Decision ID: d29a7c59-aef4-4508-848e-df30e7f45837
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1978 geborene
X._
verfügt über keine Berufsausbildung und liess sich im Jahr 2002 in der Schweiz nieder (Urk. 7/1/1,
Urk.
7/1/4). Er
war
seit dem 1. März 2004
vollzeitlich
als Strassenmarkierer bei der
Y._
AG angestellt, als er am 11. September 2014 beim Vormarkieren von hinten von einem Linienbus touchiert und im Bereich des rechten Unterschenkels überrollt wurde (Urk.
7/
7/
81
,
Urk.
7/7/90
, Urk.
7/7/
114
).
Der Versicherte wurde in der Folge mehrfach operiert,
so am 11.
September
2014 (Urk. 7/17/36-38), am 13. September
2014 (Urk. 7/17/
31-32), am
3.
November 2014 (Urk. 7/17/27-28), am 2
5.
Februar 2015 (Urk. 7/17/16-17) und am
7.
Mai 2015 (Urk. 7/20/33-34).
Am 1
5.
Oktober 2014 meldete
er
sich
unter Hinweis auf eine seit diesem Unfall vorliegende Mobilitäts- und Belastungseinschränkung
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Bezug von Leistungen (Rente,
berufliche Integration
) an (Urk. 7/1). Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte daraufhin medi
zinische
sowie berufliche
Abklärungen und zog die Akten des Unfallversicherers bei. Vom 6. Februar bis am
5.
Mai 2017 wurde im Rahmen der beruflichen Ein
gliederung
ein Belastbarkeitstraining durchgeführt (Urk. 7/
5
2
ff.
). Weiterfüh
ren
de berufliche Eingliederungsmassnahmen konnten aufgrund der gesundheitli
chen
Situation des Versicherten nicht durchgeführt werden (
Mitteilung
en vom 1
5.
Mai
2017
[
Urk.
7/60
]
sowie
vom 10.
Juli 2018
[
Urk. 7/
106
]
).
Die IV-Stelle liess den Ver
sicherten durch die
Z._
internistisch-neurologisch-orthopädisch-psychiatrisch
begut
ach
ten, welche ihr polydis
ziplinäres Gutachten am
2
3.
Januar
2018
erstattete
(Urk. 7/
97/3 ff.
). Nach Vorlage des Dossiers bei ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst
(RAD)
, für welchen Dr.
med.
A._
, Facharzt
für Orthopädische
Chirur
gie und Traumatologie, am 26.
Februar 2018 Stellung nahm
(Urk. 7/
140/9-10
)
,
stellte sie dem Versicherten m
it Vorbescheid vom
5.
Dezember 2019 die Zuspre
chung ei
ner ganzen Invalidenrente ab 1.
September 2015 befristet bis 3
1.
Januar 2018 in Aussicht. Zugleich hielt sie fest, ein Anspruch auf berufliche Einglie
derungsmassnahmen bestehe nicht (Urk. 7/143).
Dagegen liess der Versicherte am 1
4.
Januar 2020
name
n
t
l
ich
unter Beilage diverser Arztberichte Einwand erheben (Urk. 7/146-153)
.
Am 1
2.
Mai 2020 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (Urk. 7/159 =
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 1
2.
Mai 2020 erhob der Versicherte am 1
5.
Juni 2020 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei in der Folge zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leis
tungen aus der Invalidenversicherung zu gewähren. Namentlich se
ien ihm Ein
gliederungszuschüsse
zu gewähren. Zudem seien weitere Eingliederungs
mass
nahmen zu prüfen. Eventuell sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm eine Rente zu gewähren. Subeventuell seien weitere Abklärungen medizinischer Art von Seiten des Gerichts anzuordnen
(
Urk.
1 S. 2).
Sodann beantragte er, im Sinne einer vorsorglichen Massnahme sei die Beschwerdegegnerin zu verpflich
ten, ihm ohne Verzug Eingliederungszuschüsse zu gewähren (
Urk.
1 S. 2-3).
Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 1
9.
August 2020 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6).
Auf die Ausführungen der Parteien und die
eingereicht
en Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine
Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander ge
genübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invalidi
täts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.5
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestim
mungen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der
Verordnung über die Invalidenversicherung
[
IVV
]
) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit
Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4
.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhält
nisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog
anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchs
änderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
1.
6
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2
lit
. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.
7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) ab
gegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung vom 1
2.
Mai 2020 aus,
im September 2015 - ein Jahr nach dem Unfall vom 1
1.
September 2014 - habe weder in der angestammten noch in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit bestanden, weshalb dem Beschwerdeführer ab dann eine ganze Invalidenrente zuzusprechen sei (
Urk.
2 S. 1 des Begründungsteils). Ab Mitte Oktober 2017 habe eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit be
standen, bei welcher er nicht dem Strassenverkehr ausgesetzt sei. Die Beschwer
degegnerin errechnete auf diesen Zeitpunkt hin einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 22
%
und befristete die Rente per Ende Januar 201
8.
Sodann hielt sie fest, der Beschwerdeführer sei bei der Stellensuche nicht eingeschränkt, weshalb er keinen Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen habe (
Urk.
2 S. 2 des Begründungsteils).
Sie stellte sich auf den Standpunkt, das
Z._
-Gutachten sei beweiskräftig. Die Kriterien einer posttraumatischen Be
lastungsstörung (PTBS) seien nicht erfüllt. Die aus psychiatrischer Sicht attestierte Arbeitsunfähigkeit in Bezug auf
die
PTBS und
die
mittelgradige depressive Störung stelle keine invalidenversicherungsrechtlich relevante gesundheitliche Einschränkung dar. Das Vorliegen eines
komplexen regionalen
Schmerzsyndrom
s (
CRPS
)
sei im neurologischen Teilgutachten ausführlich diskutiert und
in der Folge
verneint worden (
Urk.
2 S. 3 des Begründungsteils). Für die Einarbeitung in eine Tätigkeit, die den schulischen und erwerblichen Fähigkeiten des Be
schwerdeführers entspreche, seien keine spezifischen Massnahmen erforderlich (
Urk.
2 S. 4 des Begründungsteils).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte in seiner Beschwerde vom 1
5.
Juni 2020 unter näherer Begründung vor, ihm seien im Sinne einer vorsorglichen Massnahme Einarbeitungszuschüsse zu gewähren (
Urk.
1 S. 4-7).
Eventualiter habe er An
spruch auf andere Eingliederungsmassnahmen
, welche nun infolge einer gesund
heitlichen
Besserung
im Jahr 2019 möglich seien
(
Urk.
1 S. 8-11). Er führte aus, selbst der RAD-Arzt habe der PTBS Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zuge
messen (
Urk.
1 S. 8).
Die Gutachter seien von einer vollen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit erst ab Juni 2018 ausgegangen, sodass die ganze Rente zumindest bis Ende August 2018 geschuldet sei (
Urk.
1 S. 9). Die behandelnden Ärzte hätten weitere Erkrankungen diagnostiziert, unter anderem eine mittel
gradige Depression sowie ein CRPS am rechten Fuss (
Urk.
1 S. 11-12
). Eine Aggravation sei zu Unrecht angenommen worden und zeige die
exploran
den
feindliche
Haltung der Gutachter. Im Übrigen würden gegen die Gutachter ver
schiedene Strafverfahren laufen wegen Erstattung falscher ärztlicher Zeugnisse
und sie seien unseriös
(
Urk.
1 S. 13
und S. 15
ff.
). Ferner hätten die Gutachter sich bei der Beurteilung der Ressourcen eine
Entscheidkompetenz
angemasst, welche
der Verwaltung beziehungsweise dem Richter vorbehalten sei. Zudem seien die Wechselwirkungen der verschiedenen Erkrankungen
sowie weitere rele
vante Gegebenheiten
nicht gewürdigt worden (
Urk.
1 S. 13-14).
Könne nicht auf das Gutachten abgestellt werden, sei aufgrund der aktuellen Entwicklung von einer Arbeitsfähigkeit von maximal 60
%
und einem Anspruch auf mindestens eine halbe Rente auszugehen (
Urk.
1 S. 18). Zur Frage des Vorliegens eines CRPS und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sei sodann ein Gerichts
gut
achten einzuholen (
Urk.
1 S. 19).
3.
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zu
ständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den beschwer
deweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
Die Beschwerdegegnerin verneinte in der angefochtenen Verfügung unter ande
rem den Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen, obwohl dies weder in der
Einleitung der Verfügung
noch
in deren
Dispositiv Niederschlag fand (Urk. 2 S. 1, S. 2 und S. 4 des Begründungsteils). Mithin umfasst der An
fechtungsgegenstand nicht nur die Rentenzusprechung und die Renten
auf
he
bung, sondern auch den Anspruch auf
Eingliederungsm
assnahmen.
4.
4.1
Prof.
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
ma
tologie und Kreisarzt der Suva, untersuchte den Beschwerdeführer am 30. August 2016 (Urk. 7/110
/2
).
Seinem Bericht darüber vom 3
1.
August 2016 ist zu ent
nehmen,
es liege eine mässiggradig ausgeprägte Belastungsintoleranz des rechten Sprunggelenks beziehungsweise des rechten Fusses vor bei Zustand nach osteo
synthetisch versorgter offener OSG-Luxationsfraktur rechts, lateraler
Malleolar
fraktur
Weber C rechts sowie mehrfragmentärer Fraktur Grundphalanx Dig
itus
I rechts und
Metatarsalebasisfrakturen
II und III rech
ts (Urk. 7/110/6). Prof.
B._
gelangte zum Schluss, dem Beschwerdeführer seien leichte bis zeitweise mittel
schwere Arbeiten ganztags zumutbar. Nicht mehr möglich seien ausschliesslich
sowie überwiegend stehende und gehende Arbeiten, Arbeiten auf Leitern und Gerüsten sowie hauptsächlich auf unebenem
Gelände
auszuübende Tätigkeiten
(Urk. 7/110/7). Am
2.
September 2016
korrigierte er sich dahingehend, dass die angestammte Tätigkeit als Strassenmarkierer
unfallbedingt auf Dauer
nicht mehr zumutbar sei (Urk. 7/
37/596
=
Urk.
7/110/1
)
.
4.
2
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte in ihrem Bericht
vom 1
8.
November 2016
die Diagnosen einer posttraumatischen Belastungsstörung (
PTBS;
ICD-10 F43.1), einer mittelgradigen depressiven Störung (ICD-10 F31.1) sowie eines chronischen Schmerzsyndroms des rechten Fusses
und mass diesen
Diagnosen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu
(Urk. 7/46/1).
Sie schilderte,
der Beschwerdeführer zeige zum Teil dissoziative Symptome, starke intrusive Erinnerungen, Albträume, körperliche Übererregbar
keit, Ängste sowie ein starkes Vermeidungsverhalten einhergehend mit einer starken Beeinträchtigung in sozialen und beruflic
hen Funktionsbereichen (Urk. 7/
46/2). D
ie Prognose der PTBS sowie der depressiven Störung sei bei Weiterführung der psychiatrisch-psychotherapeutischen Therapie gut. Die körperlichen Einschränkungen und Schmerzen hätten indes negative Auswirkung auf die psychische Gesundheit und der Schmerz triggere Flashbacks und intrusive Erinnerungen und wirke somit der Remission der PTBS entgegen. Demnach sei
die Prognose zu einem wesentlichen Teil von einer guten Anpassung der Schmer
z
medikation und der Weiterführung der Physiotherapie abhängig. Die hohe Moti
vation und Zuverlässigkeit des Beschwerdeführers seien Faktoren mit positivem Einfluss auf die Prognose.
Weiter hielt
Dr.
C._
fest, für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Strassenmarkierer liege aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsun
fähigkeit von 100 % vor. Eingeschränkt seien die Konzentrations- und Merk
fähigkeit und durch die PTBS-Symptomatik auch die Aufmerksamkeit und das Durchhaltevermögen sowie infolge Flashbacks die Belastbarkeit
. Der Beschwer
deführer ermüde schnell und sei unfähig, lange zu sitzen oder zu stehen
(Urk. 7/46/3-4).
Trotz deutlicher
Einschränkungen empfehle sie
beim jungen und motivierten Beschwerdeführer
den Versuch einer Wiedereingliederung in die Berufswelt. Im ersten Schritt solle ab Januar 2017 mit einem Belastungstraining begonnen werden im Umfang von 20
%
(Urk. 7/46/4
,
Urk.
7/46/6
).
4.
3
Am
5.
Mai 2017 berichteten die Fachpersonen der
D._
AG über das vom 6. Februar bis
5.
Mai 2017 durchgeführte Belastbarkeitstraining. Sie gelangten zur Einschätzung, eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt sei nicht möglich, da keine tägliche vierstündige Präsenz habe erreicht werden können. Es seien Konzentrationsschwierigkeiten und vermehrte Schmerzen aufgetreten und ver
mehrte Pausen notwendig geworden (Urk. 7/59/1
,
Urk.
7/59/3
).
Auf dem ersten
Arbeitsmarkt bestehe keine relevante Leistungsfähigkeit (Urk. 7/59/2).
Als beruf
liche Kompetenzen nannten die Fachpersonen eine grosse Motivation und einen
starken Durchhaltewillen, Offenheit für neue Arbeitsaufgaben sowie Basis
kom
pe
tenzen wie freundliches Auftreten, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit (Urk. 7/59/2).
4.
4
Dem Bericht von
Dr.
C._
vom 1
7.
Juli 2017 ist zu entnehmen, im Vergleich zum November 2016 habe sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verbessert (Urk. 7/65/1). Damals sei es täglich zu Intrusionen, Flashbacks und Albträumen gekommen. Die Albträume träten weiterhin täglich auf, aber weniger intensiv. Die Intrusionen seien noch ein- bis zweimal pro Woche vorhanden (Urk. 7/65/2).
Demnach sei es nach zwei Jahren intensiver ambulanter Psycho
therapie zu einer deutlichen Besserung, nicht aber zur Remission der PTBS ge
kommen. Die Behandlung der PTBS sei durch mehrere schwere depressive Epi
soden und die starken Schmerzen negativ beeinflusst worden. Die Besserung der Schmerzen seit Beginn der Schmerzbehandlung bei
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Neurologie,
habe in den letzten Monaten einen positiven Einfluss auf die depressive Symptomatik gehabt (Urk. 7/65/3).
Die Ausprägung der depressiven Störung sei schwankend, aktuell mittelgradig (Urk. 7/65/1-2).
Die angestammte Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer nicht mehr
zumutbar. Möglich sei eventuell
eine angepasste Tätigkeit, jedoch begrenzt auf eine bis zwei Stunden pro Tag, da bereits nach dieser Zeitspanne eine starke Erschöpfung zu Tage trete (Urk. 7/65/2).
Da der Beschwerdeführer nach 30 bis 60 Minuten an seine Grenzen komme und eine Pause von mindestens 15 Minuten benötige, sei die berufliche Reintegration leider gescheitert. Der Beschwerdeführer sei indes hochmotiviert
. Die wichtigsten die Krank
hei
t aufrechterhaltenden Faktoren seien die Schmerzen
(Urk. 7/
65/4).
4.
5
Im Gutachten der
Z._
vom 2
3.
Januar 2018 wurde als Diagnose mit Aus
wir
kung auf die Arbeitsfähigkeit ein Status nach Weber-C-Fraktur,
Metatarsale
2- und 3-Fraktur und Grundgliedfraktur D1 im September 2014 genannt. Kein Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit wurde einem möglichen
residuellen
komplexen regionalen Schmerzsyndrom geringer Ausprägung sowie der
PTBS
geringer Aus
prägung (ICD-10 F43.1) zugemessen
(Urk. 7/97/61). Die Gutachter führten aus, die
Arbeitsfähigkeit für die
zuletzt ausgeübte und
für
vergleichbare Tätigkeiten sei
aufgrund der PTBS dauerhaft zu 100
%
erloschen. In anderen, körperlich leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden oder überwiegend
sitzend aus
geübten Tätigkeiten, vorzugsweise ohne Exposition mit Strassenverkehrs
situa
tio
nen, sei eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit gegeben (Urk. 7/97/57
,
Urk.
7/97/64
)
.
Dies
e
Beurteilung gelte seit der Begutachtung, nachdem nun ge
stützt auf die erhobenen Befunde
nicht mehr vom Vorliegen einer eigenständigen
depressive
n
Störung
auszugehen sei
und
auch kein erhebliches
CRPS
mehr vor
liege
(Urk. 7/97/65-66)
.
Die internistische Teilgutachterin führte aus, der Beschwerdeführer habe über ständige st
a
rke Schmerzen im rechten Fuss geklagt
, wobei es mit Medikamenten
nur zu einer leichten Besserung komme. Inzwischen habe er auch Rücken
schm
er
zen und rechtsseitige Hüftgelenksbeschwerden. Wegen Alb
t
räumen könne er nicht mehr schlafen (Urk. 7/97/31).
Während der anderthalb Stunden dau
ern
den Begutachtung habe der Beschwerdeführer nicht konsistent schmerzbe
ein
trächtigt gewirkt (Urk. 7/97/33).
Weder aufgrund der Untersuchung noch auf
grund der
Vorakten
habe sich ein Anhalt für eine eigenständige allge
mein
medi
zinisch-internistische Erkrankung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ergeben (Urk. 7/97/34).
Dem neurologischen Teilgutachten ist zu entnehmen, der Beschwerdeführer habe über Schmerzen und Schwellungen im Bereich des rechten Fusses geklagt, wobei
die Schmerzen auch in Ruhe bestünden und belastungsabhängig verstärkt würden
. Zudem habe er angegeben, bei Berührung der Knöchel (rechts) kein Gefühl zu haben und der rechte Fuss würde sich kühler anfühlen. Ferner leide er an schmerz
haften Rücken- und Hüftproblemen rechts, wobei diese Schmerzen weniger belastend seien als die Schmerzen am rechten Fuss (Urk. 7/97/35).
Wegen Schmerzen und Albträumen schlafe er schlecht (Urk. 7/97/36). Der neurologische Gutachter hielt fest, er habe an den Füssen keine Differenz von Fusspulsen und Temperatur beobachtet (Urk. 7/97/37). Er habe einen allseits normalen Muskel
tonus ohne umschriebene Atrophie der Unterschenkelmuskulatur und ohne An
halt für Paresen erhoben (Urk. 7/97/38).
Als neurologische Diagnose nannte er ein mögliches
residuelles
komplexes regionales Schmerzsyndrom geringer Aus
prägung (Urk. 7/97/40) und führte aus, der erhobene Befund habe keinen objek
tiven Anhalt für ein CRPS mehr geboten, zumal die vorberichtete Temperatur
differenz der Füsse, ein lokales Ödem oder andere kutane Zeichen nicht bestanden hätten, auch keine
Allodynie
(Urk. 7/97/41). Es fehle auch an ausreichenden Anhaltspunkten für eine neurogene Störung mit invalidisierendem Effekt (Urk. 7/97/42).
Aus orthopädischer Sicht wurde im Gutachten festgehalten,
der Beschwerdeführer habe keinen schmerzgeplagten klinischen Eindruck hinterlassen (Urk. 7/97/43). Es seien keine namhafte muskuläre
Versc
hmächtigung
des Unterschenkels sowie
eine seitengleiche Schwielenbildung im Bereich der Fusssohlen als Hinweis auf eine weitgehend symmetrische Alltagsbelastung beider Füsse sowie ein seiten
gleicher Sohlenabrieb zu sehen gewesen. Mithin lägen objektive Zeichen eines symmetrischen Einsatzes des rechten Beins vor.
Das objektive operative Ergebnis sei gut. Insgesamt liege keine ausreichend objektivierte erhebliche Verlet
zungs
folge mehr vor
.
Die reklamierten Schmerzen seien hinsichtlich der Ausprägung nicht ausreichend plausibel. Eine Minderung der Arbeitsfähigkeit sei nicht mehr
ausreichend wahrscheinlich. Allenfalls seien körperlich schwere Arbeiten auf
grund des postoperativen Status im Bereich des rechten Fusses wenig geeignet (Urk. 7/97/50).
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer habe über ständige Schmerzen mit Kältegefühl, Schwäche der Fussmuskulatur, Schwel
lungen, Muskelkrämpfe und Verfärbungen der rechten unteren Extremität ge
klagt. Ferner über psychische Kraftlosigkeit, Angst vor der Teilnahme am Strassenverkehr, zeitweise innere Leere, Freudlosigkeit, Abwesenheitszustände, Albträume und schmerzbedingte nächtliche Schlafstörungen, Zukunftssorgen, Vorwürfe
sich selbst gegenüber
und Schuldgefühle (Urk. 7/97/51). Der Gutachter diagnostizierte eine PTBS geringer Ausprägung (ICD-10 F43.1
;
Urk.
7/97/55).
Er erläuterte, da keine gravierenden Beeinträchtigungen von Stimmung, Antrieb und affektiver Schwingungsfähigkeit vorlägen, sei keine eigenständige affektive Erkrankung zu diagnostizieren. Die leichten affektiven Beeinträchtigungen seien im Rahmen der PTBS zu verstehen. Auch bei den beschriebenen Schmerzen handle es sich zumindest anteilig um Phänomene
eines vegetativen Arousals im Rahmen der PTBS.
Eine erhebliche Beeinträchtigung sei nicht zu erkennen, jedoch sei sicherlich eine andere als die letzte Tätigkeit am ehesten geeignet, respektive seien Expositionen mit Strassenverkehr beziehungsweise Arbeiten in fliessenden Verkehrssituationen zu vermeiden
(Urk. 7/97/56).
4.
6
RAD
-Arzt
Dr.
A._
äusserte sich am 2
6.
Februar 2018 dahingehend, dass das
Z._
-Gutachten nachvollziehbar sei. Einzig sei die PTBS
von
geringer Aus
prägung fälschlicherweise unter den Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit aufgeführt worden, zumal sie laut den Gutachtern Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit habe (Urk. 7/140/9-10).
4.
7
Dr.
E._
berichtete am
3
0.
März 2018
über den Verlauf zwischen Februar und Oktober 201
7.
Dabei hielt sie fest, die im April 2017 diagnostizierte
Neuronitis
vestibularis sei unter Behandlung zurückgegangen. Trotz der multiplen Schmerz
therapie sei das Schmerzniveau des Beschwerdeführers hoch geblieben. Während der ganzen Monate hätten die Untersuchungen des Fusses eine deutliche
Allo
dynie
gezeigt und die Temperatur des rechten Fusses sei immer mindestens zwei Grad kälter gewesen als jene des linken Fusses. Das Leiden des Beschwerdeführers sei signifikant und die Prognose des CRPS nicht gut. Ihrer Ansicht nach habe die Unfallversicherung dem Beschwerdeführer eine Rente von mindestens 80
%
zuzusprechen
(Urk. 7/
146
)
.
4.
8
Dr.
C._
legte in ihrem Bericht vom
1
1.
Juni 2018
dar, dass die Schmerz
therapie vollumfänglich ausgeschöpft und auch ein
e
traumafokussierte
Therapie
durchgeführt worden sei, was die
Z._
-Gutachter ausser Acht gelassen hätten. Trotz einer deutlichen Symptomreduktion leide der Beschwerdeführer weiterhin an Albträumen, Ängsten und
an
durch bestimmte Trigger ausgelöste
n
Flashbacks, welche trotz intensiver Traumatherapie nicht zu kontrollieren seien. Es liege eine Chronifizierung vor und diese wirke sich auf Konzentration, Aufmerksamkeit und Belastbarkeit aus. Die Beeinträchtigung durch die PTBS sei nicht nur geringgradig
(Urk. 7/1
48/1
)
. Zudem leide der Beschwerdeführer an einer mittelgradigen Depression. Ferner hätten die Gutachter die trotz hoher Motivation gescheiterten Eingliederungsversuche unberücksichtigt gelassen
. Es liege eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit
vor und der Beschwerdeführer erhalte aktuell eine intensive psychotherapeutische Behandlung mit zwei bis drei Sitzungen pro Woche
; dies
um eine stationäre Einweisung zu verhindern
(Urk. 7/148/2).
4.
9
Der Hausarzt
Dr.
med.
F._
,
Facharzt für Kardiologie,
berichtete am 14. Mai 2019 über eine Besserung des Gangbilds, der Ohrenschmerzen sowie der Vertigo. Auch die Verdauung sei in letzter Zeit viel besser
(Urk. 7/149/1)
.
A
m
26.
November 2019
führte er
- wie bereits am 24. Oktober 2019 Urk. 7/151/1) -
aus, Gemüt und Wohlbefinden des Beschwerdeführers hätten sich deutlich ver
bessert
(Urk. 7/1
4
7
/1
)
.
Er empfahl einen Arbeitsversuch im Rahmen von 30 bis
50
%
, progressiv steigernd (Urk. 7/1
4
7/3).
Dem Bericht von
Dr.
F._
vom 28. Mai
2020 ist zu entnehmen, der Beschwerdeführer habe am 1
4.
Mai 2020 wieder bei seinem ehemaligen Arbeitgeber zu arbeiten begonnen. Laut dem Beschwerde
führer kämen ab der sechsten Stunde progressiv Beschwerden auf, nämlich ein Taubheitsgefühl am rechten Fuss, neuralgische Schmerzen sowie Versteifung und Schmerzen (Urk. 3/3 S. 1).
Dr.
F._
empfahl die Fortführung der beruflichen Tätigkeit, jedoch begrenzt auf sechs Stunden pro Tag und an vier Arbeitstagen pro Woche, wobei nach zwei Tagen wieder mindestens ein Ruhetag zu folgen habe (
Urk.
3/3 S. 2).
5.
5.1
Die IV-Stelle legte der angefochtenen Verfügung
unter anderem
das Gutachten der
Z._
vom 2
3.
Januar 2018 zugrunde, gemäss dessen Schlussfolgerungen der Beschwerdeführer
seit der Mitte Oktober 2017 erfolgten Begutachtung (vgl. Urk. 7/97/3)
in einer angepassten Tätigkeit v
ollumfänglich arbeitsfähig ist.
Dem Gutachten liegen internistische, neurologische, orthopädische sowie psy
chiatrische Untersuchungen zugrunde (Urk. 7/97/3), wobei jeweils die Anamnese erhoben, die
Vorakten
berücksichtigt und der Beschwerdeführer zu seinen Be
schwerden befragt wurde.
Ferner beantwortet es die gestellten Fragen umfassend und setzt sich mit anderslautenden Beurteilungen auseinander.
Damit erfüllt
das Gutachten
die formellen Voraussetzungen an eine beweiskräftige medizinische
Entscheidgrundlage
(
vgl
.
E. 1.
8 vorstehend
)
.
5.2
Dass kein Anhalt
spunkt
für eine eigenständige allgemeinmedizinisch-internis
tische Erkrankung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit besteht (Urk. 7/97/34), ist vor dem Hintergrund der weitgehend unauffälligen internistischen Befunde (Urk. 7/97/33-34) plausibel.
5.3
5.3.1
Dass die neurologische Teilbegutachtung lediglich
die
Diagnose eines möglichen
residuellen
komplexen regionalen Schmerzsyndroms
mit
geringer Ausprägung
ergab
(Urk. 7/97/40)
,
ist vor dem Hintergrund der erhobenen Befunde
ohne Tem
peraturdifferenz der Füsse,
ohne Differenz der Fusspulse,
ohne lokales Ödem oder andere kutane Zeichen sowie ohne
Allodynie
(
Urk. 7/97/37,
Urk. 7/97/41)
, bei allseits normalem Muskeltonus (Urk. 7/97/38)
sowie angesichts dessen, dass
über
keine fleckigen ossären Entkalkungszeichen berichtet wurde (Urk. 7/97/40)
,
nach
vollziehbar
. Auch in der orthopädischen Begutachtung wurde eine seitengleiche Temperatur vorgefunden, hingegen keine Schwellungen, Rötungen oder Häma
tome und eine seitengleiche mittelgradige
Beschwielung
der Fusssohlen, seiten
gleiche Hautfärbung und Unterschenkelbehaarung, unauffälliges Nagelwachstum und keine
Trophikstörung
und ungefähr seitengleiche Umfangmasse der Beine (Urk. 7/97/47-48) als Hinweise auf
eine
weitgehend symmetrische Alltags
be
lastung beider Füsse (Urk. 7/97/50). Die vom Beschwerdeführer
angegeben
e
nachts auftretende
Temperaturdifferenz (Urk. 7/97/31,
Urk.
7/97/35)
liess
sich während
der
Begutachtung, die tagsüber stattfand, nicht objektivieren
; sie ist indes mit der Diagnose eines möglichen
residuellen
CRPS geringer Ausprägung vereinbar.
Dr.
E._
hatte am 2
7.
April 2017 noch ein schweres CRPS angegeben (Urk. 7/63/54-55).
Für den Zeitraum vor der Begutachtung anerkannten die
Z._
-Gutachter das Vorhandensein eines erheblichen CRPS; diesbezüglich gingen sie von einer
Besserung
des Gesundheitszustands aus (Urk. 7/97/58,
Urk.
7/97/66). Folglich besteht
dies
bezüglich keine Diskrepanz, respektive ist diese mit einer Veränderung des Gesundheitszustands zu erklären. In ihrem
Be
richt vom 3
0.
März 2018
führte
Dr.
E._
- unter Bezugnahme auf den Zeit
raum von Februar bis Oktober 2017 (vgl. Urk. 7/146/1)
-
aus,
es
hätten
durchgehend eine
Allodynie
sowie eine
Temperaturdifferenz vorgelegen (Urk. 7/146/2). Diese Angaben erfolgten ohne weitere Begründung und ohne Bezugnahme auf das Gutachten, sodass sie keine Zweifel an der gutachterlichen neurologischen Beurteilung zu erwecken vermögen.
Dem entsprechenden Ein
wand des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
1 S. 12) ist daher nicht zu folgen.
Ähnlich verhält es sich mit den Berichten von
Dr.
F._
vom 2
6.
November 2019 sowie vom 2
8.
Mai 2020, worin festgehalten wird, die CRPS-Kriterien nach Harden seien erfüllt (Urk. 7/147/2,
Urk.
3/3 S. 1), indes keine entsprechenden objektiven Befunde erhoben w
u
rden, welche diese Schlussfolgerung nachvollziehbar erläu
tern würden. So ist dem Bericht vom
2
6.
November 2019
als Hinweis auf ein CRPS
einzig ein leicht reduzierter
Fusspuls
zu entnehmen
(Urk. 7/147/
2).
Ferner
wandte der Beschwerdeführer ein, zur Beurteilung des CRPS seien spezial
ärztliche Abklärungen aus der Disziplin der Rheumatologie oder der Anästhe
sio
logie/Schmerzklinik unerlässlich (vgl.
Urk.
1 S. 12-13 Ziff. 39). D
as Bundesge
richt
hat
das CRPS als neurologisch-orthopädisch-trau
matologische Erkrankung bezeichnet (Urteile des Bundesgerichts 8C_232
/2012 vom 27. September 2012 E.
5.3.1; 8C_1021/2010 vom 19. Februar 2011 E. 7, je mit Hinweis). Folglich
zielt
der Einwand des Beschwerdeführers ins Leere, zumal die Begutachtung einen neurologischen sowie einen orthopädischen Teil beinhaltet. Demgegenüber ver
fügt
Dr.
F._
nicht über entsprechende Fachkenntnisse.
Es liegt nahe, dass er die entsprechenden Angaben aus dem Bericht des Universitätsspitals
G._
, Institut für Anästhesiologie, vom 2
6.
November 2015 übernommen hat.
Laut diesem waren w
ährend der Untersuchung vom 10.
Juli 2015
-
mithin mehr als
zwei Jahre vor der Begutachtung durch die
Z._
- die Diagnosekriterien ge
mäss Harden für ein CRPS erfüllt: Temperaturasymmetrie,
Ödemasymmetrie
, veränderte Hautfarbe, trophische Veränderungen, Muskelschwäche, reduzierte
Beweglichkeit (Range
of
Motion; ROM;
Urk. 7/24/22).
Diese Befunde waren während der Begutachtung jedoch nicht mehr zu beobachten.
Mithin ist eine Ver
besserung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen.
5.
3.2
Im Gutachten wurde sodann auch
das Vorliegen anderer, möglicherweise Schmerzen verursachender Diagnosen diskutiert.
So wurde ein relevantes neu
ropathisches Schmerzsyndrom
b
ei negativen
Beklopfungszeichen
und hierfür un
typischer Schmerzlokalisation
in nachvollziehbarer Weise verneint
(Urk. 7/97/42)
.
Anlässlich der MRI-Untersuchung vom 1
8.
Oktober 2017 fanden sich denn auch keine Hinweise auf eine posttraumatische Arthrose (
Urk.
7/97/75).
5.3.3
Bei den geschilderten Gegebenheiten mit zumindest keinem namhaften CRPS mehr sowie bei objektiv gutem operativem Ergebnis im Bereich des rechten Fusses
(vgl. auch Urk. 7/97/50)
ist die gutachterliche Beurteilung nachvollziehbar, wo
nach der Beschwerdeführer
aus rein somatischer Sicht für eine körperlich leichte bis mittelschwere
, wechselbelastend oder überwiegend sitzend
ausgeübte
Tätig
keit voll arbeitsfähig ist (Urk. 7/97/64).
In Einklang damit steht, dass
der Hausarzt
Dr.
F._
die
Hauptproblematik
für
psy
chischer Natur
hielt
(Telefongespräch mit der Eingliederungsberatung vom 2
1.
Juni 2018, Urk.
7/107/5)
.
Auch eine anderweitige dauerhafte Beeinträchtigung neurologischer Art ist nicht ausgewiesen. Über Schwindel berichtete der Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung nicht (vgl.
Urk.
7/97/31). Dies lässt sich damit erklären, dass
Dr.
E._
betreffend den Verlauf zwischen Februar und Oktober 2017 festhielt, die im April 2017 diagnostizierte
Neuronitis
vestibularis sei unter Behandlung zurückgegangen (Urk. 7/146/2). Mithin ist davon auszugehen, dass der Be
schwer
deführer durch Schwindel nicht andauernd eingeschränkt ist. Damit in Einklang steht, dass der Beschwerdeführer aufgrund der
Neuronitis
vestibularis nur an ins
gesamt vier Tagen des dreimonatigen Belastbarkeitstrainings fehlte (Urk. 7/59/3).
5.4
5.4.1
Im psych
iatrischen Teilgutachten wurde der psychiatrische Befund nach AMDP erhoben. Dabei wirkte der Beschwerdeführer insgesamt psychisch allenfalls leicht beeinträchtigt und nicht wesentlich schmerzgeplagt. Konzentration und Auf
merk
samkeit zeigten sich unauffällig und das formale Denken war unauffällig (Urk. 7/97/54). Die Stimmung war phasenweise ernst, jedoch nicht depressiv, und die affektive Schwingungsfähigkeit etwas vermindert. Die Auslenkung zum posi
tiven Pol gelang, jedoch berichtete der Beschwerdeführer über Schuldgefühle und
Insuffizienzerleben. Der Antrieb wirkte allenfalls leichtgradig beeinträchtigt, Mimik
und Gestik etwas zurückgenommen (Urk. 7/97/55).
In Anbetracht dieser Befunde, welche nur leicht vom Normalbefund abweichen, überzeugt die gutachterliche
Auffassung, dass keine
eigenständige affektive Erkrankung vorliegt (Urk. 7/97/56).
Aufgrund der vom Beschwerdeführer geschilderten Schreckhaftigkeit und dem angegebenen Flashback-Erleben (Urk. 7/97/54) ist verständlich, dass die Gut
achter Arbeiten in fliessenden Verkehrssituation
en
nicht für geeignet halten (Urk. 7/97/56)
, da solche den Beschwerdeführer an seinen
gravierenden
Unfall erinnern würden
. Ebenso leuchtet aber ein, dass ansonsten keine Beein
trächti
gung der Arbeitsfähigkeit vorliegt, da
der Beschwerdeführer
weder
phobisches Verhalten noch Panikattacken oder ein Vermeidungsverhalten aufweist (Urk. 7/97/54).
Vielmehr nutzt er die öffentlichen Verkehrsmittel wieder, fährt kurze Strecken Auto
,
besucht Fussballspiele und hat eine Ferienreise unter
nommen (Urk. 7/97/56,
Urk.
7/97/53). Mithin liegen keine Hinweise
für
eine Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit vor. Ausgeschlossen wurden zudem eine
somatoforme Schmerzstörung, eine Angst- oder Zwangserkrankung sowie eine
Persönlichkeitsstörung
(Urk. 7/97/
56
), was der Beschwerdeführer nicht beanstan
det.
Vor diesem Hintergrund ist nachvollziehbar, dass für eine Tätigkeit ohne Exposition im Strassenverkehr
keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit ange
nommen wurde (Urk. 7/97/56).
5.4.2
Der Beschwerdeführer beanstandet,
die Gutachterpersonen hätten sich
mit Blick auf die Beurteilung der Ressourcen
richterliche
Entscheidk
ompetenzen
angemasst (vgl.
Urk.
1 S. 13 f.
Ziff.
43).
Über das Zusammenwirken von Recht und Medizin bei der konkreten Rechtsan
wendung hat sich das Bundesgericht verschiedentlich geäussert. Danach ist es sowohl den begutachtenden Ärzten als auch den Organen der Rechtsanwendung aufgegeben, die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall mit Blick auf die normativ vor
ge
gebenen Kriterien zu beurteilen. Die medizinischen Fachpersonen und die Organe der Rechtsanwendung prüfen die Arbeitsfähigkeit je aus ihrer Sicht. Bei der Abschätzung der Folgen aus den diagnostizierten gesundheitlichen Beeinträch
tigungen nimmt zuerst der Arzt Stellung zur Arbeitsfähigkeit. Seine Einschätzung ist eine wichtige Grundlage für die anschliessende juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistung der versicherten Person noch zugemutet werden kann (BGE 141 V 281 E. 5.2.1).
Die Gutachter nahmen eine Ressourcenprüfung vor (Urk. 7/97/
59-61
) und ge
langten zum Schluss,
die PTBS
sei
unter Berücksichtigung der Indikatoren nicht derart ausgeprägt, dass hieraus eine eigenständige Minderung der Arbeits
fähig
keit resultiere (Urk. 7/97/58, 7/97/65).
Damit kamen sie den dargelegten Vor
gaben
in formeller Hinsicht
nach.
5.4.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
5.4.4
Hinsichtlich des Komplexes der Gesundheitsschädigung ist zum Indikator der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde festzuhalten, dass
der Beschwerde
führer kein erhebliches Vermeidungsverhalten
zeigt
(Urk. 7/
97/56). Namentlich ist er wieder in der Lage, Busse zu benützen und am motorisierten Strassenverkehr teilzunehmen
(Urk. 7/
97/53).
Der Beschwerdeführer berichtete
anlässlich der Begutachtung
auch nicht über
ein
phobisches Verhalten oder Panikattacken (Urk. 7/97/54). Zudem
zeigte
er
keine Zeichen von Konzentrationsschwäche
und Aufmerksamkeitsdefiziten (
Urk.
7/97/3
9
,
Urk. 7/97/54) und berichtete über einen ungestörten Appetit (Urk. 7/97/53).
Dementsprechend wurde im Gutachten keine eigenständige affektive Erkrankung mehr diagnostiziert (Urk. 7/97/56). Zwar ver
ursacht die PTBS leichte affektive Beeinträchtigungen sowie einen Teil der be
schriebenen Schmerzen, doch wirkte der Beschwerdeführer weder gravierend psychisch beeinträchtigt noch schmerzgeplagt (Urk. 7/97/56)
.
Nach dem Gesagten
ist davon auszugehen
, dass die PTBS
respektive die psychische Erkrankung
von
geringer Ausprägung ist
(Urk. 7/
97/59).
Hinzu kommt ein mögliches
residuelles
CRPS, welches ebenfalls nur noch eine geringe Ausprägung aufweist. Das objektive operative Ergebnis im Bereich des rechten Fusses ist gut
(Urk. 7/
97/59).
Angesichts dessen, dass der Beschwer
de
führer bei sämtlichen
Experten
keinen schmerzgeplagten
oder konsistent schmerz
beeinträchtigten
Eindruck hinterliess
(
Urk.
7/97/33,
Urk.
7/97/43
,
Urk. 7/97/54,
Urk. 7/97/56
), ist nicht von wesentlichen Wechselwirkungen zwi
schen den verschiedenen Erkrankungen auszugehen.
Zum Indikator Behandlungserfolg oder -resistenz ist dem Gutachten zu ent
neh
men, dass
der Beschwerdeführer sich in regelmässiger ambulanter psycho
thera
peutischer Behandlung befindet
und Psychopharmaka einnimmt
(Urk. 7/
97/52,
Urk.
7/97/56
) und keine Hinweise auf eine namhafte
Incompliance
vorliegen
(Urk. 7/
97/62).
Die Therapie zeigte teilweise Erfolge respektive
sie
hilft ihm
(Urk. 7/
97/52) und führte bereits zu einer
Besserung
der psychischen Erkrankung,
namentlich zu einer Verminderung der Depressivität. Der psychiatrische Gutach
ter empfahl eine Therapieintensivierung mit
der Fokussierung
auf
trauma
thera
peutische
psychotherapeutische Verfahren sowie die Umstellung der nicht wirk
samen Medikation
(Urk. 7/
97/56-57).
Dementsprechend nannten die
Sachver
ständigen
als verbleibende Therapieoption eine Ordnung der polypragmatischen Pharmakotherapie
(Urk. 7/
97/62).
Insgesamt ergibt sich daraus, dass
der Be
schwerdeführer
durchaus Bemühungen anstellt, um
seinen
Gesundheitszustand zu verb
essern, jedoch die Behandlungsmöglichkeiten
noch nicht ausgeschöpft sind
und Therapieerfolge
effektiv
stattfinden
, weshalb nicht von einer Therapie
resistenz gesprochen werden kann.
Hinsichtlich des Indikators des Eingliederungserfolges führte
n
die
Gutachter aus,
dass keine objektiven Gründe dafür zu erkennen seien, dass der Belas
tungs
ver
such nicht erfolgreich verlaufen sei
(Urk. 7/
97/62). Bei der Eingliederungsbe
ra
tung hinterliess der Beschwerdeführer einen sehr motivierten und kämpferischen Eindruck
mit starkem
Durchhaltewillen
(
Urk.
7/59/2,
Urk. 7/61/5)
. Insgesamt ist daher
da
von auszugehen, dass der Beschwerdeführer bereit ist, sich zumindest bis zu einer gewissen Schmerzgrenze zu belasten, jedoch
- mangels objektivierbarer Gründe - wohl
nicht
so sehr, wie es von versicherten Personen gefordert wird
und aus medizinisch-theoretischer Sicht zumutbar wäre
.
5.4.5
Betreffend den Indikator Persönlichkeit ist
festzuhalten, dass keinerlei Auffällig
keiten bestehen
(Urk. 7/97/60
Ziff.
7)
.
Vor dem Unfall fühlte sich
der Beschwer
deführer
nach eigener Darstellung
psychisch
nicht
beeinträchtigt (Urk. 7/97/52) und
nichts vermochte ihn zu erschüttern (Urk. 7/34/2).
Persönlichkeitsfaktoren mit
ressourcenmindernde
r
Wirkung
sind keine
zu
erkennen.
5.4.6
Der soziale Kontext
des Beschwerdeführers hielt im Zeitpunkt der Begutachtung
dahingehend Ressourcen bereit, da
ss
er
Unterstützung durch
seine Ehefrau
erfuhr
(Urk. 7/97/33,
7/97/36,
7/97/53)
. Zudem
pflegte er Kontakt zu seinen Geschwis
tern sowie zu
Kollegen und Bekannten
und
er
besuchte mit seinem Sohn Fuss
ballspiele
(
Urk.
7/97/43,
Urk. 7/97/53)
.
Am 1
1.
Juni 2018 berichtete Dr.
C._
über eine
Zunahme von
Beschwerden sowie eine Intensivierung der ambulanten Therapie (Urk. 7/148/1-2).
Der
Beschwerdeführer erlebte es zu dieser Zeit als sehr belastend, dass seine Frau sich im Frühling 2018 von ihm
getrennt hatte
,
was auch seinen Auszug aus der Familienwohnung nach sich zog
(
Urk.
7/107/3).
Das Leben des Beschwerdeführers änderte sich damit entscheidend
. Gleichwohl ist nicht davon auszugehen, dass sich dieser Umstand dauerhaft nachteilig auf sein
e
sozialen
Ressourcen auswirkte.
D
en anlässlich
des Belastbarkeitstrainings
vor
handenen
Eingliederungsw
ille
n
(vgl.
Urk.
7/59/2
)
dokumentierte
der Beschwerde
führer
trotz
der familiären Veränderung
erneut, indem er Mitte Mai 2020 bei seinem bisherigen Arbeitgeber im Umfang von zehn Wochenstunden seine Tätigkeit als Strassenmarkierer
vorübergehend
wieder
ausübte
(
Urk.
3/2
).
5.4.7
Zum
beweisrechtlich
entscheidenden Indikator «Konsistenz» ist zu bemerken, dass
der Beschwerdeführer sein
Aktivitätsniveau zum Zeitpunkt der Begutachtung bereits
hatte
steigern k
önnen
. So
pflegt
er nebst dem Kontakt zu Familien
mit
gliedern wieder solchen zu Kollegen und Bekannten.
Des Weiteren
übernimmt er im Haushalt anfallende Arbeiten,
unternimmt Spaziergänge
, liest, schaut fern
und geht mit seinem Sohn zu Fussballspielen
. Hingegen spielt er nicht mehr selber Fussball
und hat das Trainieren von Jugendlichen aufgegeben
(
Urk. 7/97/33,
7/97/36,
7/97/43,
7/97/53
, 7/34/2
).
Insgesamt liegen
in dem Ausmass
eine Selb
ständigkeit,
eine
Fähigkeit zur
Selbstversorgung,
eine
soziale Integration und
ein
Aktivität
sniveau
vor,
dass die attestierte
Arbeitsfähigkeit
nachvollziehbar erscheint
(Urk. 7/97/63).
Hinsichtlich des Leidensdrucks ist zu bemerken, dass angesichts der engmaschig durchgeführten Therapien (jeweils
ein- bis
zweimal pro Woche Psychotherapie
sowie
[ein- bis]
zwei
mal wöchentlich Physiotherapie
) inklusive Medika
menten
einnahme (Urk.
7/97/
31-32,
7/97/35,
7/97/42-43
, 7/97/52
) doch ein Leidensdruck vor
handen ist.
Hingegen wirkte der Beschwerdeführer während der gesamten Begutachtung nicht konsistent schmerzbeeinträchtigt (Urk. 7/97/33,
7/97/43, 7/97/56
) und die objektiven Befunde vermochten die angegebenen
Beschwerden
nicht vollständig zu erklären (Urk.
7/97/60
Ziff.
4, 7/97/63
Ziff.
1, 7/97/66-67
Ziff.
2).
5.4.8
In Anbetracht der
insgesamt
geringgradig
ausgeprägten Befunde, der
unauf
fälligen
Persönlichkeit
und der vorhandenen Aktivitäten
lässt sich die gut
ach
terlich
e Beurteilung, wonach der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit in seiner Arbeitsfähigkeit
nicht
eingeschränkt ist,
auch mit Blick auf die Stand
ardindikatoren nachvollziehen.
5.5
5.5.1
Der Beschwerdeführer wandte ein
, die Wechselwirkung z
wischen der PTBS und
den persis
tierenden Fussbeschwerden seien nicht gewürdigt worden
(
Urk.
1 S.
14).
Dies erübrigte sich angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer während der gesamten Begutachtung respektive laut der Einschätzung sämtlicher Gutachter
per
sonen nicht schmerzgeplagt wirkte (
Urk. 7/97/33, 7/97/43, 7/97/56)
.
Laut dem orthopädischen Teilgutachter nahm der Beschwerdeführer vielmehr eine
ent
spannte Sitzposition ein (Urk. 7/97/43
).
Ferner überzeugt angesichts des nunmehr fehlenden Vermeidungsverhaltens auch, dass die PTBS sich nur in leichtem Ausmass beziehungsweise nur in
triggernden
Situationen (mit grosser Ähn
lichkeit zur
Unfallsituation) in relevantem Ausmass auf die Funktionsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirkt.
5.5.2
Der Beschwerdeführer bemängelt ausserdem, im Gutachten sei nicht zu den durchgeführten, aber in der Folge gescheiterten Eingliederungsmassnahmen Stel
lung genommen worden. Dies widerspreche den Qualitätsleitlinien der Schwei
zerische
n
Gesellschaft für Psych
iatrie und Psychotherapie (SGPP;
Urk.
1 S. 14). Praxisgemäss verliert ein Gutachten nicht seinen Beweiswert, wenn es sich nicht an diese Qualitätsleitlinien hält (
Urteil des Bundesgerichts
8C_105/2017
vom 6. Juni 2017
E. 4.4 mit Hinweisen). Entscheidend ist damit, ob sich die fehlende Bezugnahme auf den Verlauf der Eingliederungsmassnahmen effektiv als gewich
tiger Mangel erweist. D
er Bericht der
D._
AG vom 5.
Mai 2017 attestiert dem Beschwerdeführer eine hohe Motivation im Verlauf des fast dreimonatigen Belastbarkeitstrainings (
vom
6.
Februar bis am
5.
Mai 20
17). Eine Präsenzzeit von vier Stunden täglich konnte
zwar
nicht
stabil
erreicht werden
(
Urk.
7/59
/
1-3
)
, was indessen aus gutachterlicher Sicht nicht mit objektiven Gründen erklärt werden kann (
Urk.
7/92/62)
.
Die Eingliederungsmanagerin führte auch aus, dass der Beschwerdeführer trotz Beschwerden nicht früher nach Hause
gewollt habe
, auch wenn sie es ihm aktiv angeboten habe (Urk. 7/58)
. Die vorhandene Moti
vation
des Beschwerdeführers zeigt sich auch darin
, dass er
befristet
wieder
eine Arbeit
bei seiner bisherigen Arbeitgeberin
aufgenommen hat (vgl. den Ein
satzvertrag vom 1
3.
Mai 2020,
Urk.
3/2)
.
Vor diesem Hintergrund
erweist sich der Einwand des Beschwerdeführers als unbegründet
.
Hinzu kommt, dass die Gut
achter von einer
B
esserung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers im Vergleich zum Vorbericht von
Dr.
C._
vom 1
8.
Juli 2017 ausgingen (Urk. 7/97/58), und damit auch im Vergleich zum Zeitraum, in welchem das Bel
astbarkeitstraining stattgefunden hatte
.
Ferner ist zu beachten, dass n
ach der Rechtsprechung die Frage nach den noch zumutbaren Tätigkeiten und Arbeits
leistungen nach Massgabe der objektiv feststellbaren Gesundheitsschädigung in erster Linie durch die Ärzte und nicht durch die Eingliederungsfachleute auf der Grundlage der von ihnen erhobenen, subjektiven Arbeitsleistung zu beantworten
ist
(Urteile des Bundesgerichts 9C_396/2014 vom 15. April 2015 E. 5.4 und 9C_401/2014 vom 26. November 2014 E. 4.2.2; je mit Hinweis).
5.5.3
Kritisiert wird vom Beschwerdeführer auch die unterbliebene Bezugnahme der Gutachter auf den Verlauf der zweimal wöchentlich stattfindenden psycho
the
rapeutischen Behandlung (
Urk.
1 S. 14). Dies
er Vorwurf
stimmt so nicht.
I
m Gut
achten
werden
Arztberichte erwähnt, die über die psychotherapeutische Be
hand
lung
Auskunft
geben (
Urk.
7/97/
29
f.) und es wurde Stellung
genommen
zu den aus gutachterlicher Sicht weiterhin angezeig
ten Massnahmen (Urk.
7/97/56 f.).
5.5.4
D
er Beschwerdeführer beanstandet
weiter, dass die
Gutachter
in nicht nach
vollziehbarer Weise eine Aggravation angenommen hätten (
Urk.
1 S. 13).
Die Gutachterpersonen der
Z._
wiesen darauf hin,
die
angegebenen
Beschwerden
und
Limitationen
seien
grösser als es die objektiven Befunde vermuten l
iessen
(Urk. 7/97/60,
Urk.
7/97/63).
Da
bei gingen
sie jedoch
nicht von einer Aggravation im Sinne eines Ausschlussgrundes aus
.
Es
erübrig
en
sich
demnach weitere Erör
terungen zu diesem Aspekt.
5.5.5
Nach der Rechtsprechung ist der
Umstand, dass gegen
Z._
-Ärzte Strafanzeige erstattet wurde, bezüglich der Beweiskraft des Gutachtens unerheblich
,
zumal
wenn
(noch) keine Ermächtigung zur Eröffnung einer en
tsprechenden Strafun
tersuchung
und erst recht keine Verurteilung
erfolgt ist
(Urteil des Bundesgerichts 9C_255/2020 vom 1
3.
August 2020 E. 3.2).
Aus den Darlegungen des Beschwer
deführers ersch
liesst sich nicht, dass die
entsprechende
n
Bedingungen erfüllt
sind
(vgl. Urk. 1 S. 13 und S. 15).
Auch eine kritische Berichterstattung in den Medien
(vgl.
Urk.
1 S. 15)
genügt nicht, um der gutachterlichen Beurteilung die Be
weiskraft abzuerkennen.
Gleich verhält es sich mit weiteren
Vorstössen im Hin
blick auf eine aufsichtsrechtliche
Überprüfung der
Z._
(
Urk.
1 S. 15 ff.). Konkrete Ergebnisse
dazu
liegen nicht vor, wor
auf
auch
der Beschwerdeführer
selber hinweist
(vgl. Urk.
1 S. 1
6
).
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung wird für eine Gutachtertätigkeit eine Fachausbildung verlangt, die auch im Ausland erworben werden kann (BGE 137 V 210 E. 3.3.2
mit Hinweis
).
Der psychiatrische
Gutachter
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
verfügt laut
dem öffentlich zugänglichen
Medizinalberuferegister
über eine in
Deutschland
erworbene
und in der Schweiz anerkannte
Ausbildung
i
m
Fachgebiet
Psychiatrie und Psycho
the
rapie. Ferner ist er im Kanton Zürich
zur Berufsausübung zugelassen (vgl. www.medregom.admin.ch).
Zur Unters
u
chung des Beschwerdeführers in diesem Fachgebiet war er mithin kompetent.
Eine neuropsychologische Begutachtung wurde beim Beschwerdeführer nicht durchgeführt (Urk. 7/97/3). Der Einwand des Beschwerdeführers,
Dr.
H._
eigne sich hierfür nicht
(
Urk.
1 S. 16),
ist
somit
nicht von Relevanz
.
Soweit
der Beschwerdeführer
rügen
lässt, es handle sich bei
Dr.
H._
um einen
«
Flugarzt
»
(
Urk.
1 S. 17),
ist er darauf hinzuweisen, dass gemäss bisheriger bundesgerichtlicher Rechtsprechung
selbst eine ausgedehnte Gutachtertätigkeit für die Sozialversicherungsträger
keinen Befangenheitsgrund darstellt
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_467/2014 vom 2
9.
Mai 2015 E. 5;
BGE 130 II
425 E. 2.1
)
und dass für eine Gutachtertätigkeit nicht vorausgesetzt ist, dass die Gutachter neben dieser Tätigkeit noch frei praktizieren müssen. Mass
gebend ist vielmehr, dass der Gut
achter über die fachlichen Voraussetzungen verfügt, was nach dem oben Gesagten für alle beteiligten Ärzte zutrifft.
Die formellen Einwände des Beschwerdeführer
s
gegen die Gutachter
haben nicht zur Folge, dass auf das
Z._
-Gutachten nicht abgestellt werden könnte, zumal es sich
inhaltlich als
nachvollziehbar und
schlüssig erw
e
is
t
.
5.6
Zusammenfassend steht fest, dass
der Beschwerdeführer
ab dem
Zeitpunkt der Begutachtung, welche im
Verlauf des
Oktober
s
2017 stattfand (Urk. 7/97/3), in einer körperlich leichten bis mittelschweren, wechselbelastend
en
oder überwie
gend sitzend
auszuübenden
Tätigkeit ohne Exposition
im
Strassenverkehr voll arbeitsfähig
ist
(Urk. 7/97/64).
Weitere Abklärungen sind nicht erforderlich.
Von der Einholung eines Gerichtsgutachtens (vgl. den Antrag in Urk. 1 S. 2
Ziff.
4 und
Urk.
1 S. 18 f.
)
wären
keine weitergehenden Erkenntnisse zu erwarten (antizipierte Beweis
würdigung; BGE 122 V 157 E. 1d).
Für den Zeitraum vor der Begutach
tung erweist sich das Gutachten der
Z._
ebenfalls als
beweiskräftig
,
zumal
sich
die darin vorgenommene Beurteilung
, es habe
eine vollumfängliche Erwerbs
unfähigkeit
vorgelegen
(Urk. 7/97/
66)
,
mit den B
erichten der behandelnden Ärzte
deckt
(vgl.
insbesondere
Urk. 7/46/
3-
6
)
.
6.
6.1
Die Erwerbsunfähigkeit
als Folge des Unfalles vom 1
1.
September 2014
recht
fertig
t
die Zusprechung einer ganzen Rente.
Das Wartejahr gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG war aufgrund der vollständigen Arbeitsunfähigkeit bis zur Be
gut
ach
tung
(vgl.
Urk.
7/97/66)
am 1
1.
September 2015 bestanden. Die gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG zu beachtende Frist von sechs Monaten ab
der
Anmeldung zum Leistungsbezug
am
1
5.
Oktober 2014
(vgl.
Urk.
7/1)
war bereits am
1
6.
April 2015
abgelaufen.
Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer somit richtiger
weise mit Wirkung ab September 2015 eine ganze Rente zugesprochen (
Art.
29
Abs.
3 IVG
).
Im Zeitpunkt der Begutach
tung, das heisst im Oktober 2017
,
hatte sich der gesundheitliche Zustand des Beschwerdeführers dahingehend gebessert, dass ab dann von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätig
keiten
auszugehen
war
(
Urk.
7/97/64). Dies rechtfertigt die Neubeurteilung des Leistungsan
spruchs
auf dieser Grundlage
.
6
.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die Angaben der
letzten
, langjährigen Arbeitgeberin
, der
Y._
AG,
von einem Einkommen von Fr. 85'700.-- im Jahr 2017 aus (Urk. 7/139/1), was vom Beschwerdeführer
nicht beanstandet
wurde (
Urk.
1 S. 18) und mit der Aktenlage übereinstimmt (Urk. 7/
111/9-10).
6
.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
gebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung hatte der Beschwer
de
führer noch keine
dauerhafte neue
Anstellung inne, weshalb
bei der Ermittlung des Invalideneinkommens
auf die Tabellenlöhne abzustellen ist. Dem
Auszug aus dem individuellen Konto des Beschwerdeführers (
IK-Auszug
)
vom 2
8.
November 2014 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer bereits in den Jahren 2002 und 2003 zeitweise für die
Y._
AG gearbeitet hatte
, und dann ab März 2004 durchgehend
. Bei einem anderen Arbeitgeber
hatte
er in der Schweiz nur von Mai bis Juli 2002
gearbeitet
(Urk. 7/5/1). Demnach verfügt er über keine
grössere
Berufserfahrung ausserhalb de
s
angestammten Tätigkeit
sbereichs
.
Es rechtfertigt sich daher
,
auf das
Kompetenzniveau 1 abzustellen.
Gemäss LSE 2016 betrug das Einkommen
der
Männer
in einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerk
licher Art
Fr. 5'340.-- pro Monat (Tabelle TA1_tirage_skill_level, «Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirt
schaftszweigen, Kompetenzniveau und Ge
schlecht, Privater Sektor», Total, Kompetenzniveau 1, Männer)
bei 40 Arbeits
stunden pro Woche. Unter Berücksichtigung
d
er betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.
7
Stunden pro Woche (Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wi
rtschaftsabteilungen, Tabelle T
03.02.03.01.04.01)
beträgt das
Einkom
men monatlich
Fr. 5'566.95 beziehungsweise Fr. 66'803.40
pro Jahr. Ange
passt an die Nominallohnentwicklung für
Männer
(Bundesamt für Statistik; Tabelle T1.1.10 Nominallohnindex, Männer 2011-2018; Basis 2010 = 100, Total) ergibt sich fürs Jahr 2017 ein Betrag von gerundet Fr. 67'124.--
(Fr. 66'803.40 : 104.1 x 104.6), welcher dem Invalideneinkommen entspricht.
6.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/aa). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/aa-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/bb).
Ist von einem genügend breiten Spektrum an zu
mut
baren Verweisungstätigkeiten auszugehen, können unter dem Titel leidensbe
dingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) als ausserordentlich zu bezeichnen sind (
Urteil des Bundesgerichts 8C_297/2018 vom 6. Juli 2018 E. 3.5).
Solche Umstände sind vorliegend nicht ersichtlich
und wurden auch nicht geltend gemacht
, weshalb
es
nicht zu beanstanden ist, dass die Beschwerdegegnerin keinen Abzug vom Tabellenlohn vorgenommen hat.
6
.5
Nach dem Gesagten ist für den Einkommensvergleich von einem
Validenein
kommen
von
Fr. 85'700.--
und einem Invalideneinkommen von
Fr. 67'124.
—
aus
zugehen,
womit sich eine Erwerbseinbusse von Fr. 18’576.-- und damit ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von gerundet 22 % ergibt (Fr. 18’576.-- : Fr. 85’700.-- x 100; zur Rundung vgl. BGE 130 V 121 E. 3.).
Folglich hat der Beschwerdeführer in Nachachtung von Art. 88a Abs. 1 IVV, wonach eine Ver
besserung der Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen ist, sobald sie ohne wesent
liche Unterbrechung drei Monate gedauert hat, ab
1.
Februar 2018 keinen An
spruch mehr auf Rentenleistungen der Invalidenversicherung.
Den Zeitpunkt der Rentenaufhebung hat die Beschwerdegegnerin korrekt ermittelt. Massgebend ist nicht das Datum des Gutachtens, sondern jenes der Untersuchung
an
verschie
denen Daten im Oktober
2017
(
Urk.
7/97/3), anlässlich der
die gesundheitliche Besserung festgestellt wurde. Beim schrittweisen Belastungsaufbau (vgl.
Urk.
7/97/59) handelt es sich
sodann
um
eine Eingliederungsempfehlung. An
sonsten gingen die Gutachter ab dem Zeitpunkt der Untersuchung
klarerweise von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in a
ngepasster Tätigkeit aus
(Urk. 7/97/64).
Der
Einwand
des Beschwerdeführer
s, die Phase des Belastungsaufbaus sei
mit
zuberücksichtigen
(
Urk.
1 S. 9)
,
ist nicht
begründet
.
Nach dem Gesagten ist die
Zusprechung der ganzen Rente ab dem
1. September 2015
, das heisst
ein Jahr nach dem Unfall vom 1
1.
September 2014 und bei recht
zeitiger Anmeldung zum Leistungsbezug am 1
5.
Oktober 2014
(
Art.
28
Abs.
1
lit
.
b
und
Art.
29
Abs.
1 u. 3 IVG
)
und die Aufhebung derselben per Ende Januar 2018 zufolge der gesundheitlichen Besserung
(
Art.
88a
Abs.
1 IVV
)
nicht zu bean
standen.
7
.
7
.1
Der Beschwerdeführer
beantragt die Zusprechung von
Einarbeitungszuschüsse
n
und
die Prüfung des
Anspruchs auf
weitere Eingliederungsmassnahmen (
Urk.
1 S. 2).
Die Beschwerdegegnerin verneinte den Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen mit der Begründung,
dass er bei der Stellensuche nicht eingeschränkt sei und
in einer angepassten Tätigkeit eine vollständige Arbeitsfähigkeit aufweise
. Für die Einarbeitung in eine
seinen schulischen und erwerblichen Fähigkeiten entsprechende Tätigkeit seien keine spezifischen Mass
nahmen notwendig
(
Urk.
2 S. 2
und S. 4
des Begründungsteils).
7
.
2
Arbeitsunfähige Versicherte, die eingliederungsfähig sind, haben Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes und beglei
tende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (
Art.
18
Abs.
1
lit
. a u. b IVG).
Hat eine versicherte Person im Rahmen der Arbeits
vermittlung einen Arbeitsplatz gefunden und entspricht ihre Leistungsfähigkeit noch nicht dem vereinbarten Lohn, so hat sie
gemäss
Art.
18b
Abs.
1 IVG
während der
erforderlichen Einarbeitungszeit, längstens jedoch während 180 Tagen, Anspruch
auf einen Einarbeitungszuschuss.
Gemäss dem
Z._
-Gutachten
vom 2
3.
Januar 2018
ist
der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig
. Damit ist kein Anspruch auf Arbeitsvermittlung ausgewiesen
, da auch keine gesundheitlich bedingten Schwie
rig
keiten bei der Stellensuche dargetan wurden
(Urteil des Bundesgerichts 9C_329/2020 vom
6.
August 2020 E. 3.2.3)
. Aus diesem Grund und weil der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Verfügungserlasses keine seinem Gesund
heitszustan
d angepasste Tätigkeit ausübte - die erneute Tätigkeit als Strassen
markierer ab dem 1
4.
Mai 20
20
ist nicht angepasst und erfolgte sodann nur befristet bis 1
4.
August 20
20
(
Urk.
3/2) -
fällt auch die Ausrichtung
eines Ein
arbeitungszuschusses
ausser Betracht.
Den Anspruch auf anderweitige Ein
gliederungsmassnahmen hat die Beschwerdegegnerin nicht geprüft und solche sind
konkret
auch nicht beantragt. Bei dieser Sachlage erübrigt sich
auch
die Zu
sprechung von Eingliederungsleistungen im Sinne einer vorsorglichen Mass
nahme.
8
.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin dem Beschwerde
führer aufgrund einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit richtigerweise ab dem
1.
September 2015 eine ganze Rente zugesprochen hat.
Im Verlauf
hat sich der gesundheitliche Zustand des Beschwerdeführer
s
gebessert und er war in der Lage, spätestens
seit Oktober
2017 vollzeitlich eine angepasste Tätigkeit
auszuüben
.
Dies hat zur Folge, dass kein rentenbegründender Inva
lidi
tätsgrad mehr besteht, was die Aufhebung der Rente per Ende Januar 2018 zur Folge hat. Nicht erfüllt sind sodann die Voraussetzung auf Arbeitsvermittlung respektive auf die Ausrichtung
eines Einarbeitungszuschusses
. Damit erweist sich die gegen die Verfügung vom 1
2.
Mai 2020 erhobene Beschwerde als unbe
grün
det. Sie ist demgemäss abzuweisen.
Der Antrag auf vorsorgliche Massnahmen (vgl.
Urk.
1 S. 3) wird m
it dem Entscheid in der Sache
gegenstandslos.
9
.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von
L
eistungen
der Invalidenversicherung
. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr. 9
00.
--
anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten
dem Beschwer
deführer
aufzuerlegen.