Decision ID: e0b184c1-63cc-4f17-8225-eb4958ef969f
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
O._,
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St.Galler Gerichte
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Regula Schmid, Engelgasse 2, 9004 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, Oberer Graben 44, Postfach,
9001 St. Gallen,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1955 geborene O._ war bei der A._ als Käsereimitarbeiter angestellt und
dadurch bei der Suva obligatorisch gegen Unfälle versichert. Am 17. Mai 2005 war er
mit dem Umleeren von Salpetersäure beschäftigt, als der Kessel kippte und ihm Säure
ins linke Auge, auf den Arm, Rücken und Oberschenkel jeweils linksseitig spritzte (UV-
act. 1, 27, 38 und 42). Er zog sich dadurch Verätzungen des Auges und der Haut zu.
Bis auf einen minimen Rest verlor der Versicherte durch den Unfall die Sehfähigkeit des
linken Auges (UV-act. 20, 76 und 113). Die Verätzungen der Haut hinterliessen
kosmetisch störende Narben an Oberarm, Rücken und Oberschenkel links, schränkten
aber seine Beweglichkeit nicht ein (UV-act. 115 und 119). Im Herbst 2005 nahm der
Versicherte die Arbeitstätigkeit zu 50% wieder auf. Er wurde neu im Käsekeller
eingesetzt, wo er Käselaibe schmieren und umlagern musste (UV-act. 27). Die Suva
erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung, Taggelder).
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A.b Bereits vor dem Unfall, im November 2004, war der Versicherte wegen
Herzproblemen spezialärztlich untersucht worden. Bei der koronarangiographischen
Abklärung vom Juni 2005 wurden eine hochgradige Diagonalast- und serielle
mittelschwere RIVA-Stenosen festgestellt, wegen Beschwerdefreiheit durch die
medikamentöse Therapie jedoch auf eine Intervention verzichtet (UV-act. 63). Als bei
der Arbeit im Käsekeller, die der Versicherte ab Herbst 2005 ausübte und die
gegenüber der früheren Tätigkeit an der Presswanne körperlich schwerer war,
wiederum Herzprobleme auftraten, wurden am 17. August 2006 die verengten Gefässe
dilatiert und ein Stent eingesetzt (UV-act. 27, 42 und 65-67). Anlässlich der
Koronarangiographie vom 2. April 2007 wurde festgestellt, dass der Druck in der Brust
sowie die Atemnot, die bei Anstrengungen auftraten, mit grosser Wahrscheinlichkeit
extrakardialer Genese seien (UV-act. 80).
A.c Die Sozialversicherungsanstalt (SVA) St. Gallen, bei der sich der Versicherte
zwischenzeitlich zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) angemeldet
hatte, teilte ihm mit Vorbescheid vom 10. Mai 2007 mit, dass ihm eine leichte Tätigkeit
zumutbar wäre. Sie ermittelte einen Invaliditätsgrad von 25% und verneinte gestützt
darauf einen Anspruch auf eine Invalidenrente der IV (UV-act. 77). Die Rechtsvertreterin
des Beschwerdeführers opponierte dagegen (UV-act. 78, 81 und 88).
A.d Der Versicherte behielt das Arbeitspensum von 50% für seine Tätigkeit im
Käsekeller bei. Die Suva zahlte weiterhin Taggelder für die übrigen 50%. Versuche, den
Versicherten wieder an seinem ursprünglichen Arbeitsplatz in der Produktion an der
Presswanne einzusetzen, scheiterten wegen seiner Angst, bei der Arbeit in der
Produktion erneut mit Säuren und Laugen in Kontakt zu kommen und dabei sein
unversehrtes rechtes Auge zu gefährden (UV-act. 42 und 86). Zur psychischen
Verarbeitung des Unfalls wurde bei lic. phil. B._, Psychotherapeut SPV, St. Gallen,
von November 2007 bis April 2008 eine Traumatherapie durchgeführt (UV-act. 152).
Am 27. März 2008 wurde das Arbeitsverhältnis des Versicherten durch die
Arbeitgeberin per 31. Mai 2008 gekündigt (UV-act. 146 und 151).
A.e Mit Schreiben vom 15. April 2008 teilte die Suva der Rechtsvertreterin des
Versicherten, Rechtsanwältin R. Schmid, St. Gallen, mit, per 1. Juni 2008 sei der
Versicherte für eine den Unfallfolgen angepasste Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig. Die
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Taggeldzahlungen würden daher per 31. Mai 2008 eingestellt (UV-act. 154). Am
14. bzw. 22. Mai 2008 beauftragte die Suva das H._ mit der beruflichen Integration
des Versicherten (UV-act. 170 und 175). Mit Verfügung vom 20. Mai 2008 sprach die
Suva dem Versicherten eine Integritätsentschädigung von 45% bzw. Fr. 48'060.-- (45%
von Fr. 106'800.--) zu und verneinte einen Anspruch auf eine Invalidenrente mangels
Einschränkung seiner Erwerbsfähigkeit (UV-act. 172). Gegen diese Verfügung liess der
Versicherte am 16. Juni 2008 Einsprache erheben (UV-act. 178). Die Suva wies mit
Entscheid vom 4. Juli 2008 die Einsprache ab und entzog einer allfälligen Beschwerde
die aufschiebende Wirkung (UV-act. 181).
B.
B.a Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 10. Juli 2008 mit den Anträgen, die
Verfügung vom 20. Mai 2008 und der Einspracheentscheid vom 4. Juli 2008 seien
aufzuheben, dem Beschwerdeführer seien eine Integritätsentschädigung von 70% und
bis zur erfolgreichen beruflichen Eingliederung weiterhin UVG-Taggelder zuzusprechen.
Eventuell sei dem Beschwerdeführer eine UVG-Rente von mindestens 10%
zuzusprechen; unter Kosten und Entschädigungsfolge. Zur Begründung wird angeführt,
die Einstellung der Taggeldleistungen sei zu früh erfolgt, da die berufliche
Eingliederung des Beschwerdeführers noch nicht abgeschlossen sei. Die
Einschränkung der Erwerbsfähigkeit betrage mindestens 10%, nach Berechnung der
Rechtsvertreterin 25%. Es stelle eine Verweigerung des rechtlichen Gehörs dar, dass
sich die Vorinstanz nicht mit den Einwänden zur Höhe der Integritätsentschädigung
auseinandergesetzt habe. Verschiedene Integritätsschäden seien zusammenzuzählen.
Die Verätzungen des Beschwerdeführers beträfen das gesamte linke Auge, sein
Gesicht und Teile seines Körpers. Angemessen erscheine eine
Integritätsentschädigung von 70%.
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 15. Oktober 2008 beantragt Rechtsanwalt
Dr. U. Glaus, St. Gallen, für die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde
(act. G 5 und 5.1). Da die erfolgreiche Arbeitsvermittlung nicht habe abgewartet werden
müssen, die Erwerbseinbusse des Beschwerdeführers korrekt berechnet worden und
die Integritätseinbusse mit 45% zutreffend eingeschätzt worden sei, erweise sich die
Beschwerde als unbegründet.
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B.c Der Beschwerdeführer hält in der Replik vom 6. November 2008 an seinen
Anträgen fest (act. G 7). Eventuell beantragt er, es seien ihm bis und mit August 2008
ein Unfalltaggeld und ab 1. September 2008 eine UVG-Rente gemäss seinem
Invaliditätsgrad, mindestens aber 20%, zuzusprechen. Zur Begründung führt er an, per
1. September 2008 habe er eine Anstellung bei der I._, gefunden. Die IV habe die
Arbeitsvermittlung mit Mitteilung vom 7. Oktober 2008 abgeschlossen (act. G 7.1/5).
Damit sei klar, dass der Fallabschluss zu früh erfolgt sei. Seine Erwerbseinbusse lasse
sich jetzt konkret berechnen, wozu er verschiedene Unterlagen einreiche (act.
G 7.1/6-9). Die Integritätsentschädigung von 45% sei zu tief angesetzt. Er weise
schwere Entstellungen im Gesicht und am ganzen Körper auf. Es sei empörend, wenn
die Beschwerdegegnerin behaupte, Hautschädigungen seien nur an bedeckten
Körperpartien vorhanden.
B.d Duplicando lässt die Beschwerdegegnerin am 11. November 2008 festhalten, für
die Berechnung des Invaliditätsgrades sei auf die Verhältnisse im Zeitpunkt des
Einspracheentscheids vom 4. Juli 2008 abzustellen, weshalb die Ausführungen des
Beschwerdeführers in der Replik unbeachtlich seien (act. G 9). Darüber hinaus verweist
sie auf die Beschwerdeantwort vom 15. Oktober 2008.
B.e Nach formellem Abschluss des Schriftenwechsels am 13. November 2008 (act.
G 10) verweist der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 17. Februar 2009 auf das
Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. Februar 2009 in
seinem Verfahren gegen die IV-Stelle des Kantons St. Gallen, IV 2007/418, mit
welchem ihm ab 1. Mai 2006 bis zum Abschluss der medizinischen Eingliederung eine
halbe Rente der IV zugesprochen wurde (act. G 11). Die Beschwerdegegnerin weist in
ihrer Stellungnahme vom 16. März 2009 darauf hin, das Urteil vom 12. Februar 2009
beschlage einen andern Sachverhalt als der Einspracheentscheid vom 4. Juli 2008, da
sich die IV auch mit den Folgen der Herzkrankheit des Beschwerdeführers zu befassen
habe (act. G 13).
B.f Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der

weiteren Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen:
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1.
1.1 Der Beschwerdeführer lässt bezüglich Bemessung der Integritätsentschädigung
eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör geltend machen. Diese Rüge ist
vorab zu beurteilen.
1.2 Die medizinische Beurteilung des Integritätsschadens am Auge (inkl. Kosmetik im
Gesicht) erfolgte am 15. Januar 2008 durch Dr. med. C._, Facharzt FMH für
Ophthalmologie und Ophthalmo-Chirurgie, Luzern, (UV-act. 113); die
Integritätseinbusse durch die übrigen Narben wurde am 16. Januar 2008 durch
Dr. med. D._, Facharzt FMH für Chirurgie, Luzern, eingeschätzt (UV-act. 115). Kopien
dieser Aktenstücke wurden zusammen mit weiteren Unterlagen am 18. März 2008 der
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers zugestellt (UV-act. 133; Die Zustellung der
Aktenkopien 30 bis 106 war am 27. Dezember 2007 erfolgt [UV-act. 107], Einsicht in
die früheren Akten hatte die Rechtsvertreterin bis 28. Februar 2006 genommen [UV-act.
32].). Am 20. Mai 2008 wurde der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung von
insgesamt 45% formell verfügt (UV-act. 172). Gegen diese Verfügung liess der
Beschwerdeführer am 16. Juni 2008 Einsprache erheben und bezüglich
Integritätseinbusse ausführen, sehr schwere Entstellungen im Gesicht, wie sie aufgrund
des verätzten Auges entstanden seien, würden zu einer Integritätsentschädigung von
50% berechtigen. Die Entstellungen an seinem ganzen Körper durch die sehr schweren
Verätzungen sowie das traumatisierende Unfallereignis führten zu einer zusätzlichen
psychischen Beeinträchtigung. Eine Integritätsentschädigung von 45% werde diesen
Umständen nicht gerecht; angemessen erscheine eine solche von 70%.
1.3 Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen Einspracheentscheid die
(rechtlichen) Grundlagen der Integritätsentschädigung, der Skala der
Integritätsschäden in Anhang 3 zur Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR
832.202) sowie der Tabellen, die die Ärzte der Suva als Feinraster dazu erstellt haben
(http://www.suva.ch/home/suvacare/
versicherungsmedizin/publikationen/integritaetsentschaedigungstabellen.htm),
ausführlich fest. In ihrer Argumentation zur Angemessenheit der Einschätzung ging sie
zwar kaum auf die Vorbringen in der Einsprache ein. Dies kommt jedoch noch nicht
einer Verletzung der Begründungspflicht und damit des rechtlichen Gehörs gleich,
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bildeten doch die übrigen Ausführungen zum Thema und die Argumente der Ärzte in
ihren Schätzungen (UV-act. 113 und 115) Teil der Begründung und war es der
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ohne weiteres möglich, diese aufgrund der
erhaltenen Unterlagen und der publizierten Tabellen nachzuvollziehen.
1.4 Selbst wenn von einer Verletzung der Begründungspflicht und damit des
rechtlichen Gehörs ausgegangen würde, würde es sich um eine nicht besonders
schwerwiegende Verletzung handeln, die geheilt werden kann, da das Gericht in
diesem Verfahren Sachverhalt und Rechtslage frei überprüft (vgl. BGE 126 V 130 E. 2b
S. 132 sowie Urteile des Bundesgerichts 8C_424/2008 vom 16. September 2008 und
8C_413/2008 vom 5. Januar 2009; Art. 46 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).
2.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Suva zu Recht den Fallabschluss per Ende Mai 2008
geprüft, auf diesen Zeitpunkt Taggeldzahlungen und Heilungskosten eingestellt und
den Anspruch auf eine Invalidenrente verneint hat sowie, ob die
Integritätsentschädigung von 45% dem Integritätsschaden des Beschwerdeführers
angemessen ist.
3.
3.1 Der Zeitpunkt des Fallabschlusses bestimmt sich nach Art. 19 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20). Danach fallen die
Heilbehandlung und die Taggeldleistungen mit dem Rentenbeginn dahin (zweiter Satz).
Der Rentenanspruch wiederum entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen
Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des Versicherten
mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der IV
abgeschlossen sind (erster Satz). Der Bundesrat erlässt nähere Vorschriften über die
Entstehung des Rentenanspruchs, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen
Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des Versicherten
mehr zu erwarten ist, der Entscheid der IV über die berufliche Eingliederung jedoch erst
später gefällt wird (Art. 19 Abs. 3 UVG), was er mit der Übergangsrente gemäss Art 30
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UVV getan hat. Rechtsprechungsgemäss bezieht sich der in Art. 19 Abs. 1 Satz 1 UVG
vorbehaltene Abschluss allfälliger Eingliederungsmassnahmen der IV indessen, soweit
es um berufliche Massnahmen geht, nur auf Vorkehren, welche geeignet sind, den der
Invalidenrente der Unfallversicherung zu Grunde zu legenden Invaliditätsgrad zu
beeinflussen. Dies trifft auf die blosse Arbeitsvermittlung nicht zu, verfolgt diese doch
lediglich das Ziel, die Realisierung des vorhandenen Leistungsvermögens auf dem
konkret in Betracht fallenden Arbeitsmarkt zu fördern, ohne dass davon Auswirkungen
auf die für die Invaliditätsbemessung ausschlaggebende Zumutbarkeit einer
(hypothetischen) Erwerbstätigkeit zu erwarten wären (Urteile des Bundesgerichts
U 79/07 vom 21. Februar 2008, E. 3.2.2, U 68/02 vom 14. April 2003, E. 5.1, und
U 90/01 vom 21. Oktober 2002, E. 2.3).
3.2 Weder in der Verfügung vom 20. Mai 2008 (UV-act. 172) noch im angefochtenen
Einspracheentscheid hielt die Beschwerdegegnerin ausdrücklich fest, dass sie die
Leistungen für Taggelder und Heilungskosten per Ende Mai 2008 einstelle. Im
Einspracheentscheid machte sie dies aber konkludent, indem sie den Fallabschluss
gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG überprüfte (Erwägung 2). Auch aus den weiteren Akten,
besonders aus dem Schreiben vom 15. April 2008, mit dem sie die Einstellung der
Taggelder ausdrücklich festhielt (UV-act. 154), geht hervor, dass die Suva die
Taggelder und Heilungskosten per 31. Mai 2008 einstellte und auf diesen Zeitpunkt hin
den Rentenanspruch des Beschwerdeführers prüfte. Der Beschwerdeführer anerkennt,
dass die ärztliche Behandlung (per Ende Mai 2008) abgeschlossen war.
3.3 Umstritten ist hingegen der Abschluss der Eingliederungsmassnahmen und
dessen Einfluss auf den Zeitpunkt des Fallabschlusses. Anlässlich der Besprechung
vom 13. Mai 2008 erklärte sich die Suva entgegenkommenderweise bereit, für maximal
sechs Monate eine private Stellenvermittlung durch das H._ zu finanzieren (UV-act.
168). Der Auftrag lautete auf Arbeitsvermittlung bzw. berufliche Integration in eine
100%-Arbeitsstelle, wobei den Parteien klar war, dass das Herzleiden zwar (bei der
Wahl des konkreten Arbeitsplatzes) zu berücksichtigen sei, die Suva aber nicht betreffe
(UV-act. 170 und 175). Diese stellte die Finanzierung der Arbeitsvermittlung von Anfang
an als Entgegenkommen dar, zu dem sie laut Gesetz nicht verpflichtet sei, und machte
keinerlei Zugeständnisse, die Erwerbseinbusse des Beschwerdeführers vom Ergebnis
der Arbeitsvermittlung abhängig zu machen. Die Einstellung der vorübergehenden
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Leistungen (Taggelder und Heilungskosten) erfolgte zwar in der Sache nicht sonderlich
geschickt auf den Zeitpunkt des Stellenverlusts beim bisherigen Arbeitgeber und den
Beginn der Arbeitsvermittlung hin. Rechtlich ist der gewählte Zeitpunkt nach der
zitierten Gerichtspraxis jedoch nicht zu beanstanden, da das Ergebnis der
Arbeitsvermittlung nicht geeignet ist bzw. war, den Invaliditätsgrad zu beeinflussen, der
für die Unfallversicherung massgebend ist.
3.4 Bei dieser Ausgangslage kann offenbleiben, ob gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG die
(systemwidrig und ohne Rechtspflicht finanzierte) Arbeitsvermittlung durch die Suva
(bzw. durch das von der Suva bezahlte H._) derjenigen durch die IV gleichzustellen
ist.
4.
4.1 Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid die
rechtlichen Grundlagen des Anspruchs auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung
zutreffend dargetan (Erwägung 3). Darauf kann verwiesen werden. Zu ergänzen ist,
dass die gleichen Regeln wie für erwerbslose Versicherte (4. Abschnitt von Erwägung 3
des Einspracheentscheids) auch für Versicherte gelten, die ausser an den Unfallfolgen
auch an unfallfremden, vom Unfallversicherer nicht zu entschädigenden
Beeinträchtigungen des Gesundheitszustands leiden, die das Invalideneinkommen
beeinflussen. Auch in solchen Situationen - wie sie beim Beschwerdeführer wegen der
Herzkrankheit vorliegt - ist auf ein hypothetisches Invalideneinkommen abzustellen (vgl.
J.-M. Frésard/M. Moser-Szeless, L'assurance-accidents obligatoire, in:
Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, 2. Aufl. Basel 2007,
Rz. 170 und P. Omlin, Die Invalidität in der obligatorischen Unfallversicherung, Freiburg
1995, S. 215).
4.2 Unbestritten ist, dass beim Beschwerdeführer als Folge des Unfalls vom 17. Mai
2005 eine faktische Einäugigkeit zurückblieb, wegen der er nur noch Arbeiten
ausführen kann, die für Einäugige geeignet sind und welche keine Gefahr für das
verbliebene Auge darstellen, wobei aus ophthalmologischer Sicht eine volle
Leistungsfähigkeit besteht (UV-act. 114). Ebenfalls unbestritten ist, dass das Herzleiden
des Beschwerdeführers unfallfremd und dessen Auswirkungen für die Bemessung der
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Leistungen aufgrund des Unfalls nicht zu berücksichtigen sind. An der Berechnung der
Erwerbseinbusse, wie sie von der Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid
vorgenommen wurde (in der Verfügung vom 20. Mai 2008 war unfallbedingt noch von
der Zumutbarkeit der Pensenerhöhung in der bisherigen Ersatztätigkeit ausgegangen
und keine Erwerbseinbusse berechnet worden), lässt der Beschwerdeführer die Höhe
des "Leidensabzugs" und die Tatsache kritisieren, dass keine Parallelisierung der
Vergleichseinkommen vorgenommen wurde, obwohl der tatsächliche Verdienst unter
dem Tabellenlohn liege.
4.3 Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe
Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse,
beschränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen Saisonnierstatus) ein deutlich
unterdurchschnittliches Einkommen, ist diesem Umstand nach der höchstrichterlichen
Rechtsprechung bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) Rechnung zu
tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken
mit einem bescheideneren Einkommensniveau begnügen wollte (BGE 125 V 146 E. 5c/
bb S. 157 mit Hinweisen). Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf
invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder
überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleichmässig zu
berücksichtigen sind (BGE 129 V 222 E. 4.4 S. 225). Voraussetzung für die
Parallelisierung der Vergleichseinkommen ist eine erhebliche oder deutliche
Unterdurchschnittlichkeit des Valideneinkommens. Die Grenze für diese Erheblichkeit
hat das Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG; seit 1. Januar 2007
Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) im Urteil I 314/00 vom 7. Mai 2001 (in
Bestätigung des Urteils I 179/97 vom 16. März 1998) bei 5% gezogen und in den
Urteilen 9C_782/2008 vom 4. März 2009, E. 4.2.3, SVR 2008 IV Nr. 49 S. 163
(9C_404/2007 vom 11. April 2008), E. 2.3, 8C_367/2007 vom 7. April 2008, E. 5.3,
sowie I 186/01 vom 30. September 2002, E. 5.1, bestätigt. Demgegenüber hielt es im
Urteil 9C_488/2008 vom 5. September 2008, E. 6.6, fest, die Grenze zu einem deutlich
unterdurchschnittlichen Einkommen sei bisher nicht entschieden worden und liess
offen, ob 7,73% als deutlich unterdurchschnittlich zu gelten habe. Im Urteil I 85/04 vom
27. August 2004, das die Beschwerdegegnerin gegen die Parallelisierung der
Vergleichseinkommen mangels deutlicher Unterdurchschnittlichkeit anführt, setzte sich
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das EVG ebenfalls nicht mit seiner vorstehend zitierten und nach diesem Urteil erneut
bestätigten Rechtsprechung auseinander und hielt fest, eine Abweichung von 6,75%
liege noch innerhalb der im Rahmen von Schätzungen zu tolerierenden Bandbreite. Bei
der Würdigung der angeführten Rechtsprechung ist einerseits zu beachten, dass das
Bundesgericht seine eigene Rechtsprechung zur 5%-Grenze jeweils bestätigte, soweit
es sich derselben bewusst war, und dies auch im jüngsten Entscheid vom 4. März
2009 (9C_782/2008) getan hat. Andererseits ist zu bedenken, dass der Entscheid ob
die Unterdurchschnittlichkeit erheblich und damit zu beachten sei, in den zitierten
Urteilen jeweils nicht darüber entschied, ob der beschwerdeführenden Partei eine
Rente der Sozialversicherung zuzusprechen war oder nicht; dies im Gegensatz zum
vorliegenden Fall, wo diese Frage - zusammen mit der Bemessung des
leidensbedingten Abzugs - grundsätzlich über den Anspruch des Beschwerdeführers
auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung (und deren Höhe) entscheidet.
4.4 Die Unterdurchschnittlichkeit des unbestrittenen Valideneinkommens von
Fr. 56'745.-- beträgt 7,68% und nicht die von der Beschwerdegegnerin in der
Beschwerdeantwort errechneten 5,57%. In Umsetzung der zitierten Rechtsprechung ist
dieses Valideneinkommen als erheblich unterdurchschnittlich zu klassieren. Da mit den
mangelnden Sprachkenntnissen, dem Ausländerstatus und der fehlenden Ausbildung
für die ausgeübte Tätigkeit als Käsereimitarbeiter unfall- bzw. invaliditätsfremde
Aspekte für den Minderverdienst des Beschwerdeführers verantwortlich sind, und
keine Anhaltspunkte bestehen, dass er sich aus freien Stücken mit einem
bescheideneren Einkommensniveau begnügen wollte, ist eine Parallelisierung mit dem
Invalideneinkommen vorzunehmen.
4.5 Bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen ist dieselbe Bemessungsbasis
bzw. sind die gleichen Tabellenlöhne für die Aufwertung des unterdurchschnittlichen
Valideneinkommens wie für die Berechnung des Invalideneinkommens heranzuziehen
(Parallelität der Bemessungsfaktoren vgl. BGE 129 V 222 E. 4.4 S. 225 und Urteil
U 454/05 des EVG vom 6. September 2006, E. 6.3 und E. 6.4). Werden die beiden
Vergleichseinkommen auf das gleiche Niveau angehoben, so entspricht, wenn die
versicherte Person in einer der Behinderung angepassten Tätigkeit zu 100 %
arbeitsfähig ist, der Invaliditätsgrad dem allfällig zu gewährenden leidensbedingten
Abzug (vgl. SVR 2008 IV Nr. 2 S. 3 E. 5.4). Faktoren, die bereits bei der Parallelisierung
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der Vergleichseinkommen berücksichtigt worden sind, dürfen rechtsprechungsgemäss
beim allfälligen "Leidensabzug" nicht erneut berücksichtigt werden (vgl. BGE 134 V 322
E. 5.2 S. 327f. und E. 6.2 S. 329f.).
4.6 Der sogenannte Leidensabzug hat nicht direkt mit dem Leiden zu tun. Vielmehr
sollen damit jene Nachteile ausgeglichen werden, welche die versicherte Person bei
der statistischen Erhebung des Invalideneinkommens erleidet. Diese bewirkt – neben
einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit –, auf den realen Arbeitsmarkt bezogen, eine
zusätzliche Lohneinbusse. Denn die statistischen Tabellenlöhne werden auf der
Grundlage von Daten gesunder Arbeitnehmer erhoben. In BGE 126 V 75 hat das
Bundesgericht festgestellt, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne
herabzusetzen seien, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des
konkreten Einzelfalls (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/
Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) abhängig sei. Der Einfluss sämtlicher
Merkmale auf das Invalideneinkommen sei nach pflichtgemässem Ermessen
gesamthaft zu schätzen, d.h. es sei nicht für jedes Merkmal der entsprechende Abzug
zu quantifizieren und die einzelnen Abzüge zusammenzuzählen. Schliesslich sei der
Abzug auf höchstens 25% zu begrenzen. Bei der Überprüfung des gesamthaft
vorzunehmenden Abzugs dürfe das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht
ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es müsse sich
somit auf Gegebenheiten abstützen können, die seine abweichende
Ermessensausübung als nahe liegender erscheinen liessen.
4.7 Die Beschwerdegegnerin hat im Einspracheentscheid einen "Leidensabzug" von
10% vorgenommen, ohne diesen zu begründen. Durch die faktische Einäugigkeit ist
die Einsatzfähigkeit des Beschwerdeführers auf Arbeiten beschränkt, welche für
Einäugige geeignet sind und welche keine Gefahr für das verbliebene Auge darstellen
(UV-act. 114). Dabei handelt es sich um Tätigkeiten, welche keine Stereopsis erfordern.
Er darf keine Maschinen bedienen mit ungeschützten rotierenden Teilen, ist nicht
geeignet für Arbeiten am Fliessband und kann nicht für längere Autofahrten eingesetzt
werden (UV-act. 173). Aus letzterem Grund sollte der Arbeitsplatz auch mit öffentlichen
Verkehrsmitteln gut erreichbar sein. Wegen der Entstellung des linken Auges dürfte der
Beschwerdeführer auch kaum eine Anstellung mit erheblichem Publikumsverkehr
finden. Durch sein Lebensalter (53 Jahre im Zeitpunkt des Einspracheentscheids) und
https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75
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das Dienstalter (Anstellung als Käsereimitarbeiter 1991 [nach seiner Einreise in die
Schweiz] im versicherten Betrieb und seither kein Bedarf, sich an einen neuen
Arbeitgeber anzupassen) ist der Beschwerdeführer bei der Stellensuche ebenfalls
eingeschränkt. Aufgrund dieser Faktoren, die eine erhebliche Einschränkung des
Beschwerdeführers auf dem Arbeitsmarkt bedeuten, ist ein Abzug vom Tabellenlohn
von 20% gerechtfertigt. Die mangelnden Sprachkenntnisse und der Ausländerstatus
(sowie die fehlende Berufsausbildung) wurden bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichseinkommen berücksichtigt. Die Herzkrankheit des Beschwerdeführers ist
unfallfremd und bleibt daher bei der Ermittlung der unfallbedingten Erwerbseinbusse
ausser Betracht.
4.8 Gestützt auf den Abzug vom (parallelisierten) Tabellenlohn von 20% resultiert eine
Erwerbseinbusse von ebenfalls 20%. Gemäss diesem Invaliditätsgrad steht dem
Beschwerdeführer eine Rente der Unfallversicherung zu. Die übrigen - von der
Beschwerdegegnerin richtig dargelegten (und unbestrittenen) - Elemente des
Einkommensvergleichs haben keinen Einfluss auf die Erwerbseinbusse bzw. den
Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers. Die Beschwerdegegnerin hat seinen
versicherten Verdienst für die Rente gemäss Art. 15 Abs. 2 UVG und Art. 22 Abs. 4 UVV
nicht ermittelt. Die Streitsache wird daher an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen,
damit sie den versicherten Verdienst abkläre und gestützt darauf die Invalidenrente des
Beschwerdeführers festlege.
5.
5.1 Die Beschwerdegegnerin hat im Einspracheentscheid vom 4. Juli 2008 die
rechtlichen Grundlagen für die Zusprechung einer Integritätsentschädigung zutreffend
dargelegt (Erwägung 5). Darauf kann verwiesen werden. In Anhang 3 zur UVV sind die
sehr schwere Entstellung im Gesicht mit 50% und der Verlust des Sehvermögens auf
einer Seite mit 30% Integritätsentschädigung in der Skala aufgelistet. Beide Werte
geben Anhaltspunkte für die Bemessung des Integritätsschadens des
Beschwerdeführers. Zur Bestimmung des Integritätsschadens durch
Augenverletzungen haben die Ärzte der Suva mit Tabelle 11, zu demjenigen bei
Schädigungen der Haut mit Tabelle 18 einen Feinraster erstellt.
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5.2 Grundlagen für die ärztliche Schätzung des Integritätsschadens des
Beschwerdeführers bildeten einerseits die medizinischen Akten - besonders die
Abschlussberichte der Dres. med. E._ und F._, Augenklinik Kantonsspital
St. Gallen, vom 23. Januar 2007 (UV-act. 76) und derjenige von Dr. med. G._,
Facharzt FMH für Dermatologie, St. Gallen, vom 25. April 2006 (UV-act. 47) -
andererseits die Fotos der geschädigten Körperstellen vom 13. Dezember 2007 (UV-
act. 103). Aus diesen Unterlagen geht hervor, dass sich die Entstellung im Gesicht auf
das linke Auge beschränkt. Mit der Integritätsentschädigung von 35% ist gemäss
Tabelle 11 Ziffer 1 sowohl die fast vollständige einseitige Erblindung als auch die
gleichzeitige Entstellung des linken Auges abgegolten (https://wwwsapp1.suva.ch/sap/
public/bc/its/mimes/zwaswo/99/pdf/
02870_11_d.pdf; UV-act. 113). Von einer sehr schweren Entstellung im Gesicht, die
gemäss Skala von Anhang 3 zur UVV mit einer Integritätsentschädigung von 50%
abzugelten wäre, kann nicht gesprochen werden. Die Verätzungen im Gesicht, die der
Beschwerdeführer in der Beschwerdeschrift geltend machen lässt, werden nicht belegt
und können aufgrund der Akten nicht ausgemacht werden. Vielmehr schilderte auch
der Beschwerdeführer bei der persönlichen Befragung zum Unfallhergang
Säurespritzer ins linke Auge und Verätzungen am linken Oberarm, am Rücken und am
linken Bein, aber keine Verätzungen im übrigen Gesicht (UV-act. 27). Er macht auch
nicht geltend, die Fotodokumentation vom 13. Dezember 2007 (UV-act. 103) sei
unvollständig. Der Anteil von 35% Integritätsentschädigung für den Integritätsschaden
am linken Auge und damit im Gesicht erweist sich somit als korrekt und ist besonders
auch unter dem Aspekt der abstrakten und egalitären Bemessung der
Integritätsentschädigung richtig.
5.3 Die Integritätseinbusse durch die kosmetisch störenden Narben an linkem
Oberarm, Rücken und linkem Bein leitete Dr. D._ vom Wert von 50% bei einer sehr
schweren Entstellung im Gesicht ab und bemass sie mit 1/5 davon bzw. mit 10% (UV-
act. 115). Er ging damit gemäss Anhang 3 zur UVV bzw. gemäss Tabelle 18 (https://
wwwsapp1.suva.ch/sap/
public/bc/its/mimes/zwaswo/99/pdf/02870_18_d.pdf) vor. Die Narben befinden sich an
im Berufsalltag bedeckten Körperstellen und weder am Gesicht noch an den Händen.
Funktionelle Störungen wurden bereits im Bericht von Dr. G._ vom 27. September
2005 verneint (UV-act. 15). Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates durch diese
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Narben (z.B. wegen Kontrakturen) sind nicht beschrieben (UV-act. 119). Die
Bemessung des Integritätsschadens durch die Narben mit 10% ist daher nicht zu
beanstanden.
5.4 Die Integritätsschäden von 35% am linken Auge und von 10% für die Narben an
linkem Oberarm, Rücken und linkem Bein wurden ohne Kürzung zusammengezählt.
Gegen dieses Vorgehen und die Gesamtschätzung ist gemäss Art. 36 Abs. 3 bzw.
Anhang 3 zur UVV nichts einzuwenden. Sie trägt dem gesamten Integritätsschaden des
Beschwerdeführers Rechnung. Bezüglich Integritätsentschädigung erweist sich die
Beschwerde daher als unbegründet.
6.
6.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde in dem Sinn teilweise
gutzuheissen und der Einspracheentscheid aufzuheben, als dem Beschwerdeführer
eine Invalidenrente aufgrund eines Invaliditätsgrads von 20% zugesprochen und die
Sache zur Festsetzung der Invalidenrente an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen
wird. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.
6.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Hingegen hat der
obsiegende Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung für die Kosten
der Vertretung und Prozessführung (Art. 61 lit. g ATSG). Diese ist, wie in gleichartigen
Verfahren ohne mündliche Verhandlung, auf pauschal Fr. 3'500.-- (einschliesslich Bar
auslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. Eine höhere Entschädigung erscheint
nicht ausgewiesen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG