Decision ID: 39f8a462-0832-5040-89e4-75ca6375a0f1
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X ist seit dem 3. Oktober 2006 im Besitz des Führerausweises der Kategorie B. Mit
Verfügung vom 10. Januar 2012 entzog ihm das Strassenverkehrsamt St. Gallen den
Führerausweis für die Dauer von 1,5 Monaten, nachdem er am 19. Oktober 2011 ein
Fahrzeug in nicht betriebssicherem Zustand (ungenügendes Profil der Reifen) gelenkt
und am 25. Oktober 2011 die signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h um 17
km/h überschritten hatte.
B.- Am 1. März 2012 lenkte X auf der Seestrasse in Meilen in Fahrtrichtung Zürich
einen Personenwagen, als er um 13.15 Uhr von der Polizei kontrolliert wurde. Da die
Polizisten Cannabisgeruch im Fahrzeug feststellten und ein Drogenschnelltest positiv
verlief, wurde die Entnahme einer Blutprobe angeordnet, welche um 13.50 Uhr im
Spital Männedorf durchgeführt wurde. Das Institut für Rechtsmedizin (IRM) an der
Universität Zürich ermittelte einen THC-Carbonsäure-Gehalt von 160 ng/ml. Die Polizei
nahm X den Führerausweis auf der Stelle ab.
C.- Das Strassenverkehrsamt St. Gallen eröffnete am 20. April 2012 gegenüber X ein
Verfahren zur Abklärung der Fahreignung, kündigte die Anordnung einer
verkehrsmedizinischen Untersuchung an und verbot ihm vorsorglich das Führen von
Motorfahrzeugen ab sofort. Die Untersuchung durch die verkehrsmedizinische
Abteilung des IRM am Kantonsspital St. Gallen wurde mit Zwischenverfügung vom 16.
Mai 2012 angeordnet. Die entsprechenden Untersuchungen fanden am 10. Juli 2012
statt.
Im verkehrsmedizinischen Gutachten vom 3. September 2012 wurde die Fahreignung
von X zufolge verkehrsrelevanten Cannabismissbrauchs mit Suchtgefährdung nicht
befürwortet. Die Gutachter empfahlen die Einreichung des Nachweises einer mittels
monatlicher Urinproben kontrollierten sowie fachlich betreuten Cannabisabstinenz von
mindestens sechs Monaten.
Mit Verfügung vom 2. Oktober 2012 entzog das Strassenverkehrsamt St. Gallen X den
Führerausweis auf unbestimmte Zeit. Aufgrund des Ereignisses vom 1. März 2012
setzte es eine dreimonatige Sperrfrist an (1. März bis 31. Mai 2012). Für die Aufhebung
des Entzugs wurden eine kontrollierte und fachlich betreute Cannabisabstinenz mittels
monatlicher Urinproben (Arzt) von mindestens sechs Monaten und eine
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verkehrsmedizinische Kontrolluntersuchung verlangt. Das Strassenverkehrsamt entzog
einem allfälligen Rekurs die aufschiebende Wirkung.
D.- Am 22. Januar 2013 beantragte X die Wiedererteilung des Führerausweises. Das
Strassenverkehrsamt St. Gallen wies das Gesuch am 29. Mai 2013 ab, da X im Januar
und Februar 2013 keine Urinproben abgegeben hatte. Es teilte ihm mit, dass über die
Wiedererteilung des Führerausweises erst entschieden werden könne, wenn die
Auflagen gemäss Verfügung vom 2. Oktober 2012 während mindestens sechs Monaten
strikte und lückenlos eingehalten worden seien.
E.- Am 13. Dezember 2013 beantragte X erneut die Wiedererteilung des
Führerausweises. Am 10. Februar 2014 wurde am IRM die verkehrsmedizinische
Kontrolluntersuchung durchgeführt. Die Gutachter kamen zum Schluss, dass die
Fahreignung gesamthaft bei eingeleiteter und nachvollziehbarer Verhaltensänderung
mit problementsprechenden Auflagen befürwortet werden könne. Das
Strassenverkehrsamt verfügte am 22. Juli 2014 die Wiedererteilung des
Führerausweises (Ziff. 1 des Rechtsspruchs) mit den Auflagen (Ziff. 2), dass X unter
fachlicher Betreuung (Suchtfachstelle und Arzt) die vollständige, kontrollierte
Cannabisabstinenz mittels monatlicher Urinproben einzuhalten (lit. a) und alle sechs
Monate jeweils im Dezember und Juni den Bericht des Arztes/der Suchtfachstelle, aus
welchem der Verlauf der kontrollierten Abstinenz hervorgehe, einzureichen habe (lit. b).
Weiter wurde festgehalten, dass diese Auflagen auf unbestimmte Zeit Gültigkeit hätten
und eine Aufhebung der Abstinenzkontrolle frühestens in zwei Jahren und nur auf
schriftliches Gesuch hin geprüft werden könne (lit. c).
F.- Gegen diese Verfügung erhob X mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 7. August
2014 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit den Anträgen, die Auflagen
gemäss Ziff. 2 lit. a, b und c seien aufzuheben und dahingehend abzuändern, dass die
vollständige Cannabisabstinenz mittels monatlicher Urinproben einzuhalten sei, die
Nachweise der Urinproben alle sechs Monate lückenlos einzureichen seien, die
Auflagen eine Gültigkeit von zwölf Monaten hätten und nach Ablauf der zwölf Monate
der Führerausweis auf Antrag ohne den Code 101 ausgestellt werde, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Die Vorinstanz liess sich am 10. September 2014 vernehmen.
Sie trug auf Abweisung des Rekurses an.
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Auf die Ausführungen der Beteiligten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 7. August 2014 ist rechtzeitig
eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Der Rekurrent beantragt, die Ziffern 2 lit. a, b und c der angefochtenen Verfügung
vom 22. Juli 2014 seien dahingehend abzuändern, dass er die vollständige
Cannabisabstinenz mittels monatlichen Urinproben (ohne fachliche Betreuung)
einzuhalten habe (lit. a), die Auswertungen der Urinproben (ohne Berichte der
Suchtfachstelle) alle sechs Monate lückenlos einzureichen seien (lit. b) und die
Auflagen eine Gültigkeit von zwölf Monaten hätten, mit dem Code 101 in den
Führerausweis eingetragen würden und nach Ablauf der zwölf Monate der
Führerausweis auf seinen Antrag ohne den Code 101 ausgestellt werde (lit. c).
a) Der Rekurrent begründet seine Anträge im Wesentlichen damit, dass dem Bericht
des Regionalen Beratungszentrums Rapperswil-Jona entnommen werden könne, dass
er die Termine zuverlässig und engagiert wahrgenommen habe. Der Sozialarbeiter sei
zum Ergebnis gelangt, dass sowohl die Wiedererteilung des Führerausweises als auch
eine Lockerung der Auflagen unterstützt werden könne. Eine Lockerung der Auflagen
werde jeweils unterstützt, wenn klar sei, dass eine Beratung nicht mehr notwendig sei.
Eine fachtherapeutische Beratung für mindestens weitere zwei Jahre sei offensichtlich
nicht notwendig und damit unverhältnismässig, weshalb diese Auflage aufzuheben sei.
Der Nachweis der Abstinenz könne auch durch monatliche Urinproben erbracht
werden. Sämtliche seit dem 30. Juni 2012 abgegebenen Urinproben seien negativ auf
Cannabinoide getestet worden. Der Umstand, dass nicht für alle Monate
Testergebnisse vorlägen, sei viel weniger wichtig als die Tatsache, dass sämtliche
Urinproben negativ seien. Hätte er Cannabis konsumiert, hätte man dies in den
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Urinproben erkennen können. Es könne deshalb davon ausgegangen werden, dass er
seit über zwei Jahren keinen Cannabis mehr konsumiere. Er sei bereit, die geforderten
monatlichen Urinproben abzugeben. Damit könne das Ziel der Vorinstanz, die
Verkehrssicherheit, durch eine mildere Massnahme erreicht werden. Diese Massnahme
unbeschränkt zu erlassen, verletze das Verhältnismässigkeitsprinzip. Gemäss
Bundesgericht sei eine Beschränkung auf rund zwölf Monate normal. Er habe die Sucht
überwunden und seit fast zwei Jahren die Abstinenz vom Cannabiskonsum
nachgewiesen, weshalb eine Beschränkung auf zwölf Monate gerechtfertigt sei. Eine
zeitlich darüber hinausgehende Auflage sei nicht erforderlich und verletze das
Verhältnismässigkeitsprinzip.
b) Die Vorinstanz hält dem entgegen, dass der Rekurrent die in der Verfügung vom
2. Oktober 2012 geforderte, mindestens sechsmonatige kontrollierte und fachlich
betreute Cannabisabstinenz nicht erfülle. Er sei lediglich während drei Monaten (April
bis Juni 2014) in fachtherapeutischer Betreuung gewesen. Die Befürwortung der
Fahreignung des Verkehrsmediziners im Kurzgutachten vom 2. Juli 2014 sei äusserst
wohlwollend. Dem Antrag um Lockerung der von den Gutachtern empfohlenen
Auflagen könne derzeit nicht entsprochen werden. Daran ändere auch der Bericht des
Beratungszentrums vom 17. Juni 2014 nichts.
3.- Gemäss Art. 17 Abs. 3 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: SVG)
kann der auf unbestimmte Zeit entzogene Führerausweis bedingt und unter Auflagen
wiedererteilt werden, wenn eine allfällige gesetzliche oder verfügte Sperrfrist
abgelaufen ist und die betroffene Person die Behebung des Mangels nachweist, der
die Fahreignung ausgeschlossen hat. Die Behörde kann somit den Führerausweis im
Interesse der Verkehrssicherheit bedingt und unter Auflagen wiedererteilen, wenn sie
davon ausgeht, dass zwar der Nachweis der Mangelbehebung erbracht ist, sie jedoch
Zweifel hat, ob die Fahreignung auch künftig nachhaltig sichergestellt ist. Solche
Auflagen, die mit der Wiedererteilung von Ausweisen nach Sicherungsentzügen
verbunden werden, dienen der Kontrolle, ob Erkrankungen, Süchte oder
Charaktermängel, welche die Fahreignung ausschliessen, tatsächlich nicht mehr
vorhanden sind. Zur Frage, wie diese Auflagen auszugestalten und wie lange sie
aufrechtzuerhalten sind, stellt das Gesetz keine Regeln auf. Wie alle
Nebenbestimmungen müssen indes auch Auflagen, die gestützt auf Art. 17 Abs. 3 SVG
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verfügt werden, vor dem Verhältnismässigkeitsprinzip standhalten. Demnach muss eine
Auflage geeignet, das heisst auf die konkreten Umständen angepasst, sowie zwecks
Überwachung der Fahreignung notwendig und für den Betroffenen zumutbar sein;
zudem muss sie erfüllt und kontrolliert werden können (BSK SVG-Rütsche/Weber, Art.
17 N 28 f.)
4.- Mit Verfügung vom 2. Oktober 2012 (Sicherungsentzug des Führerausweises)
wurden dem Rekurrenten die Bedingungen für die Aufhebung des
Führerausweisentzugs mitgeteilt. Demnach hatte er eine kontrollierte und fachlich
betreute Cannabisabstinenz von mindestens sechs Monaten nachzuweisen (vgl. act.
