Decision ID: f39cd556-4c59-4404-a2ea-79619dce6c14
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Nadeshna Ley, Blumenbergplatz 1,
9000 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a B._ war bei der A._ in einem unbefristeten Teilzeitarbeitsverhältnis (50 %) tätig
und dadurch bei der Suva unfallversichert, als am 14. Februar 2007 ein Auto auf das
von ihr gelenkte Fahrzeug auffuhr. Im Unfallzeitpunkt arbeitete die Versicherte
zusätzlich zu je 10 % bei der Schulverwaltung B._ und der C._ (UV-act. 1, 4, 8, 12).
Dr. med. D._ diagnostizierte am 1. Mai 2007 ein protrahiert verlaufendes
posttraumatisches Zervikalsyndrom mit Beschwerden vor allem rechts. Bis zum 11.
März 2007 war die Versicherte zu 100 %, bis zum 17. April 2007 zu 75 % und bis 30.
Mai 2007 zu 50 % arbeitsunfähig. Ab 31. Mai 2007 bestand (mit einem Pensum von 70
%) wieder eine volle Arbeitsfähigkeit (UV-act. 7, 18, 22, 24 S. 2). Die Suva anerkannte
ihre Leistungspflicht.
A.b Nach Durchführung von Behandlungen und Abklärungen, und nachdem sich ab
14. Juli 2008 wieder eine 50 %ige Arbeitsunfähigkeit ergeben hatte (UV-act. 83),
eröffnete die Suva der Rechtsvertreterin der Versicherten, Rechtsanwältin lic. iur. N.
Ley, St. Gallen, mit Verfügung vom 25. September 2008 die Einstellung der
Versicherungsleistungen auf den 30. September 2008. Zur Begründung legte sie dar,
die noch bestehenden Beschwerden seien nicht mehr unfallkausal, sondern
krankhafter Natur. Die Unfall-Adäquanz sei zu verneinen (UV-act. 91). Die gegen diesen
Entscheid erhobene Einsprache (UV-act. 114) wies die Suva mit Einspracheentscheid
vom 5. Juni 2009 ab. Eine vom Krankenversicherer vorsorglich erhobene Einsprache
wurde wieder zurückgezogen (UV-act. 98, 104).
B.
B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 5. Juni 2009 liess die Versicherte durch
Rechtsanwältin Ley Guidon am 9. Juli 2009 Beschwerde erheben mit den
Rechtsbegehren, der Einspracheentscheid und die Verfügung vom 25. September
2008 seien aufzuheben. Die Angelegenheit sei zur weiteren Prüfung der
Leistungsansprüche an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die
Beschwerdegegnerin sei gleichzeitig zu verpflichten, der Beschwerdeführerin die
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gesetzlichen Versicherungsleistungen, namentlich Taggeld und Heilungskosten, zu
entrichten. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Festsetzung von Invalidenrente,
Integritätsentschädigung und Vergütung der Heilkosten an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Es seien die Akten sowohl der Vorinstanz als auch der IV beizuziehen.
Zur Begründung führte die Rechtsvertreterin unter anderem aus, der Fallabschluss
durch die Beschwerdegegnerin sei zu früh erfolgt, weil sowohl im Zeitpunkt der
Verfügung als auch des Einspracheentscheids noch mit einer namhaften Verbesserung
des Gesundheitszustands zu rechnen gewesen sei. Der angefochtene Entscheid
basiere in medizinischer Hinsicht auf einer unvollständigen Aktenlage. Vor Erlass des
angefochtenen Entscheids vorliegende Untersuchungsergebnisse sowie die Ergebnisse
der psychotherapeutischen und osteopathischen Behandlung seien unberücksichtigt
geblieben. In der Abklärungsphase habe eine interdisziplinäre Begutachtung zu
erfolgen. Sodann könne kein Fallabschluss erfolgen, solange
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung nicht abgeschlossen seien. Die
IV-Stelle habe über den Anspruch der Beschwerdeführerin auf berufliche Massnahmen
im Zeitpunkt des angefochtenen Einspracheentscheids bereits positiv entschieden. Im
Übrigen sei der Prozess der Leistungssteigerung, soweit erkennbar, noch nicht
abgeschlossen, so dass eine weitere Verbesserung des Gesundheitszustands,
gemessen an der Steigerung des Arbeitspensums, weiterhin zu erwarten sei. Wenn die
Adäquanz dennoch geprüft werde, sei diese zu bejahen. Mindestens vier der
massgeblichen Kriterien (Schwere oder besondere Art der Verletzung; fortgesetzt
spezifische, belastende ärztliche Behandlung; erhebliche Beschwerden; erhebliche
Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen) seien erfüllt, teils sogar in
ausgeprägtem Mass.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 11. November 2009 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des angefochtenen
Einspracheentscheids. Zur Begründung verwies sie auf die Darlegungen im
angefochtenen Entscheid und führte unter anderem aus, an der Tatsache, dass bei der
Beschwerdeführerin keine objektivierbaren Unfallfolgen ausgewiesen seien,
vermöchten auch die vor Gericht neu aufgelegten medizinischen Berichte nichts zu
ändern. Aus unfallversicherungsrechtlicher Sicht seien von weiteren Abklärungen keine
neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb zu Recht auf solche verzichtet worden sei.
Die Beschwerdeführerin sei eingehend abgeklärt worden. Weitere Abklärungen
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betreffend der natürlichen Kausalität seien auch dann nicht erforderlich, wenn der
(adäquate) Kausalzusammenhang zwischen den psychischen bzw. organisch nicht
hinreichend nachweisbaren Beschwerden und dem Unfallereignis ohnehin verneint
werden müsse. Die Durchführung eines polydisziplinären Gutachtens erübrige sich. Am
30. September 2008 sei prognostisch keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands mehr zu erwarten gewesen. Allein die Hoffnung auf eine positive
Beeinflussung der Beschwerden genüge dafür nicht. Der Fallabschluss sei zu Recht auf
das erwähnte Datum vorgenommen worden. Selbst wenn die Qualifikation als leichter
Unfall nicht gerechtfertigt wäre, wäre die Adäquanz (bei Annahme eines mittelschweren
Unfalls im Grenzbereich zu den leichten Unfällen) zu verneinen. Es seien zwei
Adäquanzkriterien erfüllt, beide jedoch nicht in ausgeprägter Weise.
B.c Mit Replik vom 22. Februar 2010 passte die Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin ihre Rechtsbegehren in dem Sinn an, dass sie die Rückweisung
der Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zur weiteren Abklärung und Prüfung der
Leistungsansprüche (einschliesslich Taggeld und Heilungskosten), eventuell zur
Verfahrenssistierung, beantragte. Im Übrigen bestätigte sie die Darlegungen in der
Beschwerdeschrift (act. G 13 S. 7). In der Duplik vom 29. April 2010 hielt die
Beschwerdegegnerin an ihrem Standpunkt fest.

Erwägungen:
1.
Streitig ist, ob die Heilkosten- und Taggeldleistungen, welche von der
Beschwerdegegnerin im Anschluss an das Unfallereignis vom 14. Februar 2007
ausgerichtet wurden, auf den 30. September 2008 eingestellt werden durften oder
nicht. Die Beschwerdegegnerin legte in diesem Zusammenhang die rechtlichen
Voraussetzungen des Vorliegens eines natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und gesundheitlichen Beschwerden im
angefochtenen Entscheid (Erw. 1, 4, 5a, 6a) zutreffend dar; darauf ist zu verweisen.
2.
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2.1 Eine Röntgenabklärung in der Klinik Stephanshorn vom 22. Februar 2007 zeigte
bei der Beschwerdeführerin einen konturell und strukturell intakten Dens sowie eine
normale Darstellung des Atlanto-Axial-Gelenks, ohne Nachweis einer ossären Läsion
oder relevanter degenerativer Veränderungen (UV-act. 41/3). Eine Untersuchung durch
Dr. med. E._, Facharzt für Neurologie FMH, ergab gemäss Bericht vom 23. Oktober
2007 ein persistierendes cervico-cephales und cervico-brachiales Schmerzsyndrom
mit Lage- und belastungsabhängigen Parästhesien im linken Arm entsprechend dem
Dermatom C6/C7. Differentialdiagnostisch komme entweder eine radikuläre Störung
C6/C7 links in Frage oder aber eine Reizung des Armplexus im Sinn eines Thoracic-
outlet-Syndroms. Das MRI der HWS zeige keine relevante Kompression einer
Nervenwurzel. Für eine abschliessende Beurteilung benötige er (der Arzt) jedoch noch
die entsprechenden Bilder. Die Patientin habe trotz persistierender Beschwerden ihr
Arbeitspensum wieder voll aufgenommen und plane, ab November als
Sachbearbeiterin das Pensum auf 70 % zu erhöhen. Seines Erachtens sei die Patientin
im Alltag chronisch überlastet. Dadurch könnten die Beschwerden nicht bessern. Er
habe ihr deshalb geraten, die Abwartsstelle nach Möglichkeit aufzugeben. Die
Physiotherapie müsse weitergeführt werden (UV-act. 29). Nach Durchsicht der
Röntgenbilder hielt Dr. E._ am 23. November 2007 ergänzend fest, insgesamt fänden
sich bildgebend keine Hinweise für eine Affektion der Nervenwurzel C6/C7, so dass die
Sensibilitätsstörungen wohl eher im Rahmen eines Thoracic-outlet-Syndroms zu
interpretieren seien (UV-act. 35). Dr. D._ berichtete am 8. Januar 2008, die
Beschwerdeführerin habe die Tätigkeit im Büro wieder voll aufnehmen können. In der
körperlich sehr anstrengenden Teilanstellung als Hauswartin sei sie zu 100 %
arbeitsunfähig (UV-act. 38). Dr. med. F._ stellte anlässlich einer therapeutischen
Infiltration die Diagnose einer Zervikobrachialgie bei degenerativen Veränderungen C5/
C6 (UV-act. 50). Der Suva-Kreisarzt Dr. med. G._, Facharzt für Chirurgie, kam im
Bericht vom 29. Mai 2008 zum Schluss, somatische Folgen des Unfalls vom
14. Februar 2007 seien klinisch nicht mehr fassbar. Das Ereignis habe gemäss den
bisherigen Dokumentationen zu einer Verschlimmerung des erheblich degenerativen
Vorzustandes der HWS geführt. Worin die Therapieresistenz begründet liege, sei nicht
klar (UV-act. 54). Am 29. Mai 2008 berichtete Dr. D._, trotz regelmässiger
physikalischer Therapie und multimodaler Behandlung bei Dr. H._ bestünden nach
wie vor chronische belastungs- und haltungsabhängige Beschwerden vor allem im
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Nacken im Sinn eines cervikocephalen und cervikobrachialen Schmerzsyndroms,
intermittierende Sensibilitätsstörungen im Bereich des linken Armes entsprechend C6/
C7 und Verspannung der Schulter-Nackenmuskulatur (UV-act. 56).
2.2 Ein MRI der HWS vom 25. Juni 2008 ergab gemäss Bericht von Dr. med. I._,
FMH für medizinische Radiologie, unter anderem Zeichen der Dehydratation der
Bandscheiben C2/3-C4/5 ohne Höhenminderung, eine im Vergleich zur
Voruntersuchung vom 7. August 2007 unverändert bis diskret progrediente dorsale
(und angedeutet auch ventrale) leichtgradige Spondylose C5/6, eine dehydrierte und
höhengeminderte Bandscheibe C5/6 mit Diskusprotrusion/-Herniation, eine
leichtgradige foraminelle Einengung C5/6 mit Verdacht auf Irritation der Nervenwurzel
C6, eine dehydrierte, jedoch kaum höhengeminderte Bandscheibe C6/7 sowie im
Bereich C7/B1 und distal davon unauffällige Verhältnisse (UV-act. 72). Suva-Kreisärztin
Dr. med. J._, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, kam in der Beurteilung
vom 6. August 2008 zum Schluss, im MRI vom 25. Juni 2008 finde sich wie bereits im
vorhergehenden eine massiv degenerierte, mehrsegmentale Veränderung der HWS. Die
minimen sichtbaren Progredienzen könnten nicht als unfallbedingt bzw. als
richtunggebende Verschlechterung eines Vorzustandes gewertet werden. Das
Ausmass der minimen Veränderungen entspreche dem natürlichen Alterungsverlauf.
