Decision ID: 3e89a268-8479-4c55-8e3a-c6368b625751
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
82
, war als
Fassadenisoleur
bei der
Y._
AG,
Ebikon
, tätig
(Urk. 12/1 und Urk. 12/3)
und über diese im Rahmen einer Kollektivversicherung bei der Helsana Versicherungen AG (
nach
folgend:
Helsana) gemäss dem Bundesgesetz über die Krankenversicherung (
KVG) für ein Krankentaggeld ver
sichert
,
als die
Y._
AG den Versicherten am 17.
März 2015
wegen einer seit dem
14
. Januar 201
5
beziehungsweise seit dem
2.
März 2015
bestehenden Arbeitsunfähigkeit bei der Helsana zum Bezug von Krankentaggeld anmeldete (Urk.
12/3-4
). Die Helsana richtete dem Versicherten vorerst Taggeldleistungen aus
(Urk. 12/5)
und liess ihn
im weiteren Verlauf
psy
chiatrisch begutachten (
Gutachten vom 19.
August 2015 mit Ergänzung vom 18. September 2015, Urk. 12/21 und Urk. 12/25
).
Mit Verfügung vom
2
3.
September
2015 (Urk.
12/26
) stellte die Helsana fest, dass de
r Versicherte
in seiner
angestammten Tätigkeit
als
Fassadenisoleur
wie
der zu
100 %
arbeitsfähig
sei, und verneinte einen Anspruch auf Taggeldleis
tungen ab
8.
Oktober
201
5.
Dagegen
wandte der Hausarzt des Versicherten ein, dass sich die Depression des Versicherten nicht verbessert habe und ein statio
närer Aufenthalt in der psychosomatischen Abteilung des Reha
z
entrums in
Z._
vorgesehen sei (Urk. 12/27). Die Helsana hielt daraufhin am 1
6.
Oktober 2015 an ihrer Verfügung fest und führte aus, während des stationä
ren Aufenthaltes sei zwar eine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen, doch bestehe
betreffend die Arbeitsunfähigkeit
ab dann aufgrund der Auflösung des Arbeits
verhältnisses per Ende August 2015 aktuell keine Versicherung mehr (Urk. 12/28).
Gegen di
e Verfügung der Helsana vom 23.
September 2015
erhob der Versicherte am
2
6.
Oktober
2015
unter Beilage eines Arztberichts
Ein
sprache (Urk.
12/29 und Urk. 12/31
), worauf
hin
die Helsana
die Stellungnahme ihres psychiatrischen Vertrauensarztes
Dr.
med.
A._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 10.
November 2015 einholte (Urk. 12/33). Am 2
3.
Dezember 2015 ergänzte der Versicherte seine Einsprache unter Beilage von Arbeitsunfähigkeitszeugnissen (Urk. 12/36).
Im weiteren Ver
lauf nahm die Helsana den provisorischen Austrittsbericht des
B._
vom 2
1.
Dezember 2015
(Urk. 12/35) sowie den Bericht des Hausarztes
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeinmedizin, vom 24. Februar 2016 (Urk. 12/40) zu den Akten und legte diese
Dr.
A._
vor, welcher am 1
4.
April 2016 Stellung nahm (Urk. 12/43).
Mit Entscheid vom 12. Mai 2016 wies die Helsana die erhobene Einsprache ab (Urk. 12/45 = Urk. 2).
2.
Am 1
5.
Juni 2016
erhob der Versicherte Beschwerde gegen den
Ein
sprache
ent
scheid
vom
1
2.
Mai 2016
und beantragte, dieser sei
aufzuheben und es sei ihm das ihm gesetzlich zustehende Taggeld auszurichten. Eventuell seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen
(Urk. 1 S.
2
).
In prozessualer Hinsicht beantragte er die Gewährung
der unentgeltlichen
Prozessführung und Rechts
vertretung (Urk. 1 S. 2).
In ihrer
Be
schwer
de
antwort vom 15.
August 2016
schloss
die Helsana
auf Ab
wei
sung der Beschwerde (Urk. 11
S. 2
)
. Mit
Gerichts
verfügung
vom
3
0.
August 2016 wurde das Gesuch des Beschwerdeführers um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters abgewiesen
und auf die Kos
tenlosigkeit des Verfahrens hingewiesen
(Urk. 13). Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels hielten beide Parteien an ihren Anträgen fest, wobei der Beschwerdeführer ergänzende Beweisanträge stellte
, deren Abweisung die Beschwerdegegnerin beantragte
(Replik vom
3.
Oktober 2016, Urk. 14; Duplik vom 31. Oktober 2016, Urk. 18)
.
Die Duplik wurde dem Beschwerdeführer am
1.
November 2016 zur Kenntnis gebracht (Urk. 19).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 67 Abs. 1
KVG
kann, wer in der Schweiz Wohnsitz hat oder erwerbs
tätig ist und das 15., aber noch nicht das 65. Altersjahr zurückgelegt hat, bei ei
nem Versicherer nach Art. 68 KVG
(seit
1.
Januar 2016
Art.
2
Abs.
2 des Bundesgesetzes betreffend die Aufsicht über die soziale Krankenversiche
rung; KVAG)
eine Taggeldversicherung abschliessen. Diese kann von Arbeit
gebern für sich und ihre Arbeitnehmer und Arbeitneh
merinnen als Kollektivver
sicherung abgeschlossen werden (Art. 67 Abs. 3
lit
. a KVG).
1.2
Art. 72 Abs. 1 KVG bestimmt, dass der Versicherer mit dem Versicherungs
nehmer das versicherte Taggeld vereinbart, und dass die Deckung auf Krankheit und Mutterschaft beschränkt werden kann. Gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung entsteht der Taggeldanspruch, wenn die versicherte Person mindestens zur Hälf
te im Sinne von Art. 6 ATSG arbeitsunfähig ist. Bei teilweiser Arbeitsunfä
higkeit wird ein entsprechend gekürztes Taggeld während mindestens 720 Tagen innerhalb von 900 Tagen geleistet (Art. 72 Abs. 4 KVG in Verbindung mit Art. 72 Abs. 3 KVG). Reg
lementarisch kann jedoch schon bei einer Arbeits
un
fähigkeit von unter 50 % ein Taggeldanspruch statuiert werden (vgl. Art. 73 Abs. 1 KVG).
1.3
Gemäss Art. 13.1 der Allgemeinen Versicherungs
bedingungen für die Helsana Business
Salary
Kollektiv-Taggeldversicherung ist bei einer nachgewiesenen Arbeitsunfähigkeit von mindestens 25 % ein
Taggeld aus
zurichten
(Urk. 2 S. 3)
. Demzufolge haben die Vertragsparteien von der in Art. 72 Abs. 2 KVG vorge
sehenen Möglichkeit, ein Taggeld für eine
Arbeitsunfähigkeit unter 50 % zu versichern, Gebrauch gemacht.
1.
4
Die Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
ver
sicherungsrechts (ATSG) sind auf die Kranken
versicherung anwendbar, soweit das KVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht (Art. 1 Abs. 1 KVG). Arbeitsunfähigkeit nach Art. 6 ATSG ist die durch eine Beein
trächtigung der kör
perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teil
weise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätig
keit in einem ande
ren Beruf oder Aufgabenbereich berücksich
tigt.
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
gestützt auf das Gutachten von
Dr.
med.
D._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, vom 1
9.
August 2015 sowie seine ergänzende Stellung
nahme vom 1
8.
September 2015 und gestützt auf die Stellungnahmen ihres Vertrauensarztes
Dr.
A._
vom
1
0.
November 2015 sowie vom 14.
April 2016 auf den Standpunkt, der Beschwerdeführer leide spätestens seit dem 8. Oktober 2015 an keiner psychischen Erkrankung mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit mehr
. Vielmehr sei er in seiner angestammten Tätigkeit voll arbeitsfähig
(Urk. 2).
In ihrer Beschwerdeantwort führte sie ergänzend aus, die ehemalige Arbeitgebe
rin des Beschwerdeführers habe diesen zwar am 17. März 2015 ab 2. März 2015 krankgemeldet. In der Folge habe der Beschwerdeführer die Taggeldkarte zuge
stellt, auf welcher der Beginn der Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Beschwerden ab 14. Januar 2015 aufgeführt sei. Auch gemäss dem detaillierten Arztzeugnis von
Dr.
C._
vom 3
0.
Juni 2015 habe die Arbeitsunfähigkeit am 14. Januar 2015 begonnen, weshalb die Wartefrist dann zu laufen begonnen habe (Urk. 11 S. 3).
Primäradressat des provisorischen Austrittsberichts des
B._
vom 2
1.
Dezember 2015 sei der behandelnde Psy
chiater gewesen (vgl.
Urk.
12/35). Im Sinne der Mitwirkungspflicht wäre es am Beschwerdeführer gewesen, weitere Berichte der Klinik ins aktuelle Verfahren einzubringen (Urk. 11 S. 3 f.). In keiner Weise habe der Beschwerdeführer dar
gelegt, weswegen auf das Gutachten von
Dr.
D._
nicht abgestellt werden könne.
Eine ausgedehnte Gutachtertätigkeit für einen Versicherungsträger begründe gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung keine Befangenheit,
und der Verwertbarkeit des psychiatrischen Gutachtens von
Dr.
D._
stehe auch sonst nichts im Weg. Sodann habe
Dr.
A._
nicht nur formale Aspekte berücksichtigt, sondern dargelegt, dass der Bericht von
Dr.
E._
vom 21. Oktober 2015 vorwiegend subjektives Befinden und keine objektiven Befunde wi
e
dergebe (Urk. 11 S. 4). Auch die übrigen Vorwürfe des Beschwerde
führers seien unbegründet (Urk. 11 S. 5
f
f
.
).
Ihrer Duplik lässt sich entnehmen,
bei der Thymushyperplasie habe es sich um einen Zufallsbefund gehandelt, welcher keine Arbeitsunfähigkeit begründet habe. Ein somatisch-psychosomatisches Krankheitsbild habe vor der
thorako
skopischen
Thymektomie
vom
7.
Juli 2015 mitnichten vorgelegen (Urk. 18 S. 2 f.). Den definitiven Austrittsbericht sowie das Schreiben des Rechtsvert
r
eters des Beschwerdeführers vom
4.
April 2016
habe sie nicht erhalten, sondern erst am 1
3.
Mai 2016 habe sich dieser – unter Beilage seiner Vollmacht – erstmals an die Beschwerdegegnerin gewandt
. Ferner seien dem Austrittsbericht vom
6.
Januar 2016 keine Befunde zu entnehmen
(Urk. 18 S. 3).
2.2
Der Beschwerdeführer rügte
in seiner Beschwerde
, die Akten der Beschwerde
gegnerin seien unvollständig oder ihm unvollständig ediert worden (Urk. 1
S. 4-5).
Weiter beanstandete er in seiner Beschwerde,
der Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin,
Dr.
A._
, habe lediglich auf formale Aspekte Bezug genommen, hätte jedoch bei derart divergierenden ärztlichen Beurteilung
en eine eigene
Untersuchung vornehmen müssen, um sich eine unabhängige Meinung zu bilden
. Der Bericht von
Dr.
D._
gebe nur eine Momentaufnahme wieder
(Urk. 1 S. 6).
Dem behandelnden Psychiater
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, hätten bei Weitem nicht dieselben (finanziellen) Ressourcen zur Verfügung gestanden (
Urk.
1 S. 7).
Dadurch, dass die Beschwer
degegnerin keinen ausführlicheren Bericht von
Dr.
E._
sowie der behandeln
den Ärzte des Psychiatriestützpunktes des Spitals
F._
verlangt
sowie die übrigen behandelnden Ärzte nicht zu einer Konkretisierung seiner Arbeitsun
fähigkeit eingeladen
habe, habe sie ihre Abklärungspflicht
sowie Art.
2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) verletzt (Urk. 1 S. 9 f
f
.).
Ferner wandte er ein, die Beschwerdegegnerin sei nicht auf die Differenzen betreffend den Beginn der Arbeitsunfähigkeit eingegangen (Urk. 1 S. 8).
Der im Gutachten von Dr.
D._
enthaltene Hinweis auf Aggravation widerspreche dem Bericht von
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Neurologie,
vom 1
5.
Juni 201
5.
Es müs
se
mittels Offenlegung der Finanzen
geklärt werden, ob es sich beim Gutachten
von Dr.
D._
um ein Gefälligkeitsgutachten zugunsten der Beschwerdegegne
rin handle (Urk. 1 S. 10).
Zudem sei das Laborergebnis zu
überprüfen (Urk. 1 S. 11).
Bei den ungenügenden Abklärungen sei ihm die Taggeldleistung auf
grund der Arbeitsunfähigkeitszeugnisse seiner behandelnden Ärzte auszurichten (Urk. 1 S. 13).
In seiner Replik
anerkannte er als Beginn seiner Arbeitsunfähigkeit den
14. Januar 2015 (Urk. 14 S. 3).
Weiter brachte er vor, er habe
der Beschwerde
gegnerin den definitiven Austrittsbericht de
s
Höhen
zentrums
Z._
mit Schreiben vom
4.
April 2016 zukommen lassen
, welchen diese unter Verlet
zung seines rechtlichen Gehörs nicht zu den Akten genommen habe
. Dieser Austrittsbericht weiche von der Beurteilung durch
Dr.
D._
ab
(Urk. 14 S. 3
f.
).
Vor diesem Hintergrund habe das Gericht eine unabhängige Drittbeurteilung in Auftrag zu geben. Die Behandlung in
Z._
sei indiziert gewesen
und für die Dauer seines Aufenthalts dort sowie zuvor sei eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit belegt
(Urk. 14 S. 4
f.
).
Er schloss damit, dass Dr.
D._
Parteigutach
ter und
Dr.
A._
nicht auf der Liste der Vertrauensärzte sei (Urk. 14 S. 6).
3.
3.1
Der Hausarzt
Dr.
C._
berichtete am 3
1.
März 2015 über das Vorliegen einer Thymushyperplasie sowie eine seit 3
0.
Januar 2014 (
in anderen Berichten
: 14. Januar 2015, vgl. Urk. 12/6
, Urk. 12/13
) bestehende Arbeitsunfähigkeit (Urk. 12/7).
3.2
Dr.
med.
H._
, Leitender Arzt Thoraxchirurgie am Stadtspital
I._
, führte am 2
4.
April 2015 aus, bei der Thymushyperplasie handle es sich um einen Zufallsbefund, welcher nicht zu funktionellen Defiziten führe. Im Vorder
grund stehe ein unklares Beschwerdebild (Urk. 12/9 S. 2-3).
3.3
Dr.
D._
führte in seinem psychiatrischen Gutachten vom 1
9.
August 2015 aus, der Beschwerdeführer habe
anlässlich der Untersuchung vom 5. August 2015 (vgl. Urk. 12/21 S. 2)
angegeben, wegen vermehrter Müdigkeit und Schmer
zen im rechten Arm und
in
der Schulter seit Januar 2015 nicht mehr arbeiten zu können (Urk. 12/21 S. 9).
Nach den aktuellen Beschwerden befragt habe er angegeben, dass er seit der Operation vom
7.
Juli 2015 (Urk. 12/16 S. 1
f.
,
Urk.
12/17, Urk. 12/21 S. 9) Schmerzen an der rechten Brust sowie am rechten Arm habe, nervös sei,
an
Depressionen
leide und
sich innerlich schwach und schlecht fühle (Urk. 12/21 S. 13).
Dr.
D._
stellte keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und nannte ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine leichtgradige depressive Episode ohne somatisches Syn
drom (ICD-10: F32.00), differentialdiagnostisch eine Dysthymie (ICD-10: F34.1), sowie ein Abhängigkeitssyndrom von Tabakwaren, gegenwärtiger Substanz
gebrauch (ICD-10: F17.24; Urk. 12/21 S. 19).
Das Vorliegen einer chro
ni
schen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) verneinte
Dr.
D._
unter Hinweis auf die im sozialen Bereich vergleichsweise geringen Einschränkungen sowie die Hinweise auf Aggravation oder Simulation
(Urk. 12/21 S. 26-
28
).
Dr.
D._
gelangte zum Schlu
ss, unter Berücksichtigung der g
eklagten Beschwerden wie auch der erhobenen Befunde sei gegenwärtig keine Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit als
Fassadenisoleur
anzunehmen (Urk. 12/21 S. 30).
Die am 1
2.
August 2015 erfolgte Einweisung in eine stationäre Behandlung aufgrund einer
Parasuizidalität
(Urk. 12/21 S. 15)
weise auf eine kurzfristige Verschlechterung des Gesundheitszustands hin. Aus formalen Gründen sei für die Dauer der stationären Behandlung eine volle Arbeitsunfähigkeit
zu attestieren
(Urk. 12/21 S. 33).
3.4
Am 1
9.
August 2015 berichteten die Ärzte des Spitals
F._
über den statio
nären Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 1
2.
bis am 1
8.
August 2015 in ihrer psychiatrischen Klinik (Urk. 12/22 S. 1). Dem Bericht ist zu entnehmen, der Beschwerdeführer klage seit der Thymus-Operation vom Juli 2015 weiterhin über tolerierbare Schmerzen im rechten Schulterbereich und über eine Unruhe, Nervosität und Angst, welche
zu Schlafschwierigkeiten führen
würden. Er unternehme zurzeit nur wenig, treffe seit sieben Monaten kaum mehr Freunde, habe aber beim Austritt auf eigenen Wunsch im Sinn gehabt, sich eigenständig wieder eine Tagesstruktur aufzubauen und regelmässig mit Sport zu beginnen (Urk. 12/22 S. 1-3). Die Ärzte hielten hinsichtlich des psychischen Befundes fest, der Beschwerdeführer erscheine im Kontakt offen und auskunftsbereit und wir
ke etwas müde. Es seien keine
Konzentrations
-, Auffassungs- oder Merkfähig
k
e
itsstörungen objektivierbar
. Der Beschwerdeführer erscheine affektarm, die Stimmung sei gedrückt und die Schwingungsfähigkeit vermindert. Psychomoto
risch sei er ruhig (Urk. 12/22 S. 2).
Unter dem Titel
„
Diagnosen
”
führten die Ärzte
eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11) bei Status nach Thymus-Operation am
7.
Juli 2015 bei Hyperplasie sowie den Ausschluss einer Myasthenia
gravis
auf (Urk. 12/22 S. 1).
3.5
Dr.
D._
hielt in seiner ergänzenden Stellungnahme vom 1
8.
September 2015
zum Bericht der Ärzte der psychiatrischen Klinik des Spitals
F._
fest,
anhand des erhobenen psychischen Befunds sei am ehesten eine leichtgradige depressive Symptomatik, nicht hingegen die genannte Diagnose einer mittel
gradigen depressiven
Episode mit somatischem Syndrom nachvollziehbar. Dass dem Beschwerdeführer bereits nach ein paar Tagen ein Wochenendurlaub gestattet worden sei,
deute er dahingehend
, dass die vom behandelnden Psy
chiater erwähnte Parasuizidalität bereits nicht mehr im Vordergrund gestanden habe (Urk. 12/25 S. 2).
Dass der Beschwerdeführer nach wenigen Tagen wieder habe austreten wollen, um sich eine Tagesstr
uktur aufzubauen und Sport zu
treiben, weise auf einen nicht wesentlichen Leidensdruck und einen intakten Antrieb hin (Urk. 12/25 S. 2).
Zusammenfassend habe offenbar eine kurzzeitige Verschlechterung des Gesundheitszustands bestanden, jedoch keine erhebliche Verschlechterung darüber hinaus, sodass er empfehle, auf die versicherungspsy
chiatrische Einschätzung in seinem Gutachten abzustellen (Urk. 12/25 S. 3).
3.6
Dr.
E._
berichtete am 2
1.
Oktober 2015, der Beschwerdeführer stehe seit Juli 2015 in seiner Behandlung. Nach seiner Untersuchung vom 1
0.
August 2015 habe er den Beschwerdeführer wegen einer mittelgradigen bis schweren depres
siven Episode mit latenter Suizidalität, Somatisierung und Panikattacken ins Spital
F._
eingewiesen. Die Indikation für eine stationäre Behandlung auf der psychosomatischen Abteilung der Rehaklinik
O._
sei klar gegeben (Urk. 12/29 S. 1). Es liege weiterhin eine mittelgradige depressive Episode mit Somatisierung und Schmerzstörung vor und der Beschwerdeführer leide unter Panikattacken. Er sei unverändert arbeitsunfähig und sollte dringend in eine stationäre Therapie, was er (der Beschwerdeführer) auch selber möchte (Urk. 12/29 S. 2).
3.7
Dr.
A._
führte am 1
0.
November 2015 aus, das Gutachten von
Dr.
D._
sei fundiert und nachvollziehbar, währenddem der Bericht von
Dr.
E._
vom 21. Oktober 2015
keinen Befund beinhalte und hauptsächlich aus anamnes
tischen Momenten bestehe und die Beschwerden des Beschwerdeführers unkri
tisch wiedergebe
. Er schloss
damit, dass die Arbeitsfähigkeit entsprechend dem Gutachten von
Dr.
D._
weiterhin gegeben sei (Urk. 12/33 S. 2).
3.8
Dem provisorischen Austrittsbericht des
B._
vom 21. Dezember 2015 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer am 25. November 2015 eingetreten und am 2
2.
Dezember 2015 ausgetreten sei. Für die Dauer des stationären Aufenthalts wurde ihm eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit attestiert. Die Assistenzärztin
Dr.
med. univ.
J._
äusserte
bei der Auflistung der Diagnosen
den Verdacht auf eine Somati
sierungs
störung und nannte unter anderem die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom (Urk. 12/35 S. 1-2).
Im definitiven Austrittsbericht vom
6.
Januar 2016
(Urk. 15/4)
führten
Dr.
J._
und Dr. med.
K._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, die
selben Diagnosen auf
(S. 1). Sie beschrieben den Beschwerdeführer als müde-erschöpft wirkend, mit im Gespräch weitgehend unauffälliger Konzentration, Aufmerksamkeit und unauffälligem Gedächtnis, mit deutlich eingeschränkter affektiver Schwingungsbreite
bei massiv niedergedrückter Stimmung (S. 2).
Weiter führten sie aus, der Beschwerdeführer habe einen guten Einstieg ins The
rapieprogramm gefunden und sich äusserst motiviert gezeigt. Subjektiv habe er am meisten von der Physiotherapie, der Wassertherapie und von der medizini
sch
en Trainingstherapie profitiert.
In ihrer Beurteilung hielten sie fest, beim Beschwerdeführer habe sich ein psychophysisches Erschöpfungs
syndrom ent
wickelt und er habe weiterhin Ängste vor weiteren Krankheiten
. Die Schmerz
situation habe insgesamt etwas gebessert werden können und seine Stimmung habe sich etwas aufgehellt (S. 3).
3.9
Am 2
4.
Februar 2016 berichtete
Dr.
C._
, der Beschwerdeführer habe angegeben, von der stationären Behandlung
im
L._
profitiert zu haben. Dementsprechend
sowie möglicherweise auch unter der Zuhilfenahme der regelmässigen Einnahme von
Cipralex
und bei Schlafstörun
g
en
gelegentlich Mirtazapin habe sich der Umweltzustand zuhause langsam verbessert. Der Beschwerdeführer wolle wieder eine Arbeit suchen und sein Gesundheitszustand habe sich derart verb
essert, dass er ihn seit dem 1.
Februar 2016 wieder voll arbeitsfähig geschrieben habe (Urk. 12/40 S. 1).
3.10
Zum provisorischen Austrittsbericht des
B._
sowie zum Bericht von
Dr.
C._
vom 2
4.
Februar 2016
führte
Dr.
A._
aus, darin seien keine konk
r
eten Defizite aufgeführt, welche die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers herabsetzen würden. Ferner seien die psychiatrischen Diag
nosen fachfremd gestellt worden (Urk. 12/43).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Einstellung der Taggeldleistungen namentlich auf das Gutachten von
Dr.
D._
vom 1
9.
August 2015 sowie des
sen Ergänzung vom 18. September 201
5.
Das genannte psychiatrische Gutach
ten basiert auf einer fachärztlichen Untersuchung sowie auf den anlässlich die
ser Untersuchung erhobenen Befunden, auf den
Vorakten
, den Angaben des Beschwerdeführers sowie der erhobenen Anamnese.
Ferner beantwortet es d
ie gestellten
Fra
ge
n umfassend. Somit
erfüllt
es
die von der Recht
sprechung gestellten formellen Voraussetzungen an ein beweiskräftiges Gutachten (vgl. vorstehende E. 1.5).
4.2
Dass der psychiatrische Gutachter keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
stell
te (Urk. 12/21 S. 19)
beziehungsweise den Beschwerdefüh
rer für voll arbeitsfähig hielt (Urk. 12/21 S. 30)
, überzeugt vor dem Hintergrund der erhobenen Befunde ohne Hinweise auf Störungen der Konzentrationsfähig
keit, Aufmerksamkeit oder Merkfähigkeit, bei während der gesamten Unter
suchung stabiler Fähigkeit zu klarer, flüssiger und strukturierter Kommunika
tion und angesichts dessen, dass kein durchgängig vorhandener depressiver Habitus erkennbar war (Urk. 12/21 S. 16 f.). Vielmehr lachte er mehrfach wäh
rend der Exploration und beim Bearbeiten von Testfragen gemeinsam mit dem Dolmetscher, war weitgehend offen, freundlich und zugewandt (Urk. 12/21 S. 16).
Nicht nur
Dr.
D._
, sondern auch die Ärzte der psychiatrischen Klinik des Spitals
F._
sowie jene des
B._
vermochten keine Konzentrations-, Auffassungs- oder Merkfähigkeitsstörungen zu objekti
vieren (Urk. 12/22 S. 2, Urk. 15/4 S. 2).
Selbst
Dr.
E._
führte in seinem Bericht vom 2
2.
September 2015 aus, das Gedächtnis sei prima
vista
unauffällig und Konzentration sowie Aufmerksamkeit seien vorhanden (Urk. 12/44/9/4).
Dazu, dass
Dr.
D._
die angegebenen Antriebsstörungen nicht für objektivier
bar hielt (Urk. 12/21 S. 17), passt, dass er täglich eine Stunde spazieren oder laufen geht, sich um seine Kinder kümmert, trotz fehlender Unternehmungslust mit seiner Tochter ins Schwimmbad geht (Urk. 12/21 S. 12 f.)
und dass er nach wenigen Tagen wieder aus der psychiatrischen Klinik des Spitals
F._
aus
treten wollte, um sich eigenständig eine Tagesstruktur aufzubauen und regel
mässig Sport zu treiben (Urk. 12/22 S. 3, Urk. 12/25 S. 2).
Bei diesen Aktivitäten respektive den im sozialen Bereich vergleichsweise geringen Einschränkungen ist auch nachvollziehbar, dass
Dr.
D._
das Vorliegen einer chronischen Schmerzstörung verneint hat. Dies namentlich auch aufgrund dessen, dass die genannten Schmerzen während der Exploration nicht sichtbar waren, sondern der Beschwerdeführer ruhig, ohne erkennbare Anzeichen von Schmerzen, ohne Bewegungsunruhe und ohne erkennbar schmerzhafte Bewegungseinschrän
kungen auf einem Sessel sass (Urk. 12/21 S. 26-28).
Passend dazu
erwähnten
die Ärzte des Spitals
F._
tolerierbare
Schmerzen
(
Urk. 12/
22 S. 1).
Sodann ist die abschliessende Stellungnahme von Dr.
A._
,
wonach in keinem der
Berichte konkrete Defizite aufgeführt wurden, welche die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers herabsetzen würden
(Urk. 12/
43),
bei der gegebenen Akten
lage nachvollziehbar
.
4.3
Der Beschwerdeführer brachte vor,
Dr.
A._
hätte
ihn
selber untersuchen müssen
(Urk.
1 S. 6). Eine solche Untersuchung durch Dr.
A._
war
indes
nicht angezeigt, zumal ein beweiskräftiges Gutachten vorlag, und die Berichte der behandelnden Ärzte dieses laut Dr.
A._
nicht in Zweifel zu ziehen vermochten.
Daran, dass am Austrittsbericht de
s
B._
kein Facharzt beteiligt war, änderte sich auch mit dem Vorliegen des definitiven Austrittsberichts nichts, zumal es sich bei Dr.
K._
nicht um eine Psychia
terin handelt.
Hinzu kommt, dass auch im definitiven Austrittsbericht keine Herleitung der genannten Diagnosen ersichtlich ist, sondern sich in der Beurtei
lung im Zusammenhang mit den Schmerzen der Hinweis auf ein psychophy
sisches Erschöpfungssyndrom findet
(Urk.
15/4 S. 3).
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfah
rungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen und Patienten aussagen (BGE
135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E.
3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behand
lung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unter
schied
liche Natur von Behandlungsauftrag de
r therapeutisch tätigen (Fach-)
Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ander
seits (BGE 124 I 170
E. 4
) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden
Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abwei
chende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichti
ge
–
und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende
–
Aspekte benen
nen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil
des Bundesgerichts
8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2
mit Hin
weisen, u.a. auf
SVR 2008 IV Nr
. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]
).
Solche Aspekte sind nicht ersichtlich.
Für ein Handeln zugunsten ihres Kunden spricht demgegenüber, dass die Einweisung
ins
L._
offenbar auf dem Wunsch des Beschwerdeführers nach einer weiteren stationä
ren Therapie fusste
(Urk. 12/
44/9/5) und dass die Gesundschreibung per Februar 2016
unter anderem
auf
dem Willen des Beschwerdeführers, wieder zu arbeiten, gründete
(Urk.
12/40 S. 1).
Hingegen wäre
es notwendig, die Angaben des Beschwerdeführers kritisch auf ihre Glaubhaftigkeit hin zu überprüfen.
Dies gilt vorliegend
in besonderer Weise
, da der Beschwerdeführer beispielsweise ange
geben hatte, seine Medikamente regelmässig einzunehmen (Urk. 12/21 S. 10 und S. 14), diese jedoch im Labor nicht nachgewiesen werden konnten (Urk. 12/21 S. 18).
Hinweise auf bei der Laboruntersuchung unterlaufene Fehler fehlen, weshalb der Antrag des Beschwerdeführers auf eine erneute Laborunter
suchung (Urk.
1 S. 11
) abzuweisen ist.
Ferner ist den Akten zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer zwei Medikamente eine Woche nach dem Austritt aus dem Spital
F._
eigenständig wieder abgesetzt hat (Urk. 12/44/9/4), was den
sinngemässen
Einwand, dass
etwas Derartiges
keinesfalls möglich sein könnte, nicht gerade stützt.
Überdies wiesen die Ergebnisse des bei
Dr.
D._
ausgefüllten Selbsteinschätzungsfragebogens auf ein absichtliches Erzeugen respektive ein Übertreiben körperlicher oder psychischer Symptome (
Malinge
ring
) hin (Urk. 12/21 S. 18).
Dass dies bei der neuropsychologischen Unter
suchung vom 1
5.
Juni 2015
gemäss
Dr.
G._
nicht der Fall war (Urk. 12/11 S. 2), vermag daran entgegen dem Einwand des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 10) nichts zu ändern.
Bei
Dr.
D._
schilderte der Beschwerdeführer denn auch seine Beschwerden nur vage und konnte sie trotz Nachfragen nicht kon
kretisieren (Urk. 12/21 S. 16 und S. 20).
Hinzu kommt, dass er
den Tagesablauf ungenau und ausweichend schilderte (Urk. 12/21 S. 17) und zum Beispiel angab, momentan keine grösseren Strecken mit dem Auto zu fahren (Urk. 12/21 S. 13), indes mit dem Auto nach Basel zur Begutachtung gefahren war (Urk. 12/21 S. 11).
Bei diesen Gegebenheiten ist es nachvollziehbar, dass die behandelnden Ärzte, welche unkritisch auf die Angaben des Beschwerdeführers abstellten, zu einer anderen Beurteilung gelangten. Dies vermag nach
dem Gesagten
keine Zweifel am Gutachten von
Dr.
D._
zu erwecken.
4.4
Weiter postulierte der Beschwerdeführer, es könnte sich beim Gutachten von Dr.
D._
um ein Gefälligkeitsgutachten zugunsten der Beschwerdegegnerin gehandelt haben
, weshalb
d
er
Gutachter
seine Finanzen offenzulegen habe
(Urk. 1 S. 10
).
D
as Auftrags- und Honorarvolumen schafft
jedoch
für sich allein keine als
Ausstandsgrund
zu qualifizierende Abhängigkeit einzelner Experten von den
Auftraggebern (Urteil des Bundesgerichts
8C_740/2015
vom 11. Februar 2016 E. 4.2
mit Hinweisen auf
BGE 137 V 210 E. 1.3.3 und das Urteil des Bundesgerichts 8C_624/2015 vom 2
5.
Januar 2016 E. 3.2.1)
respek
tive vermag eine ausgedehnte Gutachtertätigkeit für einen Versicherungsträger keine Befangenheit zu begründen (Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_29
9/2010 vom 30. Juni 2010 E. 4.6,
8C_854/2012
vom 4. April 2013 E. 4.2).
A
ndere
konkrete
Anhaltspunkte für ein Gefälligkeitsgutachten liegen nicht vor.
4.5
Insgesamt
erweisen sich Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
nach dem Gesagten
als
ausreichend abgeklärt, sodass dem Vorwurf der Verletzung der Abklärungspflicht (Urk. 1 S. 9 ff.) nicht
zu folgen ist.
Was den Austrittsbericht des
B._
betrifft, ist fest
zuhalten, dass die Beschwerdegegnerin
trotz
ihre
r
Anfrage vom 13. Januar 2016 (Urk. 12/38)
den definitiven
Austrittsbericht vom
6.
Januar 2016
(vgl. Urk. 15/4)
offenbar
nicht erhalten hat
.
Der Beschwerdeführer machte zwar geltend, er habe der Beschwerdegegnerin diesen Bericht
mit Schreiben vom 4. April 2016 zukommen lassen (Urk. 14 S. 3, Urk. 15/3-4). Die Beschwerdegegnerin bestreitet, dieses (nicht unterzeichnete) Schreiben erhalten zu haben, und weist darauf hin, dass der
aktuelle
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers erstmals
am 1
3.
Mai 2016 mit ihr in Kontakt getreten sei, als er auch seine Vollmacht eingereicht habe
(Urk.
18 S. 3 mit Hinweis auf Urk. 12/46-47).
Dass er seine Vollmacht (erst) dann eingereicht hat,
trifft zu
(Urk. 12/46 S. 2)
. Ferner hat der Beschwer
deführer erst in der Replik geltend gemacht, den definitiven Austrittsbericht der Beschwerdegegnerin zugestellt zu haben, währenddem er dies in der zeitnäheren Beschwerde vom 1
5.
Juni 2016 nicht vorgebracht hatte, sondern ausgeführt hatte, entweder habe sie diesen Bericht nie zu Gesicht bekommen oder nicht zu den ihm zugestellten Akten gelegt
(Urk. 1 S. 6).
Vor diesem Hintergrund
steht
nicht
fest
, dass die Beschwerdegegnerin den Bericht erhalten und unterschlagen hat.
Im Übrigen war es dem Beschwerdeführer, der über den Bericht verfügte, unbenommen, sich dazu zu äussern.
4.6
Nach dem Gesagten wurde im Gutachten von
Dr.
D._
, welches einen beweis
wertigen fachärztlichen Bericht darstellt, eine
Arbeitsunfähigkeit
in nachvoll
ziehbar
begründet
er Weise verneint
, und die gegenteiligen Einschätzungen ver
mögen keine Zweifel daran zu erwecken. Demnach
besteht im konkreten Einzel
fall
auch
kein Beweisbedarf, der die Durchführung eines strukturierten Beweis
verfahrens erfordern würde (vgl. das zur Publikation vorgesehene Urteil des Bundesgerichts
8C_130/2017 vom 3
0.
November 2017 E. 7.1).
Vielmehr ist die Beschwerde abzuweisen.