Decision ID: ff601046-6565-44bb-accb-5b84a68e6357
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ war Geschäftsführerin der B._ GmbH in C._ und dadurch bei der
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen Unfälle
versichert, als sie am 20. Januar 2007 als Beifahrerin in einem Auto einen
Verkehrsunfall erlitt (UV-act. 1). Anlässlich der Erstbehandlung im Krankenhaus D._
wurde eine HWS-Distorsion und eine Sternumprellung diagnostiziert (UV-act. 4). Die
Suva erbrachte in der Folge Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen. Im Nachgang
zum Untersuchungsbericht des Kreisarztes Dr. med. E._, Facharzt für Chirurgie, vom
2. September 2008 (UV-act. 126) verfügte die Suva am 24. September 2008 die
Einstellung der Versicherungsleistungen und wies das Gesuch um eine Invalidenrente
sowie eine Integritätsentschädigung ab. Zur Begründung brachte sie vor, die von der
Versicherten „heute“ geklagten Beschwerden seien organisch nicht nachweisbar und
stellten keine adäquaten Unfallfolgen dar (UV-act. 135). Die dagegen erhobene
Einsprache vom 24. Oktober 2008 (UV-act. 140) wies die Suva am 31. August 2009 ab
(UV-act. 151). Die Beschwerde der Versicherten vom 30. September 2009 (UV-act. 154)
hiess das Versicherungsgericht mit Entscheid vom 6. Juli 2011, UV 2009/97,
dahingehend gut, dass der Einspracheentscheid vom 31. August 2009 aufgehoben und

die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im Sinn der Erwägungen an die Suva
zurückgewiesen wurde. Es hielt dafür, im September 2008 sei noch nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt gewesen, dass von der Fortführung der
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der
Versicherten mehr habe erwartet werden können (siehe hierzu sowie zum
massgebenden Sachverhalt UV-act. 197).
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A.b Am 9. Dezember 2011 erhielt die Suva den Bericht des Zentrums F._ vom 23.
Juni 2009. Die dortigen medizinischen Fachpersonen hatten die Versicherte am 17.
Juni 2009 (UV-act. 208) untersucht. Sie gelangten zum Schluss, die einzige bisher
bekannte Therapie mit anhaltendem positivem Effekt bestehe aus einer funktionellen
percutanen Rhizotomie der Innervation der betreffenden Facettengelenke nach
vorheriger Austestung durch diagnostische Blockaden nach ISIS-Richtlinien. Die
Versicherte wolle sich das Ganze zunächst überlegen (UV-act. 209). Der behandelnde
Dr. med. G._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, berichtete am 8. März 2012 über
den Verlauf der von ihm seit 16. Oktober 2008 durchgeführten Behandlung. Unter dem
Eintrag für den 1. Juli 2009 hatte er vermerkt, die Versicherte habe sich nicht für die
infiltrative Behandlung entschliessen können. Anlässlich der zuletzt erfolgten
Untersuchung vom 20. Februar 2012 habe sich das Beschwerdebild unverändert
gezeigt. Die Symptome seien permanent vorhanden, unter medizinischer Therapie
jedoch erträglicher. Die Frage, wann der medizinische Endzustand erreicht gewesen
sei, könne er nicht beantworten. Die Arbeitsfähigkeit der Versicherten sei ab 16.
Oktober 2008 nicht mehr speziell bestimmt worden (UV-act. 216). Die Versicherte gab
im Schreiben vom 4. Juni 2012 an, sie sei nach dem 21. Juli 2008 weder in einer
psychiatrischen noch psychotherapeutischen Behandlung gewesen (UV-act. 222-2).
A.c Dr. med. H._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Abteilung
Versicherungsmedizin der Suva, äusserte sich in der Beurteilung vom 17. September
2012 zu den bisher durchgeführten Behandlungen. Es spreche mehr dafür als
dagegen, dass im Fall der Versicherten psychische Krankheitsfaktoren im Sinn einer
dysfunktionalen Krankheitsbewältigung in entscheidendem Ausmass mit zur
Aufrechterhaltung des subjektiven Leidens und der beklagten Beschwerden beitragen
würden. Die adäquate Behandlung hierfür wäre eine Psychotherapie. Dabei ginge es
neben der Identifikation relevanter psychischer Krankheitsanteile auch um die
Entwicklung einer adäquaten Schmerzbewältigung. Die bisher durchgeführten
Behandlungsbemühungen, die vorrangig auf der langzeitigen Gabe von nicht-
steroidalen Antirheumatika und schwach wirksamen pflanzlichen Beruhigungsmitteln
beruht hätten, stellten keine adäquate Therapie für die Beschwerden der Versicherten
dar. Dr. H._ empfahl eine Behandlung in der Abteilung für psychotherapeutische
Neurologie der Kliniken I._ (UV-act. 225).
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A.d Vom 20. Februar bis 10. April 2014 befand sich die Versicherte zur stationären
neurologisch-psychotherapeutischen Behandlung in den Kliniken I._. Die dort
behandelnden medizinischen Fachpersonen diagnostizierten eine chronische
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) bei
Zustand nach HWS-Distorsion im Rahmen eines Verkehrsunfalls (ICD-10: S13.4) mit
rezidivierenden Cephalgien (ICD-10: G44.8) sowie Cervikalgien (ICD-10: M53.1) und
eine mittelgradig depressive Episode mit erheblichem Rückzugsverhalten. Bei Austritt
habe sich der neurologische Untersuchungsbefund „erwartungsgemäss“ unverändert
gezeigt. Psychopathologisch habe sich eine deutliche Remission des depressiven
Syndroms mit Verbesserung des Antriebs gezeigt. Der Versicherten wurde die
Aufnahme einer ambulanten Psychotherapie sowie die Fortführung von Sport und
Bewegung sowie der erlernten Übungen empfohlen. Nach einer ambulanten
Konsolidierungsphase von ca. 3 bis 5 Monaten erachteten die medizinischen
Fachpersonen der Kliniken I._ eine erneute stationäre Behandlungsphase für sinnvoll
(Entlassungsbericht vom 23. April 2014, UV-act. 274; zum Verlängerungsantrag vom
25. Februar 2014 siehe UV-act. 271). Dr. med. J._, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, Leiterin des Versicherungspsychiatrischen Dienstes der Suva,
vertrat in der Beurteilung vom 20. Juni 2014 die Auffassung, aus
versicherungspsychiatrischer Sicht sei die Wahrscheinlichkeit einer namhaften
Besserung und einer mindestens anteiligen Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit
zumindest so gross, dass die Behandlungsempfehlung gemäss Entlassungsbericht der
Kliniken I._ umgesetzt werden sollte (UV-act. 280).
A.e Dr. med. G._ jr., Facharzt FMH Allgemeine Medizin, überwies die Versicherte am
12. Juli 2014 zur ambulant psychiatrischen Behandlung an Dr. med. K._, FMH
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, (UV-act. 290). Dieser diagnostizierte
anlässlich des Erstgesprächs mit der Versicherten vom 1. September 2014 eine
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig, mit somatischem Syndrom (ICD-10:
F32.11) bei chronischer Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(ICD-10: F45.41) bei Status nach Verkehrsunfall am 20. Januar 2007. Die Versicherte
habe keine weitere Behandlung durch ihn gewünscht, nachdem es ihr nach der
Konsultation sehr schlecht ergangen sei (Bericht vom 8. September 2014, UV-act. 294).
In der Folge nahm die Versicherte eine ambulante Behandlung bei L._, Facharzt FMH
für Psychiatrie und Psychotherapie, auf. Der behandelnde Psychiater berichtete am 17.
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März 2015, die Versicherte leide an einer chronischen Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) bei Zustand nach HWS-
Distorsion im Rahmen eines Verkehrsunfalls mit rezidivierenden Cephalgien (ICD-10:
G44.8) sowie Cervicalgien (ICD-10: M53.1) und an einer leichten depressiven Episode
mit erheblichem Rückzugsverhalten (ICD-10: F32.0). Des Weiteren äusserte er den
Verdacht auf eine sonstige andauernde Persönlichkeitsänderung bei anhaltendem
chronischem Schmerzsyndrom nach Unfall 2007 (ICD-10: F62.8). Die Versicherte habe
sich kooperativ und motiviert gezeigt, die in der Therapie erlernten Strategien, Übungen
und Unterstützungsmöglichkeiten in die Praxis umzusetzen, wobei aber deutlich
geworden sei, dass sich im grundlegenden Habitus klagsamer Gedrücktheit und
Resignation, der beeinträchtigenden Beschwerden wie Kopf- und Nackenschmerzen,
Schwindel, Schlafproblemen und der ausgeprägten Stress- und
Belastungsvulnerabilität nur geringfügige Veränderungen gezeigt hätten, aber im
Wesentlichen eine chronifizierte, persistierende Symptomatik imponiert habe. Eine
Etablierung einer wiederverwertbaren Arbeitsfähigkeit sei angesichts des chronifizierten
Krankheitsbilds wohl kaum realisierbar (UV-act. 303).
A.f Vom 15. April bis 6. Mai 2015 befand sich die Versicherte erneut zur stationären
Behandlung in den Kliniken I._. Im Rahmen der Therapie sei es zu einer
Verminderung der Dauer und Intensität der Kopfschmerzen gekommen. Die Versicherte
habe berichtet, insgesamt sehr gut vom Aufenthalt profitiert zu haben.
Psychopathologisch habe sich die Stimmung aufgehellt gezeigt und die affektive
Schwingungsfähigkeit gebessert. Die medizinischen Fachpersonen der Kliniken I._
empfahlen eine weitere „haus- und nervenärztliche“ Behandlung, sportliche Aktivitäten
sowie Psychotherapie. Zum Erhalt der sozialen Teilhabe sowie zur Vermeidung
depressiver Einbrüche empfahlen sie in einem Jahr die Prüfung der Indikation einer
erneuten vollstationären, integriert neurologischen und psychotherapeutischen
Behandlungsmassnahme (Entlassungsbericht vom 6. Mai 2015, UV-act. 303).
A.g Med. pract. M._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und med.
pract. N._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH und für Neurologie
FMH, Abteilung Versicherungsmedizin der Suva, gelangten in der psychiatrischen
Aktenbeurteilung vom 6. Oktober 2015 zur Ansicht, das 2014 noch gesehene
Verbesserungspotential sei inzwischen ausgeschöpft, da eine erhebliche
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Chronifizierung sowohl von den medizinischen Fachpersonen der Kliniken I._ als
auch vom behandelnden Psychiater beschrieben werde. Aus
versicherungspsychiatrischer Sicht sei die Wahrscheinlichkeit einer namhaften
Besserung mit zumindest Wiederherstellung einer Teilleistungsfähigkeit bei
langjährigem Krankheitsverlauf und erheblicher Chronifizierung minimal (UV-act. 311).
Mit Verfügung vom 9. Dezember 2015 ordnete die Suva an, die
Versicherungsleistungen würden „per sofort“ eingestellt. Das Gesuch um weitere
Geldleistungen in Form einer Invalidenrente oder einer Integritätsentschädigung wies
sie ab. Sie machte geltend, es fehle zwischen den noch geklagten, organisch nicht
hinreichend nachweisbaren Beschwerden und dem Unfallereignis vom 20. Januar 2007
ein adäquater Kausalzusammenhang (UV-act. 312).
A.h Dagegen erhob die Versicherte am 12. Januar 2016 Einsprache. Sie beantragte
darin im Sinn einer vorsorglichen Massnahme die umgehende Bewilligung einer
weiteren stationären Rehabilitation in den Kliniken I._. Die Einstellungsverfügung sei
aufzuheben und die gesetzlichen Geldleistungen seien weiterhin auszurichten
(insbesondere Taggeld, eventuell Rente und Integritätsentschädigung; UV-act. 315).
Die Suva wies die Einsprache ab (Einspracheentscheid vom 5. Februar 2016, UV-act.
318).
B.
B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 5. Februar 2016 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 10. März 2016. Die Beschwerdeführerin beantragt darin dessen
Aufhebung. Eventuell sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die gesetzlichen
Leistungen über den 30. September 2008 festzulegen und auch über den 31.
Dezember 2014 hinaus zu erbringen, insbesondere Heilungskosten und Taggelder,
eventuell auch Rente und Integritätsentschädigung; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Des Weiteren beantragt die Beschwerdeführerin die
Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung. In formeller Hinsicht rügt sie, die
Verfügung vom 9. Dezember 2015 sei qualifiziert mangelhaft. Sie unterscheide nicht in
Begründung und Dispositiv. Es fehlten zudem notwendige Angaben, wie das genaue
Datum der Leistungseinstellung. Diese Mangelhaftigkeit sei durch den
Einspracheentscheid nicht korrigiert worden. Materiell bringt die Beschwerdeführerin
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im Wesentlichen vor, die ärztliche Behandlung könne als noch nicht abgeschlossen
betrachtet werden. Die Adäquanzfrage sei verfrüht und falsch geprüft worden (act. G
1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 15. April 2016
die Abweisung der Beschwerde. Die Einwände zur Verfügung vom 9. Dezember 2015
seien schon deshalb unbeachtlich, weil nicht diese, sondern der Einspracheentscheid
vom 5. Februar 2016 Anfechtungsobjekt des vorliegenden Prozesses sei. Dieser sei
rechtsgenüglich begründet. Der medizinische Endzustand sei per 9. Dezember 2015
erreicht gewesen. Das Unfallereignis vom 20. Januar 2007 habe seine kausale
Bedeutung per 9. Dezember 2015 gänzlich verloren. Die erfolgte Leistungseinstellung
sei somit bereits mangels natürlicher Unfallkausalität der anhaltenden Beschwerden
gerechtfertigt. Des Weiteren fehle auch die adäquate Unfallkausalität (act. G 3).
B.c Die Beschwerdeführerin hat in der Replik vom 20. Juni 2016 unverändert an der
Beschwerde festgehalten (act. G 7).
B.d In der Duplik vom 9. August 2016 hält die Beschwerdegegnerin an der
beantragten Beschwerdeabweisung fest (act. G 9).
B.e Die Beschwerdeführerin hat am 1. Februar 2017 mitgeteilt, dass sie am Antrag um
Durchführung einer mündlichen Verhandlung nicht festhalte (act. G 11).
Erwägungen
1.
Zunächst ist der Anfechtungs- und Streitgegenstand des vorliegenden
Beschwerdeverfahrens zu bestimmen.
1.1 In der dem Einspracheentscheid zugrunde liegenden Verfügung vom 9. Dezember
2015 wies die Beschwerdegegnerin die Gesuche um eine Invalidenrente und eine
Integritätsentschädigung ausdrücklich ab. Die Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen
stellte sie „per sofort“ ein (UV-act. 312-2). Im angefochtenen Einspracheentscheid wies
die Beschwerdegegnerin die Einsprache ab (UV-act. 315-24).
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1.2 Der Einspracheentscheid tritt an die Stelle der anfänglichen Verfügung; nur er kann
Anfechtungsobjekt der Beschwerde sein (und nicht die diesem zugrunde liegende
Verfügung). Das gilt auch dann, wenn dessen Dispositiv lautet: "Die Einsprache wird
abgewiesen". Das Dispositiv der ursprünglichen Verfügung gilt dann als
Einspracheentscheid. Dies gilt allerdings nur im Umfang des durch die Einsprache
bestimmten Streitgegenstands; soweit die Verfügung nicht angefochten war und
deshalb in (Teil-) Rechtskraft erwachsen ist, bleibt sie bestehen (HANSJÖRG SEILER,
Rechtsfragen des Einspracheverfahrens in der Sozialversicherung [Art. 52 ATSG], in:
René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2007, St.
Gallen 2007, S. 100 mit Hinweisen).
1.3 Vorliegend bilden daher sowohl die Einstellung der Taggeldleistungen und der
Heilbehandlung als auch die Ansprüche der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente
und Integritätsentschädigung Anfechtungs- und Streitgegenstand, was von den
Parteien anerkannt wird. Sie gehen mit Blick auf den Gegenstand der
Taggeldleistungen davon aus, die Frage, wie sich der Taggeldanspruch im Einzelnen
ab 30. September 2008 bis zur Leistungseinstellung masslich zusammensetze, sei
nicht Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens. Bezüglich des
masslichen Umfangs des Taggeldanspruchs müsse bei Uneinigkeit eine separate
anfechtbare Verfügung ergehen (act. G 3, Rz 5.1, und act. G 7 Rz 43). Die
Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin formlos, aber unterdessen dennoch
rechtskräftig Taggeldleistungen zugesprochen und diese bis 30. September 2008
ausgerichtet. Per 9. Dezember 2015 hat sie diese nun eingestellt bzw. den
Taggeldanspruch revisionsweise aufgehoben. Weder die Verfügung vom 9. Dezember
2015 noch der angefochtene Einspracheentscheid enthalten indessen Ausführungen
zur für den Taggeldanspruch der Beschwerdeführerin im Zeitraum vom 1. Oktober
2008 bis zum 9. Dezember 2015 (siehe hierzu nachstehende E. 2.1) massgebenden
Sachverhaltsentwicklung. Insbesondere fehlt es an einer lückenlosen Dokumentation
des Verlaufs der Arbeitsunfähigkeit und es kann nicht beurteilt werden, ob die
rechtskräftigen Taggeldleistungen bereits vor der angeordneten Aufhebung hätten
revisionsweise angepasst werden müssen. Der Sachverhalt erweist sich damit
bezüglich allfälliger Anpassungen des Taggeldanspruchs in der Zeit ab 1. Oktober 2008
als noch nicht spruchreif. Die Sache ist daher zur Abklärung der für den
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Taggeldanspruch massgebenden Sachverhaltsentwicklung ab 1. Oktober 2008 und zur
entsprechenden Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
2.
Die Beschwerdeführerin rügt, die Verfügung vom 9. Dezember 2015 sei „qualifiziert“
mangelhaft. Sie unterscheide schon nicht in Begründung und Dispositiv und sie
enthalte notwendige Angaben, wie das genaue Datum der Leistungseinstellung, nicht.
Die Wendung „per sofort“ sei zu ungenau. Die Verfügung sei zudem materiell
ungenügend begründet. Im Einspracheverfahren sei sie weder korrigiert noch mit den
„notwendigen Essentialia“ hinreichend ergänzt worden (act. G 1, Rz 19, und G 7, Rz
44).
2.1 Vorweg ist zu bemerken, dass die Beschwerdeführerin nicht - zumindest nicht
ausdrücklich - den Standpunkt vertritt, die Verfügung vom 9. Dezember 2015 sei
nichtig. Ein schwerer Mangel, der eine ausnahmsweise Nichtigkeit zu begründen
vermag (vgl. hierzu Urteil des Bundesgerichts vom 27. Mai 2015, 9C_95/2015, E. 5.2.1),
liegt denn auch nicht vor. Zwar hat die Beschwerdegegnerin hinsichtlich des
Einstellungszeitpunkts auf eine kalendarische Angabe verzichtet. Sie hat indessen mit
der Wendung „per sofort“ einen hinreichend klaren Einstellungszeitpunkt genannt. Wie
jede Rechtshandlung ist auch dieses Verfügungsdispositiv auszulegen. Mit der
Wendung „per sofort“ steht einerseits fest, dass der Einstellungszeitpunkt nicht
rückwirkend vor Verfügungserlass angeordnet wurde (UV-act. 312-2). Der in der
Verfügung vom 9. Dezember 2015 angeordnete Entzug der aufschiebenden Wirkung
einer allfälligen Einsprache und die „per sofort“ angeordnete Leistungseinstellung
können vorliegend nur dahingehend verstanden werden, dass der frühestmögliche
Zeitpunkt, nämlich die Anordnung der Einstellung und damit der Verfügungserlass
gemeint ist. Dies deckt sich mit der Rechtsprechung des Bundesgerichts (siehe anstatt
vieler etwa Urteile des Bundesgerichts vom 2. Juni 2009, 8C_427/2008, lit. A am
Schluss und E. 1, und vom 25. Mai 2012, 8C_314/2012, lit. A.a und E. 1.2.2). Auch
wenn eine Kalenderangabe der besseren Klarheit halber vorzuziehen wäre, stellt die
blosse Verwendung des Begriffs „per sofort“ vorliegend keinen Begründungsmangel,
geschweige denn einen Nichtigkeitsgrund dar. Zu ergänzen bleibt, dass die
Beschwerdeführerin im Einspracheverfahren bezüglich der Bestimmtheit des
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Einstellungszeitpunkts noch keine Mängel vorbrachte (UV-act. 315) und die
Beschwerdegegnerin diesen im Einspracheentscheid mit der Formulierung „per
verfügtem Datum“ verdeutlichte (UV-act. 318-5).
2.2 Soweit die Beschwerdegegnerin die Verfügung als mangelhaft begründet
betrachtet und damit eine Gehörsverletzung vorbringt (act. G 1, Rz 19), erübrigen sich
Weiterungen. Denn allfällige Begründungsmängel können durch den angefochtenen
Einspracheentscheid als geheilt gelten (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 30. Mai
2008, 8C_549/2007, E. 6.3). In Auseinandersetzung mit den Standpunkten der
Beschwerdeführerin hat die Beschwerdegegnerin darin trotz der ausschweifenden
generell-abstrakten Ausführungen rechtsgenüglich unter Einbezug der einschlägigen
Rechtsprechung die entscheidrelevanten Überlegungen im konkret zu beurteilenden
Fall - wenn auch teilweise bloss knapp - transparent gemacht (siehe etwa UV-act. 318,
Rz 5b, Rz 7b am Schluss, Rz 7e am Schluss, Rz 7f und Rz 8c ff.).
3.
In materieller Hinsicht ist zunächst die Rechtmässigkeit der Einstellung der
Heilbehandlungsleistungen gemäss Art. 10 des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) zu prüfen.
3.1 Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des UVG und der
Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss
Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 werden
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben,
und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach
bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden daher die bis 31. Dezember 2016 gültigen
Bestimmungen Anwendung.
3.2 Mit dem Rentenbeginn fällt u.a. die Heilbehandlung (Art. 10 UVG) dahin (Art. 19
Abs. 1 Satz 2 UVG). Der (definitive) Rentenanspruch entsteht, wenn von der
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und
allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind
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(Art. 19 Abs. 1 Satz 1 UVG). Wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung
keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der Versicherten Person mehr
zu erwarten ist, der Entscheid der IV über die berufliche Eingliederung jedoch erst
später gefällt wird, entsteht vom Abschluss der ärztlichen Behandlung an ein Anspruch
auf eine (Übergangs-)Rente (Art. 19 Abs. 3 UVG i.V.m. Art. 30 Abs. 1 UVV). Die
verunfallte Person hat damit solange einen Anspruch auf Heilbehandlung im Sinn von
Art. 10 UVG, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte
Besserung des Gesundheitszustands erwartet werden kann (BGE 140 V 132 E. 2.2;
Urteile des Bundesgerichts vom 28. Januar 2014, 8C_616/2013, E. 3.1.1, und vom 2.
Mai 2014, 8C_888/2013, E. 4.1; siehe auch BGE 134 V 115 E. 4.2 und E. 5) bzw. der
Rentenanspruch nach Art. 19 Abs. 1 oder Art. 19 Abs. 3 UVG zu prüfen ist.
3.3 Ob eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands noch erwartet werden
kann, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung
oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt
ist. Die Verwendung des Begriffs „namhaft“ in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht
demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinn von Art. 10
Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss (BGE 134 V 115 E. 4.3). Weder
eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der
ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen - wie etwa einer Badekur -
zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen einen Anspruch auf
deren Durchführung (Urteil des Bundesgerichts vom 2. Mai 2014, 8C_888/2013, E. 4.1
mit Hinweisen). Ergänzend ist zu bemerken, dass nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung psychische Leiden, die unter die sogenannte Psychopraxis fallen
(BGE 115 V 133), keinen „Grund für einen Aufschub des Fallabschlusses“ darstellen.
Hingegen könne bei Massgeblichkeit der Schleudertraumapraxis der Fall erst
abgeschlossen werden, wenn insgesamt keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands mehr zu erwarten sei (Urteil des Bundesgerichts vom 29. April
2015, 8C_892/2015, E. 4.1).
3.4 Vorliegend kann offen bleiben, ob das depressive Leiden Ausfluss des HWS-
Leidens oder davon unabhängig ist. Denn selbst wenn davon ausgegangen würde,
dass dessen ärztliche Behandlung für die Beurteilung einer namhaften
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Besserungsmöglichkeit des Gesundheitszustands von Relevanz wäre, änderte dies
nichts, wie sich nachfolgend ergibt.
3.4.1 Der behandelnde Psychiater stellte sich im Bericht vom 17. März 2015 auf den
Standpunkt, die „Etablierung einer wiederverwertbaren Arbeitsfähigkeit“ sei angesichts
des beschriebenen und chronifizierten Krankheitsbildes der Patientin wohl kaum
realisierbar. Des Weiteren mahnte er zu Zurückhaltung gegenüber der von den Kliniken
I._ geweckten Hoffnungen auf einen besseren Gesundheitszustand (UV-act. 303).
Aus dieser Beurteilung ergeben sich keine Anhaltspunkte auf ärztliche
Therapieoptionen, von denen eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu erwarten gewesen wären.
3.4.2 Im Entlassungsbericht vom 6. Mai 2015 empfahlen die medizinischen
Fachpersonen der Kliniken I._ eine „weitere haus- und nervenärztliche Behandlung,
sportliche Aktivitäten sowie Psychotherapie“ (UV-act. 303/1, S. 7). Sportliche
Aktivitäten stellen keine ärztliche Behandlung im Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG dar.
Hinsichtlich der übrigen Empfehlungen fehlt es an näheren Ausführungen. Hinweise,
dass sich die Arbeitsfähigkeit dadurch steigern liesse, ergeben sich nicht. Vielmehr
deutet die zusätzliche Empfehlung, es sei in einem Jahr die Indikation für eine erneute
vollstationäre, integriert neurologische und psychotherapeutische
Behandlungsmassnahme zum Erhalt der sozialen Teilhabe sowie zur Vermeidung
depressiver Einbrüche (UV-act. 303/1, S. 7) darauf hin, dass die
Behandlungsvorschläge der Aufrechterhaltung des verbliebenen Gesundheitszustands
dienen bzw. diesen vor einer weiteren Verschlechterung bewahren sollen. Die von der
Beschwerdeführerin in Anspruch genommene regelmässige psychotherapeutische
Behandlung erachteten die medizinischen Fachpersonen der Kliniken I._ im Übrigen
als sinnvoll, „um den erreichten Zustand langfristig zu stabilisieren“ (UV-act. 303/1, S.
6). Eine konkrete, kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf eine namhafte
Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung lässt sich in
den Empfehlungen nicht erkennen.
3.4.3 Soweit die Beschwerdeführerin auf ausgebliebene berufliche
Integrationsbemühungen hinweist (act. G 1, Rz 23), legt sie weder dar noch ist
ersichtlich, inwiefern es sich dabei um eine ärztliche Massnahme und nicht um eine für
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die vorliegende Frage nicht relevante berufliche Eingliederungsmassnahme handelt.
Unklar bleibt, was die Beschwerdeführerin aus ihren Ausführungen zu ihrer
zurückliegenden Behandlungsbiografie (act. G 1, Rz 24) für die Frage nach einem im
Zeitpunkt vom 9. Dezember 2015 bestehenden Therapiepotenzial ableiten will.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist sodann für die Einstellung der
vorübergehenden Leistungen nicht erforderlich, dass keine Behandlungsbedürftigkeit
mehr vorliegt bzw. sie von den Unfallfolgen geheilt ist (zur von der Beschwerdeführerin
bemängelten fehlenden Heilung siehe act. G 1, S. 9 oben). Entscheidend für die
Beurteilung der Leistungseinstellung sind ausschliesslich ärztliche Behandlungen, die
eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit erwarten lassen.
3.4.4 In Anbetracht der Stellungnahmen des behandelnden Psychiaters und der
medizinischen Fachpersonen der Kliniken I._ ist nicht zu beanstanden, dass die med.
pract. M._ und N._ zur Auffassung gelangten, aus versicherungspsychiatrischer
Sicht könne von weiteren medizinischen Behandlungsmassnahmen nicht mehr mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit eine wesentliche Befundverbesserung mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erwartet werden (Beurteilung vom 6. Oktober 2015,
UV-act. 311). Auf weitere Abklärungen - wie sie etwa die Beschwerdeführerin beantragt
(act. G 1, Rz 25) - kann daher verzichtet werden, zumal davon keine neuen
Erkenntnisse zu erwarten sind. Die Einstellung der vorübergehenden
Heilbehandlungsleistungen per 9. Dezember 2015 erweist sich damit nicht als verfrüht.
Ein treuwidriges Verhalten der Beschwerdegegnerin (zum entsprechenden Vorwurf der
Beschwerdeführerin siehe act. G 7, Rz 60) ist nicht erkennbar. Die Ausrichtung von
vorübergehenden Leistungen ist keine Vertrauensbasis für weitere Leistungen, wenn
deren Anspruchsvoraussetzungen - wie vorliegend - nicht mehr erfüllt sind (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 31. Oktober 2016, 8C_430/2016, E. 4 bezüglich Taggelder).
4.
Des Weiteren umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin.
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4.1 Ist die versicherte Person infolge des Unfalls zu mindestens 10% invalid (Art. 8
ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist
gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (zum Begriff der Erwerbsunfähigkeit siehe Art.
7 Abs. 1 und 2 ATSG). Die Invalidenrente beträgt bei Vollinvalidität 80% des
versicherten Verdienstes; bei Teilinvalidität wird sie entsprechend gekürzt (Art. 20 Abs.
1 UVG; zur Entstehung des Rentenanspruchs siehe vorstehende E. 3.2).
4.2 Ob die von der Beschwerdeführerin geklagten organisch nicht nachweisbaren
Unfallfolgen (zu den Leiden siehe UV-act. 303/1, S. 1) eine aus objektiver Sicht nicht
überwindbare Erwerbsunfähigkeit begründen (Art. 7 Abs. 2 ATSG), kann ebenso wie
deren umstrittene natürliche Unfallkausalität offen bleiben, da jedenfalls die adäquate
Unfallkausalität vorliegend zu verneinen ist (siehe nachstehende E. 4.3 ff.).
Diesbezüglich kann offen bleiben, ob die Adäquanzprüfung gemäss BGE 134 V 109
oder BGE 115 V 133 zu erfolgen hätte, da selbst wenn auf die für die
Beschwerdeführerin günstigere Variante (BGE 134 V 109) abgestellt würde, kein
anderes Ergebnis resultiert.
4.3 Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ist nach der
Schleudertrauma-Praxis im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende
Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit zukommt. Dies
trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten
ernsthaft ins Gewicht fällt. Bei der Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis
anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - zwischen
banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, schweren Unfällen anderseits und
schliesslich dem dazwischen liegenden mittleren Bereich unterschieden wird. Während
der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne weiteres
bejaht und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage der
Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht aufgrund des Unfallgeschehens
allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv erfassbare Umstände, die
unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte
Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Je nachdem, wo
im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser
Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des
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adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen
werden (BGE 134 V 126 E. 10.1). Die in die Adäquanzbeurteilung einzubeziehenden
Kriterien lauten: besonders dramatische Begleitumstände oder besondere
Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen
Verletzungen; fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; erhebliche
Beschwerden; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich
verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; erhebliche
Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen (BGE 134 V 130 E. 10.3). Wie
die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführt und worauf verwiesen wird (act. G 3, Rz
5.6a), besteht vorliegend kein Grund, von diesem Adäquanzschema abzuweichen (zum
anderslautenden Standpunkt der Beschwerdeführerin siehe act. G 1, Rz 29 f., und act.
G 7, Rz 67). Ein langjähriger Bezug von vorübergehenden Leistungen begründet weder
einen Vertrauensschutz auf weitere Leistungen, insbesondere Dauerleistungen, noch
ein Abweichen von den einschlägigen Adäquanzschemata (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 31. Oktober 2016, 8C_430/2016, E. 4 und E. 7.1).
4.4 Beim Heckauffahrunfallereignis vom 20. Januar 2007 war die Beschwerdeführerin
angegurtet (UV-act. 11-1). Die Gurtstraffer und der Airback seien ausgelöst worden
(UV-act. 1). Im Rahmen einer typischen Auffahrkollision erlitt sie eine Distorsion der
HWS sowie eine Sternumkontusion (UV-act. 4 und UV-act. 11-2; vgl. zum
Unfallhergang UV-act. 1). Äussere Verletzungen waren nicht aufgetreten (UV-act. 6).
Der Sachverständige für Kraftfahrzeugschäden und -bewertungen umschrieb im
Gutachten vom 23. Januar 2007 die Einwirkung auf das Auto, in dem die
Beschwerdeführerin beim Unfall gesessen hatte, als einen längsaxialen Anstoss gegen
das Fahrzeugheck. Dadurch seien die hintere Stossstange, die Heckklappe, die
Zugvorrichtung, das Abschlussblech, der Kofferboden und diverse kleinere Anbauteile
beschädigt worden. Die Reparaturkosten wurden auf EUR 5‘093.21 veranschlagt (UV-
act. 8). Im Rahmen einer biomechanischen Kurzbeurteilung vom 5. Juli 2007 wurde die
kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (delta-v) auf 10 bis 15 km/h geschätzt.
Angesichts dieser Verhältnisse ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
das Unfallereignis als mittelschwer im Grenzbereich zu leicht im Sinn der von ihr
zutreffend wiedergegebenen Rechtsprechung qualifiziert hat (UV-act. 318, Rz 7a). Die
Adäquanz eines Kausalzusammenhanges wäre demnach nur dann zu bejahen, wenn
eines der relevanten Adäquanzkriterien in besonders ausgeprägter oder mehrere dieser
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Kriterien in gehäufter Weise erfüllt wären (vgl. anstatt vieler Urteil des Bundesgerichts
vom 27. Dezember 2012, 8C_411/2012, E. 4.1).
4.5 Das Unfallereignis vom 20. Januar 2007 (siehe hierzu vorstehende E. 4.4) war
weder von besonders dramatischen Umständen oder einer besonderen
Eindrücklichkeit begleitet. Dies wird von der Beschwerdeführerin nicht substanziiert
bestritten (act. G 1, Rz 31).
4.6 Zu prüfen ist weiter das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden
ärztlichen Behandlung bis zum Fallabschluss im Dezember 2015 (BGE 134 V 128 E.
10.2.3). Dieses Kriterium bedingt, gesamthaft betrachtet, eine kontinuierliche, mit einer
gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustands gerichtete
ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer. Blosse ärztliche
Verlaufskontrollen und Abklärungsmassnahmen sowie manualtherapeutische und
medikamentöse Behandlungen vermögen das Kriterium nicht zu erfüllen (Urteil des
Bundesgerichts vom 11. September 2013, 8C_62/2013, E. 8.3 mit Hinweis). Dieses
Kriterium ist vorliegend entgegen der Sichtweise der Beschwerdeführerin (act. G 1, Rz
35, und act. G 7, Rz 67f) nicht erfüllt. Die Beschwerdeführerin nahm im Wesentlichen
über die Jahre gesprächs-, physiotherapeutische, krankengymnastische,
ergotherapeutische und medikamentöse Behandlungsmassnahmen in Anspruch (siehe
etwa UV-act. 20, UV-act. 26-8, UV-act. 52, UV-act. 111-5 f., UV-act. 123, UV-act.
125-2 unten, UV-act. 216-1 und -4, UV-act. 222-2, UV-act. 225-4, UV-act. 235-1, UV-
act. 271-3, UV-act. 274-3, UV-act. 303/1, S. 6). Gegenüber intensiveren
therapeutischen Vorgehensweisen verhielt sie sich zurückhaltend und war der
Auffassung, dass Ruhe und Erholung ihr mehr helfen würden als aktive therapeutische
Konzepte (Beurteilung von Dr. med. O._, Chefarzt der Klinik Valens, vom 8. April
2008, UV-act. 111-5; ausführlich zum Therapieverhalten der Beschwerdeführerin siehe
nachstehende E. 4.8.1 f.).
4.7 Adäquanzrelevant können nur erhebliche Beschwerden sein, die in der Zeit
zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch bestanden
haben. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der
Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im
Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 128 E. 10.2.4). Die Schmerzen der Beschwerdeführerin
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sind zu einem erheblichen Teil belastungsabhängig (UV-act. 56-2, UV-act. 110-3, UV-
act. 126-2, UV-act. 274-3, UV-act. 294-3 [alles, was anstrengend sei, löse bei ihr sofort
starke Kopfschmerzen aus]; UV-act. 303/1, S. 3). In damit zu vereinbarender Weise
brach sie eineinhalb Jahre nach dem Unfall eine feste Schmerzmedikation zugunsten
einer Bedarfsmedikation ab (UV-act. 271-2). Im Haushalt führt die Beschwerdeführerin
leichte bis knapp mittelschwere Arbeiten durch (UV-act. 111-3; siehe zu den
Verrichtungen im Haushalt auch die ausführliche Darstellung in UV-act. 126-3). Über
kurze Strecken vermag sie ein Auto zu lenken (UV-act. 111-4 oben). Mit ihrem Gatten
mache sie drei bis fünf Mal pro Woche einen Spaziergang von mindestens einer Stunde
Dauer und spiele mit ihm abends während ein bis zwei Stunden Karten (UV-act. 126-3;
siehe zu den Alltagsaktivitäten und dem zusätzlichen morgendlichen Kartenspiel auch
UV-act. 294-2). Ferner bescheinigten die medizinischen Fachpersonen einen guten
Allgemeinzustand (siehe etwa UV-act. 271-2 und UV-act. 303/1, S. 4). Angesichts des
dargestellten doch noch recht aktiven Lebensalltags ist das Kriterium der erheblichen
Beschwerden zumindest nicht in einer ausgeprägten Form erfüllt. Dies gilt umso mehr,
als die Leiden erheblich belastungsabhängig sind.
4.8 Die Beschwerdeführerin bringt gestützt auf die Beurteilung von Dr. H._ vom 17.
September 2012 vor, das Kriterium der ärztlichen Fehlbehandlung sei erfüllt. Die
besondere Art der Verletzung sei während langer Zeit falsch behandelt worden, und die
notwendige Analgesie sei in doppelter Hinsicht falsch gewesen: erstens wegen einer
ungünstigen Wechselwirkung und zweitens wegen der Herbeiführung eines
medikamenteninduzierten Schmerzes und dessen Chronifizierung (act. G 1, Rz 33). Des
Weiteren verweist sie auf das aus ihrer Sicht ungenügende Care- und
Casemanagement (act. G 1, Rz 34). Dem kann nicht gefolgt werden, wie sich aus
nachstehenden Erwägungen ergibt.
4.8.1 Die Beurteilung von Dr. H._ vom 17. September 2012 enthält eine Prüfung
der verordneten Medikamentenkombination nach möglichen ungünstigen
Wechselwirkungen (UV-act. 225-3). Dabei gab er Empfehlungen für eine Anpassung
der Medikation ab. Aus seinem Bericht ergibt sich indessen nicht, zumindest nicht mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, dass durch die aus seiner
Sicht nicht optimale Medikamentenkombination eine erhebliche Verschlimmerung der
Unfallfolgen bei der Beschwerdeführerin hervorgerufen worden ist bzw. dass die
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möglichen Nebenwirkungen tatsächlich aufgetreten sind. Hinsichtlich seines
Hinweises, bei übermässigem Gebrauch könnten die nicht-steroidalen Analgetika (hier
Mefenaminsäure und Paracetamol) zu nicht zu vernachlässigenden Nebenwirkungen
führen (UV-act. 225-4), ist zu beachten, dass ein übermässiger Schmerzmittelkonsum
nicht aktenkundig ist. Vielmehr gab die Beschwerdeführerin gegenüber den
medizinischen Fachpersonen der Kliniken I._ an, dass sie eineinhalb Jahre nach dem
Unfall die „feste Medikation“ gegen Schmerzen, Schwindelsymptomatik und
Schlafstörungen abgesetzt habe. Seither habe sie nur eine Bedarfsmedikation (UV-act.
271-2; vgl. auch bezüglich Mefenaminsäure UV-act. 225-4). Des Weiteren ist von
Bedeutung, dass sich weder aus den Ausführungen der Beschwerdeführerin noch den
medizinischen Akten (siehe etwa die Entlassungsberichte der Kliniken I._ vom 23.
April 2014, UV-act. 274, und vom 6. Mai 2015, UV-act. 303/1, sowie die Berichte von
Dr. K._ vom 8. September 2014, UV-act. 294, oder Dr. L._ vom 17. März 2015, UV-
act. 303) ergibt, die geltend gemachte Fehlbehandlung habe zu einer erheblichen
Verschlimmerung der Unfallfolgen geführt. Ergänzend ist zu bemerken, dass die
Beschwerdeführerin entgegen der Empfehlung von Dr. H._ (UV-act. 225-3 f.)
weiterhin ein Johanniskrautpräparat einnimmt (UV-act. 303/1, S. 3 und S. 6).
4.8.2 Der Vorwurf der Beschwerdeführerin, das Care- und Casemanagement der
Beschwerdegegnerin sei ungenügend und mit einer ärztlichen Fehlbehandlung
vergleichbar (act. G 1, Rz 34), erweist sich als unbegründet. Die Beschwerdeführerin
nahm im Nachgang zum Unfall eine Therapie bei Dr. G._ in Anspruch (UV-act. 6). Die
Beschwerdegegnerin hielt bereits wenige Wochen nach dem Unfallereignis eine
kreisärztliche Untersuchung für „dringend“ angezeigt (UV-act. 9; zur kreisärztlichen
Untersuchung vom 27. Februar 2007 siehe UV-act. 11) und liess am 22. März 2007 ein
ambulantes Assessment in der Rehaklinik Bellikon durchführen, worin bereits von einer
drohenden Chronifizierung die Rede war und intensivere therapeutische, u.a.
stationäre, Massnahmen aufgezeigt wurden (UV-act. 26, insbesondere S. 3 f.). Im
Auftrag der Beschwerdegegnerin wurde am 23. August 2007 eine ergonomische
Arbeitsplatzabklärung durchgeführt (UV-act. 67). Die Beschwerdeführerin äusserte sich
allerdings schon früh zurückhaltend bis ablehnend gegenüber den empfohlenen
Behandlungsmassnahmen (UV-act. 30 und UV-act. 36) und brach Therapien von sich
aus ab (zum Abbruch der Physiotherapie siehe UV-act. 20 und UV-act. 26-8; zum von
ihr gewünschten Austritt aus der Klinik Valens siehe UV-act. 125 [zur dortigen im
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Auftrag der Beschwerdegegnerin erfolgten stationären Behandlung vom 25. Juni bis
14. Juli 2007 siehe UV-act. 52]; zur Ablehnung einer weiteren Therapie siehe auch die
Besprechung vom 2. September 2008, UV-act. 127). Die Abklärungsperson der
Rehaklinik Bellikon sprach von einer deutlichen Selbstlimitierungstendenz (UV-act. 20;
vgl. auch UV-act. 26-10 und zum Vermeidungsverhalten UV-act. 274-5). Aus
therapeutischer Sicht äusserte sich Dr. O._ am 8. April 2008 ausdrücklich kritisch zur
Skepsis der Beschwerdeführerin mit ihrer Vorstellung, dass die Erholung und
Entlastung die Mittel der Wahl seien (UV-act. 111-5). Allein aufgrund des gegenüber
einer Therapieintensivierung ablehnenden Verhaltens der Beschwerdeführerin zeigte er
eine Behandlungs- und Betreuungsmöglichkeit durch den Hausarzt auf (UV-act. 111-6;
zu den Behandlungsvorstellungen der Beschwerdeführerin siehe auch ihre
Ausführungen in UV-act. 125-1 und -2 unten). Die später von den medizinischen
Fachpersonen des Zentrums F._ empfohlene infiltrative Behandlung lehnte die
Beschwerdeführerin ebenfalls ab (Berichte des Zentrums F._ vom 23. Juni 2009, UV-
act. 208, und von Dr. G._ vom 8. März 2012, UV-act. 216; siehe auch vorstehende lit.
A.b). Vor diesem Hintergrund ist das Unterbleiben einer umfassenden Therapie
während der ersten Jahre nach dem Unfall auf das Verhalten der Beschwerdeführerin
zurückzuführen. Sie vermag deshalb daraus nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Daran
ändert nichts, dass es in der Folge zu Verzögerungen in der weiteren Fallbearbeitung
gekommen ist, zumal es obendrein an klaren Anhaltspunkten fehlt, dass die längere
Fallbearbeitung zu einer Verfestigung oder gar Verschlimmerung des
Gesundheitsschadens geführt hat.
4.9 Auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen darf nicht
schon aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der geklagten
Beschwerden geschlossen werden. Es bedarf besonderer Gründe, welche die
Genesung bis zum Fallabschluss beeinträchtigt oder verzögert haben. Der Umstand,
dass trotz verschiedener Therapien keine Beschwerdefreiheit erreicht werden konnte,
reicht allein nicht aus (Urteil des Bundesgerichts vom 11. September 2013,
8C_62/2013, E. 8.6 mit Hinweisen). Solche besonderen Gründe für die Bejahung des
Kriteriums bestehen hier nicht und ergeben sich auch nicht aus den Ausführungen der
Beschwerdeführerin zum „unzweckmässigen Care- und Casemanagement“ (act. G 1,
Rz 36; siehe zur daraus von der Beschwerdeführerin abgeleiteten Fehlbehandlung
vorstehende E. 4.8.1 f.). Es kann auf die in allen Punkten zutreffenden Ausführungen
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der Beschwerdegegnerin und auf die von ihr referenzierte Rechtsprechung verwiesen
werden (siehe hierzu UV-act. 318, Rz 7f.).
4.10 Was schliesslich das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz
ausgewiesener Anstrengungen anbelangt, hat das Bundesgericht präzisiert, nicht mehr
die Dauer der Arbeitsunfähigkeit solle massgebend sein, sondern eine erhebliche
Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte
Anstrengungen unternehme. Darin liege der Anreiz für die versicherte Person, alles
daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig zu werden. Gelinge es ihr trotz
solcher Anstrengungen nicht, sei ihr dies durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen.
Konkret müsse ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung so rasch als
möglich wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Derartige Anstrengungen
der versicherten Person könnten sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen
trotz allfälliger persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei sei auch der
persönliche Einsatz im Rahmen von medizinischen Therapiemassnahmen zu
berücksichtigen. Sodann könnten Bemühungen um alternative, der gesundheitlichen
Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in
der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in erheblichem Masse
arbeitsunfähig sei und solche Anstrengungen auszuweisen vermöge, könne das
Kriterium erfüllen (BGE 134 V 129 f. E. 10.2.7). Wie sich aus den Ausführungen zum
Therapieverhalten ergibt (siehe vorstehende E. 4.8.2), ist bei der Beschwerdeführerin
kein ausgeprägter Wille erkennbar, sich durch aktive Mitwirkung so rasch als möglich
wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Des Weiteren vermochte die
Beschwerdeführerin einen messbaren Arbeitseinsatz nach eigenen Angaben nicht zu
erzielen (UV-act. 74-1). Die vom Kreisarzt vorgeschlagene „Arbeitsumsetzung“ sei nicht
erfolgt (Protokoll vom 14. Oktober 2007 über eine Besprechung des Suva-Mitarbeiters
mit der Beschwerdeführerin und ihrem Ehemann vom 4. Oktober 2007, UV-act. 74-1;
zur von Kreisarzt Dr. med. P._, Facharzt FMH Orthopädische Chirurgie, im
Untersuchungsbericht vom 14. August 2007 bescheinigten 50%igen Arbeitsfähigkeit
nach der ergonomischen Anpassung des Arbeitsplatzes siehe UV-act. 56-3). Relevante
Bemühungen um alternative, der gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung
tragende Tätigkeiten sind weder aktenkundig noch substanziiert geltend gemacht
worden. Ernsthafte Anstrengungen im Sinn des Kriteriums sind damit nicht
ausgewiesen, weshalb sich Weiterungen zur Frage nach der Arbeitsfähigkeit erübrigen.
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4.11 Da - wenn überhaupt - lediglich ein Kriterium in nicht ausgeprägter Form (vgl.
vorstehende E. 4.7) erfüllt ist, fehlt es an einem adäquaten Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfallereignis vom 20. Januar 2007 und den über den 9. Dezember
2015 hinaus geklagten Beschwerden.
5.
Zu prüfen bleibt der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
Integritätsentschädigung. Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine
dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24.
Abs. 1 UVG). Die von der Beschwerdeführerin über den Fallabschluss hinaus geklagten
Leiden stehen nicht in einem adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis,
weshalb hierfür kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung besteht (Urteil des
Bundesgerichts vom 14. September 2011, 8C_101/2011, E. 5).
6.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde betreffend die Einstellung des
Taggeldanspruchs teilweise gutzuheissen und an die Beschwerdegegnerin zu neuem
Entscheid im Sinn der Erwägungen zurückzuweisen. Im Übrigen ist die Beschwerde
abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Die Aufhebung
des angefochtenen Einspracheentscheids betreffend die Einstellung des
Taggeldanspruchs gilt vorliegend nicht als im Rahmen der Parteientschädigung zu
berücksichtigendes teilweises Obsiegen, nachdem bezüglich des Anspruchs auf
Heilbehandlung der von der Beschwerdegegnerin angeordnete Einstellungszeitpunkt
bestätigt wird und die Anfechtung der Einstellung der Taggeldleistungen nicht mit
einem nennenswerten zusätzlichen Aufwand verbunden gewesen ist.