Decision ID: caaf5943-0375-4804-b6fb-9ce31f145348
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Irja Zuber Hofer, c/o procap, Froburgstrasse 4,
Postfach, 4601 Olten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A._ ist gelernter Mechaniker und verfügt über eine einjährige Ausbildung mit Diplom
einer Abendhandelsschule (IV-act. 4). Seit 1998 ist er auf dem Gebiet der Baumontage,
insbesondere Montage von Garagentoren, in seiner eigenen Firma F._ GmbH tätig
(IV-act. 19). Am 22. Januar 2007 meldete er sich zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Am 22. Dezember 2006 hatte der Versicherte beim
Anheben eines Garagentores ein Verhebetrauma erlitten (IV-act. 19; vgl. IV-act. 52/13),
das in der Folge konservativ behandelt worden war (IV-act. 17/2).
B.
Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen holte im Rahmen ihrer Abklärungen in
medizinischer Hinsicht Berichte des seit 25. Dezember 2006 behandelnden Arztes Dr.
med. B._, physikalische Medizin und Rehabilitation, ein (IV-act. 17, 24, 64),
beauftragte das Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG (nachfolgend:
AEH) mit einer bidisziplinären (psychiatrischen und rheumatologischen) Begutachtung
sowie Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) des Versicherten (IV-act. 28,
32, 36), und zog Akten der BVG-Sammelstiftung SwissLife bzw. des Krankentaggeld-
Versicherers Zurich Versicherungsgesellschaft bei (act. G 4.2).
B.a Dr. B._ bescheinigte im Bericht vom 12. Februar 2007 – unter Hinweis auf
einradikuläres Schmerzsyndrom S1 links bei grösserer medio-lateraler Diskushernie
L5//S1 mit Nervenwurzelkompression – eine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit von 100% seit 25. Dezember 2006, von 75% seit 12. Februar 2007 und von
50% seit 19. Februar 2007 bis auf Weiteres. Für Büroarbeiten sei der Versicherte
mittelfristig wieder zu 100% arbeitsfähig (IV-act. 17).
®
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B.b Im AEH untersuchte Dr. med. C._ MSc, Physikalische Medizin und
Rehabilitation, Rheumatologie FMH, den Versicherten am 8. und 9. Mai 2008 und liess
eine EFL durchführen. Die psychiatrische Exploration erfolgte am 20. Mai 2008 durch
Dr. med. D._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH. Anschliessend fand eine
Konsensdiskussion aus interdisziplinärer Sicht statt (IV-act. 36). Aus dem
psychiatrischen Teilgutachten vom 10. Juni 2008 ging hervor, dass bei den seit
Dezember 2006 bestehenden Schmerzen keine Hinweise auf eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung vorlägen. Aus psychiatrischer Sicht sei der Versicherte
vollständig arbeitsfähig (IV-act. 32). Im rheumatologischen AEH-Gutachten vom
3. Oktober 2008 (Schlussfolgerungen gemäss EFL und Konsensdiskussion
eingeschlossen) stellten die Experten die Diagnosen chronisches lumbospondylogenes
Syndrom links, Migräne mit Aura (richtig: ohne Aura; vgl. act. G 15), Periathropathia
humerus scapularis tendo phatica vom Impingment Typ rechts und femoropatellares
Schmerzsyndrom beidseits. Bei der bisherigen Tätigkeit als Selbstständigerwerbender
sei seit 19. Februar 2007 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen. Demgegenüber
sei dem Versicherten eine mittelschwere, wechselpositionierte Tätigkeit ganztags mit
einem vermehrten Pausenbedarf von einer Stunde zumutbar (IV-act. 36).
B.c In einer Stellungnahme vom 15. Oktober 2009 hielt die RAD-Ärztin, Dr. E._, fest,
ein Migräneleiden sei bei der IV-Anmeldung nicht vorgebracht worden und habe bis
zum Verhebetrauma im Dezember 2006 zu keinen dokumentierten Arbeitsunfähigkeiten
geführt. Im Verlaufsbericht des Hausarztes vom 2. September 2009 werde keine
Veränderung des Gesundheitszustandes festgestellt. Eine fachärztliche Diagnostik oder
Behandlung der Migräne sei nicht belegt, weshalb auf das AEH-Gutachten abgestellt
werden könne (IV-act. 65).
C.
Die IV-Stelle nahm im Rahmen ihrer Abklärungen in erwerblicher Hinsicht einen Auszug
aus dem individuellen Konto des Versicherten (IV-act. 12), diverse Steuerunterlagen (IV-
act. 2/1-6) sowie die Jahresabschlüsse der F._ GmbH 2001 bis 2008 (IV-act. 2/7-33,
50 und 52/15-17) zu den Akten. Sie sprach zudem dem Versicherten am 3. Februar
2009 bzw. am 11. Juni 2009 Massnahmen der Frühintervention in Form eines
Computerkurses zu (IV-act. 49 und 55). Sodann führte sie am 31. März 2009 eine
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Abklärung der Verhältnisse an Ort und Stelle durch. Aus dem Abklärungsbericht für
Selbstständigerwerbende vom 15. Mai 2009 ergab sich im Betätigungsvergleich eine
Arbeitsfähigkeit von 19%. Die Abklärungsperson hielt im Hinblick auf einen
Einkommensvergleich fest, das Erwerbseinkommen ohne Behinderung könne aus dem
in den letzten Jahren erzielten fixen Lohn von rund Fr. 74 ́600.-- abgeleitet werden (IV-
act. 52/1-10; vgl. Stellungnahme und Ergänzungen des Versicherten, IV-act. 52/11).
D.
Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (IV-act. 69-72) wies die IV-Stelle mit
Verfügung vom 11. Januar 2010 einen Rentenanspruch ab. Der Versicherte könne aus
krankheitsbedingten Gründen als Selbstständigerwerbender im Bereich der Montage
von Garagentoren nicht mehr arbeiten. Eine körperlich leichte bis mittelschwere,
wechselbelastende Tätigkeit sei ihm ganztags zuzumuten. Die Notwendigkeit von
vermehrten Pausen und die Arbeitsausfälle wegen den Migräneanfällen entsprächen
insgesamt rund einem Tag pro Woche, was im Einkommensvergleich berücksichtigt
werde. Einem Erwerbseinkommen ohne Behinderung von Fr. 74 ́600.-- stehe ein
solches mit Behinderung von Fr. 59 ́680.-- gegenüber, woraus sich ein Invaliditätsgrad
von 20% ergebe (IV-act. 73).
E.
E.a Gegen diese Verfügung lässt der Versicherte die vorliegende Beschwerde vom
12. Februar 2010 mit den Anträgen erheben, unter Kosten und Entschädigungsfolgen
sei die Verfügung vom 11. Januar 2010 aufzuheben und dem Beschwerdeführer eine
Invalidenrente zuzusprechen, oder (eventualiter) die Angelegenheit zur Vornahme
weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung
wird im Wesentlichen geltend gemacht, die Verfügung sei widersprüchlich begründet.
Der Invaliditätsgrad sei mittels ausserordentlicher Methode des Betätigungsvergleichs
zu ermitteln, weil die Aufgabe der Selbstständigkeit dem Beschwerdeführer nicht
zuzumuten sei. Das AEH-Gutachten sei unvollständig und widersprüchlich. Die
pauschale Abgeltung der Migräneanfälle mit einer Stunde pro Tag werde den effektiven
Einschränkungen nicht gerecht. Das Einkommen ohne Behinderung betrage Fr. 82
́800.--, weshalb dasjenige mit Behinderung auf der Basis einer 50%igen
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Arbeitsfähigkeit auf Fr. 41 ́400.-- festzulegen sei. Wenn hingegen von den Löhnen der
LSE ausgegangen werde, sei ein Hilfsarbeiterlohn, Anforderungsniveau 4, mit einem
Abzug von mindestens 20% anzunehmen (act. G 1).
E.b In der Beschwerdeantwort vom 20. April 2010 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Sie hält das AEH-Gutachten für vollständig und
konsistent. Der Invaliditätsgrad sei nicht durch einen Betätigungs-, sondern durch
einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei ergebe der Durchschnittsverdienst aus
den Jahren 2003, 2005 und 2006 ein Einkommen des Beschwerdeführers als Gesunder
von Fr. 80 ́554.--. Für das Invalideneinkommen sei auf die Tabellenlöhne (LSE) für
Erwerbstätige mit Berufs- und Fachkenntnissen im Anforderungsniveau 3 abzustellen.
Daraus resultiere für das Jahr 2006 - mit Rücksicht auf die Migräneproblematik - ein
Erwerbseinkommen von Fr. 61 ́744.--. Zusätzliche Abzugsgründe seien nicht
ersichtlich. Der Invaliditätsgrad betrage somit 23% (act. G 4).
E.c In der Replik vom 9. Juli 2010 hält die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers
fest, es sei das Zusammenwirken von Rückenschmerzen und Migräne, was zur
Schlaflosigkeit führe und die Arbeitsfähigkeit erheblich einschränke. Diese multiplen
Einschränkungen liessen sich mit einer Erwerbstätigkeit im Angestelltenverhältnis kaum
vereinbaren. Gemäss neu zu den Akten gegebener Aufstellung der Treuhänderin
(Löhne und Gewinn) müsse ein Einkommen im Gesundheitsfall von Fr. 106 ́647.25
angenommen werden. Der Beschwerdeführer sei in seiner bisherigen Tätigkeit optimal
eingegliedert und könne dort eine verminderte Arbeitsfähigkeit (50%) realisieren (act.
G 8).
E.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet mit ihrer Eingabe vom 26. Juli 2010 auf die
Einreichung einer Duplik (act. G 10).
F.
F.a Mit Schreiben vom 30. Januar 2012 ersuchte das Versicherungsgericht das AEH,
einige Fragen zum Gutachten vom 3. Oktober 2008 zu beantworten (act. G 13).
F.b Am 24. Mai 2012 beantwortete das AEH die gestellten Rückfragen (act. G 15).
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F.c Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers reichte am 29. Mai 2012
verschiedene Arztberichte des Dr. med. G._, Facharzt für Rheumatologie und für
Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, vom 20. März 2012, 28. März 2012,
18. April 2012 und 23. Mai 2012, sowie des Dr. med. H._, Facharzt für Neurologie
FMH, vom 30. April 2012 und vom 3. Mai 2012, ein (act. G 16). Mit Eingabe vom 3. Juli
2012 reichte sie einen Bericht von Dr. G._ vom 2. Juli 2012 ein (act. G 18).
G.
Auf die näheren Begründungen in den Rechtsschriften sowie den Inhalt der weiteren

Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen:
1.
Angefochten ist eine Verfügung vom 11. Januar 2010 (IV-act. 73), die aufgrund einer IV-
Anmeldung vom 22. Januar 2007 ergangen ist (IV-act. 1). Der zu beurteilende
Sachverhalt entwickelte sich seit 22. Dezember 2006 (IV-act. 52/13), somit teilweise vor
der auf anfangs 2008 in Kraft getretenen 5. Revision der Invalidenversicherung.
Nachfolgend werden dennoch die seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) und des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1) wiedergegeben. Dies zum einen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des
Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber
der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Zum andern hat sich der
Beschwerdeführer kurz nach dem Eintritt der Gesundheitsprobleme bei der
Invalidenversicherung angemeldet, so dass die frühere Regelung in Bezug auf den
Zeitpunkt des Rentenbeginns (aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG) und die Nachzahlung von
Leistungen (aArt. 48 Abs. 2 IVG) vorliegend zu keinen anderen Rechtsfolgen führt als
denjenigen des anderslautenden neuen Rechts.
2.
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Strittig ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente. Einen solchen
Leistungsanspruch haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG diejenigen versicherten Personen,
die während einer einjährigen Wartezeit durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen (Art. 6 Satz 1 ATSG) und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40% invalid sind (Art. 8 Abs. 1 ATSG), sofern sie ihre Erwerbsfähigkeit
nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder
verbessern können (vgl. Art. 16 ATSG).
2.1 Nur eine Invalidität von zumindest 40% wird gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG
rentenmässig entschädigt. Unter Invalidität versteht Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit
Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit andauernde
Erwerbsunfähigkeit. Erfasst wird damit der Verlust der Erwerbsmöglichkeiten in jeder
zumutbaren Tätigkeit. Dieser Verlust muss auf eine Beeinträchtigung der Gesundheit
zurückgeführt werden können und trotz Vornahme von zumutbaren Behandlungs- und
Eingliederungsmassnahmen verbleiben (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Demnach setzt die
Invalidität im rechtlichen Sinn voraus, dass der Gesundheitsschaden sowie dessen
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt und, gestützt darauf, das Ausmass
des Verlustes von Erwerbsmöglichkeiten ermittelt worden sind.
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich
des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
3.
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Da das Sozialversicherungsgericht nach ständiger Rechtsprechung bei der Beurteilung
eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen
Verfügung (vorliegend: 11. Januar 2010) eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 130 V
446 E. 1.2; BGE 130 V 140 E. 2.1), sind die nachträglichen Eingaben der
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (vgl. act. G 16) nicht von Belang, soweit sie
sich auf die Behandlung durch Dr. G._ seit 29. Februar 2012 und auf die
Untersuchung durch Dr. H._ vom 30. April 2012 beziehen.
4.
Vorliegend stützte die Beschwerdegegnerin die angefochtene Verfügung auf das
interdisziplinäre AEH-Gutachten vom 3. Oktober 2008, welches die Rechtsvertreterin
des Beschwerdeführers als unvollständig und widersprüchlich bezeichnet und dessen
Beweiskraft deshalb zunächst zu würdigen ist.
4.1 Das arbeitsbezogene relevante Problem besteht gemäss AEH-Gutachten vom
3. Oktober 2008 in einer verminderten Belastungstoleranz der Lendenwirbelsäule, der
Handgelenke und der Knie. In der Zeitspanne vom 25. Dezember 2006 bis zum
18. Februar 2007 liege eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vor. Bei der bisherigen
Tätigkeit des Beschwerdeführers als Selbstständigerwerbender sei seit dem
19. Februar 2007 eine ganztägige Arbeit mit insgesamt zwei Stunden Pausen und
Vermeidung schwerer Belastungen zumutbar, was zu einer verminderten
Arbeitsleistung von 50% führe. Demgegenüber sei dem Versicherten eine
mittelschwere wechselpositionierte (adaptierte) Tätigkeit ganztags zumutbar, wobei ein
vermehrter Pausenbedarf von einer Stunde pro Tag bestehe. Dabei seien die sich
überlagernden Gesundheitsprobleme in verschiedenen Regionen des
Bewegungsapparates und die aufgrund der Migräneanfälle auftretenden Absenzen
mitberücksichtigt (IV-act. 36).
4.2 Der Einwand der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, die AEH-Gutachter
widersprächen sich, soweit sie die angestammte Tätigkeit unter Hinweis auf eine
50%ige Arbeitsfähigkeit als mittelschwer eingestuft, aber danach dem
Beschwerdeführer eine andere, auch mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit - mit
lediglich einem vermehrten Pausenbedarf von einer Stunde – zugemutet hätten (act.
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G 1), ist nicht stichhaltig. Für die angestammte Tätigkeit besteht eine tiefere
Arbeitsfähigkeit, weil dabei teilweise Schwerarbeit verrichtet worden war
(Montagetätigkeit, vgl. Abklärungsbericht, IV-act. 52/7). Wenn man die vermehrten
Pausen und Belastungsreduktion einbezieht, erscheint eine Arbeitsfähigkeit von 50%
für die bisherige Tätigkeit nachvollziehbar, wie auch die RAD-Ärztin Dr. med. E._ am
5. Januar 2010 plausibel darlegte (vgl. IV-act. 72/2). Die adaptierten Tätigkeiten
betreffen hingegen ausschliesslich leichte bis mittelschwere Arbeit, womit die
Arbeitsfähigkeit - trotz Pausenbedarf - höher ausfällt.
4.3 Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers beanstandet zudem die
Unvollständigkeit des AEH-Gutachtens, da eine neurologische Begutachtung durch
einen Facharzt hinsichtlich Migränebeschwerden fehle. Eine pauschale Abgeltung der
Migraneanfälle mit einer Stunde pro Tag werde den effektiven Einschränkungen nicht
gerecht (act. G 1).
4.3.1 Eine neurologische Abklärung mit der Diagnose einer Migräne ohne Aura
fand am 31. März 2008 in der Klinik Valens statt. In einem Rapport vom 1. April 2008
berichtete Dr. H._, der Beschwerdeführer leide seit vielen Jahren an einer Migräne
mit deutlicher Zunahme der Attackenhäufigkeit und Intensität in den letzten Monaten.
Es handle sich vorwiegend um einen in der Seite wechselnden stechenden Schmerz im
Bereich von Stirn und Augen. Derartige Kopfschmerzattacken träten zwei- bis dreimal
pro Woche auf. Die Beschwerden würden von Erbrechen, Übelkeit sowie ausgeprägter
Lärm- und Lichtempfindlichkeit begleitet. Es bestehe wegen der häufigen und
langdauernden Attacken aktuell der Bedarf an einer Migräneprophylaxe. Aufgrund der
Begleitumstände mit ausgeprägten Schlafstörungen und den spondylogenen
Rückenschmerzen sei eine Dauerprophylaxe mit Amitryptilin zu empfehlen (IV-act. 80).
4.3.2 Im Kenntnis dieser neurologischen Abklärung haben die AEH-Gutachter die
geklagten Migränebeschwerden anamnestisch aufgenommen (IV-act. 36/3-5) und
danach die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit insgesamt geschätzt. Die Gutachter
begnügten sich damit zu erwähnen, dass die Arbeitsausfälle infolge der
Migräneattacken bei der Empfehlung eines vermehrten Pausenbedarfs von einer
Stunde pro Tag im Sinne eines Durchschnittswertes mitberücksichtigt worden seien.
Weshalb dieser Durchschnittswert so weit entfernt von der Selbsteinschätzung durch
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den Beschwerdeführer (die Hälfte der Woche praktisch "ausser Gefecht") liegt, wurde
im Gutachten vom 3. Oktober 2008 nicht näher begründet (IV-act. 36/8). Da nach
Angaben des Beschwerdeführers die Migräne im Vordergrund des aktuellen
Beschwerdebildes stand (IV-act. 36/4), fragt es sich, ob eine erneute neurologische
Untersuchung im Rahmen der Begutachtung angezeigt gewesen wäre bzw. ob die
gutachterliche Diskussion der Migräneproblematik die rechtlichen Anforderungen an
die Beweistauglichkeit erfüllt.
4.3.3 Wie aus dem Gutachten hervorgeht, leidet der Beschwerdeführer seit mehr
als 20 Jahren unter sich wiederholenden Migräne-Attacken (IV-act. 36/6). Dies hatte
aber bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung zu keinen fachärztlich
nachgewiesenen Arbeitsunfähigkeiten geführt; darauf hat bereits die RAD-Ärztin
hingewiesen (IV-act. 65). Der Bericht von Dr. H._ vom 1. April 2008 enthielt nur
Behandlungsvorschläge, ohne eine Arbeitsunfähigkeit zu attestieren (IV-act. 80). Dr.
H._ erklärte auf Anfrage der Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit der
neurologischen Beurteilung vom 31. März 2008 explizit, er habe keine
Arbeitsunfähigkeit attestiert und könne dazu nichts sagen, weil er den
Beschwerdeführer nur einmal gesehen habe (IV-act. 81).
4.3.4 Vor diesem Hintergrund können die Aussagen von Dr. C._ vom 24. Mai
2012 zum AEH-Gutachten vom 3. Oktober 2008 nachvollzogen werden. Der AEH-
Gutachter weist auf seine Berufserfahrung und Qualifikation für die Beurteilung der
Migräneproblematik hin, und führt den Facharzttitel Physikalische Medizin und
Rehabilitation, seine langjährige Tätigkeit in der beruflichen Eingliederung und
Versicherungsmedizin, seine jahrelange Erfahrung in der interdisziplinären
Schmerzsprechstunde des Universitätsspitals Zürich und seine Dozententätigkeit im
Rahmen des Mantelstudiums chronischer Schmerz an der Universität Zürich an. Er
erklärt, die Migräne ohne Aura sei bereits vorgängig durch einen Neurologen
festgestellt worden. Aufgrund der vorliegenden typischen Symptomatik hätten sich im
Rahmen der Begutachtung keine Gründe ergeben, von dieser Diagnose abzuweichen
und eine Abklärung zu wiederholen. Die Diskrepanz zwischen der Selbsteinschätzung
des Beschwerdeführers und der vom Gutachter festgestellten Arbeitsfähigkeit
reflektiere primär die unterschiedlichen Perspektiven der (subjektiven) Eigen- und der
Fremdsicht. Sowohl im AEH-Gutachten als auch im Bericht von Dr. H._ seien
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psychosoziale Belastungen als Faktoren des mentalen Stresses erwähnt, der die
Häufung und die subjektive Gewichtung von Kopfschmerzen wesentlich beeinflusse.
Es sei zudem auf gewisse, wohl durch die besagten Stressoren erklärbare
Inkonsistenzen bei den subjektiven Angaben hinzuweisen: So seien aus subjektiver
Sicht bei der Exploration durch das AEH das Migräneproblem, bei Dr. H._ die
Rückenprobleme mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit geschildert worden, und die
Schmerzangaben mit Bezug auf die vergangenen sieben Tage hätten nicht auf
Attacken in kurzer Zeit hingewiesen. Die Angaben beim Gutachter und beim
Therapeuten seien somit auch nicht ganz konsistent gewesen. An den Testtagen seien
keine Attacken aufgetreten. Das Migräneproblem werde gutachterlich
selbstverständlich nicht hinterfragt. Die daraus resultierenden Einschränkungen seien
deshalb, wie üblich bei rezidivierenden mittelschweren Migräneattacken, normativ zu
bewerten. Bei einem Arbeitstag von 81⁄4 Stunden bewirkten vermehrte Pausen von ca.
einer Stunde eine Einschränkung von 12.1% (IV-act. G 15). Diese Erklärungen des
AEH-Gutachters leuchten ein, weil die subjektiven Empfindungen des Exploranden
zwar von den Gutachtern einzubeziehen, aber nicht unkritisch zu übernehmen sind. Es
wird nachvollziehbar erklärt, weshalb sich die Migränebeschwerden nicht im
vorgebrachten Ausmass auf die Arbeitsfähigkeit auswirken.
4.3.5 Das AEH-Gutachten vom 3. Oktober 2008, ergänzt durch die Beantwortung
der Rückfragen des Gerichts mit Schreiben vom 24. Mai 2012, bietet somit eine
zuverlässige medizinische Grundlage für die Beurteilung des Leistungsanspruchs.
Deshalb sind auf der Basis einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit in der bisherigen
Tätigkeit als Selbstständigerwerbender und eines vollen Arbeitspensums ganztags mit
einem vermehrten Pausenbedarf von einer Stunde in einer mittelschweren,
wechselpositionierten Tätigkeit die erwerblichen Auswirkungen der medizinischen
Feststellungen zu ermitteln.
5.
5.1 In der Verfügung vom 11. Januar 2010 ermittelte die Beschwerdegegnerin auf der
Basis eines Einkommensvergleichs den Invaliditätsgrad. Dabei hat sie explizit auf die
Zumutbarkeit einer adaptierten Tätigkeit verwiesen, was die Aufgabe der
selbstständigen Geschäftstätigkeit impliziert. Bezugnehmend auf die Einwände im
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Vorbescheidverfahren führte sie allerdings an, der Beschwerdeführer sei von Anfang an
als Selbstständigerwerbender eingestuft gewesen und sei in seinem jetzigen
Tätigkeitsfeld gut eingegliedert (IV-act. 73).
5.2 Gestützt auf diese Stellungnahme zu den Einwänden rügt die Rechtsvertreterin
des Beschwerdeführers, die angefochtene Verfügung sei widersprüchlich. Wenn dem
Beschwerdeführer eine den Umständen entsprechend gute Eingliederung in der
gewohnten Tätigkeit als Selbstständigerwerbender attestiert werde, könne kein
Einkommensvergleich im Hinblick auf eine andere zumutbare Tätigkeit vorgenommen
werden. Es sei in Anwendung der Methode des Betätigungsvergleichs und bei der
Annahme einer 50%igen Arbeitsfähigkeit von der Weiterführung der bisherigen
selbstständigen Tätigkeit auszugehen (act. G 1).
5.3 Deshalb stellen sich zunächst die Fragen nach der anwendbaren Methode zur
Bemessung des Invaliditätsgrads und dem Berufsstatus des Beschwerdeführers.
5.4 Der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Personen resultiert gemäss Art. 16 ATSG
aus dem Vergleich zwischen den möglichen Erwerbseinkommen ohne und mit
Gesundheitsschaden (Methode des Einkommensvergleichs). Lassen sich allerdings die
beiden hypothetischen Erwerbseinkommen weder ziffernmässig berechnen noch durch
eine Schätzung oder Prozentvergleich festlegen, so ist in Anlehnung an die spezifische
Methode für Nichterwerbstätige (Art. 27 der Verordnung über die Invalidenversicherung
[IVV, SR 831.201]) bei Selbstständigerwerbenden ein Betätigungsvergleich als
ausserordentliches Bemessungsverfahren anzustellen und der Invaliditätsgrad nach
Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der
konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen (BGE 104 V 136 ff. E. 2c/d und E. 3;
BGE 128 V 30 f. E. 1).
5.5 Ein Betätigungsvergleich impliziert, dass der versicherten Person die Aufgabe
ihrer bisherigen selbstständigerwerbenden Tätigkeit nicht zumutbar ist. Wenn hingegen
von der Aufnahme einer unselbstständigen Erwerbstätigkeit eine bessere erwerbliche
Verwertung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden kann und das Alter, die Art und Dauer
der bisherigen Berufstätigkeit, die Ausbildung und die persönlichen Umstände für einen
Status- oder Berufswechsel sprechen, ist der versicherten Person zuzumuten, ihre
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selbstständige Geschäftstätigkeit definitiv aufzugeben (Urteil des Bundesgerichts vom
26. Juni 2006, 4C_83/2006, E. 4; Urteile des EVG vom 5. Dezember 2005, I 241/05,
E. 1; vom 18. Juli 2005, I 15/05, E. 6.1.2; vom 23. Dezember 2004, I 316/04, E. 2.2; und
vom 12. September 2001, I 145/01, E 2b).
5.6 Aus dem Abklärungsbericht für Selbstständigerwerbende vom 15. Mai 2009 geht
hervor, dass der Beschwerdeführer vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung
mit seinem Sohn einen zusätzlichen Bereich in Form einer Karosseriewerkstatt eröffnet
habe. Sein Sohn habe eine Karosserie-Spenglerlehre absolviert; der Beschwerdeführer
unterstütze den neuen Betriebszweig administrativ. Als Monteur von Garagentoren sei
der Beschwerdeführer nicht mehr einsatzfähig. Es habe sich dabei um Schwerarbeit
gehandelt. Aufgrund des Ereignisses vom 22. Dezember 2006 hätten andere
Unternehmen in Zusammenarbeit mit dem Beschwerdeführer die Montagearbeiten
übernommen. Dieser sei in der Folge als Geschäftsführer seiner GmbH tätig geblieben
und habe administrative Aufgaben erledigt. Aus dem weggefallenen Aufgabenbereich
könne er keinen Gewinn mehr erzielen. Sein Einkommen müsse er nun aus der
Kundenakquisition und Beratung generieren. Er teile seine jetzigen Tätigkeiten auf
Büroarbeiten zu 30% und Aussendienst und Beratungen zu 20% auf, womit eine
Arbeitsleistung von insgesamt 50% resultiere (IV-act. 52/9; vgl. IV-act. 52/11).
5.6.1 Damit steht eine Umdisponierung der F._ GmbH fest. Wenn die Aufgabe
der Selbstständigkeit als unzumutbar erscheint, hat die versicherte Person durch eine
neue Arbeitsorganisation und -aufteilung die nachteiligen Auswirkungen des
Gesundheitsschadens zu beseitigen oder zumindest herabzusetzen. Denkbar sind
unter anderem eine Diversifizierung der Dienstleistungen, der Einsatz von verarbeiteten
Produkten (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. Februar 2007, I 233/06, E. 6), die
Übernahme der Geschäftsführung und Administration (vgl. Urteil des EVG vom 30.
Dezember 2002, I 116/02, E. 3.2) sowie die Anstellung von Arbeitskräften (vgl. ZAK
1971, S. 340 E. 2). Selbst wenn jede andere adaptierte Tätigkeit zumutbar wäre, kann
eine Reorganisation des Unternehmens eine sinnvolle Wiedereingliederung ins
Berufsleben darstellen. Dies ist der Fall, wenn die versicherte Person durch die
Fortsetzung der selbstständigen Geschäftstätigkeit ein namhaftes Erwerbseinkommen
erzielen und sich selbst besser organisieren kann, um flexibel auf die
Gesundheitsbeschwerden zu reagieren.
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5.6.2 Die persönlichen Umstände lassen vorliegend einen Berufswechsel als
zumutbar erscheinen. Wird berücksichtigt, dass die GmbH des Beschwerdeführers
nach seinen eigenen Angaben praktisch ein Einmannbetrieb war, leuchtet ohne
weiteres ein, dass eine Verlagerung seiner bisherigen Tätigkeit kaum möglich ist. Der
Beschwerdeführer selber gibt an, dass er aus den gewinnbringenden schweren
Tätigkeiten kein Einkommen mehr erzielen kann. Aus der Kundenakquisition und
Beratung mit einem Pensum von 20% kann sich kein namhaftes Einkommen ergeben.
Mit Blick auf die Erwerbsverhältnisse ist nicht einsichtig, dass der Beschwerdeführer
auf der Ausübung einer Tätigkeit besteht, bei der er nur 50% seiner Leistungsfähigkeit
ausschöpfen kann. Seine Arbeitsfähigkeit fällt erheblich höher aus, wenn von einer
zumutbaren adaptierten Tätigkeit ganztags mit einem vermehrten Pausenbedarf von
einer Stunde ausgegangen wird. Aufgrund seiner beruflichen Erfahrung und Ausbildung
verfügt der Beschwerdeführer über ausreichende Kompetenzen, die er bei adaptierten
Tätigkeiten nutzbringender als in der angestammten Tätigkeit einsetzen könnte.
Deshalb kann von ihm die Aufgabe der bisherigen selbstständigen Geschäftstätigkeit
erwartet werden.
5.7 Angesichts der Zumutbarkeit der Aufgabe der Selbstständigkeit ist kein
Betätigungsvergleich vorzunehmen. Der Invaliditätsgrad ist somit gemäss
Einkommensvergleich zu bestimmen.
6.
Mit dem Einkommensvergleich verhält es sich hier wie folgt:
6.1 Es stellt sich zuerst die Frage nach dem Erwerbseinkommen, das die versicherte
Person im Gesundheitsfall erzielen könnte (Valideneinkommen). Da der
Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung immer
noch Geschäftsführer der F._ GmbH war, ist davon auszugehen, dass er auch im
Gesundheitsfall die bisherige Tätigkeit weitergeführt hätte. Bei
Selbstständigerwerbenden rechtfertigt es sich aufgrund der variierenden
Jahreseinkommen auf Durchschnittswerte abzustellen. Der Beschwerdeführer ist seit
dem 10. Februar 1998 mit seiner GmbH im Handelsregister eingetragen. Seit dem
Ereignis vom 22. Dezember 2006 macht er gesundheitliche Probleme mit
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Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geltend. Somit erscheint bei der Berechnung des
Valideneinkommens angezeigt, auf die Durchschnittswerte der Jahre 2002 bis 2006
abzustellen. Gemäss IK-Auszug erzielte der Beschwerdeführer ein durchschnittliches
Jahreseinkommen von Fr. 79'676.-- [(Fr. 98 ́522.-- + 76 ́132.-- + 74 ́557.-- + 74 ́584.-- +
74 ́584.--)/5; vgl. IV-act. 12/1]. Da der Beschwerdeführer in seiner Stellung als
Gesellschafter wirtschaftlich an der F._ GmbH berechtigt ist, bilden neben dem in der
Erfolgsrechnung verbuchten und der AHV als Einkommen aus unselbstständiger
Erwerbstätigkeit gemeldeten Lohn grundsätzlich auch die Geschäftsgewinne/-verluste
Bestandteil des Valideneinkommens (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 21. Juli 2009,
9C_111/2009 E. 2.1.2). Gestützt auf das ermittelte Betriebseinkommen gemäss
"Abklärungsbericht Selbstständigerwerbende" vom 12. Mai 2009 (IV-act. 52/5) ergibt
sich in der Zeitspanne 2002-2006 ein durchschnittlicher Gewinn von Fr. 11 ́012.-- (Fr. 1
́291.-- + 1 ́215 + 37 ́408.-- + 12 ́780.--+ 2 ́367.-- = 55 ́061/5). Diese Angaben über den
erzielten Gewinn wurden anlässlich der am 6. Mai 2009 vom Beschwerdeführer
vorgebrachten Ergänzungen zum "Abklärungsbericht Selbstständigerwerbende" nicht
in Frage gestellt. Darauf ist abzustellen und nicht auf die erst im Beschwerdeverfahren
korrigierten Werte. Infolgedessen resultiert ein Valideneinkommen vom Fr. 90 ́688.--
(Fr. 79'676.-- + 11 ́012.--).
6.2 Geht die versicherte Person keiner zumutbaren adaptierten Erwerbstätigkeit
nach, ist das Erwerbseinkommen, das nach dem Gesundheitsschaden und nach
Durchführung von Eingliederungsmassnahmen auf zumutbare Weise und bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erreicht werden könnte (hypothetisches
Invalideneinkommen) praxisgemäss anhand von Tabellenlöhnen zu bestimmen (BGE
129 V 472 E. 4.2.1). Der Beschwerdeführer ist gelernter Mechaniker, absolvierte eine
einjährige Ausbildung an einer Abendhandelsschule und verfügt über unternehmerische
Fähigkeiten. Seine Erfahrung und Qualifikationen sind auf andere Berufstätigkeiten
übertragbar. Deshalb ist er in das Anforderungsniveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse
vorausgesetzt) der vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebungen (LSE) einzuordnen. Im Jahr 2006 erzielten Männer gemäss
Tabelle 1 (Privater Sektor) in diesem Anforderungsniveau und bei einer Arbeitszeit von
40 Wochenstunden einen Monatslohn in der Höhe von Fr. 5 ́608.--. Zu berücksichtigen
ist die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Wochenstunden, woraus ein
Jahreslohn von Fr. 70 ́156.-- resultiert (Fr. 5 ́608.--/40 x 41,7 x 12). Dem
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Beschwerdeführer ist eine mittelschwere, wechselpositionierte Tätigkeit ganztags mit
einem vermehrten Pausenbedarf von einer Stunde zumutbar (IV-act. 36). Eine Stunde
vermehrter Pausen bewirkt bei einer täglichen Arbeitszeit von 8.34 h (41.7/5) eine
Einschränkung von 12% (1 x 100%/8.34). Daraus ergibt sich ein Invalideneinkommen
in der Höhe von Fr. 61 ́737.-- (Fr. 70 ́156.-- x 0,88).
6.3 Es stellt sich die Frage, ob und in welchem Umfang ein Tabellenlohnabzug auf
dem Invalideneinkommen vorzunehmen ist, um den statistischen Durchschnittslohn an
die individuell-konkreten Verhältnisse anzupassen und allfällige lohnsenkende Faktoren
zu berücksichtigen. Die aufgrund der Migräneproblematik empfohlenen vermehrten
Pausen wurden schon mit der festgelegten Einschränkung von 12% berücksichtigt,
weshalb auf dieser Grundlage keine zusätzliche Herabsetzung der Tabellenlöhne
gerechtfertigt ist. Dass beim Beschwerdeführer im Zusammenhang mit der
verminderten Belastungstoleranz der Lendenwirbelsäule, der Handgelenke und der
Knie (IV-act. 36/7) ein erhöhtes Krankheits- und damit Abwesenheitsrisiko bestehe,
dürfte sich allerdings auf dem Arbeitsmarkt lohnsenkend auswirken, indem er einen
tieferen Lohn hinnehmen müsste, um konkurrenzfähig zu bleiben. Dieser Umstand
erscheint abzugsfähig (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_650/2008, E. 5.4 vom
25. November 2008). Das fortgeschrittene Alter (ab 50 Jahren) wird in der Mehrheit der
seit BGE 126 V 75 ergangenen Rechtsprechung auch als Abzugsgrund anerkannt. Das
fällt aber noch mehr ins Gewicht, wenn die Person schlechte berufliche Qualifikationen
hat (vgl. Seco, Die Arbeitsmarktfähigkeit der älteren Arbeitnehmenden, 2005,
Bundesamt für Statistik, Erwerbstätigkeit der Personen ab 50 Jahren, 2008, [Fn. 18], S.
13), was hier nicht der Fall ist. Alter und arbeitsbezogene relevante
Gesundheitsprobleme rechtfertigen vorliegend einen sogenannten Leidensabzug von
maximal 10%. Das Invalideneinkommen beläuft sich damit auf Fr. 55 ́563.-- (Fr. 61
́737.-- x 0.9).
6.4 Aus der Differenz zwischen dem Valideneinkommen (Fr. 90 ́688.--) und dem
Invalideneinkommen (Fr. 55 ́563.--) resultiert eine Einkommenseinbusse von Fr. 35
́125.--. Diese entspricht einem gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG nicht rentenrelevanten
Invaliditätsgrad von 38.7%.
7.
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7.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Vorliegend sind die ordentlichen
Gerichtskosten von den aus der "Beantwortung der Rückfragen zum AEH-Gutachten"
vom 24. Mai 2012 entstandenen Gutachterskosten zu unterscheiden.
7.2.1 Eine ordentliche Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint als angemessen
und ist vollumfänglich dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm daran anzurechnen.
7.2.2 Angesichts der Tatsache, dass zur Durchführung der vom Gericht als
notwendig erachteten Beweismassnahme (Rückfragen zum AEH-Gutachten) an sich
eine Rückweisung in Frage gekommen wäre, eine solche indessen mit Blick auf die
Wahrung der Verfahrensfairness entfallen ist, sind diese Kosten in der Höhe von
Fr. 756.-- der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Die Vergütung der Kosten von
solchen Abklärungen durch die IV-Stellen ist nach der Rechtsprechung mit Art. 45
Abs. 1 zweiter Satz ATSG durchaus vereinbar. Danach übernimmt der
Versicherungsträger die Kosten der Abklärung, selbst wenn er die Beweisergänzung
nicht angeordnet hat, falls diese für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich war
(BGE 137 V 210 S. 265 E. 4.4.2).
7.3 Bei vorliegendem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch
auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP