Decision ID: b2cf871b-de0b-5555-9a5d-ecda76c50b37
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1957 geborene X._, Kadermitarbeiterin bei der Y._ (Leiterin Kul
tursponsoring) im Teilzeitpensum (50 %), bezog aufgrund
der Folgen einer am 1
1.
Oktober 2001 bei einem Verkehrsunfall erlittenen
Halswirbelsäule
n
(
HWS
)
-Distorsion
seit dem 1. Oktober 2002 eine halbe Invalidenrente (Verfügung vom 25. Februar 2004 der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Z._, Urk. 9/33). Mit Mitteilung vom 21. Februar 2007 bestätigte die seit März 2004 neu zuständige Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, den Anspruch der Versicherten auf eine halbe Rente (Urk. 9/75). Diesem Revisions
entscheid ging eine neurologisch-rheumatologische Begutachtung am A._ zuhanden des Unfallversicherers voraus (Urk. 9/65/5-13, Urk. 9/66/5-38, vgl. auch Urk. 9/68/1-4), wovon die IV-Stelle Kenntnis nahm und welche sie bei ihrem Entscheid berücksichtigte (vgl. Feststellungsblatt, Urk. 9/74).
1.2
Im Rahmen der im April 2012 n
ach lit. a
Abs.
1 der am
1.
Januar 2012 in Kraft getretenen Schlussbestimmungen der Änderung vom 1
8.
März 2011 des IVG (
6.
IV-Revision, erstes Massnahmenpaket; kurz: lit. a
Abs.
1 SchlB IVG
6.
IV-Revision)
eingeleiteten Rentenrevision (Urk. 7/80)
holte die IV-Stelle
die Ver
laufsberichte der behandelnden Ärzte ein
und
qualifizierte sie die Beschwerden der Versicherten als zu den pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage zugehörig. W
ei
tere Abklärungen
erachtete
die IV-Stelle
als unnötig (vgl. Feststellungsblatt vom 2
5.
Juli 2013,
Urk. 9
/91/6-8)
. Daraufhin hob sie die bisherige Rente gestützt auf
lit. a
Abs.
1 SchlB IVG
6.
IV-Revision
mit Verfügung vom 19. November 2013 per Ende des der Zustellung folgenden Monats auf.
Einer allfälligen Beschwerde gegen diesen Entscheid entzo
g sie die aufschiebende Wirkung (Urk. 9/106). Die dagegen erhobene Beschwerde (Urk. 9/110/3 ff.) hiess das Sozialversicherungs
gericht des Kantons Zürich mit Urteil IV.2014.00002 vom 13. August 2014 (Urk. 9/112/1-11) in dem Sinne gut, dass es die Sache zur Durchführung einer
vollständige
n Abklärung des medizinischen Sachverhalts an die IV-Stelle zurückwies (vgl. E. 3, Urk. 9/112/6 f.).
1.3
In Umsetzung des vorgenannten Gerichtsentscheides veranlasste die IV-Stelle das bidisziplinäre (Rheumatologie/Psychiatrie) Gutachten von Dr. med. B._, Fachärztin FMH für Innere Medizin spez. Rheumaerkrankungen, vom 2. März 2015 (Urk. 9/134/1-163) sowie Dr. med. C._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 8. Mai 2015 (Urk. 9/139/1-11). Nach Beizug einer internen Stellungnahme (Urk. 9/143/4 ff.) sowie nach durchge
führtem Vorbescheidverfahren (Vorbescheid vom 29. September 2015, Urk. 9/144, Einwand vom 20. Oktober 2015, mit ergänzenden Einwandbegrün
dungen vom 27. Oktober 2015 und 30. November 2015, Urk. 9/147, Urk. 9/151, Urk. 9/154) hielt die IV-Stelle mit Verfügung vom 15. März 2016 an der Ren
teneinstellung fest (Urk.2).
2.
Dagegen erhob X._ am 28. April 2016 Beschwerde und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung vom 15. März 2016 aufzuheben und ihr gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 50 % weiterhin eine halbe Rente auszu
richten. In prozessualer Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um Durch
führung eines zweiten Schriftenwechsels (Urk. 1 S. 2). Ausserdem legte sie wei
tere medizinische Unterlagen auf (Urk. 3/2-3/3). Mit Nachtrag vom 4. Mai 2016 wies sie zusätzlich den Bericht
von
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Neu
rologie und Chefarzt,
E._
Klinik,
vom 2. Mai 2016 zu den Akten (Urk. 5, Urk. 6). Mit Beschwerdeantwort vom 7. Juni 2016 schloss die Beschwerdegeg
nerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8), was der Beschwerdeführerin am 9. Juni 2016 zur Kenntnis gebracht wurde. Gleichzeitig teilte das Gericht der Beschwerdeführerin mit, ein zweiter Schriftenwechsel werde nicht als erforder
lich erachtet (Urk. 10). Mit Datum vom 21. Juli 2016 (Eingangsdatum) reichte die Beschwerdeführerin eine weitere Stellungnahme zu den Akten (Urk. 11). Das Doppel dieser Eingabe wurde der Beschwerdegegnerin am 27. Juli 2016 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen ist, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einzugehen.

