Decision ID: 5a702667-455e-472e-9fd0-930d80caa276
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, gebor
en 1959, arbeitete zuletzt vom
1.
September 2008 bis 3
1.
Januar 2012 als
Reinigungsmitarbeiter
bei der
Y._
AG
, wobei
der letz
te effektive Arbeitstag
im
Juni 2011 war (
Urk.
6/17,
Urk.
6/32).
Unter Hin
weis auf einen Tumor im rechten Ohr meldete er sich am 1
2.
Juli 2011 bei der Invalidenversicherung zur Früherfassung (
Urk.
6/2) sowie am 1
7.
August 2011 unter Hinw
eis auf ein
Cholesteatom
in beiden
Ohr
en
sowie einen hohen Blut
druck zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/9). Die Sozialversicherungsanstalt des
Kan
tons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation (
Urk.
6/14,
Urk.
6/17-19,
Urk.
6/21,
Urk.
6/23-24
) ab und erteilte dem Versi
cher
ten am 1
3.
Dezember 2011 Kostengutsprache für orthopädische
Serien
schuhe
(
Urk.
6/29).
Mit Vorbescheid vom 1
8.
Januar 2012 (
Urk.
6/38) stellte die IV-Stelle dem Ver
si
cherten die Abweisung des Rentenanspruchs in Aussicht, wogegen der Versi
cherte Einwände erhob (
Urk.
6/40,
Urk.
6/43). Die IV-Stelle tätigte darauf
hin weitere Abklärungen der medizinischen Situation (
Urk.
6/49)
,
zog die Akten der
zuständigen Taggeldversiche
rung (
Urk.
6/48,
Urk.
6/50) bei und erteilte dem Ver
sicherten
a
m 1
4.
Juni 2012 Kostengutsprache für ein
e
einseitige
Hörgeräte
ver
sorgung
(
Urk.
6/51).
Am 1
3.
August 2012 teilte sie dem Versicherten mit, dass eine Arbeitsvermittlung zurzeit nicht möglich sei (
Urk.
6/53). Daraufhin veran
lasste die IV-Stelle ein polydisziplinäres Gutachten, welches am
7.
Mai 2013 erstattet wurde (
Urk.
6/74).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/103,
Urk. 6/106
) verneinte die
IV-Stelle mit Verfügung vom 2
8.
August 2014 (
Urk.
6/110 =
Urk.
2) einen Rentenanspruch des Versicherten.
2.
Der Versicherte erhob am 2
7.
September 2014 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
8.
August 2014 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. Eventuell sei die Sache zur wei
teren Sachverhaltsabklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
8.
Oktober 2014 (
Urk.
5)
die Abweisung der Beschwerde. Am 1
2.
Dezember 2014 reichte der Beschwer
de
führer die Replik ein (
Urk.
8). Mit Schreiben vom
6.
Januar 2015 (
Urk.
11) ver
zichtete die Beschwerdegegnerin auf die Duplik, was dem Beschwerdeführer am 2
6.
Januar 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Sie kann Folge von
Ge
burts
gebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächti
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den aus
geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlie
gens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zu
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf e
ine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die
Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a,
122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiter seit Juni 2011 nicht mehr zumut
bar sei.
In einer
angepasste
n
Tätigkeit ohne Lärmbelastung, ohne Anforderun
gen
an das Hörverstehen und ohne Arbeiten an gefährlichen Maschinen sei
er
hin
gegen zu 100
%
arbeitsfähig
. Gestützt darauf ermittelte sie einen nicht
ren
ten
begründenden
Invaliditätsgrad (S. 2).
2.2
Demgegenüber vertrat der Beschwerdeführer den Standpunkt (
Urk.
1),
auf
das Gutachten
könne –
aus näher genannten Gründen (S.
3
ff.) – nicht abgestellt
werden. Insbesondere könne man bei
d
er Ausschlussdiagnose
eines Morbus
Meniére
nicht
bei
einer Diagnose
"
ohne eindeutige Hinweise auf das Vorliegen eines Morbus
Menière
"
auf das Nichtvorhandensein dieser Krankheit schliessen
(S. 5
Ziff.
13)
. Zudem sei die zumutbare Restarbeitsfähigkeit unklar und es sei
eine umfassende Abklä
rung der Anfallshäufigkeit für die Beurteilung der Ar
beits
fähigkeit zwingend
vorzunehmen
. Unklar sei, wie viele Schwindelattacken sich im Rahmen des sta
tionären Aufenthaltes ereignet hätten
(S.
6
Ziff.
15)
. Die Einschränkungen seien erheblich. Eine klare Diagnose für die geschilderten Be
schwerden habe bis heute niemand stellen können beziehungsweise diese
würden
im Rahmen eines Mor
bus
Me
nière
erklärbar werden. Die geschilderten Be
schwer
den seien nirgends bestritten worden, weshalb nicht ersichtlich sei, wie die Gut
achter zu der vorge
nommenen Unterscheidung mit jeweils unterschiedlicher Arbeits
unfähigkeit
ge
kommen seien
. Die drei üblichen Hauptsymptome dieser
Krankheit (
Schwin
delattacken
, Schallleitungsschwerhörigkeit und Tinnitus) lägen
vor.
Die Sach
lage sei nicht genügend abgeklärt, weshalb die Sache zur weiteren
Sachver
haltsabklärung
an die
Vorinstanz zurückzuweisen sei
(S. 7 f.
Ziff.
18-20)
.
In der Replik (
Urk.
8) führte der Beschwerdeführer ergänzend aus, dass verschie
dene Ärzte eine beinahe durchgehende 100%ige Arbeit
sunfähigkeit attestiert hätten
(S. 3
Ziff.
4)
.
Die übrigen Beschwerden seien zu wenig in die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit miteinbezogen worden (S. 4
Ziff.
8-9).
Das Gutachten habe
aufgrund der nicht beziehungsweise zu wenig dokumentierten Schwindelanfäl
len
automatisch ein
en Morbus
Me
nière
ausgeschlossen
(S. 6
Ziff.
16-17)
.
Im Gut
achten sei zudem ausdrücklich festgehalten, dass eine Arbeitsfähigkeit nicht angenommen werden könne, wenn
derartig
e
häufige Attacken
vorlägen
wie
beschrie
ben
. Mit lediglich
zwei untersuchten Anfällen sei die
Beschwerdegeg
ne
rin
ihrer Untersuchungspflicht nicht nachgekommen, weshalb eine erneut
e Unter
suchung unumgänglich sei
(S. 7
Ziff.
18-19)
.
Sein Gesundheitszustand sei insta
bil und habe sich auch verschlechtert (S. 8
Ziff.
21).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung hat.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie,
A._
, führte in dem am
7.
September 2011 bei der
Beschwerde
gegnerin
eingegangenen Bericht (
Urk.
6/18/5-8)
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
einen möglichen Morbus
M
enière
rechts auf. Als Diag
nose
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähi
gkeit gab er eine
Otitis
media
chro
nica
simplex
recht
s
, Differentialdiagnose (DD) prospektives
Cholesteatom
an (S.
1
Ziff.
1.1). Die Prognose, insbesondere bezü
glich der Schwindelbeschwerden, sei
als sehr gut anzusehen. Die Therapien seien bei
weitem noch nicht ausge
schöpft,
wobei
b
isher eine medikamentöse Behandlung
erfolge
(S.
2
Ziff.
1.4-5).
Eine
Arbeitsunfähigkeit
sei nicht
gegeben (S.
2
Ziff.
1.6).
Der Beschwerdeführer, wel
cher von Beruf Zimmermann sei, könne durch die Schwindelsymptomatik doch
relevant beeinträchtigt sein.
Es bleibe abzuwarten, inwiefern sich diese
Beschwer
den auf die aktu
elle Tätigkeit auswirken würden
.
Eine
Tätigkeit
o
ber
halb von einem Meter
sei nicht möglich
(S. 2
Ziff.
1.7).
3.2
Mit weiterem Bericht vom 1
0.
Januar 2012 zuhanden der zuständigen Taggeld
versicherung (
Urk.
6/48/5) führte
Dr.
Z._
die nachfolgenden gekürzt an
geführten Diagnosen auf:
wahrscheinlicher Morbus
Menière
rechts, DD beginnend links mit/bei:
Resthörigkeit rechts
Tieftonsenke links
Otitis
media
chronica
simplex
rechts
keine
n
Hinweise
n
eines
Cholesteatoms
Status nach
Dexamethason
-Injektion Mittelohr rechts
Migräne mit Lärm- und Lichtempfindlichkeit
Einschlafstörungen, DD im Rahmen einer Depression
Während eines
Menière
-Anfalles sei keine Tätigkeit
zumutbar
. Es dürfe vorläu
fig
von einer eher schlechten Prognose mit protrahiertem Verlauf ausgegangen wer
den
.
3.3
Dr.
Z._
bestätigte mit Bericht vom 1
9.
September 2012 (
Urk.
6/58/1) die bisher gestellten Diagnosen, wobei insbesondere zusätzlich der Verdacht auf
ei
nen
beginnenden Morbus
Menière
links bei leicht- bi
s mittelgradiger
sensori
neu
raler
Schwerhörigkeit bestehe. Aufgrund des vom Beschwerdeführer be
schriebe
nen Beschwerdebildes und der erhobenen Befunde bestehe eine nach wie vor deutlich eingeschränkte Arbeitsfähigkeit.
3.4
Die Ärzte der
B._
erstatteten ihr polydisziplinäres Gutachten zuhanden der Beschwerdegegnerin in den
Fachdis
ziplinen
Allgemeine Innere M
edizin, Psychiatrie, Neurologie
sowie
Oto
-
Rhino
-Laryngologie am
7.
Mai 2013 (
Urk.
6/74). Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führten sie Folgendes auf (S. 18
Ziff.
6.1):
h
ochgradige, an Ertaubung grenzende Schwerhörigkeit rechts mit rezidi
vierenden Schwindelattacken bei Verdacht auf Morbus
Menière
, DD
ves
tibuläre
Migräne mit zusätzlicher funktioneller Komponente
Verdacht auf zusätzliche funktionelle Überlagerung, kurzstationäre Abklärung empfohlen
c
hronische Otitis
media
simplex
rechts
l
eicht
-
bis mittelgradige Schwerhörigkeit links
Weiter führten sie die nachfolgenden Diagnosen ohne Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit auf (S. 18
Ziff.
6.2):
n
icht näher klassifizierbare Kopfschmerzen
Verdacht auf Morbus
Menière
beidseits
d
iskrete distal symmetrische sensible Polyneuropathie
Verdacht auf eine asthmatische Problematik, DD beginnende
chronische obstruktive Lungenerkrankung (
COPD
)
Status nach Zeckenbiss mit anamnestisch Erythema
migrans
und
Anti
biotikatherapie
Juni 2009
Status nach inguinaler
Hernienoperation
rechts 1999
a
rterielle Hypertonie seit mehreren Jahren, medikamentös behandelt
Diabetes mellitus seit zwei Monaten erstdiagnostiziert, orale Antidiabe
tika
F
ür
das Vorliegen eines
Morbus
Menière
sei es
un
typisch, dass mehrere
tägliche
Attacken über Jahre hinweg auftreten würden.
Erforderlich wäre, dass in einer
derartigen Attacke
ein Spontannystagmus vorhanden und unter
der
Frenzel
brill
e
sichtbar sei. Dies sei bisher
nicht beschrieben worden
.
Der Beschwerde
führer müsse sich daher
bei
einem akuten Anfall vorstellen, wobei
dann
Nystagmen
vor
handen sein müssten.
Es liege zusätzlich eine erhebliche funkti
onelle Kompo
nente vor, welche für eine nicht-organische Gleichgewichtsstö
rung spreche.
Die Aussage des Beschwerdeführers,
dass er etwa dreimal täglich während den Atta
cken mehrfach erbrechen müsse, jedoch in den letzten zwei Jahren insgesamt
15 kg aufgrund der mangelnden körperlichen Bewegung zu
genommen habe und
nie Speisereste erbreche,
sei
schlecht nachvollziehbar. Eine mit letzter Sicherheit abschliessende Beurteilung sei nicht möglich
(S. 19 f.)
.
Zudem bestehe
der Verdacht auf eine asthmatische Problematik, DD beginnende
COPD. Der Beschwerdeführer schildere eine belastungsinduzierte Atemnot, wo
bei
die genauen Umstände der Belastung nicht näher eingegrenzt werden könnten. Aufgrund der geringen subjektiven Beschwerden und der wenig aus
geprägten klinischen Befunde
sei
diesbezüglich
keine Einschränkung der Leis
tungsfähig
keit zu
erwarten. Dieser Befund sei im Gesamtkontext irrelevant (S. 20 unten). In der psychiatrischen Teiluntersuchung habe kein
e
psychiatrische Problematik
erhoben werden können (S. 21 oben).
Eine definitive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei aktuell nicht möglich. Es be
stünden letztlich zwei Möglichkeiten
, wobei eine entsprechende Arbeitsfähig
keit seit Juni 2011 anzunehmen sei
(S. 21 ff.
Ziff.
7.2
-4
):
Der Beschwerdeführer leide tatsächlich an
einem Morbus
Me
nière
mit einer derart hohen Anfallsfrequenz (zwei- bis dreimal täglich à je 1-1.5 Stunden). In diesem Fall
läge
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für je
gliche
Tätigkeit vor. D
afür spreche, dass ein Morbus
Me
nière
die plau
sibelste Erklärung für die geschilderte Beschwerde-Trias (Schwindel, Schwerhörigkeit, Tinnitus) sei, eine
vestibuläre
Migräne eher nicht vor
liege und andere Ursachen (
Cholesteatom
) hätten ausgeschlossen werden können. Dagegen spreche, dass während allen Untersuchungsterminen keine Schwindelattacken zu beobachten gewesen seien und gemäss Ak
tenlage nur zu zwei Zeitpunkten effektiv dokumentiert und objektiviert gewesen seien.
Es liege eine (zusätzliche) erhebliche funktionelle Überlagerung vor, wel
che eine Restarbeitsfähigkeit in angepasstem Profil durchaus ermögli
chen würde. Falls die noch zu erfolgenden Untersuchungen die
Anfalls
häufigkeit
nicht objektivieren könn
t
en, sei grundsätzlich von einer weit
gehend vollen
Arbeitsfähigkeit auszugehen. Es spreche zwar vieles da
für, dass eine relevante Beeinträchtigung des Gleichgewichtsorgans und des Gehörs vorl
iege
und die Arbeitsfähigkeit
dadurch qualitativ ein
schränkt sei
. Es wären somit entsprechende funktionelle Anpassungen des Belastungsprofils und gegebenenfalls einer leichten
Leistungsein
schränkung
aufgrund der subjektiven Schwindelbeschwerden vorzuse
hen. Für sämtliche Tätigkeiten, bei denen der Beschwerdeführer potenzi
ell sturzgefährdet sei, sei er auf jeden Fall nicht arbeitsfähig. Das Steigen auf Leitern sei nicht möglich. Aufgrund der einseitigen Ertaubung seien auch sämtliche Arbeiten, bei denen der Beschwerdeführer auf ein
Rich
tungshören
angewiesen sei, nicht möglich. Tätigkeiten mit
hoher Lärm
belastung und solche
mit hohen Anforderungen an das Gehör
seien un
geeignet
. Alle diese Befunde würden eine angepasste Arbeitstätigkeit je
doch grundsätzlich nicht einschränken. Während effektiven
Schwin
delattacken
sei der Beschwerdeführer nicht arbeitsfähig. Daraus resul
tiere eine aktuell aufgrund der nicht gesicherten Anfallsfrequenz nicht sicher zu quantifizierende Leistungsminderung. Die genaue Häufigkeit der Attacken sei nicht objektiviert und nicht dokumentiert
worden
. Die Angaben des Beschwerdeführers seien zumindest kritisch zu hinterfra
gen.
3.5
Prof.
Dr.
med.
C._
,
Fachärztin für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie,
Uni
versitätsspital
D._
, Hals-Nasen-Ohren-Klinik, informierte mit Schreiben vom 2
0.
Januar 2014 (
Urk.
6/94) über den stationären Aufenthalt des Be
schwerde
führers vom 2
6.
b
is 2
8.
November 2013 und
diagnostizierte rezidivie
rende
Schwin
delattacken
,
DD
vestibuläre
Migräne mit zusätzlicher funktione
ller Kompo
nente ohne eindeutige
Hinweise für das Vorliegen eines Morbus
Meni
ère
.
Der Eintritt sei erfolgt, um den
Beschwerdeführer während akuten
Schwin
del
attacken
untersuchen zu können.
Der Beschwerdeführer habe während zwei Schwindelattacken untersucht werden können. Dabei habe kein
Nystagmus fest
gestellt werden können. Ebenfalls sei kein wirkliches Er
brechen, wohl aber ein Brechreiz
beobachtet worden. Es lägen momentan keine Hinweise f
ür das Vor
liegen eines Morbus
Me
nière
vor. Der Beschwerdeführer leide subjektiv al
ler
dings unverändert unter rezidivierenden Schwindelattacken und nehme viele Medi
kamente zu sich, so dass differentialdiagnostisch gegebenenfalls auch an eine medikamentöse Ursache der Beschwerden gedacht werden müsse. Auch aus den beigezogenen Akten des
A._
sei deutlich geworden, dass während einer Schwindelattacke kein Nystagmus
habe
verifiziert werden können und auch der nach der Erstellung des Gutachtens durchgeführte Video Kopf-Impuls-Test
sei un
auffällig gewesen
, was ebenfalls gegen das Vorliegen eines Morbus
Menière
spreche.
Ferner
zeige die im Jahr 2013 durchgeführte
Magnetresonanztomogra
phie
keine Hinweise für einen Hydrops. Zusammenfassend spreche die Ätiologie der rezidivierenden Schwindelattacken nicht für das Vorliegen eines Morbus
Menière
(S. 1 f.).
3.6
Mit weiterem Schreiben vom 1
2.
Februar 2014 (
Urk.
6/99/1-2) führte Prof.
C._
aus, dass es sich um die zweite im Gutachten der
B._
darge
stellte Variante
(b)
handle. Es sei daher grundsätzlich von einer weitgehend vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen, da die Anfallshäufigkeit nicht
habe
o
bjekti
viert werden können
(S. 1).
3.7
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD),
stellte
mit Stellungnahme vom 2
1.
Februar 2014 auf
die Beurteilung
durch
Prof.
C._
ab
.
Dr.
E._
schloss daraus,
dass dem
Beschwerdeführer die bisherigen Tätigkeiten seit dem
6.
Juni 2011 nicht
mehr zumutbar seien. In einer angepassten
,
sitzenden Tätigkeit ohne Lärm
be
lastung und ohne Anforderungen an das Hörverstehen
sowie
ohne Ar
beiten an gefährlichen Maschinen sei der Beschwerdeführer zu 100
%
arbeitsfä
hig, wo
bei
ihm
dies
e Arbeitsfähigkeit
auch retrospektiv zumutbar gewesen sei (
Urk.
6/101 S. 9).
3.8
Mit Eintrag vom 2
7.
Februar 2014 auf dem Verlaufsblatt
(
Urk.
9/2
)
hielt
Dr.
med.
F._
,
Facharzt für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie,
A._
, die nachfolgenden gek
ürzt angeführten Diagnosen fest (S. 2)
:
rezidivierende Schwindelattacken
,
DD
vestibuläre
Migräne, Morbus
Menière
beidseits
Migräne mit Lärm- und Lichtempfindlichkeit
Einschlaf- sowie Durchschlafstörungen
,
DD im Rahmen einer Depression
Es bleibe ein unklarer Schwindel. Es sei auf die Entscheidung des Gutachtens zu warten (S.
2
).
3.9
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, und
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie,
A._
, diag
nostizierten mit Eintrag vom 2
2.
September 2014 auf dem Verlaufsblatt
(
Urk.
9/2
)
einen chronischen Husten
DD
cough
-variant Asthma, chronische
Rhi
nos
inusitis
ohne Polypen (
CRSsP
) sowie einen Verdacht auf Morbus
Menière
beidseits. Es werde die Weiterführung der Inhalation für acht Wochen empfoh
le
n (S.
1
).
4.
4.1
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass
das Gutachten der
B._
(vorstehend E.
3.4) und die gestützt darauf notwendigen Abklärungen durch Prof.
C._
(vorstehend E. 3.5-6) die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden in angemessener Weise berücksichtigen, in Kenntnis der und in Auseinandersetzung
mit den
Vorakten
erstattet wurden und der konkreten me
dizinischen Situation Rechnung tragen. Die Beurteilung leuchtet in der Darle
gung der medizinischen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schluss
folgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden aus
führlich be
gründet. Die Beurteilung ist nach dem Gesagten für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend. Das Gutachten der
B._
erfüllt damit die
praxis
gemässen
Kriterien (vorstehend E.
1.4) vollumfänglich, so dass für die Ent
scheid
findung und insbesondere
die Einschätzung der Arbeits- u
nd Leis
tungsfähigkeit darauf abgestellt werden kann.
4.2
Im Vordergrund stehen vorliegend klar die Beschwerden
aus der Fachdisziplin
Oto
-
Rhino
-Laryngologie, welche durch die Gutachter der
B._
als einzige Be
schwerden mit Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit eingeordnet wurde
n
(
Urk.
6/74 S.
18
Ziff.
6.1)
.
Daran ändern die Vorbringen des Beschwerdeführers
nichts.
Die
beklagten
Schlafstörungen
wurden in der psychiatrischen Untersu
chung als nichtorganische Insomnie (ICD-10 F51.0) und als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eingestuft (
Urk.
6/74 S. 12
Ziff.
5.1). Die Tatsache, dass diese Diagnose bei der Zusammenfassung aller Diagnosen
versehentlich
nicht aufgeführt wurde (
Urk.
6/74 S.
18
Ziff.
6), lässt entgegen der Ansicht des Be
schwerdeführers
(
Urk.
1 S. 3
Ziff.
5)
keine Zweifel an der Gesamtwürdigung
al
ler Beschwerden aufkommen
, wurde die Insomnie
i
n der Gesamtbeurteilung
doc
h
ausdrücklich erwähnt und festgehalten, dass diese wesentlich durch den
Tinni
tus bedingt sein dürfte (
Urk.
6/74 S. 21 oben)
. Sodann
hielten die Gutach
ter
der
B._
bereits
ein
en
Verdacht auf eine asthmatische Problematik, D
D be
ginnende COPD, fest. Aufgrund der geringen subjektiven Beschwerden und der wenig ausgeprägten klinischen Befunde sei hier keine Einschränkung der Leis
tungs
fähigkeit zu erwarten. Dieser Befund sei im Gesamtkontext irrelevant (
Urk.
6/74 S. 20 f.).
Auch das
Überweisungsschreiben von med. prakt.
I._
, prak
tischer Arzt, vom
7.
August 2014 (
Urk.
9/1)
erwähnt
lediglich eine
Verdachts
diagnose
.
Der nachträgliche Verlaufsbericht des
A._
ändert daran – entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (
Urk.
8 S. 7 f.) – nichts. Diesbe
züglich gilt es insbesondere darauf hinzuweisen, dass der Eintrag, welcher einen chronischen Husten erwähnt, vom 2
2.
September 2014 datiert (
Urk.
9
/2
S.
1
) und damit nach
Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 2
8.
August 2014 (
Urk.
2)
erfolgte. D
as Sozialversicherungsgericht
beurteilt indessen
nach ständiger Recht
sprechung die
Gesetzmässigkeit der Verwaltungsverfügungen in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur Zeit des Verfügungserlasses gegeben
war
(BGE 121 V 362
E. 1.b).
4.3
Sämtliche Ärzte bekundeten
indessen
Mühe mit der Diagnose
stellung eines Morbus
Me
nière
.
So erachtete
Dr.
Z._
das Vorliegen eines Morbus
Meni
ère
als möglich
(vorstehend E.
3.1-3), weshalb in der Folge eine Begutachtung sowie eine stationäre
Hospitalisation
zur vertieften Abklärung
als
notwendig
er
achtet
wurden. Dabei bemühte man sich festzustellen, ob der Beschwerdeführer
tatsächlich
an einem Morbus
Menière
leidet.
Wie im Gutachten der
B._
festge
halten, sollten dabei rund zehn Anfälle dokumentiert werden (
Urk.
6/74 S.
23
oben). Der Beschwerdeführer war hierzu vom 2
6.
bis 2
8.
November
2013 im
Uni
versitätsspital
D._
hospitalisiert, wobei er während des dreitätigen
Aufent
hal
tes
allerdings
nur während zwei akuten Schwindelattacken habe untersucht werden können.
Wie Prof.
C._
festhielt, habe dabei kein Nystagmus festgestellt und ein Erbrechen nicht beobachtet werden können
.
Auch den zuge
zogenen Akten des
A._
(vgl. hierzu insbesondere
auch
Urk.
6/18/15-16)
sei zu entnehmen, dass während einer Schwindelattacke kein Nystagmus
habe
verifi
ziert werden können und der durchgeführte Video Kopf-Impuls-Test unauffällig gewesen sei. Ebenfalls zeige die im Jahr 2013 durchgeführte
Magnetreso
nanz
tomographie
keine Hinweise für einen Hydrops.
D
ie Ätiologie der rezidi
vie
renden Schwindelattacken
spreche
nicht für das
Vorliegen eines Morbus
Me
nière
(
Urk.
6/94). Zwar konnte der Beschwerdeführer demnach nicht während den
grundsätzlich
geforderten
zehn Anfällen untersucht werden. Es ergeben sich aus
den Akten allerdings keine Hinweise darauf, dass daran organisatori
sche Gründe
Schuld gewesen seien, wie dies der Beschwerdeführer geltend machte
(
Urk.
8 S.
6)
.
Vielmehr ist
nach Lage der Akten
überwiegend wahr
scheinlich
, dass nicht
mehr
zu untersuchende
Attacken zu verzeichnen gewesen sind
und somit erheb
liche Zweifel an der vom Beschwerdeführer beschriebenen Anfallshäufigkeit
bestehen
.
Der Beschwerdeführer befand sich immerhin drei ganze Tage
im Spital.
Prof.
C._
hielt
diesbezüglich auch
ausdrücklich fest, dass die
Anfalls
häufigkeit
nicht habe objektiviert werden können (
Urk.
6/99/1-2). Dies steht im Übrigen im Einklang mit der gutachterlichen Be
urteilung, welche festhielt, dass die Aussage des Beschwerdeführers, dass er etwa dreimal täglich während den Attacken mehrfach erbrechen müsse, jedoch in den letzten zwei Jahren insge
samt 15 kg aufgrund der mangelnden körperli
chen Bewegung zugenommen habe und nie Speisereste erbreche, schlecht nach
vollziehbar sei (
Urk.
6/74 S. 16 unten).
Die früheren medizinischen Berichte stützten sich für die Angabe der Anfallshäufigkeit
demgegenüber
auf die sub
jektiven Angaben des Beschwerde
führers (
Urk.
6/18/11-12 S. 1
,
Urk.
6/48/5,
Urk.
6/58/2-3 S. 1).
Nach dem Gesagten ist demnach mit dem im Sozialversicherungsrecht massge
benden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass der Beschwerdeführer nicht an einem Morbus
Menière
leidet.
Daran ändern die na
chträgliche
n
Verlaufsberichte des
A._
nichts, welche einen Morbus
Menière
wiederum
lediglich
als Verdachtsdiagnose auflisten (vorstehend E. 3.8-9).
4.4
Aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht entscheidend sind zudem – wie bereits der Beschwerd
eführer selbst ausführte (
Urk.
8 S. 6
Ziff.
12-13
) - nicht die Diagnosen und deren Anzahl, sondern
die Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit (BGE 136 V 279 E.3.2.1
mit Hin
weis auf BGE 127 V 294).
Hierzu ist anzumerken
, dass selbst wenn ein Morbus
Menière
vorliegen würde, nicht einfach von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit ausgegangen werden k
ö
nn
te
. Die von den Ärzten der
B._
geschilderte Variante
a bei Vorliegen eines Morbus
Me
nière
sagt lediglich aus, dass
dem Beschwerdeführer keine Tätigkeit mehr zumutbar sei
, wenn
die
vom Beschwerdeführer geschilderte
hohe Anfallsfrequenz (zwei- bis dreimal täglich à
je 1-1.5 Stunden)
tatsächlich
vorliege (
Urk.
6/74 S. 21
Ziff.
7.2
).
Die Ärzte der
B._
machten demnach die dem Beschwerdeführer noch zumutbare Arbeitsfä
hig
keit nicht von der konkreten Diagnose abhängig, sondern vielmehr
von dem Um
stand
, ob bei der Untersuchung die Anfallshäufigkeit objektiviert werden könne.
Die vom Beschwerdeführer geschilderte Anfallshäufigkeit konnte aller
dings eben
gerade nicht objektiviert werden (vorstehend E. 4.3).
4.
5
In Bezug auf die dem Beschwerdeführer noch zumutbare Arbeitsfähigkeit ist un
bestritten, dass ihm die
bisherige Tätigkeit sowohl bei Vorliegen als auch bei
Nichtvorhandensein eines Morbus
Menière
aufgrund der geschilderten Be
sch
wer
den nicht mehr zumutbar ist
.
Gestützt auf das Gutachten der
B._
sowie die nach
trägliche Stellungnahme von Prof.
C._
ist in einer
behinde
rungs
angepassten
Tätigkeit hingegen grundsätzlich von einer weitgehend vollen Ar
beitsfähigkeit auszugehen
.
Es spreche zwar vieles dafür, dass eine relevante Beeinträchtigung des Gleichgewichtsorgans und des Gehörs vorl
ä
ge
n
und die
Arbeitsfähigkeit dadurch qualitativ einschränkt sei. Es wären somit entspre
chen
de funktionelle Anpassungen des Belastungsprofils und gegebenenfalls ein
e
leichte
Leistungseinschränkung aufgrund der subjektiven
Schwindelbeschwer
den
vorzu
sehen. Für sämtliche Tätigkeiten, bei denen der Beschwerdeführer po
tenziell
sturz
gefährdet
sei, sei er auf jeden Fall nicht arbeitsfähig. Das Steigen auf Lei
tern sei nicht möglich. Aufgrund der einseitigen Ertaubung seien auch sämt
liche
Arbeiten, bei denen der Beschwerdeführer auf ein Richtungshören an
gewiesen sei,
nicht möglich. Tätigkeiten mit hoher Lärmbelastung und solche mit hohen Anforderungen an das Gehör seien ungeeignet. Alle diese Befunde würden eine
angepasste Arbeitstätigkeit jedoch grundsätzlich nicht einschrän
ken. Während effektiven Schwindelattacken sei der Beschwerdeführer nicht ar
beitsfähig (
Urk.
6/74
S.
23,
Urk.
6/99/1-2).
Die An
gaben
sind zwar nicht v
öllig
klar for
muliert, indem jeweils die Wörter „grundsätzlich“ sowie „weitgehend“ der Ein
schätzung einer vollen Arbeitsfähigkeit vorangestellt werden.
Eine attes
tierte
prozentuale Leistungsminderung lässt sich daraus allerdings nicht erken
nen. Ins
besondere ist darauf hinzuweisen, dass die erwähnte leichte
Leistungs
ein
schrän
kung
aufgrund der subjektiven Schwindelbeschwerden attestiert wurde und nicht
aufgrund der objektiven Befunde. Die objektiven Befunde würden eine
ange
passte Tätigkeit grundsätzlich nicht einsch
ränken.
Mit über
wiegender Wahr
schein
lichkeit ist demnach eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in ei
ner
behinde
rungsangepassten
Tätigkeit bei Beachtung des genannten
Belas
tungsprofil
aus
gewiesen.
4.6
Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, dass verschiedene Ärzte ihm für die Jahre 2012 und 2013 eine beinahe durchgehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit
attestiert hätten (
Urk.
8 S. 3
Ziff.
4), so kann er hieraus nichts zu seinen Guns
ten
ableiten. Während dem Gutachten der
B._
rechtsprechungsgemäss volle Beweis
kraft zuzuerkennen ist, solange nicht konkrete Indizien gegen de
ss
en Zu
ver
lässigkeit sprechen, handelt es sich bei den übrigen Berichten um die Anga
ben der behandelnden Ärzte. Dabei ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tra
gen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstel
lung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351
E.
3b/
bb
mit Hinweisen).
Zudem betrifft die erfolgte Krankschreibung mit
tels ärzt
lichen Zeugnisses die bisherige Tätigkeit und nicht eine
behinderungs
ange
passte
Tätigkeit
, welche es vorliegend zu beurteilen gilt
.
4.7
Schliesslich
ist nicht ersichtlich, inwiefern die vom Beschwerdeführer geforderte weitere Sachverhaltsabklärung (
Urk.
1 S. 2
) für die Beurteilung des vorliegenden
Falls entscheidende Erkenntnisse liefern könnte, sodass darauf im Sinne der an
ti
zipierten Beweiswürdigung (BGE 122 V 157 E. 1d) zu verzichten ist.
4.
8
Zusammenfassend ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden
Be
weismass
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerde
führer
nicht an einem Morbus
Menière
leidet, aufgrund
der rezidivierenden Schwindelattacken in der bisherigen Tätigkeit
aber
nicht mehr arbeitsfähig ist. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit ist dem Beschwerdeführer hingegen zu 100
%
zumutbar, wobei diese
nicht potenziell sturzgefährdet sein darf, kein Steigen auf Leitern beinhalte
n
sowie keine Arbeiten mit Richtungshören, hoher Lärmbelastung oder hohen Anforderungen an das Gehör enth
a
lt
en darf
.
5.
5.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen vorzunehmen, wo
bei
der Beschwerdeführer aufgrund der Erwerbsbiographie unbestrittenermassen als zu 100
%
Erwerbstätiger zu qualifizieren ist
.
Somit ist ein Einkommensvergleich nach
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG vorzunehmen.
Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der me
dizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie er
z
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validenein
kommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die
beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst ge
nau ermit
telt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der
Ein
kommens
differenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Me
thode des
Ein
kommensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Ein Rentenanspruch entsteht gemäss dem seit
1.
Januar 2008 in Kraft stehenden
Art.
29
Abs.
1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltend
machung des Leistungsanspruchs. Angesichts der Anmeldung bei der
Beschwer
degegnerin
am 1
7.
August 2011 (
Urk.
6/9) würde ein allfälliger Rentenanspruch
frühestens ab dem
1.
Februar 2012 bestehen. Für die Vornahme des
Einkom
mens
vergleichs
ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des hy
po
the
tischen Rentenbeginns, mithin auf das Jahr 2012, abzustellen (BGE 129 V 222 E. 4.3.1).
5.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Ermittlung des
Valid
eneinkommens
auf die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin
, wonach der Beschwerdeführer
ohne Gesundheitsschaden im
Jahr 2011 ein Einkommen von
Fr.
55‘900.
-- er
ziel
e
n würde
(
Urk.
2 S. 2,
Urk.
6/100). Dieses Einkommen ist aufgrund der Ak
ten (
vgl.
Urk.
6/17 S. 3
Ziff.
2.12) und der Tatsache, dass der Beschwerdeführer die Arbeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben konnte
(
Urk.
6/1
,
Urk.
6/17 S. 2
Ziff.
2.8,
Urk.
6/32),
nicht zu beanstanden. Unter Berücksichti
gung der Nominallohnentwicklung
im Dienstleistungssektor
ergibt sich im Jahr
2012 ein hypothetisches
Valideneinkommen
von rund
Fr.
56‘
403
.-- (
Fr.
55‘900.--
x 1.009
).
Bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
ist allerdings dem Umstand Rech
nun
g zu tragen, wenn die versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B.
geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde
Deutsch
kennt
nisse
) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen bezog, so
fern sie sich nicht aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommen be
gnügen wollte.
Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxisgemäss auf Seiten des
Va
li
deneinkommens
durch eine entsprechende Herau
f
setzung des effektiv erziel
ten Einkommens oder aber auf Seiten des Invalideneinkommens durch eine ent
spre
chende Herabsetzung des statistischen Wertes erfolgen (BGE 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1). Eine Parallelisierung ist indessen nur vorzu
nehmen, wenn die Differenz
zum massgebenden Durchschnitt deutlich ist. Deutlich unterdurch
schnittlich im Sinne von BGE 134 V 322 E. 4 ist der tat
sächlich erzielte Ver
dienst, wenn er mindestens 5
%
vom branchenüblichen
Ta
bellenlohn
abweicht
. Es ist nur in dem Umfang zu parallelisieren, in welchem die prozentuale Ab
weichung den
Erheblichkeitsgrenzwert
von 5
%
übersteigt
(vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.2
, E. 6.1.3
).
Der branchenübliche Tabellenlohn
für Männer in der Branche „Reinigung und öffentliche Hygiene“ (LSE 2010, Tabelle T7S, Ziffer 35, S. 31,
Anforderungsni
veau
4) beträgt unter Berücksichtigung der wöchentlichen Arbeitszeit von 41.
9
Stunden
im Jahr 2012
im Bereich "Erbringung von sonstigen Dienstleistungen"
und der Lohnentwicklung in den Jahren 2011 und 2012
im
Dienstleis
tungs
sektor
rund
Fr.
61
‘0
01
.
-- für das massgebende Jahr 2012
(
Fr.
4‘762.-- : 40 x 41.
9
x
12 x 1.01 x 1.00
9
), so dass eine Abweichung von
7.
5
%
zum tat
sächlich erzielten Einkommen
zu verzeichnen ist.
Nach Parallelisierung im Umfang von 2.
5
%
(7.
5
%
- 5
%
) ergibt sich somit ein hypothetisches
Validen
einkommen
im Jahr 2012 von
rund
Fr.
57‘
813
.
-- (
Fr.
56‘
403.-- + 2.5
%
)
.
5.3
Das Invalideneinkommen ermittelte die Beschwerdegegnerin – in Beachtun
g der geltenden Rechtsprechung (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis)
– gestützt
auf die Tabellenlöhne
, wobei sie auf den standardisierten Durchschnittslohn für Männer in einfachen und repetitiven Tätigkeiten in sämtlichen Wirtschaftszwei
gen des privaten Sektors abstellte (LSE 2010, S. 26, Tabellengruppe TA1, Total,
Anforderungsniveau 4). Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen wö
ch
ent
lichen Arbeitszeit im Jahr 2012 von 41.7 Stunden und der allgemeinen
Lohn
entwicklung
in den Jahren 2011 und 2012 ergibt
dies
ein hypothetisches
I
nva
lideneinkommen
von rund
Fr.
62‘420.--
bei der zumutbaren Arbeitsfähig
keit von 100
%
(
Fr.
4‘901.-- : 40 x 41.7 x 12 x
1.01 x 1.008
).
Die
Beschwerde
geg
ne
rin
gewährte
vorliegend
k
einen Abzug vom Tabellenlohn
(
Urk.
2 S.
2)
. E
in solcher
erscheint angesichts des Belas
tungsprofils auch nicht als angezeigt. Der Voll
stän
digkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass selbst bei Gewährung des maxi
malen leidensbedingten Abzuges von 25
%
(vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75) kein
rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiert
e
(vgl. nachstehend E. 5.4).
5.4
Wir
d das
Valideneinkommen
von
Fr.
57‘
813
.--
dem Invalideneinkommen von
Fr.
62‘420
.--
gegenübergestellt, resultiert
k
eine Erwerbseinbusse
und somit
auch
kein
r
entenbegründender
Invaliditätsgrad
.
Selbst
bei Gewährung des maxi
malen leidensbedingten Abzuges von 25
%
resultierte
bei einer
Erwerbsein
busse
von
Fr.
10‘
998
.-- (
Fr.
57‘
813
.--
- [
Fr.
62‘420.-- x 0.75]) ein nicht
renten
begrün
den
der
Inva
liditätsgrad von gerundet
19
%
.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung
der Beschwerde führt.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen
(
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang
des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerle
gen.