Decision ID: 22a9b025-d929-5e51-ae4b-34678409dd38
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, Marktplatz 4, 9004 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ bezog seit 1996 eine ganze Rente der Invalidenversicherung bei einem
Invaliditätsgrad von 67 Prozent (IV-act. 39 f.). Gemäss einem Gutachten des Zentrums
für medizinische Begutachtung in Basel (ZMB) vom 29. Januar 1997 (IV-act. 12) litt er
an einem Lumbovertebralsyndrom bei Spondylolisthesis L5, an einer narzisstischen
Persönlichkeitsstörung mit Impulsdurchbrüchen sowie an einer chronischen Hepatitis
C. Die Sachverständigen hatten ihm zwar für eine leidensadaptierte Tätigkeit eine volle
Arbeitsfähigkeit attestiert, jedoch darauf hingewiesen, dass er einem Team oder einem
Arbeitgeber in der freien Wirtschaft kaum zumutbar sei, weshalb die IV-Stelle von einer
stark eingeschränkten Verwertbarkeit und einem dementsprechend niedrigen
zumutbarerweise erzielbaren Erwerbseinkommen von acht Franken pro Stunde bzw.
höchstens 17’472 Franken pro Jahr ausgegangen war (IV-act. 34). Mit einer Verfügung
vom 19. August 2004 setzte die IV-Stelle in Vollzug der Änderungen des IVG im
Rahmen der 4. IV-Revision die ganze Rente bei einem unveränderten Invaliditätsgrad
von 67 Prozent auf eine Dreiviertelsrente herab (IV-act. 61). Dagegen erhob der
Versicherte am 27. August 2004 Einsprache (IV-act. 62). Er machte geltend, sein
Gesundheitszustand habe sich verschlechtert (vgl. auch IV-act. 65). Nachdem der
Hausarzt des Versicherten, Dr. med. B._, auf entsprechende Fragen der IV-Stelle hin
(vgl. IV-act. 67) am 21. Oktober 2004 (IV-act. 68) ausgeführt hatte, er empfehle eine
neutrale Begutachtung, widerrief die IV-Stelle ihre Verfügung vom 19. August 2004 mit
einer weiteren Verfügung vom 2. Dezember 2004 (IV-act. 82) und erteilte dem ZMB den
Auftrag zur Durchführung einer Verlaufsbegutachtung. In der Folge wurde der
Versicherte im Rahmen eines stationären Aufenthaltes vom 27. bis 30. März 2006
untersucht. Die Gutachter diagnostizierten ein lumbovertebrales Schmerzsyndrom,
Kniebeschwerden beidseits sowie multiple Phobien. In ihrem Gutachten vom 11. Mai
2006 (IV-act. 92) führten sie aus, der Gesundheitszustand des Versicherten habe sich
aus psychiatrischer Sicht verbessert. In der psychiatrischen Untersuchung habe sich
der Versicherte angepasst und korrekt und nicht – wie im Rahmen der ersten
Begutachtung – ausgesprochen dysphorisch gereizt, unkooperativ und unwillig
Auskunft erteilend verhalten. Er sei völlig umgänglich und psychisch beruhigt gewesen.
Darauf angesprochen, habe er erklärt, er habe sich auf das Gespräch vorbereitet, sei
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vorher schlafen gegangen und habe den Wecker auf zwanzig Minuten vor dem
Untersuchungstermin gestellt. Der Gutachter führte aus, es sei davon auszugehen,
dass der Versicherte einen Reifungsprozess durchgemacht habe und an der Aufgabe
der Erziehung seiner Kinder als alleinerziehender Vater gereift sei. Er trinke keinen
Alkohol mehr, rauche kaum noch Haschisch und reagiere auch nicht mehr dysphorisch
gereizt. Seine Impulsdurchbrüche hätten sich durch seinen psychischen
Reifungsprozess gelegt. Bezüglich seiner Ängste habe sich der Zustand dagegen
etwas verschlechtert. Er habe Anzeichen eines Paniksyndroms gezeigt, das ihn
offenbar mehrmals pro Woche blitzartig ereile und von psychovegetativen Symptomen
begleitet sei. Er habe ein beginnendes Vermeidungsverhalten entwickelt und ertrage
geschlossene Räume, Menschenansammlungen und überhaupt Situationen, in denen
er sich nicht mehr frei bewegen könne, nicht mehr. Zudem habe er über eine
Flugangst, über eine Höhenangst, über eine Zugangst, über eine Platzangst und über
andere Ängste berichtet. Auch eine gewisse Somatisierungsneigung habe
zugenommen. Gesamthaft sei jedoch psychiatrisch aufgrund der deutlich fehlenden
Depressivität und der deutlich gebesserten Charaktereigenschaften von einer
Verbesserung des Zustands auszugehen. In der Konsensbesprechung gelangten die
Gutachter zum Schluss, dass dem Versicherten optimal adaptierte körperlich leichte
Tätigkeiten im Freien während bis zu sechs Stunden täglich zumutbar seien. Die IV-
Stelle ging in der Folge davon aus (vgl. IV-act. 95), dass der Versicherte ohne
Gesundheitsbeeinträchtigung als Gartenarbeiter tätig wäre und ein Einkommen von
59’700 Franken erzielen könnte, wobei sie auf das zuletzt erzielte Einkommen abstellte
(vgl. IV-act. 6–2). Ausgehend von einer Arbeitsfähigkeit von 75 Prozent ermittelte die IV-
Stelle ein zumutbarerweise noch erzielbares Einkommen von 34’992 Franken. Sie ging
dabei von den Tabellenlöhnen gemäss den Ergebnissen der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik für das Jahr 2006 und die
Grossregion Ostschweiz aus und gewährte einen Abzug von je zehn Prozent für
invaliditätsbedingte Nachteile auf dem Arbeitsmarkt und die Unfähigkeit, in einem
Vollpensum tätig sein zu können. Daraus resultierte ein Invaliditätsgrad von 41 Prozent,
weshalb die IV-Stelle mit einer Verfügung vom 22. März 2007 die laufende
Dreiviertelsrente mit Wirkung ab dem 1. Mai 2007 (IV-act. 111 ff.) auf eine Viertelsrente
herabsetzte. Die dagegen erhobene Beschwerde vom 30. April 2007 (IV-act. 114–2 ff.)
hiess das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit einem Entscheid vom
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9. Januar 2008 (IV 2007/181; vgl. IV-act. 148) dahingehend gut, als es die
angefochtene Verfügung aufhob und die IV-Stelle verpflichtete, weitere Abklärungen zu
tätigen. Das Versicherungsgericht erachtete die Verwertbarkeit der von den
Sachverständigen des ZMB attestierten Restarbeitsfähigkeit als fraglich gegeben, weil
zwischenzeitlich (nämlich am 26. Februar 2007; IV-act. 116) Dr. med. C._, Facharzt
FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtet hatte, der Versicherte sei so, wie er
sich ihm gegenüber verhalten habe, weder einem Team noch einem Arbeitgeber in der
freien Wirtschaft zumutbar. Der Mangel an Sozialkompetenz und Anpassungsfähigkeit
sei aus Gründen der pathologischen Persönlichkeitsstruktur so schwerwiegend, dass
er sich langfristig nicht einmal eine Betreuung des Versicherten vorstellen könne (vgl.
IV-act. 116). Das Versicherungsgericht wies die IV-Stelle an, abzuklären, ob und
inwiefern die Restarbeitsfähigkeit des Versicherten noch verwertbar sei. Es empfahl die
Durchführung einer entsprechenden Abklärung durch eine geeignete berufliche
Abklärungsstelle (BEFAS) während einer Dauer von etwa drei Monaten.
A.b In der Folge schlug die IV-Stelle dem Versicherten vor, die berufliche Abklärung in
der Klinik D._ durchzuführen. Der Versicherte lehnte dies aber, wie stationäre
Untersuchungen überhaupt, entschieden ab (IV-act. 164). Anlässlich einer persönlichen
Besprechung zwischen Vertretern der IV-Stelle und dem Rechtsvertreter des
Versicherten am 8. Juli 2008 (vgl. IV-act. 167) wies letzterer nochmals darauf hin, dass
der Versicherte unter keinen Umständen an einer stationären Abklärung teilnehmen
werde. Daraufhin wurde die Möglichkeit einer vergleichsweisen Zusprache einer halben
Rente diskutiert. Am 9. Juli 2008 (IV-act. 166) erklärte sich der Rechtsvertreter des
Versicherten mit der Zusprache einer halben Rente einverstanden. Die IV-Stelle passte
daraufhin das Valideneinkommen an die zwischenzeitliche Nominallohnentwicklung an
und setzte es neu auf 61’383 Franken fest (vgl. IV-act. 170). Das zumutbarerweise
erzielbare Invalideneinkommen setzte sie auf die Hälfte dieses Betrags fest.
Dementsprechend setzte sie mit einer Verfügung vom 3. April 2009 (IV-act. 184) die
laufende Rente bei einem Invaliditätsgrad von 50 Prozent per 1. Mai 2007 auf eine
halbe Rente herab.
A.c Am 8. September 2009 (IV-act. 199–1) liess der Versicherte um eine Erhöhung der
halben auf eine ganze Rente ersuchen. Zur Begründung liess er geltend machen, sein
Gesundheitszustand habe sich massiv verschlechtert. Seinem Gesuch legte er ein
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Zeugnis seines neuen Hausarztes, Dr. med. E._, vom 26. August 2009 (IV-act. 199–4)
bei. Dieser hatte bestätigt, dass der Versicherte unter wiederkehrenden Schmerzen im
Handgelenk (vor allem rechts), Kopfschmerzen, wiederkehrenden Panikzuständen und
Schwindel sowie unter Problemen im Bereich des Bewegungsapparates leide. Aktuell
leide der Versicherte schon seit Juni (2009) unter zunehmenden Schmerzen im Bereich
des linken Armes. Eine Magnetresonanztomographie habe einen Bandscheibenvorfall
im Segment C6/7 mit einer Reizung der Nervenwurzel C7 links gezeigt. Es werde ein
Versuch mit Physiotherapie gestartet. Sollte dieser fehlschlagen, müsse allenfalls eine
operative Revision in Erwägung gezogen werden. Auf eine entsprechende Aufforderung
der IV-Stelle vom 5. Oktober 2009 hin (IV-act. 205) teilte der Rechtsvertreter des
Versicherten am 26. Oktober 2009 mit (IV-act. 211), der Versicherte sei zwischenzeitlich
operiert worden und deshalb seit Juni 2009 arbeitsunfähig. Seinem Schreiben legte er
den Austrittsbericht der Klinik für Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen vom
22. September 2009 (IV-act. 212) bei. Die Ärzte hatten berichtet, am 15. September
2009 sei eine anteriore Discektomie komplikationslos durchgeführt worden. Der
anschliessende Heilungsverlauf sei erfreulich gewesen und die Mobilisation sei
problemlos verlaufen. Am 2. März 2010 (IV-act. 225) führte der Rechtsvertreter des
Versicherten ergänzend aus, die Operation im September 2009 habe zwar zu einer ge
wissen Besserung geführt, aber sein Mandant sei nach wie vor nicht schmerzfrei oder
arbeitsfähig. Im Jahr 2009 seien zudem zunehmend Gelenkprobleme aufgetreten, die
weiter abgeklärt worden seien. Dr. E._ teile seine Auffassung, dass der Versicherte
vollständig arbeitsunfähig sei. Er legte seiner Eingabe einen Bericht der Klinik für Ortho
pädie am Rosenberg vom 14. Dezember 2009 bei (IV-act. 226). Diesem war zu ent
nehmen, dass dem Versicherten Schuheinlagen mit lateraler Erhöhung zur Entlastung
des medialen Kompartimentes verordnet worden waren. Dr. E._ hatte am 8. Januar
2010 (IV-act. 227) eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestätigt. Am 28. Mai 2010 (IV-
act. 233) berichtete er, der Gesundheitszustand habe sich insofern verschlechtert, als
eine Bandscheibenoperation habe durchgeführt werden müssen. Der psychische Zu
stand habe sich eher verschlechtert und es sei erneut eine Meniskusläsion aufgetreten.
Im Auftrag der IV-Stelle erstattete das ZMB am 14. Dezember 2010 (IV-act. 254) ein
weiteres Verlaufsgutachten. Der Rheumatologe führte aus, der Versicherte sei mit den
Ergebnissen der Discektomie zufrieden. Es bestehe aber weiterhin eine verminderte
Belastbarkeit. Auch die Beweglichkeit im Bereich der Lendenwirbelsäule habe, ver
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glichen mit der Untersuchung im Jahr 2006, abgenommen. Bezüglich der Kniegelenke
bestehe dagegen keine wesentliche Progredienz. Der Psychiater berichtete, verglichen
mit den Befunden im Jahr 2006 liessen sich bezüglich der Angstsymptomatik keine
wesentlichen Veränderungen erkennen. Ebenfalls lasse sich aktuell auch keine De
pression diagnostizieren. Es liege eine narzisstische Persönlichkeitsstörung vor und es
lasse sich ein grandioses Selbst vermuten. Insgesamt habe sich der psychische Zu
stand im Vergleich zur Untersuchung im Jahr 2006 nicht wesentlich verändert. Der von
Dr. C._ als schwerwiegend beurteilte Mangel an Sozialkompetenz und Anpassungs
fähigkeit könne nicht bestätigt werden. Der Versicherte sei in der Lage, mit seinen
Kindern eine konstante, tragfähige wie auch sehr gute Beziehung zu pflegen. Ausser
dem sei er in der Lage gewesen, sich der Untersuchungssituation anzupassen. Es
könne keine floride dissoziale Persönlichkeitsstörung nachgewiesen werden. Aufgrund
der erwähnten Faktoren könne weder davon ausgegangen werden, dass der Ver
sicherte nicht mehr arbeitsfähig sei, noch davon, dass er keinem Arbeitgeber mehr zu
gemutet werden könne. Die Gutachter führten folgende Diagnosen an: Chronisches
Lumbovertebralsyndrom, Status nach Discektomie, Chondropathia patellae beidseits,
degenerative Meniscusveränderung links, multiple Phobien mit Panikstörung und
narzisstische Persönlichkeitsstörung mit Status nach Impulsdurchbrüchen. In ihrer
Gesamtbeurteilung waren sie zum Schluss gelangt, dass sich der Gesundheitszustand
des Versicherten seit der letzten Begutachtung im Jahr 2006 verändert habe. Sie
führten an, als wesentliche Veränderungen seien das Auftreten einer Discushernie mit
anschliessender Operation und die Verschlechterung des Krankheitsbildes im lumbo
vertebralen Bereich zu berücksichtigen. Ansonsten habe sich der Gesundheitszustand
nicht nennenswert verändert. Insgesamt sei dem Versicherten eine rückenadaptierte,
die Kniegelenke nicht belastende Tätigkeit während rund 4,25 Stunden täglich zumut
bar. Diese Beurteilung der Arbeitsfähigkeit habe seit Anfang 2010 Gültigkeit. Mit einem
Vorbescheid vom 6. Januar 2011 (IV-act. 260) teilte die IV-Stelle mit, dass aufgrund der
medizinischen Unterlagen von einer vorübergehenden Verschlechterung auszugehen
sei, welche eine Anpassung der Rente nicht rechtfertige. Es bleibe deshalb bei der
halben Rente. Am 8. Februar 2011 (IV-act. 261) liess der Versicherte dagegen ein
wenden, es könne nicht auf das Gutachten des ZMB abgestellt werden, weil dieses
nicht schlüssig und zudem widersprüchlich sei. Zu berücksichtigen sei auch, dass sich
der Versicherte seit 16 Jahren nicht mehr im Arbeitsprozess befinde. Es könne deshalb
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nicht davon ausgegangen werden, dass er wieder eine Arbeitsstelle finde. Auf eine ent
sprechende Nachfrage der IV-Stelle hin nahmen die Sachverständigen des ZMB am
26. Mai 2011 (IV-act. 267) Stellung zu den Vorbringen des Versicherten. Sie führten
aus, diese bildeten keinen Anlass, von der im Gutachten festgehaltenen Beurteilung
abzuweichen. Am 7. Juni 2011 (IV-act. 268) wies die IV-Stelle das Erhöhungsgesuch
ab.
B.
B.a Gegen diese Verfügung liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am
8. Juli 2011 Beschwerde erheben (act. G 1). Er liess die Zusprache einer ganzen Inva
lidenrente beantragen und zur Begründung im Wesentlichen ausführen, das Gutachten
des ZMB überzeuge nach wie vor nicht. Der Stellungnahme des ZMB vom 26. Mai
2011 könne ausser einer lèse-majesté nichts entnommen werden. Der Psychiater habe
offensichtlich keine Fakten und Begründungen für seine ungenügend begründeten
Schlussfolgerungen anführen können. Es dürfe daher nach wie vor nicht davon
ausgegangen werden, die allfällige Restarbeitsfähigkeit sei realistischerweise noch
verwertbar. Der Rechtsvertreter liess abschliessend die Einholung eines weiteren
Berichts von Dr. C._ und die Durchführung einer mündlichen Verhandlung mit einer
Befragung des Beschwerdeführers beantragen.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 18. August 2011 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, es bestehe
kein hinreichender Anlass, nicht auf das Gutachten des ZMB abzustellen. Die Zweifel
an der Verwertbarkeit seien damit ausgeräumt, weshalb es dem Beschwerdeführer
möglich und zumutbar sei, in der freien Wirtschaft im von den Gutachtern
angegebenen Umfang erwerbstätig zu sein. Es bestehe daher Anspruch auf eine halbe
Rente.
B.c Der Beschwerdeführer liess am 7. September 2011 (act. G 8) replicando darauf hin
weisen, dass sich die Beschwerdegegnerin nicht mit der Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung der langen Arbeitsmarktabsenz
auseinander gesetzt habe.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 10).
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B.e Am 21. Oktober 2013 fand eine mündliche Verhandlung statt. Der
Beschwerdeführer gab auf Fragen von Seiten des Gerichtes und seines
Rechtsvertreters hin an, er sehe nicht ein, weshalb seine Beschwerden als psychisch
bedingt angesehen würden. Er leide an diversen körperlichen Beeinträchtigungen und
habe allein in den letzten sieben oder acht Jahren 21 Operationen über sich ergehen
lassen müssen. Er könne schon gewissen Arbeiten nachgehen. So betreibe er
beispielsweise ein kleines Flohmarktgeschäft oder setze Fahrräder aus dem Alteisen
wieder instand. Er habe sich auch schon überlegt, einem Landwirt bei gewissen
Arbeiten zu helfen. Mit Tieren verstehe er sich gut. Das Hauptproblem sei, dass er nicht
tagelang am Stück eine konstante Arbeitsleistung erbringen könne. Er müsse sich
häufig hinlegen und benötige zwischendurch Ruhetage, um sich erholen zu können.
Unter diesen Voraussetzungen wolle ihn natürlich niemand anstellen. Das könne man
aber nicht einfach auf die Psyche abschieben. Er habe trotzdem freiwillig eine Therapie
aufgenommen. Der Psychotherapeut habe aber mehr von seinen eigenen Problemen
erzählt als ihm zuzuhören. Das habe deshalb nichts gebracht, weshalb er die Therapie
wieder abgebrochen habe. Der Beschwerdeführer äusserte sich auch zu seinen
Ängsten. So gab er an, er könne sich nicht zu lange in geschlossenen Räumen
aufhalten. Beim Einkaufen müsse er teilweise den Einkaufswagen stehen lassen, weil er
es unter den vielen Leuten nicht länger aushalte. Im Sommer gehe es ihm besser als im
Winter, weil er mehr draussen sein könne. Er könnte nicht in einer Wohnung in einem
gewöhnlichen Mehrfamilienhaus wohnen. Er wohne in einer Altbauwohnung, was gehe,
weil diese Wohnung über viele grosse Fenster verfüge und er einen direkten Zugang zu
einer Dachterrasse habe. Termine wie diese Verhandlung würden ihn bereits Tage im
Voraus nervös machen. Diese Nacht habe er kaum schlafen können. Es gebe schon
manchmal zwei oder drei Stunden an einem Tag, die er als gut bezeichnen würde. Vor
kurzem habe er geheiratet. Seine Kinder seien mittlerweile beide ausgezogen. Der
Sohn sei vor einer Woche endlich ausgezogen. Sie hätten beide keine Berufslehre
abgeschlossen. Die Tochter habe sehr viel Pech gehabt. Am Nachmittag rief der
Beschwerdeführer an, um anzugeben, welche Medikamente er zu sich nehme. Er gab
an, aufgrund seiner regelmässigen Migräneattacken lange ein Medikament
eingenommen zu haben, das zwischenzeitlich verboten worden sei. Er nehme nun
Imigran . Morgens nehme er jeweils Deanxit ein. Nach Bedarf verwende er Temesta .
Zudem nehme er unter anderem mehr oder weniger regelmässig Brufen , Novalgin
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und Tramal ein. Ausserdem müsse er hin und wieder ein Asthmaspray verwenden
(Ventolin ). Er habe sich lange geweigert zu heiraten. Seine jetzige Ehefrau habe ihn
schon vor drei Jahren das erste Mal gefragt, ob er heiraten wolle. Die Hochzeit selbst
habe er gerade so überstanden. Zum Glück sei die Trauung relativ rasch vollzogen
gewesen. Letztens sei er auf die Ebenalp gefahren. Die Fahrt habe er kaum
ausgehalten.

Erwägungen:
1.
1.1 Die Zusprache einer Rente der Invalidenversicherung setzt voraus, dass der mass
gebende Sachverhalt genügend abgeklärt worden ist. Die relevanten tatsächlichen Ver
hältnisse müssen im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt sein. Weil allerdings eine Invalidenrente in der Regel nicht nur für
die Vergangenheit, sondern auch für die Zukunft zugesprochen wird, stützt sich die
Rentenzusprache nicht nur auf den überwiegend wahrscheinlichen Sachverhalt bis zum
Erlass der Verfügung, sondern – in Bezug auf die Zukunft – notwendigerweise auf eine
Prognose bezüglich der weiteren Entwicklung des Sachverhalts. Über die künftige Ent
wicklung kann nämlich nicht Beweis geführt werden; sie kann nur prognostiziert
werden. Daraus erklärt sich auch die Notwendigkeit, die Zusprache einer Rente erst
dann zu prüfen, wenn die tatsächlichen Verhältnisse stabil sind, denn solange der
Sachverhalt wesentlichen Veränderungen unterliegt, kann keine plausible Prognose
gemacht werden. Ist eine Rentenverfügung in formelle Rechtskraft erwachsen und tritt
nachträglich eine unerwartete Sachverhaltsveränderung ein, die bewirkt, dass die
ursprüngliche Prognose ihre Plausibilität verliert, entsteht ein Korrekturbedarf. Art. 17
Abs. 1 ATSG sieht deshalb vor, dass eine formell rechtskräftig zugesprochene Rente
für die Zukunft zu erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben ist, wenn sich der
Invaliditätsgrad des Rentenbezügers erheblich ändert, das heisst wenn sich der
massgebende Sachverhalt (vgl. Art. 17 Abs. 2 ATSG) nach dem Erlass der
leistungszusprechenden Verfügung effektiv anders entwickelt als in jener Verfügung
prognostiziert. Wenn in der leistungszusprechenden Verfügung beispielsweise
prognostiziert worden ist, dass sich der Gesundheitszustand mittel- oder längerfristig
nicht mehr wesentlich verändern werde, besteht ein Anlass zu einer Revision, sobald
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sich der Gesundheitszustand später in relevanter Weise verändert. Ob und wie eine
leistungszusprechende Verfügung zu revidieren ist, ist also anhand eines Vergleichs zu
ermitteln: Der Sachverhaltsprognose der leistungszusprechenden Verfügung ist eine
neue Sachverhaltsprognose gegenüber zu stellen, die der nachträglichen, unerwarteten
Sachverhaltsentwicklung Rechnung trägt. Sofern eine Diskrepanz zwischen diesen
beiden Prognosen besteht, ist diese mittels einer Revision zu beheben. Die Revision
bezweckt also, die ursprüngliche Sachverhaltsprognose durch eine neue Prognose zu
ersetzen, die unter Berücksichtigung der effektiven Sachverhaltsveränderung plausibler
ist.
1.2 Zu berücksichtigen ist, dass die beiden Prognosen je entsprechende
Teilprognosen enthalten. Die Prognose, der Invaliditätsgrad werde sich in absehbarer
Zukunft nicht verändern, schliesst notwendigerweise ein, dass sich das
Valideneinkommen, der Ausgangswert des Invalideneinkommens, der
Gesundheitszustand und so weiter in absehbarer Zukunft nicht verändern werden.
Wenn eine unerwartete Sachverhaltsentwicklung eintritt, die dazu führt, dass die
Teilprognose, der Gesundheitszustand werde sich nicht wesentlich verändern, ihre
Plausibilität verliert, verliert die „Gesamtprognose“, der Invaliditätsgrad werde sich
nicht verändern, ebenfalls ihre Plausibilität. Mittels einer Revision ist in einem solchen
Fall die Teilprognose betreffend den Gesundheitszustand durch eine plausiblere
Prognose zu ersetzen, was in einem zweiten Schritt notwendigerweise dazu führt, dass
auch die „Gesamtprognose“ betreffend den Invaliditätsgrad durch eine neue Prognose
zu ersetzen ist. Davon unberührt bleiben allerdings die übrigen Teilprognosen. Wenn
sich lediglich der Gesundheitszustand in einer unerwarteten Weise verändert, darf dies
nicht zum Anlass genommen werden, beispielsweise die Teilprognose betreffend das
Valideneinkommen durch eine neue Prognose zu ersetzen, weil die entsprechende alte
Prognose als (ursprünglich) unrichtig angesehen wird. Dadurch würde eine unzulässige
„Teil-Wiedererwägung“ durchgeführt. Die Revision hat sich also in erster Linie auf die
Teilprognose oder Teilprognosen zu beschränken, die von einer unerwarteten
Sachverhaltsveränderung betroffen sind. Die Ersetzung der Gesamtprognose ist der
notwendige Folgeschritt, der sich aber inhaltlich ebenfalls auf die betroffenen Teile zu
beschränken hat.
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1.3 Die Verfügung vom 3. April 2009, mit der die Rente auf eine halbe Rente herabge
setzt worden ist, ist eine Vergleichsverfügung im Sinne von Art. 50 ATSG. Sie ist zwar
nicht als solche zu erkennen, weil der Vergleich zwischen den Parteien nicht erwähnt
wird und sie stattdessen einen „Schein-Einkommensvergleich“ enthält. Erst unter Be
rücksichtigung des dem Erlass der Verfügung vorausgehenden Verfahrensablaufs
ergibt sich, dass sich die Parteien auf eine halbe Rente geeinigt hatten und die
Beschwerdegegnerin diesen Vergleich in Anwendung von Art. 50 Abs. 2 ATSG in Form
einer anfechtbaren Verfügung erlassen hat. Es wäre vorteilhafter gewesen, den
eigentlichen Inhalt der Verfügung wiederzugeben, dass nämlich vergleichsweise der
Invaliditätsgrad auf 50 Prozent festgelegt worden war. Die gewählte Form mit dem
„Schein-Einkommensvergleich“ ist missverständlich. Das ändert aber nichts daran,
dass die Verfügung als Vergleichsverfügung auszulegen ist. Bezüglich des Vergleichs
an sich ist festzuhalten, dass dieser, gerade wenn die entsprechende Verfügung
unvollständig oder falsch begründet ist, den in einem späteren Revisionsverfahren
erforderlichen Vergleich zwischen der Sachverhaltsprognose und der effektiven
Sachverhaltsentwicklung erschwert. Mit einem Vergleich im Sinne von Art. 50 ATSG
werden nämlich in aller Regel insbesondere Ungewissheiten bezüglich des
massgebenden Sachverhalts „übergangen“ (vgl. etwa BGE 135 V 65, insb. E. 1.7,
S. 70). Der Sachverhalt wird mit anderen Worten nicht so vollständig erhoben, wie dies
eine anschliessende Rechtsanwendung verlangen würde. Vielmehr wird die
Sachverhaltsermittlung gewissermassen vorzeitig abgebrochen. An die Stelle der
Sachverhaltsabklärung bis zum Erreichen des Beweisgrades der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit tritt dann eine einvernehmliche Einigung über die massgebende
Sachverhaltsprognose. In einem späteren Revisionsverfahren kann die effektive
Sachverhaltsentwicklung deshalb nicht direkt mit einer Sachverhaltsprognose
verglichen werden. Es muss daher in einem solchen Fall mittels einer Interpretation des
von den Parteien getroffenen Vergleichs ermittelt werden, von welcher
Sachverhaltsprognose sie am ehesten ausgegangen sind. Ohne eine plausible „alte“
Sachverhaltsprognose kann nicht beurteilt werden, ob ein Revisionsbedarf besteht.
2.
2.1 Vorliegend wird die Ermittlung der „alten“ Sachverhaltsprognose dadurch
erleichtert, dass die Beschwerdegegnerin kurz vor der Vergleichsverfügung eine
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Revisionsverfügung erlassen hat (die allerdings aufgehoben worden ist). Dieser
Verfügung vom 22. März 2007 lässt sich entnehmen, dass von einer Validenkarriere als
Gartenarbeiter mit einem damals mutmasslichen Einkommen von 59’700 Franken
ausgegangen worden ist. Diese Karriere und damit das entsprechende Einkommen
haben auch in die Vergleichsverfügung vom 3. April 2009 Eingang gefunden. Die
Beschwerdegegnerin hat das Einkommen nämlich an die zwischenzeitliche
Nominallohnentwicklung angepasst und als Valideneinkommen eingesetzt. In der
Verfügung vom 22. März 2007 ist weiter von einer Arbeitsfähigkeit von 75 Prozent
ausgegangen worden. Dabei hat sich die Beschwerdegegnerin auf das erste
Verlaufsgutachten des ZMB gestützt. Sie hat zur Berechnung des zumutbarerweise
erzielbaren Invalideneinkommens den massgebenden Tabellenlohn herangezogen und
davon einen Abzug von insgesamt 20 Prozent vorgenommen. Den Tabellenlohn hat sie
mit invaliditätsbedingten Nachteilen auf dem Arbeitsmarkt und mit der Lohneinbusse
bei der Ausübung einer Teilzeitarbeit begründet (je zehn Prozent Abzug). Anders als in
der leistungszusprechenden Verfügung hat sie also angenommen, die medizinisch-
theoretische Arbeitsfähigkeit sei grundsätzlich voll verwertbar. Anstelle eines deutlich
unterdurchschnittlichen Lohnes hat sie deshalb den massgebenden Tabellenlohn als
Ausgangswert des zumutbarerweise erzielbaren Erwerbseinkommens herangezogen
und diesen lediglich mit Blick auf gewisse indirekt behinderungsbedingte Nachteile
reduziert. Im Rahmen des Vergleichs hat sie dann wiederum den Unsicherheiten
bezüglich der Verwertung der Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
bei der Festlegung des Ausgangswertes des Invalideneinkommens Rechnung
getragen. Es ist unklar gewesen, ob und inwiefern der Beschwerdeführer überhaupt
noch eine Arbeitsstelle in der freien Wirtschaft finden bzw. einem Arbeitgeber in der
freien Wirtschaft zugemutet werden könne. An sich hätte abgeklärt werden müssen, ob
die Verwertbarkeit in der freien Wirtschaft gegeben sei oder nicht. Dementsprechend
hätte die Dreiviertelsrente auf eine Viertelsrente herabgesetzt oder aber auf eine ganze
Rente erhöht werden müssen. Im Rahmen des Vergleichs haben sich die Parteien
stattdessen darauf geeinigt, den Ausgangswert des zumutbarerweise erzielbaren
Invalideneinkommens tiefer als in der Verfügung vom 22. März 2007 anzusetzen, um
der fraglichen Verwertbarkeit Rechnung zu tragen. Anstelle des um 20 Prozent
gekürzten massgebenden Tabellenlohnes haben sie das Invalideneinkommen auf
30’692 Franken festgesetzt. Die Vergleichsverfügung enthält also die („alte“)
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Sachverhaltsprognose, der Beschwerdeführer könne unter Berücksichtigung einer
medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von 75 Prozent und eines Abzuges vom
Tabellenlohn von 20 Prozent zumutbarerweise ein Erwerbseinkommen von 30’692
Franken erzielen.
2.2 Der Vergleichsverfügung hat unter anderem die Prognose zugrunde gelegen, der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers werde mehr oder weniger stabil bleiben.
Nach dem Erlass der Verfügung hat sich der Gesundheitszustand des Beschwerde
führers aber – insofern unerwartet – verschlechtert. Die Prognose über die Arbeitsfähig
keit aus medizinischer Sicht, die der Vergleichsverfügung zugrunde liegt, ist aufgrund
dieser nachträglichen Sachverhaltsentwicklung nicht mehr plausibel. Gemäss den
überzeugenden Ausführungen der Sachverständigen des ZMB hat sich die
Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten Tätigkeiten von 75 Prozent auf 50 Prozent
verringert. Es liegt daher nun eine entsprechende (Teil-) Diskrepanz zwischen der
Prognose in der Vergleichsverfügung und dem effektiven Sachverhalt vor, die zu
beheben ist. Davon bleiben allerdings die anderen „Teil-Prognosen“ unberührt. Die
Verschlechterung des Gesundheitszustandes kann sich nämlich nicht beispielsweise
auf die hypothetische Validenkarriere oder auf den Ausgangswert des zumutbarerweise
erzielbaren Invalideneinkommens auswirken. Die zusätzlichen
Gesundheitsbeeinträchtigungen sind nicht derart, dass sich die Frage nach der
Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit neu stellen würde. Das Spektrum der
zumutbaren Tätigkeiten ist nur marginal geschrumpft. Die bezüglich der Verwertbarkeit
im Vordergrund stehenden Charaktereigenschaften des Beschwerdeführers sind
unverändert geblieben, weshalb sich eine Korrektur der Prognose, die
Restarbeitsfähigkeit sei grundsätzlich verwertbar, nicht aufdrängt. Die Ausführungen
des Beschwerdeführers zur Verwertbarkeit seiner Restarbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt sind deshalb nicht zielführend. Er hat sich mit der Festlegung
des Ausgangswertes für das zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen auf
einen unterdurchschnittlichen Betrag zur „Abgeltung“ der fraglichen Verwertbarkeit im
Rahmen eines Vergleichs einverstanden erklärt, weshalb jetzt darauf nicht mehr
zurückgekommen werden kann, zumal er ja selbst den Standpunkt vertritt,
diesbezüglich habe sich nichts verändert. Die Beschwerdegegnerin verkennt ihrerseits,
dass sich hinsichtlich des massgebenden ausgeglichenen Arbeitsmarktes seit dem
Erlass der Vergleichsverfügung nichts geändert hat. Verändert hat sich seit dem Erlass
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der Vergleichsverfügung einzig der physische Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers. Der Einkommensvergleich darf deshalb im vorliegenden
Revisionsverfahren nur bezüglich der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht
angepasst werden. Für die Neuberechnung des Invaliditätsgrades kann dabei davon
ausgegangen werden, das in der Vergleichsverfügung erwähnte Invalideneinkommen
habe sich auf zwei Drittel des dort genannten Betrages verringert, weil sich die
Arbeitsfähigkeit von 75 Prozent auf 50 Prozent (= zwei Drittel von 75 Prozent) bei
ansonsten unveränderten Faktoren verringert hat. Das zumutbarerweise erzielbare
Invalideneinkommen beträgt also 20’388 Franken. Der Invaliditätsgrad beträgt daher
neu 67 Prozent (= [61’383 Franken – 20’388 Franken] ÷ 61’383 Franken). Der
Beschwerdeführer hat demnach Anspruch auf eine Dreiviertelsrente der
Invalidenversicherung.
2.3 Die Verschlechterung des Gesundheitszustandes ist gemäss dem Gutachten des
ZMB vom 14. Dezember 2010 im Zeitpunkt der Discektomie eingetreten. Die
Sachverständigen haben ausgeführt, nach einer Rehabilitationsphase von drei Monaten
seien dem Beschwerdeführer Erwerbstätigkeiten im von ihnen attestierten Umfang
wieder zumutbar gewesen, was nachvollziehbar erscheint. Die Discektomie hat am
15. September 2009 stattgefunden. Am 8. September 2009 hat der Beschwerdeführer
um die Erhöhung der Rente ersucht. Gestützt auf Art. 88a Abs. 2 IVV, wonach eine Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes zu berücksichtigen ist, wenn sie drei Monate
angedauert hat, besteht der Anspruch auf eine Dreiviertelsrente vor diesem
Hintergrund ab dem 1. Januar 2010.
3.
3.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist deshalb die angefochtene Verfügung
vom 7. Juni 2011 aufzuheben. Dem Beschwerdeführer ist mit Wirkung ab dem
1. Januar 2010 eine Dreiviertelsrente der Invalidenversicherung zuzusprechen. Zur
Berechnung der Rentenbeträge ist die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
3.2 Die gemäss Art. 69 Abs. 1 IVG zu erhebenden und angesichts des durchschnitt
lichen Aufwandes auf 600 Franken festzulegenden Gerichtskosten hat die
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Beschwerdegegnerin zu bezahlen. Der Beschwerdeführer ist mit seinen Anträgen zwar
nur teilweise durchgedrungen, das „Überklagen“ hat sich aber auf den Aufwand zur
Beurteilung dieser Angelegenheit nicht nennenswert ausgewirkt.
3.3 Die Beschwerdegegnerin ist sodann zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine
pauschale Entschädigung von 4’000 Franken (einschliesslich Barauslagen und Mehr
wertsteuer) auszurichten.