Decision ID: e34c8257-eb7b-4489-aa7d-73227b0b8dcc
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ sel. (act. G 9) bezog seit 1. Dezember 2003 von der
Sozialversicherungsanstalt (SVA) des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, eine
Witwerrente der AHV, seine beiden Söhne C._ und D._ je eine Waisenrente infolge
Todes der Ehefrau bzw. Mutter am 7. November 2003 (act. G 3.1/35.46). Nach
Erreichen des ordentlichen Rentenalters im Oktober 20_ wurde A._ sel. ab
1. November 20_ von der SVA Zürich, Ausgleichskasse, eine ordentliche Altersrente
sowie zwei Kinderrenten in Höhe von zunächst je Fr. 692.-- zugesprochen (act.
G 3.1/35.42). Den beiden Söhnen wurde je eine Waisenrente in Höhe von zunächst
Fr. 574.-- zugesprochen, die ebenfalls an A._ sel. ausgerichtet wurden (act.
G 3.1/35.44).
A.a.
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C._ absolvierte seit 1. August 2013 eine Lehre zum Maler im
Berufsbildungsheim E._, wo er auch wohnte. Das Ende der Ausbildung war auf den
31. Juli 2016 vorgesehen (act. G 3.3/18.3 f.). Mit Verfügung vom 22. Oktober 2014
sprach die SVA St. Gallen C._ ab Mai 2014 Ergänzungsleistungen für die Heimkosten
im E._ in Höhe von monatlich Fr. 6'292.-- (ab August 2014 [2. Lehrjahr]: Fr. 6'227.--
[zuzüglich individuelle Prämienverbilligung von Fr. 329.--]) zu. Die
Ergänzungsleistungen wurden an das Sozialamt F._ ausgerichtet, das den
Heimaufenthalt primär finanzierte (act. G 3.5/15 ff.). Per 1. Januar 2015 wurde der
Anspruch neu berechnet, wobei der Betrag leicht auf Fr. 6'223.-- pro Monat reduziert,
der Anspruch auf individuelle Prämienverbilligung auf Fr. 348.-- pro Monat erhöht
wurde (act. G 3.5/11 ff.).
A.b.
Mit Schreiben vom 20. November 2014 teilte die SVA St. Gallen A._ sel. mit, sie
sei wegen des Bezugs von Ergänzungsleistungen neu auch für die Ausrichtung der
Waisenrenten für C._ und D._ zuständig. Damit die Auszahlung der Leistungen
einheitlich von derselben Ausgleichskasse erfolge, werde ab 1. Dezember 2014 auch
die Auszahlung der Altersrente (und der Kinderrenten) durch die SVA St. Gallen
erfolgen. Änderungen der Verhältnisse, z.B. Unterbrechung oder Beendigung der
Ausbildung von Kindern, seien der AHV-Zweigstelle des Wohnortes zu melden (act.
G 3.1/34).
A.c.
Dem bereits volljährigen C._ teilte die SVA St. Gallen ebenfalls mit Schreiben
vom 20. November 2014 mit, dass ab 1. Dezember 2014 die Rentenleistungen
(Waisenrente) und die Ergänzungsleistungen gemeinsam überwiesen würden, um die
Durchführung zu vereinfachen. Das Schreiben war wiederum mit dem Hinweis
versehen, dass Änderungen in den massgebenden Verhältnissen der AHV-Zweigstelle
des Wohnorts zu melden seien (act. G 3.3/17).
A.d.
Am 4. Mai 2015 gab das Sozialamt der Gemeinde G._ der SVA St. Gallen
bekannt, C._ habe seine Ausbildung im E._ per 28. Februar 2015 abgebrochen und
wohne seit März 2015 wieder bei seinem Vater in G._ (act. G 3.5/9). Am 5. Mai 2015
antwortete die SVA St. Gallen, dass die EL-Zahlungen bis zum Abschluss der
Neuberechnungen vorsorglich per 1. Juni 2015 eingestellt würden (act. G 3.5/8). Am
27. Mai 2015 bestätigte auch das Berufsbildungsheim E._ gegenüber der SVA, Frau
A.e.
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H._, dass C._ die Institution per 28. Februar 2015 verlassen habe (act. G 3.5/7).
Nachdem C._ die Nachfragen der EL-Sachbearbeitung vom 9. und 16. Juni 2015
sowie vom 22. Juli 2015 unbeantwortet gelassen hatte, stellte die SVA die
Ergänzungsleistungen wegen Verletzung der Mitwirkungspflicht rückwirkend per
1. März 2015 ein und forderte vom Sozialamt F._ die bereits ausbezahlten EL-
Leistungen für den Zeitraum von März bis Mai 2015 im Umfang von Fr. 18'669.-- (3 x
Fr. 6'223.--) zurück (Verfügung vom 22. August 2015 [act. G 3.5/2]). Diese Verfügung
erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
Am 31. Dezember 2015 stellte die SVA C._ die Steuerbescheinigung für das Jahr
2015 zu. Darin bescheinigte sie für den Zeitraum von Januar bis Dezember 2015
ausbezahlte Rentenleistungen (Waisenrente) von Fr. 7'680.-- (12 x Fr. 640.--) sowie
ausgerichtete, nicht steuerpflichtige EL- und IPV-Leistungen von Fr. 12'446.-- (2 x
Fr. 6'223.--) bzw. Fr. 696.-- (2 x Fr. 348.-- [act. G 3.3/10.3]). Gleichentags stellte sie
auch A._ sel. die Steuerbescheinigung 2015 zu und bestätigte für den Zeitraum von
Januar bis Dezember 2015 unter anderem den Bezug einer Kinderrente für C._ in
Höhe von Fr. 9'240.-- (12 x Fr. 770.-- [act. G 3.1/21.1]).
A.f.
Am 1. Juni 2016 teilte die SVA St. Gallen A._ sel. mit, dass die Ausbildung von
C._ per Ende Juli 2016 beendet sei und dementsprechend die Kinderrente von
zuletzt Fr. 770.-- pro Monat im Juli 2016 letztmals ausbezahlt werde (act. G 3.1/18).
Gleichentags teilte sie auch C._ mit, dass seine Waisenrente von zuletzt Fr. 640.--
pro Monat aus dem gleichen Grund per Ende Juli 2016 eingestellt werde (act. G 3.3/9).
A.g.
Im Januar 2017 wurden die Steuerbescheinigungen betreffend das Jahr 2016
ausgestellt (act. G 3.1/17 und act. G 3.3/7). Die SVA bestätigte A._ sel. darin für den
Zeitraum von Januar bis Juli 2016 unter anderem den Bezug einer Kinderrente für
C._ in Höhe von Fr. 5'390.-- (act. G 3.1/17).
A.h.
Am 17. Januar 2017 teilte das Steueramt G._ der SVA telefonisch mit, dass C._
die Lehre per Ende Februar 2015 abgebrochen habe (act. G 3.1/16). Mit Verfügungen
vom 31. Januar 2017 forderte die SVA von A._ sel. die im Zeitraum von März 2015
bis Juli 2016 (17 Monate) ausgerichteten Kinder- und Waisenrenten in Höhe von
A.i.
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B.
Fr. 13'090.-- (17 x Fr. 770.--) bzw. Fr. 10'880.-- (17 x Fr. 640.--) zurück (act. G 3.1/14
und G 3.3/3).
Die dagegen gerichtete Einsprache vom 1. März 2017 - die SVA sei von B._, der
Schwester von C._, am 11. Mai 2015 darüber informiert worden, dass dieser die
Malerlehre abgebrochen habe, weshalb die Rückforderungsverfügung zu spät erfolgt
sei - wies die SVA mit Entscheid vom 27. Februar 2018 ab. Die EL-Durchführungsstelle
treffe keine Pflicht zum Informationsaustausch mit der Ausgleichskasse St. Gallen.
Vielmehr sei der Einsprecher seiner Meldepflicht nicht nachgekommen, habe er doch
der Ausgleichskasse nicht von sich aus gemeldet, dass sich sein Sohn nicht mehr in
einem Lehrverhältnis befinde. Der geltend gemachte Telefonanruf von B._ vom
11. Mai 2015 sei zudem nicht konkret belegt. Die Meldung des Steueramts G._ vom
17. Januar 2017 stelle den geforderten 2. Anlass dar, womit die einjährige Frist gemäss
Art. 25 Abs. 2 ATSG an diesem Datum zu laufen begonnen habe (act. G 3.1/4).
A.j.
Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 16. April
2018 mit dem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Entgegen der
Ansicht der Beschwerdegegnerin sei der Telefonanruf von B._ vom 11. Mai 2015
belegt und die Gesprächsprotokolle lägen vor. Art. 25 Abs. 2 ATSG spreche von der
Kenntnisnahme durch die Versicherungseinrichtung, nicht von Abteilungen. Der
Beschwerdeführer habe den Lehrabbruch von C._ über seine Tochter gemeldet, was
in jeder Form möglich sei. Bei einem Anruf auf die Hauptnummer der SVA obliege
dieser die Verbindung an die zuständige Stelle und die interne Datenübermittlung. Art.
15 des kantonalen Ergänzungsleistungsgesetzes unterscheide nicht zwischen
Abteilungen, sondern verlange Meldung an die AHV-Gemeindezweigstelle oder an die
SVA, wie es diese auch für AHV-Leistungen verlange. Dem Beschwerdeführer könne
nicht zum Nachteil gereichen, dass die Meldung des Sozialamts sowie seiner Tochter
zu einer Stelle der SVA gelangt sei, die sich nicht zur Weiterleitung der Information
veranlasst gesehen habe. Der Beschwerdeführer sei somit seiner Mitwirkungspflicht
nachgekommen. Die SVA habe spätestens im Mai 2015 über den Lehrabbruch von
C._ per Ende Februar 2015 Bescheid gewusst. Die Jahresfrist für die Rückforderung
B.a.
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Erwägungen
1.
sei am 31. Januar 2017 bereits abgelaufen und der Rückforderungsanspruch verwirkt
gewesen (act. G 1).
Mit Eingabe vom 4. Mai 2018 beantragt die Beschwerdegegnerin Abweisung der
Beschwerde und verweist zur Begründung auf den Einspracheentscheid vom
27. Februar 2018 (act. G 3). Der Beschwerdeführer verzichtet auf eine weitere
Stellungnahme (act. G 7).
B.b.
Am 23. Oktober 2018 teilt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit, dass
dieser am 23. August 2018 verstorben sei (act. G 9). Auf entsprechende Aufforderung
des Versicherungsgerichts teilt der Rechtsvertreter am 8. Januar 2019 mit, dass die
Erbengemeinschaft das Verfahren fortführe und durch den Willensvollstrecker in seiner
Person vertreten werde (act. G 11).
B.c.
Unrechtmässig bezogene Leistungen sind zurückzuerstatten (Art. 25 Abs. 1 Satz 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG,
SR 830.1). Gemäss Art. 25 Abs. 2 erster Satz ATSG erlischt der
Rückforderungsanspruch mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die
Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf
von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung. Bei den genannten
Fristen handelt es sich um Verwirkungsfristen (BGE 140 V 521 E. 2.1).
1.1.
In Bezug auf Leistungen, welche nicht länger als ein Jahr vor Erlass der
Rückforderungsverfügung (unrechtmässig) ausgerichtet wurden, entsteht der
Rückforderungsanspruch nach der Rechtsprechung erst mit der jeweiligen Zahlung
(vgl. Entscheid des Bundesgerichts vom 19. Februar 2010, 9C_482/2009 E. 3.3.3; BGE
139 V 6 E. 5.2 am Schluss, Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St.
Gallen vom 5. Mai 2017, IV 2014/449 E. 5.1.2). Eine frühere Kenntnis der fehlerhaften
Leistungsausrichtung ist diesbezüglich von vornherein nicht relevant. Eine Verwirkung
der Rückforderung fällt deshalb vorliegend einzig für die vor dem 31. Januar 2016
erfolgten Zahlungen, das heisst höchstens für jene für die Monate März 2015 bis
Januar 2016, in Betracht. Noch nicht verwirkt und auf jeden Fall rückforderbar sind die
Zahlungen für Februar bis Juli 2016 (entgegen den Ausführungen des Fachbereichs
1.2.
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2.
vom 13. März 2017 [act. G 3.1/6.2] also nur 6, nicht 12 Monate, weil ab August 2016
keine Rentenleistungen mehr erfolgten).
Für den Beginn der relativen einjährigen Verwirkungsfrist massgebend ist nach der
Rechtsprechung jener Tag, an dem die Verwaltung bei gebotener und zumutbarer
Aufmerksamkeit den Fehler hätte erkennen müssen. Dies ist dann der Fall, wenn alle im
konkreten Einzelfall erheblichen Umstände zugänglich sind, aus deren Kenntnis sich
der Rückforderungsanspruch dem Grundsatz nach und in seinem Ausmass gegenüber
einer bestimmten rückerstattungspflichtigen Person ergibt. Verfügt die Verwaltung über
genügende Hinweise auf einen möglichen Rückforderungsanspruch, sind die
Unterlagen aber noch unvollständig, hat sie die erforderlichen Abklärungen innert
angemessener Zeit vorzunehmen. Bei Säumnis ist der Beginn der Verwirkungsfrist auf
den Zeitpunkt festzusetzen, in welchem die Verwaltung mit zumutbarem Einsatz ihre
unvollständige Kenntnis so zu ergänzen im Stande gewesen wäre, dass der
Rückforderungsanspruch hätte geltend gemacht werden können. Fristauslösend ist
allerdings nicht das erstmalige unrichtige Handeln des Durchführungsorgans mit der
daraus resultierenden unrechtmässigen Leistungsausrichtung (sog. erster Anlass).
Vielmehr ist auf jenen Tag abzustellen, an dem die Verwaltung später − beispielsweise
anlässlich einer Rechnungskontrolle oder auf Grund eines zusätzlichen Indizes − bei
Beachtung der gebotenen und ihr zumutbaren Aufmerksamkeit sich hinsichtlich ihres
Fehlers hätte Rechenschaft geben und erkennen müssen, dass die Voraussetzungen
für eine Rückforderung gegeben sind (sog. zweiter Anlass). Wäre die
Leistungserbringung massgeblich, hätte die Verwaltung oft keine Möglichkeit mehr, die
zu Unrecht erbrachten Leistungen zurückzufordern (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
29. August 2014, 9C_37/2014 E. 4.2 mit Hinweisen).
1.3.
Vorliegend ist unbestritten, dass C._ seine Malerlehre per Ende Februar 2015
vorzeitig abgebrochen hatte und ab März 2015 nicht mehr im E._, sondern wieder bei
seinem Vater in G._ wohnte. Unbestrittenermassen bestand damit ab März 2015 kein
Anspruch mehr auf Ergänzungsleistungen. Nachdem C._ das 18. Altersjahr bereits
am 30. Oktober 2013 zurückgelegt hatte und nicht mehr in einem
Ausbildungsverhältnis stand, bestand auch kein Anspruch mehr auf die Waisenrente
und auf die Kinderrente zur Altersrente von A._ sel. Während die
Beschwerdegegnerin indessen von einer rechtzeitigen Rückforderung am 31. Januar
2017 ausgeht, macht der Beschwerdeführer geltend, die Rückforderung sei verspätet
erfolgt, da die Beschwerdegegnerin bereits im Mai 2015 über den Lehrabbruch und
den damit verbundenen Heimaustritt informiert gewesen sei. Nachweislich informierte
2.1.
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das Sozialamt F._ die SVA am 4. Mai 2015 mit automatisierter Mitteilung
(Kontaktformular) unter dem Betreff ("Produkt") Ergänzungsleistungen (EL) über den
Heimaustritt von C._ (act. G 3.5/9). Daraufhin teilte die EL-Sachbearbeiterin dem
Sozialamt F._ mit Schreiben vom 5. Mai 2015 mit, dass eine Neuberechnung der EL
notwendig sei und verlangte eine Kopie des Mietvertrags des Vaters. Gleichzeitig teilte
sie der Gemeinde mit, dass die EL-Zahlungen bis zum Abschluss der Neuberechnung
vorsorglich per 1. Juni 2015 eingestellt würden (act. G 3.5/8). Auf entsprechende
Nachfrage der EL-Sachbearbeiterin bestätigte auch das Berufsbildungsheim E._ mit
Schreiben vom 27. Mai 2015, dass C._ die Institution per 28. Februar 2015 verlassen
habe (act. G 3.5/7). Somit wusste jedenfalls die EL-Durchführungsstelle im Mai 2015
über den Wegfall der Anspruchsberechtigung betreffend Ergänzungsleistungen
Bescheid und handelte entsprechend. Demgegenüber erscheint die Beweiskraft
(Echtzeitlichkeit) der beschwerdeweise eingereichten Unterlagen, wonach die
(Halb-)Schwester von C._ der SVA den geänderten Sachverhalt am 11. Mai 2015
auch noch telefonisch mitgeteilt haben soll, als fraglich. So bestehen diese Unterlagen
lediglich aus Kopien von selbst erstellten, handschriftlichen Gesprächsnotizen, die z.T.
in erklärungsbedürftigen Abkürzungen gehalten sind (vgl. act. G 3.2/2.12). Zudem sind
grosse Teile abgedeckt und die Gesprächsdaten sind teilweise erst auf den im
vorliegenden Prozess angebrachten Abdeckungen vermerkt (act. G 1.3.3). Selbst wenn
man aber die Beweistauglichkeit anerkennen wollte - immerhin erscheint eine Meldung
bei der SVA auf Grund der gewählten Telefonnummern und Gesprächsnotizen als
plausibel -, wäre dadurch lediglich erstellt, dass auch B._ nur mit der EL-
Sachbearbeiterin in Kontakt gestanden hat. So wird - soweit es Mitarbeiterinnen der
SVA betrifft - lediglich deren Name (Frau H._) und jener der vorher zuständigen
Sachbearbeiterin (Frau I._) erwähnt. Im Weiteren geht hervor, dass sie mit dem
Sozialamt F._ und mit dem Berufsbildungsheim E._ (Herr J._) in Kontakt
gestanden hat. Eine Meldung bei einer anderen Stelle der Ausgleichskasse (Abteilung
AHV/IV-Leistungen) geht aus den eingereichten Unterlagen jedenfalls nicht hervor.
Auch die angerufenen Telefonnummern 071 282 63 85 und 071 282 65 09 (act. G 1.3.4)
sind der EL-Durchführungsstelle zuzuordnen (vgl. z.B. act. G 3.5/1 und G 3.5/15.1 und
15.4). Im Übrigen ist auch eine Meldung im Mai 2015 als verspätet anzusehen,
resultierte doch auch hieraus noch eine (EL-)Rückforderung von drei Monaten (März bis
Mai 2015). Selbst wenn der Lehrabbruch Ende Februar 2015 spontan erfolgt sein sollte,
wäre eine Meldung bereits im Lauf des März 2015 zu erwarten gewesen.
Unter diesen Umständen stellt sich die Frage, ob die EL-Durchführungsstelle, die
nachweislich im Mai 2015 über den Heimaustritt von C._ orientiert war, die AHV/IV-
Abteilung der Ausgleichskasse hätte informieren müssen. Nach der Rechtsprechung
2.2.
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des hiesigen Versicherungsgerichts richtet sich der "interne" Datenaustausch zwischen
der EL-Durchführungsstelle und der Abteilung AHV/IV-Leistungen (vgl. zu den
Dienststellen der SVA St. Gallen: www.svasg.ch: "Über uns" > "Organisation" >
"Organigramm") nach den gleichen Bestimmungen wie der Datenaustausch zwischen
anderen Organen einzelner Sozialversicherungen. Diese beiden Abteilungen der
kantonalen Ausgleichskasse sind also nicht zum automatischen Informationsaustausch
berechtigt (vgl. auch Art. 26 ELG i.V.m. Art. 50a Abs. 1 lit. b AHVG, wonach die Organe
der EL anderen Sozialversicherungen Daten in Abweichung von Art. 33 ATSG
[Schweigepflicht] nur bekannt geben dürfen, wenn sich aus einem Bundesgesetz eine
entsprechende Pflicht zur Bekanntgabe ergibt, was vorliegend nicht der Fall ist).
Hingegen ist ein Datenaustausch im Einzelfall - auf Gesuch hin - auf dem Weg der
Verwaltungshilfe möglich (Art. 32 Abs. 2 ATSG [Entscheid vom 25. September 2017 [EL
2015/29] E. 4.2]). Aus diesem Grund kann der Abteilung AHV/IV-Leistungen das Wissen
der EL-Durchführungsstelle um den Heimaustritt von C._ nicht zugerechnet werden.
Mangels gesetzlicher Grundlage hat die Ausgleichkasse auch keine Vorkehrungen für
einen automatischen internen Datenfluss treffen können oder müssen (Entscheid vom
25. September 2017 [EL 2015/29] E. 4.2). Es oblag somit in erster Linie A._ sel. als
Empfänger der vorliegend zurückzuerstattenden Leistungen, für eine Information der
zuständigen AHV-Behörde zu sorgen. Er wurde denn auch anlässlich der Übernahme
der Rentenauszahlung durch die SVA St. Gallen mit Schreiben vom 20. November
2014 darauf hingewiesen, dass Änderungen der Verhältnisse, namentlich der
Unterbruch oder die Beendigung der Ausbildung von Kindern, der AHV-Zweigstelle des
Wohnortes zu melden seien (act. G 3.1/34). Auf Grund der weiterhin ausgerichteten
Rentenzahlungen, die nach eigenen Angaben des Beschwerdeführers auch der von
ihm eingesetzten Hilfsperson (B._) bekannt waren (Beschwerde, Ziff. IV.7 und act.
G 3.2/2.12), der zugestellten Steuerbescheinigungen vom 31. Dezember 2015 (act. G
3.1/21.1 und G 3.3/10.3) sowie des Schreibens vom 1. Juni 2016 betreffend das
Ausbildungsende (act. G 3.1/18 und G 3.3/9) hätte er auch leicht feststellen können,
dass die der EL gemeldete Sachverhaltsänderung die zuständige Abteilung AHV/IV-
Leistungen offensichtlich nicht erreicht hatte. Entgegen der beschwerdeführerischen
Ansicht ist vorliegend auch aus BGE 139 V 106 E. 7.2.1 nichts für deren Standpunkt
gewonnen. In diesem Entscheid hat das Bundesgericht lediglich ausgeführt, dass es in
Fällen wie der IV-Rentenberechnung und -auszahlung, wo ein Zusammenwirken
mehrerer mit der Durchführung der (Invaliden-)Versicherung betrauter Behörden
notwendig ist (IV-Stelle und Abteilung AHV/IV-Leistungen), genügt, wenn das Wissen
wenigstens bei einer der zuständigen Verwaltungsstellen vorhanden ist. Vorliegend ist
jedoch für die Durchführung der EL und der AHV kein Zusammenwirken der beiden
Stellen notwendig. Immerhin ist aber festzuhalten, dass die Ausrichtung der Leistungen
http://www.svasg.ch
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3.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).