Decision ID: e007ec4b-1ea3-57d0-bdff-95b98f1f82ae
Year: 2015
Language: de
Court: BE_VG
Chamber: BE_VG_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Am 26. November 2014 beschloss der Grosse Gemeinderat (GGR) der Einwohnergemeinde (EG) Zollikofen die bau- und planungsrechtlichen Grundlagen für die Erstellung einer Wohnüberbauung mit öffentlicher  auf dem Areal «Schäferei». An der gleichen Sitzung fasste der GGR den Beschluss, den Gemeinderat zum Verkauf des gemeindeeigenen  zu ermächtigen. Dieses Geschäft unterlag der obligatorischen . Gegen den ersten Beschluss (Planungsvorlage) wurde  das Referendum ergriffen.
Am 8. März 2015 fand die kommunale Volksabstimmung statt. Die erste Vorlage «Überbauung Schäferei; Planungsrechtliche Vorschriften und Pläne» wurde mit 1'527 Ja-Stimmen zu 1'403 Nein-Stimmen angenommen, während die zweite Vorlage «Überbauung Schäferei; Landverkauf» mit 1'444 Ja-Stimmen zu 1'493 Nein-Stimmen abgelehnt wurde.
B.
Am 31. März 2015 erhoben A._ und B._ und am 4. April 2015 der Verein FdU Forum der Unabhängigen Zollikofen (nachfolgend: FdU Zollikofen) sowie C._ (nebst anderen) mit getrennten Rechtsschriften Beschwerden beim Regierungsstatthalteramt Bern- (RSA). Nachdem der Regierungsstatthalter die Verfahren vereinigt hatte, trat er mit Entscheid vom 30. Juni 2015 auf die Beschwerde von A._ und B._ und auf jene von C._ nicht ein. Die Beschwerde des FdU Zollikofen wies er in einem Punkt ab; im Übrigen trat er auch darauf nicht ein.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.11.2015, Nrn. 100.2015.229/ 232/233U, Seite 3
C.
Hiergegen haben A._ und B._ und der FdU Zollikofen am 28. Juli 2015 und C._ tags darauf mit getrennten Rechtsschriften Verwaltungsgerichtsbeschwerden erhoben. Sie beantragen sinngemäss, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Sache sei zur materiellen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Der FdU  stellt zudem das Rechtsbegehren, soweit die vorinstanzliche  betreffend sei in der Sache neu zu urteilen.
Die EG Zollikofen schliesst mit Beschwerdeantworten vom 25. August 2015 auf Abweisung der Beschwerden. Das RSA hat auf förmliche Anträge .
Am 15. und 29. September 2015 haben sich A._ und B._, am 15. September 2015 der FdU Zollikofen und am 17. September 2015 C._ erneut geäussert.

Erwägungen:
1.
1.1 Das Verwaltungsgericht beurteilt kantonal letztinstanzlich  betreffend kommunale Wahl- und Abstimmungssachen (Art. 74 Abs. 2 Bst. c des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]).
1.2 Der Regierungsstatthalter ist auf die Rechtsmittel der  1 und des Beschwerdeführers 3 nicht eingetreten (vorne Bst. B), weshalb sich deren Beschwerdebefugnis für das  Verfahren unmittelbar aus dem negativen Prozessentscheid ergibt (vgl. BVR 2015 S. 301 nicht publ. E. 1.1 [VGE 2014/130/131 vom 8.1.2015], 2006 S. 481 E. 1.2; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 79 N. 3, Art. 65 N. 6). Wird ein Nichtein-
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.11.2015, Nrn. 100.2015.229/ 232/233U, Seite 4
tretensentscheid einer Vorinstanz angefochten, ist im nachfolgenden  grundsätzlich nur Prozessthema, ob die Vorinstanz zu Recht oder zu Unrecht keinen Sachentscheid gefällt hat (Merkli/ Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 51 N. 14).
1.3 Soweit die Vorinstanz auf die Beschwerde des FdU Zollikofen nicht eingetreten ist, ergibt sich auch dessen Beschwerdebefugnis unmittelbar aus dem negativen Prozessentscheid (vorne E. 1.2). Demgegenüber ist die Beschwerdebefugnis des FdU Zollikofen gesondert zu prüfen, soweit das RSA auf die Rüge «betreffend das angeblich falsche Bild des visualisierten Projektes, publiziert von den befürwortenden Parteien im Mitteilungsblatt 9/15 vom 26. Februar 2015» eingetreten ist und die Beschwerde in diesem Punkt abgewiesen hat (vgl. angefochtener Entscheid, E. II/8 und III/3). – In kommunalen Wahl- und Abstimmungssachen erfüllt der FdU Zollikofen als in der EG Zollikofen tätige politische Partei die Voraussetzungen des  (sog. egoistische Verbandsbeschwerde; BGE 139 II 145 nicht publ. E. 1.1 [BGer 1C_160/2012 vom 10.12.2012], 136 II 539 E. 1.1; BVR 2015 S. 534 E. 2.3, 1997 S. 565 E. 3; Merkli/ Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 79 N. 1 und 4 i.V.m. Art. 65 N. 15; Markus Müller, Bernische Verwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. 2011 [nachfolgend: Verwaltungsrechtspflege], S. 167 f.).
1.4 Eine Beschwerde muss von Gesetzes wegen einen Antrag und eine Begründung enthalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 Abs. 2 VRPG), wobei an die Begründung von Laienbeschwerden praxisgemäss keine hohen  gestellt werden. Es reicht aus, wenn ersichtlich ist, inwiefern und weshalb der angefochtene Entscheid beanstandet wird. Die  braucht nicht zuzutreffen, muss aber sachbezogen sein. Sie hat sich wenigstens in minimaler Form mit dem angefochtenen Entscheid  und muss sinngemäss darauf schliessen lassen, inwiefern dieser unrichtig sein soll. Rechtliche Überlegungen sind dabei nicht , weil das Verwaltungsgericht das Recht von Amtes wegen  hat (Art. 20a Abs. 1 VRPG). Es ist indes unzureichend, bloss zu behaupten, der angefochtene Entscheid sei falsch (BVR 2006 S. 470 E. 2.4.1). – Die Beschwerdeschriften enthalten Anträge und , die den angefochtenen Nichteintretensentscheid und das vorinstanzli-
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.11.2015, Nrn. 100.2015.229/ 232/233U, Seite 5
che Verfahren betreffen, und vermögen den herabgesetzten  an Laienbeschwerden zu genügen. Auf die form- und fristgerecht eingereichten Beschwerden ist somit einzutreten.
1.5 Die drei Beschwerden betreffen den gleichen Gegenstand. Die  sind daher zu vereinigen (Art. 17 Abs. 1 VRPG).
1.6 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG).
2.
Bei der Beschwerde betreffend kommunale Wahl- und  gemäss Art. 60 Abs. 1 Bst. b Ziff. 2 bzw. Art. 74 Abs. 2 Bst. c VRPG geht es zum einen um Wahlen und Abstimmungen als solche, zum anderen um weitere Akte oder Verfügungen, welche das Stimm- und  berühren (vgl. BVR 2012 S. 168 E. 2.3; Herzog/Daum, Die  der Rechtsweggarantie im bernischen Gesetz über die , in BVR 2009, S. 1 ff., 9). Mit diesem Rechtsmittel wird eine Verletzung der politischen Rechte geltend gemacht, d.h. jener Rechte, die den Bürgerinnen und Bürgern erlauben, an den staatlichen  teilzunehmen. Dazu gehören zunächst die Verletzung des Stimmrechts im engeren Sinn (aktive oder passive Stimmberechtigung), des Initiativ- und Referendumsrechts sowie der Stimmfreiheit (freie  und -äusserung sowie korrekte Ermittlung des Ergebnisses). Die politischen Rechte werden sodann verletzt durch Verfahrensfehler bei Wahlen und Abstimmungen, bei Missachtung eines früheren  sowie bei Vorenthaltung einer Wahl oder Abstimmung (vgl. BVR 2011 S. 314 E. 1.1.2 mit weiteren Hinweisen). Soweit mit der  demgegenüber inhaltliche Rügen vorgebracht werden, welche die Rechtmässigkeit der von einer Abstimmung betroffenen kommunalen Vorschriften und Pläne berühren, sind diese grundsätzlich im dafür  Genehmigungsverfahren zu beurteilen (vgl. BVR 2012 S. 168 E. 4.5 mit weiteren Hinweisen). Für die Genehmigung der die  betreffenden Vorschriften und Pläne der Gemeinden ist das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) zuständig (Art. 61 Abs. 1 Satz 1 des
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.11.2015, Nrn. 100.2015.229/ 232/233U, Seite 6
Baugesetzes vom 9. Juni 1985 [BauG; BSG 721.0] i.V.m. Art. 109 Abs. 3 der Bauverordnung vom 6. März 1985 [BauV; BSG 721.1]). Dieses prüft, ob sie rechtmässig und mit den übergeordneten Vorschriften vereinbar sind und entscheidet zugleich mit voller Überprüfungsbefugnis über die () Einsprachen (Art. 61 Abs. 1 Satz 2 BauG; vgl. BVR 2012 S. 168 E. 2.2). – Soweit die Beschwerdeführenden im vorinstanzlichen Verfahren inhaltliche Rügen gegen die Abstimmungsvorlagen vorgebracht haben, mit welchen sie die Rechtmässigkeit der geplanten Überbauungsordnung in bau- und planungsrechtlicher Hinsicht in Frage stellen, sind diese  im dafür vorgesehenen Einsprache- und Genehmigungsverfahren durch das AGR zu beurteilen. Folglich ist der Regierungsstatthalter  zu Recht auf die Beschwerden nicht eingetreten. Nicht weiter  ist daher auch auf die vor Verwaltungsgericht erneut geltend  Verstösse gegen bau- und planungsrechtliche Vorschriften. – Überdies ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführenden 1 nicht in der EG Zollikofen wohnhaft und daher zum vornherein nicht zur kommunalen Abstimmungsbeschwerde nach Art. 65b Bst. b VRPG befugt sind. Ob sie in ihrer Eigenschaft als Grundeigentümer gestützt auf die allgemeinen Voraussetzungen der Beschwerdebefugnis eine Verletzung des  rügen können, erscheint fraglich, kann aber mit Blick auf das  (hinten E. 4) offenbleiben.
3.
3.1 Das Areal der «Schäferei» umfasst eine Fläche von insgesamt ca. 35'000 m2, wobei ein Teil davon im Eigentum der EG Zollikofen steht. Auf dem Areal ist eine Wohnüberbauung mit einer öffentlichen Grünanlage geplant. Im Februar 2012 wurde in diesem Zusammenhang ein  durchgeführt, bei dem das Projekt «Am Park» obsiegte (vgl. Abstimmungsbotschaft vom 26.11.2014 [in act. 4A4; ], S. 2 f. und 21). An seiner Sitzung vom 26. November 2014 befasste sich der GGR mit der Vorlage. Das Traktandum 3 «Überbauung Schäferei; Planungsrechtliche Vorschriften und Pläne» betraf die bau- und  Grundlagen für eine auf dem Siegerprojekt beruhende . Hierzu beschloss der GGR unter Vorbehalt des fakultativen Refe-
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.11.2015, Nrn. 100.2015.229/ 232/233U, Seite 7
rendums mit 31 Ja-Stimmen gegen 6 Nein-Stimmen bei 0 Enthaltungen Folgendes (vgl. Beilage 2 [in act. 4A4], S. 13):
«1. Der Zonenplanänderung 'Schäferei' wird zugestimmt.
2. Der Baureglementsänderung wird zugestimmt.
3. Der Überbauungsordnung Nr. 28 'Schäferei' wird zugestimmt.
4. Der Aufhebung des Überbauungs- und Gestaltungsplans mit Sonderbauvorschriften Schäferei (SIBP) wird zugestimmt.»
Gegen diesen Beschluss ergriff das Referendumskomitee «NEIN zur  Am Park in der Schäferei – JA zur Überbauung Golden Delicious!» mit 666 gültigen Unterschriften erfolgreich das Referendum (vgl. Beilage 3 [in act. 4A4]). Das ebenfalls am 26. November 2014 vom GGR behandelte Traktandum 4 «Überbauung Schäferei; Landverkauf» hatte die  des der EG Zollikofen gehörenden Landes zum Gegenstand.  wurde der Gemeinderat «zuhanden der Volksabstimmung» mit 22  zu 9 Nein-Stimmen bei 6 Enthaltungen ermächtigt (vgl. Beilage 7 [in act. 4A4], S. 9):
«a) eine Bruttogeschossfläche von 3'585 m2 zum Preis von Fr. 795.00 pro m2 an die Marti Invest AG (Sektor B) und
b) eine Landfläche von 2'535 m2 zum Preis von Fr. 800.00 pro m2 an verschiedene Eigentümer (Sektor C)
zu verkaufen und die Rechtshandlungen in eigener Kompetenz wahrzunehmen.»
Am 8. März 2015 stimmten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über die beiden Vorlagen «Überbauung Schäferei; Planungsrechtliche  und Pläne» und «Überbauung Schäferei; Landverkauf» ab. Sie nahmen erstere mit 1'527 Ja-Stimmen zu 1'403 Nein-Stimmen an, während sie letztere mit 1'444 Ja-Stimmen zu 1'493 Nein-Stimmen ablehnten (vgl. Auszüge Anzeiger Region Bern Nr. 21/15 [in act. 4A7]).
3.2 Am 31. März 2015 erhoben die Beschwerdeführenden 1 und am 4. April 2015 der FdU Zollikofen und der Beschwerdeführer 3 mit  Rechtsschriften Beschwerde beim RSA. Die Beschwerdeführenden 1 machten geltend, durch die unzutreffende Darstellung der (negativen)  für die Anwohnerschaft bei Ablehnung der Vorlage «Überbauung Schäferei; Planungsrechtliche Vorschriften und Pläne» in der  seien Stimmberechtigte verunsichert und eingeschüchtert worden (vgl. act. 4A, pag. 1 f.). Auch der FdU Zollikofen stellte sich auf den
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.11.2015, Nrn. 100.2015.229/ 232/233U, Seite 8
Standpunkt, in der Botschaft würden die Folgen der Ablehnung dieser Vorlage «sehr schwarzfärberisch» aufgezählt, was als «Drohgebärde» erscheine. Darüber hinaus habe der Gemeindepräsident anlässlich einer Orientierungsversammlung für die politischen Parteien am 12. November 2014 «sträflich falsch» informiert. Schliesslich seien die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger durch ein falsch visualisiertes Bild in der  in unzulässiger Weise beeinflusst worden. Dieses stelle die Wohnhäuser in einer Ebene dar, obwohl die drei wie eine Stadtmauer wirkenden Wohnblöcke von je 80 m Länge und 14 m Höhe am Hang «Schnyderhoger» vorgesehen seien. Das dahinter liegende «Kleinquartier Jungfrauweg und Höheweg» werde dadurch vom Rest des  abgeschnitten und verdeckt. Das irreführende Bild sei später auch noch von den befürwortenden Parteien im Mitteilungsblatt Zollikofen  worden (vgl. act. 4A, pag. 7). Der Beschwerdeführer 3  ebenfalls die Abstimmungsbotschaft und machte geltend, die teilweise unvollständigen und unrichtigen Informationen und insbesondere die , wonach bei Ablehnung der Vorlage der ganze Erschliessungsverkehr zu einer (anders gestalteten) zukünftigen Überbauung über die  laufen werde, hätten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger stark beeinflusst und zur knappen Annahme der Vorlage beigetragen.  hätte nicht getrennt über die beiden Vorlagen abgestimmt werden  (vgl. act. 4A, pag. 12 ff.).
4.
4.1 Im vorinstanzlichen Verfahren ist der Regierungsstatthalter wegen Verspätung auf die Beschwerden nicht eingetreten, soweit die Vorbringen überhaupt Gegenstand des Verfahrens bildeten bzw. das Nichteintreten nicht bereits wegen sachlicher Unzuständigkeit erfolgte (vgl. dazu vorne E. 2). Er erachtete einzig die Beschwerde des FdU Zollikofen in einem Punkt als rechtzeitig erhoben und behandelte diesen materiell (vgl. dazu hinten E. 5). Sein Nichteintreten begründete der Regierungsstatthalter , dass die Beschwerdeführenden die für die Anfechtung der  als Vorbereitungshandlung geltende zehntägige Frist  hätten (angefochtener Entscheid, E. II/4.2 f.). Was die getrennte Ab-
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.11.2015, Nrn. 100.2015.229/ 232/233U, Seite 9
stimmung über die beiden Vorlagen «Überbauung Schäferei;  Vorschriften und Pläne» und «Überbauung Schäferei; » anbelange, hätte auch dagegen innert zehn Tagen nach Erhalt der Abstimmungsbotschaft Beschwerde geführt werden müssen, soweit dieses Vorgehen den Beschwerdeführenden nicht bereits früher bekannt gewesen sei (vgl. angefochtener Entscheid, E. II/5). Auch das Vorbringen des FdU Zollikofen, der Gemeindepräsident habe am 12. November 2014 im Vorfeld der Abstimmung Falschaussagen gemacht, sei verspätet (vgl.  Entscheid, E. II/4.3).
4.2 In ihren Verwaltungsgerichtsbeschwerden bestreiten die  diese Erwägungen der Vorinstanz nicht grundsätzlich. Im  mit den verpassten Fristen berufen sie sich vielmehr – wie bereits vor der Vorinstanz – auf Rechtsunkenntnis und machen geltend, die verspätete Anfechtung könne ihnen aus diesem Grund nicht  werden (vgl. dazu hinten E. 4.4).
4.3 Soweit kommunale Abstimmungssachen betreffend ist im  Beschwerdeverfahren grundsätzlich innert dreissig Tagen (nach der Abstimmung) Beschwerde zu erheben. Für die Anfechtung von Vorbereitungshandlungen beträgt die Frist allerdings lediglich zehn Tage (Art. 67a Abs. 2 VRPG). Werden Handlungen im Zusammenhang mit der Vorbereitung einer Wahl oder einer Abstimmung gerügt und endet die zehntägige Beschwerdefrist nicht erst nach dem Wahl- oder , so ist (zwingend) gegen die Vorbereitungshandlung  zu führen (Art. 67a Abs. 3 Satz 1 VRPG). Die kurze Frist , dass allfällige Mängel im Vorfeld von Wahlen und Abstimmungen möglichst noch vor dem Urnengang von der zuständigen Behörde behoben werden, damit dieser nicht wiederholt zu werden braucht. Falls die  Person – obschon es ihr möglich gewesen wäre – nicht  handelt, verwirkt sie grundsätzlich ihr Recht zur Anfechtung der Abstimmung (BGE 140 I 338 E. 4.4; BVR 2011 S. 529 E. 1.4.1). Die  beginnt am Tag nach der Eröffnung oder Veröffentlichung des angefochtenen Akts zu laufen (Art. 67a Abs. 3 Satz 2 VRPG). Wird eine Abstimmungsbotschaft angefochten, ist die Zustellung bzw. deren Eintreffen bei den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern massgebend (vgl.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.11.2015, Nrn. 100.2015.229/ 232/233U, Seite 10
Markus Müller, in Kommentar zum GG, 1999, Art. 97 N. 23 mit Hinweis auf BVR 1996 S. 501 E. 2). Nachfolgend ist zu prüfen, ob der  zu Recht insoweit auf die Beschwerden nicht eingetreten ist.
4.3.1 An der Instruktionsverhandlung vor dem RSA erklärte der , die Abstimmungsbotschaft sei am 5. Februar 2015 bei der Schweizerischen Post zum Massenversand per B-Post aufgegeben . Die Post garantiere die Zustellung an die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger bis spätestens 13. Februar 2015 (vgl. Protokoll der  vom 27.4.2015, act. 4A pag. 41 ff. [Protokoll], pag. 43; vgl. auch Art. 29 Abs. 1 des Reglements vom 26. November 1986 über  und Wahlen in Gemeindeangelegenheiten der  Zollikofen [nachfolgend: kommunales Reglement]). Gestützt auf diese Ausführungen und die Aussagen der Beschwerdeführenden (vgl. Protokoll, pag. 43) durfte die Vorinstanz davon ausgehen, dass die  spätestens am 13. Februar 2015 bei den  eingetroffen ist, was im Übrigen von keiner Seite (auch nicht von den Beschwerdeführenden 1) bestritten wird. Demnach hat die zehntägige Beschwerdefrist für die Anfechtung der Abstimmungsbotschaft spätestens am 14. Februar 2015 zu laufen begonnen (vgl. Art. 41 Abs. 1 VRPG). Sie endete am 23. Februar 2015 und damit fast zwei Wochen vor dem  vom 8. März 2015. Allfällige Rügen gegen die  hätten folglich unter Einhaltung der zehntägigen Beschwerdefrist geltend gemacht werden müssen (Art. 67a Abs. 2 und 3 VRPG). Die am 31. März 2015 bzw. am 4. April 2015 der Schweizerischen Post übergebenen Beschwerden sind nach Ablauf der zehntägigen  eingereicht worden (vgl. Art. 42 Abs. 1 und 2 VRPG). Damit ist die Vorinstanz wegen Verspätung zu Recht auf die Rechtsmittel nicht eingetreten.
4.3.2 Die beiden Vorlagen «Überbauung Schäferei; Planungsrechtliche Vorschriften und Pläne» und «Überbauung Schäferei; Landverkauf»  bereits an der Sitzung des GGR am 26. November 2014 als getrennte Geschäfte behandelt. Der Beschluss betreffend die bau- und  Vorschriften und Pläne musste der Volksabstimmung unterbreitet werden, weil dagegen das Referendum ergriffen worden war.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.11.2015, Nrn. 100.2015.229/ 232/233U, Seite 11
Demgegenüber lag der Beschluss hinsichtlich des Landverkaufs von  in der Zuständigkeit der Stimmberechtigten (vorne E. 3.1). Offenbar war der Gegnerschaft des Projekts «Am Park» im Vorfeld der Abstimmung denn auch bekannt, dass über die beiden Vorlagen getrennt abgestimmt werden sollte (vgl. undatiertes Dokument «Überbauung Schäferei» «2x NEIN» [act. 4A2]). Mit Sicherheit Kenntnis darüber erhielten die  und Stimmbürger spätestens mit der Zustellung der  am 13. Februar 2015. Die getrennte Unterbreitung der Vorlagen ging bereits aus dem Deckblatt der Botschaft hervor, wo unter dem Titel «Abstimmungsvorlagen» als Ziff. 1 die «Überbauung Schäferei; Planungsrechtliche Vorschriften und Pläne» und als Ziff. 2 die « Schäferei; Landverkauf» aufgeführt wurden. Sodann enthielt die  den ausdrücklichen Hinweis, dass betreffend die Wohnüberbauung in der «Schäferei» «den Stimmberechtigten zwei  unterbreitet» würden (Abstimmungsbotschaft, S. 2). Der  3 hätte folglich spätestens innert zehn Tagen nach Zustellung der Abstimmungsbotschaft Beschwerde einreichen müssen (vorne E. 4.3.1). Seine diesbezüglichen Rügen waren ebenfalls verspätet, wie die  zutreffend erwogen hat.
4.3.3 Die strittigen Äusserungen des Gemeindepräsidenten erfolgten nach Angaben des FdU Zollikofen anlässlich einer  für die politischen Parteien am 12. November 2014. Zwei Wochen später beschloss der GGR die bau- und planungsrechtlichen Grundlagen für die Erstellung der Wohnüberbauung auf dem Areal «Schäferei» und die Ermächtigung des Gemeinderats zum Verkauf des gemeindeeigenen . Diese Beschlüsse bildeten anschliessend Gegenstand der  vom 8. März 2015 (vgl. vorne E. 3.1). Die Äusserungen des  können demnach keine Vorbereitungshandlung im  auf die Volksabstimmung darstellen, waren doch die Beschlüsse des GGR, welche den Stimmberechtigten vorzulegen waren, in diesem  noch gar nicht ergangen. Im Übrigen ist davon auszugehen, dass alle seitens der Gemeindebehörden als wesentlich erachteten Informationen und Argumente betreffend die geplante Wohnüberbauung in der «» Eingang in die vom GGR beschlossene Botschaft gefunden haben. Diese soll den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern ein umfassendes Bild
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.11.2015, Nrn. 100.2015.229/ 232/233U, Seite 12
der zur Abstimmung gelangenden Vorlage mit ihren Vor- und Nachteilen vermitteln, um ihnen eine Beurteilung des Geschäfts zu ermöglichen (vgl. betreffend Abstimmungserläuterungen RRB 10.11.2004, in BVR 2005 S. 385 E. 2.2 f.; VGE 2010/262 vom 30.7.2010, E. 4.1.1; BGE 135 I 292 E. 4.2). Insbesondere werden darin auch die vom Gemeindepräsidenten offenbar am 12. November 2014 angesprochenen Folgen einer Ablehnung der planungsrechtlichen Vorschriften und Pläne thematisiert (vgl. vorne E. 3.2). Der FdU Zollikofen, der damit inhaltlich nicht einverstanden war, hätte in jedem Fall spätestens innert zehn Tagen nach Zustellung der  dagegen Beschwerde führen müssen (vorne E. 4.3.1). Der  ist daher im Ergebnis zu Recht auch insoweit auf die  nicht eingetreten.
4.4 Die Beschwerdeführenden machen geltend, sie hätten nicht , dass sog. Vorbereitungshandlungen innert zehn Tagen angefochten werden müssten. Ihnen könne das Fristversäumnis nicht vorgeworfen , zumal sie von keiner Behörde auf diese kurze Frist aufmerksam  worden seien und die Abstimmungsbotschaft keine  enthalten habe.