Decision ID: 00c06b59-e552-5967-ac8e-8f66cc63a2c3
Year: 2015
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Regierungsrat des Kantons Bern (nachfolgend Vorinstanz) mit
Beschluss Nr. 519 vom 4. April 2012 die Spitalliste 2012 erlassen und der
Privatklinik K._ AG (vormals Klinik K._ AG) mit Verfügung
vom 4. April 2012 uneingeschränkte und beschränkte Leistungsaufträge
erteilt, jedoch diverse Einzelanträge abgelehnt hat (act. 2/1),
dass die Privatklinik K._ AG (nachfolgend auch Beschwerdeführe-
rin) diese Verfügung mit Beschwerde vom 30. April 2012 und Beschwerde-
ergänzung vom 18. Mai 2012 beim Bundesverwaltungsgericht angefochten
(act. 2, 6) und beantragt hat, die Verfügung der Vorinstanz vom 4. April
2012 sei aufzuheben – unter Kostenfolgen,
dass der mit Zwischenverfügung vom 8. Mai 2012 (act. 3) einverlangte
Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 4'000.- am 22. Mai 2012 bei der Ge-
richtskasse eingegangen ist (act. 9),
dass die Vorinstanz mit Beschluss Nr. 257/2014 vom 26. Februar 2014 auf
ihren Entscheid vom 4. April 2012 zurückgekommen ist und der Privatklinik
K._ AG die in der Spitalliste 2012 beschränkten Leistungsaufträge
uneingeschränkt zugesprochen hat und ihr für die Leistungsgruppen
RAD1, URO 1.1.6 (in Spitalliste 2012 URO 2.6), BEW10 (beschränkt auf
zwei Jahre mit Überprüfung der Mindestfallzahlen nach zwei Jahren) ge-
genüber der Spitalliste 2012 zusätzliche Leistungsaufträge erteilt hat (Ver-
fahren C-1745/2014 act. 1/1),
dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil C-1745/2014 vom 2. Juni
2014 auf eine Beschwerde der Privatklinik K._ AG gegen diese Ver-
fügung nicht eingetreten ist,
dass der Beschluss der Vorinstanz Nr. 257/2014 vom 26. Februar 2014
damit in Rechtskraft erwachsen ist,

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden ge-
gen Beschlüsse der Kantonsregierungen – wie hier - nach den Art. 39, 45,
46 Abs. 4, 47, 48 Abs. 1 bis 3, 51, 54, 55 und 55a des Bundesgesetzes
vom 18. März 1994 über die Krankenversicherung (KVG, SR 832.10) zu-
ständig ist (Art. 53 Abs. 1 KVG i.V.m. Art. 33 lit. i des Verwaltungsgerichts-
gesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR.173.32]),
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dass sich das Beschwerdeverfahren grundsätzlich nach dem Verwaltungs-
verfahrensgesetz vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) richtet
(Art. 53 Abs. 2 KVG),
dass die Vorinstanz in Anwendung von Art. 58 VwVG ihren ursprünglichen
Entscheid in Wiedererwägung ziehen kann,
dass die Beschwerdeinstanz die Behandlung der Beschwerde fortzusetzen
hat, soweit diese durch die neue Verfügung der Vorinstanz nicht gegen-
standslos geworden ist (Art. 58 Abs. 3 VwVG),
dass der Beschluss Nr. 257/2014 vom 26. Februar 2014 gemäss Disposi-
tivziffer 3 die Verfügung vom 4. April 2012 ersetzen soll,
dass aus dem Dispositiv dieses Beschlusses nicht klar ersichtlich ist, ob
die Vorinstanz per 1. Mai 2014 oder rückwirkend per 1. Mai 2012 eine neue
Spitalliste erlassen wollte,
dass das Dispositiv so zu deuten ist, wie es vom Adressaten in guten
Treuen verstanden werden konnte und musste (BGE 114 Ia 332,
BGE 96 I 282 E. 4; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-2969/2010
vom 28. Februar 2012 E. 1.1.2; PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI/MAR-
KUS MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 3. Aufl., Bern 2009, § 29
Rz. 16) und bei Auslegung der Verfügungsformel auf die Begründung der
Verfügung zurückgegriffen werden kann (vgl. BGE 110 V 222),
dass die Vorinstanz in Erwägung 2.2.2.6 des Beschlusses vom 26. Februar
2014 bestreffend die Spitalliste 2014 ausführte, die Spitalliste 2014 für den
Bereich Akutsomatik stelle eine Anpassung der Spitalliste 2012 für Spitäler
dar, die keine Beschwerde eingelegt hätten, und eine Anpassung an die
Spitalliste 2005 für beschwerdeführende Spitäler,
dass die Auslegung des Dispositivs somit hinsichtlich der Beschwerdefüh-
rerin - welche die Spitalliste 2012 angefochten hat - ergibt, dass bis zum
30. April 2014 die Spitalliste 2005 und ab 1. Mai 2014 die Spitalliste 2014
Anwendung findet,
dass damit dem Begehren der Beschwerdeführerin, welche vorliegend
eine Aufhebung der Verfügung vom 4. April 2012 beantragt hat, entspro-
chen wurde,
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dass das Beschwerdeverfahren daher im einzelrichterlichen Verfahren als
durch Wiedererwägung gegenstandslos geworden abzuschreiben ist
(Art. 23 Abs. 1 Bst. a VGG),
dass die Verfahrenskosten in der Regel jener Partei auferlegt werden, de-
ren Verhalten die Gegenstandslosigkeit bewirkt hat (Art. 5 des Reglements
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]),
dass Vorinstanzen oder beschwerdeführenden und unterliegenden Bun-
desbehörden keine Verfahrenskosten auferlegt werden (Art. 63 Abs. 2
VwVG),
dass im vorliegenden Fall keine Verfahrenskosten zu erheben sind und der
Beschwerdeführerin daher der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 4'000.-
zurückzuerstatten ist,
dass bei Gegenstandslosigkeit eines Verfahrens unter sinngemässer An-
wendung des Art. 5 VGKE zu prüfen ist, ob eine Parteientschädigung zu-
zusprechen ist (Art. 15 VGKE),
dass die Gegenstandslosigkeit durch die Wiedererwägung der Vorinstanz
bewirkt worden ist, weshalb der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin
somit eine Parteientschädigung nach Art. 7 ff. VGKE zuzusprechen ist,
dass der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin keine Kostennote einge-
reicht hat, womit die Parteientschädigung aufgrund der Akten festzusetzen
ist (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VGKE),
dass demnach unter Berücksichtigung des gebotenen und aktenkundigen
Aufwandes, so insbesondere dass der Rechtsvertreter erst im Rahmen der
Schlussbemerkungen beigezogen wurde, eine Parteientschädigung von
Fr. 2'500.- (einschliesslich Auslagenersatz und Mehrwertsteuer) als ange-
messen erscheint,
dass dieser Entscheid nicht beim Bundesgericht angefochten werden kann
(vgl. Art. 83 Bst. r BGG, SR 173.110).
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