Decision ID: 6bec34c3-d92f-4502-9032-8282797655f4
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ wurde im Januar 2013 unter Hinweis auf ein Geburtsgebrechen zum Bezug
von Leistungen der Invalidenversicherung angemeldet (IV-act. 1). Die Kinderklinik des
Kantonsspitals B._ berichtete im Mai 2013 (IV-act. 8), die Versicherte leide an einer
Neugeborenenepilepsie und an einem Vorhofseptumdefekt beziehungsweise an den
Geburtsgebrechen Ziff. 313 und 387 Anh. GgV. Mit zwei Mitteilungen vom 13. Juni
2013 (IV-act. 13 f.) sicherte die IV-Stelle den Eltern der Versicherten die Vergütung der
zur Behandlung der Geburtsgebrechen Ziff. 313 und 387 Anh. GgV notwendigen
medizinischen Massnahmen für die Zeit bis Ende Dezember 2017 zu. Am 22. Juni 2013
wurde die Versicherte erneut zum Leistungsbezug angemeldet (IV-act. 15). Die
Kinderklinik des Kantonsspitals B._ teilte am 8. Juli 2013 mit, dass zwischenzeitlich
auch eine cerebrale Bewegungsstörung festgestellt worden sei (IV-act. 20). Am selben
Tag berichtete die Hals-Nasen-Ohrenklinik des Kantonsspitals St. Gallen, dass die
Versicherte an einer einseitigen Schwerhörigkeit leide (IV-act. 21). Am 25. Juli 2013
teilte die IV-Stelle den Eltern der Versicherten mit, dass sie auch die bis Ende Mai 2023
anfallenden Kosten der zur Behandlung des Geburtsgebrechens Ziff. 446 Anh. GgV
(angeborene Schwerhörigkeit) notwendigen medizinischen Massnahmen vergüten
werde (IV-act. 27). Am 11. August 2013 wurde die Versicherte zum dritten Mal zum
Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung angemeldet (IV-act. 30). Mit einer
Mitteilung vom 11. September 2013 sicherte die IV-Stelle den Eltern der Versicherten
die Vergütung der bis Ende Dezember 2014 anfallenden Kosten für die zur Behandlung
des Geburtsgebrechens Ziff. 395 Anh. GgV (leichte cerebrale Bewegungsstörungen)
notwendigen medizinischen Massnahmen zu (IV-act. 38). Im Oktober 2013 berichtete
Dr. med. C._ vom Kantonsspital St. Gallen, die Versicherte leide „eventuell“ am
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Geburtsgebrechen Ziff. 427 Anh. GgV (Strabismus bzw. Mikrostrabismus; IV-act. 48).
Im Dezember 2013 notierte Prof. Dr. med. D._ vom IV-internen regionalen ärztlichen
Dienst (RAD), für die nächsten zwei Jahre könne eine „Zusprache“ des
Geburtsgebrechens Ziff. 427 Anh. GgV erfolgen (IV-act. 50). Am 11. Dezember 2013
teilte die IV-Stelle den Eltern der Versicherten mit, dass sie die bis Ende August 2015
anfallenden Kosten der zur Behandlung des Geburtsgebrechens Ziff. 427 Anh. GgV
notwendigen medizinischen Massnahmen vergüten werde (IV-act. 51).
A.b Am 11. April 2014 ging der IV-Stelle eine Verordnung für Spitex-Leistungen zu (IV-
act. 66). Der behandelnde Kinderarzt Dr. med. E._ und der Schweizerische
Kinderspitex Verein beantragten die Vergütung der Kosten der folgenden
medizinischen Pflegemassnahmen: Fünf Stunden pro Jahr für die Evaluation des
Pflegebedarfs, 35 Stunden pro Jahr für die Beratung und die Instruktion der Eltern, 7 ×
5 Minuten pro Woche für die Beurteilung des Allgemeinzustandes, 21 × 10 Minuten pro
Woche für die Unterstützung beim Abhusten von Sekret, 28 × 30 Minuten pro Woche
für medizinische Massnahmen im Zusammenhang mit der Ernährung („hohe
Aspirationsgefahr“), 14 × 15 Minuten pro Woche für die Verabreichung von
Antiepileptika, 7 × 10 Minuten pro Woche für die Verabreichung eines zweiten
Medikamentes und 1 × 10 Minuten pro Woche für die Verabreichung eines
Reservemedikamentes sowie 7 × 480 Minuten pro Woche für eine dauernde intensive
Überwachung mit einer überdurchschnittlich erhöhten Aufmerksamkeit und einer
ständigen Interventionsbereitschaft. Im Mai 2014 gab die Mutter der Versicherten
telefonisch an (IV-act. 70), die Spitex führe einen Einsatz pro Woche durch, der in der
Regel von 16 Uhr bis 19 Uhr dauere. Die Medikamente würden hauptsächlich von den
Eltern verabreicht. Die Unterstützung beim Abhusten sei vor allem in den
Wintermonaten notwendig gewesen. Das Eingeben der Nahrung sei an und für sich
problemlos. Nur verschlucke sich die Versicherte ab und zu beim Trinken. Die Spitex
kümmere sich auch um das Eingeben des Essens, um das Wickeln und gegebenenfalls
um die Körperpflege. Zudem spiele sie während der Abwesenheit der Eltern mit dem
Mädchen. Die Mutter der Versicherten bemerkte nachträglich, man müsse ihre Tochter
genau beobachten, damit man bei einem Anfall intervenieren könne. Beim Trinken
müsse man ebenfalls kontinuierlich aufpassen. Der RAD-Arzt Prof. Dr. D._ notierte im
Juni 2014, Spitexeinsätze seien bei dieser Sachlage nicht indiziert, da keine
medizinischen Pflegeleistungen erbracht würden, sondern nur eine Grundpflege
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durchgeführt werde, deren Kosten durch die Hilflosenentschädigung oder allenfalls
durch einen Intensivpflegezuschlag zu decken seien (IV-act. 71). Mit einem
Vorbescheid vom 30. Juni 2014 teilte die IV-Stelle den Eltern der Versicherten mit, dass
sie die Abweisung des Leistungsbegehrens vorsehe (IV-act. 74). Am 15. September
2014 verfügte sie entsprechend (IV-act. 84). Diese Verfügung erwuchs unangefochten
in formelle Rechtskraft.
A.c Am 22. Februar 2016 reichte der Schweizerische Kinderspitex Verein eine neue
Verordnung für medizinische Pflegeleistungen ein (IV-act. 167). Der vorgesehene
Pflegeaufwand belief sich auf fünf Stunden pro Jahr für die Evaluation des
Pflegebedarfs, auf 35 Stunden pro Jahr für die Beratung und die Instruktion, auf 7 × 12
Minuten pro Woche für die Beurteilung des Allgemeinzustandes, auf 7 × 10 Minuten
pro Woche für eine Atemtherapie, auf 21 × 25 Minuten pro Woche im Zusammenhang
mit der Ernährung („Aspirationsgefahr“), auf 14 × 8 Minuten pro Woche für die
Verabreichung der Antiepileptika, auf 7 × 10 Minuten pro Woche für die Verabreichung
eines zweiten Medikamentes, auf 1 × 10 Minuten pro Woche für die Verabreichung
eines Reservemedikamentes, auf 7 × 10 Minuten pro Woche für medizinische
Massnahmen bei der Darmentleerung (Obstipation) und auf 7 × 480 Minuten pro
Woche für eine dauernde intensive Überwachung mit einer überdurchschnittlich
erhöhten Aufmerksamkeit und einer ständigen Interventionsbereitschaft. Eine
Sachbearbeiterin der IV-Stelle notierte am 7. März 2016 (IV-act. 172), die Angaben der
Mutter zum Pflegeaufwand hätten sich mit jenen aus dem Jahr 2014 gedeckt. Die
Spitex leiste immer noch einen Einsatz pro Woche, nun aber jeweils von 9 Uhr bis
11.15 Uhr. Sie kümmere sich um das Baden, mache physiotherapeutische Übungen
und achte währenddessen darauf, dass die Versicherte die eingenommenen
Medikamente nicht wieder erbreche. Diese Notiz liess die IV-Stelle (anders als jene aus
dem Jahr 2014) nicht unterzeichnen. Mit einem Vorbescheid vom 7. März 2016 teilte
sie den Eltern der Versicherten mit, dass sie nicht auf das neue Leistungsbegehren
eintreten werde, weil sich der massgebende Sachverhalt seit der letzten
Leistungsverweigerung nicht wesentlich verändert habe (IV-act. 174). Am 9. Mai 2016
erliess sie eine entsprechende Nichteintretensverfügung (IV-act. 185).
B.
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B.a Dagegen liess die nun durch den Schweizerischen Kinderspitex Verein vertretene
Versicherte (nachfolgend: die Beschwerdeführerin) am 13. Juni 2016 eine Beschwerde
erheben (act. G 1). Der Rechtsvertreter beantragte die Feststellung, dass die
medizinischen Massnahmen für die Zeit ab dem 1. Januar 2012 „im vollen Umfang“
geschuldet seien. Am 13. Juli 2016 (act. G 3) beantragte er – „entgegen dem in der
Beschwerde gestellten Rechtsbegehren“ – die Vergütung des ärztlich angeordneten
Pflegeaufwandes für die Zeit ab dem 2. Februar 2016, die Berücksichtigung der
„Verordnung 325.11“ und den Ersatz der effektiven Kosten anstelle des anhand eines
Tarifs ermittelten Betrages. Zur Begründung führte er aus, die IV-Stelle (nachfolgend:
die Beschwerdegegnerin) müsse den anlässlich einer Abklärung vor Ort ermittelten
Bedarf berücksichtigen und dürfe nicht ohne jede Abklärung davon abweichen. Bereits
die Abweisung des Leistungsbegehrens im Jahr 2014 sei ohne eine hinreichende
Sachverhaltsabklärung verfügt worden.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 20. September 2016 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie an, gestützt auf die Verordnung vom
Februar 2016 und auf die telefonischen Angaben der Mutter der Beschwerdeführerin
stehe fest, dass sich der massgebende Sachverhalt seit der Abweisung des
Leistungsbegehrens im Jahr 2014 nicht wesentlich verändert habe. Folglich seien die
Eintretens¬voraussetzungen in Bezug auf die Neuanmeldung nicht erfüllt.
B.c Die Beschwerdeführerin verzichtete auf eine Replik (vgl. act. G 6 f.).

Erwägungen
1.
Bei der angefochtenen Verfügung vom 9. Mai 2016 handelt es sich um eine
Nichteintretensverfügung. Das bedeutet, dass sich ihr Dispositiv auf den Entscheid
beschränkt, das Begehren der Beschwerdeführerin um die Vergütung von
medizinischen Massnahmen nicht materiell zu behandeln. Weil dieses
Beschwerdeverfahren darauf abzielt, die angefochtene Verfügung auf ihre
Rechtmässigkeit zu überprüfen, kann das Gericht nur der Frage nachgehen, ob es
rechtmässig gewesen ist, nicht auf das Begehren der Beschwerdeführerin einzutreten.
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Da die Beschwerdegegnerin jenes Begehren nicht materiell behandelt hat, verbietet
sich auch im gerichtlichen Beschwerdeverfahren dessen materielle Prüfung. Das muss
der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin übersehen haben, denn er hat nicht das
Eintreten auf das Begehren beantragt, sondern materielle Anträge gestellt, die nicht
vom Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens erfasst sein können. In diesen
materiellen Anträgen muss allerdings notwendigerweise der (sinngemässe) Antrag
enthalten sein, der angefochtene Nichteintretensentscheid sei durch einen
verfahrensleitenden Eintretensentscheid zu ersetzen. Das vorliegende
Beschwerdeverfahren hat sich auf die Prüfung dieses (sinngemässen) Antrags zu
beschränken.
2.
2.1 Der Art. 29 ATSG sieht ein jederzeitiges Anmelderecht in Bezug auf
Sozialversicherungsleistungen und damit notwendigerweise auch einen Anspruch auf
eine materielle Behandlung einer entsprechenden Anmeldung vor. Da im Art. 29 ATSG
nicht zwischen erstmaligen Anmeldungen und sogenannten Neu- oder
Wiederanmeldungen (erneuten Anmeldungen nach einer formell rechtskräftigen
Gesuchsabweisung) unterschieden wird, muss das jederzeitige Anmelderecht auch für
Neuanmeldungen gelten. Dieses Recht wird vom Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV für
bestimmte Leistungen der Invalidenversicherung eingeschränkt, nämlich für die Rente,
für die Hilflosenentschädigung und für den Assistenzbeitrag. Die ratio legis des Art. 87
Abs. 2 und 3 IVV besteht darin, die IV-Stellen vor jenem Aufwand zu schützen, mit dem
diese konfrontiert wären, wenn Versicherte immer wieder Anmeldungen zum
Leistungsbezug einreichen könnten, die von den IV-Stellen umfassend materiell geprüft
werden müssten. Ein solcher, rein verfahrensökonomisch begründeter Schutzbedarf
besteht in Bezug auf die im Art. 87 IVV namentlich erwähnten Leistungen – Rente,
Hilflosenentschädigung und Assistenzbeitrag –, da die Sachverhaltsabklärung
diesbezüglich oft äusserst aufwendig ist. Über andere Leistungsansprüche kann
dagegen regelmässig mit einem eher geringen Abklärungsaufwand entschieden
werden. Auch wenn sich der Art. 87 IVV nicht auf eine explizite gesetzliche Grundlage
stützen kann, die eine Einschränkung des im Art. 29 ATSG verankerten jederzeitigen
Anmelderechtes erlauben würde, trägt er doch offenkundig einem wesentlichen
praktischen Interesse Rechnung, ohne dafür die gesetzliche Regelung im Art. 29 ATSG
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in einem unverhältnismässig hohen Mass einzuschränken. Also ist er vom
Vollzugsverordnungsauftrag im Art. 86 Abs. 2 Satz 1 IVG abgedeckt. Die Anwendung
des Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV führt auch nicht zu einer rechtsungleichen Behandlung der
Versicherten, denn die Eintretenshürde für Neuanmeldungen stützt sich auf einen
sachlichen Grund, nämlich auf die Vermeidung eines unnötigen Verfahrensaufwandes
(Verfahrensökonomie). Aus diesen Gründen kann der Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV trotz der
fehlenden expliziten gesetzlichen Grundlage als gesetzmässig qualifiziert werden. Eine
Ausweitung des Anwendungsbereichs des sich nicht auf eine explizite gesetzliche
Grundlage stützenden Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV ist dagegen nicht zu rechtfertigen, weil
damit die Gefahr einer eigentlichen Untergrabung des im Art. 29 ATSG verankerten
Grundsatzes verbunden wäre. Eine Anwendung des Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV auf von
diesem nicht namentlich erwähnte Leistungen könnte nämlich nur in Betracht kommen,
wenn deren Prüfung eine ebenso aufwendige Sachverhaltsabklärung wie die Prüfung
eines Rentenbegehrens, eines Begehrens um eine Hilflosenentschädigung oder eines
Begehrens um einen Assistenzbeitrag erfordern würde, das heisst wenn unterstellt
werden müsste, dass eine Leistung versehentlich nicht in die im Art. 87 IVV enthaltene
Aufzählung aufgenommen worden sei. An der früheren Praxis des
Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen, mit der die im Art. 87 Abs. 3 IVV
enthaltene Aufzählung (vermeintlich) lückenfüllend auf sämtliche Leistungen der
Invalidenversicherung ausgedehnt worden war (vgl. etwa den Entscheid IV 2008/293
des St. Galler Versicherungsgerichtes vom 14. Dezember 2009, E. 3 in fine), kann
deshalb nicht länger festgehalten werden. Auf Neuanmeldungen betreffend
medizinische Massnahmen kann der Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV folglich offensichtlich
nicht angewendet werden, denn die Prüfung einer entsprechenden Neuanmeldung
erfordert in aller Regel keinen Sachverhaltsabklärungsaufwand, der mit jenem
betreffend eine Rente, eine Hilflosenentschädigung oder einen Assistenzbeitrag
verglichen werden könnte. Folglich rechtfertigt es sich nicht, die IV-Stellen – in
Abweichung vom Wortlaut des Art. 29 ATSG – vor jenem Aufwand zu schützen, der für
die Prüfung eines (erneuten) Begehrens um medizinische Massnahmen notwendig ist.
Mit anderen Worten muss bei einer Neuanmeldung betreffend medizinische
Massnahmen nicht erst glaubhaft gemacht werden, dass sich der
anspruchsbegründende Sachverhalt seit der letzten Leistungsverweigerung wesentlich
verändert hat. Jede Neuanmeldung für medizinische Massnahmen ist materiell zu
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prüfen. Die Beschwerdegegnerin hätte folglich auf das Begehren vom 22. Februar 2016
eintreten müssen.
2.2 Angesichts der Akten besteht zwar Anlass zur Annahme, dass sich hinsichtlich des
massgebenden medizinischen Pflegebedarfs nichts geändert haben könnte respektive
dass die Beschwerdeführerin nach wie vor keine medizinische Pflege benötigt habe.
Das Versicherungsgericht würde aber den Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens
in unzulässiger Weise ausdehnen, wenn es sich – direkt – mit der Frage nach dem
massgebenden medizinischen Pflegebedarf befassen würde, bevor die
Beschwerdegegnerin überhaupt auf das entsprechende Begehren eingetreten ist.
Deshalb muss sich das Versicherungsgericht damit begnügen, den
Nichteintretensentscheid aufzuheben und durch den verfahrensleitenden Entscheid zu
ersetzen, dass das Leistungsbegehren materiell zu prüfen sei. Die Beschwerdegegnerin
wird den massgebenden Sachverhalt umfassend abklären. Dabei wird sie
berücksichtigen, dass jener Aufwand, den sie im Zusammenhang mit dem ersten
Begehren vom April 2014 betrieben hat, nicht als ausreichend für die Erfüllung der
Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) qualifiziert werden kann. Sie wird wohl
nicht um eine Abklärung an Ort und Stelle herumkommen. Zudem wird sie
berücksichtigen, dass für die Festsetzung eines „Kostendachs“ nicht der Umfang der
tatsächlich von medizinischen Fachpersonen erbrachten medizinischen Pflege,
sondern vielmehr jener Bedarf massgebend ist, der maximal notwendig ist, um den
medizinischen Pflegebedarf abzudecken (vgl. etwa den Entscheid IV 2015/352 des St.
Galler Versicherungsgerichtes vom 29. November 2016, E. 3.1). Im Übrigen ist darauf
hinzuweisen, dass die Qualifikation der meisten hier geltend gemachten
Spitexleistungen als medizinische Pflegemassnahmen gemäss Art. 13 IVG fraglich ist.
3.
Die Gerichtskosten von 600 Franken sind der unterliegenden Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen. Der Beschwerdeführerin wird der von ihr geleistete Kostenvorschuss von
600 Franken zurückerstattet. Da die für den Schweizerischen Kinderspitex Verein
handelnde Juristin nicht im kantonalen Anwaltsregister eingetragen ist, besteht kein
Anspruch auf eine Parteientschädigung.