Decision ID: 99146ffd-f6dc-4e6e-a950-45d136455ba5
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1978, war seit dem
1.
September 2011 bei der
Y._
AG beschäftigt und über diese bei der Schwei
zerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) versichert, als er am 2
7.
Februar 2013 einen Auffahrunfall erlitt (
Urk.
8/
1,
Urk.
8/9
).
Die Suva stellte die von ihr bis dahin erbrachten Leistungen mit Verfügung vom 2
2.
November 2013 per 3
0.
November 2013 ein (
Urk.
8/
106
). Die dagegen vom Versicherten am
6.
Januar 2014 erhobene Einsprache (
Urk.
8/
114
) wies sie am 1
8.
Juli 2014 ab (
Urk.
8/
148
=
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am 1
0.
September 2014 Beschwerde gegen den
Ein
sprache
entscheid
vom 1
8.
Juli 2014 (
Urk.
2) und beantragte
zur Hauptsache
, dieser sei aufzuheben und es sei ein interdisziplinäres Gerichtsgutachten einzu
holen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
2a)
; eventuell sei die Sache zur weiteren Abklärung an die Suva zurückzuweisen (S. 2
Ziff.
2b), subeventuell seien ihm die gesetzlichen Leistungen nach Massgabe einer Erwerbsunfähigkeit von mindestens 10
%
und eines Integritätsschadens von mindestens 5
%
auszurichten (S. 2
Ziff.
2c). Fer
ner stellte er zahlreiche prozessuale Anträge (S. 2 ff.
Ziff.
3-18).
Die Suva beantragte mit Beschwerdeantwort vom
8.
Oktober 2014 (
Urk.
7) die Abweisung der Beschwerde.
Am 1
7.
Dezember 2014 (
Urk.
16) reichte die Invalidenversicherung
auf
forde
rungs
gemäss
(vgl.
Urk.
15) ihre Akten (
Urk.
17
/1-35
) ein.
Am 2
9.
April 2015 erstattete der Beschwerdeführer die Replik (
Urk.
22), dies unter Beilage eines Arztgutachtens vom 1
0.
April 2015 (
Urk.
23). Am 1
1.
Mai 2015 erstattete die Beschwerdegegnerin die Duplik (
Urk.
27), was dem Beschwerdeführer am 2
1.
Mai 2015 zur Kenntnis gebracht wurde
(
Urk.
28)
. Am
6.
Oktober 2015 (
Urk.
29) reichte der Beschwerdeführer einen weiteren Bericht ein (
Urk.
30).
Am
8.
Februar 2016 zog der Beschwerdeführer sein Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung (
Urk.
1 S. 5
Ziff.
15) zurück (
Urk.
34) und reichte weitere Akten ein (
Urk.
35/10-15), zu denen die Beschwerdegegnerin am
5.
April 2016 Stellung nahm (
Urk.
38).
Mit Gerichtsverfügung vom 2
1.
April 2016 (
Urk.
39) wurde der Antrag des Beschwerdeführers auf Sistierung des Verfahrens (
Urk.
1 S. 4
Ziff.
12a und 13) abgewiesen.
3.
Am 1
1.
Mai 2016 teilte der Beschwerdeführer
auf Anfrage
mit, dass er am Antrag auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung (
Urk.
1 S. 5
Ziff.
15) festhalte (
Urk.
41).
Nachdem den Parteien mögliche Termine (1 x Juni, 3 x Juli sowie 1 x Sep
tem
ber 2016) unterbreitet worden waren, lud das Gericht a
m
3.
Juni 2016 zur Ver
handlung am
1.
September 2016 vor (
Urk.
42).
Am 2
6.
August 2016 teilte der Beschwerdeführer mit, dass er den Antrag auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung zurückziehe (
Urk.
45), worauf diese abgesagt wurde (
Urk.
46).
Aufforderungsgemäss (vgl.
Urk.
48) nahm der Beschwerdeführer am 29.
Sep
tember 2016 zu den Gründen des Rückzugs des Antrags auf öffentliche Ver
handlung
und zu dessen allfälliger Mutwilligkeit Stellung (
Urk.
50
), was der Beschwerdegegnerin am 3
0.
September 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
52).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausal
zusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammen
hangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheit
licher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht wer
den kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm
obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesund
heitsschadens
muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die ent
sprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Per
son, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massge
bend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
1.4.1
Das Bundesgericht geht davon aus,
dass nach derzeitigem medizinische
m
Wis
sensstand der Status quo sine bei posttraumatischen Lumbalgien und
Lumbo
ischialgien
nach drei bis vier Monaten erwartet werden kann
.
Eine allfällige
richtunggebende Verschlimmerung muss
röntgenologisch
ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression abheben
(Urteil 8C_396/2011 vom 2
1.
September 2011 E. 3.2).
Zu im Anschluss an einen Unfall auftretenden Rückenbeschwerden bei
vorbeste
henden
Bandscheibenveränderungen besteht folgende gefestigte Praxis:
1.4.2
Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des
Unfall
ver
si
cherungsrechts
, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahms
weise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann eine Diskushernie betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädi
gung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der
Dis
kus
hernie
(vertebrales oder
radikuläres
Syndrom) unverzüglich und mit soforti
ger Arbeitsunfähigkeit auftreten
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_346/2008 vom 1
1.
November 2008
E. 3.2.1).
1.4.3
Ist
eine
Diskushernie bei degenerativem Vorzustand durch den Unfall nur akti
viert, nicht aber verursacht worden, so hat die Unfallversicherung nur Leistun
gen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schm
erzsyndrom zu erbringen (
Urteil des Bundesgerichts 8C_346/2008 vom 11.
November 2008
E. 3.2.2).
1.4.4
E
ine traumatische Verschlimmerung eines klinisch stummen degenerativen
Vor
zustandes
an der Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten (
Urteil des Bundesgerichts 8C_346/2008 vom 1
1.
November 2008
E. 3.2.3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) davon aus,
gemäss der - schlüssigen - Aktenbeurteilung durch die Kreisärztin sei die
Len
denwirbelsäule
(LWS) des Beschwerdeführers schon vor dem Unfall durch dege
nerative Veränderungen beeinträchtigt gewesen und das Unfallereignis habe lediglich zu einer vorübergehenden Schmerzauslösung, gefolgt von einer wieder vollen Arbeitsfähigkeit, geführt. Die später wieder aufgetretenen und
exazer
bierten
LWS-Beschwerden seien nicht mehr auf den Unfall, sondern auf dege
nerative Veränderungen zurückzuführen (S. 9 f.
Ziff.
4a).
Damit eine Diskushernie als unfallkausal anerkannt werde, s
ei
ein unverzügli
ches vertebrales oder
radikuläres
Syndrom vorausgesetzt. Ein solches gehe aus keinem der aktenkundigen Berichte hervor (S. 10
Ziff.
4b).
Gemäss derzeitigem medizinischem Wissensstand könne der Status quo sine bei Verletzungen wie den hier erlittenen nach drei bis vier Monaten erwartet wer
den. Ohne strukturelle Unfallläsionen am Achsenskelett - wie vorliegend - sei die
Chronifizierung
der Beschwerden zunehmend auf andere, unfallfremde Fakto
ren zurückzuführen (S. 10 f.
Ziff.
4c).
Die Beeinträchtigungen am Rücken könnten (spätestens) neun Monate nach dem Unfall, also ab Ende November 2013
,
nicht mehr mit dem Unfall vom 27.
Februar 2013, sondern nur noch mit dem schicksalsmässigen Verlauf dege
nerativer Vorschäden erklärt werden (S. 11
Ziff.
4d).
Die aufgetretene
Meralgia
paraesthetica
sei aus näher genannten Gründen keine Berufskrankheit (S. 11 f.
Ziff.
5).
Dem Antrag auf unentgeltliche Rechtsvertretung im
Einspracheverfahren
könne nicht entsprochen werden, da bei einem Einkommen von
Fr.
242.80 pro Tag keine Bedürftigkeit anzunehmen sei (S. 13
Ziff.
8).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
er habe seit Jahren in einer rückenbelastenden Tätigkeit gearbeitet (S. 8 f.).
D
ie Beschwerdegegnerin hätte ein interdisziplinäres Gutachten bei einem renom
mier
ten Wirbelsäulenspezialisten veranlassen sollen; dass sie dies unter
lassen habe, verletze den Untersuchungsgrundsatz (S. 13 f.).
A
uf die Beurteilung durch die Kreisärztin könne aus näher dargelegten Gründe
n nicht abgestellt werden (S. 14
ff.)
.
D
ie
Behauptung der Beschwerdegegnerin, dass quasi nur ein ganz schweres Unfallereignis in der Lage sei, eine Diskushernie zu bewirken, sei falsch
.
Es gehe vorliegend nicht um das originäre durch einen Unfall bedingte Entstehen einer Diskushernie, sondern um die richtunggebende, allenfalls vorübergehende Ver
schlimmerung einer vorbestehenden Rückenschädigung, wobei nicht auf „irgendeine Erfahrungsregel von neun Monaten
“
abgestellt werden könne (S. 23 f.).
Es sei unbestritten, dass bei ihm am Rücken ein Vorzustand vorgelegen habe, jedoch habe er unmittelbar vor dem Unfall keine Rückenbeschwerden gehabt, die Rückenbeschwerden hätten vor dem Unfall einen gutartigen Verlauf genommen, seine Arbeitsfähigkeit sei nicht eingeschränkt gewesen
, die Rücken
schmerzen seien sofort nach dem Unfallereignis eingetreten
(S. 23 ff.). Der gegebene Vorzustand entbinde die Beschwerdegegnerin nicht von einer Beweis
führung und weitergehenden Abklärung, dies zu einzeln genannten Fra
gen (S.
30 ff.). Vorliegend gehe es nicht um eine unmittelbar durch einen Unfall her
vorgerufene Diskushernie, sondern einen aus einem degenerativen Prozess folgenden Bandscheibenschaden, weshalb die von der Beschwerdegegnerin
ange
rufene Rechtsprechung nicht anwendbar sei (S. 35 ff.). Da es sich vor
liegend bezüglich der Kausalitätsfrage um einen Haftpflichtprozess handle, seien die prozessualen Mindeststandards gemäss Schweizerischer Zivilprozessordnung (ZPO) einzuhalten (S. 42 ff.). Beim von der Beschwerdegegnerin als Einkommen genannten Betrag von
Fr.
242.80 handle es sich um Taggeld der Arbeitslosen
versicherung
(vgl.
Urk.
3/7-8)
, das unregelmässig anfalle;
überdies müsse er monatlich für über
Fr.
1‘000.-- ungedeckte Behandlungskosten selber aufkom
men (S. 46 f.).
2.3
Strittig ist zur Hauptsache die Unfallkausalität von im Zeitpunkt der Leistungs
ein
stellung noch bestehenden Rückenbeschwerden.
Unbestritten ist dabei, dass
ein Vorzustand im Sinne einer schon vor dem Unfall bestehenden Schädigung der LWS vorgelegen hat.
3.
3.1
Am 2
7.
Februar 2013 wurde das stehende Auto des Beschwerdeführers von hin
ten angefahren, als er eine Lücke im Gegenverkehr abwartete, um nach links abzubiegen (
Urk.
8/9
Ziff.
1).
Die
Allianz als
Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers übernahm den am Auto des Beschwerdeführers entstandenen Schaden im Umfang von
Fr.
2‘340.-- (
Urk.
8/
39
S. 1 Mitte).
Gemäss dem vom der
Allianz
eingeholten Kurzgutachten (
Urk.
8/54/4-5) betrug die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung am Fahrzeug des Beschwer
deführers 8-10 km/h
(S. 1 Mitte).
3.2
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
füllte am
9.
März 2013 den Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach
kranio
-zervikalem Beschleunigungstrauma (
Urk.
8/55/2-4)
aus
. Als Angaben des Patienten zum Beschwerdeverlauf nannte er unter anderem nach 3-4 Stunden aufgetretene Kopf- und Nackenschmerzen sowie Rückenschmerzen lumbal (
Ziff.
4). Er attes
tierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vom 2
7.
Februar bis 1
5.
März 2013 (
Ziff.
9).
3.3
Der Beschwerdeführer gab a
m
2.
April 2013 an, er sei wieder zu 100
%
arbeitsfä
hig (
Urk.
8/9 S.
2
Ziff.
8).
Dr.
Z._
führte in seinem Bericht vom 1
6.
April 2013 (
Urk.
8/12) aus, die
Erstbe
handlung
habe am
9.
März 2013 stattgefunden (
Ziff.
1). Als Angaben des Patienten erwähnte er Schmerzen im Bereich der LWS, weniger der
Halswirbel
säule
(HWS), zusätzlich Schmerzen auch im Oberarm sowie Zuckungen im
Daumen (
Ziff.
2). Zum Befund hielt er unter anderem fest: Insgesamt LWS
Beweglichkeit nicht eingeschränkt, kein Nachweis einer Fraktur oder
von
Luxa
tionen im
Röntgen (auf Zuweisung durch
Dr.
Z._
am
2
8.
Februar 2013
erstellt
; vgl.
Urk.
8/26/2), ausgedehnte ventrale
Osteophyten
C5-6, degenerativ bedingt (
Ziff.
4). Als Diagnosen nannte er (
Ziff.
5):
HWS-Distorsion nach Québec Task Force (QTF)
Klassifikation
Grad II
Kontusion LWS und Arm rechts mit Hämatom
Hyposensibilität Daumen rechts
Ab dem 2
8.
Februar 2013 habe die Arbeitsunfähigkeit 100
%
betragen, ab 2
2.
März 2013 habe der Beschwerdeführer die Arbeit wieder zu 100
%
aufge
nommen, wegen eines Rückfalls habe er ab dem
3.
April 2013 wieder zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben werden müssen (
Ziff.
8-11).
3.
4
Laut Bericht vom 2
2.
Mai 2013 wurde der Beschwerdeführer am 2
1.
Mai 2013 im Spital
A._
wegen wechselhafter Sensibilitätsstörungen am lateralen linken Oberschenkel untersucht; es wurde ein
e
Meralgia
paraesthetica
links diagnostiziert und eine Infiltrationsbehandlung aufgenommen (
Urk.
8/61/2). Am
9.
Juli 2013 erfolgte
eine
weitere Infiltration (
Urk.
8/71).
3.5
Am 1
8.
Juli 2013 wurde der Beschwerdeführer auf den 2
7.
Juli 2013 für ein ambulantes Assessment in die Rehaklinik eingeladen (
Urk.
8/74). Er nahm den Termin nicht wahr, weil er i
h
n vergessen habe (
Urk.
8/76).
3.6
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.2) führte in seinem Bericht vom 1
2.
August 2013 an die Allianz (
Urk.
8/114/75-76) aus, er habe den Beschwerdeführer seit dem 1
1.
Mai 2009 behandelt (
S. 1
Ziff.
2). Zuerst sei die Behandlung erfolgt wegen Beschwerden am Bewegungsapparat (
Iliosakralgelenk
,
ISG) nach einem
Fahr
radsturz
, in der Folge
wegen
mehrere
r
Infektionskrankheiten (banale Infekte). 2011/2012 sei eine schwere depressive Phase über mehr als ein Jahr gefolgt. Zwischenzeitlich sei eine Infiltration in die Lendenwirbelsäule wegen einer
radi
kulären
Reizung im August 2010 erfolgt. Aktuell bestehe eine
Meralgia
pa
raesthetica
am linken Bein (
S. 1
Ziff.
3).
Die ISG-Beschwerden und die Rückenschmerzen hätten einen gutartigen Ver
lauf gezeigt. Einzig die Depression habe den Patienten über viele Monate belastet und habe zum Glück Anfang 2013 remittiert, so dass hier keine Behandlung mehr notwendig sei. Die banalen Infekte seien folgenlos abgeheilt (
S. 1
Ziff.
5).
Seit dem Unfall habe er den Patienten nur wegen der
Meralgia
paraesthetica
links behandelt (S. 2
Ziff.
7). Aufgrund der letzten Konsultation vom
7.
August 2013 gehe er davon aus, dass die Restbeschwerden durch den
Unfall abheilen würden; der Patient sei deswegen bei
Dr.
B._
(nachstehend E.
3.7) in Behandlung (S. 2
Ziff.
8).
3.
7
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie, führte in seinem Bericht vom
3.
September 2013 aus, der Beschwerdeführer habe seit dem Auffahrunfall vermehrte Kreuzschmerzen ohne Besserung trotz Medikamenten sowie
chiropraktischer
Behandlung und Physi
otherapie. Auf seine Verordnung sei am 1
8.
Juli 2013 eine Infiltration ins linke
Il
i
osakralgelenk
erfolgt (vgl.
Urk.
8/81); bei der letzten Kontrolle am 12.
August 2013 habe der Patient über zumindest eine teilweise Schmerzbesserung berich
tet (
Urk.
8/84).
3.8
Die Ärzte des Spitals
A._
berichteten am
9.
September 2013 bezüglich der
Meralgia
paraesthetica
über eine in Veränderung befindliche Symptomatik und seit der letzten Infiltration am
9.
Juli 2013 tendenziell abnehmenden
Leidens
druck
des Patienten (
Urk.
8/87
/3
).
3.9
Ein am 3
0.
Oktober 2013 erstelltes MRI der LWS ergab folgende Beurteilung (
Urk.
8/101):
dehydrierter Diskus L3/4 und L4/5, betont auf Höhe L4/5 links, am ehesten im Rahmen einer
Diskopathie
mit reaktiven
Modic
Typ I Verän
derungen
leichtgradiges
Bulging
Höhe L4 und L5
Nervenwurzeln L4 und L5 links frei
3.10
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.7
) nannte in seinem Bericht vom
9.
November 2013 (
Urk.
8/100) folgende Diagnosen:
chronisch rezidivierendes
Lumbovertebralsyndrom
bei
bekannten degenerativen LWS-Veränderungen
Status nach Auffahrunfall am 2
7.
Februar 2013
Er berichtete über im Verlauf etwas variabel ausgeprägte Beschwerden mit einer erneuten Exazerbation im Oktober, weshalb er ein neues LWS-MRI veranlasst habe, das keine komprimierende Diskushernie zeige. Als aktuelle Therapie nannte er Medikamente und jetzt Aufnahme einer Physiotherapie, mit Wieder
aufnahme der körperlich strengen Arbeit ab 1
0.
November 2013.
3.
1
1
Am 2
0.
November 2013 nahm
Kreisärztin
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Chirurgie, eine Aktenbeurteilung vor (
Urk.
8/103). Sie bejahte mit H
inweis auf eine 2006
aufgetretene
Diskushernie eine vor dem Unfall bestehende Gesundheitsbeeinträchtigung (
Ziff.
1.1). Im Erstbericht würden LWS-Beschwer
den dokumentiert; der Unfall habe somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einer Verschlimmerung geführt (
Ziff.
1.2), dies allerdings nur vorübergehend
(
Ziff.
1.3). Der Status quo ante oder sine sei spätestens am 3
0.
Oktober 2013 erreicht gewesen, als im MRI ausschliesslich degenerative Veränderungen fest
zustellen gewesen seien (
Ziff.
1.4). Aufgrund der vorliegenden Bildgebung lägen keine strukturellen Verletzungen, welche auf das Unfallereignis zurückzuführen seien, vor (
Ziff.
2.5).
In ihrer ärztlichen Beurteilung vom 2
6.
November 2013 (
Urk.
8/107) führte
Dr.
C._
unter anderem zusätzlich aus, sowohl die Bilder als auch der Befund des MRI vom 3
0.
Oktober 2013 lägen vor (S. 3 unten). Die immer wieder neu auftretenden und
exazerbierenden
LWS-Beschwerden seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die degenerativen Veränderungen zurückzuführen und multifaktoriell bedingt und nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis
vom 2
7.
Februar 2013 (S. 4 oben)
.
3.12
Am 2
4.
Februar 2014 erstatte Kreisärztin
Dr.
C._
eine Beurteilung (
Urk.
8/122) in Beantwortung von ihr unterbreiteten Fragen. Sie führte aus, ihre Begründung stütze sich auf das MRI der LWS vom 3
0.
November 201
3.
Dem damals berichtenden Radiologen hätten die Voruntersuchungen vorgelegen, er habe sie berücksichtigt, und über ausschliesslich degenerative Veränderungen berichtet. Auch sie könne bei Durchsicht der MRI von 2010, 2011 und 2013 keine strukturelle traumatische Verletzung erkennen
, welche auf das Ereignis vom 2
7.
Februar 2013 zurückzuführen wäre, so dass für sie die Beurteilung des Radiologen vom 3
0.
Oktober 2013 nachvollziehbar sei und Gültigkeit habe (S. 1
Ziff.
1).
Ein
Fahrradsturz vom 1
0.
Mai 2009 sei bei ihrer Beurteilung nicht berücksich
tigt. Gemäss den Unterlagen sei eine ISG-Blockierung rechts diagnostiziert wor
den und es sei keine Röntgenuntersuchung der LWS erfolg
t, so dass man davon ausgehen müsse
, der erstbehandelnde Arzt sei von einem Baga
telltrauma ausge
gangen. Die MRI-
Bilder von 2010 und 2011 zeigten keine strukturelle Ver
letzung, welche auf dieses Unfallereignis zurückzuführen wäre, so dass man von einer Prellung ausgehen könne, die in der Regel folgenlos abheile (S. 1 f.
Ziff.
2).
Die dokumentierte
Meralgia
paraesthetica
- ein Nervenkompressionssyndrom des
N.
cutaneus
femoralis
lateralis
- sei das dritthäufigste Engpasssyndrom, welches vor allem durch ein mechanisch bedingten Druck unter dem Leisten
band / Druck- und Zugeffekte im Nervenverlauf auftrete; Hauptursache sei direkter Druck durch zu enge Kleidung, Gewichtszunahme, Gewichtsabnahme, übertriebenes Krafttraining vor allem der Oberschenkel- und Bauchmuskulatur (S. 2
Ziff.
3).
3.13
Am 1
1.
März 2014 berichtete
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.7) an
Dr.
Z._
(Urk.
17/30/7) und nannte folgende Diagnosen:
chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom bei
degenerativen Veränderungen der LWS
rezidivierender Dysfunktion der
Iliosakralgelenke
muskulärer
Dysbalance
und Insuffizienz
Er führte unter anderem aus, es falle ihm etwas schwer, die Beschwerden des Patienten jeweils zweifelsfrei zuzuordnen. Am ehesten handle es sich doch im Kern um eine degenerative Problematik des Segments L4/5, zusätzlich wahr
scheinlich auch gelegentliche Dysfunktionen der
Iliosakralgelenke
bei zweifellos strenger und belastender körperlicher Tätigkeit.
3.14
Am 1
4.
Mai 2014 berichtete
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie, über seine Untersuchung des Beschwerdeführers (
Urk.
8/144/2-4
=
Urk.
8/147/2-4
=
Urk.
17/22
).
Er führte zusammenfassend unter anderem aus, es bestünden chro
nische
lumbosakrale
Beschwerden (S. 3 oben).
3.15
Am 2
6.
Mai 2014
erstatteten
die Ärzte der Neurologischen Klinik des
E._
ein Konsilium im Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
8/138). In ihrer Beurteilung führten sie unter anderem aus, es hätten sich anamnestische und klinische Hinweise auf eine
Meralgi
a
paraesthetica
links gefunden, welche sich am ehesten im Rahmen der Gewichtszunahme im Verlauf des letzten Jahres entwickelt habe. Sie hätten klinisch und elektrodiagnostisch keinen Hinweis auf ein
radikuläres
Syndrom gefunden. Die
residuelle
Taubheit am linken Fuss könne im Zusammenhang mit einem älteren Bandscheibenvor
fall stehen. In den aktuellen MRI-Bildern der Lendenwirbelsäule zeigten sich allerdings keine Hinweise auf eine Kompression der Nervenwurzeln. Die Rücken
schmerzen seien im Rahmen der degenerativen
lumbospondylogenen
Veränderungen einzuordnen. Zusätzlich könnte ein ISG
Syndrom vorliegen
; diesbezüglich empfählen sie ein
e
weitere rheumatologische Einordnung der lumbalen Beschwerden
(S. 3 unten).
3.16
Am 1
0.
April 2015 erstattete
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Orthopädi
sche Chirurgie, ein Gutachten im Auftrag des Beschwerdeführers (
Urk.
23), dies gestützt auf seine Untersuchung vom
1.
April 2015 und die ihm überlassenen Akten (S. 1). Er nannte die folgenden, hier verkürzt angeführten Diagnosen (S. 1 f.):
lumbospondylogenes
Syndrom
thorakale Hyperkyphose
Ansatztendinopathie
des M.
pectineus
und M.
iliopsas
rechts
Er führte unter anderem aus, das klinisch führende
lumbospondylogene
Syn
drom sei gemäss den vorliegenden, zwei Jahre vor dem Unfallereignis datieren
den MRI-Bildern, bereits vorhanden gewesen. Es zeigten sich auf den
Vorauf
nahmen
bereits deutliche degenerative Veränderungen der Facettengelenke. Zum Zeitpunkt des Unfalls seien diese Veränderungen allerdings ‚klinisch stumm‘ gewesen und
es
hätten keine Beschwerden von Seiten des Rückens bestanden (S. 5 Mitte). Durch das Unfallereignis sei es zu einer Aktivierung des
lumbospondylogenen
Syndroms gekommen. Aus unfallchirurgischer Sicht lasse sich aus einzeln genannten Gründen in solchen Fällen jeweils nur schwer eine Prognose zum Verlauf erstellen; insofern fänden sich auch sogenannte protra
hierte oder
chronifizierte
Schmerzverläufe. Die Symptomatik lasse sich durch Überlastungssituationen im Alltag durch geringe externe Reize jeweils wieder ‚aktivieren‘, so dass eine Konsolidierung der Schmerzsymptomatik des Rückens insgesamt als schwierig einzustufen sei. Erschwerend hinzu komme die Proble
matik
eines
axialen Rückenschmerzes, der als Korrelat zur bildgebend nach
weisbaren
erosiven
Osteochondrose
L5/S1 zu werten sei (S. 5 unten).
Sodann gab der Gutachter therapeutische Empfehlungen ab (S. 6 f.).
3.17
Ein MRI vom 1
7.
September 2015 (
Urk.
30) ergab folgenden Befund:
Recessale
Einengung L4/5 aufgrund der
Spondylarthrose
;
Osteochondrose
L4/5 mit
erosi
ver
Komponente;
intraforaminale
Bandscheibenprotrusion
beziehungsweise fla
che Diskushernie L4/5 mit Kontakt zur Nervenwurzel L4
intraforaminal
; media
ler
Anulusriss
L4/5;
Spondylarthrose
L3/4 rechtsbetont und L5/S1.
3.18
Dr.
F._
(vorstehend E. 3.16) führte am 2
1.
November 2015 erneut aus, es sei von einer Aktivierung der bereits vorbestehenden
Spondylarthrose
durch das Unfallereignis vom 2
7.
Februar 2013
auszugehen
(
Urk.
35/13 S. 2 Mitte).
3.19
In einer weiteren Stellungnahme vom 2
4.
November 2015 (
Urk.
35/14) führte
Dr.
F._
unter anderem aus, aus seiner Sicht handle es sich um einen sehr prolongierten Verlauf einer durch das Unfallereignis ausgelösten, aktivierten
Spondylarthrose
. Die nun geklagten Beschwerden seien zumindest zum Teil direkt auf das Unfallereignis zurückzuführen
(S. 2
Ziff.
3).
4.
4.1
Der Beschwerdeführer erlitt am 2
7.
Februar 2013 als Fahrzeuglenker eine
Auf
fahr
kollision
, in deren Anschluss unter anderem Schmerzen im Bereich der
Lenden
wirbelsäule
auftraten (vorstehend E. 3.2). Am
9.
März 2013, mithin zehn Tage nach dem Unfall, suchte er erstmals
Dr.
Z._
auf
, der unter anderem eine Kontusion der Lendenwirbelsäule diagnostizierte
.
Bis am 2
1.
März 2013 wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
attestiert; v
om 2
2.
März bis
2.
April 2013 war
der Beschwerdeführer
wieder zu 100
%
arbeitstätig,
a
b
3.
April 2013
dann wieder zu 100
%
arbeitsunfähig
(vorstehend E. 3.3).
4.2
Im August 2013 berichtete
Dr.
Z._
über eine im Mai 2013 aufgetretene
Meral
gia
paraesthetica
. Er gehe davon aus, dass die Restbeschwerden des Unfalls abheilen würde, der Patient sei deswegen beim
Rheumatologen
Dr.
B._
in Behandlung (vorstehend E. 3.6).
4.3
Dr.
B._
berichtete im September 2013 über seit dem Unfall vermehrte Kreuz
schmerzen; eine ISG-Infiltration im Juli 2013 habe eine zumindest teilweise Schmerzbesserung bewirkt (vorstehend E. 3.7).
Im November 2013 nannte
Dr.
B._
als Diagnose ein chronisch rezidivierendes
Lumbovertebralsyndrom
, dies bei bekannten degenerativen Veränderungen und bei
einem
Status nach Auffahrunfall am 2
8.
Februar 2013 (vorstehend E. 3.10).
Im März 2014 nannte
Dr.
B._
als Diagnose ein chronisches
lumbospondyloge
nes
Syndrom bei degenerativen Veränderungen der LWS, rezidivierender Dys
funktion der
Iliosakralgelenke
sowie muskulärer
Dysbalance
und Insuffizienz. Er führte aus, es handle sich im Kern um eine degenerative Problematik des Seg
ments L4/5 (vorstehend E. 3.13).
4.4
Die Ärzte der Neurologischen Klinik des
E._
führten im Mai 2014 unter ande
rem aus, die Rückenschmerzen seien im Rahmen der degenerativen Verände
rungen einzuordnen (vorstehend E. 3.15).
4.5
Dr.
F._
erklärte
im April 2015
, das klinisch führende
lumbospondylogene
Syndrom sei vor dem Unfallereignis bereits vorhanden gewesen und durch diese
s
aktiviert worden (vorstehend E. 3.1
6
)
. Zur Frage, ab welchem Zeitpunkt die Rückenbeschwerden nicht mehr durch den Unfall verursacht, sondern dege
nerativ bedingt seien, äusserte er sich dabei wie auch am 2
1.
November 2015
(vorstehend E. 3.18) nicht. E
rst im dritten Anlauf führte er - auf entsprechende Frage des Rechtsvertreters - am 2
4.
November 2015 aus, seines Erachtens seien die Beschwerden zumindest zum Teil auf das Unfallereignis zu
rückzuführen (vorstehend E. 3.19
).
4.
6
Ein am
2
8.
Februar 2013 erstelltes Röntgen der Lendenwirbelsäule hatte keine Hin
weise auf Luxationen oder eine Fraktur ergeben
(vorstehend E. 3.2).
Das MRI der Lendenwirbelsäule vom 3
0.
Oktober 2013 zeigte ausgetrocknete Bandscheiben L3/4 und L4/5, leichte Vorwölbungen L4 und L5 sowie freie
Ner
venwurzeln
L4 und L5 (vorstehend E. 3.9).
Das MRI vom
1
7.
September 2015 sodann ergab eine
r
ecessale
Einengung
, eine
Osteochondrose
mit
erosiver
Komponente
, eine
Diskushernie mit Kontakt zu
eine
r Nervenwurzel
und einen
med
ialen
Anulusriss
L4/5
(vorstehend E. 3.17).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin ist davon ausgegangen, Ende November 2013 sei der Status quo sine oder der Status quo ante erreicht gewesen, womit ab diesem Zeitpunkt bestehende Beschwerden nicht mehr mit überwiegender Wahrschein
lichkeit durch den Unfall versursacht gewesen seien. Dementsprechend hat sie ihre Leistungen terminiert.
Die
se
Annahme, neun Monate nach dem Unfall seien fortbestehende
Rückenbe
schwerden
nicht mehr unfallkausal, wird durch die medizinischen Akten gestützt und steht i
m
Einklang mit der massgebenden Re
chtsprechung
.
5.2
Der Hausarzt sprach im August 2013, mithin gut fünf Monate nach dem Unfall, von Restbeschwerden
des Unfalls
, die abheilen würden (vorstehend E. 4.
3). Der behandelnde Rheumatologe nannte im November 2013 präzisierend zum diagnostizierten
Lumbovertebralsyndrom
einerseits bekannte degenerative Ver
änderungen, andererseits einen Status nach Auffahrkollision. Im März 2014 erwähnte er im Zusammenhang mit der Hauptdiagnose (
lumbospondylogenes
Syndrom) wiederum degenerative Veränderungen; den Auffahrunfall vom Februar 2013 hingegen führte er jetzt nicht mehr an. Auch führte er aus, bei den Beschwerden handle es sich im Kern um eine degenerative Problematik des Segments L4/5 (vorstehend E. 4.3).
Auch die Ärzte der Neurologischen Klinik des
E._
ordneten im Mai 2014 die Rückenschmerzen im Rahmen der degenera
tiven Veränderungen ein (vorstehend E. 4.4). Schliesslich
bleibt zu erwähnen, dass bildgebend zu keinem Zeitpunkt eine strukturelle Veränderung ersichtlich war, die durch den Unfall hätte ausgelöst w
e
rde
n können (vorstehend E. 4.6
).
5.3
Die vom Beschwerdeführer eingeholten Stellungnahmen von
Dr.
F._
sind nicht geeignet, eine abweichende Schlussfolgerung zu begründen. In seinem Gutachten (vorstehend E. 3.16) hatte er dargelegt, der Unfall habe ein
vorbeste
hendes
, vor dem Unfall klinisch stummes
lumbospondylogenes
Syndrom akti
viert. Zudem hatte er ausgeführt, die Symptomatik lasse sich durch
Über
lastungssituationen
im Alltag durch geringe externe Reize jeweils wieder akti
vieren
, und erschwerend komme die Problematik eines der
Osteochondrose
L5/S1 zuzuschreibenden axialen Rückenschmerzes zu. Wenn schon alltägliche geringe externe Reize genügen, um das vorbestehende
lumbospondylogene
Syndrom zu aktivieren, läuft dies der These einer weiterhin bestehenden
Unfall
kausalität
diametral entgegen. Gleiches gilt für die Mitwirkung der
Osteo
chondrose
L5/S1, die fraglos degenerativen Ursprungs ist und im MRI vom 3
0.
September 2013 noch gar nicht bestanden hat (vorstehend E. 3.9). Zur Frage der Unfallkausalität hat
Dr.
F._
im Gutachten denn auch nicht ausdrücklich Stellung genommen, sondern eher kryptisch angeführt, es fänden sich auch protrahierte oder
chronifizierte
Verläufe
lumbospondylogener
Syndrome.
Zur genannten - vom Rechtsvertreter explizit gestellten - Frage äusserte sich Dr.
F._
erst in seiner dritten Stellungnahme (vorstehend E. 3.19) und postu
lierte, die nun geklagten Beschwerden seien zumindest zum Teil eine direkte Unfallfolge.
Es entbehrt nun allerdings jeglicher Plausibilität, d
ass bei einer vorbestehenden und
(
wenn auch nicht unmittelbar vor dem Unfall
)
zeitweise hoch akut
gewesen
en Rückenproblematik
, die gemäss
Dr.
F._
durch alltägli
che geringe externe Reize aktiviert werden kann und zu welcher
zwischenzeit
lich
eine - degenerativ bedingte -
Osteochondrose
erschwerend hinzukommt, Rückenbeschwerden rund 2 1⁄2 Jahre nach einem nicht besonders schweren Auffahrunfall (vorstehend E. 3.1) noch eine direkte Unfallfolge sein sollen.
Aus diesen Gründen kann auf die Beurteilung durch
Dr.
F._
nicht abgestellt werden.
5.4
Die
relevanten
medizinischen Beurteilungen stützen somit übereinstimmend, widerspruchsfrei und durch die Bildgebung bestätigt die Schlussfolgerung, dass der Auffahrunfall von Ende Februar 2013 (auch) Rückenbeschwerden ausgelöst hat, die nach Erreichen des Status quo sine oder Status quo ante nicht mehr unfallkausal, sondern auf degenerative Veränderungen zurückzuführen waren. Auch der entsprechend Zeitpunkt (Ende November 2013) ist schlüssig. Im November 2013 erwähnte der behandelnde Rheumatologe den Unfall noch als „Status nach ...“ in seiner Diagnose, später nicht mehr.
5.
5
Mit Bezug auf die Rechtsprechung scheidet die erste Variante (vorstehend E.
1.4.1) aus, weil sich diese auf Konstellationen bezieht, in denen kein Vorzustand bestanden hat, was hier anerkanntermassen nicht zutrifft
(vor
stehend E. 2.3)
.
5.
6
Bei den verbleibenden Varianten
ist zu beachten, dass diese vom Vorliegen einer Diskushernie ausgeh
en
, also einem bildgebend nachgewiesenen Heraus
treten der Bandscheibe. Um eine solche verhältnismässig massive Abwei
chung vom regelrechten Zustand handelt es sich vorliegend aber nicht, wurden doch
gerade keine solchen (oder anderen) unfallbedingte strukturelle Verände
rungen
nachgewiesen (vorstehend E. 4.6
). Vielmehr handelt es sich um
insoweit unspezifische lumbale Rückenbeschwerden
, die nach dem Unfall aufgetreten sind
. Werden diese entsprechend der
Praxis zu den
Diskushernien beurteilt, so kommt ein
für gravierendere Schäden entwickelter,
vergleichsweise für die Ver
sicherung strengerer Massstab zur Anwendung.
5.
7
Di
e
Variante
, wonach
nicht (auch) degenerative Vorschäden, sondern
der
Unfall allein einen Defekt verursacht hat
(vorstehend E. 1.4.2
)
,
kommt ebenfalls nicht zum Zuge, weil
unbestritten
ermassen
ein Vorzustand vorgelegen hat, womit die Wirbelsäulenschädigung jedenfalls nicht ausschliesslich durch den Unfall bewirkt wurde.
Damit kommt die Variante zum Zug, wonach der Unfall einen degenerativen Vorzustand aktiviert hat, und eine Leistungspflicht lediglich für das unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehende Schmerzsynd
rom besteht (vorste
hend E. 1.4.3
). Eine richtunggebende Verschlimmerung müsste bildgebend nachgewiesen sein, was nicht der Fall ist. Klinisch belegt ist nur, aber immerhin, die traumatische Verschlimmerung des im Unfallzeitpunkt stummen
Vorzu
stands
. Diese vorübergehende Verschlimmerung ist
rechtsprechungsgemäss
in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu b
etrachten (vorstehend E. 1.4.4
).
So verhält es sich auch hier. Aus medizinischer Sicht lagen 9 Monate nach dem Unfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Unfallfolgen mehr vor (vorstehend E. 5.3).
R
echtsprechungsgemäss
ist eine
Dauer von sechs bis zu neun Monaten bis zum Zeitpunkt
anzunehmen
, ab welchem die
Unfallkausalität
zu
v
erneinen ist
; mit neun Monaten wurde hier
mithin die
längstmögliche
Dauer
angenommen
. Anhaltspunkte, dass darüber hinaus das zweite Maximum von einem Jahr hätte zum Zuge kommen sollen, gibt es keine. Im Gegenteil, da vorliegend nicht eine eigentliche Diskushernie, sondern lediglich unspezifische Rückenbeschwerden durch den Unfall vorübergehend verschlimmert wurden, wäre aus rechtlicher Sicht auch nicht zu beanstanden gewesen, wenn der Weg
fall der Unfallkausalität bereits in einem früheren Zeitpunkt als erst nach neun Monaten angenommen worden wäre.
5.
8
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass sich die Leistungseinstellung neun Monate nach dem Unfallereignis aus den genannten Gründen als rechtens erweist.
Dementsprechend ist der angefochtene Entscheid zu bestätigen und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.
6.
6.1
Der Beschwerdeführer beantragte unter anderem, es sei ihm für das
Einsprache
verfahren
die unentgeltliche Rechtsvertretung zu bewilligen (
Urk.
1 S. 4 f.
Ziff.
14). Die Beschwerdegegnerin stellte sich auf
den Standpunkt, angesichts eines Einkommens von
Fr.
242.80 pro Tag sei keine Bedürftigkeit anzunehmen (
Urk.
2 S. 13
Ziff.
8).
6.2
Im der Beschwerdegegnerin eingereichten
Formular vom
1.
Februar 2014 (Urk.
8/131) gab der Beschwerdeführer als Einkommen ein Taggeld von Fr.
242.80 an (
Ziff.
4) und verneinte die Frage nach einer Rechtsschutzversi
cherung (
Ziff.
8).
Zum Taggeld führte er erläuternd aus, es handle sich um
Arbeitslosenentschädi
gung
(ALE)
, die nur unregelmässig erbracht werde (Urk.
8/130 S. 2 Mitte).
6.3
Der Beschwerdeführer
reichte die
ALE
-Abrechnung von Januar 2014 ein, dies sowohl im
Einspracheverfahren
(
Urk.
8/131/1) als auch im Beschwerdeverfahren (
Urk.
3/7)
; d
araus ist ersichtlich, dass im Januar 2014 keine Taggelder ausge
richtet wurden
.
Zusätzlich erklärte er am 1
8.
März 2014 (
Urk.
3/8), für Februar 2014 habe er 5.5 Tage
ALE
erhalten und für März werde er für den ganzen Monat, mithin 21.7 Tage
,
A
LE
erhalten.
6.4
Im Beschwerdeverfahren
gab der Beschwerdeführer im Formular vom
2.
Oktober 2014 (
Urk.
12) an, über keine Rechtsschutzversicherung zu verfügen (S. 1
lit
. A). Als Nettoverdienst gab er zirka
Fr.
223.-- (Tagesansatz RAV) pro Arbeitstag und durchschnittlich
Fr.
4‘717.-- pro Monat an (S. 3
Ziff.
III.2). Nunmehr reichte er drei ALE-Abrechnungen ein (
Urk.
13/13), lautend auf netto
Fr.
4‘602.45 im Juli 2014, netto
Fr.
4‘663.15 im August 2014 und netto
Fr.
4‘885.20 im September 2014.
Das
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege
im Beschwerdeverfahren
zog der Beschwerdeführer
mit dem Hinweis, die Recht
sschutzversicherung habe zwi
schenzeitlich Kostengutsprache für die
anwaltschaftliche
Mandatsfü
hrung erteilt
, zurück (
Urk.
34 S. 1).
6.5
Die Beschwerdegegnerin hat den Antrag des Beschwerdeführers mit Hinweis auf das von ihm angegebenen Taggeld von
Fr.
242.80 abgewiesen. Dagegen machte er geltend, das genannte Taggeld werde nur unregelmässig ausgerichtet. Den konkreten Nachweis, dass die behauptete fehlende Regelmässigkeit sein Ein
kommen derart schmälern würde,
dass Bedürftigkeit anzunehmen wäre,
hat er jedoch nicht erbracht, sondern sich darauf beschränkt, die Abrechnung für
nur gerade
jenen Monat einzureichen, in welchem er keine ALE erhalten hat. Dass dem auch in anderen Monaten so gewesen sei, hat er gegenüber der
Beschwer
degegnerin
weder behauptet noch belegt.
Auch seine Angaben im Beschwerdeverfahren lassen nicht den Rückschluss auf eine anspruchsrelevante fehlende Regelmässigkeit zu. Er gab an, er werde im März 2014
ungeschmälert ALE
erhalten
. Belege für die Monate April bis Juni 2014 reichte er keine ein, und die Abrechnungen für die Monate Juli bis Sep
tember lauten auf ungeschmälerte ALE-Leistungen.
Somit bleibt die Behauptung der fehlenden Regelmässigkeit unbelegt, und der Beschwerdeführer hat sich das von ihm angegebene Einkommen
von
rund brutto
5‘268.-- (
Fr.
242.80 x 21.7) aus ALE (vorstehend E. 6.2) beziehungsweise netto durchschnittlich
Fr.
4‘717.-- (vorstehend E. 6.4) entgegenhalten zu lassen.
6.6
Der Antrag ist aus einem weiteren Grund abzuweisen: Entgegen seinen
unter
schriftlich bestätigten - Angaben auf dem Formular sowohl der
Beschwerde
gegnerin
als auch des Gerichts verfügt der Beschwerdeführer offen
bar doch über eine Rechtsschutzversicherung,
die
denn auch für das
Beschwer
deverfahren
eine Kostengutsprache geleistet hat (
Urk.
35/1
0
). Üblicherweise wird ein
Rechts
schutzgesuch
nur bewilligt, wenn unter anderem die Versiche
rung bereits vor dem Eintritt des strittigen Ereignisses oder jedenfalls vor Ein
leitung des
Rechts
mittelverfahrens
bestanden hat. Dafür, dass die Rechtsschutz
versicherung des Beschwerdeführers davon eine Ausnahme gemacht haben sollte, und bejahen
den
falls aus welchen Gründen, gibt es weder Anhaltspunkte noch hat der Beschwer
deführer etwas dieser Art vorgebracht.
Daraus folgt, dass der Beschwerdeführer gehalten ist, sich zur Deckung der im
Ein
spracheverfahren
angefallenen Rechtsvertretungskosten ebenfalls an die Rechts
schutzversicherung zu halten.
Damit entfällt der zur genannten Deckung subsidiäre allfällige Anspruch auf unentgeltliche Rechtsvertretung.
7
.
7.
1
Am 1
1.
Mai 2016 hielt der Beschwerdeführer - auf Nachfrage - an seinem Antrag auf
öffentliche Verhandlung fest. Am
3.
Juni 2016 erging die gerichtli
che Vorladung zur Verhandlung am
1.
September 201
6.
Am
2
6.
August 2016 erklärte der Beschwerdeführer, er ziehe den Antrag auf öffentliche Verhandlung zurück (vorstehend Sachverhalt
Ziff.
3).
7.
2
Aufforderungsgemäss nahm der Beschwerdeführer am 2
9.
September 2016 dazu Stellung (
Urk.
50). Er machte geltend, zwischenzeitlich - nämlich mit Schreiben vom
9.
Juni 2016 - habe ihm die Invalidenversicherung eine Kostengutsprache für ein Wiederholungssemester für die berufsbegleitende Umschulung mit Pra
xistätigkeit bei einer Firma erteilt. Dadurch sei sein Stundenplan so vollgestopft worden, dass für andere Aktivitäten - etwa die Vorbereitung der Verhandlung oder die Teilnahme an derselben - schlicht kein Raum bestanden habe (S. 2 unten). Zudem habe ihn die Invalidenversicherung ausdrücklich zum Einhalten der Präsenzzeiten aufgefordert (S. 3 oben).
Der Rückzug eines Antrages könne nie mutwillig sein, da es sich hierbei um ein
unentziehbares
Recht handle, wie denn auch die Beschwerde selber jederzeit sanktionslos zurückgezogen werden könnte (S. 4 oben).
7.
3
Gemäss
§
29 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) finden unter anderem die
Art.
1-196 ZPO ergänzend Anwendung.
Gemäss
Art.
124
Abs.
1 Satz 1 ZPO ist es das Gericht, welches den Prozess leitet.
Daran ändert
auch die vom Beschwerdeführer angerufene
Dispositions
maxime
nicht
s
, der gemäss ein Rechtsmittel oder auch ein prozessualer Antrag zurückgezogen werden kann.
Diese Dispositionsfreiheit besteht
zudem
nicht unbegrenzt:
Das Rechtsmittel kann
nur
bis zu dem Zeitpunkt zurückgezogen werden, in welchem darüber entschieden wurde; ist ein Urteil gefällt,
gibt es nichts mehr, das zurückgezogen werden könnte. Gleiches gilt für einen
Ver
fahrensantrag
: Hat das Gericht darüber entschieden, existiert er nicht mehr; an seine Stelle tritt entweder der den Antrag ablehnende Beschluss oder im Zustimmungsfall die entsprechende prozessuale Anordnung des Gerichts
.
Zur Hauptverhandlung
(d
eren Durchführung schliesslich als Folge des vom Beschwerdeführer praktizierten Verhaltens aus pragmatischen Gründen unter
blieben ist
)
hat das Gericht vorgeladen.
Eine -
ob auf Antrag einer Partei oder
aus welchem Anlass auch immer ergangene - gerichtliche Vorladung ist grundsätzlich verbindlich; es steht nicht im Belieben der Parteien,
ihr
Folge zu leisten.
Es wurde
denn auch
bereits in der Vorladung vom
3.
Juni 2016 (
Urk.
42) auf
Art.
135 ZPO hingewiesen, wonach eine Verschiebung nur aus zureichenden Gründen bewilligt wird und sofort nach Kenntnis des Verhinderungsgrundes zu beantragen ist, ebenso auf
Art.
108 ZPO, wonach der Partei, die ohne genü
gende Entschuldigung nicht zur Verhandlung erscheint, die entstandenen unnötigen Kosten auferlegt werden können.
7.
4
Die von der Invalidenversicherung verfügte Kostengutsprache für eine
Umschu
lung (
Urk.
51/19)
datiert vom
9.
Juni 201
6.
Die Dauer der Massnahme (
Fach
schul-Besuch
und Praxistätigkeit in einer Firma) wurde mit 3
1.
Mai bis 3
1.
Dezember 2016 angegeben (S. 1 unten).
Die Verfügung enthielt unter ande
rem folgenden Hinweis: „Die Präsenzzeiten müssen eingehalten werden, wenn dies nicht möglich ist, muss die Massnahme abgebrochen werden.“ (S. 2 unten).
7.5
Wenn die Massnahme bereits am 3
1.
Mai 2016 begonnen hat, so hat der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Terminsuche für die Verhandlung mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit schon von der demnächst einsetzenden zusätzli
chen Beanspruchung gewusst, die ihn gemäss späterer Darstellung auf die Ver
handlung habe verzichten lassen.
Dass sich der Beschwerdeführer dennoch ohne entsprechenden Hinweis an der Terminabsprache beteiligt hat, verstösst gegen das von
Art.
52 ZPO
verlangte
Handeln nach Treu und Glauben
.
Dass der Hinweis
der Invalidenversicherung
auf die Präsenzpflicht den Beschwer
deführer
, wie von ihm geltend gemacht,
hätte daran hindern sollen, einer gerichtli
chen Vorladung Folge zu leisten, entbehrt jeglicher
Nachvollzieh
barkeit
und ist als offensichtlich blosse Schutzbehauptung
zu
qualifizier
e
n, zumal der Beschwerdeführer auch nicht geltend macht, er habe sich bei der Invalidenversicherung erkundigt, ob die genannte Präsenzpflicht
tatsächlich
auch einen Behördengang ausschliesse
, was klarerweise unzutreffend und von der Invalidenversicherung deshalb auch nicht bestätigt worden wäre und dem rechtskundig vertretenen und beratenen Beschwerdeführer auch von selber hätte klar sein können und müssen.
7.6
Sodann
ist davon auszugehen, dass die Verfügung der Invalidenversicherung dem Beschwerdeführer Ende der Kalenderwoche 23 oder in der Kalenderwoche 24 zugegangen ist. Seine
- den Termin vom Donnerstag
1.
September 2016 betreffende -
Verzichtserklärung an das Gericht wurde am Freitag 2
6.
August 2016 verfasst und ist dem Gericht an diesem Tag per Fax (
Urk.
45) und am Montag 2
9.
August 2016 (
Urk.
44), also Ende der Kalenderwoche 34 be
zie
hungs
weise in Kalenderwoche 35 zugegangen. Der Beschwerdeführer hat somit seit dem Zeitpunkt, als er von der
Leistungszusprache
der Invalidenversi
cherung
Kenntnis hatte, bis zur Verzichtserklärung gegenüber dem Gericht mindestens 10 Wochen verstreichen lassen.
7.
7
Indem der Beschwerdeführer dem Gericht nicht unverzüglich mitgeteilt hat, dass er der Vorladung nicht Folge zu leisten gedenke, sondern damit bis
buchstäblich
fast am letzten Tag zugewartet hat, hat er
nicht nur elementar
e
Anstandsregeln verletzt, sondern namentlich
einen erheblichen und unnötigen Aufwand verur
sacht.
Es haben sich alle an der - sodann vom Beschwerdeführer vereitelten - Ver
hand
lung beteiligten Gerichtspersonen auf diese vorbereitet, was sie
bei korrek
tem Verhalten des Beschwerdeführers nicht getan hätten. Dieser Aufwand betrug 3 Stunden (Referentin), 2 Stunden (Vorsitzender), 1 Stunde (
Koreferent
) und 2 Stunden (Gerichtsschreiber). Ausgehend vom Bruttogehalt entsprechend der Einreihung in Besoldungsklasse 27 (Richter)
und Besoldungsklasse 20 (Gerichtsschreiber), zuzüglich 20
%
für auf den Arbeitgeber entfallende Sozial
abgaben
,
wurden somit unnötigerweise Lohnkosten im Gesamtbetrag von gerundet
Fr.
1‘100.-- generiert. Diese sind dem Gericht vom Beschwerdeführer als Verursacher zu erstatten.
Das Gericht
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die
von ihm verursachten unnötigen Kosten
von
Fr.
1‘100.--
werden
dem Beschwer
deführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kosten
pflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwalt Rémy
Wyssmann
Rechtsanwalt Reto Bachmann
Bundesamt für Gesundheit
sowie an:
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.