Decision ID: 49785c23-e0c6-5708-8480-41548d9dfa5c
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Elias Zopfi, Ritter Advokatur, Bahnhofstrasse 24,
9443 Widnau,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Am 28. August 2009 meldete sich A._ (nachfolgend Versicherter oder
Beschwerdeführer) bei der Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an (IV-
act. 1). Er war seit 15. März 1999 als Hilfsarbeiter Tankrevisionen bei der Firma B._
AG tätig gewesen (IV-act. 1, 8). Als Folge eines Quetschtraumas am linken Zeigfinger
am 10. Oktober 2008 und vor allem eines Bandscheibenvorfalls auf Höhe L3/L4, der
am 18. März 2009 operiert worden war, war er seit 1. Dezember 2008 100%
arbeitsunfähig (IV-act. 12). Nach anfänglich gutem Operationsresultat waren massive
lumbothorakale muskuläre Verspannungen mit muskulärer Dysbalance aufgetreten.
Anlässlich des Magnetresonanztomogramms (MRI) vom 14. Mai 2009 hatte sich auch
ein kleines Diskushernien-Rezidiv L3/L4 bei Fehlhaltung der Lendenwirbelsäule (LWS)
im Sinne einer linkskonvexen Skoliose gezeigt (IV-act. 12-8 f.). Am linken Zeigfinger war
am 29. Juni 2009 eine weitere Operation durchgeführt worden (IV-act. 12-6 f.).
A.b Vom 31. August bis 19. September 2009 weilte der Versicherte zur stationären
Rehabilitation in der Klinik Valens (IV-act. 9 bzw. 12-1 f.). Bei Klinikaustritt attestierten
ihm Dr. med. C._, Abteilungsärztin Rheumatologie, und Dr. med. D._, Leitender
Arzt Rheumatologie, für eine leichte bis mittelschwere wechselbelastende Arbeit mit
seltenem Hantieren von Gewichten bis 17,5 kg eine Arbeitsfähigkeit von 50% für
zunächst vier Wochen ab 21. September 2009 und danach sukzessive steigerbar (vgl.
Austrittsbericht vom 15. September 2009, IV-act. 39[-3]). Seine Arbeitsstelle bei der
B._ AG war ihm in der Zwischenzeit per 31. Oktober 2009 gekündigt worden (IV-act.
8-2). Die IV-Stelle leitete am 9. November 2009 berufliche Eingliederungsmassnahmen
ein (IV-act. 19).
A.c Da der Versicherte angab, wieder krankgeschrieben worden zu sein und dass eine
weitere Rückenoperation erwogen würde, wurde die Arbeitsvermittlung am 2. März
2010 abgeschlossen (IV-act. 28). Nachdem Dr. med. E._ vom Regionalen Ärztlichen
Dienst Ostschweiz (RAD) festgestellt hatte, dass weiterhin eine leichte, fallweise
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mittelschwere, wechselnd belastende und den Rücken schonende Tätigkeit zumutbar
sei (IV-act. 37) und nach einem neuerlichen Assessmentgespräch am 17. Juni 2010 (IV-
act. 42) teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 1. Juli 2010 mit (IV-act. 46), die beruf
lichen Massnahmen seien abgeschlossen. Weiter hielt sie fest, nach einer
Rehabilitationsphase, spätestens Anfang Oktober 2010, bestehe eine volle
Arbeitsfähigkeit für eine adaptierte Tätigkeit.
A.d Die Swica, Krankentaggeld-Versicherung der Firma B._ AG, liess eine
interdisziplinäre medizinische Abklärung und Beurteilung des Versicherten durch das
Institut für medizinische und ergonomische Abklärungen IME, Sargans, durchführen,
die eine psychiatrische Untersuchung durch Dr. med. F._, Facharzt FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie am 17. März 2010, eine rheumatologische Beurteilung
durch G._, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin FMH am 19. März 2010
und eine Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) am
25. und 26. März 2010 umfasste (vgl. Bericht vom 26. April 2010 in den Fremdakten,
G 8.2). Die Ärzte verneinten eine Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen. Sie
kamen zum Schluss, dass die volle Arbeitsunfähigkeit des Versicherten aus physischen
Gründen in der angestammten Tätigkeit als Arbeiter in der Tankrevision andauere. In
einer ideal angepassten Tätigkeit sei er aber mindestens 50% arbeitsfähig und diese
Arbeitsfähigkeit könne nach spätestens zwei bis drei Monaten auf 70% gesteigert
werden.
A.e Am 31. Mai 2010 hatte der Versicherte eine Behandlung bei Dr. med. H._,
Oberarzt an der Klinik I._ für ambulante Psychosomatische Rehabilitation AG,
aufgenommen. Dieser hatte ihn 100% arbeitsunfähig geschrieben (IV-act. 43). Während
der ambulanten psychosomatischen Rehabilitation in der Klinik I._ vom 2. bis
27. August 2010 konnte die Arbeitsfähigkeit auf 50% gesteigert werden (IV-act. 48,
53 f.). Daraufhin leitete die IV-Stelle erneut Massnahmen zur beruflichen Eingliederung
ein (IV-act. 57 ff.). Vom 8. bis 23. Dezember 2010 erbrachte der Versicherte in einem
Einsatzprogramm eine gut verwertbare Leistung. Am 12. Januar 2011 wurde eine
epigastrische Hernie laparoskopisch operiert und die Arbeitsfähigkeit des Versicherten
war in der Folge erneut eingeschränkt (IV-act. 61 f., 66-4 f.).
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A.f Zur Klärung des medizinischen Sachverhalts gab die IV-Stelle beim ABI
Begutachtungsinstitut GmbH, Basel, am 24. August 2011 eine polydisziplinäre
Begutachtung in Auftrag (IV-act. 75 ff.). Das allgemeininternistisch-psychiatrisch-
orthopädische Gutachten wurde am 12. März 2012 erstattet (IV-act. 85). Der
fallführende Dr. med. J._, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, Dr. med.
K._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, und Dr. med. L._, Facharzt FMH
für Psychiatrie und Psychotherapie, kamen darin zum Schluss, dass für die
angestammte Tätigkeit als Tankreiniger und für andere körperlich schwer belastende
berufliche Tätigkeiten keine zumutbare Arbeitsfähigkeit bestehe. Für körperlich leichte
bis mittelschwer belastende, angepasste Tätigkeiten attestierten sie eine Arbeits- und
Leistungsfähigkeit von 100% und empfahlen verschiedene medizinische, jedoch keine
beruflichen Massnahmen. Gestützt auf das ABI-Gutachten verglich die IV-Stelle den
Tabellenlohn eines Hilfsarbeiters mit dem Einkommen in der angestammten Tätigkeit
und ermittelte eine Erwerbseinbusse und einen Invaliditätsgrad von 11% (IV-act. 88).
Mit Vorbescheid vom 22. Juni 2012 teilte sie dem Versicherten mit, dass kein
Rentenanspruch bestehe, da der ermittelte Invaliditätsgrad unter 40% liege (IV-act.
89 f.). Am 10. September 2012 erliess sie die formelle Verfügung gleichen Inhalts (IV-
act. 95).
B.
B.a Dagegen richtet sich die Beschwerde des Versicherten vom 12. September 2012
(act. G 1). Zur Begründung führte er an, er könne die geforderte Arbeitsleistung
aufgrund seiner Beschwerden, die sich trotz verschiedener Operationen nicht
gebessert hätten, nicht erbringen. Er habe täglich Schmerzen im linken Bein, im
Rücken und auch in der linken Hand. Auch psychisch gehe es ihm nicht gut, durch den
negativen Bescheid nun noch schlechter.
B.b Auf die Aufforderung des Versicherungsgerichts, einen Kostenvorschuss von
Fr. 600.-- zu leisten (act. G 2), teilte der Sozialhilfesekretär der Gemeinde M._ dem
Gericht mit, der Beschwerdeführer und seine Familie würden sozialhilferechtlich
unterstützt (act. G 3). Er ersuchte das Gericht, dem Beschwerdeführer diese Kosten zu
erlassen. Gleichzeitig stellte er ein unterzeichnetes Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege sowie die Beauftragung eines Anwalts in Aussicht. Am 2. Oktober 2012
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reichte Rechtsanwältin lic. iur. Antonela Stefanoski-Agatonovic, Ritter Advokatur,
Widnau, dem Versicherungsgericht das begründete Gesuch um unentgeltliche
Prozessführung und Rechtsverbeiständung für den Beschwerdeführer mit den nötigen
Beilagen ein (act. G 4). Nachdem sie zusätzlich bestätigt hatte, dass weder eine
Rechtsschutzversicherung bestehe, noch eine Drittorganisation für die Kosten des
Beschwerdeführers aufkomme (act. G 7), wurde dem Gesuch am 15. November 2012
entsprochen (act. G 9).
B.c Mit Beschwerdeantwort vom 5. November 2012 (act. G 8) hatte die IV-Stelle die
Abweisung der Beschwerde beantragt. Zur Begründung wurde angeführt, laut dem
ABI-Gutachten vom 12. März 2012 sei der Beschwerdeführer in einer adaptierten
Tätigkeit voll arbeitsfähig. Das Gutachten erfülle die Anforderungen der
Rechtsprechung, weshalb vollumfänglich darauf abzustellen sei. Da der
Beschwerdeführer gegen den Einkommensvergleich nichts einwende, sei gemäss
Rügeprinzip auf diesen nicht weiter einzugehen. Es sei jedenfalls nicht ersichtlich,
inwiefern dieser rechtsfehlerhaft sein sollte.
B.d Am 25. Februar 2013 reichte Rechtsanwalt lic. iur. Elias Zopfi, Ritter Advokatur,
Widnau, die Replik ein (act. G 17). Er präzisierte die Rechtsbegehren der
Laienbeschwerde vom 12. September 2012 und beantragte, die Verfügung der
Sozialversicherungsanstalt (SVA) des Kantons St. Gallen, IV-Stelle, vom 10. September
2012 sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass der Invaliditätsgrad mindestens
40% betrage; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der SVA des
Kantons St. Gallen. Zum Verfahren beantragte Rechtsanwalt Zopfi weiter:
"1. Es seien die behandelnden Ärzte zu ihrer Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit zu
befragen. Insbesondere Chefarzt Prof. Dr. med. N._ sowie Oberarzt Dr. H._.
2. Es sei ein Gutachten zur Frage einzuholen, ob es auf einem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt überhaupt Arbeitsstellen gibt, welche den gesundheitlichen Möglichkeiten
des Beschwerdeführers angepasst sind.
3. Es sei ein Gutachten zur Frage einzuholen, ob der Beschwerdeführer auf einem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt überhaupt vermittelbar wäre.
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4. Es sei ein neutrales Gerichtsgutachten zu den gesundheitlichen Einschränkungen
des Beschwerdeführers einzuholen.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der SVA des Kantons
St. Gallen."
Zur Begründung führte er insbesondere Berichte der behandelnden Ärzte an, die die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht als voll einschätzten. Die Anamnese des
ABI-Gutachtens kritisierte er als unvollständig und das Gutachten als widersprüchlich
zu den Berichten der behandelnden Ärzte. Weiter habe die IV-Stelle nicht konkretisiert,
welche Arbeitstätigkeit der Beschwerdeführer mit den ausgewiesenen
Gesundheitsbeeinträchtigungen noch ausführen könne. Sie sei von einem
unrealistischen Invalideneinkommen ausgegangen, das er auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt nicht erreichen könne.
B.e Die Beschwerdegegnerin nutzte die Möglichkeit zur Duplik nicht, weshalb der
Schriftenwechsel am 29. Mai 2013 abgeschlossen wurde (act. G 18 f.). Am 5. Juni 2013
reichte Rechtsanwalt Zopfi eine Kostennote über Fr. 6'918.90 bei Obsiegen bzw. über
Fr. 5'588.35 bei unentgeltlicher Prozessführung ein (act. G 20). Er teilte dem Gericht
mit, dass sämtlicher Aufwand, der durch seine Mandatsübernahme beim Ausscheiden
von Rechtsanwältin Antonela Stefanoski-Agatonovic entstanden sei, durch die Ritter
Advokatur übernommen werde.
B.f Am 30. Januar 2014 erkundigte sich Rechtsanwalt Zopfi nach dem Stand des
Verfahrens (act. G 21) und reichte Atteste von Dr. H._ über eine volle
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers vom 1. Dezember 2012 bis 31. Januar 2014
bzw. von Dr. med. O._, Assistenzarzt Chirurgie am Spital P._, für die Zeit vom
20. Januar 2014 bis 3. Februar 2014 ein. Letzterer berichtete im Austrittsbericht vom
23. Januar 2014 über die Hospitalisation des Beschwerdeführers vom 20. bis
24. Januar 2014 wegen einer laparoskopischen Hernioplastik am 20. Januar 2014. Von
Seiten des Gerichts erhielt der Rechtsvertreter am 31. Januar 2014 die Antwort (act.
G 22), dass sich der Streitfall noch nicht in materieller Bearbeitung befinde und
aufgrund der Geschäftslast bis zum Entscheid ein weiteres halbes Jahr vergehen
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könne. Weiter wurde er darauf hingewiesen, dass das Gericht den Sachverhalt nur bis
zum Verfügungserlass im September 2012 prüfen könne.
C.
Auf die weiteren Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der
übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen
Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers von 11% ermittelt und gestützt darauf einen
Rentenanspruch verneint hat.
1.2 Die Beschwerdegegnerin beruft sich in der Beschwerdeantwort bezüglich
Einkommensvergleichs auf das Rügeprinzip und macht geltend, gegen diesen habe der
Beschwerdeführer nichts eingewendet und er sei deshalb vom Versicherungsgericht
nicht zu überprüfen. Dazu ist ihr die zulässige Präzisierung und Ergänzung der
Laienbeschwerde durch den erst nach der Beschwerdeerhebung beauftragten
Rechtsvertreter in der Replik entgegenzuhalten. Durch diese ist der entsprechende
Einwand der Beschwerdegegnerin hinfällig geworden (vgl. zum Ganzen Ueli Kieser,
ATSG-Kommentar, 2. Aufl. Zürich 2009, N 42 ff., besonders N 45 zu Art. 61 und Alfred
Kölz/Isabelle Häner/Martin Bärtschi, Verwaltungsverfahren und
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. Zürich 2013, N 155 ff., besonders N 157).
2.
2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Sie kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
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Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Gemäss Abs. 2 von Art. 7 ATSG sind für die
Beurteilung, ob eine Erwerbsunfähigkeit vorliegt, ausschliesslich die Folgen der
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen, und liegt eine
Erwerbsunfähigkeit nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist. Der
Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss
Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen,
das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung
der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente.
2.3 Grundlage der Bemessung des Invalideneinkommens bilden die
Arbeitsfähigkeitsschätzung und die Umschreibung der trotz der
Gesundheitsbeeinträchtigung noch möglichen und zumutbaren Tätigkeiten. Um das
Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung gestellt haben. Nach dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswerts eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung
der gestellten Fragen umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die
geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der
untersuchten Person auseinandersetzt, was vor allem bei psychischen
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Fehlentwicklungen nötig ist, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung
mit den Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der
medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson in einer Weise begründet sind, dass
die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann (vgl. BGE 134 V 232
E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c, je mit Hinweisen). Bei der Würdigung von
Berichten behandelnder Ärztinnen und Ärzte ist zu beachten, dass sie in der Regel
nicht den Zweck verfolgen, zu einem medizinischen Sachverhalt abschliessend
Stellung zu nehmen und eine objektive Beurteilung von Versicherungsansprüchen zu
erlauben, denn sie sind auf die Behandlung der versicherten Person konzentriert.
Aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Stellung sagen sie im Zweifelsfall auch eher zu
Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aus. Dennoch sind ihre Berichte korrekt zu
würdigen und sind Anhaltspunkte zu beachten, wonach die Feststellungen der
begutachtenden oder von versicherungsinternen Fachpersonen als nicht schlüssig
erscheinen (vgl. BGE 135 V 470 f. E. 4.5 f.; Urteil des Bundesgerichts vom 12. Februar
2010, 8C_907/2009, E. 1.1).
3.
3.1 Zwischen den Parteien ist zunächst umstritten, von welcher Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers für die Invaliditätsbemessung auszugehen ist. Während der
Beschwerdeführer geltend macht, er sei keinesfalls zu 100% arbeitsfähig, und die
Befragung der behandelnden Ärzte, insbesondere von Prof. Dr. N._ und Dr. H._, zu
seiner Restarbeitsfähigkeit beantragt, ging die Beschwerdegegnerin in der
angefochtenen Verfügung von einer Arbeitsfähigkeit von 100% in einer angepassten
leichten bis mittelschweren Tätigkeit aus.
3.2
3.2.1 Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte am Kantonsspital St. Gallen und
Hausarzt Dr. Q._ hatten dem Beschwerdeführer bis im Herbst 2009 eine anhaltende
100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 1. Dezember 2008 attestiert (vgl. IV-act. 12). Dr. C._
und Dr. D._ kamen im Austrittsbericht vom 15. September 2009 (IV-act. 39) zum
Schluss, dass der Patient nach der stationären Rehabilitation in der Klinik Valens (vom
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31. August 2009 bis 19. September 2009) ab 21. September 2009 in der Lage sei, eine
leichte bis mittelschwere wechselbelastende Arbeit mit seltenem Hantieren von
Gewichten bis 17,5 kg auszuüben. Um eine gute Reintegration nach langer
Arbeitsunfähigkeit zu ermöglichen, attestierten sie für diese eigentlich ganztägig
ausführbare Arbeit ab 21. September 2009 für vier Wochen eine Arbeitsfähigkeit von
50%, das heisse halbtags, und empfahlen danach eine sukzessive Steigerung der
Arbeitsfähigkeit.
3.2.2 Das MRI der LWS vom 22. September 2009 zeigte eine Resthernie L3/L4
linksseitig mit möglicher Kompression der Nervenwurzel L4 links und eine degenerativ
bedingte linksseitige lumbale Skoliose, die minim sei (vgl. Bericht Prof. Dr. N._ und
Dr. R._, Oberarzt Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen, vom 13. Oktober 2009,
IV-act. 34-5 f.; MRI-Bericht IV-act. 85-27 f.). Diese Befunde waren im MRI der LWS
vom 14. Mai 2009 fast identisch erhoben worden (vgl. Bericht Prof. Dr. N._ und
Dr. S._, Oberarzt Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen, vom 24. Juni 2009, IV-
act. 12-8 f.; MRI-Bericht IV-act. 85-29). Im MRI vom 22. September 2009 konnten
entzündliche Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule, der Facettengelenke sowie
beider Iliosakralgelenke (ISG) ausgeschlossen werden. Die degenerativen
Veränderungen beurteilten Prof. Dr. N._ und Dr. R._ als gering und
altersentsprechend. Sie hielten weiter fest, dass es keine andere Neurokompression
gebe ausser der L4-Wurzel linksseitig, wobei sie eine Reizung der Nervenwurzel
lediglich für möglich hielten. Auch für den Patienten waren die Beinschmerzen deutlich
rückläufig und im Hintergrund. Laut den Ärzten gab es anlässlich der ambulanten
Untersuchung vom 12. Oktober 2009 keine anatomische Korrelation zur aktuellen
Symptomatik und sie beschrieben ganz langsame und theatralische Bewegungen des
Patienten (IV-act. 34-5 f.). Anlässlich der Besprechung der MRI-Bilder der LWS vom
16. Februar 2010 (vgl. Bericht vom 16. Februar 2010 in den Fremdakten, G 8.2)
beurteilten Prof. Dr. N._ und Dr. S._ eine Arbeitsfähigkeit von 100% - eine solche
sei dem Patienten vor einiger Zeit von der Klinik Valens für leichte und mittelschwere
Arbeiten bescheinigt worden - im Moment als völlig unrealistisch. Sie hielten eine
interdisziplinäre strukturierte Schmerztherapie mit Optimierung der medikamentösen
Therapie, begleitender psychosomatischer Beurteilung und allfälliger Betreuung und
eine entsprechende Adaptation für den Arbeitsmarkt, evtl. auch im Sinne einer IV-
Teilberentung, für indiziert.
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3.2.3 Bezüglich des linken Zeigfingers bzw. aus handchirurgischer Sicht hielten
Prof. Dr. med. T._, Chefarzt, und Dr. med. U._, Oberassistenzarzt an der Klinik für
Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie des Kantonsspitals St. Gallen, den
Beschwerdeführer anlässlich der Kontrolle vom 14. Januar 2010 analog zur Beurteilung
in Valens für leichte und mittlere Tätigkeiten auf dem Arbeitsmarkt vermittelbar (vgl.
Bericht vom 15. Januar 2010 in den Fremdakten, G 8.2).
3.2.4 Dr. F._ diagnostizierte bei der psychiatrischen Teilbegutachtung vom
17. März 2010 im Auftrag der Krankentaggeld-Versicherung eine Anpassungsstörung
mit vorwiegender Störung von anderen Gefühlen (ICD-10: F43.23) und verneinte eine
Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen (psychiatrisches Teilgutachten in den
Fremdakten, G 8.2). Der Rheumatologe G._ erhob im Bericht vom 26. April 2010 an
die Krankentaggeld-Versicherung die Diagnosen chronisches lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom links, chronische Schmerzen mit Funktionsdefizit des linken
Zeigfingers sowie Symptomausweitung mit Tendenz zur dysfunktionalen Schmerz- und
Krankheitsbewältigung mit Katastrophisierungstendenz, Verdacht auf
Complianceproblematik und begleitendende psychosoziale Faktoren (vgl. Fremdakten,
G 8.2). Aufgrund der Untersuchung vom 19. März 2010 und der EFL vom 25. und
26. März 2010 kam er zum Schluss, eine Tätigkeit als Arbeiter in der Tankrevision sei
aufgrund der dortigen Belastungen und Anforderungen nicht mehr zumutbar und für
eine solche schwere Tätigkeit bestehe eine anhaltende 100%ige Arbeitsunfähigkeit. In
einer ideal angepassten Tätigkeit sei der Proband mindestens 50% arbeitsfähig;
steigerbar innert zwei bis drei Monaten auf 70%. Eine solche Tätigkeit umschrieb er als
leicht bis maximal mittelschwer wechselbelastend mit Gewichtsbelastungen bis
maximal 10 (bis 12,5) kg, selten am Tag gehoben. Bezüglich der linken Hand seien dem
Versicherten leichtere Tätigkeiten mit Wechsel zwischen uni- und bilateralem
Handgebrauch zumutbar. Tätigkeiten, welche eine Zwangshaltung der Wirbelsäule
bedingten, längere Gehstrecken beinhalteten, Tätigkeiten, welche einen grossen
Krafteinsatz der linken Hand bedingten, oder Tätigkeiten, welche die Gefahr des
Anstossens des linken Zeigfingers beinhalteten, sollten alle vermieden werden können.
3.2.5 Dr. H._ ging demgegenüber ab Beginn seiner psychiatrischen Behandlung
am 31. Mai 2010 von 100% Arbeitsunfähigkeit aus (IV-act. 48). Er diagnostizierte eine
rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig mittelgradiger depressiver Episode
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(ICD-10: F33.1), Rücken- und Hüftschmerzen (IV-act. 54). Während der ambulanten
psychosomatischen Rehabilitation in der Klinik I._ vom 2. bis 27. August 2010 konnte
der Beschwerdeführer seine Arbeitsfähigkeit auf 50% ab 1. September 2010 steigern
(IV-act. 53), wobei Dr. H._ und Dr. med. V._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, im Bericht vom 13. September 2010 Nacht- oder Akkordarbeit
ausschlossen (IV-act. 54).
3.2.6 RAD-Arzt Dr. E._ vermerkte in der Stellungnahme vom 20. Oktober 2010,
dass von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen und mit deren baldiger
Steigerung zu rechnen sei (IV-act. 56). Während seiner Tätigkeit im Einsatzprogramm
W._ im Dezember 2010 zu 50% erbrachte der Beschwerdeführer eine gut
verwertbare Leistung (vgl. IV-act. 61 f.). Am 12. Januar 2011 wurde eine epigastrische
Hernie im medialen Oberbauch laparoskopisch operiert (IV-act. 66-4 f.). Wegen des
Eingriffs, der gut verlief (intra- und postoperativ), war er vom 12. bis 15. Januar 2011 im
Spital Altstätten hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 9. Februar 2011 führten die
behandelnden Ärzte aus, das Heben von Lasten über 5 kg sollte für drei Wochen
postoperativ vermieden werden, und machten keine weiteren Angaben zur
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 66-5). Dr. H._ führte im Bericht vom 20. Mai 2011 bei
weiterhin mittelgradig depressiver Episode eine Arbeitsunfähigkeit von 50% seit
Dezember 2009 als Baumonteur an (IV-act. 67). Bei den Detailfragen zur zumutbaren
Arbeitstätigkeit bezeichnete er die physischen Einschränkungen als "Bei uns nicht
beurteilbar" und gab an, wegen der Depression seien das Konzentrationsvermögen,
das Auffassungsvermögen, die Anpassungsfähigkeit und die Belastbarkeit
eingeschränkt. Weiter führte er aus, speziell zu berücksichtigen sei, dass der
Arbeitsplatz ruhig sei (IV-act. 67-6). Der neue Hausarzt des Beschwerdeführers,
Dr. med. X._, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, zu dem er nach der
Hernienoperation im Januar 2011 gewechselt hatte, nahm im Arztbericht vom
10. August 2011 nicht zur Arbeitsfähigkeit Stellung, sondern verwies auf eine
diesbezügliche Abklärung durch den RAD (IV-act. 73).
3.2.7 Zusammenfassend war die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Arbeit als
Tankreiniger und in jeder anderen körperlich schweren Arbeit aufgrund der
Diskushernie bzw. nach der Rückenoperation am 18. März 2009 zu 100%
eingeschränkt. Sowohl bei der Abklärung der arbeitsbezogenen körperlichen
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Leistungsfähigkeit in der Klinik Valens am 17. September 2009 als auch bei der EFL im
IME am 25. und 26. März 2010 war aus orthopädischer Sicht eine mindestens 50%ige
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in angepasster Tätigkeit, mit
Steigerungspotential bis 100% bzw. bis mindestens 70%, erhoben worden. Er zeigte
bei beiden Untersuchungen eine schlechte Leistungsbereitschaft, inkonsistente
Leistungen sowie Selbstlimitierungen (vgl. IV-act. 39-9 ff., Fremdakten G 8.2). Diese
Arbeitsfähigkeit wurde durch die Hernienoperation im Januar 2011 nur kurzzeitig
unterbrochen bzw. herabgesetzt (IV-act. 66-4 f.). Aus Sicht des behandelnden
Psychiaters war die Arbeitsfähigkeit zu 50% ab September 2010 wieder hergestellt,
anfänglich ohne Nacht- oder Akkordarbeit (IV-act. 53 f.). Die beantragte Befragung der
behandelnden Ärzte, insbesondere von Prof. Dr. N._ und von Dr. H._, zur
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erübrigt sich. Ihre Beurteilungen sind - soweit
sie solche vornahmen - dokumentiert, vorstehend wiedergegeben und flossen
insbesondere in die Begutachtung durch die Ärzte des ABI ein, wie nachstehend zu
zeigen sein wird.
3.3
3.3.1 Im ABI-Gutachten vom 12. März 2012 erhoben Dr. J._, Dr. K._ und
Dr. L._ als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches
panvertebrales Schmerzsyndrom ohne fassbare radikuläre Symptomatik (ICD-10:
M54.80) und anamnestisch ohne Ansprechen auf mehrere Infiltrationen, mit Status
nach Fenestration LWK3/4 links, Sequesterektomie und Nukleotomie am 18. März
2009, radiologisch eine Diskushernie LWK3/4 links mit möglicher Kompression der
Nervenwurzel L4 links, klinisch und elektrophysiologisch ohne Hinweis für eine
relevante Neuropathie oder Radikulopathie der unteren Extremitäten sowie chronische
Schulter-Arm-Hand-Beschwerden der adominanten linken Seite (ICD-10: M79.60) bei
Status nach Wundversorgung am 10. Oktober 2008, Status nach Tenolyse des Flexor
digitorum profundus und Neurolyse des Digitalnerven N3 am Zeigfinger am 29. Juni
2009, bei unauffälliger Neurographie des Nervus ulnaris und nur geringgradig
pathologischer des Nervus medianus bei verzögertem sympathischem Hautreflex,
sodass ein CRPS (= komplexes regionales Schmerzsyndrom) nicht ausgeschlossen sei,
und ohne Hinweis für eine länger dauernde Schonung dieser Extremität. Ohne Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit listeten die Gutachter eine leichte depressive Episode (ICD-10:
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F32.0), eine Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10: F54), eine Adipositas (BMI 37 kg/
m ; ICD-10: E66.0), eine axiale Hiatushernie (ICD-10: K21.0) mit Refluxösophagitis im
Mai 2011, eine HP-positive Antrumgastritis im Mai 2011 (ICD-10: K29.6), eine
Hyperurikämie (ICD-10: E79.0) sowie einen Status nach laparoskopischer Hernioplastik
bei epigastrischer Hernie am 12. Januar 2011 (ICD-10: Z98.8) auf (IV-act. 85-23).
3.3.2 Aus orthopädischer Sicht bestätigte Dr. K._ die volle Arbeitsunfähigkeit für
die angestammte Tätigkeit als Tankreiniger sowie für jede andere körperlich schwere
Tätigkeit, dies bleibend seit dem am 18. März 2009 durchgeführten Eingriff an der
Wirbelsäule (IV-act. 85-21). Für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten unter
Wechselbelastung liege dagegen aus rein orthopädischer Sicht eine zeitlich und
leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit vor. Das wiederholte Heben und
Tragen von Lasten über 15 kg sollte dabei vermieden werden. In Anbetracht der bei der
Untersuchung vom 17. Januar 2012 erhobenen Befunde sollte bei einer derart
angepassten Tätigkeit im Vergleich zum jetzigen Alltagsleben kaum eine wesentliche
Schmerzprovokation entstehen, sodass diese auch zumutbar sei. Für solche körperlich
leichten bis mittelschweren Tätigkeiten unter Wechselbelastung könne auch gemäss
dem Austrittsbericht der Klinik Valens vom 15. September 2009 (IV-act. 39) von einer
zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit spätestens ab
Dezember 2009 ausgegangen werden (IV-act. 85-21).
3.3.3 Dr. L._ verneinte aus psychiatrischer Sicht eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 85-13). Die Schmerzverarbeitungsstörung wirke sich nicht
einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit aus. Aus somatischer Sicht seien dem
Exploranden Tätigkeiten durchaus zumutbar. Auch die depressive Störung wirke sich
nicht einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit aus. Der Explorand sei nicht suizidal und
leide nicht unter deutlichen Konzentrationsstörungen. Hinweise auf unbewusste
Konflikte seien nicht vorhanden, ein primärer Krankheitsgewinn somit nicht erwiesen.
Ein sozialer Rückzug in allen Bereichen seines Lebens bestehe nicht. Es bestünden
auch keine deutlich auffälligen Persönlichkeitszüge für die Achse-2-Diagnose einer
Persönlichkeitsstörung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Gegen diese Diagnose
spreche vor allem auch der Verlauf mit vor der Erkrankung normaler Sozialisation und
voller Arbeitsfähigkeit. Daher könne es dem Exploranden trotz der geklagten
Beschwerden aus psychiatrischer Sicht zugemutet werden, einer seinen körperlichen
2
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Einschränkungen angepassten Tätigkeit ganztags und ohne Leistungseinschränkung
nachzugehen.
3.3.4 Aus allgemeininternistischer Sicht konnte Dr. J._ ebenfalls keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit eruieren. Die ABI-Gutachter kamen daher zum
Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers einzig aus orthopädischen
Gründen eingeschränkt, für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten unter
Wechselbelastung und ohne wiederholtes Heben und Tragen von Lasten über 15 kg
jedoch vollumfänglich gegeben sei (IV-act. 85-24 f.).
3.4 Nachfolgend gilt es, die medizinische Aktenlage zu würdigen und insbesondere
zur Kritik des Beschwerdeführers und seines Rechtsvertreters zum ABI-Gutachten
Stellung zu nehmen. Er macht geltend, es würdige zahlreiche Akten nicht und weise
eine Vielzahl von Widersprüchen und Unklarheiten auf.
3.4.1 Als im ABI-Gutachten nicht gewürdigt, führt der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers ausdrücklich lediglich das Begleitschreiben von Prof. Dr. N._ und
Dr. S._ vom 16. Februar 2010 an die Krankentaggeld-Versicherung Swica (Beilage 1
zur Replik, act. G 17.1) zum Sprechstundenbericht vom selben Tag an (vgl. Fremdakten
G 8.2). Die behandelnden Ärzte verwiesen darin in erster Linie auf jenen. Weiter führten
sie aus, die organischen Veränderungen an der Wirbelsäule des Patienten würden
durchaus ein chronifiziertes Schmerzsyndrom und eine deutliche Belastungsintoleranz
begründen. Zudem bestehe derzeit eine nicht sehr strukturierte Schmerztherapie. Aus
ihrer Sicht sei er derzeit nicht arbeitsfähig und sollte krankgeschrieben werden.
Mittelfristig müsse eine gute Lösung im Rahmen einer interdisziplinären
Schmerztherapie, evtl. auch mit IV-Teilberentung erfolgen. Dieses Aktenstück ist kein
eigentlicher ärztlicher Bericht; es verweist selbst ausdrücklich auf einen solchen. Zum
Sprechstundenbericht von Prof. Dr. N._ und Dr. S._ vom 16. Februar 2010 - und
nur dieser stand der Beschwerdegegnerin aufgrund der Einsichtnahme in die
medizinischen Akten der Swica und damit den ABI-Gutachtern zur Verfügung - nahm
Dr. K._ im ABI-Gutachten Stellung (IV-act. 85-21). Er würdigte diesen zusammen mit
demjenigen vom 13. Oktober 2009 (IV-act. 34-5 f.) und den Befunden beim MRI vom
22. September 2009 (IV-act. 85-27 f.; der Inhalt aller drei Berichte ist in vorstehender
Erwägung 3.2.2 zusammengefasst) und führte aus: "Dieser Einschätzung ist aufgrund
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der heutigen Untersuchung insofern zuzustimmen, als an der Wirbelsäule keine das
demonstrierte Beschwerdeausmass erklärenden Veränderungen bestehen und von
weiteren Infiltrationen unbedingt Abstand genommen werden sollte. Zur quantitativ und
qualitativ sehr vagen Angabe der Arbeitsfähigkeit kann nur erneut angemerkt werden,
dass körperlich schwere Tätigkeiten, wie jene im angestammten Bereich, nicht mehr
zugemutet werden sollten." - Aus dem Sprechstundenbericht von Prof. Dr. N._ und
Dr. S._ vom 16. Februar 2010 (Fremdakten G 8.2) muss geschlossen werden, dass
Ihnen weder der Inhalt des Austrittsberichts der Klinik Valens vom 15. September 2009
mit dem Ergebnis der dort durchgeführten Basistests der arbeitsbezogenen
körperlichen Leistungsfähigkeit präsent war (IV-act. 39; der Austrittsbericht war der
ärztlichen Leitung Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen zugestellt worden), noch
dass sie über den Stand des IV-Verfahrens orientiert waren, bzw. dass sie sich
bezüglich beider Themenbereiche lediglich auf die weitgehend vagen Angaben des
Beschwerdeführers stützten. Dieser zeitlich jüngste Bericht der behandelnden
Neurochirurgen, der im Übrigen zwei Jahre vor dem ABI-Gutachten erstellt worden
war, kann daher nicht als "schlüssige und in allen Punkten umfassende Würdigung der
gesundheitlichen Beeinträchtigungen" bezeichnet werden, wie es der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers tut. Befremdend ist auch, dass Prof. Dr. N._ und Dr. S._ im
Sprechstundenbericht nicht detailliert zur Arbeitsfähigkeit Stellung nahmen, sondern
lediglich festhielten, im Moment sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit völlig unrealistisch.
Stattdessen verfassten sie ein Begleitschreiben, in dem sie die Meinung äusserten, der
Untersuchte sei derzeit nicht arbeitsfähig und sollte krankgeschrieben werden. Die
ärztlichen Berichte der Neurochirurgen am Kantonsspital St. Gallen würdigte der ABI-
Gutachter Dr. K._ wie dargestellt. Wenn sich die behandelnden Ärzte in ihren
Berichten unklar äusserten und mittels widersprüchlichem Begleitschreiben Verwirrung
stifteten, kann daraus jedoch nicht auf eine Unzulänglichkeit des ABI-Gutachtens
geschlossen werden.
3.4.2 Entgegen der Interpretation durch den Beschwerdeführer und seinen
Rechtsvertreter enthalten die Unterlagen der Swica keine Hinweise, wonach die
Arbeitsfähigkeit in einer ideal angepassten Tätigkeit auf höchstens 70% steigerbar
wäre und damit nie 100% erreichen werde. Der Bericht des Rheumatologen G._ vom
26. April 2010 (Fremdakten G 8.2) machte jedenfalls keine solchen Angaben. Sind aber
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solche in den Vorakten nicht ausgewiesen, kann das ABI-Gutachten dazu auch nicht
widersprüchlich sein.
3.4.3 Die psychiatrische Begutachtung durch Dr. L._ kritisieren der
Beschwerdeführer und sein Rechtsvertreter aufgrund der Stellungnahme von Dr. H._
und Dr. V._ vom 11. Dezember 2012 zum ABI-Gutachten (Beilage 2 zur Replik, act.
G 17.1). Die behandelnden Psychiater äusserten darin weiterhin die Meinung, der
Patient leide unter einer rezidivierenden depressiven Störung und nicht einer isolierten
depressiven Episode, welche seine Arbeitsfähigkeit um mindestens 50% einschränke.
Eine Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit schlossen sie nicht aus, verwiesen
aber auf die Notwendigkeit eines Arbeitstrainings über mindestens drei Monate zwecks
Rekonditionierung bzw. Verbesserung der körperlichen und geistigen
Leistungsfähigkeit sowie Gewöhnung an die Tagesstruktur nach jahrelanger
Arbeitslosigkeit. Die Psychiater lieferten keine Begründung ihrer Meinung und setzten
sich insbesondere nicht weiter mit den Erhebungen von Dr. L._ auseinander. Diesem
hatten sich jedoch keine Hinweise auf einen rezidivierenden Verlauf der depressiven
Störung gezeigt und der Explorand hatte keinen phasischen Verlauf angegeben (IV-act.
85-15). Hätte ein solcher bestanden, wären aber gerade die behandelnden Psychiater
und Psychotherapeuten prädestiniert gewesen, aufgrund ihrer nahen Begleitung des
Patienten und ihres Behandlungsauftrags einen solchen zu dokumentieren und gegen
das Gutachten in die Waagschale zu werfen. - Dr. L._ zeigte im ABI-Gutachten auch
den Widerspruch auf zwischen der begründeten Diagnose einer Anpassungsstörung
mit vorwiegender Störung von anderen Gefühlen durch Dr. F._ am 17. März 2010
(psychiatrisches IME-Teilgutachten vom 7. April 2010, Fremdakten G 8.2) und der
Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige
Episode, ab der Behandlungsaufnahme am 31. Mai 2010 durch Dr. H._ und damit
nur wenige Wochen später (IV-act. 48, 54). Weiter führte der ABI-Gutachter aus, die
Beurteilungen in der Klinik I._ seien schwer nachvollziehbar, seien doch 2010 an
objektiven Befunden ein schwer eingeschränktes Gedächtnis, eine hoffnungslose
traurige Stimmung mit Gereiztheit bis Affektinkontinenz und eine psychomotorisch
hohe innerliche Unruhe mit Bewegungsdrang aufgeführt und 2011 auf den
Psychostatus von 2010 verwiesen sowie 2010 eine 100%ige und 2011 eine seit
Dezember 2009 bestehende 50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt worden (IV-act.
85-14). Der psychiatrische Teil des ABI-Gutachtens genügt den Anforderungen an die
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Beweiskraft. Dr. H._ und Dr. V._ vermögen mit ihrer unbegründeten
Meinungsäusserung vom 11. Dezember 2012 die Diskrepanzen ihrer Berichte zu den
übrigen psychiatrischen Erhebungen nicht auszuräumen oder gar den Beweiswert des
ABI-Gutachtens in Frage zu stellen.
3.4.4 Das ABI-Gutachten vom 12. März 2012 (IV-act. 85) beantwortet die von der
Beschwerdegegnerin gestellten Fragen umfassend und beruht auf allseitigen
Untersuchungen. Es berücksichtigt die Beschwerden, die der Versicherte klagte, und
setzt sich sowohl mit diesen als auch mit dem Verhalten, das er bei den
Untersuchungen zeigte, auseinander (IV-act. 85-13 f., 85-19 ff.). Die Gutachter listen
sämtliche medizinischen Vorakten auf (IV-act. 85-3 ff.), haben diese ergänzt (IV-act.
85-5, 85-27 ff.) und setzen sich damit umfassend auseinander (IV-act. 85-14 f.,
85-21 f.). Die Darlegungen der medizinischen Zustände und Zusammenhänge im ABI-
Gutachten leuchten ein und die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten sind in
einer Weise begründet, dass sie die rechtsanwendenden Personen prüfend
nachvollziehen können. Das ABI-Gutachten, das im Rahmen des
Verwaltungsverfahrens bei externen Spezialärzten eingeholt wurde, erfüllt somit die
Voraussetzungen eines beweiskräftigen Gutachtens (vgl. Erwägung 2.3) und es kann
vollumfänglich darauf abgestellt werden. Da der medizinische Sachverhalt zum
Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung damit vollständig erhoben ist, ist dem Antrag
des Beschwerdeführers auf Einholung eines Gerichtsgutachtens zu seinen
gesundheitlichen Einschränkungen nicht stattzugeben.
3.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer gemäss dem
beweiskräftigen ABI-Gutachten in einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit unter
Wechselbelastung und ohne wiederholtes Heben und Tragen von Lasten über 15 kg zu
100% arbeitsfähig ist. Es besteht bei ihm keine erhebliche psychische Komorbidität.
4.
4.1 Weiter ist zwischen den Parteien umstritten, welche Erwerbseinbusse beim
Beschwerdeführer aus der Einschränkung seiner Erwerbsfähigkeit resultiert und ob
diese Anspruch auf eine Rente der IV gibt. Während die Beschwerdegegnerin einen
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Invaliditätsgrad von 11% ermittelte, stellt er selbst sich auf den Standpunkt, er erleide
eine Erwerbseinbusse von mindestens 40%.
4.2 Die Beschwerdegegnerin ermittelte den Invaliditätsgrad von 11%, indem sie das
unbestritten gebliebene Valideneinkommen des Beschwerdeführers in der
angestammten Tätigkeit als Tankrevisor im Jahr 2009 von Fr. 67'567.-- demjenigen
eines Hilfsarbeiters im Jahr 2009 von Fr. 59'976.-- gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE)
gegenüberstellte. Dabei übernahm sie fälschlicherweise die Zahl für 2008 (gab diese
aber um Fr. 3.-- zu tief an; richtig 2008: Fr. 59'979.--). Der Lohn eines Hilfsarbeiters
2009 betrug laut LSE Fr. 61'240.--. Gegenüber dem Valideneinkommen von
Fr. 67'567.-- würde somit eine Erwerbseinbusse von Fr. 6'327.-- und ein
Invaliditätsgrad von gerundet 10% resultieren.
4.3
4.3.1 Der Beschwerdeführer macht durch seinen Rechtsvertreter geltend, die
Beschwerdegegnerin habe nicht konkretisiert, welche Arbeitstätigkeiten er mit seinen
gesundheitlichen Einschränkungen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch
ausüben könnte. Er beantragt daher Gutachten einzuholen, einerseits zur Frage, ob es
auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt überhaupt Arbeitsstellen gebe, welche seinen
gesundheitlichen Möglichkeiten angepasst seien, und andererseits zur Frage, ob er auf
einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt überhaupt vermittelbar wäre.
4.3.2 Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch ein gewisses
Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen
Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf (BGE 110 V 276 E. 4b). Das gilt sowohl
bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie
auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Dabei ist nicht von realitätsfremden Ein
satzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter
Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des
Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und
Verdienstaussichten sind jedoch rechtsprechungsgemäss keine übermässigen
Anforderungen zu stellen (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203, 9C_830/2007 E. 5.1 mit Hinweis).
Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgeblich, ob eine invalide Person unter den
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konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die
ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren
Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 290 f.,
I 198/97, E. 3b). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) umfasst auch
sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen
Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen vonseiten des Arbeitgebers rechnen
können (Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2007, 9C_95/2007, E. 4.3 mit
Hinweisen).
4.3.3 Die Beschwerdegegnerin erachtete in der angefochtenen Verfügung eine
Tätigkeit als Hilfsarbeiter als zumutbar, ohne diese näher zu umschreiben. Laut ABI-
Gutachten ist der Beschwerdeführer für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne
wiederholtes Heben und Tragen von Lasten über 15 kg 100% arbeitsfähig. Das
Anforderungsprofil und damit der Kreis der geeigneten Verweisungstätigkeiten (z.B.
Kontroll- und Überwachungstätigkeiten) ist nicht so eng umschrieben, dass die
Beschwerdegegnerin entsprechende Arbeitsgelegenheiten hätte besonders
substantiieren müssen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 5. April 2012, 9C_364/2011,
E. 3.1 mit Hinweis). Daher sind die Anträge des Beschwerdeführers auf Gutachten über
geeignete Arbeitsstellen und zu seiner konkreten Vermittelbarkeit abzuweisen.
4.4 Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, es sei ein Abzug vom statistischen
Lohn von insgesamt 30% vorzunehmen, um seinen konkreten Umständen Rechnung
zu tragen. Er übersieht dabei, dass das Bundesgericht einen Abzug vom Tabellenlohn
von höchstens 25% zulässt (vgl. BGE 126 V 80 E. 5b/cc). Mit einem Abzug vom
Tabellenlohn würde der Konkurrenznachteil ausgeglichen, den der Beschwerdeführer
wegen seines Alters, der Einarbeitungszeit und der mangelnden Flexibilität im Einsatz
erleidet. In welcher Höhe ein solcher Abzug seiner Situation angemessen ist, kann
letztlich offen gelassen werden. Selbst beim Maximalabzug von 25% würde ein
Invaliditätsgrad von lediglich 32% resultieren, aufgrund dessen der Beschwerdeführer
keinen Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
4.5 Die Beschwerdegegnerin hat zwar den Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers
mit 11% falsch ermittelt. Selbst bei Berücksichtigung aller rechtsprechungsgemäss
möglichen Reduktionen seines Invalideneinkommens resultiert zusammenfassend
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jedoch ein Invaliditätsgrad von unter 40% und hat der Beschwerdeführer daher keinen
Anspruch auf eine Invalidenrente.
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 12. September
2012 abzuweisen.
5.2 Dem Beschwerdeführer wurde am 15. November 2012 die unentgeltliche
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) bewilligt (act. G 9).
5.2.1 Die Kosten für dieses Verfahren, die auf Fr. 600.-- festzusetzen sind, hätte
an sich der Beschwerdeführer zu bezahlen. Da ihm aber die unentgeltliche
Rechtspflege bewilligt worden ist, ist er von der Bezahlung der Gerichtskosten zu
befreien.
5.2.2 Da der Staat zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten
ist, für die Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen, steht
dem unentgeltlichen Rechtsbeistand lediglich ein um 20% reduziertes Honorar zu (vgl.
Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, [AnwG; sGS 963.70]). Er hat für den Fall der
unentgeltlichen Prozessführung eine Honorarnote über Fr. 5'588.35 (gekürztes Honorar
von Fr. 4'928.-- zuzüglich Barauslagen von Fr. 246.40 und Mehrwertsteuer von
Fr. 413.95) eingereicht. Diese erscheint übersetzt. Das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen spricht in invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren gestützt auf
Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO;
sGS 963.75) regelmässig eine (ungekürzte) pauschale Entschädigung zwischen
Fr. 3'000.-- und Fr. 4'000.-- zu. Der vorliegende Streitfall erscheint nicht übermässig
aufwändig; es gibt insbesondere keinen Hinweis, wonach er aus den
durchschnittlichen Fällen herausstechen würde. Daher besteht kein Anlass, dem
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mehr als die Normalentschädigung
zuzusprechen. In Würdigung aller Umstände ist die Parteientschädigung auf
Fr. 2'800.-- (80% von Fr. 3'500.-- einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festzulegen.
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5.2.3 Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse es gestatten, kann der
Beschwerdeführer zur Nachzahlung der vom Staat entschädigten Prozesskosten
(Gerichts- und Parteikosten) verpflichtet werden (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] in Verbindung mit Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über
die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP