Decision ID: 0e93b18d-2224-59dd-9203-6705c8967379
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Paul Rechsteiner, Oberer Graben 44,
9000 St. Gallen,
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St.Galler Gerichte
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
M._ meldete sich am 14. September 2006 zum Bezug von IV-Leistungen an. Sie gab
u.a. an, sie habe zwei 1991 und 1995 geborene Kinder. Die A._ AG teilte der IV-Stelle
am 26. September 2006 mit, sie habe die Versicherte vom 2. November 1999 bis 30.
April 2006 als Reinigungsangestellte beschäftigt. Das Arbeitsverhältnis sei aufgrund der
Krankheit aufgelöst worden. Die betriebsübliche Arbeitszeit habe 8,4 Std. betragen. Die
Versicherte habe 2,65 Std. täglich zu einem Stundenlohn von Fr. 18.60 gearbeitet. Von
X._ erfuhr die IV-Stelle am 29. September 2006, dass die Versicherte ab 1. Juli 2000
als Putzfrau beschäftigt worden war. Sie hatte bei einer betriebsüblichen Arbeitszeit
von 8,4 Std. an 1,26 Std. gearbeitet. Der Monatslohn hatte 2005 Fr. 565.75 (x13)
betragen. Dr. med. B._ berichtete der IV-Stelle am 26. November 2006, die
Versicherte leide an einer schweren somatoformen Schmerzstörung mit permanenten
Spannungskopfschmerzen und (intermittierend) migräniformer Cephalea, an einem
Lumbovertebralsyndrom, an Dyspepsie/Gastritis (ws. NSAR bed.) und an einem
chronischen Schmerzmittelgebrauch. Der Gesundheitszustand sei stationär. Seit dem
29. August 2005 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100% als Reinigungsangestellte.
Eine Depression oder eine andere psychische Erkrankung habe nicht eruiert werden
können. Aspektmässig sei die Versicherte depressiv. Eventuell sollte eine MEDAS-
Abklärung erfolgen. Dr. med. B._ legte einen Bericht der Klinik Gais und einen
Bericht des Psychiaters Dr. med. C._ bei. Die Versicherte hatte sich gemäss dem
Bericht vom 7. Dezember 2005 von 14. November bis zum 3. Dezember 2005 zur
stationären Rehabilitation in der psychosomatischen Abteilung der Klinik Gais
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aufgehalten. Die Rehabilitation hatte eine deutliche Besserung der
Schmerzsymptomatik im Schulter-Nackenbereich ergeben, die sich allerdings bis zum
Ende des Aufenthalts nicht auf dem verbesserten Niveau hatte stabilisieren lassen. Der
Versuch, der Versicherten den Zusammenhang zwischen dem körperlichen und dem
psychischen Zustand zu erhellen, war gescheitert. Dr. med. C._ hatte in seinem
Bericht vom 12. März 2006 ausgeführt, er habe die Gespräche mit der Versicherten
sistiert. Es sei ihm nicht möglich gewesen, der Versicherten zu erklären, dass ein
Zusammenhang zwischen den Belastungen und der Schmerzsymptomatik im Schulter-
Nackenbereich bestehe. Die Versicherte habe auf sämtliche medikamentösen Versuche
mit Nebenwirkungen reagiert. Er habe keine wirklichen Belastungen/Stressoren
gefunden, unter denen die Versicherte leiden würde.
B.
Dr. med. D._ vom RAD Ostschweiz empfahl die Durchführung einer
Haushaltabklärung, deren Ergebnis dann durch die notwendige Begutachtung
plausibilisiert werden solle. Die IV-Stelle beauftragte das Medizinische
Gutachtenzentrum St. Gallen (MGSG) am 7. Februar 2007 mit einer interdisziplinären
Abklärung. Am 3. April 2007 erfolgte die Haushaltabklärung. Im entsprechenden
Bericht hielt die Abklärungsperson der IV-Stelle fest, die Versicherte habe angegeben,
sie habe keine Ausbildung absolviert. Von 1989 bis 1996 habe sie als Näherin mit
einem vollen Pensum gearbeitet. Ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung würde sie zu
60% einer Erwerbstätigkeit nachgehen, denn sie sei auf diese Einkünfte angewiesen.
Nach ihren eigenen Angaben war die Versicherte zwar in praktisch sämtlichen
Bereichen der Haushaltsbesorgung eingeschränkt. Nach der Einschätzung der
Abklärungsperson führte das aber nur bei der Ernährung zu einer relevanten
Behinderung. In allen anderen Bereichen des Haushalts sollte nach der Einschätzung
der Abklärungsperson die Einschränkung in der Leistungsfähigkeit durch die Mithilfe
der Familienangehörigen vollumfänglich kompensiert werden können. Dadurch
resultierte eine geringe Gesamteinschränkung im Haushalt von 18,4%. Die
Abklärungsperson führte dazu aus, die beiden Töchter würden regelmässig bei
sämtlichen Haushaltsarbeiten mithelfen. Sie übernähmen zusammen mit der im
gleichen Haus wohnenden Schwägerin der Versicherten auch die Bügelarbeiten. Der
Ehemann sei vollumfänglich für das Tragen der Einkaufstaschen zuständig. Er helfe
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ausserdem bei Bedarf bei den anfallenden Arbeiten mit. Die Schwägerin nehme das
Nachtessen zusammen mit der Familie ein. Sie helfe bei den entsprechenden Arbeiten
mit. Sporadisch helfe sie auch bei anderen Haushaltsarbeiten mit. Abschliessend hielt
die Abklärungsperson fest, die Angaben der Versicherten seien glaubhaft und
nachvollziehbar.
C.
C.a Dr. med. E._ führte in seinem orthopädischen Teilgutachten für das MGSG vom
19. Februar 2007 aus, die Versicherte habe über seit 15 Jahren bestehende brennende
Schmerzen im Nacken, die sich in den Hinterkopf und in den Schultergürtel
ausbreiteten, berichtet. Weiter habe sie angegeben, diese Schmerzen hätten im Verlauf
der Zeit zugenommen. Der Schlaf sei durch diese Schmerzen gestört. Das Sitzen und
insbesondere die Inklinations- und die Reklinationshaltung des Kopfes beim Sitzen
verstärkten die Schmerzen. Deshalb könne die Versicherte nur während dreissig
Minuten sitzen. Auch beim Gehen sei sie eingeschränkt. Die Schmerzen verstärkten
sich beim Bücken und beim Heben und Tragen von Lasten. Dr. med. E._ wies
darauf hin, dass die Versicherte konsequent Analgetika einnehme. Die Versicherte habe
ausserdem angegeben, dass seit vier Jahren stechende lumbale Schmerzen aufträten,
die lateral in den linken Fuss ausstrahlten. Dr. med. E._ gab gestützt auf seine
Untersuchung an, die Nackenschmerzen und die abnormen Untersuchungsbefunde
der HWS könnten bei absolut unauffälligem MRI nicht erklärt werden. Auch die
lumbalen Beschwerden und die pathologischen Untersuchungsbefunde der LWS
könnten bei dem unauffälligen radiologischen Befund nicht plausibilisiert werden. Die
Rückenschmerzen könnten eventuell auf den erheblichen Uterus myomatosus
zurückzuführen sein. Deshalb sollte eine gynäkologische Untersuchung erfolgen. Die
Versicherte leide an einer Somatisierungsstörung (Leitsymptom Schmerz), einer
Cervikalgie, einer Pseudoischialgie und an einem erheblichen Uterus myomatosus. Aus
orthopädischer Sicht bestehe in der bisherigen wie in einer adaptierten Tätigkeit eine
volle Arbeitsfähigkeit. Auch als Hausfrau sei die Versicherte aus orthopädischer Sicht
voll arbeitsfähig.
C.b Das neurologische und psychiatrische Teilgutachten und die interdisziplinäre
Stellungnahme vom 10. April 2007 stammten von Dr. med. F._. Er gab folgende
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Diagnose an: Migräne, rezidivierende depressive Störung (derzeit mittelgradig
ausgeprägtes Syndrom), Somatisierungsstörung (Leitsymptom Schmerz),
anamnestisch Carpaltunnelsydrom. Letzteres erkläre die nächtlichen
Missempfindungen im Bereich der Hände. Tagsüber bestünden keine neurologischen
Ausfälle, weshalb keine relevante Fähigkeitseinschränkung resultiere. Es liege eine
klassische Migräne vor. Unter Abzug der Verdeutlichungsbemühungen könne an zwei
von sieben Kalendertagen von einer funktionell relevanten, die psychophysische
Leistungsfähigkeit zu mindestens 50% herabsetzenden Attacken ausgegangen
werden. Die therapeutischen Möglichkeiten seien ausgeschöpft. Dies treffe auf die
depressive Störung nicht zu, denn eine anschiebende medikamentöse Therapie sei erst
vor weniger als zwei Monaten eingeleitet worden. Auch die für die Versicherte
befriedigende psychiatrische Therapieanbindung sei erst vor kurzem hergestellt
worden. Es könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer relevanten
Besserung in den nächsten drei bis sechs Monaten ausgegangen werden. Unter die
Diagnose der Somatisierungsstörung würden die Beschwerden in der Schulter-
Nacken-Situation zusammengefasst. Die Überwindung dieses Schmerzsyndroms
durch eine zumutbare Willensanstrengung sei teilweise möglich. Limitierend seien die
depressive Störung, welche jedoch besserungsfähig sei, und die soziokulturell
bedingten Besonderheiten mit einer beschleunigten intrapsychischen Verfestigung
eines Konzepts von schwerer, somatisch verursachter Krankheit. Insgesamt resultiere
nach Abzug des durch eine Willensanstrengung überwindbaren Anteils für die Arbeit
als Putzfrau eine Arbeitsfähigkeit von 60%, nach der Stabilisierung der affektiven
Störung von 75%. Diese Einschätzung gelte auch für den Haushalt. Der Beginn der
aktuellen Arbeitsfähigkeit lasse sich aus den anamnestischen Angaben auf den 1. April
2006 zurückdatieren.
C.c Der zuständige Arzt des RAD empfahl, im Juli/August 2007 einen Bericht des
behandelnden Psychiaters einzuholen. Die Versicherte teilte am 25. Mai 2007 mit, sie
sei in Behandlung beim Psychologen lic. phil. G._. Die Sachbearbeiterin der IV-Stelle
erkundigte sich beim RAD nach dem weiteren Vorgehen, denn sie dürfe bei einem
Psychologen keinen Arztbericht anfordern. Dr. med. D._ antwortete am 20. Juli
2007, die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung sei in bezug auf die
Arbeitsfähigkeit weniger zu gewichten. Die Auffassung, die antidepressive Therapie
vermöge die Arbeitsfähigkeit nach wenigen Monaten relevant zu steigern, erscheine als
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allzu optimistisch. Es sei deshalb nicht damit zu rechnen, dass die Arbeitsfähigkeit in
absehbarer Zeit ansteige. Auf weitere medizinische Abklärungen könne verzichtet
werden. Die Einschränkung im Haushalt von 18% sei plausibel. Es bestehe eine
Arbeitsunfähigkeit von 40% für alle Tätigkeiten, die vorab durch die Migräne und
weniger ausgeprägt durch die rezidivierende depressive Störung und die
Somatisierungsstörung begründet sei. Als Beginn der Arbeitsunfähigkeit sei der 1. April
2006 anzunehmen.
D.
Die IV-Stelle ermittelte in Anwendung der höchstrichterlichen Rechtsprechung zur
sogenannten gemischten Methode der Invaliditätsbemessung einen
Gesamtinvaliditätsgrad von 7%. Mit einem Vorbescheid vom 30. Juli 2007 teilte sie der
Versicherten mit, dass sie das Leistungsbegehren abweisen werde. Die Versicherte
wandte am 3. September 2007 ein, gemäss den Angaben von Dr. med. B._
bestünden keine Aussichten auf einen Therapieerfolg. Es müsse eine ergänzende und
aktualisierte psychiatrische Abklärung, idealerweise in der Muttersprache,
vorgenommen werden. Im übrigen liege in Bezug auf die Aufteilung Haushalt/
Erwerbstätigkeit ein Missverständnis vor. Die angegebene Aufteilung habe nur während
der Kinderphase gegolten. Heute ginge sie wie vor der Geburt des ersten Kindes
vollzeitlich einer Erwerbstätigkeit nach. Dr. med. B._ hatte dem Rechtsvertreter der
Versicherten am 28. August 2007 mitgeteilt, die Lebensqualität der Versicherten sei
durch die andauernden Kopfschmerzen mit sehr häufigen Exazerbationen stark
eingeschränkt. Alle Therapien seien mittelfristig gescheitert. Die an die Rehabilitation in
Gais anschliessende Nachfolgebehandlung sei wegen fehlender Erfolgsaussichten
abgebrochen worden. Der behandelnde Psychiater habe mitgeteilt, dass er auf
psychotherapeutischer Ebene sehr wenig bewirken könne. Dr. med. B._ betrachtete
die Versicherte als zu 100% arbeitsunfähig und im Haushalt als fast dauernd auf Hilfe
angewiesen. Dr. med. D._ vom RAD wies am 10. September 2007 darauf hin, dass
auch er die Auffassung des Gutachters betreffend die Erfolgsaussichten einer
antidepressiven Therapie nicht teile. In einem an den Rechtsvertreter der Versicherten
gerichteten Schreiben vom 7. September 2007 führte der Psychologe lic. phil. G._
aus, aufgrund der starken Schmerzen und der Licht- und Lärmempfindlichkeit sei es
der Versicherten nicht möglich, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Sie sei vollständig
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arbeitsunfähig, woran sich trotz der medikamentösen Behandlung und der
psychotherapeutischen Massnahmen nichts ändern werde. Dr. med. D._ vom RAD
vertrat am 1. Oktober 2007 die Auffassung, dass es sich um eine unterschiedliche
Einschätzung des gleichen Sachverhalts handle. Mit einer Verfügung vom 2. Oktober
2007 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren der Versicherten ab.
E.
Die Versicherte erhob am 5. November 2007 Beschwerde gegen diese Verfügung. Sie
beantragte die Zusprache einer ganzen, eventualiter einer Dreiviertels- oder eine halben
Rente und die Einholung eines psychiatrischen Gutachtens. Zur Begründung führte sie
aus, es lägen unterschiedliche Beurteilungen des massgebenden psychiatrischen
Befundes vor. Zudem zweifle selbst der RAD an der psychiatrischen Beurteilung im
Gutachten des MGSG. Damit sei eine neue, fundierte psychiatrische Beurteilung
unumgänglich, zumal die Frist von sechs Monaten seit dem Gutachten des MGSG
abgelaufen sei. Es sei plausibel, dass sie heute zu 100% einer Erwerbstätigkeit
nachginge, denn sie habe dies schon früher getan und die jüngere Tochter sei nun
zwölf Jahre alt. Ausserdem könne sie auf die Hilfe ihrer Schwester zurückgreifen.
Deshalb komme nicht die gemischte Methode zur Anwendung.
F.
Die IV-Stelle beantragte am 7. Januar 2008 die Abweisung der Beschwerde. Sie führte
aus, entgegen der Auffassung der Versicherten sei es nicht notwendig, so lange
medizinische Abklärungen vorzunehmen, bis sämtliche Ärzte dieselbe Diagnose
stellten. Im übrigen sei auch im MGSG-Gutachten neben einer depressiven Störung
eine Somatisierungsstörung diagnostiziert worden. Es lägen also keine abweichenden
Diagnosen vor. Ob der Gesundheitszustand besserungsfähig sei oder nicht, sei
irrelevant, denn der Invaliditätsbemessung sei ein Arbeitsfähigkeitsgrad ohne
prognostizierte Verbesserung zugrunde gelegt worden. Da lic. phil. G._ nicht
Mediziner sei, sei seine Arbeitsfähigkeitsschätzung für die Belange der
Invalidenversicherung nicht brauchbar. Es sei auf das MGSG-Gutachten abzustellen. In
bezug auf das Ausmass der Erwerbstätigkeit im fiktiven "Gesundheitsfall" sei die
Versicherte auf ihrer Aussage der ersten Stunde zu behaften, zumal sie effektiv zu ca.
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45% erwerbstätig gewesen sei. Weil die Versicherte gegen den Einkommensvergleich
und die Invaliditätsbemessung nichts eingewendet habe, sei gemäss dem Rügeprinzip
nicht weiter darauf einzugehen.
G.
Die Versicherte wandte in ihrer Replik vom 28. Januar 2008 ein, gemäss den Berichten
der Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen und von Dr. med. H._ bestehe
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Diese neuen Berichte, in denen von einer
Chronifizierung der depressiven Erkrankung ausgegangen werde, unterstrichen die
Notwendigkeit einer erneuten psychiatrischen Beurteilung, zumal die vom
medizinischen Gutachtenzentrum St. Gallen erwartete Verbesserung nicht eingetreten
sei. Die 60%ige Erwerbstätigkeit habe sich auf den Zeitraum 2005 bis Frühjahr 2007
bezogen. Die Perspektive einer 100%igen Erwerbstätigkeit ergebe sich dadurch, dass
die jüngere Tochter nun zwölf Jahre alt sei. Die Teilzeiterwerbstätigkeit beziehe sich nur
auf die Kinderphase.
H.
Die IV- Stelle machte am 4. Februar 2008 geltend, die angefochtene Verfügung datiere
vom 2. Oktober 2007. Da nur der Sachverhalt zu diesem Zeitpunkt berücksichtigt
werden dürfe, könne nicht auf die mit der Replik eingereichten Arztberichte abgestellt
werden. Zudem sei die attestierte volle Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Befundlage
nicht nachvollziehbar und es fehle dort eine Auseinandersetzung mit dem MGSG-
Gutachten.
I.
Die Versicherte reichte am 11. August 2008 einen Austrittsbericht der psychiatrischen
Klinik Wil vom 15. Juli 2008 ein. Laut diesem Bericht war die Versicherte am 28. Mai
2008 wegen einer zunehmend depressiven Stimmungslage bei einer bereits länger
bestehenden chronischen Schmerzsymptomatik mit Überforderung im häuslichen bzw.
familiären Milieu freiwillig in die Klinik eingetreten. Im Vordergrund hatten
Schlafstörungen und rezidivierende Migräneattacken mit Erbrechen gestanden. Eine
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antidepressive schlafanstossende Medikation hatte eine gute Verbesserung der
Schlaflosigkeit bewirkt.
J.
Auch die Migränesymptomatik hatte teilweise positiv beeinflusst werden können. Die
integrative psychiatrische Behandlung hatte dazu geführt, dass die Versicherte
zunehmen affektiv lockerer und schwingungsfähiger imponiert hatte. Der Klinikaustritt
war nach einem insgesamt sehr positiven Krankheitsverlauf am 3. Juli 2008 erfolgt.
K.
Die IV-Stelle verzichtete am 25. August 2008 auf eine Stellungnahme.

Erwägungen:
1.
1.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG (in der hier massgebenden, bis 31. Dez. 2007
geltenden Fassung) i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln. Bei nichterwerbstätigen Versicherten im Sinne von
Art. 5 Abs. 1 IVG – so namentlich bei im Haushalt tätigen Personen – wird hingegen für
die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Mass eine Behinderung
besteht, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28 Abs. 2 IVG in der
hier massgebenden, bis 31. Dez. 2007 geltenden Fassung). Als Aufgabenbereich der
im Haushalt tätigen versicherten Personen gilt unter anderem die übliche Tätigkeit im
Haushalt sowie die Erziehung der Kinder (Art. 27 IVV). Bei einer versicherten Person,
die nur zum Teil erwerbstätig wäre, wird die Invalidität diesbezüglich nach Art. 16 ATSG
festgelegt. Wäre die versicherte Person daneben in einem Aufgabenbereich tätig, so
wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der bis 31. Dez.
2007 geltenden Fassung) festgelegt. In diesem Falle sind die Anteile der
Erwerbstätigkeit und der Tätigkeit im anderen Aufgabenbereich festzustellen und der
Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen
(Art. 28 Abs. 2 Abs. 1 IVG in der bis 31. Dezember 2007 geltenden Fassung). Diese
Art der Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss als gemischte Methode bezeichnet.
bis
bis
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Laut Art. 27 IVV ist nur der Einkommensvergleich anzustellen, wenn anzunehmen ist,
dass die versicherte Person im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne den
Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wäre. In ständiger Praxis prüft das
Bundesgericht die Frage, ob und gegebenenfalls in welchem Ausmass eine versicherte
Person auch ohne den Gesundheitsschaden im Aufgabenbereich tätig wäre, anhand
der hypothetischen Verhaltensweise der versicherten Person. Nach Ansicht des
Bundesgerichts ist dazu abzuklären, ob die versicherte Person ohne den
Gesundheitsschaden mit Rücksicht auf die gesamten Umstände (persönlicher,
familiärer, sozialer und erwerblicher Art) erwerbstätig oder im Aufgabenbereich tätig
wäre. Dabei sollen die finanzielle Notwendigkeit der Aufnahme oder der Ausdehnung
einer Erwerbstätigkeit, allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben, das Alter der
versicherten Person und deren berufliche Fähigkeiten, Neigungen und Begabungen
massgebend sein. Abzustellen sei auf die hypothetischen Verhältnisse in tatsächlicher
Hinsicht, wie sie sich bis zum massgebenden Zeitpunkt entwickelt haben würden (vgl.
etwa BGE 125 V 150).
1.2 Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen teilt diese Auffassung nach wie
vor nicht. Es geht weiterhin davon aus, dass Art. 8 Abs. 3 ATSG eine
Invaliditätsbemessung anhand der behinderungsbedingten Einschränkung im
Aufgabenbereich (Haushalt) nur zulasse, wenn und soweit der versicherten Person die
Ausübung einer Erwerbstätigkeit im hypothetischen Gesundheitsfall objektiv nicht
zumutbar sei (vgl. etwa die Urteile vom 22. Januar 2007, IV 2006/60, Erw. 1b, und vom
30. November 2007, IV 2006/175, Erw. 1b und c). Das Bundesgericht hat in BGE 133 V
504 ff. seine Rechtsprechung bestätigt. Es hat ausgeführt, der Rechtsauffassung des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen liege ein unzutreffender Rechtsbegriff
der Invalidität und ein unrichtiges Verständnis der gemischten Methode zugrunde. Die
gemischte Methode ergebe sich aus Art. 28 Abs. 2 IVG (in der bis 31. Dezember
2007 geltenden Fassung), welcher der allgemeinen Regelung von Art. 8 Abs. 3 ATSG
vorgehe (vgl. die Erw. 3.3 des genannten Bundesgerichtsurteils). Die Frage, ob eine
versicherte Person im hypothetischen Gesundheitsfall vollzeitlich einer Erwerbstätigkeit
nachginge, vollzeitlich im Aufgabenbereich tätig wäre oder neben der Ausübung einer
Teilzeiterwerbstätigkeit auch noch im Aufgabenbereich tätig wäre, betrifft aber
entgegen der Auffassung des Bundesgerichts weder die Definition der Invalidität noch
den "Mechanismus" der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung. Vielmehr
bis
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geht es bei der Beantwortung dieser Frage ausschliesslich um die Auswahl zwischen
den drei zur Verfügung stehenden Bemessungsmethoden, die alle drei dasselbe Ziel
anstreben, nämlich die Ermittlung des richtigen Invaliditätsgrades. Es handelt sich also
nur um die Definition des Auswahlkriteriums. Das Bundesgericht hingegen scheint
davon auszugehen, dass zu jeder der drei Bemessungsmethoden ein eigener
Invaliditätsbegriff gehöre, dass also die Bemessungsmethode den Invaliditätsbegriff
definiere und nicht der Invaliditätsbegriff die Bemessungsmethode. Das würde auch
erklären, weshalb nach der bundesgerichtlichen Praxis ein Revisionsgrund (Art. 17 Abs.
1 ATSG) vorliegt, wenn ein Methodenwechsel - trotz unveränderter gesundheitlicher
Situation - einen anderen Invaliditätsgrad ergibt (vgl. Ulrich Meyer-Blaser,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung, S. 256). Wenn das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen auf die Zumutbarkeit der Ausübung einer Erwerbstätigkeit im hypothetischen
Gesundheitsfall abstellen möchte, um die anwendbare Bemessungsmethode zu
bestimmen, operiert es demnach weder mit einem unzutreffenden Rechtsbegriff der
Invalidität noch mit einem unrichtigen Verständnis der gemischten Methode, sondern
es verwendet allenfalls ein falsches Kriterium zur Auswahl der Bemessungsmethode
(Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich im Aufgabenbereich oder gemischte
Methode).
1.3 Das Bundesgericht hat sich im bereits genannten BGE 133 V 504 ff. (vgl. auch das
Bundesgerichtsurteil vom 25. Juli 2007, 9C_15/2007, Erw. 6.3) darauf berufen, dass
Art. 28 Abs. 2 IVG (in der bis 31. Dezember 2007 geltenden Fassung) als lex specialis
dem Art. 8 Abs. 3 ATSG als lex generalis vorgehe. Die Anwendung der lex specialis-
Regel ist nur in jenen Fällen sinnvoll, in denen der Konflikt zwischen zwei sich
widersprechenden, aber gleichzeitig Anwendung erheischenden Rechtsnormen
beigelegt werden muss. Wenn das Bundesgericht also zur Widerlegung der Auffassung
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen auf diese Regel zurückgreift, so
kann das nur so verstanden werden, dass das Bundesgericht ebenfalls annimmt, Art. 8
Abs. 3 ATSG betrachte nur jene versicherten Personen als im hypothetischen
Gesundheitsfall im Aufgabenbereich tätig, denen die Ausübung einer Erwerbstätigkeit
im hypothetischen Gesundheitsfall objektiv nicht zumutbar wäre. Das Bundesgericht
akzeptiert also im Ergebnis die Auslegung des Art. 8 Abs. 3 ATSG durch das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen als korrekt. Es geht dann aber davon aus,
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dass Art. 28 Abs. 2 IVG (in der bis 31. Dezember 2007 geltenden Fassung) eine von
Art. 8 Abs. 3 ATSG abweichende Definition des Kriteriums zur Auswahl der Methode
der Invaliditätsbemessung enthalte und dass diese abweichende Definition als die
speziellere vorrangig sei. Nun ist aber nicht ersichtlich, weshalb Art. 8 Abs. 3 ATSG und
Art. 28 Abs. 2 IVG (in der bis 31. Dezember 2007 geltenden Fassung) sich
widersprechen sollten, denn ausserhalb der Invalidenversicherung gibt es keine
Anwendungsfälle des Art. 8 Abs. 3 ATSG. Es macht also gar keinen Sinn, von Art. 8
Abs. 3 ATSG als der generellen und von Art. 28 Abs. 2 IVG (in der bis 31. Dezember
2007 geltenden Fassung) als der speziellen Norm zu sprechen. Die
Anwendungsbereiche der beiden Normen sind deckungsgleich. Art. 28 Abs. 2 IVG (in
der bis 31. Dezember 2007 geltenden Fassung) müsste demnach, wenn die
Interpretation des Bundesgerichts richtig wäre, bewusst eine von Art. 8 Abs. 3 ATSG
abweichende Regelung enthalten. Art. 8 Abs. 3 ATSG ist die Grundlage für die Existenz
weiterer Methoden zur Bemessung der Invalidität neben der in Art. 16 ATSG
geregelten. Gleichzeitig enthält Art. 8 Abs. 3 ATSG aber mit dem Verweis auf die
Zumutbarkeit der Ausübung einer Erwerbstätigkeit eines der Kriterien, nach denen im
Einzelfall zwischen den drei zur Verfügung stehenden Bemessungsmethoden
(Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich im Aufgabenbereich, gemischte Methode)
zu wählen ist. Die Abs. 2 und 2 des Art. 28 IVG (in der bis 31. Dezember 2007
geltenden Fassung) sind somit nur Vollzugsnormen. Sie regeln die Details zu den in Art.
8 Abs. 3 ATSG vorgegebenen Kriterien, nach denen im Einzelfall die
Bemessungsmethode auszuwählen ist. Sie stehen also zu Art. 8 Abs. 3 ATSG nicht im
Verhältnis von lex specialis zu lex generalis, sondern im Verhältnis von Vollzugsrecht zu
materiellem Recht. Dies schliesst es aus, den Art. 28 Abs. 2 IVG (in der bis 31.
Dezember 2007 geltenden Fassung) aus seinem systematischen Zusammenhang
herauszureissen und nur auf sich selbst bezogen abweichend von Art. 8 Abs. 3 ATSG
auszulegen. Das Argument des Bundesgerichts, der Gesetzgeber habe mit Art. 28 Abs.
2 IVG (in der bis 31. Dezember 2007 geltenden Fassung) nur die höchstrichterliche
Praxis zu einer Bestimmung in der IVV zum Gesetz machen wollen, ist unter diesen
Umständen nicht stichhaltig. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vertritt
deshalb weiterhin die Auffassung, dass sich die Wahl der Methode der
Invaliditätsbemessung danach richten müsse, wie weit es der versicherten Person im
hypothetischen Gesundheitsfall objektiv zumutbar wäre, einer Erwerbstätigkeit
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nachzugehen. Es kann sich dabei auch auf die Gesetzesmaterialien stützen. Schon die
Botschaft des Bundesrates vom 24. Oktober 1958 zum IVG hat nämlich
unmissverständlich festgehalten: "Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass bei volljährigen
Versicherten, welche vor Eintritt der Invalidität nicht erwerbstätig waren, die
Unmöglichkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen, der
Erwerbsunfähigkeit gleichgestellt wird, sofern die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit
nicht zumutbar ist" (Separatdruck S. 26). Es geht bei der Statusfrage, d.h. der
Methodenwahl, genau gleich wie es beim Einkommensvergleich "nicht um den
Vergleich von tatsächlichen, sondern von möglichen Erwerbseinkommen
geht" (Separatdruck S. 127), um eine Hypothese, die aus der Zumutbarkeit abzuleiten
ist. Nun ist aber nicht damit zu rechnen, dass das Bundesgericht seine Praxis aufgeben
wird. Unter diesen Umständen bleibt dem Versicherungsgericht nichts anderes übrig,
als im vorliegenden Fall die bundesgerichtliche Praxis zur Anwendung zu bringen.
Immerhin ist doch festzustellen, dass es der Beschwerdeführerin objektiv betrachtet
angesichts des Alters der beiden Kinder, der Grösse des Haushalts und der anderen
Umstände ohne weiteres zumutbar wäre, einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit
nachzugehen.
1.4 Es ist in Anwendung der bundesgerichtlichen Praxis zu untersuchen, ob die
Beschwerdeführerin ohne den Gesundheitsschaden mit Rücksicht auf ihre gesamten
Umstände (persönlicher, familiärer, sozialer und erwerblicher Art) erwerbstätig oder im
Aufgabenbereich tätig wäre. Dabei sind die finanzielle Notwendigkeit der Aufnahme
oder der Ausdehnung einer Erwerbstätigkeit, die Erziehungs- und Betreuungsaufgabe,
das Alter der Beschwerdeführerin und deren berufliche Fähigkeiten, Neigungen und
Begabungen massgebend. Dabei soll auf die hypothetischen Verhältnisse in
tatsächlicher Hinsicht, wie sie sich bis zum massgebenden Zeitpunkt entwickelt haben
würden, abgestellt werden (vgl. etwa BGE 125 V 150). Der Bericht über die
Haushaltabklärung enthält nur den Satz, die Beschwerdeführerin ginge heute ohne den
Gesundheitsschaden weiterhin im Rahmen von rund 60% einer Erwerbstätigkeit nach.
Das standardisierte Formular für die Haushaltabklärung enthält zwar eine vorgegebene
Fragestellung zu diesem Thema. Wie und mit welchen Erläuterungen die
Beschwerdeführerin effektiv befragt worden ist, kann aber nicht eruiert werden, denn
die Abklärungsperson hat die effektive Fragestellung nicht protokolliert. Ob der als
Antwort angeführte Satz eine annähernd wörtliche Wiedergabe der Antwort ist oder ob
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es sich um eine (zusammenfassende) Interpretation der Aussagen der
Beschwerdeführerin durch die Abklärungsperson handelt, ist nicht bekannt, denn es
fehlt auch hier eine korrekte Protokollierung. Deshalb steht nicht fest, ob die
Beschwerdeführerin mit dem Wort 'heute' die Situation am Abklärungstag gemeint hat,
womit eine Aussage über die einzig relevante fiktive Entwicklung bis zum Tag der
altersbedingten Pensionierung fehlen würde. Angesichts der Unsicherheit darüber, was
die Beschwerdeführerin gefragt worden ist und was sie effektiv geantwortet hat, kann
der "Aussage der ersten Stunde" entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin
kein überragender Beweiswert zukommen, ja es ist fraglich, ob diese Aussage
überhaupt Beweiswert hat. Die Beschwerdeführerin hat im weiteren Verfahren darauf
beharrt, dass sie im fiktiven "Gesundheitsfall" zu 100% erwerbstätig wäre und dass sie
sich bei ihrer Aussage, sie ginge heute zu 60% einer Erwerbstätigkeit nach, auf jene
Phase bezogen habe, in der die jüngere Tochter (Jg. 1995) noch in einem erheblichen
Ausmass die Betreuung durch die Mutter benötigt habe. Da diese Angaben im Wissen
darum gemacht worden sind, dass eine Teilzeiterwerbstätigkeit im fiktiven
"Gesundheitsfall" und damit die Anwendung der sogenannten gemischten Methode
praktisch immer einen Rentenanspruch ausschliesst, während eine Nur-
Erwerbstätigkeit oder eine ausschliessliche Betätigung im Haushalt (jeweils im fiktiven
"Gesundheitsfall") eine der krankheitsbedingten Einschränkung direkt Rechnung
tragende und damit aus Versichertensicht "bessere" Invaliditätsbemessung zulassen,
kann auch den späteren Aussagen der Beschwerdeführerin keine ausreichende
Überzeugungskraft beigemessen werden. Das bedeutet, dass die Frage nach dem
Erwerbsgrad im fiktiven "Gesundheitsfall" anhand dessen beantwortet werden muss,
was die Beschwerdeführerin vernünftigerweise getan hätte, wenn sie nicht krank
geworden wäre. Angesichts der finanziellen Verhältnisse der Familie und angesichts
des Umstandes, dass zumindest die ältere Tochter eine langdauernde Ausbildung
absolvieren und deshalb noch lange nicht wirtschaftlich selbständig sein wird, wäre die
Beschwerdeführerin vernünftigerweise tatsächlich einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit
nachgegangen, wenn sie nicht krank geworden wäre, auch wenn dazu ein erheblicher
Teil der Arbeit im Haushalt durch die anderen Familienmitglieder hätte erledigt werden
müssen, um sie zu entlasten. Die Invalidität der Beschwerdeführerin ist deshalb nicht
anhand der sogenannten gemischten Methode, sondern durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln. Daran vermag auch die Tatsache nichts zu ändern,
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dass die effektiv bestehende Teilarbeitsfähigkeit nicht erwerblich verwertet wird, denn
das kann ganz andere Gründe haben (konkret wohl die Überzeugung, vollständig
arbeitsunfähig zu sein).
2.
2.1 Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist
gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das
Einkommen, das eine versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der
Durchführung allfälliger notwendiger und zumutbarer Eingliederungsmassnahmen bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Ausschlaggebendes Element des
Einkommensvergleichs ist in aller Regel der Grad der verbliebenen Arbeitsfähigkeit, da
er die Höhe des zumutbaren Invalideneinkommens - und damit im Ergebnis den
Invaliditätsgrad - massgeblich beeinflusst. Die von den verschiedenen mit dem Fall der
Beschwerdeführerin befassten medizinischen Fachpersonen abgegebenen Diagnosen
decken sich weitgehend. Neben der somatoformen Schmerzstörung/Somatisie
rungsstörung werden immer auch die Migräne und die depressive Störung genannt.
Aufgrund der Abklärung durch Dr. med. E._ steht fest, dass die Beschwerdeführerin
aus orthopädischer Sicht nicht oder zumindest nicht erheblich eingeschränkt ist. Die
von der Beschwerdeführerin geklagten Schmerzen haben nämlich weder klinisch noch
durch bildgebende Verfahren auf eine Beeinträchtigung im Nacken- und
Schulterbereich oder auf eine Erkrankung der Wirbelsäule zurückgeführt werden
können. Die Somatisierungsstörung ist von Dr. med. F._ mittels einer der
Beschwerdeführerin möglichen und zumutbaren Willensanstrengung überwindbar
qualifiziert worden. Dr. med. F._ hat damit natürlich nicht eine Selbstheilung
gemeint, sondern die Überwindung der aus der Überzeugung, körperlich krank zu sein,
resultierenden Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung. Dr. med. F._ hat ausdrücklich auch
die soziokulturell bedingte, besonders starke Überzeugung der Beschwerdeführerin,
körperlich krank zu sein, in seine Beurteilung der Erfolgsaussichten einer zumutbaren
Willensanstrengung einbezogen. Die Überwindbarkeit der
Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung einer an einer somatoformen Schmerzstörung/
Somatisierungsstörung erkrankten Person hängt nach der Überzeugung des
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Bundesgerichts (vgl. etwa das Bundesgerichtsurteil vom 16. Dezember 2004, I 770/03)
auch davon ab, ob daneben noch weitere Krankheiten vorliegen, welche die zur
Verfügung stehende Willenskraft mindern und/oder die Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung
verstärken. Im vorliegenden Fall besteht eine Komorbidität, bestehend aus den
rezidivierenden Migräneanfällen und der depressiven Störung. In bezug auf diese
beiden Krankheiten haben die beteiligten medizinischen Fachpersonen keine
einheitliche Auffassung vertreten, allerdings ohne allzu stark voneinander abzuweichen.
Dr. med. F._ ist davon ausgegangen, dass die Migräne nicht weiter therapierbar sei,
so dass die durchschnittlich zweimal wöchentlich auftretenden Anfälle für den
betreffenden Tag jeweils eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hätten. Die psychiatrische
Klinik Wil hat während der stationären Behandlung der Beschwerdeführerin in bezug
auf die Migräneattacken eine gewisse Verbesserung erreicht. Insbesondere haben die
Beschwerdeführerin und deren Ehemann aber gelernt, wie mit diesen Anfällen in
geeigneter Weise umzugehen ist. Allerdings hat die psychiatrische Klinik Wil keine
Angaben dazu gemacht, mit welcher Stärke und mit welcher Frequenz die
Migräneanfälle noch auftreten. Dementsprechend fehlt auch eine
Arbeitsfähigkeitsschätzung unter Berücksichtigung der Migräneanfälle. Dr. med. F._
ist weiter davon ausgegangen, dass die depressive Störung einer erheblichen
Besserung zugänglich sei. Dem hat der damalige behandelnde Psychologe lic. phil.
G._ widersprochen. Er hat die Auffassung vertreten, dass er bei der
Beschwerdeführerin keine Besserung erreichen könne. Auch Dr. med. H._ hat die
Chancen für eine erfolgreiche Therapie der depressiven Störung ebenfalls
pessimistisch eingeschätzt. Die stationäre Behandlung der Beschwerdeführerin in der
psychiatrischen Klinik Wil hat dann aber die optimistische Prognose von Dr. med.
F._ bestätigt. Gemäss dem Austrittsbericht war die Beschwerdeführerin im Affekt
deutlich gelöster, freundlich, kaum mehr deprimiert, gut schwingungsfähig und ohne
Insuffizienzgefühle. Ihre Psychomotorik und ihr Antrieb waren adäquat. Unter diesen
Umständen rechtfertigt es sich, die Einschätzung von Dr. med. F._ als überwiegend
wahrscheinlich zu qualifizieren, laut der weder die rezidivierende Migräne noch die
depressive Symptomatik die zumutbare Willensanstrengung zur Überwindung der
somatoformen Schmerzstörung/Somatisierungsstörung verunmöglichen. Die
Beschwerdegegnerin ist demnach zu Recht von einer Arbeitsfähigkeit von 60% (ohne
Berücksichtigung der erst mit der stationären Behandlung in der psychiatrischen Klinik
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Wil und damit erst nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung eingetretenen
Verbesserung) ausgegangen. Von einer zusätzlichen psychiatrischen Abklärung wäre
zum vornherein kein weiterer Aufschluss über die im Zeitpunkt des Ablaufs des
sogenannten Wartejahres bestehende Arbeitsfähigkeit zu erwarten, denn damit könnte
nur der aktuelle und nicht der damalige gesundheitliche Zustand erhoben werden. Die
abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. H._ vermag nicht zu
überzeugen. Sie vermag auch die Überzeugungskraft der Arbeitsfähigkeitsschätzung
von Dr. med. F._ nicht zu erschüttern, denn erfahrungsgemäss beeinflusst die
Therapiesituation die Höhe der von den behandelnden Ärzten angegebenen
Arbeitsunfähigkeit, so dass diese Ärzte keinen zum Zwecke der Ermittlung des
zumutbaren Invalideneinkommens geeigneten, objektiven Arbeitsunfähigkeitsgrad
angeben.
2.2 Die Beschwerdeführerin geht keiner Erwerbstätigkeit mehr nach. Praxisgemäss ist
das zumutbare Invalideneinkommen deshalb anhand lohnstatistischer Angaben zu
ermitteln. Dr. med. B._ hat am 26. November 2006 eine seit dem 29. August 2005
anhaltende vollständige Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin als
Reinigungsangestellte angegeben. Demgegenüber hat Dr. med. F._ aufgrund
anamnestischer Angaben als Beginn der Arbeitsunfähigkeit den 1. April 2006
angegeben. Er dürfte sich dabei auf eine Aussage der Beschwerdeführerin gestützt
haben, die jetzige "Verstimmung" dauere seit etwa einem Jahr an. Unter
Berücksichtigung der Umstände, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der von Dr.
med. B._ gestellten Diagnose im November/Dezember 2005 in der Klinik Gais
hospitalisiert gewesen ist und dass kein Hinweis auf eine vorübergehende, erhebliche
Verbesserung des Gesundheitszustandes zwischen dem Austritt aus der Klinik Gais
und dem Frühjahr 2006 vorliegt, ist davon auszugehen, dass das sogenannte Wartejahr
(Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG in der hier massgebenden, bis 31. Dezember 2007 geltenden
Fassung) im August 2006 erfüllt war. Abzustellen ist deshalb auf die Löhne im Jahr
2006. Die Beschwerdeführerin hat keinen Beruf erlernt, so dass sie nur eine Hilfsarbeit
ausüben könnte. Damit stellt sich das unter dem Begriff der 'Eingliederung vor
Rente' (vgl. etwa Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, Vorbemerkungen N. 33)
zusammengefasste Problem der IV-spezifischen Schadenminderungspflicht mittels
beruflicher Eingliederung. Grundsätzlich hätte sich die Beschwerdeführerin angesichts
der 40% betragenden Arbeitsunfähigkeit bzw. der möglicherweise die Grenze von 40%
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(Art. 28 Abs. 1 IVG in der bis 31. Dezember 2007 geltenden Fassung) überschreitenden
Invalidität einer beruflichen Eingliederungsmassnahme zu unterziehen. Dabei könnte es
sich aber nur um eine sogenannt höherwertige Umschulung handeln, d.h. die
Beschwerdeführerin müsste erstmals einen Beruf erlernen, denn nur durch eine
Erhöhung des Lohnniveaus wäre sie in der Lage, bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von
60% einen Lohn zu erzielen, der weniger als 40% unter dem Valideneinkommen als
Hilfsarbeiterin liegen würde. Eine Berufsausbildung wäre zwar sehr aufwendig, weil die
Beschwerdeführerin zunächst die notwendigen schulischen und sprachlichen
Kenntnisse erwerben müsste, damit sie anschliessend eine Berufslehre absolvieren
könnte. Aber die Umschulung wäre nicht unverhältnismässig, denn die im Anschluss
verbleibende Aktivitätsdauer wäre trotz der bescheidenen "verhinderten" Viertelsrente
lange genug, um die Kosten aufzuwiegen. Ob die Beschwerdeführerin über die
intellektuellen Fähigkeiten verfügt, die zu einer Berufslehre erforderlich sind, ist nicht
bekannt. Entsprechende Abklärungen erübrigen sich aber, den angesichts des
psychischen Zustandes der Beschwerdeführerin wäre jeder Versuch einer
langdauernden und anforderungsreichen höherwertigen Berufsausbildung zum
Scheitern verurteilt. Es besteht also keine Eingliederungspflicht. Das zumutbare
Invalideneinkommen ist anhand der Invalidenkarriere als Hilfsarbeiterin zu ermitteln.
Das Durchschnittseinkommen weiblicher Hilfskräfte aller Branchen belief sich gemäss
der Tabelle TA1 im Anhang zu der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen
Lohnstrukturerhebung 2006 auf Fr. 4019.-, umgerechnet auf die durchschnittliche
Wochenarbeitszeit von 41,7 Std. auf Fr. 4189.80 bzw. Fr. 50'278.-. Bei einem
Arbeitsfähigkeits- bzw. Beschäftigungsgrad von 60% resultiert ein Einkommen von Fr.
30'167.-. Da die Beschwerdeführerin aufgrund der Art ihrer
Gesundheitsbeeinträchtigung für einen potentiellen Arbeitgeber verschiedene Nachteile
gegenüber einer gesunden Arbeitskraft aufweisen würde (Risiko überdurchschnittlich
hoher Krankheitsabsenzen, Risiko unvorhersehbarer Leistungsschwankungen, Bedarf
nach besonderer Rücksichtnahme seitens der Vorgesetzten und der Kolleginnen,
geringe Flexibilität in bezug auf die Art der Arbeit bzw. Unfähigkeit, bei Bedarf
Überstunden zu leisten bzw. eine Leistung von mehr als 60% zu erbringen), rechtfertigt
sich - trotz des statistisch ausgewiesenen Teilzeitvorteils weiblicher Hilfskräfte - ein
zusätzlicher Abzug von 10%. Das zumutbare Invalideneinkommen beläuft sich somit
auf Fr. 27'150.-. Die Beschwerdeführerin ist früher als Näherin und dann als
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Raumpflegerin tätig gewesen. Sie weist also keine besondere Affinität zu einer
bestimmten Branche auf, so dass nicht anzunehmen ist, sie hätte ihre Erwerbskarriere
längerfristig in dieser Branche fortgesetzt, wenn sie nicht krank geworden wäre. Damit
ist auch das Valideneinkommen anhand des Durchschnittslohns weiblicher Hilfskräfte
gemäss der Tabelle TA1 zu ermitteln. Es beläuft sich auf Fr. 50'278.-. Die
Erwerbseinbusse beträgt somit Fr. 23'128.-. Das entspricht einem Invaliditätsgrad von
46%. Die Beschwerdeführerin hat demnach rückwirkend ab August 2006 einen
Anspruch auf eine Viertelsrente. Die Sache ist zur Ermittlung des Rentenbetrages an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Das vorliegende Urteil beruht auf dem
Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung abgespielt hat.
Später allenfalls eingetretene Änderungen müssen Gegenstand eines
Rentenrevisionsverfahrens (Art. 17 Abs. 1 ATSG) bilden, wobei jeweils einleitend zu
prüfen sein wird, ob sich in bezug auf die berufliche Eingliederungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin eine relevante Veränderung ergeben hat.
3.
Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerdeteilweise gutzuheissen
und der Beschwerdeführerin ist mit Wirkung ab August 2006 eine Viertelsrente
zuzusprechen. Die Sache ist zur Ermittlung und Festsetzung des Betrages dieser
Viertelsrente an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In bezug auf die
Prozesskosten ist dieser Verfahrensausgang als vollumfängliches Obsiegen der
Beschwerdeführerin zu qualifizieren. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb die vollen
Gerichts- und Vertretungskosten zu tragen. Die Gerichtskosten betragen zwischen Fr.
200.- und Fr. 1000.-. Bemessen werden sie nach dem Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs.
1 IVG). Dieser rechtfertigt im vorliegenden Fall eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-. Der
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet.
Die Beschwerdeführerin hat einen Anspruch auf eine ungekürzte Parteientschädigung
(Art. 61 lit. g Satz 1 ATSG). Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und
der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 61 lit. g Satz 2 ATSG) erweist sich eine
Parteientschädigung von Fr. 3500.- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als
angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
bis
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG