Decision ID: aa1a4dc6-503c-4f98-98d8-6badd10f3a85
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969, war seit dem 1
6.
August 1993
im
Kanton
Zürich als Primarlehrerin tätig (
Urk.
10/26
Ziff.
1), als sie sich am 2
6.
Februar 2002
bei der Invali
denversi
cherung zum Leistungsbezug anmeldete (Urk.
10/2
).
Mit
Verfügungen vom 2
8.
Februar (
Urk.
10/12) und 3
0.
September 2002 (Urk.
10/19) sprach
ihr
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
medizinische Massnahmen für eine beidseitige
Katarakt
operation
, inklu
sive Nachbehandlung, zu.
Mit Verfügung
en
vom
8.
Juni 2004 (
Urk.
10/66)
, vom
6.
Juni 2005 (
Urk.
10/74) und vom 2
4.
April 2006 (
Urk.
10/84) wurden der Ver
sicherten berufliche Massnahmen im Sinne einer Kostengutsprache für eine Um
schulung zur diplomierten Klavierlehrerin ge
währt. Mit Verfügung vom 1
1.
Okto
ber 2004 (
Urk.
10/64) sprach ihr die IV-Stelle mit Wirkung ab
1.
Januar 2004 eine
Hilflosenentschädigung
für eine Hilflosigkeit leichten Grades zu.
Nach Abschluss der Ausbildung (vgl.
Urk.
10/95) nahm die Versicherte per
1.
Februar 2007
beim
Y._
im Umfang eines
teilzeitli
chen
Arbeitspensums eine Tätigkeit als Klavierlehrerin auf, worauf die berufli
chen
Massnahmen mit Verfügung vom 3
0.
Juli 2007 (
Urk.
10/101) beendet wur
den
.
Nach Erlass des Vorbescheids (
Urk.
10/105) sprach die IV-Stelle der Ver
sicherten
mit Wirkung ab 1. Juni 2006
bei einem Invaliditätsgrad von 56
%
eine
halbe Rente
zu.
Mit Verfügung vom 1
2.
März 2009 (
Urk.
10/123) bemass di
e IV-Stelle infolge nachträglich gemeldeter Einkommen mit Wirkung ab
1.
Januar 2007
die Rente
in
betraglicher
Hinsicht neu.
1.2
Im August 2009
leitete die IV-Stelle von Amtes wegen ein
Rentenrevisionsver
fahren
ein (Urk.
10/125)
.
A
m
1
5.
Dezember
2009 (Urk.
10/130
) teilte
sie der Ver
sicherten mit, dass ein erneuter Einkommensvergleich (vgl. Urk. 10/129 S.
2) einen Invaliditätsgrad von 52
%
ergeben habe, und dass
ein unveränderter
An
spruch auf die bisherige
halbe
Rente
bestehe
.
A
m 1
5.
Dezember 2009 (
Urk.
10/131)
und 1
9.
Februar 2015 (
Urk.
10/136) teil
t
e die IV-Stelle der Versi
cher
ten mit, dass sie unverändert Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
für eine Hilflosigkeit leichten Grades habe.
1.3
Im
Februar 2015
leitete die IV-Stelle erneut von Amtes wegen ein
Rentenrevi
sions
verfahren
ein (vgl. Urk.
10/138
). Nach durchgeführtem
Vorbescheid
ver
fahren
(Urk.
10/148,
Urk.
10/150
) stellte
sie
mit Verfü
gung vom
1
5.
Juli 2015
(Urk.
10/153 und
Urk.
10/154
=
Urk.
2
) einen Invaliditätsgrad
von 43
%
fest
und sprach der Versicherten mit Wirkung ab
1.
September 2015 eine
Viertels
rent
e
zu.
2.
D
ie Versicherte
erhob
am
1
1.
September
2015 Beschwerde
gegen die Verfügung vom 15. Juli 2015 (Urk. 2)
und beantragte, die
se
sei
aufzuheben und es sei ihr weiterhin eine
halbe Rente
zu
zusprechen (
Urk.
1 S. 2). Mit
Beschwer
deantwort
vom
1
3.
Oktober
2015
(Urk. 9
) beantragte die IV
Stelle die Abweisung der Be
schwerde.
Eine Kopie dieser Ein
gabe wurde der Versicherten am 3
0.
Oktober 201
5 zugestellt (
Urk.
11).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von
Ge
burts
gebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
träch
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil
wei
se
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausge
glichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG)
. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hin
weisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich
gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
des
gerichts
9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kungen
eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechts
kräf
tige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder
welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit
rechtskon
former
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung be
ruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundes
ge
richts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.4
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung
bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche
auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom
mens
vergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E.
3 und 133 V 108 E.
5.4 mit Hinweis). Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre
chung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durch
geführten Revision keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (
Art.
74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung, IVV
) und die bisherige Invalidenrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprech
ende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (
Art.
74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer (ordentlichen) rechts
kräftigen Verfü
gung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. Septem
ber
2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
2.
2.1
Die
Rechtskraft von nicht beanstandeten Verfügungsteilen bestimmt sich nach deren Charakter als eigenständige materielle Rechtsverhältnisse
(BGE 130 V 501 E. 1.1)
, welche von den allein der Begründung dienenden Aspekten zu unter
scheiden sind. Diese werden erst mit dem abschliessend entschiedenen Rechts
verhältnis rechtskräftig (BGE 125 V 413 E. 2a und b; vgl. auch BGE 131 V 164 E. 2.2). Nach dem auch im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes zu beachten
den Rügeprinzip hat die Beschwerdeinstanz
indes
nicht zu prüfen, ob sich die angefochtene Verfügung unter schlechthin allen in Frage kommenden Aspekten als korrekt erweist, sondern im Prinzip nur die vorgebrachten Beanstandungen z
u untersuchen (BGE 119 V 349 E
.
1a).
Demzufolge sind von der Beschwer
de
instanz grundsätzlich nur die gerügten, im Streite stehenden Teilaspekte eines verfügungsweise festgelegten Rechtsverhältnisses beziehungs
weise - bei Invali
den
renten - nur die im Streite stehenden
Parameter der Invaliditätsbemessung
zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_719/2008 vom 31. Oktober 2008 E. 4.1).
2.2
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 1
5.
Juli 2015
(
Urk.
2) davon aus, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdefüh
rerin seit Erlass der ursprünglichen Rentenverfügung nicht verändert habe, und dass ihr die Ausübung der von ihr tatsächlich ausgeübten Tätigkeit als Klavier
leh
rerin weiterhin unverändert im Umfang eines Arbeitspensums von 50
%
zu
zu
muten sei.
Da bei
der Bemessung des
Valideneinkommens
berufs-
,
regionen
- oder
arbeitgeberspezifische Tabellen
nicht massgebend seien
,
stelle nicht der anhand
der Lohntabellen der Volksschule des Kantons Zürich ermittelte, son
dern der von
der Beschwerdeführerin vor Eintritt des Gesundheitsschadens tat
sächlich er
ziel
te
(der Teuerung und der Lohnentwicklung angepasste) Verdienst
Bemess
ungs
grund
lage
des
Valideneinkommens
dar, weshalb lediglich noch
ein einen
An
spruch auf eine
Viertelsrente
begründender
Invaliditätsgrad von 43
%
bestehe.
2.3
Die Beschwerdeführerin bringt
hiegegen
vor, dass bei der Bemessung des
Vali
den
einkommens
auf das Besoldungsreglement für Primarlehrpersonen des
Kan
tons
Zürich abzustellen sei (
Urk.
1 S.
5)
. Bei 23 hypothetischen Dienstjahren (
Urk.
1 S. 4)
im Jahre 2015 müsste sie
ohne
Gesundheits
schaden
in
die
Katego
rie 3 und in
die
Lohnstufe 11 des Besoldungsreglements für Primarlehrpersonen
eingestuft werden. Aus diesem Grunde sei
von einem
Validen
einkommen
von
Fr.
122‘723.-- auszugehen (
Urk.
1 S.
5).
Bei
der Bemessung des
Invalidenein
kommens
sei sodann
auf eine Auskunft der
Y._
vom
7.
September 2015 abzustellen, wonach die Löhne von
Instrumental
lehr
personen
mit anerkannter
Berufsausbildung ungefähr 90
%
bis 100
%
der Löhne
von Lehrpersonen
gemäss dem Besoldungsreglement für
Primarlehrper
sonen
des
Kantons Zürich
entsprächen, weshalb bei einem der Beschwerdefüh
rerin zumut
baren Arbeitspensum von 50
%
von
ein
en
Invalideneinkom
m
en
von
Fr.
54‘381.--
auszugehen sei. Daraus resultiere ein Invaliditätsgrad von 55.7
%
und damit ein Anspruch auf eine halbe Rente (
Urk.
1 S. 6 f.).
2.4
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 1
5.
Juli 2015
(
Urk.
2) davon aus, dass
sich der Gesundheitszustand der Beschwerdefüh
rerin nicht verändert habe, und dass der Beschwerdeführerin die Ausübung ihrer bis
herigen Erwerbstätigkeit als Klavierlehrerin im Umfang eines Arbeitspensums von 50
%
weiterhin unverändert zuzumuten sei.
Die Beschwerdeführerin be
streitet nicht, dass ihr die Ausübung der von ihr tat
sächlich ausgeübten Tätig
keit als Klavierlehrerin weiterhin unverändert im bis
he
rigen Umfang eines
Ar
beitspensums
von
ungefähr
50
%
zuzumuten sei (
Urk.
1
S. 3).
Den Akten ist denn auch zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin
i
m Jahre 2015
weiterhin im zumutbaren (
Urk.
10/141/7, vgl.
Urk.
10/127/8) Um
fang eines
Arbeitspen
sums
von ungefähr 50
%
als Klavierlehrerin
tätig war
(Urk. 10/138,
Urk.
10/150
, vgl.
Urk.
10/126
Ziff.
2.9
).
Auf Grund der Parteivorbringen sind im Folgenden
daher
die
verbleibenden
Para
meter der Invaliditätsbemessung zu prüfen.
2.5
Vor Erlass der angefochtenen Verfügung vom 19. Juni 2014 (Urk. 2) wurde der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin in materieller Hinsicht letztmals
bei Er
lass der
Mitteilung
vom
1
5.
Dezember 2009
(
Urk.
10/130) geprüft. Dabei hat die Beschwerdegegnerin nach Durchführung eines Einkommensvergleichs (vgl. Urk. 10/129/2) einen Invaliditätsgrad von 52
%
ermittelt
und einen
unverän
der
ten Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine halbe Rente festgestellt.
In zeit
licher Hinsicht
ist im Folgenden daher die Frage nach der Entwicklung des
an
spruchs
relevan
ten
Sachverhalts im Vergleichszeitraum seit Erlass der
Mittei
lung
vom 1
5.
Dezember 2009
bis zum Erlass der Verfügung vom 19. Juni 2014 zu prüfen.
3.
3.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensver
gleichs
; BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
3.2
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypo
theti
schen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und
In
va
li
deneinkommen
auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfäl
lige
renten
wirksame
Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum
Verfü
gungs
er
lass
res
pek
tive bis zum
Einspracheentscheid
zu berücksichtigen sind. Bevor die Ver
wal
tung über einen Leistungsanspruch befindet, muss sie daher prüfen, ob allenfalls
in der dem Rentenbeginn folgenden Zeit eine erhebliche Verände
rung der hypo
thetischen Bezugsgrössen eingetreten ist. Gegebenenfalls hat sie vor ihrem Ent
scheid einen weiteren Einkommensvergleich durchzu
führen (BGE 129 V 222 E. 4.2
in
fine
, 128 V 174, Urteil des Bundesgerichts I 156/02 vom 26. Mai 2003).
3.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensent
wicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt wor
den
wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigenden aus
gegli
chenen Arbeitsmarktlage (Art. 16 ATSG) ist grundsätzlich auch bei der Fest
setzung des
Validenlohnes
Rechnung zu tragen, wobei auf die Ergebnisse der vom
Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstruk
turer
hebung
(LSE) abgestellt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 23. Septem
ber 2014 E. 3.2 mit Hinweisen).
4.
4.1
Die Beschwerdeführerin
, welche über ein Fähigkeitszeugnis als Primarlehrerin verfügt (
Urk.
10/41),
war vor Eintritt des Gesundheitsschadens
in der Zeit
vom
1
6.
August 1993
bis 1
5.
August 2000
beim
Kanton Zürich als Lehrperson in Regelklassen auf der Primarstufe (Mittelstufe)
beschäftigt
(
Urk.
10/38/5), vorerst
im Umfang eines Arbeitspensums von 100
%
(
Urk.
10/26
Ziff.
1; vgl. Urk.
10/38/6
). Im
Sommer 1999
reduzierte sie
ihr Arbeitspensum aus gesund
hei
t
lichen Gründen auf
ein Pensum
von
80 %
(Urk. 10/26/5) und trat
a
n
schliess
end
per 1
6.
August 2000 eine neue Arbeitsstelle als Primarlehrerin im Umf
ang
eines Arbeitspensums von 50
% an (
Urk.
10/1/3)
. Gleichzeitig
absolvierte
sie
eine
Ausbildung zur
Musiklehrerin (
Urk.
10/40), welche sie im Juli 2001 abschloss.
In den Jahren 2000 (
Urk.
10/1/3) und 2003 (
Urk.
10/42) war die Beschwerde
führerin
als Primarlehrerin
in der Lohnstufe 10 eingereiht.
4.2
In Würdigung der gesamten Umstände ist
vorliegend
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerde
füh
rerin ohne Gesundheitsschaden zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochte
nen
Verfügung vom 1
5.
Juli 2015 (
Urk
2)
weiterhin
im Umfang eines Beschäfti
gungs
grades von 100
%
als
Lehrperson in Regelklassen auf der Primarstufe
beim
Kan
ton Zürich
tätig gewesen wäre.
5.
5.1
Die
Beschwerde
gegnerin
ging
in der angefochtenen Verfügung vom 1
5.
Juli 2015 (
Urk.
2) davon aus, dass
das
Valideneinkommen
anhand des von der Be
schwerdeführerin vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielten Einkommens zu bemessen sei. Diesbezüglich sei das Urteil des Bundesgerichts I 424/05 vom 2
2.
August 2006 zu beachten, wonach auf „berufs-,
regionen
- oder
arbeitge
ber
spezifische
Tabelle
n
“ nicht abgestellt werden könne, weshalb
die „
Lohnta
belle
der Volksschule“ bei der Bemessung des
Valideneinkommens
nicht be
rück
sich
tig
t werden
könne
.
5.2
Die Beschwerdeführerin bringt
hiegegen
vor,
dass bei der Bemessung des
Vali
den
einkommens
auf das „Besoldungsreglement für Primarlehrerinnen des Kan
tons Zürich“ abzustellen sei (
Urk.
1 S. 5). Da sie seit August 1993 als
Primar
lehrerin
tätig gewesen sei,
würde
sie
ohne Gesundheitsschaden
die Tätigkeit als Primarlehrerin
seit 23 Jahre ausüben
, weshalb davon auszugehen sei, dass
die
Bildungsdirektion des Kantons Zürich, Volksschulamt,
sie ohne
Gesundheits
schaden
im Jahre 2015
der Lohnstufe 11 zugewiesen
hätte (
Urk.
1 S. 4 f.). Dem
zu
folge sei von
ein
em
Valideneinkommen
von
Fr.
122‘723.--
auszugehen
(
Urk.
1 S. 6).
6.
6.1
Gemäss
§
14
Abs.
2 des Lehrpersonalgesetzes des Kantons Zürich (LPG) nimmt die für das Bildungswesen zuständige Direktion die Lohneinstufung der einzel
nen Lehrpersonen vor, soweit diese dem Lehrpersonalgesetz unterstehen. Letz
te
rem unterstehen die an der Volksschule tätigen Lehrpersonen, die im Lehrplan vorgesehene Fächer mit einem Mindestpensum unterrichten, welches für Lehr
personen der Primar- und Sekundarstufe zehn Wochenlektionen beträgt (vgl.
§
8
Abs.
1
lit
. b der Lehrpersonalverordnung, LPVO). Die
Entlöhnung
der dem Lehrpersonalgesetz unterstehenden Lehrpersonen regelt die LPV
O
(vgl.
§
13
Abs.
1 LPG).
6
.
2
§
14
Abs.
1
LPV
O
bestimmt, dass
die
Lehrpersonen aufgrund ihrer Anstellung in
folgende Lohnkategorien gemäss dem
Anhang
zur LPV
O
eingereiht
werden
:
Kategorie I:
Lehrpersonen in Regelklas
sen auf der Kindergartenstufe;
Kategorie II:
Förderlehrpersonen auf der Kindergartenstufe ohne
Lehr
dip
lom
in Schulischer Heilpädagogik;
Kategorie III:
a.
Lehrpersonen in Regel- und Aufnahmeklassen auf der Primarstufe,
b.
Fachlehrpersonen auf der Primarstufe,
c.
Förderlehrpersonen und Lehrpersonen in Einschulungs- und
Klein
klassen
auf der Primarstufe ohne Lehrdiplom in Schulischer Heilpäda
go
gik,
d.
Förderlehrpersonen auf der Kindergartenstufe mit Lehrdiplom
in Schulischer Heilpädagogik;
Kategorie IV:
a.
Lehrpersonen an Regel- und Aufnahmeklassen der Sekundarstufe,
b.
Fachlehrpersonen auf der Sekundarstufe,
c.
Förderlehrpersonen und Lehrpersonen an Einschulungs- und
Klein
klassen
auf der Primarstufe mit Lehrdiplom in Schulischer Heilpädago
gik,
d.
Förderlehrpersonen und Lehrpersonen an Kleinklassen auf der Se
kun
dar
stufe ohne Lehrdiplom in Schulischer Heilpädagogik;
Kategorie V:
Förderlehrpersonen und Lehrpersonen in Kleinklassen der Se
kundarstufe mit Lehrdiplom in Schulischer Heilpädagogik.
6
.
3
Gestützt auf
§
16 LPVO werden neu in den Schuldienst eintretende Lehrperso
ne
n in der Stufe 1 eingestuft, sofern nicht die Anrechnung von Unterrichts- und Be
rufstätigkeiten zu einer höheren Einstufung führt
(
Abs.
1)
.
In
Abs.
2 dieser Bestimmung ist geregelt, dass
Unterrichts-, Schulleitungs- und andere Berufstätigkeiten laut
§
16 Abs. 2 LPVO
in der Primarstufe ab dem 2
3.
Altersjahr zu 100
%
angerechnet
werden
,
wenn es sich dabei um
Unter
richtstätigkeiten
in Klassen und als Förderlehrpersonen
oder um
Schulleitungs
tätigkeit
en
an der Volksschule, an Privatschulen gemäss
§
68 des
Volksschul
gesetztes
, an Sonderschulen oder in Sonderschulheimen handelt.
Gemäss
Abs.
5 dieser
Bestimmung erfolgt eine
Anrechnung von Tätigkeiten gemäss
§
16
Abs.
2
LPVO
höchstens bis zur Stufe, in welche die Lehrperson eingestuft wäre, wenn sie während der anrechenbaren Zeit unterrichtet hätte
,
wobei
Fachlehrpersonen und nicht stufengerecht ausgebildete Lehrpersonen tiefe
r
einzustufen sind.
Die Bildungsdirektion wird ermächtigt,
die Einstufungen in einer Tabelle fest
zulegen
.
6
.
4
Gemäss der Tabelle „Anrechnung von Unterrichts- und Berufstätigkeiten sowie Einreihung in die Lohnstufen für Lehrpersonen der Kindergarten-, Primar- und
Sekundarstufe für den Zeitraum vom
1.
Januar 2015 bis 3
1.
Dezember 2015“ der
B
ildungsdirektion des Kantons Zürich, Volksschulamt (www.vsa.zh.ch)
,
wer
den an
Regelklassen der Kindergartenstufe (Kategorie I), der Primarstufe (Kate
gorie III)
und der Sekundarstufe (Kategorie IV)
mit 19 bis 23 anrechenbaren Jahren der
Lohn
stufe
11 zugewiesen.
Gemäss der Tabelle „Grundlöhne 2015 Lehrpersonen und Schul
leiterin
nen/Schul
leiter an der Volksschule“ (
Urk.
3/7; www.vsa.zh.ch)
betrug der Grundlohn für
Lehrpersonen, welche
der Lohnstufe 11 und Lohnkategorie III
zugewiesen waren
,
im Jahre 2015
Fr.
122‘723.--.
6
.5
Gemäss dem Arbeitgeberbericht der Bildungsdirektion des Kantons Zürich,
Volks
schulamt
, vom 2
6.
Mai 2004 (
Urk.
10/44)
hätte die Beschwerdeführerin im Jahre 2003 bei einem Vollpensum einen Jahresverdienst von
Fr.
97‘836.-- er
zielt (
Ziff.
16).
7.
7.1
Das Bundesgericht hat in
E. 3.2.3 des
von der
Beschwerdegegenerin
in der an
ge
fochtenen Verfügung zitierten Urteil
s
I 424/05 vom 2
2.
August 2006 erkannt,
dass der vom Schweizerischen Gewerkschafts
bund (SGB) zusammen mit der Uni
versität Genf ins Internet
(www.lohn-sgb.ch) gestellte sogenannte
Lohnrech
ner
beziehungsweise die von der Universität Genf verfassten und vom SGB im Jahre 2004 herausgegebenen Dokumentation „Löhne, Ortsübliche Branchenlöhne in 7 Schweizer Regionen" (Lohn-Doku
mentation), welche auf
den
Zahlen der
Lohn
strukturerhebung
des Bundesamtes für Statistik
beruhten, nicht für die Be
stim
mung des hypothetischen Validen- oder Invalideneinkommens eingesetzt werden
könn
t
en, weil sie nicht alle Bran
chen für die Berechnung der üblichen Löhne berücksichtig
t
en, weil es sich dabei nicht um amtliche und neutrale
Daten
sam
m
lungen
(
wie jene des Bundesamtes für Statistik
)
handelt
e
, und
weil
im
Lohn
rechner
und in der Lohn-Dokumenta
tion der Faktor
„
Nationali
tät/
Aufenthalts
status
"
und
in der Letzteren auch der Faktor
„
Geschlecht" lohnmässig nicht erfasst
seien.
Schliesslich
gelte es
zu be
achten, dass das Gesamtgericht mit Beschluss vom 1
0.
November 2005 die Be
rücksichtigung regionaler Löhne von
Gross
regionen
gemäss
der Tabelle
TA 13 der Schweizerischen
Lohnstruk
tu
r
er
hebung
(LSE) abgelehnt habe.
7.2
Der Beschwerdegegnerin kann nicht gefolgt werden, wenn sie aus
dem obener
wähnten Urteil
I 424/05 des Bundesgerichts vom 2
2.
August 2006 herleiten will, dass bei der Bemessung des
Valideneinkommens
der Beschwerdeführer
i
n als Lehrperson einer Regelklasse der Primarstufe des Kantons Zürich nicht die
Tabellen zur Einstufung und zu den Grundlöhnen zu berücksichtigen wären. Den
n
dem
erwähnten Urteil des Bundesgerichts ist lediglich zu entnehmen, dass
das
Gesamtgericht des Bundesgerichts
mit Beschluss v
om 1
0.
November 2005
eine
Berücksichtigung
der
regionalen
Löhne von Grossregionen gemäss
der Tabelle
TA 13 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
verneinte. Gegen
stand dieses gesamtgerichtlichen Beschlusses war damit die Bemessung des
Validen
einko
mmens
anhand von Tabellenlöhnen.
Die Ermittlung des
Validen
ein
kom
mens
muss
indes
so konkret wie möglich erfolgen.
Da
die Beschwer
de
führer
in
vorerst aus gesundheitlichen Gründen
das vollzeitliche Pensum der von ihr vor Eintritt des Gesundheitsschadens ausgeübten Tätigkeit als Primarlehrerin redu
ziert
e
und anschliessend
die
Tätigkeit
als Primarlehrerin
aus gesundheit
lichen Gründen gänzlich aufgeben
musste, ist, wie bereits erwähnt (vorstehend
E.
4.2)
davon auszugehen, dass
sie
ohne Gesun
d
heitsschaden
ge
genwärtig
weiter
hin im Umfang eines vollze
itlichen Arbeitspensums an ihrem bisherigen Arbeits
platz
als Lehrperson
in
einer Regelklasse der Primarstufe tätig
wäre. Aus diesem Grunde kann bei
der Bemessung des
Valideneinkommens
vorliegen
d
nicht auf
Tabellenlöhne
abgestellt werden
. Das
Valideneinkommen
ist
vielmehr so konkret
wie möglich,
anhand des Einkommens zu bemessen
,
welches
die Beschwerde
füh
rer
in als Gesunde
im Zeitpunkt des
Erlasses der an
gefochtenen
Revisions
ver
fügung
vom 1
5.
Juli 2015 als Primarlehrerin
tatsäch
lich verdient hätte.
Unter diesen Umständen kann der Beschwerdegegnerin nicht gefolgt werden, wenn
sie unter
Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts I 424/05 vom 2
2.
August 2006 von einer Bemessung des
Valideneinkommens
anhand der Tabellen zur Ein
stu
fung und zu den Grundlöhnen 2015 der
Bildungsdirek
tion
des Kantons Zürich absah.
Vielmehr ist davon auszugehen, dass es sich bei
der
Bemessung des
Va
lideneinkommens
anhand dieser Tabellen vorliegend um die konkreteste Vari
ante
zur Bemessung des Einkommens, welches die Beschwer
deführerin bei Ge
sund
heit erzielen würde, handelt. Denn der
Grundlohn einer dem LPG unter
steh
en
den Lehrperson
in
einer Regelklasse der Primarstufe im Umfang eines
voll
zeit
lichen
Arbeitspensums bei 23 hypothetischen Dienstjahren
lässt sich
in Anwen
dung der Regelung von
§
13 LPG in Verbindung mit
§
14 LPV
O
sowie
den
erwähnten
Tabelle
n der Bildungsdirektion des Kantons Zürich
genau be
stim
men
,
weshalb vorliegend
darauf abzustellen
ist
.
7.3
Gestützt auf
§
14
Abs.
1 und 2 LPG in Verbindung mit
§
14
Abs.
1 LPV
O
wäre
die Beschwerdeführerin als Lehrperson
mit Fähigkeitszeugnis
in einer
Regel
klass
e
auf Primarstufe im Jahre 2015 der Lohnkategorie III
zuzuweisen
. Auf Grund des Umstandes, dass
sich
die Beschwerdeführerin bei Gesundheit
im Jahre 2015 im
2
3.
anrechenbare
n Dienstjahr
als Primarlehrerin
befunden
hätte, ist davon aus
zugehen, dass sie im Jahre 2015 gestützt auf die
Tabelle „Anrech
nung von Unterrichts- und Berufstätigkeiten sowie Einreihung in die
Lohnstu
fen
für Lehr
personen der Kindergarten-, Primar- und Sekundarstufe für den Zeitraum vom
1.
Januar 2015 bis 3
1.
Dezember 2015“ der Bildungsdirektion des Kantons Zürich
der Lohnstufe 11 zugew
iesen worden wäre.
G
emäss der
Tabelle „Grundlö
hne 2015 Lehrpersonen und Schul
leiterinnen/Schulleiter an der Volksschule“
hätte die Beschwerdeführerin, welche der
Lohnstufe 11 und
der
Lohnkategorie III
zugewiesen worden wäre,
im Jahre
einen Grun
dlohn von
Fr.
122‘723.-- erzielen können
. Es
ist
daher
von einem
Valideneinkommen
in dieser Höhe auszugehen.
8.
8.1
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung
primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Er
werbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gege
ben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der
tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75
E. 3b/
aa
mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts I 850/05 vom 21. August 2006 E. 4.2).
8.2
Vorliegend ist, wie erwähnt (vorstehend E.
2.4
), davon auszugehen, dass
der Beschwerdeführerin bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 1
5.
Juli 2015 (
Urk.
2) die von ihr zu diesem Zeitpunkt nach erfolgreicher
Umschulung (Urk.
10/101, Urk. 10/95)
im Umfang eines teilzeitlichen Arbeitspensums von rund 50
%
tatsächlich ausgeübte Tätigkeit als Klavierlehrerin beim
Y._
in diesem zeitlichen Umfang
unverändert zuzumuten
war.
Da es sich b
eim
Arbeitsverhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und dem
Y._
um ein unbefristetes, seit dem
1.
August 2006 und mit
hin
bereits
seit
mehr als 8
Jahren bestehendes
Anstellungsverhältnis
handelt
(
Urk.
10/126
Ziff.
2.1),
ist daher
von stabilen Verhältnisse auszugehen. Anhalts
punkte für einen Soziallohn sind den Akten
sodann
nicht zu entnehmen.
8.3
Allerdings
gilt es zu berücksichtigen, dass der letzte Lohn b
ei einem unsteten Einkommensverlauf eine bloss zufällige Grösse dar
stellt, weshalb
nach
der Rechtsprechung
ein
während einer längeren Zeitspanne erzielte
r
Durch
schnitts
verdienst
massgebend
ist
, sofern die Einkommen der vorangegangenen Jahre
stark und verhältnismässig kurzfristig schwankten
, und wenn
unter
schiedlich hoh
e Einkommen in ihrer Abfolge über
eine
längere Zeit hinweg
k
eine klare Tendenz verraten
(
Urteil des Bundesgerichts 9C_8/2012 vom 1
2.
März 2012 E.
2.2.1 mit Hinweis).
8.4
Gemäss den sich bei den Akten befinden Lohnausweisen des
Y._
(
Urk.
10/149/5-9) hat d
ie Beschwerdeführerin in den fünf der ange
fochtenen Verfügung voran
gehenden Jahren AHV-beitragspflichtige Einkom
men
von
Fr.
56‘322.-- (2010),
Fr.
54‘002.-- (2011),
Fr.
56‘476.-- (2012),
Fr.
60‘263.50 (2013) und
Fr.
63‘227.15 (2014)
erzielt
.
D
iese u
nterschiedlich ho
he
n
Einkommen
weisen
in
ihrer
zeitlichen
Abfolge
k
eine klare Tendenz, insbe
sondere keine aus
schliesslich ansteigende Tendenz auf
,
weshalb
die früheren Werte vorliegend
in die Bemessungsgrundlage
mit
einzubeziehen
sind
.
8.5
Unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen Nominallohnentwicklung
im
Bereich Erziehung und Unterricht (www.bfs.admin.ch) im Jahre 2011 von 1
%
, im
Jahre 2012 von 0.9
%
, im Jahre 2013 von 0.2
%
und im Jahre 2014 von 1.6 % resultiert ein in dieser Zeit durchschnittlich erzieltes Einkommen von
(ab
ge
rundet)
Fr.
59‘170.--
([[
Fr.
56‘322.-- x 1.01
x 1.009 x 1.002 x 1.016] + [Fr.
54‘002.-- x 1.009 x
1.002 x 1.016] +
[
Fr.
56‘476.--
x 1.002 x 1.016] + [
Fr.
60‘263.50
x 1.016] +
Fr.
63‘227.15
] ÷ 5)
.
Es ist daher von einem
Invaliden
einkommen
in dieser Höhe auszugehen.
9.
Der Vergleich des Invalideneinkommens von
Fr.
59‘170
.-- mit dem
Validenein
kommen
von
Fr.
122‘723
.-- ergi
bt eine Erwerbseinbusse von Fr. 6
3
‘
553
.--. Dar
aus resultiert
ein
Invaliditätsgrad
von gerundet (vgl. BGE 130 V 121 und BGE 127 V 129 E. 4c)
52
%
.
Demzufolge besteht weiterhin ein Anspruch
der Be
schwer
deführerin
auf eine halbe Rente
. Die
Beschwerde
ist somit
gutzuheissen.
10.
10.1
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kan
tonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
wei
gerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem
Ver
fah
rens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichti
gung des ge
setz
li
chen Rahmens (Fr. 20
0.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr.
9
00.-- fest
zusetzen
und
aus
gangsgemäss
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
1
0.2
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Ausgangsg
emäss hat die
obsiegende Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine
Pro
zess
ent
schädi
gung
, welche in Berücksichti
gung der Bedeutung der Streit
sa
che und der Schwierigkeit des Prozesses mit Fr. 2‘
8
00.-- (inklusive
Baraus
lagen
und Mehrwertsteuer) zu bemessen ist.