Decision ID: ca4bbd51-ffdb-5b7f-8f23-b1805c9d7ae4
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. rer. publ. Michael B. Graf, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a B._, geboren 1963, meldete sich am 23. September 2004 wegen Rheumatismus
und Schmerzen am ganzen Körper zum Bezug von IV-Leistungen (Rente) an (act.
G 4.1). Der behandelnde Arzt, Dr. med. A._, Facharzt FMH für Innere Medizin,
berichtete im Arztbericht vom 5. Oktober 2004, dass die Versicherte an einer
Fibromyalgie und Depression leide. Sie sei in ihrem bisherigen Beruf als Näherin (act.
G 4.7) seit 5. September 2003 zu 100% arbeitsunfähig (act. G 4.10.1 ff.).
A.b Die IV-Stelle beauftragte am 6. April 2005 Dr. med. C._, Facharzt FMH für
Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Rheumatologie, mit einer
interdisziplinären Begutachtung unter Beizug von Dr. med. D._, Facharzt FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie (act. G 4.19). Das psychiatrische Teilgutachten vom
18. Januar 2007 wurde von Dr. med. E._, Facharzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, erstellt. Dieser diagnostizierte eine leichtgradige depressive Episode
mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.00) mit einer inadäquaten
Schmerzverarbeitung (ICD-10: F54) bei Verdacht auf eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10: F45.4). Die objektiv feststellbare Psychopathologie begründe
allein aus psychiatrischer Sicht eine medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit von
derzeit maximal 30% für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten vorbehältlich somatisch-
rheumatologisch begründbarer Limitierungen. Entsprechend sei der Versicherten ein
Arbeitspensum in der resultierenden Restarbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten zumutbar (act. G 4.27.11 ff.). Dr. C._ stellte im rheumatologischen Teil
seines Gutachtens vom 20. Februar 2007 die Diagnose von chronisch ausgebreiteten
Schmerzbeschwerden ohne identifizier- und definierbares Substrat. Ein Leiden mit
relevanten somatischen Wurzeln lasse sich nicht definieren. Dementsprechend lasse
sich auch keine Arbeitsunfähigkeit ableiten. Interdisziplinär werde die Versicherte in der
angestammten sowie in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 70% arbeitsfähig
beurteilt (act. G 4.27.1 ff.).
A.c Gestützt auf die gutachterlichen Erkenntnisse ermittelte die IV-Stelle einen
Invaliditätsgrad von 30% und stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom 24. April
2007 einen ablehnenden Rentenentscheid in Aussicht (act. G 4.34).
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B.
B.a Dagegen erhob die Versicherte am 8. Mai 2007 Einwand und beantragte die
Aufhebung des angefochtenen Vorbescheids sowie die Ausrichtung einer halben IV-
Rente (act. G 4.35.1). In der ergänzenden Eingabe vom 16. Juli 2007 rügte sie das dem
Vorbescheid zugrunde gelegte Valideneinkommen als zu tief. In formeller Hinsicht
bemängelt sie am psychiatrischen Teilgutachten, dass ihr der Name und die fachliche
Qualifikation des Gutachters nicht vorgängig mitgeteilt worden seien. Der
psychiatrische Gutachter verfüge über ein ausländisches Staatsexamen und habe den
Schweizer Facharzttitel erst im Jahr 2005 erworben. Aufgrund seiner mangelnden
klinischen Erfahrung und der fehlenden Routine bei Begutachtungen seien gegenüber
seiner gutachterlichen Einschätzung zum Vornherein Vorbehalte zu machen. Die
psychiatrische Begutachtung habe lediglich 1 Stunde und 40 Minuten gedauert, was
vorliegend unzureichend sei. Die Schmerzschilderung der Versicherten werde vom
psychiatrischen Gutachter als undifferenziert, generalisiert und übersteigert betrachtet.
Dabei übersehe der Experte, dass fremdsprachige Patienten ihren Mangel an verbalen
Ausdrucksmöglichkeiten mit Gestik und Mimik zu kompensieren versuchen würden.
Die Annahme einer Aggravation ("übersteigert dargebotenen Schmerzbeschwerden")
lasse daher auf mangelnde Erfahrung des psychiatrischen Gutachters schliessen bzw.
auf eine bedenkliche Voreingenommenheit. Ferner habe dieser ausser Acht gelassen,
dass die Versicherte eine Fehlgeburt erlitten habe und einen Schwangerschaftsabbruch
am 30. Juni 2004 habe vornehmen lassen müssen. Dabei handle es sich um
schwerwiegende Erlebnisse. Die Einschätzung und die Diagnose des psychiatrischen
Gutachters liessen sich auch nicht mit den Einschätzungen der behandelnden Ärzte
vereinbaren. Gegen die Beweistauglichkeit des interdisziplinären Gutachtens bringt die
Versicherte weiter vor, dass die Gutachter keine Beurteilung der behandelnden
Psychiater des Psychiatrischen Zentrums St. Gallen eingeholt hätten, obschon sie von
der Behandlung Kenntnis gehabt hätten. Ferner sei in der gutachterlichen Beurteilung
der Suizidalität der Versicherten nicht gebührend Beachtung geschenkt worden. Die
Behauptung des rheumatologischen Gutachters, dass ein weitgehend unauffälliges,
objektivierbares Schmerzverhalten unter unverfänglichen Alltags- wie gezielten
Untersuchungsbedingungen bestehe, sei tatsachenwidrig. Seine Beurteilung beruhe
auch nicht auf eingehenden Untersuchungen und stehe in Widerspruch zu den
Einschätzungen der behandelnden Ärzte, die eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert
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hätten. Da das interdisziplinäre Gutachten nicht aussagekräftig sei, müsse auf die
Einschätzung der behandelnden Ärzte abgestellt werden. Der Invaliditätsgrad betrage
daher 100%. Selbst wenn auf die gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
abgestellt werde, müsse mindestens ein 20%iger Abzug vom Invalideneinkommen
vorgenommen werden, womit ein Anspruch auf eine Viertelsrente resultiere. Der Beginn
des Rentenanspruchs sei auf September 2004 festzusetzen (act. G 4.45.1 ff.).
B.b Die IV-Stelle verfügte am 24. Juli 2007 im Sinn des Vorbescheids. Als Basis für das
Valideneinkommen sei zu Recht auf den im Jahr 2003 tatsächlich erzielten Verdienst
abgestellt worden. Bezüglich des Gutachtens könne nach Rücksprache mit dem RAD
mitgeteilt werden, dass keine neuen Tatsachen geltend gemacht worden seien, die
nicht schon anlässlich der bidisziplinären Begutachtung bekannt gewesen seien. Aus
Sicht des RAD sei am vorliegenden Gutachten festzuhalten (act. G 4.47).
C.
C.a Gegen die Verfügung vom 24. Juli 2007 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 10. September 2007. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter Kosten- und
Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Ausrichtung der gesetzlichen Leistung,
insbesondere eine ganze Rente ab 1. September 2004. Eventualiter sei ihr eine
Viertelsrente ab 1. September 2004 auszurichten. Sie wiederholt ihre bereits im
Vorbescheidverfahren vorgebrachten Rügen gegen das von der Beschwerdegegnerin
eingeholte interdisziplinäre Gutachten und gegen den vorgenommenen
Einkommensvergleich (act. G 1).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 19. November
2007 die Beschwerdeabweisung. Es treffe zu, dass sie bei der Erteilung des
Gutachtenauftrages davon ausgegangen sei, dass Dr. D._ die Beschwerdeführerin
untersuchen werde. Ohne Rücksprache mit der Beschwerdegegnerin habe Dr. C._
den psychiatrischen Facharzt E._ beigezogen. Daraus sei der Beschwerdeführerin
indessen kein Nachteil entstanden. Im Vorfeld der Begutachtung hätte sie einzig
Ausstandsgründe geltend machen können, was sie bis jetzt nicht getan habe. Allfällige
Einwendungen materieller Natur, worunter auch die Fachkompetenz der Experten falle,
seien erst mit dem Entscheid in der Sache im Rahmen der Beweiswürdigung zu
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behandeln. Die Gutachter seien auch ohne einen Bericht der behandelnden Psychiater
offensichtlich in der Lage gewesen, sich ein zuverlässiges Bild der Situation zu
machen. Der rheumatologische Begutachter habe zwar verschiedene Befunde
erhoben, offensichtlich hätten diese aber nicht die nötige Relevanz gehabt, um in der
Diagnose erwähnt zu werden. Ohne weiteres könne eine psychiatrische
Untersuchungsdauer von mehr als eineinhalb Stunden als ausreichend betrachtet
werden. Aus der Tatsache des im Juni 2004 vorgenommenen
Schwangerschaftsabbruchs könne die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten
ableiten. Dessen Vornahme habe für sich allein keine invalidisierende Wirkung. Die im
Vergleich zur gutachterlichen Einschätzung abweichende Beurteilung der
behandelnden Ärzte sei nicht geeignet, die überzeugende gutachterliche Einschätzung
in Zweifel zu ziehen. Die gegen den Einkommensvergleich erhobenen Rügen seien
unbegründet. Da die Beschwerdeführerin als Gesunde einen unterdurchschnittlichen
Verdienst erzielt habe, sei zu Recht sowohl für die Ermittlung des Validen- wie auch
des Invalideneinkommens auf die tabellarischen Durchschnittslöhne abgestellt worden.
Die Vornahme eines Leidensabzuges sei höchstens im Umfang von 10% gerechtfertigt.
Ein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiere allerdings auch unter
Berücksichtigung eines 10%igen Leidensabzuges nicht (act. G 4).
C.c Die Beschwerdeführerin bringt in der Replik vom 7. Januar 2008 vor, dass es
insbesondere für den psychiatrischen Gutachter unabdingbar gewesen wäre, die
Unterlagen der behandelnden Psychiater beizuziehen, um sich über die psychische
Verfassung der Beschwerdeführerin ein umfassendes Bild machen zu können. Die
Beschwerdegegnerin stelle sich auf den Standpunkt, dass allfällige Suizidversuche der
Beschwerdeführerin für die rheumatische Beurteilung ohne Belang seien. Dabei sei
aber zu erwähnen, dass gerade unter anderem die heftigen Schmerzen der
anhaltenden Rheumaerkrankung zur Einbusse an Lebensqualität, zum
"Lebensverleider" und der Depression beigetragen hätten, was schliesslich in 2
Suizidversuchen gemündet habe. Es wäre daher erforderlich gewesen, dass sich auch
der rheumatologische Gutachter darüber umfassend und korrekt informiert hätte. Der
psychiatrische Gutachter habe sowohl die Fehlgeburt als auch den
Schwangerschaftsabbruch bei der Anamnese ausser Acht gelassen, obschon der
Abort aktenkundig gewesen sei. Diese Ereignisse hätten zweifellos Einfluss auf die
Beschwerdeführerin gehabt. Was die Einschätzungen der behandelnden Ärzte
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anbelange, so seien diese glaubwürdiger, zumal sie sich auf eine langjährige
Beobachtung stützen könnten. Ein Leidensabzug von mindestens 20% sei angesichts
der sich häufenden Faktoren mit negativen Auswirkungen auf die Beschwerdeführerin
gerechtfertigt (act. G 7).
C.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer begründeten Duplik
verzichtet (act. G 9).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt (vorliegend 24. Juli 2007; act.
G 4.47) abzustellen ist (BGE 121 V 366 E. 1b), sind in der hier zu beurteilenden
Angelegenheit die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden materiellen Bestimmungen
anzuwenden.
2.
Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der Anspruch der Beschwerdeführerin
auf Rentenleistungen.
2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Beeinträchtigungen
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der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche
Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit
Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der
Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die
verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in
welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer
Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG),
als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei
der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 50 E. 1.2 mit
Hinweisen).
2.2 Gemäss aArt. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte, die zu mindestens 40 Prozent
invalid sind, Anspruch auf eine Rente. Diese wird wie folgt nach dem Grad der
Invalidität abgestuft: Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht
Anspruch auf einen Viertel einer ganzen Rente, bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 50 Prozent auf einen Zweitel einer ganzen Rente, bei einem Invaliditätsgrad
von mindestens 60 Prozent auf drei Viertel einer ganzen Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (aArt. 28 Abs. 1 IVG).
2.3 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss aArt. 28 IVG
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (Art. 16 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Dazu wird
das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (sogenanntes Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der
Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden,
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worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt
(allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; vgl. BGE 128 V 30 E. 1).
2.4 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4).
2.4.1 Die Versicherungsträger und die Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise
frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie
stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten.
2.4.2 Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien
Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen
medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen. Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens vom Versicherungsträger
eingeholten Gutachten von externen medizinischen Fachpersonen, die auf Grund
eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten
Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. In Bezug auf
Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache
Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten und Patientinnen
aussagen. Bei der Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und
umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der
Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine
Einschätzung von behandelnden Medizinern stammt, darf nicht dazu führen, sie als von
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vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und
umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse
hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von
Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und
Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits
(BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit
1. Januar 2007: sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 13. Juni 2001,
I 506/00, E. 2b) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu
stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden
Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen (Urteil des Bundesgerichts vom
25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen).
3.
Die Beschwerdegegnerin stützte die angefochtene Verfügung auf das interdisziplinäre
Gutachten der Dres. C._ und E._ vom 20. Februar 2007 (act. G 4.27). Die
Beschwerdeführerin rügt die gutachterliche Beurteilung in verschiedener Hinsicht als
mangelhaft (act. G 1).
3.1 Bei der Würdigung der medizinischen Situation fällt ins Gewicht, dass sowohl Dr.
C._ (act. G 4.27.1 ff.) als auch die übrigen beteiligten Ärzte keine invalidisierenden
somatischen Befunde erhoben haben (vgl. act. G 4.10.1 ff., 4.45.13 ff.) und somit die
psychosomatische Einschätzung der gesundheitlichen Beschwerden ausschlaggebend
ist. Vor diesem Hintergrund kann in der kurz gehaltenen klinischen Untersuchung von
Dr. C._, seiner knappen Auseinandersetzung mit den Vorakten sowie dem Verzicht
auf eingehende Funktionstests kein erheblicher Mangel erblickt werden. Dies gilt umso
mehr, als sich während der klinischen Untersuchung keine Anhaltspunkte für ein
somatisches Leiden ergeben haben (act. G 4.27.1 ff.) und die Befunderhebung von Dr.
C._ mit den - nicht zahlreichen und lediglich kurz begründeten - Vorakten
diesbezüglich korrespondiert.
3.2 Die Beschwerdeführerin führt gegen die Beurteilung von Dr. C._ weiter ins Feld,
dass er nicht in der Lage gewesen sei, die Diagnose einer Fibromyalgie zu bestätigen
oder zu widerlegen (act. G 1, S. 11, N 25). Vorab ist in diesem Zusammenhang auf die
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Rechtsprechung hinzuweisen, dass in jedem Einzelfall eine Beeinträchtigung der
Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der
Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein muss. Entscheidend ist die
nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu erfolgende Beurteilung, ob und
inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer
Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar ist (BGE 127 V 298 E. 4c
mit Hinweisen). Dr. C._ diagnostizierte chronisch ausgebreitete
Schmerzbeschwerden ohne identifizier- und definierbares Substrat (act. G 4.27.8).
Interdisziplinär stellten die Gutachter aus psychiatrischer Sicht noch zusätzlich eine
leichtgradige depressive Episode, eine inadäquate Schmerzverarbeitung sowie einen
Verdacht auf eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (act. G 4.27.9). Das von
der Beschwerdeführerin geklagte Beschwerdebild fand darin eine genügende
Berücksichtigung. Dass die Gutachter - entgegen der Einschätzungen der
Rheumatologen des KSSG vom 17. Oktober 2003 (act. G 4.10.5) und des
behandelnden Dr. A._ vom 29. Dezember 2003 und 5. Oktober 2004 (act. G 4.45.13
und G 4.10.1) - die Diagnose einer Fibromyalgie nicht bestätigten, vermag keinen
erheblichen Mangel am Gutachten zu bilden. Zum einen nahm Dr. C._
dolorimetrische Untersuchungen vor, die diagnostisch nicht einheitlich für das
Vorliegen einer gesteigerten Schmerzempfindung auf Druck- und Berührungsreize
gewesen seien (act. G 4.27.7). Damit brachte er zum Ausdruck, dass nicht ein für die
Diagnose eines Fibromyalgiesyndroms hinreichender Druckschmerz an den
einschlägigen Druckpunkten hat festgestellt werden können. Zum anderen
korrespondiert die interdisziplinäre gutachterliche Diagnosestellung insofern mit der
Diagnose von Dr. A._ und den Rheumatologen des KSSG, als letztere eine
rheumatologische (somatische) Ursache der Fibromyalgie explizit ausgeschlossen
haben und psychosomatische Ursachen für die gesundheitlichen Beschwerden
verantwortlich gemacht wurden. Dr. F._ und die behandelnde Psychiaterin (act.
G 4.57 und act. G 4.45.20) stellten im Übrigen auch nicht die Diagnose einer
Fibromyalgie, sondern diagnostizierten ein chronisches Lumbovertebralsyndrom bzw.
eine Somatisierungsstörung. Ergänzend ist auch auf die Ausführungen von Dr. E._
hinzuweisen, der die Diagnose einer Fibromyalgie diskutiert hat (act. G 4.27.14).
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3.3 Betreffend den psychiatrischen Gutachter bringt die Beschwerdeführerin einerseits
vor, dass ihr dieser nicht vor der Begutachtung bekannt gegeben worden sei.
Andererseits zweifelt sie an dessen gutachterlichen Kompetenz (vgl. act. G 1, S. 10 f.).
3.3.1 Was die unterlassene vorgängige Bekanntgabe des psychiatrischen Gutachters
anbelangt, so gilt es Art. 44 ATSG zu beachten. Gemäss dieser Bestimmung hat der
Versicherungsträger, wenn er zur Abklärung des Sachverhaltes ein Gutachten "einer
oder eines unabhängigen Sachverständigen" einholen muss, deren Namen der Partei
bekannt zu gegeben. Diese kann den Gutachter aus triftigen Gründen ablehnen und
Gegenvorschläge machen.
Der Beschwerdeführerin wurde mit Schreiben vom 6. April 2005 mitgeteilt, dass die
ambulante medizinische Abklärung von Dr. C._ durchgeführt werde (act. G 4.18).
Dieser führte die Begutachtung am 20. November 2006 durch (act. G 4.27.1). Die
Begutachtung durch Dr. E._ fand hingegen nicht am gleichen Tag statt, sondern
wurde erst am 10. Januar 2007 durchgeführt (act. G 4.27.10). Es darf mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der
Beschwerdeführerin im Rahmen der Vereinbarung des später stattgefundenen
psychiatrischen Untersuchungstermines die Person des Gutachters und der
Abklärungsort vorgängig bekannt gegeben wurden. Sie war damit in der Lage, sich
vorgängig über das Bestehen allfälliger Ausstands- und Ablehnungsgründe betreffend
Dr. E._ ein Bild zu machen. Eine Verletzung von Mitwirkungsrechten im Sinn von
Art. 44 ATSG ist daher zu verneinen.
3.3.2 Hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin angezweifelten Sachkenntnis von
Dr. E._ ist festzustellen, dass der praktizierende sowie als Konsiliarius für ein
universitäres rechtsmedizinisches Institut tätige Dr. E._ gemäss FMH-Index sein
Arztdiplom im Jahr 1996 und den Facharzttitel Psychiatrie und Psychotherapie im Jahr
2005 erlangt hat, mithin die fachliche Ausbildung für psychiatrische Begutachtungen
besitzt. Das von ihm erstellte Gutachten bietet darüber hinaus keine Anhaltspunkte, die
gegen die Sachkenntnis von Dr. E._ sprechen würden.
3.3.3 Die Beschwerdeführerin bringt gegen die psychiatrische Begutachtung weiter vor,
sie habe lediglich eine Stunde und 40 Minuten gedauert (Beschwerde, S. 11, N 25 ff.).
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Ein genereller Zeitrahmen für eine Untersuchung lässt sich rechtsprechungsgemäss
nicht allgemeingültig definieren (Urteil des EVG vom 13. Juni 2006, I 58/06, E. 2.2, mit
Hinweis auf Klaus Foerster/Peter Winckler, Forensisch-psychiatrische Untersuchung,
in: Venzlaff/Foerster [Hrsg.], Psychiatrische Begutachtung, München 2004, S. 18).
Angesichts dessen, dass sowohl gemäss der Einschätzung von Dr. C._ und der
übrigen beteiligten Ärzte die psychosomatische Problematik feststand und das
Explorationsgespräch - trotz Übersetzungsaufwand - eingehend war (vgl. hierzu act.
G 4.27.11 ff.), ist vorliegend die Untersuchungsdauer nicht zu beanstanden.
3.4 Nach Auffassung der Beschwerdeführerin spreche gegen die psychiatrische
Beurteilung von Dr. E._ auch, dass dieser den Schwangerschaftsabbruch vom
30. Juni 2004 nicht beachtet habe (act. G 1, S. 12, N 27). Dabei handelt es sich in der
Tat um ein belastendes Ereignis. Es trifft zu, dass der psychiatrische Gutachter
offenbar keine Kenntnis vom Schwangerschaftsabbruch hatte. Allerdings ist zu
berücksichtigen, dass dieser im Zeitpunkt der Begutachtung vom 10. Januar 2007
schon mehr als zweieinhalb Jahre zurücklag, die Beschwerdeführerin nicht - zumindest
nicht aktenkundig - über (psychische) Belastungsfolgen berichtete und in der
Stellungnahme der behandelnden Psychiaterin vom 11. Juli 2007 keine Erwähnung
fand (vgl. act. G 4.45.19 f.). In den übrigen medizinischen Akten bestehen keine
Hinweise dafür, dass der Schwangerschaftsabbruch und seine Folgen eine dauerhafte
invalidisierende Wirkung entfalteten. Es ist daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen, dass die Folgen des Schwangerschaftsabbruches bei der
gutachterlichen Beurteilung der Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht (mehr)
einen tragenden Einfluss hatten. Vor diesem Hintergrund bilden die
Nichtberücksichtigung des Schwangerschaftsabbruchs und dessen Folgen anlässlich
der psychiatrischen Begutachtung keinen erheblichen Mangel, der geeignet wäre, die
gutachterliche Beurteilung ernsthaft in Zweifel zu ziehen.
3.5 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (act. G 1, S. 10) vermag der
Umstand, dass im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung kein Bericht der
behandelnden Psychiaterin eingeholt wurde, die Aussagekraft des psychiatrischen
Gutachtens nicht zu erschüttern. Fremdauskünfte können zwar ein wichtiger
Bestandteil des Gutachtens sein, sind aber nicht in jedem Fall zwingend erforderlich
(vgl. Leitlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Versicherungspsychiatrie für die
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Begutachtung psychischer Störungen, in: Schweizerische Ärztezeitung 2004; 85: Nr.
20). Denn nachdem die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin im Wesentlichen
stets kohärent waren, drängten sich weitere fremdanamnestische Abklärungen,
insbesondere ärztliche Drittauskünfte, nicht auf (vgl. Urteil des EVG vom 13. Juni 2006,
I 58/06, E. 2.3). Ins Gewicht fällt weiter, dass der psychiatrische Gutachter auch ohne
das Einholen eines Berichts der behandelnden Psychiaterin die relevanten Aspekte aus
den Akten, den Angaben der Beschwerdeführerin, und aus den erhobenen Befunden
und Verhaltensbeobachtungen bereits zu einer nachvollziehbaren psychiatrischen
Beurteilung zusammengetragen hat. Obwohl der Beizug einer Stellungnahme der
behandelnden Psychiaterin wünschenswert gewesen wäre, bestand nach dem
Gesagten kein zwingender Anlass für das Einholen von fremdanamnestischen
Auskünften. Zu beachten ist ferner, dass die Befunderhebung der behandelnden
Psychiaterin (act. G 45.19) nicht in Widerspruch zu den Feststellungen von Dr. E._
stehen und keine von der behandelnden Psychiaterin benannten wesentlichen
Gesichtspunkte durch den psychiatrischen Gutachter ausser Acht gelassen worden
sind.
3.6 Auch wenn der Hausarzt hinsichtlich der psychiatrischen Diagnosestellung und
Einschätzung von Dr. E._ anderer Auffassung ist, kann darin kein Mangel am
psychiatrischen Gutachten erblickt werden. Vorab ist zu berücksichtigen, dass Dr.
A._ nicht über die für die Beurteilung von psychischen Leiden erforderliche
spezialärztliche Ausbildung verfügt. Ferner begründete Dr. E._ seine Diagnose und
Beurteilung eingehend. Sie vermögen mit Blick auf seine Befunderhebungen zu
überzeugen und werden durch die davon abweichende hausärztliche Einschätzung
nicht in Zweifel gezogen. Insbesondere hat sich die Beschwerdeführerin von
Suizidgedanken klar distanziert gezeigt (act. G 4.27.13; vgl. auch die Angabe der
behandelnden Psychiaterin vom 11. Juli 2007, act. G 4.45.19). Im Übrigen berichtete
auch die behandelnde Psychiaterin - ohne zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
Stellung zu nehmen - am 11. Juli 2007 über eine leicht- bis mittelgradig deprimierte
Grundstimmung (act. G 4.45.19 f.). Diese Beurteilung kontrastiert nicht mit der
Einschätzung von Dr. E._. Dass im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung keine
speziellen Tests durchgeführt wurden, stellt vorliegend ebenfalls keinen Mangel dar.
Denn bei der psychiatrischen Exploration kommt den Tests lediglich eine ergänzende
Funktion zu. Ins Gewicht fallen vielmehr die - vorliegend korrekt vorgenommene -
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klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und
Verhaltensbeobachtung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2008, 9C_531/07,
E. 2.2.4 mit Hinweisen).
3.7 Zusammenfassend kann gestützt auf die beweistaugliche gutachterliche
Beurteilung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass
die Beschwerdeführerin in einer leidensadaptierten Tätigkeit über eine 70%ige
Arbeitsfähigkeit verfügt (act. G 4.27.9). Für weitere Abklärungen besteht keine
Veranlassung.
4.
Zu prüfen bleiben damit die erwerblichen Auswirkungen der verbliebenen 70%igen
Arbeitsfähigkeit. Vorliegend ist zu Recht unbestritten geblieben, dass diese durch einen
Einkommensvergleich (vgl. vorstehende E. 2.4) zu ermitteln sind.
4.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte (RKUV 1993
Nr. U 168 S. 100 E. 3). Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der
Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft,
da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 224 E. 4.3.1 mit Hinweisen). Für die
Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch realisierbaren
Einkommens (Invalideneinkommen) ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation
auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. Übt die versicherte Person
keine Erwerbstätigkeit mehr aus und ist somit kein tatsächlich erzieltes
Erwerbseinkommen gegeben, so ist rechtsprechungsgemäss auf die vom Bundesamt
für Statistik herausgegebene Schweizerische Lohnstrukturerhebung abzustellen. Für
den Einkommensvergleich ist dabei auf die im Anhang enthaltene Statistik der
Lohnsätze, d.h. der standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abzustellen (BGE
126 V 76 E. 3b).
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4.2 Die Beschwerdeführerin erzielte als nicht Invalide im Vergleich zu den LSE-
Durchschnittslöhnen einen Minderverdienst, was von den Parteien auch nicht bestritten
wird (act. G 1, S. 14 und G 4, S. 6). Wie die Beschwerdegegnerin dazu richtig bemerkt
hat (G 4, S. 6), ist deshalb das Validen- und Invalideneinkommen auf der gleichen
Grundlage zu bestimmen. Sind demnach Validen- und Invalideneinkommen ausgehend
vom selben Lohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung. Diesfalls
entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung
des Abzuges vom Tabellenlohn (sogenannter Leidensabzug; vgl. zur Parallelisierung
der Vergleichseinkommen bei Minderverdienst SVR 2008 IV Nr. 2 S. 3 E. 5.4).
4.3 Zu beurteilen bleibt daher noch die Frage, in welchem Umfang ein sogenannter
Leidensabzug auf dem Invalideneinkommen vorzunehmen ist. Nach der
Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt werden, um
dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht
erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu
verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen
behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung
hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen – auch von invaliditätsfremden
Faktoren – des konkreten Einzelfalles ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung,
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Eine schematische
Vornahme des Leidensabzuges ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt in AHI
2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Dabei ist zu beachten, dass
allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen mitverantwortliche
invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten Leidensabzuges nicht
nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 328 E. 5.2).
4.4 Angesichts dessen, dass bei der Berücksichtigung des Minderverdienstes bereits
lohnmindernde invaliditätsfremde Faktoren (wie etwa schlechte Deutschkenntnisse)
berücksichtigt worden und die gesundheitlichen Beschwerden vorliegend bereits im
Wesentlichen in die medizinische Arbeitsfähigkeitseinschätzung eingeflossen sind,
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erscheint ein Abzug von 10% wegen erhöhten Krankheitsrisikos, verminderter
psychischer Belastbarkeit, den einschränkenden Anforderungen an einen potenziellen
Arbeitsplatz und langer Betriebszugehörigkeit (vgl. act. G 4.6) angemessen. Unter
Vornahme eines 10%igen Leidensabzuges resultiert ein nicht rentenbegründender
Invaliditätsgrad von 37% (100% - [70% - 10%]).
5.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in Bestätigung der angefochtenen Verfügung
vom 24. Juli 2007 abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die
Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im
Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint als angemessen. Da die Beschwerdeführerin
unterliegt, hat sie die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen hat. Diese ist
ihr an den geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- anzurechnen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG