Decision ID: 6ab540d8-3477-5afa-9934-3989e0cc86e3
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1967, bezieht seit etlichen Jahren Zusatz
leistungen (Ergänzungsleistungen und kantonale Beihilfen) zu ihrer Rente der Invalidenversicherung.
Anlässlich einer
Überprüfung der Ansp
ruchsvorausset
zungen (
Urk.
7/317
ff.) errechnete die
Stadt Zürich, Amt für Zusatzleistungen zur AHV/IV, als zuständige Durchführungsstelle
mit Verfügung vom 2
8.
April 2017
ab Februar 2017
einen
laufenden
monatlichen
Anspruch a
uf Ergänzungsleistun
gen von Fr.
3’354
.-- und
einen Anspruch auf kantonale Beihilfen
von
Fr.
612
.-- (Urk.
7/V/66; vgl. auch
Urk.
7/334
).
Am 14.
September 2017
setzte die Leistungs
bezügerin die Durchführungsstell
e darüber in Kenntnis, ihr Sohn
Y._
, geboren 1995, übe
seit dem 7.
August 2017
neben
seinem Studium eine Teilzeiterwerbstätigkeit im Gastgewerbe aus
(Pensum 40
%
;
Urk.
7/341
). Dazu reichte sie den schriftlichen Arbeitsvertrag mitsamt einer Zusatzvereinbarung und zwei Lohnabrechnungen ein (Urk.
7/341a
-342
c).
Am 1
1.
Oktober 2017 orientierte die Durchführungsstelle
X._
schriftlich, der Anspruch werde rückwirkend ab der Arbeitsaufnahme des Sohnes neu berechnet. Namentlich erfolge die Berechnung ab September 2017 ohne die Einnahmen und die Ausgaben des Sohnes (Urk. 7/344). Mi
t Verfügung vom 18.
Oktober 2017 setzte
die
Durchführungs
stelle gestützt auf ihre Berech
nungen
(Urk.
343-343b,
Urk.
7/V/69/2 S. 4 ff.) den monatlichen Anspruch auf Ergänzungsleistungen und Beihilfen wie folgt fest:
Fr.
3'076.-- für August 2017 und
Fr.
2'447.-- für
September
und Oktober 2017
sowie
ab Nov
ember 2017 (Urk. 7/V/69/2 S. 1
).
Aus der
Neuberechnung der Leistungen
resultierte
eine Rü
ckforderung in der Höhe von Fr.
2'092.--. Diesbezüglich hatte die Durchfüh
rungsstelle bereits am 1
1.
Oktober 2017 eine Verfügung erlassen (Urk. 7/V/70).
Gegen die beiden Verfügungen erhob
X._
am 3
1.
Okto
ber 2017 Einsprache. Sie beantragte eine erneute Anspruchsberechnung in dem Sinne, dass das Einkommen ihres Sohnes
bei ihrem eigenen
Ein
kommen
zu berücksichtigen
sei.
Sodann sei ihr
nur
ein hypothetisches E
rwerbse
inkommen von
Fr.
7'800.--
an
zurechnen
(Urk. 7/352).
Diese Einsprache wies die Durchfüh
rungsstelle mit Einspracheentscheid vom 2
1.
Februar 2018 ab (Urk. 2 =
Urk.
7/V/74).
2.
Gegen
den
Einspracheentscheid
erhob
X._
am 2
2.
März 2018 Beschwerde mit dem Antrag, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es seien die Ergänzungsleistungen ab dem
1.
Oktober 2010 ohne Anrechnung eines hypothetischen Einkommens auszurichten (Urk. 1 S. 2). Die Durchführungs
stelle beantragte in der Beschwerdeantwort vom 2
3.
April 2018 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Die Beschwerdeantwort wurde der Beschwerdeführerin am 2
5.
A
pril 2018 zugestellt (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Der Bund und die Kantone gewähren Personen, welche die gesetzlichen Voraus
setzungen nach
Art.
4-6 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) erfüllen, Zusatzleistun
gen zur Deckung ihres Existenzbedarfs (
Art.
2
Abs.
1 ELG; §
§
1, 13, 15 und 20
Abs.
1 des Zusatzleistungsgesetzes des Kantons Zürich, ZLG). Dabei entspricht die jährliche Ergänzungsleistung dem Betrag, um den die anerkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (
Art.
9
Abs.
1 ELG).
Die anrechenbaren Einnahmen von Personen, welche zu Hause leben, werden nach
Art.
11
Abs.
1 ELG ermittelt. Als Einnahmen anzurechnen sind unter ande
rem zwei Drittel der Erwerbseinkünfte in Geld oder Naturalien, soweit sie einen jährlichen Freibetrag von
Fr.
1‘000.-- (Alleinstehende) beziehungsweise von
Fr.
1‘500.-- (Ehepaare und Personen mit Kindern) übersteigen (
lit
. a), Einkünfte aus beweglichem und unbeweglichem Vermögen (
lit
. b), einen Prozentsatz des Vermögens (
lit
. c), die Renten (
lit
. d), die Familienzulagen (
lit
. f) sowie auch Ein
künfte und Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist (
lit
. g).
1.2
Gemäss
Art.
14a
Abs.
1 der Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV) ist auch bei Teilinvali
den grundsätzlich derjenige Betrag als Erwerbseinkommen anzurechnen, den sie im massgebenden Zeitabschnitt tatsächlich verdient haben. Massgebend sind in zeitlicher Hinsicht in der Regel die während des vorausgegangenen Kalenderjah
res erzielten anrechenbaren Einnahmen sowie das am
1.
Januar des Bezugsjahres vorhandene Vermögen (
Art.
23
Abs.
1 ELV).
Invaliden unter 60 Jahren ist aber nach
Art.
14a
Abs.
2
lit
. a-c ELV je nach Invaliditätsgrad beziehungsweise Rentenhöhe (
Viertelsrente
, halbe Rente,
Drei
viertelsrente
) mindestens ein bestimmter Betrag anzurechnen, für dessen Bemes
sung der Höchstbetrag für den Lebensbedarf nach
Art.
10
Abs.
1
lit
. a ELG mass
gebend ist. Bei einem Invaliditätsgrad von 60 bis unter 70
%
sind mindestens zwei Drittel des Höchstbetrages für den Lebensbedarf anzurechnen, welcher im Jahr 2017 bei Alleinstehenden
Fr.
19'
290
.-- beträgt
(
ab
1.
Januar 2019
: Fr. 19’
450
.--;
Art.
14a
Abs.
2
lit
. c ELV in Verbindung mit
Art.
10
Abs.
1
lit
. a
Ziff.
1 ELG
).
1.3
Wird der Grenzbetrag von
Art.
14a
Abs.
2 ELV nicht erreicht, insbesondere wenn keine Erwerbstätigkeit ausgeübt wird, gilt die Vermutung eines Verzichts auf Ein
künfte im Sinne von
Art.
11
Abs.
1
lit
. g ELG. Diese Vermutung kann durch den Nachweis, dass invaliditätsfremde Gründe wie Alter, mangelhafte Ausbildung und Sprachkenntnisse, persönliche Umstände oder die Arbeitsmarktsituation die Verwertung der Resterwerbsfähigkeit übermässig erschweren oder verunmögli
chen, widerlegt werden. Dabei besteht eine verstärkte Mitwirkungspflicht des Bezügers von Ergänzungsleistungen bei der Sachverhaltsabklärung durch die Verwaltung in dem Sinne, dass er die Umstände geltend zu machen hat, welche nach seiner Auffassung geeignet sind, die Vermutung eines Einkommensverzichts umzustossen. Werden solche Umstände nicht geltend gemacht und sind sie auch nicht ohne Weiteres ersichtlich, oder führen die Abklärungen zu keinem schlüs
sigen Ergebnis, hat der invalide Bezüger die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen. Er hat sich anrechnen zu lassen, was er mit überwiegender Wahrscheinlichkeit trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung an Erwerbseinkommen tatsächlich noch erzielen könnte (BGE 140 V 267 E. 2.2, 117 V 153 E. 2c; Urteil des Bundes
gerichts 9C_321/2013 vom 1
9.
September 2013 E. 2.1-2.2; Carigiet/Koch, Ergän
zungsleistungen zur AHV/IV,
2.
überarbeitete und ergänzte Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009, S. 154
).
2.
2.1
Im Einspracheverfahren hatte die Beschwerdeführerin geltend gemacht,
der von ihrem Sohn
Y._
erzielte Verdienst sei
ihrem
Einkommen anzurechnen.
Andern
falls habe d
ie Neuberechnung und die daraus resultierende Rückforderung
zur Folge, dass ihr Sohn
mit seinem Einkommen die Familie mitfinanziere, was die
sem nicht zumutbar sei (Urk. 7/352).
Dem hatte die Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid entgegnet, die von einer bestimmten Pe
rson erzielten Erwerbseinkünfte
seien deren Eigentum und müsste
n
auch von dieser Person versteuert werden. Auch in der Anspruchsbe
rechnung für Ergänzungsleistungen könnten die Einkünfte nur dieser Person zugerechnet werden. Dem
Antrag
der Beschwerdeführerin, das von ihrem Sohn erzielte Einkommen
bei ihren eigenen Einkünften zu
berücksichtigen, könne daher nicht stattgegeben werden. Gemäss
Art.
11
Abs.
1
lit
. a ELG
seien die Ein
künfte des Sohne
s
Y._
als dessen Einkommen
bei der Berechnung des Anspruchs massgebend
. Anders
verhalte es sich nur
, wenn das Einkommen unterhalb der Freibetragsgr
enze von Fr.
1'500.-- liege.
Dann sei es unbeachtlich.
Dies sei hier
aber
nicht der Fall
(Urk. 2 S. 2
Rz
5).
2.2
Den
Darlegungen der Beschwerde
gegnerin
ist beizupflichten
.
Die
Einkommens-
und
Vermögenswerte des Sohnes
Y._
können
nicht der
Beschwerdeführerin zugerechnet werden. In de
r Beschwerdeschrift wurde dies
denn auch nicht mehr bemängelt.
Eine andere, im Einspracheentscheid nicht erörterte Frage ist,
dass aus der Gegenüberstellung der anrechenbaren Einkünfte und der anerkannten Aus
gaben von
Y._
ein Einnahmenüberschuss res
ultiert, was gemäss
Art.
9 Abs.
4 ELG zur Folge hat, dass dessen finanzielle Verhältnisse bei der Anspruchsberech
nung ausser Betracht fallen.
Dies zeigt die entsprechende Aufstellung der Beschwerdegegnerin
(Urk. 7/343b).
Bei der Neuberechnung ab August 2017 hat die Beschwerdegegnerin die Einkünfte und die Ausgaben von
Y._
ab September 2017 nicht berücksichtigt (
Art. 25 ELV;
Urk. 7/
V/69/2 S. 4 ff.; vgl. auch Urk.
7/343a).
Dagegen erhob die Beschwerdeführerin richtigerweise keine Ein
wände.
3.
3.1
Zu prüfen
ist sodann
, ob Gründe gegeben sind, auf die Anrechnung eines hypo
thetischen Einkommens
der Beschwerdeführerin
zu verzichten.
In der Beschwer
deschrift macht die Beschwerdeführerin geltend,
mit Verfügung vom 16.
März 2010 habe die Beschwerdegegnerin er
stmals mitgeteilt, dass neu ein
hypotheti
sches Mindes
t
einkommen für Teilinvalide gestüt
zt auf
Art.
14a ELV
angerechnet werde. Seither
sei
die Beschwerdegegnerin
wiederholt um
Unterstützung gebeten und
darauf hingewiesen worden, dass
die verlangte Erwerbstätigkeit
nicht aus
geübt
und das hypothe
tische Einkommen nicht erreicht werden könne
.
Die Absicht, anstelle des deklarierten effektiven Einkommens
ein
höhere
s
hypotheti
sche
s
anzurechnen
, hätte die Beschwerdegegnerin
vorab
mitteilen und das recht
liche Gehör gewähren müssen.
Die Beschwerdegegnerin habe es
aber
unterlassen, vor der erstmaligen Anrechnung eines hypothetischen Einkommens mit Verfü
gung vom 1
6.
März 2010 das rechtliche Gehör zu gewähren. Auch auf die her
nach
erhobenen Einwände sei diese nicht
eingegangen.
Der Versicherungsträger
müsse
die versicherte Person beraten. Insbesondere
müsse
die
se
darauf aufmerk
sam gemacht werden, dass ihr Verhalten eine der Voraussetzungen des Leistungs
anspruchs gefährden könne. Unterbleibe
eine
solche Auskunft, obschon sie nach den Umständen geboten gewesen sei, sei dies einer unrichtigen
behördlichen
Aus
kunft gleichzustellen und die versicherte Person in ihrem berechtigten Vertrauen zu schützen. Die Beschwerdegegne
rin habe nie darüber informiert,
in welche
n
Fällen ein hypothetisches Einkommen unberücksichtigt bleibe. Erstmals mit der Zustellung des angefochten
en Einspracheentscheid
es
habe sie
(die Beschwerde
führerin)
davon Kenntnis
genommen
, dass mit der Anmeldung bei der Arbeitslo
senversicherung und dem Nachweis erfolgloser Stellensuche
auf die
Anrechnung eines hypothetischen Einkommens verzichtet werde.
Ein solcher Hinweis wäre von der Beschwerdegegnerin bereits vor Erlass der Verfügung vom 1
6.
März 2010 zu erwarten gewesen (Urk. 1 S. 4 ff.
Rz
2 ff.).
3.2
In den Akten befinden sich die Leistungsverfügungen ab dem Jahr 201
6.
Gegen keine
n
dieser Entscheide
, in denen allesamt
ein
hypothetische
s
Einkommen
nach Massgabe von
Art.
14a ELV berücksichtigt
worden war
(vgl.
Urk.
7/V/58, Urk.
7/V/62,
Urk.
7/V/66)
, hat die Beschwerdeführerin ein Rechtsmittel ergriffen.
Auch im Zusammenhang mit den früheren
Leistungsfestsetzungen
hatte
sich
das Sozialversicherungsgericht mit
k
einer Beschwerde
zu
befassen. Beanstandungen in Bezug auf die Anrechnung und
die
Bemessung des hypothetischen Einkom
mens hätten
bei der seinerzeitigen Leistungsfestsetzung
zunächst
durch
Einspra
che an die Durchführungsstelle
und hernach mittels
Beschwerde an das Sozial
versicherungsgericht
(oder bei Untätigkeit der Durchführungsstelle mittels einer Rechtsverzögerungs- oder Rechtsverweigerungsbeschwerde)
geltend gemacht
werden müssen.
Gegen eine Leistungsfestsetzung vorgebrachte Ersuchen um eine Korrektur n
ach Ablauf der
Frist zur Ergreifung eines
ordentlichen Rechtsmittel
s
können
vorbehältlich einer prozessualen Revision (
Art.
53
Abs.
1 ATSG) nur
auf dem Wege der Wiedererwägung
überprüft
werden
(
Art.
53
Abs.
2 u. 3 ATSG)
.
Eine Wiedererwägung liegt indessen im Ermessen des Versicherungsträgers. E
in gerichtlich durchsetzbarer Anspruch
dar
auf
besteht nicht (Urteile des Bundesge
richts 9C_346/2019 vom
6.
September
2019 E. 4.6.1
und 8C_210/2017 vom 2
2.
August 2017 E. 8.2).
Auf die Rüge der Verletzung des Gehörsanspruchs oder des Anspruchs auf Beratung vor der erstmaligen Anrechnung eines hypotheti
schen Einkommens im Jahr 2010 ist
daher nicht weiter einzugehen. Soweit mit der Beschwerde der Verzicht auf die Anrechnung eines hypothetischen Einkom
mens rückwirkend seit dem
1.
Oktober 2010 beantragt wird, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.
4.
4.1
Im Einspracheverfahren hatte
die
Beschwerdeführerin die Anrechnung
des
hypo
thetischen Einkommens in der Höhe von
Fr.
19'290.-- pro Jahr
mit der Begrün
dung bemängelt,
sie arbeite seit über 15 Jahren ausschliesslich im Umfang eines Pensums zwischen 10 und 11
%
. Aufgrund ihrer Mehrfachbehinderung (Rücken
leiden,
myotone
Myopathie, vestibuläre Migräne, Asperger-Syndrom) sei es ihr nicht möglich
,
mehr zu arbeiten. In ihrem ersten Beruf als Gymnastiklehrerin sei sie vollständig und in ihrem zweiten Beruf als Chorleiterin zu 90
%
krankge
schrieben. Sie sei über 50 Jahre alt und ihre Aussichten auf eine ihren Einschrän
kungen angepasste Anstellung ohne Ausbildung seien gering (Urk. 7/352).
Im Einspracheentscheid führte die Beschwerdegegnerin
dazu
aus, bei
te
ilinvali
den
Versicherten
werde grundsätzlich derjenige
Verdienst
angerechnet, den sie im massgebenden Zeitraum tatsächlich
erzielt
hätten. Liege
bei Teilinvaliden mit einer halben Rente
das effektive E
inkommen unterhalb des
gesetzlichen Mindest
einkommens
, so sei
letzteres
massgebend.
Es
gelte
dann
die Vermutung, es werde
auf Einkünfte verzichtet. Die Vermutung
könne durch den Nachweis umgestossen werden, dass invaliditätsfremde Gründe wie Alter, mangelhafte Ausbildung oder die schwierige Arbeitsmarktsituation der Erzielung höherer Einkünfte entgegen
stünden. Als einzige invaliditätsfremde Beeinträchtigung habe die Beschwerde
führerin im Einspracheverfahren ihr Alter genannt. Indessen habe sie den Nach
weis nicht erbracht, dass
sie
aufgrund ihres Alters
effektiv
nur in der Lage sei, ein
unterhalb des Grenzbetrages liegende
s
Einkommen zu erzielen. Die übrigen genannten Gründe seien gesundheitlicher Art und daher nicht zu beachten.
Sie
würden
bereits
mit der Invalidenrente abgegolten (Urk. 2 S. 2 ff.
Rz
6 ff.
).
4.2
Bei
teilinvalide
n
Versicherten
unter 60 Jahren und
mit einem Invaliditätsgrad von 50 bis unter 60 %
gilt die gesetzliche Vermutung, dass sie mittels Verwertung der ihnen
verbliebene
n
Arbeitskraft
in der Lage sind, ein Einkommen
v
on min
destens Fr.
19'210.--
zu erzielen
(
Art.
14a
Abs.
1
lit
. a ELV in Verbindung mit
Art.
10
Abs.
1
lit
. a
Ziff.
1 EL
G;
in der
hier relevanten,
bis 3
1.
Dezember 2018 gültigen Fassung). Unbestrittenermassen bezieht die
Beschwerde
führer
rin
eine halbe Invalidenrente (
Urk.
1 S. 4
Rz
2).
Richtigerweise wies die Beschwerdegeg
nerin darauf hin, dass
die gesetzliche
Vermutung
nur durch den Nachweis
inva
liditätsfremde
r
Gründe wie Al
ter, mangelhafte Ausbildung,
mangelnde
Sprach
kenntnisse
oder die
schwierige
Arbeitsmarktsituation
widerlegt werden
könne
(vgl. auch vorstehende E. 1.3).
Gesundheitliche Gründe sind nur dann zu berück
sichtigen, wenn eine Änderung des Gesundheitszustandes seit der letzten rechts
kräftigen IV-Verfügung eingetreten ist. Ansonsten ist
die Durchführungsstelle an die Invaliditätsbemessung der Invalidenversicherung gebunden (
vgl. Cari
giet/Koch, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV,
2.
Aufl., Zürich 2009, S. 154
).
Als Hindernis
invaliditätsfremder Art
nannte
die Beschwerdeführerin ihr
fortge
schrittenes
Alter.
Bei Erlass des angefochtenen
Einspracheentscheid
es
stand die
1967 geborene Beschwerdeführerin in ihrem 5
1.
Altersjahr.
D
as Alter
kann
das Fortkommen auf dem Arbeitsmarkt erschweren. Indessen gilt dies nicht
generell
. Dass dieser oder auch andere mögliche Faktoren das Finden einer Stelle verunmöglichen
,
ist
im Einzelfall
mittels erfolgloser Stellensuche nachzuweisen (
Car
i
giet/Koch, a.a.O.
). Den Darlegungen der Beschwerdeführerin kann nicht entnommen
werden, dass sie sich erfolglos
um Stelle
n
bemühte
,
um ihre verbliebene Arbeitskraft
in einem ein Pensum
von
10
oder
11 % überstei
g
enden Umfang zu verwerten. Der blosse Hinweis auf ihr fortgeschrittenes Alter vermag die gesetzliche Vermutung
jedenfalls
nicht umzustossen.
Entgegen ihren
beschwerdeweisen
Vorbringen (
Urk.
1 S. 7 f.) kann sich die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang auch nicht mit Aussicht auf Erfolg auf die Auskunfts- und Beratungspflicht (
Art.
27 ATSG) berufen. Der Beschwerdeführerin war die Pflicht zur Stellensuche seit dem Jahr 2010 bekannt.
Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb sie sich
in diesem Zeitraum im Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht
nicht von sich aus um Stellen bemüht hat
(Urteil des Bundesgerichts 9C_946/2011 vom 1
6.
April 2012 E. 4.4).
Die Beschwerdegegnerin war hingegen nicht gehalten, von sich aus und ohne Anfrage seitens der Beschwerdeführerin, diesbezügliche Beratung anzubieten.
Die Beschwerdegegnerin hat somit richtigerweise ein Mindesteinkommen in der Höhe von
Fr.
19'210.-- in die Berechnung des Anspruchs ab August 2017 einbe
zogen (Urk. 7/V/69).
Von der
strittige
n
Anspruchsberechnung ab August 2017, aus der ein Rückerstat
tungsbetrag von
Fr.
2'092.-- resultierte,
ist somit auszugehen. Andere
Einwände
gegen die Neuberechnung und die Rückerstattung
wurden
nicht erhoben
und
es sind auch
keine
Anhaltspunkte ersichtlich, dass von mangelhaften
Entschei
dungsgrundlagen
auszugehen ist
.
Gegen die Rückforderung hat die Beschwerde
führerin bereits ein Erlassgesuch gestellt (Urk. 7/361). Über dieses wird die Beschwerdegegnerin nach Eintritt der Rechtskraft des Rückforderungsentscheides zu befinden haben.
Zusammengefasst ist es nicht
zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die
gegen die Verfügungen vom 11.
und 1
8.
Oktober 2017
betreffend Neuberechnung des Anspruchs und betreffend Rückforderung
erhobene Einsprache
als unbegrün
det beurteilt
hat.
D
a der Einspracheentscheid nicht zu beanstanden ist, die
dage
gen erhobene
Beschwerde
abzuweisen, soweit auf diese einzutreten ist (vgl. vor
stehende E. 3).