Decision ID: ecbc857d-7926-4dff-9f58-320a27078282
Year: 2022
Language: de
Court: AG_OG
Chamber: AG_OG_007
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten:
1.
1.1.
Der 1964 geborenen Beschwerdeführerin wurde auf entsprechendes Ge-
such hin durch die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 16. Juni 2006
bei einem Invaliditätsgrad von 58 % rückwirkend ab dem 1. März 2003 eine
halbe Invalidenrente zugesprochen. Ein erstes, im Januar 2007 eingeleite-
tes Revisionsverfahren zeigte keine anspruchserheblichen Änderungen.
Im Rahmen eines weiteren, im August 2011 angehobenen Revisionsver-
fahrens liess die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin durch die
MEDAS Zentralschweiz, Luzern (MEDAS), polydisziplinär begutachten.
Gestützt auf das am 12. Februar 2013 erstattete Gutachten und das Ergeb-
nis einer Abklärung an Ort und Stelle vom 13. Mai 2013 hob die Beschwer-
degegnerin nach mehrmaliger Rücksprache mit dem internen Regionalen
Ärztlichen Dienst (RAD) die bisherige halbe Invalidenrente der Beschwer-
deführerin mit Verfügung vom 15. Juli 2013 bei einem Invaliditätsgrad von
9 % auf. Die dagegen am 16. September 2013 erhobene Beschwerde wies
das Versicherungsgericht des Kantons Aargau (Versicherungsgericht) mit
Urteil VBE.2013.717 vom 7. Mai 2014 ab, welches mit Urteil des Bundes-
gerichts 9C_458/2014 vom 26. August 2014 bestätigt wurde.
1.2.
Am 14. August 2017 meldete sich die Beschwerdeführerin erneut zum Leis-
tungsbezug (berufliche Integration/Rente) an. Die Beschwerdegegnerin trat
mangels Glaubhaftmachung einer wesentlichen Veränderung der an-
spruchserheblichen Tatsachen mit Verfügung vom 9. Januar 2019 nicht auf
das Leistungsbegehren ein. In Gutheissung der dagegen am 13. Februar
2019 erhobenen Beschwerde hob das Versicherungsgericht mit Urteil
VBE.2019.133 vom 11. November 2019 die Verfügung vom 9. Januar 2019
auf und wies die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück, damit diese
auf die Neuanmeldung vom 14. August 2017 eintrete und materiell über
das Leistungsbegehren entscheide.
1.3.
Die Beschwerdegegnerin aktualisierte in der Folge die medizinischen Ak-
ten und liess die Beschwerdeführerin bei der PMEDA AG, Zürich (PMEDA),
polydisziplinär begutachten. Nach Eingang des am 9. August 2021 erstat-
teten PMEDA-Gutachtens vom 29. Juli 2021 und Durchführung des Vorbe-
scheidverfahrens sowie Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen
Dienst (RAD), wies sie das Rentenbegehren der Beschwerdeführerin mit
Verfügung vom 3. Januar 2022 ab.
- 3 -
2.
2.1.
Dagegen erhob die Beschwerdeführerin am 4. Februar 2022 fristgerecht
Beschwerde und stellte folgende Anträge:
" 1. Die Verfügung vom 3. Januar 2022, zugestellt am 5. Januar 2022, sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der  eine ganze Rente nach Massgabe eines  von mindestens 70% auszurichten.
2. Eventualiter sei die Verfügung vom 3. Januar 2022 aufzuheben und die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zur Durchführung weiterer Abklärungen zurückzuweisen.
3. Unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin."
2.2.
Mit Vernehmlassung vom 9. März 2022 beantragte die Beschwerdegegne-
rin die Abweisung der Beschwerde.
2.3.
Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 11. März 2022 wurde die aus
den Akten erkennbare Vorsorgeeinrichtung der Beschwerdeführerin zum
Verfahren beigeladen und ihr Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben.
Die Beigeladene liess sich in der Folge nicht vernehmen.

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
2.
2.1.
Der rentenaufhebenden Verfügung vom 15. Juli 2013 (Vernehmlassungs-
beilage [VB] 105) lag in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das poly-
disziplinäre MEDAS-Gutachten vom 12. Februar 2013 (VB 89; Fachdiszip-
linen: Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie, Pneumologie, Psychiat-
rie) zugrunde. Die Gutachter stellten darin folgende Diagnosen mit wesent-
licher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit (VB 89.1 S. 26):
" Wahrscheinlich nicht-allergisches Asthma bronchiale, aktuell partiell bis gut kontrolliert
[...]
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren ICD-10 F45.41
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig weitgehend remittiert ICD-10 F33.4, aktuell noch einer subsyndromalen Depression ICD-10 F34.8 entsprechend
- 4 -
Chronisches lumbospondylogenes Syndrom bei Fehlstatik bei  und Adipositas
[...]
Impingementsymptomatik der rechten Schulter
Status nach Impingementsymptomatik der linken Schulter [...]
Chronisches zervikovertebragenes Schmerzsyndrom bei kongenitalem Blockwirbel C7/Th1 (kongenitale Halswirbelsynostose Klippel-Feil)".
Die Beschwerdeführerin könne die beiden zuletzt ausgeübten, für eine Frau
als Schwerarbeit geltenden, Tätigkeiten nicht mehr ausüben. In einer kör-
perlich leichten und auch einer körperlich mittelschweren, im Idealfall wech-
selbelastenden Tätigkeit sei sie aus allgemeininternistischer, rheumatolo-
gischer und pneumologischer Sicht nicht eingeschränkt, wenn das gut-
achterlich definierte Belastungsprofil eingehalten werde (wechselbelas-
tende Tätigkeit, wobei der Sitzanteil eher etwas über 50 % betragen sollte,
keine Arbeit mit häufig rückenbelastenden, ergonomisch ungünstigen Po-
sitionen mit vorgeneigter oder abgedrehter Haltung und keine Arbeiten über
Kopf, keine Tätigkeiten im Rauch, im Staub, in der Hitze und in der Kälte
sowie keine Tätigkeit mit Atemwegs-reizenden Stoffen). Unter Berücksich-
tigung der psychisch bedingten Leistungsminderung sei in einer entspre-
chend angepassten Tätigkeit von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit auszuge-
hen (VB 89.1 S. 22 und S. 27 f.). Aus rechtlicher Sicht könne aber eine sub-
syndromale Depression keine Arbeitsunfähigkeit bewirken und auch hin-
sichtlich der diagnostizierten chronischen Schmerzstörung sei bei einer
Einschätzung gemäss (damals gültigen) aktuellen Kriterien des Bundesge-
richts aus psychiatrischer Sicht die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätig-
keit als ungelernte Arbeiterin nicht wesentlich eingeschränkt (VB 89.1
S. 28, VB 89.4 S. 7).
2.2.
In der angefochtenen Verfügung vom 3. Januar 2022 (VB 174) stützte sich
die Beschwerdegegnerin betreffend den medizinischen Sachverhalt insbe-
sondere auf das polydisziplinäre PMEDA-Gutachten vom 29. Juli 2021
(VB 164; Fachdisziplinen: Allgemeine Innere Medizin, Pneumologie, Neu-
rologie, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa-
rates, Psychiatrie). In der interdisziplinären Beurteilung stellten die
PMEDA-Gutachter folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeits-
fähigkeit (VB 164.2 S. 10):
"Asthma bronchiale
Bildmorphologisch multisegmentale degenerative Veränderungen lumbal mit mässiggradiger Spinalkanalstenose, ohne namhaften orthopädischen oder orthopädisch-neurologischen Störungsbefund
Rotatorenmanschettenruptur und AC-Gelenksarthrose beidseits, ohne namhaften klinischen Störungsbefund".
- 5 -
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien folgende Diagnosen:
" Arterielle Hypertonie
Adipositas Grad II nach WHO [...]
Mögliches Lymphödem der Beine
Bekannte Cholezystolithiasis, geplante laparoskopische Zystektomie 5/2021
Möglicher Spannungskopfschmerz
Lorazepam-Fehlgebrauch
Agoraphobie mit Panikstörung
Rezidivierende depressive Störung, derzeit weitgehend remittiert, ICD-10: F33.4".
Bezüglich der funktionellen Auswirkungen der Befunde bzw. Diagnosen
wird in der interdisziplinären Gesamtbeurteilung ausgeführt, das Asthma
bronchiale und die orthopädischen Bildbefunde bedingten eine qualitative
Minderung der Belastbarkeit, sodass nur noch in angepassten Tätigkeiten
eine Arbeitsfähigkeit bestehe. In einer entsprechend adaptierten Tätigkeit
sei die Beschwerdeführerin seit 2006 zu 100 % arbeitsfähig (VB 164.2
S. 10 f.).
3.
3.1.
Die Beschwerdeführerin bestreitet, in einer angepassten Tätigkeit zu 100 %
arbeitsfähig zu sein, wie dies von der Beschwerdegegnerin angenommen
wurde, und macht im Wesentlichen geltend, das PMEDA-Gutachten vom
29. Juli 2021 sei in verschiedener Hinsicht mangelhaft, weshalb nicht da-
rauf abgestellt werden könne.
3.2.
3.2.1.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob
dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-
lung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352).
3.2.2.
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingehol-
ten Gutachten von externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Be-
richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergeb-
- 6 -
nissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerken-
nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper-
tise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470; 125 V 351 E. 3b/bb S. 353).
Den Gutachten kommt somit bei Abklärungen im Leistungsbereich der So-
zialversicherung überragende Bedeutung zu (UELI KIESER, ATSG-Kom-
mentar, 4. Aufl. 2020, N. 13 zu Art. 44 ATSG; vgl. auch BGE 132 V 93
E. 5.2.8 S. 105).
3.3.
Die Beschwerdeführerin wurde zur Erstellung des PMEDA-Gutachtens
vom 29. Juli 2021 fachärztlich umfassend untersucht. Dabei beurteilten die
Gutachter die medizinischen Zusammenhänge sowie die medizinische Si-
tuation gestützt auf die erhobenen Befunde (VB 164.2 S. 6; 164.4 S. 21 f.;
164.5 S. 18 f.; 164.6 S. 19 ff.; 164.7 S. 17 ff.; 164.8 S. 19 ff.) und die Er-
gebnisse der durchgeführten Zusatzdiagnostik (Labor- und Röntgenunter-
suchungen sowie Lungenfunktionsprüfung und EKG; vgl. VB 164.9
S. 12 ff., 164.11), in Kenntnis der Vorakten (VB 164.3; 164.10) und unter
Berücksichtigung der geklagten Beschwerden (VB 164.2 S. 6; 164.4
S. 25 ff.; 164.5 S. 20 ff.; 164.6 S. 25 ff.; 164.7 S. 26 f.; 164.8 S. 22 ff.). Die
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Si-
tuation ist einleuchtend und die Schlussfolgerungen in der Expertise sind
begründet. Das PMEDA-Gutachten vom 29. Juli 2021 wird demzufolge den
von der Rechtsprechung formulierten Anforderungen an eine beweiskräf-
tige medizinische Stellungnahme gerecht und ist damit grundsätzlich ge-
eignet, den Beweis für den anspruchserheblichen medizinischen Sachver-
halt zu erbringen.
4.
4.1.
Die Beschwerdeführerin rügt, den Gutachtern habe bezüglich der somati-
schen Beschwerden kein vollständiges Aktendossier vorgelegen. Sie be-
anstandet namentlich, "in den IV-Akten" seien betreffend die "Wirbelsäu-
lenbeschwerden" keine nach 2017 datierenden Arztberichte vorhanden.
Die Beurteilungen des neurologischen und des orthopädischen Gutachters
seien deshalb nicht verwertbar (Beschwerde S. 5).
In den Akten gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass die medizinischen
Unterlagen betreffend die Wirbelsäulenbeschwerden, die dem neurologi-
schen und dem orthopädischen Gutachter vorgelegen hatten, unvollständig
waren. Gemäss ambulantem Bericht des Kantonsspitals C. vom 18. Sep-
tember 2017 hat die Beschwerdeführerin nach dem am 13. Juni 2017
durchgeführten diagnostisch/therapeutischen Sakralblock auf die Vor-
nahme weiterer Infiltrationen verzichtet (vgl. in VB 150 S. 17 f.). Gemäss
eigenen Angaben hat sie in der Folge bis im Mai 2020 auch ausserhalb des
Kanontsspitals C. keinen Arzt aufgesucht, welcher über einen zur Behand-
lung von Wirbelsäulenbeschwerden einschlägigen Facharzttitel verfügte
- 7 -
(vgl. VB 144). Auch den übrigen Akten lassen sich keine Hinweise auf ent-
sprechende fachärztliche Behandlungen oder Abklärungen entnehmen.
Die Beschwerdeführerin benennt sodann keine konkreten (Fach-)Arztbe-
richte, welche sich zum Verlauf der Wirbelsäulenbeschwerden seit 2017
äussern. Es besteht somit kein Grund zur Annahme, dass die gutachterli-
che Beurteilung der Wirbelsäulenbeschwerden gestützt auf einen diesbe-
züglich unvollständigen medizinischen Sachverhalt abgegeben wurde.
4.2.
Die Beschwerdeführerin kritisiert ferner die Beurteilung des orthopädischen
Gutachters und macht geltend, dieser sei ohne nachvollziehbare Erklärung
von der in den Vorakten dokumentierten Diagnosestellung abgewichen
(vgl. Beschwerde S. 5 f.). Der orthopädische Gutachter begründete ‒ an-
gesichts insbesondere auch der von ihm erhobenen klinischen Befunde
durchaus nachvollziehbar –, weshalb er betreffend die Rückenbeschwer-
den diagnostisch von degenerativen Veränderungen im Lumbalbereich mit
mässiggradiger Spinalkanalstenose ausging (VB 164.7 f). Ausserdem
kommt es gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung invalidenversiche-
rungsrechtlich nicht auf die (genaue) Diagnose an, sondern darauf, welche
Auswirkungen eine Krankheit auf die Arbeitsfähigkeit hat (Urteil des Bun-
desgerichts 9C_216/2018 vom 7. September 2018 E. 3.6 mit Hinweis). Die
geklagten Beschwerden und medizinischen Vorakten waren dem orthopä-
dischen Gutachter bekannt und gelten daher als berücksichtigt (vgl. Urteil
des Bundesgerichts 8C_616/2017 vom 14. Dezember 2017 E. 6.2.2).
Neue, den gutachterlichen Einschätzungen entgegenstehende fachärztli-
che Berichte sind ‒ wie bereits erwähnt (E. 4.1. hiervor) – nicht ersichtlich.
4.3.
Die Beschwerdeführerin macht im Weiteren geltend, auch das psychiatri-
sche Teilgutachten weise gravierende Mängel auf (Beschwerde S. 6 ff.).
Der psychiatrische Gutachter führte, nachdem er im Rahmen der Begut-
achtung eine ausführliche Anamnese erhoben und die Beschwerdeführerin
fundiert untersucht hatte (VB 164.8 S. 17 ff.), im psychiatrischen Teilgut-
achten aus, weshalb er eine depressive Störung zum Zeitpunkt seiner Un-
tersuchung nicht bestätigen könne. Gestützt auf die Ergebnisse seiner um-
fassenden psychiatrischen Untersuchung leitete er zudem unter Bezug-
nahme auf die festgestellten Inkonsistenzen sowie die medizinischen
Vorakten schlüssig her, weswegen er keine "psychiatrische" Erkrankung
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe feststellen können (VB 164.8
S. 22 ff.). Entgegen der Beschwerdeführerin fusst seine Erklärung dafür,
dass die depressive Symptomatik remittiert sei, nicht auf der Annahme,
dass aktuell keine psychiatrische Behandlung stattfinde (Beschwerde
S. 6 f.). Vielmehr vermochte er unter Angabe der jeweils massgebenden
Befunde und Beobachtungen überzeugend zu begründen, dass keine psy-
chiatrische Diagnose mit Krankheitswert zu stellen war. Dabei würdigte er
- 8 -
das gesamte Beschwerdebild und legte (auch) einleuchtend dar, aus wel-
chen Gründen die diagnostischen Kriterien einer depressiven Störung ge-
mäss ICD-10 nicht erfüllt seien (VB 164.8 S. 22 ff.). Soweit die Beschwer-
deführerin diesbezüglich eine abweichende Auffassung vertritt (vgl. Be-
schwerde S. 6 f.), ist anzumerken, dass es ihr als medizinische Laiin nicht
möglich sein dürfte, die entsprechenden Testresultate und Untersuchungs-
ergebnisse schlüssig zu interpretieren (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_772/2016 vom 23. Januar 2017 E. 6.1). Ferner äusserte sich der psy-
chiatrische Gutachter ‒ entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin
(Beschwerde S. 7) – auch zum bisherigen Krankheitsverlauf und kam nach
Würdigung der medizinischen Vorakten zum nachvollziehbar begründeten
Schluss, der zurückliegende Verlauf der rezidivierenden depressiven Stö-
rung vermöge keine aktuell bestehende invalidisierende psychiatrische Er-
krankung zu belegen (VB 164.8 S. 28 f.; vgl. zudem VB 164.2 S. 11). Dabei
wies er nachvollziehbar darauf hin, dass Angst und Vermeidung durch die
therapeutisch tätigen Ärzte bisher nicht ausreichend erkannt und therapeu-
tisch berücksichtigt worden seien (VB 164.8 S. 29). Neue, unberücksichtigt
gebliebene fachärztliche Berichte, die die Beurteilung des psychiatrischen
Gutachters in Frage zu stellen vermöchten, sind nicht aktenkundig. Im Rah-
men der psychiatrischen Begutachtung ist sodann die klinische Untersu-
chung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbe-
obachtung ausschlaggebend, während dem testmässigen Erfassen der
Psychopathologie generell nur ergänzende Funktion beigemessen wird
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_534/2021 vom 18. November 2021
E. 4.1 mit Hinweis). Zudem kommt dem Gutachter rechtsprechungsge-
mäss bei der Wahl der Untersuchungsmethoden ein weiter Ermessens-
spielraum zu (vgl. statt vieler Urteil des Bundesgerichts 8C_136/2021 vom
7. April 2022 E. 6.2.1 mit Hinweis). Aus den Akten ergeben sich weder Hin-
weise darauf noch sind entsprechende Anhaltspunkte dafür substantiiert
dargetan, dass die psychiatrische Beurteilung nicht lege artis erfolgt wäre
(vgl. dazu statt vieler Urteil des Bundesgerichts 8C_200/2018 vom 7. Au-
gust 2018 E. 6.3 mit Hinweisen). Umstände, welche die gutachterlichen Ab-
klärungen in dieser Hinsicht als unzureichend erscheinen liessen (zur Ver-
antwortung der Sachverständigen für die fachliche Güte und die Vollstän-
digkeit der medizinischen Entscheidungsrundlage vgl. BGE 139 V 349
E. 3.3 S. 352 f.), sind ebenfalls nicht ersichtlich. Wesentliche Aspekte, die
im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben wä-
ren (vgl. hierzu statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_60/2020 vom
8. April 2020 E. 3.2 mit Hinweisen), liegen nicht vor. Damit wurde eine psy-
chiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit versiche-
rungsmedizinisch schlüssig verneint. Entsprechend kann auf eine Indikato-
renprüfung nach BGE 141 V 281 (vgl. Beschwerde S. 7 f.) verzichtet wer-
den (vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1 S. 429; Urteil des Bundesgerichts
8C_103/2022 vom 10. Mai 2022 E. 2.3 mit Hinweisen).
- 9 -
4.4.
Zusammenfassend ergeben sich weder aus den Ausführungen der Be-
schwerdeführerin noch aus den Akten konkrete Indizien, die gegen die Zu-
verlässigkeit des PMEDA-Gutachtens vom 29. Juli 2021 sprächen, womit
auf die fachärztlichen Aussagen, namentlich auch die Beurteilung der Ar-
beitsfähigkeit, abzustellen ist (E. 3.2.2.).
Der zur Beurteilung des Rentenanspruchs relevante medizinische Sach-
verhalt erweist sich vor diesem Hintergrund als vollständig abgeklärt, wes-
halb auf weitere Abklärungen, wie sie von der Beschwerdeführerin eventu-
aliter beantragt wurden (vgl. Beschwerdeantrag 2), in antizipierter Beweis-
würdigung verzichtet werden kann (vgl. BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368 f. mit
Hinweisen).
5.
5.1.
Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen betreffend Weiterentwicklung der
IV (WEIV) in Kraft getreten. Weder dem IVG noch der IVV sind besondere
Übergangsbestimmungen betreffend die Anwendbarkeit dieser Änderun-
gen im Hinblick auf nach dem 1. Januar 2022 beurteilte mögliche Ansprü-
che des Zeitraums bis zum 31. Dezember 2021 zu entnehmen. Es sind da-
her nach den allgemeinen übergangsrechtlichen Grundsätzen jene Bestim-
mungen anzuwenden, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben beziehungs-
weise hatten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_136/2021 vom 7. April
2022 E. 3.2.1 mit Hinweis unter anderem auf BGE 144 V 210 E. 4.3.1
S. 213). Da vorliegend Leistungen mit potentiellem Anspruchsbeginn vor
dem 1. Januar 2022 streitig sind, ist für deren Beurteilung die bis zum
31. Dezember 2021 geltende Rechtslage massgebend.
5.2.
Die Zusprechung einer Invalidenrente aufgrund einer Neuanmeldung,
nachdem eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verwei-
gert bzw. eingestellt wurde, bedarf, analog zur Rentenrevision, einer an-
spruchsrelevanten Änderung des Invaliditätsgrades (vgl. Art. 87 Abs. 3
i.V.m. Abs. 2 IVV und Art. 17 Abs. 1 ATSG [jeweils in der bis Ende 2021
geltenden Fassung]; vgl. BGE 133 V 108 E. 5 S. 110 ff.; 130 V 71; Urteil
des Bundesgerichts 8C_29/2020 vom 19. Februar 2020 E. 3.1 f. mit Hin-
weisen).
Mit der Neuanmeldung vom 14. August 2017 (VB 119) konnte ein potenti-
eller Rentenanspruch frühestens ab Februar 2018 entstehen (Art. 28
Abs. 1 lit. b [Beginn Wartejahr Februar 2017], Art. 29 Abs. 1 IVG). Gestützt
auf das beweiskräftige PMEDA-Gutachten vom 29. Juli 2021 ist seit Beginn
des Wartejahres (Februar 2017) in einer angepassten Tätigkeit durchge-
hend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (vgl. VB 164.2
- 10 -
S. 11). Im Rahmen der PMEDA-Begutachtung wurden keine (neuen)
somatischen Pathologien bzw. daraus resultierenden funktionellen Ein-
schränkungen festgestellt, welche der Zumutbarkeit einer dem im Zeitpunkt
der rentenaufhebenden Verfügung vom 15. Juli 2013 geltenden Be-
lastungsprofil gemäss MEDAS-Gutachten (vgl. E. 2.1. hiervor) entspre-
chenden Tätigkeit im Pensum von 100 % entgegenstehen könnten
(vgl. VB 164.4 S. 31; 164.5 S. 24; 164.6 S. 30; 164.7 S. 30 f.). Die von der
Beschwerdegegnerin gestützt auf die gutachterlich attestierte Arbeitsfähig-
keit und unter Annahme einer identischen Berechnungsgrundlage für Vali-
den- und Invalideneinkommen vorgenommene Ermittlung eines rentenaus-
schliessenden Invaliditätsgrads von 0 % (VB 174 S. 2) wird von der Be-
schwerdeführerin ‒ ausweislich der Akten zu Recht – nicht beanstandet.
Die Beschwerdegegnerin hat das Rentenbegehren der Beschwerdeführe-
rin mit Verfügung vom 3. Januar 2022 somit zu Recht abgewiesen.
6.
6.1.
Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen.
6.2.
Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten
werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im
Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende
Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-
gang der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
6.3.
Der Beschwerdeführerin steht nach dem Ausgang des Verfahrens
(Art. 61 lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung
als Sozialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein An-
spruch auf Parteientschädigung zu.