Decision ID: 06b0fe69-9a11-44d1-8e23-ed28f7792ed2
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ wurde von der leistungspflichtigen Krankentaggeldversicherung am 5. Juni
2009 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zur Früherfassung gemeldet (IV-act. 4).
Am Früherfassungsgespräch vom 11. Juni 2009 gab der Versicherte an, dass er seit
Oktober/November 2008 unter Konzentrationsschwierigkeiten leide und sich
"ausgebrannt" fühle (IV-act. 5). Mit Schreiben der IV-Stelle vom 15. Juni 2009 (IV-act. 6)
und 23. Juni 2009 (IV-act. 7) wurde der Versicherte aufgefordert, die Anmeldung bei
der Invalidenversicherung vorzunehmen. Da der Versicherte innert der gesetzten Frist
nicht reagierte, teilte ihm die IV-Stelle mit Schreiben vom 8. Juli 2009 mit, dass der Fall
abgeschlossen werde (IV-act. 8). Der Versicherte meldete sich am 29. August 2009
(Eingang bei der IV-Stelle am 11. September 2009) wegen psychosomatischen
Beschwerden und Burn-Out zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 9).
A.b Vom 11. bis 13. September 2009 war der Versicherte in der Klinik für Neurologie
des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) wegen Taubheitsgefühl im linken Daumen,
Zeigfinger und Fuss sowie Schwank-Schwindel und Druck im Kopf hospitalisiert.
Gemäss den behandelnden Ärzten des KSSG war eine psychosomatische stationäre
Behandlung mit anschliessender Fortsetzung der Psychotherapie im ambulanten
Rahmen dringend indiziert (IV-act. 31).
A.c Anlässlich des Telefongesprächs zwischen der RAD-Ärztin Dr. med. B._ und "Dr.
C._", Psychiatrie-Zentrum D._, vom 14. September 2009, gab dieser an, der
Versicherte leide an einem depressiven Syndrom und einer Persönlichkeitsstörung; das
entsprechende Protokoll wurde von C._ und Dr. med. E._, Bereichsleiter
Ambulatorium, Psychiatrie-Zentrum D._, am 22. September 2009 unterzeichnet (IV-
act. 39).
A.d Am 19. Oktober 2009 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, zurzeit seien keine
beruflichen Massnahmen angezeigt, da der Verlauf der geplanten stationären
Behandlung in der Klinik F._ abzuwarten sei (IV-act. 29). Der stationäre
Rehabilitationsaufenthalt scheiterte schliesslich an der fehlenden Kostengutsprache
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der Krankenversicherung (vgl. IV-act. 42, 59-3, 118-33 f.). In der Folge begab sich der
Versicherte auf eigene Kosten zu einem Kuraufenthalt ins Gesundheitszentrum G._,
der in der Zeit vom 30. Mai bis 12. Juni 2010 stattfand (IV-act. 79).
A.e Im Bericht vom 1. März 2010 diagnostizierte Dr. med. H._, Assistenzarzt,
Psychiatrie-Zentrum D._, eine leichte depressive Episode mit somatischem Syndrom
(ICD-10: F 32.1), eine Somatisierungsstörung (ICD-10: F 45.0) sowie den Verdacht auf
eine narzisstische Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F 60.8) und attestierte dem
Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit von 100% vom 8. Januar bis 17. März 2010; nach
diesem Datum werde der Versicherte bei einem niedergelassenen Kollegen in I._
psychiatrisch-psychotherapeutisch behandelt (IV-act. 101-8 f.).
A.f Gestützt auf eine entsprechende Empfehlung des RAD vom 9. März 2010 (IV-act.
62) und 29. September 2009 (IV-act. 22) ordnete die IV-Stelle am 12. März 2010 eine
Begutachtung in der Psychiatrischen Klinik J._ an (IV-act. 64), wo der Versicherte am
17. Mai 2010 psychiatrisch untersucht wurde. Im Gutachten vom 31. Mai 2010
diagnostizierten Dr. med. K._, Stellvertretende Chefärztin und Leiterin Forensik, und
Dr. med. L._, Spitalfachärztin, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und passiv aggressiven Zügen (ICD-10: F
61.0) sowie eine Dekompensation einer Anpassungsstörung (ICD-10: F 43.2). Die
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Techniker oder selbständiger
Berater und Projektleiter betrage 100%, in einer adaptierten Tätigkeit betrage die
Arbeitsfähigkeit 0%. Da noch keine konsequente psychiatrische Behandlung eingeleitet
worden sei, könne aktuell nicht beurteilt werden, wieweit sich die psychischen
Beschwerden bessern lassen würden. In einer intensivierten Behandlung würden sich
auch die subjektiv geäusserten Beschwerden objektivieren lassen. Es sei eine teil- bzw.
stationäre Behandlung zu empfehlen (IV-act. 81). In der Stellungnahme vom 6. August
2010 erachtete die RAD-Ärztin Dr. M._ das Gutachten und insbesondere die
Herleitung einer Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 0% als nicht
nachvollziehbar. Der Versicherte sei aufzufordern, sich in tagesklinische Behandlung zu
begeben. Gemäss Unterlagen der Krankentaggeldversicherung sei eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit seit dem 30. März 2009 ausgewiesen (IV-act. 82).
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A.g Im Arztbericht vom 26. Oktober 2010 hielt Dr. med. N._, Assistenzärztin,
Psychiatrie-Zentrum D._, an den gestellten Diagnosen fest. Es laufe eine Anmeldung
zur tagesklinischen Behandlung. Der Versicherte befinde sich seit April 2010 in ihrer
ambulanten Behandlung (IV-act. 89). Im Arztbericht vom 25. Mai 2011 diagnostizierte
Dr. med. O._, Assistenzärztin, Psychiatrie-Zentrum D._, eine Anpassungsstörung
mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10: F 43.21) sowie den Verdacht auf eine
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und ängstlich-vermeidenden
Anteilen (ICD-10: F 60.6). Es habe keine stationäre Behandlung stattgefunden. Der
Versicherte habe sich am 24. Februar 2011 entschieden, einen Therapeuten in P._ zu
suchen. Eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei nicht möglich (IV-act. 97).
A.h Im Bericht vom 22. Juni 2011 verwies Dr. med. Q._, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, vorab auf die Beurteilungen der Psychiatrischen Dienste Süd; er
behandle den Versicherten erst seit 9. Mai 2011. Nach den ihm vorliegenden
Unterlagen sei der Versicherte seit 11. September 2009 arbeitsunfähig. Die Prognose
sei günstig; der Versicherte sei daran, sich für eine Stelle zu bewerben. Weiter hielt er
fest, der Versicherte sei leicht depressiv, verunsichert und klage über psychosoziale
Probleme. Sein Zustand scheine stabilisierter als früher beschrieben (IV-act. 101-1 ff.).
A.i In der Folge erachtete die IV-Stelle das Eingliederungspotential des Versicherten
für gegeben (IV-act. 108). Auf ihre Anfrage führte der Versicherte am 16. August 2011
aus, er möchte Unterstützung durch die IV für eine Anstellung von 30%. Er sei
weiterhin bei Dr. Q._ in Behandlung. Das Krankentaggeld sei per 11. Juni 2011
erschöpft, wobei er wegen eines für die Zeit vom 8. Dezember 2010 bis 21. Februar
2011 fehlenden ärztlichen Zeugnisses in dieser Zeit trotz Arbeitsunfähigkeit kein
Taggeld erhalten habe (IV-act. 111, 113).
A.j Im Bericht vom 16. Januar 2012 gab Dr. Q._ an, dass immer noch die gleichen
Diagnosen bestünden, sich der Zustand jedoch etwas stabilisiert habe. Er gehe von
einer Arbeitsfähigkeit von ca. 30% aus und sehe die Möglichkeit einer Erhöhung auf
50%; der Versicherte wäre dankbar, wenn er von der IV ein Coaching im beruflichen
Bereich erhalten würde (IV-act. 126).
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A.k RAD-Ärztin Dr. med. R._ erachtete eine stationäre Behandlung weiterhin für
nötig und ersuchte Dr. Q._ am 27. September 2011, den Versicherten entsprechend
zu begleiten, um eine stabile 50%ige Arbeitsfähigkeit zu erreichen (IV-act. 116). In
einem ausführlichen Schreiben vom 28. September 2011 kritisierte der Versicherte den
bisherigen Verfahrensablauf und das Gutachten der Psychiatrischen Klinik J._ (IV-
act. 118). Dr. Q._ orientierte die RAD-Ärztin am 10. Oktober 2011, dass der
Versicherte keine tagesklinische Behandlung wünsche, da er sich sehr gut fühle und
nichts als eine berufliche Wiedereingliederung wünsche, während Dr. Q._ eine
berufliche Eingliederung für nicht realistisch halte (IV-act. 119). Am 17. Oktober 2011
teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, es seien aktuell keine beruflichen
Eingliederungsmassnahmen möglich. Vorläufig sei die ambulante Therapie bei Dr.
Q._ fortzusetzen und danach zu prüfen, ob eine intensivierte Therapie in Form einer
Tagesklinik-Therapie nötig sei (IV-act. 125).
A.l In der Stellungnahme vom 9. März 2012 empfahl die RAD-Ärztin Dr. R._, dass
ein psychiatrisches Gutachten einzuholen sei. Der Verlauf des Verfahrens sei seit der
Anmeldung gekennzeichnet von der Unmöglichkeit zielgerichteten Vorgehens. Eine
Tageskliniktherapie und eine konstante ambulante psychiatrische Therapie seien
wiederholt vereitelt worden. Auch die Einschätzungen des Gutachtens vom 31. Mai
2010 mit einer Arbeitsunfähigkeit von 100% für sämtliche Tätigkeiten bei relativ
unauffälligem psychopathologischem Status wirkten inkonsistent. Widersprüchliche
Angaben des Versicherten gegenüber den Angaben in den Akten seien auch der
Gutachterin aufgefallen und ein manipulatives Verhalten beschrieben worden. Ob eine
objektive Abklärung und auch eine adäquate Therapie krankheitsbedingt oder eher
bewusstseinsnah behindert worden seien, solle von einer unabhängigen Stelle
untersucht werden. Zudem seien die Kriterien einer adaptierten Tätigkeit zu klären (IV-
act. 130). Gestützt auf diese Stellungnahme ordnete die IV-Stelle am 15. März 2012
eine weitere Begutachtung an (IV-act. 133). In der Folge wurde der Versicherte von Dr.
med. S._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, am 1. Juni 2012
psychiatrisch begutachtet. Im Gutachten vom 13. Juni 2012 kam Dr. S._ zum
Schluss, dass aktuell keine psychiatrische Diagnose gestellt werden könne und darum
die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt sei. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
bestehe ein Zustand nach Erschöpfungssyndrom (ICD-10: Z 73.0). Es würden sich
auch keine sicheren Hinweise finden, dass zu einem früheren Zeitpunkt eine "im IV-
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rechtlichen Sinne" anhaltende und therapeutisch nicht mehr zu beeinflussende
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit jemals gegeben gewesen sei (IV-act. 138).
A.mMit Vorbescheid vom 25. Juli 2012 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Gestützt auf das Gutachten von Dr.
S._ vom 13. Juni 2012 bestehe keine psychiatrische Diagnose mit Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit. Dies führe zu einem nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von
0% (IV-act. 144).
A.n Mit Einwand vom 24. August 2012 machte der Versicherte geltend, dass ihm von
mindestens 5 Ärzten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei. Das
Gutachten vom 13. Juni 2012 widerspreche den anderen Gutachten und ärztlichen
Beurteilungen und dürfe als "frei erfunden" eingeordnet werden. Er beantragte eine
ganze Rente ab dem 30. März 2009 (IV-act. 147).
A.o Mit Verfügung vom 26. September 2012 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren
des Versicherten entsprechend dem Vorbescheid ab (IV-act. 149).
B.
B.a Gegen diese Verfügung vom 26. September 2012 richtet sich die vorliegend zu
beurteilende Beschwerde vom 29. Oktober 2012. Der Beschwerdeführer beantragt eine
ganze Rente ab Wegfall der Taggeldzahlungen der Lohnausfallversicherung bis zum 1.
bzw. 13. Juni 2012 (Gutachten von Dr. S._). Für die Zeit danach beantragt er eine
Rente nach Ermessen des Gerichts. Er begründet dies im Wesentlichen damit, dass er
von mehreren Ärzten zu 100% als arbeitsunfähig eingestuft worden und sogar die IV-
Stelle von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen sei. Zudem habe es seitens
der IV-Stelle im Ablauf der Gesuchsbehandlung viele Mängel gegeben, die IV-Stelle sei
nicht auf seine Anliegen eingetreten und habe den Prozess verschleppt (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 8. April 2013 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Dabei stützt sie sich auf das Gutachten von Dr. S._ vom
13. Juni 2012. Aus diesem Gutachten gehe hervor, dass die von den verschiedenen
behandelnden Ärzten gestellten Diagnosen auch früher nicht vorgelegen haben
könnten, sondern dass es plausibel sei, dass der Beschwerdeführer an einem Burn-
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Out-Syndrom gelitten habe. Damit liege kein invalidisierender Gesundheitsschaden vor,
weshalb der Rentenanspruch abgewiesen worden sei (act. G 8).
B.c Mit Replik vom 16. April 2013 hält der Beschwerdeführer vollumfänglich an der
Beschwerde vom 29. Oktober 2012 fest (act. G 10). Die Beschwerdegegnerin
verzichtete am 25. April 2014 auf die Einreichung einer Duplik (act. G 12).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
des Beschwerdeführers.
1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.3 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
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und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch
zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte
Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der
freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
1.4 Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als
vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und
Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen
Spezialärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie
nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu
schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft,
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
125 V 351 E. 3b/bb).
2.
Zunächst ist die Frage zu beantworten, ob die medizinische Aktenlage eine rechts
genügliche Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zulässt.
2.1 In medizinischer Sicht stützt sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen
Verfügung vom 26. September 2012 auf das psychiatrische Gutachten von Dr. S._
vom 13. Juni 2012 (IV-act. 138). Der Beschwerdeführer erachtet dieses Gutachten als
nicht beweistauglich (act. G 1 und 10).
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2.1.1 Der Gutachter Dr. S._ kommt im Gutachten vom 13. Juni 2012 zum
Schluss, dass aktuell keine psychiatrische Diagnose gestellt werden könne und dass
deshalb die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht eingeschränkt sei. Es
würden sich auch keine sicheren Hinweise finden, dass eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit zu einem früheren Zeitpunkt im IV-rechtlichen Sinne einer anhaltenden
und therapeutisch nicht mehr zu beeinflussenden Einschränkung jemals gegeben
gewesen sei. Von den verschiedenen Diagnosen sei lediglich die Anpassungsstörung
oder allenfalls eine leichte depressive Episode plausibel, damit lasse sich aber eine
höhergradige, anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im IV-rechtlichen Sinne
nicht begründen. Im psychiatrischen Gutachten vom Mai 2010 der Klinik J._ werde
keine eigentliche depressive Episode, sondern nur eine Anpassungsstörung
diagnostiziert. Im weiteren Verlauf werde zwar verschiedentlich eine leichte depressive
Episode diagnostiziert, der jeweils angeführte Befund deute aber nicht auf das
Vorliegen einer solchen Störung hin. Am plausibelsten sei tatsächlich die Darstellung
des Beschwerdeführers, dass er an einem Erschöpfungssyndrom (Burn-Out-Syndrom)
gelitten habe (IV-act. 138-51 f.).
2.1.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass dieses Gutachten von Dr. S._
sämtlichen Arztberichten widerspreche und deshalb "realitätsfremd" und die
Argumente des Gutachters "rein erdacht und erfunden" seien. Viele Ärzte hätten ihm
vom Frühjahr 2009 bis Sommer 2011 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% attestiert. Seit
dem 12. Juni 2011 sei er zu 70% arbeitsunfähig (act. G 1 und 10).
2.1.3 Das psychiatrische Gutachten der Psychiatrischen Klinik J._ ist gemäss
Dr. S._ nicht nachvollziehbar. Die Diagnose der kombinierten Persönlichkeitsstörung
mit narzisstischen und passiv aggressiven Zügen beruhe auf Vermutungen und werde
nicht nach den diagnostischen Kriterien des ICD-10 gestellt. Die in der Anamnese
festgestellten Auffälligkeiten könnten verschieden interpretiert werden. Auch die
Diagnose "Dekompensation einer Anpassungsstörung" sei nicht nachvollziehbar. Da
sich im angeführten Psychostatus abgesehen von einer gewissen Weitschweifigkeit
keine Auffälligkeiten hätten finden lassen, könne man hier auch nicht an eine
Anpassungsstörung denken. Da die Diagnostik nicht nachvollziehbar sei, sei auch die
attestierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht plausibel. Es werde aus dem
Gutachten nicht klar, welche psychischen Beschwerden zu der anhaltenden
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Arbeitsunfähigkeit geführt hätten (IV-act. 138-54 f.). Diese Einschätzung deckt sich mit
der Wertung der RAD-Ärztin Dr. M._, welche dieses Gutachten der Psychiatrischen
Klinik J._ ebenfalls für nicht vollumfänglich nachvollziehbar hält (IV-act. 82-2).
Ergänzend ist festzuhalten, dass Dr. L._ und Dr. K._ bei ihrer Beurteilung von
einem weiteren Abklärungsbedarf ausgegangen sind. So führten sie explizit aus, dass
im Rahmen einer teilstationären Behandlung die Persönlichkeitsstörung des
Beschwerdeführers genauer diagnostiziert und in diesem Rahmen auch abgeklärt
werden müsste, inwieweit die vom Beschwerdeführer subjektiv geäusserten
Beschwerden objektivierbar seien, da zum Beispiel die beklagten
Konzentrationsstörungen in der sehr lange dauernden Exploration nicht beobachtbar
gewesen sei (IV-act. 81-20). Der Beschwerdeführer äusserte sich ebenfalls ausführlich
zum Gutachten und machte zahlreiche Fehler geltend. Insgesamt sei nicht auf dieses
Gutachten abzustellen und eine neue Untersuchung durchzuführen (IV-act. 118-1 ff.).
Namentlich mit Blick auf den im Gutachten der Klinik J._ umschriebenen
Abklärungsbedarf ist dieses Gutachten nicht geeignet, Zweifel an der gutachterlichen
Einschätzung durch Dr. S._ zu wecken.
2.1.4 Dr. S._ führt in seinem Gutachten weiter aus, dass die verschiedenen
Arztberichte der Psychiatrischen Dienste Sektor Süd bezüglich der diagnostischen
Einschätzung im Ganzen und damit auch bezüglich der attestierten Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit nicht nachvollziehbar seien. Zu Beginn werde wiederholt eine leichte
depressive Episode mit somatischem Syndrom diagnostiziert. Im Oktober 2010 werde
festgehalten, dass diese leichte depressive Episode seit mindestens Ende 2008
bestehe. Da sich der Beschwerdeführer aber erst seit April 2010 in ambulanter
Behandlung des Psychiatrie-Zentrums D._ befinde, habe man sich hier
ausschliesslich auf dessen Angaben gestützt. Die Diagnose sei auch fragwürdig, weil
im selben Bericht festgehalten werde, dass bereits eine Besserung eingetreten sei, der
Beschwerdeführer affektiv ausreichend mitschwingend und die Grundstimmung in
Mittellage sei. Ebenso sei am 25. Mai 2011 eine Anpassungsstörung mit längerer
depressiver Reaktion diagnostiziert und zugleich festgehalten worden, dass der
Beschwerdeführer affektiv ausreichend mitschwingen würde und die Grundstimmung
in Mittellage sei. Auch die früher diagnostizierte Somatisierungsstörung sei nicht
nachvollziehbar, da diese mit den akut aufgetretenen Taubheitsgefühlen im linken Arm
und linken Bein begründet worden sei, was eine solche Diagnose nicht im
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Entferntesten zu begründen vermöge. Mehrheitlich werde in den Berichten des
Psychiatrie-Zentrums D._ nur der Verdacht auf akzentuierte Persönlichkeitszüge
geäussert, später im Verlauf dann aber auch der Verdacht auf eine
Persönlichkeitsstörung. Damit lasse sich eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
jedoch nicht begründen. Es bleibe lediglich die leichte depressive Episode/
Anpassungsstörung, die eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit von 100% nicht zu
begründen vermöge (IV-act. 138-56 f.).
2.1.5 Die unterschiedlichen ärztlichen Beurteilungen des Psychiatrie-Zentrum
D._ vermögen insgesamt kein einheitliches und überzeugendes Bild abzugeben,
welches geeignet wäre, die Beweiskraft des Gutachtens von Dr. S._ in Frage zu
stellen. So liegt ein einfaches Arztzeugnis von Dr. H._ vom 12. November 2009 vor,
welches dem Beschwerdeführer eine Arbeitsfähigkeit von 100% seit dem 8. April 2009
attestiert (IV-act. 118-24). Im ärztlichen Einweisungszeugnis vom 1. Oktober 2009
zuhanden der Klinik F._ kreuzte Dr. H._ an, dass keine Arbeitsunfähigkeit gegeben
sei (IV-act. 118-33). Nachdem der Beschwerdeführer mehrere Korrekturen gewünscht
hatte, attestierte Dr. H._ dem Beschwerdeführer im zweiten Einweisungszeugnis eine
Arbeitsunfähigkeit seit März 2009 (IV-act. 118-34). Hier widerspricht Dr. H._ seinem
eigenen Arztzeugnis vom 12. November 2009. Entgegen den bisherigen
Einschätzungen einer Arbeitsunfähigkeit von 100% attestierte Dr. O._ dem
Beschwerdeführer im Arztbericht vom 25. Mai 2011 nur eine Arbeitsunfähigkeit von
50% vom 24. Februar 2011 für 2 Wochen, wobei die Prognose bei konsequenter
psychiatrischer-psychotherapeutischer Behandlung mit entsprechender Compliance
als gut zu betrachten sei (IV-act. 97-3). Darüber hinaus wurde ausdrücklich erklärt,
keine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit abgeben zu können (IV-act. 97-7 f.).
2.1.6 Dr. S._ führt weiter aus, dass sich Dr. Q._ bei der Diagnose auf die
Einschätzungen der Psychiatrischen Dienste Süd stütze. Zudem begründe er die von
ihm attestierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen mit dem Fehlen
einer Arbeitsstelle. Sein "ärztlicher Befund" (leicht depressiv, verunsichert, klage über
psychosoziale Probleme, habe keine Arbeit, sei aber auf der Suche) deute eher auf eine
Stellenlosigkeit als auf eine psychische Krankheit hin. Kontinuierlich beschreibe
Dr Q._ eine Stabilisierung, attestiere aber weiterhin eine relevante Einschränkung der
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Arbeitsfähigkeit, welche nicht nachvollzogen werden könne (IV-act. 138-57 f.). Im
Arztbericht vom 22. Juni 2011 erklärt Dr Q._, dass er den Beschwerdeführer noch
nicht lange kenne und dieser nach den ihm vorliegenden Akten seit 11. September
2009 arbeitsunfähig sei. Anhand der beigelegten Akten stützt er sich dabei auf den
Bericht des KSSG vom 14. September 2009 und den Bericht von Dr. H._ vom 1.
März 2010 (IV-act. 101-2 ff.). Somit beruht sein Bericht nicht in Kenntnis der gesamten
Vorakten, insbesondere nicht des letzten Arztberichtes von Dr. O._ vom 25. Mai
2011. Auch im Bericht vom 16. Januar 2012 stellte Dr. Q._ keine eigene Diagnose.
Aus dem Bericht geht auch kein ärztlicher Befund hervor und die Schlussfolgerung mit
der attestierten Arbeitsunfähigkeit von 70% bleibt unbegründet.
2.1.7 Der Beschwerdeführer macht ebenfalls geltend, dass gemäss E-Mail vom
16. September 2011 (act. G 1.3) sogar die Beschwerdegegnerin bloss von einer
Arbeitsfähigkeit von 50% ausgegangen sei (act. G 1 und 10). Die
Eingliederungsberaterin hat im selben E-Mail jedoch auch ausdrücklich festgehalten,
dass sie zur genauen Arbeitsfähigkeit von Seiten der Beschwerdegegnerin erst nach
dem Triagegespräch mehr sagen könne (act. G 1.3). Es handelte sich somit bei diesem
E-Mail nicht um eine verbindliche Festlegung der Arbeitsunfähigkeit durch eine dazu
qualifizierte Person. Auch wenn der RAD zu diesem Zeitpunkt aufgrund der damaligen
Aktenlage tatsächlich von einer Arbeitsunfähigkeit ausging, wurde diese Annahme
später durch das Gutachten von Dr. S._ korrigiert. Aus der vorläufigen Beurteilung
des RAD lässt sich deshalb nichts zugunsten des Beschwerdeführers ableiten.
2.2 Insgesamt sind somit die vom Gutachten von Dr. S._ abweichenden
Arztberichte nicht geeignet, die Beweiskraft des Gutachtens in Frage zu stellen. Dr.
S._ hat seine Einschätzung ausführlich und plausibel begründet, sich detailliert zu
allen Vorakten geäussert und nachvollziehbar ausgeführt, weshalb den früheren
Einschätzungen der Arbeitsunfähigkeit nicht gefolgt werden kann.
2.3 Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin für die
Invaliditätsgradermittlung zu Recht auf die beweiskräftige medizinische Einschätzung
des Gutachters Dr. S._ abgestellt und gestützt darauf einen Rentenanspruch
verneint.
3.
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Nach dem Gesagten ist die Beschwerde vom 29. Oktober 2012 abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm daran anzurechnen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP