Decision ID: 21456913-8c65-43aa-ae48-54b84fc40b9c
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1974
und Mutter zweier Kinder (Jahrgänge 2001 und 2004)
, war zuletzt seit
1.
November
2015
Teilzeit und im Stundenlohn
als
Flug
zeugr
einigungsmita
rbeiterin bei der Y._
AG
tätig
, wobei ihr letzter effektiver Arbeitstag am
4.
Oktober 2017 war (
Urk.
6/13/1-2
Ziff.
2.1-2.3,
vgl.
Urk.
6/
1
Ziff.
5.4
)
. Unter Hinweis auf eine
Epicondylitis
humeri
ulnaris
(Tennis
arm) rechts meldete sie sich am 1
3.
März 2018 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/1
Ziff.
6.1
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche S
ituation ab
und zog die Akten des Krankentaggeldversicherers bei (
Urk.
6/2-3,
Urk.
6/12,
Urk.
6/19,
Urk.
6/22)
.
Am
2
3.
N
ovember 2018 (
Urk.
6/20)
teilte sie der Versicher
ten mit, dass aufgrund ihres
Gesundheitszustands zurzeit keine Eingliederungs
massnahmen möglich seien (
Urk.
6/20).
In der Folge veranlasste die IV-Stelle eine orthopädisch-psychiatrische Untersuchung durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (Untersuchungsberichte vom
3.
Oktober 2019;
Urk.
6/29-30) sowie
eine Abklärung der beeinträchtig
t
en Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (Abklä
rungsbericht vom
7.
Juli 2020;
Urk.
6/45
).
Nach ergangenem Vorbescheid (
Urk.
6/49) sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 2
0.
Januar 2021 eine von Oktober 2018 bis Juni 2020 befris
tete
Dreiviertelsrente
zu (
Urk.
6/58 in Verbindung mit
Urk.
6/53 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am 2
5.
Januar 2021 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
0.
Januar 2021 (
Urk.
2) und beantragte sinngemäss, diese sei aufzuheben und es sei ihr
weiterhin eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen (
Urk.
1). Die IV-Stelle bean
tragte mit Beschwerdeantwort vom
3.
März 2021 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5). Am 1
6.
April 2021 reichte die Beschwerdeführerin ihre Replik ein (
Urk.
9).
Mit Schreiben vom
2
7.
Mai 2021
(
Urk.
17) verzichtete die Beschwerde
gegnerin auf das Einreichen einer Duplik, was der Beschwerdeführerin am
1.
Juni 2021
zur
Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
12
).
Am
2.
Juli 2021 (
Urk.
15) reichte die Beschwerdeführerin aufforderungsgemäss (
Urk.
13) Arztberichte (
Urk.
16/1-5) ein, welche der Beschwerdegegnerin am 2
0.
Juli 2021 zugestellt wurden (
Urk.
17). Am
1.
September 2021 (
Urk.
18) reichte die Beschwerdeführerin einen weiteren Arztbericht (
Urk.
19) ein.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Tei
l des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
11 zu Art. 30–31). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prü
fung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise gere
gelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Dabei ist in anfechtungs- und streitge
genständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Verfügun
gen gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 Regeste; Urteil des Bundes
gerichts 8C_489/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).
1.4
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der Verordnung über
die Invali
denversicherung, IVV
) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_122/2020 vom 26. Februar 2021 E. 2). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse einge
treten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisions
grund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesge
richts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Ände
rung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen)
Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kon
text unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang viel
mehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bun
desgerichts 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.3, je mit Hinweisen).
1.6
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den pra
xisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststel
lungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1 mit Hinweisen).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus,
dass
die gesundheitlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin
seit
6.
Oktober 2017 bestünden
. Aus medizinischer Sicht sei ihr die bisherige Tätigkeit als Reinigerin nicht mehr zumutbar. Gemäss Beurteilung durch den Regionalen
Ärztlichen Dienst sei ihr bei Ablauf der Wartezeit im Oktober 2018 eine ange
passte Tätigkeit noch zu 35
%
möglich
gewesen
. Das Belastungsprofil beinhalte Tätigkeiten ohne stärkere Belastung beider Arme, vor allem aber des rechten Arms (Gebrauchsarm), speziell ohne die Notwendigkeit
,
mit beiden Händen fest zuzu
greifen oder Gegenstände festzuhalten
,
und ohne besondere Anforderungen an die Feinmotorik (S. 5).
Aus dem Einkommensvergleich
resultiere ein Invaliditäts
grad von 61
%
und damit ein Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
. Der Gesund
heitszustand der Beschwerdeführerin habe sich im weiteren Verlauf soweit ver
bessert, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seit April 2020 eine 90%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit bestehe. Eine Erwerbsbeinbusse könne daher nicht mehr geltend gemacht werden, weshalb drei Monate nach der Verbesserung des Gesundheitszustands kein Rentenanspruch mehr bestehe (S. 6).
Mit Beschwerdeantwort vom
3.
März 2021
(
Urk.
5)
führte die Beschwerdegegne
rin aus
, RAD-Arzt
Dr.
Z._
habe sich in seiner abschliessenden Stellungnahme vom 1
5.
Mai 2020 auf die Berichte
der Ärzte der
Klinik A._
vom 1
3.
Februar 2020,
3.
April 2020 und 1
4.
April 2020 gestützt. Daraus gehe insbe
sondere hervor, dass die Besc
hwerdeführerin durch
Taping
,
schmerzdistanzie
rende Medi
kat
ion, Dehnung und eine
Handgelenks-Nachtschiene eine Schmerz
linderung von ungefähr 70
%
habe erreichen können. Der RAD-Arzt schliesse daraus, dass sie seit Mitte April 2020 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu 90
%
in einer angepassten Tätigkeit arbeitsfähig sei. Zudem definiere er in der Stellungnahme vom 1
5.
Mai 2020 eine auf den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin optimal angepasste Tätigkeit. Damit sei eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit ausgewiesen, sodass ab 3
0.
Juni 2020 die Erwerbsfähigkeit
der Beschwerdeführe
rin
genug hoch sei, um ein rentenausschliessendes Erwerbs
einkommen zu erzie
len (S. 2).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend (
Urk.
1), sie sei mit der Anpassung der Arbeitsfähigkeit nicht einverstanden. Auch ihr H
aus
arzt sei der Meinung,
dass
die neue Einschätzung
nicht korrekt sei.
Mit Replik vom 1
6.
April 2021 (
Urk.
9)
bestritt sie insbesondere die Aussage
,
sie habe durch ein selbstappliziertes
Taping
eine Schmerzlinderung von 70
%
errei
chen
können. Es sei unzulässig,
eine skalierende Wertung betreffend Schmerzlin
derung
bei einer Person, die nicht über
ausreichend
e
Deutschkenntnisse verfüge,
per Telefon abzufragen
.
Zudem sei
nie von
einer Schmerzlinderung von
70
%
gesprochen worden. Überdies wäre
es selbst bei ausreichenden Deutschkenntnis
sen unmöglich, sich auf diesen Wert festzulegen. Der Effekt der Selbstapplikation von Tapes sei bei medizinischen Laien fraglich. Nicht korrekt in Stärke und Rich
tung applizierte Tapes würden selbst bei Profis ihre Wirkung nur in unzureichen
dem Masse entfalten. Auch die Aussage des Ehemanns, er sei sehr zufrieden mit dem Prozedere und der Behandlung
,
werde bestritten.
Aufgrund der Unzufrieden
heit sei
nachweislich der Behandler gewechselt worden. Lediglich
gestützt auf einen Bericht über eine physische Konsultation sowie zwei Telefonkonsultationen werde der Schluss gezogen, dass es nach einem Leidensweg von Monaten inner
halb von zwei Monaten aufgrund einer Selbstbehandlung mit
Taping
zu einer signifikanten Schmerzlinderung gekommen sei. Die weitere Korrespondenz der Behandlungen durch PD
Dr.
B._
zeige zudem auf, dass die Aussagen hin
sichtlich der Telefonkonsultationen unwahr und nichtig seien. Bis dato sei es zu keiner Befundänderung gekommen. Im Alltag seien die Beschwerden stark stö
rend und invalidisierend (S. 1).
2
.3
Streitig und zu prüfen ist die Befristung der
Dreiv
iertelsrente
bis Ende Juni 2020
und damit die Frage, ob ab April 2020 eine anspruchsrelevante Verbesserung eingetreten ist (vgl. vorstehend E. 1.5)
.
3.
3.1
Dr.
med. C._
, Facharzt für Chirurgie und für Handchirurgie,
nannte in seinem Bericht vom
1
2.
F
ebruar 2018
(
Urk.
6/2/7
=
Urk.
6/12/2
=
Urk.
6/26/17
) die folgenden Diagnosen:
-
Epikondylitis
humeri
ulnaris
et
radialis
rechts
-
Ansatztendinose
Trizeps rechts
Die Magnetresonanztomografie
(vgl. MRI des Ellb
ogen rechts vom 1
6.
Januar 2018;
Urk.
6/2/8
=
Urk.
6/12/3
)
zeige eine aktive
Epi
k
ondylitis
humeri
ulnaris
bei momentan relativ ruhiger Situation radial sowie leichter
inflammatorischer
Reizung der dorsalen
humeroulnaren
Kapsel im Ansatzbereich
des Trizepse
s
. Der
Nervus
ulnaris
sei unauffällig
. Bei chronisch-persistierenden Beschwerden sei nicht
um die Chirurgie herumzukommen. Hier
sei sicherlich der
ulnare
Epikon
dylus
rechts als erstes für die Intervention indiziert. Die postoperative Rehabili
tation würde zirka 3 Monate in Anspruch nehmen.
Im Bericht vom
1.
November 2018 (
Urk.
6/25/9
=
Urk.
6/26/12
) führte
Dr.
C._
aus, dass die Symptomatik der
Epikondylen
am rechten Ellbogen auf hohem Niveau persistent bleibe. Die Zweitmeinungsbeurteilung habe jedoch keine Indikation zur operativen Intervention gezeigt. Ob erneut infiltriert werden solle oder im weiteren Verlauf trotzdem vor allem
ulnar
ein operatives Vorgehen angezeigt sei, werde sich zeigen.
3.2
Dr.
med. D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheu
matologie, berichtete am
2.
November 2018
über
das
von der Krankentaggeld
versicherung in Auftrag gegebene
Konsilium (
Urk.
6/19/2-7
)
, und stellte die folgende Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 3
Ziff.
3):
-
ch
r
onifiziertes
ausgedehntes
myofasziales
Schmerzsyndrom des Ober- und Unterarm
s
rechts, bei:
-
initial medialer und lateraler
Epikondylopathie
-
MRI-dokumentierter, betont medialer
Epikondylitis
mit ödematöser Reizung am Ansatz der
Flexorsehne
, entzündlicher Reizung auch der Kapsel
humeroulnar
Korrelierend zu den Angaben und dem Verlauf finde er ausgedehnte
myofasziale
Befunde mit einer medialen und lateralen
Epikondylopathie
.
Zurzeit sei kaum eine rasche Besserung zu erwarten
, entsprechend sei eine Intensivierung der Behandlung notwendig. Je
chronifizierter
der Verlauf sei und je ausgedehnter die
myofaszialen
Veränderungen seien, desto kritischer werde die Prognose. Das MRI dokumentiere die entzündlichen Irritationen und sei ohne strukturell pathologi
sche Veränderung im Sinne eines vorbestehenden Zustands. Das Schmerzverhal
ten sei adäquat, die Befunde würden mit der subjektiv geschilderten Limitierung korrelieren (S. 4
Ziff.
4). Zum jetzigen Zeitpunkt sei die Versicherte in der ange
stammten, armbelastenden Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig
. Da sie schon bei kleinsten mechanischen Belastungen verstärkt Schmerzen habe, seien auch leich
tere feinmotorischere Tätigkeiten zurzeit nicht zumutbar. Zum jetzigen Zeitpunkt seien keine Tätigkeiten zumutbar. Er gehe aber davon aus, dass unter Intensivie
rung der Therapie für eine armschonendere Tätigkeit durchaus wiederum eine volle Arbeitsfähigkeit erreichbar sein werde (S. 4
Ziff.
5-6).
3.3
Im Bericht vom
5.
Februar 2019 (
Urk.
6/22/6-7
=
Urk.
6/26/8-9
) nannte
Dr.
C._
(vorstehend E
. 3.1
)
die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
chronisch persistierende
Epikondylitis
humeri
ulnaris
et
radialis
rechts
-
Ansatztendinose
Trizeps rechts
-
beginnende Tendovaginitis
stenosans
A1-Ringband
Dig
I und III rechts
Die Situation habe sich kaum verändert. Kaum führe die Patientin höhere Belas
tungen aus, komme es zu einer aufflammenden Schmerzhaftigkeit des
ulnaren
Epicondylus
, radial etwas weniger ausgeprägt
,
sowie zu Sehnenscheidenschmer
zen über dem
palmaren
MP-Gelenk
Dig
I und III rechts
. Aufgrund der Gesamt
situation werde die konservativ-therapeutische Behandlung weitergeführt. Zusätzlich solle auch die antientzündliche Behandlung an den Strahlen I und III rechts begonnen werden. Ob im weiteren Verlauf je chirurgisch vorgegangen wer
den müsse, werde sich zeigen (S. 1).
3.4
Dr.
med. Z._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie des Bewegungsapparates, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD),
nahm am 2
5.
März 2019 Stellung zum medizinischen Sachverhalt (
Urk.
6/47 S. 4-5).
Bei der Versicherten bestehe ein offensichtlich bereits
chronifiziertes
Schmerzsyn
drom am rechten Ellenbogen. Diese Diagnose könne medizinisch-theoretisch durchaus eine längere Einschränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit und damit der Arbeitsfähigkeit begründen. Dieser Gesundheitsschaden sei derzeit noch nicht endgültig stabil (S. 4). Angesichts des weiterhin instabilen Gesund
heitszustands sei im Moment keine abschliessende versicherungsmedizinische Beurteilung möglich (S. 5).
3.5
Mit Bericht vom 1
3.
Juni 2019 (
Urk.
6/25/7) stel
lte
Dr.
C._
(vorstehend E.
3.1
) die folgenden Diagnosen
-
chronisch persistierende
Epikondylitis
humeri
ulnaris
et
radialis
rechts
-
Ansatztendinose
Trizeps rechts
-
beginnende Tendovaginitis
stenosans
A1-Ringband
Dig
I und III rechts
-
beginnende
Epikondylitis
humeri
ulnaris
links
Die Situation sei abgesehen von Beschwerden über dem
ulnaren
Epikondylus
linksseitig praktisch unverändert.
3.6
In seiner Stellungnahme vom
3.
Juli 2019 (
Urk.
6/47 S. 6-7) äusserte sich RA
D-Arzt
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.4
) dahingehend, dass sich seit seiner letzten Stellungnahm
e vom März 2019 (vorstehend E. 3.4
) nichts Wesentliches geändert habe, ausser dass nun offenbar eine ähnliche Symptomatik auch auf der (
adominanten
) linken Seite beginne. Im Prinzip sei die konservative, therapeuti
sche Palette mehr oder weniger ausgeschöpft. Gemäss
dem
Bericht von
Dr.
C._
vom Nov
ember 2018 (vgl. vorstehend E. 3.1
) habe auch eine Zweit
meinungsbeurteilung keine Indikation für eine operative Intervention ergeben.
Seit Oktober 2017 bestehe unverändert eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Reinigungskraft für Flugzeugkabinen (S. 6). Es bedürfe einer weiteren medizinischen Abklärung in Form einer
bidisziplinären
, orthopädisch-psychiatrischen RAD-Untersuchung (S. 7).
3.7
In der Stellungnahme vom
2.
Oktober 2019 über die
bidisziplinäre
, orthopädisch-psychiatrische RAD-Untersuchung vom
1.
Oktober 2019 (vgl. psychiatrischer und orthopädischer Untersuchungsbericht vom
3.
Oktober 2019;
Urk.
6/29-30) nann
ten RA
D-Arzt
Dr.
Z._
und
RAD-Ärztin
Dr.
med. E._
, Fach
ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
die folgenden Diagnosen (S. 7):
-
chronische, therapierefraktäre, radiale und
ulnare
Epicondylopathie
und Unterarmschmerzen beidseits, rechts
(dominant)
wesentlich stärker als links
-
DD (Differentialdiagnose):
Pronator
teres
-Syndrom
-
DD: atypische
radikuläre
Symptomatik
Auf psychiatrischem Fachgebiet sei keine krankheitsbedingte Störung festgestellt worden.
Es sei zwar laut den vorliegenden medizinischen Berichten im Hinblick auf eine
Epikondylopathie
eine vollständige Diagnostik erfolgt, unter Berücksich
tigung der subjektiven Angaben zu den Beschwerden und dem Schmerzcharakter einerseits und der klinischen Befunde im Bereich der HWS (Halswirbelsäule), des Schultergürtels und des gesamten Arms andererseits bestünden jedoch deutliche Hinweise auf eine möglicherweise neurogene Ursache der Beschwerden, lokali
siert peripher im Bereich des Ellenbogengelenks, Unterarms oder Handgelenks, eventuell aber auch zentral im Bereich der HWS. Diesbezüglich sei bisher noch keine Diagnostik erfolgt, so
dass aus versicherungsmedizinisc
her Sicht zunächst von einem instabilen Gesundheitszusta
nd auszugehen sei
.
Bei der Versicherten sei anhand der vorliegenden medizinischen Berichterstattung und der körperli
chen Untersuchung
aus orthopädischer Sicht
ein somatischer Gesundheitsscha
den ausgewiesen, der die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige.
Aus rein psychiatrischer Sicht bestehe weder ein Gesundheitsschaden noch eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 7).
In der bisherigen Tätigkeit als Flugzeug-Reinigerin bestehe seit
6.
Oktober 2017 durchgehend und vorerst bis auf Weiteres keine Arbeitsfähigkeit. Nachdem es sich derzeit um einen instabilen Gesundheitszustand handle, könne medizin
theoretisch allerdings durchaus später - nach erweiterter Diagnostik und gegebe
nenfalls Therapie - diesbezüglich wieder eine Arbeitsfähigkeit eintreten. In einer optimal angepassten Tätigkeit, ohne jede körperliche Belastung, speziell ohne die Notwendigkeit, mit beiden Händen fest zuzugreifen oder Gegenstände festzuhal
ten, ohne besondere Anforderungen an die Feinmotorik, also im Grunde genommen in einer vorwiegend überwachenden Funktion
,
wäre zum gegenwärtigen Zeitpunkt überwiegend wahrscheinlich eine Teilarbeitsfähigkeit von etwa 30-40
%
beziehungsweise 2-3 Stunden pro Tag möglich, retrospektiv bereits seit spätestens Oktober 2018, überwiegend wahrscheinlich aber schon von Anfang an (S. 7
f.
).
3.8
Am 1
0.
Oktober 2019 fand eine neurologische Abklärung durch
Dr.
med. F._
, Fachärztin für Neurologie, statt. Im Bericht vom 1
6.
Oktober 2019 (
Urk.
6/33) nannte sie die folgende Diagnose (S. 1):
-
chronische
Epicondylitis
humeroradialis
und
humeroulnaris
rechtsbetont
-
leicht vermehrte Irritabilität de
s
Nervus
ulnaris
im
Sulcus
ulnaris
, ENG (
Elektroneurographie
) keine
Ulnarisneuropathie
, kein
Sul
c
us
ulnaris
-Syndrom
Gesamthaft fänden sich klinisch und elektrophysiologisch weder Hinweise auf eine
zervikoradikuläre
Ursache der Beschwerden noch Hinweise auf ein
Sulcus
ulnaris
- oder Carpaltunnelsyndrom. Es bestehe allenfalls eine leicht vermehrte Irritabilität des
Nervus
ulnaris
rechts im
Sulcus
ulnaris
. Von neurologischer Seite ergebe sich kein weiterer diagnostischer Handlungsbedarf (S. 2).
3.9
In seiner Stellungnahme vom
3.
Februar 2020 (
Urk.
8/47 S. 9) nannte RA
D-Arzt
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.4
) die folgende Diagnose:
-
chronische
Epicondylitis
humeri
radialis
et
ulnaris
rechts, mit/bei:
-
Riss im Bereich des Sehnenansatzes der Flexoren am
Epicondylus
humeri
ulnaris
(MRI vom 2
1.
Dezember 2019;
Urk.
6/39/13)
-
letzte Konsultation am
8.
Januar 2020
Es handle sich weiterhin um einen instabilen Gesundheitszustand
, wobei sich die für die Arbeitsunfähigkeit verantwortliche Diagnose mittlerweile eindeutig ver
ändert beziehungsweise verschlechtert habe. Die versicherungsmedizinisch-orthopädische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit für eine behinderungsangepasste Tätigkeit habe sich seit der letzten RAD-Ste
llungnahme (vgl. vorstehend E. 3.7
) nicht geändert.
3.10
Die Ärzte der
Klinik A._
, Schulter- und Ellbogenchirurgie, stellten im Bericht vom 1
3.
Februar 2020 über die gleichentags erfolgte Sprechstunde (
Urk.
6/42/4-5) die folgende Diagnose (S. 1):
-
Epicondylitis
humeri
ulnaris
, mit/bei:
-
kleiner Partialläsion am
muskulotendinösen
Übergang im Bereich der Flexoren im Bereich des
Epicondylus
humeri
ulnaris
-
MRI vom 2
1.
Dezember 2019
Die Patientin komme zur Besprechung des MRI des
rechte
n
Ellbog
ens
vom 2
1.
Dezember 2019 (vgl.
Urk.
6/
39/13). Die Schmerzen seien mit Physiotherapie, dem Tragen der Handgelenksmanschette und der ayurvedischen Therapie unver
ändert (S. 1). Es bestehe eine klassische Klinik und Bildgebung für eine
Epicon
dylitis
humeri
ulnaris
. Die Physiotherapie solle weitergeführt und die Nacht
schiene weitergetragen werden (S. 2).
Am
3.
April 2020 berichteten die Ärzte der
Klinik A._
, Schulter- und Ellbogenchirurgie, über die gleichentags stattgefundene Telefonkonsultation (
Urk.
6/42/3)
. Im Rahmen der Telefonsprechstunde aufgrund der Covid-19-Situation sei insbesondere nochmals die schmerzdistanzierende Wirkung von
Saroten
sowie das Anbringen des
Tapings
erklärt worden. Mit dem Ehemann der
Patientin sei eine weitere Kontaktaufnahme für den kommenden Montag verein
bart worden. Er sei sehr zufrieden mit dem Prozedere und der Behandlung.
Gemäss Bericht
über die Telefonkonsultation
vom 1
4.
April 2020 (
Urk.
6/42/1-2) habe sich
Dr.
med. G._
, Oberärztin der Schulter- und Ellbogen
chirurgie der
Klinik A._
, im Rahmen der Telefonsprechstunde aufgrund der Covid-19-Situation bei der Patientin erkundigt, ob das
Saroten
sowie das
Taping
eine positive Wirkung hätten. Der Ehemann der Patientin sei mit dem Verlauf sehr zufrieden. Die Patientin
berichte
über eine 70%ige Schmerzlinderung durch das
Taping
. Sie nehme das
Saroten
kurz vor dem Schlafengehen und habe keinerlei Nebenwirkungen. Die Schmerzen im Bereich des Ellenbogens und das Schlafen seien dadurch auch deutlich besser. Das
Taping
werde immer wieder neu angebracht. Die schmerzdistanzierende Therapie mit
Saroten
und das
Taping
brächten einen positiven Effekt. Die Patientin lasse ausrichten, dass beim Tragen des Tapes die Schmerzen kaum mehr vorhanden seien. Die Patientin und ihr Ehe
mann seien sehr zufrieden mit dem Prozedere (S. 1).
3.11
In seiner ergänzenden und abschliessenden Stellungnahme vom 1
5.
Mai 2020 (
Urk.
6/47 S. 10-11) stellte RA
D-Arzt
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.4
) die folgende Diagnose (S. 10):
-
chronische belastungsabhängige Beschwerden des (dominanten) rechten Armes, bei:
-
Epicondylitis
humeri
ulnaris
-
kleiner Partialläsion am
muskulotendinösen
Übergang der Flexoren im Bereich des
Epicondylus
humeri
ulna
ris
(MRI vom 2
1.
Dezember 2019)
Dieser Gesundheitsschaden sei nun seit etwa Mitte April 2020 stabil (S. 10). In der bisherigen beziehungsweise zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Flugzeug-Reinigerin sowie für jede andere, den rechten Arm beziehungsweise die rechte Hand (Gebrauchsarm) stärker belastende Tätigkeit bestehe aus orthopädischer Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit durchgehend seit
6.
Oktober 2017 und bis auf Weiteres, überwiegend wahrscheinlich auf Dauer. In einer optimal angepassten Tätigkeit, ohne stärkere Belastung beider Arme, vor allem aber des rechten Armes (Gebrauchsarm), speziell ohne die Notwendigkeit mit beiden Händen fest zuzu
greifen oder Gegenstände festzuhalten, ohne besondere Anforderungen an die Feinmotorik bestehe medizintheoretisch überwiegend wahrscheinlich seit April 2020 eine Arbeitsfähigkeit von zirka 90
%
, resultierend aus einer vollschichtigen Präsenz mit leicht reduzierter Leistungsfähigkeit wegen der Notwendigkeit, zwischendurch immer wieder kurz die Muskulatur der Unterarme aufzulockern. Retrospektiv habe medizintheoretisch bereits seit
spätestens Oktober 2018 eine geringe Restarbeitsfähigkeit von 30-40
%
bestanden, überwiegend wahrschein
lich aber schon von Anfang an (S. 10 f.)
3
.12
Im Bericht vom
7.
Juli 2020 über die am Vortag erfolgte Abklärung
der beein
trächtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (
Urk.
6/45) wurde insbeson
dere festgehalten, dass gestützt auf die Angaben der Beschwerdeführerin davon ausgegangen werden könne, dass sie ihr Arbeitspensum aus finanziellen Gründen erhöht hätte. Die Beschwerdeführerin habe vor der Geburt der Kinder bereits zu 100
%
gearbeitet
.
Es gebe keinen Grund, warum sie dies bei Gesundheit zum jetzigen Zeitpunkt nicht genauso umgesetzt hätte (S. 5
Ziff.
2.6.1).
Im Ergebnis wurde
sie
von der Abklärungsperson als zu
100
%
erwerbstätig qualifiziert
(S. 4
Ziff.
2.6).
4.
4.1
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens reichte die Beschwerdeführerin weitere medizinische Berichte (
Urk.
16/1-5,
Urk.
19) zu den Akten
.
Für die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung oder des
Einspracheentscheides
ist für das Sozialversicherungsgericht in der Regel der Sachverhalt massgebend, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwal
tungsaktes gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung bilden (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis). Sie können indessen, unter Wahrung des rechtlichen Gehörs, berücksichtigt werden, wenn sie kurze Zeit nach dem Erlass des angefochtenen Entscheids eingetreten sind, sich ihre Beachtung aus prozessökonomischen Gründen unbedingt aufdrängt und sie hinreichend klar feststehen (BGE 105 V 156 E. 2d; ZAK 1984 S. 349 E. 1b). Dies ist der Fall, wenn sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beeinflussen (BGE 99 V 98 E. 4 mit Hinweisen).
Diese Voraussetzungen sind hinsichtlich der
genannten
Berichte erfüllt
, weshalb diese im vorliegenden Verfahren Berücksichtigung finden.
4.2
Mit Bericht vom 1
4.
September 2020 (
Urk.
16/4) diagnostizierten die Ärzte der Universitätsklinik
H._
eine
Epicondylitis
humeri
ulnaris
rechts (dominant) mit leichter
Valgusfehlstellung
und unauffälliger sensomotorischer Neurographie des
Nervus
ulnaris
und
medianus
. In der neurol
o
gischen Untersuchung habe sich eine unauffällige sensomotorische Neurografie im
Nervus
ulnaris
und
medianus
gezeigt, bei klinischem Verdacht auf eine Reizung des
Nervus
ulnaris
sowie einem
Verdacht auf ein Karpaltunnelsyndrom. Die Patientin habe berichtet, dass die Physiotherapie zu einer Besserung der Beschwerden geführt habe. Seit längerer Zeit besuche sie keine Physiotherapie mehr, dadurch sei es zu einer Verschlim
merung der Beschwerden gekommen (S. 1). In der heutigen klinischen Untersu
chung hätten sich isolierte Schmerzen über dem
Epicondylus
humeri
ulnaris
gezeigt. Klinisch sei aber keine Reizung des
Nervus
ulnaris
oder
medianus
fest
gestellt worden. CT-tomografisch bestünden keine relevanten
Arthrosezeichen
. Bei fehlendem
pathomorphologischen
Korrelat werde prinzipiell eine konserva
tive Therapie mittels Physiotherapie empfohlen. Eine Verlaufskontrolle sei nicht vorgesehen (S. 2).
Im Bericht vom 1
6.
März 2021 (
Urk.
16/2) stellten die Ärzte der Universitätsklinik
H._
die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
Epicondylitis
humeri
ulnaris
rechts (dominant), bei:
-
leichter
Valgusfehlstellung
-
kleiner Partialruptur der Sehnenplatte der
Flexorensehne
-
unauffälliger sensomotorischer
Neurographie des
Nervus
ulnaris
und
medianus
-
h
ochscapulothorakales
Vertebralsyndrom
Zusätzlich gebe die Patientin neu rechtsseitige Schulterschmerzen an (S. 1). Aktuell im Vordergrund stehe eine
hochscapulothorakale
Dyskinesie
beziehungs
weise ein
Posterovertebral
-Syndrom. Aufgrund des fehlenden chirurgischen Interventionsbedarfs sowie bei radiologisch deutlich besserem MRI-Befund hin
sichtlich der
Tendinopathie
werde keine fixe Verlaufskontrolle geplant, auch wenn sich radiologisch eine kleine Partialruptur zeige. Es werde weiterhin Physio
therapie, Ergotherapie und Chiropraktik empfohlen (S. 2).
Mit Bericht vom 1
8.
Juni 2021 (
Urk.
16/1) stellten die Ärzte der Universitätsklinik
H._
die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
Epicondylitis
humeri
radialis
links (Erstdiagnose im Juni 2021)
-
Epicondylitis
humeri
ulnaris
rechts (dominant), bei:
-
leichter
Valgusfehlstellung
-
kleiner Partialruptur der Sehnenplatte der
Flexorensehne
-
unauffälliger sensomotorischer Neurographie des
Nervus
ulnaris
und
medianus
-
h
ochscapulothorakales
Vertebralsyndrom
rechts
Die Patientin berichte neu
,
seit zirka 2 Wochen auch an dem linken Ellbogen Schmerzen zu haben. Bezüglich der
chiropraktischen
Therapie des
hoch
skapulothorakalen
Vertebralsyndroms
rechts mache sie gute Fortschritte
. Die Schulterschmerzen rechts seien quasi verschwunden (S. 1). Bei der Patientin
bestehe neu linksseitig ein Tennisellbogen (
Epicondylitis
humeri
radialis
). Es werde der Beginn der konservativen Therapie mittels Tragen einer Handgelenks
manschette nachts, einer Ellbogenspange tagsüber sowie eine angepasste physio
therapeutische Therapie initiiert. Bezüglich des rechten Ellbogens werde die kon
servative Therapie mittels Ruhigstellung in der Handgelenksmanschette nachts und Physiotherapie weitergeführt. Es seien zurzeit keine weiteren Nachkontrollen geplant (S. 2).
4.3
Dr.
med. I._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, nannte im Bericht vom 1
0.
August 2021 (
Urk.
19) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
massive Schulter- und Nackenbeschwerden mit rezidivierenden Ausstrah
lungen in den rechten Arm bis in den Ellbogen rechts, mit/bei:
-
deutlichen
myofaszialen
Triggerpunkten
im
Musculus
scalenus
medius
und
anterius
,
Musculus
splenius
cervicis
,
Musculus
levator
scapulae
und
Musculus
trapezius
descendens
rechts
-
chronifiziertes
Schmerzsyndrom im Ellbogen rechts im Sinne einer
Epicon
dylitis
humeri
ulnaris
rechts, mit/bei:
-
deutlicher Schwellung bei chronischem Schmerzsyndrom
-
deutlichen
myofaszialen
Triggerpunkten
im
Musculus
pronator
teres
-
auffälliger
Radialduktion
in Steckstellung von zirka 20-30 Grad
Er könnte sich vorstellen, dass das Beschwerdesyndrom im Schulter- und Nackenbereich ein deutlich unterhaltender Faktor für das Ellenbogenproblem darstelle. Es sei wichtig, dass die Patientin weiterhin in die Physiotherapie gehe, welche ihr aktuell gut zu tun scheine (S. 2).
5.
5.1
Am
1.
Oktober 2019 fand eine
bidisziplinäre
, orthopädisch-psychiatrische RAD-Untersuchung statt, in de
r
en Rahmen RAD-Arzt
Dr.
Z._
eine
chronische, therapierefraktäre, radiale
und
ulnare
Epicondylopathie
sowie
beidseitige Unter
arm
schmerzen,
rechts (dominant) wesentlich stärker als links
,
diagnostizierte (vorste
hend E. 3.7
).
In psychiatrischer Hinsicht wurde kein
Gesundheitsschaden
festge
stellt.
Der RAD-Arzt
setzte
sich
eingehend mit der Aktenlage auseinander und gelangte gestützt auf eine
umfassende Anamnese und objektive Befunderhe
bung
im Rahmen seiner orthopädischen Untersuchung
(vgl.
Urk.
6/30 S. 2-7
Ziff.
2-9) zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin seit
6.
Oktober 2017 in ihrer bisherigen Tätigkeit als Flugzeug-Reinigerin durchgehend und bis auf Weiteres nicht mehr arbeitsfähig sei.
Den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin erachtete er
zum damaligen Zeitpunkt
als instabil, wobei zu einem späteren Zeit
punkt - nach erweiterter Diagnostik sowie gegebenenfalls Therapie - die Wieder
erlangung der Arbeitsfähigkeit aus medizintheoretischer Sicht durchaus möglich sei.
Des Weiteren legte er a
nhand der von ihm festgestellten funktionellen Ein
schränkun
gen substantiiert und nachvollziehbar dar
, dass der Beschwerdeführe
rin
aus medizinischer Sicht eine optimal angepasste Tätigkeit
spätestens seit Oktober 2018
im Rahmen
eines
30-40
%
-Pensums
zumutbar sei. Das vom RAD-Arzt
dies
bezüglich genannte Belastungsprofil beinhaltet
e
Tätigkeiten ohne jede körperli
che Belastung, speziell ohne die Notwendigkeit, mit beiden Händen fest zuzugrei
fen oder Gegenstände festzuhalten, ohne besondere Anforderungen an die F
ein
motorik und berücksichtigt
e
damit die sich aus den vorhandenen Beschwerden der Beschwerdeführerin ergebenden funktionellen Einschränkun
gen vollumfäng
lich.
Gestützt auf die
beweiskräftige
RAD-Stellungnahme vom
2.
Oktober 2019
über die
bidisziplinäre
, orthopädisch-psychiatrische RAD-Untersuchung vom
1.
Ok
to
ber 2019 (vgl. vorstehend E. 3.7
) respektive den orthopädischen Untersuchungs
bericht
vom
3.
Oktober 2019 (
Urk.
6/
30)
ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
in
der zuletzt ausgeübten
Tätigkeit als Flugzeug-Reinigerin
seit
6.
Oktober 2017
zu 100
%
arbeitsunfähig ist. I
n einer optimal behinderungs
angepassten Tätigkeit
besteht spätestens seit Oktober 2018 eine Teilarbeitsfähig
keit von 30-40
%
.
Diese Beurteilung
bildet
e
die Grundlage für die
befristete
Zusprache
einer
Drei
viertelsrente
ab
1.
Oktober 2018 (
Urk.
2)
und
erweist sich v
orliegend als nicht streitig.
Zu prüfen ist im Folgenden, ob
sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin - wie von der Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung angenommen (vgl. vorstehend E. 2.1) -
seit April 2020 wesentlich verbessert hat (vgl
. vorstehend E. 1.3-1.5
).
5.2
In seiner ergänzenden und abschliessenden Stellungnahme v
om 1
5.
Mai 2020 (vorstehend E. 3.11
) gelangte
RAD-Arzt
Dr.
Z._
im Wesentlichen gestützt auf die
Berichte der behandelnden Ärzte der
Klinik A._
vom 1
3.
Februar sowie vom
3.
und 1
4.
April 2020 (vgl. vorstehend E. 3.10
)
zum Schluss, dass der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit etwa Mitte April 2020 stabil sei und ihr
seither
eine dem Leiden angepasste Tätigkeit zu 90
%
zumutbar sei.
Dabei nahm er weder Bezug auf die objektiven Befunde noch setzte er sich vertieft mit den Auswirkungen der
funktionellen
Einschränkungen auseinander
.
Seiner Beur
teilung fehlt es damit an
einer substantiierten
und schlüssigen
Begründung
,
um eine im revisionsrechtlichem Kontext relevante Verbesserung des Gesundheitszu
stands im Umfang der von ihm attestierten 90%igen Arbeitsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit hinreichend nachvollziehen zu können.
Sie
erweist sich auch
dahingehend a
ls nicht nachvollziehbar, als
der RAD-Arzt in seiner letzten
S
tel
lungnahme vom
3.
Februar 2020 (vorstehend E. 3.9
)
insbesondere
gestützt auf
das MRI
vom 2
1.
Dezember 2019 (
Urk.
6/39/13
)
noch von einer eindeutigen Ver
schlechterung der für die Arbeitsunfähigkeit verantwortlichen Diagnose
ausging
. Der MRI-Befund
zeigte
neu ein
en
Riss im Bereich des Sehnenansatzes der Flexore
n am
Epicond
ylus
humeri
ulnaris
.
RAD-Arzt
Dr.
Z._
vermochte
diesbe
züglich
nicht schlüssig zu begründen
,
weshalb der Beschwerdeführerin bei dem gemäss RAD-Stellungnahme vom
3.
Februar 2020 (vorstehend E. 3.9
) sogar eher verschlechterten Beschwerdebild nun wenige Monate später eine
angepasste Tätigkeit zu 90
%
zumutbar sein sollte.
Des Weiteren
ergibt sich
aus dem im Rah
men des Beschwerdeverfahrens eingereichten Bericht vo
m 1
8.
Juni 2021 (vorste
hend E. 4.2
)
neu auch links die Diagnose einer
Epico
ndylitis
humeri
radialis
, was
ebenso keine
Verbesserung des Gesundheitszustands
vermuten lässt
.
A
uch aus den vom
RAD-Arzt
in seiner abschliessenden Stellungnahme
erwähn
ten
Beri
chte
n
der
Ärzte der
Klinik A._
(vgl. vorstehend E. 3.10
)
l
ässt sich
keine
f
ür den Rentenanspruch relevante,
wesentliche Veränderung des Gesund
heitszustands
der Beschwerdeführerin
ableiten.
Die im
Bericht
von
Dr.
G._
über die Telefonkonsultation vom
1
4.
April 2020 (vorstehend E. 3.10
)
erwähnte
7
0%ige
Schmerzlinderung durch das selbst
applizierte
Taping
vermag
die
vom RAD-Arzt statuierte
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
nic
ht
rechtsgenüglich
zu begründen, zumal anhand der medizinischen Akten Anhaltspunkte bestehen
, dass
die Schmerzen der Beschwerdeführerin
bei Belastung
zunehmen (vgl. vorstehend E. 3.2-3.3
,
Urk.
6/45 S. 3
)
.
Eine allfällige Schmerzreduktion durch das
Taping
wäre demnach gegebenenfalls auf das Schonverhalten der Beschwerdeführerin zurückzuführen und lässt nicht
ohne
Weiteres auch
den Schluss auf eine Verbes
serung des Gesundheitszustands und damit ihrer Leistungs- und Arbeitsfähigkeit zu
.
Der
Bericht
von
Dr.
G._
vom
1
4.
April 2020 (vorstehend E. 3.10
), auf wel
chen sich der RAD-Arzt bei seiner Beurteilung der Verbesserung des Gesundheits
zustands massgeblich abstützte,
erging sodann
ohne vorgängige Untersuchung
der Beschwerdeführerin
und enthält weder eine eingehende Anamnese und Befunderhebung noch eine Beurteilung der funktionellen Einschränkungen. Die Beschwerdeführerin verfügt
des Weiteren
kaum übe
r Deutschkenntnisse (vgl.
Urk.
6/15 S. 5,
Urk.
6/29 S. 1,
Urk.
6/30 S. 1
,
Urk.
6/47 S. 12
), weshalb sich die
im Rahmen der Telefonkonsultation erfolgte skalierende Befragung über das aktuelle Schmerzempfinden
im Übrigen
als nicht beweiswertig erweist.
5.3
Nach dem Gesagten
kann
somit
weder
der
abschliessende
n
RAD-Stellungnahme v
om 1
5.
Mai 2020 (vorstehend E. 3.11
)
noch
de
m
Bericht
von
Dr.
G._
vom
1
4.
April 2020 (vorstehend E. 3.10
)
eine relevante Verbesserung entnommen wer
den
.
Auch den sonstigen Akten lässt sich nicht entnehmen, welche konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbeitsunfähig
keit sich seit
Oktober 2018
verbessert und überwiegend wahrscheinlich (die blosse Möglichkeit einer tatsächlichen Verbesserung genügt nicht; Urteile des Bundes
gerichts 9C_631/2012 vom
7.
Dezember 2012, 8C_959/2012 vom
3.
April 2013 E. 2.4) zu einer Steigerung der verwertbaren Leistungsfähigkeit geführt haben könnten.
Gestützt auf die vorhandene
n
Akten ist somit kein Revisionsgrund aus
gewiesen.
Stattdessen
ist davon auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der
Rentenzusprache
nicht verändert hat.
Für eine opti
mal behinderungsangepasste Tätigkeit ist daher weiterhin von einer Restarbeits
fähigkeit von 30-40
%
auszugehen.
5.4
Zusammenfassend ist eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit
in angepasster Tätig
keit
von 30
-40
%
auf 90
%
ab
April 2020
nicht
ausgewiesen
. Fehlt es an einer überwiegend wahrscheinlichen anspruchserheblichen Änderung des Sachver
halts, bleibt es nach dem Grundsatz der materiellen Beweislast beim bisherigen Rechtszustand.
Nachdem auch der Einkommensvergleich unbestritten ist und zu keiner weiteren Prüfung Anlass gibt,
bleibt
es
somit beim bisherigen Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
Dreiviertelsrente
.
Dementsprechend ist die Beschwerde gutzuheissen und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin weiterhin eine
Dreiviertelsrente
auszu
richten.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vor
l
iegend sind die Kosten auf
Fr.
7
00.-- festzulegen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.