Decision ID: 53a7a205-963f-4c87-bb29-39ddd37ddd7d
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
Visana Services AG, Weltpoststrasse 19, 3000 Bern 15,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistung
Sachverhalt:
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A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war als Sachbearbeiter bei der B._ AG tätig
und dadurch bei der Visana Versicherungen AG (nachfolgend: Visana) gegen die
Folgen von Unfällen versichert, als er am 1. Dezember 2011 mit einem Micro-Scooter
stürzte. Am 2. Dezember 2011 ging bei der Visana eine Bagatellunfallmeldung UVG der
Arbeitgeberin ein, worin als betroffener Körperteil die ganze rechte Körperhälfte
vermerkt war (UV-act. 4). Mit einer späteren, undatierten Unfallmeldung UVG
informierte die Arbeitgeberin die Visana über eine Arbeitsunfähigkeit des Versicherten
ab 21. Februar 2013 infolge einer Operation wegen Spätfolgen des Unfalls vom 1.
Dezember 2011. Als erst- sowie nachbehandelnder Arzt wurden Dr. med. C._,
Allgemeine Medizin, bzw. Dr. med. D._, Oberarzt Chirurgische Klinik, Fachbereich
Orthopädie, Spital E._ angeführt (UV-act. 6, vgl. dazu auch UV-act. 32).
A.b Laut Bericht von Dr. C._ vom 2. Dezember 2011 hatte an diesem Tag eine
Erstkonsulation stattgefunden, wobei der Versicherte über Schmerzen in der rechten
Schulter sowie in der rechten Thoraxwand klagte. Die klinische Untersuchung ergab
eine Druckdolenz der lateralen Thoraxwand, ein diffus druckdolentes rechtes
Schultergelenk sowie einen Palpationsschmerz bis zur Nackenmuskulatur. Bei
Abduktion und Flexion des rechten Arms trat ab 120 Grad ein Endphasenschmerz auf.
Der Jobe-Test war fraglich positiv und die röntgenologische Untersuchung der rechten
Schulter zeigte keine ossäre Läsion. Dr. C._ stellte die Diagnose einer Schulter- und
Thoraxkontusion rechts nach Sturz mit Scooter (UV-act. 104). Nach anfänglicher
Besserung der Beschwerden, dann aber über zwei bis drei Wochen anhaltenden
Schmerzen bei maximaler Abduktion und Flexion des Arms, erfolgte durch Dr. C._
die Zuweisung des Versicherten für eine MR-Arthrographie des rechten
Schultergelenks. Diese wurde am 23. Dezember 2011 im Röntgeninstitut Rodiag
Diagnostic Center (nachfolgend: Rodiag) durchgeführt. Im Bereich der
Supraspinatussehne zeigte sich eine gelenkseitige 1.5 cm breite und 1 cm lange,
oberflächliche, leichtgradige partielle Ruptur bei ansonsten regulären bzw. normalen
Verhältnissen. Insbesondere die Cavitas glenoidalis, das Labrum sowie die proximale
lange Bizepssehne wurden als regelrecht beschrieben. Daneben wurden aber eine
leichtgradige Reizung der Bursa subdeltoidea und subcoracoidea sowie ein
konstitutionell bedingtes, nach kaudal abgewinkeltes Acromion Typ II nach Bigliani mit
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einer Einengung des Subacromialraums von 7 mm acromio-humeraler Distanz zur
Darstellung gebracht (UV-act. 7). Am 20. März 2012 wurde der Versicherte erstmals
durch Dr. D._ untersucht. Dieser stellte im Untersuchungsbericht vom 21. März 2012
die Diagnose Schulterbeschwerden mit Status nach Schulterdistorsionstrauma rechts
vom 2. (richtig: 1.) Dezember 2011 mit Verdacht auf AC-Gelenksluxation Grad I und
möglicher partieller Rotatorenmanschettenläsion Schulter rechts (dominant). Der
Versicherte berichte, dass er am 2. (richtig: 1.) Dezember 2011 mit einem Roller
gestürzt sei mit direkter Kontusion der rechten, dominanten Schulter. Seitdem
bestünden anhaltende, belastungsabhängige Beschwerden, welche die Funktion
deutlich einschränken würden. Das externe MRI zeige keine Fehlstellung oder
Arthropathie im AC-Gelenk und eine reguläre, glenohumerale Stellung, hingegen eine
Bursitis bei subacromieller Impingementkonstellation sowie eine minime degenerative
Veränderung mit möglicher Partialläsion im Bereich der Supraspinatussehne (UV-act.
8). Am 10. April, 12. und 18. Juni, 28. August sowie 17. September 2012 folgten
weitere Verlaufskontrollen durch Dr. D._ mit Untersuchungsberichten vom 17. April,
14. und 19. Juni, 29. August bzw. 26. September 2012. In Letzterem hielt Dr. D._
fest, er habe die Bilder der MR-Arthrographie vom 23. Dezember 2011 nochmals
gesichtet. Es zeige sich darauf eine mögliche Läsion der SLAP-Region (Labrum-
Bizepsanker-Komplex), aber auch eine Tendinopathie im Bereich der Pulley-Strukturen.
Er stellte die Diagnose anhaltende Schulterbeschwerden mit Verdacht auf eine
glenoidale Bizepssehnenläsion sowie die Differentialdiagnose Pulleyläsion mit partieller
Beteiligung der kranialen Rotatorenmanschette Schulter rechts (UV-act. 9 ff., UV-act.
22). Therapiert wurde der Versicherte durch Dr. D._ mit Infiltrationen am 20. März, 18.
Juni sowie 28. August 2012; subacromial, isoliert im AC-Gelenk bzw. subscapulär/in
der SLAP-Region (UV-act. 8, 12 f., 22). Nachdem sich der Versicherte nach den
konservativen Behandlungsversuchen auch am 27. Dezember 2012 wegen
persistierender Beschwerden - Nachtsymptomatik und belastungsabhängigen
Beschwerden bei der Elevation und Extension des Arms - bei Dr. D._ vorgestellt
hatte (vgl. act. G 12), wurde das rechte Schultergelenk am 8. Januar 2013 erneut mit
einer MR-Arthrographie im Institut für Radiologie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG)
abgeklärt. Erhoben wurden eine geringe Tendinose der Supraspinatussehne, eine AC-
Arthrose, eine minimale Bursitis subacromialis/subdeltoidea und ein eingeengter
Subakromialraum osteoligamentär (UV-act. 41). Gestützt darauf diagnostizierte Dr.
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D._ in seinem Sprechstundenbericht vom 16. Januar 2013 ein symptomatisches
subacromiales Impingement zweitgradig mit bursaseitiger Tendinopathie oder
Partialläsion der kranialen Rotatorenmanschette (Supra- und Infraspinatus-Übergang)
und eine mögliche symptomatische AC-Gelenksarthropathie Schulter rechts (act. G
13).
A.c Am 21. Februar 2013 erhob Dr. D._ beim Versicherten arthroskopisch die
Diagnosen subtotale posttraumatische kraniale Rotatorenmanschettenläsion
(Supraspinatus) mit Pulleybeteiligung und glenoidaler Bizepssehnenläsion (SLAP 2)
sowie ACG-Arthropathie Schulter rechts und führte eine arthroskopische transossäre
Suturebridge-Rekonstruktion der Rotatorenmanschette (Supraspinatus mit
Arthrotunneler), eine Bizepstenotomie sowie eine ACG-Resektion und subacromiale
Dekompression Schulter rechts durch (UV-act. 44).
A.d Gestützt auf eine medizinische Beurteilung ihres beratenden Arztes Dr. med. F._
vom 4. Juni 2013 (UV-act. 65) eröffnete die Visana dem Versicherten mit Verfügung
vom 9. September 2013 die Einstellung ihrer Leistungen im Zusammenhang mit dem
Unfallereignis vom 1. Dezember 2011 per 20. Februar 2013. Auf eine Rückforderung
darüber hinaus erbrachter Leistungen wurde verzichtet. Zur Begründung führte sie an,
dass die mit der Operation vom 21. Februar 2013 behandelten Beschwerden sowie die
anschliessende Arbeitsunfähigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Folgen
des Unfalls vom 1. Dezember 2011, sondern krankheitsbedingten Ursprungs seien (UV-
act. 67 f.).
B.
B.a Seine am 16. September 2013 gegen diese Verfügung erhobene vorsorgliche
Einsprache (UV-act. 87) zog der Krankenversicherer des Versicherten (Avanex
Versicherungen AG; nachfolgend: Avanax) nach Prüfung der Unterlagen mit Schreiben
vom 25. September 2013 wieder zurück (UV-act. 88). Nach Kenntnisnahme eines
Berichts von Dr. D._ vom 25. September 2013 an Dr. F._ (UV-act. 89 f.) widerrief
die Avanex mit Schreiben vom 25. September 2013 den Rückzug ihrer Einsprache mit
der Begründung, dass die Schulterbeschwerden und die dadurch notwendig
gewordene Operation auf den Rollersturz vom 23. (richtig: 1.) Dezember 2011
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zurückzuführen seien. Die Visana sei bis zum entsprechenden Status quo sine/ante
leistungspflichtig (UV-act. 100).
B.b Am 1. Oktober 2013 erhob alsdann auch der Versicherte gegen die Verfügung vom
9. September 2013 Einsprache (UV-act. 98).
B.c Am 7. Februar 2014 erfolgte im Auftrag der Visana nochmals eine medizinische
Beurteilung der Kausalität der operativ behandelten Schulterbeschwerden rechts durch
Dr. med. G._, Facharzt Chirurgie und Manuelle Medizin (SAMM), (UV-act. 110). Mit
Entscheid vom 7. April 2014 wies die Visana die Einsprachen des Versicherten und der
Avanex ab (UV-act. 119 ff.).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte mit Eingabe vom 5. Mai
2014 Einspruch (richtig: Beschwerde) und beantragte sinngemäss, der Entscheid sei
aufzuheben und es seien auch für die Operation vom 21. Februar 2013 sowie die
nachfolgende Heilungsdauer die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlungen,
Taggelder) zu erbringen (act. G 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 13. Juni 2014 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde (act. G 5).
C.c Mit Replik vom 16. August 2014 (act. G 7) und Duplik vom 4. September 2014 (act.
G 9) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.
C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften und die Ausführungen in
den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden

Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen:
1.
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1.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung
bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht
demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem
versicherten Unfallereignis zusammenhängen (Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre
Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.).
Bei physischen Unfallfolgen hat indessen die Adäquanz gegenüber dem natürlichen
Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E.
3a). Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit;
die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). Ebenso wie der
leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Da es
sich bei der Einstellung um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die
Beweislast nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U
363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen; BGE 117 V 263 f. E. 3b). Dieser muss jedoch nicht den
Beweis für unfallfremde Ursachen erbringen. Ebenso wenig geht es darum, vom
Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden
mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 31. August 2001, U 285/00, E. 5a). Welche
Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist unerheblich. Entscheidend ist
allein, ob die unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale
Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind. Die Leistungspflicht des
Unfallversicherers bei einem durch den Unfall verschlimmerten oder überhaupt erst
manifest gewordenen krankhaften Vorzustand entfällt erst, wenn entweder der
(krankhafte) Gesundheitszustand erreicht ist, wie er unmittelbar vor dem Unfall
bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem
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schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher
oder später eingestellt hätte (Status quo sine; vgl. zum Ganzen RKUV 1994 Nr. U 206
S. 328 f. E. 3b, mit Hinweisen; A. Rumo-Jungo/A. P. Holzer, a.a.O., S. 54). Im Rahmen
der Prüfung des Dahinfallens der Leistungspflicht des Unfallversicherers genügt es
mithin für die Bejahung des fortbestehenden natürlichen Kausalzusammenhangs, wenn
der Unfall für die fragliche gesundheitliche Störung immer noch eine Teilursache
darstellt. Gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG werden die Pflegeleistungen und
Kostenvergütungen sowie die Taggelder und Hilflosenentschädigungen nicht gekürzt,
wenn die Gesundheitsschädigung nur teilweise Folge eines Unfalls ist. Diese
Bestimmung beinhaltet eine Durchbrechung des Kausalitätsprinzips für Fälle, in denen
ein Gesundheitsschaden durch das Zusammenwirken konkurrierender, teils
unfallbedingter, teils unfallfremder Ursachen bewirkt worden ist (Urteil des EVG vom
18. Februar 2003, U 287/02, E. 4.4).
1.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss, zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Die Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs obliegt dem Arzt
oder der Ärztin (PVG 1984 Nr. 82, 174; A. Rumo-Jungo/A. P. Holzer, a.a.O., S. 55).
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Auch den
Berichten versicherungsinterner Ärzte oder Ärztinnen kann rechtsprechungsgemäss
Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 467 ff. E. 4 und BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit
Hinweisen). Art. 8 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK geben keinen formellen Anspruch auf
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versicherungsexterne Begutachtung, wenn Leistungsansprüche streitig sind. Erachtet
das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen
Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den
Prozess ohne Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens -
abschliessen. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge
Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit
und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen
vorzunehmen (BGE 135 V 471 E. 4.6; RKUV 1997 Nr. U 281 S. 281
E. 1a).
2.
Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht bezüglich des
Unfalls vom 1. Dezember 2011 und erbrachte entsprechende Heilkostenleistungen.
Streitig ist, ob sie zu Recht die Versicherungsleistungen per 20. Februar 2013 und
damit vor der arthroskopischen Behandlung verschiedener Gesundheitsschäden im
Bereich der rechten Schulter durch Dr. D._ am 21. Februar 2013 eingestellt hat. Die
Beschwerdegegnerin wäre für eine operative Behandlung und sodann bis zur Heilung
der unmittelbaren Operationsfolgen (Wundheilung, postoperative Schmerzphase,
Einnahme von Medikamenten, Schonungsphase mit möglicher Arbeitsunfähigkeit usw.)
leistungspflichtig, sofern die operative Behandlung (teilweise) unfallkausale
Gesundheitsschäden umfasst hätte. Eine entsprechende Unfallkausalität wird jedoch
von der Beschwerdegegnerin gestützt auf die Beurteilungen ihrer Vertrauensärzte Dr.
F._ und Dr. G._ vom 4. Juni 2013 (UV-act. 64 f.) bzw. 7. Februar 2014 (UV-act. 110
ff.) verneint.
3.
Im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (20. Februar 2013) litt der Beschwerdeführer
unter Schulterbeschwerden rechts, die er auf den Unfall vom 1. Dezember 2011
zurückführt. Ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen Unfall und
gesundheitlichen Beschwerden hat in der Regel als gegeben zu gelten, wenn sich
mittels apparativer Untersuchungsmethoden (Röntgen, Computertomogramm,
Arthroskopie) ein unfallkausaler organischer Befund im Sinn eines strukturellen
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Gesundheitsschadens erheben lässt. Im Rahmen der Arthroskopie vom 21. Februar
2013 stellte Dr. D._ beim Beschwerdeführer die Diagnosen einer subtotalen
posttraumatischen kranialen Rotatorenmanschettenläsion (Supraspinatus) mit
Pulleybeteiligung und glenoidaler Bizepssehnenläsion (SLAP 2) sowie einer ACG-
Arthropathie Schulter rechts fest, worauf er eine arthroskopische transossäre
Suturebridge-Rekonstruktion der Rotatorenmanschette (Supraspinatus mit
Arthrotunneler), eine Bizepstenotomie sowie eine ACG-Resektion und subacromiale
Dekompression Schulter rechts durchführte (UV-act. 44). In der
Rotatorenmanschettenläsion mit Pulleybeteiligung sowie der Bizepssehnenläsion sind
ohne weiteres strukturelle Gesundheitsschädigungen zu sehen. Die
Rotatorenmanschette sowie die Bizepssehne im Schulterbereich neigen zur
Degeneration. Allerdings können die fraglichen Sehnen auch als Folge eines Traumas
ein- oder abreissen (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische
Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S. 628, 724 f., 728 ff.; Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl.
München 2003, S. 225, 1681; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch 2013, 264. Aufl.
Berlin 2012, S. 1835, 1913; http://flexikon.doccheck.com/de/Bizepssehnenruptur,
abgerufen am 10. Februar 2015). Auch das AC-Gelenk kann eine traumatische
Verletzung erfahren; insbesondere bei einem Sturz auf die Schulter mit Luxation der
Clavicula und (Ein-)Reissen der Bandstrukturen (vgl. Debrunner, a.a.O., S. 720;
Pschyrembel, a.a.O., S. 42). Nachdem jedoch im Falle des Beschwerdeführers
allgemein von einer ACG-Arthropathie (= Gelenkerkrankung; vgl. Roche Lexikon
Medizin, a.a.O., S. 134; Pschyrembel, a.a.O., S. 171) gesprochen wird und sich damit
übereinstimmend bei der MR-Arthrographie vom 8. Januar 2013 eine AC-Arthrose
darstellte, fällt eine traumatische strukturelle Läsion bezüglich des AC-Gelenks
offensichtlich ausser Betracht und wird in den medizinischen Akten auch nicht konkret
diskutiert.
4.
Zu prüfen ist mithin zunächst, ob es sich bei der Rotatorenmanschetten- und
Bizepssehnenläsion um direkte Unfallverletzungen oder um Vorzustände handelt.
4.1 Laut Beurteilungen von Dr. F._ und Dr. G._ vom 4. Juni 2013 bzw. 7. Februar
2014 (UV-act. 64 f., UV-act. 110) hat der Beschwerdeführer die am 21. Februar 2013
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operativ behandelte Rotatorenmanschetten- sowie Bizepssehnenläsion nicht mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit beim Unfall vom 1. Dezember 2011
erlitten. Beide Ärzte nehmen zunächst Bezug auf die für eine Kausalitätsbeurteilung
massgebende Komponente des Unfallmechanismus bzw. der Art und Weise der
Einwirkung auf den betroffenen Körperteil. Sie gehen von einer direkten
Traumatisierung bzw. einer Direktkontusion der rechten Schulter durch den Sturz mit
dem Scooter - aufgrund allgemeiner Erfahrung wahrscheinlich von lateral mit
angewinkeltem Arm - und damit von einem für eine Sehnenruptur inadäquaten Trauma
aus. Beim Verletzungsmechanismus einer Direktkontusion liege die
Rotatorenmanschette geschützt unter dem Schulterdach. Namensgemäss schütze das
Akromion die darunterliegenden Schulterstrukturen. Zusätzlich überlappe der Musculus
deltoideus den Humeruskopf mit den dort ansetzenden Sehnen der
Rotatorenmanschette. Gleiches gelte für die lange Bizepssehne und die SLAP-Region.
Dr. G._ weist ausserdem darauf hin, dass es nicht zu einer Avulsionsfraktur des
Tuberculum majus gekommen sei. In der MR-Arthrographie vom 23. Dezember 2011
(vgl. UV-act. 7) wären bei einer massiven Kontusion bildgebend noch
Knochenmarksödeme im Humeruskopf sowie eine ausgeprägte Bursitis subacromialis
zu erwarten gewesen. Zusätzlich könne es bei einer schweren Direktkontusion auch zu
einer Bone-bruise in der lateralen Clavicula kommen. - Grundsätzlich erscheinen die
übereinstimmenden biomechanischen Überlegungen von Dr. F._ und Dr. G._
schlüssig und überzeugend. Dementsprechend ist in der medizinischen Literatur als
typischer Verletzungsmechanismus einer Rotatorenmanschettenläsion nicht die
Kontusion, sondern die Luxation beschrieben (vgl. Pschyrembel, a.a.O., S. 1835). Für
eine Rotatorenmanschettenverletzung infolge einer Kontusion ist wegen der von Dr.
F._ und Dr. G._ beschriebenen Schutzwirkung des Schulterdachs eine gewisse
Schwere der Kontusion gefordert. Anwendbar sind die biomechanischen Überlegungen
allerdings nur dann, wenn im konkreten Fall eine Direktkontusion stattgefunden hat. In
seinen Sprechstundenberichten vom 21. März und 17. April 2012 (UV-act. 8 f.) führte
Dr. D._ aber zumindest in der Diagnose den einer Luxation nahe kommenden
Verletzungsmechanismus eines Schulterdistorsionstraumas an, in dessen Rahmen
traumatische Veränderungen der Rotatorenmanschette ebenfalls gesehen werden (vgl.
Debrunner, a.a.O., S. 635 f.; Roche Lexikon Medizin, a.a.O., S. 1142 f.; http://
orthopaedie-am-see.ch/rotorenmanschette/341/; http://www.netdoktor.de/Service/
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ICD-Diagnose/T03-Luxationen-Verstauchungen-41493.html, abgerufen am 11. Februar
2015). Dr. C._ stellte zwar in seinem Bericht über die Erstkonsultation vom 2.
Dezember 2011 die Diagnose einer Schulterkontusion (UV-act. 104) und auch Dr. D._
führte im Sprechstundenbericht vom 21. März 2012 gestützt auf die Schilderung des
Beschwerdeführers im Rahmen der Anamnese eine direkte Kontusion der dominanten
Schulter an (UV-act. 8). Es ist jedoch naheliegend, dass ein im Regelfall plötzlich und
unerwartet eintretender bzw. sich schnell abspielender Sturz vom Stürzenden am
ehesten als Kontusion bzw. stumpfer Aufprall des Körpers auf den Boden
wahrgenommen und aufgrund eines vom Verunfallten beschriebenen Sturzes von
ärztlicher Seite eine Kontusion angenommen wird. Die Feststellung von Dr. F._, die
rechte Schulter sei aufgrund allgemeiner Erfahrung wahrscheinlich von lateral mit
angewinkeltem Arm traumatisiert worden, lässt den Schluss zu, dass eine andere
Position des Arms im Zeitpunkt des Sturzes bzw. Aufpralls entsprechend zu einem
anderen oder zusätzlichen Verletzungsmechanismus, beispielsweise in Form einer
Luxation oder Distorsion, hätte führen können. Die Akten enthalten keine genaue
Beschreibung des Unfallmechanismus. Sowohl in der Bagatellunfallmeldung (UV-act. 3)
als auch im Bericht von Dr. C._ betreffend die Erstbehandlung vom 2. Dezember
2011 (UV-act. 104) wird als Unfallereignis nur allgemein ein Sturz beschrieben. Eine
Armposition, die beim Sturz zu einer Rotatorenmanschettenruptur geführt hätte,
erscheint damit nicht von vornherein unwahrscheinlicher als die von Dr. F._
beschriebene Armposition.
4.2 Dr. G._ diskutiert in seinem Aktengutachten im Weiteren die für eine
Kausalitätsbeurteilung ebenso massgebende Komponente der echtzeitlich
aufgetretenen Beschwerden bzw. von den behandelnden Ärzten erhobenen Befunde.
Dies in dem von Dr. G._ festgehaltenen Sinn, wonach es nachvollziehbar sei, dass
eine traumatische Verletzung, konkret insbesondere eine unfallbedingte frische
Partialruptur der Supraspinatussehne, auch zu einer entsprechenden
Schmerzsymptomatik führe. Als solche beschreibt Dr. G._ in Übereinstimmung mit
der medizinischen Literatur (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 726 f.; Pschyrembel, a.a.O.,
S. 1835) einen typischen Nachtschmerz sowie eine Abduktionsschwäche und damit
verbundene Schmerzen. Laut Dr. G._ sind in den medizinischen Akten während des
ersten halben Jahres nach dem Unfall vom 1. Dezember 2011 durchgehend intakte
Kraftverhältnisse für die Supraspinatussehne dokumentiert. Diese hätte bei
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entsprechenden isometrischen Widerstandstests schmerzhaft reagieren müssen. Die
Symptomatik sei diffus gewesen. Auch zu den typischen Nachtschmerzen sei es nicht
gekommen. Bei einer frischen Ruptur komme es in der Regel auch zu einer
Pseudoparalyse und die verletzte Person beschreibe häufig funktionelle
Einschränkungen auch im Alltag, beispielsweise Probleme beim Anziehen einer Jacke
etc. - Anlässlich der Erstkonsultation von Dr. C._ am 2. Dezember 2011 klagte der
Beschwerdeführer allgemein über Schmerzen in der rechten Schulter. Die klinische
Untersuchung ergab ein diffus druckdolentes rechtes Schultergelenk und die
Funktionsprüfung eine Abduktion und Flexion mit Endphasenschmerz ab 120 Grad. Der
Jobe-Test war fraglich positiv (UV-act. 104). Gegenüber Dr. D._ berichtete der
Beschwerdeführer sodann am 20. März 2012 über seit dem Unfall anhaltende
belastungsabhängige bzw. die Funktion des Arms deutlich einschränkende Schmerzen.
Als Befunde erhob Dr. D._ eine reguläre Stellung und Trophik der rechten Schulter,
eine auffällige Druckdolenz des AC-Gelenks, eine diffuse subacromiale Symptomatik
ohne klar abgrenzbare Problematik der Rotatorenmanschette und der Bizepssehne
sowie ein passiv voll bewegliches Gelenk (UV-act. 8). In der Sprechstunde vom 10.
April 2012 bezeichnete Dr. D._ die klinische Untersuchung als relativ diffus. Es
bestehe in einigen Bereichen eine Symptomatik, insbesondere im Bereich der
Rotatorenmanschette, der Bizepssehne und im suacromialen Bereich. Dabei bestehe
eine gut erhaltene Kraft mit schmerzbedingter vermehrter Maximalkraft im Bereich der
Rotatorenmanschette (UV-act. 9). In der Sprechstunde vom 12. Juni 2012 berichtete
der Beschwerdeführer Dr. D._ über deutlich anhaltende Restbeschwerden im antero-
kranialen Schulterbereich. Es gebe primär eine belastungsabhängige Symptomatik,
jedoch keine relevante Nachtproblematik. Als Befunde erhob Dr. D._ eine reizfreie
Schulter, eine deutliche Druckdolenz und einen provozierbaren Schmerz im
Schultereckgelenk, eine nur minime Tendinopathie bei voller Kraft der
Supraspinatussehnenanteile als auch der Bizepssehnenregion sowie ein reguläres
Schulterprofil (UV-act. 10). Am 28. August 2012 führte Dr. D._ eine Mischinfiltration
suprascapulär und der SLAP-Region durch (UV-act. 12). Anlässlich der Sprechstunde
vom 17. September 2012 zeigte die klinische Untersuchung eine deutliche
Symptomatik der SLAP-Region mit möglicher Beteiligung auch im Pulleybereich, eine
leichte Symptomatik im AC-Gelenk, keine funktionelle Einschränkung der Schulter und
eine gute Kraft der Rotatorenmanschette (UV-act. 13). Die dargelegten klinischen
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Untersuchungsergebnisse von Dr. C._ und insbesondere von Dr. D._ entsprechen
tatsächlich nur teilweise explizit der für eine Rotatorenmanschettenläsion typischen
Symptomatik. Dennoch beklagte der Beschwerdeführer durchgehend gewisse
entsprechende Beschwerden und schloss Dr. D._ eine adäquate Symptomatik für
eine Rotatorenmanschettenläsion und im September 2012 auch eine solche für eine
Bizepssehnenläsion nicht gänzlich aus. Entsprechend stellte er in seinen
Sprechstundenberichten von Anfang an die Diagnose einer möglichen bzw. eventuellen
partiellen Rotatorenmanschettenläsion Schulter rechts und ab August 2012
(rückblickend, nach nochmaliger Sichtung der echtzeitlichen MR-Arthropgraphie-
Bilder; vgl. UV-act. 13) zusätzlich die Verdachtsdiagnose einer glenoidalen
Bizepssehnenläsion Schulter rechts. Später dehnten sich die klinischen Befunde sogar
aus. Am 27. Dezember 2012 stellte sich der Versicherte abermals wegen einer
persistierenden Symptomatik bei Dr. D._ vor. Er berichtete nun über eine
Nachtsymptomatik und über ein erneut belastungsabhängiges Beschwerdebild bei der
Elevation und Extension des Arms. Als Befunde erhob Dr. D._ eine auffällige
Tendinopathie und ein Kraftdefizit der Strukturen um die Pulleyregion, insbesondere
der langen Bizepssehne, sowie eine Impingement-Konstellation (act. G 12). In der
nachfolgenden Sprechstunde vom 15. Januar 2013 erhob Dr. D._ schliesslich
deutliche Zeichen für ein symptomatisches subacromiales Impingement II. mit leichter
Bursitis (act. G 13). Der Feststellung von Dr. G._, Dr. D._ habe erstmals über ein
halbes Jahr nach dem Unfallereignis eine von Anfang an bestehende PASTA-Läsion
(Teilriss der Rotatorenmanschette) postuliert, kann damit nicht gefolgt werden. Auch
wenn für Dr. D._ zunächst eine AC-Gelenksproblematik im Vordergrund gestanden
haben mag, sah er doch von Anfang an auch hinsichtlich der Rotatorenmanschette und
der Bizepssehne eine gewisse Problematik, indem er diesbezüglich bis zur
Arthroskopie durchgehend Verdachts- und Differentialdiagnosen stellte und am 28.
August 2012 eine Infiltration subscapulär/SLAP-Region durchführte. Dass es sich "nur"
um Verdachts- und Differentialdiagnosen handelte, ist dahingehend zu interpretieren,
dass Dr. D._ bis zur Arthroskopie noch keine abschliessende Aussage machen
konnte oder wollte und damit auch keine abschliessende Aussage zum Wegfall der
unfallkausalen Ursachen vorlag.
4.3 Erscheint bereits im Rahmen einer echtzeitlich zum Unfall durchgeführten
radiologischen Untersuchung eine strukturelle Läsion, stellt diese im Regelfall entweder
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eine traumatische Läsion oder einen degenerativen Vorzustand dar. Bereits in der von
der Rodiag am 23. Dezember 2011 durchgeführten MR-Arthrographie zeigte sich
unbestrittenermassen eine 1.5 cm breite und 1 cm lange, oberflächliche, leichtgradige
partielle Ruptur. Die proximale lange Bizepssehne wurde hingegen im entsprechenden
Untersuchungsbericht als regelrecht bezeichnet (UV-act. 7). Am 17. September 2012
sichtete jedoch Dr. D._ die Bilder der MR-Arthrographie vom 23. Dezember 2011 neu
und stellte nun zusätzlich eine mögliche Läsion der SLAP-Region sowie eine
Tendinopathie im Bereich der Pulley-Strukturen fest (UV-act. 13). Auch die im KSSG
am 8. Januar 2013 durchgeführte MR-Arthrographie zeigte ansatznah eine
kurzstreckige, gelenkseitige Signalalteration der ansonsten intakten
Supraspinatussehne (UV-act. 41). Es muss damit mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die am 21.
Februar 2013 arthroskopisch diagnostizierte Rotatorenmanschettenläsion mit
Pulleybeteiligung und die Bizepsläsion (vgl. UV-act. 44) bereits echtzeitlich vorlag und
mithin traumatische Verletzungen darzustellen vermöchten. Dr. G._ ging nun aber
offensichtlich von einer vorbestehenden, nicht durch den Unfall vom 1. Dezember 2011
verursachten Rotatorenmanschetten- sowie Bizepsläsion aus. Er weist darauf hin, dass
die konkret vorliegende gelenkseitige Partialruptur, die sogenannte PASTA-Läsion, der
häufigste Schaden der Supraspinatussehne sei und fast ausschliesslich degenerativ
auftreten würde. Mehr als 50% aller Supraspinatussehnenrupturen würden in dieser
Form vorliegen. Sie seien auf sogenannte intrinsische Faktoren zurückzuführen. Im
ansatznahen Gebiet der Supraspinatussehne sei diese Zone nicht ausreichend
vaskularisiert. Zudem komme es hier zur grössten Drucklast der Sehnen aufgrund des
hochgehenden Humeruskopfs bei der Abduktion. Die kollagenen Fasern, d.h. die
Sehnenfasern, seien in diesem Bereich artikularseitig dünner als auf der oberen Seite,
wo sich die Sehnenfasern häufig am Akromion aufscheuern würden. Diese Faktoren
führten zum altersbedingt typischen Verschleiss der Sehne zur Gelenkseite hin. Neben
den intrinsischen Faktoren liege beim Beschwerdeführer zusätzlich ein nach kaudal
abfallendes Schulterdach bzw. Akromion vor. Dies stelle einen von aussen
einwirkenden, sogenannten extrinsischen Faktor dar, da die Supraspinatussehne von
aussen durch das gekrümmte Akromion gedrückt und gereizt werde. Der
Subakromialraum sei aufgrund dieses abfallenden Akromions unfallunabhängig auf 7
mm verschmälert gewesen. Dies begünstige eine Schmerzsymptomatik und erkläre
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auch, dass der Beschwerdeführer beim Hochheben der Arme ansatzweise einen
painful arc gehabt habe. Auch diese Konstellation liege unfallunabhängig vor. Durch
den Sturz sei es zu keiner unfallabhängigen Aktivierung gekommen. Es hätte eine
Bone-bruise nachgewiesen werden müssen oder auch eine massive Bursitis. Diese
Befunde hätten sich in der MR-Arthrographie nicht nachweisen lassen und eine
entsprechende Klinik fehle. - Die fraglichen Befunde werden zwar von Dr. G._
nachvollziehbar als typische Folgen einer Direktkontusion beschrieben. Wie in
Erwägung 4.1 dargelegt, ist jedoch im konkreten Fall ein anderer
Verletzungsmechanismus gleich wahrscheinlich. Der Umstand, dass PASTA-Läsionen
gemäss den Ausführungen von Dr. G._ fast ausschliesslich degenerativ bedingt sind
und der Beschwerdeführer eine ungünstige Verschmälerung des Subakromialraums
aufweist, schliesst nicht aus, dass eine solche im Einzelfall nicht auch durch ein
Trauma verursacht sein kann. Die weitere Feststellung von Dr. G._, die Befunde seien
in der MR-Arthrographie vom 8. Januar 2013 (vgl. UV-act. 41) am besten
zusammengefasst und als degenerativ bedingt interpretiert worden, ist nicht ohne
weiteres schlüssig. Die damals ansatznah erhobene kurzstreckige, gelenkseitige
Signalalteration der ansonsten intakten Supraspinatussehne weist nur bzw. immerhin
auf ein verändertes Gewebe hin und entspricht der gelenkseitig erhobenen
Rotatorenmanschettenläsion. Die Bursitis hat Dr. G._ sodann selbst für eine
traumatisch bedingte Rotatorenmanschettenruptur gefordert und eine Tendinose stellt
zwar eine Entzündung und damit keine traumatische Läsion dar, doch kann sich eine
solche (sekundär) sowohl im Zusammenhang mit einer degenerativ als auch einer
traumatisch bedingten Rotatorenmanschettenläsion entwickeln. Inwiefern mithin eine
eindeutig degenerativ bedingt interpretierte Signalalteration vorliegt, ist nicht ohne
weiteres nachvollziehbar. Zumindest wird die Formulierung "degenerativ bedingt" im
Untersuchungsbericht nicht explizit verwendet.
4.4 Im konkreten Fall erweist sich der Hinweis der Beschwerdegegnerin auf den
Begriff "post hoc ergo propter hoc" als untauglich. Allgemein vermag dieser juristisch
gesehen zwar nichts über eine allfällige Unfallkausalität auszusagen (vgl. dazu Alfred
Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460 FN 1205;
Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. Zürich 2009, N 43 f. zu Art. 4; BGE 119 V 341 f.
E. 2b/bb, SVR 2009 UV Nr. 13 [8C_590/2007], S. 52, E. 7.2.4, sowie SVR 2008 UV Nr.
11 [U 290/06], S. 34, E. 4.2.3, je mit Hinweisen). Doch ist in Bezug auf den konkreten
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Fall zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer am 1. Dezember 2011
unbestrittenermassen einen Unfall mit Traumatisierung der rechten Schulter
durchmachte, am Folgetag bereits eine ärztliche Behandlung erforderlich wurde,
unmittelbar nach dem Unfall radiologisch eine Läsion der Rotatorenmanschette und
eine mögliche Läsion der Bizepssehne erhoben und entsprechende Läsionen vom
behandelnden Arzt Dr. D._ als Verdachtsdiagnosen fortgesetzt festgehalten wurden,
der Beschwerdeführer nach dem Unfall durchgehend, d.h. konstant, teilweise typische
Beschwerden für die fraglichen Gesundheitsschäden beklagt hat und diese - wenn
auch erst mit der Zeit immer ausgeprägter - klinisch bestätigt wurden. Die blosse
zeitliche Abfolge stellt nur in solchen Fällen einen ungenügenden Beweis dar, in denen
das Vorliegen einer strukturellen Verletzung mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit verneint werden kann. Eine Gesamtbetrachtung im Sinne der
vorangegangenen Erwägungen lässt jedoch nicht die überwiegend wahrscheinliche
Schlussfolgerung zu, dass die am 21. Februar 2013 arthroskopisch behandelte
Rotatorenmanschetten- sowie Bizepsläsion unfallfremd waren. In diesem Sinn stellen
sich die Ausführungen von Dr. D._ in der Stellungnahme vom 25. September 2013
dar, welche es durchaus zu beachten und in die Kausalitätsbeurteilung einzubeziehen
gilt. Der Beschwerdeführer habe ein bestätigtes Unfallereignis im Dezember 2011
erlitten. Nachfolgend sei durch Dr. C._ eine MR-Arthrographie eingeleitet worden,
welche am 23. Dezember 2011 stattgefunden habe. In der Folge sei die
Erstkonsultation bei ihm, Dr. D._, am 20. März 2012 erfolgt. Im entsprechenden
Sprechstundenbericht werde direkt auf die MR-Arthrographie Bezug genommen und
die dort beschriebene gelenksseitige Partialläsion der Supraspinatussehne erwähnt.
Aufgrund der Option der Selbstheilung für einen solchen Defekt sei die abwartende
konservative Therapie erfolgt. In der nächsten Sprechstunde am 12. Juni 2012 hätten
die Beschwerden persistiert, wobei auch klinisch eine Symptomatik im Bereich der
Supraspinatus- als auch der Bizepssehne aufgetreten sei. Es sei der weiterführende
konservative Versuch mit Infiltration erfolgt. In der Sprechstunde vom 27. Dezember
2012 habe sich der Beschwerdeführer eher in einer frustrierten Situation vorgestellt, da
die Grundbeschwerden, die mit dem Unfallereignis aufgetreten seien, auch unter dem
konservativen Behandlungsversuch persistiert hätten. Die klinische Untersuchung habe
die persistierende Symptomatik bestätigt, so dass am 8. Januar 2013 eine erneute
Beurteilung mittels MR-Arthrographie durchgeführt worden sei. Im
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Sprechstundenbericht vom 15. Januar 2013 werde aufgrund dessen die Vermutung für
die PASTA-Läsion der kranialen Rotatorenmanschette als auch für eine Läsion der
SLAP-Region beschrieben. Die Diagnosen hätten sich in der Arthroskopie vom 21.
Februar 2013 bewahrheitet. Seines Erachtens bestätige sich in dieser Auflistung die
Kausalität zum Unfallereignis. Durch die Arthroskopie sei nun eine stabile Situation mit
im Alltag beschwerdefreier Schulter im Sinne eines Status quo sine/ante erreicht
worden (UV-act. 89 f.).
4.5 Der von Dr. G._ im Weiteren angeführte Umstand, initial habe eine AC-
Gelenkssymptomatik im Vordergrund gestanden, vermag zwar zuzutreffen. So erhob
Dr. D._ anlässlich der Sprechstunde vom 20. März 2012 eine auffällige Druckdolenz
des AC-Gelenks (UV-act. 8) und in derjenigen vom 12. Juni 2012 eine persistierende
Symptomatik des AC-Gelenks bzw. erneut eine deutliche Druckdolenz und einen im
Schultereckgelenk provozierbaren Schmerz (UV-act. 10). Nachdem aber weder die
MR-Arthrographien noch die Arthroskopie im Bereich des AC-Gelenks eine
unfallkausale strukturelle Läsion, sondern eine degenerativ bedingte AC-Arthrose bzw.
eine ACG-Arthropathie ergeben hatten, ging Dr. G._ hinsichtlich der AC-
Gelenkssymptomatik schlüssig und nachvollziehbar "nur" von einer anfänglichen
Kontusionsfolge aus, bezüglich der spätestens im Zeitpunkt der zweiten MR-
Arthrographie vom 8. Januar 2013 der Status quo sine/ante erreicht gewesen sei. Dies
entsprechend der Theorie, dass es im Unfallversicherungsrecht auch Fälle gibt, bei
denen die Unfallfolgen bzw. deren Anteil an einer Gesundheitsschädigung im Rahmen
des posttraumatischen Verlaufs nie wirklich sichtbar gemacht werden konnten. Bei
einem geeigneten bzw. adäquaten Ereignis wird dennoch in einer ersten Phase von
einer schädigenden Wirkung dieses Ereignisses (Unfall) auf den Körper ausgegangen.
Die aufgetretenen bzw. ausgelösten Beschwerden werden aber nach einem
bestimmten Zeitraum - trotz ihres möglichen Fortdauerns - nicht mehr dem Unfall
zugerechnet. In dem Sinn ist auf die medizinische Erfahrungstatsache hinzuweisen,
wonach Prellungen (Kontusionen), Verstauchungen oder Zerrungen (Distorsionen) ohne
strukturelle Läsionen normalerweise innert kurzer Zeit, in der Regel nach sechs bis
neun Monaten, spätestens nach einem Jahr, abheilen und sich die damit verbundenen
Beschwerden gänzlich zurückbilden. In der Sprechstunde vom 28. August 2012 führte
Dr. D._ keine, das AC-Gelenk betreffende Behandlung mehr durch, sondern eine
Infiltration suprascapulär sowie der SLAP-Region (UV-act. 12). Im
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Sprechstundenbericht vom 26. September 2012 ist schliesslich nur noch von einer
leichten Symptomatik im AC-Gelenk die Rede (UV-act. 13). Der Umstand, dass Dr.
D._ offensichtlich mangels massgebenden Beschwerden ab 28. August 2012 keine
AC-Gelenks bezogene Diagnose mehr stellte und diesbezüglich keine Behandlungen
mehr stattfanden, indes aber die Rotatorenmanschette sowie die Bizepssehne nach
wie vor eine Problematik darstellten, lässt also ebenfalls nicht ausschliessen, dass die
entsprechenden Läsionen unfallkausal waren und erst mit der Arthroskopie behoben
werden konnten.
4.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Gericht anhand der vorliegenden
medizinischen Akten nicht möglich ist, mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu beurteilen, ob bei der Arthroskopie vom 21. Februar 2013
traumatische Verletzungen oder degenerative Vorzustände behandelt worden sind.
5.
Wenn bezüglich der Rotatorenmanschetten- sowie Bizepssehnenläsion von
Vorzuständen auszugehen wäre, könnte im Zeitpunkt der Leistungseinstellung trotz
allem nicht von einem überwiegend wahrscheinlichen Dahinfallen jeder kausalen
Bedeutung des Unfallereignisses vom 1. Dezember 2011 für die am 21. Februar 2013
arthroskopisch vorgenommenen Behandlungen ausgegangen werden. Die von Dr.
G._ im Zusammenhang mit einer vorübergehenden Verschlimmerung der
Vorzustände gleichermassen angeführten Feststellungen - es sei durch den Sturz zu
kontusionsbedingten Beschwerden gekommen, es fehle an einer spezifischen
Schmerzsymptomatik, die auf eine Partialruptur der Supraspinatussehne
zurückzuführen wäre, mit der Kontusion sei es wahrscheinlich zu einem Hämatom im
Musculus deltoideus und auch zu einem Schmerz von Seiten des AC-Gelenks
gekommen bzw. die AC-Gelenkssymptomatik habe initial im Vordergrund gestanden,
sei dann aber abgeklungen - vermögen unter Hinweis auf die Darlegungen in Erwägung
4.3 auch hier nicht ohne weiteres zu überzeugen. Der Beschwerdeführer beklagte -
wenn auch nur teilweise - von Anfang an, lückenlos Beschwerden im Bereich der
Rotatorenmanschette und der Bizepssehne, was Dr. D._ entsprechende
(Verdachts-)Diagnosen stellen liess. Er weist in seiner Stellungnahme vom 25.
September 2013 nachvollziehbar und den Tatsachen entsprechend darauf hin, dass
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aufgrund der Option der Selbstheilung eines Defekts einer Partialläsion der
Supraspinatussehnenläsion zunächst eine abwartende konservative Therapie erfolgt
sei. Als die Beschwerden auch unter dieser persistierten, erachtete Dr. D._
schliesslich eine Arthroskopie als indiziert. Angesichts dieser Sachlage kann anhand
der vorliegenden Akten auch nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der Unfall für eine
vorbestandene, ausgelöste Rotatorenmanschetten- sowie Bizepsläsion im Zeitpunkt
der Leistungseinstellung keine Teilursache mehr dargestellt hat.
6.
Nach dem Gesagten lassen die vorhandenen medizinischen Akten keinen klaren
Entscheid darüber zu, ob das Unfallereignis vom 1. Dezember 2011 per 20. Februar
2013 jede kausale Bedeutung hinsichtlich der am 21. Februar 2013 arthroskopisch
behandelten Rotatorenmanschetten- sowie Bizepssehnenläsion verloren hat. Für eine
Leistungseinstellung genügt indessen eine derartige Beweislage nicht. Nachdem damit
keine zuverlässige medizinische Beurteilungsgrundlage für die Frage des Wegfalls der
Unfallkausalität per 20. Februar 2013 vorliegt, ist der Leistungseinstellungsgrund nicht
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, womit die
Beschwerdegegnerin ihre Leistungen zu Unrecht per 20. Februar 2013 eingestellt hat.
7.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 7. April 2014 (UV-act. 119 ff.) gutzuheissen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Eine Parteientschädigung ist dem nicht
durch einen Rechtsanwalt vertretenen Beschwerdeführer nicht zuzusprechen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP