Decision ID: e85f2cfb-bff1-4884-bca7-f098701fa0af
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. Das Spital Linth eröffnete Mitte des Jahres 2017 eine Praxis für Sportmedizin und
Physiotherapie in Rapperswil-Jona (Praxis am Bühlpark). Diese Praxis ist betrieblicher
Teil des Spitals Linth. Per 1. September 2017 übernahm das Spital Linth die
Hausarztpraxis B._ von Dr. med. A._ in Uznach. Die Arztpraxis B._ AG wird als
Tochtergesellschaft in Form einer Aktiengesellschaft geführt und ist nicht in die
Organisation des Spitals Linth eingegliedert. Z._ ist in Jona als Physiotherapeut tätig.
Vertreten durch seine Rechtsanwälte ersuchte er den Verwaltungsrat der
Spitalverbunde des Kantons St. Gallen mit Eingabe vom 14. August 2017 um Erlass
einer anfechtbaren Verfügung hinsichtlich die Erweiterung des Leistungsangebots des
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Spitalstandortes des Spitals Linth mit der Eröffnung und dem Betrieb einer
Hausarztpraxis in Uznach (Ziff. 1/a) und der Praxis am Bühlpark (Sportmedizin und
Physiotherapie) in Rapperswil-Jona (Ziff. 1/b). Er beantragte, dass dem Spital Linth
diese Erweiterungen ihres Leistungsangebots zu verbieten seien (Ziff. 2).
b. Mit Verfügung vom 14. September 2017 trat der Verwaltungsrat der Spitalverbunde
des Kantons St. Gallen nicht auf das Gesuch ein. Er entschied, dass Z._ kein
besonders schützenswertes Interesse am Erlass der beantragten Verfügung habe. Den
gegen diese Verfügung erhobenen Rekurs hiess das Gesundheitsdepartement mit
Entscheid vom 28. September 2018 teilweise gut und entschied, dass die Ziff. 2 des
Dispositivs des Verwaltungsratsentscheids neu wie folgt zu fassen sei: Auf Ziff. 1/a, 1/b
(soweit diese auf die Sportarztpraxis am Bühlpark Bezug nehme) und insoweit auf Ziff.
2 der mit Gesuch vom 14. August 2017 gestellten Anträge von Z._ werde nicht
eingetreten. Der Entscheid des Verwaltungsrats der Spitalverbunde des Kantons St.
Gallen werde zur materiellen Prüfung der Ziff. 1/b (soweit diese auf die
Physiotherapiepraxis am Bühlpark Bezug nehme) und insoweit der Ziff. 2 im Sinne der

Erwägungen an den Verwaltungsrat zurückgewiesen.
B. Der Spitalverbund Spital Linth (Beschwerdeführer) erhob mit Eingabe vom 12.
Oktober 2018 und Ergänzung vom 14. November 2018 durch seinen Rechtsvertreter
Beschwerde gegen den Entscheid des Gesundheitsdepartements (Vorinstanz) beim
Verwaltungsgericht. Er beantragte, Ziff. 1, 2 und 4 des Entscheides der Vorinstanz
seien aufzuheben und Ziff. 2 seines Entscheides vom 14. September 2017 zu
bestätigen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Mit Vernehmlassung vom 3. Dezember 2018 schloss die Vorinstanz auf Abweisung der
Beschwerde und verzichtete auf ergänzende Bemerkungen. Z._ (Beschwerdegegner)
liess sich mit Eingabe vom 14. Dezember 2018 durch seine Rechtsvertreter vernehmen
und stellte die Anträge, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, eventualiter sei sie
abzuweisen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die
Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
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1.
1.1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59
Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die
Beschwerde wurde mit Eingabe vom 15. Oktober 2018 (Eingang Entscheid der
Vorinstanz: 1. Oktober 2018) rechtzeitig erhoben und erfüllt zusammen mit der
Ergänzung vom 14. November 2018 formal wie inhaltlich die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP).
1.2. Nach Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP ist zur Erhebung der
Beschwerde berechtigt, wer an der Änderung oder Aufhebung der Verfügung oder des
Entscheides ein eigenes schutzwürdiges Interesse dartut. Das Gemeinwesen und ihnen
gleich gestellte Körperschaften sind zur Beschwerde befugt, wenn sie durch eine
Verfügung oder einen Entscheid in gleicher oder ähnlicher Weise betroffen sind wie
eine Privatperson, d.h. wenn sie Adressat einer Verfügung und durch diese beschwert
sind, oder wenn sie wie private Dritte eine besondere Beziehungsnähe zum
Streitgegenstand aufweisen. Vorausgesetzt ist somit, dass das Gemeinwesen ein
eigenes schutzwürdiges Interesse an der Anfechtung der Verfügung dartut (Cavelti/
Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 445 f.). Im
Rahmen der vorliegend strittigen Konkurrentenbeschwerde ist der Beschwerdeführer
wie ein Privater direkt als Konkurrent betroffen. Ihm muss wie einem Privaten – im
umgekehrten Fall dem Beschwerdegegner – die Ergreifung des Rechtsmittels
offenstehen. Damit weist er vorliegend eine besondere Beziehungsnähe zum
Streitgegenstand auf und wird durch den angefochtenen Entscheid unmittelbar in
seinen Interessen berührt. Er ist daher zur Anfechtung des Rekursentscheids
legitimiert. Ob dem Beschwerdeführer die Beschwerdebefugnis auch nach Art. 64 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 2 VRP zustehen würde, kann bei diesem Ergebnis
offenbleiben.
1.3. Weiter zu prüfen ist, ob der Entscheid der Vorinstanz selbständig anfechtbar ist
und damit auf die Beschwerde eingetreten werden kann. Die Vorinstanz prüfte, ob der
Beschwerdegegner legitimiert ist, vom Beschwerdeführer den Erlass einer Verfügung
zu verlangen, und gestand ihm die Legitimation als direkten Konkurrenten zu. Sie
verpflichtete damit den Beschwerdeführer zum Eintreten auf das Gesuch und zu
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dessen materieller Prüfung. Bei einem solchen Rückweisungsentscheid stellt sich die
Frage nach der Bindungswirkung. Auf Grund dieser Bindungswirkung wird ein
Rückweisungsentscheid insoweit als Endentscheid betrachtet, als er die im Verfahren
aufgeworfenen Streitfragen entscheidet und verbindliche Weisungen für die
Neubeurteilung erlässt. Ein Rückweisungsentscheid ist aber dann als
Zwischenentscheid zu betrachten, wenn die Angelegenheit zu neuer Entscheidung
zurückgewiesen wird, ohne dass bestimmte Streitfragen abschliessend entschieden
werden und der Vorinstanz für ihren Entscheid eine gewisse Entscheidungsfreiheit
bleibt (Cavelti/Vögeli,, a.a.O., Rz. 1036).
Im vorliegenden Fall beschränkt sich der Rückweisungsentscheid auf das Bejahen der
Prozessvoraussetzung (Legitimation) des Beschwerdegegners. Eine materielle Prüfung
des Gesuchs des Beschwerdegegners vom 14. August 2017 wurde nicht
vorgenommen und dem Beschwerdeführer steht es vorliegend offen, frei über die
strittigen Rechtsfragen zu entscheiden. Insofern handelt es sich vorliegend um einen
Zwischenentscheid, der zwar den Beschwerdeführer zum Erlass einer Verfügung
anhält, jedoch in materieller Hinsicht betreffend die Prüfung des Gesuchs des
Beschwerdeführers keine Bindungswirkung entfaltet.
1.4. Das VRP sieht vor, dass gewisse Zwischenverfügungen selbständig anfechtbar
sind (zum Beispiel vorsorgliche Massnahmen, Vollstreckungsmassnahmen von
Verwaltungsbehörden, einschliesslich der Androhung des Vollstreckungszwangs,
Verfügungen über unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung, siehe Art.
59 Abs. 2, Art. 59 Abs. 3 und Art. 60 VRP). Für andere Zwischenverfügungen trifft
dies indessen nicht zu (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 564 und 565). Auf Bundesebene
befasst sich Art. 82 lit. a in Verbindung mit Art. 93 Abs. 1 lit. a des
Bundesgerichtsgesetzes (SR 173.110, BGG) mit der Anfechtbarkeit von Vor- und
Zwischenentscheiden mit Beschwerde. Die Beschwerde gegen „andere selbständig
eröffnete Vor- und Zwischenentscheide“ ist insbesondere zulässig, wenn sie einen
nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG). Der
Nachteil muss rechtlicher Natur sein. Bei der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen
Angelegenheiten kann auch ein rein tatsächlicher Nachteil genügen, sofern es nicht nur
darum geht, eine Verlängerung oder Verteuerung des Verfahrens zu verhindern
(Spühler/Aemisegger, in: Spühler/Aemisegger/Dolge/Vock [Hrsg.], Praxiskommentar
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zum Bundesgerichtsgesetz [BGG], 2. Aufl. 2013, N 14 ff. zu Art. 93 BGG). In solchen
Fällen muss – unter anderem unter Berücksichtigung des Grundsatzes „Einheit des
Verfahrens“ gemäss Art. 111 BGG – auf kantonaler Ebene letztinstanzlich ein oberes
kantonales Gericht im Sinne von Art. 86 Abs. 2 BGG über eine Zwischenverfügung
entscheiden, auch wenn das kantonale Verfahrensgesetz dies nicht vorsieht resp.
ausschliesst (BGE 137 II 30 E. 2.2.1, vgl. GVP 2012 Nr. 44 E. 1.1).
1.5. Mit Blick auf das in Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG festgehaltene Erfordernis des nicht
wieder gutzumachenden Nachteils gilt es ebenfalls die verschiedenen Konstellationen
betreffend die Rückweisung zu unterscheiden. Wie bereits unter E. 1.3 betreffend die
Bindungswirkung ausgeführt, entsteht kein nicht wieder gutzumachender Nachteil,
wenn sich der Rückweisungsentscheid darin erschöpft, dass eine Frage ungenügend
abgeklärt und deshalb näher zu prüfen ist, ohne dass damit materiellrechtliche
Anordnungen verbunden sind (BGE 140 V 283 E. 4.2, vgl. M. Bertschi, in: A. Griffel
[Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kanton Zürich [VRG], 3.
Aufl. 2014, N 65 zu §19a).
Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerdeschrift keinen nicht wieder
gutzumachenden Nachteil geltend. Ein solcher kann auch nicht erkannt werden, da er
lediglich angewiesen wird, auf das Gesuch einzutreten, jedoch keine verbindlichen
Anweisungen enthält, in welcher Weise der Fall materiellrechtlich zu behandeln ist (vgl.
BGer 9C_732/2016 vom 23. November 2016). Auf die Beschwerde ist
dementsprechend nicht einzutreten.
2. Im Übrigen wäre die Beschwerde auch abzuweisen.
2.1. Zu den Staatsaufgaben, welche weitgehend den Kantonen überlassen sind,
gehört unter anderem das Gesundheitswesen. Gemäss Art. 15 Abs. 1 lit. a der
Verfassung des Kantons St. Gallen (sGS 111.1, KV) hat der Staat eine ausreichende
Gesundheitsversorgung zu gewährleisten. Gestützt auf diesen Artikel wurde das
Gesetz über die Spitalverbunde (sGS 320.2, GSV) erlassen, in welchem in Art. 1 Abs. 1
geregelt wird, dass der Kanton St. Gallen über vier Spitalverbunde verfügt. Der
Spitalverbund ist eine selbständige öffentlich-rechtliche Anstalt (Art. 2 Abs. 2 GSV).
Eine selbständige öffentlich-rechtliche Anstalt ist eine betrieblich und wirtschaftlich
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autonome Organisationseinheit mit eigener Rechtpersönlichkeit. Sie wird durch ein
formelles Gesetz errichtet (Nachtragsbotschaft und Entwürfe der Regierung vom 20.
November 2001: Grossratsbeschluss über die Schaffung von Spitalverbunden, Gesetz
über die Spitalverbunde, S. 6, nachfolgend: Nachtragsbotschaft, vgl. Tschannen/
Zimmerli/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 2014, §7 N. 14 f.). Nach Art. 1
Abs. 1 lit. c des Statuts der Spitalverbunde des Kantons St. Gallen (sGS 320.30, SSV)
ist das Spital Linth eine der vier öffentlich-rechtlichen Anstalten mit eigener
Rechtspersönlichkeit und dem Recht auf Selbstverwaltung (Handelsregistereintrag
Kanton St. Gallen CHE-108.903.521). Im Zusammenhang mit der Spitalreform setzte
sich der Grosse Rat (heute: Kantonsrat) am 8. Mai 2001 unter anderem mit der
Rechtsform der Spitalverbunde auseinander und formulierte das Ziel, den Organen der
Spitalverbunde im Organisationsbereich weitestgehende Autonomie zu gewähren.
Unternehmensstrategische und operative Führung sind Sache der Spitalverbunde
(Nachtragsbotschaft, S. 7). Die Regierung konkretisiert die Aufgaben des
Spitalverbundes im Leistungsauftrag. Der Leistungsauftrag kann das Leistungsangebot
an Spitalstandorten vorgeben (Art. 4 GSV). Nach Art. 5 Abs. 1 GSV wählt die Regierung
einen Verwaltungsrat, der für die vier Spitalverbunde zuständig ist. Der Verwaltungsrat
regelt Organisation, Sitz und Firma des Spitalverbunds durch Statut und führt die
Geschäfte des Spitalverbundes, soweit er die Geschäftsführung nicht übertragen hat
(Art. 6 GSV). Er operiert als unternehmensstrategisches Organ (Nachtragsbotschaft,
S. 8). Die Aufgaben des Verwaltungsrates werden in Art. 9 SSV genauer definiert. Unter
anderem obliegt ihm die Sicherstellung der Umsetzung des erteilten Leistungsauftrags
und der Entscheid über das Leistungsangebot der Spitalstandorte (Art. 9 Abs. 2 lit. c
SSV). Wie die Aufgaben umgesetzt werden, bestimmt demnach der Verwaltungsrat des
Spitalverbundes (Nachtragsbotschaft, S. 3).
2.2. Die Praxis am Bühlpark wurde Mitte des Jahres 2017 eröffnet (Geschäftsbericht
des Spitals Linth des Jahres 2017, https://www.spital-linth.ch unter: Über uns/
Geschäftsleitung und Organisation, https://praxisbuehlpark.ch/). Von den Parteien
unbestritten ist, dass es sich beim Betrieb der Praxis am Bühlpark in Jona, in welcher
unter anderem Physiotherapie angeboten wird, um ein Leistungsangebot des Spitals
Linth handelt. Über das Leistungsangebot kann der Verwaltungsrat gestützt auf Art. 9
Abs. 2 lit. c SSV entscheiden. Der Beschwerdegegner verlangt, der Entscheid des
Verwaltungsrates sei ihm in Form einer Verfügung zu eröffnen. Der Beschwerdeführer
https://www.spital-linth.ch/
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sah kein besonders schützenswertes Interesse des Beschwerdegegners am Erlass der
Verfügung; hingegen bejahte die Vorinstanz ein solches. Strittig ist damit, ob der
Beschwerdegegner legitimiert ist, den Erlass einer Verfügung durch den
Beschwerdeführer zu verlangen.
3. Vorab ist die Rechtsnatur des vom Beschwerdeführer zu fällenden Entscheids über
sein Leistungsangebot näher zu bestimmen.
3.1. Im VRP fehlt eine eigene Umschreibung des Verfügungsbegriffs. Der Kerngehalt
des Begriffs der Verfügung ist indes in der Lehre und der Praxis unbestritten und
einheitlich: Die Verfügung ist ein individueller, an den Einzelnen gerichteter Hoheitsakt,
durch den eine konkrete verwaltungsrechtliche Rechtsbeziehung rechtsgestaltend oder
feststellend in verbindlicher und erzwingbarer Weise geregelt wird (Häfelin/Müller/
Uhlmann, a.a.O., Rz. 849, Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 56, Legaldefinition in Art. 5 des
Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren, Verwaltungsverfahrensgesetz, SR
172.021, VwVG). Die Rechtsfigur der Verfügung erfüllt verschiedene Funktionen: Unter
anderem regelt sie Verwaltungsrechtsverhältnisse und ist Anfechtungsobjekt in der
Verwaltungsrechtspflege (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrechts, 7.
Aufl. 2016, Rz. 849, Wiederkehr/Richli, Praxis des allgemeinen Verwaltungsrechts,
Band I, Bern 2014, Rz. 2149).
3.2. Die Verwaltungsbehörden erfüllen viele Aufgaben, die kein Rechtshandeln wie
den Erlass von Verfügungen oder den Abschluss von Verträgen, sondern ein
tatsächliches Handeln erfordern. Solche Verwaltungsmassnahmen, die unmittelbar der
Erfüllung von Verwaltungsaufgaben dienen, gelten als Realakte. Sie begründen keine
unmittelbaren Rechte und Pflichten der Privaten (vgl. Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O.,
Rz. 1408 f.). Organisatorische Massnahmen können jedoch auch Aussenwirkung
entfalten und eine Person daher in rechtlich geschützten Interessen berühren
(Wiederkehr/Richli, a.a.O., Rz. 2937, vgl. BGE 128 I 167 E. 4.3).
In Art. 29a der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101,
BV) wird die Rechtsweggarantie gewährleistet. Diese Garantie gibt den Anspruch
darauf, Rechtsstreitigkeiten vor Gericht beurteilen zu lassen. Berührt der Staat mit
seinem Handeln Rechte oder Pflichten von Privaten und besteht über die
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Rechtmässigkeit des Handelns Uneinigkeit, haben die betroffenen Privaten Anspruch
darauf, den Entscheid eines Gerichts zu verlangen. Dieser Anspruch besteht
unabhängig davon, welcher äusseren Form sich der Staat für seine Handlungsweise
bedient (E. Tophinke, Bedeutung der Rechtsweggarantie für die Anpassung der
kantonalen Gesetzgebung, in: ZBl 107/2006, S. 94, vgl. BGE 143 I 336 E. 4.2, GVP
2007 Nr. 3 E. 4.1.3, vgl. M. Müller, Grenzsituation in der Verwaltungsrechtspflege, in:
ZBl 120/2019, S. 316: Systemkritik). Der Bundesgesetzgeber hat diese Garantie in Art.
25a VwVG umgesetzt. Nach dieser Bestimmung kann bei Vorliegen eines Realaktes,
welcher sich auf öffentliches Recht des Bundes stützt und Rechte und Pflichten
berührt, jeder, der ein schutzwürdiges Interesse hat, eine Verfügung verlangen.
Gemäss Art. 1 Abs. 3 VwVG finden lediglich einige enumerierte Artikel des VwVG, nicht
aber Art. 25a VwVG, Anwendung auf das Verfahren letzter kantonaler Instanzen. Die
Kantone haben aber zumindest einen der Rechtsweggarantie von Art. 29a BV
genügenden Rechtsschutz gegen Realakte zu gewährleisten (vgl. E. Riva, Neue
bundesgerichtliche Regelung des Rechtsschutzes gegen Realakte: Überlegungen zu
Art. 25a VwVG, in: SJZ 103/2007, S. 340, Weber/Kunz-Notter, in: in: Auer/Müller/
Schindler [Hrsg.], Kommentar Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2.
Auflage 2018, Rz. 19 zu Art. 25a VwVG). Massgebend ist demnach, ob ein individuelles
Rechtsschutzbedürfnis besteht, wobei die zum Ausschluss der Popularbeschwerde
notwendige Einengung des Anwendungsbereichs durch die weiteren in Art. 25a Abs. 1
VwVG genannten Kriterien, das schutzwürdige Interesse und das Berührtsein in
Rechten oder Pflichten, erfolgen soll (BVGer A-2992/2017 vom 27. November 2018 E.
6.1, vgl. BGE 144 II 233 E. 4.4).
3.3. Unbestritten ist, dass dem Spital Linth als selbständiger öffentlich-rechtlicher
Anstalt die staatliche Aufgabe der medizinischen Grundversorgung übertragen wurde.
Die Geschäfte des Beschwerdeführers führt der Verwaltungsrat (Art. 5 Abs. 1 GSV in
Verbindung mit Art. 9 SSV). Zu seinen Aufgaben zählt unter anderem der Erlass von
öffentlich-rechtlichen Verfügungen (Art. 9 Abs. 2 lit. t SSV). Der Beschwerdeführer tritt
somit hoheitlich auf und ist gestützt auf die gesetzliche Grundlage formell befugt,
Verfügungen zu erlassen. Mit dem Entscheid des Beschwerdeführers über den Betrieb
einer Praxis für Sportmedizin und Physiotherapie in Jona wird jedoch keine direkte
Rechtsbeziehung zwischen dem Staat und dem Beschwerdegegner oder anderen
Privaten festgelegt. Vielmehr handelt es sich beim Entscheid des Beschwerdeführers
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um eine strategische Ausrichtung des Spitals Linth. Dieser strategische Entscheid und
dessen Umsetzung ist als Realakt zu qualifizieren. Der Beschwerdegegner macht
vorliegend geltend, dass er durch das neu entstandene Konkurrenzverhältnis belastet
oder gar verdrängt werde, was der in Art. 27 BV garantierten Wirtschaftsfreiheit
zuwiderlaufe. Der Entscheid des Beschwerdeführers kann somit Aussenwirkung
entfalten und den Beschwerdegegner in seinen rechtlich geschützten Interessen
berühren. Unter Beachtung der Rechtsweggarantie nach Art. 29a BV muss dem
Beschwerdegegner bei Uneinigkeit über die Rechtmässigkeit des Handelns des
Beschwerdeführers ein Rechtsmittelweg und damit ein Entscheid eines Gerichts
offenstehen. Die im vorliegenden Fall bestehende Möglichkeit einer
Aufsichtsbeschwerde an die Vorinstanz (Art. 3 Abs. 1. lit. b des Gesundheitsgesetzes,
sGS 311.1, GesG) genügt den Anforderungen an eine wirksame Beschwerde gemäss
Art. 29a BV nicht, weil sie keinen Anspruch auf justizmässige Behandlung einräumt
(Wiederkehr/Richli, a.a.O., Rz. 2901, BGE 128 I 167 E. 4.5, BGer 1C_479/2018 vom 31.
Januar 2019 E. 4.6 betreffend VerwGE B 2017/14 vom 11. Juli 2018,
www.gerichte.sg.ch).
3.4. Auf kantonaler Ebene wurde die Rechtsweggarantie in Art. 77 KV verankert. In der
Botschaft zum V. und VI. Nachtrag zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege vom
28. Februar 2006 wurde zur Umsetzung der Rechtsweggarantie festgehalten, dass eine
Ausdehnung des Rechtsschutzes auf alle Realakte durch die Rechtsweggarantie nicht
gefordert werde. In Betracht käme nur ein solches Verwaltungshandeln, das in
schützenswerte Rechtspositionen eingreife und bei dem der Betroffene legitimiert sei,
eine diesbezügliche Feststellungsverfügung zu verlangen (S. 6, ABl 2006 S. 821 ff., mit
Verweis auf die Botschaft des Bundesrates zur Totalrevision der Bundesrechtspflege
vom 28. Februar 2001, in: BBl 2001 4387). Der Begriff des "schutzwürdigen Interesses"
wird im kantonalen Verwaltungsverfahrensrecht sowohl in Art. 25 Abs. 1 VRP als auch
in Art. 45 Abs. 1 VRP verwendet. Nach Art. 25 Abs. 1 VRP ist eine Verfügung den
Betroffenen und Dritten, deren eigene schutzwürdige Interessen durch die Verfügung
berührt werden, zu eröffnen. In der Literatur wird ausgeführt, dass diese Stellung den
Berechtigten und Verpflichteten (Hauptbeteiligten) zukommt, welche unmittelbar vom
Rechtsverhältnis erfasst sind und am vorgängigen Verwaltungsverfahren, das auf
Erlass der Verfügung zielt, teilnehmen; an diesem Verfahren können aber auch Dritte
beteiligt sein, deren „unmittelbare Interessen“ durch die zwischen den Hauptbeteiligten
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erzeugten Rechtswirkungen berührt sind. Angesichts des Wortlautes von Art. 25 Abs. 1
VRP und der dazu in der Literatur vertretenen Auffassung ist davon auszugehen, dass
nach st. gallischem Verwaltungsverfahrensrecht Anspruch auf Beteiligung am
Verwaltungsverfahren hat, wer durch die zu erlassende Verfügung in eigenen
schutzwürdigen Interessen berührt ist. Dies entspricht dem Anspruch, wie er sich
entsprechend der Ausstrahlung der Rechtsmittellegitimation auf das erstinstanzliche
Verfahren (vgl. dazu I. Häner, Die Beteiligten im Verwaltungsverfahren und
Verwaltungsprozess, Zürich 2000, Rz. 265 ff.) aus den bundesrechtlichen Vorgaben zur
Einheit des Verfahrens ergibt (VerwGE B 2015/47 vom 27. November 2015 E. 2.2.1,
www.gerichte.sg.ch).
3.5. Nach Art. 45 Abs. 1 VRP ist ebenfalls nur derjenige zur Rekurserhebung
berechtigt, welcher ein "eigenes schutzwürdiges Interesse" dartun kann (vgl. E. 1.2).
Mit dem Begriff "eigen" wird zum Ausdruck gebracht, dass der Zweck der
Verwaltungsrechtsprechung dem Schutz der einzelnen Personen dient. Diese Definition
geht nicht über die bundesrechtliche Anforderung hinaus. Nach dieser wird das
Element der "eigenen" Interessen als im Begriff "schutzwürdige Interessen" enthalten
betrachtet (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 387). Als "schutzwürdig" gilt jedes praktische
oder rechtliche Interesse, welches eine von der Verfügung betroffene Person an deren
Änderung oder Aufhebung geltend machen kann. Durch den Ausgang des Verfahrens
kann die tatsächliche und rechtliche Situation der betroffenen Person beeinflusst
werden. Ein bloss mittelbares oder ausschliesslich allgemeines öffentliches Interesse
begründet – ohne die gebotene Beziehungsnähe zur Streitsache selber – keine
Beschwerdebefugnis (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 392). Zur Erhebung des
Rechtsmittels sind auch Dritte berechtigt, welche persönlich und mehr als jedermann
daran interessiert sind, dass das durch die Verfügung begründete Rechtsverhältnis
anders geregelt wird. Vorausgesetzt wird, dass eine besondere, beachtenswerte, nahe
Beziehung zum Streitgegenstand besteht (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 412, Häfelin/
Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 1155).
3.6. Der Beschwerdeführer betreibt ausserhalb des Spitals Linth eine Praxis für
Sportmedizin und Physiotherapie in Jona. Die Physiotherapie-Praxis des
Beschwerdegegners (dipl. Physiotherapeut FH) befindet sich ebenfalls in Jona. Von
den Parteien nicht bestritten wird, dass zwischen diesen zwei Praxen im Bereich der
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Physiotherapie aufgrund derselben angebotenen Leistungen und der geographischen
Nähe ein Konkurrenzverhältnis besteht. Unter Umständen können auch Konkurrenten
beschwerdeberechtigte Dritte sein. In diesem Zusammenhang reicht der Umstand
allein, dass ein Konkurrenzverhältnis besteht, nicht aus, sondern es wird eine
besondere Beziehungsnähe verlangt (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 423). Entgegen der
vom Beschwerdegegner vertretenen Ansicht wird das Prozessrecht nicht überdehnt,
wenn die in der Praxis und Lehre entwickelten Grundsätze zur sogenannten
"Konkurrentenbeschwerde" angewandt werden (BGer 2C_485/2010 vom 3. Juli 2012
E. 1.2.4: Private gegen staatlichen Monopolisten, nicht publiziert in: BGE 138 I 378
"Glarnersach", Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 423 zur Beschwerdelegitimation Dritter bzw.
Konkurrenten mit Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Die Befugnis
des Beschwerdegegners, eine anfechtbare Verfügung des Beschwerdeführers zu
verlangen, setzt damit voraus, dass er nach den Grundsätzen der
"Konkurrentenbeschwerde" dazu berechtigt ist. Zu prüfen ist damit, ob die Vorinstanz
zu Recht ein schutzwürdiges Interesse des Beschwerdegegners am Erlass einer
Verfügung anerkannt hat.
4.
4.1. Nach Rechtsprechung des Bundesgerichts ist ein Konkurrent nicht schon
aufgrund der blossen Befürchtung, einer verstärkten Konkurrenz ausgesetzt zu sein,
zur Beschwerde legitimiert. Diese Art des Berührtseins liegt vielmehr im Prinzip des
freien Wettbewerbs und schafft keine schutzwürdige besondere Beziehungsnähe. Eine
besondere Betroffenheit kann aber vorliegen für Konkurrenten in Wirtschaftszweigen,
die durch wirtschaftspolitische oder sonstige spezielle Regelungen wie zum Beispiel
Kontingentierungen, Bedürfnisklauseln oder Monopoleinräumung in eine besondere
Beziehungsnähe untereinander versetzt werden, da hier der "freie" Wettbewerb nicht
mehr spielt und die den Konkurrenten begünstigende Verfügung den Mitkonkurrenten
in weitergehendem Masse erfasst. Ferner ist ein Konkurrent zur Beschwerde legitimiert,
soweit er geltend macht, andere Konkurrenten würden privilegiert behandelt, oder
wenn er einem Kartell oder einem marktbeherrschenden Unternehmen gegenübersteht
und dadurch einen deutlich spürbaren Wettbewerbsnachteil erleidet (R. Wiederkehr,
Die Beschwerdebefugnis des Konkurrenten, in: recht 2014, S. 80). Hingegen kann das
blosse allgemeine Interesse der Konkurrenten, dass die für alle geltenden allgemeinen
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Vorschriften gegenüber den anderen Wirtschaftsteilnehmern korrekt angewendet
werden, keine Beschwerdelegitimation begründen (BGer 2C_485/2010 vom 3. Juli
2012 E. 1.2.4 "Glarnersach", BGer 2C_888/2015 vom 23. Mai 2016 E. 4.4, BGE 139 II
328 E. 3.3, vgl. zum Ganzen: J. Häner, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar
Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Auflage 2018, Rz. 15 zu Art.
48 VwVG, Marantelli/Huber, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar
Verwaltungsverfahrensgesetz [VwVG], 2. Aufl. 2016, Rz. 28 zu Art. 48 VwVG, M.
Bertschi, a.a.O., N 70ff. zu §21 VRG).
4.2. Die Vorinstanz hiess den Rekurs des Beschwerdegegners teilweise gut und wies
den Beschwerdeführer an, das Gesuch des Beschwerdegegners im Hinblick auf die
Rechtmässigkeit der Eröffnung und den Betrieb der Praxis am Bühlpark im Bereich
Physiotherapie materiell zu prüfen. Sie ging in ihrem Entscheid davon aus, dass der
Beschwerdegegner als Physiotherapeut und damit als direkter Konkurrent zur Praxis
am Bühlpark zur Geltendmachung der Verletzung der Wettbewerbsneutralität befugt
sei und ihm die Legitimation zum Gesuch um Erlass einer Verfügung über die
Rechtmässigkeit des Physiotherapieangebots des Spital Linth zukomme. Es liege eine
monopolähnliche Regelung des Spitals Linth im Bereich der stationären
Gesundheitsversorgung vor (Spitalliste). Es bestehe daher eine analoge Situation zum
Urteil "Glarnersach", wo es ebenfalls um die staatsrechtliche Beurteilung einer Tätigkeit
gegangen sei, die über den gesetzlich ausdrücklich geregelten Leitungsbereich
hinausgegangen sei. Soweit der Beschwerdegegner in der Ausdehnung der Tätigkeit
des Spitals Linth als Leistungserbringer über den Leistungsvertrag hinaus eine
Verletzung verfassungsrechtlicher Prinzipien erblicke, habe in Anwendung der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung dessen Legitimation als begründet zu gelten.
Dies sei im Besonderen im Hinblick auf die geltend gemachte Privilegierung der Praxis
für Physiotherapie gegenüber dem Beschwerdegegner zu sehen.
Der Beschwerdegegner pflichtet der Vorinstanz bei und geht ebenfalls von einer
analogen Situation wie im Urteil "Glarnersach" aus. Es gebe keine ausdrückliche
gesetzliche Regelung dafür, dass das Spital Linth das ambulante Leistungsangebot
ausserhalb der Mauern des Spitals in Rapperswil-Jona ausdehnen dürfe. Die Praxis
würde unzulässigerweise privilegiert, weil etwa die Zuweisungen von Patienten des
Spitals Linth im Bereich Physiotherapie in die eigene Praxis am Bühlpark erfolgen
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werde und genau diese ambulante Praxis dann mit einer faktischen Defizitgarantie der
öffentlichen Hand ausgestattet sei. Diese Praxis könne auf sämtliche durch den Staat
bzw. das Spital Linth bereitgestellten Ressourcen (z.B. Material, Maschinen, Geräte
etc.) zurückgreifen. Dadurch entstehe eine Privilegierung und vom Staat selbst werde in
verfassungsrechtlich unzulässiger Weise (Legalitätsprinzip und Wirtschaftsfreiheit) eine
Wettbewerbssituation mit deutlich ungleich langen Spiessen geschaffen. Zur
Legitimation des Konkurrenten genüge es bereits, wenn diese wie vorliegend geltend
gemacht werde.
Dagegen wendet der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein, dass für die sogenannten
Konkurrentenbeschwerde eine schutzwürdige besondere Beziehungsnähe erforderlich
sei. Der Spitalverbund verfüge im Bereich der ambulanten Gesundheitsversorgung und
insbesondere der Physiotherapie aufgrund der Gesetzgebung nicht über ein Monopol
oder eine monopolähnliche Stellung. Es würden auch sonst keine
wirtschaftspolitischen oder sonstigen speziellen Regelungen bestehen, welche die für
die Begründung der Legitimation des Beschwerdegegners verlangte besondere
Beziehungsnähe zum Streitgegenstand schaffen könne. Die Beweislast für die
angebliche Wettbewerbsverzerrung obliege dem Beschwerdegegner, welcher seiner
diesbezüglichen Begründungspflicht aber nicht nachgekommen sei.
4.3. Ziel des Kantons St. Gallen ist es, für seine Bevölkerung eine medizinische,
pflegerische und therapeutisch stationäre Spitalversorgung unter Berücksichtigung von
Qualität und Wirtschaftlichkeit der Leistungserbringung sicherzustellen (Art. 1 Abs. 1
und Art. 6 des Gesetzes über die Spitalplanung und –finanzierung, SPFG, sGS 320.1).
Grundlagen dieser Spitalplanung bilden der Stand der stationären Spitalversorgung,
der zukünftige Bedarf und die voraussichtlichen Angebote sowie der
Kantonsratsbeschluss über die Grundsätze und Ziele der Spitalplanung (Art. 7 SPFG).
Der Kanton erlässt Spitallisten, welche sich in Leistungsbereiche und -gruppen gliedert
(Art. 8 Abs. 1 SPFG). Es bestehen drei verschiedene Spitallisten: eine für die
Akutsomatik (sGS 331.41), eine andere für die Psychiatrie (sGS 331.42) und eine
weitere für die Rehabilitation (sGS 331.43). Gemäss der Spitalliste Akutsomatik des
Kanton St. Gallen verfügen im Kanton St. Gallen neun Spitäler über die Zulassung zur
stationären Behandlung akuter Krankheiten (Art. 39 Abs. 1 lit. e des Bundesgesetzes
über die Krankenversicherung, KVG, SR 832.10, Art. 4 Abs. 1 lit. b und c, Art. 6 bis Art.
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20 SPFG, Regierungsbeschluss über die Spitalliste Akutsomatik, sGS 331.41,
www.sg.ch unter: Gesundheit/Gesundheitsversorgung/Spitalplanung/Spitalliste). In der
Region See-Gaster liegt das öffentlich-rechtliche Spital Linth in Uznach und die private
Rosenklinik AG in Rapperswil. Die Rosenklinik verfügt lediglich über einen
beschränkteren Leistungsauftrag als das Spital Linth. Sie ist auf die Orthopädie,
orthopädische Chirurgie, Viszeral-, Gefäss- und Thoraxchirurgie spezialisiert (Anhang 1
des Regierungsbeschlusses über die Spitalliste Akutsomatik, https://rosenklinik.ch/die-
fachgebiete). Von der Fahrzeit von Rapperswil-Jona her etwas weiter weg liegt das
nächste öffentlich-rechtliche Spital Wattwil, welches praktisch über denselben
Leistungsauftrag wie das nähergelegene Spital Linth verfügt. Bezüglich
ausserkantonaler Spitäler ist festzuhalten, dass lediglich 19% aller akutsomatischen
Spitalaufenthalte der St. Galler Bevölkerung in einem Spital ausserhalb des Kantons St.
Gallen erfolgen (Spitalplanung Akutsomatik 2017, S. 28, www.sg.ch unter: Gesundheit/
Gesundheitsversorgung/Spitalplanung/Spitalliste). Der grosse Teil der Bevölkerung des
Kantons St. Gallen lässt sich damit innerhalb des Kantons behandeln, insbesondere die
nicht zusatzversicherten Patienten/-innen (vgl. Spitalplanung Akutsomatik 2017, S. 30;
die obligatorische Krankenversicherung übernimmt in der Regel nur die Kosten zum
Tarif des Wohnkantons: Art. 41 Abs. 1 KVG). Zwar besteht der Grundsatz der freien
Spitalwahl (Art. 41 Abs. 1 KVG), doch setzt dies auch eine höhere Mobilität der
Patienten/-innen voraus, was auf eine beschränkte Personengruppe und zwar auf
jüngere und zusatzversicherte Patienten zutrifft (Spitalplanung Akutsomatik 2017, S.
30). Der Beschwerdeführer wendet damit zu Recht ein, dass das Spital Linth keine
monopolistische Stellung hat bzw. der Staat nicht über ein rechtliches Monopol zum
Betrieb von Spitälern verfügt. Jedoch übersieht er, dass die Konkurrenz im Bereich
Akutsomatik und chirurgischer Eingriffe sehr klein ist. Dies kann, wie sich nachfolgend
zeigen wird, durchaus Einfluss auf den Betrieb der Praxis am Bühlpark im Bereich
Physiotherapie haben.
4.4. Der Grundsatz der Wettbewerbsneutralität staatlichen Handelns ergibt sich aus
dem Zusammenspiel von Art. 27 BV und Art. 94 BV. Aus dem Grundsatzentscheid für
eine privatwirtschaftliche Wirtschaftsordnung (Art. 94 BV) folgt, dass
unternehmerisches Handeln des Staates auf einer formell-gesetzlichen Grundlage
beruhen, im öffentlichen Interesse liegen und verhältnismässig sein muss (Art. 5 Abs. 1
und Abs. 2 BV). Die privatwirtschaftliche Tätigkeit des Staates soll wettbewerbsneutral
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bzw. nicht wettbewerbsverzerrend sein, d.h. den gleichen Wettbewerbsbedingungen
unterworfen sein wie ein entsprechendes privates Unternehmen. Die
Wettbewerbsneutralität staatlichen Unternehmerhandelns kann in Frage gestellt sein,
wenn der Staat nicht vergleichbaren Regeln wie die privaten Wettbewerbsteilnehmer
untersteht. Daraus ergibt sich, dass eine Quersubventionierung des
Wettbewerbsbereichs eines staatlichen Unternehmens aus seinem Monopolbereich
unzulässig ist, soweit sie in systematischer Weise erfolgt und deshalb geeignet ist, den
freien Wettbewerb zu verfälschen (BGE 143 II 425 E. 4.2, 4.3, BGE 138 I 378
"Glarnersach" E. 6.3.2). Eine Gefahr des unfairen Wettbewerbs kann sich aus der
Andersartigkeit des Kapitals bzw. der möglichen tieferen Kapitalkosten der staatlichen,
staatsnahen und staatseigenen Betriebe ergeben (H. Schneider, Staat und Wirtschaft
im Wettbewerb, in: sic! 2016, S.648). Zumindest ist nicht auszuschliessen, dass
Staatsbetriebe gewisse Wettbewerbsvorteile haben, z.B. Steuerbefreiung,
Staatsgarantie, Möglichkeiten der unterschwelligen Quersubventionierung,
vorbestehendes Wissen aus dem Monopolbetrieb usw., was zu einer Beeinträchtigung
der Marktsituation führen kann (Abegg/Frei, a.a.O., S. 146).
4.5. Eine physiotherapeutische Behandlung wird unter anderem nach einer Operation
zur Rehabilitation verordnet. Die Praxis am Bühlpark ist gemäss dem
Dienstleistungsangebot auf die Betreuung in der Rehabilitationsphase ausgerichtet. Sie
garantiert durch den direkten Kontakt mit Ärzten und Pflege höchste
Behandlungsqualität (https://praxisbuehlpark.ch/ unter: Dienstleistungen/
Physiotherapie). Der Beschwerdegegner bietet verschiedene Therapieformen an, unter
anderem auch die Behandlung postoperativer Patienten (...). Da die Praxis am
Bühlpark betrieblicher Teil des Spitals Linth ist, bestünde durch die Zuweisung der
Patienten des Spitals Linth zur Rehabilitation in die Praxis am Bühlpark die Gefahr einer
Wettbewerbsverzerrung. Die Praxis am Bühlpark könnte damit von der
Kundenbeziehung aus dem Spital Linth im Wettbewerbsbereich profitieren, da die
Kunden bzw. vorliegend die Patienten an der notwendigen Weiterbehandlung bzw. der
Rehabilitation interessiert sind (vgl. Abegg/Frei, Eintritt des Staates in den Wettbewerb,
in: recht 2018, S. 152). Weiter moniert der Beschwerdegegner, die Praxis am Bühlpark
könne möglicherweise durch das Spital Linth, sei es durch Material, Geräte oder
andersartige Ressourcen, subventioniert werden. Sowohl die mögliche Zuweisung der
Patienten als auch die mögliche Subvention wären somit potenziell geeignet, die
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wirtschaftsverfassungsrechtliche Ordnung zum Nachteil des privaten
Physiotherapeuten zu beeinträchtigen. Darüber hinaus stellt der Beschwerdegegner in
Frage, ob überhaupt eine genügende gesetzliche Grundlage zum Betrieb dieser Praxis
bestehe. Diese materiellen Fragen bezüglich der gesetzlichen Grundlage zur
Angebotserweiterung des Spitals Linth und des wettbewerbsverzerrenden staatlichen
Verhaltens sind allerdings nicht in diesem Verfahren zu prüfen. Der Beschwerdeführer
kann damit auch nichts zu seinen Gunsten ableiten, indem er behauptet, es liege keine
Wettbewerbsverzerrung vor.
4.6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdegegner dieselben
Leistungen auf demselben Markt im selben Ort wie der Beschwerdeführer anbietet und
damit im Bereich Physiotherapie direkter Konkurrent der Praxis am Bühlpark ist (vgl.
BVGE 2011/3 E. 3.3.2). Obwohl das Spital Linth im Bereich der Physiotherapie nicht
monopolistisch tätig ist und keine eigentliche Kontingentierung besteht, ist der
Wettbewerb in der Region See-Gaster auf sehr wenige Spitale beschränkt. Die Praxis
am Bühlpark ist betrieblicher Teil des Spitals Linth, womit sie nicht als irgendein
anderer privater Konkurrent auf den Markt tritt. Denn durch diese Verbindung zum
Spital Linth ist bei Nichteinhalten der Wettbewerbsregeln, auf welche unter E. 4.4
hingewiesen wurde, eine Wettbewerbsverzerrung nicht auszuschliessen. Vorliegend
ergibt sich demnach eine Marktsituation, die eine spezielle Beziehungsnähe zwischen
den Konkurrenten schafft, die weitergeht als in jenen Fällen, wo ein Dritter in einem
System des freien Wettbewerbs (ohne Geltendmachung einer rechtsungleichen
Behandlung) lediglich die einem Konkurrenten erteilte Betriebsbewilligung oder
Baubewilligung anfechten will (BGE 127 II 264 E. 2h, BVGer C_2907/2008 vom 20.
Oktober 2008 E. 3.2.3). Zudem ist massgeblich, dass der Beschwerdegegner einen
Verstoss gegen verfassungsrechtliche Grundsätze (Art. 5, 27 und 94 BV) geltend macht
und rügt, dass der Beschwerdeführer mit dem Betrieb der Physiotherapiepraxis in
wettbewerbsverzerrender Weise gegenüber den privaten Unternehmen privilegiert sei
(vgl. BGer 2C_485/2010 vom 3. Juli 2012 E. 1.2.4 "Glarnersach"). Entgegen der Ansicht
des Beschwerdeführers reicht es für die Legitimation des Beschwerdegegners aus,
wenn dieser eine verfassungswidrige Vorgehensweise des Beschwerdeführers
zumindest glaubhaft geltend macht (vgl. BGE 125 I 7 E. 3e, R. Wiederkehr, a,a.O.,
S. 91). Die Beweislast bei der Begründungspflicht zur Legitimation würde überspannt,
wenn die vom Beschwerdegegner in den Schreiben vom 14. August 2017 und 6.
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Oktober 2017 dargelegten Argumente im Verfahren betreffend die Legitimation noch
ausführlicher und konkreter verlangt würden. Denn genau diese Behauptungen sind in
einem materiellen Verfahren zu prüfen. Dabei handelt es sich um sogenannte
doppelrelevante Tatsachen, die Gegenstand einer materiellen Beurteilung sind, die
aber auch vorfrageweise für die Eintretensvoraussetzungen, i.c. die Legitimation,
massgebend sind (vgl. M. Bertschi, a.a.O., N 8 zu §21, BGE 137 III 32 E. 2.3, BGer
6B_535/2017 vom 19. September 2017 E. 3.1, vgl. VerwGE K 2015/6 vom 15. August
2017 E. 1.2, www.gerichte.sg.ch). Damit erfüllt der Beschwerdegegner im vorliegenden
Fall die Voraussetzungen der Konkurrentenbeschwerde und hat ein schützenswertes
Interesse am Erlass einer Verfügung durch den Beschwerdeführer.
5. Abschliessend ergibt sich, dass auf die Beschwerde gegen den angefochtenen
Zwischenentscheid der Vorinstanz nicht einzutreten ist, weil dieser keinen nicht wieder
gutzumachenden Nachteil bewirkt. Im Übrigen wäre die Beschwerde aber auch
unbegründet und dementsprechend abzuweisen.
6.
6.1. Dem Verfahrensausgang – das Nichteintreten kommt einer Abweisung der
Beschwerde gleich – entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 1‘500 ist
angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12, GKV). Die
Kosten werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss von CHF 1‘500 verrechnet.
6.2. Entsprechend der Verlegung der amtlichen Kosten hat der Beschwerdeführer den
Beschwerdegegner für das Beschwerdeverfahren antragsgemäss ausseramtlich zu
entschädigen (Art. 98 Abs. 1 VRP in Verbindung mit Art. 98 VRP). Die Rechtsvertreter
des Beschwerdegegners haben keine Kostennoten eingereicht, weshalb die
Entschädigung nach Ermessen festzulegen ist (vgl. Art. 30 Ingress und lit. b Ziff. 1
sowie Art. 31 Abs. 1 und 2 des Anwaltsgesetzes; sGS 963.70, AnwG, Art. 6 und
Art. 19 der Honorarordnung; sGS 963.75, HonO). Dass der Beschwerdegegner die
Entschädigung am 14. Dezember 2018 (act. 13) nicht zuzüglich Mehrwertsteuer
beantragte, schadet nicht, da der Antrag noch vor Inkrafttreten der revidierten HonO
am 1. Januar 2019 gestellt wurde. Eine Entschädigung von CHF 2'500 für das
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Beschwerdeverfahren erscheint angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO). Der
Beschwerdeführer hat somit den Beschwerdegegner mit CHF 2'500 zuzüglich CHF 100
Barauslagen (vier Prozent von CHF 2‘500, Art. 28 Abs. 1 HonO) und Mehrwertsteuer
von 7,7% (Art. 29 HonO) zu entschädigen. Nachdem der Beschwerdeführer mit seinen
Anträgen nicht durchgedrungen ist, hat er im Beschwerdeverfahren keinen Anspruch
auf ausseramtliche Entschädigung. Ungeachtet dessen stünde ihm wohl ohnehin kein
Kostenersatz zu (vgl. die Praxis bei Departementen, Gemeinden: Cavelti/Vögeli, a.a.O.,
Rz. 826ff., VerwGE B 2017/186 vom 21. Februar 2019 E. 7 mit Hinweisen auf VerwGE
B 2017/59 vom 23. März 2018 E. 7 und VerwGE B 2014/203 vom 25. Mai 2016 E. 5.2 je
mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch).