsleistungen erhöhten sich deshalb ab
1. Juni 2015 auf Fr. 1'371.-- (exkl. Prämienpauschale Krankenversicherung; Verfügung
vom 28. Juni 2015, Dossier 3, act. 151).
A.d.
Am 12. November 2015 teilte die EL-Durchführungsstelle dem Versicherten mit,
dass die im Zeitraum Juni bis September 2015 getätigten Bewerbungsbemühungen
geprüft worden seien und der Ehefrau weiterhin kein hypothetisches
Erwerbseinkommen angerechnet werde (Dossier 3, act. 146). Die EL-
Durchführungsstelle verlangte neu, dass neben mindestens 6 Blindbewerbungen
zusätzlich mindestens 2 schriftliche Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen getätigt
würden. Über alle Bewerbungsaktivitäten sei ein Übersichtsblatt zu führen. Die
Nachweise der Arbeitsbemühungen seien aufzubewahren. Die EL-Durchführungsstelle
verlangte ausserdem Anpassungen beim Lebenslauf.
A.e.
Am 14. März 2016 teilte die EL-Durchführungsstelle dem Versicherten mit (Dossier
3, act. 133), dass die Arbeitsbemühungen seiner Ehefrau im Zeitraum Oktober 2015 bis
Januar 2016 ungenügend gewesen seien, da sie trotz Aufforderung keine
Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen getätigt habe. Die Ehefrau werde ein letztes
Mal aufgefordert, sich an die Bewerbungsanforderung zu halten und sich in Zukunft an
die folgenden Anweisungen zu halten: Sie müsse mindestens 2 schriftliche
Bewerbungen pro Monat auf ausgeschriebene Stellen tätigen und die
A.f.
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Übersichtsblätter, die Absageschreiben, die Bewerbungsschreiben sowie die Kopien
der Stelleninserate seien aufzubewahren.
Am 7. Dezember 2016 (Dossier 3, act. 124) informierte die EL-Durchführungsstelle
den Versicherten darüber, dass sie die von seiner Ehefrau im Zeitraum März 2016 bis
September 2016 getätigten Arbeitsbemühungen geprüft habe und aktuell auf die
Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommen für die Ehefrau verzichte. Die
EL-Durchführungsstelle wies erneut darauf hin, dass für jeden Monat ein
Übersichtsblatt zu führen sei und dass sämtliche Bewerbungsschreiben,
Absageschreiben und Stelleninserate aufzubewahren und auf Verlangen einzureichen
seien. Die Arbeitsbemühungen gälten als genügend, wenn die Ehefrau monatlich
mindestens 5 schriftliche Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen oder 2 schriftliche
Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen und 6 Blindbewerbungen tätige. Sofern die
obigen Punkte nicht umgesetzt und die mengenmässigen Auflagen nicht erfüllt würden,
behalte sie (die EL-Durchführungsstelle) es sich vor, der Ehefrau ein hypothetisches
Erwerbseinkommen anzurechnen.
A.g.
Aufgrund eines Wohnungswechsels setzte sie EL-Durchführungsstelle die
monatlichen Ergänzungsleistungen per 1. April 2017 neu fest. Die monatlichen
Ergänzungsleistungen erhöhten sich auf Fr. 1'431.-- (Verfügung vom 25. April 2017,
Dossier 3, act. 103).
A.h.
Bereits am 24. Februar 2017 hatte die EL-Durchführungsstelle eine weitere
Überprüfung der Arbeitsbemühungen der Ehefrau des Versicherten eingeleitet (Dossier
3, act. 118).
A.i.
Am 15. Juni 2017 teilte die EL-Durchführungsstelle dem Versicherten mit (Dossier
3, act. 93), sie gehe aufgrund der eingereichten Unterlagen davon aus, dass er eine
Überprüfung des ihm angerechneten hypothetischen Erwerbseinkommens wünsche.
Zukünftig würden von ihm mindestens 5 schriftliche Bewerbungen auf tatsächlich freie
Stellen oder 2 schriftliche Bewerbungen auf tatsächlich freie Stellen und 6
Blindbewerbungen verlangt.
A.j.
Am 8. September 2017 (Dossier 3, act. 85) teilte der Versicherte der EL-Durch
führungsstelle per E-Mail mit, dass er nicht wisse, was für die EL-Durchführungsstelle
A.k.
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genügend sei bzw. was sie verlange. Die von ihr beschriebene zumutbare Stelle für ihn
gebe es nicht. Seine Ehefrau und er hätten keine Chance, eine Arbeitsstelle zu finden.
Am 12. September 2017 (Dossier 3, act. 83) teilte der Versicherte dem zuständigen EL-
Sachbearbeiter unter anderem mit, dass sich sein Gesundheitszustand verschlechtert
habe. Er sei auch noch an Rheuma erkrankt. Am 14. September 2017 und 12. Oktober
2017 gingen weitere Bewerbungsunterlagen des Ehepaares bei der EL-Durchführungs
stelle ein (Dossier 3, act. 79-4 ff., act. 80 f.).
Mit Verfügung vom 6. Dezember 2017 reduzierte die EL-Durchführungsstelle die
Ergänzungsleistungen ab 1. Januar 2018 auf die sog. Minimalgarantie (entspricht den
Prämienpauschalen für die Krankenversicherung; Dossier 3, act. 75). Neu
berücksichtigte sie in der Anspruchsberechnung neben dem hypothetischen
Erwerbseinkommen des Versicherten von Fr. 25'720.-- ein hypothetisches
Erwerbseinkommen der Ehefrau von Fr. 34'968.--. Zur Begründung hielt sie fest, aus
dem Bewerbungsschreiben des Versicherten gehe hervor, dass er lediglich eine Stelle
suche, weil die IV-Stelle dies als für ihn zumutbar erachte. Seine Äusserungen deuteten
darauf hin, dass er sich nicht arbeitsfähig fühle. Da kein Arbeitswille ersichtlich sei,
werde weiterhin das hypothetische Erwerbseinkommen nach Art. 14a ELV
angerechnet. Auch bei der Ehefrau sei kein wirklicher Arbeitswille ersichtlich. Zudem
seien der EL-Durchführungsstelle weder die angeforderten Bewerbungsschreiben noch
die Stelleninserate zugestellt worden. Da die Ehefrau ihrer Schadenminderungspflicht
nicht nachkomme, werde ihr ab dem 1. Januar 2018 ein hypothetisches
Erwerbseinkommen angerechnet. Die dagegen erhobene Einsprache (Dossier 3, act.
70) wies die EL-Durchführungsstelle am 19. April 2018 ab (Dossier 3, act. 65).
A.l.
Am 26. Mai 2018 leitete die EL-Durchführungsstelle eine periodische Überprüfung
der Ergänzungsleistungen ein (Dossier 3, act. 62). Der Versicherte gab im Revi
sionsformular unter anderem an, dass sein Sohn die ganze Wohnungsmiete bezahle
(Dossier 3, act. 55-3). Er erhalte eine IV-Rente von Fr. 380.-- pro Monat. Die
Ergänzungsleistungen bezahlten lediglich die Krankenkassenprämien. Ansonsten lebe
er im Moment auf Kosten seines Sohnes (Dossier 3, act. 55-8).
A.m.
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B.
Am 26. Oktober 2018 bat der Versicherte darum, seinen Anspruch auf
Ergänzungsleistungen nochmals zu überprüfen und auch ihn von der Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens zu befreien (Dossier 3, act. 51). Am 5. November
2018 (Dossier 3, act. 50) forderte die EL-Durchführungsstelle den Versicherten auf, die
in den letzten drei Monaten getätigten Bewerbungen einzureichen, damit die
Anrechnung des hypothetischen Erwerbseinkommens erneut überprüft werden könne.
Am 27. November 2018 reichte der Versicherte unter anderem Nachweise der
Arbeitsbemühungen von sich und seiner Ehefrau der Monate Januar bis April 2018
sowie von seiner Ehefrau vom Juni 2018 ein (Dossier 3, act. 49).
B.a.
Per 1. Januar 2019 setzte die EL-Durchführungsstelle die monatliche
Ergänzungsleistung wegen der Erhöhung der Prämienpauschale für die Krankenkasse
neu auf Fr. 852.-- fest (Verfügung vom 2. Dezember 2018, Dossier 3, act. 47).
B.b.
Am 1. Februar 2019 beantragte der Versicherte die sofortige Ausscheidung des
hypothetischen Erwerbseinkommens (Dossier 3, act. 42). Er merkte an, dass er von der
EL-Durchführungsstelle nichts mehr gehört habe, seit er im Oktober 2018 sämtliche
Arbeitsbemühungen eingereicht habe. Dem Schreiben lagen Nachweise der Arbeits
bemühungen des Versicherten und seiner Ehefrau der Monate September 2018 und
November 2018 bis Januar 2019 bei (Dossier 3, act. 43). Am 11. Februar 2019 fragte
die EL-Durchführungsstelle den Versicherten an, gegen welche Verfügung er
Einsprache erheben wolle (Dossier 3, act. 41). Der Versicherte bat am 15. Februar 2019
erneut darum, auf die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens für sich
und seine Ehefrau zu verzichten (Dossier 3, act. 40). Die EL-Durchführungsstelle teilte
dem Versicherten am 11. März 2019 mit (Dossier 3, act. 39), sie gehe davon aus, dass
er gegen die Verfügung vom 20. Dezember 2019 vorgehen möchte. Da zurzeit eine
periodische Überprüfung der Ergänzungsleistungen pendent sei, würden die mit der
Einsprache (vom 2. Februar 2019) eingereichten Arbeitsbemühungen im Rahmen der
periodischen Überprüfung überprüft. Das von ihm als Einsprache betitelte Schreiben
(vom 2. Februar 2019) werde daher als Anpassungsgesuch behandelt.
B.c.
Am 1. Mai 2019 reichte der Versicherte Nachweise für die Arbeitsbemühungen von
sich und seiner Ehefrau vom Februar 2019 bis April 2019 ein (Dossier 3, act. 37 f.).
B.d.
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Am 5. Juni 2019 forderte die EL-Durchführungsstelle den Versicherten auf, seine
Bewerbungsschreiben ab Januar 2018, diejenigen seiner Ehefrau ab Februar 2018
sowie die Übersichtsblätter, die Absageschreiben und die Inserate von Mai bis August
2018 und Oktober 2018 beider Ehepartner einzureichen (Dossier 3, act. 36). Am
12. Juni 2019 gingen entsprechende Unterlagen ein (Dossier 3, act. 35).
B.e.
Am 3. Juli 2019 forderte die EL-Durchführungsstelle den Versicherten auf, alle
Bewerbungsunterlagen ab Februar 2019 bis heute von sich und seiner Ehefrau
einzureichen (Dossier 3, act. 34). Hierauf gingen bei der EL-Durchführungsstelle weitere
Unterlagen ein (Dossier 3, act. 29 ff.).
B.f.
Mit Verfügung vom 21. August 2019 teilte die EL-Durchführungsstelle dem
Versicherten mit, dass sie an der Anrechnung des hypothetischen Erwerbseinkommens
festhalte (Dossier 3, act. 28). Zur Begründung hielt sie fest, dass die in den Schreiben
vom 15. Juni 2017 und 17. Juli 2017 mitgeteilten Anforderungen nicht erfüllt worden
seien. Der Versicherte habe seine Bewerbungsschreiben nicht auf die jeweilige Stelle
angepasst, auf den Bewerbungsschreiben sei das Datum nicht ersichtlich und es habe
keine Bewerbung auf eine ausgeschriebene Stelle belegt werden können. Auch die
Ehefrau habe ihre Bewerbungsschreiben weder auf die jeweilige Stelle angepasst noch
datiert. Neu würden (pro Monat) 4 Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen und 2
Blindbewerbungen verlangt.
B.g.
Mit Verfügung vom 22. August 2019 setzte die EL-Durchführungsstelle die
Ergänzungsleistungen rückwirkend ab 1. April 2017 neu fest (Dossier 3, act. 24). Mit
der Begründung, dass kein Nachweis für eine anteilsmässige Mietzinszahlung vorliege,
hatte sie den Mietzins aus der Berechnung genommen. Zudem hatte sie ab dem 1.
Januar 2018 kein Sparguthaben mehr angerechnet (bisher Fr. 789.--). Der
anrechenbare Vermögensverzehr hatte sich weiterhin auf Fr. 0.-- belaufen. Für den
Zeitraum 1. April 2017 bis 31. Dezember 2017 resultierte wegen der Nichtanrechnung
des Mietzinses eine Rückforderung in der Höhe von Fr. 6'705.--.
B.h.
Gegen die Verfügungen vom 21. und 22. August 2019 erhob der Versicherte am 9.
September 2019 Einsprache (Dossier 3, act. 14). Er machte geltend, dass er seinen
Sohn natürlich bei der Mietzinszahlung unterstütze. Er könne jedoch keinen
B.i.
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Dauerauftrag oder eine Lastschrift einrichten, weil er nicht genügend Geld zum Leben
habe. Es stimme nicht, dass er nur Blindbewerbungen getätigt habe. Er und seine
Ehefrau hätten sich über Jahre hinweg intensiv darum bemüht, eine Arbeitsstelle zu
finden. Die EL-Durchführungsstelle habe alle Nachweise ihrer Arbeitsbemühungen
erhalten. Am 18. September 2019 brachte der Versicherte ergänzend vor (Dossier 3,
act. 10), dass er sich in den letzten Monaten an der Mietzinszahlung nicht habe
beteiligen können, weil ihm sein EL-Anspruch ohne Grund gestrichen worden sei. Er
beantragte, dass der Mietzins weiterhin angerechnet und auf die Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens für ihn und für seine Ehefrau verzichtet werde.
Der Einspracheergänzung lag ein Schreiben von D._ (Sohn des Versicherten) bei
(Dossier 3, act. 11). Dieser hatte erklärt, dass seine Eltern seit mehreren Jahren bei ihm
wohnten. Der Versicherte habe ihn bei der Bezahlung des Mietzinses stets finanziell
unterstützt. Vor zwei Jahren seien die Ergänzungsleistungen aufgehoben worden.
Seither müsse der Versicherte mit einer Viertelsrente von Fr. 370.-- pro Monat
auskommen. Das bedeute, dass er (der Sohn) die gesamten Lebenskosten seiner
Eltern alleine tragen müsse. Er könne den Entscheid der EL-Durchführungsstelle nicht
nachvollziehen.
Mit Verfügung vom 2. Oktober 2019 (Dossier 3, act. 4) widerrief die EL-Durch
führungsstelle die Verfügung vom 22. August 2019. Sie sprach dem Versicherten
rückwirkend ab 1. April 2017 eine monatliche Ergänzungsleistung von Fr. 2'243.-- (inkl.
Prämienpauschale Krankenversicherung) und ab 1. Januar 2018 eine
Ergänzungsleistung in der Höhe der sog. Minimalgarantie zu. Die EL-
Durchführungsstelle hatte den Mietzins für die Wohnung mit der Begründung, dass es
sich bei der Übernahme der Mietzinskosten durch den Sohn um eine
Verwandtenunterstützung handle, wieder in der Anspruchsberechnung berücksichtigt.
B.j.
Mit Entscheid vom 16. November 2019 wies die EL-Durchführungsstelle die
Einsprache gegen die Verfügung vom 21. August 2019 ab (Dossier 4, act. 11). Die
Einsprache betreffend die Verfügung vom 22. August 2019 schrieb sie ab. Zur
Begründung hielt sie fest, dass das Einspracheverfahren bezüglich der Verfügung vom
22. August 2019 gegenstandslos geworden sei, da dem Begehren des Versicherten mit
der Verfügung vom 2. Oktober 2019 vollumfänglich entsprochen worden sei. Somit
bleibe lediglich die Anrechnung der hypothetischen Erwerbseinkommen aus der
B.k.
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C.
Verfügung vom 21. August 2019 strittig. Die Arbeitsbemühungen des Versicherten
seien nicht alle ausgewiesen und vielen mangle es an der (nötigen) Qualität. So habe er
sich mehrfach auf Stellen beworben, für welche er nicht qualifiziert gewesen sei.
Zudem habe er sich nicht auf ausgeschriebene Stellen beworben. Auch Inserate habe
er keine eingereicht. Des Weiteren habe er durchgehend exakt das gleiche
Standardbewerbungsschreiben verwendet und sei nicht auf die Stellenausschreibung
eingegangen. Seine Arbeitsbemühungen seien insgesamt qualitativ und quantitativ
ungenügend gewesen. Bezüglich der Ehefrau habe die EL-Durchführungsstelle
Rücksprache mit dem RAV gehalten; dieses habe angegeben, dass die Ehefrau keine
Motivation zur Stellensuche habe erkennen lassen, da sie sich nach der Stellensuche
nicht wieder gemeldet habe. Ausserdem habe sie sich meistens auf Teilzeitsstellen
beworben. Sie hätte deshalb mindestens doppelt so viele Bewerbungen tätigen
müssen, um ein Vollpensum zu erreichen. Auch die Qualifikationen habe sie nicht
erfüllt. Schliesslich sei nicht ersichtlich, in welchem Monat die Bewerbungen jeweils
getätigt worden seien. Daher sei auch der Ehefrau zu Recht ein hypothetisches
Ewerbseinkommen angerechnet worden.
Gegen diesen Entscheid liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer)
am 16. Dezember 2019 Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter
beantragte die Aufhebung des Einspracheentscheides; von der Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens für den Versicherten und dessen Ehefrau sei
rückwirkend ab dem 7. Dezember 2017 abzusehen. Der Rechtsvertreter stellte
ausserdem ein Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung im
Beschwerdeverfahren. Er machte geltend, aus der Begründung des
Einspracheentscheides gehe nicht schlüssig hervor, weshalb und für welche
Zeitperioden die Bewerbungsbemühungen des Beschwerdeführers ungenügend
gewesen seien. Insofern genüge der Einspracheentscheid den
Begründungsanforderungen und dem Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches
Gehör nicht. Streitgegenstand müsse die Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens für beide Ehegatten im Zeitraum 7. Dezember 2017 bis 21.
August 2019 sein. Die Nachweise der Arbeitsbemühungen des Beschwerdeführers
seien für den gesamten Zeitraum lückenlos vorhanden. Der Beschwerdeführer habe
C.a.
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sich nicht ausschliesslich "blind" beworben. In diesem Zusammenhang sei zu
berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer invaliditätsbedingt für leichte und
mittelschwere Tätigkeiten lediglich zu 70 % arbeitsfähig sei. Stelleninserate, die diesem
Anforderungsprofil entsprächen, seien sehr selten. Daher könne dem
Beschwerdeführer kein Vorwurf daraus gemacht werden, dass er auch
Spontanbewerbungen verschickt habe. Gemessen an den individuellen Fähigkeiten
und Möglichkeiten des Beschwerdeführers erschienen die qualitativen und
quantitativen Anforderungen an die Bewerbungsbemühungen überrissen. Im Übrigen
sei auch der Hausarzt des Beschwerdeführers der Meinung, dass der
Beschwerdeführer in Anbetracht seines Alters und seiner körperlichen
Einschränkungen nie mehr einer Arbeitstätigkeit werde nachgehen können. Zwischen
den (bestrittenen) mangelhaften Bewerbungsbemühungen und der Tatsache, dass der
Beschwerdeführer im massgeblichen Zeitraum kein Einkommen habe erzielen können,
bestehe somit kein Kausalzusammenhang. Ausserdem sei höchst fraglich, ob die EL-
Durchführungsstelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) das Mahn- und
Bedenkzeitverfahren nach Art. 21 Abs. 4 ATSG ordungsgemäss durchgeführt habe.
Dies sei aus den Akten nicht ersichtlich. Die Schreiben vom 15. Juni 2017, 17. Juli 2017
und 3. Juli 2019 stellten keine hinreichenden Abmahnungen dar. Bezüglich der Ehefrau
des Beschwerdeführers sei zunächst anzumerken, dass die Aussage des RAV nicht
nachvollziehbar sei. Bis zum Verfügungszeitpunkt seien in den Akten keine
entsprechenden Hinweise ersichtlich. Die in den Akten liegenden Nachweise der
Bewerbungsbemühungen zeigten deutlich auf, dass die Ehefrau hinreichende und
ernsthafte Bewerbungsbemühungen unternommen habe. Die Argumentation, wonach
die Ehefrau bei Teilzeitstellen mindestens doppelt so viele Bewerbungen hätte tätigen
müssen, verfange nicht. Zum einen habe sie sich spontan stets für Vollzeitstellen
beworben. Zum anderen sei sie bis heute nie darauf hingewiesen worden, dass bei
Bewerbungen auf Teilzeitstellen eine höhere Anzahl Bewerbungen gefordert werde.
Auch bezüglich der Ehefrau sei kein genügendes Mahn- und Bedenkzeitverfahren
durchgeführt worden. Die Akten zeigten, dass sich die Ehefrau seit Jahren ernsthaft
und konstant um eine Arbeit bemühe. Dr. med. E._, Innere Medizin, hatte in einem
Arztbericht vom 21. November 2019 angegeben (act. G 1.1.4), dass der
Beschwerdeführer insbesondere an einer Polymyalgia rheumatica, einem
steroidinduzierten Diabetes, einer Hypothyreose (substituiert) und einem chronifizierten
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rechtsbetonten lumbospondylogenen Schmerzsyndrom leide. Wie erwartet habe sich
im Laufe der Jahre eine schleichend progrediente Verschlechterung der Symptomatik
ergeben. Im Rahmen der Auswegslosigkeit seiner sozialen und somatischen Zukunft
habe sich auch eine depressive Verstimmung entwickelt. In Anbetracht seines Alters
und der körperlichen Einschränkungen werde der Beschwerdeführer nie mehr einer
Arbeitstätigkeit nachgehen können. Da ausser der Depression keine weiteren
Diagnosen aufgelistet werden könnten, sei die Aussicht auf eine Rentenrevision jedoch
gering. Der Beschwerde lagen Nachweise der Arbeitsbemühungen der Ehefrau für den
Juli 2019 bei (act. G 1.1.5 ff.).
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 6. Januar 2020 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 3). Zur Begründung verwies sie insbesondere auf die Erwägungen
im Einspracheentscheid. Eine eingehende und detaillierte Begründung zur
Mangelhaftigkeit der Bewerbungen fände sich in den EL-Akten (Dossier 3, act. 26 f.).
Zudem sei darauf hinzuweisen, dass Art. 21 Abs. 4 ATSG auf die Ergänzungsleistungen
nicht anwendbar sei.
C.b.
Das Gericht bewilligte am 10. Januar 2020 − unter Anrechnung des durch den
Beschwerdeführer bezahlten Kostenvorschusses von Fr. 500.-- − die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung für das Verfahren vor dem Versicherungsgericht (act. G 4).
C.c.
In seiner Replik vom 10. März 2020 (richtig wohl: 10. Februar 2020) machte der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ergänzend geltend (act. G 6), es treffe nicht zu,
dass Art. 21 Abs. 4 ATSG auf die Ergänzungsleistungen nicht anwendbar sei. Eine
Rechtsdienstmitarbeiterin des Amtes für Wirtschaft und Arbeit St. Gallen (AWA St.
Gallen) hatte dem Beschwerdeführer am 17. Dezember 2019 per E-Mail bestätigt (act.
G 6.1.1), dass seine Ehefrau von 2013 bis 2015 Arbeitslosentaggelder bezogen habe.
Eine zweite Anmeldung zum Leistungsbezug sei am 17. Mai 2018 erfolgt. Mangels
genügender Beitragszeit sei der Anspruch durch die Arbeitslosenkasse abgelehnt
worden. Die Ehefrau sei ihren Mitwirkungspflichten tadellos nachgekommen. Es lägen
weder Ermahnungen noch Sanktionen wegen weisungswidrigen Verhaltens vor.
C.d.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 7 f.).C.e.
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Erwägungen
1.
Der Beschwerdeführer hat bei genauer Betrachtung nicht nur eine, sondern zwei
Einsprachen erhoben, nämlich einmal gegen die Verfügung vom 21. August 2019 und
einmal gegen die Verfügung vom 22. August 2019. Die Beschwerdegegnerin hat diese
beiden Einsprachen in einem Entscheid behandelt. Trotzdem hat es sich um zwei
eigenständige Einspracheverfahren gehandelt. Nur deshalb hat die
Beschwerdegegnerin mit dem angefochtenen Einspracheentscheid vom 16. November
2019 die Einsprache gegen die Verfügung vom 21. August 2019 abweisen und die
Einsprache gegen die Verfügung vom 22. August 2019 abschreiben können. Mit
letzterer Verfügung hatte die Beschwerdegegnerin den Mietzins für die Wohnung des
Beschwerdeführers rückwirkend ab 1. April 2017 aus der Anspruchsberechnung
genommen sowie ab dem 1. Januar 2018 kein Sparguthaben mehr angerechnet (bisher
Fr. 789.--). Diese Verfügung hat sie am 2. Oktober 2019 widerrufen und die
Ergänzungsleistungen rückwirkend ab 1. April 2017 (unter Anrechnung eines
Mietzinses) neu festgelegt. Damit ist das Anfechtungsobjekt der Einsprache gegen die
Verfügung vom 22. August 2019 weggefallen. Die Beschwerdegegnerin hat das
Einspracheverfahren betreffend die Verfügung vom 22. August 2019 daher
abgeschrieben. Diese Abschreibung ist nicht mit Beschwerde angefochten worden und
deshalb in formelle Rechtskraft erwachsen. Streitgegenstand des vorliegenden
Verfahrens bildet folglich lediglich der Einspracheentscheid betreffend die Verfügung
vom 21. August 2019.
2.
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat geltend gemacht, dass der
angefochtene Einspracheentscheid vom 16. November 2019 dem Anspruch des
Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör nicht genüge: Aus der Begründung des
angefochtenen Einspracheentscheides gehe nämlich nicht schlüssig hervor, weshalb
und für welche Zeitperioden die Bewerbungsbemühungen des Beschwerdeführers
ungenügend gewesen seien.
2.1.
Einspracheentscheide werden begründet (Art. 52 Abs. 2 Satz 2 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR
830.1). Die Begründungspflicht soll zum einen verhindern, dass sich die
Verwaltungsbehörde von unsachlichen Motiven leiten lässt. Zum anderen soll sie es der
betroffenen Person ermöglichen, den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht
2.2.
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3.
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Beschwerde verlangt, dass
die Akten des RAV beizuziehen seien, weil die Ehefrau des Beschwerdeführers im
massgeblichen Zeitraum beim RAV gemeldet gewesen sei. Dieser Verfahrensantrag
steht mit der Aussage im Einspracheentscheid, dass die Ehefrau gemäss der Auskunft
des RAV keine Motivation zur Stellensuche habe erkennen lassen, in Zusammenhang
(Erw. 9). Eine Mitarbeiterin des RAV hatte der zuständigen EL-Sachbearbeiterin am
3. Oktober 2019 mitgeteilt, dass sich die Ehefrau am 17. Mai 2018 beim RAV
angemeldet habe. Am 22. Mai 2018 sei das Erstgespräch erfolgt. Die Ehefrau habe
gemeldet, dass sie vom 5. Juli bis 3. August 2018 in den Ferien sei. Danach seien keine
Arbeitsbemühungen mehr erbracht worden. Hierauf sei die Abmeldung erfolgt. Die EL-
Sachbearbeiterin hat daraus geschlossen, dass keine Motivation zur Stellensuche zu
erkennen gewesen sei (Stellungnahme des Fachbereichs Ergänzungsleistungen vom 9.
Oktober 2019, Dossier 4, act. 15-2 f.). Der Rechtsvertreter hat mit der Replik eine E-
Mail des Rechtsdienstes des AWA St. Gallen vom 17. Dezember 2019 eingereicht. Aus
anzufechten. In der Entscheidbegründung müssen wenigstens kurz die Überlegungen
genannt werden, von denen sich die Verwaltungsbehörde hat leiten lassen und auf
welche sich ihr Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich
ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand
auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid
wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 124 V 180 E. 1a mit Hinweisen; BGE
126 I 97 E. 2b).
Dem Begründungsteil des angefochtenen Entscheids ist tatsächlich nicht zu
entnehmen, auf welchen Zeitraum sich die Ausführungen der Beschwerdegegnerin
bezüglich der Arbeitsbemühungen des Ehepaares beziehen. Auch die dem
Einspracheentscheid zugrunde liegende Verfügung vom 21. August 2019 äussert sich
nicht zum relevanten Zeitraum. Aus dem im Einspracheentscheid wiedergegebenen
Sachverhalt geht jedoch hervor, dass die Beschwerdegegnerin die Arbeitsbemühungen
der Monate Januar resp. Februar 2018 bis Juni 2019 geprüft hat (Ziff. 4). Der
massgebende Überprüfungszeitraum geht also zwar nicht aus dem Begründungsteil,
dafür aber aus dem Sachverhaltsteil des angefochtenen Entscheides klar hervor. Dem
angefochtenen Entscheid ist auch zu entnehmen, warum die Beschwerdegegnerin die
vom Ehepaar getätigten Arbeitsbemühungen als unzureichend beurteilt hat (siehe Erw.
7 und 9). Die im Einspracheentscheid enthaltenen Informationen haben somit
ausgereicht, um den Entscheid sachgerecht anfechten zu können. Demnach hat die
Beschwerdegegnerin ihre Begründungspflicht nicht verletzt.
2.3.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 14/21
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dieser geht hervor, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers ihren Mitwirkungspflichten
tadellos nachgekommen sei. Es lägen weder Ermahnungen noch Sanktionen wegen
weisungswidrigen Verhaltens vor. Die von der Ehefrau im Zeitraum Mai 2018 bis
August 2018, d.h. die während der Anmeldung beim RAV getätigten
Arbeitsbemühungen liegen bei den EL-Akten. Die Aussage der RAV-Mitarbeiterin vom
3. Oktober 2019 reicht zweifellos nicht aus, um der Ehefrau des Beschwerdeführers
den Arbeitswillen abzusprechen. In antizipierender Beweiswürdigung ist davon
auszugehen, dass die RAV-Akten hinsichtlich der Frage, ob der Ehefrau weiterhin ein
hypothetisches Erwerbseinkommen anzurechnen ist, keine weiterführenden
Erkenntnisse enthalten. Auf den Beizug der Akten des RAV betreffend die Ehefrau des
Beschwerdeführers wird deshalb verzichtet.
4.
Gegenstand der dem angefochtenen Einspracheentscheid zugrunde liegenden
Verfügung vom 21. August 2019 hat lediglich die Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens für den Beschwerdeführer und dessen Ehefrau gebildet. Die
Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer mit dieser Verfügung eröffnet, dass
sie an der Anrechnung des hypothetischen Erwerbseinkommens festhalte. Überprüft
hat sie die Arbeitsbemühungen im Zeitraum 1. Januar 2018 bis 30. Juni 2019. Dies ist
allerdings nicht richtig gewesen: Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer
mit Verfügung vom 6. Dezember 2017 ab 1. Januar 2018 weiterhin und neu auch seiner
Ehefrau ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet. Die dagegen erhobene
Einsprache ist rechtskräftig abgewiesen worden. Am 26. Oktober 2018 hat der
Beschwerdeführer − sinngemäss − ein Gesuch um Ausscheidung der hypothetischen
Erwerbseinkommen für sich und seine Ehefrau gestellt. Gemäss Art. 25 Abs. 2 lit. b der
Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung (ELV, SR 831.301) ist die jährliche Ergänzungsleistung beim
Eintritt einer voraussichtlich längere Zeit dauernden Verminderung der anrechenbaren
Einnahmen auf den Beginn des Monats, in dem die Änderung gemeldet wurde,
frühestens aber des Monats, in dem diese eingetreten ist, neu zu verfügen. Die
hypothetischen Erwerbseinkommen könnten deshalb frühestens per 1. Oktober 2018
aus der Berechnung genommen werden. Soweit sich der angefochtene
Einspracheentscheid auf den EL-Anspruch vor dem 1. Oktober 2018 bezieht, ist er
somit rechtswidrig und (ersatzlos) aufzuheben. Demnach ist nachfolgend lediglich zu
prüfen, ob die Beschwerdegegnerin den Ehegatten ab dem 1. Oktober 2018 bis zum
31. August 2019 zu Recht ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet hat.
4.1.
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Invaliden EL-Bezügern wird als Erwerbseinkommen grundsätzlich der Betrag, den
sie im massgebenden Zeitabschnitt tatsächlich verdient haben (Art. 14a Abs. 1 ELV
i.V.m. Art. 9 Abs. 5 lit. c ELG), mindestens jedoch der in Art. 14a Abs. 2 lit. a-c ELV
angegebene Grenzbetrag, angerechnet. Wird dieser nicht erreicht, insbesondere wenn
keine Erwerbstätigkeit ausgeübt wird, gilt die Vermutung eines Verzichts auf Einkünfte
im Sinne von Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG. Diese Vermutung kann durch den Nachweis,
dass invaliditätsfremde Gründe wie Alter, mangelhafte Ausbildung und
Sprachkenntnisse, persönliche Umstände oder die Arbeitsmarktsituation die
Verwertung der Resterwerbsfähigkeit übermässig erschweren oder verunmöglichen,
widerlegt werden. Massgebend für die Berechnung der Ergänzungsleistungen ist daher
das hypothetische Einkommen, das die versicherte Person tatsächlich realisieren
könnte. Unter dem Titel des bei der Berechnung der Ergänzungsleistung
anrechenbaren Verzichtseinkommens ist grundsätzlich auch ein hypothetisches
Einkommen des Ehegatten eines EL-Bezügers zu berücksichtigen. Dabei ist auf das
Alter, den Gesundheitszustand, die Sprachkenntnisse, die Ausbildung, die bisherige
Tätigkeit, die konkrete Arbeitsmarktlage sowie gegebenenfalls auf die Dauer der
Abwesenheit vom Berufsleben abzustellen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 18. April
2019, 9C_515/2018 E. 2.2 f. mit Hinweisen). Auf die Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens ist zu verzichten, wenn der EL-Bezüger resp. der Ehegatte trotz
ausreichender Arbeitsbemühungen keine Stelle findet. Diese Voraussetzung ist unter
anderem dann erfüllt, wenn der EL-Ansprecher resp. der Ehegatte beim RAV zur
Arbeitsvermittlung angemeldet ist sowie qualitativ und quantitativ ausreichende, aber
erfolglose Stellenbemühungen nachweist (vgl. Rz. 3424.07 und Rz. 3483.03 der
Wegleitung des Bundesamtes für Sozialversicherungen über die Ergänzungsleistungen
zur AHV und IV, WEL, gültig ab 1. April 2011, Stand 1. Januar 2019).
4.2.
Streitgegenstand ist die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens im
Zeitraum 1. Oktober 2018 bis 31. August 2019. Die Beschwerdegegnerin hat mit
Schreiben vom 5. November 2018 (Dossier 3, act. 50) richtigerweise die
Bewerbungsunterlagen der letzten drei Monate, d.h. ab August 2018, angefordert:
Hätten sich die Ehegatten im August 2018 ausreichend beworben, wäre zu fingieren,
dass sie am 1. September 2018 eine Stelle angetreten und Ende September 2018 den
ersten Lohn erhalten hätten (wirtschaftlich betrachtet kann der Lohn erst zur Deckung
des Bedarfs verwendet werden, wenn er ausbezahlt worden ist; siehe Entscheide des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. Mai 2016, EL 2014/51 E. 3.4
und vom 5. November 2019, EL 2018/18 E. 4.1.1). Die hypothetischen
Erwerbseinkommen wären diesfalls per 1. Oktober 2018 aus der Berechnung zu
nehmen. Demnach sind nachfolgend die Arbeitsbemühungen der Ehegatten ab August
4.3.
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2018 (und nicht bereits ab Januar/Februar 2018) zu überprüfen. Die
Beschwerdegegnerin hat die Arbeitsbemühungen bis und mit Juni 2019 überprüft. Dies
ist richtig gewesen: Nach der Praxis des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
(siehe z.B. Entscheid vom 7. Februar 2018, EL 2016/55 E. 1.2) sind nämlich nur die
Verhältnisse bis zum Erlass der dem angefochtenen Einspracheentscheid
zugrundeliegenden Verfügung (hier: 21. August 2019), und nicht etwa die Verhältnisse
bis zum Erlass des Einspracheentscheides selbst zu berücksichtigen. Ob sich die
Ehegatten im Juli 2019 ausreichend beworben haben, hat auf den EL-Anspruch ab 1.
August 2019 keine Auswirkungen: Die Anrechnung und Ausscheidung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens erfolgt nach der Praxis des Versicherungsgerichts
des Kantons St. Gallen grundsätzlich immer mit zweimonatiger Verzögerung (siehe z.B.
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. Februar 2021, EL
2019/21 E. 3.3, beim Bundesgericht angefochten). Demnach sind nachfolgend die
Arbeitsbemühungen der Ehegatten im Zeitraum 1. August 2018 bis 30. Juni 2019 auf
ihre Ernsthaftigkeit hin zu überprüfen.
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat geltend gemacht, es sei höchst
fraglich, ob die Beschwerdegegnerin das Mahn- und Bedenkzeitverfahren nach Art. 21
Abs. 4 ATSG ordungsgemäss durchgeführt habe. Dies sei aus den Akten nicht
ersichtlich. Auch bezüglich der Ehefrau sei kein genügendes Mahn- und
Bedenkzeitverfahren durchgeführt worden. Mit Verfügung vom 6. Dezember 2017 hat
die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer ab 1. Januar 2018 weiterhin und neu
auch seiner Ehefrau ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet. Die dagegen
erhobene Einsprache ist rechtskräftig abgewiesen worden. Vorliegend steht also
lediglich eine revisionsweise Ausscheidung der hypothetischen Erwerbseinkommen zur
Debatte. Eine allfällige Vorankündigung der Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens macht jedoch nur dann Sinn, wenn die Neuanrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens strittig ist. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen,
dass das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen in seinem Entscheid vom
29. März 2021 (EL 2019/51 E. 2) zum Schluss gekommen ist, dass die spezifische
Schadenminderungspflicht in der Form der Stellensuche nicht abmahnungsbedürftig
sei, da es sich von selbst verstehe, dass eine arbeitsfähige, aber arbeitslose Person,
deren Einnahmen den Existenzbedarf nicht zu decken vermögen, sich um eine
Arbeitsstelle bemüht, um mit einem Erwerbseinkommen als zusätzlicher
Einnahmenquelle aus eigener Kraft ihren Existenzbedarf zu decken.
4.4.
Die Beschwerdegegnerin hat vom Beschwerdeführer als Mindestanforderung
entweder 5 schriftliche Bewerbungen auf tatsächlich freie Stellen oder 2 schriftliche
4.5.
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Bewerbungen auf tatsächlich freie Stellen und 6 Blindbewerbungen verlangt (siehe
Schreiben vom 15. Juni 2017; Dossier 3, act. 93). Der Beschwerdeführer verfügt über
keine Berufsausbildung, weshalb für ihn nur Hilfsarbeiten in Frage kommen (Dossier 3,
act. 94). Er bezieht bei einem IV-Grad von 44 % eine Viertelsrente der
Invalidenversicherung (Dossier 3, act. 25-3). In einer leichten bis mittelschweren,
wechselbelastenden und wirbelsäulenschonenden Tätigkeit ohne Gewichtsbelastung
über 15 kg ist er zu 70 % arbeitsfähig (Dossier 4, act. 15-1). Der Beschwerdeführer hat
die Anforderung, dass er pro Monat mindestens 2 schriftliche Bewerbungen auf
ausgeschriebene Stellen tätigen müsse, nicht erfüllt. Zwar hat er sich wenige Male
(insbesondere im Februar und März 2019) auf ausgeschriebene Stellen beworben.
Diese Bewerbungen sind jedoch aussichtslos gewesen, da er die Stellenanforderungen
nicht erfüllt hat (z.B. Bewerbung auf Vollzeitstelle [Dossier 3, act. 43-26] oder
Bewerbung auf Stellen für Fachkräfte [z.B. Dossier 3, act. 37-32 f.]). Allerdings ist
fraglich, ob der Beschwerdeführer die Anforderung von 2 schriftlichen Bewerbungen
auf ausgeschriebene Stellen überhaupt hat erfüllen können: Nach der allgemeinen
Lebenserfahrung handelt es sich bei Hilfsarbeiten nämlich häufig um Vollzeitstellen. Der
Beschwerdeführer ist aufgrund seiner Arbeitsfähigkeit von 70 % für adaptierte
Tätigkeiten bei der Stellensuche daher erheblich eingeschränkt. Dem
Beschwerdeführer kann deshalb nicht vorgeworfen werden, dass er sich zu wenig auf
ausgeschriebene Stellen beworben habe. Entgegen der Meinung des Rechtsvertreters
kann jedoch nicht davon ausgegangen werden, dass es aufgrund der persönlichen
Einschränkungen (fortgeschrittenes Alter, fehlende Deutschkenntnisse,
ausserordentlich lange Absenz vom Arbeitsmarkt, mangelhafte Ausbildung,
krankheitsbedingte Teilzeittätigkeit) für den Beschwerdeführer von vornherein völlig
ausgeschlossen gewesen wäre, eine Arbeitsstelle zu finden. Für den August 2018 hat
der Beschwerdeführer keine Arbeitsbemühungen eingereicht, obwohl er nur bis am 3.
August 2018 in den Ferien gewesen ist (vgl. Dossier 3, act. 35-3). Von September 2018
bis Juni 2019 hat er sich durchschnittlich 8 Mal pro Monat beworben (Dossier 3, act.
43-2 ff., act. 35-13, 30-1 ff.). Bei der Durchsicht der Bewerbungsbemühungen fällt auf,
dass die Übersichtsblätter vom Oktober 2018 und Januar 2019 − bis auf die
Datumsangaben − identisch sind (Dossier 3, act. 35-13 und act. 43-5). Beim
Übersichtsblatt vom Januar 2019 handelt es sich offensichtlich um eine − manipulierte
− Kopie des Übersichtsblattes vom Oktober 2018. Der Beschwerdeführer dürfte also
vorgegeben haben, im Januar 2019 Stellenbemühungen getätigt zu haben, die er
effektiv gar nicht getätigt hat. Hinzu kommt, dass sich der Beschwerdeführer gemäss
den Übersichtsblättern im März 2019 bei denselben Unternehmen beworben hat wie
bereits im Oktober 2018 (Dossier 3, act. 35-13 und act. 30-2). Dies wirft die Frage auf,
ob sich der Beschwerdeführer im März 2019 überhaupt noch einmal bei diesen
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Unternehmen beworben hat, zumal kein Absageschreiben bei den Akten liegt. Ohnehin
fällt bei der Durchsicht der Arbeitsbemühungen auf, dass sich der Beschwerdeführer
innert Jahresfrist mehrmals bei denselben Unternehmen beworben hat: Beispielsweise
hat er sich im März 2018, im September 2018 und im Dezember 2018 bei der F._ AG
(Dossier 3, act. 35-10, 43-2, 43-4) und im Oktober 2018, Dezember 2018 und März
2019 bei der G._ AG beworben (Dossier 3, act. 35-13, 43-4). Blindbewerbungen bei
den gleichen Arbeitgebern innerhalb derart kurzer Zeitabstände sind wenig
erfolgsversprechend, da die Chancen, dass wenige Wochen bis Monate nach einer
Absage Arbeitskräfte gesucht werden, (äusserst) gering sind. Schliesslich zeigt ein
Vergleich der Arbeitsbemühungen des Beschwerdeführers mit denjenigen seiner
Ehefrau auf, dass sich der Beschwerdeführer im Dezember 2018 bei sechs
Unternehmen beworben hat, bei denen sich seine Ehefrau bereits im September 2018
beworben hatte (Dossier 3, act. 43-1, 43-4). Auch dies wirft die Frage auf, ob sich der
Beschwerdeführer überhaupt bei den angegebenen Unternehmen beworben hat, zumal
keine Absageschreiben bei den Akten liegen. Hinzu kommt, dass die Aussicht, dass
diese sechs Unternehmen nur drei Monate nach den erfolglosen Bewerbungen seiner
Ehefrau eine Hilfsarbeit anzubieten haben, als äusserst gering einzuschätzen ist. In der
Gesamtschau können die Arbeitsbemühungen des Beschwerdeführers im Zeitraum 1.
August 2018 bis 30. Juni 2019 nicht als ernsthaft bezeichnet werden. Damit ist nicht
nachgewiesen, dass der Beschwerdeführer unverschuldet arbeitslos gewesen ist. Die
Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer somit zu Recht ab dem 1. Oktober
2018 weiterhin ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet.
Die Beschwerdegegnerin hat auch von der Ehefrau des Beschwerdeführers als
Mindestanforderung entweder 5 schriftliche Bewerbungen auf tatsächlich freie Stellen
oder 2 schriftliche Bewerbungen auf tatsächlich freie Stellen und 6 Blindbewerbungen
verlangt. Die Ehefrau verfügt über keine berufliche Ausbildung. Von 2000 bis 2013 hat
sie als "Verpackerin" gearbeitet (Dossier 3, act. 79-15). Zunächst ist anzumerken, dass
die eingereichten Bewerbungsunterlagen unübersichtlich und teilweise wegen
fehlender Datumsangabe nicht (einem bestimmten Monat) zuordenbar sind. Die
Übersichtsblätter sind teilweise unvollständig und es ist nicht immer ersichtlich, ob es
sich um eine Blindbewerbung oder um eine Bewerbung auf eine ausgeschriebene
Stelle handelt. Kopien der Bewerbungsschreiben sind (mit einer Ausnahme, vgl.
Dossier 3, act. 26-2) nicht eingereicht worden. Trotz mehrfacher Aufforderung durch
die Beschwerdegegnerin (siehe z.B. Dossier 3, act. 133, 124 und 93) sind die
Nachweise der Arbeitsbemühungen der Ehefrau des Beschwerdeführers somit
unvollständig geblieben. Für den August 2018 hat die Ehefrau keine Nachweise für
Arbeitsbemühungen eingereicht, obwohl sie nur bis und mit dem 3. August 2018
4.6.
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ferienhalber abwesend gewesen ist (Dossier 3, act. 35-3). Von September 2018 bis
Dezember 2018 (Dossier 3, act. 43-1, 35-7, 43-6 ff.) hat sie jeweils 8 Bewerbungen
getätigt. Bis auf zwei Bewerbungen im November 2018 hat es sich offenbar um
Blindbewerbungen gehandelt. Die Bewerbung bei der "Dreischiibe" ist von Vornherein
aussichtslos gewesen, da die "Dreischiibe" ausschliesslich Bewerber berücksichtigt,
die eine IV-Rente beziehen (www.dreischiibe.ch/freie-stellen.html, besucht am 1. Juni
2021; vgl. auch Dossier 3, act. 38-24). Auf die Stelle beim H._ hat sich die Ehefrau
offenbar zu spät beworben − zumindest steht im Absageschreiben, dass die Stelle als
Raumpflegerin bereits erfolgreich habe besetzt werden können (Dossier 3, act. 43-11).
Des Weiteren hat sich die Ehefrau im Oktober 2018 (Dossier 3, act. 35-7) bei vier
Unternehmen beworben, bei denen sie sich bereits im Januar 2018 beworben hatte
(von Januar 2018 ist kein Übersichtsformular, dafür sind Absageschreiben in den
Akten: Dossier 3, act. 49-13 ff.). Ob sie sich im Oktober 2018 tatsächlich noch einmal
bei diesen Unternehmen beworben hat, ist somit fraglich, zumal von den Bewerbungen
vom Oktober 2018 keine Bewerbungs- oder Absageschreiben bei den Akten liegen.
Dasselbe gilt für die Bewerbungen vom Dezember 2018 (Dossier 3, act. 43-6): In
diesem Monat hat sich die Ehefrau bei drei Unternehmen beworben, bei denen sie sich
bereits im Januar/Februar 2018 beworben hatte (Übersichtsblatt Februar 2018: Dossier
3, act. 49-9). Beim Übersichtsblatt vom Januar 2019 handelt es sich − wie beim
Ehemann − um eine abgeänderte Kopie des Übersichtsblattes vom Oktober 2018
(Dossier 3, act. 35-7, 43-7). Es muss also davon ausgegangen werden, dass die
Ehefrau lediglich vorgetäuscht hat, dass sie sich im Januar 2019 um eine Arbeitsstelle
bemüht hat. Im Zeitraum Februar 2019 bis Juni 2019 hat sich die Ehefrau gemäss den
Übersichtsblättern jeweils sechs Mal (im Februar sieben Mal) pro Monat beworben
(Dossier 3, act. 43-7, 29-1 ff.). Teilweise hat es sich um ausgeschriebene Stellen
gehandelt. Die Akten enthalten auch noch Kopien diverser Absageschreiben von
Bewerbungen, die in den Übersichtsblättern nicht eingetragen worden sind. Allerdings
sind die meisten dieser Bewerbungen von vornherein aussichtslos gewesen: Einmal hat
sich die Ehefrau bei einem Unternehmen beworben, welches keine Stelle für
Erwerbsarbeit anbietet (Dossier 3, 38-29), einmal ist das Auswahlverfahren bereits
abgeschlossen gewesen (Dossier 3, act. 37-18), dreimal hat sie das geforderte
Kompetenzprofil nicht erfüllt (Dossier 3, act. 37-43/38-27; act. 37-45/38-25, 37-30),
eine Bewerbung hat sich wieder an die "Dreischiibe" gerichtet, welche ausschliesslich
IV-Rentner berücksichtigt (Dossier 3, act. 37-34) und einmal hat das rekrutierende
Unternehmen offenbar nicht nachvollziehen können, auf welche Stelle sich die Ehefrau
hat bewerben wollen (Dossier 3, act. 37-31, 38-23). Zusammenfassend ist festzuhalten,
dass die Ehefrau des Beschwerdeführers die quantitativen Anforderungen an ihre
Bewerbungsbemühungen nicht erfüllt hat. Die Bewerbungsbemühungen überzeugen in
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5.
der Gesamtschau aber auch in qualitativer Hinsicht nicht. Es ist davon auszugehen,
dass die Arbeitsbemühungen zumindest weitgehend nur getätigt worden sind, um die
Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens zu vermeiden. Die
Arbeitsbemühungen der Ehefrau im Zeitraum 1. August 2018 bis 30. Juni 2019 können
nicht als ernsthaft qualifiziert werden. Die Beschwerdegegnerin hat somit auch der
Ehefrau des Beschwerdeführers ab dem 1. Oktober 2018 zu Recht weiterhin ein
hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet.
Demnach ist der angefochtene Einspracheentscheid, soweit er die Zeit bis zum 30.
September 2018 beschlägt, aufzuheben. Das Revisionsgesuch vom 26. Oktober 2018
betreffend die Ausscheidung der hypothetischen Erwerbseinkommen beider Ehegatten
ist abzuweisen. Der Beschwerdeführer hat ab dem 1. Oktober 2018 weiterhin Anspruch
auf eine Ergänzungsleistung von monatlich Fr. 836.-- und ab dem 1. Januar 2019 von
monatlich Fr. 852.-- (sog. Minimalgarantie).
4.7.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember
2020 gültigen, für das vorliegende Verfahren gemäss Art. 82a ATSG noch
anwendbaren Fassung).
5.1.
Zwar ist der angefochtene Einspracheentscheid insoweit aufzuheben, als er die
Zeit bis zum 30. September 2018 beschlägt. Im Ergebnis unterliegt der
Beschwerdeführer jedoch voll, denn ihm und seiner Ehefrau wird für den gesamten
Zeitraum (d.h. ab 1. Januar 2018) ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet.
Daher ist von einem vollen Unterliegen des Beschwerdeführers auszugehen. Der Staat
bezahlt zufolge der Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung die Kosten
der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers im Beschwerdeverfahren. Wenn seine
wirtschaftlichen Verhältnisse es gestatten, kann er jedoch zur Rückerstattung der
Parteientschädigung verpflichtet werden (Art. 123 Abs. 1 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [sGS 951.1]). Das Honorar wird vom Versicherungsgericht
festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache
und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--.
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Honorarnote eingereicht. In
einem durchschnittlich aufwändigen EL-Fall hat das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen gemäss seiner bisherigen Praxis eine pauschale Parteientschädigung von Fr.
5.2.
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