Decision ID: 9ba910c4-bb97-56ed-bf9c-833eee28cdb9
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
am 3
0.
Oktober
1949, war zuletzt seit Mai 2005 als Lieferwagenchauffeur be
i der
Y._
AG tätig. Seit 14.
April 2012 war er dort zu 100
%
krankgeschrieben
, wobei der l
et
zte effektive
Arbeitstag am
12.
April 2012
war
(
Urk.
8/16 Ziff. 1, Ziff. 2.1, Ziff. 2.7-8; Urk.
8/20).
Am 14.
Mai 2012 meldete sich der Versicherte bei der Invalidenversicher
ung zum Leistungsbezug an (Urk.
8/5). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
bezeichnete
nach Durchführung eines Standortgesprächs (Urk.
8/9) mit Mitteilung vom 1
3.
Juni 2012 (U
rk.
8/11) berufliche Eingliede
rungsmassnahmen
als nicht möglich
.
Sodann
holte
s
ie
medizinische Berichte (Urk. 8/18, Urk. 8/20, Urk.
8/23, Urk.
8/29),
einen Arbeitgeberbericht (Urk.
8/16)
und
einen Auszug aus dem individuellen Ko
nto (IK-Auszug, Urk. 8/17) ein. Mit Schreiben vom 2. August
2012 (Urk.
8/19) auferlegte die IV-Stelle dem Versi
cherten eine Schadenminderungspflicht im Sinne der Durchführung einer Mas
s
nahme zur Drogenkarenz. Am 18. Oktober 2012
wurde dem Versicherten mit Hinweis auf seine über sechsmonatige Krankschreibung auf Ende 2012 gekün
digt (Urk.
8/55).
Mit Vorbescheid vom 31. Mai 2013 (Urk.
8/34) stellte die IV-Stelle die Abwei
sung des Leistungsanspruchs in Aussicht. Dagegen erhoben sowohl Dr.
med.
Z._
am 9.
Juni 2013 (
Urk.
8/36/1 =
Urk.
8/41 =
Urk.
8/52/2) als auch der Versi
cherte am 2
1.
August 2013 (Urk.
6/49)
Einwände. Ferner reichte der Versicherte zwei Arztberichte (Urk. 8/51-52) ein. Am 30.
August 2013 erging die Verfügung, mit welcher das Leistungsbegehren des Vers
icherten ab
gewiesen wurde (Urk. 8/63 = Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 30.
August 2013 erhob der Versicherte am 30.
Septem
ber 2013 Beschwerde und beantragte, es sei diese aufzuheben und
es sei
ihm eine volle (richtig: ganze) Invalidenrente auszurichten. Eventuell sei das Verfahren zu weiteren medizinischen Abklärungen und neuem
Entscheid zu
rückzuweisen (Urk. 1 S. 2 Ziff.
1-2). Ferner reichte er
einen
weit
ere
n
medizini
sche
n
Bericht (Urk.
3/
9
) ein.
In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechts
pflege
(Urk. 1 S. 2 Ziff.
3).
Mit Beschwerdeant
wort vom 3
0.
Oktober 2013 (Urk.
7) verzichtete die IV-Stelle auf die Einreichung einer Stellungnahme.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG)
.
.
1.2
Gemäss ständiger Rechtsprechung begründet eine Drogensucht für sich allein keine Invalidität, sondern nur in Verbindung mit einem die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigenden geistigen, körperlichen oder psychischen
Gesundheits
schaden
mit Krankheitswert, der zur Sucht geführt hat oder als deren Folge ein
getreten ist (BGE 102 V 167, 99 V 28 E. 2; AHI 2002 S. 30 E. 2a, 2001 S. 228 f. E. 2b; SVR 2001 IV Nr. 3 S. 7 E. 2b; Urteil des Bundesgerichts I 940/05 vom 10. März 2006 E. 2.1 mit Hinweisen).
Eine psychisch bedingte Invalidität im Sinne des Gesetzes liegt nur dann vor, wenn ein psychisches Leiden mit Krankheitswert fachärztlich ausgewiesen ist und es der betroffenen Person trotz Aufbietung allen guten Willens, die verblei
bende Leistungsfähigkeit zu verwerten, wegen ihrer Beschwerden nicht zuzu
muten ist, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, wobei das Mass des
Forderbaren
weitgehend objektiv bestimmt wird (BGE 130 V 352 f. E. 2.2.1, 131 V 49).
1.3
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zu
mutbar ist (BGE 107 V 17 E. 2c). Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglich
keit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt ab von den Umständen, die mit Blick auf die Anforderungen der
Ver
weisungstätigkeiten
massgebend sind (beispielsweise Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen; absehbarer Umstellungs- und Einar
beitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich (Urteile des Bundesgerichts 9C_124/2010 vom 2
1.
