Decision ID: 1faa66d9-cdba-5925-9dac-d4cf5cb12714
Year: 2010
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Der Beschwerdeführer - ein srilankischer Staatsangehöriger tamili - scher Ethnie aus B._ - stellte am 17. Juni 2009 bei der schweizerischen Vertretung in Colombo ein schriftliches Asylgesuch, das er - auf entsprechende Zusatzfragen der Schweizer Botschaft in Colombo vom 10. Juli und 9. September 2009 hin - mit Eingaben vom 12. August, 1. Oktober und 19. Oktober 2009 ergänzte. Am 2. Dezember 2009 befragte ihn eine Mitarbeiterin der Botschaft zu seinen Asylgründen.
Der Beschwerdeführer machte in seinen schriftlichen Eingaben sowie anlässlich seiner Befragung im Wesentlichen geltend, er sei im Juli 2008 von Angehörigen der LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) zwangsrekrutiert worden. Er habe keine Kampfausbildung erhalten. Seine Hauptaufgabe habe darin bestanden, den Sohn von C._, dem Verantwortlichen des D._ der LTTE, jeweils mit dem Fahrrad zur Schule zu bringen und ihn dort wieder abzuholen. Für seine diesbezüglichen Dienste habe er reichhaltige Mahlzeiten  und sei auch sonst sehr gut behandelt worden. C._ Sohn, E._, sei damals 15 Jahre, er selbst 16 Jahre alt gewesen. Er habe damals den Kampfnamen F._ und die Nummer (...), einen Silber-Grabstein und eine LTTE-Identitätskarte . Etwa eineinhalb Monate später, nachdem B._ unter Beschuss der srilankischen Armee gekommen sei, sei er mit dem Fahrrad zu seinen Eltern nach G._ geflüchtet. Im Januar des Jahres 2009 seien seine Eltern bei einem Bombenangriff ums Leben gekommen, während er selbst leicht verletzt worden sei. Im selben Monat sei er zunächst ins Flüchtlingslager H._ (I._)  und im September 2009 ins Flüchtlingslager J._ (ebenfalls I._) transferiert worden. In beiden Flüchtlingslagern sei er registriert und von Angehörigen der srilankischen Armee verhört worden. Im Weiteren hätten Leute der Eelam People’s Democratic Party (EPDP) im Lager H._ versucht, ihn für ihre Partei , was er jedoch abgelehnt habe. Schliesslich sei es ihm , Mitte Oktober 2009 bei einem Freund seines Vaters in K._ Unterschlupf zu finden, wo er seither lebe.
Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer im Verlaufe des erstinstanzlichen Verfahrens nebst Kopien seines
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Reisepasses, seiner Identitätskarte und seines  namentlich die Kopie eines Bestätigungsschreibens des Grama Officers L._ vom 24. September 2009 ein, worin letzterer bestätigt, dass der Beschwerdeführer Insasse des Flüchtlingslagers H._ gewesen sei, ein.
B. Mit via Schweizer Botschaft am 8. März 2010 an den  versandter und ihm am 15. März 2010 zugegangener Verfügung vom 23. Februar 2010 verweigerte das BFM dem Beschwerdeführer die Einreise in die Schweiz und lehnte dessen Asylgesuch ab.
C. Mit am 7. April 2010 bei der Schweizer Botschaft in Colombo  und von dieser am 12. April 2010 an das  weitergeleiteter deutschsprachiger Eingabe vom 3. April 2010 (Poststempel) beantragte der Beschwerdeführer , die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, sein Asylgesuch gutzuheissen und ihm die Einreise in die Schweiz zu bewilligen. Ergänzend hielt er fest, das BFM habe seinen Aussagen anlässlich seiner Botschaftsanhörung nicht hinlänglich Rechnung getragen. Darüber hinaus sei zwischenzeitlich ziemlich viel passiert: So habe ihn beispielsweise der in K._ wohnhafte Freund seines Vaters des Hauses verwiesen, nachdem er erfahren habe, dass er - der  - für die LTTE gearbeitet habe. Darüber hinaus drohe ihm auch Gefahr seitens der srilankischen Armee, falls diese , dass er früher für die LTTE tätig gewesen sei. Schliesslich leide er ständig an Hunger, da er keine Arbeit habe und vollkommen auf sich selbst gestellt sei.
D. Mit Eingabe vom 9. Juli 2010 wies der Beschwerdeführer nochmals auf die am 4. April (recte: 3. April) 2010 von ihm an die schweizerische Botschaft in Colombo versandte Beschwerde gegen die Verfügung des BFM vom 23. Februar 2010 hin und ersuchte erneut um  und Bewilligung der Einreise in die Schweiz.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden. Dazu gehören Verfügungen des BFM auf dem Gebiet des Asyls; das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. c Ziff. 1 und Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz , ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  Änderung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde . Auf die die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG).
2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3. Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die  eines Schriftenwechsels verzichtet.
4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person , wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie  wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen  ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei-
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heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft  oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft , wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender  für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere , die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder  auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
5. 5.1 Das BFM kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet  kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das Bundesamt Asylsuchenden die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein  Land auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD)  Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu , die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe.
5.2 Bei diesem Entscheid gelten restriktive Voraussetzungen für die Erteilung einer Einreisebewilligung, wobei den Behörden ein weiter  zukommt (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 21 E. 2b S. 137). Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die  der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die  zu anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive  zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. EMARK 2004 Nr. 21 E. 2b S. 137, EMARK 2004 Nr. 20 E. 3b S. 130 f., EMARK 1997 Nr. 15 E. 2f S. 131 f.).
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6. 6.1 Der Beschwerdeführer begründete sein Asylgesuch im  damit, er fürchte um sein Leben, falls Angehörige der srilankischen Armee in Erfahrung bringen sollten, dass er früher für die LTTE gearbeitet habe.
Wie das BFM in seiner Verfügung vom 23. Februar 2010 indessen  erwogen hat, ist nicht davon auszugehen, dass dieser  seiner früheren Tätigkeit für die LTTE künftig staatlichen  ausgesetzt sein könnte, verfügt er doch auf - grund seiner wenig exponierten Tätigkeit für die LTTE sowie seines jungen Alters a priori nicht über ein erhöhtes Gefährdungsprofil. Diese Einschätzung wird im Ergebnis auch durch die Aussagen des  bekräftigt, wonach er durch die srilankische Armee während seiner Aufenthalte in den beiden Flüchtlingslagern H._ und J._ zwar jeweils verhört, anschliessend aber wieder entlassen worden ist. Letzteres wäre mit Bestimmtheit nicht der Fall gewesen, falls die srilankischen Behörden ein wie auch immer geartetes Verfolgungsinteresse an dessen Person gehabt hätten. Weitere Behelligungen seitens der srilankischen Armee beziehungsweise der heimatlichen Behörden hat der Beschwerdeführer nicht geltend gemacht. Im Weiteren tritt aus heutiger Sicht der Umstand dazu, dass mit dem militärischen Sieg der srilankischen Regierung über die LTTE im Mai 2009 die Menschenrechtslage in Sri Lanka zwar noch nicht als generell  geworden einzustufen ist, die Anzahl von Gewaltereignissen wie Entführungen und „Killings” indessen trotz regionalen  erheblich zurückgegangen ist. Vor diesem Hintergrund  sich die Befürchtung des Beschwerdeführers, wegen seiner früheren Tätigkeit für die LTTE staatlicherseits noch  gewärtigen zu müssen, als nicht hinreichend .
6.2 Soweit der Beschwerdeführer behauptet, der Freund seines Vaters habe ihn zwischenzeitlich aus dem Hause gewiesen, weshalb
er ohne Unterkunft und regelmässige Verköstigung vollkommen auf
sich alleine gestellt sei, spricht er einen Sachverhalt an, welcher im
Rahmen eines ordentlichen Asylverfahrens in der Schweiz grundsätz-
lich nur unter dem Gesichtspunkt der Zumutbarkeit des Weg-
weisungsvollzugs zu prüfen wäre (vgl. EMARK 2003 Nr. 24 E. 5e S.
159). Die schweizerische Gesetzgebung sieht indessen gerade nicht
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vor, dass Asylsuchenden, die ihr Gesuch im Ausland stellen, un-
abhängig von einer Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG - und damit
der Aussicht auf Asylgewährung in der Schweiz - die Einreise schon
deshalb zu bewilligen ist, weil sie im Heimat- oder Herkunftsstaat
wegen Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt oder einer medizi-
nischen oder wirtschaftlichen Notlage konkret gefährdet sind. Ganz
abgesehen hiervon deutet die Tatsache, dass der Beschwerdeführer,
welcher laut seinen Aussagen anlässlich der Botschaftsanhörung vom
2. Dezember 2009 seit Mitte Oktober 2009 bei einem Freund seines
verstorbenen Vaters in (...) M._, K._ lebe (a.a.O. S. 2,
Ziff. 1.1), sowohl im Briefkopf seiner Beschwerdeschrift als auch
seiner Eingabe vom 9. Juli 2010 weiterhin die vorerwähnte Adresse
anführt, letztlich darauf hin, dass er im jetzigen Zeitpunkt entgegen
seinen vorerwähnten Behauptungen nach wie vor über eine Wohn-
möglichkeit bei besagtem Freund seines Vaters verfügt und damit
keiner eigentlichen Notlage ausgesetzt ist.
6.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass es dem  nicht gelungen ist, eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft zu machen. Es erübrigt sich daher, auf weitere Vorbringen in der Beschwerde einzugehen, da diese keine neuen  enthalten, welche geeignet wären, die Einschätzung des BFM entscheidend zu relativieren. Das BFM hat demnach dem  zu Recht die Einreise in die Schweiz verweigert  dessen Asylgesuch abgelehnt.
6.4 Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.
7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten  dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwaltungsökonomischen Gründen und in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG und Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem  (VGKE, SR 173.320.2) ist allerdings auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.
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