Decision ID: d0297141-02d1-4ef7-95a2-3e1f54fc16b9
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
A._ ist nebst anderen Grundstücken Eigentümer des Grundstücks Nr. 000_,
Grundbuch B._, welches gemäss Zonenplan der Gemeinde B._ vom 20. September
2017 in der Landwirtschaftszone liegt (vgl. Geoportal Darstellung "Zonenplan,
kommunale Darstellung Gde", einsehbar unter: www.geoportal.ch). Östlich angrenzend
A.a.
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B.
befinden sich die der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen zugewiesenen
Grundstücke Nrn. 001_ und 002_, die derzeit als Sportanlage genutzt werden. Die
östliche Grenze von Grundstück Nr. 002_ bildet zugleich die Gemeindegrenze
zwischen den Gemeinden B._ und X._. Auf dem weiter östlich daran anschliessenden
Grundstück Nr. 003_, Grundbuch X._, auf Gemeindegebiet X._ befinden sich ein
vom Verein X._ genutzter Fussballplatz und ein Klubhaus. Dieses Gebiet gehört
gemäss Zonenplan der Gemeinde X._ vom 4. November 2008 gleich wie das davon
südlich gelegene, ebenfalls als Fussballplatz genutzte Grundstück Nr. 004_,
Grundbuch X._, einer Zone für öffentliche Bauten und Anlagen an (Geoportal
"Zonenplan, kommunale Darstellung Gmde", a.a.O.).
Zwischen den Grundstücken Nrn. 003_ und 004_ verläuft – von der in der Gemeinde
X._ liegenden R._-strasse herkommend – die Y._-strasse, eine Gemeindestrasse
3. Klasse (vgl. Geoportal, "Strassenklassierung Gde", a.a.O.). Die Y._-strasse führt auf
Gemeindegebiet B._ – dort als E._-strasse bezeichnet – als Gemeindestrasse
3. Klasse weiter in die in der Gemeinde B._ liegende Gemeindestrasse 1. Klasse,
ebenfalls mit Namen R._-strasse. Das A._ gehörende Grundstück Nr. 000_ liegt
seinerseits an der E._-strasse und kann von seiner Wohnadresse (Grundstück
Nr. 005_, Grundbuch B._), S._-strasse 006_, B._, aus, wo sich auch sein
Betriebszentrum befindet (vgl. Geoportal, "Amtliche Vermessung Gde" und
"Orthofoto"), sowohl über die R._-strasse in B._ als auch über die R._-strasse in
X._ erreicht werden.
A.b.
Der Gemeinderat X._ erliess am 19. Februar 2019 den Teilstrassenplan Y._ (vgl.
act. 15 der Akten der Gemeinde [nachfolgend: gmde.-act.]). Aufgrund eingegangener
Einsprachen wurde dieser Plan überarbeitet und am 24. März 2020 widerrufen (vgl.
angefochtenen Entscheid Ziffer A.d S. 3; act. 7 der Akten der Vorinstanz [nachfolgend:
vi.-act.]). Der gleichentags vom Gemeinderat genehmigte und überarbeitete
Teilstrassenplan lag zusammen mit den Planungsinstrumenten der auf Gemeindegebiet
B._ liegenden betroffenen Gegenstände vom 22. Mai 2020 bis 22. Juni 2020 unter
dem Titel "Planauflage Y._" auf (nachfolgend: Strassenprojekt "Y._"; vgl.
Auflageinserat auf der Gemeindeseite der Gemeinde B._, einsehbar unter:
www. ... .ch/de/politik/politikinformationen [besucht am 22. März 2021]; gmde.-act. 15
"Projektmappe Auflageprojekt Y._ 2025" mit undatierten und nicht unterzeichneten
Plandokumenten [Datum Pläne: 6. Februar 2020]). Gemäss Auflageinserat umfasst die
B.a.
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C.
Planauflage auf dem Gebiet X._ folgende Planinstrumente: Aufhebung Y._-strasse
X._, Ausbau und teilweise Umklassierung K._-strasse X._ und Ausbau der R._-
strasse X._. Gegen das Strassenbauprojekt erhoben die Rechtsvertreter von A._
Einsprache (vgl. gmde.-act. 8 [Einspracheerklärung vom 22. Juni 2020]; gmde.-act. 3
[Einspracheergänzung vom 23. Juli 2020]). Das Einspracheverfahren ist noch hängig
(vgl. act. G 1, Ziffer A.d S. 3).
Das Strassenprojekt "Y._" sieht die Aufhebung der Klassierung der Y._-strasse und
deren Rückbau vor. Ferner soll die R._-strasse auf Gemeindegebiet X._ mit einem
Gehweg ergänzt werden. Die heutige K._-strasse (Benennung auf dem
Gemeindegebiet X._) bzw. F._-strasse (Benennnung auf dem Gemeindegebiet B._),
die parallel zur Y._-/E._-strasse verläuft, soll ausgebaut und von einer
Gemeindestrasse 3. Klasse in eine Gemeindestrasse 2. Klasse umgeteilt werden. Auf
dem Gemeindegebiet B._ ist auf Grundstück Nr. 008_ als Ersatz für die
rückzubauende Y._-strasse eine neue Verbindung (Schotterstrasse) zwischen der
E._-strasse in die F._-strasse beabsichtigt.
B.b.
Nachdem Rechtsanwalt Frei und Rechtsanwalt Dr. Loher für A._ der Gemeinde X._
am 13. Juni 2019 angezeigt hatten, dass auf der Y._-strasse Bauarbeiten (Erstellung
von zwei Beleuchtungsmasten) im Gang seien, und deswegen einen Baustopp verlangt
hatten, erliess der Gemeinderat – allerdings erst nach von Rechtsanwalt Frei und
Rechtsanwalt Loher für A._ beim Baudepartement am 21. Juni 2019 erhobener
Rechtsverweigerungsbeschwerde – mit Beschluss vom 25. Juni 2019 einen Baustopp
(gmde.-act. 14) gegen den Verein X._ als Bauherrschaft. In tatbeständlicher Hinsicht
hielt er fest, dass in Abweichung zu einer dem Verein X._ am 27. August 2018 erteilten
Baubewilligung für diverse Arbeiten und entgegen den bewilligten Unterlagen zwei
Beleuchtungsmasten auf der klassierten Strassenfläche aufgestellt worden seien. Der
Gemeinderat X._ ordnete daher die unverzügliche Einstellung der Bauarbeiten an;
zudem sei die Y._-strasse unverzüglich wieder für den Verkehr freizugeben. Im
Zeitpunkt der Baustopp-Verfügung waren die Bauarbeiten offenbar bereits mehrheitlich
abgeschlossen (vgl. gmde.-act. 13; vi.-act. 1 Beilage 1, Ziffer 1 a.E.).
C.a.
Am 12. Juli 2019 liess A._ dem Gemeinderat X._ mitteilen, dass aus seiner Sicht die
Einleitung eines Wiederherstellungsverfahrens unabdingbar sei (vgl. gmde.-act. 12).
C.b.
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D.
Weil dieses Schreiben unbeantwortet blieb, beantragten Rechtsanwalt Frei und
Rechtsanwalt Dr. Loher für A._ mit Eingabe an den Gemeinderat X._ vom 26. August
2019 die vollständige Beseitigung der vom Verein X._ auf der Y._-strasse, X._, ohne
Baubewilligung erstellten Beleuchtungsmasten, d.h. die Wiederherstellung des
rechtmässigen Zustands gemäss Art. 159 Abs. 1 lit. d des Planungs- und Baugesetzes
(sGS 731.1, PBG), alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
Am 25. Juni 2020 forderten die Rechtsvertreter von A._ den Gemeinderat X._ auf, ihr
Gesuch vom 26. August 2019 umgehend zu behandeln (vgl. gmde.-act. 7). Nachdem
sie auch darauf keine Antwort erhalten hatten, reichten sie am 17. Juli 2020 eine
Rechtsverweigerungsbeschwerde beim Baudepartement ein (Verfahren Nr. 00-007_
[= Geschäftsnummer des Baudepartementes]; vgl. act. G 8). Während der ihm
gewährten Frist zur Stellungnahme erliess der Gemeinderat X._ am 18. August 2020
einen Beschluss, wonach der Entscheid betreffend dem Rückbau der
Beleuchtungsmasten sistiert werde, bis über das Strassenbauprojekt "Y._ 2025"
rechtskräftig entschieden sei (Ziffer 3.3 des Beschlusses; vi.-act. 1 Beilage 1).
Daraufhin beantragten Rechtsanwalt Frei und Rechtsanwalt Dr. Loher für A._ beim
Baudepartement, die dort anhängige Rechtsverweigerungsbeschwerde wegen
Gegenstandslosigkeit abzuschreiben. Mit Verfügung vom 31. August 2020 schrieb das
Baudepartement unter Kosten- und Entschädigungsregelung das
Beschwerdeverfahren wegen Gegenstandslosigkeit ab.
C.c.
Gegen den vorstehend erwähnten Sistierungs-Beschluss des Gemeinderats vom
18. August 2020 erhob A._ durch seine Rechtsvertreter am 4. September 2020 Rekurs
beim Baudepartement mit dem Antrag, es sei Ziffer 3.3. des angefochtenen
Beschlusses aufzuheben und die Gemeinde X._ anzuweisen, das
Wiederherstellungsverfahren durchzuführen; alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Mit Entscheid vom 27. Oktober 2020 wies das Baudepartement
den Rekurs ab, soweit es darauf eintrat. Es auferlegte A._ eine Entscheidgebühr von
CHF 2'000 und wies dessen Begehren um ausseramtliche Entschädigung ab.
C.d.
A._ (Beschwerdeführer), weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Frei und
Rechtsanwalt Dr. Loher, St.Gallen, reichte am 11. November 2020 Beschwerde (vgl.
act. 1 der Gerichtsakten [nachfolgend: act. G) ein gegen den Entscheid des
D.a.
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E.
Auf die Vorbringen in den Eingaben des vorliegenden Verfahrens wird, soweit für den

Entscheid wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Baudepartements (Vorinstanz) mit folgenden Anträgen: Es sei der Entscheid der
Vorinstanz vom 27. Oktober 2020 aufzuheben und der Gemeinderat X._ anzuweisen,
ein Wiederherstellungsverfahren bezüglich der auf der Y._-strasse stehenden
Beleuchtungsmasten durchzuführen (act. G 1 Ziffer I/1). Eventualiter sei der Entscheid
der Vorinstanz vom 27. Oktober 2020 aufzuheben und zur Neubeurteilung an die
Vorinstanz zurückzuweisen (act. G 1 Ziffer I/2). Subeventualiter sei die vorinstanzliche
Kostenregelung anzupassen und die Entscheidgebühr von CHF 2'000 dem Verein X._
oder der Politischen Gemeinde X._ aufzuerlegen (act. G 1 Ziffer I/3). Alles unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen (act. G 1 Ziffer I/4).
In der Vernehmlassung vom 30. November 2020 beantragte die Vorinstanz Abweisung
der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids (act. G 6). Weder der Gemeinderat X._ (Beschwerdebeteiligte) noch der
Verein X._ (Beschwerdegegner) liessen sich innert gesetzter Frist vernehmen.
D.b.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Sodann entspricht die
Beschwerdeeingabe vom 11. November 2020 (act. G 1) zeitlich, formal und inhaltlich
den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
Abs. 1 und 2 VRP).
1.1. bis
Nach Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP setzt die Rechtsmittelbefugnis
voraus, dass eine besondere, beachtenswerte, nahe Beziehung zum Streitgegenstand
besteht. Dabei liegt das schutzwürdige Interesse im "praktischen Nutzen", den ein
erfolgreich geführtes Rechtsmittel dem Betroffenen in seiner rechtlichen oder
tatsächlichen Situation einträgt, bzw. in der Abwendung materieller, ideeller oder
sonstiger Nachteile, die ein Bestand des angefochtenen Entscheids mit sich bringen
würde (BGE 137 II 30 E. 2.2.3). Der Beschwerdeführer ist als Anstösser der Y._-
strasse und direkter Nachbar von den vorgenommenen baulichen Massnahmen
1.2.
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(Erstellung von zwei Beleuchtungsmasten) auf der Y._-strasse mehr betroffen als die
Allgemeinheit und insofern zur Erhebung des Rechtsmittels befugt (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP).
1.3.
Streitgegenstand im Beschwerdeverfahren ist ein durch Entscheid geregeltes
Rechtsverhältnis, soweit es noch umstritten ist (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 478).
Gegenstand des Rechtsmittelverfahrens kann zum einen nur sein, was auch
Gegenstand des vorinstanzlichen Beschlusses oder Entscheids war bzw. nach richtiger
Gesetzesauslegung hätte sein sollen. Gegenstände, über welche die Vorinstanz nicht
entschieden hat, fallen nicht in den Kompetenzbereich der Rechtsmittelbehörden. Zum
anderen bestimmt sich der Streitgegenstand nach der im Rechtsmittelantrag
verlangten Rechtsfolge (M. Bertschi in: A. Griffel [Hrsg.], Kommentar VRG, 3. Auflage
2014, N 44 zu §§19-28a).
1.3.1.
Anlass des hier streitigen Verwaltungsrechtspflegverfahrens bilden die vom
Beschwerdegegner ohne Baubewilligung oder in Abweichung zu einer von der
Beschwerdebeteiligten am 27. August 2018 im Zusammenhang mit der
Kompletterneuerung der Sportanlage Y._ erteilten Baubewilligung auf dem
Strassenkörper der Y._-strasse erstellten zwei Beleuchtungsmasten, und das in der
Folge vom Beschwerdeführer gestellte Gesuch vom 26. August 2019 um
(diesbezügliche) Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands. Ausgangspunkt bildet
konkret der Beschluss der Beschwerdegegner vom 18. August 2020, den Entscheid
bezüglich dem beantragten Rückbau der beiden auf der Y._-strasse – ohne
Baubewilligung – erstellten Beleuchtungsmasten, und damit die beantragte
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes, zu sistieren (vi.-act. 1 Beilage 1,
Ziffer 3.3). Im vorinstanzlichen Verfahren beantragte der Beschwerdeführer die
Aufhebung von Ziffer 3.3. des angefochtenen Gemeinderatsbeschlusses sowie die
Anweisung an die Gemeinde, das Wiederherstellungsverfahren durchzuführen (vi.-
act. 1, Ziffer I/1, S. 2). Das Baudepartement trat auf den Rekurs gegen den
Sistierungsbeschluss zum einen zufolge Fehlens eines Anfechtungsobjektes nicht ein;
zum anders wies es den Rekurs insofern ab, als es in der Verfügung der
Beschwerdebeteiligten zwar eine Weigerung, das beantragte
Wiederherstellungsverfahren durchzuführen, erblickte, die es aber sachlich – eine
1.3.2.
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2.
Der Beschwerdeführer beantragt im Bestreitungsfall für die Feststellung des
Sachverhalts die Durchführung eines Augenscheins an Ort sowie die Befragung des
Beschwerdeführers zur Frage des nicht wieder gut zu machenden Nachteils. Wie sich
nachfolgend zeigt, ist diese Frage für die Beurteilung der vorliegenden Streitsache nicht
relevant, weshalb die beantragten Beweisvorkehren abzuweisen sind.
Wiederherstellung sei unverhältnismässig, weil eine nachträgliche Bewilligung nach
Abschluss des Teilstrassenplanverfahrens möglich sein werde – als begründet und
zulässig erachtete. Nach dem Verständnis der Vorinstanz umfasst demnach ihr
angefochtener Entscheid der Sache nach somit einerseits einen
Nichteintretensentscheid betreffend Sistierungsbeschluss, andererseits einen
Entscheid über die Zulässigkeit, auf die Durchführung eines
Wiederherstellungsverfahrens (derzeit noch) zu verzichten.
Anfechtungsobjekt und Streitgegenstand im Beschwerdeverfahren ist vorweg der im
Wesentlichen mit dem Fehlen eines Anfechtungsobjektes begründete
Nichteintretensentscheid der Vorinstanz (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 533 ff.).
Diesbezüglich kann das Gericht von vorneherein bloss darüber befinden, ob die
Vorinstanz auf den Rekurs der Beschwerdeführerin hätte eintreten müssen oder nicht.
Weil dem angefochtenen Entscheid auch noch eine Alternativbegründung zugrunde
gelegt wurde, kann er materiell noch insofern überprüft werden, als die Vorinstanz im
Rahmen ihrer Prüfung den von ihr als Weigerung auf die derzeitige Durchführung eines
Wiederherstellungsverfahrens verstandenen Beschluss der Beschwerdebeteiligten in
der Sache schützte und diesbezüglich den Rekurs abwies (vgl. dazu nachfolgende
E. 4). Insoweit kann daher denn auch auf den Antrag des Beschwerdeführers, es sei die
Gemeinde anzuweisen, ein (nachträgliches) Wiederherstellungsverfahren
durchzuführen, eingetreten werden. Denn mit der Abweisung des Rekurses verzichtete
die Vorinstanz diesbezüglich auf die beantragte Anweisung an die Gemeinde, weshalb
das Gericht auch den vorinstanzlichen Verzicht auf eine solche in den Grenzen der ihm
zustehenden Kognition überprüfen können muss. Daran ändert nichts, dass dem
angefochtenen Rekursentscheid ein gemeindlicher Sistierungsbeschluss, mithin an
sich eine prozessleitende (Zwischen-)Verfügung, zugrunde liegt, welcher in der Regel
nicht selbständig anfechtbar wäre (vgl. R. Widmer in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.],
Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2020,
N. 9 zu Art. 20 VRP; Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 564).
1.3.3.
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3.
Die Vorinstanz begründete ihren Nichteintretensentscheid mit einer doppelten
Begründung. Zum einen gebe es noch gar kein anhängiges Verfahren, dessen
Fortführung mittels Sistierung hätte unterbrochen werden können. Zum anderen fehle
es dem Beschwerdeführer an einem Rechtsschutzinteresse für den sofortigen
Weiterzug der verfahrensleitenden Anordnung. Die Abweisung des Rekurses
begründete die Vorinstanz damit, dass der Beschluss der Beschwerdebeteiligten so
auszulegen sei, dass diese sich derzeit weigere, ein Wiederherstellungsverfahren
einzuleiten. Unbestritten sei, dass die beiden Beleuchtungsmasten auf einer Fläche
erstellt worden seien, die derzeit noch als Gemeindestrasse dritter Klasse dem
öffentlichen Verkehr gewidmet sei und die damit dem Gemeingebrauch offenstehen
müsse. Ebenso sei unbestritten, dass die beiden Masten ohne Baubewilligung erstellt
worden seien und sie – zumindest solange als die Y._-strasse nicht formell
aufgehoben bzw. entwidmet worden sei – keiner nachträglichen Bewilligung zugänglich
seien. Sie seien entsprechend derzeit sowohl formell als auch materiell (strassen- und)
baurechtswidrig. Es mache derzeit aber keinen Sinn, dem Beschwerdegegner Frist zur
Einreichung eines nachträglichen Baugesuchs anzusetzen. Mit Blick auf die an sich
gebotene Durchführung eines Wiederherstellungsverfahrens gehe die
Beschwerdebeteiligte nämlich davon aus, dass die Beleuchtungsmasten zu einem
späteren Zeitpunkt – so nach der Entwidmung der zur Aufhebung vorgesehenen Y._-
strasse – nachträglich bewilligt werden könnten, weshalb derzeit die Anordnung des
Abbruchs der beiden Masten denn auch unverhältnismässig sei. Das Vorgehen der
Beschwerdebeteiligten widerspreche zwar den gesetzlichen Vorgaben nach Art. 159
PBG und den Grundsätzen der Rechtsprechung zur Wiederherstellung. Es erschiene
jedoch als überspitzt formalistisch, die Beschwerdebeteiligte zur Durchführung eines
Wiederherstellungsverfahrens und zur Anordnung der Wiederherstellung des
rechtmässigen Zustands anzuhalten, nachdem das Teilstrassenplanverfahren für die
Aufhebung der Y._-strasse schon eingeleitet sei. Unter diesen Umständen wäre es
unter Berücksichtigung der Verhältnismässigkeit ohnehin nicht statthaft, den
Beschwerdegegner zum unverzüglichen Abbruch der Masten zu verpflichten.
Stattdessen müsste ihm je nach Ausgang des hängigen Strassenplanverfahrens im
Rahmen des Wiederherstellungsverfahrens eine Frist angesetzt werden, innert der er
entweder die Beleuchtungsmasten zu entfernen oder – für den Fall, dass die
Strassenaufhebung zustande käme – für deren Bewilligung er ein nachträgliches
Baugesuch einzureichen hätte. So oder anders könne also die unverzügliche
Beseitigung derzeit rechtlich nicht durchgesetzt werden. Damit sei es aufgrund der
3.1.
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4.
Sachlage aber auch belanglos, ob das Wiederherstellungsverfahren nun formell
durchgeführt werde oder nicht.
Der Beschwerdeführer führt im Wesentlichen aus, es sei klar, dass die Sistierung nicht
rechtmässig sein könne. Daraus folge, dass ein Wiederherstellungsverfahren bezüglich
der rechtswidrig erstellten Beleuchtungsmasten einzuleiten/durchzuführen sei. Die von
der Vorinstanz vertretene, gegenteilige Auffassung sei falsch. Die Vorinstanz scheine
die Durchführung des Wiederherstellungsverfahrens mit dem Ergebnis des Verfahrens
zu vermischen bzw. behandle einen Antrag, der so gar nicht gestellt worden sei.
Prozessgegenstand sei einzig und allein die von der Gemeinde angeordnete Sistierung,
nicht das Ergebnis des – unzulässig sistierten bzw. gar nie eingeleiteten –
Wiederherstellungsverfahrens. Es gehe nicht an, bei einem Rekurs gegen die Sistierung
eines Wiederherstellungsverfahrens das hypothetische Ergebnis des sistierten
Verfahrens gleichsam "vorwegzunehmen" und gestützt auf dieses hypothetische
Ergebnis die Sistierung gewissermassen nachträglich zu schützen.
3.2.
Die beiden Beleuchtungsmasten stehen unbestrittenermassen auf einer öffentlich
klassierten Strassenfläche, was ohne strassenrechtliche (Ausnahme-) Bewilligung bzw.
Konzession nicht zulässig ist (vgl. Art. 21 f. StrG und Art. 24 ff. StrG) und mithin bereits
daher einen Verstoss gegen die Strassengesetzgebung darstellt. Weder eine
Bewilligung noch eine Konzession dürften für das Erstellen der zwei
Beleuchtungsmasten nachträglich erhältlich sein. Entsprechend erweisen sich die
beiden auf der Y._-strasse erstellten Beleuchtungsmasten aktuell strassenrechtlich als
nicht bewilligungsfähig, und zwar solange nicht, als die betroffene Fläche den
strassenrechtlichen Bestimmungen unterliegt, d.h. solange als sie als klassierte Strasse
öffentlich gewidmet ist. Erst wenn die mit dem aufgelegten Teilstrassenplan
vorgesehene Aufhebung (und Entwidmung) der Y._-strasse erfolgt und keine
strassenrechtliche Bewilligung mehr erforderlich sein wird, wird eine nachträgliche
Bewilligung – zumindest unter diesem Aspekt – möglich sein.
4.1.
Weil das Erstellen der Beleuchtungsmasten im realisierten Umfang unstreitig nebst
einer strassenrechtlichen auch noch einer (umwelt- und) baurechtlichen Bewilligung
bedarf (vgl. Art. 22 des Bundesgesetzes über die Raumplanung, Raumplanungsgesetz,
SR 700 RPG; Art. 135 Abs. 1 PBG sowie Art. 135 Abs. 2 PBG e contrario), sind
4.2.
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5.
vorliegend die Vorschriften der Baugesetzgebung – mit Einschluss der Bestimmungen
betreffend Verwaltungszwang (Art. 158 ff. PBG) – zu beachten. Ein strassenrechtliches
Planverfahren kommt nicht in Betracht. Die Masten dienen offenkundig nicht der
Strasse und sie gelten nicht als Bestandteil derselben (vgl. Art. 3 StrG; G. Germann:
G. Germann [Hrsg.], Kurzkommentar zum st. gallischen Strassengesetz vom 12. Juni
1988; VerwGE B 2013/212, B 2012/213 vom 19. Februar 2015E. 4.1 betreffend
Anwendbarkeit von Zonenvorschriften für einen Fussgängerzugang aus einer
Tiefgarage).
Wird durch die Errichtung von Bauten und Anlagen ohne Bewilligung oder auf andere
Weise ein unrechtmässiger Zustand geschaffen, kann die zuständige Behörde
Zwangsmassnahmen verfügen (vgl. Art. 159 Abs. 1 Ingress PBG), wozu die Einstellung
der Arbeiten (Baustopp, lit. a), das Benützungsverbot (lit. b), das Ansetzen einer Frist
zur Einreichung eines nachträglichen Baugesuchs (lit. c) sowie die Wiederherstellung
des rechtmässigen Zustands (lit. d) zählen. Nach Art. 159 Abs. 2 Satz 1 PBG wirkt die
für den unrechtmässigen Zustand verantwortliche Person im
Wiederherstellungsverfahren mit. Wird innert angesetzter Frist kein Vorschlag für die
Wiederherstellung vorgelegt, legt die politische Gemeinde die
Wiederherstellungsmassnahmen im Rahmen des pflichtgemässen Ermessens fest
(Art. 159 Abs. 2 Satz 2 PBG). Für das Wiederherstellungsverfahren werden die
Vorschriften des PBG über das Baubewilligungsverfahren sachgemäss angewendet
(Art. 159 Abs. 3 PBG).
5.1.
Die Beschwerdebeteiligte hat am 25. Juni 2019 einen Baustopp erlassen, der allerdings
wirkungslos blieb, weil die Bauarbeiten im Verfügungszeitpunkt schon abgeschlossen,
die beiden Beleuchtungsmasten bereits erstellt waren. Sie hat im Anschluss daran aber
weder weitergehende Vorkehren im Hinblick auf den Erlass einer Verfügung getroffen,
noch vertiefende Sachverhaltsermittlungen vorgenommen, noch ein nachträgliches
Baubewilligungsverfahren eingeleitet bzw. dem Beschwerdegegner eine Frist gesetzt
für das Nachreichen eines nachträglichen Baugesuchs (Art. 159 Abs. 1 lit. c PBG).
Ebensowenig forderte sie diesen auf, sich zur Sache (so etwa zur Notwendigkeit der
Beleuchtungsmasten am neuen Standort, deren Bewilligungsfähigkeit, einer allfälligen
Wiederherstellung [Umsetzungsvorschläge bezüglich der im Baustopp enthaltenen
Anordnung zu der unverzüglichen Freigabe der Strassenfläche für den Verkehr] oder
eines Rückbaus) zu äussern. Aktenmässig ist jedenfalls nichts dergleichen belegt. Im
5.2.
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Licht von Art. 158 f. PBG sind – was im Übrigen seitens der Beschwerdebeteiligten
denn auch nie geltend gemacht worden ist – keinerlei diesbezügliche Handlungen
erkennbar. Vielmehr beschränkte sich die Beschwerdebeteiligte darauf, einen
Beschluss über das weitere beabsichtigte Vorgehen zu treffen, den sie indessen dem
Adressaten einer möglichen Anordnung (vgl. Art. 159 Abs. 1 lit. c und d PBG sowie Art.
159 Abs. 2 PBG), d.h. dem Beschwerdegegner, nicht eröffnete. Fest steht somit, dass
die Beschwerdebeteiligte bezüglich der ohne Bewilligung bzw. in Abweichung zur
Baubewilligung vom 27. August 2018 erstellten zwei Beleuchtungsmasten weder ein
nachträgliches Baugesuchs- noch ein Wiederherstellungsverfahren formell eröffnet hat.
In Fällen wie dem vorliegend zu beurteilenden ist mit Nachdruck darauf hinzuweisen,
dass die zuständige Baupolizeibehörde nicht nur befugt, sondern verpflichtet ist, gegen
gesetzeswidrige Zustände von Amtes wegen vorzugehen (vgl. C. Kägi, in: Kommentar
zum PBG, a.a.O., N 2 zu Art. 158 PBG allgemein und N 15 zu Art. 159 PBG betreffend
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands; vgl. auch B. Waldmann in: Griffel/
Liniger/Rausch/Turnherr [Hrsg.], Fachhandbuch Öffentliches Baurecht, Zürich/Basel/
Genf 2016, Rz. 6.28). Zu solchermassen gesetzeswidrigen Zuständen zählen auch
bewilligungspflichtige, aber (formell) unbewilligte Bauten und Anlagen. Stellt die
zuständige Behörde solche Verstösse gegen die baurechtliche Ordnung selbst oder auf
Anzeige hin fest, hat sie die vom Gesetz zur Verfügung gestellten Massnahmen nach
Art. 159 PBG umgehend in den dafür vorgesehen Verfahren zu ergreifen. Entgegen der
vorinstanzlichen Auffassung darf also nicht auf die Einleitung eines entsprechenden
Verfahrens mit dem Argument verzichtet werden, einer möglichen Anordnung des
rechtmässigen Zustands stünde der Grundsatz der Verhältnismässigkeit entgegen. Erst
das Durchführen eines nachträglichen Baubewilligungsverfahrens oder –
gegebenenfalls – eines Wiederherstellungsverfahrens ohne vorgängiges
Bewilligungsverfahren (vgl. zum Verzicht auf ein nachträgliches
Baubewilligungsverfahren VerwGE B 2001/75 vom 18. April 2002 E. 2b, B. Waldmann,
in: Griffel/Liniger/Rausch/Thurnherr [Hrsg.], a.a.O., Rz. 6.7, mit Hinweis auf BGer
1C_427/2014 vom 25. März 2015 E. 5.2, und B. Heer, St. Gallisches Bau- und
Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 1208), ermöglicht der zuständigen Behörde überhaupt
eine umfassende Prüfung der anwendbaren Bestimmungen unter Berücksichtigung
sämtlicher zu berücksichtigenden Interessen, namentlich der Interessen der
rechtsmittelbefugten Dritten (bspw. Nachbarn) bzw. derjenigen der von einer
(drohenden) Anordnung betroffenen Bauherrschaft. Ohne ein solches gesetzlich
vorgesehenes Verfahren ist weder das rechtliche Gehör noch der Rechtsschutz allfällig
Betroffener sichergestellt. Der Gewährung dieser Rechte dient gerade das Auflage- und
5.3.
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Einspracheverfahren (vgl. Art. 152 ff. PBG) im (nachträglichen)
Baubewilligungsverfahren oder die sachgemässe Anwendung der Vorschriften des
PBG über das Baubewilligungsverfahren im Wiederherstellungsverfahren (vgl. Art. 159
Abs. 3 PBG). Dabei kommt den legitimierten Drittbetroffenen, aber auch der
Bauherrschaft Parteistellung zu (vgl. auch Art. 42 Abs. 2 lit. a des Baugesetzes des
Kantons Bern, wonach dem anzeigenden Dritten von Gesetzes wegen Parteistellung im
Wiederherstellungsverfahren zukommt) und es ist ihnen die Teilnahme am Verfahren
mit den dazu gehörigen Verfahrensrechten (wie etwa das Ersuchen um Erlass von
vorsorglichen Massnahmen) zu ermöglichen (vgl. zum Anspruch auf Erlass von
vorsorglichen Massnahmen BGE 1C_165/2009 vom 3. November 2009 E. 2.3
[betreffend Behebung des rechtswidrigen Zustands gestützt auf Umweltrecht], 1A.
108/2004, 1P.290/2004 vom 17. November 2004, E. 2.3 [betreffend vorsorgliche
Massnahmen gestützt auf Umweltrecht] sowie BGE 130 III 521 E. 2.5 [betreffend
vorsorgliche Massnahmen gestützt auf Kartellrecht]). Indem die Vorinstanz den von der
Beschwerdebeteiligten in Aussicht genommenen einstweiligen Verzicht auf Anordnung
der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands schützte, verwehrte sie in
unzulässiger Weise möglichen Betroffenen, wie dem die unbewilligten baulichen
Massnahmen zur "Anzeige" bringenden Beschwerdeführer oder anderen
einspracheberechtigen Dritten, aber auch dem Beschwerdegegner selbst, deren
Anspruch auf Teilhabe, auf rechtliches Gehör und auf Zugang zum Rechtsschutz.
Das von der Vorinstanz geschützte Vorgehen ist vorliegend umso weniger
gerechtfertigt, als selbst im Fall, dass der Teilstrassenplan dereinst rechtskräftig
werden sollte, ein Baugesuch nachgereicht und ein entsprechendes ordentliches
(baurechtliches) Verfahren durchgeführt werden muss. Denn allein der Wegfall des
strassenrechtlichen Bauhindernisses lässt die erstellten Beleuchtungsmasten weder
materiell noch formell rechtmässig werden. Vielmehr bliebe deren materielle
Bewilligungsfähigkeit unter Interessenwahrung der rechtsmittelbefugten Dritten und der
Bauherrschaft einer umfassenden Prüfung in einem Baubewilligungsverfahren
vorbehalten, dessen Ausgang noch ergebnisoffen ist. Ein Verzicht auf die Durchführung
eines Baubewilligungs- oder Wiederherstellungsverfahrens drängt sich deshalb auch
aus verfahrensökonomischen Gründen nicht auf, selbst wenn das Gesuch derzeit nicht
bewilligungsfähig ist. Mangels Baugesuchsunterlagen lässt sich gestützt auf die Akten
sodann nicht rechtsgenüglich prüfen, ob dem schon realisierten und derzeit (formell
und materiell) baurechtswidrigen Bauvorhaben nicht noch andere Gründe (bspw.
Licht-, Lärmimmissionen) entgegenstehen. Insofern erweist sich der rechtserhebliche
Sachverhalt auch als nicht einmal ansatzweise hinreichend abgeklärt und der
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6.
Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde aus den dargelegten Gründen als
begründet, soweit die Vorinstanz das Vorgehen der Beschwerdebeteiligten, auf die
Einleitung und Durchführung eines Wiederherstellungsverfahrens derzeit zu verzichten,
schützte und den diesbezüglichen Antrag des Beschwerdeführers abwies. In
Gutheissung der Beschwerde ist die Beschwerdebeteiligte zu verpflichten, ein
entsprechendes Verfahren einzuleiten. Konkret hat sie den Beschwerdegegner
aufzufordern, ein nachträgliches Baugesuch für die beiden erstellten
Beleuchtungsmasten einzureichen und das Baubewilligungsverfahren durchzuführen.
Kommt sie im weiteren Verlauf des Verfahrens zum Ergebnis, dass sich eine Sistierung
rechtfertigt, z.B. weil sich die Anordnung eines Rückbaus mit Blick auf das
Teilstrassenplanverfahren als unverhältnissmässig erweist (vgl dazu etwa BGer
1C_187/2011 vom 15. März 2011 E. 2.3 und 3.4; s. auch Zaugg/Ludwig, a.a.O., N 9c
Bst. d, S. 551 mit Hinweis auf BVR 1994 S. 434; Fritzsche/Bösch/Wipf/Kunz, a.a.O.,
Ziffer 10.2.4.1, S. 620), bleibt es ihr unbenommen, das Verfahren gegebenenfalls nach
Kenntnis und Prüfung der notwendigen Sachumstände prozessrechtlich korrekt zu
sistieren, wobei dem Beschwerdeführer – die notwendigen Bedingungen
vorausgesetzt – der Rechtsmittelweg dagegen offen stehen wird.
Bei diesem Ergebnis kann offenbleiben, ob die Vorinstanz zu Recht auf den
Sistierungsbeschluss nicht eintrat. Sodann erübrigen sich Bemerkungen zum
subeventualiter gestellten Antrag auf Anpassung der Kostenneuverlegung, nachdem
bei diesem Ausgang des Verfahrens (Gutheissung der Beschwerde) die Kosten des
Rekursverfahrens ohnehin neu zu verlegen sind.
7.
Nach Art. 95 Abs. 1 VRP sind die amtlichen Kosten nach Obsiegen und Unterliegen
aufzuerlegen. Gemäss Art. 95 Abs. 3 VRP werden vom Gemeinwesen, wenn es nicht
(vorläufige) Verzicht auf Einleitung und Durchführung eines Verfahrens bzw. der
Aufschub der Wiederherstellung war auch daher nicht zulässig. Solche Abklärungen
und Prüfungen sind unter Mitwirkung des Bauherrn (vgl. dazu Art. 159 Abs. 2 PBG) im
noch ausstehenden und umgehend nachträglich einzuleitenden Verfahren
vorzunehmen. Dem steht nicht entgegen, dass der Bauherr allfällige
Baugesuchsunterlagen unter Umständen umsonst erarbeitet, sollte das
Strassenplanverfahren scheitern. Zum einen blieben die auszuarbeitenden Unterlagen
auch im Rahmen eines Wiederherstellungsverfahrens notwendig, zum andern hat der
Beschwerdegegner dies selbst zu verantworten, nachdem er in Abweichung der
Bewilligung die beiden Masten erstellen liess.
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überwiegend finanzielle Interessen verfolgt, in der Regel keine amtlichen Kosten
erhoben. Abgesehen von Fällen, in denen überwiegend finanzielle Interessen verfolgt
werden, können dem Gemeinwesen praxisgemäss amtliche Kosten auferlegt werden,
wenn dieses zum Verfahren durch einen groben Verfahrensmangel oder durch eine
offenbare Rechtsverletzung Anlass gegeben hat (vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten
nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 88, S. 110
mit Hinweisen).
Vorliegend ist die Beschwerdebeteiligte ihrem gesetzlichen Auftrag, ein nachträgliches
Baubewilligungsverfahren einzuleiten und durchzuführen, mit ihrem Beschluss nicht
nachgekommen. Zwar hat der Beschwerdegegner das in Fällen wie dem vorliegenden
zwingend notwendig durchzuführende Verfahren verursacht, allerdings hat er das von
der Beschwerdebeteiligten gewählte Vorgehen nicht zu verantworten, weil er gemäss
Aktenlage vor dem Beschluss der Beschwerdebeteiligten weder angehört, noch über
den gefassten Beschluss in Kenntnis gesetzt wurde. Dementsprechend rechtfertigt es
sich, die Kosten des Beschwerdeverfahrens der Beschwerdebeteiligten aufzuerlegen.
Gleiches gilt auch für die Kosten des Rekursverfahrens.
Eine Gebühr für den Beschwerdeentscheid von CHF 3'500 erscheint angemessen
(Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung; sGS 941.12). Dem Beschwerdeführer ist
der im Beschwerdeverfahren geleistete Kostenvorschuss von CHF 2'500
zurückzuerstatten.
Die von der Vorinstanz festgelegte und von keiner Seite beanstandete Gebühr von
CHF 2'000 für den Rekursentscheid liegt innerhalb des vorinstanzlichen
Ermessensspielraums, zumal in der Angelegenheit kein Augenschein durchgeführt
wurde (vgl. Art. 4 der Verordnung über die Bearbeitung von Rekursverfahren vor den
Departementen; sGS 951.11; Ziff. 20.13.01 des Gebührentarifs für die Kantons- und
Gemeindeverwaltung, sGS 821.5). Auf die Erhebung der amtlichen Kosten ist nicht zu
verzichten.
7.1.
Die Rechtsvertreter des Beschwerdeführers haben keine Honorarnote eingereicht. Der
Verlegung der amtlichen Kosten entsprechend hat die Beschwerdebeteiligte den
obsiegenden Beschwerdeführer für das Beschwerdeverfahren ausseramtlich
ermessensweise pauschal mit insgesamt CHF 2'500 zuzüglich CHF 100 Barauslagen
(vier Prozent von CHF 2'500), aber (im Gegensatz zum Rekursverfahren) mangels
7.2.
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