Decision ID: 6a2be91d-75bc-4383-95ac-48e861409fbb
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rudolf Sutter, Toggenburgerstrasse 24, 9500 Wil,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rückerstattung von Ergänzungsleistung zur IV
Sachverhalt:
A.
A.a B._, Jahrgang 1961, meldete sich im Oktober 2004 zum Bezug von
Ergänzungsleistungen (EL) zur Invalidenrente an (EL-act. 49). Auf Anfrage teilte
Rechtsanwalt lic. iur. Rudolf Sutter der EL-Durchführungsstelle in Vertretung des
Versicherten am 30. November 2004 mit, der Versicherte habe ab 1. November 2003
grundsätzlich Anspruch auf eine Invalidenrente der Vorsorgekasse des früheren
Arbeitgebers. Allerdings seien noch keine Zahlungen ausgerichtet worden, da die IV-
Rentenverfügung noch nicht rechtskräftig sei (EL-act. 43). Mit Verfügung vom
3. Februar 2005 wurden dem Versicherten rückwirkend ab 1. Januar 2004 EL
zugesprochen. Eine BVG-Rente wurde nicht berücksichtigt (EL-act. 39-3). Die EL
wurden auf den jeweiligen Jahresanfang angepasst (EL-act. 35; 34).
A.b Im April 2008 leitete die EL-Durchführungsstelle eine periodische Überprüfung der
EL ein. Im entsprechenden Formular gab der Versicherte an, er beziehe eine BVG-
Rente (EL-act. 28-5). Mit Schreiben vom 7. November 2008 stellte die EL-Durch
führungsstelle beim Versicherten Rückfragen betreffend BVG-Renten (IV-act. 20-1), die
der Rechtsvertreter des Versicherten am 30. November 2008 beantwortete (EL-
act. 16-1).
A.c Mit Verfügung vom 1. Dezember 2008 forderte die EL-Durchführungsstelle
aufgrund der nicht angerechneten BVG-Rente sämtliche seit 1. Januar 2004 bezahlten
EL in der Höhe von Fr. 37'672.- zurück, wovon sie Fr. 2'758.65 mit Individueller
Prämienverbilligung für die Jahre 2007 und 2008 verrechnete (EL-act. 7). Eine gegen
die Rückforderung gerichtete Einsprache des Rechtsvertreters des Versicherten vom
30. Dezember 2008 (EL-act. 2) wies der Rechtsdienst der Sozialversicherungsanstalt
des Kantons St. Gallen (SVA) in Vertretung der EL-Durchführungsstelle mit
Einspracheentscheid vom 11. Februar 2009 ab. Der Versicherte hätte den BVG-
Rentenbezug spätestens bei erster Auszahlung Ende Februar 2005 melden müssen.
Weil somit eine grobfahrlässige Verletzung der Melde- oder Auskunftspflicht vorliege,
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könne sich der Versicherte nicht erfolgreich auf den guten Glauben berufen. Die
einjährige Verwirkungsfrist für die Rückforderung habe frühestens mit der Einleitung der
periodischen Überprüfung im Mai 2008 zu laufen begonnen. Offen bleiben könne, ob
der Eigenmietwert der Wohnung des Versicherten um 30% zu reduzieren sei, zumal der
Einnahmenüberschuss erheblich grösser sei als die Differenz zwischen den addierten
Unterhaltskosten und Hypothekarzinsen und dem vollen Eigenmietwert (act. G 1.1.2).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde des
Rechtsvertreters des Versicherten vom 5. März 2009. Er beantragt die Aufhebung des
Entscheids. Von der Verpflichtung des Beschwerdeführers zur Rückerstattung der zu
Unrecht bezogenen EL sei abzusehen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Die
Beschwerdegegnerin habe bereits mit Erhalt des Schreibens vom 30. November 2004
Kenntnis vom grundsätzlichen Leistungsanspruch des Beschwerdeführers gegenüber
der Pensionskasse sowie auch von dessen Höhe gehabt. Unklar sei zu jenem Zeitpunkt
infolge der hängigen IV-Einsprache nur noch gewesen, ob der Beschwerdeführer
Anspruch auf eine ganze oder nur eine Teilrente der Pensionskasse habe. Der IV-
