Decision ID: f7600168-0cf9-45b4-8396-15b7a773a1db
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Josef Jacober, Oberer Graben 44, Postfach,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ liess am 11. Juni 2001 (IV-act. 8) durch seinen Rechtsvertreter seine
Anmeldung vom 23. Mai 2001 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung
einreichen. Er habe nach der Schule in seiner Heimat eine Ausbildung als
Zahntechniker gemacht und sei 1992 in die Schweiz gekommen. Wegen eines Leidens
nach einem Unfall vom 27. Januar 1998 beantrage er Berufsberatung, Umschulung,
Wiedereinschulung und Arbeitsvermittlung. Beigelegt war unter anderem ein Bericht
der Klinik für Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen vom 3. April 2001
(IV-act. 7-1), wonach eine posttraumatische Kyphose und chronische Dorsolumbalgien
bei Zustand nach BWK-11- und -12-Fraktur und Zustand nach dorsaler Spondylodese
Th10 bis L1 im Januar 1998 sowie Metallentfernung im Oktober 1998 und stationärer
Rehabilitationskur im Juni/Juli 1999 vorlägen. Gemäss einem vorläufigen
Austrittsbericht der Klinik Valens vom 6. Juli 1999 (IV-act. 7-5) war der Versicherte
damals für leichte bis mittelschwere Arbeit voll arbeitsfähig. Er hatte am 27. Januar
1998 einen Verkehrsunfall erlitten. Gemäss dem damaligen IK-Auszug (IV-act. 9) war er
in der Schweiz nicht erwerbstätig gewesen.
A.b Dr. med. B._, Allgemeinmedizin FMH, bezeichnete in seinem IV-Arztbericht vom
16. Juli 2001 (IV-act. 11) als Diagnosen: zum einen ein Thorakovertebralsyndrom mit St.
n. Berstungsfraktur Th11 und 12 vom 27.01.1998 mit dorsaler Stabilisation Th10 bis L1
28.01.1998, St. n. Metallentfernung 14.10.1998, ausgeprägter kyphotischer Fehlform
und -haltung der WS, muskulärer Dysbalance und allgemeiner "Hyperlaxidität" sowie
zum andern eine reaktive Depression (Tod Ehefrau beim Autounfall). Aufgrund der
Berichte der verschiedenen Kliniken sei der Versicherte vom 27. Januar bis ca. Mitte
Mai 1998 und vom 13. Oktober bis 19. November 1998 voll, anschliessend bis 7. Juni
1999 zu ca. 50 % und hernach bis 6. Juli 1999 wieder zu 100 % arbeitsunfähig
gewesen. Seither sei er zu 50 % arbeitsunfähig. In einer abwechslungsreichen (im
Sitzen und Stehen zu verrichtenden) körperlich leichten Arbeit bestehe wahrscheinlich
eine Arbeitsfähigkeit von 100 %.
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A.c Die Schmerzklinik Kirschgarten erklärte in einem Bericht vom 29. Oktober 2001
(IV-act. 19-3 ff.) nach einem Aufenthalt des Versicherten von vier Wochen, es liege ein
back failed surgery Syndrom vor, wobei die Spinalkanalenge auf Höhe Th11 mit
Adhäsionen und der steile Kyphosewinkel hauptsächlich für das Schmerzbild
verantwortlich seien. Auf eine medikamentöse Schmerztherapie sei verzichtet worden.
- Am 19. und 28. Januar 2002 berichtete die Klinik, zur Arbeitsfähigkeit habe sie keine
Stellung genommen. Zur genauen diesbezüglichen Beurteilung sei eine Abklärung sehr
empfohlen.
A.d Der IV-Eingliederungsberater hielt am 25. Oktober 2002 (IV-act. 37) fest, bei einer
Abklärung in der BEFAS habe sich gezeigt, dass der Versicherte über beträchtliche
Ressourcen verfüge, sowohl intellektuell wie bezüglich der Motivation. Versicherter wie
Haftpflichtversicherer befürworteten (anstelle einer Einarbeitung im Elektronikbereich)
eine Ausbildung zum Zahntechniker (von drei oder vier Jahren). Anstelle der
Einarbeitungszeit könnte die IV einen Berufsberater zur Verfügung stellen. - Die BEFAS
berichtete am 17. Dezember 2002 (IV-act. 44) nach einer Abklärung vom 26. August bis
4. Oktober 2002, für eine leichtere und behinderungsadaptierte Tätigkeit an
eingerichtetem Arbeitsplatz und bei Möglichkeit des Einnehmens von
Wechselpositionen (z.B. als Zahntechniker oder etwa im Bereich Elektromontage)
könne dem Versicherten bei ganztägiger Verwertung eine Arbeitsfähigkeit von 80 %
attestiert werden, unter Gewährung allfällig nötiger kurzer Entlastungspausen. Er habe
eine Einarbeitungsmöglichkeit ab Januar 2003 (Montage, Gerätebau) in Aussicht. Der
Versicherte habe angegeben, es sei eine psychiatrische Betreuung bei Dr. med. C._
vorgesehen. - Der Versicherte nahm die Einarbeitung im Januar 2003 auf.
A.e Am 14. Oktober 2003 (IV-act. 60) teilte der Rechtsvertreter des Versicherten mit,
dieser sei seit dem 18. August 2003 wieder zu 100 % arbeitsunfähig, wie sich aus dem
beigelegten Arztzeugnis von Dr. med. F._, Allgemeine Medizin, vom 2. Oktober 2003
ergebe. - Dr. F._ bescheinigte dem Versicherten im IV-Arztbericht vom 11. Dezember
2003 (IV-act. 64) für die bisherige Tätigkeit Phasen unterschiedlicher Arbeitsunfähigkeit
(50 % und 100 %) ab 7. November 2002, zuletzt von 100 % ab 18. August 2003. In
einer adaptierten (leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden) Tätigkeit könnte
der Beschwerdeführer die Arbeit zu 50 % wieder aufnehmen.
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A.f In einem Arztbericht vom 30. März 2004 (IV-act. 72) gab Dr. C._ als Diagnosen
einerseits eine andauernde Persönlichkeitsveränderung nach dem Verlust der Ehefrau
durch einen Verkehrsunfall im Jahr 1998 und anderseits ein chronifiziertes
Schmerzsyndrom nach einer Fraktur der Brustwirbelsäule nach dem Autounfall an. Als
Betriebsangestellter sei der Versicherte aus psychiatrischer Sicht zu 70 %
arbeitsunfähig (beurteilt ab Behandlungsbeginn vom 14. November 2003). Die
verbleibende Arbeitsfähigkeit werde der Versicherte nur in geschütztem Rahmen ohne
Zeit- und Leistungsdruck verwerten können, und zwar an zwei bis drei halben Tagen.
A.g In der Folge wurde eine medizinische Begutachtung veranlasst. Das ZMB stellte in
seinem Gutachten vom 15. September 2005 (IV-act. 97) die (Haupt-) Diagnose des
Status nach Verkehrsunfall am 27.01.1998 mit im Wesentlichen einem Status nach
inkompletter Berstungsfraktur Th11 und Th12, einem Status nach Metallentfernung
10/1998, einer posttraumatischen Hyperkyphose der BWS, einem Status nach
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion, einer Unfallfehlverarbeitung bei
histrionisch akzentuierten Persönlichkeitszügen mit vorwiegend depressiver
Symptomatik und einem panvertebralen Schmerzsyndrom bei anhaltender
Schmerzstörung. Die Kyphosierung der Brustwirbelsäule und kompensatorische
Lordosierung der Lendenwirbelsäule erkläre teilweise die Schmerzsymptomatik im
Bereich der Wirbelsäule, aber nicht die ausserordentliche Intensität und auch nicht die
darüber hinausgehenden Beschwerden. Schwere körperliche Arbeiten mit repetitivem
Heben von Gewichten über 10 bis 15 kg, in körperlicher Zwangshaltung, mit
regelmässiger Notwendigkeit zum Bücken und vorwiegend im Stehen oder vorwiegend
im Gehen oder vorwiegend im Sitzen zu verrichtende Tätigkeiten seien nicht mehr
zumutbar. Als Zahnarztassistent wäre der Versicherte zu 60 % arbeitsunfähig. Der
Versicherte sei psychisch auffällig, zeige einerseits vorwiegend dysphorisch-gehemmt-
apathische depressive Symptome, anderseits demonstrativ histrionische mit einem
deutlichen appellativen Verhalten und Betonen der Beschwerden. Es seien auch
eindeutig eine psychosomatische Überlagerung und Verstärkung der primär somatisch
bedingten körperlichen Beschwerden und Schmerzen mit einer Symptomausweitung
vorhanden. In einer adaptierten, in körperlich wechselnder Stellung auszuübenden
Tätigkeit sei der Versicherte rein somatisch gesehen voll arbeitsfähig. Infolge der
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psychischen und psychosomatischen Symptomatik sei der Versicherte aber bei
vollschichtiger Tätigkeit zu 30 % in seinem Rendement eingeschränkt. Eine
Willensanstrengung zur Überwindung des psychischen und psychosomatischen
Leidens könne dem Versicherten zugemutet werden.
A.h Der IV-Eingliederungsberater hielt am 6. Oktober 2005 (IV-act. 99) dafür, da der
Versicherte sich für nicht mehr arbeitsfähig halte, seien Eingliederungsbemühungen
nicht mehr sinnvoll. Zu vergleichen seien ein Valideneinkommen von Fr. 59'316.-- und
ein Invalideneinkommen von Fr. 37'370.-- (2005; mit 10 % Leidensabzug).
A.i Mit Verfügungen vom 11. November 2005 wurde die Arbeitsvermittlung
abgeschlossen (IV-act. 106) und ein Rentenanspruch abgelehnt (IV-act. 107). - Der
Versicherte liess am 13. Dezember 2005 gegen beide Verfügungen Einsprache erheben
und eine ganze Rente ab Januar 1999 und eventuell berufliche Massnahmen,
subeventuell eine Begutachtung beantragen. Am 13. Januar 2006 (IV-act. 122)
beantragte der Rechtsvertreter des Versicherten eine Sistierung des
Einspracheverfahrens bis zum Vorliegen eines vorgesehenen orthopädischen und
psychiatrischen Gutachtens der Schulthess Klinik. Das ZMB-Gutachten sei
widersprüchlich und mangelhaft. - Am 11. September 2006 (IV-act. 130) legte der
Rechtsvertreter des Versicherten ein psychiatrisches Gutachten von Dr. med. E._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 17. Mai 2006 und ein
orthopädisches Gutachten von Dr. med. D._, FMH Orthopädie, vom 5. September
2006 ein, die anstelle eines Gutachtens der Klinik veranlasst worden seien. Der
Versicherte sei aus psychiatrischer Sicht zu 100 % arbeitsunfähig. Die erlernte Tätigkeit
als Zahntechniker sei dem Versicherten orthopädisch gesehen zu höchstens 25 % mit
Einschränkungen zumutbar. Dr. E._ hatte im Gutachten vom 17. Mai 2006 (IV-
act. 132) eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, eine andauernde
Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung, eine posttraumatische
Belastungsstörung mit längerer depressiver Reaktion und eine depressive Episode
(schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome) diagnostiziert. Aufgrund
des langen Krankheitsverlaufs und der aktuellen psychischen Problematik, besonders
des depressiven Störungsbildes (Antriebslosigkeit, Konzentrationsstörungen, Grübeln
und geistige Inflexibilität), sei anzunehmen, dass der Versicherte seit Jahren zu 100 %
arbeitsunfähig sei. - Dr. D._ hatte in ihrem Gutachten vom 5. September 2006 (IV-
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act. 133) eine chronische Thoraco-Lumbalgie bei (im Wesentlichen) posttraumatischer
Kyphose untere BWS, St. n. inkompletter BerstungsFxx TH11 und Th12 am 27.1.98,
Chondrose L3/4/5/S1, M. Baastrup L3-5, V.a. Nearthros L5/Ilium li und L5/S1 li,
Dysfunktion der lumbalen Segmente und muskulärer Dysbalance sowie muskulärer
Insuffizienz mit Verspannung und Insertionstendinose, und eine chronische
rezidivierende Cervicalgie bei V.a. Dysfunktion C5/6 und muskulärer Dysbalance sowie
muskulärer Insuffizienz mit Verspannung angegeben. Da psychiatrisch eine volle
Arbeitsunfähigkeit vorliege, sei die orthopädische Beurteilung lediglich noch von
theoretischer Bedeutung. Für körperlich stark belastende Berufe bestehe vermutlich
auf Dauer eine volle Arbeitsunfähigkeit. In der rein sitzenden Tätigkeit als Zahntechniker
sei der Versicherte momentan zu maximal 25 % arbeitsfähig. In einer körperlich
leichten, wechselbelastenden Tätigkeit adaptierter Art (mit diversen umschriebenen
Voraussetzungen) müsste eine Arbeitsfähigkeit von 30 % gegeben sein. Nach
erfolgreicher Rehabilitation mit gutem Muskelaufbau müsste die Arbeitsfähigkeit auf
50 % zu steigern sein, bei optimalem Verlauf eventuell sogar höher, allerdings nicht
höher als auf 75 %. - Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung
hielt das ZMB-Gutachten am 19. September 2009 (recte: 2006; IV-act. 142) für
nachvollziehbar. Der Gesundheitszustand des Versicherten habe sich seit jener
Begutachtung nicht relevant geändert. Der Sachverhalt werde lediglich anders
bewertet. Es gebe Hinweise darauf, dass die Behandlungsmöglichkeiten nicht
ausgeschöpft seien. Es sei nicht klar, weshalb Dr. E._ keine weiteren
Behandlungsmöglichkeiten sehe, da doch eine behandelbare Erkrankung vorliege. Die
beiden neuen Gutachten vermöchten nicht, das ZMB-Gutachten in Frage zu stellen.
A.j Mit Verfügung vom 30. Oktober 2006 widerrief die Sozialversicherungsanstalt/IV-
Stelle die Verfügung vom 11. November 2005 betreffend Arbeitsvermittlung und prüfte
diese erneut (IV-act. 148 f., 155 und 154). Der Versicherte gab am 12. Januar 2007 (IV-
act. 160) an, eine Präsenz von 70 % sei ihm nicht möglich. Der IV-Ein
gliederungsberater schloss am 26. Januar 2007 (IV-act. 162) erneut ab, da sich der
Versicherte subjektiv nicht arbeitsfähig fühle. Am 5. Februar 2007 (IV-act. 164 f.) stellte
die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle den Abschluss der Arbeitsvermittlung in
Aussicht. - Der Rechtsvertreter des Versicherten beantragte mit "Einsprache" am
20. Februar 2007 (IV-act. 166) unter anderem, das Vorbescheidsverfahren sei zu
sistieren, bis ein Entscheid zur Rente bzw. zur Arbeitsfähigkeit vorliege. Eine
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Eingliederung in den Arbeitsmarkt mache nur Sinn, wenn eine gewisse Arbeitsfähigkeit
zumutbar sei. Nach Auffassung von Dr. E._ sei der Versicherte nicht arbeitsfähig. Der
Rechtsvertreter reichte ausserdem Stellungnahmen von Dr. D._ (vom 2. Dezember
2006; IV-act. 168) und von Dr. E._ (vom 29. Januar 2007; IV-act. 167) zur RAD-
Beurteilung vom 19. September 2006 ein. Dr. D._ hatte unter anderem angegeben,
der Versicherte klage nicht diffus und generell über unerträgliche Schmerzen, sondern
er differenziere und beschreibe ohne Anzeichen von Übertreibung. Der regelmässige
Medikamenteneinsatz spreche für starke Schmerzen. Auch ohne Tätigkeit komme es
gegenwärtig zu drei bis vier Schmerzexacerbationen pro Jahr; werde die
Arbeitsfähigkeit zu hoch angesetzt, würden diese noch häufiger. Auch jetzt schon
müsse sich der Versicherte zwischen 0.75 und vier Stunden pro Tag hinlegen. Seine
Angaben zur Schmerzintensität und den Limiten seien glaubhaft. Dr. E._ hatte erklärt,
trotz fehlender Rücksprache mit Dr. C._ habe sein Informationsmaterial für die
Beurteilung ausgereicht. Eine stationäre psychiatrische Behandlung sei zwar möglich,
doch lasse sich davon keine Verbesserung des Zustands erwarten. Beide Kritikpunkte
würden im Übrigen ebenso für die ZMB-Begutachtung zutreffen. Das ZMB habe im
Unterschied zu ihm keine affektive Störung diagnostiziert. Die Bewertung (des
Schweregrads) der vorhandenen Symptomatik stelle gerade das wesentliche Element
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit dar. In Bezug auf das ZMB-Gutachten habe er
auf einige begriffliche Problematiken hinweisen müssen. - Der RAD befürwortete
daraufhin eine Verlaufsbegutachtung durch das ZMB. - Die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle widerrief am 2. März 2007 (IV-act. 171) ihre Rentenverfügung vom
11. November 2005 und sistierte das Verfahren betreffend Arbeitsvermittlung. - Der
Rechtsvertreter des Versicherten lehnte die Begutachtungsstelle am 26. März 2007 (IV-
act. 174) ab. Es sei nicht zulässig, die Gutachterstelle mit einem Obergutachten zu
beauftragen. Die IV-Stelle hielt mit Zwischenverfügung vom 3. April 2007 am Auftrag
fest. Die Verfügung blieb unangefochten.
A.k Das ZMB erstattete am 6. Dezember 2007 (IV-act. 181) sein Gutachten.
Diagnostiziert wurden im Wesentlichen ein Status nach Verkehrsunfall, ein Status nach
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (DD: Status nach
posttraumatischer Belastungsstörung) und eine Unfallfehlverarbeitung mit anhaltender
somatoformer Schmerzstörung und leichter, depressiver Episode (vorwiegend
dysphorisch-aggressive Depression), DD: andauernde Persönlichkeitsänderung nach
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Extrembelastung. Die Diagnose einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver
Reaktion könne beinahe zehn Jahre nach dem Ereignis aus rein formalen Gründen
nicht mehr gestellt werden, da sie eine Limitation auf zwei Jahre besitze. Im
somatischen Bereich könnten gegenüber den früheren Befunden keine wesentlichen
Veränderungen festgestellt werden. Unverändert finde sich auch eine eindeutige
psychische Ausweitungs- und psychosomatische Überlagerungssymptomatik,
ausserdem gebe es gewisse Inkonsistenzen bezüglich der Schmerzangaben und der
gezeigten Behinderung. Es finde sich eine psychiatrische Symptomatik, die nicht nur
im Rahmen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung beurteilt werden könne.
Ihr müsse man einen gewissen Krankheitswert zumessen. Es finde sich diesbezüglich
im Vergleich zu 2005 eine relevante Verschlechterung, deren Beginn auf Frühling 2006
zu schätzen sei. Die therapeutischen Möglichkeiten seien noch nicht ausgeschöpft;
inwiefern ein Zugang zum Versicherten möglich sei, bleibe allerdings offen. Dr. E._
habe in seine Überlegungen nicht mit einbezogen, inwieweit dem Versicherten eine
gewisse Willensanstrengung zur Überwindung des psychosomatischen und
psychischen Leidens zugemutet werden könne und inwieweit nichtmedizinische
Faktoren und soziale Komponenten (etwa die Unmöglichkeit, sein Berufsziel zu
verwirklichen, oder die für eine anspruchsvollere Tätigkeit ungenügenden schriftlichen
Sprachkenntnisse) im gesamten Leidensbild des Versicherten eine Rolle spielten. Der
Versicherte verfüge über relativ gute Ressourcen in dem Sinne, dass er erhebliche
Energien für die Erreichung seiner Ziele einsetzen könne. Insgesamt - aufgrund der
relevanten psychiatrischen Symptomatik und einer gewissen Restschmerzproblematik
- sei der Versicherte in einer adaptierten Tätigkeit (ohne repetitives Heben und Halten
von Lasten über 10 kg, ohne Zwangshaltung für den Rücken und ohne regelmässiges
Bücken) zu 50 % in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Dr. E._ komme diagnostisch
zu ziemlich identischen Schlüssen.
A.l Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle teilte am 27. Mai 2008 (IV-act. 191) mit,
die Arbeitsvermittlung werde abgeschlossen. Gleichzeitig (IV-act. 192 f.) stellte sie in
Aussicht, dem Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 50 % (Valideneinkommen
Fr. 59'908.--, Invalideneinkommen Fr. 29'954.--) ab 1. April 2007 eine halbe Rente
zuzusprechen.
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A.m Mit Einwand vom 27. Juni 2008 (IV-act. 196) bzw. Ergänzung vom 17. Juli 2008
(IV-act. 199) beantragte der Rechtsvertreter des Versicherten, das
Vorbescheidsverfahren zu sistieren, bis ein in Auftrag gegebenes Gutachten des
Instituts für Expertisen in Medizin und Recht (REM) vorliege. Weder der Beginn noch
der Grad der Arbeitsunfähigkeit sei vom ZMB schlüssig ermittelt worden. - Am
20. August 2008 (IV-act. 201) beantragte der Rechtsvertreter, dem Versicherten ab
1. Juni 2001 eine ganze Rente zuzusprechen, eventualiter ein neutrales Obergutachten
einzuholen. Es sei zu offensichtlich, dass das Obergutachten des ZMB - wie befürchtet
- lediglich eine Rechtfertigung des ersten Gutachtens darstelle. Indem die ZMB-
Gutachter die "relevante Verschlechterung" auf den Zeitpunkt des Gutachtens von
Dr. E._ terminiert hätten, hätten sie dieses zumindest teilweise als zutreffend
anerkannt. Dass aber zwischen September 2005 und Mai 2006 plötzlich eine relevante
Verschlechterung eingetreten sein sollte, sei nicht nachvollziehbar. Das beigelegte
REM-Gutachten vom 18. Juli 2008 habe die ZMB-Gutachten als nicht schlüssig
bezeichnet. Der errechnete Invaliditätsgrad sei jedenfalls unrichtig, ebenso wie der
festgelegte Beginn der Rente. Gemäss Dr. E._ bestehe beim Versicherten eine
andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (wie gemäss Dr. C._).
Für Dr. E._ sei nicht nachvollziehbar, dass einerseits von hypochondrischen,
anderseits von histrionischen und narzisstischen Komponenten gesprochen werde.
Gemäss der Beurteilung des REM fänden sich im ersten ZMB-Gutachten mehrere
Widersprüche in dem Sinne, dass sich gegenseitig ausschliessende Diagnosen
genannt würden. So finde sich z.B. keine Angabe über den Zeitraum und den Grund
der Anpassungsstörung. Bei chronischen Rückenschmerzen könne die Diagnose einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung ausserdem gar nicht gestellt werden. Im
zweiten ZMB-Gutachten sei die Anamnese zu knapp. - Das REM hatte am 18. Juli 2008
(IV-act. 201-17 ff.) festgehalten, da die gestellte psychiatrische Diagnose gar nicht
zulässig sei, erwiesen sich das psychiatrische Teilgutachten und die gesamte
Beurteilung im Hauptgutachten (wohl: im ersten ZMB-Gutachten) als hinfällig. Das
Gutachten sei nicht nachvollziehbar.
A.n Der RAD hielt am 13. November 2008 (IV-act. 202) dafür, weder der Einwand des
Rechtsvertreters noch die Expertise des REM hätten zu den relevanten Punkten der
Befunde, Funktionseinschränkungen und Arbeitsunfähigkeit neue medizinische
Aspekte erbracht. Dr. E._ betrachte die Persönlichkeitsentwicklung des Versicherten
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überzeugend als unauffällig. Er gewichte allerdings das Ausmass und die Symptomatik
der depressiven Störung zu stark, denn die Symptome der Persönlichkeitsänderung
dürften dort nicht mehr berücksichtigt werden.
A.o Mit Verfügung vom 8. Januar 2009 (IV-act. 204, 206) sprach die IV-Stelle
(Verfügungsteil 1; recte: Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen)
bzw. die IV-Stelle St. Gallen (Verfügungsteil 2) dem Versicherten ab 1. April 2007 eine
halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad von 50 % zu.
B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Josef Jacober für den
Betroffenen am 12. Februar 2009 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und dem
Beschwerdeführer sei ab 1. Juni 2001 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen,
eventuell sei die Sache zur weiteren Abklärung, zur Einholung eines Obergutachtens
und zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Beide ZMB-
Gutachten würden sich als widersprüchlich, mangelhaft und nicht schlüssig erweisen.
Selbst wenn man auf das "überarbeitete" zweite ZMB-Gutachten abstellen wollte, wäre
der Invaliditätsgrad von 50 % unrichtig. Der auf psychiatrische Gutachten spezialisierte
Dr. E._ stelle eine andere Diagnose als das ZMB, nämlich wie der seit 2003 ambulant
behandelnde Dr. C._ diejenige einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach
Extrembelastung, welcher eine posttraumatische Belastungsstörung mit längerer
depressiver Reaktion vorangegangen sei. Seit mehreren Jahren liege gemäss Dr. E._
ein schwerer depressiver Symptomenkomplex vor und es müsse eine seit Jahren
bestehende volle Arbeitsunfähigkeit angenommen werden. Trotz Kenntnis des Berichts
von Dr. C._ und der Einschätzung des Neurologen, dass ein Leidensdruck da sei,
aber sehr wahrscheinlich psychische Symptome eine entscheidende Rolle spielten,
habe das ZMB den psychischen Leiden des Beschwerdeführers bei der Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit keine Beachtung geschenkt. Entgegen den Ausführungen im
orthopädischen Teil des ZMB-Gutachtens sei nie eine Spondylodese, sondern lediglich
eine Implantat-Stabilisierung durchgeführt worden. Das ZMB sei davon ausgegangen,
der Beschwerdeführer habe den mehrheitlich im Stehen und Gehen auszuübenden
Beruf des Zahnarztassistenten erlernt, während er aber eine Lehre als Zahntechniker
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(Tätigkeit im Sitzen) abgeschlossen habe. Gemäss Dr. D._ sei eine Einschränkung
von deutlich mehr als 30 % anzunehmen, wenn schon die Freizeitbeschäftigung und
das Sozialleben so stark eingeschränkt seien. Ihre Beobachtung habe gezeigt, dass der
Beschwerdeführer ungestützt weder sitzen noch stehen könne. Bereits bei einem
Beginn mit 30 % Arbeitstätigkeit dürfte er nach ihrer Beurteilung an die Limite kommen.
Sogar der IV-Sachbearbeiter habe im Übrigen den Widerspruch im ZMB-Gutachten
vermerkt, da der Beschwerdeführer rein somatisch für voll arbeitsfähig erklärt,
anderseits aber eine Operation als indiziert betrachtet worden sei. Es sei auf das
Gutachten von Dr. E._, ferner auf jenes von Dr. D._ abzustellen. Nach der
Beurteilung des REM sei das Gutachten des ZMB angesichts der sich
widersprechenden und sich ausschliessenden Diagnosen nicht nachvollziehbar und
nicht schlüssig. Aus den Akten gehe hervor, dass der Beschwerdeführer seit dem
Unfall im Januar 1998 nie mehr zu über 50 % arbeitsfähig gewesen sei. Nach einem
gescheiterten Arbeitsversuch sei er ab August 2003 zu 100 % arbeitsunfähig
geschrieben worden. Für die Vergangenheit sei von voller Arbeitsunfähigkeit
auszugehen. Das ZMB äussere sich nicht dazu, ab welchem Zeitpunkt die
Arbeitsunfähigkeit lediglich noch 30 % hätte betragen haben sollen. Da die IV-
Anmeldung im Mai 2001 erfolgt sei und die gesundheitlichen Einschränkungen bereits
im Mai 2000 bestanden hätten, bestehe der Rentenanspruch ab 1. Juni 2001. Beim
Einkommensvergleich habe die Beschwerdegegnerin übersehen, dass der
Beschwerdeführer eine Ausbildung (Lehre) als Zahntechniker abgeschlossen habe. Das
Valideneinkommen liege somit sicherlich höher als dasjenige für einfache und repetitive
Arbeiten. Dr. D._ gehe für die eher leichte Tätigkeit als Zahntechniker von einer
Arbeitsfähigkeit von 25 % aus. Wenn also überhaupt von einer Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers gesprochen werden könne, dann höchstens in diesem Umfang. Es
sei ein Abzug von 20 % angemessen. Sollten Zweifel an der Schlüssigkeit der
Gutachten von Dr. E._, Dr. D._ und des REM bestehen, wäre zwingend - endlich -
ein neutrales Obergutachten einzuholen.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 19./22. Juni 2009 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Beim Beschwerdeführer stünden die Schmerzen im
Bereich der unteren BWS bzw. die anhaltenden Rückenschmerzen im Vordergrund. Die
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subjektiven Schmerzangaben genügten nach der Rechtsprechung aber allein nicht, um
eine Invalidität zu begründen. Entscheidend sei, ob vom Beschwerdeführer trotz des
Leidens nach einem weitgehend objektivierten Massstab willensmässig erwartet
werden könne, zu arbeiten. In beiden ZMB-Gutachten seien die erhobenen Befunde
und Diagnosen und die daraus abgeleiteten Einschränkungen der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit schlüssig und nachvollziehbar begründet worden. Insbesondere sei
dargelegt worden, dass dem Beschwerdeführer aufgrund von vorhandenen
Ressourcen eine Willensanstrengung zur Überwindung seines psychosomatischen und
psychischen Leidens zugemutet werden könne. Diagnostische Differenzen seien nur
insofern von Bedeutung, als sie auch Unterschiede in der Auswirkung auf die Arbeits-
und Erwerbsfähigkeit mit sich brächten. Eine psychiatrische Diagnose lasse für sich
allein genommen noch keinen Schluss auf eine gesundheitlich bedingte Einschränkung
in der Arbeitsfähigkeit zu. Gegen die von Dr. E._ und von Dr. C._ gestellte
Diagnose einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung spreche,
dass langanhaltende Änderungen der Persönlichkeit nach einer kurzzeitigen
Lebensbedrohung wie bei einem Autounfall nicht dort einzuordnen seien, weil neuere
Forschungsergebnisse bei solchen Entwicklungen auf eine vorbestehende psychische
Vulnerabilität hinweisen würden. Die Sachverständigen des ZMB hätten an der
Beurteilung von Dr. E._ zu Recht bemängelt, dass er sich nicht mit der Frage befasst
habe, inwieweit dem Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht eine gewisse
Willensanstrengung zur Überwindung des psychosomatischen Leidens zugemutet
werden könne und inwieweit auch nichtmedizinische Faktoren am Ganzen beteiligt
seien. Entscheidend sei, dass das Gutachten von Dr. E._ keine objektiv feststellbaren
Gesichtspunkte zu benennen vermöge, die im Rahmen der psychiatrischen
Begutachtung unerkannt geblieben und geeignet seien, zu einer abweichenden
Beurteilung zu führen. Auch die Stellungnahme des REM vermöge die
Überzeugungskraft der beiden ZMB-Gutachten nicht zu erschüttern. Es könne der
Kritik, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung hätte nicht diagnostiziert werden
dürfen, nicht gefolgt werden. Aus den ZMB-Gutachten gehe nämlich hervor, dass
andauernde, schwere und quälende Schmerzen vorlägen, die weder durch einen
physiologischen Prozess noch durch eine körperliche Störung vollständig erklärt
werden könnten. Auch entsprächen die vom rheumatologischen Sachverständigen im
zweiten ZMB-Gutachten gestellten Diagnosen nicht den in der ICD-Kodifikation
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aufgeführten Ausschlussdiagnosen. Das orthopädische Gutachten von Dr. D._
vermöge keine Zweifel an der Überzeugungskraft der ZMB-Gutachten zu erwecken,
zumal sie selber davon ausgegangen sei, dass sie ähnliche Beschwerden und Befunde
beschrieben habe. Die fehlerhafte Feststellung des ZMB, es sei eine Spondylodese
durchgeführt worden, stelle für sich allein keinen Grund dar, die Ergebnisse
anzuzweifeln. Bei Beginn des Verfahrens sei dem Beschwerdeführer von Dr. B._ eine
volle Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte Tätigkeiten attestiert worden, in der BEFAS
von 80 %. Auch mit der Einschränkung um 30 % wäre der Beschwerdeführer in der
Lage gewesen, ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen. Validen- und
Invalideneinkommen seien ausgehend vom selben Tabellenlohn zu bestimmen. Es sei
ein Abzug von 10 % am Platz. Ein höherer Abzug sei nicht gerechtfertigt, insbesondere
nicht durch die reduzierte Leistungsfähigkeit bei voller Beschäftigung oder durch den
erhöhten Pausenbedarf. Bei der bis März 2006 bestehenden Arbeitsunfähigkeit von
30 % ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 37 %, ab April 2006 bei einer
Arbeitsunfähigkeit von 50 % ein solcher von 55 %.
D.
Mit Replik vom 20. August 2009 bringt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers vor,
der Arztbericht von Dr. B._ sei wenig aussagefähig. Auch Parteigutachten könnten
zur Feststellung des medizinischen Sachverhalts beitragen. Die Beschwerdegegnerin
versuche, die Schmerzen des Beschwerdeführers als subjektiv, d.h. nicht
objektivierbar, darzustellen, was aber nicht zutreffe. So habe etwa die Klinik für
Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen am 3. April 2001 festgehalten, die
Beschwerden seien vom klinischen Aspekt her sehr wahrscheinlich Ausdruck der
posttraumatischen Kyphosierung mit Instabilität. Im Austrittsbericht der Klinik Valens
sei erklärt worden, erschwerend zur körperlichen Problematik komme die psychische
Belastung hinzu, der Beschwerdeführer habe sich äusserst kooperativ und motiviert
gezeigt, habe jedoch unter Belastung vermehrt Schmerzen verspürt, und
Leistungsbereitschaft und Energie seien genügend vorhanden. Auch der IV-
Eingliederungsberater habe berichtet, der Beschwerdeführer habe in allen Abklärungen
mit Willen und Leistung überzeugt und die geistigen, intellektuellen Fähigkeiten seien
gemäss BEFAS beträchtlich. Der Eingliederungsberater habe auch festgehalten, er
habe angesprochen, dass der Beschwerdeführer nicht in der Lage wäre, bei einem
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längeren Arbeitsversuch eine volle Präsenzzeit einzuhalten, wie er es im Arbeitsversuch
getan habe, denn dies sei nur aufgrund eines stark erhöhten Medikamentenkonsums
möglich gewesen. Die Darlegungen des ZMB zur sprachlichen Situation würden zum
Schlussbericht der BEFAS in Widerspruch stehen, wo sich ein ausgezeichnetes
Sprachverständnis des Beschwerdeführers gezeigt habe. Die ZMB-Gutachter seien
offensichtlich von einem falschen Sachverhalt ausgegangen. Da der Bericht erst fünf
Monate nach der Begutachtung verfasst worden sei, sei nicht auszuschliessen, dass
der Beschwerdeführer verwechselt worden sei. Es sei auch nicht berücksichtigt
worden, dass er bereits im Juli 1999 in psychiatrischer Behandlung gewesen sei. Die
Beschwerdegegnerin habe wichtige Arztberichte nicht berücksichtigt, etwa den Bericht
von Dr. F._, bei dem der Beschwerdeführer von November 2001 bis Dezember 2003
der Rückenprobleme wegen behandelt worden sei. Die Angabe des ZMB, dem
Beschwerdeführer könne eine gewisse Willensanstrengung zu einem Teilbeitrag an
seinen Lebensunterhalt zugemutet werden, denn er verfüge über entsprechende
Ressourcen, die er leider in erster Linie für den Kampf um eine Rente verwende, sei
eine aktenwidrige, haltlose, von Voreingenommenheit strotzende Behauptung des
ZMB. Die Abklärung bei der MEDAS (wohl: BEFAS) und die Arbeitsversuche würden
das Gegenteil beweisen. Im zweiten Gutachten des ZMB habe dieses lediglich
versucht, das erste fehlerhafte Gutachten zu verteidigen. Immerhin werde aber
anerkannt, dass die Beurteilung von Dr. E._ zutreffend sei und das ZMB zu
identischen Schlüssen gelange. Es wäre im Übrigen nicht erstaunlich, wenn sich der
Beschwerdeführer aufgrund seiner schlechten Erfahrungen bei der ersten
Begutachtung bei der zweiten durch die gleichen voreingenommenen Ärzte anders
verhalten habe, misstrauisch und ängstlich gewesen sei. Die Stellungnahmen des RAD
würden den beweisrechtlichen Anforderungen nicht genügen. Der Bericht von Dr. B._
sei nicht brauchbar, denn er habe den Beschwerdeführer als Zahntechniker und in der
bisherigen Tätigkeit zu 50 % arbeitsunfähig geschrieben, während die bisherige
Tätigkeit aber eine schwere Tätigkeit in einer Sägerei gewesen sei. In der BEFAS sei
der psychischen Problematik nicht Rechnung getragen worden. Dass der
Beschwerdeführer bis Frühjahr 2006 nach der Aktenlage zu maximal 30 %
eingeschränkt gewesen sei, sei widerlegt, da der Arbeitsversuch vom Januar 2003
wegen der Rückenschmerzen habe abgebrochen werden müssen.
E.
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Die Beschwerdegegnerin hat am 28./31. August 2009 an ihrem Antrag festgehalten.

Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die
Beschwerdegegnerin hat die angefochtene Verfügung am 8. Januar 2009, also unter
der Geltung des Rechts dieser Revision, erlassen. Zu beurteilen ist der Sachverhalt, wie
er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses dieser Verfügung entwickelt hat. Dieser
Sachverhalt reicht in eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision zurück. Soll auf
bestimmte Sachverhalte nicht neues Recht Anwendung finden, sondern das
aufgehobene Recht massgebend bleiben, muss eine geltende Norm die
Weiteranwendbarkeit aufgehobenen Rechts für bestimmte Sachverhalte anordnen. Die
5. IV-Revision enthält keine die Rente betreffende übergangsrechtliche Bestimmung.
Das Bundesamt für Sozialversicherungen unterstellt aber zu Recht eine
ausfüllungsbedürftige Lücke (vgl. das Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007).
Die Definition der Sachverhalte, auf die noch altes Recht anwendbar sein soll, sollte
durch ein materiellrechtliches, unbeeinflussbares Merkmal erfolgen. In Frage kommen
der Zeitpunkt der Entstehung des Auszahlungsanspruchs oder der Eintritt des
Versicherungsfalls, beide definiert nach dem alten, ausser Kraft getretenen Recht (zum
Ganzen im Detail der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S
M. vom 28. Oktober 2009, IV 2009/5). Bezüglich des Rentenbeginns sind deshalb
vorliegend angesichts der IV-Anmeldung von 2001 und des Eintritts der
Arbeitsunfähigkeit 1998 die bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen
Bestimmungen (im Folgenden angeführt) anzuwenden. Für die Invaliditätsbemessung
hat sich indessen materiell keine Änderung der Rechtslage ergeben.
1.2 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer ab 1. April 2007 eine halbe Rente zugesprochen. Die
Arbeitsvermittlung hatte sie am 27. Mai 2008 abgeschlossen. Der Beschwerdeführer
lässt einzig (höhere, weiter zurückreichende) Rentenleistungen beantragen. Strittig ist
daher der Rentenanspruch. Zum Streitgegenstand gehört aber, weil der
Einkommensvergleich zur Bemessung des Invaliditätsgrades nach Art. 16 ATSG erst
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nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen vorzunehmen ist, notwendigerweise auch die Frage, ob
die Verwaltung eine allfällige Pflicht des Beschwerdeführers zu Massnahmen
beruflicher und medizinischer Art korrekt in Anspruch genommen habe.
1.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente,
wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.4 Für die Invaliditätsbemessung, welche das Mass der Zurücksetzung der
erwerblichen Leistungsfähigkeit infolge gesundheitlicher Beeinträchtigung ergeben soll,
sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen von Bedeutung. Aufgabe des Arztes
oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beschreiben und dazu Stellung zu
nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person
arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in der Folge eine wichtige Grundlage
für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch
zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte
Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch tatsächlich ausübt, ist für die
Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046 des vom Bundesamt für
Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in
der Invalidenversicherung = KSIH).
2.
2.1 Zum massgeblichen medizinischen Sachverhalt, der sich über die Jahre von 1998
bis 2009 erstreckt, liegen verschiedene Arztberichte und Gutachten vor. Nach Phasen
der Arbeitsunfähigkeit unterschiedlicher Höhe (mit Unterbruch, vgl. IV-act. 11-3) war
der Beschwerdeführer, der im Ausland eine Ausbildung absolviert hatte, die Aspekte
der schweizerischen Berufe des Zahnarztgehilfen, des Zahntechnikers und des
Dentalhygienikers umfasste (IV-act. 44-2), und der in der Schweiz innerhalb dreier
Jahre (1995 bis 1997) als Hilfsarbeiter in einer Sägerei tätig gewesen war (vgl. IV-
act. 44-2 und 70), nach der Beurteilung von Dr. B._ ("wahrscheinlich") und der Klinik
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Valens ab Juli 1999 in einer angepassten Tätigkeit wieder voll arbeitsfähig geworden.
Im Rahmen beruflicher Massnahmen erfolgte im Herbst 2002 eine Abklärung in der
BEFAS, wo unter Mitwirkung eines Rheumatologen von einer Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers für angepasste Tätigkeiten von 80 % ausgegangen wurde. Ab
Januar 2003 befand sich der Beschwerdeführer in einer Einarbeitungszeit.
2.2 Ab November 2002 (Behandlungsbeginn) waren dem Beschwerdeführer von
Dr. F._ wieder höhere Arbeitsunfähigkeiten bescheinigt worden, ab 18. August 2003
für die bisherige Tätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit, für eine angepasste Arbeit eine
solche von 50 %. Die Einarbeitung wurde im August 2003 abgebrochen. Dr. C._
attestierte dem Beschwerdeführer (ebenfalls ab entsprechendem Behandlungsbeginn,
d.h. November 2003) eine Arbeitsunfähigkeit von 70 %, selbst für angepasste Arbeit
(ohne Zeit- und Leistungsdruck) in geschütztem Rahmen. Die ZMB-Begutachtung vom
April 2005 ergab in orthopädischer Hinsicht, dass sich nach wie vor erhebliche
Schmerzen fänden, und zwar nicht nur im ursprünglich betroffenen Bereich der unteren
BWS, sondern im Bereich der ganzen Wirbelsäule, neuerdings auch an der HWS. Der
Befund der erheblichen Kyphosierung der BWS mit kompensatorischer Lordosierung
der LWS erkläre teilweise die Schmerzsymptomatik im Bereich der Wirbelsäule.
Neurologisch fand sich ein weitgehend normaler Befund. Aus somatischen Gründen
wurden daher schwere körperliche Arbeiten (mit repetitivem Heben von Gewichten
über 10 bis 15 kg, in körperlicher Zwangshaltung, mit regelmässiger Notwendigkeit
zum Bücken, vorwiegend im Stehen oder vorwiegend im Gehen oder vorwiegend im
Sitzen zu verrichten) ausgeschlossen. Wegen des Bedarfs an längeren Perioden des
Stehens und des Einhaltens von Zwangshaltungen bei der Arbeit als Zahnarztassistent
gab das ZMB hierfür eine Arbeitsunfähigkeit von 60 % an. In einer adaptierten Tätigkeit
hingegen sei der Beschwerdeführer somatisch gesehen voll arbeitsfähig. Nach der
orthopädischen Untersuchung wurde festgehalten, eine gewisse Tendenz zur
Schmerzausweitung sei nicht von der Hand zu weisen, nach der neurologischen
Untersuchung wurde erwähnt, es spielten sehr wahrscheinlich psychische Symptome
eine entscheidende Rolle. Aufgrund der psychiatrischen Symptomatik sei der
Beschwerdeführer zu 30 % arbeitsunfähig.
2.3 Das ZMB-Gutachten vom September 2005 stützt sich auf die Vorakten, es
wurden die Anamnese, die Angaben des Beschwerdeführers über seine Beschwerden
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und die objektiven Befunde in allgemeinmedizinischer und internistischer,
orthopädischer, neurologischer und psychiatrischer Hinsicht erhoben. Das Ergebnis
der Begutachtung wurde im Zusammenwirken des Internisten, Orthopäden und
Psychiaters gefunden.
2.4 Dr. D._ gelangte in einem orthopädischen Gutachten zuhanden des
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers vom 5. September 2006 zum Schluss, der
Beschwerdeführer sei in körperlich schwer belastenden Tätigkeiten voll arbeitsunfähig,
als Zahntechniker zu momentan mindestens 75 % arbeitsunfähig, in einer angepassten
Tätigkeit aber momentan zu 70 % arbeitsunfähig. Nach erfolgreicher (muskulärer)
Rehabilitation müssten 50 % Arbeitsfähigkeit, bei erfolgreichem Verlauf noch mehr
erreicht werden; mehr als 75 % Arbeitsfähigkeit seien aber sicherlich nicht zu erwarten.
Die Orthopädin hatte festgestellt, ein grosser Teil der Problematik sei muskulärer Natur.
Auch wenn es nicht angeht, auf eine erst künftig erwartete (höhere) Arbeitsfähigkeit
abzustellen, solange sie nicht erreicht ist, so erscheint die Differenz in der Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit zum ZMB-Gutachten doch unter diesen Umständen im Ergebnis
als relativiert. Dr. D._ hat ihrer orthopädischen Arbeitsunfähigkeitsschätzung
ausserdem lediglich theoretische Bedeutung zugemessen, da sie von einer
psychiatrisch bedingten vollen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen ist
2.5 Was die psychiatrische Seite betrifft, liegt mit dem Gutachten von Dr. E._ eine
von der ZMB-Einschätzung abweichende Beurteilung vor. Der Arzt nahm im Mai 2006
insbesondere aufgrund einer seit mehreren Jahren (wohl bereits seit kurzer Zeit nach
dem Unfall) bestehenden ausgeprägten depressiven Symptomatik (und geistiger
Inflexibilität) eine volle Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers an. Es ist allerdings
festzuhalten, dass noch in der Klinik Valens und in der BEFAS keine psychiatrisch
bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers festzustellen war.
Die psychiatrische Begutachtung durch das ZMB hat ausserdem die depressive
Komponente (Unfallfehlverarbeitung bei histrionisch akzentuierten
Persönlichkeitszügen mit vorwiegend depressiver Symptomatik) mitberücksichtigt und
das Ergebnis jener Begutachtung ist überzeugend begründet. Dass die beschriebene
depressive Symptomatik eine Arbeit geradezu gänzlich ausschliesse, erscheint
dagegen weniger einleuchtend. Selbst der behandelnde Psychiater Dr. C._ nahm
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schliesslich eine - wenn auch nur geringe - verbleibende Restarbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers an.
2.6 Der Beschwerdeführer hatte das ZMB-Gutachten durch das REM beurteilen
lassen. Dieses hielt dafür, im Gutachten fänden sich bei den Diagnosen mehrere
Widersprüche insofern, als sich die gestellten Diagnosen gegenseitig ausschlössen. So
finde sich etwa keine Angabe, wann die Anpassungsstörung zeitlich vorgelegen habe
und was der Grund hierfür gewesen sei. Die psychiatrische Diagnose einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung könne gemäss ICD-10-Klassifizierung bei chronischen
Rückenschmerzen gar nicht gestellt werden. Die Einwände des REM vermögen
indessen den Beweiswert des ZMB-Gutachtens nicht zu erschüttern. Die genannten
Begründungsdefizite erscheinen nicht relevant und die Argumentation, die gestellten
Diagnosen würden sich gegenseitig ausschliessen, lässt sich nicht nachvollziehen, sind
die Rückenschmerzen doch durch Schädigungen der Wirbelsäule (Status nach
Frakturen, Hyperkyphose) spezifiziert. Ausserdem ist anzumerken, dass auch Dr. E._
die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung für unzweifelhaft
gegeben hielt. Ferner kann davon ausgegangen werden, dass die verschiedenen Ärzte
im Wesentlichen übereinstimmende Befunde erhoben haben. Die diagnostische
Einreihung der Leiden ist unter diesen Umständen von lediglich zweitrangiger
Bedeutung, fragt doch Art. 4 Abs. 1 IVG nicht nach Art und Genese des
Gesundheitsschadens, welcher die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Massgebend ist
vielmehr, ob den geklagten Beschwerden vollumfänglich Rechnung getragen wurde
(vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S B. vom 9. August 2000,
I 432/99). Nach der Beurteilung des zweiten ZMB-Gutachtens vom Dezember 2007 ist
auch in psychiatrischer Hinsicht von ziemlich identischen diagnostischen Schlüssen
Dr. E._s auszugehen (IV-act. 181-25). Ein für die Beurteilung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers wesentliches Sachverhaltselement, das von
Dr. E._ oder Dr. D._ erkannt worden, im Gutachten aber zu Unrecht
unberücksichtigt geblieben wäre, lässt sich nicht ersehen. Dass im orthopädischen Teil
des ZMB-Gutachtens die operative Versorgung durch eine Spondylodese Th10 bis L1
erwähnt wurde, führt zu keinem anderen Schluss. Es muss nicht angenommen werden,
die medizinische Arbeitsfähigkeitsschätzung sei davon ausschlaggebend beeinflusst
gewesen. Im Übrigen haben auch die Klinik für Orthopädische Chirurgie am
Kantonsspital St. Gallen am 3. April 2001 (IV-act. 7-1) und die Schmerzklinik
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Kirschgarten in einem Bericht vom 29. Oktober 2001 diese Diagnose (anstelle der
dorsalen Aufrichtung bzw. Stabilisation) erwähnt. Auch die Stellungnahmen von
Dr. D._ und Dr. E._ vermögen der Beweiskraft des ZMB-Gutachtens nach dem
Dargelegten keinen Abbruch zu tun. Dass der somatische Befund Schmerzen (und
einen entsprechenden Leidensdruck) bewirkt, worauf gemäss Dr. D._ auch der
Medikamenteneinsatz schliessen lässt, ist vom ZMB grundsätzlich (abgesehen vom
geklagten Ausmass) anerkannt und berücksichtigt worden. Was die Diagnose einer
somatoformen Schmerzstörung betrifft, kann angemerkt werden, dass keine reine
Schmerzsymptomatik vorliegt, sondern unbestrittenermassen nicht unerhebliche
objektivierbare Schädigungen und Beeinträchtigungen bestehen. Es ist also nicht von
einem weitgehenden Fehlen eines somatischen Befundes auszugehen, zu welchen
Tatbeständen die Rechtsprechung festhält, dass die (rein) psychiatrische Erklärbarkeit
einer Schmerzsymptomatik allein für eine sozialversicherungsrechtliche
Leistungsbegründung nicht genüge (vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S M. vom 29. Juli
2008, 9C_830/07; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S N. vom
12. Dezember 2005, I 324/05; BGE 130 V 352). Ein organisches Substrat liegt hier
(zumindest für einen Teil der Beschwerden) vor. Ausserdem ist nach gutachterlicher
Beurteilung auch eine anderweitige psychiatrische Symptomatik mit Krankheitswert
vorhanden.
2.7 Dem Ergebnis des polydisziplinären ZMB-Gutachtens vom September 2005 kann
daher nach Würdigung aller Beweismittel gefolgt werden.
3.
3.1 Im Dezember 2007 begutachtete das ZMB den Gesundheitszustand und die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erneut. Es wurde mit den medizinischen
Einschätzungen von Dr. E._ und Dr. D._ konfrontiert und nach einer allfälligen
Veränderung im Zeitablauf befragt. Erwartet wurde eine Stellungnahme zu den beiden
andern Gutachten, aber keine Oberbegutachtung. Das Ergebnis der Begutachtung
erschien offen und trotz der Vorbefassung nicht vorbestimmt, was nach der
Rechtsprechung (vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S J. vom 20. August 2008, 8C_89/07
E. 6) entscheidend ist. Die Feststellung, der Beschwerdeführer verfüge über
beträchtliche Ressourcen, die er gegenwärtig leider in erster Linie für seinen Kampf um
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seine Rente verwende, weist nicht auf eine Befangenheit der Gutachter hin. Sie wollten
wohl zum Ausdruck bringen, dass die Ressourcen leider nicht (mehr) für eine
Erwerbstätigkeit eingesetzt worden seien. Im Hinweis des ZMB, dass die schriftlichen
Sprachkenntnisse des Beschwerdeführers für eine anspruchsvollere berufliche
Tätigkeit nicht ausreichten, ist kein Widerspruch zur BEFAS-Beurteilung zu sehen. Dort
wurde festgehalten, dem Beschwerdeführer mangle es - bei ausgezeichnetem
Sprachverständnis - bei selber verfassten Texten an Orthographie- und
Grammatikkenntnissen.
3.2 Bei dieser jüngeren ZMB-Begutachtung zeigten sich in somatischer Hinsicht
keine wesentlichen Veränderungen im Vergleich zu 2005. Psychiatrisch gesehen
allerdings bestand eine deutlicher ausgeprägte depressive Symptomatik. Der
Beschwerdeführer habe sich sozial zunehmend zurückgezogen. Es sei (nach wie vor)
eine deutliche psychosomatische und psychische Überlagerung vorhanden. Es finde
sich aber auch eine psychiatrische Symptomatik, die nicht nur im Rahmen einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung beurteilt werden könne und der ein
gewisser Krankheitswert zugemessen werden müsse. Hierin liege verglichen mit der
Vorbegutachtung eine relevante Verschlechterung. Auch das Ergebnis dieser zweiten
Begutachtung durch das ZMB erscheint begründet und nachvollziehbar. Im Gutachten
wird darauf hingewiesen, dass die Schwierigkeit in der Gewichtung der Symptomatik
liege. Der im Zusammenwirken der ZMB-Gutachter zustande gekommenen Beurteilung
kommt in der Beweiswürdigung grosses Gewicht zu. Gründe, derentwegen an den
Schlussfolgerungen des Gutachtens zu zweifeln wäre, sind nicht ersichtlich. Es kann
daher darauf abgestellt werden, dass der Beschwerdeführer gemäss dem
Begutachtungsergebnis ab Frühjahr 2006 zu lediglich noch 50 % arbeitsunfähig ist.
4.
4.1 Was die erwerblichen Auswirkungen der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
betrifft, wird nach Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
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4.2 Da der Beschwerdeführer keine Erwerbstätigkeit ausübte, welche als Grundlage
für die Bestimmung seines Valideneinkommens herangezogen werden könnte, und er
seine ausländische Ausbildung nicht einsetzen konnte, sind beide
Vergleichseinkommen aufgrund von statistischen Werten (Tabellenlöhnen) zu
bemessen, wie es die Beschwerdegegnerin zu Recht getan hat. Für das
Valideneinkommen und als Ausgangspunkt zur Bestimmung des Invalideneinkommens
ist dabei vom selben Wert auszugehen. Der Invaliditätsgrad entspricht bei solchen
Verhältnissen dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzuges
vom Tabellenlohn (Bundesgerichtsentscheid i/S H. vom 10. Juli 2009, 9C_360/09;
Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S M. vom 8. Juni 2005,
I 552/04 E. 3.4).
4.3 In der Praxis werden die zur Bestimmung des Invalideneinkommens
herangezogenen Tabellenlöhne gekürzt, wenn Versicherte, die in ihrer letzten Tätigkeit
körperliche Schwerarbeit verrichteten, nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für
leichtere Arbeiten nur beschränkt einsatzfähig sind, wenn sie - unabhängig von der
früher ausgeübten Tätigkeit - als gesundheitlich Beeinträchtigte im Rahmen leichter
Hilfsarbeitertätigkeiten nicht mehr voll leistungsfähig sind oder wenn weitere
persönliche und berufliche Merkmale wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit,
Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die
Lohnhöhe haben. Der Abzug ist nicht schematisch vorzunehmen. Vielmehr ist der
Einfluss aller Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im
Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Letztlich ist der
Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden
Merkmale auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen (vgl. BGE 126 V 75). Der
Beschwerdeführer ist auf eine Arbeit ohne repetitives Heben und Halten von Lasten
über 10 kg, ohne Zwangshaltung für den Rücken und ohne regelmässigen Bedarf, sich
zu bücken, angewiesen. Er kann lediglich noch teilzeitlich einer Tätigkeit nachgehen. Es
muss daher damit gerechnet werden, dass er nach Eintritt des Gesundheitsschadens
die statistisch erhobenen Einkommen, welche die durchschnittlichen Lohnverhältnisse
gesunder Arbeitnehmer widerspiegeln, nicht wird erreichen können. Es rechtfertigt
sich, einen Abzug von 10 % von den Tabellenlöhnen vorzunehmen. Zusammen mit der
Arbeitsunfähigkeit von 30 % während der ersten Phase ergibt sich auf diese Weise ein
Invaliditätsgrad von 37 % (30 % zuzüglich 0.1 x 70 %), der nicht rentenbegründend ist.
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Nach der Verschlimmerung des psychischen Leidens allerdings, bei einer
Arbeitsunfähigkeit von 50 %, ergibt sich ein rentenbegründender Invaliditätsgrad von
55 % (50 % zuzüglich 0.1 x 50 %).
5.
5.1 Der Eintritt des Rentenfalls wird durch Art. 29 Abs. 1 IVG geregelt. Der
Rentenanspruch entsteht (abgesehen von der hier nicht anwendbaren lit. a) frühestens
in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne
wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig (Art. 6
ATSG) gewesen war (lit. b). Die einjährige Wartezeit gilt als eröffnet, sobald eine
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % vorliegt (AHI 1998 S. 124 E. 3c). Im Rahmen
des Art. 29 Abs. 1 IVG nicht anwendbar ist nach der Rechtsprechung des
Bundesgerichts der Grundsatz, dass bei langdauernder Arbeitsunfähigkeit im
angestammten Beruf - oder sobald klar wird, dass die Wiederaufnahme der bisher
ausgeübten Tätigkeit nicht mehr in Frage kommt - nach Ablauf einer gewissen
Übergangsfrist auch zumutbare Tätigkeiten in einem andern Beruf zu berücksichtigen
sind. Bei der Anwendung dieser Bestimmung ist ausschliesslich die Arbeitsunfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit zu betrachten (Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i/S S. vom 23. Oktober 2003, I 392/02, vgl. BGE 130 V 99 E. 3.2,
bereits unter Hinweis auf den künftigen Art. 6 ATSG). Ein wesentlicher Unterbruch der
Arbeitsfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person an mindestens
30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29 IVV; Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S K. vom 26. März 2004, I 19/04). Auch vor
der Anmeldung liegende Zeiten von Arbeitsunfähigkeit sind zu berücksichtigen
(ZAK 1966 S. 58; Ulrich Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, S. 238;
BGE 117 V 26 E. 3b; BGE 121 V 264; Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i/S C. vom 2. März 2000, I 307/99).
5.2 Nach der Aktenlage ist (infolge eines Unterbruchs) von einem Ablauf des
Wartejahres im Oktober 1999 auszugehen. Damals war der Beschwerdeführer in
angepasster Tätigkeit voll arbeitsfähig, so dass der Rentenanspruch mangels
rentenbegründender Erwerbsunfähigkeit nicht entstand (der Beschwerdeführer hatte
sich im Übrigen verspätet angemeldet). Im Jahr 2002 wurde die Eingliederungs- und
ter
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Arbeitsfähigkeit im Hinblick auf eine Einarbeitung abgeklärt und eine solche später
aufgenommen. Im August 2003 trat nach der Aktenlage eine Verschlechterung des
Zustands ein, worauf nach dem Dargelegten von einer Arbeitsunfähigkeit in adaptierter
Tätigkeit von 30 % auszugehen war. Mangels eines rentenbegründenden
Invaliditätsgrades entstand auch damals kein Anspruch. Ab Frühjahr 2006 (es
rechtfertigt sich, mit der Beschwerdegegnerin von April auszugehen) indessen betrug
die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers in adaptierter Arbeit 50 %. Da
angenommen werden kann, in schweren Tätigkeiten (wie den in der Schweiz
ausgeübten) sei der Beschwerdeführer seit dem Unfall nicht mehr arbeitsfähig
geworden, lag auch im April 2006 noch ein Jahr mit einem ausreichenden Durchschnitt
an Arbeitsunfähigkeit zurück, so dass - unter dem Vorbehalt von
Eingliederungsmassnahmen - der Anspruch auf eine halbe Rente im April 2006
unmittelbar entstand.
5.3 Dass die Beschwerdegegnerin keine beruflichen Massnahmen mehr angeordnet
hat, lässt sich nicht beanstanden. In Frage kam - und kommt allenfalls weiterhin - nebst
der Arbeitsvermittlung allein ein Anspruch auf Einarbeitung.
6.
6.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 8. Januar 2009 insofern teilweise zu schützen, als dem
Beschwerdeführer ab 1. April 2006 eine halbe Rente zuzusprechen ist.
6.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Eine
Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen. Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in
Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder
teilweise abgewiesen werden. Der Beschwerdeführer hat mit der Aufhebung der
angefochtenen Verfügung, im Übrigen aber nur zu einem geringen Teil obsiegt, so dass
es sich rechtfertigt, ihm ermessensweise zwei und der Beschwerdegegnerin einen
Drittel der Gerichtskosten aufzuerlegen. Der Anteil des Beschwerdeführers an den
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 25/26
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Gerichtskosten von Fr. 400.-- ist durch seinen geleisteten Kostenvorschuss von
Fr. 600.-- getilgt und der Restbetrag von Fr. 200.-- ist ihm zurückzuerstatten.
6.3 Der Beschwerdeführer hat bei teilweisem Obsiegen Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61
lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat
eine Kostennote mit einem Betrag von Fr. 4'969.60 (Fr. 4'470.-- Honorar, Fr. 148.60
Barauslagen, Fr. 351.-- MWSt) eingereicht. Die Honorarpauschale beträgt in der
Verwaltungsrechtspflege vor Versicherungsgericht Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.-- (Art. 22
Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten; sGS 963.75).
In einem Fall mit mittlerem Aufwand und Schwierigkeitsgrad wird praxisgemäss eine
Pauschalentschädigung von Fr. 3'500.-- ausgerichtet. Hier ist ein
überdurchschnittlicher Ansatz gerechtfertigt; die Honorarnote erscheint angemessen.
Es rechtfertigt sich, die (anteilsmässige) Parteientschädigung auf pauschal Fr. 1'656.55
(ein Drittel der Kostennote, einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP