Decision ID: da3b4455-d905-475e-b2f4-b7694e6e17f6
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 27. November 2013 (Posteingang) bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, IV-Stelle, zum Bezug von
Leistungen an. Als gesundheitliche Beeinträchtigung gab er mehrere Stürze mit
Verletzung des rechten Knies sowie eine Verletzung des linken Knies an (IV-act. 1). Am
26. März 2013 war ihm eine Teilprothese ins rechte Knie eingesetzt worden (act.
G4.2/1-67)
A.b Eine Umplatzierung bei der bisherigen Arbeitgeberin in eine die Knie weniger
belastende Tätigkeit musste wegen einer erneuten Knieverletzung abgebrochen
werden. In der Folge wurde dem Versicherten am 27. Mai 2014 eine Totalprothese ins
rechte Knie eingesetzt (vgl. IV-act. 24-3). Danach standen für das Wiedererlangen der
Arbeitsfähigkeit medizinische Behandlungsmassnahmen im Vordergrund (vgl. IV-act.
26). Am 22. Dezember 2014 sprach die IV-Stelle dem Versicherten einen
Arbeitsversuch vom 8. Oktober 2014 bis 31. März 2015 bei seiner bisherigen
Arbeitgeberin sowie Frühinterventionsmassnahmen in Form einer PC-Schulung zu (IV-
act. 42 und 45; act. G4.2/49-2). Mehrere Arbeitsversuche bei der bisherigen
Arbeitgeberin im Jahr 2015 scheiterten zufolge neuerlicher Verletzungen sowie
Operationen der Knie (vgl. IV-act. 56-6 f.; IV-act. 73; act. G4.2/6; act. G4.2/89). Am 10.
Mai 2016 beantragte der Versicherte, vertreten durch die syndicom Gewerkschaft
Medien und Kommunikation, Rechtsanwältin Néomie Nicolet, mit Blick auf die
bevorstehende Operation zur Einsetzung einer Totalprothese auch ins linke Knie eine
Rentenprüfung (IV-act. 74 und 91-6 f.). Die bisherige Arbeitgeberin kündigte das
Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten am 12. Mai 2016 per 31. Oktober 2016 (IV-act.
76). Am 25. April 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, nachdem er sich nicht
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beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum angemeldet habe, bestehe kein Anspruch
auf berufliche Massnahmen mehr (IV-act. 105).
A.c Mit Vorbescheid vom 26. April 2018 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Zur Begründung führte sie aus, seine
angestammte Tätigkeit sei dem Versicherten seit 14. Februar 2013 bleibend nicht mehr
zumutbar. Ohne gesundheitliche Einschränkung könnte er gestützt auf die Angaben der
ehemaligen Arbeitgeberin aus dem Jahr 2013 aufgewertet auf das Jahr 2015 ein
Jahreseinkommen von Fr. 84'095.-- erzielen. In einer adaptierten Tätigkeit sei er zu
100% arbeitsfähig und könnte ausgehend vom Durchschnittsverdienst der
Arbeitnehmenden gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik
(LSE) ein Jahreseinkommen von Fr. 66'453.-- erzielen. Diese Arbeitsfähigkeit sei durch
die Operation und deren notwendige Rehabilitationszeiten unterbrochen worden,
jedoch nie langandauernd im Sinne des Gesetzes. Sein Invaliditätsgrad betrage somit
21% und begründe keinen Anspruch auf Rente (IV-act. 113).
A.d Gegen diesen Vorbescheid erhob der Versicherte am 29. Mai 2018 Einwand und
beantragte die Ausrichtung einer ganzen Rente. Er sei 2004 am rechten Knie und 2010
am linken Knie verunfallt. Nach Folgeunfällen gelte er seit 2013 in seiner angestammten
Tätigkeit als zu 100% arbeitsunfähig. Die SUVA habe am 12. Mai 2017 eine
Rentenleistung von Fr. 1'911.30 ab 1. August 2017 gestützt auf eine ermittelte
Erwerbsunfähigkeit von 28% verfügt. Die IV-Stelle habe den Leidensabzug übergangen
und eine Stellungnahme zur Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit aufgrund
invaliditätsfremder Faktoren unterlassen. Wegen seiner gesundheitlichen
Einschränkungen und seines fortgeschrittenen Alters verbunden damit, dass er nach
fast 30-jähriger Firmenzugehörigkeit bei seiner letzten Arbeitgeberin für eine adaptierte
Tätigkeit den Beruf wechseln müsse, sei er auf dem Arbeitsmarkt gegenüber seinen
Mitbewerbern benachteiligt, was sich auf das Lohnniveau auswirke. Es rechtfertige sich
deshalb ein Tabellenlohnabzug von 10%, woraus ein Invaliditätsgrad von 28.8%
resultiere. Dieser berechtige zwar nicht zum Bezug einer Invalidenrente der ersten
Säule, gegenüber weiteren Versicherern würden jedoch andere Grenzwerte gelten.
Seine Pensionskasse B._ richte ab einer Teilinvalidität von 25% Leistungen aus. Die
SUVA-Unterlagen würden sodann aufzeigen, dass der Tabellenlohn gemäss LSE eben
gerade nicht erzielbar sei, womit sich ein Tabellenlohnabzug richtig¬gehend aufdränge.
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Sämtliche Abklärungen der IV-Stelle würden sich auf die SUVA-Unterlagen stützen. Die
Abweichung im Invaliditätsgrad (21% gegenüber 28%) sei stossend. Er könne seine
Restarbeitsfähigkeit wirtschaftlich nicht mehr verwerten, weshalb eine vollständige
Invalidität vorliege (IV-act. 114).
A.e Mit Verfügung vom 11. Juni 2018 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren ab. Im
Einwand würden keine neuen medizinischen Einschränkungen erwähnt. Eine weitere
medizinische Sachverhaltsabklärung sei demnach nicht notwendig. Das von der
Invalidenversicherung berechnete Einkommen dürfe sich auf die LSE stützen und
müsse nicht genau dem zumutbaren Einkommen der SUVA entsprechen. Die
Restarbeitsfähigkeit sei verwertbar. Der Versicherte sei denn auch im Rahmen der
Wiedereingliederung unterstützt worden. Er selbst habe auf Unterstützung bei der
Stellensuche verzichtet, weil er eine andere Lösung über die Pensionskasse bevorzugt
habe. Es seien keine Gründe für einen Leidensabzug ersichtlich, und ein solcher würde
nicht zu einem anderen Entscheid führen, weshalb auf dessen Prüfung verzichtet
werden könne (IV-act. 115).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 12. Juli 2018. Der
Beschwerdeführer beantragt unter Entschädigungsfolgen die Aufhebung der Verfügung
vom 11. Juni 2018 und eine Anhebung des Invaliditätsgrades auf mindestens 28.8%
bzw. die Zusprache einer ganzen Rente. Zur Begründung bringt er vor, der
Tabellenlohnabzug solle dem Umstand Rechnung tragen, dass eine versicherte Person
ihre (Rest-)Arbeits-fähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit
unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten könne. Er sei auch in einer
zumutbaren Verweistätigkeit eingeschränkt. Gemäss kreisärztlicher Untersuchung sei
er nur für leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten mit spontaner
Beinfreiheit und ohne Zwangshaltungen, Besteigen von Leitern / Gerüsten, Betreten
von unebenem Gelände und Kauern / Knien einsetzbar. Das, sein Alter, die lange
Betriebszugehörigkeit sowie die neue Berufsausrichtung würden sich auf das
Lohnniveau auswirken. Deshalb sei ein Tabellenlohnabzug von mindestens 10%
angebracht. Die Wiedereingliederung sei hauptsächlich von der bisherigen
Arbeitgeberin getragen worden, betriebsintern erfolgt und aus gesundheitlichen
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Gründen (Unfälle) gescheitert. Die Eingliederungsfachperson habe während der
Arbeitsversuche wiederholt und nachdrücklich geäussert, dass es für ihn sehr
schwierig, wenn nicht aussichtslos werden dürfte, eine neue Anstellung zu finden,
wenn die Eingliederung betriebsintern nicht gelinge. Selbst die Beschwerdegegnerin
sei von einer Nichtverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ausgegangen. Eine
Anmeldung beim RAV bzw. der Arbeitslosenkasse sei nicht möglich gewesen, da eine
volle Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit vorgelegen habe, die SUVA ein
volles Taggeld ausgerichtet habe und die Anforderungen an eine Schontätigkeit
medizinisch noch nicht abschliessend geklärt gewesen seien. Die Pensionskasse habe
ihm IV-Vorschüsse bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Entscheides garantiert. Er
habe also nur die Möglichkeit gehabt, sich nach Einstellung der SUVA-Taggelder bei
der Arbeitslosenkasse anzumelden oder die höhere und zeitlich nicht von vornherein
begrenzte Leistung der Pensionskasse zu wählen. Sein Entscheid sei nicht auf fehlende
Arbeitsmotivation zurückzuführen, sondern habe ihm mehr finanzielle Sicherheit
geboten (act. G1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 30. August 2018 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Dem Beschwerdeführer würden nach Eintritt der
Invalidität eine Vielzahl von Stellen im Produktions- und Dienstleistungssektor
offenstehen. In Industrie und Gewerbe würden körperlich anstrengende Arbeiten
zunehmend durch Maschinen verrichtet, während den Überwachungsfunktionen
wachsende Bedeutung zukomme. Sein Alter sei kein Hinderungsgrund, zumal ihm
schon seit längerem in einer adaptierten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert
worden sei. Weil er auch mittelschwere Tätigkeiten ausführen könne, sei kein
Leidensabzug vorzunehmen. Selbst wenn ein solcher Abzug vorgenommen würde,
hätte der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf Invalidenrente (act. G4).

Erwägungen
1.
1.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) versicherte Personen, die ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
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zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern
können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40% invalid sind. Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich
die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist
(Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Dem Invaliditätsbegriff liegen folgende Kriterien zugrunde: gesundheitliche
Beeinträchtigung (medizinisches Kriterium), Auswirkungen auf die Fähigkeit, erwerblich
oder im Aufgabenbereich tätig zu sein (wirtschaftliches Element im weiteren Sinne),
Zusammenhang zwischen dem medizinischen und wirtschaftlichen Element und Dauer
der Beeinträchtigung (zeitliches Element). Der Unterschied zwischen der
Erwerbsunfähigkeit und der Invalidität liegt in einem zeitlichen Kriterium. Diejenige
Erwerbsunfähigkeit, die voraussichtlich bleibt oder längere Zeit dauert, gilt als
Invalidität (vgl. UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Bern/St. Gallen/Zürich
2015, Art. 8 N 7 und N 11). Die bleibende Erwerbsunfähigkeit setzt grundsätzlich einen
stabilen Gesundheitszustand voraus und kann insoweit beim labilen Zustand nicht
angenommen werden. Letztere Phase dauert so lange an, als die Behandlung des
Leidens an sich angegangen wird. Dabei kann dieses pathologische Geschehen
verändert oder stationär sein, wobei Letzteres dann vorliegt, wenn der Zustand durch
die Behandlung im Gleichgewicht gehalten werden kann. Die bleibende
Erwerbsunfähigkeit ist prognostisch zu beurteilen (BGE 102 V 40 E. 1; BGE 111 V 21 E.
3c). Das Gesetz lässt offen, wie das Kriterium der längere Zeit dauernden
Erwerbsunfähigkeit zu verstehen ist. In der Invalidenversicherung liegt eine längere Zeit
bei einer Zeitspanne von einem Jahr vor, welche als Wartefrist zu bestehen ist (vgl. Art.
28 Abs. 1 lit. b IVG; UELI KIESER, a.a.O., Art. 8 N 17).
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1.3 Kein Rentenanspruch besteht, wenn die versicherte Person selbst ohne
Eingliederungsmassnahmen zumutbarerweise in der Lage wäre, ein
rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen. Trotz dieser in Art. 28 Abs. 1
lit. a IVG aufgestellten negativen Anspruchsvoraussetzung der fehlenden
Eingliederungsfähigkeit entsteht der Rentenanspruch aber auch dann, wenn die
versicherte Person nach Ablauf der einjährigen Wartezeit nicht oder noch nicht
eingliederungsfähig war, selbst wenn in Zukunft Eingliederungsmassnahmen
beabsichtigt sind. Die vorübergehend fehlende Eingliederungsfähigkeit bzw. die
Therapierbarkeit eines Leidens steht dem Eintritt einer rentenbegründenden Invalidität
also nicht im Wege (MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
IVG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 28 N 4 und 16; Urteil des Bundesgerichts
vom 5. Februar 2015, 8C_787/2014, E. 3.2). Andernfalls würde bei striktem Abstellen
auf den Wortlaut von Art. 8 Abs. 1 ATSG ein Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen
nicht mehr erhoben werden können, da eine Invalidität – mithin die
Grundvoraussetzung für die Eingliederungsmassnahme – erst nach Durchführung
derselben angenommen werden könnte (UELI KIESER, a.a.O., Art. 8 N 58). So hat das
Bundesgericht denn auch entschieden, dass – unter Vorbehalt der übrigen
Voraussetzungen – bei einer vorübergehenden Verschlechterung des
Gesundheitszustandes ein Rentenanspruch entsteht, wenn für die bisherige Tätigkeit
eine Arbeitsunfähigkeit von erheblicher Dauer und Ausprägung vorliegt und die
Invalidität mindestens 40% beträgt. In einer solchen Konstellation gelangt die Wartezeit
gemäss Art. 88a Abs. 2 IVV nicht zur Anwendung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
19. Februar 2018, 9C_878/2017, E. 5.3). Liegen unterschiedliche Leiden vor, wird der
Beginn der Wartezeit nicht für jedes Leiden separat bestimmt. Dies bedeutet, dass die
Wartezeit nicht neu zu bestehen ist, wenn es bezüglich eines von mehreren
vorhandenen Leiden zu einem wesentlichen Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit kommt
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Februar 2016, 9C_800/2015, E. 3.2). Wie lange
diese Erwerbsunfähigkeit dauert, ist nicht entscheidend. Auch eine verbleibende
Erwerbsunfähigkeit von nur kurzer Zeit vermag einen Rentenanspruch auszulösen
(Bundesamt für Sozialversicherungen [BSV], Kreisschreiben über Invalidität und
Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], Stand 1. Januar 2018, Rz 2008 ff. und
2020 f.).
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1.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung. Er entsteht nicht, solange die
versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann. Die Rente wird
vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (vgl. Art.
29 IVG).
1.5 Eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, oder eine Verminderung der Hilflosigkeit, des
invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder Hilfsbedarfs ist für die Herabsetzung
oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem
angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in
jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei
Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Eine
Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu
betätigen, oder eine Zunahme der Hilflosigkeit oder Erhöhung des invaliditätsbedingten
Betreuungsaufwandes oder Hilfsbedarfs ist zu berücksichtigen, sobald sie ohne
wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat. Wurde die Rente nach
Verminderung des Invaliditätsgrades aufgehoben oder herabgesetzt, erreicht diese
jedoch in den folgenden drei Jahren wegen einer auf dasselbe Leiden
zurückzuführenden Arbeitsunfähigkeit erneut ein rentenbegründendes oder
rentenerhöhendes Ausmass, so werden bei der Berechnung der Wartezeit früher
zurückgelegte Zeiten angerechnet (Art. 88a i.V.m. Art. 29bis der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
1.6 Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
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Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V
360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen). Es ist an die Begehren der Parteien
nicht gebunden (Art. 61 lit. d ATSG).
2.
2.1 Vorliegend ist unstrittig, dass der Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht in
seiner angestammten Tätigkeit seit 14. Februar 2013 vollständig arbeitsunfähig, in einer
adaptierten Tätigkeit hingegen – mit Ausnahme der peri- sowie postoperativen Phasen
– zu 100% arbeitsfähig ist (vgl. kreisärztliche Abschlussuntersuchung vom 27. Januar
2017, act. G4.2/183-7). Seit dem 16. August 2016 wird ihm durchgehend eine
vollständige Arbeitsfähigkeit adaptiert bescheinigt. Seither erlitt er keine weiteren
Unfälle und musste sich auch keinen weiteren Operationen unterziehen (vgl. RAD-
Stellungnahme vom 16. Juni 2017, IV-act. 109).
2.2 Auch die Adaptationskriterien blieben von den Parteien unbestritten. Die
kreisärztliche Einschätzung ist sodann nachvollziehbar und steht im Einklang mit den in
den Akten enthaltenen Berichten behandelnder Ärzte (vgl. beispielhaft act. G4.2/172-3).
Es kann somit darauf abgestellt werden.
3.
3.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, seine Restarbeitsfähigkeit sei nicht mehr
verwertbar. Als Grund nennt er seine gesundheitlichen Einschränkungen, sein Alter und
die Tatsache, dass er fast 30 Jahre lang bei der gleichen Arbeitgeberin beschäftigt
gewesen sei und bei einem Berufswechsel ein hohes Mass an Anpassungsfähigkeit
aufbringen müsse.
3.2 Referenzpunkt für die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit ist der hypothetisch
ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach der Rechtsprechung handelt es
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sich dabei um einen theoretischen und abstrakten Begriff, der dazu dient, den
Leistungsbereich der Invalidenversicherung von demjenigen der
Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der Begriff umschliesst einerseits ein
bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach
Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen
Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält und zwar sowohl bezüglich der dafür
verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des
körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob
die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten,
und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE
110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b). Daraus folgt, dass für die
Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide Person unter den
konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob
sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die
verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI-
Praxis 6/1998 S. 291). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte
Nischenarbeitsplätze, also Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen
Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Von einer
Arbeitsgelegenheit kann dann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare
Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene
Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt, oder sie nur unter nicht realistischem
Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden
einer entsprechenden Stelle daher von vornherein ausgeschlossen erscheint (siehe
zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 24. April 2012, 8C_869/2011, E. 4.3.5 mit
Hinweisen).
3.3 Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in
der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren
persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer
versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird und dass ihr deren
Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Der
Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen
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Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend
können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der
absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang
auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung,
beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem
angestammten Bereich sein (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweisen). Von Bedeutung für
die Beurteilung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit sind namentlich deren
Ausmass und die verbleibende berufliche Aktivitätsdauer im Zeitpunkt des Feststehens
der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil)Erwerbstätigkeit. Der für die Beurteilung
relevante Zeitpunkt ist gegeben, sobald die medizinischen Unterlagen eine zuverlässige
Sachverhaltsfeststellung erlauben (vgl. BGE 138 V 457 E. 3.3 f.; Urteil des
Bundesgerichts vom 25. Juli 2016, 8C_324/2016, E. 4.4).
3.4 Mit Blick auf die Massgeblichkeit des theoretisch ausgeglichenen Arbeitsmarktes
ist eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit nicht leichthin anzunehmen (Urteil
des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 3.3.1). Hilfsarbeiten
werden auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich
altersunabhängig nachgefragt (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juni 2018,
9C_862/2017, E. 3.3.3 mit Hinweis). Angesichts der strengen Bundesgerichtspraxis
sind die Hürden für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auch bei älteren
Arbeitnehmenden hoch (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 28. Mai 2009,
9C_918/2008, E. 4.3; zur Rechtsprechung des Bundesgerichtes vgl. auch Entscheid
des Versicherungsgerichts vom 7. Dezember 2017, IV 2015/384, E. 3.3.2)
3.5 Der Beschwerdeführer ist in einer angepassten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig und
damit in quantitativer Hinsicht nicht eingeschränkt. In qualitativer Hinsicht kann er
leichte bis mittelschwere Arbeit ausführen. Dabei ist er insofern eingeschränkt, als die
Tätigkeit wechselbelastend sein muss und repetitiv nicht über 10 kg gehoben bzw.
getragen werden darf. Leitern, Gerüste, unebenes Gelände, häufiges Treppensteigen,
Kauern oder Knien sollten vermieden werden. Die angepasste Tätigkeit sollte
Beinfreiheit für Spontanbewegungen beider Beine ermöglichen (vgl. act. G4.2/183-7).
Der Beschwerdeführer ist damit nicht derart gravierend eingeschränkt, dass geeignete
Stellen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht mehr denkbar wären. Konkret
zumutbar wären etwa die Kontrolle von Waren, die Überwachung von voll- oder
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halbautomatischer Maschinen oder Hilfsarbeiten im Montage-, Sortierungs- und
Verpackungsbereich in Produktionsbetrieben. Dafür benötigt der Beschwerdeführer
weder besondere Berufskenntnisse noch Berufserfahrung. Seine Situation
unterscheidet sich wesentlich vom Sachverhalt, welcher dem von ihm angeführten
Urteil des Bundesgerichts vom 10. Mai 2013, 9C_954/2012 zugrunde lag. Jener
versicherten Person waren nur noch leichte Verweistätigkeiten zumutbar, mittelschwere
hingegen nicht mehr. Sie hatte sich nie feinmotorische Fähigkeiten aneignen können
und früher mittelschwere bis schwere Arbeiten ausgeführt. Auch in der leichten
Verweistätigkeit war sie wesentlich eingeschränkt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
10. Mai 2013, 9C_954/2012, E. 3.2).
3.6 Massgeblicher Zeitpunkt für die verbleibende berufliche Aktivitätsdauer ist
vorliegend die kreisärztliche Abschlussuntersuchung vom 27. Januar 2017 (act.
G4.2/183). Damals war der Beschwerdeführer 61 Jahre und 8 Monate alt. Er stand
somit noch 3 Jahre und 4 Monate vor der ordentlichen Alterspensionierung. Damit ist
er zwar nicht leicht vermittelbar, Hilfsarbeiter werden aber gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung altersunabhängig nachgefragt. Zudem ist die verbleibende Zeit bis zur
Altersrente mit Blick auf die strenge höchstrichterliche Rechtsprechung nicht
dermassen kurz, dass eine Verwertung der Restarbeitsfähigkeit angesichts der
konkreten quantitativen und qualitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit nicht
mehr möglich gewesen wäre (vgl. zur Rechtsprechung des Bundesgerichts zur
Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit in fortgeschrittenem Alter auch Entscheid des
Versicherungsgerichts St. Gallen vom 7. Dezember 2017, IV 2015/384, E. 3.3.2 mit
Hinweisen). Der vorliegende Sachverhalt unterscheidet sich somit wesentlich von
demjenigen, der dem Urteil des Bundesgerichts vom 10. Februar 2010, 9C_979/2009
zugrunde lag. In jenem vom Beschwerdeführer angeführten Entscheid stand die
versicherte Person zum massgebenden Zeitpunkt nur sieben Monate vor der
Pensionierung und konnte nur noch leichte adaptierte Tätigkeiten ausüben. Dem
Beschwerdeführer verblieb im massgebenden Zeitpunkt eine deutlich längere
Aktivitätsdauer und er kann nebst leichten auch mittelschwere Arbeiten übernehmen.
3.7 Nach dem Gesagten ist von einer Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers auszugehen.
4.
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4.1 Der Beschwerdeführer bemängelt die Berechnung des Invaliditätsgrades. Für die
Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte
Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund
geblieben wäre (Valideneinkommen; Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG). Für den
Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns des
Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf
zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der
Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V
222 E. 4.1 f. mit Hinweisen).
4.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird
in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer
Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden
fortgesetzt worden wäre. Relevant ist grundsätzlich das tatsächlich bezogene
Einkommen (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 und BGE 131 V 51 E. 5.1.2). Gemäss der
damaligen Arbeitgeberin erzielte der Versicherte im Jahr 2013 einen Lohn von Fr.
83'094.50 (IV-act. 5-2). Angepasst an die Nominallohnentwicklung hätte er 2014 einen
Jahreslohn von Fr. 83'676.15 erzielt (Fr. 83'094.50 x 1.007 gemäss der Tabelle "T39
Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne" der vom
Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung [nachfolgend: LSE]).
4.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist
kein effektives Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person
nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich
zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
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Rechtsprechung statistische Werte, insbesondere die Tabellenlöhne gemäss LSE
beigezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3).
4.4 Der Beschwerdeführer ist derzeit nicht erwerbstätig. Da er in seinem
angestammten Beruf nicht mehr arbeiten kann und für andere Berufe über keine
Ausbildung oder Berufserfahrung verfügt, ist für das Invalideneinkommen auf
statistische Werte für Personen mit dem Kompetenzniveau 1 abzustellen. Der
Jahreslohn 2014 beläuft sich demnach auf Fr. 66'453.-- (siehe Anhang 2 der vom
Bundesamt für Sozialversicherungen herausgegebenen IV-Textausgabe, Ausgabe
2018, S. 222, basierend auf der LSE).
4.5 Der Beschwerdeführer fordert einen Tabellenlohnabzug von 10%. Mit dem
Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte
Personen im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren
arbeitnehmenden Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. In BGE 126 V 75 hat das
Bundesgericht festgestellt, dass es von sämtlichen persönlichen und beruflichen
Umständen des konkreten Einzelfalls (leidensbedingte Einschränkung, Alter,
Dienstjahre, Nationalität, Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) abhängt, ob
und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind. Bereits in der Beurteilung
der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen dürfen
nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu
einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen. Der Einfluss sämtlicher
Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen
gesamthaft zu schätzen, d.h. dass nicht für jedes Merkmal der entsprechende Abzug
zu quantifizieren ist und die einzelnen Abzüge zusammenzuzählen sind. Der Abzug ist
auf höchstens 25% begrenzt (Urteil des Bundesgerichts vom 20. April 2018,
9C_833/2017, E. 2.2; BGE 134 V 327 E. 5.2).
4.6 Das Alter des Beschwerdeführers führt zwar nicht zur Unverwertbarkeit seiner
Restarbeitsfähigkeit, rechtfertigt aber einen Tabellenlohnabzug. Einerseits ist seine
verbleibende Aktivitätsdauer relativ kurz, was für einen potentiellen Arbeitgeber
bedeutet, dass er in absehbarer Zukunft erneut administrativen Aufwand hätte
(Stellenausschreibung, Bewerbungsverfahren, Meldung bei den Sozialversicherungen
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etc.) und einen neuen Angestellten einarbeiten müsste. Die damit verbundenen
Mehrkosten würden beim Lohn des Beschwerdeführers Berücksichtigung finden.
Arbeitnehmende über 50 sehen sich sodann mit zahlreichen lohnwirksamen Nachteilen
konfrontiert, etwa hohen Lohnnebenkosten, längeren gesundheitlichen Absenzen oder
schlechterer Anpassungs- und Angewöhnungsfähigkeit (vgl. zur Benachteiligung von
Personen ab 50 Jahren auch Bundesamt für Statistik, Erwerbstätigkeit der Personen ab
50 Jahren, 2008, S. 12). Letzteres ist vorliegend von besonderer Relevanz, da der
Beschwerdeführer einen Berufswechsel machen muss, wenn er eine adaptierte
Tätigkeit aufnehmen will. In diesem Zusammenhang hat sich bereits im Rahmen der
Arbeitsversuche bei seiner letzten Arbeitgeberin gezeigt, dass der Beschwerdeführer
für Anpassungen und Neues viel Zeit benötigt (vgl. IV-act. 73-2 f., wonach der
Beschwerdeführer seine PC-Kenntnisse Anfang Februar 2015 bei der Arbeitgeberin
zwar umsetze, "aber doch noch viel fehlt und er noch nicht die gewünschte Leistung
erbringt"). Weil Hilfsarbeiter in leichten Tätigkeiten definitionsgemäss keine Ausbildung
benötigen und somit ältere Arbeitnehmende in Hilfstätigkeiten nicht von vornherein
wesentlich weniger als ihre jüngeren Kollegen verdienen, ist beim Tabellenlohnabzug
zwar Zurückhaltung geboten. Auch ist der Beschwerdeführer gesundheitlich nicht
dermassen eingeschränkt, dass er nur noch besonders leichte Tätigkeiten verrichten
könnte. Der Tabellenlohn umfasst im Kompetenzniveau 1 eine Vielzahl von leichten und
mittelschweren Tätigkeiten (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 24. Mai 2018,
8C_884/2017, E. 4.2), sodass ein Tabellenlohnabzug wegen der Unfähigkeit, schwere
Arbeiten zu verrichten, nicht gerechtfertigt ist. Da der Beschwerdeführer adaptiert
100% arbeitsfähig ist, ist ein "Teilzeitabzug" nicht angebracht. Der Tabellenlohn
gemäss LSE stellt indes einen Zentralwert dar. Ein ökonomisch denkender Arbeitgeber
wird dem gesundheitlich angeschlagenen Beschwerdeführer deshalb einen tieferen
Lohn zahlen, um das erhöhte Risiko von Arbeitsausfällen auszugleichen, zumal dieses
Risiko nicht bereits durch längere Erholungszeiten (mehr Pausen bzw. ein tieferes
Arbeitspensum) minimiert wird.
4.7 Die obenerwähnten Gesichtspunkte wurden vom Kreisarzt nicht bereits in seinem
Abschlussbericht berücksichtigt (vgl. act. G4.2/183). Nach dem Gesagten hat die
Beschwerdegegnerin zu Unrecht keinen Tabellenlohnabzug vorgenommen. Insgesamt
erscheint ein Abzug von 10% als angemessen, sodass sich ein Invalideneinkommen
von Fr. 59'807.70 ergibt (Fr. 66'453.-- x 0.9). Ein Abzug in dieser Höhe ist auch mit
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Blick auf das SUVA-Verfahren angezeigt. Die SUVA hat für das Invalideneinkommen
Lohnangaben aus der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) beigezogen und ein
durchschnittliches Invalideneinkommen von Fr. 60'804.-- für das Jahr 2017 ermittelt
(act. G4.2/218-7). Das so ermittelte Invalideneinkommen ist annähernd gleich hoch wie
das Invalideneinkommen nach LSE abzüglich 10%, hochgerechnet auf das Jahr 2017.
4.8 Dem Valideneinkommen von Fr. 83'676.15 steht somit ein Invalideneinkommen
von Fr. 59'807.70 gegenüber. Daraus resultiert ein Invaliditätsgrad von gerundet 29%
und somit kein Rentenanspruch.
5.
5.1 Zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer in der Zeit zwischen Mai 2014 (nach Ablauf
des Wartejahrs und der Karenzfrist, vgl. E. 5.4 nachstehend) und August 2016
(nachdem keine weiteren Unfälle mehr auftraten oder Operationen vorgenommen
wurden, vgl. E.2.1 vorstehend) allenfalls Anspruch auf Rentenleistungen hatte.
5.2 Aus der Stellungnahme von RAD-Arzt Dr. med. C._ vom 16. Juni 2017 ergeben
sich folgende IV-relevanten Arbeitsfähigkeiten (in adaptierter Tätigkeit; IV-act. 109-3 f.):
- vom 15. Februar 2013 bis 5. Mai 2013: 0% (knapp 3 Monate)
- vom 6. Mai 2013 bis 8. Mai 2013: 100% (zwei Tage)
- vom 9. Mai 2013 bis 2. Juni 2013: 0% (knapp 1 Monat)
- vom 3. Juni 2013 bis 16. Juni 2013: 50% (13 Tage)
- vom 17. Juni 2013 bis 12. Januar 2014: 100% (knapp 7 Monate)
- vom 13. Januar 2014 bis 7. Oktober 2014: 0% (knapp 9 Monate)
- vom 8. Oktober 2014 bis 1. Februar 2015: 50% (knapp 4 Monate)
- vom 2. Februar 2015 bis 2. März 2015: 0% (28 Tage)
- vom 3. März 2015 bis 21. März 2015: 50% (18 Tage)
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- vom 22. März 2015 bis 9. August 2015: 0% (41⁄2 Monate)
- vom 10. August 2015 bis 18. Oktober 2015: 100% (gut zwei Monate)
- vom 19. Oktober 2015 bis 1. August 2016: 0% (gut neun Monate)
- vom 2. August 2016 bis 15. August 2016: 50% (13 Tage)
- ab 16. August 2016: 100%
5.3 Die Stellungnahme stützt sich auf die medizinischen Vorakten sowie frühere RAD-
Stellungnahmen, aus denen sich die Angaben teilweise bestätigen lassen. Teilweise
verbleiben aber auch widersprechende Informationen und Unklarheiten (vgl.
beispielhaft IV-act. 17, 31, 48, 59, 61, 75, 91; act. G4.2/183). Dabei ist zu
berücksichtigen, dass die von den Ärzten gestellten Prognosen wegen verzögertem
Heilverlauf oder erneuten Unfällen teils korrigiert werden mussten (so zum Beispiel IV-
act. 48-3: der behandelnde Arzt empfahl dem Beschwerdeführer erneute Schonung,
nachdem vermehrt Schmerzen aufgetreten waren). Auch wenn die Daten nicht gänzlich
mit den Akten übereinstimmen, erscheint die vom RAD ermittelte Dauer der jeweiligen
Arbeitsunfähigkeiten unter Berücksichtigung der diversen Verletzungsereignisse (z.B.
im Februar 2013, März 2014 und Februar 2015) sowie Operationen (z.B. am 26. März
2013, 18. und 26. März 2014, 27. Mai 2014, 10. November 2015 und 19. Mai 2016; vgl.
zum Ganzen IV-act. 109, 91-6, 73, 65, 59, 48, 23, 12; act. G4.2/1-67, 73, 183-2 f.) mit
den entsprechend zu erwartenden peri- und postoperativen Arbeitsunfähigkeitszeiten
insgesamt als zumindest überwiegend wahrscheinlich. Es kann deshalb darauf
abgestellt werden.
5.4 Vorliegend begann das Wartejahr mit der Arbeitsunfähigkeitsschreibung des
Hausarztes, somit am 14. Februar 2013, und war gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG am 14.
Februar 2014 erfüllt (vgl. IV-act. 17; act. G4.2/1-6). Nachdem der Beschwerdeführer
sich am 27. November 2013 zum Bezug von IV-Leistungen angemeldet hat, hat er
unter Berücksichtigung von Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs
Monaten, mithin ab Mai 2014 Anspruch auf eine Invalidenrente, vorausgesetzt, es liegt
ein Invaliditätsgrad von mindestens 40% vor. Im Zeitpunkt des Ablaufs des
Wartejahres am 14. Februar 2014 war der Beschwerdeführer auch adaptiert vollständig
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arbeitsunfähig, also im massgeblichen Zeitpunkt zu mindestens 40% invalid. Unter
Berücksichtigung der Karenzfrist von November 2013 bis Mai 2014 ist der
Rentenanspruch somit am 1. Mai 2014 entstanden. Da der Beschwerdeführer
vollständig arbeitsunfähig war, steht ihm ab 1. Mai 2014 eine ganze Invalidenrente zu.
5.5 Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers hatte sich im Oktober 2014 so
weit verbessert, dass der RAD eine Arbeitsfähigkeit von 50% annahm. Gestützt auf Art.
88a Abs. 1 IVV ist die Invalidenrente ab 1. Februar 2015 herabzusetzen. Basierend auf
einer Arbeitsfähigkeit von 50%, einem Invalideneinkommen von Fr. 29'904.-- sowie
einem Valideneinkommen von Fr. 83'676.15 resultiert ein Invaliditätsgrad von gerundet
64%, womit der Beschwerdeführer ab 1. Februar 2015 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente hat.
5.6 Im März 2015 trat eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes ein und der
Beschwerdeführer wurde wieder 100% arbeitsunfähig. Ab 1. Juli 2015 stand ihm daher
wieder eine ganze Invalidenrente zu. Im August 2015 verbesserte sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers wieder, sodass er voll arbeitsfähig wurde.
Da im Oktober 2015 die Arbeitsfähigkeit schon wieder vollständig wegfiel und damit die
Verschlechterung vor Ablauf der Dreimonatsfrist von Art. 88a Abs. 1 Satz 1 IVV eintrat,
fiel sein Rentenanspruch nicht ab 1. November 2015 dahin, sondern blieb es beim
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 19.
Februar 2018, 9C_878/2017, E. 5.3).
5.7 Ab August 2016 wurde dem Beschwerdeführer schliesslich wieder eine volle
Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit attestiert. Nachdem sein Gesundheitszustand
sich somit wieder rentenrelevant verbessert hatte, fiel der Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente per 30. November 2016 dahin. Zusammengefasst ergibt sich folgender
Rentenanspruch des Beschwerdeführers:
- Mai 2014 bis Januar 2015: ganze Invalidenrente
- Februar bis Juni 2015: Dreiviertelsrente
- Juli 2015 bis November 2016: ganze Invalidenrente
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5.8 Bei der Ausrichtung der Rentenleistungen wird die Beschwerdegegnerin zu
beachten haben, dass der Beschwerdeführer im Zeitraum von Oktober 2014 bis März
2015 IV-Taggeldleistungen bezogen hat (IV-act. 42; act. G4.2/67-50 f.). Dies führt –
unter Vorbehalt von Art. 20ter Abs. 1 IVV – dazu, dass für die IV-Taggeldperiode keine
Rentenleistungen geschuldet sind bzw. der Rentenanspruch unterbrochen wird (Art. 29
Abs. 2 IVG; ULRICH MEYER/MARCO REICHMUTH, Bundesgesetz über die
Invalidenversicherung [IVG], in HANS-ULRICH STAUFFER/BASILE CARDINAUX
[Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 3. Aufl.,
Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 29 N 12). Dass der Beschwerdeführer bis Juli 2017
Taggelder der SUVA bezog, hat grundsätzlich keine Auswirkung auf das Entstehen
eines IV-Rentenanspruchs. Taggelder werden unter Vorbehalt der Überentschädigung
kumulativ zu Renten anderer Sozialversicherungen gewährt (Art. 67 ATSG).
5.9 Die Sache ist somit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, zur Berechnung
und Auszahlung der befristeten, zeitlich abgestuften Invalidenrente.
6.
6.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit angemessen. Da die Sache bezüglich
eines befristeten Rentenanspruchs gutgeheissen und im Weiteren abgelehnt wird, ist
von einem teilweisen Obsiegen des Beschwerdeführers auszugehen. Die
Gerichtsgebühr ist den Parteien daher in der Höhe von je Fr. 300.-- aufzuerlegen,
wobei dem Beschwerdeführer der von ihm geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.--
zur Hälfte angerechnet und zur Hälfte rückerstattet wird.
6.2 Da der Beschwerdeführer teilweise obsiegt, hat er einen reduzierten Anspruch auf
eine Parteientschädigung. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat keine
Kostennote eingereicht. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte
und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75; in der vorliegend anwendbaren, seit 1. Januar
2019 gültigen Fassung, siehe Art. 30bis HonO) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--.
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Im vorliegenden Fall erscheint eine durchschnittliche pauschale Parteientschädigung
von Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) bei vollem Obsiegen als
angemessen. Einem teilweisen Obsiegen entsprechend hat die Beschwerdegegnerin
den Beschwerdeführer mit Fr. 1'750.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu
entschädigen.