Decision ID: 1a36278e-c556-4cba-a57f-fc2f46368e9c
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X ist alleinstehend und lebt bei ihren Eltern in A. Im Jahr 2009 war sie als
Kosmetikerin selbständig erwerbstätig. Daneben ging sie einer unselbständigen
Erwerbstätigkeit nach. In der Steuererklärung 2009 deklarierte sie für die Staats- und
Gemeindesteuern ein steuerbares Einkommen von Fr. 5'807.-- und ein steuerbares
Vermögen von Fr. 35'805.-- Das kantonale Steueramt tätigte zusätzliche Abklärungen
zur Bestreitung des Lebensunterhalts und veranlagte X für die direkte Bundessteuer
2009 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 23'100.--, wobei ihr ermessensweise
Einkünfte von Fr. 15'000.-- aufgerechnet und Versicherungsprämien von Fr. 1'097.--
nicht als geschäftsmässig begründeter Aufwand anerkannt wurden.
B.- Mit Schreiben vom 26. April 2010 erhob X Einsprache gegen die Veranlagung. Sie
beantragte den Verzicht auf die Aufrechnungen von insgesamt Fr. 16'097.--. Mit
Entscheid vom 6. August 2010 wies das kantonale Steueramt die Einsprache ab.
C.- Gegen den Einsprache-Entscheid reichte X mit Eingabe vom 24. August 2010
Beschwerde bei Verwaltungsrekurskommission ein mit dem sinngemässen Antrag, auf
die Aufrechnung von Einkünften von Fr. 15'000.-- sei zu verzichten und die Prämien für
die Unfall- und Krankentaggeldversicherungen seien zum Abzug zuzulassen. Mit
Schreiben vom 25. Oktober 2010 beantragte die Vorinstanz die kostenfällige
Abweisung der Beschwerde. Gleichzeitig verzichtete sie unter Verweis auf den
Einsprache-Entscheid auf eine Vernehmlassung. Die Beschwerdebeteiligte liess sich
nicht vernehmen.
Auf die von den Parteien zur Begründung ihrer Anträge gemachten Ausführungen und

die Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Beschwerdeerhebung ist gegeben. Die Beschwerde vom 24. August 2010 ist
rechtzeitig eingereicht worden. Sie erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 140 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die direkte
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Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG; Art. 7 der Verordnung zum Bundesgesetz
über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 41 lit. h Ziff. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2.- Vorab ist zu prüfen, ob die Vorinstanz die Beschwerdeführerin zu Recht
ermessensweise veranlagt hat.
a) Gemäss Art. 130 Abs. 2 Satz 1 DBG nimmt die Veranlagungsbehörde die
Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen vor, wenn der Steuerpflichtige trotz
Mahnung seine Verfahrenspflichten nicht erfüllt hat oder Steuerfaktoren mangels
zuverlässiger Unterlagen nicht einwandfrei ermittelt werden können. In dieser
Bestimmung werden zwei Fälle unterschieden. Einerseits berechtigt die Verletzung von
Verfahrenspflichten zur Ermessensveranlagung, anderseits ist eine solche
vorzunehmen, wenn keine zuverlässigen Unterlagen vorhanden sind.
Die Verfahrenspflichtverletzung kann darin bestehen, dass eine steuerpflichtige Person
die Steuererklärung nicht einreicht, einem Auskunftsbegehren der
Veranlagungsbehörde nicht nachkommt oder die eingeforderten Unterlagen nicht
einreicht (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, N
32 zu Art. 130 DBG). Für den Fall des Fehlens zuverlässiger Unterlagen ist
entscheidend, dass der Sachverhalt nicht abklärbar und daher ungewiss ist. Folglich
darf der Steuerpflichtige nicht ohne vorgängige Untersuchung durch die
Steuerbehörden ermessensweise veranlagt werden. Auch bei einer
Ermessensveranlagung müssen alle Abklärungen getroffen werden, die sich aufgrund
der Aktenlage aufdrängen und ohne grossen Aufwand durchführbar sind. Erst wenn
sich die Ungewissheit im Sachverhalt trotz dieser Untersuchungen nicht beseitigen
lässt, ist eine Ermessensveranlagung vorzunehmen (Zweifel/Athanas, Kommentar zum
Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/2b, 2. Aufl. 2008, N 43 zu Art. 130 DBG). Eine
Androhung der Veranlagung nach Art. 130 Abs. 2 DBG sowie ein Hinweis auf die
Rechtsnachteile derselben gemäss Art. 132 Abs. 3 DBG (Nachweis der offensichtlichen
Unrichtigkeit im Einspracheverfahren, „Umkehr der Beweislast“) müssen sowohl in der
ersten Aufforderung als auch in der Mahnung enthalten sein (vgl. Richner/Frei/
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Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 48 zu Art. 130 DBG; VRKE I/1-2009/70 vom 30. März
2010, E. 2.b.cc).
b) Die Beschwerdeführerin reichte die Steuererklärung 2009 fristgerecht und mit den
notwendigen Beilagen ein. Sie deklarierte darin Einkünfte aus unselbständiger
Erwerbstätigkeit von Fr. 6'173.--, solche aus selbständiger Erwerbstätigkeit von
Fr. 13'433.--, Wertschriftenerträge von Fr. 262.-- sowie ein Reinvermögen von
Fr. 110'805.--. Aufgrund der Tatsache, dass das Reinvermögen gegenüber dem Vorjahr
trotz niedriger Einkünfte um rund Fr. 12'000.-- zugenommen hatte, forderte der
Steuerkommissär die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 19. März 2010 auf, eine
schriftliche Stellungnahme zur Finanzierung ihres Lebensunterhalts abzugeben und das
Formular zu den Lebenshaltungskosten auszufüllen (act. 9/II.15). Ferner ersuchte er sie,
weitere Unterlagen (Buchhaltungskontoblätter, Autokaufvertrag, Policen der Kranken-
und Unfallversicherungen, Belege zu den Weiterbildungs- und Umschulungskosten,
Belege zu den freiwilligen Zuwendungen) einzureichen. Die Beschwerdeführerin kam
dieser Aufforderung vollumfänglich nach. Sie reichte die verlangten Belege ein und
füllte das Formular zu den Lebenshaltungskosten aus. In ihrer Stellungnahme vom
25. März 2010 führte sie aus, dass sie aufgrund von gesundheitlichen Beschwerden
eine ihrer Teilzeitbeschäftigungen im Jahr 2008 habe aufgeben müssen. Sie könne
jedoch gratis bei ihren Eltern wohnen und sich auch vorwiegend unentgeltlich bei
diesen verpflegen. Von den Eltern habe sie Fr. 10'000.-- für den Kauf eines neuen
Fahrzeugs erhalten, da ihre Mutter das Auto mitbenütze (act. 9/II.14). Die Vorinstanz
nahm bei der Beschwerdeführerin in der Folge eine ermessensweise Aufrechnung von
Fr. 15'000.-- vor, woraus ein steuerbares Einkommen von Fr. 23'100.-- resultierte. Es
trifft zwar zu, dass die Veranlagungsbehörde vorgängig eine Untersuchung durchführte.
Sie hat es jedoch unterlassen, die Ermessensveranlagung ordnungsgemäss
anzudrohen und auf deren Folgen hinzuweisen. In der Aufforderung vom 19. März 2010
fehlte ein entsprechender Hinweis. Die darin erwähnten gesetzlichen Bestimmungen
von Art. 169 – 176 StG bzw. Art. 125 – 129 DBG bezogen sich lediglich auf die
allgemeinen Verfahrenspflichten und -vorschriften. Dadurch wurde das rechtliche
Gehör der Beschwerdeführerin verletzt.
c) Die formellen Voraussetzungen für eine ermessensweise Veranlagung des
steuerbaren Einkommens für die direkte Bundessteuer 2009 waren damit nicht erfüllt.
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3.- Eine Ermessensveranlagung kann vom Steuerpflichtigen nur wegen offensichtlicher
Unrichtigkeit angefochten werden. Die Einsprache ist zu begründen und muss allfällige
Beweismittel nennen (Art. 132 Abs. 3 DBG). Erfolgte zu Recht eine
Ermessensveranlagung, so hat der Einsprecher die Unrichtigkeit der Veranlagung
nachzuweisen; es kommt zu einer Umkehr der Beweisführungspflicht zu Lasten des
Steuerpflichtigen.
a) Die offensichtliche Unrichtigkeit der Ermessensveranlagung kann vom
Steuerpflichtigen auf zwei Arten nachgewiesen werden. Zum einen kann er den
wirklichen Sachverhalt dartun und beweisen. Damit entfallen die Voraussetzungen einer
Ermessensveranlagung, weil die Steuerfaktoren im Rahmen einer ordentlichen
Veranlagung einwandfrei ermittelt werden können. Als zweite Art des
Unrichtigkeitsnachweises steht es dem Steuerpflichtigen auch offen zu beweisen, dass
die Schätzung an sich offensichtlich unrichtig ist. Die Veranlagungsbehörde ist
verpflichtet, die Höhe der Schätzung zu überprüfen (Zweifel/Athanas, a.a.O., N 39 und
51 zu Art. 132 DBG).
