Decision ID: 5f853531-f9ad-4433-8849-57c2a0380787
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1963
,
war als Ernährungsberaterin bei der
A._ G
mbH zuletzt seit dem 1. Juli 2013
in der Funktion als Geschäftsführerin und leitende Ernährungsberaterin,
tätig
(vgl. Urk. 6/6/1-3, Urk. 6/7 Ziff. 5.4)
,
als sie sich am 23. September 2015 unter Hinweis auf eine Polyneuropathie der rechten Körperseite und ”24 Stunden Schmerzen”, beginnend drei Tage nach einer Operation der Halswirbelsäule (HWS),
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
meldete (Urk. 6/7 Ziff. 6.2-3
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbl
iche Situation ab, zog Akten des Krankentaggeld
versicherers bei (Urk. 6/23, Urk. 6/43) und holte bei der B._ AG
ein polydiszip
linäres Gutachten ein, das am 17. Juli 2017 erstattet wurde (Urk. 6/82, Urk. 6/84, Urk. 6/86)
.
Am 18. September 2017 beantwortete der psychiatrische Teilgutachter der B._ die von der IV-Stelle mit Schreiben vom 1. September 2017 (Urk. 6/88) gestellten Ergänzungsfragen (Urk. 6/90).
Nach durch
geführt
em
Vorbescheidverfahren
(Urk. 6/91
;
Urk. 6/96, Urk. 6/99
) verneinte
die IV-Stelle mit Verfügung vom 28. Februar 2018 einen Rentenanspruch (Urk. 6
/102
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am 5. April 2018
Beschwerde gegen die Verfügung vom
28. Februar 2018
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr eine Invalidenrente nach dem Bundes
gesetz über die Invalidenversicherung (IVG) zuzusprechen (Urk. 1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantra
gte mit Beschwerdeantwort vom 14. Mai 2018
(
Urk. 5
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde
der Beschwerdeführerin am 9. Juli 2018 zur Kenntnis gebracht (Urk. 7
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vo
r
aus (
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2,
141 V 281 E. 2.1
, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren,
die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder
äusserer
Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141
V
281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundes
gerichts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1).
Die Anerkennung eines rentenbegrün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl.
BGE 144 V 50 E. 4.3
).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Ja
nuar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im
Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281)
hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
-
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich
entscheidend
ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5. März 2018 E. 7.4).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (Urk. 2) damit, d
ie Beschwer
deführerin sei
seit Juni 2015
in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Die aus psychiatrischer Sicht attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50
%
sei angesichts der vielen Akt
ivitäten im Privatleben
nicht nachvollziehbar. Hingegen sei nachvoll
ziehbar, dass aus neurologischer Sicht in der bisherigen Tätigkeit als Ernährungs
beraterin eine Arbe
itsunfähigkeit von 20 % bestehe (S. 1 f.).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (Urk. 1) geltend, dass das
Gutachten
der B._
die Anforderungen a
n eine beweiskräftige Expertise erfülle, und dass die
Beurteilung überdies anhand der Indikatoren nach BGE 141 V 281 erfolgt
sei
. Es sei daher unzulässig
,
noch einmal eine Ressourcen
-
prüfung durchzuführen. Sofern das Gutachten nicht
als beweiskräftig angesehen werde
, hätte ein neues durchgeführt werden müssen
(S. 6 f. Ziff. 15-18, S. 7 f. Ziff. 20)
.
Die vom Kundenberater vorgenommene Ressourcenprüfung sei unvoll
ständig (S. 8 ff. Ziff. 22-32). Die Würdigung der Indikatoren nach BGE 141 V 281 ergebe keine vom Gutachten abweichende Beurteilung ihrer Arbeitsfähigkeit. Nach Vornahme eines
Prozentvergleich
es
resultiere ein
Anspruch auf eine halbe Invalidenrente
(S. 13 Ziff. 33)
.
2.3
Strittig un
d zu prüfen ist der Anspruch der
Besc
hwerdeführerin auf eine Inva
lidenrente
.
3.
3.1
Dr. C._, Fachärztin für Anästhesiologie, Wirbelsäulen- und Schmerz-Clinic, Klinik D._, stellte in ihrem Bericht vom 23. Oktober 2015 (Urk. 6/25) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
Status nach Mikrodiskektomie C5/6 mit Bandscheibenprothese Juni 2012
-
seither neuropathische Schmerzen dominant rechter unterer Quadrant unterhalb Th8 mit ausgeprägter
Allodynie
Fuss rechts und Knie rechts
-
depressive Episoden
-
Migräne
-
Restless-Leg-Syndrom
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie einen Status
nach Roux-Y-
Gastric
Bypass im Jahr 2013 sowie eine Psoriasis (Ziff. 1.1).
Dr. C._ führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit dem 18. August 2014 bei ihr in Behandlung, und die letzte Kontrolle sei am 12. Oktober 2015 erfolgt (Ziff. 1.2).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsunfähig
keit von 40
%
, wobei diese immer zwischen 20
%
und 50
%
variiere
(Ziff. 1.6). Die Arbeitsfähigkeit sei durch die Schmerzen und die chronische
Müdig
keit sowie durch die Depression und Wortfindungsstörungen eingeschränkt
. Die Beschwerdeführerin könne die Arbeit nur noch etwa zu 50 % ausführen (Ziff. 1.7).
Vielleicht sei es möglich, dass sie in ein bis zwei Jahren zu 60
%
arbeitsfähig
sei (Ziff. 1.9).
3.2
Dr. E._, Leitender Oberarzt Neurologie, Klinik F._, stellte in seinem Bericht vom 13. Januar 2016 (Urk. 6/52/8-9) folgende Diagnose (S. 1):
-
chronische Schmerzsymptomatik mit Sensibilitätsstörung
Hemithorax
rechts, Bein rechts und Hand links unklarer Ätiologie
-
anamnestisch postoperativ neu aufgetreten nach Dekompression und
Bandscheibenprothesen-Implantation Juni 2012 bei
zervikoradiku
lärem
Reiz- und Ausfallsyndrom links
-
wiederholt normale elektrophysiologische und klinisch-neurologische Untersuchung (zuletzt 11. Januar 2016)
-
Differenzialdiagnose somatoforme Störung
-
Teilwirkung unter schmerzdistanzierender Basistherapie sowie Infu
sions
behandlung (Dr. med. C._).
Dr. E._ führte aus, die klinisch-neurologische Untersuchung sei hinsichtlich einer
myelären
wie auch peripheren neurologischen Ausfallsymptomatik im Ver
gleich zur Voruntersuchung von 2013 bis auf die von der Patientin angegebenen
Fühlstörungen unverändert normal ausgefallen. Elektrophysiologisch bestehe eben
falls ein altersentsprechender Befund mit einzig leichtgradiger Amplituden
minderung der
Suralis
-Neurographie beidseits (Differenzialdiagnose beginnende sensible Polyneuropathie). Zur Komplettierung der Elektrophysiologie werde noch eine
somato
-sensibel evozierte Potenziale des
Nervus
medianus und
Tibialis
im Seitenvergleich veranlasst (S. 2 unten).
3.3
Dr. G._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
H._ GmbH
, stellte in seinem Bericht vom 4. April 2016 (Urk. 6/
36) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.2):
-
Status nach bariatrischer Korrekturchirurgie mit therapieresistenter Nausea
, bestehend seit Dezember 2013
-
Status nach Wirbelsäulenoperation, bestehend seit Juni 2012
-
komplexe chronische Schmerzproblematik
-
reaktive Depression, Status nach Burn-out
Dr. G._ führte aus, seit dem letzten Bericht hätten sich die Befunde nicht verändert (Ziff. 1.3). Die letzte Kontrolle sei am 22. März 2016 erfolgt (Ziff. 3.1). Die Beschwerdeführerin sei in ihrer angestammten Tätigkeit als Ernährungs- und Diabetesberaterin nach wie vor zu 50 % arbeitsunfähig (Ziff. 2.1). Es bestehe keine Belastbarkeit für Massnahmen der Wiedereingliederung im Umfang von zwei Stunden pro Tag (Ziff. 4.2).
3.4
Dr. I._, Neuropsychologe und Psychotherapeut FSP, stellte in seinem Bericht vom 2. Juli 2016 (Urk. 6/51) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
chronische Schmerzen im Rücken (rechter unterer Quadrant)
-
chronische Schmerzen Hand links nach Mikrodiskektomie Th5/6 mit Band
scheibenprothese Juni 2012
-
Status nach LAP
Swedish
Adjustable
Gastric
Band
(SAGB) 1997 und diversen
Reoperationen
bis 2013
Dr. I._ führte aus, diese verschiedenen Schmerzen seien inzwischen chronifiziert, so dass
sie ein eigenständiges Krankheitsbild darstellten, ICD-10 F45.41 (
Ziff. 1.1). Die Beschwerdeführerin sei seit dem 22. Mai 2015 bei ihm in Behandlung, und die letzte Kontrolle sei am 10. Juni 2016 erfolgt (Ziff. 1.2). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Ernährungsberaterin in der Praxis für Adi
positas-Beratung unter anderem in
leitender Funktion, bestehe eine Arbeits
unfähigkeit von 50
%
(
Ziff.
1.6).
Es bestünden chronische körperliche Schmerzen, welche die Leistungsfähigkeit einschränkten, sowie massive Schlafstörungen, die eine adäquate Erholung verunmöglichten. Geistig bestünden Einschränkungen der Aufmerksamkeit und der Konzentration, welche die geistige Leistungs
fähig
keit zeitlich limitierten. Psychisch bestünden keine Einschränkungen. Die aktuelle Tätigkeit sei momentan sehr gut angepasst. Die Patientin könne auf enormes Wissen und Erfahrung zurückgreifen, die Arbeit verlaufe in gewohnten struktu
rellen Abläufen, und die leitenden Funktionen seien bis auf weiteres auf das Minimum reduziert (Ziff. 1.7). Dr. I._ führte aus, es finde eine Schmerz-psychotherapie mit wöchentlichem bis 14-tägigem Termin statt (Ziff. 1.5)
3.5
Dr. C._ führte in ihrem Bericht vom 25. Oktober 2016 (Urk. 6/65) aus, dass keine wesentliche Veränderung zum IV-Bericht vom 23. Oktober 2015 bestehe. Die Schmerzen im rechten Bein seien eher zunehmend. Es bestehe weiter
hin eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % (Ziff. 1.1).
3.6
Am 17. Juli 2017 erstatteten die Gutachter der B._ das von der Beschwer
de
gegnerin veranlasste polydisziplinäre Gutachten (Urk. 6/84/1-39). Die Gutachter stellten zusammenfassend folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (S. 36 Ziff. 5.3.1):
-
persistierende diffuse Sensibilitätsstörungen des
Hemithorax
rechts, der rechten unteren Extremität
-
Status nach ventraler Diskektomie C5/6 mit Implantation einer Band
scheibenprothese am 12. Juni 2012 bei
zervikoradikulärem
C6-Reiz- und Defizitsyndrom links, bei Diskushernie C5/6
-
undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.1)
-
rezidivierende depressive Störung, larviert,
somatisiert
(ICD-10 F33.8)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie einen Nikotinkonsum, eine Psoriasis
vulgaris
ohne Anhalt für eine Psoriasis Arthritis sowie eine
Dysthymia
, ICD-10 F34.1 (S. 36 Ziff. 5.3.2).
Die Gutachter führten aus, es lägen keine offensichtlichen Wechselwirkungen zwischen den Diagnosen vor. Die
hemikorporelle
Sensibilitätsstörung könne im Rahmen der undifferenzierten Somatisierungsstörung gesehen werden (S. 36 Ziff. 5.3.3).
Zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit und in einer Verweistätigkeit führten die Gutachter aus, es bestehe aus neurologischer Sicht eine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit von 20 % und aus psychiatrischer Sicht eine von 50 %. Daraus ergebe sich aus interdisziplinärer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten und in einer Verweistätigkeit von 50 %. Dabei gelte das seitens des psychiatrischen Teilgutachters geäusserte Fähigkeitsprofil.
Die Gutachter führten aus, eine retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ohne die begutachtete Person früher auch selber untersucht zu haben, sei rein speku
lativ, was abgelehnt werde. Somit gelte die aktuell attestierte Arbeitsun
fähigkeit ab Datum der Begutachtung. Aus pragmatischen Gründen werde emp
fohlen, die früheren Bemessungen der Arbeitsfähigkeit respektive Arbeitsunfähig
keit zu übernehmen (S. 38 f. Ziff. 5.7.1).
3.7
Ergänzend führte der psychiatrische Teilgutachter der B._ auf Anfrage der Beschwerdegegnerin vom 1. September 2017 (vgl. Urk. 6/88) in seiner Stellung
nahme vom 18. September 2017 (Urk. 6/90) aus, die Einschränkung der Arbeits
fähigkeit beruhe bei der Versicherten nicht allein auf einer Diagnose aus dem depressiven
Formenkreis. Zusätzlich sei eine undifferenzierte Somatisierungsstö
rung diagnostiziert worden. Diese zeichne sich nicht unbedingt und eindeutig im psychischen Befund und insbesondere nicht in der Hamilton Depressionsskala ab. Die noch bestehende depressive Störung im Zusammenhang mit der Diagnose aus dem somatoformen Diagnosespektrum bedinge die Einschränkungen der Arbeits
fähigkeit.
Da depressive Diagnosen prinzipiell behandelbar seien und eine gute Prognose hätten, sei anzunehmen, dass bei konsequenter Behandlung ein weiterer Rück
gang der depressiven Symptomatik bei der Versicherten zu erzielen sei, so dass dann noch eine weitere Besserung und eine Steigerung der Leistungs- und Belastungsfähigkeit und damit der Arbeitsfähigkeit zu erwarten sei. Daher sei im Gut
achten die Einschränkung auf die nächsten 12 bis 24 Monate begrenzt worden. Danach sollte eine Wiedervorstellung der Versicherten stattfinden. Insgesamt erscheine die Prognose noch als günstig, so dass nach dem Zeitraum eine Steige
rung der Arbeitsfähigkeit anzunehmen sei (S. 2).
3.8
J._, Facharzt für Arbeitsmedizin, Regionaler Ärztlicher
Dienst (RAD), führte in seiner Stellungnahme vom 4. Oktober 2017 (Urk. 6/95/7-8)
aus, dass das Gutachter der B._ vom 17. Juli 2017 die Anforderungen an eine beweiskräftige Expertise erfülle, weshalb darauf abgestellt werden könne. Die bisherige Tätigkeit sei als angepasste Tätigkeit anzusehen. Weitere Angaben zum Belastungsprofil erübrigten sich. In der bisherigen Tätigkeit als Diät-Assistentin bestehe seit etwa Juni 2015 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Unter den angege
benen Therapiemassnahmen sei von einer Besserung des Gesundheitszustandes inner
halb der nächsten 12 bis 24 Monate und mit überwiegender Wahrschein
lichkeit von einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit von mehr als 20 % auszugehen. Eine erneute psychiatrische gutachterliche Abklärung werde zu diesem Zeitpunkt empfohlen.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging nach eigens vorgenommener Ressourcenprüfung davon aus, dass von Seiten der durch den psychiatrischen Teilgutachter der B._ diagnostizierten undifferenzierten Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.1) und der rezidivierenden depressiven Störung, larviert,
somatisiert
(ICD-10 F 33.8), keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit resultierten (vgl. vorstehend E. 2.1 und Urk. 6/95/9-10, Urk. 6/100/2).
4.2
Geht es um psychische Erkrankungen wie eine anhaltende somatoforme Schmerz
störung, ein damit vergleichbares psychosomatisches Leiden oder depressive Störungen leicht- bis mittelgradiger Natur (BGE 143 V 409 und BGE 143 V 418),
sind für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren beacht
li
ch, di
e - unter Berücksichtigung leis
tungshindernder
äusserer
Belastungsfak
toren
einerseits und Kompensationspo
tentialen (Ressourcen) anderseits
–
erlau
ben, das
tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (vgl. vorstehend E. 1.3-4
).
Gemäss
altem Verfahrensstandard
eingeholte Gutachten verlieren nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen ent
scheidend, ob ein
abschliessendes
Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrund
-
lagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 281 E. 8; Urteil des Bundesgerichts 9C_790/2017 vom
24. Januar 2018 E. 2.1.1).
Die
juristische Anspruchsprüfung
ist
in jedem Fall Aufgabe des Rechtsanwenders (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_154/2016 vom 19. Oktober 2016 E. 4.1).
4.3
Soweit im psychiatrischen Teilgutachten der B._ (vgl. Urk. 6/84/82-103) auf
grund der gestellten Diagnosen einer
undifferenzierten Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.1) und
einer
rezidivierenden depressiven Störung, larvie
rt,
soma
ti
siert
(ICD-10 F 33.8) eine generelle 50%ige Arbeitsunfähigkeit ab Zeitpunkt des Gutachtens attestiert wurde (vgl. vorstehend E. 3.6-7), fehlt ein Bezug zu den tatsächlich vorhandenen funktionellen Einschränkungen der Beschwerdeführerin respektive zum Schweregrad der gestellten Diagnosen, welche die attestierte gene
relle Arbeitsunfähigkeit von 50 % nachvollziehbar machen würden.
So ist die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades nur zulässig
, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage
sich
im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei
nachweisen lassen (vgl. vorstehend E. 1.3-4). Auch die im Rahmen der interdisziplinären Beurteilung von den Gutachtern der B._ getätigten Ausführungen zum Gesundheitsschaden, welche sich darin erschöpfen, dass die Befunde in ihrer Gesamtheit mittelgradig ausgeprägt seien (vgl. Urk. 6/84/1-39 S. 32 Ziff. 5.1.2), lassen keine Rückschlüsse zu.
Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der psychiatrischen Exploration ausgeführt hatte, dass sie
an körperlichen Schmerzen und damit verbundenen Einschränkungen sowie an einer ausgeprägten Insomnie leide
(vgl. Urk. 6/84/82-103 S. 18 Ziff. 2.4), welches so auch aus den Berichten von Dr. C._ vom
Oktober 2015 (vgl. vorstehend E. 3.1) und vom
behandelnden Psychologen Dr.
I._
vom Juli 2016 (vgl. vorstehend E. 3.
4) hervorgeht, hätten sich Ausführungen z
um
Ausmass
der funktionellen Einschrän
kungen
bei der konkret ausgeübten Tätigkeit aufgedrängt. Weitgehend ungeklärt gebliebenen ist auch der Umstand, weshalb es bei im Juni 2012 stattgefundener
HWS-Operation, welche die Beschwerdeführerin als Ausgangspunkt ihrer Kranken
- und Leidensgeschichte sieht (vgl. Urk. 6/84/82-103 S. 8 Ziff. 2.1), erst im Jahr 2015 zu Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit kam, nachdem die Beschwerde
führerin, wie sie ausgeführt hatte, an sechs Tagen die Woche 10 bis 12 Stunden gearbeitet habe und zwischenzeitlich noch per 1. Juli 2013 zur Geschäftsführerin und leitenden Ernährungsberaterin befördert worden ist (vgl. Urk. 6/84/82-103 S. 9 oben, Urk. 7/6/1-3).
Die von der Beschwerdeführerin geklagte Minderung der Konzentration (vgl. Urk. 6/84/82-103 S. 9 oben, Urk. 6/84/1-39 S. 23 Ziff. 2.1.9-2.1.10) konnte anlässlich der objektiven Befunderhebung durch den psychiatrischen Teilgut
achter der B._ nicht bestätigt werden. Weiter wurden Aufmerksamkeits- und Merkfähigkeitsprobleme verneint, ebenso Anhaltspunkte für formale oder inhalt
liche Denkstörungen. Auch die Affektivität wurde als stabil und situationsadä
quat befunden, jedoch zum depressivem Pol verschoben. Der Antrieb sei nicht reduziert gewesen
(vgl. Urk. 6/84/82-103 S. 17).
Bei dieser weitgehend unauffälligen objektiven Befundlage lassen sich
die Ausführungen des psychiatrischen Teilgutachters der
B._
, dass die undifferen
zierte Somatisierungsstörung die Beschwerdeführerin
in
ihrer Teilhabe ein
schränke und zu einer Minderung ihrer Leistungs-, Belastungs
-
und Arbeits
fähigkeit führe
(vgl.
Urk.
6/84/82-103 S. 19 Mitte)
,
nicht nachvollziehen.
Auch die mittels
Mini-I
CF-App festgestellten
leicht ausgeprägten Beeinträchtigungen der Proaktivität
,
Spontanaktivität,
der
Widerstands- und Durchhaltefähigkeit sowie
der
Selbstbehauptungsfähig
keit sowie die i
m Bereich der Fähigkeit zu dyadischen Beziehungen
festgestellten
mässig
bis erheblich ausgeprägte
n
Beein
trächtigungen (vgl.
Urk.
6/84/82-103
S. 18 Ziff. 2.3.1) vermögen eine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit um 50 % nicht zu erklären.
Rückschlüsse auf die Schwere und das
Ausmass
des Krankheitsgeschehens lassen sich auch nicht den ergänzenden Ausführungen vom September 2017 (vgl. vor
stehend E. 3.7) entnehmen.
Was den Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
beziehungs
weise den Verlauf und den Ausgang von Therapien als wichtige Schweregrad
indikatoren
anbelangt,
lässt sich dem psychiatrischen Teilgutachten der B._ zwar entnehmen, dass grundsätzlich von einem gut therapierbaren Leiden auszu
gehen sei, und dass Optimierungsspielraum hinsichtlich der Einnahme von Psy
chopharmaka und der
Therapiemassnahmen
an sich bestehe (vgl. Urk. 6/84/82-103
S.
21 Ziff. 2.8, vorstehend E. 3.7).
Ins Gewicht fällt vorliegend jedoch der Um
stand, dass die Beschwerdeführerin seit der seit März 2015 bestehenden Arbeits
unfähigkeit
mehrfach
versucht hat, das
Pensum um 10
% zu steigern, was, wie sie anlässlich der neurologischen Begutachtung am B._ ausführte, nach rund 10 Tagen infolge Erschöpfung gescheitert sei (vgl. Urk. 6/84/42-64 S. 16 Mitte, S. 17 Mitte, vgl. auch Urk. 6/4 Ziff. 1, Urk. 6/23/11, Urk. 6/38).
Vorliegend ist der Beschwerdegegnerin zwar beizupflichten, dass durchaus ge
wichtige persönliche Ressourcen bei der Beschwerdeführerin bestehen. So geht sie nach wie vor, zwar in reduziertem Pensum, einer Erwerbstätigkeit nach und besucht einmal im Monat den Samariterverein (Urk. 6/84/82-103 S. 15 unten). Zudem war es ihr möglich, im Dezember 2016 Australien zu bereisen und ihre Terrasse in einen Garten umzubauen, welchen sie zur Selbstversorgung nutzt. Auch verfügt die Beschwerdeführerin durchaus über Freunde, die ihre Situation verstehen (vgl. Urk. 6/84/1-39 S. 21 oben).
Bei den, wie ausgeführt, nur unzureichenden Ausführungen zu den Funktions
ein
schränkungen lässt sich jedoch nicht einfach durch Aufzählen lediglich der posi
tiven Ressourcen ein aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht bedeut
sa
mer Gesundheitsschaden verneinen.
So liegen durchaus auch ressourcenhemm
en
de Aspekte vor, welch entsprechend zu würdigen sind. So führte die Beschwerde
führerin anlässlich der Begutachtung auch aus, dass es häufig Zeiten gebe, an denen sie alltägliche Verrichtungen, wie etwa den Haushalt, nicht mehr bewäl
tigen könne. Durch die Erkrankung und die damit verbundene Einschränkung habe sie auch einen Teil ihrer Kollegen und Freunde ihres sozialen Netzes ver
loren, es seien nur wenige geblieben (vgl. Urk. 6/82-103 S. 11 Mitte).
Eine tat
sächliche Würdigung der verschiedenen Ressourcen und auch der ressourcen
hemmenden Aspekte nahm
der psychiatrische Teilgutachter der B._ dann nicht vor, sondern hielt lediglich fest, dass gegenwärtig eher wenig Ressourcen vorhanden seien (Urk. 6/84/82-103 S. 21 oben).
Zusammenfassend lässt das psychiatrische Teilgutachten der B._, wie auch das gesamte Gutachten an sich, keine schlüssige Überprüfung der tatsächlich noch vorhandenen Leistungsfähigkeit anhand der Standardindikatoren zu.
4.4
Weiter erweist sich auch das neurologische Teilgutachten der B._ hinsichtlich der attestierten Arbeitsunfähigkeit von 20 % als nicht schlüssig. So konnte der neurologische Teilgutachter der B._, wie bereits Dr. E._ in seinem Bericht vom Januar 2016 (vgl. vorstehend E. 3.2),
keine das
von der Beschwer
de
führerin geklagte Beschwerdebild erklärenden Befunde feststellen (vgl. Urk. 6/84/42-64
S. 21
Ziff.
3 oben
, S. 23 oben
)
. Weiter wurde
in der interdis
ziplinären Beurteilung zu den Wechselwirkungen der Diagnosen
ausgeführt
,
die
hemikorporelle
Sensibilität
sstörung könne im Rahmen der undifferenzierten Somatisierungsstörung gesehen werden (vgl.
Urk.
6/84/82-103 S. 36
Ziff.
36). Weshalb dann aus neurologischer Sicht
eigenständig
eine Arbeitsunfähigkeit von 20
%
attestiert w
urde, ist nicht nachvollziehbar.
4.5
Da vorliegend eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % ab 19. März 2015 dokumentiert ist (vgl. Urk. 6/1/4-6), wobei dies zur Eröffnung der Wartezeit genügt (vgl. Meyer, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014, Art. 28 N. 32), beginnt das Wartejahr im März 2015 zu laufen und nicht, wie die Beschwer
de-gegnerin ausführte, im Juni 2015 (vgl. vorstehend E. 2.1). Unter Berücksichtigung der Anmeldung zum Leistungsbezug der Beschwerdeführerin vom September
2015 (vgl. Urk. 6/7) beginnt damit der rentenrelevante Zeitraum ab März 2016
. Da diesbezüglich lediglich Berichte der behandelnden Ärzte vorliegen (vgl. vor
steh
end E. 3.3-5), deren Ausführungen
aufgrund ihrer
auftragsrechtliche
n
Vertrau
ens
stellung
mit einer gewissen
Zurückhaltung
zu würdigen sind (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc),
wäre es an den beauftragten Gutachtern der B._ gewesen, auszuführen, ob sich die attestierten Arbeitsunfähigkeiten als plausibel erweisen oder nicht. Es geht nicht an, dass beauftragte Gutachter, wie vorliegend, eine rückwirkende Stellungnahme verweigern (vgl. vorstehend E. 3.6), geht es doch auch um die Feststellung allfälliger rückwirkender oder befristeter Ansprüche der Versicherten.
4.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide
zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrele
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Vorliegend
ergibt sich, dass ein
abschliessender
materieller Entscheid gestützt auf die vorhandenen medizinischen Akten nicht möglich ist. Die vorhandenen medi
zinischen Unterlagen erlauben, wie dargelegt, keine zuverlässige Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit im nunmehr anzuwendenden strukturierten Beweisverfahren nach
BGE 141 V 281.
Mangels genügender und nachvollziehbarer Angaben zu den
gemäss
der Rechtsprechung zu beachtenden Indikatoren erweist sich eine Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit beziehungsweise des tatsächlich noch erreich
ba
ren restlichen Leistungsvermögens
der Beschwerdeführerin im rentenrele
vanten Zeitraum ab März 2016
anhand der Indikatoren im Sinne der Rechtsprechung vorliegend als unmöglich.
Weiter ist hinsichtlich der von der Beschwerdegegnerin vorzunehmenden Sach
verhaltsabklärung zu bemängeln, dass auf das Einholen eines Arbeitgeber
berichtes verzichtet worden ist. Damit fehlen wichtige Angaben zur Tätigkeit der Beschwerdeführerin vor und nach Eintritt des Gesundheitsschadens.
So führte die Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung am
B._
aus, dass sie zwischen
zeitlich die Geschäftsführung und Leitung
der H._ GmbH habe
abgeben müssen und nun mit einem Pensum von 40
%
an ein Start-up Unternehmen
(K._
) mit Sitz in Zürich ausgeliehen sei (vgl.
Urk.
6/84/1-39 S. 25
Ziff.
2.5). Insbesondere auch im Rahmen der rechtspre
chungs
gemäss erforderlichen Ressourcenprüfung wäre es wichtig zu wissen, mit was für einer Tätigkeit die Beschwerdeführerin ihre Arbeit
sfähigkeit noch ver
wertet.
4.7
Aufgrund des Gesagten fehlt es vorliegend an einer verlässlichen fachärztlichen Beurteilung des Gesundheitszustan
des und der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerde
führerin
und damit an der Grundlage für einen Entscheid.
Weiter fehlt es an genügenden Abklärungen hinsichtlich der Arbeitssituation der Beschwerde
füh
rerin vor und nach Eintritt des Gesundheitsschadens.
Zur Beurteilung
ihrer
invalidenversicherungsrechtlichen Ansprüche bedarf es daher zunächst zusätzlicher medizinischer Grundlagen im Sinne eines erneuten p
olydisziplinären
Gutachtens, welches sic
h zu den offenen Fragen
äussert
, sowie ergänzender Arbeitgeberberichte.
Die angefochtene Verfügung vom 2
8
.
Februar 2018
(Urk. 2) ist folglich aufzu
heben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen im Sinne der Erwä
gungen und zu
erneutem Entschei
d über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (B
GE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses und beim
massgebenden
Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüg
lich Mehrwertsteuer) auf Fr. 2‘1
00.-- (inklu
sive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen
.