Decision ID: 82ae125a-d926-4d42-bbac-975c0a8a1ea1
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die
1993 geborene
X._
besuchte den Kindergarten sowie die
Primar
schule
in
A._
und daraufhin von 2006 bis 200
9
die
sch
ulisch-heilpäda
go
gisch geführte
Sekundarklasse B der staatlich bewilligten
B._
in
C._
(Urk. 7/14, Urk. 7/20/1-3). Von Mitte August 2009 bis 31. März 2013 absolvierte
sie
eine Lehre als Bäckerin/Konditorin bei der
D._
AG, wobei sie das erste und das zweite Lehrjahr wiederholte (Urk.
7/27/19).
Bereits am
6. Juli 2011 wurde für die Versicherte eine kombinierte Beistand
schaft nach Art. 392 Abs. 1 und Art. 393 Abs. 2
des Zivilgesetzbuches
angeord
net (Urk. 7/12).
Vom 31. Januar bis 26. März 2013 befand sich die Versicherte in psychiatrischer Behandlung im
E._
,
F._
(Urk. 7/16).
Im April 2013 trat
sie
in ein Lehrverhältnis mit der Bäckerei-Konditorei
G._
, bei welcher sie ihre Ausbildung zur Bäckerin/Konditorin erneut im ersten Lehrjahr begann (Urk. 7/27/20-21). Am 15. August 2013 (Ein
gangsdatum) meldete sich die Versicherte bei der Invalidenversicherung unter Hinweis auf eine Lernbehinderung und psychische Probleme zum
Leistungs
bezug
(berufliche Integration/Rente) an (Urk. 7/14).
In der Folge tätigte die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, beruflich-erwerbliche (Urk. 7/20, Urk. 7/22, Urk. 7/27) sowie medizinische (Urk. 7/26) Abklärungen.
Da die Weiterführung
der
Lehrstelle
bei der Bäckerei-Konditorei
G._
im ersten Arbeitsmarkt nicht mehr möglich war, wurde
der Versicherten
auf den 14. Oktober 2013 gekündigt (Urk. 7/27/20, Urk. 7/24)
.
Seit dem 17. Februar 2014 setzt die Versicherte ihre Ausbildung zur Bäckerin/Konditorin in der
H._
, einer Werkstätte des Vereins
I._
auf dem Niveau EBA (Abschluss mit dem Eidgenössischen Berufs-Attest) fort (Urk. 3/3). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/36, Urk. 7/37) wies die
So
zialversicherungsanstalt
des Kantons Zürich das Leistungsbegehren mit Verfü
gung vom 11. März 2014
und der Begründung, dass kein Gesundheitsschaden vorliege, ab (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 1. April 2014 Beschwerde mit dem sinnge
mässen Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache
sei
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese nach Einholen eines ärztlichen Gutachtens erneut über den Leistungsanspruch entscheide (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 23. Mai 2014 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was der Beschwerdeführerin am 27. Mai 2014
zur Kenntnis gebracht
wurde (Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die Akten ist, soweit für die
Entscheid
findung
erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
16
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) haben Versicherte, die noch nicht erwerbstätig waren und denen infolge Invali
dität bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung in wesentlichem Umfange zusätzliche Kosten entstehen, Anspruch auf Ersatz dieser Kosten, sofern die Ausbildung den Fähigkeiten der versicherten Person entspricht. Als erstmalige berufliche Ausbildung gilt gemäss
Art.
5
Abs.
1 der Verordnung über die Inva
lidenversicherung (IVV) jede Berufslehre oder
Anlehre
sowie, nach Abschluss der Volks- oder Sonderschule, der Besuch einer Mittel-, Fach- oder Hochschule und die berufliche Vorbereitung auf eine Hilfsarbeit oder auf die Tätigkeit in einer geschützten Werkstätte.
Unter erstmaliger beruflicher Ausbildung im Sinne von
Art.
16
Abs.
1 IVG ist die gezielte und planmässige Förderung in beruflicher Hinsicht zu verstehen, mit anderen Worten, der systematische Erwerb oder die Vermittlung spezifischer beruflicher Kenntnisse und Fertigkeiten (AHI 2002 S. 176 E. 3b.aa mit Hinweis). Als derartige Ausbildung gelten Massnahmen erst dann, wenn sie nach ge
troffener Berufswahl zur Vorbereitung auf die eigentliche Berufsausbildung notwendig werden. Die schulischen Vorkehrungen müssen abgeschlossen, die Berufswahl getroffen und die vorgesehenen Massnahmen als integrierende Be
standteile des Berufszieles formuliert worden sein. Vorbereitende Massnahmen fallen dann unter
Art.
16 IVG, wenn sie nach getroffener Berufswahl als gezielte Vorbereitung auf die eigentliche Berufsausbildung notwendig werden. Nicht zur erstmaligen beruflichen Ausbildung gehören Zwischenjahre, die der Förderung der Berufswahlreife, der Berufsfindung, dem Ausfüllen schulischer Lücken und der Förderung des Arbeitsverhaltens dienen (Urteil des Bundesgerichts I 485/01 vom 1
5.
Mai 2002
m.w.H
.).
1.2
Als invalid im Sinne von
Art.
16 IVG gilt, wer aus gesundheitlichen Gründen bei einer seinen Fähigkeiten entsprechenden Ausbildung erhebliche Mehrkosten auf sich nehmen muss. Bezüglich psychischer Beeinträchtigungen sind die von der Rechtsprechung zum invalidisierenden geistigen oder psychischen
Gesund
heitsschaden
(
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
7 und 8
Abs.
1 ATSG) entwickelten Grundsätze auch im Bereich des
Art.
16 IVG massgeblich; dabei ist jedoch nicht die Erwerbstätigkeit, sondern der beabsichtigte Ausbildungsgang mit seinen spezifischen Anforderungen Bezugspunkt (BGE 114 V 29 E. 1b in
fine
mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts I 159/05 vom 16. März 2006 E.
3.2.2). Sodann ist es unerheblich, ob die versicherte Person bei Erlass der Verwaltungsverfügung an einem invalidisierenden Gesundheitsschaden leidet. Denn es kommt im Rahmen von
Art.
4
Abs.
1 IVG (in Verbindung mit
Art.
7 und 8
Abs.
1 ATSG, von seinem ausdrücklichen Wortlaut wie von der Systema
tik der Invalidenversicherung als final konzipierte Erwerbsausfallversicherung (AHI 1999 S. 79) her, nicht auf die Gleichzeitigkeit (
Kontemporalität
), sondern auf die Kausalität von Gesundheitsschaden und Erwerbsunfähigkeit an (BGE 126 V 461 E. 2 in
fine
, AHI 2003 S. 158 E. 2).
1.3
Zusammenfassend müssen somit gemäss
Rz
3010 des Kreisschreibens über die Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art (nachfolgend: KSBE; gültig ab
1. Januar 2013
) die folgenden Bedingungen kumulativ erfüllt sein: Es muss eine Invalidität vorliegen, welche die versicherte Person in der beruflichen Ausbil
dung wesentlich einschränkt und erhebliche
invaliditäts
be
dingte
Mehrkosten verursacht. Weiter muss die versicherte Person
einglie
de
rungsfähig
sein, das heisst sie muss objektiv und subjektiv in der Lage sein, berufsbildende Mass
nahmen zu bestehen. Schliesslich muss die Ausbildung der Behinderung ange
passt sein und den Fähigkeiten der versicherten Person ent
sprechen. Sie muss zudem einfach und zweckmässig und auf die Eingliederung in das Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich ausgerichtet sein. Nicht über
nommen werden Kosten für eine Ausbildung, die voraussichtlich zu keiner wirtschaftlich ausrei
chend verwertbaren Arbeitsleistung führen wird. Wirt
schaft
lich ausreichend verwertbar ist eine Arbeitsleistung dann, wenn sie zu ei
nem Leis
tungslohn von mindestens
Fr.
2.5
5 pro Stunde führt (AHI 2000 S. 187).
Diese Verwaltungsweisung
ist
gesetzeskonform und daher auch für die Recht
sprechun
g verbindlich (BGE 130 V 172 E. 4.3.1, 232 E
. 2.1 je mit Hinweisen).
1.4
Der erstinstanzliche Sozialversicherungsprozess ist vom
Untersuchungs
grund
satz
beherrscht (
Art.
61
lit
. c ATSG). Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheb
lichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indes
sen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korre
lat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2 S. 195; 122 V 157 E. 1a S. 158; vgl. BGE 130 I 180 E. 3.2 S. 183).
Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer
Beweis
führungslast
begriffsnotwendig aus. Im
So
zialversicherungsprozess
tragen mit
hin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der
Beweis
losigkeit
der Entscheid zu Ungunsten jener Partei aus
fällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ablei
ten wollte. Diese
Be
weisregel
greift allerdings erst Platz, wenn es sich als un
möglich erweist, im Rahmen des
Untersu
chungsgrundsatzes
aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sach
verhalt zu ermit
teln, der zumindest die Wahr
schei
nlichkeit für sich hat, der Wirk
lichkeit zu entspre
chen (BGE 117 V 261 E. 3b S. 264).
1.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Verfahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Entscheid zusammengefasst damit, es liege kein Gesundheitsschaden vor, der längerfristigen Unterstützungsbedarf bei einer erstmaligen beruflichen Ausbildung generiere
n
könnte (Urk. 2).