Somit lägen weder somatisch-klinisch noch radiologisch Unfallfolgen vor, und der
Status quo sine sei bereits zum Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung am 29. Mai
2008 erreicht worden (UV-act. 81). Anlässlich einer Besprechung vom 12. September
2008 führte die Beschwerdeführerin unter anderem aus, vom Hausarzt habe sie
schmerzstillende Spritzen bekommen. Zweimal pro Woche besuche sie die
Physiotherapie. Sie habe permanent Kopfschmerzen, welche vom Nacken über den
Kopf ausstrahlten und von unterschiedlicher Intensität seien. Im Mittel- und Zeigefinger
habe sie ein Kälte-, Kribbel- und teilweise sogar Taubheitsgefühl, welches vom Nacken
über die Schulter und den Arm bis hinunter in die linke Hand ausstrahle. Die
Beweglichkeit des Kopfes sei eingeschränkt. Bereits leichteste Vibrationen würden
Schmerzen auslösen oder verstärken. Unter den Schmerzen leide auch ihre
Konzentration am Arbeitsplatz. Da sie bei der Arbeit ein Headset trage, könne sie
aufstehen und sich etwas lockern. Die Nachtruhe sei schmerzbedingt gestört. Wegen
eventuell nicht richtiger Unfallverarbeitung suche sie nun eine Psychiaterin (Dr. med.
K._) auf. Für die Tätigkeit bei der A._ (70 %-Pensum) sei sie momentan zu 50 %
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arbeitsfähig. Die beiden anderen 10 %-Anstellungen könne sie aufgrund ihrer
Beschwerden noch nicht ausführen (UV-act. 87).
2.3 Der Rheumatologe Dr. med. L._ diagnostizierte am 20. November 2008 ein
chronisches cervico-cephales und cervico-thoraco-brachiales Syndrom links bei Status
nach Auffahrunfall vom 14. Februar 2007 sowie ein leichtes Asthma bronchiale
anamnestisch. Die Frage, ob die jetzigen Beschwerden posttraumatisch oder
krankheitsbedingt seien, sei nicht schlüssig beurteilbar. Da die Beschwerdeführerin vor
dem Unfall keine Nacken-, Kopf- und Rückenschmerzen gehabt habe, sei mit grosser
Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass es sich immer noch um vorwiegend
unfallbedingte Probleme handle. Dafür würden insbesondere auch die cervico-
cephalen Symptome sprechen, die bei nicht allzu starken degenerativen
Veränderungen ohne Unfall selten auftreten würden. Die Arbeitsfähigkeit als
Büroangestellte sei vorerst auf 40 % zu belassen. Wenn durch die Behandlung eine
nochmalige Besserung erzielt werden könne, sei eine Steigerung möglich (act. G 1.1/5).
3.
3.1 Im Bericht der Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen vom 18.
November 2008 wurden der Beschwerdeführerin leichte kognitive Funktionsstörungen
mit Schwerpunkt in der Aufmerksamkeit bescheinigt. Eine neuropsychologische
Therapie sei nicht nötig. Empfehlenswert sei das Führen eines Schmerztagesbuches.
Dazu könne eine antidepressive Medikation unterstützend wirken. Für ein
verhaltenstherapeutisch-kognitives Training sei die Beschwerdeführerin bereits in
psychotherapeutischer Behandlung. In der Regel stehe bei chronifizierten Verläufen
nach HWS-Distorsionstrauma therapeutisch die Anpassung an die verminderte
psychophysische Belastbarkeit im Vordergrund (act. G 1.1/6).
Es gibt Fälle, in denen bei sonst unauffälligen Untersuchungsbefunden
neuropsychologische Abklärungen Hirnleistungsstörungen aufzeigen können und der
neuropsychologische Befund der einzig verlässliche Parameter ist (BGE 117 V 378
Erw. 3d). Jedenfalls bei eindeutigem, nicht diffusem Befund kann der
neuropsychologischen Diagnostik - im Rahmen einer neurologischen
Gesamtwürdigung - nach der Rechtsprechung auch bei der Kausalitätsbeurteilung ein
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Aussagewert zukommen (BGE 119 V 343 Erw. 3c). Hingegen vermag es die
Neuropsychologie nicht, selbständig die Beurteilung der Genese abschliessend
vorzunehmen (RKUV 2000, 316 Erw. 3). Nach B.P. Radanov (Über den Stellenwert der
neuropsychologischen Diagnostik bei Patienten nach HWS-Distorsion, SZS 1996, S.
471 ff) sind psychologische Probleme (und die eingenommenen Medikamente)
geeignet, die kognitiven Leistungen negativ zu beeinflussen (S. 477). Psychologische
Probleme bzw. die Interrelation psychologischer und kognitiver Funktionen könnten die
reduzierte Leistungsfähigkeit mit erklären (S. 475). - Nachdem anlässlich der
neuropsychologischen Abklärung wie erwähnt insbesondere auch eine
psychotherapeutische Behandlung als sinnvoll bezeichnet, gleichzeitig jedoch eine
neuropsychologische Therapie als nicht notwendig erachtet wurde, ist davon
auszugehen, dass kognitive Funktionen bei der Beschwerdeführerin durch
psychiatrische Aspekte mit beeinflusst wurden. Damit können (eigenständige)
neuropsychologische Unfall-Restfolgen nicht überwiegend wahrscheinlich
angenommen werden. Nachdem ein Kopfanprall an harten Strukturen (Kopfstützen
stellen keine solchen dar) wie dargelegt auszuschliessen ist, sind auch
neuropsychologische Störungen, welche auf einem (hirn-)organischen Schaden
beruhen, überwiegend wahrscheinlich zu verneinen (vgl. dazu Ruben Echemendia,
Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 78, S. 82ff). Neuropsychologische
Einschränkungen können hingegen Teil des typischen Beschwerdebildes nach HWS-
Verletzung bilden (vgl. dazu nachstehend Erw. 3.3).
3.2 Eine manuelle ärztliche Untersuchung der versicherten Person fördert klinische,
nicht aber organisch-strukturelle Ergebnisse zu Tag. Bei letzteren handelt es sich um
Ergebnisse, die reproduzierbar sind und von der Person des Untersuchenden und den
Angaben des Patienten unabhängig sind. Würde auf Ergebnisse klinischer
Untersuchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches Substrat
namhaft gemacht. Folglich kann von organisch-strukturell ausgewiesenen Unfallfolgen
erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/
bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 9, 117 V 359
Erw. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 Erw. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]). Diese
Untersuchungsmethoden müssen zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V
231 Erw. 5.1 mit Hinweisen). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind
beispielsweise ein Thoracic-outlet-Syndrom (TOS), myofasziale und tendinotische bzw.
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myotendinotische Befunde für sich allein nicht als organisch-strukturell hinreichend
nachweisbare Unfallfolgen zu betrachten. Auch Verhärtungen und Verspannungen der
Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken sowie Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit
können für sich allein nicht als klar ausgewiesenes organisches Substrat der
Beschwerden qualifiziert werden. Gleiches gilt für Nackenverspannungen bei
Streckhaltung der HWS mit Retrohaltung (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Oktober
2008 i/S H.B.-G. [8C_124/2008] mit vielen Hinweisen, sowie vom 7. Februar 2008 i/S D.
[U13/07] Erw. 3.2 und 3.3).
Weder aus den durchgeführten Röntgen- und MRI-Abklärungen der HWS (vgl. UV-act.
29, 35, 41/3, 72) noch aus dem Upright MRI der HWS vom 30. März 2009, welches
unter anderem moderate Diskusdegenerationen und eine Hernierung C5/C6 bzw.
Diskusprotrusion C6/C7 ergab (act. G 1.1/8), lässt sich überwiegend wahrscheinlich auf
das Vorhandensein von unfallbedingten Strukturläsionen schliessen. Solche
Aufnahmen können zwar einen bestehenden Gesundheitsschaden als solchen
durchaus zuverlässig aufzeigen, sofern die Bildqualität stimmt. Nach der
Rechtsprechung gelten jedoch fMRT-Untersuchungen (funktionale Aufnahmen) nicht
als geeignetes Beweismittel zur Beurteilung der Unfallkausalität von Beschwerden nach
HWS-Traumen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 26. Mai 2008 i/S K. [8C_152/2007 =
BGE 134 V 231] Erw. 5; vgl. auch BGE 134 V 109 Erw. 7.2 S. 119). Die im erwähnten
Upright-MRI angeführten Strukturveränderungen belegen zwar eine Schädigung, nicht
jedoch den kausalen Zusammenhang zwischen der Schädigung und dem zwei Jahre
früher aufgetretenen Unfallereignis. Dies ergibt sich implizit auch aus der Feststellung
von Dr. D._ vom 9. April 2009, wonach nicht ganz klar sei, ob die im Upright-MRI
angeführte Diagnose Krankheitswert habe und ob es sich hier um Unfallfolgen handle
(act. G 1.1/9). Der Beweis einer Unfallkausalität von strukturellen Schäden wäre
allenfalls unter der Voraussetzung des Vorliegens von fMRT-Aufnahmen unmittelbar vor
und nach dem Unfall - und daraus resultierender Vergleichbarkeit der Bilder - näher zu
diskutieren. Diese Bedingung ist jedoch hier nicht gegeben. Was im Weiteren die
Sensibilitätsstörungen und Parästhesien im linken Arm betrifft, schloss der Neurologe
Dr. E._ eine Affektion der Nervenwurzel C6/C7 als Ursache aus und interpretierte die
Störungen im Rahmen eines Thoracic-outlet-Syndroms (UV-act. 35). Dessen
Unfallursache ist weder behauptet noch aus den Akten ersichtlich.
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3.3 Ist ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung der HWS diagnostiziert
und liegt - wie dies konkret der Fall ist - kein fassbarer organisch-struktureller
(unfallbedingter) Befund an der HWS im erwähnten Sinn vor, muss für die Bejahung der
natürlichen Kausalität ein typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von
Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und
Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit,
Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. vorliegen (BGE 117 V 359 Erw.
4b; vgl. auch BGE 117 V 369 Erw. 3e; Bestätigung in BGE 134 V 109 Erw. 9). Dieses
Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden muss jedoch nicht in seiner
umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall
auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der
Halsregion oder an der HWS manifestieren (Urteile des Bundesgerichts vom 30. Januar
2007 [U 215/05] i/S T. und vom 15. März 2007 [U 258/06] i/S G.; RKUV 2000 Nr. 359 S.
29 Erw. 5e). Im Weiteren muss nach der Rechtsprechung (vgl. z.B. Urteil des EVG
[Eidgenössisches Versicherungsgericht; seit 1. Januar 2007: sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 4. November 2005 i/S K. [U 312/05]) nicht der
gesamte Beschwerdekatalog vorliegen, um von einer Unfallkausalität ausgehen zu
können.
Im Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach cranio-cervicalem
Beschleunigungstrauma, ausgefüllt am 21. Februar 2007, gab die Beschwerdeführerin
an, sie habe anlässlich des Unfalls vom 14. Februar 2007 keinen Kopfanprall erlitten.
Nach einer Stunde seien Nackenschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen und
nach zwei Stunden Kopfschmerzen aufgetreten. Nach drei bis vier Tagen habe sich ein
Kribbeln im linken Arm ergeben. Eine Bewusstlosigkeit oder Gedächtnislücke sei nicht
eingetreten (GCS-Score 15). Vor dem Unfall ("früher") hätten behandlungsbedürftige
Kopf- bzw. Migränebeschwerden vorgelegen. Äussere Verletzungen hätte sie keine
erlitten (UV-act. 3). Diese Angaben stimmen im Wesentlichen mit denjenigen im
Erhebungsblatt über die Abklärung von HWS-Fällen überein, wobei als äussere
Verletzung eine Prellmarke an der rechten Hüfte vermerkt wurde (UV-act. 24.1). Bei
dieser Aktenlage lässt sich ein typisches Beschwerdebild nach
schleudertraumaähnlicher Verletzung nicht in Abrede stellen. Die Beschwerdegegnerin
anerkannte denn auch während eineinhalb Jahren ihre Leistungspflicht.
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3.4 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers entfällt erst, wenn das Dahinfallen
jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es
sich dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast -
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher
Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim
Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 Erw. 2 mit Hinweisen). Dabei muss nicht
etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen ein
nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der
Unfallversicherer bei einmal bejahter Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde
Ursachen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag.
Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre
kausale Bedeutung verloren haben (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 Erw. 3b). Ebenso
wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass
kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass die versicherte Person nun bei voller
Gesundheit sei (Urteile des EVG vom 18. Dezember 2003 i/S Z. [U 258/02], vom 25.
Oktober 2002 i/S L. [U 143/02] und vom 31. August 2001 i/S O. [U 285/00] ).
3.5 Gestützt auf die dargelegten medizinischen Akten kann die Frage, ob es sich bei
den auch nach dem streitigen Einstellungszeitpunkt (30. September 2008) bestehenden
Gesundheitsstörungen um eine natürliche (Teil-)Folge des versicherten Unfalls handelt,
nicht abschliessend beantwortet werden. Diese Frage kann jedoch auch offenbleiben,
da - wie nachstehend zu zeigen sein wird - die Adäquanz zu verneinen ist. Auch bei
Vorliegen einer schleudertraumaähnlichen Verletzung steht der Nachweis offen, dass
es sich bei den nach einem Unfall aufgetretenen psychischen Störungen nicht um eine
unfallkausale psychische Beeinträchtigung handelt (RKUV 2001, 79) oder dass eine
ausgeprägte psychische Problematik ganz im Vordergrund steht (RKUV 1999, 407
Erw. 3b). Aufgrund der medizinischen Akten ist ein Sachverhalt im erwähnten Sinn
nicht ausgewiesen. Damit hat die Beurteilung der Adäquanz nach der
Schleudertrauma-Rechtsprechung (BGE 134 V 109) zu erfolgen, womit zwischen
psychisch und physisch bedingten Beschwerden nicht zu unterscheiden ist (RKUV
1999, 407 Erw. 3b).
4.
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4.1 Wie bereits in der Einsprache (UV-act. 114 S. 8) lässt die Beschwerdeführerin
auch in diesem Verfahren einwenden, dass die Adäquanzprüfung per 30. September
2008 zu früh erfolgt sei (act. G 1). Sie traf am 1. Juni 2009 mit der IV-Stelle eine
Zielvereinbarung betreffend Anpassungen des Arbeitsplatzes im Rahmen von
Massnahmen der Frühintervention und Arbeitsvermittlung bzw. Arbeitsplatzerhaltung
(act. G 1.1/12). Mit Verfügung vom 26. Juni 2009 gewährte die IV-Stelle der
Beschwerdeführerin Arbeitsvermittlung und am 2. Juli 2009
Frühinterventionsmassnahmen in Form von Anpassungen am Arbeitsplatz (UV-act.
138, 139).
Nach der Rechtsprechung wird die Prüfung der Adäquanz des Kausalzusammenhangs
grundsätzlich auch dann als zulässig erachtet, wenn allfällige berufliche Massnahmen
noch nicht abgeschlossen sind; entscheidend ist einzig, dass nach dem 30. September
2008 von einer Fortsetzung der medizinischen Behandlung (im Sinn von Art. 10 Abs. 1
UVG) keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der Versicherten mehr
erwartet werden konnte (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 19. Januar 2010 i/S A.
[8C_895/2009] mit Hinweis auf Urteile 8C_129/2009 vom 15. September 2009, Erw.
4.2, und 8C_304/2008 vom 1. April 2009, Erw. 3). Art. 19 Abs. 1 UVG, welcher vom
Bundesgericht für die Klärung der Frage des Fallabschlusses als sinngemäss
anwendbar erklärt wurde (BGE 134 V 109 Erw. 4), legt die zeitlichen und sachlichen
Voraussetzungen für die Prüfung des Rentenanspruchs fest und hat daher einen ganz
anderen sachlichen Hintergrund als er bei der hier in Frage stehenden
Adäquanzprüfung vorliegt. Dabei ist insbesondere zu beachten, dass der
Rentenanspruch die - hier erst noch zu prüfende - Adäquanz bereits voraussetzt. Diese
Bestimmung kann somit für die Prüfung des Zeitpunkts des Fallabschlusses nicht
unbesehen und undifferenziert herangezogen werden. Der Umstand, dass sich, wie
dies vorliegend der Fall ist, der Abschluss von beruflichen und anderen Massnahmen
der IV - aus welchen Gründen auch immer - verzögert, kann nicht dazu führen, dass im
UV-Verfahren der Fallabschluss zeitlich beliebig verschoben und somit die Adäquanz
nicht geprüft werden kann. Dies würde dazu führen, dass die Unfallversicherer unter
Umständen Leistungen ohne Vorliegen bzw. Nachweis eines adäquaten
Unfallkausalzusammenhangs während langer Zeit auszurichten hätten.
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Wird der Entscheid der IV über die (berufliche) Eingliederung erst später gefällt, kann
dies Anlass für eine das Taggeld ablösende Übergangsrente nach Art. 19 Abs. 3 UVG
in Verbindung mit Art. 30 UVV bilden. Die Übergangsrente ist (vorläufiges) Surrogat der
allenfalls folgenden (definitiven) Invalidenrente nach Art. 18ff. UVG. Beim Entscheid
über die Übergangsrente ist der Unfallversicherer, nicht anders als beim Entscheid über
die definitive Invalidenrente, im Licht von BGE 134 V 109 gehalten, auch die
Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Mai 2009 i/S A.
[8C_306/2009] Erw. 4.3). Keinen Unterschied kann dabei die Tatsache machen, dass
IV-Massnahmen bereits beschlossen und nicht lediglich geplant waren. Konkret lag
jedoch im Zeitpunkt der streitigen Leistungseinstellung am 30. September 2008 noch
kein IV-Entscheid vor; IV-Massnahmen standen erst Anfang 2009 zur Diskussion (act.
G 1.1/10). Der Einwand der Beschwerdeführerin, dass das Adäquanzkriterium der
erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen (vgl. dazu
nachstehend Erw. 5.4) bei nicht abgeschlossenen Eingliederungsmassnahmen (hier:
Arbeitsvermittlung) gar nicht geprüft werden könne (act. G 13 S. 4), trifft nicht zu: Die
Frage der Arbeitsfähigkeit ist medizinischer Art und weist von da her keinen
Zusammenhang zum Eingliederungsresultat bzw. dem Resultat der Arbeitsvermittlung
auf. Zudem stellt bereits die Beantragung von IV-Eingliederungsmassnahmen einen
Umstand dar, welcher bei der Adäquanzprüfung als Anstrengung im erwähnten Sinn zu
berücksichtigen ist. Bei diesem Sachverhalt lässt es sich nicht beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin den Zeitpunkt der Adäquanzprüfung ausschliesslich von der
Frage abhängig machte, ob durch weitere Behandlung von einer namhaften
Verbesserung der gesundheitlichen
Situation auszugehen sei.
4.2 Am 19. Februar 2008 bestätigte Dr. D._ einen weiterhin sehr protrahierten
Verlauf trotz regelmässiger physikalischer Therapie und Behandlung bei Dr. med. H._
(UV-act. 41/1). Kreisarzt Dr. G._ hielt im Bericht vom 29. Mai 2008 fest, gemäss den
Angaben der Beschwerdeführerin sei trotz laufender intensiver Physiotherapie ein
Stillstand eingetreten (UV-act. 54). Dr. D._ führte im Bericht vom 23. Juni 2008
hinsichtlich des Therapieerfolgs aus, es hätten sich wiederholte Rückfälle der
Beschwerden ergeben. Von der Fortsetzung der Therapie erwarte er Schmerzfreiheit
und Mobilitätsverbesserung (UV-act. 75). Der Rheumatologe Dr. L._ bejahte am 20.
November 2008 das Vorliegen von unfallbedingten Gesundheitsproblemen und hielt
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fest, nachdem bis zur aktuellen Untersuchung Physiotherapien durchgeführt wurden,
erscheine es sinnvoll, die Osteopathie zu versuchen und das Gymnastik-
Heimprogramm auszubauen (act. G 1.1/5). Von Seiten der Klinik für Neurologie wurde
im Zusammenhang mit einer neuropsychologischen Untersuchung am 18. November
2008 ein verhaltenstherapeutisch-kognitives Training im Rahmen der
psychotherapeutischen Behandlung (bei Dr. K._) als sinnvoll erachtet (act. G 1.1/6
S. 4). Im Rahmen der Besprechung vom 12. September 2008 hatte die
Beschwerdeführerin unter anderem mitgeteilt, dass sie wegen einer allenfalls nicht
richtigen Unfallverarbeitung die Psychotherapeutin Dr. K._ aufsuche. Die Behandlung
fand in der Folge soweit ersichtlich auch statt. Die Ostheopathie besuchte die
Beschwerdeführerin nach ihren Angaben seit Ende 2008 (act. G 1 S. 6). Sodann wurde
die Physiotherapie auch nach dem streitigen Einstellungszeitpunkt nach wie vor
durchgeführt (UV-act. 100). Mit der Beschwerdegegnerin ist festzuhalten, dass für die
Annahme einer namhaften Besserung durch weitere Behandlung allein die Hoffnung
auf eine positive Beeinflussung der Beschwerden nicht genügt (act. G 7 S. 7). Konkret
äusserten sich zwar die behandelnden Ärzte zur Frage, ob aufgrund der weiteren
Behandlung nach dem 30. September 2008 (prognostisch) einenamhafte Besserung in
Aussicht stehe, nicht, zumal ihnen diese Frage auch nicht vorgelegt wurde. Der
Hausarzt Dr. D._ bestätigte jedoch am 6. März 2009 - gut fünf Monate nach dem
streitigen Einstellungsdatum -, dass sich die Beschwerden in den letzten Monaten eher
verstärkt hätten. Mitsämtlichen Bemühungen habe bis jetzt kein wirklicher Erfolg erzielt
werden können. Auch die länger durchgeführte intensive physikalische Therapie habe
nicht zu einer anhaltenden Besserung beitragen können. Die Beschwerdeführerin sei
auf die regelmässige Einnahme von Schmerzmitteln angewiesen (act. G 1.1/17).
Aufgrund dieser Umstände kann die Notwendigkeit und Möglichkeit einer eigentlichen
Behandlung von Schleudertraumafolgen mit Aussicht auf eine namhafte
Zustandsverbesserung über den 30. September 2008 hinaus nicht angenommen
werden, auch wenn sich dies erst im Nachhinein aufgrund der erwähnten
hausärztlichen Bestätigung zeigte. Der Abschluss des Falls durch den Unfallversicherer
bedingt lediglich, dass von weiteren medizinischen Massnahmen keine namhafte
Besserung des Gesundheitszustands mehr erwartet werden kann, nicht aber, dass eine
ärztliche Behandlung nicht länger erforderlich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4.
November 2008 i /S G. [8C_467/2008], Erw. 5.2.2.2.). Auch die Beschwerdeführerin
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selbst räumte ein, dass die osteopathische Behandlung keinerlei Erfolge gebracht habe
und daher durch eine andere Therapieform ersetzt werde (act. G 1 S. 13). Die Prüfung
der Adäquanz per 30. September 2008 erweist sich damit - wenn auch erst
nachträglich - als rechtmässig. Eine weitere Abklärung der - unter den geschilderten
Voraussetzungen rein hypothetischen - Frage, ob rückblickend im
Einstellungszeitpunkt prognostisch eine namhafte Zustandsverbesserung durch weitere
Behandlung noch in Aussicht gestanden hätte, macht unter den dargelegten
Gegebenheiten keinen Sinn. Auch bedarf es für die Klärung von medizinischen Fragen
im Zusammenhang mit der Adäquanzprüfung nicht eines polydisziplinären Gutachtens,
wenn Berichte von Ärzten verschiedener Fachrichtungen vorliegen, die eine schlüssige
Gesamtbeurteilung zulassen (Urteil des Bundesgerichts vom 27. November 2008
[8C_527/2008] Erw. 3.2.2). Diese Voraussetzung ist auch konkret als gegeben zu
erachten.
5.
5.1 Für die Prüfung der adäquaten Unfallkausalität ist zunächst festzuhalten, dass der
in Frage stehende Unfall vom 14. Februar 2007 aufgrund des Geschehensablaufs - ein
anderes Fahrzeug fuhr auf das von der Beschwerdeführerin gelenkte Auto auf - und der
Verletzungen (UV-act. 7) als mittelschweres Ereignis im Grenzbereich zu den leichten
Unfällen einzustufen ist (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236). Gemäss biomechanischer
Kurzbeurteilung vom 10. März 2008 dürfte die kollisionsbedingte
Geschwindigkeitsänderung infolge der Heckkollision unterhalb oder knapp innerhalb
eines Bereichs von 10-15 km/h gelegen haben. Biomechanisch relevante
Besonderheiten seien nicht aktenkundig, weder bezüglich der Kollision noch der
individuellen Gegebenheiten, zumal die degenerativen Veränderungen (zwei leichte
Bandscheibenprotrusionen) nicht als wesentlich erachtet würden. Es liege somit keine
Abweichung vom Normalfall vor. Die anschliessend an das Ereignis bei der
Beschwerdeführerin festgestellten, von der HWS ausgehenden Beschwerden und
Befunde seien durch die Kollisionseinwirkung im Normalfall "eher nicht erklärbar" (UV-
act. 46). Die Beschwerdeführerin lässt zwar die Verlässlichkeit der biomechanischen
Beurteilung mit dem Hinweis in Frage stellen, dass in der Beurteilung die Rotation des
Kopfs nach rechts im Unfallzeitpunkt nicht berücksichtigt worden sei (act. G 1 S. 12).
Wie nachstehend zu zeigen sein wird, würde sich jedoch am Ergebnis auch unter
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Annahme von durch die Kollisionseinwirkung "eher erklärbaren" Beschwerden nichts
ändern. Die Veranlassung einer erneuten biomechanischen Beurteilung (act. G 1 S. 12)
kann daher unterbleiben. Ein Kopfanprall anlässlich des Unfalls lag wie dargelegt nicht
vor. Eine besondere Eindrücklichkeit oder dramatische Begleitumstände sind
unbestrittenermassen nicht belegt.
5.2 Bei einem Beschleunigungstrauma handelt es sich grundsätzlich nicht um eine
Gesundheitsschädigung, die durch ihre Schwere oder besondere Art charakterisiert
wäre (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 17. August 2007 i/S N. [8C_101/2007] Erw.
5.2 und 5.3, und vom 21. Dezember 2007 i/S M. [U 558/06], Erw. 4.2.2, sowie Urteil
des EVG vom 9. August 2004 i/S J. [U 116/04]). Das Bundesgericht präzisierte in
Erw. 10.2.2 von BGE 134 V 109, dass es zur Bejahung dieses Kriteriums einer
besonderen Schwere der für die gegebene Verletzung typischen Beschwerden oder
besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können, bedürfe. Das
Beschleunigungstrauma traf konkret - ausgehend von den Beurteilungen der Kreisärzte
Dr. G._ und Dr. J._ (UV-act. 54 S. 3 und UV-act. 81 mit Hinweis auf UV-act. 72) -
auf eine vorgeschädigte Wirbelsäule in Form einer massiv degenerierten,
mehrsegmentalen Veränderung der HWS. Wenn abweichend davon im
biomechanischen Bericht vom 10. März 2008 die degenerativen Veränderungen (zwei
leichte Bandscheibenprotrusionen) nicht als wesentlich erachtet wurden (UV-act. 46),
so ist dies möglicherweise darin begründet, dass damals das Ergebnis der späteren
MRI-Abklärung vom 25. Juni 2008 (UV-act. 72) noch nicht vorlag. Einigkeit besteht
jedoch hinsichtlich der Tatsache des Bestehens von (krankheitsbedingten)
Degenerationen an der HWS, ohne dass deren Ausmass abschliessend beurteilt
werden könnte. Nun hatten sich allerdings diese Degenerationen im HWS-Bereich nach
Angaben der Beschwerdeführerin vor dem Unfall weder in Form von Beschwerden
noch leistungsmindernd ausgewirkt. Laut Sachverhalt, welcher dem Urteil des
Bundesgerichts vom 11. Juni 2008 (8C_785/2007, Erw. 4.4) zugrunde lag, bezog die
dortige Beschwerdeführerin im Unfallzeitpunkt auf Grund ihres vorbestehenden
Rückenleidens eine 60 % Rente der Invalidenversicherung, weshalb das erwähnte
Kriterium - in nicht besonders ausgeprägtem Masse - als erfüllt angesehen wurde.
Auch im Urteil des EVG vom 26. April 2006 i/S S. (U 39/04, Erw. 3.4.2) wurde das
Kriterium bejaht, nachdem eine erhebliche Vorschädigung der HWS zur Zusprechung
einer Rente von 25 % geführt hatte. Vorliegend kann - bei Fehlen von Auswirkungen
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der HWS-Degenerationen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit vor dem Unfall -
grundsätzlich nicht von einer Verletzung besonderer Art ausgegangen werden (vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 20. November 2008 [8C_542/2008] Erw. 5.3). Das
Kriterium könnte höchstens in geringem Umfang als erfüllt angesehen werden, wenn
zusätzlich der im Unfallzeitpunkt nach rechts rotierte Kopf (UV-act. 3) als besondere
Körperhaltung (Abweichung vom "Normalfall") qualifiziert würde. Nicht ausgewiesen
sind in diesem Zusammenhang sodann erhebliche Verletzungen, welche sich die
Beschwerdeführerin neben der HWS-Distorsion zuzog.
5.3 Im Weiteren ist entscheidwesentlich (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 10.2.3), ob nach
dem Unfall eine fortgesetzt spezifische, die versicherte Person belastende ärztliche
Behandlung bis zum Fallabschluss notwendig war. Die Beschwerdeführerin steht seit
dem Unfall in Behandlung. Sie unterzog sich verschiedenen Therapieverfahren und
stand seit Sommer 2008 auch in psychotherapeutischer Behandlung (vgl.
Zusammenstellung in act. G 1 S. 13f). Damit lässt sich für die Zeit nach dem Unfall bis
zum Fallabschluss am 30. September 2008 eine fortgesetzt spezifische, die
Beschwerdeführerin belastende ärztliche Behandlung in Anbetracht der bisherigen
Rechtsprechung (Urteile des Bundesgerichts vom 8. August 2008 i/S H. [8C_144/2008]
Erw. 7.3 und vom 2. Dezember 2008 [8C_209/2008] Erw. 5.4) jedoch nicht bejahen,
zumal keine langdauernden stationären Behandlungen erfolgten. Zudem stellen die
durchgeführten Untersuchungen und Abklärungen (act. G 1 S. 13f) keine
Behandlungsmassnahmen dar. Adäquanzrelevant können im Weiteren in der Zeit
zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch
bestehende erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den
glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person
durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.4). Das
erwähnte Kriterium ist im Fall der Beschwerdeführerin unbestritten zu bejahen, dies
jedoch nicht in ausgeprägtem Umfang, da sie trotzdem gewisse Tätigkeiten im Haus
erledigen und in einem Teilzeitpensum arbeiten konnte (vgl. Urteil des Bundesgerichts
vom 2. Dezember 2008 i/S S. [8C_209/2008] Erw. 5.5). Für eine die Unfallfolgen
erheblich verschlimmernde ärztliche Fehlbehandlung und einen schwieriger
Heilungsverlauf mit erheblichen Komplikationen fehlt es an Anhaltspunkten in den
Akten.
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5.4 Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsunfähigkeit anbelangt, ist gemäss
BGE 134 V 109 Erw. 10.2.7 dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis
mittelschweren Schleudertraumen der HWS (und punkto Adäquanzbeurteilung gleich
zu behandelnden Verletzungen) ein längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem
Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt aus als eher ungewöhnlich erscheint.
Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher massgebend, sondern eine erhebliche
Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte An
strengungen unternimmt. Gelingt es ihr trotz solcher Anstrengungen nicht, ist ihr dies
durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkennbar sein,
sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder optimal in den Arbeitsprozess
einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person können sich
insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher
Unannehmlichkeiten manifestieren. Sodann können Bemühungen um alternative, der
gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht
fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in
erheblichem Mass arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag,
kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.7 mit Hinweisen). Nachdem die
Beschwerdeführerin seit 31. Mai 2007 von ihrem Hausarzt während mehr als einem
Jahr voll arbeitsfähig geschrieben war, bescheinigte Dr. D._ ab 14. Juli 2008 lediglich
noch eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit. Dies begründete er mit dem Auftreten von deutlich
vermehrten Schmerzen, Muskelverspannungen und Blockierungen (UV-act. 78, 83; vgl.
auch UV-act. 29, 38). Anstrengungen der Beschwerdeführerin, rasch wieder in den
Arbeitsprozess einzusteigen, sind damit im Nachgang zum Unfall bis zum streitigen
Einstellungszeitpunkt ohne weiteres ausgewiesen. Hingegen erscheint die
(unfallbedingte) Erheblichkeit der Arbeitsunfähigkeit durch die relativ lange Periode mit
praktisch uneingeschränkter Arbeitsfähigkeit nach dem Unfall in Frage gestellt. In
diesem Zusammenhang lässt sich nicht ausschliessen, dass für den erneuten Eintritt
einer teilweisen Arbeitsunfähigkeit (50 %) auch die von Dr. E._ im Bericht vom 23.
Oktober 2007 (UV-act. 29) angesprochene, und von der Beschwerdeführerin auch in
diesem Verfahren implizit bestätigte (act. G 1 S. 14) chronische Überlastung
(erwerbstätige alleinerziehende Mutter dreier Kinder) eine Rolle spielte. Das Kriterium
ist daher - wenn überhaupt - höchstens in geringem Umfang zu bejahen.
Zusammenfassend sind somit höchstens drei der in BGE 134 V 109 angeführten
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Adäquanzkriterien in geringem Umfang gegeben. Die Adäquanz der nach wie vor
geklagten Beschwerden mit dem versicherten Unfall ist somit in Anwendung der
einschlägigen höchstrichterlichen Rechtsprechung zu verneinen (vgl. Urteile des
Bundesgerichts vom 29. Januar 2010 i/S S. [8C_897/2009] Erw. 4.5 und vom 31. Juli
2009 i/S V. [8C_172/2009]) Erw. 5.3.5 sowie vom 11. September 2008 [8C_388/2007]
Erw. 3.5 und vom 17. September 2008 [8C_9/2008] Erw. 6.1.5). Die
Leistungseinstellung auf den 30. September 2008 lässt sich daher nicht beanstanden.
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG