Decision ID: bba8bfe1-c87b-44b0-bdb9-92b89ebd601e
Year: 2020
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_004
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt:
1. Die Steuererklärung von A._ ging am 29. April 2020 bei der
Steuerverwaltung des Kantons Graubünden (nachfolgend: KStV) ein.
Darin machte er unter Ziff. 17.3 mit dem Vermerk "Gerichtskosten" einen
Abzug von CHF 21'000.-- und unter Ziff. 22.4 mit dem Vermerk
"Nationalratskandidatur" einen Abzug von CHF 1'000.-- geltend.
2. Am 16. Juni 2020 erliess die KStV die definitiven
Veranlagungsverfügungen. Darin anerkannte sie die geltend gemachten
Gerichtskosten und die Wahlkampfkosten nicht.
3. Die von A._ gegen die Veranlagungsverfügungen erhobene
Einsprache ging am 7. Juli 2020 bei der KStV ein. Er beantragte, die dem
Kantonsgericht X._ vorgeschossenen Prozesskosten von
CHF 21'000.-- zum Abzug zuzulassen, weil die Kosten direkt mit seinem
Einkommen zusammenhängen würden. Mit der Einsprache reichte er
auch die Belastungsanzeige zu Gunsten der Gerichtskasse und die
Klageschrift vom 26. März 2018 ein.
Weiter seien die Wahlkampfkosten in der Höhe von CHF 1'000.-- zum
Abzug zuzulassen. Er sei selber Nationalratskandidat gewesen und
andere Parteimitglieder im Kanton hätten ihre Spenden,
Parteimitgliederbeiträge und Wahlkampfkosten ebenfalls zum Abzug
bringen können.
4. Mit Einspracheentscheiden vom 21. August 2020 wies die KStV die
Einsprache von A._ ab. Zur Begründung wurde vorgebracht, dass
Prozesskosten für die Erlangung einer Genugtuung oder eines
Schadenersatzes nicht als Gewinnungskosten zum Abzug gebracht
werden können, da Genugtuungen bzw. Schadenersatzleistungen keine
steuerbaren Einkünfte darstellen würden. Betreffend die
- 3 -
Wahlkampfkosten führte die KStV aus, dass gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung persönliche Wahlkampfbeiträge/-kosten keine
abzugsfähigen Gewinnungskosten darstellen würden.
5. Dagegen erhob A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 24. August
2020 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden.
Er beantragte sinngemäss, dass die Gerichtskosten in der Höhe von
CHF 21'000.-- sowie die Wahlkampfkosten in der Höhe von CHF 1'000.--
zum Abzug zuzulassen seien. Begründend führte er an, dass der Abzug
der Gerichtskosten in direktem Zusammenhang mit seinem Einkommen
stehe, nämlich dessen Höhe sowie den Kreditschulden. Betreffend die
Wahlkampfkosten führte er aus, dass er seiner Partei eine Zuwendung für
die grossen Unkosten habe zukommen lassen. Er könne es nicht
nachvollziehen, dass die Grossparteien ihre Wahlkosten zum Abzug
bringen könnten, die Kleinparteien jedoch leer ausgingen.
6. Mit Vernehmlassung vom 19. Oktober 2020 beantragte die KStV
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde
unter gesetzlicher Kostenfolge zu Lasten des Beschwerdeführers. Bei
Vorliegen des rechtskräftigen Urteils des Kantonsgerichts X._ werde
die Abzugsfähigkeit der dem Beschwerdeführer tatsächlich und endgültig
auferlegten Gerichtskosten geprüft. Würde die Beschwerdegegnerin den
streitigen Kostenvorschuss im Jahr 2019 zum Abzug zulassen, und
müsste der Beschwerdeführer gestützt auf das Urteil des Kantonsgerichts
X._ lediglich einen Teil der Kosten tragen, wäre ihm ein Vorteil
zuteilgeworden, der auch über ein Nachsteuerverfahren nicht korrigiert
werden könnte. Betreffend die Wahlkampfkosten führte die
Beschwerdegegnerin aus, dass neu eine Spendenbescheinigung über die
streitbaren CHF 1'000.-- eingereicht worden sei. Im Einspracheverfahren
sei jeweils von Kosten im Zusammenhang mit dem eigenen Wahlkampf
die Rede gewesen. Nun soll es sich plötzlich um eine Spende handeln.
- 4 -
Die Bescheinigung der B._ vom 19. September 2020 müsse deshalb
als irrelevante Gefälligkeitsbescheinigung qualifiziert werden.
7. Mit Replik vom 19. November 2020 hielt der Beschwerdeführer an seinen
Anträgen fest. Er führte aus, dass er im Frühjahr 2020 einen Vergleich im
Verfahren vor dem Kantonsgericht X._ geschlossen habe und er
neben seinen Anwaltskosten die anlaufenden Prozesskosten in der Höhe
von CHF 7'000.-- habe übernehmen müssen. Sollte ihm nicht der volle
Prozesskostenvorschuss von CHF 21'000.-- gewährt werden, müssten
ihm zumindest die effektiven Prozesskosten von der Beschwerdegegnerin
in Abzug gebracht werden.
8. Mit Duplik vom 30. November 2020 beantragte die Beschwerdegegnerin
die teilweise Gutheissung der Beschwerde. Die vorgeschossenen
Prozesskosten von CHF 21'000.-- seien nachweislich im Jahr 2019
bezahlt worden. Gestützt auf ein neues Urteil des Bundesgerichts
2C_456/2020 vom 13. Oktober 2020 gelte ein strenges
Periodizitätsprinzip. Einkommen und Verlust seien in derjenigen Periode
zu berücksichtigen, in der sie angefallen seien. Demnach seien die
CHF 21'000.-- im Jahr 2019 anzuerkennen und die Beschwerde in diesem
Punkt gutzuheissen. Bezüglich der Wahlkampfkosten bringe der
Beschwerdeführer in der Replik nichts Neues vor, weshalb die
Beschwerdegegnerin diesbezüglich an ihren bisherigen Erwägungen in
der Vernehmlassung festhalte. Die Beschwerde sei in diesem Punkt
abzuweisen.
9. Mit prozessleitender Verfügung vom 8. Dezember 2020 edierte der
Instruktionsrichter von der Partei B._ die Kontoauszüge und
Buchungsbelege im Zusammenhang mit der vom Beschwerdeführer
vorgelegten Spendenbescheinigung für das Jahr 2019.
- 5 -
10. Mit Schreiben vom 14. Dezember 2020 verzichtete der Beschwerdeführer
auf die Geltendmachung eines Steuerabzuges in Bezug auf die
CHF 1'000.--, obwohl er der Meinung sei, dass persönliche
Wahlkampfkosten mit persönlichen Spenden gleichzusetzen seien.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten
Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden verwaltungsgerichtlichen
Beschwerdeverfahrens bilden die Einspracheentscheide vom 21. August
2020 betreffend die Kantons- und die Gemeindesteuer sowie direkte
Bundessteuer des Jahres 2019, mit welchen die Beschwerdegegnerin die
vom Beschwerdeführer geltend gemachten Gerichtskosten und die
Wahlkampfkosten in der Steuererklärung für die Steuerperiode 2019 nicht
zum Abzug zugelassen hat. Ein solcher Entscheid kann mit Beschwerde
an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (vgl. Art. 50 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der
Kantone und Gemeinden [StHG; SR 642.14] i.V.m. Art. 139 Abs. 1 des
Steuergesetzes für den Kanton Graubünden [StG; BR 720.00] und Art. 29
Abs. 2 des Gesetzes über die Gemeinde- und Kirchensteuern [GKStG;
BR 720.200]). Die weiteren Prozessvoraussetzungen geben vorliegend zu
keinen Bemerkungen Anlass, weshalb auf die frist- und formgerecht
eingereichte Beschwerde einzutreten ist.
1.2. Gemäss Art. 43 Abs. 3 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) entscheidet das
Verwaltungsgericht in einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert
CHF 5'000.-- nicht überschreitet und keine Fünferbesetzung
- 6 -
vorgeschrieben ist. Unter Berücksichtigung der vom Beschwerdeführer in
der Beschwerde geltend gemachten Gerichtskosten in der Höhe von
CHF 21'000.-- und den Wahlkampfkosten in der Höhe von CHF 1'000.--
würde für die Kantonssteuer 2019 ein Einkommenssteuerbetrag von
CHF 1'033.-- (gemäss Veranlagung: CHF 3'163.--; Differenz:
CHF 2'130.--), für die Gemeindesteuer 2019 ein Einkommenssteuerbetrag
in der Höhe von CHF 1'099.-- (gemäss Veranlagung: CHF 3'106.---;
Differenz: CHF 1'917.--) und für die direkte Bundessteuer 2019 ein
Steuerbetrag in der Höhe von CHF 191.50 (gemäss Veranlagung:
CHF 736.65; Differenz: CHF 545.15) resultieren. Der Streitwert beläuft
sich somit auf CHF 4'592.15 (CHF 2'130.-- + CHF 1'917.-- + CHF 545.15),
weshalb die Zuständigkeit des Einzelrichters gegeben ist.
2. Die Beschwerdegegnerin hat mit Duplik vom 30. November 2020
anerkannt, dass die vorgeschossenen Prozesskosten von CHF 21'000.--
nachweislich im Jahr 2019 bezahlt wurden. Gestützt auf die
bundesgerichtliche Rechtsprechung gelte ein strenges
Periodizitätsprinzip. Einkommen und Verlust seien in derjenigen Periode
zu berücksichtigen in welcher sie angefallen sind. In Anwendung dieser
Rechtsprechung seien die CHF 21'000.-- anzuerkennen und die
Beschwerde in diesem Punkt gutzuheissen.
3. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist die Frage, ob die
Beschwerdegegnerin die Wahlkampfkosten zu Recht nicht zum Abzug
zugelassen hat.
3.1. Gemäss Art. 26 Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes über die direkte
Bundessteuer (DBG; SR 642.11) werden als Berufskosten die übrigen für
die Ausübung des Berufes erforderlichen Kosten abgezogen, wobei
Art. 33 Abs. 1 lit. j vorbehalten bleibt. Unter den abzugsfähigen
Berufskosten versteht das DBG die für die Ausübung der unselbständigen
Erwerbstätigkeit notwendigen Kosten und zählt insbesondere die Kosten
- 7 -
für den Arbeitsweg, die auswärtige Verpflegung und die berufliche
Weiterbildung auf. Mit der Generalklausel in lit. c werden darüber hinaus
alle Kosten als abzugsfähig erklärt, die für die Berufsausübung erforderlich
sind. Berufskosten sind somit von freiwillig getätigten Auslagen
abzugrenzen, die im Zusammenhang mit der Lebenshaltung anfallen
(KNÜSEL/SUTER in: ZWEIFEL/BEUSCH [Hrsg.], Bundesgesetz über die direkte
Bundessteuer, 3. Aufl., Zürich 2016, Art. 26 Rz. 1).
Nach Art. 31 Abs. 1 lit. c des Steuergesetzes für den Kanton Graubünden
(StG; BR 720.000), werden die übrigen für die Ausübung des Berufes
erforderlichen Kosten im Umfang von zehn Prozent der Erwerbseinkünfte,
mindestens jedoch CHF 1'200.--, jedoch höchstens CHF 3'000.--
abgezogen; anstelle dieses Abzuges kann der Steuerpflichtige die
notwendigen tatsächlichen Aufwendungen, die er nachweisen kann,
geltend machen. Als berufsnotwendig gilt auch hier nicht jede Auslage,
welche im weiteren Sinn ihren Grund im Arbeitsverhältnis hat. Es ist ein
direkter Zusammenhang mit der konkreten Berufsausübung erforderlich
(vgl. Praxisfestlegung der Steuerverwaltung Graubünden,
https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/dfg/stv/dokumentation/prax
is/PraxisEinkommenVermgen/031-01-c-01.pdf [zuletzt besucht am
15. Dezember 2020]).
Gemäss Art. 36 Abs. 1 lit. m StG sind sodann die Mitgliederbeiträge und
Zuwendungen bis zum Gesamtbetrag von CHF 10'000.-- an politische
Parteien abzugsfähig, die: im Parteienregister nach Art. 76a des
Bundesgesetzes vom 17. Dezember 1976 über die politischen Rechte
eingetragen sind (Ziff. 1); im kantonalen Parlament vertreten sind (Ziff. 2),
oder im Kanton bei den letzten Wahlen des kantonalen Parlaments
mindestens drei Prozent der Stimmen erreicht haben. Gemäss Art. 33
Abs. 1 lit. i DBG sind Mitgliederbeiträge und Zuwendungen bis zum
Gesamtbetrag von CHF 10'100.-- zum Abzug zugelassen.
- 8 -
3.2. Zunächst ist mit der Beschwerdegegnerin festzuhalten, dass das
Bundesgericht mit Urteil 2C_860/2014 und 2C_861/2014 vom 24. Mai
2016 entschieden hat, dass die persönlichen Wahlkampfkosten einer
Nationalrätin nicht als abzugsfähige Gewinnungskosten im Sinne von
Art. 31 Abs. 1 lit. c StG betrachtet werden können. Zur Begründung führte
das Bundesgericht aus, dass den geltend gemachten Wahlkampfkosten
der für die Gewinnungskosten notwendige, unmittelbare Zusammenhang
mit der aktuellen Berufstätigkeit aufgrund der fehlenden zeitlichen
Kongruenz abgesprochen werden müsse. Die im Jahre 2011 angefallenen
Wahlkampfkosten würden nämlich nicht die noch laufende Amtsperiode,
sondern die darauffolgende Amtsperiode (Dezember 2011 bis Dezember
2015) betreffen. Es treffe zwar zu, dass Wahlkampfaufwendungen heute
faktisch unvermeidlich seien, um (wieder-) gewählt zu werden. Die
Ausgaben würden aber im Hinblick auf die Erzielung eines künftigen
Einkommens erfolgen. Nicht von entscheidender Bedeutung sei dabei die
Frage, ob es sich um eine Erstwahl oder eine Wiederwahl handle, da in
beiden Fällen die Amtsträger jeweils auf eine feste vierjährige Amtszeit
gewählt würden. In beiden Fällen würden sich die Wahlkampfkosten auf
die jeweils dem Wahltermin folgende Amtsperiode beziehen, für die die
Kandidierenden das Mandat noch gar nicht gewonnen hätten. Die
Argumentation des Bundesgerichts gilt für alle Mitglieder einer Legislative
(National- und Ständeräte, Grossräte etc.) und einer Exekutive
(Regierungsräte, Stadträte etc.). Das bedeutet, dass sowohl die
Wahlkampfbeiträge (an die betreffende Partei) wie auch die persönlichen
Wahlkampfkosten ab Steuerperiode 2016 nicht mehr zum Abzug
zugelassen werden können (vgl. dazu auch Praxisfestlegung
Steuerverwaltung Graubünden;
https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/dfg/stv/dokumentation/prax
is/PraxisEinkommenVermgen
/036-m-01.pdf [zuletzt besucht am 15. Dezember 2020]).
- 9 -
3.3. Aus den Akten geht sodann hervor, dass der Beschwerdeführer die
strittigen CHF 1'000.-- in der Steuererklärung 2019 unter dem Titel
"Nationalratskandidatur" zum Abzug bringen will (vgl.
beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 1). Die Wahlauswertung des
Beschwerdeführers führt insgesamt einen finanziellen Aufwand in der
Höhe von CHF 900.-- auf (vgl. Wahlauswertung der Nationalratswahlen
2019 von A._ [Bg-act. 3]). Auch die darin aufgeführte Rechnung der
C._ AG (vgl. Bg-act. 4) für diverse "Glacékübeli" über Fr. 250.--,
welche auf den Namen des Beschwerdeführers lautet, ist ein Indiz dafür,
dass es sich tatsächlich um persönliche Kosten des Beschwerdeführers
handelt.
Mit der Beschwerde vom 24. August 2020 reichte der Beschwerdeführer
eine Spendenbescheinigung in der Höhe von Fr. 1'000.-- ein (vgl.
beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 4). Diese datiert von 19. September
2020. Die Beschwerdegegnerin bringt diesbezüglich vor, dass im
Veranlagungsverfahren- und Einspracheverfahren stets von Beiträgen im
Zusammenhang mit dem eigenen Wahlkampf die Rede war. Es sei
widersprüchlich, dass es sich nun plötzlich um eine Spende handeln soll.
Dies müsse deshalb als Schutzbehauptung betrachtet werden. Die
Spendenbescheinigung der B._ müsse als irrelevante
Gefälligkeitsbescheinigung qualifiziert werden.
Es ist zwar nicht unüblich, dass Spendenbescheinigungen für das
vergangene Jahr ausgestellt werden. Sie werden von den
Steuerpflichtigen in der Regel jedoch zeitgleich mit der Steuererklärung
eingereicht. Es mutet somit etwas merkwürdig an, wenn der
Beschwerdeführer erst im September 2020 eine Spendenbestätigung für
das Jahr 2019 erhält.
3.4. Das Verwaltungsgericht hat mit prozessleitender Verfügung vom
8. Dezember 2020 von der Partei B._ die Kontoauszüge bzw.
- 10 -
Buchungsbelege im Zusammenhang mit der Spendenbescheinigung des
Beschwerdeführers herausgefordert. Dabei hat sich gezeigt, dass der
Beschwerdeführer lediglich CHF 100.-- als Spende an die Partei B._
überwiesen hat (vgl. Schreiben der B._ vom 14. Dezember 2020).
Diese CHF 100.--, welche der Beschwerdeführer auch ohne Belege hätte
abziehen dürfen (vgl. Wegleitung zur Steuererklärung 2019, Ziff. 22.3,
https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/dfg/stv/steuererklaerung/ei
nkommens_und_vermoegenssteuer/WegleitungenMerkbltter/Wegleitung
%20zur%20Steuererkl%C3%A4rung%202019.pdf [zuletzt besucht am
15. Dezember 2020]), sind zum Abzug zuzulassen. Die restlichen
Ausgaben stellen dagegen eigene Wahlkampfausgaben dar, weshalb sie
– in Anwendung der obgenannten Rechtsprechung – nicht vom
Einkommen abgezogen werden können.
3.5. Der Beschwerdeführer verzichtete am 14. Dezember 2020 in Bezug auf
die Wahlkampfkosten ohnehin auf die Geltendmachung eines
Steuerabzuges von CHF 1'000.--, womit die Beschwerde diesbezüglich
gegenstandslos ist.
4. Die Beschwerde wird nach dem Gesagten teilweise gutgeheissen. Die
angefochtenen Einspracheentscheide vom 21. August 2020 sind insofern
aufzuheben, als die Prozesskosten in der Höhe von CHF 21'000.-- sowie
die freiwillige Zuwendung in der Höhe von CHF 100.-- nicht zum Abzug
zugelassen wurden, und die Sache ist an die Steuerverwaltung des
Kantons Graubünden zum Erlass neuer Veranlagungsverfügungen
zurückzuweisen.
5.1. Im Rechtsmittelverfahren hat in der Regel die unterliegende Partei die
Kosten zu tragen (Art. 73 Abs. 1 VRG). Die Verfahrenskosten bestehen
aus der Staatsgebühr, den Gebühren für die Ausfertigungen und
Mitteilungen des Entscheids sowie den Barauslagen (Art. 75 Abs. 1 VRG).
Die Staatsgebühr beträgt höchstens CHF 20'000.--, sie richtet sich nach
- 11 -
dem Umfang und der Schwierigkeit der Sache sowie nach dem Interesse
und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Kostenpflichtigen (Art. 75
Abs. 2 VRG). Angesichts des durchgeführten doppelten Schriftenwechsels
sowie der Aktenedition, erscheint vorliegend eine Staatsgebühr in der
Höhe von CHF 1'500.-- angemessen. Aufgrund der Tatsache, dass der
Beschwerdeführer die Spendenbescheinigung erst im Verfahren vor dem
Verwaltungsgericht vorgebracht hat, rechtfertigt es sich, ihm einen Teil der
Verfahrenskosten aufzuerlegen. Die Staatsgebühr ist deshalb zusammen
mit den Kanzleiauslagen zu einem Drittel dem Beschwerdeführer und zu
zwei Dritteln der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2. Bund Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben
betrauten Organisationen wird in der Regel keine Parteientschädigung
zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegen
(Art. 78 Abs. 2 VRG). Davon abzuweichen besteht hier kein Anlass. Dem
sich selbst vertretenden Beschwerdeführer steht keine
Parteientschädigung zu.