September 2010 E. 5.1; 9C_427/2010 vom 1
4.
Juli 2010 E.2.4.1).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in ihrer Verfügung vom 3
0.
August 2013 (
Urk.
2) im Wesentlichen auf den Standpunkt, gemäss ihren Abklärungen sei dem Beschwerdeführer ab 1
4.
April 2012 eine vollzeitliche Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Als relevante Diagnosen, welche die Arbeitsfähigkeit ein
schrän
ken, seien eine schwere zunehmende symptomatische
Kyphoskoliose
und
ein
Heroinabusus
festgehalten (S. 1 unten). Die angestammte Tätigkeit als Chauffeur sei trotz vorliegender Beschwerden und nach Nutzung der geeigneten Hilfsmittel nach wie vor zumutbar. Die Arbeitsunfähigkeit sei vor allem durch das Abhängigkeitsverhalten begründet, weshalb keine Invalidität im Sinne des Gesetzes vorliege (S. 2 Mitte).
2.2
Demgegenüber vertrat der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) die Auffassung, die Beschwerdegegnerin negier
e
aktenwidrig das Ausmass der somatischen Einschränkungen in Bezug auf die relevante Problematik der
Wir
belsäulenverformung
. Diese sei ausschlaggebend für die Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit und schliesse aus körperlicher Sicht eine weitere Betäti
gung als Chauffeur eines Lieferwagens – auch mit ergonomischen „
Goodies
“ und Pausenmöglichkeiten – aus (S. 12 unten). Hinzu komme, dass er im Rah
men einer rheumatologischen Zusatzbelastung unter sehr starken Schmerzen zu psychotropen Substanzen gegriffen habe, welche in der Folge auf Methadon
h
ätt
e
n
umgestellt werden können. Diese Therapie werde als angemessen beur
teilt und zur Weiterführung empfohlen. Gelegentliche „Abstürze“ seien
, wenn
nicht verständlich, so doch zumindest klar untergeordnet und nicht als
Suchter
krankung
zu würdigen (S. 22 unten).
2.3
Strittig und zu prüfen ist ein allfälliger Rentenanspruch.
3.
3.1
Am 2
3.
Juli 2012
(
Urk.
8/18/5-9) berichtete Dr.
med.
Z._
, Allge
meinmedizin FMH,
bei welchem der Beschwerdeführer seit 25. August 2009 in Behandlung stand (Ziff. 1.2),
und nannte folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
schwere zunehmend symptomatische
Kyphoskoliose
Verdacht auf Lungenemphysem bei Fassthorax
Nikotinabusus
Heroinabusus
(Schnupfen) seit April 2009
Methadonsubstitution mit 60mg/d
vermehrt Knöchelödeme seit Mitte April 2012
Verdacht auf Hypertonie
Er führte aus, der Beschwerdeführer habe am 1
9.
Dezember 2009 erwähnt, dass er bei langjähriger vorbekannter schwerer
Kyphoskoliose
immer „schräger“ werde
und dass er seit 2-3 Jahren über zunehmende Rückenschmerzen
rechts
thorakal
klage. Seit dem 1
4.
April 2012 bestehe beim Beschwerdeführer eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bedingt durch die massiven Beschwerden der
Kyphoskoliose
. Die Heroinabhängigkeit spiele für die Arbeitsunfähigkeit keine Rolle (
Ziff.
1.4). Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar (
Ziff.
1.7).
Mit Schreiben vom
6.
August 2012 (
Urk.
8/20) präzisierte
Dr.
Z._
, der Beschwerdeführer habe im April 2009 begonnen Heroin zu konsumieren und ab dem 1
9.
August 2009 sei eine Methadonsubstitution begonnen worden. Trotz der bestehenden Sucht und dem bis heute leider weiterhin stattfindenden
Bei
konsum
habe der Beschwerdeführer zu 100
%
als Chauffeur gearbeitet. Sämtli
che
im Arztbericht vom 23. Juli 2012 erwähnten
Arbeitsunfähigkeiten
seien nicht durch Sucht bedingt. Auch bei wünschenswerter Drogenabstinenz und optimaler Mitwirkung des Beschwerdeführers könne die Arbeitsfähigkeit nicht gesteigert werden, da nicht die Sucht, sondern die zunehmende
Kyphoskoliose
der limitierende Faktor sei (S. 1).
3.2
Dr. med.
A._
, Spezialarzt FMH für Rheumatologie und Physikalische Medizin, berichtete am 21. September 2012 über die am 19. September 2012 erfolgte Beurteilung (Urk. 8/23 = Urk. 8/29/9-10 = Urk. 8/35/5-6 = Urk. 8/51). Er nannte folgende Diagnosen (S. 1):
l
umbospondylogenes
Syndrom rechts und
thorakovertebrogenes
Syn
drom bei/mit
s
chwerer Wirbelsäulenfehlform mit lumbal rechtskonvexer Skoliose,
Listhesis
L4 über L5
f
ixierte
r
thorakale
r
Hyperkyphose mit Buckelbildung
Fassthorax bei/mit
Verdacht auf Lungenemphysem
a
rterielle Hypertonie
In der Beurteilung führte er aus, der Beschwerdeführer leide an einem
lumbos
pondylogenen
Syndrom rechtsseitig und
einem
thorakovertebrogene
n
Syndrom mit deutlicher
Fehlform
der Wirbelsäule und
Dysstatik
. Eine Ursache für diese schwere
Fe
hlform
liege möglicherweise in ein
er Hemiplegie rechtsseitig in der Kindheit mit entsprechender Wachstumsstörung.
Hier könnte auch die
Dyskoor
dination
rechts erklärt werden. Medikamentös erfolge eine Substitutionstherapie mit Methadon, hierdurch komme es zu einer deutlichen Schmerzlinderung. Be
züglich Arbeitsfähigkeit sei die letzte Tätigkeit mit Hilfsarbeiten in einer Buch
binderei, welche häufiges Stapeln und Heben von Paletten erfordere, nicht mehr zumutbar. Sitzende Tätigkeiten seien vor allem wegen der fixierten thorakalen Hyperkyphose mit Buckelbildung ebenfalls nicht zumutbar (S. 1 f.).
3.3
Dr.
Z._
(vgl. vorstehend E. 3.1)
nannte
in seinem Bericht vom 7. März
2013 (Urk. 8/29/6-8)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
lumbospondylogenes
Syndrom rechts und
thorakovertebrogenes
Syn
drom mit/bei
schwerer Wirbelsäulenfehlform mit lumbal rechtskonvexer Skoliose,
Listhesis
L4 über L5
fixierter thorakaler Hyperkyphose mit Buckelbildung
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er einen
He
roinabusus
seit April 2009, ein
en
Fassthorax mit Verdacht auf Lungenemphy
sem, eine arterielle Hypertonie seit September 2012, einen
Nikotinabusus
, eine Gynäkomastie seit zirka April 2010
-
spontan wieder
regredient
-
sowie einen Status nach
Periarthropathia
humeroscapularis
rechts 2009.
Zusammenfassend führte er aus, bezüglich Rücken bestehe trotz Physiotherapie und Analgetika
eine schleichende
Verschlechterung der Situation mit zuneh
mend schwerer
Fehlform
und Fehlhaltung bei
ausgeprägter
Skoliose. Bezüglich
des
Heroinabusus
bestehe ein stabiler Zustand mit Methadonsubstitution und mehrmals wöchentlichem Schnupfen von Heroin, welcher aber nicht ursächlich sei für die Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.4). Er attestierte
dem Beschwerdeführer eine fortwährende 100
%ige Arbeitsunfähigkeit seit 14. April 2012
(Ziff. 1.7).
3.4
Dr. med.
B._
, FMH Arbeitsmedizin und FMH Allgemeinmedizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), hielt in ihren Stellungnahmen vom 21. März und 11. April 2013 (Urk. 8/32/4) fest
, es ergäben sich keine neuen me
dizinischen Tatsachen, welche Erkrankung sich unter dem Suchtgeschehen ver
berge und es sei nicht einzusehen, weshalb eine Entzugsbehandlung
im Rahmen der Schadenminderungspflicht
gefährlich oder unzumutbar sein soll
t
e. Als letzte und bisherige Tätigkeit sei diejenige des Chauffeurs mit den – näher ausgeführ
ten – Tätigkeiten anzusehen. Aufgrund des schweren Suchtgeschehens und der altersbedingt wenig erfolgsversprechenden Auferlegung einer
Schadenminde
rungspflicht
sei nach erfolgter Rücksprache mit einem RAD-Fachpsychiater auf eine solche zu verzichten. Damit gelte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in allen Tätigkeiten seit April 2012.
3.5
Dr.
A._
(vgl. vorstehend E. 3.2) führte in seinem Bericht vom 6. September 2013 (Urk. 8/66 = Urk. 3/9) aus, er habe den Beschwerdeführer bereits
vor einem Jahr beurteilt und verweise auf sein Schreiben vom 21. September 201
2.
Zwischenzeitlich habe der Beschwerdeführer über zunehmende ausstrah
lende Schmerzen ins rechte Bein, Oberschenkel,
zum Teil
auch
in den
Unter
schenkel
,
berichtet (S. 1), bei welchen er von einer neuralen Reizung bei fortgeschrittenen degenerativen Veränderungen der unteren Lendenwirbelsäule (LWS) ausgehe. Neurologische Ausfälle habe er keine gefunden. Radiologisch sei der Befund weitgehend unverändert zum Vorjahr. Bezüglich Arbeitssituation sei der Beschwerdeführer aus rheumatologischer Sicht als Berufschauffeur zu 100 % arbeitsunfähig. Auch andere Tätigkeiten mit Heben und Tragen seien nicht zumutbar (S. 2 unten).
4.
4.1
Aus den medizinischen Akten ergibt sich übereinstimmend, dass beim Beschwer
deführer
ein
lumbospondylogenes
und
thorakovertebrales
Syndrom bei einem Fassthorax,
eine
arterielle Hyperto
nie und ein
Heroinabusus
bestehen.
E
benfalls geht klar her hervor, dass die angestammte Tätigkeit als Chauffeur mit zusätzlichen Tätigkeiten wie Wickeln von Paletten, Paletten verladen und entla
den (vgl.
Arbeitgeber
ber
icht,
Urk. 8/16/5)
aus medizinischer Sicht seit April 2012 nicht mehr zumutbar ist (vgl. vorstehend E. 3.1-3.3, E. 3.5).
Bei diesen klaren medizinischen Aussagen ist der von der Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung vom 30. August 2013 eingenommene Standpunkt, die bis
herige Tätigkeit
als Cha
u
ffeur
sei dem Beschwerdeführer unter Zuhilfenahme gewisser Hilfsmittel
(Sitzstützen etc.)
uneingeschränkt zumutbar
und nur der
Heroinabusus
verhindere die Ausübung der Erwerbstätigkeit
(vgl. Urk. 2 S. 1 f.)
, nicht nachvollziehbar
. Dies auch
zum einen
deshalb nicht, weil d
er behandelnde Arzt
,
Dr.
Z._
,
in seinen Berichten darlegte
, dass die
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers
nicht
wegen
seiner Heroinsucht
,
sondern aus somatischen Gründen
attestiert
worden sei
(vgl. vorstehend E. 3.1, E. 3.3)
,
und
zum anderen Dr.
A._
sitzende Tätigkeiten wegen der fixierten thorakalen Hyperkyphose ausschloss (vgl. vorstehend E. 3.2). Darüber hinaus wurde
d
ie Arbeits
un
fähigkeit nicht nur von behandelnder Seite attestiert, sondern zuletzt auch
noch
von der RAD-Ärztin Dr.
B._
, welche den Beschwerdeführer in allen Tätigkeiten als zu 100 % arbeitsunfähig erachtete (vgl. vorstehend E. 3.4).
Schliesslich
lässt sich
auch
dem nach Verfügungserlass ergangenen Bericht von Dr.
A._
vom 6. September 2013 (vgl. vorstehend E. 3.6) entnehmen, dass dem Beschwerde
führer aus rheumatologischer Sicht andere Tätigkeiten mit Heben und Tragen nicht zumutbar
seien
.
Damit ist
zusammenfassend
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer
weder in seiner angestammten Tätigkeit als Lastwagenchauffeur
,
noch
in einer
ge
eigneten
Verweist
ätigkeit
seit dem 14. April 2012
arbeitsfähig ist
.
4.2
4.2.1
Selbst b
ei Annahme einer
verbleibenden
Restarbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers
wäre
vorliegend
zu
prüfen
, ob
und inwieweit diese
auf dem
ausgegli
chenen
Arbeitsmarkt noch ganz oder teilweise
wirtschaftlich
verwertbar ist.
4
.2.2
Der am 30. Oktober 1949 geborene Beschwerdeführer war in dem für die rich
ter
liche Beurteilung massgebenden Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung (vgl. dazu BGE 121 V 362 E. 1b mit Hinweis)
,
also
am 30. August 2013
,
fast 64 Jahre alt. Die ihm verbleibende Aktivitätsdauer bis zum Eintritt ins AHV-Alter
beträgt
somit noch
gut ein
Jahr
, was für sich alleine die Verwert
barkeit
schon fraglich erscheinen lässt
. Vorliegend gilt es
zusätzlich
zu beden
ken, dass der Beschwerdeführer über keine Berufsbildung verfügt (Urk. 8/9 Ziff. 3)
und in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit meist mittelschwere bis schwere Arbeiten ausgeführt hat.
Zahlreiche
an sich denkbare
leichten
Ver
weisungstät
igkeiten
fallen ausser Betracht, weil der Beschwerdeführer gemäss Dr.
A._
keine Tätigkeiten mit Heben und Tragen sowie Arbeiten in sitzender Position ausüben kann (vgl. vorstehend E. 3.2, E. 3.5).
Realistischerweise
könnte der Beschwerdeführer am ehesten noch für Kontroll- oder
Überwachungsar
beiten
in der Industrie eingesetzt werden. Hierfür müsste er aber erneut
einen
Berufswechsel vollziehen, was angesichts seines Alters wenig wahrscheinlich erscheint.
4.2.3
Stellt man diese persönlichen und beruflichen Gegebenheiten den objektiven Anforderungen eines ausgeglichenen Arbeitsmarktes gegenüber, kommt man zum Schluss, dass der B
e
schwerdeführer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keinen Arbeitgeber mehr finden würde, der ihn für eine geeignete
Verweisungs
tätigkeit
einstellen würde
. Namentlich der Umstand, dass er im massgebenden Zeitpunkt
gut ein
Jahr vor seiner Pensionierung
steht
, würde einen durch
schnittlichen Arbeitgeber davon abhalten, die mit seiner Beschäftigung verbun
denen Risiken wie krankheitsbedingte Ausfälle, berufliche Unerfahrenheit und altersbedingt geringe Anpassungsfähigkeit
,
einzugehen
.
Damit ist festzuhalten, dass a
uch bei Annahme einer verbleibenden Einsatzfä
higkeit des Beschwerdeführers
diese m
it Blick auf sein fortgeschrittenes Alter und d
i
e obje
ktiven und subjektiven Umstände
auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt nicht mehr nachgefragt werden
würde
. Ist aber seine Restarbeitsfähigkeit wirtschaftlich nicht verwertbar, liegt eine vollständige Invalidität im Sinne von Art. 8 Abs. 1 ATSG vor
(vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 3.2)
.
4.3
Zusammenfassend ist in medizinischer Hinsicht keine Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ausgewiesen und selbst bei Annahme einer solcher wäre diese wirtsc
haftlich nicht mehr verwertbar, womit eine vollständige Invalidität vorliegt.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt der Beginn des
Renten
anspruchs.
5.2
Nach Art. 28 Abs. 1
lit
. b und c IVG
haben Versicherte, die während eines Jah
res ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsun
fähig gewesen und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind, Anspruch auf eine Rente, sofern ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder hergestellt, erhalten oder verbessert werden kann. Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruches nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (Art. 29 Abs. 1 IVG).
5.3
Aufgrund der
medizinischen
Aktenlage ist davon auszugehen, dass der Beschwer
deführer seit dem 14. April 2012 im angestammten Beruf als Chauf
feur vollständig arbeitsunfähig
war
und seither zu 100 % arbeitsunfähig
(auch in einer angepassten Tätigkeit)
blieb
(vgl. vorstehend E. 4)
, womit die einjährige Wartezeit
nach Art. 28 Abs. 1
lit
. b und die Voraussetzung von Abs. 1
lit
. c IVG
erfüllt sind. Mit der Anmeldung
am 14. Mai 2012
bei der Beschwerdegegnerin zum Leistungsbezug
entsteht in Anwendung von Art. 29 Abs. 1 ATSG demzu
folge der Rentenanspruch am 1. November 201
2.
Dies führt zum Anspruch auf eine ganze Invalidenrente ab 1. Nov
ember 2012 (Art. 29 Abs. 3 IVG).
5.4
Zusammenfassend ist in Gutheissung der Beschwerde die Verfügung der
Be
schwerdegegnerin
aufzuheben und festzustellen, dass der Beschwerdeführer seit
dem
1. November 2012 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat.
6.
6.1
Bei diesem Ausgang geh
en die Verfahrenskosten von Fr
. 7
00.--
zulasten der
unterliegenden
Beschwerdegegnerin
(Art. 69 Abs.
1
bis
IVG). Der Antrag de
s Be
schwerdeführers
auf Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist damit gegenstandslos geworden.
6.2
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend steht dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung zu; damit erweist sich sein Antrag auf Gewährung
der unentgeltlichen
Verbeiständung
ebenfalls
als gegenstandslos.
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese wer
den ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien steht
dem Beschwerdeführer
eine Parteientschädigung von
Fr.
2‘100.
-- zu (inkl. Barauslagen und
MWSt
).