Decision ID: 10c46b7f-2204-4e02-9e00-d9f92acfa9bd
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
A._ und B._ sind Eigentümer der Parzelle Nr. 0000_, Grundbuch X._, welche mit
dem Wohnhaus Assek.-Nr. 0001_ überbaut ist. Im Nordosten grenzt das Grundstück
an die Parzelle Nr. 0002_ im Eigentum des Rheinunternehmens (öffentlich-rechtliche
Anstalt des Staates mit eigener Rechtspersönlichkeit, nachfolgend: RU), über welche
der Alte Rhein (kantonales Gewässer) fliesst (act. 6/41, act. 12.1, act. 28 und 31 f.,
www.geoportal.ch). Im Rahmen der Staatsverträge zwischen der Schweizerischen
Eidgenossenschaft und Österreich-Ungarn bzw. der Republik Österreich vom
30. Dezember 1892, 19. November 1924 bzw. 10. April 1954 (SR 0.721.191.631-633,
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nachfolgend: Staatsvertrag 1892, 1924 resp. 1954) hat sich die Schweiz unter anderem
verpflichtet, die Endgestaltung des Alten Rheinlaufes unterhalb von St. Margrethen/
Höchst bis zum Bodensee zu regulieren und zu vollziehen (Art. 14 Staatsvertrag 1892
bzw. 1924). Vom 14. August 2002 bis 12. September 2002 lagen das Ausbauprojekt
Endgestaltung Alter Rhein (Bruggerhorn bis Bodensee) mit
Umweltverträglichkeitsprüfung und Konzessionsgesuch für eine Ersatzsteganlage der
Internationalen Rheinregulierung (nachfolgend IRR, https://rheinregulierung.org),
Gemeinsame Rheinkommission (vgl. Art. 9 Abs. 1 Staatsvertrag 1954), und des RU
sowie der Teilstrassenplan Y._-weg (vom Gemeinderat X._ am 1. Juli 2002 erlassen)
öffentlich auf (ABl 2002, S. 1553 f.). Am 6. September 2004 widerrief der Gemeinderat
X._ den Teilstrassenplan Y._-weg. Mit Entscheid vom 24. November 2004 wies das
Baudepartement (nachfolgend: BD) eine gegen das Ausbauprojekt Endgestaltung Alter
Rhein und das Konzessionsgesuch für eine Ersatzsteganlage von A._ und B._
erhobene Einsprache ab. Eine dagegen am 10. Dezember 2004 erhobene Beschwerde
zogen A._ und B._ am 6. Januar 2005 zurück. Daraufhin schrieb der damalige
Verwaltungsgerichtspräsident die Beschwerde mit Entscheid vom 10. Januar 2005 ab
(act. 9/9/3-5, 8, S. 3, act. 9/16/1-6, act. 10/15/13, B 2004/194 act. 1 f. und 5).
B.
Per 1. Oktober 2018 hat der Bundesrat die IRR aus der Unterhaltspflicht des Alten
Rheins zwischen St. Margrethen/Höchst und dem Bodensee entlassen (vgl. dazu
Art. 15 und 18 Abs. 1 Staatsvertrag 1954 und Medienmitteilung des Bundesrates vom
30. August 2017, www.admin.ch). Am 25. Oktober 2019 genehmigte das BD,
unterzeichnet vom Leiter Amt für Wasser und Energie (AWE), eine Änderung
(Endgestaltung Mündungsbereich, Parzellen Nrn. 0003_, 0004_ und 0002_) des
Wasserbauprojekts Endgestaltung Alter Rhein, welche das RU am 5. September 2019
beim Bauamt X._ eingereicht hatte (nachfolgend: Projektänderung). Am
9. September 2019/12. November 2019 erteilte der Gemeinderat X._ dafür im
vereinfachten Verfahren eine Baubewilligung unter Eröffnung aller kantonalen
Verfügungen als Gesamtentscheid (act. 9/15/1-11, act. 9/16/12-18). Am
26. November 2019, berichtigt am 10. Januar 2020, beantragten A._ und B._ beim
Gemeinderat X._, es sei gegenüber dem RU per sofort die Einstellung der Arbeiten am
Hochwasserdamm entlang des Alten Rheins zu verfügen (Ziff. I/1) und dem RU Frist zur
Einreichung eines nachträglichen Baugesuchs anzusetzen (Ziff. I/2). Es sei für die
Endgestaltung Mündungsbereich Alter Rhein, Ausführungsprojekt 2019/2020
(Etappe 1) sowie Projektänderung (Etappe 2), ein ordentliches
Baubewilligungsverfahren durchzuführen und es seien ihnen sämtliche Parteirechte zu
gewähren (Ziff. I/3). Auf Antrag I/1 trat der Gemeinderat X._ mit Beschluss vom
22. Januar 2020 kostenfällig nicht ein (act. 10/14/1-9).
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C.
Am 23. Januar 2020/18. März 2020 rekurrierten A._ und B._ gegen die
Baubewilligung des Gemeinderates X._ vom 9. September 2019/12. November 2019
an das BD (Verfahrensnr. 0005_ [im angefochtenen Entscheid auch: Rekurs 1],
act. 9/1 und 9) mit dem Rechtsbegehren, es sei die im vereinfachten Verfahren erteilte
Baubewilligung des Gemeinderates X._ vom 9. September 2019/12. November 2019
(vom Leiter Bauamt der Beschwerdebeteiligten mit E-Mail vom 9. Januar 2020
zugestellt, act. 9/1/1) samt den Verfügungen der kantonalen Stellen kostenfällig
aufzuheben (Ziff. I/1 und 4). Es sei für die Endgestaltung Alter Rhein,
Ausführungsprojekt 2019/2020 sowie Projektänderung, ein ordentliches
Genehmigungsverfahren nach Art. 34 ff. des bis 31. Dezember 2009 gültigen
Wasserbaugesetzes vom 23. März 1969 (Neudruck vom Mai 1983, nGS 18-58,
aWBG SG) durchzuführen und es seien ihnen sämtliche Parteirechte zu gewähren
(Ziff. I/2, berichtigt am 17. August 2020, act. 9/23, 10/22, je S. 2 Ziff. 4). Am
6. Februar 2020/18. März 2020 rekurrierten sie gegen den Nichteintretensentscheid des
Gemeinderates X._ vom 22. Januar 2020 (Verfahrensnr. 0006_ [auch: Rekurs 2],
act. 10/1 und 8) an das BD und beantragten im Speziellen (Antrag Ziff. I/2 gleichlautend
wie im Verfahren 0005_), es sei der Entscheid des Gemeinderates X._ vom
22. Januar 2020 kostenfällig aufzuheben (Ziff. I/1 und 4). In beiden Rekursverfahren
beantragten sie als vorsorgliche Massnahmen für die Dauer des jeweiligen Verfahrens,
es sei das RU zu verpflichten, die Baupiste und den Hochwasserdamm abzusperren,
damit diese nicht als Fuss- und Fahrweg benutzt werden könnten (act. 9/9 und 10/8, je
S. 2 Ziff. I/3). Mit Entscheid vom 28. August 2020 vereinigte das BD die
Rekursverfahren Nrn. 0005_ und 0006_ und hiess die Rekurse im Sinne der

Erwägungen teilweise gut, soweit es darauf eintrat (Dispositiv-Ziff. 1a, 1c). Es stellte
fest, dass die Beschlüsse des Gemeinderates X._ vom
9. September 2019/12. November 2019 und 22. Januar 2020 nichtig seien (Dispositiv-
Ziff. 1b, 1d). Gleichzeitig wies es die Begehren um Erlass vorsorglicher Massnahmen
ab (Dispositiv-Ziff. 1e). A._ und B._ auferlegte es amtliche Kosten von CHF 3'200
unter Anrechnung der geleisteten Kostenvorschüsse von je CHF 1'800 (Dispositiv-
Ziff. 2a-2b). Zudem sprach es A._ und B._ eine ausseramtliche Entschädigung in der
Höhe von CHF 2'000 zulasten des RU zu (Dispositiv-Ziff. 3). Im übrigen wies es das RU
aufsichtsrechtlich an, die beiden auf den Grundstücken Nrn. 0007_ und 0008_ ohne
Baubewilligung erstellten Absperranlagen, welche bis auf die Parzelle Nr. 0002_
reichten, innert 14 Tagen nach Eröffnung des Entscheids zu entfernen (Dispositiv-Ziff. 4
und E. 7 f., S. 18-20).
D.
Gegen den Entscheid des BD (Vorinstanz) vom 28. August 2020 erhoben A._ und B._
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(Beschwerdeführer) durch ihren Rechtsvertreter am 7. September 2020 Beschwerde
(act. 1) beim Verwaltungsgericht (B 2020/177: Hauptverfahren; B 2020/178: Abweisung
des Begehrens um Erlass vorsorglicher Massnahmen). Mit Eingabe vom
15. September 2020 beantragten sie, das RU (Beschwerdegegnerin) sei für die Dauer
der Verfahren kostenfällig zu verpflichten, die Baupiste und den Hochwasserdamm
abzusperren, damit diese nicht als Fuss- und Fahrweg benutzt werden könnten (act. 5,
S. 2 Ziff. I/1 und 3). Am 2. Oktober 2020 (act. 13) ergänzten sie ihre Beschwerde mit
einer Begründung und einem (erweiterten) Rechtsbegehren (dazu weiter unten). Mit
Vernehmlassungen vom 19. bzw. 20. Oktober 2020 schlossen die Vorinstanz resp. die
Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei
(act. 19 und 21). Am 29. Oktober 2020 nahmen die Beschwerdeführer im Verfahren
B 2020/177 zu den Eingaben der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin vom 25. und
30. September 2020 betreffend Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen Stellung
(act. 8, 11-12.2, 25). Die Politische Gemeinde X._ (Beschwerdebeteiligte) hielt am
4. November 2020 und die Beschwerdeführer am 23. November 2020 fest, dass auf
dem "Dammweg" bzw. teils auf den Parzellen Nrn. 0007_ und 0008_, teils auf
Parzelle Nr. 0002_, (mobile) Abschrankungen erstellt worden seien (act. 28 und 31 f.).
Am 12. Januar 2021 (act. 36 f.) nahmen die Beschwerdeführer abschliessend Stellung
und berichtigten die Nummerierung ihres in der Beschwerdeergänzung vom
2. Oktober 2020 (act. 13) gestellten Rechtsbegehrens wie folgt: Es seien Dispositiv-
Ziffern 1a, 1c, 1e, 2a, 2b, 3 und 4 des angefochtenen Entscheids unter Kosten- und
Entschädigungsfolge, zuzüglich Mehrwertsteuer, aufzuheben (Ziff. I/1 und 7). Es sei
festzustellen, dass die Genehmigungsverfügung des BD, unterzeichnet vom Leiter
AWE, vom 25. Oktober 2019 (act. 15, nachfolgend: Genehmigung) nichtig sei; eventuell
sei sie aufzuheben (Ziff. I/2). Es sei die Vorinstanz anzuweisen, für die Endgestaltung
Mündungsbereich Alter Rhein, Ausführungsprojekt 2019/2020 sowie Projektänderung,
ein ordentliches Verfahren durchzuführen und ihnen sämtliche Parteirechte zu
gewähren (Ziff. I/3). Es sei die Beschwerdegegnerin für das
Ausführungsprojekt 2019/2020 zu verpflichten, die Dammkrone wasserseitig auf die
wasserbautechnisch notwendige Breite von 2.00 m zu verschmälern und das Ufer
entsprechend wasserseitig gleichmässig abzuflachen (Ziff. I/4a); sowie den gesamten
Hochwasserschutzdamm ab Parzelle Nr. 0007_ (Dreiangel) bis und mit Parzelle
Nr. 0008_ (C._) durch Renaturierungsmassnahmen derart zu gestalten, dass eine
Begehbarkeit des Dammes verhindert werde (Ziff. I/4b). Es sei davon Vormerk zu
nehmen, dass sie sich ausdrücklich vorbehalten würden, je nach Ausgang des
vorliegenden Verfahrens für die infolge des jetzigen Zustands zusätzlichen, im
durchgeführten Enteignungsverfahren nicht berücksichtigten Nachteile für ihr
Grundstück Nr. 0000_ eine zusätzliche Entschädigung zu verlangen (Ziff. I/5). Es sei
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ihnen für das Rekursverfahren eine Parteientschädigung von CHF 5'000 zuzüglich
Mehrwertsteuer zuzusprechen (Ziff. I/6).
Auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids und die Ausführungen der
Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
B 2020/177
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die Sachurteilsvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben ([Art. 1 Abs. 2 des
Rheingesetzes; sGS 734.21, RhG, in Verbindung mit Art. 29 des Wasserbaugesetzes;
sGS 734.1, WBG SG, und] Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeeingabe vom
7. September 2020 (act. 1) gegen den angefochtenen Entscheid vom 28. August 2020
(act. 2) erfolgte rechtzeitig (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 VRP). Entgegen der
Auffassung der Vorinstanz (act. 19 Ziff. II/5) gilt dies auch für Antrag Ziff. I/2 ("es sei
festzustellen, dass die Genehmigung nichtig sei; eventuell sei sie aufzuheben"): Im
Rekursverfahren Nr. 0005_ haben die Beschwerdeführer in Antrag Ziff. I/1
ausdrücklich – "samt den Verfügungen der kantonalen Stellen" – die Aufhebung der
Genehmigung verlangt (vgl. act. 9/1 und 9). Zudem haben sie in beiden
vorinstanzlichen Rekursverfahren beantragt (je Antrag Ziff. I/2, act. 9/9 und 23 Ziff. 4,
act. 10/8 und 22 Ziff. 4), es sei für die Endgestaltung Alter Rhein, Ausführungsprojekt
2019/2020 sowie Projektänderung, ein ordentliches Genehmigungsverfahren nach
Art. 34 ff. aWBG durchzuführen und es seien ihnen sämtliche Parteirechte zu
gewähren. Dadurch haben sie im Individualrechtsschutz- bzw. Anfechtungsverfahren
bezüglich der Projektänderung (Sondernutzungsplan, vgl. dazu W. Ritter, Kommentar
zum Wasserbaugesetz des Kantons St. Gallen, Widnau 2012, lit. a zu Art. 21 WBG SG)
die ihnen am 9. Januar 2020 zugestellte (act. 9/1/1) Genehmigung im Sinne von
Art. 26 des Bundesgesetzes über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz; SR 700,
RPG), an welche die Rechtsmittelbehörde nicht gebunden ist (vgl. BGer 1C_71/2014
1.1.
bis
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vom 19. Februar 2015 E. 2.2.1 mit Hinweisen), inhaltlich mitangefochten (vgl. dazu
BGer 1C_315/2015; 1C_321/2015 vom 24. August 2016 in BGE 142 II 509 nicht
publizierte E. 2.8 mit Hinweis). Die Vorinstanz ist in Dispositiv-Ziff. 1a und 1c in
Verbindung mit Erwägung 1.3, 3.4, 5 und 8 des angefochtenen Entscheids (act. 2, S.
11, 14-16, 20-22) auf diese Rekursanträge in Bezug auf die Projektänderung mangels
Zuständigkeit teilweise nicht eingetreten (vgl. zum teilweisen Eintreten E. 1.3.2 und 3.2
hiernach), hat aber bezüglich der (mitangefochtenen) Genehmigung gleichzeitig
ausdrücklich von einer (formlosen) Teilüberweisung gemäss Art. 11 Abs. 3 VRP an das
Verwaltungsgericht, welches sie als dafür zuständig erachtete (vgl. act. 2, S. 14 E. 3.4),
abgesehen (vgl. dazu auch act. 8, S. 3 Ziff. II/4 Abs. 2, und A. Kneer, in: Rizvi/
Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar,
Zürich/St. Gallen 2020, N 19 zu Art. 11 VRP). Diese Ungereimtheit bleibt indessen ohne
Einfluss auf die Fristwahrung: Die Beschwerdeführer, welche das teilweise
Nichteintreten auf ihre Rekurse rechtzeitig mit Beschwerde angefochten haben, sind
trotz fehlender vorinstanzlicher Überweisung nicht anders zu stellen, wie wenn die
Vorinstanz – mit Blick auf Art. 11 Abs. 3 VRP zulässigerweise (vgl. dazu A. Kneer, in:
Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 18 zu Art. 11 VRP mit Hinweis auf K. Plüss, in:
A. Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich,
3. Aufl. 2014, N 50 zu § 5 VRG ZH) – die ihrer Ansicht nach nicht in ihre Kompetenz
fallende Anfechtung der Genehmigung (siehe dazu auch Art. 132 Abs. 3 lit. b des
Planungs- und Baugesetzes; sGS 731.1, PBG) erst nach Fällung ihres Endentscheids
an das Verwaltungsgericht weitergeleitet hätte (vgl. dazu Art. 29 Abs. 1 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft; SR 101, BV,
BGE 140 III 636 E. 3.5 mit Hinweisen und T. Flückiger, in: Waldmann/
Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016,
N 29 f. zu Art. 8 VwVG). Den anwaltlich vertretenen Beschwerdeführern kann keine
Verletzung des Grundsatzes von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV)
vorgeworfen werden (vgl. dazu VerwGE B 2015/309 vom 26. April 2017 E. 4.3 mit
Hinweisen), weil sie in den vorinstanzlichen Verfahren die Meinung vertraten, die
Vorinstanz sei hinsichtlich der Anfechtung der Projektänderung – und damit auch der
inhaltlich mitangefochtenen Genehmigung – anstelle der Beschwerdebeteiligten bzw.
des Verwaltungsgerichts erstinstanzlich zuständig (vgl. act. 9/23 Ziff. 1, act. 10/22
Ziff. 1, siehe dazu auch act. 8, S. 3 Ziff. II/4 Abs. 2). Es kann nicht gesagt werden, sie
hätten deswegen bewusst oder trölerisch eine unzuständige Instanz angerufen (vgl.
dazu BGer 2C_371/2020 vom 2. Juni 2020 E. 4.3 mit Hinweisen und E. 4.2 hiernach).
Entsprechend ist für das Verwaltungsgericht in dieser Hinsicht fristenrechtlich der
Zeitpunkt der – unbestrittenermassen fristwahrenden – Eingabe bei der Vorinstanz
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1.3.1.
Art. 33 Abs. 3 lit. a RPG und Art. 111 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das
Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz; SR 173.110, BGG) schreiben in Umsetzung der
Rechtsweggarantie (Art. 29a BV) als gewichtigen Eingriff in die kantonale
Organisationsautonomie (Art. 47 BV) vor, dass die Beschwerdebefugnis im kantonalen
Verfahren (nach Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP) nicht enger umschrieben
werden darf, als dies für die Beschwerde an das Bundesgericht (Art. 89 Abs. 1 BGG)
vorgesehen ist (vgl. dazu auch Art. 16 des Bundesgesetzes über den Wasserbau;
SR 721.100, WBG, sowie BGer 1C_69/2019 vom 20. August 2019, in: ZBl 2020,
S. 681 ff., E. 2.4 mit Hinweis auf BGE 144 I 43 E. 2.1, in: Pra 2018 Nr. 92).
Vorausgesetzt ist nach den Grundsätzen von Art. 89 Abs. 1 Ingress lit. a bis c BGG
insbesondere, dass der Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen
Anträgen ganz oder teilweise unterlegen ist (lit. a, vgl. dazu BGE 135 II 172 E. 2.2.1 mit
Hinweisen); einen praktischen Nutzen aus der Aufhebung oder Änderung des
angefochtenen (Wasser-)Bauprojekts zieht, d.h. seine tatsächliche oder rechtliche
Situation dadurch unmittelbar beeinflusst werden kann (lit. c, vgl. BGE 141 II 14 E. 4.4
mit Hinweisen), und über eine spezifische Beziehungsnähe zur Streitsache verfügt
(lit. b). Die Nähe der Beziehung zum Streitgegenstand muss bei Bauprojekten
massgeblich (vgl. dazu Art. 11 Abs. 3 Satz 3 VRP). Demzufolge erfolgte auch Antrag
Ziff. I/2 der Beschwerde rechtzeitig.
Die Beschwerdeeingabe vom 7. September 2020 (act. 1) erfüllt zusammen mit der
Ergänzung vom 2. Oktober 2020 (act. 13) formell und inhaltlich die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Entgegen der
Auffassung der Vorinstanz (act. 19 Ziff. II/1a) kann nicht gesagt werden, aus der im
Rahmen der Beschwerde vorgebrachten Kritik ergäbe sich nicht, wieso Dispositiv-
Ziffern 1a und 1c des angefochtenen Entscheids – soweit die Beschwerdeführer
dadurch beschwert sind (vgl. E. 1.3.2 f. hiernach) – aufzuheben seien (vgl. hierzu
VerwGE B 2019/77; B 2019/78 vom 11. Februar 2020 E. 2 mit Hinweisen sowie act. 13,
S. 6-15 Ziff. II/B/11-13, II/C/15-16.1, 16.4, 17-20, 23-26, 29, act. 25, S. 3 f., 6 f., 8, 11 f.
Ziff. II/B/a/4, 6.1, 6.5, 6.7 f., 6.9 f., 8.1-8.3, II/B/b/11, act. 36, S. 3-5, 10-16, 18 Ziff. II/B/
6.2-6.5, 7.1 f., 10.8-12.3, 14.2, II/C/16.1).
1.2.
1.3.
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insbesondere in räumlicher Hinsicht gegeben sein. Liegt diese besondere
Beziehungsnähe vor, braucht das Anfechtungsinteresse nicht mit dem Interesse
übereinzustimmen, das durch die vom Beschwerdeführer als verletzt bezeichneten
Normen geschützt wird. Er kann daher die Überprüfung eines Bauvorhabens im Lichte
all jener Rechtssätze verlangen, die sich rechtlich oder tatsächlich in dem Sinne auf
seine Stellung auswirken, dass ihm im Falle des Obsiegens ein praktischer Nutzen
entsteht. Die Rechtsprechung bejaht die Legitimation von Nachbarn regelmässig,
deren Liegenschaft an das Baugrundstück angrenzt (bzw. davon nur durch einen
Verkehrsträger getrennt wird) oder sich in einem Umkreis von bis zu rund 100 m
befindet (vgl. VerwGE B 2019/204 vom 17. Oktober 2020 E. 3.1 mit Hinweisen). Bei
grossen Anlagen ist es möglich, dass ein Beschwerdeführer nur für bestimmte
Anlageteile über eine genügende Beziehungsnähe verfügt. Die Legitimation darf jedoch
nicht so eng gefasst werden, dass dadurch die Beurteilung funktional
zusammenhängender Teile der Anlage auseinandergerissen wird. Es ist im jeweiligen
Sachzusammenhang zu prüfen, ob eine genügende Beziehungsnähe zu bestimmten
Anlageteilen gegeben ist (vgl. BGer 1C_315/2017 vom 4. September 2018 E. 1.1 mit
Hinweis auf BGE 140 II 214 E. 2.1). Bei einer Drittbeschwerde pro Adressat sind die
unmittelbar betroffenen Personen unabhängig vom Verhalten des Adressaten
rechtsmittellegitimiert, wenn die Anordnung direkt in ihre schutzwürdigen Interessen
eingreift (vgl. BGer 8C_147/2016 vom 13. Juli 2016 E. 5.5 mit Hinweisen). Wenn der
belastete Verfügungsadressat auf eine Anfechtung verzichtet, ist eine Drittbeschwerde
zugunsten des Adressaten dann nicht zulässig, wenn der Dritte etwas anstrebt, was
seiner Dispositionsbefugnis entzogen ist und nur dem Verfügungsadressaten selbst
zusteht. Ebensowenig ist der bloss vertraglich mit dem Verfügungsadressaten
verbundene Dritte in der Regel beschwerdeberechtigt. Die Reflexwirkungen, welche die
an den Adressaten gerichtete Verfügung auf ein Vertragsverhältnis zwischen ihm und
einem Dritten zeitigen können, begründen regelmässig kein schutzwürdiges
Anfechtungsinteresse des Dritten (vgl. VerwGE B 2019/19 vom 11. August 2020
E. 2.2.2 mit Hinweisen).
1.3.2
Ungeachtet ihrer Legitimation in der Sache sind die Beschwerdeführer befugt, den
angefochtenen Entscheid anzufechten, soweit auf ihre Rekurse im Sinne der
Erwägungen (vgl. Dispositiv-Ziff. 1a und 1c in Verbindung mit E. 1.3, 3.4, 5 und 8 des
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angefochtenen Entscheids, act. 2, S. 11 und 14-16, 20) teilweise nicht eingetreten
wurde (vgl. dazu BGer 1C_661/2019 vom 13. Mai 2020 E. 1 und VerwGE B 2017/176
vom 24. September 2018 E. 1 mit Hinweisen). Wie die Vorinstanz in
Erwägung 1.4.3 des angefochtenen Entscheids (act. 2, S. 12) überdies zutreffend
ausgeführt hat (vgl. act. 9/15/7-10; www.geoportal.ch), liegt die nächstgelegene, von
der Projektänderung betroffene Parzelle Nr. 0004_ resp. der davon betroffene Teil der
Parzelle Nr. 0002_ lediglich rund 50 m vom Grundstück Nr. 0000_ der
Beschwerdeführer entfernt. Soweit die Vorinstanz die Rekurse in Dispositiv-Ziff. 1a und
1c in Verbindung mit Erwägung 2 des angefochtenen Entscheids (nicht aufgeführt in
der Zusammenfassung unter E. 8 des angefochtenen Entscheids, vgl. act. 2, S. 12 und
20) in Bezug auf die Projektänderung teilweise abgewiesen hat ("Durchführung des
vereinfachten Verfahrens für die Projektänderung grundsätzlich möglich."), begründet
eine solche unmittelbare räumliche Nähe nach der oben erwähnten Rechtsprechung
bei den Beschwerdeführern eine besondere Betroffenheit. Anhaltspunkte, welche eine
Ausnahme von dieser Regel rechtfertigten, sind nicht ersichtlich. Der konkrete
praktische Nutzen für die Beschwerdeführer würde darin bestehen, dass sie, falls sie
mit der geltend gemachten Verletzung von Parteirechten (act. 13, S. 6-15 Ziff. II/B/
11-13, II/C/15-16.1, 16.4, 17-20, 23-26, 29, act. 25, S. 3 f., 6 f., 8, 11 f. Ziff. II/B/a/4,
6.1, 6.5, 6.7 f., 6.9 f., 8.1-8.3, II/B/b/11, act. 36, S. 3-5, 10-16, 16-18 Ziff. II/B/6.1-6.5,
7.1 f., 10.8-12.3, 14.2, II/C/15, 16.1) durchdringen würden, in Aufhebung der
Genehmigung unter Berücksichtigung ihrer inhaltlichen Vorhaltungen gegen die
Projektänderung einen Entscheid in der Sache bewirken könnten (vgl. dazu
BGer 1C_236/2010 16. Juli 2010 E. 1.5 mit Hinweisen, besprochen in: BR 2011,
S. 154 ff.). Damit sind sie – trotz gegenteiliger Ansicht der Beschwerdegegnerin (act. 21
Ziff. II/1) – auch in dieser Hinsicht zur Beschwerde befugt. Ferner sind sie zur
Beschwerde befugt, soweit sie sich (teilweise) gegen den vorinstanzlichen
Kostenspruch (Dispositiv-Ziff. 2a und 2b) zur Wehr zu setzen (vgl. dazu VerwGE
B 2020/58; B 2020/72 vom 22. Oktober 2020 E. 2 mit Hinweisen). Auf die Beschwerde
B 2020/177 ist daher grundsätzlich einzutreten.
1.3.3
Nicht einzutreten ist erstens auf die in der Beschwerde B 2020/177 beantragte
Aufhebung des angefochtenen Entscheids (Antrag Ziff. I/1), soweit die Vorinstanz die
Rekurse im Sinne der Erwägungen teilweise gutgeheissen hat (Dispositiv-Ziff. 1a und
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1c sowie E. 1.2, 3-3.3, 4-4.2 und 8 des angefochtenen Entscheids, act. 2, S. 10, 12-15,
20-22, vgl. zum Hinweis auf die Erwägungen im Dispositiv Weissenberger/Hirzel, in:
Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], a.a.O., N 42 ff. zu Art. 61 VwVG; M. Donatsch, in.
A. Griffel [Hrsg.], a.a.O., N 15 f. zu § 65 VRG ZH, und VerwGE B 2016/21; B 2016/22
vom 26. September 2018 E. 9.2 mit Hinweisen, bestätigt mit BGer 1C_572/2018;
1C_574/2018 vom 31. Oktober 2019). In dieser Hinsicht sind die Beschwerdeführer
nicht formell beschwert. Dahingestellt bleiben kann damit, ob die Vorinstanz, welche
die Nichtigkeit der Beschlüsse der Beschwerdebeteiligten vom 9. September 2019
(Beilage zu act. 9/1) und 22. Januar 2020 (Beilage zu act. 10/1) festgestellt hat, in
dieser Hinsicht zu Recht auf die Rekurse eingetreten ist (vgl. dazu Daum/Bieri, in: Auer/
Müller/Schindler [Hrsg.], Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Kommentar,
2. Aufl. 2019, N 23 und FN 74 zu Art. 7 VwVG). Sodann kann Streitgegenstand des
vorliegenden Verfahrens nur sein, was bereits Gegenstand der vorinstanzlichen
Verfahren bildete (vgl. dazu VerwGE B 2019/82 vom 2. Juli 2019 E. 1 mit Hinweis und
act. 19 Ziff. II/1b). Aus diesem Grund ist zweitens bis viertens auf die Beschwerde nicht
einzutreten, soweit die Beschwerdeführer die – auf dem Zivilrechtsweg geltend zu
machende – Nichteinhaltung privatrechtlicher Dienstbarkeitsverträge rügen (act. 5,
S. 4 f. Ziff. II/B/9, act. 13, S. 16 Ziff. II/B/31, act. 25, S. 2-4, 10-12 Ziff. II/B/a/3, 5, II/B/
b/10.1-10.3, 11, act. 36, S. 6 f., 18 f. Ziff. II/B/9.1, 9.3, II/C/16.2), der Vorinstanz im
Hinblick auf eine allfällige Terrainaufschüttung auf ihrem Grundstück widersprüchliches
Verhalten bzw. eine rechtsungleiche Behandlung vorwerfen (act. 36 S. 9-12 Ziff. II/B/
10.5-10.11) und beantragen, es sei davon Vormerk zu nehmen, dass sie sich
ausdrücklich vorbehalten würden, je nach Ausgang des vorliegenden Verfahrens für die
infolge des jetzigen Zustands zusätzlichen, im durchgeführten Enteignungsverfahren
nicht berücksichtigten Nachteile für ihr Grundstück Nr. 0000_ eine zusätzliche
Entschädigung zu verlangen (Antrag Ziff. I/5 sowie act. 13, S. 13 Ziff. II/C/24.6, act. 36,
S. 5, 9 Ziff. II/B/7.4, 10.5-10.7). Hinzu kommt fünftens, dass der Entscheid des
Verwaltungsgerichts B 2004/194 vom 10. Januar 2005 betreffend das vom
14. August 2002 bis 12. September 2002 öffentlich aufgelegte Ausbauprojekt
Endgestaltung Alter Rhein (Bruggerhorn bis Bodensee) mit
Umweltverträglichkeitsprüfung und Konzessionsgesuch für eine Ersatzsteganlage
formell in Rechtskraft erwachsen ist. Folglich konnte dieses Projekt in den
vorinstanzlichen Verfahren nicht mehr in Frage gestellt werden (vgl. die in dieser
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Hinsicht zutreffende E. 1.3 des angefochtenen Entscheids, act. 2, S. 11). Die
diesbezüglichen Einwände der Beschwerdeführer erfolgten somit ausserhalb des
Verfahrensgegenstands (Antrag Ziff. I/1 und 4, act. 13, S. 4 f., 7 f., 13-15 Ziff. II/B/8 f.,
II/C/15, 16.2-16.4, 24.7, 25, 26.3, 29, act. 25, S. 3 f., 6-9, 11 f. Ziff. II/B/a/4, 6.1, 6.7,
7.3, II/B/b/10.4 f., 11, act. 36, S. 3-16, 18 f. Ziff. II/B/6.2-6.5, 7.2, 7.3, 8, 10.1-10.4,
10.8 f., 12.1-14.1, II/C/16.1 f.), weshalb auch darauf nicht einzutreten ist. Soweit die
Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang geltend machen, die Pläne des vom
14. August 2002 bis 12. September 2002 öffentlich aufgelegten Ausbauprojekts seien
mangelhaft, da sie nach dem Widerruf des Teilstrassenplans Y._-weg nicht angepasst
worden seien, ist aus verfahrensökonomischen Gründen zu bemerken, dass die
Beschwerdebeteiligte den am 1. Juli 2002 erlassenen Teilstrassenplan Y._-weg
bereits am 6. September 2004 widerrufen hatte und die Beschwerdeführer demzufolge
die angebliche Mangelhaftigkeit der Pläne bei zumutbarer Sorgfalt bereits im damals
hängigen Einspracheverfahren vor dem BD, welches mit Entscheid vom
24. November 2004 abgeschlossen wurde, hätten geltend machen können. Darüber
hinaus wird weder im WBG SG noch im aWBG, anders als etwa im Bundesgesetz über
die Nationalstrassen (SR 725.11, NSG, vgl. dessen Art. 12 ff.), zwischen generellen
Projekten und Ausführungsprojekten unterschieden (vgl. dazu auch Art. 12
Abs. 2 WBG). Vor diesem Hintergrund könnte voraussichtlich auf ein allfälliges
zukünftiges Wiederaufnahmebegehren (Art. 81 VRP) betreffend den Entscheid VerwGE
B 2004/194 vom 10. Januar 2005 ebenfalls nicht eingetreten werden (vgl. dazu
Art. 81 VRP, VerwGE B 2019/126 vom 1. Dezember 2019 E. 2.1 und VerwGE
B 2016/183 vom 23. Mai 2018 E. 2.1 je mit Hinweis[en] sowie B. F. Schärer, in: Rizvi/
Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 7 ff. zu Art. 81 VRP). Soweit die Beschwerdeführer
sechstens vorbringen, die Ausführung des Ausbauprojekts weiche von den
genehmigten Plänen ab, hat sich dazu mangels funktionaler Zuständigkeit nicht das
Verwaltungsgericht erstinstanzlich zu äussern. Sollten sie an den diesbezüglichen
Einwänden festhalten wollen, wären diese an das AWE zu richten (vgl. dazu Art. 1
Abs. 2 RhG in Verbindung mit Art. 60 Abs. 2 WBG SG und Art. 2 Abs. 1 der
Wasserbauverordnung; sGS 734.11, WBV SG). Auch in dieser Hinsicht ist auf die
Beschwerde nicht einzutreten. Siebtens ist auf die Beschwerde nicht einzutreten,
soweit die Beschwerdeführer Dispositiv-Ziffer 4 des angefochtenen Entscheids
anfechten (vgl. Antrag I /1, act. 1 Ziff. II/4, act. 5, S. 3-7 Ziff. II/B/5-12, act. 13, S. 16-18
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Ziff. II/C/31-34, act. 25, S. 2 f., 7-11 Ziff. II/B/a/3, 7.1 f., 8.1-8.3, II/B/b/9, 10.1-10.3,
act. 31, act. 36, S. 6 f. Ziff. II/B/9): Die Vorinstanz erwog im angefochtenen Entscheid
(act. 2, S. 19 f. E. 7, 7.3 und 8), dass die Absperranlagen im Bereich der Grundstücke
Nrn. 0007_ und 0008_, welche bis auf Parzelle Nr. 0002_ reichten,
unbestrittenermassen formell rechtswidrig seien, und sich diesbezüglich die
Durchführung eines nachträglichen Baubewilligungsverfahrens erübrige. Entsprechend
verfügte sie unter Dispositiv-Ziffer 4 des angefochtenen Entscheids über die Anträge
der Verfahrensbeteiligten hinaus zulasten der Beschwerdegegnerin aufsichtsrechtlich
deren Entfernung. Die Beschwerdegegnerin focht diese Verfügung zur
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands nicht an, sondern kam dieser
umgehend nach. Da sich die Beschwerdegegnerin mit der sie unmittelbar belastenden
Verfügung abgefunden hat und die Beschwerdeführer den Prozess nicht parallel zur
Adressatin, sondern statt dieser führen wollen, ist nicht ersichtlich, welchen konkreten
Vorteil oder praktischen Nutzen sich für die Beschwerdeführer beim Obsiegen im
Rechtsmittelverfahren ergäbe. Das Aufstellen der Absperranlagen im fraglichen Bereich
ist ihrer Dispositionsbefugnis entzogen und steht nur der Verfügungsadressatin (im
Einverständnis mit den Eigentümern der Parzellen Nrn. 0007_ und 0008_) selbst zu.
Im Übrigen können die Beschwerdeführer aus ihrem Einwand, die Beschwerdegegnerin
habe sich vertraglich verpflichtet, die Absperranlagen beizubehalten, nichts zu ihren
Gunsten ableiten. Nach der unter Erwägung 1.3.1 hiervor zitierten Rechtsprechung
bleibt es den Beschwerdeführern verwehrt, zur Durchsetzung allfälliger vertraglicher
Ansprüche gegen Dispositiv-Ziffer 4 des angefochtenen Entscheids, die sie nicht
unmittelbar verpflichtet, Beschwerde zu erheben. Allfällige indirekte Auswirkungen
dieser Anordnung auf die Beschwerdeführer vermögen keine Beschwerdelegitimation
zu begründen. Mangels Rechtsschutzinteresse ist die Beschwerde auch nicht zulässig,
soweit die Beschwerdeführer behaupten, Dispositiv-Ziffer 4 des angefochtenen
Entscheids sei nichtig, da ihrer Ansicht nach gemäss Art. 14 RhG die Regierung und
nicht die Vorinstanz die Beschwerdegegnerin beaufsichtige (vgl. demgegenüber aber
Art. 3 Abs. 2 Satz 1 RhG in Verbindung mit Art. 25 lit. c des Geschäftsreglements der
Regierung und der Staatskanzlei; sGS 141.3, GeschR, sowie Art. 6 und 8 WBG SG in
Verbindung mit Art. 1 WBV SG), selbst wenn die Nichtigkeit jederzeit und von
sämtlichen Instanzen von Amtes wegen zu beachten ist und auch im
Rechtsmittelverfahren festgestellt werden kann (vgl. dazu VerwGE B 2017/160;
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B 2018/152 vom 26. September 2019 E. 6.2 mit Hinweisen). Dahingestellt bleiben kann
bei diesem Ergebnis, ob auf Antrag I /1 auch nicht einzutreten gewesen wäre, da die
Beschwerdeführer gemäss der Vorinstanz (act. 8 Ziff. II/6 und act. 19 Ziff. II/1d) am
aufsichtsrechtlichen Verfahren nicht beteiligt gewesen seien.
Soweit auf die Beschwerde B 2020/177 in den angeführten Punkten nicht einzutreten
ist, brauchen die diesbezüglich vorgebrachten Gehörsrügen nicht behandelt zu
werden. Nicht umstritten ist im Übrigen, dass der Antrag der Beschwerdeführer vom
26. November 2019 betreffend Einstellung der Arbeiten (act. 10/14/1) zwischenzeitlich
gegenstandslos geworden ist (vgl. dazu E. 4.4 des angefochtenen Entscheids, act. 2,
S. 15, und act. 25, S. 5-7 Ziff. II/B/a/6.3 f., 6.6 f.).
2.
Die Beschwerdeführer stellen die Beweisanträge (act. 26 Ziff. 2, act. 13, S. 6 Ziff. II/10,
act. 37 Ziff. 3), es sei ein Augenschein durchzuführen und es sei der Beschluss des
Bundesrates vom 30. August 2017 zu edieren. Darauf kann in antizipierter
Beweiswürdigung verzichtet werden. Die entscheidrelevanten tatsächlichen
Verhältnisse ergeben sich mit hinreichender Klarheit aus den dem Gericht vorliegenden
Verfahrensakten und dem Geoportal (www.geoportal.ch, vgl. zu den nicht
beweisbedürftigen notorischen Tatsachen etwa BGer 1C_582/2018 vom
23. Dezember 2019 E. 2.3 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 143 IV 380 E. 1.2, in:
Pra 2018 Nr. 61). Es ist daher nicht ersichtlich und wird von Beschwerdeführern auch
nicht weiter dargetan, was die beantragten Beweisvorkehren an zusätzlichem
Erkenntnisgewinn bringen würden (vgl. dazu BGer 1C_13/2018 vom 13. März 2019 E. 3
mit Hinweisen sowie B. Märkli, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 50 ff. zu
Art. 12-13 VRP).
3.
Die Beschwerdeführer machen geltend (act. 13, S. 6-15 Ziff. II/B/11-13, II/C/15-16.1,
16.4, 17-20, 23-26, 29, act. 25, S. 3 f., 6 f., 8, 11 f. Ziff. II/B/a/4, 6.1, 6.5, 6.7 f., 6.9 f.,
8.1-8.3, II/B/b/11, act. 36, S. 3-5, 10-16, 18 Ziff. II/B/6.2-6.5, 7.1 f., 10.8-12.3, 14.2, II/
C/16.1), die Vorinstanz sei auf ihre Rügen zur Projektänderung (vgl. dazu act. 9/9,
Antrag Ziff. I/1 f. und S. 7 f. Ziff. III/12-15) zu Unrecht teilweise nicht eingetreten und
habe dadurch ihre Parteirechte verletzt, was auf eine formelle Rechtsverweigerung
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hinauslaufe. Das vereinfachte Verfahren gemäss dem neuen WBG SG sei auf die
Projektänderung nicht anwendbar. Dessen ungeachtet könne aus der Genehmigung
kein gültiger Entscheid über die Projektänderung (im Individualrechtsschutz- bzw.
Anfechtungsverfahren) abgeleitet werden.
3.1.
Laut Art. 1 Abs. 2 RhG in Verbindung mit Art. 71 WBG SG schliesst die nach
bisherigem Recht zuständige Behörde oder Stelle bei Vollzugsbeginn des WBG SG –
am 1. Januar 2010 (nGS 44-116) – hängige Verfahren nach bisherigem Recht ab. Wie
die Vorinstanz in Erwägung 2 des angefochtenen Entscheids (act. 2, S. 12) zutreffend
dargetan hat und sich bereits aus Erwägung 1.3.3 hiervor ergibt, ist der Entscheid des
Verwaltungsgerichts B 2004/194 vom 10. Januar 2005 betreffend das vom
14. August 2002 bis 12. September 2002 öffentlich aufgelegte Ausbauprojekt
Endgestaltung Alter Rhein (Bruggerhorn bis Bodensee) formell in Rechtskraft
erwachsen. Deswegen ist auf die Projektänderung, welche die Beschwerdegegnerin
am 5. September 2019 bei der Beschwerdebeteiligten eingereicht hat (act. 9/15/1),
nach Art. 71 WBG SG das neue WBG SG anwendbar.
3.2.
Nach Art. 1 Abs. 2 RhG in Verbindung mit Art. 21 WBG SG wird für wasserbauliche
Massnahmen (Art. 13 Abs. 1 WBG SG) an Gewässern das Planverfahren durchgeführt.
Es ersetzt das Baubewilligungsverfahren. Bei kantonalen Gewässern, wie dem Alten
Rhein (Art. 4 Abs. 1 Ingress und lit. a WBG SG), wird das ordentliche Auflage- und
Anzeigeverfahren (Art. 24 f. WBG SG) vom AWE (Art. 2 Abs. 1 WBV SG) durchgeführt
(vgl. dazu auch Art. 7 Abs. 1 sowie 2 Ingress und lit. a; Art. 16 Abs. 1; Art. 22 Ingress
und lit. a WBG SG). Diesbezüglich lässt sich aus Art. 13 RhG, welche Bestimmung sich
auf den zwischenzeitlich aufgehobenen Art. 50 aWBG bezog (vgl. Botschaft zum
Rheingesetz vom 7. Januar 1986, S. 29, in: ABl 1986 179 ff., 207), in Verbindung mit
Art. 25 lit. c GeschR keine Zuständigkeit des BD ableiten. Das ordentliche
Planverfahren wird erneut durchgeführt, wenn das Projekt geändert wird (Art. 30
Abs. 1 WBG SG). Ist die Projektänderung klein und unbedeutend, werden die
Betroffenen mit eingeschriebenem Brief unter Eröffnung einer Einsprachefrist von
dreissig Tagen in Kenntnis gesetzt, soweit diese der Projektänderung nicht schriftlich
zugestimmt haben (Abs. 2). Das Vorgehen ist damit gleich wie im vereinfachten
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Verfahren nach Art. 27 WBG SG und Art. 15 WBV SG (vgl. dazu Botschaft zum
Wasserbaugesetz vom 22. April/14. Mai 2008, ABl 2008, S. 2175 ff., S. 2206). über die
Einsprachen im Sinne von Art. 28 Abs. 1 WBG SG entscheidet bei kantonalen
Gewässern das BD, d.h. die Leiterin oder der Leiter des Rechtsdienstes des Amtes für
Umwelt (Art. 31 WBG SG in Verbindung mit Art. 2 Abs. 2 WBV SG in der seit dem
1. Juli 2017 gültigen Fassung, nGS 2017-043, und Art. 1 Abs. 1 sowie Anhang 6
Nr. BD.A.28.01 GeschR, siehe dazu auch Art. 13 RhG). Zudem hat das BD die
wasserbaulichen Massnahmen an einem Gewässer zu genehmigen (Art. 32
Abs. 1 WBG SG in Verbindung mit Art. 25 lit. c GeschR, siehe auch Art. 13 RhG und
Art. 26 RPG).
Wie sich den Unterlagen zur Projektänderung (act. 9/15/1-13) und der Vernehmlassung
der Beschwerdegegnerin vom 20. Oktober 2020 (act. 21) unschwer entnehmen lässt,
handelt es sich dabei um eine Änderung des vom 14. August 2002 bis
12. September 2002 öffentlich aufgelegten Ausbauprojekts Endgestaltung Alter Rhein
(Bruggerhorn bis Bodensee) im Sinne von Art. 30 WBG SG. Bereits in Erwägung 1.3.2
hiervor wurde gestützt auf die Ausführungen der Vorinstanz in Erwägung 1.4.3 des
angefochtenen Entscheids (act. 2, S. 12) festgehalten, dass die Beschwerdeführer von
der Projektänderung – wegen ihrer engen räumlichen Beziehung – betroffen sind.
Daran ändert nichts, dass kaum zu erwarten ist, dass sich die Projektänderung
inhaltlich als rechtsfehlerhaft erweisen würde (vgl. dazu act. 21 Ziff. II/1). Da die
Beschwerdeführer der Projektänderung nicht schriftlich zugestimmt haben, hat es das
AWE zu Unrecht unterlassen, diese als Betroffene über die Projektänderung zumindest,
d.h. soweit dafür nicht das ordentliche Planverfahren durchgeführt werden musste, mit
eingeschriebenem Brief unter Eröffnung einer Einsprachefrist von dreissig Tagen in
Kenntnis zu setzen. Dadurch hat das AWE die Mindestvorgaben von Art. 30
Abs. 2 WBG SG und damit auch den Anspruch der Beschwerdeführer auf rechtliches
Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) offensichtlich verletzt und die Beschwerdeführer zu Unrecht
vom Projektänderungsverfahren ausgeschlossen. Dieser Mangel konnte auch nicht
dadurch behoben werden, dass die Beschwerdeführer mit der Zustellung der
Baubewilligung der Beschwerdebeteiligten vom
9. September 2019/12. November 2019 am 9. Januar 2020 (act. 9/1/1, siehe auch
act. 10/14/7, S. 9 f. Ziff. III/C/1-3) indirekt auch über die Projektänderung in Kenntnis
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gesetzt wurden (vgl. zur Heilung einer Gehörsverletzung BGer 1C_586/2019 vom
3. August 2020 E. 2.3 mit Hinweis auf BGE 137 I 195 E. 2.3.2, zur Publikation
vorgesehen). Eine solche "Heilung" hätte vorausgesetzt, dass die Vorinstanz die
beschwerdeführerischen Eingaben vom 23. Januar 2020/6. Februar 2020/
18. März 2020 (act. 9/1 und 9, 10/1 und 8) nicht nur als Rekurse gegen die Beschlüsse
der Beschwerdebeteiligten vom 9. September 2019/12. November 2019 und
22. Januar 2020, sondern auch als Einsprache gegen die Projektänderung im Sinne
von Art. 28 Abs. 1 Ingress und lit. a und Art. 31 WBG SG in Verbindung mit Art. 2
Abs. 2 WBV SG (und Art. 1 Abs. 1 sowie Anhang 6 Nr. BD.A.28.01 GeschR)
entgegengenommen und der von der Vorinstanz dazu ermächtigte Leiter des
Rechtsdienstes des Amtes für Umwelt darüber entschieden hätte. Daran ändert nichts,
dass die Beschwerdeführer ihre Eingaben vom
23. Januar 2020/6. Februar 2020/18. März 2020 als "Rekurserklärung" bzw.
"Rekursbegründung" bezeichneten (vgl. dazu BGer 1C_751/2013 vom 4. April 2014
E. 1.1 mit Hinweisen). Demnach ist die Vorinstanz bezüglich der Projektänderung zu
Unrecht auf die Rekurse teilweise nicht eingetreten. Daran vermag auch das
diesbezügliche teilweise Eintreten und die teilweise Abweisung der Rekurse in
Dispositiv-Ziff. 1a und 1c in Verbindung mit Erwägung 2 des angefochtenen Entscheids
(act. 2, S. 12 und 21 f.) nichts zu ändern, da die Vorinstanz den Ausschluss der
Beschwerdeführer aus dem Projektänderungsverfahren im Ergebnis dennoch als
zulässig erachtete. Trotz gegenteiligen Ausführungen der Vorinstanz (vgl. E. 1.3 und
5.1-5.3 des angefochtenen Entscheids, act. 2, S. 11 und 16) tut im Übrigen nichts zur
Sache, dass die Genehmigung der Projektänderung (Sondernutzungsplan) vor den
beschwerdeführerischen Eingaben vom
23. Januar 2020/6. Februar 2020/18. März 2020 erging und die dafür ohnehin
unzuständige Beschwerdebeteiligte über den Antrag Ziff. I/3 der Beschwerdeführer
vom 10./13. Januar 2020 (act. 10/14/7) nicht entschieden hat. Die Beschwerde
B 2020/177 ist daher in dieser Hinsicht teilweise gutzuheissen. Die Genehmigung und
Dispositiv-Ziffer 1a und 1c des angefochtenen Entscheids, soweit im Sinne der
Erwägungen auf die Rügen zur Projektänderung teilweise nicht eingetreten wurde (vgl.
E. 1.3, 3.4, 5 und 8) resp. diese abgewiesen wurden (vgl. E. 2), sind aufzuheben. Die
Vorinstanz ist anzuweisen, die Eingaben der Beschwerdeführer vom
23. Januar 2020/6. Februar 2020/18. März 2020 auch als Einsprache gegen die
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Projektänderung entgegenzunehmen und nach Durchführung eines (nachträglichen)
Einspracheverfahrens über diese Einsprache in der Sache zu entscheiden.
Bei diesem Ergebnis kann dahingestellt bleiben, ob die Genehmigung gemäss der
Darstellung der Beschwerdeführer wegen fehlender Zuständigkeit des AWE nichtig ist.
Dasselbe gilt, soweit die Beschwerdeführer vorbringen (act. 5, S. 4 Ziff. II/B/8, act. 13,
S. 6, 16 Ziff. II/B/12, 31, act. 25, S. 2 f., 10 Ziff. II/B/a/3, II/B/b/10.1 act. 36, S. 10 f.,
Ziff. II/B/10.8, 10.10), die Projektänderung verstosse gegen die mit der
Beschwerdegegnerin am 8./14. Februar 2008 getroffene Vereinbarung (act. 9/9/19).
Darüber hinaus braucht nicht abschliessend geklärt zu werden, ob auf die
Projektänderung – gemäss der Vorinstanz (vgl. E. 2 des angefochtenen Entscheids,
act. 2, S. 12) – das vereinfachte Verfahren nach Art. 30 Abs. 2 WBG SG überhaupt
anwendbar ist (vgl. hierzu BGer 1C_5/2019 vom 12. Juni 2019 E. 4.2 f. mit Hinweisen,
in: ZBl 2020, S. 444 ff., anders noch: BGer 1C_103/2016 vom 22. Juni 2017 E. 9 mit
Hinweis).
4.
Berechtigt ist des Weiteren der Einwand der Beschwerdeführer (act. 13, S. 18 f. Ziff. II/
C/35), die Vorinstanz hätte die Beschwerdebeteiligte anweisen müssen, den von ihnen
im Verfahren betreffend Baustopp geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von
CHF 1'500 zurückzuerstatten (vgl. dazu den Kostenspruch in der Verfügung vom
22. Januar 2020, act. 10/14/9). Dispositiv-Ziffer 2b des angefochtenen Entscheids ist
daher in teilweiser Gutheissung der Beschwerde entsprechend zu ergänzen.
5.
Dem Erfolgsprinzip (Art. 95 Abs. 1 VRP) – teilweises Nichteintreten auf die Anträge
Ziff. I/1 und 3, Nichteintreten auf die Anträge Ziff. I/4 f. – und dem Verursacherprinzip
(Art. 95 Abs. 2 VRP) – teilweise Gutheissung der Anträge Ziff. I/1 und 3 in Bezug auf die
Projektänderung, Gutheissung des Antrags Ziff. I/2 (Verletzung wesentlicher
Verfahrensvorschriften) – entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens B 2020/177 je zur Hälfte den Beschwerdeführern sowie der
Vorinstanz aufzuerlegen. Eine Entscheidgebühr von CHF 3'500 ist angemessen (Art. 7
Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung; sGS 941.12, GKV). Der Kostenanteil der
Beschwerdeführer für das Beschwerdeverfahren in der Höhe von CHF 1'750 ist mit den
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von ihnen geleisteten Kostenvorschuss von CHF 3'500 zu verrechnen. Der Restbetrag
von CHF 1'750 ist ihnen zurückzuerstatten. Auf die Erhebung des Kostenanteils der
Vorinstanz in der Höhe von CHF 1'750 ist nicht zu verzichten, zumal Grundlage für die
Auferlegung der Kosten Art. 95 Abs. 2 – und nicht Abs. 1 VRP – ist (vgl. dazu VerwGE
B 2020/94 vom 17. Februar 2021 E. 7 mit Hinweis). Der Verlegung der amtlichen
Kosten entsprechend kann den Beschwerdeführern für das Beschwerdeverfahren
B 2020/177 keine ausseramtliche Entschädigung zugesprochen werden (Art. 98 Abs. 1
und 2 sowie Art. 98 VRP).
Die Vorinstanz hat die Höhe der amtlichen Kosten für die Rekursverfahren auf
insgesamt CHF 4'800 festgesetzt. Davon hat sie CHF 1'600 oder einen Drittel der
Beschwerdegegnerin auferlegt (vgl. Dispositiv-Ziff. 2c, welche unangefochten in
formelle Rechtskraft erwachsen ist, und zum Verzicht auf die Erhebung des
Kostenanteils der Beschwerdegegnerin E. 9.3 des angefochtenen Entscheids, act. 2,
S. 21 f., anders: R. von Rappard-Hirt, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 12 zu
Art. 95 VRP). Die verbleibenden amtlichen Kosten im Betrag von CHF 3'200 (zwei
Drittel von insgesamt CHF 4'800) werden neu je zur Hälfte, d.h. zu je einem Drittel von
CHF 4'800, den Beschwerdeführern – die Vorinstanz hatte ihnen zwei Drittel der
amtlichen Kosten von insgesamt CHF 4'800 auferlegt (vgl. E. 9.1 des angefochtenen
Entscheids, act. 2, S. 20. f.) – und der Beschwerdebeteiligten (gestützt auf Art. 95
Abs. 2 VRP, vgl. dazu E. 3.3, 4.2 und 8 des angefochtenen Entscheids, act. 2, S. 13-15)
auferlegt. Auf die Erhebung des Kostenanteils der Beschwerdebeteiligten in der Höhe
von CHF 1'600 ist, wie bereits oben in Bezug auf den Kostenanteil der Vorinstanz
ausgeführt, nicht zu verzichten. Der Kostenanteil der Beschwerdeführer in den
Rekursverfahren von CHF 1'600 ist mit den geleisteten Kostenvorschüssen von
insgesamt CHF 3'600 zu verrechnen. Die Vorinstanz hat ihnen den Restbetrag von
CHF 2'000 zurückzuerstatten. Der Verlegung der amtlichen Kosten entsprechend
haben die Beschwerdegegnerin und die Beschwerdebeteiligte die zu zwei Dritteln
obsiegenden Beschwerdeführer für die vorinstanzlichen Rekursverfahren ausseramtlich
mit einem Drittel oder CHF 1'666.70 der von diesen beantragten Parteikosten in der
Höhe von insgesamt CHF 5'000 (vgl. act. 13, S. 2, 18 f. Ziff. I/5 und II/C/35) zu
entschädigen (vgl. dazu Art. 98 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 98 VRP; Art. 30 Ingress
und lit. b Ziff. 1 sowie Art. 31 Abs. 1 und 2 des Anwaltsgesetzes; sGS 963.70, AnwG;
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© Kanton St.Gallen 2021 Seite 20/24
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Art. 19, Art. 22 Abs. 1 Ingress und lit. a der Honorarordnung; sGS 963.5, HonO, und zur
Verlegung der ausseramtlichen Kosten bei teilweisem Obsiegen VerwGE B 2019/273
vom 9. August 2020 E. 4.2 mit Hinweisen). Sie schulden die Entschädigung je zur
Hälfte unter solidarischer Haftbarkeit (Art. 98 VRP in Verbindung mit Art. 106
Abs. 3 der Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zivilprozessordnung; SR 272, ZPO).
Da keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die Beschwerdeführer selbst
mehrwertsteuerpflichtig sind (vgl. www.uid.admin.ch) und sie deshalb grundsätzlich
zum Abzug der ihnen in Rechnung gestellten Mehrwertsteuer berechtigt wären, ist
ihnen die ausseramtliche Entschädigung, wie von ihnen beantragt (vgl. act. 9/9 und
10/8), zuzüglich Mehrwertsteuer zuzusprechen (vgl. dazu VerwGE B 2019/249;
B 2019/251 vom 24. Februar 2021 E. 6 mit Hinweisen).