Decision ID: c689f27c-48ad-4264-88de-9ffb3b17a06c
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 25.08.2015 Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG. Art. 25 Abs. 1 lit. c und Abs. 2 lit. b und c ELV. Rückforderung unrechtmässig vergüteter Ergänzungsleistungen und Krankheits- und Behinderungskosten. Der Revisionsgrund liegt im (verspätet gemeldeten) Einzug der Enkelin bei der Versicherten. Die Kosten für eine private Haushaltshilfe werden nur vergütet, wenn die hilfeleistende Person nicht im gleichen Haushalt lebt (Art. 9 Abs. 2 VKB). Mietzinsaufteilung gemäss Art. 16c ELV, auch wenn die Enkelin nur zu Betreuungszwecken (u.a. Hilfe im Haushalt) bei der Versicherten eingezogen ist. (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. August 2015, EL 2014/9.)Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_698/2015.Entscheid vom 25. August 2015BesetzungVizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-Studerus; Gerichtsschreiberin Lea LocherGeschäftsnr.EL 2014/9ParteienErbengemeinschaft A._ sel.:1. B._,2. C._,3. D._Beschwerdeführer,alle vertreten durch C._,gegenSozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,Beschwerdegegnerin,GegenstandRückforderung von Ergänzungsleistungen zur AHV undvon KrankheitskostenSachverhalt
A.
A.a A._ sel., geboren 191_, gestorben im Mai 201_, bezog seit dem 1. Juni 2009
zu ihrer AHV-Rente eine Ergänzungsleistung (EL-act. 12, 167 und 187-1). Mit
Verfügung vom 28. Dezember 2009 (EL-act. 164) wurde ihre jährliche EL per 1. Januar
2010 auf Fr. 334.-- pro Monat festgesetzt. In der Anspruchsberechnung wurde u.a. ein
Mietzins von Fr. 11'280.-- berücksichtigt (siehe EL-act. 176-1 und 186-4). Hierbei
handelte es sich um die Entschädigung für ein Mietrecht für das von der Versicherten
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bewohnte Haus in E._, das der Versicherten im Rahmen der Eigentumsübertragung
infolge Erbteilung nach dem Tod des Ehemannes eingeräumt worden war.
A.b Am 17. März 2010 reichte die AHV-Zweigstelle Abrechnungen für eine private
Haushaltshilfe für das Jahr 2009 ein (EL-act. 163). Am 29. März 2010 teilte die EL-
Durchführungsstelle dem bevollmächtigte Sohn der Versicherten, C._ (nachfolgend:
Vertreter, EL-act. 178), mit, dass die Kosten für eine private Haushaltshilfe nur vergütet
werden könnten, wenn die Notwendigkeit der Hilfe und Betreuung im Haushalt
ausgewiesen sei. Die EL-Durchführungsstelle forderte den Vertreter auf, die zwei
beigelegten Formulare ausgefüllt einzureichen. Der Vertreter kam dieser Aufforderung
am 15. April 2010 nach (EL-act. 151-1). Im ersten Formular vom 31. März 2010 (EL-act.
151-2) hatten er und die Versicherte angegeben, dass letztere wegen Altersschwäche
(9_-jährig) und Demenz keine Haushaltsarbeiten mehr vornehmen könne und deshalb
auf eine private Haushaltshilfe angewiesen sei. Die Haushaltsarbeiten würden von F._
erledigt. Dr. med. G._, FMH Allgemeine Medizin, hatte im zweiten Formular vom 9.
April 2010 berichtet (EL-act. 151-4), dass die Versicherte aufgrund der deutlich
eingeschränkten Mobilität und Kraft sowie aufgrund einer zeitweise leichten
Desorientiertheit den Haushalt nicht mehr besorgen könne. Sie benötige für alle
Haushaltsarbeiten Hilfe durch Dritte. Am 16. April 2010 (EL-act. 150) forderte die EL-
Durchführungsstelle den Vertreter auf, eine detaillierte Monatsabrechnung für die
private Haushaltshilfe einzureichen.
A.c Mit Verfügung vom 22. April 2010 (EL-act. 148) ordnete die EL-
Durchführungsstelle an, dass die Kosten der privaten Haushaltshilfe erst ab
Einreichung des entsprechenden Gesuches, d.h. ab März 2010, vergütet würden.
Gegen diese Verfügung liess die Versicherte Einsprache erheben (EL-act. 146). Am 10.
Juni 2010 teilte die EL-Durchführungsstelle dem Vertreter mit (EL-act. 143), dass
Krankheits- und Behinderungskosten grundsätzlich 15 Monate rückwirkend vergütet
werden könnten. Sie bat den Vertreter um diverse Auskünfte bezüglich des
Anstellungsverhältnisses. Am 10. Juni 2010 informierte der Vertreter die EL-
Durchführungsstelle darüber (EL-act. 142), dass die Haushaltshilfe seit Mai 2007
angestellt sei. Belege über die Anstellung seien keine vorhanden. Gleichzeitig reichte er
die Abrechnungen für die private Haushaltshilfe für die Monate Februar bis Mai 2010
ein. Den Belegen war zu entnehmen, dass die Haushaltshilfe ab März 2010 von H._,
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der Enkelin der Versicherten, übernommen worden war. Am 5. Juli 2010 (EL-act. 134)
sprach die EL-Durchführungsstelle der Versicherten für das Jahr 2009 Fr. 4'800.-- für
die Hilfe im Haushalt zu. Am selben Tag verfügte sie die Vergütung von Fr. 3'500.-- für
die Hilfe im Haushalt für die Zeit von Januar bis Mai 2010 (EL-act. 134). Am 19. Juli
2010 (EL-act. 130) teilte sie dem Vertreter mit, sie gehe davon aus, dass die Einsprache
aufgrund der Verfügung vom 5. Juli 2010 als gegenstandslos betrachtet werden könne.
A.d Am 10. Dezember 2010 verfügte die EL-Durchführungsstelle neben anderen
Krankheits- und Behinderungskosten die Vergütung von Fr. 1'300.-- (Fr. 675.-- und
Fr. 625.--) zur Deckung der Kosten der privaten Haushaltshilfe für den Juni und Juli
2010 (EL-act. 125). Für die Zeit ab August 2010 vergütete sie keine Kosten für die
private Haushaltshilfe mehr, da das gesetzliche Maximum von Fr. 4'800.-- jährlich
erreicht war. Am 29. Dezember 2010 erhöhte die EL-Durchführungsstelle die
monatliche EL per 1. Januar 2011 auf Fr. 356.-- (EL-act. 123). Mit den Verfügungen
vom 25. Mai 2011 (EL-act. 114), 13. September 2011 (EL-act. 106) und 6. Dezember
2011 (EL-act. 100) vergütete die EL-Durchführungsstelle u.a. Fr. 4'000.-- (10 x
Fr. 400.--) zur Deckung der Kosten für die private Haushaltshilfe für den Zeitraum
Januar bis Oktober 2011. Am 28. Dezember 2011 wurde die monatliche EL ab dem 1.
Januar 2012 auf Fr. 369.-- erhöht (EL-act. 99). Mit Verfügung vom 9. Februar 2012 (EL-
act. 94) wurden die Kosten für die private Haushaltshilfe für die Monate November und
Dezember 2011 in der Höhe von Fr. 800.-- (2 x Fr. 400.--) vergütet. Die
Kostenübernahme für die private Haushaltshilfe für die Monate Januar bis März 2012
von Fr. 1'200.-- (3 x Fr. 400.--) wurde am 21. Mai 2012 verfügt (EL-act. 88).
A.e Am 4. Juni 2012 forderte die EL-Durchführungsstelle den Vertreter auf (EL-act.
87), das Formular zur periodischen Überprüfung der Ergänzungsleistungen auszufüllen
und samt aktuellen Unterlagen der AHV-Zweigstelle einzureichen. Mit Verfügung vom
12. Juli 2012 (EL-act. 82) vergütete die EL-Durchführungsstelle der Versicherten Fr.
1'200.-- an die Kosten für die private Haushaltshilfe für die Monate April bis Juni 2012
(3 x Fr. 400.--). Dem am 8. Juli 2012 ausgefüllten Formular zur periodischen
Überprüfung der Ergänzungsleistungen (EL-act. 77) war u.a. zu entnehmen, dass H._
im Haus der Versicherten wohnte. Mit Verfügung vom 19. Oktober 2012 (EL-act. 71)
vergütete die EL-Durchführungsstelle Fr. 1'200.-- an die Kosten für die private
Haushaltshilfe für die Monate Juli bis September 2012.
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B.
B.a Mit Verfügung vom 3. Dezember 2012 (EL-act. 66) verneinte die EL-
Durchführungsstelle rückwirkend ab 1. Oktober 2010 einen Anspruch der Versicherten
auf jährliche Ergänzungsleistungen. In den korrigierten Anspruchsberechnungen für die
Zeit Oktober bis Dezember 2010 und für das Jahr 2011 hatte sie bei den Ausgaben den
hälftigen Mietzinsanteil der Mitbewohnerin H._ in der Höhe von Fr. 5'640.--
abgezogen (EL-act. 64 f.). In der Anspruchsberechnung ab Januar 2012 (EL-act. 63)
hatte sie neu neben dem Mietzinsanteil von Fr. 5'640.-- ein Brutto-Vermögen von
Fr. 82'490.-- (statt bisher Fr. 47'134.--) und Vermögenserträge von Fr. 758.-- (statt
bisher Fr. 495.--) berücksichtigt. Die Rückforderung der jährlichen EL für die Periode 1.
Oktober 2010 bis 31. Dezember 2012 belief sich auf insgesamt Fr. 9'702.-- (3 x
Fr. 334.-- + 12 x Fr. 356.-- + 12 x Fr. 369.--). In der Verfügungsbegründung erklärte die
EL-Durchführungsstelle, anlässlich der periodischen Überprüfung der EL sei festgestellt
worden, dass H._ bereits seit Oktober 2010 bei der Versicherten im Haushalt wohne.
Da eine Haushaltshilfe nur dann unterstützt werden könne, wenn sie nicht im selben
Haushalt wohnhaft sei, müssten auch sämtliche ausbezahlten Krankheitskosten
zurückgefordert werden. Ebenfalls mit Verfügung vom 3. Dezember 2012 (EL-act. 60)
forderte die EL-Durchführungsstelle einen Betrag von Fr. 7'233.20 für vergütete
Krankheits- und Behinderungskosten für die Jahre 2011 und 2012 zurück.
B.b Gegen die Verfügungen vom 3. Dezember 2012 liess die Versicherte am 9.
Dezember 2012 Einsprache erheben (EL-act. 56). Ihr Vertreter bemängelte die in der
EL-Berechnung berücksichtigte Höhe der Vermögenswerte und -erträge sowie die
Anrechnung der Mietzinseinnahme (Anteil Mitbewohnerin H._). Er erklärte zudem,
dass die Adressänderung von H._ aus Nachlässigkeit und nicht aus böswilliger
Absicht nicht mitgeteilt worden sei.
B.c Am 11. Dezember 2012 teilte der Vertreter der EL-Durchführungsstelle mit (EL-
act. 59), dass die Versicherte am letzten Montag ins Pflegeheim I._ eingetreten sei.
Mit Verfügung vom 29. Januar 2013 (EL-act. 45) wurde der Versicherten wegen des
Heimeintritts am 10. Dezember 2012 rückwirkend für den Monat Dezember 2012 eine
EL von Fr. 2'710.-- zugesprochen. Die EL ab 1. Januar 2013 betrug Fr. 2'702.--. Mit
Verfügung vom 25. März 2013 wurden der Versicherten u.a. noch die Kosten der
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privaten Haushaltshilfe bis und mit November 2012 im Betrag von Fr. 1'200.-- vergütet
(EL-act. 32). Am 7. Mai 2013 teilte der Vertreter mit (EL-act. 28), dass die Versicherte
am selben Tag verstorben sei. Am 13. Mai 2013 informierte die EL-Durchführungsstelle
den Vertreter darüber (EL-act. 24), dass für die Fortsetzung des Einspracheverfahrens
die Erklärung sämtlicher Erben erforderlich sei. Die Erklärung sei samt der
Erbbescheinigung bis 30. August 2013 einzureichen. Am 15. Juli 2013 reichte der
Vertreter die Erbbescheinigung sowie eine Vollmacht zur Vertretung der
Erbengemeinschaft im Einspracheverfahren ein (EL-act. 12).
B.d Am 22. Oktober 2013 teilte der Erbenvertreter der EL-Durchführungsstelle mit
(EL-act. 7), dass die Einsprache bezüglich der Vermögenswerte und Vermögenserträge
hinfällig geworden sei, da diese Positionen in den neuen Berechnungsblättern
abgeändert worden seien. Am 14. November 2013 erklärte der Vertreter gegenüber der
EL-Durchführungsstelle (EL-act. 5), dass H._ ab dem 1. März 2010 ihr Arbeitspensum
um ca. 30 - 35 % reduziert habe und damit eine markante Einkommenseinbusse habe
hinnehmen müssen. Man habe ihr daher ersatzweise eine Pauschalentschädigung von
monatlich Fr. 1'200.-- netto bezahlt.
B.e Mit Einspracheentscheid vom 4. März 2014 (EL-act. 4) reduzierte die EL-Durch
führungsstelle die Rückforderung der jährlichen EL von Fr. 9'702.-- auf Fr. 9'333.--. Im
Übrigen wies sie die Einsprache ab, soweit darauf einzutreten sei. Zur Begründung
brachte sie vor, dass gemäss Art. 14 Abs. 1 lit. b ELG i.V.m. Art. 9 Abs. 2 VKB
ausgewiesene Kosten für die notwendige Hilfe und Begleitung im Haushalt bis
höchstens Fr. 4'800.-- je Kalenderjahr vergütet würden, wenn die Hilfe von einer
Person erbracht werde, die nicht im gleichen Haushalt lebe oder nicht über eine
anerkannte Spitex-Organisation eingesetzt werde. Der Einkommensausfall von H._
könne deshalb nicht über die Krankheitskosten vergütet werden. Zudem sei der
Mietzins gestützt auf Art. 16c Abs. 1 ELV auf die einzelnen Personen aufzuteilen, wenn
Wohnungen oder Häuser auch von Personen bewohnt würden, die nicht in der EL-
Berechnung eingeschlossen seien. Daher sei zu Recht nur die Hälfte des Mietzinses als
Ausgabe berücksichtigt worden. Weiter sei in den Berechnungsblättern vom 20. Januar
2014 das von der Versicherten an ihren Sohn im Jahr 2008 gewährte Darlehen von
ursprünglich Fr. 36'000.-- gemäss dessen Aufstellung vom 4. Februar 2013
berücksichtigt worden. In diesem Umfang sei die Beschwerde gutzuheissen. Für die
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Periode Oktober 2010 bis Ende 2011 bleibe es bei der Rückforderung von Fr. 5'274.--.
Von Januar bis Ende November 2012 betrage die Rückforderung neu Fr. 4'059.--.
Insgesamt resultiere eine Rückforderung von total Fr. 9'333.--. Da die Versicherte im
Rückforderungszeitraum keinen EL-Anspruch mehr habe, seien zu Recht auch die
Krankheitskosten zurückgefordert worden, da die jeweiligen Einnahmenüberschüsse
höher gewesen seien.
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess die Erbengemeinschaft (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) am 20. März 2014 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihr Vertreter
machte zur Begründung sinngemäss geltend, dass auch für die Zeit ab dem Einzug
von H._ bei der Versicherten die Kosten für die private Haushaltshilfe bezahlt werden
müssten. Für das Jahr 2011 bestehe zumindest noch Anspruch auf eine
Prämienverbilligung. Weiter hätten die ausgewiesenen Krankheitskosten die
Einnahmenüberschüsse bei weitem übertroffen. Sollten die in den Jahren 2010 und
2011 geleisteten Zahlungen für die Haushaltshilfe tatsächlich nicht berechtigt gewesen
sein, müssten diese Kosten beim Vermögen abgezogen werden. Auch für das Jahr
2012 bestehe ein Anspruch auf eine EL und auf die Bezahlung der Krankheits- und
Behinderungskosten. Am 24. März 2014 reichte der Vertreter einen Nachtrag zur
Beschwerde ein (act. G 2). Er erklärte, dass der ortsübliche Mietzins für das von der
Versicherten bewohnte Objekt weit über Fr. 12'000.-- pro Jahr liege. H._ könne
zudem nicht als übliche Mieterin bezeichnet werden, da sie den Wohnungswechsel nur
zugunsten der Versicherten vorgenommen habe. Es käme zu einer doppelten
Benachteiligung, wenn durch den Einzug der Betreuerin in die Wohnung der
Verstorbenen einerseits kein Anspruch auf Haushaltshilfe mehr bestanden hätte und
andererseits eine Mietzinsaufteilung hätte erfolgen müssen.
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 2. April 2014 die Abweisung der

Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen im Einspracheentscheid
(act. G 4).
C.c Am 17. April 2014 reichte der Vertreter die Vertretungsvollmacht der Erben für
das Beschwerdeverfahren ein (act. G 6).
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Erwägungen:
1.
Die Erbengemeinschaft hat gegen den Einspracheentscheid vom 4. März 2014
Beschwerde erhoben, da sie mit der Rückforderung der jährlichen EL von Fr. 9'333.--
für den Zeitraum 1. Oktober 2010 bis 30. November 2012 und der Rückforderung von
für denselben Zeitraum vergüteten Krankheits- und Behinderungskosten in der Höhe
von Fr. 7'233.20 nicht einverstanden ist. Dem Einspracheentscheid liegen zwei
Verfügungen vom 3. Dezember 2012 zugrunde, nämlich einerseits die Verfügung
betreffend die Rückforderung der jährlichen EL und andererseits die Verfügung
betreffend die Rückforderung der Krankheits- und Behinderungskosten. Im
vorliegenden Beschwerdeverfahren sind daher die Verhältnisse bis zum Erlass dieser
Verfügungen, d.h. bis und mit dem 3. Dezember 2012, zu überprüfen (siehe Entscheid
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. März 2015, EL 2013/51 E. 1;
zur gegenteiligen Praxis des Bundesgerichts, wonach die Sachverhaltsentwicklung bis
zur Eröffnung des Einspracheentscheides zu berücksichtigen ist, siehe BGE 131 V 407
E. 2.1.2.1). Die Verfügungen vom 14. und 20. Dezember 2012 (EL-act. 53 und 58) sowie
die Verfügung vom 25. März 2013 (EL-act. 32), mit denen Krankheits- und
Behinderungskosten für den Zeitraum April bis Oktober 2012 vergütet worden sind,
sind daher nicht Gegenstand des Einspracheverfahrens gewesen und folglich in
formelle Rechtskraft erwachsen. Die entsprechenden Vergütungen bzw. die
Rückforderung dieser Vergütungen können deshalb nicht Gegenstand des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens bilden.
2.
2.1 Die jährliche Ergänzungsleistung ist bei Eintritt einer voraussichtlich längere Zeit
dauernden Verminderung der vom Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen zur
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG, SR 831.30) anerkannten
Ausgaben oder Erhöhung der anrechenbaren Einnahmen sowie des Vermögens
herabzusetzen oder aufzuheben (Art. 25 Abs. 1 lit. c der Verordnung über die
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen und Invalidenversicherung, ELV, SR
831.301; siehe auch Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1). Unrechtmässig bezogene Leistungen
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sind zurückzuerstatten (Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG). Rückerstattungspflichtig sind u.a.
der Bezüger oder die Bezügerin der unrechtmässig gewährten Leistungen und seine
oder ihre Erben (Art. 2 Abs. 1 lit. a der Verordnung über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSV, SR 830.11). Wer Leistungen in gutem Glauben
empfangen hat, muss sie nicht zurück-erstatten, wenn eine grosse Härte vorliegt (Art.
25 Abs. 1 Satz 2 ATSG). Darüber, ob die Rückerstattung unrechtmässig gewährter
Leistungen ganz oder teilweise erlassen wird, wird erst nach Rechtskraft der
Rückforderungsverfügung und nur auf schriftliches Gesuch hin entschieden (Art. 3 f.
ATSV).
2.2 Die Versicherte bzw. ihr Vertreter haben der Beschwerdegegnerin erst anlässlich
der periodischen Überprüfung der Ergänzungsleistungen im Juni 2012 mitgeteilt, dass
die Enkelin am 1. Oktober 2010 bei der Versicherten eingezogen war. Diese
Veränderung in den persönlichen Verhältnissen der verstorbenen Versicherten hat
Einfluss auf die EL-Berechnung gehabt. Daher liegt mit Bezug auf die jährliche
Ergänzungsleistung ab 1. Oktober 2010 ein Revisionsgrund vor. Da die Vergütung der
Krankheits- und Behinderungskosten davon abhängt, ob eine Person Anspruch auf
eine jährliche Ergänzungsleistung hat bzw. falls nicht, wie hoch ihr
Einnahmenüberschuss ist, ist auch für die ab 1. Oktober 2010 vergüteten Krankheits-
und Behinderungskosten ein Revisionsgrund gegeben. Zu überprüfen bleibt, ob die
Beschwerdegegnerin die Höhe der Rückforderung richtig beziffert hat.
3.
3.1 Als Erstes ist zu prüfen, ob die Versicherte für die Zeit vom 1. Oktober bis 30.
November 2012 einen Anspruch auf eine jährliche Ergänzungsleistung gehabt hat.
3.2 Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die
anerkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG).
Die anerkannten Ausgaben und die anrechenbaren Einnahmen werden nach den in Art.
10 und 11 ELG sowie Art. 11 bis 18 ELV festgelegten Bestimmungen ermittelt. Der
Vertreter der Erbengemeinschaft hat geltend gemacht, dass der Mietzins ab 1. Oktober
2010 nicht hälftig zwischen der Versicherten und der Enkelin aufgeteilt werden dürfe,
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da die Enkelin nur bei der Versicherten eingezogen sei, um diese besser betreuen zu
können.
3.2.1 Als Ausgaben anzurechnen sind nach Art. 10 Abs. 1 lit. b ELG unter anderem der
Mietzins einer Wohnung und die damit zusammenhängenden Nebenkosten; der
jährliche Höchstbetrag für alleinstehende Personen beträgt Fr. 13'200.-- (Ziff. 1).
Werden Wohnungen oder Einfamilienhäuser auch von Personen bewohnt, die nicht in
die EL-Berechnung eingeschlossen sind, ist der Mietzins auf die einzelnen Personen
aufzuteilen. Die Mietzinsanteile der Personen, welche nicht in die EL-Berechnung
eingeschlossen sind, werden bei der Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistung
ausser Betracht gelassen (Art. 16c Abs. 1 ELV). Die Aufteilung hat grundsätzlich zu
gleichen Teilen zu erfolgen (Art. 16c Abs. 2 ELV). Gemäss der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung können im Einzelfall Umstände vorliegen, die eine Abweichung des in
Art. 16c Abs. 2 ELV statuierten Grundsatzes gebieten. So kann das gemeinsame
Wohnen auf einer rechtlichen oder moralischen Pflicht beruhen und daher zu einer
anderen und ‒ ausnahmsweise ‒ auch zu einem Absehen von einer Mietzinsaufteilung
Anlass geben (BGE 130 V 263 E. 5.3 mit Hinweisen), etwa wenn eine Person den
grössten Teil der Wohnung belegt oder wenn eine versicherte Person vom
Mitbewohner keinen Mietzinsanteil beansprucht, weil dieser ihn betreut (Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 5. Juli 2001, P 56/00 E. 2 mit Verweis auf
Urteil BGE 105 V 271 und ZAK 1974 S. 556 E. 2).
3.2.2 Nachfolgend ist durch Auslegung zu ermitteln, ob der Normsinn von Art. 16c
Abs. 2 ELV im vorliegenden Fall den Verzicht auf eine hälftige Aufteilung des Mietzinses
erlaubt. Gemäss dem Wortlaut von Art. 16c Abs. 2 ELV hat die Aufteilung des
Mietzinses nur grundsätzlich, d.h. im Normalfall, zu gleichen Teilen zu erfolgen. Art. 16c
Abs. 2 ELV lässt dem Rechtsanwender somit die Möglichkeit offen, Ausnahmen von
diesem Grundsatz zu machen. Solche Ausnahmen müssen jedoch "systemkonform"
sein, d.h. sie müssen mit dem inneren System des Rechtsgebietes wie auch dem der
Gesamtrechtsordnung vereinbar sein (Ernst A. Kramer, Juristische Methodenlehre, 3.
Auflage, Bern 2010, S. 100 f.). Zudem dürfen die Ausnahmen nicht dem Sinn und
Zweck der Norm widersprechen. Der Mietzins einer Wohnung gehört zu den
anerkannten Ausgaben (Art. 10 Abs. 1 lit. b ELG). Die Anrechnung des Mietzinses
bezweckt, den existenziellen Wohnbedarf einer EL-beziehenden Person zu decken.
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Nicht Sinn und Zweck der Kostenübernahme des Mietzinses kann es demgegenüber
sein, die Wohnkosten von nicht anspruchsberechtigten Personen, die nicht in der EL-
Berechnung eingeschlossen sind, zu übernehmen. Gemäss der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung kann im Einzelfall von einer Mietzinsaufteilung u.a. dann abgesehen
werden, wenn eine EL-beziehende Person vom Mitbewohner keinen Mietzinsanteil
verlangt, weil dieser ihn betreut. Das Bundesgericht rechtfertigt das Absehen von einer
Mietzinsaufteilung in diesem Fall also damit, dass der Mitbewohner
Betreuungsleistungen für die EL-beziehende Person erbringt. Mit dem Absehen von der
Mietzinsaufteilung sollen dem Mitbewohner demnach ‒ indirekt ‒ die für die EL-
beziehende Person erbrachten Betreuungsleistungen vergütet werden. Sinn und Zweck
der Übernahme der Mietzinskosten ist jedoch die Deckung des existenziellen
Wohnbedürfnisses und nicht die Vergütung von Betreuungsleistungen, die allenfalls
durch Mitbewohner erbracht werden. Die Frage, ob die jährliche Ergänzungsleistung
die Kosten für die Betreuung durch Mitbewohner decken soll, ist durch den
Gesetzgeber und nicht durch den Rechtsanwender zu entscheiden. Deshalb liegt es in
der alleinigen Kompetenz des (Bundes-)Gesetzgebers, eine Vergütung von
Betreuungsleistungen durch Mitbewohner vorzusehen. Dasselbe gilt auch für die
Kosten für eine private Haushaltshilfe. Der Gesetzgeber hat in Art. 14 Abs. 1 lit. b ELG
denn auch explizit statuiert, dass die Kantone die Kosten für Hilfe, Pflege und
Betreuung zu Hause vergüten müssen. Gestützt auf diese Delegationsnorm hat der
Kanton St. Gallen die Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten in der
Verordnung über die Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten bei den
Ergänzungsleistungen (VKB, sGS 351.53) abschliessend geregelt. Hinzu kommt, dass
durch die indirekte Abgeltung der Betreuungsleistungen über die Nichtanrechnung
eines Mietzinsanteils ein Teil der Kosten für die Betreuungsleistungen systemwidrig auf
den Bund überwälzt würden. Diese Kostenüberwälzung muss insbesondere auch mit
Blick auf die am 1. Januar 2008 in Kraft getretene Neugestaltung des Finanzausgleichs
und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen (NFA), welche u.a. eine
Entflechtung der Aufgaben und deren Finanzierung zum Gegenstand gehabt hat, als
nicht zulässig qualifiziert werden. Das Bundesgerichtsurteil BGE 105 V 271, in welchem
einer versicherten Person kein Mietzinsanteil des sie betreuenden Mitbewohners bei
den Ausgaben angerechnet worden ist, ist im Jahr 1979 und somit lange vor
Inkrafttreten der NFA gefällt worden. Da Art. 14 Abs. 1 ELG explizit vorsieht, dass die
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Kantone allein die Krankheits- und Behinderungskosten zu tragen haben, würde eine
indirekte Vergütung dieser Kosten über den Mietzins daher auch gegen diese
Gesetzesbestimmung verstossen. Demzufolge ist die indirekte Vergütung der Kosten
für Betreuungsleistungen von Mitbewohnern über die Ausgabeposition Mietzins nicht
mit dem Sinn und Zweck der Übernahme der Kosten für den Mietzins nach Art. 10 Abs.
1 lit. b ELG und mit Art. 14 Abs. 1 ELG vereinbar und damit gesetzeswidrig. Dasselbe
gilt für die Kosten für die private Haushaltshilfe: Sie dürfen nicht indirekt über den
Mietzins vergütet werden, indem auf die Anrechnung eines Mietzinsanteils eines
hilfeleistenden Mitbewohners verzichtet wird. Zusammenfassend ist deshalb
festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin ab 1. Oktober 2010 bei den Ausgaben zu
Recht die Hälfte des Mietzinses der Wohnung/des Hauses abgezogen hat.
3.3 Der Erbenvertreter hat weiter argumentiert, dass, sollten die Kosten für die
Haushaltshilfe ab 1. Oktober 2010 nicht mehr vergütet werden, diese Kosten vom
Vermögen abzuziehen seien. Gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG wird bei
Altersrentnerinnen und Altersrentnern ein Zehntel des Reinvermögens als Einnahmen
angerechnet, soweit es bei alleinstehenden Personen Fr. 37'500.-- übersteigt. Der
Vertreter der Erbengemeinschaft hat sinngemäss verlangt, dass die Kosten für die
Haushaltshilfe in der EL-Berechnung als Schulden zu berücksichtigen seien. Bei der
Vergütung der Kosten für die Haushaltshilfe handelt es sich jedoch nicht um Schulden,
sondern um erwartete Vermögenszuflüsse, die ausgeblieben sind. Da davon
ausgegangen werden muss, dass die Enkelin der verstorbenen Versicherten für ihre
Leistungen bereits entschädigt worden ist, können die ‒ nachträglich
zurückgeforderten ‒ vergüteten Kosten für die Haushaltshilfe nicht vom Vermögen
abgezogen werden.
3.4 Für die Zeit vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2010 und für das Jahr 2011 hat
die Beschwerdegegnerin einzig die Position Miete verändert, indem sie vom Mietzins
der Wohnung/des Hauses richtigerweise die Hälfte abgezogen hat. Die jährlichen
Einnahmenüberschüsse haben somit, wie von der Beschwerdegegnerin errechnet,
Fr. 2'870.-- (Oktober bis Dezember 2010) resp. Fr. 1'506.-- (Jahr 2011) betragen. Die
Versicherte hat in der Zeit vom 1. Oktober 2010 bis 31. Dezember 2011 somit keinen
EL-Anspruch gehabt. Für die Zeit ab 1. Januar 2012 hat die Beschwerdegegnerin den
Mietzins, das Vermögen und die Vermögenserträge angepasst. Gemäss Art. 23 Abs. 1
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ELV ist für die Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistung in der Regel das am 1.
Januar des Bezugsjahres vorhandene Vermögen zeitlich massgebend. Bei versicherten
Personen, deren Vermögen im Sinne des ELG aufgrund einer Steuerveranlagung
ermittelt werden kann, sind die kantonalen Durchführungsstellen befugt, als
Berechnungsperiode die der letzten Steuerveranlagung zugrunde liegende
Berechnungsperiode zu wählen, falls inzwischen keine Änderung der wirtschaftlichen
Verhältnisse der versicherten Person eingetreten ist (Art. 23 Abs. 2 ELV). Gemäss der
Veranlagungsberechnung der Kantons- und Gemeindesteuer (EL-act. 80-1) hat das
Vermögen der Versicherten Ende Jahr 2011 Fr. 47'490.-- betragen. Dieses hat sich
gemäss der Steuererklärung (EL-act. 80-3) aus den folgenden Beträgen
zusammengesetzt: Darlehen an Sohn (Fr. 18'000.--, EL-act. 43-15), Guthaben
Privatkonto Bank K._ (Fr. 13'747.50, EL-act. 43-11), Sparkonto J._ AG (Fr.
11'213.05, EL-act. 43-12), Namenaktien J._ AG (Fr. 3'330.--, Kursdatum 31.12.2012,
EL-act. 43-5) und Anteilschein Bank K._ (Fr. 200.--). Bis auf letzteren Anteilschein
liegen für alle Positionen Belege im Recht. Die Versicherte hat gegenüber den
Steuerbehörden zudem noch ein Barvermögen von Fr. 1'000.-- deklariert. Es ist daher
davon auszugehen, dass das Vermögen der Versicherten am 31. Dezember 2011 Fr.
47'490.-- und damit mehr betragen hat, als in der ursprünglichen EL-Berechnung
berücksichtigt worden ist (Fr. 47'134.--, EL-act. 97-1). Die Beschwerdegegnerin hat in
der neuen Berechnung als Sparguthaben Fr. 28'490.-- berücksichtigt (Fr. 13'747.50 +
Fr. 11'213.05 + Fr. 3'330.-- + Fr. 200.--). Das Barvermögen von Fr. 1'000.-- hat sie
nicht angerechnet. Dafür hat sie das Darlehen an den Sohn fälschlicherweise zweimal,
einmal mit Fr. 18'000.-- und einmal mit Fr. 36'000.--, in die Berechnung
hineingenommen. Das Bruttovermögen hat daher nicht wie von der
Beschwerdegegnerin errechnet Fr. 82'490.--, sondern nur Fr. 47'490.-- betragen. Nach
Abzug des Freibetrags lag das anrechenbare Vermögen somit bei Fr. 9'990.-- (Fr.
47'490.-- - Fr. 37'500.--). Der anrechenbare Vermögensverzehr betrug ab 1. Januar
2012 also Fr. 999.-- (Fr. 9'990.-- / 10).
3.5 Gemäss Art. 23 Abs. 1 ELV sind für die Berechnung der jährlichen Ergänzungs
leistung in der Regel die während des vorausgegangenen Kalenderjahres erzielten an
rechenbaren Einnahmen massgebend. Bei Versicherten, deren anrechenbaren Ein
nahmen aufgrund einer Steuerveranlagung ermittelt werden kann, sind die kantonalen
Durchführungsstellen befugt, als Berechnungsperiode die der letzten
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Steuerveranlagung zugrunde liegende Berechnungsperiode zu wählen, falls inzwischen
keine Änderung der wirtschaftlichen Verhältnisse der versicherten Person eingetreten
ist (Art. 23 Abs. 2 ELV). Gemäss der Veranlagungsberechnung der Kantons- und
Gemeindesteuer haben sich die Vermögenserträge im Jahr 2011 auf Fr. 759.-- (EL-act.
80-1) belaufen. Darin sind die Darlehenszinsen bereits berücksichtigt. Die
Beschwerdegegnerin hat diese jedoch noch einmal unter "Einnahmen diverse"
berücksichtigt und deshalb bei den Einnahmen einen zu hohen Vermögensertrag von
Fr. 1'928.-- (Fr. 1'170.-- + Fr. 758.--) angerechnet. In der alten Anspruchsberechnung
sind Vermögenserträge von insgesamt Fr. 1'665.-- (Fr. 495.-- + Fr. 1'170.--)
berücksichtigt worden. Da die in der alten Anspruchsberechnung berücksichtigten
Vermögenserträge von Fr. 1'665.-- die tatsächlichen Vermögenserträge von Fr. 759.--
übersteigen, ist gestützt auf Art. 25 Abs. 1 lit. c und Abs. 2 lit. b ELV auf den alten
Betrag von Fr. 1'665.-- abzustellen. Die Ausgaben haben sich somit ab 1. Januar 2012
auf Fr. 29'118.-- belaufen (Prämienpauschale Krankenversicherung Fr. 4'428.--,
Mietzins Fr. 5'640.--, Lebensbedarf Fr. 19'050.--) und die Einnahmen auf Fr. 30'024.--
(Vermögensverzehr Fr. 999.--, Renten Fr. 27'840.--, Vermögenserträge Fr. 495.--, Zins
aus übrigem Vermögen Fr. 1'170.--). Der jährliche Einnahmenüberschuss ab 1. Januar
2012 hat folglich Fr. 1'386.-- betragen. Der Versicherten ist rückwirkend für die Zeit ab
1. Februar 2012 eine leichte Hilflosenentschädigung von Fr. 232.-- monatlich
zugesprochen worden (EL-act. 20). Gemäss Art. 11 Abs. 3 lit. d werden
Hilflosenentschädigungen jedoch nicht als Einnahmen angerechnet. Der jährliche
Einnahmenüberschuss hat sich somit auch ab 1. Februar 2012 auf Fr. 1'386.--
belaufen. Die Versicherte hat also ab 1. Januar 2012 weiterhin keinen Anspruch auf
Ergänzungsleistungen gehabt.
3.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin im gesamten
Zeitraum 1. Oktober 2010 bis 30. November 2012 keinen Anspruch auf eine
Ergänzungsleistung gehabt hat. Die Beschwerdegegnerin hat die zu Unrecht
ausgerichteten Ergänzungsleistungen für diesen Zeitraum daher richtigerweise
zurückgefordert. Auch den Betrag hat sie mit Fr. 9'333.-- richtig bemessen (2010: 3 x
Fr. 334.--; 2011: 12 x Fr. 356.--; 2012: 11 x Fr. 369.--).
4.
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4.1 Zu klären bleibt, ob die Versicherte ab dem 1. Oktober 2010 weiterhin einen
Anspruch auf Vergütung der Kosten für eine private Haushaltshilfe gehabt hat.
4.2 Gemäss Art. 14 Abs. 1 lit. b ELG vergüten die Kantone den Bezügerinnen und
Bezügern einer jährlichen Ergänzungsleistung ausgewiesene, im laufenden Jahr
entstandene Kosten für Hilfe, Pflege und Betreuung zu Hause sowie in
Tagesstrukturen. Personen, die aufgrund eines Einnahmenüberschusses keinen
Anspruch auf eine jährliche Ergänzungsleistung haben, haben Anspruch auf die
Vergütung der Krankheits- und Behinderungskosten, die den Einnahmenüberschuss
übersteigen (Abs. 6). Der kantonale Gesetzgeber hat die Regelung der Einzelheiten
bezüglich des Anspruchs auf Vergütung der Krankheits- und Behinderungskosten der
Regierung übertragen (Art. 4 Abs. 5 des Ergänzungsleistungsgesetzes des Kantons
St. Gallen, ELG/SG, sGS 351.5). Diese hat in Art. 9 Abs. 2 VKB statuiert, dass
ausgewiesene Kosten für die notwendige Hilfe und Begleitung im Haushalt bis
höchstens Fr. 4'800.-- je Kalenderjahr vergütet werden, wenn die Hilfe von einer
Person erbracht wird, die nicht im gleichen Haushalt lebt oder nicht über eine
anerkannte Spitexorganisation eingesetzt wird. Je Stunde werden höchstens Fr. 25.--
vergütet.
4.3 Der Wortlaut von Art. 9 Abs. 2 VKB ist eindeutig: Die Kosten der Haushaltshilfe
werden nur vergütet, wenn die hilfeleistende Person nicht im gleichen Haushalt lebt.
Begründet werden kann diese Regelung nur dadurch, dass eine im gleichen Haushalt
lebende Person die Haushaltarbeiten ohnehin erledigen muss, da es sich gleichzeitig
auch um ihren eigenen Haushalt handelt. Allerdings verursacht eine hilfs- und
betreuungsbedürftige Person stets einen Zusatzaufwand. Weshalb die Verordnung
keine Vergütung dieses Zusatzaufwandes vorsieht, ist nicht nachvollziehbar (vgl. Ralph
Jöhl, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: Ulrich Meyer [Hrsg.], Schweizerisches
Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit, 2. Aufl., S. 1878 f. N 342).
Aufgrund des klaren Wortlauts von Art. 9 Abs. 2 VKB bleibt jedoch nichts anderes
übrig, als darauf abzustellen. Die Enkelin der Versicherten, die die private
Haushaltshilfe geleistet hat, hat ab dem 1. Oktober 2010 im Haushalt der Versicherten
gewohnt. Die Beschwerdegegnerin hat den Anspruch auf Vergütung der Kosten für die
private Haushaltshilfe ab diesem Zeitpunkt daher zu Recht verneint.
bis
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4.4 Im Zeitraum Oktober bis Dezember 2010 hat die Beschwerdegegnerin keine
Kosten für die private Haushaltshilfe vergütet. Im Jahr 2011 hat sich die Vergütung auf
Fr. 4'800.-- belaufen (EL-act. 94, 100, 106, 114). Für die Zeit von Januar bis September
2012 hat die Beschwerdegegnerin für die Leistungen der Enkelin (bis zum Erlass der
einspracheweise angefochtenen Verfügungen) insgesamt Fr. 3'600.-- bezahlt (EL-
act. 71, 82 und 88). Die Rückforderung betreffend die zu Unrecht vergüteten Kosten für
die private Haushaltshilfe beläuft sich daher auf Fr. 8'400.-- (Fr. 4'800.-- + Fr. 3'600.--).
Die Beschwerdegegnerin hat demgegenüber nur Fr. 3'200.-- (8 x Fr. 400.--) der zu
Unrecht vergüteten Kosten zurückgefordert. Dies lässt sich damit erklären, dass sie
lediglich die Kosten für die private Haushaltshilfe zurückgefordert hat, die den
Einnahmenüberschuss des betreffenden Monats überstiegen haben (siehe Verfügung
vom 3. Dezember 2012, EL-act. 60). Dies wäre richtig gewesen, wenn die Versicherte
ab 1. Oktober 2010 die Voraussetzungen von Art. 9 Abs. 2 VKB erfüllt hätte. Da dies
nicht der Fall gewesen ist, ist auch Art. 14 Abs. 6 ELG nicht anwendbar gewesen. Das
heisst, die ab 1. Oktober 2010 vergüteten Kosten für die Haushaltshilfe hätten ohne
Rücksicht auf die Vermögensverhältnisse der Versicherten zurückgefordert werden
müssen. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Summe der zu Unrecht
vergüteten Kosten für eine private Haushaltshilfe nicht wie von der
Beschwerdegegnerin errechnet Fr. 3'200.--, sondern Fr. 8'400.-- beträgt.
5.
5.1 Schliesslich bleibt noch zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin der Versicherten
ab dem 1. Oktober 2010 ‒ neben den Kosten für die private Haushaltshilfe ‒ weitere
Krankheits- oder Behinderungskosten zu Unrecht vergütet hat. Gestützt auf Art. 14
Abs. 6 ELG ist nachfolgend anhand der jeweiligen monatlichen Einnahmenüberschüsse
zu prüfen, ob ein Vergütungsanspruch bestanden hat oder nicht.
5.2 Von Oktober bis Dezember 2010 hat der monatliche Einnahmenüberschuss
Fr. 239.-- (Fr. 2'870.-- / 12) betragen. In dieser Zeit sind der Versicherten nur im
Oktober 2010 Krankheitskosten vergütet worden, nämlich Fr. 102.30 (EL-act. 117 f.).
Da dieser Betrag unter dem Einnahmenüberschuss gelegen hat, hat die Versicherte
keinen Anspruch auf die Vergütung dieses Betrages gehabt.
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5.3 Für das Jahr 2011 hat der monatliche Einnahmenüberschuss Fr. 125.50 (Fr.
1'506.-- / 12) betragen. Im März, April und September sind keine Krankheitskosten
angefallen. Im Mai (Fr. 35.25), Juni (Fr. 20.55), November (Fr. 30.--) und Dezember (Fr.
26.10) haben die Krankheitskosten den Einnahmenüberschuss nicht überschritten,
weshalb diese Beträge zu Unrecht vergütet worden sind (siehe EL-act. 93 und 108). Im
Januar (Fr. 1'108.--), Februar (Fr. 607.65), Juli (Fr. 1'033.--), August (Fr. 193.65) und
Oktober (Fr. 1'086.05) haben die Krankheitskosten jeweils den Einnahmenüberschuss
überschritten, weshalb für diese Monate ein Betrag in der Höhe des
Einnahmenüberschusses, d.h. 5 x Fr. 125.50, zu Unrecht ausbezahlt worden ist. Die
zuviel bezahlten Krankheitskosten für das Jahr 2011 belaufen sich folglich auf Fr.
739.40 (Fr. 35.25 + Fr. 20.55 + Fr. 30.-- + Fr. 26.10 + 5 x Fr. 125.50).
5.4 Ab Januar 2012 hat der monatliche Einnahmenüberschuss Fr. 115.50 betragen
(Fr. 1'386.-- / 12). Für die Monate Januar, März, Mai, Oktober und November 2012 sind
(bis zum Erlass der einspracheweise angefochtenen Verfügungen) keine Krankheits
kosten in Rechnung gestellt worden. Die vergüteten Krankheitskosten haben in den
Monaten Februar (Fr. 5.05, EL-act. 88) und Juli (Fr. 2.90, EL-act. 74) unter dem
Einnahmenüberschuss gelegen, weshalb sie zu Unrecht vergütet worden sind. In den
Monaten April (Fr. 378.45, EL-act. 74 und 88), Juni (Fr. 1'831.65, EL-act. 74 und 83),
August (Fr. 1'170.90, EL-act. 73) und September (Fr. 553.55, EL-act. 69) haben die
vergüteten Krankheitskosten den Einnahmenüberschuss überstiegen, weshalb für
diese Monate lediglich ein Betrag in der Höhe des Einnahmenüberschusses
zurückzufordern ist (4 x Fr. 115.50). Im Jahr 2012 (bis zum Erlass der angefochtenen
Verfügungen) sind somit Krankheitskosten im der Höhe von Fr. 469.95 zu viel vergütet
worden (Fr. 5.05 + Fr 2.90 + 4 x Fr. 115.50). Demzufolge hat die Beschwerdegegnerin
im Zeitraum 1. Oktober 2010 bis 30. November 2012 Krankheitskosten in der Höhe von
Fr. 1'311.65 (Fr. 102.30 + Fr. 739.40 + Fr. 469.95) zuviel bezahlt.
5.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Versicherten im Zeitraum 1.
Oktober 2010 bis 30. November 2012 zu Unrecht jährliche Ergänzungsleistungen in der
Höhe von Fr. 9'333.-- vergütet worden sind. Die zu Unrecht vergüteten Krankheits- und
Behinderungskosten für denselben Zeitraum belaufen sich auf Fr. 9'711.65 (Kosten für
die private Haushaltshilfe von Fr. 8'400.-- + Krankheitskosten von Fr. 1'311.65).
6.
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Die Beschwerdegegnerin hat lediglich Krankheits- und Behinderungskosten im Umfang
von Fr. 7'233.20 und damit zu wenig zurückgefordert. Es stellt sich deshalb die Frage,
ob derjenige Teil der Rückforderung der Krankheitskosten, der Fr. 7'233.20 übersteigt,
überhaupt noch zurückgefordert werden kann, denn gemäss Art. 25 Abs. 2 ATSG
erlischt der Rückforderungsanspruch mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die
Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf
von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung. Dabei handelt es sich um
Verwirkungsfristen (BGE 139 V 1 E. 3.1). Für den Beginn der relativen einjährigen
Verwirkungsfrist massgebend ist nach der Rechtsprechung jener Tag, an dem die
Verwaltung bei gebotener und zumutbarer Aufmerksamkeit den Fehler hätte erkennen
müssen (Urteile des Bundesgerichts vom 29. August 2014, 9C_907/2013 und
9C_37/2014 E. 4.2). Die Versicherte hat erstmals im Formular zur Überprüfung der
Ergänzungsleistungen angegeben, dass ihre Enkelin bei ihr wohnt. Die
Beschwerdegegnerin hat somit frühestens am Tag des Eingangs des Formulars, d.h.
am 12. Juni 2012, Kenntnis vom Rückforderungsanspruch erhalten (EL-act. 77). Zu
diesem Zeitpunkt hat sie auch die Höhe der Rückforderung beziffern können, da ihr
hierzu alle Informationen vorgelegen haben. Die Rückforderungsverfügungen sind am
3. Dezember 2012 und damit vor Ablauf der relativen Verwirkungsfrist ergangen.
Allerdings ist der zurückgeforderte Betrag von Fr. 7'233.20 zu tief beziffert gewesen.
Der Grund dafür liegt darin, dass die Beschwerdegegnerin bei der Berechnung der
Rückforderung versehentlich davon ausgegangen ist, dass die Versicherte ‒ nach
Abzug des Einnahmenüberschusses ‒ ab 1. Oktober 2010 einen Anspruch auf
Vergütung der Kosten für eine private Haushaltshilfe gehabt hat. Es handelt sich hierbei
um einen Fehler, den die Beschwerdegegnerin hätte erkennen müssen, nachdem sie
Kenntnis von den geänderten Wohnverhältnissen und damit vom
Rückforderungstatbestand erhalten hatte. Der Fr. 7'233.20 übersteigende Betrag der
zu viel vergüteten Krankheits- und Behinderungskosten ist daher inzwischen verwirkt
und kann nicht mehr zurückgefordert werden. Die von der Beschwerdegegnerin
festgesetzte Rückforderung betreffend Krankheitskosten kann also vom Gericht nicht
auf Fr. 9'711.65 erhöht werden. Eine vorgängige Androhung einer reformatio in peius
hat sich deshalb erübrigt (Art. 61 lit. d ATSG). Die Rückforderung betreffend die
jährlichen Ergänzungsleistungen beläuft sich somit auf Fr. 9'333.-- und jene betreffend
die zu Unrecht vergüteten Krankheitskosten auf Fr. 7'233.20.
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7.
7.1 Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.
7.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).