Decision ID: daf0e94c-d50a-5b8b-b2b1-731f4620a453
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer (geb. [...], iranischer Staatsangehöriger) stellte bis
dato insgesamt vier Asylanträge in der Schweiz. Auf den ersten Antrag vom
4. Juli 2011 wurde nicht eingetreten. Die dagegen erhobene Beschwerde
wurde vom Bundesverwaltungsgericht abgewiesen. Am 23. Juli 2012 er-
suchte der Beschwerdeführer erneut um Asyl in der Schweiz. Dieser Antrag
wurde am 7. Februar 2014 abgewiesen. Der entsprechende Entscheid des
SEM wurde vom Bundesverwaltungsgericht geschützt. Daraufhin stellte
der Beschwerdeführer am 5. Januar 2015 einen dritten Asylantrag, welcher
wiederum abgewiesen wurde. Das Bundesverwaltungsgericht wies eine
dagegen erhobene Beschwerde mit Urteil vom 23. Februar 2017 ab. Am
22. April 2017 erhob der Beschwerdeführer beim UN-Ausschuss gegen
Folter (CAT) eine Beschwerde gegen die Schweiz betreffend Verstoss ge-
gen die Antifolter-Konvention. Diese Beschwerde wurde am 26. November
2018 abgewiesen. Mit Eingabe vom 3. Februar 2020 stellte der Beschwer-
deführer ein neues Asylgesuch. Am 29. Januar 2021 wies das SEM dieses
ab und verfügte die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz.
Diese Verfügung ist noch nicht rechtskräftig.
B.
Am 21. Februar 2020 sprach der Beschwerdeführer beim Migrationsamt
B._ vor. Anlässlich dieses Termins wurde festgestellt, dass er Bar-
geld im Gesamtwert von CHF 1'650.- auf sich trug. Nachdem er befragt
worden war, stellte das Migrationsamt das Geld sicher. Ein Betrag von CHF
150.- wurde dem Beschwerdeführer belassen.
C.
Mit Schreiben vom 23. Februar 2020 gelangte C._ an das SEM
(nachfolgend: Vorinstanz) und machte geltend, ein Teilbetrag des dem Be-
schwerdeführer abgenommenen Geldes, nämlich Fr. 1'200.-, gehörten
ihm. Ein Angestellter seines Taxiunternehmens namens D._ habe
dem Beschwerdeführer diese Geldsumme am 20. Februar 2020 überge-
ben, damit dieser das Geld an ihn, C._, weitergebe.
D.
Am 5. Mai 2020 verfügte die Vorinstanz die Abnahme des sichergestellten
Geldbetrags in der Höhe von Fr. 1’500.– und dessen Anrechnung an die
vom Beschwerdeführer zu leistende Sonderabgabe.
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E.
Mit Schreiben vom 20. Mai 2020 gelangte D._ an das Bundesver-
waltungsgericht. Er führte aus, er könne bestätigen, dass er einen Geldbe-
trag von Fr. 1'200.- an den Beschwerdeführer übergeben habe, damit die-
ser das Geld an C._ weitergebe. Das Geld stamme aus Einnahmen
von Taxifahrten.
F.
Mit Eingabe vom 23. Mai 2020 (Poststempel: 28. Mai 2020) erhob der Be-
schwerdeführer Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und bean-
tragte die Aufhebung der Verfügung vom 5. Mai 2020. Eventualiter sei die
Vorinstanz zur Rückgabe eines Betrags von Fr. 1’200.- zu verpflichten. Zu-
dem ersuchte er um Befreiung von den Verfahrenskosten.
G.
Mit Zwischenverfügung vom 9. Juni 2020 hiess das Bundesverwaltungs-
gericht das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gut.
H.
Mit Vernehmlassung vom 7. Juli 2020 beantragte die Vorinstanz die Abwei-
sung der Beschwerde.
I.
Mit Replik vom 4. August 2020 nahm der Beschwerdeführer zur Vernehm-
lassung Stellung. Am 21. August 2020 wurde die Replik der Vorinstanz zur
Kenntnisnahme zugestellt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Verfügungen des SEM auf dem Gebiet des Asylrechts unterliegen der
Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (Art. 105 AsylG
[SR 142.31] i.V.m. Art. 31 ff. VGG).
1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet
sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das AsylG nichts anderes be-
stimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
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1.3 Der Beschwerdeführer ist zur Erhebung der Beschwerde legitimiert
(Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 6 AsylG; Art. 52 Abs. 1 VwVG).
1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Sache
endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
2.
Im Rechtsmittelverfahren betreffend Entscheide auf dem Gebiet des Asyls
kann die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich Missbrauch und
Überschreitung des Ermessens, sowie die unrichtige oder unvollständige
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes gerügt werden
(Art. 106 Abs. 1 AsylG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss
Art. 62 Abs. 4 VwVG nicht an die Begründung der Begehren gebunden und
kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Grün-
den gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sach-
lage zum Zeitpunkt des Entscheids (BGE 139 II 534 E. 5.4.1; BVGE 2014/1
E. 2).
3.
3.1 Sozialhilfe-, Nothilfe-, Ausreise- und Vollzugskosten sowie die Kosten
des Rechtsmittelverfahrens sind – soweit zumutbar – mittels Sonderab-
gabe zurückzuerstatten (Art. 85 Abs. 1 und 2 AsylG). Diese erfolgt über
eine Vermögenswertabnahme (Art. 86 Abs. 2 AsylG). Der Sonderabgabe
unterliegen Asylsuchende, Schutzbedürftige ohne Aufenthaltsbewilligung
und Personen mit einem rechtskräftigen Wegweisungsentscheid, die über
Vermögenswerte verfügen (Art. 86 Abs. 1 erster Satz AsylG). Die Unter-
stellung unter die Sonderabgabe auf Vermögenswerte endet, wenn eine
asylsuchende Person Asyl erhält oder als Flüchtling vorläufig aufgenom-
men wird (Art. 10 Abs. 2 Bst. c der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999
[AsylV 2, SR 142.312]).
3.2 Die Vermögenswertabnahme setzt voraus, dass der abgenommene
Geldbetrag im Zeitpunkt der Abnahme überhaupt einen Vermögenswert
der pflichtigen Person darstellte. Befand sich die Summe im alleinigen Ge-
wahrsam des Abgabepflichtigen und wurde sie weder gesondert aufbe-
wahrt noch für Dritte erkennbar als einer anderen Person zustehend ge-
kennzeichnet (etwa durch Aufbewahrung in einem entsprechend beschrif-
teten Briefumschlag), wird das Eigentum des Gewahrsamsinhabers von
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Gesetzes wegen vermutet (vgl. Art. 930 Abs. 1 ZGB [Schweizerisches Zi-
vilgesetzbuch, SR 210]; Urteile des BVGer F-2347/2017 vom 24. Juli 2018
E. 3.6; F-335/2017 vom 21. Juli 2017 E. 4.1 je m.H.).
3.3 Gemäss Art. 86 Abs. 3 AsylG können die zuständigen Behörden die
Sonderabgabe nur erheben, wenn die betroffene Person nicht nachweisen
kann, dass die Vermögenswerte aus Erwerbs- oder Erwerbsersatzeinkom-
men oder aus öffentlichen Sozialhilfeleistungen stammen (Bst. a) oder
wenn sie die Herkunft der Vermögenswerte nicht nachweisen kann (Bst.
b). Die Vermögenswertabnahme ist ausserdem zulässig, wenn die Her-
kunft der Vermögenswerte zwar nachgewiesen werden kann, diese aber
einen vom Bundesrat festzusetzenden Betrag übersteigen (Bst. c), wobei
letzterer Fr. 1'000.- beträgt (Art. 16 Abs. 4 der Asylverordnung 2 vom
11. August 1999 [AsylV 2, SR 142.312]).
3.4 An den Nachweis der Herkunft der sichergestellten Vermögenswerte
sind strenge Anforderungen zu stellen. Wird die Herkunft nicht unmittelbar
mit Dokumenten belegt, so hat die betroffene Person hierzu bereits anläss-
lich der Abnahme klare, schlüssige und mit allfällig später nachgereichten
Beweismitteln übereinstimmende Angaben zu machen. Ob die in einem
solchen Fall nachträglich eingereichten Beweismittel dann tatsächlich den
Herkunftsnachweis erbringen, lässt sich nur einzelfallweise feststellen.
Sind demgegenüber von vornherein offensichtliche Widersprüche oder Un-
gereimtheiten vorhanden, so darf auch ohne zusätzliche Abklärungen ge-
folgert werden, der erforderliche Nachweis sei nicht erbracht worden (Ur-
teile des BVGer F-2347/2017 vom 24. Juli 2018 E 3.4; F-1040/2017 vom
26. März 2019 E. 3.5).
4.
4.1 Die Vorinstanz begründet die Vermögenswertabnahme damit, dass der
Beschwerdeführer weder Belege über die Herkunft der sichergestellten
Vermögenswerte noch für das Eigentum einer Drittperson an diesen bei-
gebracht habe. Zudem sei es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, das
Eigentum einer Drittperson an einem Teilbetrag von Fr. 1'200.- sowie die
Möglichkeit, Geld anzusparen, plausibel darzulegen. Damit sei die legale
Herkunft des vorgefundenen Betrags nicht nachgewiesen worden.
4.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, ein Teil des ihm abgenommenen
Geldes, nämlich Fr. 1'200.-, gehöre gar nicht ihm selbst, sondern sei ihm
von einem Kollegen (D._) zwecks Übergabe an dessen Arbeitgeber
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(C._) übergeben worden. Dementsprechend hätte ihm dieser Be-
trag überhaupt nicht abgenommen werden dürfen. Den Restbetrag in der
Höhe von Fr. 450.- habe er sich aus Sozialhilfeleistungen angespart, wes-
halb die Vermögenswertabnahme auch hier zu Unrecht erfolgt sei.
4.3 In ihrer Vernehmlassung führt die Vorinstanz aus, an den Nachweis der
Herkunft der Vermögenswerte seien laut ständiger Rechtsprechung des
Bundesverwaltungsgerichts strenge Anforderungen zu stellen. Der Be-
schwerdeführer habe die Folgen einer allfälligen Nichtbeweisbarkeit zu tra-
gen.
4.4 Der Beschwerdeführer bringt in der Replik vor, die Nothilfeleistungen,
aus denen er sich Fr. 450.- angespart habe, würden ihm nicht per Bank
überwiesen, sondern er erhalte diese in bar. Herr D._ habe den Be-
trag von Fr. 1'200.- als Taxi-Angestellter ebenfalls bar erhalten.
5.
Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer als Asylsuchender der Son-
derabgabe unterliegt und gemäss Art. 87 Abs. 1 AsylG seine Vermögens-
werte offenzulegen hat. Zu prüfen bleibt die Rechtmässigkeit der streitigen
Vermögenswertabnahme.
5.1 Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, ein Teilbetrag
des ihm abgenommenen Geldes, nämlich Fr. 1'200.-, würde einer Drittper-
son gehören. Vorab ist deshalb zu prüfen, ob es sich bei diesem angeblich
anvertrauten Geldbetrag um fremdes Eigentum handelt.
5.1.1 Der Betrag von Fr. 1'200.- wurde zwar separat vom restlichen Geld
im Rucksack aufbewahrt. Abgesehen davon deutete aber nichts darauf hin,
dass dieser Geldbetrag einer Drittperson zustehen könnte, zumal keine
entsprechende Kennzeichnung vorhanden war und auch sonst keine Hin-
weise auf allfälliges Dritteigentum (z.B. eine Notiz des Absenders des Gel-
des zuhanden des Eigentümers bzw. Empfängers) vorlagen. Da sich die
abgenommene Summe im Zeitpunkt der Abnahme im alleinigen Gewahr-
sam des Beschwerdeführers befand, ohne dass er sie für Dritte erkennbar
als einer anderen Person zustehend gekennzeichnet hatte, wird das Ei-
gentum des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 930 Abs. 1 ZGB vermutet.
Dem Beschwerdeführer ist es nicht gelungen, diese gesetzliche Vermutung
umzustossen. Allein die Tatsache, dass sich der Teilbetrag in der Höhe von
Fr. 1'200.- an einem anderen Ort im Rucksack befand, reicht nicht aus, um
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das Eigentum einer Drittperson zu belegen. Zudem wurde auch das Rest-
geld in zwei separaten Portemonnaies vorgefunden, weshalb der getrenn-
ten Aufbewahrung des Geldes keine allzu grosse Bedeutung zukommt. Die
eingereichten Erklärungen der Herren C._ und D._ sind
keine aussagekräftigen Beweismittel. Da das Geld angeblich aus dem Be-
trieb eines Taxiunternehmens und somit aus einer Geschäftstätigkeit
stammt, kann erwartet werden, dass die Herkunft der Vermögenswerte ur-
kundlich nachgewiesen werden kann. Der Vorinstanz kann an dieser Stelle
gefolgt werden, wenn sie anmerkt, dass die Übergabe der Einkünfte eines
Taxifahrers an den Beschwerdeführer zwecks Ablieferung an den Ge-
schäftsführer des Taxiunternehmens wenig plausibel erscheint. Der Be-
schwerdeführer vermag die (behaupteten) Eigentumsverhältnisse hinsicht-
lich der abgenommenen Vermögenswerte nicht mittels geeigneter und aus-
sagekräftiger Dokumente zu belegen.
5.1.2 Entsprechend unterliegt grundsätzlich der gesamte vorgefundene
Betrag der Vermögenswertabnahme.
5.2 In einem weiteren Schritt ist zu prüfen, ob einer der Tatbestände von
Art. 86 Abs. 3 AsylG erfüllt ist. Diesfalls wäre die Rechtmässigkeit der Ver-
mögenswertabnahme zu bejahen. Zu prüfen ist deshalb zunächst, ob es
dem Beschwerdeführer gelungen ist, die Herkunft der Vermögenswerte
nachzuweisen (Bst. b). Da er geltend macht, dass ein Teil des abgenom-
menen Geldes aus öffentlichen Sozialhilfeleistungen stammt (Bst. a), ist
sodann zu prüfen, ob ihm dieser Nachweis gelungen ist.
5.2.1 Anlässlich der Vermögenswertabnahme hatte der Beschwerdeführer
zu Protokoll gegeben, dass Fr. 1’200.- einem nicht genannten Kollegen ge-
hörten, der bei C._ Schulden habe. Er wolle Herrn C._ die-
ses Geld aushändigen, habe ihn bislang aber noch nicht angetroffen. Fr.
450.- seien sein eigenes Geld. Er habe gerade heute die Nothilfe für eine
Woche in der Höhe von Fr. 70.- erhalten. Der Rest sei erspartes Geld.
5.2.2 Im vorinstanzlichen Verfahren gab der Beschwerdeführer sodann an,
Herr D._, ein Angestellter des Taxibetriebs von Herrn C._,
habe ihm am 20. Februar 2020 einen Geldbetrag von Fr. 1'200.- überreicht,
damit er – der Beschwerdeführer – dieses Geld an Herrn C._ wei-
tergeben könne. Die überreichte Geldsumme stamme aus Taxigebühren,
die bar eingenommen worden seien. Den Betrag in der Höhe von Fr. 450.-
habe er sich aus der bezogenen Sozialhilfe angespart.
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5.2.3 Im Beschwerdeverfahren vor Bundesverwaltungsgericht nimmt der
Beschwerdeführer Bezug auf die vorinstanzlichen Erwägungen und führt
aus, es deute nicht auf eine nachträglich konstruierte Darstellung hin, wenn
der Name von D._, dem Absender des Geldes, erst im Nachhinein
eingebracht worden sei. Das Amt für Migration B._ habe ihn nicht
nach den Personalien seines Kollegen gefragt, sondern es sei nur die
Frage gestellt worden, wem das festgestellte Geld gehöre. Seine Aussa-
gen bzw. Erklärungen zum Sachverhalt seien nicht widersprüchlich. Ihm –
dem Beschwerdeführer – sei kein Dolmetscher zur Seite gestellt worden
und seine limitierten Deutschkenntnisse hätten dazu geführt, dass er ver-
sehentlich von «Schulden» anstelle von «Einkünften» gesprochen habe.
Zudem sei ausser Betracht (gemeint: Acht) gelassen worden, dass sich der
Betrag von Fr. 1'200.- in einem separaten Teil des Rucksacks befand. Der
Nachweis der legalen Herkunft des Geldes sei praktisch unmöglich. Die
Vorinstanz widerspreche sich selbst, indem sie einerseits betone, die Be-
ziehung zu Herrn C._, dem Empfänger des Geldes, sei nicht dar-
gelegt worden, andererseits aber erwähne, dass der Beschwerdeführer
und Herr C._ eine kollegiale Beziehung pflegten. Herr D._
wohne in E._ und habe den in B._ wohnhaften Herrn
C._ nicht angetroffen, weshalb er das Geld dem Beschwerdeführer
zwecks Überbringung übergeben habe.
Bezüglich des Teilbetrags von Fr. 450.- führt der Beschwerdeführer aus,
dass es ihm gelungen sei, seit 2014 eine Summe anzusparen. Angesichts
der Umstände bitte er darum, keine zu hohen Anforderungen an die Be-
weismittel bzw. Plausibilität der Äusserungen zu stellen.
5.2.4 In Bezug auf den Teilbetrag von Fr. 1'200.- ist die Vorinstanz zu Recht
davon ausgegangen, dass zwischen der ersten Aussage des Beschwerde-
führers und der anschliessenden Sachverhaltsdarstellung Ungereimthei-
ten bestehen. Es ist nicht ersichtlich, weshalb der Beschwerdeführer den
Namen des Kollegen, der ihm angeblich das Geld übergeben hatte, erst
nachträglich einbrachte. Dasselbe gilt für den Umstand, dass das zu über-
reichende Geld angeblich aus einem Taxibetrieb stammt. Es gab für den
Beschwerdeführer keinen Grund, diese wesentlichen Informationen nicht
bereits anlässlich der Abnahme des Geldes preiszugeben, zumal ihn das
Amt für Migration explizit nach der Herkunft der Vermögenswerte befragte.
Der Einwand des Beschwerdeführers, wonach er vom Amt für Migration
nicht nach den Personalien des Absenders des Geldes, sondern nur nach
denjenigen des Eigentümers gefragt worden sei, ist deshalb unbehilflich.
Dabei spielt es auch keine Rolle, dass der Beschwerdeführer die Begriffe
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«Schulden» und «Einkünfte» angeblich verwechselt hat. Aus dieser
scheinbaren Verwechslung lässt sich nichts zu seinen Gunsten ableiten.
Indem der Beschwerdeführer wesentliche Sachverhaltselemente ver-
schwieg und erst im Nachhinein zusätzliche, teilweise widersprüchliche In-
formationen lieferte, erweckte er – wie von der Vorinstanz zu Recht ausge-
führt – den Anschein, nachträglich eine passende Sachverhaltsdarstellung
zu konstruieren. Darüber hinaus ist es ihm ohnehin nicht gelungen, die le-
gale Herkunft der Vermögenswerte zu belegen. So hätte er wenigstens
eine Aufstellung der Taxieinkünfte einbringen können, die belegt, dass ein
Betrag von Fr. 1'200.- bar an Herrn D._ bezahlt wurde. Das spon-
tan, aber erst im Rechtsmittelverfahren eingereichte Schreiben von
D._ als dem angeblichen Absender des Geldes stellt keinen rechts-
genüglichen Urkundenbeweis dar. Dem Beschwerdeführer ist es nicht ge-
lungen, die legale Herkunft des Geldes glaubhaft zu machen, geschweige
denn nachzuweisen (vgl. Art. 86 Abs. 3 Bst. b AsylG).
Für den restlichen Betrag in der Höhe von Fr. 450.- ist es – im Gegensatz
zum obigen Teilbetrag – nicht möglich, einen Urkundenbeweis zu offerie-
ren, zumal der Beschwerdeführer vorbringt, dass er diesen Betrag ange-
spart habe. Diesbezüglich stellt sich deshalb die Frage, ob es angesichts
der dem Beschwerdeführer zur Verfügung stehenden Nothilfeleistungen
möglich ist, einen Betrag von Fr. 450.- bzw. Fr. 380.- anzusparen. Dies ist
zu verneinen. Selbst bei einem sehr sparsamen Umgang mit Geld ist es
nicht möglich, in der Schweiz mit einem Betrag von Fr. 70.- pro Woche
auszukommen und daneben noch Geld beiseite zu legen. Der Vorinstanz
ist beizupflichten, wenn sie ausführt, dass es dem Beschwerdeführer nicht
gelungen ist, die angeblichen Ersparnisse glaubhaft zu machen. Der Be-
schwerdeführer kann sich dementsprechend nicht auf Art. 86 Abs. 3 Bst. a
AsylG berufen, um der Vermögenswertabnahme zu entgehen.
6.
Nach dem Gesagten sind weder die vorinstanzliche Abklärung des Sach-
verhalts noch dessen rechtliche Würdigung zu beanstanden. Die Abnahme
von Fr. 1’500.− ist somit zu Recht erfolgt, zumal dem Beschwerdeführer
ein Freibetrag von Fr. 150.− belassen wurde. Die angefochtene Verfügung
erweist sich als rechtmässig im Sinne von Art. 49 VwVG, weshalb die Be-
schwerde abzuweisen ist.
7.
Als unterliegende Partei hätte der Beschwerdeführer grundsätzlich die
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Kosten des Verfahrens zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihm die unent-
geltliche Rechtspflege gewährt worden ist, sind keine Verfahrenskosten
aufzuerlegen.
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