Decision ID: 88c5d254-7597-4af7-88ad-ef08f93f318d
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1962, arbeitete bei der
Y._
als Last
wagen
chauffeur (Fahrer für Muldenkipper und Schlepper) in einem 100%-Pensum und war dadurch bei der Schweizerischen Unfallver
siche
rungs
an
stal
t (nachfolgend: Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Un
fällen ver
sichert, als er sich am 29. März 2017
auf seinem Kleinmotorrad
bei einem Verkehrsunfall (
K
ollision
mit einem Personenwagen
) Prellungen am ganzen Körper zuzog (vgl. Schadenmeldung vom 7. April 2017, Urk. 9/1). Die Erst
konsultation im
Z._
erfolgte am gleichen Tag bei
Dr.
med.
A._
, Facharzt Chirurgie, der
gestützt auf bildgebende Befunde (vgl. Berichte Computertomographie (CT) vom 29. März
2017, Urk.
9/82,
Urk.
9/84
, Urk.
9/85
) ein stumpfes Schädel-Hirn-Trauma
mit
Contusio
capitis
, ein stumpfes Thorax- und Abdominal-Trauma mit einer Thorax- und Becken-Kontusion auf der rechten Seite sowie eine Patella-Unter
pol-Querfraktur rechts diagnostizierte
(vgl. Kurzbericht vom 3
0.
März
2017, Urk.
9/12).
Die Suva erbrachte in der Folge die gesetz
lichen Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen (Urk. 9/5).
Gestützt auf die kreisärztliche
n
Beurteilung
en
vom
2
6.
Februar 2018 (
Urk.
9/121) und
7.
Mai 2018 (Urk. 9/145)
und ausgehend davon, dass der Versicherte
seit Ende Februar 2018
unfallbedingt wieder voll arbeitsfähig sei, stellte
die Suva
ihre Versicherungsleistungen (Heilbehandlung und Taggeld
leistungen) per
4.
Juni
2018 ein (vgl.
Verfügung vom
5.
Dezember 2018
,
Urk.
9/177
).
Die
dagegen erhobene Ein
spra
che vom
1
5.
Januar 2019
(Urk.
9/186
) wurde mit
E
insprache
e
ntscheid
vom
5.
Juli 2019
abgewiesen (Urk.
9/191
= Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
6.
September 2019 (
Urk.
1) Beschwerde und beantragte, der angefochtene
Einspracheentscheid
sei aufzu
heben und es sei ein medizinisches Gutachten beim
B._
in
C._
in Auftrag zu geben. Hiernach sei über seinen Anspruch auf Versicherungsleistungen neu zu befinden. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um die Gewährung der
unent
gelt
liche
n
Prozessführung und
Rechtsverbeiständung
, was er mit Eingabe vom 7. Ok
tober 2019
substanziierte
(
Urk.
10,
Urk.
11,
Urk.
12/1-7).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
1.
Oktober 2019 (
Urk.
8) auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer mit
Ver
fügung vom
9.
Oktober 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
13).
Mit
Eingabe vom 1
4.
Januar 2020 (
Urk.
14)
legte
der Beschwer
de
führer weitere Arztberichte (
Urk.
15/1-7)
zu den Akten, woraufhin die Beschwerdegegnerin am 1
8.
Februar 2020 eine Duplik einreichte, in der sie an ihren bereits gestellten Rechtsbegehren vollumfänglich festhielt (
Urk.
18). Am 2
1.
April 2020 legte der
Beschwerdeführer ein eigens in Auftrag gegebenes Gutachten von
Dr.
med. D._
, Facharzt Chirurgie FMH speziell Allgemeinchirurgie und Traumatol
ogie, vom 10.
April 2020 (
Urk.
21/1-2)
ins Recht.
In der Folge beantragte die Beschwerde
gegnerin mit Schreiben vom
9.
Juni 2020 die teilweise Gutheissung der Be
schwer
de im Sinne einer Rückweisung zwecks Einholung eines externen Gut
achtens
(Urk.
25). Der Beschwerdeführer hielt mit Eingabe vom
9.
Juli 2020 an seinen bereits gestellten Rechtsbegehren fest und beantragte die Einholung eines Ge
richtsgutachtens (Urk.
28), was der Beschwerdegegnerin am 1
3.
Juli 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
29).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die
Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskus
risse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Bandläsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die
körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahin
fallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheits
schadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungs
begründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und
Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März
2014 E. 2.3.2).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.5
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das
Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
1.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügen
d festgestellt wurde (
§
26 Abs.
1 des Gesetzes über
das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
]
).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid vom
5.
Juli 2019 (
Urk.
2) sowie in ihrer Be
schwer
deantwort vom
1.
Oktober 2019 (
Urk.
8) ging die Beschwerdegegnerin gestützt auf die medizinischen Abklärungen, insbesondere die kreisärztlichen Untersuch
ungen vom 2
6.
Februar 2018 (
Urk.
9/121) und vom
7.
Mai 2018 (Urk. 9/145), davon aus, dass
keine sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden Unfallfolgen verblieben seien, weshalb der Unfall zu Recht in Einstellung der Versicherungs
leis
tungen folgenlos abge
schlossen worden sei.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom
6.
September 2019 (Urk. 1) zusammengefasst geltend,
die kreisärztliche Abklärung und Einschätzung zur Kausalität der Arthrose und des Meniskusrisses seien unge
nü
gend ausgefallen. Die
Unfallk
ausalität der beiden Verletzungen könne nicht mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden (S. 8).
In seiner Eingabe vom 1
4.
Januar 2020 (
Urk.
14) verwies er ergänzend auf neue Arzt
berichte, in denen wiederholt von einem posttraumatischen Meniskusriss und einer posttrau
matischen
Femoropatellararthrose
die Rede war.
2.3
Diesbezüglich hielt die Beschwerdegegnerin in ihrer Duplik vom 1
8.
Februar 2020 (
Urk.
18) fest, die Ausführungen des Kreisarztes seien ausführlich und nachvoll
ziehbar, mit abweichenden medizinischen Meinungen setze sich dieser einlässlich aus
einander, weshalb auf seine Einschätzung abzustellen sei.
Daraufhin führte der Beschwerdeführer in seiner Eingabe vom 2
1.
April 2020 (
Urk.
20) aus, Dr.
D._
begründe in seinem Gutachten anhand einer Bilddokumentation detailliert eine unfallbedingte
Femoropatellararthrose
. Mithin könne nicht auf die kreisärztlichen Ausführungen abgestellt werden.
2.4
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer infolge des Unfallereignisses vom 29. März 2017 über den
4.
Juni 2018 hinaus Anspruch auf Leistungen der Beschwerdegegnerin hat.
3.
3.1
Nach einem Verkehrsunfall (Frontalkollision) am 29. März 2017 (vgl. Schaden
meldung vom
7.
April 2017, Urk. 9/1) wurde der Be
schwerdeführer notfallmässig ins
Z._
eingewiesen, wo gestützt auf bildgebende Befunde (vgl. Berichte Computertomographie (CT) vom 29. März
2017, Urk.
9/82,
Urk.
9/84
, Urk.
9/85
) ein stumpfes Schädel-Hirn-Trauma
mit
Contusio
capitis
, ein stumpfes Thorax- und Abdominal-Trauma mit einer Thorax- und Becken-Kontusion auf der rechten Seite sowie eine Patella-Unter
pol-Querfraktur rechts diagnostiziert wurden. Nach unauffälliger neuro
logischer Überwachung wurde der Beschwerdeführer entlassen, wobei die Ärzte hinsicht
lich der Patella-Fraktur eine Ruhig
stellung in der Knie-Klettschiene empfahlen (vgl. Arztbericht vom 30. März
2017, Urk. 9/12).
Eine am 1
6.
Mai
2017 durch
geführte Magnetresonanztomographie (MRI) des rechten Knies zeigte neben der bereits diagnostizierten Patella-Unter
pol-Querfraktur ausserdem eine
osteo
chondrale
Absprengung am
mediokaudalen
Rand der Patella, eine Knochen
kontusion
ventromedial
am medialen
Femurkon
dylus
, einen Horizontalriss in der Pars
intermedia
und im
Hinterhorn
des me
dialen Meniskus sowie eine
mässig
gradige
mediale
Femoropatellargelenksarthrose
(vgl. Urk.
9/83
). Es wurde Phy
sio
therapie zur Verbesserung der
Gelenks- und
Musk
elfunktion ver
ordnet (vgl. Urk. 9/31
).
Im
Rahmen von Verlaufskontrollen im
Z._
klagte der Beschwer
deführer über
unklare Gefühlsstörungen im Knie (vgl. Verlaufsdokumentation vom 2
6.
Juli 2017,
Urk.
9/50), weshalb die behandelnden Ärzte ein neurologisches
Konsil
bei
Dr.
med.
E._
, Fachärztin FMH für Neurologie, für angezeigt erachteten
(vgl. Verlaufs
bericht vom 20. August 2017, Urk. 9/49). Dr.
E._
hielt in ihrem Arzt
bericht vom 24. Au
gust 2017 (Urk. 9/80) fest, es bestehe eine Hypästhesie über der rechten Knie
scheibe im Versorgungsgebiet des
Ramus
infrapatellaris
des
Nervus
saphenus
, der am ehesten direkt beim Unfall kompri
miert/lädiert worden sei
. Hinweise für eine differenzial
diagnostisch zu erwägende weiter proximal liegende Nervenläsion oder
Radiku
lo
pathie
würden sich anam
nestisch und klinisch nicht finden lassen, ebenso wenig für eine systemische Neu
ro
pathie klinisch und elektroneuro
graphisch. Die Nervenläsion erkläre zwar kein Insta
bilitätsgefühl im Knie, trotz
dem könne der Nerv an der Innenseite des Ober
schen
kels lokalanästhetisch infil
triert/blockiert werden, sollten schmerzhafte
Dysästhe
sien
auftreten.
3.2
Infolge persistierender Beschwerden wurde am 18. Oktober 2017 eine erneute MRI-Untersuchung des rechten Knies durchgeführt (vgl. Urk. 9/81).
Im Rahmen dieser habe sich eine zwischenzeitlich konsol
idierte Querfraktur am Patella-
U
nterpol
gezeigt. Weiter sei
en
eine
bekannte nach medial dislozierte kleine
osteo
chondrale
Patella-Absprengung sowie vorbestehend bis zum Knochen reichende irreguläre Knorpelschäden an der medialen
Patellafacette
sowie
eine
Chondro
ma
lazie
Grad III-IV mit
subchondralen
Zysten des
femoralen
Gleitlagers ersichtlich.
Bei noch nachweisbarem Meniskusriss des medialen
Meniskushinterhorns
wurde die Indi
kation zur Knie
arthroskopie gestellt (vgl. Arztbericht vom 26. Oktober
2017, Urk. 9/78). Dr.
A._
führte den operativen Eingriff am 1. November 2017 durch (vgl. Operations
be
richt vom 6. November 2017, Urk. 9/94). Dieser be
richtete im Rahmen einer postoperativen Kontrolle, der Beschwerde
führer habe weiterhin über eine gewisse Beschwerdesymptomatik im Bereich des rechten Kniegelenks mit Schmerzen im retropatellaren und
femoro
patellaren
Bereich sowie eine gewisse Instabilität im Bereich des rechten Knie
gelenks geklagt. Die klinische Untersuchung habe weder einen Kniegelenk
s
erguss noch eine nach
weisbare Instabilität im rechten Knie
ge
lenk gezeigt. Deutlich sei eine Atrophie der Oberschenkel- und Unterschenkel
muskulatur des rechten Beines, was mö
glich
erweise die bestehende Instabilität im rechten Knie bei bestimmten Be
wegungen erklären könnte.
Ausserdem seien deutliche degenerative Verände
run
gen im retro- und
femoropatellaren
Bereich des Kniegelenks sowie Zeichen für
eine
beginnende Retropatellararth
r
ose ersichtlich,
was ebenfalls die Beschwerde
sym
pto
matik erklären könne.
Er empfahl eine intensive Physiotherapie bzw. medizi
nische Trainingstherapie (MTT) zur Verbes
se
rung der Muskulatur am rechten Bein (vgl. Arztbericht vom 15. November 2017, Urk. 9/95). In den nachfolgenden Sprech
stundenberichten führte
Dr.
A._
aus, sechs Wochen nach der
ar
thro
skopischen
Operation habe der Beschwerdeführer eine Verbesserung der Be
schwerde
symptomatik im rechten Kniegelenk angegeben. Es zeige sich eine volle Bewegung und es seien weder ein Kniegelenk
s
erguss noch Bandinstabilitäten auszumachen. Zur besseren Stabilisie
rung des Kniegelenks werde eine Genutrain-P3-Schiene empfohlen (vgl. Arztbe
richt vom 13. Dezember 2017, Urk. 9/101).
3.3
Am 26. Februar 2018 wurde der Besc
hwerdeführer von Dr. med. F._
, Allgemeinmedizin, kreisärztlich untersucht (vgl. Urk. 9/121). Dr.
F._
stellte folgende Diagnosen:
-
Belastungsabhängige Beschwerden Kniegelenk rechts bei Gonarthrose
sowie wahrscheinlich schmerzreflektorisches Einknicken Kniegelenk recht
s, Differenzialdiagnose funktionelle Störung bei
-
Status nach Kniearthroskopie, Spülung, Meniskusteilresektion und Menis
kus
glättung,
Notchplastik
und
Mikrofrakturierung
im
Femoro
patellarlager
rechts (1. November 2017) bei multiplen degenerativen Rissbildungen medialer Meniskus
Hinterhorn
zur Pars
intermedia
-
Chondropathie
Grad III
Femoropatellarlager
und grossflächig retro
pa
tellar rechts in der Hautbelastungszone
-
Hypertrophe
osteophytäre
Störung an der
Eminentia
-nahen medialen Tibia mit Störung der
Notch
rechts
-
Status nach Kontusion Kniegelenk rechts am 29. März 2017 mit Quer
fraktur am
Unterpol
der Patella mit einem Frakturspalt von 2 mm sowie kleine
m
ossäre
m
Fragment an der lateralen
Patellafacette
Dr.
F._
hielt fest, der Beschwerdeführer
klage
über belastungsabhängige Schmer
zen und ein ständiges Einknicken bei unebenem Boden.
Bei Durchsicht der MRI-Bilder hätten sich im Mai 2017 die Knorpeldefekte an der medialen
Femurkondyle
reizlos gezeigt. Im Verlaufs-MRI im Oktober 2017 sei eine deut
liche Signalanhebung im Sinne einer aktivierten Arthrose ersichtlich gewesen.
Aufgrund der kli
nischen Untersuchungsbefunde und der vorliegenden Röntgen
do
kumentation sei eine gewisse Restbeschwerdesymptomatik
endlagig
bei Fle
xion an der
Patella
spitze
als Unfallfolge nachvollziehbar. Das Einknicken lasse sich durch die im MRI vorhandenen Befunde hingegen nicht erklären. Der Beschwerdeführer be
schrei
be das Einknicken als seitliches Wegknicken bei Uneben
heiten bis zu einer Flexion im Kniegelenk von ca. 30°. Eine neurologische Störung als Ursache sei aufgrund der vorliegenden Befunde mit grösster Wahr
schein
lichkeit auszu
schliessen. Dr.
F._
ging davon aus, dass es sich beim
Einknicken um einen
reflektorischen, schmerzbedingten/schmerzerwartenden Schutz
mecha
nis
mus hand
le
. Differenz
ialdiagnostisch käme auch eine funktionelle Störung in Frage. Auffallend sei ein schlechtes Körperbewusstsein.
Ob es durch die Operation mit
Débridement
der Knorpeldefekte zu einer relevanten Verschlimmerung ge
kom
men sei, müsse mittels MRI evaluiert werden.
Der
Kreisarzt attestierte dem Be
schwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit aktuell eine weitgehende Arbeits
unfähigkeit
.
3.4
Die Haftpflichtversicherung leitete ebenfalls eine Beurteilung in die Wege, im Rahmen derer der Bes
chwerdeführer von Dr. med. G._
, FMH Ortho
pä
dische Chirurgie,
im
März 2018 begutachtet wurde (Gutachten vom 1
6.
März
2018, Urk. 9/130/4-10).
Dr.
G._
konstatierte, ein am 1
3.
März 2018 durch
geführtes MRI des rechten Knies (vgl.
Urk.
9/130/11) zeige einen Status nach medialer
Teilmeniskektomie
mit Verdacht auf
Reruptur
am Übergang vom Corpus zum
Hinterhorn
, mit bis hochgradiger
Femoropatellararthrose
mit abgrenzbaren Aktivierungszeichen bei nur minimaler Degeneration
femorotibial
. Erkennbar sei auch ein leichtgradiger Gelenkerguss sowie eine neu abgrenzbare
Auftreibung
und T2-Hyperintensität in den kranialen und lateralen Anteilen des Ligamentum Patella.
Dr.
G._
diagnostizierte ein
en
Status nach konsolidierter,
undislozierter
Patella Quer
fraktur im
Unterpol
Knie auf der rechten Seite als unfallkausal. Nicht unf
all
kausal sei:
-
S
ymptomatische
Femorpatellararthrose
Grad III-IV am rechten Knie
-
Status nach
Teilmeniskektomie
medial (sparsam)
-
Status nach
Knorpelabrasion
und
Microfracturing
im
femoropatellaren
Gleitlager
-
Degenerativer Meniskusriss im
Hinterhorn
zur Pars
intermedia
rechts
-
Hypertrophe,
osteophytäre
Störung an der
eminentianahen
medialen Tibia mit Störung an der
Notch
rechts
Die direkten Unfallfolgen am rechten Knie - so Dr.
G._
- seien ohne fassbare Residuen abgeheilt. Die noch vorhandenen Beschwerden würden einer vorbe
stehen
den (
Prä
)- beziehungsweise etablierten
Femoropatellararthrose
entsprechen. Diese könne nicht kurativ behandelt werden. Der Beschwerdeführer sei in seiner ange
stammten Tätigkeit als Lastwagenchauffeur ohne körperliche Belas
tung des Ab- und Aufladens per sofort zu 100 % arbeitsfähig. Gegebenenfalls sei einem Einsatz im Fahrzeug eine verkehrsmedizinische Ab
klärung voranzustellen (Urk. 9/130/9f.).
3.5
In der kreisärztlichen Beurteilung vom 7. Mai 2018 (Urk. 9/145) wiederholte Dr.
F._
, die erlittene Querfraktur am
Unterpol
der Patella mit Frakturspalt von
2 mm sowie kleinem
ossären
Fragment an der lateralen
Patellafacette
habe
keinen Einfluss auf die Beschwerdesymptomatik, da die belastete Gelenkfläche der Patella bei dieser Fraktur in keiner Weise involviert gewesen sei.
Er verwies auf die Beurteilung von
Dr.
G._
(vgl. E. 3.4 hiervor) und konstatierte,
dieser bestätige, dass die
undislozierte
Patellaquerfraktur
im
Unterpol
Knie rechts folgenlos abgeheilt sei. Die nach wie vor bestehende Be
schwerdesymptomatik sei auf die symptomatische
Femoropatellararthrose
Grad III-
IV im rechten Knie nach zweimaliger Arthroskopie mit
Teilmeniskektomie
medial sowie
Knorpel
abrasion
im
femoropatellaren
Gleitlager zurückzuführen.
Unfallfolgen würden für die Beschwerden keine Rolle mehr spielen.
3.6
Im Arztbericht vom 1
1.
September 2018
(
Urk.
9/169) konstatierte
Dr.
A._
, die Beschwerde
symp
tomatik im rechten Kniegelenk mit Be
lastungs
schmerzen und Wetterfühlig
keit könne mit der posttraumatischen Arthrose und mit der Retropatellararthrose erklärt werden. Die temporären Taub
heitsgefühle und das Einknicken mit einer gewissen Instabilität im rechten Knie
gelenk sei hingegen neurologisch durch die traumatische Irritation im Versor
gungs
gebiet des
Ramus
infrapatellaris
des
Nervus
saphenus
zu erklären. Entsprechend sei eine weitere neurologische Abklä
rung zu empfehlen.
Die im
Z._
durchgeführte klinisch-neurologische und elektrophysio
logische Untersuchung habe jedoch keine Hinweise für eine neurogene Ursache der Knie
instabilität auf der rechten Seite ergeben.
Die untersuchende Ärztin hielt in ihrem Arztbericht vom 19. November 2018 (
Urk.
15/1) fest, es würde sich zwar eine fragliche Parese sowohl distal wie auch für die Knieextension rechts zeigen, diese könne jedoch auch mechanisch bedingt sein. Die elektrophysiologischen Untersuchungen hätten keine Hinweise auf eine Nervenläsion als Ursache dieser Beschwerden ergeben. Das Taubheitsgefühl, welches der Beschwerdeführer unterhalb der Patella rechts angebe, könne durch eine im Rahmen der Operation bedingten Verletzung eines sensiblen Hautastes bedingt sein. Hierfür spreche, dass es sich um eine sehr fokale Läsion handle. Sie gehe davon aus, dass die Instabilität mechanisch bedingt sei.
3.7
Dr.
F._
hielt
in seiner Stellungnahme vom 2
6.
November 2018
fest
(Urk. 9/174),
Dr.
A._
erkläre nicht
,
aufgrund welche
n
Sachverhalts die Arthrose retropatellar und
tibial
unfallbedingt sein solle. Ausserdem sei er nicht darauf eingegangen, dass die kleinen knöcher
nen Absprengungen an der
Patellaspitze
und
Patellafacette
ausserhalb der Belas
tungszone des Kniegelenks lägen. Ebenso wenig erkläre er, wie die Instabilität des rechten Kniegelenks neuro
logisch durch eine traumatische Irritation im Ver
sorgungsgebiet des
Ramus
infrapatellaris
des
Nervus
saphenus
zu erklären sei. Beim
Ramus
infrapatellaris
Nervus
saphenus
handle es sich um einen rein sen
siblen Ast, welcher keinerlei Einfluss auf die
Motorik und somit Stabilität des Kniegelenks habe. Ein
Einknicken (Ausfall der Muskelfunktion) aufgrund einer Verletzung des
Nervus
s
ap
henus
und insbesondere lediglich des betroffenen kleinen Hautastes, welcher ausschliesslich ein knapp handtellergrosses Hautareal unterhalb der Patella ver
sorge, könne mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Eine neurologische Ursache des «Auslassen des rechten Kniegelenks» sei zudem bereits durch die fachärztlich-neurologische Untersuchung durch
Dr.
E._
widerlegt worden (vgl. E.
3.1 in
fine
).
Dr.
F._
erachtete den Beschwerdeführer aufgrund der Unfall
folgen in seiner bisherigen Tätigkeit als Lastwagenchauffeur als vollständig ar
beits
fähig.
Sehe
sich der Beschwerdeführer dazu subjektiv nicht in der Lage, sei gegebenenfalls ein angepasstes Arbeitsplatzprofil zu berücksichtigen. In einer an
ge
passten, wechselbelastenden, körperlich leichten und mittelschweren Tätigkeit sei unter folgenden Voraussetzungen unfallbedingt von einer ganztägigen Ar
beits
fähigkeit auszugehen: keine kniende
n
Tätigkeiten, womit die Störung durch den
Ramus
infrapatellaris
sowie die knöcherne Absprengung an der
Patellaspitze
vollumfänglich berücksichtigt sei.
3.8
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens reichte
der Beschwerdeführer unter anderem die nach Verfügungserlass ergangene Stellungnahme des Regionalen Ärzt
lichen Dienstes (RAD) vom 2
2.
November 2019 zu den Akten (
Urk.
15/7). Darin nannte der RAD-Arzt gestützt auf
die
Arztberichte des
Z._
vom 21. Fe
bruar 2019 (
Urk.
15/2), 1
9.
Juni 2019 (
Urk.
15/3) und 1
8.
September 2019 (Urk. 15/4)
die schmerzhafte Funktions- und Belastungsminderung des rechten Kniegelenks mit/bei posttraumatischer
Femoropatellararthrose
, Status nach Arthro
skopie mit Meniskus- und Knorpelrevision, Status nach Motorrad
unfall mit Rotationstrauma, Meniskusriss sowie
Patellafraktur
als Diagnose mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
In der akte
nbasierten Einschätzung vom 10.
April 2020 (
Urk.
21/1-2) - ebenfalls im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereicht - bestimmte
Dr.
D._
die posttraumatische
Femoropatella
r
arthrose
der medialen
Patellafa
cette
rechts sowie die Nerven
kontusion
Ramus
infrapatellaris
des
Nervus
saphenus
rechts (am ehesten post
traumatisch nach Motorradunfall vom 2
9.
März 2017) als unfallkausale Dia
gno
sen. Die degene
ra
tive Meniskusläsion
Hinterhorn
/Pars
intermedia
Meniscus
me
di
alis
und hyper
trophe
osteophytäre
Störung an der medialen Tibia
eminentia
nahe
mit Störung (
Impingement
) an der
femoralen
Notch
sei hingegen nicht unfallkausal.
Dr.
D._
führte aus, die in den
bildgebenden
Befunden ersichtlichen Schä
den seien unfallkausal bedingt und nicht in einer vorbestehenden Retro
patellararthrose begründet. Die
Knorpelschäden seien im MRI vom 1
8.
Oktober 2017
(vgl.
Urk.
9/
81
)
deutlich abgrenzbar, während sich das Weichteil- und Knochen
marksödem deutlich zurückgebildet habe. Zudem würden die MR-Bilder abgesehen von der traumatischen Schädigungszone
medialseitig
einen absolut unauffälligen und intakten Restknorpel der Patella zeigen, was ebenfalls gegen eine vorbestehende Retropatellararthrose spreche.
Als weitere posttraumatische Schädigung
zeige
sich eine Knochenkontusion (mit posttraumatischem Knochen
marksödem) an der
anteromedialen
Femurkondyle
auf Höhe der unteren medialen
Patellafacette
.
Die
Kontusionszone liege genau gegenüber der
kontusionierten
medialen
Patellafacette
und der stark
ödematisierten
Weichteilzone medial der Patella. In
Beugeposition seien die Kontusionszonen der Patella und der
antero
medialen
Femurkondyle
genau gegenüberliegend, sodass von einer direkten Kon
tusion auf den gesamten
anteromedialen
Gelenksanteil in Beugeposition des Knie
gelenkes ausgegangen werden müsse. Das Knochenmarksödem liege zudem deutlich ausserhalb der Hauptbelastungszone des medialen Gelenkskompar
ti
men
tes, wie
man
es bei einer vorbestehenden medialen (aktivierten) Gonarthrose erwar
ten
würde,
und sei somit eindeutig posttraumatisch bedingt. Ferner könne der Knorpelschaden in der zentralen
Trochlea
durchaus unfallbedingt sein
. Im Ver
gleich der beiden MRI-Untersuchungen zeige sich im Oktober 2017 eine zuneh
men
de Signalanhebung/
Ödembildung
respektive erst im Verlauf die Aus
bildung von
subchondralen
Zysten, was
einerseits
ei
nem Folgezustand einer
osteochon
dralen
Verletzung entspreche und stark schmerzhaft sein könne, anderer
seits wäre bei einer vorbestehenden
fortgeschrittenen
Femor
o
patellar
arthros
e
zu erwarten, dass die Zysten schon in der MRI-Untersuchung vom
16. Mai 2017 (vgl. Urk.
9/
83
) hätte
n
nachgewiesen werden können.
Von der Lokalisation her würden auch diese
osteochondralen
Verletzungen zu einem Impact von
anteromedial
auf das leicht flektierte Kniegelenk passen. Das Auftreten der
subchondralen
Zysten erst im Verlauf spreche ebenfalls für eine
traumatologische
Genese und gegen eine vorbestehende
Femoropatellararthrose
.
Die Schmerzzunahme in belasteter Flexion sei bei bestehender posttraumatischer
Femoropatellararthrose
erklärbar durch den in Flexion erhöhten
Patella
an
pressdruck
resp. die resultierende Kompressionskraft auf das
Femoropatellar
gelenk
.
Das subjektive Instabilitätsgefühl entspreche - so
Dr.
D._
- einem schmerzreflektorischen Einknicken bei flexionsbedingter Zunahme der Belastung im
Femoropatellargelenk
durch die Erhöhung der resultierenden Kompressions
kraft in Flexion.
In Bezug auf die im November 2017 durchgeführte Operation führte
Dr.
D._
au
s
, ohne den Unfall vom 29. März 2017 hätte die Operation nicht durchgeführt werden müssen, da davon auszugehen sei, dass der wahrscheinlich schon länger vorbestehende und vor dem Unfallereignis asymptomatische degenerative Meniskusriss nicht ursächlich für die
posttraumatischen Beschwerden des Beschwerdeführers sei. Die Beschwerden persistierten nach Sanierung des Meniskusrisses in unveränderter Weise weiter, sodass der Meniskus
schaden nicht für die Beschwerdesymptomatik des Beschwerde
führers ver
antwortlich sei, auch wenn er schon vorbestehend gewesen sei.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
5.
Juli 2019
(
Urk.
2) in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf die versicherungs
interne Beurteilung von
Dr.
F._
vom
2
6.
Februar 2018 (
Urk.
9/121)
und
7.
Mai 2018 (
Urk.
9/145)
.
4.2
Krei
sarzt
Dr.
F._
legte in seinen ärztlichen
Beurteilung
en
vom 2
6.
Februar 2018
und
7.
Mai 2018
unter Hinweis
auf
die Resultate der MRI-Untersuchungen vom
1
6.
Mai 2017 und 1
8.
Oktober 2017 dar, dass es sich
bei der bestehenden Be
schwerdesymptomatik
um eine
arthrosebedingte
Schmerzproblematik handle und die durchgeführte Arthroskopie ausschliesslich der Behandlung der vorbestehen
den Arthrose gedient habe, wobei es durch das
Débridement
der Knor
pel
defekte wahrscheinlich zu einer Verschlimmerung der Beschwerden gekom
men sei
(vgl. E. 3.3 und E. 3.5)
.
Die
im Rahmen des Unfalls
erlittene Querfraktur am
Unterpol
der Patella habe hingegen keinen Einfluss auf die Beschwerde
symptomatik. Dies begründete
Dr.
F._
im Wesentlichen damit, dass die belastete Gelenkfläche der Patella bei dieser Fraktur in keiner Weise involviert
gewesen sei
(vgl. E. 3.5).
Dr.
G._
teilte diese Einschätzung und bestimmte ebenfalls eine vorbestehende (
Prä
)- bzw. eine etablierte
Femoropatellararthrose
als für die noch vor
handenen Beschwerden ursächlich. Die direkten Unfallfolgen seien abgeheilt. Diesbezüglich verwies er auf das MRI vom 1
8.
Oktober 2017,
im Rahmen derer
sich eine konsolidierte
Patellafraktur
gezeigt habe
(vgl. E. 3.4).
Schliesslich
erwähnte auch
Dr.
A._
deutliche
degenerative
Veränderungen im retro- und
femoro
patellaren
Bereich des Kniegelenks
, welche die Beschwerdesymptomatik erklären könnte
n
(vgl. E. 3.2)
, beurteilte die Beschwerden
(Belastungsschmerzen, Wetterfühligkeit, Taubheitsgefühl, Einknicken)
später jedoch durch eine posttraumatische Arthrose sowie neurologisch bedingt (vgl. E. 3.6).
Weder
Dr.
E._
noch die unter
suchende Neurologin im
Z._
erachteten allerdings
eine Ner
ven
läsion als Ursache für die noch vorhan
de
nen
Insta
bilitäten im rechten Knie
gelenk als plausibel (vgl. E.
3.1 in
fine
, E. 3.6 in
fine
). Vielmehr wurden die Instabilitäten
als
mechanisch bedingt beurteilt (vgl. E. 3.6 in
fine
). Vor diesem Hintergrund ist die erste Einschätzung von
Dr.
A._
, wonach eine deutliche Atrophie der Ober
schenkel- und
Unterschenkelmuskulatur des rechten Beines für die Instabilitäten im rechten Knie verantwortlich sei (vgl. E. 3.2), nachvollziehbar.
Dr.
D._
hingegen
wider
sprach
der
Ein
schätzung
von
Dr.
F._
und
Dr.
G._
und be
grün
dete die post
trau
ma
tische
Femoropatellararthrose
der medialen
Patella
facette
damit, dass die Knor
pel
schäden im MRI vom 1
8.
Oktober 2017 deutlich abgrenzbar gewesen seien. Zu
dem würden die Bilder abgesehen von der trau
matischen Schädigungs
zone
medialseitig
einen intakten Restknorpel der Patella zeigen, was gegen eine vor
be
stehende Retropatellararthrose spreche
.
Auch dass die
subchondrale
Zyste erst im Verlauf aufgetreten sei
und in der MRI-Un
ter
suchung vom 1
6.
Mai 2017 noch nicht hätte nachgewiesen werden könne
, spreche gegen eine vorbestehende
Femoropatellararthrose
(vgl. E. 3.8).
Angesichts dieser Vorbringen
von
Dr.
D._
kann vorliegend nicht ohne Zweifel auf die versicherungsinternen Feststellungen von Kreisarzt
Dr.
F._
,
denen pra
xis
gemäss nicht die
selbe Beweiskraft wie einem unter Wahrung
der Verfah
rens
rechte nach Art.
44 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) vom Versicherungs
träger veranlassten Gutachten un
abhängiger Sach
ver
ständiger zukommt (vgl. E.
1.5)
, abgestellt werden.
Unklar ist sodann, ob der Beschwerdeführer vor dem Unfallereignis am
2
9.
März
2017
bereits unter Beschwerden im rechten Kniegelenk litt. Diesbezüglich hat die Beschwerdegegnerin von der Hausärztin/vom Hausarzt des Beschwerdeführers keine Auskunft eingeholt und den rechtserheblichen Sachverhalt somit unvoll
ständig abgeklärt.
4.3
Aufgrund der gegebenen medizinischen Aktenlage lässt sich damit nicht prüfend nachvollziehen, ob die kausale Bedeutung des Unfallereignisses vom
2
9.
März
2017
für die
Kniebeschwerden
rechts überwiegend wahrscheinlich
Ende Mai 2018
weggefallen ist oder nicht.
D
ie Frage der Kausalität der noch bestehenden Beschwerden
ist
im Rahmen eines unabhängigen externen Gutachtens zu prüfen
(vgl. E.
1.4-1.5
).
Angesichts dessen, dass sich die Beschwerdegegnerin lediglich auf versicherungs
interne ärztliche Einschätzungen stützte und keine externe Begut
achtung veranlasst hatte, ist d
er angefochtene
Einspracheentscheid
aufzu
heben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
(vgl. E. 1.6)
, damit diese nach er
gänzender Abklärung eine neue Beurteilung vornehme und hernach über ihre Leistungspflicht neu verfüge.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5
.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges
Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Wird eine Entschädigung beansprucht, reicht di
e Partei dem Gericht vor dem En
dentscheid eine detaillierte Zusammenstellung über ihren Zeitaufwand und ihre Barauslagen ein. Im Unterlassungsfall setzt das Gericht die Entschädigung nach Ermessen fest (
§
8 in Verbindung mit
§
9 der Verordnung über die Gebüh
ren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialve
rsicherungsgericht;
GebV
SVGer
),
worauf
in der
gerichtlichen Verfügung vom
9.
Oktober 2019 (Urk. 13
)
hingewiesen wurde.
Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Kostennote ein
gereicht.
Seine
Entschädigung ist daher
nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1
GSVGer
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache sowie der Schwierig
keit des Prozesses von Amtes wegen auf Fr.
2’2
00.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwert
steuer) festzusetzen.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird das Gesuch betreffend Gewährung der unentgeltlichen Rechtsvertretung ge
genstandslos.