Decision ID: 9426557d-c4bd-4d5e-9498-0913b4ed41f2
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 18. Februar 2000 zum Leistungsbezug bei der
Invalidenversicherung (IV) an. Als Grund nannte sie Bein- und Rückenschmerzen (IV-
act. 1).
A.b Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH, diagnostizierte gemäss Bericht vom
30. Mai 2000 ein lumboradikuläres Schmerzsyndrom rechts bei anamnestisch
medianer Diskushernie L4/L5, leichter medianer Diskusprotrusion L5/S1,
Osteochondrose L4/L5, leichte Osteochondrose L5/S1 und eine minime
Spondylarthrose am lumbosakralen Übergang. Die Versicherte sei mit Unterbrüchen
seit dem 23. Februar 1999 zu 100 % arbeitsunfähig. Der Gesundheitszustand sei
stationär. Er gehe davon aus, dass eine unbewusste Fehlverarbeitung mit Entwicklung
einer reaktiven Depression hier Leitsymptom sei und dadurch eine Wiederaufnahme
der Arbeit zurzeit nicht möglich sei (IV-act. 7-1 ff.). Aus den dem Arztbericht
beigelegten Akten geht hervor, dass sich die Versicherte am 17. Dezember 1999
wegen Schmerzen, die vom Gesäss bis in die grossen Zehen ausstrahlten,
notfallmässig in der Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen vorgestellt
hatte, welche sie am 20. Dezember 1999 an das Kantonale Spital C._ überwies.
Dabei war eine therapieresistente Lumboischialgie mit Ausstrahlung ins rechte Bein
ohne radikuläre neurologische Ausfälle bei medianer Diskushernie L4/L5 diagnostiziert
worden (IV-act. 7-14). Die empfohlene Liegetherapie konnte im Spital C._ aufgrund
sprachlicher Schwierigkeiten, wegen des Rauchverlangens und der bestehenden
grossen psychosozialen Problematik nur teilweise durchgeführt werden (IV-act. 7-10 f.).
Dr. med. D._, Facharzt Psychiatrie, berichtete am 12. Mai 2000, eine deutlich
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depressive Stimmung sei nicht zu belegen. Jedoch sei das Absacken in ein
Stimmungstief vorstellbar. Die Versicherte und ihr Ehemann hätten kein Vertrauen in
seine Therapie aufbauen können, worauf diese nach drei Sprechstunden nicht mehr
fortgesetzt worden sei (IV-act. 7-5 ff.).
A.c Im Gutachten der MEDAS St. Gallen vom 22. Februar 2001 (Untersuchungen
vom 15. und 22. November sowie 8. Dezember 2000) wurden als Diagnosen mit
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ein erhebliches lumbovertebrales Schmerzsyndrom
ohne radikuläre Symptomatik, ein längeres depressives Zustandsbild im Rahmen einer
Reaktion auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen sowie eine psychogene
Überlagerung der vorhandenen Rückenschmerzen erhoben (IV-act. 16-9 f.). Die
Gutachter kamen zum Schluss, die Versicherte sei in Berücksichtigung der
psychischen Befunde sowohl in ihrer bisherigen als auch in einer anderen Tätigkeit
100 % arbeitsunfähig (IV-act. 16-12). Der psychiatrische Gutachter, Dr. med. E._,
Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erachtete das psychopathologische
Zustandsbild in direktem Zusammenhang mit zunächst nicht invalidisierenden
Faktoren, auf Grund derer die Versicherte zunehmend mehr depressive und
psychosomatische Symptome entwickelt habe. Diese nicht invalidisierenden Faktoren
hätten aber die Entwicklung der psychischen Störung begünstigt (IV-act.14-7 f.).
A.d Mit Verfügung vom 25. Oktober 2001 wurde der Versicherten ab 1. Mai 2000
eine ganze IV-Rente bei einem Invaliditätsgrad von 100 % zugesprochen (IV-act. 28).
A.e Anlässlich der Revisionsprüfung gab die Versicherte am 27. Juni 2006 an, der
Gesundheitszustand habe sich seit 2004 verschlimmert. Sie habe mehr Schmerzen und
neu seien Magenprobleme aufgetreten (IV-act. 31). Dr. med. F._, FMH Innere Medizin
und Rheumatologie, bezeichnete am 5. Juli 2006 den Gesundheitszustand ebenfalls als
verschlechtert. Die Versicherte sei unverändert 100 % arbeitsunfähig. Gewicht und
Schmerzen hätten zugenommen (IV-act. 34). Die IV-Stelle teilte der Versicherten am
13. Juli 2006 mit, sie habe weiterhin Anspruch auf die bisherige Rente (IV-act. 36).
A.f Am 7. August 2009 erklärte die Versicherte, der Gesundheitszustand sei gleich
geblieben (IV-act. 37). Dr. F._ konstatierte eine Verschlechterung; es beständen
persistierende Schmerzen im rechten Bein und lumbal bei zunehmendem Gewicht.
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Weder die bisherige noch eine andere Tätigkeit sei zumutbar (IV-act. 40, Bericht vom
20. August 2009). Am 27. August 2009 teilte die IV-Stelle der Versicherten wiederum
mit, es bestehe weiterhin Anspruch auf die bisherige Rente (IV-act. 42).
A.g Im Revisionsfragebogen vom 6. März 2012 gab die Versicherte erneut einen
gleich gebliebenen Gesundheitszustand an (IV-act. 43). Dr. F._ berichtete am 26. Juni
2012, der Gesundheitszustand sei stationär. Es liege ein wechselnder Schmerzverlauf
lumbal und im rechten Bein sowie ein unverändert hohes Gewicht vor. Die Versicherte
sei nicht arbeitsfähig (IV-act. 46). Auf Anfrage der IV-Stelle erklärte die Versicherte am
16. August 2012 (Posteingang), sie sei seit 2001 nicht mehr in psychiatrischer
Behandlung gewesen (IV-act. 49). Dr. F._ veranlasste wegen aktueller Zunahme der
Schmerzen eine vertebrospinale Kernspintomographie thoracolumbal bis lumbosacral.
Gemäss Bericht der Radiologie G._ vom 31. Oktober 2012 zeigte sich verglichen mit
der Voruntersuchung vom 30. Juli 1999 bei bekannter deutlicher Diskopathie LWK 4/5
eine etwas breitflächigere vor allem mediane Diskushernie im gleichen Segment mit
konsekutiver grenzwertiger vor allem diskogener Einengung des Spinalkanals. Die
zirkuläre Protrusion reiche zwar bis zu den Neuroforamina, ohne diese aber wesentlich
zu beeinträchtigen (IV-act. 58-73).
A.h Auf Empfehlung des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) veranlasste die IV-
Stelle eine erneute medizinische Abklärung. Entsprechend wurde die Versicherte am
Begutachtungszentrum BL (BEGAZ) polydisziplinär (allgemeinmedizinisch-internistisch,
rheumatologisch, orthopädisch, psychiatrisch) begutachtet (Untersuchungen vom 28.
Januar, 11. und 14. Februar 2013, Gutachten vom 4. März 2013, IV-act. 58-1 ff.). Die
Gutachter diagnostizierten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (1.) ein chronisches
lumbales Schmerzsyndrom mit pseudoradikulärer Schmerzausstrahlung in das rechte
Bein mit / bei Osteochondrose und medianer Diskushernie LWK4/5 mit konsekutiver,
v.a. diskogener Einengung des Spinalkanals, sowie Osteochondrose mit diskreter
Diskusprotrusion bis -herniation LWK5/SWK1, (2.) ein intermittierendes
Thorakalsyndrom bei rechtskonvexer thorakaler Skoliose und Fehlbelastung durch
Benützen eines Stockes, sowie (3.) Schmerzen in den Handgelenken beidseits unklarer
Aetiologie. Gesamtmedizinisch seien der Versicherten schwere körperliche Tätigkeiten
wohl andauernd nicht zumutbar. In allen leichten bis intermittierend mittelschweren,
rückenadaptierten Tätigkeiten bestehe hingegen eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit.
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Aus fachärztlich psychiatrischer Sicht sei eine Verbesserung eingetreten,
möglicherweise schon vor einigen Jahren. Ein genauer Zeitpunkt könne jedoch nicht
angegeben werden (IV-act. 58-36, 38, 40).
A.i Med. pract. H._ (RAD) nahm am 11. März 2013 zum Gutachten Stellung.
Dieses entspreche formal und inhaltlich den Anforderungen an ein medizinisches
Gutachten. Die polydisziplinäre Begutachtung habe mit eingehender klinischer
Untersuchung und Exploration mit Hilfe einer Dolmetscherin stattgefunden. Die
Begutachtung sei in Kenntnis und unter Berücksichtigung aller Akten erstellt und es
seien zusätzlich laborchemische Abklärungen durchgeführt worden (IV-act. 59).
A.j Nach entsprechendem Vorbescheidverfahren (IV-act. 63, IV-act. 64) verfügte
die IV-Stelle am 24. Mai 2013 die Aufhebung der Rente auf das Ende des der
Zustellung folgenden Monats und entzog einer allfälligen Beschwerde die
aufschiebende Wirkung (IV-act. 66).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 24. Mai 2013 liess A._, vertreten durch
Rechtsanwalt Rainer Braun, am 21. Juni 2013 Beschwerde erheben. Sie beantragt, die
angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen aufzuheben.
Sowohl das BEGAZ-Gutachten als auch Dr. F._ bestätigten eine Verschlechterung
der somatischen Befunde. Im psychischen Bereich seien im Wesentlichen dieselben
Befunde erhoben worden wie im der ursprünglichen Verfügung zugrunde liegenden
MEDAS-Gutachten. Diese seien allerdings anders interpretiert worden; es handle sich
um eine unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen
Sachverhalts. Die Voraussetzungen für eine Revision der Invalidenrente seien damit
nicht erfüllt. Selbst wenn dies - was ausdrücklich bestritten werde - der Fall wäre, hätte
die Eingliederungsfrage geprüft werden müssen. Eine Selbsteingliederung sei
unzumutbar (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 6. September 2013 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Aus somatischer Sicht habe
weder zum Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache eine Einschränkung der
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Arbeitsfähigkeit bestanden, noch sei dies aktuell der Fall. Psychiatrisch habe sich der
Zustand gebessert, da die ursprünglich zur Rentenzusprache führende
Anpassungsstörung nicht mehr diagnostiziert werden könne. Die Rechtsprechung,
welche im Falle der Herabsetzung oder Aufhebung einer Invalidenrente die Prüfung von
Eingliederungsmassnahmen vorsehe, sei nur auf versicherte Personen anwendbar, die
das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente während mehr als 15 Jahren bezogen
hätten. Beide Voraussetzungen seien hier nicht erfüllt. Der Beschwerdeführerin sei es
zuzumuten, das medizinisch attestierte verbesserte Leistungsvermögen im Rahmen der
Selbsteingliederung zu verwerten (act. G 4).
B.c Mit Eingabe vom 24. September 2013 bestritt die Beschwerdeführerin die
Ausführungen in der Beschwerdeantwort und verzichtete im Übrigen auf eine Replik.

Erwägungen
1.
1.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein
Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen).
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1.3 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). In beweisrechtlicher Hinsicht gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen).
1.4 Im Sinne einer Richtlinie ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Zu beachten sind sodann die einschlägigen
Verfahrensvorschriften und die Mitwirkungsrechte der Verfahrensbeteiligten (BGE 137
V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
2.
2.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin
für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR
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830.1]). Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen
Änderung des Invaliditätsgrads ist bei der Prüfung eines Gesuchs um Erhöhung der
Rente wie auch bei der Prüfung einer Rentenanpassung von Amtes wegen die letzte
rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs
mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs beruht (BGE 133 V 108; BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des
Bundesgerichts vom 26. März 2010, 9C_438/2009, E. 1). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der
Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Anspruch zu beeinflussen.
Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des
Gesundheitszustandes oder der erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustandes revidierbar. Dagegen stellt die unterschiedliche
Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen
Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (Urteile der Bundesgerichts vom 17. Januar 2008,
9C_552/2007 E. 3.1.2, vom 12. Januar 2010, 9C_798/2009, E. 3.1, vom 27. Mai 2010,
8C_972/2009 E. 3.2, BGE 112 V 371 E. 2b, mit weiteren Hinweisen). Die Beantwortung
der Frage, ob eine massgebende Änderung eingetreten ist, setzt einen Vergleich zweier
Sachverhalte voraus (U. Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, Art. 17 N 22).
Praxisgemäss genügt für die Revision einer Invalidenrente, dass eine
Tatsachenänderung aus dem gesamten anspruchserheblichen Tatsachenspektrum
eingetreten ist; nicht erforderlich ist, dass gerade die geänderte Tatsache zur
revisionsweisen Neufestsetzung der Invalidenrente führt (Urteil des Bundesgerichts
vom 26. März 2014, 8C_754/2013, E. 3.2.1).
2.2 Ist eine anspruchserhebliche Änderung des Sachverhalts nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, bleibt es nach dem Grundsatz der
materiellen Beweislast beim bisherigen Rechtszustand (Urteil des Bundesgerichts vom
16. Juni 2014, 9C_273/2014, E. 3.1.1). Bei gegebenem Revisionsgrund ist der
Rentenanspruch gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung umfassend neu zu
prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 und E. 6.1; Urteil vom 5. Dezember 2012, 9C_427/2012,
E. 3.4).
3.
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3.1
Im MEDAS-Gutachten vom 22. Februar 2001 wurde bei der Beschwerdeführerin in
somatischer Hinsicht ein erhebliches lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne
radikuläre Symptomatik diagnostiziert. Die Gutachter befanden, die
Beschwerdeführerin leide an einem Schmerzsyndrom, das trotz mehrfacher
therapeutischer Bemühungen nicht besser geworden sei. Das MRI zeige zwar eine
Diskushernie, jedoch ohne Wurzelkompression, entsprechend dem klinischen Bild
ohne nachweisbare radikuläre Ausfälle. Es sei zu einer Ausweitung und Verstärkung der
Schmerzen gekommen. Die Beschwerdeführerin habe sich völlig invalid und auf Hilfe
angewiesen präsentiert. Sie schleppe sich an Stöcken und sei teilnahmslos der Umwelt
gegenüber. Objektivierbare Befunde, welche das Ausmass der geklagten Schmerzen
erklären könnten, hätten nicht nachgewiesen werden können. Obwohl die
Beschwerdeführerin gemäss eigenen Angaben an starken Schmerzen leide, gehe aus
den Akten hervor, dass jegliche Compliance für entsprechende therapeutische
Massnahmen fehle (IV-act. 16-11 f.). Der psychiatrische MEDAS-Gutachter Dr. E._
diagnostizierte ein längeres depressives Zustandsbild im Rahmen einer Reaktion auf
schwere Belastungen und Anpassungsstörungen (ICD-10: F43.21) und zusätzlich eine
psychogene Überlagerung der vorhandenen Rückenschmerzen (ICD-10: F54) mit einer
daraus resultierenden Störung der Gefühlswahrnehmung und des Sozialverhaltens.
Aufgrund dessen sei die Beschwerdeführerin voll arbeitsunfähig. Das
psychopathologische Zustandsbild stehe zunächst in direktem Zusammenhang mit
nicht invalidisierenden Faktoren wie soziokultureller Entwurzelung, mangelnden
Deutschkenntnissen und finanziellem Druck. Die Beschwerdeführerin leide stark an
Heimweh, fühle sich hier in der Schweiz nicht glücklich und habe sich bisher nicht
anpassen können. Als Reaktion darauf habe sie zunehmend mehr depressive und
psychosomatische Symptome entwickelt. Diese nicht invalidisierenden Faktoren hätten
aber die Entwicklung der psychischen Störung begünstigt (IV-act. 14-6 f.). Gesamthaft
kam die Medas im Gutachten vom 22. Februar 2001 zum Schluss, die
Beschwerdeführerin sei in Berücksichtigung der psychischen Befunde sowohl in ihrer
bisherigen wie auch in einer anderen Tätigkeit 100% arbeitsunfähig.
3.2
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3.2.1 Die rheumatologische Gutachterin des BEGAZ, Dr. med. I._, FMH für
Rheumatologie und Innere Medizin, kam aufgrund ihrer Untersuchung vom 11. Februar
2013 zum Schluss, dass ein lumbales Schmerzsyndrom mit pseudoradikulärer
Ausstrahlung in das rechte Bein bei degenerativen Veränderungen des lumbalen
Achsenskelettes vorliege. Diese Veränderungen seien im radiologisch dokumentierten
Zeitraum dem natürlichen Verlauf entsprechend leicht progredient. Neu
hinzugekommen sei im Verlauf der Jahre eine Osteochondrose mit Diskusprotrusion
bis -herniation auf der Höhe LWK5/SWK1. Radiologisch komme keine
Kompromittierung neuraler Strukturen zur Darstellung. Hinsichtlich der
Rippenbeschwerden lasse sich eine skoliotische Fehlhaltung und v.a. Fehlbelastung
des Oberkörpers durch das Benützen eines Stockes und das immer linksseitige Sitzen
feststellen. Die Beweglichkeit der Brustwirbelsäule sei eingeschränkt, wobei dieser
Befund von der Mitarbeit der Versicherten abhängig sei. In den Handgelenken werde
ein Dauerschmerz mit belastungsabhängiger Zunahme beschrieben. Die
Beschwerdeführerin trage deswegen - allerdings volar nicht verstärkte -
Handmanschetten. Die klinische Untersuchung sei unauffällig gewesen. Aufgrund der
Veränderungen des Achsenskeletts seien körperlich schwere Arbeiten nicht mehr
zumutbar. Sämtlich leichten bis mittelschweren, rückenadaptierten, d.h.
wechselbelastenden Tätigkeiten könnten aus rheumatologischer Sicht vollumfänglich
zugemutet werden. Dem im Jahr 2001 erstellten Gutachten könne sie insoweit nicht
vollumfänglich zustimmen, als aus somatischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit auch für
schwere, rückenbelastende Tätigkeiten angenommen worden sei (IV-act. 58-22f.).
Dr. med. J._, FMH für orthopädische Chirurgie, erwähnte in seiner gutachterlichen
Beurteilung vom 15. Februar 2013, dass die im MRI und CT 1999 festgestellte
Diskusprotrusion L4/5 mehr als L5/S1 dreizehn Jahre später nur minim progredient sei,
insbesondere habe keine eindeutige Neurokompression festgestellt werden können.
Lokal finde sich eine ausgeprägte bis massive, sehr diffus angegebene Druck- und
Klopfdolenz im Bereich der BWS und LWS und über den beiden ISG. Die
Wirbelsäulenbeweglichkeit sei in der expliziten Untersuchung schmerzbedingt stark
eingeschränkt gewesen, im Gegensatz zur deutlich besseren spontanen Beweglichkeit
beispielsweise bei der Anamneseerhebung. Weiter auffallend seien die vier von fünf
positiven Waddell-Zeichen gewesen, die für eine nicht-somatische Komorbidität
sprächen. Sodann hätten trotz angegebener Taubheit und Kraftlosigkeit im rechten
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Bein ein gegenüber links ausgeglichener Muskelumfang und eine symmetrische
Fussbeschwielung festgestellt werden können. Beides spreche gegen eine jahrelange
Entlastung respektive Schonhaltung des rechten Beins. Es müsse eine erhebliche
Diskrepanz zwischen den subjektiven Beschwerden und den objektivierbaren
Befunden festgehalten werden. Aus orthopädischer Sicht seien der
Beschwerdeführerin wechselbelastende, teils stehende, teils gehende und teils
sitzende Tätigkeiten mit leichter bis intermittierend mittelschwerer Arbeit vollumfänglich
zumutbar. Zu vermeiden seien Zwangshaltungen der Wirbelsäule und repetitive,
vermehrte Belastungen des Achsenskeletts (IV-act. 58-29 f.).
3.2.2 Anlässlich der psychiatrischen Begutachtung durch den Experten der BEGAZ,
Dr. med. K._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, erklärte die Beschwerdeführerin
am 14. Februar 2013, psychische Beschwerden habe sie keine, insbesondere fühle sie
sich nicht deprimiert oder anderweitig beeinträchtigt. Eine psychiatrische oder
psychologische Behandlung habe sie nie durchgeführt. Sie fühle sich nicht übermässig
nervös oder gereizt. Diffuse Ängste habe sie nicht, sie könne durchaus Freude
empfinden. Zwischenzeitlich habe sich an ihrem Gesundheitszustand nichts verändert,
die Beschwerden seien in gleicher Weise vorhanden, sie sei immer noch stark
eingeschränkt. Sie fühle sich wohl in der Schweiz, sie habe kein Heimweh. Bezüglich
ihrer Zukunft erhoffe sie sich eine Besserung, auch wenn sich bis anhin keine Änderung
eingestellt habe (IV-act.58-31ff.). Der Gutachter bemerkte, der Gedankengang sei
extrem knapp gewesen. Die Beschwerdeführerin habe stereotyp mit Ja und Nein
geantwortet, alles habe erfragt werden müssen. Es sei nicht möglich gewesen, eine
differenzierte Schmerzbeschreibung zu erhalten. Der Affekt sei euthym und die
affektive Modulation wie auch die gestische und mimische Mitbeteiligung seien
erhalten gewesen. Psychomotorisch sei sie unauffällig gewesen. Insgesamt habe die
Beschwerdeführerin einen unmotivierten und wenig kooperativen Eindruck hinterlassen
(IV-act. 58-33ff.). Dr. K._ diagnostizierte ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine Schmerzstörung mit körperlichen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41)
sowie einen Status nach Anpassungsstörung (ICD-10: F43). Hinweise auf eine
ursächlich psychosozial belastende Situation, womit die Schmerzentstehung genügend
erklärt werden könnte, fänden sich nicht. Es bestehe nun mittlerweile ein über 12-
jähriger Verlauf mit konstanter Schmerzangabe, was eine Simulation eher ausschliesse.
Hinweise auf eine affektive Störung liessen sich aber nicht finden, insbesondere auch
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nicht auf eine andere psychiatrisch relevante Störung. Es könnten somit keine
depressive Störung und keine Anpassungsstörung festgestellt werden. Mithin sei von
einer Besserung des Zustandes auszugehen, denn die Beschwerdeführerin habe 2001
noch unter einer Anpassungsstörung gelitten, mit der hauptsächlich die Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit begründet worden sei. Aufgrund der Schmerzstörung könne einzig
angenommen werden, dass die Beschwerdeführerin nicht in der Lage sei, körperlich
belastende Tätigkeiten auszuführen. Es sollte aber möglich sein, eine klar strukturierte
leichte bis mittelschwere Arbeit in vollem Umfange zu verrichten. In der Vergangenheit
sei ihr eine volle Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer Anpassungsstörung im Rahmen
einer Schmerzsymptomatik attestiert worden, die allerdings heute nicht mehr vorliege.
Es sei unklar, wann die Besserung eingetreten sei, mit grosser Wahrscheinlichkeit
schon vor einigen Jahren (IV-act. 58-35 ff.).
3.3 Die Beschwerdeführerin macht geltend, in somatischer Hinsicht habe die
behandelnde Ärztin in den Verlaufsberichten vom 5. Juli 2007 (IV-act. 34), vom
20. August 2009 (IV-act. 40) und vom 26. Juni 2012 (IV-act. 46) eine Verschlechterung
des Gesundheitszustandes bestätigt (act. G 1 S. 5). Psychiatrisch seien im MEDAS-
Gutachten (2001) und im BEGAZ-Gutachten (2013) im Wesentlichen die gleichen
Befunde erhoben worden. Diese seien lediglich unterschiedlich interpretiert worden. Es
handle sich um eine unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen unverändert
gebliebenen Sachverhalts, welche keinen Revisionsgrund darstelle (act. G 1 S. 6). Die
Beschwerdegegnerin vertritt den Standpunkt, der psychische Zustand, welcher
gemäss Gutachten 2001 die Arbeitsunfähigkeit verursacht habe, habe sich gebessert.
Aus somatischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit für eine adaptierte Tätigkeit bereits im
Jahre 2001 wie auch bei der Begutachtung 2013, die der angefochtenen Verfügung
zugrunde liege, nicht eingeschränkt gewesen. Insgesamt sei der Revisionsgrund
ausgewiesen (act. G 4 S. 3 f.).
3.4 In somatischer Hinsicht wurde bei der Beschwerdeführerin bei der MEDAS-
Begutachtung 2001 ein erhebliches lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne
radikuläre Symptomatik diagnostiziert (IV-act. 16-9). Im BEGAZ-Gutachten 2013 lauten
die Diagnosen (1.) ein chronisches lumbales Schmerzsyndrom mit pseudoradikulärer
Schmerzausstrahlung in das rechte Bein mit / bei Osteochondrose und medianer
Diskushernie LWK4/5 mit konsekutiver, v.a. diskogener Einengung des Spinalkanals,
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sowie Osteochondrose mit diskreter Diskusprotrusion bis -herniation LWK5/SWK1, (2.)
ein intermittierendes Thorakalsyndrom bei rechtskonvexer thorakaler Skoliose und
Fehlbelastung durch Benützen eines Stockes, sowie (3.) Schmerzen in den
Handgelenken beidseits unklarer Aetiologie (IV-act. 58-38). Die radiologischen Befunde
wurden als lediglich unwesentlich progredient beurteilt (IV-act. 58-15, 22, 44, 52 f., 60,
61). Klinisch präsentierte sich die Beschwerdeführerin im Wesentlichen unverändert,
benutzte jedoch bei der zweiten Begutachtung im Gegensatz zur ersten nur noch einen
Stock und stufte die Schmerzen etwas geringer ein (IV-act. 58-16, IV-act. 16-3). Für
eine fehlende Verschlechterung sprechen sodann die in den Untersuchungen
aufgetretenen erheblichen Diskrepanzen zwischen den subjektiven Beschwerden und
den objektivierbaren Befunden, welche insbesondere keine Anhaltspunkte für eine
radikuläre Reiz- oder Ausfallsymptomatik enthielten. Die von der Beschwerdeführerin
angerufenen Berichte von Dr. F._ enthalten keine Hinweise auf medizinische
Tatsachen, welche im Gutachten nicht berücksichtigt sind. Sie vermögen daher das
Gutachten nicht zu entkräften. In psychiatrischer Hinsicht wurde vom MEDAS-
Gutachter Dr. E._ ein längeres depressives Zustandsbild im Rahmen einer Reaktion
auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen (ICD-10: F43.21) diagnostiziert.
Während der Medas-Gutachter noch ein eingeengtes formelles Denken, eine
depressive Hemmung, Konzentrationsschwäche sowie eine Reduktion von Motorik und
Antrieb erwähnte, befand der psychiatrische Gutachter des BEGAZ, Dr. K._, es
liessen sich keine Hinweise auf eine affektive Störung oder eine anderweitige
psychiatrisch relevante Störung finden. Somit erscheint nachvollziehbar, dass Dr. K._
hinsichtlich der Depression und Anpassungsstörung von einer erheblichen
Verbesserung ausgeht. Was die von Dr. E._ zusätzlich diagnostizierte psychogene
Überlagerung der Rückenschmerzen (ICD-10: F54) anbelangt, ist diese gemäss
BEGAZ-Gutachten in dem Sinne nach wie vor gegeben, als die geklagten Schmerzen
nicht (vollständig) objektivierbar sind. Dr. K._ hat in diesem Zusammenhang eine
Schmerzstörung mit körperlichen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) erhoben,
was ebenfalls nachvollziehbar erscheint. Das BEGAZ- Gutachten ist schlüssig und
überzeugend. Es beruht auf umfassenden Untersuchungen und berücksichtigt die
vorhandenen medizinischen Akten und die von der Beschwerdeführerin angegebenen
Symptome. Es ist daher darauf abzustellen. Somit ist eine Verbesserung des
Gesundheitszustandes und damit ein Revisionsgrund hinreichend ausgewiesen.
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3.5 Auf das BEGAZ-Gutachten abzustellen ist auch hinsichtlich der Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit, wonach der Beschwerdeführerin leichte bis intermittierend
mittelschwere, rückenadaptierte Tätigkeiten zu 100% zumutbar sind. Da sowohl für
das Validen- als auch Invalideneinkommen vom durchschnittlichen Tabellenlohn für
Hilfsarbeiten der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik auszugehen ist
und der Tabellenlohnabzug für einen allfälligen leidensbedingen
unterdurchschnittlichen Erwerb auf maximal 25 % beschränkt ist (BGE 126 V 75, BGE
135 V 301 E. 5.2 mit Hinweisen), resultiert keine rentenbegründende
Einkommenseinbusse, weshalb die Beschwerdegegnerin die Rente zu Recht
aufgehoben hat. Eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist von dem Zeitpunkt an zu
berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere
Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne
wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin
andauern wird (Art. 88a der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR
831.201]). Gemäss Art. 88 Abs. 1 lit. a IVV erfolgt die Herabsetzung oder Aufhebung
der Rente frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung
folgenden Monats an. Nachdem der psychiatrische Gutachter festgehalten hat, die
Besserung sei mit grosser Wahrscheinlichkeit schon vor einigen Jahren eingetreten (IV-
act. 58-71) und die angefochtene Verfügung vom 24. Mai 2013 datiert (IV-act. 66), ist
die von der Beschwerdegegnerin angeordnete Einstellung der Rente auf Ende des der
Verfügung folgenden Monats nicht zu beanstanden.
4.
Zu prüfen bleibt, ob ein Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht.
4.1 Nach ständiger Rechtsprechung ist eine medizinisch attestierte Verbesserung
der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung zu verwerten.
Nach langjährigem Rentenbezug können jedoch ausnahmsweise Erfordernisse des
Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und
möglichen Leistungsentfaltung entgegenstehen, wenn aus den Akten einwandfrei
hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungspotenzials ohne
vorgängige Durchführung befähigender Massnahmen allein durch Eigenanstrengungen
der versicherten Person nicht möglich ist. Die Verwaltung muss sich vor der
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Herabsetzung oder Aufhebung einer Invalidenrente vergewissern, ob sich ein
medizinisch-theoretisch wiedergewonnenes Leistungsvermögen ohne weiteres in
einem entsprechend tieferen Invaliditätsgrad niederschlägt oder ob dafür -
ausnahmsweise - im Einzelfall eine erwerbsbezogene Abklärung (der Eignung,
Belastungsfähigkeit usw.) und/oder die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen
im Rechtssinne vorausgesetzt ist. Diese Praxis ist grundsätzlich auf Fälle zu
beschränken, in denen die revisions- oder wiedererwägungsweise Herabsetzung oder
Aufhebung der Invalidenrente eine versicherte Person betrifft, welche das 55. Altersjahr
zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen hat. Die Übernahme der
beiden Abgrenzungskriterien (vgl. lit. a Abs. 4 der Schlussbestimmungen der Änderung
vom 18. März 2011 [6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket]) bedeutet nicht, dass die
darunter fallenden Rentnerinnen und Rentner im jeweiligen revisionsrechtlichen Kontext
(Art. 17 Abs. 1 ATSG) einen Besitzstandsanspruch geltend machen könnten; es wird
ihnen lediglich zugestanden, dass - von Ausnahmen abgesehen - auf Grund des
fortgeschrittenen Alters oder einer langen Rentendauer die Selbsteingliederung nicht
mehr zumutbar ist (Urteil des Bundesgerichts vom 12. November 2014, 9C_25/2014,
E. 6.1 mit weiteren Verweisen).
4.2 Die Beschwerdeführerin ist im Jahr 1975 geboren und hat seit 1. Mai 2000 eine
IV-Rente bezogen (IV-act. 21). Die Voraussetzungen des Alters oder der Dauer des
Rentenbezugs sind somit für die Anwendung der genannten Praxis nicht erfüllt. Weiter
führte die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit eine Hilfsarbeit aus, und
im Rahmen einer solchen ist ihr die Erzielung eines Erwerbseinkommens grundsätzlich
zumutbar. Zudem hielten die Gutachter fest, ihres Erachtens liessen sich berufliche
Massnahmen aufgrund der Krankheitsüberzeugung der Beschwerdeführerin nicht
umsetzen. Die Beschwerdeführerin hatte am 6. März 2012 die Frage nach der
Motivation für die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit mit Unterstützung der IV verneint,
da sie nicht lange sitzen und stehen könne (IV-act. 43-5). Auch Dr. F._ befand am
26. Juni 2012, berufliche Massnahmen seien nicht angezeigt (IV-act. 46-2). Unter den
gegebenen Umständen hat die Beschwerdegegnerin somit keinen Anspruch auf
berufliche Massnahmen. Bei bestehender Eingliederungsbereitschaft könnte sich die
Beschwerdeführerin indes mit einem Gesuch um Arbeitsvermittlung an die
Beschwerdegegnerin wenden.
5.
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5.1 Damit ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie
vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der von ihr geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat die
Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.