Decision ID: fb716c25-6e2c-4096-a750-74fcc10d4411
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus Büchi, Fürstenlandstrasse 39, 9500 Wil
und
SWICA Gesundheitsorganisation, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur
Beschwerdeführerin,
gegen
G._
Beschwerdegegnerin,
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St.Galler Gerichte
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Christoph Frey, Genferstrasse 24, 8002 Zürich,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1987 geborene A._ war Fussballer bei den B._ Football
Players und dadurch beim G._ (nachfolgend: G._), obligatorisch gegen Unfälle
versichert, als er sich am 23. Oktober 2002 beim Fussballtraining im Zweikampf das
rechte Knie verdrehte und sich eine vordere Kreuzbandruptur zuzog (act. K 1, M 1).
Eine MRI-Untersuchung des rechten Kniegelenks im Institut für Radiologie, Zürich, vom
4. November 2002 ergab eine komplette Ruptur des vorderen Kreuzbandes mit
begleitenden ödematösen Veränderungen im hinteren Anteil des lateralen
Tibiaplateaus, begleitend einen mässigen Kniegelenkserguss sowie einen discoiden
lateralen Meniskus mit leicht degenerativen Veränderungen im Bereich der Spitze der
Pars intermedia. Ein Meniskusriss war nicht zu erkennen (act. M 2). Am 21. November
2002 wurde in der Klinik Hirslanden durch Dr. med. C._ eine Arthroskopie des
rechten Kniegelenks vorgenommen, worauf die Diagnosen einer vorderen
Kreuzbandruptur sowie eines radiären Einrisses im Vorderhorn des diskoiden bzw.
scheibenförmigen lateralen Meniskus gestellt wurden. Das gerissene vordere
Kreuzband wurde mit einer Plastik ersetzt und der Riss im Aussenmeniskus durch
Teilresektion behandelt. Der mediale Meniskus sowie das Hinterhorn des lateralen
Meniskus waren seinerzeit als Ganzes erhalten (act. M 3). Am 19. Mai 2003
bescheinigte Dr. C._ dem Versicherten vom 30. Oktober 2002 bis 7. Mai 2003 eine
100%-ige Arbeitsunfähigkeit und bestätigte den Abschluss der Behandlung (act. M 6).
A.b Am 15. September 2004 meldete sich der Versicherte erneut bei Dr. C._. Der Arzt
notierte am 20. September 2004 in der Krankengeschichte, der Versicherte habe nach
der Operation vom 21. November 2002 einige Zeit Mühe mit dem rechten Kniegelenk
gehabt. Postoperativ seien immer wieder leichte Reizerscheinungen aufgetreten.
Aktuell verspüre der Versicherte beim Fussballspielen bei der Schussabgabe jedes Mal
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einen Zwick. Als Befund vermerkte Dr. C._ unter anderem eine eindeutige
Schmerzangabe im lateralen Meniskusvorderhornbereich. Das MRI zeige hier eindeutig
intramurale Veränderungen. Erläuternd stellte Dr. C._ fest, dass es bei der
Schussabgabe zu einer maximalen Kompression des lateralen Vorderhorns mit
entsprechendem Schmerz komme (act. M 7b).
A.c Am 20. September 2005 konsultierte der Versicherte abermals Dr. C._. Der Arzt
protokollierte am 4. Oktober 2005 in der Krankengeschichte einen Zusammenprall mit
einem Gegner beim Fussballspiel, wobei sich der Versicherte das rechte Kniegelenk
verdreht habe. Er habe einen heftigen Schlag, ein gewisses Klickphänomen sowie ein
Nachgeben des rechten Kniegelenks mit anschliessend starken medialseitigen
Schmerzen verspürt. Laut Akten hat sich das fragliche Unfallereignis am 27. August
2005 ereignet (act. M 12, K 14). Die am 29. September 2005 in der Klinik Hirslanden
durch Dr. C._ vorgenommene Arthroskopie des rechten Kniegelenks zeigte bei
intaktem Kreuzbandersatz einen Riss im Hinterhorn des medialen Meniskus sowie
einen nach Scheibenmeniskus-Teilresektion erneut massiv eingerissenen lateralen
Meniskus. Die Verletzungen wurden sogleich operativ behoben. Am 2. Oktober 2005
wurde der Versicherte aus der Klinik entlassen (act. M 8, M 9).
A.d Mit Schreiben vom 26. Oktober 2005 nahm die G._ Bezug auf ein von der Klinik
Hirslanden als Rückfall zum Unfall vom 23. Oktober 2002 gestelltes
Kostengutsprachegesuch vom 29. September 2005 für die Hospitalisation vom 29.
September bis 2. Oktober 2005 (act. M 9). Die G._ lehnte das Gesuch mit der
Begründung ab, der Versicherte habe am 27. August 2005 einen neuen Unfall erlitten
und sei zu diesem Zeitpunkt nicht mehr bei ihr versichert gewesen. Das neue
Unfallereignis müsse dem zuständigen Unfallversicherer gemeldet werden (act. K 2). Im
August 2005 spielte der Versicherte tatsächlich nicht mehr bei den Grashopper
Football Players, sondern beim FC Winterthur Fussball, über den er jedoch mangels
Vertrag nicht unfallversichert war (act. K 14). Auf Begehren von Dr. C._ vom 9.
November 2005, die Situation nochmals zu analysieren und den Fall als Folgeschaden
der ersten erheblichen Knieverletzung einzuteilen, ersuchte die G._ Dr. med. D._,
Facharzt FMH der Chirurgie um Beantwortung der Frage, ob mindestens teilkausale
Folgen des früheren Ereignisses vom 23. Oktober 2002 beständen und tatsächlich
davon ausgegangen werden könne, dass das neuerliche Ereignis nicht als ursächlich
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für die erneute Arthroskopie und Operation zu betrachten sei (act. K 3). Gestützt auf die
darauf eingereichte Beurteilung von Dr. D._ vom 19. November 2005 (act. M 11)
lehnte die G._ mit Verfügung vom 18. Mai 2006 eine Leistungspflicht für den ihr im
September 2005 gemeldeten Rückfall mangels Teilkausalität zwischen den ab 27.
August 2005 aufgetretenen Beschwerden sowie anschliessenden Behandlungen und
dem Ereignis vom 23. Oktober 2002 ab (act. K 14).
B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob die SWICA als betroffener Krankenversicherer mit
Eingabe vom 15. Juni 2006 Einsprache. Sie wies insbesondere darauf hin, dass die
Meinungen von Dr. D._ und Dr. C._ unterschiedlich seien und deshalb ein
Obergutachten zu erstellen sei (act. K 16). Die G._ ersuchte daraufhin Dr. D._ um
eine erneute Beurteilung der Frage, ob mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein
Rückfall aus dem Ereignis vom 23. Oktober 2002 vorliege (act. K 23). Nach einer
persönlichen Untersuchung des Versicherten reichte Dr. D._ am 12. Mai 2006 eine
entsprechende Beurteilung ein (act. M 12), zu der wiederum Dr. C._ mit Schreiben
vom 29. Juni 2006 Stellung nahm (act. M 13).
B.b Mit Entscheid vom 22. August 2006 wies die G._ die Einsprache der SWICA ab.
C.
C.a Gegen diesen Entscheid erhoben A._ und die SWICA mit Eingaben vom 21.
September bzw. 21. November 2006 Beschwerde. Die Beschwerdeführerin beantragte,
der Einspracheentscheid vom 22. August 2006 sei aufzuheben und die
Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, für die rechtsseitigen Kniebeschwerden des
Beschwerdeführers aufzukommen. Eventualiter sei ein gerichtliches Gutachten
anzuordnen. Der Beschwerdeführer stellte sinngemäss denselben Antrag.
C.b In der Beschwerdeantwort vom 6. März 2007 beantragte die Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Ch. Frey, Zürich, Abweisung der Beschwerden.
C.c Mit Replik und Duplik vom 30. April bzw. 21. Juni 2007 hielten die
Beschwerdeführer und die Beschwerdegegnerin unverändert an ihren Standpunkten
fest. Der Beschwerdeführer verzichtete auf die Einreichung einer Replik.
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C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften wird, soweit

entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
Da sich die beiden Beschwerden von A._ und der SWICA gegen denselben
Entscheid der Beschwerdegegnerin richten und denselben Sachverhalt betreffen,
rechtfertigt es sich, die Verfahren (UV 2006/80 und UV 2006/92) zu vereinigen und in
einem einzigen Urteil zu erledigen (BGE 123 V 214 E. 1).
2.
Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid sowohl die
rechtlichen Voraussetzungen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen Unfall
und in dessen Folge eingetretener Gesundheitsschädigung als auch die Grundsätze im
Zusammenhang mit dem Vorliegen eines Rückfalls oder einer Spätfolge zutreffend dar
(II. Erwägung); darauf kann verwiesen werden. Im Weiteren ist festzuhalten, dass der
Sozialversicherungsprozess vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht ist. Danach hat
die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für die richtige
und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser
Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a und 121 V 210 E. 6c, je mit
Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn der
Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen
mithin die Parteien in der Regel die Beweislast nur insofern, als im Fall der
Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift
allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen).
3.
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3.1 Am 29. September 2005 stellte die Klinik Hirslanden ein als Rückfall zum Unfall vom
23. Oktober 2002 bezeichnetes Kostengutsprachegesuch. Beim zugehörigen Grundfall
vom 23. Oktober 2002 verdrehte sich der Versicherte beim Fussballtraining im
Zweikampf das rechte Knie (act. K 1, M 1). Die anschliessend am 21. November 2002
in der Klinik Hirslanden durchgeführte Arthroskopie ergab eine vordere
Kreuzbandruptur des rechten Kniegelenks sowie einen radiären Einriss im Vorderhorn
des diskoiden bzw. scheibenförmigen lateralen Meniskus (act. M 3). Am 19. Mai 2003
bescheinigte Dr. C._ dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom
30. Oktober 2002 bis 7. Mai 2003 sowie den Abschluss der Behandlung (act. M 6).
Vorliegend ist mangels gegenteiliger Aussage der Beschwerdegegnerin sowie infolge
augenscheinlich erfolgter Meldung des Grundfalls davon auszugehen, dass die
Beschwerdegegnerin dafür ihre Leistungspflicht anerkannt bzw. für die ärztliche
Behandlung und die Arbeitsunfähigkeit die gesetzlichen Leistungen erbracht hat. Der
Grundfall wurde in der Folge offensichtlich formlos abgeschlossen. Am 27. August
2005 erlitt der Beschwerdeführer einen weiteren Unfall beim Fussballspielen, worauf er
am rechten Kniegelenk heftige medialseitige Schmerzen verspürte. Die in der Klinik
Hirslanden am 29. September 2005 durchgeführte Arthroskopie des rechten
Kniegelenks zeigte bei intaktem hinterem Kreuzband einen Riss im Hinterhorn des
medialen Meniskus sowie einen nach Scheibenmeniskus-Teilresektion erneut massiv
eingerissenen lateralen Meniskus (act. M 8, M 9). Im Zeitpunkt des Unfalls vom 27.
August 2005 war der Beschwerdeführer offensichtlich nicht mehr bei der
Beschwerdegegnerin unfallversichert.
3.2 Unbestritten und aufgrund der Akten (act. M 11, M 12, M 14) ausgewiesen ist, dass
der am 29. September 2005 arthroskopisch nachgewiesene Einriss im Hinterhorn des
medialen Meniskus eine Folge des Unfallereignisses vom 27. August 2005 darstellt. Die
erneute Verletzung im Bereich des lateralen Meniskus führen die Beschwerdeführer
allerdings im Gegensatz zur Beschwerdegegnerin kausal auf das Unfallereignis vom
23. Oktober 2002 zurück. Auch zwischen den beiden vorgenannten Unfällen, d.h. am
15. September 2004, war jedoch eine Konsultation des Beschwerdeführers durch
Dr. C._ wegen Beschwerden im rechten Kniegelenk erfolgt. Die Frage, ob bei diesem
Sachverhalt in Bezug auf die erneute Verletzung im lateralen Meniskus von einem
Rückfall zum Unfall vom 23. Oktober 2002 oder von einem Fortdauern des Grundfalls
auszugehen ist bzw. wie es sich mit der Beweislastverteilung verhält, kann jedoch offen
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gelassen werden. Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen (vgl. Erwägung Ziff. 4),
kann nämlich die Frage der Kausalität zwischen der Verletzung des lateralen Meniskus
und dem Unfallereignis vom 23. Oktober 2002 im Rahmen des
Untersuchungsverfahrens abschliessend mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit beantwortet werden (vgl. dazu BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen).
4.
4.1 Während die Beschwerdegegnerin bei ihrer Beurteilung bzw. Verneinung der
strittigen Kausalität auf die Berichte von Dr. D._ abstellt (act. M 11, M 12, M 14),
sehen die Beschwerdeführer eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin in den
Ausführungen von Dr. C._ begründet. - Dr. C._ führte zunächst in seinem
Schreiben vom 9. November 2005 aus, der Zusammenprall vom August 2005 mit
einem Gegner sei in seinen Augen kein neues Ereignis, welches ursächlich für die
fragliche Verletzung verantwortlich sei. Schon bei der Verletzung im November (recte:
Oktober) 2002 sei die kritische Situation im lateralen Meniskushinterhorn beschrieben
worden. Man habe dann aber die Grundsituation belassen in der Hoffung, dass ein
Grossteil dieser stossdämpfenden Meniskusanteile sich beim jungen Patienten
nochmals regenerieren könnten. Unter den starken Belastungen vom Fussball mit
Rotation sei leider die erhoffte Erholung des Gewebes nicht ganz eingetreten. Aus der
Literatur wisse man, dass Scheibenmenisken nach Teilresektion eine relativ schlechte
Langzeitprognose aufweisen würden (act. M 10). Dr. D._ stellte demgegenüber im
Bericht vom 19. November 2005 (act. M 11) den erneuten Riss im lateralen Meniskus
bei intramuralem Riss sowie Status nach Teilresektion wegen diskoider Verformung als
Verschlimmerung des Vorzustandes dar, womit der zuständige Versicherer des Unfalls
vom 27. August 2005 leistungspflichtig wäre. Im Bericht vom 12. Mai 2006 (act. M 12)
führte Dr. D._ weiter aus, dass die scheibenförmige Meniskusdeformation laut
medizinischer Literatur bedingt sei durch die kongenitale Verkürzung der nach
Wrisberg und Humphry benannten Ligamente (Bänder). Die mit dem Hinterhorn des
Aussenmeniskus verbundenen, gegenüber der Norm verkürzten Ligamente nach
Wrisberg und Humphry verhinderten die normalerweise stattfindende Bewegung des
Aussenmeniskus nach hinten bei der Beugung des Kniegelenks. Bei unbeweglichem
Aussenmeniskus springe der äussere Femurkondylus bei der Beugung des
Kniegelenks über das Hinterhorn. Oft sei dieser Vorgang begleitet von einem "Klick",
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der wahrgenommen werde und hörbar sein könne. Wegen der abnormen Fixation
seines Hinterhorns sei der unbewegliche Aussenmeniskus verletzlicher als ein
normaler, beweglicher Meniskus. Das Ereignis vom 23. Oktober 2002 habe beim
Beschwerdeführer bezüglich des scheibenförmig deformierten Aussenmeniskus einen
Vorzustand getroffen. Bei der bekannten Unfallanamnese müsse angenommen werden,
dass die im MRI vom 4. November 2002 dargestellten ödematösen Veränderungen im
hinteren Anteil des lateralen Tibiaplateaus nicht unfallbedingt, sondern durch das
Überspringen des lateralen Femurkondylus über das unbewegliche Hinterhorn des
Scheibenmeniskus verursacht gewesen seien. Der radikuläre Einriss des
Aussenmeniskus sei wahrscheinlich durch das unbewegliche Hinterhorn mitbedingt.
Bei der am 21. November 2002 ausgeführten Teilentfernung des Scheibenmeniskus sei
das Hinterhorn nicht entfernt worden. Die Ursache für weitere Verletzungen des
Restmeniskus, auch bei inadäquaten Krafteinwirkungen, sei somit belassen worden.
Das unbewegliche Aussenmeniskushinterhorn führe wahrscheinlich zu dem
aktenkundigen "Zwick" im rechten Knie bei Schussabgaben. Beim Unfall vom 27.
August 2005 habe der Beschwerdeführer wegen Schmerzen sein rechtes Knie nicht
mehr belasten können. Der arthroskopisch am 29. September 2005 nachgewiesene
Einriss des Aussenmeniskusrestes sei beim noch vorhandenen unbeweglichen
Aussenmeniskushinterhorn teilkausal zum Ereignis vom August 2005 und teilkausal
zum Vorzustand (Zustand vor dem 23. Oktober 2002). Der Vorzustand sei kongenital
bedingt und habe mit dem Ereignis vom 23. Oktober 2002 keinen Zusammenhang. Die
ab dem 27. August 2005 aufgetretenen Beschwerden und die nachfolgenden ärztlichen
Behandlungen stünden demzufolge mit dem Ereignis vom 23. Oktober 2002 in keinem
Kausalzusammenhang (act. M 12). Dr. C._ antwortete daraufhin mit Schreiben vom
29. Juni 2006, die detaillierten und sorgfältig gemachten Analysen von Dr. D._ könne
er nachvollziehen und ihnen beipflichten. Er denke, dass auch die daraus gezogenen
Schlüsse richtig seien, da sie sich auf gute Literaturangaben stützten. Man könne sich
aber auch genau so gut vorstellen, dass durch den Unfall vom 23. Oktober 2002 der
Aussenmeniskus beschädigt worden sei. Durch die Operation und die Teilresektion
werde dieses Organ in den mechanischen Eigenschaften verändert. Unter grosser
Belastung würde der Meniskus dann weiter einreissen und sei zu neuen Rissen
prädestiniert. Aus diesem Grund sei er nach wie vor der Meinung, dass vielleicht eine
zweite Expertenanalyse durchgeführt werden sollte, um die strittige Frage zu klären
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(act. M 13). Dr. D._ antwortete darauf mit Schreiben vom 24. Juli 2006, die
Vorstellung von Dr. C._, dass der discoide Aussenmeniskus durch den Unfall vom
23. Oktober 2002 geschädigt worden sei, könne richtig sein. Unbestritten sei, dass der
Scheibenmeniskus eine erhöhte Anfälligkeit auf Rissbildung zeige. Der
Scheibenmeniskus (Aussenmeniskus) habe laut Operationsbericht vom 21. November
2002 in der zentralen Fläche einen radiären Einriss aufgewiesen, der Innenmeniskus sei
als "Ganzes erhalten, glatt und unauffällig" beschrieben worden. Der scheibenförmige
Meniskus sei teilreseziert worden, d.h. es sei aus ihm ein dem normalen Meniskus
ähnlicher Meniskus geformt worden. Die kongenital bedingte erhöhte Anfälligkeit auf
Rissbildung sei dadurch reduziert und nicht erhöht worden. Belassen habe man das
wahrscheinlich rigid fixierte Aussenmeniskushinterhorn. Die infolge des Ereignisses
vom 27. August 2005 festgestellte komplexe Rissbildung im Aussenmeniskusrest sei
möglicherweise teilkausal zu der vorbestehenden diskoiden Fehlbildung
(Scheibenmeniskus), nicht aber zum Ereignis vom 23. Oktober 2002. Dr. C._ könne
sich zwar eine Kausalität vorstellen, begründe jedoch seine Vorstellung nicht.
Zusammenfassend sei damit festzuhalten, dass die im Anschluss an das Ereignis im
August 2005 aufgetretenen Beschwerden und die nachfolgende ärztliche Behandlung
in keinem Kausalzusammenhang zum Ereignis vom 23. Oktober 2002 stünden (act. M
14).
4.2 Aus den dargelegten medizinischen Akten ergibt sich zunächst, dass der
Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Unfalls vom 23. Oktober 2002 einen Vorzustand in
Form eines Scheibenmeniskus aufwies. Im Weiteren ist bekannt, dass das Vorderhorn
des lateralen Meniskus des Beschwerdeführers nach dem vorgenannten Ereignis einen
Riss aufwies. Eine Teilkausalität zwischen dem Unfallereignis vom 23. Oktober 2002
sowie dem in Folge des Unfalls vom 27. August 2005 festgestellten Riss kommt nur
dann in Frage, wenn die erste Rissbildung nicht allein auf den Vorzustand bzw. den
Scheibenmeniskus zurückzuführen ist, sondern zumindest teilkausal auch auf den
Unfall vom 23. Oktober 2002. Aufgrund der Aussagen von Dr. D._ sowie Dr. C._
kann eine solche Teilkausalität mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit bejaht werden. Der nach dem Unfall vom 27. August 2005
festgestellte zweite Riss kann sodann in demselben Sinn einzig dann als teilkausal zum
Unfall vom 23. Oktober 2002 betrachtet werden, wenn dieser wiederum eine Folge der
(teil-)kausalen Schädigung des Unfalls vom 23. Oktober 2002 oder dessen Restfolgen
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ist. Ist der zweite Riss hingegen nur (teil-)kausal zum Vorzustand, gilt es eine
Unfallkausalität zu verneinen. Von dieser Sachlage geht - nach Auffassung des
Gerichts zutreffenderweise - Dr. D._ aus, wobei er zusätzlich eine Teilkausalität zum
Unfall vom 27. August 2005 annimmt.
4.3 Wie bereits erwähnt, wurde anlässlich der Arthroskopie vom 21. November 2002
eine Teilresektion des Scheibenmeniskus durchgeführt und auf diese Weise
offensichtlich gerade auch der Riss im Aussenmeniskus behoben (vgl. dazu act. M 3).
Damit ist grundsätzlich von einer Heilung der Verletzung aus dem Unfall vom 23.
Oktober 2002 bzw. des Meniskusrisses auszugehen. Ein Rückfall im Sinn eines wieder
Aufflackern eines vermeintlich geheilten Leidens bzw. die Kausalität eines neu
festgestellten Risses zum Unfall vom 23. Oktober 2002 erscheint damit wenig
wahrscheinlich. Wird ein Meniskusriss durch Teilresektion beseitigt, vermag er
grundsätzlich keine Folgen mehr herbeizuführen. Zeigt sich im Anschluss an ein neues
Unfallereignis abermals ein Meniskusriss, ist dieser mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit der aktuellen unfallbedingten Belastung und/oder dem Vorzustand
in Form des Scheibenmeniskus oder einer Degeneration zuzuschreiben. Dass er eine
Verschlimmerung eines vorbestehenden bzw. belassenen unfallkausalen
Meniksusrisses darstellen würde, ist mit Blick auf die vorherigen Erwägungen
unwahrscheinlich und wird auch von Dr. C._ in keiner Weise geltend gemacht. Wie
von Dr. D._ festgestellt, kann sich Dr. C._ zwar eine Kausalität vorstellen. Seine
Schreiben enthalten indessen keinerlei Aussagen, von welchen sich eine Kausalität
zwischen dem Unfall vom 23. Oktober 2002 bzw. dessen Folge und dem lateralen
Meniskusriss, der nach dem Ereignis vom 27. August 2005 zu Beschwerden führte und
operativ beseitigt werden musste, ableiten liesse. Im obgenannten Sinn ist vielmehr
davon auszugehen, dass sich am 27. August 2005 eine dem 23. Oktober 2002
entsprechende Situation (Meniskusriss teilkausal zum Vorzustand sowie zum Unfall
vom 27. August 2005) eingestellt hat. Selbst Dr. C._ argumentiert eigentlich nur mit
dem Vorzustand in Form des Scheibenmeniskus. Dieser wurde zwar teilreseziert, d.h.
es wurde aus ihm ein dem normalen Meniskus ähnlicher Meniskus geformt. Laut
Dr. D._ wurde jedoch damit die Anfälligkeit auf Rissbildung fortan nicht gänzlich
ausgeschlossen, sondern lediglich reduziert. Insofern widerspricht seine
Kausalitätsbeurteilung unter anderem auch nicht dem Umstand, dass er den nach dem
Unfall vom 27. August 2005 festgestellten Meniskusriss als teilkausal zur
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vorbestehenden diskoiden Fehlstellung einstuft. Durch seine Aussagen,
Scheibenmenisken nach Teilresektion würden eine relativ schlechte Langzeitprognose
aufweisen, durch die Operation und die Teilresektion des Aussenmeniskus werde
dieses Organ in den mechanischen Eigenschaften verändert und unter grosser
Belastung reisse dann der Meniskus weiter ein und sei zu neuen Rissen prädestiniert,
wird dies gerade untermauert. Beim Beschwerdeführer spielte gerade die hierbei
ungünstige unfallfremde Situation mit, dass er - wie auch von Dr. C._ bemerkt - nach
der Treilresektion durch den Fussball fortdauernd Belastungen mit Rotation
unterworfen war. Im Fall des Beschwerdeführers trat nun trotz Teilresektion ein neuer
Meniskusriss auf. Hinzu kommt, dass man im Rahmen der Operation vom 21.
November 2002 die Situation im Bereich des lateralen Meniskushinterhorns belassen
hat, obwohl dadurch gemäss Ausführungen von Dr. D._ nach wie vor eine erhöhte
Verletzlichkeit gegenüber einem normal beweglichen Meniskus - offenbar auch im
Bereich des lateralen Meniskusvorderhorns - bestand. Dr. D._ legt ausführlich die
negative Wirkung eines mit einem Scheibenmeniskus verbundenen unbeweglichen
Aussenmeniskushinterhorns dar. Auch in diesem Sinn geht der Arzt
nachvollziehbarerweise nur von einer Kausalität zwischen dem Vorzustand sowie dem
nach dem Unfallereignis vom 27. August 2005 festgestellten Meniskusriss ohne
Beteilung des Unfallereignisses vom 23. Oktober 2002 aus. Der vor dem Ereignis vom
27. August 2005 aufgetretene aktenkundige "Zwick" im rechten Knie bei der
Schussabgabe ist gemäss Dr. D._ ebenfalls auf das unbewegliche
Aussenmeniskushinterhorn zurückzuführen bzw. stellt keine Restfolge des
Unfallereignisses vom 23. Oktober 2002 dar. Die Aussage von Dr. C._, bei der
Schussabgabe komme es zu einer maximalen Kompression des lateralen Vorderhorns
mit entsprechendem Schmerz steht damit in keinem Widerspruch. Abgesehen davon
ist das "Zwicken" erst zwei Jahre nach dem Unfall vom 23. Oktober 2002 aktenkundig.
Während einer solchen Zeitdauer kann sich vom degenerativen Standpunkt aus viel
entwickeln, was ganz allgemein gegen eine unfallkausale Komponente spricht. So
zeigten sich denn auch beim Beschwerdeführer anlässlich einer im September 2004
durchgeführten MRI-Untersuchung eindeutige intramurale Veränderungen am lateralen
Meniskusvorderhorn.
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die obigen Erwägungen allesamt einen
Zusammenhang mit dem Vorzustand des Scheibenmeniskus, jedoch nicht mit dem
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Unfall vom 23. Oktober 2002 aufzeigen. Die entsprechende Kausalitätsbeurteilung von
Dr. D._ sowie die dazu angeführten medizinischen Zusammenhänge sind
einleuchtend und die Schlussfolgerungen sind ausführlich begründet und
nachvollziehbar (vgl. dazu BGE 125 V 353 E. 3a). Das Gleiche wird im Übrigen auch
von Dr. C._ anerkannt. Er bestätigt sogar die Richtigkeit der von Dr. D._ gezogenen
Schlüsse, betrachtet aber die gegenteilige Beurteilung als ebenso vorstellbar. Diese
Feststellung genügt indessen dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nicht (vgl. dazu BGE 129 V 181, 119 V 338 und 118 V 289). Die Beurteilung von Dr.
D._ beruht auf einer Würdigung der vorhandenen Akten sowie auf einer zusätzlichen
persönlichen Untersuchung des Beschwerdeführers. Es bestehen keine Anhaltspunkte,
welche begründete Zweifel an ihr aufkommen lassen würden. Dementsprechend kann
ohne weiteres auf seine Beurteilung bezüglich der Kausalität zwischen dem
Unfallereignis vom 23. Oktober 2002 und den ab dem Unfallereignis vom 27. August
2005 aufgetretenen Beschwerden und die nachfolgende ärztliche Behandlung
abgestellt werden. In Anbetracht des vorliegenden Beweisergebnisses braucht kein
Obergutachten eingeholt werden, da von weiteren medizinischen Abklärungen keine
neuen Erkenntnisse zu erwarten sind, die an der klaren Beweislage noch etwas zu
ändern vermöchten (antizipierte Beweiswürdigung: Ueli Kieser, Das
Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, Zürich 1999, S. 212, Rz 450; Kölz/
Häner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl. Zürich
1998, S. 39, Rz 111, und S. 117, Rz 320; Fritz Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2.
Aufl. Bern 1983, S. 274). Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang muss
unter diesen Umständen nicht mehr geprüft werden.
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen sind die Beschwerden gegen den
Einspracheentscheid vom 22. August 2006 abzuweisen. Kosten sind keine zu erheben
(Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG