Decision ID: 647b6876-9b2d-541f-b91f-ad5bcc823d24
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
T._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Christoph Kradolfer, Bahnhofstrasse 3,
8590 Romanshorn,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a T._ meldete sich am 21. Januar 2006 zum Bezug von IV-Leistungen
(Berufsberatung, Arbeitsvermittlung, Rente) an. Sie habe am 1. Oktober 2002 durch
eine Auffahrkollision ein Schleudertrauma erlitten. Sie gab an, über keine
Berufsausbildung zu verfügen und vom 1. Oktober 2001 bis 31. Dezember 2004 als
Selbstständigerwerbende in einer Bäckerei/Imbiss tätig gewesen zu sein (act. G 4.1.1).
A.b Im Auftrag ihrer Unfallversicherung war die Versicherte im Mai, Juni und August
2004 polydisziplinär (orthopädisch, psychiatrisch und neurologisch) untersucht und
begutachtet worden. Im Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom 12. Oktober 2004
waren ein Cerviko-Vertebralsyndrom; ein Zustand nach HWS-Distorsion (PW-Unfall
vom 1. Oktober 2002); eine posttraumatische Anpassungsstörung vorwiegend in Form
von Angst mit zwingend dabei auftretenden körperlichen Affektäquivalenten, welche
subjektiv als körperliche Beschwerden wahrgenommen werden (vegetative Erregung
bei Hinweisreizen auf das Unfallereignis, erhöhter vegetativer "arousal" mit Reizbarkeit
und Schreckhaftigkeit, Kopfschmerz, Muskelverspannungen, Ein- und
Durchschlafstörungen, leichte Ermüdbarkeit) bei einer leistungsorientierten, zwanghaft
strukturierten Persönlichkeit (ICD-10: F43.23/Z73.1) sowie ein Zustand nach
Panvertebral- und Costotransversalsyndrom, fibromyalgiforme Beschwerden und
depressive Verstimmungen (anamnestisch seit 1995/1998) diagnostiziert worden. Im
ersten Unfalljahr bestehe (aus somatischer Sicht) eine unfallbedingte 100%ige
Arbeitsunfähigkeit, für ein weiteres halbes Jahr eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit, für ein
weiteres halbes Jahr eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit, und ab dem zweiten Unfalljahr
bestehe keine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit mehr; in psychiatrischer Hinsicht wurde
auf das entsprechende Consiliargutachten von Dr. med. A._, Facharzt für Neurologie,
Allgemeine Medizin FMH, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, verwiesen, in welchem
eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit (ohne Auftrennung unfallfremd/unfallkausal) auf nicht
absehbare Dauer attestiert worden war (act. G 4.2.2).
A.c Im Arztbericht vom 6. Februar 2006 stellte Dr. med. B._, Facharzt für Innere
Medizin, folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: 1. eine
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depressive Verstimmung; 2. ein fibromyalgiformer Schmerzzustand und
Panvertebralsyndrom; 3. eine Lumboischialgie links bei Diskushernie L4/5 mit
Wurzelkompression links L5 sowie ein St. n. HWS-Verletzung 1.10.2001 mit
chronischem Verlauf. Aus hausärztlicher Sicht sei der Versicherten eine
wechselbelastende Tätigkeit von mindestens 50% zuzumuten; hierbei klammere er das
psychische Leiden aber ausdrücklich aus (act. G 4.1.14-5 ff.). Im Arztbericht vom 21.
März 2006 diagnostizierte Dr. med. C._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
eine Angststörung mit Panikattacken (bestehend seit 20. Januar 2005) sowie eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung bei Zustand nach HWS-Schleudertrauma
(bestehend seit 1. Oktober 2002). Für die bisherige Tätigkeit attestierte er der
Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 20. Januar bis 16. Dezember 2005
(Datum der letzten Untersuchung). Leichte Tätigkeiten mit Pausen und Mithilfe anderer
seien der Versicherten zwei bis vier Stunden pro Tag zumutbar, wobei eine um 50%
verminderte Leistungsfähigkeit bestehe. Aktuell bestehe eine bleibende Einschränkung
von mindestens 20%, eher 50% (act. G 4.1.16).
A.d Mit Vorbescheiden je vom 18. April 2007 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, dass die Arbeitsvermittlung abgeschlossen werde und dass sie keinen
Anspruch auf eine Invalidenrente habe (act. G 4.1.35 f.). Am 15. Mai 2007 teilte die
Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Christoph Kradolfer, der IV-Stelle mit,
anders als früher verneine sie (die Versicherte) ihre Arbeitsfähigkeit subjektiv nicht mehr
und ersuchte um Wiederaufnahme der Eingliederungsberatung. Gleichentags erhob der
Vertreter der Versicherten Einwand gegen den Rentenvorbescheid und beantragte die
Zusprache einer Invalidenrente (act. G 4.1.40). In der Folge nahm die IV-Stelle die
Eingliederungsberatung wieder auf (vgl. act. G 4.1.42) und schloss diese am 7. Januar
2007 ab, nachdem die Versicherte zwei Arbeitsstellen - einerseits eine Tätigkeit in der
Büroreinigung im Umfang von rund eineinhalb Stunden täglich, andererseits als
Aushilfsverkäuferin im Umfang von 30%-50% - angenommen hatte (act. G 4.1.49).
B.
Mit Verfügungen je vom 13. März 2008 schloss die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung ab
und verneinte einen Rentenanspruch der Versicherten (act. G 4.1.57 f.). In der
Rentenverfügung führte die IV-Stelle aus, ihre Abklärungen hätten ergeben, dass die
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Versicherte aufgrund des Unfallereignisses vom 1. Oktober 2002 sowohl in der
Tätigkeit als Selbstständigerwerbende als auch in einer adaptierten Tätigkeit in ihrer
Arbeitsfähigkeit zu ca. 40% eingeschränkt sei. Anhand der Steuerunterlagen der Jahre
2001 und 2002 ermittelte die IV-Stelle (unter Berücksichtigung des Einkommens des im
Betrieb mitarbeitenden Ehemanns der Versicherten im Jahr 2002) ein
Valideneinkommen von Fr. 22'946.--. Für das Invalideneinkommen stellte sie auf die
LSE-Tabellenlöhne (durchschnittliche Entlöhnung für ungelernte Tätigkeiten im privaten
Sektor) ab. Demnach betrage das Invalideneinkommen bei einer 60%igen
Arbeitsfähigkeit Fr. 30'528.-- bzw. sei mindestens gleich hoch wie das
Valideneinkommen. Gestützt darauf ermittelte sie einen Invaliditätsgrad von 0% (act. G
4.1.58).
C.
C.a Mit Eingabe vom 23. April 2008 erhebt der Vertreter der Versicherten Beschwerde
gegen die Rentenverfügung und beantragt, diese sei aufzuheben. Der
Beschwerdeführerin sei eine halbe Invalidenrente zuzuerkennen, jedenfalls eine
Viertelsrente; eventuell sei die Angelegenheit zu neuer Beurteilung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung macht er im Wesentlichen
geltend, die Beschwerdeführerin werde in ihrer Tätigkeit als Aushilfe/Verkäuferin künftig
ein 50%-Pensum absolvieren. Die Reinigungstätigkeit habe sie am 25. März 2008
gekündigt, da sie diese nicht weiter ohne (gesundheitliche) Beschwerden habe
erbringen können. Die unterstellte 40%ige Arbeitsunfähigkeit beruhe nicht auf eigenen
Abklärungen der Beschwerdegegnerin. Sie beruhe auf dem 2004 erstatteten
Gutachten. Demgegenüber habe Dr. B._ in seinem Bericht vom 24. Januar 2006
wechselbelastende Tätigkeiten von ca. 50% als zumutbar bezeichnet und Dr. C._
habe die Beschwerdeführerin im Frühjahr 2005 als nicht arbeitsfähig qualifiziert. Auch
die Beschwerdeführerin schätze ihre Arbeitsfähigkeit mit höchstens 50% ein. Es sei
daher eine Arbeitsfähigkeit von maximal 50% zugrundezulegen. Für das
Valideneinkommen sei auf das von der Beschwerdeführerin im Herbst 2001 zuletzt
erzielte Einkommen als Angestellte abzustellen; das aufgrund der selbstständigen
Erwerbstätigkeit erzielte Einkommen erscheine demgegenüber nicht als repräsentativ.
Entsprechend dürfte das Valideneinkommen unter Anpassung an die Lohnentwicklung
per 2007 bzw. 2008 bei etwa Fr. 38'000.-- bis 39'000.-- liegen. Für das
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Invalideneinkommen sei auf das effektiv erzielte Einkommen der Beschwerdeführerin
als Aushilfsverkäuferin abzustellen; dieses betrage bei einem 50%-Pensum jährlich
rund Fr. 18'400.--. Daraus resultiere ein Invaliditätsgrad von 51.58% (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 12. Juni 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung bringt sie im Wesentlichen vor, im
MEDAS-Gutachten sei eine 60%ige Arbeitsfähigkeit ermittelt worden. Eine
medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 60% bedeute jedoch nicht, dass diese
auch aus juristischer Sicht im IV-Verfahren gelte. Gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung bestehe nämlich die Vermutung, dass eine somatoforme
Schmerzstörung in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität führende
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirke. Diese gesundheitliche Beeinträchtigung
oder ihre Folgen seien mit einer zumutbaren Willensanstrengung grundsätzlich
überwindbar. Vorliegend fehle es am wichtigsten Kriterium, um ausnahmsweise eine
Invalidität anzunehmen: Eine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere,
Ausprägung und Dauer liege nicht vor. Es sei aus rechtlicher Sicht davon auszugehen,
dass die Beschwerdeführerin voll arbeitsfähig sei. Sie habe somit keinen
Rentenanspruch. Selbst wenn man von einer 40%igen Arbeitsunfähigkeit ausginge,
bestünde kein Rentenanspruch, da aus dem Einkommensvergleich ein Invaliditätsgrad
von 0% resultiere (act. G 4).
C.c Mit Replik vom 10. Juli 2008 hält der Vertreter der Beschwerdeführerin an seinen
Anträgen fest. Eine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung
und Dauer sei ohne weiteres gegeben. Die Frage, ob die somatoforme Schmerzstörung
oder/und ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar seien,
könne nur der Mediziner beantworten, anhand der vom Bundesgericht formulierten
Kriterien. Es liege keine aktuelle medizinisch-psychiatrische Beurteilung vor (act. G 8).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf das Einreichen einer Duplik (act. G 10).

Erwägungen:
1.
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Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E.
1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging am 13. März
2008, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten
Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher und
aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche noch
nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals
geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-
Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; ab 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1).
2.
2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für
einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG
durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht
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Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.2 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des streitigen Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb). Dies
bedeutet nicht, dass Parteigutachten durch den Umstand allein, dass sie von einer
Partei eingeholt und in das Verfahren eingebracht wurden, ohne weiteres minder
beweiskräftig sind. Denn auch sie können nützliche Äusserungen zum medizinischen
Sachverhalt enthalten. Daraus folgt wiederum nicht, dass sie den gleichen Rang wie ein
vom Gericht oder vom Sozialversicherer nach dem vorgegebenen Verfahrensrecht
eingeholtes Gutachten besitzen. Relevant werden sie nur, wenn ihre Aussagen die
Auffassungen und Schlussfolgerungen des förmlich bestellten Gutachtens in
rechtserheblichen Fragen derart zu erschüttern vermögen, dass davon abzuweichen
wäre (BGE 125 V 351 E. 3c). Was Berichte von Hausärzten angeht, muss die
Erfahrungstatsache mitberücksichtigt werden, dass Hausärzte mitunter aufgrund ihrer
auftragsrechtlichen Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher dazu neigen, zu Gunsten
ihrer Patienten auszusagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Bei der Abschätzung des
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Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen
allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht
vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden
Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich
einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung
durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen
Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch
tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten
fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 175 E. 4) nicht zu, ein Administrativ-
oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen
zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen
gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung
aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher
Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung
unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai
2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen).
3.
3.1 Die angefochtene Verfügung stützt sich in medizinischer Hinsicht auf das von der
Unfallversicherung eingeholte interdisziplinäre Gutachten vom 12. Oktober 2004 (act. G
4.2.2), in welchem der Beschwerdeführerin aus psychischen Gründen eine 40%ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert worden war. Während die Beschwerdegegnerin im
Rahmen des Beschwerdeverfahrens geltend macht, aus juristischer Sicht sei die
Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit überhaupt nicht eingeschränkt, geht die
Beschwerdeführerin unter Hinweis auf die Berichte der behandelnden Ärzte sowie
gestützt auf ihre eigenen Erfahrungen aus ihrer wieder aufgenommenen Arbeitstätigkeit
von einer mindestens 50%igen Arbeitsunfähigkeit aus.
3.2 Das Gutachten vom 12. Oktober 2004 vermag grundsätzlich zu überzeugen, erfüllt
es doch die von der Rechtsprechung aufgestellten Kriterien an beweiskräftige
Gutachten (BGE 125 V 351). Daran ändert nichts, dass dem psychiatrischen Gutachter
Dr. A._ nachträglich weitere Akten zur Nachbeurteilung vorgelegt wurden, ging es
dabei doch im Wesentlichen um die im vorliegenden IV-rechtlichen Verfahren nicht
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relevante Beurteilung des Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und Entwicklung
des Gesundheitszustands (vgl. act. G 4.2.7). Im Übrigen hat der Gutachter aufgrund
der ergänzten Vorakten am 27. September 2005 eine Stellungnahme abgegeben und
seine Beurteilung bestätigt, wobei er einzig die Diagnose dem zeitlichen Verlauf
anpasste (ab 1. Oktober 2004 anhaltende somatoforme Schmerzstörung und bezüglich
weiterer Symptome undifferenzierte Somatisierungsstörung, vgl. act. G 4.2.7-14). Der
Regionale Ärztliche Dienst der Invalidenversicherung (RAD) erachtete das Gutachten
denn auch als überzeugend und hielt insbesondere die attestierte 40%ige
Arbeitsunfähigkeit für plausibel, wobei er das Vorliegen einer psychiatrischen
Komorbidität ausdrücklich bejahte (act. G 4.1.26-2). Dies wird von der
Beschwerdeführerin denn auch gar nicht beanstandet. Allerdings scheint sich der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der Begutachtung (zumindest
vorübergehend) verschlechtert zu haben, attestierten die behandelnden Ärzte der
Beschwerdeführerin in ihren Berichten aus den Jahren 2005 und 2006 (vgl. act. G
4.2.7-2, 4.1.14, 4.1.16) doch eine höhere Arbeitsunfähigkeit als 40%, wobei sie zum
Teil auch andere Diagnosen stellten als die Gutachter; insbesondere diagnostizierte Dr.
C._ in seinem Bericht vom 21. März 2006 eine Angststörung mit Panikattacken (act.
G 4.1.16-1). Auch Dr. A._, dem die Unfallversicherung im Mai 2005 im
Zusammenhang mit einer Nachbeurteilung u.a. zwei Arztberichte von Dr. C._ vom
März und April 2005 (act. G 1.4 f.) vorgelegt hatte, führte in seiner Stellungnahme vom
27. September 2005 aus, bezüglich Arbeitsfähigkeit scheine im Verlauf eine
Verschlechterung eingetreten zu sein (act. G 4.2.7-14). Unter diesen Umständen ist es
angezeigt, beim psychiatrischen Gutachter, Dr. A._, ein Verlaufsgutachten
einzuholen. Dieses wird sich zur Entwicklung des psychischen Gesundheitszustands
und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seit der Begutachtung zu äussern
haben. Die Sache ist hierfür an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
3.3 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Beschwerdeführerin nach
Ablauf des Wartejahrs im Oktober 2003 durchgehend zu mindestens 40%
arbeitsunfähig war, womit grundsätzlich ein rückwirkender Rentenanspruch in Frage
steht. Hierbei gilt es jedoch zu berücksichtigen, dass sich die Beschwerdeführerin erst
im Januar 2006 zum Bezug von IV-Leistungen angemeldet hat; bei verspäteter
Anmeldung werden gemäss aArt. 48 Abs. 2 IVG grundsätzlich nur für die zwölf der
Anmeldung vorangehenden Monate Leistungen ausgerichtet.
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4.
4.1 Des Weiteren beanstandet die Beschwerdeführerin auch die Bemessung der
Vergleichseinkommen.
In der angefochtenen Verfügung (act. G 4.1.58) wurde für das Valideneinkommen auf
die selbstständige Tätigkeit der Beschwerdeführerin in der Bäckerei/Imbiss abgestellt,
die am 1. Oktober 2001 aufgenommen worden war. Die Beschwerdegegnerin stützte
sich hierbei auf die Steuererklärungen für die Jahre 2001 und 2002. Für das Jahr 2001
berücksichtigte sie ein Einkommen der Beschwerdeführerin in Höhe von Fr. 7'126.--.
Für das Jahr 2002 berücksichtigte sie das Einkommen der Beschwerdeführerin in Höhe
von Fr. 6'548.-- sowie das Einkommen des Ehemanns der Beschwerdeführerin aus
unselbstständigem (richtig: selbstständigem, vgl. act. G 4.1.56-8) Haupterwerb in Höhe
von Fr. 33'458.--. Sie addierte das Einkommen der Beschwerdeführerin von Fr. 6'548.--
sowie das anteilige Einkommen des Ehemanns der Beschwerdeführerin für die Zeit
vom 1. Januar bis 30. September 2002 (Tag vor dem Unfall der Beschwerdeführerin)
von Fr. 25'093.-- (9/12 von 33'458.--) und rechnete die Hälfte davon (Fr. 15'820.--) der
Beschwerdeführerin als Einkommen an. Zusammen mit dem Einkommen für das Jahr
2001 (1. Oktober bis 31. Dezember) ermittelte sie so ein Valideneinkommen von
Fr. 22'946.-- (7'126.-- + 15'820.--). Für das Invalideneinkommen stellte die
Beschwerdeführerin auf Tabellenlöhne ab. Da das so ermittelte Invalideneinkommen
selbst bei der angenommenen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von 60%
deutlich über dem Valideneinkommen lag (vgl. act. G 4.1.59), passte sie ersteres an
letzteres an, wobei sie bei diesem angepassten Invalideneinkommen die teilweise
Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin unberücksichtigt liess. Infolge betraglicher
Übereinstimmung von Validen- und Invalideneinkommen ermittelte die
Beschwerdegegnerin so einen Invaliditätsgrad von 0%.
Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber geltend, für das Valideneinkommen sei
auf ihre letzte unselbstständige Tätigkeit bei der D._ abzustellen, wo sie zuletzt Fr.
2'787.10 netto (x 13) verdient habe. Das aufgrund der selbstständigen Erwerbstätigkeit
erzielte Einkommen erscheine demgegenüber nicht als repräsentativ; jener Tätigkeit sei
auch kein Erfolg beschieden gewesen. Für das Invalideneinkommen sei auf das von
der Beschwerdeführerin effektiv erzielte Einkommen abzustellen (act. G 1).
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4.2 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad auf Grund eines
Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). Der
Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden
hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und
einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen
ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im
Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und sind die so gewonnenen
Annäherungswerte miteinander zu vergleichen.
Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die
Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Es ist in der Regel vom
letzten Lohn, welchen die versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung
erzielt hat, auszugehen (Urteil des EVG vom 16. Mai 2001, I 42/01, mit Hinweisen).
Diese Praxis wird mit der empirischen Feststellung begründet, dass die bisherige
Tätigkeit im Gesundheitsfall in der Regel weitergeführt worden wäre (Urteil des EVG
vom 29. August 2002, I 97/00). Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist
primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte
Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen
gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des
Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue
Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 76 f. E. 3b/aa und
bb, mit Hinweisen).
Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermitteln
oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige
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(Art. 27 IVV) bei selbstständig Erwerbenden ein Betätigungsvergleich anzustellen und
der Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten
Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen. Der
grundsätzliche Unterschied des ausserordentlichen Bemessungsverfahrens zur
spezifischen Methode für Nichterwerbstätige besteht darin, dass die Invalidität nicht
unmittelbar nach Massgabe des Betätigungsvergleichs als solchem bemessen wird.
Vielmehr ist zunächst anhand des Betätigungsvergleichs die leidensbedingte
Behinderung festzustellen; sodann aber ist diese im Hinblick auf ihre erwerbliche
Auswirkung besonders zu gewichten. Eine bestimmte Einschränkung im funktionellen
Leistungsvermögen einer erwerbstätigen Person kann zwar, braucht aber nicht
notwendigerweise eine Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge zu haben (vgl.
BGE 128 V 29 E. 1 mit Hinweisen).
4.3 Mit Blick auf das unter E. 4.2 Gesagte ist der in der angefochtenen Verfügung
angestellte Einkommensvergleich nicht haltbar. Insbesondere war es aufgrund der nur
einjährigen Dauer der selbstständigen Tätigkeit der Beschwerdeführerin vor dem Unfall
unzulässig, auf das für diese Zeit erzielte steuerbare Einkommen abzustellen, auch
wenn die Beschwerdeführerin das Geschäft nicht selbst aufgebaut, sondern von ihrer
vorherigen Arbeitgeberin übernommen hat; auf keinen Fall durfte zudem das
Einkommen des Ehemanns der Beschwerdeführerin in die Berechnung ihres
Valideneinkommens einfliessen. Überhaupt war die Selbstständigkeit der
Beschwerdeführerin nur von sehr kurzer Dauer und wirtschaftlich nicht von Erfolg
gekrönt. Unter diesen Umständen ist mit der Beschwerdeführerin bezüglich des
Valideneinkommens davon auszugehen, dass sie im Gesundheitsfall einer
unselbstständigen Erwerbstätigkeit nachgehen würde.
Ebenso wenig nachvollziehbar ist die Ermittlung des Invalideneinkommens. Zwar war
es grundsätzlich korrekt, dass die Beschwerdegegnerin das ermittelte
Invalideneinkommen an das tiefere Valideneinkommen angeglichen hat, doch wäre der
Abzug für die angenommene 40%ige Arbeitsunfähigkeit (erst) von dem angepassten
Invalideneinkommen vorzunehmen gewesen, womit die Beschwerdeführerin Anspruch
auf eine Viertelsrente gehabt hätte. Allerdings ist ohnehin fraglich, ob für das
Invalideneinkommen vorliegend auf Tabellenlöhne abzustellen ist oder ob nicht - wie
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die Beschwerdeführerin dies geltend macht - das effektiv erzielte Einkommen als
Invalideneinkommen herangezogen werden kann.
Insgesamt vermögen somit weder das von der Beschwerdeführerin ermittelte Validen-
noch das Invalideneinkommen zu überzeugen. Die Sache ist somit auch aus diesem
Grund an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Sie wird das Valideneinkommen
dabei auf der Basis einer von der Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall mutmasslich
ausgeübten unselbstständigen Erwerbstätigkeit neu zu ermitteln haben, wobei die
früher erzielten Verdienste als Reinigungsangestellte bzw. Verkäuferin Anhaltspunkte
liefern können. Was das Invalideneinkommen anbelangt, wird die Beschwerdegegnerin
zu beurteilen haben, ob diesbezüglich (und unter Berücksichtigung der Ergebnisse der
neuerlichen medizinischen Abklärung) auf das von der Beschwerdeführerin effektiv
erzielte Einkommen abgestellt werden kann. Dabei wird sie zu prüfen haben, ob
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, die
Beschwerdeführerin schöpfe die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise
voll aus, sowie ob das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht
als Soziallohn erscheint (vgl. BGE 126 V 76 E. 3a, mit Hinweisen). Sollte dem nicht so
sein, wird die Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen anhand von
Tabellenlöhnen zu ermitteln haben, wobei sie zu prüfen haben wird, ob - wie die
Beschwerdeführerin dies geltend macht - von dem so ermittelten Invalideneinkommen
ein Leidensabzug vorzunehmen ist.
5.
5.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen.
Die angefochtene Verfügung vom 13. März 2008 ist aufzuheben, und die Sache ist zur
weiteren Abklärung und neuen Verfügung im Sinn der Erwägungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von insgesamt Fr. 600.--
erscheint vorliegend als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt
praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE 132 V 235 E. 6.2). Die Beschwerdegegnerin hat
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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St.Galler Gerichte
deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Dementsprechend ist
der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.--
zurückzuerstatten.
5.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf
Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung
der Streitsache und dem Aufwand erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG