Decision ID: fab2691c-89e2-4e1e-9133-a2e540698e7b
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1952, arbeitete ab dem 7. Mai 2005 zu 70
%
in der Klinik
C._
, in der Hauswirtschaft und war im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses bei der
Swica
Versicherungen AG (
Swica
) für die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten obligatorisch versichert
. Am 29. November 2011 stürzte sie während der Arbeit auf einer Treppe und schlug das linke Knie an (Unfallmeldung UVG vom
2.
Dezember 2011,
Urk.
8/1). Wegen erheblicher Belastungsschmerzen suchte sie am folgen
den Tag den Hausarzt
Dr.
med.
F._
, Spezialarzt für Rheumatologie, auf (Arztzeugnis UVG vom 25. Januar 2012,
Urk.
8/12).
Dieser liess
Mitte Dezember
eine Magnetresonanzuntersuchung des linken Knies anfertigen
, welche die Befunde einer
Hinterhornläsion
des medialen Meniskus,
femorotibiale
r
und
femoropatelläre
r
/
retropatelläre
r
Knorpelschäden mit einer aktivierten
retropa
tellären
Arthrose
und verschiedener Ödeme ergab
(
Radiologiebericht
von PD
Dr.
med.
G._
vom 16. Dezember 2011, Urk.
8/9)
.
Er verwies die Versi
cherte daraufhin an PD
Dr.
med.
H._
, Klinik
C._
(Anmeldung vom 6. Januar 2012,
Urk.
8/27/7), und PD
Dr.
H._
führte a
m 17.
Januar
2012 eine diagnostische Arthroskopie des linken Knies mit anschliessender Operation durch, wobei unter anderem das mediale Meniskus-
Hinterhorn
total entfernt
und das laterale Meniskus-
Hinterhorn
teilreseziert wurde (Operationsbericht in
Urk.
8/10).
1.2
Die
Swica
kam für die Kosten der Operation einschliesslich Spitalaufenthalt auf und erbrachte
vorerst
Taggeldleistungen (vgl.
die Zusage der
Swica
betreffend Taggeldleistungen vom 7. Dezember 2011,
Urk.
8/3, sowie das
Kostengut
sprache
gesuch und die Kostengut
sprache vom Januar 2012 in Urk.
8/6 und
Urk.
8/7).
In der Folge zog die
Swica
die Aufzeichnungen über die Konsultationen der Versicherten
bei PD
Dr.
H._
von Janua
r bis April 2012 bei (
Urk.
8/18 und
Urk.
8/27/4), liess sich die Berichte von
Dr.
med.
J._
, Spezialarzt für Radiologie, vom 24. April 2012 über je eine Magnetresonanztomographie des linken Kniegelenks (
Urk.
8/24/2) und des li
nken oberen Sprunggelenks (Urk.
8/24/1) zustellen und holte von PD
Dr.
H._
den Bericht vom 4. Mai
2012 und von
Dr.
F._
den Bericht vom 28. Mai 2012 ein (
Urk.
8/25
mit den Fragen in
Urk.
8/23 sowie
Urk.
8/26/2)
.
1.3
Am 4. Juni 2012 ersuchte die Physiotherapiepraxis am
K._
die
Swica
um Kostengutsprache
für eine Serie von Sitzungen (
Urk.
8/30). Die
Swica
liess die Versicherte daraufhin durch
Dr.
med. I._
, Spezialarzt für Orthopädi
sche Chirurgie, vertrauensärztlich untersuchen (Beri
cht von Dr.
I._
vom
14. Juni 2012,
Urk.
8/36; Frage
nkatalog vom 5. Juni 2012, Urk.
8/35).
Mit Schreiben vom 26. Juni 2012 eröffnete die
Swica
der Versicherten, dass sie die
Leistungen per 1
2.
Juni 2012 einstelle, da kein Zusammenhang mehr zwischen den fortbestehenden Beschwerden und dem Unfall vom 29. November 2011 bestehe (
Urk.
8/43).
Die Versicherte, vert
reten durch
L._
,
eidg
.
dipl.
Sozialversicherungsfachmann
,
in Su
bstitution von Rechtsanwalt Dr.
Felix Rüegg, erklärte sich m
it Eingabe vom 15. August 2012
als nicht ein
verstanden mit der Leistu
ngseinstellung (
Urk.
8/52). Die
Swica
bestätigte daraufhin die Leistu
n
gseinstellung mit Verfü
gung vom 1
2.
Oktober 2012 (Urk.
8/53). Dagegen liess die Versicherte mit Eingabe vom 1
2.
November 2012 Einsprache erheben (
Urk.
8/57) und beantragen, in Aufhebung der Verfügung seien weiterhin die gesetzlichen Versicherungsleistungen zu erbringen und die strittige Kausalitätsfrage sei gutachterlich abzuklären (
Urk.
8/57 S. 1 f.). Mit Entscheid vom 2
2.
November 2012 wies die
Swica
die Einsprache ab (
Urk.
2 =
Urk.
8/58).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
2.
November 2012 liess
X._
durch Rechtsanwalt
Dr.
Felix Rüegg Beschwerde erheben
(
Urk.
1)
und beantragen, der Entscheid sei aufzuheben und die
Swica
sei zu verpflichten, weiterhin die gesetzlichen Versicherungsleistungen zu erbringen, eventuell sei ein
Gerichts
gutachten
in Auftrag zu geben oder die Sache an die Vorinstanz zurück
zuwei
sen, damit diese eine Begut
achtung in die Wege leite (
Urk.
1 S. 2).
Die
Swica
beantragte in der Beschwerdeantwort vom 7. Februar 2013 (
Urk.
7), die Beschwerde sei abzuweisen (
Urk.
7 S. 2
), wovon die Versicherte am 11.
Februar 2013 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
9).
Mit Eingabe vom 3. März 2014 (Urk. 10) informierte Rechtsanwalt Dr. Felix Rüegg das Gericht über den Tod von
X._
am 7. Februar 2014 (vgl. die Todesbescheinigung in Urk. 11/1).
Das Gericht sistierte den Prozess deshalb mit Verfügung vom 14. März 2014 bis zum Entscheid über den Antritt der Erbschaft von
X._
(
Urk.
16). Nachdem das Gericht den Erbschein des Bezirksge
richts
M._
vom 1
2.
Juni 2014 erhalten hatte (
Urk.
20), hob es mit Verfügung vom 27. Juni 2014 die Sistierung des Verfahrens auf, nahm
Vormerk
vom Ein
tritt der Erben - des Ehemannes
Y._
und der Nachkommen
Z._
,
A._
und
B._
-
in den Prozess und setzte den Erben Frist an, um zu erklären, ob sie den Pro
zess weiterführen wollten (Urk.
21).
Mit Ein
gabe vom 1. September 2014 liessen die Erben, alle vertreten durch Fürspreche
rin
D._
in Su
bstitution von Rechtsanwalt Dr.
Felix Rüegg, dem Gericht mitteilen, dass sie den Prozess weiterzuführen wünschten (
Urk.
25). Ausserdem liessen sie den Vorbescheid der Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich (SVA), IV-Stelle, vom 7. März 2014 einreichen, mit dem sie über die geplante Zusprechung einer ganzen Rente für die Zeit vom 1. November 2012 bis zum 28. Februar 2014 ori
entiert worden waren (
Urk.
26).
Mit Verfügung vom
2.
September 2014 (
Urk.
27) zog das Gericht die Akten der Invalidenversicherung bei (
Urk.
29/1-94). Die Versicherte hatte sich dort Ende Mai 2012 wegen des Knieleidens angemeldet (
Urk.
29/3
), und die IV-Stelle hatte unter anderem den Bericht von PD
Dr.
H._
vom 1
2.
Juli 2012 eingeholt (
Urk.
29/15).
Im Juli 2012 war neu ein
maligner
Weichteiltumor am rech
ten Fuss diagnostiziert worden; diese
Erkrankung
war ursächlich für den Tod der Versicherten im Februar 2014 (vgl. die medizinischen Akten in
Urk.
29/28-94)
.
Die Parteien verzichteten mit den Eingaben vom 25. September 2014 (Erben;
Urk.
32) und vom 14. Oktober 2014 (
Swica
;
Urk.
34) auf eine Stellungnahme zu den Akten der Invalidenversicherung.
Auf die eingereichten Unterlagen und die Ausführungen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingun
gen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträch
tigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402
E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses
Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 26. April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
). Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu
sammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin nach dem 1
2.
Juni 2012 weiterhin leistungspflichtig ist für die Beschwerden
im linken Knie
, die ab diesem Zeitpunkt fortbestanden.
2.2
PD
Dr.
H._
führte im Operationsbericht vom 17. Januar 2012 zur Indika
tion aus, die Versicherte habe bei der ers
ten Konsultation bei ihm vom 9.
Januar 2012 berichtet, sie sei am 29. November ausgerutscht, habe das linke Knie ver
dreht und dort sofort einen stechenden Schmerz verspürt. Diese
Schmerzsymp
tomatik
sei unverändert geblieben und es seien inzwischen auch Knieblockaden aufgetreten (
Urk.
8/10 S. 1). In der
B
eurteilung zuhanden der
Beschwerdegeg
nerin
vom 4. Mai 2012 legte PD
Dr.
H._
dann dar, bei der Arthroskopie vom 17. Januar 2012 habe sich eine ausgeprägte Arthrose des linken Kniege
lenks gezeigt.
Die stechenden Schmerzen seien durch die Meniskusläsion bedingt gewesen und bestünden inzwischen nicht mehr, hingegen stünden nun
arthrotische
Beschwerden im Sinne von Belastungsschmerzen im Vordergrund
(
Urk.
8/25 S. 2).
P
D
Dr.
H._
unterschied
somit zwei Problemkreise, die für die Beschwer
den im
linken Knie verantwortlich waren
: Zum einen die Meniskusläsion und zum andern
arthrotische
V
eränderungen im Kniegelenk. Dr.
I._
folgte ihm in dieser Unterscheidung; auch er nannte auf der einen Seite die Meniskusläsion und auf der andern Seite die
Gonarthrose
als bestimmende Faktoren für das Beschwerdebild und äusserte in Übereinstimmung mit PD
Dr.
H._
die Auffassung, dass das gegenwärtige Zustandsbild
- mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit -
nicht mehr auf die Meniskuslä
sion zurückzuführen
, son
dern Ausdruck der Arthrose sei (
Urk.
8/36).
2.3
Die Unfallkausalität der Meniskusläsion mit den unmittelbar nach dem Ereignis aufgetretenen stechenden Schmerzen wurde weder von PD
Dr.
H._
noch von
Dr.
I._
in Frage gestellt
, und die Beschwerdegegnerin
anerkannte dem
entsprechend
ihre Leistungspflicht für die Operation und die Arbeitsunfähigkeit in der ersten Zeit nach dem Unfall diskussionslos
(vgl. Urk.
8/3 und
Urk.
8/7)
.
Die Meniskusläsion ist daher mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwie
genden Wahrscheinlichkeit als unfallkausal zu beurteilen.
Ebenso i
st aufgrund der einhelligen Auffassung von PD
Dr.
H._
und
Dr.
I._
überwiegend wahrscheinlich, dass
die Beschwerden
im strittigen Zeitpunkt der Leistungseinstellung
nicht mehr auf die unfallkausale
Meniskus
läsion
, sondern auf die Kniegel
enksarthrose zurückzuführen waren
. Damit stellt sich die weitere Frage nach der Unfallkausalität dieser
arthrosebedingten
Beschwerden.
2.4
2.4.1
Zur
Frage, ob der Unfall die einzi
ge oder allenfalls eine Mitursache der festge
stellten gesundheitlichen Störung sei (
Urk.
8/23 Frage 3.1), hielt PD Dr.
H._
im Bericht vom 4. Mai 2012, wie oben zitiert
(E. 2.2), zunächst
fest,
die ursprünglichen, stechenden Schmerzen
hätten
mit der Meniskusläsion
zusammengehängt
,
nunmehr stünden
jedoch
arthrotische
Beschwerden im Vor
dergrund
, und er fügte an,
es liege demen
tsprechend eine Mitursache vor
(
Urk.
8/25 S. 2)
.
Mit
der nächsten Frage wurde PD
Dr.
H._
dazu aufge
fordert, für den Fall, dass er die vorangegangene Frage nicht klar bejahen oder verneinen könne, zu erklären, ob der Unfall eine bloss mögliche oder eine überwiegend wahrscheinliche Ursache der Gesundheitsstörung sei
(
Urk.
8/23 Frage 3.2), und er hielt dazu fest,
der Unfall habe die Situation im linken Knie
gelenk beschleuni
g
t und die
Arthrosebeschwerden
verstärkt,
weshalb
hier eine mögliche Ursache der Gesundheitsstörung vor
liege (
Urk.
8/25 S. 2).
Auf die Frage schliesslich, ob die durch den Unfall bedingte Verschlimmerung einer vorbestehenden Gesundheitsschädigung abgeheilt sei (
Urk.
8/23 Frage 3.3), gab PD
Dr.
H._
an, die durch den Unfall verursachte Verschlimmerung der
Arthrosebeschwerden
sei immer noch vorha
n
den, was im
Magnetresonanzto
mogramm
vom 24. April 2012 deutlich habe nachgewiesen werden können, bedingt durch d
a
s Knochenmarködem (
Urk.
8/25 S. 2
; vgl. auch
Urk.
29/15
).
2.4.2
Beweisrechtlich
ist
danach zu fragen, ob die anfängliche Verstärkung der
Arthro
sebeschwerden
durch den Unfall überwiegend wahrscheinlich ist, wofür
die Beschwerdeführenden die Beweislast tragen
. Ist eine solche überwiegende Wahrscheinlichkeit der anfänglichen unfallbedingten Verstärkung der
Arthrose
beschwerden
zu bejahen,
so ist für den Zeitverlauf mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen, dass der Unf
all seine Bedeu
tung als (Teil-)U
rsache der
Arthrosebeschwerden
verloren hat, und hier ist es die Beschwerdegegnerin, welche die Beweislast trägt.
Für die Klärung dieser Beweisfragen sind d
ie
Antworten von PD
Dr.
H._
auszulegen und
in den
zeitlichen
Gesamtkontext zu stellen. Aus sich selbst heraus sind sie deshalb
nicht
ganz eindeutig,
weil
die Beschwerdegegnerin in ihrer Fragestellung den Zeitverlauf ausser Acht liess; sie fragte
in den Ziffern 3.1 und 3.2
(
Urk.
8/23)
lediglich nach der Ursache der Gesundheits
störung, ohne zu präzisieren, ob sich die Frage auf den anfänglichen oder auf den aktuellen Zustand beziehe.
2.4.3
Wenn
PD
Dr.
H._
bei der Frage 3.3 angab, die durch den Unfall verur
sachte Verschlimmerung der
Arthrosebeschwerden
sei immer noch vorhanden, was im
Magnetresonanztomogramm
vom 24. April 2012 deutlich habe nachge
wiesen werden können, so spricht dies
, wie in der Beschwerdeschrift dargetan (vgl.
Urk.
1 S. 6 und S. 7),
auf den ersten Blick
dafür, dass für ihn
die anfängli
che un
fallbedingte Verstärkung der
Arthrosebeschwerden
erwiesen war, was rechtlich deren überwiegende Wahrscheinlichkeit begründen würde. Die voran
gegangene
Feststellung, der Unfall stelle (nur) eine mögliche Ursache der Gesundheitsstörung dar, könnte sich dann folgerichtig nur auf die Entwicklung im Zeitverlauf bis zur Erstell
ung seiner Beurteilung beziehen.
Allerdings leuchtet zwar sehr wohl ein, dass das Knochenmarködem im
Magnetresonanztomogramm
vom 24. April 2012
(vgl.
Urk.
8/24/2)
ein Anzei
chen für eine Verschlimmerung de
r
Arthrosebeschwerden
darstellt;
dass es ein Anzeichen für eine
unfallbedingte
Verschlimmerung sein soll, ist hingegen nicht plausibel.
Denn
Kochenmarködeme
fanden sich nicht nur im linken Kniegelenk, sondern auch das gleichzeitig erstellte
Magnetresonanztomogramm
des linken oberen Sprunggelenks, das vom Unfall nicht betroffen gewesen war, zeigte Knochenmarködeme an verschiedenen Stellen (vgl.
Urk.
8/24/1)
.
Dr.
I._
machte in seiner Beurteilung denn auch nicht den Unfall selbst für die Ver
schlimmerung der
Arthrosebeschwerden
verantwortlich, sondern vielmehr die Arthroskopie vom 17. Januar 201
2.
Er legte dar, es sei bekannt, dass eine
arthroskopische
Resektion bei bestehender
Gonarthrose
eine gewisse Aktivie
rung der Arthrose verursache, und er persönlich den Patienten sogar sage, in 30
%
der Fälle werde durch die Arthroskopie eine deutliche Aktivierung der Arthrose bewerkstelligt (
Urk.
8/36 S. 3).
Umstände, die an diesem Zusammen
hang zweifeln liessen, bestehen nicht; namentlich steht die Beurteilung von PD
Dr.
H._
nicht im Widerspruch dazu.
Nun war der Anlass für die Arthro
skopie vom 17. Dezemb
er 2011 zwar der Unfall vom 29.
November 2011 und die dabei erlittene Meniskusverletzung. Aus dem Operationsbericht
(
Urk.
8/10)
geht jedoch hervor, dass
der Operateur neben den
Meniskusresektion
en
weitere Arbeiten im Kniegelenk vornahm, die nicht der Behandlung der Meniskusläsion dienten, sondern auf die verschiedenen degenerativen Veränderungen
aus
ge
rich
t
et waren. Soweit es diese Vorkehren waren, welche die Aktivierung der
arthrotischen
Beschwerden bewirkt
en, kann nicht von einer Unfallbedingtheit dieser Aktivierung gesprochen werden.
Insofern ist die Beurteilung von
Dr.
I._
entgegen der Ansicht in der Beschwerdeschrift (
Urk.
1 S. 6 f.) nicht widersprüchlich.
Im Übrigen
trifft nicht zu, dass der Bericht von
Dr.
I._
- wie in der Beschwerdeschrift
geltend gemacht wird (
Urk.
1 S.
8) - nicht ver
wertbar ist, weil er nicht unter Beachtung aller Vorschriften für die Einholung eines Gutachtens in Auftrag gegeben worden ist. Denn
da das
Verwaltungsver
fahren
keine geschlossene Zahl zulässiger Beweismittel kennt (vgl.
Kieser
, ATSG-Kommentar,
2.
Auflage
, 2009, N
15 ff. zu Art. 43 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]), kann der Bericht von
Dr.
I._
auch verwertet werden, wenn er die Anforderungen an ein Gutachten nicht erfüllt.
2.4.4
Zusammengefasst ist es a
ngesichts der zahlreic
hen vorbestandenen
arthro
-
tischen
Veränderungen und
des Umstandes, dass die Operation neben der Menis
kusverletzung auch diese Veränderungen betraf, lediglich als möglich, nicht aber als überwiegend wahrscheinlich zu beurteilen, dass der Unfall selbst oder der nachfolgende Eingriff am Meniskus die
Arthrosebeschwerden
verstärkt hat. Denn ebenso gut denkbar
ist
, dass
die operativen Verrichtu
n
gen ausserhalb des Meniskus die Beschwerde
verstärkung hervorriefen.
Ist damit schon die
anfängliche Verstärkung der
Arthrosebeschwerden
durch den Unfall
nur möglich und nicht
überwiegend wahrscheinlich
, so hat die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen auf den 1
2.
Juni 2012 hin, als die Beschwerden nicht mehr
auf die unfallkausale Meniskusläsion, sondern auf die Kniegelenksarthrose zurü
ckzuführen waren, zu Recht eingestellt.
2.5
Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
3.
D
ie Beschwerdegegnerin stellt für den Fall ihres Obsiegens den Antrag auf
eine Parteientschädigung (
Urk.
7
S. 2).
Stellt die obsiegende Partei einen entsprechenden Antrag oder ist dies von andern Gesetzen so vorgesehen, verpflichtet das G
ericht gemäss
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
die unterliegende Partei zum Ersatz der Parteikosten. Nach
§
34
Abs.
2
GSVGer
steht den Versiche
rungsträgern und den Gemeinwesen der Anspruch auf eine Parteientschädigung nur zu, soweit er von anderen Gesetzen nicht ausgeschlossen ist. Die Regelung in
Art.
61
lit
. g Satz 1
ATSG
beschränkt den Anspruch auf eine
Parteientschädi
gung
auf die versicherte Person und schliesst ihn e
contrario
für Versiche
rungsträger und Gemeinwesen aus. Der Antrag der Beschwerdegegnerin auf Zusprechung einer Parteientschädigung ist daher abzuweisen.