Decision ID: 1fb93191-9780-5925-bfe1-1c2dc6ee7c0c
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am (...) Juni 2021 in der Schweiz um Asyl
nachsuchte,
dass er gemäss Akten bereits im Jahr 2001 in der Schweiz ein Asylgesuch
gestellt hatte, später eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung er-
hielt und schliesslich am (...) 2015 nach Nigeria ausgeschafft wurde,
dass ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Euro-
dac) ergab, dass der Beschwerdeführer am (...) November 2015 in Italien
und am (...) April 2018 in Frankreich Asylgesuche eingereicht hatte,
dass der Beschwerdeführer am 30. Juni 2021 im Rahmen des persönli-
chen Gesprächs im Beisein seiner Rechtsvertretung befragt wurde und ins-
besondere angab, in Italien kein Asyl beantragt und in Frankreich einen
negativen Asylentscheid erhalten zu haben,
dass ihm dabei das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintretens-
entscheid sowie der Möglichkeit zur Überstellung nach Frankreich oder Ita-
lien gewährt wurde,
dass das SEM die französischen Behörden am 5. Juli 2021 in Anwendung
von Art. 18 Abs. 1 Bst. d der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäi-
schen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prü-
fung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem
Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist
(nachfolgend: Dublin-III-VO), um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers
ersuchte,
dass die französischen Behörden am 15. Juli 2021 ihre Zustimmung zur
Übernahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-
III-VO erteilten,
dass das SEM mit Verfügung vom 16. Juli 2021 – eröffnet am 19. Juli 2021
– in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asyl-
gesuch des Beschwerdeführers nicht eintrat (Dispositivziffer 1), dessen
Wegweisung aus der Schweiz in den zuständigen Dublin-Staat (Frank-
reich) anordnete (Dispositivziffer 2), den Beschwerdeführer aufforderte, die
Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen
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(Dispositivziffer 3), den Kanton B._ mit dem Vollzug der Wegwei-
sung beauftragte (Dispositivziffer 4) und die editionspflichtigen Akten ge-
mäss Aktenverzeichnis an den Beschwerdeführer aushändigte (Dispositiv-
ziffer 5),
dass es ferner feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen die Verfü-
gung komme keine aufschiebende Wirkung zu (Dispositivziffer 6),
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 23. Juli 2021 gegen diesen
Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und dabei
beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Vor-
instanz anzuweisen, ihre Pflicht oder ihr Recht zum Selbsteintritt auszu-
üben und sich für sein Asylverfahren für zuständig zu erklären,
dass er eventualiter beantragte, die angefochtene Verfügung sei zu kas-
sieren und der Fall an die Vorinstanz zur erneuten Sachverhaltsfeststellung
und zur erneuten Beurteilung zurückzuweisen,
dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Gewährung der aufschieben-
den Wirkung der Beschwerde ersuchte und überdies beantragte, die Voll-
zugsbehörden seien anzuweisen, bis zum Entscheid über das Rechtsmittel
von Vollzugshandlungen abzusehen,
dass er weiter um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchte,
dass die zuständige Instruktionsrichterin am 26. Juli 2021 gestützt auf
Art. 56 VwVG den Vollzug der Überstellung nach Frankreich im Sinne einer
superprovisorischen Massnahme per sofort einstweilen aussetzte,
dass gleichentags die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsge-
richt in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG),

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-
gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33
VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
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dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG),
dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105
AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-
treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich,
wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-
teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-
zichtet wurde,
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
(Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz des Gerichts grund-
sätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das
Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 2012/4
E. 2.2, je m.w.H.),
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG),
dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt,
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dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-
gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als
zuständiger Staat bestimmt wird,
dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-
geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt
wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO),
dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge)
die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort
aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien;
vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden sind, und dabei von der Situ-
ation in demjenigen Zeitpunkt auszugehen ist, in dem der Asylsuchende
erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat (Art. 7 Abs. 2 Dub-
lin-III-VO),
dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) – wie
vorliegend – demgegenüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeits-
prüfung nach Kapitel III stattfindet (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5
E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.),
dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist,
einen Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen, dessen Antrag abgelehnt
wurde und der in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat,
nach Massgabe der Art. 23, 24, 25 und 29 Dublin-III-VO wieder aufzuneh-
men (Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO),
dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-
schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder
Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch
wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die
Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbstein-
trittsrecht),
dass der vorgenommene Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerde-
führers mit der „Eurodac“-Datenbank ergab, dass dieser unter anderem am
(...) April 2018 in Frankreich ein Asylgesuch eingereicht hatte,
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dass der Beschwerdeführer anlässlich des persönlichen Gesprächs vom
30. Juni 2021 selbst ausführte, in Frankreich einen negativen Asylent-
scheid erhalten zu haben,
dass die Zuständigkeit Frankreichs – die französischen Behörden stimm-
ten wie bereits erwähnt dem Gesuch des SEM um Übernahme am 15. Juli
2021 zu – somit grundsätzlich gegeben ist,
dass Frankreich gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO weiterhin für
das Verfahren bis zu einem allfälligen Wegweisungsvollzug oder einer all-
fälligen Regelung des Aufenthaltsstatus zuständig bleibt, auch wenn das
Asylverfahren des Beschwerdeführers bereits rechtskräftig abgeschlossen
ist, wobei der Beschwerdeführer allfällige neue Asylgründe oder Wegwei-
sungshindernisse bei den dortigen Behörden vorzubringen hätte,
dass der Beschwerdeführer zur Begründung seiner Beschwerdeeingabe
im Wesentlichen anführt, gemäss verschiedenen Quellen (Bericht Asylum
Information Database [AIDA] vom März 2021; nicht näher bezeichnete Be-
richte der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte sowie der
Schweizerischen Flüchtlingshilfe [SFH], beide vom Januar 2019) seien die
Lebensumstände Asylsuchender in Frankreich generell prekär und der Zu-
gang zu angemessener Unterbringung und Unterstützung nicht gewähr-
leistet,
dass er und seine Familie ab Dezember 2019 die offizielle Asylunterkunft
hätten verlassen müssen und daraufhin über eine Privatorganisation eine
Unterkunft erhalten hätten,
dass sie seit Dezember 2019 keinerlei finanzielle Unterstützung durch den
französischen Staat mehr erhalten hätten und nur mit Hilfe von kirchlichen
Organisationen und Privatinitiativen hätten überleben können,
dass das Essen kaum gereicht habe und er deshalb in Paris, wo er in ei-
nem Zelt gelebt habe, einer illegalen Beschäftigung nachgegangen sei, um
etwas dazuzuverdienen,
dass die Familie am (...) Mai 2021 von der Gendarmerie aus ihrer Woh-
nung geführt und auf die Strasse gestellt worden sei und seitdem bei einer
Bekannten aus C._ Unterschlupf erhalten habe,
dass die Schweiz verpflichtet sei, ihr Selbsteintrittsrecht auszuüben und
das Asylverfahren in der Schweiz durchzuführen, da davon auszugehen
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sei, dass ihm (dem Beschwerdeführer) in Frankreich eine menschenun-
würdige Situation drohe und sich seine Überstellung dorthin als unzulässig
erweise,
dass vorweg festzuhalten ist, dass das SEM in der angefochtenen Verfü-
gung in Einklang mit der ständigen Rechtsprechung des Bundesverwal-
tungsgerichts festgestellt hat, es gebe keinen Grund für die Annahme, das
Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen in Frankreich würden syste-
mische Schwachstellen aufweisen, weshalb die Anwendung von Art. 3
Abs. 2 Satz 2 Dublin-III-VO von vornherein nicht gerechtfertigt ist,
dass Frankreich Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom
10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche
oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der FK
sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301)
ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtungen nach-
kommt, was vom SEM ebenfalls zutreffend festgehalten wurde,
dass auch davon ausgegangen werden kann, Frankreich anerkenne und
schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des
Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013
zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-
ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom
26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen,
die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben
(vgl. statt vieler: Urteile des BVGer F-4687/2020 vom 30. September 2020
E. 4.2 und F-612/2020 vom 11. Februar 2020 E. 5.2, je mit weiteren Hin-
weisen),
dass keine Hinweise dafür vorliegen, die französischen Behörden hätten
das Asyl- und Wegweisungsverfahren des Beschwerdeführers nicht kor-
rekt durchgeführt,
dass mit der in der Beschwerde am französischen Asylsystem erhobenen
Kritik und dem skizzierten mutmasslichen Szenario, welches sich für den
Beschwerdeführer im Falle der Überstellung nach Frankreich ergebe, nicht
hinreichend konkret aufgezeigt wird, dass für ihn in Frankreich tatsächlich
eine aktuelle und ernsthafte Gefahr einer Verletzung von im Völkerrecht
verankerten, direkt anwendbaren Individualrechten besteht (vgl. BVGE
2010/45 E. 7.4 und 7.5),
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dass in der Beschwerde insbesondere behauptet wird, er habe in Frank-
reich keine Unterkunft und keine Unterstützung erhalten,
dass er jedoch weder im erstinstanzlichen Verfahren geltend gemacht hat
noch in der Beschwerde aufzeigt, geschweige denn dokumentiert, dass er
sich in der Vergangenheit an die französischen Behörden gewandt hat, um
zwecks Behebung seiner misslichen Situation staatliche Unterstützung ein-
zufordern, und ihm diese verwehrt worden sei,
dass vor diesem Hintergrund kein hinreichender Grund zur Annahme be-
steht, Frankreich habe ihm die gemäss Aufnahmerichtlinie zustehenden
minimalen Lebensbedingungen vorenthalten oder werde dies ihm gegen-
über in Zukunft tun,
dass sich ein solches Risiko auch nicht aus dem mit der Beschwerde ein-
gereichten Schreiben des D._ ergibt, welches lediglich festhält,
dass sich der Beschwerdeführer und seine Familie nach einem negativen
Asylentscheid unrechtmässig in Frankreich aufhielten, und die Beendigung
der Beherbergung in der Notunterkunft zwecks Rückkehr ins Heimatland
in Aussicht stellt,
dass der Beschwerdeführer seine Rechte nötigenfalls gerichtlich einzufor-
dern hätte, sollte er nach seiner Rückkehr in Frankreich als abgewiesener
Asylsuchender nicht grundrechtskonform, das heisst insbesondere unter
Gewährleistung einer menschenwürdigen Notversorgung, untergebracht
werden (vgl. Urteil des BVGer F-5189/2020 vom 26. Oktober 2020 E. 5.3),
dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind,
Frankreich werde im Fall des Beschwerdeführers den Grundsatz des Non-
Refoulement missachten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem
sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3
Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Aus-
reise in ein solches Land gezwungen zu werden,
dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen
zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine
gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG)
durch die Vorinstanz zu entnehmen sind,
dass sich das Bundesverwaltungsgericht unter diesen Umständen weiterer
Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält, und der diesbezüg-
lich gestellte Antrag abzuweisen ist,
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dass nach dem Gesagten kein Grund für die Ausübung des Selbsteintritts-
rechts gemäss Art. 17 Dublin-III-VO respektive Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 be-
steht, und ergänzend festzuhalten ist, dass die Dublin-III-VO den Schutz-
suchenden kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber
auszuwählen (vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3),
dass sich schliesslich die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs, weil
das SEM den rechtserheblichen Sachverhalt ungenügend festgestellt
habe, als unbegründet erweist, so dass das betreffende Eventualbegehren
abzuweisen ist,
dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und
– weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts-
oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die
Überstellung nach Frankreich angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),
dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss
Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das
Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht-
eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE
2015/18 E. 5.2 m.w.H.),
dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen und die Verfügung
des SEM zu bestätigen ist,
dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus
den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen wa-
ren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG nicht
erfüllt sind,
dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist,
weshalb sich die Gesuche um Wiederherstellung der aufschiebenden Wir-
kung und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses als ge-
genstandslos erweisen,
dass der am 26. Juli 2021 verfügte Vollzugsstopp mit dem vorliegenden
Urteil dahinfällt,
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dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1‒
3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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