Decision ID: 34115f6a-80f4-579e-8c6b-550b39bf6050
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
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St.Galler Gerichte
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Fiechter, Poststrasse 6, Postfach 239,
9443 Widnau,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Ergänzungsleistung zur IV
Sachverhalt:
A.
A.a Am 20. August 2007 meldete sich A._ zum Bezug von Ergänzungsleistungen
(EL) an. Aufgrund des ausstehenden Entscheids über die Höhe der beantragten Rente
der Invalidenversicherung (IV-Rente) wurde das EL-Gesuch zunächst sistiert (EL-act.
57). Mit Verfügung vom 21. Oktober 2009 sprach die IV-Stelle der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) dem Versicherten rückwirkend
ab 1. November 2003 eine halbe IV-Rente bzw. mit Wirkung ab 1. Februar 2004 eine
Viertelsrente zu (EL-act. 42-2 ff.). Am 14. Mai 2010 verfügte die EL-Durchführungsstelle
der SVA über den EL-Anspruch des Versicherten vom 1. November 2003 bis 31. Mai
2010 bzw. ab 1. Juni 2010. Ab 1. Mai 2006 bis 31. Mai 2010 sprach sie ihm monatliche
EL zwischen Fr. 619.-- und Fr. 997.-- bzw. mit Wirkung ab 1. Juni 2010 von Fr. 649.--
zu. Für den Zeitraum vom 1. November 2003 bis 30. April 2006 verneinte sie einen EL-
Anspruch – mit Ausnahme vom 1. Mai 2004 bis 30. Juni 2004 – aufgrund eines
Einnahmenüberschusses (EL-act. 4-1 ff.). Die EL-Berechnung erfolgte unter
Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens für den Versicherten (EL-act.
5-20).
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A.b Mit Verfügung vom 3. Juni 2010 ersetzte die EL-Durchführungsstelle die
Verfügung vom 14. Mai 2010 betreffend den Zeitraum ab 1. Juni 2010 und sprach dem
Versicherten EL in der Höhe von Fr. 1'053.-- zu (EL-act. 7).
A.c Gegen die Verfügungen vom 14. Mai 2010 liess der Versicherte, vertreten durch
Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Fiechter, am 18. Juni 2010 Einsprache erheben und die
Aufhebung der Verfügungen sowie die rückwirkende Neuberechnung der EL per 1. Mai
2004 ohne Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens beantragen. Zudem
sei dem Versicherten für das Einspracheverfahren die unentgeltliche Prozessführung in
Form der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu gewähren; alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge (EL-act. 3-1 ff.).
A.d Mit Einspracheentscheid vom 3. August 2010 wies der Rechtsdienst der SVA die
Einsprache in Vertretung der EL-Durchführungsstelle ab. Das hypothetische
Erwerbseinkommen sei dem Versicherten erst ab 1. Mai 2006 angerechnet worden. Der
Antrag um rückwirkende Neuberechnung per 1. Mai 2004 müsse dementsprechend als
gegenstandslos betrachtet werden. Der Versicherte sei für körperlich leichte,
wechselbelastende Tätigkeiten zu 30% in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Er sei
folglich in der Lage, eine Vielzahl von Tätigkeiten auszuüben. Sodann habe er nicht
nachweisen können, dass seine Restarbeitsfähigkeit nicht verwertbar sei. Gemäss
Praxis der EL-Durchführungsstelle würden dazu mindestens acht ordentliche
Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen oder mindestens fünfzehn
Blindbewerbungen monatlich verlangt. Die von Juni 2006 bis Februar 2009
protokollierten Arbeitsbemühungen seien ungenügend. Daher müsse dem Versicherten
das hypothetische Erwerbseinkommen auch nach dem 60. Altersjahr angerechnet
werden. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege in Form der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung wurde antragsgemäss bewilligt (act. G 1.1.1).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde vom 15.
September 2010. Der Beschwerdeführer beantragte die Aufhebung des
Einspracheentscheids sowie die unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das
Beschwerdeverfahren. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin sei ihm
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bereits ab 1. Mai 2004 ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet worden.
Dieses variiere in willkürlicher Weise zwischen Fr. 2'256.-- und Fr. 27'246.--.
Abgesehen davon habe sich der Beschwerdeführer ausreichend um Arbeit bemüht,
sodass ihm überhaupt kein hypothetisches Erwerbseinkommen anzurechnen sei. Vom
1. Mai 2004 bis 30. April 2006 habe er Arbeitslosentaggelder bezogen. Nach dieser
Zeit, vom 1. Juni 2006 bis Ende Februar 2009, habe er sich im selben Umfang wie
während der Betreuung durch das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV)
beworben (rund einmal pro Woche). Es sei willkürlich, wenn die Beschwerdegegnerin
nun mindestens acht schriftliche Bewerbungen oder mindestens fünfzehn
Blindbewerbungen per Telefon, persönliches Vorsprechen, E-Mail oder Kurzbrief
verlange. Es könne nicht davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer
diese Praxis kenne, nachdem er beim RAV eine andere Praxis kennengelernt habe.
Zudem sei ihm vom zuständigen Mitarbeiter des RAV mitgeteilt worden, dass
Arbeitsbemühungen im bisherigen Umfang genügen würden. Der gute Glaube des
Beschwerdeführers in die erteilte Auskunft sei zu schützen. Es dürften an die
Arbeitsbemühungen daher keine höheren Anforderungen gestellt werden. Dies habe
ebenfalls für Bewerbungen bei der gleichen Firma zu gelten. Das RAV akzeptiere nach
drei Monaten eine erneute Bewerbung bei der gleichen Firma. Es könne dem
Beschwerdeführer daher nicht vorgeworfen werden, dass er sich im Mai 2008 bei der
gleichen Firma wie im September 2007 beworben habe. Unhaltbar sei zudem die
Unterstellung, er hätte den Firmenstempel der B._ kopiert. Sodann könne vom
Beschwerdeführer aufgrund seiner mangelnden Deutschkenntnisse nicht verlangt
werden, dass er vollständige schriftliche Bewerbungen einreiche. Unter diesen
Umständen müsse es genügen, dass er sich telefonisch oder durch persönliches
Vorsprechen beworben habe. Des Weiteren seien auch invaliditätsfremde Gründe zu
berücksichtigen. Relevante Kriterien bei der Beurteilung der Möglichkeit und
Zumutbarkeit der Arbeitsaufnahme seien insbesondere das Alter, der
Gesundheitszustand, die Sprachkenntnisse, die Ausbildung, die bisherige Tätigkeit
sowie persönliche Umstände und die konkrete Arbeitsmarktlage, die es dem
Leistungsansprecher verunmöglichen würden, seine verbliebene Erwerbsfähigkeit
auszunutzen. Diesbezüglich habe das Bundesgericht im Entscheid 9C_539/2009 vom
9. Februar 2010 festgehalten, dass bei einer Häufung der oben genannten Faktoren die
Aussichten, eine Arbeitsstelle zu finden, sehr gering seien. Es handle sich beim
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Beschwerdeführer um eine Person in fortgeschrittenem Alter mit ausländischer
Staatsangehörigkeit, mangelnden Deutschkenntnissen, fehlender Ausbildung bzw.
beruflicher Qualifikation sowie gesundheitlichen Problemen. Zudem sei er lange nicht
berufstätig gewesen. Bei dieser Häufung von ungünstigen Faktoren sei es dem
Beschwerdeführer unmöglich und unzumutbar, seine Restarbeitsfähigkeit zu verwerten.
Trotzdem habe er sich aktiv um eine Stelle bemüht. Sodann könne ein hypothetisches
Erwerbseinkommen nach Art. 14a Abs. 2 lit. a ELV nur bis zum 60. Lebensjahr des EL-
Bezügers angerechnet werden. Der Beschwerdeführer sei von einem Mitarbeiter des
Psychiatrischen Dienstes Thurgau (Münsterlingen) auf diese gesetzliche Bestimmung
hingewiesen worden. Dementsprechend habe er die Arbeitsbemühungen nach seinem
60. Geburtstag am 6. Februar 2009 eingestellt. Dem Beschwerdeführer dürfe daher
spätestens ab Februar 2009 kein hypothetisches Erwerbseinkommen mehr
angerechnet werden (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 8. Oktober 2010 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Im
Zeitraum vom 1. Mai 2004 bis 31. Mai 2006 sei dem Beschwerdeführer kein
hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet worden. Bei den in den EL-
Berechnungen angerechneten variierenden Einkommen handle es sich um die ALV-
Taggelder des Beschwerdeführers sowie den variablen Lohn seiner Ehefrau. Was die
Anzahl Arbeitsbemühungen betreffe, so habe das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen im Urteil EL 2009/46 vom 10. August 2010 festgehalten, dass entsprechend
der Praxis in der Arbeitslosenversicherung regelmässig zehn bis zwölf Bewerbungen
pro Monat verlangt werden könnten. Die Praxis der Arbeitslosenversicherung decke
sich in etwa mit derjenigen der EL-Durchführungsstelle. Eine identische Praxis zur
Arbeitslosenversicherung könne jedoch nicht verlangt werden, zumal nicht jeder RAV-
Berater die gleiche Anzahl an Bewerbungen verlangen würde. Zudem habe eine
Rücksprache mit dem RAV St. Gallen ergeben, dass die Praxis der EL-
Durchführungsstelle gangbar sei. Der Beschwerdeführer könne sich betreffend die
geforderte Anzahl an Bewerbungen nicht auf den Vertrauensschutz berufen. Die
geltend gemachte Auskunft sei vom RAV und somit von einer unzuständigen
Amtsstelle erteilt worden. Die Arbeitsbemühungen seien sowohl anzahlmässig als auch
in ihrer Form durchwegs ungenügend. Der Beschwerdeführer habe keine schriftlichen
Bewerbungen eingereicht und die Ernsthaftigkeit von Arbeitsbemühungen durch
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persönliches Vorsprechen und telefonische Anfragen könne nicht überprüft werden.
Des Weiteren würden die geltend gemachten invaliditätsfremden Gründe die
Verwertung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit nicht verunmöglichen (act. G 8).
B.c Mit Replik vom 8. November 2010 liess der Beschwerdeführer ergänzend
ausführen, dass es ihm als Rechtsunkundigem unmöglich gewesen sei, selbständig in
Erfahrung zu bringen, ob und in welchem Ausmass die EL-Durchführungsstelle andere
Anforderungen an die Arbeitsbemühungen stelle als das RAV. Er habe sich daher auf
die Auskunft seines RAV-Beraters verlassen können. Seit die Beschwerdegegnerin die
Anforderungen an die Arbeitsbemühungen im Einspracheentscheid dargelegt habe,
bewerbe er sich acht Mal monatlich auf ausgeschriebene Stellen. Der
Beschwerdeführer setze offensichtlich alles daran, die Anweisungen der EL-
Durchführungsstelle zu erfüllen. Die mangelnden Deutschkenntnisse seien darauf
zurückzuführen, dass sich praktisch alle ehemaligen Arbeitskollegen einer
ausländischen Sprache bedient hätten, sodass er nicht gezwungen gewesen sei, seine
Deutschkenntnisse zu verbessern. Aufgrund der guten Wirtschaftslage zu Beginn der
90er Jahre seien mangelnde Deutschkenntnisse auch kein so grosses Problem
gewesen wie heute. Die Verbesserung der Deutschkenntnisse sei dem
Beschwerdeführer aufgrund seines Alters heute jedoch nicht mehr möglich. Hinzu
komme, dass es sich bei vielen offenen Stellen um Tätigkeiten handle, die für den
Beschwerdeführer aufgrund seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht in Frage
kämen (act. G 11).
B.d Mit Duplik vom 12. November 2010 führte die Beschwerdegegnerin aus, dass
beim Beschwerdeführer ein ernsthafter Wille, eine Stelle zu finden, nicht ersichtlich sei.
An dem Antrag und den Ausführungen in der Beschwerdeantwort werde vollumfänglich
festgehalten (act. G 13).

Erwägungen:
1.
1.1 Die jährliche EL entspricht dem Betrag, um den die anerkannten Ausgaben die
anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
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Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [ELG;
SR 831.30]). Die anerkannten Ausgaben und die anrechenbaren Einnahmen, worin in
bestimmtem Umfang auch das Vermögen einbezogen ist, werden nach den in Art. 10
und 11 ELG sowie Art. 11 bis 18 der Verordnung über Ergänzungsleistungen zur
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV; SR 831.301) festgelegten
Bestimmungen ermittelt. Als Einnahmen anzurechnen sind nach Art. 11 Abs. 1 ELG
unter anderem Einkünfte, auf die verzichtet worden ist (lit. g). Eine Verzichtshandlung
liegt vor, wenn die versicherte Person ohne rechtliche Verpflichtung auf Vermögen
verzichtet hat, wenn sie einen Rechtsanspruch auf bestimmte Einkünfte und
Vermögenswerte hat, davon aber faktisch nicht Gebrauch macht bzw. ihre Rechte nicht
durchsetzt oder wenn sie aus von ihr zu verantwortenden Gründen von der Ausübung
einer möglichen und zumutbaren Erwerbstätigkeit absieht (EVGE P 18/02 vom 9. Juli
2002; BGE 121 V 205 Erw. 4a; AHI 2001 S. 133 Erw. 1b).
1.2 Art. 14a Abs. 2 lit. a ELV bestimmt, dass bei Teilinvaliden das Einkommen aus
einer zumutbaren Erwerbstätigkeit als Erwerbseinkommen anzurechnen ist, wobei als
anrechenbares Mindesteinkommen für noch nicht sechzigjährige Versicherte bei einem
Invaliditätsgrad von 40 bis unter 50% der um einen Drittel erhöhte Höchstbetrag für
den Lebensbedarf von Alleinstehenden nach Art. 10 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 ELG gilt. Nach
der Rechtsprechung kann grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass es dem
teilinvaliden Versicherten vermutungsweise möglich und zumutbar ist, im Rahmen
seines von den Organen der Invalidenversicherung festgestellten verbliebenen
Leistungsvermögens die in Art. 14a ELV festgelegten Grenzbeträge zu erreichen. Dies
hat eine Umkehr der Beweislast zur Folge, indem bei unbewiesen gebliebener
Unmöglichkeit, dieses Arbeitsvermögen zu verwerten, das dem Invaliditätsgrad des
Versicherten entsprechende Erwerbseinkommen angerechnet wird (ZAK 1989 S. 568 E.
