Decision ID: d781c2d5-e9bf-4c48-9517-e7478a647db1
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend
banden- und gewerbsmässiger Diebstahl etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 7. Dezember 2017 (DG170027)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 31. März 2017
(Urk. 1/17) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 103 S. 53 ff.)
"Es wird erkannt:
1. a) Der Beschuldigte A._ ist schuldig:
− des banden- und gewerbsmässigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 2 StGB;
− der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB; − des mehrfachen, teilweise versuchten Hausfriedensbruchs im Sinne von
Art. 186 StGB, teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB; − des versuchten Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB in Verbindung mit
Art. 22 Abs. 1 StGB; − der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB sowie − des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b
SVG.
b) Von den nachfolgend aufgeführten Vorwürfen wird der Beschuldigte freigesprochen:
− des eingeklagten bandenmässigen Raubs im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 in  mit Ziff. 3 Abs. 2 StGB in Bezug auf Dossier-Nr. 2;
− des eingeklagten Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Bezug auf Dossier-Nrn. 1, 3, 26 und 27;
− der eingeklagten Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB in  auf Dossier-Nrn. 1, 2, 3, 26 und 27 sowie
− des eingeklagten Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB in Bezug auf Dossier-Nrn. 1, 2, 3, 26 und 27.
2. Das Verfahren betreffend den Vorwurf der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1
StGB und des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB wird in Bezug auf Dossier-
Nrn. 9, 17 und 20 definitiv eingestellt.
3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 42 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 124 Tage durch Haft
(gerechnet vom 7. Dezember 2013 bis 7. April 2014 sowie vom 28. bis zum 29. November
2014) erstanden sind.
4. Es wird eine ambulante Behandlung des Beschuldigten im Sinne von Art. 63 StGB (Behand-
lung psychischer Störungen) angeordnet.
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Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zu diesem Zweck nicht aufgeschoben.
5. a) Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 3. Juni 2014
(act. 1/8/1/3) beschlagnahmten und bei der Effektenverwaltung des Bezirksgerichts
Winterthur aufbewahrten Gegenstände werden dem Geschädigten B._
(Dossier-Nr. 6) herausgegeben:
− 6 Goldbarren (Asservat-Nr. A006'483'041); − 2 Bankkundenkarten lautend auf B._ (Asservat-Nr. A006'483'052); − 1 Portemonnaie in Mützenform mit Münzgeld (Asservat-Nr. A006'483'121); − 1 kleine blaue Schatulle mit div. Ohr- und Halsschmuck (Asservat-Nr.
A006'483'132).
b) Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 3. Juni 2014
(act. 1/8/1/4) beschlagnahmten und bei der Effektenverwaltung des Bezirksgerichts
Winterthur aufbewahrten Gegenstände werden der Privatklägerin C._ (Dossier-
Nr. 11) herausgegeben:
− 1 Bernsteinanhänger ohne Kette (Asservat-Nr. A007'176'310); − 1 Goldkette mit Anhänger aus Edelstein (Asservat-Nr. A006'869'916).
c) Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 3. Juni 2014
(act. 1/8/1/5) beschlagnahmten und bei der Effektenverwaltung des Bezirksgerichts
Winterthur aufbewahrten Gegenstände werden dem Geschädigten D._ (Dossier-
Nr. 13) herausgegeben:
− 1 Herrenarmbanduhr Marke Catamaran (Asservat-Nr. A006'484'351); − 1 Herrenarmbanduhr Marke Swatch Irony (Asservat-Nr. A006'832'504); − 1 Herrenarmbanduhr Marke Patek Philippe (Asservat-Nr. A006'832'515).
d) Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 3. Juni 2014
(act. 1/8/1/6) beschlagnahmten und bei der Effektenverwaltung des Bezirksgerichts
Winterthur aufbewahrten Gegenstände werden dem Privatkläger E._
(Dossier-Nr. 14) herausgegeben:
− 1 silberne Halskette mit blauen Herzen (Asservat-Nr. A007'175'715); − 1 silberne Armkette mit blauen Herzen (Asservat-Nr. A007'175'715); − 1 Gedenkmünze 700 Jahre Schweiz (Asservat-Nr. A006'484'657); − 1 Gedenkmünze IMP ... (Asservat-Nr. A006'484'613).
e) Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 3. Juni 2014
(act. 1/8/1/7) beschlagnahmten und bei der Effektenverwaltung des Bezirksgerichts
Winterthur aufbewahrten Gegenstände werden dem Geschädigten F._ (Dossier-
Nr. 15) herausgegeben:
− 2 Halsketten goldfarben ohne Anhänger (Asservat-Nr. A007'176'401); − 1 Halskette mit Holzperlen, Steinen und Muscheln (Asservat-
Nr. A007'176'387).
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f) Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 3. Juni 2014
(act. 1/8/1/8) beschlagnahmten und bei der Effektenverwaltung des Bezirksgerichts
Winterthur aufbewahrten Gegenstände werden der Geschädigten G._ (Dossier-
Nr. 17) herausgegeben:
− 1 schwarze Tasche mit Laptop Marke ACER (Asservat-Nr. A006'484'179); − 1 Armbanduhr, schwarz, Calvin Klein (Asservat-Nr. A007'176'558); − 2 Armbanduhren Tissot (Asservat-Nr. A007'176'570); − 1 Armbanduhr Golana (Asservat-Nr. A007'176'570); − 1 Armbanduhr Swatch (Asservat-Nr. A007'176'570); − 1 Halskette mit Perlen- und Goldnuggets (Asservat-Nr. A007'176'581).
g) Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 3. Juni 2014
(act. 1/8/1/9) beschlagnahmten und bei der Effektenverwaltung des Bezirksgerichts
Winterthur aufbewahrten Gegenstände werden dem Privatkläger H._
(Dossier-Nr. 19) herausgegeben:
− 1 Paar Ohrringe, silberfarbig mit eingraviertem Hanfblatt (. A007'176'489);
− 1 Uhr Marke Tissot, weiss, perlmuttfarbiges Zifferblatt (. A007'176'503).
6. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 4. Juni 2014
(act. 1/8/1/10) beschlagnahmten und bei der Effektenverwaltung des Bezirksgerichts
Winterthur aufbewahrten Gegenstände werden eingezogen und der Kantonspolizei Zürich
zur Vernichtung überlassen:
− 6 Halsketten (Asservat-Nr. A006'483'143); − 1 Paar Ohrstecker (Asservat-Nr. A006'483'143); − 1 Armbanduhr silberfarben "Just Cavalli" (Asservat-Nr. A006'483'143); − 1 Herrenring mit dunklem Stein und silberner Fassung (Asservat-
Nr. A006'483'461); − 1 Herrenarmbanduhr ROLEX, silberfarben, schwarzes Zifferblatt (Asservat-
Nr. A006'483'643).
7. a) Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 28. Februar 2014
(act. 1/8/1/1) beschlagnahmte Barschaft von Fr. 2'518.80 wird zur teilweisen Deckung
der Verfahrenskosten herangezogen.
b) Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 24. März 2014
(act. 1/8/1/2) beschlagnahmte Barschaft von Fr. 1'195.– wird zur teilweisen Deckung
der Verfahrenskosten herangezogen.
8. Es werden sämtliche im vorliegenden Verfahren gegen den Beschuldigten erhobenen und
beim Forensischen Institut Zürich aufbewahrten Spuren und Spurenträger der Lagerbehör-
de zur Vernichtung überlassen.
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9. a) Der Beschuldigte wird unter solidarischer Haftung mit allfälligen Mittätern/Mittäter-
innen verpflichtet, den nachfolgend genannten Privatklägern wie folgt Schadenersatz
zu bezahlen:
− der I._ AG (Privatklägerin 12) anstelle des Geschädigten J._: Fr. 1'739.90 (Dossier-Nr. 4);
− der I._ AG (Privatklägerin 11) anstelle des Geschädigten K._: Fr. 5'591.20 nebst Zins von 5 % seit dem 5. Juli 2014, im Mehrbetrag (Zins) wird das Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg verwiesen (Dossier-Nr. 5);
− L._ (Privatkläger 6): Fr. 200.–, im Mehrbetrag wird das  auf den Zivilweg verwiesen (Dossier-Nr. 8);
− der M._ (Privatklägerin 9), teilweise anstelle des Privatklägers L._: Fr. 1'149.45 (Dossier-Nr. 8);
− N._ (Privatkläger 10): Fr. 200.– (Dossier-Nr. 9); − der I._ (Privatklägerin 13) anstelle des Geschädigten D._:
Fr. 24'720.55 (Dossier-Nr. 13); − E._ (Privatkläger 8): Fr. 523.90, im Mehrbetrag wird das Schadenersatz-
begehren auf den Zivilweg verwiesen (Dossier-Nr. 14); − der O._ AG (Privatklägerin 3), teilweise anstelle des Privatklägers
E._: Fr. 9'000.–, im Mehrbetrag wird das Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg verwiesen (Dossier-Nr. 14);
− der P._ AG (Privatklägerin 1) anstelle des Geschädigten F._: Fr. 11'084.65 (Dossier-Nr. 15).
b) Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers H._ (Privatkläger 7) wird vollum-
fänglich auf den Zivilweg verwiesen (Dossier-Nr. 19).
c) Die Genugtuungsbegehren der nachfolgend genannten Privatkläger werden abge-
wiesen:
− C._ (Privatklägerin 5) (Dossier-Nr. 11); − E._ (Privatkläger 8) (Dossier-Nr. 14).
10. Die Entscheidgebühr für das gerichtliche Verfahren wird festgesetzt auf:
Fr. 5'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 3'000.00 Gebühr Vorverfahren
Fr. 21'140.00 Kosten Kantonspolizei Zürich
Fr. 20'444.20 Gutachten/Expertisen
Fr. 3'260.00 Auslagen Untersuchung
Fr. 17'674.60 Akontozahlungen amtliche Verteidigung (bereits geleistet)
Fr. 35'257.35 Entschädigung amtliche Verteidigung (Restbetrag)
Fr. 105'776.15 Total
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
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11. a) Die Kosten Gutachten/Expertisen von Fr. 20'444.20 sowie die Auslagen Unter-
suchung von Fr. 3'260.– werden dem Beschuldigten im vollen Umfang auferlegt.
b) Die Kosten Kantonspolizei Zürich werden im Umfang von Fr. 11'160.– dem Beschul-
digten auferlegt. Im verbleibenden Umfang von Fr. 9'980.– werden die Kosten Kan-
tonspolizei Zürich auf die Gerichtskasse genommen.
c) Die Gebühr Vorverfahren und die Entscheidgebühr für das gerichtliche Verfahren so-
wie allfällige weitere Auslagen des Vorverfahrens und des gerichtlichen Verfahrens
werden zu 3/4 dem Beschuldigten auferlegt und zu 1/4 auf die Gerichtskasse ge-
nommen.
d) Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das gesamte Verfahren (bereits geleistete
Akontozahlungen sowie Restbetrag) werden zu 2/3 dem Beschuldigten auferlegt, je-
doch einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. In diesem Umfang bleibt die
Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.
Im verbleibenden Umfang von 1/3 werden die Kosten der amtlichen Verteidigung für
das gesamte Verfahren (bereits geleistete Akontozahlungen sowie Restbetrag) defini-
tiv auf die Gerichtskasse genommen.
12. (Mitteilungen.)
13. (Rechtsmittel.)"
Berufungsanträge: (Prot. II S. 7 f.)
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 106 S. 2 f.; Urk. 141 S. 2 f.)
1. Unter vollständiger Ersetzung der Dispositiv-Ziffern 1 a), 3, 9 a) und 11
des Urteils des Bezirksgerichts Winterthur vom 7. Dezember 2017
(Geschäfts-Nr.: DG170027) und der zugehörigen Erwägungen sei im
Sinne der nachfolgenden Anträge zu entscheiden.
2. Sämtliche Strafverfahren betreffend Hausfriedensbruch im Sinne von
Art. 186 StGB und Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1
StGB seien einzustellen (Dossier 4, 5, 6, 8, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16,
18, 19, 21).
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3. A._ sei vom Vorwurf des gewerbsmässigen Diebstahls im Sinne
von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 139 Ziff. 2 StGB freizu-
sprechen.
4. A._ sei folgender Delikte für schuldig zu befinden:
- bandenmässiger Diebstahl im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in
Verbindung mit Art. 139 Ziff. 3 Abs. 2 StGB (teilweise versucht)
(Dossier 4, 5, 6, 8, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21)
- mehrfaches Fahren ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1
lit. b SVG (Dossier 24)
- Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB (Dossier 28)
- (untauglicher) versuchter Betrug im Sinne von Art.146 Abs. 1 StGB
in Verbindung mit Art. 22 Abs. 2 StGB (Dossier 28)
5. A._ sei dafür mit einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten zu bestra-
fen.
6. Der von A._ erstandene Freiheitsentzug im Umfang von 124 Ta-
gen sei auf die Strafe anzurechnen.
7. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei bedingt auszusprechen, unter An-
setzung einer Probezeit von 4 Jahren.
8. Die Zivilansprüche gemäss Dispositiv-Ziffer 9 a) des vorinstanzlichen
Urteils seien vollumfänglich auf den Zivilweg zu verweisen (Dossier 4,
5, 8, 9, 13, 14, 15).
9. Die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens mit Ausnahme der Kosten
der amtlichen Verteidigung- seien zu 1/2 auf die Gerichtskasse zu
nehmen und im Umfang von 1/2 A._ aufzuerlegen. Die Kosten der
amtlichen Verteidigung seien vollumfänglich auf die Gerichtskasse zu
nehmen. Der Rückforderungsvorbehalt sei im gleichen Umfang zu be-
schränken.
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10. Dies unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für das Berufungsver-
fahren zulasten des Kantons Zürich.
b) Der Staatsanwaltschaft:
(Urk. 111)
Verzicht auf Anschlussberufung. Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

Erwägungen:
1. Prozessgeschichte
1.1. Der Verlauf des Verfahrens bis zum vorinstanzlichen Urteil ergibt sich aus
jenem Entscheid (Urk. 103 S. 9 f.). Zwecks Vermeidung von Wiederholungen
kann darauf verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO).
1.2. Mit Urteil vom 7. Dezember 2017 sprach das Bezirksgericht Winterthur den
Beschuldigten des banden- und gewerbsmässigen Diebstahls, der mehrfachen
Sachbeschädigung, des mehrfachen, teilweise versuchten Hausfriedensbruchs,
des versuchten Betrugs, der Urkundenfälschung sowie des mehrfachen Fahrens
ohne Berechtigung schuldig, bestrafte ihn mit einer Freiheitsstrafe von
42 Monaten und ordnete eine ambulante Massnahme an, wobei es zu diesem
Zweck den Vollzug der Freiheitsstrafe nicht aufschob (Urk. 103 S. 53 f.). Das Ur-
teil wurde am 7. Dezember 2017 mündlich eröffnet (Prot. I S. 49 ff.).
1.3. Mit Eingabe an die Vorinstanz vom 14. Dezember 2017 liess der Beschul-
digte fristgerecht Berufung anmelden (Urk. 94). Nach Zustellung des schriftlich
begründeten Urteils am 2. Februar 2018 (Urk. 98) reichte der Beschuldigte der
Kammer innert Frist die schriftliche Berufungserklärung ein (Urk. 106). Die Beru-
fung richtet sich zum einen gegen den Schuldspruch (Dispositiv Ziff. 1 lit. a), wo-
bei dieser nur in einzelnen Punkten angefochten wird: so verlangt er einen vollum-
fänglichen Freispruch vom Vorwurf der mehrfachen Sachbeschädigung und des
mehrfachen, teilweise versuchten Hausfriedensbruchs; hinsichtlich des Diebstahls
fordert er einen Freispruch, soweit dieser (auch) als gewerbsmässig qualifiziert
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wurde; bezüglich des versuchten Betrugs beantragt er, dass der Versuch als un-
tauglich qualifiziert wird. Zum anderen richtet sich die Berufung gegen den Straf-
punkt (Dispositiv Ziff. 3). Der Beschuldigte beantragt eine Freiheitsstrafe von
14 Monaten, und zwar unter Gewährung des bedingten Strafvollzugs und An-
setzung einer Probezeit von 4 Jahren. Gegenstand der Berufung bilden sodann
die Verpflichtung des Beschuldigten zur Bezahlung von Schadenersatz (Dispositiv
Ziff. 9 lit. a) ‒ der Beschuldigte verlangt, dass sämtliche Zivilansprüche auf den
Zivilweg verwiesen werden ‒ und die Regelung der Kostenfolge (Dispositiv
Ziff.11) ‒ der Beschuldigte beantragt, dass die Kosten des vorinstanzlichen Ver-
fahrens, mit Ausnahme der Kosten der Verteidigung, ihm nur zu 1⁄2 aufzuerlegen
sind und die Verteidigerkosten vollumfänglich auf die Staatskasse genommen
werden. Schliesslich stellte der Beschuldigte den Beweisantrag, es sei ein zweites
Gutachten zur Frage der Schuldfähigkeit einzuholen.
1.4. Mit Präsidialverfügung vom 26. Februar 2018 wurde die Berufungser-
klärung den Gegenparteien zugestellt sowie Frist zur Erhebung einer Anschluss-
berufung angesetzt, zudem wurde dem Beschuldigten Frist angesetzt, um seinen
Beweisantrag zu begründen (Urk. 109). Mit Eingabe vom 5. März 2018 erklärte
die Staatsanwaltschaft den Verzicht auf Anschlussberufung und stellte den An-
trag, das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen. Gleichzeitig ersuchte sie um Dis-
pensation von der Teilnahme an der Berufungsverhandlung (Urk. 111). Seitens
der Privatkläger ging keine Erklärung ein, was als Verzicht auf Anschlussberufung
zu werten ist.
1.5. Innert (erstreckter) Frist liess der Beschuldigte seinen Beweisantrag mit
Eingabe vom 29. März 2018 begründen, ferner stellte er drei weitere Beweisan-
träge sowie den prozessualen Antrag, das Berufungsverfahren zu sistieren und
den Ausgang des Beschwerdeverfahrens UH170408 bei der III. Strafkammer des
Obergerichts Zürich, das ebenfalls ihn betreffe, abzuwarten (Urk. 117). Nachdem
der Staatsanwaltschaft und den Privatklägern mit Präsidialverfügung vom
11. April 2018 Frist angesetzt worden war, zur Eingabe des Beschuldigten vom
29. März 2018 Stellung zu nehmen, liess der Beschuldigte mit Schreiben vom
23. April 2018 ein Ausstandsgesuch gegen Staatsanwalt lic. iur. Q._ stellen
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und diesbezüglich einen weiteren Beweisantrag erheben (Urk. 123/1). Mittels
Kurzbrief vom 24. April 2018 liess der Beschuldigte der Kammer sodann den Be-
schluss der III. Strafkammer des Obergerichts Zürich vom 19. April 2018 zukom-
men, mit welchem das Beschwerdeverfahren UH170408 erledigt worden war
(Urk. 125 und Urk. 127). Mit Zuschrift vom 25. April 2018 nahm die Staatsan-
waltschaft, vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. Q._, Stellung zu den Be-
weisanträgen des Beschuldigten (Urk. 128). Am 30. April 2018 erfolgte eine weite-
re Stellungnahme der Staatsanwaltschaft, nun vertreten durch die Leitende
Staatsanwältin lic. iur. Susanne Leu, welche sich auch auf das Ausstandsgesuch
bezog (Urk. 129). Die Privatkläger liessen sich nicht vernehmen.
1.6. Mit Präsidialverfügung vom 18. Mai 2018 wurde davon Vormerk genom-
men, dass die Strafuntersuchung bzw. das Berufungsverfahren von der Leitenden
Staatsanwältin lic. iur. S. Leu übernommen wurde (Urk. 130 S. 7). Ein Entscheid
über das Ausstandsgesuch vom 23. April 2018 erübrigt(e) sich damit und dem-
entsprechend auch ein Entscheid über den in diesem Zusammenhang gestellten
Beweisantrag (Beizug des Strafbefehls der Staatsanwaltschaft I des Kantons
Zürich vom 17. Januar 2017 gegen den Kantonspolizisten R._ sowie der da-
zugehörigen Untersuchungsakten). Mit derselben Verfügung wurde sodann der
Beweisantrag auf Einholung eines zweiten psychiatrischen Gutachtens zur Frage
der Schuldfähigkeit (inkl. Beizug eines Pharmakologen) abgewiesen. Auf das Sis-
tierungsgesuch wurde nicht eingetreten, da die III. Strafkammer des Obergerichts
das Beschwerdeverfahren UH170408 mit Beschluss vom 19. April 2018 in der
Zwischenzeit bereits erledigt hatte. Unter Hinweis darauf, dass der Beschluss
vom 19. April 2018 vom Beschuldigten bereits eingereicht und zu den Akten ge-
nommen worden und ein Bedarf für den Beizug weiterer Akten des Beschwerde-
verfahrens UH170408 nicht ersichtlich sei, wurde der entsprechende Beweisan-
trag abgewiesen. Mittels Entgegennahme und Akturierung der mit Eingabe vom
29. März 2018 eingereichten Dokumente (Zeitungsartikel aus dem "S._" vom
8. und 9. März 2018 sowie Medienmitteilung der Kantonspolizei Zürich vom
8. März 2018) war diesem Beweisantrag des Beschuldigten bereits entsprochen
worden (Urk. 120/1-3), so dass sich diesbezüglich weitere Anordnungen erüb-
rig(t)en. Am 14. August 2018 entsprach der Vorsitzende dem Gesuch des Be-
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schuldigten vom 7. August 2018 um Dispensation von der Teilnahme an der Beru-
fungsverhandlung (Urk. 134 und Urk. 135/1-2). Der Staatsanwaltschaft wurde das
Erscheinen zur Berufungsverhandlung freigestellt (Urk. 132).
1.7. Zur Berufungsverhandlung vom 3. September 2018 ist lediglich der amt-
liche Verteidiger des Beschuldigten erschienen (Prot. II S. 7).
2. Umfang der Berufung
2.1. Zum Umfang der Berufung kann auf die vorstehenden Ausführungen ver-
wiesen werden (Erw. 1.3). Angefochten sind somit die Dispositivziffern 1 lit. a
al. 2-4 (Schuldpunkt, teilweise), 3 (Strafpunkt), 9 lit. a (Verpflichtung zu Schaden-
ersatz) und 11 (Kostenauflage) (zum Ganzen Urk. 106 S. 2 f.; Urk. 141 S. 2 f.;
Prot. II S. 9). Da der Beschuldigte für die von ihm beantragte Freiheitsstrafe von
14 Monaten die Gewährung des bedingten Strafvollzugs fordert, gilt logischer-
und konsequenterweise (d.h. trotz seiner anderslautenden Erklärung [act. 106
S. 3 f.]) auch die vorinstanzliche Anordnung der ambulanten Behandlung des Be-
schuldigten als angefochten (Dispositiv Ziff. 4).
2.2. In den übrigen Punkten ‒ Schuldspruch wegen bandenmässigen Dieb-
stahls, Urkundenfälschung und mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung (Disposi-
tiv Ziff. 1 lit. a, teilweise); teilweiser Freispruch (Dispositiv Ziff. 1 lit. b); definitive
Einstellung des Verfahrens in einzelnen Fällen (Dispositiv Ziff. 2); Entscheid über
die beschlagnahmten Gegenstände (Dispositiv Ziff. 5 und 6); Entscheid über die
Verwendung der beschlagnahmten Barschaft (Dispositiv Ziff. 7); Entscheid über
die beim Beschuldigten erhobenen Spuren und die aufbewahrten Spurenträger
(Dispositiv Ziff. 8); Entscheid über die Zivilansprüche der Privatkläger H._,
C._ und E._ (Dispositiv Ziff. 9 lit. b und c) sowie Kostenfestsetzung
(Dispositiv Ziff. 10) ‒ ist das Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 7. De-
zember 2017 in Rechtskraft erwachsen (vgl. auch Prot. II S. 9), was vorab vorzu-
merken ist (Art. 399 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 402 und 437 StPO).
2.3. Entgegen seiner Berufungserklärung (Urk. 106 S. 2 f.) und seiner expliziten
Anträge anlässlich der Berufungsverhandlung (Urk. 141 S. 2 f.) beantragt der amt-
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liche Verteidiger im Rahmen seines Plädoyers einen vollumfänglichen Freispruch
von sämtlichen Diebstahlsvorwürfen (Urk. 141 S. 7 f.). In prozessualer Hinsicht
stützt die Verteidigung ihre Abkehr von den expliziten Anträgen auf Art. 404
Abs. 2 StPO. Die – nach Ansicht der Verteidigung – nicht genehmigte polizeiliche
Observation nach Art. 282 ff. StPO (und damit die Unverwertbarkeit sämtlicher
Folgebeweise mit der Konsequenz eines Freispruchs bzgl. der Diebstähle) sei
dem Beschuldigten im Zeitpunkt der Berufungserklärung unverschuldeterweise
noch gar nicht bekannt gewesen, weshalb ein diesbezüglicher Freispruch gestützt
auf Art. 404 Abs. 2 StPO noch immer möglich sei.
2.3.1. Nach Art. 404 Abs. 2 StPO kann das Berufungsgericht zugunsten der be-
schuldigten Person auch nicht angefochtene Punkte überprüfen, um gesetzes-
widrige oder unbillige Entscheidungen zu verhindern.
2.3.2. Zunächst ist zu bemerken, dass selbst die Verteidigung davon ausgeht,
dass der Schuldspruch wegen bandenmässigen Diebstahls (formell) nicht ange-
fochten wurde, da sie sich auf Art. 404 Abs. 2 StPO beruft. Art. 404 Abs. 2 StPO
findet – wie erwähnt – nur auf nicht angefochtene Punkte Anwendung.
2.3.3. Die Verteidigung macht geltend, im Zeitpunkt der Berufungserklärung noch
keine Kenntnis gehabt zu haben von der angeblich nicht genehmigten polizei-
lichen Observation und deshalb dannzumal noch keinen vollumfänglichen Frei-
spruch von den Diebstahlsvorwürfen gestellt zu haben. Allerdings hat die Vertei-
digung auch anlässlich der Berufungsverhandlung vor Schranken – und nunmehr
in Kenntnis der behaupteten Unverwertbarkeit der Beweismittel – erneut einen
Schuldspruch wegen bandenmässigen Diebstahls beantragt. Wenn sich die Ver-
teidigung nun auf Art. 404 Abs. 2 StPO beruft, müsste sie konsequenterweise an
der Berufungsverhandlung einen vollumfänglichen Freispruch beantragen. Das tut
sie indes nicht.
2.3.4. Abgesehen davon ist festzuhalten, dass Art. 404 Abs. 2 StPO nur mit gros-
ser Zurückhaltung angewendet werden soll. Die Bestimmung darf "nicht dazu
missbraucht werden, eine nachträgliche Berufung, d.h. ein Rückgängigmachen
der Beschränkungen nach Art. 399 Abs. 3 und 4 StPO, zu erreichen"
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(SCHMID/JOSITSCH, Praxiskommentar StPO, 3. Aufl., Zürich/St. Gallen 2018,
Art. 404 N 4). So ist Art. 404 Abs. 2 StPO in erster Linie auf Fälle zugeschnitten,
in denen das Berufungsgericht den Fehler feststellt. Insgesamt soll die Bestim-
mung nur in klaren Fällen von drohenden gesetzwidrigen/unbilligen Entscheiden
Anwendung finden, mithin bei qualifiziert unrichtiger Rechtsanwendung durch die
Vorinstanz (zum Ganzen SCHMID/JOSITSCH, a.a.O.; BSK StPO II-EUGSTER,
Art. 404 N 3 f.).
2.3.5. Selbst wenn – wie von der Verteidigung behauptet – die Observation nicht
bewilligt worden sein sollte, dringt die Argumentation der Verteidigung nicht durch.
Sie bringt in keiner Weise substantiiert vor, dass keine Bewilligung vorlag und
dass eine solche überhaupt erforderlich gewesen wäre. Nicht jede Observation ist
genehmigungsbedürftig. Erst wenn die von der Polizei angeordnete Observation
länger als einen Monat dauert, ist eine staatsanwaltschaftliche Genehmigung für
die Fortsetzung erforderlich (Art. 282 Abs. 2 StPO). Und selbst wenn eine solche
Genehmigung für die Fortsetzung fehlen sollte, würde dies nicht automatisch zu
einer absoluten Unverwertbarkeit der dabei erlangten Beweise führen. Eine sol-
che absolute Unverwertbarkeit ordnet die Strafprozessordnung – anders als bei
der verdeckten Ermittlung (vgl. Art. 289 Abs. 6 StPO) – hier bei der Observation
gerade nicht an (vgl. Art. 282 f. i.V.m. Art. 141 Abs. 1 StPO).
2.3.6. Zusammengefasst ist nicht substantiiert dargetan und nicht ersichtlich
(selbst unter der Prämisse, dass eine Genehmigung für eine allfällige Fortsetzung
einer Observation erforderlich gewesen wäre), inwiefern eine qualifiziert unrichtige
Rechtsanwendung durch die Vorinstanz vorliegen soll, die eine Ausdehnung der
Kognition des Berufungsgerichts auf hier nicht angefochtene Punkte erforderlich
machen würde. Es bleibt beim vorstehend dargestellten Berufungsumfang. Der
vorinstanzliche Schuldspruch betreffend bandenmässigen Diebstahls steht im Be-
rufungsverfahren nicht mehr zur Disposition.
- 14 -
3. Prozessuales
3.1. Strafantrag
3.1.1. Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten unter anderem wegen mehr-
facher Sachbeschädigung und mehrfachen, teils versuchten Hausfriedensbruchs,
und zwar, wie sich aus den Erwägungen (Urk. 103 S. 11 [Ziff. 2.4], S. 14 f.
[Ziff. 3.1], S. 18 ff. [Ziff. 4] und S. 24 ff. [Ziff. 1]) und dem Dispositiv (Urk. 103 S. 53
f. [Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2]) ergibt, hinsichtlich der Dossier-Nrn. 4-6, 8, 10-16, 18, 19
und 21. Wie schon vor Vorinstanz wendet der Beschuldigte dagegen ein, es
mangle an den erforderlichen Strafanträgen, und beantragt diesbezüglich die Ein-
stellung des Verfahrens (Urk. 85 S. 2 ff.; Urk. 141 S. 4 ff.). Dass der Beschuldigte
seinen Berufungsantrag auf Verfahrenseinstellung auch auf das Dossier Nr. 9 be-
zieht, dürfte auf einem Versehen beruhen, ist diesbezüglich die Verfahrensein-
stellung durch die Vorinstanz doch bereits erfolgt.
3.1.2. Die Vorinstanz legte zunächst die rechtlichen Voraussetzungen an einen
gültigen Strafantrag dar und hielt in der Folge fest, dass in den hier noch zur Dis-
kussion stehenden Dossiers ein gültiger Strafantrag vorliege (Urk. 103 S. 10 f.
[Ziff. 2.3]). Diesen Ausführungen pflichtet die Kammer vorbehaltslos zu, so dass
darauf verwiesen werden kann. Hervorzuheben ist, dass der Strafantrag nicht
schriftlich erklärt werden muss, sondern auch mündlich zu Protokoll gegeben
werden kann (Art. 304 Abs. 1 StGB). Ein Polizeirapport stellt ein Protokoll im Sin-
ne dieser Bestimmung dar. Die Polizeirapporte in den zur Diskussion stehenden
Dossiers enthalten den expliziten Vermerk, dass die geschädigte Person Straf-
antrag erhob, und zwar unter Angabe des Namens des Antragstellers sowie des
Datums der Erklärung (act. 4/1/1 S. 3; act. 5/1/1 S. 3; act. 6/1/1 S. 2; act. 8/1 S. 3;
act. 10/1/1 S. 2; act. 11/1 S. 2; act. 12/1 S. 2 f.; act. 13/1 S. 3; act. 14/1 S. 3;
act. 15/1 S. 3; act. 16/1 S. 2; act. 18/1 S. 2; act. 19/1/1 S. 2 f. und act. 21/1 S. 2).
Damit ist der Nachweis für die entsprechende mündliche Erklärung erbracht.
Ebenso geht aus den Rapporten hervor, dass der Strafantrag jeweils innert Frist
erklärt wurde. Mehr bedarf es entgegen der Auffassung des Verteidigers (Urk. 85
S. 2 ff.; Urk. 141 S. 4 ff.) nicht. (Form-) Gültige Strafanträge liegen somit vor.
- 15 -
3.1.3. Die Verteidigung machte anlässlich der Berufungsverhandlung geltend, die
erwähnten Polizeirapporte seien vom rapportierenden Beamten nicht unterzeich-
net und damit ungültig. Somit sei auch nicht bewiesen, dass gültige Strafanträge
vorliegen würden (Urk. 14 S. 6 f.).
3.1.3.1. Ist eine Tat nur auf Antrag strafbar, kann jede Person, die durch sie ver-
letzt worden ist bzw. behauptet, durch sie verletzt worden zu sein, die Bestrafung
des Täters beantragen (Art. 30 Abs. 1 StGB). Der Strafantrag ist die Willenser-
klärung des Verletzten, dass der Täter strafrechtlich zu verfolgen sei (BGE 122
IV 207 E. 3a). Nach Art. 304 Abs. 1 StPO, der die Formvorschriften für die An-
tragsstellung normiert, sind Strafanträge bei der Polizei, der Staatsanwaltschaft
oder der Übertretungsstrafbehörde schriftlich (vgl. Art. 110 Abs. 1 und 2 StPO)
einzureichen oder mündlich zu Protokoll zu geben (Art. 304 Abs. 1 StPO). Im letz-
teren Fall ist eine Unterzeichnung dieser Erklärung nicht erforderlich
(SCHMID/JOSITSCH, a.a.O, Art. 304 N 1).
Wie dieser mündlich gestellte Strafantrag ins Protokoll zu überführen ist, regelt
Art. 76 StPO in allgemeiner Weise. So ist beispielsweise nach dessen Absatz 2
die Richtigkeit des Protokolls durch die protokollführende Person und die Verfah-
rensleitung (sowie allenfalls durch den Dolmetscher) zu bestätigen. Darüber aller-
dings, wie diese Bestätigung zu erfolgen hat, schweigt sich das Gesetz aus
(Art. 76 Abs. 2 StPO; auch der Botschaft lässt sich dazu nichts Näheres entneh-
men, Botschaft StPO, BBl 2006 1085, S. 1156; vgl. dazu auch BRÜSCHWEILER, in:
Donatsch/Hansjakob/Lieber (Hrsg.), Kommentar zur Schweizerischen Strafpro-
zessordnung [StPO], 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 76 N 4). In der Regel
erfolgt diese Bestätigung unterschriftlich.
Die strafprozessualen Protokollierungsvorschriften richten sich offenkundig nicht
an die antragsstellende Person, sondern vielmehr an die betreffende Strafbehör-
de. Es kann also von vornherein nicht in der Verantwortung der antragsstellenden
Person liegen, dafür zu sorgen, dass der rechtzeitigt mündlich erklärte Strafantrag
in der Folge auch im Einklang mit den Verfahrensvorschriften Eingang ins Proto-
koll findet (vgl. dazu auch den von der Verteidigung zitierten Beschluss OGer,
- 16 -
III. Strafkammer, UE140147 vom 13. September 2014 E. II/6.2.2 S. 9 und
E. II/6.2.3 S. 10).
Die Beweislast für den Nachweis eines gültigen Strafantrags trägt der Staat. Ob
ein gültiger Strafantrag vorliegt, hat das Gericht in freier Würdigung der Beweise
zu entscheiden (BSK StPO I-TOPHINKE, Art. 10 N 20; Botschaft StPO, BBl 2006
1085, S. 1132 a.E.).
3.1.3.2. Richtig ist, dass die fraglichen Polizeirapporte keine Unterschrift des rap-
portierenden Polizeibeamten enthalten (vgl. bspw. Urk. 4/1/1). Fraglich ist nach
dem Gesagten, ob nach freier Würdigung der Akten Gewähr dafür vorliegt, dass
gültige Strafanträge gestellt wurden. Dies ist zu bejahen.
Den jeweiligen Polizeirapporten ist am Ende eine (separat paginierte) Verfügung
angeheftet. Diese Verfügung stellt neben dem Rapport einen zusätzlichen Vor-
gang in der polizeilichen Fallbearbeitung dar, mit dem der Rapport der zuständi-
gen Stelle zur weiteren Bearbeitung übermittelt wird. Diese Verfügungen ergehen
regelmässig von einem (im Vergleich zum rapportierenden) ranghöheren Polizei-
beamten (vgl. Urk. 4/1/1: Rapport von PS AF._, Verfügung von
Kpl AG._). Diese an die Rapportierung anschliessende zusätzliche und re-
gelmässig von einer ranghöheren Person erlassene Verfügung bringt zum Aus-
druck, dass die Rapportierung aus polizeilicher Sicht abgeschlossen und richtig
ist. In dieser Verfügung ist die Bestätigung der Richtigkeit des Protokolls (hier des
Rapports, enthaltend den Hinweis, dass Strafantrag gestellt wurde) im Sinne von
Art. 76 Abs. 2 StPO zu erblicken. Das Gericht darf sich deshalb – in freier Würdi-
gung – gestützt darauf überzeugt erklären, dass die im Rapport erfolgte Doku-
mentierung der Strafantragsstellung ihre Richtigkeit hat.
3.1.3.3. Am Rande ist darauf hinzuweisen, dass im Kanton Zürich die Polizei-
rapporte, insbesondere der Rapport über die Anzeige eines Delikts und über die
ersten Ermittlungsbemühungen, nach gängiger Praxis nicht unterzeichnet werden.
Den Strafantrag mangels Unterzeichnung des Rapports durch den Polizeibeam-
ten als nicht gestellt zu betrachten, würde deshalb einen überspitzten Formalis-
mus darstellen und die Durchsetzung des materiellen Rechts unnötig erschweren
- 17 -
(vgl. auch TRECHSEL/JEAN-RICHARD , in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches
Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 3. Aufl., Zürich 2018, Vor Art. 30 N 10). Dies
insbesondere auch vor dem erwähnten Hintergrund, dass es nicht die Verantwor-
tung der antragsstellenden Person ist, dass der von ihr gültig gestellte Strafantrag
richtig in die Akten überführt wird.
3.1.3.4. Es ist demzufolge trotz fehlender Unterzeichnung des Rapports durch
den Polizeibeamten von gültigen Strafanträgen auszugehen. Das Gleiche gilt im
Übrigen auch hinsichtlich des Strafantrags zu Dossier 10. Diesbezüglich macht
die Verteidigung zudem geltend, es sei nur Sachbeschädigung, nicht aber Haus-
friedensbruch beanzeigt. Beim Strafantrag geht es indes einzig darum, dass die
strafantragsberechtigte Person klar zum Ausdruck bringt, dass sie für einen be-
stimmten Vorgang die Bestrafung des Täters will. Nicht erforderlich ist, dass sie
den Vorgang selber juristisch richtig qualifiziert. Auch in Dossier 10 hat die Ge-
schädigte den Vorgang – verstanden als Einbruch in einem laienhaften Sinn – zur
Anzeige gebracht und Strafantrag gestellt. Damit ist klar, dass sie die Bestrafung
des Täters für diesen Vorgang – unter welchen rechtlichen Gesichtspunkten auch
immer – verlangt.
3.2. Gutachten zur Schuldfähigkeit
3.2.1. Im Vorfeld der Berufungsverhandlung wurde mit Präsidialverfügung vom
18. Mai 2018 der Beweisantrag des Beschuldigten auf Einholung eines zweiten
psychiatrischen Gutachtens zur Frage der Schuldfähigkeit (inkl. Beizug eines
Pharmakologen) abgewiesen (Urk. 130).
3.2.2. Der Beschuldigte liess an der Berufungsverhandlung den Beweisantrag
nicht erneut stellen. Das Beweisverfahren wurden in der Folge geschlossen
(vgl. Prot. II S. 9 f.). Weiterungen zum früher gestellten und sodann abgewiese-
nen Beweisantrag erübrigen sich demgemäss.
- 18 -
4. Schuldpunkt
4.1. Banden- und gewerbsmässiger Diebstahl
4.1.1. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten schuldig wegen banden- und ge-
werbsmässigen Diebstahls, und zwar hinsichtlich der Dossier-Nrn. 4-6 und 8-21
(Urk. 103 S. 53 f. [Ziff. 1] i.V.m. S. 14 [Ziff. 3.1], S. 24 [Ziff. 4.7] und S. 24 [Ziff. 1]).
Der Beschuldigte ist diesbezüglich geständig und akzeptiert auch die rechtliche
Würdigung der Vorinstanz, mit Ausnahme des Qualifikationsmerkmals der Ge-
websmässigkeit (Urk. 106 S. 2 f.). In diesem Zusammenhang sind auch seine
Einwendungen hinsichtlich der Feststellungen der Vorinstanz zum Umfang und
Wert des Deliktsguts zu beachten (Urk. 106 S. 5 Rz 2; Urk. 141 S. 8 ff.).
4.1.2. Der Beschuldigte beanstandet die Feststellungen der Vorinstanz zum De-
liktsgut in den Einbruchdiebstählen gemäss Dossier Nrn. 4, 5, 9, 11, 13, 14, 16
und 21 (Urk. 106 S. 5 Rz 2; Urk. 141 Rz. 23-28).
a) Beim Einbruchdiebstahl zum Nachteil von J._ (Dossier-Nr. 4) sind ge-
mäss Anklageschrift folgende Gegenstände mit einem Gesamtwert von
ca. Fr. 689.25 gestohlen worden (Urk. 17 S. 5 f.): ein Laptop, eine PC Maus, eine
Pistole und eine SanDisk.
Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Verteidiger aus, der Beschuldigte
habe diesbezüglich seine Anwesenheit im Haus, das Deliktsgut sowie den Sach-
schaden nicht anerkannt. Die Vorinstanz sei darauf nicht eingegangen und habe
dennoch den Sachverhalt gemäss Anklageschrift als erstellt erachtet (Urk. 141
S. 8).
Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass die Anklage dem Beschuldigten gar nicht
vorwirft, er sei ins Haus eingedrungen. Vielmehr wird ausgeführt, der Beschuldig-
te habe im Auto gewartet (Urk. 17 S. 7). Auf das Vorbringen der Verteidigung,
wonach der Beschuldigte die Anwesenheit im Haus bestritten habe, ist mangels
Rechtserheblichkeit nicht einzugehen. Den Diebstahl als solchen (begangen in
Mittäterschaft) hat der Beschuldigte nicht abgestritten und im wesentlichen aner-
kannt (vgl. Urk. 1/2/1/9 S. 6; Urk. 4/2/1 S. 2; Urk. 4/2/2 S. 2). Eine vorbehaltslose
- 19 -
Anerkennung des Umfangs und Werts des Deliktsguts (sowie der Höhe des
Sachschadens, vgl. dazu die Ausführungen bei den Zivilforderungen) durch den
Beschuldigten liegt nicht vor. Die Aufstellung der Versicherung über die Höhe und
Zusammensetzung der von ihr geleisteten Entschädigung im Betrag von
Fr. 1'739.90 (Urk. 4/6/4) ist nicht nachvollziehbar und stimmt mit den Angaben in
der Anklageschrift zum Wert der gestohlenen Gegenstände, namentlich dem Lap-
top, nicht überein. Es findet sich zu diesem Einbruchdiebstahl auch keine Zeu-
geneinvernahme des Geschädigten in den Akten, anhand derer sich der genaue
Wert des Deliktsguts erstellen liesse. Zugunsten des Beschuldigten ist von einem
symbolischen Wert der gestohlenen Gegenstände von Fr. 1.– auszugehen.
b) Beim Einbruchdiebstahl zum Nachteil von K._ (Dossier-Nr. 5) stehen
gemäss Anklageschrift Bargeldbeträge, € 1'900.‒ und Fr. 1'100.‒, Reka-Checks
in Höhe von Fr. 1'550.‒, drei Goldvreneli im Wert von Fr. 750.‒, eine Swatch im
Wert von Fr. 600.‒ sowie ein Portemonnaie im Wert von Fr. 100.‒
(total ca. Fr. 6'475.‒) zur Debatte (Urk. 17 S. 6). Der Beschuldigte gibt einzig die
Entwendung der Swatch-Uhr zu. T._ (Tatbeteiligte) habe die Uhr ihrem Sohn
geschenkt. Weitere Wertsachen seien nicht gestohlen worden. Den Nachweis,
dass sämtliche in der Anklageschrift aufgeführten Gegenstände mit den genann-
ten Werten entwendet wurden, erachtete die Vorinstanz gestützt auf die Aussa-
gen von K._ demgegenüber als erbracht (Urk. 103 S. 15 f.).
Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Verteidiger aus, der Beschuldigte
anerkenne zwar den Vorwurf im Grundsatz, nicht aber das Deliktsgut und den
Sachschaden. Die Vorinstanz sei darauf nicht eingegangen und habe dennoch
den Sachverhalt gemäss Anklageschrift als erstellt erachtet (Urk. 141 S. 8 f.).
Der Beschuldigte sagte in der Voruntersuchung konsequent aus, bei diesem
Diebstahl sei ausser der Swatch-Uhr nichts gestohlen worden (Urk. 1/2/1/3 Rz 8;
1/2/1/9 Rz 13 ff.; Urk. 5/2 Rz 5, 17 und 23). Im Widerspruch dazu stehen die Aus-
sagen von K._, der als Zeuge ausdrücklich bestätigte, dass beim fraglichen
Einbruch die in der Anklageschrift aufgeführten Gegenstände gestohlen worden
seien (Urk. 1/3/6 Rz 6 f.). Weiter führte er aus, diese Gegenstände auch bei der
Versicherung als gestohlen gemeldet zu haben. Die Versicherung habe die Wert-
- 20 -
angaben indessen gekürzt. Schlussendlich habe sie ihm Fr. 5'300.‒ ausbezahlt
(a.a.O. Rz 8). Bei der Versicherung handelt es sich um die I._ AG, die sich
als Privatklägerin konstituierte und gegen den Beschuldigten adhäsionsweise Zi-
vilklage erhob mit dem Begehren, ihm den Betrag von Fr. 5'991.20 plus Zins zu
5% ab 24. September 2013 zu bezahlen (Urk. 5/6/2). Den Unterlagen, welche sie
zum Nachweis ihres Zivilanspruchs einreichte, lässt sich zum Umfang und Wert
des Deliktsguts Folgendes entnehmen: Der Geschädigte K._ listete gegen-
über der "I_" dieselben Gegenstände und Wertsachen auf, welche er der Po-
lizei als gestohlen gemeldet hatte. Der einzige Unterschied besteht in der Wert-
angabe zur Uhr, die gegenüber der "I._" auf Fr. 800.‒ lautet (Urk. 5/6/2, An-
hang [Schreiben vom 16. Oktober 2013]). Wie dem Entscheid der "I._" vom
5. Februar 2014 zum Antrag von K._ auf Auszahlung der Versicherungsleis-
tung entnommen werden kann, hegte die "I._" diverse Zweifel an den Anga-
ben von K._ zum Wert der entwendeten Gegenstände und Wertsachen, wo-
bei sie die Zweifel plausibel begründete. Bezüglich der Geldbeträge in Euro und
Schweizer Franken, der REKA-Checks und der Goldvreneli, welche K._ mit
insgesamt Fr. 5'775.‒ bezifferte, einigten sich die "I._" und K._ schliess-
lich auf eine Entschädigung von pauschal Fr. 4'000.‒. Die Uhr wurde statt mit
Fr. 800.‒ mit Fr. 600.‒ und das Portemonnaie wie beantragt mit Fr. 100.‒ ent-
schädigt (Urk. 5/6/2, Anhang [Schreiben vom 16. Oktober 2013]). Unter diesen
Umständen kann nicht vorbehaltslos auf die Aussagen des Geschädigten
K._ abgestellt werden. Im Zweifel ist von einer Beute bestehend aus der
Swatch-Uhr, Bargeld, Reka-Schecks und Goldvreneli in einem letztlich nicht ge-
nau zu beziffernden, jedenfalls unter demjenigen gemäss Anklageschrift liegen-
den Umfang auszugehen (bzgl. Höhe des Sachschadens vgl. die Ausführungen
bei den Zivilforderungen).
c) Beim Einbruchdiebstahl zum Nachteil von N._ (Dossier-Nr. 9) listet die
Anklageschrift folgendes Deliktsgut auf: eine Herrenarmbanduhr im Wert von
Fr. 50.‒ und zehn Goldvreneli im Wert von rund Fr. 3'900.‒ (Urk. 17 S. 8). Der
Beschuldigte sagte aus, lediglich wertlose russische Rubel entwendet zu haben.
Auch in diesem Fall erachtete die Vorinstanz den Nachweis, dass die in der An-
klageschrift aufgeführten Gegenstände mit den genannten Werten entwendet
- 21 -
wurden, gestützt auf die Aussagen des Geschädigten als erbracht (Urk. 103
S. 16).
Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Verteidiger aus, der Vorwurf sei
im Grundsatz (inkl. Schaden) anerkannt, nicht aber das Deliktsgut. Dabei habe es
sich lediglich und wertlose russische Rubel gehandelt (Urk. 141 S. 9).
Der Beschuldigte sagte in der Voruntersuchung wiederholt und widerspruchsfrei
aus, bei diesem Diebstahl seien nur wertlose Rubel entwendet worden
(Urk. 1/2/1/3 Rz 8; 1/2/1/9 Rz 25 f.; Urk. 1/2/5/2 S. 10 ff.; Urk. 9/3 Rz 15, 18 und
25). Der Geschädigte, N._, als Privatkläger dazu befragt, bestätigte demge-
genüber, dass die in der Anklageschrift aufgeführten Gegenstände gestohlen
worden seien. Laut seiner Aussage habe sich unter den Goldvrenelis auch ein
Silber-Barren befunden (Urk. 1/3/5 Rz 6 ff.). Zum Nachweis, dass er über diese
Münzen verfügt hatte, reichte der Zeuge Fotos ein, auf welchen diverse Gold-
münzen und ein Silber-Barren abgebildet sind (Urk. 9/5/2). Im Rapport der Polizei
über die Anzeigeerstattung ist der Silber-Barren ebenfalls erwähnt (Urk. 9/1 S. 3).
Damit steht fest, dass der Geschädigte bezüglich des Deliktsguts von Anfang an
widerspruchsfreie Angaben machte. Dass der Silber-Barren in der Anklageschrift
nicht explizit aufgeführt worden ist, dürfte daher wohl auf einem Versehen beru-
hen.
Was das Aussageverhalten des Beschuldigten und des Geschädigten bzw. die
Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen betrifft, lassen sich keine nennenswerten Unter-
schiede feststellen. Hervorzuheben ist indessen, dass der Beschuldigte, als vom
Ausgang des Verfahrens direkt Betroffener, ein erhebliches Interesse daran hat,
sein Verhalten zu beschönigen, namentlich mit falschen Angaben zum Deliktsgut
bzw. der Deliktssumme. N._, als Opfer eines Einbruchdiebstahls, ein ähnlich
hohes Interesse an einer Falschaussage zu attestieren, was sich vor allem mit der
Absicht begründen liesse, den Einbruch zum Anlasse zu nehmen, eine überhöhte
Entschädigung von der Versicherung geltend zu machen, und weniger mit dem
Ziel, sich am Täter zu rächen, ist nicht angebracht. Wenn wie hier konkrete An-
haltspunkte für eine Falschaussage fehlen, darf beim Opfer eines Einbruchdieb-
stahls, das (anders als der Beschuldigte) zur Aussage verpflichtet ist und unter
- 22 -
Strafandrohung befragt wird (vgl. Urk. 1/3/5 Rz 3 f.), davon ausgegangen werden,
dass es die Wahrheit sagt. Die Vorinstanz hat folglich zu Recht auf die Aussagen
von N._ abgestellt und den Anklagesachverhalt auch hinsichtlich des Um-
fangs der gestohlenen Gegenstände bzw. Wertsachen als erwiesen erachtet. Den
Wert des Deliktsguts bezifferte N._ mit ca. Fr. 3'943.‒, wobei er diesen ge-
stützt auf Angaben im Internet ermittelt haben will (Urk. 1/3/5 Rz 7; Urk. 9/2 S. 3).
Ein Schaden in dieser Grössenordnung ist für das Gericht damit ausreichend er-
wiesen.
d) Beim Einbruchdiebstahl zum Nachteil von C._ (Dossier-Nr. 11) wurden
gemäss Anklageschrift eine Armbanduhr Omega im Wert von Fr. 1'600.–, ein run-
der Halsreif, Gelbgold mit einem Wert von Fr. 3'200.–, zwei Armbanduhren Certi-
na zu je Fr. 600.–, eine Silberkette mit Bernsteinanhänger im Wert von Fr. 550.–
sowie diverser Modeschmuck mit einem Wert von Fr. 1'000.– (total
ca. Fr. 7'550.‒) gestohlen (Urk. 17 S. 10). Den Nachweis, dass sämtliche in der
Anklageschrift aufgeführten Gegenstände mit den genannten Werten entwendet
wurden, erachtete die Vorinstanz als erbracht (Urk. 103 S. 15).
Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Verteidiger aus, der Beschuldigte
anerkenne zwar den Vorwurf im Grundsatz (inkl. Schaden), nicht aber das De-
liktsgut. Die Vorinstanz sei darauf nicht eingegangen und habe dennoch den
Sachverhalt gemäss Anklageschrift als erstellt erachtet (Urk. 141 S. 9).
Der Beschuldigte hat in der Untersuchung zu Protokoll gegeben, dass U._
nach dem Einbruch ihm (dem Beschuldigten) im Auto "in paar Sachen" gezeigt
habe, "Ketten usw." Er habe wissen wollen, ob es Gold sei. Er habe von U._
dann "eine silberne Kette oder so geschenkt" erhalten (Urk. 11/3 S. 2). Auf die
explizite Frage, was entwendet worden sei, gab der Beschuldigte an (Urk. 11/3
S. 2): "Ketten und diverse Sachen aus Gold. Der Rest waren diverse altmodische
Sachen." Auf Vorhalt des Deliktsgutes und dessen Wertes erwiderte der Beschul-
digte, er habe keine Uhren gesehen. Das übrige Deliktsgut bestritt er auf diesen
Vorhalt nicht (Urk. 11/3 S. 3). Auch anlässlich der Schlusseinvernahme bestritt
der Beschuldigte das Deliktsgut nicht. Er gab zu Protokoll, dass er während des
Diebstahls im Auto gewesen sei. Nach dem Einbruch habe U._ seiner Frau
- 23 -
(des Beschuldigten) etwas von der Beute und ihm (dem Beschuldigten) eine Kette
gegeben (Urk. 1/2/1/9 S. 13 f.) U._ gab in der Untersuchung zu Protokoll,
das Deliktsgut habe aus viel Mode-, wenig Goldschmuck und ein oder zwei Uhren
bestanden. Auf Vorhalt des Deliktsguts räumte er ein, dass dies schon sein könne
(Urk. 11/4 S. 3). Nachdem der Beschuldigte in Mittäterschaft mit U._ gehan-
delt hatte, sind ihm sämtliche Handlungen des Mittäters zuzurechnen, ganz unab-
hängig davon, ob er selber das Deliktsgut zu Gesicht bekommen oder in Händen
gehalten hat. Gestützt auf die Aussagen des Beschuldigten und U._ ist das
Deliktsgut als erstellt zu betrachten. Was den Wert anbelangt, so ist darauf hin-
zuweisen, dass hierzu keine Beweismittel (nur ein Polizeirapport) im Recht liegen.
Allerdings gab der Beschuldigte selbst zu, er habe die Kette für Fr. 800.– verkau-
fen können (Urk. 1/2/1/9 S. 14). Es ist notorisch, dass Schwarzmarktpreise ein
Vielfaches unter dem realen Wert liegen. Vor diesem Hintergrund scheint es plau-
sibel, den Wert der Kette wie in der Anklageschrift auf Fr. 3'200.– zu veranschla-
gen. Der Wert des übrigen Deliktsguts lässt sich allerdings nicht erstellen.
e) Beim Einbruchdiebstahl zum Nachteil von D._ (Dossier-Nr. 13) sind
gemäss Anklageschrift neun Armbanduhren, eine Taschenuhr und eine Uhrenket-
te im Gesamtwert von ca. Fr. 23'150.‒ gestohlen worden, darunter eine Arm-
banduhr IWC Da Vinci mit einem Wert von Fr. 16'750.‒ (Urk. 17 S. 11). Der Be-
schuldigte ist geständig, diese Uhren gestohlen zu haben, bestreitet aber, dass
die IWC-Uhr einen Wert von Fr. 16'750.‒ gehabt habe. Die Vorinstanz bezog sich
auf die Aussage des Beschuldigten, wonach beim Verkauf der IWC-Uhr ein Erlös
von € 2'300.‒ erzielt worden sei und schloss daraus, dass es sich um eine echte
IWC-Uhr gehandelt habe und die Wertangabe des Geschädigten deshalb zutref-
fend sei (Urk. 103 S. 16).
Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Verteidiger aus, der Beschuldigte
anerkenne zwar den Vorwurf im Grundsatz (inkl. Schaden), das Deliktsgut aber
nur teilweise. Es seien maximal 8 Uhren gewesen, wobei auch keine IWC im Wert
von Fr. 16'750.– darunter gewesen sei (Urk. 141 S. 9).
Der Beschuldigte gab zu, beim Einbruch in das Haus von D._ diverse Uhren
gestohlen zu haben. Anfänglich sprach er von 6-8 Uhren (Urk. 13/3 Rz 16 ff.), im
- 24 -
späteren Verlauf von 11-13 (Urk. 1/2/1/9 Rz 37 ff.). Der Umfang des Deliktsguts
gemäss Anklageschrift ist damit erwiesen. Was den Wert der IWC-Uhr betrifft,
existieren zwar keine Belege wie Kaufsquittung, Preislisten etc. Exakt lässt sich
der Wert dieser Uhr daher nicht ermitteln. Die Schlussfolgerung der Vorinstanz,
bei einem Verkaufserlös von € 2'300.‒, wie er vom Beschuldigten selber einge-
standen wurde (Urk. 1/2/1/3 Rz 56; Urk. 13/3 Rz 19 f.), sei auf eine echte und
wertvolle IWC-Uhr zu schliessen, ist indessen zutreffend. So ist notorisch, dass
auf dem Schwarzmarkt nur ein kleiner Bruchteil des Marktpreises erzielt werden
kann. Schliesslich bleibt anzufügen, dass D._ von seiner Versicherung, der
I._ AG, im Umfang der von ihm geltend gemachten Wertangaben entschä-
digt wurde (Urk. 13/6, Anhang). Mit der Vorinstanz ist folglich von einem Delikts-
betrag in der Grössenordnung, wie er in der Anklageschrift aufgeführt ist, auszu-
gehen.
f) Beim Einbruchdiebstahl zum Nachteil von E._ (Dossier-Nr. 14) steht
gemäss Anklageschrift folgendes Deliktsgut mit nachfolgenden Werten zur Debat-
te: Eine blaue Haushaltskasse mit Fr. 660.00, ein schwarzes Herrenportemonnaie
(Wert Fr. 30.00), Bargeld Fr. 60.00 im Portemonnaie, eine Halskette aus Weiss-
gold mit Anhänger mit blauem Stein (Wert Fr. 900.00), eine Halskette Gold mit
Brillantkollier (Wert Fr. 1'500.00), ein Paar Ohrstecker Gold (Wert Fr. 400.00), ei-
ne Halskette Gold (Wert Fr. 1'000.00), ein Armband Gold (Wert Fr. 450.00), eine
Halskette Silber mit blauen Steinen (Wert Fr. 180.00), ein Armband Silber (Wert
Fr. 60.00), ein Paar Ohrstecker Gold (Wert Fr. 290.00), eine Halskette mit Steinen
(Wert Fr. 120.00), eine Armbanduhr (Wert Fr. 60.00), eine Halskette Silber fein
(Wert Fr. 200.00), eine Halskette Silber mit versch. Anhängern (Wert Fr. 90.00),
eine Damenarmbanduhr Certina (Wert Fr. 480.00), ein Damenring aus Weissgold
(Wert Fr. 300.00), ein Damenring Silber (Wert Fr. 50.00), vier Goldvreneli à
Fr. 20.00 (Wert Fr. 690.00) und ein Herrenmanschettenknopf aus Gold mit Stei-
nen (Wert Fr. 100.00). Der Beschuldigte machte im Rahmen der Untersuchung
unterschiedliche Angaben zum Deliktsgut. Den Nachweis, dass sämtliche in der
Anklageschrift aufgeführten Gegenstände mit den genannten Werten entwendet
wurden, erachtete die Vorinstanz demgegenüber als erbracht (Urk. 103 S. 15 f.).
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Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Verteidiger aus, der Beschuldigte
anerkenne zwar den Vorwurf im Grundsatz (inkl. Schaden), das Deliktsgut aber
nur teilweise. Es seien maximal 8 Goldvreneli und Fr. 800.– gewesen (Urk. 141
S. 9 f.).
Der Beschuldigte machte in der Untersuchung geltend, es seien 7 oder 8 Gold-
vreneli, etwas Gold und Fr. 800-900 Bargeld gewesen. Auf Vorhalt des Delikts-
guts führte der Beschuldigte aus, sieben Ketten habe er nicht gesehen, höchstens
4 sowie Manschettenknöpfe und das Geld (Urk. 14/3 S. 2). Entgegen der Vertei-
digung gestand der Beschuldigte damit mehr als die 8 Goldvreneli und das Bar-
geld ein. Anlässlich der Schlusseinvernahme antwortete der Beschuldigte auf die
Frage, ob er den Vorhalt/Sachverhalt anerkenne, mit "ja" und räumte ein, dass es
auch U._ gewesen sein könnte, der das Deliktsgut mitgenommen hat
(Urk. 1/2/1/9 S. 17 f.). Als Mittäter haftet er auch für nicht direkt von ihm behändig-
tes Deliktsgut. Die zum Diebesgut gehörende Halskette und Armkette, je mit
blauen Steinen, mit einem Wert von Fr. 180.‒ und Fr. 60.‒ konnten im Übrigen
von der Polizei sichergestellt werden. Der Anklagesachverhalt zu Dossier 14 ist
damit rechtsgenügend – sowohl hinsichtlich Deliktsgut als auch -wert – erstellt.
g) Beim versuchten Einbruchdiebstahl zum Nachteil von V._ (Dossier-
Nr. 16) wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten vor, einen Sachschaden in
der Höhe von ca. Fr. 2'500.‒ angerichtet zu haben, und zwar beim Versuch, das
Küchenfenster des Einfamilienhauses aufzuwuchten (Urk. 17 S. 14). Der Be-
schuldigte ist geständig, am Küchenfenster hantiert zu haben, bestreitet aber,
dadurch einen Schaden in der geltend gemachten Höhe verursacht zu haben. Die
Vorinstanz erachtete es demgegenüber als plausibel, dass beim Versuch, ein
Fenster aufzuwuchten, ein Schaden von ca. Fr. 2'500.‒ entsteht (Urk. 103 S. 16
f.).
Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Verteidiger aus, der Beschuldigte
anerkenne zwar den Vorwurf im Grundsatz, nicht aber die Höhe des Sachscha-
dens (Urk. 141 S. 10).
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Der Beschuldigte gestand in der Voruntersuchung, mit einem Schraubenzieher
versucht zu haben, das Küchenfenster aufzubrechen. Dabei sei das Fensterglas
in Brüche gegangen (Urk. 1/2/1/5 Rz 34 [= Urk. 16/3 Rz 34]; Urk. 1/2/5/2 S. 20 f.;
Urk. 1/2/1/9 Rz 42 f.). Die Angaben im polizeilichen Rapport über die Anzeige des
Geschädigten, wonach Werkzeugabdrücke im Fensterrahmen und ein geborste-
nes Fensterglas auf diesen Einbruch zurückzuführen seien (Urk. 16/1 S. 1 f.), tref-
fen somit zu. Allerdings fehlen in den Akten Belege zu den Kosten des Ersatzes
dieses Fenster. Ebenso wenig lassen sich dem Polizeirapport Detailangaben zum
fraglichen Fenster (Dimension, Rahmenmaterial etc.) entnehmen. Immerhin steht
fest, dass es sich um ein Fenster mit zwei Flügeln und mit Doppelverglasung
handelte (Urk. 1/2/5/1 S. 21). Allein gestützt auf diese Angaben lässt sich zwar
nicht auf einen Schaden in der Höhe von genau Fr. 2'500.‒ schliessen. Immerhin
steht damit zweifellos fest, dass der angerichtete Schaden über einen blossen
Bagatellbetrag deutlich hinaus geht.
h) Beim Einbruchdiebstahl zum Nachteil von W._ (Dossier-Nr. 21) sind
gemäss Anklageschrift ein iPad, ein iPhone, ein iPod, ein Portemonnaie, Bargeld
(€ 200) und eine Herrenarmbanduhr Bulova, Gelbgold, im Wert von insgesamt ca.
Fr. 6'400.‒ (davon entfallen Fr. 5'000.‒ auf die Uhr) entwendet worden (Urk. 17
S. 18). Der Beschuldigte ist geständig, dass Elektrogeräte gestohlen wurden, be-
streitet aber explizit, dass eine Uhr entwendet worden sei. Davon ausgehend,
dass der Beschuldigte diesen Einbruch nicht allein verübte und der Tatbeteiligte
AA._ die Uhr entwendet haben könnte, ohne dass der Beschuldigte davon
etwas mitbekam, erachtete die Vorinstanz den Anklagesachverhalt auch hinsicht-
lich des (Umfangs und Werts des) Deliktsguts als erstellt (Urk. 103 S. 17).
Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Verteidiger aus, der Beschuldigte
anerkenne zwar den Vorwurf im Grundsatz (inkl. Schaden), nicht aber das De-
liktsgut (Urk. 141 S. 10).
Den Akten lässt sich kein Zugeständnis des Beschuldigten entnehmen, dass bei
diesem Diebstahl auch eine Uhr gestohlen wurde (Urk. 1/2/1/9 Rz 51; Urk. 21/2
Rz 11). Grundlage für den Anklagevorwurf, dass sich unter den gestohlenen Ge-
genständen auch eine Uhr befand, bildet einzig der polizeilichen Rapport über die
- 27 -
Anzeige des Geschädigten (Urk. 21/1 S. 1 ff.). Belastende Aussagen des Ge-
schädigten, die in verwertbarer Form erhoben wurden, liegen nicht vor. Unter die-
sen Umständen muss zu Gunsten des Beschuldigten davon ausgegangen wer-
den, dass die fragliche Uhr sich nicht unter den gestohlenen Gegenständen be-
fand.
4.1.3. Die Vorinstanz erachtete das Qualifikationsmerkmal der Gewerbsmässig-
keit als erfüllt. Sie begründete dies im Wesentlichen mit der Anzahl der verübten,
teils versuchten Einbrüche, dem Zeitraum des deliktischen Verhaltens und dem
Gesamtdeliktsbetrag (Urk. 103 S. 25 f. [Ziff. 1.3]).
a) Der Beschuldigte lässt folgende Einwendungen erheben (Urk. 141 S. 11 f.):
Der in der Anklage und von der Vorinstanz genannte Gesamtdeliktsbetrag von
angeblich ca. Fr. 90'000.– sei nicht rechtsgenügend erstellt. Der Beschuldigte an-
erkenne gewisse Deliktsgüter bzw. deren Werte nicht an und eine Addition, die zu
diesem Betrag führe sei nicht ersichtlich im Urteil der Vorinstanz. Weiter sei der
(regelmässig viel tiefer liegende) Erlös für den Dieb und nicht der Schaden beim
Bestohlenen für die Beurteilung einer Gewerbsmässigkeit entscheidend. Die Vor-
instanz gehe von völlig falschen und viel zu hohen Zahlen aus. Weiter ergebe sich
aus der Anklage nicht, welcher deliktische Gewinn für den Beschuldigten abgefal-
len sei. Damit von einem namhaften Betrag zur Finanzierung der Lebenshaltung
gesprochen werden könnte, hätte der Beschuldigte – bei einem damaligen lega-
len Einkommen von Fr. 8'000.– – ein zusätzliches deliktisches Einkommen von
Fr. 2'000.– pro Monat erzielen müssen, was nicht den tatsächlichen Begebenhei-
ten entspreche. Zudem habe der Beschuldigte das deliktische Einkommen nicht
für seine Lebenshaltung, sondern für die Spielsucht resp. die Schulden daraus
verwendet.
b) Die Vorinstanz hat unter Bezugnahme auf die Rechtsprechung des Bundes-
gerichts dargelegt, unter welchen Voraussetzungen das Qualifikationsmerkmal
der Gewerbsmässigkeit erfüllt ist (Urk. 103 S. 25 [Ziff. 1.3]). Zur Vermeidung von
Wiederholungen kann darauf verwiesen werden.
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Der Verteidiger ist der Auffassung, von einem namhaften Beitrag an die Finanzie-
rung seiner Lebenshaltung könne erst gesprochen werden, wenn der Täter mit
seinen deliktischen Handlungen ein zusätzliches Einkommen von einem Viertel
erzielt. Ausgehend von einem monatlichen Einkommen von Fr. 8'000.‒ hätte der
Beschuldigten mit seinen Einbrüchen zusätzlich Fr. 2'000.‒ pro Monat erzielen
müssen, was aber nicht der Fall sei.
Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Zwar trifft zu, dass in der Lehre
die Auffassung vertreten wird, ein namhafter Betrag liege vor, wenn mindestens
ein zusätzliches Einkommen von einem Viertel erzielt werde (vgl. etwa
BSK StGB II-NIGGLI/RIEDO, Art. 139 N 98). Dies entspricht allerdings nicht der
(bundes-)gerichtlichen Praxis, nach welcher bereits bei weniger hohen zusätz-
lichen Einkünften Gewerbsmässigkeit bejaht wird (vgl. vorstehenden Verweis).
Beim Beschuldigten ist sodann zu beachten, dass er drei minderjährige Kinder hat
und seine Ehefrau nicht erwerbstätig ist (Prot. I S. 24 und S. 27), was die Höhe
seines regulären Einkommens erheblich relativiert bzw. die Bedeutung regelmäs-
siger zusätzlicher Einkünfte aus deliktischer Tätigkeit stark erhöht.
Der Verteidiger übersieht sodann, dass es für die Bejahung der Gewerbsmässig-
keit nicht allein auf die tatsächlich erzielten Einkünfte ankommt, sondern auch auf
die angestrebten. Der Beschuldigte war im Zeitraum von 2 1⁄2 Monaten an 17, teils
versuchten Einbruchdiebstählen beteiligt, was einer hohen Kadenz entspricht. Un-
ter Berücksichtigung der oben dargelegten Korrekturen beläuft sich der Wert der
tatsächlich gestohlenen Gegenstände und Wertsachen auf rund Fr. 75'000.‒
(Urk. 17, Dossier 4-6 und 8-21, i.V.m. vorstehender Erw. 4.1.2, insb. Ausführun-
gen zum leicht geringeren Deliktsbetrag in Dossier 4 und 11). Dabei ist zu beach-
ten, dass dem Umfang und Wert der Beute bei Einbruchdiebstählen in Privat-
wohnungen immer auch etwas Zufälliges anhaftet. Offensichtlich ist, dass der Be-
schuldigte hoffte, bei seinen Einbrüchen eine möglichst hohe Beute zu machen,
und in einzelnen Fällen waren er und seine Mittäter denn auch besonders erfolg-
reich (Urk. 17, Dossier 13 und 15). Unter all diesen Umständen besteht für die
Kammer kein Zweifel, dass es der Beschuldigte jedenfalls angestrebt hatte, mit
den ihm vorgeworfenen Einbruchdiebstählen einen namhaften Beitrag an die Fi-
- 29 -
nanzierung seiner Lebenshaltung zu erzielen. Irrelevant ist dabei, ob er mit dem
gestohlenen Geld tatsächlich Lebenskosten gedeckt oder Glücksspiele finanziert
hatte. So oder so standen ihm mehr Mittel zur Bestreitung (auch) der Lebens-
kosten zur Verfügung bzw. strebte er dies an. Laut seinen eigenen Aussagen ver-
fügte der Beschuldigte damals denn auch nicht nur über Spielschulden sondern
auch über erhebliche Mietschulden (Urk. 1/2/1/9 Rz 60).
4.1.4. Das Vorliegen des Qualifikationsmerkmals der Gewerbsmässigkeit ist nach
dem Gesagten zu bejahen. Der Beschuldigte ist folglich des banden- und ge-
werbsmässigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2
und Ziff. 3 Abs. 2 StGB schuldig zu sprechen.
4.2. Mehrfache Sachbeschädigung und mehrfacher, teilweise versuchter Haus-
friedensbruch
Was die Sachbeschädigungen und Hausfriedensbrüche betrifft, beschränkte sich
der Beschuldigte auf den Einwand, es lägen keine gültigen Strafanträge vor. Wie
bereits ausgeführt, trifft dieser Einwand nicht zu (Erw. 3.1). Bezüglich der Dossier-
Nrn. 4-6, 8, 10-16, 18, 19 und 21 hat es somit bei der Verurteilung wegen mehr-
facher Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB und wegen mehr-
fachen, teilweise versuchten Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB,
teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, zu bleiben.
4.3. Versuchter Betrug
4.3.1. Der Beschuldigte bestellte am 10. September 2014 im Web-Shop der Firma
AB._ AG 13 iPhones 5S 32 GB, dies, nachdem er beim gleichen Anbieter
bereits am 3. September 2014 sechs Mobiltelefone bestellt und noch nicht bezahlt
hatte. Die "AB._" verlangte daher, dass er die bereits erhaltenen Geräte be-
gleichen und die neu bestellten iPhones im Voraus bezahlen müsse. Der Be-
schuldigte ist geständig, daraufhin Fr. 11.‒ mittels eines Einzahlungsscheines am
Postschalter einbezahlt und dann auf dem gestempelten Zahlungsbeleg den Be-
trag auf Fr. 17'011.‒ abgeändert zu haben. Diesen abgeänderten Belege fotogra-
fierte der Beschuldigte und schickte das Foto per Mail an die "AB._" mit dem
- 30 -
Hinweis, dass er nun alles bezahlt habe. Er tat dies in der Annahme, dass die
"AB._" die Verfälschung nicht bemerken und ihm die Mobiltelefone aushän-
digen würde. Da die "AB._" bei der Post nachfragte und darüber informiert
wurde, dass lediglich Fr. 11.‒ einbezahlt worden seien, lieferte sie dem Beschul-
digten die 13 iPhones nicht aus. Der Beschuldigte gesteht weiter ein, nicht über
die finanziellen Mittel verfügt zu haben, um die bestellten Mobiltelefone rechtzeitig
bezahlen zu können (Urk. 28/3 Rz 49 ff.; Urk. 1/2/1/10 Rz 19 ff.; Urk. 87 Rz 18 f.).
4.3.2. Die Vorinstanz qualifizierte dieses Vorgehen des Beschuldigten als ver-
suchten Betrug. Der Beschuldigte ist damit nur teilweise einverstanden. Er ist der
Auffassung, dass es ein untauglicher Versuch war, der straflos zu bleiben habe.
Er begründet dies damit, dass sein Verhalten dilettantisch und nicht im Ansatz er-
folgsversprechend gewesen sei, habe die "AB._" doch von allem Anfang an
unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass vor Auslieferung der Mobiltele-
fone der effektive Zahlungseingang abgeklärt werde (Urk. 141 S. 12 f.; Urk. 87
Rz 20 ff.).
4.3.3. Ein strafrechtlich relevanter Versuch einer Straftat liegt vor, wenn der Täter
mit der Ausführung eines Verbrechens oder Vergehens begonnen hat, die straf-
bare Tätigkeit aber nicht zu Ende führt oder der zur Vollendung der Tat gehören-
de Erfolg nicht eintritt oder dieser nicht eintreten kann. In solchen Fällen kann das
Gericht die Strafe mildern (Art. 22 Abs. 1 StGB). Verkennt der Täter aus grobem
Unverstand, dass die Tat nach der Art des Gegenstands oder des Mittels, an oder
mit dem er sie ausführen will, überhaupt nicht zur Vollendung gelangen kann, so
bleibt er straflos (Abs. 2 der genannten Bestimmung). Im letzteren Fall spricht
man von einem untauglichen Versuch.
4.3.4. Der Aussage von AC._, welche für die "AB._" das Geschäft mit
dem Beschuldigten abwickelte, kann entnommen werden, dass sie die Ausliefe-
rung der Mobiltelefone davon abhängig machte, dass der Beschuldigte den Kauf-
preis vorgängig bezahlt. Aktenwidrig ist die Darstellung des Verteidigers,
AC._ habe von Anfang an klargestellt, dass sie vor Auslieferung der iPhones
den Eingang des Geldes auf dem Konto der "AB._" überprüfen werde. Ihre
Aussage ging dahin, vom Beschuldigten einen Beleg zum Nachweis der Zah-
- 31 -
lungsausführung verlangt zu haben (Urk. 28/4 Rz 5 ff., insbes. Rz 25, i.V.m.
Urk. 28/5/1: "Ich benötige die Bestätigung von ihrem Konto, dass die Zahlung von 11'687.‒ definitiv von ihrem Konto weg ist. Vorher darf der Kurier das nicht senden. So-
bald wird den Print Screen von Ihnen erhalten, kann der Kurier in ca. einer Stunde bei
ihnen sein.").
Der Beschuldigte setzte eine Einzahlungsquittung der Post, die er verfälschte, als
Mittel zur Täuschung ein. Dieser Beleg entsprach zwar nicht exakt der Vorgabe
von AC._, sie wollte einen Auszug (bzw. Print Screen) vom Konto des Be-
schuldigten, war aber durchaus gleichwertig. Keinesfalls handelte es sich dabei
um ein untaugliches Mittel. Genauso wenig stellte AC._ ein untaugliches
Subjekt dar. Wie vorstehend ausgeführt, bestand die Abmachung zwischen ihr
und dem Beschuldigten nicht darin, dass die Auslieferung erst und nur erfolgt,
wenn sie sich vom Eingang des Kaufpreises auf dem Konto der "AB._" über-
zeugt hat. Aber selbst wenn dies der Fall gewesen wäre, kann nicht ausgeschlos-
sen werden, dass eine Verkäuferin in der Situation von AC._ bei Erhalt der
Einzahlungsquittung der Post (bzw. eines Fotos davon) es sich anders überlegt
und die Auslieferung veranlasst. Von einem geradezu lächerlichen Tatvorgehen,
wie es der Verteidiger umschreibt, das, mit anderen Worten, nicht als ernstlicher
Angriff gegen die Rechtsordnung zu werten ist, kann keine Rede sein.
4.3.5. Das Urteil der Vorinstanz erweist sich nach dem Gesagten auch in diesem
Punkt als zutreffend. Der Beschuldigte ist somit wegen versuchten Betrugs im
Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu
sprechen.
5. Strafzumessung
5.1. Stehen mehrere strafbare Handlungen zur Debatte, ist für die Strafzu-
messung vom schwersten Delikt auszugehen (Art. 49 Abs. 1 StGB). Dies ist der
banden- und gewerbsmässige Diebstahl, der gemäss Art. 139 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 3
Abs. 1 und 2 StGB einen ordentlichen Strafrahmen von Freiheitsstrafe bis zu
10 Jahren oder Geldstrafe nicht unter 180 Tagessätzen vorsieht. Als Strafschär-
fungsgründe fallen die Deliktsmehrheit und im Falle der Sachbeschädigung, des
- 32 -
Hausfriedensbruchs und Fahrens ohne Berechtigung die mehrfache Tatbegehung
in Betracht, als Strafmilderungsgründe die in einzelnen Fällen lediglich versuchte
Tatbegehung sowie die verminderte Schuldfähigkeit. Trotz dieser Strafzumes-
sungsfaktoren liegen keine ausserordentlichen Umstände vor, die es rechtfertigen
würden, den ordentlichen Strafrahmen zu verlassen. Die Regeln für die Zumes-
sung der Strafe innerhalb dieses Strafrahmens legte die Vorinstanz in zutreffen-
der Weise dar (Urk. 103 S. 31 [Ziff. 3]). Zur Vermeidung von Wiederholungen ist
darauf zu verweisen.
5.2. Zur objektiven Tatschwere ist zunächst festzuhalten, dass der Beschuldigte
innerhalb von 2 1⁄2 Monaten insgesamt 17 Diebstähle beging bzw. in fünf Fällen
versuchte, was einer hohen Kadenz entspricht. Dabei ist davon auszugehen, dass
der Beschuldigte weiter delinquiert hätte, wäre er am 7. Dezember 2013 nicht
verhaftet worden (Urk. 1/13/1/1). Der erzielte Deliktsbetrag von rund Fr. 75'000.‒
ist zwar nicht speziell hoch, erreicht aber doch ein beträchtliches Ausmass. Eine
überragende Bedeutung für die Strafzumessung kommt diesem Kriterium ohnehin
nicht zu, haftet dem tatsächlich erzielten Deliktsbetrag bei Einbruchdiebstählen in
Privatwohnungen doch immer etwas Zufälliges an. Fest steht, dass der Beschul-
digte und seine Mittäter es primär auf Bargeld, Schmuck und sonstige Wert-
sachen (wie Uhren, Münzen etc.) abgesehen haben und damit in der Absicht ein-
brachen, eine möglichst hohe Beute zu erzielen, was ihnen in einzelnen Fällen
denn auch gelang. Nicht stark ins Gewicht fällt, dass es in fünf Fällen beim Ver-
such geblieben ist. Der Beschuldigte und seine Mittäter liessen in diesen Fällen
von ihrem Vorhaben ab, weil es ihnen nicht gelang, in die Liegenschaft einzubre-
chen, oder weil sie dabei gestört wurden. Ein freiwilliger Entschluss des Beschul-
digten, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende zu führen, liegt nicht vor. Dass dem
Beschuldigten nach Aufteilung der Beute bzw. des Erlöses aus dem Verkauf des
Diebesguts nur ein Bruchteil der Summe von Fr. 75'000.‒ verblieb, schmälert die
objektive Tatschwere nicht. Der vom Verteidiger erwähnte Umstand, dass der Be-
schuldigte und seine Mittäter darauf achteten, die Einbrüche in Abwesenheit der
Bewohner zu begehen, und bei zufälligem Auftauchen eines Bewohners oder
Nachbarn von ihrem Vorhaben abliessen und sich aus dem Staub machten
(Urk. 141 S. 14), ist neutral zu bewerten. Den Beschuldigten dürfte es nicht nur
- 33 -
darum gegangen sein, einer Konfrontation auszuweichen, sondern auch darum,
unbemerkt und damit ohne Zeugen das Verbrechen ausführen zu können. Hinzu
kommt, dass die verübten (Einbruch-)Diebstähle bei den Geschädigten zu einer
nicht unerheblichen Beeinträchtigung des Sicherheitsgefühls geführt haben, was
aus den verschiedenen Zeugenaussagen erhellt. Der Beschuldigte und seine Mit-
täter gingen planmässig und arbeitsteilig vor. Ob die angewandten Einbruch-
methoden ‒ "Kittfalzstechmethode" und "Steinschlag" ‒ als primitiv zu bezeichnen
sind (Urk. 87 Rz 65; Urk. 141 S. 14), kann offen bleiben. Entscheidend ist, dass
diese Methoden effektiv und deswegen auch in professionellen Kreisen nach wie
vor verbreitet sind. Es ist dem Beschuldigten folglich eine erhebliche kriminelle
Energie zu attestieren. Mit der Vorinstanz ist aufgrund der objektiven Tatschwere
von einem erheblichen Verschulden des Beklagten auszugehen.
5.3. Was die subjektive Tatkomponente betrifft, ist zu vermerken, dass der Be-
schuldigte mit direktem Vorsatz handelte. Wie die Vorinstanz weiter zu Recht
festhielt, liegen den Diebstählen finanzielle Motive zu Grunde, wobei sich der Be-
schuldigte nicht in einer existentiellen Notlage befand, kamen er und seine Fami-
lienangehörigen damals doch in den Genuss von IV-Renten und Ergänzungs-
leistungen von monatlich Fr. 8'000.‒.
Die Vorinstanz ging schliesslich von einem "genügenden Mass" an Entschei-
dungsfreiheit aus und hielt fest, dass der Beschuldigte seine deliktische Tätigkeit
zu jedem Zeitpunkt hätte einstellen können (Urk. 103 S. 33). Im Gegensatz dazu
kam sie im Rahmen der Würdigung der Täterkomponente zum Schluss, dass die
Fähigkeit des Beschuldigten, der Verführung zu kriminellen Handlungen Wider-
stand zu leisten, in einem leichten Grade eingeschränkt gewesen sei, und redu-
zierte deswegen die Strafe (Urk. 103 S. 36 f. [Ziff. 5.2.]). Nach Auffassung der
Kammer ist die Frage der Steuerungsfähigkeit Bestandteil der subjektiven Tat-
komponente und daher korrekterweise an dieser Stelle abzuhandeln. Der Vertei-
diger hebt in diesem Kontext die Tätigkeit des Beschuldigten als Informant der
Kantonspolizei hervor. Im Wesentlichen bringt er vor, der Beschuldigte sei von
den polizeilichen Betreuern aktiv in ein kriminelles Umfeld gedrängt worden. Da-
mit trage der Staat eine Mitverantwortung an den Straftaten, welche der Beschul-
- 34 -
digte verübt habe, was massiv strafmindernd berücksichtigt werden müsse
(Urk. 136, insbes. Rz 42 ff.; Urk. 141 S. 20 ff.). Dazu sei Folgendes angemerkt: Es
gehört zur ureigenen Aufgabe eines Informanten, der Polizei Hinweise zu geben,
die zur Aufklärung und Verhinderung von Straftaten dienen. Ein Informant, der be-
reits Kontakte zum kriminellen Milieu hat, ist für diesen Zweck besonders geeig-
net. Anhaltspunkte dafür, dass der Beschuldigte nicht selber über derartige Kon-
takte verfügte, sondern von der Polizei animiert wurde, in das kriminelle Milieu zu
infiltrieren, fehlen. Auch am Treffen vom 16. August 2013 zwischen dem Beschul-
digten und dem polizeilichen Betreuer, das der Verteidiger beispielhaft erwähnt
(Urk. 136 Rz 44), erfolgte keine Einflussnahme, die als übermässig zu werten wä-
re (vgl. Urk. 137/5/3: Der Beschuldigte hatte von sich aus den Betreuer über den  einer Person in der Schweiz informiert, die mit einer Einreisesperre belegt
war, sowie über ein Treffen, um welches diese Person ihn gebeten habe. In der Folge
vereinbarten der Beschuldigte und der Betreuer, dass der Beschuldigte diese Person am
Sonntag treffe, damit diese verhaftet werden könne.). Der Verteidiger scheint der Auf-
fassung zu sein, der Kontakt zu kriminellen Kreisen, der mit einer Informanten-
Tätigkeit unweigerlich verbunden ist, senke beim Informanten automatisch die
Hemmschwelle, selber Straftaten zu verüben. Dem muss widersprochen werden.
Konsequent weiter gedacht, hätte die Auffassung des Verteidigers zur Folge,
dass jede Person, die intensiven Kontakt zu Delinquenten hat (namentlich Mitar-
beiter der Strafverfolgungsbehörden, Mitarbeiter von Strafvollzugsanstalten usw.),
über eine geringere Widerstandsfähigkeit bzw. Entscheidungsfreiheit verfügt, und
deswegen im Falle persönlichen strafbaren Verhaltens Anspruch auf eine Strafre-
duktion hat, was bekanntlich nicht der Fall ist. Nicht weniger pauschal, und damit
falsch, liesse sich argumentieren, diese Personen hätten generell eine grössere
Hemmschwelle zu überwinden, weil sie genau wissen, welche Folgen strafbares
Verhalten haben kann. Für die Kammer ist entscheidend, dass der Beschuldigte
dem Gutachter, Dr. AD._, ausführlich über seine Informanten-Tätigkeit bei
der Kantonspolizei berichtete (Urk. 1/4/2 S. 26-30). Es ist daher ohne Weiteres
davon auszugehen, dass dieser Umstand in die (Schluss-) Folgerungen des Gut-
achters einfloss, wie dies der Vorsitzende, bzw. sein Stellvertreter, in der Verfü-
gung vom 18. Mai 2018 bereits festgehalten hat (Urk. 130 S. 5 f. [Ziff. 4.3.3]). Ob
die weitere Kritik des Verteidigers, welche er gegenüber der Staatsanwaltschaft
- 35 -
erhebt, zutrifft oder nicht ‒ zum einen bemängelt er, dass die Staatsanwaltschaft
trotz Anweisung der III. Strafkammer des Obergerichts das Verfahren gegen den
Beschuldigten wegen Anstiftung seines polizeilichen Betreuers zur Urkunden-
fälschung noch nicht formell erledigt habe, und zum anderen wirft er der Staats-
anwaltschaft vor, den polizeilichen Betreuer des Beschuldigten wegen dessen im
Amt begangener Urkundenfälschung zu milde bestraft und ihm, dem Verteidiger,
nur unzureichend Einsicht in die Akten dieses Verfahrens gewährt zu haben
(Urk. 136 Rz 16 ff., Rz 21 ff., Rz 30 ff.; Urk. 141 S. 20 ff.) ‒ kann offen bleiben. Es
fehlt jeglicher Zusammenhang zu den Vorwürfen gemäss der Anklageschrift vom
31. März 2017, derentwegen sich der Beschuldigte im vorliegenden Verfahren zu
verantworten hat, so dass darauf nicht weiter einzugehen ist. Ohne Bedeutung für
die Strafzumessung ist schliesslich das vom Verteidiger geschilderte Verhalten
des Informanten-Betreuers, der im Jahre 2015 für den Beschuldigten zuständig
war (Urk. 136 Rz 47 ff.; Urk. 141 S. 21 f.). Die hier zur Diskussion stehenden De-
likte verübte der Beschuldigte in den Jahren 2013 und 2014.
Die Vorinstanz hat schliesslich die Feststellungen des Gutachters zutreffend zu-
sammengefasst und ist zu Recht seiner Schlussfolgerung gefolgt, wonach beim
Beschuldigten eine leichte Verminderung der Steuerungsfähigkeit vorgelegen ha-
be. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann darauf verwiesen werden
(Urk. 103 S. 36 f. [Ziff. 5.2]). Mit der Kritik des Verteidigers (Urk. 117; Urk. 141
S. 17 f.) setzte sich der Stellvertreter des Vorsitzenden in seiner Verfügung vom
18. Mai 2018 einlässlich auseinander (Urk. 130 S. 4 ff. [Ziff. 4]). Die Kammer hat
dem nichts beizufügen.
5.4. Das objektive Tatverschulden, das als erheblich zu werten ist, erfährt durch
die subjektive Tatschwere eine Relativierung, so dass insgesamt von einem nicht
mehr leichten Verschulden auszugehen ist. Die Strafe ist somit noch im unteren
Drittel des Strafrahmens anzusetzen. Für den banden- und gewerbsmässigen
Diebstahl erweist sich eine Einsatzstrafe von 36 Monaten resp. 3 Jahren Frei-
heitsstrafe als angemessen.
5.5. Straferhöhend wirken sich die weiteren Delikte, d.h. die mehrfache Sach-
beschädigung, der mehrfache, teilweise versuchte Hausfriedensbruch, der ver-
- 36 -
suchte Betrug, die Urkundenfälschung und das mehrfache Fahren ohne Berechti-
gung, aus (Art. 49 Abs. 1 StGB).
Der mehrfache Hausfriedensbruch tritt zwar neben dem banden- und gewerbs-
mässigen Diebstahl und der mehrfachen Sachbeschädigung, welche zu einem
beträchtlichen Sachschaden in der Höhe von rund Fr. 20'000.– führte, in den Hin-
tergrund. Die dadurch erfolgte Verletzung der Privatsphäre der Geschädigten, die
deren Sicherheitsgefühl massiv zu beeinträchtigen vermag, fällt dennoch gravie-
rend ins Gewicht. Der Beschuldigte handelte zudem direktvorsätzlich, indem er
Hausfriedensbrüche beging und Sachschäden verursachte, um an Diebesbeute
zu gelangen. Die Bewertung des objektiven und subjektiven Tatverschuldens, bei
letzterer ist wiederum die leicht verminderte Steuerungsfähigkeit zu berücksich-
tigen, deckt sich im Ergebnis mit derjenigen beim banden- und gewerbsmässigen
Diebstahl.
Beim versuchten Betrug und der Urkundenfälschung, welche direkt zusammen-
hängen, ist festzuhalten, dass der Vermögensvorteil, den der Beschuldigte zu er-
langen beabsichtige bzw. der entsprechende Schaden zum Nachteil der
"AB._", über Fr. 10'000.‒ betrug und damit beträchtlich war. Dass es nicht
zur Schädigung kam, ist nicht darauf zurückzuführen, dass der Beschuldigte aus
eigenem Antrieb von seinem Vorhaben abliess, sondern dass die Mitarbeiterin der
"AB._" das Täuschungsmanöver des Beschuldigten durchschaute. Die ob-
jektive Tatschwere ist aber insofern zu relativieren, als der Beschuldigte keine raf-
finierte Methode zur Täuschung anwandte. Der Beschuldigte handelte auch hier
mit direktem Vorsatz und aus egoistischem (finanziellem) Motiv. Wie beim ban-
den- und gewerbsmässigen Diebstahl ist auch hier der leicht verminderten Steue-
rungsfähigkeit des Beschuldigten Rechnung zu tragen. Alles in allem ist das Ver-
schulden als leicht einzustufen.
Der Beschuldigte erfüllte schliesslich mehrfach den Tatbestand des Fahrens ohne
Berechtigung, indem er innert kurzer Zeitspanne dreimal einen Personenwagen
mietete und diesen in der Schweiz und Deutschland lenkte, obschon ihm zuvor
der Führerausweis entzogen worden war, was ihm bewusst war. Staatliche An-
ordnungen sind ihm offensichtlich gleichgültig. Verschuldensmässig tritt dieses
- 37 -
Delikt im Vergleich zu den übrigen Straftaten allerdings in den Hintergrund. Das
Verschulden ist auch hier als leicht zu bezeichnen.
Die Einsatzstrafe von 36 Monaten Freiheitsstrafe ist aufgrund der mehrfachen
Sachbeschädigung und des mehrfachen, teilweise versuchten Hausfriedens-
bruchs um fünf, aufgrund des versuchten Betrugs und der Urkundenfälschung um
vier und aufgrund des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung um einen weiteren
Monat auf insgesamt 46 Monate zu erhöhen.
5.6. Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten kann
auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 103 S. 35 f.
[Ziff. 5.1.] und S. 37 f. [Ziff. 5.3]). Aus der Lebensgeschichte des Beschuldigten
kann nichts zu seinen Gunsten abgeleitet werden, was nicht schon im Rahmen
der subjektiven Tatschwere (dort unter dem Aspekt der Zurechnungsfähigkeit) be-
rücksichtigt worden wäre (Erw. 5.3). Im März 2012 wurde der Beschuldigte mit
Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Frauenfeld wegen Veruntreuung, grober Ver-
kehrsregelverletzung und Zechprellerei zu einer bedingten Geldstrafe von
60 Tagessätzen zu Fr. 100.‒ und einer Busse von Fr. 1'500.‒ verurteilt. Im
Februar 2013 verurteilte ihn das Bezirksgericht Zürich wegen mehrfachen Füh-
rens eines Motorfahrzeugs ohne Berechtigung und weiterer Strassenverkehrs-
delikte zu einer unbedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu Fr. 30.‒ sowie ei-
ner Busse von Fr. 2'000.‒. Zudem wurde der bedingte Strafvollzug aus der Verur-
teilung vom Jahr 2012 widerrufen. Im Juli 2013 folgte eine weitere Verurteilung
des Beschuldigten wegen mehrfachen Betrugs und Urkundenfälschung sowie
weiterer Delikte zu einer unbedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 50.‒
(Urk. 105). Diese teils einschlägigen Vorstrafen, welche der Beschuldigte innert
eines Zeitraums von zwei bis 18 Monaten vor den hier zur Diskussion stehenden
Straftaten erwirkte, fallen straferhöhend ins Gewicht. Dasselbe gilt für die Tat-
sache, dass der Beschuldigte auch während des vorliegenden Strafverfahrens
weiter delinquierte, indem er nur wenige Monate nach seiner im April 2014 erfolg-
ten Haftentlassung die Urkundenfälschung und den versuchten Betrug zum Nach-
teil der "AB._" beging. Diesen Aspekten ist mit einer Erhöhung der Einsatz-
strafe um 8 Monate Rechnung zu tragen.
- 38 -
Strafmindernd ist das weitgehende Geständnis des Beschuldigten zu berücksich-
tigen. Dabei ist namentlich zu beachten, dass er einen Teil der Einbrüche zugab,
die ohne sein Geständnis kaum hätten nachgewiesen werden können. Ebenso ist
ihm positiv anzurechnen, dass (auch) dank seinen Aussagen weitere Mittäter zur
Rechenschaft gezogen werden konnten. Die Tatsache, dass sich der Beschuldig-
te nach der Haftentlassung in psychotherapeutische Behandlung begab, ist positiv
zu werten, gibt aber entgegen der Auffassung der Vorinstanz keinen Anlass für
eine Strafminderung.
Eine Verletzung des Beschleunigungsgebots (wie von der Verteidigung moniert,
Urk. 141 S. 20) liegt nicht vor. Im vorliegenden Verfahren – und dabei insbeson-
dere unter Berücksichtigung der diversen Delikte, vielen Geschädigten und des
Parallelverfahrens gegen Mittäter – sind keine relevanten Bearbeitungslücken
auszumachen.
Ebenso wenig liegt eine besondere Strafempfindlichkeit des Beschuldigten vor,
die der Verteidiger darin erblicken will, dass der Beschuldigte krank sei und für-
sorgebedürftige minderjährige Kinder habe (Urk. 141 S. 20). Diese Umstände ha-
ben den Beschuldigten nicht davon angehalten zu delinquieren. Allfällige Härten,
die sich aus dem Strafvollzug auf das Privatleben des Beschuldigten ergeben, hat
er sich selber zuzuschreiben und sind Folge seines deliktischen Verhaltens.
Die erwähnten Gründe, die eine Strafminderung gebieten, rechtfertigen eine Re-
duktion der Einsatzstrafe um 12 Monate.
Unter dem Gesichtspunkt der Täterkomponente erweist sich somit eine Reduktion
der Einsatzstrafe um vier Monate als angezeigt.
5.7. In Würdigung aller massgeblichen Strafzumessungsgründe erscheint eine
Freiheitsstrafe von 42 Monaten bzw. 3 1⁄2 Jahren als angemessen. Anzurechnen
an die Freiheitsstrafe ist die Untersuchungshaft von 124 Tagen (Art. 51 StGB;
Urk. 1/3/1/1, Urk. 1/3/1/22; Urk. 1/13/2/2 und Urk. 1/13/2/12).
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6. Strafvollzug
6.1. Bei einer Freiheitsstrafe von mehr als drei Jahren sind weder der vollstän-
dige noch der teilweise Aufschub des Strafvollzugs möglich (Art. 42 f. StGB).
6.2. Die Strafe ist demnach zu vollziehen.
7. Massnahme
Die Vorinstanz legte zunächst die relevanten gesetzlichen Grundlagen dar, die für
die Anordnung von Massnahmen zu beachten sind, und hielt in der Folge die
konkreten Gründe fest, welche sie dazu bewog, zur Behandlung der psychischen
Störungen des Beschuldigten eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme
anzuordnen (Urk. 103 S. 38 ff. [Ziff. VI]. Zur Vermeidung von Wiederholungen
kann auf deren zutreffenden Erwägungen verwiesen werden. Hervorzuheben ist,
dass mit der schlüssigen und überzeugenden Expertise von Dr. AD._, von
der abzuweichen kein Anlass besteht, fachärztlich festgestellt ist, dass a) beim
Beschuldigten psychische Störungen vorliegen ‒ eine emotional instabile Persön-
lichkeitsstörung des impulsiven Typs (ICD-10: F 60.30), eine Impulskontroll-
störung durch pathologisches Spielen (ICD-10: F 63.0) sowie eine defizitäre Per-
sönlichkeitsstruktur und eine Intelligenzschwäche im Grenzbereich zur Debilität
(Urk. 1/4/2 S. 57 ff.) ‒, b) ein direkter Zusammenhang zwischen den psychischen
Störungen des Beschuldigten und dem Tatverhalten besteht (Urk. 1/4/2 S. 62), c)
die Persönlichkeitsstörung und die Intelligenzschwäche des Beschuldigten von
dauerhafter Natur sind und ohne entsprechende Behandlung zu erwarten ist, dass
es erneut zur Begehung von Straftaten kommen könnte (Urk. 1/4/2 S. 61 f.), d) ei-
ne psychiatrische Behandlung im Rahmen einer ambulanten Massnahme zur
Vermeidung künftiger Straftaten sich als zweckmässig erweist und e) die Art der
Behandlung keinen Aufschub der Strafe erfordert (Urk. 1/4/2 S. 63). Es ist folglich
eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme zwecks Behandlung der psychi-
schen Störungen des Beschuldigten anzuordnen.
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8. Zivilansprüche
Vorab ist darauf hinzuweisen, dass der Beschuldigte die Zivilforderungen nicht
substantiiert, sondern pauschal und allgemein gehalten bestreitet (vgl. Urk. 141
S. 24 i.f.). Zu den einzelnen Zivilforderungen:
8.1. I._ AG anstelle des Geschädigten, J._ (Dossier 4)
8.1.1. Die I._ AG leistete J._ im Zusammenhang mit dem Einbruchdieb-
stahl, den der Beschuldigte zusammen mit AA._ verübte, eine Entschädi-
gung von Fr. 1'739.90. Damit trat die "I._" gemäss Art. 72 Abs. 1 VVG in die
Rechte von J._ ein. Am 25. März 2014 konstituierte sie sich rechtzeitig als
Privatklägerin und forderte vom Beschuldigten den Ersatz der von ihr geleisteten
Entschädigung (Urk. 4/6/2; Art. 121 Abs. 2 StPO).
8.1.2. In der Anklageschrift, welche sich dabei auf den polizeilichen Rapport zur
Anzeige von J._ stützt, sind die gestohlenen Gegenstände (ein Laptop, eine
PC Maus, eine Pistole und eine SanDisk) mit einem Gesamtwert von ca.
Fr. 689.25 aufgeführt und der Schaden am Fenster und Küchenboden mit ca.
Fr. 1'500.‒ beziffert (Urk. 17 S. 5 f., Urk. 4/1/1 S. 4). Eine vorbehaltslose Aner-
kennung des Umfangs und Werts des Deliktsguts sowie der Höhe des Sachscha-
dens durch den Beschuldigten liegt nicht vor. Die Aufstellung der Versicherung
über die Höhe und Zusammensetzung der von ihr geleisteten Entschädigung im
Betrag von Fr. 1'739.90 (Urk. 4/6/4) ist nicht nachvollziehbar und stimmt mit den
Angaben in der Anklageschrift zum Wert der gestohlenen Gegenstände, nament-
lich dem Laptop, nicht überein. Ein Entscheid über den Zivilanspruch ist unter die-
sen Umständen nicht möglich. In Anwendung von Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO ist
das Schadenersatzbegehren daher auf den Zivilweg zu verweisen.
8.2. I._ AG anstelle des Geschädigten, K._ (Dossier 5)
8.2.1. Die "I._" erbrachte auch gegenüber K._ eine Versicherungsleis-
tung im Zusammenhang mit dem vom Beschuldigten verübten Einbruchdiebstahl
und trat somit in dessen Rechte ein. Am 4. Juli 2014 konstituierte die "I._"
sich rechtzeitig als Privatklägerin und forderte vom Beschuldigten den Ersatz der
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von ihr geleisteten Entschädigung im Betrag von Fr. 5'991.20 plus Zins zu 5% ab
24. September 2013 (Urk. 5/6/2).
8.2.2. Wie bereits ausgeführt, hegte die "I._" Zweifel an den Angaben des
Geschädigten zum Deliktsgut, insbesondere zur Höhe der Bargeldbeträge und
dem Wert der übrigen Gegenstände (Erw. 4.1.2 lit. b). Dies führte dazu, dass sie
die Aufstellung von K._ nicht vorbehaltlos anerkannte, sondern sich mit ihm
auf eine Pauschalentschädigung einigte (Urk. 5/6/2, Anhang). Damit erweist sich
der Sachverhalt nicht als spruchreif bzw. unzureichend begründet, und es ist das
Schadenersatzbegehren auch hier auf den Zivilweg zu verweisen (Art. 126 Abs. 2
lit. b StPO).
8.3. M._ teilweise anstelle des Geschädigten, L._ (Dossier 8)
8.3.1. Die M._ erbrachte gegenüber L._ eine Versicherungsleistung in
der Höhe von Fr. 1'149.45 im Zusammenhang mit dem vom Beschuldigten ver-
suchten Einbruchdiebstahl und trat somit in dessen Rechte ein. Am 17. April 2014
konstituierte sie sich rechtzeitig als Privatklägerin und forderte vom Beschuldigten
den Ersatz der von ihr geleisteten Entschädigung (Urk. 8/7/3; vgl. auch
Urk. 8/7/2).
8.3.2. Der Beschuldigte gestand den Vorwurf des versuchten Einbruchdiebstahls,
namentlich die Beschädigung des Wohnzimmerfensters durch den Mittäter,
U._ (Urk. 8/3 Rz 14 ff.). Die Kosten der Reparatur des Fensters in der Höhe
von Fr. 1'349.45 sind belegt (Urk. 8/7/2). Laut Mitteilung der M._ hat sie die-
se Kosten abzüglich des Selbstbehalts des Versicherten von Fr. 200.‒ übernom-
men (Urk. 8/7/3, inkl. Anhang). Ihr Anspruch ist damit ausgewiesen, und es ist der
Beschuldigte unter solidarischer Haftung mit allfälligen Mittätern zu verpflichten,
der M._ den Betrag von Fr. 1'149.45 zu bezahlen.
8.4. L._ (Dossier 8)
Wie vorstehend ausgeführt, verblieben im Zusammenhang mit der Beschädigung
des Wohnzimmerfensters beim Geschädigten, L._, die Kosten des Selbstbe-
halts in der Höhe von Fr. 200.‒ (Urk. 8/7/2 f.). L._ selber konstituierte sich
- 42 -
rechtzeitig als Privatkläger und fordert vom Beschuldigten diesen Betrag zurück
(Urk. 8/7/1). Dieser Anspruch ist ausgewiesen, und es ist der Beschuldigte folglich
unter solidarischer Haftung mit allfälligen Mittätern zu verpflichten, L._ den
Betrag von Fr. 200.‒ zu bezahlen.
8.5. N._ (Dossier 9)
8.5.1. N._, in dessen Liegenschaft der Beschuldigte am 2. Dezember 2013
eingebrochen war, konstituierte sich am 6. Februar 2014 rechtzeitig als Privatklä-
ger und forderte vom Beschuldigten Schadenersatz in der Höhe von Fr. 200.‒,
entsprechend dem von ihm zu tragenden Versicherungs-Selbstbehalt (Urk. 9/6).
8.5.2. Der Beschuldigte ist geständig, dass beim Einbruchdiebstahl zum Nachteil
von N._ die Türe zum Gartensitzplatz beim Versuch, diese mit einem
Schraubenzieher aufzubrechen, beschädigt wurde (Urk. 9/3 Rz 15). Die Beute
bestand sodann nicht nur aus einer billigen Uhr sondern, wie bereits dargelegt
(Erw. 4.1.2 lit. c), auch aus diversen Münzen (Goldvrenelis und Silber-Barren).
Der Sachschaden und der Wert der Beute dürften sich damit im Bereich von rund
Fr. 5'000.‒, wie er vom Geschädigten zur Anzeige gebracht (Urk. 9/1 S. 2 und 9/2
S. 3) und in der Anklageschrift beziffert wurde (Urk. 17 S. 8 f.), bewegen. Der Ge-
schädigte beschränkt seinen geltend gemachten Zivilanspruch auf den Betrag von
Fr. 200.‒ mit der Begründung, in diesem Umfang (Selbstbehalt) von seiner Versi-
cherung, der AE._, nicht entschädigt zu werden (Urk. 9/6). Eine entspre-
chende Versicherungs-Police oder Bestätigung der Versicherung liegt zwar nicht
vor. Wie die Vorinstanz aber zutreffend erwog, ist bei Hausratversicherungen die
Geltung eines Selbstbehalts in der Höhe von Fr. 200.‒ notorisch. Der Beschuldig-
te ist deshalb unter solidarischer Haftung mit allfälligen Mittätern zu verpflichten,
N._ den Betrag von Fr. 200.‒ zu bezahlen.
8.6. I._ anstelle des Geschädigten, D._ (Dossier 13)
8.6.1. Die "I._" erbrachte gegenüber D._ im Zusammenhang mit dem
vom Beschuldigten verübten Einbruchdiebstahl eine Versicherungsleistung in der
Höhe von Fr. 24'720.55 und trat somit in dessen Rechte ein. Am 30. Januar 2014
- 43 -
konstituierte sie sich rechtzeitig als Privatklägerin und forderte vom Beschuldigten
den Ersatz der von ihr geleisteten Entschädigung (Urk. 13/6).
8.6.2. Zur Zusammensetzung und dem Wert der Beute, welche der Beschuldigte
und sein Mittäter, U._, beim Einbruchdiebstahl zum Nachteil von D._ er-
zielten, kann auf die vorstehenden Ausführungen verwiesen werden (Erw. 4.1.2
lit. e). Daraus geht hervor, dass die Entwendung der in der Anklageschrift aufge-
führten Gegenstände im Wert von insgesamt ca. Fr. 23'150.‒ erwiesen ist. Eben-
so darf beim vom Beschuldigten eingestandenen Tatvorgehen
‒ Aufwuchten des Küchenfensters mit Schraubenziehern (Urk. 13/3 Rz 13 f.) ‒
von einem Sachschaden in der Grössenordnung von Fr. 1'000.‒ ausgegangen
werden. Den Unterlagen, welche die "I._" einreichte, kann entnommen wer-
den, dass die Reparatur bzw. der Ersatz des Fensters schliesslich Fr. 1'594.10
kostete (Urk. 13/6, Anhang). Nicht Gegenstand des dem Beschuldigten in der An-
klageschrift vorgeworfenen Sachverhalts ist die Beschädigung einer Bonsai-
Pflanze, deren angeblicher Minderwert von der Versicherung mit Fr. 400.‒
entschädigt wurde (Urk. 13/6, Anhang). Die beiden zum Diebesgut gehörenden
Herrenarmbanduhren der Marke Catamaran und Swatch Irony konnten von der
Polizei sichergestellt werden und sind D._ zurück zu geben (Urk. 103 S. 48 f.
und Dispositiv Ziff. 5 lit. c). Diesbezüglich ist somit bei D._ kein Schaden ein-
getreten und eine Schadenersatzpflicht zu verneinen. Das hat auch für die
"I._" zu gelten. Die Herrenarmbanduhr der Marke Patek Philipp, welche
ebenfalls sichergestellt werden konnte und D._ auszuhändigen ist, figuriert
weder unter dem Deliktsgut gemäss Anklageschrift noch unter den Gegenstän-
den, welche die "I._" entschädigte und ist daher bei der Beurteilung des
Schadenersatzanspruchs nicht zu berücksichtigen. Zieht man den Betrag von
Fr. 400.‒ für den Minderwert der Bonsai-Pflanze sowie die Beträge von Fr. 166.05
für die Swatch und Fr. 400.‒ für die Catamaran ab, so verbleibt ein Schaden der
"I._" von Fr. 23'754.50 (Urk. 13/6, Anhang). Dementsprechend ist der Be-
schuldigte unter solidarischer Haftung mit allfälligen Mittätern zu verpflichten, der
"I._" diesen Betrag zu bezahlen. Im Mehrbetrag ist das Schadenersatzbe-
gehren der Privatklägerin auf den Zivilweg zu verweisen.
- 44 -
8.7. E._ (Dossier 14)
8.7.1. E._, in dessen Liegenschaft der Beschuldigte am 28. November 2013
eingebrochen war, konstituierte sich am 27. Januar 2014 rechtzeitig als Privatklä-
ger und forderte vom Beschuldigten Schadenersatz in der Höhe von Fr. 9'700.‒
(Urk. 14/6/2).
8.7.2. Wie der Aufstellung des Geschädigten über die gestohlenen Gegenstände,
die mit der Auflistung in der Anklageschrift übereinstimmt, entnommen werden
kann, belief sich deren Wert auf insgesamt Fr. 7'620.‒ (Urk. 14/6/2 Anhang;
Urk. 17 S. 12). Der Beschuldigte hat diese Angaben anerkannt (Urk. 1/2/1/9
Rz 40; Urk. 14/3 Rz 16 und 27). Die zum Diebesgut gehörende Halskette und
Armkette, je mit blauen Steinen, mit einem Wert von Fr. 180.‒ und Fr. 60.‒ konn-
ten von der Polizei sichergestellt werden und sind E._ zurück zu geben
(Urk. 103 S. 49 und Dispositiv Ziff. 5 lit. d). Diesbezüglich ist somit bei E._
kein Schaden eingetreten und eine Schadenersatzpflicht zu verneinen. Die beiden
Gedenkmünzen, 700 Jahre Schweiz und IMP ..., welche ebenfalls sichergestellt
werden konnten und E._ auszuhändigen sind, figurieren weder unter dem
Deliktsgut gemäss Anklageschrift noch unter den Gegenständen, welche die
"O._" entschädigte und sind daher bei der Beurteilung des Schadenersatz-
anspruchs nicht zu berücksichtigen. Eingestanden ist vom Beschuldigten auch,
dass er und sein Mittäter, U._, sich mittels Aufwuchten der Sitzplatztüre Zu-
tritt zum Haus verschafften (Urk. 14/3 Rz 13 f.). Der Ersatz des beschädigten
Fensters kostete Fr. 1'903.90, was der Geschädigte unter Beilage der Rechnung
vom 30. Dezember 2013 belegte (Urk. 14/6/2, Anhang). Nach den Akten zu
schliessen, erhielt E._ für den erlittenen Schaden in der Höhe von insgesamt
Fr. 9'283.90 eine Versicherungsleistung von Fr. 9'000.‒ (Urk. 14/6/2, Anhang,
i.V.m. Urk. 14/6/1, Anhang). Der Beschuldigte ist somit unter solidarischer Haf-
tung mit allfälligen Mittätern zu verpflichten, E._ den ungedeckten Schaden
in der Höhe von Fr. 283.90 zu bezahlen. Im Mehrbetrag ist das Schadenersatz-
begehren des Privatklägers auf den Zivilweg zu verweisen.
8.8. O._ teilweise anstelle des Geschädigten, E._ (Dossier 14)
- 45 -
8.8.1. Im Zusammenhang mit dem vom Beschuldigten verübten Einbruchdiebstahl
zum Nachteil von E._ erbrachte die "O._", wie vorstehend erwähnt, eine
Versicherungsleistung von Fr. 9'000.‒ und trat somit in die Rechte von E._
ein. Am 2. Juli 2014 konstituierte sie sich rechtzeitig als Privatklägerin und forder-
te vom Beschuldigten den Ersatz der von ihr geleisteten Entschädigung, welche
sie auf Fr. 9'200.‒ bezifferte (Urk. 14/6/1, Anhang).
8.8.2. Wie bereits ausgeführt, ist der Wert des Deliktsguts vom Beschuldigen an-
erkannt und die Höhe des Sachschadens nachgewiesen (Erw. 8.7.2). Aufgrund
der vorliegenden Unterlagen, welche die "O._" einreichte, ist davon auszu-
gehen, dass sie E._ einen Selbstbehalt von Fr. 200.‒ belastete und ihn
schliesslich mit Fr. 9'000.‒ (statt mit Fr. 9'200.‒) entschädigte (Urk. 14/6/1, An-
hang). Demzufolge ist der Beschuldigte unter solidarischer Haftung mit allfälligen
Mittätern zu verpflichten, der "O._" den Betrag von Fr. 9'000.‒ zu bezahlen.
Im Mehrbetrag ist das Schadenersatzbegehren des Privatklägerin auf den Zivil-
weg zu verweisen.
8.9. P._ AG anstelle des Geschädigten, F._ (Dossier 15)
8.9.1. Die P._ AG leistete F._ im Zusammenhang mit dem Einbruch-
diebstahl, den der Beschuldigte zusammen mit U._ und T._ verübte, ei-
ne Entschädigung von Fr. 11'084.65. Damit trat die "P._" gemäss Art. 72
Abs. 1 VVG in die Rechte von F._ ein. Am 20. Februar 2014 konstituierte sie
sich rechtzeitig als Privatklägerin und forderte vom Beschuldigten den Ersatz der
von ihr geleisteten Entschädigung (Urk. 15/7/4).
8.9.2. Der Beschuldigte hat das in der Anklageschrift aufgelistete Deliktsgut samt
Wertangaben, insgesamt handelt es sich um eine Summe von Fr. 17'050.‒, an-
erkannt (Urk. 1/2/1/9 Rz 41). Der Anspruch der "P._" auf Ersatz der von ihr
erbrachten Versicherungsleistung ist damit ausgewiesen. Die von der Polizei si-
chergestellten Gegenstände, zwei Halsketten goldfarben ohne Anhänger und eine
Halskette mit Holzperlen, Steinen und Muscheln, welche F._ zurück zu ge-
ben sind (Urk. 103 S. 49 und Dispositiv Ziff. 5 lit. e), figurieren nicht unter dem De-
liktsgut gemäss Anklageschrift und sind daher bei der Beurteilung des Schaden-
- 46 -
ersatzanspruchs nicht zu berücksichtigen Der Beschuldigte ist somit unter solida-
rischer Haftung mit allfälligen Mittätern zu verpflichten, der "P._" den Betrag
von Fr. 11'084.65 zu bezahlen.
9. Kosten- und Entschädigungsfolgen
9.1. Im erstinstanzlichen Verfahren
9.1.1. Beim Entscheid über die Kosten- und Entschädigungsfolgen trug die Vor-
instanz dem Umstand, dass ein Teil der gesamten Strafuntersuchung von der
Staatsanwaltschaft eingestellt worden war und in einzelnen Punkten, die zur An-
klage gelangten, ein Freispruch erfolgte, dadurch Rechnung, dass sie die Gebühr
der Staatsanwaltschaft für das Vorverfahren sowie die Gebühr für das gerichtliche
Verfahren dem Beschuldigten zu 3⁄4 und die Kosten der amtlichen Verteidigung zu
2⁄3 auferlegte. Bei den Auslagen des Forensischen Instituts Zürich im Zusammen-
hang mit der spurentechnischen Beweiserhebung bei den Einbruchdiebstählen,
die unter der Position "Kosten Kantonspolizei Zürich" zusammengefasst sind,
nahm die Vorinstanz eine Ausscheidung vor hinsichtlich der untersuchten Strafta-
ten, die dem Beschuldigten nicht zur Last gelegt werden konnten, und denjenigen,
die zu einer Verurteilung führten, und auferlegte dem Beschuldigten nur die Aus-
lagen für die letzteren. Die Kosten für Gutachten und Expertisen überwälzte sie
vollumfänglich dem Beschuldigten mit der Begründung, dass diese Unter-
suchungshandlungen ohnehin, d.h. unabhängig von der teilweisen Einstellung
des Verfahrens und den teilweisen Freisprüchen, vorgenommen werden mussten.
Im gleichen Sinn entschied sie bezüglich der Kosten im Zusammenhang mit den
Telefonüberwachungsmassnahmen ("Auslagen Untersuchung").
9.1.2. Der Beschuldigte beantragt, dass ihm die Kosten des vorinstanzlichen Ver-
fahrens nur zur Hälfte auferlegt und im übrigen Umfang auf die Gerichtskasse ge-
nommen werden. Dieser Antrag blieb ohne nähere Begründung (vgl. Urk. 141
S. 25).
9.1.3. Die Vorinstanz legte die massgeblichen Regeln für den Entscheid über die
Kostenfolgen zutreffend dar (Urk. 103 S. 51 [Ziff. 1]), so dass darauf verwiesen
- 47 -
werden kann. Hervorzuheben ist, dass bei teilweiser Verfahrenseinstellung und
teilweisen Freisprüchen der beschuldigten Person auch jene Kosten ganz aufzu-
erlegen sind, welche in einem engen Zusammenhang mit den zu einer Verurtei-
lung führenden Delikten stehen oder wenn sie Untersuchungshandlungen be-
treffen, die hinsichtlich eines jeden Anklagepunktes notwendig waren.
Wo möglich und sinnvoll, nämlich bei den Auslagen des Forensischen Instituts
Zürich für die spurentechnischen Beweiserhebung ("Kosten Kantonspolizei
Zürich"), hat die Vorinstanz eine exakte Ausscheidung vorgenommen und dem
Beschuldigten diejenigen Kosten auferlegt (Fr. 11'160.–), die im Zusammenhang
mit denjenigen Einbruchdiebstählen entstanden, welche ihm zur Last gelegt wer-
den können. Daran lässt sich nichts aussetzen. Ebenso wenig zu beanstanden ist
ihr Entscheid, die Kosten für Gutachten und Expertisen (Fr. 20'444.20) und für die
Telefonüberwachungsmassnahmen ("Auslagen Untersuchung" im Betrag von
Fr. 3'260.–) dem Beschuldigten vollumfänglich aufzuerlegen. Diese Kosten wären
auch angefallen, wenn von den Vorwürfen, die eingestellt wurden oder zu einem
Freispruch führten, nie die Rede gewesen wäre.
Bezüglich der Gebühr für das Vorverfahren (Fr. 3'000.‒) hat die Vorinstanz dem
Umstand, dass die Staatsanwaltschaft bei Abschluss der Untersuchung das Ver-
fahren hinsichtlich neun Dossiers (7, 22, 23, 25 und 29-33 [ebenfalls Einbruchs-
und Betrugsdelikte]) einstellte und hinsichtlich weiterer fünf Dossiers (1, 2, 3, 26
und 27 [namentlich hinsichtlich des Vorwurfs des bandenmässigen Raubes, dem
schwersten Delikt]), ein Freispruch erfolgte, zu wenig Rechnung getragen. Diese
Gebühr ist dem Beschuldigten lediglich zu 1⁄2 aufzuerlegen. Ebenfalls zu 1⁄2 sind
dem Beschuldigten die Kosten der amtlichen Verteidigung (Fr. 52'931.95) aufzu-
erlegen, da der grösste Teil der Aufwendungen des amtlichen Verteidigers auf
das Vorverfahren entfiel. Angesichts des Verhältnisses zwischen den Schuld- und
Freisprüchen erweist sich demgegenüber der Entscheid der Vorinstanz zur Auf-
teilung der Gerichtsgebühr (Fr. 5'000.00), 3⁄4 zu Lasten des Beschuldigten, als zu-
treffend und ist zu bestätigen.
- 48 -
9.2. Im Berufungsverfahren
Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte dringt mit
seinen Anträgen nur in ganz geringem Ausmass durch: es hat eine leichte Korrek-
tur bei den Zivilansprüchen und beim Entscheid über die erstinstanzlichen Kosten
zu erfolgen. Insgesamt rechtfertigt es sich, die Kosten des Berufungsverfahrens,
mit Ausnahmen der Kosten der amtlichen Verteidigung, dem Beschuldigten zu 4/5
aufzuerlegen und im übrigen Umfang auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Kos-
ten der amtlichen Verteidigung werden im Umfang von 4/5 einstweilen und im
Umfang von 1/5 definitiv auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungs-
pflicht des Beschuldigten im Umfang von 4/5 bleibt im Sinne von Art. 135 Abs. 4
StPO vorbehalten. Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers ist auf
Fr. 10'036.35 festzusetzen.