Decision ID: 32105171-93e0-4b9f-a4d8-8ee497f1e719
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1974,
Mutte
r zweier 1998 und 2012 geborener
Kinder
,
arbeitete zuletzt
seit dem
1.
Dezember 2008 als Servicemitarbeiterin bei der
inzwischen liquidierten
Firma Y._
.
Unter Hinweis auf einen syste
mi
schen
Lupus
erythematodes
, Arthralgien, einen paranoid
halluzinatorischen
Zustand
sowie
ein Sharp-Syndrom
(
Mischkollagenose
)
meldete sie sich am 3
0.
Okto
ber 2009 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/1).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation (
Urk.
10/7-8,
Urk.
10/11-14) ab und sprach der Versicherten daraufhin mit Verfügung vom 2
4.
November 2010 (
Urk.
10/40) mit Wirkung ab dem
1.
Mai 2010 eine ganze Invalidenrente bei ei
nem
Invaliditätsgrad von 100
%
zu.
Mit Mitteilung vom 1
8.
Oktober 2011 (
Urk.
10/47) bestätigte die IV-Stelle die bisherige Invalidenrente.
1.2
Nach Eingang des Revisionsfragebogens vom
5.
Oktober 2012 (
Urk.
10/53/1-3)
klärte die IV-Stelle die medizinische Situation (
Urk.
10/53/4-10,
Urk.
10/63) erneut ab und veranlasste insbesondere ein
poly
disziplinäres
Gutachten, welches
am 1
5.
April 2014 erstattet wurde (
Urk.
10/94)
,
und veranlasste weiter
eine Ab
klärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt, über welch
e am 2
2.
August 2013 berichtet wurde (
Urk.
10/85).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
10/89-90) hob die IV-Stelle die bisherige ganze Invalidenrente mit Verfügung vom 1
7.
September 2014 (
Urk.
10/93 =
Urk.
2) auf.
2.
Die Versicherte erhob am 2
0.
Oktober 2014 Beschwerde gegen die Verfügung
vom 1
7.
September 2014 (
Urk.
2) und beantragte
,
diese sei aufzuheben;
even
tu
ell
seien
weitere medizinische Untersuchungen
vorzunehmen
(
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
7.
November 2014 (
Urk.
9) die Abweisung der Beschwerde.
M
it Verfügung vom
2
4.
November 2014
wurde
das
Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung
(
Urk.
1 S. 2) abge
wie
s
en
(Urk. 11)
. Mit Verfügung vom
5.
Dezember 2014 (
Urk.
14) wurde schliess
lich antragsgemäss (
Urk.
1 S. 2) die unentgeltliche Prozessführung
und
Rechts
vertretung
bewilligt.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsgerichts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
menden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheentscheid, welche oder welcher auf einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durchgeführten Revi
sion keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (
Art.
74
ter
lit
. f der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV) und die bisherige Invalidenrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (
Art.
74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer (ordentlichen) rechtskräftigen Verfügung gleich
zustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
1.3
Gemäss
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der
Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen wer
den
kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate an
ge
dauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die hierzu not
wendige
Prognose unterliegt dabei dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist eine Rente bei Weg
fall der Invalidität im Normalfall erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der anspruchserheblichen Veränderung aufzuheben (BGE 119 V 98 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts I 569/06 vom 20. November 2006 E. 3.3).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet
und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt
auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass sich der Gesundheitszu
stan
d der Beschwerdeführerin verbessert habe.
Aus somatischer Sicht
lägen
keine An
haltspunkte für eine namhafte Aktivität des Lupus
erythematodes
vor
. Die
Befund
daten
würden für eine ungehinderte Mobilität sprechen und somit den
geltend gemachten
Einschränkungen widersprechen. Auch der psychiatrische Befund lasse die Annahme einer namhaften psychischen Beeinträchtigung nicht zu, insbesondere bestünden keine Zeichen einer gravierenden Depressivität oder psychotischen Symptomatik (S. 2).
2.2
Demgegenüber vertrat die Beschwerdeführerin den Standpunkt (
Urk.
1),
es lasse
sich den Akten deutlich entnehmen, dass sie
aufgrund des systemischen Lupus
erythematodes
seit dem 1
3.
März 2014 bis auf weiteres alle vier Wochen eine
Infusionstherapie mit
Belimumab
er
halte
(S.
