Decision ID: 074c4c72-b717-4ce8-9e09-681b30479134
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ war bei der B._ AG als C._ tätig und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen
versichert, als er am 26. April 1992 einen Motorradunfall erlitt (Suva-act. 1-2, 1-12 f.).
Die erstbehandelnden Ärzte des Kantonsspitals St. Gallen (nachfolgend: KSSG), wo
sich der Versicherte vom 26. April bis 16. Mai 1992 befand, hielten in ihrem
Austrittsbericht vom 19. Mai 1992 als Diagnosen eine komplexe linksseitige
Beckenfraktur mit Längsfraktur des Os ilium mit Einstrahlung in den vorderen und
hinteren Acetabularpfeiler, eine obere und untere Schambeinastfraktur sowie
Symphysen-Sprengung, eine traumatische Beckengefässverletzung links mit
Zerreissung der Arteria und Vena iliaca externa, ein drohendes Kompartmentsyndrom
Unterschenkel links mit Peronaeus-Parese links (Differentialdiagnose: traumatische
Plexus-Irritation links), latero-basale Rippenfrakturen 9 bis 11 links sowie einen
posttraumatischen und postoperativen Hodenhochstand beidseits fest (Suva-act. 2-41
ff.). Am Unfalltag war im KSSG eine Gefäss-Rekonstruktion mit iliaco-femoralem
Dacron-Interponat arteriell und venös, eine offene Reposition und Osteosynthese der
A.a.
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Beckenfraktur links und eine subcutane Fasciotomie am Unterschenkel links
durchgeführt worden (Suva-act. 2-40 f.). Am 8. Mai 1992 war ein Logenverschluss am
Unterschenkel links mit Sekundärnaht erfolgt (Suva-act. 2-39). Vom 16. Mai bis 26. Juni
1992 befand sich der Versicherte zur Weiterbehandlung und Physiotherapie im Spital
D._ (Suva-act. 2-36 f.). Ihm wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert (Suva-
act. 3-1 f.). Die Suva kam für die Folgen des Unfalls auf (vgl. u.a. Suva-act. 1-7 f.).
Ab 19. Oktober 1992 war der Versicherte wieder zu 50 %, ab 14. Dezember 1992
zu 75 % und ab 4. Januar 1993 zu 100 % als C._ tätig (vgl. Suva-act. 2-29, 2-31).
Suva-Kreisarzt Dr. med. E._ hielt nach einer Untersuchung vom 16. Juni 1993 fest,
ein auffallender Beckenschiefstand sei nicht feststellbar, möglicherweise könne ein
geringer Beckenschiefstand nach links von 0.5 cm vorliegen. Aufgrund der noch
bestehenden Einschränkungen empfehle er (weiterhin) eine physiotherapeutische
Behandlung (Suva-act. 2-20 ff., vgl. auch die kreisärztlichen Untersuchungen vom 23.
November 1992 und 18. Februar 1993; Suva-act. 2-24 ff.).
A.b.
Am 9. Februar 1994 wurde dem Versicherten im KSSG die solitäre Schraube im
Beckenkamm links entfernt (Suva-act. 2-14). Nach einer vorübergehenden Arbeits
unfähigkeit bis 18. Februar 1994 war der Versicherte wieder voll arbeitsfähig (vgl. Suva-
act. 2-10 ff.).
A.c.
Gestützt auf die Beurteilung von Kreisarzt Dr. E._ vom 30. August 1994 (vgl.
Suva-act. 2-1) sprach die Suva dem Versicherten eine Integritätsentschädigung
basierend auf einem Integritätsschaden von 20 % zu (vgl. Suva-act. 203-3).
A.d.
Am 20. Juli 1998 wurde beim Versicherten im KSSG wegen eines
thromboembolischen Verschlusses der Arteria iliaca communis links eine Thrombolyse
durchgeführt (Suva-act. 3-22 f.). Aufgrund einer Inguinalhernie links unterzog sich der
Versicherte am 17. November 1998 im KSSG einer Transversalisplastik (Suva-act. 3-19
ff.). Infolge eines Rezidivs erfolgte am 20. Juli 1999 eine weitere Inguinalhernien-
Operation (Suva-act. 3-16 f.).
A.e.
Dr. med. F._, Allgemeine Medizin FMH, berichtete am 5. Juli 2001 über
zunehmende Knieschmerzen rechts. Der Versicherte habe einen völlig atrophen
Musculus vastus medialis, was zur Lateralisierung der Patella und den Knieschmerzen
A.f.
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führe (Suva-act. 3-11). Am 17. Oktober 2001 kam es erneut zu einem
thromboembolischen Verschluss der Arteria iliaca communis links, weshalb der
Versicherte zur Durchführung einer nächsten Thrombolyse im KSSG hospitalisiert
wurde (Suva-act. 3-10, 14-4 f., 16-5).
Anlässlich einer Nachkontrolle im KSSG vom 25. Januar 2005 beschrieb der
Versicherte nun vor allem Schmerzen im Iliosakralgelenk (ISG) sowie tief lumbal
konzentriert mit teilweise pseudoradikulären Ausstrahlungen in beide Beine. Der
behandelnde Arzt hielt im Untersuchungsbericht vom 27. Januar 2005 die Diagnosen
retropatelläre Schmerzsymptomatik links bei hypoplastischem Musculus vastus
medialis und Status nach Acetabulumfraktur links 1992 fest. Die lumbalen und
iliosakralen Schmerzen seien durch die Dislokation der Hemipelvis rechts erklärbar. Die
Verkürzung des Beines sowie die posteriore Dislokation seien aber weniger als 1 cm,
so dass der Versicherte über mehr als zehn Jahre beschwerdearm gewesen sei. Durch
eine 5 mm dicke Einlage könne eventuell die Statik verbessert werden (Suva-act. 3-6
f.).
A.g.
Am 13. Juni 2005 berichtete Dr. F._ über eine rezidivierende ISG-Problematik
rechts bei asymmetrischem Becken bei Status nach Unfall 1992. Im Allgemeinen
bestehe ein recht ordentlicher Befund. Der Versicherte klage aber immer wieder über
ISG-Blockaden, die mit manueller Therapie gut deblockiert werden könnten. Er sei
derzeit wegen eines Bandscheibenvorfalls L5/S1, der am 12. April 2005 operiert
worden sei (vgl. Suva-act. 112 f.), in physiotherapeutischer Behandlung. Wegen
vermehrter Schmerzen lumbal und im ISG-Bereich, die langes Sitzen etc.
verunmöglichten, sei der Versicherte seit 29. März 2005 arbeitsunfähig (Suva-act. 3-4).
A.h.
Dr. med. G._, Rheumatologie FMH, berichtete am 11. Dezember 2018, der
Versicherte befinde sich seit Mitte Mai 2018 wegen einer entzündlich-rheumatischen
Erkrankung in seiner Behandlung. Der Versicherte sei aufgrund der entzündlichen
Aktivität der rheumatologischen Grunderkrankung vom 2. Mai bis 29. September 2018
für seine angestammte Tätigkeit (Projektleiter bei der I._ AG; vgl. Suva-act. 72, 88-14)
nur zu 50 % arbeitsfähig gewesen. Seit Oktober 2018 führe er diese wieder im
Vollpensum aus (Suva-act. 77-7). Prof. Dr. med. H._, Facharzt FMH Neurologie,
beurteilte am 1. Februar 2019, es zeige sich ein leichtes sensibles Defizit im Dermatom
A.i.
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S1 rechts neben den bereits bekannten Defiziten im linken Bein. Ursache dafür sei eine
Reizung der lumbalen Wurzeln vor allem L5 und S1 rechts, ohne dass aber
Denervierungszeichen im EMG zu finden seien. Die Reizung sollte in den nächsten
Wochen langsam abklingen, er empfehle eine konservative Therapie mit Analgesie und
Physiotherapie (Suva-act. 118).
Die I._ AG kündigte das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten per 30. Juni 2019
(Suva-act. 72, G1.9).
A.j.
Der Versicherte meldete der Suva am 26. Juli 2019 einen Rückfall (Suva-act. 21).
Die behandelnden Ärztinnen des KSSG, Ostschweizer Gefässzentrum, hielten in ihrem
Bericht vom 26. Juli 2019 als Diagnosen insbesondere ein symptomatisches Patch-
Anostomosen-Aneurysma inguinal links (neu), einen chronischen Verschluss der Vena
femoralis communis sowie der distalen Vena iliaca externa links fest. Es bestehe eine
komplexe Situation mit multiplen Voroperationen. Insgesamt beurteilten sie die
Gefässpathologie als Spätfolge der Notfalloperationen des Motorradunfalls von 1992
(Suva-act. 30, vgl. auch die Berichte vom 4. und 9. Juli sowie 1. August 2019; Suva-
act. 32 ff.).
A.k.
Mit Schreiben vom 9. September 2019 bestätigte die Suva, für den Rückfall zum
Ereignis vom 26. April 1992 zuständig zu sein. Der Versicherte sei aber
krankheitsbedingt (Lumbago, vgl. Suva-act. 32, 51) zu 100 % arbeitsunfähig. Während
gleichzeitiger voller Arbeitsunfähigkeit aufgrund von Krankheit und Unfall erhalte er von
der Suva kein Taggeld (Suva-act. 54).
A.l.
Nach Einholung einer Zweitmeinung (vgl. Suva-act. 43) bei Dr. med. J._, Leiter
Gefässmedizin und Thoraxchirurgie, Klinik K._, unterzog sich der Versicherte dort am
18. September 2019 einer Aneurysmaresektion mit 8 mm Dacron Y-Rekonstruktion
inguinal links (Suva-act. 71). Dr. J._ attestierte ihm ab 17. September 2019 eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 % (Suva-act. 86, 98, 108).
A.m.
Dr. med. L._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, hatte am 10. September
2019 berichtet, der Versicherte sei seit Januar 2019 intermittierend zwischen 50 und
100 % arbeitsunfähig. Dies vor allem wegen einer lumbalen Problematik, im Sinne
eines lumboradikulären Schmerzes und eines Ausfallsyndroms L5/S1 beidseits, rechts
A.n.
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deutlich mehr als links. Diesbezüglich seien einerseits degenerative Veränderungen der
Wirbelsäule mit Diskushernien zu erwähnen. Allerdings habe die komplexe
posttraumatische Situation bei schwerer Beckenzertrümmerung mit über die Jahre
hinweg vorhandener Fehlbelastung die Degeneration der Lendenwirbelsäule sicherlich
auch mitgetriggert (Suva-act. 62). Auf Nachfrage der Suva (vgl. Suva-act. 63) befand
Dr. L._ am 19. September 2019, aufgrund der krankheitsbedingten
Rückenschmerzen wäre der Versicherte ab anfangs September 2019 zu 50 % und ab
dem Operationsdatum vom 17. September 2019 (richtig: 18. September 2019) zu 100
% arbeitsfähig (gemeint: arbeitsunfähig) gewesen (Suva-act. 65).
Dr. J._ berichtete am 6. Januar 2020 über einen gesamthaft sehr schönen
Verlauf. Seitens des letzten operativen Eingriffs sei der Versicherte wieder belastbar mit
stabilen körperlichen Einschränkungen in Folge des komplexen linksseitigen Traumas
vor mehr als 25 Jahren (Suva-act. 151, vgl. auch den Bericht vom 20. Dezember 2019;
act. G8.15).
A.o.
Kreisarzt Dr. med. M._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates, beurteilte nach einer Untersuchung des Versicherten am 27.
Januar 2020, an der Lendenwirbelsäule (LWS) lägen keine unfallbedingten
Traumafolgen vor, so dass die bestehenden strukturellen Veränderungen an der LWS
mit den damit verbundenen Behandlungen nicht als unfallbedingte Traumafolgen
hinsichtlich des Unfalls vom 26. April 1992 zu werten seien. Es sei von einer relativ
guten Belastbarkeit des linken Hüftgelenks auszugehen. Derzeit stünden keine weiteren
medizinischen Massnahmen zur Verfügung, die zu einer namhaften Verbesserung des
Zustands führen würden, so dass der administrative Abschluss zu empfehlen sei. Bei
der Beurteilung des Integritätsschadens am 30. August 1994 sei eine allfällig
schicksalshaft sich ausbildende Arthrose im linken Hüftgelenk berücksichtigt worden.
Da seither keine wesentliche Änderung des Zustands eingetreten sei, sei derzeit keine
Erhöhung des Integritätsschadens zu begründen. Eine adaptierte Tätigkeit im Beruf als
Projektleiter sei ganztägig zumutbar (Suva-act. 164). Nach einer Kritik des Versicherten
an der Beurteilung von Dr. M._ (vgl. Suva-act. 167) nahm dieser am 4. Februar 2020
erneut Stellung (Suva-act. 172).
A.p.
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B.
C.
Mit Schreiben vom 12. März 2020 stellte die Suva die Heilkosten- und
Taggeldleistungen per 31. März 2020 ein. Sie kündigte an, für die Kosten einer
allfälligen Behandlung des linken Hüftgelenks bzw. der linken Leistenregion werde sie
im Rahmen von zwei bis drei Physiotherapie-Serien sowie allfälliger Schmerzmittel
zumindest für die folgenden zwölf Monate weiterhin aufkommen (Suva-act. 192).
A.q.
Ab 1. April 2020 attestierte Dr. L._ dem Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit von
50 %. Der Versicherte war ab dann in einem Pensum von 50 % bei einem Arbeitgeber
im T._ angestellt (Suva-act. 195, 214 f., 217, 233, zuvor seit dem 10. Februar 2020
Arbeitsversuch zu 50 %; vgl. Suva-act. 178, 185).
A.r.
Mit Verfügung vom 2. April 2020 sprach die Suva dem Versicherten mit Wirkung
ab 1. April 2020 eine Invalidenrente basierend auf einer Erwerbsunfähigkeit von 32 %
und einem Jahresverdienst von Fr. 71'049.-- zu. Die bereits 1994 zugesprochene
Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 20 % erhöhte sie nicht. Eine
Leistungspflicht bezüglich der Rückenbeschwerden verneinte sie mangels
Unfallkausalität (Suva-act. 203).
A.s.
Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. R. Lippuner,
Buchs, am 4. Mai 2020 Einsprache (Suva-act. 212).
B.a.
Mit Entscheid vom 18. August 2020 hiess die Suva die Einsprache insofern
teilweise gut, als sie den versicherten Verdienst auf Fr. 73'130.-- festsetzte. Im Übrigen
wies sie die Einsprache ab. Sie erhob keine Verfahrenskosten und sprach keine
Parteientschädigung zu (Suva-act. 225).
B.b.
Gegen den Einspracheentscheid vom 18. August 2020 erhob der Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführer), erneut vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur.
Lippuner, am 16. September 2020 Beschwerde. Er beantragte darin: 1. Der
angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben. 2.a Es sei ein ganzheitliches
medizinisches Gutachten einzuholen und festzustellen, dass auch die
Rückenbeschwerden unfallabhängige Traumata seien (mit Einfluss auf Leidensabzug/
C.a.
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Tabellenlohnabzug, Behandlungskosten und Integritätsentschädigung) und dass ihm
eine angepasste Tätigkeit mit einem Pensum von 50 bis 60 % (verteilt auf 7 Tage 24 h)
zumutbar sei. 2.b Es sei festzustellen, dass sein versicherter Verdienst Fr. 95'145.--,
das Valideneinkommen Fr. 219'816.--, der Invalidenlohn unter Berücksichtigung des
Leidensabzugs Fr. 68'127.-- und seine Erwerbsunfähigkeit mehr als 32 %, nämlich 69
%, betrage. 2.c. Es sei die Invalidenrente entsprechend den beantragten
Feststellungen festzusetzen. 2.d Es sei die im Jahr 1994 entrichtete
Integritätsentschädigung von 20 % um einen nach Abschluss der Beweisergänzungen
zu beziffernden Anteil zu erhöhen. 2.e Es sei festzustellen, dass die Suva (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) gemäss Art. 36 Abs. 1 des Gesetzes über die Unfallversicherung
(UVG; SR 832.20) für alle bisherigen und künftigen Behandlungen und Operationen
leistungspflichtig sei, welche nicht völlig unfallfremd seien. 3. Eventualiter sei die
Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 4.
Unter erst- und zweitinstanzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Beschwerdegegnerin (act. G1). Der Beschwerdeführer liess unter anderem eine
Verfügung seiner Krankentaggeldversicherung vom 2. Juli 2020, mit welcher diese
einen Taggeldanspruch ab 1. April 2020 verneint hatte, einreichen (act. G1.4).
Am 7. Oktober 2020 liess der Beschwerdeführer einen Bericht von Dr. L._ vom
28. September 2020 einreichen (act. G3, G3.1).
C.b.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 23. Oktober 2020, die Beschwerde sei
abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Der Einspracheentscheid vom 18. August
2020 sei im Rentenpunkt aufzuheben (reformatio in peius) und bezüglich
Integritätsentschädigung zu bestätigen. Eventualiter sei der Einspracheentscheid vom
18. August 2020 sowohl im Rentenpunkt wie auch bezüglich Integritätsentschädigung
zu bestätigen. Sie habe bislang übersehen, dass der Kreisarzt dem Beschwerdeführer
in seinem angestammten Beruf als Projektleiter im X._bereich eine volle
Arbeitsfähigkeit attestiert habe. Ein Rentenanspruch sei damit zum vornherein
ausgeschlossen (act. G5).
C.c.
Mit Replik vom 4. Dezember 2020 liess der Beschwerdeführer an seinem
Rechtsbegehren festhalten und zusätzlich beantragen, die Anträge der
Beschwerdegegnerin seien abzuweisen. Er sei entgegen der Ansicht der
C.d.
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Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu prüfen ist primär die Höhe des
Rentenanspruchs des Beschwerdeführers gegenüber der Beschwerdegegnerin. Dabei
sind insbesondere der Invaliditätsgrad und der versicherte Verdienst festzulegen.
Weiter Streitgegenstand ist die Höhe der Integritätsentschädigung. Der
Beschwerdeführer beantragt ausserdem, es sei festzustellen, dass die
Beschwerdegegnerin für alle bisherigen und künftigen Behandlungen und Operationen
leistungspflichtig sei, welche nicht völlig unfallfremd seien (act. G1). Wie die
Beschwerdegegnerin aber zu Recht einwendet (vgl. act. G5), kommt diesem Antrag
feststellender Charakter zu. Ein Feststellungsbegehren kann jedoch nur massgeblich
sein, wenn Gestaltungs- und Leistungsbegehren ausgeschlossen sind (Urteil des
Bundesgerichts vom 1. Juni 2010, 8C_257/2010, E. 1). Entsprechend hat der
Beschwerdeführer für die Behandlungen bis zum Fallabschluss bzw.
Einspracheentscheid auch bereits zuhanden der Beschwerdegegnerin ein
entsprechendes Leistungsbegehren gestellt, welches von ihr behandelt worden ist (vgl.
Suva-act. 192-2 f.). Rechtsprechungsgemäss bildet sodann das Datum des streitigen
Einspracheentscheids die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (vgl.
BGE 129 V 169 E. 1). In Bezug auf die künftigen Behandlungen steht dem
Beschwerdeführer ebenfalls ein Leistungsbegehren offen. Angesichts des Gesagten
Beschwerdegegnerin nicht in der Lage, seinen angestammten Beruf in einem
Vollpensum auszuüben (act. G8). Der Beschwerdeführer liess unter anderem ein selbst
erstelltes Protokoll einer Tonaufnahme der kreisärztlichen Untersuchung vom 27.
Januar 2020 einreichen (act. G8.25).
Die Beschwerdegegnerin hielt am 22. Januar 2021 an ihren Anträgen fest (act.
G10).
C.e.
Am 6. Oktober 2021 informierte die Verfahrensleitung die Parteien über den Beizug
der Akten der T._ischen AHV-IV-FAK und der "FKB - Die T._ische
Gesundheitskasse" (act. G16, vgl. act. G12 ff.).
C.f.
Nach Einsicht in die beigezogenen Akten (vgl. act. G17, G19) reichten die Parteien
am 1. Dezember 2021 und 10. Januar 2022 je eine Stellungnahme mit diversen
Beilagen ein (act. G26 f.).
C.g.
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besteht beim Beschwerdeführer kein Rechtsschutzinteresse an einem
Feststellungsbegehren. Auf das Feststellungsbegehren des Beschwerdeführers ist
demnach nicht einzutreten.
Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 % invalid, so hat
sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Der Grad der für den Rentenanspruch
massgebenden Invalidität ist gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das die versicherte
Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Erleidet die versicherte Person durch
den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene
Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
1.1.
Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung bildet die
Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht besteht demnach nur für Gesundheitsschäden,
die natürlich und adäquat-kausal mit einem versicherten Unfallereignis
zusammenhängen (BGE 129 V 181 E. 3.1 f.; André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc
Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar
zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018, [nachfolgend zitiert: KOSS UVG];
Irene Hofer, N 66 zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli
[Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019, [nachfolgend zitiert: BSK
UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung zum
Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.).
1.2.
Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Um den Gesundheitszustand und insbesondere das Ausmass der
Arbeitsfähigkeit beurteilen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das
1.3.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 11/24
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2.
Vorerst stellt sich die Frage, welche Beschwerden unfallkausal sind. Umstritten sind
insbesondere die Rückenschmerzen.
Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere
Fachleute zur Verfügung zu stellen haben (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des
Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a
mit Hinweisen). Den Berichten und Gutachten, welche die Versicherungen während des
Administrativverfahrens von ihren eigenen oder von beratenden Ärzten und Ärztinnen
einholen, kann rechtsprechungsgemäss ebenfalls Beweiswert beigemessen werden
(BGE 135 V 467 ff. E. 4 und BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). In solchen
Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen.
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen
vorzunehmen (BGE 135 V 471 E. 4.7; RKUV 1997 Nr. U 281 E. 1a S. 281 f.).
Die Beschwerdegegnerin verneint die Unfallkausalität gestützt auf die Beurteilung
von Kreisarzt Dr. M._ vom 27. Januar 2020 (Suva-act. 164). Dieser begründete
insbesondere (Suva-act. 164-4), bereits 14 Tage vor dem Unfallereignis seien im CT
Verschleisserscheinungen der LWS festgestellt worden. Das genannte CT vom 14. April
1992 hatte eine mediane Protrusion L4/5 und eine medio-rechts-laterale Protrusion L5/
S1 gezeigt (vgl. Suva-act. 2-23). Damit lag im Unfallzeitpunkt vom 26. April 1992
unbestritten ein gewisser Vorzustand vor. Dr. M._ verwies auch auf den Bericht der
Klinik N._ vom 12. August 1994, in welchem eine leichte Streckhaltung der LWS mit
degenerativen Veränderungen im Sinne einer beginnenden Spondylarthrose erwähnt
worden war (vgl. Suva-act. 2-2 f.). Dr. M._ begründete weiter, an der LWS lägen
keine unfallbedingten Traumafolgen vor, so dass die bestehenden strukturellen
Veränderungen an der LWS mit den damit verbundenen Behandlungen
versicherungsmedizinisch nicht als unfallbedingte Traumafolgen hinsichtlich des
Unfalls vom 26. April 1992 zu werten seien (Suva-act. 164-4). Diese Aussage ist jedoch
insofern irrelevant, als vorliegend eine indirekte Unfallfolge, verursacht durch die
traumatische Beckenverletzung, im Vordergrund steht. Eine fehlende direkte
2.1.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 12/24
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Traumatisierung des Rückens schliesst damit eine Unfallkausalität der
Rückenbeschwerden nicht aus. Wie sich jedoch aus den nachfolgenden Erwägungen
ergibt, sind indirekt unfallkausale Rückenbeschwerden nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen.
Der Beschwerdeführer bemängelt die Beurteilung von Dr. M._ insbesondere
dahingehend, dass dieser nicht all seine Beschwerden berücksichtigt habe und bereits
vor der Untersuchung davon überzeugt gewesen sei, dass die Rückenbeschwerden
nicht unfallkausal seien (act. G1). Er liess unter anderem ein selbst erstelltes Protokoll
einer Tonaufnahme der kreisärztlichen Untersuchung vom 27. Januar 2020 einreichen
(act. G8.25). Dr. M._ hielt zwar in seinem Untersuchungsbericht vom 27. Januar 2020
fest, er habe dem Beschwerdeführer zu Beginn der ärztlichen Untersuchung erklärt,
dass die bestehenden strukturellen Veränderungen an der LWS und die damit
verbundenen Behandlungen nicht als unfallbedingte Traumafolgen hinsichtlich des
Verkehrsunfalls vom 26. April 1992 zu werten seien (Suva-act. 164-4, vgl. auch act.
G8.25). Dies ist jedoch insoweit nicht zu bemängeln, als die Beurteilung der
Unfallkausalität im Wesentlichen bereits vor der kreisärztlichen Untersuchung aufgrund
der vorhandenen medizinischen Akten möglich war. Zudem klärte Dr. M._ den
Beschwerdeführer am 27. Januar 2020 umfassend ab und kam aufgrund der
erhobenen Befunde sowie der Angaben des Beschwerdeführers im Einklang mit
seinem bereits zu Beginn der Begutachtung geäusserten Standpunkt zum Schluss,
dass die Rückenbeschwerden als nicht unfallkausal zu erachten seien (Suva-act. 164).
Dies entspricht auch der nachfolgenden Schlussfolgerung (vgl. insb. E. 2.7).
2.2.
Wie nachfolgend ausgeführt, erscheint eine indirekte Unfallkausalität der
Rückenbeschwerden, verursacht durch die Beckenfraktur mit einer jahrelangen
Fehlbelastung, zwar durchaus möglich. In Berücksichtigung auch des zeitlichen
Verlaufs lässt sie sich aber nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit beweisen.
2.3.
Kreisarzt Dr. E._ untersuchte den Beschwerdeführer am 23. November 1992
und berichtete daraufhin über einen sehr erfreulichen Heilungsverlauf. Seit dem 19.
Oktober 1992 bestehe wieder eine Arbeitsfähigkeit von 50 % als C._. Der
Beschwerdeführer erwähnte Dr. E._ gegenüber zwar auch Beschwerden im Bereich
der Kreuzgegend und der LWS, Dr. E._ fokussierte sich bei seiner Untersuchung -
entsprechend den Beschwerdeangaben des Beschwerdeführers - jedoch auf das linke
Bein und das linke Becken (Suva-act. 2-27 ff.). Nach einer weiteren Untersuchung vom
18. Februar 1993 hielt Kreisarzt Dr. E._ fest, die Funktion des Hüft- und Kniegelenks
sei seitengleich. Das Hüftgelenk sei frei beweglich. Die Dorsalextension und
2.3.1.
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Plantarflexion des oberen Sprunggelenks (OSG) sei endgradig vermindert. In den
nächsten Wochen und Monaten sei mit einer weiteren Anpassung, Besserung und
Angewöhnung bis zur vollständigen Abheilung der Verletzungen zu rechnen.
Voraussichtlich würden keine dauernden und erheblichen Unfallfolgen zurückbleiben.
Allfällige Rückenbeschwerden wurden im Bericht nicht erwähnt (Suva-act. 2-24 ff.).
Auch bei der kreisärztlichen Untersuchung vom 16. Juni 1993 standen die
Beschwerden am linken Bein im Vordergrund, Hinweise auf Rückenbeschwerden sind
dem Bericht nicht zu entnehmen. Dr. E._ hielt fest, ein auffallender
Beckenschiefstand sei nicht feststellbar, möglicherweise könne ein geringer
Beckenschiefstand nach links von 0.5 cm vorliegen (Suva-act. 2-20 ff.).
In den folgenden späteren medizinischen Berichten (vgl. Suva-act. 3-10, 14)
fanden allfällige Rückenbeschwerden ebenfalls keine Erwähnung. Erst am 13. Mai
2003, mithin über elf Jahre nach dem Unfall, berichtete Dr. F._ wieder über
Rückenschmerzen und Schmerzen im linken Knie bedingt durch unsymmetrische
Belastung und leichte Verschiebung im Beckenbereich (Suva-act. 3-8). Am 27. Januar
2005 hielt der behandelnde Arzt des KSSG fest, dem Beschwerdeführer sei es von
Seiten des Hüftgelenks über die letzten zwölf Jahre recht gut gegangen. Er betreibe
auch wieder Sport mit O._ und habe über die letzten Jahre auch P._ gespielt.
Letzteres habe er nun aufgeben müssen. Die Schmerzen seien vor allem auf das ISG
sowie tief lumbal konzentriert mit teilweise pseudoradikulären Ausstrahlungen in beide
Beine. Die typischen lumbalen und iliosakralen Schmerzen seien durch die Dislokation
des Hemipelvis rechts erklärbar. Die Verkürzung des Beines sowie die posteriore
Dislokation seien aber weniger als 1cm, so dass der Beschwerdeführer über mehr als
zehn Jahre beschwerdearm gewesen sei. Er denke, dass durch eine 5 mm Einlage
eventuell die Statik verbessert werden könnte (Suva-act. 3-6 f.). Diese Erklärung als
Ursache für die Rückenschmerzen, rund 13 Jahre nach dem Unfall, überzeugt nicht
vollends. Dies, zumal der Beschwerdeführer offenbar bis kurz vor der Untersuchung im
KSSG beschwerdearm war.
2.3.2.
Im Folgenden wurde ein Bandscheibenvorfall L5/S1 diagnostiziert, welcher am
12. April 2005 im KSSG operiert wurde (vgl. Suva-act. 112 f.). Die behandelnden Ärzte
des KSSG hielten am 20. April 2005 fest, der Beschwerdeführer berichte, schon immer
unter chronischen Rückenschmerzen zu leiden. Bisher habe er eine konservative
Therapie erhalten, seit Weihnachten des letzten Jahres hätten sich seine Schmerzen
aber deutlich verschlechtert (Suva-act. 113). Es ist nicht bekannt, wann der
schlussendlich operierte Bandscheibenvorfall, welcher offenbar ab Ende 2004 verstärkt
Beschwerden verursachte, auftrat. Aufgrund der mehrjährigen schmerzarmen Periode,
2.3.3.
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der vorherigen medizinischen Berichte und der Exazerbation erst Ende 2004 erscheint
es jedoch nicht überwiegend wahrscheinlich, dass der Bandscheibenvorfall im
Zusammenhang mit der Beckenfraktur und einer jahrelangen Fehlbelastung steht.
Dasselbe gilt für den weiteren, im Jahr 2016 aufgetretenen und konservativ
behandelten Bandscheibenvorfall (Suva-act. 72-2, 118). Aufgrund starker Rücken- und
Ischiasschmerzen rechts suchte der Beschwerdeführer sodann am 1. Februar 2019
Prof. H._ auf, welcher feststellte, es zeige sich ein leichtes sensibles Defizit im
Dermatom S1 rechts neben den bereits bekannten Defiziten im linken Bein. Ursache
dafür sei eine Reizung der lumbalen Wurzeln vor allem L5 und S1 rechts, ohne dass
aber Denervierungszeichen im EMG zu finden seien. Die Reizung sollte in den nächsten
Wochen langsam abklingen, er empfehle eine konservative Therapie mit Analgesie und
Physiotherapie (Suva-act. 118). Ein am 7. Februar 2019 durchgeführtes MRI der
Wirbelsäule zeigte bei LWK 4/5 eine nach kaudal migrierte sequestrierte
Diskusherniation mit radikulärer L4-Affektion und möglichem radikulärem Kontakt
beidseits (Suva-act. 119-1). Auch für diese Veränderungen bestehen keine Hinweise
auf einen Zusammenhang mit der Becken- bzw. Hüftgelenkssituation.
Insgesamt spricht der zeitliche Verlauf gegen eine Unfallkausalität der
Rückenbeschwerden. Diese wurden erst mehrere Jahre nach dem Unfall akut
behandlungsbedürftig.
2.3.4.
Dr. M._ befand am 27. Januar 2020, mithin rund 28 Jahre nach dem Unfall vom
26. April 1992, es bestehe klinisch objektivierbar lediglich eine geringe muskuläre Dys
balance am rechten Ober- und Unterschenkel, wohl als Folge der Bandscheiben-
Operation mit Fenestration L5/S1 bei möglicher radikulärer L5-Problematik mit seit
Jahren bestehendem, leichtem sensiblem Defizit im Dermatom S1 rechts, letztmals
neurologisch festgehalten im Februar 2019. Die Hüftfunktion habe sich im Verlauf seit
der intraarticulären Acetabulumfraktur vor 28 Jahren verschlechtert, wahrscheinlich im
Zusammenhang mit der bereits im August 1994 prognostizierten Arthrose im linken
Hüftgelenk. Trotz der im Verlauf zunehmenden Bewegungseinschränkung im linken
Hüftgelenk bei intakter Gefässsituation sei unter Berücksichtigung der derzeitigen
klinischen Befunde und des berichteten Freizeitverhaltens von einer relativ guten
Belastbarkeit des linken Hüftgelenks auszugehen (Suva-act. 164-8). Auch diese relativ
gering ausgeprägten Befunde an der Hüfte links sprechen gegen eine dadurch
verursachte Rückenproblematik. Der Beschwerdeführer hielt denn auch in seiner Replik
fest, das linke Hüftgelenk verursache derzeit keine Probleme (act. G8).
2.4.
Dr. med. Q._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie,
Vertrauensärztin der R._, beurteilte in einer Stellungnahme vom 25. Juni 2020, die
2.5.
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erste Diskushernie sei 2005 operiert und als Krankheit deklariert worden. Derzeit
würden altersentsprechend überdurchschnittlich ausgeprägte degenerative
Veränderungen beschrieben mit Foraminalstenosen L5/S1 und polytoper
Diskuspathologie (L5/S1, L4/5 und cervikal), die auf die Epidural-Infiltration gut
angesprochen hätten. Diese degenerativen Veränderungen seien gemäss Akte partiell
vorbestehend, während die rasche weitere Degeneration als Verschleisserscheinung
infolge frühzeitiger Coxarthrose links und asymmetrischem Gangbild zu sehen sei. Die
linke untere Extremität müsse wegen multiplen unfallbedingten Folgeproblemen immer
wieder geschont werden und die zunehmende Einschränkung des Bewegungsumfangs
der linken Hüfte führe zu einer Überbelastung lumbal, da der fehlende
Bewegungsumfang der Hüfte kompensiert werden müsse. Beides führe zu einer
rascheren Progredienz vorbestehender degenerativer Veränderungen. Eine sichere
Zuordnung unfall- oder krankheitsbedingt sei kaum möglich (vgl. act. G15.1, USB-Stick
"Unterlagen Vertrauensärztlicher Dienst"). Dr. Q._ schlussfolgerte, die
Rückenschmerzen seien keinesfalls ausschliesslich degenerativ bedingt, sondern unter
anderem eine Folge der Azetabulumfraktur und der x-fachen chirurgischen Eingriffe in
der linken Leiste (vgl. act. G15.1, obgenannte Stellungnahme vom 25. Juni 2020; vgl.
auch Verfügung der FKB vom 2. Juli 2020, in act. G15.1, USB-Stick "Unterlagen
Abteilung Erwerbsausfall"). Dr. Q._ gab in ihrer Aktenbeurteilung keine Befunde
wieder und verwies nicht auf konkrete Vorakten. Ihre wenig begründete Beurteilung ist
damit nicht nachvollziehbar. Dr. med. S._, Facharzt für Neurologie FMH, Abteilung
Versicherungsmedizin der Suva, befand am 7. Januar 2022, es könne an der
Beurteilung von Dr. M._ festgehalten werden. Das Unfallereignis vom 26. April 1992
habe (unbestritten; vgl. E. 2.1) zu keinen direkten traumatischen Veränderungen an der
LWS geführt und der Beschwerdeführer habe bereits zuvor degenerative LWS-
Veränderungen aufgewiesen. Bezüglich indirekter Unfallfolgen hielt er entsprechend
den Ausführungen in E. 2.4 überzeugend und schlüssig fest, es bestehe keine
unfallbedingte, wesentliche Bewegungseinschränkung des linken Hüftgelenks, welche
lumbal hätte kompensiert werden müssen. Auch weise der Beschwerdeführer keine
fixierte skoliotische Fehlhaltung und kein chronisches Lumbalsyndrom auf, sondern es
liege lediglich eine diskrete Gefühlsstörung nach Segment S1 rechts vor.
Zusammengefasst liege kein überwiegend wahrscheinlicher Zusammenhang zwischen
dem Unfallereignis und den lumbalen Beschwerden vor (act. G27.1).
Dr. L._ führte am 28. September 2020 aus, der Beschwerdeführer habe bei
seinem Unfall im Jahr 1992 eine enorme biomechanische Veränderung des gesamten
Bewegungsapparates erlitten. In den letzten Jahren sei es dadurch zu zunehmenden
Beschwerden des Bewegungsapparates einerseits im Bereich des linken Beines, aber
2.6.
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3.
Weiter umstritten ist der Grad der Arbeitsfähigkeit. Der Zeitpunkt des Fallabschlusses
(Art. 19 Abs. 1) war unbestritten spätestens per 1. April 2020 erreicht, so dass ein
Rentenanspruch und die diesem zugrundeliegende Arbeitsfähigkeit per dieses Datum
zu prüfen ist.
vor allem auch im Bereich der LWS gekommen. Dass sich zusätzliche degenerative
Veränderungen im Bereich der LWS zeigten, liege in der Natur der Sache des
Älterwerdens. Allerdings müsse davon ausgegangen werden, dass durch die
unfallbedingten biomechanischen Veränderungen diese degenerativen Veränderungen
getriggert würden und rascher voranschritten. Gleichzeitig müsse erwähnt werden,
dass die fehlende ausgeglichene Stabilisierung durch die Muskulatur ebenfalls einen
wesentlichen Beitrag leiste (act. G3.1). Die Beurteilung von Dr. L._ basiert im
Wesentlichen auf der Formel "post hoc ergo propter hoc", welche nach ständiger
Rechtsprechung für sich allein jedoch nicht ergiebig ist (vgl. SVR 2009 UV Nr. 13
[8C_590/2007], S. 52 E. 7.2.4 mit weiteren Hinweisen; BGE 119 V 340 E. 2b/bb).
Insgesamt ist eine Unfallkausalität der beklagten Rückenbeschwerden damit nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Zudem ist darauf hinzuweisen,
dass diese entsprechend der Beurteilung der Gutachter der PMEDA, welche den
Beschwerdeführer im August und September 2020 im Auftrag der T._ischen AHV-IV-
FAK polydisziplinär (angiologisch, neurologisch, orthopädisch, psychiatrisch) abklärten,
ohnehin keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben und damit keine Invalidität zu
begründen vermögen (vgl. IV-act. 822 ff.). Angesichts dieser Ausführungen erübrigen
sich weitere medizinische Abklärungen. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
(act. G1) bestehen auch keine Hinweise auf eine Verletzung der Untersuchungspflicht
durch die Beschwerdegegnerin.
2.7.
Kreisarzt Dr. M._ beurteilte am 27. Januar 2020, wechselbelastende, leichte bis
mittelschwere Tätigkeiten im Beruf als Projektleiter seien ganztägig zumutbar. Häufiges
Stehen, Gehen und Sitzen sowie häufiges Gehen im Gelände seien nicht möglich.
Ebenfalls seien kein überwiegendes Treppensteigen, kein Steigen auf Leitern und
Gerüste, kein häufiges Einnehmen der tiefen Kniehocke sowie keine kauernden oder
kriechenden Tätigkeiten zumutbar (Suva-act. 164). Dr. S._ befand am 7. Januar 2022,
an dieser Beurteilung der unfallbedingten Zumutbarkeit könne festgehalten werden
(act. G27.1). Diese beiden Einschätzungen überzeugen - wie nachfolgend dargestellt -
angesichts der Beurteilung der Gutachter der PMEDA jedoch nicht.
3.1.
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Diese schätzten in ihrem Gutachten vom 3. März 2021 die Arbeitsfähigkeit
interdisziplinär in der bisherigen sowie einer adaptierten Tätigkeit auf 70 %. Die
Teilarbeitsunfähigkeit sei durch die Einschränkungen in angiologischer und
neurologischer Hinsicht bedingt. Die orthopädischen und psychiatrischen Teilgutachter
schätzten die Arbeitsfähigkeit hingegen auf 100 % (IV-act. 832 f.).
3.2.
Der neurologische Teilgutachter Prof. Dr. med. U._, Neurologie FMH, hielt fest,
zusammenfassend sei unter Berücksichtigung der Anamnese, der Aktendokumente,
seiner neurologischen Untersuchung sowie der Zusatzdiagnostik aus neurologischer
Sicht in der angestammten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 70 % (Pensum 100 %,
Rendement 70 %) gegeben. Bei seiner angestammten Tätigkeit koordiniere, steuere
und leite der Beschwerdeführer Projekte. Vorrangig bestehe seine Arbeit aus einer
sitzenden und stehenden Tätigkeit, häufig im Wechsel. Selten müsse er Lasten bis 10
kg heben. Prof. U._ begründete nachvollziehbar, eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit bestehe aus neurologischer Sicht aufgrund Einschränkungen am linken
Bein mit Notwendigkeit für vermehrte Pausen und Lagewechsel. Die angestammte
Tätigkeit sei aus neurologischer Sicht bereits optimal angepasst (IV-act. 917). Dr. S._
bemängelt, die Divergenz der medizinischen Einschätzungen des orthopädischen
Teilgutachters Dr. med. V._, orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates FMH, sowie von Prof. U._ werde in der interdisziplinären
Gesamtbeurteilung nicht diskutiert (act. G27.1). Wie gesagt (vgl. E. 3.2), hatte Dr. V._
beurteilt, sowohl in der angestammten als auch einer adaptierten Tätigkeit bestehe aus
orthopädischer Sicht kein ausreichender Anhalt für eine namhafte Limitation der
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 955 f.). Er berücksichtigte dabei jedoch nur die seinem
medizinischen Fachgebiet der Orthopädie entsprechenden Diagnosen und
Einschränkungen (vgl. IV-act. 949, 952 f.). Die von Prof. U._ attestierte
eingeschränkte Arbeitsfähigkeit ergibt sich hingegen aus den neurologischen
Diagnosen (u.a. primär muskuläre Schwäche der Hüftbeuger links und der
Adduktorengruppe links, Nervus cutaneus femoris lateralis- und anterior-Läsion links,
distale Nervus radialis-Läsion links, Reizung des Nervus ulnaris beidseits im Sulcus
ulnaris, sensibles S1-Syndrom rechts; vgl. IV-act. 907). Folglich erscheint die
unterschiedliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus neurologischer und
orthopädischer Sicht nicht widersprüchlich.
3.2.1.
Die angiologische Teilgutachterin Dr. med. W._, Angiologie und Allgemeine
Innere Medizin, begründete die Arbeitsfähigkeit von 70% mit der
Funktionseinschränkung im Bereich der linken unteren Extremität durch den gestörten
venösen Abfluss und das sekundäre Lymphödem. Tätigkeiten mit längerem Sitzen und
3.2.2.
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4.
Basierend darauf ist im Rahmen eines Einkommensvergleichs der Invaliditätsgrad zu
ermitteln.
Stehen sollten daher vermieden werden und die Arbeitszeit müsse flexibel eingeteilt
werden können (IV-act. 879 f.). Diese Einschränkung der Arbeitsfähigkeit erscheint
angesichts der ausgeprägten angiologischen Beeinträchtigungen des
Beschwerdeführers (vgl. E. 3.2.1, IV-act. 907) plausibel. Insbesondere die linke Hüfte
und das linke Bein des Beschwerdeführers weisen auch für einen medizinischen Laien
namhafte ersichtliche Veränderungen auf (vgl. IV-act. 164-10, act. G1, G26.4). Die
Beurteilung von Dr. W._ wurde sodann von keinem Arzt in Zweifel gezogen. Auch Dr.
S._ äusserte sich nicht dazu und ging weiterhin von einer vollen Arbeitsfähigkeit aus,
ohne seine abweichende Einschätzung zu begründen (vgl. act. G27.1).
Insgesamt ist damit entsprechend der interdisziplinären gutachterlichen
Beurteilung von einer Arbeitsfähigkeit von 70 % sowohl in der angestammten als auch
in jeder anderen adaptierten Tätigkeit auszugehen.
3.3.
Massgebend für das Valideneinkommen ist, was die versicherte Person aufgrund
ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen Renten
beginns verdient hätte. Für die Bestimmung des Valideneinkommens wird
grundsätzlich am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die
bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 139 V 28
E. 3.3.2, 125 V 58 E. 3.1; Urteile des Bundesgerichts vom 18. März 2015,
8C_590/2014, E. 5.1, und 21. August 2013, 8C_196/2013, E. 3.1). Der
Beschwerdeführer war bis Ende Juni 2019 bei der I._ AG als Projektleiter tätig (vgl.
Suva-act. 72). Die Arbeitgeberin gab an, der Beschwerdeführer hätte im Jahr 2020
monatlich brutto Fr. 10'650.-- erzielt (Suva-act. 189). Daraus ergibt sich das von der
Beschwerdegegnerin angenommene Jahreseinkommen von Fr. 127'800.-- (12 x Fr.
10'650.--; vgl. Suva-act. 198, 203). Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, dieser
Lohn habe lediglich einem Pensum von 60 % entsprochen (act. G1). Aus den Akten
lässt sich nicht eindeutig feststellen, welches Pensum der Beschwerdeführer bei der
I._ AG tatsächlich geleistet hat. Der Beschwerdeführer hatte gegenüber der Suva
mehrfach erklärt, er sei wohl zu 100 % angestellt gewesen, habe aber aus
gesundheitlichen Gründen nur 60 bis 70 % Leistung erbringen können. Er habe dabei
sein Arbeitspensum flexibel auf sieben Tage à 24 Stunden verteilen können (Suva-act.
4.1.
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72, 164-5, 167; vgl. auch Suva-act. 145-3, IV-act. 129). Die Arbeitgeberin gab
gegenüber der Arbeitslosenversicherung ebenfalls an, der Beschwerdeführer sei zwar
Vollzeit eingestellt gewesen, jedoch nur mit einem Arbeitspensum von 25 Stunden pro
Woche (act. G1.9). Daraus lässt sich jedoch nicht eindeutig schliessen, ob der
ausbezahlte Lohn einem Pensum von 100 % oder dem tatsächlich geleisteten tieferen
Pensum entsprach. Wie der Beschwerdeführer zu Recht geltend macht, hatte er bis im
Jahr 2016 als Angestellter einer Bank wesentlich höhere Einkommen (seit 2008
schwankend zwischen rund Fr. 146'000 und Fr. 172'000.-- jährlich) erzielt (act. G1,
Suva-act. 175). Ob der wesentlich tiefere Lohn bei der I._ AG gesundheitlich bedingt
war oder allenfalls private Gründe hatte - die damalige Inhaberin der Arbeitgeberin war
die Partnerin des Beschwerdeführers (act. G1) -, lässt sich nicht rechtsgenüglich
erheben. Das Valideneinkommen muss jedoch insofern nicht abschliessend festgelegt
werden, als dem Beschwerdeführer seine angestammte Tätigkeit als Projektleiter mit
gewissen Einschränkungen auch im Invalidenfall weiterhin zumutbar ist. Die Gutachter
der PMEDA erachteten die angestammte Tätigkeit als adaptiert (vgl. IV-act. 832 f., 880,
917). Der Beschwerdeführer gab gegenüber Dr. W._ sodann auch an, er möchte
grundsätzlich arbeiten und sei mit der Anstellung als Projektleiter mit flexibler
Zeiteinteilung sehr zufrieden. Er sehe sich jedoch in seinem angestammten Beruf als
nur zu maximal 60 % arbeitsfähig (IV-act. 879). Vor diesem Hintergrund rechtfertigt sich
ein Prozentvergleich. Dabei entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der
Arbeitsunfähigkeit, allenfalls unter Berücksichtigung eines Abzugs vom Tabellenlohn
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. Januar 2017, 9C_734/2016, E. 4.1, mit
Hinweis).
Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich
beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Tätigkeiten behindert sind, im
Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden
Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit unterdurchschnittlichen
Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand Rechnung getragen, dass
weitere persönliche und berufliche Merkmale einer versicherten Person, wie Alter,
Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie
Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 129 V 481
E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2). Der Beschwerdeführer hat nur geringfügige
qualitative Einschränkungen (kein längeres Sitzen und Stehen, flexible Einteilung der
Arbeitszeit; vgl. IV-act. 879 f.), weshalb sich höchstens ein minimaler
Tabellenlohnabzug rechtfertigen würde. Die Frage nach der Höhe des
Tabellenlohnabzugs ist eine typische Ermessensfrage (BGE 137 V 71 E. 5.2 S. 73, 126
V 75 E. 6 S. 81). Deshalb drängt es sich vorliegend nicht auf, die Ermittlung des
4.2.
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf://137-V-71:de&number_of_ranks=0#page71 https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf://126-V-75:de&number_of_ranks=0#page75 https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf://126-V-75:de&number_of_ranks=0#page75
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5.
Weiter umstritten ist die Höhe des versicherten Verdienstes.
Invaliditätsgrads von 32 % durch die Beschwerdegegnerin (vgl. Suva-act. 203) unter
diesem Titel zu korrigieren, zumal mit einem Tabellenlohnabzug von 5 % ein nur
minimal höherer Invaliditätsgrad von 33.5 % (30 % + [70 % x 5 %]) resultieren würde.
Insgesamt ist damit der von der Beschwerdegegnerin berechnete Invaliditätsgrad
von 32% nicht zu beanstanden.
4.3.
Taggelder und Renten werden nach dem versicherten Verdienst bemessen (Art. 15
Abs. 1 UVG). Als versicherter Verdienst gilt für die Bemessung der Renten der innerhalb
eines Jahres vor dem Unfall bezogene Lohn (Art. 15 Abs. 2 UVG, vgl. auch Art. 22 der
Verordnung über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]). In Art. 24 UVV hat der
Bundesrat die Bestimmung des massgebenden Lohns für Renten in Sonderfällen
geregelt. Beginnt die Rente mehr als fünf Jahre nach dem Unfall oder dem Ausbruch
der Berufskrankheit, so ist der Lohn massgebend, den der Versicherte ohne den Unfall
oder die Berufskrankheit im Jahr vor dem Rentenbeginn bezogen hätte, sofern er höher
ist als der letzte vor dem Unfall oder dem Ausbruch der Berufskrankheit erzielte Lohn
(Art. 24 Abs. 2 UVV). Die Grundregel von Art. 15 Abs. 2 UVG und Art. 22 Abs. 4 UVV,
wonach für die Rentenberechnung der vor dem Unfall bezogene Lohn massgebend ist,
kann bei steigenden Löhnen zu unbilligen Ergebnissen führen, wenn sich die
Rentenfestsetzung insbesondere wegen einer langen Heilungsdauer verzögert. Die
Sonderregel von Art. 24 Abs. 2 UVV trägt diesem Umstand Rechnung und bezweckt
die Anpassung des versicherten Verdienstes an die normale Lohnentwicklung im
angestammten Tätigkeitsbereich. Daraus folgt, dass im Rahmen von Art. 24 Abs. 2
UVV nicht jeder Bezug zur Grundregel von Art. 15 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 22
Abs. 4 UVV (Massgeblichkeit der Verhältnisse vor dem Unfall) aufgehoben ist. Bei der
Festsetzung des versicherten Verdienstes ist vielmehr beim angestammten
Arbeitsverhältnis anzuknüpfen und Arbeitsverhältnisse, die erst nach dem
Unfallereignis angetreten werden, fallen ausser Betracht. Praxisgemäss erlaubt Art. 24
Abs. 2 UVV lediglich die Anpassung des Verdienstes an die normale Lohnentwicklung
im angestammten Tätigkeitsfeld (BGE 127 V 172, E. 3.b; vgl. auch Urteil des
Bundesgerichts vom 19. August 2011, 8C_237/2011, E. 3.3).
5.1.
Vorliegend ist der versicherte Verdienst unbestritten gestützt auf Art. 24 Abs. 2
UVV festzulegen. Gemäss Angaben in der Unfallmeldung erzielte der Beschwerdeführer
zum Zeitpunkt seines Unfalls im Jahr 1992 einen Grundlohn von Fr. 55'900.-- pro Jahr
5.2.
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(Suva-act. 1-2). Vom 1. Januar 1992 bis zum 25. April 1992 (ein Tag vor dem Unfall) ist
damit von einem Verdienst von Fr. 17'717.-- auszugehen (Fr. 55'900.-- / 366 Tage x
116 Tage). Gemäss IK-Auszug hatte der Beschwerdeführer im Jahr 1991 ein
Einkommen von Fr. 52'325.-- generiert (Suva-act. 175), was für den Zeitraum vom 26.
April bis 31. Dezember 1991 Fr. 35'839.-- (Fr. 52'325.-- / 365 Tage x 250 Tage)
entspricht. Im Jahr vor dem Unfallereignis ist damit von einem Einkommen von Fr.
53'556.-- (Fr. 17'717.-- + Fr. 35'839.--) auszugehen. Die Beschwerdegegnerin passte
dieses Jahreseinkommen an die allgemeine Nominallohnentwicklung bis 2019 an und
berechnete für das Jahr 2019 einen versicherten Verdienst von Fr. 73'130.-- (vgl. Suva-
act. 225). Sie ging dabei von einem falschen Nominallohnindex für das Jahr 1992 aus
(1'669 statt 1'699). Korrigiert würde so ein versicherter Verdienst von Fr. 71'839.--
resultieren (Index 1992: 1'699, Index 2019: 2'279).
Wie der Beschwerdeführer zu Recht geltend macht, ist der versicherte Verdienst
jedoch rechtsprechungsgemäss (vgl. E. 5.1) nicht an die allgemeine
Nominallohnentwicklung anzupassen, sondern an die Lohnentwicklung im
angestammten Tätigkeitsbereich. Der Beschwerdeführer war bereits vor seinem Unfall
und auch danach stets im Bereich der X._ tätig, teilweise als Projektleiter (vgl. Suva-
act. 88-14, 175). In dieser Branche entwickelten sich die Löhne im Vergleich zur
allgemeinen Nominallohnentwicklung überdurchschnittlich, so dass nicht auf letztere
abgestellt werden kann. Das Bundesgericht beschäftigte sich in seinem Urteil vom 15.
Juli 2020, 8C_111/2020, mit einem als X._ tätigen Versicherten. Das
Bundesverwaltungsgericht als Vorinstanz hatte sich auf die LSE, Tabelle T17,
Berufsgruppe 35, "Informations- und Kommunikationstechniker/-innen", gestützt. Das
Bundesgericht wies im Beschwerdeentscheid darauf hin, dass es sich um die
Berufs(haupt)gruppe 3 handle, die das Kompetenzniveau 3 betreffe mit komplexen
praktischen Tätigkeiten, welche ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet
voraussetze. Es beanstandete das Vorgehen der Vorinstanz für einen IT-Spezialisten
grundsätzlich nicht und wich lediglich aufgrund der massiven gesundheitlichen
Einschränkungen des Versicherten und der damit verbundenen Unmöglichkeit,
weiterhin komplexe Tätigkeiten im Informations- und Kommunikationsbereich
auszuführen, davon ab (vgl. E. 7.3.1 f.). Es rechtfertigt sich damit vorliegend, den
versicherten Verdienst gestützt auf die LSE 2018, Tabelle T17, Berufsgruppe 35,
"Informations- und Kommunikationstechniker/-innen", Männer ab 50 Jahren,
festzulegen. Aus dem dort aufgeführten Zentralwert von Fr. 8'086.-- pro Monat bzw. Fr.
97'032.-- pro Jahr ergibt sich bei einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden
pro Woche ein Jahreseinkommen von Fr. 101'156.--. Dieses ist an die
Nominallohnentwicklung der Männer im Wirtschaftszweig "J 58-63, Information und
5.3.
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6.
Weiter umstritten ist die Höhe der Integritätsentschädigung. Die Beschwerdegegnerin
hatte dem Beschwerdeführer bereits 1994 eine solche basierend auf einer
Integritätseinbusse von 20 % zugesprochen (vgl. Suva-act. 203-3). Im angefochtenen
Einspracheentscheid vom 18. August 2020 verneinte sie einen Anspruch auf Erhöhung
derselben (Suva-act. 225). Der Beschwerdeführer beanstandet dies nur insofern, als er
einen Anspruch auf eine höhere Integritätsentschädigung aufgrund seiner
Rückenbeschwerden geltend macht (act. G1). Da diese jedoch nicht überwiegend
wahrscheinlich unfallkausal sind (vgl. E. 2.7), besteht ohnehin kein diesbezüglicher
Anspruch auf eine Integritätsentschädigung. Der entsprechende Antrag ist abzuweisen.
7.
Kommunikation" anzupassen, womit für 2019 (das Jahr vor dem Rentenbeginn) ein
Einkommen von Fr. 101'747.-- (Index 2018: 102.7, 2019: 103.3) resultiert.
Damit ist von einem versicherten Verdienst von Fr. 101'747.-- auszugehen.5.4.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 18. August 2020 insofern gutzuheissen, als der
Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. April 2020 Anspruch auf eine Rente basierend auf
einem Invaliditätsgrad von 32 % und einem versicherten Verdienst von Fr. 101'747.--
hat. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
7.1.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember
2020 gültigen, für das vorliegende Verfahren gemäss Art. 82a ATSG noch
anwendbaren Fassung).
7.2.
Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis
Fr. 15'000.--. Bei vollständigem Obsiegen wäre die Parteientschädigung praxisgemäss
auf Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. Da der
Beschwerdeführer vorliegend jedoch lediglich zu einem Teil obsiegt (höherer
versicherter Verdienst), rechtfertigt es sich, die Parteientschädigung ermessensweise
auf Fr. 2'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu reduzieren.
7.3.
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