Decision ID: 37b66494-9ba4-545d-91be-73c083b44d29
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 19.03.2012 Art. 30 Abs. 1 lit. e AVIG. Vorliegen von vorsätzlichen Falschangaben im Formular "Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen" bestätigt (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. März 2012, AVI 2011/38).Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Miriam Lendfers und Marie Löhrer; Gerichtsschreiberin Jeannine BodmerEntscheid vom 19. März 2012in SachenA._,Beschwerdeführer,gegenRAV Rapperswil-Jona, Neue Jonastrasse 59, Postfach, 8640 Rapperswil,Beschwerdegegner,vertreten durch Amt für Arbeit, Unterstrasse 22, 9001 St. Gallen,betreffendEinstellung in der Anspruchsberechtigung (unwahre Angaben)Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 14. Oktober 2010 erneut beim Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) Rapperswil-Jona zur Arbeitsvermittlung an und
stellte am 19. Oktober 2010 Antrag auf Arbeitslosenentschädigung ab 27. Oktober
2010, da seine letzte Arbeitsstelle per diesem Datum infolge eines befristeten
Arbeitsverhältnisses beendet worden war (act. G 3.1/B7, B18).
A.b Am 10. November 2010 teilte das RAV dem Versicherten mit, dass auf Grund
seiner Unterlagen davon ausgegangen werden müsse, er habe sich im Hinblick auf die
drohende Arbeitslosigkeit vom 26. Juli bis 27. Oktober 2010 in ungenügender Weise
um eine neue Stelle bemüht. Bei befristeten Arbeitsverhältnissen werde erwartet, dass
die versicherte Person mindestens drei Monate vor Vertragsende mit der Stellensuche
beginne. Da er lediglich drei Arbeitsbemühungen für Oktober 2010 nachweisen könne,
erhalte er Frist zur Stellungnahme über die Gründe ungenügender Arbeitsbemühungen
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(act. G 3.1/B22). Nachdem der Versicherte dem RAV mit Schreiben vom 23. November
2010 seine zwischen Juli und Oktober 2010 getätigten Bewerbungen sowie die diese
Zeit betreffenden Formulare "Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen"
eingereicht hatte (act. G 3.2/A22-26), verfügte das RAV am 7. Februar 2011 eine
Einstellung in der Anspruchsberechtigung von 11 Tagen ab 27. Oktober 2010. Es
begründete diese damit, dass die nachgereichten Arbeitsbemühungen nicht mehr
berücksichtigt werden könnten, weil der Versicherte im Erstberatungsgespräch keine
Arbeitsbemühungen angegeben, am 8. November 2010 dann einen Nachweis für den
Monat Oktober 2010 mit drei Arbeitsbemühungen eingereicht und schliesslich erst auf
erneute Aufforderung hin weitere Arbeitsbemühungen für Juli bis Oktober 2010
nachgereicht habe (act. G 3.1/B34). Die dagegen eingereichte Einsprache vom 24.
Februar 2011 wies das RAV mit Einspracheentscheid vom 12. Mai 2011 ab (act. G 3.2/
A64 und A102).
A.c Mit Verfügung vom 23. Dezember 2010 hatte das RAV den Versicherten zudem ab
1. Dezember 2010 für 10 Tage in der Anspruchsberechtigung wegen ungenügender
Arbeitsbemühungen im Monat November 2010 eingestellt. Er erbringe zwar die
erforderlichen acht Bewerbungen, doch habe er sich bei allen aufgeführten
Arbeitgebern ausser B._ bereits im September oder Oktober 2010 beworben. Da er
nicht zum ersten Mal arbeitslos sei, wisse er, dass es nicht zulässig sei, immer wieder
die gleichen Arbeitgeber anzuschreiben (act. G 3.1/B29). Diese Verfügung blieb
unangefochten.
A.d Mit Schreiben vom 23. Dezember 2010 forderte das RAV den Versicherten auf,
zum Vorwurf, unwahre Angaben gemacht zu haben, Stellung zu nehmen. Während der
Versicherte im Erstgespräch vom 29. Oktober 2010 noch keine Arbeitsbemühungen vor
Arbeitslosigkeit habe vorweisen können, habe das RAV am 8. November 2010 einen
Nachweis mit drei Bewerbungen vom Oktober 2010 erhalten. Nachdem er am 10.
November 2010 zur Stellungnahme betreffend ungenügende Arbeitsbemühungen vor
der Arbeitslosigkeit aufgefordert worden sei, seien am 24. November 2010 ein
Nachweis mit Arbeitsbemühungen vom September 2010 und am 26. November 2010
zwei Nachweise mit Arbeitsbemühungen von Juli und August 2010 eingetroffen. Am 8.
Dezember 2010 habe das RAV eine Stellungnahme mit diversen Bewerbungsschreiben
und nochmals Arbeitsbemühungsnachweisen von Juli bis Oktober 2010, jedoch mit
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zum Teil anderen Daten und anderen Arbeitgebern erhalten. Daher seien die
Arbeitsbemühungen vor Arbeitslosigkeit überprüft worden. Die C._ und die D._
hätten angegeben, dass er sich nicht beworben habe. Somit habe er in mindestens
zwei Fällen nachweislich unwahre Angaben gemacht. Er müsse mit einer Einstellung in
der Anspruchsberechtigung für 45 Tage ab dem 27. Oktober 2010 rechnen (act. G 3.2/
A31).
A.e Mit Stellungnahme vom 6. Januar 2010 führte der Versicherte aus, er habe sich
sehr wohl bei den beiden Firmen beworben. Er sehe nicht ein, weshalb er nur dem RAV
eine Bewerbungskopie, nicht aber auch den beiden Firmen eine Bewerbung hätte
schicken sollen. Er sei sehr bemüht, eine Arbeit zu finden. Es könne doch aber auch
gut möglich sein, dass entweder die Post die Briefe nicht ausgeliefert habe oder die
potentiellen Arbeitgeber sich nicht an seine Bewerbung erinnern könnten. Ihm sei es
nicht möglich, einen weiteren Beweis zu liefern, wie auch das RAV nicht beweisen
könne, dass er sich nicht beworben habe. Zudem könne er sich ja auch nicht überall
mit eingeschriebenem Brief bewerben (act. G 3.2/A35).
A.f Das RAV verfügte am 7. Februar 2011, dass der Versicherte ab 1. Dezember 2010
für 45 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt werde. Eine Rückfrage bei der
D._ sowie bei der C._ habe ergeben, dass er sich entgegen seiner Behauptung bei
keiner dieser beiden Firmen beworben habe. Obgleich er angegeben habe, von der
D._ eine Absage erhalten zu haben, habe er eine solche jedoch nie als Beweismittel
eingereicht. Es sei daher davon auszugehen, dass er gegenüber dem RAV unwahre
Angaben gemacht habe, was ihm als schweres Verschulden angelastet werde (act.
G 3.2/A44).
B.
B.a In der dagegen gerichteten Einsprache vom 24. Februar 2011 brachte der Ver
sicherte vor, dass er nochmals bei der D._ angerufen habe. Dort habe man ihm
gesagt, er erhalte keine schriftliche Absage mehr, wenn ihm bereits telefonisch
Auskunft erteilt worden sei. Hinsichtlich der strittigen Bewerbung bei der C._ reichte
er eine Kopie eines Absagebriefs vom 25. Januar 2011 ein, welchen er eben erst
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erhalten habe. Im Weiteren hielt er daran fest, sich bei allen behaupteten Arbeitgebern
beworben zu haben (act. G 3.2/A64).
B.b Mit Einspracheentscheid vom 24. Mai 2011 hiess das RAV die Einsprache teilweise
gut. Da der Vorwurf, anlässlich der Bewerbungen bei der C._ unwahre Angaben
gemacht zu haben, auf Grund der eingereichten Unterlagen (bezüglich der Bewerbung
vom 20. September 2010 ein Bewerbungsschreiben und bezüglich der Bewerbung
vom 24. November 2010 ein Absageschreiben) hinfällig sei, werde das Einstellmass auf
25 Tage reduziert. Eine Bewerbung bei der D._ sei demgegenüber nicht bewiesen
(act. G 3.1/B59).
B.c Gegen den Einspracheentscheid vom 24. Mai 2011 betreffend die Einstellung
wegen unwahrer Angaben richtet sich die Beschwerde vom 31. Mai 2011. Der
Beschwerdeführer beantragt darin sinngemäss dessen Aufhebung. Zur Begründung
bringt er vor, er könne nichts dafür, wenn die D._ sein Bewerbungsschreiben nicht
bekommen habe. Immerhin seien es total 15 Bewerbungen gewesen, wovon nur zwei
Firmen den Eingang seiner Bewerbungsunterlagen verneint hätten. Jetzt handle es sich
nur noch um eine Bewerbung, wobei es doch unlogisch sei, wenn er sich bei 14 Stellen
beworben und eine Stelle nur aufgeschrieben hätte, ohne sich zu bewerben. Weder sei
es ihm möglich, einen Beweis für seine Bewerbung zu liefern, noch könne der
Beschwerdegegner beweisen, dass er sich nicht beworben habe (act. G 1).
B.d In der Beschwerdeantwort vom 16. August 2011 beantragt der Beschwerdegegner
unter Verweis auf die Begründung des Einspracheentscheids vom 24. Mai 2011 die
Beschwerdeabweisung (act. G 3).

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer zu Recht wegen unwahrer Angaben
ab 1. Dezember 2010 für 25 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt worden ist.
2.
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Am 1. April 2011 sind die Änderungen des AVIG in Kraft getreten (4. AVIG-Revision, AS
2011 1167 ff.). Da vorliegend eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung ab
1. Dezember 2010 streitig ist, ist die Angelegenheit gestützt auf die allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln, wonach in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze
massgebend sind, die bei Verwirklichung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts
galten, auf Grund der alten (bis 31. März 2011 gültigen) Normen zu prüfen (vgl. BGE
130 V 445 E. 1 S. 446f. mit Hinweis).
3.
3.1 Die versicherte Person, die Versicherungsleistungen beanspruchen will, muss mit
Unterstützung des zuständigen Arbeitsamts alles Zumutbare unternehmen, um
Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Insbesondere ist sie verpflichtet,
Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufs. Sie muss ihre
Bemühungen nachweisen können (Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIG]). Nach
Art. 30 Abs. 1 lit. e AVIG ist eine versicherte Person in der Anspruchsberechtigung
einzustellen, wenn sie unwahre oder unvollständige Angaben gemacht oder in anderer
Weise die Auskunfts- oder Meldepflicht verletzt hat. Der Einstellungstatbestand von
Art. 30 Abs. 1 lit. e AVIG ist stets erfüllt, wenn eine versicherte Person die der Kasse,
dem RAV oder der kantonalen Behörde einzureichenden Formulare nicht
wahrheitsgetreu oder unvollständig ausfüllt. Der Einstellungsgrund von Art. 30 Abs. 1
lit. e AVIG umfasst somit jede Verletzung der Pflicht der versicherten Person zu
wahrheitsgemässer und vollständiger Auskunft sowie zur Meldung aller
leistungsrelevanten Tatsachen. Unerheblich ist, ob die falschen oder unvollständigen
Angaben für die Ausrichtung der Versicherungsleistungen oder deren Bemessung
kausal sind (BGE 123 V 151 E. 1b; ARV 1993/94 Nr. 3 S. 21 E. 3b). Auch eine
fahrlässige Meldepflichtverletzung erfüllt den Tatbestand von Art. 30 Abs. 1 lit. e AVIG;
Absicht ist nicht vorausgesetzt (vgl. dazu JACQUELINE CHOPARD, Die Einstellung in
der Anspruchsberechtigung, Zürich 1998, S. 53).
3.2 Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung gemäss Art. 30 AVIG hat nicht den
Charakter einer Strafe im Sinn des Strafrechts, sondern denjenigen einer
verwaltungsrechtlichen Sanktion mit dem Zweck, der Gefahr missbräuchlicher
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Inanspruchnahme der Arbeitslosenversicherung zu begegnen (ARV 1993/1994 Nr. 3
S. 22 E. 3d). Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens
(Art. 30 Abs. 3 AVIG) und beträgt je Einstellungsgrund 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16
bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45
Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
Insolvenzentschädigung [AVIV]).
4.
4.1 Dem Beschwerdeführer wird vorgeworfen, zwei Bewerbungen bei D._ lediglich
vorgegeben, die Bewerbungsschreiben bei der Firma aber nicht eingereicht zu haben.
Da hinsichtlich der auf dem Formular "Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen"
für die Kontrollperiode September 2010 (eingegangen am 15. November 2010 bzw.
datiert mit Stempel vom 24. November 2010) angegebenen Bewerbung vom
3. September 2010 (act. G 3.1/A14) und derjenigen gemäss dem Nachweisformular
"November 2010" behaupteten vom 3. November 2010 (act. G 3.1/A21) keine
entsprechenden Bewerbungsschreiben vorlägen und die Firma auf Nachfrage hin mit
Rückmeldung vom 9. Dezember 2010 bestätigt habe, dass auch keine schriftlichen
Bewerbungen erfolgt seien, vermöge er eine tatsächlich getätigte Arbeitsbemühung
nicht zu beweisen (act. G 3.2/A104).
4.2 Zunächst ist festzustellen, dass die Beweislast für eine getätigte Bewerbung bei
der versicherten Person liegt. Der Beschwerdeführer hat als Versicherter eine
Schadenminderungspflicht zu erfüllen. Diese besteht namentlich darin, Stellen zu
suchen und sich zu bewerben. Macht er gegenüber den Organen der
Arbeitslosenversicherung geltend, dieser Pflicht nachgekommen zu sein, indem er sich
bei bestimmten Firmen beworben habe, hat er dies nachzuweisen (vgl. Art. 17 Abs. 1
AVIG). Mithin haben die Angaben über die angegangenen Firmen so genau zu sein,
dass eine Überprüfung möglich ist. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
genügt die blosse Möglichkeit, eine Bewerbung könnte wie auf dem Formular
angegeben erfolgt sein, keineswegs. Bezüglich des Vorliegens falscher Angaben trägt
jedoch die Verwaltung die Beweislast: Nur wo mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
feststeht, dass die versicherte Person falsche Angaben gemacht hat, darf sie in der
Anspruchsberechtigung eingestellt werden.
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4.3 Vorliegend kann der Beschwerdeführer unbestrittenermassen nicht nachweisen,
sich bei der D._ beworben zu haben. Anlässlich des ersten Gesprächs mit der
zuständigen Personalberaterin vom 29. Oktober 2010 hielt diese im
Gesprächsprotokoll fest, dass persönliche Arbeitsbemühungen vor der Arbeitslosigkeit
fehlten (act. G 3.2/A1). Am 8. November 2010 reichte der Beschwerdeführer das
Formular "Nachweis über persönliche Arbeitsbemühungen" für den Monat Oktober
2010 nach. Er gab an, vier schriftliche Bewerbungen getätigt zu haben (act. G 3.2/A10).
Nachdem ihn der Beschwerdegegner mit Schreiben vom 10. November 2010 zur
Stellungnahme wegen ungenügender Arbeitsbemühungen vor der Arbeitslosigkeit
aufgefordert hatte (vgl. act. 3.2/A12), reichte er am 24. November 2010 schliesslich
noch das Formular für den Monat September 2010 (act. G 3.2/A14) und am 26.
November 2010 diejenigen für die Monate Juli und August 2010 ein. Zusammen mit
den letzten beiden Formularen sandte er dem Beschwerdegegner auch die
zugehörigen Bewerbungsschreiben (act. G 3.2/A17 und A16). Auf Grund dieser späten
und nur tröpfelnd eingegangenen Unterlagen führte der Beschwerdegegner mit
Schreiben vom 7. Dezember 2010 bezüglich der Bewerbungen bei den Firmen D._,
E._, F._ und C._ die erwähnten Kontrollen durch (act. G 3.2/A19f.). Am 8.
Dezember 2010 reichte der Beschwerdeführer erneut Nachweisformulare für die
Monate September und Oktober 2010 zusammen mit den zugehörigen
Bewerbungsschreiben ein (act. G 3.2/A22f.). Ein Vergleich der beiden September-
Formulare zeigt jedoch erhebliche Differenzen. Im ersten Formular sind fünf schriftliche
Bewerbungen aufgeführt: 3. September D._, 8. September G._, 17. September
E._, 27. September H._, 28. September I._ (act. G 3.2/A14). Im zweiten Formular
sind vier schriftliche Bewerbungen aufgeführt: 3. September E._, 10. September
J._, 20. September C._ und 30. September K._ (act. G 3.2/A23). Hinsichtlich der
Oktoberformulare fehlt auf dem ersten demgegenüber "nur" die Bewerbung für eine
Stelle bei E._, ansonsten stimmen sie überein (act. G 3.2/A10 und A22).
4.4 Gründe für diese nicht unerheblichen Abweichungen konnte der
Beschwerdeführer keine nennen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass in seinen
Bewerbungsunterlagen, obgleich er offensichtlich noch über gewisse
Bewerbungskopien verfügte, keine Ordnung herrscht. Dass die D._ auf dem
"zweiten" September-Formular nicht mehr aufgeführt war, spricht ebenfalls gegen eine
tatsächlich erfolgte Bewerbung.
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4.5 Der Beschwerdeführer gab nicht nur an, sich am 3. September 2010 bei der D._
schriftlich beworben zu haben, sondern auch am 3. November 2010 eine schriftliche
Bewerbung verschickt zu haben (vgl. act. 3.2/A14 und A21). Darauf hielt der
Beschwerdegegner im Kontrollformular an die D._ ebenfalls beide Bewerbungsdaten
fest. Nachdem die Firma als Rückmeldung zur Antwort gab "Es erfolgte zumindest
keine schriftliche Bewerbung" (act. 3.2/A19), ist davon auszugehen, dass sie
schriftliche Bewerbungen erfasst, ansonsten sie keine so klare Antwort hätte geben
können. Dass es sich vorliegend einzig um schriftliche Bewerbungen handeln soll, ist
nicht strittig. Etwas anderes machte der Beschwerdeführer nie geltend. Der
Beschwerdeführer kann zwei, immerhin zu verschiedenen Zeiten geltend gemachte
schriftliche Bewerbungen nicht nachweisen. Es ist damit davon auszugehen, dass
diese tatsächlich nicht erfolgt sind. Insgesamt bleiben die Angaben des
Beschwerdeführers widersprüchlich und nicht überprüfbar. Mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit ist deshalb davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer bei
der D._ am 3. September und 3. November 2010 nicht beworben hat.
4.6 Daran vermag auch die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Absagepraxis
der D._ nichts zu ändern. Selbst wenn diese Arbeitgeberin nach telefonisch erteilten
Absagen keine schriftlichen Absagen mehr verschicken würde, würde dies nichts daran
ändern, dass der Beschwerdeführer den Nachweis für die beiden Bewerbungen bei
dieser Firma nicht erbringen konnte. Im Übrigen hat er auch keine Angaben dazu
gemacht, wann und mit wem die Telefongespräche bezüglich der beiden
Stellenabsagen erfolgt sein sollen.
4.7 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die vom Beschwerdeführer im
September und November 2010 geltend gemachten Bewerbungen bei der D._ durch
nichts erhärtet werden. Nachdem die behaupteten Arbeitsbemühungen in diesen
beiden Fällen überwiegend wahrscheinlich nicht erfolgt sind und Anhaltspunkte für ein
versehentlich falsches Ausfüllen der Formulare "Nachweis der persönlichen
Arbeitsbemühungen" für September und November 2010 fehlen, ist von bewusst
falschen Angaben in den entsprechenden Formularen auszugehen. Die Einstellung in
der Anspruchsberechtigung ist zu Recht erfolgt.
5.
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5.1 Die Dauer der Einstellung nach Art. 30 Abs. 1 lit. e AVIG leitet sich - ihrer
Zweckbestimmung gemäss - von Art und Ausmass des im Einzelfall vorhandenen
objektiven Schadensrisikos ab, wie es sich durch die unwahren oder unvollständigen
Angaben oder durch andere Verletzungen der Auskunfts- und Meldepflichten ergeben
hat. Die subjektive Vorwerfbarkeit des betreffenden Verhaltens beeinflusst das Mass
der Sanktion dagegen nur insoweit, als deren Berücksichtigung in einem
angemessenen Verhältnis zum gesetzlichen Schutzzweck steht (Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 25. Juni 2004, C 152/03, E. 2.3).
5.2 Bei der Überprüfung der Angemessenheit der verfügten Einstellungsdauer ist
sodann zu beachten, dass das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne
triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzt; das Gericht muss sich auf
Gegebenheiten stützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als
naheliegender erscheinen lassen (BGE 126 V 362 E. 5d, Urteil des EVG vom 2. Mai
2007, C23/07, E. 2). Vorliegend geht die Verwaltung von einer Sanktionshöhe von 25
Einstelltagen aus. Dabei ging sie unter der Annahme, dass der Beschwerdeführer
vorerst zwei falsche potentielle Arbeitgeber angegeben habe, vom Mittelwert des
schweren Verschuldens von 45 Tagen aus und kürzte diese auf 25 Tage, nachdem der
Vorwurf unwahrer Angaben betreffend die C._ weggefallen war. Zwar machte der
Beschwerdeführer sowohl im September- als auch im November-Formular 2010
unwahre Angaben. Indessen wurde er soweit ersichtlich noch nie wegen falscher
Angaben in der Anspruchsberechtigung eingestellt. Die von der Verwaltung festgelegte
Einstelldauer von 25 Tagen ist demnach nicht zu beanstanden.
6.
Nach dem Gesagten wird die Beschwerde abgewiesen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP