Decision ID: 909648ad-796d-5f02-a3c8-1460a66c96c3
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Der am (...) 1978 geborene A._ (nachfolgend: Versicherter) ist
syrisch-schweizerischer Doppelbürger und wohnt in Deutschland (vgl.
Vorakten [nachfolgend: IV-act.] 1/7, 79, 323/2). Mit Verfügung vom 15. Mai
2008 sprach die IV-Stelle des Kantons D._ dem dannzumal in der
Schweiz wohnhaften Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 100 %
eine ganze ordentliche Rente der schweizerischen Invalidenversicherung
(IV) mit Wirkung ab 1. April 2008 zu (IV-act. 20). Der Anspruch des Versi-
cherten auf die entsprechenden Geldleistungen der IV wurde am 10. Feb-
ruar 2011 (IV-act. 104) und 29. September 2015 (IV-act. 263) im Rahmen
von zwei amtlichen Revisionen durch die IV-Stelle für Versicherte im Aus-
land (IVSTA) bestätigt.
A.b Der Versicherte war vom 31. Oktober 2010 (Eheschliessung) bis am
11. Februar 2015 (Rechtskraft des Scheidungsurteils) mit der in Deutsch-
land wohnhaften C._ (geb. [...] 1995) verheiratet (IV-act. 121,
336/3, 362/4). Der gemeinsame Sohn E._ wurde am (...) 2013 ge-
boren (IV-act. 262, 336/1-2).
B.
B.a Mit Eingabe vom 8. September 2015 liess der Versicherte, vertreten
durch Rechtsanwalt Viktor Györffy, bei der IVSTA das Gesuch stellen, es
sei ihm eine Kinderrente für sein Kind E._ auszurichten und auszu-
zahlen (IV-act. 261).
B.b Nachdem der Versicherte bei der IVSTA bereits Kinderrenten für ins-
gesamt fünf Kinder beantragt und teils bezogen hatte (vgl. IV-act. 116 ff.),
welche – wie er später zugab – nicht seine eigenen waren (vgl. IV-
act. 268 f.), sah sich die IVSTA gezwungen, zukünftige Kinderrenten für
den Versicherten nur nach erfolgter Vaterschaftsabklärung zuzusprechen
(IV-act. 277). Da die Mutter von E._ an der Abklärung aber nicht
vorbehaltlos mitwirken wollte und vorgängig eine zumindest teilweise Ab-
tretung der zu erwartenden Rente zugunsten des Kindes verlangte (IV-
act. 295/5 f.), bemühte sich der Versicherte in Deutschland um die gericht-
liche Erwirkung eines Vaterschaftstestes (IV-act. 338). Mit Urteil des Amts-
gerichts G._ (D) vom 14. Juni 2017 wurde der entsprechende An-
trag des Versicherten jedoch zurückgewiesen, da E._ unbestritte-
nermassen vom Versicherten abstamme und dessen rechtliche Vaterschaft
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durch die Vorlage öffentlicher Urkunden ausgewiesen sei (IV-act. 339). Die
IVSTA sah in der Folge von der Voraussetzung einer Vaterschaftsabklä-
rung ab (IV-act. 346, 350 f.).
B.c Mit Schreiben vom 2. November 2017 (IV-act. 348) machte die IVSTA
C._ auf die Möglichkeit aufmerksam, die Direktauszahlung der Kin-
derrente an sich zu beantragen. Der Versicherte hatte sich zuvor gegen ein
solches Vorgehen ausgesprochen und den Erlass einer Verfügung ver-
langt, welche die Kinderrente für E._ und deren Ausrichtung an ihn
festlege (IV-act. 341). C._ liess der IVSTA mit Eingabe ihrer Rechts-
vertreterin vom 13. November 2017 jedoch mitteilen, dass sie um die se-
parate Auszahlung der Kinderrente an sich ersuche, da das Kind
E._ bei ihr lebe, sich in ihrer Obhut befinde und der geschiedene
Ehegatte keine Unterhaltszahlungen leiste. Ausserdem beantragte sie aus-
drücklich die Nachzahlung von Leistungen, wobei sie auf mögliche Ansprü-
che der Sozialhilfeträger hinwies (IV-act. 352). Das Jobcenter F._
stellte dementsprechend bei der IVSTA mit Schreiben vom gleichen Tag
einen Antrag auf Auszahlungen von Sozialleistungen (IV-act. 353). Die IV-
STA informierte den Versicherten daraufhin mit Brief vom 27. November
2017, dass die Kinderrente direkt dem anderen Elternteil ausbezahlt
werde, da die entsprechenden Bedingungen erfüllt seien. Gleichzeitig
machte sie darauf aufmerksam, dass der rentenberechtigte Elternteil die
Nachzahlung der Kinderrente im Umfang der tatsächlich erbrachten Unter-
haltsleistungen beanspruchen könne (IV-act. 355). In der Folge gingen bei
der IVSTA diverse Unterlagen ein (IV-act. 357), unter anderem eine vom
Versicherten und C._ am 21. bzw. 20. November 2017 unterzeich-
nete Verzichtserklärung, wonach die gesamte Kinderrente an die Mutter
von E._ überwiesen werden soll (IV-act. 357/4). Mit Eingabe vom
8. Januar 2018 teilte der Versicherte der IVSTA allerdings mit, dass er seine
Verzichtserklärung widerrufe und nicht einverstanden sei, dass die Kinder-
rente an die Mutter des Kindes ausbezahlt werde (IV-act. 364).
B.d Mit Verfügungen vom 29. Januar 2018 sprach die IVSTA dem Versi-
cherten für E._ betreffend die Zeit vom 1. Februar 2013 bis 28. Feb-
ruar 2015 eine ordentliche Kinderrente in der Höhe von monatlich Fr. 663.-
(IV-act. 368 = BVGer-act. 1/2) und für die Zeit ab dem 1. März 2015 eine
solche Kinderrente im Betrag von monatlich Fr. 666.- zu (IV-act. 369 =
BVGer-act. 1/3), wobei sie die Überweisung der geschuldeten Beträge an
die Adresse von C._ vorsah, den nachzuzahlenden Rentenbetrag
von insgesamt Fr. 39'891.- (Fr. 16'581.- für die Zeit von Februar 2013 bis
Februar 2015 sowie Fr. 23'310.- für die Zeit von März 2015 bis Januar
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2018) aber auf einem Wartekonto einbehielt, da das Meldeverfahren mit
dem Jobcenter F._ noch nicht abgeschlossen sei (IV-act. 368/4,
369/4).
C.
C.a Gegen diese Verfügungen erhob der Versicherte (nachfolgend: Be-
schwerdeführer), weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Viktor Györffy, mit
Eingabe vom 1. März 2018 (BVGer-act. 1) Beschwerde beim Bundesver-
waltungsgericht (Eingang: 2. März 2018). Der Versicherte stellte die An-
träge, die Verfügung der IVSTA (nachfolgend: Vorinstanz) vom 29. Januar
2018 sei aufzuheben, die Kinderrente sei an den Beschwerdeführer und
nicht an C._ zu überweisen, eventualiter sei die Sache an die Vo-
rinstanz zurückzuweisen zwecks Vornahme weiterer Abklärungen und
neuer Verfügung, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Vorinstanz. Ausserdem beantragte der Beschwerdeführer die Gewährung
der unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung.
C.b In ihrer Vernehmlassung vom 23. April 2018 (BVGer-act. 5) stellte die
Vorinstanz den Antrag auf Abweisung der Beschwerde bzw. "Gutheissung"
der angefochtenen Verfügungen (BVGer-act. 5).
C.c Nachdem das Gesuch des Beschwerdeführers um Kostenerlass auf-
forderungsgemäss mit Angaben und Unterlagen ergänzt bzw. präzisiert
worden war (vgl. BVGer-act. 4 mit Beilagen), hiess der Instruktionsrichter
mit Zwischenverfügung vom 24. Mai 2018 (BVGer-act. 6) das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege gut, so dass auf die Erhebung von Verfahrens-
kosten zu verzichten ist. Das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung
wurde mit gleicher Zwischenverfügung ebenfalls gutgeheissen. Als gericht-
lich bestellter Anwalt wurde dem Beschwerdeführer Rechtsanwalt Viktor
Györffy beigeordnet.
C.d Mit Replik vom 17. September 2018 (BVGer-act. 13) hielt der Be-
schwerdeführer sinngemäss an den beschwerdeweise gestellten Anträgen
fest.
C.e Die Vorinstanz erneuerte mit Duplik vom 24. Oktober 2018 (BVGer-
act. 16) die Anträge auf Abweisung der Beschwerde und Bestätigung der
angefochtenen Verfügungen.
C.f Mit Zwischenverfügung vom 5. März 2020 (BVGer-act. 22) wurde
C._ als Gegenpartei in das Beschwerdeverfahren einbezogen, da
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sie Adressatin der angefochtenen Verfügungen ist und durch den Ausgang
des vorliegenden Verfahrens in schützenswerten Interessen betroffen sein
könnte.
C.g C._ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) nahm mit Eingabe
vom 23. Mai 2020 (BVGer-act. 29) die ihr eingeräumte Gelegenheit zur
Stellungnahme wahr und verlangte sinngemäss die Auszahlung der Kin-
derrente an sich.
C.h Die Vorinstanz hielt in der darauffolgenden Stellungnahme vom
19. August 2020 (BVGer-act. 32) sinngemäss an ihren bisherigen Anträgen
fest.
C.i Der Beschwerdeführer nahm mit Schreiben vom 10. September 2020
(BVGer-act. 36) ebenfalls zur Eingabe der Beschwerdegegnerin Stellung
und erneuerte mit seinen Ausführungen sinngemäss seine beschwerde-
weise gestellten Anträge.
C.j Mit Eingabe vom 16. September 2020 (BVGer-act. 38) äusserte sich
der Beschwerdeführer zur letzten Stellungnahme der Vorinstanz, welche –
seiner Ansicht nach – die angefochtene Verfügung nicht zu stützen ver-
mag.
C.k Mit Verfügung vom 23. November 2020 ordnete die Vorinstanz an,
dass der einbehaltene Nachzahlungsbetrag von Fr. 39'891.- wie folgt aus-
zuzahlen ist: Nach Rechtskraft der Verfügung sind Fr. 27'323.15 an das
Jugendcenter F._ und Fr. 2'275.60 an das Stadtjugendamt
G._ auszuzahlen. Die Auszahlung des Restbetrages von
Fr. 10'292.25 soll nach Abschluss des vorliegenden Verfahrens an die Be-
schwerdegegnerin erfolgen. Der Beschwerdeführer liess (auch) gegen die
Verfügung vom 23. November 2020 Beschwerde beim Bundesverwal-
tungsgericht erheben. Das Beschwerdeverfahren wird unter der Verfah-
rensnummer C-139/2021 geführt.
C.l Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Un-
terlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen ein-
gegangen.
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Seite 6

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69
Abs. 1 Bst. b IVG (SR 831.20) ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beur-
teilung der vorliegenden Beschwerde zuständig.
1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich grund-
sätzlich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt
(Art. 37 VGG). Vorbehalten bleiben gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG die be-
sonderen Bestimmungen des ATSG (SR 830.1). Nach den allgemeinen in-
tertemporalrechtlichen Regeln finden diejenigen Verfahrensregeln Anwen-
dung, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung in Kraft stehen
(BGE 130 V 1 E. 3.2).
1.3 Der Beschwerdeführer ist als Adressat durch die angefochtenen Verfü-
gungen berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung
oder Änderung (Art. 59 ATSG; Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und form-
gerecht eingereichte Beschwerde (Art. 60 ATSG; Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist
daher einzutreten, nachdem der Beschwerdeführer aufgrund der gewähr-
ten unentgeltlichen Rechtspflege keinen Kostenvorschuss zu leisten hat.
2.
2.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht
einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens,
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG).
2.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechts-
anwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der
Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Beschwerde auch
aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den an-
gefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die
von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. BVGE 2013/46 E. 3.2).
2.3 Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch der erstinstanzliche Sozi-
alversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht
(vgl. Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 Bst. c ATSG; Art. 12 VwVG). Danach hat die
Verwaltung und im Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des erheblichen Sachverhalts zu
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sorgen (vgl. BGE 136 V 376 E. 4.1.1). Sofern das Gesetz nicht etwas Ab-
weichendes vorsieht, gilt im Sozialversicherungsrecht der Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 138 V 218 E. 6).
3.
3.1 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-
geblich, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes
Geltung haben (BGE 143 V 446 E. 3.3). Ein allfälliger Leistungsanspruch
ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bisherigen und ab
diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen (BGE 130 V 445
E. 1). Vorliegend steht die Aus- bzw. Nachzahlung von Kinderrenten mit
Wirkung ab 1. Februar 2013 zur Diskussion (vgl. E. 4.1). Deshalb finden
jene massgeblichen Vorschriften Anwendung, die ab diesem Zeitpunkt Gül-
tigkeit hatten und spätestens beim Verfügungserlass (hier: 29. Januar
2018) in Kraft standen.
3.2 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-
sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen
Verwaltungsverfügung (hier: 29. Januar 2018) eingetretenen Sachverhalt
ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither
verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwal-
tungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b).
3.3 Der Beschwerdeführer besitzt das Schweizer Bürgerrecht und wohnt in
Deutschland. Damit gelangen das Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni
1999 (FZA, SR 0.142.112.681) und die Regelwerke der Gemeinschaft zur
Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss Anhang II des
FZA, insbesondere die für die Schweiz am 1. April 2012 in Kraft getretenen
Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009
(SR 0.831.109.268.11), zur Anwendung. Seit dem 1. Januar 2015 sind
auch die durch die Verordnungen (EU) Nr. 1244/2010, Nr. 465/2012 und
Nr. 1224/2012 erfolgten Änderungen in den Beziehungen zwischen der
Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten anwendbar. Soweit das FZA bzw. die
auf dieser Grundlage anwendbaren gemeinschaftsrechtlichen Rechtsakte
keine abweichenden Bestimmungen vorsehen, richten sich die Ausgestal-
tung des Verfahrens und die materielle Prüfung indessen auch im Anwen-
dungsbereich des FZA und der Koordinierungsvorschriften nach schweize-
rischem Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des BGer 9C_573/2012
vom 16. Januar 2013 E. 4).
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4.
4.1 Anfechtungsobjekt bilden vorliegend die beiden Verfügungen vom
29. Januar 2018, mit welchen die Vorinstanz dem Beschwerdeführer für
seinen Sohn E._ betreffend die Zeit vom 1. Februar 2013 bis
28. Februar 2015 eine ordentliche Kinderrente in der Höhe von monatlich
Fr. 663.- (BVGer-act. 1/2) und für die Zeit ab dem 1. März 2015 eine solche
Kinderrente im Betrag von monatlich Fr. 666.- (BVGer-act. 1/3) zusprach,
wobei sie die Überweisung der geschuldeten Beträge an die Adresse der
Beschwerdegegnerin vorsah, den nachzuzahlenden Rentenbetrag (für die
Zeit von Februar 2013 bis Januar 2018) von insgesamt Fr. 39'891.- aber
auf einem Wartekonto einbehielt (vgl. auch Sachverhalt Bst. B.d).
4.2 Die vorinstanzliche Verfügung vom 23. November 2020, mit welcher
über die Ansprüche von deutschen Fürsorgestellen bezüglich des auf dem
erwähnten Wartekonto einbehaltenen Rentenbetrages von Fr. 39'891.- be-
funden wurde (vgl. Sachverhalt Bst. C.k), bildet im vorliegenden Verfahren
nicht Anfechtungsobjekt. Die entsprechende Beschwerde wird im Verfah-
ren C-139/2021 behandelt, wobei der Entscheid noch nicht spruchreif ist.
Einer Vereinigung der beiden Verfahren bedarf es nicht. Die hier streitige
Frage nach dem Vorliegen der Voraussetzungen für die direkte Auszahlung
der Kinderrente an die Beschwerdegegnerin kann unabhängig von den
(vorbehaltenen) Ansprüchen der deutschen Sozialhilfestellen geprüft und
entschieden werden (vgl. dazu E. 6.2.5 ff. und 6.3.5).
4.3 Bestand, Höhe und Beginn des Anspruchs auf die besagte Kinderrente
sind vorliegend nicht umstritten. Streitig und zu prüfen ist hier einzig, ob die
Vorinstanz zu Recht die direkte Überweisung der Kinderrente des Be-
schwerdeführers an die Beschwerdegegnerin verfügt hat. Entsprechend
den Vorbringen des Beschwerdeführers (BVGer-act. 1 S. 4, 13 S. 5, 38
S. 2) ist davon auszugehen, dass die verfügte Überweisung der Renten-
leistungen an die Beschwerdegegnerin – nebst dem Zeitraum von Februar
2013 bis Januar 2018 – auch den Zeitraum ab 1. Februar 2018 betrifft, da
die zweite Verfügung (BVGer-act. 1/3) den Anspruch auf Kinderrente bzw.
deren Überweisung ab 1. März 2015 (ohne zeitliche Befristung) regelt
(S. 1) und in der beiliegenden Abrechnung, welche Bestandteil der Verfü-
gung bildet, neben der Nachzahlung (März 2015 bis Januar 2018) auch die
laufende Rente für den Monat Februar 2018 ausdrücklich erwähnt wird
(S. 3). Gemäss den Ausführungen der Vorinstanz in der Duplik (BVGer-
act. 16) sind dementsprechend nicht nur die Rentennachzahlungen, son-
dern ist auch die laufende Kinderrente auf ein Wartekonto gebucht worden.
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Seite 9
Ebenso ergibt sich aus einem vorinstanzlichen Schreiben an die Beschwer-
degegnerin, dass vorliegend die direkte Aus- und Nachzahlung der Kinder-
rente zur Diskussion steht (IV-act. 348/2). Streitgegenstand bildet hier
demzufolge – entgegen der in weiteren Eingaben geäusserten Ansicht der
Vorinstanz (BVGer-act. 5 S. 2, 32) – der Auszahlungsmodus nicht nur der
Rentennachzahlungen (Februar 2013 bis Januar 2018), sondern auch der
laufenden Rente (ab Februar 2018). Für die hier streitige Frage der Aus-
zahlung der Kinderrente, welche zu den Aufgaben der Ausgleichskassen
gehört (Art. 60 Abs. 1 Bst. c IVG), muss kein Vorbescheidverfahren durch-
geführt werden (vgl. Art. 73bis Abs. 1 IVV [SR 831.201] i.V.m. Art. 57 Abs. 1
Bst. c-f IVG e contrario). Der Beschwerdeführer erhielt im Vorverfahren je-
doch die Gelegenheit, sich zur vorgesehenen Regelung betreffend die Aus-
zahlung der Kinderrente zu äussern (vgl. E. 5.3.3).
5.
Zunächst sind die formellen Rügen des Beschwerdeführers zu prüfen.
5.1
5.1.1 Der Beschwerdeführer macht einerseits beschwerdeweise geltend,
er verfüge nicht über alle relevanten vorinstanzlichen Akten. Auf sein Ak-
teneinsichtsgesuch vom 2. Februar 2018 hin seien ihm von der Vorinstanz
bislang keine Akten oder Daten zugestellt worden. Die mit der Sendung
vom 11. Dezember 2017 verschickten Kassenakten würden kein Aktenver-
zeichnis und keine Aktennummerierung enthalten. Dies sei mit den gelten-
den Grundsätzen der Aktenführung gemäss Art. 46 ATSG nicht vereinbar.
Der Beschwerdeführer rügt folglich eine Verletzung seines Rechts auf Ak-
teneinsicht und damit seines Anspruchs auf rechtliches Gehör und auf ein
faires Verfahren gemäss Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 6 EMRK (BVGer-act. 1
S. 2 ff.). In seiner Replik erneuerte der Beschwerdeführer die entspre-
chende Rüge und ergänzte, dass die Vorinstanz mit Schreiben vom
28. Februar 2018 nochmals alle Akten ab November 2017 geschickt habe,
wobei es sich um 30 Aktenstücke im Umfang von ca. 80 Seiten handle,
welche wiederum weder paginiert noch mit einem Aktenverzeichnis verse-
hen seien. Dem Bundesverwaltungsgericht seien im Übrigen die IV-Akten
und die Kassenakten in einem einzigen durchnummerierten Aktenbestand
eingereicht worden, während er im Rahmen der Akteneinsicht von der Vor-
instanz die IV-Akten und die Kassenakten in jeweils getrennten Beständen
erhalten habe. Dadurch ergebe sich eine komplett andere Nummerierung.
Das beim Bundesverwaltungsgericht eingereichte Aktenverzeichnis sei mit
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Seite 10
den Anforderungen an eine ordentliche Aktenführung nicht vereinbar; viel-
mehr handle es sich um ein detailliertes Beilagenverzeichnis. Es bleibe da-
mit unklar, welche Akten bei der Vorinstanz effektiv vorhanden seien und
ob das Bundesverwaltungsgericht und der Beschwerdeführer die vollstän-
digen Akten erhalten hätten (BVGer-act. 13 S. 2 ff.). Gestützt auf diese Rü-
gen verlangt der Beschwerdeführer die Aufhebung der angefochtenen Ver-
fügungen (BVGer-act. 1 S. 4; vgl. BVGer-act. 13 S. 4). Andererseits bean-
tragt er in seiner Beschwerde die Aufhebung der angefochtenen Verfügun-
gen auch deshalb, weil die Vorinstanz ihren Entscheid, die Kinderrenten für
seinen Sohn E._ an die Beschwerdegegnerin aus- und nachzuzah-
len, nicht begründet habe, obwohl er sein Nichteinverständnis vor Erlass
der Verfügung wiederholt zum Ausdruck gebracht habe. Der Beschwerde-
führer ist der Ansicht, die Vorinstanz habe damit ihre Begründungspflicht
und seinen Anspruch auf rechtliches Gehör und ein faires Verfahren ver-
letzt (BVGer-act. 1 S. 4 f.).
5.1.2 Die Vorinstanz weist in ihrer Vernehmlassung den Vorwurf einer nicht
ordentlichen Aktenführung zurück. Sie führt dazu aus, sie habe dem
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Schreiben vom 11. Dezember
2017 sämtliche Kassen- und IV-Akten ordnungsgemäss paginiert und mit
einem Aktenverzeichnis zugesendet. Bei den sodann mit vorinstanzlichem
Brief vom 28. Februar 2018 – als Beilagen – verschickten aktuellen Akten
handle es sich mengenmässig um eine marginale Anzahl von Dokumen-
ten, weshalb es unangebracht sei, von einer nicht nachvollziehbaren und
nicht kontrollierbaren Aktenführung der Verwaltung zu sprechen (BVGer-
act. 5 S. 2). In ihrer Duplik führt die Vorinstanz ergänzend an, dem Rechts-
vertreter des Beschwerdeführers mit der zweiten Sendung auf dessen aus-
drücklichen Wunsch hin nur noch die neu angehäuften IV- und Kassenak-
ten zugestellt zu haben. Dass dabei auf ein chronologisches, fortführendes
Beilagenverzeichnis verzichtet worden sei, stelle keine Gehörsverletzung
dar, nachdem die Beschwerde auf einer vollständigen Aktenlage beruhe
und sich der Beschwerdeführer vor einer Instanz äussern könne, welche
sowohl die Tat- als auch die Rechtsfragen uneingeschränkt überprüfe
(BVGer-act. 16 S. 1). Die Vorinstanz äussert sich im Beschwerdeverfahren
nicht (ausdrücklich) zum Vorwurf der mangelhaften Begründung der ver-
fügten Überweisung der Kinderrente an die Beschwerdegegnerin.
5.2
5.2.1 Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 42 ATSG haben die Parteien An-
spruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der
C-1284/2018
Seite 11
Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mit-
wirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar. Nach der Rechtspre-
chung bildet die Aktenführungspflicht von Verwaltung und Behörden das
Gegenstück zum – aus Art. 29 Abs. 2 BV fliessenden – Akteneinsichts- und
Beweisführungsrecht, indem die Wahrnehmung des Akteneinsichtsrechts
durch die versicherte Person eine Aktenführungspflicht der Verwaltung vo-
raussetzt (BGE 138 V 218 E. 8.1.2; 130 II 473 E. 4.1; 124 V 372 E. 3b; 124
V 389 E. 3a). Zudem ergibt sich die Pflicht zur sorgfältigen Aktenführung
auch aus dem Untersuchungsgrundsatz (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG; SVR
2011 IV Nr. 44 [Urteil des BGer 8C_319/2010 vom 15. Dezember 2010]
E. 2.2.2; Urteil des BVGer C-6549/2014 vom 22. Juni 2016 E. 5.2.2
m.w.H.).
5.2.2 Die Behörde ist verpflichtet, ein vollständiges Aktendossier über das
Verfahren zu führen, um gegebenenfalls ordnungsgemäss Akteneinsicht
gewähren und bei einem Weiterzug diese Unterlagen an die Rechtsmittel-
instanz weiterleiten zu können. Die Behörde hat alles in den Akten festzu-
halten, was zur Sache gehört (BGE 124 V 372 E. 3b; 115 Ia 97 E. 4c). Der
verfassungsmässige Anspruch auf eine geordnete und übersichtliche Ak-
tenführung (vgl. Art. 29 Abs. 2 BV) verpflichtet die Behörden und Gerichte,
die Vollständigkeit der im Verfahren eingebrachten und erstellten Akten si-
cherzustellen (SVR 2011 IV Nr. 44 [Urteil des BGer 8C_319/2010 vom
15. Dezember 2010] E. 2.2.1; Urteil des BGer 5A_341/2009 vom 30. Juni
2009 E. 5.2). Für die dem ATSG unterstellten Versicherer wurde in Art. 46
ATSG die Aktenführungspflicht auf Gesetzesstufe konkretisiert. Danach
sind für jedes Sozialversicherungsverfahren alle Unterlagen, die massge-
blich sein können, vom Versicherungsträger systematisch zu erfassen
(BGE 138 V 218 E. 8.1.2). Ferner sind die Unterlagen von Beginn weg in
chronologischer Reihenfolge abzulegen; bei Vorliegen eines Gesuchs um
Akteneinsicht und spätestens im Zeitpunkt des Entscheides ist das Dossier
zudem durchgehend zu paginieren (zit. Urteil 8C_319/2010 E. 2.2.2). In
der Regel ist auch ein Aktenverzeichnis zu erstellen, welches eine chrono-
logische Auflistung sämtlicher in einem Verfahren gemachten Eingaben
enthält (Urteil des BGer 2C_327/2010 vom 19. Mai 2011 E. 3.2 [nicht publ.
in BGE 137 I 247]; zit. Urteil 8C_319/2010 E. 2.2.2; Urteil des BGer
8C_616/2013 vom 28. Januar 2014 E. 2.1).
5.2.3 Das Aktenverzeichnis besteht im Detail aus einer Laufnummer, der
Anzahl Seiten jedes erfassten Dokuments, dem Eingangsdatum des Do-
kuments, einer Dokumenten-ID sowie einer kurzen Beschreibung der Do-
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Seite 12
kumentart oder dessen Inhalts (zit. Urteil 8C_319/2010 E. 2.2.2 m.H.). Be-
schränken sich die Kurzbeschreibungen der einzelnen Dokumente auf nur
rudimentär wiedergebende Formulierungen, wird das Akteneinsichtsrecht
zwar erschwert, aber nicht verunmöglicht. Ein in diesem Sinne mangelhaf-
tes Aktenverzeichnis bewirkt keine nicht heilbare Verletzung des rechtli-
chen Gehörs (zit. Urteil 8C_319/2010 E. 2.3.1; vgl. dazu E. 5.2.5).
5.2.4 Einen wesentlichen Bestandteil des in Art. 29 Abs. 2 BV garantierten
Anspruchs auf rechtliches Gehör bildet die Begründungspflicht. Diese soll
verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt,
und es der betroffenen Person ermöglichen, die Verfügung bzw. den Ein-
spracheentscheid gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist nur
möglich, wenn sich sowohl die Partei wie auch die Rechtsmittelinstanz über
die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können. In diesem Sinn
müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen
sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre Verfügung
stützt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tat-
beständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinander-
setzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentli-
chen Gesichtspunkte beschränken (statt vieler: BGE 124 V 180 E. 1a; Ur-
teil des EVG [heute: BGer] I 3/05 vom 17. Juni 2005 E. 3.1.3 m.H., veröf-
fentlicht in: SVR 2006 IV Nr. 27).
5.2.5 Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör führt grund-
sätzlich ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache
selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung (BGE 132 V 387
E. 5.1; PATRICK SUTTER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum
VwVG, 2. Aufl. 2019, Art. 29 Rz. 17 oder WALDMANN/BICKEL, in: Wald-
mann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016,
Art. 29 Rz. 106). Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders
schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als
geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor
einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die
Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/aa). Ein Verstoss
gegen die Begründungspflicht stellt in der Regel keine besonders schwer-
wiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs dar, insbesondere wenn die
Überlegungen der Behörde zumindest im Kern nachvollzogen werden kön-
nen (vgl. Urteil des BGer 1C_39/2017 vom 13. November 2017 E. 2.1).
Eine mangelhafte Begründung kann daher im Rahmen des Beschwerde-
verfahrens geheilt werden, indem die Vorinstanz dort ihre Entscheidgründe
C-1284/2018
Seite 13
darlegt und die Rechtsmittelinstanz der betroffenen Partei im Rahmen ei-
nes zweiten Schriftenwechsels die Möglichkeit einräumt, sich dazu zu äus-
sern (LORENZ KNEUBÜHLER, Kommentar zum VwVG, a.a.O., Art. 35 Rz. 22
m.w.H.). Von einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung ist aber
selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs ab-
zusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen
Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem
(der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer
beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE
136 V 117 E. 4.2.2.2 m.w.H.).
5.3
5.3.1 Die vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers replikweise einge-
reichten Dokumente (Beilagen zu BVGer-act. 13) zeigen deutlich, dass ihm
von der Vorinstanz – auf seine Akteneinsichtsgesuche vom 29. November
2017 (IV-act. 359) und 2. bzw. 19. Februar 2018 (IV-act. 372, 376) hin –
(auch) unpaginierte und ohne entsprechendes Aktenverzeichnis verse-
hene Akten zugestellt wurden. Dass dem Rechtsvertreter – wie von der
Vorinstanz geltend gemacht – mit Schreiben vom 11. Dezember 2017
(BVGer-act. 13/1) sämtliche Kassen- und IV-Akten ordnungsgemäss pagi-
niert und mit einem Aktenverzeichnis zugesendet worden sein sollen, lässt
sich den von ihr eingereichten Vorakten nicht entnehmen. Die Vorinstanz
kann sich mit dem Hinweis auf einen aktenkundigen Auszug aus einer Do-
kumentenliste des Dossiers (IV-act. 377-2/2) nicht entlasten. Die mit der
Replik eingereichten vorinstanzlichen Akten, welche gemäss Aussagen
des Rechtsvertreters mit der Sendung der Vorinstanz vom 11. Dezember
2017 übermittelt wurden, enthalten jedenfalls keine Nummerierung
(BVGer-act. 13/2) und stimmen mit der besagten Dokumentenliste nicht
bzw. nur teilweise überein. Dass die mit vorinstanzlichem Schreiben vom
28. Februar 2018 (BVGer-act. 13/3) dem Beschwerdeführer bzw. dessen
Rechtsvertreter zugestellten Akten ab November 2017 (BVGer-act. 13/4)
(ebenfalls) weder nummeriert noch mit einem Aktenverzeichnis versehen
waren, wird von der Vorinstanz im Übrigen nicht bestritten. Dass es sich
bei dieser (zweiten) vorinstanzlichen Aktensendung – entgegen der Ansicht
der Vorinstanz – nicht nur um einige wenige Aktenstücke handelte, zeigt
der Umfang der replikweise eingereichten Beilagen, welcher – wie vom Be-
schwerdeführer zu Recht betont wird – ca. 30 Dokumente bzw. rund 80
Seiten betrifft (BVGer-act. 13/4). Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die
vorinstanzliche Aktenführung nicht der dargelegten Rechtsprechung
C-1284/2018
Seite 14
(E. 5.2) entsprach und dem Beschwerdeführer folglich auch nicht ord-
nungsgemäss Akteneinsicht gewährt werden konnte.
5.3.2 Im vorliegenden Beschwerdeverfahren reichte die Vorinstanz auffor-
derungsgemäss als Beilage zur Vernehmlassung die Vorakten samt Ver-
zeichnis in Papierform ein (vgl. BVGer-act. 2, 5). Das mit "Bordereau de
pièces" betitelte und vom 23. April 2018 datierende vorinstanzliche Akten-
verzeichnis enthält folgende Rubriken: "Doc-N°" (Dokumenten-Nr.), "No-
mbre pages" (Anzahl Seiten), "Date d'entrée" (Eingangsdatum), "ID-Doc"
(Dokumenten-ID) sowie "Type de document" (Dokumentart). Damit ent-
spricht das von der Vorinstanz erstellte Aktenverzeichnis im Wesentlichen
den erwähnten Anforderungen gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre-
chung (E. 5.2.3). Dass die im Verzeichnis enthaltenen Umschreibungen
der Dokumentart eher knapp gehalten und nicht in jedem Fall aussagekräf-
tig sind, fällt nicht ins Gewicht. Wie erwähnt, bewirkt dies keine nicht heil-
bare Verletzung des rechtlichen Gehörs. Die Unterlagen sind zudem – wie
von der Rechtsprechung gefordert (E. 5.2.2) – durchgehend paginiert und
chronologisch aufgelistet. Soweit ersichtlich, sind alle für das vorliegende
Verfahren massgeblichen Akten erfasst. Bei den seitens des Beschwerde-
führers genannten vorinstanzlichen Aktenstücken (IV-act. 354, 361, 377),
welche mit der Sendung vom 28. Februar 2018 nicht zugestellt worden
seien (BVGer-act. 13 S. 3), handelt es sich um Telefonnotizen bzw. interne
Dokumente, in welche im Beschwerdeverfahren Einsicht gewährt wurde.
Sämtliche (in Papierform eingereichten) vorinstanzlichen Akten wurden
dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers antragsgemäss zur Einsicht-
nahme zugestellt (BVGer-act. 7, 8). Die Unterlagen, welche aus der Zeit
nach dem Verfügungszeitpunkt (29. Januar 2018) datieren, sind für das
vorliegende Verfahren grundsätzlich nicht zu beachten (vgl. dazu E. 3.2).
Folglich ist nicht ausschlaggebend, dass gewisse vom Beschwerdeführer
mit der Replik eingereichte Akten (BVGer-act. 13/4, letzte vier Seiten) sich
nicht bei den Vorakten befinden. Von einer nicht hinnehmbaren Unsicher-
heit in Bezug auf den Aktenstand ist unter den genannten Umständen im
vorliegenden Zeitpunkt – entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
(BVGer-act. 13 S. 4) – jedenfalls nicht auszugehen. Die beanstandete Neu-
bzw. Durchnummerierung der gesamten Vorakten durch die Vorinstanz än-
dert daran nichts.
5.3.3 Die (aktenkundigen) angefochtenen Verfügungen vom 29. Januar
2018 enthalten hinsichtlich der darin angeordneten Überweisung der Kin-
derrente an die Beschwerdegegnerin keine Ausführungen, obwohl bei den
Beilagen, welche als Bestandteil der Verfügung gelten, jeweils auch eine
C-1284/2018
Seite 15
Begründung aufgelistet wird (vgl. IV-act. 368, 369 = BVGer-act.1/2, 1/3).
Da die Auszahlungsfrage im Vorverfahren bzw. im Verfügungszeitpunkt
umstritten war, erscheint die Verfügung diesbezüglich mangelhaft begrün-
det. Allerdings teilte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer bzw. dessen
Rechtsvertreter vor Verfügungserlass mit Schreiben vom 27. November
2017 mit, dass die Kinderrente direkt dem anderen Elternteil ausbezahlt
werde, da die entsprechenden Bedingungen – welche dargelegt wurden –
erfüllt seien (IV-act. 355). Es war dem Beschwerdeführer unter diesen Um-
ständen dennoch möglich, im beanstandeten Punkt sachgerecht Be-
schwerde zu erheben (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2). Zudem hielt die Vor-
instanz ihre wesentlichen Entscheidgrundlagen in der Vernehmlassung
(BVGer-act. 5) fest und der Beschwerdeführer konnte sich im Rahmen des
zweiten Schriftenwechsels einlässlich dazu äussern (BVGer-act. 13). Die
Rüge des Beschwerdeführers, wonach die vorinstanzliche Vernehmlas-
sung nur Darlegungen zur Rechtslage, aber keinen Bezug zur konkreten
Sachlage enthalte (BVGer-act. 13 S. 4 Rz. 1), stösst ins Leere, da die Vor-
instanz vernehmlassungsweise (wenn auch kurz) aufzählt, auf welche
Sachverhaltselemente bzw. Dokumente sie die verfügte Nachzahlung an
die Beschwerdegegnerin stützt (vgl. BVGer-act. 5 S. 2).
5.3.4 Nach dem Gesagten würde die Rückweisung der Sache an die Vor-
instanz zu einem formalistischen Leerlauf und unnötigen Verzögerungen
führen, zumal für die Beurteilung der vorliegenden Streitsache alle notwen-
digen Informationen und Beweismittel vorliegen (vgl. Urteile des BGer
9C_464/2016 vom 19. Oktober 2016 E. 7.3 und C_1026/2010 vom 7. Ok-
tober 2011 E. 2.1). Das Bundesverwaltungsgericht verfügt über volle Kog-
nition (vgl. E. 2) und der Beschwerdeführer konnte sich im Rahmen des
Schriftenwechsels einlässlich äussern zu den von der Vorinstanz im Be-
schwerdeverfahren eingereichten, grundsätzlich ordnungsgemäss geführ-
ten Vorakten und gemachten Ausführungen (BVGer-act. 7). Die mangel-
hafte Aktenführung der Vorinstanz im Verwaltungsverfahren bzw. die damit
einhergehende Verletzung des Gehörsanspruchs des Beschwerdeführers
ist folglich als im Beschwerdeverfahren geheilt zu betrachten. Das Gleiche
gilt für die mangelhafte Begründung der angefochtenen Verfügungen be-
treffend die Aus- bzw. Nachzahlung der Kinderrente an die Beschwerde-
gegnerin und die dadurch verursachte Gehörsverletzung seitens des Be-
schwerdeführers. Auch diesbezüglich ist aus den genannten Gründen
(E. 5.3.3) von einer Heilung im Beschwerdeverfahren auszugehen.
C-1284/2018
Seite 16
6.
Im Folgenden ist die streitige Frage zu prüfen, ob die Vorinstanz am 29. Ja-
nuar 2018 zu Recht mit Wirkung ab 1. Februar 2013 die direkte Überwei-
sung der Kinderrente des Beschwerdeführers an die Beschwerdegegnerin
verfügt hat.
6.1
6.1.1 Der Beschwerdeführer verneint in seiner Beschwerde (BVGer-act. 1
S. 4 ff.) die Zulässigkeit der Überweisung aller ab Geburt seines Sohnes
E._ zu entrichtenden Kinderrenten an die Beschwerdegegnerin. Er
führt zur Begründung im Wesentlichen Folgendes an: Es fehle zunächst
der vorausgesetzte Antrag der Beschwerdegegnerin betreffend Direktaus-
zahlung der Kinderrente, nachdem im Fragebogen die entsprechende
Frage mit "Nein" angekreuzt worden sei (Rz. 6, 10). Zudem sei in der mass-
geblichen, nach deutschem Recht vorgenommenen Unterhaltsregelung in
Bezug auf die Kinderrente nichts festgelegt worden (Rz. 5, 8). Auch habe
er in der Vergangenheit teilweise bereits Unterhaltsleistungen erbracht
(Rz. 7). Es sei deshalb unklar und hätte von der Vorinstanz abgeklärt wer-
den müssen, ob und in welcher Höhe überhaupt noch ein Anspruch auf
Kinderunterhalt bestehe bzw. in wieweit dieser Anspruch durch Zahlung
des Unterhalts oder durch Bevorschussung gedeckt worden sei (Rz. 7, 15).
Mangels Vornahme dieser Abklärungen habe die Vorinstanz den Untersu-
chungsgrundsatz verletzt. Auf eine Rückweisung der Sache an die Vor-
instanz sei aber zu verzichten, da die Voraussetzungen zur Auszahlung der
Kinderrente an die Beschwerdegegnerin nicht erfüllt seien. Vielmehr sei die
Kinderrente deshalb an den Beschwerdeführer auszuzahlen (Rz. 17). Die
Beschwerdegegnerin sei im Übrigen wieder verheiratet und es bestehe
Grund zur Annahme, dass die Kinderrente – wenn sie an die Beschwerde-
gegnerin ausgerichtet würde – von ihr und ihrem Ehemann für andere Zwe-
cke verwendet würde (BVGer-act. 36 Rz. 8).
6.1.2 Die Vorinstanz legt in der Vernehmlassung (BVGer-act. 5) die
Rechtsgrundlagen für die von ihr verfügte Aus- bzw. Nachzahlung der Kin-
derrenten an die Beschwerdegegnerin dar und stützt ihren Antrag auf Ab-
weisung der Beschwerde auf folgende Sachverhaltselemente: Fragebogen
vom 5. Dezember 2017 (Beschwerdeführer; IV-act. 362/1), Fragebogen
vom 20. November 2017 (Beschwerdegegnerin; IV-act. 357/1), Verzichts-
erklärung vom 20. November 2017 (IV-act. 357/4), telefonische Absichts-
erklärung vom 24. November 2017 (IV-act. 354).
C-1284/2018
Seite 17
6.1.3 Die Beschwerdegegnerin macht in ihrer Stellungnahme (BVGer-
act. 29) geltend, der Beschwerdeführer habe trotz einer gerichtlichen Ent-
scheidung bislang nie Unterhaltszahlungen für den gemeinsamen Sohn
E._ bezahlt. Das Kind lebe seit Geburt in ihrem Haushalt und be-
finde sich in ihrer Obhut. Die Kinderrente stehe daher nicht dem Beschwer-
deführer, sondern ihrem Sohn E._ zu. Die massgebliche Frage be-
treffend die Direktauszahlung im Fragebogen habe sie fälschlicherweise
mit "Nein" beantwortet, da ihr die Fragen nicht gut übersetzt bzw. erklärt
worden seien. Die Beschwerdegegnerin verweist weiter auf die vom Be-
schwerdeführer unterschriebene Verzichtserklärung vom 21. November
2017 sowie die seit dem 6. Dezember 2016 bei ihr liegende alleinige Sor-
gevollmacht.
6.2
6.2.1 Männer und Frauen, denen eine Invalidenrente zusteht, haben für je-
des Kind, das im Falle ihres Todes eine Waisenrente der Alters- und Hin-
terlassenenversicherung beanspruchen könnte, Anspruch auf eine Kinder-
rente (Art. 35 Abs. 1 IVG).
6.2.2 Gemäss Art. 35 Abs. 4 Satz 1 IVG wird die Kinderrente wie die Rente
ausbezahlt, zu der sie gehört, mithin grundsätzlich an den rentenberech-
tigten Elternteil. Vorbehalten bleiben die Bestimmungen über die zweckge-
mässe Verwendung (Art. 20 ATSG) und abweichende zivilrichterliche An-
ordnungen (Art. 35 Abs. 4 Satz 2 IVG). Der Bundesrat kann die Auszahlung
für Sonderfälle in Abweichung von Art. 20 ATSG regeln, namentlich für Kin-
der aus getrennter oder geschiedener Ehe (Art. 35 Abs. 4 Satz 3 IVG).
6.2.3 Der Bundesrat hat – gestützt auf die erwähnte Delegation – in Art. 82
Abs. 1 IVV festgelegt, dass für die Auszahlung der Renten sowie der Hilf-
losenentschädigung für Volljährige unter anderem Art. 71ter AHVV (SR
831.101) sinngemäss gilt. Dessen Abs. 1 lautet: "Sind die Eltern des Kin-
des nicht oder nicht mehr miteinander verheiratet oder leben sie getrennt,
ist die Kinderrente auf Antrag dem nicht rentenberechtigten Elternteil aus-
zuzahlen, wenn diesem die elterliche Sorge über das Kind zusteht und es
bei ihm wohnt. Abweichende vormundschaftliche oder zivilrichterliche An-
ordnungen bleiben vorbehalten." Dasselbe gilt gemäss Abs. 2 von Art. 71ter
AHVV auch für die Nachzahlung von Kinderrenten (Satz 1). Hat der ren-
tenberechtigte Elternteil seine Unterhaltspflicht gegenüber dem Kind aber
erfüllt, so steht ihm die Nachzahlung im Umfang der monatlich erbrachten
Leistungen zu (Satz 2).
C-1284/2018
Seite 18
6.2.4 Dementsprechend sieht Art. 285a ZGB (in Kraft seit 1.1.2017) – wie
bereits aArt. 285 ZGB (in Kraft bis 31.12.2016) – vor, dass Sozialversiche-
rungsrenten, die dem unterhaltspflichtigen Elternteil zustehen, zusätzlich
zum Unterhaltsbeitrag zu zahlen sind, soweit das Gericht es nicht anders
bestimmt (Abs. 2). Entstehen sie allerdings erst nachträglich, so hat der
unterhaltspflichtige Elternteil diese Beträge an das Kind zu zahlen; der bis-
herige Unterhaltsbeitrag vermindert sich von Gesetzes wegen im Umfang
dieser neuen Leistungen (Abs. 3).
6.2.5 Die erwähnte Direktauszahlung der Kinderrente an das Kind bzw.
den sorgeberechtigten Elternteil (als gesetzlichen Vertreter) nach Art. 71ter
AHVV ist zu unterscheiden von einer Drittauszahlung gemäss Art. 20 ATSG
(vgl. zum Ganzen: MARKUS KRAPF, Die Koordination von Unterhalts- und
Sozialversicherungsleistungen für Kinder, Diss. Freiburg 2004, Rz. 527 ff.).
Während die Direktauszahlung eine sozialversicherungsrechtliche Vollstre-
ckungsmassnahme darstellt (KRAPF, a.a.O., Rz. 527), handelt es sich bei
Art. 20 ATSG um eine Norm, welche einen Fürsorgezweck verfolgt (KRAPF,
a.a.O., Rz. 530) bzw. die Sicherung der sozialversicherungsrechtlichen
Leistung ordnet (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, Art. 20
Rz. 6). Die Bestimmung von Art. 20 ATSG regelt unter dem Titel "Gewähr-
leistung zweckgemässer Verwendung" die Auszahlung von Geldleistungen
an einen Dritten oder eine Behörde, der oder die der berechtigten Person
gegenüber gesetzlich oder sittlich unterstützungspflichtig ist oder diese
dauernd fürsorgerisch betreut. Art. 20 Abs. 2 Satz 1 ATSG statuiert ein Ver-
rechnungsverbot in Bezug auf das Verhältnis zwischen empfangenden
Dritten oder Behörden und der versicherten Person. Ausgenommen vom
Verrechnungsverbot sind gemäss Art. 20 Abs. 2 Satz 2 ATSG Nachzahlun-
gen von Leistungen im Sinne von Art. 22 Abs. 2 ATSG.
6.2.6 Der unter der Überschrift "Sicherung der Leistung" stehende Art. 22
ATSG statuiert in Abs. 1 ein allgemeines Abtretungs- und Verpfändungs-
verbot für den Anspruch auf Leistungen von Sozialversicherungsträgern
und sieht in Abs. 2 als Ausnahme davon die Abtretung von Nachzahlungen
an Arbeitgeber oder die öffentliche oder private Fürsorge, soweit diese Vor-
schusszahlungen leisten (Bst. a), sowie an eine Versicherung, die Vorleis-
tungen erbringt (Bst. b), vor. Aus der Entstehungsgeschichte von Art. 22
Abs. 2 ATSG geht hervor, dass es nach dem Willen des Gesetzgebers ei-
nerseits darum ging, die Drittauszahlungsregelung auf die Nachzahlungen
von Sozialversicherungsleistungen einzuschränken, und andererseits da-
C-1284/2018
Seite 19
rum, eine vollständige gesetzliche Grundlage für Drittauszahlungen der In-
validenversicherung nach Massgabe von Art. 85bis IVV zu schaffen (vgl.
BGE 136 V 286 E. 5.2 m.w.H.).
6.2.7 Gemäss Art. 85bis Abs. 1 IVV, welcher unter der Überschrift "Nach-
zahlungen an bevorschussende Dritte" steht, können Arbeitgeber, Einrich-
tungen der beruflichen Vorsorge, Krankenversicherungen, öffentliche und
private Fürsorgestellen oder Haftpflichtversicherungen mit Sitz in der
Schweiz, welche im Hinblick auf eine Rente der Invalidenversicherung Vor-
schussleistungen erbracht haben, verlangen, dass die Nachzahlung dieser
Rente bis zur Höhe ihrer Vorschussleistungen verrechnet und an sie aus-
bezahlt wird. Vorbehalten bleibt gemäss Art. 85bis Abs. 1 IVV die Verrech-
nung nach Art. 20 AHVG (SR 831.10).
6.3
6.3.1 Der Beschwerdeführer und die Beschwerdegegnerin sind erwiese-
nermassen seit dem 11. Februar 2015 rechtskräftig geschieden (vgl. Sach-
verhalt Bst. A.b). Weiter ist aktenkundig und unbestritten, dass der Be-
schwerdegegnerin das alleinige Sorgerecht über den gemeinsamen Sohn
E._ zusteht (IV-act. 357/10), welcher auch bei ihr wohnt (IV-
act. 357/13).
6.3.2 Streitig und zu klären ist allerdings, ob ein Antrag der Beschwerde-
gegnerin auf Aus- und Nachzahlung der Kinderrenten für E._ an
sich vorliegt. Die Beschwerdegegnerin liess der Vorinstanz – auf entspre-
chende Anfrage hin (IV-act. 348) – bereits mit Eingabe ihrer Rechtsvertre-
terin vom 13. November 2017 (Eingang: 15. November 2017) fristgemäss
mitteilen, dass sie die Aus- und Nachzahlung der besagten Kinderrente für
E._ an sich beantrage, wobei hinsichtlich der Nachzahlung auf all-
fällige Ansprüche des Jobcenters F._ hingewiesen wurde (IV-
act. 352). Gemäss aktenkundiger Telefonnotiz vom 24. November 2017
richtete der Beschwerdeführer der Vorinstanz gleichentags telefonisch aus,
dass er mit der Auszahlung der Kinderrente an die Beschwerdegegnerin
einverstanden sei (IV-act. 354). In der Folge informierte die Vorinstanz den
Beschwerdeführer mit Schreiben vom 27. November 2017, dass die Kin-
derrente direkt dem anderen Elternteil ausbezahlt werde, da die erwähnten
Bedingungen erfüllt seien. Gleichzeitig machte sie den Beschwerdeführer
aber darauf aufmerksam, dass der rentenberechtigte Elternteil die Nach-
zahlung der Kinderrente im Umfang der tatsächlich erbrachten Unterhalts-
leistungen beanspruchen könne, und gewährte ihm die Möglichkeit, innert
C-1284/2018
Seite 20
gesetzter Frist allfällige Einwände und Bemerkungen, unter Beifügung der
Beweismittel, schriftlich mitzuteilen (IV-act. 355). Daraufhin gingen bei der
Vorinstanz am 28. November 2017 diverse Dokumente ein: Zum einen
wurde der am 20. November 2017 ausgefüllte und von der Beschwerde-
gegnerin unterschriebene (vorinstanzliche) Fragebogen betreffend Kinder,
deren Eltern getrennt, geschieden oder nicht miteinander verheiratet sind
(Formular für den nicht rentenberechtigten Elternteil), eingereicht (IV-act.
357/1-3). In diesem Fragebogen wurde die Frage, ob die Direktzahlung der
IV-Kinderrente an sich gewünscht werde, mit "nein" angekreuzt (IV-
act. 357/2). Zum anderen ging bei der Vorinstanz mit der gleichen Sendung
eine Verzichtserklärung ein, welche die Unterschrift des Beschwerdefüh-
rers vom 21. November 2017 und diejenige der Beschwerdegegnerin vom
20. November 2017 trägt (IV-357/4). In diesem Dokument erklärt der Be-
schwerdeführer, dass er auf die Kinderrente für seinen Sohn E._
sowie jegliche Ansprüche und Forderungen gegenüber der Vorinstanz ver-
zichtet. Beide Parteien beantragen in der Verzichtserklärung die Überwei-
sung der gesamten Kinderrente auf das Konto der Beschwerdegegnerin.
Im gleichzeitig eingereichten Formular "Antrag auf Auszahlung der AHV/IV-
Leistungen auf ein persönliches Bank- oder Postkonto", welches der Be-
schwerdeführer ebenfalls am 21. November 2017 unterzeichnet hatte,
wurde als Zahlungsadresse für die Kinderrente das in der Verzichtserklä-
rung aufgeführte Konto der Beschwerdeführerin eingetragen (IV-act. 356).
Aus den dargelegten Umständen ist zu schliessen, dass die Beschwerde-
gegnerin die Aus- und Nachzahlung der Kinderrente für E._ an sich
beantragt. Es ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszuge-
hen, dass im besagten Fragebogen die Frage nach der Direktauszahlung
der Kinderrente an die Beschwerdegegnerin versehentlich mit "nein" ange-
kreuzt wurde. Andernfalls würden die gleichzeitig eingereichten Unterlagen
(Verzichtserklärung, Antragsformular betreffend Auszahlung), wonach die
Kinderrente unmissverständlich an die Beschwerdegegnerin aus- und
nachzuzahlen ist, keinen Sinn ergeben. Die im Beschwerdeverfahren zu
diesem Versehen gemachten Erklärungen der Beschwerdegegnerin sind
glaubwürdig, zumal der Fragebogen auch flüchtig ausgefüllt erscheint. Der
vom Beschwerdeführer am 8. Januar 2018 schriftlich vorgenommene Wi-
derruf seiner Verzichtserklärung (IV-act. 364) ändert am Gesagten im Üb-
rigen nichts. Für die direkte Auszahlung der Kinderrente an den nicht ren-
tenberechtigten Elternteil ist das Einverständnis des rentenberechtigten El-
ternteils nicht erforderlich.
C-1284/2018
Seite 21
6.3.3 Gemäss den obigen Ausführungen waren die Voraussetzungen für
die direkte Auszahlung der ab Februar 2018 laufenden Kinderrente
(Fr. 666.- pro Monat) an die Beschwerdegegnerin im Verfügungszeitpunkt
somit erfüllt. Abweichende zivilrechtliche Anordnungen sind keine ersicht-
lich. Laut aktenkundigem Beschluss des Amtsgerichts G._ (D) vom
19. Januar 2018 (IV-act. 370/1-2) hat der Beschwerdeführer ab Februar
2018 an E._ zu Handen der Beschwerdegegnerin einen monatli-
chen Kindesunterhalt in Höhe von 100 % des Mindestunterhalts der Düs-
seldorfer Tabelle nach der jeweiligen Altersstufe ohne Abzug eines Kinder-
geldanteils zu zahlen (derzeit 348 Euro). Von dem Bezug bzw. der Auszah-
lung der schweizerischen IV-Kinderrente für E._ ist in diesem Be-
schluss nicht die Rede. Die Zusprechung dieser Kinderrente erfolgte denn
auch erst mit den angefochtenen Verfügungen vom 29. Januar 2018, mit-
hin zu einem späteren Zeitpunkt. Hinzu kommt, dass die beschlossene Un-
terhaltsleistung ohnehin weniger beträgt als die nachträglich zugespro-
chene IV-Kinderrente (vgl. dazu KRAPF, a.a.O., Rz. 548). Dass der besagte
deutsche Beschluss gemäss deutschem Recht gefällt wurde, ist ohne Be-
lang und ändert nichts. Auch der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin
inzwischen wieder verheiratet ist, hat hinsichtlich der verfügten Direktaus-
zahlung keine Bedeutung. Die Beschwerdegegnerin ist verpflichtet, die an
sie überwiesene IV-Kinderrente – entsprechend dem gesetzlichen Zweck
– ausschliesslich für den Unterhalt und die Erziehung von E._ zu
verwenden (vgl. BGE 103 V 131 E. 3). Aus dem Gesagten folgt, dass die
laufende Kinderrente ab Februar 2018 – gemäss dem hier anwendbaren
schweizerischen Recht (vgl. E. 6.2.3, 6.2.4) – direkt an die Beschwerde-
gegnerin auszuzahlen ist. Ob seit Februar 2018 Unterhaltsleistungen er-
bracht wurden, ist hier nicht zu klären, zumal sich die gerichtliche Überprü-
fung des Sachverhalts auf den Zeitraum bis zum Verfügungserlass (29. Ja-
nuar 2018) beschränkt (vgl. E. 3.2). Die angefochtene zweite Verfügung
vom 29. Januar 2018 ist daher nicht zu beanstanden.
6.3.4 Was die Nachzahlungen der Kinderrente für die Zeit von Februar
2013 bis Januar 2018 (insgesamt Fr. 39'891.-) betrifft, sind die Vorausset-
zungen für eine direkte Überweisung an die Beschwerdegegnerin ebenfalls
erfüllt. Der Beschwerdeführer hat – trotz entsprechender vorinstanzlicher
Aufforderung – im Verwaltungsverfahren innert Frist weder Einwände er-
hoben noch Unterlagen eingereicht, welche auf von ihm im besagten Zeit-
raum erbrachte Unterhaltsleistungen hätten schliessen lassen. Massge-
bend sind in diesem Zusammenhang übrigens die vom pflichtigen Elternteil
tatsächlich geleisteten Unterhaltsbeiträge (vgl. die Erläuterungen des BSV
zu den Änderungen der AHVV auf den 1. Januar 2002, in: AHI-Praxis
C-1284/2018
Seite 22
1/2002 S. 16; vgl. auch KRAPF, a.a.O., Rz. 551 ff.). Entsprechende sub-
stantiierte Ausführungen oder Beweismittel fehlen auch im Beschwerde-
verfahren. Im Übrigen wird nicht geltend gemacht oder belegt, dass der
Beschwerdeführer – gemäss dem erwähnten Beschluss des Amtsgerichts
G._ vom 19. Januar 2018 – den für seinen Sohn E._ rück-
ständigen Kindesunterhalt für die Zeit von November 2017 bis Januar 2018
in der Höhe von 1'024 Euro aufgrund gesetzlichen Anspruchsübergangs
an die Unterhaltsvorschusskasse der Stadt G._ (450 Euro) bzw. an
das Jobcenter F._ (574 Euro) geleistet hätte. Dass der Beschwer-
deführer teilweise Unterhaltsleistungen für E._ erbracht haben soll,
was seitens der Beschwerdegegnerin bestritten wird (vgl. bereits IV-
act. 352), erscheint daher als pauschale Schutzbehauptung. Vielmehr
ergibt sich bereits aus dem aktenkundigen Schreiben des Jobcenters
F._ vom 13. November 2017, dass seitens dieser Anstalt des öf-
fentlichen Rechts für E._ seit Geburt Leistungen gewährt werden,
da sich der Beschwerdeführer seit der Geburt des Kindes der bestehenden
Unterhaltsverpflichtung entzieht (IV-act. 353). Eine Verletzung des Unter-
suchungsgrundsatzes durch die Vorinstanz ist unter diesen Umständen
nicht zu erkennen.
6.3.5 Nicht zu beanstanden ist auch der Umstand, dass die Vorinstanz laut
den angefochtenen Verfügungen den nachzuzahlenden Rentenbetrag (für
die Zeit von Februar 2013 bis Januar 2018) von gesamthaft Fr. 39'891.- bis
zum Abschluss des Meldeverfahrens mit dem Jobcenter F._ auf ei-
nem Wartekonto einbehielt. Die Abtretungs- und Verrechnungsmöglichkeit
von Nachleistungen der IV bis zur Höhe von erbrachten (Vorschuss-)Leis-
tungen der Fürsorgestellen ist gesetzlich vorgesehen (vgl. E. 6.2.5 ff.) und
der Einbehalt von IV-Nachzahlungen auf einem Wartekonto bis zum Ab-
schluss des entsprechenden Meldeverfahrens entspricht der zulässigen
Praxis (vgl. statt vieler: Urteil des BVGer C-1166/2011, C-1136/2011, C-
1167/2011 vom 14. Juli 2011). Es handelt sich bei der Sicherstellung eines
Nachzahlungsbetrages (auf dem Wartekonto) bis zum abschliessenden
Entscheid über allfällige Drittansprüche um eine vorsorgliche Massnahme
(vgl. Urteil des BVGer C-8671/2010, C-1570/2011 vom 29. August 2013 E.
2.6.4). Dass die Vorinstanz vorliegend in einem ersten Schritt die umstrit-
tene Direktauszahlung der aus- und nachzuzahlenden Kinderrente an die
Beschwerdegegnerin grundsätzlich bejahte und die Verfügung über eine
allfällige Drittauszahlung der nachzuzahlenden Kinderrente an bevor-
schussende Fürsorgestellen als zweiten Schritt aufschob, ist nicht zu kriti-
sieren, da diese beiden Schritte – wie aufgezeigt (E. 6.2.5 ff.) – zu unter-
scheiden sind und die verfügte Direktauszahlung der nachzuzahlenden
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Kinderrente an die Beschwerdegegnerin mit dem Vorbehalt von Drittan-
sprüchen infolge der Alimentenbevorschussung für E._ verbunden
war (vgl. BVGer-act. 5, 16; siehe auch Urteil des EVG I 831/04 vom 9. Feb-
ruar 2006 E. 4.1). Gemäss den angefochtenen Verfügungen sind der Be-
schwerdegegnerin daher nur die nach der Prüfung der erwähnten Drittan-
sprüche verbleibenden Nachzahlungen der Kinderrente zu überweisen. Ob
und in welchem Umfang diese Drittansprüche zu berücksichtigen sind, wird
im hängigen Verfahren C-139/2021 zu klären sein. Eine Verletzung der vor-
instanzlichen Untersuchungspflicht ist somit auch in diesem Punkt zu ver-
neinen.
6.4 Nach dem Gesagten erweist sich die vorliegende Beschwerde als un-
begründet, weshalb sie abzuweisen ist.
7.
Es bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteientschädigung
zu befinden.
7.1 Das Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht ist bei
Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen
kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis i.V.m. Art. 69 Abs. 2 IVG). Rechtspre-
chungsgemäss betreffen Streitigkeiten über die Auszahlung von Renten
aber nicht die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen
(BGE 129 V 362 E. 2). Demzufolge sind im vorliegenden Verfahren keine
Verfahrenskosten zu erheben.
7.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden
Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr er-
wachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen
(Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]). Die Parteientschädigung umfasst die Kosten der
Vertretung sowie allfällige weitere Auslagen der Partei (Art. 8 Abs. 1
VGKE). Unnötiger Aufwand wird nicht entschädigt (Art. 8 Abs. 2 VGKE).
Das Gericht setzt die Entschädigung für die amtlich bestellten Anwälte und
Anwältinnen aufgrund der Kostennote fest (Art. 14 Abs. 2 Satz 1 VGKE).
Die Art. 8-11 VGKE sind sinngemäss anwendbar (Art. 12 VGKE).
Die obsiegende Beschwerdegegnerin wurde im vorliegenden Verfahren –
soweit ersichtlich – weder anwaltlich noch nichtanwaltlich berufsmässig
vertreten. Sie hat daher keinen Anspruch auf Parteientschädigung, zumal
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sie auch keine entsprechenden Vertretungskosten geltend macht (vgl.
BVGer-act. 29). Die obsiegende Vorinstanz hat ebenfalls keinen Anspruch
auf Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE). Der Rechtsvertreter des un-
terliegenden Beschwerdeführers hat indessen Anspruch auf ein amtliches
Honorar. In seiner (aktualisierten) Honorarnote vom 16. September 2020
(BVGer-act. 39) macht er für die Bemühungen im Zeitraum vom 30. Januar
2018 bis 17. September 2020 einen Betrag von insgesamt Fr. 4'769.90 gel-
tend, welcher sich zusammensetzt aus einem Honorar von Fr. 4'290.- (19.5
Stunden à Fr. 220.-), Spesen von Fr. 126.60 sowie einer Mehrwertsteuer
von Fr. 353.30. Vor dem Hintergrund, dass nur der notwendige Aufwand zu
entschädigen ist (vgl. Urteil des BGer 8C_426/2018 vom 10. August 2018
E. 5.3), erscheint der geltend gemachte Zeitaufwand von insgesamt 19.5
Stunden unter Berücksichtigung des gebotenen und aktenkundigen Auf-
wands, der Bedeutung der Streitsache und ihrer Schwierigkeit als zu hoch,
weshalb die Honorarnote zu kürzen ist. Mit Blick auf ähnlich gelagerte Fälle
und die im Sozialversicherungsrecht herrschende Untersuchungsmaxime
(vgl. dazu Urteil des EVG I 786/05 vom 12. September 2006 E. 4.1) ist der
geltend gemachte Zeitaufwand im Zusammenhang mit der Erarbeitung der
Beschwerde (5 Std.), Replik (4 Std.) und Stellungnahme (zur Eingabe der
Beschwerdegegnerin; 4.5 Std.) von total 13.5 Stunden auf 10 Stunden zu
reduzieren. Die Rechtsschriften enthalten teilweise Wiederholungen (vgl.
BVGer-act. 1, 13) und namentlich die erwähnte Stellungnahme ist etwas
weitschweifig (BVGer-act. 36). Zu beachten ist weiter, dass der Rechtsver-
treter den Beschwerdeführer bereits im Verwaltungsverfahren vertreten
hatte, weshalb der Einarbeitungsaufwand weitgehend entfiel und insbe-
sondere die für die Abfassung der Beschwerde aufgewendete Zeit entspre-
chend tiefer ausfiel (vgl. z.B. Urteil des EVG I 322/04 vom 22. September
2004 E. 5.1). Der Umfang des Anspruchs auf unentgeltliche Rechtsverbei-
ständung bezieht sich sodann nur auf die Vertretung innerhalb des laufen-
den Verfahrens, wobei der Zeitpunkt der Gesuchseinreichung für die Be-
messung des Umfangs entscheidend ist (KAYSER/ALTMANN, in: Kommentar
zum VwVG, a.a.O., Art. 65 Rz. 50 m.H.). Der vor Einreichung der vorlie-
genden Beschwerde bzw. des Antrags um Gewährung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung geltend gemachte Aufwand von 60 Minuten für den
Zeitraum vom 30. Januar 2018 bis 28. Februar 2018 kann daher nicht be-
rücksichtigt werden. Insgesamt ist damit ein Aufwand von 15 Stunden zum
geltend gemachten Stundenansatz von Fr. 220.- zu entschädigen, was ein
Honorar von Fr. 3'300.- ergibt. Die geltend gemachten Auslagen von
Fr. 124.40 für den Zeitraum ab Beschwerde- bzw. Gesuchseinreichung
sind ausgewiesen und nach Art. 9 Abs. 1 Bst. b VGKE zu ersetzen. Bei der
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unentgeltlichen Rechtsverbeiständung ist auch bei Wohnsitz des (unterlie-
genden) Beschwerdeführers im Ausland ein Mehrwertsteuerzuschlag ge-
mäss Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE in der Höhe von 7.7 % zu gewähren (BGE
141 III 560 E. 2 und 3; vgl. auch Urteil des BVGer C-6407/2019 vom 30. Ja-
nuar 2020). Dem Rechtsvertreter ist somit zu Lasten der Gerichtskasse
eine Entschädigung von Fr. 3'688.10 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer-
zuschlag) zuzusprechen.
7.3 Der Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege garantiert keine defini-
tive Übernahme der Kosten durch den Staat (BGE 122 I 322 E. 2c). Ge-
langt der Beschwerdeführer später zu hinreichenden Mitteln, so ist er ver-
pflichtet, dem Bundesverwaltungsgericht Honorar und Kosten seines amt-
lich bestellten Rechtsvertreters zu vergüten (vgl. Art. 65 Abs. 4 VwVG).