Decision ID: 16ccf0de-67a6-439f-bcb2-7b0dc0b7fbd6
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
G._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Hans Rüdlinger, pat. Rechtsagent, Churfirstenstrasse 14, Postfach 60,
9642 Ebnat-Kappel,
gegen
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St.Galler Gerichte
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision (Nichteintreten)
Sachverhalt:
A.
A.a G._, Jahrgang 1953, bezog von Januar bis März 2000 bei einem Invaliditätsgrad
von 40% eine Viertelsrente und ab 1. April 2000 bei einem Invaliditätsgrad von 50%
eine halbe Rente der Invalidenversicherung (IV; IV-act. 23, 24). Anlässlich einer im
Januar 2005 von Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevision machte der Versicherte am
28. Januar 2005 eine Verschlechterung seines Gesundheitszustands geltend. Er habe
vermehrte Rückenschmerzen und sei kürzlich wegen eines Prostatakrebses operiert
worden, weshalb er zusätzliche psychische Probleme habe (IV-act. 45). Auch sein
Hausarzt, der Allgemeinmediziner Dr. med. A._, berichtete am 7. Februar 2005 von
einer Verschlechterung. Er diagnostizierte ein Adenokarzinom der Prostata mit
konsekutiver, angstbetonter depressiver Verstimmung. Der Versicherte sei seit
17. Dezember 2004 zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 50-1). Am 29. Juli 2005 gab
Dr. A._ an, die Depression mache es dem Versicherten unmöglich, die bisher
erbrachte Arbeit als Hilfskraft in einer Garage durchzuführen, wo er meist allein und auf
sich gestellt sei. Es würden sich auch Ängste einstellen und der Versicherte reagiere
mit Panik. Im Februar habe er stundenweise in einem Café als gelernter Konditor
arbeiten können. Da es sich nur um zeitlich begrenzte Einsätze gehandelt habe, sei es
wegen des Rückens ganz gut gegangen, und weil er sich in einem Team befunden
habe, sei es auch von Seiten der Depression möglich gewesen. Diese Arbeit wäre drei
bis vier Stunden täglich zumutbar (IV-act. 57).
A.b Im Auftrag der IV-Stelle begutachtete die MEDAS Basel den Versicherten am
9. und 10. Januar 2006. Das polydisziplinäre Gutachten vom 15. Juni 2006 nennt mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen die Diagnosen prolongierte
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Anpassungsstörung, chronisches lumbovertebrales bis lumbospondylogenes Syndrom
rechts und Prostatakarzinom. In körperlich leicht bis gelegentlich mittelschwer
belastenden Tätigkeiten, wie dies die früher ausgeübten Tätigkeiten als
Modellschreiner oder als Konditor seien, bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50%.
Körperliche Schwerarbeiten seien dem Versicherten bleibend nicht mehr zuzumuten
(IV-act. 67-17, 67-20).
A.c Mit Mitteilung vom 3. August 2006 wies die IV-Stelle den Versicherten darauf hin,
dass man bei der Überprüfung des Invaliditätsgrads keine Änderung festgestellt habe,
die sich auf die Rente auswirke. Deshalb bestehe weiterhin Anspruch auf die bisherige
Invalidenrente (Invaliditätsgrad 58%; IV-act. 75). Rechtsanwalt lic. iur. Giovanni
Schramm teilte der IV-Stelle in Vertretung des Versicherten mit Schreiben vom 22. Au
gust 2006 mit, sein Klient verzichte ausdrücklich auf eine beschwerdefähige Verfügung.
Er, der Rechtsanwalt, schliesse den Fall somit ab und bitte die IV-Stelle, künftige
Korrespondenz direkt an den Versicherten weiterzuleiten (IV-act. 76).
A.d Der pat. Rechtsagent Hans Rüdlinger wandte sich am 2. Oktober 2006 an die IV-
Stelle, kritisierte mehrere Punkte des MEDAS-Gutachtens und beantragte, die
Berentung des Versicherten neu zu prüfen. Er sei überzeugt, dass dessen
Invaliditätsgrad seit 1. Dezember 2004 korrekt berechnet 71% oder mehr betragen
müsste (IV-act. 80). Mit Vorbescheid vom 30. November 2006 hielt die IV-Stelle fest,
der Versicherte habe erneut ein Gesuch um Rentenerhöhung eingereicht. Mit Mitteilung
vom 3. August 2006 habe man einen unveränderten Gesundheitszustand festgestellt.
Eine erneute Prüfung sei möglich, wenn der Versicherte glaubhaft darlege, dass sich
die tatsächlichen Verhältnisse nach diesem Datum in einer für den Anspruch
erheblichen Weise verändert hätten. In seinem Gesuch mache er keine neuen
Tatsachen geltend, weshalb man gedenke, auf das Leistungsbegehren nicht
einzutreten (IV-act. 86). Im Einwand vom 19. Dezember 2006 wies der Vertreter des
Versicherten darauf hin, der frühere Vertreter habe am 22. August 2006 wohl voreilig
darüber informiert, dass auf eine beschwerdefähige Verfügung verzichtet werde. Der
Versicherte habe dem Anwalt nur mitgeteilt, dass er nichts mehr tun solle. Dies habe
jedoch nicht bedeutet, dass die Beurteilung der IV-Stelle definitiv rechtsgültig
geworden sei und so auch akzeptiert werde. Der Rechtsagent verlangte den Erlass
einer korrekten, beschwerdefähigen Verfügung per Stand 3. August 2006. Weiter teilte
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er mit, der Zustand des Versicherten habe sich seit jenem Datum laufend
verschlechtert (IV-act. 87). Die IV-Stelle holte daraufhin einen weiteren Verlaufsbericht
bei Dr. A._ ein. Dieser attestierte am 23. Februar 2007 eine Verschlechterung des
Gesundheitszustands. Seit 22. Juni 2006 bestünden chronische Abdominal- und
Hodenschmerzen unklarer Ätiologie. Der Versicherte leide nach wie vor ausgeprägt
unter der reaktiven angstbetonten depressiven Verstimmung. Im Wholebody-MRI vom
25. Januar 2007 habe es keine Anhaltspunkte für eine Tumormanifestation gegeben
(IV-act. 90). Nach Rückfrage bei ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) verfügte die
IV-Stelle am 27. März 2007 das Nichteintreten auf das "neue Leistungsbegehren". Man
gehe weiterhin von einem unveränderten Gesundheitszustand aus (act. G 1.2).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde des Vertreters des
Beschwerdeführers vom 26. April 2007 mit dem Antrag, die Beschwerdegegnerin sei zu
verpflichten, dem Beschwerdeführer ab 1. Dezember 2004 eine Rente basierend auf
einem Invaliditätsgrad von mindestens 71% auszurichten, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Das am 28. Januar 2005 beantragte IV-Revisionsverfahren sei
nie korrekt abgeschlossen worden. Die Mittelung vom 3. August 2006 sei vom
Beschwerdeführer nie akzeptiert worden. Das Schreiben des früheren Vertreters des
Beschwerdeführers an die Beschwerdegegnerin sei nicht als Akzept des Vorbescheids
vom 3. August 2006 zu betrachten. Eine umfassende, korrekte, begründete
Berechnung des Validen- und Invalideneinkommens liege nicht in den Akten. Nicht
nachvollziehbar sei, warum man dem Beschwerdeführer keinen leidensbedingten
Abzug von den Tabellenlöhnen gewähre. Die Tatsache der langen Stellenlosigkeit und
dass der Beschwerdeführer in einer wirtschaftlichen Randregion lebe, wo
Nischenarbeitsplätze selten seien, rechtfertige einen Abzug (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 5. Juni 2007
die Abweisung der Beschwerde. Seit der erstmaligen Rentenzusprache leide der
Beschwerdeführer neu an einem Prostatakarzinom und einer daraus resultierenden
prolongierten Anpassungsstörung. Eine Änderung des Sachverhalts sei demnach
glaubhaft dargetan, weshalb man auf das Revisionsgesuch hätte eintreten müssen.
Faktisch sei man denn auch eingetreten, da man den Beschwerdeführer bei der
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MEDAS habe begutachten lassen. Zu prüfen bleibe demnach, ob die Änderung des
medizinischen Sachverhalts zu einer höheren Invalidenrente führe. Das MEDAS-
Gutachten sei ausführlich abgefasst und dessen Schlussfolgerungen zusammen mit
der Arbeitsfähigkeitsschätzung erschienen als begründet. Entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführers ergäben sich keine Hinweise, dass sich sein Gesundheitszustand
seit der Begutachtung verschlechtert habe. Das MRI vom 25. Januar 2007 habe keine
Anhaltspunkte für eine Tumormanifestation ergeben. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung
von Dr. A._ weiche nicht erheblich von derjenigen der MEDAS ab. Weil der
Beschwerdeführer auch körperlich mittelschwere Tätigkeiten ausüben könne, sei
entgegen seiner Ansicht kein sogenannter Leidensabzug vom Invalideneinkommen
vorzunehmen. Der Invaliditätsgrad betrage 58% (act. G 4).
B.c Der Beschwerdeführer lässt mit Schreiben vom 6. Juni 2007 mitteilen, dass er
zusätzlich zu den in den Akten bekannten Leiden unter massiven Hörbeschwerden
leide. Aus diesem Grund richte ihm die SUVA eine Integritätsentschädigung von 20%
aus. Weil diese Befunde in den bisherigen medizinischen Akten nicht erscheinen
würden, müssten die SUVA-Akten zur Gesamtwürdigung beigezogen werden (act. G 6).
In der Replik vom 25. Juni 2007 hält der Vertreter des Beschwerdeführers an seinen
Anträgen fest. Das Valideneinkommen des Beschwerdeführers betrage mindestens
Fr. 75'718.50. Beim Invalideneinkommen seien die regionalen Besonderheiten zu
berücksichtigen und es sei ein leidensbedingter Abzug zu gewähren. Der
Beschwerdeführer habe aus gesundheitlichen Gründen verschiedene Arbeitsstellen
aufgeben müssen, was genügend beweise, dass er einen theoretischen Wert an
Arbeitsfähigkeit nicht mehr erreichen könne, weil er den Anforderungen nicht genüge
oder weil er der erste sei, der bei einer Anstellung bei Auftragsrückgang hinausfalle
oder gar nicht aufgenommen werde, weil man sich von angeschlagenen Bewerbern
fern halte (act. G 7).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 2. Juli 2007 auf die Einreichung einer
Duplik (act. G 9). Ebenfalls mit Schreiben vom 2. Juli 2007 orientierte der Vertreter des
Beschwerdeführers über einen neuen, zusätzlichen Befund, der in den Akten bisher nur
am Rand erwähnt worden sei. Der Beschwerdeführer sei kürzlich von einem
Spezialisten aufgrund anhaltender Kniebeschwerden untersucht worden. Der Befund
des Knies sei erschreckend und lasse nichts Gutes erahnen. Man habe dem
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Beschwerdeführer empfohlen, ein künstliches Kniegelenk einbauen zu lassen (act. G
11).

Erwägungen:
1.
1.1 Die Beschwerdegegnerin hat gemäss der angefochtenen Verfügung vom 27. März
2007 das Schreiben des Vertreters des Beschwerdeführers vom 2. Oktober 2006 (IV-
act. 80) als neues Revisionsbegehren entgegen genommen und ist darauf mangels
glaubhaft gemachter leistungsrelevanter Veränderung des Gesundheitszustands nicht
eingetreten. Sie stellte sich also auf den Standpunkt, das im Januar 2005 von Amtes
wegen eingeleitete Revisionsverfahren bereits zuvor rechtskräftig erledigt zu haben.
1.2 Gemäss Art. 51 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) können Leistungen, Forderungen und
Anordnungen, die nicht unter Art. 49 Abs. 1 ATSG fallen, in einem formlosen Verfahren
behandelt werden (Abs. 1), wobei die betroffene Person den Erlass einer Verfügung
verlangen kann (Abs. 2). Art. 49 Abs. 1 ATSG wiederum kennt eine Verfügungspflicht
für Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die erheblich sind oder mit denen die
betroffene Person nicht einverstanden ist. Art. 58 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) ermächtigt den Bundesrat anzuordnen, dass in
Abweichung von Art. 49 Abs. 1 ATSG auch für bestimmte erhebliche Leistungen das
formlose Verfahren nach Art. 51 ATSG zur Anwendung kommt. Von dieser Kompetenz
hat der Bundesrat in Art. 74 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR
831.201) Gebrauch gemacht. Sind die Anspruchsvoraussetzungen offensichtlich erfüllt
und wird den Begehren der Versicherten vollumfänglich entsprochen, können nach
diesem Artikel folgende Leistungen ohne Erlass einer Verfügung zugesprochen oder
weiterausgerichtet werden: medizinische Massnahmen (lit. a), Massnahmen beruflicher
Art (lit. b), Massnahmen für die besondere Schulung (lit. c), Hilfsmittel (lit. d), Vergütung
von Reisekosten (lit. e) sowie Renten und Hilflosenentschädigungen nach einer von
Amtes wegen durchgeführten Revision, sofern dabei keine leistungsbeeinflussende
Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (Fassung bis Ende 2007). Gemäss
Art. 74 IVV hat die IV-Stelle die nach Art. 74 IVV gefassten Beschlüsse dem
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Versicherten schriftlich mitzuteilen und ihn darauf aufmerksam zu machen, dass er den
Erlass einer Verfügung verlangen kann, wenn er mit dem Beschluss nicht einverstanden
ist.
1.3 Die Schweizerische Gesellschaft für Versicherungsrecht hielt 1984 in ihrem Bericht
und Entwurf zu einem Allgemeinen Teil der Sozialversicherung fest, die konkreten
Rechtsverhältnisse sollten in der ganzen Sozialversicherung grundsätzlich durch
Verfügung geregelt werden. Dies sei von Vornherein gegeben für Leistungen,
Forderungen und Anordnungen von erheblicher Bedeutung wie etwa Renten. Andere
Rechtsbeziehungen, namentlich im Bereich der Taggelder, Sachleistungen,
Arbeitgeber-/Arbeitnehmerbeiträge und dergleichen könnten in formloser Weise durch
Abrechnung oder Mitteilung abgewickelt werden (sog. De-facto-Erledigung; Bericht
abgedruckt im Beiheft zu SZS 1984, S. 51). Die ständerätliche Kommission ergänzte in
ihrem Bericht vom 27. September 1990, das formlose Verfahren solle in den genannten
Fällen "zweckmässigerweise auch weiterhin" möglich sein (BBl 191 II 261 f.). Der
Nationalrat hatte keine grundsätzlichen Einwände (vgl. BBl 1999 4610). Der Grund für
das formlose Verfahren liegt insbesondere in verfahrensökonomischen Interessen (m.H.
Kieser Ueli, ATSG-Kommentar, Zürich 2003, Rz. 2 zu Art. 51). Wird für den
Versicherungsträger erkennbar, dass die betroffene Person mit dem zu fällenden
Entscheid nicht einverstanden ist, hat er von Vornherein eine formelle Verfügung zu
erlassen (Kieser, a.a.O., Rz. 4 zu Art. 51).
1.4 In der Invalidenversicherung entsprach es dem gesetzgeberischen Willen, den
Bereich, in dem Leistungen formlos zugesprochen werden können, weit zu fassen. In
Abweichung von der ATSG-Regelung kann auch über erhebliche Leistungen (mit denen
die Partei einverstanden ist) das formlose Verfahren durchgeführt werden (BBl 1999
4607; Kieser, a.a.O., Rz. 17 zu Art. 51, Rz. 40 zu Art. 49). Im Rahmen der 2. IV-Revision
hatte der Gesetzgeber den Bundesrat durch einen neuen Abs. 3 des damaligen Art. 54
IVG zur Anordnung ermächtigt, dass bestimmte Leistungen ohne Erlass einer
Verfügung erbracht werden könnten (in Kraft ab 1. Juli 1987; vgl. den bundesrätlichen
Entwurf vom 21. November 1984 zur Änderung des IVG [2. IV-Revision], in: BBl 1985 I
93). Jener Abs. 3 hielt jedoch fest, dass die Ausgleichskasse stets zwingend eine
Verfügung zu erlassen habe, wenn dem Leistungsbegehren eines Versicherten nicht
oder nur teilweise entsprochen werde. Auch das formlose Verfahren in der IV hatte den
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zentralen Grund in der Verfahrensökonomie. Mit der Einführung des formlosen
Verfahrens konnte das – vor der im Rahmen der 3. IV-Revision erfolgten Einführung der
kantonalen IV-Stellen in der heutigen Form bestehende – IV-Sekretariat selbstständig
beschliessen, wenn die Voraussetzungen für eine Leistungszusprache offensichtlich
erfüllt waren, was zu einer Entlastung von Gesamtkommission und
Kommissionspräsident bzw. Vizepräsident führte und wesentlich zur angestrebten
Verfahrensbeschleunigung beitragen sollte (vgl. ZAK 1987 S. 59 und 61). Das bis Ende
1994 bestandene alte System kannte eine IV-Kommission – die zwar Beschlüsse
fasste, nicht aber selbst verfügen durfte, sondern die Verfügung durch die
Ausgleichskassen anordnen musste – und Regionalstellen, die ebenfalls nicht zum
Erlass von Verfügungen zuständig waren, obwohl zahlreiche ihrer Handlungen der
Sache nach eigentlich Gegenstand einer Verfügung hätten sein können und sollen (z.B.
Arbeitsvermittlung, Durchführung von Eingliederungsmassnahmen etc.; vgl. Maurer
Alfred, Schweizerisches Sozialversicherungsrecht, Bd. 1, Bern 1979, S. 467). In diesem
verfahrensmässig komplexen System brachte das für offensichtliche Fälle eingeführte
formlose Verfahren eine markante Verfahrenserleichterung und -beschleunigung.
Obwohl sich das System mit der 3. IV-Revision grundlegend gewandelt hat und die
Sachbearbeiter der heutigen IV-Stellen auch über namhafte Leistungen weitgehend
selbstständig verfügen, wurde das formlose Verfahren beibehalten. Aus heutiger Sicht
sind dessen Notwendigkeit und dessen Vorteil jedoch nicht mehr ohne weiteres
ersichtlich.
1.5 Wird eine Rentenrevision von Amtes wegen eingeleitet und ergibt sich nach
Vornahme der notwendigen Abklärungen, dass sich der Invaliditätsgrad des
Rentenbezügers nicht in leistungsrelevanter Weise verändert hat, so kann die IV-Stelle
gemäss Art. 74 lit. f IVV das Revisionsverfahren wie erwähnt mit einer formlosen
Mitteilung abschliessen. Diese Regelung steht aber gemäss ihrer
Entstehungsgeschichte, gemäss dem damit verfolgten, oben erläuterten Zweck der
Verfahrensbeschleunigung und gemäss ihrer Systematik innerhalb von Art. 74 IVV
eindeutig unter dem Vorbehalt, dass dem Begehren des Versicherten vollumfänglich
entsprochen wird, dass er also mit dem Inhalt der formlosen Mitteilung aller
Voraussicht nach vollständig einverstanden ist. Macht eine versicherte Person
hingegen im von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahren eine Verschlechterung
des Gesundheitszustands geltend und wird zumindest implizit klar, dass sie eine
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Erhöhung der Rente wünscht, so ist das Revisionsverfahren zwingend mit einer
formellen Verfügung abzuschliessen, auch wenn es bei der ursprünglichen Rentenhöhe
bleibt (vgl. auch das Urteil IV 57300 des Bernischen Verwaltungsgerichts vom
26. Oktober 2000 in BVR 2001 S. 378, Erw. 3c). In diesem Fall ist die Voraussetzung,
dass dem Begehren der versicherten Person vollumfänglich entsprochen wird, nämlich
nicht erfüllt.
1.6 Im vorliegenden Fall wurde das Revisionsverfahren am 7. Januar 2005 von Amtes
wegen eingeleitet (IV-act. 45). Am 12. Januar 2005 wurde der Beschwerdeführer im
Kantonsspital St. Gallen wegen des Prostatakarzinoms operiert (IV-act. 57-4). Dr. A._
gab am 4. Februar 2005 an, der Beschwerdeführer sei bereits seit dem 17. Dezember
2004 zu 100% arbeitsunfähig und es sei nicht absehbar, wann und ob er nochmals voll
arbeiten könne (IV-act. 50-1). Bereits zu diesem Zeitpunkt musste der
Beschwerdegegnerin bewusst sein, dass der Beschwerdeführer wahrscheinlich eine
Rentenerhöhung wünschte und nicht damit einverstanden wäre, wenn das
Revisionsverfahren mit der Mitteilung des unveränderten Anspruchs auf eine halbe
Rente beendet würde. Somit war es nicht zulässig, das Revisionsverfahren mittels
formloser Mitteilung abzuschliessen, wie dies die Beschwerdegegnerin am 3. August
2006 tun wollte. Da das Verfahren also noch nicht abgeschlossen war, könnte dem
Beschwerdeführer auch nicht entgegengehalten werden, er habe durch das Schreiben
seines ehemaligen Rechtsanwalts vom 22. August 2006 auf irgendwelche Rechte
verzichtet. Wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort zu Recht einräumt,
hätte das Verfahren mit einer förmlichen Verfügung abgeschlossen werden müssen, die
einen materiellen Entscheid beinhaltete und nicht auf Nichteintreten lautete. Davor
wäre ein ordentliches Vorbescheidverfahren durchzuführen und dem Beschwerdeführer
das rechtliche Gehör zu gewähren gewesen (vgl. Art. 57a IVG mit Verweis auf Art. 42
ATSG). Eine "Umdeutung" der angefochtenen Verfügung in eine Verfügung über eine
Revisionsabweisung nach materieller Prüfung ginge zu weit. Die Verfügung vom
27. März 2007 erweist sich somit als rechtswidrig und ist bei Gutheissung der
Beschwerde (soweit darauf einzutreten ist) aufzuheben.
2.
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2.1 Selbst wenn man sich entgegen der obigen Erwägungen auf den Standpunkt
stellen wollte, die formlose Mitteilung vom 3. August 2006 sei rechtmässig erfolgt, hätte
das Verfahren dennoch formell mittels Verfügung abgeschlossen werden müssen.
Gemäss Art. 74 IVV hat die IV-Stelle die versicherte Person darauf aufmerksam zu
machen, dass sie den Erlass einer Verfügung verlangen kann, wenn sie mit dem
Beschluss nicht einverstanden ist. Auf diese Möglichkeit wies die Beschwerdegegnerin
in der Mitteilung vom 3. August 2006 denn auch hin (IV-act. 75-2). Zwar teilte der
damalige Vertreter des Beschwerdeführers der Beschwerdegegnerin mit Schreiben
vom 22. August 2006 mit, der Beschwerdeführer verzichte auf eine Verfügung (IV-
act. 76). Diese Äusserung kann jedoch nicht dahingehend interpretiert werden, dass
damit die Mitteilung vom 3. August 2006 rechtskräftig geworden wäre. Dies
verdeutlicht ein Vergleich mit der Beschwerdefrist einer "gewöhnlichen" Verfügung:
Erklärt ein Versicherter beispielsweise wenige Tage nach Erhalt einer Verfügung, er
verzichte auf die Beschwerdeerhebung, so beendet dies die Rechtsmittelfrist nicht.
Entschliesst er sich am 30. und damit letzten Tag der Frist, doch noch Beschwerde zu
erheben und tut dies noch am selben Tag, so ist darauf einzutreten, ohne dass ihm
eine vorzeitige Fristbeendigung durch seine frühere Verzichtserklärung
entgegengehalten werden könnte. In analoger Weise könnte auch vorliegend kein
unwiderruflicher Verzicht des Beschwerdeführers auf den Erlass einer förmlichen
Verfügung (erklärt durch das Schreiben des früheren Rechtsvertreters vom 22. August
2006) angenommen werden.
2.2 Das Gesuch des neuen Vertreters des Beschwerdeführers vom 2. Oktober 2006
wäre – folgt man der in Erw. 2.1 aufgezeigten Variante weiter – als Aufforderung um
Erlass einer Verfügung im Sinn von Art. 51 Abs. 2 ATSG bzw. Art. 74 IVV zu
verstehen. Dieses Gesuch wäre weniger als zwei Monate nach Versand der Mitteilung
eingegangen. Der Gesetzgeber hat darauf verzichtet, eine Frist für das Begehren um
Erlass einer formellen Verfügung festzulegen. Bei der Ausarbeitung von Art. 51 ATSG
hatte der Bundesrat vorgeschlagen, eine Jahresfrist festzulegen (vgl. BBl 1994 V 949).
Obwohl auf eine Festlegung schliesslich verzichtet wurde, vermerkte der Gesetzgeber,
dass eine Frist von ungefähr einem Jahr der bisherigen Praxis und Rechtsprechung
entspreche (vgl. BBl 1999 4610; Kieser, a.a.O., Rz. 12 zu Art. 51). Bei der Beurteilung,
ob die Partei rechtzeitig eine Verfügung verlangte, ist auf die Verhältnisse im
betreffenden Versicherungszweig und auf die Umstände des konkreten Falls
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abzustellen. Kriterien, die die Länge der Frist beeinflussen, sind etwa der Hinweis auf
die Befugnis, eine formelle Verfügung zu verlangen, die Sachkunde der Partei, die
Komplexität der Materie und das Verhalten des Versicherungsträgers (etwa die Frage,
ob er den formlosen Entscheid begründet hat oder nicht; Kieser, a.a.O., Rz. 13 zu
Art. 51). Im Fall des Beschwerdeführers lägen die knapp zwei Monate bis zum
Verlangen der Verfügung zweifellos noch innert der angemessenen Frist, sodass die
Beschwerdegegnerin auch bei dieser Variante eine Verfügung zu erlassen gehabt hätte.
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin hat also zu Unrecht ein Nichteintreten verfügt. Eine in
rechtsgenüglicher Form erfolgte materielle Beurteilung des Falls liegt nicht vor. Zu
prüfen ist, ob im vorliegenden Verfahren der Anfechtungsgegenstand auf die materielle
Beurteilung des Falls ausgedehnt werden kann. Wie das Bundesgericht in ständiger
Rechtsprechung festhält, sind im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren
grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen und zu beurteilen, zu denen die
zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung –
Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise
weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Davon zu unterscheiden ist der
Streitgegenstand, worunter das Rechtsverhältnis verstanden wird, das – im Rahmen
des durch die Verfügung bestimmten Anfechtungsgegenstands – den aufgrund der
Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegenstand bildet. Nach der
Rechtsprechung kann das verwaltungsgerichtliche Verfahren aus
prozessökonomischen Gründen auf eine ausserhalb des Anfechtungsgegenstandes,
d.h. ausserhalb des durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisses liegende
spruchreife Frage ausgedehnt werden, wenn diese mit dem bisherigen
Streitgegenstand derart eng zusammenhängt, dass von einer Tatbestandsgesamtheit
gesprochen werden kann, und wenn sich die Verwaltung zu dieser Streitfrage
mindestens in Form einer Prozesserklärung geäussert hat (BGE 122 V 34 Erw. 2a).
3.2 Im vorliegenden Fall hat die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort zum
Rentenanspruch des Beschwerdeführers Stellung bezogen. Dennoch erscheint eine
Ausdehnung des Anfechtungsgegenstands auf die materielle Rentenfrage nicht als
angezeigt. Der Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens beschränkt sich
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auf die Frage, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Nichteintretensentscheid
gefällt hat. Diese formale Frage hängt mit der materiellen Beurteilung des
Rentengesuchs nicht derart eng zusammen, dass von einer Tatbestandsgesamtheit
gesprochen werden könnte. Zu beachten ist im Weiteren, dass bei einer Rentenprüfung
der Verwaltung grundsätzlich der Sachverhalt relevant ist, wie er sich bis zum
Verfügungserlass zugetragen hat. Da vorliegend noch gar keine das Revisionsverfahren
abschliessende Rentenverfügung ergangen ist, wurde der zeitlich relevante Sachverhalt
noch nicht festgelegt. Der Sachverhalt ist nach wie vor im Fluss. Auch dies lässt eine
Ausdehnung des Anfechtungsgegenstands durch das Versicherungsgericht nicht als
sachgerecht erscheinen. Gegen eine Ausdehnung spricht ferner, dass der
Beschwerdeführer – sollte er mit der nach einer Ausdehnung erfolgenden materiellen
Beurteilung der Rentenfrage durch das Gericht nicht einverstanden sein – verglichen
mit einer regelrechten Rentenrevisionsverfügung durch die Verwaltung nur noch einen
verkürzten Rechtsmittelweg in Anspruch nehmen könnte; ihm stünde weder ein
Vorbescheidsverfahren noch ein kantonales Gerichtsverfahren offen, sondern er
müsste direkt ans Bundesgericht gelangen, was angesichts der seit Inkrafttreten des
Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) erheblich
eingeschränkten Sachverhaltskognition des Bundesgerichts bedenklich wäre. All diese
Argumente sprechen gegen eine Ausdehnung des Anfechtungsgegenstands (vgl. auch
den im Internet veröffentlichten Entscheid IV 2007/50 des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 11. Juni 2008, Erw. 4.2 f.). Die Sache ist also zur materiellen
Rentenprüfung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Auf die Beschwerde kann
nicht eingetreten werden, soweit darin materielle Anträge gestellt werden.
3.3 Im Sinn eines obiter dictum ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdegegnerin
bei dieser Prüfung in materieller Hinsicht folgendes zu beachten hat: Da das
Revisionsverfahren noch nicht mit einer Verfügung abgeschlossen wurde, ist der
zeitlich relevante Sachverhalt wie erwähnt noch nicht umgrenzt; massgebend wird die
Entwicklung bis zum Erlass der noch ausstehenden Verfügung sein. Die
Beschwerdegegnerin wird zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers weitere
medizinische Abklärungen in Auftrag zu geben haben, zumal die MEDAS-Begutachtung
bereits über zweieinhalb Jahre zurückliegt. Dabei sind – was im MEDAS-Gutachten
versäumt wurde – die offenbar seit 1999 bestehenden Hörbeschwerden, die die SUVA
als Berufskrankheit anerkannte und für die sie eine Integritätsentschädigung
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ausgerichtet hat (act. G 6.1), in der Gesamtbeurteilung zu berücksichtigen. Weiter wird
auf die von Dr. med. B._ am 29. Juni 2007 diagnostizierte fortgeschrittene
Valgusgonarthrose am rechten Knie einzugehen sein (act. G 11.1). Im Übrigen wird zu
beachten sein, dass dem Beschwerdeführer aller Voraussicht nach für die Ermittlung
des Invalideneinkommens ein Abzug von den Tabellenlohnen ("Leidensabzug") nicht
verwehrt werden kann. Gemäss MEDAS-Gutachten vom 15. Juni 2006 war dem
Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit ein Arbeitspensum von 50% bei einer
normalen Leistungsfähigkeit zuzumuten (IV-act. 67-21). Teilzeitarbeit ist bei Männern
gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung schlechter entlöhnt als eine
vollzeitliche Tätigkeit. So erzielte etwa ein Mann im Anforderungsniveau 3 im Jahr 2004
bei Vollzeitarbeit monatlich durchschnittlich Fr. 5'633.-, bei Teilzeitarbeit mit einem
Pensum zwischen 50% und 74% hochgerechnet auf Vollzeitarbeit Fr. 5'333.- (LSE
2004, Resultate auf nationaler Ebene, T6, S. 25). Dies macht bereits eine Lohneinbusse
von 5.3% aus. Zudem fällt ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer gegenüber einem
gesunden Konkurrenten für einen bestimmten Arbeitsplatz ein höheres Krankheitsrisiko
hat. Aus der Sicht eines ökonomisch denkenden Arbeitgebers senkt dieses Risiko,
dessen Verwirklichung die Gesamtlohnkosten des Betriebes erhöhen würde, den
"Wert" des Beschwerdeführers als Arbeitnehmer. Weiter ist eine grössere
Rücksichtnahme und Toleranz von Seiten des Arbeitgebers und allenfalls der
Mitarbeitenden notwendig. Um diese Nachteile zu kompensieren und konkurrenzfähig
zu bleiben, muss sich der Beschwerdeführer wohl mit einem entsprechend tieferen
Lohn begnügen. Ebenfalls könnte sich sein Alter (Jahrgang 1953) erschwerend auf die
Arbeitssuche auswirken. Ein angemessener Leidensabzug dürfte also angezeigt sein.
4.
4.1 Die Beschwerde ist unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung gutzuheissen,
soweit darauf einzutreten ist, und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen, damit sie das Revisionsverfahren nach vorzunehmender umfassender
materieller Prüfung verfügungsweise abschliesse.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis
Fr. 1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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St.Galler Gerichte
als angemessen. Da sich die angefochtene Verfügung als rechtswidrig erwiesen hat
und da der Beschwerdeführer auf jeden Fall gezwungen gewesen ist, Beschwerde zu
führen, um nicht rechtswidrig behandelt zu werden, muss in Bezug auf die
Kostentragungspflicht unabhängig vom konkreten Beschwerdebegehren (in Analogie
zur entsprechenden Regelung bei einer Rückweisung zur weiteren Abklärung, vgl. ZAK
1987 S. 266 Erw. 5a) von einem vollumfänglichen Obsiegen des Beschwerdeführers
ausgegangen werden. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb die gesamten
Gerichtskosten zu tragen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- ist dem
Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
4.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
ungekürzte Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert
nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses
bemessen wird (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1 und Art. 22
Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 1 HonO/SG, sGS 963.75). Angemessen erscheint eine
Parteientschädigung von Fr. 3'000.- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG