Decision ID: 5975ed6e-80ac-55d2-8842-a31798cf962d
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- Gemäss Polizeirapport vom 23. September 2011 stürzte Z am 25. Juli 2011 in A
(Italien) mit dem Motorrad, als er eine Vollbremsung einleitete, um eine Kollision mit
einem Personenwagen zu vermeiden. Dieses Fahrzeug mit dem Kontrollschild
SG 000'000, wurde von X gelenkt. Letzterer entfernte sich vom Unfallort, bevor die
Polizei eintraf. Da Z über Verletzungen klagte, wurde er mit dem Krankenauto in die
Notaufnahme gebracht. Die italienische Polizei traf X gleichentags im Hotel an.
B.- Das Tribunale ordinario di Venezia verurteilte X mit Urteil vom 22. Juni 2012 in
Abwesenheit zu einer bedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten. Gleichzeitig wurde
für die Dauer von zwei Jahren ein Fahrverbot in Italien ausgesprochen. Das Urteil
erwuchs am 3. Oktober 2012 in Rechtskraft
Am 8. Juli 2013 teilte das Consolate Generale di Svizzera in Mailand dem
Strassenverkehrsamt des Kantons Schwyz die gegen X verhängte Massnahme mit.
Das Schreiben wurde am 15. Juli 2013 zuständigkeitshalber ans Strassenverkehrsamt
des Kantons St. Gallen weitergeleitet.
C.- Am 17. September 2013 eröffnete das Strassenverkehrsamt ein
Administrativverfahren gegen X und gewährte ihm das rechtliche Gehör. Es entzog ihm
in der Folge mit Verfügung vom 15. November 2013 den Führerausweis wegen
schwerer Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften für die Dauer von drei
Monaten. Die Verfügung wurde am 19. November 2013 zugestellt.
D.- Am 3. Dezember 2013 erhob X mit Eingabe seines Rechtsvertreters Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge sei die Verfügung des Strassenverkehrsamts vollumfänglich
aufzuheben und dem Rekurs sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Die innert Frist
nachgereichte Rekursergänzung datiert vom 30. Januar 2014. Die Vorinstanz
verzichtete am 7. Februar 2014 auf eine Vernehmlassung.
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Auf die Ausführungen des Rekurrenten zur Begründung seiner Anträge wird, soweit
erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 3. Dezember 2013 ist rechtzeitig
eingereicht worden. Er erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 30. Januar 2014 in
formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45,
47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, abgekürzt:
VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Nach einer Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften im Ausland wird
der Lern- oder Führerausweis entzogen, wenn im Ausland ein Fahrverbot verfügt wurde
und die Widerhandlung nach Art. 16b und 16c SVG als mittelschwer oder schwer zu
qualifizieren ist (Art. 16c Abs. 1 SVG). Begeht eine Person mit schweizerischem
Wohnsitz im Ausland ein Strassenverkehrsdelikt, so kann der Tatortstaat eine
Administrativmassnahme allein mit Wirkung für das eigene Staatsgebiet erlassen.
Führerausweisentzüge sind nur möglich in Bezug auf die Fahrberechtigung im
Tatortstaat; der schweizerische Führerausweis kann als solcher vom Tatortstaat nicht
entzogen werden. Das bedeutet, dass die Massnahme, welche der Erziehung des
Fehlbaren dienen soll, bei Personen, die nicht regelmässig im Tatortstaat mit dem
Fahrzeug unterwegs sind, nur eine sehr begrenzte Wirkung zu entfalten vermag. Damit
die schweizerische Behörde über die Aberkennung des schweizerischen
Führerausweises auf italienischem Territorium informiert wird, sieht Art. 2 des
Europäischen Übereinkommens über die internationalen Wirkungen des Entzuges des
Führerausweises für Motorfahrzeuge (SR 0.741.16, nachfolgend: Übereinkommen) vor,
dass die Vertragspartei, welche den Entzug angeordnet hat, dies der Vertragspartei,
welche den Ausweis erteilt hat, sowie der Vertragspartei, in deren Hoheitsgebiet der
Täter seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, mitteilt. Gemäss Art. 3 des
Übereinkommens, das sowohl in Italien als auch in der Schweiz gilt, kann die
Vertragspartei, der eine solche Entscheidung mitgeteilt worden ist, nach Massgabe
ihres Rechts den Entzug anordnen, den sie für zweckmässig erachtet hätte, wenn die
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der Massnahme zugrunde liegenden Handlungen und Umstände in ihrem eigenen
Hoheitsgebiet eingetreten wären. Der für den Ausweisentzug zuständige Kanton hat
somit bei Aberkennung schweizerischer Führerausweise durch ausländische Behörden
gemäss Art. 16c Abs. 1 SVG zu prüfen, ob diese Massnahme auch mit Wirkung für
die Schweiz zu verfügen und deshalb, den ausländischen Entscheid ergänzend, der
schweizerische Ausweis zu entziehen ist.
3.- a) Die Regeln zur Bindung der Administrativbehörden an Strafurteile gelten auch für
Urteile ausländischer Strafbehörden. Entsprechend darf die Verwaltungsbehörde von
den tatsächlichen Feststellungen im Strafurteil nur abweichen, wenn sie Tatsachen
feststellt und ihrem Entscheid zu Grunde legt, die dem Strafrichter unbekannt waren
oder die er nicht beachtet hat, wenn sie zusätzliche Beweise erhebt, deren Würdigung
zu einem anderen Entscheid führt, oder wenn die Beweiswürdigung durch den
Strafrichter den feststehenden Tatsachen klar widerspricht (hat sie hingegen keine
zusätzlichen Beweise erhoben, hat sie sich grundsätzlich an die Würdigung des
Strafrichters zu halten) oder schliesslich wenn der Strafrichter bei der
Rechtsanwendung auf den Sachverhalt nicht sämtliche Rechtsfragen abgeklärt hat,
insbesondere die Verletzung bestimmter Verkehrsregeln übersehen hat (BGE 124 II
103).
b) Gemäss Art. 189 Abs. 6 des italienischen Codice della strada wird mit Gefängnis von
mindestens sechs Monaten und höchstens drei Jahren bestraft, wer bei einem Unfall
mit Personenschaden, der in irgendeiner Weise mit seinem Verhalten zusammenhängt,
nicht seiner Pflicht zu halten nachkommt. Als zusätzliche Verwaltungsstrafe wird die
Aussetzung des Führerscheins für die Dauer von mindestens einem und höchstens drei
Jahren verhängt. Wer in dieser Situation darüber hinaus nicht der Pflicht nachkommt,
Verletzten den nötigen Beistand zu leisten, wird mit mindestens einem und höchstens
drei Jahren Gefängnis bestraft; die Aussetzung des Führerscheins beträgt mindestens
anderthalb und höchstens fünf Jahre (Abs. 7). Eine Unterscheidung zwischen Straf-
und Administrativmassnahmeverfahren wird demnach in Italien nicht getroffen.
Vorliegend verurteilte das Tribunale ordinario di Venezia den Rekurrenten mit Urteil vom
22. Juni 2012 zu einer bedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten. Gleichzeitig wurde
für die Dauer von zwei Jahren ein Fahrverbot für Italien ausgesprochen. Am 27. Mai
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2013 bestätigte die Prefettura di Venezia die Aberkennung bzw. den Entzug des
Führerausweises für zwei Jahre. Aus dem Polizeirapport vom 23. September 2011 geht
hervor, dass der Rekurrent am Ereignistag schriftlich und in seiner Muttersprache
gegenüber der Polizei zum Vorgefallenen Stellung nahm (vgl. act. 10/1 S. 2 letzter
Absatz). In tatsächlicher Hinsicht ging die Prefettura davon aus, dass der Rekurrent am
25. Juli 2011 an einem Verkehrsunfall mit Verletzten beteiligt gewesen und nicht seiner
Pflicht nachgekommen sei, anzuhalten und der verletzten Person zu helfen. Der
Rekurrent liess das Strafurteil unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Somit liegt ein
rechtskräftiger richterlicher Entscheid vor, welcher für die schweizerischen
Administrativbehörden bindend wirkt. Der Rekurrent wendet einerseits ein, er sei
juristisch dahingehend beraten worden, der Vorfall werde nicht den schweizerischen
Behörden gemeldet und er habe deshalb keine Konsequenzen zu befürchten. Zudem
machte er geltend, die italienische Sprache nicht zu verstehen (act. 9 Ziff. 9 und 11).
Beides vermag ihn nicht zu entlasten. Insbesondere wurde die Stellungnahme des
Rekurrenten ins Italienische übersetzt (vgl. act. 10/1 S. 3). Schliesslich war der
Rekurrent im italienischen Verfahren anwaltlich vertreten. Es standen ihm somit
dieselben Verteidigungsrechte wie in einem Verfahren vor schweizerischen Behörden
zu. Eine falsche Beratung seitens der juristischen Vertretung ändert daran nichts;
diesbezüglich hätte der Rekurrent diese Person selbst zur Verantwortung zu ziehen.
c) Für die schweizerische Administrativbehörde besteht demnach kein Anlass, von den
im Verfahren vor der zuständigen italienischen Behörde rechtskräftig festgestellten
Tatsachen abzuweichen. Weder sind im Administrativmassnahmeverfahren neue, der
italienischen Behörde unbekannte Tatsachen festgestellt, noch zusätzliche Beweise
erhoben worden. Ebenso wenig ist ersichtlich, dass die italienische Behörde die
Beweise offensichtlich unrichtig würdigte.
4.- a) Gemäss Art. 16 Abs. 2 SVG wird nach Widerhandlungen gegen die
Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das Verfahren nach dem
Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 (SR 741.03) ausgeschlossen ist, der
Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das
Gesetz unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b SVG)
und schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine leichte Widerhandlung begeht,
wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer
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hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG).
Ist die Verletzung der Verkehrsregeln grob und wird dadurch eine ernstliche Gefahr für
die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen, ist die Widerhandlung
schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). Eine mittelschwere Widerhandlung liegt vor, wenn
durch Verletzung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer
hervorgerufen oder in Kauf genommen wird (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Von einer
mittelschweren Widerhandlung ist immer dann auszugehen, wenn nicht alle
privilegierenden Elemente einer leichten und nicht alle qualifizierenden einer schweren
Widerhandlung erfüllt sind (vgl. Botschaft, in: BBl 1999 S. 4487). Eine schwere
Widerhandlung gemäss Art. 16c SVG begeht aber nicht nur, wer Verkehrsregeln grob
verletzt und dabei eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in
Kauf nimmt, sondern auch wer nach Verletzung oder Tötung eines Menschen die
Flucht ergreift (Art. 16c Abs. 1 lit. e SVG). Voraussetzung für die Anwendung von
Art. 16c Abs. 1 lit. e SVG ist, dass sich ein Unfall ereignete, bei dem ein Mensch getötet
oder verletzt wurde (Unfall mit Personenschaden). Unmassgeblich ist, ob der
Fahrzeugführer schuldhaft oder schuldlos in das Unfallgeschehen verwickelt ist; es
kommt allein darauf an, dass sich ein Unfall ereignet, an dem das von ihm geführte
Fahrzeug beteiligt ist. Beteiligt an einem Unfall ist damit, wer in irgendeiner Weise am
Unfallgeschehen mitgewirkt hat. Es ist nicht erforderlich, dass der Täter die "Flucht
ergreift". Beim Straftatbestand des Art. 92 Abs. 2 SVG ist mit Flucht nichts anderes
gemeint, als dass sich der Fahrzeugführer vom Unfallplatz entfernt bzw. seine
Verfügbarkeit am Unfallplatz vereitelt, ohne seiner gesetzlichen Pflicht, für Hilfe zu
sorgen und bei der Feststellung des Tatbestandes mitzuwirken (Art. 51 SVG),
nachgekommen zu sein. Mit dem Verbot, den Unfallort zu verlassen, wird ein dreifacher
Zweck verfolgt. Vor allem sollen die eingetretenen Schäden auf ein Mindestmass
beschränkt werden, indem dem Verletzten geholfen und das im Interesse der
Verkehrssicherheit Erforderliche vorgekehrt wird. Sodann soll damit eine rechtzeitige
und vollständige Abklärung der Umstände, unter denen sich der Unfall ereignet hat,
ermöglicht werden. Und schliesslich soll die Identität der Beteiligten und Zeugen, auch
im Hinblick auf allfällige Zivilansprüche, festgestellt werden (R. Schaffhauser, Grundriss
des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Band III: Die Administrativmassnahmen,
Bern 1995, Rz. 2407 f.; Ph. Weissenberger, Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz,
Zürich/St. Gallen 2011, N 10 ff. zu Art. 92 SVG; BGE 103 Ib 101 E. 3).
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b) Gemäss Polizeirapport vom 23. September 2011 fiel Z nach einer Vollbremsung, die
er eingeleitet hatte, um eine Kollision mit dem aus einer Seitenstrasse fahrenden
Personenwagen zu vermeiden, mit dem Motorrad zu Boden. Infolge des Sturzes
musste Z mit dem Krankenauto ins Spital gebracht werden. Die Verletzungen waren
nach 19 Tagen verheilt (act. 10/1). Dass der Rekurrent davon ausging, der
Motorradfahrer habe sich beim Sturz nicht verletzt, vermag ihn nicht zu entlasten. Allein
aus dem Umstand, dass sich jener wieder aufgerichtet und das Motorrad begutachtet
hatte (vgl. act. 1 Ziff. 1), kann nicht geschlossen werden, er habe sich beim Sturz nicht
verletzt. Der Sturz mit einem Motorrad kann zu erheblichen Verletzungen führen, auch
wenn der Lenker vorerst einen unverletzten Eindruck hinterlässt. Denn eine Person gilt
bereits dann als verletzt, wenn sie kleine bzw. leichte Quetschungen, Prellungen,
Verstauchungen oder Schürfungen erleidet (vgl. Weissenberger, a.a.O., N 13 zu Art. 92
SVG mit Hinweis auf BGE 122 IV 356 E. 3b). Der Rekurrent wäre daher verpflichtet
gewesen, sich beim Gestürzten über allfällige Verletzungen zu erkundigen. Schliesslich
musste Z mit dem Krankenauto ins Spital gebracht werden und seine Rekonvaleszenz
dauerte immerhin 19 Tage. Der Rekurrent war am Unfall insofern beteiligt, als Z wegen
ihm eine Vollbremsung eingeleitet hatte. Ob der Rekurrent am Unfallgeschehen
unschuldig war, ist schliesslich für die in Frage stehenden Pflichten des
Fahrzeugführers gegenüber dem Opfer des Unfalls nicht von Belang (BGE 103 Ib 101
E. 4).
c) Zusammenfassend liegt eine schwere Widerhandlung im Sinn von Art. 16c Abs. 1
lit. e SVG vor, indem sich der Rekurrent am 25. Juli 2011 vom Unfallort entfernte, ohne
sich um den Verletzten zu kümmern.
5.- a) Gemäss Art. 16c Abs. 2 SVG sind bei der Festlegung der Entzugsdauer die
Auswirkungen des ausländischen Fahrverbots auf die betroffene Person angemessen
zu berücksichtigen. In diesem Zusammenhang darf die Mindestentzugsdauer
unterschritten werden. Die Entzugsdauer darf bei Personen, die im
Administrativmassnahmeregister (Art. 104b SVG) nicht verzeichnet sind, die am
Begehungsort im Ausland verfügte Dauer des Fahrverbots nicht überschreiten. Im
Übrigen gilt Art. 16 Abs. 3 SVG, wonach Mindestentzugsdauern nicht unterschritten
werden dürfen, und zwar auch dann nicht, wenn der Betroffene beruflich auf den
Führerausweis angewiesen ist oder einen unbescholtenen automobilistischen Leumund
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vorweisen kann (VRKE IV-2011/69 vom 18. August 2011, publiziert auf:
www.gerichte.sg.ch). Die schweizerische Entzugsbehörde hat die schon vollstreckte
ausländische Massnahme anzurechnen und die Dauer des Entzugs des
schweizerischen Führerausweises so festzusetzen, dass dieser Entzug und die
ausländische Massnahme zusammen nicht strenger erscheinen als der Entzug, der
ausgesprochen worden wäre, wenn die Anlasstat in der Schweiz begangen worden
wäre. Wie der Entzug der Fahrberechtigung im fremden Staat zu gewichten ist, hängt
von den Umständen des Einzelfalls ab, namentlich davon, ob der Betroffene in diesem
Staat ein Fahrzeug selten oder häufig führt und ob ihn deshalb die ausländische
Massnahme während der entsprechenden Zeit nur in geringem oder in starkem Mass
einschränkte (Th. Scherrer, Administrativrechtliche Folgen von "Auslandtaten",
in: R. Schaffhauser, Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2003, St. Gallen 2003, S. 249
und 251 f.).
b) Der Rekurrent ist im Administrativmassnahmeregister nicht verzeichnet. Gemäss
Art. 16c Abs. 2 lit. a SVG beträgt die Mindestentzugsdauer daher drei Monate. Es
wurde nicht geltend gemacht und ist aus den Akten auch nicht ersichtlich, dass der
Rekurrent plante, in Italien ein Motorfahrzeug zu lenken, während für ihn dort das
Fahrverbot gilt; er bringt jedenfalls nicht vor, von dieser Massnahme der italienischen
Behörden stark eingeschränkt worden zu sein. Ein Unterschreiten der
Mindestentzugsdauer rechtfertigt sich somit nicht und der dreimonatige
Führerausweisentzug ist zu bestätigen.
6.- Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurs abzuweisen ist. Dem
Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrent
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.– erscheint
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist zu verrechnen.