Decision ID: 2bc9ae76-4434-5460-9d3b-34ff918cfe85
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
Z._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh, Waisenhausstrasse 17, Postfach,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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St.Galler Gerichte
Rentenrevision
Sachverhalt:
A.
A.a Z._ meldete sich am 11. Juli 2002 zum Bezug von IV-Leistungen (Rente) an, da
sie unter weichteilrheumatischen Beschwerden leide (act. G 8.2). Am 2. April 2003 teilte
die IV-Stelle St. Gallen der Versicherten mit, ihre Abklärungen hätten ergeben, dass sie
seit 5. Juli 2002 in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Somit sei die einjährige
Wartezeit noch nicht erfüllt. Die Anspruchsvoraussetzungen würden nach Ablauf der
Wartezeit geprüft werden (act. G 8.22). Im Arztbericht vom 20. Mai 2003 attestierte Dr.
med. A._, Rheumatologe an der Klinik Valens, der Versicherten unter Bezugnahme
auf seinen Bericht vom 18. September 2002 (act. G 8.12) für die angestammte Tätigkeit
als Textilarbeiterin eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit seit 5. Juli 2002 (act. G 8.23). Im
Arztbericht vom 16. August 2003 attestierte Dr. med. B._, FMH Allgemeine Medizin,
der Versicherten unter Beilage des Berichts der Klinik Valens vom 7. Mai 2002 in der
angestammten Tätigkeit ebenfalls eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit seit 5. Juli 2002; vom
18. Juni bis 4. Juli 2002 habe die Arbeitsunfähigkeit 100% betragen (act. G 8.27). Mit
Verfügung vom 4. Juni 2004 sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Wirkung ab 1.
Juni 2003 ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 50% eine halbe Invalidenrente zu
(act. G 8.33).
A.b Am 23. Februar 2005 liess die Versicherte der IV-Stelle durch die INFINA GmbH,
Sozialversicherungsrecht und Rechtsberatung, mitteilen, ihre Erwerbsfähigkeit habe
sich aufgrund des psychischen Gesundheitszustands seit Herbst 2003 stark
verschlechtert. Sie stelle daher einen Antrag auf Revision. Diesem Schreiben lag ein
Arztzeugnis von Dr. med. C._, Psychiatrie/Psychotherapie, vom 16. Februar 2005
bei, worin dieser der Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 23. Oktober
2003 attestierte (act. G 8.36). Entsprechende Angaben machte die Versicherte am 28.
April 2005 auch im "Fragebogen für Revision der Invalidenrente" (act. G 8.40).
A.c In der Folge wurde die Versicherte psychiatrisch und rheumatologisch untersucht
und begutachtet; zudem wurde eine Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen
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Leistungsfähigkeit (EFL) durchgeführt. Die psychiatrische Untersuchung erfolgte am 2.
Februar 2007 durch Dr. med. D._, Psychiatrie/Psychotherapie FMH, in der Klinik
Teufen (act. G 8.56). Die rheumatologische Begutachtung und die EFL erfolgten am
15. und 16. Februar 2007 in der Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene
AG (AEH; act. G 8.61). Gesamthaft beurteilten die Gutachter die Arbeitsfähigkeit der
Versicherten sowohl für die angestammte als auch für eine angepasste Tätigkeit als zu
50% gegeben (act. G 8.61-6).
A.d Mit Vorbescheid vom 27. April 2007 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, dass ihre Invalidenrente nicht erhöht werde (act. G 8.66). Hiergegen erhob die
Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh, am 29. Mai 2007
Einwand, den sie am 7. September 2007 begründen liess (act. G 8.67 und 8.73).
B.
Mit Verfügung vom 10. Oktober 2007 wies die IV-Stelle das Begehren um eine
Erhöhung der Invalidenrente ab. Aufgrund der aktuell vorliegenden medizinischen
Unterlagen könne keine Verschlechterung ausgewiesen werden, welche sich auf die
zumutbare angepasste Arbeitsfähigkeit auswirke (act. G 8.74).
C.
C.a Mit Eingabe vom 12. November 2007 und ergänzender Begründung vom 14.
Januar 2008 erhebt der Vertreter der Versicherten Beschwerde und beantragt, die
Verfügung vom 10. Oktober 2007 sei aufzuheben. Der Beschwerdeführerin sei eine
Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von mehr als 50% zuzusprechen.
Zudem sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Zur Begründung bringt er
im Wesentlichen vor, der psychische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
habe sich verschlechtert. Es sei daher nicht nachvollziehbar, weshalb nach wie vor eine
50%ige Arbeitsfähigkeit gegeben sein soll. Die körperlich und die psychisch bedingte
Arbeitsunfähigkeit seien zwar nicht per se zu addieren, die eine gehe jedoch in der
anderen auch nicht vollends auf (act. G 1 und 6).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 11. Februar 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung macht sie im Wesentlichen geltend,
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das Gutachten sei überzeugend, weshalb darauf abgestellt werden könne. Zudem
seien die psychischen Beschwerden der Beschwerdeführerin bereits bei der ersten
Rentenverfügung berücksichtigt worden. Es stehe fest, dass die adaptierte
Arbeitsfähigkeit nach wie vor 50% betrage (act. G 8).
C.c Am 20. Februar 2008 wird der Beschwerdeführerin die unentgeltliche
Prozessführung bewilligt (act. G 9).
C.d Mit Replik vom 24. April 2008 hält der Vertreter der Beschwerdeführerin an seinen
Anträgen fest. Aufgrund der Depression der Beschwerdeführerin sei zweifelsohne ein
Leidensabzug von mindestens 10% angezeigt (act. G 13).
C.e Mit Duplik vom 5. Mai 2008 hält die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag fest (act.
G 15).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366
E. 1b), sind vorliegend die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden materiellen
Bestimmungen anwendbar.
2.
2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
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ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen
Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 1a IVG besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad
von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.2 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb).
2.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur
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Rentenrevision gibt nach der Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Eine bloss unterschiedliche
Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts stellt dagegen
praxisgemäss keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2b; SVR
1996 IV Nr. 70 S. 203). Ob eine revisionsbegründende Änderung eingetreten ist,
beurteilt sich durch einen Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten
rechtskräftigen Verfügung bestand, welche auf einer materiellen Prüfung des
Rechtsanspruchs beruht (BGE 133 V 108), mit demjenigen zur Zeit der streitigen
Neubeurteilung (BGE 130 V 351 E. 3.5.2; BGE 125 V 369 E. 2).
3.
3.1 Die ursprüngliche Rentenzusprache basierte in erster Linie auf den Beurteilungen
der Klinik Valens und von Dr. B._. Im Bericht vom 18. September 2002
diagnostizierte die Klinik Valens ein primäres Fibromyalgiesyndrom und ein
subacromiales Schmerzsyndrom beidseits, linksbetont. Die Beschwerdeführerin sei in
der angestammten Tätigkeit seit 5. Juli 2002 zu 50% arbeitsunfähig. Für leichte
wechselbelastende Arbeiten betrage die Arbeitsfähigkeit 50% (halbtags; act. G 8.12).
Dr. B._ stellte im Bericht vom 16. August 2003 ein primäres Fibromyalgiesyndrom
und eine depressive Entwicklung als Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit. Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er eine
Periarthropathia humeroscapularis linksbetont und ein retropatelläres Schmerzsyndrom
beidseits. Vom 18. Juni bis 4. Juli 2002 sei die Beschwerdeführerin in der
angestammten Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Seit 5. Juli 2002 betrage die
Arbeitsunfähigkeit 50%. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
führte er aus, der Beschwerdeführerin seien wechselbelastende Arbeiten mit der
Möglichkeit zu Pausen entsprechend einem vollen Arbeitspensum über vier Stunden
pro Tag möglich (act. G 8.27).
3.2 Die angefochtene Verfügung stützt sich auf das Gutachten der AEH vom 29. März
2007. Darin wurden folgende Diagnosen gestellt: 1. ein generalisiertes
Schmerzsyndrom mit/bei Panvertebralsyndrom und Weichteilschmerzsyndrom der
Extremitäten, leichten degenerativen LWS-Veränderungen, Symptomausweitung und
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Haltungsinsuffizienz sowie 2. eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradige Episode mit somatischen Symptomen. Zur Arbeitsfähigkeit führten die
Gutachter aus, aufgrund der ausgeprägten Selbstlimitierung hätten sich in der EFL
keine funktionellen Leistungslimiten objektivieren lassen. Aufgrund der von
rheumatologischer Seite objektivierbaren Befunde (Haltungsinsuffizienz) sei jedoch von
einer leicht verminderten Wirbelsäulenbelastbarkeit auszugehen. Körperliche
Schwerarbeit sei nicht mehr zumutbar. Bei der angestammten Tätigkeit als
Betriebsmitarbeiterin einer Textilfabrik in einem 100%-Pensum handle es sich um eine
körperlich leichte Tätigkeit. Diese sei aus rheumatologisch-orthopädischer Sicht
vollumfänglich zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht sei die Beschwerdeführerin zu 50%
arbeitsunfähig. Gesamthaft beurteilten sie die Arbeitsfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit als zu 50% gegeben. In einer adaptierten Tätigkeit (leichte bis mittelschwere
Tätigkeit) betrage die Arbeitsfähigkeit gesamthaft betrachtet ebenfalls 50%. Zur Frage,
ob seit der ersten Zusprache der Rente eine Veränderung des Gesundheitszustands
eingetreten sei, führten sie aus, aus rheumatologischer Sicht sei keine
Verschlechterung des Gesundheitszustands eingetreten. Es lasse sich lediglich eine
zunehmende Symptomausweitung festhalten, welche jedoch keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit habe. Aus psychiatrischer Sicht habe sich der Zustand der
Beschwerdeführerin verschlechtert; ein Vergleich zur Referenzsituation im Juni 2003 sei
jedoch nicht möglich, weil diesbezüglich keine Angaben existierten (act. G 8.61).
3.3 Massgebend ist, ob die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
durch die AEH-Gutachter und Dr. D._ Ausdruck einer Veränderung der
gesundheitlichen Verhältnisse ist oder ob ein im Wesentlichen gleich gebliebener
Sachverhalt von den Gutachtern anders beurteilt wurde als von der Klink Valens und
Dr. B._.
3.3.1 Die Beschwerdeführerin macht in diesem Zusammenhang geltend, am
rheumatologischen Befund habe sich seit der ersten Verfügung nichts geändert; die
Gutachter gingen nach wie vor von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit aus. Hingegen
werde eine klare Verschlechterung der psychischen Situation festgestellt. Gemäss Dr.
D._ habe sich der psychische Zustand der Beschwerdeführerin seit ca. zwei Jahren
zunehmend verschlechtert. Aus rein psychiatrischer Sicht sei sie zu 50%
arbeitsunfähig. Nachdem sich die psychische Situation nachweislich verschlechtert, im
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Jahr 2004 bei der Frage der Berentung jedoch keine Rolle gespielt habe, sei nicht
nachvollziehbar, weshalb nach wie vor eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit gegeben sein
soll. Die Verstärkung der Depression führe zwangsläufig zu einer Reduzierung der
verbleibenden Arbeitsfähigkeit (act. G 1).
3.3.2 Die Beschwerdegegnerin hält dem entgegen, es treffe nicht zu, dass die
Gutachter davon ausgingen, aus rheumatologischer Sicht bestehe "nach wie vor" eine
50%ige Arbeitsunfähigkeit. Die psychischen Beschwerden seien bereits bei der ersten
Rentenzusprache berücksichtigt worden. Es stehe fest, dass die adaptierte
Arbeitsfähigkeit nach wie vor 50% betrage. Die Einschränkung scheine sich aber etwas
weg von den somatischen hin zu den psychiatrischen Beschwerden verlagert zu
haben. Möglich sei auch, dass die der ersten Verfügung zugrunde liegenden
Arztzeugnisse, die von den behandelnden Ärzten stammten, dieselben somatischen
Befunde als einschränkender beurteilt hätten als die Gutachter (act. G 8).
3.3.3 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist vorliegend nicht von einer
Verschlechterung des Gesundheitszustands auszugehen. Zwar kommen die AEH-
Gutachter bzw. Dr. D._ zum Schluss, aus psychiatrischer Sicht habe sich der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in den letzten zwei Jahren verschlechtert,
doch kann letzterer sich über den Verlauf der Arbeitsfähigkeit seit der ursprünglichen
Rentenzusprache aus psychiatrischer Sicht nicht äussern, da diesbezüglich keine
Angaben existieren (act. G 8.56-7). Mangels psychiatrischer Vorakten konnte somit
kein Vergleich zwischen dem Zustand im Zeitpunkt der ursprünglichen
Rentenzusprache und dem Zustand zum Revisionszeitpunkt vorgenommen werden.
Insofern ist auch nicht nachvollziehbar, wie dennoch eine Veränderung des
Gesundheitszustands festgestellt werden konnte. Dies umso weniger, als Dr. B._
bereits im Vorfeld der ursprünglichen Rentenzusprache eine depressive Entwicklung
diagnostiziert hatte und ausführte, im Rahmen der Fibromyalgie habe sich eine reaktive
mittelschwere Depression entwickelt (act. G 8.27). Der Psychiater Dr. C._ hatte der
Beschwerdeführerin am 16. Februar 2005 gar eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 23.
Oktober 2003 attestiert, also ab einem Zeitpunkt vor der ursprünglichen
Rentenverfügung (act. G 8.36-2). Insgesamt ist somit davon auszugehen, dass die
psychiatrische Befindlichkeit der Beschwerdeführerin bereits bei der ursprünglichen
Rentenzusprache berücksichtigt wurde, auch wenn damals die körperlichen
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Beschwerden im Vordergrund standen. Im Revisionszeitpunkt scheinen die
körperlichen Beschwerden demgegenüber in den Hintergrund getreten zu sein und die
Beschwerdeführerin ist heute in erster Linie aus psychiatrischer Sicht eingeschränkt.
Gesamthaft betrachtet haben sich der Gesundheitszustand und der Umfang der
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin jedoch nicht verändert. Dies lässt sich mit
dem "Wesen" der ursprünglich diagnostizierten Fibromyalgie erklären. Zwar handelt es
sich bei der Fibromyalgie an sich um eine rheumatische Erkrankung (vgl. ICD-10:
M79.0), doch weist sie auch eine psychische Komponente auf. Da sie angesichts ihrer
unklaren Ursachen kaum der Kategorie der psychischen oder psychosomatischen
Leiden oder gar der organischen Krankheiten zugerechnet werden kann, geht die
allgemeine Tendenz in der Wissenschaft dahin, eine Kombination der beiden Elemente
anzunehmen, wobei allerdings die psychosomatische Komponente überwiegt (BGE
132 65 ff., E 3.3 [= Praxis 2007 Nr. 38 S. 232 ff.], mit Hinweisen). In besagtem
Entscheid hat das Bundesgericht daher entschieden, es rechtfertige sich, die
Fibromyalgie unter einem juristischen Blickwinkel nach denselben Grundsätzen zu
behandeln wie eine somatoforme Schmerzstörung. Bei der somatoforme
Schmerzstörung handelt es sich demgegenüber um eine Erkrankung aus dem Bereich
"Psychische und Verhaltensstörungen" (vgl. ICD-10: F45.4). Es ist somit davon
auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der
ursprünglichen Rentenzusprache nicht wesentlich verändert hat, sich ihre
Beschwerden mittlerweile jedoch von der körperlichen auf die psychische Ebene
verlagert haben. Daran ändert auch nichts, dass die Gutachter die Diagnose der
Fibromyalgie nicht bestätigt, an deren Stelle jedoch ein generalisiertes
Schmerzsyndrom diagnostiziert haben.
3.3.4 Da sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der ursprünglichen
Rentenzusprache nicht verändert hat, liegt kein Revisionsgrund vor. Entsprechend
besteht auch kein Anlass, eine neue Invaliditätsbemessung vorzunehmen und dabei
den von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Anspruch auf einen Leidensabzug
zu prüfen. Lediglich der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass, wenn überhaupt,
höchstens ein Leidensabzug von 10% angebracht wäre, wodurch (aufgrund der
parallelisierten Vergleichseinkommen) neu ein Invaliditätsgrad vom maximal 55%
resultieren würde, womit die Beschwerdeführerin weiterhin "nur" Anspruch auf eine
halbe Invalidenrente hätte.
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4.
4.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Der Beschwerdeführerin wurde die unentgeltliche Prozessführung und
Rechtsverbeiständung am 20. Februar 2008 bewilligt (act. G 9). Wenn die
wirtschaftlichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin es gestatten, kann sie jedoch zur
Nachzahlung der Gerichtskosten, der Auslagen für die Vertretung und der vom Staat
entschädigten Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99
Abs. 2 VRP/SG).
4.3 Der unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in Höhe von
Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung
zu befreien.
4.4 Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die
Kosten der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin aufzukommen. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verzichtete auf das Einreichen einer
Kostennote. Die Entschädigung ist auf Fr. 3'500.-- festzulegen und um einen Fünftel zu
kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin mit Fr. 2'800.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu
entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht