Decision ID: 8b3e5fcb-0593-4d6e-af99-1bf97c26b041
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Jean-Pierre Menge, Quaderstrasse 5, Postfach
26, 7002 Chur,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ ist gelernter Automonteur (IV-act. 12) und war zuletzt von 2002 bis 2007 bei
der B._ AG als Mitarbeiter in der Montage tätig; gemäss Kündigungsschreiben der
Arbeitgeberin befand sich der Versicherte seit August 2006 mehr oder weniger im
Krankenstand (IV-act. 15 und 26-8). Nach der Früherfassung (IV-act. 1 bis 4) und der
Aufforderung der IV-Stelle des Kantons St. Gallen (IV-act. 5) meldete sich der
Versicherte am 29. April 2008 wegen starker Panikattacken zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung (berufliche Integration, Rente) an (IV-act. 9).
A.b Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) hielt nach Rücksprachen mit dem damaligen
Hausarzt des Versicherten Dr. med. C._, Allgemeine Medizin FMH, vom 3. Juni 2008,
und mit der (damals behandelnden) Psychiatrie-Dienste Süd vom 4. Juni 2008 folgende
Diagnosen fest: Hüftleiden und (Agoraphobie mit) Panikattacken (IV-act. 19 und 23). Er
wies zugleich darauf hin, dass der relevante Gesundheitszustand noch unklar sei und
die Arbeitsfähigkeit von den behandelnden Ärzten widersprüchlich beurteilt werde
(Aktennotiz RAD vom 4. Juni 2008; IV-act. 20).
A.c Die IV-Stelle klärte die persönlichen und beruflichen Verhältnisse des Versicherten
ab (vgl. IV-act. 10 ff.) und holte weitere Arztberichte ein (IV-act. 21, 24 f. und 29 f.). Im
Triage-Protokoll vom 29. September 2008 fasste sie zusammen, dass der Versicherte
aufgrund einer psychischen Störung im bisherigen sowie im adaptierten
Tätigkeitsbereich zu 50% (steigerbar) arbeitsfähig sei (IV-act. 35) und gewährte dem
Versicherten Unterstützung und Beratung bei der Stellensuche (Mitteilung vom 29.
September 2008; IV-act. 36).
A.d Zur selben Zeit erhielt der Versicherte von der Arbeitslosenkasse Unterstützung
(innerhalb einer Rahmenfrist vom 16. April 2008 bis 15. April 2010; IV-act. 110-2). Das
Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) gewährte dem Versicherten ab 1.
September 2009 ein viermonatiges Berufspraktikum in einer Autogarage (IV-act. 57).
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Der Versicherte brach das Praktikum jedoch wegen Hüft- und Rückenschmerzen am
31. Oktober 2009 wieder ab (IV-act. 60).
A.e Die IV-Stelle liess daraufhin beim Spital D._ einen Untersuchungsbericht
erstellen. Mit Bericht vom 4. Januar 2010 führte das Spital aus, dass beim Versicherten
im Jahr 1983 eine Hüftgelenksarthrodese links wegen kongenitaler Hüftluxation
durchgeführt worden sei. Wegen inakzeptabler Fehlstellung sei 1993 eine
Korrekturosteotomie der Hüftgelenksarthrodese erfolgt. Der Versicherte leide zudem an
einer Beinlängendifferenz (ca. 5 cm), welche mit Spezialschuhen ausgeglichen werde.
Unter stärkerer Belastung komme es jedoch zur Exacerbation der Rückenschmerzen.
Durch die Arthrodese sei der Versicherte auch bei Arbeiten mit langer Belastung,
längerem Sitzen oder Knien sehr eingeschränkt. Allenfalls wäre ein operativer Eingriff
(Implantation einer Hüfttotalarthroplastik) prüfenswert (IV-act. 64).
A.f Wegen der Schmerzen trat der Versicherte im Januar 2010 einen vom RAV
vorgesehenen Bewerbungskurs nicht an (IV-act. 67). Den daraufhin vereinbarten
Nachholtermin (Bewerbungskurs) brach der Versicherte nach zwei Lektionen wieder ab
(IV-act. 71). Der Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle hielt mit Protokoll vom 14.
Mai 2010 fest, dass sich der Versicherte nicht arbeitsfähig fühle. Weitere berufliche
Massnahmen seien daher nicht angezeigt; der Gesundheitszustand sei instabil und
müsse zunächst abgeklärt werden (IV-act. 85). Die IV-Stelle zeigte dem Versicherten
daraufhin an, dass die Arbeitsvermittlung zurzeit nicht möglich sei und daher
abgeschlossen werde (Mitteilung vom 28. Mai 2010; IV-act. 87).
A.g Die IV-Stelle veranlasste bei der MEDAS Ostschweiz ein Gutachten. Das
Gutachten wurde am 4. November 2010 erstellt. Darin befanden die begutachtenden
Ärzte, dass der Versicherte in adaptierter Tätigkeit zu 70% arbeitsfähig sei (IV-act.
89-30).
A.h Am 12. Januar 2011 vereinbarte die IV-Stelle mit dem Versicherten einen
Eingliederungsplan, wonach er in den darauf folgenden drei Monaten erneut bei der
Stellensuche unterstützt werden sollte (IV-act. 94). Nach Ablauf dieser Zeit hielt der
Eingliederungsverantwortliche fest, dass alle Versuche, den Versicherten in den
Arbeitsprozess zurückzuführen, gescheitert seien. Der Versicherte sehe sich nicht in
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der Lage, eine Arbeit in der freien Wirtschaft anzunehmen. In dieser Situation könne
keine weitere berufliche Massnahme eingeleitet werden (Protokoll vom 10. Mai 2011;
IV-act. 104 f.). Mit Mitteilung vom 28. Juni 2011 wies die IV-Stelle schliesslich weitere
Eingliederungsmassnahmen ab (IV-act. 107).
B.
B.a Mit Vorbescheid vom 1. Dezember 2011 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, dass sein Rentenbegehren abgewiesen werde (IV-act. 113). Der Versicherte
erhob dagegen Einwand und machte eine Verschlechterung seines
Gesundheitszustandes seit dem MEDAS-Gutachten geltend (Einwand vom 20.
Dezember 2011; IV-act. 114).
B.b Die IV-Stelle holte daraufhin weitere Arztberichte ein (vgl. IV-act. 115 und 116). Der
RAD hielt dazu fest, dass keine objektivierbaren Befunde für den Nachweis einer
Verschlechterung vorliegen würden. Am MEDAS-Gutachten könne daher weiterhin
festgehalten werden (IV-act. 117). Nach Durchführung eines zweiten
Anhörungsverfahrens (IV-act. 118 und 124) wies die IV-Stelle das Rentengesuch mit
Verfügung vom 4. Dezember 2012 schliesslich ab (IV-act. 126).
C.
C.a Mit Eingabe vom 25. Januar 2013 erhebt der Beschwerdeführer gegen die Ver
fügung vom 4. Dezember 2012 Beschwerde und beantragt die Aufhebung der Ver
fügung und die Zusprechung einer mindestens halben unbefristeten Invalidenrente;
unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 8. April 2013 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde (act. G 4).
C.c Mit Replik vom 28. Mai 2013 hält der Beschwerdeführer an seinen Begehren und
Ausführungen fest (act. G 8). Mit Schreiben vom 17. Juni 2013 erklärt die
Beschwerdegegnerin, auf eine Duplik zu verzichten (act. G 10).

Erwägungen:
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1.
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente.
1.1 Die Beschwerdegegnerin stützt ihren Entscheid in erster Linie auf das MEDAS-
Gutachten vom 4. November 2010. Demnach sei der Beschwerdeführer in einer
adaptierten Tätigkeit ganztags zu 70% arbeitsfähig. Das Gutachten entspreche den
Anforderungen der Rechtsprechung und es könne darauf abgestellt werden. Eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit dem MEDAS-Gutachten sei nicht
ausgewiesen (act. G 4).
1.2 Der Beschwerdeführer stellt im Wesentlichen die Beweistauglichkeit des MEDAS-
Gutachtens infrage. Die behandelnde Psychiaterin Dr. med. E._, eidg. Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie, habe zusätzliche Krankheiten festgestellt und
attestiere eine Arbeitsunfähigkeit von 50%. Das MEDAS-Gutachten gehe darauf nicht
ein. Ausserdem habe sich sein Gesundheitszustand seit dem Gutachten verschlechtert
(act. G 1 und 8).
2.
2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Sie kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]).
2.2 Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können,
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid (Art. 8 ATSG) sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht ein
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente,
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wenn sie mindestens zu 50%, und auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40%
invalid ist.
2.3 Der Versicherungsträger prüft die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen
von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein (Art. 43 Abs. 1 ATSG).
Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das Gericht die Beweise
frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das
Gericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches
gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen
Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen
und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere
medizinische These abstellt.
2.4 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a). Ein diesen Beweisanforderungen genügendes
Gutachten, das im Verwaltungsverfahren eingeholt wurde, kann nicht in Frage gestellt
werden, wenn und sobald die behandelnden Ärzte nachher zu einer unterschiedlichen
Beurteilung gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen
festhalten. Anders verhält es sich, wenn objektiv feststellbare Gesichtspunkte
vorgebracht werden, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben waren und
die geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu führen (Urteil des Bundesgerichtes
vom 29. Juli 2008, 9C_830/2007 E. 4.3 mit Hinweisen).
3.
Zu prüfen ist zunächst, ob die vorliegende medizinische Aktenlage eine hinreichende
Grundlage für die Beurteilung eines allfälligen Rentenanspruches bietet.
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3.1
3.1.1 Ausschlaggebende medizinische Grundlage für die Beurteilung des vorliegenden
Rentengesuchs ist das MEDAS-Gutachten vom 4. November 2010 (IV-act. 89-1 ff.),
welches sowohl auf einer psychiatrischen als auch auf einer somatischen
Untersuchung beruht. In der Gesamtheit führt das Gutachten folgende Diagnosen auf:
Agoraphobie mit Panikattacken bzw. Panikstörung (ICD-10: F 40.01), Status nach Hüft-
Arthrodese links als 5-Jähriger wegen angeborener Hüftdysplasie 1983 und Korrektur-
Osteotomie 15-jährig 1993, Beinverkürzung links 5 cm mit Schuhhöhenausgleich
(ICD-10 Q 65.8 / M 24.6) sowie rezidivierendes lumbovertebrales Syndrom bei
minimaler linkskonvexer skoliotischer Fehlhaltung (ICD-10 M 54.5).
3.1.2 Zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit halten die Gutachter fest, dass teils
schwerere Tätigkeiten, wie die Tätigkeit des Automonteurs, für den Beschwerdeführer
ungünstig bzw. ungeeignet seien. In körperlich eher leichteren bis mittelschweren
Tätigkeiten bestünde dagegen, zumindest in teilweise oder überwiegend sitzender
Tätigkeit, rein somatisch keine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Aus
psychiatrischer Sicht bestehe in einer den körperlichen Leiden angepassten Tätigkeit
eine Arbeitsunfähigkeit von 30%. Die Arbeitsfähigkeit von 70% beziehe sich auf eine
ganztägige Beschäftigung mit herabgesetzter Leistung (IV-act. 89-18).
3.2
3.2.1 Die Ausführungen und Beurteilungen im MEDAS-Gutachten zu den somatischen
Beschwerden entsprechen im Wesentlichen den übrigen vorliegenden Arztberichten.
So stellten bereits sowohl die Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen
(KSSG; Bericht vom 19. April 2010 [IV-act. 80]) als auch das Spital D._ (Bericht vom
4. Januar 2010; IV-act. 64) dieselben Diagnosen wie die MEDAS. Das Spital D._
beurteilte den Beschwerdeführer für leichte und mittelschwere Arbeiten als (voll)
arbeitsfähig, sofern wechselbelastend; sehr langes Sitzen und Knien hielt das Spital für
nicht möglich (IV-act. 64). Auch Dr. med. F._ attestierte aus orthopädischer Sicht
eine volle Arbeitsfähigkeit mit (qualitativen) Einschränkungen (Bericht vom 16. Januar
2010; IV-act. 66-1 ff.). Der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. med. G._,
Allgemeine Medizin FMH, unterteilte seine Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit nicht in
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psychiatrische und somatische Einflüsse, sondern attestierte gesamthaft eine
Arbeitsfähigkeit von 50% (Bericht vom 2. März 2012; IV-act. 115). Diese Einschätzung
ist von daher nicht geeignet, eine in gutachterlicher Hinsicht relevante
Arbeitsunfähigkeit aus somatischer Sicht zu belegen.
3.2.2 In psychiatrischer Hinsicht bestehen zwischen den Arztberichten gewisse
Differenzen. Das Psychiatrie-Zentrum H._ (IV-act. 29) und die Psychiatrie-Dienste
I._ (IV-act. 66-11) diagnostizierten - grundsätzlich gleich wie die MEDAS - eine
Agoraphobie mit Panikstörung (nach ICD-10: F40.1). Die behandelnde Psychiaterin Dr.
E._ diagnostizierte dagegen eine generalisierte Angststörung mit Panikstörung
(ICD-10 F 41.1, F 41.0) und eine Persönlichkeitsstörung (ängstliche, vermeidende
Persönlichkeit; ICD-10 F 60.6; IV-act. 59 und 66-13). In ihrer aktuellen Berichterstattung
diagnostiziert sie neu zusätzlich eine Anpassungsstörung mit vorwiegender
Beeinträchtigung von anderen Gefühlen mit Depression, Sorgen, Anspannung (ICD-10
F 43.23; Bericht vom 13. März 2012; IV-act 116-2). Mit Schreiben vom 16. Januar 2013
erklärt sie schliesslich, dass es auch Anhaltspunkte für eine Agoraphobie mit
Panikstörung (ICD-10 F40.01) gebe. Sie attestiert dem Beschwerdeführer eine
Arbeitsfähigkeit von 50% (IV-act. 130).
4.
4.1 Das MEDAS-Gutachten beruht auf einer umfassenden Untersuchung. Die vom
Beschwerdeführer geklagten Leiden werden in den somatischen und psychiatrischen
Teilen sowie im Gesamtgutachten berücksichtigt. Die Gutachter berücksichtigen
zudem ausführlich die Anamnese und die Vorakten. So werden die relevanten
Verfahrensakten einzeln aufgelistet und zusammengefasst. Die Ausführungen sind
einleuchtend und schlüssig. Schliesslich stimmt das Gutachten mit zahlreichen
weiteren Arztberichten weitgehend überein.
4.2 Die Beurteilung im MEDAS-Gutachten zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
in somatischer Hinsicht stimmt, wie bereits ausgeführt, im Wesentlichen überein.
Demnach kann der Beschwerdeführer aufgrund der Hüftarthrodese und der
angeborenen Hüftdysplasie keine körperlich schweren Tätigkeiten ausüben. Der
erlernte Beruf eines Automechanikers ist in diesem Zusammenhang ungeeignet. In
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körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeiten - zumindest teilweise oder
überwiegend sitzend (wie die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in einem
Beschichtungsbetrieb) - besteht hingegen rein somatisch keine wesentliche
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 64, 66-1 ff., 89-18). Der Beschwerdeführer
macht in dieser Hinsicht auch keine weiteren Einschränkungen geltend.
4.3
4.3.1 Umstritten ist dagegen die psychiatrische Beurteilung. Die Diagnose einer
Agoraphobie mit Panikstörung nach ICD-10 F40.01 ist mehrheitlich anerkannt. Die
behandelnde Psychiaterin Dr. E._ sieht zumindest Anhaltspunkte für diese Diagnose,
hält indessen in erster Linie eine generalisierte Angststörung mit Panikstörung (ICD-10
F41.1, F41) und neu eine Anpassungsstörung (IV-act. 116 und 130) für gegeben. Ihre
Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit erhöht sie deswegen aber nicht; sie attestiert
unverändert 50% und erklärt selber, dass der Zustand stationär sei (IV-act. 116). Die
neu festgestellte Diagnose hat demnach keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit und ist
insoweit für die nachfolgende Beurteilung nicht von Bedeutung. Eine relevante
Verschlechterung liegt damit nicht vor, wie auch die RAD-Ärztin in der Stellungnahme
vom 27. September 2012 plausibel ausführt (IV-act. 125).
4.3.2 Das psychiatrische Consiliargutachten der MEDAS ist umfassend und ausführlich.
Der begutachtende Psychiater erkennt, dass die Störung (Agoraphobie) bereits seit
2006 bestanden habe und behandelt worden sei. Dabei sei es zu einer deutlichen
Besserung gekommen. Der Beschwerdeführer habe dann aber die Medikation
abgesetzt. Für eine generalisierte Angststörung oder Persönlichkeitsstörung habe er
keine Hinweise gefunden. Der Beschwerdeführer äussere sich klar und verständlich. Er
habe im Laufe der Zeit gezeigt, dass er sich durchsetzen könne. Sinnvolle
Therapievorschläge habe er aber abgelehnt. Zudem sei er von invaliditätsfremden
Faktoren, wie die finanzielle Situation und den Arbeitsplatzverlust, beeinflusst.
4.3.3 Die Berichte des Psychiatrischen Zentrums H._ (IV-act. 29) und der Psychiatrie-
Dienste I._ (IV-act. 24) sind älter als das MEDAS-Gutachten. Beide Berichte schätzen
die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers zwar auf 60% ein, weisen aber zugleich
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darauf hin, dass dieser Zustand besserungsfähig sei. Der Psychiater der MEDAS hat
sodann in seiner Beurteilung die Berichte beider Kliniken berücksichtigt.
4.3.4 Die Beurteilung der behandelnden Psychiaterin Dr. E._, wonach der
Beschwerdeführer zu 50% arbeitsunfähig sei, vermag das MEDAS-Gutachten nicht zu
widerlegen oder ernsthafte Zweifel an dessen Beweistauglichkeit entstehen zu lassen.
In ihrem Bericht vom 16. Januar 2013 (IV-act. 130) widerspricht Dr. E._ zwar
ausdrücklich der MEDAS, es fehlt indes eine eingehende und nachvollziehbare
Begründung ihrer Gegenmeinung. Eine bloss unterschiedliche Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit bei im Grunde gleichem Sachverhalt vermag das den
Beweisanforderungen genügende MEDAS-Gutachten nicht in Frage zu stellen.
4.3.5 Zu beachten ist ferner, dass der Psychiater der MEDAS in seiner Untersuchung
ausdrücklich auch psychosoziale Faktoren erkannt und diese bei der Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit richtigerweise ausgeklammert hat (vgl. BGE 127 V 294 E. 5). Aus den
Berichten von Dr. E._ geht eine Beachtung von psychosozialen Faktoren indes nicht
hervor. Es ist daher fraglich, ob sie bei ihrer Einschätzung der Arbeitsfähigkeit diese
Faktoren mitberücksichtigt hat. Als behandelnde Ärztin ist nicht ausgeschlossen, dass
Dr. E._ aufgrund des Auftragsverhältnisses geneigt war, ihre Bewertung eher zu
Gunsten des Beschwerdeführers abzugeben (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
4.4 Im Ergebnis ist festzustellen, dass das MEDAS-Gutachten vom 4. November 2010
(IV-act. 89) eine hinreichende medizinische Grundlage für die Ermittlung eines allfälligen
Rentenanspruchs darbietet. Aus dem Gutachten ergibt sich, dass der
Beschwerdeführer in körperlich leichten, adaptierten Tätigkeiten zu 30% eingeschränkt
ist.
5.
Zu prüfen bleibt die erwerbliche Auswirkung der festgestellten Einschränkung auf die
Arbeitsfähigkeit bzw. der Invaliditätsgrad.
5.1 Die Ermittlung des Invaliditätsgrades erfolgt vorliegend aufgrund eines
Einkommensvergleichs (vgl. Art. 16 ATSG). Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
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medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der
Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden
hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und
einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs;
BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2 Zu ermitteln ist demnach zunächst das Valideneinkommen.
5.2.1 Für die Ermittlung des ohne invalidisierenden Gesundheitsschaden erzielbaren
Einkommens (Valideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person
aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit ohne den Gesundheitsschaden, aber sonst bei unveränderten
Verhältnissen verdienen würde (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 E. 3b). Dabei ist in der
Regel vom zuletzt - das heisst grundsätzlich vor dem Beginn der ganzen oder
teilweisen Arbeitsunfähigkeit - erzielten (Brutto-) Verdienst auszugehen (Urteil des
Bundesgerichts vom 22. September 2009, 8C_143/2009, E. 2.2.1). Weist das bis zum
Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen indes starke und verhältnismässig kurzfristig
in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist zu dessen Ermittlung auf den während
einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen (siehe für
weitere Ausführungen Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 1.
März 2012, IV 2010/108, E. 2.3.1).
5.2.2 Der Beschwerdeführer war letztmals von 2003 bis 2005 ganzjährig und ohne
wesentlichen krankheitsbedingten Unterbruch arbeitstätig. Sein Einkommen in diesen
Jahren war schwankend. Zur Gewährleistung einer repräsentativeren Grundlage für das
Valideneinkommen ist daher auf den Durchschnittswert der während der Jahre 2003
bis 2005 erzielten Einkommen abzustellen (vgl. hierzu IK-Auszug, IV-act. 15).
Angepasst an die Nominallohnentwicklung ergeben sich folgende Einkommen: Jahr
2003 Fr. 55'980.-- ([Fr. 55'025.-- / 1'958] x 1'992), Jahr 2004 Fr. 65'475.-- ([Fr.
64'916.-- / 1'975] x 1'992) und Jahr 2005 Fr. 63'201.--. Auf der Grundlage des Jahres
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2005 resultiert damit ein Totaleinkommen von Fr. 184'656.-- (Fr. 55'980.-- + Fr.
65'475.-- + Fr. 63'201.--) bzw. ein Durchschnittseinkommen von Fr. 61'552.--. Der
Nominalwert dieses Einkommens auf der Grundlage des Jahres 2008 (Vergleichsjahr)
beträgt sodann Fr. 64'642.-- ([Fr. 61'552.-- / 1'992] x 2'092).
5.3 Zu prüfen ist als Nächstes das Invalideneinkommen.
5.3.1 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist
kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch
herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75
E. 3b/aa f.; BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
5.3.2 Der Beschwerdeführer geht seit seiner letzten Anstellung (bis 2007) keiner
Erwerbstätigkeit mehr nach, sodass für die Ermittlung des Invalideneinkommens vom
Tabellenlohn auszugehen ist. Die Beschwerdegegnerin hat - ausgehend von LSE 08
Niveau 4 - ein Invalideneinkommen von Fr. 41'985.-- ermittelt (IV-act. 111). Diesem
Betrag ist zuzustimmen und er wird auch vom Beschwerdeführer nicht beanstandet.
5.3.3 Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens hinzukommend zu berücksichtigen
ist, dass versicherte Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen selbst bei
zumutbaren Verweisungstätigkeiten oft das Lohnniveau gesunder Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer nicht erreichen. Nebst gesundheitlichen Problemen können sich
persönliche Merkmale der versicherten Person wie Art und Ausmass der Behinderung,
Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und
Beschäftigungsgrad auf das hypothetische Invalideneinkommen auswirken (BGE 124 V
321 E. 3b) und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen die verbleibende
(Rest-) Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit
unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 126 V 75 E. 5b). Es
handelt sich um einen allgemeinen behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 75 E.
5a/bb). Dabei ist der Abzug unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach
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pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens
25% zu begrenzen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
5.3.4 Der Beschwerdeführer vermag seine Arbeitsfähigkeit nur noch in einem
eingeengten Spektrum möglicher Bereiche zu verwerten. Aus psychiatrischer Sicht
dürfe er in seiner Arbeit nicht unter Druck gesetzt werden. Er müsse die Möglichkeit
erhalten, in einem grösseren Raum mit direktem Weg ins Freie zu arbeiten und er
brauche ein Umfeld mit einem väterlichen Chef, der bestimmt und klar führe. Auch die
körperlichen Beschwerden sind zu berücksichtigen. Die Tätigkeit müsse
wechselbelastend sein und dürfe kein längeres Knien erfordern. Diese einschränkenden
Anforderungen rechtfertigen einen Leidensabzug von 10% (vgl. Urteil des
Versicherungsgerichts St. Gallen vom 9. Juli 2013, IV 2011/237). Damit resultiert - unter
Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzugs von 10% - ein Invalideneinkommen von Fr.
37'787.-- (Fr. 41'985.-- x 0.90).
5.4 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 64'642.-- (vgl. vorstehende E. 5.2.2) und
einem Invalideneinkommen von Fr. 37'787.-- (vgl. vorstehende E. 5.3.4) beträgt die
Erwerbseinbusse Fr. 26'855.-- (Fr. 64'642.-- - Fr. 37'787.--). Es ergibt sich demnach
ein Invaliditätsgrad von 42% ([Fr. 26'855.-- / Fr. 64'642.--] x 100). Damit hat der
Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine Viertelsrente. Ab wann der Anspruch auf
eine Viertelsrente besteht, ist dabei von der Beschwerdegegnerin festzustellen, zumal
sich die Parteien dazu bislang nicht geäussert haben. Dafür ist das Verfahren an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zugleich ist auf die intertemporale Regelung
gemäss BGE 138 V 475 hinzuweisen.
6.
6.1 Damit ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und die angefochtene Verfügung
vom 4. Dezember 2012 aufzuheben. Der Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine
Viertelsrente. Die Sache ist zur Festsetzung von Rentenbeginn und Ausrichtung der
geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
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St.Galler Gerichte
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Praxisgemäss ist die Gerichtsgebühr für das
vorliegende Verfahren auf Fr. 600.-- festzulegen. Obwohl der Beschwerdeführer
mindestens eine halbe Rente beantragt hat, liegt keine Überklagung vor (Urteil des
Bundesgerichts vom 3. Dezember 2010, 8C_568/2010, E. 4.1). Es ist von einem
Obsiegen des Beschwerdeführers auszugehen. Die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- ist
deshalb vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
6.3
6.3.1 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--.
6.3.2 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte am 16. Juli 2013 eine
Honorarnote in der Höhe von Fr. 3'664.50 (wovon Fr. 2'812.50 Honorar) ein. Vom
geltend gemachten Aufwand von total 11.25 Stunden betreffen 3.25 Stunden nicht das
Beschwerdeverfahren. Ohne Berücksichtigung des Kostenvorschusses von Fr. 600.--
(der dem Beschwerdeführer im Rahmen der Verlegung der Gerichtskosten
zurückerstattet wird), verbleibt damit ein Honorar von Fr. 2'000.-- (8 Stunden à Fr.
250.--), zuzüglich Fr. 25.-- Barauslagen und 8% Mehrwertsteuer von Fr. 162.-- (8% von
Fr. 2'025), total Fr. 2'187.--. In diesem Umfang erscheint die Honorarnote ausgewiesen
und zuzusprechen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP