Decision ID: 59adc7d5-4530-4dd4-be2c-7f78de2885ab
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964, war von September 2000 bis Januar 2004 bei der
Y._ AG
als Callcenter Agent angestellt (Urk. 9/10). Am 10. Januar 2005 meldete er sich wegen einer Diskushernie und chronischen Schmerzen bei der Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug
an (Urk. 9/2). Die Sozialversiche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen und veranlasste eine psychiatrische Begutachtung (Gutachten vom 30. Mai 2005; Urk. 9/16). Sie sprach dem Versicherten mit Ver
fügung vom 13. Oktober 2005 (Urk. 9/
20
,
Urk.
9/
29) bei einem IV-Grad von 100 % eine ganze Rente ab 1. Dezember 2004 zu.
Im Rah
men der im Februar 2006 (Urk. 9
/35) veranlassten Revision liess die IV-
Stelle den Versicherten orthopädisch begutachten (Gutachten vom 16. Juli 2007
; Urk. 9
/47) und
teilte
ihm am
31. Juli 2007 (Urk.
9
/50
) mit, sein Rentenanspruch sei unverändert.
I
n den
Jahr
en
2008 (Urk.
9
/52) und 2012 (Urk.
9
/69) veranlasste Revisionen erga
be
n ebenfalls einen unveränderten Rentenanspru
ch (Mitteilung vom 13. Mai 2008
[Urk. 9/60] sowie vom 13. Juni 2012 [
Urk. 9/73
]
).
1.2
Gestützt auf den vom Versicherten am 25. August 2015 ausgefüllten Revi
sions
fragebogen (Urk. 9/78) veranlasste die IV-Stelle erwerbliche und medi
zi
nische Abklärungen und liess den Versicherten durch den Regionalen Ärzt
lichen Dienst (RAD) untersuchen (Urk. 9/84-85). Mit Verfügung vom 8. Juli 2016 hob sie die bisher ausgerichtete Rente auf (Urk. 9/94).
Die hiergegen erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 30. November 2
017 ab (Urk. 9/120; Ver
fahren N
r. IV.2016.00921).
1.3
Am 16. August 2018 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf Rückenbe
schwerden erneut bei der Invalidenversi
che
rung zum Leistungsbezug an (Urk. 9/123). Nach ergangenem Vorbescheid (Urk. 9/126) trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 8. Oktober 2018 auf das Leistungsbegehren nicht ein (Urk. 9/127 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 8. November 2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom 8. Oktober 2018 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und die IV-Stelle sei anzuweisen, auf das Leistungsbegehren einzutreten (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 29. November 2018 (Urk. 8) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom 24. Januar 2019 wurden antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 2) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt und dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zugestellt (Urk.
10
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung, IVG
).
1.3
Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung ver
pflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei wird sie unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dement
sprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen.
Zur Frage des Bedeutungsgehalts des Art. 87 Abs. 2 und 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
hat das Bundes
gericht in BGE 130 V 64 E. 5.2.5 festgehalten, dass die versicherte Person mit dem Revisionsgesuch oder der Neu
anmeldung die massgebliche Tatsachenände
rung glaubhaft machen muss, ihr mithin ausnahmsweise eine Beweisführungslast zukommt.
Damit soll
verhindert werden, dass sich die Verwaltung nach vorangegangener rechtskräftiger Leistungsverweige
rung immer wieder mit gleich lautenden und nicht näher begründeten, das heisst keine Veränderung des Sachverhalts darle
genden Gesuchen befassen muss (BGE 109 V 108 E. 2a, 262 E. 3
).
Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht dahingehend ausgelegt werden, dass die glaub
haft zu machende Änderung gerade jenes Anspruchselement betreffen muss, wel
ches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen Leistungsabweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Än
derung eines Sachverhalts aus dem gesamten für die Rentenberechtigung erheb
lichen Tatsachenspektrum glaubwür
dig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungs
begehren einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbstverständlich auch in rechtlicher) Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.4
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinne des Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die Tatsachen
änderung muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheb
lichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen. Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Invalidenrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom 5. Juni 2013 E. 2.3; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2).
1.5
Die zeitliche Vergleichsbasis für die Fra
ge, ob eine rentenrelevante Veränderung des Sachverhalts glaubhaft ist, bildet der Zeitpunkt der letzten umfassenden ma
teriellen Prüfung. Der Vergleichszeitraum erstreckt sich grundsätzlich bis zur Prü
fung und Beurteilung des Gesuchs durch die Verwaltung, das heisst bis zum Erlass der Verfügung betreffend die Neuanmeldung. Für die beschwerdeweise Überprü
fung einer
Nichteintretensverfügung
ist somit der Sachverhalt, wie er sich der Verwaltung bot, respektive die Aktenlage bei Erlass dieser Verfügung mass
ge
blich (Urteil des Bundesgerichts 8C_244/2016 vom 21. Juni 2016 E. 2.1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon aus, dass sich die berufliche oder medizinische Situation seit der Verfügung vom 8. Juli 2016 nicht wesentlich geändert habe.
Es
lägen keine neuen Diagnosen oder Befunde vor (S. 1 unten).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
er habe mit seinem Gesuch vom 17. August 2018
(richtig: 1
6.
August 2018)
bezie
hungsweise im nachfolgenden Verfahren glaubhaft gemacht, dass sich sein Ge
sundheitszustand verschlechtert habe. Gleichentags habe er sich einer Operation unterziehen müssen, weil er Probleme mit dem Stuhlgang habe, welche die Auf
nahme einer Erwerbstätigkeit verunmöglichten. Weiter sei bei ihm eine Spinal
kanalstenose diagnostiziert worden. Der somatische Gesundheitszustand habe sich also verschlechtert (S. 4 f.).
Auch der psychische Gesundheitszustand habe sich verschlechtert, leide er doch an einer Depression. Es bestehe vermutlich ein Zusammenhang mit den körperlichen Beschwerden, welche im Jahr 2018 neu aufgetreten seien (S. 5 Mitte). Es liege nun an der Beschwerdegegnerin, den Sach
verhalt genauer abzuklären (S. 5 unten).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung vom 1
6
. August 2018 zu Recht nicht eingetreten ist. Prozessthema ist demnach die Frage, ob der Beschwerdeführer glaubhaft gemacht hat, dass sich die gesundheit
lichen Verhältnisse seit der rentenaufhebenden Verfügung vom 8. Juli 2016 (Urk. 9/94) bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 8. Oktober 2018 in erheblicher Weise verändert haben.
3.
Das hiesige Gericht schützte die rentenabweisende Verfügung vom 8. Juli 2016 mit Urteil vom 30. November 2017 (Urk. 9/120). Dabei stützte es sich auf d
ie nach eigener Untersuchung vorgenommenen Beurteilungen d
er Fachärzte des
Regio
nalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom
14
. April 2016
(Urk. 9/84
,
Urk.
9/
85).
Diese
war
en
zum Schluss gekommen, dass keine psychiatrischen Diagnosen zu stellen seien und der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht zu 100
%
arbeitsfähig sei. In orthopäd
isch-rheumatologischer Hinsicht wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt:
-
schmerzhafte Bewegungs- und
Belastungseinschränkung der Lendenwir
belsäule (LWS)
-
Status nach Diskushernie L4/5 links mit Kontakt zur Nervenwurzel L5 hin
-
fragliche muskuläre Schwäche linker Arm und linkes Bein (kein Kenn
muskel-Bezug)
-
fragliche Hypästhesie linker Arm und gesamtes linkes Bein (kein Der
matom-Bezug)
Es sei aktuell weder in somatischer noch in psychischer Hinsicht ein Gesundheits
schaden ausgewiesen, der die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige. In einer Tätigkeit mit körperlich leichter wechselbelastender Tätigkeit ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastung über 10 kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufi
ges Treppensteigen, ohne häufige wirbelsäulen
belas
tende und hüftgelenks-knie
gelenksbelastende Zwangshaltungen und Tätig
kei
ten (Bücken, Hocken, Knien, Überkopfarbeiten, Arbeiten in Armvorhalt), ohne häu
figes Gehen auf unebenem Gelände, ohne andauernde Vibrationsbe
lastungen und Nässe-/Kälteexposition bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit (vgl. Urk. 9/120 E. 4.6-8).
Ausgehend von
diesem Vergleichszustand per 8
.
Juli 2016
ist nachstehend auf die wesentlichen seither ergangenen medizinischen Berichte und Stellungnahmen einzugehen.
4.
4.1
Die Ärzte der Klinik für Neurologie des Universitätsspitals
Z._
nannten im Bericht vom 14. November 2016 (Urk. 9/122/16-19 = Urk. 3/2) folgende, hier verkürzt wiedergegebenen Diagnosen (S. 1):
-
panvertebrales Schmerzsyndrom seit 2006
-
Verdacht auf zervikale
Myogelosen
seit 2013
Es sei die Vorstellung zur neurologischen Mitbeurteilung im Rahmen der inter
disziplinären Schmerzsprechstunde erfolgt.
In Zusammenschau der Befunde bleibe die Ätiologie der Schmerzen unklar, zu diskutieren sei differenzialdiagnos
tisch jedoch auch ein
myofasziales
Schmerzsyndrom. Auch könne eine
Radikulo
pathie
nicht ausgeschlossen werden, wobei eine solche eher unwahrscheinlich sei
(S. 3 unten)
.
4.2
Die Ärzte der Klinik für Rheumatologie,
Z._
, nannten im Bericht vom 15. No
vember 2016 (Urk. 9/122/9-12
= Urk. 3/5
) folgende Diagnosen (S. 1
oben
):
-
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts
-
thorakospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseitig
-
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseitig, radikuläre Komponente nicht auszuschliessen
Der Patient berichte, er habe diese Schmerzen seit über 10 Jahren, sie seien ohne Trauma plötzlich aufgetreten. Über diese 10 Jahre gebe es insgesamt weder einen
Trend zur Verschlechterung noch zur Verbesserung
. Seit etwa drei Jahren bestün
den näher bezeichnete Schmerzen zwischen den Schulterblättern
(S. 1 Mitte). Auffällig sei, dass der Patient während der Untersuchung fast ununterbrochen stöhne und wie er knackende Geräusche der Gelenke immer wieder als besorg
niserregend betone (S. 3 Mitte). Es handle sich um einen stark schmerzgeplagten Patienten mit deutlichen Zeichen der Schmerzausweitung auf dem Boden radio
logisch dokumentierter degenerativer Wirbelsäulenveränderungen. Die primäre Schmerzquelle zervikal scheine aktuell muskulär zu sein, thorakal und lumbal sei sie klinisch nicht mehr differenzierbar. Die
Chronifizierungsmechanismen
dürften im psychosozialen Umfeld liegen, da Hinweise auf eine entzündliche Grund
krankheit fehlten (S. 3 unten).
4.3
Die Ärzte der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie,
Z._
, führten im Bericht vom 17. November 2016 (Urk. 9/122
/13-15 = Urk. 3/3
) anlässlich der diagnosti
schen Beurteilung aus, es werde bei chronischer Schmerzsymptomatik sowie dies
bezüglich assoziierter Stimmungsminderung, Schlafstöru
ng und
erhöhtem Lei
densdruck vom Verdacht auf eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren ausgegangen. Des Weiteren bestehe eine leicht depres
sive Symptomatik (S. 1 oben
).
4.4
Die Ärzte des
Z._
nannten
im Bericht vom 17. November 2016 zur interdiszipli
nären Schmerzsprechstunde (Urk.
9/122/20-22
= Urk. 3/4
) folgende, hier verkürzt wiedergegebenen Diagnosen (S. 1):
-
panvertebrales Schmerzsyndrom
-
Verdacht auf chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen Faktoren
-
Verdacht auf leicht- bis mittelgradig depressive Episode
Im Vordergrund stehe eine
myofasziale
Schmerzproblematik mit Hinweisen auf eine Zentralisierung. Eine
Radikulopathie
könne nicht absolut ausgeschlossen werden, sei jedoch eher unwahrscheinlich. Auf die Durchführung einer diagnos
tischen Nervenwurzelblockade werde derzeit verzichtet, einerseits wegen Fehlens klarer Hinweise auf eine
Radikulopathie
, andererseits wegen fraglicher Aussage
kraft bei laufendem IV-Verfahren (S. 1 f.).
4.5
Dr. med. A._
, Facharzt für Chirurgie,
Stadtspital
B._
,
nannte im Bericht vom 6. Juni 2018 (Urk. 9/122/3
= Urk. 3/7
) als Diagnosen eine
Mariske
bei 11 Uhr und eine Analfissur bei 6 Uhr in der Steinschnittlage (SSL). Der Patient
berichte
, nach dem Stuhlgang jeweils Schmerzen während mehrere
r
Minuten zu haben. Zusätzlich bestehe eine Fremdkörpergefühl am Anus.
Am 10. Juli 2018 berichtete Dr.
A._
(Urk. 9/122/4
= Urk. 3/8
)
, der Patient
leide
nach wie vor
an
einer chronischen Analfissur. Man sei übereingekommen, dass
am 10. August 2018 anlässlich eines ambulanten Eingriffs
die
Mariske
in Narkose re
s
e
z
iert und gleichzeitig die Analfissur
depediert
werden solle.
Der Operationsbericht von Dr.
A._
vom 17. August 2018 (Urk. 3/10) doku
mentiert die erfolgte
Mariskektomie
unter Mitnahme de
r Fissur sowie des Hämor
rhoidal
knotens im Sinne einer
Hämorrhoidektomie
nach Ferguson.
4.6
Die Berichte
der Ärzte
des Instituts für Radiologie und Nuklearmedizin des Stadt
spitals
B._
über die Magnetresonanztomographie (MRI) der Halswirbelsäule (HWS) vom 24. September 2018 (Urk. 3/13) und der Lendenwirbelsäule (LWS) vom 31. Oktober 2018 (Urk. 3/14) sowie der Bericht
des Hausarztes
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
vom 6. November 2018 (Urk. 3/15) wurden erst am 8. November 2018 mit der Beschwerdeschrift (Urk. 1) und somit nach Erlass der angefochtenen Verfügung eingereicht.
Für die be
schwerdeweise Überprüfung einer
Nichteintretensverfügung
ist jedoch der Sach
verhalt, wie er sich der Verwaltung bot, respektive die Aktenlage bei Erlass dieser Verfügung mass
geblich (vgl. vorstehend E. 1.5). Die erwähnten Berichte sind da
her für das vorliegende Verfahren
von
Vornherein unbeachtlich.
5.
5.1
Die interdisziplinäre Schmerzsprechstunde am
Z._
mit den dazugehörigen fach
ärztlichen Untersuchungen fand Mitte November 2016 statt (vgl. vorstehend E. 4.1-4). Seit dem durch den Erlass der rentenaufhebenden Verfügung definier
ten Vergleichszustand vom 8. Juli 2016 waren somit erst vier Monate vergangen. An die Glaubhaftmachung einer Verschlechterung zu diesem Zeitpunkt sind also hohe Anforderungen zu stellen (vgl. vorstehend E. 1.
3). Zudem
sind die dannzu
mal erstatteten Arztberichte
mit Vorsicht zu
würdigen, ergingen sie doch während
des
laufenden Beschwerdeverfahrens.
Das
dort
diagnostizierte
panvertebrale
Schmerzsyndrom besteht
schon seit vielen Jahren
.
D
er Beschwerdeführer
berichtete
anlässlich der rheumatologischen Un
tersuchung, es gebe keinen Trend zur Verschlechterung (vorstehend E. 4.2).
Eine solche ist denn auch nicht ersichtlich.
Hinsichtlich einer
chronische
n
Schmerz
störung
und eine
r
leicht- bis mittelgradige
n
depressive
n
Episode
wurde
n
sodann
lediglich Verdachtsdiagnose
n
gestellt, oh
ne dass diese in den folgenden knapp 2 Jahren bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung erhärtet worden wären.
Auch wird in keinem der Berichte der
Z._
eine Arbeitsunfähigkeit attestiert. Mit ihrer
Einreichung konnte somit e
ine Verschlechterung
des Gesundheitszustandes
nicht
glaubhaft gemacht
werden
.
Auf diesen Standpunkt stellt sich der Beschwerdeführer denn auch gar nicht, son
dern er möchte
eine
Verschlechterung seines Gesundheitszustandes aus seinen Problemen beim Stuhlgang, aus
der Diagnose
einer Spinalkanalstenose
sowie aus
dem Vorliegen
einer Depression herleiten (vorstehend E. 2.2).
5.2
Ein enger Spinalkanal wurde beim Beschwerdeführer bereits im MRI vom 6. März 2006 entdeckt (vgl. Urk. 9/36; Urk. 9/120 E. 3.3).
Die aktuellen Resultate der im Herbst 2018 durchgeführten MRI können vorliegend
aber
ohnehin nicht berück
sichtigt werden, da sie der Beschwerdegegnerin im Verfügungszeitpunkt nicht vorlagen. Dasselbe gilt für die vom Hausarzt gestellte Verdachtsdiagnose einer Depression (vgl. vorstehend E. 4.6).
Auch wenn sie vorliegend
grundsätzlich
keine Berücksichtigung finden können, ist in Bezug auf die im Beschwerdeverfahren eingereichten MRI-Befunde
von September und Oktober 2018
(
Urk.
3/13-14) zu erwähnen, dass
sich aus ihnen im Vergleich zu den im
Abschlussb
ericht des
Z._
vom 2
8.
August 2017
betreffend die Behandlung chronischer Schmerzen
erhobe
nen Befunden (
Urk.
9/122/5-8
S. 1
=
Urk.
3/12
S. 1
)
, welche denjenigen vo
n
No
vember 2016 entsprechen (vgl. vorstehend E. 4.4), keine wesentlichen Verände
rungen ergeben. So
fehlten
nach wie vor
klare Hinweise auf eine
Radikulopathie
, zumal entweder eine Kompression neuraler Strukturen verneint oder lediglich eine mögliche Kompression erwähnt wurde (
Urk.
3/13-14). Zudem wurde bereits 2016 eine fortgeschrittene Segmentdegeneration L4/5 festgehalten (vgl.
Urk.
3/4 S. 1 und
Urk.
3/13 S. 1)
, welche
,
wie bereits erwähnt (vorstehend E. 5.1), nicht ausreicht, um eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes glaubhaft zu ma
chen
.
Was die Probleme beim Stuh
lgang anbelangt, so verursach
e die chronische Anal
fissur gemäss den Berichten des behandelnden Chirurgen (
vorstehend E. 4.5) mehrminütige Schmerzen nach dem Stuhlgang sowie ein Fremdkörpergefühl im Anus.
Die
Mariske
löste
demgegenüber
keine dokumentierten Beschwerden aus und wurde am 17. August 2018 operativ entfernt.
Eine Arbeitsunfähigkeit wurde keine attestiert. Es ist nicht
ersichtlich
und wurde vom Beschwerdeführer auch nicht dargelegt, inwiefern aus dieser relativ geringfügigen und
grundsätzlich
be
handelbaren
gesundheitlichen
Beeinträchtigung eine relevante Verminderung der Arbeitsfähigkeit resultierten sollte.
5.3
Zusammenfassend
ist festzuhalten
, dass kaum Anhaltspunkte für eine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers zwischen dem Erlass der Verfügung vom 8. Juli 2016 (Urk. 9/94) und dem Erlass der ange
fochtenen Verfügung vom 8. Oktober 2018 (Urk. 2) gegeben sind. Er vermochte somit nicht
glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat, weshalb die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht auf die Neu
anmeldung eingetreten ist.
Die angefochtene Verfügung vom 8. Oktober 2018 (Urk. 2) erweist sich demzu
folge als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Vor
liegend sind die Kosten auf
Fr.
600.-- anzusetzen und dem unterliegenden Be
schwerdeführer aufzuerlegen.
Zufolge Gewährung der
unentgeltliche
n Prozess
führung sind die Gerichtskosten einstwei
len auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.2
Da
der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers trotz entsprechender Zusage vom 3. Februar 2020 (vgl. Urk. 12) bis heute keine Honorarnote eingereicht hat, ist seine Entschädigung nach Ermessen festzusetzen. Sie bemisst sich
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass des Obsiegens (§ 34 Abs. 3
des Gesetzes über
das Sozialver
sicherungsgericht,
GSVGer
). Beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) ist die Entschädigung auf Fr. 1’
5
00.-- (inklusive Bar
aus
lagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.