Decision ID: 3aee541c-7619-505a-a3b8-c4b3f87da51b
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ litt an einem Geburtsgebrechen Nr. 390 (angeborene cerebrale Lähmungen).
Am 19. Februar 1992 wurden ihr Pflegebeiträge bei einer schweren Hilflosigkeit
zugesprochen (IV-act. 79). Ihre Mutter meldete sie am 21. November 2003 zum Bezug
von IV-Leistungen für Erwachsene an (IV-act. 261). Diese füllte am 4. März 2004 auch
den Fragebogen für eine Hilflosenentschädigung aus (IV-act. 276). Dabei gab sie an,
die Versicherte benötige Hilfe beim An- und Ausziehen (Künzle-Schuhe binden,
Verschlüsse, Knöpfe etc. zumachen). Beim Aufstehen/Absitzen/Abliegen sei die
Versicherte selbständig. Beim Essen benötige sie Hilfe beim Zerkleinern der Nahrung
(Zerschneiden von Fleisch). Bei der Körperpflege bestehe die notwendige Hilfe noch im
Waschen und Frisieren der Haare. Nach dem Verrichten der Notdurft müssten der
Versicherten gelegentlich noch die Kleider geordnet werden. Auch bei der
Fortbewegung im Freien und bei der Pflege gesellschaftlicher Kontakte sei die
Versicherte dauernd auf eine erhebliche Hilfe angewiesen. Am 24. März 2004 erfolgte
eine telephonische Abklärung (IV-act. 277). Befragt wurde die Mutter der Versicherten.
Sie gab an, es sei der Versicherten nicht möglich, die Schuhe richtig zu binden. Da die
Versicherte Künzle-Schuhe mit Einlagen tragen müsse, könne nicht auf Schuhe mit
Klettverschlüssen ausgewichen werden. Mit Verschlüssen an Kleidern habe die
Versicherte Mühe; es gebe nur wenige Kleidungsstücke, bei denen sie den Verschluss
selbst handhaben könne. Die Versicherte könne grösstenteils nicht mit Knöpfen und
Reissverschlüssen umgehen. Beim BH-Verschluss brauche sie ebenfalls Hilfe. Beim
Ordnen der Kleider müsse ihr immer geholfen werden, weil sie nicht frei stehen und
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deshalb die Kleider nicht selbst ordnen könne. Die Abklärungsperson betrachtete die
Versicherte als beim An- und Auskleiden hilflos. Die Mutter der Versicherten gab weiter
an, mit den Handläufen sei es der Versicherten möglich, selbst zu Bett zu gehen und
wieder aufzustehen. Beim Umhergehen in der Wohnung sei die Versicherte
selbständig, wenn sie sich irgendwo halten könne. Die Abklärungsperson hielt fest,
aufgrund der Angaben der Mutter bestehe beim Aufstehen/Absitzen/Abliegen kein
relevanter und regelmässiger Bedarf nach Hilfe, weshalb die Versicherte bei dieser
alltäglichen Lebensverrichtung nicht hilflos sei. Die Mutter führte weiter aus, die
Versicherte könne mit Messer und Gabel essen und sie könne aus dem Glas trinken.
Man müsse ihr nur noch grössere Sachen wie Fleisch zerschneiden. Die
Abklärungsperson ging davon aus, dass die Versicherte auch bei der alltäglichen
Lebensverrichtung Essen nicht hilflos sei. Bezüglich Körperpflege berichtete die Mutter
der Versicherten, beim Duschen müsse aus Sicherheitsgründen immer jemand dabei
sein. Die Dusche sei mit einem Wandklappstuhl ausgerüstet. Die Versicherte wasche
sich aber zu wenig (z.B. seife sie sich nicht richtig sein). Den Rücken und die Haare
könne sie sich nicht selbständig waschen. Für die alltägliche Lebensverrichtung
Körperpflege bejahte die Abklärungsperson eine Hilflosigkeit. Im Zusammenhang mit
der Verrichtung der Notdurft gab die Mutter an, die Versicherte gehe selbst zur Toilette
und sie führe die Nachreinigung selbständig aus. Beim anschliessenden Ordnen der
Kleider müsse man der Versicherten aber überwiegend helfen, da sie sich immer
irgendwo halten müsse, so dass ihr das Ordnen der Kleider gar nicht möglich sei. Die
Abklärungsperson bejahte auch für diese alltägliche Lebensverrichtung die Hilflosigkeit.
Da die Versicherte bei der Fortbewegung im Freien immer auf eine Begleitung
angewiesen war, ging die Abklärungsperson auch für diese alltägliche
Lebensverrichtung von einer Hilflosigkeit aus. Die Mutter der Versicherten gab
abschliessend an, feinmotorisch habe sich in den vergangenen drei Jahren einiges
verbessert. Die Abklärungsperson hielt fest, dass dank dieser Fortschritte beim
Aufstehen/Absitzen/Abliegen und beim Essen keine Hilflosigkeit mehr bestehe. Mit
einer Verfügung vom 6. Mai 2004 (IV-act. 289) sprach die IV-Stelle der Versicherten
eine Entschädigung bei einer mittelgradigen Hilflosigkeit zu. Sie begründete dies damit,
dass die Versicherte bei den alltäglichen Lebensverrichtungen An- und Auskleiden,
Körperpflege, Notdurftverrichtung und Fortbewegung dauernd auf eine erhebliche Hilfe
angewiesen sei (IV-act. 282).
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A.b Am 25. März 2007 füllte die Mutter der Versicherten erneut einen Fragebogen zur
Hilflosigkeit aus (IV-act. 395). Dabei gab sie an, die Versicherte sei beim An- und Aus
ziehen (Schuhe binden, spezielle Verschlüsse), beim Essen (Fleisch zerkleinern,
Kartoffeln schälen), beim Verrichten der Notdurft (Ordnen der Kleider) und bei der
Fortbewegung (sowohl in der Wohnung als auch im Freien) regelmässig auf eine
erhebliche Hilfe angewiesen. Ausserdem benötige die Versicherte eine
lebenspraktische Begleitung. Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 19. Juni 2007 mit
(IV-act. 397), dass weiterhin ein Anspruch auf eine Entschädigung bei einer Hilflosigkeit
mittleren Grades bestehe, weil keine anspruchsrelevante Sachverhaltsveränderung
eingetreten sei.
A.c Im Juli 2013 ersuchte die IV-Stelle die Versicherte, wieder einen Fragebogen zur
Hilflosigkeit auszufüllen (IV-act. 424). Die Mutter der Versicherten gab in diesem
Fragebogen am 2. August 2013 an (IV-act. 425), die Versicherte sei beim An- und
Ausziehen (Reissverschlüsse, Knöpfe), beim Aufstehen/Abliegen/Absitzen (teilweise),
beim Essen (Fleisch am Stück zerkleinern), bei der Körperpflege und bei der
Fortbewegung auf Hilfe angewiesen. Ausserdem bedürfe die Versicherte einer
lebenspraktischen Begleitung. Die zuständige Sachbearbeiterin der IV-Stelle notierte
am 3. September 2013 (IV-act. 427), die Versicherte habe angegeben, der
Gesundheitszustand sei unverändert. Beim An- und Ausziehen sei ein Bedarf nach Hilfe
bei Knöpfen und Reissverschlüssen angegeben worden. Wahrscheinlich wäre
angepasste Kleidung möglich. Beim Aufstehen/Absitzen/Abliegen sei eine teilweise
Hilflosigkeit angegeben worden. Die Hilfe beim Essen (Fleisch zerkleinern) könne
aufgrund der aktuellen Bestimmungen nicht berücksichtigt werden. Da es sich um eine
„stabile“ Krankheit handle, seien keine medizinischen Unterlagen eingeholt worden. Da
die Hilflosenentschädigung allenfalls reduziert werden müsse, erscheine eine Abklärung
„vor Ort“ als sinnvoll. Diese Abklärung erfolgte am 3. Februar 2014. Gemäss dem
entsprechenden Bericht vom 26. Februar 2014 (IV-act. 432) gab die Mutter der
Versicherten Auskunft. Die Versicherte selbst war zwar zuhause, lag aber mit einer
Erkältung im Bett. Deshalb konnte die Abklärungsperson sie nicht sehen. Die Mutter
gab an, seit der letzten Abklärung im März 2004 sei der Gesundheitszustand der
Versicherten gleich geblieben. Im Alltag habe die Versicherte jedoch gewisse
Fortschritte erzielt. Im Bereich des Oberkörpers zeige sie keine relevanten
Einschränkungen. Sie könne beide Arme gezielt und frei bewegen. Sie könne einen
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„Schreiber“ halten und damit schreiben. Das freie Stehen sei der Versicherten aber
nach wie vor nicht möglich. Sie könne, wenn sie sich mit einer Hand festhalte,
aufstehen und wenige Schritte gehen. Während des Tages sitze sie aber mehrheitlich
im Rollstuhl. Diesen könne sie allerdings zuhause nicht einsetzen. Sie sei zeitlich und
örtlich orientiert und könne auf Fragen konkrete Antworten geben. Da sie vieles
vergesse, müsse ihr oftmals eine klare Struktur gegeben werden. Sie sei zuhause eher
antriebslos und zeige eigentlich nie Eigeninitiative. Den Arbeitsweg lege sie mit dem
Tixi-Taxi zurück. Sie wohne mit ihrer Mutter zusammen, die den Haushalt besorge. Da
sich die Versicherte immer und überall festhalten müsse, fielen ihr sogar leichte
Haushaltsarbeiten schwer. Sie wäre, selbst wenn sie dazu in der Lage wäre, mit dem
Kochen überfordert. Sie könne aber mithelfen. Sie könne schreiben und lesen, aber das
Ausfüllen amtlicher Formulare und des Bezahlen der Rechnungen werde
gewohnheitshalber von der Mutter übernommen. Die Versicherte könne aber
beispielsweise selbst einen Arzttermin vereinbaren. Sie könne auch selbständig ins
Freie gehen und kleinere Einkäufe erledigen. In Bezug auf die alltägliche
Lebensverrichtung An- und Ausziehen hielt die Abklärungsperson gestützt auf die
Angaben der Mutter fest, die Versicherte habe gegenüber der Situation im Jahr 2004
Fortschritte gemacht. Sie könne sich auf dem Bett sitzend am Oberkörper sowie an
den Beinen selbst anziehen. Auch bei den Socken und den Schuhen sei mehrheitlich
keine Hilfe nötig. Die Versicherte könne selbständig eine Jacke an- und ausziehen. Bei
Reissverschlüssen und Knöpfen habe sie teilweise Mühe. Dem könnte aber mit
Klettverschlüssen entgegengewirkt werden. Die Versicherte könne sich der Witterung
entsprechend angemessen kleiden. Teilweise sei die Kleidung nicht perfekt positioniert,
so dass die Mutter Korrekturen vornehme. Beim Absitzen/Abliegen/Aufstehen sei die
Versicherte mehrheitlich selbständig. Sie nehme sämtliche Transfers selbständig vor
und für den „Ein- und Ausstieg ins resp. aus dem Bett“ sei keine Unterstützung nötig.
Beim Essen sei die Versicherte selbständig. Nur bei harter Nahrung (z.B. Fleisch) sei
teilweise die Unterstützung der Mutter notwendig. Im Bereich der Körperpflege zeigten
sich gegenüber der Situation im Jahr 2004 gewisse Fortschritte. Die Versicherte könne
nun die Morgentoilette (Gesicht waschen, Zähne putzen, kämmen etc.) selbständig
vornehmen. In der Dusche könne sich die Versicherte selbständig waschen. Auch die
Haarpflege sei nun selbständig möglich. Teilweise seien die Haare nicht vollständig
vom Shampoo befreit, weshalb die Mutter nachspüle. Es sei aber keine permanente
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Anwesenheit einer Drittperson mehr notwendig. Auch beim Verrichten der Notdurft sei
die Versicherte nun selbständig. Sie könne selbst die Hosen hinunterlassen und wieder
hochziehen. Bei der Fortbewegung im Freien benötige sie nach wie vor regelmässig
erhebliche Hilfe. Die Mutter der Versicherten gab nachträglich an, bei der
Erwerbstätigkeit und bei der Freizeitgestaltung zeige sich die Versicherte sehr
engagiert. Nur aus einem rollstuhlgängigen Gebäude könne sie im Rollstuhl selbständig
nach draussen gehen. Die Wohnung könne sie nicht ohne Fremdhilfe verlassen. Sie
könne sich nicht selbständig rasieren; auch die Nagelpflege sei nicht selbständig
möglich. Auch baden könne die Versicherte nicht ohne Hilfe. Die Abklärungsperson
notierte abschliessend, die Versicherte sei nur noch bei der Fortbewegung auf Hilfe
angewiesen. In allen übrigen alltäglichen Lebensverrichtungen sei sie unter
Berücksichtigung der Schadenminderungspflicht und einer zumutbaren
Willensanstrengung nicht auf Hilfe angewiesen. Die Versicherte scheine eine
lebenspraktische Begleitung zu benötigen, da sie den Rollstuhl in der Wohnung nicht
einsetzen könne und deshalb für die Wohnungspflege, das Kochen und die Wäsche auf
Hilfe angewiesen sei. Zudem gebe es im Dorf keine Einkaufsmöglichkeiten. Kognitive
Einschränkungen seien gemäss den Angaben der Mutter nicht vorhanden. Beim
Rasieren und bei der Nagelpflege handle es sich nicht um eine regelmässig notwendige
Tätigkeit. Es sei der Versicherten zumutbar, in Erfüllung der Schadenminderungspflicht
auf das Baden zu verzichten und stattdessen zu duschen.
A.d Mit einem Vorbescheid vom 3. März 2014 kündigte die IV-Stelle der Versicherten
die Reduktion der Hilflosenentschädigung an (IV-act. 433). Sie gab an, es bestehe nur
noch ein Anspruch auf eine Entschädigung bei einer leichten Hilflosigkeit. Die Mutter
der Versicherten erklärte am 22. März 2014 (IV-act. 435), die Versicherte sei mit dieser
Reduktion nicht einverstanden. Man werde Beurteilungen des Arztes, des
Physiotherapeuten und des Arbeitgebers einreichen. Am 14. Mai 2014 wies sie darauf
hin, dass eine orthopädische Beurteilung bevorstehe (IV-act. 437). Die Versicherte liess
in der Folge einen Bericht von Dr. med. B._, Arzt Kinderorthopädie am Kantonsspital
Graubünden, vom 30. Juni 2014 einreichen (IV-act. 441 f.). Dr. B._ hatte angegeben,
die Versicherte könne sich nicht ohne Hilfe an- und ausziehen. Beim Baden und
Duschen brauche sie Unterstützung. Die Rückstufung der Hilflosenentschädigung sei
nicht nachvollziehbar. Dr. med. C._, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin,
unterstützte diese medizinische Einschätzung (IV-act. 443). Der zuständige Fachberater
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der IV-Stelle notierte am 17. Juli 2014 u.a. (IV-act. 447), die Versicherte habe vor Ort
und in Gegenzeichnung bestätigt, dass sie sich auf dem Bett sitzend selbst an- und
ausziehen könne. Zudem sei es zumutbar, angepasste Kleider zu wählen (leicht zu
bedienende Knöpfe, Klett- oder Reissverschlüsse). Auch in Bezug auf das Absitzen/
Abliegen/Aufstehen habe die Versicherte ihre Selbständigkeit bestätigt. Das Rasieren
und die Nagelpflege seien keine regelmässigen Verrichtungen. Für die
Ganzkörperpflege sei die Versicherte dank des Umbaus der Dusche selbständig.
Deshalb sei es nicht von Bedeutung, ob sie die Badewanne besteigen könne. Da die
Versicherte bestätigt habe, dass sie nach dem Verrichten der Notdurft die Kleider
selber ordnen könne, bestehe kein Bedarf nach Hilfe bei dieser alltäglichen
Lebensverrichtung. Die Hilfe bei der Fortbewegung im Freien sei bereits im Rahmen
der lebenspraktischen Begleitung berücksichtigt worden, könne also nicht nochmals
(als Hilflosigkeit bei der Fortbewegung) angerechnet werden. Mit einer Verfügung vom
20. August 2014 setzte die IV-Stelle die laufende Entschädigung bei einer
mittelschweren Hilflosigkeit per 1. Oktober 2014 auf eine Entschädigung bei einer
leichten Hilflosigkeit herab (IV-act. 452). Sie begründete dies damit, dass nur noch ein
Bedarf nach einer lebenspraktischen Begleitung bestehe.
B.
B.a Die Versicherte (nachfolgend: die Beschwerdeführerin) liess am 19. September
2014 Beschwerde erheben und die Aufhebung der Verfügung vom 20. August 2014
sowie die Zusprache einer Entschädigung für eine mittlere Hilflosigkeit ab dem 1.
Oktober 2014 beantragen (act. G 1). Zur Begründung führte ihr Rechtsvertreter u.a.
aus, auf die Beurteilung des Physiotherapeuten und des Arbeitgebers sei die IV-Stelle
(nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) nicht eingegangen. Bei diesen handle es sich
um Fachpersonen, welche die Beschwerdeführerin regelmässig und differenziert
beobachteten und deshalb deren konkrete Einschränkungen objektiv erkennen und
bemessen könnten. Sie seien wie der behandelnde Facharzt nicht einverstanden damit,
dass nur noch eine leichte Hilflosigkeit vorliegen solle. Dr. C._ habe angegeben, dass
die Beschwerdeführerin lebenslang Unterstützung in allen Lebensbereichen benötige.
Dr. B._ habe explizit festgehalten, dass die Beschwerdeführerin bei der
Fortbewegung und insbesondere beim An- und Ausziehen, aber auch bei der
Körperpflege regelmässig und erheblich auf Hilfe angewiesen sei. Er sei von einer
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ausgeprägten Hilfsbedürftigkeit ausgegangen. Der Gesundheitszustand habe sich
unbestrittenermassen nicht verändert. Die Beschwerdegegnerin begründe die
postulierte Verbesserung unspezifisch mit gewissen Fortschritten. Das sei aber nur eine
andere Beurteilung eines gleich gebliebenen Sachverhalts. Im Revisionsfragebogen
habe die Beschwerdeführerin sowohl für das An- und Ausziehen als auch für
Teilbereiche der Körperpflege eine Hilflosigkeit angegeben. Die abweichende
Darstellung im Abklärungsbericht werde bestritten. Weder die Beschwerdeführerin
noch deren Mutter hätten diesen Bericht unterzeichnet. Ein weiterer Mangel des
Berichts bestehe darin, dass die Beschwerdeführerin gar nicht dabei gewesen sei. Die
Beschwerdeführerin benötige Hilfe beim An- und Ausziehen (Reissverschlüsse und
Knöpfe, Anziehen der Spezialschuhe), beim Essen (Zerkleinern der Nahrung,
namentlich von Fleisch, Schälen von Kartoffeln etc.) und bei der Körperpflege (Baden
nicht ohne Hilfe, Hilfe beim Waschen, Trocknen und Kämmen der Haare, beim
Waschen von Teilen des Körpers, Mani- und Pediküre, Rasieren von Körperhaaren).
Somit bestehe für mindestens zwei alltägliche Lebensverrichtungen ein Bedarf nach
Hilfe. Zusammen mit dem Bedarf nach einer lebenspraktischen Begleitung resultiere
eine mittelschwere Hilflosigkeit.
B.b Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin reichte am 17. November 2014 eine
Stellungnahme von Dr. C._ vom 18. September 2014 ein (act. G 7). Dr. C._ hatte
ausgeführt (act. G 7.1), die Beschwerdeführerin könne den Tagesablauf nicht
selbständig gestalten. Als Beispiel dafür, dass auch einfachste Handlungen nicht
funktionierten, verwies er auf das Schliessen eines Reissverschlusses oder eine
Knopfes. Die spastisch ataktischen Bewegungen seien für jeden Beobachter
augenfällig. Dr. C._ ging von einer mittelschweren bis schweren Hilflosigkeit aus. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin erklärte diese Stellungnahme zum
integrierenden Bestandteil seiner Beschwerdeergänzung.
B.c Die Beschwerdegegnerin beantragte am 28. November 2014 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 9). Sie räumte ein, dass sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin seit 2004 nicht verändert habe. Eine Herabsetzung lasse sich aber
auch dann rechtfertigen, wenn eine versicherte Person besser mit ihrer Behinderung
umgehen könne und deshalb eine geringere Hilfestellung benötige. Weiter räumte sie
ein, dass weder die Beschwerdeführerin noch deren Mutter den Abklärungsbericht
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unterzeichnet hätten. Sie wies aber darauf hin, dass die Mutter schriftlich zum
Abklärungsbericht Stellung genommen habe und dass sie keine Rügen dagegen
erhoben habe. Deshalb sei davon auszugehen, dass die Mutter mit dem Inhalt des
Berichtes einverstanden gewesen sei. Auf dieser Aussage der ersten Stunde sei die
Beschwerdeführerin zu behaften. Da die Mutter die einzige Betreuungsperson sei,
komme ihren Aussagen eine grosse Bedeutung zu. Der Umstand, dass die
Beschwerdeführerin bei der Abklärung nicht dabei gewesen sei, schmälere den
Beweiswert des entsprechenden Berichtes nicht. Die Beschwerdeführerin habe
nämlich mit Sicherheit Kenntnis von der Abklärung genommen und den
entsprechenden Bericht durchgelesen. Zudem sei ohne weiteres davon auszugehen,
dass die Beschwerdeführerin mit dem Inhalt des Schreibens ihrer Mutter vom 25.
Februar 2014 einverstanden gewesen sei. Die Ausführungen im Abklärungsbericht zu
den Einschränkungen bei der Körperpflege seien schlüssig. Dr. C._ und Dr. B._
könnten die Beschwerdeführerin bei den alltäglichen Lebensverrichtungen nicht
beobachten; sie hätten zudem nicht detailliert zu den einzelnen Lebensverrichtungen
Stellung genommen. Zudem neigten behandelnde Ärzte erfahrungsgemäss dazu,
überwiegend zugunsten ihrer Patienten auszusagen. Beim An- und Ausziehen sei die
Beschwerdeführerin nicht auf Hilfe angewiesen, weil sie zur Schadenminderung mit
Klettverschlüssen Abhilfe schaffen könnte und weil sie inzwischen routinierter vorgehen
könne. Dass die Mutter der Beschwerdeführerin beim Duschen hin und wieder die
Haare abspülen müsse, sei keine erhebliche Hilfestellung. Da die Beschwerdeführerin
zum Verrichten der Notdurft selbst die Hose hinunterlassen und anschliessend wieder
heraufziehen könne, bestehe auch bei dieser Lebensverrichtung keine Hilflosigkeit
mehr.
B.d Die verfahrensleitende Abteilungspräsidentin bewilligte der Beschwerdeführerin am
3. Dezember 2014 die unentgeltliche Rechtspflege (act. G 10).
B.e Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verzichtete am 15. Januar 2015 auf
weitere Ausführungen (act. G 13).

Erwägungen
1.
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Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz, die hilflos sind,
haben einen Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung (Art. 42 Abs. 1 IVG). Als hilflos
gilt eine Person, die wegen der Beeinträchtigung ihrer Gesundheit für alltägliche
Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter bedarf (Art. 9 ATSG). Es ist zu
unterscheiden zwischen schwerer, mittelschwerer und leichter Hilflosigkeit (Art. 42 Abs.
2 IVG). Als hilflos gilt auch eine Person, die zuhause lebt und wegen der
Gesundheitsbeeinträchtigung dauernd auf eine lebenspraktische Begleitung
angewiesen ist (Art. 42 Abs. 3 Satz 1 IVG). Massgebend für die Höhe der
Hilflosenentschädigung ist das Ausmass der persönlichen Hilflosigkeit. Die
Hilflosenentschädigung wird personenbezogen ausgerichtet und soll die Wahlfreiheit in
den zentralen Lebensbereichen erleichtern (Art. 42 Abs. 1 Sätze 1 und 2 IVG). Die
Hilflosigkeit gilt gemäss Art. 37 Abs. 2 IVV u.a. dann als mittelschwer, wenn die
versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln in den meisten alltäglichen
Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen
ist (lit. a) oder in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in
erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter und überdies auf eine lebenspraktische
Begleitung angewiesen ist (lit. c). Sie gilt gemäss Art. 37 Abs. 3 IVV u.a. dann als leicht,
wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln in zwei alltäglichen
Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen
ist (lit. a) oder wenn sie dauernd auf eine lebenspraktische Begleitung angewiesen ist
(lit. e). Ein Bedarf nach einer lebenspraktischen Begleitung besteht gemäss Art. 38 Abs.
1 IVV, wenn die versicherte Person infolge einer Gesundheitsbeeinträchtigung ohne die
Begleitung durch eine Drittperson nicht selbständig leben kann (lit. a), für Verrichtungen
und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf die Begleitung durch eine Drittperson
angewiesen ist (lit. b) oder ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu
isolieren (lit. c). Der Begriff der alltäglichen Lebensverrichtung wird weder im Gesetz
noch in der Vollzugsverordnung umschrieben. Es handelt sich also um einen
unbestimmten Rechtsbegriff. Diese Regelungslücke wird durch die
Verwaltungsweisungen ausgefüllt: Die alltäglichen Lebensverrichtungen betreffen
sechs Bereiche (Rz 8010 KSIH): An- und Auskleiden, Aufstehen/Absitzen/Abliegen,
Essen, Körperpflege, Verrichten der Notdurft und Fortbewegung.
2.
ter
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Der Beschwerdeführerin wurde im Jahr 2004 eine Entschädigung bei einer
mittelgradigen Hilflosigkeit zugesprochen, weil die Beschwerdegegnerin davon
ausging, dass die Beschwerdeführerin in den vier alltäglichen Lebensverrichtungen An-
und Auskleiden, Körperpflege, Verrichten der Notdurft und Fortbewegung regelmässig
auf erhebliche Hilfe angewiesen war. Die Hilflosigkeit in der besonderen Form eines
Bedarfs nach einer lebenspraktischen Begleitung war zwar ab dem 1. Januar 2004
gesetzlich geregelt worden. Die Beschwerdegegnerin prüfte aber keinen
entsprechenden Bedarf der Beschwerdeführerin, wohl weil sich der Schweregrad der
Hilflosigkeit nicht hätte ändern, der Leistungsanspruch also nicht höher hätte ausfallen
können. Auch die Kombination eines regelmässigen und erheblichen Bedarfs nach
Hilfe in vier alltäglichen Lebensverrichtungen mit einem Bedarf nach einer
lebenspraktischen Begleitung hätte nämlich gemäss Art. 37 Abs. 2 IVV nur einen
Anspruch auf eine Entschädigung bei einer mittelschweren Hilflosigkeit entstehen
lassen.
2.1 Gestützt auf eine telephonische Befragung der Mutter der Beschwerdeführerin war
die Beschwerdegegnerin im Jahr 2004 von einem regelmässigen und erheblichen
Bedarf nach Hilfe in der alltäglichen Lebensverrichtung An- und Auskleiden
ausgegangen, weil die Beschwerdeführerin die Spezialschuhe, die nicht mit einem
Klettverschluss erhältlich waren, nicht hatte schliessen können, weil sie auch die
meisten Kleiderverschlüsse nicht selbst hatte bedienen können und weil sie auch nicht
in der Lage gewesen war, die Kleider nach dem Anziehen zu ordnen (vgl. IV-act.
277-1). Die aktuelle Abklärung, auf die sich die angefochtene Verfügung stützt, ist zwar
als Abklärung an Ort und Stelle, d.h. als Augenschein (kombiniert mit einer Befragung
der Beschwerdeführerin und der Mutter) geplant gewesen, hat sich aber in einer an Ort
und Stelle durchgeführten Befragung der Mutter erschöpft. Gemäss dem
Abklärungsbericht (vgl. IV-act. 432-4) kann sich die Beschwerdeführerin zwar
„mehrheitlich“ ohne Hilfe anziehen, aber beim Umgang mit Reissverschlüssen und
Knöpfen hat sie immer noch „teilweise“ Mühe. Sie kann zudem die Kleider „teilweise“
immer noch nicht „perfekt“ positionieren. Da nicht davon auszugehen ist, dass die
Beschwerdeführerin inzwischen nicht mehr auf Spezialschuhe angewiesen wäre, hätte
bei der Abklärung an Ort und Stelle untersucht werden müssen, ob diese
Spezialschuhe nun mit Klettverschlüssen ausgestattet sind und deshalb von der
Beschwerdeführerin selbst an- und ausgezogen werden können. Dagegen spricht,
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dass die Beschwerdeführerin nur „mehrheitlich“ fähig sein soll, die Schuhe selbst
anzuziehen (wobei sich dem Abklärungsbericht nicht entnehmen lässt, was unter
„mehrheitlich“ und „teilweise“ zu verstehen ist), dass sie beim Schliessen von Knöpfen
und Reissverschlüssen immer noch Mühe hat und dass Dr. C._ aufgrund der
spastisch ataktischen Bewegungen der Beschwerdeführerin angenommen hat, die
Beschwerdeführerin könne nicht selbst Knöpfe und Reissverschlüsse zumachen. Die
Abklärungsperson hätte also wenigstens die Mutter fragen müssen, ob und
gegebenenfalls warum die Beschwerdeführerin die Spezialschuhe nun „mehrheitlich“
selbst anziehen könne. Wäre auch die Beschwerdeführerin befragt und zudem im
Rahmen des Augenscheins beim Anziehen von Schuhen und Kleidern beobachtet
worden (was durch ein Verschieben des Abklärungstermins ohne weiteres möglich
gewesen wäre) und hätte die Abklärungsperson die Befragung und die Beobachtungen
korrekt protokolliert, wäre es nun möglich, die Frage nach einer Verbesserung im
Umgang mit der Behinderung und damit nach einer relevanten Verminderung des
Bedarfs nach Hilfe zu beantworten. Da sich die Abklärung aber auf die Befragung der
Mutter beschränkt hat und da zudem die Fragen und die Antworten nicht vollständig
und genau protokolliert worden sind, lässt sich mit dem Abklärungsbericht nicht
belegen, dass trotz des unbestrittenermassen unveränderten Gesundheitszustandes
und entgegen der Einschätzung von Dr. C._ eine relevante Verbesserung der
Fähigkeit der Beschwerdeführerin, sich selbst an- und auszuziehen, eingetreten wäre.
Die von der Beschwerdegegnerin behauptete erhebliche Verminderung des Bedarfs
nach Hilfe bei der alltäglichen Lebensverrichtung An- und Ausziehen ist also nicht mit
dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt.
2.2 In Bezug auf die alltägliche Lebensverrichtung Essen ist im Jahr 2004 ein
regelmässiger und erheblicher Bedarf nach Hilfe verneint worden (vgl. IV-act. 277-1),
weil nur noch grössere Sachen wie Fleisch zerkleinert werden müssten. Die
Beschwerdeführerin könne mit Messer und Gabel essen und selbst aus einem Glas
trinken. Auch anlässlich des Revisionsverfahrens 2007 ist bei dieser alltäglichen
Lebensverrichtung keine Hilflosigkeit angenommen worden. Da nichts darauf hindeutet,
dass sich in dieser alltäglichen Lebensverrichtung eine Verschlechterung eingestellt
hätte, muss es dabei bleiben, dass die Beschwerdeführerin beim Essen und Trinken
keiner regelmässigen und erheblichen Hilfe bedarf.
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2.3 Das Ergebnis der telephonischen Abklärung im Jahr 2004 wurde so interpretiert,
dass die Beschwerdeführerin bei der Körperpflege auf eine regelmässige und
erhebliche Hilfeleistung angewiesen sei (vgl. IV-act. 277-1). Dies bezog sich nur auf das
Duschen; das Baden und die übrige alltägliche Körperpflege (Gesicht und Hände
waschen, kämmen, Zähne putzen usw.) wurden im Abklärungsprotokoll gar nicht
erwähnt. In Bezug auf das Baden dürfte das auf der – richtigen und nach wie vor
zutreffenden - Überlegung beruht haben, dass es zur Schadenminderungspflicht der
Beschwerdeführerin gehöre, zu duschen statt zu baden. In Bezug auf die übrige
Körperpflege unterblieb die Abklärung wohl, weil bereits der regelmässige Bedarf nach
einer erheblichen Hilfe beim Duschen ausreichte, um für die alltägliche
Lebensverrichtung Körperpflege von einer Hilflosigkeit auszugehen. Im Jahr 2004 war
beim Duschen aus Sicherheitsgründen immer eine andere Person anwesend. Gemäss
dem aktuellen Abklärungsbericht (vgl. IV-act. 432-5) ist das nun nicht mehr der Fall.
Dabei dürfte es sich aber nicht um eine relevante Verbesserung handeln, denn die
Beschwerdeführerin verfügte bereits bei der Abklärung im Jahr 2004 über einen
Duschklappstuhl. Die Anwesenheit einer anderen Person während des Duschens
beruhte demnach nur auf einem subjektiven Sicherheitsbedürfnis der
Beschwerdeführerin (und/oder der Mutter), das objektiv nicht zu rechtfertigen war.
Gemäss dem Abklärungsprotokoll von 2004 wusch sich die Beschwerdeführerin zu
wenig. Ob dies auf eine objektive, d.h. behinderungsbedingte Unfähigkeit der
Beschwerdeführerin oder aber nur auf den fehlenden Antrieb der damals 18-jährigen
Beschwerdeführerin zurückzuführen war, lässt sich dem Protokoll nicht entnehmen. Da
sich der Gesundheitszustand seither nicht verändert hat, ist zu vermuten, dass die
Beschwerdeführerin schon im Jahr 2004 eigentlich in der Lage war, sich beim Duschen
vollständig selbst zu waschen. Die Mutter bzw. die Beschwerdeführerin hätte bei der
aktuellen Abklärung auch zu diesem Punkt befragt werden müssen, bevor man von
einer überwiegend wahrscheinlichen objektiven Verbesserung hätte ausgehen können.
Weiter wird im aktuellen Abklärungsbericht ausgeführt, die Haare seien „teilweise“
nicht vollständig vom Shampoo befreit, so dass die Mutter nachspülen müsse. Was die
Abklärungsperson mit dem Wort „teilweise“ gemeint hat, ist nicht bekannt. „Teilweise“
kann als „gelegentlich“ bzw. „ab und zu“ verstanden worden sein. Dann vermag die
entsprechende Aussage der Abklärungsperson nicht zu überzeugen, denn nichts
deutet darauf hin, dass der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin stark
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schwanken und ihr deshalb ab und zu das selbständige Ausspülen des Shampoos
verunmöglichen würde. Ist es der Beschwerdeführerin aber immer unmöglich, sich das
Shampoo selbst vollständig auszuspülen („teilweise“ gemeint als immer nur für einen
Teil der Haare, z.B. nicht direkt auf dem Kopf, sondern nur unter Augenhöhe), so deutet
das auf einen regelmässigen Bedarf nach Hilfe beim Duschen hin. Diese Hilfe wäre als
erheblich zu werten, da ohne sie keine ausreichende Haarpflege möglich wäre. In
diesem Punkt erweist sich der Sachverhalt somit als unzureichend abgeklärt. Deshalb
ist nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt, dass die Beschwerdeführerin, wie von der Beschwerdegegnerin angenommen,
beim Duschen nicht mehr auf eine regelmässige und erhebliche Hilfe angewiesen ist.
Hier hätte sich ein Augenschein aufgedrängt, d.h. die Beschwerdeführerin hätte (als
„Trockenübung“ im Wohnzimmer) demonstrieren können, wie weit sie trotz der
spastisch ataktischen Bewegungsmuster beim Waschen und bei der Haarpflege
selbständig ist. In Bezug auf die Nagelpflege und das Rasieren hat die
Beschwerdegegnerin zu Recht geltend gemacht, dass die Hilfe zwar wohl erheblich,
aber jedenfalls nicht regelmässig notwendig sei. Die Nagelpflege und das Rasieren sind
nämlich einmal in der Woche oder sogar nur alle zwei Wochen notwendig.
2.4 Gemäss den Angaben im Abklärungsprotokoll von 2004 (vgl. IV-act. 277-2) war die
Beschwerdeführerin bei der Notdurftverrichtung selbständig. Einzig beim
anschliessenden Ordnen der Kleider war sie auf Hilfe angewiesen, da sie sich beim
Stehen festhalten musste. Der aktuelle Abklärungsbericht äussert sich nicht zum
Ordnen der Kleider (vgl. IV-act. 432-5). Er hält nur fest, die Beschwerdeführerin könne
selbständig die Hose hinunterlassen und wieder hochziehen. Zwar hat auch die Mutter
angegeben, die Beschwerdeführerin sei bei dieser Verrichtung selbständig. Da sich die
Beschwerdeführerin aber nach wie vor beim Stehen festhalten muss, vermag diese
Aussage nicht zu überzeugen, denn es wird nicht erklärt, wie die Beschwerdeführerin
mit nur einer Hand die Hose wieder hochziehen und schliessen kann. Auch hier wäre
ein Augenschein (in der Form einer „Trockenübung“ im Wohnzimmer) sinnvoll
gewesen. Zumindest hätte die Beschwerdeführerin selbst befragt werden müssen,
denn sie allein kann eine Antwort auf die Frage geben, wie man eine Hose einhändig
hochziehen und schliessen kann. Zwar ist im Abklärungsbericht von 2004 nicht erklärt
worden, was mit dem Ordnen der Kleider genau gemeint gewesen ist bzw. ob das
auch das Hinunterlassen und das Hochziehen der Hose beinhaltet hat. In Bezug auf ein
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weiter gehendes Ordnen der Kleider fehlt eine Aussage im aktuellen
Abklärungsprotokoll. Deshalb ist nicht bekannt, ob die Beschwerdeführerin sich die –
2004 noch nicht vorhandene – Fähigkeit angeeignet hat, die Kleider selbst zu ordnen,
oder ob sie nur noch Kleider anzieht, die sie problemlos selbst ordnen kann (was
allerdings bereits im Jahr 2004 möglich gewesen sein dürfte, so dass es an einer
revisionsrechtlich relevanten seitherigen Sachverhaltsveränderung fehlen würde). Im
Zusammenhang mit der Notdurftverrichtung erweist sich der Sachverhalt also ebenfalls
als nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt.
2.5 Im Abklärungsbericht von 2004 war festgehalten worden (vgl. IV-act. 277-2), die
Beschwerdeführerin werde im Freien immer begleitet. Entweder stütze sie sich oder sie
nehme den Rollstuhl. Im aktuellen Abklärungsprotokoll wird angegeben (vgl. IV-act.
432-5), die Beschwerdeführerin könne den Rollstuhl auf gut befahrbarem Terrain
selbständig bedienen. Kleinere Besorgungen seien selbständig möglich. Das würde an
sich darauf schliessen lassen, dass die Beschwerdeführerin neu auch im Freien nicht
mehr auf eine regelmässige Hilfe angewiesen wäre, weil bei der Fortbewegung mit dem
Rollstuhl keine Begleitperson mehr nötig wäre. Nun hat die Mutter aber angegeben, die
Beschwerdeführerin könne das Haus nicht ohne fremde Hilfe verlassen. Der Grund
dafür dürfte die Haustreppe sein, wobei allerdings nicht bekannt ist, ob dieses
Hindernis durch einen Treppenlift überwunden werden könnte. Das
Abklärungsprotokoll enthält auch keine Angaben zu den Weg- und
Strassenverhältnissen, zu den zu überwindenden Distanzen und zur Topographie. Auch
in Bezug auf die Fortbewegung im Freien ist der Sachverhalt also nicht mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt. Ob dies auf
einer unzureichenden Sachverhaltsabklärung oder nur auf einer lückenhaften
Berichterstattung der Abklärungsperson beruht, lässt sich nicht feststellen. Sollte
ersteres der Fall sein, muss auch in diesem Punkt eine ergänzende
Sachverhaltsabklärung erfolgen.
2.6
2.6.1 Bei der Zusprache der Entschädigung bei einer mittelgradigen Hilflosigkeit am 6.
Mai 2004 waren die Art. 42 Abs. 3 IVG und 38 IVV (lebenspraktische Begleitung)
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„ausgeblendet“ worden, d.h. die Sachverhaltsermittlung hatte sich auf die sechs
alltäglichen Lebensverrichtungen beschränkt und der ermittelte Sachverhalt war nur
unter die Art. 9 ATSG, 42 Abs. 1 IVG und 37 IVV subsumiert worden. Da die
Hilflosenentschädigung nicht anders ausgefallen wäre, wenn die Beschwerdeführerin
einer lebenspraktischen Begleitung bedurft hätte (weil die Beschwerdeführerin nach
wie vor gemäss Art. 37 Abs. 1 IVV nicht schwer hilflos gewesen wäre), war das
Dispositiv der Verfügung vom 6. Mai 2004 rechtmässig, obwohl es mangels einer
Abklärung des gesamten massgebenden Sachverhalts und mangels einer Anwendung
aller anwendbaren Bestimmungen auf einer unvollständigen Subsumtion beruhte. Zu
einer revisionsweisen Anpassung einer laufenden Hilflosenentschädigung kommt es
gemäss Art. 17 Abs. 2 ATSG nur, wenn die Subsumtion des aktuellen Sachverhalts
unter die anwendbaren Bestimmungen eine Rechtsfolge liefert, die von der Rechtsfolge
abweicht, die aus der Subsumtion des damaligen Sachverhalts unter dieselben
Bestimmungen resultiert hatte, d.h. wenn sich das Dispositiv der vorgesehenen
Anpassungsverfügung vom Dispositiv der früheren leistungszusprechenden Verfügung
unterscheidet. Im vorliegenden Fall kann der Umstand, dass die Verfügung vom 6. Mai
2004 in unzulässiger Weise die lebenspraktische Begleitung „ausgeblendet“ hatte,
nicht dazu führen, dass die lebenspraktische Begleitung auch im Revisionsverfahren
wieder ignoriert werden müsste. Ein allfälliger Bedarf der Beschwerdeführerin nach
einer lebenspraktischen Begleitung könnte nämlich bewirken, dass weiterhin ein
Anspruch auf eine Entschädigung bei einer mittelgradigen Hilflosigkeit bestünde. Im
Rahmen des vorliegend zu überprüfenden Revisionsverfahrens hat die
Beschwerdegegnerin deshalb zu Recht auch den für eine lebenspraktische Begleitung
massgebenden aktuellen Sachverhalt ermittelt und unter die Art. 42 Abs. 3 IVG und Art.
38 IVV subsumiert. Die Revision der laufenden Hilflosenentschädigung setzt zwar nach
der systematischen Einordnung und nach dem Sinn und Zweck des Art. 17 ATSG (vgl.
Ralph Jöhl, Die Revision nach Art. 17 ATSG, in: Kieser/Lendfers [Hrsg.], Jahrbuch zum
Sozialversicherungsrecht 2012, S. 162 ff.) zwingend eine nach der ursprünglichen
Leistungszusprache eingetretene Veränderung des – gesamten - massgebenden
Sachverhalts voraus. Da ein allfälliger Bedarf der Beschwerdeführerin nach einer
lebenspraktischen Begleitung im Jahr 2004 nichts daran geändert hätte, dass nur eine
mittelgradige Hilflosigkeit vorgelegen hätte, kann aber ausnahmsweise eine
Überprüfung dieser Form der Hilflosigkeit auf eine Veränderung unterbleiben.
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Massgebend ist nur, ob unter Berücksichtigung aller Elemente, also der sechs
alltäglichen Lebensverrichtungen und des Bedarfs nach einer lebenspraktischen
Begleitung, eine revisionsrechtlich erhebliche Sachverhaltsveränderung eingetreten ist.
Zu erheben ist deshalb nur der aktuelle, für einen allfälligen Bedarf nach einer
lebenspraktischen Begleitung massgebende Sachverhalt.
2.6.2 Die Beschwerdegegnerin ist davon ausgegangen, dass der von ihr
angenommene Bedarf der Beschwerdeführerin nach einer Begleitung bei der
Fortbewegung im Freien nicht nur unter Art. 37 IVV bzw. Rz 8022 ff. KSIH (alltägliche
Lebensverrichtung Fortbewegung), sondern auch unter Art. 38 Abs. 1 lit. b IVV
(lebenspraktische Begleitung in der Form der Begleitung für Verrichtungen und
Kontakte ausserhalb der Wohnung) subsumiert werden müsse. Die
Beschwerdegegnerin hat weiter angenommen, dass es nicht sinnvoll sei, ein und
denselben Bedarf nach Hilfe unter zwei Formen der Hilflosigkeit zu akzeptieren und
dann diesen Bedarf nach einer Begleitung im Freien bei der Bemessung der Schwere
der Hilflosigkeit „doppelt zählen“ zu müssen. Diese Auffassung wäre richtig, wenn der
Art. 37 bzw. die Rz 8022 ff. KSIH einerseits und der Art. 38 Abs. 1 lit. b IVV andererseits
tatsächlich dieselbe Form eines Bedarfs nach Hilfe beschlagen würden. Das kann aber
nicht der Fall sein, denn welche Veranlassung hätte der Gesetzgeber bei der Schaffung
des Art. 42 Abs. 3 IVG haben sollen, die bereits durch die alltägliche Lebensverrichtung
der Fortbewegung im Freien abgedeckte Art der Hilflosigkeit zusätzlich zum
Gegenstand einer neuen Form der Hilflosigkeit zu machen und damit Gefahr zu laufen,
dass ein und dieselbe behinderungsbedingte Einschränkung bei der Bemessung der
Schwere der Hilflosigkeit zweimal gezählt würde? Das Schieben eines Rollstuhls und
andere Hilfeleistungen, die es einer behinderten Person ermöglichen, sich an einen
anderen Ort zu begeben, sind deshalb nur unter den Art. 37 IVV bzw. die Rz 8022 ff.
KSIH zu subsumieren. Der Art. 38 Abs. 1 lit. b IVV regelt die Hilfe bei behinderten
Personen, die Hilfe bei der Durchsetzung ihrer Interessen gegenüber Dritten benötigen.
Das reicht von der Kommunikationshilfe bis zur Verhandlungsführung durch die
Begleitperson. Darunter fällt beispielsweise der Verkehr mit Ämtern, Banken,
Versicherungen, der Post oder dem Arzt. Die Hilfe bei der Überwindung des Weges zur
Bank fällt also unter den Art. 37 IVV bzw. die Rz 8022 ff. KSIH, die Hilfe bei der
Abwicklung des Bankgeschäftes unter Art. 38 Abs. 1 lit. b IVV. Demnach kann ein
allfälliger Bedarf nach einer lebenspraktischen Begleitung nicht damit begründet
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werden, dass die Beschwerdeführerin sich im Freien ohne eine Begleitperson nicht
fortbewegen könne. Die Beschwerdeführerin wäre nur dann auf eine lebenspraktische
Begleitung gemäss Art. 38 Abs. 1 lit. b IVV angewiesen, wenn sie zur Besorgung ihrer
„Geschäfte“ eine Begleitperson benötigen würde. Da die Beschwerdegegnerin
aufgrund ihres Irrtums über den Regelungsinhalt des Art. 38 Abs. 1 lit. b IVV eine
entsprechende Sachverhaltsabklärung unterlassen hat, kann diese Frage vorliegend
nicht beantwortet werden. Grundsätzlich käme auch ein Bedarf der
Beschwerdeführerin nach einer lebenspraktischen Begleitung gemäss den lit. a oder c
des Art. 38 Abs. 1 IVV in Betracht. Aber auch in dieser Hinsicht ist eine
Sachverhaltsabklärung unterblieben. Das Protokoll über die Befragung der Mutter der
Beschwerdeführerin enthält zwar Hinweise darauf, dass es der Beschwerdeführerin
behinderungsbedingt unmöglich sein könnte, den Haushalt selbst zu führen und damit
im Sinne von Art. 38 Abs. 1 lit. a IVV selbständig zu wohnen. Diese Hinweise reichen
aber offensichtlich nicht aus, um einen derartigen Bedarf der Beschwerdeführerin nach
einer lebenspraktischen Begleitung mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen. Die Beschwerdegegnerin wird also
auch im Zusammenhang mit einem allfälligen Bedarf nach einer lebenspraktischen
Begleitung den aktuellen Sachverhalt weiter abzuklären haben.
3.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass der von der Beschwerdegegnerin im
Revisionsverfahren nach Art. 17 Abs. 2 ATSG ermittelte Sachverhalt nicht ausreicht, um
das Mass der Hilflosigkeit zu beurteilen. Die angefochtene Herabsetzungsverfügung ist
deshalb aufzuheben und die Sache ist zur weiteren Abklärung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang ist im Hinblick
auf die Verlegung der Verfahrenskosten praxisgemäss von einem vollumfänglichen
Unterliegen der Beschwerdegegnerin auszugehen. Deshalb hat die
Beschwerdegegnerin für die Gerichtskosten aufzukommen. Diese sind auf Fr. 600.-
festzusetzen. Die Beschwerdegegnerin hat aber auch die gesamten Kosten der
anwaltlichen Vertretung der Beschwerdeführerin zu ersetzen. Diese Kosten sind
ermessensweise auf Fr. 3‘000.- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festzusetzen, da der Vertretungsaufwand deutlich tiefer gewesen ist als in einem
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durchschnittlichen Rentenverfahren (insbesondere hat sich das Aktenstudium auf
wenige Schriftstücke beschränken können).