Decision ID: d9ab781f-d6b5-4233-b886-e546ae8e43ea
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1960, arbeitet seit dem
1.
August 2013 bei der
Y._
als Kaufmann und ist in dieser Eigenschaft bei der AXA Ver
sicherungen AG (folgend: AXA) gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle versichert. Mit Bagatellunfallmeldung vom 3
0.
Juli 2015 wurde der AXA angezeigt, dass der Versicherte am
3.
Juli 2015 bei der Partnerübung im Karate einen starken Schlag auf das rechte Schultergelenk erhalten habe. Die Schmerzen seien kurz danach gekommen und dauerten an (
Urk.
13/A1). Die Erstbehandlung fand am 1
6.
Juli 2015 im
Zentrum
Z._
der
A._
Klinik statt. Die Ärzte diagnostizierten dabei einen Status nach Schulter
kontusion rechts am
3.
Juli 2015 im Rahmen eines
Karatepunches
(
Urk.
13/M3). Die AXA trat auf den Schaden ein
und erbrachte die gesetzlichen Leistungen. M
it Verfügung vom 1
3.
April 2017
stellte die AXA
fest, dass ab dem 1
5.
August 2015 kein Anspruch auf Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung be
stehe. Auf die Rückforderung der bisher erbrachten Leistungen werde verzichtet (
Urk.
13/A21). Nachdem der Versicherte hiergegen Einsprache erhoben hatte (Ein
sprache vom 2
5.
April 2017,
Urk.
13/A23; ergänzende Einsprache vom
7.
August 2017,
Urk.
13/A27) wies die AXA die Einsprache mit
Einspracheentscheid
vom 1
7.
August 2017 vollumfänglich ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 1
4.
September 2017 Beschwerde und bean
tragte, es sei der
Einspracheentscheid
aufzuheben und es seien ihm die geset
zlichen Leistungen auszurichten. Eventualiter seien weitere Abklärungen vorzu
nehmen und ihm sodann die gesetzlichen Leistungen auszurichten (
Urk.
1).
Mit Schreiben vom 2
9.
September 2017 reichte der Beschwerdeführer einen weiteren
Arztbericht der
A._
Klinik vom 2
8.
September 2017 ein (
Urk.
7 und
Urk.
8
), worüber die Beschwerdegegnerin am
2.
Oktober 2017 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
9). Mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
November 2017 schloss die Beschwer
de
gegnerin
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
12 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
13/A1-A30 und
Urk.
13/M1-M23), worüber der Beschwerdeführer mit Schrei
ben vom 2
7.
November 2017 informiert wurde (
Urk.
14).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt dafür, dass
gestützt auf den Bericht des beratenden Arztes
Dr.
med. B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie
,
vom 1
4.
Februar 2017 sowie d
i
e Stellungnahme von
Dr.
med. C._
, Spezialarzt Ch
iru
r
gie und
beratender Arzt der Generaldirektion, vom 1
1.
Juli 2017
überwiegend wahr
sche
in
lich erstellt sei, dass die vorliegende SLAP-Läsion durch chronische repe
ti
tive sportliche Aktivität verursacht sei und nicht von den beiden Schlägen stamme. Ein Status quo sine sei damit auf ca. 3 Monate nach dem Ereignis zu definier
en, womit die Folgen des Ereignisses per Anfangs Oktober 2015 abgeklungen ge
we
sen seien. Die über den 1
5.
August 2015
hinausgehenden Leistungen seien
aus
gerichtet
worden
, wobei auf die Rückforderung der Heilungskosten des Zeit
raums vom 1
5.
August 2015 bis zum 1
9.
Dezember 2017 verzichtet werde (
Urk.
2).
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber im Wesentlichen vor, dass gestützt auf den Bericht von
Dr.
med. D._
, Chefarzt der Orthopädie der
A._
Klinik,
vom
9.
März 2017 davon auszugehen sei,
dass die Befunde über
wie
gend wah
rscheinlich unfallkausal seien, zumal keine wesentlichen dege
ne
rativen Veränderungen vorlägen. Dafür sprächen auch die vorhandenen Brücken
symp
tome. Die Berichte von
Dr.
B._
und
Dr.
C._
seien nicht schlüssig und nach
vollziehbar begründet, womit nicht darauf abgestellt werden könne. Sofern nicht auf den Bericht von
Dr.
D._
abgestellt werde, seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen (
Urk.
1).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
November 2017 führte die Beschwerdegegnerin ergänzend aus, dass gestützt auf die «Aussage der ersten Stunde» von einem, und nicht von zwei Schlägen auf die Schulter auszugehen sei. Um einen direkten Mechanismus als Ursache für die Sehnenruptur anzunehmen, müssten zwingend Schäden im Bereich des Weichteilgewebes (Oberhaut, Unterhaut, Muskulatur) dokumentiert sein. Fehle es an solchen Verletzungen, bzw. seien solche wie in
casu
nicht dokumentiert,
lasse sich eine unfallbedingte Gefährdung der
Bizeps
sehn
e
nicht begründen. Der Sachverhalt sei genügend abgeklärt, so dass von wei
teren Abklärungsmassnahmen abzusehen sei (
Urk.
12).
2.
2.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am
9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
ge
setzes
über die
Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
siche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
3.
Juli 2015
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall
An
wen
dung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
2.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines
Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald
der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen
beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er un
mittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publi
ziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheits
schadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu
sammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundes
gerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante
noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs
. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kosten
vergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
2.4
Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Ent
scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten
Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
2.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
-
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
grün
det sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zu
verlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpartei
lichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin aller
dings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135
V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c
).
3.
Die medizinische Aktenlage stellt sich im Wesentlichen folgendermassen dar:
3.1
Anlässlich der Erstkonsultation vom 1
6.
Juli 2015 diagnostizierten die behan
delnden Ärzte der
A._
Klinik einen Status nach Schulterkontusion rechts am
3.
Juli 2015 im Rahmen eines
Karatepunches
.
Der Beschwerdeführer berichte am
3.
Juli 2015 im Rahmen seines Karatesportes durch den Gegner einen Punch gegen die rechte Schulter von vorne bekommen zu haben. Zuvor sei die Schulter beschwerdefrei gewesen. Seither persistierten die Schmerzen vor allem bei Überkopfbewegungen.
Die Ärzte konstatierten, dass in Zusammenschau der Befunde zwei Wochen nach Schulterkontusio
n eine primär bewegungsabhängig
schmerzhafte rechte Schulter vorliege. Klinisch-
sonographisch
bestehe der Verdacht auf eine LBS-/
Pulley
-Patho
logie. Sie empfählen daher die Erweiterung der Diagnostik mittels
Arthro
-MRI (
Urk.
13/M3).
3.2
Das
Arthro
-MRI erfolgte am 2
1
.
Juli 2015 (
Urk.
13/M4). Im Bericht über die Be
sprechung des
Arthro
-MRI vom 3
0.
Juli 2015
(
Urk.
13/M1)
hielten die Ärzte der
A._
Klinik fest, dass sich klinisch wie MR-tomographisch ein Verdacht auf eine
Limbusläsion
der rechten Schulter ergebe. Bei bereits leichter Besserung im Verlauf und fehlender akut interventionsbedürftiger Pathologie besprächen sie ein konservatives Vorgehen und rezeptierten einen Zyklus Physiotherapie. Sollte sich keine Besserung einstellen, werde sich der Beschwerdeführer eigenständig für eine intraartikuläre
Kortisoninfiltration
bei
den Kollegen der Rheumatologie melden. Bei zwischenzeitlich einsetzender Besserung könne die Belastung in Ab
sprache mit dem Physiotherapeuten langsam gesteigert werden.
3.3
Die Ärzte der
A._
Klinik notierten im Bericht vom 1
9.
Oktober 2015
(
Urk.
13/M2)
, dass sich die Beschwerden im Verlauf gebessert hätten und aktuell noch eine Einschränkung von 10
%
vorliege. Die sportliche Belastung sei noch nicht wieder vollständig aufgenommen worden. Verblieben sei eine Bewe
gungs
einschränkung für Innenrotation mit Schürzengriff bis L4 und eine Kraftmin
de
rung im Bear-
hug
-Manöver. Die konservativen Therapieregimes würden weiter
ge
führt, sollten die Beschwerden persistieren oder zunehmen, wäre über eine diagnostisch/therapeutische intraartikuläre
Kortisoninfiltration
nachzudenken.
3.4
Im Bericht vom 1
2.
September 2016 diagnostizierten die behandelnden Ärzte der
A._
Klinik persistierende Restbeschwerden bei Verdacht auf Limbus-Läsion/
Bizepstendinopathie
Schulter rechts nach Schulterkontusion vom
3.
Juli 2015 (Urk.13/M5).
Seit über einem Jahr bestünden nun persistierende, nur minimalst
regrediente
rechtsseitige Schulterschmerzen, welche sowohl belastungsabhängig sowie auch teils nachts vorhanden seien. In der klinischen Untersuchung zeige sich eine lokale
Druckdolenz
über dem
Sulcus
bicipitalis
bei ansonsten
negativen
Biceps
sehnenzeichen
. Auf Grund der über einjährigen Anamnese sowie der letztmaligen MRT-Untersuchung vom Juli 2015 würden sie diese aktualisieren.
3.5
Die behandelnden Ärzte der
A._
Klinik führten im Bericht vom 1
9.
Dezem
ber 2016 (
Urk.
13/M6) nach Durchführung des
Arthro
-MRI aus, dass sich in der Nativ-MRI-Untersuchung eine Partialruptur der langen
Bizepssehne
mit
Pulley
-Läsion gezeigt habe, was auch mit der klinischen Untersuchung übereinstimme. Sie empfählen eine Versorgung mittels Schultera
r
throskopie mit
subpectoraler
Tenodese
und
Acr
omioplastik
.
Am 2
3.
Dezember 2016 gab der Beschwerdeführer die telefonische Rückmeldung, dass er die Operation wünsche.
3.6
Am
7.
Februar 2017 führte
Dr.
D._
eine Arthroskopie der rechten Schulter, eine
subpectorale
Tenodese
der
lange
n
Bizepssehne
,
ein
Microfracturing
humeral
und eine
Acromioplastik
durch. Im Austrittsbericht vom
9.
Februar 2017 verord
nete er eine physiotherapeutisch geführte Rehabilitation gemäss Schema «
Sub
pec
torale
Tenodese
lange
Bizepssehne
» mit
Ortho-Gilet
im Wechsel mit Mitella während vier Wochen (
Urk.
13/M10).
3.7
Dr.
B._
notierte in seiner Stellungnahme vom 1
4.
Februar 2017
(
Urk.
13/M11)
, dass die Kausalität vorerst überwiegend wahrscheinlich gewesen sei. Eine Schul
ter
kontusion durch zwei Schläge bei Karate sei nach 4-6 Wochen abgeheilt.
Die Operation vom
7.
Februar 2017 stehe nicht überwiegend wahrscheinlich im Zusammenhang m
it dem Ereignis vom
3.
Juli 2015, da die SLAP-Läsion/
Partial
ruptur LBS/
Chondolyse
humeral
nicht durch «zwei Schläge» auf die Schulter entstehe. Diese könnten mit den ausgeübten sportlichen Aktivitäten – zweimal wöchentlich Karate – erklärt werden. Im MRI vom 2
1.
Juli 2015 habe die lange
Bizepssehne
intakt gewirkt.
3.8
Dr.
D._
führte in seiner Beurteilung vom
9.
März 2017 aus
(
Urk.
13/M14)
, dass sich a
nlässlich der
Arthroskopie vom
7.
Februar
2017 eine Unterminierung des
cranialen
Limbus mit Partialruptur der ganz proximalen langen
Bicepssehne
bei ansonsten unauffälliger langer
Bicepssehne
mit völlig normal
er Zentrierung in den
Sulcus
bei
intaktem
Pulley
gefunden habe
. Die
Rotatorenmanschette
habe
sich allseits intakt
gezeigt
. Als zusätzlicher Befund, in den
MRI's
nicht klar zur Darstellung kommend
, habe sich
zentral/
humeral
ein 1x1 cm grosser knorpel
freier Defekt entsprechend einer umschriebenen
Chondrolyse
mit ansonsten völlig normalem Knorpel
humeral
ohne jegliche
osteophytäre
Randreaktionen und all
seits intaktem Knorpel
glenoidal
gefunden
.
Die im MRI vom 2
2.
Juli 2015 erwähnte AC-Arthrose sei
in Anbetracht des Alters als normal zu betrachten, zumal
keine Aktivierungszeichen bestünden und
keinerlei
Schmerzen vom AC-Gelenk ausgingen. Intraoperativ habe
das AC-Gelenk
denn auch nicht ange
gan
gen werden
müssen
. Bei etwas nach
caudal
gerichtetem ventralen
Acromion
sei
eine
Acromioplastik
durchgeführt
worden.
Ein wesentliches mechanisches
Impin
gement
mit
Auff
aserungen
des CA-Ligamentes habe
sich nicht
gefunden. Er beur
teile
die Befunde als mit überwieg
ender Wahrscheinlichkeit unfall
kausal,
zumal
sich keine (zumindest wesentliche
) degenerative
n
Veränderungen
gefunden hätten
. In
Anbetrac
ht der klaren Brückensymptomatik sei
t dem Unfall vom
3.
Juli 2015 sei aus s
einer Sicht der derzeitige Zustand mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit
diesem Unfallereignis zu sehen.
3.9
Dr.
C._
führte in seinem Bericht vom 1
1.
Juli 2017 aus
(
Urk.
13/M15)
, dass die Indikation für das
arthroskopisch
-operative Vorgehen die SLAP-Läsion gewe
sen sei, die sich aufgrund der Biomechanik unter Berücksichtigung des stattge
habten Ereignisses unfallkausal nicht erklären lasse. Er
gehe davon aus, dass diese SLAP-Läsion in Zusammenhang mit langjährigen Karateaktivitäten v
orbestehend
gewesen, möglicherweise durch das rubrizierte Ereignis temporär aktiviert worden
sei
und somit un
fallkausal nicht ausgewiesen sei. Somit sei
die durchgeführte Operation nicht zu übernehmen.
Durchaus denkbar sei eine Aktivierung des Zustands durch die erhaltenen Schläge, wobei auch die direkte
Kontusionierung
der Schulterweichteile über längere Zeit schmerzhaft sein könne. Ein Status quo sine sei ca. 3 Monate nach dem Ereignis zu definieren.
3.10
Im Bericht vom
2.
August 2018 beurteil
t
e
Dr.
med. E._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Rheumatologie, die Schulter
n mittels Sonographie. Er hielt fest, da
ss die
Supraspinatussehne
rechts leicht inho
mogen sei bei Status nach PASTA-Rekonstruktion. Es bestehe eine milde, beginnende ACG-Arthrose beidseits, klinisch sei diese aber nicht relevant bei schmerzfreiem Cross
body
Test sowie fehlender
Druckdolenz
bei
Sonopalpation
. Ansonsten seien die Befunde
bland
(
Urk.
13/A27).
3.11
Mit Schreiben vom 2
8.
September 2017 äusserte sich
Dr.
D._
erneut zur Unfallkausalität. Er hielt fest, dass es letztlich darum gehe, ob die vorliegende SLAP-Läsion auf das Ereignis vom
3.
Juli 2015 zurückzuführen sei oder ob die Läsion im Sinne von repetitiven Mikrotraumatisierungen des oberen Limbus-
Biceps
-Komplexes ausgelöst worden seien. Diesbezüglich seien aus der Literatur
die klassischen Über-Kopf-Sportarten bekannt. Chronische SLAP-Läsionen würden
einerseits durch eine starke Kontraktion des
Biceps
während der Durchzugsphase des Wurfes, der das
Überstrecken des Ellbogengelenkes verhindere
,
ausgelöst. Andererseits würden auch Torsionskräfte als auslösendes Moment beschrieben, wobei es dann zu einem Peel-back-Mechanismus komme. Dass SLAP-Läsionen durch Karatesport im Sinne von repetitiven Mikrotraumatisierungen ausgelöst würden, sei ihm aus der eigenen Praxis nicht bekannt. Auch aus der Literatur, die er überblicke, seien solche Zusammenhänge nicht bekannt. Eigentliche degene
rative Veränderungen, zu denen es jeweils im Rahmen dieser Mikrotrauma
ti
sierungen komme, habe er nicht finden können, die Partialläsion habe sich als
Delamellierung
der proximalen langen
Bicepssehne
mit einer reaktiven geröteten perifokalen
Synovitis
dargestellt.
Eine
Pulley
-Läsion habe nicht bestanden, die als chronischer Zustand geeignet wäre, eine solche Veränderung an der proxi
malen
Bicepssehne
auszulösen. Aufgrund der klaren Brückensymptomatik und der vorliegenden Befunde sowie dieser Überlegungen (Beschwerdeführer mache keine Über-Kopf-Sportarten, lediglich Karate und Segelsport), sei aus seiner Sicht eine überwiegende Wahrscheinlichkeit zwischen dem Unfall und den vorliegen
den Befunden herzuleiten (
Urk.
8).
3.12
Am 1
4.
November 2017 nahm
Dr.
C._
erneut Stellung
und führte aus, dass
Dr.
D._
in keiner Art und Weise auf die hier vorliegende Traumatisierung mit zwei Schlägen gegen die Schulter eingegangen
sei
. Es werde nicht erwähnt, dass eine direkte
Kontusionierung
aus biomechanischer Sicht nicht geeignet sei, die vorliegende SLAP-Läsion zu verursachen.
Entscheidend für die Beurteilung der Kausalität sei vorliegend der Unfallablauf mit zwei Schlägen des Gegners gegen die Schulter. Dadurch komme es weder statisch und/oder dynamisch zu einer Belastung des Bizeps-Komplexes, wie er für
die Verursachung einer SLAP-Läsion (
Bizepsanker
an der Gelenkpfanne der Schulter
) unabdingbar wäre (
Urk.
13/
M16).
4.
4.1
Unbestritten und aufgrund der Aktenlage ist plausibel, dass der Beschwerdeführer während des Karatetrainings am
3.
Juli 2015 bei einer Partnerübung einen oder zwei Schläge auf das rechte Schultergelenk erhielt.
Ebenfalls unbestritten und
unter Berücksichtigung der medizinischen Aktenlage ist überwiegend wahr
schein
lich
, dass die weiterhin bestehenden Beschwerden, welche im Januar 2017 ope
ra
tiv angegangen wurden, auf die SLAP-Läsion zurückzuführen sind.
Strittig und zu prüfen ist, ob
das Ereignis vom
3.
Juli 2015
die Beschwerden auslösen konnte und falls ja, ob die weiterhin bestehenden Beschwerden noch unfallkausal sind oder ob und wann der Zustand quo sine
vel
ante erreicht wurde.
4.2
Die Einschätzungen von
Dr.
C._
vom 1
1.
Juli und 1
4.
November 2017
be
ruhe
n auf der Kenntnis der
vollständigen
medizinischen Akten.
Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ist schlüssig und die Beurteilungen der medi
zinischen Situation leuchten ein. Die Schlussfolgerung, dass die
im Januar 2017 operierte SLAP-Läsion
nur möglicherweise, nicht aber überwiegend wahrschein
lich auf den Unfall zurückzuführen ist, ist gut nachvollziehbar. Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit der Stellungnahmen sprechen, bestehen keine.
Dass
Dr.
C._
eine reine Aktenbeurteilung vornahm, ist nicht zu beanstanden, da es
vorliegend lediglich um die Beurteilung des Kausalzusammenhangs zwischen de
m Unfallereignis vom
3.
Juli 2015
und einem im Wesentlichen feststehenden medi
zinischen Sachverhalt geht, was
rechtsprechungsgemäss
in einem
Aktengut
achten
erörtert werden kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_540/2007 vom 27. März 2008 E. 3.2 mit Hinweisen).
Die Einschätzungen von
Dr.
C._
erfüllen daher die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an beweistaugliche ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl. E. 2.3).
4.3
4.3.1
Der Beschwerdeführer brachte dagegen vor, dass
nicht nachvollziehbar sei, dass die SLAP-Läsion vorbestehend sei, da dies in keinem anderen Arztbericht aus
geführt worden sei. Hinzu komme, dass den Ausführungen von
Dr.
D._
folgend, die weiterhin bestehenden Beschwerden überwiegend wahrscheinlich unfall
kausal seien. Die Beschwerdegegnerin habe nicht ausgeführt, warum nicht auf diesen Bericht abgestellt werden könne (
Urk.
1).
4.3.2
Dr.
D._
setzte sich in den Stellungnahmen vom
9.
März und 2
8.
September 2017 nicht mit dem Ereignis vom
3.
Juli 2017 auseinander, sondern postulierte, dass aufgrund des Fehlens von zumindest wesentlichen degenerativen Verände
rungen sowie in Anbetracht der Brückensymptomatik
die weiter bestehenden Beschwerden als unfallkausal zu werten seien. Des Weiteren sei ihm aus der Literatur nicht bekannt, dass Karatesport im Sinne von repetitiven Mikrotrau
matisierungen SLAP-Läsionen auslösen könne (vgl. E. 3.8 und E. 3.11).
Dr.
C._
stimmt
Dr.
D._
dahingehend zu, dass SLAP-Läsionen insbe
sondere bei Wurfsportarten, die über Kopf ausgeführt würden, bekannt seien und Mikrotraumatisierungen des
Biceps
-Komplexes eher nicht bekannt seien. Dies ändere
allerdings nichts daran, dass die Schläge auf die Schulter bzw. eine direkte
Kontusionierung
aus biomechanischer Sicht nicht geeignet sei, die hier vorlie
gende SLAP-Läsion zu verursachen (vgl. E. 3.9 und E. 3.12).
4.3.3
Entsprechend ist festzuhalten, dass die allgemein gehaltenen Ausführungen von
Dr.
D._
über die üblicherweise zu degenerativen SLAP-Läsionen führenden Sportarten keine andere Einschätzung zulässt, da damit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darauf geschlossen werden kann, dass in
casu
eine unfa
ll
kausale SLAP-Läsion vorliegt. Auch die von
Dr.
D._
vorgebrachte klare
Brückensymptomatik vermag keinen überwiegenden Kausalzusammenhang be
grü
n
den, da das Ereignis an sich nicht
überwiegend wahrscheinlich
geeignet war, die noch beschwerdeverursachende Gesundheitsschädigung auszulösen.
Abschliessend ist festzuhalten, dass d
ie
Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie n
ach diesem aufgetreten ist,
beweisrechtlich nicht zulässig
ist und nicht
zum Beweis natürl
icher Kausal
zu
sammenhänge
zu genügen
vermag
(BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
., Urteil des Bundes
gerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Damit schlägt auch das Argu
ment, der Beschwerdeführer sei vor dem Ereignis beschwerdefrei gewesen, fehl.
4.4
Zusammengefasst war d
e
r
Unfallhergang nicht überwiegend wahrscheinlich geeig
net,
eine SLAP-Läsion zu bewirken. Dass die übrigen Folgen des einen Schlages bzw. der zwei Schläge spätestens nach drei Monaten abgeklungen waren
(vgl.
Urk.
13/M15)
, ist aufgrund der medizinischen Akten schlüssig und wurde auch seitens der Parteien nicht bestritten.
Von weiteren Abklärungen, wie
vom Beschwerdeführer
gefordert, sind keine zu
sätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter Beweiswür
digung (vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen) verzichtet wird.
Die Beschwerdegegnerin erbrachte noch Heilbehandlungsleistungen bis am 1
9.
Dezem
ber 2017 und verzichtete auf eine Rückforderung der bis dahin aus
gerichteten Leistungen (vgl.
Urk.
2 S. 6).
Die Einstellung der Leistungen per 2
0.
Dezember 2016 ist damit nicht zu beanstanden, womit sich der
Einspracheentscheid
als rechtens
erweist und die Beschwerde
vollum
fänglich abzuweisen
ist
.
5.
Das Verfahren ist kostenlos.