Decision ID: 81159ebc-a8d6-491a-a1f9-28b5ae96796b
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1977, gelernter Büroangestellter, arbeitete
von Juli 2001 bis Juni 2002 über den Stellenvermittler
Y._
als Call-Agent bei der
Z._
. Von Januar bis Jun
i 2003
war er zudem in geringem Umfang
über den Stellenvermittler
A._
erwerbstätig
(
Urk.
7/1/2,
7/1/5, 7
/25
).
Am 1
2.
Februar 2004 meldete er sich unter Angabe psychischer Störungen zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
7/2).
Nach Abklärung der beruflich-erwerblichen und der medizinischen Verhältnisse (
Urk.
7/5-
8
, 7/12)
vernei
n
te
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit unangefochten in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 2
7.
August
2004
einen Leistungsanspruch des Versicherten
(
Urk.
7/14).
Mit Formular vom 1
0.
November 2005 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf eine Erschöpfungsdepression und Angstzustände neuerlich zum Leistungsbe
zug bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
7/16). Nach Abklärung der massge
blichen Verhältnisse (
Urk.
7/22-
2
9) auferlegte ihm die IV-Stelle
mit Schreiben vom
1.
März 2006 eine Schadenminderungspflicht in Form eines stationären kör
perlichen Alkoholentzugs mit anschliessender mehrmonatiger Entwöhnungsbe
handlung bei gleichzeitigem Konditionierungsprogramm und massiver Gewichts
reduktion (
Urk.
7/30).
Nach einem Aufenthalt in der
B._
vom
4.
Mai bis 1
3.
J
uni 2006 (
Urk.
7/32) sprach
die IV-Stelle
dem Versicherten
mit Verfügung vom 2
3.
Oktober 2006 rückwirkend ab
1.
August 2005 eine ganze Invalidenrente zu
(
Urk.
7/42).
In den Jahren 2007
und 2010 durchgeführte Rentenrevisionen
(
Urk.
7/44
-
49, 7/51-55) führten jeweils zur Bestätigung des Anspruchs auf eine ganze Rente (
Urk.
7/50, 7/56
).
1.2
Im Rahmen einer 2014 anhand genommenen Revision (vgl.
Urk.
7/59) aktuali
sierte die IV-Stelle die Aktenlage (
Urk.
7/61-
66).
Nach Eingang des von
ihr ver
anlassten
polydisziplinären Gutachte
ns der MEDAS
C._
vom
4.
November 2015 (
Urk.
7/81
)
fand am
4.
April 2016 ein Erstgespräch zur Ein
gliederungsberatung statt (
Urk.
7/86), worauf dem Versicherte
n
am 1
7.
Mai 2
016 mitgeteilt wurde, dass
eine Eingliederungsmassnahme
zurzeit
als nicht zielfüh
rend erac
htet werde (
Urk.
7/85). Nachdem der IV-Stelle mit am
1.
November 2017 anonym eingegangener Meldung mitgeteilt worden war, dass der Versicherte seit zirka 10 Jahren mehrere Monate jährlich in Asien lebe (
Urk.
7/91), reichte die Stadt
D._
der IV-Stelle
im Rahmen der Amts- und Verwaltungshilfe (
Urk.
7/92) unter anderem eine Einstellungs- und Rückerstattungsverfügung
vom 1
3.
Okto
ber 2017
betreffend Zusatzlei
s
tungen vom
1.
Januar bis 3
1.
Oktober 2017 sowie Krankheits- und Behinderungskosten im Betrag von
insgesamt
Fr.
15'789.--., welche aufgrund eines Ferienaufenthaltes des Versicherten auf den Philippinen vom
5.
Dezember 2016 bis
2.
August 2017 zurückgefordert worden waren
, ein
(
Urk.
7/93/2-6
)
.
Mit Vorbescheid vom
9.
Mai 2018 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass die Invalidenrente voraussichtlich rückwirkend per Dezember 2016 eingestellt werde (
Urk.
7/96). Hieran hielt sie mit Verfügung vom 1
8.
Juni 2018 fest (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X._
,
vertreten durch Recht
sanwalt Michael
Ausfeld
, am 1
0.
August 2018 Beschwerde erheben und beantragen, es sei unter Aufhebung des angefochtenen Entscheids festzustellen, dass er weiterhin Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe. In prozessualer Hinsicht liess er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und um Bestellung von Rechts
anwalt
Ausfeld
zu seinem unentgeltlichen Rechtsbeistand in diesem Verfahren ersuchen (
Urk.
1
S. 2
). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Beschwerdeantwort vom 1
7.
September 2018 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Mit Verfügung vom 2
5.
September 2018 wurde dem Beschwerdeführer die Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin zur Kenntnis gebracht, die unentgeltliche Prozessführung gewährt und Rechtsanwalt
Ausfeld
zum unentgeltlichen Rechtsvertreter bestellt (
Urk.
8). Am
7.
November 2019 liess der Beschwerdeführer ein ärztliches Zeugnis von
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2
9.
Oktober 2019 einreichen (
Urk.
10-11), was der Beschwerdegegnerin am 1
5.
November 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
12).
Auf die Vorbringen der Parteien und die Unterlagen wird, soweit für die
Ent
scheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Adipositas bewirkt
grundsätzlich keine leistungsbegründende Invalidität, wenn sie keine körperlichen
oder
geistigen Schäden
verursacht
und nicht die
Folge
von solchen Schäden ist.
Liegen diese Voraussetzungen nicht vor,
muss sie unter Berücksichtigung der besonderen Gegebenheiten des Einzelfalles
dennoch
als invalidisierend betrachtet werden, wenn sie weder durch geeignete Behandlung noch durch zumutbare Gewichtsabnahme auf ein Mass reduziert werden kann, bei welchem das Übergewicht in Verbindung mit allfälligen Folgeschäden keine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit beziehungsweise der Betätigung im bisherigen Aufgabenbereich zur Folge hat (
Urteil
des Bundesgerichts
8C_496/2012 vom 19. September 2012 E. 2.2
).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis)
.
1.6
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.7
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu han
deln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Inva
lidenversicherung (IVV)
auf dem Weg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauffolgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssach
verhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
1.8
Die Herabsetzung oder Aufhebung der Renten, der Hilflosenentschädigungen und der Assistenzbeiträge erfolgt gemäss
Art.
88
bis
Abs. 2
IVV
a.
frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgen
den Monats an;
b.
rückwirkend ab Eintritt der für
den Anspruch erheblichen Änderung, wenn die beziehende Person die Leistung zu Unrecht erwirkt hat oder der ihr nach Art. 77 IVV zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist, unabhängig davon, ob die Verletzung der Meldepflicht oder die unrechtmässige Erwirkung ein Grund für die Weiterausrichtung der Leistung war (seit dem 1. Januar 2015 geltende Fassung).
Eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist auch im Anwendungsbereich von Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. b IVV erst erheblich, wenn sie gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV berücksichtigt werden darf, das heisst, wenn sie aller Wahrscheinlichkeit nach längere Zeit andauern wird oder ohne wesentliche Unterbrechung bereits drei Monate angedauert hat (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_232/2016 vom 30. September 2016 E. 4 und 9C_1022/2012 vom 16. Mai 2013 E. 3.3.1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefoc
htenen Entscheid, dass zwar im ein
geholten Gutachten nicht auf eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszu
standes geschlossen worden sei.
Aufgrund
der Aktenlage und dabei insbesondere angesichts der
ausgedehnten Reisetätigkeit
des Beschwerdeführers sei aber von einem
deutlich verbesserten Gesundheitszustand auszugehen, weshalb ein Revi
sionsgrund ausgewiesen und der Leistungsanspruch neu zu überprüfen sei. Dabei sei die von psychiatrischer Seite attestierte volle Arbeits
un
fähigkeit angesichts des sich aus den Akten ergebenden geringen Leidensdrucks und der übrigen Res
sourcen nicht nachvollziehbar
. Aufgrund der Einschränkungen aus rheumatolo
gischer Sicht ergebe sich eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit von 35
%
, was gestützt auf den Prozentvergleich zu einem rentenausschliessenden Invalidi
tätsgrad von 35
%
führe. Indem der Beschwerdeführer seinen vom
5.
Dezember 2016 bis
2.
August 2017 dauernden Aufenthalt auf den Philipp
in
en nicht gemel
det habe, habe er seine Meldepflicht verletzt, hätte ihm doch bewusst sein müssen, dass er sich bei einem Rentenbezug gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100
%
nicht gleichzeitig diverse Male länger im Ausland aufhalten könne. Ausserdem hätte ihm bewusst sein müssen, dass es ihm aufgrund des erhöhten A
ktivitätsni
veaus bessergehe.
Dies gelte seit spätestens
5.
Dezember 2016, weshalb die Rente per diese
n
Zeitpunkt eingestellt werde (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer lässt dagegen im Wesentlichen vorbringen
, die Behand
lungsempfehlung im MEDAS-Gutachten sei ihm nicht bekannt gewesen. Die Beschwerdegegnerin wäre daher verpflichtet gewesen, ihn unter rechtskonformer Auferlegung ein
er Schadenminderungspflicht zu verpflichten, weiterhin eine psy
chotherapeutische Behandlung wahrzunehmen. Zudem sei gestützt auf das psy
chiatrische Fachgutachten der MEDAS weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit ausgewiesen, welcher sich denn auch der RAD-Arzt angeschlossen habe.
Es fehle folglich an der für eine R
entenr
evision vora
usgesetzten wesentlichen
Ver
besserung des Gesundheitszustandes
.
Die Aufhebung der Rente stütze sich einzig auf die Beurteilung des Rechtsdienstes, welcher es zudem unterlassen habe, den neuen Sachverhalt (längerer Auslandaufenthalt) zum Gegenstand einer Ergän
zung des Gutachtens zu machen. Auch habe es die Beschwerdegegnerin unterlas
sen abzuklären, welchem Anforderungsprofil eine Tätigkeit unter Berücksichti
gung der psychischen Einschränkungen zu entsprechen hätte und was er dabei verdienen könnte (
Urk.
1 S
.
2 ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist
, ob die Beschwerdegegnerin die ab
1.
August 2005 zugesprochene und ausgerichtete ganze Invalidenrente zu Recht per Dezember 2016
aufgehoben hat
. Dabei stützte
sie sich
auf den
Rückkommenstitel
der Ren
tenrevision gemäss
Art.
17 ATSG und nicht -
wie vom Beschwerdeführer ange
sichts seiner Ausführungen zur Schadenminderungspflicht und der in diesem Zusammenhang
angeblich verletzten Aufklärungs- und Beratungspflicht
impli
ziert
(
Urk.
1 S. 3) - auf
Art.
21
Abs.
4 ATSG.
3.
3.1
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspr
uchserheblichen Änderung ist die Verfügung
vom
2
3.
Oktober 2006, mit welcher dem Beschwerde
führer
rückwirkend ab
1.
August 2005
erstmals
eine ganze Invalidenrente zu
gesprochen
worden war
(
Urk.
7/42).
Die Mitteilungen vom 1
2.
November 2007 (
Urk.
7/50) und vom 2
4.
Februar 2010 (
Urk.
7/56), mit welchen der Rentenanspruch jeweils revisionsweise bestätigt wurde, basierten in medizinischer Hinsicht
einzig auf Verlaufsberichten des dannzumal behandelnden Facharztes für Psychiatrie,
Dr.
med.
F._
(vgl.
Urk.
7/48-49, 7/54/1-6)
,
sowie
einem
B
ericht des
Hausarz
-
tes
Dr.
G._
, Arzt für Allgemeine Medizin FMH
,
vom 1
4.
Januar 2010 (
Urk.
7/53/2-5, 7/55). Diese Berichte
taugen unbestrittenermassen
nicht als einzige medizini
sche Grundlage für eine materielle Prüfung des Rentenanspruchs im Rahmen des hier zu prüfenden Revisionsverfahrens (
vgl.
Urteil des Bundes
-
gerichts 8C_441/20
12 vom 2
5.
Juli 2013 E. 7.1.2).
3.2
Der Verfügung vom 2
3.
Oktober 2006 lag in medizinischer Hinsicht im Wesent
lichen der Bericht der
B._
vom 2
4.
Juli 2006 zum stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers vom
5.
Mai bis 1
3.
Juni 2006 zugrunde. Der zuständige Ober
arzt
Dr.
med.
H._
schloss auf folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/32/1):
-
Angst und depressive Störung, gemischt (ICD-10 F41.2)
-
Störungen
durch Alkohol,
Abhängigkeitssydrom
, gegen
wärtig abstinent (ICD-10 F10.20)
-
Störungen durch Sedativa oder Hypnotika, Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent (ICD-10 F13.20)
Für Tätigkeiten im Nachgang zur abgeschlossenen Bürolehre wurde der Beschwerdeführer als seit Jahren zu 100
%
arbeitsunfähig beurteilt. Die Krank
heitsentwicklung wurde
unter
Bezugnahme auf die medizinische Aktenlage
dahingehend geschildert, dass der Beschwerdeführer in der Pubertät zunehmend
delinquente Verhaltensweisen
gezeigt
habe
. Nach Abschluss der Lehre sei
bei zirka 150 Joba
bsagen eine Perspektiv
en
losigkeit
hinzugekommen
mit Zukunfts
ängsten und Anspannung. Der Beschwerdeführer habe seine Tage dannzumal zumeist alleine mit Kiffen und Alkohol verbracht. Von Januar bis Juli 1998 habe er mehrfach Frauen und Kinder angefallen, habe diese von hinten an der Schulter gepackt und wenige Sekunden gewürgt, sie auf den Boden geworfen und sei davongerannt. Am 2
7.
April 1999 sei er in diesem Zusammenhang wegen mehr
facher einfacher Körperverletzung zu 18 Monat
en Gefängnis verurteilt worden, wobei der Vollzug zu Gunsten einer stationären
Massnahme aufgeschoben wor
den sei. Vom 1
7.
Dezember 1998 bis 3
1.
März 2000 sei der Beschwerdeführer unter der Diagnose einer Störung der Impulskontrolle und einer
Adol
e
szenzprob
lematik
in der
I._
im Rahmen der vorzeitig angetretenen Mass
nahme hospitalisiert gewesen. Die akute aggressive Problematik habe in der anschliessenden ambulanten Therapie geordnet werden können. In der Folge hät
ten sich die sozialen Probleme gehäuft; der Beschwerdeführer habe wegen Depressionen und Schlafproblemen
Surmontil
200mg abends erhalten
(
Urk.
7/32/2 ff
.
)
.
Eine
am
9.
Mai 2006 durchgeführte arbeitsdiagnostische Erhebung habe zum Schluss geführt, dass das Fähigkeitsprofil am ehesten einem gesc
hützten Arbeits
platz entspreche
. Eine entsprechende Eingliederung böte dem Beschwerdeführer einen voll strukturierten Tagesablauf und
er könn
t
e sich psychopathologisch stabil halten. Im psychomotorischen Bereich habe der Beschwerdeführer häufig agitiert werden müssen
(
Urk.
7/32/8-9).
Die Diagnose
«Angst und Depression, gemischt» sei während des Klinikaufenthaltes im Hintergrund gestanden, wobei einschränkend anzufügen
sei, dass das durchgeführte
Beck
’sche
Depressionsin
ventar (BDI) einen relativ hohen Wert von 24 Punkten ergeben habe, welcher für eine schwere Depression sprechen würde, aufgrund de
s
klinischen Zustandes aber nicht
habe
beobacht
et
werden können. Im Vordergrund gestanden sei im Rahmen des Klinikaufenthaltes die Suche nach einem geschützten Arbeitsplatz. Insgesamt sei von einem stabilisierten, aber auch stationären Zustandsbild auszugehen (
Urk.
7/32/6 f.).
Gestützt auf diesen Bericht stellte sich der RAD-Arzt
Dr.
med.
J._
am 2
8.
Juli 2006 auf den Standpunkt, dass mit der diagnostizierten Angst- und depressiven Störung
nunmehr
ein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen sei, wobei zumindest unter stationären Bedingungen die Suchtproblematik ausge
klammert gewesen sei. Die Verschlechterung des Gesundheitszustandes sei auf
grund des Berichtes des beh
andelnden Psychiater
s
Dr.
F._
vom
5.
Januar 2006 (
Urk.
7/29/3-4)
ab
Sommer 2004
anzuerkennen (
Urk.
7/33/3-4).
3.3
3.3
.
1
Im Rahmen des hier zu beurteilenden Revisionsverfahrens sprach sich
Dr.
F._
dafür aus, dass die Diagnosen im Vergleich zum letzten Bericht aus dem Jahr 2010 (vgl.
Urk.
7/54)
wie auch die Arbeitsunfähigkeit
unverändert seien, jedoch habe sich die Adipositas mit einer Zunahme auf 149 Kilogramm nochmals ver
schlechtert. De
r
Besitzstand des heutigen Lebensstiles auf dem Niveau einer
vita
minima
sei seit 2004 zum pragmatischen Therapieziel geworden. In diesem Sinne sei die
Behandlungsfrequenz auf einmal monatlich reduziert worden. In diesem Setting erreiche der Beschwerdeführer eine maximale Lebensqualität; die ursprünglichen Diagnosen (Persönlichkeitsstörung und rezidivierende Depres
sion) seien auf diese Weise ebenfalls kompensiert
. Mehr Integration würde nur eine Verschlechterung bringen (
Urk.
7/61/1-7).
3.3
.2
Im Rahmen der Begutachtung in der MEDAS
C._
wurde der Beschwer
deführer im August 2015 allgemein-/inner-medizinisch, rheumatologisch, psy
chiatrisch und neuropsychologisch abgeklärt.
Die zusammenfassende Beurteilung der beteiligten Gutachter führte zu folgenden Diagnosen mit wesentlichen Aus
wirkungen auf die Arb
eitsfähigkeit (
Urk.
7/81/20-21):
-
Ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6), mit
-
Agoraphobie und Panikstörung (ICD-10 F40.01)
-
Höhenphobie (ICD-10 F40.2)
-
Chronisches
lumbovertebral
betontes Schmerzsyndrom, bei
-
Fehlstatik, Haltungsinsuffizienz, muskulärer Dysbalance und
Dekondi
tionierung
, mit
-
Leichtem
thorakolumbalem
Überhang
-
Leichter tief lumbal rechts- und
thorakolumbal
links-konvexer
Skoliose
-
Initialen
Chondrosen
zwischen dem
4.
und
5.
Lenden- und
dem
5.
Lenden- und dem
1.
Sakralwirbel
Keine wesentlich einschränkende Wirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde unter anderem der morbiden Adipositas
simplex
(BMI 51.8), der Störung der Impuls
kontrolle, den akzentuierten Persönlichkeitszügen in Richtung zwanghaft,
Borderline
, depressiv (ICD-10 Z73) und der rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4)
,
beigemessen. Im Zusammenhang mit der ebenfalls diagnostizierten
Polytoxikomanie
wurde der Beschwerdeführer als
seit z
ehn Jahren abstinent bezeichnet (
Urk.
7/81/21). Neuropsychologisch habe sich eine altersadäquate kognitive Leistungsfähigkeit gezeigt (
Urk.
7/81/20
,
7/
81/55-60).
Subjektiv habe der Beschwerdeführer in erster Linie über seine Gewichtsprobleme geklagt, welche seit seiner Kindheit bestünden und deren am schwierigsten zu ertragende Folge die Rückenschmerzen seien. Die längsten kreuzschmerzfreien Intervalle würden zwei bis drei Stunden dauern. Ängste seien verneint worden. Er leide eher unter Frust und Trauer und einer generellen Missstimmung.
Letztere
bestehe seit der Pubertät, als er unter Kiffen, Alkohol, Ecstasy, LSD und Amphe
taminen sowie Kokain bis au
f 53 Kilogramm abgenommen habe (
Urk.
7/81/19).
Der rheuma
tologische
G
utachter
Dr.
med.
K._
kam gestützt auf seine Untersuchung vom 2
6.
August 2
015 unter Berücksichtigung aktue
ller Röntgen
aufnahmen der Lendenwirbelsäule (LWS) zum Schluss
, dass seit Jahren persistie
rende lumbale Rückenschmerzen ohne Irradiation mit einer deutlichen Zunahme erstmals seit 2007, dann ab 2012 und nunmehr im Frühjahr 2015 vorlägen, wobei
der Beschwerdeführer
neben der im Vordergrund stehenden Adipositas
eine
deut
lich
e
irritierte Lendenwirbel
säule
L2 bis L5 nach kaudal zunehmend mit deutlich positivem Quadrantentest beidseits
zeige
als Ausdruck einer Reizung des hinteren Lendenwirbelsäulenpfeilers, jedoch ohne klinische Anhaltspunkte für eine Seg
mentinstabilität oder ein
lumboradikuläres
Reiz- und/oder
eine
sensomotorische Ausfallsymptomatik. Die angegebenen LWS-Beschwerden seien Ausdruck eine Dauerüberlastung der
myo-tendo-ligamentären
Weichteilstrukturen und der Wir
belgelenke. Eine relevante, die Symptomatik erklärende Strukturalteration an der LWS lasse sich nicht nachweisen. Bezüglich der Dauerüberlastung des Achsenor
gans wie der gewichttragenden Gelenke spiele die morbide Adipositas die Haupt
rolle
(
Urk.
7/81/32
)
. Unter Zitierung fachmedizinischer Literatur sprach sich
Dr.
K._
dafür aus, dass
eine
morbide
Adipositas mit chronischer Dau
erüberlastung sowohl der gewichttragenden Gelenke wie symptomatisch der Wir
belsäule akzentuiert im lumbalen Abschnitt u
nd eine durch die Adipositas bedingte, erhebliche Behinderung der Bewegungsmuster und der Mobilität mit Verlangsamung der Bewegungsabläufe sowie eine über die Zeit progrediente
Dekonditionierung
vorlägen. Infolge dessen
könne der Beschwerdeführer keine körperlich
schweren und mittelschweren Tätigkeiten
mit
häufigem
Stehen oder Gehen, mit rücken-, hüft- und kniebelastenden Arbeiten ausführen. Der erlernte Beruf (Bürolehre) wie auch die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Call-Agent seien körperlich leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeiten, welche dem Beschwerdefüh
rer aus rheumatologischer Sicht rund sechs Stunden täglich mit einer geschätzten Leistungseinbusse von 10
%
aufgrund des verlangsamten Tempos und eines ver
mehrten Pausenbedarfs zuzumuten seien. Er schätze die Arbeitsfähigkeit auf rund 65
%
. Retrospektiv liessen sich keine exakten Angaben machen, jedoch ginge er davon aus, dass diese Einschränkung wohl schon
seit
mindestens 10 Jahre
n
vor
liege (
Urk.
7/81/35 f.).
Der psychiatrische Gutachter der MEDAS
C._
, med.
pract
.
L._
, führte
anamnestisch
unter anderem
aus, dass die nach dem unfreiwilligen Auszug aus dem Elternhaus 1997 aufgetretenen depressiven Episoden mittlerweile nicht mehr so häufig seien und vielleicht noch zwei- bis dreimal jährlich eine Episode auftrete, we
lche zu einem sozialen
Rückzug von zwei bis drei Wochen führe. Insgesamt habe sich aber
gemäss Angaben des Beschwerdeführers
seit Beginn der Psychotherapie an seiner Lebenssituation nicht viel geändert. Im Gegenteil:
Mit dem Gewicht sei es immer schlimmer geworden, immerhin habe er den Alltag ausreichend im Griff und keine Suchtproblematik mehr. Er vertrage keinen Lärm und keine grossen Menschenansammlungen
. Dies sei therapeutisch
bi
sher nicht angegangen worden
. Die Angst sei in letzter Zeit immer weniger geworden, sie trete jedoch in Phasen, in denen er nicht wisse, was a
uf ihn zukomme
,
auf (
Urk.
7/81/39 ff.
).
Med.
pract
.
L._
erhob den
psychopathologischen Befund
nach
dem
AMDP
-System und zog weitere Testverfahren (SKID-II-Fragebogen) bei (
Urk.
7
/
81/44 f.). Gestützt darauf schloss er unter Einbezug der bisherigen Aktenlage, dass sich in der neuropsychologischen Testung keine relevanten Folgeschäden aufgrund des früheren Alkohol- und Drogenkonsums feststellen liessen. Zu Kontrollverlusten im Rahmen der Störung der Impulskontrolle sei es seit Jahren nicht mehr gekom
men, jedoch erscheine es möglich, dass es bei Zunahme von Stress wieder zu
Impulsdurchbrüchen kommen könne
, dies auf der Basis der in den Akten beschriebenen
und sich aus dem SKID ergebenden
auffälligen Persönlichkeit des Beschwerdeführers
, welche knapp erhöhte Werte für selbstunsicher und zwang
haft sowie deutlich erhöhte Werte für depressiv und
Bo
r
derline
ergeben hätten. Aufgrund der Anamnese und der Akten sei die Zwanghaftigkeit lediglich akzen
tuierten Persönlichkeitszügen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zuzuordnen, was auch für die Kriterien
Borderline
und depressiv gelte. Das in der Kindheit gezeigte antisoziale Verhalten sei seit der Inhaftierung und der damit einherge
h
enden Drogen- und Alkoholabstin
enz nicht mehr zu beobachten. Der Auszug aus dem Elternhaus 1997 habe zu den ersten depressiven Symptomen geführt, welc
he immer wieder aufgetreten
, gegenwärtig jedoch remittiert seien und aktuell keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
hätten.
Bereits mit der Inhaftierung und der damit einhergehend
en
Drogen- und Alko
holabstinenz habe sich
aber
die verdeckte ängstliche Grundpersönlichkeit
des Beschwerdeführers gezeigt. Eine d
auernde Anspannung, Besorgtheit, die Über
zeugung (ohne Drogen) sozial unbeholfen und unattraktiv zu sein,
eine starke Sorge, sozial abgelehnt zu werden, Kontakte, nur wenn die Sicherheit, gemocht zu werden, gegeben sei
, sowie
die Vermeidung beruflicher und sozialer Aktivitä
ten zeige sich retrospektiv deutlich. Wenn der Beschwerdeführer diese Aspekte im sozialen und beruflichen Setting nicht habe vermeiden können, habe er depressiv dekompensiert verbunden mit Ängsten. Es seien damit die Kriterien für eine ängstlich (vermeidende)
Persönlichkeitsstörung gegeben. Diese Störung habe einen deutlichen und direkten Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
, welche gemäss dem Fachgutachter in jeder Tätigkeit spät
estens seit 2
4.
Juli 2006 bei 0
% liege.
Dass der Beschwerdeführer diesen Bereich im SKID als gering stark
ausge
-
prägt angegeben habe, liege wohl an seiner früh begonnenen Komp
ensation mit Drogen und Alkohol;
auch bewege er sich in einem ihm bekannten Umfeld. Anders als
Dr.
F._
erachte er
, med.
pract
.
L._
,
nicht direkt den Rente
nbe
zug
als stabilisierend, sondern die dadurch gewonnene Möglichkeit, sich nicht mehr mit den für
den Beschwerdeführer
nicht gelösten und
nicht
lösbar wirken
den Belastungen eines normalen Berufsalltags auseinandersetzen zu müssen.
Die Entwicklung einer Persönlichkeitsstörung fördernd sei sicher das emotional auf
fällig ablehnende und Problemlösungen vermeidende Elternhaus gewesen (
Urk.
7/81/50 f.).
Die Prognose sei angesichts der Chronifizierung der Störung sehr zurückhaltend zu stellen, handle es sich doch um eine tiefgreifende Störung, die meist nicht durch therapeutische Massnahmen zur Remission zu bringen sei. Durch Fortfüh
rung der Stabilität der Lebensumstände wie sie in den letzten Jahren erreicht worden sei, könne überwiegend wahrscheinlich eine Dekompensation mit Depres
sion und Impulsdurchbrüchen vermieden oder zumind
est deutlich reduziert wer
den.
Warum eine Persönlichkeitsstörung nicht früher Eingang in die Diagnosen gefunden habe, erschliesse sich ihm rückblickend nicht
(
Urk.
7/
81/51)
.
Dauerhaft liege neben der Persönlichkeitsstörung eine Agora- und Höhenphobie vor, wobei erstere nur relevant sein werde, wenn es um den Umgang mit Men
schenmengen gehe oder der Beschwerdeführer allein unterwegs sein müsse und alleine reise.
In geringe
m
Masse könne auch diese Störung für alle Tätigkeiten, welche eine Anreise unter eben genannten Bedingungen erforder
ten
oder Präsenz in grösseren Menschenmengen bedingte
n
, die Arbeitsfähigkeit
einschränken. Die Höhenphobie sei natürlich nur für Berufe in der Höhe einschränkend (
Urk.
7/81/50).
Gestützt auf diese fachärztlichen Einschätzungen lautete die konsensuale Beur
teilung auf eine vor allem durch die psychiatrischen Befunde verursachte Arbeits
unfähigkeit von
10
0
%
seit spätestens 2006 (
Urk.
7/81/
21 f.).
4.
4.1
Für die Annahme einer revisionsrechtlich relevanten Veränderung des Gesund
heitszustandes und damit die Annahme eines Revisionsgrundes muss erwiesen sein, dass
sich die tatsächlichen Verhältnisse der versicherten Person verändert haben (BGE 133 V 454 E. 7.1). Dabei ist nicht die Diagnose massgebend, sondern in erster Linie der psychopathologische Befund und der Schweregrad der Symp
tomatik. Aus einer anderen neu hinzugetretenen oder weggefallenen Diagnose oder einer unterschiedlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht allein kann somit nicht auf eine für den Invaliditätsgrad erhebliche Tatsa
chenänderung geschlossen werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_602/2016 vom 1
4.
Dezember 2016 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen).
4.2
Die Gutachter der MEDAS
C._
schlossen
mit den Hauptdiagnosen einer ängstlich-verme
idenden Persönlichkeitsstörung
und einem chronischen
lumbo
v
ertebral
betonten Schmerzsyndrom
auf das Vorliegen von neuen, den Akten bisher ni
cht zu entnehmenden Di
agnosen, beurteilten
dagegen
die der ursprünglichen
Rentenzusprache
zugrunde gelegene depressive Störung, dannzu
mal als Angst und depressive Störung, gemischt, diagnostiziert (
Urk.
7/32/1), als gegenwärtig remittiert
(
Urk.
7/81/
20-21). Der Umstand, dass
die Gutachter
eine seit Erlass der Verfügung vom 2
3.
Oktober 2006 eingetretene gesundheitliche Ver
besserung ausdrücklich aus
schlossen
und
dafür
hielten,
die von ihnen
auf
grund der psychischen Gesundheitsstörung
attestierte 100%ige Arbeitsunfähig
keit
liege
seit
spätestens 2006
vor, spricht gegen die
Annahme einer revisions
rechtlich relevanten Veränderung des psychischen Gesundheitszustandes
und einen unveränderten Schweregrad der Symptomatik.
Zu
beachten
gilt es in diesem Zusammenhang
,
dass
sich med.
pract
.
L._
in seinem
G
utachten vom 1
9.
September 2015
dafür
aussprach, dass die ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung, welche die Arbe
itsunfähigkeit verursache, seit spätestens 1998 vorliege (
Urk.
7/81/51). Seine diesbezügliche Beurteilung erweist sich damit im revisionsrechtlichen Kontext lediglich als unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen unveränderten Sa
chverhaltes (vgl. obige
E.
1.6). Mit der Persönlichkeitsstörung ist
gemäss seiner Beurteilung
nicht ein neues
Beschwerde
bild hinzugetreten
.
R
evisionsrechtlich nicht zum vornherein unbeachtlich ist dagegen die Remiss
ion der depressiven Störung.
Auch seien die Ängste vor weiteren psychischen Dekompensationen nicht mehr relevant aufgetreten, s
eit der Beschwerdeführer den
auslösenden Situationen nicht mehr ausgesetzt sei
(
Urk.
7/81/49). Auch
Dr.
F._
sprach sich in seinem Bericht vom
9.
August 2014 dafür aus, dass die ursprünglichen Diagnosen einer Persönlichkeitsstörung (gemeint wohl: Störung der Impulskontrolle) als auch der rezidivierenden depressiven Störung kompen
siert seien (
Urk.
7/61/7). Hinsichtlich der
depressiven
mit Ängsten vergesellschaf
teten
Symptomatik
, welche der ursprünglichen
Rentenzusprache
zugrunde lag (
Urk.
7/32/1
, obige E. 3.2
), ist damit eine Verbesserung des Gesundheitszustandes und auch der psychopathologischen Befunde ausgewiesen.
4.3
Zusätzlich gilt es zu berücksichtigen, dass ein früher nicht gezeigtes Verhalten der versicherten Person unter Umständen eine im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG relevante Tatsachenänderung darstellen kann, wenn es sich auf den Invaliditäts
grad und damit auf den Umfang des Rentenanspruchs auszuwirken vermag. Dies trifft etwa zu bei Versicherten mit einem Beschwerdebild im Sinne von BGE 141 V 281, wenn ein Ausschlussgrund vorliegt, das heisst
die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Konstellation beruht, die eindeutig über die blosse (unbewusste) Tendenz zur Beschwerdeausweitung und –
verdeutlichung
hinausgeht (Urteil
des Bundesgericht
s
8C_825/2018 vom
6.
März 2019 E. 6.1 mit Hinweisen). Gleiches muss gelten, wenn eine versicherte
Person
bei einer Verbes
serung des
ursprünglich rentenbegründenden
depressiven Zustandsbildes
neu Aktivitäten aufnimmt, welche auf ein erheblich gesteigertes Aktivitätsniveau schliessen lassen
. Der Beschwerdeführer
hielt sich gemäss insoweit unbestrittener Aktenlage vom
5.
Dezember 2016 bis
2.
August 2017
, mithin nahezu acht Monate
auf den Philippinen auf (vgl.
Urk.
7/93/2
)
.
In einer Aktennotiz des Sozialversi
cherungsamtes
D._
ist zudem ein weiterer Auslandaufenthalt vom
2.
Juli bis 2
8.
September 2016 (
Urk.
7/93/11) n
otiert.
Angesichts dieser erheblichen Reisetätigkeit
sowie der
ärztlich
festgestellten
Remission der depressiven Störung stellte sich die Beschwerdegegnerin zu Recht auf den Standpunkt, dass ein Revisionsgrund im Sinne
von
Art.
17
Abs.
1 ATSG trotz
d
er im MEDAS-Gutachten verneinte
n
wesentliche
n
Verbesserung des gesundheitlichen Zustandes
bei
weiterhin attestierter
100%iger Arbeitsunfähig
keit
gegeben sei.
4.
4
Entsprechend ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend und ohne Bindung an frühere Beurteilungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen
)
, und zwar bei einer Meldepflichtver
letz
u
ng nach
Art.
77 IVV ab dem Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung (
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. b IVV)
und
,
entgegen der diesbezüglichen Annahme des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 4 Ziffer 6),
unabhängig davon,
ob die Verletzung der Meldepflicht oder die unrechtmässige
Erwirkung ein Grund für die Weiterausrichtung der Leistung war (
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. b IVV
in der seit
1.
Januar 2015 in Kraft stehenden Fassung
; obige E. 1.8
).
5.
5.1
Jede wesentliche Änderung in den für eine Leistung massgebenden Verhältnissen ist von den Bezügerinnen und Bezügern, ihren Angehörigen oder Dritten, denen die Leistung zukommt, dem Versicherungsträger oder dem jeweils zuständigen Durchführungsorgan zu melden (
Art.
31
Abs.
1 ATSG). Der Berechtigte oder sein gesetzlicher Vertreter sowie Behörden oder Dritte, denen die Leistung zukommt, haben jede für den Leistungsanspruch wesentliche Änderung, insbesondere eine solche des Gesundheitszustandes, der Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit sowie der persönlichen und gegebenenfalls der wirtschaftlichen Verhältnisse des Versicher
ten unverzüglich der IV-Stelle anzuzeigen (
Art.
77 IVV
). Durch die Erfüllung der Meldepflicht wird dem Versicherungsträger die Abklärung des massgeblichen Sachverhalts erleichtert (
Art.
43
Abs.
1 ATSG; Urteil des Bundesgerichts
9C_516/2013 vom
1
6.
Dezember 2013 E. 2.1) Nach ständiger Rechtsprechung setzt eine Meldepflichtverletzung ein schuldhaftes Fehlverhalten voraus, wobei bereits eine leichte Fah
r
lässigkeit genügt (BGE 118 V 214 E. 2a; Urteil des Bun
desgerichts 9C_338/2015 vom 1
2.
November 2015 E. 2 mit Hinweisen).
5.2
Die Beschwerdegegnerin begründete die Meldepflichtverletzung damit, der Beschwerdeführer sei in der Mitteilung vom 2
4.
Februar 2010 explizit darauf hin
gewiesen worden, dass er die Beschwerdegegnerin über einen mehr als drei Monate dauernden Auslandaufenthalt wie auch über eine Verbesserung seiner Einschränkungen informieren müsse. Indem er ihr den Aufenthalt auf den Phi
lippinen vom
5.
Dezember 2016 bis
2.
August 2017 vorenthalten habe, habe er seine Meldepflicht verletzt. Dies gelte umso mehr, als er sich bereits vom
2.
Juli bis 2
8.
September 2016 im Ausland aufgehalten habe und ihm hätte bewusst sein müssen, dass er sich nicht bei gleichzeitigem Bezug einer ganzen Invalidenrente diverse Male länger im Ausland aufhalten könne, zumal ihm hätte klar sein müs
sen, dass es ihm aufgrund des erhöhten Aktivitätsniveaus bessergehe. Dies gelte spätestens ab
5.
Dezember 2016 (
Urk.
2 S. 3).
5.3
Da die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer in
ihren Entscheiden mehrfach auf die Meldepflicht bei einem mehr als drei Monate dauernden Auslandaufe
nt
halt hingewiesen hat (vgl.
Urk.
7/42/4, 7/50/1, 7/56/1
)
, und er in kognitiver Hin
sicht unbestrittenermassen nicht eingeschränkt ist (vgl.
Urk.
1 S. 3 Ziffer 5, 7/81/59),
ist davon auszugehen, dass
er die ihm
obliegende Meldepflicht
zumin
dest bezüglich seines Auslandaufenthaltes vom
5.
Dezember 2016 bis
2.
August 2017
schuldhaft verletzt
hat
, zumal in der Beschwerde kein Rechtfertigungsgrund für die Unterlassung vorgebracht wird und ein solcher auch nicht ersichtlich ist (vgl. zum Erfordernis des schuldhaften
Fehlverhal
tens: BGE 118 V 214 E. 2a
; Urteil
des Bundesgerichts
9C_226/2011 vom 1
5.
Juli 2011 E. 4.2.1, nicht
publ
. in: BGE 137 V 369, aber
in: SVR 2012 IV Nr. 12 S. 61).
Entsprechend ist im Folgenden zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin aufgrund der Aktenlage zur Recht von einem spätestens seit Dezember 2016 anspruchser
heblich verbesserten Gesundheitszustand ausging.
5.4
5.4.1
In Bezug auf den
somatisc
hen Gesundheitszustand
stellte die Beschwerdegegne
rin die im MEDAS-Gutachten
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 35
%
in ange
passter Tätigkeit infolge des chronischen
lumbovertebral
betonten Schmerzsyn
droms nicht in Frage. Dass sich die lumbalen Probleme
– wie
von
Dr.
K._
nachvollziehbar dargelegt (
Urk.
7/81/32) -
auf keine erklärenden Struk
turalterationen zurückführen lassen, sondern im Wesentlichen Folge der mit der morbiden Adipositas einhergehenden Dauerüberlastung d
es Achsenorgans sind
, steht einer invalidenversicherungsrechtlichen Relevanz des Schmerzgeschehens
angesichts der gemäss Beurteilung von med.
pract
.
L._
spätestens seit
dem jungen Erwachsenenalter vorliegenden Persönlichkeitsstörung (vgl.
Urk.
7/81/51) und den im Gutachten beschriebenen Kompensationsstrategien mit Suchtmitteln (
Urk.
7/81/49)
nicht per se entgegen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_663/2017 E. 5). Zudem erachtete
Dr.
K._
zwar eine drastische Gewichtsabnahme als vordringlich; eine Diät alleine erschien ihm aber nicht als erfolgversprechend (
Urk.
7/81/36). Ob ein bariatrischer Eingriff –
eine gemäss
Dr.
K._
denkbare
Behandlungsmassnahme
im Nachgang zu einem mul
timodalen Ansatz (
Urk.
7/36/60) – im Lichte von
Art.
21
Abs.
4 ATSG unter Berücksichtigung der Gefahr für Leben und Gesundheit konkret zumutbar wäre und zu einer
vollstän
digen
Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht führen würde, ist nicht abschliessend beurteilbar. Jedenfalls bedingte die Aberkennung eines allfälligen Leistungsanspruchs in diesem Zusammenhang in jedem Fall die Durch
führung eines Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens
gemäss
Art.
21
Abs.
4 Satz
2 ATSG, welches auch die notwendige Zeitperiode zur Gewichtsreduktion und
Rekonditionierung
nach einem bariatrischen Eingriff berü
cksichtigt
e
.
Ein solches ist im Rahmen des hier zu beurteilenden Revisionsverfahrens gemäss Aktenlage nicht erfolgt.
Dass die
Beschwerdegegner
in die von rheumatologischer Seite attestier
te 35%ige Arbeitsunf
ähigkeit in einer angepassten Tätigkeit, zu welcher
sowohl
die erlernte
Tätigkeit
im Bürobereich wie auch die zuletzt ausgeübte in einem Callcenter zäh
len, im
angefochtenen Entscheid
nicht in Frage stellte, ist angesichts der aktuellen medizinischen Aktenlage nicht zu beanstanden.
5.4.2
In Bezug auf die psychiatrische
Beurteilung des Gesundheitszustandes
erweist sich das
MEDAS-Gutachten vom
4.
November 2015
zumindest
hinsichtlich der
Diagnose einer ängstlich (vermeidenden) Persönlichkeitsstörung im Lichte der aktuellen medizinischen Aktenlage
als na
chvollziehbar begründet und auf einge
hender Aktenkenntnis beruhend. So bestehen denn auch keine Anhaltspunkte, dass die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung als wichtigste Grundlage gutachterlicher Feststellungen und Schlussfolgerungen (Urteil des Bundesgerichts 9C_410/2016 vom
4.
August 2016 E. 2.2.1) nicht lege
artis
erfolgt wäre.
Was aber die Einschätzung der Schwere insbesondere der diagnostizierten ängst
lich (vermeidenden) Persönlichkeitsstörung und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit anbelangt, drängen sich aufgrund der Aktenlage erhebliche Zweifel daran auf, ob die diesbezügliche Beurteilung der MEDAS
C._
für
die
Einschätzung der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers für die Zeit von Dezember 2016 bis zum Erlass des hier angefochtenen Entscheids
, welcher auch für das Beschwerdeverfahren verfahrensmässig den Endzeitpunkt des
sach
verhaltlich
relevanten Geschehens darstellt (BGE 142 V 337 E. 3.2.2; 130 V 445 E. 1.2),
eine beweiskräftige ärztliche En
tscheidungsgrundlage bildet.
Das Gutachten der MEDAS
C._
datiert vom
4.
November 201
5.
Dem Gutachten lag zwar anamnestisch die Kenntnis eines dreiwöchigen Ferienaufent
haltes in einem Hotel in
M._
, Ägypten, anfangs August 2015 zugrunde (
Urk.
7/81/13)
. Es wurde
aber
vor dem
Auslandaufenthalt
des Beschwerdeführer
s
vom
2.
Juli bis 2
8.
September 2
016 (
Urk.
7/93/11) und insbesondere
v
or sein
em achtmonatigen Aufenthalt auf den Philippinen vom
5.
Dezember 2016 bis
2.
August 2017 erstellt. Ob sich der psychiatrische Gutachter med.
pract
.
L._
angesichts
der ausgedehnten Auslandaufenthalte
des Beschwerdeführers immer noch für einen funktionell hohen Schweregrad der Persönlichkeitsstörung mit einer schwer beeinträch
t
igten Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, einer schwer beeinträchtigten Selbstbehauptungsfähigkeit und einer mindestens mittelstark beeinträchtigten Kontaktfähigkeit zu Dritten sowie einer mittel bis schwer beein
trächtigten Gruppenfähigkeit und einer stark beeinträchtigten Wegefähigkeit bei grösseren Menschenmengen (vgl.
Urk.
7/81/50 f.) ausgesprochen hätte, erscheint fraglich. Auch
lässt sich
der im Psychostatus nach AMDP erhobene
Befund eines deutlich reduzierten Antriebs (
Urk.
7/81/45) nicht mit der
in den Jahren
2016 und 2017 gezeigten Reisefreudigkeit in Einklang bringen.
Damit aber erweist sich das Gutachten der MEDAS
C._
vom
4.
November 2015 für die Beurteilung des
psychischen
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers im hier interessierenden Zeitraum seit der Renteneinstellung im Dezember 2016 bis zum Erlass des angefo
chtenen Entscheids als veraltet
.
Glei
ches gilt für die Beurteilung
von
Dr.
F._
vom
9.
August 2014, welcher
dann
zumal
von einer als
vita
minima
bezeichneten Lebenssituation des Beschwerde
führers ausging (
Urk.
7/61/6), wovon angesichts der wiederholten Ausland
aufenthalte kaum mehr gesprochen werden kann.
Fehlt es aber an einer beweiskräftigen ärztlichen Entscheidungsgrundlage für die Beurteilung des
psychischen
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers spä
testens ab Dezember 2016, so fehlt es auch an einer genügenden Grundlage für die Beurteilung der
psychischen Beschwerden im Lichte der rechtserheblichen Standardi
ndikatoren nach BGE 141 V 28
1.
Dabei erweist sich das MEDAS-Gutachten nicht nur
im Lichte
des Indikators «Ausprägung der diagnoserelevan
ten Befunde» als
eine
nicht aktuell
e Beurteilungsgrundlage
.
Es lässt auch keine
rechtsgenügliche
Konsistenzprüfung
zu,
fehlt es doch an einer ärztlichen Stel
lungnahme zur Frage, wie die
im November 2015 gutachterlich attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit
infolge der Persönlichkeitsstörung
mit der
in den Jahren 2016 un
d 201
7 gezeigten Reisetätigkeit und
damit, dass
sich
der Beschwerdeführer gemäss Aktenlage seit Frühjahr 2016
über längere Zeit
in kei
ner regelmässigen psychotherapeutischen Behandlung mehr befand (vgl
.
Urk.
7/86/4,
7/88
; vgl. auch Vorbringen des Beschwerdeführers zur angeblich bis zum Erlass des angefochtenen Entscheids wieder aufgenommene
n
Therapie bei
Dr.
F._
:
Urk.
1 S. 5, und
Urk.
10 und 11 zur am 2
8.
August 2018 aufgenom
menen
Behandlung bei
Dr.
med.
E._
)
, korrespondiert.
Von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht kann angesichts dieser Aktenlage zweifellos nicht ausgegangen werden; ob sich der von der Beschwerdegegnerin getroffene Schluss auf eine 65%ige Arbeitsfähigkeit rechtfertigt, ist aber ebenfalls nicht abschliessend beurteilbar.
Die Sache ist
folglich
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit
sie eine
ergänzende
fachpsychiatrische Beurteilung einholt, welche zum Verla
uf des Gesundheitszustandes sowie
der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers seit
der letzten Begutachtung
und
zu
den gemäss BGE 141 V 281 rechtserheblichen Standardindikatoren unter Berücksichtigung der aktualisierten Aktenlage
und dabei insbesondere auch Reisetätigkeit des Beschwerdeführers
Stellung nimmt. Angesichts möglicher Wechselwirkungen mit den somatischen Einschränkungen drängt sich
ausserdem
auch
die Einholung einer
orthopädisch-
rheumatologischen Verlaufsbegutachtung auf.
Die Beschwerde ist nach dem Gesagten in dem Sinne gutzuheissen, als die Sache zur Einholung eines psychiatrisch/orthopädisch-rheumatologischen
G
utachtens
und zu neuem Entscheid über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers
an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen ist.
6.
6.1
Nach der Rechtsprechung dauert - unter Vorbehalt einer allfällig missbräuchli
chen Provozierung eines möglichst frühen Revisionszeitpunktes durch die Ver
waltung - der mit der revisionsweise verfügten Herabsetzung oder Aufhebung einer Rente oder Hilflosenentschädigung verbundene Entzug der aufschiebenden Wirkung einer Beschwerde bei Rückweisung der Sache an die Verwaltung auch noch für den Zeitraum dieses Abklärungsverfahrens bis zum Erlass der neuen Verwaltungsverfügung an (BGE 106 V 18); diese Rechtsprechung hat das dama
lige Eidgenössische Versicherungsgericht mit einlässlicher Begründung im Jahr 2003 (BGE 129 V 370) und das Bundesgericht in den Jahren 2010 (SVR 2011 IV Nr. 33 S. 96 mit Hinweisen, 8C_451/2010) und 2017 (Urteil des Bundesgerichts 9C_38/2017 vom 2
1.
März 2017 E. 2.2.1) bestätigt. Eine Aufhebung des von der Verwaltung angeordneten Entzugs der aufschiebenden Wirkung
(vgl. vorliegend:
Urk.
2 S. 1)
ist demnach in Ausnahmefällen zulässig. Ob eine solche Ausnahme vorliegt, hat das erstinstanzliche Gericht zu prüfen und gestützt auf
Art.
29
Abs.
2 der Bundesverfassung (BV) und
Art.
61
lit
. h ATSG wenigstens in den Grundzü
gen zu begründen (BGE 136 I 184 E. 2.2.1,
136 V
229 E. 5.2).
6.2
Der Beschwerdeführer verzichtete auf
die
Stellung eines ausdrücklichen Gesuchs um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung im Falle einer Rückweisung der Sache zur ergänzenden Abklärung.
Daher bleibt lediglich anzuführen
, dass s
elbst unter Annahme eines sinngemässen Begehrens kein Anlass
bestünde, von
der
rechtsprechungsgemäss
regelhaften Weiterdauer des Entzugs der aufschie
benden Wirkung
abzuweiche
n. Mit Blick auf die unter E. 5.3
bestätigte Melde
pflichtverletzung des Beschwerdeführers, welche eine rückwirkende Rentenein
stellung auf den Zeitpunkt des Eintritts der für Anspruch erheblichen Änderung zulässt (
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. b IVV), hatte die Beschwerdegegnerin kein Interesse an einem möglichst frühen Revisionszeitpunkt, weshalb ihr ein missbräuchliches Provozieren des letzteren n
icht vorgeworfen werden
kann
.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
I
VG) und ermessensweise auf Fr. 8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2
Entsprechend hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese ist nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
Art.
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen. In Anwendung dieser Grundsätze rechtfertigt sich die Zusprechung einer
Prozess
entschädigung von
Fr. 1’9
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Die Entschädigung ist dem unentgeltlichen Rechtsbeistand auszuzahlen (Urteil des Bundesgerichts 5A_754/2013 vom
4.
Februar 2014 E. 5).