Decision ID: 5669f9d3-21ee-4d8b-a5aa-6b7c90bda105
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Gemäss eigenen Angaben verliess die Beschwerdeführerin ihren Heimat-
staat Eritrea am 2. Juni 2019 nach Äthiopien, gelangte am 5. August 2022
nach Italien und reiste am 15. September 2022 in die Schweiz ein. Eben-
falls am 15. September 2022 stellte sie im Bundesasylzentrum (BAZ) der
Region B._ ein Asylgesuch.
B.
Ein Abgleich der Fingerabdrücke mit dem zentralen Visa-Informationssys-
tem (CS-VIS) ergab, dass der Beschwerdeführerin am 31. Mai 2022 in
C._ ein Visum für Italien mit Gültigkeit vom 23. Juni 2022 bis zum
13. August 2022 ausgestellt worden war.
C.
Nachdem sie vom BAZ der Region B._ in das BAZ D._
transferiert worden war, nahm das SEM am 22. September 2022 die Per-
sonalien der Beschwerdeführerin auf; am 28. September 2022 führte es
mit ihr das persönliche Gespräch gemäss Art. 5 Verordnung (EU) Nr.
604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013
zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitglied-
staats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder
Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen
Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO). Dabei gab sie an, im Mai
2022 auf der italienischen Botschaft in C._ ein Visum für Italien er-
halten zu haben. Sie habe damit zwecks Eheschliessung zu einem in Ita-
lien wohnhaften Mann reisen wollen. Als sie aber herausgefunden habe,
dass dieser bereits verheiratet sei und zwei Kinder habe, habe sie von ih-
ren Plänen Abstand genommen. Sie sei daraufhin mit dem Boot illegal nach
Italien gelangt. Es seien ihr keine Fingerabdrücke genommen worden, da
sie krank gewesen sei; stattdessen habe man sie direkt in ein Spital ge-
bracht. Sie habe einen Sohn, der von seinem Vater nach Kanada entführt
worden sei.
Anlässlich der Gehörsgewährung zu einem allfälligen Nichteintretensent-
scheid und der Möglichkeit einer Überstellung nach Italien gab sie an, sie
wolle nicht nach Italien zurück. Ihr Bruder wohne in der Schweiz und sie
glaube, sich hier gut zurechtzufinden. Ausserdem habe sie Nierenschmer-
zen.
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Gleichentags – am 28. September 2022 – ersuchte die Vorinstanz die ita-
lienischen Behörden um Aufnahme der Beschwerdeführerin gemäss
Art. 12 Abs. 4 Dublin-III-VO.
D.
Am 30. November 2022 teilte das SEM den italienischen Behörden mit, es
gehe von der impliziten Anerkennung der Zuständigkeit Italiens aus, da es
innerhalb der in Art. 22 Abs. 1 Dublin-III-VO festgelegten Frist keine Antwort
auf das Aufnahmegesuch erhalten habe.
E.
Mit Verfügung vom 30. November 2022 (eröffnet am 1. Dezember 2022)
trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31)
auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht ein und verfügte die
Überstellung nach Italien. Gleichzeitig stellte die Vorinstanz fest, einer all-
fälligen Beschwerde gegen den Entscheid komme keine aufschiebende
Wirkung zu.
F.
Mittels Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 7. Dezember 2022 erhob die
Beschwerdeführerin Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht. Da-
bei beantragte sie, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei
die Zuständigkeit der Schweiz zur Durchführung eines nationalen Asylver-
fahrens festzustellen; eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die
Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragte sie, der
Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen, im Sinne einer su-
perprovisorischen Massnahme sei der Vollzug der Überstellung per sofort
bis zum Entscheid über die aufschiebende Wirkung auszusetzen und es
sei ihr die unentgeltliche Prozessführung einschliesslich des Verzichts auf
Erhebung eines Kostenvorschusses zu gewähren.
G.
Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am
8. Dezember 2022 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG).
H.
Mit Eingabe vom 9. Dezember 2022 reichte die Beschwerdeführerin ein
Schreiben ihres Bruders zu den Akten.
I.
Am 14. Dezember 2022 ordnete die Instruktionsrichterin einen superprovi-
sorischen Vollzugsstopp an.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend –
endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG und dem VGG, soweit das
AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die
Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen,
ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
und Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.
2.
2.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1;
2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).
3.
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf einen Schriftenwechsel ver-
zichtet.
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Seite 5
4.
4.1 Die Beschwerdeführerin rügte zunächst, die Vorinstanz habe ihre
Pflicht zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen
Sachverhalts sowie ihre Begründungspflicht verletzt. Diese formellen Rü-
gen sind vorab zu prüfen, da diese möglicherweise geeignet sind, eine
Kassation der angefochtenen Verfügung zu bewirken.
4.2 Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung dann, wenn der Verfügung ein
falscher und aktenwidriger oder nicht weiter belegbarer Sachverhalt zu-
grunde gelegt wurde. Unvollständig ist sie, wenn die Behörde trotz Unter-
suchungsmaxime den Sachverhalt nicht von Amtes wegen abgeklärt oder
nicht alle für die Entscheidung wesentlichen Sachumstände berücksichtigt
hat (vgl. AUER/BINDER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum
Bundesgesetz über das VwVG, 2. Aufl., 2019, Rz. 16 zu Art. 12 VwVG).
4.3 Die Begründungspflicht, als Teilgehalt des rechtlichen Gehörs, gebie-
tet, dass die betroffene Person den Entscheid gestützt auf die Begründung
sachgerecht anfechten kann und sich sowohl die betroffene Person als
auch die Rechtsmittelinstanz über die Tragweite des Entscheides ein Bild
machen können (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.6; KNEUBÜHLER/PEDRETTI, in:
Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], a.a.O., Rz. 5 ff. zu Art. 35 VwVG).
4.4 Betreffend die Rüge, das SEM habe lediglich in pauschaler Weise dar-
getan, dass das italienische Visum die Zuständigkeit Italiens begründe,
stellt das Gericht Folgendes fest: Erstellt ist, dass die italienische Botschaft
in C._ der Beschwerdeführerin ein Visum für Italien mit einer Gül-
tigkeit bis zum 13. August 2022 ausgestellt hat. Die Beschwerdeführerin
brachte zudem vor, sie sei am 5. August 2022 in Italien eingereist. Gemäss
ihren Angaben habe sie das zum Zeitpunkt der Einreise gültige Visum je-
doch für die Einreise nicht benützt, sondern sei mit dem Boot ausserhalb
des Zugriffs der Behörden nach Italien eingereist. Diese Behauptung kann
zwar weder belegt noch widerlegt werden, ist aber für die Anwendung von
Art. 12 Abs. 4 Dublin-III-VO nicht relevant. Gemäss der erwähnten Bestim-
mung ist derjenige Mitgliedstaat für die Durchführung eines Asyl- und Weg-
weisungsverfahrens zuständig, für welchen die antragstellende Person ein
Visum besitzt, sofern dieses seit weniger als sechs Monaten abgelaufen
ist. Unerheblich ist, ob dieses Visum die Einreise ermöglicht hat, bezie-
hungsweise beim Grenzübertritt kontrolliert wurde, oder nicht. Es ist bei
dieser Ausgangslage nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz den diesbe-
züglichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig festgestellt haben oder
dadurch eine sachgerechte Anfechtung des vorinstanzlichen Entscheids
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verunmöglicht worden sein soll. Daran vermag auch das Vorbringen der
Beschwerdeführerin, es sei nicht abgeklärt worden, ob das Visum für den
Zweck einer Eheschliessung oder für einen anderen Aufenthaltszweck
ausgestellt worden sei, nichts zu ändern, zumal der Entscheid über die
Ausstellung eines nationalen Visums weitgehend der domaine réservé des
jeweiligen Mitgliedstaats unterliegt und somit einer Überprüfung durch die
Behörden oder Gerichte eines anderen Staates entzogen ist.
4.5 Auch das Vorbringen, das SEM habe die familiären Verhältnisse nicht
genügend gewürdigt, überzeugt nicht. Der für die materiell-rechtliche Wür-
digung rechtserhebliche Sachverhalt, namentlich das Verwandtschaftsver-
hältnis zwischen der Beschwerdeführerin und ihrem in der Schweiz wohn-
haften Bruder, wurde vom SEM korrekt und vollständig berücksichtigt. Es
ist auch nicht ersichtlich, dass eine sachgerechte Anfechtung aufgrund der
diesbezüglichen Entscheidbegründung nicht möglich gewesen wäre. Der
Umstand, dass die Beschwerdeführerin mit der rechtlichen Würdigung der
Vorinstanz nicht einverstanden ist, stellt jedenfalls keine Verletzung der Un-
tersuchungs- oder Begründungspflicht, sondern eine Frage der materiellen
Würdigung dar. Auf die entsprechenden Erwägungen kann daher verwie-
sen werden (vgl. E. 7.1, 8.2 und 8.3.1).
4.6 Schliesslich ist auch die Rüge nicht stichhaltig, wonach die Vorinstanz
in pauschaler Weise das Vorliegen von Selbsteintrittsgründen nach Art. 17
Abs.1 Dublin-III-VO verneint habe. In der angefochtenen Verfügung prüfte
die Vorinstanz sowohl das Bestehen einer möglichen völkerrechtlichen
Verpflichtung zum Selbsteintritt wie auch das Vorliegen humanitärer
Gründe im Sinne von Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August
1999 (AsylV 1, SR 142.311). Dabei erwog sie insbesondere den Gesund-
heitszustand der Beschwerdeführerin und gelangte in ihrer Begründung
zum Schluss, dass keine völkerrechtlichen Verpflichtungen oder humanitä-
ren Erwägungen einer Überstellung nach Italien bestehen würden. Ob
diese Einschätzung des SEM zutreffend ausgefallen ist, ist indes keine
Frage formeller, sondern materieller Natur, weshalb auch in diesem Punkt
auf die entsprechenden Erwägungen zu verweisen ist (vgl. E. 8.3.4 f.).
4.7 Nach dem Gesagten erweisen sich die formellen Rügen als unbegrün-
det, weshalb der eventualiter gestellte Kassationsantrag abzuweisen ist.
5.
5.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
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Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen
Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO.
Führt diese Prüfung zur Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die
Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betref-
fende Mitgliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstellung zugestimmt
hat, auf das Asylgesuch nicht ein (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 6.2).
5.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem
einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als
zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu-
ständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat
erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO).
5.3 Im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge)
sind die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der
dort aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskri-
terien; vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden, und es ist von der Si-
tuation im Zeitpunkt, in dem der Antragsteller erstmals einen Antrag in ei-
nem Mitgliedstaat gestellt hat, auszugehen (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO).
(vgl. zum Ganzen BVGE 2012/4 E. 3.2; 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.).
6.
6.1 Zur Begründung seines Nichteintretensentscheids führte das SEM im
Wesentlichen an, die Beschwerdeführerin verfüge über ein Visum im Sinne
von Art. 12 Abs. 4 Dublin-III-VO. Da die italienischen Behörden gemäss
Art. 22 Abs. 7 Dublin-III-VO dem Aufnahmeersuchen implizit zugestimmt
hätten, sei Italien für die Durchführung eines Asylverfahrens zuständig. Da-
ran vermöge auch der Umstand, dass der Bruder der Beschwerdeführerin
in der Schweiz lebe, nichts zu ändern, zumal dieser nicht als Familienan-
gehöriger im Sinne von Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO gelte und auch kein Ab-
hängigkeitsverhältnis ersichtlich sei. Auch bestehe kein Anlass zur An-
nahme, in Italien würden das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen
systemische Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dub-
lin-III-VO aufweisen. Ferner seien die sie bei einer Rückführung erwarten-
den Bedingungen in Italien nicht derart schlecht, dass sie zu einer Verlet-
zung von Art. 4 der EU-Grundrechtecharta, Art. 3 EMRK oder Art. 3 FoK
führen könnten. Des Weiteren seien den Akten keine Hinweise auf das Be-
stehen eines Abhängigkeitsverhältnisses im Sinne von Art. 16 Abs. 1 Dub-
lin-III-VO zu entnehmen. Schliesslich sei auch die Anwendung der Souve-
ränitätsklausel gemäss Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO beziehungsweise des
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Selbsteintrittsrechts gemäss Art. 29a Abs. 3 AsylV1 nicht angezeigt. Die
Beschwerdeführerin leide zwar an Nierenschmerzen, Übelkeit sowie Erb-
rechen, weswegen sie sich am 29. September 2022, am 6. Oktober 2022,
am 20. Oktober 2022 und am 21. November 2022 medizinischen Untersu-
chungen unterzogen habe. Dabei sei eine akute Gastritis diagnostiziert und
eine medikamentöse Behandlung begonnen worden. Die gynäkologische
Untersuchung im Regionalspital E._ habe indes keine Auffälligkei-
ten gezeigt. Allerdings würden weder völkerrechtliche Verpflichtungen noch
der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin einer Überstellung nach
Italien entgegenstehen. Im Übrigen verfüge Italien über eine ausreichende
medizinische Versorgung und adäquate Behandlungsmöglichkeiten.
6.2 In ihrer Beschwerde entgegnete die Beschwerdeführerin, die Situation
für Asylsuchende in Italien sei prekär, weshalb von systemischen
Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO auszugehen sei.
Ferner bestehe zwischen ihr und ihrem Bruder ein Abhängigkeitsverhältnis
im Sinne von Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO. Zudem würde die Anwesenheit
ihres Bruders in der Schweiz ein durch Art. 8 EMRK geschütztes Familien-
verhältnis begründen, weshalb gemäss Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO zwin-
gend auf ihr Asylgesuch einzutreten sei. Des Weiteren würden humanitäre
Gründe – insbesondere ihr Gesundheitszustand – einen Selbsteintritt im
Sinne von Art. 29a Abs. 3 AsylV1 zu begründen vermögen. Schliesslich
habe sie vor ihrem in Italien wohnhaften Ehemann Angst. Dieser habe sie
mehrere Male geschlagen und ihr gedroht, sie zu töten.
6.3 Mit Eingabe vom 9. Dezember 2022 brachte sie zudem vor, neuerdings
habe ihr in Italien lebender Ehemann auch ihren Bruder angerufen und ihn
telefonisch bedroht. Ausserdem gehe es ihr psychisch sehr schlecht. Im
Übrigen habe Italien angekündigt, keine Überstellungen gestützt auf die
Dublin-III-VO mehr zu akzeptieren. Dies zeige, dass das italienische Asyl-
system massiv überlastet sei.
7.
7.1 Zunächst stellt das Gericht fest, dass das Zuständigkeitskriterium nach
Art. 9 Dublin-III-VO nicht anwendbar ist, da der Bruder der Beschwerde-
führerin kein Familienangehöriger im Sinne von Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO
ist.
7.2 Sodann ist den vorliegenden Akten zu entnehmen, dass die Beschwer-
deführerin über ein von den italienischen Behörden ausgestelltes Visum
mit Gültigkeit vom 23. Juni 2022 bis zum 13. August 2022 verfügte und sich
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vor ihrer Einreise in die Schweiz in Italien aufgehalten hatte, wo sie gemäss
eigenen Angaben am 5. August 2022 eingereist war.
Das SEM ersuchte die italienischen Behörden am 28. September 2022 um
Aufnahme der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 21 i.V.m. Art. 12 Abs. 4
Dublin-III-VO.
Die italienischen Behörden liessen das Übernahmeersuchen innert der in
Art. 22 Abs. 1 Dublin-III-VO vorgesehenen Frist unbeantwortet, womit sie
die Zuständigkeit Italiens implizit anerkannten (Art. 22 Abs. 7 Dublin-III-
VO). Somit ist die grundsätzliche Zuständigkeit Italiens gegeben.
8.
8.1 Im Lichte von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO ist zu prüfen, ob es wesentli-
che Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Aufnahmebe-
dingungen für Asylsuchende in Italien würden systemische Schwachstellen
aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden
Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU-Grundrechtecharta mit sich
bringen würden.
8.1.1 Italien ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom
10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche
oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-
kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK,
SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR
0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-
tungen nach. Es darf davon ausgegangen werden, dieser Staat anerkenne
und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien
des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni
2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung
des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU
vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Per-
sonen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) er-
geben.
8.1.2 Es bestehen keine Gründe für die Annahme, das Asylverfahren und
die Aufnahmebedingungen für Antragstellende in Italien würden systemi-
sche Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-
VO aufweisen (vgl. statt vieler Referenzurteil des BVGer D-4235/2021 vom
19. April 2022 E. 10, m.w.H.). Der Beschwerdeführerin steht es nach er-
folgter Überstellung nach Italien frei, dort um Asyl nachzusuchen und damit
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Zugang zu den entsprechenden Aufnahmestrukturen und Unterstützungs-
leistungen zu erhalten. Sie hat in diesem Zusammenhang kein konkretes
und ernsthaftes Risiko dargetan, dass die italienischen Behörden sich wei-
gern würden, sie aufzunehmen und ihren Antrag auf internationalen Schutz
unter Einhaltung der Regeln der Verfahrensrichtlinie zu prüfen. Daran ver-
mag auch ihr Vorbringen, Italien habe angekündigt, Dublin-Überstellungen
auszusetzen, nichts zu ändern, zumal eine Aussetzung des Dublin-Sys-
tems seitens der italienischen Behörden bisher nicht erfolgt ist.
8.1.3 Den Akten sind auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen,
Italien würde den Grundsatz des Non-Refoulement missachten und sie zur
Ausreise in ein Land zwingen, in dem ihr Leib, Leben oder Freiheit aus
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr
laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden.
8.1.4 Unter diesen Umständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-
III-VO nicht gerechtfertigt.
8.2 Die Anwendbarkeit des von der Beschwerdeführerin angerufenen
Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO verlangt ein aus bestimmten Gründen (u.a.
Krankheit) bestehendes Abhängigkeitsverhältnis zwischen der antragsstel-
lenden Person und der sich rechtmässig in einem Mitgliedsstaat aufhalten-
den angehörigen Person. Zwar leidet die Beschwerdeführerin an einer
akuten Gastritis. Auch gab ihr Bruder an, es gehe ihr psychisch nicht gut.
Diese Beschwerden vermögen jedoch kein Abhängigkeitsverhältnis im
Sinne von Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO zu begründen.
8.3 Jeder Mitgliedstaat kann abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen,
einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestell-
ten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in
dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist
(Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht). Liegen völ-
kerrechtliche Überstellungshindernisse vor, ist der Selbsteintritt zwingend
(vgl. BVGE 2015/9 E. 8.2.1).
8.3.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, Art. 8 EMRK stehe aufgrund
der Anwesenheit ihres Bruders in der Schweiz ihrer Überstellung nach Ita-
lien entgegen. Für die Anwendbarkeit von Art. 8 Abs. 1 EMRK wird bei fa-
miliären Verhältnissen ausserhalb der Kernfamilie (diese umfasst die Eltern
und ihre minderjährigen Kinder) von der Rechtsprechung das Bestehen ei-
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nes über die normalen familiären Bindungen hinausgehendes Abhängig-
keitsverhältnis gefordert (vgl. dazu BGE 144 II 1 E. 6.1, m.w.H.). Mangels
entsprechender konkreter Vorbringen der Beschwerdeführerin sowie allfäl-
liger anderweitiger Indizien ist indessen nicht von einem Abhängigkeitsver-
hältnis im Sinne der genannten Bestimmungen auszugehen. Gemäss ei-
genen Angaben wollte die Beschwerdeführerin zunächst nach Italien zu ih-
rem Ehemann reisen, obwohl ihr Bruder schon seit Jahren in der Schweiz
wohnt. Daraus lässt sich jedenfalls nicht schliessen, dass die Beziehung
zwischen der Beschwerdeführerin und ihrem in der Schweiz wohnhaften
Bruder besonders eng oder eines der Geschwister notwendigerweise und
dauernd auf die persönliche Betreuung oder gar Pflege durch das andere
Geschwister angewiesen ist. Der Aufenthalt des Bruders der Beschwerde-
führerin in der Schweiz steht der Zuständigkeit Italiens daher nicht entge-
gen. In der Folge besteht auch keine diesbezügliche völkerrechtliche
Pflicht der Schweiz zum Selbsteintritt.
8.3.2 Auch ihr Vorbringen, ihr Ehemann in Italien habe sie mehrmals ge-
schlagen und mit dem Tod bedroht, vermag kein ernsthaftes und konkretes
Risiko einer Verletzung von Art. 3 EMRK zu begründen. Diesbezüglich ist
darauf zu verweisen, dass es ihr zugemutet werden kann, in Italien die zu-
ständigen Behörden um Schutz zu ersuchen.
8.3.3 Insoweit die Beschwerdeführerin sich darauf beruft, ihr Gesundheits-
zustand stehe einer Überstellung entgegen, stellt das Gericht fest, dass
eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen Prob-
lemen nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK dar-
stellen kann. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die betroffene Per-
son sich in einem fortgeschrittenen oder terminalen Krankheitsstadium und
bereits in Todesnähe befindet, nach einer Überstellung mit dem sicheren
Tod rechnen müsste und dabei keinerlei soziale Unterstützung erwarten
könnte (vgl. BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die damalige Praxis des
Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR]). Eine weitere
vom EGMR definierte Konstellation betrifft Schwerkranke, die durch die Ab-
schiebung – mangels angemessener medizinischer Behandlung im Ziel-
staat – mit einem realen Risiko konfrontiert würden, einer ernsten, raschen
und unwiederbringlichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustands
ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer erheblichen
Verkürzung der Lebenserwartung führen würde (vgl. Urteil des EGMR
Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 41738/10,
§§ 180–193 m.w.H.).
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Eine solche Situation ist vorliegend nicht gegeben. Gemäss den einge-
reichten medizinischen Unterlagen leidet die Beschwerdeführerin an Nie-
renschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, eine medikamentöse Behandlung
wurde angeordnet (vgl. SEM-eAkten [...]-18/3, [...]-20/2, [...]-21/2 und [...]-
22/2); die gynäkologische Untersuchung ergab keine Auffälligkeiten (vgl.
SEM-eAkte [...]-21/2). Die Beschwerdeführerin konnte daher nicht nach-
weisen, dass sie nicht reisefähig sei oder eine Überstellung ihre Gesund-
heit ernsthaft gefährden würde. Ihr Gesundheitszustand vermag eine Un-
zulässigkeit im Sinne dieser restriktiven Rechtsprechung nicht zu rechtfer-
tigen. Die gesundheitlichen Probleme sind auch nicht von einer derartigen
Schwere, dass aus humanitären Gründen von einer Überstellung abgese-
hen werden müsste.
Im Übrigen verfügt Italien über eine ausreichende medizinische Infrastruk-
tur. Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, den Antragstellenden die erforder-
liche medizinische Versorgung, die zumindest die Notversorgung und die
unbedingt erforderliche Behandlung von Krankheiten und schweren psy-
chischen Störungen umfasst, zugänglich zu machen (Art. 19 Abs. 1 Auf-
nahmerichtlinie); Antragstellenden mit besonderen Bedürfnissen ist die er-
forderliche medizinische oder sonstige Hilfe (einschliesslich nötigenfalls ei-
ner geeigneten psychologischen Betreuung) zu gewähren (Art. 19 Abs. 2
Aufnahmerichtlinie). Es liegen keine Hinweise vor, wonach Italien der
Beschwerdeführerin eine adäquate medizinische Behandlung verweigern
würde.
8.3.4 Schliesslich sind den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu
entnehmen, Italien werde in ihrem Fall den Grundsatz des Non-Refoule-
ment missachten und sie zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem ihr Leib,
ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG ge-
fährdet ist oder in dem sie Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches
Land gezwungen zu werden. Ausserdem hat die Beschwerdeführerin nicht
dargetan, die sie bei einer Rückführung erwartenden Bedingungen in Ita-
lien seien derart schlecht, dass sie zu einer Verletzung von Art. 4 der EU-
Grundrechtecharta, Art. 3 EMRK oder Art. 3 FoK führen könnten. Daran
ändert auch der auf Beschwerdeebene eingereichte Bericht der Schweize-
rischen Flüchtlingshilfe (SFH) nichts, zumal dessen allgemeine Ausführun-
gen nicht den Schluss zulassen, die Beschwerdeführerin würde im Falle
einer Rückkehr nach Italien dort effektiv in eine menschenrechtswidrige Si-
tuation geraten.
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8.3.5 Soweit die Beschwerdeführerin das Vorliegen humanitärer Gründe
geltend macht, ist Folgendes festzuhalten: Gemäss Praxis des Bundesver-
waltungsgerichts verfügt das SEM bei der Anwendung der Kann-Bestim-
mung von Art. 29a Abs. 3 AsylV1 über einen Ermessensspielraum
(vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.).
Die angefochtene Verfügung ist unter diesem Blickwinkel nicht zu bean-
standen; insbesondere sind den Akten keine Hinweise auf einen Ermes-
sensmissbrauch oder ein Über- respektive Unterschreiten des Ermessens
zu entnehmen. Das Gericht enthält sich deshalb in diesem Zusammenhang
weiterer Äusserungen.
8.3.6 Nach dem Gesagten besteht kein Grund für eine Anwendung der Er-
messensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO. Der Vollständigkeit halber ist
festzuhalten, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht ein-
räumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch
BVGE 2010/45 E. 8.3).
8.4 Somit bleibt Italien der für die Behandlung der Asylgesuche der
Beschwerdeführerin zuständige Mitgliedstaat.
9.
Das SEM ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten. Da
die Beschwerdeführerin nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder
Niederlassungsbewilligung ist, wurde die Überstellung nach Italien in An-
wendung von Art. 44 AsylG ebenfalls zu Recht angeordnet (Art. 32 Bst. a
AsylV1).
10.
Da das Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des
Nichteintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist, sind
allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20)
unter diesen Umständen nicht mehr zu prüfen (vgl. BVGE 2015/18 E. 5.2
m.w.H.).
11.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen und die Verfügung
des SEM zu bestätigen.
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12.
12.1 Das Beschwerdeverfahren ist mit vorliegendem Urteil abgeschlossen,
weshalb sich die Anträge auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung so-
wie den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses als gegen-
standslos erweisen. Der am 14. Dezember 2022 angeordnete Vollzugs-
stopp fällt dahin.
12.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätz-
lich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da sich
die Beschwerdebegehren jedoch nicht als aussichtslos erwiesen haben
und aufgrund der Aktenlage von der Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin
auszugehen ist, ist das in der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewäh-
rung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) gutzuheis-
sen und demnach auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.
(Dispositiv nächste Seite)
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