Decision ID: 896651e6-2ad3-4d95-abf8-9811fd1ea1e1
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) wurde mit
Unfallmel
dung
vom 2
3.
Februar 2011 mitgeteilt, dass der 1963 geborene
X._
im Rahmen
seiner Tätigkeit für die
Y._
GmbH am 1
6.
Novem
ber 2010 den zwölften Rückenwirbel gebrochen habe (
Urk.
8/3). Die SUVA erbrachte in der Folge Taggeldleistungen und kam für
Heilbehandlungs
kosten
auf (vgl. Schreiben
vom 1
8.
März 2011,
Urk.
8/1
57
)
.
Am 1
2.
April 2011 meldete sich
X._
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/
50
).
Da
unklar
war, ob
X._
für die
Y._
GmbH
in
unselbständiger Stellung tätig
und somit
obligatorisch
bei der SUVA
gegen die Folgen von Unfällen ve
r
sichert war, stellte die SUVA mit Verfügung vom 1
4.
Juli 2012
ihre Leistungen
bis zum diesbezüglichen Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vorsorglich per
1.
August 2012 ein (
Urk.
8/202). Mit Urteil vom 2
9.
November 2012
(
Urk.
8/220)
stellte das hiesige Gericht, bestätigt durch das Urteil des Bun
desgerichts vom 1
8.
Juni 2013
(
Urk.
8/239)
, fest, dass
X._
in unselbstän
diger Stellung für die
Y._
GmbH tätig
und somit obli
gatorisch
bei der SUVA
gegen die Folgen von Unfällen versichert war.
Mit Verfügung vom 1
2.
September 2013 sprach die SUVA
X._
mit Wirkung ab
1.
August 2012 eine auf einem Invaliditätsgrad von 17
%
beruhende Invali
denrente und eine auf einer
Integritäts
einbusse von 7,5
%
basierende
Integri
tätsentschädigung
zu (
Urk.
8/258).
Mit Verfügung vom 1
9.
September 2013 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch von
X._
(
Urk.
8/265).
Die
von
X._
am 1
0.
Oktober 2013
gegen die Verfügung der SUVA vom 1
2.
September 2013
erhobene Einsprache (
Urk.
8/271)
hiess
die SUVA
mit
Ein
spracheentscheid
vom 16.
Dezember 2013
in dem Sinne teilweise gut, das
s
die Integritätsentschädigung auf 10
%
erhöht wurde
(
Urk.
2)
.
2.
Hiergegen erhob
X._
am 3
1.
Januar 2014 durch Fürsprecherin Astrid
Mei
enberg
Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte in materieller Hinsicht:
„1.
Der
Einsprache
e
ntscheid
der Beschwerdegegnerin vom 1
6.
Dezember
2013 sei aufzuheben.
2.
Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer
rückwirkend per
1.
August 2012 eine Invalidenrente basierend auf einem
Invaliditätsgrad von 41
%
zuzusprechen.
3.
Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer für
Heilbehandlungen gemäss
Art.
21
des Bundesgesetzes über die
Unfall
ver
sicherung (
UVG
)
weiterhin Leistungen zu erbringen.
4.
Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer
eine Integritätsentschädigung in der Höhe von 20
%
zuzusprechen.
5.
Eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren medizinischen Abklärung
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.“
Die Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Reto Bachmann, schloss mit Beschwerdeantwort vom 2
6.
Februar 2014 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was dem Beschwerdeführer am 2
8.
Febr
uar 2014 mitgeteilt wurde (Urk.
10).
3.
Mit heutigem Urteil wurde die vom Beschwerdeführer gegen den Entscheid der IV-Stelle vom 1
9.
September 2013 erhobene Beschwerde abgewiesen (Prozess-Nr. IV.2013.00924).
4
.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
im Wesent
lichen davon aus, dass der Beschwerdefüh
rer infolge des Unfalls vom 16.
November 2010 nicht mehr in der Lage
sei
,
die angestammte Tätigkeit als Gipser auszuüben, er in einer behinderungsange
passten Tätigkeit jedoch zu 100
% arbeitsfähig sei. Bei der Berechnung des Invalideneinkommens sei ein
A
bzug vom T
abellenlohn von 10
%
vorzunehme
n
. So ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 17
%
.
Betreffend Integritätsentschädigung hielt die Beschwerdegegnerin fest,
in Anbe
tracht
, dass
der Beschwerdeführer seit
Jahren
an
chronischen Rückenschmerzen
leide
,
sei der
Maximalwert für einen
Kyphosewinkel
zwischen 10 und 20° und der Schmerzfunktionsskala ++
von 20
%
zu halbieren. Hieraus erg
e
be sich eine Integritätseinbusse von 10
%
(
Urk.
2
und
Urk.
7
).
1.2
Der Beschwerdeführer lässt hiergegen im Wesentlichen einwenden
, er sei in einer behinderungsangepassten Tätigkeit lediglich noch zu 80
%
arbeitsfähig. Aufgrund seiner multiplen Einschränkungen sei vom Tabellenlohn zudem ein
behinderungsbedingter
Leidensa
bzug von 20
%
vorzunehmen. Insgesamt resul
tiere so ein Invaliditätsgrad von 41
%
.
Das vorbestehende Rückenleiden habe nachweislich keinen Einfluss auf den
Kyphosewinkel
, der hier beurteilt werde und zu einer Integritätsen
tschädigung führe. Folglich sei
ein diesbezüglicher Abzug nicht zulässig (
Urk.
1)
2.
Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Entscheid
(
Urk.
2)
die zur Beur
teilung des Leistungsanspruchs massgeblichen gesetzlichen Grundlagen und die Rechtsprechung dazu zutreffend aufgeführt, weshalb darauf verwiesen wird.
3.
3.1
Das nach dem Unfall vom
1
6.
November 2010 noch am Unfalltag
erstbehan
delnde
Spital
Z._
diagn
ost
i
zi
erte mit Austrittsbericht vom
23.
Novembe
r 2010 eine stabile Fraktur
von Brustwirbelkörper
(
BWK
)
-
1
2.
Seit dem Sturz klage der Beschwerdeführer über starke Schmerzen im
thorakolumbalen
Übergang ohne Anzeichen für sensomotorische Ausfälle. Auf der Notfallabteilung habe der Beschwerdeführer
auch
über Schmerzen im HWS-Ber
ei
ch berichtet. Diese seien jedoch schon vorbestehend und hätten nach dem Unfall nur leicht zuge
nommen. Unter Einstellung der analgetischen Therapie und Physiotherapie habe der Beschwerdeführer gut mobilisiert werden können, so dass sie ihn am 2
3.
November 2010 in gutem Allgemeinzustand hätte
n entlassen können (Urk.
8/24).
3.2
Vom
6.
April bis 1
9.
Mai 2011
weilte der Beschwerdeführer in der
Klinik A._
, wobei die Therapie vom 1
4.
bis 2
5.
April 2011 unterbrochen wurde. Mit Austrittsbericht vom 2
4.
Mai 2011 hielten die Ärzte der
A._
als Diagnosen im Wesentlichen fest:
Leitersturz am 1
6.
November 2010 mit stabiler BWK-12-Fraktur
a
ktuell Fraktur BWK-12 offen
sichtlich konsolidiert,
Kyphose
winkel
unverändert 12,8
%
, angrenzende Bandscheibenfächer diskret
höhen
gemindert
. Empfehlung: Zunehmend aktivierende und
muskelstabili
sierende
Übungen der BWS und LWS, Wiederaufnahme alltäglicher Belastungen und Heranführen an das vormalige Aktivitätsniveau, schrittweise Reduktion der Schmerzmittel, Arbeitsversuch in zwei bis drei Monaten
p
eriphere
Fazialispares
e
rechts
Die Abklärungen betreffend die unfallfremde
p
eriphere
Fazialispares
e
rechts seien noch nicht abgeschlossen. Die BWK-Fraktu
r
sei noch nicht konsolidiert
. Deshalb könne die Zumutbarkeit noch nicht getestet und definitiv beurteilt wer
den. Die Zumutbarkeit einer behinderungsangepassten Tätigkeit werde daher noch nicht festgelegt. Die angestammte Tätigkeit als Gipser sei nicht mehr zu
mutbar
(
Urk.
8/88)
.
3.3
Im August
2011 wurde
mit dem Beschwerdeführer
im
B._
ein
Arbeitsassessment
durchgeführt
. Die mit dem Assessment betrauten Fachpersonen nannten mit Bericht hierzu vom
9.
September 2011 als
arbeitsre
le
vante
Diagnosen:
l
umbospondylogenes
Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.86)
n
ach Sturz aus 1,2 Meter mit stabiler BWK-12-Fraktur (
Impressions
fraktur
Boden- und Deckplatte)
Verlaufskontrolle Wirbelsäulenzentrum
K
linik
C._
am
1
7.
Mai 2011: konsolidierte Fraktur,
Kyphosewinkel
unverändert 12,8°
Fehlform
mit linkskonvexer grossbogiger Skoliose thorakal, akzentu
ierte BWS-Kyphose
d
ysfunktionales
Copingverhalten
mit
Schonungstendenz
, teilweise iatro
gen gefördert
z
ervikovertebrales
Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.82)
c
hronische, täglich auftretende
Zephalgien
(ICD-10 R51)
Differentialdiagnose
m
edik
a
menteninduziert (täglich
e
Paracetamol-Ein
nahme)
Als weitere Diagnosen nannten
s
ie einen chronischen Nikotinkonsum und eine leichte periphere
Fazialisparese
rechts.
Infolge erheblicher Selbstlimitierung und Inkonsistenz seien die Resultate
der
ergonomischen Tests für die Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit nicht verwertbar. Es sei anzunehmen, dass die Selbstlimitierung zumindest teilweise durch dysfunktionale Überzeugungen bezüglich
Umgang
mit den Schmerzen zu
stande komme. Es sei davon auszugehen, dass bei gutem
Effort
eine bessere Leistung erbracht werden könne, als bei den Tests gezeigt worden sei. Die Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit erfolge daher medizinisch-theoretisch. Eine schwere körperliche Arbeit
, wie
als Gipser
,
sei aktuell nach langer Arbeitspause und auf
grund der deutlichen
Dekonditionierung
höchstens in einem geringen Pensum umsetzbar. Durch entsprechende medizinische Massnahmen könn
t
e aber – bei optimaler Kooperations- und Leistungsbereitschaft des Beschwerdeführers – eine Besserung der Klinik und Steigerung der Arbeitsfähigkeit erreicht werden. Inwieweit dies möglich sei, müsse hier offen bleiben und müss
t
e gegebenenfalls nach einigen Monaten konsequentem Training im Rahmen eines Gutachtens be
stimmt werden. Infolge der lang dauernden Arbeitsunfähigkeit würden sie einen
schrittweisen
Wiedereinstieg beginnend mit einer Arbeitsfähigkeit von 20
%
(zwei
Halbtage
zur Anpassung und Angewöhnung)
mit
sukzessiver Stei
gerung
in 10%-Schritten alle vier bis sechs Wochen empfehlen
. In Bezug auf andere
Tätigkeiten sei
aufgrund der inzwischen eingetretenen
Dekonditionie
rung
bei langer Arbeitspause von einer reduzierten Leistungsfähigkeit auszuge
hen mit einem vermehrten Pausenbedarf. Daraus ergebe sich eine zumutbare Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit von etwa 80
%
. Durch medizinische Massnahmen könn
t
e die Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere Arbeit innerhalb von etwa vier Monaten bis zur vollen Arbeitsfähigkeit gesteigert wer
den
(
Urk.
8/118)
.
3.4
Dr.
med.
D._
, Assistenzarzt, und
Dr.
m
ed.
E._
, Facharzt für Neurochi
ru
r
gie, Oberarzt
Wirbelsäulenchirurgie
, von der Klinik
C._
nannten mit Bericht vom 1
4.
Dezember 2011 als Diagnosen:
l
umbospondylogenes
Schmerzsyndrom
bei
traumatische
r
BWK-12-Fraktur,
Kyphosewinkel
13°, nach
Arbeits
sturz
am 1
6.
November 2010, rechtsbetonte
pseudoradikuläre
Aus
strahlung
c
hronisch
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom bei
Diskusprotrusionen
C4-C7 ohne sensomotorische Defizite, Diffe
ren
tial
diagnose Migrä
n
e
s
egmentale
r
Hypermobilität unteres Drittel der HWS links, am
5.
April 2011 therapeutisch mobilisiert
p
eriphere
Fazialisparese
rechts (Erstdiagnose 1
9.
März 2011)
bei
n
eurologische
r
Abklärung
Dr.
F._
: EMG,
leichtgradiger
Faser
aus
fall
von 50
%
, günstige Prognose
s
iebentägigem
Prednisonstoss
100mg täglich: subjektiv keine Ände
rung
Bei anhaltenden Beschwerden sähen sie durch ein operatives Vorgehen im Sin
n
e einer
Vertebrektomie
BWK
-
12 die Chance für eine Besserung postoperativ bei 60
%
. Auch durch ein weiteres abwartendes, konservatives Vorgehen sei eine Besserung denkbar. Der Beschwerdeführer gebe an, dass eine Operation für ihn nur in Betracht komme, falls er schmerzbedingt nicht mehr gehen könne. Dies sei im Moment nicht der Fall. Sie hätten vereinbart, dass er den weiteren Verlauf beobachten und sich in den nächsten Monaten entscheiden werde, in
wiefern die nun bestehende Lebensqualität für ihn akzeptabel sei. Sie hätten somit die Behandlung vorerst abgeschlossen. Eine Wiedervorstellung erfolge bei Operationswunsch
(
Urk.
8/169)
.
3.
5
Der Beschwerdeführer wurde im Oktober 2011 in
G._
untersucht, unter anderem wurde auch ein MRI angefertigt (vgl.
Urk.
8/230). Gemäss Bericht
des
Neurochirurgen
Dr.
H._
vom 1
0.
Januar 2012
hat
der Beschwer
deführer ständig starke Schmerzen im thorakalen Bereich des Rückens, welche während längeren Sitzens und Stehen
s
an Ort stärker würden. Während länge
ren Stehens ergäben sich
radikuläre
Symptome im linken Bein. Aus dem MRI ergäben sich keine
Hinweise auf
einen Bandscheibenschaden. Medulla und
Cauda
seien frei
,
auch im Bereich des Bruches. Der
Abstand zwischen BWK-12 und BWK-11
sei reduziert
. Dies
verursache die Schmerzen
. Der Beschwerdefüh
rer klage zudem über Nackenschmerzen. Diese seien
degenerativ bedingt
. Der Beschwerdeführer sei für
körperlich
schwere Tätigkeiten zu 100
%
arbeitsunfä
hig, besonder
s
wenn die Arbeit mit längerem Sitzen und dem Heben von Gewich
ten von mehr als 5 Kilogramm verbunden sei (
Urk.
8/228)
.
3.6
Am 1
4.
Juni 2012 nahm Kreisarzt
Dr.
med.
I._
, Facharzt FMH für Chi
rurgie, eine ärztliche Abschlussuntersuchung vor.
Er riet gestützt darauf und aufgrund des bisherigen Verlaufes
von irgendwelchen invasiven Massnahmen ab. Seines Erachtens sei das Beschwerdebild zu diffus und zu wenig a
uf den frakturierten Wirbel BWK-
12 fokussiert, um die Indikation für eine operative Massnahme zu stellen. Es sei nun von einem Endzustand auszugehen
,
und er empfehle
,
den Fall abzuschliessen. Die Beschwerdegegnerin werde für vier bis sechs Konsultationen pro Jahr sowie für die erforderlichen Schmerzmittel auf
kommen. Bezüglich Arbeitsfähigkeit könne er sich der Einschätzung gemäss
Arbeitsassessment
vom
9.
September 2011 anschliessen. Aus kreisärztlicher Sicht seien folgenden Tätigkeiten zumutbar: leichte bis mittelschwere, wechsel
belasten
d
e Tätigkeiten mit maximal zu hantierenden Lasten von 15 Kilogramm. Der Beschwerdeführer sollte die Möglichkeit haben, seine Position häufig zu wechseln. Die Phasen der sitzenden bzw. stehenden Tätigkeiten sollten eine halbe Stunde nicht überschreiten (
Urk.
8/
198
)
.
3.
7
Dr.
I._
nahm am
2
0.
Juni 2012 eine Schätzung des Integritätsschadens vor
. Massgebend zur Schätzung des Integritätsschadens sei die Feinrastertabelle 7.2
(
Integritätsschäden bei Wirbelsäulenaffektionen
)
.
Der durch die Fraktur entstan
dene
Kyphosierungswink
el
liege zwischen 10° und 20°. Der Referenzwert
bei einem
Kyphosierungszwinkel
zwischen 10 und 20° liege
für die Schmerzskala + zwischen 5 und 10
%
, derjenige für die Schmerzskala ++ zwischen 10 und 20
%
. Der Brutto-Integritätsschaden dürfte mit 10
%
korrekt taxiert sein. Es bestehe ein Zustand nach Morbus Scheuermann der BW
S und LWS. Aus diesem Grund sei
ein Abzug von 2,5
%
gerechtfertigt. Der Netto-Integritätsschaden betrage somit 7,5
%
(
Urk.
8/199
)
.
3.
8
Am
8.
November 2012 untersuchte
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst der IV-Stelle den Beschwerdeführer. Mit Bericht hierzu vom 2
8.
November 2012 diagnostizierte
Dr.
J._
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
s
chmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung der Wirbelsäule mit/bei
Status nach Fraktur
BWK-12
mit Defektheilung und Keilwirbel
bildung
d
egenerative
n
Veränderungen der distalen LWS ohne Hinweis für
Ner
venwurzelirritati
o
n
d
egenerative
n
Veränderungen der unteren HWS mit
breitbasiger
Dis
kusprotrusion
C6/7 mit möglicher Reizung der Nervenwurzel
o
hne motorische Ausfälle der oberen und unteren Extremitäten
f
ragliche
m
belastungsabhängiges sensibles Reizsyndrom beider Arme und de
s
linken Beines
Anhand der vorliegenden medizinischen Berichterstattung und der körperlichen Untersuchung vom
8.
November 2012 sei ein somatischer Gesundheitsschaden ausgewiesen, der die Arbei
tsfähigkeit beeinträchtige. In der
bisherigen Tätigkeit
des Beschwerdeführers
als Gipser bestehe seit dem 1
6.
November 2010
auf Dauer
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. In einer körperlich leichten bis mittel
schweren Tätigkeit ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufige
wir
bel
säulenbelastende
Zwangshaltungen und Tätigkeiten
wie
Bücken, Hocken,
Über
kopfarbei
t
, Arbeiten in weiten
Armvorhalt
en
,
besteh
e
ab September 2011 eine 80%ige und ab
9.
November 2012 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
Unfall
fremd
seien die degenerativen Erkrankungen der HWS und LWS
(
Urk.
8/291 Bei
lage
3/4
)
.
3.
9
Dr.
K._
erklärte mit Bericht
an die IV-Stelle
vom 1
7.
Mai 2013
, der Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers habe sich
seit April 2011
nicht wesentlich verändert.
Er klage weiterhin über permanente
Zervikalgien
mit Ausstrahlungen in de
n linken Arm, verbunden mit
Dys
ästhesien
und
Parästhesien
über
Derma
tom
C6 und C
7.
Zusätzlich bestünden
lumbosakrale
Schmerzen mit Ausstrah
lun
gen ins linke Bein über
Dermatom
L4 und L5 mit Hyposensibilität ohne motorischen Ausfall. Vor kurzem habe sich der Beschwerdeführer in seinem Hei
matland neu abklären lassen, wobei die zervikalen
Protrusionen
als
Di
s
kus
hernien
C3/4, C4/5 und C6/7 beschrieben worden seien mit leichter Kompres
sion der Medulla. Im
thorakolumbalen
Bereich verspüre der Beschwerdeführer permanente Schmerzen mit nächtlicher Intensivierung bei deutlichem Keilwirbel nach BWK-12-Fraktur mit
Kyphosierung
von 13°, allerdings habe sich die Frak
tur bei initialem Verdacht auf Pseudoarthrose verheilt.
Der Beschwerde
führer sei nicht in der Lage, körperlich belastende Arbeiten auszuüben, aber auch die adaptiere Tätigkeit sei ihm nur mit deutlicher zeitlicher Einschränkung zumut
bar
(
Urk.
8/243)
.
3.1
0
Dr.
med. L._
, Spezialarzt FMH für Orthopädische Chirurgie, nahm am
3.
Oktober 2013
zu der
von der Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 1
2.
September 2013
vorgenommenen
Beurteilung, welche sich hauptsäch
lich auf die Einschätzung von
Kreisarzt
Dr.
I._
stützte, Stellung. Es treffe zu, dass der
Kyphosewinkel
zwischen 10
°
und 20° liege. Mit
der
Schmerzfunkti
onsskala
++, das heiss
e
, geringer Dauerschmerz bei Belastung, verstärkt auch in Ruhe,
was der Beschwerdeführer sicher habe, ergebe sich eine
Integritätsein
busse
vo
n 10 bis 20
%
.
Vor dem Unfall habe der Morbus Scheuermann für die Wirbelsäule keine Bedeutung gehabt. Wie die Bildgebung im MRI vom
1.
November 2011 zeige, sei der
Kyphosewinkel
durch den Morbus Scheuer
mann nicht verstärkt worden, weshalb
ein
Abzug von 2,5
%
, wie von
Dr.
I._
gemacht,
nicht gerechtfertigt sei. Wenn man dem Beschwerdeführer das Maxi
mum gebe für einen
Kyphosewinkel
zwischen 10
°
und 20
°
, kriege er eine
Integ
ritätsentschädigung
von 20
%
, was seines Erachtens durchaus angezeigt sei
(
Urk.
8/270 Beilage 10)
.
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit sei er mit der Beurteilung durch
Dr.
I._
ein
verstanden
, wenn er eine 80%ige Arbeitstätigkeit in leichter bis mittelschwerer wechselbelastender Tätigkeit mit Maximallasten von 15 Kilogramm als möglich ansehe
. Die
leichtgradige
distal
e
Tetraparese
und die
Hyperrefl
exie
seien nicht auf den Unfall vom 1
6.
November 2010 zurückzuführen.
Das Hauptproblem des Beschwerdeführers sei klar krankheitsbedingt und
habe
keinen Einfluss auf die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
8/270 Beilage 10)
.
3.1
1
Am
9.
Dezember 2013 nahm
Dr.
med.
M._
, Fachärztin FMH für Chirurgie, von der Abteilung Versicherungsmedizin der
Beschwerde
gegnerin
zur Höhe der Integritätseinbusse des Beschwerdeführers Stellung.
Massgebend s
ei die Tabelle 7 (Integritätssc
h
a
den bei Wirbelsäulenaffektionen). Der
Kyphosewinkel
betrage knapp 13°. Die Schmerzfunktionsskala liege unter Würdigung aller ärztlicher Berichte zwischen + bis ++; unter Berücksichtigung, dass seit Jahren chronische Rückenschmerzen vorlägen, werde der Maximalwert (für
Kyphosewinkel
zwischen 10 und 20° und ++-
Schmerzskala) von 20
%
hal
biert. Die degenerativen Veränderunge
n im Bereich der Wirbelsäule (Morbus
Scheuermann etc.) seien darin enthalten und rechtfertig
t
en keinen zusätzlichen Abzug mehr. Die geschätzte Integrit
ätseinbusse betrage somit 10
%
(
Urk.
8/277)
.
4.
4.1
4.1.1
Die Beschwerdegegnerin
ging im Zeitpunkt des Fallabschluss per
1.
August 2012 - wie ausgeführt
(E. 1.1)
– von einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers in der angestammten und einer
100%igen Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit aus. Sie berief sich dabei im We
sentlichen auf die Einschätzung
von
Dr.
I._
vom 1
4.
Juni 2012
(
Urk.
8/198;
E. 3.7).
4.1.2
Rechtsprechungsgemäss kommt auch den Berichten und Gutachten von
versiche
rungsinternen
Ärzten Beweiswert zu,
sofern sie schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indi
zien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (
vgl. u.a. Urteil des Bundesgerichts 8C_620/2009 vom 2
6.
Oktober 2009, E. 4.2.1 mit Hinweis auf die Urteile 8C_943/2008 vom
1.
April 2009 E. 4.1, 8C
_663/2007 vom
4.
August 2008 E.
4.1, U 484/06 vom 1
5.
Mai 2008 E. 4.1.2 und U 455/06 vom
6.
Dezember 2007 E. 3.3 sowie
BGE 125 V 351
E. 3b/
ee
S. 353 f.).
V
orliegend
bestehen keine Indizien, welche gegen die Beweistauglichkeit des Berichts von
Dr.
I._
vom 1
4.
Juni 2012 sprechen würden. Vielmehr erfüllt sein Bericht die
rechtspre
chungsgemässen
Anforderungen, welche an beweistaugliche medizinische Be
richte gestellt werden
(vgl. BGE 125 V 351 E. 3a
).
4.1.
3
Auch wenn
Dr.
I._
in seinem Bericht
nicht ausdrücklich erklärt
e
, dass
ab
dem Zeitpunkt seiner Untersuchung eine 100%ige – und nicht eine 80%ige - Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers vorlieg
e
, geht aus seinem Bericht
ohne Weiteres
hervor, dass er von
eine
r
100%ige
n
Arbeitsfähigkeit
ausging
. So
ver
wies
Dr.
I._
zwar auf das
im September 2011
im
B._
durchgeführte Assessment
und zitierte die Einschätzung der Sachverständigen des
B._
betreffend Arbeits
fähigkeit wörtlich
, gleichzeitig formulierte er jedoch selbst ein
Zumutbarkeits
profil
, in welchem er keine quantitative Einschränkung festhielt.
Dr.
I._
erklärte
denn auch
, dass der Endzustand erreicht sei.
Dem würde die von den Sachverständigen des
B._
festgehaltene 80%ige Arbeitsfähigkeit, die innert einer gewissen Zeit auf 100
%
steigerbar
sei
(vgl. E. 3.3)
,
widersprechen.
Es ist aktenkundig, dass der Beschwerdeführer im Nachgang zum Assessment im
B._
, wie von den Sachverständigen empfohlen (
Urk.
8/118 Ziffer 6)
,
eine Medizinische Trainingstherapie
(MTT)
antrat (Not
iz vom 2
1.
September 2011, Urk.
8/119
, Telefonnotiz vom 2
5.
Oktober 2011,
Urk.
8/130
; vgl. auch Urk.
8/291 Beilage 3/4 S. 2
). Es erscheint daher
zumindest nicht unstimmig
, dass
Dr.
I._
rund neun Monate nach Durchführung des Assessments eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 100
%
feststell
te
. Kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer neben de
r
von den Sachverständigen des
B._
empfohlenen MTT auch während sechs Wochen auf Anraten der
Dres
.
D._
und
E._
eine LWS-Bandage trug (
Urk.
8/169). Die Einschätzungen von
Dr.
I._
und der Sachverständigen
des
B._
stehen daher nicht im Widerspruch.
Dies gilt umso mehr, als der Beschwerdeführer aufgrund seiner Schadenminderungspflicht ver
pflichtet war, sich sämtlichen zumutbaren Massnahmen zu seiner Wiederein
gliederung zu unterziehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_506/2014 vom 1
0.
Novemb
er 2014 E. 4.2). An der von Dr.
I._
festgestellten 100%igen Ar
beitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
vermag der Umstand,
dass
der Beschwerdeführer
subjektiv keine Verbesserung seines Gesundheitszu
standes verspürte (u.a.
Bericht von
Dr.
D._
und
Dr.
med.
N._
, Oberarzt der Abteilung Neurochirurgie der Klinik
C._
vom 1
1.
Oktober 2011,
Urk.
8/126,
und
Urk.
8/130) nichts zu ändern, geht doch insbeso
ndere sowohl aus dem Assessment
-Bericht wie auch aus dem Bericht von
Dr.
I._
hervor, dass die subjektiven Schmerzangaben des Beschwerdeführers mit den erhobenen medizinischen Befunden nicht
vollständig
zu erklären war
en
.
Die von
Dr.
I._
erhobenen Befunde
stehen der Annahme
eine
r
100%ige
n
Arbeitsfähigkeit
in einer –
diesen
Rechnung
tragenden – angepassten Tätigkeit nicht entgegen
. So stellte
Dr.
I._
i
nspektorisch
eine betonte Kyphose der proximalen BWS mit leicht S-förmi
g
er Skoliose der BWS und LWS
fest
. Der
F
inger–Boden-Abstand
sei
mit 30 cm mässig reduziert, die Rotation bei nicht fixiertem Becken beidseits um etwa
einen Drittel
eingeschränkt
gewesen
. Aufgrund der bil
dgebenden Diagnostik konnte
sich
Dr.
I._
dies jedoch nicht erklären.
Palpatorisch
bestand
gemäss seinen Angaben
eine diffuse Druck- und
K
l
opfdolenz
über sämtliche
n
Dornfortsätzen, betont über dem
thorakolumbalen
Übergang. An der HWS
habe
eine geringe diffuse
Druckdolenz
über sämtlichen Dornfortsätzen
vor
gelegen
. Die Rotation nach rechts
sei
noch etwa im Normbereich, die Rota
tion nach links um einen Drittel reduziert
gewesen
. Eine tra
u
matisch-bedi
ngte Läsion
habe
an der HWS mittels MRI vom 1
9.
November 2010 ausgeschlossen werden
können
. Bei den beschriebenen Pathologien handelte es sich gemäss
Dr.
I._
ausschliesslich
um degenerative Veränderungen.
4.1.
4
Nach dem Gesagten ergibt sich aus dem Bericht von
Dr.
I._
vom 1
4.
Juni 2012 in schlüssiger Weise eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit für die ange
stammte, und eine
100%ige Arbeitsfähigkeit für eine behinderungsangepasste Tätigkeit.
4.2
Die Berichte der Ärzte des Spitals
Z._
vom 2
3.
November 2010 (E. 3.1) und der
Klinik A._
vom 2
4.
Mai 2011 (E. 3.2) stehen
der Einschätzung von
Dr.
I._
vom 1
4.
Juni 2012 nicht entgege
n, hat die
se
doch
erst ab
Unter
suchungsdatum
Geltung und war der Endzustand im Zeitpunkt der Bericht
er
stat
tung durch die genannten Ärzte ohne Zweifel noch nicht erreicht.
4.
3
Der Bericht der
Dres
.
D._
und
E._
vom 1
4.
Dezember 2011
(E. 3.4)
steht der Beurteilung von
Dr.
I._
ebenfalls nicht entgegen, machen doch
Dr.
D._
und
Dr.
E._
keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers und nen
nen auch keine Befunde, welche die Einschätzung von
Dr.
I._
in Frage stel
len würde
n
.
So verweist denn
Dr.
I._
in seinem Bericht vom 1
4.
Juni 201
2
auch ausdrücklich auf die Befunderhebung durch
Dr.
D._
und
Dr.
E._
(
Urk.
8/198 S. 5).
Der Fallabschluss durch die Beschwerdegegnerin per
1.
August
2012 wird
durch den Beric
ht von
Dr.
D._
und
Dr.
E._
zudem in dem Sinne bestätigt, dass er sicher nicht zu früh erfolgt ist,
stellten sie ihre Behandlung doch grundsätzlich bereits im
Dezember 2011
ein
, da ausser mit operativen Massnahmen, welche der Beschwerdeführer ablehnte und
von welchen von Dr.
I._
abgeraten wurde (
Urk.
8/198), keine Besserung mehr überwiegend wahrscheinlich schien
.
4.
4
Dr.
H._
attestierte dem Beschwerdeführer mit Bericht vom 1
0.
Januar 2012 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
für schwere Arbeiten
(E. 3.5).
Zur
Ar
beitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit äusserte er sich nicht. Dass der Beschwerdeführer in einer angestammten Tätigkeit als Gipser zu 100
%
arbeits
un
fähig ist, steht fest. Die Einschätzung von
Dr.
H._
steht somit der Einschätzu
ng von
Dr.
I._
nicht entgegen.
4.
5
Dr.
J._
vom RAD der IV-Stelle attestierte dem Beschwerdeführer von Sep
tember 2011 bis
8.
November 2012 eine 80%ige und
im Gegensatz zu Dr.
I._
erst ab
9.
November 2012
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
(E. 3.8)
. Dr.
J._
setzte den Beginn der 80%igen Arbeitsfähigkeit offensichtlich auf den Zeitpunkt des
Assessements
im
B._
, und den Beginn der 100%igen Arbeitsfähigkeit auf den Tag nach seiner eigenen Untersuchung
. Da sich Dr.
J._
im Rahmen der von ihm vorgenommenen Beurteilung zur Einschätzung von
Dr.
I._
nicht geäussert hat, stellt sein Bericht vom 28. November 2012
die Beurteilung von
Dr.
I._
auch betreffend Eintritt der 100%igen Arbeitsfähigkeit
nicht in Frage.
4.
6
Dr.
K._
attestierte dem Beschwerdeführer mit Bericht vom 1
7.
Mai 2013 für die angestammte Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und für eine
behin
derungsangepasste
Tätigkeit eine deutliche zeitliche Einschränkung, ohne eine konkrete Prozentzahl anzugeben
(E. 3.
9
)
.
Dr.
K._
führt
e
dabei nicht an, wie ihres Erachtens eine optimal behinderungsangepasste Tätigkeit auszusehen hätte. Da
Dr.
K._
ausdrücklich festhie
lt, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nicht verändert habe (seit April 2011), gehen aus ihrem Bericht keine Anhaltspunkte hervor, dass sich nach den Untersuchungen durch
Dr.
I._
und
Dr.
J._
eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingestellt
haben könnte
. In Anbetracht der Erfahrungstatsache
, dass Hausärzte und behandelnde Spezialärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen
(BGE 125 V 351 E. 3b/cc)
, vermag der Bericht von
Dr.
K._
vom 1
7.
Mai 2013
die
übereinstimmenden
Einschätzung
en
von
Dr.
I._
und
Dr.
J._
(
100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten, jedoch 100%ige Arbeitsfä
higkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
)
nicht in Frage zu stellen.
4.
7
Dr.
L._
erklärte in seinem Bericht vom
3.
Oktober 2013 (E. 3.1
0
), dass er betreffend Arbeitsfähigkeit mit
Dr.
I._
übereinstimme, soweit er dem Beschwerdeführer eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in behinderungsangepasster Tätigkeit attestiere. Wie ausgeführt (E. 4.1) attestierte
Dr.
I._
dem Beschwer
deführer nicht eine 80
%ige
, sondern eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in
behinde
rungsangepasste
r
Tätigkeit.
Dr.
L._
na
nnt
e
in seinem
Bericht keine Befunde, welche die Einschätzung von
Dr.
I._
– und auch von
Dr.
J._
-
in Frage stellen und
die Annahme
eine
r
quantitativen
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit rechtfertigen würde
n
. Betreffend Art der noch zumutbaren
Arbeits
tätigkeit
stimmt die Beurteilung von
Dr.
L._
mit derjenigen von
Dr.
I._
überein.
4.
8
Nach dem Gesagten steht auf Grund der von der Beschwerdegeg
nerin vorge
nommen Abklärungen
mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
fest, dass der Fallabschluss per
1.
August 2012 rechtens und der Beschwerdeführer ab diesem Zeitpunkt
in angepasster Tätigkeit
zu 100
%
arbeitsfähig war.
5.
5.1
Bei dem zur Prüfung des Rentenanspruchs vorgenommenen
Einkommensver
gleich
ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall
im Jahr 2012
ein Einkommen von Fr. 67‘629.10
hätte erzielen könne
(
Urk.
2). Die Beschwerdegegnerin errechnete dieses Einkommen
auf Basis der
Tabellenlöhne der vom Bundesamt für Statistik herausgegeben
Lohnstruk
turerhebung
für das Jahr 2010 (LSE 2010),
wobei sie
der Berechnung
den Medi
anwert des
Einkommen
s
von Arbeitnehmern, welche im Baugewerbe einfache und repetitive ausüben
,
zugrunde legte
(
Tabelle TA1, Anforderungsniveau 4, Ziffer 41-43;
Urk.
8/258)
. Diese Berechnung des
Valideneinkommens
erweist sich als rechtens und wird vom Beschwerdeführer zu Recht nicht in Frage ge
stellt (vgl.
Urk.
1).
5.2
5.2.1
Das Invalideneinkommen berechnete die Beschwerdegegnerin ebenfalls gestützt auf die Tabellenlöhne der LSE
2010, wobei die Basis der Medianwert
von Fr.
4‘901.
für sämtliche
Tätigkeiten
des Anforderungsniveaus 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) von Arbeitnehmern bildete
(Tabelle TA1)
. In Anpassung an die Nominallohnentwicklung
,
ergab sich so
für das
Jahr
2012 für ein 100%-Pensum
ein Einkommen von Fr.
62‘420.-- (
Urk.
2 und
Urk.
8/258). Von diesem
Wert nahm die Beschwerdegegnerin einen behinderungsbedingten Abzug von 10
%
vor
, woraus sich ein Invalideneinkommen von Fr. 56‘178.-- ergab
.
Während der Beschwerdeführer die Berechnung des Invalideneinkommens gestützt auf den Medianwert für sämtliche
von Arbeitnehmern verrichteten
Tätig
keiten des Anforderungsniveaus 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten)
nicht in Frage stellt
e
, beanstandet
e
er
– nebst der
Annahme einer 100%igen Arbeitsfähigkeit
die Höhe des behinderungsbedingten Abzugs vom
Tabellen
lohn
(
Urk.
1
, E. 1.2
).
5.2.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
5.2.3
Der Beschwerdeführer kann noch leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten mit maximal zu hantierenden Lasten von 15 Kilogramm ausüben, wobei er die Möglichkeit haben sollte, seine Position häufig zu wechseln. Die Phasen der sitzenden bzw. stehenden Tätigkeiten sollten eine halbe Stunde nicht überschreiten
(E. 3.6)
. Der Beschwerdeführer ist somit in der Wahl der Arbeitstätigkeit eingeschränkt. Die Einschränkungen erschöp
fen sich jedoch im Wesentlichen
in der Notwendigkeit der Ausübung eine wechselbel
a
st
e
nden Tätigkeit oder einer Tätigkeit, bei der er selber die Positionen nach
B
edarf wechseln kann, und der Beschränkung auf leichte bis mittelschwere Tätigkeiten.
Eine diesen Anforderungen entsprechende Tätigkeit kann der Beschwerdeführer ganztags ausüben
, womit das Abzugskriterium der Teilzeitbeschäftigung nicht gegeben ist. Ebenso verhält es sich mit den weiteren nicht-medizinischen Abzugsgründen.
In Anbetracht, dass
bei Versicherten, welche körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne Einschränkung ausüben können, grundsätz
lich kein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen ist (vgl. Urteil des Bundesge
richts 8C_99/2013 vom 5. April 2013 E. 4.1.3), erscheint der von der
Beschwer
de
gegnerin
vorgenommene Abzug
vom Tabellenlohn von 10
%
jedenfalls nicht als unangemessen.
5.3
Es ist daher nicht zu beanstanden, dass
die Beschwerdegegnerin das
Validenein
kommen
auf
Fr. 67‘629.10
und das Invalideneinkommen auf Fr. 56‘178.-- fest
setzte, und dem Beschwerdeführer ab
1.
August 2012 eine auf einem
Invalidi
tätsgrad
von 17
%
([
Fr. 67‘629.10 -
Fr. 56‘178.--
] :
Fr. 67‘629.10
)
beruhende Rente zusprach.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt die Höhe
der dem Beschwerdeführer zuzusprechenden
Integri
tätsentschädigung
. Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Festlegung der Höhe der Integritätsentschädigung im Wesentlichen auf die Einschätzung von
Dr.
M._
vom
9.
Dezember 2013 (E. 3.1
1
).
6
.
2
Im Anhang 3 zur
Verordnung über die Unfallversicherung (
UVV
)
hat der Bun
des
rat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E.
1b mit Hinweisen) wichtige und typische Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchst
betra
ges des versicherten Verdienstes (
Ziff.
1
Abs.
1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (
Ziff.
1
Abs.
2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 Prozent nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (
Ziff.
1
Abs.
3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 Prozent des Höchstbe
trages des versicherten Verdienstes ergäbe (
Ziff.
2).
Die Medizinische Abteilung der
Beschwerdegegnerin
hat in Weiterentwicklung der
bundesrätlichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form
(sog. Feinraster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
Bei der Schätzung der Einbusse der Integrität handelt es sich um einen
Ermes
sensentscheid
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_520/2007 vom 1
8.
April 2008 E. 4). Das Gericht hat daher lediglich zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin ih
ren Entscheid im Einklang mit den allgemeinen Rechtsprinzipien getroffen hat. Der Sozialversicherungsrichter darf dabei sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund anstelle desjenigen der Verwaltung setzen; das Gericht muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende
Ermessensaus
übung
als naheliegender erscheinen lassen. Auch ist den Bestrebungen der Ver
waltung bzw. der Versicherer Rechnung zu tragen, die darauf abzielen, durch interne Weisungen, Richtlinien, Tabellen, Skalen usw. eine rechtsgleiche Behand
lung der Versicherten zu gewährleisten (BGE
114 V 315 E. 5a mit Hin
weisen).
6.
3
Der
Kyphosewinkel
des Beschwerdeführers beträgt rund 13° (u.a.
E. 3.2, E. 3.3, E. 3.4, E. 3.
9
,
Urk.
8/199 und
Urk.
8/270 Beilage 10). Auf der Feinrastertabelle 7.2 ist somit die Spalte
Kyphosewinkel
10-20° massgebend. Bei der
Schmerz
funktionsskala
würde sich bei + „mässige Beanspruchungsschmerzen, in Ruhe selten oder keine, gute und rasche Erholung (1-2 Tage)“ eine
Integritätsentschä
digung
von 5 bis 10
%
und bei der Schmerzfunktionsskala ++ „geringe
Dauer
schmerzen
, bei Belastung verstärkt, auch in Ruhe“ eine solche von 10 bis 20
%
ergeben. Die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden entsprechen der Schmerzfunktionsskala ++
(u.a
.
Urk.
8/270 Beilage 10,
Urk.
1
). Hierbei gilt es jedoch zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer bereits vor dem Unfall vom 1
6.
November 2010 über Rückenbeschwerden klagte
, und z
w
ar auch im
thorakolumbalen
Bereich
(Bericht von
Dr.
K._
vom 1
4.
September 2006,
Urk.
8/70). Dieser Vorzustand hat zwar keinen Einfluss auf den massgebenden Ausgangswert betreffend
Kyphosewinkel
, jedoch hinsichtlich der massge
benden Schmer
z
funktionsskala (vgl. zum Einwand des Beschwerdeführers, E. 1.2). Es erweist sich daher als angemessen, dass die Beschwerdegegnerin in Berücksich
tigung dieses Vorzustandes den Grenzwert der Schmerzskalen + und ++ als massgebend erachtete und die Integritätsentschädigung auf 10
%
festsetzte.
7
.
Betreffend de
n
vom Beschwerdeführer gestellten Antrag, die
Beschwerdegeg
nerin
sei zu verpflichten, ihm für Heilbehandlungen weiterhin Leistungen zu erbringen, ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 1
2.
September 2013
(zu Recht [vgl.
Art.
21
Abs.
1
lit
. c UVG)] darauf hingewie
sen hat, dass sich der Beschwerdeführer wieder bei ihr melden könne, wenn sein Gesundheitszustand erneut ärztliche Behandlung erfordere
(
Urk.
8/258 S. 3). Über konkrete Heilbehandlungen hat die Beschwerdegegn
erin hingegen nicht entschieden.
Ein allfälliger
Anspruch auf
Übernahme
konkrete
r
Heilbehand
lungs
kosten
war somit nicht Gegenstand der Verfügung vom 1
2.
September 2013 und auch nicht des
Einspracheentscheides
vom 1
6.
Dezember 2013 (
Urk.
2). Mangels Anfechtungsobjekt
es
kann daher
auf den diesbezüglichen Antrag des Beschwerdeführers
, welcher von ihm im Übrigen in keiner Weise
sustantiiert
wurde,
nicht eingetreten werden
(BGE 131
V 164 E.
2.1
)
.
8
.
Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist
abzu
weisen
, soweit überhaupt
auf sie
einzutreten ist
.