Decision ID: 4f4f7625-f822-5cf7-a519-00b853e4ef86
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
I.
A.
Die Gesuchstellerin, iranische Staatsangehörige kurdischer Ethnie, suchte
gemeinsam mit ihrem damaligen Ehemann C._ am 11. November
2015 in der Schweiz um Asyl nach (vgl. Verfahren E-3473/2017).
B.
Am (...) kam das Kind der Gesuchstellerin und ihres damaligen Eheman-
nes C._ zur Welt.
C.
Mit Verfügung vom 19. Mai 2017 stellte die Vorinstanz fest, die Gesuchstel-
lerin und ihr Kind erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht und lehnte ihr
Asylgesuch ab. Zudem ordnete sie die Wegweisung aus der Schweiz an,
setzte ihnen eine Frist zur Ausreise und beauftragte den zuständigen Kan-
ton mit dem Vollzug der Wegweisung. Gleichzeitig lehnte die Vorinstanz
auch das Asylgesuch des damaligen Ehemannes der Gesuchstellerin ab
und verfügte dessen Wegweisung und Wegweisungsvollzug.
D.
Am 19. Juni 2017 reichte die Gesuchstellerin gemeinsam mit ihrem dama-
ligen Ehemann Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein. Sie be-
antragten, die Verfügung der Vorinstanz sei aufzuheben, ihre Flüchtlings-
eigenschaft sei festzustellen und ihnen sei Asyl zu gewähren. Eventualiter
sei die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In prozessualer Hinsicht ersuch-
ten sie um unentgeltliche Prozessführung und Bestellung ihres Rechtsver-
treters als amtlichen Rechtsbeistand.
E.
Am 10. April 2019 liessen sich die Gesuchstellerin und C._ schei-
den. Auf Anfrage des Bundesverwaltungsgerichts teilte der amtliche
Rechtsbeistand am 27. Juni 2019 mit, es spreche nichts gegen die Weiter-
führung des Mandats für die Gesuchstellerin und ihren ehemaligen Ehe-
mann. Daraufhin trennte das Bundesverwaltungsgericht das Beschwerde-
verfahren und führte das Verfahren C._ unter der Verfahrensnum-
mer E-3473/2017 weiter. Das gemeinsame Kind wurde in das Verfahren
seiner Mutter (der Gesuchstellerin) unter der Verfahrensnummer
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E-7382/2017 einbezogen, an deren Wohnsitz es gemäss Scheidungsurteil
seinerseits Wohnsitz hat.
F.
Mit Urteil E-7382/2017 vom 18. Februar 2020 wies das Bundesverwal-
tungsgericht die Beschwerde ab.
II.
G.
Am 23. März 2020 reichte die Gesuchstellerin – handelnd durch ihre be-
vollmächtigte Rechtsvertreterin – ein Revisionsgesuch beim Bundesver-
waltungsgericht ein, welches sich gegen das Urteil E-7382/2017 vom
18. Februar 2020 richtet und von welchem auch ihr Kind umfasst ist.
Die Gesuchstellerin führt zur Begründung ihres Revisionsgesuches im We-
sentlichen aus, aufgrund ihrer Scheidung von ihrem Ehemann werde sie
nun von der im Heimatstaat lebenden Familie, namentlich dem Vater und
Bruder sowie von der Familie ihres Ex-Ehemannes als auch vom Ex-Ehe-
mann massiv bedroht. Die Drohungen hätten bereits nach Erhebung einer
Anzeige gegen den Ex-Ehemann wegen häuslicher Gewalt begonnen. Der
Ex-Ehemann habe die Gesuchstellerin dahingehend bei ihrer Familie an-
geschwärzt, als er sie des Ehebruchs beschuldige. In diesem Zusammen-
hang wurden Telefonchat-Ausdrucke eingereicht, bei welchen es sich um
Drohungen seitens des Ex-Ehemannes, Vaters und Bruders handeln soll.
Die Gesuchstellerin habe sodann in der Schweiz ihren Schleier abgelegt
und sich endgültig davon befreit, gegen aussen als Muslima gelten zu müs-
sen. Den Atheismus lebe sie bereits seit dem Jahr 2018. Zum Beweis
wurde eine Fotographie eingereicht, welche die Gesuchstellerin mit einem
symbolischen Schleier auf einer Stange zeige. Die Gesuchstellerin habe
sodann im Jahr 2018 an verschiedenen regimekritischen Demonstrationen
in Bern und Zürich teilgenommen, wie die ebenfalls eingereichten Fotogra-
fien von ihr belegen würden.
Die genannten Umstände seien erheblich, weil sie mit Blick auf den Weg-
weisungsvollzug zu beachten gewesen wären. Auch die Gefährdung auf-
grund subjektiver Nachfluchtgründe (öffentliches Auftreten als Atheistin
und Systemkritikerin) seien konventionsrelevant.
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Im revisionsweise angefochtenen Urteil seien sodann zwei Umstände un-
berücksichtigt geblieben. Zum einen sei im Urteil nicht gewürdigt worden,
dass die Situation alleinstehender Frauen mit Kind im Heimatstaat eine an-
dere sei als die einer Frau im intakten Familienverbund. Nicht gewürdigt
worden sei der Umstand, dass die Mandantin keine zivilrechtlichen Ansprü-
che habe, mit dem Kind eine familiäre Beziehung zu führen oder das Sor-
gerecht auszuüben. Hierzu seien im Entscheid keine Erwägungen zur Be-
achtung des Kindeswohls ergangen. Und auch der Atheismus sei von der
Gesuchstellerin bereits in der ersten Befragung geltend gemacht worden,
aber im Entscheid nicht berücksichtigt worden.
H.
Am 25. März 2020 wurde im Sinne einer superprovisorischen Massnahme
der Vollzug der Wegweisung einstweilen ausgesetzt.
I.
Am 27. März 2020 wurde der Eingang des Revisionsgesuches bestätigt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet gemäss Art. 105 AsylG
(SR 142.31) auf dem Gebiet des Asyls in der Regel endgültig über Be-
schwerden gegen Verfügungen des SEM (vgl. zur Ausnahme Art. 83 Bst. d
Ziff. 1 BGG). Es ist ausserdem zuständig für die Revision von Urteilen, die
es in seiner Funktion als Beschwerdeinstanz gefällt hat (vgl. BVGE
2007/21 E. 2.1).
1.2 Gemäss Art. 45 VGG gelten für die Revision von Urteilen des Bundes-
verwaltungsgerichts die Art. 121 – 128 BGG sinngemäss. Nach Art. 47
VGG findet auf Inhalt, Form und Ergänzung des Revisionsgesuches Art. 67
Abs. 3 VwVG Anwendung.
1.3 Das Revisionsgesuch enthält die Begehren für den Fall eines neuen
Beschwerdeentscheids (vgl. Art. 47 VGG i.V.m. Art. 67 Abs. 3 Satz 2
VwVG) und ist auch sonst formgerecht eingereicht worden.
1.4 Die Gesuchstellerin ist durch das Urteil des Bundesverwaltungsge-
richts E-7382/2017 vom 18. Februar 2020 besonders berührt und hat ein
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schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung. Sie ist da-
her zur Einreichung des Revisionsgesuchs legitimiert (Art. 89 Abs. 1 BGG).
In das Gesuch ist das Kind der Gesuchstellerin eingeschlossen. Auf das
Revisionsgesuch ist einzutreten.
2.
2.1 Das Revisionsgesuch ist ein ausserordentliches Rechtsmittel, das sich
gegen einen rechtskräftigen Beschwerdeentscheid richtet. Wird das Ge-
such gutgeheissen, beseitigt dies die Rechtkraft des angefochtenen Ur-
teils, und die bereits entschiedene Streitsache ist neu zu beurteilen (vgl.
ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor
dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 5.36).
2.2 Das Bundesverwaltungsgericht zieht seine Urteile auf Gesuch hin aus
den in Art. 121 – 123 BGG aufgeführten Gründen in Revision (Art. 45
VGG). Gemäss Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG kann die Revision eines Urteils
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten verlangt werden, wenn die ersu-
chende Partei nachträglich erhebliche Tatsachen erfährt oder entschei-
dende Beweismittel auffindet, die sie im früheren Verfahren nicht beibrin-
gen konnte, unter Ausschluss der Tatsachen und Beweismittel, die erst
nach dem Entscheid entstanden sind (sinngemäss Art. 46 VGG).
2.3 Die neue Tatsache muss sodann erheblich sein, nämlich geeignet, die
tatbestandliche Grundlage des Entscheides zu ändern und bei zutreffender
rechtlicher Würdigung zu einem anderen, für die gesuchstellende Partei
günstigeren Ergebnis zu führen. Es braucht dabei nicht schon festzu-
stehen, dass der Prozessausgang ein anderer sein wird, sondern neu ent-
deckte Tatsachen sind in revisionsrechtlicher Hinsicht erheblich, wenn sie
die Beweisgrundlage des früheren Urteils so zu erschüttern vermögen,
dass der veränderte Sachverhalt zu einem für die Gesuchstellerin günsti-
geren Entscheid führen könnte (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O.,
Rz. 5.51).
3.
3.1 Die Gesuchstellerin macht im Hinblick auf die vorgetragenen Bedro-
hungen durch ihren Ex-Ehemann und Mitglieder ihrer Familie, ihren geleb-
ten Atheismus und ihre exilpolitische Tätigkeit Revisionsgründe im Sinne
von Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG geltend.
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3.2
3.2.1 Erhebliche Tatsachen beziehungsweise entscheidende Beweismittel
bilden nur dann einen Revisionsgrund im Sinne von Art. 123 Abs. 2 Bst. a
BGG, wenn sie vor dem in Revision zu ziehenden Entscheid entstanden
sind, in früheren Verfahren aber nicht beigebracht werden konnten, weil sie
der gesuchstellenden Person damals nicht bekannt waren beziehungs-
weise trotz hinreichender Sorgfalt nicht bekannt sein konnten oder ihr die
Geltendmachung oder Beibringung aus entschuldbaren Gründen nicht
möglich war (vgl. BGE 134 III 47 E. 2.1; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,
a.a.O., Rz. 5.47 sowie zu Art. 66 Abs. 3 VwVG, Entscheidungen und Mit-
teilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1994 Nr.
27 E. 5a f.). Die Revision dient insbesondere nicht dazu, bisherige Unter-
lassungen in der Beweisführung wiedergutzumachen. Die Beurteilung der
Frage, ob die Geltendmachung von erheblichen und vorbestandenen
Sachverhaltsumständen oder das Beibringen von Beweismitteln im frühe-
ren Verfahren in der Tat unmöglich oder unzumutbar war, hat daher restrik-
tiv zu erfolgen (ELISABETH ESCHER, in: Basler Kommentar, Bundesgerichts-
gesetz, 3. Auflage 2018, Art. 123 BGG N 8).
3.2.2 «Neue» Sachumstände können mithin überhaupt nur dann revisions-
rechtliche Relevanz entfalten, wenn die gesuchstellende Person nach Ab-
schluss des Beschwerdeverfahrens von Tatsachen erfährt, die sich bereits
vor Abschluss des vorangegangenen Asylverfahrens zugetragen haben
(sogenannte unechte Noven), die ihr während des vorangegangenen Ver-
fahrens aber nicht bekannt waren und deshalb nicht geltend gemacht wer-
den konnten. Nicht nachträglich erfahren und daher in der Regel von vorn-
herein keiner revisions- respektive asylrechtlichen Würdigung zugänglich
sind hingegen Tatsachen, die nach Abschluss des ordentlichen Verfahrens
vorgebracht werden, die der Partei aber bereits im vorangegangenen Ver-
fahren bekannt waren. In der Praxis bilden darüber hinaus auch Tatsachen,
welche die gesuchstellende Partei bei pflichtgemässer Sorgfalt hätte ken-
nen können, keinen Revisionsgrund (vgl. zum Ganzen MOSER/
BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 5.47).
3.2.3 Eine Einschränkung der vorangegangenen Erwägungen ist dahinge-
hend zu machen, als ein verspätetes Vorbringen ausnahmsweise ent-
schuldbar ist. Dies wird praxisgemäss dann angenommen, wenn Gefühle
von Schuld und Scham sowie die vom Opfer entwickelten Selbstschutz-
mechanismen dazu führen, dass gewisse Ereignisse – namentlich eine er-
littene Vergewaltigung oder Folterung – erst im Stadium eines ausseror-
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dentlichen Verfahrens erwähnt werden können; bei einer derartigen Kons-
tellation darf ein Wiedererwägungs- oder Revisionsgesuch praxisgemäss
nicht allein mit der Begründung abgewiesen werden, dieses Vorbringen
hätte im ordentlichen Verfahren geltend gemacht werden können (vgl. zur
Rechtsprechung entschuldbarer Gründe für die verspätete Geltendma-
chung BVGE 2013/22 E. 11.3.3, BVGE 2009/51 E. 4.2.3, EMARK 2003
Nr. 17 E. 4b).
3.2.4 Sodann ist ein Vorbringen trotz Verspätung auch dann relevant, wenn
aus dem verspäteten Vorbringen offensichtlich wird, dass der gesuchstel-
lenden Person Verfolgung oder menschenrechtswidrige Behandlung droht.
In solchen Fällen hat der Grundsatz der Rechtssicherheit gegenüber dem
zwingenden Völkerrecht zurückzutreten. Insbesondere Art. 3 EMRK und
Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an-
dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder
Strafe (FoK, SR 0.105), welche die Ausschaffung einer abgewiesenen
asylsuchenden Person in ein Land, in dem ihr Folter oder unmenschliche
oder erniedrigende Behandlung droht, verbieten, lassen aufgrund ihres ab-
soluten Charakters keine Einschränkungen zu. Auch die Garantie des –
völkerrechtlich zwingenden – flüchtlingsrechtlichen Refoulement-Verbotes
gemäss Art. 33 der Flüchtlingskonvention und Art. 5 AsylG hat gegenüber
der Rechtssicherheit den Vorrang (vgl. zum Ganzen BVGE 2013/22 E. 5.4
und E. 9.3.1 m.w.H., EMARK 1995 Nr. 9 E. 7).
4.
4.1 Die vorgetragenen Sachumstände können vorliegend von vornherein
keine revisionsrechtliche Relevanz entfalten, da die Gesuchstellerin sie
ohne weiteres im ordentlichen Beschwerdeverfahren hätte geltend machen
können, lagen sie doch gemäss Angaben der Gesuchstellerin allesamt im
Jahr 2018 und 2019 bereits vor.
4.2 Die Gesuchstellerin bringt diesbezüglich vor, während des Verfahrens
habe sie das Gericht nicht über diese Entwicklungen auf dem Laufenden
halten können, und zwar wegen der vom Ehemann erfolgten Trennung,
und des Umstandes, dass sie nicht mehr an der gleichen Adresse wie ihr
Ehemann gelebt habe. Sie habe keinen Zugang zum Verfahren gehabt, da
der Ex-Ehemann mit einem privaten Anwalt das Verfahren komplett in Ei-
genregie geführt habe. Ihr sei die Adresse des Anwalts erst spät im Verfah-
ren bekannt geworden. Sie habe daraufhin vergeblich versucht, eigene
Eingaben zu veranlassen, insbesondere die erwähnten Entwicklungen dar-
zulegen; dies sei ihr aber nicht gelungen. Dazu hätte sie Kontakt mit dem
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Ex-Ehemann aufnehmen müssen, was ihr nicht zuzumuten gewesen sei.
Es ist jedoch festzustellen, dass die Gesuchstellerin die rubrizierte Rechts-
vertreterin bereits am 24. Oktober 2018 in Asylsachen mandatierte (vgl.
Akten E-7382/2017 act. 6, Beilage). Es wäre ihr mithin ohne weiteres mög-
lich gewesen, entsprechende Eingaben an die Beschwerdeinstanz zu ma-
chen. Entschuldbare Gründe im Sinne der dargelegten Rechtspraxis liegen
demnach nicht vor.
4.3 Sodann wird aus dem verspäteten Vorbringen auch nicht offensichtlich,
dass der Gesuchstellerin Verfolgung oder menschenrechtswidrige Be-
handlung im Sinne von Art. 3 EMRK droht. Dies gilt sowohl für das nicht
näher begründete und soweit ersichtlich lediglich niederschwellige exilpo-
litische Engagement in der Schweiz durch den Besuch zweier Demonstra-
tionen, als auch in Bezug auf die lediglich pauschal geltend gemachte «Ab-
legung des Kopftuches». Ebenfalls nicht weiter substanziiert wurden die
vorgebrachten Probleme mit Mitgliedern ihrer Familie (Vater und Bruder).
Dem in diesem Zusammenhang eingereichten Chatverlauf, der im Übrigen
nicht in eine Amtssprache übersetzt wurde, und aus welchem sich keine
eindeutigen Rückschlüsse auf den Zeitpunkt dieser Chats ziehen lassen,
kommt aufgrund der Manipulierbarkeit von vornherein kaum Beweiswert
zu. Die Offensichtlichkeit einer drohenden menschenrechtswidrigen Be-
handlung ist mithin klar zu verneinen.
5.
5.1 Die Gesuchstellerin macht revisionsweise die Verletzung einer
Verfahrensvorschrift im Sinne von Art. 121 Bst. d BGG geltend, nämlich,
dass das Gericht in den Akten liegende erhebliche Tatsachen nicht
berücksichtigt hat.
Nebst der Erheblichkeit einer vermeintlich übersehenen Tatsache muss die
gesuchstellende Person auch das Übersehen nachweisen, eine blosse Be-
hauptung genügt nicht. Die Tatsache muss sodann aktenkundig sein. In
Bezug auf Tatsachen ist festzuhalten, dass dann kein Übersehen vorliegt,
wenn die Beschwerdeinstanz eine bestimmte Tatsache bewusst nicht be-
rücksichtigt, weil sie diese nicht für entscheidend hielt (EMARK 1999 Nr. 4
E. 5 f.).
5.2 Was den auf Revisionsebene vorgebrachten Atheismus der Gesuch-
stellerin anbelangt, welcher bereits zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen
Verfahrens bestanden habe, ist Folgendes festzustellen: Die Gesuchstel-
lerin gab in der Erstbefragung an, sie sei Atheistin, ihre Religion sei der
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Islam, sie glaube aber an nichts (Erstbefragung act. A7 S. 3). Sie machte
jedoch im Zusammenhang mit ihrer Religionszugehörigkeit respektive ih-
rem Glauben keinerlei Ausführungen im vorinstanzlichen Verfahren und
auch nicht im Rahmen des ordentlichen Verfahrens, die unter dem Aspekt
der flüchtlingsrechtlichen Relevanz hätten geprüft werden können. Dies gilt
auch für ihr Vorbringen auf Revisionsebene, welches nicht näher substan-
ziiert wird. Die Rüge einer Verfahrenspflichtverletzung ist mithin unbegrün-
det.
5.3 Soweit sie geltend macht, das Bundesverwaltungsgericht hätte sich auf
Beschwerdeebene damit auseinandersetzen müssen, dass der Gesuch-
stellerin bei einer Rückkehr in den Iran das Sorgerecht verwehrt sei, lässt
sich ebenfalls keine Verfahrenspflichtverletzung feststellen. Das Gericht
hat die Trennung der Gesuchstellerin und ihres Ex-Ehemannes berück-
sichtigt, das Beschwerdeverfahren entsprechend getrennt, aber koordiniert
zum Abschluss gebracht und sich mit den Aspekten der Trennung im Ent-
scheid auseinandergesetzt. Dabei wurde auch festgehalten, dass sich die
Gesuchstellerin und ihr Ex-Ehemann das Sorgerecht teilen (vgl. Urteil
E- 7382/2017 vom 18. Februar 2020 E. 6.3). Die nunmehr auf Revisionse-
bene nicht näher substanziierte Behauptung, dies sei im Iran anders, ist
revisionsrechtlich von vornherein nicht relevant.
6.
Das Gesuch um Revision des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts
E-7382/2017 vom 18. Februar 2020 ist aus den dargelegten Gründen ab-
zuweisen.
7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens, welches als aussichtslos zu bezeich-
nen ist, sind die Kosten von Fr. 1‘500.– der Gesuchstellerin aufzuerlegen
(Art. 37 VGG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1 – 3 des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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