Decision ID: 25cb4e6e-891b-4570-b4cc-dda3757e8b96
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1961 geborene
X._
war vom 7. Juli 1982 bis 17. Mai 2001 als Maurer
bei der
Y._
tätig
(Urk. 9
/9). Am 1. April 1998 erlitt er einen Unfall. Es wurde eine traumatisierte Handgelenkarthrose bei
Scaphoid
pseudarthrose
rechts diagnostiziert. Die SUVA kam für die Heilbehandlung auf
und richtete Taggelder aus. Mit Verfügung vom 15. Februar 1999 sprach sie de
m Versicherten für die verbleibende Beeinträchtigung aus dem Unfall vom 1. April 1998 eine einer Erwerbseinbusse von 25 % entsprechende Invalidenrente ab 1. Januar 1999 und eine auf einer Integritätseinbusse von 5 % beruhende Inte
gritäts
entschädigung zu
(Urk. 9
/6 S. 94 ff.). Am 21. Mai 2001 meldete die Arbeit
geberin des Versicherten
der SUVA einen Rückfall (Urk. 9
/6 S. 93). Am 6. Juli 2001 wurde eine
Scaphoidresektion
und 4-corner-fusion
(Urk. 9
/6 S. 78)
und am 24. Mai 2002 eine
Handgelenksdenervation
durchgeführt
(Urk. 9
/6 S. 48
). Die SUVA kam für die Heilbehandlung auf und richtete weitere Taggelder aus.
Am 27. Dezember 2002 meldete sich der Versicherte bei der Sozialversiche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Inva
liden
versicherung an (Urk. 9
/3). Die IV-Stelle zog die Akten des Unfallver
sicherers bei und tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen. Mit Ver
fügung vom 9. April 2003 lehnte sie einen Anspruch des Versicherten auf beruf
liche Mass
nahmen ab
(Urk. 9
/14). In der Folge veranlasste sie eine psychiatrische Begut
achtung bei Dr. med.
Z._
, Facharzt Psychi
atrie und Psychotherapie (Urk. 9
/44). Das Gutachten wurde am 4. Mai 200
5 erstattet (Urk. 9
/46).
Mit Verfügung vom 24. Juni 2005 erhöhte die SUVA die Invalidenrente per 1. April
2005 auf 64 % und sprach dem Versicherten eine Integritätsentschädi
gung von 20 % zu (Urk. 9
/52).
Mit Verfügungen vom 10. Juni 2005 und 28. Juli 2005 sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine ganze Rente ab 1. Mai 2002 zu (Urk.
9/51 und Urk. 9
/55) und bestätigte diese mit Mitteilung vom 27. August 2008
(Urk. 9
/63). Im Juli 2014 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen ein Revisionsverfahren ein. Sie holte aktu
elle medizinische Berichte ein und ordnete eine
bidiszipli
näre
Abklärung bei Dr. med.
A._
, Rheuma
tologie FMH, und Dr. med. B._
, Psychiatrie un
d Psychotherapie FMH, an (Urk. 9
/81). Das Gutachten wurde am 28. Mai 2015 erstattet (Urk.
9
/84). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren stellte die IV-Stelle die Rente mit Verfügung
vom 11. März 2016 auf Ende des der Zustellung der Verfügung
folgenden Monats ein (Urk. 9
/93). Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 28. August 2017 ab (Urk. 9/118).
1.2
Mit Eingabe 11. November 2016 machte der Versicherte eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes geltend (Urk. 9/109). Nachdem das Urteil vom 28. August 2017 in Rechtskraft erwachsen war, tätigte die IV-Stelle medizinische Abklärungen und holte Stellungnahme
n
des RAD
-Arztes
Dr.
med. C._
, Facharzt Chirurgie,
ein
(Urk. 9/135 S. 3 ff.)
.
Mit Vorbescheid vom 4. Mai 2018 stellte
sie
die Abweisung des
Rentengesuchs
in Aussicht
(Urk. 9/136)
.
Mit Eingaben vom 6. Juni 2018 und 9. Juli 2018 erhob der Versicherte Einwände (Urk. 9/136 und Urk. 9/141). Mit Verfügung vom 22. August 2018 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch des Versicherten (Urk. 9/144).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
20.
September 2018 Beschwerde und beantragte,
die angefochten Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm mit Wirkung von sechs Monaten ab Verschlechterungsmeldung vom November 2016 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zur ergänzenden polydisziplinären Begutachtung und anschliessendem neuen Entscheid über den Rentenanspruch an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen
(Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 26. Oktober 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 8), was dem Beschwer
deführer mit Verfügung vom 29. Oktober 2018 mitgeteilt wurde (Urk. 10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für
die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunfts
ängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vorder
grund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchti
gungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, beste
hen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheid
bare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit ver
gleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit
Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychi
scher Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesge
richts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Fol
gen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.4
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderer
seits
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 15
.
Februar 2018 E.
5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrund
lage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchs
frei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_
580/2017 vom 16. Januar 2018 E.
3.1 mit Hinweisen).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.6
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung
(
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad
der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass die Vorbringen der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
Zur Frage des Bedeutungsgehalts des
Art.
87
Abs.
2 und 3
IVV
hat das Bundes
gericht in BGE 130 V 64 E. 5.2.5 festgehalten, dass die versicherte Person mit dem Revisionsgesuch oder der Neuanmeldung die massgebliche Tatsachenände
rung glaubhaft machen muss, ihr mithin ausnahmsweise eine Beweisführungslast zukommt. Tritt die Verwaltung auf das erneute Leistungsbegehren ein, hat sie demgegenüber gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (Art. 43 ATSG, Art. 57 IVG in Verbindung mit Art. 69 ff. IVV; SVR 2006 IV Nr. 10 S. 39 E. 4.1 [I 457/04]; vgl. auch BGE 117 V 198 E. 3a).
1.7
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versi
cherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
1.
9
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrele
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.
1
Im angefochtenen Entscheid erwog die IV-Stelle,
anhand der eingereichten Unterlagen und der eingeforderten Berichte sei keine langandauernde Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes ausgewiesen. Die stationäre Behandlung habe zu einer Verbesserung der depressiven Symptomatik geführt. Die erneute Verschlechterung in der häuslichen Umgebung sei auf die schwierigen Lebens
umstände zurückzuführen.
Diese könnten bei der Einschätzung der Arbeitsfähig
keit nicht berücksichtigt werden. Bei einem Invaliditätsgrad von 35 % bestehe weiterhin kein Anspruch auf eine Rente
(Urk. 2)
.
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber im Wesentlichen geltend,
die psychischen Beschwerden, die zu den unfallbedingten Beschwerden hinzugetre
ten seien, hätten sich laufend verschlechtert und seien unterdessen dauerhafter Art und invalidisierend. Obwohl bereits im
Einwandverfahren
eine polydiszipli
näre Begutachtung zur Klärung des revisionsrechtlichen Sachverhalts beantragt worden sei, beschränke sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Ver
fügung in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes auf eine antizipierte Beweis
würdigung unter Hinweis auf die Beurteilung des eignen medizinischen Dienstes
(Urk. 1 S. 6
f.)
.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom
11. November 2016
(Urk. 9/
109
) eingetreten. Es gilt somit zu prüfen, ob sich die tatsächlichen Verhältnisse im massgebenden Zeitraum zwischen der
rentenauf
hebenden
Verfügung vom
11. März 2016
(Urk. 9/
93
,
bestätigt durch Urteil des Sozialversicherungsgerichts des
Kan
tons Zürich vom
28. August 2017
, Urk. 9/
118
), und der angefochtenen Verfügung vom
22. August 2018
(Urk. 2), insofern verändert haben, dass nunmehr
wieder
ein Anspruch auf eine
Rente
besteht,
bzw.
ob diese Frage gestützt auf die vorliegenden Akten
überhaupt
beurteilt werden kann.
3.2
Die rentenaufhebende
Verfügung vom 11. März 2016
stützte sich
im Wesentli
chen
auf
den kardiologischen Bericht des
D._
vom 2
1.
November 2014 (
Urk.
9/79) sowie
das
bidisziplinäre
Gutachten vom 28. Mai 2015 (Urk. 9/84).
3.2.1
Im Bericht der Kardiologie des
D._
vom 21. November 2014 wurden die folgenden Diagnosen genannt:
-
Nicht insulinpflichtiger Diabetes mellitus mit oralen Antidiabetika einge
stellt
-
St. n. inferiorem NSTEMI 18.07.2013 bei koronarer Zweigefässerkrankung mit PCI RPLS II
-
St. n. multiplen Operationen mit Invalidisierung
Es wurde ausgeführt, von kardialer Seite bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Es sollte ein Schichtdienst vermieden werden. Ansonsten seien von
kardialer Seite leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten mit wech
selnder Belastung möglich (Urk. 9/79).
3.2.2
Im psychiatrischen Teilgutachten stellte Dr.
B._
keine Diagnosen mit anhal
tender Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne anhaltende Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er die folgenden:
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4)
-
l
ange Phase von Arbeitsuntätigkeit (Z56)
-
Status nach depressiver Episode, seit Jahren remittiert (F32.4)
Dr.
B._
führte aus, es sei heute weder anamnestisch noch befundmässig etwas festzustellen, das auf eine psychische Störung hinweisen würde. Die Krite
rien des ICD-10 in Bezug auf eine depressive Episode seien nicht erfüllt. Es sei
vielmehr seit Jahren von einer Remission auszugehen. Eine psychiatrische Behan
d
lung sei nicht notwendig. Der Beschwerdeführer zeige Hinweise für eine psycho
somatische Überlagerung der Schmerzen, soweit sich die Schmerzproble
matik nicht rheumatologisch erklären lasse. Er sei auf die Schmerzen fixiert, äussere hypochondrische Befürchtungen und zeige eine Schmerzausdehnung. Die Schmerzen bildeten oft den Hauptfokus seines Interesses. Zudem komme es bei Lebensproblemen zu einer Verstärkung der Schmerzen. Es könne eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert werden. Die Schmerzproblematik sei progredient und
chronifiziert
, jedoch nicht in einem derartigen Ausmass, dass die Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Zu dieser Beurteilung führe insbesondere die Tatsache, dass keine psychische Komorbidität bestehe. Die Prog
nose sei aus psychiatrischer Sicht günstig (Urk. 9/84 S. 26 ff.).
3.2.3
Im
rheumathologischen
Teilgutachten stellte Dr.
A._
die folgenden Diagnosen mit langandauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Posttraumatische Arthrosen der Hände
-
k
oronare Zweigefässerkrankung
Dr.
A._
führte aus, die aktualisierten Röntgenaufnahmen der Hände dokumen
tierten fortgeschrittene posttraumatische Veränderungen
radiocarpal
und
inter
carpal
beidseits, wobei rechtsseitig zudem postoperative Veränderungen nach einer im
Jahr
2001 stattgehabten
Four
-Corner-Fusion zur Darstellung gelangten. Mit den aktuell bildgebend dokumentierten
arthrotischen
Veränderungen im Bereich der Handgelenke seien die Bewegungseinschränkungen der Handgelenke, die aktuell objektiviert werden könnten, plausibilisiert. Eine funktionelle Ein
schrän
kung sei aufgrund der Pathologien im Bereich der Handgelenke ausge
wiesen und aus rein somatisch-
rheumatologischer Sicht sei nachvollziehbar, dass für körperlich belastende Arbeiten, wie sie früher im Baugewerbe ausgeübt wor
den seien, seit Jahren eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestätigt werde. Auch für leichtgradig körperlich belastende Arbeiten resultierten namhafte Einschrän
kungen der Zumutbarkeit, sofern die Hände eingesetzt werden müssten. An den Händen bestehe, abgesehen von den erwähnten Pathologien, kein klinischer Hin
weis auf eine Arthrose im Bereich der Langfinger oder auf eine Irritation des
Nervus
medianus
. Die Kraftabschwächung, die der Beschwerdeführer aktuell demonstriere, sei schmerzbedingt. Während der klinischen Untersuchung habe eine schmerzvermittelnde Mimik und Gestik eingesetzt, im Rahmen derer drei der fünf
Waddell
-Zeichen, als Hinweis auf nicht organisch abstützbare Beschwerden, demonstriert worden seien. Insgesamt seien die vom Beschwerdeführer geschil
derten Beschwerden bezüglich Umfang und Intensität als partiell auf die objekti
vierbaren somatisch-pathologischen Befunde abstützbar zu beurteilen. Im Juli 2013 sei wegen einer Angina-
pectoris
-Symptomatik die Diagnose einer koro
naren Herzerkrankung gestellt worden. Vom damals erlittenen inferioren Myokardinfarkt habe sich der Beschwerdeführer unterdessen erholt und
er sei unter der eingeleiteten Medikation beschwerdefrei geworden. Wegen dieser
Koro
naropathie
seien körperlich belastende Arbeiten, wie sie früher im Bauge
werbe ausgeübt worden seien, nicht mehr zumutbar (Urk. 9/84 S. 10 ff.).
Die Arbeitsfähigkeit sei aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht beurteilt für viele der leichtgradig körperlich belastenden Arbeiten und für sämtliche Arbeiten, die mehr als leichtgradig körperlich belastend seien, wie zum Beispiel die früher im Baugewerbe ausgeübten beruflichen Tätigkeiten, seit Jahren nicht mehr zumutbar. Für eine angepasste Verweistätigkeit könne, aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht beurteilt, zu keinem Zeitpunkt eine anhaltende Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit von mehr als 20 % begründet werden, wobei das Zumutbarkeitsprofil in den letzten Jahren zunehmende Einschränkungen erfahren habe. Die angepasste Verweistätigkeit liege in einem temperierten Raum, beschränke sich auf leichtest körperlich belastende Arbeiten und lasse die Mög
lichkeit, zwischen sitzender, stehender und gehender Körperhaltung zu wechseln, zu. Das Einhalten der Rückenergonomie sei wünschenswert. Nicht mehr zumutbar seien Arbeiten, die mit Vibrationen verbunden seien, die die
Umwendebewegun
gen
im Handgelenk oder das Abstützen der Hände voraussetzten, die mit dem Besteigen von Leitern und Gerüsten verbunden seien oder bei denen repetitiv zu bewegende Gewichte schwerer als 1 kg seien. Ideal seien zum Beispiel berufliche Tätigkeiten, die mit Überwachungsaufgaben einhergingen und bei
denen zum Beispiel nur Knöpfe respektive Tasten mit den Fingern
gedrückt werden müssten
(Urk. 9/84 S. 14 f.).
3.3
Der
angefochtene
n
Verfügung vom 22. August 2018
lagen insbesondere die
fol
genden
Berichte zugrunde
:
3.3.1
Im
provisorischen
Bericht des
D._
vom 31. Oktober 2016 betreffend die Konsultation vom 27. Oktober 2016 wurden die folgenden Diagnosen gestellt
(Urk.
9/108)
:
-
Unklare Parästhesie im Bereich des gesamten Gesichtsschädels und Kopfes
-
DD medikamentös DD psychogen
-
MRI Schädel vom 18.10.16: Max. 7.5mm grosse
extrakonale
kleine Raumforderung im distalen
Orbitatrichter
links, unmittelbar inferior des M.
rectus
inferior DD kleine venöse Malformation, kleiner
Varixknoten
, ev. kleines
Neurinom
ausgehend vom
N.
zygomaticus
oder vom
N.
infraorbitalis
in der
Fissura
orbitalis
inferior links. Wei
tere neurologische Abklärung empfohlen. Liegt klinisch eine Sensibi
litätsstörung im Gesichtsbereich vor? MRI Verlaufskontrolle empfohlen. Kein Hinweis auf eine Pathologie entlang des
zisternalen
N.
trigeminus
, des
N.
maxillaris
im
Foramen
rotundum
oder des
N.
mandibularis
bds
. im
Foramen
ovale
bds
. Keine pathologisch ver
grösserten Lymphknoten am Hals.
-
Vd
. a. depressive Episode
-
psychische Belastungssituation
-
koronare Herzkrankheit
-
inferiorer NSTEMI 18.07.2013 bei koronarer Zweigefässerkrankung, erhaltene linksventrikuläre Funktion
-
cvRF
: positive Familienanamnese, Nikotinabusus,
Dyslipidämie
, nicht insulinpflichtiger Diabetes mellitus (orale An
t
idiabetika)
-
Diabetes mellitus Typ unklar
-
Aktuell ohne Therapie
3.3.2
Dr.
med.
E._
, FMH für Neurologie, n
annte in seinem Bericht vom 28.
November 2016 die folgenden Diagnosen
:
-
Mul
ti
formes
, Kopf
-
betontes Beschwerdebild mit multifokalen Kopf-/Gesichtsschmerzen,
pulsatilen
nicht-schmerzhaften Sensationen im Ohren-/Kopfbereich, überwiegend nicht
pulsatilem
hochfrequentem Tinnitus beidseits, Leistungs- und Antriebsminderung, depressiver Ver
stimmung
-
sehr wahrscheinlich gemischter Ätiologie
-
gemischtes
chronifiziertes
Kopfschmerzsyndrom mit spannu
n
gstyp
artigen
und multifokalen
myofaszialen
Elementen;
hämodynamisch
und
Blutdruck-assoziierte Komponente; funktionell-somatoforme Komponente bei gesteigerter Wahrnehmung physiologischer Körper
reize
-
MRI Schädel 10/2016: kleine extraaxiale Raumforderung im distalen Orbita-Trichter links unmittelbar unterhalb des M.
rectus
inferior, DD venöse Malformation,
Varix
-Knoten, kleines
Neurinom
ausgehend von
N.
zygomaticus
, von der
Fissura
orbitalis
inferior
-
D
o
ppler-
/
Fa
r
bduplex: multifokale,
mässiggradige
, bilaterale
Athero
matose
der
Carotisachse
mit einer links maximal 20%-
igen
, rechts 30
40%-
igen
Stenose im proximalen Abschnitt der A.
carotis
interna
beidseits und links leicht bis
mässiggradiger
, rechts mindestens
mässiggradiger
Stenose der A.
carotis
externa
beidseits im proxi
ma
len Abschnitt
-
k
oronare Zwei-Gefässerkrankung mit Status nach inferiorem NSTEMI 07/2013, Diabetes mellitus Typ II (ED 2008), depressive Störung, post
traumatische Handg
e
lenksarthrose nach beidseitigen Arbeitsunfällen
.
Dr.
E._
führte aus, in Anbetracht
der vorliegenden Konstellation und
der bis
her erfolgten klinischen und apparativen Untersuchungen vermute er in Bezug auf die beklagten phänomenologisch vielfältigen Kopfbeschwerden das Vorliegen
einer multifaktoriellen Einwirkung. Die
chronifizierten
Kopf-/Gesichts- und Nackenschmerzen wiesen sowohl spannungstypartige als auch
myofasziale
Komponenten auf, welche im Bereich nahezu sämtlicher
craniofacialer
und
nuchaler
Strukturen auch bei der klinischen Untersuchung reproduzierbar seien. Dazu bestehe eine erhöhte Empfindlichkeit des Schmerzsystems und des sen
siblen/sensomotorischen Systems (gesteigerte Wahrnehmung zum Teil physiolo
gischer Körperreize), welche auf eine wahrscheinlich mitwirkende funktionell-somatoforme Komponente auf dem Boden der pharmakologisch behandelten langjährigen depressiven Störung beruhten. Zu der ganzen Konstellation gehör
ten auch die
chronifizierten
Ein- und Durchschlafstörungen, welche die erwähn
ten Beschwerden womöglich in Bezug auf ihre subjektive Intensität und ihren Leidensdruck verstärkten. Andererseits vermute er das Vorliege
n ei
n
e
r primär
hämodynamischen
/ Blutdruck
-
assozierten
Komponente zumindest der gesteiger
ten
pulsatilen
Sensationen im Nacken- und Kopfbereich.
Der Blutdruck sei erhöht, starke Pulsationen könnten auch im Halsbereich
inspektorisch
und
palpatorisch
bestätigt werden. Dazu habe sich doppler-/
farbduplexsonographisch
eine insge
samt
mässiggradige
, wandständige polymorphe
Atheromatose
der
Carotisachse
mit Beteiligung nahezu sämtlicher Gebiete und auch leicht bis
mässiggradigen
Stenosen im proximalen Abschnitt sowohl der A.
carotides
externae
als auch
internae
nachweisen lassen. Bei einem auch hörbaren Strömungsgeräusch im Bereich der rechten vorderen Halsseite und generalisierten Turbulenzen in beiden
Carotisachsen
dü
rften ein Teil der
Kopfbeschwer
den inklusive eventuell auch der geschilderte
Tinnitus dadurch zumindest im Sinne einer Teilkomponente erklärt werden. Diese seien in engerer
cerebrovaskulärer
Hinsicht allerdings asymptoma
tisch. Auch auf die oben erwähnten Kopfsensationen dürfte eine funktionell-somatoforme Komponente negativ modulierend wirken. Das diskrete extrapyra
midale Bild sei wahrs
cheinlich zum Teil vorbestehend
(DD essenzielle Tremor-Komponente), zum Teil aber medikamentös bedingt. Für eine progrediente neur
o
degenerative Erkrankung vom extrapyramidalen oder
cerebellären
Formen
kreis habe er keine suggestiven Stigmata vorfinden können
(Urk.
9/117)
.
3.3.3
Dr.
med.
F._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH, nannte in seinem Bericht vom 2. Dezember 2016 (Behandlungsbeginn 23. Juni 2016) zuhanden der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers die Diagnose einer schweren depressiven Episode, ohne psychotische Symptome (ICD 10 F33.2). Der
Beschwerdeführer
leide an schwer gedrückter Stimmung, völligem Interessever
lust, könne sich an nichts mehr freuen, völlige
Anhedonie
, Antriebsstörung, dauernde Müdigkeit, schwere Konzentrationsstörung, Verlust der Vitalgefühle, Selbstwertkrisen, Angstzustände, Perspektivlosigkeit, schwere Schlafstörung, Appetitverminderung, Gewichtsverlust, sozialer Rückzug, bisher ungeklärte Schmerzen im Kopfbereich, insbesondere Gesichts- und Hörbereich. Aufgrund der psychischen Situation, ohne Berücksichtigung der somatischen Befunde, insbe
sondere auch der schweren posttraumatischen körperlichen Einschränkungen, stehe ausser Frage, dass der Beschwerdeführer in diesem Zustand keiner Tätigkeit nachgehen könne. Dies treffe auch auf eine angepasste Tätigkeit zu. Der Beschwerdeführer habe bereits Mühe bei der Bewältigung der Alltagsroutine und sei bereits dabei auf Hilfe angewiesen. Die aktuelle
Behandlung inkl. p
harmako
logischer Therapie habe bis jetzt, ausser einer minimalen Verbesserung der schweren Schlafstörung, zu keiner Veränderung des desolaten Gesundheitszu
standes geführt. Es sei prognostisch mit einem sch
w
eren Verlauf zu rechnen (Urk. 9/113).
3.3.4
Die Duplexsonographie der hirnzuführenden Halsarterien vom 12. Dezember 2017 ergab deutliche arteriosklerotische Veränderungen der Karotiden mit leicht
gradiger Stenose der A.
carotis
interna
links und leicht bis mittelgradiger Stenose der A.
carotis
interna
rechts sowie eine mittelgradige Stenose der A.
carotis
externa
, rechts etwas mehr als links mit Flussbeschleunigung am Abgang der A.
carotis
externa
rechts (Urk. 9/123).
3.3.5
RAD-Arzt
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Chirurgie, hielt in seiner Stellungnahme vom 19. Februar 2018 fest,
der Beschwerdeführer
klage
über massive Beschwerden im Gesicht, die nach Entzug der Rente aufgetreten seien. Eine diese Schmerzen erklärende Pathologie habe nicht gefunden werden können, weshalb diese Gesichtsschmerzen versicherungsmedizinisch theoretisch unter die bei der psychiatrischen Begutachtung durch
Dr.
B._
am 28. Mai 2015 schon konstatierte somatoforme Schmerzstörung fielen, die keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe. Auf psychiatrischer Seite werde eine schwere Depression geltend gemacht, die jegliche Erwerbstätigkeit verunmögliche und sogar einen stationären Aufenthalt erfordert habe. Es sei der Austrittsbericht der
G._
und ein Bericht des behandelnden Psychiaters
Dr.
F._
einzuholen, bevor eine endgültige medizinische Stellungnahme gemacht werden könne
(Urk. 9/135 S. 3 f.)
.
3.3.6
Im Austrittsbericht der
G._
vom 6. März 2018 betreffend die Hospitalisation vom 28. November bis 21. Dezember 2017 und vom 9. Januar 2018 bis 22. Februar 2018 wurden die folgenden Diagnosen genannt
(Urk. 9/127)
:
-
Rezidivierende depressive Störung, mittelgradige Episode, ICD-10 F33.1
-
bei Austritt noch leichtgradig
-
a
nhaltende Schmerzstörung, ICD-10 F45.4
Im Bericht
der
G._
vom 12. März 2018 zuhanden der IV-Stelle wurde ausgeführt, nach einem Arbeitsunfall mit einer Verletzung der Hand 1998 und diversen Operationen sei es im Verlauf zu
einer vollen
Arbeitsunfähigkeit gekommen. Der Beschwerdeführer habe neben somatischen Problemen vor dem Hintergrund beruflicher Perspektivlosigkeit
zunehmend
eine depressive Sympto
matik und Ängste, insbesondere vor Ablehnung und Stigmatisierung entwickelt.
Seit 2016 habe sich die Schmerzsymptomatik sowie sein depressives Zustandsbild mit gedrückter Stimmung, Interessenverlust, Hoffnungs- und Perspektivenlosig
keit, suizidalen Gedanken, grosser Ängstlichkeit und sozialem Rückzug in den Kreis der engsten Familie zunehmend verschlechtert. Bei Austritt am 22. Februar 2018 habe der Beschwerdeführer eine deutliche Verbesserung der depressiven Symptomatik und der Ängste gezeigt. Sein Schmerzerleben
habe er als gleich
bleibend beschrieben, wobei eine erhöhte Belastung in Stresssituationen zu einer deutlichen Zunahme geführt hätten. Aktuell bestehe eine sehr geringe psychische wie auch körperliche Belastbarkeit und eine rasche Überforderung mit einer Zunahme der schweren
chronifizierten
Schmerzsymptomatik
. Die Frage, ob berufliche
Inte
grationsmassnahmen zu einem späteren Zeitpunkt möglich seien, sei zurzeit nicht beurteilbar (Urk. 9/129).
3.3.7
Der behandelnde Psychiater
Dr.
F._
stellte in seinem Bericht vom 5. April 2018 zuhanden der IV-Stelle die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, aktuell mittelgradige Episode (ICD 10 F33.1) sowie einer anhaltenden Schmerzstörung (ICD 10 F 45.4). Er hielt fest, nach der Entlassung aus der
G._
habe der Beschwerdeführer ein gebessertes Zustand
s
bild bezüglich der depressiven Symptomatik gezeigt, diese habe sich aber in den letzten Wochen zuhause wieder stark verschlechtert. Der Beschwerdeführer leide nach vorübergehender Verbesserung weiterhin an schwer gedrückter Stimmung, Hoffnungslosigkeit, Angst und Perspektivlosigkeit, schwerer Unruhe mit Konzentrationsstörung, Interessenverlust,
Anhedonie
, dauernder Müdigkeit, Schlafstörung und einer weiterhin starken Einschränkung durch schwere Schmerzen im Kopfbereich, insbesondere im Gesichts- und Hörbereich
. Bezüglich der vollen Arbeitsunfähigkeit, die seit Jahren bestehe, sei langfristig keinerlei Änderung zu erwarten (Urk. 9/131).
3.3.8
RAD-Arzt
Dr.
C._
hielt in seiner Stellungnahme vom 19. April 2018 fest, die geltend gemachte Verschlechterung der vorbekannten depressiven Verstimmung sei mit einem stationären Aufenthalt in der
G._
therapiert worden. Dieser Aufenthalt habe wegen einer vorgängig geplanten Reise unterbrochen werden können. Dies widerspreche primär dem beklagten Grad der depressiven Symptomatik. Der stationäre Aufenthalt habe zu einer signifikanten Verbesse
rung der depressiven Episode von schwer auf leicht geführt. Der erzielte Erfolg sei gemäss den neuesten Arztberichten des behandelnden Psychiaters
Dr.
F._
durch die Rückkehr in die häusliche Umgebung pulverisiert worden. Daraus lasse sich schliessen, dass die beklagte Verschlechterung, die erneut eine Arbeitsfähig
keit verunmögliche, auf invaliditätsfremden Ursachen (psychosozial) beruhe. Daher werde empfohlen
,
an der Stellungnahme des RAD vom 2. Juni 2015 fest
zuhalten (Urk. 9/135 S. 5).
3.3.9
In seinem Bericht vom 20. April 2018 zuhanden der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers führte
Dr.
F._
aus, bezüglich der Arbeitsfähigkeit habe sich seit Behandlungsbeginn am 23. Juni 2016 keinerlei Änderung ergeben. Aus seiner Sicht stehe es weiterhin ausser Frage, dass der Beschwerdeführer in diesem sch
w
er
chronifizierten
Zustand bezüglich seiner psychischen Situation keiner Tätigkeit nachgehen könne, sicherlich nicht im ersten Arbeitsmarkt und auch nicht in einer angepassten Tätigkeit (Urk. 9/133).
3.4
In dem
nach Verfügungserlass datierenden
Bericht des
D._
vom 13. September 2018
betreffend die Hospitalisation vom 3. bis 10. September 2018
wurden die folgenden Diagnosen genannt:
-
Lumbospondylogenes bis
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom L5/S1 mit
myofaszialen
Schmerzen
-
Vd
. a. zusätzlich psychosomatische Komponente mit Schmer
z
verar
beitungsstörung
-
MRI LWS 29.08.2018: Diskushernie L3/4 mit Nervenwurzel
kompression L4 rechts, Diskushernie L4/5 ohne eindeutige Nerven
wurzelkomp
re
ssion L5 links
-
Facettengel
e
nksinfiltration
bds
. L5/S1 05.09.2018
-
r
ezid
i
vierende depressive Störung
-
St. n. stationärer Behandlung 02/2018
G._
bei mittelschw
e
rer Episode
-
k
oronare 2-Gefässerkrankung
-
St. n. STEMI der Hinterwand vom 18.07.2013
-
Koronarangiographie 18.
07.2013: Direkt-
Stenting
des 2.
Posterolate
ralastes
des
RCX
bei akutem Gefässverschluss
-
cvRF
: positive Familienanamnese, St. n. Nikotinabusus,
Dyslipidämie
, Diabetes mellitus
-
Diabetes mellitus Typ II, ED 2008
-
nur Diätbehandlung
-
HbA1c 09/2018: 7.0
%
-
h
ochgradige radio-karpale und interkarpale Arthrose links
-
St. n.
Scaphoid
-Pseudoarthrose links
-
Handgelenksarthrose rechts
-
St. n.
Scaph
o
idektomie
und 4-corner-Fusion 07/2001 (
D._
)
-
St. n.
Hand
g
elenksdenervation
05/2002
Es wurde ausgeführt, die stationäre Aufnahme sei nach elektiver Zuweisung durch den Hausarzt aufgrund von in die Beine ausstrahlenden Rückenschmerzen ohne eindeutiges Korrelat im MRI der Wirbelsäule erfolgt. Der Beschwerdeführer habe berichtet, seit dem Juli 2018 an diesen Schmerzen zu leiden.
Red
-Flags hätten keine eruiert werden können. Es
sei eine analgetische Therapie sowie eine physiotherapeutische
Beübung
etabliert worden. Hierunter hätten sich die Beschwerden bereits deutlich gebessert. Zusätzlich sei eine Facettengelenks
infiltration im Bereich der stärksten Schmerzen auf Höhe LWK5/SWK1 erfolgt. Anschliessend sei es nochmals zu einer Besserung der Symptomatik mit unein
geschränkter Mobilität bei nur noch geringen Beschwerden gekommen. Bei bekannten rezidivierenden depressiven Episoden und Ängsten werde eine psy
chosomatische Komponente der
Beschwerden mit Schmerzverarbeitungsstörung vermutet. Eine ambulante psychiatrische Anschlussbehandlung sei zum
Hospita
lisationszeitpunkt
bereits organisiert, aufgrund der neuen Beschweren jedoch nicht mehr realistisch gewesen, sodass er zur stationären psychiatrischen Weiter
behandlung in die
H._
verlegt worden sei (
Urk.
9/147).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der leistungsab
weisenden
Verfügung vom
22. August 2018
insbesondere
auf die Stellu
ng
n
a
hmen ihres
RAD-Arztes
Dr.
C._
(vgl. vorne E. 3.3.5 und E.
3.3.8)
.
Dieser gelangte zum Schluss, dass die vom Beschwerdeführer geklagten massiven Beschwerden im Gesicht, für die keine Pathologie habe gefunden werden können, unter die bei der psychiatrischen Begutachtung durch
Dr.
B._
konstatierte somatoforme Schmerzstörung fielen, die keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe. Auch wenn für die neu aufgetretenen Schmerzen kein organisches Korrelat gefunden
werden konnte
, wäre das Vorliegen einer krankheitswertigen Schmerzstörung unter Einbezug der Standardindikatoren (vgl. vorne E. 1
.4
) zu prüfen gewesen.
Die Stellungnahmen von
Dr.
C._
sind für die Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers ohnehin nicht beweistauglich, zumal er als Facharzt Chirurgie nicht über die notwendige fachliche Qualifikation verfügt (vgl. vorne E. 1.
8
)
4.2
In psychiatrischer Hinsicht geht aus
den
Akten
hervor, dass sich der Beschwer
deführer seit dem 23. Juni 2016
bei
Dr.
F._
in ambulanter psychiatrischer Behandlung befindet. Der Psychiater diagnostizierte in seinem Bericht vom 2. Dezember 2016 eine schwere depressive Episode und verneinte eine Arbeitsfä
higkeit (vgl. vorne E. 3.3.3). Vom 28. November bis 21. Dezember 2017 und vom 9. Januar 2018 bis 22. Februar 2018 begab sich der Beschwerdeführer sodann in eine stationäre psychiatrische Behandlung in der
G._
. Dort wur
den die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, mittelgradige Epi
sode, sowie einer
anhaltenden Schmerzstörung gestellt
.
Beim Austritt am 22. Februar 2018 habe der Beschwerdeführer eine deutliche Verbesserung der depressiven Symptomatik und der Ängste gezeigt (leichtgradige depressive Epi
sode).
Es bestehe eine sehr geringe psychische wie auch körperliche Belastbarkeit und eine rasche Überforderung mit einer Zunahme der schweren
chronifizierten
Schmerzsymptomatik (vgl. vorne E.
3.3.6).
Der behandelnde Psychiater diagno
stizierte in seinem Bericht vom 5. April 2018 wiederum eine rezidivierende
depressive Störung, aktuell mittelgradige Episode, sowie eine anhaltende Schmerzstörung und ging weiterhin von einer vollen Arbeitsunfähigkeit aus (vgl.
vorne E. 3.3.7).
Damit bestehen Hinweise auf eine psychische Erkrankung, wel
cher nicht ohne Weiteres
eine Relevanz
abgesprochen werden kann.
Wie bereits anlässlich der Begutachtung durch
Dr.
B._
festgestellt
wurde
(vgl.
vorne E.
3
.2.2
)
, bestehen Anhaltspunkte dafür, dass das psychische Beschwerdebild durch psychosoziale Belastungsfaktoren mitbestimmt wird. So wurde
auch
im Aust
ri
ttsbericht der
G._
vom 6. März 2018 ausgeführt, der Beschwerdeführer habe vor dem Hintergrund beruflicher Perspektivlosigkeit zunehmend eine depressive Symptomatik entwickelt. Eine Verschlechterung seines Zustandes habe er 2016 erlebt, nachdem die gutachterliche Beurteilung dazu geführt hab
e
, dass ihm seine Rente voll aberkannt worden sei (vgl. Urk. 9/127).
Es wird somit auf die psychosoziale Belastungssituation hinge
wiesen, ohne diese jedoch kritisch abzugrenzen.
Ob eine von depressiven Ver
stimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedi
zinischen Sinne oder ein damit vergleichbarer psychischer Leidenszustand
mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit besteht, welchem gegenüber einem reak
tiven invaliditätsfremden Geschehen auf psychosoziale Belastungen selbständige Bedeutung zukommt, kann aufgrund der vorliegenden Akten nicht beurteilt wer
den.
Den psychiatrischen Berichten sind ausserdem keine schlüssigen medizini
schen Ausführungen zu entnehmen, die eine
umfassende Prüfung anhand der
Standardindikatoren (vgl.
vorne
E.
1.
4
)
erlauben würden.
4.3
Aus somatischer Sicht ist gestützt auf die im Zeitpunkt der angefochtenen Ver
fügung
vorliegenden Akten
keine wesentliche Verschlechterung des Gesundheits
zustandes ersichtlich.
Die
posttraumatische
n
Arthrose
n
der Hände sowie die
koronare Zweigefässerkrankung bestand
en
bereits im Zeitpunkt der rentenaufhe
benden Verfügung vom
11. März 2016
und wurde
n
dannzumal
beim Belastungs
profil
berücksichtigt
(vgl. vorne E. 3.2.1
und E. 3.2.3.
)
.
Eine relevante neurologi
sche Erkrankung konnte nicht fes
tgestellt werden (vgl. vorne E.
3
.3.2
).
Die ophthalmologischen Diagnosen
(
vgl.
Urk.
3/5) sind ohne Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit. D
er nach Verfügungserlass datierende Bericht des
D._
vom 13.
September
2018 deutet auf eine psychosomatische Kompo
nente
der geklagten Rückenbeschwerden
h
in. So wurde
kein eindeutiges Korr
elat im MRI gefunden und es wurde
eine Schmerzverarbeitungsstörung vermutet
. Ent
sprechend wurde der Beschwerdeführer zur stationären psychiatrischen Weiter
behandlung in die
H._
verlegt
(vgl. vorne E.
3
.4
).
Aufgrund der
aktuellen
Aktenlage ist in somatischer Hinsicht somit kein weiterer Abklärungs
bedarf ersichtlich.
4.4
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass d
ie Beschwerdegegnerin
den psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ungenügend abgeklärt
hat
.
Somit rechtfertigt es sich, die Sache an die Beschwerdegegnerin zur Durchführung eines psychiatrischen
bzw.
allenfalls
– soweit
der RAD oder die Guta
chtensstelle zum Schluss gelangen sollte
, dass
die Beschaffenheit des Gesundheitsschadens nicht vollends gesic
hert ist (vgl. BGE 139 V 349 E.
3.2) -
polydisziplinären
Gutachtens zurückzuweisen.
4.5
Die angefochtene Verfügung ist daher aufzuheben und die Sache zur Vornahme ergänzender Abklärungen im Sinne der vorstehenden Erwägungen sowie zur anschliessenden neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In diesem Sinne i
st die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Die Kos
ten des Verfahrens sind auf Fr.
8
00.--
festzusetzen und, da die Rückwei
sung an die Verwaltung nach ständiger Rechtsprechung als vollständiges Obsiegen gilt (BGE 137 V 57 E. 2.29
)
, ausgangsgemäss der Beschwerdege
gnerin aufzuerlegen (Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).
5.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung, die in Anwendung von Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversi
ch
erungsgericht (GSVGer) auf Fr. 2
’
000
.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) festzu
setzen ist.