Offensichtlich unrichtig ist eine Schätzung dann, wenn sie willkürlich ist (vgl. Entscheid
des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 21. Mai 2003, in: StE 2004 B 92.3 Nr.
13, E 4c). Offensichtlich unrichtig sind jene Schätzungen, die sachlich nicht begründbar
sind, insbesondere erkennbar pönal oder fiskalisch motiviert sind, sich auf sachwidrige
Schätzungsgrundlagen, -methoden oder -hilfsmittel stützen oder sonst mit den
aktenkundigen Verhältnissen des Einzelfalls aufgrund der Lebenserfahrung
vernünftigerweise nicht vereinbart werden können (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,
a.a.O., N 68 zu Art. 132 DBG; Zweifel/Athanas, a.a.O., N 52 zu Art. 132 DBG). Dabei
sind auch die Unterlagen, welche im Beschwerdeverfahren beigebracht werden, zu
berücksichtigen.
Die Veranlagungsbehörde nimmt die Ermessensveranlagung nach pflichtgemässem
Ermessen vor. Sie kann dabei Erfahrungszahlen, Vermögensentwicklung und
Lebensaufwand des Steuerpflichtigen berücksichtigen (Art. 130 Abs. 2 DBG). Ziel der
Ermessensveranlagung ist die bestmögliche Annäherung an den wirklichen
Sachverhalt. Bei der Ermessensveranlagung hat die Behörde alle Unterlagen zu
berücksichtigen, die ihr zur Verfügung stehen. Der Steuerpflichtige soll möglichst seiner
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wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit entsprechend veranlagt werden. In aller Regel darf
sich die Schätzung nur auf die Höhe der Steuerfaktoren beziehen. Nicht geschätzt
werden darf im Allgemeinen dagegen der Grundsachverhalt, d.h. die
steuerauslösenden Tatsachen (das Steuerobjekt) selbst. Erst wenn fest steht, dass
Einkünfte vorhanden sind, von denen bloss die Höhe unbekannt ist, darf geschätzt
werden. Eine Ausnahme davon ist jedoch zu machen, wenn nicht nur ein spezifisches
Tatbestandsmerkmal, sondern das Steuerobjekt an sich ungewiss ist. In diesem Fall
dürfen das gesamte Einkommen bzw. der gesamte Gewinn oder auch Teile davon
geschätzt werden (Richner/Frei/Kaufmann/ Meuter, a.a.O., N 67 ff. zu Art. 130 DBG;
vgl. auch GVP 1973 Nr. 5, 1987 Nr. 22). Die Veranlagungsbehörde ist gehalten, das
vom Pflichtigen deklarierte Einkommen mit dessen Lebensaufwand zu vergleichen. Ein
solcher Vergleich lässt Schlüsse auf die Richtigkeit der Deklaration zu. Ein vom
Steuerpflichtigen nicht erklärter Widerspruch zwischen dem deklarierten Einkommen
und dem Privatverbrauch erlaubt es, die Einschätzung des Einkommens nach dem
Aufwand vorzunehmen (vgl. RB/ZH 1982 Nr. 71; KRKE SO 1983 Nr. 8). Im Fall einer
Schätzung nach Lebensaufwand ist dieser nach dem beruflichen und
gesellschaftlichen Stand des Steuerpflichtigen zu bestimmen. Soweit nicht auf
Unterlagen abgestellt werden kann, ist der Aufwand zu schätzen, wobei vorerst im
Auflageverfahren die Lebenshaltungskosten des Steuerpflichtigen festzustellen sind.
Dabei braucht nicht untersucht zu werden, aus welchen Quellen die für den
persönlichen Aufwand benötigten Einkünfte stammen. Dem Steuerpflichtigen bleibt
aber der Nachweis vorbehalten, dass der Aufwand aus steuerfreien Einkünften oder
aus Vermögensverzehr bestritten wurde (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 71
zu Art. 130 DBG m.w.H.).
b) Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe von ihren Eltern Barmittel von Fr.
10'000.-- für den Kauf des neuen Geschäftsautos geschenkt erhalten. Im Gegenzug
dürften diese das Auto mitbenützen. Leider hätten die Eltern es versäumt, dies in ihrer
Steuererklärung 2009 entsprechend zu deklarieren. Was den Lebensunterhalt angehe,
werde sie von ihren Eltern grosszügig unterstützt. Sie könne kostenlos bei diesen
wohnen und essen. Von Freunden erhalte sie immer wieder unterstützende Geschenke
wie Gutscheine, Kleider oder Naturalien.
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Die Vorinstanz hält dem entgegen, trotz eines deklarierten Reineinkommens von
Fr. 5'807.-- sei die Beschwerdeführerin in der Lage gewesen, ihr Reinvermögen im Jahr
2009 um Fr. 12'070.-- zu erhöhen. Nur schon daraus lasse sich ableiten, dass sie mit
den deklarierten Einkünften ihre Lebenshaltungskosten unmöglich habe decken
können. Die Eltern der Beschwerdeführerin hätten weder per 31. Dezember 2008 noch
per 31. Dezember 2009 Barmittel deklariert, was im Widerspruch zur Behauptung der
Mitfinanzierung des Autokaufs im Umfang von Fr. 10'000.-- stehe.
c) Die Vorinstanz ermittelte geschätzte Kosten der Beschwerdeführerin für deren
Lebensaufwand im Jahr 2009 von Fr. 23'858.--. Unter Berücksichtigung der
Vermögenszunahme von Fr. 11'344.-- ergaben sich notwendige Einkünfte von Fr.
35'202.-- und damit eine Differenz zu den deklarierten Einkünften (Fr. 19'868.--) von Fr.
15'344.--. Bereits im Einspracheverfahren bestätigten die Eltern der
Beschwerdeführerin unterschriftlich, dass die Tochter bei ihnen gratis habe wohnen
und sich auch vorwiegend unentgeltlich verpflegen können. In ihrer detaillierten
Kostenaufstellung wies die Beschwerdeführerin für 2009 private Auslagen für
Lebensmittel, Kosmetika, Coiffeur, Kleider, Bücher, Hobby und Gesundheitsartikel von
knapp Fr. 3'000.-- aus (act. 2/4). Ohne nähere Angaben setzte die Vorinstanz dafür Fr.
7'000.-- ein. Mangels begründeter Anhaltspunkte, die gegen die plausible Darstellung
der Beschwerdeführerin sprechen, ist auf ihre Angaben abzustellen, woraus sich
bereits eine Differenz zu ihren Gunsten von Fr. 4'000.-- ergibt. Am 20. Juli 2009 erwarb
die Beschwerdeführerin einen VW Polo (Occasionsmodell) als neues Geschäftsauto für
Fr. 18'300.--. Für das bisherige Geschäftsauto erhielt sie vom Verkäufer Fr. 2'000.--,
woraus sich ein noch zu leistender Betrag von Fr. 16'300.-- ergab. Am 21. Juli 2009
zahlte die Beschwerdeführerin Fr. 16'300.-- auf das Konto des Verkäufers ein.
Fr. 6'000.-- davon hob sie am gleichen Tag von ihrem Bankkonto ab (act. 9/I-1.3).
Fr. 10'000.-- erhielt sie angeblich bar von ihren Eltern. Diesen Sachverhalt bestätigten
die Eltern der Beschwerdeführerin mehrmals schriftlich. Es habe sich bei diesem Geld
um im Verlaufe der Zeit aus Haushaltgeld-Reserven und Kostgeld des Sohnes
zusammengesparte Barmittel gehandelt (act. 2/6). Nachdem die Mutter das Auto im
Gegenzug mitbenützen kann, erscheint die übereinstimmende Darstellung der
Beschwerdeführerin und von deren Eltern unter Berücksichtigung des von der
Beschwerdeführerin nachgewiesenen Bankbezugs der restlichen Fr. 6'000.--
nachvollziehbar, in sich schlüssig und deshalb glaubwürdig. Daran vermag die
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Tatsache, dass die Eltern in ihrer Steuererklärung per 31. Dezember 2008 offenbar
keine Barmittel deklariert haben, nichts zu ändern. Da der Kauf am 21. Juli 2009
stattfand, kann dieses Geld im ersten Halbjahr 2009 ohne weiteres aus diversen
Kontobezügen oder dem Kostgeld des Sohnes angespart worden sein. Der
Beschwerdeführerin kann einzig der Vorwurf gemacht werden, dass sie die Schenkung
ihrer Eltern im Wertschriftenverzeichnis nicht deklariert hat. Diese Unterlassung ist
jedoch angesichts der Steuerfreiheit von Schenkungen an Nachkommen im kantonalen
Recht (vgl. Art. 146 Abs. 1 StG) nicht allzu schwer zu gewichten. Sie vermag den von
der Beschwerdeführerin erbrachten Schenkungsnachweis nicht umzustossen. Es ist
deshalb davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin von ihren Eltern im Jahr
2009 Fr. 10'000.-- für den Erwerb des neuen Geschäftsautos erhalten hat, womit die
von der Vorinstanz ermittelte Differenz zwischen den notwendigen und deklarierten
Einkünften von Fr. 15'000.-- unter Berücksichtigung des um Fr. 4'000.-- reduzierten
Lebensaufwandes und der Schenkung von Fr. 10'000.-- lediglich noch Fr. 1'000.--
beträgt. Für eine ermessensweise Aufrechnung bleibt unter diesen Umständen kein
Raum. Der Beschwerdeführerin ist es gelungen, den wirklichen Sachverhalt darzutun.
Die Ermessensveranlagung erweist sich damit als offensichtlich unrichtig. In diesem
Punkt ist die Beschwerde gutzuheissen, und die Aufrechnung von Fr. 15'000.-- ist
fallen zu lassen.
4.- Streitig ist ferner, ob die Prämien für die betriebliche Kranken-, Unfall- und
Erwerbsausfallversicherungen der Beschwerdeführerin geschäftsmässig begründeten
Aufwand darstellen.
a) Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Erwerbsausfallversicherungen dienten in
ihrem Fall eindeutig betrieblichen Zwecken. Die Versicherungen hätten keinen
Vorsorgecharakter. Wenn sie unfall- oder krankheitsbedingt arbeitsunfähig sei, habe sie
ohne Versicherungen kein Einkommen. Die Wartefrist von 30 Tagen habe sie gewählt,
um die Prämienbelastung möglichst gering zu halten.
b) Bei selbständiger Erwerbstätigkeit werden die geschäfts- oder berufsmässig
begründeten Kosten abgezogen (Art. 27 Abs. 1 DBG). Das bedeutet, dass der Aufwand
seinen Grund im Bereich der Erwerbstätigkeit des Steuerpflichtigen haben und
demnach zwischen Aufwand und Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit ein
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wirtschaftlicher Zusammenhang bestehen muss (Weidmann/Grossmann/Zigerlig,
Wegweiser durch das st. gallische Steuerrecht, 6. Aufl. 1999, S. 70). Lehre und
Rechtsprechung gehen davon aus, dass Versicherungsprämien als Gewinnungskosten
abzugsfähig sind, sofern sie für berufsbedingte Personen- und Sachversicherungen
geleistet werden. Prämien für Kranken- und Unfallversicherungen oder Risiko- und
Lebensversicherungen für Selbständigerwerbende fallen in der Regel nicht darunter, da
sie grundsätzlich nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Erzielung von
Erwerbseinkommen stehen. Diese Regel erfährt Ausnahmen, soweit der Abschluss
einer Versicherung für den Selbständigerwerbenden vorwiegend betrieblich bedingt ist.
Unter diesem Gesichtspunkt werden Versicherungsprämien für
Personenversicherungen als geschäftsbedingte Aufwendungen anerkannt, wenn und
soweit sie der Sicherung eines bei Beginn der selbständigen Erwerbstätigkeit
aufgenommenen Betriebskredites dienen und damit die Funktion einer
Kreditversicherung übernehmen. In der Rechtsprechung wird zudem der
Gewinnungskostencharakter von Unfallversicherungsprämien bejaht, wenn die
Berufsausübung mit besonderen Unfallrisiken verknüpft ist und der
Selbständigerwerbende eine Unfallversicherung abschliesst, um für sich selbst die
wirtschaftlichen Folgen des Gefahreneintritts abzuwenden. Bei der Unfallversicherung
werden ferner die gesetzlichen Bestimmungen über die obligatorische
Unfallversicherung Unselbständigerwerbender (vgl. SR 832.30) sinngemäss
angewendet und die Prämien analog zum Abzug zugelassen (SGE 1993 Nr. 5). Als
Geschäftsaufwand können Versicherungsprämien auch anerkannt werden, soweit die
Versicherung durch Zusicherung eines Taggelds hilft, den Betrieb bei ausfallbedingter
Verhinderung des Betriebsinhabers durchzuhalten. Eine Erwerbsausfallversicherung
kann also betrieblichen Zwecken dienen, wenn sie hilft, bei Verhinderung des
Betriebsinhabers die laufenden Kosten während einer gewissen Frist zu tragen. Damit
sie diese Funktion erfüllt, muss die Versicherungsleistung bei einem Erwerbsausfall
rasch beginnen und auf eine gewisse Dauer (höchstens zwei Jahre) befristet sein (GVP
2004 Nr. 28 mit zahlreichen Hinweisen).
c) In ihrer Jahresrechnung 2009 verbuchte die Beschwerdeführerin auf dem
Aufwandkonto Nr. 4020 Fr. 1'126.40 für eine Erwerbsausfallversicherung, Fr. 793.-- für
eine Krankentaggeldversicherung und Fr. 274.-- für eine Unfallversicherung. Die Hälfte
dieser Aufwendungen (Fr. 1'096.70) grenzte sie als Privataufwand ab. Die Vorinstanz
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erachtete sämtlichen Unfall- und Krankenversicherungsaufwand als privat und
rechnete Fr. 1'097.-- auf. Die Prämie für die Unfallversicherung von Fr. 274.-- stellt
jedoch geschäftsmässig begründeten Aufwand dar (vgl. SGE 1993 Nr. 5). Die
Aufrechnung des erfolgswirksam verbuchten Prämienaufwands von Fr. 137.-- erweist
sich daher als unbegründet. Die Krankentaggeldversicherung mit einem versicherten
Lohn von Fr. 41'000.-- und einer Prämie von Fr. 793.-- hat für die Beschwerdeführerin
hingegen hauptsächlich Lohnfortzahlungscharakter. Ihre Kosmetikdienstleistungen, die
sie im Haus ihrer Eltern oder bei den Kunden vor Ort anbietet, verursachen keine hohen
Fixkosten, welche es in einer Zeit ohne Erwerbseinkommen zu überbrücken gäbe. Es
werden auch keine Angestellten beschäftigt. Diese Versicherung dient nicht
betrieblichen Zwecken, sondern hat privaten Vorsorgecharakter. Die Prämie von Fr.
793.-- stellt daher keinen geschäftsmässig begründeten Aufwand dar. Zur
Erwerbsausfallversicherung mit einer verbuchten Prämie von Fr. 1'126.40 hat die
Beschwerdeführerin keine näheren Angaben gemacht und auch keine Unterlagen
eingereicht. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um eine Lebensversicherung (vgl. die
Angaben der Beschwerdeführerin zu ihren Lebenshaltungskosten, act. 9/II.14).
Mangels Nachweises der betrieblichen Notwendigkeit wurde auch diese Prämie von
der Vorinstanz zu Recht aufgerechnet.
d) Die veranlagten Einkünfte der Beschwerdeführerin aus selbständiger
Erwerbstätigkeit reduzieren sich dadurch von Fr. 28'433.-- um Fr. 15'137.-- auf Fr.
13'296.--. Das Total der Einkünfte beläuft sich auf Fr. 19'731.--. Die abzugsfähigen
Krankheitskosten betragen Fr. 594.--, womit sich das steuerbare Einkommen auf Fr.
7'400.-- reduziert.
5.- Die Beschwerde ist somit teilweise gutzuheissen, und der angefochtene
Einsprache-Entscheid vom 6. August 2010 ist aufzuheben. Die Beschwerdeführerin ist
für die direkte Bundessteuer 2009 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 7'400.--
zu veranlagen.
6.- Die Kosten des Verfahrens vor der kantonalen Steuerrekurskommission werden der
unterliegenden Partei auferlegt; wird die Beschwerde teilweise gutgeheissen, so
werden sie anteilmässig auferlegt (Art. 144 Abs. 1 DBG). Nachdem die
Beschwerdeführerin beinahe vollständig obsiegt hat, rechtfertigt es sich, die
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Verfahrenskosten vollumfänglich dem Staat aufzuerlegen. Angemessen ist eine
Entscheidgebühr von Fr. 600.-- (Art. 144 Abs. 5 DBG in Verbindung mit Art. 7 Ziff. 122
der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Die Finanzverwaltung ist anzuweisen, der
Beschwerdeführerin den Kostenvorschuss von Fr. 400.-- zurückzuerstatten.