Decision ID: 8fed4d2f-b0f2-5c31-b441-4c05c085ab3a
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich, nach einer Anmeldung zur
Früherfassung im Februar 2008 (IV-act. 1), im März desselben Jahres wegen starker
Rückenschmerzen zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act.
4). Zuletzt arbeitete sie bis 12. November 2007 als Produktionsmitarbeiterin bei der
B._ AG (IV-act. 4-6 f.). Das Arbeitsverhältnis wurde per Ende Oktober 2009 beendet
(IV-act. 61).
A.b Nach Einholung mehrerer Arztberichte (vgl. insbesondere IV-act. 25 f.) hatte die IV-
Stelle im Juni 2008 eine ambulante medizinische Begutachtung (rheumatologisch-
internistisch, psychiatrisch, neurologisch, inkl. Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit) in der Klinik Valens veranlasst (IV-act. 34, 41). Das Gutachten war
am 27. März 2009 ergangen (IV-act. 47). Die Ärzte hatten mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom links, eine einfache
Migräne mit möglicher Aura, eine Anpassungsstörung mit überwiegend gemischter
Störung von Gefühlen sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
diagnostiziert (IV-act. 47-21) und waren zusammengefasst zum Schluss gekommen,
dass von einer 70%-igen Arbeitsfähigkeit der Versicherten in einer leichten bis
mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit, wobei sich die quantitative
Einschränkung von 30% aus den psychiatrisch bedingten Konzentrationsstörungen
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und der Verlangsamung des Arbeitsablaufs ergebe, auszugehen sei (IV-act. 47-28).
Gestützt auf diese Einschätzung hatte die IV-Stelle mit Verfügung vom 10. Juni 2009
bei einer Arbeitsunfähigkeit von 30% und einem Invaliditätsgrad von 26% einen
Rentenanspruch der Versicherten abgelehnt (IV-act. 57). Diese Verfügung war
unangefochten in Rechtskraft erwachsen.
B.
Im September 2011 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug bei der IV
an (IV-act. 58). Auf dieses Begehren trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 31. Oktober
2011 nicht ein. Zur Begründung führte sie aus, dass mit dem neuen Gesuch nicht
glaubhaft dargelegt worden sei, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten
Verfügung wesentlich verändert hätten (IV-act. 67). Auch diese Verfügung blieb
unangefochten.
C.
C.a Am 6. Mai 2013 meldete sich die Versicherte wegen Migräne, einem
Bandscheibenvorfall und Depressivität erneut zum Leistungsbezug bei der IV an (IV-
act. 75) und reichte anschliessend einen Bericht des Psychiatrischen Zentrums,
Tagesklinik C._, vom 30. Mai 2013 ein (IV-act. 83). Die IV-Stelle ersuchte in der Folge
um weitere Berichte der behandelnden Ärzte (IV-act. 85 f., 98).
C.b Med. pract. D._, Oberärztin des erwähnten Psychiatrischen Zentrums, in deren
tagesklinischer Behandlung die Versicherte von Januar bis Juli 2012 sowie von
Dezember 2012 bis Mai 2013 stand, diagnostizierte mit Bericht vom 24. Juli 2013 eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode ohne
psychotische Symptome, eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen
emotional instabilen, histrionischen Zügen und ein chronisches lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit progredienten Diskopathien der Segmente L3/4 und L4/5,
weniger auch L5/S1. Die Versicherte sei aktuell nicht arbeitsfähig (IV-act. 87). Dr. med.
E._, Allgemeine Innere Medizin FMH, Hausärztin, attestierte der Versicherten mit
Bericht vom 26. August 2013 bei diagnostizierter "Kränkung" zwar Auswirkungen auf
die Arbeitsfähigkeit. Allein auf Grund der körperlichen Befunde bestehe jedoch eine
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100%-ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 89). Dr. med. F._, Facharzt FMH für Psychiatrie
und Psychotherapie, in dessen ambulanter Behandlung die Versicherte seit dem 17.
November 2011 stand, diagnostizierte in seinem Bericht an die IV-Stelle vom 23.
Februar 2014 eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen,
differentialdiagnostisch eine organisch depressive Störung, eine soziale Phobie und
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Die Arbeitsunfähigkeit betrage 90 bis
100% während der gesamten Behandlungsdauer. Weder durch die stationäre, noch
durch die teilstationäre und auch nicht durch die ambulante Behandlung hätte eine
wesentliche Verbesserung der Symptomatik erzielt werden können (IV-act. 99-1 ff.). Mit
dem Arztbericht reichte Dr. F._ Austrittsberichte der Psychiatrischen Klinik G._
vom 18. Januar 2012, wo die Versicherte vom 28. November bis 23. Dezember 2011
behandelt worden war (IV-act. 99-6 ff.), sowie des Psychiatrischen Zentrums C._
vom 17. Juli 2012 und 21. Mai 2013 (IV-act. 99-14 ff.) ein.
C.c Die medizinischen Unterlagen wurden Dr. H._ vom regionalen ärztlichen Dienst
(RAD) vorgelegt. Diese bestätigte mit Stellungnahme vom 10. April 2014 eine
Veränderung des Gesundheitszustands und Gesundheitsschadens, namentlich durch
eine neu vorhandene schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen, und
legte eine Arbeitsunfähigkeit von 100% per 17. November 2011 fest (IV-act. 102-2). Dr.
med. I._, Ärztin und Mitarbeiterin der IV-Stelle, warf ihrerseits mit Stellungnahme vom
12. Juni 2014 Fragen auf, welche sich bei näherer Betrachtung stellen würden. Eine
neutrale gutachterliche Beurteilung mit Berücksichtigung der
versicherungsmedizinischen Faktoren könne weiterführend sein, wobei es sinnvoll sei,
wenn der begutachtenden Person auch Erkenntnisse über das tatsächliche funktionelle
Niveau im Alltag der Versicherten zur Verfügung stehen würden (IV-act. 107-3).
C.d Am 1. Juli 2014 gab die IV-Stelle eine Observation in Auftrag (IV-act. 109). In der
Folge wurde die Versicherte an verschiedenen Tagen zwischen dem 8. Juli und 20.
August 2014 observiert (vgl. Observationsbericht vom 25. August 2014, IV-act. 112).
Am 10. September 2014 nahm Dr. I._ zum Observationsergebnis Stellung. Die
videographisch festgehaltenen Erkenntnisse aus der Observation würden ein
Aktivitätsniveau zeigen, welches durchaus einem "normalen Rentendasein"
entspreche. Zu keinem Zeitpunkt mache die Versicherte einen antriebsgeminderten,
interesse- und freudlosen Eindruck bis auf den Vormittag, an welchem sie einen Termin
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bei ihrem Psychiater wahrnehme. Die anderen dokumentierten Aktivitäten seien mit
einer höhergradigen Depression nicht vereinbar. Folgende Punkte seien in diesem
Zusammenhang speziell hervorzuheben: starkes Interesse an äusserer Attraktivität
(neue modische Frisur mit Tönung, Freude an Schmuck, Anziehen von attraktiverer
Kleidung vor dem Gang ins Einkaufszentrum), Interesse und Freude an einem
prestigeträchtigen schönen Auto (auch als Beifahrerin des Ehemanns) und
Lottospielen. Die Versicherte imponiere keineswegs antriebsgemindert, verlangsamt,
unkonzentriert oder in der Auffassung beeinträchtigt, sondern wirke entspannt,
selbstsicher und weder freud- noch interessenlos. Äusserlich sichtbare Anzeichen der
geltend gemachten invalidisierenden Schmerzen würden sich nicht beobachten lassen.
Auffällig sei die Diskrepanz des äusseren Erscheinungsbildes, der Mimik und des
Gangbildes anlässlich des Termins bei Dr. F._ und beim Gang ins Einkaufszentrum
am gleichen Tag. Dieser Kontrast lege eine bewusstseinsnahe Aggravation des
gesundheitlichen Zustandes nahe (IV-act. 113-3). Nach Einholung eines
Verlaufsberichts von Dr. E._ vom 20. November 2014, welche in somatischer
Hinsicht einen stationären Gesundheitszustand bescheinigte, wobei die Versicherte
eine Schmerztherapie ablehne, und von Dr. F._ vom 23. November 2014, welcher
seine vorgängig gemachten Einschätzungen bezüglich Diagnosestellung und
Einschränkungen auf die Leistungsfähigkeit im Wesentlichen bestätigte (IV-act. 121-1
ff.), regte Dr. I._ mit Stellungnahme vom 28. November 2014 eine psychiatrische
Begutachtung der Versicherten an (IV-act. 124).
C.e Am 16. Dezember 2014 fand ein Standortgespräch bei der IV-Stelle statt (IV-act.
128). Die Versicherte wurde dabei unter anderem mit dem Observationsmaterial
konfrontiert.
C.f Am 17. Dezember 2014 wurde die Versicherte darüber informiert, dass vorgesehen
sei, sie durch med. pract. J._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
psychiatrisch untersuchen zu lassen (IV-act. 131). Die Versicherte erhob dagegen keine
Einwände. Entsprechend wurde med. pract. J._ der Begutachtungsauftrag erteilt (IV-
act. 135) und die Versicherte am 15. Juni 2015 drei Stunden und 17. Juli 2015 eine
Stunde untersucht und begutachtet (IV-act. 139-1). Med. pract. J._ diagnostizierte im
Gutachten vom 22. Juli 2015 eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
remittiert (ICD-10: F33.4), akzentuierte Persönlichkeitszüge mit histrionischen Anteilen
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(ICD-10: Z73.1), einen Status nach anhaltender somatoformer Schmerzstörung
(ICD-10: F45.4) und einen Status nach dissoziativen Sensibilitäts- und
Empfindungsstörungen (ICD-10: F44.6). Diesen Befunden mass sie keinen Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit der Versicherten zu (IV-act. 139-34). Aus psychiatrischer Sicht
bestehe aktuell eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit ohne Leistungseinbusse (IV-act.
139-45). Während der stationären und tagesklinischen psychiatrischen Behandlungen
Ende 2011 und im Frühjahr 2012 und 2013 habe – definitionsgemäss – eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit bestanden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit seit Ende Mai 2013, mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit seit Sommer 2014 und ganz sicher seit der ersten
der aktuellen Untersuchungen im Juni 2015 liege bei der Versicherten keine
Arbeitsunfähigkeit vor. Anhand der sehr diskrepanten und wechselnden Angaben zu
den psychischen Beschwerden und Symptomen müsse aus gutachterlicher Sicht bei
deutlichen Hinweisen auf Täuschungsversuche angenommen werden, dass ausserhalb
der voll- und teilstationären Behandlungen keine Arbeitsunfähigkeit im IV-rechtlichen
Sinne vorgelegen habe (IV-act. 139-45).
C.g Gestützt auf das psychiatrische Gutachten von med. pract. J._ stellte die IV-
Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 16. Februar 2016 bei einem
Invaliditätsgrad von 0% die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (IV-act.
142). Dagegen liess die Versicherte am 25. April 2016, vertreten durch Rechtsanwältin
Bettina Surber, St. Gallen, Einwand erheben. Am 27. Juni 2016 verfügte die IV-Stelle
gemäss Vorbescheid (IV-act. 147).
D.
D.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 30. August
2016. Die Rechtsvertreterin der Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführerin)
beantragt, dass die Verfügung vom 27. Juni 2016 aufzuheben und die IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) anzuweisen sei, den Gesundheitszustand
umfassend abzuklären. Eventualiter sei vom Gericht ein Gutachten in Auftrag zu geben
und nach Vorliegen des Gutachtens die Möglichkeit zur Stellungnahme einzuräumen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (act. G 1).
D.b Mit Beschwerdeantwort vom 25. November 2016 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 7).
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D.c In der Replik vom 13. Januar 2017 lässt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen
und deren Begründungen im Wesentlichen festhalten (act. G 9).
D.d Die Beschwerdegegnerin hält mit Eingabe vom 16. Februar 2017 ihrerseits
unverändert an ihrem Antrag auf Beschwerdeabweisung fest (act. G 11).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist ein Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
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2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V
99 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
2.4 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 f. E. 4a). In beweisrechtlicher Hinsicht gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im
Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess
tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der
Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift
allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
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entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen, 138 V 221 f. E. 6). Die Verwaltung
resp. das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von
ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen
Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit
eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht
hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen
Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b mit
Hinweisen).
3.
Zunächst ist zu prüfen, ob der medizinische Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt ist.
Die Beschwerdegegnerin stützt sich bei ihrer (medizinischen) Beurteilung insbesondere
auf das psychiatrische Gutachten von med. pract. J._ vom 22. Juli 2015 (IV-act. 139),
hält weitere medizinische Abklärungen in somatischer Hinsicht nicht für nötig und
erachtet die Ergebnisse der Observation für verwertbar. Die Beschwerdeführerin
beantragt eine umfassende(re) Abklärung des medizinischen Sachverhalts und hält die
Observation für unzulässig, weshalb das Gutachten von med. pract. J._ aus dem
Recht zu weisen sei.
4.
4.1 Bezüglich Rechtmässigkeit der Observation steht mit Rücksicht auf die jüngste
Rechtsprechung (BGE 143 I 377) fest, dass die im Zeitraum vom 8. Juli bis 20. August
2014 erfolgten Observationen (vgl. IV-act. 112) unzulässig waren, weshalb eine
Verletzung von Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101)
und Art. 13 der Bundesverfassung (BV; SR 101) festzustellen ist. Es bleibt zu prüfen, ob
die Voraussetzungen für eine Verwertung trotzdem erfüllt sind.
4.2 Praxisgemäss muss eine Observation objektiv geboten sein, das heisst, es müssen
konkrete Anhaltspunkte vorliegen, die Zweifel an den geäusserten gesundheitlichen
Beschwerden oder der geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit aufkommen lassen (Urteil
des Bundesgerichts vom 30. November 2018, 8C_634/2018, E. 5.2). Bei vorgenanntem
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Anfangsverdacht ist die Verwertung der Observationsergebnisse nach
bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig, sofern eine Abwägung der privaten und
öffentlichen Interessen ergibt, dass letztere überwiegen. Voraussetzung für die
Verwertbarkeit einer gegen Art. 8 EMRK verstossenden Videoaufnahme ist nach
Auffassung des höchsten Gerichts weiter, dass nur Handlungen des Versicherten
aufgezeichnet werden, die er aus eigenem Antrieb und ohne äussere Beeinflussung
machte, wobei ihm keine Falle gestellt werden darf. Von einem absoluten
Verwertungsverbot wäre nur dann auszugehen, wenn es um Beweismaterial ginge, das
im nicht öffentlich frei einsehbaren Raum zusammengetragen wurde (BGE 143 I 385 f.
E. 5.1.1 und 5.1.3).
4.3 Bereits im Gutachten der Klinik Valens vom 27. März 2009 wird anlässlich der
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit eine deutliche Selbstlimitierung
beschrieben (IV-act. 47-15). Die Hausärztin Dr. E._ äussert in ihrem Bericht vom 26.
August 2013 zumindest sinngemäss Zweifel bezüglich der geltend gemachten
Beschwerden, indem sie ausführt, dass die Beschwerdeführerin zum Teil eigene
Vorstellungen über die Möglichkeit einer Verbesserung ihrer Krankheit habe und die
Prognose von der Einstellung der Beschwerdeführerin zu ihrem Leiden abhängig sei
(IV-act. 89-3). Damit lagen zumindest in Bezug auf das geltend gemachte Rückenleiden
konkrete Anhaltspunkte vor, die Zweifel an den geäusserten gesundheitlichen
Beschwerden aufkommen liessen. Ein Anfangsverdacht ist gegeben. Die
Observationsdokumentation zeigt (unbeeinflusste) Handlungen der
Beschwerdeführerin, die im öffentlichen Raum aufgenommen wurden (IV-act. 112 und
CDs). Die tatsächlichen Observationen fanden an elf Tagen innerhalb von eineinhalb
Monaten statt. Die Beschwerdeführerin konnte dabei lediglich an zwei Tagen, am 9.
Juli und 20. August 2014, auch beobachtet werden (IV-act. 112). Die
Beschwerdeführerin wurde nur über einen kurzen Zeitraum beobachtet und war weder
einer systematischen noch ständigen Überwachung ausgesetzt. In dieser Hinsicht erlitt
sie einen relativ geringen Eingriff in ihre grundrechtliche Position. Stellt man diesen
Aspekten das erhebliche und gewichtige öffentliche Interesse an der Verhinderung des
Versicherungsmissbrauchs (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 17. Dezember
2009, 8C_239/2008, E. 6.4.2) entgegen, ergibt sich, dass der vorliegende
Observationsbericht in die Beweiswürdigung miteinbezogen werden kann bzw. das
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Administrativgutachten von med. pract. J._ aufgrund der Observation und weil
teilweise auf deren Ergebnisse verwiesen wird nicht die Beweiskraft verliert.
5.
5.1 Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens formgerecht eingeholten Gutachten
von externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; vgl. ferner
THOMAS FLÜCKIGER, Medizinische, insbesondere hausärztliche Berichte und ihre
Beweiskraft – mit einem Seitenblick auf die medizinischen Gutachten, in: KIESER/
LENDFERS [Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2013, St. Gallen 2014, S. 138 ff.).
Widersprechen Berichte behandelnder Ärzte dem von der Verwaltung bei externen
Spezialärzten eingeholten Gutachten, ist die unterschiedliche Natur von
Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Ärzte einerseits und
Begutachtungsauftrag der amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits zu
beachten (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 18. April 2006,
I 783/05, E. 2.2). Es ist deshalb nicht zulässig, ein medizinisches Administrativ- oder
Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu
nehmen, wenn die behandelnden Ärzte später zu anderslautenden Einschätzungen
gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten.
Vorbehalten bleiben aber Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt,
weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher
Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung
unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundegerichts vom 27. Mai
2008, 9C_24/2008, E. 2.3.2).
5.2 Beim Gutachten von med. pract. J._ vom 22. Juli 2015 (IV-act. 139) handelt es
sich um ein formgerecht eingeholtes externes Administrativgutachten (IV-act. 131 ff.),
welchem nur bei konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit nicht volle Beweiskraft
zukommt. Die Beschwerdeführerin kannte die gemäss Fragekatalog abzuklärenden
Punkte im Voraus (IV-act. 132), wobei sich med. pract. J._ in ihrem Gutachten
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zuverlässig an diesen orientierte. Med. pract. J._ hat die Beschwerdeführerin an zwei
Tagen, einmal drei, einmal eine Stunde untersucht. Die (Kranken-)Geschichte und
deren dazugehörenden Dokumente wurden im Gutachten aufgeführt (IV-act. 139-2 ff.),
einbezogen und diskutiert (IV-act. 139-38 ff.). Anlässlich der Untersuchungen konnte
sich die Beschwerdeführerin ausführlich zu ihren Beschwerden und deren Entwicklung
äussern (IV-act. 139-20 ff.). Die psychiatrische Befunderhebung erfolgte in Anlehnung
an das anerkannte AMDP-System (IV-act. 139-32 f.). Die Diagnosen (vgl. dazu
vorstehende lit. C.f) stützen sich auf das ICD-10-Klassifikationssystem (IV-act. 139-34)
und deren (Nicht-)Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hat die Gutachterin gestützt
auf eine Konsistenz-, Funktions- und Ressourcenprüfung begründet (IV-act. 139-43 f.).
Med. pract. J._ begründet in Würdigung der ergangenen divergierenden
medizinischen Aktenlage und in Beachtung der eigenen Untersuchung bei
Inkonsistenzen und Diskrepanzen bezüglich dargelegter Krankengeschichte bzw.
Krankheitsverlauf und möglichem Aktivitätsniveau schlüssig, warum ihrer Meinung
nach früher gestellte Diagnosen (anhaltende somatoforme Schmerzstörung,
dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörung, schwere depressive Episode,
kombinierte Persönlichkeitsstörung, soziale Phobie) nicht oder nicht mehr zu stellen
seien (IV-act. 139-38 ff.). Die Einschätzungen von med. pract. J._ werden auch
durch die Observationsergebnisse untermauert, wobei nachvollziehbar dargelegt wird,
weshalb gemachte Beobachtungen aktuell gegen einzelne früher gestellte Diagnosen,
Befunderhebungen und Arbeitsfähigkeitsschätzungen sprechen. Ob ausgeprägte
Aggravationstendenzen vorliegen, wie es med. pract. J._ ausführt (IV-act. 139-44),
kann offenbleiben. Zumindest Verdeutlichungstendenzen der Beschwerdeführerin sind
nicht von der Hand zu weisen. Auch in Beachtung des Umstands, dass eine gewisse
Verdeutlichung bei derartigen Explorationen von der Natur der Sache her bis zu einem
gewissen Grad verständlich ist, besteht Anlass zur Annahme, dass der Leidensdruck
der Beschwerdeführerin bei objektiver Betrachtung – sowohl in somatischer als auch in
psychiatrischer Hinsicht – nicht derart ist, wie sie ihn beschreibt bzw. bei den
behandelnden Ärzten jeweils beschrieb. Gerade auch die Blutuntersuchung (IV-act.
139-33) und das niederfrequente Behandlungssetting bei Dr. F._ mit lediglich neun
ambulanten Sitzungen von Januar bis Ende November 2014 (IV-act. 121-3) sprechen,
wie med. pract. J._ plausibel ausführt (IV-act. 139-43), gegen die von Dr. F._ auch
im Jahr 2014 durchgehend diagnostizierte schwere depressive Episode. Im Gegensatz
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zu früheren Beurteilungen wurden die in vielen Belangen widersprüchlichen,
übertrieben dargestellten bzw. auch (objektiv feststellbar) falschen Angaben bezüglich
die eigene Lebensgeschichte (IV-act. 139-34 f.), den Krankheitsverlauf (beispielhaft die
Aussagen im Widerspruch zur Observation: "es geht mir jeden Tag schlecht", "es gibt
keine guten Tage" [IV-act. 128-3, 8]) und das mögliche Aktivitätsniveau (beispielhaft im
Widerspruch zur Observation und zu getätigten Flugreisen und Ferien im Heimatland
[IV-act. 128-12]: "Ich gehe nicht mehr nach draussen", "...ich kann nicht an einer
Kasse stehen" [IV-act. 128-3]) in die Würdigung miteinbezogen. Gestützt auf das
Gesagte vermögen die Einschätzungen der behandelnden Ärzte, welche diese
Umstände nicht in ihre Beurteilungen miteinbeziehen konnten, keine konkreten Indizien
gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens von med. pract. J._ bzw. deren
Einschätzung zum aktuellen Gesundheitszustand, aber auch retrospektiv (vgl. dazu IV-
act. 139-45), zu begründen. Es entspricht den Anforderungen der Rechtsprechung,
womit ihm voller Beweiswert zuzuerkennen ist. Entsprechend war in psychiatrischer
Hinsicht im Verfügungszeitpunkt bei remittierter rezidivierender depressiver Störung,
akzentuierten Persönlichkeitszügen mit histrionischen Anteilen, einem Status nach
anhaltender somatoformer Schmerzstörung und einem Status nach dissoziativen
Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen bei begründet vorhandenen guten
psychischen Ressourcen (IV-act. 139-43) die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
nicht eingeschränkt (IV-act. 139-45). Ein psychiatrisch bedingter Gesundheitsschaden,
welcher Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zum frühestmöglichen Rentenbeginn
(November 2013 bei Anmeldung im Mai 2013; vgl. dazu Art. 29 Abs. 1 IVG) hätte, ist bei
nach Ansicht von med. pract. J._ "hoher Wahrscheinlichkeit" einer
uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit bereits ab Ende Mai 2013 (IV-act. 139-45) ebenfalls
zu verneinen. Zumindest hat ein solcher als unbewiesen zu gelten, wobei die Folgen
dieser Beweislosigkeit die Beschwerdeführerin zu tragen hat. Weitere Abklärungen
bezüglich Gesundheitszustand nach Abschluss der zweiten teilstationären
psychiatrischen Behandlung (Mai 2013) wären aufgrund des erwähnten
Aussageverhaltens, welchem insbesondere auch bei den vorliegend geltend
gemachten psychischen Beeinträchtigungen hohes Gewicht beigemessen wird, nicht
zielführend.
6.
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6.1 Die Beschwerdeführerin beantragt eine umfassendere, über die monodisziplinäre
hinausgehende polydisziplinäre Abklärung. Die Beschwerdegegnerin hält dieses
Begehren für verspätet, weshalb es nicht mehr zu hören sei. Die abschliessende
Klärung dieser Frage kann bei nachfolgendem Ergebnis offenbleiben. Zu beachten ist
indes, dass Verwaltung und Gericht dem Untersuchungsgrundsatz unterliegen und so
lange und umfassend abklären müssen, bis das Beweisergebnis als ausreichend
gewürdigt werden kann. Einer versicherten Person kann nicht vorgehalten werden,
Beweisanträge zu spät gestellt zu haben, wenn objektiv weitere Beweismassnahmen
notwendig erscheinen.
6.2 In somatischer Hinsicht stehen bei der Beschwerdeführerin nach wie vor – wie
bereits bei der ersten Anmeldung im Jahr 2008 – Rückenschmerzen und Migräne zur
Diskussion. In rheumatologisch-internistischer Hinsicht lagen gemäss Gutachten der
Klinik Valens vom 27. März 2009 keine hinreichenden Gründe vor, die die
Arbeitsfähigkeit für zumindest eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit eingeschränkt
hätten (IV-act. 47-24 f.). Aus neurologischer Sicht bzw. von Seiten der Migräne sei die
Arbeitsfähigkeit bei Anwendung einer adäquaten Basistherapie kaum beeinträchtigt (IV-
act. 47-25). Nach der rentenablehnenden Verfügung im Juni 2009 und der
Nichteintretensverfügung mangels Glaubhaftmachung einer Verschlechterung im
Oktober 2011 standen insbesondere psychiatrische Beschwerden der
Beschwerdeführerin zur Diskussion. Die langjährige Hausärztin Dr. E._ ging in ihrem
Bericht vom 26. August 2013 in qualitativer Hinsicht gar über die
Arbeitsfähigkeitsschätzung der Klinik Valens hinaus (vgl. dazu vorstehende lit. A.b) von
einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit aufgrund der körperlichen Befunde auch in der
bisherigen Tätigkeit aus (IV-act. 89-3). Mit Verlaufsbericht vom 20. November 2014
bestätigte sie diese Einschätzung bei stationärem Gesundheitszustand und führte aus,
dass die Beschwerdeführerin eine Schmerztherapie ablehne (IV-act. 122). Dies deutet
in Bezug auf die Rückenproblematik auf keinen grossen Leidensdruck hin. Weitere
Anstrengungen der Beschwerdeführerin zur Abklärung und Bekämpfung der geltend
gemachten Schmerzen (insbesondere in Form von Therapieversuchen) sind nicht
aktenkundig. Auch anlässlich der Observation zeigte sich die Beschwerdeführerin nicht
schmerzgeplagt, was bei ablehnender Haltung gegenüber Schmerzmitteln den Schluss
nahelegt, dass keine über die Einschätzung der Klinik Valens hinausgehende
Schmerzproblematik seitens des Rückens vorliegt. Eine Verschlechterung der
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somatischen Beschwerden seit der Begutachtung in der Klinik Valens ist damit nicht
überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen. Damit drängen sich weitere somatische
Abklärungen nicht auf, auch nicht bezüglich eines allfälligen Anfallsleidens. Die zwei
von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Aussetzer (vgl. dazu IV-act. 87-2)
stammen aus dem Jahr 2013. Bis zur ablehnenden Verfügung vom 27. Juni 2016
standen solche nie mehr zur Diskussion. Entsprechend kann überwiegend
wahrscheinlich davon ausgegangen werden, dass diesen – wie die
Beschwerdegegnerin richtig ausführt – aktuell kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
beizumessen ist und dies auch in der Vergangenheit nie während eines relevant
andauernden Zeitraums der Fall war. Sich auf die Arbeitsfähigkeit entscheidend
auswirkende Wechselwirkungen von somatischen und psychischen Beschwerden
können aufgrund der psychiatrischen Begutachtung und deren Beurteilung bei guten
psychischen Ressourcen, aber auch in Beachtung der aus objektiver Sicht als leicht
einzustufenden Schmerzproblematik seitens des Rückens überwiegend wahrscheinlich
verneint werden.
7.
Zusammengefasst ist festzuhalten, dass der medizinische Sachverhalt rechtsgenüglich
abgeklärt wurde. Dem Gutachten von med. pract. J._ kommt Beweiswert zu. Es
besteht kein Anlass, bezüglich der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von
deren Einschätzungen abzuweichen. In psychiatrischer Hinsicht besteht damit seit dem
frühestmöglichen Rentenbeginn keine Einschränkung der Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin. Somatischerseits ist weiterhin von denjenigen qualitativen
Einschränkungen auszugehen, wie sie bereits im Gutachten der Klinik Valens
beschrieben wurden (IV-act. 47-28) und der Verfügung vom 10. Juni 2009 (IV-act. 57)
zugrunde gelegen haben. Jene Einschätzung beruhte auf einer umfassenden
somatischen Abklärung. Insgesamt ist damit von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit in
einer angepassten Tätigkeit auszugehen. Damit besteht offenkundig kein
rentenbegründender Invaliditätsgrad von mindestens 40%, sodass die konkrete
Bemessung des Invaliditätsgrads unterbleiben kann.
8.
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Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie
vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss
von Fr. 600.-- ist ihr daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.