Decision ID: ee9f57e3-3408-4eee-a5cd-4d80fb819864
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 18. November 2003 (Datum Posteingang IV-Stelle) wegen
einer schweren Depression und Rückenschmerzen zum Bezug von IV-Leistungen an
(IV-act. 1). Er wurde am 23. Mai 2005 vom RAD-Arzt Dr. med. B._, Facharzt für
Neurologie und Psychiatrie, untersucht. Im Untersuchungsbericht vom 2. Juni 2005
gelangte dieser zum Schluss, der Versicherte leide an einer schweren depressiven
Episode mit somatischem Syndrom und Verdacht auf psychotische Symptome
(ICD-10: F32.3). Er sei zu 100% arbeitsunfähig. Mit einer wesentlichen Besserung des
Gesundheitszustands mit Wiedererlangen einer beruflichen Leistungsfähigkeit von
wirtschaftlichem Wert sei kaum vor Ablauf von 18 bis 24 Monaten zu rechnen (IV-act.
28). Die IV-Stelle ermittelte einen 100%igen Invaliditätsgrad und sprach dem
Versicherten mit Wirkung ab 1. August 2004 eine ganze Rente zu (Verfügung vom 4.
August 2005, IV-act. 36). Im Rahmen späterer, von Amtes wegen eingeleiteter
Revisionsverfahren bestätigte die IV-Stelle den Anspruch auf eine ganze Rente
(Mitteilungen vom 20. Juli 2007, IV-act. 45, und vom 11. August 2010, IV-act. 53;
Verfügung vom 31. Mai 2011, IV-act. 58).
A.b Die IV-Stelle erhielt eine anonyme telefonische Verdachtsmeldung, wonach der
Versicherte im Reinigungsunternehmen seiner Ehefrau eine Erwerbstätigkeit
aufgenommen habe und Schwarzarbeit leiste (Meldeblatt - Hinweis BVM vom 17.
August 2012, IV-act. 60; zum Unternehmen der Ehefrau siehe den
Handelsregisterauszug vom 17. August 2012, IV-act. 61). Die örtlich zuständige AHV-
Zweigstelle meldete der IV-Stelle am 31. August 2012 telefonisch, der Versicherte sei
vermutlich für das Geschäft seiner Ehefrau tätig. Es kursiere das Gerücht in der
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Gemeinde, dass er dort arbeite. Ausserdem habe die Polizei die gleichen
Beobachtungen gemacht. Auf der Zweigstelle werde davon ausgegangen, dass es sich
um einen Versicherungsbetrug handeln könnte (IV-act. 62). Zur Abklärung der Frage,
ob der Versicherte einer Schwarzarbeit nachgehe, gab die IV-Stelle eine Observation in
Auftrag (siehe Antrag vom 24. September 2013, IV-act. 72). Im Zeitraum vom 11.
Oktober 2013 bis 25. Januar 2014 wurde der Versicherte heimlich und zielgerichtet
unter Einsatz von Filmkameras überwacht (zu den Observationsergebnissen siehe den
Ermittlungsbericht vom 13. Februar 2014, IV-act. 75, sowie die separaten DVD 1 und
2). Dr. med. C._, Fachärztin für Neurologie, „Mitarbeiterin IV-Stelle“, empfahl nach
einer Würdigung der Observationsergebnisse eine psychiatrische Begutachtung des
Versicherten (Stellungnahme vom 28. März 2014, IV-act. 77). Die IV-Stelle holte bei
diesem in der Folge mit dem „Fragebogen: Revision der Invalidenrente/
Hilflosenentschädigung“ Angaben zu seinem Gesundheitszustand (Fragebogen vom
12. April 2014, IV-act. 79) und bei den behandelnden Ärzten Verlaufsberichte ein
(Verlaufsbericht von Dr. med. D._, Oberarzt am Psychiatrie-Zentrum E._, vom 25.
April 2014, IV-act. 85; Verlaufsbericht von F._, Assistenzarzt in der Praxis von Dr.
med. G._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, vom 2. Mai 2014, IV-act. 86). Am 14.
Mai 2014 führte sie mit dem Versicherten ein Standortgespräch durch. Nachdem er
nach seinem Gesundheitszustand und seinen Alltagsaktivitäten befragt worden war,
konfrontierte ihn die IV-Stelle mit den Ergebnissen der Observation (IV-act. 87).
A.c Am 31. Oktober 2014 und 2. Februar 2015 wurde der Versicherte von Dr. med.
H._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, untersucht. Im
psychiatrischen Gutachten vom 3. Februar 2015 nannte der Experte als „Diagnose mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit“ eine rezidivierende Störung, ggw. leichte
depressive Episode im Sinn einer teilremittierten mittelgradigen bis schweren
depressiven Episode im Jahr 2005 (ICD-10: F33.0). Den ebenfalls diagnostizierten
akzentuierten Persönlichkeitszügen mit narzisstischen, passiv-aggressiven sowie
dissozialen Anteilen (ICD-10: Z73.1) mass er keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
zu. Spätestens ab der Mitte des Jahres 2013 sei es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu
einer deutlichen Verbesserung der Arbeitsunfähigkeit gekommen. Mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit habe ab dem Anfang des Jahres 2014 noch eine Arbeitsunfähigkeit
von höchstens 50% bestanden. Eindeutig sei ab dem Untersuchungszeitpunkt im
Oktober 2014 aus rein psychiatrischer Sicht noch von einer Arbeitsunfähigkeit von
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höchstens 10 bis 20% auszugehen (IV-act. 104). Dr. C._ hielt die gutachterliche
Arbeitsfähigkeitsschätzung für beweiskräftig (Stellungnahme vom 27. Februar 2015, IV-
act. 106).
A.d Mit Vorbescheid vom 18. März 2015 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, die bisherige ganze Rente per 1. Oktober 2013 auf eine Dreiviertelsrente
(60%iger Invaliditätsgrad) herabzusetzen und per 31. Oktober 2014 (29%iger
Invaliditätsgrad) einzustellen (IV-act. 107). Dagegen erhob der Versicherte am 4. Mai
2015 Einwand und machte geltend, er habe weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente
(IV-act. 114; zur ergänzenden Begründung vom 20. Mai 2015 siehe IV-act. 117). Am 29.
Mai 2015 verfügte die IV-Stelle, die ganze Rente werde per 1. November 2013 auf eine
halbe Rente herabgesetzt (58%iger Invaliditätsgrad) und per 1. November 2014
eingestellt (29%iger Invaliditätsgrad; IV-act. 118).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 29. Mai 2015 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 23. Juni 2015. Der Beschwerdeführer beantragt darin, in Aufhebung der
angefochtenen Verfügung sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm weiterhin
eine ganze Invalidenrente auszurichten; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Er
bringt vor, eine gesundheitliche Verbesserung sei nicht ausgewiesen. Die Beurteilung
von Dr. H._ sei nicht beweiskräftig. Des Weiteren sei die Aufnahme einer
Erwerbstätigkeit nicht einmal ansatzweise nachgewiesen. Der Beschwerdeführer
bestreitet, dass er die Meldepflicht verletzt habe. Bei der Ermittlung des
Invalideneinkommens sei ein Tabellenlohnabzug von mindestens 15% zu
berücksichtigen (act. G 1). Mit der Beschwerde hat der Beschwerdeführer einen Bericht
der im Psychiatrie-Zentrum E._ behandelnden Ärzte vom 21. Mai 2015 eingereicht
(act. G 1.3).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 23. September
2015 die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie aus, die Einschätzung
von Dr. H._ sei beweiskräftig. Aus dem von ihm eingereichten psychiatrischen
Bericht vom 21. Mai 2015 könne der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten
ableiten. Vielmehr ergebe sich daraus, dass er aus „IV-rechtlicher“ Sicht als zu 100%
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arbeitsfähig zu gelten habe. Der Beschwerdeführer habe im Familienbetrieb
mitgearbeitet und dadurch die Meldepflicht verletzt. Ein Tabellenlohnabzug sei nicht
gerechtfertigt (act. G 4).
B.c In der Replik vom 20. Oktober 2015 hält der Beschwerdeführer unverändert an der
Beschwerde fest (act. G 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin hält ihrerseits in der Duplik vom 23. November 2015
unverändert an der beantragten Beschwerdeabweisung fest (act. G 8). Im Schreiben
vom 14. Dezember 2016 äusserte sie sich zum Entscheid des Europäischen
Gerichtshofs für Menschenrechte vom 18. Oktober 2016 i.S. Vukota-Bojic gegen die
Schweiz und zur gestützt darauf ergangenen Rechtsprechung des
Versicherungsgerichts (act. G 10).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen, ist die revisionsweise
Herabsetzung der bisherigen ganzen Rente auf eine halbe Rente per 1. November 2013
und die revisionsweise Renteneinstellung per 1. November 2014 (Verfügung vom 29.
Mai 2015, IV-act. 118).
1.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
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Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
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1.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist
somit nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. E.
3.5). Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung
bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht; vorbehalten bleibt die
Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E.
5.4). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im
Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustands auf die Arbeitsfähigkeit
für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar
(Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2008, 9C_562/08, E 2.1).
2.
Zunächst ist die umstrittene Frage zu beurteilen, ob der Sachverhalt in medizinischer
Hinsicht spruchreif ist. Die Beschwerdegegnerin stützte die Rentenherabsetzung und
-einstellung auf das psychiatrische Gutachten von Dr. H._ vom 3. Februar 2015 (IV-
act. 118-3). Der Beschwerdeführer hält die gutachterliche Einschätzung für mangelhaft
(act. G 1 und G 6).
2.1 Er rügt, bisher sei keine Kontrolle des psychiatrischen Gutachtens durch den RAD
anhand der mit IV-Rundschreiben Nr. 313 vom 6. Juni 2012 vom Bundesamt für
Sozialversicherung (BSV) für verbindlich erklärten „Qualitätsleitlinien für psychiatrische
Gutachten in der Eidgenössischen Invalidenversicherung“ erfolgt (act. G 1, Ziff. 7.1,
und act. G 6, Ziff. 1). Weder aus dem genannten - für die Gerichte nicht verbindlichen -
IV-Rundschreiben ergibt sich noch mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung zu
vereinbaren ist die Forderung des Beschwerdeführers, dass ein Administrativgutachten
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lediglich dann beweistauglich sei, wenn es quasi im Rahmen eines vom RAD
angefertigten ausführlichen Aktenobergutachtens für schlüssig befunden wird. Eine
aussagekräftige Stellungnahme des RAD hat zwar Eingang in die Würdigung des
Beweiswerts einer gutachterlichen Beurteilung zu finden. Ein darüber hinausgehendes
Gewicht im Sinn der Darstellung des Beschwerdeführers kommt ihr aber nicht zu.
Vorliegend hat sich im Übrigen zwar nicht eine Angehörige des RAD, aber immerhin
eine bei der IV-Stelle angestellte medizinische Fachperson ausführlich und in
Berücksichtigung der für die Beweiswürdigung massgebenden Aspekte zur Beurteilung
von Dr. H._ geäussert (Stellungnahme von Dr. C._ vom 27. Februar 2015, IV-act.
106). Im Übrigen kann bezüglich der fachgerechten Abhandlung der massgebenden
Kriterien auf die zutreffenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin in der Duplik
verwiesen werden (act. G 8, II Rz 2 f.).
2.2 Die Auffassung des psychiatrischen Gutachters, die depressive Störung sei
zwischenzeitlich weitgehend remittiert, rügt der Beschwerdeführer als nicht
nachvollziehbar begründet (act. G 1, Ziff. 7.2, S. 6).
2.2.1 Der Beschwerdeführer hat Dr. H._ ausführlich seine Alltagsaktivitäten
beschrieben (IV-act. 104-13 f.). Im Vergleich zu den vom RAD-Arzt Dr. B._ im
Untersuchungsbericht vom 2. Juni 2005 beschriebenen Verhältnissen (siehe hierzu IV-
act. 28-2) ergeben sich deutliche Hinweise auf eine gesteigerte Alltagsaktivität: Er hat
einen strukturierten Tagesablauf, pflegt regelmässig soziale Kontakte über die
Kernfamilie hinaus in einem öffentlichen Restaurant, bereitet das Mittagessen für sich
und die Kinder zu, geht einkaufen, unternimmt sowohl allein als auch mit Kollegen
Spaziergänge und bringt manchmal die Tochter in die Kinderkrippe (IV-act. 104-13).
Zudem hilft er seiner Frau bei der Arbeit (etwa Entsorgungsarbeiten, IV-act. 104-12). Er
fährt Velo und trifft sich öfter mit Kollegen, sitzt mit ihnen zusammen und unterhält sich
mit ihnen. Er spielt mit ihnen auch Schach und Karten (IV-act. 104-14). Der
Beschwerdeführer verbringt mehrmals pro Jahr Ferien im Ausland. U.a. geht er zu
Beginn des Jahres jeweils für zwei Wochen in sein Heimatland (IV-act. 104-14; siehe
auch zum Ganzen die Würdigung von Dr. H._ in IV-act. 104-22). Demgegenüber geht
aus dem Untersuchungsbericht vom 2. Juni 2005 ein deutlicher sozialer Rückzug (u.a.
seltene Kontakte mit Freunden; er wolle keinen Besuch; am liebsten wäre er sowieso
die ganze Zeit alleine) und ein unstrukturierter Tagesablauf ohne wesentliche Mithilfe im
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Haushalt hervor. Damals gab er an, sein letzter Besuch im Heimatland sei vor vier
Jahren gewesen (IV-act. 28-2). Der Arbeitsfähigkeitsschätzung des RAD-Arztes Dr.
B._ lag die Schlussfolgerung zugrunde, dass der Beschwerdeführer an einer
massiven Einschränkung des Fähigkeits- und Aktivitätsprofils in allen Belangen des
täglichen Lebens leide. U.a. sei er weitgehend unfähig zur sozialen Interaktion (IV-act.
28-4).
2.2.2 Auch aus der Gegenüberstellung der Befunde geht eine deutliche Verbesserung
des psychischen Gesundheitszustands hervor. Der RAD-Arzt Dr. B._ beschrieb im
Rahmen seiner knappen Befunderhebung den Beschwerdeführer als älter wirkenden,
müde und krank erscheinenden Versicherten in übergewichtigem Ernährungszustand
bei reduziertem körperlichem Kräftezustand. Der Beschwerdeführer habe über weite
Strecken keinen oder nur kurzen Blickkontakt aufgenommen. Schon zu Beginn der
Anamneseerhebung und wiederholt im weiteren Gespräch sei es zu Durchbrüchen von
Traurigkeit mit Weinen gekommen (IV-act. 28-3). Dr. H._ nahm im Rahmen seiner
ausführlichen Darstellung der Befunde den Beschwerdeführer hingegen als „kaum
unsicher“ wahr. Die kognitiven Fähigkeiten, die Grundstimmung und die affektive
Modulationsfähigkeit waren nicht mehr wesentlich beeinträchtigt (IV- act. 104-16 f.).
2.2.3 Vor diesem Hintergrund leuchtet die Schlussfolgerung von Dr. H._ ein, dass
sich die Krankheitssymptomatik seit dem Jahr 2005 gebessert habe und damit
einhergehend die psychisch bedingten Einschränkungen zurückgegangen seien (IV-act.
104-22). Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers hat Dr. H._ die von ihm
wahrgenommene, im Vergleich zu den Vorbefunden in den psychiatrischen
Vorberichten deutliche Verbesserung ausführlich begründet (IV-act. 104-20 ff.; siehe
insbesondere IV-act. 104-21 oben). Hinzu kommt, dass sich die Beurteilung von Dr.
H._ mit den vor der Konfrontation mit den Observationsergebnissen gemachten
Angaben des Beschwerdeführers zu seinen Alltagsaktivitäten und seinem
Funktionsniveau anlässlich des Standortgesprächs vom 14. Mai 2014 vereinbaren
lassen (siehe etwa bezüglich sozialer Aktivitäten und Essenszubereitung IV-act. 87-7
sowie IV-act. 87-9 unten).
2.3 Des Weiteren bestehen nach der Sichtweise des Beschwerdeführers weitere
Ungereimtheiten bezüglich der gutachterlichen Würdigung der
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Medikamenteneinnahme, der Reiseaktivitäten, der Freizeitaktivitäten und der Häufigkeit
der psychiatrischen Therapiesitzungen (act. G 1, Ziff. 7.2, S. 6 f., und act. G 6, Ziff. 2
ff.).
2.3.1 Dr. H._ führte in Würdigung der Ergebnisse der Laboruntersuchungen vom 4.
November 2014 (siehe hierzu IV-act. 104-17) aus, die festgestellten
Medikamentenspiegel hätten nur knapp im unteren Wirkungsbereich gelegen. Sehr tief
seien insbesondere die Blutspiegel der entsprechenden aktiven Metaboliten dieser
Wirksubstanzen gewesen. Daraus zog er den Schluss, dass der Beschwerdeführer die
ärztliche Medikation nicht ordnungsgemäss einnehme (IV-act. 104-21). Dr. H._ vertrat
damit nicht die Auffassung, der Beschwerdeführer nehme überhaupt keine
Medikamente ein, sondern legte plausibel begründet dar, dass erhebliche Zweifel am
Umfang der Einnahme bestünden.
2.3.2 Entgegen der Sichtweise des Beschwerdeführers bilden die von ihm
geschilderten Reise- und Freizeitaktivitäten einen wichtigen Bestandteil der sozialen
Funktionsfähigkeit des Beschwerdeführers. Dies gilt im vorliegenden Fall umso mehr,
als im früheren Symptombild der soziale Rückzug bzw. die Einschränkungen in der
sozialen Aktivität im Vordergrund gestanden sind (IV-act. 28-4; siehe auch vorstehende
E. 2.2.1). Dass Dr. H._ diesen wichtigen Aspekt in die Beurteilung einbezog, spricht
vielmehr für eine umfassende gutachterliche Würdigung.
2.3.3 Die Häufigkeit der in Anspruch genommenen Psychotherapie bzw. das Verhalten
einer versicherten Person im Rahmen einer Behandlung ist ein im Rahmen einer
umfassenden gutachterlichen Beurteilung zu würdigendes Element. Dr. H._ vertrat
den Standpunkt, es bestehe beim Beschwerdeführer inzwischen ein „deutlich
geringerer Leidensdruck bei einer weiterhin deutlich eingeschränkten Motivation in der
Psychotherapie, was für eine deutlich gebesserte Symptomatik“ spreche. Dabei trug
Dr. H._ dem Umstand Rechnung, dass das letzte therapeutische Gespräch aufgrund
einer Erkrankung des Psychotherapeuten vor mehr als sechs Wochen stattgefunden
habe (IV-act. 104-21). Angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer trotz
längerdauernden Ausfalls des bisherigen behandelnden Psychiaters nicht um eine
andere Psychotherapie bemüht erschien und angab, er halte es nicht für erforderlich,
für die Vereinbarung eines Termins bei einem Psychiater aktiv zu werden (IV-act.
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104-21), erscheint die Würdigung des psychiatrischen Gutachters zumindest
vertretbar.
2.4 Ein weiterer Mangel an der gutachterlichen Beurteilung sieht der Beschwerdeführer
im Umstand begründet, dass der psychiatrische Gutachter keine testpsychologischen
Untersuchungen vorgenommen habe. Die von den neu behandelnden Psychiatern
vorgenommene, im Bericht vom 21. Mai 2015 dargestellte Diagnostik mit Beck-
Depressionsinventar (BDI) habe eine Gesamtzahl von 48 Punkten ergeben, was einem
schweren depressiven Syndrom entspreche (act. G 1, Ziff. 7.2, S. 7).
2.4.1 Entscheidend für eine psychiatrische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sind die
klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und
Verhaltensbeobachtung. Testpsychologischen Verfahren kommt lediglich ergänzende
Funktion zu (Urteil des Bundesgerichts vom 27. Mai 2011, 9C_209/2011 E. 3.2; vgl.
auch Qualitätsleitlinien für psychiatrische Gutachten in der Eidgenössischen
Invalidenversicherung, 16. Juni 2016, S. 18 unten).
2.4.2 Vorliegend ist nicht ersichtlich, dass im Rahmen der Begutachtung ein Anlass für
weitere Zusatzuntersuchungen erkennbar geworden wäre. Der Beschwerdeführer zeigt
denn auch nicht konkret auf, welche testpsychologischen Untersuchungen vorliegend
für die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung unentbehrlich gewesen wären. Bezüglich der von
den behandelnden Psychiatern durchgeführten Diagnostik mit Beck-
Depressionsinventar (siehe den Bericht vom 21. Mai 2015, act. G 1.3) darf nicht ausser
Acht gelassen werden, dass diese weitgehend auf den Angaben und
Selbsteinschätzungen der zu untersuchenden Person beruht (Urteil des
Bundesgerichts vom 2. Dezember 2010, 8C_486/2010, E. 3.1.2). Aus dem Bericht vom
21. Mai 2015 geht nicht hervor, dass die behandelnden Psychiater die Leidensangaben
und -präsentation einer objektiven Überprüfung unterzogen haben. Vielmehr scheinen
sie diese vorbehaltlos ihrer medizinischen Beurteilung zugrunde gelegt zu haben,
obschon Dr. H._ einen hohen sekundären Krankheitsgewinn und über
Verdeutlichungstendenzen weit hinausgehende Aggravationstendenzen beschrieb (IV-
act. 104-25). Sie benennen zudem keine wesentlichen objektiven Gesichtspunkte,
welche Dr. H._ ausser Acht gelassen hätte. Von Bedeutung ist weiter, dass im
Bericht vom 21. Mai 2015 keine Stellung zum vom Beschwerdeführer geschilderten
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aktiven Alltag genommen wurde und dieser in die medizinische Würdigung offenbar
keinen Eingang gefunden hat. Die hauptsächlich auf die Leidensangaben und -
präsentation des Beschwerdeführers abstellende Beurteilung der behandelnden
Psychiater vermag daher keinen Mangel an der Einschätzung von Dr. H._ zu
begründen.
2.5 Ausserdem hält der Beschwerdeführer die Auseinandersetzung von Dr. H._ mit
den Vorakten für ungenügend (act. G 1, Ziff. 7.2, S. 8 f.). Diese Kritik erweist sich als
unbegründet. Dr. H._ führte die relevante Voraktenlage im Gutachten nicht nur auf
(IV-act. 104-2 ff.), sondern diskutierte diese und begründete seine davon abweichende
Auffassung gestützt u.a. auf die von ihm erhobenen klinischen Befunde plausibel (IV-
act. 104-26).
2.6 Bei der Würdigung des Gutachtens von Dr. H._ fällt weiter ins Gewicht, dass es
auf umfassender Aktenkenntnis sowie eigenen Untersuchungen (vom 31. Oktober 2014
und 2. Februar 2015, IV-act. 104-1) beruht, das gesamte Leidensbild des
Beschwerdeführers berücksichtigt und die auf dieser Grundlage nach einer objektiven
Überprüfung gezogenen Schlüsse nachvollziehbar sind. Gestützt darauf ist mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers erheblich verbessert hat, er seit 1. Januar
2014 zu 50% arbeitsunfähig gewesen und seit 31. Oktober 2014 (Datum
Erstuntersuchung) zu 15% arbeitsunfähig ist (IV-act. 104-24; Mittelwert von 10 bis
20%; vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 20. August 2009, 9C_193/2009, E. 1.3.1 mit
Hinweis). Entgegen der Sichtweise der Beschwerdegegnerin (IV-act. 118-4) besteht
kein Anlass, den Beginn der 50%igen Arbeitsfähigkeit in Abweichung der
gutachterlichen Einschätzung bereits auf Oktober 2013 festzulegen. Denn der
Gutachter legte plausibel dar, dass zwar die gesundheitliche Verbesserung in der Mitte
des Jahres 2013 begonnen habe, eine 50%ige Arbeitsfähigkeit aber erst ab 1. Januar
2014 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen sei (IV-act. 104-24). Dass
bereits ab Oktober 2013 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestanden hätte, kann weder
dem Gutachten noch der übrigen Aktenlage entnommen werden. Daran ändert die von
der Beschwerdegegnerin ins Feld geführte, hinsichtlich des Umfangs nicht näher
begründete „Erwerbsaufnahme“ nichts, lässt sich doch daraus allein nichts
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Aussagekräftiges für den Arbeitsfähigkeitsgrad bzw. gegen die gutachterliche
Beurteilung herleiten.
3.
Die gutachterliche Beurteilung von Dr. H._ erfolgte in Kenntnis der
Observationsergebnisse. Vorliegend ist allerdings von Bedeutung, dass die
Arbeitsfähigkeitsschätzung auf der klinischen Untersuchung und den vom
Beschwerdeführer von sich aus geschilderten Alltagsaktivitäten beruht. Diese decken
sich im Wesentlichen mit dem Inhalt des Observationsmaterials. Weder im Rahmen der
Befunderhebung noch der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit wurde das
Observationsmaterial einbezogen. Zwar hat sich Dr. H._ auch zu den das
Observationsmaterial betreffenden Fragen der Beschwerdegegnerin geäussert (Ziff. 9.3
des Gutachtens, IV-act. 104-28 ff.). Allerdings geht auch daraus nicht hervor, dass das
Observationsmaterial für die medizinische Beurteilung von Relevanz gewesen wäre
bzw. dass ohne Observationsmaterial eine andere Einschätzung resultiert hätte. Dr.
H._ nahm denn auch bezüglich der Frage nach der Bedeutung der
Observationsergebnisse in allgemeiner Weise Stellung, ohne dass er daraus
entscheidende Schlüsse für die Schätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
gezogen hätte (Ziff. 9.3.2.3, IV-act. 104-29). Daher kann offen bleiben, ob das
rechtswidrig beschaffte Observationsmaterial (siehe hierzu den Entscheid des
Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Sachen Vukota-Bojic gegen die
Schweiz [61838/10] vom 18. Oktober 2016 und den Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 6. Dezember 2016, IV 2016/145, E. 3.2) und die sich darauf
beziehenden gutachterlichen Ausführungen unter Ziff. 9.3 (IV-act. 104-28 ff.) verwertbar
sind. Denn selbst wenn diese aus den Akten zu entfernen wären, verbliebe der übrige
verwertbare und beweiskräftige Teil des psychiatrischen Gutachtens in den Akten.
Deshalb kann namentlich offen bleiben, ob überhaupt ein öffentliches Interesse an der
Verwertung des Observationsmaterial besteht, nachdem der Beschwerdeführer die im
Observationsmaterial festgehaltenen Aktivitäten von sich aus in den rechtskonform
beschafften Beweismitteln geschildert hat (siehe hierzu seine anlässlich des
Standortgesprächs vom 14. Mai 2014 vorgenommenen Schilderungen vor der
Konfrontation mit den Observationsergebnissen, IV-act. 87-1 ff., sowie die
Ausführungen anlässlich der Begutachtung [vgl. hierzu vorstehende E. 2.2.1]).
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4.
Des Weiteren ist auf der Grundlage einer 50%igen bzw. 85%igen Arbeitsfähigkeit der
Invaliditätsgrad zu ermitteln.
4.1 Für die Bestimmung des Valideneinkommens kann auf dasjenige abgestellt
werden, das bei der ursprünglichen Rentenzusprache Berücksichtigung fand (bezogen
auf das Jahr 2004: Fr. 72‘900.--; IV-act. 34-1 und IV-act. 30-2). Angepasst an die bis
zum Jahr 2014 eingetretene Nominallohnentwicklung (Index 2004, Männer: 1975; Index
2014, Männer: 2220) resultiert bezogen auf das Jahr 2014 ein Valideneinkommen von
Fr. 81‘943.--.
4.2 Zwischen den Parteien ist zu Recht unbestritten geblieben (IV-act. 118-4 und act.
G 1, Ziff. 9), dass als Grundlage für die Ermittlung des Invalideneinkommens der
durchschnittliche Hilfsarbeiterlohn heranzuziehen ist. Dieser beträgt für das Jahr 2014
Fr. 66‘453.-- (siehe Anhang 2: Lohnentwicklung, Gesetzestexte 1. Säule, Aktualisierte
Anhänge, IV; Download: <https://www.ahv-iv.ch/Portals/0/Documents/Webshop/
Aktualisierte%20Anh%C3%A4nge.pdf>). Der Beschwerdeführer steht noch nicht im
fortgeschrittenen Alter und verfügt bis zum ordentlichen AHV-Rentenalter noch über
eine längere Aktivitätsdauer. Zwar ist er in der Ausdauer, der Konzentrationsfähigkeit,
der Frustrationstoleranz und den sozialen Kompetenzen eingeschränkt. Die
Einschränkungen sind allerdings leicht und wurden von Dr. H._ bereits in der
Schätzung des Arbeitsfähigkeitsgrads berücksichtigt (IV-act. 104-22 f.). Dem
Beschwerdeführer ist denn auch nach gutachterlicher Beurteilung ein breites Spektrum
an Hilfsarbeitertätigkeiten möglich („einfache Tätigkeiten im praktischen Bereich, in
Fabriken oder am Fliessband und auch bis mindestens mittelschwere körperliche
Tätigkeiten im handwerklichen Bereich oder ähnliche Tätigkeiten, die 44-jährigen
Männern zugemutet werden können, können als ideal adaptierte Tätigkeiten angesehen
werden“, IV-act. 104-24 unten). Weder aus den gutachterlichen Ausführungen noch
den übrigen Akten ergibt sich, dass die Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
nicht im Rahmen einer ganztägigen Präsenz mit reduzierter Leistung erbracht werden
könnte. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts führt diese Situation nicht zu
einem lohnwirksamen Nachteil (siehe etwa das Urteil des Bundesgerichts vom 21.
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September 2012, 8C_419/2012, E. 3.2 mit Hinweisen). Insgesamt bestehen daher keine
Umstände, die einen Tabellenlohnabzug zu begründen vermögen. Demnach betragen
die Invalideneinkommen bei einer 50%igen Arbeitsfähigkeit Fr. 33‘227.-- (Fr. 66‘453.--
x 0.5) bzw. bei einer 85%igen Arbeitsfähigkeit Fr. 56‘485.-- (Fr. 66‘453.-- x 0.85), die
Erwerbseinbusse Fr. 48‘716.-- (Fr. 81‘943.-- - Fr. 33‘227.--) bzw. Fr. 25‘458.-- (Fr.
81‘943.-- - Fr. 56‘485.--) und die Invaliditätsgrade abgerundet 59% (Fr. 48‘716.-- / Fr.
81‘943.--; zu den Rundungsregeln siehe BGE 130 V 121 ff.) bzw. 31% (Fr. 25‘458.--/
Fr. 81‘943.--).
5.
Schliesslich verbleibt noch die Bestimmung des Zeitpunkts der Rentenherabsetzung
und -einstellung. Die Beschwerdegegnerin wirft dem Beschwerdeführer eine Verletzung
der Meldepflicht gemäss Art. 77 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV;
SR 831.201) vor.
5.1 Der Berechtigte oder sein gesetzlicher Vertreter sowie Behörden oder Dritte, denen
die Leistung zukommt, haben jede für den Leistungsanspruch wesentliche Änderung,
namentlich eine solche des Gesundheitszustands, der Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit,
des Zustands der Hilflosigkeit, des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder
Hilfebedarfs, des für den Ansatz der Hilflosenentschädigung und des
Assistenzbeitrages massgebenden Aufenthaltsortes sowie der persönlichen und
gegebenenfalls der wirtschaftlichen Verhältnisse des Versicherten unverzüglich der IV-
Stelle anzuzeigen (Art. 77 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR
831.201]). Die Herabsetzung oder Aufhebung der Renten, der
Hilflosenentschädigungen und der Assistenzbeiträge erfolgt gemäss Art. 88bis Abs. 2
IVV: frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden
Monats an (lit. a) oder rückwirkend ab Eintritt der für den Anspruch erheblichen
Änderung, wenn der Bezüger die Leistung zu Unrecht erwirkt hat oder der ihm nach
Art. 77 IVV zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist, unabhängig davon, ob
die Verletzung der Meldepflicht oder die unrechtmässige Erwirkung ein Grund für die
Weiterausrichtung der Leistung war (lit. b). Für den Tatbestand der
Meldepflichtverletzung ist ein schuldhaftes Fehlverhalten erforderlich, wobei nach
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ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts bereits eine leichte Fahrlässigkeit
genügt (Urteil des Bundesgerichts vom 12. November 2015, 9C_338/2015, E. 2).
5.2 Der Beschwerdeführer gab gegenüber Dr. H._ an, er habe der Frau bei der Arbeit
geholfen (Entsorgung Kartons und Erledigung anderer Arbeiten). Er arbeite höchstens
eine Stunde pro Tag (IV-act. 104-12). Die Ausführungen des Beschwerdeführers lassen
darauf schliessen, dass er bereits während eines nicht bloss kurzen Zeitraums Arbeiten
für die Ehefrau erledigt hat, die über ausnahmsweise erfolgte kleinere Handreichungen
hinausgehen. Der ursprünglichen Rentenzusprache lag eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit zugrunde. Über den beruflichen Bereich hinaus bestand sogar eine
„massive Einschränkung des Fähigkeits- und Aktivitätsprofils in allen Belangen des
täglichen Lebens“ (IV-act. 28-4). Aufgrund seiner nicht unbeachtlichen
Arbeitsleistungen zugunsten seiner Ehefrau musste sich der Beschwerdeführer
bewusst gewesen sein, dass sich sein Gesundheitszustand und seine Arbeitsfähigkeit
inzwischen verbessert hatten. Dies gilt umso mehr, als auch seine Fähigkeiten zur
Alltagsbewältigung im Vergleich zu früher erheblich grösser geworden sind (siehe
vorstehende E. 2.2.1). Da er diese für ihn wahrnehmbare Entwicklung der
Beschwerdegegnerin nicht gemeldet hat, kann ihm der Vorwurf zumindest einer leicht
fahrlässigen Meldepflichtverletzung nicht erspart bleiben. Ins Leere zielt der Vorwurf
des Beschwerdeführers, die Beschwerdegegnerin verhalte sich widersprüchlich, da sie
bereits im August 2012 eine Mitteilung über die Erwerbstätigkeit erhalten habe (act. G
1, Rz 10.2). Bei der vom Beschwerdeführer ins Feld geführten Mitteilung handelt es
sich um einen telefonischen Hinweis von Dritten. Dieser begründete einen blossen
Anfangsverdacht (IV-act. 60) und bildete lediglich die Grundlage für den von der
Beschwerdegegnerin zu Recht angenommenen Abklärungsbedarf. Insbesondere kann
daraus nicht abgeleitet werden, die Beschwerdegegnerin hätte sich mit einer
Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers bzw. mit einer damit einhergehenden
gesundheitlichen Verbesserung stillschweigend abgefunden und ihr keine Bedeutung
für den Rentenanspruch beigemessen.
5.3 Die Rentenleistungen sind demnach ex nunc (bezogen auf den Eintritt der
Sachverhaltsänderung, vorliegend 1. Januar 2014 und 1. November 2014; siehe
vorstehende E. 2.6) an die veränderten tatsächlichen Verhältnisse anzupassen (Art.
88bis Abs. 2 lit. b IVV und Art. 17 Abs. 1 ATSG). Der Beschwerdeführer hat demnach
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ab 1. Januar 2014 Anspruch auf eine halbe Rente. Ab 1. November 2014 hat er keinen
Anspruch mehr auf Rentenleistungen.
6.
6.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 29. Mai 2015
aufzuheben, der bisherige Anspruch des Beschwerdeführers auf eine ganze Rente
(erst) auf den 1. Januar 2014 auf eine halbe Rente herabzusetzen und die
Rentenleistung per 1. November 2014 einzustellen. Im Übrigen ist die Beschwerde
abzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Der Beschwerdeführer unterliegt grösstenteils und obsiegt lediglich in
Form einer um wenige Monate später wirkenden Rentenherabsetzung. Es kann von
einem teilweisen Obsiegen von einem Fünftel ausgegangen werden (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 9. Juni 2015, IV 2013/201, E. 7.2). Dem teilweisen
Obsiegen entsprechend bezahlt die Beschwerdegegnerin einen Anteil von Fr. 120.--
und der Beschwerdeführer von Fr. 480.-- an der Gerichtsgebühr. Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer im Umfang von Fr. 480.--
daran anzurechnen und im Umfang von Fr. 120.-- zurückzuerstatten.
6.3 Da der Beschwerdeführer teilweise obsiegt, hat er einen reduzierten Anspruch auf
eine Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist. Bei vollständigem Obsiegen wäre eine Parteientschädigung von pauschal Fr.
3'500.-- angemessen. Entsprechend dem Obsiegen erscheint eine
Parteientschädigung von Fr. 700.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als
gerechtfertigt. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer somit eine
Parteientschädigung von Fr. 700.-- zu bezahlen.