Decision ID: bc9d48e6-de70-4965-9708-78ccfdc0653e
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
gegen
Helsana Unfall AG, Postfach, 8081 Zürich Helsana,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
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A.
A.a A._ war als kaufmännische Angestellte bei der B._ AG tätig und dadurch bei
der Helsana Versicherungen AG (nachfolgend: Helsana) gegen die Folgen von Unfällen
versichert, als sie am 1. April 2007 barfuss mit dem linken Fuss gegen eine am Boden
liegende Eisenleiter stiess (act. G5.1/K1). Dr. med. C._, Facharzt FMH für Innere
Medizin, bestätigte im Arztzeugnis vom 15. Februar 2008 eine einmalige Konsultation
der Versicherten am 15. Mai 2007 und die Weiterbehandlung durch Dr. med. D._,
Orthopädie am Rosenberg. Ob eine Arbeitsunfähigkeit bestehe, sei nicht bekannt
(act. G5.2/M7). Anlässlich der Untersuchung durch Dr. D._ am 30. Mai 2007 gab die
Versicherte an, die Schmerzen hätten nach dem Unfall im Bereich des II. und III. Strahls
links zugenommen. Danach habe sie allerdings wieder recht gut gehen können. Die II.
und III. Zehe seien jedoch zwischenzeitlich immer wieder etwas "eingeschlafen". Der
Barfussgang sei deutlich erschwert gewesen, indem das Abrollen über den linken
Vorfuss praktisch unmöglich gewesen sei. Zudem habe sich eine relativ harte
Vorwölbung dorsal im Fussbereich zwischen dem II. und III. MTP bemerkbar gemacht.
Laut Untersuchungsbericht von Dr. D._ vom 1. Juni 2007 waren auf den
mitgebrachten Röntgenbildern des Vorfusses keine durchgemachten Frakturen oder
ähnliches sichtbar, jedoch die bekannte Spreizfusskomponente und ein Hallux valgus.
Dr. D._ stellte die Diagnose einer unklaren Schmerzsymptomatik Vorfuss links bei
durchgemachter Kontusion plantar MTP II/III links am 1. April 2007 und die
Differentialdiagnosen einer durchgemachten Kapsel-Bandläsion bzw. Partialläsion der
Plantarflexorsehnen unter Mitbeteiligung des Digitalnerven (act. G 5.2/M1). Eine MRI-
Untersuchung vom 6. Juni 2007 zeigte laut Bericht von Dr. D._ vom 3. Dezember
2007 eine Weichteilraumforderung eher plantar intermetatarsal II/III sowie auch
intermetatarsal III/IV. Am ehesten handle es sich um eine Kombination einer
hypertrophen posttraumatischen Weichteilnarbenknotenveränderung kombiniert mit
einem Morton-Neurom. Durch eine Infiltration habe die Symptomatik zum Teil
verbessert werden können, die belastungsabhängigen Beschwerden interdigital II und
III, insbesondere auch die Hypästhesie und eine Art "Schweregefühl", persistierten
jedoch (act. G 5.2/M5). Am 29. Februar 2008 nahm der Vertrauensarzt der Helsana, Dr.
med. E._, Praktischer Arzt FMH, mit Fähigkeitsausweisen für manuelle Medizin und
als Vertrauensarzt, zur Frage Stellung, ob der Unfallmechanismus vom 1. April 2007
aus medizinischer Sicht geeignet sei, die erhobenen Befunde/Diagnosen auszulösen
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(act. G 5.2/M9). Am 22. April 2008 wurde die Versicherte durch Dr. med. F._,
Orthopädie am Rosenberg, operiert und die Diagnose eines grossen Morton-Neuroms
im Bereich einer entzündlichen Bursa-Veränderung (altes Hämatom) intermetatarsal II/
III links bestätigt. Das Morton-Neurom wurde exzidiert (act. G 5.2/M10, M11). Am 6.
Juni 2008 wurde die Behandlung bei Dr. F._ abgeschlossen (act. G 5.2/M13).
A.b Am 1. Oktober und 19. November 2008 wurde die Versicherte erneut durch
Dr. F._ untersucht, wobei sie angab, seit der Operation nie beschwerdefrei gewesen
zu sein (act. G 5.2/14, 15, 16).
A.c Am 5. Mai 2009 unterbreitete die Helsana den Schadenfall Dr. E._, der den
Status quo ante als längstens erreicht bezeichnete (act. G 5.2/M 17). Gestützt auf diese
Beurteilung eröffnete die Helsana der Versicherten mit Verfügung vom 19. Mai 2009,
dass die Versicherungsleistungen per sofort eingestellt würden, weil Heilbehandlungen
nach diesem Datum nicht mehr mit dem Unfallereignis vom 1. April 2007 in
Zusammenhang stünden (act. G 5.1/K15).
B.
B.a Am 11. Mai 2010 meldete die Versicherte einen Rückfall zum Unfall vom 1. April
2007 an (act. G 5.1/K17), worauf am 19. Mai und 28. Juli 2010 Untersuchungen durch
Dr. med. G._, Orthopädie am Rosenberg (act. G 5.2/M18), und am 9. Juli 2010 eine
konsiliarische Beurteilung durch Dr. med. H._, Neurologie FMH, (act. G 5.2/M19),
folgten. Nachdem Dr. G._ eine Pathologie im Tarsaltunnel am 19. Mai 2010 noch
ausgeschlossen hatte, diagnostizierte Dr. H._ ein posttraumatisches
Tarsaltunnelsnydrom.
B.b Am 19. August 2010 verfasste Dr. E._ eine vertrauensärztliche Beurteilung zur
Frage, ob es sich bei den jetzigen Beschwerden um einen Rückfall bzw. eine Spätfolge
zum Unfallereignis vom 1. April 2007 handle bzw. ob die aktuell erhobene Diagnose
eines Tarsaltunnelsyndroms in einem zumindest teilweisen natürlichen
Kausalzusammenhang zum vorgenannten Unfallereignis stehe (act. G 5.2/M20).
B.c Mit Verfügung vom 6. September 2010 eröffnete die Helsana der Versicherten,
dass die Rückfallkausalität der am 11. Mai 2010 mitgeteilten Beschwerden zum
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Ereignis vom 1. April 2007 aufgrund der medizinischen Abklärungsergebnisse nicht mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt sei, weshalb kein
Anspruch auf Versicherungsleistungen bestehe. Für die Übernahme der weiteren
Heilbehandlungskosten habe sich die Versicherte bei der zuständigen
Krankenversicherung anzumelden (act. G 5.1/K21).
C.
Die von der Versicherten am 25. September 2010 erhobene Einsprache (act. G 5.1/
K25) wies die Helsana mit Einspracheentscheid vom 12. Oktober 2010 ab (act. G 5.1/
K28).
D.
D.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Versicherte mit Eingabe vom 6.
November 2010 Einsprache (richtig: Beschwerde) mit den Anträgen, die Einsprache
(richtig: Beschwerde) vom 25. September 2010 sei gutzuheissen, der Unfall vom 1.
April 2007 könne nicht in eine Krankheit umgewandelt werden, der Beschwerdeführerin
sei eine Zweitmeinung eines neutralen Arztes, z. B. Kantonsspital St. Gallen,
zuzusprechen und die aufgelaufenen Rechnungen, resultierend aus vorgenanntem
Unfall, seien von der Beschwerdegegnerin zu übernehmen.
D.b In der Beschwerdeantwort vom 13. Dezember 2010 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde.
D.c Mit Replik vom 12. November 2011 hielt die Beschwerdeführerin unverändert an
ihren Anträgen fest. Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik
verzichtet.
D.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen
in den medizinischen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden

Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
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1.1 Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die
rechtliche Voraussetzung des für eine Leistungspflicht des Unfallversicherers
erforderlichen natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und in dessen Folge
eingetretener Gesundheitsschädigung (Erwägung 5; Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]; BGE 129 V 181 E. 3.1) sowie die
Bestimmung über den Anspruch auf Versicherungsleistungen bei Rückfällen und
Spätfolgen (Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202])
zutreffend dar. Darauf ist zu verweisen. In Bezug auf den natürlichen
Kausalzusammenhang ist zu ergänzen, dass dessen Bejahung nicht erforderlich macht,
dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist;
es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die
körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat und
mithin eine Teilursache für - allenfalls erst nach einem Rückfall eintretende -
gesundheitliche Störungen darstellt (BGE 119 V 337 E. 1, 118 V 289 E. 1b, 117 V 360 E.
4a, 376 f. E. 3a; RKUV 2000 Nr. U 377 S. 185 E. 4a). Die Leistungspflicht des
Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und
dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der
Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten,
wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen
Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen
herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis allgemein als
begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2). Während die Beurteilung des natürlichen
Kausalzusammenhangs aufgrund der Feststellungen bei den medizinischen
Untersuchungen erfolgt und Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, obliegt es dem
Gericht, die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE
123 III 110 und 112 V 30; PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen hat
jedoch die Adäquanz gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch
keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 3a). Hinzuweisen ist schliesslich
insbesondere auch auf Art. 6 Abs. 3 UVG, wonach der Unfallversicherer für
unerwünschte Folgen der von ihm übernommenen Eingriffe einzustehen hat, ohne dass
die behandlungsbedingte Schadensverursachung den Unfallbegriff, den Tatbestand
des haftpflichtrechtlichen Kunstfehlers oder der strafrechtlich relevanten
Körperschädigung erfüllen muss (BGE 118 V 286).
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1.2 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach haben die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a je mit
Hinweisen; vgl. BGE 130 I 183 f. E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die
Beweislast im Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im
Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als
im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus
dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Bei der hinsichtlich
Rückfällen und Spätfolgen zu erfüllenden Anspruchsvoraussetzung eines erneuten
natürlichen Kausalzusammenhangs handelt es sich um eine anspruchsbegründende
Tatsache. Die diesbezügliche Beweislast bei Beweislosigkeit liegt damit bei der
versicherten Person. Selbstverständlich greift die obgenannte Beweisregel erst dann
Platz, wenn die Verwaltung und - im Beschwerdefall - das Gericht dem
Untersuchungsgrundsatz rechtsgenüglich nachgekommen sind bzw. es sich als
unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer
Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit
für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen;
RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b).
2.
Streitig und zu prüfen ist, ob zwischen den am 11. Mai 2010 gemeldeten Beschwerden
im linken Fuss der Beschwerdeführerin und dem am 1. April 2007 erlittenen Unfall ein
natürlicher Kausalzusammenhang besteht, so dass ein Rückfall bejaht werden kann.
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin erlitt am 1. April 2007 eine Kontusion plantar MTP II/III
links. Eine im Juni 2007 wegen einer unklaren Schmerzsymptomatik im linken Vorfuss
vorgenommene MRI-Untersuchung zeigte eine Weichteilraumforderung eher plantar
intermetatarsal II/III, aber auch intermetatarsal III/IV, worauf Dr. D._ von einer am
ehesten bestehenden Kombination eines Morton-Neuroms und einer hypertrophen
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posttraumatischen Weichteilnarbenknotenveränderung sprach (act. G 5.2/M1, M5, M8).
In Bezug auf die Frage, ob der Unfallmechanismus vom 1. April 2007 aus medizinischer
Sicht geeignet sei, die erhobenen Befunde bzw. Diagnosen auszulösen, sprach Dr.
E._ in seiner Beurteilung vom 29. Februar 2008 von einer überwiegenden
Wahrscheinlichkeit. Die Beschwerden seien offenbar nach dem Ereignis aufgetreten
und diese dauerten bisher noch an. Auch wenn peroperativ allein ein Morton-Neurom
gefunden werde, könnte nie eine Teilunfallkausalität verneint werden. Falls es sich um
ein Morton-Neurom handle, müsste dieses als Vorzustand im Rahmen der Spreizfüsse
beidseits gesehen werden. Das Unfallereignis hätte somit nur eine vorübergehende
Verschlechterung des Neuroms verursacht, so dass nach der vorgesehenen operativen
Revision interdigital II/III und der Exzision des eventuellen Morton-Neuroms
wahrscheinlich der Status quo ante wieder definiert werden könnte (act. G 5.2/M9).
Anlässlich der von Dr. F._ am 22. April 2008 durchgeführten Operation bestätigte
sich ein grosses Morton-Neurom im Bereich einer entzündlichen Bursa-Veränderung
(altes Hämatom) intermetatarsal II/III links, welches exzidiert wurde (act. G 5.2/M10).
Übereinstimmend mit Dr. E._ beschrieb auch Dr. G._ im Arztzeugnis vom 8. Juni
2010 als medizinisches Geschehen ein symptomatisch werdendes Morton-Neurom als
Folge eines axialen Stosses (act. G 5.2/M18). Die Beschwerdegegnerin anerkannte im
Rahmen des Grundfalls die Leistungspflicht für das Unfallereignis vom 1. April 2007.
Am 6. Juni 2008 wurde die Behandlung abgeschlossen, nachdem bereits ab 5. Mai
2008 wieder eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit bestanden hatte (act. G 5.2/M13).
Anlässlich einer Untersuchung durch Dr. F._ vom 1. Oktober 2008 schilderte die
Beschwerdeführerin, dass sie nach der Operation nie Beschwerdefreiheit erlangt habe.
Sie klagte über ein eigenartiges "pampiges" Gefühl sowie über Schmerzen direkt über
den Metatarsalköpfchen II bis IV, besonders über III. Gelegentlich habe sie das Gefühl,
als ob die Beweglichkeit der Zehen eingeschränkt sei. Die klinische Untersuchung
bestätigte laut Bericht vom 7. Oktober 2008 die leichte Überdruckempflichkeit des III.
und IV. Metatarsalköpfchens. Es bestehe eine leichte Hyposensibilität im Bereich der
Zehen III und IV. Die Beschwerden der Patientin seien an sich plausibel. Vom
orthopädisch/chirurgischen Standpunkt aus sei jedoch eine erneute operative
Intervention, wie zum Beispiel eine Entlastung des Drucks über den
Mittelfussköpfchen, nicht gegeben (act. G 5.2/M14). Bei einer weiteren Untersuchung
vom 19. November 2008 erwähnte die Beschwerdeführerin gegenüber Dr. F._ das
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Gefühl eines Klumpens an der Plantarseite des Fusses sowie Schmerzen entlang des
linken Unterschenkels und Oberschenkels, wobei es manchmal zu einer richtigen
Koordinationsstörung käme. Die neurologische Untersuchung zeigte laut Bericht vom
24. November 2008 lediglich eine Sensibilitätsstörung im Bereich der operierten Zehen.
Dr. F._ wiederholte, dass die Probleme im Bereich des Vorfusses chirurgisch nicht
weiter beeinflusst werden könnten. Die Hyposensibilität erkläre sich als
Operationsfolge und eine Neurombildung sei nicht vorhanden. Der ausstrahlende
Schmerz am Ober- und Unterschenkel sowie die gelegentliche Koordinationsstörung
stünden sicher nicht im Zusammenhang mit der Fussproblematik. Hier dürfte es sich
um ein Wirbelsäulenproblem handeln, was aufgrund der sich röntgenologisch
gezeigten Veränderung der Lendenwirbelsäule auch plausibel sei (act. G 5.2/M15). Im
Arztzeugnis vom 6. Februar 2009 wiederholte Dr. F._ das Bestehen leichter
Restbeschwerden mit einem "pampigen" Gefühl im Bereich der Zehen bzw. plantar
davon II/III links. Dieses sei die Folge der Neuromexzision und könne nicht verändert
werden (act. G 5.2/M16). Dr. E._ hielt in seiner Stellungnahme vom 8. Mai 2009 fest,
dass das Morton-Neurom als unfallfremd zu bezeichnen sei. Das Unfallereignis sei
lediglich geeignet gewesen, eine vorübergehende Verschlimmerung dieses
Vorzustands zu verursachen. Der Status quo ante sei längstens erreicht. Der Heilverlauf
könne als normal bezeichnet werden. Das "pampige" Gefühl im Fuss sei Folge der
Operation und könne nicht verändert werden. Bezüglich des Unfallereignisses benötige
die Beschwerdeführerin keine Therapie mehr. Unfallfolgen würden keine mehr vorliegen
(act. G 5.2/M17; vgl. dazu auch act. G 5.2/M11). Gestützt auf diese medizinische
Aktenlage schloss die Beschwerdegegnerin den Grundfall ab bzw. stellte ihre
Leistungen mit Verfügung vom 19. Mai 2009 per sofort ein (act. G 5.1/K15).
3.2 In der Rückfallmeldung vom 11. Mai 2010, d.h. ein Jahr nach obgenannter
Leistungseinstellung, hielt die Beschwerdeführerin daran fest, dass von Anfang an ein
Fehlverhalten bzw. ein Taubheitsgefühl bei ca. einem Drittel des operierten Fusses
bestanden habe. Ebenso bestehe ein Gefühl von eingeklemmt sein. Das Tragen eines
Schuhs werde nach ca. einer halben Stunde unerträglich, da von der Fusssohle her ein
Drittel des Fusses als brennend empfunden werde. Die Beanstandungen habe sie
frühzeitig beim behandelnden Arzt angemeldet, der sie aber immer auf die nötige
Geduld hingewiesen habe (act. G 5.1/K17). Am 19. Mai 2010 wurde die
Beschwerdeführerin durch Dr. G._ untersucht. Im Untersuchungsbericht vom 8. Juni
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2010 wurde festgehalten, dass seit der Operation ziehende Schmerzen im
Operationsgebiet persistieren würden. Ebenfalls sei seit dem Eingriff eine
Hyposensibilität im Innervationsgebiet des Nervus plantaris lateralis distalbetont
vorhanden. Als Befunde erhob Dr. G._ eine Druckdolenz im Operationsgebiet, ein
leichtes Tinelphänomen über dem Tarsaltunnel sowie eine Hyposensibilität distal im
Innervationsgebiet des Nervus plantaris lateralis. Die Röntgenuntersuchung zeigte eine
regelrechte Darstellung des Fussskeletts. Dr. G._ diagnostizierte persistierende
Beschwerden nach Exzision eines Morton-Neuroms interdigital II/III sowie eine unklare
Sensibilitätsstörung der Planta pedis lateral. Als Ursache für die Beschwerden käme
der Unfall in Frage. Vor dem Unfall habe die Beschwerdeführerin nicht unter ähnlichen
Beschwerden gelitten. Mittels der MRI-Untersuchung des linken OSG und des linken
Vorfusses vom 25. Mai 2010 hätten ein Rezidiv-Neurom und eine Pathologie im
Tarsaltunnel ausgeschlossen werden können (act. G 5.2/M18). Gegenüber Dr. H._
gab die Beschwerdeführerin am 9. Juli 2010 an, seit der operativen Entfernung eines
Morton-Neuroms links sowohl eine Gefühllosigkeit im Bereich der III. Zehe als auch
weiterhin am seitlichen Fussballen auf Mittelfusshöhe links zu verspüren. Im genannten
Areal habe sie bei feinen Berührungen unangenehme Missempfindungen bemerkt.
Jetzt habe sie in den Schuhen und nach längerem Barfussgehen brennende,
stechende Schmerzen im genannten Areal. Dr. H._ erhob als Befunde ein
wahrscheinlich positives Tinel-Zeichen im Narbenbereich am linken Fuss sowie über
dem distalen Tarsaltunnel links, eine Hyposensibilität bei Berührung am lateralen
Oberschenkel links, entsprechend des Innervationsgebiets des Nervus cutaneus
femoris lateralis links sowie an der linken Fusssohle mit Maximum an den Zehen II bis
V, aber auch leichtgradig an der Grosszehe und am lateralen Fussrand rechts. Die
anamnestischen Angaben und klinischen Untersuchungsbefunde würden für ein
posttraumatisches Tarsaltunnelsyndrom links sprechen. Entsprechend stellte sie diese
Diagnose und nebenbefundlich bzw. nicht im Vordergrund stehend eine Läsion des
Nervus cutaneus femoris lateralis links (act. G 5.2/M19). Dr. E._ hielt in seiner
Beurteilung vom 19. August 2010 fest, dass das fragliche Syndrom nach
Knochenbrüchen im Bereich des medialen Fusses/Fussgelenks und ferner nach
Distorsionen sowie Drehungen im Bereich des Fusses auftreten könne. Auch eine
Tendosynovitis könne zu einer Volumenzunahme im entsprechenden Bereich führen
und Symptome eines Tarsaltunnelsyndroms auslösen. Weiter seien Fehlstellungen des
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Fusses, wie z.B. Senk- und Spreizfüsse, geeignete Ursachen. Zusätzlich sei die
sportliche Überlastung als bekannte Ursache des Tarsaltunnelsyndroms zu erwähnen.
Im konkreten Fall habe die Beschwerdeführerin keine Distorsion im Bereich des
Hinterfusseserlitten. Primär gehe es um Vorfussbeschwerden nach einer Kontusion des
Vorfusses, die operativ offenbar auch hätten verbessert werden können. Eine
Sensibilitätsstörung im Bereich der Zehen II und III sei sicher eine Folge der Operation,
stehe aber aktuell nicht als Ursache für die von der Beschwerdeführerin angegebenen
Beschwerden zur Diskussion. Die jetzigen Beschwerden seien offenbar neurologisch
auf ein Tarsaltunnelsyndrom links zurückzuführen. Dessen überwiegend wahr
scheinlicher Zusammenhang mit dem in den Grundakten beschriebenen Unfallereignis
sei unwahrscheinlich. Auch sei das Zeitintervall zwischen dem Unfallereignis und dem
jetzt diagnostizierten Tarsaltunnelsyndrom zu lange, um die natürliche Kausalität mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit bejahen zu können. Die Beschwerdeführerin sei
extrem sportambitioniert. Damit sei die Ursache mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
durch die sportliche Überlastung in Kombination mit der Fussfehlform im Sinn eines
Spreiz-/Senkfusses zu erklären. Die Bezeichnung des Tarsaltunnelsyndroms als
posttraumatisch durch Dr. H._ entspreche einer Kausalitätsbeurteilung "post hoc
ergo propter hoc". Diese Einschätzung erfülle das Kriterium der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nicht. Auch berücksichtige Dr. H._ die Latenz zum Unfallereignis
nicht und sie diskutiere bezüglich des Syndroms keine Differentialdiagnosen (act. G
5.2/M20). Gestützt auf diese vertrauensärztliche Beurteilung von Dr. E._ verneinte die
Beschwerdegegnerin im Rahmen des Rückfalls das Vorliegen einer unfallkausalen
Gesundheitsschädigung.
3.3 In der Beschwerdeeingabe klagte die Beschwerdeführerin über ein nach der
Operation vom 22. April 2008 verbliebenes "Knollengefühl", welches sich gleichzeitig
taub und empfindlich anfühle. Seit der Operation sei es ihr nicht mehr möglich, auf der
linken Seite zu schlafen. Auch ertrage sie kein Gewicht mehr auf der linken
Beinaussenseite. Sie verspüre sodann ein "Eingeklemmtsein" bei der Bewegung des
Vorfusses von oben nach unten und umgekehrt.
4.
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4.1 Aus den medizinischen Akten geht übereinstimmend hervor, dass die anlässlich
des Unfalls vom 1. April 2007 erlittene Kontusion des linken Vorfusses plantar MTP II/III
eine Gesundheitsschädigung zur Folge hatte, indem ein vorbestehendes Morton-
Neurom im Rahmen der Spreizfüsse symptomatisch wurde und die
Beschwerdeführerin an der betroffenen Stelle eine entzündliche Bursa-Veränderung
bzw. eine hypertrophe Weichteilnarbenveränderung aufwies, welches Beschwerdebild
zur Operation vom 22. April 2008 führte. Die Operation war mithin unstreitig aus
unfallkausalen Gründen indiziert. Eine Operation erfolgt mit dem Ziel, einen
Gesundheitsschaden zu heilen, womit der Argumentation von Dr. E._ betreffend
Erreichen des Status quo sine/ante nach Heilung der unmittelbaren Operationsfolgen
(Wundheilung, postoperative Schmerzphase, Einnahme von Medikamenten,
Schonungsphase mit möglicher Arbeitsunfähigkeit usw.) in der Regel gefolgt und
insofern von einer vorübergehenden Verschlimmerung eines Vorzustands ausgegangen
werden kann. Im Weiteren ist jedoch zu beachten, dass mit einer Operation auch
bleibende Änderungen an einem Körperteil vorgenommen werden, und in diesem Sinn
Heilungsstörungen, beispielsweise durch Behandlungsfehler (vgl. dazu Art. 6 Abs. 3
UVG), auftreten können, durch die das angestrebte Operationsziel in Frage gestellt
wird. In diesem Rahmen kann die alleinige Frage nach dem Status quo sine bzw. ante,
welche den Zustand des Fusses vor oder ohne den Unfall einbezieht, nicht mehr als
beweisende Rechtsfrage für eine Leistungsablehnung gelten. Entscheidrelevant ist die
Rechtsfrage, in welchem Zeitpunkt die Operationsfolgen als abgeheilt zu betrachten
sind. Ist die Beschwerdegegnerin für die Kontusionsfolgen leistungspflichtig, so ist sie
es auch für allfällige Heilungsstörungen im Zusammenhang mit der Operation. Die
Ärzte gehen übereinstimmend davon aus, dass die Beschwerdeführerin auch nach der
Operation vom 22. April 2008 gesundheitliche Störungen, u.a. als Folge der
Neuromexzision, aufwies ("pampiges" Gefühl, Hyposensibilität), welche sich jedoch
nicht mehr therapieren liessen. Insofern liegen bei ihr nachgewiesenermassen
Unfallrestfolgen vor.
4.2 In Bezug auf das von Dr. H._ im Rahmen des Rückfalls diagnostizierte
Tarsaltunnelsyndrom links führt Dr. E._ an sich nachvollziehbar bzw. mit Blick auf die
für eine Kausalitätsbeurteilung massgebenden Komponenten - Unfallmechanismus
bzw. Art und Weise der Einwirkung auf den betroffenen Körperteil, zeitlicher Ablauf,
erfahrungsmedizinische Ursachen der konkreten Diagnose - schlüssig aus, weshalb die
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fragliche Diagnose als neue und unfallfremde Pathologie zu bezeichnen sei. Ohne die
Diagnose eines Tarsaltunnelsyndroms sowie die diesbezügliche Kausalitätsbeurteilung
in Frage zu stellen, ist jedoch einzuwenden, dass dadurch das gleichzeitige Fehlen von
Unfallrestfolgen nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen ist. Auch Dr. E._ weist auf die Operationsfolgen - "pampiges" Gefühl
im Fuss, Sensibilitätsstörung im Bereich der Zehen II und III - hin. Die
Beschwerdeführerin schilderte seit dem Unfall, d.h. sowohl im Grundfall bzw. nach der
Operation als auch im Rückfall, und damit vor allem auch zu einem Zeitpunkt, als die
Diagnose eines Tarsaltunnelsyndroms noch nicht vorlag, ein im Wesentlichen
unverändertes Beschwerdebild im Bereich des Vorfusses. Insofern überzeugt es nicht,
wenn die Verneinung von Unfallrestfolgen einfach mit dem Vorliegen einer neuen,
unfallfremden Diagnose begründet wird. Dies zumal ursprünglich gewisse
Beschwerden als Unfallrestfolgen anerkannt worden sind. Im Übrigen stellte Dr. H._
in ihrer Diagnose ebenfalls auf die Anamneseschilderung der Beschwerdeführerin ab,
welche nach wie vor Beschwerden im Vorderfuss beinhaltete. Allgemein ist
hinzuzufügen, dass die Ursache für ein Tarsaltunnelsyndrom zwar in einer Pathologie
im Hinterfuss oder Fussgelenk liegt, die entsprechenden Schmerzen jedoch auch
gerade in Form von Hyp- und Parästhesien in die Fusssohle, d.h. in den
Vorfussbereich, ausstrahlen können (vgl. dazu A. Debrunner, Orthopädie,
Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. 2002, S. 1121). Die konkret geschädigten
Körperbereiche liegen somit sehr nah beieinander, was die Verneinung von
Unfallrestfolgen zumindest nicht eindeutiger werden lässt. Eine Kausalitätsbeurteilung
allein mit Blick auf die Tarsaltunnelsyndrom-Diagnose erscheint schliesslich auch
deshalb nicht ohne weiteres überzeugend, weil Dr. G._ im Rahmen des Rückfalls
eine Pathologie im Tarsaltunnel ausschloss und als Diagnose eine unklare
Sensibilitätsstörung der Planta pedis lateral festhielt, die zu einem grössten Teil durch
die Metatarsalknochen gebildet wird und in deren Bereich die Kontusion vom 1. April
2007 erfolgt ist. Im Weiteren bejahte Dr. G._ das Vorliegen von Unfallfolgen bzw.
verneinte das Vorliegen einer Krankheit.
4.3 Das Gericht hat seinen Entscheid, von welcher Kausalität (Krankheits- oder
Unfallkausalität) auszugehen ist, nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts
genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener
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St.Galler Gerichte
Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als
die wahrscheinlichste würdigt (BGE 117 V 360 E. 4a mit Hinweisen). Die vorhandenen
medizinischen Akten lassen indessen keinen klaren Entscheid darüber zu, inwieweit
hinsichtlich der am 11. Mai 2010 gemeldeten Beschwerden ein Rückfall zum Unfall
vom 1. April 2007 anzunehmen ist oder ob sie uneingeschränkt auf die neu gestellte,
unfallfremde Diagnose eines Tarsaltunnelsyndroms zurückzuführen sind. Ein
Sachverhalt, von dem mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen wäre, er
treffe zu, kann demzufolge vorliegend nicht als ausgewiesen gelten. Die Streitsache ist
daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie eine neue umfassende
medizinische Begutachtung - zweckmässigerweise bei externen Sachverständigen -
veranlasse. Sobald über die Frage der Unfallkausalität Klarheit besteht, wird die
Beschwerdegegnerin im gegebenen Fall zusätzlich zu prüfen haben, ob sich
hinsichtlich der Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen für die Übernahme von
Heilbehandlungskosten bzw. der Frage, ob von weiteren Heilbehandlungen noch eine
namhafte Besserung des Gesundheitszustands zu erwarten ist (vgl. Art. 10 Abs. 1
i.V.m. Art. 19 Abs. 1 UVG e contrario), Änderungen ergeben haben und damit erneut
entsprechende Ansprüche bestehen.
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 12. Oktober 2010 teilweise gutzuheissen und die
Streitsache zur Durchführung ergänzender medizinischer Abklärungen über die
Anspruchsberechtigung im Rückfall an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP