Decision ID: 77f1e4be-ffa6-4db7-a6f2-edd5f9075f27
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Anna Paparis, Müller & Paparis Rechtsanwälte,
Kappelergasse 11, Postfach 2622, 8022 Zürich,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ beantragte am 17./23. Juli 2007 bei der Invalidenversicherung eine Rente.
Sie habe keinen Beruf erlernt und in ihrem Heimatland sechs Jahre lang die Schule
besucht. Seit 1. März 1978 arbeite sie als Hilfsarbeiterin bei der B._AG. Die
Behinderung - wie sie sich aus dem Bericht des Psychiatrie-Zentrums H._ vom 10.
Juli 2007 (IV-act. 4) ergebe - bestehe seit Frühjahr 2004. Von August 2006 bis Mai 2007
sei sie zu 50 % arbeitsunfähig gewesen und sei nun seit Juni 2007 vollständig
arbeitsunfähig (IV-act. 3).
A.b Die Rheinburg-Klinik, wo die Versicherte vom 31. Mai bis 20. Juni 2007 an einem
interdisziplinären Rehabilitationsprogramm teilgenommen hatte, stellte gemäss ihrem
IV-Arztbericht vom 3. August 2007 folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit: chronisches zervikospondylogenes Schmerzsyndrom (seit 3 Jahren);
chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom beidseits, linksbetont; Verdacht
auf anhaltende somatoforme Schmerzstörung; Anpassungsstörung mit Angst und
depressiver Reaktion gemischt; Karpaltunnelsyndrom links; Verdacht auf Fibromyalgie.
Ohne Auswirkungen blieben eine arterielle Hypertonie und eine Adipositas. Die
bisherige Tätigkeit als Arbeiterin sei nicht mehr uneingeschränkt möglich, der zeitliche
Rahmen sei in einem therapeutischen Arbeitsversuch festzulegen. Tätigkeiten in
einseitiger Belastung und das Heben und Tragen schwerer Lasten ab 10 kg sei nicht
mehr möglich. Leichte Tätigkeiten mit wechselnder Belastung seien in einem zeitlich
noch zu bestimmenden Rahmen zumutbar. Für die Zeit anschliessend an den
Klinikaufenthalt sei die Versicherte beim sozialpsychiatrischen Dienst angemeldet und
es sei bis 22. Juli 2007 ein Arbeitsversuch im bisherigen Arbeitsumfeld durchgeführt
worden. Über den Verlauf könne Dr. med. C._, FMH Allgemeine Medizin, berichten
(IV-act. 13).
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A.c Die Arbeitgeberin bestätigte am 14. August 2007 das ungekündigte
Arbeitsverhältnis mit der Versicherten als Mitarbeiterin in der Montage-Abteilung,
bestehend seit 1. April 1978. Seit dem 14. August 2007 (recte wohl: 2006) sei das
Arbeitspensum variabel (50 %). Die vorwiegend im Sitzen und Stehen auszuübende
Tätigkeit mit Heben oder Tragen leichter Lasten fordere von der Versicherten grosse
Konzentration und Aufmerksamkeit, Durchhaltevermögen und Sorgfalt. Diesen
Anforderungen habe sie entsprochen, sie sei sehr zuverlässig gewesen. Der
Monatslohn betrage Fr. 3'350.-- (IV-act. 14).
A.d Mit IV-Arztbericht vom 7. September 2007 gab Dr. C._ als Diagnosen an: ein
chronisches cervicospondylogenes und lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bds.,
links betont, seit mehreren Jahren, vor allem seit 2004, eine depressive Episode
(gemäss Gutachten [wohl: gemäss interdisziplinärer arbeitsspezifischer Abklärung der
Klinik Valens] auch Anpassungsstörung), zunehmend seit 2004, und ein
Carpaltunnelsyndrom seit 2004. Die Versicherte sei vom 9. bis 13. Februar 2005 zu
100 %, vom 14. August 2006 bis 30. Mai 2007 zu 50 %, anschliessend bis 24. Juni
2007 zu 100 %, danach bis 1. Juli 2007 zu 75 % und hernach bis 3. Juli 2007 zu 50 %
arbeitsunfähig gewesen. Seither sei sie zu 100 % arbeitsunfähig. Die bisherige Tätigkeit
sei noch zumutbar, eine Wiederaufnahme sei aber noch nicht absehbar. Die
Versicherte leide an zunehmenden Schmerzen an den Händen, den Armen und dem
Nacken sowie an Schwindel und Kraftverlust. Andere, wechselbelastende Tätigkeiten
ohne Hantieren mit schweren Lasten und eher ohne dauerndes Stehen wären mit
verminderter Leistungsfähigkeit zumutbar, gemäss Dr. D._ zu 50 % (IV-act. 16-1 bis
5). - In dem bei-gelegten Bericht vom 27. Juli 2007 über eine interdisziplinäre
arbeitsspezifische Abklärung hatte die Klinik Valens (unter anderem Dr. med. D._,
Facharzt FMH für Innere Medizin und Rheumatologie) folgende Diagnosen bezeichnet:
ein chronischer unspezifischer Weichteilrheumatismus in Verbindung mit den Verlauf
bestimmenden psychologischen Faktoren und Verhaltensfaktoren sowie eine
Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung von anderen Gefühlen,
phänomenologisch leichtgradige depressive Episode. Die Kriterien der Fibromyalgie
seien nicht erfüllt. Funktionell äussere sich die muskuloskelettale Problematik als
schmerzbedingt verminderte Belastbarkeit des ganzen linken Armes. Die Versicherte
sei aus interdisziplinärer Sicht aktuell nicht arbeitsfähig. Bei Umsetzung des
Therapieprogramms sei jedoch eine Arbeitswiederaufnahme (leichte und
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wechselbelastende Arbeit mit Gewichten bis maximal 10 kg, Tragen rechte Hand) zu
50 % innerhalb der nächsten zwei bis drei Monate realistisch. Die medizinisch-
theoretische Arbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt liege bei 50 %. Die zuletzt
ausgeübte hochrepetitive Tätigkeit in der Montage sei ungünstig und sollte nicht mehr
ausgeübt werden, in Frage komme aber ein Schonarbeitsplatz bei der Arbeitgeberin.
Die psychologischen Faktoren und die Anpassungsstörung beeinträchtigten die
Arbeitsfähigkeit in einem Ausmass von ca. 50 %. Dr. med. E._, Psychosomatischer
Dienst, hatte erklärt, aus psychiatrischer Sicht scheine die Versicherte aufgrund von
Angst und Depression in der Arbeitsfähigkeit nur unwesentlich beeinträchtigt. Bei
Würdigung der rheumatologischen Problematik und aller sonstigen Kontextfaktoren
bestehe momentan eine Arbeitsfähigkeit von ca. 50 % in rheumatologisch adaptierter
Tätigkeit. Dr. D._, Interdisziplinäre Schmerzsprechstunde, hatte im Unter
suchungsbericht Innere Medizin/Rheumatologie angegeben, die Versicherte sei für eine
körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig (IV-act. 16-6
bis 25). - Es waren verschiedene weitere Arztberichte beigelegt worden. Die Inter
disziplinären medizinischen Dienste, Muskelzentrum/ALS clinic, am Kantonsspital
St. Gallen hatten gemäss Bericht vom 22. Dezember 2006 ein chronisches Schulter-
Arm-Syndrom mit ausgeprägten Schmerzen links > rechts, diagnostiziert und
elektrophysiologisch keinen Anhalt für ein Thoracic outlet Syndrom gefunden. Das
Departement Innere Medizin, Psychosomatik, am Kantonsspital St. Gallen hatte am
6. Februar 2007 von einer depressiven Episode, dem Verdacht auf eine somatoforme
Schmerzstörung, einem chronischen Schulter-Arm-Syndrom und einer CTS-
Symptomatik beidseits berichtet. Dr. med. F._, Fachärztin FMH für Neurologie, hatte
im Bericht vom 4. Juli 2007 ein Karpaltunnelsyndrom links diagnostiziert.
A.e Das Psychiatrie-Zentrum E._ hielt im IV-Arztbericht vom 19. September 2007
fest, die Behandlung im Zentrum habe im Juli 2007 begonnen. Es lägen als
Hauptdiagnosen vor: eine mittelgradige depressive Episode (seit mindestens Frühjahr
2007), eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (wahrscheinlich seit August
2006), ein chronisches zervikospondylogenes Schmerzsyndrom, ein
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom beidseits, ein Karpaltunnelsyndrom links und
ein Verdacht auf Fibromyalgie. Die bisherige Tätigkeit sei während zweier Stunden pro
Tag mit um 50 % reduzierter Leistungsfähigkeit noch möglich. Es sei ein sehr
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langsames Wiederheranführen an die bisherige Tätigkeit erforderlich, dann könnte eine
langsame Steigerung erfolgen (IV-act. 17).
A.f Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung hielt in seiner
Stellungnahme vom 30. November 2007 dafür, es bestünden Diagnosen mit aus
arbeitsmedizinischer Sicht gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung nur geringen
dauerhaften Leistungseinschränkungen. Eine MEDAS-Untersuchung sei notwendig (IV-
act. 20).
A.g Die Eingliederungsberaterin der IV erachtete am 21. Januar 2008
Eingliederungsmassnahmen momentan als nicht durchführbar. Die Versicherte habe
mehrere Arbeitsversuche abbrechen müssen. Sie arbeite seit Mai 2007 nicht mehr und
habe auf Ende 2007 die Kündigung erhalten. Ausserdem habe ihr Ehemann Ende 2007
einen Herzinfarkt erlitten. Eine Anmeldung beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum
(RAV) sei in Prüfung. Für einen Arbeitsversuch müsste die Versicherte mindestens
teilarbeitsfähig geschrieben werden, zurzeit sei sie aber voll arbeitsunfähig geschrieben
(IV-act. 25).
A.h Die Klinik St. Katharinental erstattete am 26. November 2008 das in Auftrag
gegebene rheumatologisch-psychiatrische Gutachten. Als Diagnosen mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit wurden eine Anpassungsstörung mit längerer, leichter bis
mittelgradiger depressiver Reaktion, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
und eine ängstlich vermeidend akzentuierte Persönlichkeit benannt. Aus somatischer
Sicht bestünden Einschränkungen beim Hantieren mit mittelschweren und schweren
Lasten sowie bei langen statischen Belastungen, aus psychiatrischer Sicht müsse von
einer reduzierten Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit sowie einem ängstlich-
vermeidenden Verhalten ausgegangen werden. Körperlich leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten mit der Möglichkeit von Wechselbelastungen seien im Rahmen von sechs
Stunden pro Tag (ohne Leistungsverminderung) zumutbar. Ein wohlwollendes und
sanft forderndes Arbeitsumfeld werde aus psychiatrischer Sicht als ideal beurteilt. Die
Befunde im Bereich der Wirbelsäule und der Extremitäten seien kaum von
pathologischem Ausmass. Die Kriterien für eine Fibromyalgie seien nicht erfüllt. Aus
somatischer Sicht bestehe für die angestammte wie eine angepasste Tätigkeit keine
Arbeitsunfähigkeit, aus psychiatrischer Sicht eine solche von noch 30 % (IV-act. 33). -
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In der psychiatrischen Zusatzbegutachtung durch die Psychiatrischen Dienste I._
(Externer Psychiatrischer Dienst) vom 22. September 2008 (IV-act. 34) waren aus
psychiatrischer Sicht (erstens) eine Anpassungsstörung mit längerer, leichter bis
mittelgradiger depressiver Reaktion bei (zweitens) einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung mit diagnostisch festgestelltem chronischem lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom beidseits und chronischem cervikospondylogenen Schmerzsyndrom
(drittens) auf dem Boden einer ängstlich-vermeidend akzentuierten Persönlichkeit
diagnostiziert worden. Die Versicherte beschreibe eine Reduktion des
Aufmerksamkeits- und Konzentrationsvermögens, das aber objektiv nicht zu
quantifizieren sei. Auf der körperlichen Ebene sei ihr aus psychiatrischer Sicht eine
Steigerung der körperlichen Belastung, aber nicht die vollständige Überwindung des
Schmerzerlebens zumutbar. Angepasste Tätigkeiten (d.h. solche in wohlwollendem,
sanft forderndem Arbeitsumfeld, in dem sich die Versicherte getragen und geschätzt
fühlen könne) seien zu sechs Stunden pro Tag zumutbar.
A.i Der RAD hielt am 28. Januar 2009 fest, das Gutachten sei plausibel und der
Beginn der Arbeitsunfähigkeit sei auf August 2006 festzusetzen. Für adaptierte
Tätigkeiten betrage die Arbeitsunfähigkeit 30 % (IV-act. 37).
A.j Mit zwei Vorbescheiden vom 24. Februar 2009 orientierte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen die Rechtsvertreterin der
Versicherten über den vorgesehenen Abschluss der Arbeitsvermittlung (IV-act. 40 f.)
und die Ablehnung des Rentengesuchs bei einem errechneten Invaliditätsgrad von
27 % (IV-act. 42 f.).
A.k Gegen beide Vorbescheide liess die Versicherte am 2. März 2009 Einwand
erheben. Sie beantragte die Zusprache einer Rente, die Vornahme weiterer
medizinischer Abklärungen und die Zusprache beruflicher Massnahmen, eventualiter
die Vornahme weiterer Eingliederungsmassnahmen (IV-act. 44). In der Begründung
vom 27. März 2009 liess sie geltend machen, alle Arzt- und Klinikberichte sowie
Gutachten, die vor Dezember 2008 eingeholt worden seien, sprächen sich für eine
Arbeitsfähigkeit von 50 % aus. Gemäss dem Gutachten vom November 2008 käme für
sie (die Versicherte) eine Arbeitsaufnahme zu 70 % nur in einer geschützten Werkstatt
in Frage, denn ein stützendes, verständnisvolles und leicht forderndes Arbeitsumfeld
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existiere auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht. In einem normalen Umfeld sei sie
aber zu 50 % arbeitsunfähig. Die Differenz von 20 % in der Einschätzung mache die
Einholung mindestens einer Zweitmeinung notwendig. Zudem sei bei der Berechnung
des Invaliditätsgrads kein Leidensabzug berücksichtigt worden, gerechtfertigt wären
15 %. Es ergebe sich Anspruch auf eine Rente. Im Übrigen habe die Versicherte nie
einen Arbeitsversuch verweigert, weshalb ihr auch berufliche Massnahmen
zuzusprechen seien (IV-act. 47).
A.l Nachdem der RAD am 11. Mai 2009 dafürgehalten hatte, mit dem bezeichneten
Umfeld sei nicht der Arbeitsmarkt im geschützten Rahmen gemeint und die Einwände
würden IV-fremde Punkte betreffen, teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle - wie
angekündigt - am 13. Mai 2009 mit, die Arbeitsvermittlung werde abgeschlossen. Aus
gesundheitlichen Gründen könne die Versicherte gegenwärtig nicht angeben, ob sie zu
einer Tätigkeit in der Lage sei (IV-act. 50). Mit Verfügung vom 13. Mai 2009 lehnte die
IV-Stelle die Ausrichtung einer Rente ab. Es bestehe aus medizinischer Sicht eine
Arbeitsfähigkeit von 70 % auf dem ersten Arbeitsmarkt, eine weitere Begutachtung sei
nicht angezeigt. Die Einwände betreffend Nationalität, Sprachkenntnisse, Alter und
fehlende Berufsausbildung seien invaliditätsfremd und könnten (beim Abzug) nicht
berücksichtigt werden. Neue Tatsachen würden nicht geltend gemacht (IV-act. 51).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von lic. iur. Anna Paparis für die Betroffene
am 15. Juni 2009 erhobene Beschwerde. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin
beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei der
Beschwerdeführerin rückwirkend eine Invalidenrente zuzusprechen, eventualiter sei die
Streitsache zur Abklärung des Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Wesentliche Arztberichte seien unberücksichtigt geblieben und
notwendige Abklärungen seien nicht getätigt worden. Die eingeholten Beurteilungen
seien teilweise widersprüchlich, unvollständig und fehlerhaft. Der psychiatrische
Abklärungsbericht verneine das Vorliegen einer depressiven Episode, obwohl eine
solche immer wieder diagnostiziert worden sei. Stattdessen sei danach "eher" von
einer Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion auszugehen, was eine Mutmassung
bedeute. Eine eingehende Auseinandersetzung mit den verschiedenen Symptomen
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und der zeitlichen Dauer dieser zwei verschiedenen Möglichkeiten habe nicht
stattgefunden. Die Symptome bei der Beschwerdeführerin bestünden mindestens seit
den letzten paar Jahren; sie sprächen für eine depressive Episode. Abzuklären bleibe,
ob eine leichte, mittelgradige oder schwere Ausprägung vorliege. Zudem sei der von
verschiedenen Ärzten erwähnte Verdacht auf Fibromyalgie nicht richtig durch einen
Spezialisten abgeklärt worden. Die körperlichen Störungen und Schmerzen könnten
deswegen aufgetreten sein und seien nicht zwingend in Verbindung mit emotionalen
Konflikten oder psychosozialen Problemen zu sehen. Überdies sei die Abklärung der
Reduktion von Aufmerksamkeits- und Konzentrationsvermögen durchaus möglich,
allerdings bedürfe sie einer längeren Zeitperiode. Einerseits werde der
Beschwerdeführerin eine vollständige Überwindung des Schmerzerlebens nicht
zugemutet, anderseits werde bei den Auswirkungen der Störungen auf die bisherige
Tätigkeit nichts davon erwähnt, sondern auf die Beeinträchtigung der Konzentration
und der Aufmerksamkeit Bezug genommen. Die bisherige Tätigkeit werde nur noch
teilweise und unter gewissen eingeschränkten Adaptionen als zumutbar erachtet, als
"teilweise" werde entgegen dem Vorgenannten ein Zeitraum von sechs Stunden pro
Tag definiert. Aus welchen Gründen die Arbeitsunfähigkeit seit Januar 2008 als stabil
betrachtet worden sei, sei nicht nachvollziehbar, zumal der Beschwerdeführerin Ende
2007 gekündigt worden sei und sie deswegen erhebliche psychische Probleme
bekommen habe. Eine Arbeitsfähigkeit von 70 % sei nur in dem umschriebenen
Arbeitsumfeld gegeben, andernfalls sei sie tiefer. Sie hätte für ein normales bzw.
übliches Arbeitsumfeld beurteilt werden müssen. Die Beschwerdeführerin habe auch
nach dem Stellenverlust unverändert Schmerzen. Die von allen anderen ärztlichen
Berichten attestierte Arbeitsunfähigkeit von (mindestens) 50 % sei durch die
psychischen und somatoformen Beschwerden begründet. Seit dem Gutachten der
Klinik Valens habe sich keine positive Veränderung ergeben, weshalb nicht
nachvollziehbar sei, dass von einer stabilen Arbeitsfähigkeit gesprochen und dennoch
eine Arbeitsfähigkeit von 70 % attestiert werde. Ein Leidensabzug von 15 % dränge
sich aus verschiedenen Gründen auf (act. G 1).
B.b Am 1. Juli 2009 reicht die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ergänzend
einen Arztbericht des Psychiatrie-Zentrums H._ vom 16. Juni 2009 zu den Akten (act.
G 5). Darin wird festgehalten, bei vorliegender Somatisierungsstörung sei es im Verlauf
der letzten Monate zu einer deutlichen Verschlechterung gekommen. Die auf der linken
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Körperseite seit langem bekannten Schmerzen hätten sich nun auch an der rechten
oberen Extremität distalbetont eingestellt, mit Schmerzverstärkung abends und
Schwellung an den Händen sowie Parästhesien. Die Symptomatik beinträchtige die
Beschwerdeführerin bei einfachen Alltagsaktivitäten, z.B. schon beim Heben geringer
Lasten und leichter Gegenstände. Es sei deswegen nun eine stationäre Behandlung der
Somatisierungsstörung zu empfehlen (act. G 5.1).
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 29. Oktober/2. November 2009 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerde weise
erhebliche Widersprüche, logische Fehler und tatsachenwidrige Feststellungen auf. So
sei falsch, dass der Verdacht auf Fibromyalgie nicht fachärztlich abgeklärt worden sei.
Logischen Grundsätzen widerspreche der e contrario-Schluss, es fehle an einem
geeigneten Arbeitsumfeld. Auch der Überlegung, dass die Schätzung der
Arbeitsfähigkeit nicht nachvollziehbar sein solle, nachdem sie als stabil erachtet
worden sei, könne nicht gefolgt werden. Weshalb die Annahme eines Konflikts am
Arbeitsplatz bestritten werde, leuchte nicht ein. Was das Medizinische betreffe, könne
auf eine Stellungnahme des RAD vom 27. Juli 2009 zur Beschwerde verwiesen werden.
Das Gutachten habe richtigerweise eine adaptierte Tätigkeit bzw. einen geeigneten
Arbeitsplatz umschrieben. Auf dem für die Invaliditätsbemessung relevanten
ausgeglichenen Arbeitsmarkt gebe es genügend Arbeitsplätze in einem stützenden,
verständnisvollen und leicht fordernden Arbeitsumfeld. Die Beschwerdeführerin habe
im Vergleich zu den Durchschnittslöhnen gemäss der schweizerischen
Lohnstrukturerhebung klar unterdurchschnittlich verdient. Das Valideneinkommen dürfe
bei der Parallelisierung aber höchstens auf 95 % der Invalidenbasis (LSE) angehoben
werden. Soweit eine Parallelisierung durchgeführt werde, sei bei der Gewährung eines
Leidensabzugs grosse Zurückhaltung geboten. Hier sei kein Abzug ausgewiesen,
weshalb der Invaliditätsgrad 26.3 % ausmache. Selbst wenn man den beantragten,
aber sicherlich nicht geschuldeten Abzug von 15 % gewähren wollte, ergäbe sich eine
Erwerbsfähigkeit von 62.6 % (0.7 x 0.85/0.95) oder ein Invaliditätsgrad von 37.4 %. Ein
Rentenanspruch sei klar zu verneinen (act. G 9). - Der RAD hatte am 27. Juli 2009
erklärt, die Gutachter hätten sich minutiös mit dem Krankheitsverlauf der
Beschwerdeführerin auseinander gesetzt. Bereits die Ärzte der Rheinburg-Klinik hätten
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eine Anpassungsstörung diagnostiziert. Grundsätzlich seien die festgestellten Befunde
und Auswirkungen auf die Leistungs- bzw. Arbeitsfähigkeit und weniger die Diagnosen
per se in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit massgebend. Der Ausdruck "eher" in der
Beurteilung sei als Abwägen zu verstehen, nicht als Mutmassung. Die Fibromyalgie-
Problematik sei den begutachtenden Fachärzten für Physikalische Therapie und
Rehabilitation und für Rheumatologie bekannt gewesen; sie hätten festgehalten, dass
die entsprechenden Kriterien nicht erfüllt seien. Die Foerster'schen Kriterien seien
ausführlich behandelt worden. Es sei durchaus möglich, Konzentrations- und
Aufmerksamkeitsstörungen in einer zweistündigen Besprechung zu eruieren. Es treffe
zu, dass sich die Arbeitsunfähigkeit ohne die von den Gutachtern angegebenen
Rahmenbedingungen des Arbeitsplatzes höher stellen würde, bei IV-rechtlichen
Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit werde aber stets auf die leidensadaptierte
Arbeitsfähigkeit abgestellt. Die Schmerzausdehnung auf die rechte Körperseite sei den
Gutachtern bereits bekannt gewesen. Aus dem Schreiben des Psychiatrie-Zentrums
H._ vom 16. Juni 2009 lasse sich nicht direkt eine relevante Verschlechterung seit
Verfügungsdatum ableiten. Sollte allerdings eine stationäre Behandlung erfolgt sein,
müsste zumindest während jener Zeitdauer von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit
ausgegangen und anschliessend die Sachlage neu beurteilt werden (IV-act. 56).
D.
Mit Replik vom 8. Februar 2010 bringt die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin
vor, die Klinik Valens habe zwar eine Anpassungsstörung diagnostiziert, jedoch eine
volle Arbeitsunfähigkeit attestiert. Man habe gemutmasst, dass nach Einleitung einer
psychiatrischen Behandlung und Aufnahme eines leichten Ausdauertrainings eine
körperlich leichte Tätigkeit mit Wechselbelastung zu 50 % realisierbar sei. Die
psychiatrische Behandlung habe aber zu keiner Besserung geführt. Das Psychiatrische
Zentrum H._ habe die Beschwerdeführerin im September 2007 als zu 100 %
arbeitsunfähig erachtet. Die Situation habe sich bis August 2008 kaum verändert,
insbesondere nach der Kündigung habe die Beschwerdeführerin vermehrt über
Selbstmordgedanken berichtet. Dem Gutachten sei zu entnehmen, dass somatisch
sowohl für die angestammte als auch für eine angepasste Tätigkeit keine
Arbeitsunfähigkeit bestehe, dass aber dennoch Einschränkungen beim Hantieren mit
mittelschweren und schweren Lasten und bei langen statischen Belastungen
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bestünden. Das sei ein Widerspruch. Es werde behauptet, für die angestammte
Tätigkeit bestehe keine Arbeitsunfähigkeit, die Fragen zu den Auswirkungen würden
aber nicht beantwortet mit der Begründung, die Beschwerdeführerin habe ihre Stelle ja
verloren. Ebenso sei nicht nachvollziehbar, wie aus psychiatrischer Sicht eine
Arbeitsunfähigkeit von 30 % bemessen werde und gleichzeitig eine stationäre
psychiatrisch-therapeutische Behandlung als Massnahme geplant sei. Die deutliche
Divergenz zu allen anderen Arztberichten sei im Gutachten nicht besprochen worden.
Aus dem Bericht vom Juni 2009 gehe eine Verschlechterung hervor. Nicht jeder
Rheumatologe sei in Bezug auf Fibromyalgien versiert. Der Ausschluss hätte konkreter
begründet werden müssen. Der RAD habe eingeräumt, dass ohne die erwähnten
Rahmenbedingungen eine höhere Arbeitsunfähigkeit bestehe. Es fehle im Gutachten an
Ausführungen, weshalb der Gesundheitszustand ab Januar 2008 als stabil betrachtet
werde. Die Beschwerdeführerin stehe seit Monaten in Behandlung der Ärztin Dr. med.
G._. Aufgrund der Verschlechterung des Gesundheitszustandes sei ein neuer
Untersuchungstermin bei Dr. F._ auf den 24. Februar 2010 vorgesehen. Schliesslich
werde bestritten, dass es genügend Arbeitsplätze gebe, die ein stützendes,
verständnisvolles und leicht forderndes Arbeitsumfeld böten, wie sie vom Gutachten
als adaptiert bezeichnet worden seien. Ansonsten wäre es für die Beschwerdegegnerin
ein Leichtes, der Beschwerdeführerin eine solche Stelle zuzuweisen. Ein abstrakter
Einkommensvergleich, wie die Beschwerdegegnerin ihn durchführe, sei nicht möglich.
Ein Leidensabzug sei zu beachten (act. G 18).
E.
Mit Duplik vom 5./8. März 2010 hält die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag auf
Abweisung der Beschwerde fest. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin stelle
deren bisherige Arbeit als schwer dar, was mit der Arbeitsplatzbeschreibung der
Arbeitgeberin nur teilweise kompatibel sei. Da die Beschwerdeführerin die Arbeit nicht
mehr verrichte, könne eine vertiefte Auseinandersetzung damit unterbleiben und sei die
Nichtbeantwortung der diesbezüglichen Frage durch die Gutachter nicht zu
beanstanden. Wenn die Experten erklärten, es bestünden Einschränkungen beim
Hantieren mit mittelschweren und schweren Lasten, sei damit nicht gesagt, dass
solche Verrichtungen ausgeschlossen seien. Die Feststellung einer Teilarbeitsfähigkeit
sei nicht unverträglich mit derjenigen, dass eine Behandlung geplant sei. Die
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Einreichung des dürftigen Berichts vom Juni 2009 ziele auf eine Verlängerung des
Abklärungsverfahrens ab. Die Gutachter hätten das Vorliegen einer Fibromyalgie
ausgeschlossen, während in zwei anderen Berichten lediglich ein Verdacht auf eine
Fibromyalgie formuliert worden sei. Sollte dieses Leiden vorliegen, wären keine
Umstände erkennbar, welche eine Schmerzüberwindung als unzumutbar erscheinen
lassen könnten (act. G 21).

Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die
Beschwerdegegnerin hat die angefochtene Verfügung am 13. Mai 2009, also unter der
Geltung des Rechts dieser Revision, erlassen. Zu beurteilen ist der Sachverhalt, wie er
sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses dieser Verfügung entwickelt hat. Dieser
Sachverhalt reicht in eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision zurück. Das
Bundesamt für Sozialversicherungen unterstellt in Bezug auf das Fehlen einer
übergangsrechtlichen Bestimmung (zum Rentenbeginn) zu Recht eine
ausfüllungsbedürftige Lücke (vgl. das Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007).
Die Definition der Sachverhalte, auf die noch altes Recht anwendbar sein soll, sollte
durch ein materiellrechtliches, unbeeinflussbares Merkmal erfolgen. In Frage kommen
der Zeitpunkt der Entstehung des Auszahlungsanspruchs oder der Eintritt des
Versicherungsfalls, beide definiert nach dem alten, ausser Kraft getretenen Recht (zum
Ganzen im Detail der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S
M. vom 28. Oktober 2009, IV 2009/5). Bezüglich des allfälligen Rentenbeginns sind
deshalb vorliegend nach der Aktenlage angesichts der IV-Anmeldung von 2007 und
des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit im 2006 die bis zum 31. Dezember 2007 gültig
gewesenen Bestimmungen (im Folgenden angeführt) anzuwenden. Für die
Invaliditätsbemessung hat sich indessen materiell keine Änderung der Rechtslage
ergeben.
1.2 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin den Anspruch der
Beschwerdeführerin auf eine Rente abgelehnt. Die Beschwerdeführerin lässt in diesem
Verfahren einzig Rentenleistungen beantragen. Der Abschluss der Arbeitsvermittlung ist
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nicht beanstandet worden, doch ist der Beschwerdeführerin eine neue diesbezügliche
Anmeldung unbenommen. Streitgegenstand bildet daher zunächst der allfällige
Rentenanspruch. Ergäbe sich allerdings, dass ohne Eingliederungsmassnahmen ein
solcher in Frage stünde, so gehörte zum Streitgegenstand notwendigerweise auch die
Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet und eine
allfällige Pflicht der Beschwerdeführerin zu Massnahmen korrekt in Anspruch
genommen habe.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente,
wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Für die Invaliditätsbemessung, welche das Mass der Zurücksetzung der
erwerblichen Leistungsfähigkeit infolge gesundheitlicher Beeinträchtigung ergeben soll,
sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen von Bedeutung. Aufgabe des Arztes
oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beschreiben und dazu Stellung zu
nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person
arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in der Folge eine wichtige Grundlage
für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch
zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte
Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch tatsächlich ausübt, ist für die
Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046 des vom Bundesamt für
Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in
der Invalidenversicherung = KSIH).
2.3 Rechtsprechungsgemäss hat das Sozialversicherungsgericht wie erwähnt auf den
bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt
abzustellen (BGE 132 V 220 E. 3.1.1 mit Hinweisen). Später eingetretene Tatsachen,
die zu einer Änderung des Sachverhalts geführt haben, sind grundsätzlich nicht im
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Rahmen des hängigen, sondern im Rahmen eines weiteren Verfahrens zu
berücksichtigen (BGE 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen).
3.
3.1 Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin wird in verschiedenen
ärztlichen Berichten und einem Gutachten beschrieben. Massgeblich ist der
Sachverhalt, wie er sich bis zum 13. Mai 2009 entwickelt hat. Die Angaben im
Arztbericht des Psychiatrie-Zentrums H._ vom 16. Juni 2009 sind demnach in
diesem Verfahren nur insofern zu berücksichtigen, als sie Aussagen zum damaligen
Gesundheitszustand enthalten.
3.2 Die Beschwerdegegnerin stellt auf das Ergebnis des Gutachtens vom 26.
November 2008 ab, das die Beschwerdeführerin als mangelhaft und daher nicht
beweistauglich erachtet.
3.3 Die Schlussfolgerungen der Gutachter stützen sich auf rheumatologische
Untersuchungen vom 4. Juni und 22. Oktober 2008 und eine psychiatrische
Exploration vom 22. Juli 2008 bzw. das psychiatrische Teilgutachten vom
24. September 2008, auf die Vorakten und auf in der Gutachterstelle und auswärts
angefertigtes bildgebendes Material. Dabei wurden die subjektiven Angaben und die
geklagten Beschwerden berücksichtigt.
3.4 Dass die Begutachtung in diagnostischer Hinsicht mangelhaft sei, lässt sich nicht
feststellen. So war etwa die Diagnose einer Fibromyalgie schon in der Klinik Valens
verworfen worden (die Kontrollpunkte waren ebenfalls positiv gewesen). Was den
Aspekt der depressiven Symptomatik und ihres Schweregrads betrifft, hat dieser in der
Diagnose einer Anpassungsstörung mit längerer, leichter bis mittelgradiger depressiver
Reaktion seinen Ausdruck gefunden. Entscheidend ist im Hinblick auf die für die IV
massgebliche Arbeitsunfähigkeit im Übrigen aber weniger die Diagnose als die Frage,
ob im Ergebnis ein Gesundheitsschaden mit Krankheitswert vorliegt, der eine
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde (willentlich zumutbarerweise nicht
überwindliche) Erwerbsunfähigkeit bewirken kann (vgl. Art. 4 Abs. 1 IVG). Bezüglich
Aufmerksamkeit und Konzentration war auch im Psychiatrie-Zentrum H._ keine
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Einschränkung festgestellt worden. Dass für die angestammte Tätigkeit keine
Einschränkung bezeichnet wurde, obwohl aus somatischer Sicht beim Hantieren mit
mittelschweren und schweren Lasten und bei langen statischen Belastungen zu
verzeichnen sind, lässt sich hingegen mit dem Arbeitsplatzprofil nur schwer in
Übereinstimmung bringen. Dieser Umstand bildet aber keinen Grund, die
gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung für angepasste Tätigkeiten in Zweifel zu
ziehen. Diese erscheint aufgrund der Aktenlage nachvollziehbar. Dass insbesondere die
Klinik Valens zu einer Arbeitsfähigkeitsschätzung für solche Tätigkeiten von 50 %
gelangt ist, ist in der Beweiswürdigung von erheblicher Bedeutung, vermag daran aber
nichts zu ändern. Die somatischen Befunde wurden bei der Begutachtung als kaum
von pathologischem Ausmass betrachtet. Die Klinik Valens (als behandelnde bzw. für
die Krankenversicherung beurteilende Klinik) hatte dem somatischen Aspekt (dem
Weichteilrheumatismus) offenbar ein grösseres Gewicht beigemessen. Das gibt
indessen keinen ausreichenden Grund, am begründeten Ergebnis des Gutachtens zu
zweifeln, zumal sich das psychiatrische Teilgutachten mit den Ressourcen der
Beschwerdeführerin für einen Umgang mit den Schmerzen und mit der trotz diesen
Beeinträchtigungen zumutbaren Arbeitsfähigkeit (mit dem Resultat einer teilweisen
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit) auseinandergesetzt hat. Auf das Gutachten kann
abgestellt werden.
3.5 Gemäss der gutachterlichen Gesamtbeurteilung wurde ein wohlwollendes und
sanft forderndes Arbeitsumfeld als ideal bezeichnet. Darin ist keine einschränkende
Bedingung für die medizinisch zumutbaren Arbeitstätigkeiten zu sehen, auch wenn
solche Verhältnisse von Vorteil sind. Im Hinblick auf die erwerbliche Seite ist
anzumerken, dass nicht massgebend ist, ob die Beschwerdeführerin unter den
konkreten Arbeitsmarktverhältnissen tatsächlich eine Stelle finden kann, sondern einzig
darauf, ob und in welchem Rahmen sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch
wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an
Arbeitskräften entsprächen (AHI 1998 S. 291 E. 3b). Es wird von einer ausgeglichenen
Arbeitsmarktlage ausgegangen (vgl. Art. 16 ATSG). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt
(eine Fiktion, vgl. BGE 129 V 480 E. 4.2.2) hat rein hypothetischen Charakter und dient
dazu, die Risiken Arbeitslosigkeit und Invalidität voneinander abzugrenzen (vgl.
Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S C. vom 16. Juli 2003,
I 758/02; BGE 110 V 276 E. 4b). Ein solcher Arbeitsmarkt beinhaltet von seiner Struktur
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her sowohl bezüglich der beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen als auch
hinsichtlich des körperlichen Einsatzes einen Fächer verschiedenartiger Stellen
(Entscheide des Bundesgerichts i/S K. vom 6. Mai 2008, 8C_319/2007, und i/S L. vom
11. Juni 2007, I 402/06; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b). Allerdings dürfen keine
realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten berücksichtigt werden. Insbesondere kann von
einer zumutbaren Tätigkeit im Sinn von Art. 16 ATSG dort nicht gesprochen werden,
wo sie nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der allgemeine
Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem
Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden
einer entsprechenden Stelle deshalb von vornherein als ausgeschlossen erscheint
(Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S S. vom 5. September 2006,
I 447/06; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b). Von solchen Verhältnissen ist vorliegend nicht
auszugehen, auch wenn die Beschwerdeführerin auf leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten mit der Möglichkeit von Wechselbelastungen und ohne lange statische
Belastungen angewiesen und in Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit
eingeschränkt ist.
3.6 Die Beschwerdeführerin lässt des Weiteren geltend machen, im Arztbericht des
Psychiatrie-Zentrums H._ vom 16. Juni 2009 sei eine deutliche Verschlechterung
festgehalten worden. Wie dem psychiatrischen Teilgutachten zu entnehmen ist, hat die
Beschwerdeführerin indessen bereits damals angegeben, dass sich in den letzten
Monaten immer mehr eine Beteiligung auch der rechten Körperhälfte gezeigt habe.
Jedenfalls bis zu dem für die vorliegende Beurteilung massgeblichen Zeitpunkt ist
aufgrund dieses Berichts nicht von einer längerdauernden relevanten Verschlechterung
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit im Vergleich zu dem begutachteten Zustand
auszugehen.
3.7 Von weiteren medizinischen Abklärungen sind keine wesentlichen neuen
Erkenntnisse zu erwarten. Es ist davon auszugehen, dass die Arbeitsunfähigkeit der
Beschwerdeführerin in angepasster Tätigkeit 30 % beträgt. Im psychiatrischen
Teilgutachten wurde im Rückblick eine Verstärkung der depressiven Symptomatik und
Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit zwischen September 2007 und Januar 2008 für
möglich gehalten; das reicht indessen nicht aus, eine Invalidität im Sinn von Art. 8
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Abs. 1 ATSG als ausgewiesen zu betrachten, welche den hierfür erforderlichen, die
Arbeitsfähigkeit konstant und anhaltend einschränkenden Charakter aufweist.
4.
4.1 Was die erwerblichen Auswirkungen der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
betrifft, wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades nach Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen). Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist
rechtsprechungsgemäss entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die
Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Da nach empirischer
Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt
worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens
grundsätzlich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der
Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (vgl.
Bundesgerichtsentscheid i/S. K. vom 23. März 2009, 8C_515/2008).
4.2 Wie der Arbeitgeberbescheinigung zu entnehmen ist, hätte die
Beschwerdegegnerin im Jahr 2007 einen Monatslohn von Fr. 3'350.-- erzielt, was bei
12 Monatslöhnen pro Jahr ein Einkommen von Fr. 40'200.-- ergibt. Hierauf kann als
Valideneinkommen 2007 abgestellt werden.
4.3 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist
kein effektives Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person
nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich
zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung statistische Werte (Tabellenlöhne) beigezogen werden (BGE 129 V
472 E. 4.2.1, Bundesgerichtsentscheid i/S C. vom 19. Juni 2008, 9C_81/2008), wie dies
die Beschwerdegegnerin getan hat. Gemäss der Schweizerischen
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Lohnstrukturerhebung (LSE) 2006 des Bundesamtes für Statistik lag das
durchschnittliche Bruttoeinkommen von Frauen für einfache und repetitive Tätigkeiten
(Anforderungsniveau 4) im privaten Sektor in jenem Jahr bei Fr. 4'019.-- pro Monat,
entsprechend Fr. 48'228.-- pro Jahr (basierend auf 40 Arbeitsstunden pro Woche;
Tabelle TA1). Nach Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis 2007 von 1.6 %
(vgl. T1.05 Nominal- und Reallohnindex, 2006-2007, in Lohnentwicklung 2007) stellt
sich das Jahreseinkommen auf Fr. 49'000.--. Unter Berücksichtigung der
betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche im Jahr 2007
(vgl. Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit des Bundesamtes für Statistik) ergibt sich
ein massgebendes jährliches Einkommen im Betrag von Fr. 51'082.-- (Fr. 49'000.-- x
41.7/40).
4.4 Die Beschwerdeführerin erzielte somit vor Eintritt der Gesundheitsschädigung
einen unterdurchschnittlichen Verdienst. Da keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass
sie sich aus freien Stücken mit einem bescheidenen Einkommensniveau hätte
begnügen wollen, kann für das Valideneinkommen und für den Ausgangspunkt zur
Bestimmung des Invalideneinkommens vom selben Wert ausgegangen werden. Der
Invaliditätsgrad entspricht unter solchen Verhältnissen dem Grad der Arbeitsunfähigkeit
unter Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (Entscheide des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S M. vom 8. Juni 2005, I 552/04 E. 3.4, und i/
S Z. vom 19. November 2003, I 479/03 E. 3.1).
4.5 Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre
gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur
mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist ein Abzug von den
Tabellenlöhnen zu machen. Mit dem behinderungsbedingten Abzug wird in der Praxis
dem Umstand Rechnung getragen, dass versicherte Personen, die in ihrer letzten
Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten, nach Eintritt des Gesundheitsschadens
auch für leichtere Arbeiten nur beschränkt einsatzfähig sind, dass sie - unabhängig von
der früher ausgeübten Tätigkeit - als gesundheitlich Beeinträchtigte im Rahmen leichter
Hilfsarbeitertätigkeiten nicht mehr voll leistungsfähig sind oder dass weitere
persönliche und berufliche Merkmale wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit,
Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die
Höhe des Lohnes haben können. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der
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Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter
Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf
höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen. Dabei ist zu beachten, dass
allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen beachtete
invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten Leidensabzuges nicht
nochmals berücksichtigt werden dürfen (vgl. zum Ganzen: BGE 134 V 322 E. 5.2 und
BGE 126 V 75). - Die medizinisch bedingten Einschränkungen der Beschwerdeführerin
sind bei der Festsetzung der Arbeitsfähigkeit bereits berücksichtigt worden. Alter,
Ausbildungsstand, Nationalität und Sprachkenntnisse bieten ebenfalls nicht Grund für
einen Abzug, weil sie sich auf das Validen- wie auf das Invalideneinkommen auswirken.
Es ist aber damit zu rechnen, dass die Beschwerdeführerin wegen ihres Leidens in
somatischer und psychischer Hinsicht im Vergleich zu gesunden Mitbewerbern auf
dem Arbeitsmarkt ein geringeres Einkommen erzielen wird. Tabellenlöhne werden bei
gesunden Arbeitnehmern erhoben. Es rechtfertigt sich daher, einen Abzug von 10 %
vorzunehmen.
4.6 Der Invaliditätsgrad beträgt demnach 37 % (100 % - 0.9 x 70 %). Ein
rentenbegründender Invaliditätsgrad ergäbe sich im Übrigen erst recht nicht unter
Berücksichtigung der Parallelisierungsaussparung von 5 % gemäss BGE 135 V 297. Es
ist demnach nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin einen
Rentenanspruch abgewiesen hat.
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Eine
Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint vorliegend angemessen. Nach Art. 95 Abs. 1
VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz
oder teilweise abgewiesen werden. Demnach hat die unterliegende
bis
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Beschwerdeführerin die Gerichtskosten gesamthaft zu tragen. Mit dem geleisteten
Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist die geschuldete Gerichtsgebühr getilgt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP