Decision ID: d2d1efdf-36cf-5995-958a-ac7eccd3911c
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer ersuchte am 17. Februar 2009 in der Schweiz um
Asyl und begründete dies im Wesentlichen damit, er sei ethnischer Tamile
und stamme aus B._, Nordprovinz. Am 30. Dezember 2004 habe
er an einer Demonstration gegen den späteren Präsidenten Mahinda Raja-
paksa teilgenommen. Tags darauf sei er auf einem Zeitungsfoto ohne Na-
mensangabe abgebildet gewesen. Im Januar 2009 habe sich ein Freund
der Armee gestellt und während des Verhörs seinen Namen genannt. Am
1. Februar 2009 hätten ihn Armeeangehörige zu Hause gesucht. Er sei
nicht anwesend gewesen, weshalb sie seine Eltern mitgenommen und eine
Woche in einem Camp festgehalten hätten. Auf Anraten seiner Schwester
sei er am 13. Februar 2013 über Colombo aus Sri Lanka ausgereist. Abge-
sehen von der erwähnten Demonstrationsteilnahme sei er nicht politisch
tätig gewesen. Er habe keine Verbindung zu den Liberation Tigers of Tamil
Eelam (LTTE).
B.
Mit Verfügung vom 24. Januar 2012 verneinte die Vorinstanz die Flücht-
lingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte sein Asylgesuch ab und
ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug
an. Zur Begründung führte sie aus, es sei nicht nachvollziehbar, dass der
Beschwerdeführer im Februar 2009 wegen einer Demonstrationsteilnahme
im Dezember 2004 von der Armee gesucht worden sein soll. Hätten sie ihn
aufgrund der Demonstration verdächtigt, Verbindungen zu den LTTE zu
haben, hätten sie ihn sicherlich früher aufgesucht, zumal aus dem Zei-
tungsartikel zur Demonstration hervorgehe, dass die sri-lankischen Sicher-
heitskräfte das Geschehen beobachtet hätten. Eine dagegen erhobene Be-
schwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil E-1092/2012 vom
15. August 2012 ab.
C.
Am 30. April 2013 reichte der Beschwerdeführer bei der Vorinstanz eine
als zweites Asylgesuch bezeichnete Eingabe ein. Er machte geltend, er
habe im Dezember 2012 C._ (N [...]) nach traditionellem hinduisti-
schem Brauch geheiratet. Die Ehefrau und ihr schwer krankes Kind seien
auf seine Unterstützung angewiesen. Am 1. Mai 2013 wurde der Be-
schwerdeführer zwangsweise nach Sri Lanka zurückgeführt. In diversen
Schreiben ab Mai 2013 schilderte seine Rechtsvertreterin, nach der Rück-
kehr habe der Beschwerdeführer wegen seiner Heirat Probleme mit dem
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Criminal Investigation Departement (CID) und der Eelam People's De-
mocratic Party (EPDP) gehabt. Er sei mehrfach gesucht, bedroht, geschla-
gen, zu Geldzahlungen gezwungen und verhaftet worden.
D.
Mit Schreiben vom 12. September 2013 teilte die Vorinstanz der Rechts-
vertreterin des Beschwerdeführers mit, gemäss Auskunft des Nachrichten-
dienstes des Bundes sei der Beschwerdeführer ein aktives Mitglied der
LTTE und stark in die Organisation involviert. So habe er in einem Trai-
ningslager in D._, Indien, eine Ausbildung absolviert. Die LTTE hät-
ten die Heirat mit C._ arrangiert, um an Gelder der LTTE, die von
ihr verwaltet würden, zu gelangen. Mit Schreiben vom 20. September 2013
führte die Rechtsvertreterin im Rahmen des rechtlichen Gehörs aus, der
Beschwerdeführer habe erklärt, nie Mitglied der LTTE gewesen zu sein und
nie ein Trainingslager der LTTE besucht zu haben. Sein mehrjähriger Auf-
enthalt in Indien habe Studienzwecken gedient. Die Hochzeit sei eine Lie-
besheirat gewesen.
E.
Am 19. November 2013 fand auf Veranlassung der Vorinstanz eine Befra-
gung des Beschwerdeführers bei der Schweizerischen Vertretung in Co-
lombo zwecks Klärung offener Fragen statt. Der Beschwerdeführer bestä-
tigte den Inhalt des Schreibens seiner Rechtsvertreterin vom 20. Septem-
ber 2013.
F.
Die Vorinstanz nahm das Gesuch vom 30. April 2013 als Wiedererwägung
entgegen. Mit Verfügung vom 24. November 2014 wies sie das Wiederer-
wägungsgesuch ab und erklärte die Verfügung vom 24. Januar 2012 für
rechtskräftig. Die Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
G.
Im Juli 2015 reiste der Beschwerdeführer illegal in die Schweiz ein. Am
6. August 2015 reichte er bei der Vorinstanz ein zweites Asylgesuch ein.
Im Gesuch und an der Anhörung vom 5. August 2016 führte er aus, bei der
Ankunft am Flughafen von Colombo im Frühling 2013 sei er einen Tag vom
CID verhört und gegen Geld freigelassen worden. Einige Tage später habe
es einen Unfall zwischen einem Van und einem Tuktuk, in welchem er ge-
sessen habe, gegeben. Er und die übrigen anwesenden Personen seien
der illegalen Versammlung beschuldigt worden. Nach einer vierzehntägi-
gen Haft sei er auf Kaution freigelassen worden. Er habe sechs Monate
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lang Unterschrift leisten müssen. Nach einem Jahr sei das Verfahren ab-
geschlossen worden. Von Oktober 2013 bis Januar 2014 habe er sich in
Indien aufgehalten. Anschliessend habe er in Sri Lanka eine Hühnerfarm
geführt. Mitglieder des CID hätten ihn um Geld erpresst, ihm zwei angeb-
lich illegal erstandene Kühe weggenommen und ihn einen Tag festgehal-
ten. Am 25. Januar 2015 seien er und seine Freunde beim Fussballspielen
in einen Streit mit nebenan spielenden singhalesischen Soldaten geraten.
Ein Freund habe den Soldaten sein Motorrad überlassen müssen. Als er
und der Freund das Motorrad beim Militärlager hätten abholen wollen,
seien sie geschlagen worden. Danach sei er von Armeeangehörigen ge-
sucht und aufgefordert worden, sich für eine Befragung im Camp zu mel-
den. Im Februar 2015 sei er legal mit dem Pass aus Sri Lanka ausgereist.
Der Beschwerdeführer reichte Dokumente des Gerichts E._ betref-
fend die illegale Versammlung und das abgeschlossene Verfahren sowie
eine Haftbestätigung von 2014 betreffend die eintägige Festhaltung ein.
H.
Mit Verfügung vom 2. August 2017 verneinte die Vorinstanz die Flüchtlings-
eigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte sein Asylgesuch ab und ord-
nete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an.
Zur Begründung führte sie aus, der Vorfall mit dem Verkehrsunfall und der
vierzehntätigen Haft sei glaubhaft, aber abgeschlossen und deshalb nicht
asylrelevant. Der Beschwerdeführer habe nicht überzeugend erklären kön-
nen, weshalb die Armee ihn nach dem teils widersprüchlich geschilderten
Vorfall im Januar 2015 gesucht habe. Hinsichtlich seiner Biographie, ins-
besondere der Reisetätigkeit nach Indien, habe er widersprüchliche Anga-
ben gemacht. Konfrontiert mit den Informationen des Nachrichtendienstes
des Bundes habe er verneint, ein aktives Mitglied der LTTE gewesen zu
sein und ein Trainingslager in Indien besucht zu haben. Der Vorfall im Ja-
nuar 2015 und die Suche der Armee nach ihm seien deshalb unglaubhaft.
Die Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
I.
Am 17. August 2018 reichte der Beschwerdeführer bei der Vorinstanz ein
drittes Asylgesuch ein. Darin führte er aus, mit dem Urteil des High Court
Vavuniya vom 25. Juli 2017 sei ein neues Gefährdungsmoment hinzuge-
kommen. Zudem sei er seit über zwei Jahren in der Schweiz exilpolitisch
aktiv und habe Kontakte zu Sympathisanten der LTTE aufgebaut. Die Vor-
instanz habe durch die Beantragung von Einreisepapieren für ihn einen
umfassenden Backgroundcheck beim CID und beim Terrorist Investigation
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Departement (TID) in Sri Lanka ausgelöst. Zudem seien Datenschutzbe-
stimmungen verletzt worden.
J.
Mit Verfügung vom 20. Februar 2018 (eröffnet am 28. Februar 2018) ver-
neinte die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers,
lehnte sein Mehrfachgesuch ab, soweit darauf eingetreten wurde, lehnte
das qualifizierte Wiedererwägungsgesuch ab, soweit darauf eingetreten
wurde, und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegwei-
sungsvollzug an. Der einstweilige Vollzugsstopp und die Sistierung der
Vorbereitungshandlungen inklusive Papierbeschaffung wurden aufgeho-
ben.
K.
Mit Eingabe vom 3. April 2018 erhob der Beschwerdeführer beim Bundes-
verwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragt, die Verfügung der Vor-
instanz sei vollumfänglich aufzuheben. Die Sache sei zur neuen Entschei-
dung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Vorinstanz sei anzuweisen,
bei der Schweizer Vertretung in Colombo eine Botschaftsabklärung zu ver-
anlassen, um abzuklären, um was für ein Verfahren es sich vor dem Ma-
gistrate Court in F._, welches den Beschwerdeführer betreffe,
handle. Es sei die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers festzu-
stellen. Es sei ihm Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die vorläufige Auf-
nahme wegen Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs anzuordnen.
Subeventualiter sei die vorläufige Aufnahme wegen Unzumutbarkeit des
Wegweisungsvollzugs anzuordnen. Es sei die unentgeltliche Prozessfüh-
rung zu bewilligen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu ver-
zichten. Es sei dem Beschwerdeführer in der Person von RA Bernhard Jüsi
ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen.
Der Beschwerdeführer reichte eine Gerichtsvorladung des Magistrate
Court in F._ vom 14. Februar 2018, einen Führerausweis (ausge-
stellt in Indien am 16. Oktober 2006), Dokumente des Gerichts E._
und eine Haftbestätigung von 2014 ein.
L.
Mit superprovisorischer Massnahme vom 9. April 2018 setzte der Instruk-
tionsrichter den Vollzug der Wegweisung einstweilen aus.
M.
Mit Zwischenverfügung vom 12. April 2018 hiess der Instruktionsrichter die
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Gesuche um unentgeltliche Prozessführung und amtliche Rechtsverbei-
ständung gut, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und
gab der Vorinstanz Gelegenheit zur Einreichung einer Vernehmlassung.
N.
Am 25. August 2018 reichte die Vorinstanz eine Vernehmlassung ein.
O.
Mit Schreiben vom 18. Februar 2019 reichte der Beschwerdeführer ein Ori-
ginal der Gerichtsvorladung ein und nahm Stellung zur Vernehmlassung.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des Asylgesetzes vom
26. Juni 1998 (AsylG; SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorliegende
Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmun-
gen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015).
2.
Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend –
endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwerdefüh-
rer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48
VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist unter
Vorbehalt nachfolgender Erwägung einzutreten (aArt. 108 Abs. 1 AsylG
und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
3.
Mit Beschwerde in Asylsachen kann die Verletzung von Bundesrecht (ein-
schliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die un-
richtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
4.
4.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, die Information des Schweizerischen
Nachrichtendienstes, wonach er ein aktives und stark involviertes Mitglied
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der LTTE sei sowie ein Trainingslager der LTTE in Indien besucht habe, sei
zutreffend. Bereits als Minderjähriger habe er in Indien von den LTTE ge-
führte Kampfkunstkurse besucht. Im Jahr 2002 sei er offiziell als LTTE-Mit-
glied aufgenommen worden. Er habe jedoch keine typische Ausbildung
zum LTTE-Kämpfer durchlaufen und auch nie an Kampfhandlungen teilge-
nommen. Er sei vielmehr für die ausländische Unterstützung der LTTE
durch Dritte zuständig gewesen. In Sri Lanka sei er nie offiziell als Mitglied
der LTTE in Erscheinung getreten. In der Schweiz sei er Mitglied der LTTE-
Gruppe. Er habe Angst gehabt, seine LTTE-Vergangenheit offenzulegen,
da ihm nicht entgangen sei, dass in der Schweiz Strafrechtsprozesse ge-
gen LTTE-Mitglieder stattgefunden hätten. Diese neuen Tatsachen seien
vor dem Hintergrund, dass der Schweizer Nachrichtendienst bereits im
Jahr 2013 seine aktive Mitgliedschaft bei den LTTE bestätigt habe, nicht
als nachgeschoben, sondern als aus Angst viel zu spät erfolgtes Geständ-
nis zu qualifizieren. Seine Mutter habe ihm die Gerichtsvorladung des Ma-
gistrate Court in F._ vom 14. Februar 2018 zugesandt. Daraus gehe
hervor, dass in Sri Lanka ein Gerichtsverfahren gegen ihn laufe und er am
20. Februar 2018 beim Gericht in F._ als beschuldigte Person hätte
erscheinen sollen. Den Gegenstand des Gerichtsverfahrens kenne er
nicht. Es sei jedoch nicht auszuschliessen, dass Sri Lanka herausgefunden
habe, dass er ein LTTE-Mitglied mit wichtigen Aufgaben gewesen sei oder
ihm wegen seiner Ex-Partnerin C._ eine LTTE-Unterstützung vor-
gehalten werde. Wäre dies der Fall, müsste er bei einer Rückkehr nach Sri
Lanka mit einer langen Haftstrafe unter unmenschlichen Bedingungen
rechnen und wäre mit überwiegender Wahrscheinlichkeit Folter ausge-
setzt. Die Vorinstanz sei deshalb anzuweisen, eine Botschaftsabklärung in
Auftrag zu geben, um herauszufinden, ob aus dem aktuellen Gerichtsver-
fahren eine asylrelevante Gefährdung resultiere.
4.2 Die Vorinstanz führt in der Vernehmlassung aus, die Vorbringen des
Beschwerdeführers in der Beschwerdeschrift seien im Lichte der über neun
Jahre dauernden Asylverfahren mit den Entscheiden des SEM und den Ur-
teilen des Bundesverwaltungsgerichts als unglaubhaft einzustufen. Es sei
nicht nachvollziehbar, weshalb er erst jetzt gestehe, Mitglied der LTTE zu
sein. Es sei folglich auch unglaubhaft, dass in Sri Lanka im Jahr 2018 ein
Strafverfahren im Zusammenhang mit den LTTE gegen den Beschwerde-
führer eingeleitet worden sei. Es sei davon auszugehen, dass die Gerichts-
vorladung vom 14. Februar 2018 gefälscht sei. Zudem finde der Untersu-
chungsgrundsatz seine Grenzen an der Mitwirkungs- und Wahrheitspflicht
des Beschwerdeführers, welche er verletzt habe. Auf die Durchführung ei-
ner Botschaftsabklärung sei daher zu verzichten.
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4.3 Der Beschwerdeführer verneinte in den vergangenen Asylverfahren
eine Mitgliedschaft bei den LTTE. Erst in der vorliegenden Beschwerde of-
fenbarte er diesen Umstand. Der Vorinstanz ist daher insoweit Recht zu
gegeben, als der Beschwerdeführer seiner Mitwirkungs- und Wahrheits-
pflicht nicht nachgekommen ist. Dies ändert allerdings nichts daran, dass
der Nachrichtendienst des Bundes die Vorinstanz informiert hatte, der Be-
schwerdeführer habe an einem Trainingslager der LTTE in Indien teilge-
nommen und sei aktives Mitglied der LTTE. Eine Verbindung des Be-
schwerdeführers zu den LTTE kann somit nicht ohne Weiteres als unglaub-
haft abgetan werden. Des Weiteren reichte der Beschwerdeführer mittler-
weile das Original der Gerichtsvorladung vom 14. Februar 2018 ein, womit
sich eine Abklärung derer Echtheit aufdrängt. Insgesamt ist der Sachver-
halt zum jetzigen Zeitpunkt nicht erstellt. Es stellen sich mehrere offene
Fragen bezüglich allfälliger LTTE-Mitgliedschaft, Rolle innerhalb der LTTE
und Gerichtsverfahren gegen den Beschwerdeführer in Sri Lanka, die wei-
terer Abklärung bedürfen. Die Vorinstanz ist daher anzuweisen, bei der
Schweizerischen Botschaft in Sri Lanka abklären zu lassen, ob in Sri Lanka
ein Gerichtsverfahren gegen den Beschwerdeführer hängig ist und falls ja,
was der Gegenstand und wie der Stand des Verfahrens ist. Je nach Ergeb-
nis der Botschaftsabklärung wäre die Vorinstanz allenfalls gehalten, den
Beschwerdeführer erneut anzuhören und sich zu einer allfälligen Asylun-
würdigkeit des Beschwerdeführers zu äussern.
4.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der Regel reformato-
risch. Nur ausnahmsweise wird eine angefochtene Verfügung kassiert und
an die Vorinstanz zurückgewiesen. Vorliegend ist der rechtserhebliche
Sachverhalt nicht erstellt. Es ist nicht Sache des Gerichts als letztinstanz-
liche Beschwerdeinstanz umfassende Sachverhaltsabklärungen durchzu-
führen und erstmals über sich allenfalls neu stellende Rechtsfragen zu ent-
scheiden. Eine Kassation der angefochtenen Verfügung ist daher gerecht-
fertigt. Die Beschwerde ist gutzuheissen. Die Verfügung vom 20. Februar
2018 ist aufzuheben und die Sache ist im Sinne der Erwägungen zur voll-
ständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts, insbesondere
zur Durchführung einer Botschaftsabklärung, und zur Neubeurteilung an
die Vorinstanz zurückzuweisen.
5.
5.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben
(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG).
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5.2 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens
in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm
notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Es wurde
keine Honorarnote eingereicht, weshalb die notwendigen Parteikosten auf-
grund der Akten zu bestimmen sind (Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). Gestützt
auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 9-13 VGKE) ist
dem Beschwerdeführer zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung
von insgesamt Fr. 1'850.– (inkl. Auslagen) zuzusprechen.
6.
Mit dem vorliegenden Urteil fällt der am 9. April 2018 verfügte Vollzugs-
stopp dahin.
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