Decision ID: 5183ef2c-de49-48d6-a642-d4e1e4f35c6c
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1959, zuletzt
bei der
Y._
AG als
Hörgerätefachar
beiterin
tätig
, war ab April 2009 ganz oder teilweise arbeitsunfähig geschrieben. Mit Gesuch vom 2
2.
September 2009 meldete sie sich unter Hinweis auf ein seit 2008 bestehendes
cerviko-lumbovertebrales
Schmerzsyndrom beidseits,
Epicon
dylopathia
humeroradialis
beidseits sowie Schmerzen am g
a
nzen Be
w
e
g
ungs
apparat bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 8/4)
,
worauf ihr die IV-Stelle nach Abklärung der erwerblichen sowie medizinischen Verhältnisse sowie Veranlassung einer
bidis
zi
plinären
Begutachtung (
rheumatologisch-psychiatrisches
Gutachten vom 23.
Septem
ber 2010; Urk.
8/31) mit Verfügung vom 24.
Mai 2011 rückwirkend ab 1.
April 2010 eine ganze Rente der Invalidenversicherung z
usprach, welche sie bis zum 30.
November 2010 befristete (Urk.
8/61). Dagegen liess die Versi
cherte am 24.
Juni 2011 Beschwerde erheben, welche sie – nach
Erwägung
einer möglichen
r
eformatio
in
peius
durch das hiesige Gericht (Beschluss vom 27.
Januar 2012
; Urk. 8/70
)
- am 15.
Februar 2012
zurückzog
. Daraufhin wurde
das Verfahren hierorts
mit Verfügung vom 20.
Februar 2012 als erledigt abge
schrieben (Urk. 8/71).
2.
Mit vom 16.
Oktober 2013 datierendem Gesuch meldete
sich die Versicherte unter Hinweis auf das Vorlie
gen einer posttraumatischen Belastungsstörung
(F43.1)
wie einer rezidivierenden depressiven Störung
(F33.2)
erneut bei der In
validenversicherung
zum Leistungsbezug
an (Urk. 8/73)
. Die
IV-Stelle
tätigte
abe
rmals
Abklärungen in medizinischer Hinsicht und holte
bei den behandeln
den Ärzten Bericht
e ein (Urk.
8/81
-82
ff.
).
Nach durchgeführtem Vorbescheid
verfahren
(Urk.
8/84 ff.)
– im Rahmen dessen die Versicherte verschiedene Be
richte der
Z._
einreichen liess
(
Urk.
8/9
0-9
1)
- verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 16.
Juni 2014 einen Anspruch
der Versicherten auf Leistungen
(Urk. 2).
3.
Dagegen lässt die Versicher
te hierorts mit Eingabe vom 18.
August 2014 Be
schwerde erheben
(Urk.
1) mit dem Rechtsbegehre
n, es sei die Verfügung vom 16.
Juni 2014 aufzuheben (1.), es sei der Beschwerdeführerin eine ganze Invali
denrente auszurichten (2.)
,
eventualiter sei die Angelegenheit zwecks Durch
führung weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zu überweisen (3.), unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
zu
Lasten der Beschwerdegegnerin (4.).
Die IV-Stelle beantragte mit Vernehmlassung vom 22. September 2014 Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 7), was der Beschwerdeführerin am
29.
September 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sacht
e und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder
teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den aus
geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird
nach
Art.
87
Abs.
3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Vo
raus
setzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im
Revi
sionsgesuch
glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der
versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaub
haft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2).
Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechts
kräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu be
jahen, und her
nach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle
Prü
fungs
pflicht
auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszu
stan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im
Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung
einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditätsbe
messung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein
leuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung zur Hauptsa
che damit, dass
der Sachverhalt seit der letzten Verfügung im Wesentlichen gleich geblieben sei. D
ie neuen Arztberichte
würden
keine neuen
Gesundheits
schäden
vortragen, welche nicht bereits im Gutachten im Jahr 2010
berücksich
tigt worden seien.
V
ielmehr liege lediglich eine andere Beurteilung vor.
In einer optimal angepassten Tätigkeit bestehe daher weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 100
% und es sei der Versicherten weiterhin möglich ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen (
Urk.
2).
2.2
Dagegen lässt die
Versicherte zur Hauptsache vorbringen, dass aufgrund der vorliegenden Arztberichte und deren Vergleich mit der früheren Aktenlage eine deutliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes namentlich in psychiat
rischer Hinsicht ausgewiesen sei. Es bestehe heute eine schwere psychiatrische Erkrankung; vorab aufgrund der rezidivierenden Depression sei sie seit spätes
tens Ende 2012 für sämtliche Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig (
Urk.
1).
3.
Die IV-Stelle ist auf die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin materiell einge
treten. Es gilt somit zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand im massgebli
chen Zeitraum zwischen der Verfügung vom
2
4.
Mai 2011
und der
vorliegend
angefochtenen Verfügung vom
1
6.
Juni 2014
insoweit verschlechtert hat, dass nunmehr (wieder) ein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht.
3.1
Der Verfügung vom 24.
Mai 2011 lagen im Wesentlichen die folgenden ärztli
chen Berichte zugrunde:
3.1.1
Im Bericht der
A._
vom 6. Oktober 2009, wo die
Be
schwerdeführerin
in der Zeit vom 9. bis 29. Juli 2009
zur Rehabilitation im Rah
men eines interdisziplinären Schmerzprogramms hospitalisiert worden war,
stellten
die verantwortlichen Ärzte fol
gende Diagnosen
: 1.
Cerviko
- und
lum
bovertebrales
Schmerzsyndrom beidseits (
re
> li), mit/bei Kopf- und
Schulter
protraktion
, monostatischen und repetitiven
Arbeitsanforde
run
gen
,
Beschwer
de
ausweitung
(DD:
Fibromyalgiesyndrom
, 14 von 18
Tender
points
),
Ske
letts
zinti
graphie
: keine
synovialen
Anreicherungen
,
2.
Epicondylo
pathia
humer
oradialis
beidseits (
re
> li). In ihrer Beurteilung führten die Ärzte im Wesentli
chen aus, die Versicherte habe sich während des Aufenthalts psychophysisch
rekondi
tio
nie
ren
, die Rumpfstabilität verbessern und die Aus
dau
er steigern können, ausser
dem
Schmerzcopingstrategien
ansatzweise er
ar
beiten und im Alltag anwenden können. Es bedürfe jedoch weiterer Therapien und einer Festi
gung des Erlernten im Alltag. Sie empfahlen weitere Physio
therapie sowie Kraft- und Ausdauer
training. Zur weiteren Erarbeitung von
Schmerz
coping
strategien
und Aufarbei
ten von anderen Belastungsfaktoren, welche die Schmerzsymptomatik beein
fluss
ten, sei eine ambulante Psycho
the
rapie emp
fehlenswert. Bezüglich Arbeits
fähigkeit attestierten sie eine vollstän
dige Ar
beitsunfähigkeit bis und mit 29. Juli
2009. Danach sei eine stufenweise Rein
tegration mit reduziertem Pensum, nach Möglichkeit verteilt auf eine 5 Tage Woche, mit kurzen Pausen im
Arbeitsab
lauf
, empfohlen (Urk. 8/11).
3.1
.2
Hausärztin
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, bei welcher die
Beschwerdeführerin
seit April 2009 in Behandlung steht, erhob in ihrem Be
richt vom 13. Oktober 2009 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die nämli
chen Diagnosen wie die Ärzte der
Klinik A._
, zusätzlich erhob sie ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Vitamin D3-Mangel sowie eine Adi
positas Grad I. Sie gab im Wesentlichen an, initial habe die Versicherte sie we
gen Nackenbeschwerden aufgesucht. Es sei Physiotherapie und Analgesie mit NSAR durchgeführt worden. In der Folge sei es nicht zu einer Besserung, son
dern zu einer
Chronifizierung
gekommen, weshalb die Überweisung an Dr.
med.
C._
erfolgt sei, welcher ein zunehmend ausgeweitetes Schmerzbild mit Ten
denz zu einer "
fibromyalgischen
" Beschwerdeausdehnung festgehalten habe. Die Schmerzausdehnung sei vermutlich im Rahmen einer physischen Er
schöp
fung mit maladaptiven Bewältigungsstrategien und anderseits möglicher
weise durch einen Vitamin D3-Mangel zustande gekommen. In der Folge
habe eine
Hospita
lisa
tion
in der
Klinik A._
stattgefunden
. Seither mache die
Beschwerdeführerin
zusätz
lich Ergo
therapie und ambulante Psychotherapie. Dr.
B._
attestierte folgen
de Ar
beitsunfähigkeiten: 100
% von 2.
April
bis 6. Juni
2009, 75
% von 7. Juni bis 8. Juli
2009 und 100 % von 9. Juli bis 6. September
2009. Für die weitere Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen verwies sie auf die Angaben von Dr.
C._
(Urk. 8/13).
3.1
.3
Dr. med.
B._
, Facharzt für Innere Medizin FMH, diagnostizierte in seinem vertrauensärztlichen Bericht vom 28. Februar 2010 zuhanden des
Taggeld
ver
si
che
rers
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches
pan
verte
bra
les
Schmerzsyndrom, rechtsbetont mit deutlicher Symptomausweitung mit/bei Ver
dacht auf eine somatoforme Schmerzstörung sowie einer depressiven Episo
de, mittelgradig. Er hielt in seiner Beurteilung im Wesentlichen fest, bei der Explo
ration habe sich die
Beschwerdeführerin
derart schmerzgeplagt gezeigt, dass eine kör
perliche Untersuchung quasi unmöglich gewesen sei.
Sie
habe sich ausserdem depressiv herabgestimmt, weinerlich und klagend gezeigt, wobei das Gesamtbild phasenweise ostentativ angemutet habe. Auch wenn sich in den verschiedenen Untersuchungen kein somatisches Korrelat habe dokumentieren lassen, sei die
Beschwerdeführerin
in der gegenwärtigen Verfassung nicht arbeitsfähig, und vor allem auch kei
nem Arbeitgeber zumutbar (Urk. 8/48)
.
3.1
.4
Der behandelnde Rheumatologe Dr. med.
C._
, Facharzt für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin FMH, diagnostizierte in seinem bei der IV-Stelle am 5. Januar 2010 eingegangenen Bericht mit Auswirkung auf die Arbeits
fä
higkeit eine
komplexe Schmerzproblematik mit/
bei
Nacken-Schulter-Arm
syn
drom
, eine Tendenz zu Generalisierung sowie lumbale Schmerzen mit Aus
strah
lungen. Er gab im Wesentlichen an, aufgrund des Verlaufs sei die Prognose schlecht, in bisheriger Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 % mit Steigerungspotential (Urk. 8/17).
In seiner ergänzenden Auskunft vom 26. März 2010 hielt Dr.
C._
gegen
über der IV-Stelle fest, die 50%ige Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit habe ihm ab 1. Oktober 2009 zumutbar erschienen, doch habe diese in der Folge nicht umgesetzt werden können. Die mindestens 50%ige Arbeitsfähig
keit in einer angepassten Tätigkeit werde “mit der komplexen
Schmerz
prob
le
matik
in der Gesamtheit und der nun längeren Arbeitsunfähigkeit zur Ein
ar
beitung und Steigerung der zwischenzeitlich sich entwickelnden
Dekonditio
nie
rung
” begründet. Jedoch sei ihm vom behandelnden Psychiater/Psychologen mit
geteilt worden, dass von dessen Seite eine volle Arbeitsunfähigkeit bestehe
(Urk. 8/21). Diese Angaben bestätigte Dr.
C._
in seiner Auskunft vom 27. Ma
i 2010, wo er ergänzend festhielt, dass seiner Meinung nach die gesamte Proble
matik wahrscheinlich durch ein dysfunktionales Schmerz- und
Krank
heits
ver
halten
geprägt sei (Urk. 8/23).
3.1.5
In dem von der IV-Stelle veranlassten
bidisziplinären
Gutachten vom 23. Septem
ber 2010 stellten die verantwortlichen Fachärzte
Dres
.
D._
, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
,
und
E._
, Facharzt
für Rheu
ma
tologie und Innere Medizin,
folgende Diagnosen mit Ausw
irkung auf die Arbeits
fähigkeit
(
Urk.
8/31 S. 6)
:
1. Generalisiertes Schmerzsyndrom
cervikothorakal
und rechte Körperhälfte betont (ICD-10: M79.0) bei/mit
- Wirbelsäulenfehlhaltung und
Dekonditionierung
- Muskuläre
n
Dysbalancen
bei Fehlstatik und
Dg
2
-
Epicondylopathia
humeri
medialis
beidseits rechtsbetont
-
Fibromyalgieformer
Beschwerdegeneralisation
- Geringem organischem Korrelat
- Ungünstiger Arbeitsplatzergonomie
- Substituierte
r
Hypovitaminose D
- Symptomausweitung bei Verdacht auf psychosoziale Problemkonstellation
2. Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F 45.4) seit Frühling 2009.
In der
bidisziplinären
Beurteilung hielten sie im Wesentlichen fest, bei der
Be
schwerdeführerin
zeige sich aus rheumatologischer Perspektive ein initial im
Nacken
bereich
wie lumbal betontes rechts-dominantes Schmerzsyndrom, das
be
reits früh eine
Chronifizierungstendenz
gezeigt habe und trotz zahlreicher adä
quater Therapien persistiere sowie durch die organisch zu erhebenden Befunde nicht erklärbar ersche
i
ne. Heute präsentiere sich die
Beschwerdeführerin
mit einem generali
sierten
rechtsdominanten
Schmerzsyndrom mit
fibromyalgie
arti
gem
Erschei
nungs
bild. Die Diagnosekriterien einer Fibromyalgie würden jedoch in Anbe
tracht
der generalisierten
Dolenzen
und bei Nachweis zahlreicher Kontroll
punkte streng genommen nicht erfüllt. Die zahlreichen
nichtorgani
schen
Zei
chen (
Waddel
zeichen
) liessen eine ausserhalb des rheumatologischen Fachge
bietes liegende Grundproblematik vermuten. Aus psychiatrischer Sicht sei - da die ganze Schmerzsymptomatik rheumatologisch nie richtig erklärbar gewesen sei und ein Ansprechen auf sämtliche therapeutischen Bemühungen
fehle - zweifels
ohne eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung zu diagnos
tizieren mit den üblichen Begleitsymptomen im psychischen Bereich. Die leichte psy
chische Symptomatik rechtfertige keine eigentliche psychiatrische Diagnose und eine manifeste depressive Symptomatik habe sich nicht gefunden.
Aus rheumatologischer Sicht gingen die Gutachter davon aus, dass die
Be
schwer
deführerin
in der angestammten (mit monotoner Kö
r
perhaltung einher
gehenden) Tä
tigkeit zu 50 %, in einer beschwerdeadaptierten körperlich leichten Tätigkeit in Wechselpositionen ohne schweres Heben und Tragen von Lasten zu 80 % ar
beitsfähig sei, wobei die Arbeitsfähigkeit innert 6 bis 8 Wochen nach Ein
arbei
tung auf ein volles Pensum
steigerbar
sein sollte. Aus psychiatrischer Sicht sei mit Blick auf die gestellte Diagnose einer
somatoformen
Schmerz
stö
rung sowie die in diesem Zusammenhang nach sozialversicherungsrechtlicher Praxis zu berücksichtigenden Kriterien von der Zumutbarkeit der
Schmerz
über
windung
auszugehen, weshalb aus psychiatrischer Sicht keine zusätzliche Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit resultiere. Diese Einschätzung gelte ab dem Zeit
punkt der Begutachtung (Urk. 8/31).
3.1
.6
Dr. med.
F._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, delegie
render Psychiater, diagnostizierte in seinem Bericht vom 23. Februar 2011 an die Rechtsvertreterin
der Versicherten eine anhaltende diffuse Schmerz
störung, vorwiegend im
Rücken- und Schulterbereich (F
45.4), eine mittel
gra
dige de
pressive Episode mit somatischem Syndrom (F
32.11)
sowie eine
Persön
lich
keits
störung
mit abhängigen Zügen (F 60.7). Er gab im Wesentlichen an, der Vorbescheid der SVA vom 26. Januar 2011 habe die
Beschwerdeführerin
völlig unvor
bereitet getroffen und sie hilflos zu Therapeut, Arzt und Anwältin laufen lassen. Anlässlich seines dritten konsultativen Gesprächs mit der Versicherten vom 8. Februar 2011 habe diese fassungs- und orientierungslos gewirkt in Bezug auf die Anforderung an sie, jetzt zu arbeiten. Grundstimmung, Antrieb und psycho
motorischer Aspekt hätten deutlich das Bild einer mittelgradigen depressiven Störung mit somatischem Syndrom gezeigt sowie eine Verlorenheit, die auch eine abhängige Persönlichkeitsstörung vermuten lasse. Prognostisch hielt er fest,
im gegenwärtigen Zustand werde
es kaum gelingen, die Versicherte arbeits
mässig auch nur teilweise zu rehabilitieren. Ob die Versicherte auf eine antidepressive Pharmakotherapie ansprechen werde, bleibe abzuwarten. Effekt
voller könnte ein allmählicher Zugang zu der ihr
zur Zeit
hoffnungslos erschei
nenden Lebenssituation sein, weshalb die delegierte Psychotherapie im vorhan
denen Ausmass unbedingt fortzusetzen sei (Urk.
8/49
).
3.2
Im Neuanmeldeverfahr
en wurden folgende medizinische
Berichte zu den Ak
ten genommen:
3.2.1
Im Austrittsbericht
der
Z._
vom 31.
Mai 2013, wo die
Beschwer
deführerin
vom 11.
Februar bis 7.
Mai 2013 erstmals stationär psychiatrisch
hospi
talisiert worden war, diagnostizierten die verantwortlichen Ärzte eine post
trau
matische Belastungsstörung (F
43.1), eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (F
33.2) sowie eine Fibromyalgie: mehrere Lokalisationen (M
79.70); als somatische Diagnose stel
len sie eine
e
ssentielle (primäre) Hypertonie.
Sie führten im Wesentlichen aus, Anamnese und Befund sprächen für eine schwere depressive Episode ohne psy
chotische Symptomatik. Nach einem Gespräch mit dem Ehemann und weiteren explorativen Gesprächen
mit der Versicherten
sei zusätzlich eine PTSD
(
Post
traumatic
stress
disorder
)
diag
nostiziert worden, berichte die
se
doch über schwe
r
e körperliche Gewalt ihr ge
genüber durch ihren Exmann über Jahre,
und dass dieser
sie seither weiterhin bedrohe und ihr drohe sie umzubringen. Neben den psychotherapeutischen Massnahmen seien während des Aufenthalts auch die psychopharmakologis
che Behandlung angepasst worden
bei guter Verbesse
rung der depressiven Symp
tomatik und objektiv auch der Schmerzsymptomatik, was sich in verbessertem Antrieb und besserer Schwingungsfähigkeit geäussert habe. Leider habe die Pa
tientin auch zum Zeitpunkt ihrer Entlassung die Verbesserung ihres Zustandes nicht einsehen können.
Die
Beschwerdeführerin
stehe auf der Warteliste für die
Trau
mastation
der Klinik
G._
. In Bezug auf die de
pressive Symptomatik habe sie in einer Teilremission entlassen wer
den können. Sie empfahlen weiterhin eine antidepressive Medikation für 12 Monate unver
än
dert
,
eine engmaschige ambulante Betreuung sowie regelmässi
ge EKG Kon
trollen. Falls möglich sollte eine Aufnahme in die Tagesklinik an
gestrebt werden
. Angaben zur Arbeitsfä
higkeit machten sie nicht
(
Urk.
8/90
S.
12 ff; vgl. auch vorläufiger
Austrittsbe
richt
vom
7.
Mai 2013;
Urk.
8/90 S. 22 ff)
.
3.2.2
Vom 1
3.
August bis 1
7.
September 2013 war die
Beschwerdeführerin
zum
2.
Mal
in der
Z._
hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 10. Oktober 2013 diagnostizierten die verantwortlichen Ärzte in psychiatrischer Hinsicht abermals eine posttraumatische Belastungsstörung (F
43.1) sowie eine rezidivie
rende de
pressive Störung, gegenwärtig schwere Episod
e ohne psychotische Symp
tome (F
33.2), sowie in somatischer Hinsicht eine benigne essentielle Hyper
tonie: Ohne Angabe einer
hypertensiven
Krise (I
10.00), sowie einen Verdacht auf eine obstruktive Schlaf-Apnoe (G
47.31). Sie führten zur Hauptsache aus, seit Aus
tritt Anfang Mai 2013 in teilremittiertem Zustand
sei die Patientin in
eine
Stabi
lisierungsgruppe
gegangen und habe sich minimal an der Haus
arbeit beteiligen können. Ende Juni sei sie drei Wochen in den Ferien in Maze
donien gewesen und dort doch Freude an ihrem Enkel gehabt. Nach der Rück
kehr sei es laut Aussagen des begleitenden Ehemannes stetig schlechter gewor
den. Befund
und Anamnese sprächen daher für einen Rückfall de
r be
kannten depressiven Störung
. Die Symptome der PTSD bestünden ebenfalls un
verändert fort. Während des Aufen
t
halts habe die Versicherte – wie beim vor
herigen Auf
enthalt – eher fremdmotiviert an den stationären therapeutischen Angeboten teilgenommen. Es sei auffallend, dass die Versicherte imstande sei, Hausarbeiten zu erledigen
,
jedoch immer wieder angegeben habe, sich körper
lich und psy
chisch zu schwach dazu zu fühlen. Die Tendenz der
Sympto
mag
gravation
sei mit dem Ehemann besprochen worden mit der Aufforderung, die Versicherte im Haushalt mehr zu fordern
,
da der Eindruck bestehe, dass
ihr
die Aktivität gut tue. Die Versicherte sei in teilremittiertem Zustand entlassen worden, der Eintritt in die
G._
AG
zur stationären
Traumatherapie
sei für den 1
4.
Oktober 2013 geplant. Bei Verdacht auf obstruktive Schlafapnoe sei ein Termin zur Schlafdiagnostik in der
Klinik A._
vereinbart worden. Die
anti
depressive
Medikation sei mindestens bis zum Eintritt in die
G._
AG
einzunehmen. Angaben zur Arbeitsfähigkei
t machten sie nicht (Urk.
8/90 S. 1 ff, vgl. auch vorläufiger Austrittsbericht
Urk.
8/90 S.
9 f.)
.
3.2.3
Der seit Mai 2013 behandelnde Psychiater
Dr.
I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, diagnostizierte in seinem bei der IV-Stelle am 4. Dezember 2013 eingegangenen Bericht eine posttraumatische
Belastungsstö
rung
(F 43.1) sowie eine rezidivierende Depression (F 33.2) und verwies auf den laufenden stationären Aufenthalt in der
G._ AG
. Er bezeichnete die psychischen Funktionen aufgrund der Depression als eingeschränkt, Angaben zur Arbeitsfähigkeit machte er nicht (Urk. 8/81).
3.2.
4
Vom 1
4.
Oktober bis 1
3.
Dezember 2013 war die
Beschwerdeführerin
erstmals
in der
G._
AG zur störungsspezifischen stationären
Trauma
the
rapie
hos
pitalisiert. Im Austrittsbericht vom
6
.
Januar 2014 diagnostizierte
n
die
verant
wor
t
lichen Ärzte eine komplexe posttraumatische Belastung
s
störung (ICD-10:
F
43
.1
)
, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Epi
sode (ICD-10
:
F
33.1)
,
eine Fibromyalg
ie, mehrere Lokalisationen (ICD-10:
M
79.70), sowie eine essentielle Hypertonie. Sie gaben zur Hauptsache an, der Fokus der stationären
Traumatherapie
habe auf Stabilisierung der Versicherten gelegen. Diese leide unter intensiver intrusiver posttraumatischer Symptomatik. Ziel sei gewesen, im Milieu der Station
erste Schritte zu machen
,
um au
s
dem Rückzugsverhalten herauszufinden, wieder Kontakte mit Menschen zu haben und auch zu lernen
,
s
ich draussen zu bewegen. Das Fazit aus dem Aufenthalt
sei, dass Veränderungen nur in kleinen
,
aber beharrlichen Schritten möglich
sei
en
. Es sei daher nötig
,
eine psychiatrische Spitex zu installieren, welche sie bei
der Übung im Alltag unterstütze. Aufgrund des komplexen Störungsbildes be
stehe Indikation für ein
2.
Intervall stationärer
Traumatherapie
in einigen
Mona
ten. Bei Austritt und bis auf
Weiteres
habe eine 100%ige Arbeitsun
fähig
keit bestan
den (
Urk.
8/82).
3.2.
5
In seiner Stellungnahme vom
3.
März 2014 hielt med
.
pract
.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom Regionalen Ä
rztlichen Dienst
(RAD)
der IV-Stelle
zum Bericht vom 6.
Januar 2014
fest
, dieser berichte über B
eein
trächtigungen („Traumatisier
unge
n“
)
in
ihrer ersten Ehe seit ca
.
198
0.
Jedoch sei die
Beschwerdeführerin
bis 2009 voll berufstätig gewesen, weshalb die PTSD nicht so gravierend ausgeprägt gewesen sein könne
. Es lägen keine neuen
Ge
sundheits
schäden
vor
,
die nicht schon im Gutachten 2010 berücksichtigt wor
den
seien
, sondern vielmehr eine unterschiedliche Bewertung desselben Sachver
haltes
(Urk.
8/83 S.
2 f.
)
. Daran hielt med.
pract
.
J._
in seiner ergänzenden Stel
lungnahme vom 26.
Mai
2014 fest und führte zudem aus, dass in den Be
richten der
Z._
frühere eheliche Misshandlungen als Ursache einer PTSD genannt würden, ohne dass die für eine ICD-10 Diagnose gefor
der
ten ka
tastrophalen Belastungen vorliegen würden; diese Belastungen seien über
dies bereits im letzten Gutachten gewürdigt
worden.
Neue medizinische Tat
sachen würden nicht vorgetragen (
Urk.
8/92 S. 2).
3.2.
6
Vom 3.
April bis 3
0.
Mai 2014 war die Versicherte
abermals in der
G._
AG
zur zweiten störungsspezifischen stationären
Traumatherapie
hospitalisiert (vgl. undatierter Austrittsbericht,
Urk.
3/6).
4.
4.1
Die IV-Stelle stützte die angefochtene Verfügung
auf die (Akten-)Beurteilung
von
med
.
pract
.
J._
vom
RAD, wonach - verglichen mit dem
bidisziplinären
Gut
achten aus dem Jahr 2010
(Gutachten vom 23.
September 2010)
– aufgrund der nunmehr vorliegenden Berichte keine neue
n
Gesundheitsschäden geltend ge
macht würden und überdies
,
bezogen auf die in den Berichten
gestellte
Diag
nose einer
posttraumatischen Belastungsstörung
,
k
eine für diese Diagnose vo
raus
ge
setzte katastrophale Belastung ersichtlich sei
.
Zwar
ist
dem RAD inso
weit
zu folgen
, als
an der Diagnose
der
posttraumatische
n
Belastungsstörung
, welche Resultat von
– bereits anlässlich der Begutachtung im Jahr 2010 erwähnten
–
Miss
handlu
ngen und Bedrohungen durch ihre
n f
r
üheren Ehegatten
sein soll
,
mit
B
lick auf die einschlägigen Diagnosekriterien nach ICD-10
(
vgl.
Dil
ling
/
Mom
bour
/
Schmidt
[Herausgeber]
,
Internationale Kl
assifikation psychischer Störung
en,
ICD-10 Kapitel V (F
)
, Klinisch –diagnostische Leitlinien, 9.
Auflage, S. 207
,
F43.1)
gewisse Zweifel angebracht sind.
Dies
umso
mehr, als
in
den
ärztlichen
Berichte
n nicht hinlänglich
auf die
se
Kriterien Bezug genommen
wird
, womit
die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung
jedenfalls aufgrund der
gegenwärtigen Aktenlage
nicht
rechtsg
e
nüglich
dargetan
ist
.
Gleichwohl
kann
eine Verände
rung der medizinischen Situatio
n
in psychiatri
scher Hinsicht
nicht ohne
W
eiteres
ve
rneint werden
. So
lag
der Verfügung vom 24.
Mai 2011
in psychiatrischer Hinsicht
allein
die Diagnose
einer
somatofor
me
n
Schmerz
stö
rung
zugrunde
, wobei
der psychiatrische Gutachter das Vorlie
gen einer mani
festen depressiven Symptomatik
explizit
verneinte
(Gutachten
vom 23.
Septem
ber 2010; vgl. E.
3.1.5
hievor
)
; a
lsdann
ging der damals behan
delnde Psychiater
Dr.
F._
vom Vorliegen
eine
r
(nur)
mitte
lgradige
n
depressi
ve
n
Episode
aus
(
neben
einer diffusen Schmerz
störung sowie einer
Persön
lich
keitsstörung
mit abhängigen Zügen
, vgl. E.
3.1.6
hievor
)
.
Demgegenüber
wird
in den
nunmehr
vorliegenden Berichten
der
G._
AG
, welche für die Beurteilung der geltend gemachten Verschlechte
rung zu be
rück
sichtigen sind,
- neben der p
osttraumatische
n
Belastungsstörung
– auch eine
rezidivierende depressive Störung
,
schwergradige
Episode
diagnos
t
i
ziert
, womit
–
ungeachtet
der Frage
,
wie es sich mit der
Diagnose der
post
traumatischen Belastungsstörung
verhält
–
jedenfalls
bereits in Bezug auf die Depression
bzw.
aufgrund des veränderten Schweregrades
eine Verschlechterung im Raum
steht. Eine
Verschlechterung
kann alsdann auch mit Blick darauf
,
dass die Versicherte
im Jahr 2013 und 2014 bzw
.
im
hier massgeblichen Zeitraum bis zum Er
lass
der
angefochtenen
Verwaltungsverfügung (
BGE 132 V 215 E.
3.1.1
)
wiederholt
je
während
mehrere
r
Wochen
psychiatrisch
hospitalisiert
gewesen war,
nicht
von Vorneherein
von der Hand gewiesen
werden
.
Wenn der RAD
nun
- ohne weitere Abklärungen allein aufgrund der
Akten
sowie
ohne
nachvollziehbare Auseinan
dersetzung mit der diagnostizierten
rezidivierenden depressiven Störung, schwere
de
pressive
Episode
–
dafür h
ä
lt, es würden
verglichen mit dem Jahr 2010
keine neuen medizinischen Tatsachen vorgetragen bzw
.
dass
eine
unveränderte
medi
zinische
Situation
bestehe
und
er der Versicherten
-
abweichend
von der Einschätzung der behandelnden Fachärzte
(vgl. Beric
ht vom 6.
Januar 2014, E.
3.2.4
hievor
)
-
weiterhin
eine vollständige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
attestiert
,
vermag
dies nicht
zu überzeugen
.
4.2
Zusammenfassend ergibt sich
daher
, dass
zwar die
Austrittsberichte
der
Z._
und
G._
AG
keine
rechtsgenügliche
Feststellung des rechtserheblichen
medizinischen
Sachverhalts erlauben. Doch ist
mit Blick da
rauf
eine massgebliche Veränderung der Verhältnisse auch
nicht
von
V
orneher
e
in
auszuschliessen
.
Mithin kann -
zumal
auch
der Bericht
des behandelnden Psychiaters (
E.
3.2.3
hievor
) keine hinreichenden Angaben
enthält
- übe
r
die strittige Neuanmeldung
nicht ohne zusätzliche
Abklärungen entschieden wer
den
.
D
ie Sache
ist daher
in Aufhebung der Verfügung vom
16.
Juni 201
4
an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie
in Nachachtung des ihr oblie
gende
n
Untersuchungsgrundsatzes sowie unter
Beizug
des Fachwissens unab
hängi
g
er Experten
(
vgl.
dazu etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_410/2008 vom 8. September 2008, E.
3.3.1)
den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführ
erin
(einschliesslich des Verlaufs seit der Verfügung vom
2
4.
Mai 2011
)
rechtsgen
üglich
abkläre
und h
ernach
über den
Leistungsanspruch de
r
Beschwerdeführer
in
neu befinde.
5.
5.
1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- festzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der unterliegenden Beschwerde
gegnerin aufzuerlegen.
5.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese ist nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwieri
gkeit des Prozesses zu bemessen und vorliegend
i
n Anwendung dieser Grundsätze
auf Fr.
1‘900
.
— zu bemessen
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer).