Decision ID: 2ec7a666-b017-5a2d-865f-4362cdc9faa3
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1935,
bezieht
seit einigen Jahren
Zusatzleistungen zur AHV-Altersrente
. Am 2
5
.
November
2014
reichte er beim Amt für Zusatzleis
tungen der Stadt Zürich (im Folgenden: Durchführungsstelle)
fünf
Krankenver
sicherungsl
eistungsabrechnungen
(
vom 6. September,
27.
Septem
ber,
4. Okto
ber
,
25.
Oktober
und 15. November
2014
)
ein und
ersuchte
um Er
stattung der Kosten im
Umfang
von Fr. 2
78
.
55
(Urk. 7/
606
).
Die Durchführungsstelle wies
ihn
mit Schreiben vom 26. November 2014 darauf hin, dass sich die
zu vergü
tenden
Kosten
gemäss den
eingereichten Abrechnungen
beinahe
ausschliesslich aus Transportkosten zusammensetzten. Um die Vergütung abschliessend prüfen zu können, benötige sie die Originalabrechnungen dieser Transport
e
.
Für den Fall, dass
sich
regelmässig
Transporte
als erforderlich erweisen
sollten
, werde
der Transport mittels
Y._
empfohlen (
Urk.
7/607)
. Am
1. Dezember 2014 teilte
X._
der Durchführungsstelle mit, dass er über keine
Original
quittungen
des Fahrdienstes mehr verfüge, da er dieselben bereits dem Kranken
versicherer habe einreichen müssen; damit seien die
vorgelegten
Leistungs
abrechnungen
seriös erstellt worden.
Bisher habe die Durchführungsstelle den Anteil an die Fahrkosten
zudem
stets ohne die nunmehr verlangten Unterlagen vergütet (
Urk.
7/608).
Mit Schreiben vom 5. Dezember 2014 (
Urk.
7/609)
hielt die Durchführungsstelle daran fest, dass die einzelnen Abrechnungen des Transport
unternehmens erforderlich seien, um die Prüfung der geltend gemachten Trans
portkosten abschliessen zu können.
Es
könnten auch
entsprechende
Kopie
n
beim
Krankenversicherer erhältlich gemacht und bei der Durchführungsstelle einge
reicht werden. Alternativ dazu könne auch die beiliegende Vollmacht unterzeich
net und an die Durchführungsstelle gesandt werden, welche dann die nötigen Abklärungen mit dem Krankenversicherer zusammen direkt durchführen werde.
X._
erklärte darauf der Durchführungsstelle mit Schreiben vom
11. Dezember 2014
(
Urk.
7/610)
erneut, dass er über keine Originalquittungen mehr verfüge. Er werde sie auch nicht
vom Krankenversicherer zurückfordern. Ebenso wenig werde
er
eine
unterzeichnete
Vollmacht
einreichen
, da die
Durchfüh
rungsstelle
kein Recht dazu habe, in den Krankheitsakten herum
-
zuschnüffeln
.
In der Folge
liess
er
der Durchführungsstelle
Arztzeugnisse zum Fahrdienstbedarf
zukommen
(
Urk.
7/611).
Mit Verfügung vom 1
2.
Dezember 2014 sprach die Durchführungsstelle die Vergütung der Selbstbehalte gemäss den
Leistungs
abrechnungen
vom
27. Septem
ber und vom 25. Oktober
2014 von insgesamt
Fr.
42.-- zu (Urk. 7/120)
.
Mit einer weiteren Verfügung vom
16. Dezember 2014 lehnte sie die
Ü
bernahme der Kosten
und Selbstbehalte
für Privattransporte gemäss den Leistungsab
rechnungen vom 6. September, 4.
Oktober
und 15. No
vember 2014 ab (
Urk.
7/121)
.
Gegen diese Verfügung
erhob
X._
am
18
.
Dezember
2014 Einsprache (Urk. 7/
612). Diese wies die Durchführungsstelle
mit
Einspracheentscheid
vom
5
.
März
201
5
ab
, soweit sie
darauf
eintrat (Urk. 2 = Urk. 7/12
5
).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
5. März 2015 erhob
X._
mit Eingabe vom
2
2.
März 2015
(
Urk.
1)
Beschwerde mit dem
(sinngemässen)
Antrag
,
der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und
es seien
die im Zusam
menhang mit den Transporten entstandenen Kosten
zu
vergüten
, soweit sie nicht
bereits
vom Krankenversicherer getragen
worden seien
. Ferner
ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
(Urk. 1 S. 1). Die
Durch
führungsstelle
beantragte in der
Beschwer
deant
wort
vom
22
.
April 2015
die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6).
Davon hat die Gegenpartei mit Schreiben vom 29. April 2015 Kenntnis erhalten (
Urk.
8).
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit erforder
lich, in den Erwägungen eingegangen.
Die Einzelrichterin

zieht in Erwägung:
1.
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in
die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
2.
2.1
Die Kantone vergüten den Bezügerinnen und Bezügern einer jährlichen
Ergän
zungsleistung
Krankheits- und Behinderungskosten,
unter anderem
ausgewie
sene, im laufenden Jahr entstandene Kosten für
Transporte zur nächstgelegenen Behandlungsstelle
und die Kostenbeteiligung nach Artikel 64 des Bundesgeset
zes über die Krankenversicherung
(
vgl.
Art. 14 Abs. 1
lit
. e
und g
des Bundes
gesetzes über
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invaliden
versicherung
; ELG). Die Kantone bezeich
nen die Kosten, die vergütet werden können. Sie können die Vergütung auf die im Rahmen einer wirtschaftlichen und zweckmässigen Leistungserbringung er
forderlichen Ausgaben beschränken (Art. 14 Abs. 2 ELG).
2.2
Im Kanton Zürich
ist die Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten nach Art. 14 ELG beschränkt auf eine wirtschaftliche und zweckmässige
Leis
tungserbringung
(§ 9
Abs.
1 des Zusatzleistungsgesetzes, ZLG). Die Ansätze
nach Art. 14
Abs.
3-5 ELG gelten als Höchstbeträge (§ 9
Abs.
2 ZLG). Die Ver
ordnung des Regierungsrates bestimmt das Nähere (§ 9
Abs.
3 ZLG).
Gemäss § 15
Abs.
1 der Zusatzleistungsverordnung (ZLV)
werden die Kosten für Notfalltransporte und notwendige Verlegungen in der Schweiz
(
lit
. a)
,
Trans
porte zum nächstgelegenen geeigneten medizinischen Behandlungsort (
lit
. b) und Transporte zu Einrichtungen, die Tagesstrukturen nach Art. 14 Abs. 1
lit
. b ELG und § 14 ZLV anbieten (
lit
. c), vergütet. In Fällen von § 15
Abs.
1
lit
. b und c ZLV werden die Kosten vergütet, die den Preisen der öffentlichen Transport
mittel für Fahrten auf dem direkten Weg entsprechen. Ist die Person wegen ihrer Behinderung auf die Benützung eines anderen Transportmittels angewiesen, so werden diese Kosten vergütet (§ 15
Abs.
2 ZLV).
2.3
Wer Leistungen beansprucht, muss unentgeltlich alle Auskünfte erteilen, die zur Abklärung des Anspruchs und zur Festsetzung der Leistungen erforderlich sind (vgl. Art. 1
Abs.
1 ELG in Verbindung mit Art. 28
Abs.
2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Personen, die Leistungen beanspruchen, haben alle Personen und Stellen, namentlich Arbeit
geber, Ärztinnen und Ärzte, Versicherungen sowie Amtsstellen im Einzelfall zu ermächtigen, die Auskünfte zu erteilen, die für die Abklärung von
Leistungs
ansprüchen
erforderlich sind.
Diese Personen und Stellen sind zur Auskunft verpflichtet (vgl. Art. 1
Abs.
1 ELG in Verbindung mit Art. 28
Abs.
3 ATSG). Kommen die versicherte Person oder andere Personen, die Leistungen beanspru
chen, den Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten in unentschuldbarer Weise nicht nach, so kann auf
g
rund der Akten verfügt oder die Erhebungen eingestellt und Nichteintreten beschlossen werden. Vorher sind diese Personen schriftlich zu mahnen und auf die Rechtsfolgen hinzuweisen, es ist ihnen eine angemes
sene Bedenkzeit einzuräumen (vgl. Art. 1
Abs.
1 ELG in Verbindung mit Art. 43
Abs.
3 ATSG).
3.
Im angefochtenen Entscheid wurde
im Wesentlichen
die Auffassung vertreten, dass die Mitwirkungs
- und
die Schadenminderungspflicht verletzt worden seien
. Die
vom Beschwerdeführer
beantragte
Kostenübernahme
für die in den Abrech
nungen
vom
6. September, 4. Oktober
und 1
5.
November 2014
aufgeführten Privattransporte sei abzulehnen
(
Urk.
2
S. 3).
Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend,
die Notwendigkeit der in Anspruch genommenen Transporte sei mit den eingereichten Arztzeugnissen belegt.
Der Krankenversicherer habe am 1
7.
März 2015 bestätigt, dass es sich bei den diversen Privattransporten um medizinisch indizierte Transporte und nicht um Freizeitfahrten gehandelt habe (
Urk.
1 S. 2 mit Hinweis auf
Urk.
3/4).
Darüber
hinaus gehe aus dem
im Beschwerdeverfahren neu eingereichten E-Mail des Krankenversicherers vom 1
0.
März 2015 hervor, dass
keine Originalquittungen mehr
vorhanden seien, die angefordert werden könnten
(vgl.
Urk.
1 mit Hinweis auf
Urk.
3/6).
4
.
4.1
E
s werden nur die in § 15 Abs. 1 ZLV aufgeführten Transporte vergütet.
Ob ein
entsprechender Transport
stattgefunden hat, ist in jedem konkreten Einzelfall zu prüfen, unabhängig davon, ob
jemand den Weg mit öffentlichen Verkehrsmit
teln bewältigen kann oder ob er aus gesundheitlichen Gründen auf ein anderes Transportmittel angewiesen ist
.
Es genügt deshalb nicht, dass der Beschwerde
führer Arztzeugnisse eingereicht hat, die den Bedar
f auf einen privaten Fahr
dienst
belegen sollen
(
Urk.
1 S. 2;
vgl.
Urk.
7/611)
. Vielmehr
ist
anhand
geeig
neter
Belege
zu
klären
,
ob es sich um einen Notfalltransport oder um eine not
wendige Verlegung
in der Schweiz (
lit
. a),
um einen
Transport zum
nächstge
legenen
geeigneten medizinischen Behandlungsort (
lit
. b)
oder um einen
Trans
port zu
einer
Einrichtung, die Tagesstrukturen nach Art. 14 Abs. 1
lit
. b ELG und § 14 ZLV an
bietet
(
lit
. c),
gehandelt hat
.
4.2
Die
Durchführungsstelle
hat
den Beschwerdeführer ausdrücklich
auf das Erforder
nis der Originalabrechnungen für die geltend gemachten Transporte aufmerksam gemacht
(Urk. 7/607). Sie hat ihn darüber hinaus
auf die Möglich
keit hingewiesen, be
im Krankenversicherer Quittungskopien erhältlich zu machen oder die beiliegende Vollmacht zu
Handen
des Krankenversicherers zu unterzeichnen, ansonsten sie die Prüfung nicht abschliessen könne (Urk. 7/609).
Die Vollmacht
umfasste
insbesondere
Fragen zu
den
Rechnungsdetails und
zum
Rechnungssteller und schloss Fragen zur gesundheitlichen Situation ausdrück
lich aus (vgl.
Urk.
7/609). Dennoch weigerte sich der Beschwerdeführer, die un
terzeichnete Vollmacht oder die geforderten Belege einzureichen (Urk. 7/610).
Damit hat er die ihm obliegende Mitwirkungspflicht verletzt. Unter
diesen
Um
ständen ist es nicht zu beanstanden, dass anhand der vorhandenen Akten über die
von ihm
geltend gemachten Leistungsansprüche entschieden wurde.
Zu kei
nem anderen Ergebnis führt das im Beschwerdeverfahren neu
eingereichte
E-Mail des Krankenversicherers vom 10. März 2015 (
Urk.
3/6). Daraus geht hervor, dass keine Originalquittungen mehr vorhanden seien, die angefordert werden könnten, da alle Quittungen umgehend digitalisiert würden
.
Damit wurde auch
ausdrücklich
bestätigt
,
dass
es dem Beschwerdeführer
stets
möglich war
,
Quittungskopien erhältlich zu machen.
Auf diese Weise hätte er seiner
Mitwir
kungspflicht
mit einem zumutbaren Aufwand nachkommen können.
Darauf
hat
er indessen ohne nachvollziehbare Begründung
, geschweige denn
eine
Rechtferti
gung
,
freiwillig verzichtet
.
4.3
Gemäss den vorhandenen Unterlagen
hatten
diverse
Privattransporte durch ein CH-Transport- und Rettungsunternehmen, Zürich, zu verschiedenen Behand
lungen stattgefunden (
Urk.
7/606). Ob es sich jeweils um
einen Notfalltransport oder um einen
Transport zum nächstgelegenen geeigneten medizinischen Behandlungsort handelte, lässt sich nicht beurteilen.
Die Beschwerdegegnerin ging vor diesem Hintergrund zu Recht davon aus, die Voraussetzungen für die beantragte Kosten
übernahme r
espektive –
beteiligung
für die in den
Leistungsab
rechnungen
vom
6. September, 4. Oktober und 15.
November 2014
aufgeführten Transporte
sei nicht ausgewiesen
. Dementsprechend hat sie auch die Einsprache zu Recht abgewiesen
.
Daran vermag auch nichts zu ändern, dass der Kranken
versicherer (erst) am 1
7.
März 2015 telefonisch bestätigt
e
, dass es sich bei dem aufgeführten Privattransporten um medizinisch indizierte Transporte
ge
handelt
hab
e (
Urk.
3/4). Es bleibt
auch
nach
diesen Ausführungen
unverändert
unklar
, ob die jeweiligen Fahrten
notfallmässig stattfanden oder ob sie
zum
nächstge
legenen
geeigneten medizinischen Behandlungsort führten.
Die Beschwerde ist somit abzuweisen, ohne dass näher zu untersuchen wäre, ob dem Beschwerde
führer nebst der Verletzung der Mitwirkungspflicht auch die Verletzung einer Schadenminderungspflicht vorzuwerfen ist.
5
.
Der Beschwerdeführer unterliegt im Beschwe
rdeverfahren.
Dieses ist kostenlos und es sind dem Beschwerdeführer keine Kosten aufzuerlegen (vgl.
§
33 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht;
GSVGer
)
. Der Antrag betreffend Gewährung
der unentgeltlichen Prozessfüh
rung im
Beschwerdeverfahren (Urk. 1 S. 1) ist daher gegenstandslos.
Die Einzelrichterin
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
X._
Stadt Zürich, Amt für Zusatzleistungen zur AHV/IV
Bundesamt für Sozialversicherungen
Sicherheitsdirektion Kanton Zürich
4.