Decision ID: ecb449cb-a148-5b7d-a261-eb8c32cd496e
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1985 geborene
X._
erlitt am
17
. Dezember 2014 einen Unfall und ist seither arbeitsunfähig geschrieben. Die Unfallversicherung richtete Taggelder aus.
Mit Verfügung vom 12. Februar 2016 stellte die Suva das Taggeld per 31. Januar 2016 wegen Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit ab 1.
Fe
-
bruar
2016 ein. Mit Bezug auf die Heilkosten stellte sie die Versicherungs
leistungen per 29. Februar 2016 mangels Adäquanz
ein
(Urk. 8/2).
1.2
Inzwischen hatte sich der Versicherte
am 21. August 2015
n
ach Kündigung der Anstellung seitens der Arbeitgeberin per 30. September 2015 (Urk. 8/19/9)
beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum
Y._
zur Arbeitsvermittlung
(Urk. 8/19/1) und bei der
Unia
Arbeitslosenkasse zum Bezug von Arbeitslosentaggeldern an
gemeldet
(Urk. 8/19
/4
)
.
Mit Verfügung vom 1. Dezember 2015
stellte
die Kasse
fest
, der Versicherte habe am 30. Oktober 2015 den Anspruch auf Taggelder bei vorübergehend feh
lender oder verminderter Arbeitsfähigkeit ausgeschöpft. Weiter teilte sie ihm mit, dass sie ab 1. November 2015 Leistungen im Umfang von 50 % ausrichte, weil er weiterhin zu 50 % arbeitsunfähig se
i
(Urk. 8/11). Dagegen erhob der Versicherte am 13. Januar 2016 Einsprache und begründete diese am 5. Februar 2016 nach Einsicht in die Verwaltungsakten (Urk. 8/10).
Mit
Einspracheent
scheid
vom 26. Mai 2016 bestätigte die Kasse ihren Entscheid (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 28. Juni 2016 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren um Aufhebung des angefochtenen Entscheids und Auszahlung der vollen Taggelder
(
Urk.
1)
.
Mit Beschwerdeantwort vom 13. Juli 2016 schloss die Verwaltung auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), worüber der Beschwerde
führer am 18. Juli 2016 orientiert wurde (Urk. 10).
Am 27. September 2016 teilte die Beschwerdegegnerin dem Gericht mit, dass die Suva für die Zeit vom 1. Februar 2016 bis 30. April 2016 weiterhin ein Taggeld von 50 % ausbezahlt habe, weshalb sie (die Kasse) den versicherten Verdienst für diese Zeit um 50 % reduziert und die entstandene Rückforderung direkt mit der Suva verrechnet habe (Urk. 11). Diese Eingabe wurde dem Beschwerdeführer am 4. Oktober 2016 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Eine der gesetzlichen Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeits
-
losenentschädigung
ist die Vermittlungsfäh
i
gkeit (Art. 8
Abs.
1
lit
. f
des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insol
venzentschädigung; AVIG
). Gemäss Art. 15
Abs.
1 AVIG ist die arbeitslose Person vermittlungsfähig, wenn sie bereit, in der Lage und berechtigt ist
, eine zumutbare Arbeit anzuneh
men und an Eingliederungsmassnahmen teilzuneh
men.
1.2
Nach Art. 15
Abs.
2 Satz 1 AVIG gilt der körperlich oder geistig Behinderte als vermittlungsfähig, wenn ihm bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage, unter Be
rücksichtigung seiner Behinderung, auf dem Arbeitsmarkt eine zumutbare Ar
beit vermittelt werden könnte. Art. 15
Abs.
3
der Verordnung über die obliga
torische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV)
legt fest, dass ein Behinderter, der unter der Annahme einer ausgeglichenen
Ar
beitsmarktlage
nicht offensichtlich vermittlungsunfähig ist, und der sich bei der Invalidenversicherung oder einer anderen Versicherung nach Art. 15
Abs.
2 AVIV angemeldet hat, bis zum Entscheid der anderen Versicherung als
ver
mittlungsfähig
gilt.
In diesem Sinn sieht Art. 70
Abs.
2
lit
. b
des Bundesgesetzes über den Allgemei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
vor, dass die Arbeitslosenversi
cherung für Leistungen, deren Übernahme durch die Arbeitslosenversicherung, die Krankenversicherung, die Unfallversicherung oder die Invalidenversicherung umstritten ist, vorleistungspflichtig ist. Aufgrund dieser Bestimmungen hat die Arbeitslosenversicherung arbeitslose, bei einer anderen Versicherung angemel
dete Person zu entschädigen, falls ihre Vermittlungsunfähigkeit nicht offen
sichtlich ist. Dieser Anspruch auf eine ungekürzte Arbeitslosenentschädigung besteht namentlich, wenn die voll arbeitslose Person aus gesundheitlichen Gründen lediglich noch teilzeitlich arbeiten könnte, solange sie im Umfang der ihr ärztlicherseits attestierten Arbeitsfähigkeit eine Beschäftigung sucht und bereit ist, eine neue Anstellung mit entsprechendem Pensum anzutreten (BGE 136 V 95 E. 7.1). Will eine versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Einschränkung allerdings gar nicht mehr arbeiten oder schätzt sie sich selber als ganz arbeitsunfähig ein, so ist sie vermittlungsunfähig. Unter diesen Umständen hat die versicherte Person keinen Anspruch auf (Vor-) Leistungen der Arbeits
losenversicherung (BGE 136 V 95 E. 7.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_401/2014 vom 25. November 2014 E. 2.2).
1.3
Gemäss
Art. 28 Abs. 1 AVIG
haben
Versich
erte, die wegen Krankheit (Art.
3 ATSG
), Unfall (Art.
4 ATSG) oder Schwangerschaft vorübergehend nicht oder nur vermindert arbeits- und vermittlungsfähig sind und deshalb die Kontrollvors
chriften nicht erfüllen können
, Anspruch auf das volle Taggeld
, sofern sie die übrigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllen
. Dies
er dauert längstens bis zum 30.
Tag nach Beginn der ganzen oder teilweisen Arbeitsunfähigkeit und ist innerhalb der Rahmenfrist auf 44 Taggelder beschränkt. Taggelder der Kranken- oder Unfallversicherung, die Erwerbsersatz darstellen, werden von der Arbeitslosenentschädigung abgezogen (Abs. 2).
Arbeitslose, die ihren Anspruch nach Absatz 1 ausgeschöpft haben, weiterhin vorübergehend vermindert arbeitsfähig sind und Leistungen einer
Taggeldversi
cherung
beziehen, haben, sofern sie unter Berücksichtigung ihrer verminderten Arbeitsfähigkeit vermittelbar sind und die übrigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllen, Anspruch auf (Abs. 4):
a.
das volle Taggeld, wenn sie zu mindestens 75 Prozent arbeitsfähig sind;
b.
das um 50 Prozent gekürzte Taggeld, wenn sie zu mindestens 50 Prozent ar
beitsfähig sind.
1.4
Art. 28 Abs
.
1 AVIG weicht vom Grundprinzip der Arbeitslosenversicherung ab, wonach Leistungen nur bei Vermittlungsfähigkeit der versicherten Person in Betracht kommen, und erfasst
im Unterschied zu Art. 15 Abs. 2 Satz 1 AVIG
Fälle bloss vorübergehend fehlender oder verminderter Arbeitsfähigkeit infolge Krankheit, Unfall und Schwangerschaft. Sinn und Zweck der Ausnahmeregelung besteht darin, trotz Vermittlungsunfähigkeit und damit an sich fehlender Anspruchsberechtigung Härtefälle zu vermeiden und Lücken im Bereich der "Nahtstellen" zwischen der Arbeitslosenversicherung und insbesondere der Kranken- und Unfallversicherung zu schliessen. Im Interesse der Verbesserung der sozialen Sicherung Arbeitsloser sollte namentlich bei Krankheit und Unfall (weiterhin) ein zeitlich limitierter Taggeldanspruch bestehen (BGE 135 V 185 E. 6.1.2 mit Hinweisen).
1.
5
Im Falle eingeschränkter Leistungsfähigkeit ist zu unterscheiden zwischen vo
r
-
übergehend fehlender oder verminderter Arbeitsfähigkeit im Sinne von Art.
28 AVIG und den behinderten
Versicherten im Sinne von Art. 15 Abs.
2 AVIG. Beide Tatbestände sind Ausnahmen vom Grundprinzip der Arbeitslosenversi
cherung, wonach Leistungen nur bei Vermittlungsfähigkeit des Versicherten in Betracht kommen. Bei länger andauernder gesundheitlicher Beeinträchtigung ist
die Vermittlungsfähigkeit (Art.
15 AVIG) massgebendes Abgrenzungskriterium. Die Arbeitslosenversicherung ist vorleistungspflichtig, wenn die versicherte
Person nicht offensichtlich vermittlungsu
nfähig ist (Art. 15 Abs. 3 AVIV
). Über das Kriterium der vorübergehenden Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit er
folgt die Abgrenzung zu de
n Behinderten im Sinne von Art. 15 Abs.
2 AVIG (
BGE 135 V 185 E. 6.1.
3
mit Hinweisen
).
1.6
Art. 25 Abs.
3
der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV)
bildet
(für Personen, welche zum Zeitpunkt des Unfalls erwerbstätig waren; vgl. für Perso
nen, die zur Zeit des Unfalls arbeitslos waren, die identische Regelung in Art. 5 Abs. 4 der Verordnung über die Unfallversicherung von arbeitslosen Personen, UVAL) das Gegenstück zu Art. 28 Abs.
4 AVIG. Mit dieser Regelung wird die Koordination zwischen der Unfall- und der Arbeitslosenversicherung in der Weise hergestellt, dass die Leistungspflicht der einzelnen Systeme auf
einander abgestimmt wird. Gemäss Art. 25 Abs.
3 UVV erbringt die Unfallversicherung die ganze Leistung, wenn die Arbeitsunfähigkeit eines arbeitslosen Versicherten mehr als
50
% beträgt, und die halbe Leistung, wenn die Arbeitsunfähigkeit
mehr als 25 %, aber höchstens 50
% beträgt; bei einer Arbeit
sunfähigkeit von 25 % und weniger
besteht kein Taggeldanspruch. Demgemäss kann die arbeits
lose Person das volle Unfalltaggeld beansp
ruchen, wenn sie zu mehr als 50 % arbeitsunfähig ist (Art. 25 Abs.
3 erster
Teilsatz
UVV), und sie hat in diesem Fall keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung; bei einer Arbe
itsfähigkeit zwischen 50 % und 75
% erbringt die Arbeitslosenversicherung ein halbes, be
i einer Arbeitsfähigkeit von 75
% un
d mehr ein ganzes Taggeld (Art. 28 Abs.
4 AVIG). Die Koor
dinationsregel von Art. 28 Abs.
4 AVIG gilt in diesen Fällen unab
hängig davon, ob vorgängig Art. 28 Abs.
1 AVIG zur Anwendung gelangt ist und ob die Arbeitsunfähigkeit vor oder erst nach Eintritt der A
rbeitslosigkeit eingetreten ist
(BGE 135 V 185 E. 6.2)
.
1.7
Nach Art.
69 ATSG darf das Zusammentreffen von Leistungen verschiedener Sozialversicherungen nicht zu einer Überentschädigung der berechtigten Person führen. Bei der Berechnung der Überentschädigung werden nur Leistungen glei
cher Art und Zweckbestimmung berücksichtigt, die der anspruchsberechtigten Person auf Grund des schädigenden E
reignisses gewährt werden (Abs.
1). Eine Überentschädigung liegt in dem Masse vor, als die gesetzlichen
Sozialversiche
rungsleistungen
den wegen des Versicherungsfalls mutmasslich entgangenen Verdienst zuzüglich der durch den Versicherungsfall verursachten Mehrkosten und allfälliger Einkommenseinbussen vo
n Angehörigen übersteigen (Abs.
2). Die Leistungen werden um den Betrag der Überentschädigung gekürzt. Von ei
ner Kürzung ausgeschlossen sind die Renten der AHV und der IV sowie alle Hilflosen- und Integritätsentschädigungen. Bei Kapitalleistungen wird der Ren
tenwert berücksichtigt (
Abs.
3).
Taggelder werden unter Vorbehalt der Überentschädigung kumulativ zu Renten anderer Sozialversicherungen gewährt (Art. 68 ATSG).
2.
2.1
Vorliegend steht fest und ist unbestri
tten, dass
dem
Beschwerdeführer bei Anmeldung zum
Bezug von Leistungen der Arbeitslosenversicherung
am 21. August 2015
eine Arbeitsunfähigkeit von
60 %
,
bei Eintritt in die Arbeits
losigkeit am 1. Oktober
2015
eine solche
50 % und
vom
9. November 2015
bis Ende Januar 2016
eine solche von
40 %
attestiert
worden war
(Urk. 8/
7
/8-9
). Die Unfallversicherung richtete
dementsprechend zunächst ein volles Taggeld und
vom 1. Oktober 2015 bis zur Einstellung per Ende Januar 2016
ein Taggeld
basierend auf
einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von 50 %
aus
(Urk. 8/1
, Urk. 8/4
)
.
In der Folge verlängerte sie die Ausrichtung von Unfalltaggeldern in Höhe von 50 % bis 30. April 2016 (Urk. 12/1).
2.2
Die Beschwerdegegnerin eröffnete per 1. Oktober 2015 eine Rahmenfrist für den Leistungsbezug und setzte den
v
ersicherten Verdienst auf Fr. 5‘084.
fest (Urk.
8/
19/2).
Sodann zahlte sie für die Kontrollperiode Oktober 2015 das volle Taggeld unter Anrechnung des vom Beschwerdeführer bezogenen
Unfalltaggel
des
.
In den
Kontrollperiode
n
November 2015
bis Januar 2016
zahlte sie ein 50%iges Taggeld
auf der Grundlage eines um die Hälf
t
e reduzierten versicherten Verdienstes von Fr. 2‘542.
. Ab Februar 2016 zahlte sie
zunächst
wieder das volle Taggeld auf der Grundlage des ungeschmälerten versicherten Verdienstes (Urk. 8/5).
Nachdem sie von der weiteren Taggeldzahlung der Suva Kenntnis er
halten hatte, kürzte sie die von ihr im Februar und April 2016 ausgerichteten Taggelder nachträglich um die Hälfte und verrechnete die dadurch entstandenen Rückforderung
en
mit der Suva (Urk. 11, Urk. 12/1-3).
3.
3.1
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 26. Mai 2016 begründete
die
Be
schwerdegegnerin
ihr
Vorgehen damit, dass
sie gestützt auf Art. 28 Abs. 1 AVIG während den ersten 30 Tagen des Bezugs von Arbeitslosenentschädigung unter Anrechnung des Unfalltaggeldes das volle Arbeitslosentaggeld ausbezahlt habe. Danach habe sie für die 50%ige Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers die Ausschöpfung des Anspruchs auf Arbeitslosenentschädigung verfügt. Für die restlichen 50 % habe sie weiterhin ein Arbeitslosentaggeld ausbezahlt. Da der Beschwerdeführer ein 50%iges Taggeld
der Suva
und ein 50%iges Taggeld der
Arbeitslosenversicherung beziehe, habe er aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht für die bestrittene
Z
eit die vollen Leistungen zugesprochen
bekommen
. Umstritten seien zu diesem Zeitpunkt einzig die 50 %, für welche sie ein Tag
geld ausgerichtet habe, da die Möglichkeit bestehe, dass der Beschwerdeführer für diesen Teil ein Taggeld der Invalidenversicherung erhalte. Deshalb sei sie für diesen Teil, über welchen gemäss Art. 70 ATSG Zweifel über die Zuständigkeit bestünden, vorleistungspflichtig. Für die anderen 50 % habe der Beschwerde
führer ein Unfalltaggeld bekommen, weshalb
über diesen Teil keine Zweifel darüber bestünden, welche Sozialversicherung zuständig sei (Urk. 2 S. 3
, Urk. 7
).
3.2
Demgegenüber
macht
e
der Beschwerdeführer
geltend
,
die Beschwerdegegnerin übersehe, dass der Unfallversicherer gestützt auf die Adäquanztheorie sämtliche Leistungen verweigere. Er verweigere somit eine Rentenleistung, nicht eine
Tag
geldleistung
, weshalb sich die Beschwerdegegnerin nicht auf Art. 28 AVIG be
rufen könne, sondern mangels gesetzlicher Grundlagen auf die allgemeine
Ko
ordinationsregel
zu
verw
ei
sen sei. Nach Art. 68 ATSG wäre daher die Kumula
tion bis zur Überentschädigung möglich. Mangels Erbringen
s
einer Rentenleis
tung stelle sich indes die Frage der Überentschädigung gar nicht, weshalb die Vorleistungspflicht der Beschwerdegegnerin voll zum Tragen komme.
