Decision ID: 9173fc84-a7db-40f2-b853-a01f715dfdc6
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
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A.a A._ meldete sich im Oktober 2009 (Eingang SVA 4. November 2009) zum Bezug
von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Sie gab an, sie habe am
15. Juni 2005 ein Schleudertrauma erlitten. Seither leide sie an damit einhergehenden
Rücken-Nacken-Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit,
Gedächtnisproblemen, verstärktem Tinnitus, Übelkeit sowie Darm- und
Blasenbeschwerden. In einem Telefongespräch mit einem Arzt des Regionalen
Ärztlichen Dienstes Ostschweiz (RAD) gab der Hausarzt der Versicherten, Dr. med.
B._, an, das craniocervikale Beschleunigungstrauma beeinträchtige die Versicherte in
der Weise, dass auf dem freien Arbeitsmarkt keine Arbeitsfähigkeit bestehe (IV-act. 22).
A.b Am 13. August 2010 erfolgte eine Abklärung im Haushalt der Versicherten (IV-
act. 43). Die Abklärungsperson hielt fest, die Versicherte habe angegeben, dass sie vor
dem Unfall ein sehr aktiver und sportlicher Mensch gewesen sei und immer gerne ge
arbeitet habe. Heute würde sie bestimmt wieder einer Tätigkeit mindestens im früheren
Rahmen, also 50-60%, nachgehen. Die Abklärungsperson hielt abschliessend fest, da
die Versicherte aktuell nur noch einen 1-Personen-Haushalt führen müsse, seien ihr die
meisten Arbeiten noch möglich. Im Haushalt sei eine Einschränkung von 35.75%
ermittelt worden.
A.c Am 14.,16. und 23. Februar 2011 wurde die Versicherte in der MEDAS Ostschweiz
polydisziplinär begutachtet (IV-act. 48). Der orthopädische Gutachter stellte folgende
Diagnosen: Osteochondrose und Spondylose C5/6, mässige Spondylarthrose der
HWS, Osteochondrose L5/S1. Er hielt fest, die Nackenschmerzen und die lumbalen
Beschwerden könnten durch die degenerativen Veränderungen erklärt werden. Für den
Schmerz zwischen den Schultern gebe es keine Erklärung. Trotz der radiologisch
nachweisbaren Veränderungen sei das mit einer Immobilisierung verbundene Ausmass
der Beschwerden nicht erklärbar. Bei einer adaptierten Tätigkeit sei darauf zu achten,
dass sich der Kopf in einer neutralen Lage befinde und dass keine Zwangshaltung
eingenommen werden müsse. Die Sitzdauer müsse wegen der LWS-Beschwerden
immer wieder von Aufstehen und einigen Schritten unterbrochen werden. Die
verbleibende Arbeitsunfähigkeit von 20% sei auf gehäufte Positionswechsel und
vermehrte Pausen zurückzuführen. Im Haushalt bestehe eine Limitierung für das
wiederholte Heben von Lasten über 20 kg und für Tätigkeiten in Reklination des
Kopfes, welche nur verlangsamt und in Etappen ausgeführt werden könnten (IV-
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act. 48-12 f.). Der psychiatrische Sachverständige hielt fest, Einschränkungen aufgrund
von psychischen Symptomen bestünden nach Angaben der Versicherten nicht.
Nachdem sich der Ehemann im Jahr 2009 von ihr getrennt habe, habe die Versicherte
eine leichtgradige depressive Anpassungsstörung entwickelt. Eine daraufhin initiierte
psychiatrische Behandlung sei im Spätsommer 2010 beendet worden, nachdem es der
Versicherten besser gegangen sei und keine psychiatrische Symptomatik mehr
feststellbar gewesen sei. Im Untersuchungszeitpunkt (im Februar 2011) habe ein
weiterhin gebesserter psychischer Zustand bei Status nach depressiver
Anpassungsstörung festgestellt werden können. Das von der Versicherten angegebene
Ausmass der Schmerzen lasse sich aus somatischer Sicht anhand physiologischer
Krankheitsmodelle nicht ausreichend erklären. In der ICD-10 werde für entsprechend
diffuse, zum Teil auch die Lokalisation wechselnde Schmerzen in Kombination mit
sonstigen somatoformen Beschwerden die Kategorie der somatoformen Störungen als
diagnostische Einteilung vorgegeben. Es sei hier von einer unspezifischen
Somatisierungsstörung auf dem Boden von akzentuierten Persönlichkeitszügen mit
histrionischen und narzisstischen Anteilen auszugehen. Anhand der
Untersuchungsbefunde sei aus psychiatrischer Sicht festzustellen, dass kein
Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die Arbeits-und Leistungsfähigkeit
ausgewiesen sei. Die Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien eine
undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.1) und akzentuierte
Persönlichkeitszüge mit histrionischen und narzisstischen Anteilen (ICD-10: Z73.1). Aus
psychiatrischer Sicht bestehe keine Arbeitsunfähigkeit; es habe auch nie eine
andauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden (IV-act. 48-16). Die Versicherte schätze sich
selbst aktuell als nicht arbeitsfähig ein. Diese subjektive Einschätzung sei aus objektiv-
gutachterlicher Sicht nicht nachvollziehbar. Es hätten sich Hinweise auf eine
Verdeutlichungstendenz und einen sekundären Krankheitsgewinn gefunden. Zudem
seien psychosoziale Belastungsfaktoren (Entschädigungswunsch nach
unverschuldetem Unfall, Scheidung, möglicher Gesichtsverlust nach der langen
Krankheitsspanne, falls sie nun wieder arbeiten würde) zu beachten (IV-act. 48-17).
A.d Mit einem Vorbescheid vom 20. Juli 2011 kündigte die IV-Stelle an, sie werde das
Leistungsbegehren der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 9% ablehnen. Zur
Begründung führte sie an, die Abklärungen hätten ergeben, dass die Versicherte ohne
Gesundheitsschaden einer Tätigkeit als Büroangestellte in einem Pensum von 55%
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nachgehen würde. Die Ausübung einer wechselbelastenden Tätigkeit sei ihr zumutbar.
Im Haushalt sei sie zu 20% eingeschränkt (IV-act. 57).
A.e Am 21. September 2011 liess die Versicherte durch ihre Rechtsvertreterin ein
wenden, es sei nicht nachvollziehbar, wie sie mit der aus ärztlicher Sicht gegebenen
Einschränkung das von der IV-Stelle angerechnete Jahreseinkommen sollte erzielen
können. Die Rechtsvertreterin führte an, der Hausarzt der Versicherten, der diese seit
Jahren behandle und ihre gesundheitliche Verfassung bestens kenne, sei zum Schluss
gekommen, dass keine Arbeitsfähigkeit – selbst nicht bei einem Pensum unter 40% –
gegeben sei. Weiter sei es auch nicht nachvollziehbar, dass bei den massiven
Einschränkungen im Haushaltsbereich nur eine Einschränkung von 20% bestehen
solle. Die Versicherte könne den Haushalt nicht ohne Hilfe bewältigen und sei auf eine
Putzhilfe angewiesen. Für grössere Einkäufe benötige sie die Hilfe des Sohnes oder
einer anderen Person (IV-act. 58).
A.f Mit einer Verfügung vom 24. November 2011 wies die IV-Stelle das Leistungsbe
gehren ab (IV-act. 66, 72).
B.
B.a Am 16. Januar 2012 liess die Versicherte durch ihre Rechtsvertreterin Beschwerde
erheben und beantragen, es sei ihr eine halbe, eventuell eine Viertelsrente
zuzusprechen; eventuell sei die Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen an
die IV-Stelle zurückzuweisen (vgl. IV-act. 68, 71-3). Die Rechtsvertreterin brachte vor,
der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich seit der Begutachtung in der
MEDAS erheblich verschlechtert. Sie verwies auf den aktuellen Bericht des
Chiropraktikers sowie die Beurteilung des Radiologiediagnosezentrums. Der
Radiologiebericht bestätige, dass die degenerativen Veränderungen der Segmente C5/
C6 deutlich zugenommen hätten. Der Chiropraktiker sei von einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit ausgegangen (IV-act. 71-4 ff.). Am 20. Februar 2012 ersuchte die
Rechtsvertreterin darum, die Beschwerde auf das Eventualbegehren zu reduzieren, da
nun anhand der Berichte der behandelnden Ärzte festgestellt werden müsse, dass die
gesundheitlichen Einschränkungen der Versicherten und deren Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit zu wenig geklärt seien (IV-act. 74).
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B.b Gestützt auf eine Stellungnahme des RAD (IV-act. 77) gab die IV-Stelle weitere
Abklärungen in Auftrag. Dazu widerrief sie am 26. März 2012 die Verfügung vom
24. November 2011 (IV-act. 82, 83). Das Verfahren vor dem Versicherungsgericht
wurde am 3. Mai 2012 abgeschrieben (IV-act. 88).
C.
C.a Am 19. Juli 2012 berichtete Dr. med. C._, Facharzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, die Versicherte habe sich am 19. April 2011 aufgrund einer deutlichen
Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes gemeldet. Sie komme mit
den alltäglichen Dingen bei einem deutlich erhöhten Zeitaufwand grob zurecht. Häufig
müsse sie die Arbeit auch liegen lassen. Sie ermüde rasch. Im Vergleich zu ihrem
früheren aktiven Leben müsse ihre Aktivität in und ausserhalb der Wohnung als massiv
eingeschränkt beurteilt werden (IV-act. 94).
C.b Der RAD erachtete aufgrund dieses Berichts eine Verlaufsbegutachtung als
angezeigt (IV-act. 95). Die Versicherte wurde daraufhin am 21.-24. und 31. Januar 2013
in der MEDAS Ostschweiz polydisziplinär begutachtet (IV-act. 100). Der psychiatrische
Gutachter gab an, er habe bei der Versicherten gewisse depressive Symptome
nachweisen können, die jedoch alle nicht stark ausgeprägt gewesen seien. Ausserdem
sei aufgefallen, dass sie die Fragen adäquat und genau beantwortet habe, im Gespräch
jedoch manchmal etwas langsam, umständlich und weitschweifig gewirkt habe. Im
Rahmen der Begutachtung sei eine neuropsychologische Untersuchung durchgeführt
worden, deren Symptomvalidierung hoch auffällig gewesen sei. Aus
neuropsychologischer Sicht hätten sich somit Hinweise für nicht authentische kognitive
Funktionsstörungen ergeben. Aufgrund der hoch auffälligen Symptomvalidierung
verzichte er darauf, die neuropsychologischen Defizite in der Beurteilung zu
berücksichtigen. Obwohl die geklagten Beschwerden somatisch nicht ausreichend
erklärbar seien, habe er keine Hinweise darauf gefunden, dass die Schmerzen von der
psychischen Verfassung der Versicherten abhängen würden. Die Diagnosen einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, einer chronischen Schmerzstörung oder
einer Somatisierungsstörung könne er somit nicht stellen (IV-act. 100-21). Im Vergleich
zur MEDAS-Begutachtung von 2011 weise die Versicherte aktuell gewisse depressive
Symptome auf, die im Gutachten 2011 noch nicht beschrieben worden seien, die aber
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auch nicht so ausgeprägt seien, wie sie Dr. C._ beschrieben habe. Die depressiven
Symptome seien nicht so stark ausgeprägt, dass deswegen die Diagnose einer
depressiven Episode gestellte werden könnte. Er könne am ehesten die Diagnose einer
Dysthymie stellen (IV-act. 100-22). Diese bleibe aber ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte für alle Tätigkeiten im
ersten Arbeitsmarkt nicht eingeschränkt (IV-act. 100-24). Der orthopädische
Sachverständige hielt fest, der Vergleich mit den Befunden von 2011 habe ein fast
identisches Bild der Wirbelsäule gezeigt. Die Beweglichkeit der Brustwirbelsäule habe
diskret abgenommen, die übrigen Beweglichkeiten seien unverändert und auch die
Beschwerden seien gleich geschildert worden. Aufgrund der Diagnosen und Befunde
ergäben sich Funktionseinschränkungen, welche die Wirbelsäule beträfen. Die
Versicherte könne keine Zwangshaltungen und keine längeren Immobilisationen
ertragen. Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten die Osteochondrose und Spondylose
C5/6 (ICD-10: M42.1), die mässige Spondylarthrose der unteren HWS (ICD-10: M19.8)
und die Osteochondrose L5/S1 (ICD-10: M51.3). Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit im
kaufmännischen Bereich könne nach wie vor im Umfang von 80% ausgeübt werden. In
gleichem Ausmass seien auch Haushaltsarbeiten möglich. Die Einschränkung von 20%
betreffe gewisse Tätigkeiten wie Staubsaugen und Böden aufnehmen, die zum Teil
schlecht und eventuell nur zweitweise möglich seien (IV-act. 100-28 f.). Die
Teilgutachterin für Allgemeine und Innere Medizin hielt fest, aus internistischer Sicht
fänden sich keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Es bestehe aber
ein Verdacht auf eine Reizdarmsymptomatik (differenzialdiagnostisch: unerwünschte
Nebenwirkungen der Opiattherapie) und auf eine Reizblase. Aus internistischer Sicht
bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit. Im Vergleich
zur Begutachtung im Jahr 2011 seien die Magen/Darmbeschwerden und die Reizblase
neu hinzugekommen. Diese Beschwerden führten aber nicht zu einer Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 100-34 ff.). Zusammenfassend hielten die Gutachter fest,
es habe sich im Vergleich zur Vorbegutachtung keine relevante Änderung des
Gesundheitszustandes ergeben (IV-act. 100-39).
C.c Mit einem Vorbescheid vom 30. Mai 2013 kündigte die IV-Stelle an, dass sie das
Leistungsbegehren der Versicherten bei einem IV-Grad von 9% abweisen werde. Zur
Begründung führte sie an, dass die Versicherte ohne den Gesundheitsschaden in
einem Pensum von 55% arbeitstätig wäre. Da ihr aus ärztlicher Sicht eine
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wechselbelastende Tätigkeit ohne Zwangshaltung von Kopf und Halswirbelsäule, mit
einem ergonomisch korrekten Stuhl ohne wiederholtes Lastenheben über 20 kg,
zumutbar sei, ergebe sich in diesem Bereich keine Einschränkung. Gestützt auf die
Haushaltsabklärung habe sich in diesem Bereich eine Einschränkung von 20% ergeben
(IV-act. 104).
C.d Die Versicherte liess am 5. Juli 2013 durch ihre Rechtsvertreterin beantragen,
zusätzliche Evaluationen über die Arbeitsfähigkeit, insbesondere zu den kognitiven
Störungen und der raschen Ermüdbarkeit, einzuholen. Die Rechtsvertreterin machte
geltend, die Versicherte sei infolge der häufig auftretenden kognitiven Störungen und
der raschen Ermüdbarkeit nicht in der Lage, eine Erwerbstätigkeit auszuüben. Bisher
sei nicht ermittelt worden, wie sich die Versicherte konkret bei der Bewältigung einer
Aufgabe verhalte. Daher werde eine Arbeitsintegrationsevaluation an der Klinik Valens
beantragt (IV-act. 105).
C.e Mit einer Verfügung vom 12. Juli 2013 lehnte die IV-Stelle das Leistungsbegehren
der Versicherten ab. Zur Begründung führte sie an, zur Abklärung der gesundheitlichen
Situation der Versicherten seien zwei Begutachtungen erfolgt. Im Einwand seien
weitere medizinische Abklärungen gefordert worden, da das Ergebnis der Gutachten
von jenem der behandelnden Ärzte abweiche. Bei der Würdigung gelte es aber der
Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte eher zugunsten ihrer
Patienten aussagten (IV-act. 106).
D.
D.a Am 16. September 2013 liess die Versicherte durch ihre Rechtsvertreterin
Beschwerde erheben und beantragen, die Verfügung vom 12. Juli 2013 sei aufzuheben
und es sei ihr eine halbe, eventuell eine Viertelsrente auszurichten (act. G 1). Die
Rechtsvertreterin führte aus, die Beschwerdeführerin habe auf Vermittlung des
Chiropraktikers an einer neurologischen Spezialuntersuchung am Unispital Zürich
teilnehmen können. Am 31. Oktober 2013 reichte die Rechtsvertreterin zwei
Arztberichte ein. Dr. med. D._, Facharzt FMH für Neurologie, hatte am 27. August
2013 berichtet, die Beschwerdeführerin leide an krampfähnlichen Beschwerden vom
Genick aufsteigend bis in den Kopf. Das Gedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit
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seien reduziert und der Schlaf sei stark gestört. In der klinisch neurologischen
Untersuchung habe er bis auf eine eingeschränkte Halswirbelsäulenbeweglichkeit
einen unauffälligen Befund erheben können. Relevante motorische oder sensible
Defizite lägen nicht vor und auch das Demenzscreening habe unauffällige Werte
erbracht, so dass keine messbare Kognitionseinschränkung vorliege. Eine
eigenständige neurologische Erkrankung liege nicht vor. Differenzialdiagnostisch seien
die Konzentrations- und Gedächtnisschwäche verursacht durch die Schlafstörung, die
Belastungsreaktion und die recht ausgedehnte Medikamenteneinnahme (act. G 6.1).
Dr. med. E._, Facharzt FMH für Rheumatologie, hatte am 29. Oktober 2013 berichtet,
zusammenfassend zeige sich ein deutlich chronifiziertes Schmerzbild im Sinne eines
chronischen Cervico-/Thorako-Lumbovertebralsyndroms bei St. n. einem
craniocervikalen Beschleunigungstrauma im Juni 2005. Im bildgebenden Vergleich zur
Voruntersuchung zeige sich eine Zunahme der degenerativen Veränderungen betont im
Bereich der Lendenwirbelsäule, wobei eine hochgradig aktive erosive Osteochondrose
im Vordergrund stehe. Die genannten Umstände dürften die Arbeitsfähigkeit
beeinflussen, wobei der Versicherten eine leichte körperliche Belastung zumutbar wäre,
allerdings infolge des Analgetikabedarfs und der damit verbundenen kognitiven
Beeinträchtigungen in einem reduzierten Pensum mit regelmässigen Pausen.
Zwangshaltungen der HWS seien zu vermeiden und der Arbeitsplatz sollte
ergonomisch eingerichtet werden. Repetitives Heben von Lasten über 10 kg sei zu
vermeiden (act. G 6.2). Die Rechtsvertreterin machte geltend, es werde zwar im Bericht
nicht konkretisiert, inwiefern das Pensum der Beschwerdeführerin zu reduzieren sei,
doch gehe daraus klar hervor, dass ein Pensum von 55% zu hoch sei. Die Fachärzte
für Rheumatologie und Neurologie hätten eindeutig Verschlechterungen im
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin diagnostiziert. Bei diesen
unterschiedlichen Einschätzungen der MEDAS-Gutachter und der Fachärzte sei die
Feststellung, die Beschwerdeführerin könne weiterhin einer Erwerbstätigkeit von 55%
nachgehen, aktenwidrig. Bisher sei keine konkrete Arbeitsevaluation erfolgt. Dies sei
aber umso mehr gerechtfertigt, als die Beschwerdeführerin seit Jahren keiner
Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen sei und heute das Alter von 5_ Jahren erreicht
habe. Sie beantragte die Durchführung einer Arbeitsintegrationsevaluation.
D.b Am 21. November 2013 reichte die Rechtsvertreterin einen Arztbericht von
Dr. E._ vom 6. November 2013 ein. Dr. E._ hatte angegeben, für die teils kognitiv
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anspruchsvolle zuletzt ausgeübte Tätigkeit halte er die Beschwerdeführerin als zu
100% arbeitsunfähig. Für eine dem Leiden angepasste Tätigkeit ohne kognitiv
anspruchsvolle Arbeiten sei infolge der ausgeprägten Schmerzen bzw. des reduzierten
Arbeitstempos und des damit verbundenen Einsatzes von Pausen von einer
Arbeitsfähigkeit von maximal 50-60% auszugehen, wobei ein repetitives Heben von
Lasten über 10 kg wie auch eine Zwangshaltung der HWS unbedingt vermieden
werden sollten. Infolge des deutlich chronifizierten Verlaufes sei nicht mit einer weiteren
Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen (act. G 8.1).
D.c In ihrer Beschwerdeantwort vom 13. Dezember 2013 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 10). Zur Begründung
führte sie an, es sei Aufgabe des Berufsberaters bzw. der beruflichen Abklärungsstellen
festzustellen, inwieweit eine versicherte Person die ärztlich festgestellte Arbeitsfähigkeit
in konkret zu bezeichnenden Berufen verwerten könne und wie sich die
invaliditätsbedingten Faktoren auf die Vermittlungsfähigkeit und die
Erwerbsmöglichkeiten auswirkten. Die Arbeitsfähigkeit der Versicherten könne daher
nicht aufgrund der Ergebnisse einer beruflichen Abklärung festgelegt werden. Vielmehr
sei die Arbeitsfähigkeit ausschliesslich medizinisch-theoretisch zu bestimmen.
Demnach sei keine konkrete Arbeitsevaluation durchzuführen, zumal die
Beschwerdeführerin diese aufgrund ihrer pessimistischen Selbsteinschätzung
bezüglich der Arbeitsfähigkeit dazu benutzen würde, ihre Arbeitsunfähigkeit zu
beweisen. Die gezeigte Leistung an einem Arbeitsplatz sei daher für die
Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht relevant. Es sei nämlich nicht möglich, den Anteil
allfälliger Motivationsmängel vom willentlich steuerbaren Unvermögen, eine volle
Leistung zu erbringen, auszuscheiden. Der entsprechende Antrag der
Beschwerdeführerin sei demnach abzuweisen. Der Einschätzung der MEDAS komme
ein grosses Gewicht zu, weil es sich um eine für die IV geschaffene Gutachterstelle
handle, die mit den IV-rechtlichen Fragestellungen bestens vertraut sei. Im Gegensatz
zu den behandelnden Ärzten folge die MEDAS strikt versicherungsmedizinischen
Prämissen und klammere geltend gemachte Leiden ohne Krankheitswert konsequent
aus. Das zweite MEDAS-Gutachten sei ausführlich und die Schlussfolgerungen
zusammen mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung erschienen als begründet. Die von der
Beschwerdeführerin beigebrachten Berichte enthielten keine objektiv feststellbaren
Gesichtspunkte, die ihm Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben und geeignet
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wären, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen. Es sei deshalb ohne Abstriche
auf das MEDAS-Gutachten abzustellen.
D.d Mit ihrer Replik vom 3. Februar 2014 reichte die Rechtsvertreterin einen weiteren
Bericht des Hausarztes der Beschwerdeführerin ein (act. G 12). Dr. B._ hatte am
12. Oktober 2013 angegeben, es komme immer wieder zu ausgeprägten
Rückenschmerzen im LWS-Bereich. Die Beschwerdeführerin sei dann nahezu blockiert
und könne in diesen Phasen quasi gar nichts mehr machen. Sie müsse sich hinlegen
und ruhen. Sie benötige unverändert starke Schmerzmittel, mit deren Einnahme als
Nebenwirkungen eine vermehrte Müdigkeit und Konzentrations- und
Gedächtnisstörungen aufträten. Mehrere Versuche, die Schmerzmedikation zu
reduzieren, seien gescheitert (act. G 12.1). Die Rechtsvertreterin führte an, das
Bundesgericht habe in neueren Entscheiden die Waffengleichheit bei Gutachten der
medizinischen Abklärungsstellen als nicht gewährleistet angesehen. Die MEDAS
würden einen hohen Anteil ihrer Einkommen aus den Aufträgen der IV erwirtschaften.
Die MEDAS-Stelle sei daher kein neutraler medizinischer Experte, da sie von der
Verwaltung nicht unabhängig sei. Demgegenüber sei dem Hausarzt aufgrund seiner
langjährigen Kenntnis des Patienten und den Fachärzten aufgrund ihres Fachwissens
zuzugestehen, dass sie in einem IV-Verfahren gleicherweise gehört würden. Die
genannten Ärzte seien sich einig, dass die Beschwerdeführerin, solange sie unter
Dauerschmerzen leide, nicht arbeitsfähig sei, mindestens nicht im angestammten Beruf
einer Bürotätigkeit mit Buchhaltung.
D.e Am 23. Oktober 2014 reichte die Rechtsvertreterin einen Bericht von Dr. E._ vom
10. Oktober 2014 ein (act. G 15.1). Dr. E._ hatte darin dargelegt, dass die
Beschwerdeführerin seit einiger Zeit neurologische Phänomene an Armen und Beinen
habe. Sie habe Gefühlsstörungen an den Händen (mit wiederholtem Fallenlassen von
Gegenständen) und ein auffälliges Zucken an den Beinen bemerkt. Klinisch-
neurologisch habe sich im Vergleich zu den früheren Untersuchungen eine
Reflexsteigerung an den unteren Extremitäten präsentiert. Im MRI habe sich auf dem
Niveau C4/5 eine höhergradige Neuroforameneinengung bei ausgeprägten
Osteochondrosen und Spinalkanalstenose und gleichzeitig auch eine höhergradige
Neuroforameneinengung im Bereich C6/7 gezeigt.
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D.f Am 5. Februar 2015 teilte die Rechtsvertreterin mit, der gesundheitliche Zustand
der Beschwerdeführerin habe sich seit Beginn des Verfahrens zusehends
verschlechtert. Sie reichte gleichzeitig weitere Arztberichte zu den Akten
(act. G 17.1-17.5). Sie ersuchte darum, die jüngste Entwicklung in die Beurteilung
einfliessen zu lassen.
D.g Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine weitere Stellungnahme (act. G 19).

Erwägungen:
1.
Die Beschwerdeführerin macht geltend, ihr Gesundheitszustand habe sich seit Beginn
des Verfahrens zusehends verschlechtert. Dazu ist festzuhalten, dass im vorliegenden
Fall die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 12. Juli 2013 angefochten ist.
Dementsprechend kann vorliegend nur der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin berücksichtigt werden, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der fraglichen Verfügung darstellte. Allfällige spätere (gesundheitliche) Entwicklungen
können nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden (vgl. etwa Ueli Kieser,
ATSG-Kommentar, 2. A., N. 61 zu Art. 61 ATSG).
1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann
Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Gemäss
Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
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ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich
des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen
Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a). Ein Anspruch auf eine
versicherungsexterne Begutachtung besteht gemäss Rechtsprechung nicht (BGE 135
V 465).
1.3 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Bei nichterwerbstätigen Versicherten
im Sinne von Art. 5 Abs. 1 IVG – so namentlich bei im Haushalt tätigen Personen – wird
hingegen für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Mass eine
Behinderung besteht, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2
IVG). Als Aufgabenbereich einer im Haushalt tätigen versicherten Person gilt unter
anderem die übliche Tätigkeit im Haushalt sowie die Erziehung der Kinder (Art. 27 der
Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV, SR 831.201]). Bei einer versicherten
Person, die nur zum Teil erwerbstätig wäre, wird die Invalidität diesbezüglich nach
Art. 16 ATSG festgelegt. Wäre die versicherte Person daneben in einem
Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2
IVG festgelegt. In diesem Falle sind die Anteile der Erwerbstätigkeit und der Tätigkeit
im anderen Aufgabenbereich festzustellen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der
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Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Diese Art der
Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss als gemischte Methode bezeichnet.
2.
2.1 Die Beschwerdeführerin hatte bei der Abklärung im Haushalt am 13. August 2010
angegeben, dass sie bei (fiktiv) vollständig erhaltener Gesundheit wieder in einem
Pensum von 50-60% erwerbstätig wäre. Die Beschwerdegegnerin hat sie in der Folge
als zu 55% arbeitstätig und als zu 45% im Haushalt tätig qualifiziert. Diese Qualifikation
ist unbestritten geblieben.
2.2 Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat jedoch eingewendet, ein
Arbeitspensum von 55% sei von der Beschwerdeführerin aufgrund der
gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht mehr zu bewältigen. Dies ergebe sich auch
aus dem Bericht des Rheumatologen Dr. E._. Dies trifft indessen nicht zu, denn
Dr. E._ hat festgehalten, dass der Beschwerdeführerin aus seiner Sicht leichte
körperliche Belastungen, in einem reduzierten Pensum mit regelmässigem Einsatz von
Pausen, zumutbar wären. Er hat erwähnt, dass sich demnach aus seiner Beurteilung im
Vergleich zum im Vorbescheid festgelegten Pensum von 55% keine entscheidenden
Veränderungen in der Arbeitsfähigkeit ergäben (act. G 6.2). Der orthopädische
Sachverständige der MEDAS ist zur Einschätzung gelangt, die Beschwerdeführerin
könne die zuletzt ausgeübte Tätigkeit im kaufmännischen Bereich nach wie vor im
Umfang von 80% ausüben. Im gleichen Ausmass seien auch Haushaltsarbeiten
möglich. Bei einer leidensangepassten Tätigkeit müssten Positionswechsel der
gesamten Wirbelsäule möglich sein und Zwangshaltungen von Kopf- und Oberkörper
vermieden werden. Einmalige Bewegungen in diesen Bereichen (z.B. Inklination durch
Bücken) seien aber möglich. Diese Einschätzung ist einlässlich begründet und gut
nachvollziehbar. So hat der Sachverständige ebenfalls festgehalten, er habe ein
mindestens gleiches, wenn nicht sogar besseres Bewegungsausmass konstatiert. Er
habe keine Progredienz der degenerativen Veränderungen feststellen können; die neu
erhobenen Befunde seien nahezu identisch mit den früheren Befunden. Die
Kopfbeweglichkeit habe sich sogar gebessert. Am 6. November 2013 hat Dr. E._ zur
Frage der Arbeitsfähigkeit Stellung genommen. Er hat angegeben, die ursprüngliche
Tätigkeit in der Buchhaltung mit kognitiv teils anspruchsvollen Arbeiten könne aus
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seiner Sicht, hauptsächlich infolge der medikamentös bedingten Gedächtnis-/
Konzentrationsstörung, kaum mehr ausgeführt werden. Er gehe in Anbetracht der
aktuellen Befindlichkeit von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit für diese Tätigkeit aus.
Für eine dem Leiden angepasste Tätigkeit ohne kognitiv anspruchsvolle Arbeiten sei
infolge der ausgeprägten Schmerzen bzw. des reduzierten Arbeitstempos und des
hiermit verbundenen Einsatzes von Pausen von einer Arbeitsfähigkeit von maximal
50-60% auszugehen (vgl. act. G 8.1). Die Beschwerdegegnerin hat für die Bestimmung
des Invaliditätsgrades der Beschwerdeführerin ein 55%-Pensum angerechnet. Ein
Pensum in der Höhe von 55% hielt auch der Rheumatologe Dr. E._ als der
Beschwerdeführerin ohne weitere Einschränkungen zumutbar. Ob die
Beschwerdeführerin sogar in einem höheren Pensum (bis 80%) tätig sein könnte, kann
damit letztlich offen bleiben, da ihr – unter Würdigung aller Arztberichte – zumindest
das von der Beschwerdegegnerin der Berechnung zugrunde gelegte Pensum von 55%
zumutbar ist.
2.3 Die psychiatrischen MEDAS-Gutachter sind, obwohl sie unterschiedliche
Diagnosen gestellt haben, beide zum Schluss gekommen, es lägen keine Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor (vgl. IV-act. 100-23 und 48-16). Bei der im
zweiten psychiatrischen MEDAS-Gutachten angegebenen Dysthymia handelt es sich
um eine syndromale Erkrankung, deren Folgen durch eine Willensanstrengung
überwunden werden können. Auch der erste psychiatrische MEDAS-Gutachter hatte
festgehalten, die Willensanstrengung zur Überwindung der Schmerzen sei der
Beschwerdeführerin möglich. In seinem Bericht vom 10. Februar 2011 hatte der
behandelnde Psychiater, Dr. C._, festgehalten, im Rahmen der Scheidung sei es zu
einer Verschlechterung des Befindens der Beschwerdeführerin gekommen, so dass die
Kriterien einer zumindest mittelgradig depressiven Episode erfüllt seien. Aktuell stehe
die Beschwerdeführerin wieder in seiner Behandlung (vgl. IV-act.73-8 f.). Im jüngsten
Bericht vom 19. Juli 2012 erwähnte Dr. C._, die Beschwerdeführerin leide weiterhin
an gedrückter Stimmung, vermindertem Antrieb, Verminderung der Fähigkeit zur
Freude und Aktivität, Konzentrationsschwierigkeiten sowie vermindertem Appetit.
Weiter berichtete er, seines Wissens stehe die Beschwerdeführerin konsequent und
regelmässig in Behandlung, eine stationäre Behandlung sei aber bisher nicht
durchgeführt worden. Aus diesem Bericht geht nicht eindeutig hervor, ob sich die
Beschwerdeführerin zu diesem Zeitpunkt noch in psychiatrischer Behandlung von
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Dr. C._ befunden hatte (vgl. IV-act. 94). Jedenfalls nannte Dr. C._ in seinem Bericht
keine klare Diagnose und er gab keine Schätzung der Arbeitsfähigkeit ab. Die
Beurteilung des (zweiten) MEDAS-Gutachters erscheint deshalb auch unter
Berücksichtigung der Einschätzung von Dr. C._ als einleuchtend und
nachvollziehbar. Der MEDAS-Gutachter hat nur eine leicht bedrückte Stimmung und
einen reduzierten Antrieb festgestellt und diese im Sinne einer Dysthymia gewertet.
Ansonsten sei der Psychostatus betreffend mögliche depressive Symptome unauffällig
gewesen. Die depressiven Symptome seien nicht derart stark ausgeprägt gewesen,
dass die Diagnose einer depressiven Episode hätte gestellt werden können. Ferner
bestünden keine Hinweise für einen Verlust der sozialen Integration. Die
Beschwerdeführerin lebe zwar alleine, habe aber einen guten Kontakt zu ihrem Sohn
und zu mehreren Kolleginnen und Kollegen. Er hat die Beschwerdeführerin aus
psychiatrischer Sicht als zu 100% arbeitsfähig eingeschätzt. Diese Beurteilung vermag
zu überzeugen, dies auch unter Würdigung der Einschätzung des ersten MEDAS-
Gutachters im Jahr 2011, der die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht
ebenfalls als zu 100% arbeitsfähig eingeschätzt und zudem Hinweise auf eine
Verdeutlichungstendenz und einen sekundären Krankheitsgewinn gefunden hatte. Auch
der Neurologe Dr. D._, der die Beschwerdeführerin im August 2013 untersucht hat,
hat bei seiner Untersuchung nur unauffällige Befunde erhoben.
2.4 Da die MEDAS-Gutachter auch die Einschätzung, dass aus internistischer Sicht
keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit vorliege, überzeugend dargelegt haben,
kann vollständig auf das MEDAS-Gutachten abgestellt werden. Insgesamt ist den
beiden MEDAS-Gutachten voller Beweiswert zuzusprechen. Die Gutachten beruhen
auf einer sorgfältigen Anamnese, auf einer umfassenden Würdigung der Vorakten und
auf lege artis durchgeführten Untersuchungen. Die Gutachter haben die geklagten
Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin umfassend beurteilt und die medizinische
Situation nachvollziehbar und überzeugend dargestellt. Die von der
Beschwerdeführerin beigebrachten Arztberichte vermögen keine Zweifel an der
überzeugenden gutachterlichen Darstellung zu wecken.
2.5 Die Rechtsvertreterin hat die Durchführung einer Arbeitsintegrationsevaluation
beantragt. Die Ärzte haben übereinstimmend festgehalten, dass der
Beschwerdeführerin eine leichte Tätigkeit ohne Zwangshaltung des Kopfes und der
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Wirbelsäule und ohne wiederholtes Heben von Lasten über 10 kg zumutbar sei. Da die
zuletzt von der Beschwerdeführerin ausgeübte Bürotätigkeit diesem Profil entspricht
und daher nicht zu bestimmen ist, für welche Arbeiten die Beschwerdeführerin
aufgrund ihrer Beschwerden noch geeignet ist, ist keine Arbeitsabklärung notwendig.
3.
Somit ist die Beschwerdeführerin bei der Ausübung des erlernten Berufes in einem
55%-Pensum nicht eingeschränkt. Im Haushalt sind die Gutachter von einer
Einschränkung von 20% ausgegangen. In Anwendung der gemischten Methode führt
dies zu einer Einschränkung von 0% im Erwerbsbereich und einer Einschränkung von
9% (20% von 45%) im Haushalt. Insgesamt resultiert daraus ein IV-Grad von 9%.
Damit hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Invalidenrente. Die
Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 12. Juli 2013 erweist sich dementsprechend
als rechtmässig, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
4.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend beurteilten Angelegenheit als angemessen. Sie ist von der
unterliegenden Beschwerdeführerin zu übernehmen und ist durch den geleisteten
Kostenvorschuss in gleicher Höhe gedeckt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP