Decision ID: bab82c44-7290-5bde-a00f-9c067b909bf7
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
E. und F.G. sind Eigentümer des Grundstücks Nr. 0008 und L. und M.O. Eigentümer
des Grundstücks Nr. 0000, Grundbuch Q. (vgl. Augenscheinprotokoll vom
27. September 2013, S. 3 f., B 2014/64 act. 8/13). über diese Grundstücke sowie über
die Parzellen Nrn. 002, 0003, 0004, 0005, 0006, 0007 und 0001 führt die X.-strasse,
welche gemäss rechtskräftigem Gemeindestrassenplan der Politischen Gemeinde Q.
als Gemeindestrasse dritter Klasse eingeteilt ist. Die rund 134 m lange und 2.40 m bis
2.80 m breite X.-strasse ist als Stichstrasse ab der A.-strasse ausgestaltet und dient als
Erschliessungsstrasse für acht Wohneinheiten (vgl. Augenscheinprotokoll, S. 5, den
nicht unterzeichneten Situationsplan zum Strassenbauprojekt vom 15. August 2011
sowie die nicht unterzeichneten Längen- und Normalprofile vom 29. Juli 2011, B
2014/64 Beilagen zu act. 8/2, und www.geoportal.ch). Sie erschliesst die Parzellen Nrn.
0003, 0000, 0004 und 0008 (nördliche Strassenseite) und die Grundstücke Nrn. 0006
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und 0007 (südliche Strassenseite). Die Parzelle Nr. 0001 ist zur Hauptsache von
Norden erschlossen, verfügt aber an der X.-strasse über einen Autoabstellplatz (vgl.
Amtsbericht des Amtes für Raumentwicklung und Geoinformation AREG vom
8. März 2012, von Amtes wegen beigezogen: Sämtliche, auch nachfolgend von Amtes
wegen beigezogenen Akten sind den Parteien aus dem Rekursverfahren 11-6852 vor
Baudepartement bekannt.). Gemäss Zonenplan der Politischen Gemeinde Q. sind die
Parzellen Nrn. 0003, 0000, 0004, 0001 und 0008 der Wohnzone W2 zugewiesen. Die
Grundstücke Nrn. 0006 und 0007 liegen in der Wohn-Gewerbe-Zone WG3
(www.geoportal.ch).
B.
Am 17. August 2011 genehmigte der Stadtrat Q. den Teilstrassenplan und das
Strassenbauprojekt "Verbreiterung X.-strasse" (Beschluss von Amtes wegen
beigezogen). Gemäss dem Strassenbauprojekt vom 15. August 2011 soll die X.-strasse
auf einer Länge von rund 66 m ab der A.-strasse auf 4.0 m, auf den ersten zehn Metern
ab der A.-strasse auf 5.50 m verbreitert und zusätzlich ein Bankett von 0.50 m auf der
Seite der neuen Stützmauer erstellt werden (vgl. Situationsplan vom 15. August 2011
und Amtsbericht des Strasseninspektorats vom 7. Mai 2013, B 2014/64 Beilagen zu
act. 8/2 und 4). Nach dem Teilstrassenplan vom 15. August 2011 sollte der
Gemeindestrassenplan ohne Umklassierung an die gemäss Strassenbauprojekt
vorgesehene Verbreiterung der X.-strasse angepasst werden (von Amtes wegen
beigezogen). Während der öffentlichen Auflage des Teilstrassenplans und
Strassenbauprojekts vom 29. August bis 27. September 2011 erhoben E. und F.G.
zusammen mit L. und M.O. am 23. September 2011 Einsprache (von Amtes wegen
beigezogen). Diese Einsprache wies der Stadtrat Q. mit Verfügung vom 9. November
2011 ab (von Amtes wegen beigezogen).
C.
Gegen diese Verfügung rekurrierten E. und F.G. sowie L. und M.O. am 21. November
2011 beim Baudepartement des Kantons St. Gallen (von Amtes wegen beigezogen,
den Parteien aus dem Rekursverfahren). Am 8. März 2012 liess sich das Amt für
Raumentwicklung und Geoinformation AREG vernehmen (von Amtes wegen
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beigezogen). Am 9. Mai 2012 führte das Tiefbauamt einen Augenschein durch. Am
6. Juni 2012 beschloss der Stadtrat Q., den Teilstrassenplan und das
Strassenbauprojekt vom 15. August 2011 zurückzuziehen und den Teilstrassenplan
und das Projekt "Verbreiterung X.-strasse" neu aufzulegen (von Amtes wegen
beigezogen). In der Folge schrieb das Baudepartement den Rekurs am 21. Juni 2012
als gegenstandslos geworden ab (von Amtes wegen beigezogen).
D.
Vom 18. Juni bis 17. Juli 2012 lagen der geänderte Teilstrassenplan und das
Strassenbauprojekt "Verbreiterung X.-strasse" öffentlich auf (B 2014/64 Beilagen zu
act. 8/2). Der Teilstrassenplan sieht neu vor, die X.-strasse auf einer Länge von rund 66
m ab der A.-strasse als Gemeindestrasse zweiter Klasse einzustufen (vgl. den nicht
unterzeichneten Teilstrassenplan vom 1. Juni 2012, B 2014/64 Beilage zu act. 8/2). Am
11. Juli 2012 liessen E. und F.G. zusammen mit L. und M.O. durch ihren
Rechtsvertreter Einsprache erheben (von Amtes wegen beigezogen). Mit Verfügung
vom 29. August 2012 wies der Stadtrat Q. diese Einsprache ab (B 2014/64 Beilage zu
act. 8/1).
E.
Dagegen liessen E. und F.G. sowie L. und M.O. durch ihren Rechtsvertreter beim
Baudepartement am 19. September 2012 Rekurs erheben (B 2014/64 act. 8/1). Am 13.
Dezember 2012 stellte das Tiefbauamt des Kantons St. Gallen dem Stadtrat Q. die
Genehmigung des Teilstrassenplans in Aussicht (B 2014/64 act. 8/2). Am 7. Mai 2013
reichte das kantonale Strasseninspektorat einen Amtsbericht ein (B 2014/64 Beilage zu
act. 8/4). Daraufhin führte das Baudepartement am 26. September 2013 einen
Augenschein durch (B 2014/64 act. 8/13). Mit Entscheid vom 1. April 2014 hiess das
Baudepartement den Rekurs teilweise gut, hob den Entscheid des Stadtrates Q. vom
29. August 2012 auf und wies die Sache an die Politische Gemeinde Q. zur Einteilung
der X.-strasse als Gemeindestrasse zweiter Klasse zurück (je act. 2).
F.
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Gegen diesen Entscheid liessen die Politische Gemeinde Q. (Beschwerdeführerin 1) am
17. April 2014 und E. und F.G. zusammen mit L. und M.O. (Beschwerdeführer 2) am 29.
April 2014 durch ihren jeweiligen Rechtsvertreter Beschwerde beim Verwaltungsgericht
erheben (je act. 1). Am 19. Mai 2014 ergänzte die Beschwerdeführerin 1 ihre
Beschwerde mit einer Begründung und dem Rechtsbegehren, der Rekursentscheid
des Baudepartements (Vorinstanz) vom 1. April 2014 sei unter Kostenfolge aufzuheben
(Ziff. 1 und 4) und die Vorinstanz anzuweisen, das Projekt und den Teilstrassenplan X.-
strasse zu genehmigen (Ziff. 2). Eventualiter sei festzustellen, dass die X.-strasse auf
der ganzen Länge als Gemeindestrasse dritter Klasse einzuteilen sei (Ziff. 3) (B 2014/64
act. 5). Am 10. Juni 2014 ergänzten die Beschwerdeführer 2 ihre Beschwerde mit einer
Begründung und dem Rechtsbegehren, der Rekursentscheid sei hinsichtlich des
Strassenbauprojekts und der amtlichen und ausseramtlichen Kosten des
Rekursverfahrens unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben. Das
Strassenbauprojekt X.-strasse sei zur Überarbeitung an den Stadtrat Q.
zurückzuweisen (B 2014/72 act. 7). Mit Vernehmlassungen vom 11. Juni und 1. Juli
2014 schloss die Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerden (B 2014/64 act. 7,
B 2014/72 act. 9). Mit Vernehmlassung vom 18. August 2014 beantragten die
Beschwerdeführer 2, die Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 sei bezüglich der
Anträge Ziff. 2 und 3 unter Kosten- und Entschädigungsfolge abzuweisen und der
Rekursentscheid bezüglich Rückweisung des Teilstrassenplans zu bestätigen (B
2014/64 act. 10). Gleichentags verzichtete der Rechtsvertreter von U.S. auf eine
Verfahrensbeteiligung (B 2014/64 act. 11). Am 1. September 2014 liess sich die
Beschwerdeführerin 1 vernehmen und beantragte die kostenpflichtige Abweisung der
Beschwerde der Beschwerdeführer 2 (B 2014/72 act. 14). Mit Repliken vom 18.
September bzw. 13. Oktober 2014 bestätigten die Beschwerdeführerin 1 resp. die
Beschwerdeführer 2 ihre Anträge und Ausführungen (B 2014/64 act. 14, B 2014/72 act.
18). Eine Genehmigung des Baudepartements für den vom 18. Juni bis 17. Juli 2012
öffentlich aufgelegten Teilstrassenplan "Verbreiterung X.-strasse" liegt nicht vor.
Gemäss dem Antrag der Beschwerdeführer 2 vom 10. Juni 2014 (B 2014/72 act. 7 S. 3)
wurden die Akten des Beschwerdeverfahrens B 2014/100 betreffend die
Baubewilligung auf dem Grundstück Nr. 0007 beigezogen.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die
Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Da sich die vor dem Verwaltungsgericht anhängig gemachten Beschwerden (B 2014/64
und B 2014/72) auf denselben Streitgegenstand beziehen und im Wesentlichen die
nämlichen Tatbestands- und Rechtsfragen aufwerfen, können sie verfahrensrechtlich
vereinigt und durch einen einzigen Entscheid erledigt werden (vgl. GVP 1972 Nr. 30).
2.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 46 des
Strassengesetzes, sGS 732.1, StrG, in Verbindung mit 59 Abs. 1 des Gesetzes über
die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 17. und
29. April 2014 (je act. 1) erfolgten rechtzeitig und erfüllen zusammen mit den
Ergänzungen vom 19. Mai und 10. Juni 2014 (B 2014/64 act. 5, B 2014/72 act. 7) die
formellen und inhaltlichen Voraussetzungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1
und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Als Adressaten des angefochtenen Entscheides sind die
im Rekursverfahren hinsichtlich des Strassenbauprojektes teilweise unterlegenen
Beschwerdeführer 2 ohne weiteres zur Ergreifung des Rechtsmittels berechtigt (Art. 64
in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeführerin 1 hat die Hoheit über
die Gemeindestrassen (Art. 11 Abs. 1 StrG). Der aufgehobene Teilstrassenplan
beschlägt ihre Gemeindeautonomie, weshalb sie zur Ergreifung der Beschwerde
berechtigt ist (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). überdies vertritt sie lokale
öffentliche Interessen und ist daher gestützt auf Art. 64 in Verbindung mit Art. 45
Abs. 2 VRP zur Beschwerdeführung berechtigt. Auf die Beschwerden ist einzutreten.
3.
Soweit die Beschwerdeführer 2 einen Augenschein verlangen (B 2014/64 act. 10 S. 4,
B 2014/72 act. 7 S. 13, act. 18 S. 6), ist festzuhalten, dass sich die entscheidenden
tatsächlichen Verhältnisse vorliegend vollständig aus den Projektunterlagen (B 2014/64
Beilagen zu act. 8/2), dem Amtsbericht des AREG vom 8. März 2012 (von Amtes
wegen beigezogen), dem Augenscheinprotokoll vom 27. September 2013 mitsamt
Photographien (B 2014/64 8/13 und 15), den übrigen Verfahrensakten sowie dem
bis
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öffentlich zugänglichen Geoportal (www.geoportal.ch) ergeben. Auf die Durchführung
eines Augenscheins durch das Gericht kann daher verzichtet werden.
4.
Die Beschwerdeführer 2 vertreten die Ansicht, das Strassenbauprojekt sei deshalb
notwendig geworden, weil ein Baugesuch für den Abbruch der bestehenden Bauten
und den Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses auf dem Grundstück Nr. 0007
eingereicht worden sei. Das Plan- und das Baubewilligungsverfahren hätten koordiniert
werden müssen.
4.1.
Art. 25a des Bundesgesetzes über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, SR 700,
RPG) und auf kantonaler Ebene das Gesetz über die Verfahrenskoordination in
Bausachen (sGS 731.2, VKoG) schreiben die materielle und formelle Koordination vor.
Die Koordinationsgrundsätze finden auf Sondernutzungspläne und damit auch auf
Strassenpläne und –projekte nach dem Strassengesetz sachgemäss Anwendung (Art.
25a Abs. 4 RPG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 2 lit. a VKoG). Die Koordination bezweckt
die inhaltliche und zeitliche Abstimmung von Verfügungen und die zügige Abwicklung
der Verfahren (Art. 2 VKoG). Sie setzt voraus, dass zwischen den anzuwendenden
Vorschriften ein enger sachlicher Zusammenhang besteht, womit die anzuwendenden
Vorschriften nicht getrennt und unabhängig voneinander beurteilt werden dürfen,
ansonsten die gesonderte Behandlung sachlich zu unhaltbaren Ergebnissen führen
könnte. Hängen alle Verfahren voneinander ab, ohne dass die Möglichkeit besteht,
eines davon vorzuziehen, entspräche es dem Koordinationsgrundsatz am besten, alle
Entscheide gemeinsam zu eröffnen und für sie ein einheitliches Rechtsmittel
vorzusehen (vgl. VerwGE B 2013/232;267 vom 16. April 2014 E. 2.2 f. mit Hinweisen,
www.gerichte.sg.ch).
4.2.
Ursprünglich vertrat die Beschwerdeführerin 1 offenbar die Meinung, dass allein das
Baugesuch von U.S. vom 18. Mai 2011 für den Abbruch der bestehenden Bauten auf
dem Grundstück Nr. 0007 und den Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses mit
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einem Getränkemarkt und zehn Wohnungen, welche über die X.-strasse erschlossen
werden sollen (B 2014/100/12-4165 act. 8/14/A und B), eine Verbreiterung der X.-
strasse notwendig mache (vgl. Beschluss des Stadtrates Q. vom 17. August 2011, von
Amtes wegen beigezogen). Mittlerweile ist die Beschwerdeführerin 1 jedoch zur
Einsicht gelangt, dass die X.-strasse unabhängig von diesem Bauvorhaben ausgebaut
werden soll (vgl. Vernehmlassung vom 1. September 2014, B 2014/72 act. 14). Nach
dem Willen der Beschwerdeführerin 1 sollen demnach der Teilstrassenplan und das
Strassenbauprojekt "Verbreiterung X.-strasse" umgesetzt werden, ohne dass feststeht,
ob das Bauvorhaben vom 18. Mai 2011 bewilligungsfähig ist (vgl. hierzu das vor
Verwaltungsgericht anhängig gemachte Beschwerdeverfahren B 2014/100). Dieses
Vorgehen ist in Bezug auf den Koordinationsgrundsatz nicht zu beanstanden. Anhand
des Baugesuchs vom 18. Mai 2011 zeigt sich zwar gerade, dass konkrete und
realistische Anhaltspunkte bestehen, dass in naher Zukunft absehbar zehn zusätzliche
Wohneinheiten auf Parzelle Nr. 0007 realisiert werden, welche über die X.-strasse
erschlossen werden sollen (vgl. Erwägung 5.3 hiernach). Dieses überbauungspotential
via die X.-strasse besteht indessen unabhängig vom Ausgang des konkreten
Baubewilligungs- resp. entsprechenden Rechtsmittelverfahrens. Das
Strassenbauprojekt und die Änderung des Gemeindestrassenplans, welche in Hinblick
auf das überbauungspotential auf Parzelle Nr. 0007 erlassen wurden, können daher
grundsätzlich ohne weiteres inhaltlich unabhängig vom Baugesuch vom 18. Mai 2011
beurteilt werden. Einzig die Zufahrt zur geplanten Tiefgarage auf Parzelle Nr. 0007 als
Bestandteil des Bauprojekts vom 18. Mai 2011 ist auch im Strassenbauprojekt
enthalten, obschon diese Zufahrt nach dem Teilstrassenplan nicht Teil der öffentlichen
Gemeindestrasse bildet (vgl. Situationsplan vom 15. August 2011 und Teilstrassenplan
vom 1. Juni 2012, B 2014/64 Beilagen zu act. 8/2, sowie Umgebungsplan vom 18. Mai
2011, B 2014/100 act. 8/12-4165/14/B). Falls die bereits erteilte Baubewilligung für das
Bauprojekt vom 18. Mai 2011 im Rechtsmittelverfahren aufgehoben werden müsste,
könnte die Zufahrt allenfalls – vorbehältlich eines bewilligungsfähigen Bauprojekts mit
unveränderter Tiefgaragenzufahrt – im Rahmen des Strassenbauprojekts nicht realisiert
werden, weshalb das Strassenbauprojekt gegebenenfalls anzupassen wäre. Dies käme
jedoch lediglich einer unbedeutenden Projektänderung im Sinne von Art. 47 Abs. 2
StrG gleich. Dessen ungeachtet können der Teilstrassenplan und das
Strassenbauprojekt getrennt vom Baubewilligungsverfahren beurteilt werden, weshalb
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das Planverfahren nach Art. 39 ff. StrG vorgezogen werden durfte. Damit erweist sich
diese Rüge der Beschwerdeführer 2 als unbegründet.
5.
Die Beschwerdeführerin 1 bringt vor, die X.-strasse sei nicht mit einer üblichen
Stichstrasse gleichzusetzen, die in der Regel auf der ganzen Länge gleich ausgestaltet
sei und am Ende über eine Wendemöglichkeit verfüge. Im Westen werde sie eine Breite
von 4 m zuzüglich einem Bankett von 0.5 m gegenüber einer maximalen Breite von 2.8
m im Osten aufweisen. An der Grenze der beiden, in der Breite klar zu
unterscheidenden Strassenteile werde zudem ein Wendeplatz zu liegen kommen, der
die unterschiedlichen Funktionen der beiden Strassenteile hervorhebe. Es gehe somit
nicht darum, das Reststück einer Stichstrasse ab jenem Punkt, ab welchem weniger
als zehn Häuser erschlossen seien, jeweils der dritten Klasse zuzuteilen. Massgebend
für die Abgrenzung der Klassierung sei das aufgrund des Strassenprojekts
vorgesehene Ende der Verbreiterung.
5.1.
Fest steht im vorliegenden Fall, dass es sich bei der X.-strasse um eine dem
Gemeingebrauch gewidmete öffentliche Strasse im Sinne von Art. 1 Abs. 1 StrG
handelt, wenngleich sie nicht im Eigentum der Beschwerdeführerin 1 steht. Auch ist
unbestritten, dass die bestehende Einteilung der X.-strasse als Gemeindestrasse dritter
Klasse angesichts des unbestrittenen Überbauungspotentials auf Parzelle Nr. 0007
überprüft werden muss. Sodann wird von keiner Seite in Frage gestellt, dass die X.-
strasse nicht als Gemeindestrasse erster Klasse (Art. 8 Abs. 1 StrG) einzuteilen ist. Zu
prüfen bleibt, ob die X.-strasse gesamthaft gemäss der von der Vorinstanz im
angefochtenen Entscheid vertretenen Auffassung als Gemeindestrasse zweiter Klasse
zu klassieren ist oder ob sie auf ihrer gesamten Länge resp. zumindest auf dem
hinterliegenden Teil auf einer Länge von rund 68 m als Gemeindestrasse dritter Klasse
eingeteilt bleiben darf, wovon die Beschwerdeführerin 1 ausgeht.
5.2.
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Der Erlass oder die Änderung des Gemeindestrassenplans obliegt der Gemeinde, unter
Vorbehalt der Genehmigung des zuständigen Departements (Art. 12 Abs. 1 und Art. 13
Abs. 2 StrG). Ob eine Strasse als öffentlich bezeichnet und damit dem
Gemeingebrauch gewidmet werden soll und welcher der möglichen Strassenkategorien
die Gemeindestrasse zuzuteilen ist, beurteilt sich im Rahmen von Art. 1 ff. und Art. 7 ff.
StrG und damit nach kantonalem Recht. Die genannten Vorschriften belassen der
Gemeinde jedoch, beispielsweise hinsichtlich der Linienführung der jeweiligen
Gemeindestrasse, einen grossen Entscheidungsspielraum (vgl. BGer 1C_46/2010 vom
28. April 2010 E. 2.2 mit Hinweis auf BGer 1P.347/1992 vom 9. Februar 1993 E. 2). Die
Gemeindeautonomie ist aber insofern beschränkt, als es den Gemeinden verwehrt
bleibt, den in Konkretisierung des Strassengesetzes durch die kantonale Gerichts- und
Verwaltungspraxis gezogenen Rahmen zu überschreiten (vgl. VerwGE B 2011/9 vom
7. Dezember 2011 E. 4.3.2, www.gerichte.sg.ch). Laut Art. 8 Abs. 2 StrG dienen
Gemeindestrassen zweiter Klasse der Groberschliessung des Baugebietes und der
Erschliessung grösserer Siedlungsgebiete ausserhalb des Baugebietes. Sie stehen in
der Regel dem allgemeinen Motorfahrzeugverkehr offen. Unter den Begriff
"Groberschliessung" im Sinne von Art. 8 Abs. 2 StrG fallen nicht nur die Hauptstränge
der Erschliessung, sondern grundsätzlich auch die Quartierstrassen, sofern sie eine
grössere Zahl von Häusern bzw. Wohneinheiten erschliessen (vgl. GVP 2001 Nr. 98 E.
2c/bb). Im Regelfall sind Erschliessungsstrassen innerhalb der Bauzone, die zehn oder
mehr ständig bewohnte Wohneinheiten erschliessen, als Gemeindestrasse zweiter
Klasse zu betrachten (vgl. VerwGE B 2011/9 vom 7. Dezember 2011 E. 4.3.3,
www.gerichte.sg.ch, und GVP Nr. 2001 Nr. 98 E. 2f und GVP Nr. 1992 Nr. 43).
Gemeindestrassen dritter Klasse dienen der übrigen Erschliessung sowie der Land-
und Forstwirtschaft. Sie stehen dem allgemeinen Motorfahrzeugverkehr nicht offen (Art.
8 Abs. 3 StrG). Die dritte Klasse ist eine Auffangklasse. Alle öffentlichen Strassen, die
nicht zwingend einer höheren Klasse zuzuordnen sind, gehören zu den
Gemeindestrassen dritter Klasse (G. Germann, in: Kurzkommentar zum st. gallischen
Strassengesetz vom 12. Juni 1988, St. Gallen 1989, N 16 zu Art. 8). Die Einteilung einer
Strasse richtet sich nach der tatsächlichen oder geplanten Funktion einer Strasse. Sie
hat unabhängig vom Strassenzustand, von den Eigentumsverhältnissen und den
Bezeichnungen gemäss Art. 57 StrG zu erfolgen. Bei der Einteilung ist der Strassenzug
als Ganzes zu betrachten. Es geht somit nicht darum, das Reststück einer Stichstrasse
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ab jenem Punkt, ab welchem weniger als zehn Häuser erschlossen werden, jeweils der
dritten Klasse zuzuteilen. Massgebend ist vielmehr, inwieweit eine Strasse in ihrer
Funktion als Einheit zu betrachten ist. Für die Abgrenzung eines Strassenzugs soll in
der Regel eine Abzweigung, ein Kehrplatz, eine Verengung, eine Kreuzung oder
dergleichen massgebend sein (G. Germann, a.a.O., N 1 ff. zu Art. 8). Die Klassierung
der Strassen hat vorausschauenden Charakter. Wohneinheiten, die in naher Zukunft
absehbar realisiert werden können, müssen bei der Anzahl der erschlossenen
Wohneinheiten mitgezählt werden. Beim unbestimmten Rechtsbegriff "in naher
Zukunft" ist eine mittelfristige Perspektive einzunehmen, die deutlich weniger als zehn
Jahre betragen muss, da andernfalls die gesetzliche Überprüfungsmöglichkeit nach
Ablauf der Zehnjahresfrist gemäss Art. 14 Abs. 3 StrG in Verbindung mit Art. 33 Abs. 1
des Gesetzes über die Raumplanung und das öffentliche Baurecht (Baugesetz, sGS
731.1, BauG) obsolet würde. Zudem ist erforderlich, dass konkrete oder realistische
Anhaltspunkte für eine mögliche Überbauung mit einer bestimmten Anzahl von ständig
bewohnten Wohneinheiten bestehen. Ein Baubewilligungsverfahren muss indessen
noch nicht eingeleitet sein, sofern sich die fraglichen Parzellen im Baugebiet befinden
und eine Erschliessung über die fragliche Strasse realistisch erscheint (vgl. VerwGE B
2011/9 vom 7. Dezember 2011 E. 4.5.5, www.gerichte.sg.ch).
5.3.
über den vorderen Teil der X.-strasse auf einer Länge von rund 66 m sollen in naher
Zukunft absehbar auf den Parzellen Nrn. 0003, 0000, 0004, 0007 und 0008 mehr als
zehn ständig bewohnte Wohneinheiten erschlossen werden. Zusätzlich zur
bestehenden Überbauung auf den Grundstücken Nrn. 0003, 0000, 0004 und 0008
bestehen insbesondere aufgrund des Baugesuchs vom 18. Mai 2011
unbestrittenermassen konkrete und realistische Anhaltspunkte für eine mögliche
Überbauung der Parzelle Nr. 0007 mit zehn ständig bewohnten Wohneinheiten. Der
vordere Teil der X.-strasse ist von der Beschwerdeführerin deshalb offensichtlich zu
Recht als Gemeindestrasse zweiter Klasse eingeteilt worden. Was den hinterliegenden
Teil der X.-strasse anbelangt, besteht, abgesehen vom Grundstück Nr. 0007, nach den
unbestrittenen Angaben im Amtsbericht des AREG vom 8. März 2012 (von Amtes
wegen beigezogen) einzig auf der südseitigen Parzelle Nr. 0006 in der Wohn- und
Gewerbezone WG3 ein theoretisches überbauungspotential. Bei einer Landfläche von
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2090 m und einer Grundausnützung von 0.65 ist nicht auszuschliessen, dass darauf
dereinst anstelle des bestehenden Einfamilienhauses – ohne Gewerbeflächen
einzurechnen – 8 bis 15 weitere Wohneinheiten erstellt werden könnten. Aus den Akten
ergeben sich indessen keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass in naher Zukunft,
d.h. innert weniger als zehn Jahren, zusätzliche Wohneinheiten auf Parzelle Nr. 0006
erstellt werden. Das Argument der Beschwerdeführer 2, die Parzelle Nr. 0006 müsse
laut dem Koordinationsblatt IV 13 des kantonalen Richtplans resp. dem
Planungsbericht zum Teilzonenplan "B.-strasse" verdichtet werden, führt zu keinem
anderen Ergebnis (vgl. dazu die Stellungnahme der Beschwerdeführer 2 vom 13.
Oktober 2014 mitsamt Beilagen Nrn. 1 und 2, B 2014/72 act. 18). Die Parzelle Nr. 0006
liegt nicht im Perimeter des Teilzonenplans "B.-strasse" (vgl. Planungsbericht vom 6.
Januar 2014, S. 10, B 2014/72 Beilage Nr. 2 zu act. 18). Auch ist nicht ersichtlich und
wird von den Beschwerdeführern 2 nicht weiter substantiiert, inwiefern die
Nutzungsintensität auf Parzelle Nr. 0006 in den nächsten zehn Jahren mit anderen
nutzungsplanerischen Massnahmen gemäss dem Zwischenergebnis im
Koordinationsblatt IV 13 erhöht werden sollte. Über den hinteren Teil der X.-strasse
werden demnach weniger als zehn Wohneinheiten erschlossen, zumal nicht erkennbar
ist, dass die gemäss Strassenbauprojekt vom 15. August 2011 geplante Hauszufahrt
auf Parzelle Nr. 0007 geändert werden soll. Es stellt sich daher weiter die Frage, ob der
vorder- und der hinterliegende Teil der X.-strasse eine Einheit darstellen. Die
Beschwerdeführerin 1 stellt sich auf den Standpunkt, die X.-strasse bestehe nach dem
geplanten Ausbau wegen der Verengung auf den letzten 68 m und dem gemäss
Bauprojekt vom 18. Mai 2011 projektierten Wendeplatz aus zwei deutlich zu
unterscheidenden Teilen, weshalb die Vorinstanz zu Unrecht von einem einheitlichen
Strassenzug ausgegangen sei. Unabhängig von der Zulässigkeit des geplanten
Ausbaustandards, unterscheidet sich die X.-strasse wegen der Verengung auf den
letzten 68 m und des "Wendeplatzes" grundsätzlich nicht von "üblichen" Stichstrassen.
Entgegen anderslautender Darstellung der Beschwerdeführerin 1 muss eine "übliche"
Stichstrasse nicht zwingend auf der ganzen Länge gleich ausgestaltet sein, wenn, wie
vorliegend, über den hinterliegenden Teil deutlich weniger Wohneinheiten erschlossen
werden als über den vorderliegenden Teil. Wenn der Argumentation der
Beschwerdeführerin 1 gefolgt würde, müssten die hinterliegenden Teile von
Stichstrassen in Bauzonen, über welche weniger als zehn ständig bewohnte
2
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Wohneinheiten erschlossen werden, in aller Regel als Gemeindestrassen dritter Klasse
klassiert werden, obschon die Beschwerdeführerin 1 gerade dies in Abrede stellt. Ein
solches Vorgehen ist nach dem unter Erwägung 5.2 Gesagten offensichtlich nicht mit
den Klassierungskriterien nach Art. 8 Abs. 2 und 3 StrG vereinbar. Folglich kann im
konkreten Fall nicht von zwei unterschiedlichen Funktionen des vorder- und des
hinterliegenden Teils der X.-strasse gesprochen werden. Vielmehr liegt es nach den
zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz in Erwägung Ziff. 3.3 des angefochtenen
Entscheides in der Natur der Sache, dass der Zufahrtsverkehr auf einer Stichstrasse
mit zunehmender Länge abnimmt, weil weniger Anwohner über den hinter- als den
vorderliegenden Teil der Strasse fahren müssen. Die X.-strasse bildet demgemäss
einen einheitlichen Strassenzug, weshalb auch der hintere Teil der X.-strasse als
Gemeindestrasse zweiter Klasse einzuteilen ist. Weitere Gründe für eine
unterschiedliche Klassierung der beiden Strassenteile werden von der
Beschwerdeführerin 1 nicht dargetan und sind auch nicht erkennbar. Mit der Widmung
des hinterliegenden Teils der X.-strasse als Gemeindestrasse dritter Klasse hat die
Beschwerdeführerin 1 die kantonalrechtlichen Zuteilungskriterien gemäss Art. 8 Abs. 2
und 3 StrG verletzt und damit den ihr zustehenden Entscheidungsspielraum
überschritten. Dies hat die Vorinstanz zu Recht beanstandet, ohne in den
Autonomiebereich der Beschwerdeführerin 1 einzugreifen. Die Anträge Ziff. 1, 2 und 4
der Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 sind daher abzuweisen. Lediglich der
Vollständigkeit halber bleibt festzuhalten, dass das "Inaussichtstellen" der
Genehmigung des Teilstrassenplans "Verbreiterung X.-strasse" vom 13.
Dezember 2012 durch das Tiefbauamt des Kantons St. Gallen an diesem Ergebnis im
Individualrechtsschutzverfahren nichts ändert. Selbst der Genehmigungsentscheid
stellt nur eine vorläufige Kontrolle dar, an welche die Rechtsmittelbehörde nicht
gebunden ist (vgl. BGer 1C_71/2014 vom 19. Februar 2015 E. 2.2.1). Darüber hinaus ist
der Beschwerdeführerin 1 nahezulegen, den neuen Teilstrassenplan aus Gründen der
Rechtssicherheit ordnungsgemäss mit Datum und Unterschrift des Stadtpräsidenten
und des Stadtschreibers zu versehen. Auch ist die Massstabsangabe auf dem Plan
(fälschlicherweise 1:200) zu berichtigen.
5.4.
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Wie hiervor unter Erwägung 5.3 ausgeführt, sind beide Teile der X.-strasse einheitlich
als Gemeindestrasse zweiter Klasse einzuteilen. Bei dieser Sachlage ist der
Eventualantrag (Ziff. 3) der Beschwerdeführerin 1, es sei festzustellen, dass die X.-
strasse auf der ganzen Länge als Gemeindestrasse dritter Klasse einzuteilen sei,
abzuweisen. Es kann daher offen bleiben, ob auf diesen Eventualantrag überhaupt
einzutreten gewesen wäre (vgl. zu den Voraussetzungen der Feststellung VerwGE
B 2011/177 vom 29. August 2012 E. 2.5.1, www.gerichte.sg.ch). Festzuhalten bleibt
einzig, dass sich die Beschwerdeführerin 1 mit ihrem Feststellungsbegehren in
Widerspruch zu ihrem Beschluss vom 6. Juni 2012 (von Amtes wegen beigezogen)
setzt, den Teilstrassenplan vom 15. August 2011 zu widerrufen und die X.-strasse
teilweise der zweiten Klasse zuzuteilen.
6.
Die Beschwerdeführer 2 lassen vortragen, der projektierte Ausbau der X.-strasse
entspreche nicht den Anforderungen an eine hinreichende Erschliessung. Weil eine
Gemeindestrasse zweiter Klasse Teil des öffentlichen Strassenverkehrsnetzes bilde
und damit ein höheres Verkehrsaufkommen aufzunehmen habe, müssten höhere
Ausbauanforderungen gelten als bei einer Gemeindestrasse dritter Klasse.
Dementsprechend würden die Richtlinien für Strassen der Stadt Q. vom
20. Januar 1993 (nachfolgend: Richtlinien) für die unterschiedlichen Strassenklassen
unterschiedliche Dimensionierungen vorsehen. Die Beschwerdeführerin 1 habe das
Strassenprojekt unzulässigerweise in keinem Punkt angepasst, nachdem sie die
Umklassierung des vorderen Teils der Strasse am 6. Juni 2012 beschlossen habe.
Überdies bestehe auf dem Grundstück Nr. 0006 ein erhebliches Überbauungspotential
von bis zu weiteren fünfzehn Wohneinheiten. Ein Ausbau, der dem ausgewiesenen
Überbauungspotential auf dem Grundstück Nr. 0006 Rechnung trage und somit die
Erschliessung von 33 Wohneinheiten ermögliche, könne keinesfalls als
unverhältnismässig bezeichnet werden. Weiter verstosse eine Strassenbreite von 4.0 m
im vorderen Teil bis zur Zufahrt zur geplanten Tiefgarage und von 2.5 m im hinteren Teil
gegen die Richtlinien. Der Stadtrat Q. habe sich in der Verfügung vom 9. November
2011 explizit auf die Regelmasse der Richtlinien abgestützt und diese für massgeblich
erklärt. Zudem müsse die X.-strasse unter Berücksichtigung des
Überbauungspotentials auf dem Grundstück Nr. 0006 dem Typ "Zufahrtsstrasse"
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gemäss der VSS-Norm 640 045 zugewiesen werden. Folglich müsse bei der
Dimensionierung vom Grundbegegnungsfall Personenwagen/Personenwagen
ausgegangen werden. Ein Abweichen von den Richtlinien resp. den VSS-Normen sei
unzulässig, da Kreuzungsmanöver nicht gefahrlos ausgeführt werden könnten. Ein
Kreuzen zweier Personenwagen sei nur bei sehr reduzierter Geschwindigkeit gerade
noch möglich. Für den zusätzlichen Fussgänger- und Radverkehr bleibe keinerlei
Raum. Es könne somit keinesfalls von einem sicheren, ausreichenden Weg gesprochen
werden, zumal die neue Stützmauer ein Ausweichen auf der südlichen Strassenseite
ausschliesse. Ein Ausweichen auf die privaten Grundstücke auf der Nordseite sei nicht
möglich, denn dafür würden keine rechtlichen Grundlagen bestehen. Ferner verlaufe
die Strasse nicht gerade, sondern in einer leichten Kurve, so dass Strassenbenützer
des hinteren Teils keine Sicht auf entgegenkommende Fahrzeuge hätten, die sich im
Bereich der Zufahrt A.-strasse befänden. Im Weiteren bestehe vorliegend auf der
gesamten Strassenlänge keine genügende Wendemöglichkeit. Eine solche sei für eine
hinreichende Erschliessung praxisgemäss zwingend erforderlich. Die
Wendemöglichkeit auf dem Grundstück Nr. 0007 sei nicht rechtlich sichergestellt. Auch
weise sie ein Gefälle von rund 10 % auf, was per se – gerade bei grösseren
Fahrzeugen – nicht als günstige Voraussetzung für ein Wendemanöver bezeichnet
werden könne. Dies gelte angesichts der parkierten Fahrzeuge in unmittelbarer Nähe
umso mehr. Grössere und weniger leicht manövrierbare Fahrzeuge müssten rückwärts
in die A.-strasse einbiegen, was aus Gründen der Verkehrssicherheit offensichtlich
nicht vertretbar sei. Darüber hinaus weise das Strassenbauprojekt keine Beleuchtung
gemäss den Richtlinien auf. Die X.-strasse müsse auf 5 bis 5.50 m zuzüglich eines
Gehwegs ausgebaut werden.
6.1.
Neben den Grundsätzen gemäss Art. 1 und 3 RPG sowie Art. 33 StrG ist beim
Strassenbau zwingend zu beachten, dass Bauten und Anlagen nur auf erschlossenem
Land errichtet oder geändert werden dürfen (vgl. Art. 22 Abs. 2 lit. b RPG und Art. 49
Abs. 1 BauG), was eine hinreichende Zufahrt voraussetzt (vgl. Art. 19 Abs. 1 RPG, Art.
4 des Wohnbau- und Eigentumsförderungsgesetzes, SR 843, WEG, und Art. 49 Abs. 2
lit. a BauG). Die Festlegung des Ausmasses der Erschliessungsanlagen und die
Umschreibung der genügenden Zugänglichkeit ist Sache des kantonalen Rechts (BGer
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1C_382/2008 vom 5. Februar 2009 E. 3.2). Den kantonalen und kommunalen Behörden
steht dabei ein erhebliches Ermessen zu (VerwGE B 2012/216 vom 22. Mai 2013 E. 3.1
mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Eine Zufahrt ist dann als hinreichend zu
betrachten, wenn sie tatsächlich so beschaffen ist, dass sie bau- und
verkehrstechnisch der bestehenden und der geplanten Überbauung genügt, den zu
erwartenden Fahrzeugen und Fussgängern sicheren Weg bietet und von den
öffentlichen Diensten ungehindert benützt werden kann und, wenn sie über fremdes
Eigentum führt, rechtlich gesichert ist. In Betracht zu ziehen sind die örtlichen
Gegebenheiten sowie die Anlage und Zweckbestimmung der Gebäude, denen die
Zufahrt zu dienen hat. Auf einer Strasse, die einer Mehrzahl von Wohnhäusern zu
dienen hat und auf der mit regelmässigem Verkehr zu rechnen ist, müssen
Kreuzungsmanöver ohne Gefahr möglich sein. Zudem ist Radfahrern und Fussgängern
genügend Raum zu lassen. Nicht unbedingt erforderlich ist, dass Kreuzungsmanöver
zwischen Motorfahrzeugen auf der ganzen Strecke möglich sind. Unter Umständen
können einige zweckmässig angeordnete Kreuzungsstellen genügen. (vgl. B. Heer, St.
Gallisches Bau- und Planungsrecht, St. Gallen 2003, N 513 ff.). Soweit der
Ausbaustandard von Strassen zu beurteilen ist, können im vorliegenden Fall die
Richtlinien sowie die Normen der Vereinigung Schweizerischer Strassenfachleute (VSS)
herangezogen werden. Ungeachtet dessen, ob die Beschwerdeführerin 1 die
Richtlinien gemäss den nicht weiter belegten Angaben in ihrer Vernehmlassung vom 1.
September 2014 (B 2014/72 act. 14) im Jahr 2013 aufgehoben hat, hat sie die
Richtlinien im Einspracheentscheid vom 29. August 2012 für die Bemessung der
Strassenbreite konkret als massgeblich erklärt. Bei den Richtlinien und den VSS-
Normen handelt es sich jedoch nicht um Rechtssätze, sondern um
Verwaltungsanweisungen, die ein anerkanntes Hilfsmittel bei der Frage bilden, ob eine
Anlage den Anforderungen der Verkehrssicherheit genügt. Ihre Anwendung im Einzelfall
muss indessen dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit standhalten, weshalb sie
einem Entscheid nicht ungeachtet der konkreten Verhältnisse zugrunde gelegt werden
dürfen (vgl. VerwGE B 2005/10 vom 20. Juni 2005 E. 3a mit Hinweisen,
www.gerichte.sg.ch).
6.2.
http://www.gerichte.sg.ch
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Gemäss Art. 5 der Richtlinien richtet sich der Bau von Strassen nach der
Zweckbestimmung, den Grundsätzen des Strassengesetzes, dem Anhang 1 sowie den
Schweizer Normen (SN) des VSS. Nach der VSS-Norm SN 640 045 vom April 1992 ist
der Typ Zufahrtsweg zur Erschliessung von Siedlungsgebieten in der Grösse bis zu 30
Wohneinheiten anzuwenden. Die Länge der Zufahrtswege sollte je nach Gebäudehöhe
auf etwa 40 bis 80 m begrenzt werden. Zufahrtswege müssen über einen Fahrstreifen
verfügen, müssen in der Regel keinen Wendeplatz aufweisen und dürfen nicht
durchgehend befahrbar sein. Auf Zufahrtswegen ist vom Grundbegegnungsfall
Personenwagen/Fahrrad bei stark reduzierter Geschwindigkeit auszugehen. Der Typ
Zufahrtsstrasse ist zur Erschliessung von Siedlungsgebieten in der Grösse bis zu 150
Wohneinheiten oder bei Verkehrsaufkommen gleichwertiger Quellen anzuwenden.
Zufahrtsstrassen verfügen über zwei oder einen Fahrstreifen, dürfen in der Regel nicht
durchgehend befahrbar sein und müssen einen Wendeplatz bei Sackgassen aufweisen.
Es ist vom Grundbegegnungsfall Personenwagen/Personenwagen bei stark reduzierter
Geschwindigkeit auszugehen. Gemäss der VSS-Norm SN 640 201 vom Oktober 1992
ist bei stark reduzierter Geschwindigkeit (bis 30 km/h) beim Grundbegegnungsfall
Personenwagen/Personenwagen eine Strassenbreite von mindestens 4.80 m und beim
Grundbegegnungsfall Personenwagen/Fahrrad eine solche von mindestens 3.60 m
erforderlich. In Anlehnung an den Typ Zufahrtsstrasse ist gemäss Anhang 1, Teil 2, der
Richtlinien für Gemeindestrassen zweiter Klasse eine Fahrbahnbreite von mindestens
4.75 m vorgeschrieben. Zusätzlich muss ein Gehweg von 2.00 m Breite erstellt werden.
6.3.
Entgegen der Meinung der Beschwerdeführer 2 ist vorab festzuhalten, dass die
vorgenommene resp. erforderliche Umklassierung des vorder- bzw. hinterliegenden
Teils der X.-strasse von der dritten in die zweite Klasse nicht zwingend zu einer
Änderung des Strassenbauprojekts führen muss, zumal die Lage und Ausdehnung des
vorderen Teils der Strasse gemäss dem Teilstrassenplan vom 1. Juni 2012 im Vergleich
zu demjenigen vom 15. August 2011 unverändert geblieben ist. Massgebend ist, wie
die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 1. Juli 2014 zutreffend ausführt (B 2014/72
act. 9), ob der geplante Ausbau der Strasse in der konkreten Erschliessungssituation
genügt, was im Folgenden zu prüfen ist: Gemäss Erwägung 5.3 steht fest, dass die X.-
strasse auf ihrer gesamten Länge als Gemeindestrasse zweiter Klasse einzuteilen ist
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und auf Parzelle Nr. 0006, anders als von den Beschwerdeführern 2 behauptet, in
absehbarer Zeit kein ausgewiesenes überbauungspotential besteht. Hingegen ist das
Potential von zehn zusätzlichen Wohnungen auf Parzelle Nr. 0007 unbestritten. Unter
Berücksichtigung der acht bestehenden Wohneinheiten werden über die X.-strasse
somit 18 Wohneinheiten erschlossen. Gemäss dem strittigen Strassenbauprojekt ist
vorgesehen, die X.-strasse auf einer Länge von rund 66 m ab der A.-strasse auf 4.0 m,
auf den ersten zehn Metern ab der A.-strasse auf 5.50 m zu verbreitern und zusätzlich
ein Bankett von 0.50 m auf der Seite der neuen Stützmauer zu erstellen (vgl.
Situationsplan vom 15. August 2011 und Amtsbericht des Strasseninspektorats vom
7. Mai 2013, B 2014/64 Beilagen zu act. 8/2 und act. 8/4). Auf den restlichen 68 m
bleibt die Strasse höchstens 2.80 m breit. Demzufolge hält die X.-strasse im
ausgebauten Zustand selbst bei reduzierter Geschwindigkeit die gemäss Anhang 1 der
Richtlinien für Gemeindestrassen zweiter Klasse vorgeschriebene Breite von
mindestens 4.75 m (Fahrbahn) plus 2.0 m (Gehweg) nicht ein. Gleiches gilt – mit
Ausnahme der ersten zehn Meter ab der A.-strasse – für die gemäss den einschlägigen
VSS-Normen vorgeschriebene Breite von 4.80 m für Zufahrtsstrassen. Bei einer Länge
von rund 134 m kann die X.-strasse sodann grundsätzlich nicht als Zufahrtsweg
qualifiziert werden, da die Länge von Zufahrtswegen gemäss der VSS-Norm SN 640
045 auf etwa 40 bis 80 m begrenzt ist. Im konkreten Fall darf jedoch nicht ausser Acht
gelassen werden, dass lediglich 18 Wohneinheiten und damit deutlich weniger als die
für Zufahrtswege zulässigen 30 Wohneinheiten über die X.-strasse erschlossen werden
sollen. Die durchschnittliche stündliche Verkehrsbelastung wird dementsprechend weit
weniger als 50 Fahrzeuge betragen. Bei dieser Sachlage erweist sich die Anwendung
der Strassenbreite für Zufahrtsstrassen, welche bis zu 150 Wohneinheiten erschliessen,
sowie derjenigen gemäss Anhang 1 der Richtlinien, welche über diejenige für
Zufahrtsstrassen hinausgeht, konkret von vorneherein als unverhältnismässig.
Stattdessen ist auf die für Zufahrtswege normierte Strassenbreite abzustellen. Die
normierte Breite von 3.60 m für Zufahrtswege ist auf den ersten 66 m mit einer Breite
5.50 m resp. von 4.00 m plus 0.50 m Bankett eingehalten. überdies ermöglicht eine
Breite von 4.0 m plus 0.50 m Bankett nach dem Amtsbericht des
Strasseninspektorates vom 7. Mai 2013 (B 2014/64 Beilage zu act. 8/4) bei stark
reduzierter Geschwindigkeit ein Kreuzen von zwei Personenwagen, weshalb dabei
nicht auf benachbarte Grundstücke ausgewichen werden muss. Unbehelflich ist in
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diesem Zusammenhang das Argument der Beschwerdeführer 2, es müsse nicht nur
das Kreuzen von zwei Personenwagen, sondern das Kreuzen von zwei Personenwagen
unter gleichzeitiger Berücksichtigung der Strassenbenützung durch Velofahrer und
Fussgänger gefahrlos möglich sein. Aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens auf
der X.-strasse ist das gleichzeitige Kreuzen von zwei Personenwagen plus Velofahrer
und Fussgänger äusserst unwahrscheinlich. Sodann ist nicht ersichtlich und wird von
den Beschwerdeführern 2 nicht weiter substantiiert, inwiefern die Tatsache, dass die
X.-strasse in einer leichten Kurve verläuft, die Verkehrssicherheit vermindern würde.
Des Weiteren ist eine Beleuchtung im vorliegenden Fall nach Art. 58 StrG, welche
Bestimmung den Richtlinien klarerweise vorgeht, für die Verkehrssicherheit nicht
zwingend erforderlich. Innerhalb des besiedelten Gebietes müssen in der Regel nur
Staatsstrassen, Gemeindestrassen erster Klasse sowie Verkehrsknoten ausreichend
beleuchtet werden (G. Germann, a.a.O., N 1 zu Art. 58), zumal künstlich erzeugtes Licht
nach Art. 11 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Umweltschutz
(Umweltschutzgesetz, SR 814.01, USG) im Rahmen der Vorsorge zu begrenzen ist.
Insgesamt vermag der vordere Teil der X.-strasse damit den Anforderungen an eine
hinreichende Erschliessung zu genügen. Hingegen wird die für Zufahrtswege normierte
Breite von 3.60 m auf dem hinterliegenden, höchstens 2.80 m breiten Teil der X.-
strasse auf einer Länge von rund 68 m offensichtlich nicht eingehalten. Mit einer
solchen Breite würde nicht einmal die für Grundstückszufahrten normierte Breite von
mindestens 3.0 m erreicht (vgl. VSS-Norm SN 640 050 vom Mai 1993). Diesbezüglich
können sich die jeweiligen Eigentümer der Parzelle Nr. 0006, welche über den
hinterliegenden Teil erschlossen wird, auch nicht auf die kantonalrechtliche Bestandes-
und Erweiterungsgarantie nach Art. 77 BauG berufen, da das Erfordernis der
hinreichenden Erschliessung ein Begriff des Bundesrechts ist (vgl. Juristische
Mitteilungen des Baudepartements des Kantons St. Gallen 2010/II Nr. 2 S. 6 ff.).
Dennoch genügt der hintere, nicht erweiterte Teil nach Ansicht der Vorinstanz in
Erwägung 2.4.2 des angefochtenen Entscheides (act. 2 S. 8) den Anforderungen an
eine hinreichende Erschliessung, da mit dem Wendeplatz auf Parzelle Nr. 0007
ausreichend Ausweichfläche bestehe und dieses Strassenstück nur der Erschliessung
der Grundstücke 0006 und 0001 diene. Auch gemäss dem Amtsbericht des
Strasseninspektorates vom 7. Mai 2013 und dem Votum des Vertreters des
Tiefbauamtes am Augenschein vom 26. September 2013 ist die Erschliessung wegen
bis
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der Wendemöglichkeit auf Parzelle Nr. 0007 hinreichend (B 2014/64 Beilage zu act. 8/4
und 8/13). Die Unterschreitung der normierten Mindestbreite von 3.60 m auf dem
hinteren Teil der X.-strasse soll demnach mit einem Wendeplatz auf Parzelle Nr. 0007
"kompensiert" werden, um eine hinreichende Zufahrt zu gewährleisten. Eine
Wendemöglichkeit ist gemäss der VSS-Norm 640 045 für Zufahrtswege in der Regel
nicht vorgesehen. Da die X.-strasse rund 134 m lang ist und damit die für Zufahrtswege
normierte Länge von maximal 80 m überschreitet, erscheint das Erfordernis einer
Wendemöglichkeit, insbesondere für die Benützung dieser Stichstrasse durch
Fahrzeuge der öffentlichen Dienste, im konkreten Fall als gerechtfertigt. Vorausgesetzt
es besteht eine Wendemöglichkeit, wäre die Unterschreitung der normierten
Strassenbreite angesichts des äusserst geringen Verkehrsaufkommens sowie mit Blick
auf das den kantonalen Behörden zustehende erhebliche Ermessen nicht zu
beanstanden. Entlang der X.-strasse bestehen Wendemöglichkeiten nur auf privatem
Grund. Auf Parzelle Nr. 0007 besteht östlich der bestehenden Baute Assek.-Nr. 0009
eine solche private Wendemöglichkeit (vgl. Fotos zum Augenschein vom
26. September 2013, S. 12, B 2014/64 act. 8/15, www.geoportal.ch). Gemäss dem
Strassenbauprojekt vom 15. August 2011 ist kein öffentlicher Wendeplatz geplant,
zumal keine Rede davon sein kann, dass die geplante Tiefgaragenzufahrt auf Parzelle
Nr. 0007 als Wendemöglichkeit dienen könnte. Zudem entbehrt die Behauptung des
Rechtsvertreters von U.S. in seiner Antwort vom 17. September 2012 zum Rekurs
gegen das Baugesuch auf Parzelle Nr. 0007 (B 2014/100 act. 8/12-4165/8, S. 5)
jeglicher Grundlage, wonach ein Wendehammer anlässlich der zweiten Auflage Teil des
Strassenprojekts gewesen sei. Darüber hinaus geht aus den vorliegenden Akten nicht
hervor, dass der Beschwerdeführerin 1 vom privaten Grundeigentümer der Parzelle
Nr. 0007 ein Benutzungsrecht (Dienstbarkeit) am bestehenden chaussierten
Wendeplatz eingeräumt worden wäre. Im Weiteren ist gemäss dem Umgebungsplan
vom 18. Mai 2011 zwar im Rahmen des privaten Bauprojekts des Grundeigentümers
der Parzelle Nr. 0007 ein "Wendebereich" anstelle der bestehenden Baute Assek.-
Nr. 0009 auf Parzelle Nr. 0007 vorgesehen (B 2014/100 act. 8/12-4165/14/B).
Unabhängig davon, ob darin nur ein blosses Dulden der allgemeinen Benützung oder
das Einverständnis des privaten Grundeigentümers zu erkennen wäre (vgl. zur
Begründung von Gemeingebrauch an einer Verkehrsfläche im Privateigentum BGer
5A_348/2012 vom 15. August 2012 E. 4.3.2), ist damit jedoch rechtlich nicht
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sichergestellt, dass dieser "Wendebereich" erstellt wird. Einerseits ist die
Baubewilligung für das Bauprojekt auf Parzelle Nr. 0007 formell nicht rechtskräftig (B
2014/100). Andererseits trifft den privaten Grundeigentümer der Parzelle Nr. 0007,
soweit ersichtlich, keine Bauverpflichtung, auch wenn grundsätzlich davon
ausgegangen werden kann, dass er den "Wendebereich" auch ohne eine solche
Verpflichtung erstellen würde. Eine Wendemöglichkeit auf Parzelle Nr. 0007 ist somit
rechtlich nicht sichergestellt, was die Beschwerdeführer 2 zu Recht geltend gemacht
haben. Die X.-strasse genügt deshalb den von der Vorinstanz und dem Tiefbauamt
gestellten Anforderungen an eine hinreichende Erschliessung nicht. Bei dieser
Ausgangslage kann offen gelassen werden, ob sich eine – rechtlich sichergestellte –
Wendemöglichkeit auf Parzelle Nr. 0007 anstelle einer solchen am Ende der
Stichstrasse überhaupt als zweckmässig erweist und ob der "Wendebereich" gemäss
dem Bauprojekt vom 18. Mai 2011 ausreichend dimensioniert wäre. Im Hinblick auf die
überarbeitung des Strassenbauprojekts ist die Beschwerdeführerin 1 gehalten, die
Pläne ordnungsgemäss mit Datum und Unterschrift des Stadtpräsidenten und des
Stadtschreibers zu versehen.
7.
Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die Beschwerde der
Beschwerdeführerin 1 abzuweisen, diejenige der Beschwerdeführer 2 gutzuheissen ist.
Der angefochtene Entscheid ist hinsichtlich des Strassenbauprojekts aufzuheben und
die Sache zur Überarbeitung des Strassenbauprojekts an die Beschwerdeführerin 1
zurückzuweisen. Dem Ausgang der Verfahren entsprechend gehen die amtlichen
Kosten des Rekursverfahrens und der Beschwerdeverfahren zulasten der
Beschwerdeführerin 1 (Art. 95 Abs. 1 VRP). Im Rekursverfahren hat die Vorinstanz den
Parteien amtliche Kosten von Fr. 3500.- auferlegt. Für die Beschwerdeverfahren ist eine
Entscheidgebühr von Fr. 4000.-- angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Auf die Erhebung ist in den
Beschwerdeverfahren und im Rekursverfahren zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Den
Beschwerdeführern 2 ist der im Beschwerdeverfahren B 2014/72 resp. im
Rekursverfahren geleistete Kostenvorschuss von Fr. 3500.-- bzw. von Fr. 1000.--
zurückzuerstatten.
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Die Beschwerdeführer 2 obsiegen, weshalb die Beschwerdeführerin 1 sie
antragsgemäss ausseramtlich zu entschädigen hat (Art. 98 Abs. 1 in Verbindung mit
Art. 98 VRP). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer 2 hat keine Honorarnote
eingereicht, weshalb die Entschädigung nach richterlichem Ermessen festzulegen ist
(Art. 6 der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, HonO).
Eine Entschädigung für das Rekurs- und die Beschwerdeverfahren von gesamthaft Fr.
6000.-- zuzüglich 4 % Barauslagen ist angemessen (Art. 19 und 22 Abs. 1 lit. b sowie
Art. 28 Abs. 1 HonO). Die Mehrwertsteuer wird dazu gerechnet (Art. 29 HonO).
Unabhängig vom Verfahrensausgang steht der Beschwerdeführerin 1 kein
Kostenersatz zu (R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, S. 176).