Das Gerichtzieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit
(
Art.
8
Abs.
1 de
s Allgemeinen Teils des Sozi
al
versicherungsrechts, ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie min
destens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Pro
zent, oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 Prozent invalid sind.
1.3
Eine laufende Rente wird
von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben
, wenn
sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich
ändert
(
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditäts
grad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3).
Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beur
teilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
1.4
Nach
lit. a
Abs.
1 SchlB IVG
6.
IV-Revision
werden Renten, die bei pathogene
tisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach Artikel 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen von Artikel 17 Absatz 1 ATSG nicht erfüllt sind. Diese Bestimmung ist verfassungs- und EMRK-konform (BGE 139 V 547 E. 3).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung im Wesentli
chen, die im Rahmen der medizinischen Abklärungen festgestellten strukturel
len Veränderungen im Bereich der HWS und Lendenwirbelsäule (LWS) würden die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit nicht tangieren. Sodann seien keine psychiatrischen Einschränkungen festgestellt worden. Ausserdem verfüge die Beschwerdeführerin über ausreichend persönli
che Ressourcen und weise sie in sämtlichen Lebensbereichen ein äusserst hohes Aktivitätsniveau aus. Vor diesem Hintergrund sei es ihr zuzumuten, ihrer bishe
rigen Tätigkeit vollumfänglich nachzugehen und bleibe die Rente aufgehoben (Urk. 2 S. 2 ff.).
2.2
Die Beschwerdeführerin wandte dagegen im Wesentlichen ein, es werde bestrit
ten, dass die ursprüngliche Rentenverfügung einzig aufgrund einer HWS-Dis
torsion bzw. eines pathogenetisch-ätiologisch unklaren Beschwerdebildes zugesprochen wurde und damit in den Anwendungsbereich von
lit. a
Abs.
1 SchlB IVG
6.
IV-Revision
falle. Ausserdem sei in der Zwischenzeit eine wesent
liche Veränderung des Sachverhalts im Sinne einer Verschlechterung eingetre
ten. Gestützt auf die medizinische Aktenlage seien seit 2001 neue/zusätzliche Befunde/Diagnosen hinzugetreten, welche den Gesundheitszustand sowie die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin beeinflusst hätten (Urk. 1 S. 15 ff.). Ausserdem habe die Beschwerdegegnerin die ursprüngliche Rentenverfügung vom 25. Februar 2004 zu Unrecht als zeitlicher Referenzzeitpunkt für die beab
sichtigte Rentenaufhebung genommen. So sei im Jahre 2005 eine umfassende Rentenrevision vorgenommen worden, welche mit Mitteilung vom 21. Februar 2007 abgeschlossen worden sei. Letztere beruhe auf der bis dahin aufdatierten medizinischen Aktenlage und sei rechtsprechungsgemäss einer rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen. Zeitliche Vergleichsbasis im Revisionsverfahren, welche korrekterweise nach Massgabe von Art. 17 ATSG hätte vorgenommen werden müssen, bilde daher der 21. Februar 2007. Das Gutachten von Dr. B._ bilde dabei bloss eine unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts und stelle rechtsprechungsgemäss keine revisionsbegründende Änderung im Sinne von Art. 17 ATSG dar (Urk. 1 S. 18 f.). Ausserdem habe es die Beschwerdegegnerin – entgegen der ausdrückli
chen richterlichen Anordnung – unterlassen, die Sache umfassend, mithin poly
disziplinär, abzuklären. Sie habe lediglich ein bidisziplinäres Gutachten veran
lasst.
Das Resultat lege offen, dass die Gutachter nicht in der Lage gewesen seien, den komplexen Sachverhalt umfassend und gesamtheitlich zu beurteilen.
Insbesondere fehle es an einer neurologischen und neuropsychologischen Beur
teilung zur Abklärung der weiterhin bestehenden kognitiven Einschränkungen. Ferner schweige sich das Gutachten darüber aus, inwiefern der jahrelange Medikamentenkonsum einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe oder nicht. Sodann sei mangelhaft, dass Dr. B._ die Knieproblematik nicht erwähne. Gestützt auf den Bericht der E._ Klinik vom 12. April 2016 bestehe dies
bezüglich eine Pathologie, welche orthopädisch abgeklärt werden müsse. Die Schulterproblematik sei nicht berücksichtigt worden. Diesbezüglich habe sich ein Fachorthopäde zu äussern. Ferner habe das Gutachten wichtige Aussagen der Beschwerdeführerin unterschlagen. So etwa die beklagten erheblichen Kopfschmerzen sowie der Umstand, dass sie (die Beschwerdeführerin) anlässlich der Schilderungen betreffend ihre Kindheit wiederholt habe weinen müssen. Ausserdem sei das Gutachten einseitig und zufolge einer wirtschaftlichen Abhängigkeit einzig im Interesse der IV-Stelle erstellt worden. Auch seien die Schlussfolgerungen im Gutachten widersprüchlich und nicht nachvollziehbar. Die Beschwerdeführerin über eine verantwortungsvolle Tätigkeit mit hohen An
forderungen an die geistigen und körperlichen Voraussetzungen aus. Es sei nicht schlüssig, dass sie trotz der beschriebenen Schmerzen und den damit ver
bundenen Auswirkungen (Ermüdbarkeit, Konzentrationsprobleme, verlangsam
tes Arbeiten, erhöhter Pausenbedarf) einfach 100 % arbeiten könne. Schliesslich habe Dr. B._ nicht hinreichend zu den früheren medizinischen Einschät
zungen Stellung bezogen und fehle es dem Gutachten an einer Auseinanderset
zung mit den Indikatoren der neusten Bundesgerichtspraxis. Bei alledem sei das Gutachten nicht verwertbar. Vielmehr sei der Beschwerdeführerin weiterhin eine halbe Rente der Invalidenversicherung auszurichten (Urk. 1 S. 20 ff.). In ihrer unaufgefordert zugestellten Stellungnahme vom 20. Juli 2016 wiederholte die Beschwerdeführerin ihre Ausführungen in der Beschwerde. Ergänzend erhob sie weitere Einwände gegen das Gutachten von Dr. B._ (Urk. 11 S. 2 f.). Aus
serdem stellte sie sich auf den Standpunkt, es sei eine radiologische Oberexper
tise zur Beurteilung des in den medizinischen Vorakten dokumentierten Ver
dachts auf eine Läsion des Ligamentums alare rechts durchzuführen und es bedürfe zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einer Beobachtung durch Berufs
fachleute der BEFAS- oder MEDAS-Institutionen (Urk. 11 S. 3).
3.
Strittig und zu prüfen ist vorliegend einzig,
ob die Rentenaufhebung nach lit. a
Abs.
1 SchlB IVG
6.
IV-Revision zulässig ist
. Dass
der ursprünglichen
Renten
zusprache
vom 2
5.
Februar 2004
(Urk.
9/33
)
ein Beschwerdebild zugrunde
lag
, welches in den Anwendungsbereich
von
lit. a
Abs.
1 SchlB IVG
6.
IV-Revision
fällt, hat das hiesige Gericht bereits mit Urteil IV.2014.00002 vom 13. August 2014, insbesondere E. 2.4 (Urk. 9/112/6), festgestellt, worauf verwiesen werden kann. Selbstredend ist im Rahmen der vorliegenden Rentenrevision nach Mass
gabe von
lit. a
Abs.
1 SchlB IVG
6.
IV-Revision
nicht auf die Mitteilung vom 21. Februar 2007, worin die IV-Stelle den bisherigen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bestätigte, abzustellen (vgl. E. 1.4). Ganz abgesehen davon, dass letzteres zu keinem anderen Ergebnis führen würde. Ergaben doch die d
em Revisionsentscheid
vom 21. Februar 2007
zugrundeliegenden spezialärztlichen Untersuchungen keine hinreichend objektivi
erbaren, organischen Befunde. Vielmehr handelte
es sich bei den festgestellten Einschränkungen der Kopf- und Schulterbeweglichkeit sowie beim paravert
e
bralen Hartspann lediglich um eine sich somatisch äussernde Gesundheitsstörung und nicht um eine organisch n
achweisbare Schädigung
(vgl.
Urk.
9/65
/1-13
,
Urk.
9/66
/1-38
,
vgl. auch Inter
disziplinäre Stellungnahme zum neurologischen und rheumatologischen Gut
achten vom 6. November 2006, Urk. 9/68/2
).
Mit anderen Worten entsprach das dokumentierte Beschwerdebild – wie bereits zum Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache im Jahre 2004 - weitestgehend dem klassischen Beschwerde
bild einer sog. anhaltenden somatoformen Schmerzstörung. Kommt entschei
dend hinzu, dass die besagte Rentenbestätigung nicht unter Beachtung der
rele
vanten Rechtsprechung zu pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage
erfolgte
.
Da
d
ie
Beschwerdeführer
in
überdies
weder das 5
5.
Altersjahr zurückgelegt noch die Rente im Zeitpunkt der Rentenprüfu
ng seit mehr als 15 Jahren bezo
gen
hat
(vgl. lit. a
Abs.
4 SchlB der
6.
IV-Revision; Urteil des Bundesgerichts 9C_12
5/2013 vom 12. Februar 2014), sind die Voraus
setzungen für die Anwendbarkeit vo
n lit. a Abs. 1 SchlB IVG 6. IV-
Revision erfüllt. Auf eine Verbesserung des Gesundheitszustandes kommt es dabei nicht an (vgl. E. 1
.4
).
4.
Die medizinische Aktenlage betreffend den Zeitraum vor der bisziplinären Begut
achtung wurde in den Teilgutachten von Dres. B._ und C._ vom 2. März 2015 und 8. Mai 2015 ausführlich zitiert (Urk. 9/134/10-107, Urk. 9/139/2 f.). Auf die betreffenden Ausführungen wird verwiesen.
4.1
Im internistisch-rheumatologischen Teilgutachten hielt Dr. B._ folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (Urk. 9/134/117):
Verminderte Belastbarkeit und Beschwerden der HWS bei
degenerativen Veränderungen und mittelschwerer bis schwerer Forami
nalstenose C3/ C4 links mit Irritation der Nervenwurzel C4 links sowie aktivierte Arthrose des linken Facettengelenks C3/C4 (
Magnetresonanztomographie
[MRI] 02/2015)
ohne radikuläre Zeichen
Verminderte Belastbarkeit und Beschwerden der LWS und des linken
Iliosakralgelenk
s (ISG) bei
leichten degenerativen Veränderungen und flacher Protrusion mit Anu
lusriss L4/L5 mit knappem Kontakt zur Nervenwurzel L5 links (MRI 02/2015) sowie
etwas aktivierter leichter ISG-Arthrose links (MRI 02/2015)
ohne radikuläre Zeichen
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellte Dr. B._ nachfolgende Diagnosen (Urk. 9/134/117):
Ausgedehnte chronische Schmerzen
Spannungskopfschmerzen seit 1994
Status nach iatrogener septischer Arthritis des rechten Schultergelenks 03/2012
mit leichter bis mässiger Bursitis subacromialis/subdeltoidea und leich
ter Schultereck (AC)-Gelenksarthrose rechts mit intakter Rotato
renmanschette (MRI 02/2015)
Status nach mehreren HWS-Distorsionen etwa 1974, am 11.10.2001 und am 25.09.2004 mit
regelrechten symmetrischen Ligamenta alaria beidseits und regelrech
tem mittelständigen Dens axis (MRI 02/2015)
Struma nodosa rechts (Erstdiagnose 09/2013)
Die Beschwerdeführerin beklage seit Jahren aus
gedehnte Schmerzen. Gegenwär
tig spür
e
sie dauernde Schmerzen im Nacken, in beiden Schultern mehr links als rechts sowie in beiden Armen, vor allem im Bereich der Ellbogen sowie Schmerzen in der BWS und der LWS mit Ausstrahlung
in das ganze rechte Bein sowie Abdomen. Beide Oberschenkel seien
ebenfalls schmerzhaft
(Urk. 9/134/118)
.
Im
Rahmen der klinischen Untersuchung seien
der normale Gang sowie
der Zehen-
und Fersengang
unauffällig gewesen
.
Die Beweglichkeit der LWS sei
in der Lateralflexion nach rechts
leicht eingeschränkt. Sonst sei
die Beweglichkeit
der LWS gut. Die Beschwerdeführerin sei
sogar in der Lage
gewesen,
mit gestreckten Beinen den Boden mit den
Fingerspitzen zu berühren. Die Inklina
tion und
Reklination
der Brustwirbelsäule (BWS) seien auch
normal. Die Prü
fung der Lateralflexion
und der Rotation der BWS seien
wegen Gegenspannung nicht
gelungen. Die Beweglichkeit der HWS sei
bei der direkten Prüfung deut
lich g
eringer als bei Ablenkung und kö
nn
e daher nicht objektiv be
stimmt wer
den. Radi
kuläre Zeichen seien nicht vorhanden. Der Lasègue sei
beidseits nor
mal. Alle grossen peripheren Gelenke, insbes
ondere auch das rechte Schulter
gelenk seien normal beweglich. Gelenksergü
sse, Synoviti
den oder überwärmte Gelenke seien
nicht vorhanden. Die Muskul
atur sei
liegend geprüft nicht ver
s
pannt. Eine Hyperlaxität bestehe
nicht. In der Dolorimetrie
seien 16 der 18 Tender Points patho
logisch sowie sechs der acht Kontrollpunkte.
Letzteres ent
spreche
einem pathologischen Dolorimetrie-Befund im Sinne einer Schmerz
ausweitung. Die Bioimpedanz-Analyse
zeige
eine erfreulich grosse Muskelmasse von 66%, welche den
Normwert von 40% weit übertreffe
. Eine lang an
dauernde körperliche Schonung kö
nn
e daraus nicht abgeleitet werden. Im Gegenteil absolviere die Beschwerdeführerin
täglich gymnastische Ü
bungen
und
setze
dabei auch beidseits Kurzhanteln mit einem Gewicht von
jeweils einem Kilo
gramm ein. Ausserdem spaziere sie
fast täglich eine halbe Stunde
lang um den Lützelsee und trainiere sie
ein- bis zweimal pro Woche in einem Fitness-
Center
.
Die maximale Handkraft sei
beidseits sehr gut (rechts 115
%
der Norm und links sogar 140
%).
Die MR
I-Untersuchung des Beckens (02/2015) habe keine Patho
logie der Hüft
gelenke
ausgewiesen. Aufgrund der
MRI-Un
tersuchung beider Schultern (02/2015) bestünden
leichte beidseitige Bursitiden und eine leichte AC-Gelenksarthros
e rechts bei intakter Rotatoren
manschette beidseits
. Diese Befunde seien altersentsprechend und hätten
keine
rlei Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit.
Sodann habe die MRI-Untersuchung der BWS (02/2015)
keine nennenswerten Befunde und keine Hinweise auf einen durchgemachten Morbus Scheuermann
gezeigt
.
Demgegenüber hätten d
ie MRI-Untersuc
hungen der LWS und der ISGs (02/2015)
leichte degenerative Veränderungen mit einer flache
n Protrusion mit Anulusriss L4/
L5 mit knappem Kontakt zur Nervenwurzel L5 links sowie eine etwas aktivierte, leichte ISG-Arthrose links
ergeben. Diese Befunde seien keinesfalls gravierend. Aufgrund der MRI-Untersuchung der HWS (02/2015) bestünden
degenerative Veränderungen mit einer mittelschweren bi
s schweren Foraminalstenose C3/
C4
links mit Irritation der Nerven
wurzel C4 links sowie eine aktivierte Arthrose
des linken Facettengelenks C3/
C
4.
Die Ligamenta alaria
sei
beidseits regelrecht und symmetrisch. Der Dens axis zeig
e
eine regel
rechte Lage.
Die ausgedehnte Bl
utuntersuchung zeige keinen wesentlichen pathologischen Befund. Die Entzündungszeichen (C-reaktives Protein)
seien normal. Dasselbe gelte für den Rheumafaktor. D
ie Anti-Citrullin-Antikörper und der
extrahierte nukleäre Antikörper (
ENA
)
-Suchtest
hätten keinen
Nachweis
auf erhöhte
antinukleäre Antikörper
(
ANA
) ergeben (Urk. 9/134/118 f.)
.
Zusammenfassend bestünden bei der Beschwerdeführerin
strukturelle Veränderun
gen im Bereich der HWS und der LWS, die ihre Leistungsfähigkeit verminder
ten. Konkret könne sie mit Lasten bis zu 12.5 kg hantieren. Dies ent
spreche einem leichten bis knapp mittelschweren Belastungsniveau. Tätigkeiten, welche diesem Profil entsprächen, könne die Beschwerdeführerin in einem Pensum von 100 %
ausüben. Die angestammte Tätigkeit entspreche diesem Leistungsprofil (Urk. 9/134/119, Urk. 9/134/121).
4.2
Im psychiatrischen
Teilgutachten vom 8. Mai 2015 stellte Dr. C._ keine Diag
nosen (Urk. 9/139/7). Im Rahmen der klinischen sowie testpsychologischen Untersuchung erhob er unauffällige psychiatrische Befunde und stellte er unauffällige Konzentrationsleistungen der Beschwerdeführerin fest. Die geklag
ten Konzentrationsabfälle seien nicht auf ein psychisches Leiden mit Krank
heitswert zurückzuführen. Aus psychiatrischer Sicht sei die Beschwerdeführerin sowohl in der bisherigen als auch in jeder anderen angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. Aus psychiatrischer Sicht habe auch retrospektiv nie eine über längere Zeit bestehende Arbeitsunfähigkeit bestanden (Urk. 9/139/6 ff.).
Im Rahmen der Konsensbeurteilung kamen die Gutachter zum Schluss, die Beschwerdeführerin sei sowohl aus psychiatrischer als auch aus rheumatologi
scher Sicht in ihrer angestammten sowie in jeder anderen angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. Weder aus rheumatologischer noch aus psychiatrischer Sicht habe in der angestammten Tätigkeit oder in einer anderen angepassten Tätigkeit eine längere Zeit dauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden (Urk. 9/139/9 f.).
5.
5.1
Die rheumatologisch
-
psychiatrische Expertise vom
2. März 2015 resp. 8.
Mai 201
5
erging in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den Vorakten und den geklagten Beschwerden sowie gestützt auf die klinischen
und testpsychologi
schen
Untersuchungen
16. Februar 2015
und
23. März 2015.
Es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation und Zusammenhänge ein und ist hin
sichtlich der im Einklang mit den erhobenen Befunden gestellten Diagnosen schlüssig. Insbesondere haben die Gutachter zu den Beurteilungen in den Vorakten Stellung bezogen und – soweit Diskrepanzen bestanden – ihre abwei
chende Einschätzung plausibel begründet (
Urk. 9/134/123 f., Urk. 9/139/9
ff.). Damit genügt das Gutachten den an eine beweiskräftige Entscheidungsgrund
lage gestellten Anforderungen (vgl. E. 1.
6).
5.2
Dem Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach die begutachtenden Dres.
B._
und
C._
aufgrund
einer
finanziellen Abhängigkeit von der IV nicht unparteilich seien, ist entgegenzuhalten, dass unter dem Gesichtspunkt der wirtschaftlichen Abhängigkeit der regelmässige Beizug eines Gutachters durch den Versicherungsträger, die Anzahl der beim selben Arzt in Auftrag gegebenen Gutachten und Berichte sowie das daraus resultierende Honorarvolumen für sich allein genommen nicht zum Ausstand führen. Im Rahmen einer administ
rativen Sachverhaltsabklärung liegt selbst dann kein formeller Ausstandsgrund vor, wenn von einer wirtschaftlichen Abhängigkeit der betreffenden Gutachter von der Invalidenversicherung auszugehen wäre, denn ein Ausstandsgrund ist nicht schon deswegen gegeben, weil jemand Aufgaben für die Verwaltung erfüllt, sondern erst bei persönlicher Befangenheit (BGE 137 V 210 E. 1.3.3). Hinweise auf eine persönliche Befangenheit der beurteilenden Gutachter sind vorliegend nicht ersichtlich und hat die Beschwerdeführerin auch nicht geltend gemacht. Ebenso wenig liegen Anhaltspunkte dafür vor, die bidisziplinäre Expertise sei nicht lege artis durchgeführt worden. Selbstredend ist die vor
nehmlich unter Hinweis auf das Auftragsvolumen bemängelte Qualität des Gut
achtens nicht stichhaltig (vgl.
Urk.
1 S. 21). Entsprechende Einwände der Beschwerdeführerin gehen damit ins Leere.
5.3
Freilich
ist der Sozialversicherungsprozess vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (
Art.
43
Abs.
1 und
Art.
61 lit. c ATSG)
und ist eine vollständige Abklärung des medizinischen Sachverhalts (auch) bei der Überprüfung und Neubeurteilung von laufenden Renten erforderlich.
Die behördliche und richter
liche Abklärungspflicht umfasst
indes
nicht unbesehen
alles
. Vielmehr bezieht sie sich auf den im Rahmen des streitigen Rechtsverhältnisses (Streitgegenstand) rechtserheblichen Sachverhalt. Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen
Anspruch so oder anders zu ent
scheiden ist.
Entsprechend
hat da
s hiesige Gericht die Beschwerdegegnerin
mit Urteil IV.2014.00002
vom 13. August 2014
angewiesen, den medizinischen Sachverhalt
umfassend
abzuklären (
vgl. E. 3, Urk.
9/112/7).
Nach höchstrichter
licher Rechtsprechung ist eine polydisziplinäre (mehr als 2 Disziplinen umfas
sende) Expertise dann einzuholen, wenn der Gesundheitsschaden zwar bloss als auf eine oder zwei Disziplinen fokussiert erscheint, die Beschaffenheit der Gesundheitsproblematik aber noch nicht vollends gesichert ist. In begründeten Fällen kann von einer polydisziplinären Begutachtung abgesehen und eine mono- oder bidisziplinäre durchgeführt werden, sofern die medizinische Situa
tion offenkundig ausschliesslich ein oder zwei Fachgebiete beschlägt; weder dürfen weitere interdisziplinäre Bezüge (beispielsweise internistischer Art) not
wendig sein, noch darf ein besonderer arbeitsmedizinischer bzw. eingliede
rungsbezogener Klärungsbedarf bestehen. Diese Voraussetzungen werden vor allem bei Verlaufsbegutachtungen erfüllt sein (BGE 139 V 394 E. 3.2 S. 352). Auch wenn das hiesige Gericht in seiner Begründung (E. 3) zum Urteil IV.2014.00002 vom 13. August 2014 mit Verweis auf BGE 139 V 547 E. 10.2 von einer polydisziplinären Begutachtung sprach, ist anzumerken, dass das Bundesgericht in E. 10.2 des zitierten Entscheids schlussfolgerte, eine polydis
ziplinäre Begutachtung sei „in der Regel“ unumgänglich. Die zutreffenden Fachdisziplinen sind in erster Linie von Medizinern zu bezeichnen, das heisst auch vom Regionalen Ärztlichen Dienst als beratende Stelle der IV-Stellen (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG, Art. 49 Abs. 3 IVV), und es ist Sache der beauftragten Gutachter, allenfalls weitere notwendige Fachdisziplinen beizuziehen oder die Auftraggeberin auf die ihrer Meinung nach zutreffenden Fachdisziplinen hin
zuweisen, was unter Umständen zu einer Rückgabe des Auftrags führen kann (vgl. BGE 139 V 349 E. 3.3 in fine S. 352). Vorliegend befand RAD-Arzt Dr. med. Franz Wüst, Facharzt Allgemeinmedizin, zertifizierter Gutachter SIM, mit Stellungnahme vom 31. Oktober 2014, dass direkt ein bidisziplinäres psy
chiatrisch-rheumatologisches Gutachten in Auftrag gegeben werden könne (Urk. 9/143/2). Hiergegen wandte die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Gut
achtensvergabe nichts ein (Urk. 9/121, Urk. 9/124).
Entgegen der Beschwerdeführerin bestand vorliegend kein Anlass zu neurologi
schen und/oder neuropsychologischen Weiterungen.
Daran
vermögen auch die einzig vom behandelnden Neurologen Dr. med. F._, Facharzt FMH für Neurologie, festgehaltene
milde traumatische
Hirn
verletzung (MTBI = mild traumatic brain injury
, Urk. 9/88/5
)
sowie die subjektiv beklagten leichten kog
nitiven Defizite in Form von Konzentrations- und Gedächtnisstörungen nichts zu ändern.
Insbesondere handelt es sich bei einer MTBI um eine dermassen marginale
Verletzung des Gehirns, dass sie mit
den normalen Bildgebungsver
fah
ren des Kopfes (Röntgen Schädel, Computertomographie des Kopf
es, MRI
des Kopfes) nicht sichtbar ist
und die Beschwerden in der Regel mit dem Heilungs
prozess ohne bleiben
de Folgen vollständig verschwin
den (vgl.
Urk. 9/112/6). Entsprechend waren die beklagten
kognitiven Störungen
zwischenzeitlich
regredient
(Urk. 9/134/25)
und
erzielte
die Beschwerdeführerin anlässlich
früherer
fachspezifische
r, d.h. neurologischer und neuropsychologischer
Unter
suchungen weitestgehend gute bis sehr gute Lern-, Gedächtnis- und Aufmerk
samkeitsleistungen
(Urk. 9/57/7, Urk. 9/65/9). Damit korrelierend ergaben auch die testpsychologischen Erhebungen von Dr. C._ unauffällige Befunde der Konzentrations- und Aufmerksamkeitsleistung (Urk. 9/139/6).
Sodann erwiesen sich alle grossen
peripheren Gelenke, insbesondere auch das rechte Schultergelenk
im Rahmen der klinischen Untersuchung durch Dr. B._ als
normal beweglich
, was im Übrigen mit dem geschilderten Aktivitätsniveau mitunter
täglich
en
gymnastische
n
Übungen
unter Einsatz beidseitiger
Kurzhanteln
mit einem Gewicht von jeweils einem Kilogramm kor
reliert. Entsprechend ergaben die bildgebenden Untersuchungen beider
Schul
te
rn
altersentsprechend
e Normalbefunde (vgl. E. 4.1). Bei den im Vordergrund stehenden und von Dr. B._ gewürdigten Schmerzen (vgl. Urk. 9/134/118, vgl. E. 4.1) waren von einer zusätzlichen orthopädischen Untersuchung der Schultern keine entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten. Dass vorliegend eine fachorthopädische Abklärung der Schultern medizinisch indiziert gewesen sein soll, ergibt sich im Übrigen auch weder implizit noch explizit aus den Ausführungen von Dr. B._.
5.4
Die von der Beschwerdeführerin zu den Akten gegebenen Arztberichte datierend vom 23. März 2016 und 12. April 2016 (Urk. 3/3, Urk. 3/3/1) ergingen nach Erlass der angefochtenen Verfügung. Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversicherungsgericht die Gesetzmässigkeit des angefochtenen Ent
scheids demgegenüber in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b). Soweit die Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit den im Bericht vom 12. April 2016 erwähnten Kniebeschwerden eine Verschlechterung geltend machen will, ist sie damit auf die Neuanmeldung zu verweisen.
5.5
Dr. B._ gab
ihre medizinische Beurteilung und Einschätzung der Arbeitsfä
higkeit in Kenntnis der aktenkundigen Atlantodentalarthrose ab (vgl.
Urk.
9/134/67). Welchen Nachteil der Beschwerdeführerin dadurch erwachsen soll, dass die Atlantodentalarthrose nicht in der Diagnoseliste figuriert, ist nicht erkennbar. Entsprechende Beanstandungen von
Dr. D._
gemäss der seitens der Beschwerdeführerin erbetenen Stellungnahme vom
2.
Mai 2016 vermögen nicht durchzudringen (
Urk.
6). Kommt hinzu, dass
sich
die Atlantodentalarth
rose
mittels Infiltrationen als behandelbar erwies,
womit jedenfalls von einer invalidisierenden Leidensresistenz nicht die Rede sein kann.
5.6
Aufgrund der beweiskräftigen medizinischen Aktenlage besteht – entgegen der Beschwerdeführerin – auch kein weiterer, irgendwie gearteter Abklärungsbedarf (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_468/2007 vom 6. Dezember 2006 E.2.2 mit Hinweisen).
5.7
Strittig und zu prüfen bleibt die in juristischer Hinsicht zu beurteilende Arbeitsfä
higkeit der Beschwerdeführerin
5.7.1
Sowohl bei Leiden, deren Ursache bekannt oder (bildgebend) zu objektivieren ist, als auch bei Beschwerden mit unklarer Ätiologie und Kausalität vermögen die subjektiven Angaben der versicherten Person eine invalidenversicherungs
rechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit jedenfalls nicht ohne Weiteres nachzu
weisen (BGE 140 V 290 E. 3.3.1 mit Hinweisen). Eine Anspruchsberechtigung setzt daher stets eine nachvollziehbare ärztliche Beurteilung der Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit voraus (BGE 141 V 290 E. 3.3.2).
Nach neuer Gerichtspraxis ist bei somatoformen Schmerzstörungen und vergleich
baren psychosomatischen Leiden (BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) die Aner
kennung einer rentenbegründenden Invalidität nur zulässig, wenn die funktio
nellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand von Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nach
gewiesen sind (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2; vgl. Urteil des Bun
desgerichtes 8C_28/2016 vom 25. April 2016 E. 3.2). Medizinisch muss schlüs
sig begründet sein, inwiefern sich aus den funktionellen Ausfällen bei objekti
vierter Zumutbarkeitsbeurteilung anhand der Standardindikatoren eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit ergibt (BGE 141 V 574 E. 2). Wo dies nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan werden kann, trägt die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen (BGE 141 V 574 E. 2; vgl. BGE 141 V 585 E. 5.3, BGE 141 V 281 E. 3.7.2, BGE 139 V 547 E. 8.1; vgl. auch Urteil des Bundesgerichtes 8C_1/2016 vom 22. Februar 2016 E. 2.2 unter Hin
weis auf BGE 140 V 290 E. 4.1).
5.7.2
Zunächst ist festzuhalten, dass gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegeben-heiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstel
len auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält. In sinn
gemässer Anwendung auf die nunmehr materiell-beweisrechtlich geänder-ten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten - gegebe-nenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten - eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (Ent-scheid 9C_492/2014 vom
3.
Juni 2015 E. 8., mit Hinweis).
5.7.3
Vorliegend
erhellt aus dem Gutachten
hinreichend, dass die Ausprägung der somatischen diagnoserelevanten Befunde nicht stark ins Gewicht fällt. Die Gesundheitsschädigung und ihr funktioneller Schweregrad wiegen nicht schwer. So erwies sich die Beweglichkeit der LWS und BWS im Rahmen der klinischen Untersuchung als weitestgehend gut und liess sich die gezeigte (aktive) Ein
schränkung der HWS-Beweglichkeit unter Ablenkung nicht erhärten. Die leich
ten degenerativen Veränderungen der LWS und ISGs mit einer flachen Protru
sion mit Anulusriss L4/L5 mit knappem Kontakt zur Nervenwurzel L5 sowie die leichte ISG-Arthorse links taxierte Dr. B._ ausdrücklich als „keinesfalls gravierend“. Medizinisch-theoretisch liess sich daher auch keine erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen (Urk. 9/134/118 f.). In psychiat
rischer Hinsicht
wurden
keine Diagnosen gestellt (Urk. 9
/139/7). Erhebliche Komorbiditäten sind damit auszuschliessen. Im Gegenteil gab die Beschwerde
führerin selbst an, sich psychisch gesund zu fühlen. Bereits ein paar Monate nach dem Unfall habe sie gelernt, die Schmerzen zu akzeptieren. Mit Hilfe einer Psychologin habe sie das Thema „Unfall“ abschliessen können. Seit 2009 habe sie keine Psychotherapie mehr beansprucht (
Urk. 9/139/5
f.).
Zu vermerken ist ferner, dass die Beschwerdeführerin einen geordneten, aktiven Tagesablauf, mit körperlichen Aktivitäten (Spazieren, Turnen, Krafttraining) sowie Aktivitäten mit Anforderungen an die Konzentrations- und Aufmerksamkeitsfähigkeit (Lesen, Autofahren) vollzieht, wobei sie auch die Haushaltsarbeiten selber erle
digen kann. Sodann verfügt die Beschwerdeführerin über soziale Beziehungen, besucht Anlässe und fliegt mit Freunden in die Ferien (vgl. Urk. 9/134/108). Soweit sie schmerzbedingte und/oder schmerzmittelinduzierte Ermüdungser
scheinungen, Konzentrationsprobleme sowie einen erhöhten Pausenbedarf gel
tend macht, bleibt es der Beschwerdeführerin in Anbetracht ihrer Jahresarbeits
zeit und ihres Einzelbüros unbenommen, bei Bedarf Ruhepausen einzuschalten und sich die Arbeit je nach Zustand selbstständig einzuteilen (vgl. Urk. 9/134/163, Urk. 9/139/5)
Bei dieser Sachlage ergibt sich auch unter Berücksichtigung der im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren kein Nachweis für erhebliche funktionelle Auswirkungen der medizinisch festgestellten Diagnosen, jedenfalls nicht in einer angepassten Tätigkeit. Es ist daher mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass es der Beschwerdeführerin bei Aufbietung allen guten Willens (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen) und in Nachachtung des im Sozialversicherungsrecht all-gemein geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht zuzumuten ist, vollzeitlich einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.
Mit ihren übrigen Vorbringen ist die Beschwerdeführerin mangels Relevanz nicht zu hören.
5.8
Da auch d
er
Zeitpunkt
der Rentenaufhebung
(vgl.
Art.
88
bis
Abs.
2 lit. a
der Ver
ordnung über die Invali
denversicherung, IVV)
zu keiner gerichtlichen Korrektur
Anlass gibt
, ist die Beschwerde abzuweisen.
6.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).