2.2
Dem hielt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen entgegen, die
Beschwerde
gegnerin
habe sich
auf einen unvollständigen Arzt
bericht gestützt, welcher zu den relevanten Fragen betreffend Arbeitsfähigkeit, Belastungsfähigkeit
sowie
Zumutbarkeit der bisherigen Arbeit keine Stellung nehme. Im Bericht seien jedoch problematische Auswirkungen auf den Arbeitsplatz beschrieben und es würden weitere Abklärungen und Testungen empfohlen (Urk. 1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob ein Anspruch auf eine erstmalige berufliche Ausbildung in einer speziellen Ausbildungsstätte besteht.
3.
3.1
Zunächst ist zu prüfen, ob eine Invalidität im Sinne von
Art.
16 IVG vorliegt, welche die Beschwerdeführerin in der beruflichen Ausbildung wesentlich ein-schränkt, wobei als invalid gilt, wer aus gesundheitliche
n Gründen und nicht
ausschliess
lich aufgrund einer geringfügigen Beeinträchtigung der Intelligenz bei einer seinen Fähigkeiten entsprechenden Ausbildung erhebliche Mehrkosten
auf sich nehmen muss (vgl. E.
1.2).
3.2
Zum gesundheitlichen Zustand der Beschwerdeführerin gibt aus ärztlicher Sicht lediglich der Bericht des
E._
vom 14. Oktober 2010 Auskunft (Urk. 7/26). Darin sind als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit rezidivierende Impuls
durch
brüche
und
Reizbarkeit bei Verdacht auf einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0) sowie als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine morbide Adipositas (Stand 2011) sowie
der
Verdacht auf Schlafapnoesyndrom festgehalten (Urk. 7/26/1-2).
Es würden Beeinträchtigungen bei der Arbeit bestehen, welche aber eher nicht zu einer grösseren Arbeitsunfähigkeit führten. Jedoch könnte die Beschwerdeführerin bei der Ausbildung auf unterstützende Massnahmen angewiesen sein, da es beispielsweise vermehrt zu Konflikten am Arbeitsplatz komme und ihre Leistungsfähigkeit in gewissen Punkten wohl eingeschränkt sei. Günstiges (wohlwollendes, nicht zu stressreiches) Arbeitsklima und Arbeits
bedingungen sowie Unterstützung in Vermittlung zwischen Konfliktparteien könnten für die Beschwerdeführerin eine Unterstützung sein, um die Lehre abschliessen zu können (Urk. 7/26/1).
3.3
Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin kann nicht gesagt werden, dass keine im Sinne von Art. 16 IVG
relevante
n
gesundheitliche
n
Gründe vor
liegen. Vielmehr kann diese Frage gestützt auf die vorliegenden Akten nicht beurteilt werden. Es ist zwar richtig, dass das
E._
die Beeinträchtigungen b
ei der Arbeit als ohne grössere
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit erachtete. Allerdings
beinhaltet der
Bericht
Hinweise auf e
inen möglicherweise relevanten Gesundheitsschaden, welcher allenfalls eine mit Mehrkosten verbundene Aus
bil
dung in einer speziellen Ausbildungsstätte nötig macht. So
ist dem Bericht zu entnehmen, dass
sich
die Beschwerdeführerin
bereits vor Behandlungsaufnahme im
E._
in jugendpsychiatrischer Behandlung bei
J._
in
K._
und danach in Behandlung
bei Dr.
L._
im
M._
befunden hat
.
Nähere Abklä
rungen der Beschwerdegegnerin darüber sind jedoch keine aktenkundig.
Eine
weitere
Abklärung
der am Arbeitsplatz berichteten beeinträchtigenden Symp
to
matik (Impulsdurchbrüche, Gereiztheit, erhöhte Kränkbarkeit,
Aufmerk
sam
keitsstörung
, Ablenkbarkeit)
ist
gemäss
E._
vorgesehen gewesen. Die Beschwerdeführerin ha
t
die Behandlung allerdings vorher abgebrochen. Die Verdachtsdiagnose eines ADHS k
onnte weder klar bestätigt noch
ausgeschlos
sen werden, da die Abklärungen in dieser Richtung nicht abgeschlossen w
urden
. Somit stützte sich die Beschwerdegegnerin auf einen Bericht des
E._
, welcher sich auf einen nur knapp zweimonatigen Behandlungszeitraum bezieht, wäh
rend welchem die behandelnden Ärzte keine abschliesse
nden Diagnosen stellen
und damit auch keine verlässlichen Angaben über allfällige Beeinträchtigungen der Arbeits- und Leistungsfähigkeit machen
konnten.
Darüber hinaus ergeben sich aus den diversen Schul- und Ausbildungsunter
lagen – auch wenn es sich dabei nicht um
psychiatrische Berichte handelt -
weitere Hinweise darauf, dass
allenfalls
eine psychische Erkrankung vorliegt, welche die Beschwerdeführerin in der beruflichen Ausbildung wesentlich ein
schränkt. So weist die Beschwerdeführerin schon seit Beginn der Einschulung schwache Schulleistungen
und Verhaltensschwierigkeiten
auf (Urk. 7/
27/3-8), wobei die testpsychologischen Abklärungen eine Lernbehinderung mit schuli
scher Überforderung ergab, welche mit steigendem Alter immer deutlicher wurde, weshalb eine Weiterschulung im Rahmen der Volksschule nicht mehr möglich war. Der Übertritt in die
B._
zur Stabilisierung der psychischen Situ
ation der Beschwerdeführerin
wurde empfohlen
(Urk. 7/20/5).
Im Bericht
der
B._
vom 25. Februar 2009
sind Hinweise auf eine medikamentöse Behandlung ersichtlich, aufgrund welcher sich die Beschwerdeführerin besser konzentrieren und länger ruhig sitzen konnte (Urk. 7/20/2). Gemäss Bericht der Bäckerei-Kon
ditorei
G._
vom 16. Oktober 2013
verfügte die Beschwerdeführerin trotz bereits drei absolvierten Lehrjahren über sehr wenig Fachwissen und musste da
her ins erste Lehrjahr eingestuft werden. Nur eine starke individuelle Begleitung führte zu Lernfortschritten. In der Schule waren die Leistungen trotz repetitivem Schulstoff krass ungenügend
(Urk. 7/27/20)
.
Im Zwischenbericht der
H._
vom 2. April 2014
, welcher sich auf den Zeitraum vom 17. Januar bis 2. April 2014 und damit auch auf den sich vor Verfügungserlass verwirk
lichten Sachverhalt bezieht,
ist ferner festgehalten, dass die Beschwerdeführerin Defizite in der Aufmerksamkeit und der Konzentration ha
be
, die auch ihr erschwertes Lernen und Umsetzen von Gelerntem erklären könnten. Auf
g
rund der Impulsivität träten in der Zusammenarbeit Schwierigkeiten bzw. Auseina
n
d
ersetzungen auf. Ihr Verhalten und ihre Unruhe störten öfters die Organisation der Arbeitsabläufe in der Backstube. Gegenüber Mitarbeitern und Vorgesetzten sei ihr Verhalten nicht immer korrekt. Es fehle ihr manchmal das Verständnis für
die nötige Nähe und Distanz.
Aufgrund ihrer Schwierigkeiten im
Sozialver
halten
nehme die Beschwerdeführe
rin Termine im
N._
in Anspruch. Dort werde ihr wahrscheinlich im Hinblick auf eine ADHS-Prob
lematik Ritalin verschrieben (Urk. 3/3).
3.4
Aufgrund dieser Anhaltspunkte hätte die Beschwerdegegnerin im Rahmen der Untersuchungspflicht (vgl. E. 1.4) weitere Abklärungen vornehmen müssen, um beurteilen zu können, ob gesundheitliche Gründe vorliegen, welche eine mit
Mehrkosten verbundene Ausbildung in einer speziellen Ausbildungsstätte nötig machen. Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese die nötigen ärztlichen Abklärungen, insbesondere eine psychiatrische Untersuchung, veranlasse und hernach unter Berücksichtigung der in den E. 1.1 bis E. 1.3 erwähnten Grundsätze und zu erfüllenden Voraussetzungen den An-spruch der Beschwerdeführerin auf eine erstmalige berufliche Ausbildung neu prüfe. In diesem Sinne ist die Besch
werde gutzuheissen und die ange
fochtene Verfügung vom 11. März 2014 aufzuheben.
Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass die knappen und wenig
aussage
-kräftigen Ausführungen des Regionalen Ärztlichen Dienstes der
Beschwerde
gegnerin
vom 19. November 2013 eine umfassende medizinische Abklärung und Stellungnahme nicht ersetzen können, zumal sich die zuständige Ärztin ausschliesslich auf den in den relevanten Punkten unvollständigen Bericht des
E._
stützt (Urk. 7/29/2).
4.
4
.1
Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und vorliegend auf Fr. 600.-- an
zusetzen.
4.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung einer Sache an die Ver
wal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsie
gen (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 199/02 vom 10. Februar 2004 E. 6 mit Hinweis auf BGE 110 V 57 E. 3a; SVR 1999 IV Nr. 10 S. 28 E. 3), weshalb die Gerichtskosten entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der
Beschwerdegeg
nerin
aufzuerlegen sind.