Decision ID: 77f501ef-e451-5c55-8ada-35827b391e2d
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a Mit Verfügungen vom 13. Juni 2003 und vom 2. Juli 2003 sprach die IV-Stelle
A._ ab 1. Mai 2003 eine ganze Rente der Invalidenversicherung (IV) samt Zusatzrente
für die Ehefrau und Kinderrenten unter anderem für die Tochter B._ zu (IV-act. 61-90
f., 108 f., 114). Auf Einsprache hin sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit
Verfügungen vom 18. August 2004 und vom 19. Oktober 2004 ab 1. Juli 2001 eine
halbe und ab 1. März 2003 eine ganze IV-Rente samt Zusatz- und Kinderrenten zu (IV-
act. 61-57 ff., 69 f., 73).
A.b Aufgrund der Scheidung der Eheleute C._ am 14. Februar 2007 wurden am 26.
April 2007 die Rente für A._ und die Kinderrenten neu berechnet und verfügt (IV-act.
61-32).
A.c Auf Aufforderung der IV-Stelle, für B._ zufolge Vollendung des 18. Altersjahres
eine allfällige weitere Ausbildung nachzuweisen (IV-act. 37), wurde am 13. August 2012
eine Schulbestätigung der D._ vom 13. August 2012 eingereicht, wonach B._ im
Schuljahr 2012/13 die zweite Klasse besuche und diese Ausbildung vier Jahre daure;
die sorgeberechtigte Mutter beantragte, die Kinderrente sei ihrer Tochter ab
Volljährigkeit direkt auszuzahlen (IV-act. 35-2).
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A.d Am 1. Juni 2015 teilte die IV-Stelle B._ mit, wegen Beendigung ihrer Ausbildung
werde ihr die Kinderrente im Juli 2015 letztmals ausbezahlt (IV-act. 24). Mit Email vom
23. Juli 2015 informierte B._ die IV-Stelle, sie müsse krankheitshalber ein Jahr ihrer
Ausbildung wiederholen und werde diese erst im Juli 2016 abschliessen (IV-act. 22). Im
Anhang sandte sie ein an sie gerichtetes, mit "Repetition und Praktikum" betiteltes
Schreiben der Prorektorin der D._ vom 24. März 2015, wonach sie u.a. für
mindestens fünf Monate eine Praktikumsstelle zu suchen habe (IV-act. 23). Am 11.
August 2015 forderte die IV-Stelle B._ zur Einreichung der aktuellen
Schulbestätigung und des Praktikumvertrags auf (IV-act. 18). Nachdem B._ der IV-
Stelle am 12. August 2015 mitgeteilt hatte, sie habe noch keine Praktikumsstelle
gefunden und folglich auch keinen Vertrag, und sie erhalte die Schulbestätigung erst
nach Semesteranfang (IV-act. 16-1), stellte die IV-Stelle die Weiterausrichtung der
Kinderrente in Aussicht (IV-act. 16-1). Am 18. November 2015 forderte die IV-Stelle
B._ erneut auf, die Schulbestätigung innert 30 Tagen und, falls vorhanden, den
Praktikumsvertrag zuzustellen (IV-act. 15).
A.e Mit Verfügung vom 3. Dezember 2015 forderte die IV-Stelle von A._ bzw. B._
die von 1. August bis 31. Dezember 2015 ausgerichtete Kinderrente für B._ im Betrag
von Fr. 4'100.-- zurück. A._ wiederhole ab August 2015 das letzte Jahr der D._.
Von August 2015 bis Januar 2016 besuche sie jeweils an einem Tag pro Woche die
Schule. Demzufolge widme sie sich nicht überwiegend dem Ausbildungsziel und
könnte theoretisch nebenbei noch erwerbstätig sein. Aus diesen Gründen seien die
Voraussetzungen für eine Kinderrente nicht erfüllt (IV-act. 12 f.).
A.f Mit Verfügung vom 5. Januar 2016 sprach die IV-Stelle für B._ ab 1. Februar
2016 die Kinderrente zu, da sie ab Februar 2016 während der ganzen Woche den
Schulunterricht besuche (IV-act. 4).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 3. Dezember 2015 erhebt B._ am 12. Dezember 2015
(Datum der Postaufgabe: 17. Dezember 2015) Beschwerde. Sinngemäss beantragt sie
die Aufhebung der Rückforderungsverfügung. Im vierten Jahr ihrer Ausbildung sei ein
Praktikum in einem Betrieb vorgesehen. Sie habe sich unter anderem bei der Klinik
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E._ beworben und bereits die mündliche Zusage von der verantwortlichen Person
erhalten. Leider habe es mit dem Vertrag nicht geklappt, so dass ihr für die Zulassung
zur Abschlussprüfung noch ein Monat Praktikumszeit gefehlt habe. Sie habe im
Oktober 2015 beim Amt für Berufsbildung ein Gesuch um Erlass der fehlenden
Praktikumszeit gestellt, welches gutgeheissen worden sei. Sie müsse sich für die
Prüfungen jedoch sehr gut vorbereiten, da ihr die praktische Erfahrung fehle. Dazu
nutze sie die Zeit, welche sie sonst am Praktikumsplatz verbringen würde. Sie sei nicht
aus eigenem Verschulden in diese Situation geraten, habe sich um einen
Praktikumsplatz bemüht und konzentriere sich auf die Ausbildung (act. G 1). Sie reicht
ein Schreiben des Amtes für Berufsbildung vom 14. Oktober 2015 ein, das gegenüber
der Prorektorin der D._ bestätigte, B._ könne im Juni 2016 ihr
Qualifikationsverfahren ablegen (act. G 1.2). Weiter reicht sie eine Bestätigung des
Schulbesuchs im Schuljahr 2015/2016 ein (act. G 1.1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 2. März 2016 (act. G 5) beantragt die
Beschwerdegegnerin, es sei im Sinne einer reformatio in peius festzustellen, dass die
Kinderrente vom 1. Mai 2015 bis 31. Dezember 2015 zurückzufordern sei. Im Übrigen
sei die Beschwerde abzuweisen. Die Beschwerdeführerin bereite sich bereits seit April
2015 nicht mehr überwiegend auf den Berufsabschluss vor. Sie wäre verpflichtet
gewesen, die Unterbrechung der Ausbildung und die veränderten
Ausbildungsbedingungen unverzüglich zu melden. Zur (weiteren) Begründung verweist
sie auf eine Stellungnahme des Fachbereichs vom 1. März 2016 (IV-act. 1). Danach sei
die Voraussetzung des geforderten Ausbildungsaufwandes bereits mit dem Start der
Repetition im April 2015 nicht mehr gegeben gewesen.
B.c In ihrer Replik vom 16. April 2016 führt die Beschwerdeführerin aus, sie habe ihre
Ausbildung nicht unterbrochen und in keinem Augenblick die Intention dazu gehabt
(act. G7).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 10. Mai 2016 auf eine Duplik (act. G 9).
B.e A._ wird am 17. Mai 2016 zum Verfahren beigeladen und es wird ihm Frist zur
Stellungnahme zur Beschwerde eröffnet (act. G 10). Nachdem er sich über den Grund
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der Beiladung erkundigt hat (act. G 11, act. G 12), verzichtet A._ auf eine
Stellungnahme (act. G 13).

Erwägungen
1.
Zwar steht der Anspruch auf eine Kinderrente dem hauptrentenberechtigten Elternteil
zu (vgl. Art. 35 Abs. 1 und Abs. 4 Satz 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Indes ist die Beschwerdeführerin als in
Ausbildung stehende Tochter des Hauptrentners von der angefochtenen
Rückforderungsverfügung stärker als jedermann berührt bzw. betroffen. Auch wurde
die Kinderrente in Anwendung von Art. 71ter der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung (AHVV; SR 831.101) direkt an sie ausbezahlt (vgl. IV-act.
35-1), so dass ihr Vater sie allenfalls belangen könnte, falls die verfügte
Rückzahlungspflicht in Rechtskraft erwächst. Damit hat sie ein aktuelles
schutzwürdiges wirtschaftliches Interesse an der Aufhebung der angefochtenen
Verfügung und ist demzufolge im Sinne von Art. 59 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) zur Beschwerde
legitimiert (vgl. BGE 133 V 191 f. E. 4.3.1; BGE 138 V 296 E. 4; U. KIESER, Kommentar
ATSG, 3. Aufl., Zürich 2015, Art. 59 N 7 ff. und N 23).
2.
Umstritten und zu prüfen ist, ob die Auszahlung der Kinderrente vom 1. Mai bis 31.
Dezember 2015 zu Recht erfolgt ist oder von der Beschwerdeführerin
zurückzuerstatten ist.
2.1 Gemäss Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG sind unrechtmässig bezogene Leistungen
zurückzuerstatten. Der Rückerstattungsanspruch erlischt mit dem Ablauf eines Jahres,
nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber
mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung (Art. 25
Abs. 2 Satz 1 ATSG).
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2.2 Der Anspruch auf Kinderrente erlischt mit der Vollendung des 18. Altersjahres des
Kindes (Art. 25 Abs. 4 Satz 2 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung [AHVG; SR 831.10] i.V.m. Art. 35 Abs. 1 IVG). Für Kinder,
die noch in Ausbildung sind, dauert der Rentenanspruch bis zu deren Abschluss,
längstens aber bis zum vollendeten 25. Altersjahr (Art. 25 Abs. 5 Satz 1 AHVG i.V.m.
Art. 35 Abs. 1 IVG).
2.3 Die Beschwerdegegnerin hat in der Verfügung vom 26. April 2007 keine Befristung
der Kinderrenten angeordnet und gestützt auf die letztgenannte Bestimmung und die
Schulbestätigung vom 13. August 2012 (IV-act. 35-2) die Kinderrente an die
Beschwerdeführerin über deren vollendetes 18. Altersjahr hinaus ausgerichtet, ohne
eine neue Verfügung zu erlassen. Der Rückforderung liegt demnach eine Änderung des
Sachverhalts (Unterbruch bzw. Aufgabe der Ausbildung vor Vollendung des 25.
Altersjahres) und damit verfahrensrechtlich betrachtet eine Revision im Sinne von Art.
17 ATSG zugrunde (vgl. Urteile des Versicherungsgerichts vom 18. Juni 2015, IV
2014/391, E. 1 und 2, und vom 20. Oktober 2015, EL 2013/29 und EL 2013/49, E. 2.1
[Anfang]).
3.
3.1 In Ausbildung ist ein Kind, wenn es sich auf der Grundlage eines
ordnungsgemässen, rechtlich oder zumindest faktisch anerkannten Bildungsganges
systematisch und zeitlich überwiegend entweder auf einen Berufsabschluss vorbereitet
oder sich eine Allgemeinausbildung erwirbt, die Grundlage bildet für den Erwerb
verschiedener Berufe (Art. 49bis Abs. 1 AHVV). Die Beschwerdeführerin hat an der
D._ die E._ absolviert (act. G 7 S. 2; act. G 1.1; IV-act. 35-2). Dabei handelt es sich
um eine an die Sekundarschule anschliessende Vollzeitschule, die in vier Jahren zum
eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) und zusätzlich zur eidgenössisch
anerkannten Berufsmatura führt. Das Ausbildungskonzept sieht für das 6. und 7.
Semester ein Praxisjahr in einer Unternehmung mit wöchentlich einem Tag Unterricht
vor. Das 8. Semester beinhaltet wiederum vollzeitlichen Unterricht. Vorliegend ist
unbestritten, dass es sich bei der von der Beschwerdeführerin absolvierten E._ um
eine Ausbildung im Sinn von Art. 49bis Abs. 1 AHVV handelt. Gemäss der Wegleitung
des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) über die Renten (RWL) in der
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Eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung vom 1. Januar
2003 gilt dies auch für das Praktikumsjahr, zumal dieses Teil der Ausbildung bildet (vgl.
Rz. 3361 RWL).
3.2 Der Anspruch auf eine Kinderrente über das vollendete 18. Altersjahr hinaus setzt
voraus, dass die Ausbildung mit dem objektiv zumutbaren Einsatz betrieben wird, um
innert nützlicher Frist abgeschlossen werden zu können. Während der Ausbildung
muss sich das Kind zeitlich überwiegend dem Ausbildungsziel widmen. Dies gilt nur
dann als erfüllt, wenn der gesamte Ausbildungsaufwand (Lehre im Betrieb,
Schulunterricht, Vorlesungen, Kurse, Vor- und Nachbearbeitung, Prüfungsvorbereitung,
Selbststudium, Verfassen einer Diplomarbeit, Fernstudium etc.) mindestens 20 Stunden
pro Woche ausmacht (Rz 3359 RWL). Die Ausbildung gilt (unter anderem) als beendet,
wenn sie abgebrochen oder unterbrochen wird (Art. 49ter Abs. 1 AHVV). Nicht als
Unterbrechung gelten übliche unterrichtsfreie Zeiten und Ferien von längstens vier
Monaten, wenn sie zwischen zwei Ausbildungsphasen liegen, das heisst, wenn die
Ausbildung unmittelbar daran fortgesetzt wird (Art. 49ter Abs. 3 lit. a; RWL Rz 3370),
Militär- und Zivildienst von längstens fünf Monaten (Art. 49ter Abs. 3 lit. b; RWL Rz
3371) und gesundheits- und schwangerschaftsbedingte Unterbrüche von längstens 12
Monaten (Art. 49ter Abs. 3 lit. c; RWL Rz 3372 f.). Die Rechtsprechung akzeptiert auch
Unterbrüche durch Lehrstellenwechsel und Repetitionen, sofern ein Ausbildungswille
und -aufwand ausgewiesen ist (Urteil des Sozialversicherungsgerichts Zürich vom 25.
August 2015, IV.2014.01218; BGE 140 V 314; Urteil des Bundesgerichts vom 20. März
2014, 8C_916/2013). Der Zweck der Kinderrente besteht darin, dass das volljährige
Kind eines invaliden Elternteils durch die Invalidität seines Vaters oder seiner Mutter in
seinem beruflichen Weiterkommen nicht behindert sein soll (BGE 139 V 126 E. 4.3).
Dieser entfällt, wenn das Kind seine Ausbildung nicht mit ernsthaftem Engagement
vorantreibt oder in der Lage wäre, neben der Ausbildung ein beachtliches
Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl. RWL Rz 3366; vgl. auch Bundesamt für
Sozialversicherungen [BSV], Erläuterungen zu den Änderungen der AHVV auf den 1.
Januar 2001, S. 8), nicht aber bei den erwähnten Unterbruchstatbeständen, denen
gemeinsam ist, dass sie grundsätzlich unvermeidbar sind und grundsätzlich nicht zu
einem Untergang des Anspruchs auf die Kinderrente führen, wenn die Ausbildung
sobald möglich fortgesetzt wird.
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3.3 Die Prorektorin der D._ bestätigte am 8. Januar 2016, dass die
Beschwerdeführerin ihre Ausbildung krankheitsbedingt unterbrechen musste (IV-act.
9-4). Auch die Beschwerdegegnerin geht davon aus, dass die Beschwerdeführerin ihre
Ausbildung krankheitsbedingt von Dezember 2014 bis April 2015 unterbrechen musste
(vgl. IV-act. 1-2). Das Amt für Berufsbildung hat schliesslich der Beschwerdeführerin
den fehlenden Praktikumsmonat erlassen (act. G 1-2). Da es sich hierbei einerseits um
Zulassungsvoraussetzungen für die Lehrabschlussprüfung und die
Berufsmaturitätsprüfungen handelt (vgl. Art. 15 Abs. 2 und Art. 19 Abs. 1 des
Reglements über die Ausbildung und die Lehrabschlussprüfung und Art. 2 des
Berufsmaturitätsprüfungsreglements der E._ und andererseits der vollzeitliche
Unterricht des 8. Semesters im Frühjahr 2015 gefehlt hätte, konnte die
Beschwerdeführerin ihre Ausbildung nach ihrer Erkrankung nicht ohne Weiteres im
bisherigen Klassenzug fortsetzen. Letzteres hätte vorausgesetzt, dass das Amt für
Berufsbildung ein entsprechendes Gesuch bereits im Hinblick auf die
Abschlussprüfungen 2015 genehmigt hätte, also einerseits ein nicht vollständiges
Praktikumsjahr und andererseits kein vollständiges Absolvieren des letzten
Vollzeitsemesters akzeptiert hätte. Beides zusammen erscheint nicht überwiegend
wahrscheinlich. Vielmehr dürfte für den Entscheid betreffend Repetition auch
ausschlaggebend gewesen sein, dass sich die Beschwerdeführerin zuvor tatsächlich
um eine weitere Praktikumsstelle zu bemühen hatte. Da die Lehrabschluss- bzw.
Berufsmaturitätsprüfungen nur einmal jährlich abgelegt werden können, führte die
Erkrankung der Beschwerdeführerin nicht nur unmittelbar zu einem Unterbruch der
Ausbildung bis zur Genesung bzw. unbestrittenermassen bis April 2015, sondern
darüber hinaus mittelbar zu einer Verzögerung der Ausbildung um ein ganzes Jahr.
3.4 Zwar ist der Beschwerdegegnerin zuzustimmen, dass der Aufwand während der
vorgesehenen Praktikumszeit mit einem Schulanteil von acht Lektionen und einem
zusätzlichen Lernaufwand von eineinhalb Stunden (Auskunft der Prorektorin, undatierte
Telefonnotiz, IV-act. 21) keinem zeitlich überwiegenden Ausbildungsaufwand
entspricht. Das Erfordernis eines überwiegenden Ausbildungsaufwandes beruht jedoch
auf dem Grundgedanken, dass es dem Kind zumutbar ist, ein eigenes beachtliches
Einkommen zu erzielen, soweit es zeitlich nicht durch die Ausbildung beansprucht ist.
Dies setzt voraus, dass die Annahme einer Arbeitsstelle überhaupt zumutbar ist. Dies
ist vorliegend zu verneinen: Im Gegensatz zu üblichen Repetitionsfällen war die
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Beschwerdeführerin von Seiten der Schule verpflichtet, eine Praktikumsstelle zu
suchen (IV-act. 23), bis ihr das Praktikum am 14. Oktober 2015 vom Amt für
Berufsbildung erlassen wurde (act. G 1.2). Es konnte daher während dieser Zeit von ihr
nicht verlangt werden, sich um eine Arbeitsstelle, welche ihr ein
rentenausschliessendes Einkommen verschafft hätte, zu bemühen. Auch nach der
Dispensierung vom Praktikum wäre es kaum realistisch gewesen, eine bis zum
Wiederbeginn des Vollzeitunterrichts im Februar 2016 befristete Stelle zu finden. Für
diesen Zeitraum war die Situation mit derjenigen der vorlesungsfreien Zeit vergleichbar,
welche während längstens vier Monaten als Ausbildungszeit akzeptiert wird (RWL, Rz
3370).
4.
4.1 Der Beschwerdeführerin wurde demnach die Kinderrente für die Monaten Mai bzw.
August bis Dezember 2015 nicht unrechtmässig ausgerichtet. Ihre Beschwerde ist
daher gutzuheissen und die Verfügung vom 3. Dezember 2015 ist aufzuheben.
4.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das IV-Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Da es sich bei Streitigkeiten um eine
Rückforderung nicht um solche Streitigkeiten um eine Bewilligung oder Verweigerung
von IV-Leistungen handelt, sind vorliegend keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 61 lit.
a ATSG).