Decision ID: 13be644a-6a6d-4ab4-95a6-3052f237c1e1
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
H._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Philipp Geertsen, Poststrasse 23, 9001 St. Gallen,
gegen
Basler Versicherungs-Gesellschaft, Aeschengraben 21, Postfach, 4002 Basel,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Krauter, S-E-K Advokaten, Dorfstrasse 21,
8356 Ettenhausen TG,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a H._, geb. 1951, war als Handarbeitslehrerin tätig und dadurch bei den Basler
Versicherungen unfallversichert, als sie am 13. April 2001 auf Fuerteventura beim
Überqueren einer Strasse auf dem Fussgängerstreifen von einem Auto angefahren
wurde. Sie zog sich eine Kontusion/Distorsion des linken Knie, eine Schädelkontusion
sowie diverse Prellungen zu (UV-act. 136, 124). Eine Abklärung im Medizinischen
Radiologischen Zentrum der Klinik Stephanshorn ergab gemäss Bericht vom 10. Mai
2001 ein altersentsprechend normales cranio-cerebrales Computertomogramm ohne
Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Schädelfraktur und ohne Nachweis
computertomografisch fassbarer Hirn-Kontusionsherde sowie einen sicheren
Ausschluss einer intracraniellen Blutung (UV-act. 138). In der Folge wurde die
Versicherte ärztlich behandelt und abgeklärt. Die Basler erbrachte entsprechende
Versicherungsleistungen.
A.b Am 25. Juni 2006 bat die Versicherte die Basler um Zustellung eines
Zahnschadenformulars an ihren Zahnarzt (UV-act. 50). Dr. med. dent. A._, St. Gallen,
bestätigte am 5. Juli 2006 eine Wurzelfraktur am Zahn 45 (UV-act. 44). Nach weiteren
Abklärungen bei ihrem Vertrauensarzt Dr. med. dent B._, Basel, teilte die Basler der
Versicherten mit Verfügung vom 21. November 2006 mit, dass eine Unfallkausalität des
Schadens am Zahn 45 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sei.
Kurz nach dem Unfall seien keine Röntgenbilder gemacht worden. Es sei deshalb nicht
möglich, festzustellen, zu welchem Zeitpunkt die Längsfraktur entstanden sei. Ebenso
wäre ein anderes Ereignis als Ursache für die Zahnproblematik möglich. Zudem handle
es sich um einen seit vielen Jahren vorbehandelten Zahn, der sicher anfälliger sei auf
Beschädigungen als ein unbehandelter Zahn (UV-act. 34). Die gegen diese Verfügung
erhobene Einsprache (UV-act. 23, 9) wies die Basler mit Einspracheentscheid vom
23. Mai 2007 (UV-act. 2) ab.
B.
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B.a Gegen diesen Entscheid liess die Versicherte durch Rechtsanwalt lic. iur. Philipp
Geertsen, St. Gallen, Beschwerde erheben mit den Anträgen, der Entscheid sei
aufzuheben, und ihr seien die gesetzlichen Leistungen aus der Unfallversicherung zu
erbringen. Eventualiter sei ein zahnmedizinisches Gutachten, welches über die
Unfallkausalität Auskunft gebe, einzuholen und anschliessend über die gesetzlichen
Leistungen der Unfallversicherung neu zu befinden. Der Rechtsvertreter legte zur
Begründung unter anderem dar, die Beschwerdeführerin habe im April 2001 einen
schweren Unfall erlitten, bei welchem es auch zu einer Verletzung des Unterkiefers
gekommen sei. Die ärztlichen Stellungnahmen von Dr. A._ würden sämtliche
Anforderungen erfüllen, welche die Rechtsprechung stelle, damit sie als voll
beweiskräftig zu werten seien. Dr. A._ habe mit Schreiben vom 5. Juli 2006 (act. G
1.2/7) eine Unfallmeldung veranlasst. Daraus und aus dem Kontext seiner
Ausführungen müsse geschlossen werden, dass er implizit mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit die Unfallkausalität bejaht habe. Dies gehe denn auch
nachvollziehbar aus seinen Schreiben vom 27. Oktober 2006, vom 26. Januar 2007 und
vom 12. Juni 2007 (act. G 1.2/11-13) hervor. Die Einschätzungen von Dr. A._ würden
sich mit der übrigen medizinischen Aktenlage decken. Es gehe daraus hervor, dass die
Beschwerdeführerin beim Ereignis den Kiefer verletzt und über unfallbedingte
Schmerzen im Kopfbereich, insbesondere auch im Unterkieferbereich, geklagt habe.
Auch wenn ein Zahnschaden in den medizinischen Akten nicht ausdrücklich festgestellt
worden sei, sei aufgrund des Unfallhergangs mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sich die Beschwerdeführerin anlässlich
des Unfalls vom 13. April 2001 einen behandlungsbedürftigen Zahnschaden zugezogen
habe. Die Behauptung der Beschwerdegegnerin, wonach den medizinischen Akten
nicht entnommen werden könne, dass die Beschwerdeführerin einen schweren Schlag
im Bereich des Kiefers und der Zähne erlitten habe, sei aktenwidrig. Die
Beschwerdegegnerin könne aus den anderslautenden Stellungnahmen von Dr. med.
dent. B._, Basel, nichts zu ihren Gunsten ableiten. Die Stellungnahmen dieses Arztes
würden die Anforderungen der Praxis nicht erfüllen, um beweiskräftig zu sein. Dr. B._
könne auch auf die Frage, welche anderen Ursachen für den Zahnschaden
überwiegend wahrscheinlich verantwortlich seien, falls der Kausalzusammenhang
zwischen Unfall und Zahnschaden zu verneinen sei, keine verlässliche Antwort geben.
Die Beschwerdeführerin habe sämtliche Ärzte unmittelbar nach dem Unfallereignis vom
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13. April 2001 immer wieder auf die Schmerzen im Unterkiefer hingewiesen. Dass die
behandelnden Ärzte es trotzdem unterlassen hätten, entsprechende
Röntgenaufnahmen zu machen, könne nicht der Beschwerdeführerin angelastet
werden. Die Beschwerdegegnerin habe bei Ablehnung der Unfallkausalität eventualiter
im Rahmen einer versicherungsexternen Beurteilung der Kausalitätsfrage einen
gutachterlichen Bericht einzuholen und ergänzende Abklärungen vorzunehmen.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 24. August 2007 beantragte Rechtsanwalt lic. iur.
Simon Krauter, Ettenhausen-Aadorf, für die Beschwerdegegnerin Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung verwies der Rechtsvertreter auf die Ausführungen im
angefochtenen Entscheid und legte unter anderem dar, dass – nachdem sich aus den
Akten ausser den nicht beweiskräftigen Berichten von Dr. A._ keine Anhaltspunkte
für einen überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall
und allfälligen Kiefer- oder Zahnbeschwerden ergeben würden- die
Beschwerdegegnerin nicht verpflichtet gewesen sei, ein zahnmedizinisches Gutachten
einzuholen. Im Übrigen müsse davon ausgegangen werden, dass auch ein solches
keinen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem Schaden am Zahn 45
belegen könnte, da gar keine Unterlagen zum Zustand dieses Zahns kurz vor und nach
dem Unfallzeitpunkt vorhanden seien. Nachdem sich Dr. B._ mangels genügender
Beurteilungsgrundlagen betreffend den Zeitraum vor dem Unfall nicht ausführlich zur
Frage des Kausalzusammenhangs geäussert habe, habe einzig Dr. A._ einen
möglichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem Schaden am Zahn 45
bestätigt, indem er eine solche Kausalität nicht ausschliessen wollte. Von einem
überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhang sei dagegen keine Rede. Aus
den Akten würden sich auch keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass die
Beschwerdeführerin beim Unfall einen schweren Schlag im Bereich des Kiefers und der
Zähne erlitten haben sollte. Dazu komme, dass sich der Zahn 45 auf der rechten
Kieferseite befinde, während die übrigen Beschwerden linksseitig bestehen würden.
Der Umstand, dass sich der Unfall im Ausland ereignet habe und weder ein
Polizeibericht erstellt noch Röntgenbilder angefertigt worden oder zusätzliche
Abklärungen erfolgt seien, könne nicht der Beschwerdegegnerin zum Nachteil
gereichen. Die Beurteilung der Notwendigkeit medizinischer Massnahmen sei
unmittelbar nach dem Unfall nicht Sache der Beschwerdegegnerin gewesen. Die
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Beschwerdegegnerin könne nicht dazu verpflichtet werden, den negativen Beweis für
den Nichtbestand eines Kausalzusammenhangs zu erbringen.
B.c Mit Replik vom 12. September 2007 (act. G 8) und Duplik vom 4. Oktober 2007
(act. G 10) bestätigten die Parteien ihre Anträge und Ausführungen.

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin für den Schaden am Zahn 45
aufzukommen hat. - Dem Bericht des Medizinischen Radiologischen Zentrums der
Klinik Stephanshorn vom 10. Mai 2001 ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin
anlässlich des Unfalls vom 13. April 2001 auf den Kopf stürzte, wobei eine
Schädelfraktur ausgeschlossen wurde (UV-act. 138). Im Bericht der Klinik für
Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen vom 30. Mai 2001 wurden als
Angaben der Beschwerdeführerin Schmerzen im Unterschenkel links sowie im linken
Ellbogen und im linken Knie festgehalten. Als Diagnose wurde eine Zerrung des
medialen Seitenbandes des linken Knies angeführt (UV-act. 133). Dr. med. C._, FMH
für Allgemeine Medizin, bestätigte im Bericht vom 11. Juli 2001 persistierende
Kniebeschwerden links, eine abgeheilte Ellbogenkontusion sowie eine persistierende
reaktive Cervicocephalgie mit Nacken-Schulter-Muskelverspannungen nach Sturz mit
Schädelkontusion. Anamnestisch vermerkte der Arzt eine "Prellung am Schädel
linksseitig" (UV-act. 125). Weder in den vorerwähnten noch in den in der Folgezeit
erstellten Akten der Beschwerdegegnerin (vgl. UV-act. 78, 83, 85, 89, 94, 96, 106, 114,
115, 117) wurden Kiefer- oder Zahnschmerzen erwähnt. Erst anlässlich einer
Begutachtung durch Prof. Dr. med. D._, Neurologie FMH, vom 23. Oktober 2003 gab
die Beschwerdeführerin Schmerzen an, welche vom Nacken in den Kopf ziehen
würden; sie habe "häufig das Gefühl, dass alle Zähne weh tun" würden (UV-act. 55).
Der Gutachter kam unter anderem zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin beim
Unfall vom 13. April 2001, neben einer Verletzung am linken Knie und am linken
Ellbogen, ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma, wahrscheinlich mit einer Commotio
cerebri, erlitten habe. Wahrscheinlich sei es auch zu einer Distorsion der
Halswirbelsäule gekommen. Er halte es für wahrscheinlich, dass die von der
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Beschwerdeführerin geltend gemachten Beschwerden ursächlich auf den Unfall
zurückzuführen seien. Die morgendlichen Parästhesien in den Fingern seien
wahrscheinlich Ausdruck eines beginnenden (unfallfremden) Karpaltunnelsyndroms.
Heute sei wahrscheinlich noch kein Endzustand erreicht. Die Arbeitsfähigkeit sei um ca.
10% eingeschränkt (UV-act. 58, 60).
1.2 Im Nachgang zur Zahnschadenmeldung legte Dr. A._ im Bericht vom 5. Juli 2006
dar, der Zahn 45 sei endodontologisch und prothetisch vor mehr als 20 Jahren versorgt
worden und seither völlig symptomlos gewesen. Die periapikale Aufhellung habe er
zunächst für eine Folge der zu kurzen Wurzelfüllung gehalten. Eine WB-Revision habe
nach mehreren Einlagen einen endodontischen Teilerfolg (2005) ergeben. Im Jahr 2006
habe der Zahn wegen eines Rezidivs entfernt werden müssen. Dabei habe sich gezeigt,
dass die Zahnwurzel eine Längsfraktur über die gesamte Wurzellänge aufgewiesen
habe. Die Längsfraktur sei eindeutig als Grund für die periapikale Problematik des
Zahns zu deuten, da ein 20 Jahre lang endodontologisch symptom- und befundloser
Zahn nicht ohne Grund plötzlich derartige Beschwerden verursache. Zudem hätte die
lege artis durchgeführte Revision einen Erfolg erbringen müssen. Der überkronte Zahn
sei kariesfrei und der Kronenrand suffizient gewesen. Betrachte man weiterhin die
Tatsache, dass periapikale Osteolysen dieser Grösse einer gewissen Zeit zur
Entwicklung bedürften, sei eine sturzbedingte Fraktur des Zahns 45 nicht
auszuschliessen und würde zeitlich ins Gesamtbild passen. Aufgrund der zunächst
nicht klaren Ursache für das periapikale Geschehen am Zahn 45 sei bisher keine
Meldung unfallbedingter Zahnschäden vorgenommen worden (UV-act. 44). Der
Vertrauensarzt Dr. B._ stellte sich am 3. September 2006 auf den Standpunkt, dass
ohne Röntgenbilder aus der Zeit vor dem Unfall keine mit dem behandelnden Zahnarzt
übereinstimmende Aussage gemacht werden könne. Anhand der vorliegenden
Röntgenbilder sei die insuffiziente erste endodontische Behandlung und eventuell die
zu lange Brücke eher für die Fraktur des Zahns 45 verantwortlich (UV-act. 42). Nach
Einsicht in die Röntgenbilder vom 19. November 1999 legte Dr. B._ im Bericht vom
24. September 2006 dar, auf diesen Röntgenbildern sei keine Wurzel in der gesamten
Länge bis zur Wurzelspitze abgebildet. Dadurch könne auf die Erklärung des
behandelnden Zahnarztes nicht eingegangen werden. Mindestens alle paar Jahre
sollten endodontisch versorgte Zähne radiologisch bis zum Apex erfasst werden. Die
Fraktur am Zahn 45 könne so nicht als unfallkausales Ereignis gewertet werden (UV-
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act. 45). Dr. A._ teilte am 27. Oktober 2006 mit, ihn erstaune nicht, dass auf dem
Röntgenbild aus dem Jahr 1999 keine Längsfraktur ersichtlich sein könne, sei der
Unfall doch erst 2001 erfolgt. Die mangelnde röntgenologische Dokumentation liege
daran, dass der Unfall im Ausland passiert sei und in Anbetracht der sonstigen
Unfallfolgen eine zahnärztliche Abklärung zunächst zweitrangig gewesen sei. Eine
zeitliche Kausalität zwischen dem Unfall von 2001 und dem Datum der ersten
Schmerzbehandlung am Zahn 45 im Jahr 2003 könne nicht ausgeschlossen werden.
Haarrissfrakturen seien in den seltensten Fällen röntgenologisch darstellbar, ausser es
handle sich um gespaltene, meist stiftversorgte Zähne. Da die Patientin damals
permanent diffuse Schmerzen im Unterkiefer gehabt habe, dies aber nicht lokalisiert an
den Zähnen gespürt, sondern als allgemeine Unfallfolge interpretiert habe, sei dieses
akute Schmerzereignis nicht angemeldet worden. Erst bei der Extraktion im Februar
2006 sei der Haarriss über die gesamte Wurzellänge klinisch sichtbar gewesen. Zudem
seien mittlerweile die Sensationen im Unterkiefer nicht mehr spürbar (UV-act. 36). In
der Folge erstellte Dr. A._ am 26. Januar 2007 eine chronologische Auflistung der im
Rahmen des Unfallgeschehens erfolgten Behandlungsschritte. Unter anderem
vermerkte er eine Anmeldung vom 18. April 2001 wegen eines abgebrochenen Zahns
26 nach einem Autounfall (UV-act. 17). Sodann hielt er zusätzlich fest, die Extension
einer Brücke vom Zahn 47 über 46 zu 45 könne definitiv nicht als "zu lange Brücke"
bewertet werden. Da der Zahn 45 eine ausreichend lange Wurzel aufgewiesen habe,
könne von einer stabilen Standardversorgung ausgegangen werden. Betreffend der
ersten Wurzelfüllung sei anzumerken, dass zu kurze Wurzelbehandlungen zwar als
insuffizient zu werten seien, aber oft problemlos bleiben würden. Zudem hätte die lege
artis durchgeführte Revision einen langfristigen Erfolg bringen müssen. Wäre die
Osteolyse durch eine insuffiziente Wurzelfüllung entstanden, hätte diese ausheilen
müssen. Dies sei nicht der Fall gewesen. Es stelle sich die Frage, inwieweit ein kausaler
Zusammenhang zwischen einer insuffizienten Wurzelbehandlung und einer
Wurzellängsfraktur bei einem nicht mit einem Wurzelstift versorgten Zahn bestehe (UV-
act. 18).
2.
2.1 Der angefochtene Entscheid setzte sich mit der Frage auseinander, ob der
Zahnschaden eine natürlichkausale Folge des Unfalls vom 13. April 2001 darstelle. Die
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Beschwerdegegnerin legte darin die rechtlichen Voraussetzungen des Bestehens einer
natürlichen Unfallkausalität und der diesbezüglichen Beweisanforderungen zutreffend
dar (Erwägungen 1 und 2); darauf ist zu verweisen. Demgegenüber wurde im
Einspracheentscheid die Frage, ob hinsichtlich der Zahnschädigung überhaupt ein
Unfallereignis als nachgewiesen gelten kann, nicht im einzelnen geprüft. Art. 4 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) umschreibt als Unfall die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung
eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine
Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit zur Folge hat. Das
Eidgenössische Versicherungsgericht hat einen äusseren Faktor dann als
ungewöhnlich betrachtet, wenn er im Einzelfall den Rahmen des Ereignisses oder der
Situation, welche man objektiverweise als alltäglich oder gewöhnlich qualifizieren
könnte, übersteigt (BGE 116 V 138 Erw. 3b). Das Begriffsmerkmal der
Ungewöhnlichkeit dient dazu, unter den mannigfaltigen, kleinen und kleinsten Insulten
des täglichen Lebens jene Vorfälle auszusondern, die als einmalig, eben nicht alltäglich
erscheinen. Es sollen damit jene Schädigungen erfasst werden, die sich dadurch
auszeichnen, dass die Situation, in der die Schädigung entstanden ist, den Rahmen
des Alltäglichen in sinnfälliger Weise sprengt. Die Ungewöhnlichkeit kann in der Art der
vorgenommenen Handlung selbst liegen. Sie kann aber auch darin bestehen, dass bei
der Vornahme einer alltäglichen Handlung ein ungewöhnliches Ereignis hinzutritt
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S G.M. vom 15. August
2000 [UV 1999/48]). Wie das höchste Sozialversicherungsgericht in BGE 103 V 180
ausgeführt hat, lässt es sich nicht rechtfertigen, die Erfüllung des Unfallbegriffs davon
abhängig zu machen, ob das schädigende Ereignis einen völlig intakten oder aber
einen bereits behandelten Zahn betroffen hat. Der Umstand, dass einzelne oder sogar
eine Anzahl von Zähnen infolge zahnärztlicher Behandlung im Hinblick auf
mechanischen Druck relativ geschwächt sind, bildet im Erwachsenenalter wohl die
Regel, wogegen ein völlig intaktes Gebiss eher die Ausnahme sein dürfte. Es ist zwar
anzunehmen, dass ein völlig gesunder Zahn stärkeren Belastungen standhält als ein
sanierter. Indessen bleibt ein behandelter Zahn in der Regel für den normalen
Kauvorgang durchaus funktionstüchtig. Wenn ein solcher Zahn einer plötzlichen, nicht
beabsichtigten und aussergewöhnlichen Belastung nicht standhält, darf die Annahme
eines Unfalles nicht mit der Begründung ausgeschlossen werden, ein völlig intakter
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Zahn hätte selbst diese Belastung überstanden. Vorbehalten bleiben Fälle, wo der
Zahn so geschwächt ist, dass er auch eine normale Belastung nicht ausgehalten hätte
(BGE 114 V 170 Erw. 3b).
2.2 Das Gericht hat seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes
vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die
blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen
nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen
möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 117 V 360
Erw. 4a mit Hinweisen). Der Sozialversicherungsprozess ist vom
Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Dieser schliesst die Beweislast im Sinn einer
Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Wenn es sich jedoch als unmöglich erweist,
im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes einen Sachverhalt zu ermitteln, der
zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen, greift
die Beweisregel Platz, dass die Parteien eine Beweislast insofern tragen, als im Fall der
Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 115 V 133,
107 V 161).
Angewendet auf den konkreten Fall heisst dies, dass die Beweislast hinsichtlich des
Vorliegens eines Unfallereignisses (betreffend den Zahn 45) auf Seiten der
Beschwerdeführerin liegt. Sie muss, wenn auch nicht beweisen so doch glaubhaft
dartun können, dass die Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind (vgl. RKUV
1990, 46 Erw. 2). Diesbezüglich ist festzuhalten, dass eine Verletzung des Unterkiefers
anlässlich des Unfalls vom April 2001 (act. G 1) nicht ausgewiesen ist. Die aus den
"echtzeitlichen" Akten ersichtliche Prellung auf der linken Kopfseite (vgl. UV-act. 125,
138) lässt für sich allein noch nicht den Schluss zu, dass - neben den weiteren
Unfallschädigungen - effektiv auch eine Einwirkung eines äusseren Faktors auf den
Unterkiefer bzw. den in Frage stehenden Zahn Nr. 45 stattgefunden hatte. Dr. E._
hatte sodann im Gutachten vom 19. September 2002 eine ca. kinderhandgrosse Stelle
links oberhalb des Ohres mit etwas Druckdolenz beschrieben (UV-act. 86). Eine
äussere Einwirkung oberhalb des linken Ohrs ist jedoch ebenfalls nicht geeignet, eine
Schädigung im Zahn- oder Kieferbereich zu belegen, insbesondere auch deshalb nicht,
weil sich der fragliche Zahn 45 im rechten Unterkiefer befunden hat. Dies gilt auch für
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den Umstand, dass der Chiropraktor Dr. F._, Rorschach, im Bericht vom 19. Juni
2003 "Kontusionen, insbesondere auch an Kopf und Schultern" sowie
"Spannungszephalgien, bis in die Ohren ziehend" vermerkte (act. G 1.2/5). Wenn die
Beschwerdeführerin sodann gegenüber Prof. D._ am 23. Oktober 2003 angab, sie
habe "häufig das Gefühl, dass alle Zähne weh tun" würden (UV-act. 55), so ist auch
damit eine äussere Einwirkung auf den Zahn Nr. 45 nicht belegt.
Dr. A._ vermerkte in der Aufstellung vom 26. Januar 2007 die Anmeldung vom 18.
April 2001 wegen eines abgebrochenen Zahns 26 nach einem Autounfall (UV-act. 17).
Eine Schädigung des Zahnes 26 ist nun allerdings aus der Zahnschadenmeldung vom
10. Juli 2006 nicht ersichtlich; es wurde an diesem Zahn weder ein unfallbedingter
Befund noch eine sonstige Sanierung bestätigt (UV-act. 48). Eine Unfallschädigung des
Zahns 26 wurde denn auch von den Parteien weder im Einspracheverfahren noch in
diesem Verfahren thematisiert. Sodann ist - ausgehend von der Annahme, dass es sich
bei dem in UV-act. 17 erwähnten Autounfall um denjenigen vom 13. April 2001 handelt
- festzuhalten, dass eine äussere, unfallbedingte Einwirkung auf den Zahn 26, selbst
wenn eine solche stattgefunden hätte, noch nicht ohne weiteres auch eine solche
Einwirkung auf den Zahn 45 belegen würde. Eine durch den Unfall vom 13. April 2001
bedingte Einwirkung auf den Zahn 45 als solche und deren Ungewöhnlichkeit
erscheinen bei der geschilderten Sachlage zwar denkbar, können jedoch aufgrund der
konkreten Beweislage nicht als (mit überwiegender Wahrscheinlichkeit) erstellt gelten.
Im Weiteren erscheint eine vollständige Unterdrückung von Zahnschmerzen durch die
von der Beschwerdeführerin im Nachgang zum Ereignis vom 13. April 2001
eingenommenen Schmerzmittel während eineinhalb Jahren - Schmerzen im Bereich
der Zähne bzw. des Unterkiefers wurden wie erwähnt erstmals im Gutachten von Prof.
D._ vermerkt - nach Lage der vorhandenen medizinischen Akten wenig
wahrscheinlich. Der Umstand, dass eine Schmerzbehandlung am Zahn 45 erst am 24.
Oktober 2003 vorgenommen wurde, deutet ebenfalls darauf hin, dass sich anlässlich
des streitigen Ereignisses - bezogen auf den Zahn 45 - nichts Ungewöhnliches bzw.
"Programmwidriges" ereignet hatte. In diesem Zusammenhang ist von Bedeutung,
dass sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des
äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber bezieht (BGE 99 V 136 Erw. 1;
BGE 112 V 201 Erw. 1, RKUV 1988, 45 Erw. 3a, BGE 118 V 59 Erw. 2b, 118 V 283 Erw.
2a). Konkret war eine Fraktur des Zahns 45 auch ohne Unfallereignis, wegen der ersten
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ungenügenden (insuffizienten) endodontischen Behandlung und der Überkronung,
nicht ausgeschlossen (vgl. UV-act. 42). Hieran vermag die Feststellung von Dr. A._,
dass zu kurze Wurzelbehandlungen zwar als insuffizient zu werten seien, aber oft
problemlos bleiben würden (UV-act. 18), nichts zu ändern. Sind somit mehrere
Ursachen denkbar, von denen die eine als ungewöhnlich, die anderen aber als nicht
ungewöhnlich zu betrachten sind, kann nicht einfach auf die für die
Beschwerdeführerin sprechende Vermutung abgestellt und ein ungewöhnliches
äusseres Ereignis bejaht werden. Weitere Abklärungsmassnahmen vermöchten keine
bessere Beweislage zu schaffen, weshalb darauf zu verzichten ist. Die
Beschwerdeführerin hat die Folgen der Beweislosigkeit des von ihr geltend gemachten
Standpunktes zu tragen.
2.3 Selbst wenn entgegen den vorstehenden Ausführungen von einer überwiegend
wahrscheinlichen Unfall-Einwirkung auf den Zahn 45 auszugehen wäre, müsste die
natürliche Kausalität zwischen dem Unfall vom 13. April 2001 und der ersten
Schmerzbehandlung vom Oktober 2003 verneint werden. Aus der Feststellung von Dr.
A._, wonach eine sturzbedingte Fraktur des Zahns 45 nicht auszuschliessen sei und
zeitlich ins Gesamtbild passen würde (UV-act. 44), lässt sich offensichtlich keine
überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität ableiten. Auch mit der Aussage, dass die
Brücke mindestens 20 Jahre problemlos gewesen sei und die Osteolyse hätte
ausheilen müssen, falls sie durch eine ungenügende Wurzelfüllung entstanden wäre
(UV-act. 18, 44), kann eine überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität nicht
bewiesen werden. Zudem macht auch Dr. A._ nicht geltend, dass eine Beschädigung
der Brücke aufgrund anderer Faktoren überwiegend ausgeschlossen werden könne.
Wenn Dr. A._ im weiteren ausführte, eine zeitliche Kausalität zwischen dem Unfall
von 2001 und dem Datum der ersten Schmerzbehandlung am Zahn 45 im Jahr 2003
könne nicht ausgeschlossen werden (UV-act. 36), so ist festzuhalten, dass die blosse
Möglichkeit eines zeitlichen Zusammenhangs eine natürliche Unfallkausalität der
Schmerzbehandlung ebenfalls nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad belegt (vgl.
BGE 119 V 341f zur Formel "post hoc ergo propter hoc"). Mit der zuhanden des
Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin erstellten Stellungnahme vom 11. Juni 2007,
in welcher Dr. A._ eine "Unfallkausalität von mehr als 50%" bescheinigte und
festhielt, seine vorgängigen Stellungnahmen seien von der Beschwerdegegnerin nicht
korrekt interpretiert worden (act. G 1.2/13), kann eine überwiegend wahrscheinliche
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Unfallkausalität der Behandlungen am Zahn 45 ebenfalls nicht bewiesen werden, zumal
es sich dabei um eine nicht weiter begründete, mit den früheren Stellungnahmen nicht
ohne weiteres im Einklang stehende Behauptung handelt. Schliesslich lässt sich auch
aus den Beschwerdeschilderungen und Befunden in den im Nachgang zum Unfall
erstellten Akten (vgl. vorstehende Erwägung 2.2 mit Hinweis auf UV-act. 55, 86, 125,
138 und act. G 1.2/5) eine überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität nicht herleiten.
Aus ihnen kann insbesondere nicht abgeleitet werden, dass die Beschwerdeführerin im
Nachgang zum Unfall immer wieder auf Beschwerden im Unterkieferbereich
aufmerksam gemacht habe. Lediglich gegenüber Prof. D._ äusserte sie sich -
zweieinhalb Jahre nach dem Unfall - dahingehend, dass ihr alle Zähne weh tun würden
(UV-act. 55). Bei diesem Sachverhalt kann auch offen bleiben, inwiefern der
Stellungnahme von Dr. Annen vom 24. September 2006 (UV-act. 45), in welcher er sich
zu Röntgenbildern aus dem Jahr 1999 äusserte, Beweiskraft zukommt, zumal die
Beschwerdegegnerin nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen des Zahnschadens
zu erbringen hat. Zu Recht weist der Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin sodann
darauf hin, dass die Einholung eines zahnmedizinischen Gutachtens keinen
überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 13.
April 2001 und dem Schaden am Zahn 45 belegen könnte, da keine Unterlagen
(Röntgenbilder) zum Zustand des Zahns 45 kurz vor und nach dem Unfallzeitpunkt
vorhanden sind. Der angefochtene Entscheid lässt sich damit nicht beanstanden.
3.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einsprache-Entscheids vom 23. Mai 2007 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG