Decision ID: bdd6fa62-7f55-4f74-a836-aa0cee326e86
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend Betrug etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung -
Einzelgericht, vom 27. November 2014 (GG140193)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 6. August 2014 ist
diesem Urteil beigeheftet (Urk. 49 bzw. 52).
Urteil der Vorinstanz:
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
− der Widerhandlung gegen § 48a des Sozialhilfegesetzes,
− der mehrfachen rechtswidrigen Ein- oder Ausreise im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 AuG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 lit. a AuG.
2. Der Beschuldigte wird vom Vorwurf des Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB und
vom Vorwurf der Förderung des rechtswidrigen Aufenthalts im Sinne von Art. 116 Abs. 1
lit. a AuG freigesprochen.
3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 10.– sowie
mit einer Busse in der Höhe von Fr. 200.–.
4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
Die Busse ist zu bezahlen.
5. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatz-
freiheitsstrafe von 2 Tagen.
6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 1'000.– ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 2'000.– Gebühr Strafuntersuchung
7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden zu 2/3 auf die
Gerichtskasse genommen und zu 1/3 dem Beschuldigten auferlegt, aber abgeschrieben.
8. Das von der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl beschlagnahmte und bei der Stadtpolizei Zürich
unter Sach-Kaution Nr. ... lagernde Notebook -Toshiba (inkl. Ladekabel) sowie der USB
Stick Sunrise werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft herausgegeben.
9. ... (Mitteilung)
10. ... (Rechtsmittel)."
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Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 80)
1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der Widerhandlung gegen § 48a des
Sozialhilfegesetzes (SHG) freizusprechen; im Übrigen sei das erstinstanzli-
che Urteil vom 27. November 2014 des Einzelgerichts Zürich zu bestätigen.
2. Es seien die Kosten des Berufungsverfahrens sowie die Kosten der amtli-
chen Verteidigung auf die Staatskasse zu nehmen.
b) Der Staatsanwaltschaft:
(Urk. 79)
1. Der Beschuldigte sei
• des Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB,
• der mehrfachen vorsätzlichen rechtswidrigen Ein- oder Ausreise
im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 in Verbindung mit
Art. 5 Abs. 1 lit. a AuG sowie
• der Förderung des rechtswidrigen Aufenthalts im Sinne von
Art. 116 Abs. 1 lit. a AuG
schuldig zu sprechen.
2. Der Beschuldigte sei mit einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu Fr. 20.--
(entsprechend Fr. 3'000.--) zu bestrafen.
3. Es sei ihm der bedingte Vollzug der Geldstrafe unter Ansetzung einer
Probezeit von 2 Jahren zu gewähren.
4. Dem Beschuldigten seien die Kosten des Verfahrens vollumfänglich aufzu-
erlegen.
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Erwägungen:
I. Prozessgeschichte und Umfang der Berufung
1. Vorinstanzliches Urteil
1.1. Mit Urteil vom 27. November 2014 sprach das Einzelgericht des Bezirks-
gerichts Zürich, 4. Abteilung, den Beschuldigten und Berufungskläger (hernach:
Beschuldigter) der Widerhandlung gegen § 48a des Sozialhilfegesetzes sowie der
mehrfachen rechtswidrigen Ein- oder Ausreise im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. a
und Abs. 2 AuG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 lit. a AuG schuldig. Vom Vorwurf
des Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB und vom Vorwurf der Förderung
des rechtswidrigen Aufenthalts im Sinne von Art. 116 Abs. 1 lit. a AuG wurde der
Beschuldigte demgegenüber freigesprochen.
Der Beschuldigte wurde mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 10.–
sowie mit einer Busse in der Höhe von Fr. 200.– bestraft, wobei der Vollzug der
Geldstrafe unter Gewährung einer Probezeit von zwei Jahren aufgeschoben
wurde. Bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse wurde dem Beschuldigten eine
an deren Stelle tretende Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen angedroht.
Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens wurden dem
Beschuldigten zu 1/3 auferlegt, aber sofort abgeschrieben, und im Übrigen auf die
Gerichtskasse genommen. Ausserdem wurde angeordnet, dass das beschlag-
nahmte und bei der Stadtpolizei Zürich unter Sach-Kaution Nr. ... lagernde Note-
book Toshiba (inkl. Ladekabel) sowie der USB Stick Sunrise dem Beschuldigten
nach Eintritt der Rechtskraft herausgegeben werden sollen.
1.2. Gegen das (vorerst unbegründet ergangene) Urteil der Vorinstanz (Urk. 57)
wurde seitens der Anklägerin und Berufungsklägerin (hernach: Anklägerin) mit
Eingabe vom 4. Dezember 2014 rechtzeitig Berufung angemeldet (Urk. 59). Nach
Erhalt des begründeten Urteils am 18. Februar 2015 (Urk. 61/1) erstattete die
Anklägerin mit Eingabe vom 23. Februar 2015 fristgerecht die schriftliche
Berufungserklärung (Urk. 64/1).
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1.3. Mit Präsidialverfügung vom 1. April 2015 wurde dem Beschuldigten sowie
der Privatklägerin unter Beilage einer Kopie der Berufungserklärung der Ankläge-
rin Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder um begründet Nicht-
eintreten auf die Berufung zu beantragen. Der Beschuldigte wurde zur Einrei-
chung des Datenerfassungsblattes mit Angaben zu seiner finanziellen Lage auf-
gefordert (Urk. 66). Weder der Beschuldigte noch die Privatklägerin gaben innert
der ihnen angesetzten Frist eine Erklärung ab. Der Beschuldigte reichte am
15. Mai 2015 sein ausgefülltes Datenerfassungsblatt ein (Urk. 69).
1.4. Mit Schreiben vom 11. Mai 2015 wurde der Beschuldigte seitens des Präsi-
denten der I. Strafkammer darauf aufmerksam gemacht, dass im Berufungsver-
fahren ein Fall notwendiger Verteidigung vorliege. Der Beschuldigte wurde aufge-
fordert, bis 31. Mai 2015 eine Rechtsvertreterin oder einen Rechtsvertreter zu
bezeichnen, ansonsten seitens des Präsidenten ein amtlicher Verteidiger bestellt
werde (Urk. 68). Da der Beschuldigte nicht auf diese Aufforderung reagierte
(Empfangsschein s. Urk. 68A), wurde ihm mit Präsidialverfügung vom 8. Juni
2015 in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. X._ ein amtlicher Verteidiger
bestellt (Urk. 73).
1.5. Am 23. Juli 2015 ergingen die Vorladungen an die Anklägerin, die Privat-
klägerin sowie den Beschuldigten zur heutigen Berufungsverhandlung (Urk. 76).
2. Umfang der Berufung
Nicht angefochten wurden seitens der Anklägerin der durch die Vorinstanz in
Ziff. 1 des Urteilsdispositivs erfolgte Schuldspruch wegen mehrfacher rechtswidri-
ger Ein- oder Ausreise sowie die in Ziff. 6. festgehaltene Kostenfestsetzung und
die in Ziff. 8 des vorinstanzlichen Urteildispositivs erfolgte Beschlagnahme eines
Notebooks (vgl. Prot. II S. 7), weshalb diese Ziffern in Rechtskraft erwachsen
sind.
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II. Prozessuales
1.a) Gemäss Art. 134 lit. d StPO muss die beschuldigte Person verteidigt
werden, wenn die Staatsanwaltschaft vor dem erstinstanzlichen Gericht oder dem
Berufungsgericht persönlich auftritt.
b) In casu wurde die Berufung seitens der Staatsanwaltschaft erhoben (Urk. 59
u. 64/1). Gestützt auf Art. 405 Abs. 3 lit. b StPO wurde das Erscheinen der
Anklägerin anlässlich der Berufungsverhandlung deshalb für obligatorisch erklärt
(vgl. Urk. 76). Mangels Bezeichnung einer Rechtsvertreterin oder eines Rechts-
vertreters durch den Beschuldigten selbst wurde ihm seitens des Präsidenten der
I. Strafkammer in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. X._ ein amtlicher Ver-
teidiger bestellt (vgl. vorstehend unter Ziffer I.1.4.), womit dem Erfordernis
einer notwendigen Verteidigung genüge getan wurde.
2. Auf die Stellung von Beweisanträgen wurde seitens der Prozessparteien
verzichtet (vgl. Prot. II S. 7).
3. Die Anklägerin brachte keine prozessualen Einwende vor (vgl. Urk. 79).
Soweit die Verteidigung bezüglich Betrug und Förderung des rechtswidrigen Auf-
enthaltes geltend macht, der Anklagegrundsatz sei verletzt worden (vgl. Urk. 80
S. 2 f. und S. 9), braucht nicht weiter darauf eingegangen zu werden, da wie
nachstehend zu zeigen sein wird, diesbezüglich keine Schuldsprüche zu ergehen
haben (vgl. nachstehend Ziff. III 4. und III 5.).
III. Sachverhalt und rechtliche Würdigung
1. Vorwurf der Staatsanwaltschaft
1.1. ND 1: Betrug
1.1.1. Die Anklägerin wirft dem Beschuldigten zusammengefasst vor, im Zeitraum
vom 23. November 2011 bis aktuell (die Anklageschrift datiert vom 6. August
2014) Unterstützungsbeiträge der Privatklägerin im Umfang von Fr. 166'162.05
bezogen zu haben, obwohl er darauf nicht im gewährleisteten Umfang Anspruch
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hatte, da er im Zeitraum von November 2011 bis März 2014 Zuwendungen von
Landsleuten in Form von Kleinkrediten in der Höhe von mindestens Fr. 11'000.–
erhalten habe. Der Beschuldigte habe es bewusst unterlassen, diese Zuwendun-
gen der Privatklägerin anzugeben. Er habe zudem verschwiegen, in Libyen über
ein Grundstück unbekannten Wertes sowie über ein Bankkonto bei der ... Bank
mit einem Saldo von mindestens Fr. 100.– zu verfügen. Letztlich habe er auch
verschwiegen, dass er im Zeitraum vom 16. April 2013 bis 21. Juni 2013 zeitweise
über einen Personenwagen der Marke Nissan Almera sowie im Zeitraum vom
21. Juni 2013 bis 24. Januar 2014 durchgehend über einen Personenwagen der
Marke Toyota Avensis verfügte. Seine falschen Angaben gegenüber der Privat-
klägerin hätten als Grundlage für die Berechnung der ausbezahlten
Sozialhilfeleistungen/Fürsorgegelder gedient, was dem Beschuldigten bewusst
gewesen sei, er dies zumindest aber in Kauf genommen habe. Dadurch seien
dem Beschuldigten Sozialleistungen ausbezahlt worden, auf welche er bei korrek-
ter Angabe seiner Vermögenslage keinen Anspruch gehabt hätte. Dadurch sei der
Privatklägerin ein Schaden von mindestens Fr. 11'000.– entstanden.
1.1.2. Der Beschuldigte anerkennt den ihm vorgeworfenen äusseren Sachverhalt,
bestreitet indessen, gewusst zu haben, dass er verpflichtet gewesen wäre, die
Zuwendungen (Kleinkredite) und Vermögenswerte (Grundstück Libyen und Bank-
konto ... Bank) bzw. deren Benutzung (Fahrzeuge) zu deklarieren (Urk. 80 S. 3 ff.;
Urk. 81 S. 7 ff.).
1.2. ND 3: Förderung des rechtswidrigen Aufenthalts
1.2.1. Weiter wird dem Beschuldigten vorgeworfen, im Zeitraum vom
27. September 2012 bis 16. Oktober 2012 seine Schwester B._ in seiner
Wohnung beherbergt zu haben, obwohl deren Visum nur bis zum 30. September
2012 gültig war und sie sich demnach vom 1. Oktober 2012 bis zum 16. Oktober
2012 illegal in der Schweiz aufhielt.
1.2.2. Der Beschuldigte anerkennt, seine Schwester im besagten Zeitraum bei
sich beherbergt zu haben. Er bestreitet indessen, gewusst zu haben, dass ihr
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Visum ab dem 1. Oktober 2012 nicht mehr gültig war (Urk. 80 S. 9 f.; Urk. 81
S. 8).
1.3. ND 2: Rechtswidrige Ein- oder Ausreise
Nicht Thema der Berufung ist hingegen, der Vorwurf, dass der Beschuldigte im
Herbst 2013 mindestens zwei Mal mit dem N-Ausweis und somit ohne die für den
Grenzübertritt notwendigen Reisedokumente nach Deutschland und wieder in die
Schweiz gereist sei, obwohl er um die Asylbewerber betreffenden restriktiven
Bestimmungen gewusst habe. Die entsprechende Verurteilung durch die Vor–
instanz wegen rechtswidriger Aus- und Einreise (vgl. Urk. 63 Dispositiv-Ziff. 1)
wurde nicht angefochten (Urk. 79) und ist somit in Rechtskraft erwachsen (vgl.
Erw. I 2.).
2. Standpunkt der Anklägerin
2.1. ND 1: Betrug
Anlässlich der Berufungsverhandlung brachte die Anklägerin vor, dass die
Vorinstanz in Bezug auf ND 1 (Betrug) in nicht nachvollziehbarer Weise die sub-
jektiven Voraussetzungen verneint habe (Urk. 79 S. 2 f.).
So machte sie insbesondere geltend, dass es dem Beschuldigten bewusst gewe-
sen sei, dass er über das Grundstück in Libyen immer noch selbst verfügen
könne, auch wenn er ihm keinen (grossen) Wert mehr beigemessen habe. Es
könne somit auch nicht gesagt werden, das Grundstück sei daher wertlos, weil er
als Dissident nicht mehr nach Libyen zurückkehren könne. So wäre es dem
Beschuldigten ja möglich gewesen, einen Dritten mit dem Verkauf des Grund-
stückes zu beauftragen und hernach den allfälligen Verkaufserlös zu erhalten
(Urk. 79 S. 2.; Urk. 64/1 S. 2).
Betreffend Nichtangabe des Bankkontos bei der ... Bank ..., Tripolis/Libyen unter-
liess es die Anklägerin, im Berufungsverfahren Ausführungen zu machen.
In Bezug auf die Nutzung der Personenwagen der Modelle Nissan Almera und
Toyota Avensis erachtete die Anklägerin die Behauptung des Beschuldigten, er
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habe das Fahrzeug deshalb nicht melden müssen, weil er davon ausgegangen
sei, dass nur Fahrzeuge gemeldet werden müssten, welche ihm gehörten, als
nicht nachvollziehbar. In den seitens des Beschuldigten zu unterschreibenden
Formularen werde nämlich auch die Nutzung der Fahrzeuge als meldepflichtig
angeführt resp. eine allein auch auf die Nutzung des Fahrzeugs abzielende Frage
gestellt (Urk. 79 S. 2 ; Urk. 64/1 S. 2).
Nicht nachvollziehbar bzw. falsch sei zudem die Begründung, weshalb der
Beschuldigte nicht zumindest bei diesen beiden Nichtangaben betr. Grundstück
und Fahrzeugnutzung hätte in Kauf nehmen sollen, dass dies auch Einfluss auf
die Höhe der Sozialhilfegelder hat (Urk. 79 S. 2; Urk. 64/1 S. 2).
Die Argumentation der Vorinstanz, dass der Beschuldigte durch das Verschwei-
gen der Kleinkredite der Geschädigten keinen Schaden habe zufügen wollen, sei
gemäss der Anklägerin falsch und entbehre jeder Logik. Wenn der Beschuldigte
angebe, die Kleinkredite aufgenommen zu haben, um den Lebensunterhalt zu be-
streiten, da die erhaltenen Sozialhilfegelder nicht ausreichen würden, müsse jener
auch in Kauf nehmen, dass die Behörde ihm nicht einfach gleichviel Geld zur Ver-
fügung stellen würde, wenn er noch weitere Einnahmequellen habe. Würde
anders entschieden, dann könnte kein Sozialhilfebetrüger, der bestreite, gewusst
zu haben, dass er etwas hätte angeben müssen und ihm dadurch die Bezüge
gekürzt worden wären, mehr verurteilt werden (Urk. 79 S. 3; Urk. 64/1 S. 2).
2.2. ND 3: Förderung des rechtswidrigen Aufenthalts
Schliesslich bringt die Anklägerin in Bezug auf den Vorwurf der Förderung des
rechtswidrigen Aufenthalt vor, dass der Beschuldigte klar gewusst habe, dass
seine Schwester ein Visum gebraucht habe und dass dieses grundsätzlich be-
fristet sei. Als Logisgeber habe er die Pflicht gehabt, sich zu vergewissern, ob die-
jenige Person, welche er beherberge, auch zum Aufenthalt in der Schweiz
berechtigt sei. Wenn er dies bewusst unterlasse, nehme er einen Verstoss
zumindest in Kauf (Urk. 79 S. 3; Urk. 64/1 S. 2).
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2.3. Strafmass ND2: Vergehen gegen das Ausländergesetz
Laut der Anklägerin sei das Strafmass für die mehrfache illegale Ein-/Ausreise
sehr tief, auch wenn das Verschulden des Beschuldigten nicht als schwerwiegend
angesehen werden könne (Urk. 79 S. 5; Urk. 64/1 S. 3).
3. Standpunkt des Beschuldigten
3.1. ND 1: Betrug
Anlässlich der Berufungsverhandlung brachte die Verteidigung in Bezug auf das
Verschweigen der Kleinkredite vor, der Beschuldigte bestreite nicht, diverse
Darlehen im Gesamtbetrag von Fr. 11'000.– erhalten zu haben. Er bestreite aber,
gewusst zu haben, dass er diese gegenüber der Asylorganisation habe deklarie-
ren müssen. So habe der Beschuldigte anlässlich der Hauptverhandlung zu
Protokoll gegeben, dass ihm ursprünglich, als er Sozialgelder beantragt habe,
nicht mitgeteilt worden sei, dass er Zuwendungen von Dritten in Form von Kredi-
ten hätte melden müssen. Die Verteidigung wies zudem darauf hin, dass im
Formular "Unterstützungsantrag für wirtschaftliche Sozialhilfe" vom 1. Dezember
2011 unter Ziff. 5.2 nach Einkommen, Versicherungsleistungen, Renten etc. und
nach "anderen Einkünften" gefragt worden sei. "Andere Einkünfte" seien dabei
spezifiziert worden mit Versicherungsleistungen etc. und mit Zuwendungen von
Verwandten oder Dritten. In der Folge sei dieses Formular offensichtlich über-
arbeitet worden, in den Anträgen vom 4. Oktober 2012 sowie vom 25. Juli 2013
seien die "weiteren Einkünfte" nämlich nicht mehr spezifiziert worden. Es sei des-
halb absolut nachvollziehbar, wenn der Beschuldigte ausführe, es sei ihm weder
bekannt noch bewusst gewesen, dass er auch die Darlehen als Einkommen habe
deklarieren müssen. Aufgrund dieses Sachverhalts könne dem Beschuldigten ein
vorsätzliches Verhalten hinsichtlich von § 48a Sozialhilfegesetz in keiner Weise
nachgewiesen werden (Urk. 80 S. 4f.).
Zudem sei dem Beschuldigten, dem es bei der Aufnahme dieser Darlehen ledig-
lich darum gegangen sei, seine 9-köpfige Familie zu finanzieren, weder bewusst
gewesen, dass er durch dieses Verhalten bei der Privatklägerin einen Schaden
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verursachen würde, noch habe er sich in irgendeiner Weise unrechtmässig berei-
chern wollen. Der Feststellung der Vorinstanz sei in diesem Punkt zu folgen
(Urk. 80 S. 5f.).
Betreffend Grundstück in Libyen und Bankkonto erklärte die Verteidigung, dass
der Beschuldigte als Dissident gar nicht mehr in seine Heimat zurückkehren
könne und davon auszugehen sei, dass er das Land gar nicht mehr besitze. Er
habe als Armeeangehöriger unter dem Regime von Gaddafi das Land geschenkt
bekommen, unter dem neuen Regime gehöre es ihm aber nicht mehr. Dement-
sprechend könne er es auch nicht mehr verkaufen. Das gleiche gelte für das
Bankkonto bei der ... Bank mit Fr. 100.– Guthaben, respektive den beiden Kredit-
karten, welche auf dieses Konto gelautet haben. Mit der Ausreise aus
Libyen seien diese Kreditkarten wertlos geworden. Die Verteidigung wies zudem
darauf hin, dass bei dem auszufüllenden Unterstützungsantrag Bargeld erst ab
einem Betrag von über Fr. 500.– habe deklariert werden müssen. Dem Beschul-
digten könne auch in diesem Punkt weder ein arglistiges Verhalten noch die
Absicht, sich unrechtmässig zu bereichern, nachgewiesen werden (Urk. 80
S. 6 f.).
In Bezug auf die Nutzung der Personenwagen führte die Verteidigung aus, die
Formulare "Unterstützungsanträge" seien, wie bereits ausgeführt, überarbeitet
worden. Die Frage, ob man ein Fahrzeug benutze, sei im neuen Formular nicht
mehr gestellt worden. Wenn nun der Beschuldigte im Unterstützungsantrag vom
4. Oktober 2012 und vom 25. Juli 2013 angegeben habe, kein Fahrzeug zu be-
sitzen, so habe dies der Wahrheit entsprochen. Er sei nicht verpflichtet
gewesen,die Benutzung eines Fahrzeuges zu deklarieren (Urk. 80 S. 8).
3.2. ND 3: Förderung des rechtswidrigen Aufenthalts
Die Verteidigung wandte in Bezug auf den Vorwurf der Förderung des rechts-
widrigen Aufenthalts anlässlich der Berufungsverhandlung ein, dass aufgrund der
kurzen Beherbergung und des Umstandes, dass die Schwester nicht dem Zugriff
der Behörden entzogen werden sollte, der Beschuldigte den objektiven Tat-
bestand nicht erfüllt habe.
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Hinsichtlich subjektivem Tatbestand habe der Beschuldigte nicht gewusst, dass
das Visum seiner Schwester am 30. September 2012 abgelaufen sei. Seine
Schwester sei mit einem gültigen Visum eingereist und die Gültigkeit des Visums
sei nie Thema gewesen. Seine Schwester sei am 27. September 2012 bei ihm
eingetroffen und er habe nicht davon ausgehen müssen, dass ein im Grundsatze
90 Tage gültiges Visum bereits 3 Tage später nicht mehr gültig sein würde. Der
subjektive Tatbestand sei ebenfalls nicht gegeben (Urk. 80 S. 9 f.).
3.3. Strafmass ND2: Vergehen gegen das Ausländergesetz
In Bezug auf das Strafmass betreffend die mehrfache illegale Ein-/Ausreise bzw.
die seitens der Anklägerin beantragte Straferhöhung, machte die Verteidigung
geltend, dass der Beschuldigte lediglich die Grenzen überquert habe, um auf-
grund seiner knappen finanziellen Verhältnisse im nahegelegenen Aldi günstig
einzukaufen. Sofern überhaupt von einer kriminellen Energie gesprochen werden
könne, sei sie als äussert gering und das Verschulden somit als sehr leicht zu
qualifizieren. Es stelle sich deshalb die Frage, ob gestützt auf Art. 52 StGB von
einer Bestrafung abzusehen sei (Urk. 80 S. 8).
4. Würdigung ND 1 : Betrug
4.1. Rechtliche Grundlagen
4.1.1. Gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich des Betruges schuldig, wer in der
Absicht, sich oder einen anderen unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch
Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder ihn in
einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt,
wodurch dieser sich selbst oder einen andern am Vermögen schädigt.
4.1.2. Angriffsmittel beim Betrug ist die Täuschung des Opfers. Als Täuschung
gilt jedes Verhalten, das darauf gerichtet ist, bei einem anderen eine von der
Wirklichkeit abweichende Vorstellung hervorzurufen (BGE 135 IV 76 E. 5.1). Das
Vorspiegeln von Tatsachen braucht nicht durch ausdrückliche Behauptungen zu
geschehen, konkludentes Verhalten genügt. Die Rechtsprechung bejaht dies,
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wenn der Bezüger von Versicherungsleistungen, die nur bedürftigen Personen
zustehen, auf eine Anfrage der zuständigen Behörde hin betreffend seine wirt-
schaftliche Lage nur einen von ihr verlangten Kontoauszug vorlegt, obwohl er auf
einem anderen Konto, welches er nie angegeben hat, ein beachtliches Vermögen
besitzt (BGE 127 IV 163 E. 2). Unvollständige Angaben eines Sozialhilfe-
bezügers, die ein falsches Gesamtbild entstehen lassen bzw. dieses bekräftigen,
kommen einer aktiven Irreführung durch konkludentes Verhalten gleich. Die
Unterdrückung von Tatsachen umfasst auch das blosse Verschweigen einer Tat-
sache (BGer 6B_542/2012 vom 10. Januar 2013, E. 1.2).
4.1.3. Zum Tatbestandsmerkmal der Arglist ist festzuhalten, dass ein Verhalten
arglistig ist, wenn der Täter ein ganzes Lügengebäude errichtet, sich besonderer
bzw. täuschender Machenschaften bedient oder die Täuschung durch eine ein-
fache Lüge erfolgt. Bei einem Lügengebäude zeugen die einzelnen Lügen von
besonderer Hinterhältigkeit und sind derart raffiniert aufeinander abgestimmt,
dass sich auch das kritische Opfer davon täuschen lässt (BGE 122 IV 205 E. 2).
Besondere bzw. täuschende Machenschaften liegen dann vor, wenn der Täter
seine Behauptungen durch Handlungen oder Belege stützt, die sie als glaub-
würdig erscheinen lassen, beispielsweise wenn der Täter rechtswidrig erlangte
oder gefälschte Urkunden vorlegt. Eine einfache Lüge ist dann arglistig, wenn die
Angaben nicht oder nur mit besonderer Mühe auf ihre Richtigkeit überprüft wer-
den können, wenn der Täter den Getäuschten absichtlich von der Überprüfung
seiner Angaben abhält, wenn dem Getäuschten eine Überprüfung der Angaben
nicht zumutbar ist oder wenn der Täter aus bestimmten Gründen voraussieht,
dass der Getäuschte von einer Überprüfung absehen wird. Arglist scheidet aus,
wenn das Opfer angesichts der konkreten Umstände und seiner persönlichen
Verhältnisse angemessene, grundlegendste Vorsichtsmassnahmen nicht beach-
tet. Bei der Berücksichtigung der Opfermitverantwortung ist allerdings nicht auf-
grund einer rein objektiven Betrachtungsweise darauf abzustellen, wie ein durch-
schnittlich vorsichtiger und erfahrener Dritter auf die Täuschung reagiert hätte.
Das Mass der vom Opfer erwarteten Aufmerksamkeit richtet sich vielmehr nach
einem individuellen Massstab. Es kommt mithin auf die Lage und Schutzbedürf-
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tigkeit des Betroffenen im Einzelfall an. Der Leichtsinn oder die Einfalt des Opfers
mögen dem Täter bei solchen Opfern die Tat erleichtern, auf der anderen Seite
handelt dieser hier aber besonders verwerflich, weil er das ihm entgegengebrach-
te Vertrauen missbraucht. Auf der anderen Seite sind die allfälligen besonderen
Fachkenntnisse und Geschäftserfahrungen des Opfers in Rechnung zu stellen,
wie dies etwa im Rahmen von Kreditvergaben Banken beigemessen wird. Auch
unter dem Gesichtspunkt der wirtschaftlichen Eigenverantwortlichkeit des
Betroffenen erfordert die Erfüllung des Tatbestandes indes nicht, dass das
Täuschungsopfer die grösstmögliche Sorgfalt walten lässt und alle erdenklichen
ihm zur Verfügung stehenden Vorkehren trifft. Entsprechend entfällt der straf-
rechtliche Schutz nicht bei Fahrlässigkeit des Opfers, sondern nur bei Leicht-
fertigkeit, welches das betrügerische Verhalten des Täters in den Hintergrund tre-
ten lässt. Die zum Abschluss der Strafbarkeit des Täuschenden führende Opfer-
mitverantwortung kann daher nur in Ausnahmefällen bejaht werden. Letzteres gilt
nach der Rechtsprechung auch im Bereich der Sozialhilfe. Die Behörde handelt
leichtfertig, wenn sie die eingereichten Belege nicht prüft oder es unterlässt, die
um Sozialhilfe ersuchende Person aufzufordern, die für die Abklärung der
Einkommens- und Vermögensverhältnisse relevanten Unterlagen wie beispiels-
weise die letzte Steuererklärung und Steuerveranlagung oder Kontoauszüge ein-
zureichen. Hingegen kann ihr eine solche Unterlassung, angesichts der grossen
Zahl von Sozialhilfeersuchen, nicht zum Vorwurf gemacht werden, wenn diese
Unterlagen keine oder voraussichtlich keine Hinweise auf nicht deklarierte Ein-
kommens- und Vermögenswerte enthalten. Leichtfertigkeit wird namentlich nur
angenommen, wenn die Behörden den Gesuchsteller nicht zu den von ihm vor-
getragenen widersprüchlichen Angaben befragen (Bundesgerichtsentscheide
6B_132/2013 vom 28. Mai 2013, E. 3.4.1; 6B_201/2013 vom 20. Juni 2013,
E. 3.2.3f.; 6B_409/2007 vom 9. Oktober 2007, E. 2.2; 6B_558/2009 vom
26. Oktober 2009, E. 1.2).
4.1.4. Der vorhandene Irrtum muss schliesslich die Ursache dafür sein, dass der
Getäuschte eine Vermögensdisposition trifft (Motivationszusammenhang) und am
Vermögen geschädigt wird. Als Vermögensdisposition gilt jedes Verhalten mit
unmittelbar vermögensmindernder Wirkung (BGE 126 IV 117 E. 3a; siehe auch
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DONATSCH, Strafrecht III, 10. Auflage, Zürich 2013, S. 235 m.w.H.). Wäre die
getäuschte Person selbst in Kenntnis des wahren Sachverhalts bereit gewesen,
die dem Täter gegenüber vorgenommene Vermögensleistung zu erbringen, so
liegt lediglich vollendeter Betrugsversuch vor (BGE 70 IV 197).
4.1.5. Zum subjektiven Tatbestand beim Betrug gehören Vorsatz und die Absicht
ungerechtfertigter Bereicherung. Der Vorsatz muss sich auf alle objektiven
Tatbestandsmerkmale beziehen (s. TRECHSEL/CRAMERI IN: STGB-KOMMENTAR
TRECHSEL/PIETH, 2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2013, Art. 146 N 31).
4.2. Nichtangabe Grundstück in Libyen
4.2.1. Die Vorinstanz stufte die Aussagen des Beschuldigten, dass das Haus in
Libyen für ihn wertlos sei und er es deshalb nicht deklariert habe, insbesondere
deshalb als glaubhaft und überzeugend ein, da er als Dissident nicht mehr nach
Libyen zurückkehren könne. Es könne nicht erstellt werden, dass der Beschuldig-
te um die Meldepflicht dieser Position gewusst habe (Urk. 63 E.II.C.1.3. S. 8).
4.2.2. Im Folgenden ist vorab zu prüfen, wie die Eigentumsverhältnisse betreffend
Grundstück waren, ob dem Grundstück als solchem ein Wert beizumessen ist,
und, falls dies zu bejahen ist, ob es nachvollziehbar erscheint, dass der Beschul-
digte die Liegenschaft mangels Realisierbarkeit des Vermögenswerts oder aus
anderen Gründen gegenüber den Sozialbehörden nicht deklariert hat, was seitens
der Vorinstanz bejaht wurde.
4.2.3. Der Beschuldigte gab einerseits an, dass sein Vater der Eigentümer eines
Grundstücks in Libyen sei. Es sei ein grosses Stück Land in der Landwirtschafts-
zone. Er habe ein Haus mit Swimming Pool gehabt, aber das sei durch einen
Raketenbeschuss zerstört worden, seine Tochter sei dabei gestorben (Urk.
HD 8/2 S. 8 Frage 75; Urk. HD 8/4 S. 12). Anlässlich der Berufungsverhandlung
erläuterte der Beschuldigte auf Frage des Gerichts, dass er als Offizier vom Staat
ein Grundstück geschenkt erhalten habe, als er die Prüfungen absolviert habe.
Sein Vater habe auch ein Grundstück, doch das gehe ihn nichts an (Urk. 81 S. 5 f.
und S. 9). Bei der Polizei äusserte sich der Beschuldigte dahingehend, dass er als
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ehemaliger Armeeoffizier genug Geld gehabt habe, um ein eigenes Haus zu
kaufen, was er auch gemacht habe (Urk. ND 1/5 S. 3 Frage 11), womit er die
Bebauung der Liegenschaft gemeint haben muss, erwähnte er doch kurz später,
das Grundstück selbst von der Armee geschenkt erhalten zu haben (Urk. ND 1/5
S. 3 Frage 16). Im Rahmen einer inzwischen eingestellten Strafuntersuchung gab
der Beschuldigte am 17. September 2013 an, dass er in Libyen unter dem
Regime von Muammar al-Gaddafi als Soldat gedient habe. In Libyen sei es zur-
zeit so, dass jeder, der Soldat gewesen sei, umgebracht werde. Das Land werde
von Banden regiert. Sobald es ein neues geregeltes Regime gebe, werde er
zurückkehren (Urk. HD 8/3 S. 2 Frage 15). Weiter bestätigte er, immer noch
Eigentümer des Grundstücks zu sein (Urk. ND 1/5 S. 3 Frage 12)
Die heutige Befragung ergab, dass der Beschuldigte das fragliche Grundstück in
Libyen zwar geschenkt erhalten hat, als er die Prüfungen, ungefähr im Jahre
2011, absolviert hat, es ihm aber mittlerweile nicht mehr gehört, da der Staat es
wieder eingezogen hat. Das Grundstück sei gemäss den Angaben des Beschul-
digten rund 500 Quadratmeter gross und darauf habe er ein zweistöckiges Haus
von rund 400 Quadratmetern gebaut, wobei ihm der Staat einen Kredit gegeben
habe, um das Haus bauen zu können. Dieser Kredit sei dann aber wieder ge-
strichen worden, so dass letztlich das Haus und das Grundstück vom Staat ge-
schenkt gewesen seien. Das Haus habe sich in ..., 20 Minuten von Tripolis ent-
fernt, befunden. Es habe 170'000 libysche Dinars gekostet, das seien damals
ca.120'000 Euro gewesen. Das Haus existiere heute nicht mehr, eine Rakete
habe es getroffen und seine Tochter sei dabei ums Leben gekommen. Das sei
geschehen, als das Regime gefallen sei und niemand mehr das Sagen im Land
gehabt habe, etwa drei Tage bevor er Libyen verlassen habe. Das Grundstück sei
nie auf seinen Namen eingetragen gewesen. Es sei registriert gewesen auf das
Bataillon ... der Truppe C._. Auch das gebaute Haus sei nicht auf seinen
Namen eingetragen gewesen, denn das Geld, um das Haus zu bauen, habe er
auch vom Staat erhalten.
Unter diesen Gegebenheiten kann nicht davon ausgegangen werden, dass der
Beschuldigte, als er den Unterstützungsantrag ausfüllte, noch Eigentümer des
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Grundstücks gewesen ist. Vielmehr sprechen die Ausführungen des Beschuldig-
ten, von welchen vorliegend mangels anderen Beweisen auszugehen ist, dafür,
dass es sich um ein Eigentums auf Zeit gehandelt haben muss, welches an die
Zugehörigkeit zur Armee geknüpft war. Als das Regime von Gaddafi gestürzt
wurde und bürgerkriegsähnliche Verhältnisse herrschten, ging auch das Eigentum
des Beschuldigten am Grundstück und am Haus unter. Unter diesen Umständen
kann zum Zeitpunkt, als der Beschuldigte den Unterstützungsantrag ausfüllte,
nicht von einem Vermögenswert ausgegangen werden, welcher im Eigentum des
Beschuldigten stand und der vom Beschuldigten gegenüber den Sozialbehörden
zu deklarieren gewesen wäre. Der Beschuldigte musste demnach mangels Eigen-
tum am Grundstück dieses gegenüber den Sozialbehörden nicht angeben und
handelte durch die Nichtangabe des Grundstücks nicht tatbestandsmässig. Der
Beschuldigte ist demnach vom Vorwurf des Betrugs in Bezug auf die Nichtangabe
des Grundstücks in Libyen freizusprechen.
4.3. Nichtangabe Bankkonto in Libyen
4.3.1. Wie seitens der Vorinstanz zutreffend erwogen (Urk. 63 E.II.C.1.1. S. 6),
bestätigte der Beschuldigte, ein Konto bei der Libyschen Bank in Tripolis zu
haben, meinte jedoch, dass es vielleicht noch einen Saldo von weniger als
Fr. 100.– aufweise (Urk. ND 1/5 S. 3 Fragen 11, 12). Im Weiteren unterliess es
die Vorinstanz indessen, die unterbliebene Meldung dieses Geldbetrages durch
den Beschuldigten gegenüber der Privatklägerin zu würdigen (s. Urk. 63
E.II.C.1.3. S. 8 und III. S. 11). Auch anlässlich der Berufungsverhandlung be-
stätigte der Beschuldigte, dass er ein Konto bei einer Libyschen Bank in Tripolis
gehabt habe bzw. eine Visa und Maestro Karte, welche er aber den Behörden am
Flughafen abgegeben habe. Er wies zudem darauf hin, dass ein Militärange-
höriger kein Konto mehr besitzen könne (Urk. 81 S. 8).
4.3.2. Bezüglich der unterlassenen Deklaration des Bankkontos in Libyen durch
den Beschuldigten kann grundsätzlich auf die bezüglich Nichtangabe der Liegen-
schaft in Libyen gemachten Ausführungen verwiesen werden (vgl. vorstehend
E.4.2.). Als das Regime von Gaddafi gestürzt wurde und es zu bürgerkriegsähnli-
chen Verhältnissen kam und der Beschuldigte auch das Land verlassen musste,
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konnte er gemäss seinen Angaben nicht mehr über das Konto verfügen, da er mit
seiner Einreise in die Schweiz seine Visa und Maestro Karte abgeben musste.
Auch wenn sich ein Betrag von etwa Fr. 100.– auf dem Konto befand, so war die-
ser Betrag für den Beschuldigten nicht realisierbar, denn er ging davon aus, dass
er ihn lediglich mit einer seiner Bankkarten, die er aber bei seiner Einreise abge-
ben musste, abheben könne. Mit der Verteidigung ist zudem darauf hinzuweisen
(vgl. Urk. 80 S. 7), dass beim auszufüllenden Unterstützungsantrag Bargeld
ohnehin erst ab einem Betrag von Fr. 500.– zu deklarieren gewesen wäre (vgl.
Urk. ND 1/4/6 S. 6). Auch bezüglich der Nichtdeklaration des Bankkontos kann
demnach zum Zeitpunkt, als der Beschuldigte den Unterstützungsantrag ausfüllte,
nicht von einem Vermögenswert ausgegangen werden, welcher gegenüber
den Sozialbehörden zu deklarieren gewesen wäre. Demnach handelte der
Beschuldigte durch die Nichtangabe seines Bankkontos bei der ... Bank ..., Tripo-
lis/Libyen mit dem darauf lagernden Betrag von rund Fr. 100.– ebenfalls nicht tat-
bestandsmässig. Der Beschuldigte ist demnach vom Verwurf des Betrugs in Be-
zug auf die Nichtangabe des Bankkontos bei der ... Bank ..., Tripolis/Libyen frei-
zusprechen.
4.4. Nichtangabe der Nutzung von Fahrzeugen
4.4.1. Gemäss der Einschätzung der Vorinstanz sei es plausibel und nachvoll-
ziehbar, dass es dem Beschuldigten ohne expliziten Hinweis der Privatklägerin
nicht bewusst war, auch melden zu müssen, wenn er von einem Bekannten ab
und zu ein Auto zur Verfügung gestellt bekomme, da nicht direkt ersichtlich sei,
inwiefern dies der Privatklägerin einen Schaden verursachen würde. In diesem
Zusammenhang wurde seitens der Vorinstanz angemerkt, dass ein spezifizierter,
über die erlangten Zuwendungen Dritter in Höhe von Fr. 11'000.– hinausgehender
Schaden ohnehin nicht eingeklagt worden sei. Es sei deshalb glaubhaft, wenn der
Beschuldigte geltend mache, dass er die zur Verfügung gestellt erhaltenen
Personenwagen deshalb nicht angegeben habe, weil er davon ausgegangen sei,
dass lediglich Personenwagen in seinem Eigentum zu deklarieren seien. Es
könne demnach – wie in Bezug auf das Grundstück in Libyen – nicht erstellt
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werden, dass er um die Meldepflicht dieser Position gewusst habe (Urk. 63
E.II.C.1.3. S. 8).
4.4.2. Wie seitens der Vorinstanz zutreffend ausgeführt wurde (Urk. 63 E.II.C.1.3.
S. 8), ist es vorliegend nicht nachvollziehbar, worin der Schaden der Privatkläge-
rin bestehen soll, da weder angeklagt noch nachgewiesen ist, dass dem Beschul-
digten aus der Nutzung der Fahrzeuge ein finanzieller Vorteil entstand, welcher
sich auf die Höhe der Unterstützungsleistungen ausgewirkt hätte. Einhergehend
mit den Erwägungen der Vorinstanz ist zudem anzumerken, dass ausserdem
nicht nachgewiesen ist, dass dem Beschuldigten die Meldepflicht in Bezug auf die
Nutzung der beiden Fahrzeuge bewusst gewesen ist: Im Zeitpunkt des Ausfüllens
des ihm erwiesenermassen auf Arabisch übersetzten Unterstützungsantrags vom
1. Dezember 2011 (Urk. ND1/4/6) hat er kein Fahrzeug genutzt, weshalb seine
diesbezüglichen Angaben korrekt sind. In den zwei nachfolgenden Unter-
stützungsanträgen vom 4. Oktober 2012 und 25. Juli 2013, welche weniger um-
fassend gestaltet wurden, musste im Rahmen der Vermögensdeklaration unter
Ziffer 5.2 zwar der Besitz von Fahrzeugen angegeben werden (s. Urk. ND1/4/6),
hingegen wurde in den entsprechenden beiden Formularen – aus welchen zudem
eine entsprechende Übersetzung auf Arabisch nicht hervorgeht – nicht mehr nach
der Nutzung von Fahrzeugen gefragt, wie dies noch am 1. Dezember 2011 der
Fall gewesen war. Unter diesen Umständen ist es – entgegen der Ansicht der
Anklagebehörde (s. Urk. 64/1 S. 2 und Urk. 79 S. 2) – nicht erwiesen, dass es
dem Beschuldigten bewusst war, dass er die Nutzung der beiden Fahrzeuge zu
melden hatte. Die Angabe des Beschuldigten, die Deklarationspflicht so ver-
standen zu haben, dass bloss das Eigentum an Fahrzeugen hätte offengelegt
werden müssen (s. Urk. ND1/5 S. 14 f. Frage 75; Urk. 81 S. 8), ist deshalb glaub-
haft.
4.4.3. Der Freispruch des Beschuldigten durch die Vorinstanz vom Vorwurf des
Betrugs in Bezug auf die Nichtangabe der temporären Nutzung der Fahrzeuge
Nissan Almera und Toyota Avensis ist deshalb zu bestätigen.
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4.5. Nichtangabe von Kleinkrediten
4.5.1. Die Vorinstanz erwog, dass der Anklagesachverhalt dahingehend erstellt
sei, dass der Beschuldigte es zumindest für möglich gehalten habe, dass er die
Zuwendungen der Landsleute der Privatklägerin hätte melden müssen, auch
wenn er die entsprechenden Informationen auf den Merkblättern möglicherweise
nicht vollends verstanden hatte (Urk. 63 E.II.C.1.3 u. 1.4. S. 8 f.). Sie stützt sich
dabei auf die Aussagen des Beschuldigten, wonach er die Kleinkredite nicht mit
Absicht der Behörde nicht gemeldet habe, sondern weil er sie nicht damit belästi-
gen wollte, dass er Fr. 50.– von einem Freund erhalten habe (Urk. ND1/5 S. 16
Frage 86). Angesichts des Umstands, dass der Beschuldigte eingestand, insge-
samt Kredite im Betrag von mindestens Fr. 11'000.– in Teilbeträgen zwischen
Fr. 50.– und Fr. 3'000.– von acht bis neun Personen aufgenommen zu haben
(Prot. I S. 9), erscheint es indes nicht glaubhaft, dass der Beschuldigte die Behör-
den bloss wegen der Geringfügigkeit der Darlehen nicht informiert hat. Ebenso
verwies die Vorinstanz auf die Aussage des Beschuldigten, dass er keine grosse
Sache daraus habe machen wollen, weil er auch nur mit Hilfe von Dolmetschern
mit den Behörden kommunizieren könne (Prot. I S. 10; vgl. auch Urk. HD 8/4
S. 4). Auch dieses Vorbringen erscheint gestützt auf den Gesamtbetrag der
Darlehen nicht überzeugend. Vielmehr weist auch diese Aussage – wie seitens
der Vorinstanz zutreffend gewürdigt – aus, dass der Beschuldigte um die Melde-
pflicht wusste.
Daran vermag auch seine Aussage, dass er erst nach Aufnahme der Darlehen
über die entsprechende Meldepflicht aufgeklärt worden sei (Prot. I S. 10) nichts zu
ändern: So gab der Beschuldigte im Unterstützungsantrag für wirtschaftliche
Sozialhilfe vom 1. Dezember 2011 (Urk. ND1/4/6) an, weder Zuwendungen von
Verwandten oder anderen Dritten erhalten zu haben (Seite 5) noch über Schulden
zu verfügen (Seite 6), obschon erstellt ist, dass die Aufnahme der Kleinkredite vor
oder um die Zeit der Abgabe dieser Erklärung begonnen hatte und hernach bis
März 2014 weiterging (s. Urk. ND1/2 S. 6 bzw. Urk. ND1/5 S. 4 Fragen 20 u. 22).
Auch hat der Beschuldigte in den Unterstützungsanträgen zur Weiterführung von
wirtschaftlicher Sozialhilfe vom 4. Oktober 2012 und 25. Juli 2013 weiterhin ange-
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geben, über keine Darlehen zu verfügen (Urk. ND1/4/6). Demzufolge ist zu-
treffend, dass die Aufnahme der Kleinkredite bereits vor dem Ausfüllen zumindest
zweier Unterstützungsanträge durch den Beschuldigten begonnen hatte, der
Beschuldigte dies aber gegenüber den Sozialbehörden nicht deklarierte und
danach weitere Darlehen aufnahm. Demzufolge ist auch deshalb davon auszu-
gehen, dass der Beschuldigte um seine Meldepflicht wusste, er es aber ungeach-
tet dessen unterliess, der Privatklägerin die Darlehen zu melden, womit er sie
täuschte (vgl. auch die entsprechenden Erwägungen der Vorinstanz in Urk. 63
E.III.1.3. S. 12).
4.5.2. Auch im Übrigen ist den Erwägungen der Vorinstanz beizupflichten, dass
der objektive Tatbestand des Betrugs gemäss Art. 146 StGB durch die Nicht-
angabe der Darlehen im Gesamtbetrag von mindestens Fr. 11'000.– erfüllt ist,
wobei bezüglich der weiteren einzelnen Tatbestandselemente vollumfänglich auf
die zutreffende Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden kann (Urk. 63
E.III.1.4 u. 1.5. S. 12 f.)
4.5.3. In Bezug auf den subjektiven Tatbestand sind die Erwägungen der Vor-
instanz zutreffend, dass es der Beschuldigte zumindest für möglich hielt, dass er
den Erhalt der Darlehen melden müsste, wodurch er als logische Konsequenz
auch in Kauf nahm, dass sich die Privatklägerin in einem Irrtum über seine finan-
ziellen Verhältnisse befand bzw. dass es für die Privatklägerin nur mit erhebli-
chem Aufwand möglich sein würde, herauszufinden, dass er Zuwendungen von
Dritten erhalten hatte (Urk. 63 E.III.1.6. S. 13).
4.5.4. Dass der Beschuldigte die erhaltenen Kleinkredite jedoch deshalb ver-
schwieg, um der Privatklägerin einen Schaden zuzufügen und sich im selben
Umfang zu bereichern, wird seitens der Vorinstanz unter Verweis auf das Aus-
sageverhalten des Beschuldigten, welches deutlich mache, dass ihm nicht
bewusst gewesen sei, mit der Entgegennahme der Kleinkredite bzw. deren Nicht-
angabe der Privatklägerin einen Schaden zuzufügen, demgegenüber verneint
(Urk. 63 E.III.1.6. S. 13).
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Dieser Schlussfolgerung wie auch der entsprechenden Würdigung der Aussagen
des Beschuldigten durch die Vorinstanz ist beizupflichten: Denn dass der
Beschuldigte davon ausging, dass wegen der Darlehen sein Anspruch auf Sozial-
gelder vermindert werden würde, kann ihm gestützt auf seine Aussagen nicht
nachgewiesen werden. So sagte er konstant aus, dass ihm aus der Aufnahme der
Kredite kein Vorteil erwachsen würde, da er jene zurückzubezahlen habe
(Urk. HD8/4 S. u. 5; Prot. I S. 9;), was aufzeigt, dass es ihm nicht bewusst war,
dass er der Privatklägerin mit der Entgegennahme der Kleinkredite bzw. deren
Nichtangabe einen Schaden zufügte.
Auch ist nachvollziehbar, dass sich der Beschuldigte, wie er auch anlässlich der
Berufungsverhandlung ausführte (vgl. Urk. 81 S. 10), gezwungen sah, trotz
Sozialgeldern Schulden aufzunehmen, um seine Familie zu ernähren, auch wenn
die Erforderlichkeit hierfür teilweise anzuzweifeln ist, was sich bereits aus der
Aussage des Beschuldigten ergibt, die Kredite auch aufgenommen zu haben, weil
er mit seiner Familie in seiner Heimat einen höheren Lebensstandard gewöhnt
gewesen sei (Urk. ND 1/5 S. 21 Frage 112). Dass gerade bei der Anzahl von
sieben Kindern häufig unerwartete Ausgaben anfallen, ist indes ohne Weiteres
plausibel. So hat der Beschuldigte denn auch angegeben, das Geld für seine
Kinder verwendet zu haben (Urk. ND1/5 S. 16 Frage 84). Auch ist der Erwägung
der Vorinstanz beizupflichten, dass der Umstand, dass es sich bei den Darlehen
um keine erheblichen Beträge pro Monat handelte, da er die Kleinkredite über
29 Monate ansammelte und diese Beträge nicht nur für ihn alleine gedacht waren,
sondern für die ganze Familie, was für ein nicht auf Bereicherung ausgerichtetes
Verhalten spreche (s. Urk. 63 E.III.1.6. S. 14 f.). An dieser Würdigung vermag
auch der Einwand der Anklagebehörde, dass es schlicht nicht der allgemeinen
Lebenserfahrung und dem gesunden Menschenverstand entspreche, dass einem
Antragsteller gleichviel Geld zur Verfügung gestellt würde, auch wenn er noch
weitere Einnahmequellen habe (Urk. 64/1 S. 2, Urk. 79 S. 3), nichts zu ändern. So
ist der Beschuldigte vorliegend davon ausgegangen, dass es sich bei den Dar-
lehen aufgrund der damit verbundenen Rückzahlungsverpflichtung gerade nicht
um eine Einnahmequelle handelte.
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4.5.5. Aus diesen Gründen ist die Vorinstanz zutreffend davon ausgegangen,
dass der Beschuldigte nicht die Absicht hatte, die Privatklägerin durch die Nicht-
angabe der erhaltenen Darlehen an ihrem Vermögen zu schädigen und sich
selber zu bereichern (Urk. 63 E.III.1.6), womit der subjektive Tatbestand nicht er-
füllt ist. Der entsprechende Freispruch der Vorinstanz vom Vorwurf des Betrugs
im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB ist nicht zu beanstanden.
4.5.6. Mit der Vorinstanz ist aber davon auszugehen, dass sich der Beschuldigte,
indem er die Zuwendungen der Landsleute in den Unterstützungsanträgen nicht
angegeben hat, des unrechtmässigen Erwirkens von Sozialhilfe im Sinne von
§ 48a Sozialhilfegesetz strafbar gemacht hat. Diesbezüglich kann vollumfänglich
auf die zutreffende Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 63
E.III.1.7. S. 15).
5. Würdigung ND 3: Förderung des rechtswidrigen Aufenthalts
5.1. Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe wird bestraft, wer
gemäss Art. 116 Abs. 1 lit. a AuG im In- oder Ausland einer Ausländerin oder
einem Ausländer die rechtswidrige Ein- oder Ausreise oder den rechtswidrigen
Aufenthalt in der Schweiz erleichtert oder vorbereiten hilft. Gemäss der Anklage-
behörde habe der Beschuldigte tatbestandsmässig gehandelt, indem er seine
Schwester im Zeitraum vom 27. September bis 16. Oktober 2012 in seiner
Wohnung beherbergt hat, obwohl deren Visum nur bis zum 30. September 2012
gültig war und sie sich demnach vom 1. Oktober 2012 bis zum 16. Oktober 2012
illegal in der Schweiz aufhielt.
5.2. Der Beschuldigte anerkennt auch heute, seine Schwester im besagten Zeit-
raum bei sich beherbergt zu haben. Bestritten wird von ihm demgegenüber
weiterhin, dass er gewusst habe, dass ihr Visum ab dem 1. Oktober 2012 nicht
mehr gültig war (Urk. 80 S. 9 und Urk. 81 S. 8). Anlässlich der heutigen Befragung
gab der Beschuldigte an, dass seine Schwester damals mit dem Flugzeug von
Malta in die Schweiz gereist sei. Zurück sei sie dann von Zürich nach Tunis
geflogen und auf dem Landweg wieder nach Libyen. Sie sei damals ziemlich
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direkt von Libyen in die Schweiz gereist, sie habe lediglich einen Transitaufenthalt
in Malta gehabt (Urk. 81 S10 f.).
5.3. Die Vorinstanz mass dem Umstand, dass der Beschuldigte hinsichtlich des
Visumantrags seiner Schwester keine Unterstützung leisten musste, eine ent-
scheidende, sich zu Gunsten des Beschuldigten auswirkende Bedeutung zu
(Urk. 63 E.II.C.3.3. S. 11). Dem kann grundsätzlich beigepflichtet werden. Aller-
dings erscheint es – entgegen den Erwägungen der Vorinstanz – vorliegend nicht
per se als lebensfremd, davon auszugehen, dass der Beschuldigte die Gültig-
keitsdauer des Visums seiner erwachsenen Schwester überprüft. Vielmehr wäre
es plausibler, dass er vor dem Hintergrund seines Asylverfahrens in der Schweiz
über eine erhöhte Sensibilität hinsichtlich der Erfordernisse an gültige Aufenthalts-
titel verfügt und bei seiner Schwester entsprechende Nachfragen tätigt. Insoweit
kann dem Einwand der Anklagebehörde, dass der Beschuldigte als Logisgeber
die Pflicht gehabt habe, sich zu vergewissern, ob diejenige Person, welche er be-
herberge, auch zum Aufenthalt in der Schweiz berechtigt sei (s. Urk. 64/1 S. 2;
Urk. 79 S. 3), gefolgt werden. Die Inkaufnahme eines Verstosses gegen das Aus-
ländergesetz durch den Beschuldigten ist indessen in casu nicht erwiesen. So fällt
zu seinen Gunsten insbesondere der seitens der Vorinstanz weiter erwogene
Umstand ins Gewicht, dass das Visum der Schwester des Beschuldigten nur noch
vier Tage gültig war, als sie in die Schweiz einreiste (27. September bis 30. Sep-
tember 2012). Da ein Touristenvisum regelmässig zum Aufenthalt einer Dauer
von 90 Tagen berechtigt und es nicht plausibel ist, dass der Beschuldigte damit
rechnen musste, dass das Visum seiner Schwester, die auf direktem Weg in die
Schweiz reiste, bereits so kurz nach ihrer Einreise in die Schweiz abgelaufen sein
würde, kann dem Beschuldigten auch eine Inkaufnahme der Förderung des
rechtswidrigen Aufenthaltes seiner Schwester nicht nachgewiesen werden, selbst
wenn er die generelle Dauer eines Touristenvisums nicht gekannt haben sollte.
Der seitens der Vorinstanz getroffenen Annahme, dass der Beschuldigte nicht
gewusst habe, dass seine Schwester sich im besagten Zeitraum ohne gültiges
Visum in der Schweiz aufhielt (Urk. 63 E.II.C.3.3. S. 11), ist gestützt auf diese
Erwägungen beizupflichten und der vorinstanzliche Freispruch (Urk. 63 E.III.3.
S. 16) zu bestätigen.
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IV. Sanktion
1. Strafrahmen
1.1. Vorliegend ist bei der Festsetzung des Strafrahmens vom Tatbestand der
mehrfachen rechtswidrigen Ein- oder Ausreise im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. a
und Abs. 2 AuG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 lit. a AuG auszugehen. Das
Gesetz sieht für diesen Tatbestand eine Bestrafung mit Freiheitsstrafe bis zu
einem Jahr oder Geldstrafe vor (Art. 115 Abs. 1 AuG). Für den Verstoss gegen
§ 48a Sozialhilfegesetz ist zudem eine Busse auszusprechen.
1.2. Bei der Bemessung des Strafrahmens gilt es zunächst zu prüfen, ob Straf-
schärfungs- oder Strafmilderungsgründe zu beachten sind, welche eine Erweite-
rung des Strafrahmens nach oben oder unten bewirken. Vorliegend sind keine
Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe ersichtlich.
2. Strafzumessung
2.1. Innerhalb des Strafrahmens ist die Strafe – wie seitens der Vorinstanz zu-
treffend festgehalten (Urk. 63 E.IV.B.1. S. 16 f.) – nach dem Verschulden des
Täters zu bemessen, wobei das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse
sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Art. 47 Abs. 1 StGB) zu
berücksichtigen sind. Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung
oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des
Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie
weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die
Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB).
Für die Zumessung der Strafe ist zwischen der Tat- und der Täterkomponente zu
unterscheiden.
2.2. Bei der Tatkomponente ist als Ausgangspunkt die objektive Schwere des
Delikts festzulegen und zu bewerten. Dabei ist anhand des Ausmasses des
Erfolgs sowie auf Grund der Art und Weise des Vorgehens zu beurteilen, wie
stark das strafrechtlich geschützte Rechtsgut beeinträchtigt worden ist. Ebenfalls
von Bedeutung sind die kriminelle Energie, der Tatbeitrag bei Tatausführung
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durch mehrere Täter sowie ein allfälliger Versuch. Hinsichtlich des subjektiven
Verschuldens sind insbesondere das Motiv, die Beweggründe, die Willensrichtung
sowie das Mass an Entscheidungsfreiheit des Täters zu beurteilen.
Den in Bezug auf die mehrfache rechtswidrige Ein- oder Ausreise des Beschuldig-
ten zur objektiven und subjektiven Tatschwere gemachten Ausführungen durch
die Vorinstanz und der von ihr betreffend Verschulden vorgenommenen Einschät-
zung als leicht (vgl. Urk. 63 E.IV.B.2. S. 17) kann vollumfänglich gefolgt werden.
Insbesondere zu betonen ist, dass die kriminelle Energie des Beschuldigten, der
lediglich die Grenze überquerte, um aufgrund seiner knappen finanziellen
Verhältnisse im Aldi günstig einzukaufen, gering ist. Entgegen der Ansicht der
Verteidigung kann vorliegend aber nicht von einem fehlenden Strafbedürfnis im
Sinne von Art. 52 StGB ausgegangen werden (Urk. 80 S. 8). Unter anderem ist
nämlich zu berücksichtigt, dass der Beschuldigte mindestens zweimal ohne die
notwendigen Reisepapiere aus- und wieder einreiste.
Vielmehr erscheint eine hypothetische Einsatzstrafe von 10 Tagessätzen Geld-
strafe aufgrund der objektiven und subjektiven Tatschwere angemessen.
2.3. Die Täterkomponente umfasst die persönlichen Verhältnisse, das Vorleben,
insbesondere frühere Strafen oder Wohlverhalten, und das Verhalten nach der
Tat und im Strafverfahren, insbesondere gezeigte Reue und Einsicht, oder ein
abgelegtes Geständnis (HUG, IN: DONATSCH [HRSG.]/FLACHSMANN/HUG/WEDER,
Kommentar Schweizerisches Strafgesetzbuch, 19. Auflage, Zürich 2013, N 5 ff.
zu Art. 47 mit Verweisen).
Bezüglich der persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten kann zunächst auf die
seitens der Vorinstanz gemachten Erwägungen verwiesen werden (Urk. 63
E.IV.B.3.1. S. 17 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung ergab sich zudem,
dass die Frau des Beschuldigten in Erwartung eines weiteren, des achten Kindes
sei. Er lebe nach wie vor von der Sozialhilfe. Früher habe er Fr. 2'100.– für neun
Personen erhalten, jetzt erhalte er Fr. 2'800.–. Zudem werde die Wohnung und
die Krankenkasse von den Sozialbehörden bezahlt. Er habe Schulden in Höhe
von Fr. 11'000.–, die er bis anhin nicht zurückbezahlt habe. Da er zwei kleine
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Kinder habe, sei er oft zu Hause und unterstütze seine Frau beim Haushalt. Sein
Asylgesuch sei gutgeheissen worden. Er habe die N-Aufenthaltsgenehmigung
und jetzt die F-Aufenthaltsbewilligung erhalten. Wenn er könnte, würde er in seine
Heimat zurückzukehren. Er sei Armeangehöriger gewesen und habe ein gutes
und respektvolles Leben gehabt. Zur Zeit sei er in seinem Heimatstaat aber
bedroht und könne nicht zurückkehren. Aus Angst um seine Kinder gehe er nicht
zurück. Wenn es nur um sein eigenes Leben gehen würde, wäre das kein Prob-
lem. Nach wie vor habe er keine Vorstrafen.
Aus dem Werdegang und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten
ergeben sich – entgegen der seitens der Vorinstanz vertretenen Ansicht (vgl.
Urk. 63 E.IV.3.1. S. 18) – keine strafzumessungsrelevanten Faktoren. So sind im
vorliegenden Fall insbesondere gestützt auf die politische Verfolgung und aus
dem mit dem Asylantrag verbundenen abrupten Lebensstandardwechsel keine
Strafminderungen abzuleiten. Auch von einer daraus resultierenden erhöhten
Strafempfindlichkeit beim Beschuldigten ist nicht auszugehen.
Hinsichtlich des Nachtatverhaltens – bezüglich der theoretischen Ausführungen
kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden
(Urk. 63 E.IV.3.3. S. 18) – kann festgehalten werden, dass ein Geständnis des
Beschuldigten nicht vorliegt. Unzutreffend geht die Vorinstanz davon aus, dass
bereits eine Anerkennung der äusseren Sachverhalte für eine Strafminderung
ausreicht (s. Urk. 63 E.IV.B.3.3. S. 18). Auch Einsicht oder Reue des Beschuldig-
ten lassen sich aus seinem Verhalten nicht erkennen. Deshalb ist das Nachtat-
verhalten des Beschuldigten nicht strafmindernd zu berücksichtigen.
2.4. Unter Berücksichtigung sämtlicher für die Strafzumessung relevanter Aspek-
te erscheint es aus den gemachten Erwägungen angemessen, den Beschuldigten
mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu bestrafen.
2.6. Die Höhe des Tagessatzes ist nach den persönlichen und wirtschaftlichen
Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach Einkommen
und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten
sowie nach dem Existenzminimum zu bestimmen (Art. 34 Abs. 2 StGB). Auf die
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Festsetzung einer Untergrenze betreffend Tagessätze hat der Gesetzgeber
verzichtet, um das Ermessen der Gerichte bei der Tagessatzbestimmung von
Mittellosen nicht zu beschränken (s. BSK-STGB I-DOLGE, Art. 34 StGB N 43
m.w.H.). Angesichts des Umstandes, dass der Beschuldigte auch in absehbarer
Zukunft kein Einkommen generieren können dürfte und über Schulden verfügt, ist
die von der Vorinstanz als angemessen erachtete Tagessatzhöhe von Fr. 10.–
(vgl. Urk. 63 E.IV.B.4.2. S. 18) nicht zu beanstanden.
2.7. Für die unrechtmässige Erwirkung von Sozialhilfeleistungen im Sinne von
§ 48a SHG ist zudem eine Busse auszusprechen. Die Busse beträgt höchstens
Fr. 10'000.– (Art. 106 Abs. 1 StGB). Die Bemessung der Busse richtet sich nach
dem Verschulden und den finanziellen Verhältnisses des Täters (Art. 106 Abs. 2
StGB). Für die finanziellen Verhältnisse des Täters sind insbesondere sein Ein-
kommen, sein Vermögen, sein Familienstand und seine Familienpflichten, sein
Beruf sowie sein Alter und seine Gesundheit zu berücksichtigen (BGE 129 IV 6 E.
6.1 S. 20 f.). Mit der Vorinstanz und unter Verweis auf ihre zutreffenden Aus-
führungen erscheint eine Busse von Fr. 200.– als dem Verschulden und den
persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten angemessen (vgl. Urk. 63 E.IV.B.
5. S. 19).
2.8. Demnach ist der Beschuldigten zufolge mehrfacher rechtswidriger Ein- oder
Ausreise im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 AuG in Verbindung mit
Art. 5 Abs. 1 lit. a AuG und aufgrund der unrechtmässigen Erwirkung von Sozial-
hilfeleistungen im Sinne von § 48a SHG mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen
zu Fr. 10.– (gesamt Fr. 100.-) sowie mit einer Busse von Fr. 200.– zu bestrafen.
V. Vollzug
1. Nach der Bemessung von Zahl und Höhe des Tagessatzes hat das Gericht
darüber zu befinden, ob die Geldstrafe bedingt (Art. 42 StGB), teilbedingt (Art. 43
StGB) oder unbedingt auszusprechen ist. Hinzu kommt die Möglichkeit, den Voll-
zug der Geldstrafe aufzuschieben und diese mit einer unbedingten Geldstrafe
oder Busse zu verbinden (Art. 42 Abs. 4 StGB).
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2. Seitens der Vorinstanz wurden die objektiven und subjektiven Voraus-
setzungen für die Gewährung des bedingten Vollzugs der Geldstrafe zutreffend
gewürdigt (Urk. 63 E.V.1.-3. S. 19 f.), weshalb vollumfänglich auf diese verwiesen
werden kann. Damit einhergehend ist dem Beschuldigten daher der bedingte
Strafvollzug für die Geldstrafe zu gewähren und die Probezeit in Anwendung von
Art. 44 Abs. 1 StGB auf zwei Jahre festzusetzen.
3. Aus Art. 105 Abs. 1 StGB geht hervor, dass bei der Busse der bedingte
Strafvollzug nicht möglich ist. Für den Fall des schuldhaften Nichtbezahlens der
Busse spricht das Gericht eine Ersatzfreiheitsstrafe aus (Art. 106 Abs. 2 StGB).
Gemäss ständiger Praxis ist ein Umwandlungssatz von einem Tag Ersatz-
freiheitsstrafe pro Fr. 100.-- Busse angemessen. Daher ist für den Fall des
schuldhaften Nichtbezahlens der Busse von Fr. 200.-- eine Ersatzfreiheitsstrafe
von 2 Tagen auszufällen.
VI. Kosten
1. Da das erstinstanzliche Urteil zu bestätigen ist, ist auch die erstinstanzliche
Kostenauflage (Dispositiv Ziff. 7) vollumfänglich zu bestätigen.
2. Im Berufungsverfahren tragen die Parteien die entsprechenden Kosten nach
Massgabe ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). In casu
unterliegt die Anklagebehörde mit ihren Anträgen, weshalb die Kosten des Beru-
fungsverfahrens auf die Gerichtskasse zu nehmen sind.
3. Der vom amtlichen Verteidiger Rechtsanwalt lic. iur. X._ für seine Be-
mühungen im Berufungsverfahren verrechnete Betrag von Fr. 5'517.65 (vgl. Urk.
78 und Urk. 80 S. 10) steht im Einklang mit den Ansätzen der AnwGebV und er-
scheint als angemessen, weshalb er entsprechend zu entschädigen ist.