Decision ID: c3bf2457-f6b2-58dd-846a-5c31bec56839
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 10.01.2012 Art. 23 BVG: Verneinung der sachlichen Konnexität zwischen dem Gesundheitsschaden, der während des Versicherungsverhältnisses mit der Vorsorgeeinrichtung eine relevante Arbeitsunfähigkeit bewirkt hat, und der zur Erhöhung des Invaliditätsgrads führenden Verschlimmerung des Gesundheitsschadens verneint (Entscheid des Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vom 10. Januar 2012, BV 2010/18).Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_179/2012.Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter Joachim Huber, a.o. Versicherungsrichter Christian Zingg; Gerichtsschreiber Walter SchmidEntscheid vom 10. Januar 2012in SachenA._,Kläger,vertreten durch Rechtsanwalt PD Dr. Dieter Kehl, Poststrasse 22, Postfach 118, 9410 Heiden,gegenB._,Beklagte,vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Isabelle Vetter-Schreiber, Seestrasse 6, 8027 Zürich,betreffendInvalidenrenteSachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war vom 1. Januar 1997 bis 31. Januar 2001 bei
der C._ AG als Betriebsmitarbeiter/Bäcker tätig und dadurch bei der B._
(nachfolgend: Pensionskasse) im Rahmen der beruflichen Vorsorge versichert. Laut
Akten der Unfallversicherung erlitt der Versicherte am 6. August 1999 bei einer
Heckauffahrkollision eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS). Wegen Nacken- und
Kopfschmerzen bestand eine Arbeitsunfähigkeit bis 15. August 1999. Nach
Behandlungsabschluss am 30. August 1999 bestand Beschwerdefreiheit und volle
Arbeitsfähigkeit (UV-act. II/2 f. und 5 f.). Am 13. November 1999 erlitt der Versicherte
erneut eine Heck-/Frontkollision mit einer HWS-Distorsion (UV-act. I/1 f.). Gestützt auf
die Ergebnisse einer polydisziplinären (internistischen, rheumatologischen,
neurologischen, psychiatrischen) Abklärung durch die MEDAS Basel vom 20./21.
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August 2002 bzw. deren Gutachten vom 30. September 2002 (IV-act. 27) sprach die
Invalidenversicherung (nachfolgend: IV) dem Versicherten mit Verfügung vom 16. Juli
2003 eine halbe Rente ab 1. November 2000 auf der Basis eines Invaliditätsgrades von
55% (Valideneinkommen von Fr. 55'510.-- und Invalideneinkommen von Fr. 24'750.--)
zu (IV-act. 57). Die Pensionskasse richtete dem Versicherten hierauf rückwirkend ab 1.
November 2001 ebenfalls eine Invalidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von
55% aus (act. G 1.1/2). Inzwischen hatte der Versicherte am 6. Februar 2003 zum
dritten Mal einen Unfall mit Heckkollision erlitten (UV-act. I/184).
A.b Im Rahmen eines bereits vor Erlass der Rentenverfügung vom 16. Juli 2003 von der
IV eingeleiteten Revisionsverfahrens (IV-act. 47 f.) berichtete Dr. med. D._, Facharzt
FMH für Allgemeinmedizin, am 8. August 2003, dass der Versicherte seit dem dritten
Unfall wieder sehr viel schlimmere Schmerzen habe und zu 100% arbeitsunfähig sei
(IV-act. 55; vgl. auch UV-act. I/194). Am 28. August 2003 erhob der Versicherte
Einsprache gegen die Verfügung vom 16. Juli 2003 (IV-act. 58, 60, 69). Die IV hob die
Verfügung am 9. September 2003 auf und teilte dem Versicherten mit, dass sie weitere
Abklärungen durchführen und dann neu verfügen werde (IV-act. 70). In der Folge
ordnete sie eine erneute Abklärung durch die MEDAS Basel an (IV-act. 76). Diese stellte
in ihrem Gutachten vom 19. Februar 2004 eine Verschlechterung des
Gesundheitszustands gegenüber der im Jahr 2002 erfolgten MEDAS-Abklärung fest
(IV-act. 87). Gestützt auf dieses Ergebnis teilte die IV dem Versicherten mit Verfügung
vom 6. Oktober 2004 mit, dass er ab 13. November 1999 (zweites Unfallereignis) bis
zur Verschlechterung des Gesundheitszustands im Rahmen von 40% arbeitsunfähig
gewesen sei. Der zur Ermittlung des Invaliditätsgrads notwendige
Einkommensvergleich ergebe einen Invaliditätsgrad von 52% (Valideneinkommen von
Fr. 55'510.-- und Invalideneinkommen von Fr. 26'398.--). Wegen einer
Verschlechterung des Gesundheitszustands ab 6. Februar 2003 (drittes Unfallereignis)
bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50%. Seither betrage der Invaliditätsgrad somit
65% (Einkommensvergleich: Valideneinkommen von Fr. 57'438.-- und
Invalideneinkommen von Fr. 20'250.--). Die IV sprach dem Versicherten mithin
ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 52% ab 13. November 2000 und einem
Invaliditätsgrad von 65% ab 1. Mai 2003 mit Wirkung ab 1. November 2000 eine halbe
Rente und ab 1. Januar 2004 (Gesetzesänderung bzw. Inkrafttreten der Bestimmungen
der 4. Revision des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG, SR 831.20)
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eine Dreiviertelsrente zu (IV-act. 110, 113, 116). Der Versicherte erhob am 3. November
2004 Einsprache gegen diese Verfügung und beantragte die Zusprache einer ganzen
Rente (IV-act. 115). Die IV bat die MEDAS, zu den einspracheweise vorgebrachten
Einwänden Stellung zu nehmen (IV-act. 130). Am 21. Februar 2005 reichte diese ihre
Stellungnahme ein (IV-act. 132), worauf die IV die Einsprache mit Entscheid vom 30.
Juni 2005 abwies (IV-act. 142). Die beim Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen
am 5. August 2005 gegen den Einspracheentscheid der IV erhobene Beschwerde,
wurde mit Entscheid vom 11. April 2006 (IV 2005/93) ebenfalls abgewiesen (Entscheid
bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts vom 24. August 2006, I 478/06).
A.c Von der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) war dem
Versicherten zwischenzeitlich mit Verfügung vom 5. August 2003 eröffnet worden, dass
für den Unfall vom 6. Februar 2003 keine Versicherungsdeckung mehr bestanden habe,
weshalb sie für dieses Ereignis nicht zuständig sei. Aufgrund der medizinischen
Unterlagen lägen heute keine behandlungsbedürftigen Unfallfolgen, welche auf die
Unfälle vom 13. November 1999 und 6. August 1999 zurückzuführen seien, mehr vor.
Die Versicherungsleistungen würden daher mit dem 15. August 2003 eingestellt. Die
Voraussetzungen für weitere Geldleistungen (Invalidenrente/Integritätsentschädigung)
seien nicht erfüllt (UV-act. I/201). Die gegen diese Verfügung vom Versicherten
erhobene Einsprache (UV-act. 209) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 30.
Dezember 2003 ab (UV-act. 212). Die hiergegen vom Versicherten am 2. April 2004
erhobene Beschwerde hiess das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit
Einspracheentscheid vom 9. Juni 2004 in dem Sinn gut, als der Einspracheentscheid
aufgehoben und die Angelegenheit zur Abklärung der Unfallkausalität der
rheumatologisch und neurologisch begründeten Arbeitsunfähigkeit und zu
entsprechender Neuverfügung an die Suva zurückgewiesen wurde. Das Gericht
bejahte eine Versicherungsdeckung auch für das Ereignis vom 6. Februar 2003 (UV
2004/21). Die von der Suva gegen diesen Entscheid am 23. Mai 2005 erhobene
Verwaltungsgerichtsbeschwerde hiess das Eidgenössischen Versicherungsgericht
(EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) mit Urteil
vom 16. März 2006 (U 206/05) teilweise gut, indem es den Entscheid vom 13. April
2005 insoweit aufhob, als dadurch die Suva für die Folgen des Unfalls vom 6. Februar
2003 zu Leistungen verpflichtet worden war. Im Übrigen wies es die
Verwaltungsgerichtsbeschwerde ab (UV-act. I/214). Am 31. Mai 2007 erteilte die Suva
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einen Begutachtungsauftrag an das Institut für Interdisziplinäre Medizinische
Begutachtungen (IIMB; UV-act. I/231). Im Nachgang zu den Abklärungen durch
PD Dr. med. E._, Neurologie FMH, und Dr. med. F._, Facharzt FMH für
Rheumatologie und Rehabilitation, wurde das interdisziplinäre (neurologische und
rheumatologische) Gutachten vom 30. Juli 2007 erstattet (UV-act. 242, 243).
A.d Am 16. Oktober 2007 leitete der Versicherte ein weiteres Revisionsverfahren ein
und machte erneut eine Verschlechterung des Gesundheitszustands geltend (IV-act.
194f). Die IV verneinte eine solche. Es bestehe weiterhin Anspruch auf die bisherige
Invalidenrente entsprechend einem Invaliditätsgrad von 65% (IV-act. 201).
A.e Aufgrund der Verfügung der IV vom 6. Oktober 2004 prüfte auch die Pensionskasse
die Erhöhung der BVG-Leistungen. Nach Einholung einer Beurteilung ihres
Vertrauensarztes Dr. med. G._ vom 14. Juni 2008 (act. 1.1/8) teilte sie dem
Rechtsvertreter des Versicherten, Rechtsanwalt PD Dr. iur. D. Kehl, Heiden, mit
Schreiben vom 18. März 2009 mit, dass der Versicherte im Zeitpunkt der
Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt habe, nicht
mehr bei der Pensionskasse versichert gewesen sei, weshalb sie eine Erhöhung der
Invalidenrente auf 65% ablehne (act. G 1.1/4). Mit Schreiben vom 17. August 2009
ersuchte Rechtsanwalt Dr. Kehl die Pensionskasse unter Hinweis auf das IIMB-
Gutachten vom 30. Juli 2007, eine Rente entsprechend dem von der IV festgelegten
Invaliditätsgrad von 65% auszurichten. Dem Gutachten sei zu entnehmen, dass die seit
der Erstbegutachtung durch die MEDAS eingetretene Verschlimmerung nicht auf das
Ereignis vom 6. Februar 2003 zurückzuführen sei (act. G 1.1./9). Mit Schreiben vom 22.
Januar 2010 erklärte die Pensionskasse, sie halte an der bereits am 18. März 2009
geäusserten Ablehnung einer Leistungspflicht für die Invaliditätsgrad-Erhöhung auf
65% per 1. Mai 2003 fest (act. G 1.1./10), worauf der Rechtsvertreter des Versicherten
mit Schreiben vom 15. September 2010 - unter Beilage eines Schreibens des
Haftpflichtversicherers des Versicherten, der AXA Winterthur, vom 3. September 2010 -
sein Begehren um Angleichung der Pensionskassenleistungen an die IV-Leistungen
wiederholte (act. G 1.1/11).
B.
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B.a Mit Klage vom 15. Oktober 2010 lässt der Versicherte, vertreten durch
Rechtsanwalt Dr. Kehl, beantragen, die Pensionskasse sei zu verpflichten, dem Kläger
rückwirkend per 1. Mai 2003 Renten - Invalidenrente und Kinderrente - für eine
mindestens 65%-ige Invalidität auszurichten. Dem Kläger sei die unentgeltliche
Prozessführung zu bewilligen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).
Zusammen mit der Klage legte der Rechtsvertreter ein Arztzeugnis von Dr. med. I._,
Allgemeine Medizin FMH, vom 29. März 2003 vor (act. G 1.1/9).
B.b In der Klageantwort vom 8. Februar 2011 beantragt Rechtsanwältin Dr. iur. I.
Vetter-Schreiber, Zürich, für die Beklagte Abweisung der Klage, unter Kosten- und
Entscheidungsfolge (act. G 11).
B.c Mit Replik und Duplik vom 18. Februar bzw. 8. April 2011 halten die Parteien
unverändert an ihren Anträgen fest (act. G15, G 23).
B.d Am 18. März 2011 bewilligte der Gerichtspräsident die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung für das vorliegende Verfahren (act. G 22).
B.e Das Gericht zog am 12. Oktober 2011 die Akten der IV und Suva bei. Auf Antrag
wurden der Rechtsvertreterin der Beklagten (act. G 26) am 19. Oktober 2011 die IV-
und Suva-Akten zur Einsicht und allfälligen Stellungnahme zugesandt (act. G 27). Mit
Schreiben vom 9. Dezember 2011 reichte die Rechtsvertreterin eine Stellungnahme ein
(act. G 30), welche dem Rechtsvertreter des Klägers zur Kenntnis gebracht wurde (act.
G 31).
B.f Auf die weiteren Begründungen und Ausführungen in den einzelnen
Rechtsschriften bzw. medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
Per 1. April 2004, 1. Januar 2005 und 1. Januar 2006 sind die Normen der ersten
Revision des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und
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Invalidenvorsorge (BVG; SR 831.40) in Kraft getreten. In zeitlicher Hinsicht sind
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des zu
Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung hatten (BGE 126 V 136 E. 4b mit
Hinweisen). Vorliegend ist ein Rentenerhöhungsanspruch streitig, der vor Inkrafttreten
der ersten Revision entstanden sein soll. Die rechtliche Beurteilung der Klage ist daher
anhand der damals gültig gewesenen Rechtsvorschriften vorzunehmen, die
nachfolgend auch in jener Fassung zitiert werden.
2.
2.1 Anspruch auf Invalidenleistungen haben gemäss Art. 23 BVG in der bis 31.
Dezember 2004 in Kraft gewesenen Fassung Personen, die im Sinn der
Invalidenversicherung zu mindestens 50% invalid sind und bei Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Das
Kassenreglement der Beklagten (gültig ab 1. Januar 1998; act. G 11.1/1) geht in Art. 31
Ziff. 2 von einem umfassenderen Invaliditätsbegriff aus als die Invalidenversicherung
(vgl. dazu Hans-Ulrich Stauffer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum BVG, 2.
Aufl., 2006, S. 50 f.), indem eine Erwerbsunfähigkeit als vollständig gilt, wenn
Versicherte ihren Beruf oder eine andere ihren Kenntnissen und Fähigkeiten zumutbare
Erwerbstätigkeit nicht mehr ausüben können. Die Vollinvalidenrente wird ausgerichtet,
wenn der Grad der Erwerbsunfähigkeit mindestens 66 2/3 % beträgt. Die
Teilinvalidenrente bemisst sich in Prozenten der Vollinvalidenrente, wobei der
Prozentsatz dem Grad der Erwerbsunfähigkeit entspricht. Leistungen werden bereits
ab einem IV-Grad von 25% gewährt. Eine Erwerbsunfähigkeit von weniger als 25%
berechtigt nicht zur Invalidenrente (Art. 33 Ziff. 1 und 2 des Kassenreglements).
2.2 Die Beklagte richtete dem Kläger in Anwendung der erwähnten
Reglementsbestimmungen gestützt auf den von Seiten der IV in der Verfügung vom 16.
Juli 2003 errechneten IV-Grad von 55% (vgl. IV-act. 57; mit Verfügung vom 6. Oktober
2004 korrigierte die IV den IV-Grad auf 52% [IV-act. 116]) eine Teilinvalidenrente von
55% ab 1. November 2001 aus (act. G 1.1/2). Streitig und zu prüfen ist, ob der Kläger
aufgrund einer Verschlechterung seines Gesundheitszustands ab 6. Februar 2003,
welche zur Ausrichtung einer halben Rente der IV vom 6. Februar bis 30. Dezember
2003 und einer Dreiviertelsrente ab 1. Januar 2004 bei einem Arbeitsunfähigkeitsgrad
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von 50% bzw. Invaliditätsgrad von 65% führte (IV-act. 110, 113, 116), auch Anspruch
auf höhere Leistungen gegenüber der Beklagten hat. Nach Art. 23 BVG versichertes
Ereignis ist einzig der Eintritt der relevanten Arbeitsunfähigkeit, unabhängig davon, in
welchem Zeitpunkt und in welchem Masse daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen
entsteht. Die Versicherteneigenschaft muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit
gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder
der Verschlimmerung der Invalidität. Für eine einmal aus - während der
Versicherungsdauer aufgetretenen - Arbeitsunfähigkeit geschuldete Invalidenleistung
bleibt die Vorsorgeeinrichtung somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach
Beendigung des Vorsorgeverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet
denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft kein Erlöschungsgrund (Art. 26
Abs. 3 BVG e contrario; BGE 123 V 263 E. 1a, 118 V 45 E. 5). Die Leistungspflicht einer
Vorsorgeeinrichtung für eine erst nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses
eingetretene oder verschlimmerte Invalidität setzt voraus, dass zwischen relevanter
Arbeitsunfähigkeit und nachfolgender Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher
Zusammenhang besteht. In sachlicher Hinsicht ist ein Zusammenhang zu bejahen,
wenn der der Invalidität oder der Erhöhung des Invaliditätsgrads zu Grunde liegende
Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt
hat. Die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs setzt voraus, dass die
versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit
wieder arbeitsfähig wurde (SVR 2001 BVG Nr. 18 S. 70, 1995 BVG Nr. 28 S. 83; Pra 84
[1996] Nr. 189 S. 607; BGE 123 V 264 f., 118 V 98 E. 2b, je mit weiteren Hinweisen).
3.
Im vorliegenden Fall steht fest, dass der Kläger bei Beginn der Arbeitsunfähigkeit,
deren Ursache vorerst zum Invaliditätsgrad von 55% bzw. 52% ab 1. November 2000
führte, der Beklagten angeschlossen war. Dieser wurden die Verfügungen der IV vom
16. Juli 2003 bzw. 6. Oktober 2004 (IV-Grad von 55% bzw. 52% ab 1. November 2000
und IV-Grad von 65% ab 6. Februar 2003) zugestellt (IV-act. 57, 110, 113, 116). Da
jedoch im Vorsorgereglement der Beklagten ein im Vergleich zur IV umfassenderer
Invaliditätsbegriff Anwendung findet (vgl. vorstehende Erwägung 2.1), fällt eine
eigentliche Bindungswirkung der invalidenversicherungsrechtlichen Feststellungen für
die Vorsorgeeinrichtung (BGE 129 V 73) ausser Betracht. Der Eintritt der Erhöhung der
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Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit und der gegenüber der Beklagten allenfalls
bestehende Anspruch auf höhere Invalidenleistungen ist daher von der Beklagten bzw.
vom angerufenen Versicherungsgericht selbständig abzuklären und festzulegen. Dabei
sind auch die im IV-Verfahren produzierten Akten mit zu berücksichtigen. Hinsichtlich
des von der IV vorgenommenen Einkommensvergleichs bzw. der erwähnten
Invaliditätsgrade besteht jedoch kein Anlass für eine selbständige Festlegung in diesem
Verfahren, nachdem Anhaltspunkte für eine offensichtliche Unrichtigkeit weder geltend
gemacht werden noch aus den Akten hervorgehen. Nachdem der Kläger die
Arbeitsfähigkeit nicht wieder erlangt hat, mithin die zeitliche Konnexität ohne weiteres
zu bejahen ist, hat der Kläger nach der zitierten Rechtsprechung (vgl. Erwägung 2.2)
grundsätzlich Anspruch auf eine Teilinvalidenrente von 65%, wenn zwischen der bei
Eintritt des Versicherungsfalls bestehenden Arbeitsunfähigkeit und der Erhöhung des
Invaliditätsgrads auch ein enger sachlicher Zusammenhang besteht.
4.
Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach
hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des
rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht
uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE
125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz
schliesst die Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im
Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur
insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei
ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte.
Diese Beweisregel greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen
des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt
zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat der Wirklichkeit zu
entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). Die Verwaltung als verfügende
Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als
bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im
Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht
etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts
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genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener
Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als
die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b; Thomas Locher, Grundriss des
Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl. Bern 2003, S. 451 f.). Im konkreten Fall leitet der
Kläger aus dem Vorliegen einer sachlichen Konnexität zwischen dem
Gesundheitsschaden, der während des Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten eine
relevante Arbeitsunfähigkeit bewirkt hat, und der zur Erhöhung des Invaliditätsgrades
führenden Verschlimmerung des Gesundheitsschadens, Rechte ab, weshalb er und
nicht die Beklagte das diesbezügliche Beweisrisiko zu tragen hat. Im Falle der
Beweislosigkeit fällt der Entscheid mithin zu Lasten des Klägers aus.
5.
5.1 Die Zusprechung der halben Invalidenrente der IV ab 1. November 2000 erfolgte
im Anschluss an die Unfallereignisse vom 6. August und 13. November 1999 und
basiert insbesondere auf den Ergebnissen der polydisziplinären Begutachtung in der
MEDAS Basel vom 20./21. August 2002. Gegenüber der MEDAS beschrieb der Kläger
andauernde Schmerzen, die im Körper herumwanderten, hauptsächlich im linken
Nacken mit Ausstrahlungen in den Kopf, daneben aber auch im ganzen Rücken,
Brustkorb, in den Beinen und überhaupt im ganzen Körper. Der Kläger schilderte
sodann Schlafstörungen, eine ständige Müdigkeit und Antriebslosigkeit,
möglicherweise auf einen erhöhten Tablettenkonsum zurückzuführen, ein oft
auftretendes Trümmelgefühl sowie Angstgefühle. Die von der MEDAS erhobene
Gesamtdiagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit lautete: Chronisches
zervikospondylogenes bis zervikozephales Syndrom links (bei/mit Status nach HWS-
Distorsionen 8/99 und 11/99, anamnestisch degenerativen Veränderungen der HWS,
Funktionsstörung der HWS und muskulärer Dysbalance, keine radikuläre
Ausfallssymtomatik, Spannungskopfschmerzen, Verdacht auf Symtomausweitung),
depressive Störung gegenwärtig mittleren Grades (mit ausgeprägtem somatischem
Syndrom, vorwiegend reaktiv bedingt mit zusätzlich agoraphober Symptomatik) sowie
Drehschwindel unklarer Ätiologie (DD: residuelle Beschwerden eines paroxysmalen
benignen Lagerungsschwindels oder im Rahmen von Dig. 1). Zur Arbeitsfähigkeit gab
die MEDAS an, aus rein rheumatologischer Sicht sei eine leichte bis mittelschwere
Tätigkeit zu 70-80% zumutbar. Aus rein psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit
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aktuell um 40 bis maximal 50% reduziert. In Anbetracht der rheumatologischen
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, die aufgrund des somatischen Befunds deutlich
höher sei als die psychiatrische, und in Anbetracht der Tatsache, dass zumindest ein
Teil der Beschwerden auch auf Nebenwirkungen der Medikamente zurückgeführt
werden könne (Müdigkeit, Schwindel, Gangunsicherheit), werde in der
multidisziplinären Konsensfindung von einer Arbeitsfähigkeit von 60% in der
bisherigen, als leicht betrachteten Tätigkeit in der Bäckerei C._ AG ausgegangen.
Auch für jeden leichten Verweisberuf bestehe eine 60%-ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 27).
Im Anschluss an den dritten Unfall vom 6. Februar 2003 gab der Kläger im Rahmen des
Rentenrevisionsverfahrens der IV am 6. Juli 2003 an, er habe seither vermehrt
Schmerzen im Nacken und Kopf sowie mehr Mühe mit der Konzentration (IV-act. 48).
Ebenso hielt Dr. D._ im Verlaufsbericht vom 8. August 2003 zuhanden der IV fest, der
Kläger erzähle, dass er seit dem dritten Unfall wieder sehr viel schlimmere Schmerzen
habe und auf eine erhöhte Einnahme von Schmerzmitteln angewiesen sei.
Insbesondere seine Kopfschmerzen hätten sich verstärkt. Im Weiteren habe er über
Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sowie eine ausgeprägte
Müdigkeit geklagt. Von der Ehefrau des Klägers werde beschrieben, dass er seit dem
dritten Unfall in Folge einer ausgeprägten Vergesslichkeit und Konzentrationslosigkeit
zu praktisch gar nichts mehr zu gebrauchen sei. Dr. D._ kam zum Schluss, dass es
infolge des dritten Unfalls zu einer erheblichen Verschlimmerung der Symptome
gekommen sei und er den Kläger zu 100% arbeitsunfähig betrachte (IV-act. 55; vgl.
auch UV-act. I/194). Im Rahmen der nachfolgend von der IV angeordneten MEDAS-
Abklärung berichtete der Kläger laut Gutachten vom 19. Februar 2004, im Februar 2003
einen Unfall erlitten zu haben. Seither gehe es ihm viel schlechter und er habe deutlich
mehr Schmerzen im Nacken, vor allem linksbetont, teils in die Schulter und in den Arm
ausstrahlend, mit Einschlafgefühl des ganzen Arms, vor allem gegen Abend bei
Schmerzzunahme sowie Ausstrahlung gegen den Kopf. Als weitere Beschwerden
beschrieb der Kläger eine eingeschränkte Beweglichkeit des Nackens, intermittierend
lumbale Rückenschmerzen und Schmerzen in der Ferse, eine allgemeine Müdigkeit,
Reizbarkeit und Angstgefühle, Schwindel, Übelkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und
Appetitlosigkeit. Zu den im Gutachten vom 30. September 2002 angeführten
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit kamen im Gutachten vom 19. Februar
2004 ein Status nach HWS-Distorsion im Februar 2003, neuropsychologische
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Funktionsstörungen (DD: bei depressivem Syndrom), Spannungskopfschmerzen mit
migräniformer Komponente sowie ein Tinnitus hinzu. Im weiteren wurde im Gutachten
ausgeführt, dass der Kläger aktuell inkonsistent berichte, dass es ihm vor dem letzten
Unfall (Februar 2003) deutlich besser gegangen sei und er seit dem letzten Unfall nicht
mehr arbeitsfähig sei. Möglicherweise entspreche dies einem gewissen
Kausalitätsbedürfnis, wo die Beschwerden relativ dem letzten Ereignis vermehrt
zugeordnet würden. Jedenfalls habe der Kläger anlässlich der letzten Begutachtung im
November 2002 eine Arbeitsfähigkeit für nicht möglich gehalten. Diesbezüglich müsse
von einer gewissen Verschlechterung gegenüber 2002 ausgegangen werden. Ob dies
dem neuen Unfall zuzuschreiben sei, könne nicht mit Sicherheit gesagt werden. Die
aktuelle Abklärung habe einige Inkonsistenzen im Verhalten und in der Beweglichkeit
gezeigt. Aus rein somatischer Sicht sei für eine körperlich leichte Tätigkeit von einer
Arbeitsfähigkeit von 50-60% auszugehen, aus rein psychiatrischer Sicht bestehe eine
Arbeitsfähigkeit von 50%. Gesamthaft gesehen sei von einem Arbeitsfähigkeitsgrad
von 50% auszugehen. Auch wenn die Relevanz des dritten Unfalls für diese
Verschlechterung unsicher sei, könne anamnestisch von einem Eintritt der
Verschlechterung ab 6. Februar 2003 ausgegangen werden (IV-act. 87). Gestützt auf
dieses Abklärungsergebnis erhöhte die IV den Rentenanspruch bzw. Invaliditätsgrad ab
6. Februar 2003 von 52 auf 65% (IV-act. 110, 113, 116). Zur Beurteilung der
unfallversicherungsrechtlichen Leistungen wurde sodann im Juli 2007 im Auftrag der
Suva die polydisziplinäre Begutachtung durch das IIMB durchgeführt. Dr. H._ führte
im rheumatologischen Teilgutachten aus, der Kläger sei vor der ersten Heckkollision im
August 1999 angeblich völlig beschwerdefrei gewesen und habe regelmässig Sport
betrieben. Nach der ersten Heckkollision habe er sich innerhalb von wenigen Wochen
vollständig erholt. Nach der zweiten Heckkollision im November 1999 habe sich ein
chronisches zervikospondylogenes Syndrom entwickelt, welches praktisch immer nur
links Symptome gemacht habe. Bereits damals seien zusätzlich parietale
Kopfschmerzen links sowie häufiger Drehschwindel mit Brechreiz aufgetreten. Diese
Beschwerden hätten bis zur dritten Heckkollision im Februar 2003 persisiert. Durch
diesen dritten Unfall hätten sich die Beschwerden laut Aussagen des Klägers
vorübergehend um 20% verstärkt. Etwa ein halbes Jahr nach dem dritten Unfall hätten
die Beschwerden bis "heute" mit der Intensität vor dem dritten Unfall persistiert, womit
die Beschwerden nicht richtungsweisend verstärkt worden seien (UV-act. 242). Das
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IIMB legte sodann im interdisziplinären Gutachten vom 30. Juli 2007 dar, dass
aufgrund der lange zurückliegenden Unfallereignisse nur eine pragmatische
Arbeitsfähigkeitsschätzung aufgrund der Angaben des Exploranden und der Akten
bleibe. Ab dem zweiten Unfall vom 13. November 1999 habe während vier Monaten
eine volle Arbeitsunfähigkeit, weitere vier Monate eine solche von 75% und ab dem
achten Monat eine solche von 50% bestanden. Die 50%-ige Arbeitsunfähigkeit sei
bestehen geblieben. Die drei Unfälle müssten als überwiegend wahrscheinliche
Ursache oder zumindest Teilursache des zervikospondylogenen Syndroms angesehen
werden. Dabei müsse dem Unfall vom November 1999 der Hauptanteil zugesprochen
werden (UV-act. 243). Laut Beurteilung des Vertrauensarztes Dr. G._ vom 14. Juni
2008 ist der Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität ab Februar
2003 geführt hat, nicht ganz einfach festzulegen. Er würde sich jedoch - wie dies die IV
getan habe - am ehesten auf das dritte Unfalldatum, d.h. auf den 6. Februar 2003
festlegen. Nach Angaben des Klägers sei es ihm vor dem dritten Unfall deutlich besser
gegangen. Es bestehe sicher eine gewisse Kausalität zwischen den Leiden zu Beginn
der Arbeitsunfähigkeit vom November 2000 und den Leiden, die zur jetzigen Invalidität
geführt hätten. Die Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit, die zur Erhöhung der
Invalidität geführt habe, sei jedoch auf den dritten Unfall zurückzuführen (act. G 1.1/8).
5.2
5.2.1 In Bezug auf den konkreten Fall gilt es hervorzuheben, dass der Kläger drei
gleichgeartete Unfälle bzw. Heckauffahrkollisionen erlitten hat, infolge derer sich auch
der jeweils erlittene Gesundheitsschaden in Form einer HWS-
Beschleunigungsverletzung und die von den Ärzten gestellten Diagnosen im
wesentlichen gleich darstellten. Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung
ist sodann bekannt, dass bei Schleuderverletzungen sowie äquivalenten Distorsionen
der HWS (vgl. dazu RKUV 1999 Nr. U 341 S. 408 E. 3b) auch ohne nachweisbare
pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle
Ausfälle verschiedenster Art auftreten und eine Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit
verursachen können. Charakteristisch ist die auch beim Kläger aufgetretene
Erscheinungsform einer Häufung von typischen Beschwerden (diffuse Kopfschmerzen,
Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit
und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw.;
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vgl. dazu BGE 117 V 359 E. 5d/aa). Insofern kann dem Umstand, dass die Diagnosen
nach dem Unfall vom 6. Februar 2003 gegenüber denjenigen nach den Unfällen vom 6.
August und 13. November 1999 an sich gleich geblieben sind, in Bezug auf die
Beurteilung der sachlichen Konnexität keine Aussagekraft zukommen. Eine sachliche
Konnexität lässt sich daraus nicht ableiten. Entscheidend ist hingegen, dass im
konkreten Fall nicht nur eine Verschlechterung einer bereits in ihrer Form bestehenden
gesundheitlichen Störung stattgefunden hat, sondern zudem ein Unfall erfolgt ist, der
im Grundsatz die erfolgte gesundheitliche Verschlechterung bzw. die eingetretene
Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit verursachen konnte. Hinsichtlich Leistungspflicht der
Beklagten ist zwischen alleinigen Kausalitäten und Teilkausalitäten zu unterscheiden.
So ist es im Sinn einer alleinigen Kausalität möglich, dass sich der
Gesundheitsschaden, der infolge der Unfälle vom 6. August und 13. November 1999
und mithin während des Versicherungsverhältnisses mit der Beklagten eine relevante
Arbeitsunfähigkeit bewirkt hat, verschlechtert hat. In Betracht kommen aber auch
Teilkausalitäten, indem sowohl der nach den ersten beiden Unfällen bestehende
Gesundheitsschaden eine Verschlechterung erfahren hat, diese aber teilweise auch
dem dritten Unfall zuzuschreiben ist. Eine Leistungspflicht der Beklagten in Bezug auf
die Erhöhung des Invaliditätsgrads wäre bei diesen Sachverhalten zu bejahen. Zu
verneinen wäre eine solche nur, wenn die Verschlechterung des Gesundheitszustands
ausschliesslich durch den dritten Unfall verursacht worden wäre. Es stellt sich damit
die Frage, inwieweit gesagt werden kann, für die Verschlechterung des
Gesundheitszustands bzw. die Erhöhung des Arbeitsunfähigkeitsgrades komme mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht ausschliesslich der Unfall vom 6. Februar 2003
in Betracht.
5.2.2 Nach dem Unfall vom 6. Februar 2003 konstatierte die MEDAS in ihrem
Gutachten vom 19. Februar 2004 eine gewisse Verschlechterung des
Gesundheitszustands seit dem Unfallereignis vom 13. November 1999 und erhöhte den
Arbeitsunfähigkeitsgrad von 50 auf 60%. Diese zeitliche Komponente sowie der
Umstand, dass auch der Kläger sowohl gegenüber der MEDAS als auch gegenüber Dr.
D._ die Verschlechterung des Gesundheitszustands zeitlich dem Unfallereignis vom
6. Februar 2003 zuordnete, sprechen in Übereinstimmung mit den Beurteilungen von
Dr. D._ und Dr. G._ für eine vollständige Verursachung der Verschlechterung des
Gesundheitszustands durch den Unfall vom 6. Februar 2003. Die Ergebnisse der
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medizinischen Forschung betreffend möglicher noch Jahre nach dem Unfall
auftretender funktioneller Ausfälle lassen aber auch die alleinige Verschlimmerung des
Gesundheitsschadens infolge der beiden ersten Unfälle nicht gänzlich ausschliessen. In
diesem Sinn ist die Beurteilung der MEDAS zu verstehen, die nicht abschliessend zu
sagen vermag, in welchem Umfang die Verschlechterung des Gesundheitszustands
dem dritten Unfall zuzuordnen ist. Grundsätzlich sind Sachverhalte mit gleicher
Möglichkeit, aber auch mit gleicher Wahrscheinlichkeit denkbar. Das Gericht hat von
demjenigen Sachverhalt auszugehen, den es von allen möglichen und
wahrscheinlichen Geschehensabläufen als den wahrscheinlichsten würdigt (vgl.
Erwägung 4). Angesichts der vorstehend dargelegten Sachlage sowie der ärztlichen
Beurteilungen kann keine der in Erwägung 5.2.1 dargelegten Kausalitäts-Varianten als
überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen gelten. Im vorliegenden Fall ist von
verschiedenen, gleichgestellten Kausalitäts-Varianten auszugehen. Die Feststellung
des IIMB, dass alle drei Unfälle als überwiegend wahrscheinliche Ursache oder
zumindest Teilursache des zervikozephalen Syndroms anzusehen seien, stützt diese
Schlussfolgerung bzw. gibt darauf eine Antwort im vorgenannten Sinn. Konkret geht es
nicht um die Frage, welchem Unfall der Hauptanteil an den gegenwärtigen
Beschwerden zuzusprechen ist, sondern darum, welcher Unfall für die
Verschlechterung des Gesundheitszustands verantwortlich ist. Die von Dr. H._
ausgesprochene Verneinung einer richtungsweisenden Verstärkung der Beschwerden
durch den dritten Unfall widerspricht obiger Beurteilung nicht. Verneint wird damit viel
eher eine dauernde Verschlimmerung, welche überhaupt eine Erhöhung des
Invaliditätsgrads in Frage stellen liesse. Jedenfalls wurde von Dr. H._ festgehalten,
dass sich die Beschwerden laut Aussagen des Klägers durch den dritten Unfall um
20% verstärkt hätten. Das vom Rechtsvertreter des Klägers eingereichte Arztzeugnis
von Dr. I._ vom 29. März 2003 enthält zwar die Aussage, der Unfall vom 6. Februar
2003 habe zu keiner Verschlimmerung der vorbestehenden Symptomatik geführt,
weshalb diesem Unfall keine zusätzliche Arbeitsunfähigkeit zugeschrieben werden
könne. Diese Aussage muss jedoch mit der von Dr. I._ attestierten 100%igen
Arbeitsunfähigkeit in Zusammenhang gebracht werden. Er ging offensichtlich bereits
vor dem Unfall vom 6. Februar 2003 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus, womit
dieser Unfall die Arbeitsunfähigkeit tatsächlich nicht mehr zu beeinflussen vermochte.
Bei der hier streitigen Frage, geht es aber nicht mehr um die Höhe des
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Arbeitsunfähigkeitsgrades nach den drei erlittenen Unfällen, sondern - wie bereits
festgehalten - um die Frage, ob der Gesundheitsschaden, der bereits für den Eintritt
der Invalidität verantwortlich war, derselbe ist, der nun auch eine Erhöhung des
Invaliditätsgrads verursacht hat. Diese Frage kann, wie vorstehend ausgeführt, nicht
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit beantwortet werden. Der
Kläger trägt die diesbezügliche Beweislast bzw. der Entscheid fällt zu seinen Lasten
aus, nachdem nicht erwartet werden kann, dass weitere medizinische Abklärungen zu
anderen Erkenntnissen führen (BGE 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c).
6.
Unter den dargelegten Umständen kann nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als belegt gelten, dass die Verschlimmerung des
Gesundheitszustands ab 6. Februar 2003 mit jenem Gesundheitsschaden sachlich
zusammenhängt, der ab 1. November 2000 (während bestehender
Versicherungsdeckung) zu einer Arbeitsunfähigkeit und in der Folge zu einem
Teilrentenanspruch geführt hat. Gleich möglich bzw. wahrscheinlich ist auch eine
ausschliessliche Verschlimmerung des Gesundheitszustands durch den dritten Unfall.
Die Beklagte hat somit eine Erhöhung der Invalidenrente ab 6. Februar 2003 zu Recht
abgelehnt.
7.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Klage abzuweisen. Gerichtskosten sind
keine zu erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP