Decision ID: abe53dcb-7b13-421f-8dfc-5320181fccd5
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1970, arbeitete ab Juli 1990 vollzeitlich
in einer Kondito
rei
.
Nachdem er im Dezember 1990 eine Kon
tusion der linken Schulter
erlitten hatte
, zog er sich
im Mai 1992 bei einem Sturz eine
SLAP-Läsion
der linken Schulter zu,
und im Juli 1993 wurde die linke Schulter operiert. Ab dem
6. Dezember 1993 wurde dem Versicherten
wieder eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert, und im April 1994 wurde die Behandlung in der
Z._
Klinik abgeschlos
sen. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva)
erbrachte die
gesetzlichen Leistungen
in Form von
Heilungskosten und Taggelder
n
; die damals zuständig gewesene
Ausglei
chskasse des Kantons Graubünden hatte demgegenüber
mit Verfügung vom 7. Dezember 1993
invalidenversicherungs
rechtliche
Ansprüche mangels Vorliegens der versicherungsmässigen Voraus
s
etzungen verneint.
Am 1. Januar
1996 tr
at
X._
bei der
A._
eine Vollzeitstelle an (vgl. die Angaben der
A._
vom 27. Januar 1999 im Fra
gebogen für den Arbeitgeber zuhanden der In
validenversicherung,
Urk.
7/3
).
Am 9. Oktober 1997 rutschte er bei der Arbeit aus und verdrehte dabei den lin
ken Arm, und am 9. April 1998 fiel er bei einem Sturz am Arbeitsplatz auf den linken Arm. Beide Male traten wieder
Schmerzen i
n der linken Schulter auf, welche die
Z._
Klinik auf eine Instabilitätssymptomatik mit Abriss des
anterioren
Labrums
zurückführte. Am 1. Juli 1998 erfolgte in der
Z._
Klinik eine operative Schulterstabilisierung. Nach einer kreisärztlichen Untersu
chung vom Mai 1999
(
Urk.
7/89/23-25)
sprach die Suva dem Versicherten mit Verfügung vom 15. Juli 1999, welche unangefochten blie
b
, ab dem 1. Juli 1999 eine Invalidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 10
%
und eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 12,5
%
zu (vgl. zum Ganzen die Sachverhaltsdarstellungen im Urteil des Prozesses Nr. IV.2005.01037 in Sachen
X._
gegen Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich [SVA], IV-Stelle,
vom 31. Januar 2006,
Urk.
7/89
/1-15
, und im Urteil des Prozesses Nr. UV.2004.00215 in Sachen
X._
gegen Suva vom 31. Januar 2006,
Urk.
7/90)
1.2
Am 9. November 19
98 hatte sich
X._
auch bei
der Invalidenversiche
rung
wieder
angemeldet (
Urk.
7/2). Die diesmal zustän
dige IV
Stelle des Kan
tons Zürich teilte dem Versicherten nach der Durchführung von medizinischen und beruflichen Abk
lärungen mit Vorbescheid vom 1.
September 1999 mit, dass sie seinen Anspruch auf berufliche Massnahmen und auf eine Invalidenrente zu verneinen gedenke (
Urk.
7/12).
Sodann sprach
X._
a
m 6. September 1999 wegen Zunahme der Beschwerden in der linken Schulter bei der
Suva
vor, und
nach verschiedenen medizinischen Abklärungen wurde
am 9. Juni 2000
in der
Z._
Klinik
eine
weitere
Schulteroperation
durchgeführt. Die Suva bezahlte wiederum die Heilungskosten sowie Taggelder und eröffnete dem Versicherten anschliessend mit Verfügung vom 14. November 2000, dass ihm unter Einstellung der
Tag
geldzahlungen
per Ende November 2000 weiterhin die 10%ige Invalidenrente gewährt werde (
Urk.
7/15; vgl. die Sachverhaltsdarstellung im Urteil des Pro
zesses Nr. IV.2005.01037 vom 31. Januar 2006,
Urk.
7/89
/1-15
).
Die
A._
hatte das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten per Ende Septem
ber 1999 gekündigt (
vgl.
Urk.
7/8/4 und die Telefonnotiz der IV-Stelle vom 20. August 1999,
Urk.
7/11).
1.3
1.3.1
X._
, vertreten durch
lic
.
iur
.
B._
, Praxis für Sozial
-
versi
cherungsrecht
,
liess zum einen Einwendungen zum Vorbescheid der IV-Stelle vom 1. September 1999 und zum andern Einsprache gegen die Verfü
gung
der Suva
vom 14. November 2000 erheben.
1.3.2
D
ie IV-Stelle
nahm
Rücksprache mit
Dr.
med. C._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, der den Versicherten seit Oktober 2001 behan
delte
(Telefonnotiz vom 8. Okto
ber 2001,
Urk.
7/25)
,
und holte
bei ihm d
en
Bericht vom 3. November 2001 ein (
Urk.
7/29/5-6
)
. Mit Ve
rfügung vom 8.
Januar 2002
verneinte die IV-Stelle
den Anspruch des Versicherten auf berufliche Massnahmen der Invalidenversicherung
, da
solche
gesund
heitlich bedingt nicht durchführbar seien (
Urk.
7/27).
In der Folge gab die SVA, IV-Stelle, bei der
MEDAS D._
eine multidisziplinäre Begutachtung des Versicherten in Auftrag. Die
MEDAS D._
ers
tattete das Gut
achten am 16.
Februar 2004 (Gesamtgutachten des fallverantwortlichen Arztes
Dr.
med.
E._
mit dem rheumatologischen Fachgut
achten von Dr.
med.
F._
, dem psychiatrische
n
Fach
gutachten von
Dr.
med. G._
, Spe
zialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und dem ortho
pädischen
Teilgut
achten
von
Dr.
med. H._
,
Urk.
7/45).
1.3.3
Mit Verfügung vom 28. April 2004
verneinte die IV-Stelle
daraufhin den An
spruch des Versicherten auf berufliche Massnahme
n ein weiteres Mal (Urk.
7/51), und
mit Verfügung vom 3. Dezember 2004
verneinte sie
auch des
sen Anspruch auf ei
ne Invalidenrente (
Urk.
7/67)
.
Die gegen die
Rentenverfü
gung
erhobene Einsprache wies die IV-Stelle mit
Entscheid vom 18.
J
uli 2005 ab (
Urk.
7/80)
.
Mit Entscheid vom 7. Mai 2004
hatte die
Suva die Einsprache des Versicherten gegen die Verfügung vom 14. Nov
ember 2000 ebenfalls abgewiesen
(Urk.
7/54/2-8
).
1.4
X._
liess sowohl gegen den
Einspracheentscheid
der Suva
vom 7. Mai 2004 als auch gegen den
Einspracheentscheid
der IV-Stelle vom 18. Juli 2005 Beschwerde erheben.
Mit Urteil vom 31. Januar 2006 änderte das Sozialversicherungsgericht den
Ein
spracheentscheid
der Suva vom 7. Mai 2004 dahingehend, dass es dem Ver
sicherten ab
dem 1. Dezember 2000 eine Rente
auf der Basis eines
Invaliditäts
grades
von 20
%
zusprach (
Urk.
7/90; Prozess Nr. UV.2004.00215).
Mit einem weiteren Urteil vom 31. Januar 2006 hob das
Sozialversicherungs
gericht
den
Einspracheentscheid
der IV-Stelle vom 18. Juli 2005 auf und wies die Sache an die IV-Stelle zurück, damit
diese ein psychiatrisches Gutachten einhole. Ausserdem hielt das Gericht die IV-Stelle dazu an, sich bei der
Z._
Klinik nach dem Ergebnis der Abklärungen zu einer
spondylogenen
Problematik zu informieren und danach zu entscheiden, ob neben der psychiat
rischen Begutachtung noch weitere Abklärungen in somatischer Hinsicht durch
zuführen seien (
Urk.
7/89
/1-15; Prozess Nr.
IV.2005.01037).
Beide Urteile blieben unangefochten.
1.5
Die IV-Stelle nahm
in der Folge
Kenntnis von einem Bericht der
I._
vom 25. April 2006 über einen Aufenthalt des Versicherten zur
muskuloskelettalen
Rehabilitation von Ende
März bis Mitte April 2006 (Urk.
7/104/1-9) und
liess
das
poly
disziplinäre Gutachten des
J._
vom 1
2.
Juli 2007
erstellen
(internistische und
all
gemeinmedizinische
Fallführung von
Dr.
med. A.-C.
Guex
, psychiatrisches
Teil
gutachten
von
Dr.
med. A.
V._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychothe
rapie,
und orthopädisches Teilgutach
ten von
Dr.
med. D.
Hötsch
, Spezialarzt für orthopädische Chirurgie
,
Urk.
7/105
; Ergänzung von
Dr.
Guex
vom 14. August 2007,
Urk.
7/106).
Nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(Vorbescheid und Feststellungsblatt v
om 14. November 2007,
Urk.
7/110
und
Urk.
7/107; Stellung
nahmen des Versicherten vom 17.
Dezember 2007 und vom 21. Januar 2008,
Urk.
7/115 und
Urk.
7/117; Ergänzungen von
Dr.
V._
vom 11. April 2008 zum Gutachten d
es
J._
, Urk.
7/118) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 4. Juli 2008 für die Zeit ab dem 1. Mai 2007 eine
Viertels
rente
auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 42
%
zu (
Urk.
7/1
20,
Urk.
7/130
,
Urk.
7/133 und Urk.
7/134
; Feststellungsblat
t vom 5. Mai 2008,
Urk.
7/119).
Der Versicherte akzeptierte diese Verfügung.
1.6
Im Herbst 2009 leitete die IV-Stelle ein Rentenrevisionsverfahren in die Wege
und holte
die Angaben des Ve
rsicherten
vom 30. September 2009 (Urk.
7/142) sowie die Berichte des Hausarztes
Dr.
med. K._
vom 28. April 2010 und des behandelnden Psychiaters
Dr.
C._
vom 26. April 2010 ein (Urk.
7/147/1-4 und
Urk.
7/148). Am 23. Juni 2010 teilte
sie
dem Versicherten mit, dass er weiterhin Anspruch auf die bisherige Rente aufgrund eines
Invali
ditätsgrades
von 42
%
habe (
Urk.
7/151).
1.7
Per 1. November 2011 schloss
X._
einen Arbeitsvertrag im Sinne eines Praktikums mit der
L._
ab
und liess der IV-Stelle den Vertrag zukommen (
Urk.
7/153). Die IV-Stelle leitete danach
im Frühjahr 2013 erneut ein Rentenrevisionsverfahren ein und beschaffte die Anga
ben des Versicherten
vom 15. Mai 2013 (
Urk.
7/157) sowie die Angaben von
Dr.
K._
vom 18. Mai 2013 (
Urk.
7/156) und von
Dr.
C._
vom 27. Mai 2013 (
Urk.
7/155). Anschliessend führte sie mit dem Versicherten ein Informationsgespräch (vgl.
Urk.
7/160/10) und teilte ihm daraufhin mit Vorbescheid vom 1
2.
Juni 2013 mit, dass sie seine Rente aufzuheben gedenke, da die Diagnosen, die zur
Ren
tenzusprechung
geführt hätten, zu den ätiologisch-
pathogenetisch
unklaren
syndromalen
Zustandbildern
ohne nachweisbare organische Grundlagen gehörten
, die
rechtsprechungsgemäss
in der Regel keine rentenrelevante Beein
trächtigung in der Arbeitsfähigkeit zur Folge hätten (
Urk.
7/162
;
Feststellungs
blatt
in
Urk.
7/160
). Der Versicherte, vertreten durch
die
AXA-ARAG Rechts
schutz AG
, liess mit den Eingaben vom 21. Juni und vom 17. Juli 2013 Ein
wendungen erheben und beantragen, ihm sei weiterhin mindestens eine
Vier
telsrente
auszurichten (
Urk.
7/1
63 und Urk.
7/166).
Aufgrund der Einwendungen gab die IV-Stelle bei der
MEDAS M._
ein weiteres polydisziplinäres Gutachten in Auftrag (Gutachten von Prof.
Dr.
N._
, Spezialarzt für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie, Ch
e
farzt,
Dr.
med. O._
, Spezialärztin für Orthopädie und Traumatologie, Hauptgutachterin,
Dr.
med. P._
, Spezialarzt für Allgemeine Innere Medizin, Teilgutachter, und
Dr.
med. Q._
, Spezialarzt für Psychiat
rie und Psychotherapie, Teilgutachter,
Urk.
7/175; Untersuchungen vom Februar 2014, Versand im April 2014).
Mit Schreiben vom 29. April 2014 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie seinen künftigen Anspruch auf eine Inva
lidenrente nicht, wie im Vorbescheid
vom 1
2.
Juni 2013
beabsichtigt, nach den Grundsätzen für Beschwerdebilder ohne or
ganische Grundlagen prüfen
, sondern das ordentliche Revisionsverfahr
en anwenden werde (Urk.
7/176).
Mit
einem neuen Vorbescheid vom
13. Juni 2014
stellte die IV-Stelle wiederum die
Einstellung der Rente
in Aussicht
,
diesmal
mit der Begründung, dass sich
der Gesundheitszustand des Versicherten seit der letzten Verfügung vom 4. Juli 2008 verändert habe
und der Invaliditätsgrad nur noch 21
%
betrage
(Urk.
7/179
; Feststellungsblatt in
Urk.
7/178
).
Der Versicherte liess mit den Ein
gaben vom 14. August und vom 9. September 2014 wieder Einwendungen vor
bringen (
Urk.
7/183 und
Urk.
7/188) u
nd berief sich auf ein Zwischenzeugnis der
R._
vom 15. August 2014 (
Urk.
7/187/1) und auf ein
Zeugnis
von
Dr.
C._
vom 3. September
2014 (
Urk.
7/187/2)
.
Die IV-Stelle holte
daraufhin
bei der
MEDAS M._
die Ergänzungen vom 26. November 2014 ei
n (
Urk.
7/189 und
Urk.
7/192/2-3
). Nachdem der Versicherte hierzu mit Ein
gabe vom 30. Dezember 2014 hatte Stellung nehmen lassen (
Urk.
7/197),
ent
schied die IV
Stelle mit Verfügung vom 1
2.
Februar 2015 im Sinne ihres Vor
bescheids und hob die Rente auf Ende des der Zustellung folgenden Monats auf (
Urk.
2 =
Urk.
7/199).
Nachträglich gelangte ein Bericht des Kantonsspitals
S._
vom 29. Dezember 2014
zu den Akten der IV-Stelle (vgl.
Urk.
7/203/1
)
, gemäss dem der Versicherte am Vortag auf die linke Schulter und die linke Hüfte gestürzt war (
Urk.
7/200/1-2), und ein Zeugnis von
Dr.
K._
vom 16. Februar 2015 mit dem Attest einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit seit dem 9. Januar 2015 (
Urk.
7/200/3). Die IV-Stelle holte dazu die Stellungnahme des RAD-Ar
ztes
pract
. med. T._
v
om 7. März 2015 ein (
Urk.
7/203/2).
2.
Gegen
die Verfügung vom 1
2.
Februar 2015 liess
X._
durch die AXA-ARAG Rechtsschutz AG,
lic
.
iur
.
Y._
, mit Eingabe vom 24. Februar 2015 Beschwerde erheben (
Urk.
1) und beantragen, die Verfügung sei aufzuhe
ben und ihm seien die gesetzlichen Leistungen zu gewähren, eventualiter sei die Sache zur vollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und zur anschliessenden Neuverfügung an die IV-Stelle zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 14. April 2015 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Versicherten am
15. April 2015 mitgeteilt wurde (
Urk.
8).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2004, am 1. Januar 2008 und am 1. Januar 2012 sind die im Zuge der Revisionen 4, 5 und 6a geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG), der Verordnung über die Invalidenversi
cherung (IVV) und des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher
Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zugrunde zu legen sind, die gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung ist am 1
2.
Februar 2015 erlassen worden. Da ein Sach
verhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestim
mun
gen der 4.
und der 5.
IV-Revision
sowie
der IV-Revision 6a begonnen hat - zur Diskussion steht die Aufhebung einer
ab Mai 2007 zugesprochene
n
Rente, bei deren ursprünglicher Zusprechung
Unfälle der Jahre 1992, 1997 u
nd 1998 eine Rolle gespielt hab
en
- und die Verfügung eine Dauerleistung betrifft, ist entsprechend der dar
gelegten intertemporalrechtlichen Regelung für die Zeit bis Ende 2003 auf die damals gültig gewesenen Bestimmungen und für die Zeiten ab dem 1. Januar 2004, ab dem 1. Januar 2008 und ab dem 1. Januar 2012 auf die jeweils neuen Normen der Revisionen 4, 5 und 6a abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision:
BGE 130 V 445
; Urteil des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006, E. 1).
Soweit je
doch diese Revisionen keine substanziellen Änderungen gegenüber der frühe
ren Rechtslage gebracht haben, ist die zur altrechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung weiterhin massgebend (Urteil des Bundes
gerichts 8C_76/2009 vom 19. Mai 2009, E. 2).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbsunfä
higkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglie
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG (ab dem 1. Januar 2008: Abs. 2) haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine
Drei
viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie
mindestens zu 50 % oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind.
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird nach Art. 16 ATSG das Erwerbs
einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbsein
kom
men
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
2.3
2.3.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt rechtsprechungsgemäss jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditäts
grad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Eine Invalidenrente ist demgemäss nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern
auch
dann
revi
dierbar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe
nen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (vgl. BG
E 130 V 343
E. 3.5
). Unerheblich unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten ist dagegen nach der Rechtsprechung die unterschiedliche Beurteilung eines im
W
esent
-
lichen
unver
ändert gebliebenen Sachverhaltes (BGE 112 V 387 E. 1b mit Hinweisen).
Als zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob sich der
Invali
di
täts
grad
im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG erheblich geändert hat, gilt die letzte rechtskräftige Verfü
gung - bei einer Bestätigung der bisherigen Rente auch die Mitteilung nach Art. 74
ter
lit
. f IVV und Art. 51 ATSG - welche auf einer materiellen
Anspruchs
prüfung
mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklä
rung
, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (Urteile des Bundesgerichts 9C_52/2016 vom 23. März 2016 E. 3.1, 9C_213/2015 vom 5. November 2015 E. 4.3.2 und 8C_162/2015 vom 30. September 2015 E. 2.1, je mit Hinweis auf BGE 133 V 108).
2.3.2
Ist eine Veränderung eines der revisionsrechtlich relevanten Parameter erstellt, so besteht nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung keine Bindung mehr an das Mass der übrigen, unverändert gebliebenen Parameter, die dem vorange
gangenen rechtskräftigen Entscheid
zugrundegelegt
worden sind. Vielmehr ist
der Rentenanspruch
diesfalls
in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht frei und umfassend zu prüfen (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3, 117 V 198 E. 4b, je mit Hinwei
sen)
.
2.3.3
Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist gestützt auf Art. 88a Abs. 1 IVV die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird, und sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. N
ach
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. a IVV
erfolgt die
Herabsetzung oder Aufhebung frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an.
2.
4
Im Rahmen der 6. IV-Revision, deren erstes
Massnahmepaket
(Revision 6a vom 18. März 2011) am 1. Januar 2012 in Kraft getreten ist, wurde in der
Schluss
bestimmung
a
IVG
die Überprüfung der Renten geregelt, die im Sinne der vom Bundesgericht entwickelten Rechtsprechung bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden. Nach Abs. 1 dieser Schlussbestimmung sind solche Renten innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten der
Gesetzesände
rung
zu überprüfen, und wenn die Voraussetzungen nach Art. 7 ATSG nicht erfüllt sind, ist die Rente auch dann herabzusetz
en oder aufzuheben, wenn die Vo
raussetzungen von Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht gegeben sind (Abs.
1).
2.5
Der Grundsatz, wonach eine Sachverhaltsänderung nachgewiesen sein muss, damit eine formell rechtskräftig zugesprochene Rente erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben werden kann, gilt
ferner
dann nicht, wenn die Voraussetzungen für eine prozessuale Revision oder für eine Wiedererwägung erfüllt sind.
Nach Art. 53 Abs. 1 ATSG müssen formell rechtskräftige Verfügungen und
Ein
spracheentscheide
in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen ent
deckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht möglich war (sogenannte prozessuale Revision im Gegensatz zur Revision aufgrund verän
derter Verhältnisse). Ferner bestimmt Art. 53 Abs. 2 ATSG,
dass
der Versiche
rungsträger auf formell rechtskräftige Verfügungen und
Einspracheentscheide
zurückkommen kann, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (sogenannte Wiedererwägung).
Was das Invalidenversicherungsrecht im Besonderen betrifft, so kann das Ge
richt dort, wo es bei der Überprüfung einer Revisionsverfügung feststellt, dass zwar die Voraussetzungen für eine Revision zu verneinen sind, dass hingegen die Wiedererwägungsvoraussetzungen gegeben sind, die rentenherabsetzende
oder -aufhebende Verfügung mit dieser substituierten Begründung schützen (vgl. BGE 125 V 368 E. 2 mit Hinweisen).
3.
3.1
Stritt
ig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die bisherige
Viertelsrente
des Beschwerdeführers mit der angefochtenen Verfügung
vom 1
2.
Februar 2015 richtigerweise
aufgehoben hat.
3.2
Zu
Recht kam die
Beschwerdegegnerin
in ihr
em Schreiben vom 2
9.
April 2014 (
Urk.
7/176) auf ihre Auffassung
im ersten Vorbescheid vom 1
2.
Juni 2013
zurück, die ursprüngliche, mit der Verfügung vom
4.
Juli 2008
(
Urk.
7/133)
zugesprochene
Viertelsrente
falle in den Anwendungsbereich der
Schlussbe
stimmung
a
Abs.
1 IVG und könne somit überprüft und herabgesetzt werden, ohne dass eine Sachverhaltsänderung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG erfor
derlich sei (
Urk.
7/162).
Denn die Gutachter des
J._
, auf deren Beurteilung die Rentenzusprechung vom
4.
Juli 2008 basiert, stellten im Juli 2007
mit der Diagnose einer Schmerzverarbeitungsstörung (
Code F
54
der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen der Weltgesundheitsorganisation, ICD-10
) zwar ein Krankheitsbild fest, das zu den Beschwerdebildern im Sinne der Schlussbestimmung a
Abs.
1 IVG gehört. Sie führten diese Störung jedoch unter den Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auf (
Urk.
7/105/
14+
23), und sie war dementsprechend für die Rentenzusprechung nicht massgebend. Massgebend waren vielmehr
die Störungen unter den Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, nämlich aus orthopädischer Sicht die chronischen Schulterschmerzen bei Status nach den Schulteroperationen in den J
ahren 1993, 1998 und 2000 (Urk.
7/105/19+23) und aus psychiatrischer Sicht die leichte depressive Episode (ICD-10 Code F32.0;
Urk.
7/105/14+23).
Die Zulässigkeit der Rentenaufhebung hängt
somit
davon ab, dass eine Ände
rung im Sachverhalt eingetreten ist oder sich die ursprüngliche
Rentenzuspre
chung
als zweifellos unrichtig erweist. Da die
ordentliche
Rentenrevision auf
grund einer Sachverhaltsänderung
vorrangig ist gegenüber der
substituierte
n
Begründung der zweifellosen Unrichtigke
it der ursprünglichen Verfügung
,
ist zunächst die Frage nach einer rentenrelevante
n
Veränderung zu prüfen.
3.3
3.3.1
Vorab
stellt sich die Frage nach der
dafür massgebende
n
Vergleichsbasis
.
Die Beschwerdegegnerin
zog zum Vergleich den Sachverhalt
z
ur Zeit der
rentenzu
sprechenden
Verfügung vom
4.
Juli 2008 heran (vgl.
Urk.
2 S. 2). Als weiterer möglicher Vergleichszeitpunkt
fällt
nach der dargelegten Rechtsprechung
(E. 2.3.1) auch die Mittei
lun
g vom 2
3.
Juni 2010 in Betracht
, mit der die
Beschwer
degegnerin
den Anspruch des Beschwerdeführers auf die bisherige Rente bestä
tigte (
Urk.
7/151).
3.3.2
Das Bundesgericht hat verschiedentlich näher ausgeführt, dass unter einer
rechts
konformen
Sachverhaltsabklärung im Sinne des Grundsatzurteils in BGE 133 V 108
zur Vergleichsbasis
eine Abklärung zu verstehen sei, die - wenn sie inhaltlich zu einem anderen Ergebnis führte - geeignet sei, eine
Rentenerhö
hung
, -
herab
setzung
oder -aufhebung zu begründen (Urteile des Bundesgericht
s
9C_52/2016 vom 23. März 2016 E. 3.1 und 9C_213/2015 vom 5. November 20
15 E. 4.3.2, je mit Hinweisen).
Dabei hat es in diesen beiden Entscheiden
Abklärun
gen, die lediglich in der Einholung von Verlaufsberichten bei den behandelnden Ärzten bestanden, als zu oberflächlich für eine rechtskonforme, eine taugliche Vergleichsbasis schaffende Sachverhaltserhebung beurteilt (Urteile des Bundesgericht 9C_52/2016 vom 23. März 2016 E. 3.2 und 9C_213/2015 vom 5. November 2015 E. 4.
3.3).
Vorliegendenfalls
bestanden die
medizinische
n
Abklärung
en
ebenfalls nur in der Einholung
von Verlaufs
-
berichten
des Hausarztes
Dr.
K._
vom 2
8.
April 2010 und des behand
elnden Psychiaters Dr.
C._
vom 2
6.
April 2010 (Urk.
7/147/1-4 und
Urk.
7/148). Allerdings l
ag die Rentenzusprechung vom 4.
Juli 2008
zur Zeit der Revision
noch nicht sehr lange zurück und hatte auf einer e
ingehenden Begutachtung basiert. Es lässt sich daher nicht mit Eindeutigkeit sagen, die Rentenbestä
tigung vom 23
.
Juni 2010 beruhe nicht auf
rechtsgenüglichen
Abklärungen im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung.
Die Frage braucht jedoch nicht abschliessend beantwortet werden.
Denn im Jahr 2011 hat sich der Sachverhalt sowohl im Vergleich zur Zeit der
Rentenzu
sprechung
im Jahr 2008 als auch im Vergleich zur Zeit der Rentenbestätigung im Jahr 2010 dadurch verändert, dass der Beschwerdeführer im November 2011 bei der
L._
eine Arbeit aufgenommen hat.
Zwar
war
diese Stelle
im
Arbeitsvertrag vom
1.
November 2011
als P
raktikum
bezeichnet
, und der Monatslohn für das vereinbarte Arbeitspensum von 80
%
betrug lediglich
Fr.
400.-- (
Urk.
7/153).
Ungeachtet der Benennung als Praktikum
muss
jedoch
mit dem Vertrag vom 1.
November 2011 e
ine längerfristi
ge Arbeits
beziehung eingegangen worden sein
. Denn bei der
R._
, die dem Beschwerde
führer am 1
5.
August 2014 ein Zwischenzeugnis ausstellte
(
Urk.
7/187/1)
, han
delt
es sich um eine Nachfolgegesellschaft der
L._
; sie wurde am 1
8.
April 2012 mit demselben Gesellschaftszweck (Verkauf von EDV, von Elektronikzubehör und von Waren aller Art), demselben Sta
mmkapital von
Fr.
20‘000.--,
demselben alleinigen Gesellschafter
und Geschäftsführer
U._
und
schliesslich
derselben Geschäftsadresse im Handelsregister einge
tragen, nachdem am
9.
Februar 2012
der Konkurs über die
L._
eröffnet worden war (vgl. die Internet-Handelsregisterauszüge vom 2
3.
Juni 2016,
Urk.
9/1 und
Urk.
9/2).
U._
unterzeichnete denn auch s
owohl den Arbeitsvertrag
mit der
L._
vom 1. November 2011
als auch das Zwischenzeugnis
der
R._
vom 1
5.
August 2014, und weder im Arbeitsvertrag noch im Zwischenzeugnis
ist
eine Befristung des Einsatzes festgelegt, sondern
U._
führte im Zwischenzeugnis vielmehr aus, der Beschwerdeführer
werde in seinem Unternehmen in verschiedenen Bereichen mit leichter Arbeit eingesetzt und
könne (weiterhin
) zu
einem
P
ensum von 2-3 Stunden pro Tag beziehungsweise
ca. 20
%
leichte Arbeit verrichten, sofern seine Gesundheit es zulasse
(
Urk.
7/187/1)
.
Ein zusätzliches Indiz für die Dauer
haftigkeit der Arbeitsbeziehung mit dem Beschwerdeführer ist schliesslich,
dass die Geschäftsadresse der
R._
am
6.
April 2016 an dessen
Wohn
-
adresse
verlegt worden ist
(
Urk.
9/1).
Damit stellt die Arbeitsaufnahme des Beschwerdeführers am
1.
November 2011 eine Sachverhaltsänderung dar, die potentiell rentenrelevant sein kann. Dies gilt unabhängig davon, ob und in welcher Höhe der Beschwerdeführer mit dieser Arbeit ein Einkommen erzielte, also ungeachtet dessen, dass
im Arbeitsvertrag nur ein Praktikumslohn vereinbart war und
im Zwischenzeugnis
vom 15.
August 2014
von unentgeltlicher Arbeit die Rede
war. Denn vom tatsäch
lichen Einkommen kann nur dort unmittelbar auf die rentenerhebliche Erwerbsfähigkeit geschlossen werden, wo dieses der Arbeitsleistung angemessen ist und wo mit der entsprechenden Arbeitsleistung die verbleibende Arbeitsfä
higkeit voll ausgeschöpft wird (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_90/2011 vom 8. August 2011 E. 5.2 mit Hinweis auf BGE 135 V 297 E. 5.2
).
Vorliegendenfalls
lassen indessen der Arbeitsvertrag und das Zwischenzeugnis die Gründe nicht erkennen, weshalb der Beschwerdeführer für seine Arbeit ab dem
1.
November 2011 nur einen sehr bescheidenen oder gar keinen Lohn erhielt, und insbeson
dere wird weder im einen noch im anderen Dokument dargetan, dies hänge
ausschliesslich
mit dem Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers zusammen.
Somit
deutet
schon
die Tatsache der Arbeitsaufnahme
als solche
a
uf eine gewisse Stabilisierung des Gesundheitszustands seit der Begutachtung durch das
J._
vom Juli 2007 hin, wo der Beschwerdeführer
gegenüber dem ps
ychiat
rischen Teilgutachter Dr.
V._
noch
erklärt hatte, er könne wegen seiner Schmerzen nicht arbeiten (
Urk.
7/105/13),
und auch
seit der Rentenbestätigung vom 2
3.
Juni 2010, in deren Vorfeld
Dr.
C._
im Verlaufsbericht vom 2
6.
April 2010
weiterhin
von der Unfähigkeit des Beschwerdeführers zur Arbeitsaufnahme gesprochen hatte (
Urk.
7/148/4).
3.3.3
Ist nach dem Gesagten mit der Arbeitsaufnahme am
1.
November 2011 eine Sachverhaltsänderung eingetreten, die sich auf die Rentenhöhe auswirken kann,
so ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers im Nachfolgenden
frei und
umfassend (vgl. vorstehend E.
2.3.2) zu prüfen. Damit wird
die Frage nach der zweifellosen U
nrichtigkeit der
rentenzuspechenden
Verfügung vom
4.
Juli 2008
im Sinne der Wiedererwägungsv
oraussetzungen obsolet, und auf die Überle
gungen der Beschwerdegegnerin hierzu (vgl.
Urk.
7/178/5-6) muss nicht
einge
gangen werden.
3.4
3.4.1
In medizinischer Hinsicht basiert die angefochtene Rentenaufhebungsverfügung auf dem Gutachten der
MEDAS M._
vom April 2014.
3.4.2
3.4.2.1
Gegenüber der Orthopädin
Dr.
O._
gab
der Beschwerde
führer neben Schmerzen in der linken Schulter
Verspannungen im Bereich des Kopfes und des Nackens sowie
Schmerzen
in der Lendenwirbelsäule und
in den beiden Hüftgelen
ken
an
(
Urk.
7/175/14-15)
. Die klinische Untersuchung ergab eine eingeschränkte Beweglichkeit des Schultergelenks links, eine normale Lor
dose der Halswirbelsäule mit Druckschmerz okzipital beidseits und
endgradigem
Schmerz bei der Rotation nach rechts,
eine normale Lendenlordose mit weicher paravertebraler Muskulatur, aber mit einer Druckschmerzhaftigkeit über dem Dornfortsatz des Lendenwirbelkörper
s
L
5,
mit
einem Klopfsc
h
merz im
lum
bosakralen
Übergang und
mit
Schmerzangabe
n
beim Aufrichten
,
und schliess
lich eine Einschränkung bei der Innenrotation der beiden Hüftgelenke mit
end
gradiger
Schmerzangabe (Urk.
7/175/16-17). Des Weiteren liess die
MEDAS M._
am 2
7.
Februar 2014 je eine
Magnetresonanz
aufnahme
der Hals- und der Lendenwirbelsäule erstellen.
Die Halswirbelsäule wies
eine mittelgra
dige Kompression der Nervenwurzel C6 und C7 beidseits bei
mittelgradiger bis hochgradiger
diskogen-
spondylogener
Foramenstenose
der Halswirbelkörper
C
5-7
auf (
Urk.
7/175/40); in der Lendenwirbelsäule zeigten sich zirkuläre
Dis
kusprotrusionen
auf der Höhe der Lendenwirbelkörper
L
2/3 und
L
4/5 ohne
Ner
venwurzelkompression
und mässige, entzündlich aktivierte lumbale
Spon
dylarthrosen
mit Betonung
im Bereich der
Lendenwirbelkörper
L
4/5 und des Lendenwirbel
-
/Sakralwirbel
körpers
L
5/S
1
(
Urk.
7/175/39).
In der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung aufgrund der organischen Befunde hielten die
Gutacher
fest, wegen der chronischen Schultererkrankung bestehe eine ein
geschränkte Belastbarkeit für Tätigkeiten, die mit ständigem Einsatz des linken Armes über Kopf und über der Horizontalen verbunden seien, wegen der fort
geschrittenen
Spondylarthrosen
mit aktivierter
Fazettengelenksreizung
sei die Belastbarkeit der Lendenwirbelsäule für schwereres Heben und Tragen von Las
ten über 10 kg und Tätigkeiten mit regelhafter Seitneigung, Rotationsbewegun
gen und Zwangshaltungen eingeschränkt und wegen der Hüftbeschwerden sollten Tätigkeiten vermieden werden, die
ausschliesslich Stehen und Gehen sowie regelhaftes Treppensteigen und Besteigen von Leitern erforderten. Die Tätigkeit als Hilfsarbeiter in einer Bäckerei sei für den Beschwerdeführer aus medizinischen Gründen nicht mehr leistbar, und in einer adaptierten Tätigkeit sei aufgrund der Schultererkrankung eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 20
%
gegeben, die mit einer anzunehmenden Verlangsamung und einem vermehrten Pausenbedarf zu begründen sei. Ferner seien die hinzugekommenen Gesundheitsstörungen von Seiten der Lendenwirbelsäule und der Hüftgelenke qualit
ativ
mitzuberücksichtigen
(Urk.
7/175/35).
3.4.2.2
Wie dem Beschwerdeführer in der Stellungnahme vom
9.
September 2014 zu Recht auffiel,
sind im Gutachtenstext im Kapitel „Fachspezifische
Zusatzunter
suchungen
“ lediglich die Ergebnisse der Magnetresonanzuntersuchung der
Len
denwirbelsäule
vom 2
7.
Februar 2014
wiedergegeben,
währenddem
die
Mag
netresonanzuntersuchung
der Halswirbelsäule ni
cht e
rwähnt ist (
Urk.
7/175/18),
die gesamtgutachterliche
Diskussion
sämtlicher Befunde bezieht
ebenfalls
nur das MRI der Lendenwirbelsäule mit ein
(
Urk.
7/175/33-34), und in der
Arbeits
fähigkeitbeurteilung
ist wiederum nur von den Einschränkungen durch die Befunde in der Lendenwirbelsäule die Rede (
Urk.
7/175/35).
Wenn die Orthopädin auf die Nachfrage der Beschwerdegegnerin hin
(Urk.
7/189)
in der ergänzenden Stellungnahme vom
2
6.
November 2014 fest
hielt, der Bericht über das MRI der Halswirbelsäule habe ihr zur Zeit der Begut
achtung nicht vorgelegen (
Urk.
7/192/3), so kann dies
entsprechend der zutref
fenden Bemerkung
in der Beschwerdeschrift (
Urk.
1 S. 4)
deshalb nicht zutref
fen, weil
dieses MRI wie auch das MRI der Lendenwirbelsäule im Rahmen der Begutachtung veranlasst wurde und beide Be
richte an den Chefgutachter Dr.
N._
adressiert
wurden
(
Urk.
7/175/39+40).
Auch waren die MRI-Befunde vom Februar 2014
in einem gewissen Gegensatz zu den ergänzenden Ausführungen der Orthopädin (
Urk.
7/192/2)
ausgepräg
t
er als diejenigen der Voruntersuchung des Jahres 2005, denn damals hatten gemäss einem Bericht der
Z._
Klinik vom 1
5.
Mai 2006 neuroko
m
primierende Veränderungen ausgeschlossen werden können (
Urk.
7/95/5),
währenddem
die Untersuchung des Jahres 2014 eine mittelgradige Kompression der
Nervenwurzel C6 und C7 beidseits
ergab (
Urk.
7/175/40).
Hingegen ist der Hinweis
der Gutachter
in der Ergänzung
einleuchtend, dass
sich die
radiologisch
dokumentierten
aktuellen
Veränderungen
im Rahmen
der
Begutachtung nicht in einem klinischen Befund erheblichen Ausmasses nieder
geschlagen hätten
und die Funktion der Hals
-
wirbelsäule nur
endgradig
in der Rotation eingeschränkt
gewesen sei
(Urk.
7/192/2).
3.4.2.3
Daher kann grundsätzlich auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung aus orthopä
discher Sicht im Gutachten der
MEDAS M._
abgestellt werden, unge
achtet dessen, dass der
Radiologiebefund
der Halswirbelsäule versehentlich nicht berücksichtigt worden ist. Immerhin ist jedoch diesem Befund insoweit Rechnung zu tragen, als die Gut
a
chter in der Ergänzung vom 2
6.
November 2014
zusätzlich Tätigkeiten mit ständig
reklinierenden
oder rotierenden bezie
hungsweise Seitenbewegungen der Halswirbelsäule als nicht dauerhaft leistbar bezeichneten (
Urk.
7/192/2). Sie formulierten diese Einschränkungen zwar nur für
den Fall klinisch nachgewiesener
Radikulopathien
, welche sie verneinten.
Immerhin hatte der Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung aber über Hyposensibilitätsstörungen geklagt, welche die Gutachter damals
in einen
Zusammenhang mit Muskelspannungsstörungen gebracht und einer
myofas
zialen
Zervikobrachialgie
zugeordnet hatten
(
Urk.
7/175/33)
,
in der Ergänzung vom 26.
November 2014
jedoch
als eines der möglichen klinisch relevanten Symptome von Bandscheibenveränderungen
nannten
(
Urk.
7/192/2)
.
Im Übrigen
ist
mangels gegenteiliger Anhaltspunkte
im Sinne der Annahme von
pract
. med.
T._
vom
7.
März 2015 (
Urk.
7/203/2) davon auszugehen, dass der Sturz vom 28.
Dezember 2014 die vorbestandenen Einschränkungen in der Funktion der linken Schulter nicht signifikant verstärkt hat.
Auch in dieser Hinsicht ist daher die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung im Gutachten der
MEDAS M._
massgebend.
3.4.3
Ausserhalb der dargelegten, von der Orthopädin erhobenen Befunde sind keine weiteren
organischen Befunde
dokumentiert
, welche die Arbeitsfähigkeit beein
trächtigen
. Die allgemeinmedizinisch-internistische
Untersuchung ergab gew
isse Auffälligkeiten im Blutbild
mit
Dyslipoproteinämie
und Hyperurikämie (
Urk.
7/175/27), Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurden daraus jedoch nicht abgeleitet (
Urk.
7/175/28).
3.4.4
Bei der psychiatrischen Teilbegutachtung schliesslich
beobachtete
Dr.
Q._
eine gewisse Einengung im Denken auf die körperlichen Beschwerden, beschrieb den Beschwerdeführer aber als gut davon ablenkbar und konnte keine Störung des Gedächtnisses, des Konzentrationsvermögens oder der Aufmerksamkeit wahrnehmen. Auch inhaltliche Denkstörungen, Wahnstörungen, Sinnes
täuschungen und Ich-Störungen waren nicht
eruierbar
, und der Beschwerde
führer erschien dem Psychiater
als vital und gut modulationsfähig (
Urk.
7/175/20). Akt
uell
erachtete
Dr.
Q._
die Kriterien der Diagnose einer depressiven Störung im Sinne der ICD-Klassifikation als nicht erfüllt und hielt fest, Verstimmungen, Zukunftsunsicherheit, Nervosität und Schlafstörungen bildeten keine eigenständige psychiatrische Diagnose, sondern seien unspezi
fische Symptome, die ebenso gut auf die psychosozialen Belastungsfaktor
en zurückgeführt werden könnten. Dementsprechend bezeichnete
Dr.
Q._
den psychopathologischen Zustand des Beschwerdeführers als kompensiert und konnte dem Beschwerdeführer mangels psychiatrischer Diagnose keine Arbeits
unfähigkeit aus der Sicht seines Fachgebiet
es attestieren (
Urk.
7/175/22+23
). Gleichzeitig zweifelte er die früher im Gutachten des
J._
festgehaltene Diag
nose einer leichten depressiven Episode nach ICD-10 Code F32.0 (
Urk.
7/105/
1
4
+
23) nicht an, ging jedoch von einer Remission jenes
Zustands
bildes
aus, zu der die psychotherapeutische Behandlung durch
Dr.
C._
beigetragen habe (
Urk.
7/175/23).
Dr.
C._
selbst hatte den psychischen Gesundheitszustand des Beschwer
deführers im Bericht vom 2
6.
April 2010 allerdings als im Wesentlichen unver
ändert seit der Behandlungsaufnahme im Jahr 2001 bezeichnet (
Urk.
7/148/2-3), und im Bericht vom 2
7.
Mai 2013 hatte er weiterhin von einem chronischen Zustandsbild ohne Steigerung der Arbeitsfähigkeit gesprochen (
Urk.
7/155/2).
I
m Zeugnis vom
3.
September
2
014 nahm er dann Bezug auf die
Tätigkeit
des Beschwerdeführers seit November 2011
, hielt aber fest, die Arbeitsleistung habe nie auf mehr als 20
%
gesteigert werden können und höhere stunde
n
mässige Belastungen würden mit anschliessenden tagelangen Arbeitsausfällen quittiert (
Urk.
7/187/2). Die angegebene Frequenz der psychotherapeutischen Sitzungen in Abständen von vier bis sechs Wochen spricht allerdings gegen ein psychi
sches Leiden
von erheblichem Ausmass.
Dr.
C._
Diagnose des
chroni
fizierten
Bildes einer endogenen Depression
(
Urk.
7/187/2)
folgt denn auch nicht den Kriterien des ICD-10, und es kann aus ihr nichts zum Schweregrad abgeleitet werden. Unter diesen Umständen ist
davon auszugehen, dass
Dr.
C._
mit seinen Ausführungen
zur psych
ischen Belastbarkeit des Beschwerdeführers im Geschäft weitgehend die subjektive Schilderung
seines Patienten
wieder
gab, die für sich allein indessen nicht massgebend ist. Hinzu kommt, dass schon
in der Vergangenheit ausser
Dr.
C._
kein anderer Psychiater eine Diagnose mit vergleichbar erheblichen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt
hatte; vielmehr hatte
neben dem psychiatrischen
Gut
achter
des
J._
im Jahr 2007 auch der psychiatrische
Gutachter der
MEDAS D._
im Jahr 2004 nur eine leichte
depressive Episode angenommen (
Urk.
7/45/31)
. Was sodann die Diagnose einer
anankastis
chen
Persönlichkeits
störung
(ICD
-10 F60.5) betrifft, die
Dr.
C._
im Zeugnis vom
3.
September 2014 zusätzlich aufführte,
ohne Symptome dazu zu nennen
(
Urk.
7/187
/2)
,
so hatte der Psychiater der
MEDAS M._
gemäss der Stel
lungnahme vom 2
6.
November 2014 keine Hinweise auf eine
Persönlichkeits
störung
gefunden (
Urk.
7/192/3), und
ebenso wenig finden sich in den
Vorgut
achten
der
Jahre
2004 und 2007 entsprechende Hinweise.
Auch
die psychoti
schen Anteile oder eine beginnende dementielle Entwicklung, wie sie
Dr.
C._
in einem Bericht des Jahres 2
005 postuliert hatte (vgl. Urk.
7/105/16),
konnte
Dr.
Q._
nicht verifizieren (Urk.
7/175/21) und stimmte in dieser Hinsicht ebenfalls überein mit dem Psychiater des
J._
(
Urk.
7/105/16).
Damit bestehen zu wenig weitere Indizien, anhand derer sich die Beurteilung von
Dr.
C._
erhärten liesse
,
wogegen
die Beurteilung von
Dr.
Q._
im Gutachten der
MEDAS M._
angesichts der
vergleichbaren Einschätzung
der vorbegutachtenden Psychiater und der Arbeitsaufnahme im Jahr 2011
, die auf eine psychische Stabilisierung hindeutet,
plausibel ist.
Auf diese Beurteilung kann daher abgestellt werden.
3.4.5
Für die Invaliditätsbemessung massgebend ist somit vollumfänglich das
Belastbar
keitsprofil
, wie es im Gutachten der
MEDAS M._
formuliert ist, nämlich
in qualitativer Hinsicht
leichte bis mittelschwere Arbeiten ohne schweres Heben und Tragen von Lasten über 10 kg
, ohne Tätigkeiten mit regel
hafter Seitneigung und Zwangshaltungen, ohne ständigen Armeinsatz links und Arbeiten mit dem linken Arm über Schulterniveau, ohne das Erfordernis aus
schliesslichen Stehens oder Gehens, ohne regelmässiges Treppengehen oder Besteigen von Leitern (
Urk.
7/175/36) und schliesslich - gemäss den Ergänzun
gen vom 2
6.
November 2014 - ohne ständige
reklinierende
oder rotierende Bewegungen oder ständige Seitenbewegungen der Halswirbelsäule (
Urk.
7/192/
2). Quantitativ ist sodann die attestierte Leistungseinbusse von 20
%
wegen einer gewissen Verlangsamung und eines vermehrten Pausenbedarfs (
Urk.
7/175/35) zu berücksichtigen.
3.5
3.5.1
Zu
prüfen
bleibt, welche Erwerbseinbusse aus der
Umstellung auf eine Tätigkeit
des beschriebenen Zumutbarkeitsprofils resultiert.
3.5.2
Bei der Ermittlung des
hypothetischen
Valideneinkommens
ist
rechtsprechungs
gemäss
in der
Regel am zuletzt erzielten
Lohn anzuknüpfen; das Bundesgericht geht von der Erfahrung aus,
dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesundheits
scha
den
fortgesetzt worden wäre, und verlangt, dass eine
Ausnahme
davon mit dem Beweisgrad der
überwiegender W
ahrscheinlichkeit nachgewiesen ist.
Ferner müssen nach der Rechtsprechung dort, wo ausnahmsweise nicht ein konkretes Einkommen massgebend ist, sondern auf Erfahrungs- oder Durchschnittswerte abgestellt wird, die
persönlichen und beruflichen Faktoren
mitberücksichtigt werden, die für die
Entlöhnung
im Einzelfall relevant sind
(Urteil des Bu
ndes
gerichts 9C_422/2015 vom 7.
Dezember 2015 E. 3.1 mit Hinweisen)
.
Der Beschwerdeführer hatte
gemäss seinem Lebenslauf (
Urk.
7/8/1)
i
m Herkunfts
land eine höhere Schule abgeschlossen und
hat
sich ausserdem in der Schweiz selbe
r Computerkenntnisse angeeignet
. In der Schweiz hatte er jedoch vor dem Unfall des Jahres 1992
zunächst in einer Bäckerei und anschliessend - als Anlageführer -
in einer K
onditorei gearbeitet
, und
nach der Genesung
hatt
e
er n
ach längerer Arbeitslosigkeit
Anfang 1996 bei der
A._
erneut eine Tätigkeit
als Anlageführer
in der Backwarenproduktion angenommen.
Auch wenn er diese Tätigkeit noch nicht lange ausgeübt hatte, als er im Oktober 1997
ein weiteres Mal
verunfallte, und die Stelle in der Folge per Ende September 1999 verlor (vgl.
Urk.
7/8/3+4), kann nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit angenommen werden, er hätte das Arbeitsverhältnis mit der
A._
auch bei guter Gesundheit aufgegeben.
Das
Valideneinkommen
ist daher entgegen dem Vorgehen der Beschwerdegegnerin
(vgl.
Urk.
7/177) nicht anhand statistischer Werte, sondern
anhand des Lohnes zu ermitteln, den der Beschwerdeführer vor dem Unfall des Jahres 1997 bei der
A._
erzielt hatte. Dies gilt ungeachtet dessen, dass der Beschwerdeführer beim Antritt dieser Stelle bereits eine erste Schulteroperation hinter sich hatte, denn es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass sich der Zustand der linken Schulter bereits damals auf seine Leistungsfähigkeit und auf seinen Lohn aus
gewirkt hätte.
Das Sozialversicherungsgericht hatte im Urteil vom 3
1.
Januar 2006 betreffend die Unfallrente des Beschwerdeführers das hypothetische
Valideneinkommen
im Jahr 2000 auf
Fr.
55‘794.-- festgelegt und war schon damals von den Einkünf
ten bei der
A._
ausgegangen
(
Urk.
7/90/16 E. 2.5.3)
. Es rechtfertigt sich daher,
das
Valideneinkommen
im vorliegenden Verfahren in gl
eicher Weise zu bestimmen und hierzu
den Jahreslohn
2000
von
Fr.
55‘794.-- an die
Lohnent
wicklung
bis zum Jahr 2015 anzupassen.
Daraus resultiert ein Betrag von
Fr.
66‘900.-- (
Bundesamt für S
tatistik, Nominallohnindex 1993-
2010
und 2011-2015 [1993 = 100], T1.93,
für Männer von
106,5
Indexpunkten im Jahr 200
0
auf
127,7
Index
punkte im Jahr 2015).
3.5.3
Anders als das
Valideneinkommen
ist das Invalideneinkommen anhand
der
Tabel
lenlöhne
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesam
tes für Statistik festzulegen.
Die
LSE 2012 basiert
gegenüber den vorangehen
den LSE
auf ein
em modifizierten Datenerhebungsverfahren
. Das Bundesgericht hat daher in einem Grundsatzurteil entschieden, die LSE 2012 komme bei der Revision einer laufenden, gestützt die LSE bis 2010 rechtskräftig zugesprochene Invalidenrente zwar zur Anwendung, jedoch abgesehen vom Fall, dass sich
allein durch ihre Verwendung eine anspruchsrelevante Änderung des
Invalidi
tätsgrades
- nac
h oben oder nach unten - ergebe (
BGE 142 V 178
E. 2.5.8.1).
Um diese Konstellation auszuschalten,
rechtfertigt
es sich,
vorliegendenfalls
bei der Ermittlung des Invalideneinkommens von der LSE 2010 auszugehen.
Darin
(S. 26 Tabelle TA1)
ist
für Arbeitnehmer des Anforderungsniveaus 4 (ein
fache und repetitive Tätigkeiten) im Privaten Sektor ein Brutto
monatslohn von Fr. 4‘901
.-- angegeben (Lohn, über dem beziehungsweise un
ter dem sich 50 % aller Lohnangaben befinden [sogenannter Zentralwert], unter anteilsmässiger Berücksichtigung des 13. Monatslohnes und standardisiert auf 40 Wochenstun
den). Umgerechnet auf die im Jahr
2015
betriebsübliche wöchentliche Arbeits
zeit
von
41,7 Stunden (
vgl. BFS - Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit [BUA], Tabelle T 03.02.03.01.04.01) und unter Berücksichtigung der Teuerung
(
Bundesamt für S
tatistik, Nominallohnindex 1993-
2010
und 2011-2015 [1993 = 100], T1.93,
für Männer von
123,4 Indexpunkten im Jahr 2010
auf
127,7
Index
punkte im Jahr 2015) ergibt sich für das Jahr 2015
bei voller Leistungsfä
higkeit ein Monatslohn von
Fr.
5‘287.-- beziehung
sweise ein Jahreslohn von
Fr.
63‘444.-- (12 x
Fr.
5‘287.--). Dieser Betrag ist aufgrund der attestierten nur noch 80%igen Leistungsfähigkeit entsprechend zu reduzieren, und es resultiert ein Jahreslohn von
Fr.
50‘755.--.
Rechtsprechungsgemäss
ist sodann durch eine Herabsetzung des tabella
risch ermittelten Lohnes um maximal 25 % dem Umstand Rechnung zu tragen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen auch bei der Verrichtung einer an sich angepassten Tätigkeit in gewissem Masse eingeschränkt und dadurch
erfah
rungsgemäss
gegenüber voll leistungsfähigen Arbeitnehmern
lohnmässig
benachteiligt sind; darüber hinaus dient eine solche Reduktion der Berücksichti
gung von weiteren persönlichen und beruflichen Merkmalen, die sich auf die Lohnhöhe auswirken können, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nati
onalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Soweit der Abzug mit Einschränkungen selbst bei angepasster Tätigkeit begründet wird, rechtfertigt er sic
h nach der Rechtspre
chung
allerdings
dort nicht, wo die Einschränkungen bereits bei der Bemessung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt worden
sind
und auf diese Weise
Eingang
in die Bemessung des Inval
ideneinkommens gefunden haben
(vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_99/2013 vom
5.
April 2013
E. 4.1.3
).
Vorliegendenfalls
ist dies weitgehend der Fall, denn die Gutachter muteten dem Beschwerdeführer die Verrichtung einer angepassten Tätigkeit grundsätzlich ganztags zu und trugen mit der attestierten Einschränkung von 20
%
der Verlangsamung und dem Pausenbedarf Rechnung (vgl.
Urk.
7/175/35-36). Lediglich die allfällige zusätz
liche Verlangsamung aufgrund der erst am 2
6.
November 2014
beschriebenen halswirbelsäule
n
bedingten Einschränkungen mag noch nicht vollumfänglich
in
der quantitative
n
Arbeitsfähigkeitsbemessung enthalten sein. Gewährt man
dafür jedoch einen Abzug von 15
%
, was als
grosszügig
erscheint, so resultiert
immer noch ein Inval
ideneinkommen von
Fr.
43‘142.--. Weitere Abzüge auf
grund von persönlichen oder beruflichen Merkmalen sind nicht angezeig
t
; im Gegenteil hat das Gericht schon im Urteil vom 3
1.
Januar 2006 betreffend die Unfallrente darauf hingewiesen, dass der höhere Schulabschluss und die Computerkenntnisse des Beschwerdeführers sich auch bei der Verrichtung einer Hilfsarbeitertätigkeit po
sitiv auf das erziel
ba
re Inva
lideneinkommen auswirken sollten
(
Urk.
7/90/15-16 E. 2.5.2)
. Aus dem Vergleich des Invalideneinkommens von (mindestens)
Fr.
43‘142.-- mit dem
Va
lideneinkommen
von
Fr.
66‘900.--
resultiert
eine Erwerbseinbusse
von
(höchstens) 36
%
.
3.6
Bei einem Invaliditätsgrad von unter 40
%
im Zeitpunkt der angefochtenen Verfü
gung vom 1
2.
Februar 2015 besteht kein Rentenanspruch mehr. Die Beschwerdegegnerin hat die Rente
des Beschwerdeführers
daher zu Recht auf
gehoben, und die Beschwerde ist abzuweisen.
4.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.