Decision ID: b3600154-f7a2-4bff-a29e-c9fedffd7de2
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Eheschutz
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Dielsdorf vom 5. September 2018 (EE170112-D)
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Rechtsbegehren der Gesuchstellerin: (Urk. 1 S. 2 f.)
"1. Es sei der Gesuchstellerin das Getrenntleben zu bewilligen. 2a. Es sei die eheliche Liegenschaft an der C._-strasse ... in
D._ der Gesuchstellerin (und den Kindern) samt Mobiliar und Hausrat zur alleinigen Benutzung, unter Übernahme der , laufenden Kosten, zuzuweisen.
2b. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, bis spätestens 31. März 2018 unter Abgabe sämtlicher in seinem Besitz befindenden Hausschlüssel aus der ehelichen Liegenschaft an der C. ... in D._ auszuziehen.
3. Es sei die gemeinsame Tochter E._, geb. tt.mm.2010, für die Dauer der Trennung unter die Obhut der Kindsmutter zu stellen.
4. Es sei dem Gesuchsgegner ein gerichtsübliches Besuchs- und Ferienrecht zu gewähren.
5a. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin ab seinem Auszug aus der ehelichen Liegenschaft, spätestens per 31. März 2018, monatlich vorschüssig folgende  – Erhöhung nach Ergebnis des Beweisverfahrens  – zu bezahlen: ˗ Für E._ insgesamt CHF 3'208.85, beinhaltend
CHF 1'802.85 Betreuungsunterhalt, zuzüglich allfällige ,
˗ Für F._ insgesamt CHF 3'193.85, beinhaltend CHF 1802.85 Betreuungsunterhalt, zuzüglich allfällige 
˗ Für die Gesuchstellerin persönlich CHF 88.00. 5b. Im Falle tieferer Unterhaltsbeiträge für die Kinder seien diejenigen
für die Gesuchstellerin persönlich entsprechend der Differenz zu erhöhen.
6. Es sei der Gesuchstellerin das Fahrzeug Renault Twingo für die Dauer der Trennung zur alleinigen Benutzung zuzuweisen.
7. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin einen Prozesskostenvorschuss von CHF 4'500.00 zu bezahlen. Eventualiter sei der Gesuchstellerin die volle unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und ihr der unterzeichnende  als unentgeltlicher Rechtsvertreter beizustellen.
8. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des ."
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Rechtsbegehren des Gesuchsgegners: (Urk. 13 S. 1 f.)
"1. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Parteien zum  berechtigt sind;
2. Es sei die eheliche Liegenschaft an der C._-strasse ... in D._ samt Hausrat und Mobiliar dem Gesuchsgegner mit den beiden Kindern F._ und E._ zur Benützung zuzuweisen;
3. Die Gesuchstellerin sei zu verpflichten, die eheliche Liegenschaft bis spätestens Ende Juni 2018 zu verlassen;
4. Die gemeinsame Tochter E._, geboren 2010, sei für die Dauer des Getrenntlebens unter die Obhut des Vaters zu stellen;
5. Der nicht-gemeinsame Sohn F._, geboren 2003, sei für die Dauer des Getrenntlebens unter die Obhut des Gesuchsgegners zu stellen;
6. Der Gesuchstellerin sei ein gerichtsübliches Besuchsrecht  den Kindern F._ und E._ zu gewähren;
7. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin ab deren Auszug aus der ehelichen Liegenschaft einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 500.00 zu bezahlen;
8. Es sei der Gesuchstellerin das Fahrzeug Renault Twingo für die Dauer des Getrenntlebens zur Benützung zuzuweisen;
9. alle anders lautenden oder weiter gehenden Anträge der  seien abzuweisen.
10. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzüglich , zulasten der Gesuchstellerin."
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Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Dielsdorf vom 5. September 2018 :
1. Es wird festgestellt, dass die Parteien auf unbestimmte Zeit zum Getrenntle-
ben berechtigt sind.
2. Das gemeinsame Kind E._, geboren am tt.mm.2010, wird für die Dauer
des Getrenntlebens unter die alleinige Obhut der Gesuchstellerin gestellt.
3. Das nicht-gemeinsame Kind F._, geboren am tt.mm.2003 verbleibt in
der Obhut der Gesuchstellerin.
4. Die Parteien regeln den persönlichen Verkehr des Gesuchsgegners zur ge-
meinsamen Tochter E._ von Fall zu Fall selbst. Im Streitfall gilt Folgen-
des:
Der Gesuchsgegner wird für berechtigt erklärt und verpflichtet, die gemein-
same Tochter E._ jedes zweite Wochenende von Freitag 17.00 Uhr bis
Sonntag 17.00 Uhr, und wöchentlich an einem anderen Abend nach Verein-
barung bis am darauf folgenden Morgen sowie in geraden Jahren über Os-
tern und in ungeraden Jahren über Pfingsten auf eigene Kosten zu be-
treuen.
Der Gesuchsgegner wird ferner für berechtigt erklärt und verpflichtet, die
gemeinsame Tochter während den Schulferien für vier Wochen auf eigene
Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen. Der Gesuchsgegner
teil der Gesuchstellerin mindestens zwei Monate im Voraus mit, wann er
sein Ferienbesuchsrecht ausüben will.
5. Die Parteien regeln den persönlichen Verkehr des Gesuchsgegners zu
F._ von Fall zu Fall selbst. Im Streitfall gilt Folgendes:
Der Gesuchsgegner wird für berechtigt erklärt und verpflichtet, F._ je-
des zweite Wochenende von Samstags 10.00 Uhr bis Sonntag 17.00 Uh
sowie in geraden Jahren über Ostern und in ungeraden Jahren über Pfings-
ten auf eigene Kosten zu betreuen.
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Der Gesuchsgegner wird ferner für berechtigt erklärt und verpflichtet,
F._ während den Schulferien für zwei Wochen auf eigene Kosten zu
sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen. Der Gesuchsgegner teil der Ge-
suchstellerin mindestens zwei Monate im Voraus mit, wann er sein Ferien-
besuchsrecht ausüben will.
6. Die eheliche Liegenschaft an der C._-strasse ... in D._ samt Mobi-
liar und Hausrat wird der Gesuchstellerin für die Dauer des Getrenntlebens
zur alleinigen Benutzung zugewiesen.
Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, die eheliche Liegenschaft bis spätes-
tens 30. September 2018 zu verlassen und der Gesuchstellerin sämtliche
zur Liegenschaft gehörigen Schlüssel zu überreichen.
7. Das Fahrzeug Renault Twingo wird der Gesuchstellerin für die Dauer des
Getrenntlebens zur alleinigen Benutzung zugewiesen.
8. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, an die Kosten des Unterhalts und der
Erziehung von E._ monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden
Monats zahlbare Unterhaltsbeiträge (zuzüglich allfälliger gesetzlicher und
vertraglicher Familien- bzw. Ausbildungszulagen) wie folgt zu bezahlen:
Fr. 2'405.90, erstmals per 1. November 2018 bis 31. Mai 2019 (Fr. 748.–
Barunterhalt; Fr. 1'540.– Betreuungsunterhalt; Fr. 117.90 Überschuss),
Fr. 1'883.30, erstmals per 1. Juni 2019 bis 31. Mai 2020, (Fr. 748.– Barun-
terhalt; Fr. 891.50 Betreuungsunterhalt; Fr. 244.30 Überschuss).
Fr. 2'063.80, erstmals per 1. Juni 2020, (Fr. 948.– Barunterhalt; Fr. 891.50
Betreuungsunterhalt; Fr. 224.30 Überschuss).
9. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, an die Kosten des Unterhalts und der
Erziehung von F._ monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden
Monats zahlbare Unterhaltsbeiträge (zuzüglich allfälliger gesetzlicher und
vertraglicher Familien- bzw. Ausbildungszulagen) wie folgt zu bezahlen:
Fr. 2'443.90, erstmals per 1. November 2018 bis 31. Mai 2019 (Fr. 786.–
Barunterhalt; Fr. 1'540.– Betreuungsunterhalt; Fr. 117.90 Überschuss),
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Fr. 1'921.80, erstmals per 1. Juni 2019 bis 31. Mai 2020, (Fr. 786.– Barun-
terhalt; Fr. 891.50 Betreuungsunterhalt; Fr. 244.30 Überschuss).
Fr. 1'901.80, erstmals per 1. Juni 2020, (Fr. 786.– Barunterhalt; Fr. 891.50
Betreuungsunterhalt; Fr. 224.30 Überschuss).
10. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin persönliche Un-
terhaltsbeiträge monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats wie
folgt zu bezahlen:
Fr. 2'500.–, rückwirkend per 1. Mai 2018,
Fr. 471.60, ab 1. November 2018 bis 31. Mai 2019,
Fr. 977.20, ab 1. Juni 2019 bis 31. Mai 2020,
Fr. 897.20, ab 1. Juni 2020.
Weiter wird der Gesuchsgegner berechtigt, bereits geleistete Unterhaltsbei-
träge für die Gesuchstellerin im Sinne der Erwägungen zu verrechnen.
Der Antrag der Gesuchstellerin, der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, die
offenen Rechnungen zu bezahlen, wird abgewiesen.
11. Die folgenden finanziellen Grundlagen liegen den Unterhaltszahlungen ge-
mäss den vorstehenden Ziffern 8 bis 10 zugrunde:
a) Einkommen (pro Monat):
Phase II - Gesuchstellerin: (exkl. FZ): Fr. 0.–
- Gesuchsgegner: (IV-Taggelder, exkl. FZ): Fr. 9'713.–
- E._ (FZ): Fr. 200.–
- F._ (FZ und Unterhalt leiblicher Vater) Fr. 420.–
Phase III - Gesuchstellerin: (netto 40%, inkl. 13. ML, exkl. FZ): Fr. 1'690.–
- Gesuchsgegner: (IV-Taggelder, exkl. FZ): Fr. 9'713.–
- E._ (FZ): Fr. 200.–
- F._ (FZ und Unterhalt leiblicher Vater) Fr. 420.–
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Phase IV - Gesuchstellerin: (netto 40%, inkl. 13. ML, exkl. FZ): Fr. 1'690.–
- Gesuchsgegner: (IV-Taggelder, exkl. FZ): Fr. 9'713.–
- E._ (FZ): Fr. 200.–
- F._ (FZ und Unterhalt leiblicher Vater) Fr. 420.–
b) Bedarf (pro Monat):
Phase II - Gesuchstellerin: Fr. 3'080.–
- Gesuchsgegner : Fr. 3'920.–
- E._: Fr. 948.–
- F._: Fr. 1'206.–
Phase III - Gesuchstellerin: Fr. 3'473.–
- Gesuchsgegner : Fr. 3'953.–
- E._: Fr. 948.–
- F._: Fr. 1'206.–
Phase IV - Gesuchstellerin: Fr. 3'473.–
- Gesuchsgegner : Fr. 3'953.–
- E._: Fr. 1'148.–
- F._: Fr. 1'206.–
12. Der Antrag der Gesuchstellerin, den Gesuchsgegner zu verpflichten, ihr ei-
nen Prozesskostenbeitrag von Fr. 8'000.– zu bezahlen, wird abgewiesen.
13. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 4'200.– festgesetzt.
14. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt.
15. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
16. (Mitteilung)
17. (Rechtsmittel)
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Berufungsanträge:
A. Des Gesuchsgegners und Berufungsklägers (Urk. 40):
" 1. Es sei Dispositivziffer 6 des Urteils des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 5. September 2018, Geschäfts-Nr.: EE170112-D,  und durch folgende Fassung zu ersetzen:
" Die eheliche Liegenschaft an der C._-strasse ... in D._ samt Mobiliar und Hausrat, ausgenommen die nachfolgend dem Gesuchsgegner zur alleinigen Benutzung zugewiesenen , wird der Gesuchstellerin für die Dauer des  zur alleinigen Benutzung zugewiesen.
Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, die eheliche Liegenschaft bis spätestens 31. März 2019 zu verlassen und der  sämtliche zur Liegenschaft gehörigen Schlüssel zu .
Der Gesuchsgegner wird für berechtigt erklärt, neben seinen persönlichen Effekten die folgenden Gegenstände bei seinem Auszug aus der ehelichen Liegenschaft mitzunehmen und für die Dauer des Getrenntlebens alleine zu benutzen:
- Ein Sofa - Ein Wohnzimmersessel - Der Esstisch mit vier Stühlen - Ein Sofatisch - Das bei der G._ AG in H._ gekaufte Bett des Ge-
suchsgegners - Ein Geschirrset." 2. Es sei Dispositivziffer 8 des Urteils des Bezirksgerichts Dielsdorf
vom 5. September 2018, Geschäfts-Nr.: EE170112-D,  und durch folgende Fassung zu ersetzen:
" Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, an die Kosten des  und der Erziehung von E._ monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats zahlbare Unterhaltsbeiträge ( allfällige gesetzliche und vertragliche Familien- bzw. Ausbildungszulagen) wie folgt zu bezahlen:
- CHF 848.00 (davon CHF 0.00 Betreuungsunterhalt) ab dem Auszug des Gesuchsgegners aus der ehelichen , spätestens ab 1. April 2019, bis 31. Mai 2020,
- CHF 1'048.00 (davon CHF 0.00 Betreuungsunterhalt) ab 1. Juni 2020.
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3. Es sei Dispositivziffer 9 des Urteils des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 5. September 2018, Geschäfts-Nr.: EE170112-D,  und durch folgende Fassung zu ersetzen:
" Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, an die Kosten des  und der Erziehung von F._ Unterhaltsbeiträge von CHF 986.00 (davon CHF 0.00 Betreuungsunterhalt), zuzüglich allfällige gesetzliche und vertragliche Familien- bzw. , zu bezahlen; zahlbar monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats ab dem Auszug des  aus der ehelichen Liegenschaft."
4. Es sei Dispositivziffer 10 des Urteils des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 5. September 2018, Geschäfts-Nr.: EE170112-D,  und durch folgende Fassung zu ersetzen:
" Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin  Unterhaltsbeiträge monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats wie folgt zu bezahlen:
- Fr. 500.00 bis zum Auszug des Gesuchsgegners aus der ehelichen Liegenschaft,
- CHF 88.00 ab dem Auszug des Gesuchsgegners aus der ehelichen Liegenschaft, spätestens ab 1. April 2019, für die weitere Dauer des Getrenntlebens."
5. Es sei Dispositivziffer 11 des Urteils des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 5. September 2018, Geschäfts-Nr.: EE170112-D,  und durch folgende Fassung zu ersetzen:
" Die folgenden finanziellen Grundlagen liegen den  gemäss den vorstehenden Ziffern 8 bis 10 zugrunde:
a) Monatliches Netteinkommen ab dem Auszug des Gesuchsgeg-
ners aus der ehelichen Liegenschaft
- Gesuchstellerin (exkl. FZ): CHF 0.00
- Gesuchsgegner (IV-Taggelder, exkl. FZ): CHF 7'770.00
- E._ (FZ): CHF 200.00
- F._ (FZ und UHB leibl. Vater): CHF 420.00
b) Bedarf (pro Monat)
- Gesuchstellerin: CHF 2'895.00
- Gesuchsgegner: CHF 4'739.00
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- E._ (bis 31.05.2018): CHF 1'048.00
(ab 01.06.2020): CHF 1'248.00
- F._: CHF
1'406.00
6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. 7.7% MwSt. zulasten
der Berufungsbeklagten."
B. Der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten (Urk. 51):
" 1. Die Berufung vom 28. September 2018 sei abzuweisen, soweit überhaupt auf sie einzutreten ist, ausgenommen die von Amtes wegen gebotene Korrektur von Ziffer 8. bis 10. des  Urteils insoweit, als die erstinstanzlich zugesprochenen  für Kinder und Ehefrau erst ab 1. Dezember 2018 (Auszug) - und für die Zeit vor dem 1. Dezember 2018 (Auszug) nicht ein fixer Frauenunterhalt von CHF 2'500.00 sondern die Zahlung aller Lebenshaltungskosten für Kinder und Ehefrau sowie des prozessual vereinbarten Betrages zur freien Verfügung von CHF 500.00/Monat - geschuldet sind.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zzgl. 7.7% , zulasten des Gesuchsgegners (Berufungsbeklagten)."
Prozessualer Antrag der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten
(Urk. 46 S. 1):
1. [...] 2. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin für
das Verfahren (eventualiter für das Berufungsverfahren) einen Prozesskostenvorschuss von zumindest CHF 13'000.00 ( CHF 4'000.00) zu bezahlen.
Eventualiter sei der Gesuchstellerin für das Verfahren ( das Berufungsverfahren) die volle unentgeltliche Rechtspflege zu erteilen und ihr der unterzeichnende Rechtsanwalt als  Rechtsvertreter beizustellen.
3. [...]
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Erwägungen:
A. Sachverhalt und Prozessgeschichte
1. Die Parteien haben am tt. Juli 2011 geheiratet. Aus der Verbindung ging die
gemeinsame Tochter E._, geboren am tt.mm.2010, hervor. Die Gesuchstel-
lerin und Berufungsbeklagte (fortan Gesuchstellerin) brachte zudem den aus ers-
ter Ehe stammenden Sohn F._, geboren am tt.mm.2003, mit in die Ehe. Mit
Eingabe vom 14. Dezember 2017 ersuchte die Gesuchstellerin bei der Vorinstanz
um Regelung des Getrenntlebens. Nach Durchführung des Hauptverfahrens so-
wie der Anhörung der beiden Kinder erliess die Vorinstanz das eingangs wieder-
gegebene Urteil (Urk. 41).
2. Hiergegen erhob der Gesuchsgegner und Berufungskläger (fortan Gesuchs-
gegner) mit Eingabe vom 28. September 2018 (Urk. 40) innert Frist Berufung,
wobei er die oben angeführten Anträge stellte. Nach Eingang des vom Gesuchs-
gegner einverlangten Kostenvorschusses von Fr. 4'500.– (Urk. 45 und Urk. 48)
sowie der Stellungnahme der Gesuchstellerin zum Antrag auf Erteilung der auf-
schiebenden Wirkung (Urk. 46) wurde die Vollstreckbarkeit von Dispositiv-Ziffer 6
des vorinstanzlichen Urteils bis zum 30. November 2018 aufgeschoben (Urk. 49).
Die Berufungsantwort der Gesuchstellerin datiert vom 28. November 2018 und
wurde der Gegenseite mit Verfügung vom 29. November 2018 zur Kenntnisnah-
me zugestellt (Urk. 51 und 54). Mit derselben Verfügung wurde dem Gesuchs-
gegner Frist angesetzt, um zum gegnerischen Antrag betreffend Prozesskosten-
beitrag Stellung zu nehmen. Dieser Aufforderung kam der Gesuchsgegner mit
Eingabe vom 13. Dezember 2018 nach und nahm im Rahmen des allgemeinen
Replikrechts Stellung zur erstatteten Berufungsantwort (Urk. 55). Der Gesuchstel-
lerin wurde die Eingabe des Gesuchsgegners zur Kenntnisnahme zugestellt (vgl.
Urk. 55 S. 1). Unter dem Datum vom 14. Januar 2019 und 20. März 2019 reichte
die Gesuchstellerin weitere Unterlagen ein (Urk. 59; Urk. 60/1-4; Urk. 62; Urk.
63/1-4), welche dem Gesuchsgegner zur Kenntnis gebracht wurden.
3. Das Verfahren erweist sich als spruchreif.
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B. Vorbemerkungen
1. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sind die Auszugsfrist aus der ehe-
lichen Liegenschaft, die Herausgabe von persönlichen Effekten und Mobiliar so-
wie die Ehegatten- und Kinderunterhaltsbeiträge. Die Dispositiv-Ziffern 1 (Ge-
trenntleben), 2 (Obhut über E._), 3 (Obhut über F._), 4 (Besuchsrecht
bezüglich E._), 5 (Besuchsrecht bezüglich F._), 7 (Zuteilung des Fahr-
zeuges Renault Twingo) sowie 12 (Prozesskostenbeitrag) blieben unangefochten,
weshalb sie in Rechtskraft erwachsen sind (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Dies ist vorzu-
merken. Ebenfalls unangefochten blieben die Dispositiv-Ziffern 13-15 (Kosten-
und Entschädigungsfolgen für das erstinstanzliche Verfahren). Diesbezüglich er-
folgt indessen keine Vormerknahme der (Teil-) Rechtskraft (vgl. Art. 318 Abs. 3
ZPO).
2. Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige Fest-
stellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-
fungsinstanz verfügt über eine umfassende Überprüfungsbefugnis der Streitsa-
che, d.h. über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen, ein-
schliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheitsprüfung;
BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Berufungsbe-
gründung (Art. 311 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der erstin-
stanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten
ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet (BGE 142 I 93 E. 8.2; BGE 138 III
374 E. 4.3.1). Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanfor-
derungen genügenden Weise beanstandet wird, ist – abgesehen von offensichtli-
chen Mängeln – von der Rechtsmittelinstanz grundsätzlich nicht zu überprüfen
(BGE 142 III 413 E. 2.2.4).
3. Bei Verfahren betreffend Kinderbelange ist der Sachverhalt nach Art. 296
ZPO von Amtes wegen zu erforschen. Infolgedessen können die Parteien im Be-
rufungsverfahren auch dann neue Tatsachen und Beweismittel vorbringen, wenn
die Voraussetzungen nach Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144 III 349
E. 4.2.1). Die von den Parteien erstmals im Berufungsverfahren eingereichten Ur-
kunden (Urk. 44/3-12; Urk. 47/1-2; Urk. 53/1-3; Urk. 57; Urk. 60/1-4; Urk. 63/1-4)
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sowie die daraus abgeleiteten Vorbringen der Parteien sind somit im Berufungs-
verfahren zu berücksichtigen.
C. Zuweisung der eheliche Liegenschaft / Hausrat und Mobiliar
1. Die Vorinstanz hat die eheliche Liegenschaft der Gesuchstellerin mit den
Kindern zur alleinigen Benützung während des Getrenntlebens zugewiesen und
dem Gesuchsgegner eine Auszugsfrist bis 30. September 2018 gewährt (Urk. 41,
Dispositiv-Ziffer 6). Der Gesuchsgegner akzeptiert im Berufungsverfahren die Zu-
weisung der Liegenschaft an die Gesuchstellerin, kritisiert aber die Auszugsfrist
als zu kurz. Er begehrte in der Berufungsbegründung eine Auszugsfrist bis
31. März 2019 (act. 40 S. 2). Nachdem die hiesige Kammer die Vollstreckbarkeit
von Dispositiv-Ziffer 6 des vorinstanzlichen Urteils nur bis zum 30. November
2018 aufgeschoben hatte (Urk. 49), hat der Gesuchsgegner die eheliche Liegen-
schaft per diesem Datum verlassen und ab 1. Dezember 2018 eine neue Woh-
nung bezogen (Urk. 55 S. 3; Urk. 57/1). Die Berufung erweist sich mit Bezug auf
die Auszugsfrist damit inzwischen als gegenstandlos. Das Verfahren ist diesbe-
züglich abzuschreiben.
2. In der Berufungsbegründung hat der Gesuchsgegner erstmals die Zuwei-
sung von bestimmtem Hausrat und Mobiliar an sich verlangt (Urk. 40 S. 2). Die
Gesuchstellerin hat sich als Zeichen des guten Willens bereit erklärt, die vom Ge-
suchsgegner bezeichneten Gegenstände bei dessen Auszug herauszugeben
(Urk. 51 S. 5). Der Anspruch gilt damit als anerkannt. Hiervon ist Vormerk zu
nehmen und das Verfahren diesbezüglich abzuschreiben.
D. Unterhalt
1. Die Vorinstanz hat den Gesuchsgegner zur Leistung von Kinderunterhalt für
E._ von Fr. 2'405.90 (1. Oktober 2018 bis 31. Mai 2019) bzw. Fr. 1'883.30
(1. Juni 2019 bis 31. Mai 2020) bzw. Fr. 2'063.80 (ab 1. Juni 2020) verpflichtet
(Urk. 41, Dispositiv-Ziffer 8). Für den nicht gemeinsamen Sohn F._ hat sie im
Sinne einer Stiefkindunterstützung eine Unterhaltspflicht von Fr. 2'443.90 (1. Ok-
tober 2018 bis 31. Mai 2019) bzw. Fr. 1'921.80 (1. Juni 2019 bis 31. Mai 2020)
bzw. Fr. 1'901.80 (ab 1. Juni 2020) festgesetzt (Urk. 41, Dispositiv-Ziffer 9).
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Schliesslich wurde der Gesuchsgegner verpflichtet, der Gesuchstellerin persönli-
che Unterhaltsbeiträge von Fr. 2'500.– (vom 1. Mai 2018 bis 30. September 2018)
bzw. Fr. 471.60 (1. Oktober 2018 bis 31. Mai 2019) bzw. Fr. 977.20 (1. Juni 2019
bis 31. Mai 2020) bzw. Fr. 897.20 (ab 1. Juni 2020) zu bezahlen (Urk. 41, Disposi-
tiv-Ziffer 10). Sie definierte dabei vier Unterhaltsphasen, wobei sie zwischen der
Unterhaltspflicht des Gesuchsgegners vor und nach dem Auszug aus der eheli-
chen Liegenschaft unterschied (Phase 1 und 2). Eine weitere Phase wurde zufol-
ge der Verpflichtung der Gesuchstellerin zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit per
1. Juni 2019 gebildet (Phase 3). Die Erhöhung des Grundbetrages von E._
mit Erreichen des 10. Altersjahrs führte schliesslich ab 1. Juni 2020 zur letzten
Phase (Phase 4).
2. Unterhaltspflicht vor dem Auszug aus der ehelichen Liegenschaft
2.1 Der Gesuchsgegner moniert im Rahmen der Berufung, dass die Vorinstanz
der Gesuchstellerin persönliche Unterhaltsbeiträge für einen Zeitraum vor dem
Auszug aus der ehelichen Liegenschaft zugesprochen hat. Die Gesuchstellerin
habe nie rückwirkend Unterhaltsbeiträge beantragt, sondern stets die Zuspre-
chung von Unterhalt ab Auszug aus der ehelichen Liegenschaft begehrt. Die Vor-
instanz habe mit ihrem Urteil daher die Verhandlungs- und Dispositionsmaxime
verletzt. Darüber hinaus hätten sich die Parteien anlässlich der Hauptverhandlung
vom 13. April 2018 darauf geeinigt, dass der Gesuchsgegner der Gesuchstellerin
für die Dauer des Verfahrens monatlich Fr. 500.– bezahle und sämtliche Rech-
nungen im bisherigen Umfang begleiche. Damit hätten sich die Parteien ab-
schliessend über die Unterhaltspflicht des Gesuchsgegners bis zu seinem Auszug
aus der ehelichen Liegenschaft geeinigt (Urk. 40 Rz 21-30).
2.2 Die Gesuchstellerin gibt dem Gesuchsgegner in der Berufungsantwort Recht
und führt aus, sie habe in der Tat Unterhaltsbeiträge erst ab Auszug des Ge-
suchsgegners aus der ehelichen Liegenschaft begehrt. Auch treffe es zu, dass die
Parteien eine Vereinbarung geschlossen hätten, wonach der Gesuchsgegner für
die Dauer des Verfahrens alle Rechnungen übernehme und der Gesuchstellerin
einen Freibetrag von Fr. 500.– pro Monat bezahle, was dieser bis anhin auch ge-
tan habe. Die durch das Gericht festzusetzende Unterhaltspflicht des Gesuchs-
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gegners beginne damit erst ab seinem Auszug per 1. Dezember 2018. Etwas an-
deres habe sie nicht beantragen wollen und effektiv nicht beantragt (Urk. 51 S. 5
f.).
2.3 Mit Verweis auf die übereinstimmenden Vorbringen der Parteien ist festzu-
halten, dass kein Raum für eine Zusprechung von Unterhalt vor dem Auszug des
Gesuchsgegners aus der ehelichen Liegenschaft besteht, nachdem solches von
der Gesuchstellerin nie beantragt wurde. Der Auszug des Gesuchsgegners erfolg-
te zwischenzeitlich per 30. November 2018, sodass eine Unterhaltspflicht erst ab
1. Dezember 2018 festzusetzen ist. Für die Zeit davor haben sich die Parteien
prozessual über die vom Gesuchsgegner zu erbringenden Unterhaltsbeiträge ge-
einigt (vgl. VI-Prot. S. 36), welcher Pflicht der Gesuchsgegner nach Darstellung
der Gesuchstellerin nachgekommen ist.
2.4 Falls die Gesuchstellerin mit ihrem Berufungsantrag eine eigentliche Korrek-
tur von Dispositiv-Ziffer 10 erreichen wollte mit dem Inhalt, dass für die Zeit vor
dem 1. Dezember 2018 (Auszug) nicht ein fixer Frauenunterhalt von Fr. 2'500.–
sondern die Zahlung aller Lebenshaltungskosten für Kinder und Ehefrau sowie
des prozessual vereinbarten Betrages zur freien Verfügung von Fr. 500.– pro Mo-
nat geschuldet werden, könnte darauf nicht eingetreten werden. Einerseits haben
die Parteien für die Zeit vor dem Auszugstermin eine Vereinbarung getroffen, die
erfüllt wurde; und andererseits ist eine Anschlussberufung im summarischen Ver-
fahren von vornherein unzulässig (Art. 314 Abs. 2 ZPO).
3. Unterhaltspflicht nach dem Auszug aus der ehelichen Liegenschaft
3.1 Die Vorinstanz hat der Unterhaltsberechnung ein Einkommen des Gesuchs-
gegners von Fr. 9'713.– und ein solches der Gesuchstellerin von Fr. 1'690.– ab
1. Juni 2019 zu Grunde gelegt. Bedarfsseitig ist sie von einem erweiterten Bedarf
des Gesuchsgegners von Fr. 3'920.– resp. ab 1. Juni 2019 von Fr. 3'953.– aus-
gegangen. Der Gesuchstellerin wurde ein erweiterter Bedarf von Fr. 3'080.– an-
gerechnet, welcher sich aufgrund der anfallenden Berufsauslagen per 1. Ju-
ni 2019 auf Fr. 3'473.– erhöht. F._ und E._ wurde ein Barbedarf von Fr.
1'206.– bzw. Fr. 948.– zugestanden (Urk. 41 S. 14 ff.). Im Berufungsverfahren
- 16 -
umstritten ist das Einkommen sowie der Bedarf beider Parteien wie auch der Be-
darf der Kinder.
3.2 Einkommen des Gesuchsgegners
3.2.1 Die Vorinstanz ging bei der Unterhaltsfestsetzung von einem Einkommen
des Gesuchgegners von Fr. 9'713.– aus IV-Taggeldern aus. Dies wird vom Ge-
suchsgegner kritisiert. Er befinde sich im letzten Monat des Aufbautrainings der
Institution Fokus Arbeit Umfeld. Könne er anfangs Oktober 2018 keine Anschluss-
lösung finden, habe er noch die Möglichkeit eines dreimonatigen Arbeitstrainings.
Danach werde er definitiv der Arbeitslosenkasse zugewiesen. Da seine Wieder-
eingliederungschancen selbst bei vollständiger Genesung angesichts seines Al-
ters sowie der mehrjährigen Abstinenz vom Arbeitsmarkt verschwindend klein
seien, sei ab Januar 2019 von einem Erwerbsersatzeinkommen aus Arbeitslo-
senentschädigung auszugehen. Dabei würden die bis dahin ausbezahlten Tag-
gelder der IV von durchschnittlich Fr. 9'713.– pro Monat den versicherten Ver-
dienst des Gesuchsgegners darstellen, womit er noch 80% hiervon - also
Fr. 7'770.– - als Arbeitslosenentschädigung erhalten werde. Von diesem Ein-
kommen sei ab 1. Januar 2019 auszugehen. Nichts anderes gelte für den unrea-
listischen Fall einer erfolgreichen Wiedereingliederung. Aufgrund seines Alters
sowie der Lücke in seinem Lebenslauf sei mit einer merklichen Lohneinbusse zu
rechnen, weshalb auch bei einer Anstellung auf dem ersten Arbeitsmarkt von ei-
nem Einkommen von Fr. 7'700.– auszugehen sei (Urk. 40 Rz 38-41).
3.2.2 Die Gesuchstellerin bestreitet die Darstellung des Gesuchsgegners und
führt aus, es sei davon auszugehen, dass das IV-Programm verlängert werde,
falls der Gesuchsgegner bis am 15. Januar 2019 keine Anstellung gefunden ha-
be. Darüber hinaus sei ohnehin zu prüfen, ob dem Gesuchsgegner ein hypotheti-
sches Einkommen von mindestens Fr. 9'713.– anzurechnen sei, zumal er keiner-
lei Belege zu seinen Suchbemühungen eingereicht habe und sich trotz bester
Wirtschaftslage auf das nicht relevante Argument seines Alters beschränke. Er
selber sei im erstinstanzlichen Verfahren von einer erfolgreichen Wiedereingliede-
rung ausgegangen. Eine allfällige künftige Arbeitslosigkeit habe er unter Darle-
gung von zureichenden Stellensuchbemühungen in einem Abänderungsverfahren
- 17 -
geltend zu machen. Eine allfällige vorübergehende Einkommenslücke habe der
Gesuchsgegner mit seinem liquiden Vermögen von mehr als Fr. 200'000.– aus-
zugleichen. Dass der Gesuchsgegner bloss eine Anstellung mit einem Gehalt von
Fr. 7'700.– pro Monat finden könne, sei angesichts seines früheren Einkommens
von mehr als Fr. 12'000.– pro Monat, der notorisch erheblich gesunkenen Arbeits-
losenquote und dem grossen Bedarf der Wirtschaft nach erfahrenen Projektleitern
unzutreffend. Vielmehr sei davon auszugehen, dass der Gesuchsgegner - ernst-
hafte Bemühungen vorausgesetzt - ein Einkommen von mehr als Fr. 9'713.– er-
zielen könne und werde (Urk. 51 S. 8-10).
3.2.3 Der Gesuchsgegner befand sich seit 2018 als Eingliederungsmassnahme
in einem Aufbautraining der IV (Urk. 24/36; Urk. 24/43). Er erhielt dabei IV-
Taggelder in der Höhe von Fr. 9'713.– (Urk. 24/37; Urk. 24/45). Gemäss E-Mail
der Eingliederungsberaterin I._ vom 25. September 2018 wurde die Einglie-
derungsmassnahme um drei Monate bis voraussichtlich 15. Januar 2019 verlän-
gert. Ziel der Verlängerung sei das Finden einer Stelle im 1. Arbeitsmarkt oder,
wenn dies nicht gelinge, das Erlangen der vollen Arbeitsfähigkeit, womit die weite-
re Stellensuche über das RAV erfolgen könne. Die IV-Massnahmen würden mit
grosser Wahrscheinlichkeit per 15. Januar 2019 abgeschlossen sein (Urk. 44/7).
Ob die IV-Massnahme per 15. Januar 2019 effektiv abgeschlossen wurde, ist
nicht klar. Auch ist nicht bekannt, ob der Gesuchsgegner per diesem Datum eine
Stelle im 1. Arbeitsmarkt gefunden hat - und wenn ja, zu welchen Konditionen -
oder für die Stellensuche der Arbeitslosenkasse zugewiesen wurde. Der Ge-
suchsgegner hat sich zu den Entwicklungen nach dem 15. Januar 2019 bis zum
jetzigen Zeitpunkt nicht geäussert. Vor dem Hintergrund dieser äusserst unklaren
Sachlage kann nicht gestützt auf eine Vermutung des Gesuchsgegners, wonach
er wohl ab 15. Januar 2019 lediglich 80% der erhaltenen IV-Taggelder als Arbeits-
losenentschädigung erhalten werde, von einem reduzierten Einkommen ausge-
gangen werden. Vielmehr ist mangels anderer Angaben des Gesuchsgegners
vom zuletzt bekannten Einkommen aus den IV-Taggeldern von Fr. 9'713.– aus-
zugehen. Allfällige gegenläufigen Entwicklungen hätte der Gesuchsgegner im
Rahmen eines Abänderungsverfahrens vorzubringen.
- 18 -
3.2.4 Gesamthaft gesehen ist auf Seiten des Gesuchsgegners von einem Ein-
kommen von Fr. 9'713.– netto auszugehen.
3.3 Einkommen der Gesuchstellerin
3.3.1 Auf Seiten der Gesuchstellerin hat die Vorinstanz festgehalten, dass die-
se nicht erwerbstätig und daher derzeit ohne Einkommen sei. Ab 1. Juni 2019 sei
es ihr mit Blick auf das Alter der Kinder und ihr eigenes Alter zumutbar, eine Teil-
zeitarbeit aufzunehmen. Mit Blick auf ihre Ausbildung im Pflegebereich und dem
notorisch bestehenden Personalmangel in dieser Branche wurde der Gesuchstel-
lerin ein hypothetisches Einkommen von Fr. 1'690.– für ein 40%-Pensum als
Hilfskraft im Gesundheitswesen angerechnet (Urk. 41 S. 26, 32).
3.3.2 Der Gesuchsgegner moniert mit seiner Berufung die Höhe des zumutba-
ren Pensums sowie des erzielbaren Einkommens. Nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung sei es der Gesuchstellerin mit Blick auf das Alter von E._
zumutbar, ein 50%-Pensum zu bekleiden. Die Gesuchstellerin habe eine einjähri-
ge Ausbildung zur diplomierten Pflegehelferin SRK abgeschlossen, weshalb es
nicht angehe, bloss eine Anstellung als einfache Hilfskraft zu suchen. Vielmehr
sei eine Anstellung als Pflegeassistentin oder Hilfspflegerin anzustreben, wobei
der Medianlohn für eine Schweizer Bürgerin im Alter der Gesuchstellerin unter
Einrechnung eines 13. Monatslohnes bei brutto Fr. 3'199.– liege. Ausgehend da-
von, dass zudem Sondervergütungen wie Nacht- und Wochenendzuschläge er-
hältlich seien, sei ein monatlicher Verdienst von Fr. 3'000.– zu erwarten. Dieses
Einkommen sei entgegen der Vorinstanz bereits ab 1. Januar 2019 anzurechnen,
da in der Gesundheitsbranche notorischerweise ein Personalmangel bestehe (act.
40 Rz 32-37).
3.3.3 Die Gesuchstellerin liess ausführen, mit viel Glück per 1. Dezember 2018
eine Anstellung als Pflegehelferin SRK und Haushaltshilfe auf Abruf gefunden zu
haben. Für Dezember habe sie nur ein bescheidenes Pensum erhalten, sodass
kein relevantes Einkommen zu erwarten sei. Sie gehe aber davon aus, sich bis
zum Ablauf der Übergangsfrist am 1. Juni 2019 so etablieren zu können, dass es
ihr möglich sei, das von der Vorinstanz angerechnete Einkommen von monatlich
- 19 -
netto Fr. 1'690.– zu erzielen. Das vom Gesuchsgegner geforderte Einkommen
von netto Fr. 3'000.– bei einem 50%-Pensum sei nicht realistisch (act. 51 S. 6 f.).
3.3.4 Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen für die Anrechnung eines hypo-
thetischen Einkommens zutreffend dargelegt (Urk. 41 S. 32 f.). Hierauf kann
zwecks Vermeidung unnötiger Wiederholungen verwiesen werden. Ergänzend ist
anzufügen, dass bei der Frage nach der Anrechnung eines hypothetischen Ein-
kommens Rechtsfrage ist, welche Tätigkeit aufzunehmen zumutbar ist; Tatfrage
bildet hingegen, ob die als zumutbar erkannte Tätigkeit möglich und das ange-
nommene Einkommen effektiv erzielbar ist (BGE 137 III 118 E. 2.3 S. 212 mit
Hinweisen).
3.3.5 Im vorliegenden Fall ist in rechtlicher Hinsicht festzuhalten, dass die Ge-
suchstellerin im Dezember 2015 eine Ausbildung als Pflegehelferin SRK abge-
schlossen hat (Urk. 12/2) und auf diesem Gebiet neben dem Praktikum während
des Lehrgangs (vgl. Urk. 12/1) auch erste Berufserfahrung als Nachtwache in ei-
nem Alterszentrum sammeln konnte (vgl. Urk. 12/3). Die Vorinstanz ist angesichts
dieser Umstände zu Recht davon ausgegangen, dass es der Gesuchstellerin
möglich und zumutbar sein wird, im Gesundheitswesen wieder beruflich Fuss zu
fassen und eine Anstellung zu finden (Urk. 41 S. 33).
In tatsächlicher Hinsicht ist davon auszugehen, dass die heute 43-jährige Ge-
suchstellerin mit Blick auf ihre gute Gesundheit und die Betreuungsaufgaben hin-
sichtlich der beiden Kinder E._ und F._ eine Teilzeitanstellung versehen
kann. Gemäss neuster bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist mit der obligatori-
schen Beschulung des jüngsten Kindes eine Erwerbsarbeit von 50%, ab dessen
Eintritt in die Sekundarstufe eine solche von 80% und ab dessen Vollendung des
16. Lebensjahres ein Vollzeiterwerb zumutbar (BGE 144 III 481, E. 4.7.6). Mit
Blick auf das Alter von E._, welche in diesem Jahr 9 Jahre alt wird, ist der
Gesuchstellerin entgegen der Vorinstanz, welche ein Pensum von 40% als zu-
mutbar erachtete, eine Erwerbstätigkeit von 50% zuzumuten. Dies wird von der
Gesuchstellerin im Berufungsverfahren entsprechend auch anerkannt (Urk. 51 S.
6). Gemäss Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik ist bei einer 43-
jährigen Schweizerin bei einer Anstellung als Pflegeassistentin SRK im Raum Zü-
- 20 -
rich im Falle einer abgeschlossenen Ausbildung und einem Wochenpensum von
20 Stunden ohne Kaderfunktion mit einem durchschnittlichen Bruttolohn von
Fr. 2'780.– (inkl. 13. Monatslohn) zu rechnen (Lohnstrukturerhebung,
www.gate.bfs.admin.ch/salarium). Nach Abzug der üblichen Sozialabgaben ein-
schliesslich der Beiträge an die obligatorische Unfallversicherung und die Pensi-
onskasse im Umfang von ca. 14% resultiert ein durchschnittliches Nettoeinkom-
men von rund Fr. 2'400.–. Hiervon ist vorliegend auszugehen. Wie der Gesuchs-
gegner zu Recht vorbringt, ist nicht klar, weshalb die Vorinstanz der Gesuchstelle-
rin bloss ein Einkommen als Hilfskraft im Gesundheitswesen angerechnet hat,
verfügt sie doch aktenkundig über eine Ausbildung als Pflegehelferin SRK
(Urk. 12/2). Als solche hat sie per 29. November 2018 auch eine Anstellung ge-
funden (Urk. 53/1). Dass ein Einkommen von Fr. 2'400.– netto realistisch ist, zeigt
sich auch in dem von der Gesuchstellerin ab 29. November 2018 erzielten Ver-
dienst. Sie hat in den Monaten Januar und Februar 2019 für einen Einsatz von
fünf Stunden im Monat ein Einkommen von rund Fr. 156.– netto erwirtschaftet.
Aufgerechnet auf eine 50% Anstellung mit 20 Wochenstunden ergibt dies ein Ein-
kommen von Fr. 2'496.– netto. Unter Berücksichtigung des Umstandes, dass die
Gesuchstellerin während vier Wochen Ferien im Jahr keinen Verdienst erzielt,
aber im Falle von Wochenend- oder Nachteinsätzen - welche sie zumindest wäh-
rend der Betreuungszeiten des Gesuchsgegners leisten kann - Sondervergütun-
gen erhalten wird (vgl. Urk. 53/1), erscheint ein durchschnittliches Nettoeinkom-
men von Fr. 2'400.– realistisch.
3.3.6 Bei der Frage nach dem Zeitpunkt, ab wann der Gesuchstellerin ein hypo-
thetisches Einkommen angerechnet werden kann, gilt es zu berücksichtigen, dass
dem Verpflichteten eine angemessene Übergangsfrist einzuräumen ist, um die
rechtlichen Vorgaben in die Wirklichkeit umzusetzen (BGE 129 III 417 E. 2.2
m.H.; BGer 5P.388/2003 vom 7. Januar 2004, E. 1.1). Dabei muss die Über-
gangsfrist ihrem Zweck und den Umständen angemessen sein (vgl. BGer
5C.138/2006 vom 18. Juli 2006, E. 3 mit Hinweisen insbes. auf BGE 129 III 417
E. 2.2). In der Regel beträgt die Übergangsfrist drei bis sechs Monate. Sie beginnt
frühestens mit der erstmaligen richterlichen Eröffnung der Umstellungsfrist zu lau-
fen. Die Vorinstanz hat der Gesuchstellerin eine Übergangsfrist von rund 10 Mo-
- 21 -
naten bis 1. Juni 2019 gewährt. Dies erscheint mit Blick auf die gemachten Aus-
führungen grosszügig. Der Gesuchstellerin ist es den auch bereits per 29. No-
vember 2018 gelungen, eine Anstellung als Pflegeassistentin SRK bei der
J._ AG zu finden (Urk. 53/1). Sie arbeitet auf Abruf im Stundenlohn und ver-
dient zwischen Fr. 27.– und Fr. 34.– brutto pro Stunde (Urk. 53/1). Es ist akten-
kundig, dass sie von November 2018 bis Februar 2019 bloss wenige Stunden pro
Monat im Einsatz war. Im November 2018 wurden lediglich 1.5 Stunden, im De-
zember 2018 4 Stunden und im Januar und Februar 2019 je 5 Stunden abge-
rechnet (Urk. 60/3; Urk. 63/1). Für den Monat März 2019 waren wiederum bloss 5
Stunden eingeplant (Urk. 63/2). Die Gesuchstellerin gibt an, sie müsse sich zu-
nächst etablieren (Urk. 51 S. 7). Sie hoffe, bis zum Ablauf der Übergangsfrist am
1. Juni 2019 zu weitergehenden Einsatzmöglichkeiten zu kommen und ein ange-
messenes Pensum zu erhalten (Urk. 59 S. 3 f.). Weshalb dies bis anhin nicht
möglich war, führt sie nicht aus. Dass einer neuen Arbeitnehmerin nicht von Be-
ginn weg in der Probezeit zahlreiche Einsätze zugehalten werden, ist nachvoll-
ziehbar. Weshalb die Gesuchstellerin aber auch im vierten Monat der Anstellung
bloss für fünf Stunden im Monat aufgeboten wird, ist nicht verständlich. Die Ge-
suchstellerin wird sich um mehr Einsätze bemühen müssen, um ihr Pensum auf
20 Wochenstunden aufzustocken. Es kann von der Gesuchstellerin erwartet wer-
den, dass diese Pensumserweiterung bis 1. Juni 2019 vollzogen wird. Sie selber
rechnet damit, sich bis 1. Juni 2019 soweit etabliert zu haben, dass Einsätze im
Umfang eines 50%-Pensums möglich sind (Urk. 51 S. 7). Die vom Gesuchsgeg-
ner geforderte Anrechnung eines hypothetischen Einkommens per 1. Januar 2019
fällt hingegen mit Blick auf die Bearbeitungsdauer des vorliegenden Berufungs-
verfahrens ausser Betracht. Eine rückwirkende Anrechnung des hypothetischen
Einkommens ist nämlich nur in Ausnahmefällen möglich, wenn der betroffenen
Person ein unredliches Verhalten vorgeworfen werden kann oder wenn die gefor-
derte Umstellung in ihren Lebensverhältnissen und das Erfordernis eines ver-
mehrten beruflichen Einsatzes für sie vorhersehbar gewesen sind (Maier, Die
konkrete Berechnung von Unterhaltsansprüchen im Familienrecht, dargestellt an-
hand der Praxis der Zürcher Gerichte seit Inkraftsetzung der neuen ZPO, FamP-
ra.ch 2014 S. 302 ff.. S. 342 mit weiteren Hinweisen). Ein unredliches Verhalten
kann der Gesuchstellerin nicht vorgeworfen werden. Es bestehen keine Anhalts-
- 22 -
punkte dafür, dass sie ihre Erwerbstätigkeit im Hinblick auf das vorliegende Ver-
fahren absichtlich gedrosselt hätte. Im Gegenteil hat die Gesuchstellerin lange vor
dem von der Vorinstanz festgesetzten 1. Juni 2019 eine Anstellung gefunden -
wenn auch mit derzeit minimalem Verdienst - und damit einen wichtigen Schritt
getan, um im Berufsleben Fuss zu fassen. Mit der erlangten Berufserfahrung als
Pflegeassistentin SRK wird sie auf dem Arbeitsmarkt besser vermittelbar sein,
was eine künftige Festanstellung mit einem Fixgehalt möglich macht. In Würdi-
gung der gesamten Umstände erscheint eine Übergangsfrist bis 1. Juni 2019 in
diesem Verfahrensstadium angemessen.
3.3.7 Gesamthaft gesehen ist auf Seiten der Gesuchstellerin ab 1. Juni 2019
von einem Einkommen von Fr. 2'400.– netto auszugehen. Bis zu diesem Zeit-
punkt ist ihr kein Einkommen anzurechnen. Der seit dem 29. November 2018 er-
zielte Verdienst ist derart gering, dass er durch die beruflichen Gewinnungskosten
egalisiert wird.
3.4 Bedarf des Gesuchsgegners
3.4.1 Die Vorinstanz ging auf Seiten des Gesuchsgegners von einem Bedarf
von Fr. 3'920.– (1. Oktober 2018 bis 31. Mai 2019) resp. Fr. 3'953.– (1. Juni 2019
für die weitere Dauer des Getrenntlebens) aus. Die Veränderung des Bedarfs ab
1. Juni 2019 hängt dabei einzig von einer leicht höheren Steuerlast des Gesuchs-
gegners zufolge Reduktion der Unterhaltspflicht zusammen (Urk. 41 S. 26, 31 f.).
3.4.2 Der Gesuchsgegner kritisiert in seiner Berufung die von der Vorinstanz
berücksichtigten Wohnkosten. Diese seien mit Fr. 1'400.– pro Monat zu tief be-
messen. Um den ehelichen Standard beibehalten zu können, sei er auf eine 4-
Zimmerwohnung angewiesen. Für eine Wohnung mit genügender Anzahl Zimmer
und von adäquatem Standard sei ein Betrag von Fr. 2'000.– im Bedarf einzuset-
zen (Urk. 40 Rz 45 f.).
Die Gesuchstellerin bestreitet die geltend gemachten Wohnkosten. Der Gesuchs-
gegner sei örtlich nicht gebunden und könne sich eine günstige Wohnung auf
dem Land suchen (Urk. 51 S. 10).
- 23 -
Der Gesuchsgegner hat per 1. Dezember 2018 die eheliche Liegenschaft verlas-
sen und ist in eine 4-Zimmerwohnung in D._ gezogen. Der Mietzins beläuft
sich auf Fr. 1'550.– (Urk. 55 S. 9; Urk. 57/1). Diese Wohnkosten sind mit Blick auf
den ehelichen Standard - die Parteien bewohnten bis vor Kurzem zusammen ein
Einfamilienhaus mit Umschwung - und die Wohnkosten der Gesuchstellerin samt
Kinder von Fr. 1'702.– ohne Weiteres als angemessen zu bezeichnen. Der Ge-
suchsgegner ist aufgrund des rechtskräftig festgesetzten Besuchsrechts für die
Kinder E._ und F._ auf eine 4-Zimmerwohnung angewiesen. Der Miet-
zins von Fr. 1'550.– ist für eine Wohnung mit dieser Anzahl Zimmer keinesfalls
übersetzt.
3.4.3. Weiter beanstandet der Gesuchsgegner, dass in seinem Bedarf keine
Mobilitätskosten berücksichtigt worden seien. Ab Januar 2019 müsse auch er
wieder in den Arbeitsmarkt eintreten, weshalb ihm Fr. 100.– als Mobilitätskosten
anzurechnen seien. Dies gelte selbst dann, wenn er keine Stelle finden sollte, da
er diesen Betrag benötige, um zu den Bewerbungsgesprächen zu gelangen oder
Probetage zu absolvieren (act. 40 Rz 53).
Die Gesuchstellerin bringt vor, der Gesuchsgegner argumentiere widersprüchlich,
wenn er einerseits geltend mache, keine Stelle zu finden, aber andererseits
Fahrtkosten von Fr. 100.– als Berufsauslagen angerechnet erhalten möchte.
Überdies erfolge die Stellensuche heutzutage ohnehin per Internet und damit kos-
tenfrei (Urk. 51 S. 12).
Solange sich der Gesuchsgegner in der Integrationsmassnahme der IV befindet,
erhält er Reisegutscheine (vgl. Urk. 24/33 S. 1 f.; Urk. 24/48), womit seine Mobili-
tätskosten gedeckt sind. Weitere Auslagen für die Stellensuche sind nicht im Be-
darf zu berücksichtigen, da der Gesuchsgegner nichts eingereicht hat, was auf ei-
ne aktive Stellensuche schliessen lassen würde.
3.4.4 Schliesslich moniert der Gesuchsgegner die in seinem Bedarf berücksich-
tigte Steuerlast von zunächst Fr. 480.– und hernach Fr. 513.–. Er macht geltend,
die Vorinstanz habe lapidar auf den Steuerrechner der Zürcher Gerichte und die
aktuellen Einkommensverhältnisse verwiesen, ohne jedoch anzugeben, von wel-
- 24 -
chem steuerbaren Einkommen ausgegangen worden sei. Damit verletze die Vor-
instanz ihre Begründungspflicht. Ausgehend von einem Einkommen des Ge-
suchsgegners nach Abzug der Unterhaltsbeiträge von Fr. 49'680.– und einem
jährlichen Eigenmietwert bezüglich der ehelichen Liegenschaft von Fr. 15'600.–
resultiere bei Berücksichtigung der üblichen Abzüge für Versicherungsprämien
und Berufsauslagen ein steuerbares Einkommen von Fr. 61'480.–. Dies führe zu
einer Steuerlast von Fr. 7'192.95 pro Jahr bzw. Fr. 599.– pro Monat (Urk. 40 Rz
48-51).
Die Gesuchstellerin bestreitet die vom Gesuchsgegner angestrengte Berechnung.
Falsch sei insbesondere, dass der Eigenmietwert vom Gesuchsgegner zu ver-
steuern sei. Die nunmehr von der Gesuchstellerin bewohnte Liegenschaft sei von
ihr zu deklarieren und entsprechend zu versteuern. Im Bedarf des Gesuchsgeg-
ners seien für Steuern höchstens Fr. 100.– zu berücksichtigen (Urk. 51 S. 11 f.).
Vorab ist festzuhalten, dass der Eigenmietwert ab Zuweisung der Liegenschaft an
die Gesuchstellerin von dieser zu versteuern ist. Wie die Vorinstanz richtig aus-
führte, hat die Zuweisung einer im Alleineigentum eines Ehegatten stehenden
Liegenschaft an den anderen Ehegatten eine alimentenähnliche Funktion und ist
steuerrechtlich als Unterhaltsbeitrag aufzurechnen (Six, Eheschutz, Ein Handbuch
für die Praxis, 2. Aufl., Zürich 2014, Rz 2.70b). Dies bedeutet aber nichts anderes,
als dass sich das steuerbare Einkommen der Gesuchstellerin um den Eigenmiet-
wert der Liegenschaft erhöht. Es geht daher nicht an, dass die Vorinstanz das
steuerbare Einkommen des Gesuchsgegners mit Verweis auf den zu versteuern-
den Eigenmietwert erhöht hat (Urk. 41 S. 25 f.). Dies ist zu korrigieren. Ausge-
hend von einem Einkommen des Gesuchsgegners von netto Fr. 9'713.– pro Mo-
nat, einem Vermögen von rund Fr. 200'000.– (vgl. Urk. 15/22-23) sowie einer Un-
terhaltspflicht von rund Fr. 5'300.– pro Monat in der Phase I (1. Dezember 2018
bis 30. Mai 2019, vgl. Erw. D.3.7.2) sowie den üblichen sonstigen Abzügen ist
korrekterweise von einer Steuerlast des Gesuchsgegners von Fr. 440.– pro Monat
auszugehen (www.steuerrechner.zh.ch). Diese erhöht sich mit der Reduktion der
Unterhaltspflicht per 1. Juni 2019 (vgl. Erw. D.3.7.3) leicht auf Fr. 480.– pro Mo-
nat.
- 25 -
3.4.5 Resümierend weist der Gesuchsgegner unter Berücksichtigung der höhe-
ren Wohnkosten und der tieferen Steuerlast einen Bedarf von Fr. 4'030.–
(1. Dezember 2018 bis 30. Mai 2019) bzw. Fr. 4'070.– (1. Juni 2019 für die weite-
re Dauer des Getrenntlebens) auf.
3.5 Bedarf der Gesuchstellerin
3.5.1 Die Vorinstanz ging auf Seiten der Gesuchstellerin von einem Bedarf von
Fr. 3'080.– (1. Oktober 2018 bis 31. Mai 2019) resp. Fr. 3'473.– (1. Juni 2019 für
die weitere Dauer des Getrenntlebens) aus. Die Veränderung des Bedarfs ab
1. Juni 2019 hängt dabei mit der Aufnahme der Erwerbstätigkeit durch die Ge-
suchstellerin zusammen (Urk. 41 S. 20, 31 f.).
3.5.2 Der Gesuchsgegner kritisiert in seiner Berufung die von der Vorinstanz im
Bedarf der Gesuchstellerin berücksichtigten Kosten für die auswärtige Verpfle-
gung. Bei einem Pensum von 50% sei nicht sicher, ob die Gesuchstellerin die
Mahlzeiten überhaupt auswärts einnehmen müsse. Darüber hinaus sei es der
Gesuchstellerin zuzumuten, knapp drei Mahlzeiten pro Woche von zu Hause aus
mitzunehmen. Die meisten Pflegeeinrichtungen würden ihren Mitarbeitern zudem
vergünstigte Verpflegungsmöglichkeiten anbieten, da sie für ihre Patienten ohne-
hin eine Küche unterhalten müssten (Urk. 40 Rz 48 f.).
Der Ansicht des Gesuchsgegners kann nicht gefolgt werden. Der Gesuchstellerin
wird ab 1. Juni 2019 eine Erwerbstätigkeit in einem 50%-Pensum angerechnet.
Die Einsatzzeiten und -orte sind veränderlich. Es ist daher davon auszugehen,
dass die Gesuchstellerin je nach Einteilung im Dienstplan das Mittag- oder das
Abendessen nicht zu Hause einnehmen kann. Da sie nicht in einer Pflegeeinrich-
tung arbeitet, sondern als Pflegeassistentin Patienten zu Hause betreut, wird sie
nicht von allfälligen vergünstigten Verpflegungsmöglichkeiten profitieren können.
Ausgehend von einem Standardverpflegungssatz für eine Vollzeitstelle gemäss
Kreisschreiben der Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich
über die Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzmini-
mums vom 16. September 2009 von Fr. 220.– im Monat, ist bei einem 50%-
- 26 -
Pensum von Kosten für die auswärtige Verpflegung von Fr. 110.– auszugehen.
Diese sind im Bedarf der Gesuchstellerin anzurechnen.
3.5.3 Weiter moniert der Gesuchsgegner die Steuerberechnung auf Seiten der
Gesuchstellerin. Ausgehend von einem Einkommen von Fr. 3'000.– resultiere un-
ter Berücksichtigung des Kinderabzuges von Fr. 9'000.– pro Kind und den sonsti-
gen üblichen Abzügen keine Steuerlast (Urk. 40 Rz 49).
Die Gesuchstellerin macht demgegenüber geltend, bei einem Einkommen von
Fr. 1'690.– aus Erwerbstätigkeit und Fr. 4'863.– an Unterhaltsbeiträgen sei unter
Berücksichtigung des von der Gesuchstellerin zu versteuernden Eigenmietwertes
von einer Steuerlast von Fr. 600.– pro Monat auszugehen (Urk. 51 S. 11).
Korrekterweise ist auf Seiten der Gesuchstellerin in einer ersten Phase ausge-
hend von einem Einkommen von Fr. 5'300.– pro Monat aus Ehegatten- und Kin-
derunterhaltsbeiträgen (1. Dezember 2018 bis 30. Mai 2019, vgl. Erw. D.3.7.2)
sowie unter Berücksichtigung des Eigenmietwertes von Fr. 15'600.– pro Jahr und
der beiden Kinderabzüge von einer Steuerlast von Fr. 285.– pro Monat auszuge-
hen (www.steuerrechner.zh.ch). Ab 1. Juni 2019 erhöhen sich die Einnahmen der
Gesuchstellerin aus Ehegatten- und Kinderunterhaltsbeiträgen sowie ihrem Er-
werbseinkommen auf Fr. 6'800.– pro Monat (vgl. Erw. D.3.7.3). Die Steuerlast er-
höht sich damit auf Fr. 450.– pro Monat.
3.5.4 Resümierend weist die Gesuchstellerin unter Berücksichtigung der höhe-
ren Berufsauslagen und der veränderten Steuerlast einen Bedarf von Fr. 3'080.–
(1. Dezember 2018 bis 30. Mai 2019) bzw. Fr. 3'455.– (1. Juni 2019 für die weite-
re Dauer des Getrenntlebens) auf.
3.6 Bedarf der Kinder
3.6.1 Die Vorinstanz hat F._ einen Barbedarf von Fr. 1'206.– und E._
einen solchen von Fr. 948.– resp. ab. 1 Juni 2020 von Fr. 1'148.– angerechnet
(Urk. 41 S. 31, 37).
3.6.2 Der Gesuchsgegner macht in der Berufung geltend, im Bedarf der Kinder
seien die Kosten für Hobbies, Freizeit und Ferien zu berücksichtigen. Auf Seiten
- 27 -
von F._ beliefen sich die entsprechenden Kosten auf Fr. 200.– und auf Sei-
ten von E._ auf Fr. 100.– pro Monat (Urk. 40 Rz 47).
Die Gesuchstellerin erklärt sich in der Berufungsantwort mit dieser Bedarfspositi-
on der Kinder einverstanden (Urk. 51 S. 11).
Den übereinstimmenden Anträgen der Parteien folgend ist im Bedarf von F._
ein Betrag von Fr. 200.– und im Bedarf von E._ ein solcher von Fr. 100.– für
Hobbies, Freizeit und Ferien zu berücksichtigen. F._ weist damit einen Bar-
bedarf von Fr. 1'406.– auf. Auf Seiten von E._ ist ein Barbedarf von Fr.
1'048.– resp. ab 1. Juni 2020 von Fr. 1'248.– anzurechnen.
3.7 Konkrete Unterhaltsberechnung
3.7.1 Gestützt auf die gemachten Ausführungen ist die Unterhaltspflicht konkret
zu berechnen. Dabei ist ein Ehegatten- und ein Kinderunterhaltsbeitrag zuzuspre-
chen, wobei Letzterer wiederum in Bar- und Betreuungsunterhalt zu unterteilen
ist. Der Barunterhalt der beiden Kinder ergibt sich aus ihrem Barbedarf abzüglich
der Kinderzulagen und dem Einkommen von F._ aus den Unterhaltsbeiträ-
gen seines leiblichen Vaters. Neben dem Barunterhalt steht dem Kind seit 1. Ja-
nuar 2017 auch ein sog. Betreuungsunterhalt zu. Grundlage dafür bildet Art. 285
Abs. 2 ZGB. Danach dient der Unterhaltsbeitrag "auch der Gewährleistung der
Betreuung des Kindes durch die Eltern oder Dritte". Der Betreuungsunterhalt soll
die bestmögliche Betreuung (unter dem Blickwinkel des Kindeswohls) ermögli-
chen (Botschaft Kinderunterhalt, in BBl 2014 554; nachfolgend "Botschaft"). Der
Betreuungsunterhalt soll die Lebenshaltungskosten des betreuenden Elternteils
umfassen, soweit er aufgrund der Betreuung nicht selbst für diese Kosten auf-
kommen kann (Botschaft S. 551, 552 oben, 554, 555 unten f.).
3.7.2 Phase I (1. Dezember 2018 bis 30. Mai 2019)
a) Ab dem Zeitpunkt des Auszugs des Gesuchsgegners aus der ehelichen Lie-
genschaft per 1. Dezember 2018 präsentieren sich die finanziellen Grundlagen
der Unterhaltsberechnung wie folgt:
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Einkommen Gesuchstellerin Fr. -
Einkommen Gesuchsgegner Fr. 9'713.–
Einkommen F._ Fr. 420.–
Einkommen E._ Fr. 200.–
Einkommen Total Fr. 10'333.–
Bedarf Gesuchstellerin Fr. 3'080.–
Bedarf Gesuchsgegner Fr. 4'030.–
Bedarf F._ Fr. 1'406.–
Bedarf E._ Fr. 1'048.–
Bedarf Total Fr. 9'564.–
Überschuss Fr. 769.–
b) Bar- und Betreuungsunterhalt
F._ weist damit einen zu deckenden Barunterhalt von Fr. 986.– (Bedarf von
Fr. 1'406.– abzüglich Einkommen von Fr. 420.–) auf, E._ einen solchen von
Fr. 848.– (Bedarf von Fr. 1'048.– abzüglich Einkommen von Fr. 200.–). Eine Par-
tizipation am Überschuss erscheint angesichts dessen geringer Höhe nicht ange-
zeigt.
Der Gesuchstellerin als betreuendem Elternteil fehlen zur Deckung ihrer Lebens-
haltungskosten Fr. 3'080.– pro Monat. Dieser Betrag ist durch den Gesuchsgeg-
ner in Form von Betreuungsunterhalt zu decken. Die Vorinstanz hat den Betrag
jedem Kind zur Hälfte angerechnet, was nicht zu beanstanden ist.
- 29 -
c) Ehegattenunterhalt
Schliesslich ist der persönliche Unterhalt der Gesuchstellerin zu errechnen. Ange-
sichts der Tatsache, dass ihre Lebenshaltungskosten durch den Betreuungsun-
terhalt gedeckt werden, ergibt sich der Ehegattenunterhalt einzig aus der Über-
schussbeteiligung. Der Überschuss beträgt Fr. 769.–, womit bei einer praxisge-
mässen hälftigen Aufteilung jedem Ehegatten ein Betrag von (gerundet) Fr. 385.–
zustehen würde.
Der Gesuchsgegner bringt in diesem Zusammenhang vor, die Gesuchstellerin
habe im erstinstanzlichen Verfahren einen Ehegattenunterhaltsbeitrag von
Fr. 88.– beantragt. Eine Erhöhung habe sie für den Fall begehrt, dass die Kin-
derunterhaltsbeiträge in geringerem Umfang, als von ihr beantragt, zugesprochen
würden. Zudem habe sie sich eine Erhöhung der beantragten Unterhaltsbeiträge
nach Ergebnis des Beweisverfahrens vorbehalten. Eine abschliessende Beziffe-
rung sei aber bis zuletzt nicht erfolgt. Die Gesuchstellerin habe es damit ver-
säumt, nach Durchführung des Beweisverfahrens einen Höchstbetrag für die be-
treffenden Ehegattenunterhaltsbeiträge zu nennen. Mit dem blossen Verweis auf
eine allfällige Überschussverteilung in der Begründung und dem Begehren um
Erhöhung des Ehegattenunterhaltsbeitrages im Umfang einer allfälligen Redukti-
on der beantragten Kinderunterhaltsbeiträge komme sie ihrer Pflicht zur gehöri-
gen Bezifferung des Ehegattenunterhaltsbeitrages nicht nach. Aus diesem Grund
könne der Gesuchstellerin nicht mehr als die von ihr verlangten Fr. 88.– als Ehe-
gattenunterhaltsbeitrag zugesprochen werden (Urk. 40 Rz 66 ff.).
Dem ist zu widersprechen. Die Gesuchstellerin hat im erstinstanzlichen Verfahren
einen Ehegattenunterhalt von Fr. 88.– beantragt, welcher um den Differenzbetrag
zu erhöhen sei, falls der Bar- und Betreuungsunterhalt für die beiden Kinder tiefer
als beantragt zugesprochen würde (Urk. 1 S. 3). Damit hat sie ein ausreichend
bestimmtes Rechtsbegehren gestellt. Der Höchstbetrag der beantragten Ehegat-
tenunterhaltsbeiträge ergibt sich aus dem Minderbetrag der zugesprochenen Kin-
derunterhaltsbeiträge. Der Gesuchsgegner wusste, wogegen er sich zu verteidi-
gen hatte, da der Gesamtbetrag der beantragten Unterhaltsbeiträge bekannt war.
Die Kinder- und Ehegattenunterhaltsbeiträge hängen von der Leistungsfähigkeit
- 30 -
der Parteien ab und stehen in diesem Sinne in einer Wechselwirkung zueinander.
Es kann vom unterhaltsberechtigten Ehegatten nicht verlangt werden, unzählige
Eventualanträge mit Blick auf alle möglichen Berechnungsvarianten zu stellen. Da
Kinderunterhaltsbeiträge zugesprochen werden, welche tiefer sind, als sie von der
Gesuchstellerin beantragt wurden, stellt die Zusprechung eines Ehegattenunter-
haltsbeitrages von Fr. 385.– keine Verletzung der Dispositionsmaxime dar.
d) Zusammenfassend ist der Gesuchsgegner in der ersten Phase zu verpflich-
ten, F._ einen Kinderunterhaltsbeitrag von Fr. 2'526.– (Barunterhalt von Fr.
986.– zuzüglich Betreuungsunterhalt von Fr. 1'540.–) und E._ einen solchen
von Fr. 2'388.– (Barunterhalt von Fr. 848.– zuzüglich Betreuungsunterhalt von
Fr. 1'540.–) zu bezahlen. Der Gesuchstellerin ist ein Ehegattenunterhalt von (ge-
rundet) Fr. 385.– zuzusprechen.
3.7.3 Phase II (1. Juni 2019 bis 30. Mai 2020)
a) Ab dem Zeitpunkt der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit durch die Gesuch-
stellerin per 1. Juni 2019 präsentieren sich die finanziellen Grundlagen der Unter-
haltsberechnung wie folgt:
Einkommen Gesuchstellerin Fr. 2'400.–
Einkommen Gesuchsgegner Fr. 9'713.–
Einkommen F._ Fr. 420.–
Einkommen E._ Fr. 200.–
Einkommen Total Fr. 12'733.–
Bedarf Gesuchstellerin Fr. 3'455.–
Bedarf Gesuchsgegner Fr. 4'070.–
Bedarf F._ Fr. 1'406.–
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Bedarf E._ Fr. 1'048.–
Bedarf Total Fr. 9'979.–
Überschuss Fr. 2'754.–
b) Bar- und Betreuungsunterhalt
F._ weist nach wie vor einen zu deckenden Barunterhalt von Fr. 986.– (Be-
darf von Fr. 1'406.– abzüglich Einkommen von Fr. 420.–) auf, E._ einen sol-
chen von Fr. 848.– (Bedarf von Fr. 1'048.– abzüglich Einkommen von Fr. 200.–).
Mit Blick auf die nunmehr nicht unerhebliche Höhe des Überschusses rechtfertigt
sich - entgegen dem Gesuchsgegner (Urk. 40 Rz 65) - eine Partizipation der Kin-
der am Überschuss. Dem Umstand, dass auf Seiten der Kinder bereits ein um die
Position Hobbies/Freizeit/Ferien erweiterter Bedarf berücksichtigt wurde, ist
dadurch Rechnung zu tragen, dass den Kindern bloss je 10% (anstelle der übli-
chen 20%) des Überschusses zuzusprechen ist. Damit wird eine gewisse Partizi-
pation der Kinder an der Lebensstellung der Eltern erreicht, aber der Überschuss
zum grössten Teil unter den bis anhin auf den nur leicht erweiterten Notbedarf
gesetzten Ehegatten verteilt. Beiden Kindern ist damit ein Überschussanteil von je
Fr. 275.– zuzusprechen.
Der Gesuchstellerin als betreuendem Elternteil fehlen zur Deckung ihrer Lebens-
haltungskosten Fr. 1'055.– pro Monat. Dieser Betrag ist durch den Gesuchsgeg-
ner in Form von Betreuungsunterhalt zu decken. Der Betrag ist wiederum jedem
Kind zur Hälfte als Betreuungsunterhalt zuzusprechen.
c) Ehegattenunterhalt
Der persönliche Unterhaltsbeitrag der Gesuchstellerin ergibt sich wiederum aus
der Beteiligung am Überschuss, da ihr Bedarf durch ihr Einkommen und den Be-
treuungsunterhalt gedeckt wird. Mit Blick auf die Partizipation der Kinder im Um-
fang von je 10% verbleiben den Ehegatten je 40% des Überschusses. Der Ge-
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suchstellerin ist damit als persönlicher Unterhaltsbeitrag ein Betrag von
Fr. 1'100.– zuzusprechen.
d) Zusammenfassend ist der Gesuchsgegner in der zweiten Phase zu ver-
pflichten, F._ einen Kinderunterhaltsbeitrag von Fr. 1'789.– (Barunterhalt von
Fr. 986.– zuzüglich Betreuungsunterhalt von Fr. 528.– zuzüglich Überschussparti-
zipation von Fr. 275.–) und E._ einen solchen von Fr. 1'651.– (Barunterhalt
von Fr. 848.– zuzüglich Betreuungsunterhalt von Fr. 528.– zuzüglich Überschuss-
partizipation von Fr. 275.–) zu bezahlen. Der Gesuchstellerin ist ein Ehegattenun-
terhalt von (gerundet) Fr. 1'100.– zuzusprechen.
3.7.4 Phase III (1. Juni 2020 für die weitere Dauer des Getrenntlebens)
a) Der Grundbetrag von E._ erhöht sich mit Erreichung des 10. Altersjah-
res. Die finanziellen Grundlagen der Unterhaltsberechnung präsentieren sich ab
1. Juni 2020 wie folgt:
Einkommen Gesuchstellerin Fr. 2'400.–
Einkommen Gesuchsgegner Fr. 9'713.–
Einkommen F._ Fr. 420.–
Einkommen E._ Fr. 200.–
Einkommen Total Fr. 12'733.–
Bedarf Gesuchstellerin Fr. 3'455.–
Bedarf Gesuchsgegner Fr. 4'070.–
Bedarf F._ Fr. 1'406.–
Bedarf E._ Fr. 1'248.–
Bedarf Total Fr. 10'179.–
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Überschuss Fr. 2'554.–
b) Bar- und Betreuungsunterhalt
Der Barbedarf von F._ beläuft sich nach wie vor auf Fr. 986.– (Bedarf von
Fr. 1'406.– abzüglich Einkommen von Fr. 420.–) auf. E._ weist neu einen
solchen von Fr. 1'048.– (Bedarf von Fr. 1'248.– abzüglich Einkommen von Fr.
200.–) auf. Unter Berücksichtigung einer Überschusspartizipation von 10% pro
Kind ist den Kindern ein Überschussanteil von je Fr. 255.– zuzusprechen.
Der Betreuungsunterhalt bleibt unverändert bei Fr. 1'055.–, welcher hälftig auf die
beiden Kinder aufzuteilen ist.
c) Ehegattenunterhalt
Der persönliche Unterhaltsbeitrag der Gesuchstellerin ergibt sich wiederum aus
der Beteiligung am Überschuss, da ihr Bedarf durch ihr Einkommen und den Be-
treuungsunterhalt gedeckt wird. Mit Blick auf die Partizipation der Kinder im Um-
fang von je 10% verbleiben den Ehegatten je 40% des Überschusses. Der Ge-
suchstellerin ist damit als persönlicher Unterhaltsbeitrag ein Betrag von
Fr. 1'020.– zuzusprechen.
d) Zusammenfassend ist der Gesuchsgegner in der dritten Phase zu verpflich-
ten, F._ einen Kinderunterhaltsbeitrag von Fr. 1'769.– (Barunterhalt von Fr.
986.– zuzüglich Betreuungsunterhalt von Fr. 528.– zuzüglich Überschusspartizi-
pation von Fr. 255.–) und E._ einen solchen von Fr. 1'831.– (Barunterhalt
von Fr. 1'048.– zuzüglich Betreuungsunterhalt von Fr. 528.– zuzüglich Über-
schusspartizipation von Fr. 255.–) zu bezahlen. Der Gesuchstellerin ist ein Ehe-
gattenunterhalt von (gerundet) Fr. 1'020.– zuzusprechen.
3.8 Die Vorinstanz hat den Gesuchsgegner bezüglich des Ehegattenunterhalts-
beitrages berechtigt, bereits geleistete Unterhaltsbeiträge für die Gesuchstellerin
im Sinne der Erwägungen zu verrechnen (Dispositiv-Ziffer 10 Abs. 2). Gemeint
sind damit die Urteilserwägungen zum Bedarf in der Zeitspanne vom 1. Mai 2018
- 34 -
bis 30. September 2018, wonach die Parteien übereinstimmend festgehalten hät-
ten, dass der Gesuchsgegner der Gesuchstellerin seit Februar 2018 monatlich Fr.
200.– Unterhalt geleistet habe und der Gesuchsgegner daher zur Verrechnung
bereits geleisteter Unterhaltsbeiträge für diese Zeitspanne berechtigt sei (vgl. Urk.
40 S. 19). Nachdem vorliegend Unterhalt erst ab 1. Dezember 2018 zugespro-
chen wird (vgl. Erw. D.2), ist die Verrechnungsklausel ersatzlos zu streichen. Dies
stimmt im Übrigen auch mit den Berufungsanträgen des Gesuchsgegners überein
(vgl. Rechtsbegehren Ziff. 4 in Urk. 41).
Weiter hat die Vorinstanz den Antrag der Gesuchstellerin, der Gesuchsgegner sei
zu verpflichten, die offenen Rechnungen zu bezahlen, abgewiesen (Urk. 41, Dis-
positiv-Ziffer 10 Abs. 2 und 3). Aus den Urteilserwägungen geht hervor, dass die
Vorinstanz davon ausging, dass die Gesuchstellerin mit der Zusprechung der
rückwirkenden Unterhaltszahlungen in der Lage sei, für die von ihr ins Feld ge-
führten Rechnungen und Schulden aus der Zeit vom 1. Mai 2018 bis 30. Septem-
ber 2018 aufzukommen, weshalb ihre diesbezüglichen Anträge abzuweisen seien
(Urk. 41 S. 19). Vorliegend wird Unterhalt erst ab 1. Dezember 2018 zugespro-
chen. Für die Zeit davor haben sich die Parteien über die Unterhaltspflicht des
Gesuchsgegners geeinigt, weshalb kein Raum für eine gerichtliche Regelung be-
steht (vgl. Erw. D.2.1-2.3). Darüber hinaus erscheint ohnehin fraglich, ob die Ge-
suchstellerin überhaupt einen selbständigen Antrag um Begleichung der offenen
Rechnungen gestellt hat. Der gesuchstellerische Rechtsvertreter bat den Ge-
suchsgegner anlässlich der Verhandlung vom 13. Juli 2018 mit Verweis auf die
von den Parteien getroffene, vorläufige Regelung (VI-Prot. S. 36), die laufenden
Rechnungen zu begleichen (VI-Prot. S. 40). Diese Bitte entspricht keinem selb-
ständigen Antrag. Aus diesen Gründen ist die Abweisung des gesuchstellerischen
Antrages ersatzlos zu streichen. Dies stimmt im Übrigen auch mit den Berufungs-
anträgen des Gesuchsgegners überein (vgl. Rechtsbegehren Ziff. 4 in Urk. 41).
E. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Abschliessend ist über die Kosten- und Entschädigungsfolgen des Beru-
fungsverfahrens zu befinden.
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2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr ist in Anwendung von § 2 lit. a, c und d
sowie § 12 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2, § 5 Abs. 1 und § 6 Abs. 2 lit. b der
Gebührenverordnung des Obergerichts (GebV OG) auf Fr. 4'500.– festzusetzen.
Gegenstand des Berufungsverfahrens sind die Auszugsfrist aus der ehelichen
Liegenschaft und die Unterhaltsfrage. Die Auszugsfrist aus der ehelichen Liegen-
schaft ist mit 20% der Kosten zu gewichten, während die Unterhaltsfrage mit 80%
bei den Kosten zu berücksichtigen ist. Die Berufung gegen die von der Vorinstanz
festgesetzte Auszugsfrist wird zufolge Gegenstandslosigkeit abgeschrieben. Bei
Gegenstandslosigkeit des Verfahrens können die Kosten nach Ermessen verteilt
werden (Art. 107 Abs. 1 lit. e ZPO). Vorliegend erscheint es angemessen, den
Kostenanteil betreffend die Auszugsfrist dem Gesuchsgegner aufzuerlegen, da er
als Berufungskläger Anlass zum vorliegenden Verfahren gegeben und mit dem
Bezug einer neuen Wohnung per 1. Dezember 2018 den Grund für die Gegen-
standslosigkeit gesetzt hat. Der Gesuchsgegner unterliegt mit seiner Berufung im
Hinblick auf die Unterhaltsfrage zu rund 5/6. Vor diesem Hintergrund rechtfertigt
es sich, dem Gesuchsgegner 7/8 der zweitinstanzlichen Verfahrenskosten aufzu-
erlegen. Darüber hinaus ist er zu verpflichten, der Gesuchstellerin entsprechend
dem Ausgang des Verfahrens eine auf 3/4 reduzierte Parteientschädigung von
Fr. 3'600.– zzgl. 7.7% Mehrwertsteuer, mithin Fr. 3'877.20, zu bezahlen.
3. Die Gesuchstellerin ersucht im Berufungsverfahren um Zusprechung eines
Prozesskostenvorschusses von Fr. 13'000.–, eventualiter um Gewährung der un-
entgeltlichen Rechtspflege, für die erst- und zweitinstanzlichen Verfahrenskosten
(Urk. 46 S. 1).
3.1 Vorab ist diesbezüglich festzuhalten, dass der entsprechende Antrag im
vorinstanzlichen Verfahren mit dem angefochtenen Entscheid abgewiesen wor-
den ist (Urk. 41 S. 45 und S. 49). Die Gesuchstellerin hat innert Frist keine eigene
Berufung dagegen erhoben und eine Anschlussberufung ist ausgeschlossen (Art.
314 Abs. 2 ZPO). Dies hat zur Folge, dass der abweisende Entscheid bezüglich
ihres Gesuches um Zusprechung eines Prozesskostenvorschusses, eventualiter
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das erstinstanzliche Verfahren in
Rechtskraft erwachsen ist (vgl. Erw. B.1). Auf ihr diesbezügliches Gesuch im Be-
- 36 -
rufungsverfahren ist damit nicht einzutreten. Die nachfolgenden Ausführungen
beschränken sich daher auf das Gesuch um Zusprechung eines Prozesskosten-
vorschusses, eventualiter um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, für
das Berufungsverfahren.
3.2 Gemäss konstanter Praxis der Kammer besteht im Gegensatz zu einem
Scheidungsprozess im Eheschutzverfahren für die Zusprechung eines Prozess-
kostenvorschusses im Endentscheid kein Raum mehr, weil der Entscheid darüber
mit dem Endentscheid zusammenfiele (ZR 85/1986 Nr. 32; ZK-
Bräm/Hasenböhler, Art. 159 ZGB N 136). Die angesprochene Partei kann aller-
dings im Rahmen eines Endentscheides praxisgemäss gestützt auf die eheliche
Beistandspflicht gemäss Art. 159 Abs. 3 ZGB verpflichtet werden, der anspre-
chenden Partei die Gerichts- und Anwaltskosten in Form eines Prozesskostenbei-
trags zu ersetzen (ZR 85/1986 Nr. 32). Dies ist ein Gebot des Rechtsschutzes
und dient der Waffengleichheit unter den Ehegatten. Anzufügen ist, dass es sich
auch beim Prozesskostenbeitrag um einen blossen Vorschuss handelt, der einen
Anspruch auf Rückerstattung des Geleisteten oder dessen Anrechnung auf güter-
rechtliche und bzw. oder zivilprozessuale Gegenforderungen der ansprechenden
Partei auslöst (ZR 85/1986 Nr. 32).
3.3 Die Zusprechung eines Prozesskostenbeitrags setzt einerseits Bedürftigkeit
der ansprechenden und anderseits Leistungsfähigkeit der angesprochenen Partei
im Zeitpunkt des Entscheids voraus (ZK-Bräm/Hasenböhler, Art. 159 ZGB N.
135). Es sind die für die Gewährung des prozessualen Armenrechts entwickelten
Grundsätze – Mittellosigkeit und Nicht-Aussichtslosigkeit – analog anzuwenden.
Der Prozesskostenbeitrag dient dazu, der ersuchenden Partei die Gerichts- und
Anwaltskosten zu ersetzen, die sie aufgrund fehlender Mittel nicht selber tragen
kann. Es ist daher zu prüfen, ob die Gesuchstellerin in der Lage ist, die auf sie
entfallenden Gerichtskosten von Fr. 562.50 sowie die nicht von der Parteient-
schädigung gedeckten Fr. 1'200.– Rechtsvertretungskosten (vgl. Erw. E.2) aus
eigener Tasche zu finanzieren. Dies ist zu bejahen. Der Gesuchstellerin wird mit
vorliegendem Urteil eine Überschusspartizipation von Fr. 385.– (1. Dezember
2018 bis 31. Mai 2019) resp. Fr. 1'100.– (1. Juni 2019 bis 30. Juni 2020) resp.
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Fr. 1'020.– (ab 1. Juli 2020 für die weitere Dauer des Getrenntlebens) zugespro-
chen. Mit diesen Beträgen ist sie ohne Weiteres in der Lage, die auf sie entfallen-
den Kosten des Berufungsverfahrens innert weniger als drei Monaten zu finanzie-
ren. Lediglich der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass ihr die Ehegattenun-
terhaltsbeiträge auch die Finanzierung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten in-
nert nützlicher Frist erlauben. Die Gesuchstellerin ist damit nicht als mittellos zu
bezeichnen und das Begehren um Zusprechung eines Prozesskostenbeitrages,
eventualiter Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, ist abzuweisen.