Decision ID: 97a4c5b4-4fa0-41fd-adff-d16e7f1d9fec
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1989, Mutter von zwei Kindern (Jahrgang
2010 und 2014
),
war zuletzt bis Juni
2013
bei
der
Firma Y._
als
Kleiderverkäuferin
tä
tig, wobei der letzte Arbeitstag am
4. Januar 2013
war (
Urk.
6/12 Ziff. 2.1 und 2.3
)
.
Unter Hinweis auf psychische B
eschwerden
meldete
sich
die Versicherte
am
18. September 2013
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/2
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerblich
e Situation ab
und
zog Akten der
Krankentag
geldversicherung
bei (
Urk.
6/11
).
Nach
durchgefüh
rtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/20-30) verneinte
die
IV-Stelle mit Verfügung vom 29. August 2014 einen Rentenanspruch der Versi
cherten (
Urk.
6/31 =
Urk.
2).
2.
Die
Versicherte erhob am
2.
Oktober 2014
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfü
gung vom
29. August 2014
(
Urk.
2) und b
eantragte, diese sei aufzuheben und es sei die Sache zur ergänzenden medizinischen Abklärung und zum Neuentscheid über die Invalidenrente an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
(S. 2
Ziff.
1).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
3
0.
Oktober 2014
(
Urk.
5
) die Abwei
sung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
3.
März 2015
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit lieg
t zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Drei
vier
tels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant
gelten Einschränkun
gen
der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten
Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das
Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist,
ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätig
keit auf dem aus
ge
glichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchti
gung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsun
fähig
keit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Ar
beitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der ver
si
cherten Person so
zial-praktisch nicht mehr
zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.
4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
ak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351
E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in d
er angefochtenen Verfügung vom 29
.
August
2014
(Urk. 2) davon aus, dass
gemäss
Abklärungen ein medizinische
r Sachverhalt beschrieben werde
, welcher in der Art und Schwere die Voraussetzungen gemäss
Art.
8 ATSG nicht erfülle. Es bestehe somit kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden, welcher eine Invalidenrente begründe
(S. 1 un
ten)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin hielt dem beschwerdeweise (
Urk.
1) entgegen, dem Be
richt von
Dr.
Z._
könne entnommen werden, dass sich ihr Befinden seit einein
halb Jahren verschlechtert habe, woraufhin eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syn
drom diagnostiziert und die Arbeitsunfähigkeit auf
80
%
festgesetzt worden sei. Aufgrund des damaligen Behandlungsverlaufs sei mittel
fristig von einer günstigen Prognose ausgegangen worden, welche sich jedoch nicht realisiert habe. Sie sei arbeitsunfähig geblieben (S. 3 oben). Ihr Gesundheits
zustand habe sich trotz intensiver Weiterführung der Psychotherapie nicht ver
bessert (S. 4 unten). Ausserdem bestehe die progrediente depressive Erkrankung seit rund zwei Jahren. Aufgrund dieses zeitlichen Verlaufs, ohne dass je eine Ver
besserung stattgefunden habe, könne nicht mehr von einer vorübergehenden, ohne weiteres überwind- und behandelbaren Erkrankung ausgegangen werden
(S. 5 unten).
2.3
Strittig und zu prüfen ist vorliegend die Arbeitsfähigkeit sowie der
Invaliditäts
grad
der Beschwerdeführe
rin
sowie
ob die vorliegenden medizinischen Berichte zur Beantwortung dieser Frage ausreichend sind
.
3.
3.1
Die Ärzte der
Klinik A._
, Psychiatriezentrum
B._
, berichteten am 2
6.
März 2013 (
Urk.
6/11/12-13) und nannten folgende Diagnose
(S. 1
Ziff.
3)
:
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) mit somatischem Syn
drom
Sie führten aus, dass sich die Beschwerdeführerin in einer integrierten psychiatri
schen Behandlung mit Gesprächspsychotherapie und Psychopharma
kotherapie befinde und wöchentlich Konsultationen stattfinden würden (S. 2
Ziff.
4).
Zu Beginn der Behandlung sei die Stabilisierung und Entlastung im Vordergrund, im weiteren Behandlungsverlauf dann die Verbesserung der Schlafstörung sowie der Aufbau einer Tagesstruktur und von positiven Aktivi
täten im Fokus gestanden. Ein Arbeitsversuch zu 20
%
sei gescheitert, da die Beschwerdeführerin noch zu instabil gewesen sei und den Arbeitsplatz vorzeitig habe verlassen müssen. Aktuell sei mit der Beschwerdeführerin ein erneuter
Ar
beitsversuch
zu 20
%
geplant. Da sich die depressive Symptomatik unter der Medikation mit
Remeron
nur wenig gebessert habe
,
sei in Kombinationstherapie
Cipralex
verabreicht worden. Zur Unterstützung der Schlafqualität sei zusätzlich
Redormin
verabreicht worden (S. 2
Ziff.
4). Aktuell bestehe eine Arbeitsunfä
higkeit von 80
%
. Aufgrund des bisherigen Behandlungsverlaufs sei mittelfristig
von einer günstigen P
rognose auszugehen (S. 2
Ziff.
5).
3.2
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Facharzt für Rheumatologie, berichtete am 1
9.
Januar 2014 (
Urk.
6/17) und nannte als Diagnosen anamnestisch eine Depression sowie
migränoide
Verspannungs
kopfschmerzen
(S. 1
Ziff.
1.1). Er führte aus, dass die Prognose somatisch gut sei und die Beschwerdeführerin durch ihn nur wegen eines Infektes vom
8.
Ja
nuar bis 1
3.
Januar 2014 zu 100
%
krankgeschrieben worden sei (S. 2
Ziff.
1.4 und 1.6).
3.3
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am
6.
Februar 2014 (
Urk.
6/18) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkei
t (S. 2
Ziff.
1.1):
mittelgradige bis schwere depressive Episode (ICD-10 F32.1 bis F32.2)
Verdacht auf reaktivierte posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) bei/mit:
Status nach Verkehrsunfall mit Halswirbelsäulen (HWS)
Schleuder
trauma
2009
Er führte aus,
dass er die Beschwerdeführer
in seit September 2013 behandle
(S.
2
Ziff.
1.2). Die Beschwerdeführerin zeige si
ch in einem deutlich reduzierten
Allgemein- und ein
em untergewichtigen
Ernährungszustand. Gegenwärtig be
stehe eine Schwangerschaft. Die Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit zeigten sich vermindert und die Stimmung sei deutlich depressiv. Weiter be
stehe zudem eine Affektlabilität, Ängstlichkeit, innere Unruhe, Herabsetzung der Vitalgefühle, Freud- und Interesselosigkeit sowie Gereiztheit. Der Antrieb sei deutlich vermindert und die Beschwerdeführerin habe sich sozial zurückgezo
gen. Auf somatischer Ebene bestünden Ein- und Durchschlafstörungen, Müdig
keit und erhöhte Erschöpfbarkeit, Kopfschmerzen, Appetitverlust sowie eine
Gewichtsabnahme, Schwindelgefühle und
Parästhesien
in den Extremitäten
(S.
4
Ziff.
1.4).
Die Beschwerdeführerin befinde sich seit dem 2
3.
Mai 2013 in seiner fachärztli
chen Behandlung. Es finde eine
supportive
Einzelpsychotherapie statt. Weiter sei flankierend eine delegierte kognitiv-verhaltenstherapeutisch orientierte Psy
chotherapie etabliert worden. Die in der Regel wöchentlich bis zweiwöchentlich stattfindenden Termine nehme die Beschwerdeführerin zuverlässig und pünkt
lich wahr.
In einer ersten Phase sei am Aufbau und der Festigung einer tragfä
higen therapeutischen Beziehung gearbeitet worden, wobei die Beschwerdefüh
rerin zunehmend an Vertrauen in die Therapie gewonnen habe. Es werde zur Reduktion der depressiven Symptomatik ein Aufbau positiver Aktivitäten ange
strebt. Anhand einer Verhaltensanalyse würden ungünstige Verhaltensweisen aufgedeckt und durch günstigere ersetzt. Es würden Fertigkeiten zum
Gedan
kenstopp
vermittelt
,
um
dem Grübeln entgegenzuwirken. Des Weiteren würden durch eine kognitive Umstrukturierung die
katastroph
isierenden
und
angstaus
lösenden
Kognitionen aufgezeigt und durch funktionalere ersetzt und e
ingeübt. Zudem werde sie lösungs- und ressourcenorientiert gestützt
. Aktuell nehme die Beschwerdeführerin wegen der Schwangerschaft lediglich Medikamente auf pflanzlicher Basis (S. 5
Ziff.
1.5).
Im Vordergrund stünden depressionsbedingte Einschränkungen, welche zurzeit mit ihrer Tätigkeit als Verkäuferin nicht vereinbar seien (S. 5 f.
Ziff.
1.7).
Die Einschränkungen liessen sich durch die psychiatrisch-psychotherapeutische Be
handlung, die delegierte Psychotherapie sowie zum späteren Zeitpunkt wieder durch Psychopharmaka vermindern. Es könne von diesen Massnahmen eine schrittweise Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden (S. 6
Ziff.
1.8).
3.4
Dr.
med.
D._
, Facharzt Anästhesiologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am 1
7.
März 2014 Stellung (
Urk.
6/19/3)
und führte aus, dass sich in den Akten Hinweise auf psychosoziale Faktoren fänden und die Angaben zur Plausibilisierung einer posttraumatischen
Belas
tungsstörung
dürftig seien. Da diese Diagnose zudem nur verdachtsweise ge
stellt werde, könne nicht darauf abgestellt werden. Aus
versicherungsmedizini
scher
Sicht fehle einer depressiven Episode das Merkmal der Dauerhaftigkeit, weshalb sie nicht als IV-relevant gelte. Ein IV-relevanter dauerhafter
Gesund
heitsschaden
sei somit nicht ausgewiesen.
4.
4.1
S
treitig und zu prüfen ist, ob es sich bei der Erkrankung de
r
Beschwerdeführer
in
um ein dauerhaftes, invalidisierendes Leiden handelt. Dabei gilt
es zu beachten, dass ärztliche
Berichte zwar zur Arbeitsfähigkeit Stellung zu
nehmen haben und diese Ausführungen eine wichtige Grundlage für die Beur
te
i
lung der Zumutbar
keit von Arbeitsleistungen bilden, es jedoch letztlich der
rechts
anwendenden
Be
hörde - der Verwaltung oder, im Streitfall, dem Gericht - obliegt, zu beurteilen, ob eine Invalidität im Rechtssinne, bejahendenfalls eine solche
rentenbegrün
dender
Art eingetreten ist.
Vorliegend ist
zu prüfen, wie es sich mit den Auswirkungen der
diagnostizierten depressiven Episode
auf die Arbeitsfähigkeit verhält
.
4.2
Laut Bundesgericht ist eine invalidisierende Wirkung einer mittelschweren de
pressiven Störung nicht schlechthin auszuschliessen, indessen bedingt deren An
nahme, dass es sich nicht bloss um eine Begleiterscheinung einer
Schmerz
krankheit
, sondern um ein selbständiges, vom psychogenen Schmerzsyndrom los
gelöstes depressives Leiden handelt und dass eine konsequente
Depressions
the
rapie
befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist (Urteil des
Bundesgerichts 9C_917/2012 vom 14. August 2013 E. 3.2). Zumindest bei mittel
schweren depressiven Episoden (ICD-10 F32.1) verneint das Bundesgericht dies regelmässig (Urteile des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom 3. April 2014 E. 4.2,
8C_98/2013 vom 4. Juli 2013 E. 3.3.1). Zudem gelten leichte bis höchstens mittel
schwere psychische Störungen aus dem depressiven Formenkreis grund
sätz
lich als therapeutisch
angehbar
(vgl.
Habermeyer
/
Venzlaff
, Affektive Stö
rungen, in: Psychiatrische Begutachtung,
5.
Aufl. 2009, S.
193; SVR 2012 IV Nr. 18 =
9C_418/2010 E. 5.3.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_736/2011 vom 7. Februar 2012
E. 4.2.2.1).
Vor dem Hintergrund des
Grundsatz
es
der Selbsteingliederungs- und
Schaden
minderungspflicht
ist in diesem Zusammengang ebenfalls zu berücksichtigen,
dass ein Rentenanspruch grundsätzlich nicht entstehen kann, solange zumut
bare
therapeutische und andere schadenmindernde Vorkehren nicht ausge
schöpft wer
den. Solange durch eine tatsächlich realisierbare Veränderung der für die gesund
heitliche Situation bedeutsamen Rahmenbedingungen eine we
sentliche Verbesse
rung des (psychischen) Gesundheitszustandes und damit der dadurch einge
schrän
kten Arbeitsfähigkeit bewirkt werden kann, liegt kein inva
lidisierender
Ge
sundheitsschaden
im Sinne des Gesetzes vor (Urteil
des Bundes
gerichts
9C_947/2012 vom 1
9.
J
uni 2013 E. 3.2.2 mit Hinweis).
4.3
Vorgängig ist festzuhalten, dass es sich b
ei der von
den Ärzten der
Klinik A._
und von
Dr.
Z._
genannten Diag
nose einer mittelgradigen depressi
ven Episode (ICD-10 F32.1)
definitionsgemäss
um ein vorübergehendes Leiden
handelt.
Solche Episoden dauern im Mittel etwa sechs Monate, selten länger als ein Jahr. Länger dauernde Störungen sind unter einer anderen Codierung zu subsumieren (Urteil des Bundesgerichts 8C_80/2011 vom 1
4.
Juni 2011 E. 6.3.2 mit Hinweis auf Urteil I 152/05 vom 2
3.
Mai 2006 E.
3.3).
Aus den medizinischen Akten e
rgibt sich weiter, dass sich die
Beschwerdeführe
r
in
im Mai 2013 bei
Dr.
Z._
in psychiatrische Behandlung begab. Aus de
m
Be
richt von Dr.
Z._
geht zudem klar hervor, dass sich die depressiven Ein
schrän
kungen mit medizinischen
Massnahmen
vermindern lassen und mit einer Wie
deraufnahme der Tätigkeit gerechnet werden könne.
So führte
Dr.
Z._
in nach
vollziehbarer Weise aus, dass die
Beschwerdeführerin wegen ihrer Schwanger
schaft aktuell lediglich Medikamente auf pflanzlicher Basis nehme (vgl. vorste
hend E. 3.3) und sich die Einschränkungen durch die psychiatrisch-psychothe
rapeutische Behandlung, die delegierte Psychotherapie sowie zum späteren Zeit
punkt wieder durch Psychopharmaka vermindern liessen.
Daraus ist zu
schliessen
, dass es sich bei der von
Dr.
Z._
diagnostizierten de
pressiven Episode klar um ein therapeutisch angehbares reaktives Geschehen auf be
stimmte belastende Lebensereignisse handelt. Dies wird ebenso durch die
Aus
führungen der
Ärzte der
Klinik A._
gestützt, welche in ihrem Bericht von März 2013 aufgrund des Behandlungsverlaufs mit Psychopharmaka noch von einer günstigen Prognose ausgingen (vgl. vorstehend E. 3.1).
Zusammen
fassend
ergibt sich
aus dem
Bericht von Dr.
Z._
, dass die zumutbaren
Behand
lungs
mög
lich
kei
ten
momentan
nicht optimal und nachhaltig ausgeschöpft w
e
r
den
können
.
B
e
züg
lic
h Art und Umfang der Behandlung spricht er deshalb
von
einer
supportiven
Einzelpsychotherapie, wobei flankierend eine delegierte kog
nitiv-verhaltenstherapeutisch orientierte Psychotherapie etabliert worden sei. Die Psychopharmakotherapie kann jedoch offenbar erst nach der
Schwanger
schaft wieder in das Behandlungskonzept übernommen werden.
Entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführer
in
sind
somit
die
zumutbaren therapeuti
schen
und schadenmindernde
n
Vorkehren
momentan
nicht ausge
schöpft
, womit es
an einer adäquaten und konsequenten Depressionstherapie fehlt, deren Schei
tern
das Leiden
im Sinne der Rechtsprechung
als resistent aus
weisen würde (Urteil des Bundesgerichts 9C_667/2013 vom 2
9.
April E. 4.3.2).
4.
4
Eine die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigende reaktivierte posttrau
ma
tische
Belas
tungsstörung
ist sodann mit
Dr.
D._
(vgl. vorstehend E. 3.4) auszuschliessen, da es – soweit aus den Akten ersichtlich – in der Biographie der Beschwerde
führerin an einem Ereignis mit ausserordentlicher Bedrohung oder katastro
phenartigem Ausmass, welches bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervor
rufen würde (Urteil des Bundesgerichts 9C_671/2012 vom 1
5.
November 2012
E. 4.3), fehlt und es sich sodann lediglich um einen geäusserten Verdacht han
delt
, welcher aus
versicherungs
medizinischer
Sicht keinen Einfluss auf die Ar
beitsfähigkeit hat
.
D
er Nachweis einer Invalidität im Rechtssinn
setzt sodann
grundsätzlich
eine gesundheitlich bedingte, erhebliche und evidente, dauerhafte sowie objektivierbare Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit vo
raus. Dieser Massstab gilt für sämtliche Leiden gleichermassen (BGE 139 V 547 E. 9.4). Eine Anspruchsberechtigung setzt
ausserdem
stets eine nachvollziehbare ärztliche Beurteilung der Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die
Ar
beits
- und Erwerbsfähigkeit voraus, wobei für die Eignung eines
Gesundheits
schadens
, die Lei
stungsfähigkeit rechtserheblich
einzuschränken, nicht bereits die Befunde und Diagnosen, sondern erst deren Folgeabschätzung entscheidend ist.
Bezüglich der
geäusserten Verdachtsdiagnose
einer reaktivierten posttrau
matischen Belastungsstörung
fehlt es
an dieser
nachvollziehbare
n
ärztliche
n
Be
urteilung der Auswirkungen
auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit
offen
sichtlich
, zumal
Dr.
Z._
in seinem Bericht die Verdachtsdiagnose weder näher
umschrieb
noch sonst
wie
begründete.
4.5
Gegen eine invalidisierende Wirkung des Gesundheitszustands s
pricht schliess
lich
, dass sich
die Befunde
auf belastende psychoso
ziale Faktoren zurückführen
lassen
.
Befunde,
welche in den psychosozi
ale
n und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen,
stellen
kein
en invalidisierenden psychischen
Gesundheits
schaden
dar
(BGE 127 V 294 E.
5a S.
299).
Die depressive Symptomatik lässt sich da
her ohne weiteres mit dem Verlust der Arbeitsstelle, verbunden mit den Sorgen bezüglich der
weiteren be
ruflichen Zukunft
sowie
den
allgemeinen
– auch finanziellen -
Zu
kunftssorgen
,
den aus dieser persön
lichen Situation resultierenden Insuffizienzgefühlen und Exis
tenzängsten
sowie
der Angst beziehungsweise Unsicherheit bezüglich der Krankheit des Ehemannes,
mit
hin
durch die psychosoziale Situation bedingt, er
klären.
4.6
S
oweit
die Beschwerdeführerin geltend machte, der medizinische Sachverhalt sei nicht umfassend abgeklärt, und es seien deshalb weitere Abklärungen, ins
besondere ein
psychiatrisches
Gutachten
,
in die Wege zu leiten, ist festzuhalten, dass sowohl der psychische als auch der physische Gesundheitszustand sowie die Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in den Beur
teilungen gebührend berücksichtigt wurden. Die Beschwerdeführerin vermochte sodann nicht weiter darzutun, inwiefern die Aktenlage unzutreffend bezie
hungsweise unvollständig ist. Da der Sachv
erhalt nach dem Gesagten durch ge
nügende
medizinische Einschätzungen aus verschiedenen Fachrichtungen abge
klärt wurde, erweisen sich die vorliegenden medizinischen Akten als ausrei
chend. Auf weitere Abklärungen kann deshalb verzichtet werden (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157
, BGE 127 V 491 E. 1b mit Hinweisen
).
4.7
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin aufgrund der vorliegenden medizi
nischen
Akten hinrei
chend erstellt
ist
. Die Beschwerdegegnerin ging daher im zu beurtei
len
den Zeit
raum zu Recht von keiner invalidenversicherungsrechtlichen Rele
vanz der Di
agnose einer mittelgradigen depressiven Episode aus und musste dies
be
züglich auch keine weiteren Abklärungen treffen.
Nach dem
Gesagten
bleibt kein Raum für die Annahme eines invalidisierenden Gesun
d
heitsschadens.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demzufolge als rechtens, was zur Ab
weisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
5
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie de
r
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerle
gen.