Decision ID: 4f5dc112-2f9c-44d6-8cf4-186ef7628cec
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1958
, war
seit dem
1.
März 1997
bei
der
Y._
als
Mitarbeiter im Gartenbau
tätig
(
Urk.
6/36
Ziff.
2.1
und 2.7
) und meldete sich u
nter Hinweis auf
einen am 1
7.
Mai 2012 erlittenen Herzinfarkt
am
2
9.
Oktober 2012
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/3
Ziff.
6
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizi
nische und erwerbl
iche Situation ab, zog Akten des
Kranken
taggeldversicherers
bei (
Urk.
6/14,
Urk.
6/33
) und holte beim
Z._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am
2
7.
Oktober 2014
erstattet wurde (
Urk.
6/47
).
Nach
durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
6/56;
Urk.
6/60) verneinte
die IV-Stelle
mit Verfügung vom 1
5.
September 2015
einen Rentenanspruch (
Urk.
6/63
=
Urk.
2)
.
2.
Der
Versicherte erhob am 1
6.
Oktober 2015
Beschwerde gegen die Verfügung vom
1
5.
September 2015
(
Urk.
2) und beantragte,
es
sei ihm
ab
1.
Mai
2013 eine
Viertelsrente
zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
3.
November
2015
(
Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde.
Dies wurde dem Beschwerdeführer am 1
6.
Dezember 2015 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkran
kungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungs
zuständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem
Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die
Ar
beits
- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität ge
sprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad
seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.
4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre
Verfügung
(
Urk.
2) damit,
der Be
schwer
deführer sei seit dem 1
7.
Mai 2012 (Beginn der einjährigen Wartezeit) in
seiner Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt. Es bestünden sowohl psychi
sche
wie auch somatische Einschränku
ngen
.
Eine
behinderungsangepasste Tätigkeit
sei ihm jedoch
zu 100
%
zumutbar. Die Einschränkung von 10
%
auf
grund der diagnostizierten Anpassungsstörung sei gemäss geltender Rechtspre
chung aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht nicht relevant, sie sei eine Begleiter
schei
nung zur somatischen Krankheit
,
und
es liege k
ein eigenständiges psychia
trisches Leiden vor. Ausgehend von einem
Valideneinkommen
von
rund
Fr.
90‘018.--
resultiere unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 10
%
ein rentenanspruchsausschlies
sender Invaliditätsgrad (S. 2 ff.)
.
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
das korrigierte
Vali
deneinkommen
von
rund
Fr.
90‘018.--
sowie der Abzug vom Tabellenlohn von 10
%
würden akzeptiert. Hingegen habe die
Beschwerdegeg
nerin
zu Unrecht die
gutachterlich
bestätigte psychisch bedingte
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
von 10
%
unberücksichtigt gelassen
.
In der Zeit zwischen der Begutachtung und dem Verfü
gungserlass habe sich der psychische
Zustand nicht wesentlich veränd
ert
,
und e
s sei eine weitere
Chronifizierung
eingetreten
.
D
er Übergang von einer zeitlich terminierten Anpassungsstörung in eine an
hal
tende Angst- und depressive Störung gemischt sei als abgeschlossen zu be
trach
ten
(S. 3 f.
Ziff.
3-
4)
. Gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung liege das psychische
Zustandsbild einer Angst- und depressiven Störung gemischt zwar im Grenzbereich dessen, was noch als krankheitswertig im Sinne des Gesetzes und möglicherweise invalidisierend sein könne, doch werde eine Invalidisierung auch nicht grundsätzlich ausgeschloss
en. Eine Teila
rbeitsunfähigkeit
im unteren Prozentbereich sei durchaus möglich.
Er sei
aufgrund seine
s leicht reduzierten Rendements
in einem untergeordneten Rahmen von 10
%
eingeschränkt.
Dem
nach resultiere ein Anspruch auf eine
Viertelsrente
(S. 4
Ziff.
5-
6)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invali
denrente.
3.
3.
1
Die Fachpersonen der
A._
stellten in ihrem Austrittsbericht vom 2
8.
Mai
2013 (
Urk.
6/27)
nach Klinikaufenthalt des Beschwerdeführers vom
4.
bis 2
4.
April
2013 folgende Diagnosen (S. 1):
Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22)
Differenzialdiagnose:
Somatoforme
autonome Funktionsstörung de
s
Herz-
Kreislauf-Systems (ICD-10 F43.30)
koronare Zweigefässerkrankung
Zustand nach
Rekanalisation
eines proximalen RCA-Verschlusses so
wie PCI einer subtotalen
mid
-RCX-Stenose mit Implantation eines beschichteten Stens 1
7.
Mai 2012 bei NSTEMI
leicht eingeschränkte systolische Funktion bei
infero
-basaler und
posterolateraler
Hypo-/
Akinese
i
n der Myokardperfusionss
zintigraphie Oktober 2012
nicht-
trans
murale
Narbe inferior, keine Ischämie
kardio-vaskuläre Risikofaktoren:
Nikotinabusus
, arterielle Hypertonie
Die Fachpersonen führten aus, beim Beschwerdeführer bestehe eine stark
somato
forme
Symp
tomatik in Bezug auf seine Herz
erkrankung im Einklang mit einer Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt. Seither beklage
er
Schmerzen im Brustbereich sowie Herzängste, Schlafstörungen, Angst vor einem neuen Herzinfarkt, Albträume mit nächtlichem Schreien sowie eine ausgeprägte Kraft- und Antriebsverminderung. Der Patient sei deutlich
fixiert auf se
in somatisches Krankheitsverständ
nis und wenig auslenkbar trotz mehrfacher Bestätigung
blander
kardialer Befunde (S. 3 Mitte).
Der Beschwerdeführer sei bis
8.
Mai 2013 zu 100
%
arbeitsunfähig. Ein therapeu
tischer Arbeitsversuch als Hilfsgärtner von täglich maximal zwei Stun
den sei jedoch dringend indiziert. Es bestehe eine reduzierte Belastungsfähigkeit hinsichtlich Trage- und Hebetätigkeiten. So sei kein Verlegen schwerer
Stein
platten
oder Heben und Tragen mittlerer bis schwerer Lasten möglich. Die wei
tere Einschätzung erfolge durch den weiterbehandelnden Arzt (S. 4 unten).
3.
2
Dr.
med. B._
, Facharzt
für Allgemeine Innere Medizin,
stellte in seinem Bericht vom
8.
August 2013 (
Urk.
6/29/1-4) folgende Diagnosen (
Ziff.
1.1):
Status nach Myokardinfarkt mit
Stenting
Mai 2012
ängstlich-depressives Zustandsbild (ICD-10 F43.22)
somatoforme
Funktionsstörung (ICD-10 F43.30)
rezidivierendes
Lumbovertebralsyndrom
bei degenerativen Veränderun
gen/Fehlhaltung, bestehend seit 1994
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
B._
eine
Helicobactergastritis
im Februar 2010 und eine Gewichtsabnahme von 70 auf 66 kg
im Mai 201
2.
Dr.
B._
führte aus, der Beschwerdeführer sei seit 1986 bei ihm in Behandlung
,
und die letzte Kontrolle habe am 1
8.
Juli 2013 stattgefunden (
Ziff.
1.2). In der zuletzt ausgeübten Arbeitstätigkeit
als Gärtner
bestehe seit dem 1
8.
Mai
2012 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Der Beschwerdeführer habe an Gewicht abge
nommen
,
und es bestünden eine
Dekonditionierung
, Angstzustände, eine Schlaf
störung und ein vermindertes Selbstwertgefühl.
Er
sei kraftlos und habe keine Ausdauer
. Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht nicht mehr zu
mutbar
(
Ziff.
1.6-7). Eine angepasste Tätigkeit sei per sofort im Umfang von etwa 50
%
zumutbar (S. 4).
3.
3
Dr.
med. C._
, Facharzt für
Psychiatrie und für Psychotherapie
, führte in seiner
E-M
ail vom 1
1.
März 2014 (
Urk.
6/37
) aus, leider habe sich der Zustand des Patienten seit Mai 2013 noch eher etwas verschlechtert. Zusätzlich zur Depression klage er über vermehrte Albträume, diffuse Schmerzen, Antriebs
losig
keit und Desinteresse. Er sitze praktisch den ganzen Tag zu Hause herum und tue sozusagen nichts. Auch die psychopharmakologische Medikation und die Psychotherapie hätten daran bislang nichts änd
ern können.
Aufgrund der wei
teren und bald Besorgnis erregenden Gewichtsabnahme wirke er deutlich
vorge
altert
.
Der Versicherte stehe auch bei sei
nem Hausarzt in Therapie. S
eine Ar
beitsfähigkeit sowohl im angestammten Beruf als auch in jeder zumutbaren Verweistätigke
it habe sich nicht verbessert. E
s sei nach wie vor von einer 80%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
3.
4
Am 2
7.
Oktober
2014 erstatteten die Gutachter des
Z._
das von der
Beschwer
de
gegnerin
veranlasste polydisziplinäre Gutachten (
Urk.
6/47/2-23). Sie stellten
zusammenfassend folgende Diagnose
n mit Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit (S. 19
Ziff.
5.1):
ängstlich-depressive Anpassungsstörung nach Herzinfarkt (ICD-10 F43.22), im Übergang zu einer Angst- und depressiven Störung gemischt (ICD-10 F41.2)
Differenzialdiagnose: autonome Funktionsstörung Herz/Kreislauf (ICD-10 F45.30)
koronare Zweigefässerkrankung
COPD
, bei chronischem
Ni
kotinabusus
GOLD Stadium I
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter chronische Beschwerden an Thorax, Schulter, Arm und Hand der dominanten linken Seite ohne
fassbare
radikuläre
Symptomatik und
eine Diskushernie
Hals
wirbelkörper
(
HWK
)
5/6 links mit möglicher Affektion der Nervenwurzel C6 links (MRI 2
7.
September
2004) ohne klinisch klar fassbares Korrelat (S.
19
Ziff.
5.2).
Die Gutachter führten zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der ange
stammten Tätigkeit und in anderen Tätigkeiten aus,
er
verfüge über keine abgeschlossene Berufsausbildung und habe nach seiner Einreise in die Schweiz stets im Gartenbau gearbeitet, was als körperlich schwere Tätigkeit angesehen werden könne.
Aus somatischer Sicht imponiere eine Diskrepanz zwischen dem Ausmass der
subjektiv geklagten Beschwerden und den objektivierbaren Befunden. Aus inter
nistisch/kardiologischer Sicht könn
t
e
n
die vom Exploranden beklagte Erschöp
fung und Müdigkeit ebens
o wenig erklärt werden, wie die
bereits zum Teil in Ruhe, manchmal beim Gehen in der Ebene nach 100 m
,
auftretende Atem
not.
Aus orthopädischer Sicht könnten für die vom Exploranden beklagten Beschwer
d
en keine objektivierbaren Befunde erhoben werden. Aus somatischer Sicht bestehe einzig für körperlich schwere und anhaltend mittelschwere Tätig
keiten aufgrund der leichten COPD GOLD Stadium I sowie der koronaren 2-Ge
fäss
er
krankung eine Arbeitsunfähigkeit. Für die Diskrepanz zwischen dem Aus
mass der
subjektiv geklagten Beschwerden und den objektivierbaren Befunden sei gemäss
aktueller psychiatrischer Beurteilung eine ängstliche und depressive
A
n
pass
ung
s
störung
verantwortlich.
D
iese befinde sich nach nun mehr
als
zweijäh
riger Dauer
im Übergang zu einer Angst und depressiven Störung gemischt. Es liege aber keine schwerwiegende psychiatrische Störung vor. Aus psychiatri
scher Sicht
könne für sämtliche Tätigkeiten eine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit von 10
%
festgestellt werden
.
In der interdisziplinären Konsensbesprechung seien sie zum Schluss gekommen, dass
beim Exploranden für sämtliche körperlich leichten bis intermittierend
mittelschweren Tätigkeiten eine 90%ige Arbeits- und Leis
tungsfähigkeit be
steh
e, während
körperlich anhaltend schwere und mittelschwere Tätigkei
ten
dem Exploranden nicht zugemutet
werden sollten. Das Pensum könne vollschichtig umgesetzt werden mit einem leicht reduzierten Rendement (S. 20
Ziff.
6.2).
Zum Beginn und Verlauf der Arbeitsunfähigkeit führten die Gutachter aus, auf
grund der anamnestischen Angaben, ihrer Untersuchungsbefunde, der vorlie
genden Dokumente
sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten sei davon auszugehen, dass die aktuellen Angaben zur Arbeitsfähigkeit seit dem Erleiden des Myokardinfarktes im Mai 2012 unverändert gälten (S.
20
Ziff.
6.3). Der Explorand habe angegeben, dass er sich aufgrund seiner Beschwerden keine berufliche Tätigkeit vorstellen könne. Aus gutachterlicher Sicht könne es ihm je
doch zugemutet werden, in jeder körperlich leichten bis intermittierend mittel
schweren Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 90
%
in die Realität umzusetzen (S. 20
Ziff. 6.4
).
Der psychiatrische G
utachter führte
zum psychiatrischen Befund
aus
, der Explo
rand erweise sich bei klarem Bewusstsein, zeitlich, örtlich und autopsychisch voll orientiert. Sein Gedankengang entfalte sich formal geordnet und inhaltlich unauffällig. Hinweise für ein psychotisches Geschehen könnten nicht beobach
tet werden, insbesondere liessen sich weder Wahnideen noch Halluzinationen oder eine Ich-Störung erkennen. Die kognitiven Funktionen wie Wahrnehmung, Auffassung und Gedächtnis zeigten sich in der grobklinischen Prüfung nicht beeinträchtigt. Die Konzentration und Aufmerksamkeit könne der Explorand während der gesamten Untersuchungsdauer ohne nachzulassen beibehalten. Psychomotorisch präsentiere er sich weder agitiert noch gehemmt. Im Affekt zeige er sich ausgeglichen und gefasst. Der Explorand zeige sich nur leicht de
primiert, etwas ratlos und unsicher. Hinweise für eine erhebliche Verstimmung mit vitaler Traurigkeit, zirkadianem Rhythmus, Antriebsstörung oder akuten Suizidideen fehlten. Der Explorand sei in der Lage, einen lebhaften affektiven Rapport aufzunehmen und könne alle Fragen konzentriert beantworten. Mimik und Gestik seien adäquat und er verhalte sich freundlich und kooperativ (S. 10
Ziff.
4.1.2).
Der psychiatrische G
utachter führte aus
, die Diagnose der Anpassungsstörung sei bereits im Austrittsbericht der
A._
vom 2
8.
Mai 2013 gestellt worden. Auch der Hausarzt
Dr.
B._
habe in seinem Bericht vom
8.
August 2013 ein
ängstlich depressives Zustandsbild beschrieben (ICD-10 F43.22). Differenzial
diagnostisch werde durch die
A._
, aber auch im Bericht von
Dr.
C._
vom
2
2.
Mai
2013, eine
somatoforme
autonome Funktionsstörung des Herz-Kreis
lauf-
Systems e
rwogen. Der psychiatrische G
utachter führte aus, in der heutigen Unter
suchung habe der Explorand keine
diesbezüglichen vegetativen oder sons
tigen psychischen Beschwerden geltend gemacht, so dass diese Differenzi
aldiag
nose eher nicht in Betracht gezogen werde, jedoch auch nicht ganz aus
ge
schlossen werden könne (S. 11 oben).
Es liege seines Erachtens keine schwer
wiegende psychische Störung vor, jedoch
habe
der Explorand offenbar auch aufgrund seiner einfachen Persönlichkeitsstruktur und seiner Bil
dung gewisse
Schwierigkeiten, mit der neuen Situation umzugehen. Gemäss Mitteilung des Exploranden seien bisher auch keine adaptierten Eingliederungsversuche durch
geführt worden. Er wirke jedoch sowohl beruflich als auch sozial zunehmend desintegriert
,
und um eine spätere gravierendere Arbeitsunfähigkeit zu vermei
den, sollte ein Integrationsanlauf unternommen werden (S. 11
Ziff.
4.1.5).
Dr.
C._
habe in seiner E-Mail vom 1
1.
März 2014 geschrieben, dass sich der Zustand des Patienten noch eher etwas verschlechtert habe. Zusätzlich zur
Depression würden vermehrt Albträume, diffuse Schmerzen, Antriebslosigkeit un
d Desinteresse eine Arbeitsunfähigkeit von 80
%
verursachen.
Aufgrund der eigenen Untersuchungen seien sie - die Gutachter des
Z._
- jedoch der Meinung, dass keine schwere psychische Störung vorliege, sondern eher eine Anpassungsstörung und eine gewisse Ratlosigkeit, verbunden mit ei
ner regressiven Haltung. Der Regressionsprozess mit Passivität und Ratlosigkeit sollte jedoch von einer eigentlichen depressiven Störung unterschieden werden. Sie seien daher der Meinung, dass gemäss objektiven Befunden die Arbeits
fähigkeit aus psychischen Gründen nur in geringem Masse beeinträchtigt sei (S.
12 oben). Aus
psychiatrischer Sicht sollte ins
besondere der
arbeitsrehabilita
tive
und soziale Integrationsprozess in Gang gesetzt werden. Eventuell könnte der Beginn in Form einer tagesklinischen Einbindung erfolgen (S. 12
Ziff.
4.1.9).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging
gestützt auf das
Z._
-
Gutachten vom
Oktober 2014 (vorstehend E. 3.4)
davon aus, dass der Beschwerdeführer in seiner ange
stammten Tätigkeit im Gartenbau seit dem
im
Mai 2012 erlittenen Herzinf
arkt erheblich eingeschränkt sei
, dagegen in einer behinderungsangepassten leichten bis intermittierend mittelschweren Tätigkeit
eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit
be
stehe
. In psychiatrischer Hinsicht
verneinte sie abweichend vom
Z._
-Gutachten das Bestehen eines
die
Arbeitsfähigkeit einschränkenden eigenständigen
psyc
hi
atrischen
Leiden
s
(vgl. vorstehend E. 2.1).
4.2
Das
Z._
-Gutachten vom Oktober 2014
berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen umfassend auseinander. Es
wurde sodann in Kenntnis der wesentlichen
Vorakten
abgegeben, leuchtet in der
Darlegung der medizinischen Situation ein, und die Schlussfolgerung ist in nach
vollziehbarer Weise begründet. Es erfüllt daher
grundsätzlich
die Anforde
rungen an eine beweiskräftige
Expertise (
vgl.
vorstehend E. 1.6).
Zu beachten ist jedoch, dass e
ine psychisch bedingte Invalidität im Sinne des Gesetzes nur dann vor
liegt
, wenn ein psychisches Leiden mit
Krankheits
wert
fachärztlich ausgewiesen ist und es der betroffenen Person trotz Aufbie
tung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, we
gen ihrer Beschwerden nicht zuzumuten ist, einer Erwerbstätigkeit nachzuge
hen, wobei das
Mass
des
Forderbaren
weitgehend objektiv bestimmt wird (BGE 130 V 352 f. E. 2.2.1, 131 V 49).
Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbs
unfähigkeit, als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit
sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (vgl. vorste
hend
E. 1.2).
Weiter ist zu beachten, dass es
gemäss
Rechtsprechung in sämtlichen Fällen gesundheitlicher Beeinträchtigungen keineswegs allein Sache der mit dem kon
kreten Einzelfall gutachtlich befassten Arztpersonen ist, selber
abschliessend
und für die rechtsanwendende Stelle verbindlich zu entscheiden, ob das medizi
nisch festgestellte Leiden zu einer andauernden oder vorübergehenden Arbeits
unfähigkeit in bestimmter Höhe und Ausprägung führt.
Vielmehr hat die rechtsanwendende Instanz die ärztliche Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit auf ihre beweisrechtlich erforderliche Schlüssigkeit hin zu überprüfen (
vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2-3.3).
4.3
Nachfolgend z
u prüfen
bleibt
, ob die vom psychiatrischen Gutachter des
Z._
diagnostiziert
e
ängstlich-depressive Anpassungsstörung
nach Herzinfarkt
(
ICD-10
F43.22)
im Übergang zu einer Angst- und depressiven Störung gemischt
(
ICD-1
0
F41.
2)
eine aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht relevante Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit nach sich zieht.
Definitionsgemäss stellt eine
Anpassungs
störung
(ICD-10 F
43.2)
ein lediglich
vorübergehendes Leiden
dar
beziehungsweise bildet keine hinreichend aus
geprägte Psychopathologie. Vielmehr liegt sie im Grenzbereich dessen, was überhaupt noch als krankheitswertig im Sinne des Gesetzes und potenziell in
validisierendes Leiden gelten kann (vgl. Urtei
l 9C_636/2007 vom 28. Juli 2008
E. 3.2.2).
Anpassungsstörungen nach ICD-10 F43.2 sind zeitlich eng limitiert und begin
nen im Allgemeinen innerhalb eines Monats nach einem belastenden Ereignis oder einer entscheidenden Lebensveränderung, und die Symptome halten meist nicht länger als sechs Monate an, ausser bei der längeren depressiven Reaktion nach ICD-10 F43.21, die aber in der Regel auch nicht länger als 2 Jahre
dauert (vgl.
Dilling
,
Mombour
, Schmidt, Internationale Klassifikatio
n psychischer Störungen, 1
0.
Auflage, S. 209-211
).
Eine solche längere depressive Reaktion ist vorliegend nicht diagnostiziert.
Dauern die Symptome an, sollte die Diagnose geändert werden. So gesehen sprach
der
psychiatrische G
utachter des
Z._
richtigerweise
unter Hinweis da
rauf, dass schon in der
A._
im Mai 2013 (vgl. vorstehend E.
3.1)
eine Anpassungsstörung (ICD-10 F43.22) diagnostiziert worden war, von einer Anpassungsstörung
im Übergang zu einer Angst- und depressiven Störung ge
mischt
(ICD-10
F41.2
)
. Eine solche Störung wird nur dann diagnostiziert, wenn gleichzeitig Angst und Depression vorliegen, jedoch nur in geringfügigem Aus
mass, und ohne Vorherrschen des einen oder anderen. Vegetative Symptome wie Herzklopfen oder Magenbeschwerden sollen zumindest vorübergehend auf
treten. Es gibt viele Menschen, die an solch verhältnismässig milden Sympto
men leid
en, und die nie in medizinische oder psychiatrische
Behandlung gelan
gen (vgl.
Dilling
,
Mombour
, Schmidt, Internationale Klassifikation psyc
h
ischer Störungen, 1
0.
Auflage,
S. 199-200). Eine solche Diagnose befindet sich gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung im Grenzbereich dessen, was überhaupt noch als krankheitswertig im Sinne des Gesetzes und potentiell invalidisieren
den Leidens gelten könne (vgl. Urteil
des Bundesgerichts 8C_55/2014
vom 2
7.
Februar 2014, E. 4.3
)
.
Dem Beschwerdeführer ist dahingehend beizupflichten,
dass die
bundesge
richt
liche
Formulierung es nicht zulässt,
jedwelche
Erheblichkeit einer Angst- und
depressiven Störung gemischt
(ICD-10 F41.2)
ohne weiteres, also ohne Be
rück
sichtigung des
konkreten Falles, zu verneinen.
Die
von den Gutachtern des
Z._
attestierte 10
%
ige Arbeitsunfähigkeit
ist zwar nicht hoch
,
erscheint aber
doch angesichts des
dargelegten psychiatrischen Befundes, wo
als einschränkend einzig
ausgeführt wurde,
der Exp
l
orand zeige sich nur leicht deprimiert, etwas ratlos und unsiche
r,
als eher grosszügig.
Weiter
wurde festgehalten, dass der Beschwerdeführer
seit dem Herzinfarkt
erheb
liche Anpassungsprobleme aufweise. Er habe offenbar aufgrund seiner ein
fachen Persönlichkeitsstruktur und seiner Bildung gewisse Schwierigkeiten, mit der neuen Situation umzugehen. Eine geringe Schulbildung ist aber ein psycho
sozialer
und damit aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht unbe
achtlicher
Aspekt
(vgl. vorstehend E. 1.3)
.
Zudem hielt der
psychiatrische Gutachter des
Z._
im Rahmen seiner Stellung
nahme zu den Ausführungen von
Dr.
C._
(vgl. vorstehend E.
3.3)
ausdrücklich fest, es liege keine schwere psychische Störung vor, sondern eher eine gewisse Ratlosigkeit, verbunden mit
einer
regres
siven
Haltung, die von einer eigentli
chen depressiven Störung zu unterscheiden sei.
Die attestierte 10%ige Arbeits
unfähigkeit erweist sich demnach in Anbetracht der objektiven Befunde und der Diagnose als nicht nachvollziehbar.
4.4
Zusammenfassend
erscheint die von den
Z._
-Gutachtern aufgrund des psychi
schen Leidens attestierte 10%ige Arbeitsunfähigkeit
nicht nachvollziehbar, und es ist der Beschwerdegegnerin folgend davon auszugehen, dass der Beschwer
deführer seit seinem im Mai 2012 erlittenen Herzinfarkt in der an
gestammten
Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig ist,
dass
hingegen in einer angepassten leichten bis intermittierend mitte
lschweren Tätigkeit keine Einschränkungen der Arbeits
fä
higkeit bestehen
.
5.
5.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensent
wick
lung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
5.2
Für die Vornahme des Einkommensvergleiches ist grundsätzlich auf die Gege
ben
heiten im Zeitpunkt des (hypothetischen) Rentenb
eginns, mithin auf das Jahr
2013
, abzustellen (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Das
im
Einspracheverfahren
von d
er Beschwerdegegnerin gestützt auf den Aus
zug aus dem
individuel
len Konto (IK-Auszug;
Urk.
6/13) aus dem Durchschnitt der Jahre 2007 bis 2011 und unter Berücksichtigung der
Nominallohnent
wick
lung
für das Jahr 2013 er
rechnete
Valideneinkommen
von rund
Fr.
90‘018.
--
(
Urk.
6/62)
blieb unbestritten und er
weist sich als rechtens, weshalb darauf abgestellt werden kann.
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
ment
lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bun
desamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E.
4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die stand
ardi
sierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berück
sich
tigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf der Grundlage der LSE kann – ausnahmsweise – der Lohn eines einzelnen Sektors („Produktion" oder „Dienst
leistungen") oder gar einer bestimmten Branche herangezogen werden, wenn es als sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Ver
wertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen, namentlich bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit im betreffenden Be
reich tätig gewesen waren und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt (SVR 2008 IV Nr. 20 S. 63, 9C_237/2007 E. 5.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_667/2013 vom 29. April 2014 E. 5.3).
5.4
Das im Jahr
2012
von Männern im Durchschnitt aller einfachen und repetitiven Tätigkeiten erzielte Einkommen betrug pro Monat
Fr. 5‘210
.-- (
LSE
2012
, S.
35,
Tabelle TA1, Niveau 1). Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen wö
chent
lichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden (Normalarbeitszeit; www.bfs.admin.ch,
Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detail
lierte Daten,
bet
riebs
übliche
Wochenarbeitszeit) und
der
Nominallohnentwick
lung
von 0.7 % im Jahr 2013 (vgl. Schweizerischer Lohnindex nach Branche; Index und Veränderungen auf der Basis 2010 = 100 %, www.bfs.admin.ch, To
tal) ergibt sich ein hypo
thetisches Invalideneinkommen von rund Fr. 65‘633.-- im Jahr 2013 (Fr. 5‘210.--
x 12 : 40 x 41.7 x 1.007
).
5.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen
. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbei
ten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszu
gehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
Der vorliegend von der Beschwerdegegnerin gewährte Abzug vom Tabellenlohn von 10
%
blieb unbestritten und erscheint den konkreten Umständen des Be
schwerdeführers angemessen.
5.6
Unter Berücksichtigung eines Abzuges von 10
%
ergibt sich ein
Invaliden
einkom
men
von rund
Fr.
59‘070.--
(
Fr. 65‘633.-- x 0.9).
Bei einem
Validen
einkommen
von rund
Fr.
90‘018.-
-
resultiert eine E
inkommenseinbusse von
Fr.
30‘948
.--, was einem Invaliditätsgrad von
rund 34
%
entspricht, bei welchem Ergebnis dem Beschwerdeführer kein Anspruch auf eine Invalidenrente zusteht.
Damit erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Be
schwerdef
ührer aufzuerlegen.