Decision ID: 69cf8899-4b45-4995-8b77-181ea8cf4905
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach
X._
, geboren 1977, mit Ve
rfügung vom 3. Juni 2004 (Urk. 7
/35)
rück
wirkend
ab 1. Juni 2003 bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 56 % eine halbe Invalidenrente zu.
Ein von der Versicherten gestelltes Renten-Erhöhungsgesuch wurde mit Verfü
g
ung vom 27. Oktober 2006 (Urk. 7
/64) rechtskräftig abgewiesen.
1.2
Am 20. September 2011 gab die Versicherte anlässlich eines von Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevisionsverfahrens auf dem Fragebogen einen gleichge
bliebenen Gesundheitszu
stand an (Urk. 7
/77 Ziff. 1.1). Im Hinblick auf die am 1. Januar 2012 in Kraft getretene Revision des Bundesgesetzes über die Invali
denversicherung (IVG) unterbreitete die IV-Stelle die Akten am 10. Februar 2012
ihrem
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; Urk
. 7
/85/2). Gestützt auf de
s
sen
Stellungnahmen vom 13. Februar
und 8. Mai 2012 (Urk. 7
/85/3) stellte die IV-Stelle die Invalidenrente mit Verfügung vom 14. August 2012 auf den ersten Tag des zweiten auf die Zustellung des Entscheids folgen
den Monats
hin ein
(Urk. 7
/
94).
Eine dagegen am 14. September 2012 erhobene Beschwerde (Urk. 7/96/3-11) hiess das hiesige Gericht
mit Urteil vom 3. Dezember 2012 (Urk. 7/99) in dem Sinne gut, als es die angefochtene Verfügung aufhob
und
die Sache an die
IV-Stelle zurückwies
, damit die
se
unter Weiterausrichtung der bis
herigen Invalidenrente die erforderlichen medizinischen Abklärung
en
treffe und hernach über den Rentenanspruch der Versicherten neu verfüge.
1.3
Die IV-Stelle veranlasste am 4. Dezember 2014 bei der
Y._
ein polydisziplinäres Gutachten, welches am 6. Mai 2015 (Urk. 7/137) erstattet wurde.
Nach durch
geführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk. 7/138, Urk. 7/142)
stellte
die IV-Stelle mit Verfügung vom
4. Februar 2016
die bisher aus
gerichtete Rente ein (Urk. 7/146
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 8. März 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom
4
. Februar 2016 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
en
ihr die gesetzlichen Leistungen
insbesondere weiterhin
eine halbe Rente auszurich
ten.
A
uf das Gutachten der
Y._
sei
nicht abzustellen,
sondern es sei
ein neues polydisziplinäres Gutachten einzuholen (Urk. 1 S. 2
Ziff. 1-3
).
In pro
zessualer Hinsicht beantragte sie die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung
der Beschwerde
(Urk. 1 S. 3 Ziff. 4).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 29. April 2016 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 4. Mai 2016 (Urk. 8) wurde dies
der
Beschwerdeführer
in
zur Kenntnis gebracht und das Gesuch um Wieder
herstellung der aufschiebenden Wirkung abgewiesen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung
des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Nach
lit
. a Abs. 1 der am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen
Schlussbestimmun
gen
der Änderung vom 18. März 2011 des IVG (6. IV-Revision, erstes
Mass
nahmenpaket
; kurz:
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG 6. IV-Revision
) werden Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach Artikel 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgeho
ben, auch wenn die Voraussetzungen von Artikel 17 Absatz 1 ATSG nicht er
füllt sind. Diese Bestimmung ist verfassungs- und EMRK-konform (BGE 139
V 547 E. 3).
Die in
lit
. a Abs. 1
SchlB
6. IV-Revision
vorgesehene Rentenherabsetzung bezie
hungsweise -aufhebung ist nicht auf vor dem 1. Januar 2008 zugesprochene Renten beschränkt. Erging die fragliche
Rentenzusprache
aber bereits in Be
achtung der jeweils relevanten Rechtsprechung zu
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage, bleibt kein Raum für ein Rückkommen unter dem Titel der
Schluss
bestimmung
(BGE 140 V 8 E. 2).
Laufende Renten sind vom Anwendungsbereich von
lit
. a Abs. 1
SchlB
zur
6. IV-Revision nur ausgenommen, wenn und soweit sie auf erklärbaren Beschwer
den, das heisst auf einer nachweisbaren objektivierbaren Grundlage beruhen. Lassen sich unklare von erklärbaren Beschwerden trennen, können die
Schluss
bestimmungen
der 6. IV-Revision auf erstere Anwendung finden (BGE 140 V 197 E. 6.2, in Präzisierung
u.a. von
BGE 139 V 547
E. 10.1.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_738/2013 vom 8. April 2014 E. 3.1.2.1 mit Hinweis). Dem
nach ist die Schlussbestimmung bei kombinierten Beschwerden anwendbar, wenn die unklaren und die „erklärbaren" Beschwerden – sowohl diagnostisch als auch hinsichtlich der funktionellen Folgen – auseinandergehalten werden können. Ein organisch begründeter
Teil
der Arbeitsfähigkeit kann bei Anwend
barkeit der Schlussbestimmung nur neu beurteilt werden, sofern eine Verände
rung im Sinne von Art. 17 ATSG eingetreten ist. Insoweit wird im Anwen
dungsbereich der Schlussbestimmung vom Grundsatz abgewichen, dass die Verwaltung im Rahmen einer materiellen Revision – um eine solche handelt es sich auch hier – den Rentenanspruch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend prüft (Urteil des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom 3. September 2014 E. 2.4.2 mit Hinweisen).
Ist ein „Mischsachverhalt" gegeben, bei dem es unmöglich ist festzustellen, wie gross der Anteil der organisch bedingten Beschwerden bei der
Rentenzuspre
chung
war, wäre ein Abstellen auf die aktuelle gutachtliche Einschätzung nicht zu vereinbaren mit der Rechtsprechung, wonach der auf erklärbaren Beschwer
den beruhende Teil der Invalidität unter dem Rechtstitel der Schlussbestimmung nicht überprüft werden kann. In einem solchen Fall bestimmt sich die (zu einer
integralen
Neuprüfung führende) Anwendbarkeit der Schlussbestimmung nach folgendem Grundsatz: Besteht (im Zeitpunkt der Rentenzusprechung und/oder -überprüfung) neben dem
syndromalen
Zustand eine davon unabhängige orga
nische oder psychische Gesundheitsschädigung, so hängt die Anwendbarkeit der Schlussbestimmung davon ab, dass die weitere („
nichtsyndromale
")
Gesund
heitsschädigung
die anspruchserhebliche Arbeitsunfähigkeit nicht
mitverur
sacht
, das heisst letztlich nicht selbständig zur Begründung des Rentenan
spruchs beigetragen hat. Wenn sie die Auswirkungen des unklaren
Beschwerde
bildes
bloss verstärkte, bleibt eine Rentenrevision unter diesem
Rechtstitel mög
lich (Urteil des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom 3. September 2014 E. 2.6 mit Hinweisen).
Da der Bestand laufender Renten wesentlich von medizinischen Aspekten ab
hängt, sind an die entsprechenden Abklärungen besonders hohe Anforderungen zu stellen. Namentlich muss verlangt werden, dass die Untersuchungen im Zeit
punkt der Revision aktuell sind und sich mit der massgeblichen Fragestellung auseinandersetzen. Soweit die versicherte Person sich – auch mit Bezug auf die Chancen, welche die Wiedereingliederungsmassnahmen bieten – der Beurteilung durch die Verwaltung und deren regionalen ärztlichen Dienst nicht anschliessen kann, dürfte sich in der Regel eine neue, polydisziplinäre Begutachtung als un
umgänglich erweisen (vgl. BGE 139 V 547 E. 10.2).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
-
zustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere
medizinische These ab
stellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (Urk. 2) damit, dass die Überprüfung der Invalidenrente
gemäss
Schlussbestimmung der Änderung des IVG vom 18. März 2011
sowie der neuen Rechtsprechung vom 3. Juni 2015
er
geben habe, dass die vorliegenden Diagnosen
, welche zur
Rentenzusprache
ge
führt hätten, zu den ätiologisch-
pathogenetisch
unklaren
syndromalen
Zu
standsbildern
ohne nachweisbare organische Grundlage gehör
ten
. Im eingehol
ten Gutachten
vom Mai 2015
werde keine Diagnose mit Einfluss auf die Ar
beitsfähigkeit gestellt
(
Migräne ohne Aura und
Dysthymie
)
, mithin liege
kein
invalidisierende
r
Gesundheitsschaden
vor
(S. 2 ff.).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (Urk. 1) geltend, auf das
Y._
-Gutachten könne nicht abgestellt werden
, da
es weder sachlich noch inhaltlich genügend
sei und die Gutachter befangen gewesen seien
(S. 6 ff.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Rentenaufhebung zu Recht erfolgt ist.
3.
3.1
Die mit Verfügung vom 3. Juni 2004 erfolgte
Zusprache
einer halben Invaliden
rente ab Juni 200
3
und
die Ablehnung des
Rentenerhöhungsgesuch
s
a
m 27. Oktober 2006 (Urk. 7/35, Urk. 7/64)
ergingen
im Wesentlichen
gestützt
auf das von der Unfallversicherung (Zürich Versicherungen) eingeholte
polydis
ziplinäre
Gutachten des
Z._
vom 4. Dezember 2003 (Urk. 7/29/9-32)
sowie d
ie
Berichte d
er
A._
vom 1. Juni 2004 (Urk. 7/34/3-6)
und vo
n Dr. med.
B._
vom 9.
Fe
-
bruar
2006 (Urk. 7/56).
3.2
Die Gutachter
des
Z._
nannten in ihrem Gutachten
vom 4. Dezember 2003 (Urk. 7/29/9-32)
die folgenden Diagnosen mit Auswirkung
en
auf die Arbeitsfä
higkeit (S. 16 Ziff. 4):
-
c
hronisches
zervikovertebrales
bis
zervikozephales
Schmerzsyndrom
-
Haltungsinsuffizienz, muskuläre
Dek
onditionierung
, mögliche
myo
-
fasz
i
ale Komponente
-
Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0)
-
neuropsychologisch: kognitive Minderleistungen im Bereich des
Struktu
rierungs
- und Umstellungsvermögens und der komplexeren
Handlungs
planung
Als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter
eine vegetative Dystonie und eine
Bandlaxizität
.
Die Gutachter führten aus,
die Beschwerdeführerin habe von 1996 bis zum Un
fall im September bei de
n
O._
gearbeitet. Am 8. September 1998 sei es zu einem Auffahrunfall gekommen. Ein Auto sei ins Heck ihres Wa
gens gefahren, wobei der Schaden nicht sehr gross gewesen sei. Sie sei an
schliessend normal mit ihrem Auto zur Arbeit gefahren. Ungefähr eine Stunde später habe sie jedoch Nacken- und Kopfschmerzen verspürt.
Der Neurologe der
C._
habe im November 1998 keine neurologischen Ausfälle, je
doch ein
zervikozephales
Syndrom gefunden bei vollständiger
Arbeitsfähigkeit
. Im Februar sei in der
C._
wiederum die gleiche Diagnose gestellt und festgehalten worden, es bestünden Übergänge in eine atypische Migräne. Zu einem nicht mehr bekannten Zeitpunkt seien auch Sch
windel und Tinnitus aufgetreten (S. 17).
In de
n
rheumatologisch
-orthopädischen Untersuchen fänden sich sehr wenige Befunde. Das Gangbild sei unauffällig, die Wirbelsäule sei im Lot mit leichter rechtskonvexer thorakaler und linkskonvexer lumbaler Skoliose, diskrete
m
Schultertiefstand rechts und Beckentiefstand links. Die Halswirbelsäule (HWS) sei normal beweglich mit Endphasenschmerz. Die neurologische Untersuchung sei ebenso wie alle früheren unauffällig. In den Röntgenbildern der HWS fänden sich unauffällig
ossäre
Strukturen. Die Funktionsaufnahmen seien ebenfalls normal. Klinisch handle es sich jetzt um ein chronisches
zervikovertebrales
bis
zervikozephales
Schmerzsyndrom mit möglicher
myofas
z
ialer
Komponente. Es
bestünden
eine ausgeprägte muskuläre
Dekonditionierung
und
eine
Haltungs
insuffizienz
. Das subjektive Beschwerdeausmass könne durch diese spärlichen klinischen Befunde nicht erklärt werden. Aufgrund der rein objektivierbaren Befunde bestehe eine normale Arbeitsfähigkeit für
eine
wechselbelastende, leichtere körperliche Tätigkeit, wie sie für eine Büroangestellte üblich sei.
Bei der psychiatrischen Exploration ergebe sich kein Anhalt für Störungen im Be
reich von Merkfähigkeit und Gedächtnis. Die Stimmung werde als wechselhaft beschrieben, zum Teil auch reizbar. Es bestünden offenbar
Durchschlafstörun
gen
und Albträume, dadurch auch grosse Müdigkeit. Insgesamt bestehe auf
grund der jetzigen Exploration
, der anamnestischen Angaben und
der Akten ein Symptomenkomplex, wie er im Rahmen von Depressionen zu finden sei (S. 18).
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit sei die Beschwerdeführerin aus rein somati
schen Gründen normal für eine Büroarbeit arbeitsfähig. Aus psychischen bezie
hungsweise
neuropsychologischen
Gründen bestehe ihres Erachtens eine Ver
minderung der Arbeitsfähigkeit
von
zurzeit 40 %. In Anbetracht der Anamnese empfählen sie jedoch eine schrittweise Wiedereingliederung in die
Arbeitstätig
keit
, beginnend mit etwa 30 %.
Diese
Arbeitstätigkeit soll
e
psychologisch be
gleitet werden und in Abständen von etwa 3 Monaten auf 50 %, in weiteren drei Monaten auf 75 % und in etwa einem Jahr auf 100 % erhöht werden (S. 19).
3.3
Dr. med. D._
, Oberarzt an der
A._
diagnostizierte mit Bericht vom 1. Juni 2004 (Urk. 7/34/3-6) eine HWS-Distorsion I nach PKW-Unfall vom September 1998, eine chronische therapierefraktäre
Zervikozephal
gie
sowie eine posttraumatische leichte Hirnleistungsstörung (
lit
. A) und attes
tierte der Beschwerdeführerin eine 50%ige Arbeitsfähigkeit, welche insbeson
dere auf den expliziten Wunsch der Beschwerdeführerin habe attestiert werden können (
lit
. D).
3.4
Dr. med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, ergänzte am 9. Februar 2006 die bekannte Diagnose um einen Verdacht auf
eine
psycho
physische
(psychofunktionelle) Schlafstörung (ICD-10 F51.0). Es bestehe eine Schlaffragmentierung und eine störende Wahrnehmung von Phänomenen des Schlaf-Wach-Überganges. Die Störung sei von einer deutlich phobischen Verar
beitung gekennzeichnet, die derzeit anscheinend die gesamte Beeinträc
htigung limitiere (Urk. 7/56/1-2
).
4.
Im Rahmen des im
September 2011
eingeleiteten Revisionsverfahrens
(Urk.
7/
77
)
wurde ein polydisziplinäres Gutachten
bei der
Y._
ein
geholt, welches am 6. Mai 2015 erstattet wurde (Urk. 7/137/1-48).
Gestützt auf die Ergebnisse ihrer internistischen, neurologischen, orthopädi
schen und psychiatrischen Untersuchungen vom 23., 27. und 28. Januar 2015 stellten die Experten der
Y._
in ihrem Gutachten keine sich auf die Ar
beitsfähigkeit auswirkende
n
Diagnosen.
Den Diagnosen Migräne ohne Aura und
Dysthymia
(ICD-10 F34.1) massen sie keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bei (S. 39 Ziff. 3).
Bei der internistischen
Untersuchung
habe si
ch die Beschwerdeführerin – so m
ed.
pract
.
E._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin
–
über Nacken- und Schulterschmerzen beidseits seit dem Unfall im Jahr 1998 beklagt. Die Schmerzen würden
in den
Kopf ausstrahlen und
es
kämen dann
Schwin
delattacken
hinzu (S. 10). Spezifische internistische Beschwerden seien nicht genannt worden. Im klinischen Befund ergebe sich keine behinderungsrelevante Auffälligkeit (S. 14).
Dr. med.
F._
, Facharzt für Neurologie, berichtete in seinem
neurologi
schen
Fachgutachten, der klinische Befund sei in allen Teilen regelrecht. Es er
gebe sich kein Anhalt für eine zentral- oder peripher-vestibuläre Störung. Die geschilderten episodisch auftretenden Kopfschmerzen entsprächen am ehesten einer Migräne. Eine intraindividuelle variable Präsentation der Migräne sei gut bekannt, sodass das gesamte
zervikozephale
Beschwerdebild in diesem Kontext zu verstehen sei. Eine leitliniengerechte Therapie sei bislang nicht initiiert wor
den.
Hinsichtlich der anamnestisch reklamierten Konzentrationsstörungen seien diese im hiesigen Befund nicht zu erkennen gewesen, die Beschwerdeführer
in
sei durchwegs konzentriert und aufmerksam, wach,
attent
, mnestisch und in der Auffassung sicher sowie im Verlauf nicht ermüdend gewesen. Die gelegentlich nächtlich
auftretenden Missempfindungen der Hände liessen
differenzialdiag
nostisch
an ein beginnendes Karpaltunnelsyndrom denken. Derzeit ergäben sich klinisch jedoch keine ausreichenden Hinweise für ein die Arbeitsfähigkeit ein
s
chränkendes Karpaltunnelsyndrom;
auch sei anamnestisch keine
Verschlech
terungstendenz
in den vergangenen Jahren berichtet worden. Aus neurologi
scher Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 21 f.).
Dem orthopädischen Teilgutachten von Dr. med.
G._
, Facharzt für O
r
tho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin
vorrangig
zervikozephale
Schmerzen mit Ausstrahlung zum Kopf und in die Schulterregionen vorgetragen hat. Der orthopädische Befund zeige
gemäss Gutachter
eine freie Beweglichkeit der
HWS
und der weiteren Abschnitte
des Achsenskeletts. Insbesondere sei die spontane Beweglichkeit ohne Anhalt für eine namhafte Einschränkung. Auch bestehe kein paravertebraler Hartspann und der weitere Status des Bewegungsapparates sei klinisch unauffällig und ohne funktionelle Beeinträchtigung. Auf dem or
thopädischen Fachgebiet bestünden somit kein Korrelat für die reklamierten Beschwerden und kein ausreichender klinischer Anhalt für eine namhafte or
thopädische Erkrankung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Aus rein somati
schen Gründen sei die Beschwerdeführerin für eine Büroarbeit
normal
arbeitsfä
hig (S. 28 f.).
Dr. med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt in seinem psychiatrischen Fachgutachten fest, bei der Beschwerdeführerin sei allenfalls ein chronisches, leichtes depressives Syndrom im Sinne einer
Dysthy
mia
zu diagnostizieren. Anknüpfungspunkte für eine
schwerergradig
affektive Störung, eine Persönlichkeitsstörung oder eine Erkrankung aus dem psychiatri
schen Formenkreis fänden sich nicht. Eine anamnestisch nach dem Tod des Vaters 2011 aufgetretene Panikstörung sei mittlerweile als
remittiert anzusehen. Der aktuelle psychiatrische Untersuchungsbefund unterscheide sich nicht we
sentlich von dem aktenkundig dokumentierten Untersuchungsbefund vom No
vember 2003,
wo ebenfalls kein wesentliches Syndrom beschrieben worden sei. Die diagnostischen Kriterien einer Somatisierungsstörung oder einer somato
formen Schmerzstörung seien jedoch nicht erfüllt. Eine Assoziation der rekla
mierten Schmerzen mit einem seelischen oder psychosozialen Konflikt sei nicht zu erkennen und die Beschwerdeführerin wirke hier auch nicht namhaft schmerzbeeinträchtigt. Die Diagnose sei auch seinerzeit nicht zu stellen gewe
sen. Eine psychiatrische Störung mit wesentlicher Beeinträchtigung der Ar
beitsfähigkeit lasse sich im heutigen psychiatrischen Untersuchungsbefund nicht feststellen, was sich im Übrigen auch in der durchaus erhaltenen
Gestal
tungsfähigkeit
des Alltages und der Partizipationsfähigkeit zeige. Die Beschwer
deführerin sei aus psychiatrischer Perspektive somit gut in der Lage, sowohl die aktuell ausgeübte Tätigkeit als Büroangestellte
,
als auch
eine
vergleichbare Tä
tigkeit des allgemeinen Arbeitsmarktes zu 100
%
auszuüben (S. 35).
Zur Frage der Arbeitsfähigkeit führten die beteiligten Experten zusammenfas
send aus, unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten und Befunde sei die Be
schwerdeführerin mit sofortiger Wirkung aus interdisziplinärer Sicht in der an
gestammten wie auch in einer vergleichbaren Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig, dies auch retrospektiv ex
tunc
(S. 36).
5.
5.1
Vorab ist zu prüfen, ob aufgrund des Verhaltens der
Y._
-Gutachter
E._
,
I._
,
G._
und
H._
sowie
des
Insti
tutsleiter
s
Prof.
Dr.
med.
J._
auf deren Voreingenommenheit zu schliessen ist (Urk. 1 S. 6 ff.).
5.2
Die Beschwerdeführerin bringt diesbezüglich im Wesentlichen vor (Urk. 1),
die
Y._
diene sich mit ihrem
versicherungsfreundlichen Kurs den Versicherern an
. Das Gutachten sei mit einem Anhang bestückt, der eindeutig aus Prof.
J._
Feder stamme und
welcher
die
„
unité
de
doctrine
“ der
Y._
belege. Die Vor
eingenommenheit gehe auch aus dem Urteil
des
Versicherungsgerichtes St. Gallen vom 8. Februar 2016
(Urk. 3/3)
und der vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin in der Folge beschafften Einladung
vom
2
. Juni 2014 hervor, bei welcher es sich
um eine Vortragsveranstaltung der
Y._
vom 19. Juni 2014 mit dem Thema
„Vermeidung ungerechtfertigter Krankentaggeld-, IV- und UV-Leistungen“
gehandelt habe
(Urk. 3/4).
5.3
Na
ch der Rechtsprechung gelten für Sachverständige grundsätzlich die gleichen Ausstands- und Ablehnungsgründe, wie sie für Richter vorgesehen sind. Danach ist Befangenheit anzunehmen, wenn Umstände vorliegen, die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit zu erwecken. Bei der Befangenheit handelt es sich allerdings um einen inneren Zustand, der nur schwer bewiesen werden kann. Es braucht daher für die Ablehnung nicht nachgewiesen zu werden, dass die sachverständige Person tatsächlich befangen ist. Es genügt vielmehr, wenn Umstände vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögen. Bei der Beurteilung des An
scheins der Befangenheit und der Gewichtung solcher Umstände kann jedoch nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abgestellt werden. Das Miss
trauen muss vielmehr in objektiver Weise als begründet erscheinen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztgutachten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters ein strenger Massstab anzusetzen (BGE 132 V 93 E. 7.1, 120 V 357 E. 3).
5.4
Die von der Beschwerdeführerin eingereichte, von Prof.
J._
unterzeichnete Einladung vom 2. Juni 2014 für
die
Vortragsveranstaltung vom 19
. Juni 2014
(Ur
k.
3/4
) ist entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin und dem
Einzel
richterentscheid
des Versicherungsgerichtes St. Gallen vom 8. Februar 2016
,
in
welchem die aufgeworfene Frage der Objektivität von Prof.
J._
überdies
of
fengelassen wurde
(
vgl.
Urk. 3/3 E. 3.3)
,
nicht geeignet, bei objektiver Betrach
tungsweise erhebliche Zweifel an der Unvoreingenommenheit von Prof.
J._
zu wecken. Zum einen war im gerügten
Y._
-Gutachten vom 6. Mai 2015 (vgl. vorstehend E. 4) Prof.
J._
als Facharzt an der Begutachtung der Beschwerde
führerin
gar
nicht beteiligt, zum anderen lässt sich alleine aus dem Titel der Veranstaltung
, welche hauptsächlich den Bezug von ungerechtfertigten
Kran
kentaggelder
n
zum Thema hat und damit ohnehin keinen direkten Bezug
zum
vorliegende
n
strittige
n
IV-Rentenverfahren aufweist,
nicht schliessen, die
Y._
arbeite systematisch gegen Versicherte
und sei daher nicht objektiv.
Ausserdem kann sich ein
Ausstandsbegehren
stets nur gegen Personen richten, mithin kann eine fehlende Unabhängigkeit der
Y._
nicht gerügt werden (BGE 137 V 210 E. 1.3.3).
Abwegig
und eine unbewiesene Behauptung
ist der Schluss der Beschwerdeführerin, aufgrund der „Wir-Form“ seien auch die am Gutachten beteiligten Ärzte beziehungsweise das ganze
Y._
-Team befangen
un
d würden dem
vorgegebenen Kurs der Einsparung von Versicherungsleistun
gen
des
Institutsleiter
s
Prof.
J._
folgen
(Urk. 1 S. 7).
Schliesslich vermögen die geltend gemachten Ablehnungsgründe gegen die einzelnen Gutachter keinen Anschein der Befangenheit zu begründen.
Die begutachtenden Ärzte waren in fachlicher Hinsicht auf ihrem jeweiligen Begutachtungsgebiet mit einem
Fach
arzttitel
speziell qualifiziert und verfügten über die Berufsausübungsbewilligung des Kantons Zürich (vgl.
www.medregrom.admin.ch
).
Auch de
r
von der Be
schwerd
eführerin als Beweis offerierte
Anhang des Gutachtens
(vgl. Urk. 7/137/43-48)
lässt mangels Bezug
es
zur Beschwerdeführerin keinen Hin
weis für eine
Befangenheit der am Gutachten beteiligten Experten erkennen.
5.5
Nach dem Gesagten vermögen die vorgebrachten Ablehnungsgründe keinen Anschein der Befangenheit beziehungsweise Voreingenommenheit in objektiver Weise zu begründen.
6.
6.1
Die im Juni 2004 verfügte
Rentenzusprache
(Urk. 7/35) beruhte im Wesentli
chen auf der Einschätzung der Gutachter des
Z._
vom 4. Dezember 2003 (vgl. vorstehend E 3.2). Diese stellten die Diagnose eine
s chronischen
zervikoverteb
ralen
bis
zervikozephalen
Schmerzsyndroms und einer Somatisierungsstörung und damit
eines
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerde
bildes
ohne nachweisbare Grundlage.
In neuropsychologischer Hinsicht nannten sie kognitive Minderleistungen im Bereich des Strukturierungs- und
Umstel
lungsvermögens
und der komplexeren Handlungsplanung.
Eine
Renten
über
prüfung
gemäss
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG 6. IV-Revision
ist demnach m
öglich (vgl. vorstehend E. 1.2
).
Im Übrigen hat
te
die Beschwerdeführerin
im Zeitpunkt des Inkrafttretens der
genannten
Schlussbestimmung
en (1. Januar 2012) weder das 55. Altersjahr zurückgelegt noch die Rente im Zeitpunkt der
Renten
überprüfung
seit mehr als 15 Jahren bezogen (vgl.
lit
. a Abs. 4
SchlB
IVG 6. IV
-
Revision; Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2013 vom 12. Februar 2014 E. 5). Folglich ist
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG 6. IV-Revision anwendbar und eine Herab
setzung oder Aufhebung der Rente ist grundsätzlich möglich, auch wenn die Revisionsvoraussetzungen nach Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht erfüllt sind (vgl. vorstehend E. 1.3).
6.2
Zu prüfen bleibt, ob im
Z
eitpunkt
des Erlasses der angefochtenen Verfügung die Voraussetzungen von Art. 7 ATSG erfüllt waren
.
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf das
Y._
-Gutachten vom Mai 2015 (vgl. vorstehend E. 4) davon aus, dass
bei der Beschwerdeführerin
kein in
validisierender Gesundheitsschaden vorliege (vgl. vorstehend E. 2.1).
Die Exper
tise der
Y._
äussert sich umfassend zu den vorhandenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Sie ba
siert auf einer eingehenden internistischen, neurologischen, orthopädischen und psychiatrischen Untersuchung, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und erging in Kenntnis der
Vorakten
(zum Beweiswert eines Gutachtens, vgl. vorste
hend E. 1.4).
Die Gutachter der
Y._
konnten nach ihrer Untersuchung keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellen und attesti
erten der Beschwerde
führerin sowohl in der angestammten als auch
in
angepassten
Tätigkeiten eine vollständige Arbeitsfähigkeit.
An
ders als die Gutachter des
Z._
stellten
die Gut
achter kein chronisches
zer
viko
vertebrales
bis
zervikozephales
Schmerzsyndrom
und
k
eine Somatisie
rungsstörung
fest
und begründeten dies im Wesentlichen damit, dass die diag
nostischen Kriterien nicht erfüllt seien. Hingegen diagnostizierten sie in psychi
atrischer Hinsicht eine
Dysthymia
, welcher sie aber keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zumassen.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei der
Dythymie
definitionsgemäss
um eine bloss leichtgradige Beeinträchtigung, welcher für sich allein nicht die Bedeutung eines invalidisierenden Gesundheitsschadens zukommt. Nach der im gebräuchlichen Klassifikationssystem ICD-10 enthalte
nen Umschreibung ist
Dysthymie
eine chronische depressive Verstimmung, die nach Schweregrad und Dauer der einzelnen Episoden die Kriterien für eine leichte oder mittelgradige rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.0 und F33.1) nicht erfüllt (ICD-10 F34.1
;
8. Aufl., 2011). Schon das seinerzeitige Eid
genössische Versicherungsgericht hat denn auch verschiedentlich
angenommen, eine
Dysthymie
sei den jeweiligen Umständen nach nicht invalidisierend (vgl. SVR 2008 IV Nr. 8 S. 23, Urteil des Bundesgerichts I 649/06 vom 13. März 2007 E. 3.3.1 mit Hinweisen). Diese Schlussfolgerung, die sich au
f medizinische Em
pirie abstützt
und damit eine Rechtsfrage darstellt, hat
bereits
vor dem
als
BGE 141 V 281 publizierten Urteil des Bundesgerichts 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015, mit welchem das Bundesgericht seine Rechtsprechung zur
invalidenversi
cherungsrechtlichen
Relevanz unklarer Beschwerdebilder teilweise geändert hat, Geltung beansprucht und behält sie auch weiterhin (Urteil des Bundesgerichts 8C_162/2015 vom 30. September 2015 E. 3.3.3).
Schon aus diesem Grund, aber auch weil sich
gemäss Gutachten
nie Anhaltspunkte für eine somatoforme Schmerzstörung oder vergleichbare psychosomatische Leiden finden liessen (
vgl. vorstehend E. 4
),
mithin von keinem unklaren Beschwerdebild mehr aus
zugehen ist, hat die in BGE 141 V 281 publizierte
Praxisänderung
– entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
(Urk. 1 S. 13 ff.)
-
keine Auswirkungen auf
den hier zu beurteilenden Fall
, womit das Gutachten eine genügende
Beweis
grundlage
darstellt.
6.3
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es
der Beschwerdeführerin
mit dem im Sozialversicherungsrecht
massgebenden
Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit bei Aufbietung allen guten Willens
und mit einer
leitlinienge
rechten
Migräne-Behandlung
zuzumuten ist, vollzeitlich einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden ist nicht ausgewiesen. Es sind alle Voraussetzungen erfüllt, welche von der Praxis an die Aufhebung einer Rente nach
Massgabe
der
SchlB
IVG 6. IV-Revision gestellt werden. Die Rentenaufhebung erweist sich demnach grundsätzlich als rechtens.
7.
7.1
Z
u prüfen bleibt der Anspruch der
Beschwerdeführer
in
auf
Wiedereingliede
-
rungs
massnahmen
gemäss
Art. 8a IVG und der damit akzesso
rische Anspruch auf Weiterausrichtung der bisherigen Invalidenrente während maximal zwei Jahren (
lit
. a Abs. 2 und 3
SchlB
IVG 6. IV-Revision).
7.2
Laut Art. 8a Abs. 1 IVG haben Rentenbezüger Anspruch auf
Massnahmen
zur Wiedereingliederung sofern (a) die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich verbessert werden kann und (b) die
Massnahmen
geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit zu verbessern. Erst nach Beendigung dieses Versuchs einer (Re-)Integration in den Arbeitsmarkt wird
abschliessend
beurteilbar sein, ob der versicherten Person in Berücksichtigung sämtlicher subjektive
r
und objektive
r
Elemente der Schritt zurück in das Erwerbsleben zumutbar ist. Da es um den Sonderfall der Über
prüfung eines bislang berechtigterweise erfolgten Rentenbezugs geht, sind die Wiedereingliederungschancen unter besonderem Aspekte des Alters der Be
troffenen und der Dauer der Erwerbslosigkeit zu prüfen (BGE 135 V 201 E. 7.2.2). Von besonderer Bedeutung ist, ob die fragliche
Massnahme
einglie
derungswirksam
ist, was eine subjektive und objektive Eingliederungsfähigkeit der betroffenen Person voraussetzt (Urteile des Bundesgerichts 9C_754/2014 vom 11. Juni 2015 E. 5.3, 9C_623/2014 vom 18. Februar 2015 E. 5.2 und 8C_664/2013 vom 25. März 2014 E. 2).
7.3
Ist eine Rentenherabsetzung oder –
aufhebung
absehbar, so ist in jedem Fall ein persönliches Gespräch mit der versicherten Person zu führen. Allfällige
Wieder
eingliederungsmassnahmen
sind ihr aufzuzeigen und im Weiteren mit ihr zu planen (
Rz
1004.2 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherun
gen, BSV, über die
Schlussbestimmung
en der Änderung vom 18. März 2011 des IVG, KSSB). Eine Aufhebung der Rente kann
demgemäss
nicht ohne weiteres verfügt werden, sondern lediglich dann, wenn die IV-Stelle
Eingliederungs
massnahmen
an die Hand nimmt oder eine allfällige Verweigerung dokumen
tiert ist.
7.4
Nachdem sich 2012 eine Rentenaufhebung gestützt auf
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG 6. IV-Revision abgezeichnet hatte, wurde
die Beschwerdeführerin
durch die
Be
schwerdegegnerin
weisungsgemäss
in einem persönlichen Informationsgespräch am
1. Juni
2012
ausdrücklich auf die Möglichkeiten von
Massnahmen
zur Wie
dereingliederung
aufmerk
aufmerksam gemacht. Dabei hat
die Beschwerdefüh
rerin
darauf verzichtet und mitgeteilt, dass
sie
den Entscheid nicht akzeptieren könne und Einwand erheben werde
(Urk. 7/85 S. 3 f.)
. Eine vorgängige Prüfung ist
demgemäss
erfolgt, wobei sich
die Beschwerdeführerin
allerdings als nicht eingliederungswillig erwiesen hat
beziehungsweise auch aktenkundig ist, dass sie seit 2010 als Büroangestellte bei der Firma
K._
in einem 50%-Pensum beschäftigt ist
(vgl. Urk. 7/85 S 1)
.
Schliesslich
wurde die Be
schwerdeführerin mit Vorbescheid vom 10. November 2015
(nochmals)
darauf hingewiesen, dass, sofern sie im Rahmen der Schlussbestimmungen 6a
Einglie
derungsmassnahmen
wünsche, sie sich
bei der Beschwerdegegnerin
melden solle (Urk. 7/138 S. 3)
.
Im Übrigen hat der Entscheid über die Rentenreduktion bzw.-
aufhebung
ge
mäss
SchlB
IVG 6. IV-Revision ohnehin vor der Durchführung allfälliger
Wie
dereingliederungsmassnahmen
gemäss
Art. 8
a
IVG zu ergehen (Urteil des Bun
desgerichts 8C_125/2015 vom 26. Juni 2015 E.
5)
.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
8.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie de
r
unterliegenden Beschwerdeführer
in aufzuerle
gen
.