Decision ID: b0976344-c8c0-4de7-b4b9-65065fd8a6ec
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_001
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt:
1. Am 5. Oktober 2016 beurkundete Notar A._ einen
Grundstückkaufvertrag zwischen B._ als Verkäufer und C._ als
Käufer über eine 5.5-Zimmer-Maisonettewohnung (Grundstück Nr.
D._) sowie zwei Autoeinstellplätze (Grundstück Nr. E._) im
Grundbuch der Gemeinde F._. Der Kaufpreis betrug insgesamt CHF
1'935'000.--. Der Kaufvertrag enthielt in Ziffer II. unter anderem die
folgende Klausel:
"Der Käufer übergibt anlässlich der Unterzeichnung dieses Kaufvertrages
dem Verkäufer ein unwiderrufliches selbstschuldnerisches
Zahlungsversprechen eines Schweizerischen Bankinstituts, mit welchem die
Bank die Kaufpreiszahlung im Betrag von CHF 100'000.00, 1'725'000.00 und
CHF 110'000.00 zusichert."
Der Besitzesantritt mit Übergang von Rechten und Pflichten, Nutzen und
Gefahr auf den Käufer sollte vertragsgemäss per 1. November 2016 und
der Eigentumsübergang mit Eintrag des Kaufvertrages im Grundbuch
erfolgen. Am 18. Oktober 2016 wurde C._ auf Anmeldung von Notar
A._ als neuer Eigentümer der Grundstücke im Grundbuch
eingetragen. Den vereinbarten Kaufpreis bezahlte C._ indes nicht.
2. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass C._ B._ anlässlich der
Beurkundung vom 5. Oktober 2016 kein unwiderrufliches
Zahlungsversprechen eines Schweizerischen Bankinstituts übergeben
hatte und eine solche Übergabe weder im Vorfeld noch im Nachgang zur
Beurkundung erfolgt war.
3. Am 23. Dezember 2016 wurde auf den verkauften Grundstücken ein
Verkäuferpfandrecht im zweiten Rang zugunsten von B._
eingetragen. Gestützt darauf wurde am 19. Januar 2017 die Betreibung
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auf Pfandverwertung eingeleitet. Mit Schreiben an das
Grundbuchinspektorat Graubünden vom 10. Januar 2018 brachte B._
gegenüber Notar A._ schwere Verletzungen von Notariatspflichten
zur Anzeige. Am 6. März 2018 fand die Versteigerung der Grundstücke
statt, wobei diese von B._ zu einem Preis von CHF 1'650'000.--
zurückgekauft wurden. Mit E-Mail vom 18. April 2018 leitete das
Grundbuchinspektorat Graubünden die Anzeige von B._ vom 10.
Januar 2018 zuständigkeitshalber an die Notariatskommission
Graubünden (nachfolgend Notariatskommission) weiter.
4. Am 29. Mai 2018 stellte die Notariatskommission Notar A._ die
Anzeige von B._ vom 10. Januar 2018 mitsamt Beilagen zur
Stellungnahme zu. Mit Schreiben vom 11. Juni 2018 nahm Notar A._
zu den ihm vorgeworfenen Pflichtverletzungen fristgerecht Stellung, wobei
er sich insbesondere zum Ablauf der Beurkundung vom 5. Oktober 2016
äusserte.
5. Anlässlich der Sitzung vom 14. Juni 2018 beschloss die
Notariatskommission, gegen Notar A._ ein Disziplinarverfahren zu
eröffnen.
6. Am 23. August 2018 reichte B._ im Zusammenhang mit der von Notar
A._ vorgenommenen Beurkundung vom 5. Oktober 2016 eine
Staatshaftungsklage gegen den Kanton Graubünden beim
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ein (U 18 49).
7. Mit Schreiben vom 31. August 2018 zeigte die Notariatskommission Notar
A._ die Eröffnung des Disziplinarverfahrens an und räumte ihm
Gelegenheit ein, sich zum Vorwurf des von B._ zur Anzeige
gebrachten Verstosses gegen notariatsrechtliche Vorschriften sowie zu
allfälligen Disziplinarmassnahmen vernehmen zu lassen. In der Folge
verzichtete Notar A._ auf die Einreichung einer Stellungnahme.
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8. Mit Beschluss vom 14. März 2019 wurde Notar A._ im Rahmen eines
Disziplinarverfahrens von der Notariatskommission wegen Verletzung der
Wahrheitspflicht sowie der Interessenwahrungspflicht mit einer Busse in
der Höhe von CHF 5'000.-- sowie einem dreimonatigen Entzug des
Notariatspatents bestraft. Notar A._ wurde aufgefordert, Stempel und
Siegel innert 10 Tagen seit Mitteilung dieses Beschlusses abzugeben. Im
Hinblick auf mögliche weitere notariatsrechtliche Verstösse wurde das
Disziplinarverfahren bis zum rechtskräftigen Abschluss des laufenden
Staatshaftungsverfahrens sistiert.
9. Gegen diesen Beschluss erhob Notar A._ (nachfolgend
Beschwerdeführer) am 14. August 2019 Beschwerde beim
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden. Er beantragte die
Aufhebung des angefochtenen Beschlusses, eventuell die Aufhebung des
Entzugs von Stempel und Siegel sowie die Reduktion der Busse; weiter
beantragte er, dass der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu
erteilen sei, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Vorinstanz. Zur Begründung brachte der Beschwerdeführer im
Wesentlichen vor, die Notariatskommission habe sich in ihrem Beschluss
zu Unrecht auf eine ex-post-Betrachtung gestützt. Anlässlich der
Beurkundung vom 5. Oktober 2016 habe er die Erklärungen der
Vertragsparteien wahrgenommen, wonach die Übergabe des
Zahlungsversprechens unter ihnen beiden bereits geregelt worden sei.
Nach seiner Wahrnehmung habe er somit nichts Wahrheitswidriges
beurkundet. Der Vorwurf, er hätte den Wortlaut des Kaufvertrages in
Bezug auf die Übergabe des unwiderruflichen Zahlungsversprechens
abändern müssen, weil der Käufer dem Verkäufer anlässlich des
Beurkundungstermins – entgegen dem Wortlaut des Kaufvertrages – kein
solches Zahlungsversprechen übergeben habe, sei seiner Ansicht nach
sehr formalistisch und habe keine Verletzung von Notariatspflichten zur
Folge. Überdies sei auch der Vorwurf, wonach er die Pflicht zur
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unparteilichen Interessenwahrung verletzt habe, zurückzuweisen. So
habe er in Absprache mit der von B._ mandatierten Zürcher
Anwaltskanzlei einzelne dringende Massnahmen eingeleitet. Er habe nie
die Absicht gehabt, die Interessen von B._ zu vertreten.
10. Nachdem sich die Notariatskommission zum Antrag des
Beschwerdeführers um Erteilung der aufschiebenden Wirkung kritisch
aber nicht grundsätzlich ablehnend geäussert hatte, verfügte der
Instruktionsrichter diese am 28. August 2019.
11. Mit Vernehmlassung vom 30. September 2019 beantragte die
Notariatskommission (nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung
der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des
Beschwerdeführers. Zur Begründung wurde auf die Ausführungen im
angefochtenen Beschluss vom 14. März 2019 sowie auf die
Verfahrensakten verwiesen.
12. Mit Gesuch vom 16. Oktober 2019 beantragte B._ den Beizug der
Akten des Staatshaftungsverfahrens sowie vollumfängliche Akteneinsicht
und die Einräumung des Rechts zur Einreichung einer Stellungnahme im
vorliegenden Beschwerdeverfahren. Nach Anhörung der Parteien wies der
Instruktionsrichter diese Anträge mit Verfügung vom 20. Dezember 2019
ab, zog indes die Akten des Staatshaftungsverfahrens von Amtes wegen
bei.
13. In seiner Replik vom 31. Oktober 2019 hielt der Beschwerdeführer
unverändert an seinen Anträgen fest. Ergänzend brachte er vor, dass die
Beschwerdegegnerin ausschliesslich auf die Angaben von B._
abgestellt habe und insbesondere den Umstand nicht gewürdigt habe,
dass dieser den Kaufvertrag unterzeichnet und dadurch dessen
Anmeldung im Grundbuch akzeptiert habe. Auch sei der von der
Beschwerdegegnerin angebrachte Vorbehalt, wonach je nach Ausgang
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des Staatshaftungsverfahrens auf den angefochtenen Beschluss vom 14.
März 2019 zurückgekommen werden könne, um die Strafe eventuell zu
verschärfen, nicht korrekt. Dieser Vorbehalt sei auf jeden Fall aufzuheben.
14. Mit Schreiben vom 29. Januar 2020 setzte die Beschwerdegegnerin das
Verwaltungsgericht darüber in Kenntnis, dass sie auf die Einreichung einer
Duplik verzichte.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtschriften sowie
im angefochtene Entscheid wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet der
Beschluss der Beschwerdegegnerin vom 14. März 2019, mit welchem der
Beschwerdeführer wegen Verletzung der Wahrheitspflicht sowie der
Interessenwahrungspflicht mit einer Busse von CHF 5'000.-- sowie einem
dreimonatigen Entzug des Notariatspatents bestraft wurde. Entscheide
der Notariatskommission können gemäss Art. 49 Abs. 2 lit. g des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) i.V.m. Art. 9 Abs. 2
des Notariatsgesetzes (NotG; BR 210.300) mit Beschwerde an das
Verwaltungsgericht weitergezogen werden. Ausgenommen sind Fälle,
welche die Notariatsprüfung betreffen (Art. 10 Abs. 2 NotG). Ein solcher
Ausnahmefall liegt hier nicht vor, weshalb das Verwaltungsgericht die
zuständige Rechtsmittelinstanz ist. Als formeller und materieller
Entscheidadressat ist der Beschwerdeführer vom angefochtenen
Beschluss überdies unmittelbar berührt und hat ein schutzwürdiges
Interesse an dessen gerichtlicher Überprüfung (vgl. Art. 50 Abs. 1 VRG).
Auf die von ihm frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist damit
grundsätzlich einzutreten. Nicht eingetreten werden kann indes, auf das
vom Beschwerdeführer gestellte Eventualbegehren, wonach der Entzug
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des Stempels und Siegels aufzuheben und die Busse entsprechend zu
reduzieren sei. Damit beanstandet er sinngemäss die von der
Beschwerdegegnerin vorgenommen Strafzumessung. Es verhält sich nun
aber so, dass der Beschwerdeführer mit keinem Wort begründet, inwiefern
die Beschwerdegegnerin die Strafzumessung nicht rechtmässig
vorgenommen haben soll. Aus diesem Grund ist auf das
Eventualbegehren mangels Substantiierung nicht einzutreten.
2. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist die Frage, ob der Beschwerdeführer
durch sein Verhalten die Wahrheitspflicht und die Pflicht zur unparteilichen
Interessenwahrung verletzt und damit gegen Notariatspflichten verstossen
hat.
3.1. Der Beschwerdeführer bringt vor, dass ihm die Vertragsparteien anlässlich
des Beurkundungstermin vom 5. Oktober 2016 mitgeteilt hätten, dass die
Übergabe des Zahlungsversprechens bereits erfolgt bzw. dies bereits
zwischen ihnen geregelt worden sei. Er habe somit nichts
Wahrheitswidriges beurkundet. Komme die Beschwerdegegnerin zum
gegenteiligen Schluss, mache sie eine erst im Nachhinein bekannt
gewordene "Wahrheit" zu derjenigen "Wahrheit", welche er während der
Beurkundung hätte erkennen sollen. Diese Argumentation basiere auf
einem Rückschaufehler. Die "Wahrheit", auf welche die Wahrheitspflicht
bei der Vertragsbeurkundung abziele, sei aber die "Wahrheit" zum
Zeitpunkt der Beurkundung. Die von der Beschwerdegegnerin
vorgenommene ex-post-Betrachtung sei unzulässig. Überdies sei der
Vorwurf, dass er unter den gegebenen Umständen eine Änderung der
Urkunde hätten vornehmen sollen, sehr formalistisch und habe keine
Verletzung der Notariatspflichten zur Folge.
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3.2. Die Wahrheitspflicht wird im NotG nicht ausdrücklich als solche genannt.
Sie ergibt sich aber – wie die Vorinstanz zu Recht ausführt – aus mehreren
anderen, ausdrücklich statuierten notariellen Berufspflichten. So darf die
Notariatsperson gemäss Art. 23 Abs. 1 NotG nur Tatsachen oder
Vorgänge festhalten, welche sie selbst wahrgenommen hat. Weiter muss
sie Beglaubigungsformeln und öffentliche Urkunden gemäss ihren
Wahrnehmungen unmissverständlich abfassen. Nach Art. 24. Abs. 1 NotG
hat die Notariatsperson ihre Amtsgeschäfte zudem sorgfältig
vorzubereiten und auszuführen. Sie darf zu keinen Vorgängen Hand
bieten, welche mit Recht oder guter Sitte nicht vereinbar sind. Überdies
hat die Notariatsperson gemäss Art. 24 Abs. 3 NotG die Vorstellungen und
Absichten der Beteiligten zu ermitteln, sie über Inhalt und erkennbare
Tragweite des Geschäfts zu belehren sowie auf Beseitigung von
Widersprüchen oder Unklarheiten hinzuwirken. Sie darf die freie
Entscheidung der Beteiligten nicht beeinflussen. Bei der Wahrheitspflicht
handelt es sich um eine grundlegende, wenn nicht sogar um die wichtigste
Berufspflicht des Notars, welche sich eigentlich von selbst versteht und
bereits vom Bundesrecht vorausgesetzt wird. Diese Wahrheitspflicht für
Urkundspersonen rechtfertigt es auch, der öffentlichen Urkunde
privilegierte Beweiskraft nach Art. 9 des Schweizerischen
Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) zuzuerkennen (Erläuternder Bericht mit
Vorentwurf des Bundesamtes für Justiz zur Änderung des ZGB betreffend
öffentliche Beurkundung vom Dezember 2012 [nachfolgend erläuternder
Bericht], S. 17). Die Wahrheitspflicht verlangt im Wesentlichen, dass die
Urkundsperson zum einen die Tatsachen selber sinnlich wahrnimmt, und
zum andern in der öffentlichen Urkunde keine Feststellungen trifft, von der
sie weiss, dass sie nicht zutrifft. Die Urkundsperson darf nur solche
Tatsachen beurkunden, die sie selbst wahrgenommen hat, zumal die
verstärkte Beweiskraft nach Art. 9 Abs. 1 ZGB nur das umfasst, was die
Urkundsperson aufgrund eigener Wahrnehmungen zuverlässig feststellen
kann bzw. durch eigene Wahrnehmung und Prüfung überhaupt als richtig
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bescheinigen kann (PFANNMATTER in: Stephan Wolf [Hrsg.], Kommentar
zum Notariatsrecht des Kantons Bern, Bern 2009, N 2 zu Art. 24 NG BE;
Erläuternder Bericht, S. 17). Das Gegenstück zur wahrheitsgemässen
Abfassung stellt die Klarheit bei der Redaktion der öffentlichen Urkunde
dar. Da die Verantwortung für die Urkundenredaktion beim Notar liegt, hat
er auf die inhaltliche Widerspruchslosigkeit der Urkunde hinzuwirken und
den rechtsgeschäftlichen Willen der Beteiligten klar und unzweideutig
wiederzugeben (PFANNMATTER, a.a.O., N 17 ff. zu Art. 34 NG BE). Ein
Notar, der vorsätzlich oder fahrlässig eine Erklärung oder Tatsache
unwahr beurkundet, verstösst gegen die Amtspflichten und macht sich
disziplinarisch und vermögensrechtlich verantwortlich, wobei diese
Verantwortlichkeit bereits greifen kann, wenn der Notar – unter Verletzung
der Klarheitspflicht – eine Urkunde sprachlich unklar abfasst.
3.3. Ausgangspunkt für die Frage, ob der Beschwerdeführer die
Wahrheitspflicht verletzt hat, bildet die in Ziffer II. des Kaufvertrages vom
5. Oktober 2016 enthaltene Klausel, welche wie folgt lautet:
"Der Käufer übergibt anlässlich der Unterzeichnung dieses Kaufvertrages
dem Verkäufer ein unwiderrufliches selbstschuldnerisches
Zahlungsversprechen eines Schweizerischen Bankinstituts, mit welchem die
Bank die Kaufpreiszahlung im Betrag von CHF 100'000.00, 1'725'000.00 und
CHF 110'000.00 zusichert."
Damit hielt der Beschwerdeführer im Kaufvertrag also fest, dass der
Käufer dem Verkäufer anlässlich des Beurkundungstermins vom 5.
Oktober 2016 ein Zahlungsversprechen eines Schweizerischen
Bankinstituts in der Höhe von CHF 100'000.--, CHF 1'725'000.-- und CHF
110'000.-- übergebe. Tatsache ist indes, dass anlässlich dieses
Beurkundungstermin kein solches Zahlungsversprechen vorlag bzw.
übergeben wurde, was der Beschwerdeführer auch nicht bestreitet. Damit
beurkundete der Beschwerdeführer eine Tatsache, von welcher er wusste,
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dass sie nicht zutraf. Es liegt demnach eine Verletzung der
Wahrheitspflicht vor. Bringt der Beschwerdeführer vor, er hätte nichts
Wahrheitswidriges beurkundet, weil die Vertragsparteien ihm anlässlich
des Beurkundungstermins vom 5. Oktober 2016 bestätigt hätten, dass die
Übergabe des Zahlungsversprechens bereits vorgängig erfolgt sei,
verfängt dieses Vorbringen nicht. Selbst wenn davon ausgegangen würde,
dass die Vertragsparteien dem Beschwerdeführer anlässlich des
Beurkundungstermins vom 5. Oktober 2016 diese Bestätigung abgegeben
hätten – was der Verkäufer im rechtshängigen Staatshaftungsverfahren U
18 49 bestreitet – hatte anlässlich dieses Termins anerkanntermassen
dennoch kein Zahlungsversprechen vorgelegen und hatte der Käufer dem
Verkäufer folglich auch kein solches übergeben. Vor diesem Hintergrund
hätte der Beschwerdeführer den Text des Kaufvertrages in jedem Fall
anpassen müssen. Indem er dies nicht tat, verkennt der
Beschwerdeführer, dass er so oder anders einen tatsachenwidrigen
Kaufvertrag beurkundet hatte; inwiefern das Festhalten des tatsächlichen,
vom Entwurf des Kaufvertrags abweichenden Sachverhalts in der Urkunde
formalistisch sein sollte, ist für das Gericht nicht nachvollziehbar.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer in jedem
Fall einen tatsachenwidrigen Kaufvertrag beurkundete, womit er die ihm
obliegende Wahrheitspflicht verletze. Ein Notar, der vorsätzlich oder
fahrlässig die Wahrheitspflicht verletzt, macht sich sowohl disziplinarisch
als auch vermögensrechtlich verantwortlich. Mit einer wahrheitswidrigen
Beurkundung liegt möglicherweise auch eine vorsätzliche oder fahrlässige
Urkundenfälschung bzw. Falschbeurkundung im Amt gemäss Art. 317 des
Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) vor.
4.1. Der Beschwerdeführer rügt, dass er die Pflicht zur unparteilichen
Interessenwahrung nicht verletzt habe. Zwar habe er in Absprache mit der
vom Verkäufer im Dezember 2016 mandatierten Zürcher Anwaltskanzlei
einzelne dringende Massnahmen eingeleitet. Die eigentliche
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Interessenwahrung sei indes durch diese Anwaltskanzlei erfolgt und nicht
durch ihn. Auch habe er nie die Absicht gehabt, die Interessen des
Verkäufers zu vertreten.
4.2. Art. 24 Abs. 2 NotG statuiert die Pflicht des Notars, die Interessen der
Beteiligten gleichmässig und objektiv zu wahren und für die Einhaltung von
Treu und Glauben zu sorgen. Es gilt der Grundsatz, dass eine
Urkundsperson ihre Dienstleistung von Anfang bis Ende unparteilich
erbringt. Der Unparteilichkeitsgrundsatz beinhaltet einerseits die
inhaltliche Pflicht zur unparteilichen Interessenwahrung und andererseits
verfahrensmässig die Pflicht, bei Mehrparteiengeschäften länger
dauernde einseitige Klientenkontakte zu vermeiden und die übrigen
Beteiligten über erfolgte einseitige Kontakte offen zu informieren (Urteil
des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [UVG] U 09 46 E.3.b
= PVG 2009 Nr. 4). Notare, welche gleichzeitig als Rechtsanwälte tätig
sind, müssen die Unvereinbarkeitsbestimmung sowohl des
Notariatsrechts als auch jene des Anwaltsrechts respektieren (Urteil des
Bundesgerichts 2C_407/2008 vom 23. Oktober 2008 E.3.3). Praktiziert ein
Notar gleichzeitig als Rechtsanwalt, so darf er in einer streitigen
Angelegenheit, die einen von ihm zuvor öffentlich beurkundeten
Sachverhalt betreffen, keine der beteiligten Parteien vertreten (vgl.
Rundschreiben der Notariatskommission Graubünden Nr. 1/2003 vom 1.
September 2003; Entscheid des Verwaltungsgerichts Aargau [AGVE]
2002 vom 1. Dezember 2002 E.2c aa). Die Rolle des Notars erschöpft sich
in erster Linie denn auch nicht im Niederschreiben des Parteiwillens,
sondern in der Erläuterung der mit dem geplanten Rechtsgeschäft
verbundenen Rechtsfolgen und der allenfalls möglichen Alternativen. Es
besteht bei der anwaltlichen Vertretung durch den Notar jeweils das
erhebliche Risiko, dass der Betroffene jenes Wissen, welches er sich bei
der Erstellung der Urkunde als Notar angeeignet hat, bei der Ausübung
der anwaltlichen Vertretung ausnützt. Während eine Urkundsperson die
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Interessen der Beteiligten gleichmässig und objektiv wahren muss (Art. 24
Abs. 2 NotG), ist ein Anwalt nämlich in erster Linie Verfechter von
Parteiinteressen und ist als solcher einseitig für seinen Mandanten tätig
(BGE 106 Ia 100, S. 105; 131 IV 154, S. 158). Dass diese Konstellation
äusserst heikel, wenn nicht gar untersagt ist, dürfte bzw. müsste jedem
Notar bekannt sein. Gestützt auf diese Überlegungen vertritt das
Verwaltungsgericht die Ansicht, dass die reine Konstellation einer
anwaltlichen Vertretung durch den beurkundeten Notar ausreicht für die
Bejahung einer Verletzung der Interessenwahrungspflicht. Die Gefahr
eines (bewussten oder unbewussten) Missbrauchs des als Notar
erlangten Wissens ist so gross, dass bereits die abstrakte Möglichkeit des
Auftretens gegensätzlicher Interessenlagen ausreichen muss, um auf eine
unzulässige Vertretung zu schliessen (VGU U 09 46 E.3.b = PVG 2009 Nr.
4).
4.3. Mit E-Mail vom 21. November 2016 forderte der Beschwerdeführer den
Käufer auf, den ausstehenden Kaufpreis von CHF 1'944'288.45 zuzüglich
5% Verzugszins bis spätestens am 23. November 2016 zu bezahlen.
Nachdem diese Aufforderung erfolglos blieb, drohte er dem Käufer mit
Schreiben vom 23. November 2016 die Einleitung der Betreibung ein (vgl.
klägerische Beilage [K-act.] 5 im verwaltungsgerichtlichen Klageverfahren
U 18 49). Am 7. Dezember 2016 leitete der Beschwerdeführer als
Bevollmächtigter des Verkäufers androhungsgemäss die Betreibung
gegen den Käufer ein (K-act. 8 im verwaltungsgerichtlichen
Klageverfahren U 18 49). Damit der Beschwerdeführer diese Betreibung
namens und im Auftrag des Verkäufers vornehmen konnte, liess er sich
gleichentags zur Vertretung und zur Wahrung der Interessen des
Verkäufers in der Angelegenheit "Forderung aus Kaufvertrag c. C._"
beauftragen (vgl. K-act. 7 im verwaltungsgerichtlichen Klageverfahren U
18 49). Am 13. Dezember 2016 reichte der Beschwerdeführer namens und
im Auftrag des Verkäufers bei der Schlichtungsbehörde des Bezirks
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G._ zudem ein Schlichtungsgesuch ein. Darin beantragte er, dass die
Ungültigkeit des von ihm beurkundeten Kaufvertrages vom 5. Oktober
2016 festzustellen und das Grundbuchamt der Gemeinde F._
anzuweisen sei, die Stockwerkeinheit Nr. D._ und den
Miteigentumsanteil Nr. E._ aus dem Eigentum des Käufers ins
Eigentum des Verkäufers zu übertragen; eventuell sei der Käufer zu
verpflichten, den Betrag von CHF 1'935'000.-- zuzüglich 5% Verzugszins
zu bezahlen (vgl. K-act. 9 im verwaltungsgerichtlichen Klageverfahren U
18 49). Überdies reichte der Beschwerdeführer am 19. Dezember 2019
ein Gesuch um Erlass von vorsorglichen Massnahmen beim
Bezirksgericht G._ ein; dies wiederum als Rechtsvertreter des
Verkäufers. Darin beantragte er die Anmerkung einer Grundbuchsperre
auf der Stockwerkeinheit Nr. D._ und dem Miteigentumsanteil Nr.
E._ (vgl. K-act. 10 im verwaltungsgerichtlichen Klageverfahren U 18
49). Die Mandatierung der Zürcher Anwaltskanzlei durch den Verkäufer
erfolgte aufgrund der Akten erst am 19. Dezember 2016 (K-act. 53/Rz. 27
im verwaltungsgerichtlichen Klageverfahren U 18 49). Aufgrund dieser
Mandatierung redigierte die Zürcher Anwaltskanzlei ein Gesuch um
Eintragung eines Verkäuferpfandrechts, welches absprachegemäss vom
Beschwerdeführer unterzeichnet und von ihm am 23. Dezember 2016 dem
Grundbuchamt G._ überbracht wurde (vgl. K-act 11 im
verwaltungsgerichtlichen Klageverfahren U 18 49). Daraus ergibt sich,
dass der Beschwerdeführer erst das Gesuch um Eintragung eines
Verkäuferpfandrecht in Absprache mit der Zürcher Anwaltskanzlei
vornahm. Die vorangegangenen (dringlichen) Massnahmen unternahm
der Beschwerdeführer indes allesamt auf Eigeninitiative und im Namen
und auftrags des Verkäufers. Damit ist erstellt, das der Beschwerdeführer
im Anschluss an die Beurkundung vom 5. Oktober 2016 die anwaltliche
Vertretung einer der Vertragsparteien, nämlich des Verkäufers, gegen die
andere Vertragspartei übernommen hatte, und zwar in einer Streitsache,
welche sich auf den am 5. Oktober 2016 beurkundeten Kaufvertrag bezog.
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Eine Verletzung der Interessenwahrungspflicht gemäss Art. 24 Abs. 2
NotG ist somit evident und zwar ohne dass zusätzlich ein konkreter
Interessenkonflikt vorliegen müsste. Der Vollständigkeit halber sei
erwähnt, dass eine solche Amtspflichtverletzung auch in Bezug auf die
Vorkehrungen im Zusammenhang mit dem vom Beschwerdeführer am 23.
Dezember 2016 beim Grundbuchamt G._ eingereichten Gesuch um
Eintragung eines Verkäuferpfandrechts vorliegt. Es verhält sich nämlich
so, dass die Überbringung dieses Gesuchs – im Namen und auftrags des
Verkäufers – der Sicherung des geschuldeten Kaufpreises diente und
damit einzig und allein im Interesse des Verkäufers lag. Vor diesem
Hintergrund kann nicht entscheidrelevant sein, ob die Einreichung des
Gesuchs um Eintragung eines Verkäuferpfandrechts vom 23. Dezember
2016 vorab mit der beauftragten Zürcher Anwaltskanzlei abgesprochen
wurde.
5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin in den
Handlungen des Beschwerdeführers zu Recht eine Verletzung sowohl der
Wahrheitspflicht als auch der Interessenwahrungspflicht erkannt und ihn
hierfür diszipliniert hat. Die Beschwerde erweist sich damit als
unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.
6.1. Eventualiter beantragt der Beschwerdeführer, dass der Entzug des
Stempels und Siegels aufzuheben und die Busse entsprechend zu
reduzieren sei. Wie eingangs ausgeführt, hat der Beschwerdeführer
diesen Eventualantrag mit keinem Wort begründet, weshalb darauf
mangels Substantiierung nicht einzutreten ist. Doch selbst dann, wenn
darauf eingetreten werden würde, wäre der Eventualantrag abzuweisen.
6.2. Wer als Notariatsperson schuldhaft Amtspflichten verletzt oder gegen das
Ansehen des Notariatsstandes verstösst, wird disziplinarisch bestraft (vgl.
Art. 45 NotG). Disziplinarmassnahmen sind gemäss Art. 46 Abs. 1 NotG:
(a) Verweis, (b) Busse bis CHF 20'000.--, (c) Patententzug oder
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Amtseinstellung bis vier Jahre, (d) dauernder Patententzug oder
Amtsenthebung. Gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung können einzelne
Disziplinarmassnahmen miteinander verbunden werden. Die
Notariatskommission berücksichtigt insbesondere die Schwere der
Amtspflichtverletzung und die dadurch begründete Gefährdung sowie das
Verschulden und die bisherige Amtsführung der Notariatsperson (vgl. Art.
46 Abs. 3 NotG).
6.3. Unter Berücksichtigung der in Art. 46 Abs. 3 NotG zu berücksichtigenden
Kriterien hat die Beschwerdegegnerin eine vollständige und sorgfältige
Bemessung der Strafe vorgenommen. So ist sie zu Recht von einer
schuldhaften Verletzung der Wahrheitspflicht und der
Interessenwahrungspflicht ausgegangen. Auch hat die
Beschwerdegegnerin nachvollziehbar begründet, weshalb gerade diese
Amtspflichten in der notariellen Tätigkeit von grundlegender Bedeutung
sind und es sich deshalb um eine schwerwiegende Verletzung derselben
handelt. Auch ist nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin die
Amtspflichtverletzungen ohne Weiteres als vermeidbar qualifiziert und
keine Rechtfertigungsgründe als einschlägig erachtet hat. Gestützt auf
den vom Beschwerdeführer vorgetragenen und vom Verkäufer im
verwaltungsgerichtlichen Klageverfahren U 18 49 bestrittenen Ablauf der
Beurkundung vom 5. Oktober 2016, wonach das Zahlungsversprechen
bereits im Vorfeld übergeben worden sei, ist die Beschwerdegegnerin von
einem erheblichen Verschulden ausgegangen. Dieser Ablauf hätte in
jedem Fall eine Anpassung des Urkundentextes durch den
Beschwerdeführer notwendig gemacht, was indes unterblieb. Vor diesem
Hintergrund ist die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Qualifikation des Verschuldens nicht zu beanstanden. Weiter hat die
Beschwerdegegnerin das notarielle Vorleben des Beschwerdeführers
beleuchtet. Dabei traten innerhalb der letzten zehn Jahre insgesamt drei
Disziplinarmassnahmen zu Tage, welche sie bei der Strafzumessung zu
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Recht berücksichtigt hat. Dabei handelt es sich um eine Busse von CHF
1'000.-- und CHF 4'000.-- sowie einen Verweis. Unter diesen Umständen
ist nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin den
Beschwerdeführer mit einem Patentenzug von drei Monaten und einer
Busse von CHF 5'000.-- diszipliniert hat. Was die Höhe der
ausgesprochenen Busse anbelangt, ist zu berücksichtigen, dass der
Beschwerdeführer der Aufforderung der Beschwerdegegnerin, seine
Einkommens- und Vermögensverhältnisse offenzulegen, nicht
nachgekommen ist. In Würdigung dieses Umstandes ist die
ausgesprochene Busse von CHF 5'000.-- sogar noch eher bescheiden
ausgefallen.
7.1. Der Beschwerdeführer beanstandet den von der Beschwerdegegnerin
angebrachte Vorbehalt, wonach das Disziplinarverfahren in Hinblick auf
weitere notariatsrechtliche Verstösse (evtl. Verletzung der Belehrungs-
und Sorgfaltspflicht) bis zum rechtkräftigen Abschluss des
verwaltungsgerichtlichen Klageverfahrens U 18 49 sistiert werde. Die
Beschwerdegegnerin habe mit Einlage aller Beweismittel belegt, dass sie
volle Kenntnis vom gesamten Sachverhalt habe und somit alle Punkte
habe beurteilen können. Ausserdem hätte die Beschwerdegegnerin mit
ihrem Beschluss zuwarten können, wenn für sie der Ausgang des
verwaltungsgerichtlichen Klageverfahrens U 18 49 derart wichtig gewesen
wäre. Aus diesen Gründen sei der Vorbehalt in jedem Fall aufzuheben.
7.2. Dagegen bringt die Beschwerdegegnerin vor, dass sie den
Beschwerdeführer vorläufig wegen Verletzung der Wahrheitspflicht und
der Interessenwahrungspflicht diszipliniert habe, es sich aber vorbehalten
wolle, allfällige sich aus dem verwaltungsgerichtlichen Klageverfahren U
18 49 ergebende Verstösse zusätzlich zu ahnden. Aus diesem Grund
habe sie den Beschwerdeführer auch verpflichtet, ihr den entsprechenden
Entscheid zuzustellen. Damit will die Beschwerdegegnerin sicherstellen,
dass sie von weiteren Verstössen, welche im Rahmen des
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verwaltungsgerichtlichen Klageverfahrens U 18 49 allenfalls zu Tage
treten werden, erfährt. Im Ergebnis entspricht der im angefochtenen
Beschluss angeordnete Vorbehalt somit einem Teilentscheid.
Teilentscheide sind Urteile, mit denen über eine Vorfrage, eine
Grundsatzfrage oder einen anderen Teilaspekt des Streitgegenstands
vorab selbständig, materiell entschieden wird. Angesichts der Tatsache,
dass die Disziplinierung wegen Verletzung der Wahrheitspflicht und der
Interessenwahrungspflicht ohne Weiteres von einem allfälligen noch zu
erlassenden Endurteil abgespaltet werden kann und auch unter
prozessökonomischen Gründen nicht unzweckmässig erscheint, ist der
von der Beschwerdegegnerin erlassene Teilentscheid nicht zu
beanstanden (vgl. AGVE 2001 vom 3. Juli 2001 E.2.a). Ferner ist zu
berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer in einem allfälligen
Endentscheid nicht noch einmal wegen Verletzung der Wahrheitspflicht
und der Interessenwahrungspflicht bestraft werden könnte und zwar selbst
dann nicht, wenn sich unter Berücksichtigung von allfälligen weiteren
Amtspflichtverletzungen ein schwereres Verschulden aufdrängen sollte.
Mit anderen Worten gilt der Vorbehalt somit ausschliesslich für neu zu
Tage tretende Verfehlungen. Vor diesem Hintergrund kann auch nicht
gesagt werden, dass der Erlass eines Teilentscheides unter
Berücksichtigung der Interessen des Beschwerdeführers nicht geboten
wäre (AGVE 2001 vom 3. Juli 2001 E.2.a). Zusammenfassend ist
festzuhalten, dass der von der Beschwerdegegnerin mit angefochtenen
Beschluss angeordnete Vorbehalt zulässig und nicht zu beanstanden ist.
Auch diesbezüglich erweist sich die Beschwerde als unbegründet,
weshalb sie abzuweisen ist.
8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten des vorliegenden
Beschwerdeverfahrens zu Lasten des Beschwerdeführers (Art. 73 Abs. 1
VRG). Dabei erscheint eine Staatsgebühr von CHF 3'000.-- als
angemessen. Eine Parteientschädigung ist nicht zu entrichten, zumal die
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Beschwerdegegnerin gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in ihrem amtlichen
Wirkungskreis obsiegt hat.