Decision ID: c05ceb91-8490-4a40-b9a1-c24e1f5e287c
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1960, ist bei der CSS Kranken-Versicherung AG (im Fol
genden: CSS) krankenpflege
grund
versichert (Urk. 6/9
-10
). Diese stellte ihm für die Monatsprämien Novem
ber 2017 bis und mit Januar 2018
je eine Rechnung, eine Mah
nung und eine Zahlungsauf
forderung zu (Urk. 6/1-3).
Am 22. April 2018 stellte die CSS beim Betreibungsamt
N._
ein Betrei
bungs
begehren für die ausstehenden Prämienforderungen
November 2017
bis und mit
Januar
201
8 zuzüglich 5 % Zins ab dem 23
.
April 2018
und Fr. 1
3
0.-- Spesen (vgl. Urk.
6
/
4
). Gegen den Zahlungsbefehl des Betreibungsamtes
N._
vom 2
3
.
April 2018 (Betreibung Nr.
O._
) im Betrag von
Fr.
957
.5
0
für Prämien
ausstände
November 2017
bis und mit
Januar 2018
zuzüglich Verzugszinsen von 5 % ab
23
.
April 2018
und Fr. 1
3
0.-- Spesen erhob der Versicherte am 9.
Mai
2018 Rechtsvorschlag (Urk.
6
/
5
). Mit Verfügung vom 12.
Juni
2018 forderte die CSS von ihm die Bezahlung von Fr.
1'186.55
(inklusive Fr. 73.30 Betreibungs
kosten) und hob den Rechts
vorschlag in der Betreibung Nr.
O._
des Betrei
bungsamtes
N._
auf (Urk. 6
/
6
). Dagegen erhob de
r Versicherte Einsprache (Urk. 6
/
7
). Diese wurde mit Entscheid vom
24
.
Juli
2018 abgewiesen mit der Fest
stellung, der Versicherte schulde einen Betrag von Fr.
957.50
(zuzüglich Mahnspesen von Fr. 1
3
0.-- und 5 % Verzugszins
seit
31. Oktober 2017 auf
Fr.
319.75, seit 3
0.
November 2017 auf
Fr.
319.75 und seit 3
1.
Dezember 2017 auf
Fr.
318.--
), wofür Rechtsö
ffnung erteilt werde (Urk. 2 = 6
/
8
).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
24. Juli 2018
erhob
X._
mit Ein
gabe vom 16.
August
2018 Beschwerde und beantragte sinngemäss die Aufhe
bung des angefochtenen Entscheids (Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin schloss am
30
. A
ugust
2018 auf
Abweisung der Beschwerde (Urk. 5
). Davon wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
3
.
September
2018 Kenntnis gegeben (Urk. 8).
Auf die Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Die Einzelrichterin

zieht in Erwägung:
1.
Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
2.
2.1
Nach Art. 61 Abs. 1 Satz 1 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) legt der Versicherer die Prämien für seine Versicherten fest.
Die Prämien sind gemäss Art. 90 der Verordnung über die Krankenversicherung (KVV) im Voraus und in der Regel monatlich zu
bezahlen.
Der Satz für den Verzugszins auf fälligen Prämien nach Artikel 26 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) beträgt 5 Prozent im Jahr (Art. 105a KVV).
2.2
Bezahlt die versicherte Person fällige Prämien oder Kostenbeteiligungen nicht, so hat der Versicherer ihr, nach mindestens einer schriftlichen Mahnung, eine Zah
lungsaufforderung zuzustellen, ihr eine Nachfrist von 30 Tagen einzuräumen und sie auf die Folgen des Zahlungsverzuges (Abs. 2) hinzuweisen (Art. 64a Abs. 1 KVG). Der Versicherer muss die Zahlungsaufforderung bei Nichtbezahlung von Prämien und Kostenbeteiligungen spätestens drei Monate ab deren Fälligkeit zustellen. Er muss sie getrennt von allfälligen anderen Zahlungsausständen zustel
len (Art. 105b Abs. 1 KVV). Bei der dreimonatigen Frist gemäss Art. 105b Abs. 1 KVV handelt es sich um eine reine Ordnungsvorschrift, deren Nichteinhaltung weder den Anspruch auf die Ausstände noch auf den der betreibungsrechtlichen Durchsetzung verwirkt (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 9C_742/2011 vom 17. November 2011 E. 5.2 mit Hinweisen).
Verschuldet die versicherte Person Aufwendungen, die bei rechtzeitiger Zahlung nicht entstanden wären, so kann der Versicherer angemessene Bearbeitungs
gebüh
ren erheben, sofern er in seinen allgemeinen Bestimmungen über die Rechte und Pflichten der Versicherten eine entsprechende Regelung vorsieht (Art. 105b Abs. 2 KVV).
Die CSS statuiert in Art. 14.2
in der seit Januar 2017 gültigen Ausgabe ihres Reg
lements für die Versicherungen nach KVG, dass ihre Auslagen für Mahnungen und Betreibungen zulasten der versicherten Perso
n fallen (Urk. 6
/11 S.
3).
2.3
Gemäss allgemeinem betreibungsrechtlichem Grundsatz haben die Krankenkas
sen auch ohne rechtskräftigen Rechtsöffnungstitel die Betreibung einzuleiten und im Falle des Rechtsvorschlags nachträglich eine formelle Verfügung zu er
lassen. Nach Eintritt der Rechtskraft derselben können sie die Betreibung fort
setzen. Voraussetzung für eine direkte Fortsetzung der Betreibung ohne Durch
laufen des Rechtsöffnungsverfahrens nach Art. 80 des Bundesgesetzes über Schuldbe
trei
bung und Konkurs (SchKG) ist allerdings, dass das Dispositiv der Verwaltungs
verfügung mit Bestimmtheit auf die hängige Betreibung Bezug nimmt und den Rechtsvorschlag ausdrücklich als aufgehoben erklärt, sei es vollumfänglich oder in einer bestimmten Höhe. Die Verwaltungsbehörde hat demnach in ihrer Verfü
gung nicht bloss einen sozialversicherungsrechtlichen Sachentscheid über die Verpflichtung der versicherten Person zu einer Geldzah
lung zu fällen, sondern gleichzeitig auch als Rechtsöffnungsinstanz über die Aufhebung des Rechtsvor
schlags zu befinden (BGE 119 V 329 E. 2b; vgl. auch BGE 121 V 109 E. 2).
3.
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin aufgrund von ausstehenden Prämien über eine Forderung gegenüber dem Beschwerdeführer im Betrag von
Fr. 957.50
zuzüglich 5 % Verzugszins ab dem
23
.
April
201
8
und Fr. 1
3
0.-- Mahnspesen verfügt, für die in der Betreibung Nr.
O._
des Betreibungsamtes
N._
vom
23
.
April
201
8
Rechtsöffnung zu erteilen ist (vgl. Urk. 1 und 2).
4.
4.1
Der Beschwerdeführer hat zu Recht nicht in Frage gestellt, dass die
monat
-
lichen
Versicherungsprämien seit Januar 2017 Fr. 456.75
und seit Januar 2018
Fr.
461.--
betragen (Urk.
6
/9
-10
). Die für die Monate
November 2017
bis und mit
Januar 2018
geschuldeten Beiträge hat er unbestritten nicht beglichen. Dies ergibt einen Gesamtbetrag von Fr. 1'
374.50
(
2
x Fr. 456.75
+
Fr.
461.--
). Davon in Abzug zu bringen sind die Prämienverbilligungen für die Monate
November 2017
bis und mit
Januar 2018 von insgesamt Fr. 417.-- (2
x Fr. 137.--
+
Fr.
143.--
), welche direkt an die Beschwerde
gegnerin überwiesen wurden (Art. 65 Abs. 1 KVG; vgl. Urk. 2 S. 2 und 3,
6
/1 S.
1
,
6
/2 S.
1 und 6
/
3
S. 1). Daraus resultiert ein Betrag von
Fr. 957.50
,
welchen d
er Beschwerdeführer
der Beschwerdegegnerin noch
schuldet (Urk. 2 S. 3).
4.2
Da der Beschwerdeführer als Versicherter nicht über das Recht verfügt, ausste
hende Prämien mit beanspruchten Leistungen zu verrechnen (vgl. die Urteile des
Bundesgerichts 9C_379/2009 vom 4. Juni 2009 und K 7/06 vom 12. Januar 2009 E. 3.2 je mit Hinweisen; vgl. auch Art. 11 der seit Januar 2017 gültigen Ausgabe des Reglements der CSS für die
Versicherungen nach KVG, Urk. 6
/
11
S. 3), spielt es hier keine Rolle, ob die Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit einem Spitalaufenthalt des Beschwerdeführers vom Februar 2012 Leistungen hätt
e erbringen müssen (Urk. 1 und 6/7
; vgl. Urk. 2 S. 3). S
ollte er nach wie vor die Auffassung vertreten, die Beschwerdegegnerin habe
zu Unrecht bestimmte Leis
tungen nicht erbracht, bleibt
es ihm unbenommen, zur Klärung dieser Frage ein separates Verfahren einzuleiten.
Zwar machte der Beschwerdeführer wiederholt geltend, er habe während fünf Jahren keine Leistungen der Beschwerdegegnerin bezogen (Urk. 1 und
6/7
). Dies ist für die Beurteilung der hier strittigen Forderung indessen nicht von Belang, da die Prämien unabhängig davon geschuldet sind (vgl. auch Urk. 2 S. 3).
Schliesslich ist es für den Bestand und die Fälligkeit der Prämienforderung auch nicht von Relevanz, dass dem Beschwerdeführer in der Vergangenheit während vier Jahren keine Prämienrechnungen zugestellt worden waren (Urk. 1 und
6
/
7
). Der geltend gemachte Verzugszins von 5 %
seit 31. Oktober 2017 auf
Fr.
319.75, seit 3
0.
November 2017 auf
Fr.
319.75 und seit 3
1.
Dezember 2017 auf
Fr.
318.--
blieb denn auch zu Recht unbeanstandet (Urk. 1 und
6
/
7
; vgl. auch Urk. 2 S. 3).
4.3
Nach der Rechnungsstellung am
9.
September,
1.
Oktober und
9.
Dezember 2017
(Urk.
6
/1 S. 1,
6/2 S. 1 und
6
/3 S. 1; vgl. auch Urk. 2 S. 3) liess die Beschwerde
gegnerin dem Beschwerdeführer jeweils gesetzeskonform Mahnungen und Zah
lungsauf
forderungen zukommen (vgl. Urk.
6
/1 S. 2 f.,
6
/2 S. 2 f. und 7/3 S. 2 f.), welchen er keine Folge leistete. Aufgrund ihrer reglemen
tarisch statuierten Befugnis war die Beschwerdegegnerin dazu berechtigt, für den ihr in diesem Zusammenhang entstandenen Aufwand eine Gebühr zu erheben
(Art. 14.3, Urk.
6
/11 S. 3)
. Weder brachte der Beschwerdeführer etwas vor noch ist sonst etwas ersichtlich, das den veranschlagten Betrag von Fr. 1
3
0.-- als unan
gemessen erscheinen liesse (vgl. auch Urk. 2 S. 3).
4.4
Aus dem Gesagten folgt, dass der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin Prämien im Betrag von Fr. 957.50 zuzüglich 5 % Verzugszins seit 31. Oktober 2017 auf
Fr.
319.75, seit 3
0.
November 2017 auf
Fr.
319.75 und seit 3
1.
Dezem
ber 2017 auf
Fr.
318.
-- sowie
Fr. 130.-- Mahnspesen schuldet. Die Beschwerde
gegnerin hat daher zu Recht in der Betreibung Nr.
O._
des Betreibungsamtes
N._
vom
23
.
April
2018
Rechtsöffnung erteilt, wobei zu b
emerken ist, dass erst ab dem 23
.
April
2018 ein Verzugszins von 5 % in Betreibung gesetzt wurde. Die Beschwerde ist somit abzuweisen.