4). Da
bei einem
systemischen Lupus
erythematodes
verschiedenste Organe betroffen sein könn
t
en, sei das
Be
schwer
debild
sehr vielfältig und könne von Fall zu Fall sehr variieren (S. 5). Der behan
delnde Psychiater berichte in seinem Befund über ein mittelgradiges de
pressi
ves Syndrom im Rahmen einer Reaktion
auf
eine schwere Belas
tung (S. 6). Es könne in keiner Weise nachvollzogen werden, wie
die
Beschwer
degegnerin
zum angefochtenen Abklärungsergebnis gekommen sei. Schliesslich könne auch die Qualifikation
als zu 40
%
Erwerbs
tätige und zu 60
%
im Haus
halt T
ätige
–
aus näher genannten Gründen - nicht nachvollzogen werden (S. 7
ff.
).
Zusam
menfassend
handle
es
sich um einen ausgewiesenen medizinischen
Gesund
heits
schaden
, welche
r
länger andaure und sie derart beeinträchtige, das sie keiner Erwerbstätigkeit nachgehen könne (S. 10).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob
sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführe
rin verbessert hat und
die Rentenaufhebung
daher
gerechtfertigt ist.
3.
3.1
Der Verfügung vom 2
4.
November 2010 (
Urk.
10/40) lagen im Wesentlichen die nachfolgenden Arztberichte zugrunde.
3.2
Die Ärzte des
Spitals Z._
, Klinik für Immunologie, infor
mier
ten mit Austrittsbericht vom 1
0.
Juni 2009 (
Urk.
10/12/5-9) über die
Hos
pi
tali
sa
tion
der Beschwerdeführerin vom 1
3.
bis 2
8.
Mai 2009 und
gaben
die
,
nach
folgend gekür
zt
angeführten
,
Diagnosen a
n
(S. 1):
systemischer Lupus
erythematodes
, Erstdiagnose (ED) April 2009
Verdacht auf paranoid-
halluzinatorisches
Zustandsbild unklarer Genese
a
symptomatischer Harnwegsinfekt
Status nach Hepatitis B
3.3
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psycho
therapie, Klinik B._,
informierte in dem am
7.
Dezember 2009
bei der Beschwerdegegnerin eingegangenen Bericht (
Urk.
10/11) über den stati
o
nären Aufenthalt der Beschwerdeführerin vom 2
8.
Mai bis
3.
Juli 2009 (
S.
3
Ziff.
1.3) und führte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit auf (
S. 3
Ziff.
1.1
):
organische
schizophreniforme
Störung bei ze
rebraler Beteiligung eines Lu
pus
erythematodes
(ICD-10 F06.2)
system
ischer
Lupus
erythematodes
Arthralgien seit 2005
Status nach Hepatitis B
Für die Zeit des stationären Aufenthaltes sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen (
S.
4
Ziff.
1.6
). Es könne aktuell keine prognostische Beurteilung
abgegeben
werden (
S. 4
Ziff.
1.4
).
3.4
Mit Bericht vom 1
0.
Dezember 2009 (
Urk.
10/12/1-4) bestätigten die Ärzte des
Spitals Z._
die bisher gestellten Diagnosen und gaben an, dass
k
eine Prognose
abge
geben
werden könne. Rezidiv
e
sowie
eine
infektbedingte
Morbidität könnten je
derzeit auftreten (
S. 2
Ziff.
1.4
).
Die
Arbeitsunfähigkeit könne nicht beurteilt werden. Die Beschwerdeführerin sei seit April 2009 bis auf weiteres
zu
100
%
arbeitsunfähig (
S. 2
Ziff.
1.6
). Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar (
S. 2
Ziff.
1.7
).
3.5
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, gab mit Be
richt vom 1
7.
Januar 2010 (
Urk.
10/13) an, dass er die Beschwerdeführerin seit
dem
1.
September 2006 behandle (
S. 2
Ziff.
1.2
)
,
und führte als Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen systemischen Lupus
erythematodes
, eine zerebrale Beteiligung sowie ein paranoid
halluzinatorisches
Syndrom auf (
S. 2
Ziff.
1.1). Die Prognose sei ungünstig (
S. 3
Ziff.
1.4
). Die Beschwerdeführe
rin sei psychisch und physisch stark reduziert und zu 100
%
arbeitsunfähig.
Zurzeit sei keine Arbeit möglich
(
S. 3 f.
Ziff.
1.7
).
3.6
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie sowie für Psychiatrie und Psychologie, und
Dr.
med.
E._
, praktische Ärztin, Regionaler Ärzt
licher Dienst (RAD),
folgten
mit Stellungnahme vom 1
0.
Februar 2010
den ärzt
lichen Berichten und gaben an, dass bei der Beschwerdeführerin
seit 2000
ein Gesundheitsschaden bestehe, welcher
stationär
sei
. D
ie Arbeitsfähigkeit könne
nicht
durch weitere medizi
nische Massnahmen
v
e
r
bessert werden. Seit April 2009
bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit (
Urk.
10/15 S. 4).
4.
4.1
Beim Erlass der vorliegend angefochtenen, rentenaufhebenden Verfügung vom 1
7.
September 2014 (
Urk.
2) stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die nach
folgenden Berichte.
4.2
Mit Bericht vom
3.
Juli 2012 (
Urk.
10/53/5-8)
beurteilten
die Ärzte des
Spitals Z._
die Symptomatik als aktuellen Schub des bekannten
systemischen Lupus
erythe
matodes
(S. 1). Mit weiterem Bericht vom 1
5.
August 2012 (
Urk.
10/53/9-10) führten
die Ärzte
aus, dass
es vier
Monate nach
der
Schwangerschaft
zu einer
Zunahme der Aktivität des Lupus im Sinne von Gelenkschmerzen und erneutem
halluzinatorischem
Zustandsbild mit Angstzuständen gekommen sei. Als Kor
relat habe sich immunserologisch ein zunehmender Komplement
-
verbrauch ge
zeigt (S. 1).
4.3
Dr.
med.
F._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, gab mit Bericht vom
1.
Mai 2013 (
Urk.
10/63) an, dass er die Beschwerdeführerin seit dem
4.
Oktober 2012 behandle
,
und führte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (S. 1):
s
ystemischer Lupus
erythematodes
m
ässige depressive Stimmungslage bei der starken Beeinträchtigung durch Grundkrankheit und Medikation
u
nklar wieweit zur Zeit organisch zerebrale Beteiligung (ICD-10 F06.9)
p
osttraumatische phobische Residuen bei Status nach
paranoid-hallu
zi
natorischem
Zustandsbild mit zum Teil traumatisch erlebter
Hospitalisa
tion
bei Ausbruch der Grundkrankheit
Die Prognose sei von der Grundkrankheit abhängig. Die Arbeitsunfähigkeit sei somatisch zu beurteilen und betrage wohl 100
%
. Arbeits- und Erwerbsunfähig
keit seien praktisch ausschliesslich durch die Grundkrankheit bedingt (S.
2). Eine primär psychische Beeinträchtigung sei nicht ersichtlich (S. 3).
4.4
Am 1
6.
August 2013 fand eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt statt (Bericht vom 2
2.
August 2013,
Urk.
10/85). Die Be
schwerdeführerin habe dabei erklärt, sie
erlebe
gesundheitli
ch unterschiedliche
Tagesformen
. Sie leide täglich an Schmerzen, vorwiegend im Schulter-, Kopf- und
Nackenbereich. Schmerzfreie Tage gebe es
nur
wenige im Monat (S. 2). Die Qualifikationsfrage sei für sie schwierig zu beantworten. Sie wisse nicht
,
wie ihre Situation
bei Gesundheit aussehen würde
. Was sie aber sicher wisse sei, dass ihre Kinder sie im Alltag brauchen
würden
(S.
3). Daher würde sie am liebsten sagen, dass sie
bei Gesundheit
voll zu Hause bleiben würde. In Anbe
tracht der finanziellen Situation würde sie maximal 20-30
%
arbeiten wollen (S.
4).
Die Abklärungsperson führte aus, dass die Beschwerdeführerin bei Gesundheit ver
pflichtet wäre, für die Einkünfte der Familie zu sorgen. Der Le
benspartner könne noch keine Arbeit in der Schweiz aufnehmen. Da sie mit ih
rem Lebens
partner im selben Haushalt lebe
und so die Kinderbetreuung geregelt wäre
, könne sie bei Gesundheit am Wochenende arbeiten. Die Beschwerdefüh
rerin sei
vor der Erkrankung voll erwerbstätig gewesen, so dass bis zum 2
8.
Februar 2012
von einer vollen Erwerbstätigkeit ausgegangen werde. Ab dem
1.
März 2012 werde die Qualifikation – entgegen den Äusserungen vor Ort – auf 40
%
Erwerb
und 60
%
Haushalt
fest
gelegt (S. 4). Die Einschränkungen im Haushaltsbereich hätten noch nicht abschliessend qualifiziert werden können, da diese mit dem Gutachten abgeglichen werden müssen (S. 10).
4.5
Die Ärzte der
Abklärungsstelle F._
erstatteten ihr polydisziplinäres Gutachten in den Fachdisziplinen All
gemeine Innere Medizin, Neurologie und Psychiatrie
am 1
5.
April 2014 (
Urk.
10/84).
Aus internistischer Sicht wurde ein systemischer Lupus
erythematodes
, unter
immunsuppressiver Therapie gut kompensiert, diagnostiziert (
S.
8
Ziff.
2.1.3
). Bei
der aktuellen Untersuchung habe die Spontanmotorik
– diskrepant zu
r
anam
nes
tisch reklamierten erheblichen Schmerzintensität – nicht beeinträchtigt gewirkt. Der Befund an den grossen und kleinen Gelenken sei unauffällig ge
wesen. Für
die im Belastungstest formal gebotene Einschränkung habe sich kein hinreich
en
des plausibles Korrelat gefunden. Somit sei eine zumindest anteilig wesentliche nicht-somatische Genese der beklagten Symptomatik als wahr
scheinlich anzu
sehen. Zusammenfassend bestünden angesichts der aktuellen Befunde keine aus
reichenden Anhaltspunkte, die gegen einen gut kompensier
ten Zustand des Lupus
erythematodes
sprechen würden. Die derzeitige Behand
lung sei offensichtlich
erfolgreich, so dass in der zuletzt ausgeübten
und
jegli
cher vergleichbaren Tätig
keit oder auch einer anderen körperlich leichten bis mittelschweren Arbeit von einer
100%igen
Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Die Prognose sei wesentlich von kardialen, renalen und zerebralen Beteiligungen und von Infektionen bei notwendiger immunsuppressiver Therapie bestimmt. Derzeit bestehe kein Nach
weis einer kardialen oder renalen Beteiligung. Inso
fern sei die kurz- bis mittel
fristige Prognose als gut einzustufen. Eine Progres
sion der Grundkrankheit sei zwar grundsätzlich möglich, ebenso eine
infektbe
dingte
Morbidität bei
immun
suppressiver
Therapie, derzeit best
ehe
hierfür je
doch kein Anhalt. Ein stabiler zukünftiger Verlauf sei zumindest ebenso gut möglich
(
S. 9
Ziff.
2.1.4
)
.
Als neurologische Diagnose wurde eine Migräne,
Differentialdiagnose (DD) Spannungskopfschmerz
,
aufgeführt. Es best
ehe
kein Anhalt für eine aktuelle Läsion am zentralen oder peripheren Nervensystem (
S. 15
Ziff.
2.2.3
).
Der neu
rologische Untersuchungsbefund sei ohne Anhalt für eine
behinderungsrele
vante
Auffälligkeit gewesen. Zumindest aktuell würden sich keine Hinweise für eine organische oder endogene Psychose finden. Die Migräne sei eine gut be
handelbare Kopfschmerzentität. Eine namhafte Schmerzbeeinträchtigung sei klinisch nicht evident gewesen.
Somit resultiere aus dem Kopfschmerzsyndrom ke
ine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit.
Auch
sei
derzeit keine aktive
nervale
Beteiligung eines Lupus
erythematodes
hinreichend wahrscheinlich, so dass sich hier ebenfalls keine Minderung der Arbeitsfähigkeit ergebe (
S. 15
Ziff.
2.2.4
).
Aus psychiatrischer Sicht
wurde eine Angst- und depressive Störung gemischt (ICD-10 F41.2)
diagnostiziert
(
S.
21
Ziff.
2.3.3
).
Die Beschwerdeführerin habe bezüglich eines möglichen Wiederauftretens ihrer chronischen Erkrankung
sehr besorgt gewirkt
und habe Ängste, nächtlich betonte Unruhezustände sowie eine
Grübelneigung
beklagt. Sie h
abe
lebhafte szenische Albträume be
schrieben
, die nicht den Charakter visueller Halluzinationen hätten. Es fänden sich auch keine Hinweise für akustische Halluzinationen. Es bestehe somit eine ängstlich-de
pressive Störung, wobei die diagnostischen Kriterien einer eigenständigen
Angst
erkrankung
oder depressiven Episode nicht erfüllt seien. Eine zusätzliche orga
nische Beteiligung im Sinne einer organischen affektiven Störung bedingt durch
zerebrale Läsionen im Rahmen des systemischen Lupus
erythematodes
sei akten
kundig nicht hinreichend belegt und anhand des jetzigen Befunds nicht evident. Insgesamt bestehe somit ein ängstlich-depressives Syndrom
leichtgra
diger
Aus
prägung, das für sich allein keine wesentliche Beeinträchtigung der Arbeits
fähig
keit bedingen könne. Ein gravierender sozialer Rückzug oder eine durch die
psychische Symptomatik bedingte erhebl
iche Einschränkung der
Par
tizip
ations
fähigkeit
und psychischen Erlebnisfähigkeit seien nicht erkennbar. Zur weiteren Stabilisierung sei eine Fortsetzung der derzeitigen Behandlung zu empfehlen.
Die Wiederaufnahme einer Arbeitstätigkeit sei aus psychiatrischer Sicht auch als therapeutisch wünschenswert anzusehen (
S. 22 f.
Ziff.
2.3.4
).
In der zusamme
nfassenden Konsensbeurteilung kamen
die Ärzte zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten oder jedweder vergleich
baren Tätigkeit sowie in körperli
ch leichten bis mittelschweren Tätigkeiten
des allgemeinen Arbeitsmarktes ab sofort als zu 100
%
arbeitsfähig anzusehen sei
. Aus somatischer Sicht lägen keine Anhaltspunkte für eine namhafte Aktivität
eines Lupus
erythematodes
vor und der psychiatrische Befund lasse die An
nahme
einer namhaften psychischen Beeinträchtigung nicht zu (
S.
24
Ziff.
3). Eine Fortsetzung der derzeitigen Therapien sei gut geeignet, um die Arbeitsfä
higkeit auf jetzigem
Niveau dauerhaft zu stabilisieren (
S.
25
Ziff.
4.5
). Schliess
lich führten die Ärzte aus, dass ein verbesserter Gesundheitszustand aufgrund der erfolgreichen Therapiemassnahmen anzunehmen sei (
S. 26
Ziff.
5.1
).
4.6
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
RAD
, empfahl mit Stellungnahme vom 2
3.
April 2014 auf das umfassende und schlüssige Gut
achten abzustellen. Es bestünden demgemäss keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, so dass die Arbeitsunfähigkeit 0
%
betrage. Somit habe sich der Gesundh
eitszustand klar verbessert (
Urk.
10/87 S. 4).
4.7
Mit Schreiben vom
7.
Juli 2014 (
Urk.
3/2) bestätigten die Ärzte des
Spitals Z._
, dass die Beschwerdeführerin seit dem 1
3.
März 2014 bis auf weiteres alle vier Wochen eine Infusionstherapie mit
Belimumab
bei systemischem Lupus
erythe
ma
todes
erhalte
.
4.8
Mit Schreiben vom 1
0.
Oktober 1914 (richtig: 2014,
Urk.
3/4) führte
Dr.
F._
(vorstehend E.
4.3)
aus, es
sei selbstverständlich
, dass bei einer derart schwer
wiegenden Erkran
kung die Sorge um das weitere Leben und das Schicksal
der
eigenen
Kinder zu einer zusätzlichen Belastung w
ürden
. Deskriptiv psychia
trisch-diagnostisch müsse deshalb vo
n einem mittelgradig depressiven
Syndrom im Rahmen einer Reaktion auf eine schwere Belastung gesprochen werden.
Das bedeute in admi
nistrativer Hinsicht eine sogenannte Komorbidität (S. 1). Wenn die psychischen Phänomene einer schweren körperlichen Krankheit und deren Medikation als Folge der Grundkrankheit bezeichne
t würden
, heisse das bei weitem nicht, dass die Beschwerdeführerin deshalb vom psychiatrischen Stand
punkt
her
arbeitsfä
hig und nicht schwer beeinträchtigt und belastet sei. Wie sich
in den zwei Jah
ren der Behandlungszeit gezeigt habe, sei die Beschwerde
füh
rerin durch die di
rekten Symptome wie
auch
die Folgeerscheinungen des Lupus
erythematodes
und dessen eingreifender Medikation, die Folgen dieser Erkran
kung für sie
sel
ber, ihr Leben, ihre Kinder und
ihre Familie ganz erheblich be
troffen,
dies
in invalidisierendem Grade. So sei
die Beschwerdeführerin
für
jeder
mann deutlich
sichtbar
in der Kinderbetreuung wie im Haushalt
sehr
oft ein
ge
schränkt (S. 2).
5.
5.1
Zur Beurteilung der Frage, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin verbessert hat und somit ein Revisionsgrund vorliegt, ist auf das Gut
achten der
Abklärungsstelle F._
(vorstehend E. 4.5) abzustellen. Das polydisziplinäre Gut
achten umfasste die Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin, Neurologie und
Psychiatrie, so dass es sich für die zu beurteilenden Fragen als umfassend er
weist.
Auch berücksichtigte das Gutachten die geklagten Beschwerden und wurde in Kenntnis der
Vorakten
erstellt, zu welchen auch Stellung genommen wurde. Die Beurteilung leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge ein
und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszu
stand und Ar
beits
fähigkeit werden ausführlich begründet.
So wu
rd
e
insbeson
dere ausgeführt, weshalb von einem gut kompensierten Zustand des Lupus
erythematodes
mit derzeitiger erfolgreicher Behandlung
und in psychiatrischer Hinsicht lediglich von einer ängstlich-depressive
n
Störung auszugehen sei. Schliesslich bejahten die Ärzte eine Verbesserung des Gesundheitszustandes.
Das Gutachten erfüllt damit die praxisgemässen Kriterien (vorstehend E. 1.
5)
vollumfänglich, so dass
für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden kann. Demnach besteht An
lass
zur Rentenrevision im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG.
5.2
Die Berichte von
Dr.
F._
lassen
demgegenüber
keine Zweifel an der schlüssi
gen
Einschätzung des Gutachtens aufkommen.
So führte
Dr.
F._
in seinem ersten Bericht insbesondere aus, dass die Arbeitsunfähigkeit somatisch zu beur
teilen sei und die Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit praktisch ausschliesslich durch
die Grundkrankheit bedingt seien. Eine primäre psychische Beeinträchti
gung sei ni
cht ersichtlich (vorstehend E. 4.3
). Diese Beurteilung stimmt mit der gutach
terlichen Beurteilung in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit aus psychiatri
scher Sicht überein.
I
m Gutachten
wurde zudem
nachvollziehbar aufgezeigt, weshalb
die diagnostischen Kriterien gemäss ICD-10
(vgl. hierzu Klinisch-diag
nostische Leitlinien der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen der Weltge
sund
heitsorganisation, ICD-10 Kapital V (F),
Dil
ling
/
Mombour
/Schmidt (Heraus
geber
),
9.
Auflage, Bern 2014, S.
169 ff. und S.
196 ff.)
für das Bejahen einer eigenständigen Angsterkrankung oder depressiven Episode nicht erfüllt seien und weshalb sich keine Zeichen für visuelle oder akustische Halluzinationen, für eine psychotische Symptomatik oder für
post
schizophrene
Negativsymptome fänden (
Urk.
10/84 S. 22
f.
). Weiter führten sie nachvollziehbar aus, dass eine
zerebrale Beteiligung im Rahmen eines Lupus
erythematodes
weder
bildmor
pho
logisch
noch labortechnisch oder anhand schlüssiger klinischer
Befund
korre
late
ausreichend belegt sei (
Urk.
10/84 S. 24 unten).
Der zweite Bericht von
Dr.
F._
(vorstehend E.
4.8)
ist
sodann
zu
wenig
diffe
ren
ziert, um überhaupt darauf abstellen zu können. So spr
ach
Dr.
F._
ledig
lich von einem invalidisierenden Grade, allerdings ohne die
ärztlichen Feststell
un
gen
vom
subjektiv
en Befinden der Beschwerdeführerin
klar zu trennen. Auch
stellte er keine klare Diagnose nach den ICD-Kriterien und
macht
e
ferner
keine Angaben
,
wie hoch seines Erachtens die Einschrä
nkung der Arbeitsfähigkeit sei
.
5.3
Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht,
dem Bericht des
Spitals Z._
sei mehr als deutlich zu entnehmen, dass sie seit dem 1
3.
März 2014 bis auf weiteres alle vier Wochen eine Infusionstherapie mit
Belimumab
beim systemischen Lupus
erythematodes
erhalte (
Urk.
1 S. 4), so kann sie hieraus nichts zu ihren Gunsten ableiten. Aus dem Umstand, dass der unbestrittenermassen vorliegende syste
mi
sche Lupus
erythematodes
therapiert wird, kann nicht auf eine Aktivität des
selben geschlossen werden
. Eine Therapie kann schliesslich auch präventiv er
folgen.
Im Gutachten ist klar und nachvollziehbar festgehalten, dass der besagte Befund gut kompensiert sei, die Therapie nütze und
auch
kein Nachweis einer kardialen oder renalen Beteiligung bestehe. Zudem bestehe kein Anhalt für eine Progression und die kurz- bis mittelfristige Prognose
sei als gut einzustufen
(vorstehend E. 4.5).
5.4
Der Beschwerdeführerin ist zwar darin zuzustimmen (
Urk.
1 S. 6), dass die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvo
lle Er
kenntnisse zeitigen kann,
doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behand
lungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutach
tungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten andererseits nicht
zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden
Arzt
perso
nen
beziehungsweise Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzun
gen gelang
en. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beur
tei
lung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Be
gut
achtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bun
desge
richts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2).
Solche Gesichtspunkte sind in den Berichten von
Dr.
F._
nicht ersich
tlich (vgl. vorstehend E. 5.2).
Schliesslich ist in Bezug auf Berichte von behandelnden Arztpersonen
auch
auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher
zu Gunsten der ei
genen Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
5.
5
Aufgrund der schlüssigen
gutachterlichen
Einschätzung ist schliesslich nicht ersichtlich, inwie
fern die von der Beschwerdeführerin eventualiter geforderte weitere Untersu
chung (
Urk.
1 S. 2) für die Beurteilung des vorliegenden Falls entscheidende Er
kenntnisse liefern könnte, so dass darauf im Sinne der anti
zi
pierten
Beweiswür
digung
(BGE 122 V 157 E. 1d)
zu verzichten ist.
5.6
Nach dem Gesagten ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass sich der für die
Rentenzusprache
entscheidende Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ver
bessert hat. Die Beschwerdeführerin ist in der bisherigen und jeglicher kör
per
lich leichten bis mittelschweren Tätigkeit ab
dem Zeitpunkt des Gutachtens, das heisst ab dem 1
5.
April 2014,
zu 100
%
arbeitsfähig.
6.
6.1
Bei der vorliegend ausgewiesenen 100%igen Arbeitsfähigkeit
kann auf die ab
schliessende Beurteilung der
umstrittenen
Frage,
in welchem Pensum die
Be
schwerdeführerin hypothetisch -
das
heisst ohne Gesundheitsschaden
aber b
ei sonst gleichen Verhältnissen
-
erwerbstätig wäre
, verzichtet werden
.
A
ufgrund der Ausführungen der Beschwerdeführerin
(
Urk.
1 S. 7 ff.) ist auch
nicht
klar
erkennbar, welche Qualifikation sie geltend macht
.
D
och selbst wenn die Be
schwerdeführerin im Gesundheitsfall
einerseits
zu 100
%
erwerbstätig oder an
dererseits zu 100
%
im Haushalt tätig wäre, würde bei beiden Konstellationen kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren, wie nachfolgend aufge
zeigt wird.
6.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
.
Invalideneinkom
men
)
, in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen
Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frü
hest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zu
letzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensent
wick
lung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Für die Bemessung des
Valideneinkommens
stellte die Beschwerdegegnerin auf die Angaben der ehemaligen Arbeitsgeberin ab, wonach die Beschwerdeführerin im Jahr 2010 ohne Gesundheitsschaden
Fr.
61‘200.-- verdient hätte (
Urk.
10/14 S. 3). Dies ist aufgrund der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin die Arbeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüb
en konnte, nicht zu beanstanden
. Da die Beschwer
deführerin seither nicht mehr gearbeitet hat, rechtfertigt es sich
auch heute noch auf diese Angaben – angepasst an die
Nominallohn
ent
wick
lung
– abzu
stellen. Somit ergibt sich im Jahr 2014 ein hypothetisches
Validen
ein
kommen
von rund
Fr.
63‘496.-- (
Fr.
61‘200.-
- x 1.01 x 1.01 x 1.007 x 1.01), wo
von auch die Beschwerdeführerin ausgeht (vgl. Urk. 1 S. 9).
6.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht
.
Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil
die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jeden
falls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so
können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für
Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) heran
ge
zo
gen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Brutto
löhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei
jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwen
dung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der
mass
geb
liche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochenar
beits
zeit
aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E.
3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
6.5
Seit der Aufgabe der Erwerbstätigkeit bei der
Firma Y._
ging d
ie
Beschwer
deführer
in
keiner Erwerbstät
igkeit mehr nach
, so dass es sich rechtfertigt, für die Berechnung des Invalideneinkommens auf die statistis
chen Werte der LSE und dabei auf standardisierten Durchschnittslohn für einfache und repetitive Tätigkeiten in sämtlichen Wirtschaftszeigen des privaten Sektors abzustellen (LSE 2010, S. 26, Tabellengruppe TA1, Total, Niveau 4). Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2014 von 41.7 Stun
den und der allgemeinen Lohnentwicklung in den Jahren 2011 bis 2014 ergibt dies ein hypothetisches Invalideneinkommen von rund
Fr.
54‘837.-- bei der zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 100
%
(
Fr.
4‘225.-- : 40 x 41.7 x 12 x 1.01 x 1.01 x 1.007 x 1.01). Ein leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75) wurde nicht geltend gemacht und
wäre
vorliegend auch nicht angemessen.
6.6
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von
Fr.
63‘496.-- mit dem
Invalidenein
kommen
von
Fr.
54‘837.-- ergibt eine Einkommensbusse von
Fr.
8‘659.-- und damit einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von gerundet 14
%
. Bei diesem Ergebnis würde der Beschwerdeführerin somit keine Rente der Invali
den
versicherung zustehen.
6.7
Auf
der anderen Seite würde auch bei einer 100%igen Tätigkeit im Aufgaben
bereich kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren. Im
Haushaltsbe
richt
wurde zwar auf eine abschliessende Qualifizierung der Einschränkungen im Haushaltsbereich verzichtet, da diese mit dem Gutachten h
ätte
abgeglichen werden müsse
n
(vorstehend E. 4.4). In Anbetracht der ausgewiesenen 100%igen Arbeitsfähigkeit im Erwerbsbereich und der Tatsache, dass die
Schadenminde
rungspflicht
bei der Bemessung der Invalidität von im Haushalt tätigen Versi
cherten von erheblicher Relevanz und die versicherte Person insbesondere ver
pflichtet ist, ihre Arbeit einzuteilen und im üblichen Umfang die Mithilfe von Familienmitgliedern in Anspruch zu nehmen (BGE 133 V 504 E. 4.2)
,
erscheint es überwiegend wahrscheinlich, dass keine Einschränkungen im Haushalt vor
liegen. Selbst die Beschwerdeführerin machte keine Ausführungen zu einer all
fälligen Einschränkung im Haushalt. Da
selbst
bei einer Einschränkung in ein
zelnen Teilbereichen des Aufgabenbereichs kein Rentenanspruch
result
ieren würd
e, kann eine abschliessende Beurteilung unterbleiben.
6.8
Da
-
wie
soeben
aufgezeigt
-
bei jeglicher Konstellation kein
rentenbegründen
der
Invaliditätsgrad resultieren würde, kann
die abschliessende Beurteilung der Statusfrage
unterbleiben. Der Beschwerdeführerin steht somit keine Rente der Invalidenversicherung mehr zu.
Im Falle einer Verschlechterung
des Gesund
heitszustandes
steht es ihr frei, bei der Beschwerdegegnerin eine Neuanmeldung einzureichen.
Die im Zeitpunkt der Rentenaufhebung 40-jährige Beschwerdeführerin bezog die
Rente erst seit 4 Jahren, so dass ihr im Lichte der Rechtsprechung die sofor
tige Verwertung der Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der Selbsteingliederung zu
mutbar
ist und vorgängige Eingliederungsleistungen nicht notwendig sind (Ul
rich Meyer
,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung (IVG),
2.
Auflage, Zürich 2010, S. 383
, Urteile des Bundesgerichts 9C_228/2010 vom 26. April
2011 E.
3.5 und 9C_163/2009 vom 1
0.
September 2010 E. 4.2.2
).
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
7.
7.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerle
gen, infolge bewilligter unentgeltlicher Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
).
7.2
Der unentgeltliche Rechtsve
rtreter
der Beschwerdeführerin
machte mit
Honorar
note
vom 1
5.
Juli 2015 (
Urk.
17) einen Aufwand
von 5.42 Stunden sowie
Bar
auslagen
von gesamthaft
Fr.
16.90 geltend. Dies erscheint unter Berücksichti
gung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (
§
34
Abs.
3
GSVGer
) als angemessen, weshalb Rechtsanwalt Marino Di Rocco, Wetzikon, mit insgesamt
Fr.
1‘188.30 (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu entschä
di
gen ist. Die Beschwerdeführerin wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss
§
16
Abs.
4
GSVGer
hingewiesen.