Decision ID: 980414d2-05c1-4b46-b9a3-83c241a25117
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1959 geborene
X._
arbeitete zuletzt als Produktionsmitarbeiterin bei der
Y._
AG (Urk.
15
/20).
Diese Anstellung wurde ihr per Ende April 2012
aus
gesundheitlichen
Gründen
gekündigt (Urk. 15/34/1).
Am 6. Juni 2011
hatte
sie sich wegen Arthrose an den Hüftgelenken und verspannter Rücken
musku
latur mit starken Schmerz
en bei der Eidgenössischen Invaliden
versiche
rung zum Leistungsbezug an
gemeldet
(Urk.
15
/11). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zü
rich, IV-Stelle (nach
folgend: IV-Stelle), klärte die erwerblichen und gesund
heit
lichen Ver
hält
nisse ab. Unter anderem holte sie die Berichte der Rheumaklinik und des In
sti
tuts für Physikalische Medizin des
Z._
vom 17. Juni 2011 über den stationären Aufenthalt vom 23. Mai bis 17. Juni 2011 (Urk.
15
/19/6-7) und über das vom 2. August bis 7. September 2011 durch
ge
führte
Arbeitsassessment
(
Bericht vom
8
. September 2011,
Urk. 1
5
/
30
), die Akten der Krankentaggeldversicherung der Versicherten, der
Swica
Gesundheitsorganisation (Urk. 1
5
/26), mit dem neurologischen Gutachten der Klinik
A._, erstellt von Prof. Dr. med. B._
, Facharzt für Neuro
logie, vom 11. November 2011 (Urk. 1
5
/26/4-19) und dem psychia
t
rischen Gutachten der Klinik
A._
, erstellt von Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 24. Februar 2012 (Urk.
15
/37/4-16
) sowie den Bericht des
D._
vom 13. März 2012 (Urk. 1
5
/38)
ein.
Mit Vorbe
scheid vom 22. März 2012 kündigte die IV-Stelle die Ab
weisung des Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 32 % an (Urk. 1
5
/42). Dagegen erhob die Ver
sicherte mit Schreiben vom 30. April 2012 Einwände (Urk. 1
5
/43). Mit Ver
fügung vom 5. Juni 2012 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren wie ange
kündigt ab (Urk. 15/51
).
Die dagegen
unter Beilage des Berichts des
E._
vom 2. Juli 2012 (Urk. 15/57/15-19)
erhobene Be
schwerde vom 6. Juli 2012
(Urk. 15/57/3-5)
hiess das
Sozial
ver
-
sicherungsgericht
des Kantons Zürich
im Verfahren Nr. IV.2012.00726
mit Urteil vom 31. De
zem
ber 2013 in dem Sinne gut, dass die Sache zur er
gän
zenden medi
zinischen Ab
klä
rung an die IV-Stelle
zurückgewiesen wurde
(Urk. 15/72/10).
1.2
Die IV-Stelle holte in der Folge den Bericht von Dr. med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
12. März 2014 ein (Urk. 15/76/1-3),
der
unter anderem
den
Austrittsbericht
vom 15. April 2013
der
G._
, Zentrum für P
sychiatrische Rehabilitation
, wo die
Versicherte vom 29. November 2012 bis 5. April 2013 stationär be
hande
lt worden war (Urk. 15/76/4-12), und
den
Bericht
des Spita
ls
H._
vom 4.
Juli 2014 (Urk. 15/79
)
beilegte
. Des Weiteren holte die IV-Stelle das
MEDAS-
Gutach
ten der
I._
vom 8. Juni 2016 (Urk.
15/95)
ein
.
Gestützt darauf kündigte die IV-Stelle
mit Vorbescheid vom
28. Juli 2015
die Abweisung des
Rentenbe
gehrens
bei einem Invaliditätsgrad von 30
% an (Urk. 15/
98
).
Die Versicherte erhob dagegen mit Schreiben vom
10. September 2015 (Urk. 15/106), ergänzt mit Schreiben vom 19. und
26. Oktober 2015 (
Urk. 15/111,
Urk. 15/114) sowie
unter Beilage de
r
Bericht
e
des
E._
vom 28.
Juli 2015
(Urk.
15/109)
und von Dr.
med.
J._
, Facharzt für Chirur
gie
, vom 16.
Oktober 2015 (Urk. 15/113)
,
Einwände.
Mit Verfügung
vom 2. No
vember 2015
verneinte die IV-Stelle wie angekündigt einen Rentenanspruch der Beschwerde
führerin bei einem Invaliditätsgrad von 30 % (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
7. Dezember 2015
(Urk. 1), ergänzt mit Eingabe vom 11.
Dezember 2015 (Urk. 5),
Be
schwer
de und bean
tragte,
die Ver
fügung vom
2.
November 2015 sei aufzuheben und es sei ihr eine ganze In
vali
denrente ab dem 1. November 2011 au
szurichten; eventualiter seien er
gänzende Abklärungen vorzunehmen und sie sei erneut interdisziplinär zu begutachten, wobei jedenfalls davon abzusehen sei, auf das interdisziplinäre Gutachten der
I._
vom 8. Juni 2015 abzustellen.
In prozes
sualer Hinsicht stellte die Be
schwerdeführerin ausserdem das Gesuch, es sei ihr die un
ent
gelt
liche
Prozess
führung
zu gewähren und es sei
ihr in der Person von Rechts
an
wä
lt
in
Dr.
B. Wyler
ein
e unentgeltliche
Rechtsvertreter
in
zu bestellen (Urk. 1 S. 2). Mit der Beschwerde
reichte die Beschwerdeführerin
die Berichte
des
E._
vom
28. September 2015
(Urk. 3/
2
) und
von Dr.
F._
vom 7. Dezember
2015 (Urk.
6/4) ein.
Die Beschwerde
gegnerin schloss in der Beschwerdeantwort vom
18. Februar 2016
auf Abwei
sung der Beschwerde (Urk.
14
).
Mit Verfügung vom 1
2.
April 2016 wurde der Beschwerdeführerin die unent
gelt
liche Prozessführung gewährt und
Rechts
anwältin Dr. B. Wyler
als unent
geltliche
Rechts
vertreter
in
für das vorliegende Verfah
ren bestellt (Urk.
16
S. 2).
In der Replik vom
21. Juni 2016
hielt die Be
schwerdeführerin an ihren Anträgen fest (Urk.
19
S. 2). Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit
Eingabe
vom
29. Juni 2016
auf eine Duplik (Urk.
22
).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Am
1. Januar 2012
sind d
ie im Rahmen der IV-Revision 6a
vorgenommenen
Än
de
rungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) und der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) in Kraft getreten.
In
materiell
rechtlicher
Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Ver
fügung ist am
2.
November 2015
(Urk. 2) ergangen,
wobei ein Sachverhalt zu beur
teilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestim
mungen
der IV-Revi
sion 6a
am 1. Januar 20
12
begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechen
d den allgemeinen intertemporal
rechtlichen Re
geln für die Zeit bis 31. Dezember 20
11
auf die damals
seit der 5. IV-Revision
(
ab dem 1. Januar 2008;
AS 2007 5129
ff.
)
geltenden Bestimmungen und ab
dem 1. Januar 2012
auf die neuen Normen der
IV-Revision 6a
abzustellen
(vgl. zur
5
. IV-Revision: Urteil des Bundesgerichts
8C_829/2008
vom 23.
De
zember 2008
E. 2.1
). Im Folgenden werden die Gesetzesbestimmungen - soweit nichts anderes vermerkt ist - in der seit dem
1.
Januar 20
12
geltenden Fassung zitiert
.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchti
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden aus
geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlie
gens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzu
stellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psy
chischen Beein
trächtigung ver
einbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenom
men werden kann, die Ver
wertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Drei
viertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
2.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invaliden
ein
kom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei seit 2011
als
Pro
duk
tionsmitarbeiterin
eingeschränkt. In einer
körperlich leichten,
wechselbelas
tenden
Tätigkeit
ohne Heben, Tragen und Transportieren von Lasten über 10 Kilogramm,
ohne Verharren in Zwangshaltung
, ohne dauer
hafte
Armvor
halte
belastung
und Überkopfarbeiten
bestehe eine medizinisch-theo
retische
7
0%ige Arbeits
fä
hig
keit,
wobei die angestammte der
leidens
ange
passten
Tätigkeit ent
spreche. Damit resultiere ein Inval
iditätsgrad von 3
0
%
, der keinen Anspruch auf eine Rente begründe (Urk. 2 S. 1 f.).
3.2
Die Beschwe
rdeführerin bringt dagegen vor, gestützt auf die
überein
stim
men
den
und zutreffenden
Ein
schätzungen ihres
behandelnden Psychiaters Dr.
F._
und der Ärzte des
E._
sei davon auszugehen, dass sie an einer schweren de
pressiven Störung und an einer deutlichen, rentenrelevanten somatoformen Schmerzstörung leide
,
sowie dass
bei ihr seit Februar 2011 eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit in der ange
stammten und in einer leidensangepassten Tätig
keit
bestehe
.
Auf das
I._
-Gutachten vom 6. Februar 2015
und
insbe
sondere auf das psychiatrische
I._
-Teilgutachten vom 6. Februar 2015
könne wegen diverser Mängel
, namentlich der ungenügenden Beschwerdeaufnahme und dem beschönigten psychopathologischen Befund mit daraus resultierender falscher Diagnose und Arbeitsunfähigkeitsbemessung
, welche ausführlich in der Stel
lungnahme des
E._
vom 28. September 2015 (Urk. 3/2)
kritisiert
worden seien, nicht abgestellt werden.
Die Beschwerdegegnerin habe sich im ange
fochtenen Entscheid damit nicht auseinandergesetzt und damit die Begründungspflicht sowie den Anspruch auf das rechtliche Gehör verletzt.
Die ange
fochtene Ver
f
ü
gung sei allein schon aus formellen Gründen aufzuheben.
Ausserdem seien die Auswirkungen des Schlafmangels und die Wechsel
be
ziehungen mit den übrigen Krankheitssymptomen vollkommen ungenügend be
leuchtet worden.
Aufgrund der durch die Schmerzen hervorgerufenen Schlaf
störungen (maximal zwei Stunden Durchschlaf) würden Lust- und Interesse
losigkeit, Antriebs
losig
keit, Nervosität, Gedankenkreisen und der Verlust des Selbstver
trauens zu
nehmen. Dadurch bestünden auch
soziophobe
Ausprä
gungen.
Die Therapie
resistenz sei darauf
und nicht etwa auf man
gelnde Motivation zurück
zuführen.
Z
usätzlich zur psychia
trischen Ko
morbidität eines
schwergradig
ängstlich-depressiven
Zustandbildes
würden somatische Begleiterkrankungen
und Fak
toren
vorliegen, welche d
er psychiatrische
I._
-Gutachter
weitest
gehend ausge
blendet habe
, so die Schlaf
störun
gen, den Erschöpfungszustand, die
Denk
blockaden
, die
Kon
zentrationslücken
, die Appetitverminderung und die ge
scheiterte
Reha
-
bilitations
mass
nahmen
bei vorhandener Motivation zu
Reha
bilitations
massnahmen
.
Die
Diagnose
des
I._
-Gutachters
einer mittel
gradigen depressi
ven Episode mit somatischem Syndrom ICD-10 F32.11 könne auch daher nicht stimmen,
weil
sie seit mindestens vier Jahren anhalte. Er
ver
schliesse sich vor der Sicht
weise, dass aus neuro
logischer Sicht eine Symp
tomausweitung der Lum
balgie wahrscheinlich sei und dass eine somatoforme Störung, welch
e Diagnose sowohl von Dr.
F._
und den Ärzten des
E._
als auch
den Ärzten
der
G._
gestellt worden sei, vorliege.
Dennoch habe der
I._
-Gutachter die Förster-Kriterien geprüft, welche seit dem Leitentscheid BGE 141 V 281
(Urteil des Bundesgerichts 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015) keine An
wendung mehr fänden. Da
das
I._
-Gutachten vor diesem Entscheid erstellt worden sei, sei die ganze psychiatrische und dadurch das ganze interdisziplinäre Gutachten un
brauchbar.
Zudem habe sich der Gesundheitszustand seit 2012 verschlechtert, auch rein somatisch. In somatischer Hinsicht seien die Gon
arthrose und das Knochenödem am linken Knie, die erst seit Sommer 2014 vorliegen würden, während des laufenden Verfahrens zu Unrecht nicht be
rücksichtigt worden.
Es erscheine als lebens
fremd, dass
ihre Arbeitsfähigkeit
trotz ihrer zahlreichen arthritischen Leiden, insbesondere an der
Lenden
wirbelsäule
(LWS) und im Kniebereich
sogar für schwere und mittel
schwere Arbeiten lediglich als zu 30 %
eingeschränkt
eingestuft worden sei.
Es werde
des Weiteren
bestritten, dass die ange
stammte Tätigkeit leidensadaptiert ge
wesen sei
. D
as Invalideneinkommen hätte gestützt auf die
Lohn
struktur
er
hebung
(LSE) unter Berücksichtigung eines leidensbedingten
Abzuges be
stimmt werden müs
sen
(Urk. 1 S. 4 ff.
,
Urk. 19
S. 2
ff.
).
3.3
Der
formellen Rüge der Beschwerdeführerin
,
die Beschwerdegegnerin
habe
man
gels Stellungnahme zu den Einwänden gegen den Vorbescheid
und na
mentlich zum Bericht des
E._
die Begründungspflicht und damit den An
spruch auf rechtliches Gehör
(
Art. 42 ATSG, Art. 57a Abs. 1 IVG, Art. 29 Abs. 2 der Bundes
verfassung, BV; vgl. BGE 124 V 180 E. 1a) verletzt
, kann nicht gefolgt werden, zumal e
ine
schwere, die Heilung des Ver
fahrensmangels
aus
schlies
sende
Gehörsverletzung, welche von Amtes wegen zur Auf
hebung der mit dem Verfahrensfehler behafteten Verfügung führen würde (vgl.
BGE 124 V 180 E. 4a mit Hinweisen)
, jedenfalls nicht vor
liegt.
Aus dem angefochtenen
Entscheid geht
zudem
hervor, dass und weshalb die
Beschwerdegegnerin
auf das
eingeholte
Gutachten abstellte
und weshalb sie der Beurteilung der
E._
-Ärzte nicht folgte. Auch wurde auf weitere Einwände Bezug genommen und das zugrunde gelegte Arbeitsprofil sowie die
Invali
di
tätsbemessung
ausführlich geschildert
(Urk. 2
S. 2 f.
).
Eine Verletzung der Be
gründungs
pflicht respek
tive des Anspruchs auf rechtliches Gehör
ist darin
nicht zu erblicken. Denn d
ie
Verwaltung
kann sich
recht
sprechungs
gemäss
auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichts
punkte be
schrän
ken und
muss
sich nicht ausdrücklich mit jeder
tatbeständlichen
Behaup
tung und jedem recht
lichen Einwand auseinan
dersetzen (BGE 124 V 180 E. 1a und E. 2b, 126 V 75 E. 5b/
dd
; Urteil des Bundes
gerichts
8C_30/2016 vom 8.
März 2016
E.
2
mit Hinweisen)
.
Die Be
schwerde
führerin vermochte den Entscheid
zudem
sach
ge
recht an
zu
fechten und konnte ihr Anliegen mit der Beschwerde gegen die Ver
fügung vom 2. November 2015 (Urk. 2) vor einer Be
schwerde
instanz vortragen, die sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüft (vgl. BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
).
3.4
In materieller Hinsicht ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin strittig und zu prüfen,
wobei zu klären ist
, ob und in welchem Umfang sie ab
dem Jahr
2011 arbeits- und erwerbsfähig
(Art. 6-7 ATSG)
war
.
Die ange
foch
tene Verfügung
vom
2.
November 2015 (Urk. 2)
bildet da
bei recht
sp
re
chungsgemäss die zeitliche Grenze der richter
lichen Über
prüfungs
be
fugnis (BGE 132 V 220 E. 3.1.1,
122 V 77 E. 2b, Urteil des Bundes
ge
richts 8C_76/2009 vom 19.
Mai 2009 E. 2, je mit Hin
weis). Der
frühestmögliche Beginn einer all
fälligen Rente ist aufgrund der
A
nmeldung de
r
Beschwerdeführer
in
im Juni 2011 (
Urk.
15/11
)
in Anwendung
von Art. 29 Abs. 1 und Abs. 3 IVG der 1. Dezember 2011.
4.
4.1
In somatischer Hinsicht traten gemäss dem Austrittsbericht
der Rheumaklinik und des In
sti
tuts für Physikalische Medizin
des
Z._
vom 17. Juni 2011 im Oktober 2010 erstmalig lumbale Schmerzen mit Progredienz auf, welche ab Februar 2011 stark zugenommen und auch nach
gluteal
beidseits ausgestrahlt hätten. Seither sei die Beschwerdeführerin meist nur noch zu 25 % arbeitsfähig gewe
sen. Vom 23. Mai bis 17. Juni 2011 sei sie stationär behandelt
worden
und
es sei
ihr an
schliessend eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis zum 30. Juni 2011 attestiert worden (Urk. 13/19 S. 6 f.).
Laut dem Bericht des
Z._
vom
8
. September 2011
über das Ergeb
nis des am 2. August 2011 durchgeführten
Arbeitsassessements
(
mit Basistests vom 24. und 25. August sowie
Nachbe
sprechung
vom 7. September 2011
)
wurden die folgen
den arbeits
relevanten Diagnosen gestellt: 1. Chronisches
lumbovertebrales
bis -
spondylogenes
Syn
drom beidseits (ICD-10 M54.86)
mit/
bei degenerativen Ver
ände
rungen der
Lenden
wirbelsäule
(LWS; Computertomographie LWS vom 15. März 2011:
Spondylarthrose
L4-S1 beid
seits, Morbus
Baastrup
mit breiten
sklero
tischen
Osteophyten
und kleinen Zysten L2-5, geringen mehrsegmentären
Chon
drosen
) mit Facettenüberlastung L4/5 und L5/S1 beidseits (Radiofrequenz-Ablation der Rami
medialis
der Facettengelenke L4 bis S1 am 22. August 2
011, Dr.
K._
,
Z._
), Hal
tungsinsuffizienz mi
t Kopf- und
Schulterprotraktion
und
muskulärer
Dekon
ditio
nierung
; 2. anamnestisch un
d klinisch Verdacht auf
Car
pal
tunnelsyndrom
(CTS) links (ICD-10 G56.0); 3. Fingerpolyarthrose (ICD-10 M15.1 und M15.2), betont
Heberden
-Arthrose.
In
den Tests des
Arbeits
assess-ments
sei e
ine mässige Leistungs
bereitschaft und eine Selbst
li
mitierung beim Test „Gehen“ festgestellt
worden
. Es
sei ein
Inkonsistenzpunkt
beo
bachtet
wor
den
.
Die funktionelle Leistungs
fähig
keit liege
dennoch
bei weitem unter den
Be
lastungsanforderungen
der bis
herigen Arbeit. Durch die vorwiegend ste
hende Arbeit am Fliessband mit stark repetitiver Tätig
keit kumuliere die Belas
tung während des Arbeitstages. Zumut
bar sei diesbezüglich ein 50%iges Pen
sum, wobei ein schrittweiser Ein
stieg zu empfehlen sei. In körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeiten sei die Arbeitsfähigkeit bei ganztägiger Präsenz mit zusätzlichen zu den üblichen Pausen von insgesamt zirka 1,5 Stunden im Tagesverlauf infolge der multiplen Belastungsein
schrän
kungen der Kö
r
perhal
tungen (kein häufiges Heben und Tra
gen von Lasten über 2,5 Kilogramm, kein häufiges vorgeneigtes Stehen, Arbeiten über Kopf und Rotie
ren im Sitzen, kein häufiges Stehen, Ziehen, Stos
sen, Trepp
ensteigen und Gehen) und wegen der Be
schwerdekumulation um 20 % reduziert (Urk.
15/30/2-4
).
Der neurologische Gutachter
Prof. Dr.
B._
, Facharzt für Neurologie, schloss im Gutachten zuhanden
der Krankentaggeldversicherung vom 11. November 2011 auf die Diagnose einer chronischen Lumbago mit/bei leichtgradigem
Vertebral
syndrom
mit paravertebralem Hartspann ohne Anhalt für ein assoziiertes
ner
vales
Defizit und ohne Anhalt für eine gravierende degenerative spinale Patho
logie
sowie eines unspezifischen Kopfschmerzsyndroms, nicht klassifi
zierbar, ohne ausreichenden Anhalt für einen behindernden Effekt,
differential
diag
nostisch
: Kopfschmerz im Rahmen eines
Analgetikafehlgebrauchs
.
In der klini
schen Beobachtung sei eine grobe Diskrepanz zwischen der anamnestisch ange
gebenen aktuellen Schmerzstärke und dem zumindest deutlich geringer aus
ge
prägten klinischen Störungseindruck
auffällig gewesen. Die
bildmorpho
lo
gischen
Befunde seien ohne eigenständigen Krankheitswert ge
wesen.
Es habe bei der Untersuchung deutliche Hinweise auf eine bewusstseinsnahe demon
st
rative Darbietung von Beschwerden und der Einschränkung gegeben.
Zu
mindest für Tätigkeiten mit leichten bis mittelschwerer körperlicher
Wechselbe
lastung
sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben
(Urk. 15/26/1
5-19
)
.
Der
Ober
arzt des
Z._
, Dr.
med.
L._
,
der den Bericht des
Z._
vom 8. September 2011 zum
Arbeitsassessment
unterzeichnet hatte,
erklärte in einem
un
datierten Anschlussschreiben
hierzu
,
es treffe zu, dass eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit nicht begründbar sei.
Die gegenwärtigen Einschränkungen könnten durch eine geeignete intensive
Trai
ningstherapie
innerhalb von zwei bis drei Monaten gesteigert werden.
D
ie Beschwerdeführerin habe
indes
nur in einem von 21
Test-items eine
Selbst
limi
tierung
gezeigt. Ansonsten habe sie gut kooperiert und sei an die funk
tionelle
Limite
gegangen. Daraus eine Agg
ravation, mithin eine Vor
täuschung
einer stärkeren gesund
heitlichen Einschränkung ableiten zu wollen, sei nicht zulässig und entspreche eindeutig nicht der Art und Weise, wie sich die Beschwerdefüh
rerin präsentiert habe (Urk. 13/29/1).
Gemäss dem Bericht des
Z._
vom 24.
Januar 2012
mussten
die
Einglie
derungsbe
mühungen
wegen der nach der Kündigung der bisherigen Arbeits
stelle
per Ende April 2012 verstärkt eingetretenen
Depressivität als gescheitert betrachtet werden. Aus rheumatologischer Sicht bestehe ein stationärer Befund. Bei noch erhaltener Arbeitsstelle wäre eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 70 % ohne
Weiteres
realisierbar. In einer leidens
angepassten,
körperlich leichten und wechselbelastenden Tätigkeit sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben (Urk.
15/76/2
2-23).
Am
2.
Juli 2014 wurde die Beschwerdeführerin gemäss dem B
ericht des Spitals
H._
vom 4.
Juli 2014
ausserdem
wegen seit zwei
bis drei Monaten andauer
n
der Be
schwerden am linken Knie von Dr. med.
M._
, Leitender Arzt der Ortho
pädie des Spitals
H._
, untersucht.
Er stellte diesbezüglich die Diagnose eines
atrau
matischen
Oedems
am lateralen
Femurkondylus
mit/bei Verdacht auf begin
nende
femorotibiale
und
retropatelläre
Chondropahtie
, asymptomatischer
dorso
medialer
Meniskusriss sowie
subchondrales
Oedem
s
beim
Tibiaplateau
links. Er ver
ordnete ihr nebst der medikamentösen Behandlung Gehstöcke zur Entlastung (Urk. 15/79).
Die
I._
-Gutachter holten gemäss dem
I._
-Gutachten vom 8. Juni 2015 zudem den Verlaufsbericht des Spitals
H._
vom 8. Oktober 2014 ein (Urk. 15/95/4), wonach
sich im Vergleich zur Voruntersuchung eine unverän
derte mediale Gonarthrose
am linken Knie
, jedoch eine deutliche
Regre
dienz
des lateralen Ödems des
Condylus
gezeigt habe (Urk. 15/95/1).
4.
2
Diese Beurteilungen
und Einschätzungen der behandelnden Ärzte in Bezug auf die somatischen Gesundheitsbeeinträchtigungen sind
mit jenen im
I._
-Gut
achten vom 8. Juni 2015
(Urk.
15/95)
, auf welche die Beschwerdegegnerin
im ang
efochtenen Entscheid
abstellte
(Urk. 2)
,
vereinbar, wobei nebst den LWS- und Kniebeschwerden
auch die
Schmerzausweitung in die Brust
wirbelsäule
(BWS),
in den Bereich der Hals
wirbelsäule (HWS)
und der Schultern
umfassend
be
rück
sichtigt
und nachvollziehbar gewürdigt
wurde
(Urk. 15/95/19-
24
).
Und zwar hatten d
ie
I._
-
Gutachter
die Beschwerdeführerin
Anfang Februar 2015
aus
internistisch
er
, rheumatologisch
er
, neurologisch
er
und psychiatrisch
er sowie inter
disziplinärer Sicht begutachtet
(Urk. 15/95/3) und
die folgenden Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt:
1.
Chronisches
lumbo
spondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits (ICD-10 M54.4) mit/bei ausge
prägten
Spondylarthrosen
L4/L5 rechtsbetont und L5/S1 linksbetont,
ossär
bedingtes Wirbelgleiten L4/L5 von 1 mm sowie L5/S1 v
on 2 mm (MRT LWS vom 24.
Sep
tember 2012), Facettenüberlastung L4/5 und L5/S1 beidseits, Status nach
Radio
frequenz-Ablation
der Rami
medialis
der Facettengelenke L4 bis S1 am 22. August 2011, kein Hinweis auf eine
Radikulo
pathie
; 2.
Cerviko
verteb
rales
Schmerzsyndrom beidseits (ICD-10 M53.1) mit/bei
manifester
Osteo
c
hondrose
Halswirbelkörper (HWK)
5/6, beginnende
Osteo
chondrose
HWK6/7, je mit
Spon
dylarthrosen
(Röntgen HWS lateral und
Funk
tions
aufnahme
vom 5.
Februar 2015),
keine Hinweise auf
Radikulopathie
;
3. Gonarth
rose linksbetont (ICD-10 M17.0) mit/bei medialer Gonarthrose mit
Meniskopathie
, partieller Mazeration des medialen Meniskus,
Ganglionzyste
der Basis des
Hinterhorns
lateral, proximale
Chondropathie
patellae
mit Zystenbildung des
retropatellären
Knor
pels und minimalem Erguss,
im Vergleich zu den Voruntersuchungen deutliche
Regredienz
des lateralen Ödems des
Condyls
, Fehlstellung des rechten Knies bei Genus
valgum
rechts, axialer Kniegelenkswinkel 168°, keine höh
er
gradigen Arthrose-Zeichen; 4.
Mittelgradige depressive Episode mit soma
ti
schem Syndrom (ICD-10 F32.11) ohne Vollremis
sion bestehend seit 2011 (Urk.
15/95/22-23).
Die
I._
-Gutachter
kamen
nachvollziehbar
zum Schluss,
im Grossen und Gan
zen würden sie
(respektive die von ihnen erhobenen Befunde)
mit den
Vor
be
funden
des Be
wegungsapparates übereinstimmen, wobei davon auszu
gehen sei, dass es im Bereich des linken Knies seit dem Jahr 2014 mit Ent
wicklung einer sympto
matischen Gonarthrose zu einer gesundheitlichen Ver
schlechterung seit der Vorbegutachtung vom 11. November 2011 (durch Prof. Dr.
B._
) ge
kom
men sei.
E
s sei
aufgrund des degenerativen Rückenleidens und der Gon
arthrose auch unter Einbezug aktueller Röntgenaufnahmen und der MRT-Bilder grund
sätzlich gut nachvollziehbar, dass es zu Beschwerden in Form eines chronischen
lumbo
spondylogenen
und
cervikovertebralen
Schmerzsyn
droms
sowie zu
Knie
beschwerden
insbesondere auf
der linken Seite gekommen sei. Jedoch sei das Ausmass der vorgebrachten Beschwerden nicht nachvoll
zieh
bar. Es falle eine Verdeutlichungstendenz beziehungsweise eine
Symptom
aus
weitung
auf.
Wie
bereits in den Vorgutachten aufgeführt
,
bestehe eine aus
ge
prägte
Verdeutli
chungstenden
z
an der Grenze zur Aggravation (Urk.
15/95/23-24
).
4.
3
4.3.1
Bei dieser Ausgangslage, welche
übereinstimmend mit den
Vora
kten
eine Symp
tomausweitung
, demonstrierte
Verdeutlichungstendenz
und psychische Überlagerung
der
somatischen Beschwerden
aufzeigt,
welche
insbesondere
auch
in den rheuma
tologisch
en und neurologischen
I._
-Teil
gutachten (Urk. 15/
95/51-67
)
über
zeugend
begründet
dargestellt
wurden
(Urk.
15/95/
55-59, Urk. 15/95/
66-67
)
,
ist eine objektivierte Beurteilung des Leistungsvermögens besonders zu beachten. Es wurde im
I._
-Gutachten daher folgerichtig
erklärt
,
dass
die
Einschätzung der resultierenden Funktionsstörungen und der Ein
schränkungen der Arbeitsfähigkeit
deshalb
in erhöhtem Masse auf die ob
jektiv
erhobenen
Untersuchungsbefunde und die Bildgebung
abzustützen sei
(Urk. 15/95/24).
Die
I._
-Gutachter schlossen i
n Bezug auf den soma
tische
n
Gesundheits
-
zustand
wegen
des erhöhten Pausenbedarfs
gemäss dem rheumato
logischen Krank
heitsbildes
ab
dem Jahr
2011
schlüssig begründet
auf eine
3
0%ige Arbeits
un
fähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit als
Produktions
mitarbeiterin
in der Lebensmittelproduktion und
auf eine 100%ige Arbeits
fähigkeit in einer leidensangepassten, körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit
ohne län
gere statische
Arbeiten
, bei
spiels
weise Fliessbandarbeiten, und ohne kniende Arbeiten
(Urk. 15/95/24-25).
4.3.2
Auf diese Einschätzung der
I._
-Gutachter
hinsichtlich der somatischen Be
schwerden
ist mit der Beschwerdegegnerin abzustellen.
Zum einen erfüllt das
I._
-Gutachten
alle
recht
sprechungs
gemäss
erforder
lichen Kriterien für beweis
kräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c)
.
Zum anderen erachteten auch
die Ärzte des
Z._
aus somatischer Sic
ht eine Arbeitsfähigkeit von 70
% in der angestammten Tätigkeit ohne Weiteres als realisierbar und
attestierten
in einer
leidens
ange
passten
, körperlich leichten und wechsel
belastenden Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (
Beri
cht des
Z._
vom 24. Januar 2012,
Urk. 15/76/22-23).
S
elbst im Bericht des
E._
vom 2.
Juli 2012
wurde festgehalten, dass aus ortho
pädisch-chirurgischer Sicht die objektivierbaren Befunde ausser den
myo
fasci
alen
Beschwerden keine anhaltende Arbeitsunfähigkeit begründet werden könne und dass von Seiten des rheumatologischen Fachgebietes eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben sei (Urk. 15/57/19).
Die in den
Berichten
des
E._
vom 2.
Juli 2012 (Urk. 15/57/19) und vom 30. Oktober 2014 (zitiert im
I._
-Gut
achten. vgl. Urk. 15/95/4, Urk. 15/95/11-12)
aufgeführte 100%ige Arbeits
un
fä
higkeit
in jeglicher Tätigkeit
dagegen
wurde
unter Einbezug der Über
lagerung
der psychischen Beschwerden
ohne ausreichende objektivierte Dif
ferenzierung
attestiert.
Die
Einschätzung der
I._
-Gutachter
ist in somatischer Hinsicht
daher nicht zu beanstanden.
4.3.3
Der Einwand der Beschwerdeführerin, die ab Sommer 2014 bestehende Gon
arthrose und das Knochenödem am linken Knie seien zu Unrecht nicht be
rück
sichtigt worden
(Urk.
1 S. 9), trifft nicht zu. Auch diese Beschwerden (Urk. 15/95/19-20) wurden zusammen mit allen übrigen geklagten Beschwerden von den
I._
-Gutachtern hinlänglich unter
sucht und
f
achgerecht
beurteilt.
So erklärte die rh
eumatologische
I._
-Gutachterin, die Beschwerdeführerin sei in Bezug auf die Gonarthrose des linken Knies mit Knochenödemen seit dem Sommer 2014 bis mindestens im Frühjahr 2015 für schwere ganz und für mit
telschwere Tätig
keiten
um 30
% eingeschränkt arbeitsfähig. Für leichte Tätig
keiten, be
vorzugt sitzend, sei die Beschwerdeführerin
zu 100
% arbeits
fähig, dies ab Sommer 2014 (Urk. 15/95/21).
Dies ist mit Blick auf die übrige Akten
lage aus einer objek
tivierten Sicht begründet.
Die
Rüge der Beschwerdeführerin
sodann
,
die Einschätzung der rheumato
lo
gischen
I._
-Gutachterin in Bezug auf körperlich schwere Tätigkeiten
(
von vor
erst
70%ige Arbeitsfähigkeit
bis im Sommer 2014; Urk. 15/95/20)
sei lebens
fremd (Urk. 1 S.
11
),
trifft ins Leere
. Denn d
ie angestammte Tätigkeit
als
Pro
duktionsmitarbeiterin
bei der
Y._
AG ist nicht als
schwer
, sondern
gemäss
dem Bericht der ambulanten arbeitsbezogenen Reha
bili
tat
ion (ABR) vom 27.
Januar 2011, wo die einzelnen Arbeitsabläufe der ange
stammten Tätigkeit detailliert beschrieben
und analy
siert
wurden (
Urk. 15/75/27-33,
vgl. auch die Fotodokumentation in Urk. 15/2
8
)
,
als leicht
mit höchstens gelegentlich mittel
schweren Belastungen
zu qualifizieren (vgl. Klassifikation für
Be
lastungswerte
einer Tätigkeit mit Heben und Tragen maximal 5-10 Kilogramm, Urk. 15/76/30). Es waren
zumeist Tätig
keiten mit Heben u
nd Tragen von Gewichten unter 5
Kilogramm und je nach Schicht und Jobrotationsstelle nur manchmal von bis zu 10
Kilogramm
zu verrichten
. Die von den
I._
-Gutachtern attestierten
zusätzliche
n
Pausen
um 30
%
der Arbeitszeit hätten dabei
den
gelegentlich
höheren körperlichen Belastungen
und repetitiven Tätig
keiten
ausreichend Ent
lastungen
geboten
.
4.3.4
Der Bericht des Chirurgen Dr.
J._
vom 16. Oktober 2015 (Urk. 15/113) sodann,
welcher
nach der
I._
-Begutachtung
vom Februar 2015
erstellt wurde, vermag die somatische Beurteilung der
I._
-Gutachter ebenfalls nicht in Frage zu stellen
, zumal er sich gemäss seinen Angaben bei den Diagnosen auf älteres Bildmaterial stützte als die
I._
-Gutachter, die Kniebeschwerden
nicht
(mehr)
aufführte und die Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit fachübergreifend auch aufgrund der psychischen Beschwerden beurteilte
. Dazu führte er aus, dass das klinische Bild durch die Verschlechterung der Depression mit jetzt schwerer Depression dominiere (Urk. 15/113).
Dies entspricht
keine
r fachärztlich psychia
trischen
Beurteilung
und
es wurden denn
auch keine Befunde zum psychischen Zustand
aufgeführt.
Der Bericht
von Dr.
J._
fällt
daher
beweisrechtlich
weder in Bezug auf die somatischen noch betreffend die psychischen Be
schwer
den
ins Gewicht.
5.
5
.1
I
n psychischer Hinsicht wurde im Urteil
IV.2012.00726 vom 31. Dezember 2013 festgehalten, dass nicht abschliessend beurteilt werden könne, ob die Ein
schät
zung von Dr.
C._
gemäss dessen Gutachten vom 24. Februar 2012 (Urk. 1
5
/37/4-16), der die Diagnose „
Mögliche psycholo
gische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei anderenorts verschlüsselten Krank
heiten (ICD-10 F54)“ gestellt und darauf geschlossen hatte, dass kein hinreichender Anhalt für ein die Arbeitsfähigkeit tangierendes depressives Syn
drom vorliege (Urk.
15
/37/11), letztlich überzeuge (E. 4.2
; Urk. 15/72/7-9
).
5
.2
5.2.1
Gemäss dem Schreiben von Dr.
F._
vom 19. November 2012
war die Be
schwerde
führerin seit Dezember 2011
wegen einer therapie
resistenten, depres
siven Episode mittleren, inter
mit
tierend auch schweren Grades bei anamnestisch bekannten multiplen
rheumati
formen
Störungen, die mit einem ebenfalls thera
pieresistenten
Schmerz
syndrom
einhergehen würden,
in seiner
Behand
lung
, wobei sich das Krankheitsbild
s
eit dem Frühjahr 2012
deutlich ver
schlechtert
habe
(Urk. 15/76/17-18).
Dem
Bericht des Medizinischen Zentrums
D._
vom 31. Januar 2012
,
unterzeichnet von Dr. med.
N._
, Fach
arzt für Psychiatrie und Psy
cho
therapie, sowie
von Dr.
phil.
klin
. psych.
O._
, klinischer Psycho
loge und Supervisor,
ist zu entnehmen, dass am 16. und 28. Januar 2012 zwei Vor
gespräche zur Abklärung der weiteren Behandlung stattgefunden hatten. Als psychia
trische Diagnosen sei eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) festgestellt worden. Ausserdem sei eine Intensivierung der Behandlung auf zwei Sitzungen pro Woche empfohlen
worden
, wozu sich eine stationäre Behand
lung in einer psychiatrischen Klinik
oder eine Behandlung in der
Tages
klinik
anbiete (Urk. 15/76/21-22, Urk. 15/76/25-26).
Im Bericht des
D._
vom 13. März 2012 führte Dr.
N._
nebst der Diagnose eines chronischen
lumbovertebralen
bis -
spondylogenen
Syndroms beidseits bei degenerativen Veränderungen der LWS L4-S1 und einer Fingerpo
l
yarthrose be
tont
Hyerberden
-Arthrose (
Z._
17. Juni 2011)
weiterhin die Diagnosen eine
r
mittelgradige
n
depressive
n
Episode (ICD-10 F32.1) auf und
erklärte, es bestehe seit Februar 2011 bis heute eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, wobei eine Arbeits
aufnahme mit 2 Stunden pro Tag und schliesslich bis zu 50 % in der Produktion bi
s im Mai 2011,
eine achtwöchige Arbeitsrehabilitation im
Z._
und weitere Arbeitsvers
uche bis am 28. Dezember 2011 er
folgt seien. Ab dann habe wieder eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden.
Zur Begründung wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin könne nicht lange stehe und sitzen, kaum heben und sei für körperliche Tätigkeiten nicht geeignet. Sie würde zudem kein vernünftiges Arbeitstempo mehr erreichen und immer wieder in den Krankenstand fallen, was der Arbeitgeber tolerieren müsste (Urk. 15/38/5-6).
Aus dem Bericht des
E._
vom 2.
Juli 2012
mit dem Titel „Interdisziplinäre Schmerzbehandlung“
geht hervor, dass
die Be
schwerde
führerin zur Abklärung der Arbeitsfähigkeit aus
somatopsychischer
Sicht rheumatologisch, ortho
pä
disch-chirurgisch und psychosomatisch
beu
rteilt wurde.
Aus psycho
soma
tischer Sicht schloss
Prof. Dr. med.
P._
, Facharzt für psycho
somatische Medizin und Psychoanalytik IPV,
auf eine
deutliche Zunahme der Depression und diag
nostizierte eine
schwere depressive
Episode (ICD-10 F32.2). Eine Ein
schätzung des Umfangs der Arbeits
un
fähigkeit wurde aufgrund des gesamten
Beschwerde
bildes
interdisziplinär
festgelegt, und zwar sei die Be
schwerde
führerin sowohl im bisherigen Beruf als Produktionsmitarbeiterin als auch in einer
leidensange
passten
Tätigkeit zu
100
%
arbeitsunfähig (Urk. 15/57/15-19).
Dr.
F._
überwies
die Beschwerdeführerin
mit Schreiben vom 19. No
vember 2012 zur stationären Behandlung an
die
G._
(Urk. 15/76/17-18).
Gemäss dem Bericht der
G._
vom 15. April 2013 wurde die Be
schwer
deführerin
vom 29. November 2012 bis am 5.
April 2013 stationär be
handelt. Als Eintrittsgrund
(gemäss dem Überweisungsschreiben von Dr.
F._
)
wurde eine therapieresistente mittelgradige bis sch
w
ere Depressio
n mit gene
ralisierten Schmerzen, die durch die somatischen Befunde nicht komplett zu erklären seien, festgehalten. Die Ärzte der
G._
stellten die psychiatrischen Diagnosen einer mittelgradigen depressiven Episode (IDC-10 F32.1) und einer chronischen somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4).
Die Beschwerde
führerin habe regelmässig und motiviert an allen Angeboten und Therapien teilgenommen mit deutlicher Verbesserung ihres psychischen und körperlichen Zustandes. Trotz
dem hätten auch bei Austritt noch deutliche körperliche Ein
schränkungen bestanden. Neben der psycho
somatischen Behandlung habe die vorsichtige
Aufdosierung
der antidepressiven Medikation auch zu einer Ver
besserung der depressiven Episode und damit auch zu einem besseren Umgang mit den Schmerzen geführt. Die Beschwerdeführerin werde nach Austritt durch ihren Hausarzt weiterbehandelt. Weitere psychia
trische oder psychologische Therapien seien von ihr nicht gewünscht worden.
Sie und ihre Familie würden im Verlaufe der Zeit über weitere Massnahmen entscheiden
(Urk. 15/76/4-7)
.
Laut
dem Bericht von Dr.
F._
vom 1
2.
März 2014
war
der Verlauf seit der Ent
lassung aus der
G._
protrahierend. Es fänden monatliche Sitzungen bei ihm statt. Die Tochter übersetze. Er habe die Diagnose einer mittelgradigen, intermittierend auch
schwergradigen
, depressiven Episode (ICD-10 F32.1, F32.2), einer Anpassungsstörung (ICD-10 F43.24) und einer chroni
schen
Schmerz
störung
(ICD-10 F45.41)
sowie
von
multiple
n
rheuma
tologische
n
Diag
nosen
gemäss den Berichten der Spezialisten
gestellt.
Das
komorbide
Auf
treten der Diagnosen, welche jede für sich in der Lage sei, die Arbeits
fähigkeit zu beein
trächtigen,
erhöhe deren pathogene Wirkung.
Es bestehe weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 75 % und mehr (Urk. 15/76/1-2).
5.2.2
Die
I._
-Gutachter
erklärten im
Gutachten vom 8. Juni 2015
in Bezug auf die psychischen Beschwerden
, sie würden bei der Beurteilung des psychischen
Zu
stands
bildes
von
der
Einschätzung
von Dr.
C._
abweichen
und sie hätten über
einstimmend mit dem behandelnden Arzt eine affektive Erkrankung in Form einer mittelgradigen depressiven Episode mit soma
tischem Syndrom (ICD-10 F32.11) diagnostiziert, welche sich im Jahr 2011 entwickelt habe und bis heute (zurzeit der Begutachtung Anfang Februar 2015, Urk. 15/95/3)
ohne zwischen
zeitliche Vollremission bestehe.
Eine somatoforme Schmerzstörung könne nicht diagnostiziert werden.
Die konkreten
Funk
tions
ein
schränkungen
seien hingegen nicht derart ausgeprägt, dass sie zu einer
höhergradigen
Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit führen würden.
In der klinischen Auswirkung führe die depres
sive
Erkrankung zu einer reduzierten Fähigkeit, zielgerichtete Aktivitäten über einen längeren Zeitraum aufrecht
zuerhalten. Ursächlich dafür sei eine erhöhte
Ermüdbarkeit und gewisse
neuro
kognitive
Beeinträchtigung. Ein Abfall der Aufmerksamkeit se
i klinisch nicht zu beurteilen. Die Arbeits
fähigkeit
sei dadurch
seit 2011
sowohl in der ange
stammten als auch in einer
leidensan
gepassten
Tätigkeit
um 30 % reduziert
(Urk.
15/95/24
-25
).
5.3
5.3.1
Wie sich aus diesen medizinischen Berichten ergibt, kamen d
ie
I._
-Gutachter und namentlich der psychiatrische
I._
-Experte
Dr.
med.
Q._
, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie
(vgl.
das psychiatrische
I._
-
Teilgut
achten
vom
7. Februar 2015, Urk. 15/95/35-50)
,
nunmehr
überein
stim
mend mit den
behan
delnden Ärzten
und im Gegensatz
noch
zur Beur
teilung von Dr.
C._
gemäss dessen psychiatrischen
Gutachten vom 24. Feb
ruar 2012
(Urk. 15/37/
11
-16)
zum
Schluss, dass
seit 2011
eine
depressive Stö
rung vor
liege.
Die Ausführungen und Schlussfolgerungen der
I._
-Guta
chter und ins
be
sondere von Dr.
Q._
zu den psychischen Beschwerden
sind
ent
gegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
na
ch
vollziehbar und umfassend be
gründet.
5.3.2
Dr.
Q._
erhob
bei seiner Be
gutach
tung mittels Anamnese, Beobachtung, Befragung und Testung (Hamilton Depression Rating
Scale
[HAMD] und Mont
gomery
Asberg
Depres
sion
Scale
[MADRS])
einen detaillierten
Psycho
status
(Urk. 15/95/
41-46
)
und
schloss nachvollziehbar daraus
,
dass
die Symp
tome im leichteren bis mittel
schweren
Ausprägungsbereich liegen
würden
. Auch die Ergebnisse der HAMD- und der MADRS-Testung würden die nach ICD-10 erfüllten Kriterien für eine depressive Episode mittelgradiger Ausprägung bestä
tigen, wenn auch das Ergebnis der MADRS-
Scale
nahe an der Grenze zur
s
chwergradigen
Ausprägung liege
.
D
ie Kriterien für die Zusatzdiagnose des somatischen Syndroms seien
ebenfalls
erfüllt
(Urk.
15/95/48).
Dr.
Q._
berüc
ksichtigte dabei bewusst differenziert nach objektiven und subjektiven Fest
stellungen
unter anderem
, dass b
ei der Be
schwerdeführerin eine vorwiegend be
drückte Grundstimmung subjektiv ohne spontaner oder
kontext
bezogener
Aufhell
barkeit
, mit Rat- und Hoffnungs
losigkeit sowie pessimistischen
Zukunfts
gedanken
und eine permanente Reizbarkeit
bestünden
. Sie wirke wäh
rend der Exploration indes nie affektlabil, weine nie. Subjektiv würden kogni
tive Störungen beklagt, in der Exploration, welche durch sehr viele Fragen in einer hohen Frequenz ohne Pause geprägt sei, sei
dagegen
kein Abfall der Auf
merksamkeit beobachtbar
.
Es scheine
in mehreren Bereichen
eine
Ver
deutli
chungstendenz
zu bestehen, insbesondere bei der Rechenaufgabe, bei der Schmetterlingsfigur und der
Diadochokinese
. Es würden subjektive Schwierig
keiten bestehen, die beruflichen Aktivit
äten fortzusetzen. I
hre sozialen Aktivi
täten seien ausgeprägt betroffen und die häuslichen Aktivitäten ebenfalls
; a
lle Tätigkeiten würde sie nur noch passiv
erledigen
, indem die Initiative bei den F
amilienangehörigen liege (Urk. 15/95/47-48)
.
Dr.
Q._
würdigte die geklagten Beschwerden und erhobenen Befunde angesichts dieser Feststellungen und
der
Testergebnisse sowie aufgrund der festgestellten ausgeprägten Krankheitsüberzeugung
der Beschwerdeführerin
mit Ten
denz zu demon
strativem Verhalten an der Grenze zu
r
Aggravation (Urk. 15/95/26)
überzeugend
.
Ebenfalls nachvollziehbar
stellten die
I._
-Gut
achter
im
Haupt
gutachten
fest, dass in den diesbezüglich diver
gierenden Berichten der be
handelnden Psychiater wie auch des
E._
die Angaben der
Beschwerde
führerin hinsichtlich Arbeits
fähigkeit dagegen über
nommen worden seien, ohne diese auf ihre Plausibilität zu überprüfen
(
Urk. 15/95/24
).
5.
4
5.4.1
Die medizinischen Berichte der behandelnden Ärzte vermögen
die
I._
-Ein
schätzung
einer 30%igen Arbeitsunfähigkeit
seit 2011
denn
auch bezüglich der psychia
trischen Beurteilung
nicht in Zweifel zu ziehen
.
So
hatten n
icht nur Dr.
Q._
, sondern (bis im März 2012) auch die behandelnden Ärzte des
D._
(Urk. 15/76/21, Urk. 15/38/5) und im Rahmen der stationären Behandlung vom 29. November 2012 bis am 5. April 2013 die Ärzte der
G._
(Urk. 15/76/4) die Diag
nose einer mittelgradig depres
siven Episode gestellt.
Auch Dr.
F._
ging hauptsächlich von einer mittel
gra
digen und nur inter
mittie
rend von einer schweren depressiven Episode aus,
letzteres
jedoch ohne in seinen Berichten entsprechende
gehäufte
Befunde aufzuführen (Urk. 15/76/1-2
, Urk. 15/76/17-18
).
Dr.
Q._
erklärte in seinem
Teil
gutachten
dazu
zutreffend, dass die von
Dr.
F._
attestierte hohe, nämlich 75%ige Arbeitsun
fähigkeit
nicht ausreichend begründet worden sei,
sondern
namentlich damit, dass die Beschwerdeführerin nicht alleine aus dem Haus könne. Insbesondere stehe die beschriebene Symptomatik im Gegensatz zu den nur monatlich statt
findenden Therapiestunden (Urk. 15/95/49).
Dem ist beizupflichten.
Gemäss dem
nach dem
I._
-Gutachten erstellten Verla
ufsbericht von Dr.
F._
vom 7.
De
zember 2015
wurde die Sitzungshäufigkeit
nunmehr auf einmal pro zwei Wochen
erhöht. Aber auch in diesem Bericht,
in
welchem Dr.
F._
eine
Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes
und
die
Diagnose einer depressiven Episode schweren Grades (ICD-10 F32.2)
festhielt
,
wurden
vor allem
aus
geprägte Defizite in den sozialen Kompetenzen und
der
- bereits bisher geklagten -
Notwendigkeit von Begleitung
unter anderem wegen einer Geh
be
hinderung betont,
ohne
das Vorliegen der
bei einer schweren depressiven Stö
rung gefor
derten
gehäufte
n
psycho
pathologische
n
Symp
tome
schlüssig begrün
det aufzuzeigen
(Urk. 6/4).
Im Übrigen wurde dieser Bericht von Dr.
F._
vom 7. De
zember 2015
und der darin erwähnte HAMD-
Kurztest
mit einem Score von angeblich 42 (von „heute“)
in einem Zeitpunkt nach Erlass der ange
fochtenen Verfügung vom 2. November 2015 (Urk. 2) erstellt, weshalb er aus
serhalb des in diesem Verfahren massgeblichen Überprüfungszeitraumes fällt. Ob und mit welcher Auswirkung auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit
damit
eine Ver
schlechterung
überwiegend wahrscheinlich sei
, kann daher offen bleiben.
5.4.2
Die
sodann
von den Ärzten des
E._
gemäss dem Bericht vom 2. Juli 2012 gestellte Diagnose einer schweren depressiven Episode (ICD-10 F32.2) wurde
aus psycho
somatischer Sicht gestellt und ohne Beteiligung eines psychia
t
rischen Fach
arztes (Urk. 15/57/15-19).
Auch die i
n der
nunmehr von einem psychiatrischen Facharzt unterzeichneten
Stellung
nahme des
E._
vom
28.
September 2015
aufgeführte
Diag
nose einer rezi
divierenden depressiven Störung, gegenwärtig depressive Episode ohne psy
chotische Symptome (ICD-10 F33.2
; Urk. 15/109/3
)
,
überzeugt hinsichtlich des Schweregrades der
Erkrankung
nicht.
Denn
wie
med.
pract
.
R._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) in der Stellungnahme vom 30. Oktober 2015 zutreffend feststellte (Urk. 15/115/2-3),
sind im
aufgeführten psycho
pathologischen Befund
die für eine schwere depressive Episode massgeblichen gehäuften Symptome und insbesondere eines der drei Kernsymptom
e „verminderter Antrieb oder ge
steigerte Ermüdbarkeit“ nicht enthalten. Auch das Kernsymptom „Interessen- oder Freudeverlust an Aktivitäten, die normalerweise angenehm waren, wurde nicht aufgeführt. Gemäss ICD-10
müssen
für die Diagnose einer schweren depres
siven Episode (F32.2
respektive F33.2)
diese beiden Symptome zusammen mit dem
Kern
s
ymptom
einer depressiven Stimmung
(
in einem für die Be
troffenen deutlich ungewöhnlichen Ausmass, die meiste Zeit des Tages, fast jeden Tag, im Wesentlichen unbeeinflusst von den Umständen und mindestens zwei Wochen anhaltend)
sowie mindestens 5 weitere
bestimmte
Symptome vor
liegen
(
Dilling
/
Mombour
/Schmidt/
Schulte-Markwort,
Internationale
Klas
sifikation psy
chischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Diagnostische Kriterien für Forschung und Praxis. 5. Auflage, 2011, S. 111 ff.)
.
Dem
Befund
gemäss der
E._
-Stel
lungnahme sind hingegen
höchstens zwei
der zusätzlichen
Symp
tome, nament
lich ein vermindertes Denk- oder Konzentrationsvermögen
und
auf
grund der Beschreibung „in der emotionalen Kontaktaufnahme zurückhaltend, gehemmt“
,
„motorisch unruhig“ das Symptom „psychomotorische Agi
tiertheit oder Hem
mung (subjektiv oder objektiv)“
aufgeführt
(Urk. 15/109/
3
)
.
Die Symp
tome wer
den zwar in der Liste des
E._
der geklagten Beschwerden (Urk. 15/109/2) auf
geführt, jedoch lässt diese Aufzählung gerade die von den
I._
-Gutachtern berücksichtigte und im Gutachten im Einzelnen auch be
schriebene objektivierte Ansicht und Prüfung vermissen.
Sodann weist der Psychiater med.
pract
.
R._
vom RAD zur Schwere der depres
siven Störung nachvollziehbar darauf hin, dass das
im Schreiben des
E._
vom 28. September 2015 unter dem Titel „neuropsychologische Abklärungen“ aufgeführte
Ergebnis
des HAMD-Tests im
Jahr
2012 von 24 Punkten
(Urk.
15/109/2) auf eine mittel
schwere Depression
hinweise
(Urk.15/115/2). Hinzu kommt, dass im Bericht des
E._
vom
2.
Juli 2012 unter dem Titel „Neuropsychologische Einschränkungen“ ebenfalls für das Jahr 2012
ein HAMD-Wert von lediglich 12 aufgeführt wurde (
Urk.
15/57/17).
Ausserdem
führte med.
pract
.
R._
stich
h
altig aus,
dass der im
E._
zusätzlich ver
wen
dete Unsicherheitsfragebogen (UFB) die Selbsteinschätzungen der Proban
den wiedergebe und es nicht
nachvollziehbar
sei
, wie das
E._
in den Jahren 2014 und 2015 auf 36 oder 37 Punkte
(Urk.
15/109/3) im HAMD-Test gekom
men sei. Eine derartig schwere Depression erfordere in der Regel eine stationäre Behandlung und die angegebenen Urlaube in
S._
(vgl.
I._
-Gutachten,
Urk.
15/95/39), regelmässige Kontakte mit ihrer Tochter und den Verwandten des Mannes (vgl.
I._
-Gutachten,
Urk.
15/95/38)
und wöchentliche
Ergo
thera
pieter
mine
(vgl.
I._
-Gutachten, Urk.
15/95/39) würden nicht dem
Funk
tions
niveau
einer schweren Depression entsprechen (Urk.
15/115/2)
.
Dem ist zuzu
stimmen.
Des Weiteren vermögen auch die verschiedenen in der
E._
-Stellungnahme vom 28. September 2015 beschriebenen Kritikpunkte
(
Urk.
15/109/2)
die medi
zinische
n
Schluss
folgerungen der
I._
-Gutachter zu den psychischen Be
schwerden nicht in Zweifel zu ziehen.
Auch hierzu hat der med.
pract
.
R._
vom RAD in seiner Stellungnahme vom 30. Oktober 2015 zutreffend wider
sprochen, worauf im Einzelnen verwiesen wird
(Urk. 9/115/2)
. Namentlich hat er zu Recht erklärt, dass unterschi
edliche Schreibweisen der Namen, Orts
anga
ben und zum Einkommen die medizinische Aussage nicht beeinträchtigen und auch auf subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin zurückgeführt werden können. Dass die Beschwerdeführerin entgegen der
Aufzeichnung im psychiat
rischen Teilgutachten unter dem Titel
„Aktuelle Lebenssituation“, „Wohnen“ (
Urk.
15/95/38)
nicht allein in einer 4.5-Zimmerwohnung wohnt, war zudem auch dem
psychiatrischen
Gutachter bekannt, wie sich aus seiner Beurteilung ergibt (Urk. 15/95/16).
Unter dem Titel „Aktuelle Lebenssituation“, „eigenen Familie“ (
Urk.
15/95/38-39) und auch im Hauptgutachten
(Urk.
15/95/13
) wurde dieser Umstand zudem korrekt aufgeführt.
Auch die Häufigkeit der Arztbesuche
bei Dr.
F._
hat der psychiatrische
I._
-Gutachter in der Beurteilung schliess
lich mit einmal im Monat
richtig
berücksichtigt (Urk.
15/95/49
), auch wenn in der Anamnese
alle zwei Monate
notiert
worden war
(
Urk.
15/95/39
).
Nicht
nachvollziehbar ist
sodann
die Behauptung
in der
E._
-Stellungnahme, dass die Beschwerden der Beschwerdeführerin im
I._
-Gutachten nur ober
flächlich aufgenommen worden seien
(
Urk.
15/109/2)
. Im Gegenteil wurde sowohl im psychiatrischen Teilgutachten als auch im Hauptgutachten eine aus
führliche Anamnese unter Berücksichtigung der Beschwerde
schilderungen sowohl der aktuel
len Beschwerden als auch im Verlauf
umfassend
aufge
nom
men (
Urk. 15/95/12-13,
Urk.
15/95/36-37
)
, welche des Weiteren im Psycho
-
status
weiter
detailliert wurden (Urk. 15/95/41-46)
.
An dieser Stelle ist des
Weite
ren festzuhalten, dass auch die Auswirkungen der von der Be
schwerde
führerin geklagten Schlafstörung mit entsprechender
Tages
müdig
keit
und kognitiven Störungen entgegen ihrer Ansicht (
Urk.
1 S.
6 f.
),
hinlänglich
be
rücksichtigt wurde (
Urk.
15/95/95/48) und
im Übrigen auch
in die fachärzt
liche Beurteilung
mit der Feststellung einer depressiven Störung mit somatischem Syndrom und dem Erfordernis für zusätzliche Pausen vor allem wegen der ausgeprägten Ermüdbarkeit sowie wegen gewissen kognitiven Stö
rungen (Urk. 15/95/49)
ein
geflossen ist.
Dass bei der psychiatrischen
I._
-Begutachtung während zirka 2,5 Stunden viele Fragen gestellt und von der Beschwerdeführerin ohne Pause auch beant
wortet wurden, diente gerade der Objektivierung der geklagten kognitiven Stö
rungen und ist nicht zu beanstanden. Auch der daraus von Dr.
Q._
gezogene Schluss, dass ein Abfall der Aufmerksamkeit nicht beobachtbar gewesen sei und eine Verdeutlichungstendenz bestehe (Urk. 15/95/43, Urk. 15/95/47-48), ist nachvollziehbar.
Schliesslich trifft die Feststellung im
E._
-Bericht vom
28. September 2015
zwar zu, dass den
I._
- Gutachtern kein Bericht des
E._
vom 14. Mai 2012 zu einer
8-
wöchigen tagesklinischen Behandlung vorlag.
Ein solcher Bericht be
fin
det sich
auch
nicht in den Akten. Da dort indes die identischen Diagnosen gestellt worden seien, wie durch die Ärzte der
G._
(Urk. 15/109/2
)
, mithin ebenfalls eine mittelgradige depressive Episode
(Urk.
15/76/4
)
,
vermag
dies
im
Ergebnis nichts zu ändern.
5.
5
5.5.1
D
er Rüge der Beschwerdeführerin, die
I._
-Gutachter hätten zu Unrecht keine
anhaltende
Schmerzs
törung
diagnostiziert (Urk.
1 S.
10 f.
), ist ent
gegen
zuhal
ten, dass
eine solche
Diagnose auch von den Ärzten des
D._
nicht gestellt wurde
(
Urk.
15/57/15,
Urk. 15/109
/3-4
). Eine
anhaltende
Schmerz
störung
(ICD-10 F45.4)
wurde zwar von Dr.
F._
(
Urk.
15/76/1, Urk. 6/4 S.
1) und von den Ärzten der
G._
(Urk. 15/76/4)
diagnostiziert
. Eine nachvollziehbare Begründung oder Befundaufnahme zu dieser Diagnosestellung ist den Berichten dieser Ärzte indes nicht zu ent
nehmen. Allein das Vorliegen einer psychischen Überlagerung bei teilweise nicht objektivierbaren
, gener
alisierten
Schmerzen vermag diese Diagnose nicht zu begründen
.
Denn g
emäss ICD-10
tritt bei dieser Diagnose der Schmerz in Verbindung mit emotionalen Kon
flikten oder psychosozialen Problemen auf. Diese sollten schwerwiegend genug sein, um als entscheidende ursächliche Einflüsse zu gel
ten (
Dilling
/
Mombour
/Schmidt,
Internationale
Klas
sifikation psychischer Stö
rungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 9. Auflage, 2011, S. 233
)
. Solche ursächlichen Umstände sind in den ärztlichen Bericht
en
nicht auszu
machen. Zudem ist
die Diagnose ICD-10 F45.4 nicht zu verwenden, wenn ein vermutlich psychogener Schmerz im Zusammenhang mit einer depressiven Störung auftritt (
Dilling
/
Mombour
/Schmidt,
Internationale
Klas
sifi
kation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlini
en, 9. Auflage, 2011, S. 233). Die
I._
-Gutachter
erklärten denn auch
, dass die Arbeitsunfähigkeit vor allem auf eine affektive Erkrankung zurück
zu
führen sei und dass sich zusätzlich Hinweise auf nicht-medizinische Faktoren in Form einer ausgeprägten Krankheitsüberzeugung sowie eines demonstrativen Ver
haltens an der Grenze zur Grenze zur Aggravation fänden, indes keine somato
forme Schmerzstörung vorliege (Urk. 15/95/26).
Dass Dr.
Q._
dennoch zu den Försterkriterien Stellung genommen
hat
(Urk. 15/95/48), schadet der psychiatrischen und hernach interdisziplinären Ein
schätzung des Leistungsvermögens im Übrigen nicht.
5.5.2
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ist die Rechtsprechung des Bun
desgerichts zu somatoformen Schmerzstörungen und anderen
patho
genetisch-ätio
logisch
unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nach
weisbare orga
ni
sche Grundlage
gemäss
BGE 141 V 281
somit nicht
massgeblich
.
Aber auch
gemäss der Rechtsprechung
nach BGE 141 V 281
wäre
nicht in jedem Fall eine weitere Begutachtung angezeigt. Denn danach verlieren gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert,
sofern eine schlüs
sige Be
urteilung der massgeblichen Indikatoren möglich ist, zumal auch eine punk
tuelle Ergänzung
gen
ügen kann (BGE 141 V 281 E. 8).
Ausserdem
gilt
weiterhin, dass insbesondere bei Vorliegen eines solchen unkla
ren Beschwerdebildes eine objektivierte Betrach
tungsweise
massgeblich
ist und medizinisch-psychiatrisch nicht begründbare Selbstein
schätzungen und
-limitierungen nicht als invalidisierende
Gesundheits
beeinträchtigung
anzuer
kennen sind (BGE 141 V 281 E. 3.7.1
). Auch wären
hierbei
die geltend ge
mach
ten
Funktionseinschränkungen
zudem
anhand einer sorgfältigen
Plausi
bilitäts
prüfung
zu bestätigen oder zu verwerfen (BGE 142 V 106
E. 4.4).
5.5.3
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin auch in psychischer Hinsicht auf das
I._
-Gutachten abstellte.
6.
6.1
Insgesamt liegen somit keine Arztberichte vor, welche gegen die Zuverlässigkeit des
I._
-Gutachtens vom 8. Juni 2015 (Urk. 15/95) sprechen. Somit ist mit der Beschwerdegegnerin gestützt auf das
I._
-Gutachten von einer 30%igen Arbeits
unfähigkeit in der angestammten und in einer
leidens
angepassten
, kör
perlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit bei ganztägiger Anwesenheit ab 2011 (Urk. 15/95/24-25) auszu
gehen.
6.2
6.2.1
Bei einer Arbeitsunfähigkeit von 30 % ab Januar 2011 ist die Voraussetzung von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG einer durchschnittlich mindestens 40%igen Arbeits
unfähigkeit während eines Jahres nicht erfüllt. Dies gilt selbst dann, wenn man den 26-tägigen stationären Aufenthalt im
Z._
vom 23. Mai bis 17. Juni 2011 (Urk. 15/19/6-7) mit einer 100%igen Arbeitsun
fähigkeit be
rück
sichtigt ([26 x 100 %] + [339 x 30 %] = 12770
; :
365 = 34,9 %
).
Die
Be
schwer
degegnerin
verneinte daher zu Recht einen Rentenanspruch.
Dies gilt umso mehr, als nach Einschätzung des psychiatrischen
I._
-Gutach
ters der
psychische
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin weiter ver
bes
serungsfähig ist (Urk. 15/95/50)
. Denn
nach der Rechtsprechung des Bundes
ge
richts
fallen
d
ie leicht bis mittelgradigen depressiven Störungen rezidi
vierender oder episodischer Natur einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie erwiesenermassen
therapieresistent sind
(BG
E 141 V 281
E. 3.7.1 S. 295, E.
4.3.1.2; Urteile
des Bundesgerichts
9
C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2
mit Hinweisen auf BGE 140 V 193 E. 3.3
,
9
C_539/2015 vom
21. März 2016 E.
4.1.3.1
,
8C_104/2014 vom 26. Juni 2014 E. 3.3.4). Selbst bei
mit
telgradigen depressiven Störungen fehlt es
an der voraus
gesetzten Schwere (Urteil des Bundesgerichts
8C_111/2016
vom 9.
Mai 2016
E.
5).
6.2.2
Aber auch eine Invaliditätsbemessung mit Einkommensvergleich würde zu keinem anderen Ergebnis führen. Der Invaliditätsgrad ist mittels eines
Ein
kommensvergleichs
von
Validen- und
In
vali
deneinkommen
auf
zeit
identischer
Grundlage zu erheben (vgl. BGE 129 V 223 f. E. 4.2 in
fine
, 128 V 174).
Das
Valideneinkommen
(vgl. BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hin
weis; Urteil des Bun
desgerichts 8C_322/2011 vom 21. Juli 2011 E. 4.1) hätte gemäss dem
Arbeitge
berbericht
der
Y._
AG vom 22. Juli 2011 im Jahr 2011 Fr. 62‘930.-- betragen (Urk. 15/20/3). Unter Berücksichtigung der branchenspezifischen
Nominallohn
entwick
lung
des Jahres 2012 (vgl
. Bundesamt für Sta
tistik [BFS], Schweize
rischer Lohnindex nach Branche [2010 = 100; im Internet abrufbar],
Nominal
lohnindex
Frauen [T1.2.10], Wirtschaftszweig
C
,
Verarbeitendes Gewerbe; 2011
:
101.1
; 2012:
102.0)
würde
ein
Valideneinkommen
von Fr. 63‘490.20 (Fr. 62‘930.
-- :
101.1 x 102)
resultieren
.
Würde das Invalideneinkommen, obschon das angestammte Arbeitsverhältnis noch bis Ende April 2012 (Urk. 15/34) bestand, aufgrund der
Tabel
lenlöhne
gemäss der Schweiz
erischen
Lohn
struk
tur
erhe
bung
(LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) erhoben, wäre ausgehend von der LSE 2012, Tabelle T17,
Hilfs
arbeitskräfte
, Frauen über 50 Jahren, ein Einkommen von Fr. 53‘268.-- (12 x Fr. 4‘439.--) massgeblich. Unter Berücksichtigung der all
gemeinen
Wochenar
beitszeit
von 41,7 Stunden im Jahr 2012 (
BFS, T03.02.03.01.04.01
Betriebsüb
liche
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche)
und der 30%igen Einschränkung würde
dies
ein
Invaliden
einkommen
von Fr. 38‘872.30 (
Fr.
53‘268.
-- :
40 x 41,7; x 0,7)
ergeben.
Ein sogenannter leidensbedingter Abzug vom Invalideneinkommen wegen per
sönlicher und beruflicher Merkmale (namentlich Art und Ausmass der Be
hin
derung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad; BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
, 134 V 322 E. 5.2, Urteil des Bun
desgerichts 8C_361/2011 vom 20. Juli 2011 E. 6.1 mit weiteren Hinweisen) wäre nicht gerechtfertigt. Denn n
ebst den reduzierten Erwerbsmöglichkeiten aufgrund der so
m
atischen und psychischen Gesund
heitsbeeinträchtigungen fällt hier
kein weiterer Grund in Betracht. Da die
Arbeits
fähigkeit
in somatischer Hinsicht in einer körperlich leichten Tätigkeit zu 100 % gegeben ist und aus psychiatrischer Sicht die 30
%
ige Einschränkung
bei ganztätiger Anwesenheit durch erhöhten Pausenbedarf attestiert wurde (Urk. 15/95/24-25)
,
wäre
nicht von einer eigent
lichen gesundheits
bedingt re
duzierten Teilzeittätigkeit auszu
gehen. Angesichts der
atte
stierten
ganz
tägigen Einsatzmöglichkeit
wäre
die
Beschwerdeführer
in
eher wie ein Arbeitnehmer
in
mit aus gesundheitlichen Gründen reduziertem Leistun
gs
vermögen, an
sonsten aber vollzeitlich mög
licher Arbeitstätigkeit zu be
handeln, was nach der bundes
gerichtlichen Recht
spre
chung einen Abzug vom tabellarisch
bestimmten Invalidenlohn aus
schliesst (vgl. Urteile des Bun
desgerichts 8C_379/2011 vom 26. August 2011 E. 4.2.3, 8C_419/2012 vom 21. September 2012 E. 3.1 und 8C_344/2012 vom 16. August 2012 E. 3.2, je mit Hinweisen).
Folglich
bliebe
es bei einem Invalideneinkommen im Jahr 2012 von
Fr. 38‘872.30. Gemessen am
Validen
einkommen
im Jahr 2012 von
Fr. 63‘490.20 würde
eine Einbusse von
Fr.
24‘617.85 resultieren
, was einem
Invaliditätsgrad von gerundet 39
%
(zur Rundung vgl. BGE 130
V 121) entspricht und nach Art.
28
Abs.
2 IVG
ebenfalls
keinen A
nspruch auf eine Rente begründen würde
.
6.3
An diesem Ergebnis vermögen sämtliche weiteren Vorbringen d
er
Be
schwerde
führerin
nichts zu ändern.
Von weiteren Sachverhaltsabklärungen sind keine anderen
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abzusehen ist (anti
zipierte
Beweis
würdigung
; vgl. dazu BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d;
BGE 136 I 229
E.
5.3;
Urteil des Bundesgerichts 8C_320/2014 vom 1
4.
August 2014 E. 11
).
6.4
Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
7.
7.1.
Streitgegenstand des Verfahrens bildet die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen. Das Verfahren ist daher kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr. 800.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss
sind die Gerichtskosten
der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
7.2
Der unent
geltlichen Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführer
in
, Rechtsanwältin
Dr.
Barbara Wyler
,
steht eine Prozessentschädigung zu, welche nach Art. 61
lit
. g
ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das
Sozialver
sicherungs
gericht
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen sowie unter
Berücksichtigung der Honorarnote vom
23. Juni 2016 (Urk. 21
)
auf Fr.
3‘724.45 (inkl. Bar
auslagen und Mehrwert
steuer von 8 %) festzu
setzen.