Decision ID: a1f13deb-8390-512a-8101-c329755a131a
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Mit Verfügung vom 12. März 2007 schloss die Stiftung Auffangeinrich-
tung BVG (Vorinstanz oder Auffangeinrichtung) A._, Inhaberin der
Einzelfirma B._ (Beschwerdeführerin oder Arbeitgeberin) rückwir-
kend per 1. Oktober 2005 zwangsweise an die Auffangeinrichtung an (Be-
schwerdeakten [B-act.] 1 Beilage 4). Die Verfügung erwuchs unangefoch-
ten in Rechtskraft.
A.b Mit Beitragsverfügung vom 11. November 2009 wurde die Beschwer-
deführerin aufgefordert, eine Forderung in der Höhe von Fr. 5'114.– (Saldo
gemäss laufendem Prämienkonto, Inkassokosten und Betreibungskosten
plus 5% Zins) zu bezahlen (Akten der Vorinstanz [act] 5). Gleichzeitig hob
die Vorinstanz den von der Beschwerdeführerin gegen die Betreibung ein-
gelegten Rechtsvorschlag auf.
A.c Gegen die Verfügung erhob die Beschwerdeführerin am 16. Dezember
2009 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht (act. 6).
A.d Mit Urteil vom 19. März 2012 im Verfahren C-7868/2009 hiess das
Bundesverwaltungsgericht aufgrund einer Verletzung des rechtlichen Ge-
hörs die Beschwerde gut und hielt fest, dass die angefochtene Verfügung
teilweise materiell nicht nachvollzogen werden könne und teilweise als
nicht korrekt erscheine. Es wies die Sache zurück zur weiteren vollständi-
gen Abklärung des Sachverhaltes, soweit erforderlich, und zur Durchfüh-
rung eines rechtskonformen Verwaltungsverfahrens, gegebenenfalls zum
Erlass einer neuen Verfügung mit einer nachvollziehbaren Begründung
(act. 8).
B.
B.a Mit Schreiben vom 11. Mai 2012 wurden der Beschwerdeführerin auf-
grund des ergangenen Urteils diverse Unterlagen (eine detaillierte Berech-
nung der Beiträge pro versicherte Person, Beitragssätze Männer/Frauen,
Aufstellung bezüglich Zinssätze, Lohnbescheinigungen der SVA
C._ 2004 bis 2010 sowie die Beitragsrechnungen und Kontoaus-
züge der Jahre 2004 bis 2012) zugestellt sowie die Möglichkeit eingeräumt,
Stellung zu den in Rechnung gestellten Beiträgen zu nehmen (act. 9).
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B.b Es folgten diverse Rechnungen der Vorinstanz an die Beschwerdefüh-
rerin für die Beitragsdauer vom 1. April 2012 bis 31. Dezember 2013 (act.
10-12, 14 f., 17 f.). Am 10. Januar 2013 reichte die Beschwerdeführerin die
Lohndeklaration 2012 und die Lohmeldeliste per 1. Januar 2013 mit Kor-
rekturen ein. Ausserdem reichte sie in der Folge eine Mutationsmeldung
vom 2. Juli 2013, die Lohnmeldeliste per 1. Januar 2014, die Lohndeklara-
tion 2013 sowie die Lohndeklaration 2014 ein (act. 13, 16,19, 21).
B.c Die Vorinstanz holte gemäss Schreiben vom 1. Juni 2015 die Lohnbe-
scheinigungen ab 2010 bei der SVA C._ ein (act. 23). Mit Schreiben
vom 15. Dezember 2017 teilte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin mit,
dass sie eine Abgleichung der Lohnbescheinigungen mit den gemeldeten
Löhnen vorgenommen habe, und stellte der Beschwerdeführerin ein aktu-
elles Verzeichnis der versicherten Personen sowie einen Kontoauszug mit
der Höhe der seit 31. März 2004 aufgelaufenen geschuldeten Forderung
zu (act. 25).
B.d Mit Schreiben vom 1. Januar 2018 wurde der Beschwerdeführerin ein
Saldo von Fr. 34'706.40 per 31. Dezember 2017 in Rechnung gestellt (act.
26). Mit Schreiben vom 24. Februar 2018 mahnte die Vorinstanz die Be-
schwerdeführerin zur Zahlung des geschuldeten Betrages sowie der
Mahnspesen von Fr. 50.– (act. 28). Am 23. Februar 2018 teilte die Be-
schwerdeführerin der Vorinstanz diverse Korrekturen mit und machte den
Vorschlag, für die letzten drei Jahre monatlich Fr. 500.– zu bezahlen, um
die Schuld zu tilgen. Die Vorinstanz teilte am 12. April 2018 mit, sie habe
die Lohnmeldungen noch einmal kontrolliert und korrigiert. Ausserdem hielt
sie fest, dass sie einer Abzahlung mit Fr. 500.– monatlich nicht zustimmen
könne. Am 24. August 2018 folgte eine weitere Mahnung, woraufhin die
Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 28. August 2018 mitteilte, sie
könne diesen Betrag nicht bezahlen (act. 33, 34).
B.e Mit Schreiben vom 17. September 2018 reichte die Vorinstanz ein Be-
treibungsbegehren beim Betreibungsamt I._ gegen die
«D._» ein (act. 36). Am 18. September wies dieses das Betrei-
bungsbegehren zurück mit dem Hinweis, dass der Inhaber einer Einzel-
firma an seinem Wohnort zu betreiben sei (act. 37). Am 26. September
2018 reichte die Vorinstanz beim Betreibungsamt H._ das Betrei-
bungsbegehren gegen A._ ein, mit einer Forderung in der Höhe von
Fr. 33'928.80 nebst Zins zu 5% seit 14. September 2018, «Kosten Rück-
weisung Betreibungsbegehren» Fr. 18.30, Betreibungskosten Fr. 100.–,
Mahnkosten Fr. 50.– sowie 5% Verzugszins vor Betreibung von Fr.
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6'744.78 (act. 38). Am 8. November 2018 erhob die Beschwerdeführerin
im vorliegenden Betreibungsverfahren Nr. _ Rechtsvorschlag (act.
38, 39).
B.f Am 8. August 2019 erliess die Vorinstanz eine Beitragsverfügung, mit
welcher sie Fr. 33'101.48 zuzüglich Verzugszins von 5% auf Fr. 33'444.77
seit 14. September bis 1. November 2018 und auf Fr. 32'995.52 seit 2. No-
vember 2018 sowie Mahn-Gebühren in der Höhe von Fr. 50.– vom 17. Sep-
tember 2018, Gebühren für die Einleitung der Betreibungs-Nr. _
von Fr. 100.– sowie Verzugszins bis zum 14. September 2018 in der Höhe
von Fr. 6'744.78 einforderte. Im Weiteren verfügte sie die Aufhebung des
Rechtsvorschlags im Betrag von Fr. 39'890.30 sowie des Verzugszinses
von 5% auf Fr. 33'444.77 seit 14. September 2018 bis 1. November 2018
und auf Fr. 32'995.52 seit 2. November 2018 (act. 43, B-act. 1 Beilage 2).
C.
C.a Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin, vertreten
durch Rechtsanwalt Samuel Nadig, mit Eingabe vom 13. September 2019
Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Dabei beantragte sie, die
Verfügung sei vollumfänglich aufzuheben und die Sache sei zur Neubeur-
teilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Vorinstanz sei anzuweisen
nach Gewährung des rechtlichen Gehörs neu zu entscheiden, unter Kos-
ten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanz. Die Beschwer-
deführerin begründete ihre Beschwerde dahingehend, dass der in Betrei-
bung gesetzte Betrag nicht mit dem Betrag in der angefochtenen Verfü-
gung übereinstimme, die Bezeichnung der Verfügungsadressatin unvoll-
ständig und die Verfügung mangels Rechtspersönlichkeit nicht vollstreck-
bar sei. Ausserdem sei der Saldovortrag per 1. Juli 2010 nicht nachvoll-
ziehbar. Die Vorinstanz verletze damit ihre Begründungspflicht. Es stelle
sich auch die Frage, ob die Beitragsforderungen und die geschuldeten Ver-
zugszinsen nicht teilweise verjährt seien. Verzugszinsen dürften erst nach
erfolgter Mahnung verlangt werden. Auch seien die erhobenen Gebühren
von Fr. 200.– für Lohnänderungen von zwei Arbeitnehmerinnen nicht sub-
stantiiert begründet. Schliesslich könnten die Gebühren für erhobene Mah-
nungen nur erhoben werden, wenn die Mahnungen auch tatsächlich erfolgt
seien; sie habe jedoch keine Mahnungen erhalten (B-act. 1).
C.b Mit Verfügung vom 17. September 2019 wurde die Beschwerdeführe-
rin aufgefordert, einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 3'000.– zu
leisten, dem sie fristgerecht nachkam (B-act. 2-4).
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Seite 5
C.c Die Vorinstanz nahm mit Vernehmlassung vom 6. Dezember 2019 zur
Beschwerde Stellung. Dabei stellte sie folgende Anträge: die Beschwerde
sei in dem Sinne teilweise gutzuheissen, als der geschuldete Betrag um
Fr. 50.– zu reduzieren sei. Unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerde-
führerin. Dabei macht sie geltend, die angefochtene Beitragsverfügung
entspreche den vom Bundesverwaltungsgericht verlangten Anforderungen
an die Begründungspflicht. Die Vorinstanz sei ihrer Begründungspflicht
auch nachgekommen, da sie der Beschwerdeführerin immer wieder Kon-
toauszüge, teilweise über die gesamte Versicherungszeit, und die Versi-
chertenmutation zugestellt habe. Ausserdem habe sie jede vorgenommene
Mutation angezeigt. Der Saldovortrag per 1. Juli 2010 ergebe sich aus dem
Kontoauszug, welcher mit Schreiben vom 15. Dezember 2017 versendet
worden sei. Da es laufend Korrekturen gegeben habe, könne der Saldo
verschieden hoch ausfallen. Aufgrund der umfangreichen Übersichten,
welche der Beschwerdeführerin zugestellt worden seien, und der Gewäh-
rung des rechtlichen Gehörs am 4. Dezember 2018 sei dieses nicht ver-
letzt. Selbst wenn man vom Gegenteil ausgehen würde, wäre dieses mit
vorliegendem Verfahren als geheilt zu betrachten. Hinsichtlich der Verjäh-
rung hält sie fest, dass das Betreibungsbegehren im September 2018 und
nicht im Jahr 2019 gestellt worden sei. Eine Verjährung werde bestritten
und könne höchstens für Beiträge gelten, welche vor September 2013 fällig
geworden seien. Die Beschwerdeführerin habe letztmals am 17. Septem-
ber 2013 Zahlungen geleistet. Diese seien als Anerkennung der Forderung
zu qualifizieren und es sei zu einer Unterbrechung der Verjährung durch
Schuldanerkennung der Beschwerdeführerin und durch das Betreibungs-
begehren der Vorinstanz gekommen. Hinsichtlich der Verzugszinsen hält
die Vorinstanz fest, eine Mahnung sei nicht notwendig, damit Verzugszin-
sen geschuldet seien, da gemäss Anschlussbedingungen die Zahlungen
an den genannten Stichtagen ohne Mahnung fällig würden. Die erhobenen
Kosten für die Mutationen betreffend E._ und F._ seien ge-
rechtfertigt, wie auch die in Rechnung gestellten Gebühren für Mahnungen
vom 24. Februar und 24. August 2018. Einzig die am 14. September 2018
belasteten Mahnkosten könnten nicht belegt werden bzw. seien zu Unrecht
in Rechnung gestellt worden. Die Beitragsverfügung sei deshalb um einen
geschuldeten Betrag von Fr. 50.– zu reduzieren (B-act. 8).
C.d Mit Verfügung vom 9. Dezember 2019 wurde die Vernehmlassung der
Vorinstanz vom 6. Dezember 2019 der Beschwerdeführerin zugestellt (B-
act. 9).
C-4681/2019
Seite 6
C.e Mit Schreiben vom 10. Juli 2020 wurde den Parteien bekanntgegeben,
dass das Beschwerdeverfahren von der Abteilung III des Bundesverwal-
tungsgerichts übernommen und die ursprüngliche Verfahrensnummer A-
4681/2019 auf C-4681/2019 geändert worden ist (B-act. 10).
C.f Mit Schreiben vom 30. März 2021 wurde den Parteien überdies der
neue Spruchkörper mitgeteilt.
D.
Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften der Parteien
ist – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom
20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern – wie vorliegend – keine
Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. Die Vorinstanz ist eine Behörde
im Sinne von Art. 33 Bst. h VGG, die öffentlich-rechtliche Aufgaben des
Bundes erfüllt (vgl. Art. 60 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982
über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [BVG,
SR 831.40]). Die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde ist somit gegeben.
Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem
VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG).
1.2 Die Beschwerdeführerin hat als Inhaberin der Einzelfirma B._
ein schutzwürdiges Interesse an der Änderung des vorinstanzlichen Ent-
scheids, welcher sich an die besagte Einzelfirma richtet und ist somit zur
Erhebung der vorliegenden Beschwerde berechtigt (Art. 48 Abs. 1 VwVG).
1.3 Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht und
der Kostenvorschuss fristgerecht geleistet wurde, ist darauf einzutreten
(Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 VwVG und Art. 63 Abs. 4 VwVG).
C-4681/2019
Seite 7
2.
Anfechtungsobjekt im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht bildet
einzig der vorinstanzliche Entscheid (vorliegend die Verfügung vom 8. Au-
gust 2019). Das Anfechtungsobjekt bildet den Rahmen, welcher den mög-
lichen Umfang des Streitgegenstandes begrenzt (BGE 133 II 35 E. 2). Letz-
terer darf im Laufe des Beschwerdeverfahrens eingeschränkt, jedoch nicht
erweitert oder qualitativ verändert werden (vgl. BGE 131 II 200 E. 3.2;
BVGE 2010/19 E. 2.1; statt vieler: Urteil des BVGer A-4594/2017 vom 13.
März 2018 E. 1.4).
3.
Eine bloss fehlerhafte Parteibezeichnung kann durch die Behörde berich-
tigt werden. Dies ist statthaft, wenn die Identität der Partei von Anfang an
eindeutig feststand und bloss deren Benennung formell falsch war. Ein Ent-
scheid wird dadurch nicht nichtig, sondern durch die Behörde bzw. die Be-
schwerdeinstanz kann eine Berichtigung erfolgen, ohne dass der ange-
fochtene Entscheid aufgehoben werden muss (HUBER SAID in: WALD-
MANN/WEISSENBERGER, Praxiskommentar zum Bundesgesetz über das
Verwaltungsverfahren, Zürich/Basel/Genf, 2016 Rz. 48 zu Art. 6 und Fn.
165 mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung richtet sich an die
«G._». Dabei handelt es sich offensichtlich um die «B._»
(vgl. Eintrag unter www.zefix.ch, abgerufen am 1. März 2021). Die Identität
der Beschwerdeführerin steht damit eindeutig fest, womit eine Berichtigung
stattfinden kann, ohne dass die angefochtene Verfügung aufgehoben wer-
den muss. Aus der fehlerhaften Bezeichnung kann folglich auch nicht ge-
schlossen werden, dass die Verfügung aufgrund mangelnder Rechtsper-
sönlichkeit nicht vollstreckbar sei, wie von der Beschwerdeführerin geltend
gemacht (Beschwerde Ziff. 2.3).
4.
Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid in vol-
lem Umfang überprüfen. Die Beschwerdeführerin kann neben der Verlet-
zung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der unrichtigen oder un-
vollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 49
Bst. b VwVG) auch die Unangemessenheit rügen (Art. 49 Bst. c VwVG;
statt vieler HÄFELIN ET AL., Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020,
Rz. 1146-1148). Gestützt auf das Rügeprinzip, welches im Beschwerde-
verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht in abgeschwächter Form zur
Anwendung gelangt, ist nicht nach allen möglichen Rechtsfehlern zu su-
chen; dafür müssen sich zumindest Anhaltspunkte aus den Vorbringen der
http://www.zefix.ch/
C-4681/2019
Seite 8
Verfahrensbeteiligten oder den Akten ergeben (vgl. statt vieler Urteil des
BVGer A-5225/2018 vom 7. Mai 2019 E. 2 mit Hinweis).
5.
5.1 Die Vorinstanz ist zwecks Erfüllung ihrer Aufgaben als Auffangeinrich-
tung (Beitrags- und Zinserhebung sowie Geltendmachung von Schadener-
satz im Zusammenhang mit Leistungen vor dem Anschluss) nicht nur zu-
ständig, über den Bestand sowie den Umfang ihrer Forderungen gegen-
über Arbeitgebern Verfügungen zu erlassen, die vollstreckbaren Urteilen
im Sinne von Art. 80 des Bundesgesetzes vom 11. April 1889 über Schuld-
betreibung und Konkurs (SchKG, SR 281.1) gleichgestellt sind (vgl. Art. 60
Abs. 2 Bst. a i.V.m. Art. 11 i.V.m. Art. 60 Abs. 2bis BVG). Als Rechtsöff-
nungsinstanz kann sie grundsätzlich gleichzeitig mit dem materiell-rechtli-
chen Entscheid über den strittigen Anspruch auch die Aufhebung eines
Rechtsvorschlages verfügen, soweit es – wie vorliegend – um eine von ihr
in Betreibung gesetzte Forderung geht (BGE 134 III 115 E. 3.2 und E. 4.1.2
und statt vieler Urteil des BVGer A-91/2018 vom 6. Februar 2019 E. 3.1 mit
Hinweisen sowie JOLANTA KREN KOSTKIEWICZ, in: SchKG-Kommentar,
20. Aufl. 2020, Art. 79 Rz. 11 und zur anders gelagerten Konstellation statt
vieler Urteil des A-91/2018 vom 6. Februar 2019 E. 3.2 mit Hinweisen).
5.2 Die Vorsorgeeinrichtung legt die Höhe der Beiträge des Arbeitgebers
und der Arbeitnehmer in den reglementarischen Bestimmungen fest
(Art. 66 Abs. 1 erster Satz BVG). Die Vorinstanz ist als Vorsorgeeinrichtung
somit bei der Festlegung der Beiträge – unter Vorbehalt der Beitragsparität
nach Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BVG – grundsätzlich autonom, hat jedoch
das Beitragssystem so auszugestalten, dass die Leistungen bei Fälligkeit
erbracht werden können (Art. 65 Abs. 2 BVG und JÜRG BRÜHWILER, Bei-
tragsbemessung in der obligatorischen beruflichen Vorsorge nach BVG,
insbesondere Zusatzbeiträge für die Finanzierung des BVG-Mindestzinses
und des BVG-Umwandlungssatzes in: SZS 2003, S. 324 f.). Gemäss
Art. 66 Abs. 2 BVG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 der Verordnung vom 28. August
1985 über die Ansprüche der Auffangeinrichtung der beruflichen Vorsorge
(SR 831.434; im Folgenden: VOAA) hat der Arbeitgeber der Auffangein-
richtung die Beiträge für alle dem BVG unterstellten Arbeitnehmenden von
dem Zeitpunkt an zu entrichten, von dem an er bei einer Vorsorgeeinrich-
tung hätte angeschlossen sein müssen.
C-4681/2019
Seite 9
5.3
5.3.1 Für nicht rechtzeitig bezahlte Beiträge kann die Auffangeinrichtung
Verzugszinsen verlangen (Art. 66 Abs. 2 BVG). Der Verzugszins dient dem
Vorteilsausgleich wegen verspäteter Zahlung der Hauptschuld. Nebst dem
pauschalen Ausgleich von Zinsgewinn und -verlust bezweckt er, den admi-
nistrativen Aufwand für die verspätete bzw. nachträgliche Beitragserhe-
bung und für die Erhebung des Verzugszinses selbst abzugelten (BGE 139
V 297 E. 3.3.2.2; Urteil des BVGer A-91/2018 vom 6. Februar 2019 E. 4.4).
Verzugszinsen auf Beitragsforderungen sind ohne Mahnung ab Fälligkeit
der Forderungen geschuldet. Der Zinsenlauf betreffend Beitragszahlungen
für Perioden vor dem Anschluss an die Auffangeinrichtung beginnt mit der
Fälligkeit der Forderungen, also mit Erlass der Zwangsanschlussverfügung
(vgl. Urteil des BVGer A-555/2018 vom 30. Januar 2019 E. 5.3.7 f.; vgl. E.
2.2.4).
5.3.2 Zur Fälligkeit der Beiträge ergibt sich aus Art. 4 Abs. 6 f. der einschlä-
gigen Anschlussbedingungen zur Anschlussverfügung vom 12. März 2007
Folgendes: Die Beiträge gemäss dem jeweils gültigen Reglement bzw. je-
weils gültigen Beitragsordnung werden dem Arbeitgeber vierteljährlich
nachschüssig in Rechnung gestellt. Sie sind jeweils am 1. März, 1. Juni, 1.
September und 1. Dezember fällig. Die Zahlung muss innert 30 Tagen nach
Fälligkeit bei der Auffangeinrichtung eingegangen sein. Bei verspäteter
Zahlung kann die Auffangeinrichtung Zinsen auf die ausstehenden Bei-
träge erheben. Ausstehende Beiträge werden gemahnt. Wenn der Arbeit-
geber die Mahnung nicht beachtet, fordert die Auffangeinrichtung die aus-
stehenden Beiträge samt Zinsen und Kosten ein. Die Zinsen werden mit
den vom Stiftungsrat festgesetzten Verzugszinssätzen ab Fälligkeit der
Beiträge berechnet. Mahnung und Betreibung sind kostenpflichtig. Der Ar-
beitgeber anerkennt die von der Auffangeinrichtung erstellten Beitrags-
rechnungen und Mahnungen, sofern er nicht binnen 20 Tagen nach Zustel-
lung begründet Einspruch erhebt.
5.4 Nach Art. 11 Abs. 7 BVG stellt die Auffangeinrichtung dem säumigen
Arbeitgeber den von ihm verursachten Verwaltungsaufwand in Rech-
nung (vgl. auch Art. 3 Abs. 4 VOAA, wonach der Arbeitgeber der Auffan-
geinrichtung alle Aufwendungen zu ersetzen hat, die dieser in Zusammen-
hang mit seinem Anschluss entstehen). Gemäss dem im Zeitpunkt des Er-
lasses der angefochtenen Verfügung gültigen Kostenreglement der Auffan-
geinrichtung zur Deckung von ausserordentlichen administrativen Umtrie-
C-4681/2019
Seite 10
ben, das Bestandteil der vorliegend massgebenden Anschlussbedingun-
gen bildet, können insbesondere für eine eingeschriebene Mahnung
Fr. 50.–, für die Einleitung einer Betreibung Fr. 100.– , für die Stellung eines
Fortsetzungsbegehrens oder eines Konkursbegehrens je Fr. 75.–, für die
Mahnung der Lohnliste Fr. 100.–, für Lohnänderungen pro versicherte Per-
son Fr. 100.– und für die Erstellung eines Tilgungsplanes im Minimum Fr.
100.– und im Maximum Fr. 1'000.– eingefordert werden. Voraussetzung für
die Rechtmässigkeit dieser Gebührenforderungen ist praxisgemäss, dass
die damit abgegoltenen Verwaltungsmassnahmen effektiv und zu Recht
erfolgt sind (statt vieler: Urteil des BVGer A-91/2018 vom 6. Februar 2019
E. 4.3 mit Hinweis).
5.5
5.5.1 Rechtsprechungsgemäss hat eine Beitragsverfügung der Auffangein-
richtung folgende Angaben zu enthalten, damit die Anforderungen an die
Begründungspflicht erfüllt sind:
– die relevante Beitragsperiode;
– die Gesamtprämiensumme pro Jahr bzw. vierteljährlich, sofern die
Rechnungsstellung vierteljährlich erfolgt;
– pro versicherte Person pro Jahr: die Versicherungsdauer, den AHV-
Lohn, den relevanten koordinierten Lohn, die Beitragssätze und die hie-
raus errechnete Beitragssumme;
– pro versicherte Person: die Höhe des Verzugszinses, unter Hinweis
auf: die Zinsperiode, den Zinssatz, die rechtliche Grundlage für die
Höhe des Zinssatzes und die jeweils gestellten Rechnungen und er-
folgten Mahnungen;
– eine Auflistung der erhobenen Kosten/Gebühren unter Hinweis auf die
diesen zugrundeliegenden Massnahmen und
– die bereits geleisteten Zahlungen des Arbeitgebers mit Valutadatum
und hieraus eine Abrechnung mit Angabe der noch ausstehenden Prä-
mienbeträge und Zinsen für ausstehende Beiträge (ab Forderungsva-
luta; vgl. zum Ganzen statt vieler Urteil des BVGer A-2266/2019 vom
15. Januar 2020 E. 2.1.3 mit Hinweisen).
5.5.2 Nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid-
genossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101) haben die Parteien An-
spruch auf rechtliches Gehör (vgl. auch Art. 29 VwVG). Dieses dient einer-
seits der Sachaufklärung, andererseits stellt es aber auch ein persönlich-
C-4681/2019
Seite 11
keitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass von Verfügungen dar, wel-
che in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreifen. Dazu gehört insbeson-
dere das Recht der Parteien, sich vor Erlass eines in ihre Rechtsstellung
eingreifenden Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise bei-
zubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträ-
gen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entwe-
der mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern,
wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (vgl. Urteil des
BVGer A-4271/2016 vom 21. Juni 2017 E. 2.4.1 m.w.H.). Die Begründungs-
pflicht ist ein Teilgehalt des verfassungsmässigen Anspruchs auf rechtli-
ches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV (vgl. BGE 142 I 135 E. 2.1). Sie soll
verhindern, dass sich die verfügende Behörde von unsachlichen Motiven
leiten lässt, und den Betroffenen ermöglichen, eine Verfügung gegebenen-
falls sachgerecht anfechten zu können. Die sachgerechte Anfechtung einer
Verfügung ist nur dann möglich, wenn sich sowohl der Betroffene als auch
die Rechtsmittelinstanz ein Bild über deren Tragweite machen können. So-
mit müssen in jedem Fall die Überlegungen angeführt werden, von denen
sich die zuständige Behörde hat leiten lassen und auf die sie ihre Verfü-
gung stützt. Dabei darf sie sich jedoch auf die wesentlichen Gesichtspunkte
beschränken. Die Anforderungen an die Begründungsdichte sind je nach
Komplexität des Sachverhalts und/oder des der Behörde eingeräumten Er-
messensspielraums unterschiedlich (vgl. zum Ganzen: Urteil des BVGer
A-4271/2016 vom 21. Juni 2017 E. 2.4.2 m.w.H.).
5.6
5.6.1 Laut Art. 41 Abs. 2 BVG verjähren Forderungen auf periodische Bei-
träge und Leistungen nach fünf, andere nach zehn Jahren. Die Art. 129 ff.
OR sind anwendbar. Gemäss Art. 130 Abs. 1 OR beginnt die Verjährungs-
frist mit der Fälligkeit der Forderung zu laufen (Urteil des BGer
9C_655/2008 vom 2. September 2009 E. 4.2, Urteil des BVGer A-555/2018
vom 30. Januar 2019 E. 4.1.3). Die relative Verjährungsfrist für Beitrags-
forderungen von fünf Jahren nach (zumutbarer) Kenntnisnahme durch die
Vorsorgeeinrichtung wird durch die absolute Verjährungsfrist von zehn Jah-
ren seit dem (virtuellen) Entstehen der Beitragsforderung begrenzt (BGE
142 V 118 E. 6.1; 140 V 154 E. 6.3.1; 136 V 73 E. 4.3).
5.6.2 Die Verjährung wird unterbrochen durch Anerkennung der Forderung
von Seiten des Schuldners, namentlich auch durch Zins- und Abschlags-
zahlungen, Pfand- und Bürgschaftsbestellung (Art. 135 Ziff. 1 OR) sowie
C-4681/2019
Seite 12
durch Schuldbetreibung, durch Schlichtungsgesuch, durch Klage oder Ein-
rede von einem staatlichen Gericht oder einem Schiedsgericht und durch
Eingabe im Konkurs (Art. 135 Ziff. 2 OR). Eine Anerkennungshandlung
nach Art. 135 Ziff. 1 OR setzt gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
keinen auf Unterbrechung der Verjährung gerichteten Willen voraus. Als
Anerkennung mit Unterbrechungswirkung gilt jedes Verhalten des Schuld-
ners, welches vom Gläubiger nach Treu und Glauben im Verkehr als Be-
stätigung seiner rechtlichen Verpflichtung aufgefasst werden darf. Die An-
erkennungserklärung muss sich an den Gläubiger richten. Für die Unter-
brechung der Verjährung genügt es, dass der Schuldner erklärt, unter ge-
wissen Voraussetzungen zur Leistung weiterer Zahlungen bereit zu sein
und somit das Bestehen einer Restschuld nicht ausschliesst. Dass er über
deren Höhe im Ungewissen ist, schadet nicht, denn die Anerkennung der
grundsätzlichen Schuldpflicht genügt. Sie braucht sich nicht auf einen be-
stimmten Betrag zu beziehen (BGE 134 III 591 E. 5.2.2; BGE 119 II 368 E.
7). Hinsichtlich der Schuldbetreibung ist zu berücksichtigen, dass die Post-
aufgabe eines die Erfordernisse von Art. 67 SchKG erfüllenden Betrei-
bungsbegehrens die Verjährung unterbricht. Diese wird jedoch nicht unter-
brochen, wenn das Begehren mangels Erfüllung wesentlicher gesetzlicher
Anforderungen (z.B. richtige Bezeichnung der Gläubigerschaft) zurückge-
wiesen wird (ROBERT DÄPPEN, in: Basler Kommentar zum Obligationen-
recht, 7. Auflage 2020, Art. 135 Rz. 6). Wird die Verjährung durch Betrei-
bung unterbrochen, beginnt sie mit jedem Betreibungsakt und nach Klage-
erhebung mit jeder gerichtlichen Handlung der Parteien sowie jeder Verfü-
gung oder Entscheidung des Richters von Neuem zu laufen (BGE 136 V
73 E. 5.2.1).
6.
Im Folgenden zu prüfen ist, ob die Vorinstanz ihrer Begründungspflicht
nachgekommen und die Höhe der Forderungen ausgewiesen ist (vgl. E.
7), sie zu Recht Verzugszinsen erhoben hat (vgl. E. 8) und, ob die Beitrags-
forderungen sowie die darauf erhobenen Verzugszinsen verjährt sind (vgl.
E. 9) Ebenfalls zu prüfen ist die Rechtmässigkeit der von der Vorinstanz
erhobenen Gebühren (vgl. E. 10).
7.
7.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, es sei nicht nachvollziehbar,
weshalb gemäss angefochtener Verfügung der Rechtsvorschlag im Betrag
von Fr. 39'890.30 zuzüglich 5% Verzugszins auf Fr. 33’444.76 seit 14. Sep-
tember bis 1. November 2018 und 5% Verzugszins auf Fr. 32'995.52 seit
C-4681/2019
Seite 13
2. November 2018 aufgehoben werden soll. Dieser Betrag übersteige be-
reits den in Betreibung gesetzten Betrag. Die Vorinstanz gehe zudem per
1. Juli 2010 von einem Saldovortrag von – Fr. 8'180.42 aus. Dieser sei nicht
nachvollziehbar und werde bestritten. Die Vorinstanz verletze damit die Be-
gründungspflicht und folglich auch den Anspruch der Beschwerdeführerin
auf rechtliches Gehör. Die Vorinstanz hält dazu fest, die Beitragsverfügung
enthalte alle Angaben, so die relevanten Beitragsjahre, die Beitragsberech-
nungen pro versicherte Person und Jahr, die Versicherungsdauer sowie die
Löhne und Beitragssätze. Ausserdem ergebe sich daraus auch die Prä-
miensumme. Aus dem Kontoauszug seien zudem die erhobenen Kos-
ten/Gebühren sowie die Einzahlungen der Beschwerdeführerin zu entneh-
men. Die Beitragsverfügung entspreche vollumfänglich den vom Bundes-
verwaltungsgericht verlangten Anforderungen an die Begründungspflicht.
Ausserdem habe sie der Beschwerdeführerin jede Mutation angezeigt und
dem Kontoauszug, welcher mit der Rechnung vom 1. Januar 2018 versen-
det worden sei, könnten sämtliche Korrekturen entnommen werden, wel-
che vorgenommen worden seien. Es sei offensichtlich, dass jede Ände-
rung/Korrektur zu einer Änderung des Saldos führe und damit auch des
jeweiligen Saldovortrages. Wie es zum Saldovortrag per 1. Juli 2010
komme, ergebe sich aus dem Kontoauszug, welcher mit Schreiben der Vo-
rinstanz vom 15. Dezember 2017 versendet worden sei. Darin betrage die-
ser – Fr. 7'287.30. Ausserdem ergebe sich der Saldovortrag auch aus dem
Kontoauszug, welcher der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 3. Juni
2019 zugestellt worden sei. Dass dieser nicht mit demjenigen vom 15. De-
zember 2017 übereinstimme, sei mit den Korrekturen zu erklären. Nach
dem 3. Juni 2019 habe die Vorinstanz zugunsten der Beschwerdeführerin
eine Abschreibung in der Höhe von Fr. 121.25 vorgenommen, so dass der
Saldovortrag per 1. Juli 2010 – Fr. 8'180.42 ergeben habe; sie verweise
diesbezüglich auch auf den Kontoauszug seit Anschlussbeginn bis 30.
September 2019.
7.2 Bezüglich des eingeforderten Betrages per 1. Juli 2010 in der Höhe von
– Fr. 8'180.42 ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin den offenen
Betrag und damit die Beiträge bis 30. Juni 2010 mit diversen Zahlungen
zwischen 23. Juli 2010 und 17. September 2013 beglichen hat (3x Fr.
528.50 sowie je Fr. 569.90, Fr. 964.60, Fr. 570.80, Fr. 569.90, Fr. 520.80,
Fr. 700.–, Fr. 900.–, Fr. 596.10, Fr. 755.70 und Fr. 1'199.30). Insgesamt
betrugen ihre Zahlungen gemäss Kontoauszug der Vorinstanz somit Fr.
8'932.60. Davon wurden Fr. 8'180.42 an die offene Forderung per 1. Juli
2010 angerechnet und der restliche Betrag von Fr. 752.18 wurde zur gan-
zen bzw. teilweisen Begleichung der Beiträge von E._ und
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Seite 14
F._ für die Beitragsdauer vom 1. Juli bis 30. September 2010 ver-
wendet (act. 43 Beilage). Zu erwähnen bleibt ausserdem, dass zwar mit
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 19. März 2012 im Verfahren C-
7868/2009 die zum damaligen Zeitpunkt angefochtene Beitragsverfügung
vom 13. November aufgehoben wurde unter anderem, weil der Saldo der
Beitragsberechnungen per 2. Dezember 2008 aufgrund der Aktenlage
nicht nachvollzogen werden konnten (E. 3 und 5), die Vorinstanz der Be-
schwerdeführerin jedoch in der Folge mit Schreiben vom 11. Mai 2012 eine
detaillierte Berechnung der Beiträge pro versicherte Person sowie weitere
dazugehörigen Unterlagen zukommen liess (act. 9). Die Beschwerdefüh-
rerin hat sodann bis 17. September 2013 auch entsprechende Zahlungen
geleistet, so dass die Beiträge bis 30. Juni 2010 beglichen wurden (act. 43
Beilage).
7.3 Den Akten zu entnehmen ist, dass gemäss Betreibungsbegehren vom
26. September 2018 (act. 36) eine Forderung in der Höhe von
Fr. 33'928.80
nebst Zins zu 5% seit 14. September 2018
die Kosten der Rückweisung des Betreibungsbegehrens von
Fr. 18.30 (act. 39)
die Betreibungskosten von Fr. 100.–
die Mahnkosten von Fr. 50.–
sowie 5% Verzugszins vor Betreibung in der Höhe von
Fr. 6'744.78
Total Fr. 40'841.88
zuzüglich 5% Zins auf Fr. 33'928.80 seit 14. September 2018
geltend gemacht wurde (act. 38).
In der Beitragsverfügung vom 8. August 2019 fordert die Vorinstanz die
Zahlung von
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Seite 15
in Ziff. I Fr. 33'101.48 zuzüglich
Verzugszins 5% auf Fr. 33'444.77
seit 14. September bis 1. November 2018
Verzugszins 5% auf Fr. 32'995.52
seit 2. November 2018,
Gebühren für die Mahnung vom 17. September 2018
von Fr. 50.–,
Gebühren für die Einleitung der Betreibung Nr. 218202317 von
Fr. 100.–
sowie Verzugszins bis zum 14. September 2018 von
Fr. 6'744.78
in Ziff. II hebt die Vorinstanz den Rechtsvorschlag im Betrag von
Fr. 39'890.30 zuzüglich
Verzugszins von 5% auf Fr. 33'444.77 seit 14. September
bis 1. November 2018 sowie
Verzugszins von 5% auf Fr. 32'995.52 seit 2. November 2018
auf (B-act. 1 Beilage 1) .
Die Differenz zwischen Fr. 40'841.88 und Fr. 39'890.30 (Fr. 951.58) erklärt
die Vorinstanz in ihrer angefochtenen Verfügung damit, dass eine Neube-
rechnung der Beiträge und Kosten eine Reduktion der Forderung um Fr.
484.03 ergeben habe und die Beschwerdeführerin nach Einleitung der Be-
treibung per 2. November 2018 eine Zahlung von Fr. 449.25 geleistet habe,
womit sich der geschuldete Betrag auf Fr. 39'890.30 reduziere (Bst. H).
7.4 Die Höhe der Beiträge für die Arbeitnehmer lassen sich grundsätzlich
den Beitragsberechnungen entnehmen (act. 43 Beilage). So stimmen die
den Beitragsberechnungen zu Grunde gelegten Jahreslöhne von 2012 bis
2018 mit dem Buchungsjournal der SVA C._ überein und die Jah-
reslöhne von 2010 und 2011 stimmen mit den Jahresabrechnungen der
Beschwerdeführerin überein und werden von ihr nicht bestritten (act. 24;
41 Beilage 8; 45). Die Beitragssätze sind ebenfalls enthalten und wurden
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Seite 16
im Rahmen der Beitragsberechnungen korrekt angewendet. Ebenso sind
im Kontoauszug (act. 43 Beilage) die Kosten für die erfolgten Mahnungen
und Lohnänderungen ersichtlich. Hinsichtlich der Höhe der Verzugszinsen
jedoch fällt auf, dass die geschuldeten Verzugszinsen bis 14. September
2019 im Betreibungsbegehren und in der angefochtenen Verfügung Fr.
6'744.78 betragen. Dies im Widerspruch zu der Verzugszinsberechnung,
welche der Verfügung beigelegt ist (act. 43 Beilage 4: Differenz von
Fr. 146.69). Dort wird ein Gesamtbetrag von Fr. 6'891.47 aufgeführt. Hinzu
kommt, dass gemäss Vorinstanz eine Neuberechnung der Beiträge und
Kosten zu einer Reduktion der Forderung um Fr. 484.03 geführt habe
(act. 43 Bst. H). Diese kann jedoch anhand der Beilagen zur Verfügung
nicht nachvollzogen werden und wurde weder in der Verfügung noch in der
Vernehmlassung konkret begründet.
7.5 Dem Einwand der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe die Be-
gründungspflicht und damit ihr rechtliches Gehör verletzt, kann insofern
gefolgt werden, als dass die Höhe des Verzugszinses bis 14. September
2018 sowie die Reduktion der Forderung von Fr. 484.03 nicht nachvollzo-
gen werden können.
8.
8.1 Des Weiteren macht die Beschwerdeführerin geltend, Verzugszinsen
dürften erst nach erfolgter Mahnung verlangt werden. Sie sei gemäss Ver-
fügung erst am 17. September 2018 mit eingeschriebenem Brief gemahnt
worden. Der Zugang dieses Schreibens werde jedoch mit Nichtwissen be-
stritten. Verzugszinsen könnten höchstens ab diesem Datum gefordert
werden. Ansonsten dürften keine Verzugszinsen erhoben werden. Die Vo-
rinstanz hingegen macht geltend, was den Zeitraum bis zur Betreibung be-
treffe, sei keine Mahnung notwendig, wenn zur Erfüllung ein bestimmter
Verfalltag verabredet worden sei. Gemäss Anschlussbedingungen seien
die einzelnen Zahlungen zu den dort genannten Stichtagen fällig und zwar,
ohne dass gemahnt werden müsse. Es werde von der Beschwerdeführerin
nicht bestritten, dass ab Einleitung der Betreibung ein Verzugszins von 5%
geschuldet sei.
8.2 Aus Ziff. 4 der Anschlussvereinbarung vom 2. Juni 2005 ergibt sich,
dass die Beiträge jeweils am 1. März, 1. Juni, 1. September und 1. Dezem-
ber fällig sind und zahlbar innert 30 Tagen nach Fälligkeit. Verzugszinsen
sind ohne Mahnung ab Fälligkeit der Beitragsforderung geschuldet (vgl. E.
5.3.1). Die Beschwerdeführerin kann sich somit nicht darauf berufen, sie
C-4681/2019
Seite 17
schulde keine Verzugszinsen, da sie nicht gemahnt worden sei. Hinzu-
kommt, dass die Beschwerdeführerin den Erhalt der Mahnung vom 24. Au-
gust 2018 mit Schreiben vom 28. August 2018 bestätigte und die Mahnun-
gen vom 24. Februar und 24. August 2018 auch nachweislich zugestellt
worden sind (act. 33; 34; vgl. E. 10.2).
9.
9.1 Die Beschwerdeführerin macht ausserdem geltend, ein Teil der Bei-
tragsforderungen und die darauf geschuldeten Verzugszinsen seien ver-
jährt. Die Verjährungsfrist beginne bei zwangsweisen Anschlüssen an die
Auffangeinrichtung mit verfügtem Anschluss zu laufen. Im vorliegenden
Fall erfolgte diese am 12. März 2007 (act. 2). Mit Betreibungsbegehren
vom 26. September 2019 sei die Verjährung unterbrochen worden und da-
mit seien alle Forderungen vor dem 26. September 2014 verjährt. Auf die
verjährten Beitragsforderungen könne auch kein Verzugszins geltend ge-
macht werden.
Die Vorinstanz hingegen hält fest, sie habe das Betreibungsbegehren im
September 2018 und nicht im September 2019, wie von der Beschwerde-
führerin geltend gemacht, gestellt. Die Verjährung sei auch durch die
Schuldanerkennung der Beschwerdeführerin mit Zahlung, letztmals am 17.
September 2013, unterbrochen worden, da diese als Anerkennung der For-
derung zu qualifizieren sei. Ebenso seien die Schreiben der Beschwerde-
führerin vom 23. Februar sowie 28. August 2018 als Schuldanerkennung
zu qualifizieren. Auch das Betreibungsbegehren vom 17. September 2018
habe die Verjährung unterbrochen. Die Einreichung des Betreibungsbe-
gehrens (fälschlicherweise) am Wohnort der Beschwerdeführerin habe
nichts an der verjährungsunterbrechenden Wirkung geändert. Das unzu-
ständige Betreibungsamt hätte das Betreibungsbegehren an das zustän-
dige Betreibungsamt weiterleiten müssen.
9.2 Die Beschwerdeführerin ist seit dem 2. Juni 2005 bei der Vorinstanz
angeschlossen (act. 1). Vorliegend werden Beiträge ab dem 3. Quartal
2010 bis zum 2. Quartal 2018 von der Vorinstanz gefordert («relevanten
Beitragsjahre»; act. 43 Beilage). Nicht Bestandteil des eingeforderten Be-
trages sind die Beiträge bis Ende Juni 2010, in der Höhe von Fr. 8'180.42,
welche von der Beschwerdeführerin beglichen worden sind und nicht Ge-
genstand der angefochtenen Verfügung sind (vgl. E. 7.2). Es stellt sich die
Frage, ob die Verjährung – wie von der Vorinstanz geltend gemacht – durch
die Schuldanerkennung der Beschwerdeführerin unterbrochen wurde. Die
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Seite 18
Beschwerdeführerin leistete letztmals am 17. September 2013 einen Be-
trag in der Höhe von Fr. 1'199.30 zur Tilgung ihrer Schuld, wovon Fr. 752.18
an die geschuldeten Beiträge von E._ und F._ für die Bei-
tragsdauer vom 1. Juli bis 30. September 2010 angerechnet worden sind
(act. 43 Beilage; vgl. E. 7.2). Wie die Vorinstanz korrekterweise geltend
macht, ist es nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht massge-
bend, ob der tatsächlich geschuldete Betrag bekannt ist, es reicht, wenn
der Schuldner unter gewissen Voraussetzungen zur Leistung weiterer Zah-
lungen bereit ist und somit das Bestehen einer Restschuld nicht aus-
schliesst. Die Beschwerdeführerin bestreitet sodann beschwerdeweise
auch nicht, dass sie ab 30. Juli 2010 weiterhin grundsätzlich Beiträge
schuldet und hat auch einen Teil des eingeforderten Betrages bezahlt. Sie
äusserte sich lediglich dahingehend, dass der Betrag nicht nachvollziehbar
sei. Dies ändert nichts daran, dass sie mit der Zahlung vom 17. September
2013 eine Restschuld grundsätzlich anerkannte und somit eine verjäh-
rungsunterbrechende Handlung stattfand. Dies gilt ebenso für ihre Schrei-
ben vom 23. Februar und 28. August 2018 (act. 29; 34), in welchen sie um
die Möglichkeit einer Ratenzahlung von Fr. 500.– ersuchte, womit eine
Schuld zweifelsohne anerkannt worden ist, auch wenn sie mit der Höhe
des geschuldeten Betrages nicht einverstanden war (vgl. 5.6.2).
9.2.1 Am 17. September 2018 stellte die Vorinstanz ein Betreibungsbegeh-
ren beim Betreibungsamt I._ gegen die «B._», woraufhin
das Betreibungsamt I._ mit Schreiben vom 19. September 2018
mitteilte, sie seien nicht zuständig, da die Betreibung gegen eine Einzel-
firma nur gegen den Inhaber an dessen Wohnort eingeleitet werden könne
(act. 37). Daraufhin reichte die Vorinstanz am 26. September 2018 das Be-
treibungsbegehren beim Betreibungsamt H._ ein (act. 38). Die Vo-
rinstanz stellt sich auf den Standpunkt, dass das Betreibungsamt zwar un-
zuständig gewesen sei, dieses jedoch das Betreibungsbegehren hätte wei-
terleiten müssen.
Dabei ist vorliegend zu berücksichtigen, dass das Betreibungsbegehren
aufgrund der fehlerhaften Bezeichnung der Beschwerdeführerin und des
falschen Wohnsitzes (nämlich die Adresse der Einzelfirma anstelle der
Wohnadresse der Beschwerdeführerin) und damit mangels Erfüllung we-
sentlicher gesetzlicher Anforderungen keine verjährungsunterbrechende
Wirkung entfalten konnte. Auch der Einwand der Vorinstanz, dass das Be-
treibungsbegehren gemäss Art. 32 Abs. 4 SchKG hätte verbessert werden
können, geht fehl, da vorliegend die gesetzlichen Anforderungen an das
C-4681/2019
Seite 19
Betreibungsbegehren nicht erfüllt waren (vgl. E. 5.6.2). Dies ist jedoch in-
sofern irrelevant in Bezug auf die Verjährung, als die fünfjährige Frist mit
Zahlung der Beschwerdeführerin am 17. September 2013, mit ihren Schrei-
ben vom 23. Februar sowie 28. August 2018 und sodann wieder mit Ein-
reichung des Betreibungsbegehrens am 26. September 2018 unterbro-
chen wurde.
9.3 Insgesamt wird ersichtlich, dass die Forderungen der Vorinstanz ab
dem 3. Quartal 2010 im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung weder re-
lativ noch absolut verjährt waren (vgl. E. 5.6)
10.
10.1 Die Beschwerdeführerin macht schliesslich geltend, dass gemäss
Kontoauszug vom 28. März 2014 Gebühren für zwei Lohnänderungen von
je Fr. 100.– von der Vorinstanz verrechnet worden seien, welche jedoch
nicht substantiiert worden seien. Ausserdem seien Gebühren für drei Mah-
nungen (vom 11. März, 8. September sowie 14. September 2018) von ins-
gesamt Fr. 150.– enthalten. Da die Beschwerdeführerin jedoch keine der
Mahnungen erhalten habe, könnten diese auch nicht in Rechnung gestellt
werden. Die Vorinstanz hält hierzu fest, dass die nachträglichen Mutatio-
nen für E._ und F._ am 28. März 2014 vorgenommen und
in Rechnung gestellt worden (act. 20) und aufgrund einer Meldung der Be-
schwerdeführerin erfolgt seien. Die Mahnungen vom 24. Februar sowie 24.
August 2018 seien der Beschwerdeführerin eingeschrieben zugestellt wor-
den. Die am 14. September 2018 in Rechnung gestellten Mahnkosten
könnten nicht belegt werden und seien zu Unrecht in Rechnung gestellt
worden, weshalb der geschuldete Betrag in der Beitragsverfügung um Fr.
50.– zu reduzieren sei.
10.2 Aus den Akten ergibt sich, dass die Mahnungen vom 24. Februar und
24. August 2018 der Beschwerdeführerin am 27. Februar sowie 28. August
2018 zugestellt worden sind (act. 49). Die darauf erhobenen Gebühren sind
somit – in Übereinstimmung mit dem geltenden Kostenreglement – zu
Recht erfolgt. Ebenso aus den Akten ergibt sich, dass die Beschwerdefüh-
rerin mit der Lohnmeldeliste per 1. Januar 2014 nachträglich den Lohn
2013 für E._ von Fr. 28'735.18 und F._ von Fr. 36'400.– ge-
meldet hat (act. 19, 20). Die von der Vorinstanz diesbezüglich erhobenen
Gebühren für Lohnänderungen sind somit ebenfalls– in Übereinstimmung
mit dem geltenden Kostenreglement – zu Recht erfolgt (vgl. E. 5.4). Die
Vorinstanz hält selbst fest, dass die Mahngebühr vom 14. September 2018
zu Unrecht erhoben worden ist. Aus den Akten lässt sich dazu auch nichts
C-4681/2019
Seite 20
weiter entnehmen. Voraussetzung für die Rechtmässigkeit der Gebühren-
forderungen ist, dass die abgegoltenen Verwaltungsmassnahmen effektiv
und zu Recht erfolgt ist. Da die Mahnung vom 14. September 2018 gemäss
Vorinstanz der Beschwerdeführerin nicht zugestellt wurde, kann diese
auch nicht in Rechnung gestellt werden.
11.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die angefochtene Ver-
fügung in Bezug auf die Höhe der Forderung teilweise nicht nachvollzogen
werden kann (vgl. E. 7.4) sowie in Bezug auf die erhobene Mahngebühr
von Fr. 50.– vom 14. September 2018 (vgl. E. 10.2) ungerechtfertigt ist. Die
Beschwerde ist demnach teilweise gutzuheissen insoweit, als die Sache
im Sinne der Erwägungen zur Neuberechnung der Forderung, Korrektur
der Betreibung und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz
zurückzuweisen ist.
12.
12.1 Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei
auferlegt; unterliegt diese nur teilweise, so werden die Verfahrenskosten
ermässigt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). In der Verwaltungsrechtspflege des Bun-
des gilt die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zu weiteren Abklä-
rungen und neuem Entscheid (mit noch offenem Ausgang) praxisgemäss
als Obsiegen der beschwerdeführenden Partei (statt vieler: BGE 132 V 215
E. 6.1; Urteile des BVGer A-5689/2015 vom 15. Januar 2016 E. 5.1, A-
2900/2014 vom 29. Januar 2015 E. 5.2 und A-6437/2012 vom 6. November
2013 E. 4).
12.2 Die Beschwerdeführerin erscheint vorliegend als überwiegend unter-
liegend und in einem kleineren Umfang – nämlich in Bezug auf die Neube-
rechnung der Forderung und die Reduktion der Gebühren – als obsiegend.
Deshalb rechtfertigt es sich, die Verfahrenskosten vor dem Bundesverwal-
tungsgericht, ausmachend Fr. 3’000.–, der Beschwerdeführerin im Umfang
von Fr. 2’000.– aufzuerlegen (vgl. Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 4 des
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Letzterer Be-
trag ist dem geleisteten Kostenvorschuss zu entnehmen. Die Restanz wird
der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Ur-
teils zurückerstattet. Der Vorinstanz können keine Verfahrenskosten aufer-
legt werden (Art. 63 Abs. 2 VwVG).
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Seite 21
12.3 Die Beschwerdeinstanz spricht der ganz oder teilweise obsiegenden
Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr er-
wachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zu (Art. 64 Abs.
1 VwVG). Obsiegt – wie vorliegend – die anwaltlich vertretene Beschwer-
deführerin nur teilweise, ist die Parteientschädigung entsprechend zu kür-
zen (Art. 7 Abs. 2 VGKE). Die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin
hat keine Kostennote eingereicht. Unter Berücksichtigung der Schwierig-
keit der rechtlichen Fragestellungen, des Umfangs der Ausführungen der
Beschwerdeführerin zu den relevanten Fragen (einmaliger Schriftenwech-
sel) und ihres teilweisen Unterliegens ist die (reduzierte) Parteientschädi-
gung für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht ermessens-
weise auf Fr. 1’000.– festzusetzen.