Decision ID: 5cc8aef9-f902-5871-b964-c8c6fb6c42a7
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Mai 1995 unter Hinweis auf eine im November 1994 erfolgte
Diskushernienoperation an der lumbalen Wirbelsäule (Segment L5/S1) zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 1; 10-2). Dr. med. B._ von der
Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen (KSSG) nannte im Bericht vom
8. Dezember 1995 die Diagnose lumbovertebrales Syndrom bei Status nach
Diskushernienoperation. In der angestammten Tätigkeit als Küchengehilfin hielt er die
Versicherte für 50% arbeitsfähig. Ihr sei aber die Stelle gekündigt worden. Man
empfehle eine andere 50%-ige Tätigkeit mit wechselnden Körperpositionen. Die
Prognose sei bei rückengerechter Haltung und Arbeit günstig (IV-act. 12-2). Der
Hausarzt der Versicherten, Dr. med. C._, Innere Medizin FMH, verwies am 5. Januar
1996 auf eine volle Arbeitsunfähigkeit bis Mai 1995. Die weitere Arbeitsunfähigkeit
werde durch den Rheumatologen Dr. med. D._ festgelegt (IV-act. 15-2). Dieser hatte
bereits im Arztbericht vom 14. November 1995 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bis
13. Oktober 1995 und von 50% bis Ende Oktober 1995 attestiert. Ab 1. November
1995 hatte er eine Arbeitsfähigkeit von 100% erwähnt, wobei er diese Angabe mit
einem Fragezeichen und einem Ausrufezeichen versehen hatte (IV-act. 10-1).
A.b Im Januar 1996 nahm die IV-Eingliederungsberaterin ihre Arbeit auf. Das
Erstgespräch mit der Versicherten fand am 10. Januar 1996 statt und bis im Mai 1996
sind regelmässige Kontakte protokolliert (vgl. IV-act. 16). In einem Bericht vom 1. Juli
1996 attestierte Dr. C._ der Versicherten eine anhaltende volle Arbeitsunfähigkeit. Im
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Frühjahr 1996 seien intensive lumbale Beschwerden vorherrschend gewesen. Aktuell –
nach erfolgreicher Behandlung – seien invalidisierende zerviko-brachiale Schmerzen
beidseits vorhanden. Die Symptomatik sei mit objektiven Befunden (muskuläre
Verspannung, Triggerpunkte) nachvollziehbar (IV-act. 17). Die IV-
Eingliederungsberaterin hielt am 9. Juli 1996 fest, obwohl die Versicherte glaubhaft
darlege, dass sie keine Rente, sondern bald möglichst wieder arbeiten möchte, erlaube
die auch im neuesten Arztbericht von Dr. C._ vom 1. Juli 1996 beschriebene
gesundheitliche Situation vorläufig keine berufliche Wiedereingliederung. Man bitte
deshalb vorläufig um Prüfung der Rentenfrage (IV-act. 18). Dr. med. E._,
Rheumaerkrankungen FMH, diagnostizierte im Bericht vom 12. August 1996 ein
Panvertebralsyndrom bei Status nach Hemilaminektomie L5/S1 rechts bei luxierter
Diskushernie L4/5 und eine Tendenz zur Fibromyalgie. Die Versicherte sei als
Hausangestellte/Verkäuferin voll arbeitsunfähig (IV-act. 19).
A.c Am 3. September 1996 hielt der zuständige IV-Sachbearbeiter gegenüber dem IV-
Kommissionsarzt fest, ihm scheine ein spezialärztliches Gutachten bei dieser noch
relativ jungen Versicherten angezeigt. Der Arzt (Unterschrift unleserlich) hielt am
6. September 1996 fest, sowohl der Hausarzt wie die Rheumatologin kämen
übereinstimmend zu einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit als Küchenangestellte/
Serviertochter. Dies sei für ihn anhand der medizinischen Angaben auch
nachvollziehbar. Wenn berufliche Massnahmen gemäss der Eingliederungsberaterin
nicht möglich seien, sei von einer Arbeitsunfähigkeit von 100% auszugehen, somit
ganze Rente. Die Revision empfahl er in einem Jahr und ein Gutachten bezeichnete er
als nicht notwendig (IV-act. 20). Daraufhin wurde der Versicherten mit Verfügung vom
16. Januar 1997 ab 1. Oktober 1995 eine ganze Rente zugesprochen (IV-act. 24).
B.
B.a In den Jahren 1997, 1999 und 2002 eingeleitete Revisionsverfahren ergaben keine
rentenrelevanten Veränderungen (IV-act. 31-33; 34-37; 39-41).
B.b Im nächsten von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahren erwähnte die
Versicherte im Fragebogen vom 20. März 2006 Depressionen, seelische Leiden und
psychische Krankheit, weshalb der Arzt ihr empfohlen habe, ein bis zwei Stunden zu
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arbeiten. Seit September 2003 arbeite sie bei der F._ an ein bis zwei Stunden pro
Tag (acht bis zehn Stunden wöchentlich; IV-act. 42). Dr. C._ verneinte am 16. Mai
2006 eine relevante Veränderung der gesundheitlichen Situation (IV-act. 47). Die IV-
Stelle berechnete neu einen Invaliditätsgrad von 81% (IV-act. 48) und teilte der
Versicherten am 29. Mai 2006 mit, es bleibe damit bei der ganzen Rente (IV-act. 49).
C.
C.a Im Revisionsfragebogen vom 7. Juni 2010 erwähnte die Versicherte einen
gleichgebliebenen bis verschlechterten Gesundheitszustand sowie weitere
stundenweise Arbeitseinsätze in der F._ (IV-act. 50). Im Bericht vom 6. Juli 2010
attestierte Dr. C._ erneut einen stationären Gesundheitszustand. Er wies auf die
stundenweise Tätigkeit als Raumpflegerin hin und hielt fest, es wäre wohl zu erwarten,
dass bei einer regulären, länger dauernden Tätigkeit die Beschwerden akzentuiert
würden (IV-act. 54).
C.b Im Auftrag der IV-Stelle begutachteten Dr. med. G._, Rheumatologie FMH sowie
Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, und Dr. med. H._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neurologie, vom Medizinischen
Gutachtenzentrum St. Gallen (MGSG) die Versicherte am 10. März 2011. Im Gutachten
vom 24. Mai 2011 nannten sie mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit insbesondere
die Diagnosen chronisches Panvertebralsyndrom bei/mit chronischem
lumbospondylogenem Syndrom beidseits und sensorischem Ausfallsyndrom S1 partiell
rechts, zervikobrachialem Syndrom und anamnestisch Verdacht auf intermittierend
segmentale Blockaden mittlere Brustwirbelsäule bei Fehlstatik und Fehlform. Ohne
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit beständen eine vegetative Dystonie bei
klimakterischem Beschwerdebild und bei familiärer Belastungssituation, zwei
Kopfschmerzarten, Tendenz zu Fibromyalgiesyndrom, initiale Fingerpolyarthrose und
asymptomatische Spreizfussdeformität. Für die zuletzt ausgeübten Tätigkeiten
(Aufgabe der Reinigungstätigkeit im Dezember 2010, vgl. IV-act. 62-4 unten) sei die
Versicherte aus rheumatologischer und psychiatrischer Sicht voll arbeitsunfähig. Eine
ideal leidensangepasste Tätigkeit sei ihr aus rheumatologischer Sicht medizinisch-
theoretisch zu 100% mit voller Leistung zumutbar. Es könne überwiegend
wahrscheinlich davon ausgegangen werden, dass in adaptierter Tätigkeit abgesehen
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von den Rekonvaleszenz-Rehabilitationsphasen nach den operativen Eingriffen nie eine
längerdauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Aus psychiatrischer Sicht sei die
Willenanstrengung zumutbar, trotz subjektivem Leiden zu arbeiten (IV-act. 62-12 ff.).
C.c Der Rechtsdienst der IV-Stelle kam am 18. November 2011 zum Schluss, dass die
Voraussetzungen für eine Wiedererwägung der Verfügung vom 16. Januar 1997
gegeben seien, vor einer Rentenaufhebung aber Eingliederungsmassnahmen
durchgeführt werden müssten (IV-act. 65). Die zuständige Eingliederungsberaterin hielt
nach einem am 11. Mai 2012 mit der Versicherten geführten Gespräch fest, diese
konzentriere sich nur auf ihre gesundheitlichen Einschränkungen. Sie sei nicht offen für
eine Unterstützung in der Stellensuche (Protokoll vom 4. Juni 2012, IV-act. 76). Mit
Schreiben vom 13. Juni 2012 wurde die Versicherte daraufhin schriftlich aufgefordert,
an der Prüfung der Eingliederungsmöglichkeiten aktiv mitzuwirken. Sollte sie dieser
Aufforderung nicht nachkommen, müsse man die Einstellung der Rente wegen
fehlender Mitwirkung prüfen (IV-act. 78).
C.d Dr. med. I._, Allgemeine Innere Medizin FMH, nannte im Bericht vom 22. Juni
2012 verschiedene Diagnosen und verwies auf weitere von ihm veranlasste
medizinische Abklärungen. Er erachte die Versicherte als voll arbeitsunfähig und nicht
in der Lage, an der Prüfung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten aktiv
mitzuwirken (IV-act. 80). Mit einem Bericht vom 19. Oktober 2012 (IV-act. 87-1 ff.)
reichte Dr. I._ ein Schreiben von Dr. med. J._, Facharzt für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, vom 19. Juli 2012 ein.
Darin hatte dieser insbesondere folgende Diagnosen genannt: chronisch subacromiales
Impingement rechts mit massivem Schmerzsyndrom bei muskulärer Dysbalance bzw.
Insuffizienz Schultergürtel beidseits, weniger stark ausgeprägtes Schmerzsyndrom bei
subacromialer Bursitis links, degenerative Veränderungen zervikal, Spondylose und
Spondylarthrose L5/S1 und anamnestisch Karpaltunnelsyndrom beidseits. Er hatte die
muskuläre Konditionierung als schlecht bezeichnet und die Meinung geäussert, dass
chirurgisch keine Verbesserung erzielt werden könnte. Eine manuelle Tätigkeit halte er
nicht für möglich. Inwieweit in adaptierter Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit oder
Teilarbeitsfähigkeit vorliege, müsse exakt evaluiert werden (IV-act. 87-6 f.). Dr. med.
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K._, FMH Innere Medizin und Herzkrankheiten, diagnostizierte am 16. November
2012 eine Dyspnoe (Atemnot) NYHA II und verminderte physische Leistungsfähigkeit.
Eine Kardiopathie sei nicht erkennbar, er vermute, es liege eine pulmonale Problematik
und/oder eine Dekonditionierung vor (IV-act. 93). Dr. med. L._, Facharzt für
Pneumologie, diagnostizierte am 4. Dezember 2012 ein Asthma bronchiale, empfahl
eine medikamentöse Behandlung und die Aufgabe des Rauchens (IV-act. 93-5).
Dr. med. M._, Innere Medizin und Rheumatologie FMH, hielt am 8. Januar 2013 fest,
es dominiere ein panvertebrales Schmerzsyndrom bei osteodegenerativen
Veränderungen, Fehlhaltung, Fehlform, vereinzelt segmentalen Dysfunktionen der
mittleren und oberen BWS, aber vor allem einer ausgeprägten muskulären Dysbalance
mit klassischer lumbaler Trias. Es sei unbedingt eine aktive tägliche Heimgymnastik
notwendig. Das klassische Bild einer generalisierten Tendofibromyalgie scheine nicht
vorzuliegen, die Patientin zeige viel mehr das Bild einer somatoformen Schmerzstörung
(IV-act. 94).
C.e Der zuständige Arzt des IV-internen Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) hielt am
5. Februar 2013 fest, das nach der Begutachtung vom Mai 2011 festgestellte Asthma
bronchiale führe nur zu einer diskreten Einschränkung der Lungenfunktion. Ausserdem
seien Abnutzungen der Schultergelenke festgestellt worden, wobei die Gelenke aber
gut mobil seien. Bereits bisher seien nur körperlich leichte wechselbelastende
Tätigkeiten ohne Arbeiten auf Schulterniveau als möglich erachtet worden. Damit
werde den Abnutzungen der Schultergelenke bereits Rechnung getragen. Aufgrund
des Asthmas seien zusätzlich Arbeiten mit Belastung durch Staub, Rauch, Gase oder
Dämpfe auszuschliessen. Weitere Einschränkungen liessen sich nicht begründen,
sodass weiterhin von 100% Arbeitsfähigkeit adaptiert auszugehen sei (IV-act. 97).
C.f Mit Schreiben vom 4. März 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass die
Arbeitsfähigkeit auf 100% geschätzt werde, und forderte sie auf, ihre Bereitschaft für
berufliche Eingliederungsmassnahmen schriftlich mitzuteilen und danach aktiv daran
teilzunehmen. Bei Nichtbefolgung dieser Anordnung werde man die
Eingliederungsbemühungen einstellen und der Versicherten berufliche Massnahmen
verweigern. Über den Rentenanspruch werde zu gegebener Zeit separat verfügt (IV-
act. 98).
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C.g Am 4. Juni 2013 verfügte die IV-Stelle ein Nichteintreten auf ein
„Leistungsbegehren“ um berufliche Massnahmen. Die Versicherte habe sich den
zumutbaren Massnahmen weiterhin widersetzt (IV-act. 103).
C.h Mit Vorbescheid vom 11. Juli 2013 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügung vom 14. Januar 1997 (richtig:
16. Januar 1997) und der Rente auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden
Monats in Aussicht (IV-act. 109). Trotz Einwands der Versicherten (IV-act. 111) verfügte
die IV-Stelle am 10. Dezember 2013 gemäss Vorbescheid (act. G 1.1).
D.
D.a Gegen die Verfügung vom 10. Dezember 2013 erhob Rechtsanwalt lic. iur. Marco
Bivetti in Vertretung der Versicherten am 9. Januar 2014 Beschwerde mit den
Anträgen, die Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen aufzuheben,
eventuell sei die Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen an die Vorinstanz
zurückzuweisen. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen. Der
Begründung ist zu entnehmen, dass die über 15 Jahre nach der ursprünglichen
Rentenzusprache vorgenommenen medizinischen Abklärungen und Erkenntnisse die
ursprüngliche Rentenzusprache nicht zu erschüttern vermöchten. Sie stellten lediglich
eine neue, von den ursprünglichen Feststellungen abweichende Sichtweise dar
(act. G 1).
D.b Mit Beschwerdeantwort vom 28. Februar 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde und den Entzug der aufschiebenden Wirkung
derselben. Die Berichte von Dr. C._ und Dr. E._ enthielten keine nachvollziehbaren
Begründungen für die attestierte volle Arbeitsunfähigkeit. Aufgrund der relativ
harmlosen Befunde leuchte die Attestierung einer vollen Arbeitsfähigkeit von Dr. D._
vom 14. November 1995 am ehesten ein. Die Berichte von Dr. C._ und Dr. E._
enthielten im Übrigen keine Arbeitsfähigkeitsschätzungen in einer der
Beschwerdeführerin angepassten Tätigkeit. Die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin in einer ihr zumutbaren Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage sei von der IV-Stelle nicht geprüft worden. Allein deshalb sei die
ursprüngliche Verfügung zweifellos unrichtig, ohne dass entgegen der Ansicht der
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Beschwerdeführerin feststehen müsse, dass diese auch im Ergebnis falsch sei. Diese
Bedingung wäre zudem offensichtlich erfüllt. Im Weiteren hätten aufgrund der erheblich
divergierenden ärztlichen Einschätzungen damals zwingend weitere medizinische
Abklärungen durchgeführt werden müssen (act. G 4).
D.c In der Replik vom 3. April 2014 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest
und ergänzte diese um den Subeventualantrag, die Beschwerdegegnerin sei zu
verpflichten, ihr angemessene Integrationsmassnahmen und berufliche Massnahmen
zuzusprechen und ihr während dieser Zeit weiterhin die bis anhin geschuldete
Invalidenrente auszurichten. Zudem stellte sie den Beweisantrag, den Gutachtern Dr.
G._ und Dr. H._ Ergänzungsfragen zu stellen. Der Begründung ist insbesondere zu
entnehmen, dass die ursprüngliche Arbeitsfähigkeitsschätzung entgegen der
Darstellung der Beschwerdegegnerin hinsichtlich eines angepassten Tätigkeitsbereichs
erfolgt sei. Der Anspruch sowohl an Ausführungen in Arztberichten an sich, als auch zu
möglichen Verweistätigkeiten seien vor bald 18 Jahren erheblich tiefer gewesen als
heute. Dass es damals allenfalls Gründe für weitere Abklärungen gegeben habe, möge
zutreffen, mache den damaligen Entscheid aber keinesfalls zweifellos unrichtig. Auch in
Nachachtung massgebender Rechtsgrundsätze wie der Rechtssicherheit und des
Vertrauensschutzes könne es nicht angehen, einen Sachverhalt, wie er sich vor 20
Jahren geboten habe, unter heutigen Massstäben zu beurteilen und die frühere
Einschätzung als zweifellos falsch zu qualifizieren. Dies öffnete Tür und Tor für die freie
Überprüfung jahrzehntealter Ermessensentscheide. Weiter kritisiert die
Beschwerdeführerin das bidisziplinäre Gutachten als untauglich. Ein Gespräch mit
einem Facharzt der Psychiatrie habe nie stattgefunden. Die Erhebung des
„bidisziplinären“ Gutachtens habe insgesamt 20 bis 30 Minuten gedauert und
ausschliesslich bei Dr. G._ stattgefunden (act. G 7). Sofern entscheidwesentlich, wird
auf weitere Rügen betreffend das Gutachten und am Vorgehen der
Beschwerdegegnerin insbesondere in Bezug auf die Wiedereingliederung der
Beschwerdeführerin im Rahmen der Erwägungen eingegangen.
D.d Die Beschwerdegegnerin liess sich nicht mehr vernehmen (vgl. act. G 8 f.).

Erwägungen
1.
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1.1 Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die
Rechtmässigkeit der verfügten Rentenaufhebung. Dabei ist die Frage zu beantworten,
ob die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung der ursprünglichen Rentenverfügung
vom 16. Januar 1997 erfüllt sind.
1.2 Die IV-Stelle kann nach Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) auf formell rechtskräftige Ver
fügungen zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre
Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Die Wiedererwägung dient der Korrektur
einer anfänglich unrichtigen Rechtsanwendung einschliesslich unrichtiger Feststellung
und Würdigung des Sachverhalts. Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in
der Regel erfüllt, wenn eine Leistungszusprache aufgrund falsch oder unzutreffend
verstandener Rechtsregeln erfolgt ist oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht
oder unrichtig angewandt wurden. Eine voraussetzungslose Neubeurteilung der
invaliditätsmässigen Voraussetzungen genügt nach ständiger Rechtsprechung nicht,
um eine Invalidenrente auf dem Weg der Wiedererwägung herabzusetzen oder gar
aufzuheben. Eine Reduktion der Rente unter dem Titel „Wiedererwägung“ kann nur bei
Unvertretbarkeit der ursprünglichen Rentenzusprache erfolgen, drohte die
Wiedererwägung in einer Vielzahl langjähriger Rentenbezugsverhältnisse ansonsten
doch zum Instrument einer solchen voraussetzungslosen Neuprüfung zu werden, was
sich mit dem Wesen der Rechtsbeständigkeit formell zugesprochener Dauerleistungen
nicht vertrüge. Zurückhaltung bei der Annahme zweifelloser Unrichtigkeit ist stets dann
geboten, wenn der Wiedererwägungsgrund eine materielle Anspruchsvoraussetzung –
wie hier die Invalidität – betrifft, deren Beurteilung massgeblich auf Schätzungen oder
Beweiswürdigungen und damit auf Elementen beruht, die notwendigerweise
Ermessenszüge aufweisen (Urteile des Bundesgerichts 9C_621/2010 vom 22.
Dezember 2010 E. 2.2.2 und 8C_962/2010 vom 28. Juli 2011 E. 3.1). Erscheint die
Beurteilung einzelner Schritte bei der Feststellung der materiellen
Anspruchsvoraussetzungen (Invaliditätsbemessung, Arbeitsunfähigkeitsschätzung,
Beweiswürdigung, Zumutbarkeitsfragen) vor dem Hintergrund der Sach- und
Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprache darbot,
als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus. Zweifellos ist die
Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung
unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss – derjenige auf die Unrichtigkeit der
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Verfügung – denkbar (Urteil des Bundesgerichts 8C_368/2012 vom 23. November 2012
E. 2.2).
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin macht geltend, vor der ursprünglichen Rentenzusprache
habe für eine leidensangepasste Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeitsschätzung vorgelegen.
Dies bestreitet die Beschwerdeführerin.
2.2 Vorab ist festzuhalten, dass es – entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin
(act. G 4 Ziff. III/4) – nicht überzeugt, bei der heutigen Beurteilung der damaligen
medizinischen Aktenlage die Einschätzung von Dr. D._ vom 14. November 1995 als
am ehesten einleuchtend zu bezeichnen. Dr. D._ erwähnte im zitierten Bericht eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% vom 15. Mai 1995 (Behandlungsbeginn, vgl. IV-act. 10-3)
bis 13. Oktober 1995 und von 50% vom 13. bis 31. Oktober 1995. Ab 1. November
1995 erwähnte er „100% AF ?!“ (IV-act. 10-1). Begründungen enthält der knappe
Bericht nicht. Immerhin hatte Dr. D._ der IV-Stelle seinen Bericht an Dr. C._ vom
27. Juni 1995 beigelegt, in dem er festgehalten hatte, er habe die Patientin aufgrund
von in einem neuen MRI erhobenen Befunden (Reizung der Nervenwurzel S1,
weitgehende Obliteration des rechtsseitigen Epiduralraumes durch postoperatives
Narbengewebe) zur Neubeurteilung an Prof. N._ zugewiesen (IV-act. 10-3). Dies kann
als Hinweis darauf gewertet werden, dass Dr. D._ weiteren Abklärungsbedarf sah –
wobei er sich zum Ergebnis der Beurteilung durch Prof. N._ nicht äusserte und
dieses auch sonst nicht aktenkundig wurde. Insgesamt kam dem vage gebliebenen
Hinweis von Dr. D._ auf ein Wiedererlangen der Arbeitsfähigkeit im Rahmen der
damaligen Invaliditätsbemessung kein Beweiswert zu, aus dem sich für die Frage der
Zulässigkeit der Wiedererwägung relevante Schlussfolgerungen ziehen lassen.
2.3 Dr. B._ ging am 8. Dezember 1995 von einer Arbeitsfähigkeit von 50% als
Küchengehilfin sowie für andere Tätigkeiten mit wechselnden Körperpositionen aus
und stellte bei rückengerechter Haltung und Arbeit eine günstige Prognose (IV-
act. 12-2). In seiner Beurteilung berücksichtigte er erkennbar lediglich das (wohl durch
ihn operierte) Wirbelsäulensegment L5/S1, wobei er auch eine leichte sensible
radikuläre Restsymptomatik im distalen Dermatom S1 rechts festhielt. Zwar erwähnte
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er darüber hinaus von der Beschwerdeführerin geklagte Schmerzausstrahlungen im
rechten Bein etc. sowie eine Gipsschiene am rechten Ellbogen wegen einer Bursitits. Er
äusserte sich jedoch weder in der Wiedergabe der Schmerzschilderung der
Beschwerdeführerin noch in seiner Beurteilung zu den zervikalen Beschwerden, die seit
Frühjahr 1995 gemäss Angabe von Dr. C._ für die Beschwerdeführerin ins Zentrum
gerückt waren (vgl. IV-act. 15). Damit bildete sein Bericht höchstens Anlass für weitere
Abklärungen zum medizinischen Sachverhalt, war aber für sich nicht geeignet zur für
die Invaliditätsbemessung notwendigen Festsetzung der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin. Dies hat erst recht zu gelten unter Berücksichtigung der Tatsache,
dass zwischen dem Bericht von Dr. B._ und dem Verfügungserlass über ein Jahr
liegt, in dem mit Blick auf die Angaben von Dr. C._ kein stabiler Verlauf vorgelegen
hatte.
2.4 Im Januar 1996 nahm die IV-Eingliederungsberaterin ihre Arbeit auf und war
während mehrerer Monate in regelmässigem Kontakt mit der Beschwerdeführerin. In
diesem Zeitraum protokollierte sie eine gesundheitlich noch nicht stabile Situation mit
neben den ausstrahlenden Rückenschmerzen auch Schmerzen an Schulter, Ellbogen
und Hüfte. Wiederholt hielt sie die Aussage der Beschwerdeführerin fest, wonach Dr.
C._ ihr die Wiederaufnahme der Arbeit verbiete (Einträge vom 10. Januar 1996,
13. Februar 1996) bzw. ihr von Arbeit definitiv abrate (Eintrag vom 19. März 1996). Die
Eingliederungsberaterin äusserte mehrfach ihren Eindruck, wonach die
Beschwerdeführerin gerne möglichst bald wieder arbeiten wolle. Betreffend einen
Arbeitsversuch hatte gemäss Eintrag vom 19. März 1996 auch das ebenfalls involvierte
Arbeitsamt seine Hilfe zugesichert. Eine telefonische Anfrage der
Eingliederungsberaterin bei Dr. C._ am 17. April 1996 ergab, dass dieser einen
Arbeitsversuch offenbar aus therapeutischer Sicht begrüsste. Seit der letzten
Konsultation am 18. März 1996 seien 50% bei reduzierter Belastung möglich. Die Rede
war von leichter Service-Tätigkeit und offenbar warnte Dr. C._ im Gespräch vor
Überforderung der Beschwerdeführerin. Bei einem ebenfalls am 17. April 1996
geführten Telefonat der Eingliederungsberaterin mit der Beschwerdeführerin wurde
vereinbart, dass letztere selbst eine passende 50%-Stelle suche. Sie wisse um
mögliche Unterstützung von der IV und gebe Bescheid. Bereits am 30. April 1996
enthält ein Eintrag der Eingliederungsberaterin über ein weiteres Telefonat mit der
Versicherten den Hinweis, dass es ihr seit einigen Tagen sehr schlecht gehe, es sei ihr
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kaum möglich zu gehen. Sie müsse in die Klinik O._. Gemäss einem Eintrag vom
21. Mai 1996 über ein Telefonat mit der Versicherten war sie wieder zu 100%
arbeitsunfähig geschrieben. Die Versicherte sei ungeduldig, möchte unbedingt wieder
arbeiten, keine Rente beziehen (IV-act. 16). Offenbar stand im Rahmen der
Eingliederungsberatung eine Rückkehr in den Tätigkeitsbereich Service oder Küche im
Vordergrund. Dies kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass durchaus beachtet
wurde, dass die Arbeit rückenschonend bzw. körperlich leicht sein müsste. Auch im
Bearbeitungsblatt vom 9. Juli 1996 hatte die Eingliederungsberaterin von der
Möglichkeit eines Arbeitsversuchs in körperlich leichter Tätigkeit berichtet und
festgehalten, Dr. C._ habe bereits im April betont, die Versicherte solle sich in ihrem
Tatendrang nicht übernehmen. Kurz darauf habe sich die gesundheitliche Situation
aber wieder verschlechtert, sodass an eine Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit –
auch für leichte Arbeiten – nicht mehr zu denken sei. In ihrer Beurteilung, die explizit
insbesondere auch die Zumutbarkeit berücksichtigte, hielt die Eingliederungsberaterin
fest, obwohl die Beschwerdeführerin glaubhaft darlege, dass sie keine Rente, sondern
bald möglichst wieder arbeiten möchte, erlaube die auch im neuesten Arztzeugnis von
Dr. C._ vom 1. Juli 1996 beschriebene gesundheitliche Situation vorläufig keine
berufliche Wiedereingliederung. Die Beurteilung schloss mit: „Wir bitten deshalb
vorläufig um Prüfung der Rentenfrage“ (IV-act. 18).
2.5 Im Bericht vom 1. Juli 1996 hatte Dr. C._ wiederum eine volle Arbeitsunfähigkeit
attestiert. Vor dem Hintergrund dessen, dass er mit der Eingliederungsberaterin im
April 1996 bereits über einen Arbeitsversuch in einer angepassten leichten Tätigkeit
gesprochen hatte, ist anzunehmen, dass er dieses neuerliche Arbeitsunfähigkeitsattest
auf sämtliche, also auch leichte Tätigkeiten bezogen hatte. Er hatte festgehalten, die
Symptomatik sei mit objektiven Befunden (muskuläre Verspannungen, Triggerpunkte)
durchaus nachvollziehbar. Ferner hatte Dr. C._ es als sinnvoll bezeichnet,
Erkundigungen bei Dr. E._ einzuholen (IV-act. 17). Auch die Fachärztin schätzte die
Arbeitsfähigkeit am 12. August 1996 bei den Diagnosen Panvertebralsyndrom und
Fibromyalgietendenz auf 0%. Nach näherer Begründung wurde sie nicht gefragt. Sie
verneinte das Vorliegen eines Verbesserungspotentials durch medizinische
Massnahmen ebenso wie die Indikation beruflicher Massnahmen und liess die dritte
Frage dieser Ziffer („Gegenindikationen im bisherigen Beruf? Umschreibung einer der
Behinderung angepassten Tätigkeit“, Ziff. 1.6 in IV-act. 19-1) unbeantwortet. Dies lässt
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darauf schliessen, dass sie auch für angepasste Arbeiten keine Arbeitsfähigkeit
erkannte.
2.6 Mit Blick auf diese Akten kann insgesamt als erstellt gelten, dass die Einschätzung
der zumutbarerweise möglichen Arbeitsleistung der Beschwerdeführerin sich nicht
lediglich auf eine körperlich nicht adaptierte Tätigkeit bezog, wie die
Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort unter Bezugnahme auf das
Bundesgerichtsurteil 9C_19/2008 geltend macht. Wie in jenen Jahren üblich, wurde
noch kein detailliertes Profil der den gesundheitlichen Einschränkungen angepassten
Tätigkeiten erstellt. Ebenso wenig wurde von den Medizinern systematisch eine genaue
Beschreibung darüber verlangt, wie sich die festgestellten gesundheitlichen
Einschränkungen in quantitativer, vor allem aber auch in qualitativer Hinsicht
auswirkten. Aus den zitierten Akten zeigt sich mit hinreichender Deutlichkeit, dass man
sich durchaus darüber im Klaren war, dass die Invalidität der Versicherten nicht nach
der Arbeitsunfähigkeit in der bis zur Rückenoperation im November 1994 ausgeübten
Tätigkeit zu bemessen war. Zudem ist darin, dass auch seitens der
Arbeitslosenversicherung Hilfe im Zusammenhang mit einem Arbeitsversuch
zugesichert worden war (vgl. IV-act. 16-3), ein Hinweis darauf zu erblicken, dass nach
für die Versicherte geeigneten Tätigkeiten gesucht worden war. Das letzte
Arbeitsverhältnis in einem Restaurant war im Übrigen bereits per Ende April 1995
aufgelöst worden (IV-act. 8-1).
2.7 Die mit der Bearbeitung des Falles nach Weiterleitung durch die Eingliederungs
beraterin betraute Person der Rentenabteilung beantragte beim zuständigen IV-
Kommissionsarzt explizit unter Hinweis auf das Alter der Versicherten von erst 41
Jahren die Einholung eines spezialärztlichen Gutachtens. Der Arzt bezeichnete die volle
Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin als Küchen- oder Serviceangestellte unter
Bezugnahme auf die medizinischen Akten als nachvollziehbar. Wenn berufliche Mass
nahmen gemäss der Eingliederungsberaterin nicht möglich seien, sei bei der
Berechnung der IV-Rente von einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen („somit
ganze Rente“). Eine Revision sollte man in einem Jahr vornehmen. Ein Gutachten sei
nicht notwendig (Stellungnahme vom 6. September 1996; IV-act. 20). Wenn auch die
Stellungnahme – wie in jener Zeit ebenfalls durchaus üblich – knapp ausgefallen ist, so
ist doch anzunehmen, dass der IV-Kommissionsarzt keine ganze Invalidenrente
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beantragt hätte, wenn für ihn die medizinischen Akten auf eine für leichte Tätigkeiten
offensichtlich höhere Arbeitsfähigkeit der Versicherten hätten schliessen lassen oder er
der Ansicht gewesen wäre, ihr Zustand sei nicht so weit stabilisiert, dass die
Rentenzusprache möglich wäre. Ungereimtheiten oder gar Widersprüche, die – nach
damaliger Praxis – zwingend Anlass zu weitergehenden Abklärungen hätten geben
müssen (vgl. 8C_962/2010 E. 3.2), sind nicht erkennbar. Unter Berücksichtigung der
gebotenen Zurückhaltung hinsichtlich der massgeblichen damaligen, mit einem
gewissen Ermessen verbundenen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit (vgl. dazu auch
das Urteil des Bundesgerichts 8C_678/2012 vom 1. Februar 2013 E. 3) sind die
ursprüngliche Invaliditätsbemessung und deren Ergebnis nicht zu beanstanden. Dem
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ist zuzustimmen: Allein die Tatsachen, dass
die Praxis sich mittlerweile klar erkennbar verschärft hat, heute detaillierter abgeklärt
wird und wohl auch der Zumutbarkeitsmassstab strenger geworden ist, können nicht
zu einer zweifellosen Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenzusprache führen.
2.8 Abschliessend ist der Vollständigkeit halber festzuhalten, dass ferner das
Argument der Beschwerdegegnerin, auch wegen der damaligen Verletzung des
Grundsatzes Eingliederung vor Rente sei eine Wiedererwägung der Verfügung vom
16. Januar 1996 zulässig, nicht überzeugt. Aus der Sachverhaltswiedergabe gemäss
den vorstehenden Erwägungen ist eindeutig, dass sowohl die IV-
Eingliederungsberatung als auch der IV-Kommissionsarzt gestützt auf die
medizinischen Akten davon ausgegangen waren, dass keine Eingliederungsfähigkeit
der Versicherten bestanden habe. Von offensichtlicher Unrichtigkeit dieser
Ermessenszüge aufweisenden Einschätzung kann keine Rede sein.
3.
3.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Wiedererwägung der Verfügung
vom 16. Januar 1996 unzulässig.
3.2 Eine Revision der Invalidenrente gestützt auf Art. 17 Abs. 1 ATSG hat die
Beschwerdegegnerin zu Recht nicht vorgenommen. Eine Verbesserung des
Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin bzw. von dessen Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit ist durch die neueren medizinischen Akten nicht belegt. So hat denn
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etwa Dr. G._ festgehalten, seit der ursprünglichen Rentenzusprache habe die
eingeschränkte Rückenbelastbarkeit der Beschwerdeführerin infolge weiterer Zunahme
der degenerativen Veränderungen eher noch zugenommen (IV-act. 62-14). Darauf
braucht folglich nicht näher eingegangen zu werden.
3.3 Die Wiedererwägungsverfügung vom 10. Dezember 2013 ist gemäss den
vorstehenden Erwägungen ersatzlos aufzuheben. Die Beschwerdeführerin hat weiterhin
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Der – vom Gericht versehentlich unbehandelt
gebliebene (vgl. act. G 12) – Antrag der Beschwerdeführerin um Zusprache der
aufschiebenden Wirkung der Beschwerde ist damit gegenstandslos geworden.
3.4 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt vollumfänglich, sodass
ihr als nicht von der Pflicht zur Übernahme amtlicher Kosten befreiter selbstständiger
öffentlich-rechtlicher Anstalt die Gerichtsgebühr aufzuerlegen ist. Der
Beschwerdeführerin ist der Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.
3.5 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird
(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin hat keine Kostennote eingereicht. Wie in vergleichbaren Fällen
üblich, erscheint eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen.