Decision ID: 21fa5809-0d6d-49ac-a7ee-f775712567c6
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 30. Januar 2008 wegen einer Hörminderung zum Bezug
eines Hilfsmittels (Hörgerät) bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 1).
Dr. med. B._, Spezialarzt FMH ORL, berichtete am 27. März 2008, der Versicherte
leide an einer Hochtonschwerhörigkeit beidseits mit eingeschränkter Dynamikbreite. Er
empfahl eine binaurale Versorgung (Indikationsstufe 1/einfache Versorgung; IV-act. 5;
vgl. auch den „ärztlichen Schlussbericht betreffend Hörgeräteabgabe“ von Dr. B._
vom 24. Juli 2008, IV-act. 8). Die IV-Stelle erteilte am 7. August 2008 Kostengutsprache
für die Abgabe eines Hörgerätes Phonak Exélia micro gemäss Indikationsstufe 1 im
Gesamtbetrag von Fr. 1‘689.30 (IV-act. 9).
A.b Im Schreiben vom 20. Juni 2013 (Datum Posteingang IV-Stelle) machte der
Versicherte eine massive Verschlechterung der Hörfähigkeit geltend. Mit der jetzt
vorhandenen Hörfähigkeit könne er nicht zufriedenstellend arbeiten. Als
Geschäftsführer sowie in verschiedenen weiteren Funktionen sei er auf ein
einigermassen funktionierendes Gehör angewiesen (IV-act. 10). Daraufhin holte die IV-
Stelle eine Einschätzung von Dr. B._ ein. Dieser berichtete am 21. Oktober 2013, der
Gesamt-Hörverlust betrage 28%. Die alten Hörgeräte seien gemäss Angaben des
Versicherten nicht mehr ausreichend. Deshalb erfolge eine Neuversorgung (IV-act. 13).
Die IV-Stelle sprach dem Versicherten am 22. Oktober 2013 eine Pauschalvergütung
für eine beidseitige Hörgeräteversorgung mit zwei in der Schweiz zugelassenen
Hörgeräten im Betrag von Fr. 1‘650.-- bzw. bei Anschaffung nur eines Hörgeräts eine
Pauschale von Fr. 840.-- zu (IV-act. 14).
A.c Der Versicherte stellte am 23. September 2014 einen Antrag auf eine ganze Rente,
rückwirkend ab dem 1. Juli 2013. Er sei trotz neuer Hörgeräte nicht in der Lage,
Gesprächen in Gruppen zu folgen. Die Kundenbetreuung werde ihm durch die
Hörbehinderung verunmöglicht, da diese nur in den seltensten Fällen unter sehr
ruhigen Verhältnissen stattfinde. So sei es ihm seit 2013 praktisch nicht mehr möglich,
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sein Unternehmen zu führen oder eine neue Anstellung zu finden (IV-act. 17; vgl. auch
das ausgefüllte Anmeldeformular vom 20. November 2014, IV-act. 19). RAD-Ärztin
Dr. med. C._, Praktische Ärztin, hielt in der „Fallübersicht Eingliederung“ vom
5. Januar 2015 fest, die vom Versicherten geschilderten Probleme bei der
Kommunikation, vor allem bei Meetings und vermehrten Umgebungsgeräuschen etc.,
seien medizinisch nachvollziehbar. Unter der Annahme, dass eine Verbesserung der
Schwerhörigkeit durch eine Hörgeräteversorgung nicht möglich sei, könne der
Versicherte Tätigkeiten mit häufigem Kundenkontakt und/oder höheren Anforderungen
an das Hörverständnis bzw. die Kommunikationsfähigkeit nicht mehr ausüben. Somit
liege für die angestammte Tätigkeit als Geschäftsführer keine Arbeitsfähigkeit mehr vor.
Als Finanzexperte in rein administrativer Tätigkeit ohne Kundenkontakt sei hingegen
keine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten (Arbeitsfähigkeit
mindestens 80%, IV-act. 29).
A.d Dr. med. D._, Ärztin der Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie
am UniversitätsSpital Zürich, gab im Bericht vom 29. Dezember 2014 an, der
Versicherte leide an einer beidseitigen sensorineuralen mittel- bis hochgradigen
Schwerhörigkeit im Hochtonbereich. Tätigkeiten in ruhiger Umgebung, ohne zu viele
Gespräche an Sitzungen und Besprechungen sowie zu häufige Telefongespräche,
seien für den Versicherten ohne zeitliche Einschränkung ganztags möglich. Die
Hörgeräteanpassung sei inzwischen nochmals optimiert worden (IV-act. 34; vgl. auch
die Berichte von Dr. D._ vom 12. Januar 2015, IV-act. 37, und vom 8. Mai 2014, IV-
act. 34-4 f.).
A.e Mit Vorbescheid vom 19. Februar 2015 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, das Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen und Rentenleistungen
abzuweisen. Gemäss der medizinischen Aktenlage bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit
für leidensangepasste Tätigkeiten. In der Stellensuche bestehe keine Einschränkung
(IV-act. 44). Dagegen erhob der Versicherte am 2. März 2015 Einwand (IV-act. 45). Am
5. März 2015 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Gesuchs um berufliche
Massnahmen und Rente (IV-act. 46). Dr. B._ berichtete am 10. März 2015, der
Versicherte sei in der aktuellen Tätigkeit durch sein Gehörverlust so stark
eingeschränkt, dass die Arbeit nicht zufriedenstellend ausgeführt werden könne. Am
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angestammten Arbeitsplatz bzw. in einem kommunikativen Umfeld sei der Versicherte
nicht zufriedenstellend arbeitsfähig (IV-act. 47).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 5. März 2015 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 16. April 2015. Der Beschwerdeführer beantragt darin deren Aufhebung und die
Zusprache einer ganzen Rente. Zur Begründung bringt er vor, in seiner Funktion als
Geschäftsführer einer GmbH gebe es keine adaptierte Tätigkeit. Er ist mit der
Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht einverstanden, dass in einer administrativen
Tätigkeit ohne Kundenkontakt keine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu
erwarten sei bzw. er für eine leidensangepasste Tätigkeit über eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit verfüge (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 5. Juni 2015
die Abweisung der Beschwerde. Sie führt darin aus, der Beschwerdeführer sei
aufgrund der Selbsteingliederungs- und Schadenminderungspflicht gehalten, an
beiden Ohren ein Hörgerät zu tragen. Weil er nicht die zumutbaren medizinischen
Schritte für die Erhöhung seiner Arbeitsfähigkeit unternehme, sei allein schon deshalb
der Anspruch auf eine IV-Rente ausgeschlossen. Hinzu komme, dass der
Beschwerdeführer in einer leidensangepassten Tätigkeit ein rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen erzielen könnte (act. G 4).
B.c In der Replik vom 10. August 2015 hält der Beschwerdeführer unverändert an der
Beschwerde fest. Ergänzend bringt er vor, dass Versuche mit einer binauralen
Versorgung fehlgeschlagen seien (act. G 8).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat die Frist für eine Duplik unbenützt verstreichen lassen
(act. G 10).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
des Beschwerdeführers.
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1.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die: a. ihre Erwerbsfähigkeit
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können; b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind. Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Für das
gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und
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das Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
2.
Aus der diesbezüglich einhelligen medizinischen Beurteilung der Dres. D._ und B._
geht hervor, dass der Beschwerdeführer aufgrund einer beidseitigen, sensorineuralen,
mittel- bis hochgradigen Schwerhörigkeit im Hochtonbereich bei ungünstigen
akustischen Bedingungen in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt ist (IV-act. 37-3 und
IV-act. 47-3 f.). Tätigkeiten in ruhiger Umgebung, ohne zu viele Gespräche an
Sitzungen und Besprechungen sowie zu häufige Telefongespräche sind für den
Beschwerdeführer ohne zeitliche Einschränkung ganztags möglich (IV-act. 37-9; siehe
auch IV-act. 37-5). Die Verminderung der Leistungsfähigkeit beruht im Wesentlichen
auf einer Einschränkung der Kommunikationsfähigkeit (IV-act. 47-4). Weder aus den
Akten noch aus den Ausführungen des Beschwerdeführers (act. G 1 und G 8) ergeben
sich objektive Aspekte, welche die medizinischen Fachpersonen bei ihrer Beurteilung
ausser Acht gelassen hätten bzw. welche Zweifel an der medizinischen Aktenlage
entstehen lassen. Gestützt auf die Beurteilungen der Dres. D._ und B._ ist daher
mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 E. 5b) davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer für eine seinem Hörschaden angepasste Tätigkeit über eine
100%ige Arbeitsfähigkeit verfügt.
3.
Der Beschwerdeführer macht sinngemäss geltend, dass er über keine wirtschaftlich
verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr verfügt (act. G 1 und act. G 8, S. 4).
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3.1 Die Frage der Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit (auch bei vorgerücktem
Alter; BGE 138 V 460 E. 3.1) beurteilt sich bezogen auf einen ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 16 Abs. 1 ATSG), wobei an die Konkretisierung von
Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu
stellen sind. Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder
Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, das zusammen mit weiteren
persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer
versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren
Verwertung auch gestützt auf die ihr obliegende Selbsteingliederungslast nicht mehr
zumutbar ist. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt
eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente begründet (BGE 138 V 459 E. 3.1). Für den Zeitpunkt, in dem die Frage
nach der Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet
wird, ist auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer
(Teil-)Erwerbstätigkeit abzustellen (BGE 138 V 462 E. 3.3; vgl. zum Ganzen auch Urteil
des Bundesgerichts vom 26. Oktober 2015, 8C_338/2015, E. 2).
3.2 Der Beschwerdeführer war im massgeblichen Zeitpunkt der medizinischen
Einschätzung von Dr. D._ vom 12. Januar 2015 (IV-act. 37) bereits 61 Jahre alt und
daher nicht leicht vermittelbar. Von Bedeutung ist indessen, dass der
Beschwerdeführer gemäss medizinischer Aktenlage (siehe vorstehende E. 2) lediglich
bei ungünstigen akustischen Bedingungen in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt
ist. Ungünstige akustische Bedingungen liegen gemäss den Ausführungen von
Dr. D._ vor bei: vielen Sitzungen und Besprechungen in grösseren Gruppen sowie
häufigen Telefongesprächen (IV-act. 37-3) sowie vielen Nebengeräuschen (IV-
act. 37-4). Damit decken sich die Angaben des Beschwerdeführers im Schreiben vom
25. September 2014, wonach er nicht in der Lage sei, Gesprächen in Gruppen zu
folgen oder Kunden zu betreuen, da er diese nur selten unter sehr ruhigen
Verhältnissen antreffe (IV-act. 17; vgl. auch IV-act. 10-1). Für Tätigkeiten, die mit dem
Hörschaden zu vereinbarende Anforderungen (u.a. an die mündliche Kommunikation)
stellen, verfügt der Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht indessen (weiterhin) über
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (siehe vorstehende E. 2). Der Beschwerdeführer
absolvierte die Weiterbildung zum diplomierten Buchhalter (act. G 8.3) und war vom
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März 1985 bis Ende 2008 bei der E._ AG zunächst als Leiter Finanz- und
Rechnungswesen und später als kaufmännischer Leiter (CFO) tätig. Dabei besorgte er
nebst der personellen und fachlichen Führung der Bereiche Finanzen, Personal und IT
vielfältigste Aufgabengebiete (etwa Leitung von Projekten für verschiedene
Plattformwechsel der IT-Infrastruktur; Erarbeitung von neuen Pensionskassenlösungen
und Einführung einer Kaderversicherung; Ausarbeitung von Businessplänen im
Zusammenhang mit Akquisitionen, Investitionen und Devestitionen; Führung des
Generalsekretariats; act. G 8.5; siehe auch act. G 8.4). Am 1. Februar 2011 gründete
ein eigenes Unternehmen (F._ GmbH), welches das Erbringen von Dienstleistungen
für Firmen sowie die Vermittlung von Geschäften zum Zweck hat (Internet-Auszug des
Handelsregistereintrags, eingesehen am 25. Januar 2016). Des Weiteren ist er seit
Jahren (IV-act. 23) als gewähltes Behördenmitglied tätig (IV-act. 41) und für das
Ressort Finanzen und Administration zuständig. Der Beschwerdeführer verfügt damit
über ein hochqualifiziertes und breites Spektrum an Erfahrung im gesamten
kaufmännischen Bereich. Da der Beschwerdeführer für Tätigkeiten im angestammten
kaufmännischen Bereich, insbesondere in den Tätigkeitsfeldern Buchführung und
Revisionen, bei ruhiger Umgebung, ohne zu viele Gespräche an Sitzungen und
Besprechungen sowie ohne zu häufige Telefongespräche über eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit verfügt (siehe vorstehende E. 2), fällt bei der Verwertung seiner
Leistungsfähigkeit wenig Umstellungs- oder Einarbeitungsaufwand an.
3.3 Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, in seiner Funktion als Geschäftsführer
einer GmbH gebe es keine dem Hörschaden angepasste Tätigkeiten (act. G 1, S. 1; vgl.
auch act. G 8, Rz 3), gilt es zu beachten, dass für die Beurteilung der ihm verbliebenen
Erwerbsfähigkeit nicht auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Geschäftsführer
abzustellen ist. Es ist unbestritten, dass eine Tätigkeit als Geschäftsführer erhöhte
Anforderungen an die mündliche Kommunikationsfähigkeit stellt und damit nicht
leidensangepasst ist. Vielmehr wird dem Beschwerdeführer bei der Bestimmung der
(Rest-)Erwerbsfähigkeit - mit Bezug auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16
ATSG) - zugemutet, eine leidensangepasste Tätigkeit aufzunehmen. Sodann vermag
der Beschwerdeführer durch seinen Verweis auf die ausgeübten Tätigkeiten (act. G 8,
Rz 7) nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, sind doch deren konkrete Anforderungen
nicht für sämtliche Tätigkeiten im kaufmännischen Bereich bzw. im Rechnungswesen
regelbildend. Es wird dadurch die gestützt auf den Beweisgrad der überwiegenden
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Wahrscheinlichkeit getroffene Annahme, der ausgeglichene Arbeitsmarkt halte im
breiten Berufsspektrum des kaufmännischen Bereichs oder des Rechnungswesens
leidensangepasste Tätigkeiten bereit, nicht erschüttert. Hinzu kommt, dass die
ausgeübten Tätigkeiten mehrere Funktionen über das Rechnungswesen hinaus
umfasst hatten, die erhöhte Anforderungen an die mündliche Kommunikationsfähigkeit
stellten (so etwa personelle und fachliche Führung des Bereichs Personal, Leitung von
Projekten für verschiedene Plattformwechsel der IT-Infrastruktur, act. G 8.5; Planung
Leitung und Überwachung von Geschäftstransaktionen mit asiatischen
Geschäftspartnern, Leitung der Personaladministration, act. G 8.4). Daran ändert der
Hinweis des Beschwerdeführers auf das Arztzeugnis von Dr. B._ nichts, bezog dieser
die bescheinigte Arbeitsunfähigkeit ausdrücklich nur auf den „angestammten
Arbeitsplatz“ bzw. auf ein kommunikatives Umfeld (IV-act. 47-4; siehe auch IV-
act. 47-3 unten).
4.
Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für hochqualifizierte
leidensangepasste Tätigkeiten im kaufmännischen Bereich verbleibt die Bestimmung
des Invaliditätsgrads.
4.1 Gemäss Art. 16 ATSG richtet sich das Valideneinkommen danach, was eine
versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Massgebend
für das Valideneinkommen ist, was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen
Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit verdient hätte. Bei der Bestimmung des Valideneinkommens sind
sämtliche Erwerbseinkommen (auch etwa Nebeneinkünfte) oder regelmässig geleistete
Überstunden, für die eine AHV-Beitragspflicht besteht, zu berücksichtigen. Es kann bei
der Ermittlung des hypothetischen Valideneinkommens aber nur relevant sein, was
grundsätzlich zum massgebenden Lohn gemäss Bundesgesetz über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) zu zählen wäre (Urteil des
Bundesgerichts vom 12. Februar 2010, 8C_465/2009, E. 2.1).
4.1.1 Der Beschwerdeführer gab im von ihm ausgefüllten „Fragebogen für
Arbeitgebende: Berufliche Integration/Rente“ an, als Geschäftsführer der von ihm
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beherrschten, am _ gegründeten Gesellschaft würde er im Gesundheitsfall
Fr. „200‘000+“ pro Jahr verdienen (IV-act. 30-4; zum Gründungsdatum siehe Internet-
Auszug des Handelsregistereintrags, eingesehen am 14. Dezember 2015). Sowohl die
im individuellen Konto erfassten als auch die im Fragebogen angegebenen Verdienste
stützen die Annahme eines regelmässig über Fr. 200‘000.-- liegenden
Jahresverdienstes nicht. Die in den Jahren vor dem Rentenantrag erzielten Verdienste
waren sehr schwankend und lagen abgesehen von den Jahresverdiensten 2007 und
2008 unter Fr. 200‘000.--. In den Jahren 2000 bis 2006 bewegte sich der Verdienst
(ohne Anpassung an die Nominallohnentwicklung) zwischen Fr. 168‘908.-- und
Fr. 191‘750.--. Phasenweise bezog der Beschwerdeführer nach dem Jahr 2008
Arbeitslosenentschädigung (IV-act. 23). Ein hypothetisches Valideneinkommen von
über Fr. 200‘000.-- erscheint angesichts der Erwerbsbiographie des
Beschwerdeführers nicht überwiegend wahrscheinlich. Dessen genaue Bestimmung
kann indessen offen bleiben. Denn selbst wenn aufgrund der Entwicklung des
Einkommens seit 2001 von einem mutmasslichen Valideneinkommen von
Fr. 200‘000.-- ausgegangen wird, resultiert kein rentenbegründender Invaliditätsgrad.
4.1.2 Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer seit dem Jahr 1999 ausgeübten
Nebenbeschäftigung gilt es zu beachten, dass die daraus erzielten Jahresverdienste
kontinuierlich zugenommen haben (IV-act. 23). Es fehlt damit bezogen auf die
Nebenbeschäftigung an einer Erwerbseinbusse, weshalb die Nebenbeschäftigung bei
der Bestimmung der Vergleichseinkommen ausser Acht gelassen werden kann.
4.2 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. Ist kein
solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine
an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so ist auf
Erwerbstätigkeiten abzustellen, die der versicherten Person angesichts ihrer
Ausbildung und ihrer physischen sowie intellektuellen Eignung zugänglich wären.
Rechtsprechungsgemäss werden hierzu die Tabellenlöhne gemäss den vom
Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
herangezogen (BGE 129 V 475 f. E. 4.2.1).
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4.2.1 Der Beschwerdeführer ist Geschäftsführer der von ihm beherrschten
Gesellschaft. Es handelt sich hierbei nicht um eine den Hörbeeinträchtigungen
angepasste Tätigkeit (IV-act. 37-3 und IV-act. 47). Gemäss eigenen Angaben des
Beschwerdeführers könne er sich aus seiner Fima maximal Fr. 10‘000.-- auszahlen, da
er aufgrund seiner Arbeitsunfähigkeit praktisch keine Aufträge mehr bekomme und die
Reserven mittlerweile längst aufgebraucht seien (act. G 8, S. 2). Der ausbezahlte Lohn
für die Tätigkeit als Geschäftsführer bildet daher keine taugliche Grundlage für die
Bestimmung der dem Beschwerdeführer trotz Hörschadens verbleibenden
Erwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Die Gründung des eigenen
Unternehmens erfolgte des Weiteren am _ (Internet-Auszug des
Handelsregistereintrags, eingesehen am 25. Januar 2016). Die mit der Führung des
Geschäfts verbundene Tätigkeit ist nicht leidensangepasst und der Beschwerdeführer
erzielt inzwischen bloss noch geringe Einkünfte (act. G 8, S. 2; zu den ausbezahlten
Jahreslöhne 2012 bis 2014 von Fr. 72‘000.-- siehe IV-act. 30-4). Vor diesem
Hintergrund ist dem Beschwerdeführer die Aufgabe seines Unternehmens zugunsten
einer leidensangepassten Tätigkeit zumutbar und es ist für die Bestimmung des
Invalideneinkommens nicht der tatsächlich noch ausbezahlte Verdienst, sondern die
LSE-Statistik heranzuziehen.
4.2.2 Angesichts dessen, dass dem Beschwerdeführer die Verwertung seiner
verbliebenen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit im ihm vertrauten
Bereich Rechnungswesen medizinisch zugemutet werden kann (siehe vorstehende
E. 3.2), rechtfertigt es sich, auf den statistischen Lohn der LSE-Tabelle TA7,
Rechnungswesen und Personalwesen, Männer, Anforderungsniveau 1, abzustellen. Der
entsprechende Wert im Jahr 2010 hat Fr. 12‘836.-- betragen. Angepasst an die
betriebsübliche Wochenarbeitszeit des Jahres 2014 von 41,7 Stunden (Bundesamt für
Statistik, Tabelle Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilung; Totalwert)
ergibt sich ein Monatslohn von Fr. 13‘382.-- ([Fr. 12‘836.-- / 40] x 41,7). Unter
Berücksichtigung der bis ins Jahr 2014 eingetretenen Nominallohnentwicklung (Index,
Männer, 2010: 2151; Index, Männer, 2014: 2220; siehe hierzu Bundesamt für Statistik,
T39, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne)
resultiert ein statistischer Monatslohn von Fr. 13‘811.-- ([Fr. 13‘382.-- / 2151] x 2220)
bzw. ein statistischer Jahreslohn von Fr. 165‘732.-- (Fr. 13‘811.-- x 12).
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4.2.3 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens bleibt noch zu klären, ob und
gegebenenfalls in welchem Umfang ein Tabellenlohnabzug bei der Bestimmung des
Invalideneinkommens gerechtfertigt erscheint. Das Spektrum Rechnungswesen ist
qualitativ aufgrund der erheblichen Beeinträchtigungen in der mündlichen
Kommunikationsfähigkeit eingeschränkt. Selbst bei einer leidensangepassten Tätigkeit
muss ein potentieller Arbeitgeber aufgrund des Hörschadens des Beschwerdeführers
bereit sein, bei der mündlichen Kommunikation Erschwernisse in Kauf zu nehmen, was
sich auf ein allfälliges Lohnangebot ungünstig auswirken dürfte (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 8. August 2008, 8C_791/2007, E. 3.2). Deshalb und angesichts
des bereits fortgeschrittenen Alters des Beschwerdeführers erscheint ein
höchstzulässiger Abzug von 25% angemessen. Das Invalideneinkommen beträgt
demnach Fr. 124‘299.-- (Fr. 165‘732.-- x 0,75).
4.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 200‘000.-- und einem Invalideneinkommen
von Fr. 124‘299.-- ergeben sich eine Erwerbseinbusse von Fr. 75‘701.-- (Fr. 200‘000.--
- Fr. 124‘299.--) und ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von aufgerundet
38% ([Fr. 75‘701.-- / Fr. 200‘000.--] x 100).
4.4 Dem Beschwerdeführer steht es frei, sich (ausgehend von einem 38%igen
Invaliditätsgrad) bei der Beschwerdegegnerin für den Bezug von beruflichen
Massnahmen (Arbeitsvermittlung, Coaching usw.) erneut anzumelden.
5.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie
vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der von ihm geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm daran anzurechnen.