Decision ID: b59f15b6-e9b3-41cd-869a-2f361ad0f48c
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Bruno A. Hubatka, Obere Bahnhofstrasse 24,
9500 Wil 1,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
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A.
A.a A._ meldete sich am 30. März 2007 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (Eingang IV-Stelle
bzw. AHV/IV-Zweigstelle im April 2007; IV-act. 6). Dr. med. B._, Facharzt FMH für
Physikalische Medizin und Rehabilitation, Klinik C._, diagnostizierte im Arztbericht
vom 5. Juni 2007 mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches
unspezifisches weichteilrheumatisches Schmerzsyndrom, ein lumbovertebrales bis
lumbospondylogenes Syndrom links, Fehlform und Fehlhaltung der Wirbelsäule,
mechanisch statische Vorfussbeschwerden bei Senk- und Spreizfuss beidseits, Hallux
valgus beidseits, sowie eine mittelgradig depressive Episode mit somatischem
Syndrom, Essattacken bei sonstigen psychischen Störungen seit Anfang 2006 (IV-act.
15; vgl. auch den Bericht der Klinik C._ vom 18. Oktober 2006 über den stationären
Aufenthalt der Versicherten vom 7. September bis 4. Oktober 2006, IV-act. 15-5 ff.). Dr.
med. D._, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte im Arztbericht
vom 3. Juli 2007 die Diagnose Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion
(ICD-10 F43.21) bei vorbestehendem Schmerzsyndrom seit November 2006. Sie führte
aus, der Gesundheitszustand der Versicherten sei äusserst wechselhaft (IV-act. 20). Im
Verlaufsbericht vom 12. Oktober 2007 gab Dr. D._ an, es sei seit dem letzten Bericht
im Juli 2007 keine gesundheitliche Stabilisierung erreicht worden. Zurzeit bestehe für
jegliche Tätigkeit eine mindestens 20%ige Einschränkung (IV-act. 26).
A.b Die IV-Stelle veranlasste im Dezember 2007 eine bidisziplinäre Begutachtung (IV-
act. 38). Am 26. März 2008 wurde die Versicherte von Dr. med. E._, Fachärztin FMH
für Rheumatologie sowie Allgemeine Innere Medizin, internistisch-rheumatologisch
begutachtet. Am 10. Juni 2008 erfolgte eine psychiatrische Begutachtung durch Dr.
med. F._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie. In den Gutachten vom
2. April 2008 und 14. Juli 2008 stellten die Gutachter folgende Diagnosen mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: Rezidivierende depressive Störung, bestehend
seit Anfang 2006, gegenwärtig teilremittiert im Sinne einer leichten depressiven
Episode (ICD-10 F33.0), akzentuierte Persönlichkeitszüge mit narzisstischen und
histrionischen Anteilen (ICD-10 Z73.1), Status nach Hallux-Operation links am 22.
Februar 2007 mit TMT I-Gelenk-Arthrodese, Pseudo-Exostosenresektion,
eingeschränkte Beweglichkeit des linken Ellbogengelenks nach einer Fraktur im
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Kindesalter, polyarthralgische Beschwerden ohne organisches Korrelat mit geringen
degenerativen Veränderungen der lumbalen Wirbelsäule und leichte
Wirbelsäulenfehlform. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde im
Wesentlichen eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.5) sowie der
Verdacht auf Essattacken bei sonstigen psychischen Störungen, Binge Eating Disorder
(ICD-10 F50.4), diagnostiziert. Die Gutachter führten aus, aus interdisziplinärer Sicht
bestehe in der angestammten Tätigkeit als Mitarbeiterin/Sachbearbeiterin Verkaufs-
Innendienst eine Restarbeitsfähigkeit von ca. 70%. Zum Beginn der Arbeitsunfähigkeit
wurde ausgeführt, aus somatischer Sicht habe nie eine andauernde Arbeitsunfähigkeit
bestanden. Aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte ab Juli 2007 zu ca. 30%
arbeitsunfähig gewesen. Ab dem Untersuchungszeitpunkt im Juni 2008 bestehe eine
Arbeitsunfähigkeit von ca. 20%, wobei mit einer Besserung der Arbeitsfähigkeit zu
rechnen sei. Auch in adaptierten Tätigkeiten bestehe aus interdisziplinärer Sicht eine
Restarbeitsfähigkeit von ca. 80%, wobei mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf
voraussichtlich 100% zu rechnen sei. Grundsätzlich sei die zuletzt ausgeübte Tätigkeit
als Sachbearbeiterin weiterhin zu empfehlen. Eine Verwertung der Restarbeitsfähigkeit
sei aus medizintheoretischer Sicht in der freien Wirtschaft realisierbar (IV-act. 42, 43;
vgl. auch IV-act. 50). Auf Anregung des IV-internen Regionalen Ärztlichen Dienstes
(RAD; IV-act. 46) unterbreitete die IV-Stelle Dr. F._ am 10. September 2008
Ergänzungsfragen (IV-act. 47), welche dieser am 23. September 2008 beantwortete (IV-
act. 50).
A.c Vom 3. bis 30. September 2008 wurde die Versicherte in der Klinik G._ stationär
behandelt. Im Austrittsbericht vom 30. September 2008 gaben die Ärzte an, bei der
Versicherten bestehe eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere
depressive Episode (ICD-10 F33.2), sowie der Verdacht auf eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.5; IV-act. 53, vgl. auch den Arztbericht vom
21. Oktober 2008, IV-act. 57).
A.d Im Verlaufsbericht vom 5. November 2008 bezeichnete Dr. D._ den Ge
sundheitszustand der Versicherten als weiterhin instabil (IV-act. 58). Vom 11. bis
18. März 2009 erfolgte eine weitere stationäre Behandlung der Versicherten in der
Klinik G._ (IV-act. 70, 76). Am 16. November 2009 wurde die Versicherte im Rahmen
einer Verlaufsbegutachtung von Dr. E._ rheumatologisch untersucht. Im Bericht vom
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23. Dezember 2009 stellte die Gutachterin keine neuen Diagnosen mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit und führte aus, es würden sich keine Änderungen zur Beurteilung
vom 2. April 2008 ergeben (IV-act. 89).
A.e Vom 11. Januar bis 26. März 2010 wurde die Versicherte in der Klinik H._
stationär behandelt. Im Bericht vom 27. April 2010 diagnostizierten die behandelnden
Ärzte eine gemischte schizoaffektive Störung (ICD-10 F25.2), ein
Lumbovertebralsyndrom bei Osteochondrose L4/5 und ISG-Blockierung beidseits,
diffuse Myalgien und Arthralgien, nicht klassifizierbar, Vorfussbeschwerden bei Status
nach diversen Operationen, ein Karpaltunnelsyndrom beidseits sowie einen Status
nach in Fehlstellung verheilter proximaler Radiusfraktur links. Die Versicherte sei derzeit
für jegliche Tätigkeiten arbeitsunfähig (IV-act. 98).
A.f Am 17. Mai 2010 erfolgte die psychiatrische Verlaufsbegutachtung durch Dr. F._.
Dieser führte im Gutachten vom 13. Juli 2010 aus, aus psychiatrischer Sicht bestehe
aufgrund der Konzentrationsstörungen inklusive eines etwas vermehrten
Pausenbedarfs in der angestammten sowie in einer adaptierten Tätigkeit eine
Arbeitsunfähigkeit von ca. 30-40%, spätestens ab dem Untersuchungszeitpunkt im
Juni 2010. Die Liste der Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit änderte er
verglichen mit dem ersten Gutachten nur insofern, als er neu anstelle der leichten
depressiven Episode eine leichte bis mittelgradige depressive Episode nannte (IV-act.
108). Dr. med. I._, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie des
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der IV, führte in einer internen Stellungnahme
vom 29. September 2010 aus, es könne vollumfänglich auf das interdisziplinäre
Gutachten abgestellt werden (IV-act. 110).
B.
B.a Mit Vorbescheiden vom 13. Oktober 2010 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Ablehnung des Leistungsbegehrens bei einem nicht rentenbegründenden IV-Grad von
35% sowie den Abschluss der Arbeitsvermittlung in Aussicht (IV-act. 115, 116).
B.b Am 16. November 2010 erhob der Rechtsvertreter der Versicherten, Rechtsanwalt
Bruno Hubatka, Wil, sinngemäss Einwand und beanstandete den Abschluss der
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Arbeitsvermittlung. Hinsichtlich des interdisziplinären Gutachtens machte er geltend,
dieses sei nicht verwertbar und es müsse ein neues Gutachten erstellt werden, welches
den aktuellen Gesundheitszustand der Versicherten erfasse (IV-act. 122). Mit Schreiben
vom 16. Dezember 2010 reichte der Rechtsvertreter zudem einen Austrittsbericht des
Spitals J._ vom 3. Dezember 2010 über die Hospitalisation der Versicherten im
Zusammenhang mit einer Operation des rechten Fusses ein (IV-act. 123).
B.c Im Bericht vom 17. Juni 2011 hielt die zuständige Eingliederungsberaterin der IV-
Stelle fest, im persönlichen Gespräch vom 16. Juni 2011 habe sich gezeigt, dass die
Versicherte an ihrer Krankheitsüberzeugung festhalte. Vor diesem Hintergrund sei eine
Arbeitsvermittlung zum jetzigen Zeitpunkt nicht durchführbar (IV-act. 133). Am 21.
September 2011 teilte die IV-Stelle der Versicherten den Abschluss der
Arbeitsvermittlung mit (IV-act. 138). Mit Schreiben vom 26. September 2011 verlangte
der Rechtsvertreter der Versicherten eine beschwerdefähige Verfügung (IV-act. 140).
B.d Mit Verfügung vom 3. November 2011 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren ge
mäss Vorbescheid vom 13. Oktober 2010 ab. Zu den Einwänden des Rechtsvertreters
der Versicherten führte sie im Wesentlichen an, in den eingereichten Unterlagen
würden keine neuen, medizinisch objektivierbaren, wesentlichen Änderungen der
Befunde oder Symptome mitgeteilt und es könne weiterhin auf die nachvollziehbare
und schlüssige gutachterliche Beurteilung von Dr. F._ abgestellt werden (IV-act. 144).
C.
C.a Dagegen erhob der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am 5. Dezember 2011
Beschwerde mit den Anträgen, die Verfügung sei aufzuheben und (die Sache) zur
weiteren, beschleunigten Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen, eventuell sei
direkt durch das Gericht festzustellen, dass die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
halbe IV-Rente habe. Es wurde im Wesentlichen moniert, die zur Verfügung stehenden
Gutachten seien nur beschränkt verwertbar und es sei nur eine Fortsetzung dieser
Gutachten, nicht aber eine neue kritische Gesamtbeurteilung erfolgt. Zudem sei ausser
Acht gelassen worden, dass die Beschwerdeführerin aktuell eine Wiedereingliederung
besuche. Der Rechtsvertreter reichte zudem einen Bericht des Psychiatrischen
Zentrums K._ vom 2. Dezember 2011 ein, gemäss welchem die Beschwerdeführerin
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seit dem 25. Oktober 2011 drei Tage pro Woche die Tagesklinik besuchte (act. G 1, G
1.2).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 27. Januar 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, den
beiden Gutachten der Dres. E._ und F._ sei in Bezug auf die medizinischen
Tatsachenfeststellungen voller Beweiswert zuzumessen, jedoch bestehe aus
rechtlicher Sicht kein Raum für die Annahme einer mit dem psychischen Leiden
begründeten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, weshalb von einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten auszugehen sei. Unter Anwendung des
Einkommensvergleichs ergebe sich ein rentenausschliessender IV-Grad von gerundet
27% (act. G 4).
C.c Mit Replik vom 5. März 2012 (act. G 6) sowie Ergänzung vom 14. März 2012 (act.
G 8) hielt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin an seinen Anträgen fest und
reichte zudem einen Bericht des behandelnden Arztes Dr. med. L._, Facharzt FMH
für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2. März 2012 ein. Darin nahm dieser zum
psychiatrischen Gutachten vom 14. Juli 2008 (IV-act. 42) dahingehend Stellung, dass
im Gegensatz zu der von Dr. F._ diagnostizierten leicht verminderten von einer stark
verminderten emotionalen Belastbarkeit auszugehen sei. Die Beschwerdeführerin leide
an einer nur zum Teil remittierten schizoaffektiven Störung (ICD-10 F25.2), welche
immer noch hohe Dosen Medikamente erfordere. Zurzeit bestehe in der freien
Wirtschaft keine Arbeitsfähigkeit, nach einer Umschulung sei ein 50%-Pensum möglich
(act. G 8.1).
C.d Mit Schreiben vom 26. März 2012 hielt die Beschwerdegegnerin unter Verzicht auf
eine einlässliche Duplik an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest (act.
G 10).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin umstritten.
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1.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbsun
fähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
1.2 Im Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der Untersuchungspflicht
und der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der
Versicherungsträger bzw. im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen
Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien
gebunden zu sein. Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben
zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a in fine).
1.3 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der
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medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet
sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
2.
2.1 Zunächst ist die Frage zu beantworten, ob der medizinische Sachverhalt rechts
genüglich abgeklärt worden ist.
2.2 In medizinischer Hinsicht stützt sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen
Verfügung vom 3. November 2011 (IV-act. 144) auf das rheumatologisch-
psychiatrische Gutachten der Dres. E._ und F._ (interdisziplinäre Beurteilung vom
14. Juli 2008, IV-act. 42) sowie das entsprechende Verlaufsgutachten (interdisziplinäre
Beurteilung vom 13. Juli 2010, IV-act. 108). Der RAD hält in einer internen
Stellungnahme vom 29. September 2010 (IV-act. 110) fest, auf die gutachterlichen
Ausführungen könne vollumfänglich abgestellt werden. Die Beschwerdeführerin bringt
ihrerseits vor, das Gutachten sei nicht bzw. nur beschränkt verwertbar (vgl. Suva-act.
122, act. G 1).
2.3 Die Beschwerdeführerin wendet ein, die interdisziplinäre Begutachtung sei über
drei bzw. zwei Jahre alt, womit der aktuelle Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin nicht erfasst werde. Zudem sei nur eine Verlaufsbegutachtung,
nicht aber eine neue kritische Gesamtbeurteilung erfolgt (act. G 1).
2.3.1 Das erste interdisziplinäre Gutachten der Dres. E._ und F._ datiert vom 14.
Juli 2008 und war damit bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 3. November
2011 über drei Jahre alt. Da die IV-Anmeldung im Frühjahr 2007 erfolgte und
rückwirkend Rentenansprüche zu beurteilen waren, ist das Gutachten zumindest für
die zu beurteilende, bereits zurückliegende Zeitspanne aktuell. Die rheumatologische
Verlaufsbegutachtung erfolgte am 16. November 2009 und die psychiatrische am 17.
Mai 2010 (vgl. IV-act. 108-1). Ist nach der Begutachtung keine erhebliche
Verschlechterung des Gesundheitszustandes der versicherten Person eingetreten und
hat auch nichts auf eine solche hingedeutet, so kann einem Gutachten nicht mit der
Begründung die Beweiskraft abgesprochen werden, es sei veraltet. Den vorliegenden
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Akten sind keine Hinweise auf eine vor dem Erlass der angefochtenen Verfügung
eingetretene Veränderung des psychischen Gesundheitszustandes der
Beschwerdeführerin zu entnehmen. In somatischer Hinsicht war die
Beschwerdeführerin aufgrund der am 25. November 2010 durchgeführten Operation
(retrokapitale Osteotomie, Akin-Osteotomie und Hammerzehe II am rechten Fuss)
vorübergehend 100% arbeitsunfähig (vgl. den Austrittsbericht des Spitals J._ vom 3.
Dezember 2010, IV-act. 123). Diesbezüglich ist die rheumatologische Begutachtung
nicht mehr aktuell. Die fehlende Aktualität schadet im vorliegenden Fall allerdings nicht,
da gemäss dem Austrittsbericht reizlose Wundverhältnisse vorlagen und die
behandelnden Ärzte darüber hinaus eine gute postoperative Wundheilung beschrieben
(vgl. IV-act. 123). Gemäss interner Stellungnahme des RAD vom 31. März 2011 habe
eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Hospitalisation und Rekonvaleszenz für die Zeit
vom 24. November bis 16. Dezember 2010 bestanden. Eine länger anhaltende
Arbeitsunfähigkeit sei nicht anzunehmen, dies wäre ein aussergewöhnlicher Verlauf (IV-
act. 128). Eine durch die Operation verursachte, erhebliche Verschlechterung bzw.
Komplikationen, aufgrund welcher ein erhöhter Behandlungsbedarf und eine
fussbedingte tiefere Arbeitsfähigkeit anzunehmen wäre, sind den Akten nicht zu
entnehmen und werden von der Beschwerdeführerin auch nicht geltend gemacht.
2.3.2 Soweit die Beschwerdeführerin einwendet, inhaltlich sei keine neue kritische
Gesamtbeurteilung, sondern lediglich eine Verlaufsbegutachtung erfolgt, ist festzu
halten, dass es gerade Sinn und Zweck einer Verlaufsbegutachtung ist, festzustellen,
ob sich der Gesundheitszustand der versicherten Person seit der ersten Begutachtung
wesentlich verändert hat und aufgrund von neuen Erkenntnissen von der im
ursprünglichen Gutachten vorgenommenen Arbeitsfähigkeitsschätzung abzuweichen
ist. Vorliegend ergeben sich sodann keine Hinweise auf eine ungenügende
Begutachtung. Die Gutachter haben sich im Rahmen der erneuten Begutachtung mit
den seit der ersten Beurteilung durchgeführten medizinischen Behandlungen und
ergangenen Berichten auseinandergesetzt und diese in ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung
mit einbezogen (vgl. IV-act. 108-4 f.; IV-act. 89-11 ff.). Während Dr. F._ bei der ersten
Untersuchung die Diagnose rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
teilremittiert im Sinne einer leichten depressiven Episode, stellte und von einer
20%igen Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in adaptierten
Tätigkeiten ab Untersuchungszeitpunkt im Juni 2008 ausging, passte er die Diagnose
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bei der zweiten Begutachtung unter Einbezug der zwischenzeitlich durchgeführten
psychiatrischen Behandlungen dahingehend an, dass er die rezidivierende depressive
Störung als gegenwärtig teilremittiert nach schwerer depressiver Episode mit
psychotischer Symptomatik im Sinne einer leichten bis mittelgradigen Episode
beurteilte. Dabei wurde der Beschwerdeführerin neu eine 30-40%ige Arbeitsunfähigkeit
spätestens ab Untersuchungszeitpunkt im Juni 2010 attestiert (IV-act. 108-19).
2.4 Weiter führt die Beschwerdeführerin gegen die psychiatrische Begutachtung ver
schiedene Stellungnahmen der behandelnden medizinischen Fachpersonen (IV-act. 98,
act. G 1.2) an.
2.4.1 In diesem Kontext ist darauf hinzuweisen, dass ein den Beweisanforderungen
grundsätzlich genügendes medizinisches Gutachten (BGE 125 V 351 f. E. 3a und b)
nicht in Frage gestellt werden kann und auch kein Anlass zu weiteren Abklärungen
besteht, wenn und sobald die behandelnden medizinischen Fachpersonen nachher
zu einer unterschiedlichen Beurteilung gelangen oder an vorgängig geäusserten ab
weichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich nur, wenn objektiv fest
stellbare Gesichtspunkte vorgebracht werden, die im Rahmen der Begutachtung uner
kannt geblieben waren und die geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu führen
(Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juli 2008, 9C_830/2007, E. 4.3 mit Hinweisen).
Ferner kann eine psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht er
messensfrei erfolgen. Sie eröffnet der begutachtenden psychiatrischen Fachperson
daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene
medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind,
sofern der Experte oder die Expertin lege artis vorgegangen ist (Urteil des
Bundesgerichts vom 5. März 2009, 8C_694/2008, E. 5.1.1).
2.4.2 Dr. F._ hatte sich im Verlaufsgutachten vom 13. Juli 2010 ausführlich mit dem
Bericht der Klinik H._ (IV-act. 98) auseinandergesetzt und eingehend dargelegt,
weshalb diagnostisch nicht von einer schizoaffektiven Störung, sondern weiterhin von
einer rezidivierenden depressiven Störung auszugehen sei (vgl. IV-act. 108-13 f.). Die
Beurteilung der behandelnden Ärzte der Klinik H._ vermag an der nachvollziehbaren
und lege artis vorgenommenen gutachterlichen Einschätzung keine Zweifel zu
begründen. Gleiches gilt für den Bericht des Psychiatrischen Zentrums K._ vom 2.
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Dezember 2011 (act. G 1.2), welcher die Teilnahme der Beschwerdeführerin an den
Therapien in der Tagesklinik des Zentrums erörtert. Anhaltspunkte für eine Unrichtigkeit
der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung gehen aus dem Bericht nicht hervor.
2.4.3 Was die Stellungnahme des behandelnden Psychiaters Dr. L._ vom 2. März
2012 (act. G 8.1) betrifft, ist festzuhalten, dass sich daraus keine Gesichtspunkte er
geben, welche der Gutachter bei seiner Einschätzung ausser Acht gelassen hätte.
Sodann geht aus dieser Stellungnahme nicht hervor, inwiefern sich Dr. L._ – wie
Dr. F._ – bei seiner Beurteilung mit der Frage der Zumutbarkeit der Arbeitsleistung
auseinandergesetzt hat. Hinsichtlich der im Vergleich zur gutachterlichen Beurteilung
tieferen Arbeitsfähigkeitsschätzung (50% nach erfolgter Umschulung) ist schliesslich
darauf hinzuweisen, dass behandelnde Ärzte erfahrungsgemäss aufgrund ihrer auf
tragsrechtlichen Vertrauensstellung und der Behandlungsnähe in Zweifelsfällen
mitunter eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc).
2.5 Schliesslich fällt bei der Würdigung der Beweiskraft der Beurteilungen von Dr.
E._ und Dr. F._ ins Gewicht, dass sie auf eigenständigen Abklärungen beruhen und
für die streitigen Belange umfassend sind. Die medizinischen Vorakten wurden
verwertet und die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden berücksichtigt
und gewürdigt. Die Bescheinigung einer 30-40%igen Arbeitsunfähigkeit (Ganztages
pensum bei verminderter Leistungsfähigkeit) sowohl in der angestammten als auch in
einer adaptierten Tätigkeit leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Weiter bestehen keine
Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt worden
wären.
2.6 Zusammenfassend ist damit vollumfänglich auf die interdisziplinären Gutachten
vom 14. Juli 2008 (IV-act. 42) bzw. 13. Juli 2010 (IV-act. 108) abzustellen und davon
auszugehen, dass die Beschwerdeführerin seit dem Zeitpunkt der ersten Begutachtung
über eine 80%ige und ab dem Zeitpunkt der Verlaufsbegutachtung über eine 65%ige
Restarbeitsfähigkeit in der angestammten sowie in adaptierten Tätigkeiten verfügte
(vgl. bezüglich des Abstellens auf den Mittelwert der medizinischen
Arbeitsfähigkeitsschätzung das Urteil des Bundesgerichts vom 20. August 2009,
9C_193/2009, E. 1.3.1, mit Hinweis).
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3.
3.1 Gemäss Art. 28a IVG ist für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen
Versicherten Art. 16 ATSG anwendbar. Danach ist das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medi
zinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum Erwerbseinkommen, das sie
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der
Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden
hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und
einander gegenübergestellt werden; sie können aber auch nach Massgabe der im
Einzelfall bekannten Umstände geschätzt werden (AHI 1998 S. 119). Es kann ferner
auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen (Prozentvergleich; vgl.
BGE 114 V 312, E. 3a).
3.2 Die Beschwerdeführerin arbeitete vor Eintritt des Gesundheitsschadens als kauf
männische Sachbearbeiterin (vgl. den Fragebogen für Arbeitgebende vom 30. Mai
2007, IV-act. 10), wobei davon auszugehen ist, dass sie im Gesundheitsfall auch
weiterhin in dieser Funktion tätig gewesen wäre. Da der Beschwerdeführerin gemäss
den gutachterlichen Ausführungen trotz ihrer Gesundheitsbeeinträchtigung die ange
stammte Tätigkeit zumutbar ist, entspricht der Ausgangswert des
Invalideneinkommens dem Valideneinkommen, weshalb sich der Invaliditätsgrad
grundsätzlich in Relation zum Resterwerbsfähigkeitsgrad bemisst.
3.3 Die Beschwerdegegnerin verneint das Vorliegen von Gründen, welche einen Abzug
vom durchschnittlichen Lohnniveau gesunder Arbeitnehmer (vgl. hierzu BGE 126 V 75)
rechtfertigen würden. Dies ist vor dem Hintergrund, dass insbesondere die verminderte
Konzentrationsfähigkeit und der erhöhte Pausenbedarf bereits bei der Bestimmung der
quantitativen Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt wurden (vgl. IV-act. 108-19) und nicht
nochmals bei der Bemessung des Tabellenlohnabzugs einbezogen werden können,
sowie aufgrund der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin weiterhin als
kaufmännische Sachbearbeiterin tätig sein kann und damit keine weiterführende
Einarbeitung benötigt, nicht zu beanstanden. Die Beschwerdeführerin macht zwar
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indirekt einen 10%igen Abzug geltend (vgl. act. G 1-8), nennt jedoch keine Gründe,
welche einen solchen rechtfertigen würden.
3.4 Unter Berücksichtigung einer 65%igen Restarbeitsfähigkeit ergibt sich ein nicht
rentenbegründender Invaliditätsgrad von 35% ab dem Zeitpunkt der Verlaufsbegut
achtung im Juni 2010. Für die Zeit davor wurde der Beschwerdeführerin von Juli 2006
bis April 2007 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert. Von Juli 2007 bis Mai 2008 war
die Beschwerdeführerin 30% (Juli 2007 bis Mai 2008) bzw. 20% arbeitsunfähig (ab Juni
2008, vgl. IV-act. 108-19). Die zwischenzeitlich erfolgten Anstiege der
Arbeitsunfähigkeit auf 70% (April bis Juli 2007) bzw. 100% (stationäre Aufenthalte in
der Klinik H._ von Januar bis März 2010 sowie im Spital J._ von November bis
Dezember 2010; IV-act. 98, 123) begründeten keine bleibende oder längere Zeit
dauernde Erwerbsunfähigkeit im Sinne des Gesetzes. Insgesamt hat damit zu keiner
Zeit ein rentenbegründender Invaliditätsgrad vorgelegen. Die angefochtene Verfügung
vom 3. November 2011 erweist sich damit als rechtens.
3.5 Vor diesem Hintergrund kann die von der Beschwerdegegnerin erstmals in der
Beschwerdeantwort verneinte Frage (vgl. act. G 4), ob die gutachterlich bescheinigten
Arbeitsunfähigkeiten invalidenversicherungsrechtlich relevant sind, offen gelassen
werden.
4.
Was die von der Beschwerdeführerin gestellten Begehren hinsichtlich des Abschlusses
der Arbeitsvermittlung (vgl. die Mitteilung der Beschwerdegegnerin vom 21. September
2011, IV-act. 138) betrifft, gilt es festzuhalten, dass die Frage der Arbeitsvermittlung
nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet. Aufgrund des von der
Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang bereits im September 2011 gestellten
Gesuches um Erlass einer beschwerdefähigen Verfügung (vgl. IV-act. 140) wird die
Beschwerdegegnerin jedoch angehalten sein, entsprechend tätig zu werden, sofern
dies bisher nicht schon geschehen ist.
5.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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St.Galler Gerichte
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das Be
schwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
vorliegend angemessen. Diese ist vollumfänglich der unterliegenden
Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr
daran anzurechnen. Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin keinen
Anspruch auf eine Parteientschädigung.