Decision ID: f7e99301-b4b7-4f1e-accf-7ffd41dfb2be
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1958, reiste 1981 in die Schweiz ein
(
Urk.
6/7/1)
, wo er zunächst
als Hilfsarbeiter auf dem Bau
tätig war
(
Urk.
6/18/138 und
6/86/37
). Im Jahr 1982 unterzog er sich einer
Meniskektomie
am linken Knie
(
Urk.
6
/13/5)
. Vom 1. Dezember 1988 bis zum 30. April 1989 wurde ihm eine ganze und für den Monat Mai 1989 eine halbe Invalidenrente zugesprochen (
Urk.
6/1-3). Ab dem Jahr 1991 war
d
er
Versicherte
als Hilfsarbeiter in Garagen tätig
(
Urk.
6/12/2)
.
Am
15. November 1996
fiel eine Autofelge von einem Stapel
auf sein
linkes
Knie
(
Urk.
6
/18/149)
.
Der Versicherte
wurde am 21. Februar 1997
wegen einer trau
matisierten Gonarthrose mit lateraler Meniskusläsion, einer Läsion des medialen Restmeniskus und einem
Osteophyten
am medialen
Femurkondylus
am linken Knie operiert
(
Urk.
6/18/144-145)
. Danach nahm er, mit
Unterbrüchen, seine Erwerbst
ätigkeit wieder auf
(U
rk.
6/12/2-4)
. Zuletzt arbeitete er
vom
1. April 2001 bis zum
2
9.
Februar 2008 als
Fahrzeugaufbereiter
bei der
O._
AG
, welche ihm per Ende Februar 2008 die Kündigung ausgesprochen hatte
(
Urk.
6/
16
)
.
1.2
Wegen
zunehmender Schmerzen im linken Knie
hatte
der Versicherte
am 1
8.
Dezember 2007
gegenüber der Suva als zuständigem Unfallversicherer
für den Unfall vom 15. November 1996
einen
am 3. Dezember 2007 erlittenen
Rück
fall geltend
gemacht
(Urk.
6
/18/123)
. Überdies
erfolgte
wegen eines Treppenstur
zes
vom 8. März
2008
mit Kontusion des Beckens, der linken Hüfte und des linken Knies
eine Schadensmeldung
(Urk. 6/18/94 und
6/18/102)
. Die
Suva
übernahm die Heilbehandlungskosten und richtete
dem Versicherten bis zum 31.
Dezember 2008 Taggelder aus (
Urk.
6/
6
)
.
Mit Verfügung vom 16. Februar 2010 sprach sie dem Versicherten aufgrund einer Integritätseinbusse von 23,2 % (betreffend das linke Knie; vgl.
Urk.
6/18/6-12) eine Integritätsentschädigung von Fr. 22'550.40 zu (
Urk.
6/20).
1.3
Im
Dezember 20
0
9
hatte
sich der Versicherte
bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
wegen
Beschwerden am Knie, am Rücken und
am Kopf
zum Leistungsbezug an
gemeldet
(
Urk.
6/7,
vgl.
insbesondere
Urk.
6/7/7).
Diese
verneinte mit Verfügung vom
8.
Juni
2010 einen
Rentenan
-
spruch
(Urk.
6/29).
Die vom Versicherte
n dagegen erhobene Beschwerde (
Urk.
6/35/3-
10)
hiess
das Sozialversicherungsgericht m
it Urteil IV.2010.00627 vom 31.
August 2012
gut und wies die Sache an die IV-Stelle zurück, damit diese nach der Einholung eines interdisziplinären, auch die psychischen Aspekte umfassen
den Gutachtens über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers neu verfüge
(
Urk.
6/59).
Die IV-Stelle holte ärztliche Verlaufsberichte ein (
Urk.
6/64 ff.) und gab ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag (
Urk.
6/69 ff.), welches am 12. Juli 2013
von der
Y._
(
im Folgenden:
Y._
)
erstattet wurde
(
Urk.
6/86). Gestützt darauf ver
neinte
die IV-Stelle
, ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 27
%
,
mit Verfügung vom
22
.
Oktober 2013
einen Renten
anspruch
(
Urk.
6/96
)
.
Diese Verfügung hob die IV-Stelle am
6.
November 2013 wiedererwägungsweise auf (
Urk.
6/102)
. Sie
erliess – nach
erneut
durchgeführtem Vorbescheid- und
Einwandverfahren
(
Urk.
6/104 ff.) – am 1
0.
April 2014 eine neue Verfügung, mit der sie, ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 5
%
, einen Rentenanspruch
wiederum
verneinte (
Urk.
6/111). Die dagegen erhobene Beschwerde (
Urk.
6/115/3-10) wies das Sozialversicherungsgericht mit Urteil IV.2014.00530 vom 2
8.
Oktober 2014 ab (
Urk.
6/117). Der Versicherte erhob darauf beim Bundesgericht Beschwerde (
Urk.
6/118/2-15), welche mit Urteil 9C_899/2014 vom 2
9.
Juni 2015 abgewiesen wurde (
Urk.
6/124).
1.4
Im August 2018
meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/131
). Die IV
-Stelle forderte ihn dazu auf, eine
wesentliche Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse
spätestens bis am 1
7.
September 2018
mit entspre
chenden Unterlagen glaubhaft zu machen (
Urk.
6/130
).
Mit Vorbescheid vom
5.
Oktober 2018 stellte sie dem Versicherten das Nichteintreten auf sein neues Leistungsbegehren in Aussicht (
Urk.
6/133). Er liess darauf seinen Hausarzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin,
einen Bericht
vom 1
3.
November 2018 (
Urk.
6/137) und
weitere
medizinische Unterla
gen (
Urk.
6/136) einreichen (vgl.
Urk.
6/134).
In der Folge trat die IV-Stelle mit Verfügung vom
4.
J
anuar
201
9
(
Urk.
2 =
6
/
139
) auf das Leistungsbegehren nicht ein.
2.
Gegen die Verfügung vom
4.
Januar 2019
erhob
der Versicherte
, vertreten durch Rechtsanwalt Volker
Pribnow
,
mit Eingabe vom
4.
Februar 2019 (
Urk.
1) Beschwerde
.
Er beantragte, die angefochtene
Verfügung sei aufzuheben und
die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, auf die Neuanmeldung einzutreten beziehungsweise die Leistungsansprüche des Beschwerdeführers zu prüfen und ihm eine Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen
(
Urk.
1 S. 2).
Die
IV-Stelle schloss am 1
3.
März
2019
auf Ab
weisung der Beschwerde (
Urk.
5
). Davon
wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung
vom 1
9.
März 2019
Kenntnis
gege
ben
(
Urk.
7
).
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit erford
erlich, in den Erwägungen einge
gangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden aus
geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorlie
gens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass die Vorbringen der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2).
1.4
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die Tatsachen
änderung muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheb
lichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen. Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Invalidenrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.3; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2).
2.
Die Beschwerde richtet sich gegen den vorinstanzlichen
Nichteintretensentscheid
. Das Sozialversicherungsgericht hat daher zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht auf die bei ihr
eingereichte Neuanmeldung
nicht eingetreten ist. Dagegen kann auf den in der Beschwerde gestellten materiellen Antrag
mangels eines Anfech
tungsobjektes
nicht eingetreten werden
.
M
it
diesen hat sich das Gericht
nicht zu befassen (BGE 121 V 157 E. 2b, 116 V 265 E. 2a, SVR 1997, UV Nr. 66 S. 225 E. 1a).
Daran ändert nichts, dass sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt
stellt, indem die Beschwerdegegnerin die eingereichten Arztberichte dem Regio
nalen Ärztlichen Dienst (RAD) mit der Fragestellung vorgelegt habe, ob die medizinischen Unterlagen eine Veränderung des Gesundheitszustandes begrün
deten, habe sie sich nicht auf die Prüfung der Glaubhaftmachung beschränkt, sondern den medizinischen Sachverhalt beurteilt. Damit sei auf das Begehren materiell eingetreten worden und die angefochtene Verfügung sei unzutreffend tituliert und begründet (Urk. 1 S. 3).
Ohne inhaltliche Bezugnahme auf den bisherigen Gesundheitszustand und die neu eingereichten ärztlichen Unterlagen kann die für das Eintreten auf das neue Leistungsbegehren vorausgesetzte Glaubhaftmachung einer wesentlichen Verän
derung nicht beurteilt werden. Somit kann das Vorgehen der Beschwerdegegne
rin, namentlich die Einholung einer Stellungnahme des RAD (Urk. 6/138/2 f.), nicht beanstandet werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.1). Da sie zum Schluss gelangte eine solche Veränderung sei nicht glaubhaft gemacht worden, trat sie folgerichtig auf die Neuanmeldung nicht ein. Die Prüfung im Beschwerdeverfahren hat sich damit auf die
Eintretensfrage
zu beschränken.
3
.
Zu prüfen ist
, ob der Beschwerdeführer mit den bei der Beschwerde
gegnerin neu eingereichten medizinischen Unterlagen (Urk.
6/136 und 6/137
) eine
wesentliche Veränderung der tat
sächlichen Verhältnisse seit
Erlass
der
gerichtlich bestätigten
Verfügung vom
10
.
April
201
4
, mit welcher
ein Rentenanspruch verneint worden war
(Urk.
6
/
111
; vgl. auch
Urk.
6/117 und 6/124
), glaubhaft gemacht hat
.
Die Beschwerdegegnerin verneinte selbiges (Urk. 2 S. 2), während der Beschwerde
führer den Standpunkt vertritt, durch die eingereichten Arztberichte sei eine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes dargetan (Urk. 1 S. 3 ff.).
4
.
4
.1
Die Verfügung vom
10. April 2014
beruhte
im Wesentlichen
auf
dem Gutachten der
Y._
vom 1
2.
Juli 2013
(Urk.
6/86
; vgl.
Urk.
6/88
, 6/103
,
6/117
und 6/124
).
Darin wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt:
1.
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41)
2.
Leichte depressive Episode (ICD-10: F32.0)
-
Verdacht auf Aggravation
3.
Gonarthrose links (M 17.0)
-
Status nach offener medialer
Meniskektomie
1982
-
Status nach arthroskopischer
Teilmeniskektomie
1997
4.
Geringe mehrsegmentale HWS-
Osteo
chondrose
und
Spondylophyten
(M
42.12)
5.
Beginnende
Coxarthrose
links > rechts (M 16.0)
6.
Beginnende Gonarthrose rechts (M 17.0)
7.
Inhomogene Knochenstruktur Achillessehne links (M 67.97)
8.
Chronisch intermittierendes
Lumbovertrebralsyndrom
mit Spondylarthrose (M 53.86)
9.
MCP II-Arthrose links.
Überdies wurden
ein Diabetes mellitus und eine arterielle Hypertonie
diagnosti
ziert, welchen keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zugemessen wurde (Urk.
6
/
86
/
25
).
Die Gutachter hielten fest, d
ie zuletzt ausgeübte Tätigkeit
als Hilfsmechaniker
sei seit Ende Februar 2008 nicht mehr zumutbar
.
In einer angepassten Tätigkeit, die dem Suva-Profil von Februar 2008 entspreche, bestehe eine 10%ige Leistungs
minderung aufgrund der
gering ausgeprägten psychischen Störung, Schmerzstö
rung
(Urk. 6/86/28-29).
Der Suva-Kreisarzt
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie, hatte den Versicherten im Februar 2008 als für wechselbelastende leichte Tätigkeiten, welche überwiegend im Sitzen geleistet werden, zu 100
%
arbeitsfähig beurteilt. Ein Aufstehen bis mehrmals in der Stunde mit Gehleistun
gen bis 30 m oder 50 m beurteilte
Dr.
A._
nicht nur als zumutbar, sondern als günstig, und eine Zusatzbelastung beim Gehen bis 12 kg als möglich. Nicht möglich seien alle Tätigkeiten in der Höhe mit der Gefahr eines Absturzes, insbe
sondere Arbeit
en
auf Leitern oder auf Gerüsten. Treppensteigen sei nur selten zumutbar, desgleichen Tätigkeiten, welche eine Flexion beider Kniegelenke ver
langten, insbesondere längerdauerndes Knien (
Urk.
6/18/111).
Dr.
A._
bestä
tigte das formulierte Zumutbarkeitsprofil am 1
8.
November 2008 (Urk. 6/18/81).
4
.2
Die IV-Stelle und die Gerichte verneinten
in der Folge
gestützt auf die als über
zeugend
beurteilten ärztlichen Darlegungen
einen
invaliditätsrelevante
n
psychi
sche
n
Gesundheitsschaden,
zumal im Gutachten
der
Y._
vom 1
2.
Juli 2013
eine deutliche Tendenz zur Aggravation festgehalten worden sei, und
ermittelten
unter Berücksichtigung der physischen Beschwerden
ein
en
rentenausschliessende
n
Invaliditätsgrad (vgl. Urk.
6/1
11, 6/117
und
6/
124
).
5
.
5
.1
Den nach der
Neuanmeldung vom
August 2018
eingereichten Unterlagen lässt sich entnehmen, dass
der Versicherte am
1.
April 2016 eine Totalexzision eines Basalzellkarzinoms vom
nodulären
Typ, infraorbital links
,
durchführen l
iess (Urk.
6/136
/23
).
5
.2
Am
6.
Dezember 2016
wurde
n
am r
echten Auge
des Versicherten
eine Venenast
thrombose
mit
Maculaödem
und ein deutlich reduzierter
Visus
von 0.16
diagnos
tiziert (
Urk.
6/136/10
und 6/136/15-22
).
5
.3
Wegen linksseitiger Flankenschmerzen begab sich der Versicherte a
m
15
.
Sep
tember 2017
notfallmässig ins Spital
B._
, wo eine
Urolithiasis
mit Nierenstau Grad II diagnostiziert wurde (
Urk.
6/136/12). Am
2
5.
Oktober 2017
unterzog sich der Versicherte
einer retrograden Pyelographie
, um ein Konkr
ement
nach dem mutmasslich spontanen Abgang des
Harnleiterstein
s
auszuschliessen
(
Urk.
6/136/11).
5
.4
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, untersuchte den Versicherten am 1
9.
Dezember 2017 wegen unklarer OSG-Schmerzen links ohne Trauma-Vorgeschichte. Er erhob klinisch einen Bewegungsschmerz und eine Druckempfindlichkeit und radiologisch
einen guten Befund.
Aktuell vermute er
keine wesentliche organische Pathologie. Der Versicherte sollte sich bewegen, die
s
sei eine der wichtigsten Massnahmen, die Selbständigkeit und Gehfähigkeit in einem vernünftigen Ausmass zu erhalten. Sehe er dem Versicherten heute zu, so beweg
e sich
dieser
wie ein alter gebrech
licher Mann, was nicht zum organi
schen Schaden passe
(
Urk.
6/136/25-26)
.
5
.5
Dem
Bericht der Klinik für Rheumatologie des
D._
vom 31.
Mai 2018
(Urk. 6/136/1-4)
ist zu entnehmen, dass
der Versicherte über Schmerzen im linken Knie,
in
der linken Hand und in der linken Schulter
klagte
(
Urk.
6/136/2). Die letztgenannten Beschwerden liessen sich durch die
– am 8.
Mai 2018 (vgl.
Urk.
6/136/9)
–
sonographisch festgestellte eindeutige
Tendino
pathie
links
mit Partialrupturen sowie eine
chronische Bursitis gut erklären. Eine sonographisch-gesteuerte Infiltration der Bursa
sei
eine gute Therapieo
p
tion (
Urk.
6/136/3).
Aufgrund der nachgewiesenen degenerativen Veränderungen im Bereich des Kniegelenkes sowie der Wirbelsäule
sei
eine Arbeitsunfähigkeit für schwere Tätigkeiten begründbar. Bei
der
Durchführung einer adäquaten medizinischen Behandlung inkl. Physiotherapie und Heimprogramm
komme
eine
leichte bis mit
telschwere Tätigkeit ohne Heben und Tragen schwerer Lasten sowie Verharren in Zwangshaltungen und längerer Überkopfarbeiten
in Frage
. Eine genaue Einschät
zung der Arbeitsfähigkeit sei allerdings im Rahmen der routinemässigen rheuma
tologischen Konsultation nur schwer durchführbar und bedürfte einer erneuten Begutachtung. Gegebenenfalls könnte in diesem Rahmen auch eine EFL-Untersuchung sinnvoll sein (
Urk.
6/136/3-4).
5
.6
Der Hausarzt
Dr.
Z._
hielt am 1
3.
November 2018 fest, er habe den Versicher
ten am
1.
November 2018 untersucht und eine deutliche Verschlechterung des Gesundheitszustands festgestellt. Es sei eine Vielzahl von Diagnosen hinzuge
kommen. Aus medizinischer Sicht erscheine eine Arbeitsfähigkeit auch für kör
perlich leichte Arbeiten nicht mehr gegeben (
Urk.
6/137/1-4).
6
.
6
.1
In der Beschwerdeschrift wu
rd
e
insoweit richtig erkannt, dass
neu Schulterbe
schwerden hinzugekommen sind, welche sich mit organischen Befunden, namentlich der sonographisch festgestellten
Tendinopathie
links mit Partial
ruptur im vorderen Drittel der
Supraspinatussehene
, einer AC-Gelenksarthrose und einer chronischen Bursitis erklären lassen (
Urk.
1 S. 7; vgl.
Urk.
6/86/52,
6/136/3 und 6/163/9).
Weiter lässt sich dem Bericht der Rheumaklinik des
D._
vom 3
1.
Mai 2018 entnehmen, dass es sich um ein rein degeneratives und nicht um ein
entzündlich rheumatisches Geschehen handelt. Als Massnahme schlugen die Ärzte eine Schmerzbehandlung, nicht aber eine ope
rative Intervention vor. Sodann stehen die Schulterbeschwerden auch subjektiv nicht im Vordergrund. Abschliessend hielten die Ärzte fest, eine leichte bis mit
telschwere Tätigkeit ohne das Heben und Tragen von schweren Lasten, ohne Ver
harren in Zwangshaltungen und ohne längere Überkopfarbeiten sei zumutbar. Zweifel an einer Reintegration in den Arbeitsprozess ergaben sich für sie nicht aufgrund des Leidens, sondern aufgrund der langen Absenz vom Arbeitsmarkt, aufgrund des Alters und aufgrund mangelnder beruflicher Qualifikationen. Dies aber sind invaliditätsfremde Aspekte (Urk. 6/136/3 f.).
Da f
ür die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beei
nträchtigung zu berücksichtigen sind (
Art.
7
Abs.
2 ATSG), ist wesentlich, wie sich das Schulterleiden auf die erwerbliche Leis
tungsfähigkeit auswirkt. Die Ärzte des
D._
kamen zum Schluss, dass nach wie vor eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit zumutbar sei. Dies geht über das bisher gültige Anforderungsprofil (leichte wechselbelastende und vorwiegend sitzende Tätigkeiten; vgl. vorstehende E. 4.1 f.) nicht hinaus. Auch mit Bezug auf die OSG-Arthrose ohne wesentliche Pathologie und die Venenastthrombose mit
Maculaödem
legen die ärztlichen Ausführungen in den eingereichten Berichten keine weitergehenden Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit nahe. Im Gegenteil rieten die Ärzte zu mehr Bewegung und nicht zu weiterer Schonung (vgl.
Urk.
6/136/15-22,
Urk.
6/136/25-26).
Der Hausarzt
Dr.
Z._
schloss seine Ausführungen zwar mit dem Hinweis, es liege eine deutliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes vor, weswegen auch bezüglich einer leichten Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben sei (Urk. 6/137/4), allerdings beruht diese Beurteilung nicht in erster Linie auf objek
tiven Befunden, sondern gibt die subjektive Einschätzung des Beschwerdeführers wieder (vgl.
Urk.
6/137/1-3). Diese indessen vermag eine wesentliche Änderung nicht glaubhaft zu machen.
Eine wesentliche Verschlechterung ist nach dem Gesagten nicht glaubhaft gemacht worden. Es ist demnach nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegeg
nerin auf die Neuanmeldung nicht eingetreten ist. Die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde ist unbegründet und demzufolge abzuweisen.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens-aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis 1‘000.--
festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
600.-- festzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten de
m
unterliegenden Beschwerde
führer
aufzuerlegen.