Decision ID: fa202bac-fce4-5077-8535-b758e29910b5
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1953,
reiste 1986 von der
Y._
in die Schweiz ein. Zuletzt arbeitete er
von April 2009 bis September 2011 als Hilfsgärtner bei der
Z._
(
Urk.
10/7).
Am 2
6.
April 2012 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte
wegen Rücken- und
Fussbe
schwerden
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/2).
Die IV-Stelle holte den Arbeitgeberbericht der
Z._
vom
7.
Juni 2012 (Urk.
10/7),
den
Wirbelsäu
lensprechstundenbericht
der
A._
vom 22. November 2011 (Urk. 10/6/6) sowie
den Bericht von
Dr.
med.
B._
, FMH
Allge
meine Medizin
, vom
5.
Juli 2012 (
Urk.
10/8) und Auszüge aus dem individuel
len Konto (IK-Auszüge vom 1
0.
und 1
3.
Juli 2012,
Urk.
10/9-10) ein. In der Folge gab sie
beim
C._
ein
polydis
ziplinäres
Gutachten in Auftrag, das am 2
2.
Januar 2013 erstattet wurde (
Urk.
10/19).
Mit Vorbescheid vom 1
0.
April 2013 stellte die IV-Stelle dem Ver
sicherten die Abweisung seines Rentenbegehrens in Aussicht (
Urk.
10/23), wogegen dieser am 2
2.
April bzw.
3.
Juni 2013 Einwand erhob (
Urk.
10/24 und
Urk.
10/29).
Die
IV-Stelle holte
daraufhin
den Bericht des
D._
vom 2
5.
November 2013 (
Urk.
10/42)
ein
,
wozu
sich der Versicherte am
3.
März 2014 vernehm
en liess (
Urk.
10/56). Im Weiteren
nahm
die IV-Stelle den
an
Dr.
B._
gerichteten
Bericht der
E._
vo
m 1
2.
Juni 2014 (
Urk.
10/71) zu den Akten
, zu dem der Versi
cherte am
2.
Oktober 2014 Stellung nahm
(
Urk.
10/74). Schliess
lich verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch des Versicherten mit Verfü
gung
vom
2
9.
Oktober 2014
bei einem
Invaliditätsgrad von 0
%
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
1.
Dezember 2014 Beschwerde und bean
tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und
es sei ihm eine ganze IV-Rente
zuzusprechen; eventuell sei der Fall zwecks weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
8.
Januar 2015 die Abw
eisung der Beschwerde (Urk.
9). Mit Verfügung vom 1
2.
Januar 2015
bewilligte das Gericht das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Prozessführung und setzte ihm
Frist zur Replik an
(
Urk.
11), innert welcher sich der Beschwerdeführer nicht vernehmen liess (vgl.
Urk.
13).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invali
denrente.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen
kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die bis zur Begutachtung durch die Ärzte des
C._
aufliegenden
Arztberichte wurden in deren Expertise vom
2
2.
Januar 2013
zusammengefasst (Urk. 10/19/2-4
), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden.
2.2
Die Ärzte des
C._
stellten
im
polydisziplinären Gutachten vom 2
2.
Januar 2013 folgende Diagnosen mit
Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
10/19/19):
(1)
ein chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom linksbetont (ICD-10
M54.5)
-
myostatische
Insuffizienz mit den entsprechenden
muskuloligamentären
Überlastungsreaktionen
-
klinisch keine Hinweise für
radikuläre
Symptomatik
-
kernspintomografisch
im Oktober 2011 kein Nachweis einer
Diskushernie
(2)
eine
Fasziitis
plantaris
links (ICD-10 M72.2)
-
r
adiologisch plantarer Fersensporn
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Ärzte des
C._
folgende (
Urk.
10/19/19):
(1)
Status nach viraler Enzephalitis (ICD-10 A83) mit
-
tonisch-klonisch generalisiertem Anfall am
2.
April 2012
-
MRI-Kontrolle vom 3
0.
April 2012 ohne
residuelle
Pathologie
(2)
eine leicht
e
depressive Episode (ICD-10 F32.0)
(3)
ein regelmässiger Cannabiskonsum (ICD-10 F12.1)
(4)
eine Neuropathie
Nervus
cutaneus
femoris
lateralis
links (ICD-10 G57)
(5)
ein fortgesetzter Nikotinkonsum
(ca. 10
py
; ICD-10 F17.1)
Die Ärzte des
C._
gaben an,
dass beim Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit (als Hilfsgärtner) eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
bestehe. Für leichte bis intermittierend mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten bestehe eine 100%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit (
Urk.
10/19/21).
2.3
Dr.
med.
F._
, Leitender Arzt der Klinik für Erwachsene des
D._
,
diagnostizierte im Bericht vom 2
5.
November 2013
eine Epilepsie mit bislang drei generalisierten tonisch-klonischen Anfällen (ICD-10 G40.6) nach viraler Enzephalitis ohn
e Erregernachweis im April 201
2. Dr.
F._
erklärte, dass aufgrund der Anfälle keine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
in der bisherigen Tätigkeit
vorliege. Es bestünden aber
qualitative Einschränkun
gen, in
dem keine Arbeiten an gefährlichen Maschinen, auf Leitern und Gerüs
ten sowie in anderen Gefahrenbereichen bzw. solche
,
die das Führen eines Kraftfahrzeuges erfordern würden,
aus
geführt werden dürften. Ausserdem ver
biete sich die alleinige Betreuung und Beaufsichtigung von Schutzbefohlenen. Nachtschichten
seien
zu vermeiden
.
Die Wiederaufnahme der beruflichen Tätig
keit sei dem Beschwerdeführer
aus
epileptologischer
Sicht
ab sof
ort im Umfang von 100
%
möglich
(
Urk.
10/42/
1-
6
).
2.4
Die medizi
nischen Fachpersonen der
E._
führten
im Bericht vom 1
2.
Juni 2014 zuhanden von
Dr.
B._
aus
, dass aufgrund von Anamnese, Klinik, Neuropsychologie und Bildgebung eine depressive Episode bestehe. Ein Hinweis auf eine neurodegenerative Erkrankung finde sich nicht. Neuropsychologisch würden sich Beeinträchtigungen im Gedächtnis sowie bei exekutiven Funktionen feststellen lassen. Die Untersuchung könne aber nicht als valide beurteilt werden, da nur Vergleichswerte von Personen mit sieben
jähriger Schulbildung vorliegen würden. Der Beschwerdeführer, der nur drei Monate lang das Alphabet gelernt und fast keine Schreib- und Lesekenntnisse habe, sei
indes
als Analphabet zu betrachten. Die subjektiv beklagten Ein
schränkungen könnten am ehesten im Rahmen
de
r ausgeprägten depressiven Erkrankung bei psychosozialer Belastung und zum Teil als chronische Folge der
enzephalitischen
Hirnschädigung interpretiert werden.
Desweiteren
könnten Einbussen im Lernvermögen und Gedächtnis auch mit dem langjährigen
Can
nabiskonsum
in Verbindung gebracht werden.
Neuroradiologisch habe sich der vorbekannte ausgedehnte
Parenchymdefekt
links frontal mit
Gliosezone
, wel
cher sich im Vergleich zur Voruntersuchung vor sechs Monaten nicht verändert habe und gemäss den Neuroradiologen am ehesten als alter, nicht
eingebluteter
Entzündungsherd oder nicht
eingebluteter
em
b
olischer
Infarkt zu beurteilen sei
, gefunden
. Das restliche Hirnparenchym sei unauffällig
.
Im Vordergrund gestanden habe in der Exploration während der Untersuchung eine ausgeprägte depressive Stimmungslage, welche sie auf die hohe psychosoziale Belastungs
situation (Trennung und Wegzug der Familie, unbefriedigende Wohnsituation, finanzielle Schwierigkeiten, Epilep
sie bei Status nach Enzephalitis) zurückfüh
ren würden
(
Urk.
10/71/3).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der
angefochtenen Verfügung vom 29.
Oktober 2014
(
Urk.
2)
in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das polydisziplinäre Gutachten des
C._
vom
2
2.
Januar 2013
(
Urk.
10/19)
so
wie die Stellungnahme von
PD
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Neurologie, des Regionalen Ärztlichen Die
nstes (RAD) vom 2
3.
Oktober 2014
(
Urk.
10/77/6-7).
3.2
3.2.1
Der Beschwerdeführer wurde
am 12., 1
4.
und 2
0.
November 2012
im
C._
– in Anwesenheit
eines Dolmetschers (
vgl.
Urk.
10/19/4) - in
allgemeininternisti
scher
,
rheumatologischer,
neurologischer, neuropsychologischer
und
psychiat
rischer
Hinsicht
begutachtet.
Die Ärzte des
C._
legten in ihrem Gutachten
vom 2
2.
Januar 2013
dar, dass entsprechend den subjektiv geklagten Beschwerden des Beschwerdeführers die Evaluation aus Sicht des Bewegungsapparates im Vordergrund stehe. Entgegen den subjektiven Beschwerden würden sich nur gering- bis
mässiggradige
Befunde erheben lassen. Am Rücken besteh
e keine
radikuläre
Symptomatik. Es
seien leichte bis
mässiggradige
degenerative Veränderungen
gegeben, eine r
ele
vante Diskushernie
indes
nicht
. Im Weiteren würden sich verschiedene deutli
che funktionelle Überlagerungszeichen, validiert nach
Waddell
, nachweisen lassen.
Insgesamt bestehe aus
Sicht des
Bewegungsapparates eine le
icht ver
minderte Belastbarkeit,
so dass keine anhaltend schweren Tätigkeiten mehr zumutbar seien. In der angestammten Tätigkeit als Hilfsgärtner könne von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Für leichte bis intermittierend mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten bestehe aus Sicht des Bewegungs
apparates keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
Aus neurologischer Sicht bestätige sich, dass keine Hinweise auf ein
radikuläres
Rei
z- bzw.
sensomotori
sche
s Ausfallsyndrom vorlägen
.
Angenommen werden könne
eine leichte Neu
ropathie de
s
Nervus
cutaneus
femoris
links.
Von der Enzephalitis habe sich der Beschwerdeführer im Verlauf gut erholt. Insgesamt sei die Arbeitsfähigkeit aus neurologischer Sicht nicht mehr eingeschränkt.
Aus neuropsychologischer Sicht sei vor allem auffallend, dass der Beschwerdeführer immer wieder in
aggrava
torisches
Verhalten verfalle. Bei Konfrontation damit
sei
er dann
in der Lage,
eine durchschnittliche Leistung zu zeigen.
Insgesamt bestehe aus neuropsycho
logischer Sicht keine vali
dierbare Einschränkung
,
s
o dass die Arbeitsfähigkeit aus neuropsychologischer Sicht nicht eingeschränkt sei. Aus psychiatrischer Sicht könne beim Beschwerdeführer eine geringe affektive Störung festgestellt werden, im Sinne einer leichten depressiven Episode. Es bestehe ein regelmässi
ger erheblicher Cannabiskonsum. Eine relevante Komorbidität liege aus psychi
atrischer Sicht nicht vor. Wie der Beurteilung des psychiatrischen
Teilgutach
tens
zu entnehmen sei, sei die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht eingeschränkt.
Aus allgemeininternistischer Sicht würden ebenfalls keine Befunde und Diagnosen vorliegen, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würden.
Zusammenfassend resultiere
daher
aus interdisziplinärer Sicht, dass beim Beschwerdeführer für
ausschliesslich
schwere Tätigkeiten eine Arbeitsun
fähigkeit anzunehmen sei. In der angestammten Tätigkeit als Hilfsgärtner sei von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Für leichte bis intermittierend mittelschwere, wechse
lbelastende Tätigkeiten sei
hingegen eine 100%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit
gegeben
. Aufgrund d
er anamnestischen Anga
ben, der
Untersuchungsbefunde, der vorliegenden Dokumente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten würden sie die um 50
%
eingeschränkte Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit seit August 2011 bestätigen. Seither könne auch das Zumutbarkeitsprofil für leichte und intermittierend mittelschwere Tätigkeiten, wie oben beschrieben, angenommen werden, unter
brochen von einer vollen Arbeitsunfähigkeit
vom 2.
April bis zum 1
9.
Juni 2012 und von einer 20%igen Ei
nschränkung ab dem 2
0.
Juni
bis Oktober 2012
(
Urk.
10/19/20
-21
).
3.2.2
Diese Beurteilung der Ärzte des
C._
,
die sie in Kenntnis und Auseinanderset
zu
ng mit den
Vorakten
abgaben, erscheint
angesichts der genannten Befunde und der Erläuterungen dazu plausibel und einleuchtend.
Der Bericht von
Dr.
B._
vom
5.
Juli 2012 (
Urk.
10/8) vermag die Einschät
zung der Ärzte des
C._
nicht in Zweifel zu ziehen, zumal er nicht nachvollziehbar begründet hat, weshalb der Beschwerdeführer selbst in einer angepassten Tätigkeit lediglich noch zu 40
%
arbeitsfähig sein
soll.
Im Übrigen da
rf und soll da
s Gericht in Bezug auf Berichte von Hausärzten auch der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass
diese
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Was der Beschwerdeführer
gegen die Beurteilung der Ärzte des
C._
vorbrachte (
Urk.
1), vermag
ebenfalls
nicht zu überzeugen.
Entgegen
seinen
Darlegungen haben die Ärzte
des
C._
bei
ihr
er Beurteilung
auch die Ergebnisse des MRI
der Lendenwirbelsäule (LWS)
von Oktober 2011 berücksichtigt (vgl.
Urk.
10/19/13-14 und
Urk.
10/19/20).
Im Weiteren gingen sie auch auf den gemäss
den
anamnestischen Angaben
des Beschwerdeführers
seit sechs oder sieben Jahren bestehenden Cannabisko
nsum ein. Der psychiatrische Gutachter erachtete
ein Cannabisabhängigkeitssyndrom aber nicht als erwiesen
,
und
im Rahmen
der interdisziplinären Beurteilung stellten
die Ärzte des
C._
diesbezüglich keine
relevante
Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit
fest
(
Urk.
10/19/5
,
Urk.
10/19/9
und
Urk.
10/19/20
).
Der psychiatrische Gutachter des
C._
wies
sodann
darauf hin, dass de
r Beschwerdeführer gemäss
seinen
eigenen
Angaben früher bei Dr.
med.
H._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, in
Behandlung gewesen sei und
kein Bericht in den Akten liege (
Urk.
10/19/11). Dass kein
sol
cher
Bericht
aktenkundig ist
, war allerdings nicht auf ein Versäumnis der Beschwerdegegnerin zurückzuführen. Denn der Beschwerdeführer hat im Rah
men seiner Anmeldung bei der Beschwerdeg
egnerin nicht erwähnt, dass Dr.
H._
sein behandelnder Arzt sei. Er gab
einzig an, dass er seit September
2011 von
Dr.
med.
I._
, FMH Innere Medizin,
und
seit ca. 2005 von Dr.
B._
behandelt werde (
Urk.
10/2/5)
.
Dr.
B._
notierte
im Bericht vom
5.
Juli
2012 lediglich
, dass der Beschwerdeführer
„
vor Jahren
“
bei
Dr.
H._
in der Psychotherapie gewesen
sei
(
Urk.
10/8/2).
Laut den Angaben des Beschwerdeführers anlässlich der psychiatrischen Begutachtung im
C._
hatte er Dr.
H._
ein paar Mal aufgesucht, und zwar ca. im Jahr 2000 (Urk. 10/19/7). In der Folgezeit bis zur psychiatrischen Begutachtung im
C._
im November 2012 fand offenbar keine psychiatrische Behandlung mehr statt. Gemäss den Angaben von Dr.
B._
im Bericht vom 5. Juli 2012 bestand die von ihm durchgeführte gegenwärtige Behandlung in stützenden Gesprächen in der Muttersprache sowie in der Einnahme der verordneten Medikamente. Unter dem Titel „Aktuelle Medikation“ führte er dabei lediglich ein
Antiepilep
tikum
(
Keppra
500 mg) an (Urk. 10/8/2). Auch im Zeitpunkt der Begutachtung im
C._
erhielt der Beschwerdeführer keine antidepressive Medikation (Urk. 10/19/5 und Urk. 10/19/9). Vor diesem Hintergrund vermag die Beurtei
lung des psychiatrischen Gutachters, wonach der Beschwerdeführer aktuell unter einer die Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtigenden leichten depressiven Episode leide (Urk. 10/19/9) und wonach
sich
aufgrund der heutigen Unt
ersu
chung keine Hinweise
ergäben
, dass beim Beschwerdeführer,
der
im Übrigen
seit seiner Einreise in die Schweiz
1986
immer erwerb
stätig war (vgl.
Urk.
10/9-10
),
früher
eine schwerere depressive Episode, die zu einer Arbeitsunfähigkeit geführt hätte, bestanden
habe (Urk. 10/19/11), ohne Weiteres zu überzeugen. Dies gilt umso mehr, als leichte bis höchstens mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis gemäss bundesgerichtlicher Praxis in der Regel
thera
pierbar
sind und zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 7.2.1 mit Hinweisen).
3.
3
3.
3
.1
Was den weiteren Verlauf
nach der Begutachtung im
C._
vom
November 2012 anbelangt,
erklärte
RAD-Arzt
Dr.
G._
in der Stellu
ngnahme vom 2
3.
Oktober 2014
, dass die neu vorgeleg
ten Untersuchungsergebnisse diejenigen
des inter
disziplinären Gutachtens vom 2
2.
Januar 2013 belegen würden. Eine neue rele
vante medizinische Entwicklung
liege
seither nicht
vor
. Die Einschränkungen durch die Depression seien nicht
höhergradig
und durch eine noch zu etablie
rende psychiatrisch-psychologische Therapie verbesserbar. Eine namhafte funk
tionelle Einsch
r
änkung du
rch die Folgen der Enzephalitis
sei nicht dokumen
tiert. Der schädige
nde Einfluss des Cannabiskonsum
s sei bereits von d
en
C._
-Gutachtern thematisiert worden. In angepasster Tätigkeit (leichte bis intermit
tierend mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten, keine Arbeiten an gefähr
lichen Maschinen, auf Leitern und Gerüsten, kein Führen eines Kraftfahrzeuges, keine alleinige Betreuung von Schutzbefohlenen) könne nach wie vor von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Auch im Übrigen könnten die Ergebnisse des interdisziplinären Gutachtens weiter gelten, welche auch von den Durchuntersuchungen am
D._
bestätigt worden seien (
Urk.
10/77/6-7).
3.3
.2
Auch diese Ausführungen
von RAD-Arzt
Dr.
G._
sind nachvollziehbar und finden in den vorliegenden medizinischen Akten ihre Stütze. Nach der Begut
achtung im
C._
wurde der Beschwerdeführer im
D._
in
epileptologi
scher
Hinsicht
eingehend untersucht (vgl.
Urk.
10/42).
Dr.
F._
vom
D._
konnte aber
kein
e
quantitativen
Einschränkungen
der Arbeitsfähigkeit
in der
bisherigen Tätigkeit
feststellen
(
Urk.
10/42/3)
. Im Weiteren wurden im Bericht der
E._
vom 1
2.
Juni 2014 (
Urk.
10/71
) keine relevanten neuen Diagnosen und Befunde genannt, die nicht bereits im Gut
achten des
C._
vom 2
2.
Januar 2013 (
Urk.
10/19)
erwähnt
worden wären.
3.4
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit im Gu
tachten des
C._
vom 22.
Januar 2013 und in der Ste
llungnahme von RAD-Arzt
Dr.
G._
vom 23.
Oktober 2014 abgestellt hat.
4.
Der von der Beschwerdegegnerin im Rahmen der Invaliditätsbemessung vorge
nommene Einkommensvergleich, der per August 2012 einen Invaliditätsgrad von 0
%
ergab, wurde vom Beschwerdeführer nicht in Zweifel gezogen
(
Urk.
1)
. Für eine nähere Prüfung von Amtes wegen besteht kein Anlass (BGE 125 V 413 E. 1b und 2c).
5.
Die angefochtene Verfügung vom 2
9.
Oktober 2014, mit welcher ein Rentenan
spruch des Beschwerdeführers verneint wurde, erweist sich damit als rechtens.
Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Strei
twert festzulegen (
Art.
69 Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (vg
l.
Urk.
5
) einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Kommt der Beschwerdeführer künftig in günstige wirtschaftliche Verhältnisse, so kann ihn das Gericht zur Nachzahlung verpflichten (
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).