Decision ID: 8c012583-c2f6-48cf-b575-42e362105170
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X besass den Führerausweis für Personenwagen seit dem 1. Juli 2002. Wegen
Überschreitens der zulässigen Höchstgeschwindigkeit (80 km/h plus 31 km/h) wurde
ihm der Führerausweis mit Verfügung des Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamts des
Kantons St. Gallen, Abteilung Administrativmassnahmen (nachfolgend:
Strassenverkehrsamt), vom 30. Juli 2012 für drei Monate entzogen.
B.- In einem Strafverfahren im Kanton Thurgau wurde X belastet, von Juni 2013 bis
Oktober 2013 zwei Kilogramm Marihuana für Fr. 16'000.– verkauft zu haben. Anlässlich
einer Hausdurchsuchung vom 30. April 2014 stiess die Polizei im Untergeschoss des
von X bewohnten Einfamilienhauses auf eine Hanf-Indooranlage. Das
Strassenverkehrsamt eröffnete wegen Zweifeln an der Fahreignung ein
Administrativmassnahmeverfahren und teilte X am 16. Juli 2014 mit, dass aufgrund des
zugegebenen täglichen Marihuanakonsums eine verkehrsmedizinische Untersuchung
vorgesehen sei. Gleichzeitig verbot es ihm das Führen von Motorfahrzeugen aller
Kategorien vorsorglich ab sofort. Einem allfälligen Rekurs wurde die aufschiebende
Wirkung entzogen. Der gegen den vorsorglichen Führerausweisentzug erhobene
Rekurs wurde vom Präsidenten der Verwaltungsrekurskommission mit Entscheid vom
14. November 2014 gutgeheissen (Proz.Nr. IV-2014/101).
Die verkehrsmedizinische Untersuchung fand am 31. März 2015 beim Institut für
Rechtsmedizin am Kantonsspital St. Gallen (IRM) statt. Im Gutachten vom 25. Juni
2015 befürwortete die Assistenzärztin die Fahreignung von X bei vorbestehender
Cannabisabhängigkeit nach IDC-10 mit eingeleiteter Verhaltensänderung unter der
Auflage der Einhaltung einer Cannabisabstinenz für die Dauer von mindestens drei
Jahren. Gestützt darauf versah das Strassenverkehrsamt den Führerausweis von X mit
Verfügung vom 25. August 2015 mit der Auflage einer fachlich betreuten (Arzt oder
Suchtfachstelle) vollständigen Cannabisabstinenz (Kontrolle mittels monatlicher
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Urinproben) und der Einreichung halbjährlicher Berichte. Die Auflage wurde auf
unbestimmte Zeit angeordnet, wobei eine Aufhebung frühestens in drei Jahren –
gerechnet ab April 2014 – geprüft werden könne. X wurde ferner darauf hingewiesen,
dass er bei Missachten der Auflagen mit dem Entzug des Führerausweises, allenfalls
auf unbestimmte Zeit, zu rechnen habe.
C.- Mit Schreiben vom 29. Dezember 2016 ersuchte X das Strassenverkehrsamt unter
Beilage des Berichts der Suchtfachstelle und der Laborresultate um Lockerung der
Auflagen. Aus letzteren ging hervor, dass die Urinprobe vom 19. Juli 2016 positiv auf
Cannabis gewesen war. Die Vorinstanz verfügte daher am 5. Januar 2017 einen
vorsorglichen Führerausweisentzug und gewährte X das rechtliche Gehör zum
vorgesehenen Entzug des Führerausweises auf unbestimmte Zeit.
Mit Verfügung vom 6. Februar 2017 entzog das Strassenverkehrsamt X den
Führerausweis auf unbestimmte Zeit. Die Wiedererteilung des Führerausweises machte
es von einer positiv lautenden verkehrsmedizinischen Kontrolluntersuchung abhängig,
wobei es vorgängig die Durchführung einer mindestens sechs Monate dauernden
kontrollierten Drogenabstinenz empfahl. Einem allfälligen Rekurs wurde die
aufschiebende Wirkung entzogen.
D.- Gegen diese Verfügung erhob X mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom
22. Februar 2017 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit den Anträgen, die
angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der Führerausweis dem Rekurrenten
unter Beibehaltung der Auflagen herauszugeben, eventualiter seien die Auflagen um
maximal ein Jahr zu verlängern; ferner sei dem Rekurs die aufschiebende Wirkung zu
gewähren; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Die Vorinstanz verzichtete mit
Schreiben vom 27. März 2017 auf eine Vernehmlassung. Auf die Ausführungen des

Rekurrenten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Mit Verfügung vom 3. April 2017 wies der Verfahrensleiter das Gesuch um Erteilung der
aufschiebenden Wirkung ab. Auf entsprechende Nachfrage teilte der Rekurrent mit
Schreiben vom 28. Oktober 2017 mit, dass er seit Dezember 2016 keinen
Abstinenznachweis mehr erbringen könne. Er versicherte jedoch, im laufenden Jahr
kein Cannabis konsumiert zu haben.
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Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 22. Februar 2017 ist rechtzeitig
eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Umstritten ist, ob die Vorinstanz gegenüber dem Rekurrenten wegen der Verletzung
von Auflagen zu Recht einen Sicherungsentzug verfügt hat.
a) Der Rekurrent macht zur Hauptsache geltend, in der verkehrsmedizinischen
Begutachtung im Jahr 2015 sei seine Fahreignung mit der Empfehlung einer
dreijährigen Cannabisabstinenz befürwortet worden. Gestützt darauf sei sein
Führerausweis mit den entsprechenden Auflagen versehen worden. Mit Ausnahme
eines Untersuchungstermins im September 2015 habe er sich in der Folge strikt daran
gehalten. Insbesondere die Berichte der Fachtherapeutin hätten stets positiv gelautet,
letztmals im Dezember 2016. Sehr überraschend sei für ihn jedoch gewesen, dass die
Urinprobe vom 19. Juli 2016 positiv ausgefallen sei, was ihm sein Hausarzt damals
aber nicht mitgeteilt habe. Er habe daher keine Chance gehabt, eine Nachprüfung der
Probe zu verlangen. Der Hausarzt habe es erstaunlicherweise auch unterlassen,
umgehend die Vorinstanz zu informieren, was seine Pflicht gewesen wäre. Die
Vorinstanz stütze die angefochtene Verfügung auf Art. 17 Abs. 5 des
Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: SVG) ab. Da seinerzeit jedoch kein
Sicherungsentzug verfügt worden sei, könne ein allfälliger Sicherungsentzug wegen
Verletzung der Auflagen nur auf Art. 16 Abs. 1 SVG abgestützt werden. Jener Artikel sei
im Gegensatz zu Art. 17 Abs. 5 SVG als "Kann"-Bestimmung formuliert. Selbst wenn
bei ihm von einem einmaligen Cannabiskonsum während der Auflagefrist ausgegangen
werden müsste, würde sich der Sicherungsentzug vor dem Hintergrund des äusserst
positiv lautenden Berichts der Suchttherapeutin als offensichtlich unverhältnismässig
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erweisen. Hinzu komme, dass er bis anhin nie mit einem zu hohen Cannabiswert im
Strassenverkehr angetroffen worden sei.
b) Nach allgemeinen verwaltungsrechtlichen Grundsätzen kann eine Bewilligung mit
Nebenbestimmungen verbunden werden, wenn dafür eine ausdrückliche gesetzliche
Grundlage besteht oder wenn die Bewilligung aufgrund des Gesetzes ohne
Nebenbestimmungen verweigert werden müsste. Auflagen stellen eine Art solcher
Nebenbestimmungen dar. Sie müssen dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit
genügen, das heisst geeignet und erforderlich sein, um das der Verfügung
zugrundeliegende öffentliche Interesse zu erfüllen, sowie für den Betroffenen zumutbar
sein. Im Strassenverkehrsrecht dienen Auflagen generell dazu, Schwächen hinsichtlich
der Fahreignung zu kompensieren. Sie sind im Vergleich zur Verweigerung oder zum
Entzug des Führerausweises als milderes Mittel zulässig, wenn sich die Fahreignung
nur mit dieser Massnahme aufrechterhalten lässt. In Frage kommen auch Auflagen, um
einer Suchtgefährdung zu begegnen, namentlich die Pflicht zur Einhaltung einer
Alkohol- oder Drogenabstinenz. Solche Auflagen werden in der Praxis häufig mit der
Wiedererteilung nach einem Sicherungsentzug verbunden, können aber auch mit der
erstmaligen Ausweiserteilung angeordnet werden (BSK SVG-Rütsche, Basel 2014,
Art. 17 N 29, 36; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts [BGer] 6A.61/2005 vom
12. Januar 2006 E. 2.1; BGE 125 II 289 E. 2b mit Hinweis auf R. Schaffhauser,
Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Band III: Die
Administrativmassnahmen, Bern 1995, Rz. 2224; Ph. Weissenberger, Kommentar SVG
und OBG, 2. Aufl. 2015, Art. 17 SVG N 14).
Im Strassenverkehrsgesetz gibt es zwei Bestimmungen, welche den Entzug des
Führerausweises für den Fall vorsehen, dass zuvor verfügte Auflagen missachtet
wurden. Nach der Generalklausel von Art. 16 Abs. 1 SVG sind Ausweise und
Bewilligungen zu entziehen, wenn festgestellt wird, dass die gesetzlichen
Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen; sie können entzogen
werden, wenn die mit der Erteilung im Einzelfall verbundenen Beschränkungen oder
Auflagen missachtet werden. Werden hingegen Auflagen verletzt, die bei der
Wiedererteilung nach einem Sicherungsentzug verfügt worden waren, kommt Art. 17
Abs. 5 SVG als Spezialnorm zur Anwendung (vgl. Art. 17 Abs. 3 SVG; BGE 140 II 334
E. 2). In der Lehre wird die Ansicht vertreten, dass diese Bestimmung auch analog
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angewendet werden könne, so beispielsweise in Verbindung mit Art. 15d SVG bei
einem vorsorglichen Führerausweisentzug und einer daran anschliessenden Abklärung
der Fahreignung, wenn die verfügten Auflagen eine günstige Eignungsprognose
erlaubten (Weissenberger, a.a.O., Art. 17 SVG N 2). Art. 16 Abs. 1 SVG ist als "Kann"-
Vorschrift abgefasst. Der Entscheid, welche Massnahme im Einzelfall angemessen ist,
liegt im pflichtgemässen Ermessen der Behörde. Demgegenüber führt die Verletzung
von Auflagen, die im Rahmen von Art. 17 SVG verfügt wurden, nach dem Wortlaut von
Art. 17 Abs. 5 SVG in aller Regel zwingend zum Entzug des Führerausweises, ohne
dass zuvor noch einmal verkehrsmedizinische oder -psychologische Abklärungen
hinsichtlich der Fahreignung notwendig wären (BSK SVG-Rütsche/Weber, a.a.O.,
Art. 17 N 29 und 36).
c) Die Vorinstanz sprach den Sicherungsentzug in der Verfügung vom 6. Februar 2017
gestützt auf Art. 17 Abs. 5 SVG aus. Zur Begründung führte sie aus, der Führerausweis
des Rekurrenten sei mit Verfügung vom 25. August 2015 bei vorbestehender
Cannabisabhängigkeit nach ICD-10 mit der Auflage einer kontrollierten
Cannabisabstinenz für mindestens drei Jahre versehen worden. Die positiv
ausgefallene Urinkontrolle vom 19. Juli 2016 lasse auf einen fortgesetzten oder
erneuten Konsum schliessen, was nach Art. 17 Abs. 5 SVG ohne weitere Abklärungen
zwingend zum Entzug führe. Es trifft zwar zu, dass im Rahmen der Abklärung der
Fahreignung im Jahr 2015 gegenüber dem Rekurrenten kein Sicherungsentzug wegen
mangelnder Fahreignung (Cannabissucht) ausgesprochen wurde und die
Abstinenzauflagen demzufolge in der Verfügung vom 25. August 2015 nicht im Rahmen
einer Wiedererteilung des Ausweises nach einem Sicherungsentzug gemäss Art. 17
Abs. 3 SVG verfügt wurden. Art. 17 Abs. 5 SVG, wonach der Führerausweis zwingend
zu entziehen ist, wenn die bei der Wiedererteilung verfügten Auflagen missachtet
werden, ist daher beim Rekurrenten nicht direkt anwendbar.
Aufgrund der konkreten Umstände der damaligen Abklärungen lässt sich jedoch
vorliegend eine analoge Anwendung von Art. 17 Abs. 5 SVG rechtfertigen. Der
Rekurrent wurde in einem Strafverfahren im Kanton Thurgau belastet, von Juni 2013
bis Oktober 2013 zwei Kilogramm Marihuana für Fr. 16'000.– verkauft zu haben.
Anlässlich einer Hausdurchsuchung vom 30. April 2014 stiess die Polizei im
Untergeschoss des von ihm bewohnten Einfamilienhauses auf eine Hanf-Indooranlage.
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Gegenüber der Polizei bezifferte der Rekurrent den wöchentlichen Eigenkonsum
damals mit 15 bis 18 Gramm Marihuana, was einer Menge von mindestens 20 Joints
entsprach und geeignet war, begründete Zweifel an der Fahreignung aufkommen zu
lassen (BGer 1C_328/2013 vom 18. September 2013 E. 4.2). Daraufhin musste sich der
Rekurrent am 31. März 2015 einer verkehrsmedizinischen Fahreignungsbegutachtung
unterziehen. Gegenüber der Gutachterin gab er damals an, seit rund zweieinhalb Jahre
regelmässig Cannabis konsumiert zu haben. Er habe jeweils mindestens zwei Joints
pro Tag, teilweise aber auch grössere Mengen, geraucht. Im Gutachten vom 25. Juni
2015 kam die Verkehrsmedizinerin zum Schluss, dass beim Rekurrenten in jenen
Jahren, als er sowohl von der Menge als auch der Frequenz sehr ausgeprägt Cannabis
konsumiert habe, eine Cannabisabhängigkeit nach ICD-10 mit Toleranzentwicklung,
Kontrollverlust, ausgeprägtem Wunsch nach engmaschigem Cannabiskonsum, Einsatz
von Cannabis als Stress- und Emotionsregulationsmittel, Einengung der Aktivitäten auf
assoziierte Situationen als zentraler Lebensinhalt, Vernachlässigung anderer Ziele und
Interessen sowie Konsum trotz negativer Konsequenzen bestanden habe. Beim
Absetzen sei es zu Entzugserscheinungen gekommen. Mit der Abstinenz seit August
2014 habe der Rekurrent eine Verhaltensänderung eingeleitet und sich vom
Cannabiskonsum distanziert. Eine differenzierte Einsicht zur Suchtmittelproblematik
müsse jedoch erst entwickelt werden, zumal der Rekurrent noch nicht realisiert habe,
dass er über Jahre hinweg bei täglichem Cannabiskonsum bedingt durch das Lenken
eines Fahrzeugs eine Gefährdung für sich und andere riskiert habe. Für die
Überwindung der Cannabisabhängigkeit werde üblicherweise eine einjährige
kontrollierte Abstinenz verlangt. Beim Rekurrenten könne jedoch die seit August 2014
erfolgte Abstinenz verkürzend angerechnet werden und die Fahreignung folglich mit
der Auflage der Einhaltung einer Cannabisabstinenz (Arzt und Suchtfachstelle) für
mindestens drei Jahre befürwortet werden (act. 8/14 ff.).
Aus dem damaligen Gutachten geht klar hervor, dass der Rekurrent im Zeitpunkt der
Einstellung des Konsums im August 2014 an einer Drogenabhängigkeit (Cannabis) im
medizinischen Sinn nach ICD-10 litt. Hätte die Untersuchung früher stattgefunden und
wäre das Gutachten nicht erst ein Jahr nach Eröffnung des
Administrativmassnahmeverfahrens verfasst worden, hätte die Fahreignung nicht
bejaht werden können und es hätte zuerst gestützt auf Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG ein
Sicherungsentzug und später, nach hinreichend nachgewiesener Abstinenz und
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Wiedererlangung der Fahreignung, gestützt auf Art. 17 Abs. 3 SVG die Wiedererteilung
des Führerausweises unter Abstinenzauflagen verfügt werden müssen. Da jedoch im
Zeitpunkt der Verfügung der Vorinstanz am 25. August 2015 die Überwindung der
Drogensucht zufolge genügend langer Abstinenz bereits nachgewiesen werden konnte,
erübrigte sich die Verfügung eines Sicherungsentzugs mit gleichzeitiger
Wiedererteilung und es konnten sogleich die empfohlenen Abstinenzauflagen für die
Dauer von mindestens drei Jahren ab August 2014 verfügt werden. Hätte beim
Rekurrenten zuvor keine Abhängigkeit bestanden, wäre die Mindestdauer von
insgesamt drei Jahren damals auch kaum verhältnismässig gewesen. Dass kein
Sicherungsentzug verfügt wurde, liegt somit allein am Zeitablauf. Der Sinn und Zweck
der am 25. August 2015 verfügten Auflagen entspricht unter diesen Umständen aber
genau jenem der Auflagen bei einer Wiedererteilung nach einem Sicherungsentzug.
Folglich gelangt bei der Verletzung dieser Auflagen Art. 17 Abs. 5 SVG zur Anwendung,
der im Regelfall zwingend den Entzug des Führerausweises vorsieht.
Bei der Einreichung der halbjährlichen Berichte im Dezember 2016 ging aus dem
Schreiben des Hausarztes des Rekurrenten vom 20. Dezember 2016 hervor, dass die
Urinprobe vom 19. Juli 2016 mit einem Cannabinol-Gehalt von 78 ng/ml (Referenz-
Wert <50 ng/ml) positiv ausgefallen war (act. 8/48), der Rekurrent folglich in jenem
Zeitraum Cannabis konsumiert haben musste. Damit verstiess er nachweislich gegen
die Abstinenzauflagen, was gestützt auf Art. 17 Abs. 5 SVG zu einen Sicherungsentzug
führt. Dass das positive Resultat im Zeitpunkt der Verfügung bereits mehrere Monate
zurücklag und der Rekurrent davon zuvor nicht unterrichtet wurde, ändert am Verstoss
gegen die Auflagen an sich nichts. Ebenso wenig vermag der Bericht der
Suchtberatung vom 6. Dezember 2016, wonach der Beratungsprozess positiv zu
beurteilen sei, daran etwas zu ändern. Die angefochtene Verfügung der Vorinstanz
erweist sich damit als rechtmässig.
d) Selbst wenn man die Ansicht des Rekurrenten vertreten würde, wonach Art. 16
Abs. 1 SVG anzuwenden wäre, der bei der Verletzung von Auflagen nicht zwingend
einen Entzug vorsieht, würde sich ein solcher vorliegend als angemessen erweisen.
Das Resultat der Urinprobe vom 19. Juli 2016 überschritt den Grenzwert eindeutig.
Dies war sodann bereits der zweite Verstoss gegen die Auflagen, nachdem der
Rekurrent im September 2015 nicht zu einer Kontrolle erschienen war und ihm im
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Anschluss daran die Konsequenzen einer erneuten Unregelmässigkeit mit Schreiben
vom 1. Juli 2016 ausdrücklich angedroht worden waren. Zudem führte der Rekurrent
die Auflagen seit Dezember 2016 nicht mehr weiter, obschon diese noch bis
mindestens August 2017 Gültigkeit hatten. Seinen Angaben zufolge habe er die
Abstinenz zwar eingehalten und kein Cannabis konsumiert, jedoch keine Urinproben
mehr abgegeben und auch keine Fachtherapie mehr besucht. Er sei irrtümlicherweise
davon ausgegangen, dass sich ein weiterer Abstinenznachweis mit dem vorsorglichen
Führerausweisentzug erübrige, was indessen nicht zutrifft. Der vorsorgliche
Führerausweisentzug vom 5. Januar 2017 änderte an der Gültigkeit der bis mindestens
August 2017 rechtskräftig verfügten Auflagen nichts. Damit fehlt heute nun aber
jeglicher Nachweis, dass der Rekurrent nach wie vor in der Lage ist, auf den Konsum
von Cannabis zu verzichten, was die Bedingung für eine Wiederaushändigung des
Führerausweises wäre. Der Rekurs ist demzufolge abzuweisen.
3.- Mit dem Sicherungsentzug soll sichergestellt werden, dass der Rekurrent zum
Schutz der Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer kein Motorfahrzeug lenkt. Dieser
Zweck wäre gefährdet, wenn der Sicherungsentzug während des
Beschwerdeverfahrens nicht gelten würde. Einer allfälligen Beschwerde ist deshalb die
vom Gesetz vorgesehene aufschiebende Wirkung zu entziehen (Art. 64 in Verbindung
mit Art. 51 VRP).
4.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'500.– erscheint
angemessen (samt den Kosten für die Zwischenverfügung zur aufschiebenden Wirkung
vom 3. April 2017, vgl. Art. 7 Ziff. 111 und 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 1'500.– ist zu verrechnen.