Decision ID: eca0cca5-19ad-48c4-973d-ce6700a7cfc4
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_004
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt:
1. A._ verlegte ihren steuerlichen Wohnsitz am 14. Dezember 2019 von
B._ nach C._. Ihr Arbeitsort befindet sich in D._. Am
1. September 2019 verlegte sie ihren Wochenaufenthaltsort von E._
nach F._.
2. In der Steuererklärung 2019 machte A._ einen Abzug von insgesamt
CHF 33'223.-- geltend für Fahrten mit dem Privatauto von C._
(steuerlicher Wohnsitz) nach D._ (Arbeitsort). Auf entsprechende
Nachfrage hin teilte sie der Steuerverwaltung des Kantons Graubünden
(nachfolgend: Steuerverwaltung) am 15. Februar 2021 mit, dass sie für
geschäftliche Termine nie ihr eigenes Fahrzeug nehme. Am 17. Februar
2021 erliess die Steuerverwaltung die Veranlagungsverfügungen für die
direkte Bundessteuer 2019 sowie die Kantons- und
Gemeindesteuer 2019. Als Fahrkosten für die wöchentliche Heimkehr bei
Wochenaufenthalt anerkannte sie dabei lediglich die Kosten für die
Benützung öffentlicher Verkehrsmittel in der Höhe von CHF 3'860.--
(Generalabonnement 2. Klasse).
3. Hiergegen erhob A._ am 15. März 2021 Einsprache mit dem Antrag,
es sei der in der Steuererklärung 2019 geltend gemachte Abzug von
insgesamt CHF 33'223.-- für Fahrten mit dem Privatauto von C._ nach
D._ zuzulassen. Zur Begründung hielt sie im Wesentlichen fest, dass
sie jeden Montag bis spätestens 7:00/7:15 Uhr an ihrem Arbeitsort in
D._ sein müsse; mit öffentlichen Verkehrsmitteln wäre sie frühestens
um 8:20 Uhr dort. Zudem würde die Anreise mit öffentlichen
Verkehrsmitteln mehr als 3 Stunden dauern; mit dem Auto brauche sie
knappe 2 Stunden.
4. Mit Einspracheentscheiden vom 30. März 2021 wies die Steuerverwaltung
die Einsprache von A._ ab. Begründend führte sie im Wesentlichen
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aus, dass die Strecke C._ - D._ / D._ - C._ mit
öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr als doppelt so lange dauere wie mit
dem Privatauto und einem Wochenaufenthalter grundsätzlich ein
wöchentlicher Mehraufwand von 2 Stunden durch die Benützung der
öffentlichen Verkehrsmittel anstelle des Privatautos zugemutet werden
könne. Darüber hinaus sei es A._ möglich, ihren Wohnort mit den
öffentlichen Verkehrsmitteln noch am Freitagabend zu erreichen und sie
könne bereits am Sonntagabend wieder an ihren Arbeitsort reisen; ihre
nötige Ruhezeit würde dadurch nicht in unzumutbarer Weise verkürzt.
5. Hiergegen erhob A._ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 16. April
2021 (Poststempel) Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden. Sinngemäss stellte sie wiederum den Antrag, es sei der in
der Steuererklärung 2019 geltend gemachte Abzug von insgesamt
CHF 33'223.-- für Fahrten mit dem Privatauto von C._ nach D._
zuzulassen. In ihrer Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, dass
sie nicht in ihrem Büro in D._ übernachten könne, weshalb sie am
Sonntagabend jeweils zu ihrem Appartement in E._ bzw. (ab
September 2019) in F._ fahren müsste. Für die Strecke C._ -
E._ bräuchte sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln am
Sonntagabend insgesamt ca. 3.5 Stunden (inkl. Fusswege). Zudem
bräuchte sie für die Strecke E._ - D._ am Montagmorgen weitere
20 Minuten (inkl. Fusswege), womit die Anreise mit den öffentlichen
Verkehrsmitteln insgesamt ca. 4 Stunden dauern würde, d.h. je Fahrt
2 Stunden länger als mit dem Privatauto. Bei zweimaliger Hin- und
Rückfahrt pro Woche – da ihr Lebenspartner in C._ wohne und ihre
gesamten Freizeitaktivitäten in den Bergen stattfänden, fahre sie auch
einmal unter der Woche nach C._ – sei dies ein Mehraufwand von
8 Stunden, was unzumutbar sei. Darüber hinaus sei auch die Anreise am
Sonntagabend unzumutbar; ihre Ruhezeit würde dadurch in unzumutbarer
Weise verkürzt.
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6. In ihrer Vernehmlassung vom 7. Mai 2021 beantragte die Steuerverwaltung
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die vollumfängliche Abweisung der
Beschwerde unter gesetzlicher Kostenfolge zu Lasten der
Beschwerdeführerin. In sachverhaltlicher Hinsicht wies sie daraufhin, dass
sie erst im Beschwerdeverfahren festgestellt habe, dass die
Beschwerdeführerin ihren steuerlichen Wohnsitz erst am 14. Dezember
2019 von B._ nach C._ verlegt habe. Am Entscheid ändere dies
allerdings nichts. Zur Begründung ihres Antrags hielt sie im Wesentlichen
fest, dass es der Beschwerdeführerin zumutbar sei, für die Fahrten vom
Wochenaufenthaltsort zum Arbeitsort die öffentlichen Verkehrsmittel zu
benützen, dass die Unzumutbarkeit der Benützung der öffentlichen
Verkehrsmittel für die wöchentlichen Fahrten vom Wohnort zum
Wochenaufenthaltsort und zurück infolge Zeitersparnis (knappe 2 Stunden
bis maximal 2 Stunden 20 Minuten pro Woche bei einer wöchentlichen
Fahrzeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von rund 6 Stunden) zu
verneinen sei, dass die zusätzliche Fahrt an den Wohnort während der
Woche den privaten Lebenshaltungskosten zuzuordnen sei und nicht
berücksichtigt werden könne und dass durch die Anreise bereits am
Sonntagabend die Ruhezeit nicht in unzumutbarer Weise verkürzt sei.
Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, die angefochtenen
Einspracheentscheide sowie die eingereichten Beweismittel wird, soweit
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
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II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Einspracheentscheide
der Beschwerdegegnerin vom 30. März 2021 betreffend die direkte
Bundessteuer 2019 sowie die Kantons- und Gemeindesteuer 2019.
Solche Entscheide können gemäss Art. 140 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über die direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11), Art. 50 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der
Kantone und Gemeinden (StHG; SR 642.14) i.V.m. Art. 139 Abs. 1 des
Steuergesetzes für den Kanton Graubünden (StG; BR 720.00) bzw.
Art. 29 Abs. 2 des Gesetzes über die Gemeinde- und Kirchensteuern
(GKStG; BR 720.200) mit Beschwerde beim Verwaltungsgericht
angefochten werden. Die sachliche Zuständigkeit des
Verwaltungsgerichts ergibt sich aus Art. 49 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über
die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100), wonach das
Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Entscheide von Dienststellen der
kantonalen Verwaltung und von unselbständigen Anstalten des
kantonalen Rechts beurteilt, soweit das kantonale Recht den direkten
Weiterzug vorsieht, was hier − wie gesehen (vgl. Art. 139 Abs. 1 StG) −
der Fall ist. Demzufolge fällt die Beurteilung der vorliegenden Streitsache
in die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden.
Die Beschwerdeführerin ist als formelle und materielle Adressatin der
angefochtenen Einspracheentscheide beschwert und damit zur
Beschwerdeerhebung befugt (vgl. Art. 50 VRG). Auf die zudem frist- und
formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten.
1.2. Gemäss Art. 43 Abs. 3 lit. a VRG entscheidet das Verwaltungsgericht in
einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert CHF 5'000.-- nicht
überschreitet und keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist. Der
Streitwert beläuft sich vorliegend unbestrittenermassen auf über
CHF 5'000.--. Da darüber hinaus für die Beurteilung der vorliegenden
Streitsache keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist (vgl. Art. 43 Abs. 2
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VRG), entscheidet das Verwaltungsgericht in ordentlicher
Dreierbesetzung (vgl. Art. 43 Abs. 1 VRG).
2. Umstritten ist vorliegend die Höhe des Abzugs für Fahrten zwischen dem
steuerlichen Wohnsitz und dem Arbeitsort bei auswärtigem
Wochenaufenthalt. Während die Beschwerdeführerin einen Abzug von
insgesamt CHF 33'223.-- geltend macht für Fahrten mit dem Privatauto
von C._ (steuerlicher Wohnsitz) nach D._ (Arbeitsort), lässt die
Beschwerdegegnerin als Fahrkosten für die wöchentliche Heimkehr
lediglich die Kosten für die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel in der
Höhe von CHF 3'860.-- (Generalabonnement 2. Klasse) zu.
3.1. Nach Art. 31 Abs. 1 lit. a StG können unselbständig Erwerbende die
notwendigen Kosten für Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte als
Berufsunkosten von den steuerbaren Einkünften abziehen. Diese
Regelung stützt sich auf Art. 9 Abs. 1 StHG, wonach von den gesamten
steuerbaren Einkünften die zu ihrer Erzielung notwendigen Aufwendungen
und die allgemeinen Abzüge abgezogen werden und für die notwendigen
Kosten für Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte ein Maximalbetrag
festgesetzt werden kann. Art. 31 Abs. 1 lit. a StG stimmt zudem mit der
gesetzlichen Ordnung gemäss dem DBG überein (vgl. Art. 25 und 26
Abs. 1 lit. a DBG, wobei Art. 31 Abs. 1 lit. a StG keinen Maximalbetrag
kennt). Da sich das kantonale Recht auf den durch das StHG
vorgegebenen Rahmen stützt, und sowohl das DBG wie auch das StG
dieselben Rechtsbegriffe verwenden, drängt sich mit Blick auf die vertikale
Steuerharmonisierung (zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden) eine
einheitliche Auslegung auf (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_807/2011
vom 9. Juli 2012 E.2.1 mit zahlreichen Hinweisen). Art. 26 Abs. 1 lit. a
DBG und die konkretisierenden Bestimmungen in der Verordnung des
EFD über den Abzug der Berufskosten unselbständig Erwerbstätiger bei
der direkten Bundessteuer (Berufskostenverordnung [SR 642.118.1]) sind
somit nicht nur bei der Ermittlung der direkten Bundessteuer, sondern
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auch bei der Ermittlung der kantonalen und kommunalen
Einkommenssteuer zu berücksichtigen.
3.2. Gemäss der Berufskostenverordnung gelten bei auswärtigem
Wochenaufenthalt nicht nur die Fahrkosten zwischen auswärtiger
Unterkunft und Arbeitsstätte als notwendige Fahrkosten, sondern auch die
Kosten der regelmässigen Heimkehr an den steuerlichen Wohnsitz (vgl.
Art. 9 Abs. 4 Berufskostenverordnung). Die Kosten für die Benützung
eines privaten Fahrzeugs können allerdings nur dann als notwendige
Fahrkosten in Abzug gebracht werden, wenn kein öffentliches
Verkehrsmittel zur Verfügung steht oder dessen Benützung objektiv nicht
zumutbar ist; andernfalls sind nur diejenigen Auslagen abziehbar, die bei
der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel anfallen würden (vgl. Art. 5
Abs. 2 lit. a und lit. b Berufskostenverordnung).
4. Vorliegend steht fest, dass für die Strecke C._ - D._ (bzw.
B._ - D._) öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung stehen. Ein
über die Kosten für die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel
hinausgehender Abzug für Fahrten mit dem Privatauto von C._ bzw.
B._ nach D._ wäre damit von vornherein nur dann zuzulassen,
wenn der Beschwerdeführerin die Benützung der öffentlichen
Verkehrsmittel objektiv nicht zugemutet werden könnte (vgl. vorstehende
Erwägungen 3.1 - 3.2). Dies gilt es nachfolgend zu prüfen.
5.1. Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin jeden Montag um
ca. 7:00 Uhr an ihrem Arbeitsplatz in D._ erscheinen muss (vgl. auch
beschwerdeführerische Beilage [Bf-act.] 3). Ohne Privatauto müsste sie
somit – mangels geeigneter ÖV-Verbindungen am frühen Montagmorgen
– bereits am Sonntagabend von B._ bzw. C._ nach E._
bzw. F._ (auswärtige Unterkunft) reisen. Nach Auffassung der
Beschwerdeführerin würde ihre Ruhezeit dadurch in unzumutbarer Weise
verkürzt, weshalb ihr die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel nicht
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zumutbar sei. Sie verweist dabei auf das Urteil des Verwaltungsgerichts
des Kantons Graubünden A 13 18 vom 10. September 2013 E.3c.
5.2. Dem Urteil A 13 18 vom 10. September 2013 lag folgender Sachverhalt zu
Grunde: Dem Beschwerdeführer wäre es nicht möglich gewesen, seinen
Wohnort mit den öffentlichen Verkehrsmitteln noch am Freitagabend zu
erreichen. Stattdessen hätte er seinen Wohnort erst am Samstagmittag
erreicht und er hätte bereits am Sonntagnachmittag wieder an seinen
Arbeitsort reisen müssen. Dies erachtete das Verwaltungsgericht als
unzumutbare Verkürzung der nötigen Ruhezeit. Vorliegend präsentiert
sich der Sachverhalt allerdings anders: Die Beschwerdeführerin könnte
ihren Wohnort in B._ bzw. C._ mit den öffentlichen
Verkehrsmitteln noch am Freitagabend erreichen und sie müsste erst am
Sonntagabend wieder nach E._ bzw. F._ reisen. Nach
Auffassung des streitberufenen Gerichts würde ihre Ruhezeit dadurch
nicht in unzumutbarer Weise verkürzt, weshalb es auch nicht zu
beanstanden ist, wenn die Beschwerdegegnerin zum Schluss gelangt, es
könne der Beschwerdeführerin zugemutet werden, bereits am
Sonntagabend vom Wohnort an den Wochenaufenthaltsort zu fahren (vgl.
dazu auch das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden
A 13 18 vom 10. September 2013 E.3b).
6.1. Die Beschwerdeführerin erachtet die Benützung der öffentlichen
Verkehrsmittel für die Strecke C._ - D._ (bzw. B._ -
D._) auch deshalb als unzumutbar, weil die Anreise mit den
öffentlichen Verkehrsmitteln insgesamt ca. 4 Stunden dauern würde, d.h.
je Fahrt 2 Stunden länger als mit dem Privatauto. So bräuchte sie für die
Strecke C._ - E._ am Sonntagabend insgesamt ca. 3.5 Stunden
(inkl. Fusswege) und für die Strecke E._ - D._ am
Montagmorgen weitere 20 Minuten (inkl. Fusswege). Bei zweimaliger Hin-
und Rückfahrt pro Woche – da ihr Lebenspartner in C._ wohne und
ihre gesamten Freizeitaktivitäten in den Bergen stattfänden, fahre sie auch
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einmal unter der Woche nach C._ – sei dies ein Mehraufwand von
8 Stunden, was unzumutbar sei.
6.2.1. Zunächst gilt es darauf hinzuweisen, dass Art. 26 DBG und die
Berufskostenverordnung von einem kausalen Gewinnungskostenbegriff
ausgehen, d.h. als Gewinnungskosten gelten allgemein diejenigen
Auslagen, die wesentlich durch die Erzielung von Einkommen verursacht
bzw. veranlasst sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2P.251/2006 vom
25. Januar 2007 E.3.1 m.w.H.). Vorliegend steht fest, dass die von der
Beschwerdeführerin geltend gemachte zusätzliche Heimkehr unter der
Woche nicht berufsbedingt ist, sondern aus persönlichen Gründen erfolgt
(Besuch des Lebenspartners, Ausüben von Freizeitaktivitäten). Bei den
damit verbundenen Auslagen handelt es sich somit von vornherein nicht
um notwendige Fahrkosten i.S.v. Art. 26 DBG bzw. Art. 9 Abs. 1 StHG und
Art. 31 Abs. 1 lit. a StG (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2P.251/2006 vom
25. Januar 2007 E.4.2 und vorstehende Erwägung 3.1 betreffend die
einheitliche Auslegung von DBG, StHG und StG). Aus diesem Grund
rechtfertigt es sich denn auch, die von der Beschwerdeführerin geltend
gemachte zusätzliche Heimkehr unter der Woche nicht in die Beurteilung
der Zumutbarkeit der Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel
miteinzubeziehen.
6.2.2.1. Soweit ersichtlich ist unbestritten, dass die Strecke C._ - D._
(bzw. B._ - D._) gemäss "Google Maps Routenberechnung" mit
dem Auto (in beide Richtungen) rund 2 Stunden dauert (vgl.
beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 9.1 f.; vgl. auch Bf-act. 2 [jedoch
ohne genaue Adressen]). Demgegenüber dauert die Strecke C._ -
F._ mit den öffentlichen Verkehrsmitteln am Sonntagabend (bzw. am
Freitagabend in die Gegenrichtung) 3 Stunden (inkl. Fusswege; vgl. Bg-
act. 14.1 f. und Bg-act. 14.3 ff.). Nicht nachvollziehbar ist, weshalb die
Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde die Fahrzeit für die Strecke
C._ - E._ berechnet hat, zumal sie ihren Wochenaufenthaltsort
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bereits per 1. September 2019 von E._ nach F._ verlegt hatte
und sich ihr steuerlicher Wohnsitz erst seit Mitte Dezember 2019 nicht
mehr in B._ sondern in C._ befindet. Die Strecke B._ -
F._ dauert mit den öffentlichen Verkehrsmitteln am Sonntagabend
3 Stunden 5 Minuten bzw. am Freitagabend in die Gegenrichtung
3 Stunden (inkl. Fusswege; vgl. Bg-act. 13.1 f. bzw. Bg-act. 13.3 ff.),
während die Strecke B._ - E._ mit den öffentlichen
Verkehrsmitteln am Sonntagabend 3 Stunden 12 Minuten bzw. am
Freitagabend in die Gegenrichtung 3 Stunden 8 Minuten dauert (inkl.
Fusswege; vgl. Bg-act. 12.1 f. bzw. Bg-act. 12.3 f.).
6.2.2.2. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht festhält, beträgt die wöchentliche
Zeitersparnis durch die Benützung eines Privatautos anstelle der
öffentlichen Verkehrsmittel für die wöchentliche Heimkehr (eine Hin- und
Rückfahrt pro Woche; vgl. dazu vorstehende Erwägung 6.2.1) somit
maximal 2 Stunden 20 Minuten (= [3 Stunden 12 Minuten + 3 Stunden
8 Minuten] - [2 Stunden + 2 Stunden]). Selbst wenn die Fahrzeit für die
Strecken E._ bzw. F._ - D._ am Montagmorgen und
D._ - E._ bzw. F._ am Freitagabend in die Berechnung
miteinbezogen würde (inkl. Fusswege), so beliefe sich die wöchentliche
Zeitersparnis auf weniger als 3 Stunden (vgl. Vernehmlassung S. 6 f.
[Tabellen] sowie Bg-act. 10.1 ff. und Bg-act. 11.1 ff.). Noch geringer würde
die Zeitersparnis ausfallen, wenn man davon ausgehen würde, die
Beschwerdeführerin kehre am Freitag jeweils direkt vom Arbeitsplatz
(D._) an ihren Wohnort (B._ bzw. C._) zurück. Zudem
dauert die wöchentliche Heimkehr mit den öffentlichen Verkehrsmitteln so
oder anders nicht mehr als doppelt so lange wie mit dem Privatauto. Damit
liegt keiner der in der Praxisfestlegung der Beschwerdegegnerin
erwähnten, jedoch nicht abschliessend aufgezählten Gründe für die
Unzumutbarkeit der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel bei
Wochenaufenthaltern vor, weshalb eine Berufung darauf von vornherein
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ins Leere läuft (vgl. Bf-act. 1 bzw. S. 6 der Praxisfestlegung zu Art. 31
Abs. 1 lit. b StG).
Auch abgesehen davon ist es nach Auffassung des streitberufenen
Gerichts nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin zum
Schluss gelangt, dass der Beschwerdeführerin ein wöchentlicher
Mehraufwand von maximal 2 Stunden 20 Minuten (bzw. jedenfalls weniger
als 3 Stunden) durch die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel
anstelle eines Privatautos zuzumuten ist. Dies entspricht denn auch der
bisherigen verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung: Im Urteil A 03 33
vom 17. Juni 2003 E.3 gelangte das Verwaltungsgericht zum Schluss,
dass einem Wochenaufenthalter ein wöchentlicher Mehraufwand von rund
3 1⁄2 Stunden zuzumuten sei, zumal er pro Woche nur eine Hin- und
Rückfahrt in Kauf nehmen müsse und bei Tagespendlern ein täglicher
zeitlicher Mehraufwand von einer Stunde als zumutbar erachtet werde
(vgl. dazu auch das Urteil des Bundesgerichts 9C_51/2019 vom 30. März
2020 E.6.1 m.w.H.). Weiter hielt das Verwaltungsgericht im Urteil A 13 18
vom 10. September 2013 E.3c fest, dass sich aus der Tatsache, dass bei
Tagespendlern ein täglicher zeitlicher Mehraufwand von einer Stunde
noch als zumutbar erachtet werde, e contrario schliessen lasse, dass
einem Wochenaufenthalter grundsätzlich ein wöchentlicher Mehraufwand
von über 5 Stunden nicht mehr zugemutet werden könne. Zudem gilt es
darauf hinzuweisen, dass die wöchentliche Zeitersparnis von maximal
2 Stunden 20 Minuten (bzw. jedenfalls weniger als 3 Stunden) durch die
Benützung eines Privatautos anstelle der öffentlichen Verkehrsmittel für
die wöchentliche Heimkehr nur bei regelmässigem Verkehrsfluss, guten
Strassenverhältnissen etc. erreicht werden kann.
7. Nach dem Gesagten ist der Beschwerdeführerin die Benützung der
öffentlichen Verkehrsmittel somit zumutbar, weshalb die
Beschwerdegegnerin zu Recht nur die Kosten für die Benützung
öffentlicher Verkehrsmittel zum Abzug zugelassen hat. Im Ergebnis
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erweist sich die Beschwerde daher als unbegründet, weshalb sie
abzuweisen ist.
8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten gestützt
auf Art. 73 Abs. 1 VRG zulasten der Beschwerdeführerin. Bund, Kanton
und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten
Organisationen wird gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in der Regel keine
Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen
Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen besteht vorliegend kein
Anlass.