Gestützt auf die Vorleistungspflichten nach Art. 70 ATSG habe sie für die fragliche
Zeit
periode
die vollen Taggelder zu leisten (Urk. 1 S. 3 f.).
3.3
Streitig und zu prüfen ist somit die Höhe des dem Beschwerdeführer
vom Ein
tritt in die kontrollierte Arbeitslosigkeit am 1. Oktober 2015 bis zum Erlass de
s
angefochtenen
Einspracheentscheids
vom 26. Mai 2016
ausgerichteten Taggel
des
.
4
.
4.1
Bei Eintritt
in die kontrollierte
Arbeitslosigkeit am 1. Oktober 2015 war der Be
schwerdeführer zu 50 % arbeitsfähig
und bezog von der
Suva ein um 50 % re
duziertes
Taggeld
. In Anwendung von Art. 28 Abs. 1
und 2
AVIG richtete ihm die Beschwerdegegnerin
während der Dauer von 30 Tagen
ein
trotz verminder
ter Vermittlungsfähigkeit
volles
Taggeld
unter Anrechnung des vom Beschwer
deführer bezogenen Unfalltaggeldes
aus
. Dieses Vorgehen entspricht den ge
setzlichen Vorgaben
gemäss Art. 28
Abs.
2 AVIG
und ist nicht zu beanstanden.
Damit schöpfte der Beschwerdeführer am 30. Oktober 2015 seinen Anspruch auf ungekürzte Taggelder bei Arbeitsunfähigkeit nach Art. 28 Abs. 1 AVIG aus, was
von der Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 1. Dezember 2015
korrekt
festgestellt wurde (Urk. 8/11).
4.2
Trotz fortdauernder 50%iger Arbeitsunfähigkeit hatte der Beschwerdeführer
ab Samstag
,
31. Oktober 2015, beziehungsweise Montag
,
2. November 2015 (Art. 21 AVIG)
keinen Anspruch mehr auf ein volles Arbeitslosentaggeld
nach Art. 28 Abs. 1 AVIG
.
Weiterhin
bezog er ein Unfalltaggeld von 50 %.
Entspre
chend der
Koordinationsregel von Art. 28 Abs. 4
lit
. b AVIG reduzierte
die
Be
schwerdegegnerin
den versicherten Verdienst des um 50 % eines Vollpensums arbeitsfähig
en
und in diesem Umfang vermittelbaren Beschwerdeführers um die Hälfte und richtete ihm ein gekürztes Taggeld aus. Die Korrektur des Taggeldes über die Kürzung des versicherten Verdienstes entspricht der vom
Seco
in Randziffer C178 der AVIG-Praxis ALE, Stand 1. Januar 2016, erteilten Weisung
und ist nicht zu beanstanden, konnte sich der Beschwerdeführer doch der Ar
beitsvermittlung lediglich im Umfang von 50
%
zur Verfügung stellen.
4.3
Am 3. November 2015 meldete sich der Beschwerdeführer bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leis
tungen der Invalidenversicherung an
(Urk. 8/6)
. Nach Einstellung der Leistun
gen aus der Unfallversicherung per Ende April 2016
(
Urk.
12/1)
greift nun die in Art. 15
Abs. 2
AVIG in Verbindung mit
Art. 15 Abs. 3 AVIV und
Art. 70 Abs. 2
lit
. b ATSG vorgesehene Vorleistungspflicht der Arbeitslosenversicherung ge
gen
über der Invalidenversicherung, weshalb der Beschwerdeführer
ab Mai 2016
Anspruch auf das volle Arbeitslosentaggeld hat, was von der
Beschwerdegeg
nerin
denn auch
anerkannt wird (Urk. 11).
4.4
Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin in der streiti
gen Zeitperiode vom 1. Oktober 2015 bis zum Erlass des
Einspracheentscheids
vom 26. Mai 2016 die dem Beschwerdeführer zustehenden Taggelder korrekt ausgerichtet hat, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.