Einspracheentscheid sei unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Somit habe die
Beschwerdegegnerin nach Ablauf der 30-tägigen Beschwerdefrist am 31. Mai 2005
den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine BVG-Rente sowohl dem Grundsatz als
auch dem Ausmass nach gekannt. Die einjährige Verwirkungsfrist für die
Rückforderung habe somit spätestens am 31. Mai 2005 zu laufen begonnen. Für den
bei erstmaliger Zusprache der EL am 3. Februar 2005 nicht anwaltlich vertretenen
Beschwerdeführer sei nicht ersichtlich gewesen, ob die BVG-Rente in der Berechnung
mitberücksichtigt worden sei. Auf der Einnahmenseite habe die Beschwerdegegnerin
zudem einen um 30% zu hohen Eigenmietwert angerechnet (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Schreiben vom 12. März 2009 die

Abweisung der Beschwerde und verweist zur Begründung auf die Erwägungen im
Einspracheentscheid (act. G 3).
Erwägungen:
1.
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Auf den 1. Januar 2008 ist das neue Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen zur
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG; SR 831.30) in Kraft getreten.
Es ersetzt das ELG vom 19. März 1965 in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen
Fassung. Weil in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend
sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben
(BGE 127 V 467 Erw. 1), und weil vorliegend die Behandlung der BVG-Rente
rückwirkend ab EL-Auszahlungsbeginn zu beurteilen ist, sind auf die angefochtene
Verfügungdie bis zum 31. Dezember 2007 in Kraft gestandenen Bestimmungen
anzuwenden. Die vorliegend massgebenden materiellen Bestimmungen haben sich mit
dem neuen ELG jedoch ohnehin nicht geändert.
2.
2.1 Nach Art. 53 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) müssen formell rechtskräftige
Verfügungen und Einspracheentscheide in Revision gezogen werden, wenn die
versicherte Person oder der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue
Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung vorher nicht
möglich war. Demgegenüber ist der Versicherungsträger berechtigt, nicht aber
verpflichtet, wiedererwägungsweise auf formell rechtskräftige Verfügungen oder
Einspracheentscheide zurückzukommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und
wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (Art. 53 Abs. 2 ATSG).
2.2 Im vorliegenden Fall hatte die Pensionskasse ihren Rentenentscheid dem
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Schreiben vom 28. Januar 2005 eröffnet.
Die EL-Durchführungsstelle wurde darüber nicht informiert und verfügte die EL nur
wenige Tage später am 3. Februar 2005. Bereits die ursprüngliche EL-Verfügung war
folglich zweifellos unrichtig. Die Beschwerdegegnerin konnte also grundsätzlich
wiedererwägungsweise auf ihre Verfügung vom 3. Februar 2005 zurückkommen. Die
Wiedererwägung betrifft die Verfügung als Ganzes, weshalb revisionsweise sämtliche
Punkte wieder überprüfbar sind.
2.3 Die jährliche Ergänzungsleistung hat dem Betrag zu entsprechen, um den die
anerkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 3a Abs. 1
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aELG). Als Einnahmen sind nach Art. 3c Abs. 1 lit. d aELG Renten, Pensionen und
andere wiederkehrende Leistungen einschliesslich der Renten der AHV sowie der IV
anzurechnen, und zwar gemäss Art. 23 Abs. 3 der Verordnung über
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV;
SR 831.301) jeweils die laufenden Leistungen.
2.4 Nach dem gemäss Art. 1 Abs. 1 aELG im EL-Bereich anwendbaren Art. 25 Abs. 1
ATSG sind unrechtmässig bezogene Leistungen zurückzuerstatten (Satz 1). Eine
Leistung in der Sozialversicherung ist gemäss ständiger Rechtsprechung des
Bundesgerichts unter anderem zurückzuerstatten, wenn in verfahrensrechtlicher
Hinsicht entweder die für die Wiedererwägung oder die für die prozessuale Revision
erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Regelmässig geht die Erwähnung der
Rückforderung bei rückwirkenden Anpassungen wegen Meldepflichtverletzung sowie
bei einer verfügungslosen Zahlung einer Nichtschuld an einen Dritten vergessen.
2.5 Am 28. Januar 2005 sprach die Pensionskasse dem Beschwerdeführer
rückwirkend ab 1. November 2003 eine Invalidenrente und Kinderrenten zu. Es ist
retrospektiv zu fingieren, dass diese Renten nicht erst im Winter/Frühling 2005
nachbezahlt, sondern bereits ab November 2003 monatlich ausbezahlt worden seien.
Mit einer solchen Fiktion wird auch in anderen Sozialversicherungszweigen operiert,
etwa wenn Arbeitslosentaggelder zurückgefordert werden, weil dem Bezüger
rückwirkend eine Invalidenrente zugesprochen wurde. Durch die rückwirkende
Rentenzusprache stellte sich nachträglich heraus, dass die versicherte Person beim
Leistungsbezug nicht arbeitslos, sondern invalid war, weshalb die IV von Beginn an
leistungspflichtig gewesen wäre. Bei der notwendigen Korrektur handelt es sich also
um die Lösung des koordinationsrechtlichen Problems der Vermeidung von
Überentschädigungen. Der vorliegende Fall ist mit einer solchen Konstellation wie folgt
vergleichbar: Der Beschwerdeführer hat ab 1. November 2003 Anspruch auf BVG-
Renten, wobei ihm diese im Jahr 2005 rückwirkend zugesprochen wurden. Bei dieser
Konstellation kann nur durch die Fiktion der Ausrichtung der Renten bereits ab
Anspruchsbeginn eine Überentschädigung vermieden werden. Da bereits die
ursprüngliche EL-Verfügung vom 3. Februar 2005 zweifellos unrichtig war, hat die
Beschwerdegegnerin sie zu Recht wiedererwägungsweise aufgehoben und die
Berechnung ab 1. November 2003 korrigiert (vgl. die Urteile des Versicherungsgerichts
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des Kantons St. Gallen EL 2007/27 vom 15. August 2007, Erw. 3, und EL 2006/34 vom
24. Januar 2008, Erw. 3).
3.
3.1 Der Beschwerdeführer lässt die Rechtmässigkeit der Rückforderung bestreiten
mit dem Argument, der Rückforderungsanspruch sei bereits verwirkt. Art. 25 Abs. 2
ATSG lässt den Rückforderungsanspruch mit dem Ablauf eines Jahres erlöschen,
nachdem die Versicherungseinrichtung Kenntnis von der Unrechtmässigkeit des
Leistungsbezugs erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach
der Entrichtung der einzelnen Leistung. Es handelt sich um Verwirkungsfristen. Das
Bundesgericht stellt nicht auf die tatsächliche Kenntnisnahme durch den
Versicherungsträger ab, sondern bezeichnet es – was nicht ohne weiteres überzeugt
(vgl. Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen EL 2000/7 vom 20. März
2001) – als ausreichend, dass dieser bei Beachtung der zumutbaren Aufmerksamkeit
hätte erkennen müssen, dass die Voraussetzungen für eine Rückerstattung bestehen
(Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., 2009, Rz. 39 zu Art. 25; SVR 2001 IV Nr. 30).
Um die Voraussetzungen für eine Rückerstattung beurteilen zu können, müssen dem
Versicherungsträger alle im konkreten Einzelfall erheblichen Umstände zugänglich sein,
aus deren Kenntnis sich der Rückforderungsanspruch dem Grundsatz nach und in
seinem Ausmass gegenüber einem bestimmten Rückerstattungspflichtigen ergibt. Für
die Beurteilung des Rückforderungsanspruchs genügt es nicht, dass Umstände, die
möglicherweise zu einem solchen An-spruch führen können, aus den Akten ersichtlich
sind, dem Versicherungsträger sonst-wie bekannt werden oder dass dieser Anspruch
bloss dem Grundsatz nach, nicht aber in masslicher Hinsicht feststeht. Das
Bundesgericht lässt nicht das erstmalige unrichtige Handeln (oder Nichthandeln) des
Versicherungsträgers als fristauslösend genügen. Es stellt vielmehr auf jenen Tag ab,
an dem sich die Amtsstelle später – beispielsweise anlässlich einer Rechnungskontrolle
– unter Anwendung der ihr zumutbaren Aufmerksamkeit über ihren Fehler hätte
Rechenschaft geben müssen (BGE 110 V 306 f., Erw. 2b in fine). Demnach ist in
Anwendung der in BGE 110 V 304 ergangenen und unter anderem in BGE 124 V
380 und SVR 2002 IV Nr. 2 S. 5 bestätigten Rechtsprechung bezüglich der zumutbaren
Kenntnis des zur Rückforderung Anlass gebenden Sachverhalts nicht auf das
erstmalige unrichtige Handeln, sondern auf den späteren Zeitpunkt abzustellen, in dem
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der Versicherungsträger bei der ihm zumutbaren Aufmerksamkeit den Fehler hätte
erkennen müssen (EVGE P 17/02 vom 2. Dezember 2002, Erw. 3.3).
3.2 Vorliegend ist somit nicht entscheidend, ob der Beschwerdeführer seine Melde-
oder Sorgfaltspflichten verletzt hat, indem er die BVG-Rentenzusprache nach deren
Kenntnis nicht unmittelbar meldete. In jedem Fall ist die Rückforderung rechtzeitig
innert eines Jahres ab Kenntnis der Unrechtmässigkeit des Leistungsbezugs erfolgt,
wobei die Beschwerdegegnerin den Fehler sogar für den Fall, dass er ihr anzulasten
wäre, erst anlässlich der ersten umfassenden periodischen Überprüfung vom April/Mai
2008 erkennen musste, was denn auch geschah. Auch die absolute Verwirkungsfrist
von fünf Jahren nach Entrichtung der einzelnen Leistung war noch nicht abgelaufen.
4.
4.1 Betreffend Höhe der Rückforderung macht der Beschwerdeführer geltend, die
Position Eigenmietwert bei den anrechenbaren Ausgaben sei zu hoch ausgefallen.
4.2 Als Einnahmen anzurechnen sind nach Art. 3c Abs. 1 lit. b aELG unter anderem
Einkünfte aus unbeweglichem Vermögen. Diese umfassen den Mietwert der eigenen
Wohnung, sofern er nicht schon im Erwerbseinkommen enthalten ist (Rz. 2092 WEL).
Für die Bemessung des Mietwerts der vom Eigentümer oder Nutzniesser bewohnten
Wohnung sind nach Art. 12 Abs. 1 ELV die Grundsätze der Gesetzgebung über die
direkte kantonale Steuer im Wohnsitzkanton massgebend.
4.3 Gemäss Art. 34 Abs. 1 lit. b des st. gallischen Steuergesetzes (StG; sGS 811.1) ist
der Mietwert von Grundstücken, soweit sie dem Steuerpflichtigen aufgrund von
Eigentum oder aufgrund eines unentgeltlichen Nutzungsrechts für den Eigengebrauch
zur Verfügung stehen, steuerbar. Dieser Mietwert entspricht nach Abs. 2 dem mittleren
Preis, zu dem Grundstücke gleicher oder ähnlicher Grösse, Lage und Beschaffenheit in
der betreffenden Gegend vermietet werden. Der Mietwert des Eigenheims, das der
Steuerpflichtige an seinem Wohnsitz dauernd selbst bewohnt, wird um 30%, jedoch
höchstens um Fr. 9'000.- herabgesetzt (Abs. 3).
4.4 Art. 3b Abs. 1 lit. b aELG bezeichnet den Mietzins einer Wohnung als
abzugsfähig. Diese Bestimmung findet praxisgemäss auch Anwendung bei
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versicherten Personen, die in ihrer eigenen Liegenschaft wohnen, obwohl diese
faktisch keinen Mietzins bezahlen. Diese sich gegen den Wortlaut richtende Praxis
beruht auf Gleichbehandlungsüberlegungen. Wäre der Eigenmietwert der
selbstbewohnten Liegenschaft nicht als "Mietzins" abzugsfähig, würde derjenige EL-
Ansprecher, der seine Liegenschaft vermietet und selbst in einer gemieteten Wohnung
wohnt, EL-rechtlich besser gestellt als derjenige, der in der eigenen Liegenschaft
wohnt. Im ersten Fall gleichen sich die Einnahmen aus der Vermietung der eigenen
Liegenschaft und die Ausgaben für die Wohnungsmiete grundsätzlich aus, d.h. sie
beeinflussen die Höhe des EL-Anspruchs nicht. Im zweiten Fall käme hingegen der
Eigenmietwert als Einnahme in der EL-Berechnung voll zum Tragen, wenn er nicht
gleichzeitig auch als "Mietzins" abzugsfähig wäre. Aus wirtschaftlicher Sicht besteht
zwischen den beiden Fällen kein Unterschied. Die Vermietung der eigenen
Liegenschaft bei gleichzeitiger Miete einer fremden Wohnung darf in Bezug auf den EL-
Anspruch nicht "lukrativer" sein als das Wohnen in der eigenen Liegenschaft (Ralph
Jöhl, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in SBVR XIV-Meyer, Soziale Sicherheit, 2. Aufl.,
Basel 2007, S. 1700, Rz. 95).
4.5 Vorliegend beläuft sich der Eigenmietwert auf Fr. 23'640.- (EL-act. 49-5). Bei den
anrechenbaren Einnahmen ist gemäss den obigen Erläuterungen ein um 30%
reduzierter Betrag, also Fr. 16'548.- anzurechnen.
4.6 Abzugsfähig sind im Übrigen die Gebäudeunterhaltskosten und
Hypothekarzinsen bis zur Höhe des Bruttoertrags der Liegenschaft (Art. 3b Abs. 3 lit. b
aELG). Die Hypothekarzinsen und Gebäudeunterhaltskosten belaufen sich beim
Beschwerdeführer auf Fr. 22'458.-. Da jedoch der um 30% reduzierte Eigenmietwert
von Fr. 16'548.- nicht überschritten werden darf – zumal jene Kosten nicht durch die EL
querfinanziert werden sollen –, ist bei dieser Position nur jener reduzierte Wert
anzurechnen. Die EL-Berechnungen gemäss den Berechnungsblättern vom
1. Dezember 2008 betreffend den Zeitraum Januar 2004 bis November 2008 sind
folglich auf der Ausgabenseite um Fr. 5'910.- und auf der Einnahmenseite um
Fr. 7'092.- zu reduzieren; die errechneten Einnahmenüberschüsse sind folglich um
Fr. 1'182.- zu reduzieren. Da die Einnahmenüberschüsse in sämtlichen vorliegend zu
beurteilenden Jahren diesen Betrag übersteigen, besteht für den ganzen Zeitraum kein
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EL-Anspruch. Die Rückforderung über den gesamten Betrag der ausbezahlten EL ist
folglich rechtmässig.
4.7 Die vom Beschwerdeführer vertretene Ansicht, die Beschwerdegegnerin könne
seinen berechtigten Einreden keine eigenen Einreden entgegenhalten, ist insofern
unzutreffend, als im Rahmen der Wiedererwägung sämtliche Positionen der EL-
Berechnung neu zu überprüfen sind und als dass die Rückforderung – wie oben
erläutert – noch nicht verwirkt ist.
5.
5.1 Gemäss den obenstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Der
angefochtene Einspracheentscheid vom 11. Februar 2009 ist nicht zu beanstanden.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG