Decision ID: becb5d68-300b-5de9-9b88-8a2015a5c771
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- Die X AG bezweckt unter anderem das Führen eines Garagenbetriebs mit einer
Reparaturwerkstätte. Der Auto Gewerbe Verband Schweiz, Sektion St. Gallen-
Appenzell und Fürstentum Liechtenstein (nachfolgend: AGVS) autorisierte das
Unternehmen im Rahmen des sogenannten Reparaturbestätigungsverfahrens (RBV)
Nachkontrollen bei leichten Motorwagen und Anhängern (je bis 3,5 t) durchzuführen.
Die X AG wurde mit Schreiben vom 9. Dezember 2016 ermächtigt, im Jahr 2017 die
ordnungsgemässe Behebung von Mängeln, die anlässlich der amtlichen Prüfung durch
das Strassenverkehrsamt festgestellt wurden, zu bestätigen.
B.- Am 9. Dezember 2016 wurde der Personenwagen Renault Trafic (Stamm-Nr.
000.000.000) beim Strassenverkehrsamt einer periodischen Kontrolle unterzogen. Der
Verkehrsexperte teilte der Halterin mit, das Fahrzeug habe die Prüfung nicht bestanden
und forderte sie auf, innert 14 Tagen die mittlere Bremsleitung zu ersetzen, das
Abblendlicht einzustellen und die ungültigen Vignetten von der Windschutzscheibe zu
entfernen. Am 28. Dezember 2016 bestätigte die verantwortliche Fachperson der X AG,
die auf dem Prüfbescheid aufgeführten Beanstandungen seien fachgerecht behoben
und mit den geeigneten, marktüblichen Mitteln überprüft worden. Das
Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt kontrollierte das Fahrzeug am 20. Januar 2017
hinsichtlich der durchgeführten Reparaturen und stellte fest, dass die beanstandete
Bremsleitung nicht ersetzt worden war. Aufgrund dieses Vorfalls entzog es der X AG
mit Verfügung vom 14. März 2017 die Berechtigung zur Durchführung von
Nachkontrollen für die Dauer von 12 Monaten; ein Gesuch um Wiedererteilung sollte
frühestens am 15. März 2018 gestellt werden können.
C.- Mit Eingabe vom 29. März 2017 erhob die X AG bei der
Verwaltungsrekurskommission Rekurs. Sie beantragte, die Verfügung des
Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamts vom 14. März 2017 sei unter Kosten- und
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Entschädigungsfolgen aufzuheben, und ihr sei weiterhin zu gestatten,
Reparaturbestätigungen gegenüber dem Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des
Kantons St. Gallen abzugeben. Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom
18. Mai 2017 die Abweisung des Rekurses.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung der Anträge wird,
soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rechtsmittelerhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 29. März 2017 wurde rechtzeitig
eingereicht und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Umstritten ist, ob die Vorinstanz der Rekurrentin die Erlaubnis zur Ausübung der
Nachkontrollen zu Recht für zwölf Monate entzog.
a) Gemäss Art. 11 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: SVG)
darf der Fahrzeugausweis nur erteilt werden, wenn das Fahrzeug den Vorschriften
entspricht, verkehrssicher ist und die vorgeschriebene Haftpflichtversicherung besteht.
Verkehrssicher ist ein Fahrzeug, dessen Beschaffenheit und Zustand es erlauben, das
Fahrzeug ohne Gefährdung anderer in Verkehr zu bringen. Das verkehrssichere
Fahrzeug zeichnet sich bezüglich Beschaffenheit und Zustand durch das Fehlen
verkehrsgefährdender Mängel aus (René Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen
Strassenverkehrsrechts, Band I: Grundlagen, Verkehrszulassung und Verkehrsregeln,
Bern 2002, N 234). Bevor ein Fahrzeugausweis erteilt wird, ist das Fahrzeug einer
amtlichen Prüfung zu unterziehen (Art. 13 Abs. 1 SVG). Der Bundesrat schreibt
regelmässige Nachprüfungen für Fahrzeuge vor (Art. 13 Abs. 4 SVG), wobei die
Zulassungsbehörde diese Nachprüfung Betrieben oder Organisationen übertragen
kann, welche für die vorschriftsgemässe Durchführung Gewähr bieten (Art. 33 Abs. 1
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der Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge, SR 741.41,
abgekürzt: VTS).
Wurden bei der Nachprüfung eines Fahrzeuges Mängel festgestellt, so musste das
Fahrzeug früher nach der Reparatur nochmals beim Strassenverkehrsamt zu einer
Nachkontrolle vorgeführt werden. Am 2. Oktober 2013 vereinbarten das
Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen und der AGVS Sektion
St. Gallen-Appenzell und Fürstentum Liechtenstein, das bisherige
Nachkontrollverfahren des Strassenverkehrsamts durch ein RBV zu ersetzen und
dieses auf den AGVS zu übertragen (Vereinbarung für ein Reparaturbestätigungs-
Verfahren, nachfolgend: Vereinbarung RBV). Namentlich können zertifizierte
Fachbetriebe die Reparatur dem Strassenverkehrsamt auf dem Postweg bestätigen;
die Nachkontrolle des beanstandeten Fahrzeugs beim Strassenverkehrsamt entfällt in
diesen Fällen. Gestützt auf die Vereinbarung RBV kann der AGVS mit den
Fachbetrieben aus dem Fahrzeuggewerbe Einzelvereinbarungen über eine Teilnahme
am RBV abschliessen.
b) Die Vorinstanz erwog, mit der Einführung des RBV sei die verfahrensmässige
Vereinfachung der amtlichen periodischen Nachprüfung bezweckt worden. Es dürfe
nicht der Anschein erweckt werden, dass damit systembedingt ein Qualitätsabbau und
eine Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit in Kauf genommen werde. Die
involvierten Unternehmen seien deshalb in der Pflicht, für die Wiederherstellung der
Betriebssicherheit der beanstandeten Fahrzeuge zu sorgen. Jeder Betrieb müsse sich
bewusst sein, dass er mit der Abgabe einer Reparaturbestätigung eine öffentliche
Funktion ausübe. Das Nichtersetzen der beanstandeten Bremsleitung sei als
erheblicher Mangel einzustufen. Der Vorfall wiege besonders schwer, weil dem Prüfer
auch eine Rechnung vorgelegt worden sei, die den Ersatz der Bremsleitung bestätige.
Es sei davon auszugehen, dass die Leistung der Fahrzeughalterin am 18. Januar 2017
in Rechnung gestellt worden sei. Dass die Rekurrentin die Reparatur für nicht
notwendig gehalten habe, wie in der Vernehmlassung vorgebracht worden sei, spiele
keine Rolle. Bei einer derart klaren Beanstandung bestehe kein Ermessensspielraum
seitens der Reparaturstelle.
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Die Rekurrentin brachte dagegen vor, die oberflächliche Korrosion sei beseitigt worden.
Aus fachmännischer Sicht habe keine Notwendigkeit bestanden, die Bremsleitung zu
ersetzen. Da durch die bestehende Bremsleitung keine Gefahr gedroht habe, sei aus
praktischen Gründen und dem Kunden zuliebe darauf verzichtet worden. Die
Anordnung, eine solche Bremsleitung zu ersetzen, sei veraltet und unsinnig. Sie habe
es deshalb für unnötig befunden, die Situation von der Vorinstanz noch einmal
beurteilen zu lassen und die Bremsleitung fachgerecht instand gestellt. Sollte dies von
der Vorinstanz weiterhin bestritten werden, sei über diese Frage ein Gutachten erstellen
zu lassen. Zudem sei dem Kunden nicht der Ersatz der Leitung in Rechnung gestellt
worden, sondern nur deren Instandstellung. Von einer Bereicherung zu Lasten des
Kunden könne deshalb nicht die Rede sein.
c) Gemäss Art. 3 RBV erklärt der private Fachbetrieb mit der Unterschrift und dem
Firmenstempel auf dem Prüfbescheid, dass er alle vom Strassenverkehrsamt
festgestellten und schriftlich festgehaltenen Mängel ordnungsgemäss und vollständig
behoben und dies mit geeigneten, marktüblichen Mitteln geprüft hat. Die Bestätigung
hat die Wirkung einer amtlichen Nachkontrolle. Auf dem Prüfbescheid vom
9. Dezember 2016 hielt der Verkehrsexperte fest, die mittlere Bremsleitung sei wegen
Rostes zu ersetzen ("Bremsleitung mitte ersetzen, Rost"). Er ging offenbar davon aus,
dass das Ausmass des Rostbefalls den vollständigen Austausch der Leitung bedinge.
Damit folgte er der Empfehlung der Vereinigung der Strassenverkehrsämter (asa), Bern,
die in den Richtlinien Nr. 8 zur Beurteilung von Korrosion und Unfallschäden an
Motorfahrzeugen und Anhängern (publiziert unter: www.asa.ch) unter Ziffer 9.2.2.
festhielt, örtliche oder gleichmässig verteilte Korrosion sei nur sehr schwer zu
beurteilen. Falls Vertiefungen oder sogar Lunker (Hohlräume im Inneren eines
Werkstücks oder Einbeulungen an dessen Oberfläche, die aufgrund des
Herstellungsprozesses entstehen, vgl. www.chemie.de/lexikon/Lunker) festgestellt
würden oder die Korrosionsschutzschicht abgenutzt sei, seien die Leitungen zu
ersetzen (Richtlinien asa, S. 21). Der Verkehrsexperte verlangte demnach nicht einfach
nur die Behebung des Mangels, womit es bis zu einem gewissen Grad im Ermessen
des Rekurrenten gelegen hätte, über die Art und Weise der Reparatur zu entscheiden;
in Art. 3 RBV wird "lediglich" die ordnungsgemässe Erledigung verlangt. Vielmehr
wurde mit dem Prüfungsbescheid unmissverständlich der Ersatz der verrosteten
Bremsleitung angeordnet und damit die Art und Weise der Reparatur vorgegeben. Dies
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beachtete die Rekurrentin jedoch nicht, weil sie den Austausch der Bremsleitung für
nicht notwendig hielt. Sie führte aus, es sei ausreichend gewesen, die Leitung von der
oberflächlichen Korrosion zu befreien, um die Betriebssicherheit wiederherzustellen.
Damit überschritt sie ihre Kompetenzen, denn gemäss RBV ist sie lediglich berechtigt,
die ordnungsgemässe Behebung der von der Prüfstelle festgestellten Mängel
festzustellen, nicht aber eine andere, allenfalls sogar gegenteilige Schadensbeurteilung
vorzunehmen. Dies würde dem Zweck der RBV zuwider laufen, denn mit dieser
Vereinbarung sollte einzig das bisherige vorinstanzliche Nachkontrollverfahren durch
ein Reparaturbestätigungsverfahren ersetzt werden (vgl. RBV Art. 1), nicht aber das
Prüfverfahren selbst oder Teile davon. Der autorisierte Garagenbetrieb hat demnach
einzig zu kontrollieren, ob den Anordnungen der Vorinstanz Folge geleistete wurde
oder nicht. Es stand der Rekurrentin nicht zu, aus praktischen Gründen von den
Vorgaben der Vorinstanz abzuweichen und dem Kunden zuliebe auf gewisse
Reparaturen zu verzichten, wie sie vorbrachte. Dadurch würden diejenigen
Fahrzeughalter benachteiligt, welche die Nachkontrolle direkt bei der Prüfstelle
durchführen lassen und von keinem derartigen Entgegenkommen profitieren können.
Zudem würde dies die Einhaltung einheitlicher Qualitätsstandards verunmöglichen. Mit
der Bestätigung, die auf dem Prüfungsbescheid aufgeführten Beanstandungen
fachgerecht behoben zu haben, gab die Rekurrentin vor, die mittlere Bremsleitung sei
ersetzt worden, obwohl dies nicht der Fall war. Hinzu kommt, dass aufgrund der
Kundenrechnung vom 28. Dezember 2016, die der Vorinstanz anlässlich der
Qualitätskontrolle vorgelegt wurde, ebenfalls vom Austausch der Bremsleitung
auszugehen war. Unter der Artikel-Nummer 3622 war folgendes aufgeführt: "Austausch
Bremsleitung zwischen ABS-Block und Hinterachse, inkl. Aus-Einbau der Tankeinheit".
Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz von einer
Falschbestätigung im Sinne von Art. 11 Abs. 3 RBV ausging.
Ob die Reparatur in der von der Vorinstanz vorgegebenen Art und Weise notwendig
oder sinnvoll war, ist in diesem Verfahren unerheblich. Es wäre der Fahrzeughalterin
freigestanden, ein Rechtsmittel gegen die Verfügung der Vorinstanz vom 9. Dezember
2016, mit der die Reparaturen angeordnet worden waren, zu ergreifen oder eine
anfechtbare Verfügung zu verlangen. Somit kann auf das von der Rekurrentin in diesem
Zusammenhang beantragte Gutachten verzichtet werden und der entsprechende
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Beweisantrag ist abzuweisen. Zu prüfen bleibt, ob der fristlose Entzug der Bewilligung
zulässig und angemessen war.
d) aa) In Ziffer 11 der Vereinbarung RBV wurden Qualitätsanforderungen und
Sanktionen festgelegt. Danach verhängt die Vorinstanz Sanktionen gegen Fachbetriebe
(Ermahnung, Verwarnung oder Entzug der Bewilligung) in Absprache mit dem AGVS
(Abs. 2). Wiederholte oder schwerwiegende Verletzungen der Einzelvereinbarung,
insbesondere eine Falschbestätigung der Reparatur, berechtigen die Vorinstanz, die
Vereinbarung mit dem fehlbaren Fachbetrieb fristlos zu kündigen (Abs. 3).
bb) Die Vorinstanz informierte den AGVS mittels Kopie der Verfügung vom 14. März
2017 über die Sanktion. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Massnahme mit
ihm abgesprochen wurde und er dagegen nicht opponierte; aus den Akten ergeben
sich jedenfalls keine anderen Hinweise. Ein Verstoss gegen die Vereinbarung RBV liegt
somit nicht vor (vgl. Entscheid der Verwaltungsrekurskommission IV-2014/58 vom 26.
Februar 2015 E. 5a, im Internet abrufbar unter www.gerichte.sg.ch).
cc) Gemäss der Vereinbarung RBV ist die Vorinstanz berechtigt, im Falle wiederholter
oder einer schwerwiegenden Verletzung der Kontrollpflicht die Einzelvereinbarung
fristlos zu kündigen. Als schwerwiegende Verletzung gilt namentlich eine
"Falschbestätigung der Reparatur". Bei dieser Ausgangslage war die Vorinstanz
berechtigt, aber nicht verpflichtet, der Rekurrentin die Bewilligung für ein Jahr zu
entziehen. Es lag in ihrem pflichtgemässen Ermessen über die Sanktion zu
entscheiden. Durch das Ermessen erhalten die Verwaltungsbehörden einen Spielraum
für den Einzelfall. Dies bedeutet aber nicht, dass sie in ihrer Entscheidung völlig frei
sind. Sie sind vielmehr an die Verfassung gebunden und müssen insbesondere das
Rechtsgleichheitsgebot, das Verhältnismässigkeitsprinzip und die Pflicht zur Wahrung
der öffentlichen Interessen befolgen (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 2016, Rz. 409).
Die Vorinstanz erwog, bei der verrosteten Bremsleitung habe es sich um einen
erheblichen sicherheitsrelevanten Mangel gehandelt. Sie beurteilte das Verhalten der
Rekurrentin als nicht mehr leicht, zumal bereits im März 2016 eine Verwarnung
ausgesprochen worden sei. Gemäss Akten bestätigte die Rekurrentin damals den
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Ersatz der Querlenker-Gummilager bei einem Fahrzeug der Marke Mini Cooper, ohne
diese Arbeiten jedoch ausgeführt zu haben. Wegen dieses Vorfalls und des
mangelhaften Ablagesystems wurde die Rekurrentin von derVorinstanz am 2. März
2016 verwarnt (act. 5/11). Dass es bei der Rekurrentin im selben Jahr trotz Verwarnung
zu einer zweiten Falschbestätigung kam, weckt erhebliche Zweifel an ihrer
Zuverlässigkeit. Es ist fraglich, ob sie die notwendigen Konsequenzen aus dem ersten
Vorfall gezogen hat und tatsächlich in der Lage ist, die an sie delegierte staatliche
Kontrollaufgabe stets mit der notwendigen Sorgfalt auszuführen. Daran besteht indes
ein erhebliches öffentliches Interesse, denn die Fahrzeugprüfungen und die
Nachkontrollen bezwecken die Erhaltung der Verkehrssicherheit. Ein mangelhaftes
oder nachlässiges Kontrollverhalten führt dazu, dass Fahrzeuge zum Verkehr
zugelassen werden, die nicht verkehrssicher sind; dadurch können andere
Verkehrsteilnehmer gefährdet werden. Das Verhalten der Rekurrentin ist als
schwerwiegende Verletzung der Einzelvereinbarung zu qualifizieren, die von der
Vorinstanz zu Recht mit einem fristlosen Entzug der Bewilligung sanktioniert wurde,
zumal es sich um die zweite Falschbestätigung innerhalb eines Jahres und damit einen
Wiederholungstatbestand handelte. Die Massnahme erscheint zudem verhältnismässig,
da sie auf ein Jahr befristet wurde und die Rekurrentin am 15. März 2018 ein Gesuch
um Wiedererteilung der Autorisierung stellen kann. Immerhin stellte der Betriebsleiter
der Rekurrentin in Aussicht, dass solche Unstimmigkeiten künftig mit den Experten der
Vorinstanz vor Ort analysiert würden (act. 5/8). Insgesamt überwiegt das öffentliche
Interesse an der Betriebssicherheit der Fahrzeuge das private Interesse der
Rekurrentin, weiterhin Nachkontrollen durchführen zu können, deutlich.
e) Zusammenfassend ist der Rekurrentin eine nicht vorschriftsgemässe Nachkontrolle
vorzuwerfen. Sie bestätigte, dass die auf dem Prüfungsbescheid der Vorinstanz vom
9. Dezember 2016 aufgeführten Beanstandungen, namentlich der Ersatz der mittleren
Bremsleitung, fachgerecht behoben worden seien. Wie sich anlässlich einer
Qualitätskontrolle der Vorinstanz herausstellte, wurde die Bremsleitung jedoch nicht
erneuert. Die Vorinstanz ging deshalb zu Recht von einer Falschbestätigung aus, die
gemäss Art. 11 Abs. 3 RBV insbesondere im Wiederholungsfall den fristlosen Entzug
der Bewilligung zur Ausübung von Nachkontrollen zur Folge hat. Die Entzugsdauer von
einem Jahr scheint der Schwere des Verstosses (wiederholte Falschbestätigung)
angemessen. Der Rekurs ist deshalb abzuweisen.
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3.- Die Kündigung der Einzelvereinbarung zwischen dem AGVS und der Rekurrentin
erfolgte zum Schutz der Verkehrssicherheit. Dieser Zweck wäre gefährdet, wenn die
Rekurrentin während eines Rechtsmittelverfahrens weiterhin am RBV teilnehmen
könnte. Einer allfälligen Beschwerde ist deshalb die vom Gesetz vorgesehene
aufschiebende Wirkung zu entziehen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 51 VRP).
4.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten der Rekurrentin
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.– erscheint
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist zu verrechnen. Es besteht kein Anspruch auf
Entschädigung der ausseramtlichen Kosten (Art. 98 VRP).