Decision ID: 714b3392-0213-42a0-bd5d-d7bbd888f722
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
Die 1978 geborene
X._
,
ausgebildete Pflegeassistentin (Urk. 16/
17/11)
,
arbeitet
seit 2006 zu 80
%
(zusätzlich 20
%
auf Abruf)
als Mitarbei
terin Pflege
im
Y._
(Urk. 16/17/1-2)
und be
gann im Jahr 2009
daneben
eine Ausbildung zur Fachfrau Gesundheit (Urk.
16/13
S. 4
)
.
Sie ist
Mutter zweier in den Jahren
2001 und 2005 geborener Kin
der und
seit 3. März 2011 geschieden
(Urk. 16/2
, Urk. 16/13/1
).
Nach erfolgter Meldung zur Früherfassung vom 30. Mai 2012 (Urk. 16/3)
meldete sie sich un
ter Hinweis auf
eine depressive Episode am 27. Juli 2012 bei der Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug an
(Urk. 16/13)
.
Die Sozialversicherungsanstal
t des Kantons Zürich, IV-Stelle, gewährte
der Versicherten
Beratung und Unter
stützung beim Erhalt ihres Arbeitsplatzes (Urk. 16/25
-28
)
und
klärte die medi
zinische
(Urk.
16/30
,
Urk. 16/40,
Urk. 16/58
)
sowie
erwerbliche
Situation (Urk.
16/34
, Urk. 16/57) ab.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 16/62) verneinte die IV-Stelle m
it Verfügung vom
2.
März 2015 (Urk. 2) einen An
spruch der Versicherten auf eine Invalidenrente.
2.
Dagegen erhob
X._
am 15. April 2015 Beschwerde (Urk. 1) und bean
tragte, ihr sei eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen.
In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung von Rechtsanwältin Noëlle
Cerletti
als unentgeltliche Rechtsvertreterin.
Mit Ein
gabe vom 11. Mai 2015
(Urk. 6)
ergänzte die Beschwerdeführerin
ihre Be
schwerde und reichte einen Bericht der behandelnden Psychologin ein (Urk. 7/1-2).
Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom
2
2.
Mai 2015 (Urk. 11) auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am
3. Juni 2015 (Urk. 13) zur Kenntnis gebracht wurde. Mit Gerichtsverfügung vom 27. Juni 2016 (Urk. 14) wurde
der Beschwerdegegnerin
die Eingabe der Be
schwerdeführerin vom 11. Mai 2015 (Urk.
6-7
) zugestellt.
Mit Stellungnahme vom 11. August 2016 (Urk. 15) hielt die Beschwerdegegnerin an der Abweisung der Beschwerde fest
, was der Beschwerdeführerin am 27. September 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 17).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkran
kungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Be
funde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die
Ar
beits
- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen,
ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127
V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28 Abs. 2 IVG).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.
2.1
Die IV-Stelle
stellte sich in der
angefochtene
n
Verfügung
auf den Standpunkt
, dass gut behandelbare Befunde vorlägen, welche keinen erheblichen und länger andauernden Gesundheitsschaden mit Einschränkungen der Arbeits- und Leis
tungsfähigkeit begründeten
. Soziale Belastungsfaktoren (familiäre Schwierig
keiten, finanzielle Probleme) seien invaliditätsfremd und könnten nicht berück
sichtigt werden. Ein
invalidenversicherungsrechtlich
relevanter
Gesundheits
schaden
sei nicht ausgewiesen (Urk. 2).
Im Verfahren
hielt die IV-Stelle fest,
das depressive Erleben habe sich nach ei
ner Blinddarmerkrankung verstärkt
. Dies habe zur
Hospitalisation
in der
Z._
vom 10. Oktober bis 5. Dezember 2013 geführt. Vor und nach dem Aufenthalt in der
Z._
sei das depressive
Beschwer
debild
als
leichtgradig
eingestuft worden (Urk. 11). In der Stellungnahme zum Bericht der behandelnden Psychologin legte die Beschwerdegegnerin weiter dar,
die neu diagnostizierte - gut zwei Jahre nach Therapiebeginn und ohne nach
vollziehbare Veränderung der Befundlage - emotional-instabile
Persönlich
keitsstörung
vom
Borderline
-Typus lasse sich anhand des Berichts vom 23. Ap
ril 2015 nicht objektivieren. Die gesundheitlichen Probleme seien offenkundig erst dann aufgetreten, als es privat schwierig geworden sei. Angesichts dessen, dass bisher - primär au
f
grund einer privaten Belastungssituation - ein statio
närer Aufenthalt notwendig geworden sei und sich die Beschwerdeführerin in psychologischer Behandlung befinde, könne nicht von einem therapeutisch nicht mehr angehbaren beziehungsweise
chronifizierten
Leiden gesprochen werden (Urk. 15).
2.2
Die Beschwerdeführerin macht
e
dagegen geltend,
trotz verschiedener Massnah
men, welche den Einfluss von psychosozialen Faktoren auf ihren Gesundheits
zustand praktisch eliminierten, sei
ihr Gesundheitszustand nach wie vor noch
immer
so schlecht, dass es ihr nicht möglich sei, mehr als 40
%
zu arbeiten. Da sie vorher voll erwerbstätig gewesen sei, habe sie eine finanzielle Einbusse von 60
%
und damit Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
(Urk. 1 S. 6)
.
Unter Hinweis auf den Bericht der behandelnden Psychologin brachte sie vor, ihr
Gesundheits
zustand sei
chronifiziert
. Sie leide unter einer rezidivierenden depressiven Stö
rung vor dem Hintergrund einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung vom
Borderline
-Typus. Mittlerweile arbeite
sie
an einer für ihre Einschränkun
gen angepassten Arbeitsstelle, habe sich von ihrem Ehemann scheiden lassen und erhalte zu Hause Entlastung durch Spitex und Familienbegleitung. Trotz
dem sei eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf ein höheres Pensum als 40
%
nicht möglich gewesen. Dementsprechend liege ein langdauernder invalidisie
render Gesundheitsschaden vor (Urk. 6 S. 3).
3.
3.1
Die Psychotherapeutin
A._
,
welche die Beschwerdeführerin seit 21. März 2011 behandelt, hielt im Schreiben vom 5. Juli 2012 (Urk. 16/12) fest, die Be
schwerdeführerin leide seit der Trennung von ihrem Ehemann an einer depres
siven Symptomatik mit Energielosigkeit, Antriebshemmung und Insuffizienz
gefühlen. Es sei in der Folge trotz ambulanter Therapie und antidepressiver Be
handlung zu keiner zufriedenstellenden Besserung der Symptomatik gekommen. Sie habe sich durch die Verantwortung als alleinerziehende Mutter mit einem 80%igen Arbeitspensum zunehmend auch in beruflicher Hinsicht überfordert gefühlt. Ihre Vorgesetzte habe Unkonzentriertheit bei der Arbeit seit ein paar Monaten und
eine
Verschlechterung der sonst sehr guten Arbeitsleistung be
schrieben. Sie hätten in einem ersten Schritt eine Reduktion des Arbeitspensums auf 50
%
besprochen, was jedoch nur zu einer beschränkten Veränderung ge
führt habe. In Rücksprache mit dem Arbeitgeber sei die Beschwerdeführerin dann zu 100
%
krankgeschrieben worden und sei engmaschig zwei Mal pro Woche in die ambulante Behandlung gekommen. Seit 1. Juni 2012 steige die Beschwerdeführerin schrittweise wieder in den Arbeitsprozess ein
(was die
Be
schwerdegegnerin
in der Zeit vom Oktober 2013 bis Oktober 2013 mittels Frühinterventionsmassnahmen unterstützte [Urk. 16/20-28])
.
Gemäss den ärztlichen Zeugnissen des delegierenden
Dr.
med.
B._
,
Facharzt
Psychiatrie und Psychotherapie
,
war die Beschwerdeführerin a
b 1. März 2012 zu 60
%
arbeitsunfähig
für
bis zu
vier Wochen und seit 26. April 2012 für fünfein
halb Wochen ganz arbeitsunfähig (Urk. 16/6/1). Seit 4. Juni 2012
war sie
für zwei Wochen
teilweise arbeitsunfähig bei einem Pensum von 80
%
(
sie
arbeitete an vier Tagen pro Woche zwei Stunden pro Tag) und vom 7. Juni 2012 bis und mit 10. Juni 2012 ganz arbeitsunfähig (Urk. 16/6/2). Ab 16. Juni 2012 war sie für zwei Wochen
für
vier Mal zwei Stunden pro Woche
arbeitsfähig
(Urk. 16/6/3).
3.2
Lic
. phil.
A._
stellte im Bericht vom 18. Juni 2013
(Urk. 16/30)
die Diag
nose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte Episode (F33.01). Sie hielt fest, zu Beginn der Behandlung
hätten
bei der Beschwerde
führerin ein deprimierter Affekt,
A
ffektlabil
ität
, paranoide Ängste, Müdigkeit, Antriebs- und Lustlosigkeit, Tendenz zur Tag-Nacht-Umkehr, Interesselosigkeit, Konzentrationsbeeinträchtigungen und sozialer Rückzug vorgelegen. Aktuell zeige sich eine deutliche Besserung der Affektivität, sie sei schwingungsfähiger,
verfüge über eine
verbesserte Konzentration
und vermehrten
Antrieb. Sie habe jedoch weiterhin Mühe sich abzugrenzen und eine Tendenz bei Überforderung
zum Rückzug in Schlaf. Die Arbeitsunfähigkeit betrage 30
%
(bei entsprechen
der Anpassung des Arbeitsvertrages; Urk. 16/33)
. Wie sich beim langsamen Wiedereinstieg zeigte, sei ein 100
%
-Pensum aufgrund ihrer gesundheitlichen Voraussetzungen und den psychosozialen Anforderungen nicht möglich.
3.
3
Vom
10. Oktober bis 5. Dezember 2013
war die Beschwerdeführerin in stationä
rer Behandlung in der
E._
der
C._
,
Z._
(Urk. 16/40)
. Im Austrittsbericht vom 16. Dezem
ber 2013 stellten die Assistenzpsychologin Rust und
Dr.
med.
D._
, leitender Arzt, die Austrittsdiagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegen
wärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (F33.2). Sie hielten fest, die Beschwerdeführerin sei am 10. Oktober 2013 aufgrund
einer
depressive
n
Symptomatik im Rahmen einer Überforderung im Haushalt und
bei
der Kinder
erziehung
in
die
E._
eingetreten. Die Zuwei
sung sei durch
lic
. phil.
A._
(ambulante Psychotherapeutin) erfolgt. Zwei Wochen vor Eintritt habe die Beschwerdeführerin eine Blinddarmoperation ge
habt, welche ihr depressives Erleben verstärkt habe. Sie habe von Freud- und Antriebslosigkeit, Erschöpfung und fehlender Tagesstruktur berichtet. Die Be
schwerdeführerin habe geschildert, seit der Trennung von ihrem Mann im Jahr 2009 zunehmende Überlastungsanzeichen zu spüren
(S. 1)
.
Die Beschwerdeführerin sei eine wache, bewusstseinsklare, gepflegte, 35-jährige Frau mit Kopftuch, die einen deutlichen Leidensdruck verspüre und im Gespräch immer wieder weine. Blickkontakt sei vorhanden,
sie sei
adäquat im Kontakt, zugewandt, freundlich und mitteilungsbereit. Sie berichte von Einschränkungen in der Konzentration, im formalen Gedankengang sei sie kohärent. Es bestehe kein Hinweis auf Wahn, Sinnest
äuschungen oder Ich-Störungen. Es lägen k
eine Phobien und Zwänge
vor
. Im Affekt sei sie ratlos, niedergeschlagen, verzweifelt, freud- und hoffnungslos. Die Beschwerdeführerin äussere
,
sich hinsichtlich der Kindererziehung und den alltäglichen Haushaltsaufgaben überfordert zu fühlen. Der Antrieb sei gemindert,
es bestehe ein gestörter Tag
-
/Nacht-Rhythmus bei Durchschlafstörungen. Psychomotorisch
sei sie
unauffällig.
Es bestehe ein s
ozi
aler Rückzug.
Die Beschwerdeführerin habe sich g
laubhaft
von akuter Suizida
lität
distanziert
.
Es bestehe k
ein Hinweis auf Fremdgefährdung (S. 2).
Die Beschwerdeführerin sei am 5. Dezember 2013 in stabilerem und aufgehell
tem Zustand in die vorbestehenden Verhältnisse ausgetreten. Eine Verbesserung
habe
insbesondere hinsichtlich
der
Reduktion ihrer depressiven Symptome wahrgenommen werden
können
. Weiterhin sei es der Beschwerdeführerin ge
lungen, körperliche Aktivität regelmässig in ihren Alltag zu integrieren. Sie habe angegeben, vom Aufenthalt profitiert zu haben. Sie habe sich während der ganzen
Hospitalisation
klar und glaubhaft von Suizidalität distanziert (S. 3 f.).
Die Beschwerdeführerin leide an
einer rezidivierenden depressiven Episode, aktu
ell im Rahmen von Belastungs- und Überforderungssituationen. Zur Entste
hung und Aufrechterhaltung der psychischen Störung beigetragen hätten so
wohl die unzureichend gelungene
beziehungsweise
entwickelte Integration von eigenen Bedürfnissen und Wünschen in den Alltag, der Anspruch an sich selbst, keine Schwäche zu zeigen, Überforderungssituationen mit Kindern und Haus
halt sowie bestehende familiäre und berufliche Belastungsfaktoren. Die Be
schwerdeführerin könne eigene Affekte nicht in ihrer Vielfältigkeit erleben und zulassen - dies unter anderem aufgrund ihres kulturellen Hintergrundes
bezie
hungsweise
ihrer Wert- und Moralvorstellungen. Positive wie auch negative Emotionen riefen ein schlechtes Gewissen hervor und stünden mit Scham- und Schuldgefühlen in Verbindung. Es überwiegten negative Affekte, insbesondere eine starke Neigung zur Selbstent
wertung
. Gegensätze zwischen den eigenen Bedürfnissen und den Bedürfnissen der anderen könne die Beschwerdeführerin nur eingeschränkt wahrnehmen. Bei Bedürftigkeit falle es ihr ausserdem schwer, hilfreiche andere zu finden und in Anspruch zu nehmen. Die Beschwerdeführe
rin halte an bestimmten Grundüberzeugungen fest, wodurch neue Sichtweisen und kognitive Differenzierungsangebote nur langsam in das eigene Denken in
tegriert werden könnten.
Die Umstellung der vorbestehenden Medikation habe zu einem Nachlassen der Nebenwirkungen geführt. Die Etablierung einer alter
nativen Medikation sei während des stationären Aufenthalts nicht vollständig gelungen (S. 4).
3.
4
Im Bericht vom 16. Juni 2014 (
Urk. 16/58
)
stellte
die Psychotherapeutin
A._
wiederum
die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegen
wärtig leichte Episode (F33.01
). Sie hielt fest, es bestehe eine schwankende Stimmung mit Tendenz zum negativen
Pol, reduzierte Stresstoleranz und
A
f
fektlabil
ität
. Trotz Entlastungen im Alltag durch Spitex und Unterstützung durch sozialpädagogische Familienbegleitung und Reduktion des
Arbeitspen
sums
liege
keine deutliche Besserung der depressiven Symptomatik
vor
. Auf
grund des bisherigen Verlaufs müsse von einer
chronifizierten
depressiven Störung ausgegangen werden. Verschiedene medikamentöse
Behandlungsversu
che
seien aufgrund des ineffektiven Nebenwirkungs-Wirkungs-Profils abgesetzt worden. Die gegenwärtige Behandlung sei eine ambulante delegierte Psycho
therapie (delegierender Psychiater sei
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
)
mit
wöchentliche
n
Sitzungen. Die Arbeitsunfähigkeit be
trage 60
%
. Eine Erhöhung der Einsatzfähigkeit sei aufgrund des Verlaufs nicht möglich.
3.
5
Im Bericht vom 23. April 2015 (Urk. 7/2) stellte
lic
. phil.
A._
die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradig depressive Episode (F33.0/F33.1)
,
sowie einer emotional-instabilen
Persönlich
keitsstörung
vom
Borderline
-Typus (F60.31). Sie hielt fest, trotz geringer Belas
tung sei eine persistierende und fluktuierende depressive Verstimmung zu be
obachten. Es seien verschiedene Versuche der Erhöhung der Arbeitsbelastung im Rahmen der
Integrationsmassnahmen
der Invalidenversicherung
durchge
führt worden. Die Steigerung der Arbeitsbelastung habe in der Vergangenheit wiederholt zu einer Vers
ch
lechterung der depressiven Symptomatik geführt. Die beteiligten Fachpersonen -
die
Casemanagerin
der
F._
und
die
IV-Stelle - seien zum Schluss gekommen, dass die maximale Belastbarkeit der Beschwer
deführerin bei 40
%
liege. Erst im Verlauf der Behandlung sei deutlich gewor
den, dass die beschrieben
en
Persönlichkeitszüge als eigenständige Störung im Sinne einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung nach ICD-10
vor
dem Hintergrund einer kindlichen Bindungsstörung und emotionaler Verwahrlosung durch die Eltern anzusehen sei
(S. 2)
.
Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführe
r
in sei seit Behandlungsbeginn gekennzeichnet von Stimmungsschwankungen, Antriebs- und Energielosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Affektlabilität, deprimierter Stimmung, Schlafstörungen, Störung der Vitalgefühle, Gedächtnis-, Konzentrationsstörungen und
Auffas
sungsstörungen
(könne ihr aufgetragene Arbeiten nicht memorieren, sei ver
langsamt und unkonzentriert beim Schreiben von Patientendokumentationen nach 4,5 Stunden pflegerischer Tätigkeit). Die Beschwerdeführerin beschreibe sich als schnell ermüdbar (
sie
müsse nach der Arbeit mehrere Stunden schlafen gehen). Sie pflege weniger soziale Kontakte, da sie weder Lust noch Energie dazu habe. Sie leide unter hohen Ansprüchen an sich selber, „Helfersyndrom“ und Tendenz zur Selbstaufgabe (
sie
setzte Bedürfnisse von Familie, Kollegen
und
Patienten über die eigenen,
gebe Geld an Familienmitglieder und
Partner, obwohl sie selbst kein Geld habe), Schwierigkeiten eigene Grenzen wahrzuneh
men, „es ist nie gut genug“. Selbstzerstörerisches Verhalten im Sinne von un
gesundem Essverhalten bis zu gezügeltem Essverhalten, starker Nikotin- und
Koffeinabusus
, negatives Selbstbild. Im Haushalt erledige sie aufgrund von Überforderung und Energielosigkeit nur das Notwendigste und habe Schuldge
fühle, da ihr Anspruch an Haushaltsführung nicht erfüllt werde. Zu Beginn der Behandlung habe die Beschwerdeführerin auch über paranoide Inhalte berichtet: sie habe Angst von ihrem Ex-Ehemann über
da
s Internet und Mail überwacht zu werden (S. 1).
Es habe sich gezeigt, dass verschiedentliche Versuche, die Arbeitsleistung zu steigern, zu einer psychischen Dekompensation geführt hätten (Insuffizienzge
fühle, so
zialer Rückzug, Antriebs- und E
n
e
rgielosigkeit, deprimierter Affekt, kognitive Einschränkungen). Dies habe sich bei der Arbeit als Verschlechterung der Arbeitsleistung, Verlangsamung des Arbeitstempos,
I
nflexibilität bei neuen Arbeiten und gereiztem Affekt gezeigt.
Aktuell arbeite die Beschwerdeführerin auf der Pflegeabteilung 40
%
. Sie berichte in den Therapiestunden jeweils, dass sie sich nach der Arbeit für den Rest des Tages erschöpft und energielos fühle. Aufgrund ihrer rigiden Arbeitshaltung habe sie Mühe sich abzugrenzen und sich an die vereinbarten Arbeitszeiten zu halten, sodass sie häufig Überstunden mache. Auch sei beim Abschluss des Jobcoachings mit dem Arbeitgeber verein
bart worden, dass die Beschwerdeführerin nur halbe Tage arbeite. Es habe sich gezeigt, dass sie bei 4,5 Stunden täglich an ihre Grenzen geraten sei (S. 2).
4.
4.1
Aus den medizinischen Berichten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin im März 2012 an einer depressiven Störung erkrankte
. Diese en
t
stand
massgeblich
durch ein Zusammentreffen von belastenden Lebensumständen
.
Die ersten Symptome
zeigten sich nach der Scheidung
der Beschwerdeführerin
im Jahr 2011
, welche sich als
a
lleinerziehende
Mutter
zweier Kinder zunehmend auch mit der beruflichen Belastung im Rahmen von 80-100
%
überfordert sah (Urk. 16/12).
D
ie Fachärzte der
C._
hielten fest, dass die Beschwerde
führerin geschildert habe,
seit der Trennung von ihrem Mann im Jahr 2009 zu
nehmende Überlastungsanzeichen zu spüren (Urk. 16/40 S. 1).
Die Beschwerde
führe
rin selbst nannte bei der Identifikation der Belastungsquellen persistie
rende familiäre Schwierigkeiten, finanzielle Probleme sowie die Kindererzie
hung, bei welcher sie immer wieder an ihre Grenzen komme (Urk. 16/40 S. 3).
Bei dieser Ausgangslage ist davon auszugehen, dass die psychische Problematik im Wesentlichen in den psychosozialen Belastungsfaktoren aufgeht. Die schwierigen Lebensumstände haben zur vorliegenden Beeinträchtigung geführt
.
Die Fachärzte der
Z._
schrieben die rezidivierende depressive Episode denn auch ausdrücklich der Belastungs- und Überforderungssituation zu, welche die psychische Störung aufrecht erhalte (E. 3.3
hievor
); eine von den psychosozia
len Umständen
abgrenzbare andauernde Depression ist nicht ausgewiesen
.
Vielmehr beschrieben die Fachärzte der
Z._
eine Überforderung in verschiede
ner Hinsicht (Scheidung, finanzielle Probleme, Kinderbetreuung und -erziehung, Berufsbelastung), eine unzureichende Integration der eigenen Bedürfnisse in
den Alltag und hohe Ansprüche an sich selbst, mithin augenfällige psychosozi
ale Schwierigkeiten, und nicht einen davon losgelösten invalidisierenden psy
chischen Gesundheitsschaden. Nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann so
dann ein sekundärer Krankheitsgewinn durch die im Krankheitsverlauf etab
lierte externe Unterstützung seitens der Spitex und der sozialpädagogischen Familienbegleitung (Urk. 16/51/3).
In Anbetracht der im Vordergrund stehenden psychosozialen Belastungssitua
tion muss rechtsprechungsgemäss eine verselbständigte und ausgeprägte psy
chische Störung mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit aus
gewiesen sein (E. 1.3
hievor
). Die Ärzte der
Z._
nannten zwar als Diagnose eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psycho
tische Symptome, welcher jedoch durch die
Hospitalisation
wirksam begegnet werden konnte (E. 3.3
hievor
). Die Beschwerdegegnerin wies in diesem Zusam
menhang zutreffend darauf hin, dass selbst die behandelnde Therapeutin noch am 18. Juni 2013 (E. 3.2) und - nach der stationären Behandlung - erneut am 16. Juni 2014 von einer lediglich leichten Episode (E. 3.4) sprach, so dass nur eine vorübergehende schwere Episode ausgewiesen ist, die nicht als ausgeprägte Störung in Sinne der Rechtsprechung betrachtet werden kann. Zudem fällt ins Gewicht, dass die Beschwerdeführerin i
m Anschluss an den Klinikaufenthalt mit einer initialen Teilarbeitsfähigkeit von 30
%
, verteilt an drei Vormittagen,
wie
der begann
zu arbeiten (Urk. 16/40 S. 4). Sie arbeitete anschliessend - zumin
dest vorübergehend -
auch
zu 70
%
(Urk. 16/58 S. 2). Es ist daher davon auszu
gehen, dass die schwere depressive Episode einige Wochen dauerte und keine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit im Sinne des Gesetzes bewirkte.
Die im Übrigen von der behandelnden Therapeutin bescheinigte leichte depres
sive Episode ist rechtsprechungsgemäss vo
n
vornherein nicht geeignet, eine
leistungsspezifische Invalidität zu begründen (Urteil
des Bundesgerichts 9C_506/2014 vom 10.
November 2014 E. 4.2).
Nach Erlass der hier angefochte
nen Verfügung - und somit für die Beurteilung des hier angefochtenen Ent
scheids nicht mehr massgebend - nannte die Therapeutin zwar eine leichte bis mittelgradige depressive Episode (E. 3.5
hievor
), ohne indes nachvollziehbar darzulegen, worin sie die Verschlechterung der Symptomatik erblickte.
Selbst wenn man gleichwohl von einem selbständigen Gesundheitsschaden ausge
hen und die depressive Störung mit der behandelnden Therapeutin in Be
zug auf das depressive Geschehen als leicht bis mittelgradig fassen würde, ergibt sich Folgendes:
4.2
4.2.1
Vorwegzuschicken ist, dass laut bundesgerichtlicher Rechtsprechung leichte bis höchstens mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis in der Regel therapierbar sind und invalidenversicherungsrechtlich zu keiner Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit führen (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteile des Bundesgerichts 9C_836/2014 vom 23. März 2015 E. 3.1; 9C_667/2013 vom 29. April 2013 E. 4.3.2; 9C_917/2012 vom 14. August 2012 E. 3.2 und 9C_736/2011 vom 7. Februar 2012 E. 4.2.2.1; vgl. auch Rahel Sager, Die bun
desgerichtliche Rechtsprechung betreffend Depressionen, in: SZS 2015 S. 308 ff., 317 f. Ziff. 5.2). Daran hat auch BGE 141 V 281 nichts geändert (Urteil des Bundesgerichts 9C_892/2015 vom 22. Januar 2016 E. 2).
Die invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Störung ist aller
dings nicht schlechthin
auszuschliessen
; deren Annahme bedingt nach den höchstrichterlichen Vorgaben jedoch, dass es sich nicht
bloss
um die Begleiter
scheinung einer Schmerzkrankheit, sondern um ein selbständiges, vom psycho
genen Schmerzsyndrom losgelöstes depressives Leiden handelt (Urteile des Bun
desgerichts 9C_917/2012 vom 14. August 2013 E. 3.2 und 9C_210/2012 vom 9. Juli 2012 E. 3.1). Im Weiteren ist vorausgesetzt, dass eine konsequente
De
pressionstherapie
befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist. Fehlt es daran, ist nach der Rechtsprechung in der Regel keine invalidisierende Wirkung des Gesundheitszustandes anzunehmen (Urteil des Bundesgerichts 9C_454/2013 vom 29. Oktober 2013 E. 4.1).
Dabei stellt das Bundesgericht sowohl an die
Langjährigkeit
(verneint im vorge
nannten Urteil 9C_892/2015 bei einer Therapiedauer von weniger als andert
halb Jahren) als auch an die Intensität der Therapiebemühungen (vgl. etwa das vorgenannte Urteil 9C_454/2013 E. 4.1) hohe Anforderungen.
4.2.2
I
m April 2015
- mithin zwei Monate nach der rentenablehnenden Verfügung -
schrieb die
behandelnde
Therapeutin, dass die Beschwerdeführerin seit ein paar Monaten regelmässig
einmal pro Woche
in Therapie komme
. Zuvor habe sie
teilweise die Therapiesitzungen verschlafen oder sie vergessen (Urk. 7/2 S. 4)
. Von einer
langjährigen
regelmässigen
Depressionstherapie
kann deshalb
nicht ausgegangen werden.
4.2.3
Nach der Aktenlage nahm die Beschwerdeführerin vor Eintritt in die Klinik
im Oktober 2013
Efexor
, welches wegen Nebenwirkungen ausgeschlichen wurde. Es wurde eine Therapie mit
Wellbutrin
aufgenommen, welche jedoch aufgrund
von Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen innerhalb von zwei Wochen wie
der gestoppt wurde. Zur Verbesserung des Schlafes wurde
Trittico
einges
e
tzt, das jedoch ebenfalls nach knapp einer Woche aufgrund fehlender Wirkung wie
der abgesetzt wurde. Zwei Wochen vor Austritt wurde aufgrund beklagter Müdigkeit auf Wunsch der Patientin erneut eine medikamentöse Therapie mit
Aurorix
gestartet und bei einer insgesamt guten Verträglichkeit schrittweise
aufdosiert
(Urk. 16/40 S. 3).
Trotz der insgesamt guten Verträglichkeit von
Au
rorix
wurde
dieses
in der ambulanten Behandlung
gemäss Bericht vom 16. Juni 2014
abgesetzt
(Urk. 16/58
S. 2
). Obwohl die behandelnde Psychotherapeutin als Grund dafür ein ineffektives Nebenwirkungs-Wirkungs-Profil angibt
,
ist festzuhalten, dass bei der bestehenden Vielzahl verschiedener Antidepressiva eine (erneute) Umstellung der Medikation zumutbar ist.
Allenfalls ist dafür ein weiterer stationärer Aufenthalt nötig, was der Beschwerdeführerin mit Blick auf die Schadenminderungspflicht ebenfalls zumutbar ist.
So konnte namentlich i
m Rahmen der stationären Behandlung von
Oktober bis Dezember 2013 ein Nachlassen der Nebenwirkungen erreicht werden (Urk. 16/40 S. 4).
4.2.4
Nach dem Gesagten hat die
Beschwerdeführerin
die
Behandlungsmöglichkeiten
- weder in Bezug auf die psychopharmakologische Behandlung noch bezüglich der
regelmässigen
langjährigen Therapiesitzungen
–
noch nicht
optimal und nachhaltig aus
geschöpft.
Von einer
Therapieresistenz
kann
auch
in Anbetracht der in der stationären Behandlung eingetretenen gesundheitlichen Verbesserung nicht gesprochen werden. Demnach ist nicht ausgewiesen, dass das geklagte Leiden behandlungsresistent ist, weshalb es an einem invalidisierenden
Gesund
heitsschaden
im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG beziehungsweise an einer
invali
denversicherungsrechtlich
relevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit fehlt (Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 mit Hinweis auf BGE 140 V 193 E. 3.3).
4.3
Lic
. phil.
A._
diagnostizierte
im April 2015
- mithin
über einen Monat nach der angefochtenen Verfügung vom
2.
März 2015 -
erstmals
neben der de
pressiven Erkrankung eine
emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung vom
Borderline
-Typus (F60.31
,
Urk. 7/2)
.
Sie stellte diese
Diagnose
erst
vier Jahre nach Behandlungsbeginn (und über einen Monat nach
Erlass der
angefochtenen Verfügung vom
2.
März 2015
),
so dass sie hier grundsätzlich
ausser
Acht zu bleiben hat
(
Urteil des Bundesgerichts
9C_540/2015 vom 15. Oktober 2015 E.3
)
, obwohl
Persönlichkeitsstörungen häufig erstmals in der Kindheit oder in der Adoleszenz in Erscheinung
treten
und sich endgültig im Erwachsenenalter
manifestieren
(vgl. Weltgesundheitsor
ganisation, Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel
V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien,
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.], 9. Auflage 2014, S. 276).
Anhaltspunkte für eine typischerweise
früh
in Erschei
nung tretende Persönlichkeitsstörung im Kindes- oder Jugendalter gibt es vorliegend keine.
Die Beschwerdeführerin war bereits 37 Jahre alt im Zeit
punkt der Erstdiagnose.
Auch während des stationären Klinikaufenthaltes im Jahr 2013
erwähnten
die behandelnden Fachärzte keine Persönlichkeitsstörung. Die
se
Diagnose
erscheint
mit Blick auf den
unauffälligen
Lebenslauf
sowie
die späte
Diagnose nicht
nachvollziehbar
.
4.
4
Nach dem Gesagten ist mit dem im Sozialversicherungsrecht
massgebenden
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass kein
invalidi
sierender
Gesundheitsschaden vorliegt.
5.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen ist.
6
.
6
.1
Die Beschwerdeführerin hat in ihrer Beschwerdeschrift ein Gesuch um
unentgeltli
che
Prozessführung und
Bestellung einer unentgeltlichen
Rechtsver
treter
in
in der Person von
Rechtsanwältin Noëlle
Cerletti
gestellt
(
Urk.
1 S.
2
)
. Die Voraussetzungen zur Bewilligung der
unentgeltliche
n Prozessführung und zur Bestellung einer
unentgeltliche
n
Rechtsvertretung
gemäss
§ 16 Abs. 1 und Abs. 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) sind erfüllt
.
6
.2
Das Verfahren ist kostenpflichtig. Die Gerichtskosten
gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind auf Fr. 800.-- festzusetzen und
ausgangsgemäss
der Beschwerdeführe
rin aufzuerlegen, infolge bewilligter
unentgeltliche
r Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.3
Die
unentgeltliche
Rechtsvertreterin de
r
Beschwerdeführer
in
ist für ihre Bemühun
gen mit
ermessensweise festzusetzenden
Fr.
2‘600
.-- (vgl. §
§
7 und 8 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem
Sozi
alversicherungsgericht
) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
6.4
Die Beschwerdeführerin ist auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Auslagen für die
unentgeltliche
Rechtspflege verpflichtet werden kann, sofern sie dazu in der Lage ist.