Decision ID: 1138c8a8-6186-4e03-a9c5-d7bfd24c4e65
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1988, arbeitete als IT Service Desk Agent für die
Y._
AG
und war in dieser Eigenschaft bei der Suva obligatorisch unfallversichert, als sie am 2
3.
Januar 2016 beim Snowboardfahren stürzte. Mit Schadenmeldung vom 2
8.
Januar 2016 wurde der Suva mitgeteilt, dass die Versicherte anlässlich ihres Sturzes vom 2
3.
Januar 2016 mit dem Kopf aufgeschlagen sei
,
eine Gehirnerschütterung erlitten habe
und deshalb ab dem 2
5.
Januar 2016 arbeitsunfähig sei
(
Urk.
8/1). Die Suva anerkannte ihre Leis
tungspflicht und kam für die Kosten der ärztlichen Konsultation am 2
6.
Januar 2016 und der ärztlich bescheinigten Arbeitsunfähigkeit bis 2
7.
Januar 2016 auf
(
Urk.
8/3,
Urk.
8/3-6,
Urk.
8/8).
1.2
Am 1
5.
Mai 2017 wurde der Suva
gemeldet, dass sich am
1
2.
Mai 2017 ein Rück
fall zum Ereignis vom 2
3.
Januar 2016 ereignet habe im Sinne eines Risses im
rechten
Knie (
Urk.
8/9).
Die Suva stellte der Versicherten daraufhin ergänzende Fragen (
Urk.
8/16
)
,
holte den Bericht
des behandelnden Arztes
Dr.
med.
Z._
vom 1
8.
Mai 2017
samt
dem
von diesem Arzt
veranlassten MRI-Befundberi
cht vom 1
2.
Mai 2017 ein (
Urk.
8/23) und liess Kreisärztin
Dr.
med.
A._
zur Unfallkausalität der Kniebeschwerden Stellung nehmen (
Urk.
8/24
,
Urk.
8/33
). Mit Verfügung vom 1
7.
August 2017 verneinte sie einen Leistungsanspruch der Versicherten, da kein wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 2
3.
Januar 2016 und den gemeldeten Beschwerden im rechten Knie bestehe (
Urk.
8/34
). Die von der Versicherten hiergegen erhobene Einsprache
(
Urk.
8/38)
wies die Suva
– nach
Beizug
weiterer Unterlagen und einer weiteren Stellungnahme der Kreisärztin
(
Urk.
8/41,
Urk.
8/44-47) -
mit
Einspracheent
scheid
vom
8.
Januar 2018 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch
Rechtsanwalt Dominik Senn
hauser von der AXA-
ARAG
Rechtsschutz AG, mit Eingabe vom
8.
Februar 2018 Beschwerde mit dem Antrag, die Suva sei zu verpflichten
, für ihre Kniebeschwer
den Leistungen auszurichten, insbesondere die Heilungskosten zu übernehmen; eventualiter sei die Sache zur Vornahme der erforderlichen Abklärungen und neuen Beurteilung an die Suva zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdean
twort vom 1
4.
März 2018 beantragte die Suva die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7).
Auf
die
Vorbringen
der Parteien und
die
eingereichten Unterlagen wird,
soweit
für
die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der ge
nannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
2
3.
Januar 2016
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden
.
1.2
Die massgeblichen rechtlichen und rechtsprechungsgemässen Grundlagen zur Leistungspflicht des Unfallversicherers
bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten
und zum dafür erforderlichen natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen
dem Unfall und dem eingetretenen
Gesundheits
schaden wurden im angefochtenen
Ei
nspracheentscheid
der Suva vom 8
.
Januar 2018
zutreffend
dargelegt (Urk. 2 S. 3-5).
Darauf
kann
verwiesen
werden
.
1.3
Zu ergänzen ist, dass
der Bundesrat Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind,
g
emäss Art. 6 Abs. 2 UVG
in die Versicherung einbeziehen
kann. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 UVV Gebrauch gemacht und folgende Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne ungewöhn
liche äussere Einwirkung den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
2.
2.1
Die Suva
verneint
ihre Leistungspflicht für
die
ihr im Mai 2017
gemeldeten Knie
beschwerden mit der Begründung,
die
B
eschwerden könnten nicht mit
überwie
gender
Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 2
3.
Januar 2016 zurück
geführt werden. In der Unfallmeldung und im Arztzeugnis vom 1
0.
Februar 2016 sei
ein Sturz mit Anprall des Kopfes
ve
rmerkt worden
. Unmittelbar nach dem Unfall hätten keine Kniebeschwerden bestanden. Diese seien gemäss Angaben der Beschwerdeführerin erst später beim Tennisspielen aufgetreten, wobei sie sich
des
wegen erstmals
im Oktober 2016
in ärztliche Behandlung begeben habe. Kreis
ärzt
in
Dr.
A._
sei
in ihren
Stellungnahmen
vom 1
6.
August
und 2
5.
Sep
tember
2017
mit überzeugender Argumentation zur Beurteilung gelangt
, dass
die Verletzung am Aussenmeniskus mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht unfallkausal
sei
.
Darauf
könne abgestellt werden
.
Nichts Gegenteiliges ergebe sich aus dem Bericht des behandelnden Orthopäden
Dr.
Z._
vom 1
8.
Mai 201
7.
Diesem sei
nämlich
zu entnehmen
, dass
Dr.
Z._
aufgrund der
Angaben der Beschwerdeführerin
zum Unfallhergang zu seiner Schlussfolgerung gelangt sei, dass sie
beim Snowboardfahren
eine
Distorsion des Kniegelenks
erlitten habe. D
iese Annahme
sei
aber eben gerade nicht ausgewiesen
(
Urk.
2 S. 6 f.,
Urk.
7).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt
,
die Meniskusläsion im rechten Knie hänge mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit dem Unfallereignis vom 2
3.
Januar 2016 zusammen. Die Läsion sei über lange Zeit nicht erk
annt und einer falschen Ursache
zugeordnet worden.
Sie habe unmittelbar nach dem Unfall Kniebeschwerden gehabt, diese aber irrtümlicher
weise nicht als gravierend und bloss als vorübergehende Symptomatik taxiert. Dies ergebe sich aus ihren Angaben an die Suva vom 2
5.
Juni 201
7.
Der behan
delnde Arzt
Dr.
Z._
habe in seinem Sprechstundenbericht vom 1
8.
Mai 2017 eine traumatische Aussenmeniskusvorderhornläsion im rechten Kniegelenk diag
nostiziert und ihr mit einer E-Mail vom 3
1.
Januar 2018 bestätigt, dass die Läsion nicht verschleissbedingt sei. Eine abnutzungsbedingte Schädigung erscheine auch unter Berücksichtigung ihres Alters als sehr unwahrscheinlich. Sie sei vor dem Unfall komplett beschwerdefrei gewesen und habe nach dem Ereignis vom 2
3.
Januar 2016 kein
en weiteren
Unfall
erlitten.
Ferner sei es gerade bei Menis
kusläsionen nicht unüblich, dass zwischen der Verletzung und dem operativen
E
i
ngriff
einige Zeit vergehen könne, weil zuerst (erfolglos) konservative Thera
pien durchgeführt würden.
Die Suva
und ihre Kreisärztin hätten
denn auch
keine andere
Ursache für die Läsion anführen können
(
Urk.
1 S. 3 ff.).
3.
3.1
In der Unfallmeldung vom 2
8.
Januar 2016
wurde
angegeben, die Beschwerde
führerin sei am
2
3.
Januar 2016 beim Snowboard
fahren gestürzt, mit dem Kopf aufgeschlagen und habe sich dabei eine Gehirnerschütterung zugezogen (
Urk.
8/1).
In
dem an die Suva gerichteten Arztzeugnis von
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 1
0.
Februar 2016
wurde
zusätzlich angege
ben, dass die Beschwerdeführerin
nach dem
Unfall eine
Erinnerungslücke
hatte
und vom 2
5.
bis 2
7.
Januar 2016 zu 100
%
arbeitsunfähig war
(
Urk.
8/6).
3.2
Der zweiten Schadenmeldung vom 1
5.
Mai 2017 ist unter der Überschrift «
9.
Ver
letzung» neu zu entnehmen, die Beschwerdeführerin habe sich am 2
3.
Januar 2016 auch einen Riss im Knie zugezogen (
Urk.
8/9).
Am 2
5.
Juni 2017 gab s
ie auf Anfrage der Suva an, sie sei im Hang gestürzt,
weil
es
ihr Snowboard weg
gezogen
habe
.
Dabei habe sie sich das Knie verdreht
und einen Schlag auf den Kopf erlitten
. Die Kniebeschwerden hätten sich erstmals ein paar Tage später (am 2
6.
Januar 2016) beim Tennisspielen bemerkbar gemacht. Da sie zunächst gedacht habe, die Beschwerden seien bloss a
uf eine Überlastung beim Tennis
spielen zurückzuführen, habe sie sich schliesslich erst am
4.
Oktober 2016 nach Saisonende in ärztliche Behandlung begeben (
Urk.
8/16).
Laut
Bericht der Hausärztin
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
über die Behandlung vom
4.
Oktober 2016 gab die Beschwerdeführerin an, sie leide seit Anfang 2016,
möglicherweise nach dem Tennis
spielen, unter rezidivierenden Knieschmerzen rechts
.
Dr.
C._
diagnostizierte den Verdacht auf eine Tendinitis im rechten Kniegelenk und erwähnte als Differentialdiagnose
eine Kniedistorsion Anfang des Jahres beim Tennisspielen
(
Urk.
8/35).
Am 1
8.
Mai 2017 berichtete
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie,
über seine Untersuchung vom Vortag. Die Beschwerdeführerin habe ihm angegeben
, vor einem Jahr beim Snowboard
fahren eine Distorsion des rech
ten Kniegelenks erlitten zu haben. Seitdem habe ein strecknaher lateraler Schmerz bestanden. Sie habe
diesen
zunächst selbständig
therapiert
. Die von ihm veran
lassten MRI-Bilder des rechten Kniegelenks zeigten eine ausgeprägte Aussen
meniskusvorderhornläsion
im Sinne eines Risses
mit horizontaler Komponente,
welche in die Basis ziehe
, mit Ausbildung von kleinen lateralen Meniskusgang
lien. Ferner sei ein Ödem lateral im Hoffa-Fettkörper zur Darstellung gelangt
. Die Läsion sei traumatisch bedingt. Wegen der sportlichen Aktivität der Beschwerde
führerin gehe er davon aus, dass keine konservative Heilungsmöglichkeit besteh
e. Er habe ihr die Durchführung einer Arthroskopie mit Meniskusteilresektion empfohlen (
Urk.
8/23 S. 2-4).
Kreisärztin
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Chirurgie,
hielt in ihrer Beurtei
lung der medizinischen Akten vom 1
6.
August 2017 fest, rechtsseitige Kniebe
schwerden seien erstmals 13 Monate nach dem Unfall in der zweiten Schaden
meldung dokumentiert und in einen Zusammenhang mit dem Unfall vom 2
3.
Januar 2016 gestellt worden. Im Bericht von
Dr.
C._
über die Konsulta
tion im Oktober 2016 würden zwar auch Beschwerden im rechten Knie erwähnt, aber auf eine Überlastung beim Tennisspielen zurückgeführt. Bei einer unfall
bedingten Aussenmeniskusläsion sei eine sofortige Symptomatik zu erwarten, welche wegen ihrer Intensität zu einem Arztbesuch führe.
Hier hingegen fehle für einen Zeitraum von 13 Monaten nach dem Unfall eine echtzeitliche Dokumen
tation von entsprechenden Symptomen; deshalb
sei
die Verletzung am Aussen
meniskus mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht auf den Unfall vom 2
3.
Januar 2016 zurückzuführen (
Urk.
8/33 S. 2
).
3.3
Am 2
6.
Juli 2017 führte
Dr.
Z._
den empfohlenen operativen Eingriff (
arth
roskopische
Aussenmeniskusteilresektion mit offener Naht an der Aussenmenis
kusvorderhornbasis) durch
. Dabei zeigten sich
zwei Risse im Meniskus
(
Urk.
8/46). Kreisärztin
Dr.
A._
hielt am 2
5.
September 2017 nach Ein
sicht in den Operationsbericht und die Operationsbilder an ihrer Beurteilung vom 1
6.
August 2017 fest (
Urk.
8/47). In einer an die Beschwerdeführerin gerichteten E-Mail-Nachricht vom 3
1.
Januar 2018
führte
Dr.
Z._
aus
, die Aussenmenis
kusvorderhornläsion sei seiner Ansicht nach nicht verschleissbedingt. Er sei mit der kreisärztlichen Beurteilung nicht einverstanden, seiner Ansicht nach müsse der Fall von einem Facharzt für orthopädische Chirurgie beurteilt werden (
Urk.
8/54).
4.
4.1
Die Suva hat im angefochtenen Entscheid zwar die rechtlichen Voraussetzungen für die Leistungspflicht des Unfallversicherers nach einem Rückfall oder
für
Spät
folgen eines Unfalls wiedergegeben (
Urk.
2 S. 4), weil ihr die Kniebeschwerden als Rückfall g
emeldet worden waren (
Urk.
8/9). Sie
hat sich in ihren Schlussfol
gerungen aber
zu Recht
nicht mehr damit auseinandergesetzt
, weil - worauf auch
die
Beschwerdeführerin
hinweist
(
Urk.
1 S. 4 f.)
– weder ein Rückfall noch Spät
folgen
vorlieg
en.
4.2
Kreisärztin
Dr.
A._
kann gefolgt werden, soweit sie
das Vorlie
gen eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall vom 2
3.
Januar 2016 und den
rechtsseitigen Kniebeschwerden als nicht überwiegend wahrscheinlich erachtet.
Ihre Begründung, dass im Falle einer Aussenmeniskusläsion anlässlich des Snowboardunfalls vom 2
3.
Januar 2016 zu erwarten gewesen wäre, dass die Beschwerdeführerin sofort
Knieb
eschwerden gehabt und deswegen einen Arzt aufgesucht hätte, überzeugt
(
Urk.
8/33 S. 2)
.
Die Beschwerdeführerin hat erstmals gegenüber
Dr.
C._
am
4.
Oktober 2016, also deutlich später, über Kniebe
schwerden geklagt. Zudem hat sie das erstmalige Auftreten der
B
eschwerden laut den Angaben im Bericht von
Dr.
C._
sowie
im am 2
5.
Juni 2017 beantwor
teten Fragebogen der Suva (
Urk.
8/16 S. 1)
nicht mit dem Unfall vom 2
3.
Januar 2016 in Zusammenhang gebracht, sondern mit dem Tennisspielen einige Tage später
.
Deshalb
postulierte
Dr.
C._
als Verletzungsmechanismus eine Kniedistorsion beim Tennisspielen (
Urk.
8/35).
Ein Zusammenhang der Kniebe
schwerden mit dem Unfall vom 22. Januar 2016 ist deshalb zu verneinen.
4.3
Die Beschwerdeführerin weist
jedoch
zu Recht darauf hin, dass die Suva nicht hinreichend abgeklärt hat, ob und gege
be
nenfalls welche Ursachen nebst dem Unfall vom
2
3.
Januar 2016
zur Meniskusläsion geführt haben könnten.
In den Beurteilungen der Kreisärztin
Dr.
A._
fehlen diesbezüglich klare Anga
ben.
Ohne gegenteilige medizinische Stellungnahme erscheint
die
Beurteilung
von
Dr.
Z._
plausibel, dass die Meniskusläsion der noch jungen Beschwer
deführerin eher nicht auf eine Degeneration zurückzuführen ist
(
Urk.
8/54)
.
Als Verletzungsmechanismus
wurde von
der Hausärztin
Dr.
C._
gestützt auf die damaligen Angaben
der Besch
werdeführerin
eine Kniedistorsion
beziehungsweise
eine
Überlastung beim Tennisspielen
am 2
6.
Januar 2016, ein paar
Tage nach dem Snowboardu
nfall,
postuliert
(
Urk.
8/16 S. 1
,
Urk.
8/35)
.
Damals war die Ver
sicherte
nach wie vor
bei der Suva unfallversichert
(
Urk.
8/9
).
Zu den
in
Art.
9
Abs.
2 UVV genannten
Verletzungen
, welche
auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen gleichgestellt
sind,
gehören auch Meniskusrisse (
lit
. c)
. Es stellt sich deshalb die Frage,
ob
die Suva
für die Folgen
des
bei
der
Beschwer
deführerin nachgewiesenen
Meniskus
risse
s
unter dem Titel einer unfallähnlichen Körperschädigung
Leistungen zu erbringen hat.
Vorausgesetzt würde hierfür
(nach der bis 3
1.
Dezember 2016 geltenden Rechtslage) ebenfalls ein einwirken
der äusserer
Faktor
mit einem gesteigerten Schädigungspotential (
Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.2 mit Hinweisen auf BGE 139 V 327 E. 3.1, 3.3.1; 129 V 466 E. 2.2, 4.1; 123 V 43 E. 2b).
O
b beim Tennisspielen ein solcher Faktor bestand
und die übrigen Voraussetzungen, insbesondere ein
natürlicher Kausalzusammenhang, gegeben sind,
hat
die Suva
bisher nicht abge
klärt. D
eshalb
kann
aufgrund der vorliegenden Akten nicht abschliessend über ihre Leistungspflicht entschieden werden.
Die
Suva, an welche die
Sache
zurück
zuweisen ist, wird die
er
forderlichen Abklärungen nachzuholen
und dabei nöti
genfalls auch eine fachärztlich-orthopädische Beurteilung zu veranlassen haben.
Die Beschwerdeführerin wird bei der Sachverhaltsabklärung mitzuwirken und der Suva die für die Prüfung ihrer Leistungspflicht unter dem Titel einer unfallähn
lichen Körperschädigung nötigen Auskünfte zu erteilen haben (
Art.
28
Abs.
2 und
Art.
43
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungs
rechts [ATSG]
).
Nach erfolgter Abklärung
wird
die Suva
erneut über ihre Leis
tungspflicht verfügen. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
Nach § 34 Abs. 1 des
Gesetz
es
über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemes
sen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57
E. 2.2
).
Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses ist die Prozessentschädigung der Beschwerdeführerin ermessensweise auf Fr. 1
'
4
00.
-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
)
festzusetzen.