Decision ID: 75adc93d-b7e7-5776-873c-f8b84381ce4e
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Rosenbergstrasse 51, Postfach 1121,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 25. September 2002 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an und ersuchte um eine Umschulung (IV-act. 1). Dr. med. B._,
Facharzt für Innere Medizin FMH, berichtete der IV-Stelle des Kantons St. Gallen am
8. Oktober 2002, der Versicherte leide an einem spondylogenen Schmerzsyndrom mit
nachgewiesener Diskushernie L4/5 ohne Nervenwurzelkompression. Seit 24. Mai 2002
sei er für körperlich schwere Belastung zu 100% arbeitsunfähig. Eine körperlich leichte,
wechselbelastende Tätigkeit sei ihm wahrscheinlich zu 100% zumutbar (IV-act. 10). Der
Versicherte arbeitete vor Eintritt des Gesundheitsschadens als Bauarbeiter (IV-act. 14).
A.b Mit Verfügung vom 19. Februar 2003, bestätigt mit Einspracheentscheid vom
4. April 2003, verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf berufliche Massnahmen (IV-
act. 18 und 27). Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 27. Mai 2003 (IV 2003/45) ab (IV-act. 30).
B.
B.a Am 18. Juni 2003 meldet sich der Versicherte erneut bei der Invalidenversicherung
an und beantragte eine Rente (IV-act. 33). Der Hausarzt, Dr. B._, attestierte in seinem
Bericht vom 1. Juli 2003 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes (IV-act. 40).
Die IV-Stelle beauftragte die MEDAS Ostschweiz am 12. Januar 2004 mit der
Begutachtung des Versicherten (IV-act. 46). Am 2. Mai 2005 erstattete die MEDAS das
polydisziplinäre Gutachten. Der Versicherte war internistisch, rheumatologisch und
psychiatrisch untersucht worden. Die Ärzte gaben als Hauptdiagnosen ein
chronifiziertes rechtsseitiges lumbospondylogenes und zervikovertrebrales
Schmerzsyndrom sowie eine leichte depressive Episode ohne somatisches Syndrom
an. Die subjektiven Beschwerden seien nicht im geklagten Ausmass objektivierbar. Es
liege eine somatoforme Schmerzstörung vor. In der bisherigen Tätigkeit als Bauarbeiter
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bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. In körperlich leichten bis mittelschweren,
wechselbelastenden Tätigkeiten unter Vermeidung von Lastenheben über 15 kg sowie
Tätigkeiten mit repetitiven Wirbelsäulenflexionen/-extensionen sowie in
ausgesprochenen Wirbelsäulenzwangshaltungen bestehe aus psychischen Gründen
eine leichte Leistungsminderung (10%) bei normaler Arbeitspräsenz (IV-act. 61).
B.b Mit Verfügung vom 18. Juli 2005 wies die IV-Stelle das Rentengesuch bei einem
Invaliditätsgrad von 19% ab (IV-act. 67). Gegen diese Verfügung liess der Versicherte
am 12. September 2005 Einsprache erheben und die Aufhebung der Verfügung
beantragen. Es seien berufliche Massnahmen durchzuführen (IV-act. 75 und 79). Die
IV-Stelle trat mit Entscheid vom 4. Januar 2006 auf diese Einsprache nicht ein. Die
angefochtene Verfügung habe ausschliesslich eine IV-Rente zum Gegenstand, weshalb
es betreffend beruflicher Massnahmen an einem Anfechtungsobjekt fehle (IV-act. 83).
Dieser Entscheid erwuchs in Rechtskraft.
B.c Am 11. Januar 2006 reichte der Versicherte einen Bericht seines Hausarztes vom
4. Januar 2006 ein, wonach er an einem chronischen invalidisierenden
lumbovertebralen Schmerzsyndrom, an einer Schmerzverarbeitungsstörung bei
narzisstischer Persönlichkeit und an psychosozialen Anpassungsschwierigkeiten leide.
Er sei vollumfänglich arbeitsunfähig. Sein Gesundheitszustand habe sich derart
verschlechtert, dass nun mindestens die Voraussetzungen für berufliche Massnahmen
erfüllt seien (IV-act. 86). Mit Verfügung vom 3. März 2006 verneinte die IV-Stelle eine
Kostengutsprache für berufliche Massnahmen, weil gemäss den vorliegenden
Unterlagen nach wie vor eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe (IV-act. 91). Der Versicherte
liess auch gegen diese Verfügung am 27. März 2006 Einsprache erheben und
berufliche Massnahmen sowie eventualiter eine Rentenzusprache beantragen (IV-act.
92). Mit Entscheid vom 14. Juni 2006 wies die IV-Stelle die Einsprache ab (IV-act. 99).
Das einspracheweise gestellte Rentenbegehren behandelte sie als Wiederanmeldung
(vgl. IV-act. 125). Eine gegen den Einspracheentscheid am 10. August 2006 erhobene
Beschwerde zog der Versicherte am 19. Juli 2007 zurück (vgl. IV-act. 139).
C.
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C.a Am 27. November 2006 reichte der Versicherte bei der IV-Stelle verschiedene
Arztberichte ein (IV-act. 111). Gemäss Bericht von Dr. med. C._, Facharzt für Innere
Medizin und Rheumatologie FMH, vom 5. September 2006 sei er aufgrund des
chronischen Panvertebralsyndroms zu 30 bis 50% arbeitsunfähig (IV-act. 109) und
gemäss Bericht von Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
vom 21. November 2006 leide er an einer mittelgradigen depressiven Episode mit
somatischem Syndrom, einer gemischten Angststörung, einer Zwangsstörung sowie
einer posttraumatischen Belastungsstörung (IV-act. 112).
C.b Am 3. Dezember 2007 beauftragte die IV-Stelle aufgrund der Wiederanmeldung
betreffend Rente die MEDAS Ostschweiz mit der Verlaufsbegutachtung (IV-act. 145).
Die Ärzte der MEDAS erstatteten am 14. März 2008 das polydisziplinäre Gutachten. Als
Diagnosen mit Einschränkung auf die Arbeitsfähigkeit gaben die Ärzte an:
- leichte bis mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom
- V.a. spezifische Phobie (Höhenangst)
- chronifiziertes rechtsseitiges lumbospondylogenes und zerviko-(thorako)vertebrales
Schmerzsyndrom
- Diskushernie L4/5 medio-lateral rechts (MRI 05/02)
- Osteochondrose L4/5 und L5/S1, Spondylarthrose L4-S1, beginnende Spondylosis
deformans, Diskusprotrusion L5/S1
- unilaterale Spondylolyse LWK5
- Osteochondrose C5/6 > C3/4 mit begleitender ventraler Spondylose,
Unkovertebralspondylose C5/6 und Spondylarthrose C3-Th1
- rudimentäre Halsrippen
- Skoliose, lumbosakrale Hyperlordose.
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Gegenüber dem MEDAS-Vorgutachten vom 2. Mai 2005 habe man aus psychiatrischer
Sicht eine leichte Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Versicherten
objektivieren können, aufgrund welcher eine Arbeitsunfähigkeit von 30% attestiert
werde. Die Zunahme der Arbeitsunfähigkeit dürfte sich schleichend eingestellt haben.
Aus somatischer Sicht hätten sich keine neuen Gesichtspunkte von Relevanz bezüglich
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ergeben. Die leicht höhere Einschätzung der
Arbeitsunfähigkeit durch Dr. C._ von 30 bis 50%, insbesondere aber die durch den
behandelnden Hausarzt gemachte Aussage, dass eine Arbeitsfähigkeit des
Versicherten praktisch wie theoretisch nicht mehr gegeben sei, dürften auf den
Miteinbezug negativer psychosozialer Faktoren zurückzuführen sein. Dr. D._ habe
sich nicht explizit über das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
geäussert. Nach Ansicht des begutachtenden Psychiaters seien berufliche oder
medizinische Massnahmen mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht realisierbar. Die
Prognose sei ungünstig (IV-act. 149). Der RAD erachtete dieses Gutachten in seiner
Stellungnahme vom 11. April 2008 als ausreichend, kohärent, in sich widerspruchsfrei
und medizinisch nachvollziehbar (IV-act. 151). Er schlug vor, den Beginn der
Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes auf den 6. Oktober 2006
anzusetzen, nachdem Dr. D._ aufgrund der ersten Behandlung des Versicherten an
diesem Tag in seinem Bericht vom 21. November 2006 eine Verschlechterung mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erwähnt habe (IV-act. 154).
C.c Mit Vorbescheid vom 10. Oktober 2008 stellte die IV-Stelle die Ausrichtung einer
Viertelsrente ab 1. Oktober 2007 in Aussicht. Die bisherige Tätigkeit als Bauarbeiter sei
dem Versicherten nicht mehr zumutbar. In einer leidensangepassten Tätigkeit bestehe
eine Arbeitsfähigkeit von 70%. Es könne ein Leidensabzug von 10% gewährt werden,
da ihm nur noch leichte Tätigkeiten möglich seien. Das zumutbare Erwerbseinkommen
betrage pro Jahr ohne Behinderung Fr. 65'428.-- und mit Behinderung Fr. 37'740.--.
Daraus resultiere eine Erwerbseinbusse von Fr. 27'688.-- beziehungsweise ein
Invaliditätsgrad von 42% (IV-act. 162). Dagegen liess der Versicherte am 3. November
2008 einwenden, er sei weder mit dem Rentenbeginn noch mit der Rentenhöhe
einverstanden (IV-act. 163). Seinen Einwand ergänzte er am 2. Dezember 2008 (IV-act.
165).
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C.d Mit einer auf den 14. Januar 2009 datierten Verfügung (Postaufgabe 13. Januar
2009) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Wirkung ab 1. Januar 2009 eine
Viertelsrente zu (IV-act. 171). Mit Verfügung vom 29. Januar 2009 sprach sie ihm eine
Viertelsrente von 1. Oktober 2007 bis 31. Dezember 2008 zu (IV-act. 175).
D.
D.a Gegen diese Verfügungen liess der Versicherte am 12. Februar 2009 Beschwerde
erheben. Er beantragte deren Aufhebung, soweit sie weitergehende
Leistungsansprüche des Beschwerdeführers verneinten. Es sei dem Beschwerdeführer
eine ganze Invalidenrente ab wann rechtens, allerspätestens ab Juli 2006
zuzusprechen. Er teile die Auffassung der MEDAS-Gutachter weder bezüglich der
somatischen noch bezüglich der psychisch bedingten Einschränkung seiner
Arbeitsfähigkeit. Er könne bereits aus psychischen Gründen keiner Erwerbstätigkeit
nachgehen. Auf den überzeugenden Bericht von Dr. D._ vom 21. November 2006 sei
abzustellen. Auch aus somatischen Gründen sei gemäss Bericht von Dr. C._ vom
6. September 2006 von einer 30 bis 50%igen Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit
auszugehen. Schliesslich sei der Beginn der lang andauernden Krankheit nach Erlass
der Verfügung vom 18. Juli 2005 auf Juli 2005 festzusetzen, denn sowohl Dr. D._ wie
Dr. C._ gingen von einem früheren Beginn der Krankheit aus als die MEDAS-
Gutachter (G act. 1). Am 25. August 2009 ergänzte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers die Beschwerde (G act. 14).
D.b Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom 5. November
2009 die Abweisung der Beschwerde und die Feststellung, dass der Beschwerdeführer
keinen Rentenanspruch habe. Aus somatischer Sicht hätten die Gutachter der MEDAS
keine Verschlechterung objektivieren können, weshalb nach wie vor von einer
100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Dr. C._ beschreibe in seinem Bericht vom
5/6. September 2006 ein identisches Krankheitsgeschehen. Die Divergenz in den
Beurteilungen der zumutbaren Arbeitsfähigkeit ergebe sich dadurch, dass Dr. C._ als
behandelnder Facharzt nicht verpflichtet sei, völlig objektiv zu berichten, weshalb die
Arbeitsfähigkeitsschätzung wohl nicht ganz losgelöst von der subjektiven
Krankheitsüberzeugung des Beschwerdeführers abgegeben worden sei. Das
psychiatrische Konsiliargutachten attestiere eine 30%ige Einschränkung der
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Arbeitsfähigkeit aufgrund einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode ohne
somatisches Syndrom sowie einer Höhenangst. Diese Einschätzung könne aus
rechtlichen Gründen nicht übernommen werden. Die Höhenangst bewirke höchstens
eine qualitative Einschränkung, indem nicht mehr auf Leitern und Gerüste geklettert
werden könne. Die leichte bis mittelgradige depressive Episode ohne somatisches
Syndrom weise nicht die nach der Rechtsprechung für die Anerkennung eines
invalidisierenden Gesundheitsschadens erforderliche Schwere, Ausprägung und Dauer
auf. Es liege also beispielsweise keine von depressiven Verstimmungszuständen klar
unterscheidbare andauernde Depression vor. Daher bestehe keine invalidisierende
Gesundheitsschädigung. Analog zur bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur
somatoformen Schmerzstörung müsse hier ein Abweichen von den gutachterlichen
Schlussfolgerungen möglich sein, da sich aus rechtlicher Sicht eine andere
Einschätzung ergebe. Auf den Bericht von Dr. D._ könne nicht abgestellt werden, da
er keine objektiv feststellbaren Gesichtspunkte vorbringe, die im Rahmen der
psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben und geeignet seien, zu einer
abweichenden Beurteilung zu führen. Zusammengefasst erfülle das MEDAS-Gutachten
im Grundsatz die Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische
Entscheidungsgrundlage, jedoch sei eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers für körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten anzunehmen.
Die Zusprache einer Viertelsrente sei daher zu Unrecht erfolgt (G act. 20).
D.c Die zuständige Verfahrensleitung des Gerichts bewilligte am 17. September 2010
die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung des Beschwerdeführers
(G act. 41).
D.d In der Replik vom 18. September 2010 hielt der Beschwerdeführer an seinen
bisherigen Ausführungen und an den Rechtsbegehren fest (G act. 42).
D.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 4. Oktober 2010 auf eine Duplik
(G act. 45).
D.f Auf die weiteren Ausführungen wird, soweit entscheidrelevant, in den Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
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1.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiell-rechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche
Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei
Erlass des angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben,
als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl.
BGE 127 V 467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtenen
Verfügungen sind am 14. Januar 2009 (Poststempel vom 13. Januar 2009) und am
29. Januar 2009 ergangen. Dennoch ist ein Sachverhalt zu beurteilen, der vor dem
Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008
begonnen hat. Zu beurteilen ist im vorliegenden Verfahren eine im Jahr 2006 erfolgte
Wiederanmeldung für den Rentenbezug. Gemäss den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln ist für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals
geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-
Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006 [I 428/04] E. 1). Für die Invaliditätsbemessung ergibt
sich dadurch keine substanzielle Änderung. Neu normiert wurde hingegen der
Zeitpunkt des Rentenbeginns, der, sofern die entsprechenden
Anspruchsvoraussetzungen gegeben sind (Art. 28 Abs. 1 IVG), gemäss Art. 29 Abs. 1
IVG frühestens sechs Monate nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach
Art. 29 Abs. 1 ATSG entsteht. Es fragt sich, ob und unter welchen Voraussetzungen bei
Verfügungen unter neuem Recht für den Anspruchsbeginn dennoch die bisherigen
Bestimmungen anzuwenden sind. Der Gesetzgeber hat keine diesbezügliche
Übergangsbestimmung erlassen. Das Bundesamt für Sozialversicherungen hat im
Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007 vorgesehen, grundsätzlich auf den
Zeitpunkt des Eintritts des Versicherungsfalls abzustellen, aber auch für Sachverhalte
mit Eintritt des Rentenfalls im Jahr 2008 altes Recht anzuwenden, wenn die Anmeldung
ebenfalls noch im Jahr 2008 erfolgt ist. Das Bundesgericht hat gestützt auf das
Rundschreiben, wenn der Rentenanspruch vor dem 1. Januar 2008 entstanden wäre,
altes Recht angewendet (etwa Urteile des Bundesgerichts i/S S. vom 28. August 2008
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[8C_373/2008] und i/S P. vom 9. März 2009 [8C_491/08]). Bezüglich des allfälligen
Rentenbeginns rechtfertigt es sich vorliegend, angesichts der Neuanmeldung im Jahr
2006 und des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit im Mai 2002 die bis zum 31. Dezember
2007 gültig gewesenen Bestimmungen (im Folgenden angeführt) anzuwenden.
2.
2.1 Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente,
wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% auf eine Viertelsrente. Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 16
ATSG ist die Invalidität grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln.
Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der
Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und zumutbaren
Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in
Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
2.2 Für das gesamte Verwaltungs- und gerichtliche Beschwerdeverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder
die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen).
3.
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3.1 Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer mit Verfügungen vom 14. und
29. Januar 2009 eine Viertelsrente zugesprochen. Deshalb gehört zum
Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz
"Eingliederung vor Rente" (vgl. Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Auflage 2009,
Vorbemerkungen Rz 47) beachtet und den Beschwerdeführer zu allfälligen geeigneten
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen angehalten hat. Denn wie sich aus Art. 7 Abs.
1 und Art. 16 ATSG ergibt, ist der Einkommensvergleich zur Bemessung des
Invaliditätsgrads erst nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen vorzunehmen. Sodann hat die versicherte Person die
Pflicht, sich geeigneten und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen zu unterziehen,
wenn ohne berufliche Massnahme ein Rentenanspruch droht. Die Verwaltung hat
ihrerseits die Pflicht, vor dem Entscheid über die Rentenfrage von Amtes wegen alle
Eingliederungsmöglichkeiten zu prüfen und hierüber zu entscheiden (vgl. etwa das
Urteil IV 2006/111 des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. Juni 2007,
E. 2). Die angefochtenen Verfügungen erwähnen die Eingliederungsfrage nicht. Dies
muss so interpretiert werden, dass die Beschwerdegegnerin bereits in diesen
Verfügungen - stillschweigend - jede Eingliederungsmöglichkeit verneint hat. Im
vorliegenden Verfahren ist in Nachachtung des Grundsatzes "Eingliederung vor Rente"
auch die Rechtmässigkeit der Verneinung der beruflichen Massnahmen zu überprüfen.
3.2 Der Beschwerdeführer hat im Kosovo nach der Grundschule das Gymnasium und
zwei Jahre lang eine pädagogische Hochschule besucht. Er hat die Ausbildung zum
Lehrer jedoch nicht abgeschlossen (IV-act. 1). Den Beruf als Lehrer hat er nie ausgeübt,
sondern bereits nach Abbruch der Berufsausbildung im Kosovo eine Hilfsarbeit als
Gemüseverkäufer angenommen. Auch in der Schweiz hat er nur Hilfsarbeiten ausgeübt
(IV-act. 14 und 62). Daher ist der Beschwerdeführer trotz angefangener
Berufsausbildung als Hilfsarbeiter zu betrachten. Damit ein rentenausschliessendes
Einkommen mittels beruflicher Massnahmen erreicht werden könnte, müsste der
Beschwerdeführer eine erstmalige berufliche Ausbildung durchlaufen, beispielsweise
die nicht abgeschlossene Berufsausbildung nachholen. Rechtsprechungsgemäss
besteht in der Regel ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck
angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen
Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich
so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (Urteil
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des Bundesgerichts vom 14. Oktober 1004 i/S. J. [I 168/04] E. 2.1 mit Hinweis). Nach
Angaben der Gutachter kann der Beschwerdeführer ordentliche Deutschkenntnisse
vorweisen. Ein Eingliederungspotential wird jedoch verneint, weil IV-fremde Faktoren
sich ungünstig auf die Wiedereingliederung und Selbsteinschätzung auswirkten (IV-act.
149). Im vorliegenden Fall erscheint eine qualifizierte Berufsausbildung als
unverhältnismässig. Auch andere berufliche Massnahmen (z.B.
Integrationsmassnahmen nach Art. 14a IVG) erscheinen unter diesen Voraussetzungen
nicht zielführend. Die Beschwerdegegnerin hat daher zu Recht auf die Durchführung
beruflicher Massnahmen verzichtet. Es steht dem Beschwerdeführer allerdings frei,
sich betreffend Verwertung seiner Resterwerbsfähigkeit für
Arbeitsvermittlungsmassnahmen bei der Beschwerdegegnerin zu melden.
4.
4.1 Die Höhe der behinderungsbedingten Erwerbseinbusse hängt vor allem von der
ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung ab, d.h. davon, in welchem Umfang für die
versicherte Person noch eine Tätigkeit in Betracht fällt (BGE 125 V 261 E. 4). Die
Beschwerdegegnerin hat in ihren Verfügungen vom 14. und 29. Januar 2009 auf die
Beurteilung des MEDAS-Verlaufsgutachtens abgestellt, wonach der Beschwerdeführer
aus psychischen Gründen zu 30% arbeitsunfähig sei. In der Beschwerdeantwort macht
sie geltend, die psychiatrische Einschätzung könne aus rechtlichen Gründen nicht
übernommen werden. Die leichte bis mittelgradige depressive Episode ohne
somatisches Syndrom weise nicht die nach der Rechtsprechung für die Anerkennung
eines invalidisierenden Gesundheitsschadens erforderliche Schwere, Ausprägung und
Dauer auf. Der Beschwerdeführer sei deshalb in einer adaptierten Tätigkeit nicht in
seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Auf die rheumatologische Beurteilung der
MEDAS könne abgestellt werden. Der Beschwerdeführer ist dagegen der Ansicht, er
sei aus psychischen Gründen nicht mehr arbeitsfähig und auch aus somatischen
Gründen zu 30 bis 50% eingeschränkt.
4.2 Der Beschwerdeführer ist von der MEDAS zweimal untersucht worden. Die
rheumatologische Begutachtung basiert auf einer umfassenden Untersuchung mit neu
erstellten Röntgenbildern der HWS und LWS. Nach wie vor besteht ein chronifiziertes
rechtsseitiges lumbospondylogenes und zerviko-(thorako)vertebrales Schmerzsyndrom
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bei bekannten degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule. Eine körperlich schwere
Tätigkeit ist dem Beschwerdeführer unbestrittenermassen nicht mehr zumutbar. Die
MEDAS-Ärzte haben in ihrem Verlaufsgutachten vom 14. März 2008 ausgeführt, die
vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und Einschränkungen im Alltag
könnten nicht mit den objektivierbaren Befunden in Übereinstimmung gebracht
werden. Im Vergleich zur Voruntersuchung im Jahr 2005 hätten sich keine neuen
Gesichtspunkte von klinischer Relevanz ergeben. Wiederum hätten sie deutliche
Zeichen eines nicht organischen Krankheitsverhaltens festgestellt. Hinweise für eine
lumboradikuläre Reizsymptomatik oder klare sensomotorische lumboradikuläre Defizite
seien nicht fassbar gewesen. Aus somatischer Sicht sei in einer körperlich leichten,
wechselbelastenden Tätigkeit unter Vermeidung repetitiver Wirbelsäulenflexionen/-
extensionen sowie ohne Tragen/Heben von Lasten über 5 bis 10 kg eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit gegeben. Die abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. C._
sei bei gleichen Befunden auf den Miteinbezug negativer psychosozialer Faktoren
zurückzuführen (IV-act. 149). Die Diskushernie L4/5 ohne Nervenkompression sowie
die degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule sind bereits seit Mai 2002
bekannt. Für eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit ist bereits damals
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert worden (IV-act. 10). Diese Arbeitsfähigkeit aus
somatischer Sicht ist im MEDAS-Gutachten vom 2. Mai 2005 und vom 14. März 2008
bestätigt worden (IV-act. 61 und 149). Eine relevante Verschlechterung hat auf den
aktuellen Röntgenbildern nicht nachgewiesen werden können. Dr. C._ hat dem
Beschwerdeführer am 19. Februar 2009 mitgeteilt, dass er seine
Arbeitsfähigkeitsschätzung vom 6. September 2006 aus rheumatologischer Sicht
abgegeben habe. Somit habe er die negativen psychosozialen Faktoren nicht mit
berücksichtigt. Allerdings sei es schwierig, solche psychosozialen Probleme ganz
auszuklammern, da sie das Schmerzverhalten wesentlich beeinflussten. Immerhin
könne festgehalten werden, dass doch klare radiologisch nachweisbare Veränderungen
der unteren LWS bestünden, die zu Schmerzen führen könnten (G act. 14.4). In der
Beurteilung vom 5. September 2006 hat Dr. C._ angegeben, er habe bei der
Untersuchung des Beschwerdeführers ein mässig ausgeprägtes Panvertebralsyndrom
bei deutlichen muskulären Verspannungen und segmentalen Funktionsstörungen sowie
einer leichten S-förmigen Skoliose thorakolumbal gefunden. Aufgrund der
Schmerzangaben und der Druckdolenzen bestehe ein lumbospondylogenes Syndrom
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rechts. Radikuläre Reiz- oder Ausfallsymptome habe er nicht feststellen können (IV-act.
110-4/7). In der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung vom 6. September 2006 hat Dr. C._
ausgeführt, die Einschränkung von 30 bis 50% sei durch die Schmerzen bei längerem
Sitzen und Stehen begründet (IV-act. 109). Der Beschwerdeführer hat auch gegenüber
den MEDAS-Ärzten angegeben, er könne nicht länger als 45 Minuten sitzen. Beim
Sitzen seien die Schmerzen am ausgeprägtesten. Stehen ohne Positionswechsel sei
kaum möglich (IV-act. 61-3/14 und 149-2/22). Auf die subjektiven Schmerzangaben
kann jedoch nicht abgestellt werden. Die Gutachter haben im Gegensatz zu Dr. C._
die Zumutbarkeit, trotz der geklagten Schmerzen einer den körperlichen
Einschränkungen Rechnung tragenden Arbeitstätigkeit nachzugehen, bejaht. Die
Gutachter haben also beurteilt, ob dem Beschwerdeführer subjektiv die
Willensanstrengung zugemutet werden kann, auch mit seinen Schmerzen einer
Arbeitstätigkeit zu 100% nachzugehen. Auch Dr. C._ hat keine radikulären Reiz- oder
Ausfallsymptome feststellen können. Auch er hat die massiv geklagten Beschwerden
nicht objektivieren können. Dr. C._ hat keine Befunde vorgebracht, die begründen
würden, weshalb dem Beschwerdeführer die nötige Schmerzüberwindung nicht
zugemutet werden könnte. Ebenso wenig der Hausarzt in seinem Bericht vom 4.
Januar 2006 (IV-act. 86-2/2). Daher ist betreffend die somatische Situation auf die
polydisziplinäre Arbeitsfähigkeitsschätzung der MEDAS vom 14. März 2008
abzustellen.
4.3 Auch in psychischer Hinsicht liegt eine zweifache Begutachtung vor. Der
psychiatrische Gutachter hat in seinem Konsiliargutachten vom 27. Februar 2008 eine
leichte bis mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom sowie einen
Verdacht auf eine spezifische Phobie (Höhenangst) diagnostiziert. Die Verschlechterung
zeige sich in der leicht heruntergesetzten Grundstimmung, der leicht eingeschränkten
Schwingungsfähigkeit, der zunehmenden Angst, der zunehmenden Ein- und
Durchschlafstörungen und der vermehrten Todeswünsche. Diese bewirkten eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30%. Der Beschwerdeführer brauche mehr Zeit
zur Erholung, brauche auch vermehrt Pausen. Zudem kämen als Einschränkung die IV-
fremden Faktoren hinzu (IV-act. 150). Damit liegt eine leichte Verschlechterung vor, weil
sich die im ersten Gutachten im Jahr 2005 diagnostizierte leichte depressive Episode
zu einer rezidivierend auch mittelgradigen Episode entwickelt hat. In seiner
Arbeitsfähigkeitsschätzung hat der begutachtende Psychiater die psychosozialen
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Belastungen nicht berücksichtigt. Er hat nachvollziehbar begründet, weshalb die
Beurteilung von Dr. D._ nicht zutreffen kann. So hat er ausgeführt, dass sich die
Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung nicht begründen lasse. Der
Beschwerdeführer habe einzig von einem Unfall im Jahr 1988 erzählt, bei dem er bei
einer Skiabfahrt gestürzt sei. Eine katastrophenartige Bedrohung rufe ein solcher Unfall
nicht hervor und eine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit habe daraus nicht resultiert.
Sodann habe der Beschwerdeführer Zwänge im Sinn von Zwangsverhalten verneint,
weshalb keine Zwangsstörung vorliege. Zwar habe auch er beim Beschwerdeführer ein
Grübeln feststellen können, hingegen sei dies im Rahmen der depressiven Störung zu
sehen. Die diffuse Angstproblematik sei zum einen mit der möglichen spezifischen
Phobie (Höhenangst), zum anderen im Rahmen der depressiven Erkrankung erklärbar
(vgl. IV-act. 150-4/6). Damit hat der begutachtende Psychiater nachvollziehbar und
schlüssig begründet, weshalb einzig die Diagnose einer leichten bis mittelschweren
depressiven Episode ohne somatisches Syndrom zutreffend ist. Es wird zwar geltend
gemacht, die Beurteilung von Dr. D._ stütze sich auf zahlreiche Tests ab. Diese sind
aber nicht aktenkundig. Zudem kommt ihnen nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung nur eine ergänzende Funktion zu. Entscheidend bleibt die klinische
Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und
Verhaltensbeobachtung (vgl. Urteil vom 3. Juni 2008 i/S. N. [9C_531/2007] E. 2.2.4 mit
Hinweis). Der Beweiswert des Berichts von Dr. D._ ist bereits aufgrund der
unzutreffenden Diagnosen erschüttert worden, woran auch die Tests nichts zu ändern
vermögen. Zudem hat Dr. D._ keine präzise Arbeitsfähigkeitsschätzung aufgeführt,
sondern angegeben, bei jahrelanger Stellenlosigkeit bestünde eine erhebliche
Dekonditionierung, weshalb es fraglich bis unwahrscheinlich sei, dass der
Beschwerdeführer dem heutigen wirtschaftlichen Druck und den Anforderungen eines
Arbeitsplatzes auf dem freien Markt gewachsen wäre. Der reale Arbeitsmarkt ist in
Bezug auf die vorliegende IV-rechtliche Fragestellung jedoch nicht massgebend,
weshalb damit keine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
begründet werden kann. Schliesslich ist nicht ausgeschlossen, dass Dr. D._ in
seinem Bericht vom 21. November 2006 aufgrund seines ärztlichen
Behandlungsauftrags die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers mehr in seine
Beurteilung hat einfliessen lassen, als dies bei einer unabhängigen externen
Begutachtung der Fall ist. Die gutachterliche Einschätzung ist vorliegend beweiskräftig.
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4.4 Die Beschwerdegegnerin ist der Ansicht, die diagnostizierte leichte bis
mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom sei kein invalidisierender
Gesundheitsschaden. Es liege keine von depressiven Verstimmungszuständen klar
unterscheidbare andauernde Depression vor. Sie beruft sich dabei auf das Urteil des
Bundesgerichts vom 28. September 2007 i/S. A. (9C_330/2007). Dieser Fall ist mit dem
vorliegenden nicht zu vergleichen, da dort eine somatoforme Schmerzstörung ohne
begleitende Depression festgestellt worden ist. Entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin hat der begutachtende Psychiater die dem Beschwerdeführer
zumutbare Willensanstrengung, trotz der geklagten Beschwerden einer
Erwerbstätigkeit nachzugehen, in seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt.
Die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur somatoformen Schmerzstörung und
vergleichbaren Krankheitsbildern ist den erfahrenen Gutachtern bekannt. Der
Beschwerdeführer leidet an gewissen körperlichen Beschwerden, die sich qualitativ auf
die Arbeitsfähigkeit auswirken und das Ausmass der zumutbaren Schmerzüberwindung
beeinflussen dürften. Die vorliegenden psychischen Beschwerden bewirken eine
Verlangsamung des Beschwerdeführers. Er ist mehr auf Pausen angewiesen. Der
psychiatrische Gutachter hat nicht nur Befunde erhoben, die in den psychosozialen
und soziokulturellen Umständen ihre Erklärung finden, sondern hat eine
verselbständigte psychische Störung diagnostiziert. Er hat ausdrücklich darauf
hingewiesen, dass die depressive Störung eine IV-relevante Erkrankung sei und diese
die Arbeitsfähigkeit einschränke. Ebenfalls hat er unmissverständlich ausgeführt, dass
daneben eine Vielzahl von IV-fremden Faktoren bestünden (IV-act. 150-4/6). Mit der
Schätzung von 30% Arbeitsunfähigkeit hat der Gutachter angegeben, die geklagten
Beschwerden seien auch unter Berücksichtigung der zumutbaren Willensanstrengung
im Umfang von 30% nicht überwindbar, ohne dabei auf invaliditätsfremde Faktoren
abzustellen. Auch der RAD hat in seiner Stellungnahme vom 11. April 2008 die
psychiatrische Arbeitsfähigkeitsschätzung als widerspruchsfrei und nachvollziehbar
bezeichnet (IV-act. 151). Eine erneute Überwindbarkeitsprüfung nach dieser
gutachterlichen Beurteilung ist daher nicht angebracht. Auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des MEDAS-Gutachtens vom 14. März 2008 kann
vollumfänglich abgestellt werden. Demgemäss ist dem Beschwerdeführer eine
leidensangepasste Tätigkeit zu 70% zumutbar.
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4.5 Die MEDAS-Gutachter haben angegeben, der genaue Zeitpunkt des Eintritts der
schleichenden Gesundheitsverschlechterung könne nicht festgestellt werden. Der RAD
hat in seiner Stellungnahme vom 28. August 2008 festgehalten, eine Verschlechterung
des psychischen Gesundheitszustandes werde im Bericht von Dr. D._ vom
21. November 2006 erwähnt. Der Versicherte sei erstmals am 6. Oktober 2006 in der
psychiatrischen Behandlung gewesen. Als Beginn der Verschlechterung sei deshalb
der 6. Oktober 2006 anzusehen (vgl. IV-act. 154). Diese Schlussfolgerung ist
nachvollziehbar. Bereits der Hausarzt hat in seinem Bericht vom 4. Januar 2006 von
einer Exazerbation der Gesamtsituation gesprochen (IV-act. 86-2/2). Als Hausarzt hat
er jedoch keine - vorliegend letztlich massgebende - Arbeitsfähigkeitsschätzung aus
psychiatrischer Sicht abgeben können. Dr. D._ hat in seinem Bericht vom
21. November 2006 angegeben, der Beschwerdeführer sei erstmals am 6. Oktober
2006 zur Behandlung gekommen. Er klage über diffuse Schmerzen, vor allem
Rückenschmerzen, fühle sich die meiste Zeit müde und abgeschlagen, adynamisch
und ohne Energie. Depressive Verstimmungen, Schlafstörungen, Grübelzwang,
Nervosität, innere Anspannung und Zukunftsängste bestimmten das aktuelle Zustands-
und Beschwerdebild. Eine leichte bis eventuell mittelschwere und wechselbelastende
körperlich Tätigkeit in stressfreiem Milieu käme stundenweise in Frage (IV-act. 112).
Daher kann mit dem RAD in antizipierter Beweiswürdigung angenommen werden, dass
eine 30%ige Einschränkung bereits im Oktober 2006 ausgewiesen war. Für die Zeit
davor fehlt es hingegen am entsprechenden Beweis.
5.
5.1 Auf der Basis des gutachterlich attestierten Arbeitsfähigkeitsgrades für eine
leidensadaptierte Tätigkeit ist im Folgenden der Invaliditätsgrad zu bemessen. Die
Beschwerdegegnerin hat in ihren Verfügungen vom 14. und 29. Januar 2009 auf ein
Valideneinkommen von Fr. 65'428.-- abgestellt, indem sie das vor Eintritt des
Gesundheitsschadens im Jahr 2001 erzielte Erwerbseinkommen als Bauarbeiter von Fr.
59'307.-- auf das Jahr 2008 hochgerechnet hat. Dies ist korrekt. Ebenso ist auf die
schweizerische Lohnstrukturerhebung 2008 betreffend Invalideneinkommen
abzustellen, weil der Beschwerdeführer seit Eintritt des Gesundheitsschadens keiner
Erwerbstätigkeit mehr nachgeht. Gemäss Tabelle T A1 belief sich das
Durchschnittseinkommen der Hilfsarbeiter aller Branchen im Jahr 2008 auf Fr.
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61'589.-- ([Fr. 4'935.-- x 12] angepasst an die 2008 durchschnittliche
Wochenarbeitszeit von 41.6 Stunden). Bei einer 70%igen Leistungsfähigkeit bei
ganztägiger Präsenz beträgt das Invalideneinkommen noch Fr. 43'112.--.
5.2 Die Beschwerdegegnerin hat vom Invalideneinkommen einen sogenannten
"Leidensabzug" von 10% gewährt, weil dem Beschwerdeführer nur noch leichte
Tätigkeiten zumutbar seien. Der als "Leidensabzug" bezeichnete Abzug hat nichts mit
dem Leiden an sich zu tun. Vielmehr sollen damit jene Nachteile ausgeglichen werden,
welche die versicherte Person bei der Anwendung statistischer Daten für das
Invalideneinkommen erleidet. Die Invalidität bewirkt - neben der Arbeitsunfähigkeit - auf
den realen Arbeitsmarkt bezogen eine zusätzliche Lohneinbusse. Denn die
statistischen Tabellenlöhne werden auf der Grundlage von Daten gesunder
Arbeitnehmer erhoben. Solche Werte erreicht der invalide Arbeitnehmer im Allgemeinen
nicht. Vielmehr muss er in der Entwicklung des Invaliditätseinkommens
beziehungsweise der Invalidenkarriere mannigfaltige Nachteile gewärtigen (vgl.
BGE 126 V 75 neues Fenster zum "Leidensabzug"). Dem Beschwerdeführer sind
körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten unter Vermeidung repetitiver
Wirbelsäulenflexionen/-extensionen sowie ohne Tragen/Heben von Lasten über 5 bis
10 kg bei ganztägiger Präsenz zu 70% zumutbar. Der Beschwerdeführer ist damit
gegenüber einem gesunden Konkurrenten für einen adaptierten Arbeitsplatz aus
ökonomischer Sicht benachteiligt, weil ein grösseres Risiko besteht, dass er aufgrund
seiner Beschwerden mehr Krankheitsabwesenheiten haben könnte und er weniger
flexibel ist (z.B. in Bezug auf Überstunden; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 25.
November 2008 [9C_650/2008] E. 5.4). Er wird deshalb seine Arbeitskraft zu einem
unterdurchschnittlichen Lohn anbieten müssen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
9. Dezember 2009 [9C_68/2009]). Dies kann in der ärztlichen Schätzung der
Arbeitsfähigkeit natürlich nicht berücksichtigt sein. Der Beschwerdeführer kann zwar
eine Vollzeitstelle besetzen, jedoch nur die Leistung eines Teilzeitbeschäftigten
erbringen. Dies ist ebenfalls ein ökonomischer Nachteil, den der Beschwerdeführer zu
tragen hat. Er wird denn auch nur einen Lohn entsprechend einem Teilzeitbeschäftigen
erhalten. Teilzeitbeschäftige Männer werden im Vergleich zu Vollzeitangestellten
gemäss den Erhebungen des Bundesamtes für Statistik überproportional tiefer
entlöhnt. Die Rechtsprechung stuft das Kriterium der Teilzeitarbeit bei der
ermessensweisen Festsetzung des Abzugs vom Tabellenlohn deshalb als grundsätzlich
https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75 https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75
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beachtlich ein (vgl. BGE 126 V 472 neues Fenster E. 4.2.3). Männer mit einem
Beschäftigungsgrad von 50 bis 74% verdienten im hier massgebenden
Anforderungsniveau 4 gemäss LSE 2006, Tabelle T2*, S. 16 der LSE 2006 (eine
entsprechende Tabelle fehlt in der LSE 2008) 10.4 % weniger als vollzeitbeschäftigte
Mitarbeiter (>=90 %). Dies ist beim Invalideneinkommen im Jahr 2008 zu
berücksichtigen, auch wenn der Beschwerdeführer seine reduzierte Leistung von 70%
bei einer ganztägigen Anwesenheit erbringen kann. Denn wenn der Beschwerdeführer
seine 70%ige Leistungsfähigkeit in einer ganztägigen Anstellung erbringt, ist sein
Arbeitsplatz nicht voll ausgelastet. Dies führt zu Mehrkosten beim Arbeitgeber. Diese
Mehrkosten kann der Beschwerdeführer nur durch das Angebot einer
unterdurchschnittlichen Teilzeitentlöhnung wettmachen. Sodann würde ein Arbeitgeber
aus ökonomischer Sicht einem Invaliden, der seine reduzierte Leistung ganztägig
erbringt, allenfalls den gleichen oder einen tieferen Lohn bezahlen als einem gesunden
Mann, der effektiv 70% arbeitet. Deshalb rechtfertigt sich ein Teilzeitabzug aus
Gleichbehandlungsgründen auch bei Invaliden bei ganztägiger Anwesenheit, die aber
effektiv nur eine verminderte Leistung bringen können (vgl. auch Urteile des
Bundesgerichts vom 21. September 2010 [9C_728/2009], vom 8. Januar 2008
[9C_603/07], vom 6. März 2009 [9C_492/2008] und vom 17. Juli 2009 [9C_368/2009]).
Demgegenüber anerkennt das Bundesgericht keinen Teilzeitabzug, wenn die reduzierte
Leistungsfähigkeit bei ganztägiger Präsenz auf psychische Beschwerden
zurückzuführen ist. Weshalb eine Ungleichbehandlung mit Invaliden, die aus
somatischer Sicht nur teilleistungsfähig sind, gerechtfertigt sein soll, ist nicht
nachvollziehbar (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 19. November 2009
[9C_708/2009] und vom 4. August 2010 [8C_144/2010]). Mit Blick auf eine willkürfreie
und rechtsgleiche Ermessensbetätigung (vgl. SVR 2008 IV Nr. 49 S. 163. E. 1.3
[9C_404/2007] mit weiteren Hinweisen) kann es vorliegend nicht bei einem minimalen
Abzug von 10 % bleiben (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 15. Juli 2009
[9C_524/2008] E. 4.2). Insgesamt drängt sich vorliegend ein höherer Abzug von 15%
auf. Das Invalideneinkommen beträgt somit Fr. 36'645.-- (Fr. 43'112.-- x 0.85). Wird
das Valideneinkommen von Fr. 65'428.-- dem Invalideneinkommen von Fr. 36'645.--
gegenübergestellt, resultiert ein Invaliditätsgrad von 43.99%, gerundet 44%.
5.3 Ist eine versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch zu
durchschnittlich 40% arbeitsunfähig gewesen, so entsteht ein Rentenanspruch (aArt.
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29 Abs. 1 lit. b IVG). aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG verweist auf Art. 6 ATSG. Demgemäss ist
Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf
oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die
zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art.
6 Satz 2 ATSG). Bei Hilfsarbeitern wird für die Ermittlung des Invaliditätsgrades bei
längerdauernder Arbeitsunfähigkeit auf die Leistungsfähigkeit in einer
leidensadaptierten Tätigkeit abgestellt. Für die Ermittlung des Rentenbeginns ist
gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung jedoch die Arbeitsunfähigkeit im
bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich relevant. (BGE 130 V 99 E. 3.2). Dies gilt auch
für Hilfsarbeiter, auch wenn ihnen eine leichtere Arbeit als die bisher ausgeübte
Tätigkeit weiterhin zumutbar wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. Oktober
2003 i/S. S. [I 392/02] E. 4; vgl. auch die Entscheide des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 16. April 2010 [IV 2009/134] E. 4 und vom 16. August 2010 [IV
2008/482] E. 6.3.4). Vorliegend gilt die einjährige Wartezeit als eröffnet, sobald in der
bisherigen Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20% vorliegt (AHI 1998 S.
124 E. 3c). Für die Erfüllung des Wartejahrs genügt eine durchschnittlich 40%ige
Arbeitsunfähigkeit. Bei längerdauernder Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
entsteht ein Rentenanspruch nach Ablauf des Wartejahrs jedoch erst bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40% bezogen auf eine adaptierte Tätigkeit (Art. 6 Satz
2 ATSG). Gemäss den übereinstimmenden Einschätzungen der behandelnden und
begutachtenden Ärzte ist dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als Bauarbeiter
seit Mai 2002 nicht mehr zumutbar. Jedoch war ihm damals der Wechsel in eine
körperlich leichte Hilfsarbeit zu 100% zumutbar (vgl. IV-act. 10 mit Beilagen), weshalb
damals kein Rentenanspruch entstehen konnte. Bei der nun spätestens seit Oktober
2006 ausgewiesenen rentenrelevanten Verschlechterung des Gesundheitszustandes in
einer leidensadaptierten Tätigkeit ist das Wartejahr jedoch nicht erneut zu erfüllen, da
dieses aufgrund der Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit berechnet wird. Das
Wartejahr war somit bei einer nach wie vor vollen Arbeitsunfähigkeit als Bauarbeiter seit
2002 im Oktober 2006 bereits erfüllt. Der Beschwerdeführer hat deshalb ab 1. Oktober
2006 Anspruch auf eine Viertelsrente. Die Verfügungen der Beschwerdegegnerin sind
betreffend den Rentenbeginn zu korrigieren, weshalb die Beschwerde teilweise
gutzuheissen ist.
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6.
6.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen sind die Verfügungen vom 14. und
29. Januar 2009 in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Der
Beschwerdeführer hat ab 1. Oktober 2006 Anspruch auf eine Viertelsrente. Die Sache
ist zur Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten Leistung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Der Beschwerdeführer unterliegt in der Hauptsache. Zu
korrigieren ist jedoch der Rentenbeginn. Der Beschwerdeführer war daher gezwungen,
gegen die Verfügungen vom 14. und 29. Januar 2009 Beschwerde zu erheben, um
diesbezüglich nicht rechtswidrig behandelt zu werden. Es rechtfertigt sich daher, der
Beschwerdegegnerin die Gerichtskosten zu einem Drittel und dem Beschwerdeführer
zu zwei Dritteln aufzuerlegen. Die Beschwerdegegnerin hat Fr. 200.-- und der
Beschwerdeführer Fr. 400.-- zu bezahlen. Der Beschwerdeführer ist aufgrund der am
17. September 2010 bewilligten unentgeltlichen Rechtspflege von deren Bezahlung zu
befreien. Da die Beschwerdegegnerin gemäss Art. 3 Abs. 1 lit. b des st. gallischen
Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über die Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung (sGS 350.1) Teil der Sozialversicherungsanstalt und damit Teil
einer selbständigen öffentlich-rechtlichen Anstalt ist, kommt Art. 95 Abs. 3 VRP
(Befreiung von der Pflicht zur Übernahme amtlicher Kosten) nicht zur Anwendung (vgl.
Urs Peter Cavelti/Thomas Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen -
dargestellt an den Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., 2003, Rz 792).
6.3 Die teilweise obsiegende beschwerdeführerende Partei hat bei diesem
Verfahrensausgang einen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die
Parteientschädigung bemisst sich gemäss Art. 61 lit. g ATSG nach der Bedeutung der
Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses. Bei vollem Obsiegen wäre eine
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
angemessen gewesen. Wegen des nur anteiligen Obsiegens hat die
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer Fr. 1'167.-- zu bezahlen. Der Staat ist
bis
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zufolge der am 17. September 2010 bewilligten unentgeltlichen Rechtsverbeiständung
zu verpflichten, für die verbleibenden Kosten der Rechtsvertretung des
Beschwerdeführers aufzukommen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass dem
unentgeltlichen Rechtsbeistand lediglich ein um 20% reduziertes Honorar zusteht (vgl.
Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Der Staat hat ausgehend vom
verbleibenden Anteil am Honorar von Fr. 2'333.-- den um 20% gekürzten Anteil von Fr.
1'866.-- zu übernehmen. Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse es gestatten, kann der
Beschwerdeführer jedoch zur Nachzahlung der vom Staat entschädigten Gerichts- und
Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/
SG).