Decision ID: 786762a0-5b55-509f-a819-216f6bd4d4f7
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._, seit 1995 in der Schweiz wohnhaft und zuletzt als Officemitarbeiterin tätig
gewesen, meldete sich am 27. Februar/8. März 2006 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an und beantragte namentlich Berufsberatung und eine Rente.
Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen klärte den
medizinischen und erwerblichen Sachverhalt ab. Namentlich holte sie ein
bidisziplinäres (psychiatrisches und rheumatologisches) Gutachten des Medizinischen
Gutachtenzentrums St. Gallen vom 18. Oktober 2007 (act. 38) sowie eine Ergänzung
vom 6. Januar 2008 (act. 45) ein. Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens
sprach sie der Versicherten mit Verfügung vom 16. Juli 2008 (act. 63) ab 1. Februar
2006 eine halbe Rente (bei einem Invaliditätsgrad von 50 %) zu.
A.b Aufgrund einer Meldung vom April 2009, wonach die Versicherte als Tagesmutter
arbeite und zu Unrecht Leistungen beziehe, erteilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-
Stelle nach Beantwortung einer Anfrage durch ihren Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD;
act. 67) im August 2009 einen Überwachungsauftrag. Im September 2009 erhielt sie
zwei weitere Anzeigen betreffend Tätigkeiten der Versicherten in zwei Bäckereien. Am
8. September und 14. Oktober 2009 (act. 70 und 72) wurden Ermittlungsberichte
eingereicht. In einem Fragebogen für Rentenrevision gab die Versicherte am 30.
Oktober 2009 (act. 74) an, der Gesundheitszustand sei gleich geblieben. Sie sei seit
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dem 16. September 2009 in einer Bäckerei/Konditorei beschäftigt (eine Stunde bis zwei
Stunden pro Tag). Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle nahm in der Folge diverse
weitere Abklärungen vor (Verlaufsbericht von Dr. B._ vom 16. November 2009, act.
77; RAD-Stellungnahme vom 4. Dezember 2009, act. 78; Arbeitgeberbescheinigung
vom 9. Dezember 2009, act. 79; Standortgespräch vom 24. Februar 2010, act. 83 f.;
Ermittlungsbericht vom 1. März 2010, act. 85; Verlaufsbericht von Dr. C._ vom 3.
August 2010, act. 90) und sah schliesslich eine polydisziplinäre medizinische
Begutachtung vor. Die MEDAS Zentralschweiz hielt in ihrem Gutachten vom 6. Januar
2011 (act. 93) fest, körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeiten könne die
Versicherte uneingeschränkt ausüben. Nach Einholen der Stellungnahme eines RAD-
Arztes (act. 95) und einem Vorbescheidverfahren (act. 96 ff.) hob die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle die Invalidenrente der Versicherten mit Verfügung
vom 29. April 2011 (act. 106) auf, da nach Observation und neuer Begutachtung
Beweismittel vorlägen, aufgrund derer auch rückwirkend eine neue Beurteilung der
Invalidität angezeigt sei. Es sei davon auszugehen, dass sowohl in der angestammten
als auch in einer angepassten Tätigkeit nie eine relevante Einschränkung bestanden
habe. Einer allfälligen Beschwerde entzog sie die aufschiebende Wirkung. - Das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hiess eine gegen diese Verfügung
gerichtete Beschwerde vom 30. Mai 2011 (act. 108-2 ff.) mit Entscheid vom 24. Mai
2012 (act. 126) unter Aufhebung der Verfügung gut. Die hiergegen erhobene
Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten der Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle vom 10. Juli 2012 (act. 127) wies das Bundesgericht mit Urteil vom 25. Juli
2013 (act. 131) ab und überwies die Sache an die IV-Stelle, damit sie den
Leistungsanspruch der Versicherten unter dem Titel der materiellen Revision im Sinn
von Art. 17 ATSG überprüfe, den Zeitpunkt der allfälligen Anspruchsaufhebung bzw. -
herabsetzung auch mit Blick auf eine mögliche Meldepflichtverletzung seitens der
Versicherten festlege und entsprechend neu verfüge.
A.c Mit Vorbescheid vom 4. September 2013 (act. 133 f.) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Rechtsvertreter der Versicherten in Aussicht,
deren Rente auf Ende April 2009 einzustellen. Hiergegen liess sie am 2. Oktober 2013
(act. 135) Einwand erheben und beantragen, von der rückwirkenden Rentenaufhebung
sei abzusehen. Mit Verfügung vom 31. Oktober 2013 (act. 136) hob die
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Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle die Rente der Versicherten auf Ende April 2009 auf
und entzog einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung.
B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Kurt Gemperli für die
Betroffene am 2. Dezember 2013 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die
Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin die Rente weiterhin,
eventuell bis Mai 2011, auszurichten. Sowohl die Annahme der Beschwerdegegnerin,
die Beschwerdeführerin habe im Februar 2009 mit einer Erwerbstätigkeit begonnen,
wie jene, sie sei damals voll arbeitsfähig gewesen, seien unzutreffend. Aus dem
MEDAS-Gutachten würden sich keine Rückschlüsse auf die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin vor den Untersuchungen von Ende 2010 ziehen lassen. Der
Beginn der neu geschätzten Arbeitsfähigkeit werde vielmehr auf den 17. Dezember
2010 datiert. Eine frühere Verbesserung der Erwerbsfähigkeit sei durch nichts belegt.
Bei der Bäckerei D._ habe die Beschwerdeführerin einen nicht entlöhnten
Arbeitsversuch unternommen. Eine angebliche entgeltliche Tätigkeit als Tagesmutter
für die Familie E._ sei durch nichts nachgewiesen. Die angebotenen Beweismittel wie
eine Befragung des betreffenden Vaters und das Einholen einer Steuerauskunft über
ihn seien nicht geprüft worden. Es hätte sich ergeben, dass die Familie nicht in der
Lage gewesen sei, Geld für eine Tagesmutter auszugeben, aber auch, dass das
damalige gelegentliche Kinderhüten nicht mit den Diensten einer Tagesmutter
gleichgesetzt werden könne. Die Beschwerdegegnerin behaupte, die
Beschwerdeführerin habe in aktenwidriger Weise erklärt, die betreffende Familie wohne
im gleichen Haus wie sie. Im Jahr 2009 sei das aber der Fall gewesen; erst etwa im Juli
2012 sei die Familie E._ ein paar Häuser weiter weggezogen. Der Denunziant, auf
welchen sich die Beschwerdegegnerin stütze, habe angegeben, die Kinder seien zwei
und vier bis fünf Jahre alt gewesen, die Beschwerdeführerin aber habe erklärt, das eine
Kind gehe in den Kindergarten, das andere in die zweite Klasse. Da die
Beschwerdegegnerin die Amtsauskunft zum Alter nicht eingeholt habe, stehe fest, dass
der Denunziant entweder nicht gewusst habe, wovon er spreche, oder er das Alter
bewusst zu tief angegeben habe. Das Hüten habe keine allzu grosse Herausforderung
mehr dargestellt. Etwas weniger als einen Monat nach Abschluss des Arbeitsvertrags
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mit der Bäckerei F._ habe die Beschwerdeführerin den Revisionsfragebogen erhalten
und diesen weniger als zehn Tage nach Erhalt mit der korrekten Deklaration der
Tätigkeit zurückgesandt. Auf diese Meldung hin hätte die Beschwerdegegnerin ein
Verfahren der amtlichen Revision einleiten können, ohne Detektive einzuschalten und
die Ärzte durch die Betrugsbekämpfungsabteilung massiv zu beeinflussen.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 7. Februar 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Das Bundesgericht habe verbindlich festgestellt, dass
wesentliche Veränderungen des Sachverhalts eingetreten seien. Einerseits sei eine
Verbesserung des Gesundheitszustands anzunehmen und anderseits sei eine
Erwerbsaufnahme dokumentiert. Beide Revisionsgründe rechtfertigten eine Anpassung
des Rentenanspruchs. Das Bundesgericht habe wegen der Meldepflichtverletzung eine
rückwirkende Korrektur als angezeigt betrachtet. Einerseits bestünden Zweifel, ob je
eine relevante Arbeitsunfähigkeit bestanden habe, und anderseits bestünden
Anhaltspunkte für eine Verbesserung, was sich nicht ausschliesse. Die
Beschwerdeführerin habe im Februar 2010 bestätigt, dass sie die Kinder der Familie
E._ seit rund einem Jahr, also seit etwa Februar 2009, betreut habe. Sie habe auch
bekannt gegeben, im Januar oder Februar 2009 im Rahmen eines Arbeitsversuchs in
einer Bäckerei gearbeitet zu haben. Nach eigenen Angaben habe die
Beschwerdeführerin über Monate hinweg an mehreren Tagen pro Woche während rund
vier Stunden die Kinder eines arbeitstätigen Paares betreut. Dass dies unentgeltlich
erfolgt sei, sei unglaubwürdig, könne aber offen bleiben, weil das Zustandekommen
eines Vertrags zu vermuten sei. Eine antizipierende Beweiswürdigung habe einen
Verzicht auf die Befragung des Vaters der Kinder gerechtfertigt. Habe sich die
Beschwerdeführerin zu einem regelmässigen Hüten der Kinder verpflichten können, so
sei von einem Abklingen der depressiven Symptomatik auszugehen. Es könnten keine
ernsthaften Zweifel daran bestehen, dass sich die Beschwerdeführerin zu Beginn des
Jahres 2009 wieder besser gefühlt und sich zumindest als teilarbeitsfähig eingeschätzt
habe. Die Erwerbsaufnahmen bildeten den Anlass für die Rentenrevision. Die Anträge
der Beschwerdeführerin seien wechselhaft und schlecht nachvollziehbar. Wie das
Bundesgericht überzeugend festgestellt habe, sei von Meldepflichtverletzungen
auszugehen. Diese beträfen sowohl die Erwerbsaufnahmen als auch die Verbesserung
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des Gesundheitszustands. Mit den MEDAS-Gutachtern sei schliesslich davon
auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in einer leidensadaptierten Tätigkeit voll
arbeitsfähig sei.
D.
Mit Replik vom 1. Juli 2014 bringt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin vor, die
Ausführungen des Bundesgerichts würden keine verbindlichen Weisungen enthalten.
Das Gericht schreibe von einer zu tätigenden Prüfung des Rentenanspruchs, von einer
allfälligen Anspruchsaufhebung bzw. -herabsetzung und einer möglichen
Meldepflichtverletzung. Dass die Beschwerdeführerin bereits im Juni 2009 ausweislich
und auch nach ihren Angaben als Tagesmutter und Reinigungsfrau tätig gewesen sei,
stelle ein blosses obiter dictum zu einem Sachverhalt ausserhalb des damaligen
Streitgegenstands dar. Andernfalls wäre der Beschwerdeführerin damit das rechtliche
Gehör verweigert worden, was nicht anzunehmen sei. Hiervon sei die
Beschwerdegegnerin offensichtlich ebenfalls ausgegangen, habe sie die Rente doch
bereits auf Ende April 2009 - also auf einen Zeitpunkt Monate lang vor dem vom
Bundesgericht genannten Datum - aufgehoben. Sei nicht erwiesen, dass für das Hüten
ein Entgelt bezahlt worden sei, so erweise sich die Bezeichnung als Tagesmutter als
verfehlt und es handle sich nicht um die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit. Weshalb
eine Meldepflicht bestanden haben sollte, sei unter diesen Umständen unerfindlich. Es
sei nicht erstellt, dass die Familie E._ Dienste auf Zeit in Anspruch genommen habe,
deren Leistung nach den Umständen nur gegen Lohn zu er¬warten sei. Die Umstände
seien nicht abgeklärt worden. Wäre der Tatbestand erfüllt, so hätte die Arbeitnehmerin
Anspruch auf Lohn. Bevor sie diesen aber wahrnehme und den Anspruch geltend
mache, liege keine Erwerbstätigkeit vor, die der Invalidenversicherung gemeldet
werden müsste. Die Beschwerdegegnerin taxiere eine Befragung des angeb¬lichen
Lohnzahlers als untaugliches Mittel. In ihrer antizipierenden Beweiswürdigung dürfe sie
aber nicht so weit gehen, unabhängig von den tatsächlichen Verhältnissen ein
Schwarzarbeitsverhältnis zu unterstellen. Habe aber kein (Schwarz-) Arbeitsverhältnis
vorgelegen, so habe es auch keine Meldepflichtverletzung gegeben. Da über Umfang
und Anforderungen des Kinderhütens nichts abgeklärt worden sei, könne auch nicht
von einer Verbesserung des Gesundheitszustands ausgegangen werden, die zu
melden gewesen wäre. Die Meldung sei rechtzeitig erfolgt.
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E.
Die Beschwerdegegnerin hat am 3. September 2014 auf die Erstattung einer Duplik
verzichtet.
F.
Mit Schreiben der Gerichtsleitung vom 8. März 2016 ist die Pensionskasse G._ zum
Prozess beigeladen worden. - Sie beantragt in ihrer Stellungnahme vom 10. März 2016
die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen
1.
1.1 Im Streit liegt die Verfügung vom 31. Oktober 2013, mit welcher die
Beschwerdegegnerin die Rente der Beschwerdeführerin anpassungsweise auf Ende
April 2009 hin aufhob.
1.2 Bevor eine Rente revisionsweise aufgehoben werden kann, muss geprüft werden,
ob die Verwertbarkeit der wiedererlangten Arbeitsfähigkeit auf einem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt gegeben sei oder ob es hierzu vorerst beruflicher Massnahmen bedürfe
(vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S S. vom 28. April 2008, 9C_720/07). Sowohl die
Rentenfrage als auch die Frage eines allfälligen Anspruchs auf berufliche Massnahmen
bilden vorliegend demnach Anfechtungsgegenstand.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
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2.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur
Rentenrevision gibt nach der Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Eine bloss unterschiedliche
Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes stellt dagegen
praxisgemäss keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2b; SVR
1996 IV Nr. 70 S. 203). Ob eine revisionsbegründende Änderung eingetreten ist,
beurteilt sich nach einer neueren Rechtsprechung durch Vergleich des Sachverhalts,
wie er im Zeitpunkt der letzten (der versicherten Person eröffneten) rechtskräftigen
Verfügung bestand, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen
Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108), mit demjenigen zur
Zeit der streitigen Neubeurteilung (BGE 130 V 351 E. 3.5.2; BGE 125 V 369 E. 2).
3.
3.1 Mit der in formelle Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom 16. Juli 2008 hatte die
Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin ab 1. Februar 2006 eine halbe Rente bei
einem Invaliditätsgrad von 50 % zugesprochen. Sie war dabei von einer
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der bisherigen und in einer adaptierten
Tätigkeit von 50 % ausgegangen. Dabei hatte sie sich auf das Gutachten vom Oktober
2007 (samt Ergänzung vom Januar 2008) gestützt.
3.1.1 Bei der damaligen rheumatologischen Untersuchung hatte ein chronisches
lumbo-spondylogenes Syndrom links bei/mit degenerativen Veränderungen L3/4 bis
L5/S1, Fehlstatik bei Fehlhaltung und muskulärer Dysbalance, Deconditioning-
Syndrom und Symptomausweitung und Verdeutlichungstendenz vorgelegen. Diverse
Prüfungen waren nicht durchführbar gewesen (befürchtete Schmerzauslösung,
mangelnde Kooperation, ubiquitäre Hyperalgesie, Gegenhalten,
Ausweichbewegungen). Der Gutachter der Rheumatologie hatte festgestellt, die
subjektiv empfundenen und im Rahmen der Untersuchung demonstrierten funktionellen
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Einschränkungen würden ein angesichts der objektivierbaren körperlichen
Veränderungen zu erwartendes Mass bei weitem überschreiten. Es seien zahlreiche
Inkonsistenzen aufgetreten. Er hatte sich veranlasst gesehen, die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf einen Vergleich mit bezüglich der
strukturellen Veränderung ähnlichen Fällen zu stützen, also medizinisch-theoretisch
vorzunehmen. Er hatte die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin auf diese Weise
auf 30 % geschätzt, je zur Hälfte zurückzuführen auf einen Bedarf an Kurzpausen und
auf ein leicht verlangsamtes Arbeitstempo. Die Einschränkung sei mit dem
augenfälligen Deconditioning-Syndrom nach mehrmonatiger vollständiger
Arbeitsabsenz zu begründen.
3.1.2 Der damalige Gutachter der Psychiatrie hatte (schliesslich) festgehalten, es lägen
eine mittelgradige depressive Episode (ohne psychotische Symptome) und eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (bei fehlenden Ressourcen) vor. Das
psychische Zustandsbild, bei welchem vor allem der fehlende Antrieb und die
psychomotorische Hemmung imponiert hätten, sei aller Wahrscheinlichkeit nach
wesentlich durch die Selbstlimitierung beeinflusst. Die Arbeitsunfähigkeit betrage 50 %.
3.2 Bei der späteren Begutachtung vom Oktober 2010 (Gutachten vom Januar 2011) in
Kenntnis von Observationsmaterial wurde für körperlich leichte wechselbelastende
Tätigkeiten (mit einer Belastungslimite von 10 kg) eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin festgestellt.
3.2.1 Unter rheumatologischem Aspekt wurde ein chronisches lumbospondylogenes
Syndrom beidseits (linksbetont) mit Osteochondrosen mit Diskusprotrusionen L4/5 und
L5/S1, aktuell ohne sichere Nervenwurzelkompression, und mit Adipositas,
diagnostiziert. Aufgrund der Minderbelastbarkeit der Wirbelsäule sei die
Beschwerdeführerin für körperlich schwere Tätigkeiten arbeitsunfähig. Ein mehrheitlich
weichteilrheumatisches Zervikobrachialsyndrom beidseits, die Tendenz zu
generalisiertem Weichteilrheumatismus und eine leichtgradige Femoropatellararthrose
links schränkten die Arbeitsfähigkeit hingegen nicht ein. Der Rheumatologe hielt fest,
unter Würdigung des Observationsmaterials (das insgesamt eher langsame,
bedächtige Bewegungs- und Arbeitsabläufe zeige) müsse man zur Erkenntnis kommen,
dass das vorgezeigte Bewegungsmuster nur partiell der Realität entspreche und die
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Beschwerdeführerin sich in anderen Situationen anders verhalte. Eine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit lasse sich heute nicht mehr begründen.
3.2.2 Von psychiatrischer Seite wurde als Diagnose ohne wesentliche Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert, die Entwicklung körperlicher Symptome
aus psychischen Gründen erhoben. Diese Diagnose sei eher in der Nähe eines
Aggravationsverhaltens (sc. als einer Depression) einzuordnen. Die psychische
Situation zeige wohl Züge einer depressiven Erkrankung, eine wirkliche Depression, wie
sie früher wiederholt postuliert worden sei, lasse sich bei fehlenden Kernsymptomen
aber nicht objektivieren.
3.3 In somatischer Hinsicht ist demnach darauf hinzuweisen, dass das lumbospondy-
logene Syndrom im jüngeren Gutachten auch rechts (weniger als links) diagnostiziert
worden ist und dass dazu (nach der medizinischen Beurteilung je die Arbeitsfähigkeit
nicht beeinträchtigend) das Zervikobrachialsyndrom beidseits und die
Femoropatellararthrose links kamen. Zwar fehlt im jüngeren Gutachten, obwohl es
keinen Anhaltspunkt dafür gibt, dass sich hinsichtlich der schon bei der
Vorbegutachtung vorgefundenen strukturellen Veränderungen eine Verbesserung
ergeben haben könnte, eine Stellungnahme zur damaligen, auf einem Vergleich mit
ähnlichen Fällen basierenden Arbeitsunfähigkeitsschätzung von 30 %. Dennoch kann
insgesamt als überzeugend betrachtet werden, dass die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin aus rheumatologischer Sicht bei der zweiten Begutachtung (wie
dabei festgestellt) für schwere Arbeit nicht gegeben, für adaptierte Tätigkeiten aber
nicht wesentlich eingeschränkt war. Denn schon der im Jahr 2007 begutachtende
Rheumatologie hatte für denkbar gehalten, dass die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin binnen sechs bis zwölf Monaten durch rekonditionierende
Behandlung auf 100 % gesteigert werden könnte. Eine gewisse zwischenzeitliche
Rekonditionierung lässt sich nach den vorliegenden Umständen annehmen, zumal im
jüngeren Gutachten auch von einem entsprechenden Mangel nichts mehr erwähnt
wird.
3.4 Was den psychiatrischen Aspekt betrifft, ergibt sich Folgendes:
3.4.1 Bei der zweiten Begutachtung von 2010 war im Unterschied zur ersten im Jahr
2007 keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (mehr) erhoben worden.
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3.4.2 Für einen unveränderten psychiatrischen Zustand kann zwar sprechen, dass der
Psychiater bei der Untersuchung vom Oktober 2010 bei der Beschwerdeführerin
(ebenfalls oder immer noch) viele Züge einer depressiven Erkrankung erkannte. Sie
präsentierte sich ihm verlangsamt, affektarm, kraft- und interesselos (allerdings mit
Ausnahme einer provozierbaren heftigen verbalen Reaktion auf Vorhalt der
Observationsergebnisse und der Wirksamkeit einer Pharmakotherapie hin). Der
Gutachter hielt zudem fest, sie verfüge nur über minimale Ressourcen und eine
minimale Introspektionsfähigkeit. Sie wirkte psychomotorisch etwas reduziert,
insgesamt eher dysphorisch. Eine gewisse psychomotorische Verlangsamung der
Beschwerdeführerin kann im Übrigen auch aufgrund der Bilder der Observation zum
Zeitpunkt ihrer Aufnahme nicht ausgeschlossen werden. Im Gutachten vom Januar
2011 wurde des Weiteren auf entsprechende Frage hin erklärt, seit der letzten
Begutachtung habe sich der Gesundheitszustand nicht wesentlich und anhaltend
geändert. Es sei auch am früheren Vorliegen einer Depression zu zweifeln. Es habe
wohl nie eine versicherungsrelevante Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischen Gründen
vorgelegen. Die Problematik sei wahrscheinlich etwa dieselbe, doch habe sich vor
allem die psychiatrische Beurteilung geändert (wenngleich die frühere Beurteilung nicht
als offensichtlich falsch beurteilt werden könne). Denn aus dem (bereits früher
erkannten) kontextabhängigen Auftreten der Beschwerden müsse zwingend
geschlossen werden, dass sie mit der nötigen Willensanspannung überwunden werden
könnten bzw. gar nicht bestünden.
3.4.3 Bei der Begutachtung von 2007 hatte der Gutachter der Psychiatrie aber
verneint, dass ein Aggravationsverhalten vorliege bzw. die Beschwerden bewusst oder
bewusstseinsnah im Sinn eines sekundären Krankheitsgewinns zur Durchsetzung
eigener Wünsche nach Versorgung, Entlastung oder Zuwendung eingesetzt würden.
Und er hatte diese Beurteilung mit der Konstanz der Angaben der Beschwerdeführerin
und ihrer Bereitschaft, sich einer adäquaten Behandlung zu unterziehen, auch plausibel
begründet. Nach Angaben der Beschwerdeführerin habe die Erkrankung zu einem
wesentlichen Verlust der bisherigen Lebensqualität, der Qualität der familiären
Beziehungen und zu grosser Einschränkung in weitgehend allen - nicht nur den
unangenehmen und fordernden - Aktivitäten des täglichen Lebens geführt. Die
Beschwerdeführerin hatte ihm berichtet, sie leide unter Hoffnungslosigkeits- und
Sinnlosigkeitsgefühlen, Grübeln, Unruhe und einer Störung der Vitalgefühle mit
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Antriebsverlust. Sie sei unfähig, sich über Dinge zu freuen, die sie früher gefreut hätten.
Soziale Kontakte meide sie und sie ziehe sich zurück. Sie denke häufig an Suizid. Der
Gutachter hatte danach in nachvollziehbar begründeter Weise auf eine depressive
Erkrankung geschlossen. - Der im Jahr 2010 begutachtende Psychiater dagegen
konnte feststellen, dass die Beschwerdeführerin durch die Erkrankung ihre psychische
Erlebnisfähigkeit nicht eingebüsst habe und ihre Tage noch als ausgefüllt erlebe. Sie
hatte ihm angegeben, sie arbeite in der Bäckerei, mache Spaziergänge mit dem
Ehemann, begebe sich tagsüber unter die Leute, empfange Besuche, spüre die
Schönheit der Natur, freue sich über ein gelungenes Essen und nehme an den
Entwicklungsfortschritten der Kinder teil. Der Gutachter konnte auch die
Kernsymptome der Depression nicht erheben und schloss, dieses Leiden liege nicht
vor.
3.4.4 Was die Aspekte der psychischen Erlebnisfähigkeit, der Lebensqualität und der
Aktivitäten der Beschwerdeführerin betrifft, zeigt sich aus den Darlegungen in den
Gutachten demnach, dass bei der ersten und bei der zweiten Begutachtung, die drei
Jahre auseinander liegen, unterschiedliche Befunde vorgefunden wurden. Das
rechtfertigt es, von einer Verbesserung des gesundheitlichen Zustands im Lauf der
massgeblichen Zeit, also einer tatsächlichen Sachverhaltsveränderung, und nicht allein
einer abweichenden jüngeren medizinischen Einschätzung von unveränderten
tatsächlichen Verhältnissen auszugehen. Die Gutachter haben eine wahrscheinlich
etwa unveränderte Problematik angenommen und gleichzeitig eine Veränderung nicht
ausgeschlossen, haben sie doch festgehalten, die frühere medizinische Beurteilung sei
nicht offensichtlich falsch gewesen und es sei zu berücksichtigen, dass zwischen der
Vorbegutachtung und der Observation ein Zeitraum von mehr als zwei Jahren liege. Als
Ausdruck dieser relevanten Sachverhaltsveränderung ist vorliegend zu betrachten,
dass die Beschwerdeführerin zwischenzeitlich eine teilzeitliche Arbeit aufnehmen
konnte.
3.5 Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass sich der medizinische Sachverhalt
im Zeitraum zwischen den beiden Begutachtungen (vom Mai/Juli 2007 und vom
Oktober 2010) und, was rechtlich relevant ist, zwischen den Verfügungen vom 16. Juli
2008 und vom 31. Oktober 2013, erheblich verändert hat, und zwar mit der Folge, dass
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eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin bei der zweiten
Begutachtung nicht mehr vorlag.
3.6
3.6.1 Was den Zeitpunkt des Eintritts der massgeblichen Verbesserung des
Gesundheitszustands betrifft, ist darauf hinzuweisen, dass die volle Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin im Gutachten für eine Zeit ab dem 17. Dezember 2010 (Datum der
Schlussbesprechung) bescheinigt wird (act. 93-20).
3.6.2 Die Beschwerdegegnerin macht jedoch geltend, da und als sich die
Beschwerdeführerin zu einem regelmässigen Hüten der Kinder habe verpflichten
können, sei die depressive Symptomatik abgeklungen gewesen. Sie habe sich zu
Beginn des Jahres 2009 denn auch selbst zumindest als teilarbeitsfähig eingeschätzt. -
Was die Kinderbetreuung für eine benachbarte Familie betrifft, hat die
Beschwerdeführerin angegeben, jene Eltern würden beide Schichtarbeit leisten. Wenn
beide nicht zuhause seien, betreue sie den Zweitklässler und die
Kindergartenschülerin. Für die Betreuung setze sie zwei oder drei Stunden am Tag ein
(act. 84-3). Die Kinder seien je nach dem Schichtplan der Eltern bei ihr und ihrem
Ehemann, meistens von montags bis donnerstags und meistens von 13.00 bis ca.
17.30 Uhr (act. 84-4). Zudem bringe sie das Mädchen vormittags zum Kindergarten
und hole sie danach wieder ab (act. 84-4). Es ist diesbezüglich nicht erfragt worden, ob
sich die Beschwerdeführerin zu einer regelmässigen Tätigkeit verpflichtet habe. Ihre
Angaben deuten immerhin darauf hin, dass es sich um eine Tätigkeit erheblichen
Ausmasses, mit einer Regelmässigkeit und seit geraumer Zeit handelt.
3.6.3 In Anbetracht der Tatsache, dass die Gutachter einen früheren Zeitpunkt des
Wiedererlangens einer rentenrelevant erhöhten bzw. der vollen Arbeitsfähigkeit nicht
feststellen konnten, kann von einem vor Dezember 2010 stattgefundenen
Wiederaufleben der medizinischen Arbeitsfähigkeit jedoch nicht ausgegangen werden.
Namentlich kann ein solcher Schluss nicht aus dem Vertragsabschluss für eine
Teilzeitarbeit im Umfang lediglich eines Drittelspensums und deren Aufnahme und/oder
aus der Aufnahme der Tätigkeit der Kinderbetreuung durch die Beschwerdeführerin
gezogen werden. Die beschriebene Betreuung von zwei Kindern im eigenen Haushalt,
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in dem auch noch der Ehemann anwesend ist, eignet sich im Übrigen schon qualitativ
kaum für Rückschlüsse auf die medizinische Arbeitsfähigkeit. Es ist vielmehr auf die
gutachterliche Feststellung abzustellen, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung von 100
% auf das Datum der Schlussbesprechung des Gutachtens (Dezember 2010) zu
datieren ist. Für ein früheres Wiederaufleben einer rentenrelevanten medizinischen
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin besteht keine überwiegende
Wahrscheinlichkeit.
3.7
3.7.1 Die Beschwerdegegnerin sieht einen meldepflichtigen Anpassungsgrund des
Weiteren in der Aufnahme von Erwerbstätigkeiten als solche. Nach der
Rechtsprechung ist die Invalidenrente nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung
des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen
Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich
verändert haben (BGE 130 V 349 f. E. 3.5; ZAK 1966 S. 274). Eine solche Änderung
kann etwa darin bestehen, dass eine versicherte Person ihre gesundheitlich gleich
gebliebene Leistungsfähigkeit durch eine Veränderung des Arbeitsmarktes dort nun
besser oder schlechter verwerten kann. - Das blosse Auffinden einer Anstellung oder
der Verlust der tatsächlichen Anstellung ohne Änderung der Erwerbsfähigkeit (d.h. des
massgebenden Validen- oder Invalideneinkommens) ist bei der Invaliditätsbemessung,
die auf den hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt abstellt, hingegen irrelevant
(vgl. Meyer/Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. A. 2014, N 24
zu Art. 30-31; Urs Müller, Die materiellen Voraussetzungen der Rentenrevision in der
Invalidenversicherung, Diss. Freiburg 2003, N 551 f. S. 148, vgl. aber N 552 unten; vgl.
zu einem Stellenwechsel ohne Änderung der Arbeitsfähigkeit oder Erwerbsfähigkeit
8C_1042/09 E. 4.5).
3.7.2 Was die Kinderbetreuung betrifft, bezeichnete die Beschwerdeführerin ihre
Tätigkeit als Freundschaftsdienst. Schon vor der Fokussierung der Befragung auf die
Kinderbetreuungstätigkeit hatte sie geantwortet, es handle sich bei der betreffenden
Familie um eine gute Familie, die ihnen viel helfe und zu der viel Kontakt bestehe. Dass
sie Geld für die Arbeit bekomme, verneinte sie in der Folge (act. 84-3). Die
Beschwerdeführerin gab ausserdem an, sie hole die Kinder manchmal auch zu sich,
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damit sie nicht allein sei. Die Arbeit tue ihrer Psyche gut. Über die Vereinbarungen
zwischen den Eltern der Kinder und der Beschwerdeführerin (und ihrem Ehemann) -
insbesondere betreffend allfällige eingegangene Verpflichtungen über die Verfügbarkeit
der Beschwerdeführerin für die Betreuung, betreffend allfällige Gegenleistungen aller
Art und die finanziellen Möglichkeiten der die Leistung entgegennehmenden Familie -
sind keine Erhebungen getroffen worden, ebenso wenig über die Behauptung, es sei
kein Geld dafür eingenommen worden. Die Beschwerdegegnerin stellt sich stattdessen
auf den Standpunkt, es könne offen bleiben, ob die - im Übrigen unglaubwürdige -
Darstellung, die Arbeit sei unentgeltlich erfolgt, zutreffe oder nicht. Denn das
Zustandekommen eines Arbeitsvertrags sei zu vermuten. Nach Art. 320 Abs. 2 OR
gelte der Vertrag bereits als abgeschlossen, wenn der Arbeitgeber Arbeit in seinem
Dienst auf Zeit entgegennehme, deren Leistung nach den Umständen nur gegen Lohn
zu erwarten sei. Eine regelmässige Kinderbetreuung zu dem Zweck, dass beide
Elternteile einem Erwerb nachgehen können, lasse auf ein Arbeitsverhältnis schliessen.
- Falls sich ein Subordinationsverhältnis ausweisen liesse und grundsätzlich von einem
allfälligen möglichen Arbeitsvertrag (und nicht einem Auftrag bzw. einer selbständigen
Erwerbstätigkeit) auszugehen wäre, trifft zu, dass durchaus möglich wäre, dass die von
der Beschwerdeführerin erbrachte Arbeitsleistung die massgebende Schwelle (für
entgeltliche Arbeit nach OR) aus der Sicht der allfälligen Arbeitgeber überschritten hat.
Könnte dagegen nachgewiesen werden, dass die Parteien Unentgeltlichkeit vereinbart
haben, käme die Vermutung des Einzelarbeitsvertrags nicht zum Zug (vgl. Adrian
Staehelin, Zürcher Kommentar, 4. A. 2006, N 10 zu Art. 320 OR, und
Bundesgerichtsentscheid vom 20. Mai 2015, 4A_19/15). Gemäss den vom seco im
Internet publizierten Richtlinien ("Meldepflichtige oder nicht meldepflichtige Arbeit?",
auf http://www.seco.admin.ch/keine-schwarzarbeit/04305/index.html?lang=de) wird
als charakteristisch für die nicht meldepflichtigen Tatbestände des
Freundschaftsdiensts oder der Nachbarschaftshilfe, bei denen die Gefälligkeit und
Hilfsbereitschaft im Vordergrund stünden, (über das oben zum OR Dargelegte) auch
betrachtet, dass keine Gegenleistung vereinbart wird oder der Hilfeleistende keine
solche erwartet. Nach diesen Richtlinien würde gar der Nachweis genügen, dass keine
Vereinbarung getroffen worden sei. - Die für die notwendige Beurteilung
massgeblichen Kriterien sind vorliegend jedenfalls wie erwähnt nur ungenügend
abgeklärt worden. Eine antizipierende Beweiswürdigung der von der
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Beschwerdegegnerin getätigten Art (Annahme einer entgeltlichen Erwerbstätigkeit)
lässt sich nicht rechtfertigen. Im Gegenteil ist gemäss der glaubwürdigen Schilderung
der Beschwerdeführerin davon auszugehen, dass es sich nicht um eine entgeltliche
Tätigkeit gehandelt hat.
3.7.3 Nach der vorhandenen Aktenlage hat die Beschwerdeführerin anfangs
September 2009 während ca. sieben Tagen eine Ferienvertretung für eine
Arbeitnehmerin in einer Bäckerei (D._; vgl. act. 84-5, act. 93-16, act. 93-11)
übernommen, was revisionsrechtlich irrelevant ist. Am 16. September 2009 hat sie die
(unbefristete) Teilzeitarbeit im Umfang von 14 Stunden pro Woche (gemäss Vertrag
vom 24. September 2009, act. 135-16 ff.; d.h. von einem Drittelspensum) bei einer
anderen Bäckerei (F._) aufgenommen.
3.8 Da es bei der Ausübung von Tätigkeiten durch die Beschwerdeführerin insgesamt
allein um die Umsetzung bzw. Verwertung der ursprünglich noch verbliebenen und
damals angerechneten Arbeitsfähigkeit von 50 % ging, lag in deren Aufnahme keine für
den konkreten Anspruch rechtserhebliche Änderung der Tatsachen, die zur
Rentenherabsetzung oder -aufhebung geführt hätte oder führt.
3.9 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Eintritt eines relevanten
Rentenrevisionsgrundes erst für Dezember 2010 hinreichend bewiesen ist.
4.
4.1 Es kann davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin in der Lage
war, ihre im Dezember 2010 wieder erlangte volle Arbeitsfähigkeit auf einem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt ohne berufliche Massnahmen zu verwerten. Angesichts
dieses Grades an Arbeitsfähigkeit ergibt sich im Einkommensvergleich ab dem
Zeitpunkt der Verbesserung keine rentenbegründende Invalidität mehr. Denn die
Beschwerdeführerin hatte vor Eintritt der Invalidität im Jahr 2003 leicht
unterdurchschnittlich und im Jahr 2004 in etwa durchschnittlich verdient (vgl. act. 16-2
mit Anhang 2 der Textausgabe Invalidenversicherung, Gesetze und Verordnungen
2008, herausgegeben von der Informationsstelle AHV/IV, S. 204, basierend auf der
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung LSE des Bundesamtes für Statistik), weshalb
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Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom selben Tabellenlohn zu bestimmen
sind und sich ein Invaliditätsgrad einzig aus einem Abzug vom Tabellenlohn ergeben
könnte.
4.2 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist die anspruchsbeeinflussende
Änderung nach Art. 88a Abs. 1 IVV für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung
von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie
voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen,
nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und
voraussichtlich weiterhin andauern wird. Dieses Kriterium der Dauerhaftigkeit der
Verbesserung war vorliegend ab 1. April 2011 (drei Monate nach Dezember 2010)
erfüllt.
5.
5.1 Eine anpassungsweise Herabsetzung oder Aufhebung der rechtskräftig
zugesprochenen Invalidenrente erfolgt gemäss Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV allerdings
frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden
Monats an. Bei Anwendbarkeit dieser Bestimmung ist der Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin auf den 31. Dezember 2013 hin aufzuheben.
5.2 Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV (in der bis 31. Dezember 2014 geltenden, hier
anwendbaren Fassung) lässt hingegen eine rückwirkende Herabsetzung oder
Aufhebung der Rente ab Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung
(vorliegend somit ab 1. April 2011) zu, wenn die unrichtige Ausrichtung einer Leistung
darauf zurückzuführen ist, dass der Bezüger sie unrechtmässig erwirkt hat oder der ihm
gemäss Art. 77 IVV zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist.
5.3 Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, es sei, wie das
Bundesgericht festgestellt habe, vorliegend von Meldepflichtverletzungen auszugehen.
Diese beträfen sowohl die Erwerbsaufnahmen als auch die Verbesserung des
Gesundheitszustands. - Gemäss Art. 77 IVV hat unter anderem der Berechtigte jede für
den Leistungsanspruch wesentliche Änderung (nach Art. 31 Abs. 1 ATSG: jede
wesentliche Änderung in den für eine Leistung massgebenden Verhältnissen), darunter
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namentlich eine solche des Gesundheitszustandes und der Arbeits- oder
Erwerbsfähigkeit, unverzüglich der IV-Stelle anzuzeigen. Entsprechend wird auf den
Verfügungen der Beschwerdegegnerin ausdrücklich auf die Meldepflicht bei Aufnahme
einer Erwerbstätigkeit hingewiesen, so auch gegenüber der Beschwerdeführerin. Eine
versicherte Person ist gehalten, dem Versicherungsträger die relevanten
Veränderungen bei Kenntnisnahme von der Änderung und jedenfalls unmittelbar nach
der Änderung unaufgefordert (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. A. 2015, N 14 zu
Art. 31 ATSG) - also unabhängig von einer konkreten Frage der IV-Stelle im Rahmen
von Revisionsverfahren (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 29. Oktober 2012,
9C_245/12) - bekanntzugeben.
5.4 Weder hinsichtlich der Kinderbetreuungstätigkeit noch der Ferienvertretung in der
Bäckerei D._ - der Erwerbstätigkeit von lediglich ein paar Tagen, die nach eigenen
Angaben für die Beschwerdeführerin zu anstrengend war und mit welcher sie sich
überfordert gefühlt hatte (vgl. act. 93-11) - ist nach dem Dargelegten eine
Meldepflichtverletzung der Beschwerdeführerin anzunehmen.
5.5 Am 24. September 2009 hat die Beschwerdeführerin den schriftlichen
Arbeitsvertrag mit der Bäckerei F._ unterzeichnet. Eintrittsdatum war danach der 16.
September 2009 gewesen. Die Beschwerdegegnerin hat am 19. Oktober 2009, also
bereits rund dreieinhalb Wochen nach der Vertragsunterzeichnung durch die
Beschwerdeführerin, einen Fragebogen für Revision versandt, in welchem diese ihre
Anstellung am 30. Oktober 2009 (act. 74) deklarierte. Bis zu dessen Eingang bei der
Beschwerdeführerin dürften somit erst gerade rund vier Wochen seit dem schriftlichen
Vertragsschluss bzw. rund fünf Wochen vergangen sein, in welchen sie die
Erwerbstätigkeit ausgeübt hat, ohne von sich aus Meldung zu machen. Das erscheint
zu kurz, um eine Meldepflichtverletzung anzunehmen, zumal der erste Monat des
Arbeitsverhältnisses als Probezeit galt (vgl. act. 135-16, wie Art. 335b Abs. 1 OR). Bei
diesen zeitlichen Gegebenheiten ist der Beschwerdeführerin auch in dieser Hinsicht
keine Meldepflichtverletzung vorzuwerfen.
5.6 Ein Sachverhalt, der eine rückwirkende Aufhebung der Rente verlangte, liegt
demnach nicht vor. Die Aufhebung hat auf den 31. Dezember 2013 hin zu erfolgen.
6.
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6.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 31. Oktober 2013 teilweise gutzuheissen und die Rente
der Beschwerdeführerin ist auf den 31. Dezember 2013 hin einzustellen.
6.2 Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Eine
Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen. Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in
Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder
teilweise abgewiesen werden. Die Beschwerdeführerin war dazu veranlasst, die
Verfügung als rechtswidrig beanstanden zu lassen. Dass ihr Antrag (soweit den
Verzicht auf die Leistungseinstellung betreffend) quantitativ zu weit reichte, hat den
(Verfahrens- und Vertretungs-)Aufwand nicht beeinflusst, so dass es sich rechtfertigt,
für die Kostenfrage von einem vollen Obsiegen auszugehen und die Gerichtskosten der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist
der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.
6.3 Die Beschwerdeführerin hat angesichts dieses Verfahrensausgangs Anspruch auf
Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Der Bedeutung der Streitsache
und dem Aufwand angemessen erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).