3c). Die gesetzliche Vermutung kann durch den Beweis des Gegenteils umgestossen
werden, indem der Ansprecher auch Umstände geltend machen kann, die bei der
Bemessung der Invalidität ohne Bedeutung waren, ihm jedoch verunmöglichen, seine
theoretische Restarbeitsfähigkeit wirtschaftlich zu nutzen (BGE 117 V 153 E. 2c mit
Hinweisen). Ernsthafte, aber erfolglose Bewerbungen sind nicht nur Indizien, welche die
Vermutung für die Verwertbarkeit der Erwerbsfähigkeit widerlegen, sondern sie sind
auch Ausdruck der (insbesondere in Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG zum Ausdruck
kommenden) Pflicht, soweit als möglich aus eigener Kraft den Existenzbedarf zu
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bestreiten. Die nicht widerlegte Vermutung für die Verwertbarkeit der Erwerbsfähigkeit
bewirkt also eine Vermutung für die Verletzung der Pflicht zur selbstverantwortlichen
Finanzierung des Existenzbedarfs und damit für den gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG
relevanten Verzicht auf die Erzielung eines Erwerbseinkommens (vgl. die Entscheide
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen EL 2008/35 vom 31. März 2009,
Erw. 2.3, EL 2007/14 vom 14. Juni 2007, Erw. 3 f., EL 2007/21 vom 8. November 2007,
Erw. 2).
2.
2.1 Streitig ist die Frage, ob die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu
Recht ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet hat.
2.2 Die Rüge des Beschwerdeführers, das hypothetische Erwerbseinkommen sei ihm
bereits ab 1. Mai 2004 angerechnet worden, erweist sich als unbegründet. In der Zeit
vom 1. Mai 2004 bis 30. April 2006 sind dem Beschwerdeführer die Renten der IV und
der beruflichen Vorsorge sowie die Taggelder der Arbeitslosenversicherung und das
effektive Erwerbseinkommen der Ehefrau angerechnet worden. Für den Zeitraum vom
1. November 2003 bis 31. August 2004 erfolgte die EL-Berechnung zudem unter
Anrechnung des Erwerbseinkommens des zu Hause wohnenden Sohnes (EL-act. 5-5
ff., 25-1, 64-2). Es ist dagegen nicht ersichtlich, dass die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer den um einen Drittel erhöhten Betrag für den allgemeinen
Lebensbedarf gemäss Art. 14a Abs. 2 ELV als Erwerbseinkommen angerechnet hätte.
2.3 Somit ist die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens für den
Beschwerdeführer nach Art. 14a Abs. 2 lit. a ELV ab 1. Mai 2006 zu prüfen. Die
Beschwerdegegnerin führt aus, die geltend gemachten invaliditätsfremden Gründe
würden die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit nicht verunmöglichen. Sodann
seien die Arbeitsbemühungen des Beschwerdeführers quantitativ und qualitativ
ungenügend, um die gesetzliche Vermutung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit
nach Art. 14a Abs. 2 lit. a ELV zu widerlegen. Nachfolgend ist zunächst zu prüfen, ob
die Beschwerdegegnerin das Verfahren zur Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens nach Art. 14a Abs. 2 lit. a ELV korrekt eingeleitet hat. Dabei stellt
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sich insbesondere die Frage, ob der Beschwerdeführer wissen konnte oder musste,
was genau von ihm hinsichtlich der Arbeitsbemühungen erwartet wurde.
2.4 Im Rahmen von Art. 14a ELV hat die EL-Durchführungsstelle nicht von sich aus
nach Umständen zu forschen, welche der Erzielung des hypothetischen Einkommens
entgegenstehen. Geht aus den Akten nicht hervor, dass der Ansprecher ausserstande
ist, die fraglichen Einkommen zu erzielen, darf die Verwaltung bei der Berechnung der
EL von den in den erwähnten Verordnungsbestimmungen festgehaltenen
Mindesteinkünften ausgehen, ohne dass sie von Amtes wegen Abklärungen in dieser
Richtung treffen müsste. Dies entbindet die Verwaltung andererseits nicht von der
Pflicht, dem Versicherten auch in diesem Punkt das rechtliche Gehör zu gewähren. Die
Tragweite des Anspruchs auf rechtliches Gehör richtet sich nach der konkreten
Situation und Interessenlage im Einzelfall. Einerseits dient das rechtliche Gehör der
Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht
dar (BGE 116 V 184 Erw. 1a, 116 Ia 99 Erw. 3b, 113 Ia 288 Erw. 2b mit Hinweisen).
Beabsichtigt die EL-Durchführungsstelle, von den deklarierten oder von den der
bisherigen EL-Berechnung zugrundeliegenden Erwerbseinkommen abzuweichen und
durch die (höheren) hypothetischen Einkommenszahlen von Art. 14a ELV zu ersetzen,
hat sie den Leistungsansprecher vor Erlass der Verfügung darauf hinzuweisen und ihn
aufzufordern, hiegegen substantiierte Einwendungen zu machen und soweit als
möglich zu belegen, für den Fall, dass er die in Aussicht gestellte Vermutungsfolge von
Art. 14a ELV nicht gelten lassen will (BGE 117 V 157 f.).
2.5 Der Beschwerdeführer bezog vom 1. Mai 2004 bis und mit April 2006 Taggelder
der Arbeitslosenversicherung (EL-act. 47-5 ff.). Nach Ablauf der Rahmenfrist bewarb er
sich von Juni 2006 bis und mit August 2007 rund vier Mal pro Monat (EL-act. 59-6 ff.).
Am 20. August 2007 meldete er sich zum Bezug von EL zu seiner IV-Rente an. In der
Zeit nach der EL-Anmeldung bis zum Erreichen des 60. Altersjahrs bewarb er sich rund
acht Mal pro Monat (EL-act. 5-69 ff.). Danach stellte er seine Arbeitsbemühungen
einstweilen ein. Die Bewerbungen erfolgten in der Regel telefonisch oder durch
persönliches Vorsprechen. Nach Erhalt des Einspracheentscheids nahm er die
Arbeitsbemühungen erneut auf und stellte auf rund acht schriftliche Bewerbungen pro
Monat um (act. G 11.1.1).
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2.5.1 Dass die Beschwerdegegnerin die bis zur EL-Anmeldung getätigten
Arbeitsbemühungen als ungenügend betrachten würde, war für den Beschwerdeführer
nicht erkennbar, zumal das RAV die während der Rahmenfrist getätigten Bemühungen
offensichtlich als genügend beurteilte (vgl. auch Ziff. 2 der Weisung GL-018 Kontrolle
der Arbeitsbemühungen des Amts für Arbeit des Kantons St. Gallen, gültig ab 1. Januar
2010, nach welcher von handicapierten Stellensuchenden vier monatliche
Arbeitsbemühungen verlangt werden). Auch das Sozialamt, das ab Juni 2006
Unterstützungsleitungen erbrachte, stellte offenbar keine weitergehenden
Anforderungen. Unter diesen Umständen durfte der Beschwerdeführer zumindest bis
zur EL-Anmeldung im August 2007 darauf vertrauen, dass Arbeitsbemühungen im
bisherigen Umfang ausreichten, um auch die EL-spezifische Schadenminderungspflicht
zu erfüllen. Die Anrechnung des hypothetischen Erwerbseinkommens im Zeitraum 1.
Mai 2006 bis zur EL-Anmeldung im August 2007 erweist sich somit als nicht zulässig.
Wie es sich diesbezüglich für die Zeit danach verhält, ist nachfolgend zu prüfen.
2.5.2 Auf dem EL-Anmeldeformular vermerkte die Beschwerdegenerin, dass in
der EL-Berechnung ab 1. Mai 2006 ein hypothetisches Erwerbseinkommen nach Art.
14a ELV anzurechnen sei (EL-act. 64-3). Den Akten ist jedoch nicht zu entnehmen,
dass dem Beschwerdeführer die Anrechnung des hypothetischen Erwerbseinkommens
angekündigt worden wäre. Einzig seiner Ehefrau wurde das rechtliche Gehör im
Zusammenhang mit der Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens für sie
gewährt (EL-act. 56-1 f.). Vor Erlass der angefochtenen Verfügung hatte der
Beschwerdeführer somit keine Gelegenheit, Einwände gegen die Anrechnung des
hypothetischen Erwerbseinkommens geltend zu machen. Erst nach Erlass der
angefochtenen Verfügung bzw. im Einspracheverfahren konnte sich der
Beschwerdeführer diesbezüglich äussern. Die Beschwerdegegnerin hat damit das
rechtliche Gehör verletzt. Korrekterweise hätte sie den Beschwerdeführer bereits bei
Sistierung des EL-Verfahrens auf die Anrechnung des hypothetischen
Erwerbseinkommens nach Art. 14a Abs. 2 ELV sowie die Möglichkeit, hiegegen
Einwendungen anzubringen, hinweisen müssen. Damit wäre er über seine
Beweisführungsobliegenheit und die Konsequenzen der Anwendbarkeit der nicht
widerlegten Vermutung des Art. 14a Abs. 2 ELV aufgeklärt gewesen. Insbesondere
wäre dem Beschwerdeführer dabei im Rahmen der Beratungspflicht über seine Rechte
und Pflichten nach Art. 27 Abs. 2 ATSG betreffend Arbeitsbemühungen (als
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Beweismittel zur Widerlegung der Vermutung von Art. 14a Abs. 2 ELV) darzulegen
gewesen, was von ihm erwartet werde, so etwa die Anzahl und Form der
Bewerbungen. Vorliegend erlangte der Beschwerdeführer erst mit Erlass des
Einspracheentscheids davon Kenntnis, dass die Beschwerdegegnerin seine
Arbeitsbemühungen als ungenügend erachtet, bzw. dass von ihm monatlich acht
schriftliche oder mindestens fünfzehn Arbeitsbemühungen in anderer Form verlangt
werden. Hinzu kommt, dass der Beschwerdegegnerin das Bewerbungsverhalten des
Beschwerdeführers bereits seit November 2007 bekannt war. Damals reichte er der EL-
Durchführungsstelle zusammen mit anderen Unterlagen seine Arbeitsbemühungen für
die Monate Juni 2006 bis und mit Oktober 2007 ein (EL-act 59-6 ff.). Die
Beschwerdegegnerin konnte somit erkennen, dass die getätigten Bewerbungen ihren
Anforderungen nicht genügten. Unter diesen Umständen wäre es Sache der
Beschwerdegegnerin gewesen, ihres Erachtens mangelhafte Arbeitsbemühungen
gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG abzumahnen. Bei dieser Aktenlage ist davon auszugehen,
dass der Beschwerdeführer keinerlei Veranlassung hatte anzunehmen, dass die nach
der EL-Anmeldung bzw. ab September 2007 rund acht monatlichen
Arbeitsbemühungen nach Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht ausreichen
sollten um die Schadenminderungspflicht zu erfüllen bzw. die Vermutung von Art. 14a
Abs. 2 ELV umzustossen. Dasselbe gilt für die von der Beschwerdegegnerin verlangte
Weiterführung der Arbeitsbemühungen über das sechzigste Altersjahr hinaus. Der
Beschwerdeführer konnte – nicht zuletzt auch aufgrund des Wortlauts von Art. 14a
Abs. 2 ELV – nicht wissen, dass die Beschwerdegegnerin die Verordnungsbestimmung
in diesem Sinn auslegen würde. Zudem nahm der Beschwerdeführer seine
Arbeitsbemühungen nach Erhalt des Einspracheentscheids wieder auf (act. G 11.1.1
ff.). Die Frage, ob die Mindesteinkünfte nach Art. 14a Abs. 2 ELV tatsächlich auch über
das sechzigste Altersjahr hinaus anzurechnen sind, kann daher offen gelassen werden.
Die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens erweist sich vorliegend somit auch
für die Zeit nach der EL-Anmeldung als unzulässig. Bei diesem Verfahrensausgang
erübrigt es sich, auf die übrigen Vorbringen der Parteien einzugehen.
2.6 Am Rand ist zu erwähnen, dass zwischen den Anforderungen an die
Arbeitsbemühungen der EL-Durchführungsstelle und dem RAV offensichtlich eine
erhebliche Diskrepanz besteht. Das Amt für Arbeit des Kantons St. Gallen hat in seiner
seit 1. Januar 2010 gültigen Weisung GL-018 festgehalten, dass in der Regel fünf bis
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acht Bewerbungen pro Monat verlangt werden. Für handicapierte Stellensuchende
hingegen sollen nicht mehr als vier Arbeitsbemühungen verlangt werden (vgl. Ziff. 2 der
Weisung GL-018 Kontrolle der Arbeitsbemühungen). Ob es sachgerecht ist, dass die
EL-Durchführungsstelle an die Arbeitsbemühungen der Versicherten (insbesondere bei
Teilinvaliden) höhere Anforderungen als das RAV stellt, ist durchaus fraglich. Bei der
Beurteilung der Arbeitsbemühungen im Zusammenhang mit hypothetischen
Erwerbseinkommen sollte die EL-Durchführungsstelle – wie dies auch in der Praxis zur
Arbeitslosenversicherung der Fall ist – jedenfalls die konkreten Umstände im Einzelfall
berücksichtigen (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2007 i/S. G. C.
[16/07] Erw. 2 mit Hinweis). Eine allzu starre Regelung erscheint nicht in jedem Fall
zielführend und lässt sich nicht begründen. Je nach der konkreten Situation der
stellensuchenden Versicherten kann es gerechtfertigt sein, unterschiedliche
Anforderungen an die Arbeitsbemühungen zu verlangen. Dies hat insbesondere auch
für die Form der Bewerbungen zu gelten. Die Qualität und Ernsthaftigkeit von
Bewerbungen können nicht alleine an ihrer Form beurteilt werden. Dementsprechend
ist der Beschwerdegegnerin nicht beizupflichten, wenn sie Blindbewerbungen als per
se ungenügend beurteilt. Blindbewerbungen können durchaus sinnvoll sein. Sie dienen
der Abklärung, ob eine Stelle frei ist, und können gegebenenfalls zu
Vorstellungsgesprächen führen. Zudem ist die Konkurrenz bei einer ausgeschriebenen
Stelle viel grösser als bei einer potentiellen Stelle, die noch nicht ausgeschrieben ist,
aber demnächst vakant wird. Gerade im Bereich der Hilfsarbeiten werden
Arbeitseinsätze oftmals nicht ausgeschrieben, sodass Blindbewerbungen üblich sind.
Selbst beim Einstieg ins Berufsleben im Bereich von qualifizierten Arbeitsstellen liegt
die Erfolgsquote von Blindbewerbungen um 6.62% höher als bei Bewerbungen auf
ausgeschriebene Stelleninserate ("Von der Hochschule ins Berufsleben. Erste
Ergebnisse der Absolventenbefragung 2006", hrsg. vom Bundesamt für Statistik, Bern
2005, S. 13). Blindbewerbungen können zur Erfüllung der EL-spezifischen
Schadenminderungspflicht grundsätzlich geeignet sein (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen EL 2009/46 vom 10. August 2010
Erw. 2.6). Jedenfalls soll den Versicherten im Rahmen des rechtlichen Gehörs bzw. der
Abmahnung der Schadenminderungspflicht klar dargelegt werden, welches Verhalten
im konkreten Fall von ihnen erwartet wird. Damit kann insbesondere auch sichergestellt
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werden, dass Versicherte, die zuvor Taggelder der ALV bezogen haben, über allfällige
unterschiedliche Anforderungen an die Arbeitsbemühungen aufgeklärt sind.
2.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens für den Beschwerdeführer zu unterbleiben hat. Entgegen der
Auffassung des Beschwerdeführers wurde das hypothetische Erwerbseinkommen
jedoch erst ab 1. Mai 2006 in der EL-Berechnung berücksichtigt.
3.
3.1 Sodann handelt es sich um die erstmalige EL-Zusprache, sodass grundsätzlich
alle Positionen der EL-Berechnung zu überprüfen sind. Aufgrund der Aktenlage drängt
es sich auf, die übrigen angerechneten Einnahmen sowie die anrechneten
Mietauslagen genauer zu betrachten. Gemäss Beiblatt zur Verfügung vom 14. Mai 2010
wurde die IV-Jahresrente vom Nettobetrag der ALV-Taggelder abgezogen (Fr.
42'921.-- abzüglich IV-Jahresrente von Fr. 5'850.-- im Jahr 2004 bzw. Fr. 5'508.-- im
Jahr 2005 und Fr. 5'508.-- im Jahr 2006; EL act. 5-20, 25-1). Dem Beschwerdeführer
wurden somit während der Zeit des ALV-Taggeldbezugs unter der
Berechnungsposition "Taggelder aus Kranken-, Unfall, IV- oder
Arbeitslosenversicherung" Beträge in zwischen Fr. 37'071.-- und Fr. 37'413.--
angerechnet (EL-act. 5-9 ff., 25-1). Dabei scheint die Beschwerdegegnerin jedoch
übersehen zu haben, dass der Beschwerdeführer im Zeitraum vom 1. Mai 2004 bis 31.
August 2004 lediglich ALV-Taggelder auf Basis einer 50%-igen Vermittlungsfähigkeit
ausbezahlt erhielt (EL-act. 47-5 ff.). Die in diesem Zeitraum angerechneten ALV-
Taggelder von Fr. 37'071.-- erweisen sich somit von vornherein als zu hoch, wurde
dieser Betrag doch anhand des ALV-Anspruchs bei voller Vermittlungsfähigkeit
errechnet. Sodann blieb unberücksichtigt, dass die BV-Rente im Betrag von Fr.
11'849.40 mit der ALV verrechnet wurde (EL-act. 39-1). Des Weiteren fällt auf, dass der
Zwischenverdienst der Ehefrau des Beschwerdeführers den Anspruch auf ALV-
Taggelder nicht durchwegs überstieg, sodass in gewissen Monaten zusätzlich ein
Anspruch auf ALV-Taggelder bestand (EL-act 34-2, 34-4, 35-45 ff.). Letztlich hat die
Beschwerdegegnerin es unterlassen, von sämtlichen berücksichtigten
Erwerbseinkommen (auch vom Erwerbseinkommen des zeitweise in der EL-
Berechnung miteinbezogenen Sohnes) die Gewinnungskosten in Abzug zu bringen (EL-
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act. 5-5 ff.). Die Einnahmen des Beschwerdeführers werden daher neu zu berechnen
sein, wobei nachfolgende Berechnungsweise zu berücksichtigen ist.
3.2 Die Einnahmensituation des Beschwerdeführers ist seit EL-Anspruchsbeginn
praktisch jeden Monat schwankend. Für die korrekte EL-Berechnung sind für jeden
Monat einzeln sämtliche Einnahmen, auf die der Beschwerdeführer und seine Ehefrau
Anspruch hatten, anzurechnen. Dabei ist zu fingieren, dass die nunmehr rückwirkend
ausbezahlten Renten der IV und BV tatsächlich bereits seit EL-Anspruchsbeginn
ausbezahlt wurden. Folglich hätten weder das Sozialamt noch die ALV Vorleistungen
erbracht. Dementsprechend sind die Verrechnungen der IV- und BV-Renten mit den
Vorleistungen der ALV bzw. die Zahlungen von ALV-Taggeldern und der BV-Rente an
das Sozialamt unter Vorbehalt nachstehender Erw. 3.2.3 grundsätzlich unbeachtlich.
3.2.1 Als Einnahmen des Beschwerdeführers sind somit die jeweiligen
monatlichen IV- und BV-Renten anzurechnen. Sodann ist das in der Anfangsphase
effektiv erzielte Erwerbseinkommen des Beschwerdeführers zu berücksichtigen, wobei
die (noch zu ermittelnden) Gewinnungskosten in Abzug zu bringen sind (Art. 11 Abs. 1
lit. a ELG i.V.m. Art. 11a ELV). Hätte der Beschwerdeführer die Renten bereits seit
Anspruchsbeginn ausbezahlt erhalten, wären die ALV-Taggelder nicht auf Grundlage
einer vollen Vermittlungsfähigkeit, sondern aufgrund der verbleibenden
Erwerbsfähigkeit gemäss der Invaliditätsbemessung ausbezahlt worden (Art. 40b AVIV).
Die Beschwerdegegnerin wird somit zu ermitteln haben, wie hoch der ALV-Anspruch
des Beschwerdeführers bei einer Resterwerbsfähigkeit von 53% gewesen wäre (vgl.
EL-act. 42-2). Alsdann sind die (fiktiven) ALV-Taggelder unter Vorbehalt eines allfälligen
Teilerlasses (vgl. nachstehende Erw. 3.2.3) in diesem Umfang anzurechnen.
3.2.2 Als Einnahmen der Ehefrau ist der jeweilige (schwankende)
Zwischenverdienst abzüglich der (ebenfalls noch zu ermittelnden) Gewinnungskosten
anzurechnen. Da der Zwischenverdienst den Anspruch auf ALV-Taggelder nicht
durchwegs überstieg, hätte die Ehefrau in gewissen Monaten zusätzlich ALV-Taggelder
ausbezahlt erhalten (EL-act 34-2, 34-4, 35-45 ff), welche ebenfalls als Einnahmen i.S.v.
Art. 11 Abs. 1 lit. d ELG unter der Position "Taggelder aus Kranken-, Unfall, IV- oder
Arbeitslosenversicherung" zusätzlich zum Zwischenverdienst voll anzurechnen sind.
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Unbeachtlich ist, dass die Leistungen der ALV tatsächlich mit den Vorleistungen des
Sozialamts verrechnet wurden.
3.2.3 Betreffend die Rückforderung von zuviel ausbezahlten Leistungen der ALV
wird abzuklären sei, ob der Gesamtbetrag der zuviel ausbezahlten ALV-Taggelder mit
den Rentenbetreffnissen verrechnet wurde. Sollte sich herausstellen, dass dem
Beschwerdeführer von der ALV ein Teilerlass gewährt wurde, wäre dieser im Sinn einer
Überentschädigung nach den Grundsätzen der Schuldentilgung des
Obligationenrechts in die EL-Berechnung aufzunehmen. Analog wäre bei einem
Teilerlass der Vorleistungen des Sozialamtes vorzugehen. Zur Verhinderung einer
Überentschädigung ist bei einem Verzicht auf die Rückforderung von
Soziallhilfeleistungen eine Anrechnung von in der Vergangenheit erbrachten
Sozialhilfeleistungen als Einnahmen entgegen dem Wortlaut von Art. 11 Abs. 3 lit. b
ELG ausnahmsweise möglich (Ralph Jöhl, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in SBVR
XIV, Soziale Sicherheit, Basel 2007, S. 1854 f., Rz. 304, Fn. 1058).
3.3 Der in der EL-Berechnung berücksichtigte Mietzins von jährlich Fr. 12'222.--
beruht auf der monatlichen Miete von Fr. 1'018.50 gemäss Mietvertrag vom 2. Juli
2003 (EL-act. 65-8). Es wird zu überprüfen sein, ob sich der Mietzins in all den Jahren
nicht verändert hat.
4.
4.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist der angefochtene
Einspracheentscheid vom 3. August 2010 aufzuheben und die Beschwerde teilweise
gutzuheissen. Die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die
EL des Beschwerdeführers rückwirkend per 1. Mai 2006 ohne Berücksichtigung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens nach Art. 14a Abs. 2 lit. a ELV berechne. Sodann
wird sie die Berechnung der weiteren Einnahmen gemäss den vorstehenden
Erwägungen korrigieren bzw. weitere Abklärungen treffen müssen. Ausgabenseitig
werden die Mietauslagen zu überprüfen sein. Alsdann wird die EL des
Beschwerdeführers neu zu verfügen sein.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
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4.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer Anspruch auf
Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung
der Streitsache und dem Aufwand angemessen erscheint eine Parteientschädigung
von Fr. 3'000.- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer). Das Gesuch um
unentgeltliche Prozessführung wird bei diesem Verfahrensausgang obsolet.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP