Decision ID: b2fca072-61cb-4c7a-9144-c7f6ac04c211
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. A.B., geb. 1952, war im Jahr 2014 mit einem Pensum von 80 % bei der
Stadtverwaltung Z. tätig und bewohnte in X. eine 4-Zimmerwohnung in einem von ihr
verwalteten, im Eigentum ihrer Tochter stehenden Wohn- und Geschäftshaus. Am
23. Dezember 2014 meldete sich A.B. beim Einwohneramt X. nach Y./SZ ab. Auf
Aufforderung des kantonalen Steueramtes St. Gallen reichte sie mit Eingabe vom
31. Januar 2015 eine Stellungnahme zur Frage ihres Steuerdomizils im Jahr 2014 ein.
Mit Verfügung vom 20. Februar 2015 stellte das kantonale Steueramt eine
unbeschränkte Steuerpflicht von A.B. in X. fest (act. G 9/8 1.09).
b. Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache wies das Steueramt mit Entscheid
vom 30. April 2015 ab (act. G 9/8 1.18). Den hierauf von A.B. erhobenen Rekurs (act. G
8/1) wies die Verwaltungsrekurskommission des Kanton St. Gallen mit Entscheid vom
16. Februar 2016 ab (act. G 8/18).
B.
a. Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt lic. iur. Marco Bissig, Altendorf, für
A.B. mit Eingabe vom 21. März 2016 Beschwerde mit den Rechtsbegehren, der
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Entscheid sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin für die
Steuerperiode 2014 in Y., Gemeinde Q. SZ, steuerpflichtig sei (act. G 1).
b. In der Vernehmlassung vom 26. April 2016 beantragte die Vorinstanz Abweisung der

Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids (act. G 8). Der Beschwerdegegner verzichtete am 13. Mai 2016 auf eine
Vernehmlassung und beantragte Abweisung der Beschwerde (act. G 11).
c. RA Bissig teilte am 30. Januar 2017 mit, dass er die Beschwerdeführerin nicht mehr
vertrete (act. G 13).
d. Auf die Ausführungen in der Beschwerde wird, soweit für den Entscheid relevant, in
den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2.
2.1. Streitig ist, ob die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zu Recht für die
Steuerperiode 2014 eine unbeschränkte Steuerpflicht der Beschwerdeführerin im
Kanton St. Gallen (Gemeinde X.) bejahte. Nach Art. 13 Abs. 1 StG sind natürliche
Personen aufgrund persönlicher Zugehörigkeit steuerpflichtig, wenn sie ihren
steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt im Kanton St. Gallen haben. Im
interkantonalen Verhältnis steht gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zum
Doppelbesteuerungsverbot die Besteuerung des Einkommens und Vermögens einer
unselbständig erwerbstätigen Person demjenigen Kanton zu, in dem die Person ihren
steuerrechtlichen Wohnsitz hat. Nach Art. 13 Abs. 2 StG hat eine Person
steuerrechtlichen Wohnsitz im Kanton St. Gallen, wenn sie sich hier mit der Absicht
dauernden Verbleibens aufhält bzw. wenn sich der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen
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hier befindet (vgl. BGE 132 I 29 E. 4.1). Diese Regelung entspricht den Vorgaben in Art.
3 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der
Kantone und Gemeinden (SR 642.14, StHG) und lehnt sich weitgehend (vgl. BGE 138 II
300 E. 5.3) an den zivilrechtlichen Wohnsitzbegriff an (Art. 23 Abs. 1 des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches, SR 210).
2.2. Bei einem Wohnsitzwechsel innerhalb der Schweiz besteht die Steuerpflicht für
das ganze laufende Steuerjahr in demjenigen Kanton, in welchem die Person am Ende
der Steuerperiode ihren steuerrechtlichen Wohnsitz hat. Stichtag ist somit der
31. Dezember des Steuerjahres (Art. 68 StHG). Der Wechsel von einem alten zu einem
neuen Wohnsitz ist dann vollzogen, wenn die Absicht des dauernden Verbleibs am
neuen Wohnort tatsächlich gelebt wird und durch diesen Aufenthalt eine Verschiebung
des Lebensmittelpunktes stattfindet. Der Lebensmittelpunkt bestimmt sich nach der
Gesamtheit der objektiven, äusseren Umstände, aus denen sich die ideellen
(Angehörige, Freundes- und Bekanntenkreis) und materiellen Lebensinteressen
erkennen lassen. In Bezug auf die Beweislast gilt, dass steuerbegründende Tatsachen
von der Steuerbehörde nachzuweisen sind, während den Steuerpflichtigen die
Beweislast für Tatsachen trifft, die die Steuerschuld aufheben oder mindern. Die
Steuerbehörde hat demnach den steuerrechtlichen Wohnsitz, der die persönliche
steuerrechtliche Zugehörigkeit begründet, als Voraussetzung der Besteuerung
nachzuweisen. Der Hauptbeweis gilt in der Regel als erbracht, wenn der von der
Steuerbehörde angenommene Wohnsitz als sehr wahrscheinlich erscheint. Diesfalls
obliegt es der steuerpflichtigen Person, den Nachweis für den von ihr behaupteten
Lebensmittelpunkt ausserhalb des Kantons zu erbringen (BGer 2P.186/2004 vom
15. Februar 2005 E. 2.3). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung gilt eine
Steuerpflicht dann als sehr wahrscheinlich, wenn sich das Hauptsteuerdomizil bereits
seit längerer Zeit unangefochten in diesem Kanton befand. Im Zweifel, d.h. wenn der
Nachweis der Wohnsitzverlegung nicht erbracht ist, ist das bisherige Domizil als
fortbestehend zu betrachten (vgl. VerwGE B 2015/39 vom 26. Oktober 2016, E. 2.2, mit
Hinweis auf BGer 2P.186/2004 vom 15. Februar 2005, E. 2.3, BGer 2P.203/2006 vom
1. März 2007, E. 2.3, und BGer 2C_827/2008 vom 16. Juni 2009, E. 4.3).
3.
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3.1. Im angefochtenen Entscheid hielt die Vorinstanz unter anderem fest, obschon die
Beschwerdeführerin erst ab dem 1. Januar 2011 (wieder) in X. angemeldet gewesen sei
(act. G 9/8 1.01), habe sie ihr Hauptsteuerdomizil im Jahr 2014 bereits seit acht Jahren
in X. gehabt (vgl. Feststellungsverfügung vom 11. Januar 2007; act. G 9/16/1). Bei
dieser Ausgangslage habe das Steuerdomizil im Kanton St. Gallen für das Jahr 2014
als sehr wahrscheinlich gelten können. Mit dem gemeldeten Wegzug von X. nach Y.
per 23. Dezember 2014 (act. G 9/8 1.01) allein sei ein neuer steuerrechtlicher Wohnsitz
noch nicht erstellt. Die Beschwerdeführerin und ihre Tochter seien im Mietvertrag für
die 3 1⁄2-Zimmerwohnung in Y. beide als Mieterinnen aufgeführt (act. G 9/2/5 und G 9/8
1.02). Der Mietvertrag sei allerdings bereits im November 2012 unterzeichnet und der
Mietbeginn darin auf den 1. Januar 2013 festgelegt worden. Da die Beschwerdeführerin
jedoch nach ihren Ausführungen erst im Dezember 2014 nach Y. gezogen sei, könne
die Tatsache, dass sie im Mietvertrag als Mieterin aufgeführt sei, nicht als Beleg für
eine Wohnsitzverlegung angesehen werden. Vielmehr bekräftige dies die Vermutung
des Beschwerdegegners, dass die Beschwerdeführerin - zumindest ursprünglich - zur
Sicherung des Mietzinses im Mietvertrag aufgeführt worden sei. Unter den
vorliegenden Gegebenheiten erscheine es naheliegend, dass sie die Mietzinszahlungen
- sofern diese tatsächlich von ihr geleistet worden seien - aufgrund der
Einkommensverhältnisse ihrer Tochter geleistet habe, obgleich sie selbst nicht in der
Wohnung in Y. gelebt habe. Hinzu komme, dass die von der Beschwerdeführerin in X.
bewohnte 4-Zimmerwohnung im Eigentum ihrer Tochter stehe und weder ein
Mietvertrag zwischen ihnen vorliege (vgl. act. G 9/8 1.08) noch Mietzinszahlungen der
Beschwerdeführerin für die Wohnung in X. ausgewiesen seien. Im Weiteren lägen
Belege für die Überführung des Hausrats nach Y. nicht vor. Die Beschwerdeführerin
begründe dies damit, dass der Umzug von X. nach Y. etappenweise privat
stattgefunden habe (act. G 9/8 1.08). Mithin sei anzunehmen, dass sich ihre
persönlichen Effekten Ende 2014 jedenfalls teilweise noch in der Wohnung in X.
befunden hätten und die Verschiebung des Lebensmittelpunktes nach Y. bis Ende
2014 noch nicht vollzogen worden sei. Obschon ein Verkauf der Liegenschaft in X. im
Jahr 2010 offensichtlich ein Thema gewesen sei (act. G 9/2/9), sei die Liegenschaft in
der Folge weder verkauft noch weitervermietet worden. Aktuell seien keine
entsprechenden Bemühungen ersichtlich. Inwiefern die Liegenschaft in X. vor einer
Weitervermietung oder einem Verkauf einer Renovierung bedürfe, sei nicht belegt.
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Ausserdem habe die Beschwerdeführerin die Wohnung in X. nach eigenen Aussagen
noch bis im Dezember 2014 selbst bewohnt (act. G 9/1 und G 9/12). Dass die
Wohnung in X. einzig noch für die Verwaltungstätigkeit der Beschwerdeführerin genutzt
werde, erscheine in wirtschaftlicher Hinsicht nicht nachvollziehbar. Ferner scheine eine
3 1⁄2-Zimmerwohnung für die gleichzeitige Benutzung durch die Beschwerdeführerin
und ihrer Tochter sowie deren dreijähriger Tochter eher klein zu sein. Selbst wenn die
Wohnung in Y. Ende Dezember 2014 leer gestanden sein sollte, wie die
Beschwerdeführerin geltend mache (act. G 9/1, G 9/12 und G 9/13), sei damit eine
Verlegung des Lebensmittelpunktes in den Kanton Schwyz in diesem Zeitpunkt nicht
dargetan. Auch vermöge der Umstand, dass der Arbeitsweg der Beschwerdeführerin
von Y. nach Z. nur unwesentlich kürzer sei als von X. aus, die Vermutung des
steuerrechtlichen Wohnsitzes in X. im Jahr 2014 nicht zu entkräften, zumal nicht erstellt
sei, wie und von welcher Ortschaft aus die Beschwerdeführerin ihren Arbeitsweg nach
Z. bestreite. Sodann komme der von ihr eingereichten Zusammenstellung der
Kontaktadressen (act. G 9/2/8) keine entscheidende Rolle zu. Diese Freundschaften
bestünden nach ihren Angaben bereits seit ihrer Geburt (vgl. act. G 9/1) und könnten
genauso gut von X. wie von Y. aus gepflegt werden. Ebenso wenig könnten die
Postadresse der Beschwerdeführerin oder die von ihr geltend gemachte falsche
Adressierung der Feststellungsverfügung vom 20. Februar 2015 als gewichtiges Indiz
für einen Wohnsitzwechsel im Jahr 2014 herangezogen werden. Gleiches gelte für den
vorgebrachten Yoga-Schnupperkurs in Q. (act. G 9/5/2). Ausser der pauschalen
Teilrechnung der EW S. AG vom 31. März 2015 für die Wohnung in Y. - welche auf den
Namen der Tochter ausgestellt sei (act. G 9/2/7) - lägen keine Strom- oder
Wasserabrechnungen im Recht. Weiter habe die Beschwerdeführerin auch keine
Unterlagen über den Strom- und/oder Wasserverbrauch in der Wohnung in X.
beigebracht. Der zutreffende Hinweis der Beschwerdeführerin, dass ein
Telefonbucheintrag für die Frage des Wohnsitzes von untergeordneter Bedeutung sei
und immer mehr Haushalte (wie derjenige in Y.) einzig über Mobiltelefone verfügen
würden (act. G 9/1), ändere nichts daran, dass die Beschwerdeführerin gemäss Auszug
aus dem Telefonbuch zusammen mit ihrer Tochter weiterhin in X. verzeichnet sei
(Eintrag auf tel.search.ch, abgerufen am 11. Januar 2016). Bei dieser Sachlage habe
die Beschwerdeführerin den hinreichenden Nachweis für die Verlegung ihres
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Lebensmittelpunktes in der Steuerperiode 2014 (Stichtag 31. Dezember 2014) von X.
nach Y. nicht erbracht (act. G 2/2 S. 7-10).
3.2. Die Beschwerdeführerin begründet ihren gegenteiligen Standpunkt unter anderem
damit, dass die polizeiliche Anmeldung in Y. ein starkes Indiz für den steuerlichen
Wohnsitz bilde. Aufgrund der Wiederaufnahme des Studiums durch die Tochter in
Deutschland im Sommer 2015 (mit vorgängigem Besuch von Workshops im Herbst
2014) sei die Wohnung in Y. ab Herbst 2014 leer gestanden. Die Beschwerdeführerin
habe ihrer Tochter den Betrag von CHF 1‘500 für die Miete Dezember 2014
überwiesen. Für die Anmeldung in der Gemeinde Q. bestehe eine restriktive Praxis,
indem ein Mietvertrag vorgelegt werden müsse und die Wohnung genügend gross sein
müsse. Aufgrund des Umstands, dass die Tochter nur ungefähr einmal pro Monat in
die Schweiz zurückkehre, sei die Wohnung in Y. für die Beschwerdeführerin
ausreichend gross. Dies habe die Vorinstanz ausgeblendet. Die Vorinstanz scheine zu
übersehen, dass die Liegenschaft in X. im Eigentum der Tochter stehe. Bei ihrem
Umzug im Dezember 2014 habe die Beschwerdeführerin ihre persönlichen Effekten
nach Y. mitgenommen. Die Wohnung in Y. sei vollständig möbliert gewesen, so dass
die Beschwerdeführerin nicht alle Möbel von X. habe mitnehmen können/müssen. Die
Wohnung in X. müsse zuerst renoviert werden, bevor sie weitervermietet werden könne
(Fotos in act. G 2/6). Die Tochter sei als Studentin finanziell nicht in der Lage, die
entsprechenden Investitionen zu tätigen (act. G 2/7). Daher sei es auch
nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin die (nicht vermietbare) Wohnung als
Büro für die Verwaltungs- und Hauswartstätigkeit genutzt habe. Sie habe die Wohnung
entgegen der Auffassung der Vorinstanz per 23. Dezember 2014 aufgegeben. Sie
wohne und lebe seit Dezember 2014 in Y. Von dort aus sei sie mit dem Zug zur Arbeit
gegangen. Die von ihr eingereichte Zusammenstellung mit Auflistung von Freunden
und Bekannten sei von der Vorinstanz zu Unrecht als nicht relevant abqualifiziert
worden. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz würden auch der in Q. absolvierte
Yoga-Schnupperkurs dafür sprechen, dass die Beschwerdeführerin ihr Leben in der
Region Ausserschwyz verbringen wolle. Mit dem Stromverbrauch (act. G 2/8) sei
belegt, dass die Wohnung in Y. im Jahr 2015 durch die Beschwerdeführerin bewohnt
gewesen sei. Der Verzicht auf die Befragung der offerierten Zeugen durch die
Vorinstanz sei aus prozessualer Sicht noch nachvollziehbar. Hingegen sei der Verzicht
auf die beantragte Befragung der Beschwerdeführerin sowie auf die Durchführung
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eines Augenscheins in der Wohnung in Y. nicht nur unverständlich, sondern stelle eine
Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. Die Vorinstanz habe sodann einerseits den
Sachverhalt unrichtig festgestellt. Anderseits habe sie durch die Bejahung des
steuerrechtlichen Wohnsitzes in X. Art. 13 Abs. 1 und 2 StG falsch angewendet (act. G
1).
4.
4.1. Hinsichtlich des für die Wohnsitzbestimmung massgebenden Mittelpunktes der
Lebensinteressen kommt es auf die gefühlsmässige Bevorzugung eines Ortes nicht an;
der steuerrechtliche Wohnsitz ist insoweit nicht frei wählbar. Dem polizeilichen Domizil,
wo die Schriften hinterlegt sind oder wo die politischen Rechte ausgeübt werden,
kommt ebenfalls keine entscheidende Bedeutung zu; das sind bloss äussere
Merkmale, die ein Indiz für den steuerrechtlichen Wohnsitz bilden können, wenn auch
das übrige Verhalten der Person dafür spricht (vgl. BGer 2C_175/2008 vom 22. August
2008, E. 3.1). Hält sich eine Person abwechselnd an zwei Orten in der Schweiz auf, ist
für die Ermittlung des Steuerwohnsitzes darauf abzustellen, zu welchem sie stärkere
Beziehungen unterhält (vgl. BGE 125 I 54, 132 I 29 E. 4.2; BGer 2C_26/2012 vom 8.
Mai 2012, E. 3.1). Bei Unselbständigerwerbenden ist der Lebensmittelpunkt in der
Regel jener, von dem aus während der Woche der täglichen Arbeit nachgegangen wird,
ist doch der Zweck des Lebensunterhaltes dauernder Natur (zum Ganzen statt vieler
BGer 2C_178/2011 vom 2. November 2011, E. 2.2).
4.2. Zu Recht ging die Vorinstanz angesichts des langjährigen Wohnsitzes der
Beschwerdeführerin in X. von einem sehr wahrscheinlichen Wohnsitz in dieser
Gemeinde im Jahr 2014 aus, weshalb die Beweislast hinsichtlich einer Verlegung des
Lebensmittelpunktes in den Kanton Schwyz bei der Beschwerdeführerin liegt. Der
Meldung des Wegzugs von X. nach Y. per 23. Dezember 2014 (act. G 9/8 1.01) kommt
dabei - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (act. G 1 S. 4) - insofern
lediglich eine formelle Bedeutung zu, als sich eine Veränderung des
Lebensmittelpunktes wie dargelegt vorab in den Gegebenheiten des tatsächlichen
Lebens manifestieren muss. Für den Dezember 2014 verfügte die Beschwerdeführerin
sowohl in X. als auch in Y. über eine Wohngelegenheit. Das von der
Beschwerdeführerin geltend gemachte Leerstehen der von ihr zusammen mit der
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Tochter gemieteten Wohnung in Y. ab Herbst 2014 macht dabei lediglich eine
Wohnmöglichkeit der Beschwerdeführerin plausibel; hinsichtlich einer Verlegung des
Lebensmittelpunktes lässt sich hieraus noch nichts ableiten. Der Umstand, dass die
Wohnung in Y. bereits per 1. Januar 2013 gemietet worden war, die
Beschwerdeführerin sich nach ihren Angaben jedoch erst per Ende 2014 dort aufhielt,
hat - wie bereits im vorinstanzlichen Entscheid ausgeführt - zur Folge, dass der
Abschluss des Mietvertrags als solcher kein Indiz für eine Verlegung des
Lebensmittelpunktes der Beschwerdeführerin darstellen kann. Aus dem von ihr
eingereichten Bankbeleg (act. G 2/4) ergibt sich sodann lediglich, dass Anfang
Dezember 2014 CHF 1‘500 an die (damals studienhalber in Deutschland weilenden)
Tochter überwiesen worden waren; der behauptete Zahlungszweck (Miete für die
Wohnung in Y.) ist daraus nicht ersichtlich. Aus der von der Beschwerdeführerin
geltend gemachten Nutzung der Wohnung in X. für die Verwaltungs- und
Hauswartstätigkeit (act. G 1 S. 8) lässt sich für den Nachweis des behaupteten
Lebensmittelpunktes in Y. nichts ableiten. Zudem steht ihr Vorbringen, die Wohnung in
X. per 23. Dezember 2014 aufgegeben zu haben (act. G 1 S. 8), mit der gleichzeitig
geltend gemachten Nutzung dieser Wohnung für Verwaltungstätigkeiten nicht ohne
weiteres in Einklang. Für Dezember 2014 ist nicht belegt, von welchem Ort (X. oder Y.)
aus sie ihrer Erwerbstätigkeit nachging. Ihr Hinweis, über ein Generalabonnement der
SBB verfügt zu haben (act. G 1 S. 8), ändert hieran nichts.
Der weitere Umstand, dass die Beschwerdeführerin in der Region Ausserschwyz
Freunde und Bekannte hat (act. G 9/2/8), soll nicht in Abrede gestellt werden. Er
genügt jedoch für die Darlegung eines Lebensmittelpunktes in Y. für sich allein nicht.
Die von ihr angeführte Ausbildung (act. G 9/1 S. 11) absolvierte sie nicht in der
erwähnten Region, sondern in D.; ein Argument für einen Lebensmittelpunkt in Y. ergibt
sich hieraus nicht. Was den Stromverbrauch in der Wohnung in Y. im Jahr 2014 von
628 kWh (act. G 2/8) betrifft, ist festzuhalten, dass dieser Wert gemäss
verwaltungsgerichtlicher Praxis lediglich rund der Hälfte des durchschnittlichen
Stromverbrauchs in einer Wohnung bei Alleinbenützung durch eine beruflich engagierte
Person entspricht (vgl. VerwGE B 2016/220 vom 6. Dezember 2017, E. 3.1 und 3.3.3,
Schlussbericht des Bundesamtes für Energie vom 13. September 2013, S. 14 ff.,
abrufbar auf: http://www.bfe.admin.ch). Dieser Umstand spricht nicht für eine dauernde
Benützung der Wohnung in Y. im Jahr 2014. Belege für den Stromverbrauch 2014 in
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der Wohnung in X. reichte die Beschwerdeführerin auch in diesem Verfahren nicht
nach, so dass ein entsprechender Vergleich nicht möglich ist. Der Hinweis der
Beschwerdeführerin auf den Stromverbrauch 2015 in Y. hilft nicht weiter, da vorliegend
einzig das Jahr 2014 zur Diskussion steht.
4.3. Aufgrund der geschilderten Fakten vermochte die Vorinstanz im Rahmen des ihr
zustehenden Ermessensspielraums einen (sehr wahrscheinlichen) tatsächlichen
Aufenthalt der Beschwerdegegnerin im Sinn eines Lebensmittelpunktes in X. im Jahr
2014 überzeugend zu begründen. Anhaltspunkte für sachverhaltsmässig unrichtige
Annahmen im vorinstanzlichen Entscheid sind nicht ersichtlich. Eine Parteibefragung
der Beschwerdeführerin oder Augenscheine in den Wohnungen in Y. und X. (act. G 1 S.
6-9) vermöchten hier - wie bereits im vorinstanzlichen Entscheid zutreffend ausgeführt
(act. G 2/2 S. 10) - aller Voraussicht nach nicht zu neuen Erkenntnissen zu führen. Dies
gilt auch für die beantragte Einholung eines Amtsberichtes der Gemeinde Q. zur Frage
der Praxis bei der Anmeldung von Neuzuzügern (act. G 1 S. 6), zumal das Bestehen der
Wohnmöglichkeit der Beschwerdeführerin per Ende 2014 in Y. unbestritten blieb.
Dementsprechend kann aus der Nichtabnahme dieser Beweise auch keine
Gehörsverletzung resultieren. Die vorinstanzliche Ermessensausübung hat das
Verwaltungsgericht, das nach Art. 61 Abs. 1 VRP zur Rechtskontrolle befugt ist, zu
respektieren. Eine Ermessenskontrolle steht ihm nicht zu; im Fall der Ausübung
pflichtgemässen Ermessens ist ihm eine Korrektur verwehrt.
5.
5.1. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen lässt sich die Schlussfolgerung im
vorinstanzlichen Entscheid, dass sich der steuerrechtliche Wohnsitz der
Beschwerdegegnerin das (ganze) Jahr 2014 in X. befunden habe, nicht beanstanden.
Folglich ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von CHF 1'500 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12).
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5.3. Die Beschwerdegegnerin hat keinen Anspruch auf Entschädigung von
ausseramtlichen Kosten (Art. 98bis VRP; Cavelti/Vögeli, Rz. 829 ff.); sie stellte auch
keinen entsprechenden Antrag.