Decision ID: 19e57f1d-6c96-4fa4-856e-4f72ce530f37
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 9. August 2011 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (berufliche Integration und Rente; Eingang AHV-Zweigstelle
19. August 2011). Sie gab an, seit 23. April 2010 an starken Schmerzen am Rücken zu
leiden (IV-act. 1, 9). Der Hausarzt Dr. med. B._, Facharzt für Innere Medizin/
Rheumatologie FMH, bescheinigte am 11. August 2011 eine ab 23. April 2010
bestehende Arbeitsunfähigkeit im wechselnden Umfang von 40-100 % (IV-act. 2, S. 2).
Gemäss Bescheinigung der Arbeitgeberin, der C._ AG, vom 7. Oktober 2011 war die
Versicherte seit 1. Oktober 1990 als Produktionsmitarbeiterin Schneiderei mit einem
Pensum von 40 Stunden pro Woche und einem Entgelt von monatlich Fr. 4‘459.65
angestellt (IV-act. 16, S. 1-3; Kündigung durch die Arbeitgeberin per 31. Mai 2012, IV-
act. 29, S. 3; 30).
A.b Am 23. April 2010 hatte die Versicherte einen Unfall während der Arbeit erlitten und
sich dabei eine Kontusion der rechten Hüfte zugezogen, ohne sichtbare Prellmarken,
ohne ossäre Läsionen bei regredientem Taubheitsgefühl im Bereich des lateralen
Oberschenkels und sonst intakter Sensibilität (Suva-act. 8; vgl. auch Schadenmeldung
UVG vom 26. April 2010, Suva-act. 5: Mehrfachverletzung/Quetschung) und ohne
neurologische Ausfälle (Bericht Dr. D._ vom 26. Oktober 2010, Suva-act. 19, und MRI
der BWS vom 16. November 2010, Suva-act. 26). Offenbar hatte sie sich schliesslich
vom 4. bis 24. Mai 2011 in der Rehaklinik Gais zur stationären Behandlung aufgehalten
(IV-act. 53, S. 2; kein Bericht in den Akten).
A.c Auf Anweisung von Dr. B._ war die Versicherte am 20. Juni 2011 von Dr. E._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Chefarzt Klinik F._, psychiatrisch
untersucht worden. Dieser hatte eine Anpassungsstörung mit Angst und Depression
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gemischt (ICD-10: F43.22) diagnostiziert und ausgedehnte muskulo-skelettäre
Schmerzen, vordergründig ein chronisches Cervical- und lumbales Schmerzsyndrom,
erwähnt. Er habe mit der Versicherten eine vierwöchige ambulante psychosomatische
Rehabilitation in der Klinik F._ vereinbart, beginnend am 27. Juni 2011 (Bericht vom
20. Juni 2011, IV-act. 21; ein Bericht über den stationären Aufenthalt ist nicht bei den
Akten).
A.d Die Versicherte wurde sodann am 6. Dezember 2011 im Auftrag der zuständigen
Taggeldversicherung (IV-act. 19; vgl. auch IV-act. 16, S. 3; 17, S. 1) psychiatrisch und
orthopädisch untersucht. Dabei diagnostizierte Dr. med. G._, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie, eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) sowie
(ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) eine somatoforme Schmerzstörung (ICD-10:
F45.4). Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt von 30
bis 70 %. Da die Versicherte gefährliche Maschinen bedienen müsse, die einiges an
Konzentration verlangten, bestehe für die letztausgeübte Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit
von 0 %. Der Gutachter empfahl eine nochmalige vierwöchige psychosomatische
Rehabilitation. Anschliessend sei davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit der
Versicherten während eines Monats 50 % betrage, danach 100 %. Sollte diese
Einschätzung nicht eintreffen, müsste von einem verfestigten Krankheitszustand
ausgegangen werden, sodass der Fall von der IV-Stelle im Rahmen der
Früherkennungsmassnahmen zu beurteilen wäre (Gutachten vom 6. Dezember 2011,
IV-act. 26, S. 1-5). Die Gutachterin Dr. med. H._, Fachärztin für Orthopädie und
Traumatologie FMH, diagnostizierte redizivierende Beschwerden der Wirbelsäule bei
Fehlstatik, Haltungsinsuffizienz, muskulärem Hartspann und verschmächtigter
Rumpfmuskulatur; degenerative Veränderungen in Höhe Halswirbelkörper C6/7, auch
mit Bandscheibenvorfall, Status nach Morbus Scheuermann thoraco-lumbal; kein
nervenwurzelbezogenes neurologisches Defizit. Aus orthopädischer Sicht lasse sich die
derzeit bestehende Arbeitsunfähigkeit für die körperlich leichte Arbeit als
Produktionsmitarbeiterin nicht begründen. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit ergebe
sich ab sofort ein vollschichtiges Arbeitsvermögen. Die Prognose sei langfristig als gut
zu beurteilen, da die Versicherte keinen körperlichen Belastungen ausgesetzt sei und
mit regelmässigen sportlichen Freizeitaktivitäten muskulären Schmerzen vorbeugen
könne (Gutachten vom 6. Dezember 2011, IV-act. 26, S. 8-13).
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A.e Vom 28. Februar bis 31. März 2012 befand sich die Versicherte erneut zur
psychosomatischen Rehabilitation in der Klinik Gais. Die dortigen Ärzte diagnostizierten
ein chronisches Schmerzsyndrom mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10:
F45.41) sowie Diskushernien C5/6 und C6/7. Die Arbeitsunfähigkeit betrug während
des Rehabilitationsaufenthalts und bis 7. April 2012 100 % (Austrittsbericht vom 2.
April 2012, IV-act. 36).
A.f Basierend auf den bis anhin stattgefundenen Abklärungen teilte die IV-Stelle der
Versicherten am 17. April 2012 mit, berufliche Eingliederungsmassnahmen seien auf
Grund ihres Gesundheitszustandes (vgl. IV-act. 30, S. 2: instabiler Gesundheitszustand)
nicht möglich, so dass der Anspruch auf eine Rentenleistung geprüft werde (Verfügung
vom 17. April 2012, IV-act. 31).
A.g In einem von der IV-Stelle eingeholten, undatierten Arztbericht (eingegangen am
25. Juli 2012) stellte Dr. B._ die bereits bekannten Diagnosen einer
Anpassungsstörung mit Angst und Depression, ausgedehnte musculo-skelettäre
Schmerzen, vor allem cervicales und lumbales Schmerzsyndrom nach Trauma sowie
Diskushernien C5/6 und C6/7. Die Prognose sei nicht gut. Die Arbeitsunfähigkeit habe
vom 27. Juni 2011 bis 31. Mai 2012 100 % betragen. Seit 1. Juni 2012 sei die Patientin
im Rahmen eines Beschäftigungsprogramms des Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) zu 30 % arbeitstätig. In der bisherigen Tätigkeit sei
sie nicht mehr arbeitsfähig; in einer behinderungsangepassten Tätigkeit sei sie seit 1.
Juni 2012 während 2-3 Stunden/Tag arbeitsfähig (IV-act. 45; vgl. IV-act. 50).
A.h Dr. E._ diagnostizierte am 21. September 2012 im Rahmen einer weiteren
Untersuchung der Versicherten wie bereits im Jahr 2011 eine Anpassungsstörung mit
Angst und Depression gemischt (ICD-10: F43.22) und (ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit) eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4). Eine
sichere Prognose sei nicht möglich; empfehlenswert sei eine bidisziplinäre
Begutachtung. Eine Aussage über die aktuelle Arbeitsunfähigkeit sei nicht möglich, da
er die Beschwerdeführerin zuletzt am 3. Juli 2012 gesehen habe und keine neuen
Termine vereinbart worden seien (Arztbericht vom 21. September 2012, IV-act. 53).
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A.i Die IV-Stelle ging von einer auf 100 % steigerbaren Arbeitsfähigkeit aus. Die
Beschwerdeführerin habe Anspruch auf Arbeitsvermittlung (Triage-Protokoll vom 21.
September 2012, IV-act. 50 und 52). In einem undatierten Arztbericht (bei der IV-Stelle
am 26. Oktober 2012 eingegangen) diagnostizierte Dr. phil. I._, Psychotherapie und
psychotraumatologische Beratung, der die Beschwerdeführerin erstmals am 14.
August 2012 gesehen hatte, eine schwere posttraumatische Belastungsstörung
(ICD-10: F43.1), chronische posttraumatische Schmerzstörungen, sekundär depressive
Episoden, hochgradig, mit somatischen Störungen (ICD-10: F32.21) seit dem Unfall
vom 24. (richtig: 23.) April 2010. Die Beschwerden (Schmerzen, Depressionen, Panik)
seien therapieresistent. Die Prognose sei chronifizierend bis leicht verbesserbar. Die
Arbeitsunfähigkeit betrage 100 % seit 13. April 2010. Weder die bisherige noch eine an
das Leiden angepasste Tätigkeit seien zumutbar; selbst die persönlichen Belange seien
der Versicherten zu viel (IV-act. 55).
A.j Da der Arbeitsversuch im Beschäftigungsprogramm des RAV keine positive
Entwicklung genommen hatte und die Steigerung der Arbeitsfähigkeit nicht möglich
gewesen war, stellte die IV-Stelle fest, dass weitere berufliche Massnahmen nicht
erfolgsversprechend seien und die Rentenprüfung zu erfolgen habe (Triage-Protokoll
vom 6. Dezember 2012, IV-act. 57; Verlaufsprotokoll der
Eingliederungsverantwortlichen vom 11. Dezember 2012, IV-act. 58). Einen Anspruch
auf berufliche Massnahmen verneinte die IV-Stelle in der Folge (Verfügung vom 14.
Januar 2013, IV-act. 60).
A.k Dr. I._ attestierte der Versicherten in einem undatierten Verlaufsbericht (Eingang
IV-Stelle 4. Februar 2013) eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit bei stationärem
Gesundheitszustand und gleichbleibenden Diagnosen (IV-act. 62).
A.l Im Verlaufsbericht vom 5. März 2013 hielt Dr. B._ eine Verschlechterung des
Gesundheitszustands fest. In der bisherigen Tätigkeit könnte wieder eine
Arbeitsfähigkeit möglich werden, bei der chronifizierten Depression sei dies aber sehr
unwahrscheinlich (vgl. Ziff. 2.1 im Beiblatt zum Arztbericht in IV-act. 66, S. 2). Leichte,
wechselbelastende Tätigkeiten seien bei verminderter Leistungsfähigkeit an sich
zumutbar, jedoch habe die Versicherte ein Pensum von 20% im Rahmen eines
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Abklärungsprogramms des RAV nur knapp gemeistert. Aktuell sei keine
erwerbswirksame Tätigkeit machbar (IV-act. 66).
A.m Im Bericht vom 22. März 2013 hielt Dr. I._ fest, die Patientin leide unter den
chronifizierten Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung, die er seit ca.
einem Jahr zu behandeln versuche. Die Traumabehandlung werde jedoch erschwert
zum einen durch die Einnahme von Opioiden zur Kontrolle der inneren Unruhe
(scheinbar mit einer Abhängigkeit; es sei vorgesehen, diese bei einem Aufenthalt in der
Palliativstation im Spital J._ abzubauen); zum anderen stehe die Patientin unter einer
andauernden Existenzangst und unter durch die chronischen Schmerzen verursachtem
Stress, was den Zugang zum traumatischen Geschehen erschwere. Auf dem ersten
Arbeitsmarkt sei die Versicherte in absehbarer Zeit nicht einsatzfähig. Begrüssenswert
wäre der Einsatz an einem geschützten Arbeitsplatz der IV mit einem Pensum von
50 %. Er könne mit der Diagnose einer Anpassungsstörung mit Angst und
Depressionen leben, wobei die Depressionen - mittelgradig bis schwer und chronisch -
mit „somatischen Symptomen“ zu ergänzen seien (IV-act. 70).
A.n Im Auftrag der IV-Stelle begutachteten Dr. med. K._, Fachärztin für Psychiatrie
und Psychotherapie FMH, und Dr. med. L._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, St. Gallen, die Versicherte am 19.
Juli 2013 (IV-act. 73-76). Dr. L._ stellte folgende Diagnosen: Cervicovertebrogenes
(ICD-10: M54.82) und cervicobrachiales (ICD-10: M53.1) Schmerzsyndrom beidseits,
linksbetont, bei paramedianer Diskushernie C5/C6 links und mediolateraler
intraforaminaler Diskushernie C6/C7 rechts (ICD-10: M50.2); lumbovertebrales
Schmerzsyndrom (ICD-10: M54.5) bei degenerativen Veränderungen der unteren LWS
(ICD-10: M47.86); Periarthropathia humero-scapularis beidseits (ICD-10: M75.0);
Verdacht auf Fibromyalgie (ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit; IV-act. 76, S. 22,
25). Bezüglich der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung stellte Dr. L._ eine Unklarheit
betreffend Schwere der letztausgeübten Tätigkeit fest. So habe Dr. H._
angenommen, dass die zuletzt ausgeübte Tätigkeit leicht sei; die Explorandin habe ihm
gegenüber jedoch angegeben, dass mitunter auch deutlich schwerere Lasten
transportiert werden müssten. In der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer dem
Leiden angepassten Tätigkeit bestehe zwischen der Beurteilung durch Dr. H._ und
seiner eigenen jedoch keine Divergenz. So sei auch er zum Schluss gekommen, dass
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die Beschwerdeführerin in körperlich leichten bis gelegentlich mittelschweren
Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten bis 10 kg, ohne Zwangspositionen der
Wirbelsäule, namentlich ohne häufige In- oder Reklinationsbewegungen und ohne
Überkopfarbeiten, seit Anfang Dezember 2011 zu 100 % arbeitsfähig sei (IV-act. 76, S.
22). Die psychiatrische Exploration durch Dr. K._ ergab folgende Diagnosen: leichte
bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.0 bis F32.1); Verdacht auf
posttraumatische Belastungsstörung, leicht bis mittelgradig ausgeprägt (ICD-10:
F43.1); sowie (ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) anhaltende somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), differentialdiagnostisch chronische Schmerzstörung
mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41). In der angestammten
Tätigkeit als Maschinenführerin sei die Beschwerdeführerin ganztags (8 Stunden pro
Tag) arbeitsfähig mit einer verminderten Leistungsfähigkeit von 40 %
(Gesamtarbeitsfähigkeit von 60 %) spätestens ab Zeitpunkt der Begutachtung vom 19.
Juli 2013. In Bezug auf die bisherige Tätigkeit bestehe eine Antriebsstörung sowie eine
psychophysische Belastbarkeitsminderung mit vorzeitiger Erschöpfung und Minderung
der konzentrativen Ausdauerbelastbarkeit. In adaptierter Tätigkeit bestehe seit 19. Juli
2013 ebenfalls eine ganztägige Arbeitsfähigkeit (8 Stunden/Tag) mit einer
Leistungsminderung von 40 % (Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von 60 %).
Zumutbar seien zeitlich flexible Tätigkeiten ohne permanenten Zeit- und Termindruck,
ohne besondere Anforderungen an das Umstellungs- und Anpassungsvermögen in
wohlwollender und konfliktarmer Arbeitsatmosphäre. Eine berufliche Eingliederung sei
grundsätzlich ab sofort möglich. Ein begleiteter Wiedereinstieg sei empfehlenswert,
allenfalls mit Integrationsmassnahmen (IV-act. 76, S. 36, 39 f., und zum
polydisziplinären Konsens S. 43 ff.).
A.o Am 19. September 2013 stellte die IV-Stelle die Ablehnung des Rentengesuches in
Aussicht (Vorbescheid vom 19. September 2013, IV-act. 80). Der damalige
Rechtsvertreter der Versicherten, Rechtsanwalt lic. iur. Stephan Jau, St. Gallen,
wendete ein, der behandelnde Psychologe Dr. I._ attestiere keine mittelgradige,
sondern eine hochgradige depressive Episode, die chronisch sei. Da das Gutachten
von Dr. K._ nicht davon ausgehe, dass die depressive Erkrankung als
Begleiterscheinung einer Schmerzkrankheit aufzufassen sei, komme der depressiven
Episode eine individualisierende (wohl: invalidisierende) Wirkung zu. Die
posttraumatische Belastungsstörung sei gemäss Dr. I._ mittelschwer und nicht bloss
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eine Verdachtsdiagnose. Ob die somatoforme Schmerzstörung durch die Diskushernie
erklärt werden könne, führten die Gutachter nicht aus, und sie setzten sich auch nicht
mit der abweichenden Meinung anderer Ärzte auseinander (IV-act. 85).
A.p Mit Verfügung vom 19. November 2013 verneinte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid
einen Rentenanspruch der Versicherten (IV-act. 87). Begründet wurde dies damit, aus
orthopädischer Sicht bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit. Der diagnostizierten leichten
bis mittelschweren depressiven Episode komme kein invalidisierender Charakter zu.
Die Beschwerden seien gut angehbar und überwindbar, ebenso wie die
posttraumatische Belastungsstörung, die lediglich bei einem schweren,
aussergewöhnlichen Ereignis einen invalidisierenden Charakter habe. Dies sei beim
Ereignis vom 23. April 2010 zu verneinen.
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 6. Januar
2014 (act. G 1). Der nunmehr mandatierte Rechtsanwalt lic. iur. Eliano Mussato,
Rorschach, beantragt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprache
einer ganzen Invalidenrente, eventualiter die Anordnung eines Gutachtens und
subeventualiter die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung.
Ausserdem sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen,
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin.
Begründet wird die Beschwerde damit, von einer leichten bis mittelgradigen
Depression könne keine Rede sein. Sowohl Dr. med. M._, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie FMH, (Stellungnahme vom 4. Dezember 2013, act. G 1.2), als auch
Dr. I._ (Bericht vom 11. November 2013, act. G 1.3) beurteilten die Depression als
schwer bzw. mittelschwer, dies sei an der latenten Suizidalität sowie an der
wahnhaften Denkstörung erkennbar; ausserdem handle es sich nicht um eine Episode,
sondern um ein chronisches Leiden. Im Weiteren sei es unzutreffend, die Diagnose
einer posttraumatischen Belastungsstörung nur im Verdacht zu stellen, wie dies Dr.
K._ getan habe, da der Unfall für die Beschwerdeführerin „absolut lebensbedrohend“
gewesen sei. Die von Dr. K._ zur Begründung vorgebrachten Punkte seien für die
Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung nicht nötig. Im Weiteren sei die
Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung zweifelhaft, da sie das Fehlen eines
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somatischen Korrelats zu den Schmerzen und das Vorhandensein von psychisch
belastenden und ungelösten Konflikten bedinge. Schliesslich sei es unzutreffend, dass
die Beschwerden therapeutisch gut angehbar und unüberwindbar seien, wie dies für
eine leichte depressive Episode, nicht aber für eine chronifizierte schwere Depression
zutreffen möge. Die seit dem Unfall stattfindende psychotherapeutische Behandlung
und die starke antidepressive Medikation vermöchten den Zustand kaum mehr positiv
zu beeinflussen.
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 4. Februar 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Sie begründet ihren Antrag damit, eine somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen seien vermutungsweise überwindbar. Im Weiteren sei
das Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstörung nicht ausgewiesen, sondern
bloss als Verdachtsdiagnose gestellt. Bezogen auf den relativ harmlosen Unfallhergang
könne eine solche Diagnose ohnehin ausgeschlossen werden und eine
posttraumatische Belastungsstörung als Komorbidität könne verneint werden. Sie wäre
sodann nur invalidisierend, wenn ihre Auswirkungen nicht mit zumutbarer
Willensanstrengung überwindbar wären, was vorliegend nicht zutreffe. Bezüglich der
Schmerzproblematik liege zwar ein mehrjähriger chronifizierter Krankheitsverlauf mit
weitgehend unveränderter Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung vor, doch
sei dieser Verlauf bei Syndromleiden diagnosespezifisch und daher nicht
ausschlaggebend. Ein primärer Krankheitsgewinn sei entgegen der Meinung von Dr.
K._ nicht gegeben, und bei einer relativ harmlosen psychiatrischen Diagnose, wie
einer leichten bis mittelgradigen Depression, ohne irreversiblen schweren psychischen
Leidenszustand, zu verneinen. Eine Komorbidität von erheblicher Schwere sei nicht
vorhanden. Schliesslich hätten die Gutachter erhebliche Aggravations- und
Simulationstendenzen festgestellt, welche die Leistungseinschränkung nicht als
versicherte Gesundheitsschädigung erscheinen liessen (act. G 6).
B.c Die Frist zur Einreichung einer allfälligen Replik liess die Beschwerdeführerin
unbenützt verstreichen, worauf die Verfahrensleitung den Schriftenwechsel für
abgeschlossen erklärte (act. G 17).
B.d Am 13. März 2014 wies die Verfahrensleitung das Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege auf Grund von unvollständigen Unterlagen ab (act. G 12; vgl. auch act. G
9).
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Erwägungen
1.
Im vorliegend zu beurteilenden Verfahren ist zwischen den Parteien die Frage streitig
und zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Rente der
Invalidenversicherung hat.
1.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (art. 7 Abs. 1 ATSG).
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch
massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 % invalid
ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50 % vor, so besteht Anspruch auf eine
halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % auf eine Viertelsrente.
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1.3 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, die auf Grund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Das Gleiche gilt für Berichte und
Gutachten versicherungsinterner Ärzte (BGE 125 V 351 E. 3b/bb und 3b/ee).
2.
Vorab ist die Frage zu beantworten, ob die medizinische Aktenlage eine
rechtsgenügliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und damit schliesslich auch des
geltend gemachten Rentenanspruchs erlaubt. Eine Einschränkung der
Leistungsfähigkeit ist nur dann anspruchserheblich, wenn sie Folge einer
Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist
(BGE 141 V 281 E. 2.1).
2.1 In somatischer Hinsicht wird nichts vorgebracht, was eine Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin haben würde. So ging Dr. L._ auf Grund der
gestellten Diagnosen (IV-act. 76, S. 22) von einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit in einer
dem Leiden angepassten Tätigkeit aus (IV-act. 76, S. 24 f.), was seitens der
Beschwerdeführerin unbestritten geblieben ist. Weitere Ausführungen dazu erübrigen
sich deshalb.
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2.2 Die Beschwerdegegnerin stützt die Leistungsverweigerung in psychiatrischer
Hinsicht grundsätzlich auf das von Dr. K._ erstellte psychiatrische Teilgutachten vom
25. August 2013 (IV-act. 76, S. 28 ff.) und die darin gestellten Diagnosen. Dr. K._
diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte bis mittelgradige
depressive Episode (ICD-10: F32.0 bis F32.1) und äusserte den Verdacht auf eine
leichte bis mittelgradige posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1). Ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellte sie die Diagnose einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: 45.4), differentialdiagnostisch einer
chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10:
45.41; IV-act. 76, S. 28 ff.). Zu ihrer Beurteilung kam sie nach eingehender
Auseinandersetzung mit den ihr von der Beschwerdegegnerin zur Verfügung gestellten
Akten sowie nach Exploration der Beschwerdeführerin. Es ist in der Folge zu prüfen, ob
die anderslautenden medizinischen Einschätzungen, auf welche die
Beschwerdeführerin ihren Rentenanspruch stützt, das Begutachtungsergebnis von Dr.
K._ in Frage zu stellen vermögen.
2.3 Die Beschwerdeführerin stellt in Abrede, dass der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
durch Dr. K._ Beweiswert zukommt. Sie macht unter Hinweis auf die Berichte von Dr.
M._ (act. G 1.2) und Dr. I._ (act. G 1.3) geltend, an einer Depression zu leiden, die
entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin von schwerer bis mittelschwerer
Ausprägung und von chronischer, nicht blosser episodischer Art sei. Dies sei erkennbar
an der latenten Suizidalität sowie an der wahnhaften Denkstörung. Sie leide ausserdem
an einer posttraumatischen Belastungsstörung, wobei es sich dabei nicht um eine
blosse Verdachtsdiagnose handle; die von Dr. K._ zur Begründung der
Verdachtsdiagnose vorgebrachten Punkte (später Beginn der Symptome, Fehlen eines
Vermeidungsverhaltens und von allein vom Ereignis geprägten Alpträumen) seien für
die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung nicht nötig. Fraglich sei
sodann die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung. Unzutreffend sei
schliesslich die Annahme, die Beschwerden seien therapeutisch gut angehbar und
überwindbar (act. G 1, S. 2 f.).
2.4 In diesem Zusammenhang ist vorab darauf hinzuweisen, dass ein den
Beweisanforderungen grundsätzlich genügendes medizinisches Gutachten (BGE 125 V
351 E. 3a und b) nicht allein deshalb in Frage gestellt werden kann und Anlass zu
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weiteren Abklärungen besteht, wenn und sobald die behandelnden medizinischen
Fachpersonen nachher zu einer unterschiedlichen Beurteilung gelangen oder an
vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich
nur, wenn objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht werden, die im Rahmen
der Begutachtung unerkannt geblieben waren und die geeignet sind, zu einer anderen
Beurteilung zu führen (Urteil des Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E. 4.3
mit Hinweisen). Ferner kann eine psychiatrische Exploration von der Natur der Sache
her nicht ermessensfrei erfolgen. Sie eröffnet der begutachtenden psychiatrischen
Fachperson daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen
verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu
respektieren sind, sofern der Experte oder die Expertin lege artis vorgegangen ist (Urteil
des Bundesgerichts 8C_694/2008 vom 5. März 2009 E. 5.1.1).
2.5 Dr. M._ stellte nach der am 28. November 2013 erfolgten Exploration folgende
Diagnosen: Andauernde Persönlichkeitsänderung nach Unfall vom 23. April 2010
(ICD-10: F62.0), posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), mittelgradiges
bis schweres chronifiziertes depressives Zustandsbild mit psychotischen Symptomen
und Suizidalität (ICD-10: F33.2) und chronische Schmerzen im Nacken seit dem Unfall
vom 23. April 2010. Die Arbeitsunfähigkeit betrage auch in adaptierter Tätigkeit 100 %;
die Prognose sei schlecht (act. G 1.2, S. 3).
2.5.1 Dr. M._ begründet die Beurteilung der Schwere der Depression mit Hinweis auf
die latente Suizidalität mit durchgeführtem Suizidversuch und auf eine wahnhafte
Denkstörung (act. G 1.1, S. 3). Bezüglich Suizidalität hält der Austrittsbericht der Klinik
Gais vom 2. April 2012 jedoch fest, die Patientin könne sich glaubhaft von
selbstschädigendem und suizidalem Verhalten distanzieren (IV-act. 36, S. 2). Ebenso
wenig lassen sich den Berichten von Dr. E._ (der die Beschwerdeführerin vom 20.
Juni 2011 bis 3. Juli 2012 ambulant behandelt hatte) Indizien für eine Suizidalität oder
für Wahnvorstellungen entnehmen (Berichte von Dr. E._ vom 20. Juni 2011, IV-act.
21, und vom 21. September 2012, IV-act. 53, S. 3; Dr. G._ hatte bereits im Dezember
2011 eine Suizidalität verneint, IV-act. 26, S. 3). Anlässlich der Begutachtung durch Dr.
K._ am 19. Juli 2013 hat die Beschwerdeführerin eine Suizidalität gegenüber der
Gutachterin verneint (IV-act. 76, S. 33). Ebenso verneint Dr. K._ Hinweise auf
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überwertige Ideen, Wahn oder konkrete Phobien und sie hält die Depression für leicht
bis mittelgradig (IV-act. 76, S. 33). Diese Beurteilung überzeugt in jeder Hinsicht.
2.5.2 Dr. M._ hält im Weiteren die Diagnose einer posttraumatischen
Belastungsstörung für gegeben (act. G 1.2, S. 3). Eine posttraumatische
Belastungsstörung entsteht als eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein
belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit
aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmass, die bei fast jedem
Menschen eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Typische Merkmale sind das
wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen (Flashbacks),
Träumen oder Alpträumen, die vor dem Hintergrund eines andauernden Gefühls von
Betäubtsein und emotionaler Stumpfheit auftreten (ICD-10: F43.1, vgl. <http://
www.icd-code-de/icd/code/F43.-.html>, abgerufen am 22. Februar 2016). Die für die
Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung wesentlichen Voraussetzungen,
insbesondere die ausserordentliche Schwere des auslösenden Ereignisses, scheinen
vorliegend nicht gegeben. Wie sich das Ereignis vom 23. April 2010 genau abgespielt
hat, d.h. ob die Beschwerdeführerin durch eine Maschine bzw. einen Schrank oder
einen Teil davon getroffen wurde oder ob sie einen Sturz erlitten hat, lässt sich anhand
der Akten nicht eindeutig bestimmen (der Beschwerdeführerin sei ein schwerer
Schrank über den Kopf gefallen, sie sei auf die linke Körperseite gestürzt und der
Schrank sei ihr über den rechten Arm und das rechte Bein gefallen, IV-act. 21, S 2; ein
schwerer Zusatzkasten einer Klebemaschine sei auf sie gestürzt, IV-act. 36, S. 1; eine
Maschine bzw. ein Element einer 207 kg schweren Schneidemaschine sei auf die
rechte Körperseite gefallen, IV-act. 26, S. 1, IV-act. 45, S. 2, IV-act. 27, S. 1, Suva-act.
5, 8 und 27; eine 2 m hohe und 3 m lange Maschine sei auf sie gefallen, IV-act. 70, S.
1; ein 150 kg schweres Gewicht sei auf sie gefallen, Suva-act. 17; sie habe einen Sturz
von 2 m Höhe erlitten, act. G 6, S. 4, Suva-act. 30, S. 1). Wie es sich damit verhält,
kann hingegen offen bleiben. Es erscheint als fraglich, dass das Ereignis die geforderte
Schwere aufweist, um im Sinne des Gesagten zur Annahme einer posttraumatischen
Belastungsstörung zu führen. Auch die unmittelbaren Folgen des Unfalls (Kontusion
der rechten Hüfte, ohne sichtbare Prellmarken, ohne Auffälligkeiten und radiologisch
ohne ossäre Läsionen, vgl. Bericht des Spitals N._ vom 24. April 2010, Suva-act. 8,
S. 1) sprechen eher gegen eine besondere Schwere und Eindrücklichkeit des
Unfallgeschehens. Wenn Dr. K._ die Diagnose einer posttraumatischen
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Belastungsstörung bloss im Verdacht äussert, dann ist dies jedenfalls nachvollziehbar,
zumal sie hierfür eine plausible Begründung liefert (IV-act. 76, S. 38).
2.5.3 Im Weiteren ist der Einwand von Dr. M._, Dr. K._ habe die Hauptdiagnose
einer andauernden Persönlichkeitsänderung (nach Trauma; ICD-10: F62.0) vergessen
(act. G 1.2, S. 3), nicht stichhaltig. Eine andauernde, wenigstens über zwei Jahre
bestehende Persönlichkeitsänderung kann einer Belastung katastrophalen Ausmasses
folgen. Die Belastung muss extrem sein, und die Vulnerabilität der betroffenen Person
muss als Erklärung für die tief greifende Auswirkung auf die Persönlichkeit nicht in
Erwägung gezogen werden. Diese Störung kann sich etwa nach andauerndem
Ausgesetztsein lebensbedrohlicher Situationen (z. B. als Opfer von Terrorismus),
andauernder Gefangenschaft mit unmittelbarer Todesgefahr, Folter oder Katastrophen
ergeben (ICD-10: F62.0, vgl. <http://www.icd-code-de/icd/code/F62.-.html>,
abgerufen am 22. Februar 2016). Derartige Umstände sind vorliegend nicht gegeben.
Ausserdem ist darauf hinzuweisen, dass zwischen einer Persönlichkeitsänderung und
der Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit nicht zwingend eine Korrelation besteht
(Urteil des Bundesgerichts 9C_456/2007 vom 17. März 2008 E. 4.1 mit Hinweis auf die
medizinische Literatur). Vorliegend ist weder ersichtlich noch von Dr. M._ dargetan,
dass die von ihm diagnostizierte Persönlichkeitsänderung - im Vergleich zur (bis auf die
Schwere) unbestrittenen depressiven Grundproblematik - zu zusätzlichen
pathologischen Befunden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit geführt hätte.
Vielmehr hat sich die von ihm beschriebene Persönlichkeitsänderung lediglich „nach
Trauma“ entwickelt, und zwar mit denselben Symptomen einer Depression, aber auf
der Persönlichkeitsebene, mit einer „noch tiefer“ greifenden Problematik.
2.5.4 Schliesslich bezweifelt Dr. M._ die Korrektheit der Diagnose einer
somatoformen Schmerzstörung. Dr. L._ hat nachvollziehbar dargelegt, dass die
geklagten Schmerzen bloss teilweise somatisch erklärbar sind (IV-act. 76, S. 26; vgl.
auch die Ausführungen zur Fibromyalgie in IV-act. 76, S 23). Da diese Diagnose
gemäss schlüssiger Einschätzung von Dr. K._ zudem ohnehin keine Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit zeitigt (IV-act. 76, S. 43), erübrigt sich die nähere Prüfung dieser
Rüge (act. G 1.2, S. 3).
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2.5.5 Zusammenfassend ist die Kritik von Dr. M._ am psychiatrischen Gutachten von
Dr. K._ nicht geeignet, ihre Beurteilung in Frage zu stellen. Zusätzlich für die
Massgeblichkeit ihrer Beurteilung sprechen die von ihr nach den veranlassten
psychologischen Tests nachvollziehbar festgestellten starken Hinweise auf Aggravation
bzw. Simulation. Ausserdem hat sie die Angaben der Beschwerdeführerin kritisch
hinterfragt. Demgegenüber hat Dr. M._ ungeprüft bzw. ohne eine erkennbare
kritische Auseinandersetzung auf die Angaben der Beschwerdeführerin abgestellt. Im
Weiteren hat er es im Gegensatz zu Dr. K._ unterlassen, eine kritische
Ressourcenprüfung zu tätigen (vgl. IV-act. 76, S. 38).
2.6 Dr. I._ hat sich in seiner Stellungnahme vom 11. November 2013 weitgehend
darauf beschränkt, die Ergebnisse der Begutachtung durch Dr. K._ in Frage zu
stellen (act. G 1.3). Er kritisiert zunächst die Verdachtsdiagnose einer leichten
posttraumatischen Belastungsstörung. Zwar stimme es, dass ein
Vermeidungsverhalten während der ersten Monate nach dem Ereignis nicht zu
beobachten gewesen sei; dieses habe sich inzwischen aber eingestellt. Zudem habe
die Patientin Nachhallerinnerungen und neige zu Drogenmissbrauch (Medikamente
würden nicht nur zur Schmerzlinderung eingesetzt, sondern auch zur inneren
Beruhigung). Sie habe die Lebensfreude verloren, leide unter Angstdruck und an
Schlafstörungen. Im Weiteren habe sich das Verhalten der beteiligten Versicherungen
und der Arbeitgeberin nach dem Unfall traumatisierend ausgewirkt.
2.6.1 Zu diesen Vorwürfen und zu den Vorbringen, es handle sich um eine
mittelgradige bis schwere Depression und die Patientin sei suizidal, kann auf die
obigen Ausführungen verwiesen werden (Erw. 2.5.1).
2.6.2 Dr. I._ weicht bei seiner Kritik an Dr. K._ teilweise von einer objektiven
Betrachtungsweise ab und erhebt gegenüber Dr. K._ nicht sachbezogene Vorwürfe
(„Killergutachten“, d.h. dem Begutachteten derart nicht angemessen, dass sie nicht nur
zu falschen IV-Entscheiden führen, sondern dem Patienten zusätzlich Schaden zufügen
würden, es sei eine bei den Unfallversicherungen sowie bei der IV weitverbreitete
Praxis, „...wie jeder Fachmann, der etwas von Psychotraumatologie versteht, weiss“;
die Beschwerdeführerin werde es schwer haben, ein gerechtes Gutachten zu
bekommen, da die Begutachtenden den Versicherungen etwas schuldig seien, vgl. act.
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G 1.3). Diese pauschalisierende Haltung ist mit einer unvoreingenommenen Beurteilung
nicht zu vereinbaren. Dies wirft ein ungünstiges Licht auf die Einschätzung von Dr.
I._, zumal er übersieht, dass Dr. K._ der Beschwerdeführerin für leidensangepasste
Tätigkeiten immerhin eine 40 %ige Arbeitsunfähigkeit bzw. Leistungseinbusse
bescheinigt hat. Des Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass Dr. I._ - wie Dr. M._ -
keine objektiven Gesichtspunkte benennt, die Dr. K._ in ihrer Begutachtung ausser
Acht gelassen habe.
2.7 Zusammenfassend ist dem Gutachten von Dr. K._ unter Zugrundelegung der
erwähnten Grundsätze zum Beweiswert von Gutachten und medizinischen Berichten
(Erw. 2.4) volle Beweiskraft zuzuerkennen. Dr. K._ hat die Vorakten umfassend
gewürdigt und die gestellten Diagnosen nachvollziehbar begründet. Ihre Beurteilung ist
umfassend und schlüssig. Die Dres. M._ und I._ begründen den Schweregrad der
Depression bzw. die abweichenden Diagnosen nicht mit Hinweisen, welche Dr. K._
ausser Acht gelassen hat, und es sind insbesondere keine objektiven Argumente
ersichtlich, die von Dr. K._ nicht erwähnt oder erkannt worden wären. Dass Dr. K._
die von der Beschwerdeführerin geklagten Leiden und ihren biographischen
Hintergrund umfassend berücksichtigte, geht im Übrigen aus dem Bericht von
Dr. M._ vom 4. Dezember 2013 hervor, worin dieser bei der Anamnese auf das
Gutachten von Dr. K._ verweist (act. G 1.2, S. 1). Ebenfalls ins Gewicht fällt, dass der
RAD-Arzt Dr. O._ die gutachterliche Beurteilung als einwandfrei beurteilte
(Stellungnahme vom 10. September 2013, IV-act. 77). Der Sachverhalt ist spruchreif
erstellt, weshalb kein Anlass besteht, ein Gerichtsgutachten zu veranlassen bzw. die
Sache zu ergänzenden Abklärungen zurückzuweisen; den entsprechenden
Eventualanträgen ist deshalb nicht zu entsprechen.
3.
3.1 Zu prüfen ist sodann, ob die aus der gutachterlich bescheinigten psychischen
Störung (leichte bis mittelgradige depressive Episode) resultierende Beeinträchtigung
des Gesundheitszustands zu einer Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit im Sinne von
Art. 7 Abs. 1 und 2 ATSG führt.
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3.2 Die Beschwerdegegnerin bringt vor, die geklagten Beschwerden stellten ein
pathogenetisch-ätiologisch unklares syndromales Beschwerdebild dar (act. G 6, III/
1-5). Ob diese Sichtweise zutrifft, nachdem im Gutachten vom 25. August 2013 die
Diagnose einer leichten bis mittelgradigen posttraumatischen Belastungsstörung bloss
im Verdacht gestellt und der Diagnose einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zuerkannt wurde (vgl. IV-act.
76, S. 43), erscheint fraglich, kann indessen offen bleiben. Denn selbst wenn ein
entsprechendes Beschwerdebild bejaht würde, besteht angesichts der in BGE 141 V
281 begründeten Praxisänderung kein Anlass, dem psychischen Leiden pauschal eine
invalidisierende Wirkung abzusprechen. Die Ausführungen der Beschwerdegegnerin
stützen sich hauptsächlich auf eine durch das bereits erwähnte Urteil des
Bundesgerichts BGE 141 V 281 überholte Rechtsprechung. Darin führte das
Bundesgericht aus, dass namentlich nicht mehr an der Betrachtungsweise des von der
Beschwerdegegnerin u. a. referenzierten Urteils BGE 130 V 352 festgehalten werde. Es
gelangte zur Auffassung, dass bei Zusammenfallen von Depression und Schmerz eine
Gesamtbetrachtung stattzufinden habe. Eine allfällige Konnexität zwischen
Schmerzleiden und Depression führt aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht nicht
(mehr) grundsätzlich zur Bedeutungslosigkeit der depressiven Erkrankung (BGE 141 V
281 E. 4.3.1.1). Vor diesem Hintergrund erübrigt sich eine nähere Auseinandersetzung
mit der Argumentation der Beschwerdegegnerin (zur intertemporalrechtlichen
Problematik von im Zeitpunkt der Praxisänderung bereits bestehenden Gutachten vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_195/2015 vom 24. November 2015 E. 3.2.3).
3.3 Vorliegend ist zunächst entscheidend, dass Dr. K._ die quantitative
Einschränkung der für die angestammte und für leidensangepasste Tätigkeiten
bestehenden Arbeitsunfähigkeit einzig mit dem depressiven Leidensbild (leichte bis
mittelgradige depressive Episode, IV-act. 76, S. 43) begründet. Die von ihr im Verdacht
diagnostizierte posttraumatische Belastungsstörung steht bezüglich Arbeitsunfähigkeit
wohl im Hintergrund, und die ebenfalls diagnostizierte anhaltende somatoforme
Schmerzstörung hat keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und begründet
dementsprechend keine quantitative Einschränkung (IV-act. 76, S. 38 und 43; vgl. auch
orthopädisches Teilgutachten von Dr. L._: das Problem der Beschwerdeführerin liegt
in der gestörten Schmerzverarbeitung, die mit somatischen Massnahmen nicht
angegangen werden kann; die geklagten Beschwerden liessen sich durch die
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objektiven Befunde nicht vollständig erklären, IV-act. 76, S. 26 und – mit Verweis auf
das Gutachten von Dr. H._ – S. 24). Folglich ist die Erheblichkeit der leichten bis
mittelschweren depressiven Episode zu prüfen. Vorab ist festzuhalten, dass die
Beschwerdeführerin nach Lage der Akten entgegen der Bezeichnung „Episode“
gemäss Gutachten von Dr. K._ seit längerer Zeit an einer depressiven Erkrankung
leidet; von einem bloss vorübergehenden Geschehen kann somit nicht die Rede sein.
3.3.1 Grundsätzlich bedarf es nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für die
Annahme eines invalidisierenden Gesundheitsschadens einer fachärztlichen, lege artis
auf die Vorgaben eines Klassifikationssystems abgestützten Diagnose. Im Rahmen der
freien Beweiswürdigung darf sich dabei die Verwaltung – und im Streitfall das Gericht –
weder über die den beweisrechtlichen Anforderungen genügenden medizinischen
Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen noch sich die ärztlichen Einschätzungen und
Schlussfolgerungen zur (Rest-)Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer konkreten
sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite zu eigen machen. Die
rechtsanwendenden Behörden haben mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, ob die
ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte
(insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mitberücksichtigt,
die vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich sind. Wo
psychosoziale Einflüsse das Bild prägen, ist bei der Annahme einer
rentenbegründenden Invalidität Zurückhaltung geboten (Urteil des Bundesgerichts
9C_1041/2010 vom 30. März 2011 E. 5.1 mit Hinweisen). Nach der höchstrichterlichen
Rechtsprechung kann auch die Diagnose einer mittelschweren depressiven Episode
eine Invalidität begründen (Urteile des Bundesgerichts 9C_1041/2010 vom 30. März
2011 E. 5.2, und 9C_980/2010 E. 5.3).
3.3.2 Dr. K._ hat in ihrem Gutachten vom 23. August 2013 festgehalten, die
Explorandin wirke resigniert und verbittert – einerseits auf Grund der anhaltenden
Schmerzsymptomatik, andererseits auf Grund der psychischen Problematik mit
Ängsten, depressiven Symptomen und Flashbacks vom Unfall, wobei der späte Beginn
ein Jahr nach dem Unfall, das fehlende Vermeidungsverhalten und die nicht explizit
vom Unfall handelnden Alpträume untypisch seien. Betreffend die Schmerzproblematik
klage die Explorandin über andauernde, schwere und quälende Schmerzen, die durch
einen physiologischen Prozess oder eine körperliche Störung nicht vollständig zu
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erklären seien. Es lägen emotionale Konflikte und psychosoziale Belastungen vor,
welche schwerwiegend genug seien, um als ursächliche Faktoren gelten zu können.
Somit kann davon ausgegangen werden, dass psychosoziale Belastungsfaktoren einen
wesentlichen Einfluss auf das depressive Krankheitsgeschehen haben, obwohl die
Gutachterin nicht näher ausführt, um welche Belastungen es sich handelt. Wie
konsequent die Depressionsbehandlung ist, lässt sich den Berichten des Dr. I._ nicht
entnehmen (vgl. aber die Angaben der Beschwerdeführerin gegenüber Dr. K._, IV-
act. 76, S. 32). Die von Dr. K._ erwähnten Aggravations- bzw. Simulationstendenzen
hat diese bei der Bestimmung der Auswirkungen der depressiven Störung auf die
Arbeitsfähigkeit berücksichtigt (vgl. IV-act. 76, S. 38: die Ergebnisse der Leistungstests
und der klinischen Verfahren seien unter Berücksichtigung der deutlichen Hinweise auf
Aggravations- und Simulationstendenzen zu interpretieren).
3.3.3 Ins Gewicht fällt schliesslich, dass der RAD-Arzt Dr. O._ die gutachterliche
Einschätzung ausdrücklich als umfassend, widerspruchsfrei und nachvollziehbar
bezeichnet hat, worauf entscheidrelevant abzustellen sei (IV-act. 77, S. 2). Diese
Einschätzung bestätigen die übrigen medizinischen Akten: Dr. G._ bescheinigte im
Jahr 2011 eine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt von 30-50 % (IV-act. 26, S. 5); seitherige grosse, nicht bloss
vorübergehende Verschlechterungen des Gesundheitszustandes aus psychiatrischer
Sicht sind aus den Akten nicht ersichtlich. Im Ergebnis erscheint eine
Arbeitsunfähigkeit von 40 % als plausibel.
4.
Es ist in der Folge im Rahmen eines Einkommensvergleichs basierend auf einer
Arbeitsunfähigkeit von 40 % der Invaliditätsgrad zu bestimmen. Die Parteien haben
sich dazu nicht geäussert.
4.1 Vorweg ist die Höhe des Valideneinkommens zu bestimmen.
4.1.1 Gemäss Art. 16 ATSG richtet sich das Valideneinkommen danach, was eine
versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Massgebend
für das Valideneinkommen ist, was die versicherte Person auf Grund ihrer beruflichen
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Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns verdient
hätte. Bei der Bestimmung dieses zuletzt erzielten Einkommens sind sämtliche
Erwerbseinkommen (etwa auch Nebeneinkünfte) oder regelmässig geleistete
Überstunden, für die eine AHV-Beitragspflicht besteht, zu berücksichtigen. Es kann bei
der Ermittlung des hypothetischen Valideneinkommens aber nur relevant sein, was
grundsätzlich zum massgebenden Lohn gemäss Bundesgesetz über die Alters –und
Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) zu zählen wäre (Urteil des
Bundesgerichts 8C_465/2009 vom 12. Februar 2010 E. 2.1).
4.1.2 Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ablauf
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs.
1 ATSG. Vorliegend ist die IV-Anmeldung am 19. August 2011 erfolgt (vgl. IV-act. 1), ein
Rentenanspruch würde somit frühestens ab 1. Februar 2012 bestehen.
4.1.3 Für die Bestimmung des Valideneinkommens wird grundsätzlich am zuletzt
erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne
Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 125 V 58 E. 3.1;
Urteile des Bundesgerichts 8C_590/2014 vom 18. März 2015 E. 5.1; 8C_196/2013 vom
21. August 2013 E. 3.1). Dies rechtfertigt sich auch hier, zumal das Einkommen des
Jahres 2011 zuverlässig bekannt ist und davon auszugehen ist, dass die
Beschwerdeführerin die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden weiterhin
ausgeübt hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Die Beschwerdeführerin erzielte
im Jahr 2011 ein Jahreseinkommen von Fr. 57‘975.45 (Fr. 4‘459.65 x 13; vgl. IV-act. 16,
S. 2, und zum Beschäftigungsgrad IV-act. 1, S. 4). Aus den Angaben der Arbeitgeberin
ergibt sich nicht, dass die Beschwerdeführerin regelmässig weitere Zulagen erhalten
hat, die bei der Ermittlung des Valideneinkommens zu berücksichtigen sind (vgl. IV-act.
16, S. 2; bei dem von der Beschwerdeführerin anlässlich der IV-Anmeldung
angegebenen Monatslohn in Höhe von Fr. 3‘799.-- dürfte es sich um den Nettolohn
handeln, vgl. IV-act. 1, S. 4). Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
(Bundesamt für Statistik, Lohnentwicklung 2011 und 2012, + 1 % Frauen) ergibt sich
für das Jahr 2012 ein mutmassliches Jahreseinkommen von Fr. 58‘555.-- (Fr. 57‘975.45
x 1.01).
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4.2 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht, sofern
kumulativ besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist,
dass die versicherte Person die ihr verbleibende Leistungsfähigkeit in zumutbarer
Weise voll ausschöpft und das Einkommen aus der Arbeitsleistung angemessen und
nicht als Soziallohn erscheint. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen
gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des
Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine an sich zumutbare neue
Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so ist auf Erwerbstätigkeiten abzustellen, die der
versicherten Person nach zumutbarer Behandlung und allfälliger Eingliederung
angesichts ihrer Ausbildung und ihrer physischen sowie intellektuellen Eignung
zugänglich wären. Rechtssprechungsgemäss werden hierzu die Tabellenlöhne gemäss
der vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebung
(LSE) herangezogen (BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
4.2.1 Die Beschwerdeführerin ist nicht mehr arbeitstätig. Damit schöpft sie die ihr
zumutbare Leistungsfähigkeit von 60 % gemäss gutachterlicher Feststellung nicht aus,
weshalb als Grundlage für die Bemessung des Invalideneinkommens auf den
statistischen Hilfsarbeiterinnenlohn abzustellen ist. Dieser beträgt für das Jahr 2012 bei
einer durchschnittlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden/Woche Fr. 51‘441.-- (Tabelle
TA1, vgl. Anhang 2 der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2015).
4.2.2 Hinsichtlich der Höhe eines allfälligen Tabellenlohnabzugs äussern sich die
Parteien nicht. Nach der Rechtsprechung hängt die Frage, ob und in welchem
Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalls ab (etwa leidensbedingte
Einschränkung, Alter und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen
gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25 %
festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des Tabellenlohnabzugs ist unzulässig
(BGE 126 V 75 E. 5b; 129 V 472 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Vorliegend steht die
Beschwerdeführerin noch nicht im fortgeschrittenen Alter und sie verfügt bis zum
Erreichen des AHV-Rentenalters noch über eine lange Aktivzeit. Angesichts der nicht
erheblichen qualitativen Einschränkungen an eine Verweistätigkeit (körperlich leichte
bis gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten bis 10 kg
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ohne Zwangspositionen der Wirbelsäule, namentlich keine häufigen In- oder
Reklinationsbewegungen und ohne Überkopfarbeiten, zeitlich flexible Tätigkeiten ohne
permanenten Zeit- und Termindruck, ohne besondere Anforderungen an das
Umstellungs- und Anpassungsvermögen in einer wohlwollenden und konfliktarmen
Arbeitsatmosphäre, vgl. IV-act. 76, S. 45) erscheint ein Abzug nicht gerechtfertigt. Es
resultieren somit ein Invalideneinkommen von Fr. 30‘865.-- (Fr. 51‘441.-- x 0.60), eine
Erwerbseinbusse von Fr. 27‘690.-- (Fr. 58‘555 – Fr. 30‘865.--) und ein Invaliditätsgrad
von abgerundet 47 % ([Fr. 27‘690.-- / Fr. 58‘555.--] x 100), womit die
Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Viertelsrente hat.
4.3 Seit dem Unfall am 23. April 2010 ist bis 12. Dezember 2010 eine ganze oder
teilweise Arbeitsunfähigkeit dokumentiert, danach erst wieder ab 27. April 2011 (vgl.
das Attest von Dr. B._ vom 11. August 2011, IV-act. 2-2; die Anmeldung zum
Krankentaggeldbezug erfolgte offenbar erst im Juni 2011, vgl. den Ausdruck aus dem
elektronischen Fallführungssystem der Krankentaggeldversicherung, bei den
Fremdakten, G 6.1). Die Behandlung der psychischen Beeinträchtigung begann erst
nach diesem Datum (vgl. IV-act. 76-36). Das Wartejahr (vgl. Art. 28 Abs. 1 IVG) begann
folglich erst am 27. April 2011 zu laufen und war am 26. April 2012 vollendet. Damit
beginnt der Rentenanspruch am 1. April 2012 (vgl. Art. 29 Abs. 3 IVG).
5.
5.1 Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtswidrig und
ist deshalb in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Der
Beschwerdeführerin ist mit Wirkung ab 1. April 2012 eine Viertelsrente zuzusprechen.
Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung ist die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die gemäss Art. 69 Abs. 1 IVG
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr.
200.-- bis Fr. 1‘000.-- zu bestimmenden und in Fällen wie dem vorliegenden
praxisgemäss auf Fr. 600.-- festzusetzenden Gerichtskosten sind vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. betreffend Überklagung etwa das Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen IV 2009/459 vom 19. Dezember 2011 E.
bis
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5.2 f.). Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr.
600.-- ist ihr zurückzuerstatten.
5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1‘000.-- bis Fr. 12‘000.--. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Honorarnote eingereicht. In
Berücksichtigung seines mutmasslichen Aufwands für lediglich eine kurze
Rechtsschrift ist die Parteientschädigung ermessensweise auf Fr. 2‘500.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.