Decision ID: 29ffaf25-bc8c-458b-bee5-1895d8acb54a
Year: 2012
Language: de
Court: BL_KG
Chamber: BL_KG_001
Canton: BL
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

C. Mit Eingabe vom 15. September 2012 liess die Ehefrau, vertreten durch Advokat Dr. Dieter Troxler, gegen die Verfügung des Bezirksgerichtspräsidenten Arlesheim vom 7. September 2012 Berufung beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, einreichen. Sie beantragte, es sei Ziffer 2 der besagten Verfügung aufzuheben und der  anzuweisen, folgende Auskünfte in dokumentierter Form zu erteilen: 1.  zu den Rechnungsabschlüssen C. _ GmbH 30.6.2012 / 1.1. bis 31.12.2011 sowie 1.H. 2012; 2. Inventare zu den Bestandeskonti des Anlagevermögens inkl.  (alles pro 1.7.2010 bis 31.12.2011 sowie 1.1. bis 30.6.2012); 3. Liste der angefangenen Arbeiten und deren Bewertung per 30.6.2012; 4. Personal- und Lohnliste ab 1.7.2010 bis und mit 30.6.2011 bestand C. _ GmbH durchschnittlich pro 2011 und durchschnittlich aktuell; unter o-/eo-Kostenfolge. In der Begründung liess die Ehefrau einleitend einlässlich die Prozessgeschichte kommentieren und rügte sodann im Wesentlichen, die erste Instanz verweigere die Rechte aus Art. 170 ZGB willkürlich, obwohl der Anspruch und das Ersuchen am 12. August 2012 substanziert und fachlich eindeutig nachvollziehbar vorgelegen hätten. Der Vorderrichter habe sich mit den beklagtischen Argumenten, warum weitergehende  notwendig sei, in keiner Weise befasst, jedenfalls nicht mit der erforderlichen . Er argumentiere darüber hinaus widersprüchlich, indem er sich von den  des Klägers verleiten lasse, wonach die für die Ermittlung seines  Einkommens relevanten Unterlagen bereits am 7. August 2012 eingereicht worden , anschliessend aber bestätige, dass die edierten Unterlagen eben doch keinen  Schluss auf die Leistungsfähigkeit der Firma und damit verbunden auf die Frage,  Lohn der Kläger beziehen könnte, zulassen würden. Nachdenklich stimme die  Verfügung bereits auch deshalb, weil in der Verfügung vom 9. Juli 2012  eine weitergehende Auskunft vorbehalten worden sei, deren Notwendigkeit allerdings erst beurteilt und begründet werden könne, wenn der Jahresabschluss 2011 sowie der  2012 vorlägen. Die Beklagte habe das ergänzende Ersuchen am 12. August 2012 substanziert und fachlich eindeutig nachvollziehbar vorgelegt, so dass es mit Fug nicht mehr nachvollziehbar sei, weshalb die erste Instanz sich ausschliesslich von den  und pauschalen Behauptungen des Klägers habe leiten lassen. Wenn der Vorderrichter das Gesuch erledigen wolle, ohne dass er zur Kenntnis nehme und sich mit der Tatsache auseinandersetze, dass pro 2011 ein täuschendes Dokument produziert und ins Recht  worden sei und auch kommentarlos zulasse, dass die klägerische Steuererklärung 2011 auf die lange Bank geschoben würden, dann verfehle dieser seine Pflicht zur vollständigen Sachverhaltserfassung. Auf die weitergehende Begründung ist in den Erwägungen , soweit sich dies als notwendig erweist.
D. In der Berufungsantwort vom 8. Oktober 2012 liess der Ehemann, vertreten durch  Prof. Dr. Roland Fankhauser, beantragen, es sei die Berufung vom 15. September 2012 vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann; unter o/; eventualiter sei die Berufungsklägerin zu verpflichten, dem Berufungsbeklagten einen Kostenbeitrag für das Berufungsverfahren zu leisten, subeventualiter sei die  Prozessführung zu gewähren. Zur Begründung liess er im Wesentlichen vortragen, es sei für die Beurteilung der Auskunftsansprüche im Auge zu behalten, dass die Ehefrau zum Antrag Stellung nehmen müsste, es sei der Ehegattenunterhalt für die Dauer des Verfahrens
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aufzuheben. Die Ehefrau habe vorgängig nie ein direktes Auskunftsgesuch an den Ehemann gerichtet, wie dies notwendig wäre. Die gerichtlich angeordnete Auskunft sei subsidiär. Die Berufungsklägerin habe ihre behaupteten Ansprüche sodann gar nicht auf Art. 170 ZGB , sondern explizit und als einzige rechtliche Grundlage Beweismitwirkungspflichten (Art. 160 ZPO) angerufen. Mit der Abweisung der Editionsbegehren habe die Vorinstanz  eine prozessleitende Verfügung, eine Beweisverfügung, getroffen, welche nur mittels Beschwerde und unter Nachweis eines nicht wiedergutzumachenden Nachteils hätte  werden können. Das Auskunftsbegehren der Ehefrau richte sich sodann nicht gegen den Ehemann sondern gegen eine eigene juristische Persönlichkeit darstellende C. _ GmbH. Korrekt hätte deshalb die Ehefrau die C. _ GmbH als Dritte gerichtlich  müssen, Auskünfte zu erteilen. Ferner habe sich die Berufungsklägerin mit der  des angefochtenen Entscheids gar nicht ernsthaft auseinander gesetzt. Der  nach Art. 170 ZGB, auf den sich die Ehefrau erst im Rechtsmittelverfahren berufe, umfasse lediglich die erforderlichen Auskünfte und die notwendigen Urkunden. Wie der Ehemann bereits in seinen Eingaben vom 7. August und 5. September 2012 dargelegt habe, stütze sich sein Verfahrensantrag auf Reduktion des Unterhalts im Wesentlichen auf das Argument, dass die Ehefrau selbst für ihren Unterhalt aufkommen müsse. Für diese  sei das Einkommen des Ehemannes gar nicht relevant, weshalb auch  keine Auskunftsansprüche bestehen würden. Die Berufungsklägerin habe weder in ihren Eingaben vom 9. Juli 2012 sowie vom 21. August 2012 noch in der Berufungsschrift konkret angegeben, weshalb bestimmte Unterlagen herauszugeben seien, sondern sich auf  Pauschalvorwürfe und inhaltslose Floskeln beschränkt. Zu beachten sei, dass der  schon weit mehr Auskünfte erteilt und Unterlagen ediert habe, als herkömmlicherweise in Summarverfahren vorzulegen seien. Andauernde Auskunftsforderungen seien . Inwiefern die Ehefrau noch behaupten wolle, der Ehemann lasse nicht Transparenz , könne nicht nachvollzogen werden. Die expansiven Forderungen der Ehefrau stünden in scharfem Kontrast zu ihrem eigenen diesbezüglichen Verhalten. Sie habe weder für 2010 noch für 2011 Geschäftsabschlüsse oder Steuererklärungen eingereicht. Die einlässliche Begründung der Berufungsantwort ist in den Erwägungen wiederzugeben, soweit dies  ist.
E. Mit Verfügung vom 9. Oktober 2012 wurde der Schriftenwechsel geschlossen und den Parteien mitgeteilt, dass das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, am 23. Oktober 2012 gestützt auf die Akten entscheiden werde. Mit Eingabe vom 16. Oktober 2012 reichte die Ehefrau eine Verlautbarung zur Stellungnahme des Ehemannes ein.
Erwägungen
1. Das vorliegende Verfahren weist einen übergangsrechtlichen Aspekt auf. Das  wurde noch vor Inkrafttreten der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) vom 19. Dezember 2008 anhängig gemacht, weshalb darauf grundsätzlich das  Verfahrensrecht anzuwenden ist (Art. 404 Abs. 1 ZPO). Das Ehescheidungsverfahren läuft beim Bezirksgericht Arlesheim somit noch nach den Bestimmungen der bisherigen  Zivilprozessordnung ab. Die angefochtene Verfügung vom 7. September
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2012 ist nach dem Datum des Inkrafttretens der Schweizerischen Zivilprozessordnung  worden. Gemäss Art. 405 Abs. 1 ZPO gilt für die Rechtsmittel das Recht, das bei der Eröffnung des Entscheides in Kraft war. Es stellt sich die Frage, ob diese  nur auf Entscheide anzuwenden ist, welche das Verfahren für die betreffende Instanz beenden, oder auch auf Vor-, Zwischen- und prozessleitende Entscheide. Welche  gegen solche Entscheide zulässig sind, richtet sich allerdings nicht nach Art. 404 Abs. 1 ZPO, sondern nach Art. 405 Abs. 1 ZPO. Zwar gehen die Meinungen in der Lehre darüber auseinander. Der Wortlaut von Art. 405 Abs. 1 ZPO differenziert allerdings nicht nach der Art des Entscheides und beschränkt den Anwendungsbereich dieser Norm  nicht auf Endentscheide. Stattdessen spricht er allgemein von "Entscheid". Das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, hat denn auch wiederholt , dass für die Fragen, welches Rechtsmittel zur Verfügung steht, nach welchen Regeln das Rechtsmittelverfahren abzulaufen hat und wer die sachlich zuständige  ist, auf die Schweizerische Zivilprozessordnung und auf das kantonale  zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (EG ZPO) abzustellen ist (vgl. BLKGE 2011 Nr. 5). Es wird auf den erwähnten Leitentscheid verwiesen und hier darauf , die Erwägungen zu wiederholen (vgl. auch BGE 137 III 424 E. 2.3 mit weiteren Nachweisen). Unabhängig davon, ob das Rechtsmittelverfahren weiterhin den kantonalen Regeln folgt oder denjenigen der ZPO, ist der angefochtene Entscheid daraufhin zu , ob die Vorinstanz die im Zeitpunkt der Entscheidfällung geltenden Normen richtig  hat.