Decision ID: ad286816-ab56-49d0-97c3-525c305bb4cb
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war als Berufsschullehrer bei der B._ angestellt
und dadurch bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend: AXA) gegen die Folgen von
Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert (act. A1). Mit Schadenmeldung UVG vom
17. Mai 2018 liess der Versicherte durch seine Arbeitgeberin melden, er habe sich am
8. Mai 2018 bei einem Stoppschritt in der Tennishalle das Sprunggelenk gedehnt und
sei zusätzlich mit dem Knie eingeknickt (act. A1). Eine Erstbehandlung hatte am 10. Mai
2018 bei Dr. med. C._, Allgemeine Innere Medizin FMH, stattgefunden, der eine Knie-
und OSG-Distorsion links am 8. Mai 2018 diagnostiziert, die aktuellen Beschwerden als
unfallbedingt eingeschätzt, dem Versicherten vom 10. bis 27. Mai 2018 eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert und ihn einer MRT-Untersuchung des linken Knies und
OSG sowie einer orthopädischen Untersuchung zugewiesen hatte (act. M1, M6).
A.a.
Die MRT-Untersuchungen waren am 14. und 15. Mai 2018 im Röntgeninstitut
D._ durch Dr. med. E._, FMH Radiologie, durchgeführt worden. Das linke OSG
hatte laut Untersuchungsbericht vom 14. Mai 2018 eine ältere Ruptur des Ligamentum
fibulotalare anterius/fibulokalkaneare sowie einen partiell ossären Ausriss des
Ligamentum deltoideum, eine mässige OSG-Arthrose mit chronischer Synovitis und
kleiner osteochondraler Läsion (Grad I) an der medialen Talusschulter sowie eine
Faszitis plantaris mit kleiner Partialruptur gezeigt (act. M2). In der MRT-Bildgebung des
A.b.
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linken Kniegelenks waren laut Untersuchungsbericht vom 15. Mai 2018 ein kleiner
longitudinaler Riss ohne Fragmentdislokation des medialen Meniskushinterhorns, ein
intakter Bandapparat und eine oberflächliche Chondropathie am medialen
Femurkondyl ohne bone bruise (Grad II) erkennbar gewesen (act. M3).
Am 24. Mai und 28. August 2018 wurde der Versicherte durch Dr. med. F._,
FMH Orthopädische Chirurgie, untersucht, der eine mediale Meniskusläsion Kniegelenk
links und einen Zustand nach Kapselbandverletzung mit vernarbtem VKB (act. M5)
bzw. eine mechanisch relevante Meniskusruptur Kniegelenk links nach Unfall mit
aktuell Streckblockaden und deutlich massiven medialen Schmerzen (act. M4)
diagnostizierte.
A.c.
Am 18. Juli 2018 machte der Versicherte in einem "Formular zum
Schadenereignis" unter anderem nähere Angaben zum Hergang des Ereignisses vom
8. Mai 2018. Er habe beim Tennisspielen auf Sand zu einem seitlichen Stoppschritt
angesetzt und sei auf dem Sand nach links gerutscht, wobei er das linke Sprunggelenk
überdehnt habe und daraufhin mit dem linken Knie medial eingeknickt sei (act. A2).
A.d.
Mit Schreiben vom 29. August 2018 reichte die Klinik G._ der AXA ein
Kostengutsprachegesuch für einen stationären Aufenthalt im Zusammenhang mit einer
von Dr. F._ durchzuführenden Meniskusoperation mit Synovektomie und
Knorpelbehandlung links ein (act. A3), worauf die AXA den Schadenfall ihrem
beratenden Arzt Dr. med. H._, Facharzt FMH Orthopädische Chirurgie,
Traumatologie, zur Beantwortung der Fragen vorlegte, ob es sich vorliegend um eine
Listendiagnose gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG handle, falls ja, um welche, und ob die
Listenverletzung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf Abnützung oder Erkrankung
zurückzuführen sei. Dr. H._ bejahte in einer Stellungnahme vom 11. September 2018
beide Fragen, indem er einen Meniskusriss bzw. eine - gemäss MRT-Befunden des
linken Knies vom 15. Mai 2018 - degenerative Läsion des Meniskus angab (act. M7).
A.e.
Ebenfalls am 11. September 2018 führte Dr. F._ beim Versicherten eine
diagnostische Kniearthroskopie links, eine arthroskopisch kontrollierte
Teilmeniskektomie medial, perimeniskale Anfrischung und Meniskusglättung lateral
A.f.
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B.
Die gegen diese Verfügung vom Versicherten und dessen Krankenversicherer am 1.
bzw. 10. Oktober 2018 erhobenen Einsprachen (act. A6, A8) wurden von der AXA nach
Einholung einer ausführlichen Beurteilung des Schadenfalls bei ihrem beratenden Arzt
Dr. med. I._, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH, vom 10./18.
Januar 2019 (act. M11) mit Einspracheentscheid vom 24. Januar 2019 abgewiesen
(act. A10).
C.
sowie eine arthroskopisch geführte Teilsynovektomie und Lavage durch (act. M8 und
M9).
Mit Schreiben vom 4. September 2018 hatte die AXA dem Versicherten mitgeteilt,
dass mangels Vorliegens eines Unfalls im Sinne des Gesetzes und wegen einer
degenerativen Ursache der Gesundheitsschäden kein Anspruch auf
Versicherungsleistungen der obligatorischen Unfallversicherung bestehe. Die
Kostengutsprache der Klinik G._ werde daher abgelehnt (act. A4).
A.g.
Mit Verfügung vom 17. September 2018 bestätigte die AXA ihre
Leistungsablehnung betreffend das Ereignis vom 8. Mai 2018 bzw. die
Gesundheitsschäden im Bereich des linken Knies und des linken OSG des Versicherten
(act. A5).
A.h.
Mit Schreiben vom 19. September 2018 nahm Dr. F._ zur verfügten
Leistungsablehnung Stellung. Aus seiner Sicht bestehe eine eindeutige traumatische
Meniskusläsion (act. M10).
A.i.
Gegen den Einspracheentscheid liess der Versicherte durch seine
Rechtsvertreterin, Rechtsanwältin MLaw D. Günthart, Zürich, mit Eingabe vom 19.
Februar 2019 Beschwerde mit folgenden Anträgen erheben: 1. Es sei der
Einspracheentscheid vom 24. Januar 2019 aufzuheben und dem Beschwerdeführer
seien die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. 2. Eventualiter sei die Sache an die
Beschwerdegegnerin zu weiteren medizinischen Abklärungen zurückzuweisen, damit
sie hernach nochmals über die gesetzlichen Ansprüche des Beschwerdeführers
entscheide. 3. Die vollständigen Akten seien von der Beschwerdegegnerin zu edieren
C.a.
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Erwägungen
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin für das vom Beschwerdeführer
gemeldete Ereignis vom 8. Mai 2018 und die bei ihm in der Folge ärztlich behandelten
Gesundheitsstörungen im Bereich des linken OSG sowie die am 11. September 2018
an seinem linken Knie operativ therapierte Gesundheitsschädigung - laut
Operationsbericht von Dr. F._ vom 12. September 2018 eine komplexe mediale
Meniskusruptur mit radiärer Spaltung am Hinterhorn - leistungspflichtig ist.
und dem Beschwerdeführer sei eine angemessene Nachfrist zur weiteren Begründung
anzusetzen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G1). Mit Schreiben vom
11. März 2019 verzichtete die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers auf eine
Beschwerdeergänzung (act. G3).
Mit Beschwerdeantwort vom 11. April 2019 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde (act. G5).
C.b.
In der Replik vom 9. Mai 2019 hielt die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers
an ihren Anträgen Ziff. 1 und 2 aus der Beschwerde fest (act. G7).
C.c.
Mit Schreiben vom 19. Juni 2019 beantragte die Beschwerdegegnerin weiterhin
die Abweisung der Beschwerde und verzichtete auf die Einreichung einer ausführlichen
Duplik (act. G9).
C.d.
1.1.
Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung in der seit 1.
Januar 2017 geltenden Fassung (UVG; SR 832.20) werden Versicherungsleistungen bei
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz
nichts anderes bestimmt. Als Unfall gilt nach Art. 4 des Bundesgesetztes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht
beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den
menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Dabei bezieht sich das
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors,
sondern auf den Faktor selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist
1.1.1.
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somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach
sich gezogen hat. Ein äusserer Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im
jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft,
beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht
fallen (André Nabold in: Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung [UVG], Bern 2018, N 42 zu Art. 6 UVG; BSK
UVG-Irene Hofer, Basel 2019, N 32 ff. zu Art. 6 UVG; Alexandra Rumo-Jungo/André
Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf, S. 31; RKUV
2000 Nr. U 368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen; BGE 122 V 233 E. 1, 121 V 38 E. 1a, je mit
Hinweisen). Das für den Unfallbegriff wesentliche Merkmal des ungewöhnlichen
äusseren Faktors kann nach Lehre und Rechtsprechung auch in einer unkoordinierten
Bewegung bestehen. Bei unkoordinierten Bewegungen ist das Merkmal der
Ungewöhnlichkeit erfüllt, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den
natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam „programmwidrig“ beeinflusst hat,
was beispielsweise dann zutrifft, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder
an einen Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine
reflexartige Abwehrbewegung ausführt oder auszuführen versucht. Dass es tatsächlich
zu einem Sturz kommt, wird mithin nicht vorausgesetzt. Wo sich eine Schädigung auf
das Körperinnere beschränkt und sie erfahrungsgemäss auch als alleinige Folge von
Krankheiten, namentlich von degenerativen Veränderungen eines Körperteils innerhalb
eines durchaus normalen Geschehensablaufs auftreten kann, muss die unkoordinierte
Bewegung als unmittelbare Ursache der Schädigung indessen unter besonders
sinnfälligen Umständen gesetzt worden sein; denn ein Unfallereignis manifestiert sich
in der Regel in einer äusserlich wahrnehmbaren Schädigung, während bei deren Fehlen
eine erhöhte Wahrscheinlichkeit rein krankheitsbedingter Ursachen besteht (vgl. BGE
134 V 80 E. 4.3.2.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 25. März 2011,
8C_693/2010, E. 5; RKUV 1999 Nr. U 333 S. 199 E. 3c/aa und Nr. U 345 S. 422 E. 2b,
RKUV 1996 Nr. U 253 S. 204 E. 4d; UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 32 zu Art. 6
UVG; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 38 zu Art. 6 UVG; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 40 f.;
Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 176 f.).
Bei einer Sportverletzung ist ohne besonderes Vorkommnis das Merkmal der
Ungewöhnlichkeit und damit das Vorliegen eines Unfalls zu verneinen (BGE 130 V 118
E. 2.2 mit Hinweis). Hingegen ist bei sportlichen Tätigkeiten ein Unfall im Rechtssinn
dann anzunehmen, wenn die sportliche Übung anders verläuft als geplant (vgl. RKUV
1992 Nr. U 156 S. 258). Wenn sich das in einer sportlichen Übung inhärente Risiko
1.1.2.
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einer Verletzung verwirklicht, liegt kein derartiges Unfallereignis vor. Ein solches ist
auch dann zu verneinen, wenn die Übung zwar nicht ideal verläuft, die Art der
Ausführung sich aber in der Spannweite des Üblichen bewegt (RKUV 2004 Nr. U 502 S.
185 E. 4.4).
Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer sodann bei Vorliegen
eines Unfalls für einen Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als
dieser in einem natürlichen sowie adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten
Ereignis steht (BGE 129 V 181 E. 3.1 ff. mit Hinweisen; UVG Kommentar-Nabold,
a.a.O., N 48 ff. zu Art. 6 UVG; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 63 ff. zu Art. 6 UVG; Rumo-
Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55; Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2007, U 37/06,
E. 5.2). Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher
Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf
Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (vgl. UVG
Kommentar-Nabold, a.a.O., N 53, 59 zu Art. 6 UVG; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 66 zu
Art. 6 UVG; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 58; BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3.2 sowie
in BGE 135 V 465 nicht publizierte E. 2 des Urteils 8C_216/2009 vom 28. Oktober
2009, je mit Hinweisen). Die Adäquanz spielt im Bereich organisch objektiv
ausgewiesener Unfallfolgen indessen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate
weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2).
1.2.
Gemäss neuem Art. 6 Abs. 2 UVG (in Kraft seit 1. Januar 2017) erbringt die
Versicherung ihre Leistungen auch bei den folgenden, abschliessend aufgelisteten
Körperschädigungen (vgl. dazu UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 42 zu Art. 6 UVG),
sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: a.
Knochenbrüche, b. Verrenkungen von Gelenken; c. Meniskusrisse; d. Muskelrisse, e.
Muskelzerrungen; f. Sehnenrisse; g. Bandläsionen; h. Trommelfellverletzungen. Mit Art.
6 Abs. 2 lit. a bis h UVG wird die gesetzliche (Kausalitäts-)Vermutung statuiert, dass der
Unfallversicherer bei erfüllter Listendiagnose leistungspflichtig ist. Dieser kann sich
aber von seiner Leistungspflicht befreien, wenn er den Nachweis erbringt, dass die
Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist
(Botschaft vom 30. Mai 2008, BBl 2008 S. 5411, und Zusatzbotschaft vom 19.
September 2014, BBl 2014 S. 7922; SZS 2017 S. 33). Auf das Kriterium des äusseren
Faktors wird explizit verzichtet (BBl 2014 S. 7922). Der Gegenbeweis der vorwiegend
abnützungs- oder krankheitsbedingten Verursachung beschlägt den natürlichen
Kausalzusammenhang. Nur der Nachweis eines rechtsgenügenden, d.h. vorwiegend
1.3.
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degenerativ oder krankhaft verursachten Schadens, kann zu einer Verneinung des
natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. der Leistungspflicht des Unfallversicherers
führen (Evalotta Samuelsson, Neuregelung der unfallähnlichen Körperschädigung, Das
Beispiel des Meniskusrisses, in: SZS 2018 S. 358 [nachfolgend: Samuelsson]). Der
(Gegen-)Beweis der vorwiegend krankhaften oder degenerativen Pathogenese der
Listendiagnose ist erbracht, wenn für die Richtigkeit einer degenerativ oder krankhaft
begründeten Listenverletzung mehr Indikatoren vorliegen als für die traumatische
Pathogenese (BGE 133 III 88 f. E. 4.2.2, 132 III 720 E. 3.1, 130 III 325 E. 3.2 f.; Urteil
des Bundesgerichts vom 9. Juli 2010, 4A_48/2010, E. 71; Samuellson S. 355 f., Markus
Hüsler, Erste UVG-Revision: wichtigste Änderungen und mögliche Probleme bei der
Umsetzung, in SZS 2017 S. 34). Zur Feststellung der medizinischen Verhältnisse,
konkret zur Beurteilung der Tatfrage, ob eine Schädigung vorwiegend auf Abnützung
oder Erkrankung zurückzuführen ist, ist die rechtsanwendende Behörde auf Unterlagen
angewiesen, die ihr von Ärzten und Ärztinnen zur Verfügung zu stellen sind (vgl. BGE
122 V 157 E. 1b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu UVG Kommentar-Nabold, a.a.O.,
N 53 zu Art. 6 UVG; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 66 zu Art. 6 UVG; Rumo-Jungo/Holzer,
a.a.O., S. 55; Samuelsson, a.a.O., S. 357 f.).
Die durch einen Unfall verursachte Gesundheitsschädigung oder eine auftretende
Beschwerdesymptomatik kann einen zuvor intakten oder einen bereits
vorgeschädigten Körperteil betreffen. Ist letzteres der Fall kommt eine unfallkausale
Gesundheitsschädigung oder eine unfallähnliche Körperschädigung gemäss Art. 6 Abs.
2 UVG höchstens als vorübergehende oder richtunggebende Verschlimmerung eines
Vorzustandes in Betracht. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem
verschlimmerten oder überhaupt erst manifest gewordenen Vorzustand entfällt erst,
wenn der Unfall nicht mehr die natürliche oder adäquate Ursache des
Gesundheitsschadens darstellt oder die Ursächlichkeit einer vorübergehenden
Verschlimmerung (so bei der Aktivierung einer vormals stummen Listenverletzung) einer
unfallähnlichen Vorschädigung ausgeschlossen werden kann. Dies trifft zu, wenn
entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall oder dem
Eintreten der Beschwerdesymptomatik bestanden hat (Status quo ante), oder aber
derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften
Vorzustands (auch ohne Unfall) früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine)
erreicht ist. Eine richtunggebende Verschlimmerung liegt vor, wenn medizinischerseits
feststeht, dass weder der Status quo sine noch der Status quo ante je wieder erreicht
werden können (vgl. in Bezug auf die unfallähnlichen Körperschädigungen:
Samuelsson, a.a.O., S. 362 f.; vgl. zum Erreichen des Status quo sine vel ante: UVG
1.4.
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Kommentar-Nabold, a.a.O., N 54 zu Art. 6 UVG; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 71 zu Art. 6
UVG; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54).
Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a, 121 V 210 E. 6c). Der
Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast
begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall
der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen,
138 V 221 f. E. 6). Die Verwaltung respektive das Gericht dürfen eine Tatsache nur
dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Die Frage,
ob sich ein Unfallereignis im Rechtssinn ereignet hat (vgl. Erwägung 1.1), und falls ja,
die weitere Frage, ob zwischen dem Unfallereignis und einer gesundheitlichen Störung
ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist (vgl. Erwägung 1.2), und ebenso die
Frage, ob eine Schädigung vorwiegend durch Abnützung oder Krankheit verursacht ist
(vgl. Erwägung 1.3), beurteilt sich nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines
Sachverhalts genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs bzw. für die
Verneinung einer Leistungspflicht nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen; vgl.
Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl.
Bern 2014, § 70 N 58 f.). Die obgenannte Beweislastregel kommt also erst zur
Anwendung, wenn im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes hinsichtlich der
vorgenannten Fragen kein überwiegend wahrscheinlicher Sachverhalt ermittelt werden
kann (BGE 138 V 221 f. E. 6, BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen, 114 V 298 E. 5b).
Wird auf dem Weg der Beweiserhebung das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht
wenigstens mit dem Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, so hat
dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der den Anspruch erhebenden
Person auswirkt (BGE 116 V 136 E. 4b; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50). Bei der Frage, ob
ein Kausalzusammenhang eines Gesundheitsschadens zu einem Unfallereignis
überhaupt jemals gegeben ist, ist ebenfalls die versicherte Person beweisbelastet. Die
Beweislast für den Wegfall einer Unfallkausalität oder der Ursächlichkeit einer
vorübergehenden Verschlimmerung einer vorbestandenen Listendiagnose trägt
hingegen der Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326; Urteil des
Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2; BGE 117 V 264 E. 3b;
Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54 f.; vgl. zur Beweisast bei unfallähnlichen
1.5.
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2.
Zu prüfen ist zunächst, ob das Ereignis vom 8. Mai 2018 als Unfall zu qualifizieren ist,
und dabei insbesondere, ob im Sinne der Legaldefinition des Unfalls gemäss Art. 4
ATSG von einem ungewöhnlichen äusseren Faktor gesprochen werden kann.
Körperschädigungen: Samuelsson, a.a.O., S. 363). Selbstredend trägt auch die
Beweislast in Bezug auf den Nachweis einer vorwiegend krankhaften oder
degenerativen Verursachung der Listendiagnose der Unfallversicherer.
Im vorliegenden Fall liegen keine widersprechenden Angaben des
Beschwerdeführers über den Ereignishergang vor und es werden auch von
beschwerdegegnerischer Seite keine solchen geltend gemacht. Die
Beschwerdegegnerin hat den Sachverhalt nach Eingang der Schadenmeldung UVG
vom 17. Mai 2018 (act. A1) mit einem Fragebogen ("Formular zum
Schadenereignis" [act. A2]) detailliert erhoben. Darin schilderte der Beschwerdeführer,
er habe beim Tennisspielen auf Sand zu einem seitlichen Stoppschritt angesetzt und
sei auf dem Sand nach links gerutscht, wobei er sich das linke Sprunggelenk
überdehnt habe und daraufhin mit dem linken Knie medial eingeknickt sei. Die Frage,
ob sich irgendetwas Ungewöhnliches oder Programmwidriges, das zum Ereignis
beigetragen habe, ereignet habe, z.B. ein Ausgleiten oder ein Sturz, beantwortete der
Beschwerdeführer damit, er sei beim Rutschen auf die linke Seite abrupt und
unerwartet weiter als "geplant" gerutscht. Zur weiteren Frage, wann die Schmerzen
oder Beschwerden erstmals aufgetreten seien und wie sich die Verletzungen geäussert
hätten, schrieb er, dass die Schmerzen ein paar Stunden später aufgetreten seien. Das
linke Sprunggelenk sei heftig angeschwollen und er habe den Fuss nicht mehr
bewegen können. Das Knie habe einen stechenden Schmerz medial bereitet. Die
detaillierte Erhebung der tatsächlichen Verhältnisse erfolgt durch den Unfallversicherer
oft mittels Frageblättern. Im Vordergrund stehen entsprechend - wie auch im konkreten
Fall - Fragen betreffend die für die Leistungspflicht des Unfallversicherers
massgebenden Voraussetzungen des Unfallgeschehens. Sofern der Unfallversicherer
die tatsächlichen Verhältnisse mittels Frageblättern detailliert erhoben hat, ist er seiner
Verpflichtung zur richtigen und vollständigen Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts grundsätzlich rechtsgenüglich nachgekommen (Untersuchungsgrundsatz;
vgl. BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E: 1a). Die Ereignisschilderung des
Beschwerdeführers einschliesslich seiner Beschreibung des Ungewöhnlichen bzw.
Programmwidrigen erscheint grundsätzlich vollständig und plausibel. Sie stimmt im
Übrigen in den wesentlichen Elementen mit der Sachverhaltsbeschreibung in der
2.1.
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Schadenmeldung UVG vom 17. Mai 2018 (act. A1) überein und es wurden vom
Beschwerdeführer auch nachfolgend weder in der Einsprache noch in der Beschwerde
neue, insbesondere widersprüchliche (vgl. dazu BGE 121 V 47 E. 1a mit Hinweisen,
Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 29 f.), Sachverhaltselemente hinzugefügt. So hielt die
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers auch in der Beschwerde vom 19. Februar
2019 (act. G1) fest, dass der Beschwerdeführer effektiv zu einem seitlichen
Stoppschritt angesetzt habe und dabei auf dem Sand nach links gerutscht sei. Dies
sehr viel weiter als er beabsichtigt gehabt habe. In der Folge sei er dann mit dem linken
Knie eingeknickt. Den Angaben der versicherten Person im Fragebogen kommt - sofern
sie überzeugend und nachvollziehbar erscheinen - im Rahmen der Beweiswürdigung
hinsichtlich des Nachweises des überwiegend wahrscheinlichen Geschehensablaufs
eine entscheidende Bedeutung zu. Genauso überzeugt es nämlich umkehrt
rechtsprechungsgemäss nicht, wenn die versicherte Person einen bestimmten,
bedeutsamen Sachverhalt bzw. Umstand als Schadensursache nicht bereits im
Fragebogen im Zusammenhang mit den rechtlich relevanten Sachverhaltsfragen
anführt, sondern erst nach der abschlägigen, einlässlich begründeten Verfügung
erwähnt und bis zum Einspracheverfahren unerwähnt lässt (Urteil des Bundesgerichts
vom 3. November 2017, 8C_483/17, E. 6.3 mit Hinweisen). Angesichts der
vorangehenden Darlegungen ist im Folgenden mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit von einem Sachverhalt auszugehen, wie ihn der Beschwerdeführer
am 18. Juli 2018 im "Formular zum Schadenereignis" der Beschwerdegegnerin
niedergeschrieben hat.
2.2.
Für die Bejahung eines Unfallereignisses ist - wie bereits erwähnt (vgl. Erwägung
2.1.1) - nicht vorausgesetzt, dass es tatsächlich zu einem Sturz kommt. Entsprechend
ist die Aufzählung der ungewöhnlichen, unkoordinierten Bewegungen in der
Rechtsprechung (SVR 1999 Nr. 9 S. 28 E. 3c/aa; RKUV 2000 Nr. U 368 S. 100 E. 2d,
1999 Nr. U 345 S. 422 E. 2b, 1996 Nr. U253 S. 2024 E. 4c) und Literatur (Rumo-Jungo/
Holzer, a.a.O., S. 40; Maurer, a.a.O., S. 176; UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 32 zu
Art. 6; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 37 zu Art. 6) nur eine beispielhafte ("z.B.",
"beispielsweise"; "wie"). Dennoch muss im Einzelfall ein programmwidriger
Bewegungsablauf vergleichbar mit der Wirkungskraft eines Sturzes passiert sein. Die
Programmwidrigkeit beim Sport kann beispielsweise durch andere Mitspieler (z.B.
durch Schubsen, Anrempeln, Bodycheck), aber auch durch andere äussere Umstände
(Ausrutschen auf glitschigem Untergrund, Stolpern über einen Absatz, Abheben auf
2.2.1.
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einem Buckel beim Skifahren) oder reflexartige Abwehrbewegungen verursacht worden
sein (BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 41 zu Art. 6).
Bei einem seitlichen Stoppschritt sowie bei einem Rutschen auf Sandbelag
handelt es sich zunächst um normale Bewegungen, die im Tennissport mit dem Körper
ausgeführt werden können. Dr. C._ hat sodann anlässlich der Erstbehandlung vom
10. Mai 2018 die Diagnose einer Knie- und OSG-Distorsion am 8. Mai 2018 gestellt,
welche offensichtlich auf dem ihm vom Beschwerdeführer geschilderten Unfallhergang
(vgl. act. M1, Ziff. 2) und den von ihm erhobenen Befunden basiert. Es ist eine
Erfahrungstatsache, dass im alltäglichen Bewegungsablauf und insbesondere bei
sportlichen Betätigungen Verdrehungen und ein gewisser Zug auf Sehnen, Muskeln,
Bänder und Gelenke nichts Aussergewöhnliches darstellen, sondern die genannten
Körperteile gerade ein normales und verletzungsfreies Funktionieren im täglichen
Leben bzw. verschiedenste Bewegungen und Drehungen und dergleichen
gewährleisten. Gerade Distorsionen zeichnen sich durch verschiedenste Schweregrade
aus und können auch nach einem geringfügigen Trauma auftreten (vgl. Alfred M.
Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 1097; vgl. dazu
auch Urteil des EVG vom 30. August 2001, U 277/99). Damit ist allgemein gesagt, dass
eine Distorsion nicht in jedem Fall einem Unfall mit unphysiologischer,
programmwidriger Beanspruchung eines Körperteils im Sinne eines ungewöhnlichen
äusseren Faktors entspricht. Tennis ist zwar bekanntermassen eine Sportart, bei
welcher die Knie- und Sprunggelenke beansprucht und belastet werden. Allein deshalb
kann jedoch nicht von einem Überschreiten der physiologischen Bewegungsgrenze
ausgegangen werden. Beim Beschwerdeführer sind jedoch beim Ereignis vom 8. Mai
2018 offensichtlich Faktoren hinzugetreten, welche davon ausgehen lassen, dass sein
Knie- und OSG-Gelenk übermässig beansprucht worden ist. So beschrieb er, dass er
beim seitlichen Stoppschritt unerwartet weiter als geplant gerutscht sei. Zwar mag die
Formulierung "weiter" einer unbestimmten, nicht messbaren Beschreibung
gleichkommen, doch macht der Beschwerdeführer damit dennoch kenntlich, dass die
Rutschbewegung für ihn nicht wie gewöhnlich und im Regelfall verlief. Im Übrigen fällt
ein "Ausgleiten" rechtsprechungsgemäss unter die beispielhaft aufgezählten
programmwidrig gestörten Bewegungsabläufe (Urteil des EVG vom 21. Dezember
2005, U 368/05, E. 3.1, bestätigt in Urteil des Bundesgerichts vom 3. November2017,
8C_483717, E. 6.2; vgl. Erwägungen 1.1.1 und 2.2.1). Der Beschwerdeführer beschrieb
ausserdem eine damit verbundene Überdehnung des Sprunggelenks sowie ein
daraufhin eingetretenes Einknicken mit dem linken Knie medial. Insgesamt kann damit
der von ihm beschriebene Bewegungsablauf selbst im Tennissport nicht mehr als
2.2.2.
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normale bzw. der sportlichen Betätigung übliche und unter vertrauten Umständen
erfolgte Dehnung des Knie- und Sprunggelenks aufgefasst werden. Die erwähnten
zusätzlichen Faktoren zusammen mit dem als "unerwartet weiter als geplant"
beschriebenen Rutschen überschreiten den Rahmen einer normalen
Gelenksverdrehung und lassen das Ereignis zu einem unphysiologischen werden.
Anzufügen ist, dass die Bejahung eines Unfalls im Sinn von Art. 4 ATSG
allgemein nicht von der Schwere der dabei erlittenen Verletzung abhängig gemacht
werden darf. Wird der natürliche Ablauf durch ein besonderes Vorkommnis, d.h. eine
Programmwidrigkeit, gestört, ist für die Annahme eines Unfalls im Sinn von Art. 4 ATSG
lediglich gefordert, dass das Vorkommnis schädigend auf den Körper der versicherten
Person eingewirkt und dadurch eine kausale Beeinträchtigung ihrer Gesundheit zur
Folge gehabt hat. Genauso wie es für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ohne Belang
ist, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich
gezogen hat, kann nicht entscheidend sein, dass die Folgen nur leicht ausgefallen sind.
2.2.3.
Der Einwand der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 11. April
2019 (act. G5) - das Abknicken mit dem Knie sei als auslösender Faktor des fraglichen
Bewegungsablaufs und nicht als Folge desselben zu betrachten, weshalb das
Abknicken nicht einem äusseren Faktor, sondern vielmehr einer Schwäche der
Körperstruktur und damit einem inneren Faktor geschuldet sei - vermag nicht zu
überzeugen. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers wendet in der Replik vom 9.
Mai 2019 zutreffend ein (act. G7, Rz 4), dass bei einem gesunden Mann keine
Schwäche der Körperstruktur angenommen werden müsse und das Abknicken zu einer
Programmwidrigkeit gehöre. Damit ist eine unkoordinierte Bewegung im Sinn eines
äusseren Faktors zu bejahen (siehe etwa zum Ausgleiten eines Skifahrers ohne
Sturzfolge das Urteil des EVG vom 1. Februar 2005, U 313/04, E. 2.2 und 2.3). Die
Sichtweise der Beschwerdegegnerin erscheint auch insofern nicht belegt, als die
Schmerzen und Beschwerden beim Beschwerdeführer laut seinen Angaben im
"Formular zum Schadenereignis" nach dem Vorfall aufgetreten sind (act. A2; vgl. auch
Erwägung 2.1).
2.2.4.
Nach dem Gesagten kann mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer am 8. Mai
2018 ein Ereignis erlitten hat, welches die Voraussetzungen des Unfallbegriffs gemäss
Art. 4 ATSG erfüllt.
2.3.
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3.
Der Umstand allein, dass bestimmte Ereignisse, wie ein Ausgleiten, ein
Überdehnen des Sprunggelenks sowie ein Einknicken mit dem Knie potentiell geeignet
wären, körperliche Verletzungen herbeizuführen, bedeutet jedoch nicht, dass zwingend
für alle Beschwerden im Bereich eines vom konkreten Unfall betroffenen Körperteils
dieser Unfall verantwortlich sein muss und damit auch natürlich kausale Unfallfolgen
vorliegen (vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG). Mit dem alleinigen Vorliegen eines
Gesundheitsschadens ist demnach nicht in jedem Fall auch mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit dessen Unfallkausalität ausgewiesen (vgl. dazu
Erwägung 2.2). Im konkreten Fall ist streitig und zu prüfen, ob es beim Unfall vom 6.
Juni 2017 zu einer Schädigung des linken Meniskus gekommen bzw. ob die von
Dr. F._ am 11. September 2018 operativ behandelte und laut seinem Bericht vom 19.
September 2018 als Unfallverletzung in Betracht kommende komplexe mediale
Meniskusruptur mit radiärer Spaltung am Hinterhorn links durch den Unfall vom 8. Mai
2018 verursacht worden ist. Streitig und zu prüfen ist ausserdem, ob der Unfall im
Bereich des linken OSG eine Verletzung herbeigeführt hat. In Bezug auf das linke OSG
ist zumindest unbestritten, dass ab dem 24. Mai 2018 keine gesundheitliche Störung
mehr vorgelegen hat und damit ab diesem Zeitpunkt auch keine
Versicherungsleistungen für eine unfallkausale Gesundheitsschädigung mehr geltend
gemacht werden (vgl. act. M5, act. G1 S. 4 Ziff. 13, S. 8 Ziff. 23). Eine unfallkausale
Gesundheitsschädigung bezüglich des linken OSG steht damit nur als vorübergehende
Unfallverletzung zur Diskussion (vgl. Erwägung 1.4).
3.1.
Die beratenden Ärzte der Beschwerdegegnerin, Dr. H._ und Dr. I._, nahmen in
ihren Beurteilungen vom 11. September 2018 (act. M7) bzw. 18. Januar 2019 (act. M11)
grundsätzlich nicht zur Frage der natürlichen Kausalität zwischen den
Körperschädigungen und dem Ereignis vom 8. Mai 2018, sondern zum Vorliegen einer
unfallähnlichen Körperschädigung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 lit. b UVV (Verrenkungen
von Gelenken), Art. 6 Abs. 2 lit. c UVV (Meniskusrisse) und Art. 6 Abs. 2 lit. g UVV
(Bandläsionen) Stellung. Wie bereits erwähnt (vgl. Erwägung 1.3), beschlägt jedoch der
Gegenbeweis der vorwiegend abnützungs- und krankheitsbedingten Verursachung
ebenfalls den natürlichen Kausalzusammenhang. Vor diesem Hintergrund kann den
Beurteilungen von Dr. H._ und Dr. I._ auch Beweiskraft für die Frage der
Unfallkausalität der Meniskus- und OSG-Problematik zukommen. Ist die
Leistungspflicht des Unfallversicherers für unfallkausale Gesundheitsschäden zu
prüfen, ist jedoch zu beachten, dass es bereits genügt, dass das schädigende Ereignis
zusammen mit anderen Bedingungen, insbesondere auch degenerativen oder
3.2.
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krankheitsbedingten Ursachen, die körperliche oder geistige Integrität der versicherten
Person beeinträchtigt hat (Teilkausalität), der Unfall mit anderen Worten nicht
weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung
entfiele (vgl. UVG Kommentar-Nabold, N 52 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 65 zu
Art. 6; BGE 129 V 181 E. 3.1, 117 V 376 E. 3a; SVR 2007 UV Nr. 28 S. 94, U 413/05, E.
4.1). Betreffend Teilursächlichkeit wurde weder vom EVG bzw. Bundesgericht noch
vom Gesetzgeber ein Mindestsatz bestimmt. Auch in Art. 36 Abs. 1 UVG wird von einer
solchen Regelung abgesehen. Der Unfallversicherer ist also nur dann nicht
leistungspflichtig, wenn der Gesundheitsschaden ausschliesslich auf unfallfremden
Ursachen beruht. Im Folgenden ist zu prüfen, ob anhand der vorhandenen
medizinischen Akten in Bezug auf das zuvor Gesagte ein überwiegend
wahrscheinlicher Sachverhalt festgelegt werden kann.
3.3.
Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln,
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351, E. 3a mit
Hinweis). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft
eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V
351, E. 3a mit Hinweis 122 V 157). Die Beschwerdegegnerin stützt sich in
medizinischer Hinsicht bei ihrer Leistungsablehnung für die beim Beschwerdeführer
nach dem Unfall vom 8. Mai 2018 aufgetretene Knie- und OSG-Problematik links
insbesondere auf die Beurteilung von Dr. I._ vom 18. Januar 2019 (act. M12). Den
Berichten versicherungsinterner oder beratender Ärzte und Ärztinnen kann
rechtsprechungsgemäss gleichfalls Beweiswert beigemessen werden. Auf deren
Ergebnis kann jedoch nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (BGE 139 V 225 E. 5.2, 135 V 470 E. 4.4 mit
3.3.1.
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4.
Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine
strukturelle Läsion oder eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares
Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar und von der
Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten bzw. der Patientin
unabhängig sind. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen organisch-strukturellen
Unfallfolgen dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit -
wissenschaftlich anerkannten - apparativen/bildgebenden Abklärungen (wie Röntgen,
MRT, CT, Arthroskopie) bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 121 E. 9, 134 V 232 E. 5.1
mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E. 2;
SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]).
5.
Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 16. September 2014, 8C_385/2014, E. 4.2.2;
SVR 2018 IV, Nr. 4, S. 12, E. 3.2). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass auch reine
Beurteilungen aufgrund der Akten, wie sie vorliegend von Dr. H._ und Dr. I._
vorgenommen wurden (act. M7, M12), beweiskräftig sein können, sofern ein
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche
Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die
direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil
des Bundesgerichts vom 18. Juni 2014, 9C_196/2014, E. 5.1.1). Die Stellungnahme von
Dr. H._ vom 11. September 2018 (act. M7) beinhaltet eine Beurteilung der
Knieproblematik und wurde offensichtlich nach Einsichtnahme in die Operationsbilder
vom 11. September 2018 abgegeben (vgl. dazu nachfolgende Erwägung 4). Die
ärztliche Beurteilung von Dr. I._ vom 10. Januar 2019 (act. M11) wurde in Kenntnis
der Vorakten ("I. Aktenbeurteilung") vorgenommen. Sie enthält ausführliche
Erwägungen zur Kausalitätsfrage der Meniskusläsion links und der OSG-Problematik
links. Angesichts der obigen Darlegungen sprechen keine formell-rechtlichen Gründe
gegen den Einbezug der ärztlichen Aktenbeurteilungen von Dr. H._ und Dr. I._. Ob
letztlich auf diese abgestellt werden kann, ist im Rahmen der nachfolgenden materiell-
rechtlichen Beurteilung bzw. Beweiswürdigung zu prüfen.
Dr. E._ hatte laut Untersuchungsbericht vom 15. Mai 2018 in der am selben Tag
durchgeführten MRT-Untersuchung des linken Knies einen longitudinalen Riss ohne
Fragmentdislokation des medialen Meniskushinterhorns sowie eine oberflächliche
Chondropathie am medialen Femurkondyl ohne bone bruise (Grad II) erhoben. Der
Bandapparat hatte sich intakt gezeigt (act. M3). Im Rahmen der Arthroskopie vom 11.
5.1.
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September 2018 diagnostizierte Dr. F._ sodann eine komplexe Meniskusruptur mit
radiärer Spaltung posttraumatisch am Hinterhorn und zusätzlich eine horizontale
Rissbildung am Hinterhorn mit deutlich induriertem Meniskus, eine Chondromalazie
ersten Grades mediales Kompartiment, eine Synovitis, eine diskrete laterale
Vorderhorn-Meniskusläsion sowie eine Plica infrapatellaris (act. M9). Laut
Operationsbericht vom 12. September 2018 sah Dr. F._ in der medialen
Meniskusruptur mit radiärer Spaltung am Hinterhorn links den Hauptbefund (vgl. act.
M9-2) und darin laut Bericht vom 19. September 2018 (act. M10) offensichtlich eine
strukturelle Gesundheitsschädigung aus dem Ereignis vom 8. Mai 2018.
Dr. I._ unterscheidet demgegenüber in seiner Beurteilung vom 18. Januar 2019
(act. M10) zwischen einer blossen Meniskusschädigung bzw. -veränderung und einem
Meniskusriss. Nach seiner Auffassung kann nur letzterer traumatischen Ursprungs sein.
Der Feststellung von Dr. I._ kann insofern gefolgt werden, als sich eine traumatische
Meniskusverletzung in Form eines Risses zeigt. Dies lässt sich auch aus Art. 6 Abs. 2
UVG ableiten, wonach nur ein Meniskusriss als Hauptbefund (vgl. dazu BGE 116 V 151
f. E. 4d) unter die unfallähnliche Körperschädigung von lit. d subsumiert werden kann,
während eine Knorpelveränderung, beispielsweise eine "Ausfransung" am Meniskus,
keinen eigentlichen Meniskusriss darstellt (Urteil des Bundesgerichts vom 13. März
2014, 8C_865/2013, E. 4.2). Nicht nachvollziehbar ist jedoch die von Dr. I._ scheinbar
getroffene Grenzziehung, wonach ein Meniskusriss überhaupt nur als traumatische
Läsion, nicht jedoch als degenerativ bedingter Gesundheitsschaden in Frage komme.
So wird der Meniskusriss in der medizinischen Literatur auch, ja sogar im Regelfall, als
degenerative bzw. chronische Schädigung beschrieben (Pschyrembel, Klinisches
Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin/Boston 2017, S. 1146; Roche Lexikon, Medizin, 5. Aufl.
München 2003, S. 1204, 1852; Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische
Chirurgie, 4. Aufl. Berlin 2002, S. 1056 f.; Evalotta Samuelsson, Neuregelung der
unfallähnlichen Körperschädigung, Das Beispiel des Meniskusrisses, in: SZS 2018,
S. 344 f.). Nach dem Gesagten ist mithin zunächst zu prüfen ist, ob im vorliegenden
Fall - was Dr. I._ anzweifelt - überhaupt ein Meniskusriss objektiviert werden konnte,
andernfalls eine traumatische Verletzung bereits ausser Betracht fallen würde.
Gegebenenfalls wäre nachfolgend zu entscheiden, ob mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit von einem traumatisch oder einem degenerativ
bedingten Meniskusriss auszugehen ist.
5.2.
Im MRT-Untersuchungsbericht vom 15. Mai 2018 spricht Dr. E._ explizit von
einem kleinen longitudinalen Riss des medialen Meniskushinterhorns (act. M3). Dr.
F._ diagnostizierte am 11. September 2018 laut Operationsbericht vom 12.
5.3.
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September 2018 arthroskopisch eine komplexe mediale Meniskusruptur mit radiärer
Spaltung am Hinterhorn und bezeichnete diese als Hauptbefund. Eine Ruptur ist
definitionsgemäss ein Riss (vgl. https://www.duden.de/rechtschreibung/Ruptur,
abgerufen am 17. Juni 2020). Bei der Operation nahm Dr. F._ ausserdem im
medialen Kompartiment bei der Meniskusruptur eine Teilmeniskektomie vor, was
ebenfalls deutlich macht, dass ein Meniskusriss vorgelegen habe muss. So schrieb Dr.
F._ auch an die Adressaten des Operationsberichts, dass bei der Operation eine
eindeutige Meniskusläsion zu sehen gewesen sei (act. M9). Unter Einsichtnahme in die
Operationsbilder bejahte ausserdem auch Dr. H._ in seiner Stellungnahme vom 11.
September 2018 eine Listendiagnose gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG, namentlich einen
Meniskusriss (act. M7). Inwiefern bei diesen übereinstimmenden ärztlichen Diagnosen
und Beurteilungen nicht von einem dokumentierten Meniskusriss auszugehen wäre, ist
nicht nachvollziehbar. Ein Meniskusriss ist damit hinreichend nachgewiesen.
Die von Dr. I._ gegen einen Meniskusriss angeführten Erläuterungen vermögen
an dieser Beurteilung nichts zu ändern. Dr. I._ unterscheidet "semantisch streng"
zwischen asymptomatischen Meniskusveränderungen, chronischen, allenfalls
symptomatischen, degenerativen, isolierten Meniskusschädigungen und dem
klassischen Bild eines traumatischen Risses, der obligatorisch mit dem Nachweis einer
frischen Schädigung von funktionell assoziierten Gewebestrukturen (korrespondierende
Innenbandstrukturen, Bone bruises, eventuell Knorpelschäden und vorderes
Kreuzband) verbunden sein müsse. Ein Meniskusriss im eigentlichen Sinn könne nur
dann gutgeheissen werden, wenn die unmittelbar benachbarte Kapselbandstruktur
auch eine Rissbildung erkennen liesse und der Übergang des Meniskus in der
Peripherie unterbrochen wäre. Eine traumatische Schädigung im Bereich des
femoralen oder tibialen Innenbandansatzes in den extraartikulären Anteilen würde
bereits Ansatz für Zweifel liefern. Einen isolierten Meniskusriss gebe es somit in der
Regel nicht. Im MRT und selbst in der Arthroskopie sei es in der Regel morphologisch
schwierig zu entscheiden, ob es sich um eine chronisch entstandene
Kontinuitätsunterbrechung oder um einen Riss handle. Deswegen sei es wichtig, dass
die Radiologen von Signalalterationen oder Kontinuitätsunterbrüchen sprechen
würden. Das ungerechtfertigte Wort eines Risses präjudiziere Traumarelevanz. Der von
Dr. I._ dargelegte Standpunkt findet in der medizinischen Literatur und in der
Rechtsprechung keine eindeutige Stütze. Zumindest wird der isolierte traumatische
Meniskusriss kontrovers diskutiert. Für eine grundsätzliche Negierung von isolierten
traumatischen Meniskusrissen im gesunden Meniskus gibt es jedenfalls keinen
gesicherten Evidenznachweis. Der Meniskusriss sowie Verletzungen anderer Strukturen
des Knies werden als Kombinationsverletzungen und auch als eigenständige bzw.
5.4.
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6.
isolierte Verletzung beschrieben (vgl. Pschyrembel, a.a.O., S. 950 f., 997, 1146;
Debrunner, a.a.O., S. 1060, 1098; Samuelsson, a.a.O., S. 345; vgl. auch Urteil des
Versicherungsgerichts vom 11. September 2018, UV 2017/56, E. 4.3). Dass ein
Meniskus nicht isoliert reissen kann bzw. gleichzeitig mit einem traumatisch bedingten
Meniskusriss Verletzungen verschiedener Strukturen auftreten müssen, kann mithin
nicht generell gesagt. Das Fehlen von frischen Schädigungen von funktionell
assoziierten Gewebestrukturen im konkreten Fall spricht demzufolge zumindest nicht
gegen das Vorliegen eines Meniskusrisses.
Die Ausdrücke "Riss" und "Ruptur" können jedoch nicht ohne Weiteres mit einer
Traumarelevanz verbunden werden (Debrunner, a.a.O., S. 412, 628, 724 f., 728 ff.;
Roche Lexikon, a.a.O., S. 1681; Pschyrembel, a.a.O., S. 1576, 1646). Insofern ist mit
dem alleinigen Vorliegen eines solchen nicht in jedem Fall auch mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit die Unfallkausalität eines Risses bzw. einer
Ruptur ausgewiesen. Es bleibt also immer noch zu entscheiden, von welcher Kausalität
der Meniskusriss des Beschwerdeführers ist.
6.1.
Dr. I._ beleuchtet dazu in seiner Beurteilung vom 10. Januar 2019 an sich
überzeugend den Schadens- bzw. Unfallmechanismus (act. M11-5). So führt nicht
jeder Unfall bzw. Unfallmechanismus zu einer Verletzung oder zumindest nicht zu einer
derart körperlich gravierenden, strukturellen Verletzung, dass anhaltende Beschwerden
deren Folge oder eine operative Behandlung notwendig wären. Erfahrungsgemäss gibt
es sodann für bestimmte Unfallverletzungen - insbesondere auch für Meniskusrisse -
potenziell geeignete Verletzungsmechanismen. Als solchen nennt Dr. I._ den
sogenannten Drehsturz, der als Schadensmechanismus einen Übergang von Flexion in
Extension bei blockiertem Fuss, bei welchem in der Endphase kurz vor der Streckung
die Schlussrotation behindert werde, verlange. In allen anderen Situationen gerate der
Meniskus nicht primär unter Stress; er könne stets ausweichen und habe Reserveraum.
Er werde nachrangig belastet. An den Ausführungen von Dr. I._ gibt es grundsätzlich
keine - auch nicht von beschwerdeführender Seite erhobene - Zweifel. Nicht zwingend
ist jedoch ein Sturz. Auch in einer Verwindung des gebeugten Kniegelenks ohne Sturz
ist ein für einen traumatischen Meniskusriss geeigneter Mechanismus zu sehen (vgl.
dazu Debrunner, a.a.O., S. 1057 [Flexions-Aussenrotations- bzw. Valgisationstrauma];
Samuelsson, a.a.O., S. 352; Leitlinie der Orthopädie, hrsg. von der Deutschen
Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und dem Berufsverband der
Ärzte für Orthopädie, 2. erweiterte Aufl. Köln 2002, S. 141). In der medizinischen
Literatur wird ausserdem allgemeiner von einer Distorsion bzw. Torsion (Verletzung
6.2.
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durch Drehbewegung) gesprochen, welche dazu geeignet sei, eine Meniskusläsion
hervorzurufen (vgl. Pschyrembel, a.a.O., S .1146; vgl. auch H. Bilow/S. Weller,
Chirurgische und orthopädische Erkrankungen und Verletzungen, in: Marx [Hrsg.],
Medizinische Begutachtung, Grundlagen und Praxis, S. 394). Der Beschwerdeführer
hat beim Tennisspielen auf Sand zu einem seitlichen Stoppschritt angesetzt, ist auf
dem Sand "unerwartet weiter als geplant" nach links gerutscht, hat sich dabei das linke
Sprunggelenk überdehnt und ist daraufhin mit dem linken Knie medial eingeknickt (vgl.
Erwägung 3.1.2). Angesichts dieses Unfallereignisses kann ein Verwindungstrauma
nicht ohne Weiteres ausgeschlossen werden. Vielmehr sind dadurch, dass der
Beschwerdeführer beim Stoppschritt mit gebeugtem Bein weiter als geplant gerutscht
und dann medial eingeknickt ist, Komponenten, die für ein Verwindungstrauma
sprechen, erkennbar. Zumindest kann ein solches vermutet werden. Des Weiteren
diagnostizierte Dr. C._ eine Kniedistorsion links, was ebenfalls auf einen für eine
Meniskusläsion typischen Bewegungsmechanismus hinweist. Zusammenfassend ist
mithin festzuhalten, dass der konkrete Bewegungsablauf eine traumatische
Meniskusläsion nicht ohne Weiteres ausschliessen lässt.
Ein weiterer wichtiger Hinweis für die Beurteilung, ob der Meniskusriss traumatisch
oder degenerativ bedingt ist, stellt für Dr. I._ das initiale funktionelle Schadensbild
dar. Dies ist grundsätzlich in dem Sinne nachvollziehbar, als massgebende
Verletzungen im Regelfall zu Beschwerden, insbesondere zu Schmerzen und
Bewegungseinschränkungen, führen und sich je nach Verletzung weitere typische
Symptome manifestieren können. Eine traumatische Verletzung ist radiologisch
echtzeitlich am besten sichtbar. Auch klinisch zeigen sich Unfallverletzungen in der
Regel unmittelbar nach dem Unfall am auffälligsten, präsentieren sich - wie bereits
erwähnt - mit den entsprechenden Symptomen und werden damit zumindest klinisch
vermutet. Nachfolgend schliesst der Heilungsprozess an, was in der Regel zu einer
stetigen Abnahme der Erkennbarkeit von Verletzungen führt. Für Dr. I._ spricht das
im konkreten Fall dokumentierte funktionelle Schadensbild gegen eine traumatische,
jedoch für eine degenerative Schädigung. Er argumentiert, es sei nicht dokumentiert,
wie sich der Beschwerdeführer nach dem 8. Mai 2018 habe fortbewegen können. Der
mutmasslich eher indolente Sportlehrer habe zwei Tage nach dem Ereignis wegen eher
zunehmenden Schmerzen am Fuss und Knie seinen Hausarzt aufgesucht, zumal er
sich nicht berufsfähig eingeschätzt haben dürfte. In den medizinischen Akten werde
nirgends von einer schwellungsbedingten Einschränkung des Knies berichtet. Unter
beruflichen Sportbelastungen sei der Beschwerdeführer immer wieder symptomatisch
geworden (act. M11-5). Die Argumentation von Dr. I._ vermag nicht zu überzeugen.
Als typische Symptome eines Meniskusrisses werden in der medizinischen Literatur ein
6.3.
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akuter Schmerz, ein Gelenkerguss und meist ein Streckdefizit angeführt (vgl.
Pschyrembel, a.a.O., S. 1146; Debrunner, a.a.O., S. 1058 f.; Roche Lexikon, a.a.O., S.
1204; Leitlinie der Orthopädie, a.a.O., S. 142). Angesichts dieser Beschwerden
erscheint eine Latenzzeit von weniger als bzw. knapp zwei Tagen zwischen dem
geltend gemachten Ereignis am Abend des 8. Mai 2018 und der Erstbehandlung bei Dr.
C._ am 10. Mai 2018 (act. M1) kurz oder zumindest in keiner Weise zweifelhaft. Hinzu
kommt, dass der Beschwerdeführer plausibel darlegte, dass er ein paar Stunden nach
dem Ereignis an stechenden Schmerzen im linken Knie litt (act. A2). Ein zeitlicher
Zusammenhang darf ohne Weiteres angenommen werden. Anders wäre dies bei einer
typischerweise auftretenden Bewegungsunfähigkeit zu beurteilen. Die Annahme von
Dr. I._, der Beschwerdeführer sei indolent gewesen stellt - wie er selbst formuliert -
eine Mutmassung dar, womit auch daraus nichts gegen eine Verursachung durch das
Ereignis vom 8. Mai 2018 abgeleitet werden kann. Seine weitere Sichtweise, der
Beschwerdeführer habe sich wegen eher zunehmenden Schmerzen am Knie in die
ordentliche Sprechstunde begeben, ist den Berichten von Dr. C._ vom 1. Juni 2018
(act. M1) und Dr. F._ vom 24. Mai 2018 (act. M5) nicht explizit zu entnehmen und
lässt sich auch nicht durch den Hinweis - zumal sich der Beschwerdeführer nicht
berufsfähig eingeschätzt haben dürfte - erklären. Im Übrigen ist nicht nachvollziehbar,
weshalb ein Verlauf mit zunehmenden Beschwerden nach einer Verletzung abwegig
sein sollte. Dr. I._ stellt zwar bezüglich des linken Knies zutreffend fest, dass Dr.
C._ anlässlich der Erstbehandlung vom 10. Mai 2018 weder eine Schwellung noch
einen Erguss und auch kein sichtbares Hämatom erhoben habe. Hingegen stellte Dr.
C._ klinisch Druckdolenzen am Pes anserinus sowie am medialen Gelenkspalt fest,
welche auf eine Meniskusverletzung hindeuteten. Das Meniskuszeichen war zwar
wiederum negativ, doch suchte der Beschwerdeführer seinen Hausarzt
unbestrittenermassen wegen Kniebeschwerden links auf und im MRT vom 15. Mai
2018 wurde sodann auch ein Riss des medialen Meniskushinterhorns festgestellt (act.
M3). Daraus lässt sich schliessen, dass das Fehlen gewisser typischer Symptome
sowie ein negativer Meniskustest offensichtlich auch bei tatsächlichem Vorliegen eines
Meniskusrisses möglich sind. Dies zumal die klinischen Befunde erfahrungsgemäss
auch von der Grösse des Gesundheitsschadens abhängig sein dürften und im
konkreten Fall nur ein kleiner longitudinaler Riss ohne Fragmentdislokation erhoben
worden war.
Dr. I._ äussert sich schliesslich zum "morphologischen Schadensbild". Weder
Dr. C._ noch Dr. F._ hätten klinisch eine palpatorische oder funktionelle
Auffälligkeit am Innenband dokumentiert. Eine dortige Zerrung im Innenband bei
Valgusknick müsste sofort einen rissartigen Schmerz ausgelöst haben. Dieser blande
6.4.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 22/26
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Befund werde auch im MRT vom 15. Mai 2018 (act. M3) bestätigt, indem keine
Schädigungszeichen am Innenband erkennbar gewesen seien. Ebenso werde explizit
beschrieben, dass keine Bone Bruises erkennbar seien, welche auf eine stärkere
Traumaenergie hinweisen würden. Wie in Erwägung 6.2 dargelegt, ist nicht belegt,
dass ein traumatischer Meniskusriss immer gleichzeitig mit Verletzungen weiterer
Strukturen auftritt bzw. nicht isoliert reissen kann. Weiter kann der medizinischen Lehre
nicht entnommen werden, dass es für einen traumatischen Meniskusriss zwingend
einer starken Gewalteinwirkung bedarf. Als entscheidend für einen traumatischen
Meniskusriss wird hingegen der Bewegungsmechanismus beschrieben, welcher im
Rahmen des Unfallereignisses stattgefunden hat (vgl. Bilow/Weller, a.a.O., S. 394;
Debrunner, a.a.O., S. 1057; vgl. auch Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St.
Gallen vom 11. September 2018, UV 2017/56, E. 4.3). Insofern kommt den
Ausführungen von Dr. I._ im konkreten Fall keine entscheidende Beweiskraft zu.
Ebenso wenig kann aus seiner weiteren Bezugnahme auf die radiäre Spaltung und den
Horizontalriss eine überzeugende Erklärung gegen einen traumatischen Meniskusriss
abgeleitet werden. Dr. I._ selbst erklärt, dass bei Betrachtung der Printbilder (vgl. act.
M8) der Querriss als kurz und klinisch völlig harmlos imponiere und die eigentliche
Schädigung im Hinterhorn liege, worin er mit Dr. F._ übereinstimmt (vgl. Erwägung
6.3; act. M9-2, M10). Seine weitere Aussage - dieser empfinde die Hinterhornperipherie
bei der Tasthakenprüfung als "sehr instabil" - ist zwar so dem Operationsbericht vom
12. September 2018 (act. M9-2) zu entnehmen. Nicht entnommen werden kann diesem
jedoch die weitere Angabe von Dr. I._, dass gerade in der Hinterhornperipherie kein
Riss "vermutet" worden sei. Gemäss Operationsbericht wurde gerade hier der
Meniskusriss festgestellt und eine Teilmeniskektomie durchgeführt. Anzufügen ist, dass
der radiäre Längsriss des Beschwerdeführers zumindest nicht gegen eine traumatische
Verletzung spricht (vgl. Debrunner, a.a.O., S. 1057) und sich damit in das Gesamtbild
eines traumatisch bedingten Meniskusrisses einfügt.
Ein massgebender Ausgangspunkt für die Beurteilung der Ursächlichkeit einer
Meniskusläsion bildet schliesslich der allgemeine Gesundheitszustand eines
Kniegelenks. So erscheint es naheliegend, dass ein umfassend degenerativ
geschädigtes Knie einen bedeutsamen Hinweis gegen einen traumatisch bedingten
Meniskusriss darstellt und in einem solchen Fall schwieriger zu erklären ist, weshalb
ausgerechnet der Meniskusriss losgelöst von den übrigen strukturellen degenerativen
Gesundheitsschäden als unfallbedingt betrachtet werden müsste. Dementsprechend
äusserte sich Dr. F._ in seinem Bericht vom 19. September 2018 zu dieser Frage. Er
legte dar, dass beim Beschwerdeführer praktisch ausschliesslich nur eine radiäre
Spaltung des Innenmeniskus im dorsalen Bereich, ohne zusätzliche degenerative
6.5.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 23/26
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Veränderungen, vor allem keine - wie durch den Radiologen beschrieben -
Knorpeldelamination (vgl. act. M3) gefunden worden sei. Er wolle ausdrücklich darauf
hinweisen, dass der MRT-Bericht bezüglich Knorpeldelamination und auch
degenerativen Veränderungen nicht stimme. Die übrigen Strukturen seien normal
gewesen; am lateralen Kompartiment seien absolut keine degenerativen
Veränderungen sichtbar gewesen. Eine kleine Bakerzyste fände sich praktisch bei
jedem Patienten und sei kein Hinweis auf ein chronisches Geschehen. Die im MRT
beschriebene "leichte Bursitis im Bereich des Pes anserinus", d.h. das Ödem im
Bereich der medialen Weichteile, sei sodann bedingt durch die Meniskusruptur. An den
Ausführungen von Dr. F._ bestehen keine Zweifel. Allgemein ist zu sagen, dass die
Arthroskopie gegenüber dem MRI durch die direkte Visualisierung der intraartikulären
Strukturen in vielen Fällen eine nochmals feinere diagnostische Differenzierung zulässt
(Pschyrembel, a.a.O., S. 153 f.; Debrunner, a.a.O. S. 247 f., 725 f.), weshalb der
arthroskopischen Befundlage eine entscheidende Bedeutung zukommt. Dr. F._
stellte zwar arthroskopisch die Diagnose einer Chondromalazie des medialen
Kompartiments, jedoch nur eine solche ersten Grades und nicht - wie Dr. E._ (act.
M3) - zweiten Grades. Entsprechend vermag auch das von Dr. H._ in seiner
Stellungnahme vom 11. September 2018 für eine degenerative Läsion des Meniskus
angeführte Beurteilungskriterium einer "schon Knorpeldelamination an med.
Femurkondyl (Grad II)" nicht zu überzeugen, zumal die arthroskopische Befundung im
damaligen Zeitpunkt noch nicht vorgelegen hatte. Bereits bezüglich des MRT-
Untersuchungsergebnisses hatte Dr. F._ im Bericht vom 24. Mai 2018 im Übrigen
festgestellt, dass keine wesentlichen Zusatzschäden vorliegen würden. Zum lateralen
Kompartiment schrieb er im Operationsbericht, es sei alles in Ordnung, es gebe nur
eine leicht diskrete Aufsplitterung des Vorderhorns (act. M9-2). Diese Zone werde mit
dem Shaver gesäubert. Insgesamt kann mithin nicht von einem umfassenden oder
zumindest bedeutenden degenerativen Zustand des linken Kniegelenks und damit
aussagekräftigen Hinweis gegen einen traumatischen Meniskusriss gesprochen
werden.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass hinsichtlich der Beurteilung von Dr. I._
vom 10. Januar 2019, gemäss welcher nur eine mediale Meniskusschädigung bzw. -
veränderung vorliegt, jedenfalls aber kein traumatisch bedingter Meniskusriss, Zweifel
bestehen. Den Feststellungen und Beurteilungen von Dr. F._, der von einem
eindeutig traumatischen Meniskusriss ausgeht, kann demgegenüber nichts
entgegengehalten werden, was Zweifel an seiner Einschätzung begründen könnte. Es
ist deshalb nach dem Gesagten aufgrund der medizinischen Akten davon auszugehen,
dass die Verursachung des Meniskusrisses überwiegend wahrscheinlich durch das
6.6.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 24/26
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7.
Unfallereignis vom 8. Mai 2018 entstanden ist und demzufolge mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auch bei der Arthroskopie vom 11. September
2018 eine traumatische Meniskusläsion behandelt worden ist. Die Beschwerdegegnerin
ist damit für die operative Behandlung und sodann bis zur Heilung der unmittelbaren
Operationsfolgen (Wundheilung, postoperative Schmerzphase, Einnahme von
Medikamenten, Schonungsphase mit möglicher Arbeitsunfähigkeit usw.)
leistungspflichtig.
Es bleibt die Leistungspflicht in Bezug auf die OSG-Problematik zu prüfen. Wie
bereits erwähnt, ist diese im Verlauf, angeblich bis 24. Mai 2018, folgenlos abgeheilt
(vgl. act. G1, S. 4 Ziff. 13, S. 8 Ziff. 23; vgl. auch act. M5), demgemäss nur eine
vorübergehende unfallkausale Gesundheitsschädigung zur Diskussion steht (vgl.
Erwägung 1.4).
7.1.
Dr. I._ beschreibt in seiner Beurteilung vom 10. Januar 2019 die im MRT des
linken OSG vom 14. Mai 2018 erhobenen strukturellen Befunde und erklärt, inwiefern
diese keine traumatischen Verletzungen darstellen würden. Er kommt zum Schluss,
dass am OSG links vorwiegend Vorschädigungen nach früherer Bandläsion vorliegen
würden. Seinen Ausführungen ist nichts hinzuzufügen. Sie sind insbesondere mit Blick
auf den MRT-Untersuchungsbericht nachvollziehbar und überzeugend. Die zur
Darstellung gelangende Bandruptur wurde als "ältere" bezeichnet. Eine Arthrose stellt
definitionsgemäss eine degenerative Gesundheitsschädigung dar und kann
traumatisch bedingt nur als sekundäre Spätfolge auftreten. Eine traumatische Arthrose
fällt angesichts des im Zeitpunkt der MRT-Untersuchung erst weniger als eine Woche
zurückliegenden Ereignisses offenkundig ausser Betracht (vgl. Debrunner, a.a.O., S.
579 ff.; Pschyrembel, a.a.O., S. 152 f.; Roche Lexikon, a.a.O., S. 134). Die kleine
Partialruptur der Plantarfaszie beurteilt Dr. I._ nicht als frisch unfallbedingt und
betrachtet überhaupt deren klinische Relevanz als fraglich. Weder den Eingaben des
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers noch den übrigen medizinischen Akten lassen
sich gegenteilige Standpunkte bzw. Hinweise entnehmen.
7.2.
Allerdings diagnostizierte Dr. C._ anlässlich der Erstbehandlung vom 10. Mai
2018 eine OSG-Distorsion und erhob hierfür typische Befunde, eine periartikuläre
Schwellung zirkumferentiell sowie eine - wenn auch diffuse - Druckdolenz, speziell über
dem anterioren OSG-Anteil (act. M1). Vor diesem Hintergrund lässt sich eine natürlich
kausale Unfallverletzung, insbesondere in Form einer Bänderzerrung - wenn auch nicht
von einer strukturellen Läsion begleitet (vgl. Erwägung 7.2) -, nicht in Abrede zu stellen.
7.3.
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8.