Decision ID: d0b830cb-f1c4-47e5-81ee-3749c03087fd
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Advokat lic. iur. Martin Boltshauser, c/o procap, Froburgstrasse 4,
Postfach, 4601 Olten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Hilflosenentschädigung (Revision, Herabsetzung)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ leidet seit der Geburt an den Folgen eines neonatalen Infekts bei Abgang
von grünem Fruchtwasser (vgl. den Bericht der Pädiatrischen Klinik des Kinderspitals
St. Gallen, act. G 4.4). Die IV-Stelle gewährte ab 1. Mai 1999 Sonderschulmassnahmen
(act. G 4.9, G 4.12, G 4.18 und G 4.22).
A.b Der Hausarzt Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH,
berichtete am 8. März 2006, der Versicherte weise einen psychomotorischen und
sprachlichen Entwicklungsrückstand infolge peripartaler Hypoxie auf (act. G 4.24). Die
behandelnde Dr. med. C._, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin FMH, führte im
Bericht vom 30. Mai 2006 aus, beim Versicherten liege eine schwere Funktionsstörung
im Bereich der visuellen Wahrnehmung, der Visuokonstruktion, der Praxie, des
Körperschemas sowie der Motorik vor (act. G 4.30). Der Versicherte wurde am 6. Juni
2006 zum Bezug von Hilflosenentschädigung angemeldet (act. G 4.36). Dr. C._
bestätigte im Bericht vom 22. Juni 2006 die vom Vater des Versicherten in der
Anmeldung genannten Einschränkungen bei alltäglichen Lebensverrichtungen (act.
G 4.36). Sie diagnostizierte einen allgemeinen Entwicklungsrückstand mit leichter
cerebraler Bewegungsstörung mit schwerer Dyspraxie, visuokonstruktiver Schwäche
und Körperschemastörung (act. G 4.39).
A.c Am 16. August 2006 fand eine Abklärung beim Versicherten statt. Die
Abklärungsperson kam im Bericht vom 13. Oktober 2006 zum Schluss, dass der
Versicherte in 4 massgebenden Lebensverrichtungen (An- und Auskleiden/
Körperpflege/Verrichten der Notdurft und Fortbewegung) einer regelmässigen und
erheblichen Dritthilfe bedürfe (act. G 4.49). In der Verfügung vom 30. November 2006
sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine Entschädigung wegen mittlerer Hilflosigkeit
ab 1. Juni 2005 zu (act. G 4.56).
A.d Im Verlaufsbericht vom 13. Juni 2008 hielt Dr. C._ u.a. fest, der Versicherte
verfüge über keine altersgemässe Selbstständigkeit beim Anziehen, Waschen, Zähne
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putzen sowie Essen (act. G 4.85). Im Schreiben vom 28. August 2008 teilte der
damalige Rechtsvertreter des Versicherten mit, das Ausmass der Angewiesenheit auf
Dritthilfe sei gestiegen. Beispielsweise müsse der Versicherte neuerdings rasiert
werden, da sich ein Bartwuchs entwickle (act. G 4.92). Die IV-Stelle antwortete darauf
am 10. September 2008, dass die Mithilfe bei der Rasur bereits in der Verrichtung
Körperpflege mitberücksichtigt und eine entsprechende Einschränkung schon bislang
anerkannt worden sei (act. G 4.94).
A.e Im Rahmen einer von Amtes wegen eingeleiteten Revision berichtete der Vater
des Versicherten über die bestehende Hilfsbedürftigkeit (Fragebogen vom 24. Juni
2009, act. G 4.100). Dr. C._ bestätigte diese Angaben im Bericht vom 14. Juli 2009,
soweit diese anhand des klinischen Eindrucks und der Anamnese beurteilbar seien
(act. G 4.101). Die IV-Stelle ersuchte die Heilpädagogische Schule D._ am 1. Oktober
2009 um Stellungnahme zur Hilfsbedürftigkeit des Versicherten bei
4 Alltagsverrichtungen (act. G 4.102). Die zuständige Lehrperson E._ antwortete im
Schreiben vom 2. Dezember 2009 (Eingang IV-Stelle gemäss Aktenverzeichnis), der
Versicherte sei in der Lage, sich nach Aufforderung selbstständig an- und auszuziehen.
Bei schwierigen feinmotorischen Verrichtungen bitte er um Hilfe. Er sei in der Lage
selbstständig zu essen, gebrauche das Besteck etwas steif aber zweckentsprechend.
Bezogen auf die Körperpflege sei der Versicherte selbstständig. Er gebe Bescheid,
wenn er auf die Toilette müsse. Der Versicherte könne seine Schwierigkeiten oft nicht
spontan formulieren, auch nicht bei einfachen Zusammenhängen. Dies gelte für alle
Lebensbereiche (act. G 4.103).
A.f Im Zuhause des Versicherten führte die IV-Stelle am 17. November 2010 eine
Abklärung durch. Die Abklärungsperson vertrat im Bericht vom 15. Dezember 2010 die
Auffassung, dass eine anrechenbare Hilfsbedürftigkeit bloss noch in den Verrichtungen
Ankleiden/Auskleiden, Körperpflege und Fortbewegung bestünde, jedoch nicht beim
Essen und nicht mehr bei der Notdurftverrichtung (act. G 4.110).
A.g Mit Vorbescheid vom 7. Januar 2011 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, die bisherige Entschädigung wegen mittlerer Hilflosigkeit auf eine
Entschädigung wegen leichter Hilflosigkeit mit Wirkung ab 1. April 2011 herabzusetzen
(act. G 4.113). Dagegen erhob der Versicherte am 11. Februar 2011 Einwand und
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beantragte, den Anspruch auf eine Entschädigung entsprechend einer mittleren
Hilflosigkeit zu belassen (act. G 4.116). Dem Einwand ist ein Schreiben des
Institutionsleiters der F._ vom Januar 2011 beigelegt, worin dieser u.a. berichtet,
dass der Versicherte bei der Toilette nach dem Stuhlgang Hilfe beim Reinigen benötige
(act. G 4.116-4 f.). Die zuständige Lehrperson E._ bestätige diese Einschätzung. Bei
ihren ursprünglichen Angaben habe sie den Versicherten nicht mit "gesunden"
Jugendlichen verglichen, sondern mit seinen Mitschülern. Zudem habe sie den
Versicherten damals erst 2 Monate gekannt (act. G 4.116-1).
A.h Am 19. April 2011 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid vom
7. Januar 2011 die Reduktion der Hilflosenentschädigung mit Wirkung ab 1. Juni 2011
("Ende des Monats, der dem Datum dieser Verfügung folgt."; act. G 4.117).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 19. April 2011 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 31. Mai 2011. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten- und
Entschädigungsfolge deren Aufhebung. Es sei weiterhin eine Hilflosenentschädigung
mittleren Grades auszurichten. Im Wesentlichen stellt er sich auf den Standpunkt, dass
er in den Bereichen Essen und Verrichten der Notdurft einer erheblichen Dritthilfe
bedürfe (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 6. September
2011 die Beschwerdeabweisung. Zur Begründung bringt sie vor, dass sich der
rechtserhebliche Sachverhalt seit der ursprünglichen Leistungszusprache
revisionsrechtlich relevant verändert habe, da der Beschwerdeführer einer geringeren
Hilfestellung als früher bedürfe. Beim Verrichten der Notdurft bedürfe er keiner
wesentlichen Hilfestellung mehr. Bereits bei der ursprünglichen Verfügung sei davon
ausgegangen worden, dass der Beschwerdeführer im Bereich Essen nicht auf eine
wesentliche Dritthilfe angewiesen sei (act. G 1).
B.c Der Beschwerdeführer verzichtet auf eine Replik (act. G 10).

Erwägungen:
1.
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Vorliegend strittig und zu prüfen ist die Frage, ob die Beschwerdegegnerin die
bisherige Hilflosenentschädigung entsprechend einer Hilflosigkeit mittleren Grades zu
Recht revisionsweise auf eine Hilflosenentschädigung entsprechend einer leichten
Hilflosigkeit reduziert hat.
2.
2.1 Gemäss Art. 42 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (Art. 13 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]) in der Schweiz, die hilflos (Art. 9 ATSG) sind, Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung. Vorbehalten bleibt Art. 42 IVG (besondere Voraussetzungen
für Minderjährige), der hier nicht relevante Tatbestände regelt. Als hilflos gilt eine
Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche
Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung
bedarf (Art. 9 ATSG). Praxisgemäss (BGE 127 V 88 E. 3a mit Hinweisen) sind die
folgenden 6 alltäglichen Lebensverrichtungen massgebend: Ankleiden, Auskleiden;
Aufstehen, Absitzen, Abliegen; Essen; Körperpflege; Verrichtung der Notdurft;
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme (BGE 127 V 94 E. 3c und 125
V 297 E. 4a).
2.2 Art. 37 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) sieht
3 Hilflosigkeitsgrade vor. Gemäss Abs. 2 lit. a dieser Bestimmung gilt die Hilflosigkeit
als mittelschwer, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln u.a. in
den meisten alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die
Hilfe Dritter angewiesen ist. Nach der Rechtsprechung setzt Hilflosigkeit
mittelschweren Grades nach Art. 37 Abs. 2 lit. a IVV eine Hilfsbedürftigkeit in
mindestens 4 alltäglichen Lebensverrichtungen voraus (BGE 121 V 90 E. 3b).
Grundsätzlich ist bei Minderjährigen nur der Mehrbedarf an Hilfeleistung im Vergleich
zu nicht behinderten Minderjährigen gleichen Alters zu berücksichtigen (Art. 37 Abs. 4
IVV).
3.
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Die Revision einer Hilflosenentschädigung richtet sich nach Art. 17 Abs. 2 ATSG in
Verbindung mit Art. 35 Abs. 2 IVV (Urteil des Bundesgerichts vom 8. April 2010,
8C_30/2010, E. 2.2). Gemäss Art. 17 Abs. 2 ATSG wird eine formell rechtskräftig
zugesprochene Dauerleistung von Amtes wegen oder auf Gesuch hin erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der ihr zu Grunde liegende Sachverhalt
nachträglich erheblich verändert hat. Ändert sich der Grad der Hilflosigkeit in
erheblicher Weise, so finden die Art. 87-88 IVV Anwendung (Art. 35 Abs. 2 Satz 1
IVV).
3.1 Zunächst ist zu prüfen, ob sich der Sachverhalt seit der ursprünglichen leistungs
zusprechenden Verfügung vom 30. November 2006 (act. G 4.56) erheblich im Sinn von
Art. 17 Abs. 2 ATSG verändert hat. Dabei ist unbestritten, dass in den Bereichen An-/
Auskleiden, Körperpflege sowie Fortbewegung keine wesentliche Veränderung
stattgefunden hat. Es ergeben sich aus den Akten auch keine gegenteiligen Hinweise.
Eine revisionsrechtliche Veränderung liegt dagegen im Zusammenhang mit dem
Verrichten der Notdurft zur Diskussion.
3.2 Bei der ursprünglichen Leistungszusprache bejahte die Beschwerdegegnerin,
dass der Beschwerdeführer bei der Verrichtung der Notdurft auf erhebliche Dritthilfe
angewiesen sei (Verfügung vom 30. November 2006, act. G 4.56). Dabei stützte sie
sich u.a. auf die - von Dr. C._ am 22. Juni 2006 bestätigte (act. G 4.36) - Angabe der
Eltern des Beschwerdeführers, wonach dieser beim Ordnen der Kleider und bei der
Nachreinigung der Hilfe bedürfe (Fragebogen vom 6. Juni 2006, act. G 4.28-2).
Dr. C._ bestätigte am 22. Juni 2006 das Unvermögen des Beschwerdeführers im
Umgang mit Reissverschlüssen und Knöpfen (act. G 4.39-4). Die Abklärungsperson
hielt im Bericht vom 13. Oktober 2006 fest, dass der Beschwerdeführer den
Toilettengang selbstständig vornehme. Die Reinigung führe er nur oberflächlich aus, so
dass die Mutter die Nachreinigung übernehme. In der Nacht sei der Junge trocken und
somit auf keine Windeln angewiesen. Beim Ordnen der Kleider seien kleinere Hilfegriffe
notwendig. Der Beschwerdeführer ziehe die Hosen hoch, könne aber den Knopf und
teilweise den Reissverschluss nicht selbstständig schliessen. Vor diesem Hintergrund
bejahte die Abklärungsperson einen Bedarf an wesentlicher Dritthilfe bei der
Verrichtung der Notdurft (act. G 4.49-4).
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3.3 Anlässlich der Abklärung vom 17. November 2010 stellte die Abklärungsperson
fest, dass - im Gegensatz zur Abklärung vom 16. August 2006 (act. G 4.49-4) - beim
Verrichten der Notdurft kein regelmässiger Hilfsbedarf mehr bestehe. Die von der
Mutter damals erbrachte Hilfeleistung (Nachreinigung, act. G 4.49-4) wird nicht mehr
erwähnt und offenbar auch nicht mehr erbracht. Damit geht einher, dass der Vater des
Beschwerdeführers im Abklärungsbericht vom 15. Dezember 2010 einzig ergänzte,
dass die Kleider nach dem Verrichten der Notdurft "(insbesondere Auswärts) gerichtet
werden" müssten (act. G 4.110.-6), und der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
ausführte, dieser verweigere eine Dritthilfe (act. G 1, S. 6). Ein regelmässiger relevanter
Hilfsbedarf beim Ordnen der Kleider nach der Verrichtung der Notdurft ist auch deshalb
zu verneinen, da im Einwand keine entsprechenden Hilfestellungen benannt werden.
Vielmehr werden lediglich Einschränkungen bei Tätigkeiten vorgebracht, die nicht im
Rahmen der Notdurft, sondern beim An-/Ausziehen anfallen (Bereitstellung der anzu
ziehenden Kleidungsstücke; Hilfe bei der Auswahl, act. G 4.116-2). Die Lehrperson
E._ der F._, die den Beschwerdeführer nur - aber immerhin - bereits während
2 Monaten kannte, beschrieb betreffend die Verrichtung der Notdurft keine relevanten
Einschränkungen. Soweit sie ihn kennen gelernt habe, sei er auch in diesem Bereich
selbstständig (act. G 4.103). Diese Sichtweise findet ihre Bestätigung darin, dass die
behandelnde Dr. C._ im Bericht vom 10. Oktober 2006 hinsichtlich der Entwicklung
der Selbstständigkeit eine günstige Prognose stellte (act. G 4.51-3) und diese
Prognose am 13. August 2008 bestätigte (act. G 4.85-3). Im Übrigen erwähnte auch der
Institutionsleiter der F._ keine Einschränkung bei der Kleideranordnung nach der
Notdurftverrichtung (act. G 4.116-5). Vor diesem Hintergrund scheint die Feststellung
der Abklärungsperson, dass kein relevanter Hilfsbedarf mehr beim Verrichten der
Notdurft besteht, schlüssig.
3.4 Die Beurteilung der Abklärungsperson wird dadurch, dass Dr. C._ die vom
Vater anlässlich des Fragebogens vom 24. Juni 2009 angegebene Hilfsbedürftigkeit
(act. G 4.100) bestätigte, nicht in Zweifel gezogen. Denn diese nahm keine erforderliche
eigene Überprüfung vor, sondern hielt diese Angaben einzig insoweit für richtig, als sie
anhand des klinischen Eindrucks und der Anamnese beurteilbar seien (Bericht vom
14. Juli 2009, act. G 4.101-1). Auf eigene Wahrnehmungen stützende Einschränkungen
bei der Notdurftverrichtung beschrieb sie nicht. Der Institutionsleiter der F._ gab in
seiner Stellungnahme vom Januar 2011 zwar an, dass der Beschwerdeführer beim
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Reinigen nach dem Stuhlgang Hilfe benötige (act. G 4.116-5). Diese nicht näher
begründete Beurteilung vermag die auf einer zuverlässigen Abklärung beruhende
anderslautende Feststellung der Abklärungsperson nicht in Frage zu stellen, zumal sie
unter dem Eindruck der in Aussicht gestellten Entschädigungsreduktion stand.
Vielmehr bestätigt sie den geringeren Hilfsbedarf bzw. die gesteigerte Selbstständigkeit
des Beschwerdeführers, benennt doch der Institutionsleiter keinen Hilfsbedarf beim
Ordnen der Kleider nach dem Stuhlgang. Im Übrigen steht sie in Widerspruch zu den
Ergänzungen des Vaters im Abklärungsbericht vom 15. Dezember 2010, der
ausschliesslich einen Hilfsbedarf beim Ordnen der Kleider nach der Notdurftverrichtung
ergänzte (act. G 4.110-6). Dass die Lehrperson die Einschätzung des Institutionsleiters
allenfalls teilt (zur entsprechenden, nicht näher dokumentierten Behauptung der
damaligen Vertreterin im Einwand vom 11. Februar 2011 vgl. act. G 4.116), spielt keine
entscheidende Rolle, werden doch dadurch die genannten Mängel der Stellungnahme
vom Januar 2011 nicht behoben.
3.5 Zusammenfassend ist gestützt auf den Abklärungsbericht vom 15. Dezember
2010 festzuhalten, dass keine Hilfsbedürftigkeit bei der Verrichtung der Notdurft mehr
besteht. Damit hat der Beschwerdeführer, der nur noch in 3 Alltagsverrichtungen auf
erhebliche Dritthilfe angewiesen ist, Anspruch auf eine Entschädigung für eine
Hilflosigkeit leichten Grades. Eine seit der Verfügung vom 30. November 2006 im
Bereich Essen eingetretene gesteigerte Hilfsbedürftigkeit ist nicht ausgewiesen. Sie
erscheint aufgrund des seither fortgeschrittenen Alters des Beschwerdeführers sowie
des medizinischerseits als besserungsfähig beschriebenen Gesundheitszustands (act.
G 4.101-2) auch nicht als wahrscheinlich.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Der Beschwerdeführer hat ausgangsgemäss die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von
bis
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Fr. 600.-- ist ihm daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP