Decision ID: 94bda420-0f1b-4fd9-86f7-46afe12beafb
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 3. Oktober 2014 beim Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung an (act. G 3.1/133) und stellte
Antrag auf Arbeitslosenentschädigung ab 1. Dezember 2014 (act. G 3.1/129). Der
Versicherte arbeitete zuletzt seit dem 20. Februar 2006 in einer 100% Anstellung bei
der B._ AG. Per 1. Dezember 2014 wurde ihm das Arbeitspensum „aus
wirtschaftlichen“ Gründen auf 50% reduziert (act. G 3.1/127). Daraufhin bezog der
Versicherte in den Monaten Dezember 2014 bis und mit November 2016
Arbeitslosentaggelder (vgl. act. G 3.1/1-116).
A.b Während der Rahmenfrist für den Leistungsbezug leistete der Versicherte
regelmässig zusätzliche Stunden, welche von der Kantonalen Arbeitslosenkasse St.
Gallen (Arbeitslosenkasse) jeweils als Zwischenverdienst angerechnet wurden (vgl. act.
G 3.1/1-116). Nach Ablauf dieser Rahmenfrist für den Leistungsbezug stellte der
Versicherte Antrag auf Arbeitslosenentschädigung ab 1. Dezember 2016
(Folgerahmenfrist; act. G 3.2/24).
A.c Mit Verfügung vom 18. Januar 2017 wurde der Antrag des Versicherten auf
Arbeitslosenentschädigung ab dem 1. Dezember 2016 abgelehnt. Beim vorliegenden
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Arbeitsverhältnis auf Stundenlohnbasis mit der B._ AG handle es sich um ein
Arbeitsverhältnis auf Abruf. Diese Arbeitssituation sei für den Versicherten zur
Normalität geworden, weshalb er während der Zeit, in der er nicht zur Arbeit
aufgefordert werde, keinen anrechenbaren Arbeitsausfall erleide (act. G 3.2/16).
A.d Mit Einsprache vom 16. Februar 2017 beantragte der Rechtsvertreter des
Versicherten, die Verfügung vom 18. Januar 2017 sei unter Kosten- und
Entschädigungsfolge aufzuheben und dem Versicherten sei ab dem 1. Dezember 2016
Arbeitslosentschädigung auszurichten. Zudem beantragte er den Beizug der bisher
aufgelaufenen Akten. Als Begründung brachte er zusammenfassend vor, dass es sich
bei der vom Versicherten geleisteten Überstundenarbeit nicht um ein eigenes
Arbeitsverhältnis auf Abruf, sondern um einen Bestandteil des bestehenden
Arbeitsverhältnisses handle. Im Übrigen sei selbst bei Annahme eines
Arbeitsverhältnisses auf Abruf von einem anrechenbaren Arbeitsausfall auszugehen.
Schliesslich habe der Versicherte sein Möglichstes getan, um den Schaden klein zu
halten, und er habe die Überstunden jeweils als Zwischenverdienst angegeben (act. G
3.2/13).
A.e Mit Schreiben vom 22. Februar 2017 bestätigte die Arbeitslosenkasse den Eingang
der Einsprache, stellte dem Versicherten die gewünschten Akten zu und gewährte ihm
eine Nachfrist zur Begründung bis zum 22. März 2017 (act. G 3.2/10).
A.f Mit Einspracheentscheid vom 16. März 2017 wies die Arbeitslosenkasse die
Einsprache ab. Wie vom Versicherten erwähnt, handle es sich vorliegend nicht um ein
Arbeitsverhältnis auf Abruf. Die Überstundenentschädigung sei jedoch von der
Berechnung des versicherten Verdienstes auszunehmen, weshalb der Versicherte
keinen anrechenbaren Arbeitsausfall aufweise. Es bestehe daher kein Anspruch auf
Arbeitslosenentschädigung (act. G 3.2/8).
B. Mit Beschwerde vom 20. April 2017 beantragt der Beschwerdeführer, der
Einspracheentscheid vom 16. März 2017 sei aufzuheben und ihm sei ab dem 1.
Dezember 2016 Arbeitslosenentschädigung auszurichten, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Eventualiter sei die Sache zur neuen Beurteilung an die
Vorinstanz zurück zu weisen. Eingangs wird eine Verletzung des rechtlichen Gehörs
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gerügt, da die Arbeitslosenkasse ihm eine Frist zur Einspracheergänzung angesetzt
habe, ohne danach mit dem Einspracheentscheid bis zum Ablauf dieser Frist
zuzuwarten. In der Hauptsache wird vorgebracht, dass die Überstundenarbeit
vorliegend zur normalen Arbeitszeit zu zählen sei, weshalb deren Wegfall einen
anrechenbaren Arbeitsausfall begründe. Hierfür spreche sowohl die Annahme einer
stillschweigenden Vertragsanpassung, die AVIG-Praxis zu Mehrstunden als auch die
analoge Anwendung der Regelung betreffend Arbeit auf Abruf. Im Übrigen habe bei
seinem Verhalten durchgehend die Schadenminimierung im Vordergrund gestanden.
Schliesslich erfülle er auch sämtliche übrigen Voraussetzungen des Anspruchs auf
Arbeitslosenentschädigung (act. G 1).
B.a Mit Beschwerdeantwort vom 9. Mai 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Bezugnehmend auf die Gehörsverletzung wird
vorgebracht, dass falls eine solche festgestellt werde, diese jedenfalls nicht
schwerwiegend sei und deshalb geheilt werden könne. Zudem sei das Einkommen aus
Überstunden gestützt auf eine Weisung des SECO nicht dem versicherten Verdienst
zugerechnet worden. Weiter sei ein Verdienstausfall Anspruchsvoraussetzung, weshalb
vorliegend darüber zu befinden sei, ob die Überstundenarbeit definitiv eingestellt
worden sei, nachdem dies erstmals im Beschwerdeverfahren geltend gemacht worden
sei (act. G 3).
B.b Mit Replik vom 31. Mai 2017 reichte der Beschwerdeführer die Lohnabrechnungen
von Januar 2017 bis April 2017 nach. Diese würden belegen, dass keine Überstunden
mehr zugewiesen worden seien. Selbst bei künftiger Änderung des Umfangs der
zugewiesenen Arbeit sei daher zumindest während den Monaten Dezember 2016 bis
April 2017 auf die Zuweisung der normalen Arbeitszeit verzichtet worden, was
arbeitsvertraglich ohne Änderungskündigung unzulässig sei und einen anrechenbaren
Arbeitsausfall begründe (act. G 5).
B.c Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf die Einreichung einer Duplik (act. G 7).

Erwägungen
1.
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1.1 Nach Art. 8 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) hat
Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung, wer unter anderem einen anrechenbaren
Arbeitsausfall erlitten hat. Der Arbeitsausfall ist gemäss Art. 11 Abs. 1 AVIG
anrechenbar, wenn er einen Verdienstausfall zur Folge hat und mindestens zwei
aufeinander folgende volle Arbeitstage dauert.
1.2 Der anrechenbare Arbeitsausfall bestimmt sich grundsätzlich im Vergleich zum
letzten Arbeitsverhältnis vor Eintritt der Arbeitslosigkeit. Es kommt darauf an, was die
versicherte Person "an Verdienst einbringender Arbeitszeit verloren hat" und in
welchem zeitlichen Umfang die versicherte Person bereit, berechtigt und in der Lage
ist, eine zumutbare Arbeit während der üblichen Arbeitszeit aufzunehmen (BGE 125 V
51 E. 6c/aa). Der Begriff des „anrechenbaren Arbeitsausfalles“ ist ein Doppelbegriff.
Einerseits ist er Anspruchsvoraussetzung, andererseits wichtigste Grundlage für den
Entschädigungsanspruch. Dauer und Ausmass des anrechenbaren Arbeitsausfalles
wirken sich auf den Entschädigungsanspruch aus. Der Ganzarbeitslose, der einen
vollständigen Arbeitsausfall erleidet, hat einen vollen (Art. 22 Abs. 1 AVIG) und damit
höheren Entschädigungsanspruch als der Teilarbeitslose, der beispielsweise nur einen
hälftigen anrechenbaren Arbeitsausfall vorweisen kann (BARBARA KUPFER BUCHER,
Rechtsprechung zum Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung
und Insolvenzentschädigung, 4. Aufl., Zürich 2013, S. 34; BGE 112 V 229 E. 2c).
2.
2.1 Vorliegend steht fest, dass der Beschwerdeführer seit dem 20. Februar 2006 mit
einem Pensum von 100% bei der B._ AG angestellt war und dass dieses
Arbeitsverhältnis per 1. Dezember 2014 von der Arbeitgeberin aus wirtschaftlichen
Gründen auf ein Pensum von 50% reduziert wurde. Weiter ist unbestritten, dass der
Beschwerdeführer ab dem 1. Dezember 2014 bis zum 30. November 2016 Anspruch
auf Arbeitslosenentschädigung hatte und bei der B._ AG regelmässig Mehrstunden
leistete, welche von der Beschwerdegegnerin als zusätzlicher Zwischenverdienst
angerechnet wurden (vgl. act. G 3.2/8, G 1). Umstritten und zu prüfen ist hingegen, ob
der Beschwerdeführer durch den Wegfall der geleisteten Mehrstunden – verstanden als
die über das vertraglich vereinbarte Pensum hinaus geleisteten Arbeitsstunden – einen
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anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten und demzufolge Anspruch auf
Arbeitslosenentschädigung ab Dezember 2016 (Folgerahmenfrist) hat. Die
Beschwerdegegnerin verneint einen entsprechenden Anspruch auf
Arbeitslosenentschädigung mangels anrechenbaren Arbeitsausfalls (act. G 3.2/8). Der
Beschwerdeführer hält dem entgegen, dass der Wegfall der geleisteten „Überstunden“
vorliegend einen anrechenbaren Arbeitsausfall begründe (act. G 1).
2.2 Eingangs ist zu prüfen, wie die vom Beschwerdeführer von Dezember 2014 bis
und mit November 2016 auf Stundenlohnbasis geleisteten Mehrstunden rechtlich zu
qualifizieren sind. Während die Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung vom 18. Januar
2017 das Arbeitsverhältnis auf Stundenlohnbasis mangels zugesicherter fixer
Arbeitsstunden als Arbeitsverhältnis auf Abruf qualifizierte (act. G 3.2/16), änderte sie
diese Qualifikation im Hinblick auf die Vorbringen des Beschwerdeführers im
Einspracheentscheid vom 16. März 2017 dahingehend, dass kein Arbeitsverhältnis auf
Abruf, sondern Überstundenarbeit vorliege. Einen anrechenbaren Arbeitsausfall
verneinte sie indes trotzdem, da die Überstundenentschädigung von der Bemessung
des versicherten Verdienstes ausgeschlossen sei (act. G 3.2/8).
2.3 Der Beschwerdeführer arbeitete bei der B._ AG in einem Pensum von 100% bis
ihm per Ende November 2014 das Pensum auf 50% reduziert wurde (vgl. act. G
3.1/127). In den folgenden Monaten von Dezember 2014 bis und mit November 2016
beschränkte sich der Arbeitseinsatz des Beschwerdeführers jedoch nicht nur auf die
vereinbarten 50%, sondern er wurde von der Arbeitgeberin in erheblichem Ausmass zu
zusätzlicher Arbeit auf Stundenlohnbasis herangezogen. Gemäss einer vom
Beschwerdeführer eingereichten Zusammenstellung leistete er von Dezember 2014 bis
und mit November 2016 insgesamt 1‘499.79 Mehrstunden auf Stundenlohnbasis, was
durchschnittlich 62.49 Mehrstunden monatlich entspricht (vgl. act. G 1.1-2). Ein
ähnliches – wenn auch nicht identisches Bild – ergibt sich aus den Bescheinigungen
über den Zwischenverdienst der fraglichen Monate (vgl. act. G 3.2/17 ff.). Vorhandene
Differenzen dürften dabei darauf zurückzuführen sein, dass die Mehrstunden nicht
immer im gleichen Monat geleistet wurden, in welchem sie auch ausbezahlt und
abgerechnet wurden (vgl. hierzu act. G 3.2/19). Eine schriftliche Vereinbarung
betreffend die geleisteten Mehrstunden und deren Entlohnung ist nicht vorhanden.
Lediglich das Arbeitsverhältnis mit einem Fixpensum von 50% ist durch den
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Arbeitsvertrag vom 25. September 2014 schriftlich geregelt (vgl. act. G 3.1/126). Die
geleisteten Mehrstunden wurden von der Arbeitgeberin indes zu einem
Bruttostundenlohn von Fr. 34.13 abgegolten und mit separater Lohnabrechnung
ausgewiesen (vgl. statt vieler act. G 3.2/32). Der daraus erzielte Lohn wurde vom
Beschwerdeführer jeweils deklariert und von der Beschwerdegegnerin als
Zwischenverdienst angerechnet (vgl. statt vieler act. G 3.1/33). Im Übrigen wurden die
Mehrstunden gemäss Angabe des Beschwerdeführers nach Bedarf der Arbeitgeberin
geleistet, was in der Folge von Seiten der Beschwerdegegnerin unbestritten blieb und
aufgrund der Akten nicht zu bezweifeln ist (vgl. G 3.2/13 und G 3.2/8).
2.4 Leistet der Arbeitnehmer im Rahmen eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses mit
unregelmässigen Arbeitszeiten seine Arbeit jeweils auf Verlangen der Arbeitgeberin und
hängt die Anzahl entlohnter Arbeitsstunden somit von den Bedürfnissen der
Arbeitgeberin ab, liegt nach der Definition des SECO Arbeit auf Abruf vor (AVIG-Praxis
ALE, Rz B95). Unter Ausklammerung des vereinbarten Fixpensums von 50% erfüllen
die vom Beschwerdeführer darüber hinaus geleisteten Mehrstunden die vom SECO
aufgestellten Kriterien eines Arbeitsverhältnisses auf Abruf. Im Ergebnis unterscheidet
sich das vorliegende Teilarbeitsverhältnis auf Stundenlohnbasis somit nicht von einem
Arbeitsverhältnis auf Abruf, weshalb es als der Sache angemessen erscheint, die
Bestimmungen zur Arbeit auf Abruf analog anzuwenden.
3.
3.1 Endet ein Arbeitsverhältnis auf Abruf unter Einhaltung der gesetzlichen oder
vertraglichen Kündigungsfrist und sind alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt, so hat
die versicherte Person Anspruch auf Arbeitslosentschädigung (AVIG-Praxis ALE, Rz
B95). Wird das Arbeitsverhältnis auf Abruf hingegen fortgesetzt oder unter
Nichteinhaltung der Kündigungsfrist aufgelöst, erleidet die Person während der Zeit, in
der sie nicht zur Arbeit aufgefordert wird, keinen Arbeits- und Verdienstausfall nach Art.
11 Abs. 1 AVIG, weil im Allgemeinen die auf dieser besonderen Vereinbarung
beruhende Arbeitszeit als normal gilt. Von diesem Grundsatz kann jedoch abgewichen
werden, wenn der auf Abruf erfolgte Einsatz während längerer Zeit im Wesentlichen
mehr oder weniger konstant war. In diesem Fall ist die effektiv absolvierte Arbeitszeit
als normal zu betrachten. Der Beobachtungszeitraum kann dabei umso kürzer sein, je
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weniger die Arbeitseinsätze in den einzelnen Monaten schwanken; er muss umso
länger sein, wenn die Arbeitseinsätze sehr unregelmässig anfallen oder wenn die
Arbeitsdauer während der einzelnen Einsätze starken Schwankungen unterworfen ist
(Urteil des Bundesgerichts vom 23. Januar 2014, 8C_625/2013 E. 2.2; BGE 107 V 59 E.
1; ARV 1998 Nr. 20 S. 101 E. 2a; AVIG-Praxis ALE, Rz B95 ff.).
3.2 Eine förmliche Kündigung des zusätzlichen Teilarbeitsverhältnisses auf
Stundenlohnbasis durch die Arbeitgeberin liegt nicht vor. Es bleibt zu prüfen, ob
dennoch von einem konkreten und anrechenbaren Arbeitsausfall auszugehen ist. Der
Beschwerdeführer bringt vor, dass ihm mitgeteilt worden sei, dass er ab Dezember
2016 zu keiner „Überstundenarbeit“ mehr hinzugezogen werde und dass ihm in den
folgenden Monaten auch keine „Überstundenarbeit“ mehr zugewiesen worden sei. Mit
anderen Worten macht er einen anrechenbaren Arbeitsausfall aufgrund des Wegfalls
der zusätzlichen Arbeit auf Stundenlohnbasis geltend (vgl. act. G 1, G 5).
Demgegenüber überlässt es die Beschwerdegegnerin dem Gericht zu prüfen, ob
überhaupt eine definitive Einstellung der „Überstunden“ erfolgt ist (act. G 3).
3.3 Gemäss der vom Beschwerdeführer eingereichten Stundenabrechnung leistete er
im Dezember 2016 keine zusätzlichen Arbeitsstunden mehr (act. G 3.2/13.3). In der
Replik bringt der Beschwerdeführer weiter vor, dass ihm auch in den Monaten Januar
2017 bis und mit April 2017 keine „Überstundenarbeit“ mehr zugewiesen wurde (act. G
5). Diese Angaben des Beschwerdeführers lassen sich durch die Bescheinigungen über
den Zwischenverdienst, welche jeweils von der Arbeitgeberin unterzeichnet wurden,
plausibilisieren. Aus der Bescheinigung über den Zwischenverdienst für den Monat
Dezember 2016 ergibt sich, dass dem Beschwerdeführer im Dezember 2016 keine
zusätzliche Arbeit auf Stundenlohnbasis mehr zugeteilt wurde (vgl. act. G 3.2/17), da
die angegebenen 55.34 „Überstunden“ richtigerweise im Monat November 2016
angefallen waren (vgl. act. G 3.2/19). Zudem ergibt sich aus den Bescheinigungen über
den Zwischenverdienst für die Folgemonate, dass der Beschwerdeführer auch in den
Monaten Januar 2017 bis März 2017 zu keiner zusätzlichen Arbeit auf
Stundenlohnbasis mehr herangezogen wurde (vgl. G 3.2/14, 3.2/7 und 3.2/5). Folglich
ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer ab dem
1. Dezember 2016 lediglich eine Erwerbstätigkeit im Umfang von 50% zu einem
Bruttomonatslohn von Fr. 3'200.-- ausübte und ihm darüber hinaus keine zusätzliche
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Arbeit mehr zugeteilt wurde. Durch den definitiven Wegfall dieser bis Ende November
2016 zusätzlich geleisteten Arbeitsstunden, wobei es sich um durchschnittlich 62.49
Stunden pro Monat handelte (vgl. vorstehend E. 2.3), welche jeweils als
Zwischenverdienst angerechnet wurden, ist es aus
arbeitslosenversicherungsrechtlicher Sicht angemessen, vom Verlust dieses Teils des
Arbeitsverhältnisses und damit von einem anrechenbaren Arbeits- und Verdienstausfall
auszugehen (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 23. Februar
2012, AVI 2011/17 E. 3.2).
3.4 Bei diesem Ergebnis erübrigen sich Ausführungen zur Frage, ob der Einsatz
während längerer Zeit im Wesentlichen mehr oder weniger konstant gewesen ist, um
vom Grundsatz eines nicht anrechenbaren Verdienstausfalls abzuweichen.
4.
4.1 Die Anerkennung eines anrechenbaren Arbeitsausfalls erscheint auch im Hinblick
auf die Schadenminderungspflicht angemessen, da es dem Beschwerdeführer – wie er
selbst zutreffend ausführt – nicht zum Nachteil gereichen darf, wenn er unter Wahrung
seiner Schadenminderungspflicht das reduzierte Arbeitsverhältnis weitergeführt und die
von ihm verlangten zusätzlichen Arbeitsstunden geleistet hat.
4.2 So spricht auch die Praxis des Bundesgerichts betreffend die Aufnahme eines
Arbeitsverhältnisses auf Abruf als Überbrückungstätigkeit für die Bejahung eines
anrechenbaren Arbeits- und Verdienstausfalls.
4.3 Nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung handelt es sich bei einem
Arbeitsverhältnis auf Abruf, das nach dem Verlust einer Vollzeitstelle nicht freiwillig,
sondern der Not gehorchend und um die Arbeitslosigkeit zu überbrücken, eingegangen
wurde, um eine notgedrungene Zwischenlösung, was sich auch aus der Tatsache
ergibt, dass die versicherte Person bereit ist, diese Tätigkeit unverzüglich aufzugeben.
Eine versicherte Person hat dann mit der Aufnahme eines Abrufverhältnisses nur das
getan, wozu sie gemäss der ihr obliegenden Schadenminderungspflicht gehalten ist.
Deshalb ist das nach Verlust einer Vollzeitstelle eingegangene Arbeitsverhältnis auf
Abruf als Überbrückungstätigkeit zu werten, welches nicht anstelle der letzten
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Vollzeittätigkeit als massgebendes letztes Arbeitsverhältnis zu betrachten ist (Urteile
des Bundesgerichts vom 21. September 2015, 8C_403/2015 E. 3.5 und vom 24. April
2014, 8C_46/2014 E. 2.2 sowie BGE 139 V 259 E. 5.1; Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit dem 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 10. Juni 1996, C 279/95 E. 3a, in: SVR 1996 ALV Nr. 74 S. 227).
4.4 Diese mit Urteil C 279/95 begründete Rechtsprechung wurde vom Bundesgericht
in BGE 139 V 259 insoweit konkretisiert, als dass es in Bezug auf eine dritte
Rahmenfrist für den Leistungsbezug ausführte, dass angesichts der langen Dauer des
Arbeitsverhältnisses auf Abruf (in casu war die versicherte Person seit über 4 Jahren
der Tätigkeit auf Abruf nachgegangenen) nicht mehr von einer zur Schadenminderung
überbrückungsweise ausgeübten Tätigkeit gesprochen werden kann. Dabei wurde mit
Verweis auf die AVIG-Praxis des SECO festgehalten, dass je länger das
Arbeitsverhältnis auf Abruf dauert, desto mehr davon auszugehen ist, dass die neue
Arbeitssituation für die versicherte Person zur Normalität wird und der Gedanke der
Schadenminderung verloren geht (BGE 139 V 259 E. 5.1 m.V.a. AVIG-Praxis, Rz B97b
[Stand: April 2012]). Auch im Urteil 8C_46/2014 verneinte das Bundesgericht in Bezug
auf die Eröffnung einer dritten Rahmenfrist für den Leistungsbezug die Annahme einer
Überbrückungstätigkeit aufgrund der langen Dauer des Arbeitsverhältnisses (E. 3.3.1).
Demgegenüber hielt das Bundesgericht im Urteil 8C_403/2015 in Bezug auf die
Eröffnung einer zweiten Rahmenfrist für den Leistungsbezug fest, dass bei einem im
Zeitpunkt der erneuten Anspruchsbeurteilung zwei Jahre dauernden Arbeitsverhältnis
auf Abruf der Gedanke der Schadenminderung weiterhin im Vordergrund steht,
weshalb die versicherte Person weiterhin einen anrechenbaren Arbeitsausfall erleidet
(E. 5.2).
4.5 Vorliegend war der Beschwerdeführer nach Verlust seiner Vollzeitstelle per 30.
November 2014 während zwei Jahren über das vertraglich vereinbarte Fixpensum von
50% hinaus bei Bedarf der Arbeitgeberin zusätzlich auf Abruf tätig (vgl. E. 2.3 f.). Nach
Wegfall dieses zusätzlichen Teilarbeitsverhältnisses steht die Eröffnung einer zweiten
Rahmenfrist für den Leistungsbezug in Frage (vgl. act. G 3.2/24). Angesichts der Dauer
von lediglich zwei Jahren und des Antrags auf Eröffnung einer zweiten Rahmenfrist
kann gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht gesagt werden, es liege
eine Dauerlösung vor, die nicht mehr dem Gedanken der Schadenminderung
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entspreche (vgl. BGer 8C_403/2015 E. 5.2). Demnach ist das Vorliegen eines
anrechenbaren Arbeits- und Verdienstausfalls auch in Anwendung der
bundesgerichtlichen Praxis zu den als Überbrückungstätigkeit eingegangenen
Arbeitsverhältnissen auf Abruf zu bejahen.
4.6 Nach dem Gesagten erlitt der Beschwerdeführer durch den Wegfall der zusätzlich
geleisteten Arbeitsstunden bzw. Mehrstunden einen anrechenbaren Arbeits- und
Verdienstausfall.
5.
5.1 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen sind die Beschwerde gutzuheissen,
der angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und die Sache zur neuen
Entscheidung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Beschwerdegegnerin
wird die übrigen Anspruchsvoraussetzungen zu prüfen und über den allfälligen
Entschädigungsanspruch des Beschwerdeführers zu verfügen haben.
5.2 Bei diesem Ergebnis kann offenbleiben, ob der Anspruch auf das rechtliche Gehör
des Beschwerdeführers verletzt wurde, indem die Beschwerdegegnerin den
Einspracheentscheid erliess, ohne die gesetzte Frist zur Einspracheergänzung
abzuwarten. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht geltend macht, hatte der
Beschwerdeführer selbst eine solche Einspracheergänzung weder beantragt noch in
Aussicht gestellt. Dennoch erscheint das nicht Abwarten der gesetzten Frist als
widersprüchliches Verhalten der Verwaltung.
5.3 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
5.4 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS
963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint
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eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) als angemessen.