Decision ID: db1b9ce0-fd4a-45c9-a5b2-1f9cf67b2437
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1971 geborene
X._
war seit 1987 bei der
Y._
AG als Maurer-Polier angestellt und als solcher bei der Schweizerische
n Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Betriebs- und Nichtbetriebsunfällen versichert. Am
5. August 2002
stürzte
der Versicherte
im Treppenhaus und zog sich eine Kontusion der
Lendenwirbelsäule
(
LWS
)
zu, welche in der Folge rasch abheilte und zu keiner Arbeitsunfähigkeit führte
(Urk.
11
/1
,
Urk.
9/415.1
)
.
Seit 1. Juni 2003 ist der Versicherte als Polier für die
Z._
AG tätig. Bei einem Auffahrunfall am 17. Februar 2005 verletzte er sich an
der Halswirbelsäule, wobei der Schadenfall am 2
2.
März 2006 bei Beschwerdefreiheit und normal beweglichem Na
cken abgeschlossen werden konnte (
Urk.
10/1
,
Urk.
9/415.1).
Am 20. April 2005 wurde der Versicherte von einem Krankübel getroffen und zu
Boden geworfen, wobei die Last mittels Notbremsung 50 cm oberhalb des Bod
ens
blockiert wer
den konnte. Der Versicherte wurde dabei eingeklemmt und ver
letzte sich an der rechten Hüfte; weiter zog er sich Kontusionen der LWS sowie
solche am rechten Knie zu (
Urk.
9/1,
Urk.
9/415.2). Die Hüftbeschwerden mussten
erstmals am 23. September 2005 operativ behandelt werden (Labrumresektion,
Offsetverbesserung;
Urk.
9/41.1), am 26. April 2006 erfolgte ein weiterer Ein
griff
(Trimmung Pfannenrand, Verbess
erung der Kopf-Hals-Taillierung
,
Urk.
9/106
;
Schraubenentfernung am 13. September 2006, Urk. 9/156
).
Infolge persistierender
Be
schwerde
n
wurde der Versicherte am 16. August 2007 mit einer
Hüfttotal
endo
prothese
rechts versorgt (
Urk.
9/232).
Mit Verfügung vom 15. April 2009 wurde dem Versicherten aufgrund der Hüftproblematik eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 30
%
zugesprochen (
Urk.
9/323).
1.2
Am 31. Oktober 2010 schloss der Versicherte eine Umschulung zum Bauführer und Techniker HF a
b
(vgl. Urk. 9/369)
und konnte am 1. November 2010
eine leidensangepasste Tätigkeit antreten
(vgl. Urk. 9/366.2-10)
.
Mit Verfügung vom 3
0
.
Juni 2011
verneinte die
Suva
ab 1. November 2010 einen Anspruch auf eine
Invalidenrente, wobei die Adäquanz der psychischen Beschwerden ebenfalls ver
neint wurde (
Urk.
9/396).
An dieser Einschätzung hielt die Suva nach erfolgter Einsprache (
Urk.
9/398) mit
unangefochtenen in Rechtskraft erwachsene
m
Einspracheentscheid
vom 30. August 2011 fest (
Urk.
9/402).
1.3
Aufgrund seit 9. Juli 2011 bestehender lumbaler Beschwerden wurde am
5.
Sep
tember 2011 ein MRI der LWS sowie der linken Hüfte erstellt (
Urk.
9/409
.2
).
Mit Verfügung vom 5. Dezember 2011
stellte
die Suva fest, dass die geltend ge
machten Rückenbeschwerden nicht unfallkausal seien (
Urk.
9/418) und hielt an
dieser Einschät
zung
,
auf Einsprache vom 16. Januar 2012 (Urk. 9/422.2) und
Ein
spracheergänzung
vom 7. Februar 2012 (Urk. 9/424.1)
hin,
mit
Einspracheentscheid
vom 24. Februar 2012 fest (
Urk.
9/425 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der
damalige
Vertreter des Versicherten am 20. März 2012 Be
schwerde und beantragte, es seien dem Beschwerdeführer infolge persistierender
Rückenbeschwerden UVG-Leistungen
(Heilungskosten)
zu gewähren; eventuali
ter
sei eine polydisziplinäre, insbesonde
re rückenspezifische Abklärung
bezüglich der
Rückenbeschwerden und deren Zusammenhang mit dem Hüftleiden in Auftrag zu geben (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 15. Mai 2012 beantragte der Vertreter der Be
schwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8),
w
ovon dem Be
schwerdeführer am 15. Juni 2012 Kenntnis gegeben wurde (Urk. 12). Auf den am
5.
Juli 2012 angezeigten Anwaltswechsel (Urk. 13) hin hat das Gericht das Rub
rum
entsprechend geändert.
Am 14. März 2013 (Urk. 18) hat die Beschwerdegegnerin eine kreisärztliche Be
urteilung nachgereicht (Urk. 19).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
)
werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Be
rufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der
Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind
, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit,
Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusamm
enhang besteht. Ursachen im
Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vor
handensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht
werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
tür
li
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
leinige oder
unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
di
gende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit an
dern
Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein
na
türlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung bezi
ehungsweise im Be
schwerdefall das Gericht i
m Rahmen der ihm obliegenden Beweis
würdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand,
wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber der
jenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krank
haften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Statu
s quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht
publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahin
fallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheits
schadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363
S.
45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
). Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang ge
geben
ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994
Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76).
1.3
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallversiche
rung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden
und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein
natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E.
2c in
fine
).
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (Art.
11
der Verordnung über die Unfallversicherung;
UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krank
heit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Ar
beitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar ge
heil
tes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Ver
än
de
rungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen kön
nen (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen
E
inspracheentscheid
da
mit, dass der Beschwerdeführer an der LWS keine strukturell nachweisbaren unfall
kausalen Schädigungen erlitten habe, die Abklärungen hätten aus
schliesslich
degenerative Veränderungen gezeigt. Nach dem Unfall vom 2
0.
April 2005 sei er
wieder beschwerdefrei gewesen und die Rückenschmerzen seien auch nicht eine
Folge der Hüfttotalprothese, da diesbezüglich unauffällige Verhältnisse vorl
ägen
. In der Gesamtschau seien die heute bestehenden Rückenbeschwerden gut er
klärbar mit den diffusen degenerativen Veränderun
gen sämtlicher Bewegungssegmente der LWS. Für das geltend gemachte „Un
gleichgewicht“ im Hüftbereich
fänden
sich in den ärztlichen Beu
rteilungen keine Hinweise
. Nach der medizi
ni
schen Erfahrung vermöge eine einfa
che Kontusion oder Distorsion der Wirbel
säule nicht zu Beeinträchtigungen
zu
führen, welche nach mehreren Monaten noch anhalten würden, so dass die neu gemeldeten Rückenbeschwerden nicht als unfallbedingt zu bezeichnen seien (
Urk.
2).
In der Vernehmlassung (Urk. 8) führte die Beschwerdegegnerin weiter aus, das recht
liche Gehör des Beschwerdeführers sei nicht verletzt worden, indem von einer persönlichen kreisärztliche Untersuchung oder einer polydisziplinären Be
g
utachtung abgesehen worden sei. Die vorhandene medizinische Aktenlage lasse
eine schlüssige Beurteilung zu (S.
2 f. und S.
6). Die nach dem Unfall vom 20.
April
2005 durchgeführten Abklärungen hätten an der LWS ausschliesslich
degenerative Veränderungen gezeigt, die schon vor dem Trauma zu Rücken
schmer
zen geführt hätten (S. 5). Es handle sich dabei um einen massiven Vorzustand (S. 6). Es könne auch nicht von einer Teilursache im Sinne von Art. 36 UVG gesprochen werden (S. 7).
Mit Eingabe vom 14. März 2013 (Urk. 18) wies sie darauf hin, dass sich die der Vollständigkeit halber nachgereichte Beurteilung der Unfallkausalität vom 1. März
2013 durch Kreisarzt Dr.
A._
(Urk. 19) auf einen am 4. Februar 2013
gemeldeten Rückfall bezüglich Kniebeschwerden rechts und Hüftbeschwerden
links beziehe; bei dieser Einschätzung gehe es nicht um die im vorliegenden Ver
fahren geltend gemachten Hüftbeschwerden rechts.
2.2
Demgegenüber machte der
damalige
Vertreter des Beschwerdeführers im We
sent
li
chen geltend, dass sein Mandant eine Untersuchung durch den Kreis
arzt
oder ein polydisziplinäre Abklärung beantragt habe. Da weder das eine noch das
andere durchgeführt worden sei, müsse von einer Verletzung des rechtlichen
Ge
hörs ausgegangen werden. Die Rückenbeschwerden würden aus der Hüftproble
matik resultieren, weil die Hüfte nicht mehr in Balance stehe, respektive der Beschwerdeführer das rechte Bein sei
t
dem Unfall vom 2
0.
April 2005 nach
zieh
en müsse. Zumindest müsse die Auswirkung der
Dysbalance
der Hüfte auf
die Rückenproblematik durch einen Spezialisten vertieft abgeklärt werden (
Urk.
1)
.
3.
3.1
Vorab ist festzuhalten, dass aus einer beantragten und vom Versicherungsträger nicht durchgeführten ärztlichen Untersuchung noch nicht auf eine Verletzung des rechtlichen Gehörs
zu schliessen ist
.
Sofern ein Sachverhalt aus Sicht des Versicherungsträgers genügend erstellt ist, muss er keine weiteren Abklä
rungen
in die Wege leiten (antizipierte Beweiswürdigung). Eine Verletzung des recht
li
chen
Gehörs würde allenfalls dann in Betracht fallen, wenn keine weite
ren Ab
klärungen gemacht worden
wären
und aus dem
Einspracheentscheid
nicht er
sichtlich wäre, von welchen medizinischen Grundlagen der Versicherungsträger
ausgegangen ist.
D
ies
ist vorliegend nicht der Fall
,
weshalb
eine Gehörsverlet
zung
auszuschliessen ist
.
3.2
Wie die
Beschwerdegegnerin zu Recht ausführte, befasst sich die Beurteilung durch Dr.
A._
vom 1. März 2013 (Urk. 19) nicht mit den hier strittigen Rücken- und Hüftbeschwerden links. Dieser nachgereichte Bericht bleibt daher für dieses Verfahren ohne Belang.
4.
4.1
Im Rahmen der den Treppensturz
(
5.
August
200
2)
betreffenden
medizinischen
Abklärungen wurde am
9.
August 2002 ein CT der LWS erstellt, wobei die fol
gen
den Befunde festgestellt
wurden
:
Osteochondrose
L5/S1 mit höhengeminderter
und dehydrierter Bandscheibe und reaktiver Sklerose der Deck- und Bo
denplatte mit zirkulärer
Bandscheibenprot
r
usio
n
, ohne Nachweis einer Hernie; Übergangswirbel L5
/S1 mit Ausbildung einer
Nearthros
e
; geringe
de
generative Veränderungen der Segmente L2 bis L5 mit zirkulärer
Bandscheibenprotrusion
und leicht höhengeminderten Bandscheiben; sehr kleine fokale me
diane Bandscheibenvorwölbung L3/L4 ohne Wurzelkompression mit geringer Eindellung des Duralsackes; geringe
Spondylarthrose
L2 bis S1, am
ausgeprägtesten
Höhe L4/L5 und L5/S1 (
Urk.
11/3
.1
).
Aufgrund der
im
Juli 2011
eingetretenen
Exzerbation
lumbalen Beschwerden
(vgl. Urk. 9/411.1)
wurde am
5.
September 2011 ein MRI der LWS erstellt mit den
folgenden Befun
den: k
ei
n Nachweis einer ISG-
Arthritis; im Segment L5/S1 links:
Nearthros
e
mit leicht sekundär degenerativen Veränderungen ohne
Ödemnachweis
; leichte ISG-
Arthrose links; kein
Wirbelkörperödem
, Irregularitäten der Grund- und Deck
platten ohne akutes
Knochenmarködem
; kein Nachweis einer älteren Fraktur; im Segment L1/L2: Facettengelenksarthrose beidseit
s, kleiner Einriss des
Anulus
fi
brosus
, kein Nachweis einer umschriebenen DH oder
höhergradigen
foraminalen
Stenose;
i
m Segment L2/L3: kleiner
subligamentärer
Pro
laps mit Ab
he
bung des hinteren Längsb
andes ohne Nervenwurzelkompression, Facettengelenksarthrose, keine
höhergradig
e
Einengung der
Neuroforamina
; i
m Segment L3/L4:
Chondrose
, auch hier winziger medianer Prolaps mit Einriss des
Anulus
fibrosus
, leichte Facettengelenksarthrose, keine Nervenwurzelkompression
, keine
höhergradige
Einengung der
Neuroforamina
; im Segment L4/L5:
B
andscheibenbulging
,
Chondrose
, Facettengelenksarthrose, insgesamt auch hier kein Nachweis einer umschriebenen DH oder
höhergradigen
foraminalen
Stenose;
im Segment L5/S1:
Chondrose
, leichte Facettengelenksarthrose, auch hier kein Nach
weis einer
umschiebenen
DH (
Urk.
9/409.2).
4.2
Aufgrund der bildgebenden Verfahren darf – entsprechend
der
Einschätzung von
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Trauma
to
logie
(Stellungnahme vom 3
0.
November 2011)
– davon ausgegangen werden, dass der
Beschwerdeführer
sowohl aufgrund des Unfalls vom
5.
August 2002 als auch jenem vom 2
0.
April 2005 keine strukturell nachweisbaren unfallkausalen Schä
di
gungen erlitten hat (Urk. 9/415
; vgl.
auch Bericht der Klinik
B._
vom 12. Juli
2007, Urk. 9/226.1
). Ersichtlich ist vielmehr, dass
er
bereits im Au
gust 2002 an degenerativen Veränderungen der
LWS
gelitten hat, die sich im Verlauf akzentuiert haben.
Der Be
schwerdeführer
führt die neu aufgetretenen Rückenbeschwerden
denn auch nicht auf strukturelle Schäden zurück, sondern
auf die geltend gemachte Hüft-Fehlstatik.
Der vollständige Ersatz der rechten Hüfte erfolgte dabei mit Opera
tion vom 1
6.
August 2007
(Urk. 9/232.1)
, so dass in erster Linie der seitherige Verlauf interes
siert.
5.
5.1
Dem Bericht der Klinik
B._
vom 2
6.
November 20
07
ist zu entnehmen,
dass der Beschwerdeführer ohne Benützung des Stockes noch stark hinkt
e
, wo
be
i sich die Schmerzsituation insgesamt etwas beruhigt
ha
be
(
Urk.
9/244).
Der für den Bericht der Klinik
B._
vom
9.
Januar 2008 verantwortliche Facharzt führte in der Folge aus, dass im Vergleich zu den früheren Untersu
chungen doch von einem deutlich besseren Zustand auszugehen sei, mit stockfreiem Gehen, kaum mehr Schmerzmittelbedürftigkeit und besserer Schlaffähigkeit (
Urk.
9/258).
Die klinische Untersuchung
vom 3
1.
Januar 2008
förderte
noch immer ein stark hinkendes
Gangbild
zu Tage
(
Urk.
9/271).
Die für den Bericht der Klinik
B._
vom
1.
April 2008 verantwortliche Fachärztin führte aus, dass der Beschwerdeführer
am Vortag
auf der Baustelle
über eine Bodenschwelle gestü
r
zt sei und
aktuell
unter stärkeren Schmerzen leide.
Diese lokalisiere er an der Wirbelsäule lumbal links sowie an der rechten Hüfte. Noch immer zeige sich ein stark hinkendes
Gangbild
(
Urk.
9/278).
Der für den Bericht der Klinik
B._
vom 1
4.
August 2008 verantwortliche Facharzt hielt fest, dass noch immer von einem hinkenden
Gangbild
und einer gewissen Schmerzhaftigkeit in der Hüfte sowie im Rücken auszugehen sei (Urk. 9/289).
Ein ähnliches Beschwerdebild ergibt sich aus dem Bericht vom 1
0.
Dezember 2008 (
Urk.
9/303).
Aus dem Bericht der Klinik
B._
vom 1
3.
Mai 2009 ergibt sich, dass der
Beschwerdeführer neben den Restbeschwerden an der rechten Hüfte auch an belastungsabhängigen Hüftschmerzen links sowie an chronischen Rücken
schmer
zen
leidet (
Urk.
9/331). Der Bericht vom 1
5.
Oktober 2009 zeigt in etwa unverän
derte Verhältnisse (
Urk.
9/338).
Aus dem Bericht der Klinik
B._
vom 1
9.
November 2009 ergibt sich, dass
nunmehr von einem Gang mit leichtem Schonhinken rechts auszugehen ist. Weiterhin klage der Beschwerdeführer über Schmerzen im Bereich beider Hüften rechtsbetont, des gesamten Rückens, teilweise auch der Knie (
Urk.
9/344).
Die für den Bericht der Klinik
C._
vom 3
0.
März 2011 verantwortliche
Fachärztin hielt fest, dass kein Hinweis für eine Lockerung der Hüft-TP rechts ge
geben sei. Der diskret vermehrte Knochenumbau des rechten
Tr
ochantermassiv
s
entspreche den konventionell-radiologisch sichtbaren
ossären
Ausziehungen und
der leichten Mehranreicherung oberhalb der Spitze des rechten Trocha
nter
major
der dort sichtbaren
heterotopen
Ossifikation. Weiter seien Zeichen einer
Femoropatellararthrose
beidseits (DD: Überbelastung)
sowie Zeichen von degene
ra
tiven Veränderungen in den Händen und Füssen ersichtlich (
Urk.
9/390.2). Auch der für den Bericht der
Klinik D._
vom
1.
Juni 2011 verantwortliche Facharzt geht von einer stabil sitzenden Hüftprothese aus (
Urk.
9/390.1).
5.2
Dr.
A._
führte in seiner Stellungnahme vom 3
0.
November 2011
bezüglich der Kausalität der Rückenbeschwerden aus, dass der Beschwerdefüh
rer bereits
vor dem Trauma vom 2
0.
April 2005 an chronisch rezidivierenden Rücken
schmer
zen gelitten habe. In der Folge sei er hinsichtlich der Rücken
schmerzen auch wieder beschwerdefrei geworden. In der Gesamtschau der ver
schiedenen Überlegungen seien die heute bestehenden Rücke
nbeschwerden nicht unfallkausal;
sie seien gut erklärbar mit den diffusen degenerativen Ver
änderungen sämtlicher Bewegungssegmente der LWS. Sie könnten auch nicht als Folge der Hüft-TP rechts betrachtet werden, da diesbezüglich objektivierbar unauffällige Verhältnisse vorliegen würden, auch wenn der Beschwerdeführer subjektiv noch erhebliche
Restbeschwerden habe (
Urk.
9/415).
5.3
Im Zeugnis vom 2. März 2012 hielt der behandelnde Dr.
E._
, Allgemeine Innere Medizin FMH, fest, bei der Interpretation seines Textes, gemeint wohl seine Beurteilung vom 27. Oktober 2011 (Urk. 9/411.1-2), habe es ein Missver
ständnis gegeben. Die angegebenen Schmerzen seien nicht neu, sondern konti
nu
ier
lich vorhanden gewesen, und hätten im Juli (2011)
exazerbiert
(Urk. 3/12).
5.4
Der postoperative Verlauf nach dem 1
6.
August 2007 ergibt, dass der Beschwer
de
führer erstmals am
1.
April 2008 über Rückenbeschwerden klagte, nachdem er über eine Bodenschwelle gestürzt war. Zuvor klag
te er nicht über lumbale B
e
schwerden, obschon in dieser ersten Phase nach der Operation
(rund sieben
Mo
nate
)
noch ein starkes Schonhinken rechts vorgelegen hat. Die
Rückenbeschwerden
sind nach
L
age der Akten
auf die degenerativen Verän
derungen zurückzuführen
, wobei der
Sturz
über die Bodenschwelle
zu einer Aktivierung der Beschwerden geführt hat
und nicht die Probleme an der rechten Hüfte.
An
dernfalls wäre zu erwarten gewesen, dass schon viel früher postoperativ lum
bale Rückenbeschwerden aufgetreten wären.
Auch der weitere Verlauf legt nahe,
dass die Rückenbeschwerden
nicht
durch die Hüftbeschwerden bedingt sind. So konnte hinsichtlich der lumbalen B
eschwerden keine we
sentliche Besserung fest
gestellt werden, auch nachdem das Schonhinken
rechts rückläufig war. Vor d
iesem Hintergrund erscheint es entsprechend der Einschät
zung von
Dr.
A._
stimmig, dass die Rückenbeschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf
die
ausgewiesenen degenerativen Veränderungen zu
rückzuführen sind.
Etwas an
deres ist den medizinischen Unterlagen und auch dem Zeugnis von Dr.
E._
nicht zu entnehmen.
Weiter wies
Dr.
A._
in Übereinstimmung mit Dr.
E._
zu Recht darauf hin, dass der Be
schwerdeführer schon vorbestehend an
Rückenbeschwerden gelitten hat (
Urk.
9/21), was angesichts der beruflichen Tä
tig
keit und der vorbestehenden degenerativen Veränderungen nachvollziehbar ist. Zuletzt ist hinsichtlich der Hüftprothese gestützt auf die Ergebnisse des Be
richts der Klinik
C._
vom 3
0.
März 2011 sowie desjenigen der Klinik D.
_
vom
1.
Juni 2011
von ei
nem objektiv unauffälligen Befund auszugehen.
Für eine
Dysbalance
im Bereich der rechten Hüfte finden sich in den medizi
ni
schen Akten keine Hinweise.
Insgesamt
ist
die Einschätzung von
Dr.
A._
vom 3
0.
November 2011 nicht zu
beanstanden
,
und es ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszu
gehen
, dass die seit
9.
Juli 2011 bestehenden Rückenbeschwerden nicht unfallkausal, sondern auf die
ausgewiesenen
degenerativen Veränderun
gen der LWS zurückzuführen sind.
Zusammenfassend führt dies in Bestätigung des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom 2
4.
Februar 2012
zur Abweisung der Beschwerde.