Decision ID: b6532812-2c43-448a-b421-9adb70eb585b
Year: 2011
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Forderung
Berufung gegen ein Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich, 4. Abteilung, vom 3. November 2008 (AN070461)
betreffend Forderung
Berufung gegen ein Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich, 4. Abteilung, vom 3. November 2008 (AN070461)
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Rechtsbegehren:
Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger den Betrag von Fr. 221'392.– zu , zuzüglich Verzugszins von 5% seit dem 1. April 2000.
Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich, 4. Abteilung, vom 3. November 2008:
1. In Gutheissung der Klage wird die Beklagte verpflichtet, dem Kläger Fr. 207'997.80 netto zuzüglich 5% Zins seit 1. April 2000 zu bezahlen.
2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: Fr. 13'600.–; die weiteren Kosten betragen: Fr. 190.– Zeugenentschädigungen Fr. 13'790.– Total
3. Die Kosten des arbeitsgerichtlichen Verfahrens und die Kosten des ober- gerichtlichen Verfahrens im Betrag von insgesamt Fr. 5'336.– werden der Beklagten auferlegt.
4. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger für die arbeits- und obergerichtli- che Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 37'622.30 (Fr. 34'965.– zuzüglich Fr. 2'657.30 Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
Berufungsanträge:
Der Beklagten und Berufungsklägerin (Urk. 87 S. 2):
Das angefochtene Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich, 4. Abteilung, vom 3.  2008, sei aufzuheben und die Klage sei abzuweisen.
Eventualiter sei die Klage im Betrag von Fr. 185'152.10 brutto bzw. Fr. 173'950.40 netto zuzüglich 5% Verzugszins seit 20. Januar 2004 gutzuheissen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Klägers.
Des Klägers und Berufungsbeklagten (Urk. 90 S. 1 f.):
Die Berufung sei abzuweisen und das angefochtene Urteil des Bezirksgerichts Zürich sei vollumfänglich zu bestätigen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
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Erwägungen:
I.
Sachverhalt und Prozessgeschichte
1. a) Der Kläger und Berufungsbeklagte (nachfolgend Kläger) war ab
1. Juni 1996 zunächst als Corporate Account Manager bei der C._AG tätig
(Urk. 1 S. 1 f.; Urk. 13 S. 4; Urk. 12/1 S. 1). Diese hatte am 25. April 1996 mit dem
Kläger einen Arbeitsvertrag geschlossen. Auszüge von Ziffer 2 und 11 lauten wie
folgt (Urk. 12/1):
"(...)
2. Bezüge 1. Als Vergütung für seine Tätigkeit erhält der Mitarbeiter ein monatliches Brutto-
gehalt von SFR 12.800,00. Mit diesem Gehalt sind auch Mehr-, Sonn- und  sowie sonstige dienstliche Mehrbeanspruchung abgegolten. Ein  anteiliges halbes Monatsgehalt erhält der Mitarbeiter Ende Juni und Ende November.
Das Jahresgehalt (On Target Earning = OTE) schlüsselt sich wie folgt auf:
Gross Basic Salary (100%) annual SFR 109.714,29 = monthly SFR 9.142.86 Gross Bonus (40%) annual SFR 43.885,71 13. monthly Salary SFR 12.800,00 = based on OTE
_
Gross Salary OTE (140%) annual SFR 166.400,00
Das monatliche Basisgehalt ist zahlbar durch Überweisung jeweils am Ende des Monats.
2. Bei 100%-iger Zielerreichung (On Target Earning) erhält der Mitarbeiter einen
Bonus von 40% auf sein monatliches Grundgehalt. Für Über-/Untererfüllung wird der Mitarbeiter gemäss des C._AG Development Compensation Schemes bezahlt. Die Auszahlung des erfolgsabhängen (recte: erfolgsabhängigen) Bonus erfolgt jeweils nach Ablauf eines Kalenderjahres.
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Für die ersten 3 Monate wird eine Zielerreichung von mindestens 100% zu Grunde gelegt, damit ist der Bonus für die ersten 3 Monate garantiert und wird mit der Jahresabrechnung verrechnet.
3. Das Gehalt wird jährlich geprüft.
(...)
11. Sonstiges (...) b) Es besteht die Einigkeit, dass Vereinbarungen ausserhalb dieses Vertrages zwi-
schen den Parteien nicht getroffen sind. Änderungen und Ergänzungen des  bedürfen zu ihrer Rechtswirksamkeit der Schriftform.
(...) e) Alle Ansprüche, die sich aus dem Anstellungsverhältnis ergeben, sind binnen ei-
ner Frist von 6 Monaten seit Beendigung des Anstellungsverhältnisses schriftlich geltend zu machen.
(...)"
b) Für das Jahr 1996 erhielt der Kläger brutto monatlich Fr. 9'142.86,
einen 13. Monatslohn, das variable Salär von Fr. 43'885.71 sowie die Übererfül-
lung ausgerichtet (Urk. 1 S. 1 f.; Urk. 13 S. 4). 1998 und 1999 war der Kläger bei
der C._AG in der Funktion eines Corporate Sales Managers tätig (Urk. 1 S. 2
und S. 3). Im Jahre 1998 belief sich das Zielsalär des Klägers auf Fr. 175'676.78;
dieses setzte sich aus einem jährlichen Grundsalär von Fr. 115'830.85 sowie ei-
nem erfolgsabhängigen variablen Salär von Fr. 46'332.34 ("Gross Bonus 40%
annual" / OTC) zusammen. Für 1998 belief sich das Entgelt des Klägers infolge
Übererfüllung seiner Ziele für seine Arbeitsleistung auf Fr. 482'436.65. Davon ent-
fielen neben dem Basissalär Fr. 327'995.52 auf die YECommission, die sich ih-
rerseits aus dem Normalaccelerator (Fr. 142'666.16) und dem Superaccelerator
(Fr. 185'329.36) zusammensetzte. Der Kläger hatte die Zielsetzung mit 206.34%
erreicht, was gemäss Berechnung nach den 'Rules and Guidelines' mit dem Un-
tertitel 'Super Accelerators 1998' die Höhe des erwähnten Superaccelerators (vier
mal Fr. 46'332.34) ergab (Urk. 1 S. 2; Urk. 13 S. 4; vgl. auch Commission Account
in Urk. 4/3).
c) Mit Schreiben vom 29. September 1999 kündigte der Kläger das Ar-
beitsverhältnis auf den 31. Dezember 1999 (vgl. Urk. 12/2). Mit Vereinbarung vom
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2. November 1999 hoben der Kläger und die C._AG, vertreten durch
D._, das Arbeitsverhältnis sowie alle Zusatz- und Nebenvereinbarungen per
15. November 1999 auf (Urk. 1 S. 2; Urk. 13 S. 1; vgl. Urk. 4/2). Ziffer 3 dieser
Vereinbarung lautet wie folgt (Urk. 4/2):
"(...)
3. Der Mitarbeiter hat Anspruch auf die vertragsgemässen Leistungen laut Anstel-
lungsvertrag bis einschliesslich zum Austrittsdatum. Die Kommissionsabrech-
nung für das FY 99 wird nach der Jahresabschlussrechnung gemäss Kommis-
sionsplan berechnet und im Q1 2000 ausbezahlt.
Bei der Berechnung der Kommission und eines evtl. Superaccelerators werden
die bis zum 15.11.1999 anrechenbaren Umsätze berücksichtigt.
Die Auszahlung des Superaccelerators untersteht dem Entscheid des "EMEA
Compensations Comitée" und des "C._AG Senior Managements". Eine
Auszahlung des Superaccelerators wird vom Management C._AG bei Er-
reichung gutgeheissen.
(...)"
d) Für das Jahr 1999 erhielt der Kläger - neben seinem Salär - lediglich
den Accelerator von Fr. 83'671.17 ausgerichtet (Urk. 13 S. 1 f.; vgl. auch Urk. 4/4
und Urk. 15/1). Insbesondere der Superaccelerator wurde ihm nicht ausbezahlt
(Urk. 1 S. 2 f.; Urk. 13 S. 4; vgl. auch Urk. 4/4).
e) Im Juni 2001 übernahm die Beklagte und Berufungsklägerin (nach-
folgend Beklagte) die C._AG auf dem Wege der Fusion (vgl. Urk. 9 und
Urk. 13 S. 2).
2. a) Mit Eingabe vom 12. Januar 2004 machte der Kläger die vorliegende
Klage beim Arbeitsgericht des Bezirks Zürich anhängig (Urk. 1). Mit seiner Klage
verlangte er von der Beklagten die Ausrichtung des Superaccelerators für das
Jahr 1999 und beantragte, die Beklagte entsprechend zu verpflichten. Die Beklag-
te widersetzte sich der Klage (Urk. 13; Prot. I S. 9 ff.). Nach Durchführung eines
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Beweisverfahrens (vgl. Prot. I S. 12 ff.) hiess die Vorinstanz die Klage (an sich
teilweise) gut und verpflichtete die Beklagte, dem Kläger Fr. 207'997.80 netto zu-
züglich 5% Zins pro Jahr seit 11. Dezember 2000 zu bezahlen (Urk. 36). Materiell
wies sie die Klage mit Bezug auf den beantragten Verzugszins vom 1. April 2000
bis 10. Dezember 2000 ab, ohne dass dies Eingang im Dispositiv gefunden hätte.
b) Gegen dieses Urteil erhob die Beklagte mit Eingabe vom 23. Mai
2005 rechtzeitig die Berufung (Urk. 34/1, Urk. 37). Die Berufung wurde innert Frist
mit Eingabe der Beklagten vom 9. August 2005 begründet (Urk. 40) und - innert
erstreckter Frist - mit Eingabe des Klägers vom 29. September 2005 beantwortet
(Urk. 44), wobei dieser gleichzeitig Anschlussberufung erhob (Urk. 45). Je innert
Frist gingen die Berufungsreplik- und die Anschlussberufungsantwortschrift
(Urk. 47), die Berufungsduplik- und die Anschlussberufungsreplikschrift (Urk. 50
und Urk. 51) sowie die Anschlussberufungsduplikschrift (Urk. 54) ein. Am
23. Februar 2006 wurde die Zustellung der Anschlussberufungsduplikschrift an
den Kläger verfügt (Urk. 55). Mit Schreiben vom 22. Januar 2007 wurden die Par-
teien über den Referentenwechsel informiert (Urk. 56). Mit Beschluss vom 10. Mai
2007 hob die Kammer das Urteil des Arbeitsgerichts Zürich, 4. Abteilung, vom
11. Mai 2005 auf und wies die Sache zur Durchführung eines ergänzenden Be-
weisverfahrens und zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurück; sodann trat
die Kammer auf das Protokollberichtigungsbegehren des Klägers nicht ein und
überwies dieses für die Beurteilung ebenfalls an die Vorinstanz (Akten Prozess-
Nr. LA050035: Urk. 57).
c) Am 2. August 2007 erliess das Arbeitsgericht die (ergänzende) Be-
weisauflage und setzte der Beklagten Frist an, um zum Protokollberichtigungsbe-
gehren des Klägers Stellung zu nehmen. Für den Säumnisfall wurde ein Ent-
scheid aufgrund der Akten angedroht (Urk. 60). Innert erstreckter Frist reichten
die Parteien ihre Beweisantretungsschriften ein; die Beklagte liess sich zum Pro-
tokollberichtigungsbegehren nicht vernehmen (Urk. 63-68). Die vorinstanzliche
Beweisabnahme erfolgte mit Beschluss vom 10. Oktober 2007 (Urk. 69). Am
17. März 2008 fand vor Vorinstanz die Beweis- und Schlussverhandlung mit den
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Einvernahmen der Zeugen D._ und E._, der persönlichen Befragung
des Klägers sowie den Stellungnahmen der Parteivertreter zum Beweisergebnis
statt (Prot. I S. 39 ff.). Am 3. November 2008 beschloss das Arbeitsgericht Zürich,
4. Abteilung, eine Protokollberichtigung; mit Urteil vom selben Datum verpflichtete
es die Beklagte in Gutheissung der Klage, dem Kläger Fr. 207'997.80 netto zu-
züglich 5% Zins seit 1. April 2000 zu bezahlen (Urk. 82).
3. a) Gegen dieses Urteil erhob die Beklagte mit Eingabe vom 17. No-
vember 2008 rechtzeitig die Berufung (Urk. 79, Urk. 83). Die Berufung wurde je
innert erstreckter Frist mit Eingabe der Beklagten vom 13. Januar 2009 begründet
(Urk. 87) und mit Eingabe des Klägers vom 2. März 2009 beantwortet (Urk. 90).
Die Berufungsreplik- und die Berufungsduplikschrift gingen je innert erstreckter
Frist ein (Urk. 93, Urk. 96). Am 3. Juni 2009 wurde die Zustellung der Berufungs-
duplikschrift an die Beklagte verfügt (Urk. 97).
b) Mit Schreiben vom 2. Juli 2010 wurden die Parteien über den Refe-
rentenwechsel informiert (Urk. 98 und Urk. 99). Auf die Teilnahme an der öffentli-
chen Urteilsberatung und mündlichen Urteilseröffnung haben die Parteien verzich-
tet (Urk. 100 und Urk. 101).
II.
Prozessuales
1. Der Kläger bemängelt zu Recht, dass im Rubrum die Beklagte ohne
Hinweis auf ihre Gesellschaftsform aufscheine (Urk. 90 S. 2). Die Beklagte firmiert
gemäss Handelsregister des Kantons Zürich als A._AG (mit Sitz in Zürich),
was von der Beklagten bestätigt wird (Urk. 93 S. 2). In diesem Sinne ist das
Rubrum zu präzisieren.
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2. Wie erwähnt übernahm die Beklagte im Juni 2001 die C._AG auf
dem Wege der Fusion im Sinne von Art. 748 aOR (vgl. Urk. 9 und Urk. 13 S. 2).
Damit gingen die Aktiven und Passiven der C._AG durch Universalsukzessi-
on auf die Beklagte über und ist sie, was sie auch nicht anzweifelt, passivlegiti-
miert. Dem Kläger wäre es indessen freigestanden, im Rahmen der Fusion seine
Forderung bereits auf den Schuldenruf der C._AG hin anzumelden und Be-
friedigung oder Sicherstellung zu verlangen (vgl. Art. 748 Ziff. 1 und Ziff. 2 aOR).
3. Die Vorinstanz war örtlich, sachlich und funktionell zuständig. Dies
wurde im Berufungsverfahren auch von keiner Partei in Frage gestellt. Die Zu-
ständigkeit der Berufungsinstanz ist für den zu fällenden Entscheid ebenfalls ge-
geben.
4. Per 1. Januar 2011 sind die Bestimmungen der eidgenössischen Zivil-
prozessordnung vom 19. Dezember 2008 in Kraft getreten. Gemäss Art. 404
Abs. 1 ZPO gilt für Verfahren, die bei Inkrafttreten der eidgenössischen Zivilpro-
zessordnung rechtshängig sind, das bisherige Verfahrensrecht bis zum Abschluss
vor der betroffenen Instanz. Mithin behalten im vorliegenden Berufungsverfahren
die Bestimmungen der zürcherischen Zivilprozessordnung sowie des Gerichtsver-
fassungsgesetzes ihre Geltung. Für die Bestimmung des Rechtsmittels gilt hinge-
gen das neue Verfahrensrecht (Art. 405 Abs. 1 ZPO).
5. Der Rückweisungsentscheid ist ein Zwischenentscheid; er stellt im Um-
fang der angeordneten Rückweisung jenen Zustand wieder her, der vor dem Er-
lass des erstinstanzlichen Entscheides bestanden hat. Neue Vorbringen sind
nach einer Rückweisung an die erste Instanz auch ausserhalb des im Rückwei-
sungsbeschluss gezogenen Rahmens gestattet (Hauser/Schweri, Kommentar
zum zürcherischen Gerichtsverfassungsgesetz, N 27 und N 33 zu § 104a GVG, je
mit weiteren Hinweisen). Im neuen Berufungsverfahren ist es zulässig, bereits
früher erhobene und verworfene Rügen erneut vorzubringen. Die Zulässigkeit der
erneuten Erhebung solcher Rügen schliesst allerdings nicht aus, dass die
Rechtsmittelinstanz (analog § 161 GVG ZH) gegebenenfalls bestätigend auf ihre
früheren Erwägungen verweist, ohne diese im Einzelnen zu wiederholen (Hau-
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ser/Schweri, a.a.O., N 36 zu §104a GVG, mit Hinweisen). Die Kammer ihrerseits
ist an ihre Rechtsauffassung gebunden, welche ihrem Rückweisungsentscheid
zugrunde lag (§ 104a Abs. 1 GVG ZH). Vorbehalten bleiben ein geänderter Sach-
verhalt, eine Änderung des Gesetzes oder der Rechtsprechung übergeordneter
Gerichte (§ 104a Abs. 3 GVG ZH).
III.
Materielle Erwägungen
A. Hauptforderung
1. a) Streitpunkt der Parteien - auch im Berufungsverfahren - ist, ob der
Kläger einen Anspruch gegenüber der Beklagten auf den sog. Superaccelerator
hat.
aa) Der Kläger machte dazu vor Vorinstanz im Wesentlichen geltend,
Grundlage des Auflösungsvertrages sei gewesen, dass der Superaccelerator
ausbezahlt werde, sofern die Zielsetzung - was geschehen sei - erreicht werde
(Prot. I S. 5 und S. 8). Bestritten sei, dass die Vertragsparteien beim Abschluss
des Auflösungsvertrages davon ausgegangen seien, die Ausrichtung des Su-
peraccelerators stehe im Belieben der Beklagten (Prot. I S. 7). Nicht zutreffend
sei, dass vereinbart worden sei, Dritte bzw. interne Gremien müssten der Ausrich-
tung des Superaccelerators zustimmen (Prot. I S. 5, S. 6 und S. 8). Die
C._AG habe die Bestimmung betreffend Auszahlung des Superaccelerators
nicht anders verstehen können als er (Prot. I S. 6). Im Übrigen ergebe sich aus
Ziffer 3 letztem Absatz des Auflösungsvertrages, dass eine Auszahlung des Su-
peraccelerators vom Management C._AG bei Erreichung gutgeheissen wer-
de (Urk. 1 S. 2). Es werde bestritten, dass die Beklagte gemäss Auflösungsver-
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trag frei habe entscheiden können, ob sie einen Superaccelerator auszahlen wol-
le, weil er die C._AG verlassen habe (Prot. I S. 6).
bb) Demgegenüber führte die Beklagte im erstinstanzlichen Verfahren
im Wesentlichen an, der Aufhebungsvertrag mache einen Unterschied zwischen
gewöhnlichem Bonus, den der Kläger erhalten habe und dem Superaccelerator-
Bonus; dieser habe im Unterschied zur Kommission vom Entscheid zweier Gre-
mien abhängen sollen. Diese Bedingung sei nicht eingetreten, was sich aus
Urk. 4/4 ergebe (Urk. 13 S. 1 f. und S. 6). Es habe bei der C._AG für alle Bo-
nuspläne eine generelle Regelung gegolten, wonach ein Anspruch entfalle bei
Austritt vor Ende der massgebenden Bonusperiode (Urk. 13 S. 3). Beim Ab-
schluss der Aufhebungsvereinbarung seien beide Seiten davon ausgegangen,
dass über die Auszahlung des Superaccelerator-Bonus keine Einigkeit bestanden
habe und sich der Kläger willentlich darauf eingelassen habe, die Ausrichtung
vom Entscheid der beiden Gremien abhängig zu machen (Urk. 13 S. 6). Die For-
mulierung 'Eine Auszahlung des Superaccelerators wird vom Management
C._AG Schweiz bei Erreichung gutgeheissen' habe für beide Parteien klar
erkennbar impliziert, dass damit keine Verpflichtungserklärung der C._AG
gemeint gewesen sei (Urk. 13 S. 4). Ausserdem sehe der Arbeitsvertrag vor, dass
allfällige Ansprüche innert sechs Monaten nach Ausscheiden schriftlich geltend zu
machen seien, welche Frist ohne erkennbaren Grund nicht gewahrt worden sei
(Urk. 13 S. 2).
b) Die Vorinstanz hielt es in ihrem Urteil vom 3. November 2008 ge-
stützt auf das (ergänzende) Beweisverfahren, insbesondere die Aussagen des als
Zeugen befragten D._, für erwiesen, dass der Kläger und die C._AG,
vertreten durch D._, im Rahmen bzw. Zeitpunkt des Abschlusses der Auflö-
sungsvereinbarung im Sinne einer übereinstimmenden Willenserklärung überein-
kamen, der Kläger habe bei Zielerreichung Anspruch auf den Superaccelerator-
Bonus. Da der Kläger unbestrittenermassen die Ziele erreicht bzw. übererfüllt ha-
be, sei der Superaccelerator-Bonus geschuldet. Im Nachhinein erfolgte E-Mails
oder Stellungnahmen, welche sich gegen die Ausrichtung des Superaccelerator-
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Bonus aussprächen, seien unmassgeblich. Demgemäss verpflichtete das Ar-
beitsgericht die Beklagte im oben erwähnten Umfange (Urk. 82, insb. S. 14-16).
2. a) Im Berufungsverfahren bringt die Beklagte im Wesentlichen vor, der
Kläger habe in einer späteren E-Mail vom 28. November 2000 an C._AG
G._ (Stadt in H._) geschrieben, man solle nun auch den Superaccelera-
tor bezahlen, nachdem die beiden Gremien (EMEA Compensation Committee;
C._AG Senior Management) ihren Entscheid gefällt hätten. Der Kläger habe
damals also wie vereinbart sehr wohl einen Unterschied gemacht zwischen der
automatisch auszuzahlenden Kommission und dem Superaccelerator. Als nach-
trägliches Verhalten wäre dieser Umstand zu berücksichtigen gewesen, genauso
wie die Äusserung D._s in seinen E-Mails mit C._AG G._. Darin
habe D._ den Standpunkt von C._AG G._ (es bleibe dabei: keine
Auszahlung des Superaccelerators) vorbehaltlos vertreten und stattdessen vorge-
schlagen, mit dem Kläger über eine Abgangsentschädigung zu verhandeln. Es sei
klar, die beiden handelnden Personen (Kläger, D._) hätten wohl gewollt,
dass der Kläger den vollen Bonus erhalte. Der einzelzeichnungsberechtigte
D._ habe jedoch gerade nicht über seine interne Weisung hinausgehen wol-
len und sei daher auch nicht darüber hinausgegangen. Es sei lediglich die Mei-
nung D._s gewesen, dem Kläger bei Zielerreichung den Superaccelerator
auszurichten, jedoch nicht der durch ihn als Zeichnungsberechtigten erklärte Wille
von C._AG. Die Auffassung des Arbeitsgerichts unterstelle damit implizit oh-
ne Beweis, D._ habe seine (intern beschränkte) Vollmacht überschritten und
C._AG mit dem Abschluss der Aufhebungsvereinbarung zur Bezahlung des
Superaccelerators verpflichtet. Weder das Arbeitsgericht noch die erkennende
Kammer habe sich je mit den damals gegoltenen grundsätzlichen Regelungen
auseinandergesetzt, obwohl diese vom Grundsatz ausgegangen seien, dass
leavers mit dem Verlust von Boni zu rechnen hätten. Mit dem unterschiedlichen
Wortlaut im 2. Absatz von Ziffer 3 des Aufhebungsvertrages - nur beim Superac-
celerator sei "event." vorangestellt worden - habe somit offenkundig etwas Unter-
schiedliches erklärt werden wollen. Im dritten Absatz werde explizit nur zum Su-
peraccelerator etwas 'erklärt', nämlich, dass seine Auszahlung dem Entscheid
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zweier Gremien unterstehe. Im Unterschied dazu werde die Auszahlung der übri-
gen Kommissionen bereits im ersten Absatz wie folgt und ohne Wenn und Aber
festgelegt: "(...) im Q1 2000 ausbezahlt". Der Kläger wie D._ hätten auch
nach Auffassung der Vorinstanz bei Erklärungsabgabe schon gewusst, dass der
Kläger 'überperforme' und daher der Anspruch auf den Superaccelerator im
Grund genommen bereits im Erklärungszeitpunkt voraussetzungslos 'gutgeheis-
sen' werde. Dieser sei indessen im Aufhebungsvertrag gleichwohl und in Über-
einstimmung mit dem Grundsatzreglement, wonach leavers keinen förmlichen
Bonusanspruch hätten, vom Entscheid zweier weiterer Gremien abhängig ge-
macht worden, was ein Widerspruch darstelle. Wer als leitender Angestellter in
einer mit dem Arbeitgeber konkret ausgehandelten Vereinbarung die Auszahlung
einer Sondervergütung, die er ohnehin für klar geschuldet halte und betragsmäs-
sig auf 10% genau kenne, explizit dem Entscheid zweier konkret bezeichneter
Gremien unterstelle, bringe unwiderlegbar zum Ausdruck, dass es auf 'die Ent-
scheidung Dritter' ankommen solle. Ebenfalls klar sei, dass der Auflösungsvertrag
entgegen der Replikbehauptung nicht festhalte, die Entschädigung sei bei Zieler-
reichung 'geschuldet'; vielmehr sei in Absatz 3 von Ziffer 3 bloss die Rede davon,
nach der Unterstellung unter die beiden Gremien-Entscheide, dass der Schweizer
Arbeitgeber die Auszahlung im Falle der Zielerreichung gutheisse. Die klägerische
Behauptung, die Auszahlung des Superaccelerators sei gemäss Aufhebungsver-
trag 'allein von der Zielerreichung' abhängig gemacht worden, sei damit unvertret-
bar. Ebenso wenig stichhaltig sei auch die 'Auslegung', Absatz 3 erster Satz von
Ziffer 3 sei eine blosse 'Floskel' und habe 'nicht im mathematischen Sinn gemeint,
dass der Superaccelerator dem Entscheid des Comitée und des Senior Mange-
ments' unterliege. Die von beiden Personen gemeinsam ausgehandelte Formulie-
rung sei vor dem Hintergrund der Weisungen aus H._ zu würdigen, denen
D._ nicht habe zuwiderhandeln wollen. Es bleibe bei der Auslegung, dass es
für die Beurteilung des eingeklagten Anspruches auf die beiden Entscheidungen
ankomme; es sei die Zustimmung beider Gremien erforderlich gewesen. Aufgrund
von Urk. 28 klar ersichtlich sei, dass das eine Gremium, das C._AG Senior
Management, den Anspruch versagt habe. D._ sei sich bewusst gewesen,
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dass er im Aufhebungsvertrag keine Zusage im Sinne der im Generellen Regle-
ment Urk. 15/5 Ziff. 7.1.8 vorbehaltenen Abweichung habe machen dürfen. Das
Beweisergebnis habe diese Auffassung bestätigt. D._ habe zwischen März
und Mai 2000 als Mitglied eines der zum Entscheid berufenen Gremien und als
Verhandlungsführer auf Seiten der C._AG klar die Auffassung vertreten, es
sei noch keine verbindliche Zusage gemacht worden; andernfalls hätte er sich in
Urk. 28 völlig anders geäussert. D._ sei einzig bei seiner persönlichen Auf-
fassung geblieben, dass der Kläger einen Anspruch habe, der mindestens teilwei-
se in irgendeiner Form zu erfüllen sei (Urk. 87 S. 12 f.). Mit der Behauptung des
Klägers, Urk. 15/5 sei nicht Bestandteil des Arbeitsvertrages gewesen, setze sich
der Kläger in Widerspruch zu seinen eigenen Zugaben (Urk. 93 S. 3 f.).
Mit Blick auf die Feststellung des tatsächlichen Konsenses seien bis-
lang noch zwei weitere, relevante Tatsachenbehauptungen ungeprüft gelassen
bzw. beweismässig nicht geklärt worden, was nachzuholen sei. Bestritten sei
nach wie vor die Behauptung des Klägers, auch andere ausgeschiedene Mitarbei-
ter hätten diese Entschädigung trotz Austritts während des Geschäftsjahres erhal-
ten. Die Widerlegung der klägerischen Behauptung schüfe ein weiteres Indiz, das
gegen den klägerischen Anspruch sprechen würde. Der Kläger habe - obwohl er
ordentlich auf Ende 1999 gekündigt habe - auf eigenen Wunsch vorzeitig aus-
scheiden wollen und sei daher bereit gewesen, gewisse Gegenleistungen (bei-
spielsweise Einhaltung des Abwerbeverbotes) zu erbringen. Er habe daher in
Kauf genommen, dass ihm wegen seines Ausscheidens vor Geschäftsjahresende
der Superaccelerator nicht sicher sei. Immerhin habe er sich die ungeschmälerte
gewöhnliche Bonuszahlung trotz vorzeitigem Austritt sichern können (Urk. 87
S. 13 f.).
Aus der Entstehungsgeschichte des Vertragstextes und aus den Aus-
sagen von D._ ergebe sich klar, dass er nicht ohne Autorisierung durch
H._ ('G._') eine unmittelbare Verpflichtung der schweizerischen Gesell-
schaft habe herbeiführen wollen und dementsprechend auch nicht durch seine
Willenserklärung beim Abschluss des Aufhebungsvertrages herbeigeführt habe.
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Aus dem Mail von D._ (Urk. 28) ergebe sich, dass dieser sich nach Ab-
schluss der Auflösungsvereinbarung um eine alternative Lösung bemüht habe
(Urk. 87 S. 14 f.). D._ habe seine persönliche Auffassung lediglich bekundet,
hingegen klarerweise von seiner handelsrechtlichen Befugnis, die Rechtsvorgän-
gerin der Beklagten gegen den Willen der intern massgebenden Personen rechts-
verbindlich zu verpflichten, nicht Gebrauch gemacht. Nachvertragliches Verhalten
sei nach Lehre und Rechtsprechung bei der Auslegung von Willenserklärungen
zu beachten. Der Kläger habe sich im November 2000 in einem E-Mail (Urk. 12/3)
ausdrücklich darauf berufen, seines Erachtens seien die beiden Beschlüsse mitt-
lerweile gefasst worden (Urk. 87 S. 15 f.). Wäre für den Kläger und D._ bei
Vertragsschluss wie im Quartal danach klar gewesen, dass ein bedingungsloser
Anspruch auf den formelmässig berechenbaren Superaccelerator ausgehandelt
worden sei, wäre nach Vorliegen der exakten Umsatzzahlen bis Ausscheideda-
tum auch frankenmässig sofort dieser Betrag verlangt worden (Urk. 87 S. 17).
Hätten die Beschlüsse von EMEA und des C._AG Senior Managements eine
rein formelle Kontrolle dargestellt, hätte für den Kläger und seinen damaligen
Verhandlungspartner keine Veranlassung bestanden, Abs. 3 eigens in den Auf-
hebungsvertrag aufzunehmen (Urk. 87 S. 19).
Aus der Zeugenaussage D._ und dem nachträglichen Mail-
Verkehr gehe hervor, dass D._ beim Abschluss des Aufhebungsvertrages
nicht frei gewesen sei, dem Kläger beliebige Zugeständnisse zu machen. Zustän-
dig dafür seien D._s eigene Vorgesetzte in H._ gewesen, die ihn aus-
drücklich angewiesen hätten, keinen Superaccelerator auszuzahlen (Urk. 87
S. 21). Der Kläger und D._ hätten bei der Formulierung des Aufhebungsver-
trages und der Ergänzung von Ziffer 3 und Abs. 3 gewusst, dass die unbedingte
und voraussetzungslose Auszahlung des Superaccelerators nicht im Vertrag habe
fixiert werden können, sondern vom künftigen Entscheid zweier Gremien abhän-
gig sei. Sie hätten gewusst, dass die allein entscheidungsbefugten Personen in
G._ im Rahmen des vom Kläger gewünschten Aufhebungsvertrages keinen
Superaccelerator hätten bezahlen wollen (Urk. 87 S. 22 und S. 24).
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Gemäss Arbeitsvertrag seien Ansprüche aus dem Anstellungsverhält-
nis binnen einer Frist von sechs Monaten seit Beendigung des Anstellungsver-
hältnisses schriftlich geltend zu machen. Aus Urk. 28 ergebe sich, dass D._
vor dem 4. Mai 2000 dem Kläger eröffnet habe, dass der Superaccelerator ver-
weigert werde. Aus Urk. 28 lasse sich zudem schliessen, dass die Zustellung von
Urk. 4/4 (Commission Statement) an den Kläger vor dem 4. Mai 2000 oder jeden-
falls unmittelbar danach erfolgt sein müsse. Der Kläger habe ausserdem die An-
spruchserhebungsfrist nicht eingehalten, weshalb der Anspruch zu verneinen sei
(Urk. 87 S. 25-27).
Eventualiter sei die Klage teilweise gutzuheissen, nämlich im Umfange
der Höhe des Vierfachen der Contracted Commission, d.h. im Betrag von
Fr. 185'152.10 (4 x Fr. 46'288.02) zuzüglich 5% Verzugszins seit Eintritt der Li-
tispendenz. Es sei allseits versehentlich von einer offensichtlich unrichtigen
Masszahl für die Berechnung ausgegangen worden. Der Kläger habe selber in
der persönlichen Befragung anerkannt, dass die Franken-Basis für den Superac-
celerator-Anspruch immer der variable Teil des Vertrages sei. Wie sich aus
Urk. 4/3 und Urk. 4/4 ergebe, entspreche dies für das Jahr 1999 dem in der zwei-
ten Datenzeile von Urk. 4/4 mit 'Contracted Comm' rubrizierten Betrag von
Fr. 46'288.02. Es liege keine neue (verspätete) Tatsachenbehauptung vor; die
richtige Anwendung der Superaccelerator-Formel ergebe sich aus dem längst bei
den Akten liegenden Commission Statement Urk. 4/4. Es gehe um die Korrektur
eines Rechnungsfehlers. Für den Superaccelerator sei eine andere Fälligkeitsre-
gelung als in Ziffer 3 Absatz 1 des Auflösungsvertrages, d.h. kein Verfalltag, ver-
einbart worden. Ziffer 3 Abs. 1 statuiere klar nur für die 'vertragsgemässen An-
sprüche' die Auszahlung im 1. Quartal 2007 (recte: 2000). Erst mit dem zweiten
zustimmenden Entscheid wäre der eventuelle Superaccelerator 1999 fällig ge-
worden. Mangels nachgewiesener Mahnung sei Verzugszins ab Litispendenz,
d.h. ab 20. Januar 2004, zuzusprechen (Urk. 87 S. 28 ff.).
b) Der Kläger identifiziert sich im Berufungsverfahren mit dem erstin-
stanzlichen Urteil. Er macht im Wesentlichen geltend, er habe gestützt auf die
- 16 -
Auflösungsvereinbarung mit der C._AG Anspruch auf den variablen Lohnbe-
standteil (Urk. 90 S. 4 und S. 8; Urk. 96). Das von der Beklagten ins Recht geleg-
te Papier 'Rules and Guidelines' (Urk. 15/5) sei nicht Bestandteil des Arbeitsver-
trages gewesen (Urk. 90 S. 3 f., S. 6 f. und S. 11). Bestritten werde eine be-
schränkte interne Bevollmächtigung von D._ (Urk. 90 S. 5). Massgeblich sei
der wirkliche Wille der Parteien, nämlich was die Parteien damals unter ihren Er-
klärungen verstanden haben, nämlich, wenn und soweit die vertraglich definierten
Ziele erreicht würden, solle wie bis anhin auch der sich aus der Formel ergebende
Betrag geschuldet sein (Urk. 90 S. 11). Die beim Abschluss des Aufhebungsver-
trages anwesenden Personen hätten klar und deutlich zu Protokoll gegeben, wie
sie den Vertrag verstanden hätten (Urk. 90 S. 9 und S. 10). Massgeblich könne
daher nicht die Auffassung 'G._s' gewesen sein (Urk. 90 S. 9). Bestritten sei,
dass eine abweichende Weisung 'G._s' bestanden habe (Urk. 90 S. 13).
3. Soweit die Beklagte im Berufungsverfahren das Urteil des Arbeitsge-
richts Zürich vom 11. Mai 2005 kritisiert oder darauf Bezug nimmt (vgl. u.a.
Urk. 87 S. 7, S. 20, S. 23, S. 24, S. 25 und S. 33), ist ihr in Erinnerung zu rufen,
dass dieses Urteil mit Beschluss der erkennenden Kammer vom 10. Mai 2007
aufgehoben wurde (Akten Prozess-Nr. LA050035: Urk. 57 S. 21) und nicht Ge-
genstand des vorliegenden Verfahrens ist.
4. a) Die Beklagte brachte vor Vorinstanz unter Hinweis auf Ziffer 11 e)
des Arbeitsvertrages vor, allfällige Ansprüche seien innerhalb von sechs Monaten
nach Ausscheiden schriftlich geltend zu machen. Diese Frist sei ohne erkennba-
ren Grund nicht gewahrt worden, weshalb aus rein formellen Gründen von einer
eigentlichen Anspruchsverwirkung auszugehen sei (Urk. 13 S. 2). Im Berufungs-
verfahren führt die Beklagte ergänzend an, es werde lediglich auf die Einhaltung
einer Vertragsbestimmung gepocht. Der Anspruch sei davon abhängig, dass er
rechtzeitig geltend gemacht werde; es gehe um eine Anspruchsvoraussetzung,
vergleichbar mit der rechtzeitigen Prüfung bzw. Rüge eines mangelhaften Werkes
oder der fristgerechten Einsprache im Anwendungsbereich von Art. 336 OR. Im
Bereich von ausserordentlichen Zusatzvergütungen, die rechnungslegungsmässig
- 17 -
stets dem Ergebnis eines bestimmten Geschäftsjahres zu belasten seien, liege es
erkennbar im beidseitigen Interesse, eine rasche Klärung zu erreichen. Eine der-
artige, einfach zu erfüllende und durchaus massvolle Bedingung für die Geltend-
machung allfälliger Ansprüche müsse somit auch im Arbeitsvertragsrecht zulässig
bleiben. Aus Urk. 28 (E-Mails vom 15. März 2000 und 4. Mai 2000) ergebe sich,
dass schon Mitte März 2000 entschieden gewesen sei, dass dem Kläger kein Su-
peraccelerator ausbezahlt werde und der Zeuge D._ vor dem 4. Mai 2000 mit
dem Kläger gesprochen und ihm eröffnet habe, der Superaccelerator werde ver-
weigert. Aus Urk. 28 lasse sich schliessen, dass die Zustellung von Urk. 4/4 (an
den Kläger) vor dem 4. Mai 2000 oder jedenfalls unmittelbar danach erfolgt sein
müsse (Urk. 87 S. 25-27). Der Kläger seinerseits berief sich vor Vorinstanz auf
Art. 341 OR, wonach ein Verzicht nicht möglich sei (Prot. I S. 5).
b) Unstrittig machte der Kläger seine Forderung nicht innerhalb von
sechs Monaten seit Austritt bei der C._AG schriftlich geltend. Indessen er-
suchte er anfangs 2000 mündlich um Ausrichtung des Superaccelerators, was
seitens der damaligen Arbeitgeberin verweigert wurde (Urk. 1 S. 2 f.). Gemäss
Darstellung der Beklagten wurde dem Kläger mit der Abrechnung vom 4. Mai
2000 schriftlich kommuniziert, dass er keinen Superaccelerator ("No SUPACC")
ausbezahlt erhalte (Urk. 13 S. 1; Urk. 4/4). Der Kläger hat nicht bestritten, das
Commission Statement vom 4. Mai 2000 (Urk. 4/4) erhalten zu haben (vgl. Prot. I
S. 5). Spätestens mit der Kenntnisnahme dieses Schriftstücks wusste der Kläger
mit Bestimmtheit, dass seine ehemalige Arbeitgeberin nicht bereit war, ihm den
Superaccelerator für das Jahr 1999 auszurichten. Bestätigt wurde dies durch die
Lohnabrechnung vom 12. Mai 2000 (Urk. 15/1). Die Beklagte hat vor Vorinstanz
nicht behauptet, wann das genannte Statement dem Kläger zuging. Ihre mit Hin-
weis auf Urk. 28 spekulativ und unsubstantiiert vorgetragene neue Behauptung im
Berufungsverfahren, die Zustellung müsse vor oder jedenfalls unmittelbar nach
dem 4. Mai 2000 erfolgt sein, ist verspätet (vgl. § 267 Abs. 1 ZPO ZH i.V.m.
§ 114 f. ZPO ZH). Ausserdem liesse sich weder aus Urk. 28 (E-Mail vom 4. Mai
2000) noch aus Urk. 4/4 (Commission Statement) erkennen, wann Letzteres dem
Kläger zuging (jedenfalls wohl nach dem 5. Mai 2000; vgl. Datumsvermerk neben
- 18 -
der Unterschrift von D._). Erfolgte die Zustellung nach dem 15. Mai 2000,
war es dem Kläger verwehrt, innert Frist eine substantiierte Forderung zu stellen,
waren doch die Parameter für die Berechnung des Superaccelerators erst aus
dem Statement (Urk. 4/4) erkennbar. Selbst wenn das Commissions Statement
dem Kläger kurz nach dem 5. Mai 2000 zugegangen wäre, hätte die Frist für den
Kläger zur Geltendmachung seiner Ansprüche nur wenige Tage betragen. Letzt-
lich vereinbarten der Kläger und die C._AG keine Rechtsfolgen für den Fall,
dass Ansprüche nicht innert der Frist von sechs Monaten seit Austritt schriftlich
erhoben werden. Die einschneidenste denkbare Folge für den Kläger, nämlich die
Annahme einer Verwirkung, verbietet sich damit unter dem Aspekt von Treu und
Glauben.
5. Der von den Parteien ins Feld geführte Begriff des Bonus ist im Gesetz
nicht geregelt und benennt in der Praxis ganz verschiedene Leistungsarten und
die Abgrenzung, ob es sich um Leistungslohn, Anteil am Geschäftsergebnis, Gra-
tifikation oder eine Mischform handelt, kann nur nach der konkreten Ausgestal-
tung im Einzelfall vorgenommen werden. Allein mit der Bezeichnung einer Ent-
schädigung als Bonus ist daher für die rechtliche Einordnung nichts gewonnen.
Die als Superaccelerator bezeichnete finanzielle Abgeltung wurde von der
C._AG unbestritten gestützt auf die erreichten im Verhältnis zu den vorgege-
benen Verkaufsumsätzen ausgerichtet und nicht anhand einzelner Geschäftsab-
schlüsse; Grundlage für die Berechnung waren u.a. die entsprechenden Richtli-
nien (vgl. Urk. 4/3 und Urk. 4/5 S. 3; Urk. 1 S. 2 f.; Prot. I S. 9; Urk. 87 S. 29 f.).
Damit ist - wie im Rückweisungsbeschluss vom 10. Mai 2007 unter Hinweis auf
die Vorinstanz festgehalten (Akten Prozess-Nr. LA050035: Urk. 57 S. 13) - von
einem Anteil am Geschäftsergebnis, allerdings im Sinne einer Umsatzbeteiligung,
gemäss Art. 322a Abs. 1 OR auszugehen, was von den Parteien im Berufungs-
verfahren auch nicht in Zweifel gezogen wird (vgl. Urk. 87 S. 23 und Urk. 90 S. 4).
Da es sich bei Art. 322a OR um eine Norm handelt, welche der Parteidisposition
unterliegt, wäre ein (sinngemässer) Verzicht des Arbeitnehmers auf diese Lohn-
form im Rahmen eines Auflösungsvertrages zulässig (vgl. Art. 341 Abs. 1 OR),
weshalb der vom Kläger behauptete Anspruch zu prüfen ist. Angemerkt sei, dass
- 19 -
die entsprechende, vom Kläger dargelegte Berechnung für den Superaccelerator
1999 (Urk. 1 S. 3) von der Beklagten vor Arbeitsgericht im Quantitativen als zu-
treffend bezeichnet wurde (Urk. 13 S. 5 f.), mithin auch die Beklagte davon aus-
geht, der Kläger habe die vorgegebenen Umsatzzahlen für die Ausrichtung des
Superaccelerators erreicht.
6. Die Vorinstanz stellte für die Berechnung des Superaccelerators 1999
auf die von den Parteien übereinstimmend dargelegten Zahlen ab (Urk. 82 S. 16).
Soweit die Beklagte nunmehr im Berufungsverfahren erneut die gestützt auf ihr
Anerkenntnis durch die Vorinstanz vorgenommene Berechnung bemängelt
(Urk. 87 S. 27 ff.), erfolgt die neue Behauptung, die (als Basis für die Berechnung
des Superaccelerators dienende) Contracted Commission habe 1999 (nur)
Fr. 46'288.02 - und nicht Fr. 55'334.– - betragen, zu spät (§ 267 Abs. 1 ZPO ZH).
Entgegen der Ansicht der Beklagten (Urk. 87 S. 28) handelt es sich durchaus um
eine neue Behauptung, ungeachtet dessen, dass die Zahl einer Klagebeilage
(Urk. 4/4) entnommen werden kann, sind doch Behauptungen grundsätzlich in
den Rechtsschriften aufzustellen, und ist es dem Gericht nicht zuzumuten, allfälli-
ge Behauptungen aus Beilagen zusammen zu suchen (vgl. ZR 95 Nr. 12, S. 44
und ZR 97 Nr. 87; vgl. auch BGE 4C.341/2000 vom 18. April 2001, Erw. 3b). Die
Beklagte legt nicht dar, weshalb es ihr nicht bereits vor Vorinstanz möglich war,
ihre neuerdings erhobene Behauptung bzw. Bestreitung aufzustellen, nachdem
das angerufene Commission Statement (Urk. 4/4) - wie erwähnt - durch den Klä-
ger bereits mit der schriftlichen Klagebegründung in den Prozess eingeführt wur-
de. Auch kann entgegen der Ansicht der Beklagten (Urk. 87 S. 28) nicht davon
ausgegangen werden, dass 'allseitig versehentlich von einer offensichtlich unrich-
tigen Masszahl für die Berechnung ausgegangen' worden ist. In der Klagebe-
gründung führte der Kläger an sich nachvollziehbar aus, im Jahre 1999 habe das
Grundsalär Fr. 138'370.– und das erfolgsabhängige variable Salär Fr. 55'334.–
("Gross Bonus 40% annual" / OTC) betragen. Gemäss Urk. 4/5 S. 3 seien ihm
somit bei Zielerreichung von 130% vier mal OTC zugestanden. Gemäss Urk. 4/4
habe er 132.30% erreicht, weshalb ihm 4 mal OTC, d.h. vier mal Fr. 55'334.–,
insgesamt Fr. 221'336.– zuzüglich Verzugszins zustehen würden (Urk. 1 S. 3).
- 20 -
Diese Berechnung bezeichnete die Beklagte in der Klageantwort als 'zahlenmäs-
sig korrekt' und bezog sich selber im Zusammenhang mit dem SUPAC-Bonus auf
den Betrag bzw. die Masseinheit von Fr. 55'334.– (Urk. 13 S. 5 und S. 6). Wenn
die Beklagte dies versehentlich tat, hat sie dies grundsätzlich selber zu vertreten.
Sie hat denn auch nicht dargelegt, weshalb bzw. unter welchen Umständen es zu
dieser Anerkennung kam. § 115 ZPO ZH (i.V.m. § 267 ZPO ZH) bringt zum Aus-
druck, dass die Erforschung der materiellen Wahrheit nur dann vorgeht, sofern
der Mangel nicht der Nachlässigkeit einer Partei in der Prozessführung zuzu-
schreiben ist, wobei die Ausnahmen von § 115 ZPO ZH eng auszulegen sind
(Frank/Sträuli/Messmer, a.a.O., N 1 zu § 115 ZPO ZH). Somit ist massgeblich die
klägerische und von der Beklagten anerkannte Darstellung vor Vorinstanz.
7. Für die Frage, ob dem Kläger ein Anspruch auf Ausrichtung des Su-
peraccelerators für das Geschäftsjahr 1999 zusteht, berief sich die Beklagte vor
Vorinstanz zunächst auf die zwischen den Parteien verbindlichen C._AG-
Richtlinien ('Rules and Guidelines') EMEA Incentive Compensation Policy and
Procedures (Urk. 15/5) und führte an, Ziffer 7.1.8 dieser Richtlinien, welche für al-
le Bonuspläne gegolten habe, stehe der Klage entgegen. Danach sei im Fall des
Ausscheidens eines Plan-Teilnehmers vor dem Ende der Gültigkeitsperiode des
Plans keine Zahlung aufgrund des jeweiligen Plans geschuldet. Die Gesellschaft
behalte sich das Recht vor, eine Zahlung in Abhängigkeit von den Umständen
dennoch auszurichten, genehmigt durch den Unit Manager. Mit der Commissions-
Abrechnung vom 4. Mai 2000 (Urk. 4/4) habe die C._AG gegenüber dem
Kläger verbindlich zum Ausdruck gebracht, dass sie ihm keinen Superaccelerator
zubillige (Urk. 13 S. 3 f.). Mit anderen Worten machte die Beklagte sinngemäss
geltend, die allgemeinen Richtlinien (Urk. 5/15) seien als Vertragsbestandteil des
Arbeitsvertrages zu verstehen. Der Kläger bestritt vor Vorinstanz deren Anwend-
barkeit (Prot. I S. 9). Im Berufungsverfahren macht er geltend, die allgemeinen
Richtlinien seien nicht Bestandteil des Arbeitsvertrages gewesen (Urk. 90 S. 11).
Dies kann offen bleiben. Unter Hinweis auf nachfolgende Ausführungen (unten
Erw. III/A/8c) ist darauf zu schliessen, dass die Parteien beim Abschluss des Auf-
- 21 -
lösungsvertrages implizit die Regelung, dass Leavers vorab keinen Anspruch auf
den Superaccelerator haben, ausschlossen.
8. Der Kläger stützt seine Klage insbesondere auf die Auflösungsverein-
barung zwischen ihm und der C._AG. Bei der Prüfung des Anspruches eru-
ierte die Vorinstanz in entsprechender Nachachtung des Beschlusses der Kam-
mer vom 10. Mai 2007 unter Bezugnahme auf die erhobenen Beweismittel (ins-
besondere die Befragung von D._ als Zeuge) den wirklichen Willen der Par-
teien im Zeitpunkt des Abschlusses des Auflösungsvertrages. Dabei gelangte das
Arbeitgericht zum Schluss, gestützt auf die Aussagen von D._ als Zeuge, an
deren Glaubwürdigkeit kein Anlass zu zweifeln bestehe, sei erstellt, dass
D._, welcher die Beklagte rechtsgültig vertreten habe, und der Kläger im
Rahmen der Aushandlung der Auflösungsvereinbarung übereinstimmend davon
ausgegangen seien, dem Kläger stehe bei Zielerreichung ein Superaccelerator
zu. Da der Kläger unbestrittenermassen die Ziele erreicht habe bzw. übererfüllt
habe, sei der Superaccelerator geschuldet und die Beklagte sei zu verpflichten,
dem Kläger Fr. 207'997.80 netto zu bezahlen (Urk. 82 S. 12-16).
a) Die Erwägungen der Vorinstanz vermögen zu überzeugen (§ 161
GVG ZH). Im Übrigen hat das Arbeitsgericht zu Recht darauf hingewiesen, dass
die Aussagen des Klägers in der persönlichen Befragung keinen Beweis zu sei-
nen Gunsten bilden würden und angesichts des Umstandes, dass andere Be-
weismittel vorhanden seien, auf eine Beweisaussage verzichtet werden könne
(Urk. 82 S. 15; § 161 GVG ZH; zur Frage der Zulässigkeit des Beweismittels der
persönlichen Befragung vgl. auch ZR 84 Nr. 19, Erw. 3.b).
b) Es wurde bereits im Beschluss vom 10. Mai 2007 auf die Grundsät-
ze der Vertragsauslegung eingegangen; zwecks Vermeidung von Wiederholun-
gen kann darauf verwiesen werden (Urk. 57 S. 15; § 161 GVG ZH, analog). So-
weit sich die Beklagte im Berufungsverfahren bezüglich der Frage des Anspruchs
des Klägers auf den Superaccelerator (nach wie vor) auf den Wortlaut der Ver-
einbarung stützt und diesen interpretiert (vgl. Urk. 87 S. 6-11), verkennt sie, dass
bezüglich dieses Punktes nicht die (gestützt auf den Wortlaut des Vertragstextes)
- 22 -
objektivierte Vertragsauslegung zur Anwendung gelangt, nachdem das Beweiser-
gebnis - wie noch zu zeigen sein wird - den kundgegebenen wirklichen Willen der
Vertragsparteien ergeben hat.
c) D._, Geschäftsführer Schweiz bei der C._AG, wurde von
der Vorinstanz in einem ersten Beweisverfahren am 2. Februar 2005 sowie - nach
der Rückweisung des Prozesses - im zweiten Beweisverfahren am 17. März 2008
als Zeuge befragt (Prot. I S. 16 ff. und S. 39 ff.). Gemäss dessen glaubhaften De-
positionen stellten er [als Vertreter der C._AG (dazu Prot. I S. 22)] und der
Kläger klar, d.h. sie äusserten sich entsprechend übereinstimmend, dass die Aus-
zahlung des Accelerators Bestandteil der Auflösung sein musste (Prot. I S. 19,
S. 48 und S. 50f.). Gemäss D._ handelte es sich bei Ziffer 3 Absatz 3 des
Auflösungsvertrages um eine Floskel, wobei es nicht Meinung gewesen sei, der
Superaccelerator unterliege dem Entscheid des Comitée und des Senior Mana-
gements (Prot. I S. 25). Andernorts bezeichnete D._ die entsprechende Pas-
sage als 'schwammig formuliert' (Prot. I S. 44). Entgegen der Ansicht der Beklag-
ten (Urk. 87 S. 8) ging die Vorinstanz nicht davon aus, der Kläger und D._
(als Vertreter der C._AG) hätten im Zeitpunkt der Erklärungsabgabe bereits
gewusst, dass der Kläger 'überperforme'. Vielmehr schloss die Vorinstanz aus
dem Beweisverfahren, dass die Vertragsparteien beim Abschluss des Auflö-
sungsvertrag davon ausgingen, dem Kläger sei bei Zielerreichung der Superac-
celerator auszurichten (vgl. Urk. 82 S. 16). Ob es sich dabei auch um die persön-
liche Meinung D._ handelte (dazu die Beklagte in Urk. 87 S. 13), ist ohne Be-
lang, fungierte D._ damals bei den Verhandlungen um den Auflösungsver-
trag doch als Vertreter der Arbeitgeberin des Klägers. Dass der Kläger bereits im
Zeitpunkt des Vertragsschlusses mehr oder weniger um das Erreichen der Um-
satzzahlen für den Superaccelerator wusste (dazu Prot. I S. 59 und S. 62), ist un-
wesentlich. D._ gab nämlich dazu an, in jenem Moment sei die Berechnung
des Superaccelerators noch nicht möglich gewesen (Prot. I S. 47). Gefragt nach
seinen Vorstellungen über den Superaccelerator gab D._ zu Protokoll, der
Kläger habe den Superaccelerator zu gut gehabt, und ergänzte, sonst hätte der
Kläger den Auflösungsvertrag nicht unterzeichnet (Prot. I S. 21, S. 23, S. 42-44).
- 23 -
Daran vermag nichts zu ändern, dass die Personalabteilung bzw. das Manage-
ment in H._ im Zusammenhang mit dem Weggang des Klägers sich vorgän-
gig dahingehend gegenüber D._ äusserte, D._ solle dem Kläger ledig-
lich den Lohn zahlen, bzw. diese einen Vorbehalt bezüglich Superaccelerator an-
brachten (Prot. I S. 19: "Zahle ihm einfach den Lohn"; Prot. I S. 20: "Da schauen
wir noch"; vgl. auch Prot. I S. 25 und S. 47). Dass der Kläger von dieser Anwei-
sung bzw. Meinung abweichend ohnehin Anspruch auch auf den 'Normal Ac-
celerator' hatte, steht vorliegend zwischen den Parteien ausser Frage (Urk. 1 S. 2,
Urk. 13 S. 1 f.; vgl. auch das Commission Statement 1999 in Urk. 4/4). Im Ein-
klang dazu erwähnte D._ zutreffend, die Personalabteilung bzw. das Ma-
nagement in H._ habe das schweizerische Arbeitsrecht nicht gekannt bzw.
niemand habe ihn über das Arbeitsrecht beraten können (Prot. I S. 19). Grund-
sätzlich entscheidend - und unabhängig von C._AG-internen Vorbehalten -
ist aber letztlich, was tatsächlich zwischen der C._AG, vorliegend vertreten
durch D._, und dem Kläger vereinbart wurde, welche gegenseitigen Willens-
erklärungen abgegeben wurden, nämlich den Anspruch des Klägers auf den Su-
peraccelerator bei Zielerreichung. Damit trafen der Kläger und die C._AG je-
denfalls eine von Ziffer 7.1.8 des (undatierten) Reglements 'C._AG Compen-
sation Plan Terms & Conditions' (Urk. 15/5) abweichende Regelung, weshalb -
wie bereits erwähnt - auch offen bleiben kann, ob jenes Reglement Bestandteil
des Arbeitsvertrages war. Was allgemein die Ausrichtung des Superaccelerators
betrifft, ergibt sich aus den Ausführungen von D._, dass - sofern der grund-
sätzliche Anspruch des Mitarbeiters auf den Superaccelerator gegeben war - das
'EMEA Compensation Comitée' lediglich Überwachungsfunktion ("ordnungshal-
ber") hatte und nur noch prüfen konnte, ob die dem jeweiligen Mitarbeiter ge-
machten Vorgaben erreicht wurden (Prot. I S. 19 f., S. 44 und S. 49).
d) D._ war als Geschäftsführer Schweiz der C._AG einzel-
zeichnungsberechtigtes Organ (Prot. I S. 17 und S. 40; vgl. Art. 718 OR). Als sol-
ches konnte er die C._AG rechtsgeschäftlich binden. Diese Vertretungs-
macht umfasste alle Rechtshandlungen, welche der Zweck der Gesellschaft mit
sich bringen kann (Art. 718a Abs. 1 OR; vgl. auch Basler Kommentar, 4. Auflage,
- 24 -
ZGB I-Claire Huguenin, Art. 55 N 21 ff.). Der Abschluss des Aufhebungsvertrages
mit dem Kläger war von dieser Vertretungsmacht umfasst, wovon auch die Par-
teien ausgehen. Handelt ein Organ in Ausübung seiner Vertretungsmacht, ver-
mag es die juristische Person gegenüber gutgläubigen Dritten auch dann zu bin-
den, wenn es intern nicht zur Vertretung befugt ist (Vertretungsbefugnis; BGE 105
II 294). Die Gutgläubigkeit des Dritten richtet sich bei Beschränkungen der Vertre-
tungsbefugnis, die im Handelsregister nicht eintragbar ist, nach Art. 3 Abs. 2 ZGB.
Demnach genügt für die Annahme von Bösgläubigkeit schon leichte Fahrlässig-
keit, und es richtet sich die Aufmerksamkeit, wie sie von Dritten verlangt werden
kann, nach den Umständen (Dieter Zobl, Probleme der organschaftlichen Vertre-
tungsmacht, in ZBJV 1989, S. 298 ff.). Die Beklagte behauptet im Berufungsver-
fahren - wie bereits im ersten Appellationsverfahren (vgl. Urk. 40 S. 5) - unter
Hinweis auf eine Aussage von D._ im ersten Beweisverfahren (vgl. Prot. I S.
19), der Kläger habe beim Abschluss des Aufhebungsvertrages gewusst, dass die
entscheidungsbefugten Personen in G._ keinen Superaccelerator bezahlen
wollten, sondern nur den Lohn (Urk. 87 S. 24). Der Kläger bestreitet solches sinn-
gemäss, indem er den Bestand einer entsprechenden Weisung in Abrede stellt
(Urk. 90 S. 13). D._ sagte zur damaligen Situation im Rahmen der Verhand-
lungen zum Abschluss des Auflösungsvertrages aus, die Aussagen seiner Vorge-
setzten in H._ - das Ganze sei relativ arrogant behandelt worden - seien in
die Richtung gegangen, "zahle ihm einfach den Lohn, damit ist es erledigt", wo-
rauf sich der Kläger zurecht gewehrt habe und sich nach seiner Kommission er-
kundigt habe, worauf dann der letzte Abschnitt (von Ziffer 3) in den Vertrag auf-
genommen worden sei (Prot. I S. 19, vgl. auch Prot. I S. 47). Damit kann als er-
wiesen gelten, dass D._ dem Kläger zunächst zur Kenntnis brachte, dass
'G._' lediglich den Lohn zahlen wollte und zur Zahlung des Accelerators und
des Superaccelerators nicht bereit war, woraufhin der Kläger reklamierte. Eine ei-
gentliche Weisung im Zeitpunkt des Abschlusses der Auflösungsvereinbarung,
keinen Superaccelerator zu zahlen oder keine entsprechende Verpflichtung ein-
zugehen, bestätigte der Zeuge nicht (vgl. Prot. I S. 47). Als Folge der klägerischen
Reklamation nahmen die Vertragsparteien aufgrund weiterer Verhandlungen
- 25 -
Abs. 3 von Ziffer 3 in den Auflösungsvertrag auf, wobei die Zustimmung der bei-
den Gremien - gemäss D._ - nur eine Formsache sein sollte. Dabei war
D._ überzeugt, dass der Kläger Anspruch auch auf den Superaccelerator
habe (vgl. Prot. S. 21), was er gegenüber dem Kläger auch so zum Ausdruck
brachte [Prot. I S. 48: (...), dass dies rein müsse, worauf ich ihm recht gegeben
habe")]. Ob im Zeitpunkt des Abschlusses des Auflösungsvertrages tatsächlich
eine interne Weisung zu Handen von D._ bestand, keine entsprechende
Verpflichtung zur Ausrichtung des Superaccelerators einzugehen, kann offen
bleiben. Jedenfalls kann gestützt auf die Aussagen von D._ zu seiner deutli-
chen Äusserung bezüglich Superaccelerator gegenüber dem Kläger beim eigent-
lichen Abschluss der Auflösungsvereinbarung keine Bösgläubigkeit auf Seiten des
Klägers angenommen werden. Ob D._ - wie die Beklagte im Berufungsver-
fahren neu behauptet (Urk. 87 S. 11, S. 14, S. 15 und S. 21) - nicht über eine all-
fällige interne Weisung habe hinausgehen bzw. dieser nicht habe zuwiderhandeln
wollen, oder ob er sich bewusst gewesen sei, dass er im Aufhebungsvertrag keine
Zusage im Sinne der im Generellen Reglement Urk. 15/5 Ziff. 7.1.8 vorbehaltenen
Abweichung habe machen dürfen, ist - weil es sich dabei um innere Vorgänge bei
D._ handeln würde - unerheblich.
e) Auch eine nach dem Abschluss des Auflösungsvertrages vom
2. November 1999 von Exponenten der C._AG bzw. vom Human Resources
G._ zum Ausdruck gebrachte Meinung bezüglich Nichtausrichtung des Su-
peraccelerators an den Kläger (vgl. dazu den Zeugen D._ in Prot. I S. 50 und
das offenbar im Mai 2000 erstellte Commission Statement in Urk. 4/4, 2. Zeile,
Rubrik 'SUPACC No' oder Mail vom 7. April 2000 von I._ an D._ in Urk.
28) ist selbstredend unmassgeblich. Aus dem Mail von D._ an I._ vom
15. März 2000, 10.05 Uhr, in welchem D._ I._ anfragt, ob er richtig in
der Annahme gehe, dass I._ bei den Versionen 'November' das Flag
SUPPACC aus Versehen auf 'yes' habe (Urk. 28), kann nichts für den Standpunkt
der Beklagten hergeleitet werden. D._ gab als Zeuge dazu an, sein Mail an
I._ sei womöglich aus dem Kontext herausgerissen worden, weil sehr viele
Mails hin- und hergegangen seien. Allenfalls sei das Mail an I._ so zu ver-
- 26 -
stehen, dass unter diesen Umständen (fehlende Bereitschaft der C._AG zur
Ausrichtung eines Superaccelerators) ein Nein stehen müsste (Prot. I S. 27).
f) Auch aus dem nachvertraglichen Verhalten des Klägers und D._
kann die Beklagte entgegen ihrer Ansicht (Urk. 87 S. 18 und S. 27) nichts für ih-
ren Standpunkt gewinnen. Nachdem sich die ehemalige Arbeitgeberin weigerte,
dem Kläger den Superaccelerator auszurichten, stand offenbar zumindest auf
Seiten der C._AG die Verhandlung über eine 'Abgangsentschädigung' bzw.
einen 'Abgangsbonus' zur Diskussion (vgl. Urk. 87 S. 18 und S. 27; Urk. 28 S. 1).
Wenn diesbezüglich letztlich keine Einigung erzielt wurde bzw. sich der Kläger
nicht auf diesbezügliche Verhandlungen einliess und er erst einige Jahre später
den Rechtsweg einschlug, spricht dies nicht zwingend gegen den erwogenen
Konsens betreffend Superaccelerator am 2. November 1999. Der Kläger stellte
sich vielmehr unter Hinweis auf die Auflösungsvereinbarung auch in seinem Mail
vom 28. November 2000 (Urk. 12/3), wenn auch mit der (unzutreffenden) Begrün-
dung, nach Auskunft eines 'Rechtsdienstes' komme Gewohnheitsrecht zur An-
wendung, auf den Standpunkt, den Superaccelerator zu gute zu haben. Der Klä-
ger mutmasste in jenem E-Mail wohl, es sei ein klares Indiz, dass das EMEA
Compensation Comitée und das Senior Managment den Superaccelerator gutge-
heissen hätten, da alle Sales bei C._AG Schweiz bei Erreichung der Ziele
diesen Superaccelerator erhalten hätten. Wie bereits erwogen, war die Zustim-
mung dieser beiden Gremien jedoch eine Formsache.
g) Ob weitere Mitarbeiter trotz Austritts während des Geschäftsjahres
einen Superaccelerator ausbezahlt erhielten - der Kläger behauptet dies, während
die Beklagte solches in Abrede stellt (vgl. Urk. 87 S. 13) - braucht beweismässig
nicht geklärt zu werden. Selbst wenn andere während des Geschäftsjahres aus-
geschiedene Mitarbeiter keinen Superaccelerator erhielten, sagt dies nichts aus
über die konkrete Abrede zwischen dem Kläger und der C._AG im vorlie-
genden Fall.
h) Die Beklagte bemängelt im Berufungsverfahren, es seien mit Blick
auf die Feststellung des tatsächlichen Konsenses zwei weitere relevante Tatsa-
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chenbehauptung ungeprüft geblieben, was nachzuholen wäre. Sie habe nämlich
vor Vorinstanz geltend gemacht, der Kläger, der auf Ende des Geschäftsjahres
1999 ordentlich gekündigt gehabt habe, habe auf eigenen Wunsch vorzeitig aus-
scheiden wollen; er sei daher bereit gewesen, gewisse Gegenleistungen zu er-
bringen, wie zum Beispiel die Einhaltung des Abwerbungsverbotes. Er habe auch
in Kauf genommen, dass ihm wegen seines Ausscheidens vor Geschäftsjahres-
ende aufgrund der geltenden und allgemeinen gehandhabten Regelung bei
C._AG der Superaccelerator nicht sicher sei. Beide, bisher unbeachtet ge-
bliebenen Behauptungen seien für die Ermittlung des tatsächlichen Konsenses re-
levant und müssten daher für den Fall, dass die Klage nicht ohnehin abgewiesen
werde, beweismässig geklärt werden (Urk. 87 S. 13 f. mit Verweis auf Prot. I
S. 9). Die Vereinbarung der Einhaltung eines Abwerbungsverbotes bestritt der
Kläger nicht substantiiert (vgl. Prot. I S. 12), weshalb von einer unbestrittenen und
deshalb beweismässig nicht zu klärenden beklagtischen Tatsachenbehauptung
auszugehen ist (vgl. § 133 ZPO ZH), die jedoch keine Relevanz für die Beurtei-
lung der vorliegenden Klage hat. Die (bestrittene) Behauptung, der Kläger habe
wegen seines Ausscheidens vor Ende des Geschäftsjahres in Kauf genommen,
den Superaccelerator nicht zu erhalten, war - wie bereits dargelegt - Gegenstand
des vorinstanzlichen Beweisverfahrens. Beweismässige Weiterungen erübrigen
sich daher.
i) E._, ein ehemals dem Kläger unterstellter Arbeitskollege bei der
C._AG, der im Zeitpunkt der Zeugenbefragungen bei einer neuen Gesell-
schaft wiederum als Untergebener des Klägers tätig war, konnte keine sachdienli-
chen Angaben machen, insbesondere nicht dazu, was konkret Inhalt des Auflö-
sungsvertrags war bzw. ob die Ausrichtung eines Superaccelerators vereinbart
war (vgl. Prot. I S. 27-31 und Prot. I S. 52 ff., insb. S. 55 f.). Im Übrigen wären all-
fällige sachdienliche Aussagen kritisch zu würdigen, nachdem E._ den Klä-
ger seit Jahren kennt und mit ihm befreundet ist und es sich beim Kläger um sei-
nen Vorgesetzten handelt. Zudem war E._ bei der Aushandlung des Auflö-
sungsvertrages bzw. bei den entsprechenden Gesprächen zwischen dem Kläger
- 28 -
und D._ offenkundig nicht dabei und hätte ein allfälliges Wissen wohl nur
vom Kläger haben können.
k) Die Beklagte hat im Berufungsverfahren bemängelt, die erkennende
Kammer habe im Beschluss vom 10. Mai 2007 - ohne dass eine entsprechende
Behauptung des Klägers vorgelegen habe - geltend gemacht, der Zeuge D._
habe 'mithin den klägerischen Standpunkt' gestützt. Die Vorinstanz habe sich die-
se Auffassung unausgesprochen zu Eigen gemacht, indem konstatiert werde, der
Kläger habe sich nicht darauf eingelassen, die Ausrichtung des Superaccelerators
'vom Entscheid der beiden genannten Gremien abhängig zu machen'. Das ange-
fochtene Urteil leide somit an einem eigentlichen Nichtigkeitsgrund, denn es sei
ihm eine nicht behauptete Tatsache zugrunde gelegt worden (Urk. 87 S. 18 f.).
Der Einwand der Beklagten geht an der Sache vorbei. Der Kläger hat vor Vo-
rinstanz replicando ausgeführt, es sei nicht vorgesehen gewesen, dass die Be-
klagte intern noch Gremien fragen müsse (Prot. I S. 6). Wenn der Zeuge D._
im Zusammenhang mit der Ausrichtung des Superaccelerators bereits im ersten
Beweisverfahren zur Aufgabe der beiden Gremien 'Compensations Comitée' und
'C._AG Senior Management' sinngemäss ausführte, es sei dabei lediglich
um eine formelle Kontrolle gegangen, stützte dies die klägerische Sichtweise bzw.
die klägerische Behauptung, es sei nicht vorgesehen gewesen, dass die
C._AG bzw. dessen oder deren Exponenten intern noch weitere Gremien
fragen müssten. Von der Zugrundelegung einer unbehaupteten Tatsache bei je-
ner Erwägung kann mithin keine Rede sein.
9. Zusammengefasst einigten sich der Kläger und die C._AG im
Rahmen des Aufhebungsvertrages somit dahingehend, dass dem Kläger bei Ziel-
erreichung der Superaccelerator auszurichten sei. Da der Kläger unbestritten die
Ziele erreichte bzw. gar übererfüllte, ist der Superaccelerator von der Beklagten
(als Rechtsnachfolgerin der C._AG) geschuldet.
10. Wie bereits erwogen, erfolgten die erst im Berufungsverfahren erhobe-
nen Behauptungen der Beklagten zur zahlenmässigen Berechnung des Superac-
celerators zu spät (oben Erw. III/A/6), weshalb die eingeklagte Forderung im
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Quantitativ als unbestritten zu gelten hat. Entsprechend ist dem Kläger die ge-
samte eingeklagte Forderung in Höhe von Fr. 221'392.– brutto bzw.
Fr. 207'997.80 netto zuzusprechen.
B. Verzugszinsforderung
1. Ist eine Verbindlichkeit fällig, wird der Schuldner durch Mahnung des
Gläubigers in Verzug gesetzt. Wurde für die Erfüllung ein bestimmter Verfalltag
verabredet, so kommt der Schuldner schon mit Ablauf dieses Tages in Verzug
(Art. 102 OR). Ist der Schuldner mit der Zahlung einer Geldschuld in Verzug, so
hat er Verzugszinse zu fünf vom Hundert für das Jahr zu bezahlen, selbst wenn
die vertragsmässigen Zinse weniger betragen (Art. 104 Abs. 1 OR).
2. Das Arbeitsgericht hat erwogen, die Abrede betreffend Auszahlung der
'Kommission' sei auch als auf den Superaccelerator bezogen zu verstehen, denn
die Basis für die Abrechnung des Normal- wie des Superaccelerators habe jeweils
das Commission Account bzw. Commission Statement gebildet, auf welchen bei-
de Arten des Accelerators aufgeführt gewesen bzw. abgerechnet worden seien.
Die Parteien des Auflösungsvertrages hätten für die Ausrichtung des Accelerators
vereinbart, 'die Kommissionsabrechnung' werde im Quartal 1 2000 ausbezahlt.
Demgemäss habe die Leistung an einem bestimmten Verfalltag erbracht werden
sollen. Durch die Vereinbarung hätten die Parteien unmissverständlich den Forde-
rungswillen bekundet, nämlich, die Kommission sei im ersten Quartal 2000 zu
leisten. Bei der Gewährung einer Erfüllungsfrist sei der letzte Tag (31. März 2000)
der Frist Verfalltag. Daher sei eine Mahnung des Klägers an die C._AG nicht
nötig gewesen. Ab dem 1. April 2000 habe sich die Beklagte im Verzug befunden.
Nachdem mit der Protokollberichtigung auch geklärt worden sei, dass der Kläger
Verzugszins ab 1. April 2000 verlangt habe, sei ihm antragsgemäss Verzugszins
von 5% seit 1. April 2000 zuzusprechen (Urk. 82 S. 17).
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3. Im Berufungsverfahren macht die Beklagte zum Verzugszins im We-
sentlichen geltend, Ziffer 3 des Auflösungsvertrages statuiere unmissverständlich
nur für die 'vertragsgemässen Ansprüche' die Auszahlung im 1. Quartal 2007
(recte: 2000), während im 3. Absatz von Ziffer 3, wo die Auszahlung des 'event.'
Superaccelerators geregelt sei, kein Verfalltag erwähnt werde. Dessen Auszah-
lung werde vielmehr ohne zeitliche Vorgabe vom Entscheid zweier Gremien ab-
hängig gemacht. Nur weil der Superaccelerator sich auf der gleichen Datenbasis
wie die sonstigen Kommissionen berechnen liesse, lasse sich hieraus nicht eine
von der allgemeinen Erfüllungsregelung abweichende Verfalltagsabrede hineinin-
terpretieren. Für den Superaccelerator sei eine andere Fälligkeitsregelung als in
Ziffer 3 Abs. 1 im Aufhebungsvertrag vereinbart worden. Für die Entscheide der
beiden in Ziffer 3 Absatz 3 des Auflösungsvertrages erwähnten Gremien seien
keine zeitlichen Vorgaben vereinbart worden. Erst mit dem zweiten, zustimmen-
den Entscheid wäre der eventuelle Superaccelerator 1999 fällig geworden. Damit
sei für den eingeklagten Anspruch von der allgemeinen Verzugsordnung auszu-
gehen. Mangels nachgewiesener Mahnung gegenüber der Beklagten wäre even-
tualiter Verzugszins ab Litispendenz, d.h. ab 20. Januar 2004, zuzusprechen
(Urk. 87 S. 31-33). Der Kläger hat sich im Berufungsverfahren zum Verzugszins
nicht mehr geäussert (vgl. Urk. 90 und Urk. 96).
4. Die erkennende Kammer hat in ihrem Beschluss vom 10. Mai 2007 be-
züglich Verzugszins jene Erwägungen gemacht, welche die Vorinstanz in ihrem
Urteil vom 3. November 2008 übernommen hat (vgl. Urk. 57 S. 19). Darauf kann
vorab verwiesen werden (§ 161 GVG ZH analog). Die Beklagte beruft sich für den
Verzugszins auf den Auflösungsvertrag vom 2. November 1999 (Urk. 4/2) und
setzt sich mit der Auslegung von Ziffer 3 des Vertrages auseinander. Damit ist -
wie bereits erwogen - nach dem objektiven Sinn der Parteierklärungen zu fragen,
d.h. danach, was vernünftige und korrekte Personen unter den gegebenen Um-
ständen unter den Erklärungen verstanden hätten. Die Willenserklärungen sind
aufgrund des Vertrauensprinzips so auszulegen, wie sie nach ihrem Wortlaut und
den gesamten Umständen verstanden werden durften und mussten (BGE 132 III
268, 274 f. m.H.). Ausgangspunkt bildet der Wortlaut der Parteierklärungen bzw.
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des Vertragstextes. Zu den massgeblichen Umständen gehören u.a. eine zwi-
schen den Parteien bestehende Übung zur Zeit des Vertragsabschlusses, das
Verhalten der Parteien nach Abschluss der Vereinbarung sowie die Interessenla-
ge. Im Verhältnis zu diesen ergänzenden Auslegungsmitteln kommt dem Wortlaut
insoweit ein Vorrang zu, als es bei diesem sein Bewenden hat, wenn die übrigen
Auslegungsmittel nicht sicher einen anderen Schluss erlauben (Gauch / Schluep /
Schmid / Emmenegger, Schweizerisches Obligationenrecht, AT I, 9. Auflage,
Rz. 1220). In Ziffer 3 Abs. 1 der Auflösungsvereinbarung wird statuiert, die Kom-
missionsabrechnung für das Finanzjahr 1999 werde gemäss Kommissionsplan
berechnet und im 1. Quartal 2000 ausbezahlt (Urk. 4/2). Nach Treu und Glauben
wird damit bezüglich Zeitpunkt der geschuldeten Leistungen kein Unterschied
zwischen dem Normal Accelerator und dem Superaccelerator gemacht. Die bei-
den Arten von Kommissionen werden denn auch auf demselben Commission
Statement bzw. Commission Account ausgewiesen bzw. abgerechnet (vgl.
Urk. 4/3 und Urk. 4/4). Entgegen der Ansicht der Beklagten machte eine unter-
schiedliche Regelung wenig Sinn, da der Kläger - wie gezeigt - bei Erreichen der
Zielvorgaben, wovon der Kläger wie auch die C._AG ausgingen, Anspruch
auf den Superaccelerator hatte. Dass beide Accelerator innerhalb des ersten
Quartals feststanden und ausgerichtet werden konnten, erhellt aus dem State-
ment für das Jahr 1998, das vom 15. März 1998 datiert (Urk. 4/3).
5. Wie bereits erwogen, haben die Parteien des Auflösungsvertrages für
die Ausrichtung des Accelerators eine Verfalltagsabrede getroffen. Sie vereinbar-
ten eine bestimmte Frist, nämlich das 1. Quartal 2000, für die Erfüllung; damit gilt
der letzte Tag der Frist (31. März 2000) als Verfalltag (Gauch / Schluep / Schmid /
Rey, Schweizerisches Obligationenrecht, AT II, 8. Auflage, N 2964; von Thur /
Escher, Allgemeiner Teil des schweizerischen Obligationenrechts, Bd. II, S. 139).
Somit war eine Mahnung des Klägers an seine ehemalige Arbeitgeberin nicht er-
forderlich. Eine entsprechende Beweisergänzung - bereits vor Arbeitsgericht war
strittig, ob und gegebenenfalls wann der Kläger die Auszahlung des Superac-
celerators gegenüber der C._AG gemahnt hatte (vgl. Urk. 1 S. 2 f.; Urk. 13
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S. 5; Prot. I S. 4, S. 7, S. 9 f. und S. 11; dazu auch im Berufungsverfahren Urk. 87
S. 33), - erübrigte sich daher.
C. Zusammenfassung
Zusammengefasst ist die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger Fr. 207'997.80
netto zuzüglich 5% Zins seit 1. April 2000 zu bezahlen.
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IV.
Kosten- und Entschädigungsfolgen
Bei diesem Ausgang des Prozesses ist die erstinstanzliche Kosten- und
Entschädigungsregelung zu bestätigen. Die Kosten des vorliegenden Berufungs-
verfahrens sind der Beklagten aufzuerlegen. Ausserdem ist die Beklagte zu ver-
pflichten, dem Kläger für das Berufungsverfahren eine Prozessentschädigung von
Fr. 8'000.– (zuzüglich 7,6% Mehrwertsteuer), d.h. total Fr. 8'608.–, zu bezahlen.