Decision ID: 2a3fd7dd-3f21-4cf3-9f15-d1cf28296239
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1962,
hat eine Ausbildung zur technischen Zeichnerin abgeschlossen und war
vom
1.
Januar 2003 bis 3
1.
Oktober 2016 bei
der
Y._
als Logistik-Assistentin tätig
(Urk. 7/19/5
,
Urk.
7/32/22,
Urk. 7/39).
A
m 30. Januar 2016
stellte sie sich mit Verfärbungen und Schmerzen an den Fingern
auf der Notfallstation des
Z._
vor und wurde
ab diesem Zeitpunkt
und bis auf Weiteres
aufgrund einer Sklerodermie
zu 100 %
krank
geschrieben
(Urk.
7/6/9-15,
Urk.
7/35/6
-
8,
Urk. 7/38/2
). Nach
der Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber
bezog sie
Krankentaggelder (Urk. 7/2/8
, Urk. 7/18/1
)
.
Der Arbeitgeber löste das Arbeitsverhältnis
sodann
am 26. Januar 2016 per Ende Mai beziehungsweise Ende Oktober 2016 auf (Urk. 7/13/3, Urk. 7/39/1).
Am 25. April 2016 meldete sich
die Versicherte
unter Hinweis auf eine Sklero
dermie
zunächst
bei der Invalidenversicherung zur Früherfassung
(Urk. 7/5) und hernach am 22. Juni 2016 (
richtig
wohl: 22. Mai 2016, Eingangsdatum bei der
IV-Stelle
: 24. Mai 2016, Urk. 7/19) zum Leistungsbezug
an
.
Die Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
klärte die medizinische und erwerbli
che Situation ab und
liess die Versicherte am 5. Juni 2018 vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) psychiatrisch sowie rheumatologisch untersuchen (Untersu
chungsberichte vom 13. Juni 2018, Urk. 7/60-61).
Mit Vorbescheid vom 28. Juni 2018 stellte
sie
der Versicherten die Zusprechung einer halben Rente ab
1.
Januar 2017 in Aussicht (Urk. 7/74). Nach
Einwand vom 3
0.
August 2018 (
Urk.
7/87) mit Auflage von
weiteren
ärztlichen Beurteilungen
(Urk. 7/8
5-86
) verfügte
die IV
Stelle
am 19. Oktober 2018 im angekündigten Sinne (Urk. 7/100, Urk. 7/93
=
Urk.
2
).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 22. November 2018 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, es sei die Verfügung vom 19. Oktober 2018 aufzuheben und
es sei
die IV-Stelle zu verpflichten, ihr eine
ganze
Rente nach dem
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG)
zu gewähren. Eventualiter sei die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen und diese zu verpflichten, eine verwaltungsexterne polydisziplinäre medizinische Begutachtung durchzuführen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 11. Februar 2019 schloss die
Beschwerdegegnerin
auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Mit Replik vom 1. Mai 2019
hielt die Beschwerdeführerin an ihrem Rechtsbegehren fest (Urk. 11), worauf die Beschwerdegegnerin am 10. Mai 2019 auf das Einreichen einer Duplik verzichtete (Urk. 13). Darüber wurde die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 13. Mai 2019 in Kenntnis gesetzt (Urk. 14).
Mit Gerichtsverfügung vom 23. Juni 2020
wurde die Pensionskasse der
Y._
zum Prozess beigeladen (Urk. 15). Diese
reichte
innert Frist
keine Stellungnahme ein
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrech
ts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medi
zinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüf
methoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwal
tung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entschei
den haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdi
gen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bun
desgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
RAD-Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, die von Art. 44 ATSG betreffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Ver
fahrensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wirkung (Urteil des Bundesgerichts 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den pra
xisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versiche
rungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD
Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet
sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt, die Beschwerdeführerin sei seit Januar 2016 in ihrer Gesundheit ein
geschränkt und krankgeschrieben. Aus den Akten gehe hervor, dass ihr die bis
herige Tätigkeit seit Januar 2016 nicht mehr zumutbar sei. In einer angepassten Tätigkeit sei sie
jedoch
zu 50 % arbeitsfähig. Der Einkommens
vergleich ergebe einen I
nvaliditätsg
rad von 55 %, weshalb
sie
nach Ablauf des gesetzlichen Wartejahres
ab Janu
ar 2017
Anspruch auf eine halbe Rente
habe
. Der RAD habe zum erhobenen Einwand Stellung bezogen und sei der Meinung, in seiner rheumatologischen Untersuchung vom 5. Juni 2018 sei es nicht darum gegangen, die schon bekannte Diagnose entsprechend den neuesten Fachgesellschafts-Kriterien zu stellen, sondern eine ergänzende versicherungsmedizinische Beurtei
lung durchzuführen. In der
von
der Beschwerdeführerin
eingereichten
Stellung
nahme von Dr.
med. A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 20. August 2018 würden keine neuen objektivierbaren Befunde genannt (Urk. 2 S. 3). Auch ein Intelligenzquotient (IQ) von 83
begründe
keine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit (Urk. 2 S.
4
).
2.2
Dieser Argumentation hielt die Beschwerdeführerin entgegen,
an den
beiden ver
sicherungsinternen RAD-Stellungnahmen von Dr. med.
B._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychot
herapie, sowie Dr. med. C._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie,
bestünden zumindest geringe Zweifel, wes
halb sie nicht verwertbar seien.
Dr.
A._
habe in seiner Stellung
nahme diverse Mängel an der RAD-Beurteilung von Dr.
C._
aufgezeigt und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit auch in einer leidensangepassten Tätigkeit attestiert (Urk. 1 S. 7). Infolge der Mängel und Unklarheiten der RAD
Beur
teilungen sei eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes evident
(Urk. 1 S. 8).
Auch die psychiatrische RAD-Beurteilung vermöge in Anbetracht des Gutachtens von Dr. med
. D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie
sowie Pharmazeutische Medizin
,
und de
r Erhebung der Psychologin
E._
nicht zu überzeugen (Urk. 1 S. 8
f.
).
Sofern aufgrund dessen nicht
bereits
klar sei, dass eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten ausgewiesen sei, sei eine
polydisziplinäre Begutachtung durchzuführen. Ferner habe die Beschwerde
gegnerin das
Valideneinkommen
zu t
ief berechnet. Dies sei bereits im Einwand vorgebracht worden. Die Beschwerdegegnerin habe sich mit diesem Argument nicht auseinandergesetzt, was eine Verletzung des rechtlichen Gehörs darstelle (Urk. 1 S. 9). Des Weiteren sei ein Leidensabzug von 15 % auf dem
Tabellenlohn des
Invalideneinkommen
s
vorzunehmen (Urk. 1 S. 10 ff.). Demnach resultiere mindestens ein Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
, selbst, wenn von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausge
gangen würde (Urk. 1 S. 12).
2.3
In ihrer
Beschwerdeantwort
zog die Beschwerdegegnerin in Erwägung,
die von Dr.
A._
angeführten Einwande seien lediglich für die diagnostische Ein
ordnung, nicht jedoch
für die Beurteilung der
invalidenversicherungsrechtlich massgebend
en Auswirkungen der
Beschwerden durch die systemische Sklerose relevant (Urk. 6 S. 1)
.
Die Ausführungen
gegen den psychiatrischen RAD
Unter
suchungsbericht seien nicht nachvollziehbar. Das
Valideneinkommen
sei korrekt berechnet worden. Ein Leidensabzug vom Invalideneinkommen sei nicht angezeigt (Urk. 6 S. 2).
2.4
Replicando
brachte
die Beschwerdeführerin
vor
,
das
Valideneinkommen
sei nicht
anhand
der Angaben im Arbeitgeberfragebogen, sondern
der Durchschnittswerte der Auszüge aus dem Individuellen Konto (IK) zu ermitteln (Urk. 11 S. 3).
Diesen könne entnommen werden, dass
sie
regel
mässig höhere Einkommen
,
als von der Beschwerdegegnerin angenommen
,
erzielt habe
. Selbst beim bestrittenen Invali
deneinkommen der Beschwerdegegnerin resultiere
damit
ein I
nvaliditätsg
rad von über 60 % respektive ein Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
(Urk. 11 S. 4).
2.5
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der Invalidenversicherung und ob die Beschwerdegegnerin ihrer Untersuchungs
pflicht nachgekommen ist.
Soweit die Beschwerdeführerin eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend macht
(Urk. 1 S. 10)
,
darf diese - soweit sie überhau
p
t vorliegen sollte -
als geheilt betrachtet werden,
zumal
sie
die Möglichkeit hatte, sich umfassend im Rahmen der Beschwerde zu äussern und es s
ich beim hiesigen Gericht
um eine
Beschwerde
instanz handelt, die
sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
).
Ausserdem würde eine – von der
Beschwerdeführer
in
nicht beantragte
–
Rückweisung
allein
aus formellen Grün
den dem Interesse an einer
beförderlichen
Beurteilung der Sache widers
p
rechen
.
3
.
3
.1
Die Ärzte des
Z._
, Klinik für Rheumatologie,
behandelten die Beschwerde
führerin zunächst im Rahmen eines Sklerodermie-Assessments (
Hospitalisation
vom 8. bis 11. Februar 2016, Urk. 7/11). In ihrem Bericht vom
22. Juni 2016
nannten
sie als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
Sklero
dermie
(Erstmanifestation September 2015), u
nter anderem bei Vorliegen einer
Vaskulopathie
mit Raynaud-Phänomen
(Erstmanifestation
Oktober
2015)
, einer schweren
Oesophagitis
sowie
– neben der Sklerodermie –
Asthma bronchiale.
Dem
Zigarettenkonsum (kumulativ 30
Packyears
, Stopp seit 10. Februar 2016) und de
m
Vitamin-D-Mangel (Februar 2016
, Urk. 7/35/6 f.
)
schrieben sie keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu
.
Dazu
legten
sie
dar
, die Finger der Beschwerdeführerin würden insbesondere nachts und dann äusserst stark schmerzen (Urk. 7/35/8 oben). Im Übrigen präsentiere sich eine unauffällige Systemanamnese. Eine Prognose sei schwierig (Urk. 7/35/8).
Betreffend die Arbeitsfähigkeit führten die Ärzte weiter aus, anam
nestisch
habe in der Zeit vom
3.
Dezember 2015 bis 3
0.
Januar 2016
eine
zwischen 50
%
und
100 %
schwankende Arbeitsunfähigkeit vorgelegen. An ei
n
i
gen Tagen habe die Beschwerdeführerin gearbeitet.
Durch die Notfallmedizin
des
Z._
sei im Weiteren eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 30. Januar bis 7. Februar 2016 und hernach vom 8. bis zum 28 Februar 2016 durch die Rheumatologie
des
Z._
bescheinigt worden. Ab dem 1
1.
Mai bis 31. August 2016 sei die Beschwerdeführerin schliesslich zu 100 % arbeitsunfähig für körperlich belastende Tätigkeiten
.
Für eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit,
welche die Hände nicht belaste und
in warmen Räumen/nicht in Kälte stattfinde, sei voraus
sichtlich eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bis zur Erreichung des Pensionsalters gegeben (Urk. 7/35/6).
In ihrem zuletzt ausgeübten Beruf als
Logistikerin
bestehe aktuell
grundsätzlich
keine Arbeitsunfähigkeit, allerdings habe die Beschwerde
führerin die Kündigung erhalten (Urk. 7/35/8).
Durch die fehlende Möglichkeit, manuell stark belastende Tätigkeiten sowie Tätigkeiten in der Kälte auszuführen, bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit. Demnach sei die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsfähig, sobald eine Arbeitsstelle gefunden werde, in der sie manuell nicht stark belastende Tätigkeiten und nicht in der Kälte ausführen könne (Urk. 7/35/9)
.
3
.2
Mit Bericht vom 5. August 2016 (Urk. 7/38)
hielt
die Hausä
rztin Dr. med.
F._
, Fachärztin für Innere Medizin,
eine Anpassungsstörung mit depressiver Episode sowie eine Sklerodermie (Diagnose Januar 2016) als Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie den Tinnitus
(Urk. 7/38/1)
. Die Beschwerdeführerin
leide an
puffy
fingers
, Ulcera sowie
pitting
scars
. Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 25. Januar 2016 und bis auf Weiteres. Die Beschwer
deführerin sei körperlich durch die Sklerodermie und psychisch durch die Anpassungsstörung eingeschränkt. Namentlich sei sie orientierungslos, depri
m
iert, blockiert und verlangsamt
(
Urk. 7/
3
8/2).
Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar.
Vermutlich sei eine Rente die alleinige Lösung (
Urk. 7/38/3).
Diese Beurteilung bestätigte die Hausär
z
tin zur Hauptsache in
ihrem Verlaufsbe
richt vom 1
4.
Februar 2017 (Datum Eingang Beschwerdegegnerin, Urk.
7/41)
.
Die Beschwerdeführerin könne keine (angestammte oder angepasste) Tätigkeit mehr ausüben (
Urk.
7/41/1). Die Prognose sei schlecht, sie werde nicht mehr arbeiten können (
Urk.
7/41/2).
3
.3
Am 30. Dezember 2016 erstattete Dr.
D._
sein psychiatrisches Gutachten zuhanden der Krankentaggeldversicherung (Urk. 7/86).
Darin nannte er als Diagnose eine leichte bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.0/1), wel
che weiterhin
floride
sei. Der psychopathologische Befund sei durch eine leichte bis mittelgradige Verschiebung der Stimmungslage zum depressiven Pol gekenn
zeichnet gewesen. Die affektive Auslenkbarkeit sei ebenfalls leicht eingeschränkt gewesen.
Die Beschwerdeführerin
habe mit fester Stimme sprechen können. Der Blickkontakt habe gehalten werden können und sie sei psychomotorisch ausge
glichen gewesen. Die kognitiven Fähigkeiten seien intakt gewesen. Sie habe im Gespräch etwas müde und erschöpft gewirkt. Sodann sei ihr inhaltliches Denken anlassbezogen auf die Schilderung von Biographie und Beschwerdeentwicklung gerichtet.
Die jetzige seelische Entwicklung stehe unstreitig im Zusammenhang mit der diagnostizierten systemischen Sklerose (Urk. 7/83/3). Ausserdem habe der Verlust des Arbeitsplatzes sicherlich dazu beigetragen, dass die Beschwerde
führerin reaktiv depressiv geworden sei
(Urk. 7/86/3
f.
)
. Die seit Ende Januar 2016 attestierte Arbeitsunfähigkeit sei weiterhin ausgewiesen. Momentan könne keine abschliessende Prognose gestellt werden (Urk. 7/86/4).
Aus dem beigelegten, undatierten Bericht der Psychologin
E._
geht hervor, dass die Beschwerdeführerin einen Gesamt-IQ von 83 aufweise
(Urk. 7/86/6)
.
Ferner bestünden
näher ausgeführte
auffällige Persönlichkeitsmerkmale
(Urk. 7/86/7).
3
.
4
Im
Bericht
des
Z._
vom 11. März 2018 über die gleichentags erfolgte Notfall
behandlung (Urk. 7/57) hielten die Ärzte
fest, die Beschwerdeführerin habe sich notfallmässig mit einer
Schmerzexazerbation
(stärkste Schmerzen an der rechten Hand nach einer Nagelexzision) vorgestellt (Urk. 7/57/4). Die Entzündungswerte seien im Normbereich und die Therapie werde
mittels Antibiotika
angegangen (Urk. 7/57/4).
3
.
5
Der b
ehandelnde med.
pract
.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
nannte
in seinem Bericht vom 26. April 2018 (Urk. 7/58)
aus psychiatrischer Sicht
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
p
osttraumatische Belastungsstörung (PTBS, ICD-10 F43.1) sowie den Status nach einer Anpas
sungsstörung (ICD-10 F43.21/23,
Urk. 7/58/1)
.
Dazu ergänzte er, die Beschwerdeführerin habe grosse Probleme mit der Akzeptanz ihrer somatischen Diagnose. Alle Arbeitsversuche hätten bisher abgebrochen werden müssen
.
Die Beschwerdeführerin
erfülle die Kriterien einer PTBS im Anschluss an eine Anpassungsstörung. Es lägen Reizbarkeit oder Wutausbrüche, Konzentrations
schwierigkeiten, erhöhte Schreckhaftigkeit, Flashbacks, lebendige Erinnerungen, sich wiederholende Träume sowie eine Unverträglichkeit im Zusammenhang mit der Arbeitssuche vor. Sie könne ohne ihre Hände nicht arbeiten (Urk. 7/58/2). Die Beschwerdeführerin sei seit dem 27. Juni 2016 (Beginn seiner Behandlung) und bis auf Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 7/58/3).
3
.
6
3
.
6
.1
In ihrem psychiatrischen Untersuchungsbericht vom 13. Juni 2018 über die Untersuchung vom 5. Juni 2018 (Urk. 7/60)
hielt
RAD-Ärztin Dr.
B._
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte depressive Episode, Status nach mittelgradiger depressiver Episode (ICD-10 F32.0)
,
bei fehlenden Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest
. Betreffend die somatischen Diagnosen verwies sie auf die
in den
Vorakten
erwähnte Sklero
dermie,
das
Asthma bronchiale sowie
den
Vitamin-D-Mangel (Urk. 7/60/7).
Die Beschwerdeführerin habe angegeben, sobald sie regelmässig und auf Dauer eine Tätigkeit mit den Händen ausführe, bekomme sie Beschwerden in den Fingern beider Hände. So komme es regelmässig zu Schwellungen, Schmerzen, bläulichen Verfärbungen bis hin zu Geschwüren und Nagelveränderungen, die dann teilweise operativ entfernt werden müssten. Dies verschlimmere sich durch Kälte und Arbeit mit Metall. Auch am übrigen Körper müsse sie stets darauf achten, nirgends Druckstellen zu haben und keine enge Kleidung zu tragen, denn sonst komme es auch dort zu schmerzhaften Hautveränderungen. Sie müsse sehr auf ihre Ernährung und allgemein auf eine gesunde Lebensweise achten. Sie könne nicht einmal mehr den Haushalt richtig erledigen und habe Probleme mit der Selbstpflege. Bei Haushaltsarbeiten müsse sie immer Handschuhe tragen. Durch die Tabletten höre sie auf dem rechten Ohr nicht so gut und habe einen Tinnitus (Urk. 7/60/2).
Die RAD-Ärztin beschrieb d
ie Beschwerdeführerin
als
wach, bewusstseinsklar und zu allen Modalitäten orientiert. Die Aufmerksamkeit und Konzentration hätten
über die zweistündige Untersuchung aufrechterhalten werden können. Das Gedächtnis erscheine grobkursorisch unauffällig. Sie sei teilweise eingeengt auf die Dinge, die sie nun nicht mehr ausführen könne. Inhaltliche Denkstörungen sowie Ich-Störungen seien nicht vorhanden, Wahrnehmungs- und Sinnes
täuschungen würden verneint (Urk. 7/60/5). Die Beschwerdeführerin sei weitge
hend
euthym
, vereinzelt wirke sie jedoch traurig und bedrückt. Sie zeige jedoch einen guten Sinn für Humor, die affektive Schwingungsfähigkeit sei weitgehend erhalten. Der Antrieb erscheine krankheitsbedingt reduziert, die Psychosomatik sei leicht vermindert. Sie wirke
sklerodermiebedingt
leicht maskenhaft und starr, die Sprache sei leicht verlangsamt, mitunter müsse sie längere Zeit überlegen. Das Sprechen scheine ihr durch die Sklerodermie etwas schwer zu fallen, sie müsse kräftig runterschlucken, bevor sie zu sprechen beginne. Sie sei krankheits
einsichtig und es bestehe kein Anhalt für Selbs
t- oder Fremdgefährdung. Zwangs
g
edanken und
handlungen
würden verneint, sie habe Angst vor der Zukunft und davor, nicht mehr gebra
u
cht zu werden. Ein sozialer Rückzug sei nicht gegeben. Die Beschwerdeführerin gebe vegetative Beschwerden in dem Sinne an, dass ihr manchmal alles zu viel werde. Sie habe dann Kopfschmerzen und der Tinnitus sei verstärkt. Ihr Appetit sei normal (Urk. 7/60/6).
In Anlehnung an den Mini-ICF bestünden Einschränkungen in der Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen (mittelgradig aufgrund der Grunder
krankung),
zur
Planung und Strukturierung von Aufgaben (leicht),
zur
Flexibilität und Umstellungsfähigkeit,
zur
Durchhaltefähigkeit (beides mittelgradig aufgrund der somatischen Grunderkrankung),
zur
Fähigkeit zu ausserberuflichen Akti
vitäten (
schwergradig
aufgrund der somatischen Grunderkrankung), Wegefähig
keit (leicht).
Aggravation sei nicht vorhanden. Die Beschwerdeführerin sehe sich selbst
als
maximal
zu
30 % arbeitsfähig, dies hätten ihr die Therapeuten so kommuniziert.
Aufgrund der somatischen Grunderkrankung habe sich über eine Anpassungsstörung eine depressive Episode entwickelt, die aktuell noch leicht
gradig ausgeprägt sei. Die Beschwerdeführerin sei dabei, ihre Erkrankung lang
sam anzunehmen und damit umzugehen. Rückschläge seien immer wieder mög
lich. Die funktionellen Einschränkungen würden sich aus der somatischen Grunderkrankung erklären und
würden die
im rheumatologischen Untersu
chungsbericht beschrieben
en
Faktoren betreffen
. Aus rein psychiatrischer Sicht bestünden keine wesentlichen Einschränkungen (Urk. 7/60/
6-
7). Die ange
stammte Tätigkeit als Lageristin sei seit Anfang 2016 aus somatischen Gründen nicht mehr möglich. Angepasste Tätigkeiten seien aus psychiatrischer Sicht in dem Umfang möglich, in dem sie aus somatischen Gründen realisierbar seien. Aus rein psychiatrischer Sicht bestehe zum Zeitpunkt der Untersuchung keine
Arbeitsunfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt. Zur besseren Bewältigung der Erkrankung sei auch weiterhin eine integrative psychiatrisch-psychotherapeuti
sche Behandlung sinnvoll, diese werde jedoch nicht zu einer höheren Arbeitsfä
higkeit im ersten Arbeitsmarkt beitragen (Urk. 7/60/8).
3
.
6
.2
RAD-Arzt Dr.
C._
hielt in seinem Untersuchungsbericht vom 13. Juni 2018 über die Untersuchung vom
5.
Juni 2018 (Urk. 7/61) als Diagnose mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine systemische Sklerodermie
(Erstdiagnose September 2015,
mit schmerzhafter Bewegungs- und Belastungseinschränkung der Hände sowie einem Raynaud-Phänomen
)
und Asthma bronchiale fest. Der Vitamin-D-Mangel (Februar 2016) sei
demgegenüber
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(Urk. 7/61/2)
.
Die Beschwerdeführerin gebe an, dass die Finger empfindlich seien. Sie könne daher mit den Händen nicht wie bisher arbeiten, sondern müsse ständig Vor
sichtsmassnahmen treffen.
Besonders die
Fingerspitzen
seien empfindlich. E
inige Fingernägel seien schon exzidiert worden und würden jetzt langsam nach
wachsen. Diese Bereiche müssten nun noch verbunden werden, aber auch sonst müsse sie ständig beispielsweise auf Nässe- und Kälteschutz achten (Urk. 7/61/1).
Befundmässig finde sich eine Hyperpigmentierung mit fleckiger
Depigmentierung
der Haut an Dekolleté und Hals. Die Zähne seien saniert, Mund und Rachen nicht belegt oder gerötet. Das Auskleiden sei flüssig im Sitzen erfolgt, teilweise langsam und vorsichtig beim Einsatz der Finger, beispielsweise beim Auf- und Zuknöpfen der Kleidung beziehungsweise Ausziehen und Zubinden der Schuhe. Das Anklei
den sei in ähnlicher Weise im Sitzen erfolgt.
Der
Langsitz
sei möglich, die Sensi
bilität orientierend und unauffällig. Es bestünden
puffy
fingers
, die Fingernägel am Zeigefinger links sowie am Mittelfinger rechts würden nach der Extraktion noch nachwachsen und seien verbunden. Am rechten Fuss habe die Beschwerde
führerin einen
Hallux
valgus
. Trotz sommerlicher Temperaturen sei ein Raynaud-Phänomen beim Verlassen des Gebäudes aufgetreten.
Eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit, wie sie im Bericht des
Z._
vom 22. Juni 2016
(vorstehend E. 3.1)
festgehalten worden sei, sei aus heutiger Sicht nicht mehr realisierbar (Urk. 7/61/2).
Anhand der vorliegenden medizinischen Berichterstattung und der körperlichen RAD-Untersuchung sei ein somatischer Gesundheitsschaden ausgewiesen, der die Arbeitsfähigkeit beein
trächtige. Die bisherige Tätigkeit als Lageristin sei seit Anfang 2016 nicht mehr zumutbar, die Kündigung sei wenige Monate
später erfolgt. Eine angepasste, körperlich leichte
, wechselbelastende Tätigkeit, ohne feinmotorische oder repeti
tive Beanspruchung der Hände, ohne Nässe-/Kälteexposition, ohne regelmässige Hebe- oder Tragebelastungen könne seitdem zu 50
%
ausgeübt werden. Der
Gesundheitszustand habe sich hinsichtlich der Befunde im Vergleich zum Bericht der Rheumatologie des
Z._
vom 1
1.
März 2016 nicht wesentlich verändert und sei erfreulich stabil. Wegen der geringen Belastbarkeit der Hände respektive der deutlichen Einschränkungen im Belastbarkeitsprofil wären berufliche Mass
nahmen, beispielsweise zur Unterstützung bei der Stellensuche, aus
seiner
Sich
t
sinnvoll. Mit einer Verbesserung des Gesundheitszustandes sei im weiteren Ver
lauf nicht zu rechnen, allenfalls mit einer Stabilisierung. Eine Überprüfung des Gesundheitszustandes werde in zirka einem Jahr empfohlen (Urk. 7/61/3).
3
.
7
Am 20. August 2018 erstattete
der Internist
Dr.
A._
eine versicherungs
medizinische Stellungnahme sowie Aktenbeurteilung zuhanden des Rechtsver
treters der Beschwerdeführerin (Urk. 7/85).
Darin
rügte
er diverse Mängel an der Beurteilung durch RAD-Arzt Dr.
C._
. Er
führte aus
, die systemische Sklerose werde von Rheumatologen und Dermatologen
unter
Beizug
weiterer Fachdis
ziplinen, je nach Organmanifestation
,
behandelt. Daher stelle sich die Frage, wes
halb der RAD keinen Dermatologen beigezogen habe.
Der Sachverhalt sei in der rheumatologischen Untersuchung kursorisch, jedoch nicht vollständig und umfassend erhoben worden.
So sei die Erhebung der Beschwerdeangaben durch
Dr.
C._
unvollständig und
habe
durch die Beschwerdeangaben, welche Dr.
B._
gleichentags
im psychiatrischen Untersuchungsbericht
festgehalten habe, ergänzt werden müssen. Auch der Untersuchungsbefund sei unvollständig respektive nicht dem rheumatologischen Untersuchungsstandard gemäss ACR/EULAR entsprechend. Im rheumatologischen RAD-Bericht – dies gelte auch für die Berichte des
Z._
– fehle eine sorgfältige Diskussion der systemischen Ausprägung der systemischen Sklerose, insbesondere des sehr wahrscheinlich vorliegenden CREST-Syndroms
. Die Beschwerdeführerin beklag
e
Schwierigkeiten beim Schlucken sowie
ein
Globusgefühl beim Essen
und
Sprechen. Das Globus
gefühl und die Auffälligkeit beim Schlucken seien in der psychiatrischen RAD
Untersuchung präsent gewesen, sodass wahrscheinlich tatsächlich ein CREST-Syndrom bestehe.
Des Weiteren sei der Verband der extrahierten Fingernägel nicht entfernt worden, um den Lokalbefund zu sichten. Zudem sei die
festgestellte
Unabhängigkeit des Raynaud-Phänomens von der Aussen
temperatur bei der Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt worden (Urk. 7/85/15). Ferner sei der medizinische Endzustand offenbar noch nicht erreicht.
Die Beschwerde
führerin befinde sich nach wie vor aufgrund der massiven Symptome der syste
mischen Sklerose an den Fingern/Händen in ärztlicher Behandlung. Weiter leide sie an
Oesophagussymptomen
, welche sich noch nicht wesentlich gebessert hätten. Es könnte zudem eine Lungenbeteiligung
bestehen, wobei differential
diagnostisch Asthma bronchiale, COPD oder Nikotin
abusus wahrscheinlicher seien. Die ärztliche Behandlung habe die Erkrankung bisher nicht zum Stillstand bringen können.
Aufgrund des fortwährend unbefriedigenden klinischen Bildes mit Beginn 2015 und anhaltend im Sommer 2018, müsse geschlossen werden, dass auch für eine angepasste Tätigkeit unter Verwendung der Hände/Finger eine volle Arbeits
unfähigkeit bestehe. Im Übrigen gäbe es gar keine Tätigkeiten leichter körperli
cher Art, welche ohne Beteiligung der Hände oder Finger ausgeführt werden könnten. Für eine rein geistige Tätigkeit oder eine manuelle Tätigkeit mit Unter
stützung eines Spracherkennungscomputers seien die kognitiven Fähigkeiten angesichts des Gesamt-Durchschnitts-IQ von 83 gemäss Gutachten von Dr.
D._
vom 30. Dezember 2016 sehr wahrscheinlich nicht vorhanden (Urk. 7/85/16).
Daher hätte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit auch für alle leichten körperlichen Tätigkeiten, welche irgendeinen Einsatz der Hände beziehungsweise Finger erfor
dern würden, bestätigt werden müssen. Allenfalls könne anlässlich einer Revision in ein bis zwei Jahren überprüft werden, ob sich der Gesundheitszustand ver
bessert habe. Erst
dann
könne eventuell die von der Beschwerdeführerin wohl eher als Wunschdenken zu verstehende Arbeitsfähigkeit von 30 % – realistisch seien wohl eher 20 % – verwirklicht werden (Urk. 7/85/17).
3
.
8
In der nach erfolgtem Einwand
(Urk. 7/87)
eingeholten RAD-Stellungnahme ergänzte Dr.
C._
, in seiner fachärztlich-rheumatologischen Untersuchung sei es nicht darum gegangen, die schon bekannten Diagnosen entsprechend den neuesten Fachgesellschafts-Kriterien zu stellen, sondern eine ergänzende versi
cherungsmedizinische Beurteilung durchzuführen. In der Stellungnahme von Dr.
A._
würden keine neuen objektivierbaren Befunde genannt. Medizinisch ergäben sich keine neuen, richtungsweisenden Aspekte. Daher könne an der RAD
Stellungnahme vom 13. Juni 2018 festgehalten werden. In dieser werde eine frühzeitige Überprüfung des Gesundheitszustandes empfohlen. In psychiatrischer Hinsicht hielt Dr.
B._
an ihrer Stellungnahme fest. Dazu merkte sie an, ein IQ von 83 bedinge keine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 7/90/3).
Im Rahmen des Gerichtsverfahren
s
ersuchte die Beschwerdegegnerin Dr.
C._
am
18. Januar 2019 um Präzisierung seiner Stellungnahme in Bezug auf die Ein
wände von Dr.
A._
. Dieser bringe namentlich vor, der rheumatologische Untersuchungsbefund sei nicht vollständig und es fehle eine Diskussion des wahrscheinlich bestehenden CREST-Syndroms
(Urk. 7/110 S. 1)
. Daraufhin ergänzte Dr.
C._
wiederum, in seiner Untersuchung sei es um eine ergänzende versicherungsmedizinische Beurteilung gegangen. Es sei
auch
nicht darum gegangen, die Überlegungen des
Z._
zur Ausprägung der systemischen Sklerose
und der möglichen Variante eines CREST-Syndroms mit günstigerer Prognose zu diskutieren. Weil die Untersuchungsbefunde insgesamt und besonders an den Fingern eindeutig gewesen seien, habe auf das Entfernen der zwei Verbände an den Fingern aus rheumatologischer Sicht verzichtet und der Bericht kurz gehalten werden können. Über den richtigen Zeitpunkt möglicher ergänzender Untersu
chungen in Bezug auf eine Lungen- oder Oesophagus-Beteiligung, Schwierig
keiten beim Schlucken oder ein Globusgefühl könne ein Zentrum, wie die Rheumaklinik des
Z._
, bei Verlaufskontrollen besser entscheiden. Da die Beschwerdeführerin trotz Beschwerden und der reduzierten Belastbarkeit wieder
holt den Wunsch nach einer baldigen Arbeitstätigkeit geäussert habe, seien berufliche Massnahmen empfohlen worden
(Urk. 7/110 S. 2)
.
4
.
4
.1
Die Parteien gehen übereinstimmend und nach Aktenlage zu Recht davon aus, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeits
fähig ist (Urk. 1 S. 9, Urk. 2 S. 3, Urk. 7/61/3). Strittig und zu prüfen ist die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit.
In der angefochtenen Ver
fügung
stützte sich
die Beschwerdegegnerin auf die RAD-Untersuchungsberichte von
Dr.
B._
und Dr.
C._
. Dr.
B._
attestierte
in ihrer Beurteilung aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit, Dr.
C._
hingegen
aus somatischer Sicht
eine solche von
50 % (Urk.
7/60/8, Urk. 7/61/3).
4
.2
Die Beschwerdeführerin bringt mit Verweis auf die
Beurteilung durch
Dr.
A._
, in welcher dieser eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit i
n jeglicher Tätigkeit
postu
lierte
(Urk. 7/85
/16
)
,
vor, es bestünden zumindest geringe Zweifel am rheumato
logischen Untersuchungsbericht (Urk. 1 S. 7).
Dr.
A._
kritisierte in
seiner Aktenbeurteilung in
erster Linie, dass Dr.
C._
die Beschwerdeangaben, welche die Psychiaterin Dr.
B._
in ihrem Unter
suchungsbericht festgehalten habe, in seinem Bericht
habe
ergänzen müssen.
Dazu
ist anzumerken, dass dem Bericht von Dr.
C._
zwar nichts über die von Dr.
B._
festgehaltenen
Einschränkungen
beim Sprechen zu entnehmen ist. Allerdings macht die Beschwerdeführerin nicht geltend und es ist aus den Akten nicht ersichtlich, inwiefern sie dies in ihrer Arbeitsfähigkeit einschränken sollte. So wies
die Beschwerdeführerin
nicht nur gegenüber Dr.
C._
, sondern auch
gegenüber Dr.
B._
denn auch
hauptsächlich auf ihre Beschwerden an den Händen und Fingern hin, welche sich durch Kälte und Arbeit mit Metall ver
schlimmern würden
. Darüber hinaus
schilderte
sie ihre Einschränkung
bei
der
Ernährung sowie bei der Arbeit im Haushalt und bei der Selbstpflege, beispiels
weise beim Zuknöpfen von Blusen
(Urk. 7/60/2).
Von diesen Beschwerden hatte auch Dr.
C._
Kenntnis
. Auch ihm gegenüber erwähnte sie ihre empfindlichen Hände und Finger sowie den Nässe- und Kälteschutz. Beim Auskleiden fiel ihm sodann das langsame und vorsichtige Auf- und Zuknöpfen der Kleidung auf
(Urk. 7/61/1
f.
).
Damit kann davon ausgegangen werden, dass Dr.
C._
den
somatischen
Befund vollständig erhob
und beurteilte
.
Auch der bemängelte fehlende
Beizug
eines Dermatologen vermag daran nichts zu ändern
.
Dr.
C._
stellte in seinem Untersuchungsbericht fest, dass die Belastbarkeit der Hände eingeschränkt sei (Urk. 7/61/3). Inwiefern allfällige der
matologische Beschwerden an den Händen oder die Hyperpigmentierung an Dekolleté und Hals die Beschwerdeführerin zusätzlich
in
ihrer Arbeitsfähigkeit einschränken
sollten
, ist nicht ersichtlich.
Zudem durfte
-
entgegen der Ansicht der Beschwerde
führ
erin (Urk. 1 S. 7 f.)
eine
Diskussion bezüglich des
gemäss Dr.
A._
sehr wahrscheinlich vor
liegenden
CREST-Syndroms unterbleiben. Denn
wie die Beschwerdegegnerin zutreffend erkennt
(Urk. 6 S. 1)
,
ist
ge
mäss bundesgerichtlicher Praxis nicht die
diagnostische
Einordnung
eines Gesundheitsschade
ns entscheidend, sondern dessen konkrete
Auswirkung
auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit (BGE 143 V 418 E. 6, Urteil des Bundesgerichts 9C_228/2013 vom 26. Juni 2013 E. 4.1.4 mit Hinweis)
.
Auch wenn ein
CREST-Syndrom bei
Oesophagusbeteiligung
mit S
chwierigkeiten beim Schlucken und Sprechen sowie einem Globusgefühl beim Essen (Urk. 7/85/15 f.)
nicht ausgeschlossen werden kann, ist
-
wie bereits
aus
geführt
-
nicht ersichtlich
und wird auch von
Dr.
A._
nicht dargelegt
, inwiefern diese
Einschränkungen
die Beschwerdeführerin
zusätzlich
in ihrer Arbeitsfähigkeit einschränken sollte.
Hinsichtlich der von Dr.
A._
thematisierten
fraglichen Lungenbeteiligung hielt dieser selbst fest, dass differentialdiagnostisch Asthma bronchiale, COPD oder Nikotinabusus wahrscheinlicher seien (Urk. 7/85/16).
Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass rechtsprechungsgemäss e
ine Verdachtsdiagnose grund
sätzlich nicht ausreicht
zur Anerkennung eines invalidisierenden Gesundheits
schadens (Urteil
des Bundesgerichts 9C_795/2017 vom 1
9.
März 2018 E. 3.1.2)
.
Darüber hinaus nannte
Dr.
C._
in seinem Bericht
-
in Übereinstimmung mit den Spezialisten des
Z._
-
ebenfalls
ein
Asthma bronchiale als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und
berücksichtigte
dies bei der Ein
schätzung der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin,
was
vor diesem Hin
tergrund
als
schlüssig
erscheint
(Urk. 7/62/2, Urk. 7/57/4, Urk. 7/35/7).
A
uch der Einwand der Beschwerde
führ
erin, die Untersuchung von Dr.
C._
habe nicht dem Standard gemäss ACR/EULAR entsprochen
, geht fehl
.
Zwar werden
diese Klassifikationskriterien bei der Diagnosestellung der systemischen Sklerose angewandt (Urk. 7/85/12). Wie jedoch Dr.
C._
zutreffend
ausführt
e
, war die Diagnose der systemischen Sklerose bereits bekannt und unter den behandelnden Ärzten
grundsätzlich
unbestritten (Urk. 7/110 S. 2, Urk. 7/41/1,
Urk.
7/57/2). Eine Diskussion mit Hilfe der vorgenannten Kriterien erübrigte sich daher.
Unter diesen Umständen
durfte Dr.
C._
auch auf die
Entfernung der Verbände an den Fingern
verzichten.
Er
führte diesbezüglich
nachvollziehbar aus, dass dies aus rheumatologischer Sicht nicht notwendig gewesen sei, weil die Untersuchungsbefunde insgesamt und besonders an den Fingern eindeutig gewesen seien (Urk. 7/110 S. 2).
Schliesslich findet die Tatsache, dass das Raynaud-Phänomen
an den Händen
auch bei sommerlichen Temperaturen auftrat,
ebenfalls
Niederschlag in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, indem Dr.
C._
in seinem Belastungsprofil unter anderem festhielt,
angepasst seien Tätigkeiten
ohne feinmotorische und repetitive Beanspruchung der Hände (Urk. 7/63/3).
Dr.
C._
gelangte damit zum
einleuchtenden
Schluss, dass eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit gegeben sei (Urk. 7/61/2). Die durch Dr.
A._
festgehaltene 100%ige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit vermag dagegen nicht zu überzeugen. Diese
Beurteilung
stützte er insbesondere auf das seit 2015 bestehende unbe
friedigende klinische Bild mit der bestehenden Symptomatik (Urk. 7/85/16)
. D
es mag zwar
- wie andere anhaltenden Leiden -
eine die Beschwerdeführerin belastende Situation darstellen,
auf eine Arbeitsunfähigkeit kann daraus jedoch nicht geschlossen werden
.
Dr.
A._
wies zudem zutreffend darauf hin, dass für praktisch sämtliche Tätigkeiten der Einsatz von Finger und Händen notwendig ist (Urk. 7/85/16)
.
Angesichts der Tatsache, dass Dr.
A._
die Beschwerdeführerin
nicht persönlich untersuchte und die behandelnden Spezialisten des
Z._
im Jahr 2016 sogar noch von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
wie auch einer Arbeitsfähigkeit in der
angestammten
Tätigkeit in der Logistik
ausgingen (Urk. 7/35/6),
ist auf
die Einschätzung des RAD, wonach
im Jahr 2018 noch
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit bestehe und die seitens des
Z._
im Jahr 2016 festgehaltene 100%ige Arbeitsfähigkeit nicht mehr realisierbar sei,
abzustellen
(Urk. 7/61/2).
Dr.
A._
bezeichnete keine medi
zini
schen Umstände, die bei dieser Beurteilung
unberücksichtigt
geblieben wären, so dass seine auf allfällige berufliche Gegebenheiten beruhende Darstellung nicht geeignet ist, Zweifel zu erwecken.
Nach dem Gesagten vermag die Aktenbeurteilung von Dr.
A._
keine
auch nur
geringen Zweifel am RAD-Untersuchungsbericht von Dr.
C._
zu wecken.
Auch
die Einschätzung
en
der Hausärztin Dr.
F._
, welche der Beschwerde
führerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit auch in einer angepassten Tätigkeit attestiert
e
(Urk.
7/38,
Urk.
7/41/1 f.), ändert daran nichts. Denn in Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens
stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aus
sagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc)
. Eine zurück
haltende Würdi
gung ist hier insbesondere angezeigt mit Blick auf die Aussage der Ärztin, die Rente sei die einzige Lösung, was eine besondere Nähe zur Beschwerdeführerin
belegt
und den Bewe
iswert ihrer Berichte schmälert
. Zudem begründete Dr.
F._
ihre
von der Beurteilung durch die Fachärzte des
Z._
abweichende
Einschätzung medizinisch nicht näher, weshalb darauf nicht abgestellt werden kann.
4
.4
Ferner kritisiert die Beschwerdeführerin den psychiatrischen RAD-Unter
suchungs
bericht
mit Verweis auf das Gutachten von Dr.
D._
und den Bericht der Psychologin
E._
(Urk. 1 S. 8 f.).
Dr.
B._
begründete in ihrem Untersuchungsbericht ausführlich, dass die Beschwerdeführerin an einer leichten depressiven Episode bei Status nach mittel
gradiger depressiver Episode (ICD-10 F32.0) leide
t
. Sie legte dar, dass sich auf
grund der somatischen Erkrankung über eine Anpassungsstörung eine depressive Episode entwickelt habe, welche aktuell noch leichtgradig ausgeprägt sei
(Urk. 7/60/7).
Sie führte dabei zwar die Diagnose als solche mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf.
Allerdings
präzisierte
sie
dies dahingehend
, dass ange
passte Tätigkeiten in dem Umfang möglich seien, in dem sie aus somatischen Gründen realisierbar seien
,
und aus rein psychiatrischer Sicht keine Arbeitsun
fähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt bestehe (Urk. 7/60/8)
, was in Anbetracht der ak
t
uellen Diagnose und der aufgrund der psychischen Gesundheit nicht wesentlich eingeschränkten funktionellen Leistungsfähigkeit plausibel erscheint
.
Soweit die Beschwerdeführeri
n geltend macht, es sei auf das Gutachten von Dr.
D._
abzustellen, ist
darauf hinzuweisen, dass dessen Gutachten zum Zeit
punkt der psychiatrischen RAD-Untersuchung bereits eineinhalb Jahre alt war. Ferner äusserte er sich nicht
zu
r entscheidenden Frage der Zumutbarkeit
einer
Verweistätigkeit, indem er lediglich eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in
der
angestammte
n und zwischenzeitlich gekündigten
Tätigkeit festhielt (Urk. 7/86/4).
Im Übrigen
wies
Dr.
B._
in ihrem Bericht
in nachvollziehbarer Weise
darauf hin
, dass die Beschwerdeführerin dabei sei, ihre Erkrankung langsam anzu
nehmen und damit umzugehen
(Urk. 7/60/7). Die Beschwerdeführerin selbst gab
ebenfalls
an, sie habe sich bereits
etwas besser
mit ihrer Erkrankung
arrangieren können
(Urk. 7/60/
3
). Daher erweist sich die von
Dr.
B._
gestellte Diagnose gegenüber jener von Dr.
D._
(leichte bis mittelgradige depressive Episode, ICD
10 F32.0/1) als überzeugender.
Der Bericht der Psychologin
E._
ist mangels fachärztlicher Einschätzung ebenfalls nicht geeignet, Zweifel an der RAD-Einschätzung zu begründen. Zudem diagnostizierten weder die Psychologin noch der Gutachter eine massgebliche Persönlichkeitsstörung mit Krankheitswert oder legten dar, inwiefern
eine
auf
fällige Persönlichkeit der Beschwerdeführerin
, welche
sich
bis zum Auftreten der Sklerodermie
beruflich erfolgreich entwickelte und
zuletzt in
langjährige
n
Arbeitsverhältnisse
n tätig war
(
Urk.
7/39/3-5),
eine Arbeitsunfähigkeit begründen sollte.
Auch
der
Feststellung von Dr.
B._
, wonach der IQ von 83 keine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bedinge
ist zu folgen.
Denn gemäss höchstrichter
licher Rechtsprechung gilt eine
durch geringe Intelligenz verursachte Erwerbsun
fähigkeit in der Regel nur dann als gesundheitlich verursacht, wenn die Intelli
genz im medizinischen Sinne vermindert ist,
mithin der IQ
weniger als 70 beträgt. Nicht als gesundheitliche Beeinträchtigung im Sinne von
Art.
7
Abs.
2 ATSG
gilt demgegenüber in der Regel eine Intelligenz im unteren Normalbereich (IQ 70 bis 84
), wie er bei der Beschwerdeführerin vorliegt (Urteil des Bundesgerichts 8C_108/2014 vom 24. September 2014 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).
Gegen eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
aufgrund des IQ
spricht
ausserdem
, dass die Beschwerdeführerin eine Lehre als technische Zeichnerin absolvieren und sich mehrfach weiterbilde
n konnte
(Urk. 7/32/22, Urk. 7/32/25-29)
.
Zudem habe sie sich gemäss eigenen Angaben in ihrem
letzten
Beruf
als
Logistikerin
langsam
hochgearbeitet
(Urk. 7/60/4).
Auch der Bericht des behandelnden Psychiaters Dr.
G._
vermag die Ein
schätzung der RAD-Psychiaterin nicht umzustossen
, da er sich zur
entscheid
wesentlichen
Frage der
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
nicht äusserte
(Urk. 7/58/3). Zudem stellte er die Diagnose einer PTBS, welche jedoch von keinem der anderen Fachärzte gestellt wurde und nicht
zu
überzeug
en ver
mag
(Urk. 7/58/1).
Dr.
B._
hielt dazu insbesondere fest, dass im Zusammen
hang mit der Sklerodermie nicht wirklich von einer PTBS gesprochen werden könne
(Urk. 7/66/4)
,
was mit Blick auf die ICD-10 Klassifikation einleuchtet. Ins
besondere das für die Diagnose einer PTBS gemäss ICD-10 F43.1 geforderte Trauma (Naturereignisse oder von Menschen verursachte Katastrophen, eine Kampfhandlung, ein schwerer Unfall oder Zeuge des gewaltsamen Todes anderer oder selbst Opfer von Folterung, Terrorismus, Vergewaltigung oder anderen Ver
brechen)
liegt
hier nicht vor.
4.5
Nach dem Gesagten gehen aus den übrigen Berichten keine objektiv feststellbaren Gesichtspunkte hervor, welche
zumindest geringe
Zweifel an
den
RAD
Beur
teilung
en
hervorrufen.
D
iesen
kommt somit voller Beweiswert zu
und es ist darauf abzustellen
.
Da der Sachverhalt nach dem Gesagten durch
beweis
kräftige
medizinische Einschätzungen abgeklärt wurde, erweisen sich die vor
liegenden medizinischen Akten als ausreichend. Auf weitere Abklärungen kann deshalb
entgegen dem Eventualantrag der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 2)
ver
zichtet werden (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157).
Eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes
durch die Beschwerdegegnerin
(Urk. 1 S. 8)
ist vor diesem Hintergrund nicht auszumachen.
Ein strukturiertes Beweisverfahren ist
im vorliegenden Fall e
ntbehrlich, da gestützt auf den
beweiswertigen
RAD-Bericht
aus psychiatrischer Sicht
eine vollständige Arbeitsfähigkeit in a
ngepasster
Tätig
keiten in nachvollziehbar begründeter Weise festgestellt wurde und der gegen
teiligen Einschätzung
des behandelnden Arztes beziehungsweise des Gutachters der Krankentaggeldversicherung aus
den genannten Gründen kein Beweis
wert beigemessen werden kann (
BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1
)
.
Zusammengefasst
ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit als
Logistikerin
nicht mehr arbeitsfähig ist.
In einer angepassten,
körperlich leicht
en
, wechselbelastend
en Tätigkeit
, ohne feinmotorische oder repetitive Beanspruchung der Hände, ohne Nässe-/Kälteexposition und ohne regelmässige Hebe- und Tragebewegungen
,
besteht jedoch eine 50%ige Arbeits
fähigkeit.
5
.
5
.1
Es bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchti
gung zu prüfen.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypotheti
schen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander
gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
ditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5
.2
5
.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
5
.2.2
Der Rentenanspruch entsteht
frühestens
nach
Ablauf des Warte
jahres
(
Art. 28 Abs. 1 IVG
, vorstehend E. 1.2).
Zusätzlich kann der Rentenan
spruch gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG nicht vor Ablauf von sechs Monaten nach der Geltend
machung entstehen.
Die Beschwerdeführerin meldete sich am 24. Mai 2016 zum Leistungsbezug an (Urk. 7/19). Da ihr die angestammte Tätigkeit als
Logistikerin
spätestens seit dem 30. Januar 2016 nicht mehr zumutbar ist, ist das Wartejahr
unbestrittenermassen
am 29. Januar 2017 bestanden
und der Ein
kommensvergleich ist per 2017 durchzuführen
(Urk. 7/61/3, Urk. 7/35/6, Urk. 7/38/2
)
.
Sowohl die Beschwerdeführerin als auch die Beschwerdegegnerin ermittelten das
Valideneinkommen
gestützt auf den zuletzt erzielten Verdienst bei der
Y._
, worauf im Folgenden abzustellen ist
(
Urk. 7/66/7, Urk. 11 S. 3). Strittig ist die Höhe des
Valideneinkommens
.
Die Beschwerdegegnerin
ermittelte gestützt auf den Arbeitgeberfragebogen und angepasst an die Nominallohnentwicklung 2017 ein
Valideneinkommen
von Fr. 61'435.75 (Urk. 7/66/7, Urk. 7/39/2). Die Beschwerdeführerin
stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, es sei auf die Angaben im IK-Auszug abzu
stellen und es seien die Nebeneinkünfte zusätzlich zu berücksichtigen. Angepasst an die Nominallohnentwicklung resultiere ein
Valideneinkommen
von Fr. 68'632.48 für das Jahr 2016 (Urk. 11 S. 3).
Wie die Beschwerdeführerin zu Recht vorbringt (Urk. 11 S. 2 f.)
,
erscheint die Angabe im Arbeitgeberfragebogen, wonach die Beschwerdeführerin seit 1. April 2016 einen Lohn von Fr. 61'191.
-- erzielt hätte (Urk. 7/39/2)
,
mit Blick auf die
in den Jahren davor
beim selben Arbeitgeber
erzielten, deutlich höheren Einkommen
(
Urk. 7/29/5
,
Urk.
7/39/3
)
,
nicht nachvollziehbar
.
Vielmehr ist mit der Beschwerdeführerin (Urk. 11 S. 2) davon auszugehen, dass der im Arbeitgeberfragebogen angegebene Lohn von
monatlich Fr. 4'707.-- respektive jährlich Fr. 61'191.-- lediglich dem vertragli
chen Grundlohn entspricht. Tatsächlich geht aus den Lohnabrechnungen hervor, dass die Beschwerdeführerin mittels Zulagen ein regelmässig höheres
, schwankendes
Einkommen erzielte
, bis im Februar 2016 die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber einsetzte
(Urk. 7/4/1-
5).
Zudem löste die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis mit der Beschwerdeführerin am 26. Januar 2016 auf (Urk. 7/13/3). Eine Lohnreduktion nach erfolgter Kündigung erscheint nicht plau
sibel.
Unter diesen Umständen ist
das
Valideneinkommen
anhand
der
aus dem IK
Auszug ersichtlichen
Durchschnittseinkommen
der
letzt
en
drei
Jahre
vor Ein
tritt des Gesundheitsschadens
zu
be
rechnen
(Urteil des Bundesgerichts 9C_8/2012 vom 12. März 2012 E. 2.1.2)
.
Da die Beschwerdeführerin zudem in den letzten Jahren regelmässig Nebenverdienste erzielte (Urk. 7/29/5), sind diese
ebenfalls zu
berücksichtigen
. Somit ergibt sich Folgendes:
Im Jahr
2013
erzi
elte die Beschwer
deführerin ein Einkommen von Fr. 65'791.
--
(Fr. 65'642.-- + Fr. 149.--),
was unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bei
Frauen
2017
(vgl. Ent
wicklung der Nominallöhne, Bundesamt für Statistik, T 39,
Frauen
)
in den
Jahre
n
2013 bis
2017
ein Einkommen von
rund
Fr.
67’
555
.--
für das massgebende Jahr
2017
ergibt (
Fr. 65'791.-- /
2648 x 271
9
). Im Jahr
2014
erzielte di
e Beschwerde
führerin sodann ein Einkommen von Fr. 69'311.-- (Fr. 68'987.-- + 324.--)
,
was wiederum unter Berücksichtigung der Nominallo
hnentwicklung bei Frauen in den
Jahre
n
2014 bis
2017
ein Einkommen von rund
Fr. 70’
504
.-- für das Jahr
2017
ergibt (Fr.
69'311
.--
/
2673 x 271
9). Schliesslich betrug das
Einkommen im Jahr
2015
Fr.
66’471.--,
womit angepasst an
die Nominallohn
entwicklung
2017
ei
n massgebendes Einkommen
von rund
Fr.
67'
288
.--
resultiert (Fr.
66’471.-- / 2686
x 271
9). Das
Durchschnitts
einkommen
der letzten
drei
Jahre
– angepasst an die Nominallohnentwicklung – und somit das
Valideneinkommen
für das massge
bende Jahr
201
7
beträgt folglich
Fr.
68’449
.-- (Fr.
2
05’347
.-- /
3).
5
.3
5
.3.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach
Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl.
BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5
.3.2
Da
die
Beschwerdeführer
in
zum Zeitpunkt des
frühestmöglichen Rentenbeginns
im
Januar 2017
keiner Arbeitstätigkeit nachg
ing, ist das Invalideneinkommen
ebenfalls gestützt auf die LSE 2014 zu bestimmen.
Dabei stellte die Beschwerde
gegnerin auf den
monatlichen Bruttolohn für
Hilfsarbeitertätigkeiten
weiblicher
Angestellter von Fr.
4’300
.-- ab (LSE
2014
, TA1, monatlicher Bruttolohn
[Zent
ralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater
Sektor, Total, Kompetenzniveau 1)
. Dies wurde von der Beschwerdeführerin nicht bestritten und ist angesichts des individuellen Belastungsprofils nachvollziehbar
.
A
ufgerechnet auf die im Jahr 2017
durch
schnittliche betri
ebsübliche Arbeitszeit von 41.7
Stunden pro Woche (vgl.
Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszei
t nach Wirtschafts
abteilungen
) und angepasst an die Entwicklung der Nominallöhne für
weibliche
Arbeitskräfte von
2673 Punkten im Jahr 2014
auf
271
9
Punkte im Jahr
2017
(vgl.
Entwicklung der Nominallöhne, Bundesamt für Statistik, T 39,
Frauen
)
resultiert ein
Inv
alideneinkommen von
gerundet
Fr.
4'560
.--
pro Monat (Fr. 4’300
.--: 40.0 x
41.7
:
2673
x
271
9
)
respektive gerundet
Fr.
54'719
.--
pro Jahr.
Bei einer verbleibenden Arbeitsfähigkeit von 50 % ergibt dies dementsprechend ein Invalideneinkommen von gerundet Fr.
27'360
.--
.
5
.3.
3
Die Beschwerdegegnerin gewährte keinen leidensbedingten Abzug (Urk.
7/66/7, Urk. 6 S. 2
).
Die Beschwerdeführerin
beantragte hingegen, es sei
ein
e Kürzung
von mindestens 15 %
vorzunehmen
(Urk. 1 S. 12, Urk. 11 S. 4).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE
124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf
dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE
126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6).
Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berücksich
tigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versicherten Person
realistischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu unterscheiden ist die Gegen
stand des Abzugs vom Tabellenlohn bildende Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage ver
glichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohnein
busse reale Chancen für eine Anstellung bestehen (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1 mit Hinweisen).
Ist von einem genü
gend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen, können unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) als ausserordentlich zu bezeichnen sind (
Urteil des Bundesgerichts 8C_297/2018 vom 6. Juli 2018 E. 3.5).
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 11) rechtfertigt ihr Alter keinen Leidensabzug, zumal
sich
ein
solches
im Bereich der Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 16 ATSG)
nicht zwingend lohnsenkend auswirken muss. Hilfsarbeiten werden auf dem massgebenden aus
geglichenen Stellenmarkt
denn auch
altersunabhängig nachgefragt
(Urteil des Bundesgerichts 8C_439/2017 vom 6. Oktober 2017 E. 5.6.4 mit weiteren Hin
weisen).
Auch
ihr
knapp durchschnittliche
r
IQ
von 83
(Urk. 7/86/6) vermag
in
Anbetracht der dargelegten Rechtsprechung
keinen zusätzlichen Abzug vom Tabellenlohn zu rechtfertigen.
Wie bereits erwähnt, konnte die Beschwerde
führerin eine Lehre als technische Zeichnerin absolvieren, sich mehrfach weiter
bilden und sich in ihrem letzten Beruf als
Logistikerin
langsam hocharbeiten (Urk. 7/32/22, Urk. 7/32/25-29, Urk. 7/60/4).
Inwiefern die Beschwerdeführerin daher aufgrund ihres
IQ’s
ihre Restarbeitsfähigkeit nur mit unterdurch
schnittlichem
erwerblichem
Erfolg verwerten könnte, ist nicht ersichtlich.
Die
von der Beschwerdeführerin angeführten gesundheitlichen Einschränkungen (
Oesophagitis
, Asthma bronchiale, Vitamin-D-Mangel, kleine dynamische
Hiatushernie
und die depressive Komponente, Urk. 1 S. 11) vermögen
ebenfalls keinen Leidensabzug zu begründen
.
Mit Bezug auf die leichte depressive Episode sowie den Vitamin-D-Mangel hielten die RAD-Ärzte in ihren beweiskräftigen Untersuchungsberichten
ohnehin
fest, dass diese ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien (Urk. 7/60/7, Urk. 7/61/2)
. Des Weiteren konnten die Ärzte des
Z._
im März 2018 keine schwere
Oesophagitis
mit
Hiatushernie
mehr, sondern lediglich noch eine diskrete Rötung der
Magenmukosa
mit leichtgradig chronisch entzündlich alterierten
Antrum
- und
Korpusschleimhaut
feststellen (Urk. 7/57/3).
D
as Risiko allfälliger krankheitsbedingter Absenzen,
vermag
nach der Gerichtspraxis für sich alleine
ebenfalls
keinen eigenständigen Abzugsgrund
zu
bilden (Urteil des Bundesgerichts
9C_266/2017 vom 29. Mai 2018 E. 3.4.2
)
, ebenso wenig das geltend gemachte Rückwärtsversicherungsverbot (Urk. 1 S. 11).
In Anbetracht der doch eher schwerwiegenden Einschränkungen der Hände, welche es der Beschwerdeführerin bei bestimmten Bedingungen wie Nässe oder Kälte
oder bei Umgang mit gewissen Materialien
gänzlich verunmöglichen, ihre Hände zu
gebrauchen
, muss dennoch von einer nicht unwesentlichen Einschrän
kung des Spekt
rum
s
der erwerblichen Tätigkeiten im Bereich der Hilfsarbeitertä
tigkeit
ausgegangen werden
. Insgesamt rechtfertigt sich daher ein Leidensabzug von 10 %, welcher zu einem Invalideneinkommen von
Fr. 24'624.
--
führt
(Fr. 27'360.
--
x 0.9)
.
5
.4
Vergleicht man das Invalideneinkommen von
Fr.
24’624
.--
mit dem
Validenein
kommen
von
Fr.
6
8’449
.--
resultiert
ein invaliditätsbedingter Minder
verdienst von
Fr.
43’825
.--
und somit Invaliditätsgrad von
gerundet
6
4
% (
zum
Runden
: BGE 130 V 121)
, welcher
Anspruch auf eine
Dreiviertelrente
begründet.
Am Ergebnis würde sich auch nichts ändern, wenn für die Berechnung des
Validen
einkommens
auf den Durchschnitt der letzten fünf Jahre abgestellt
und ein
Leidensabzug von 15 %
gewährt
würde, wie es die Beschwerdeführerin getan hat (Urk. 11 S. 3
, Urk. 1 S. 12
).
Diesfalls
würde – angepasst an die Nominallohn
entwicklung – ein Durchschnittseinkommen von gerundet Fr. 69'963.-- in den
Jahren 2011-2015 resultieren (exklusive Verdienst der
H._
, vgl.
Urk. 7/12/12), was
bei einem Tabellenlohnabzug von 15 %
einen Invaliditäts
grad von gerundet 6
7
% ergäbe.
Die Beschwerde ist daher teilweise gutzuheissen und die angefochtene Verfügung dahingehend abzuändern, dass die Beschwerde
führerin ab dem 1. Januar 2017 Anspruch auf eine Dreiviertelrente hat.
6
.
6
.1
Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwan
d und unabhängig vom Streitwert zu bemessen
sind (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), sind auf Fr. 7
00.
--
anzu
setzen
.
Die
Beschwerdeführer
in
obsiegt im Vergleich zum angefochtenen Entscheid in dem Sinne, dass
sie
ab 1.
Januar
201
7
Anspruch auf eine
Dreiviertelrente
hat. Mit
ihrem
Antrag auf eine
ganze Rente
(Urk. 1 S. 2, Urk. 11 S.
1
)
unterliegt
sie hin
gegen
. Die Gerichtskosten sind den Parte
ien anteilsmässig aufzuerlegen. Es recht
fertigt sich daher, sie
der Beschwerdegegnerin zu
drei Vierteln
(Fr.
5
25
.--) und
der
Beschwerdeführer
in
zu
einem
Viertel
(Fr.
175
.--) aufzuerlegen.
6
.2
Nach
§
34
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien recht
fertigt sich eine Parteientschädigung von Fr. 2'400.--.
Ist das Quantitative einer Leistung strittig, rechtfertigt ein Überklag
en
nach der in Rentenangelegenheiten ergangenen Rechtsprechung eine Reduktion der Parteientschädigung nur, wenn das ziffernmässig bestimmte Rechtsbegehren den Prozessaufwand beeinflusst hat (Urteil des Bundesgerichts 8C_568/2010 vom 3. Dezember 2010 E. 4.1)
.
Obwohl dem Rechtsbegehren
der Beschwerdeführerin
nur teilweise entsprochen wurde, hat
ihr
«Überklagen» den Prozessaufwand nicht beeinflusst. Von einer
Reduktion
der Parteientschädigung ist daher abzusehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_568/2010 vom 3. Dezember 2010 E. 4.1 mit weiteren Hinweisen).