14 S. 57-59). Als er am 22. April 2013 erstmals ein Gesuch um Wiedererteilung des
Führerausweises stellte, hatte er keine fachtherapeutische Beratung besucht. Die
Vorinstanz wies ihn mit Schreiben vom 29. Mai 2013 darauf hin, dass über eine
Wiedererteilung des Führerausweises erst entschieden werden könne, wenn er die
Auflagen während mindestens sechs Monaten strikte und lückenlos eingehalten habe.
Am 13. Dezember 2013 stellte der Rekurrent erneut ein Gesuch um Wiedererteilung
des Führerausweises. Obwohl er auch zu diesem Zeitpunkt noch keine Fachtherapie
besucht hatte, bot ihn die Vorinstanz zur verkehrsmedizinischen Kontrolluntersuchung
auf. Diese fand am 10. Februar 2014 statt. Nach dieser Untersuchung besuchte der
Rekurrent beim regionalen Beratungszentrum Rapperswil-Jona in der Zeit von April bis
Juni 2014 eine fachtherapeutische Beratung. Der Bericht über die Fachtherapie
bestätigt dem Rekurrenten zwar einen positiven Beratungsprozess. Trotz alledem
besuchte der Rekurrent nur während drei statt während einem Zeitraum von sechs
Monaten eine Fachtherapie.
Für eine positive Verkehrsprognose bedarf es nicht nur der günstigen Veränderung der
körperlichen Befunde, sondern insbesondere auch eines grundlegenden
Einstellungswandels und eines entsprechenden Problembewusstseins, die es
wahrscheinlich machen, dass die betroffene Person auch in Zukunft abstinent bleibt.
Ohne fachspezifische Therapie ist dieser Zustand in aller Regel jedoch nicht zu
erreichen. Die wissenschaftlich erwiesene erhebliche Rückfallgefahr bei
missbräuchlichem Konsum oder Abhängigkeit von Drogen rechtfertigt die Forderung
nach einer totalen Drogenabstinenz, welche gewöhnlich nur mittels einer adäquaten
Therapie zu erlangen ist (Liniger, Drogen, Medikamente und Fahreignung, in:
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Arbeitsgruppe Verkehrsmedizin [Hrsg.], Handbuch der verkehrsmedizinischen
Begutachtung, 1. Aufl. 2005, S. 34). Auch nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist
bei Suchtleiden die Wiedererteilung des Führerausweises an die Einhaltung einer
befristeten ärztlich kontrollierten Abstinenz mit therapeutischer Begleitung zu knüpfen
(Rütsche/Weber, a.a.O., Art. 17 N 30, Urteil des Bundesgerichts [BGer] 1C_26/2011
vom 25. Juli 2011 E. 4.1). Gleiches wurde dem Rekurrenten im Infoblatt des
Strassenverkehrsamtes zum Abstinenznachweis mitgeteilt (abrufbar unter:
www.stva.sg.ch). Um im Interesse der Verkehrssicherheit sicherzustellen, dass der
Rekurrent auch in Zukunft abstinent bleibt, ist es deshalb erforderlich, dass er während
eines ausreichenden Zeitraums eine fachtherapeutische Beratung besucht. Die Dauer
der bisherigen Therapie von drei Monaten ist zu kurz, weshalb es notwendig ist, dass
er sich weiterhin in eine Beratung begibt. Zudem bestätigte der Sozialarbeiter des
regionalen Beratungszentrums Rapperswil-Jona – entgegen der Meinung des
Rekurrenten – nicht, dass eine fachtherapeutische Beratung nicht mehr nötig sei,
sondern er stellte dies lediglich in Frage. Weiter spricht er von einer Reduzierung und
nicht von einer Aufhebung der Auflage (vgl. act. 8). Unter Würdigung aller Umstände
erscheint die Weiterführung der fachtherapeutischen Beratung als erforderlich,
angemessen und verhältnismässig.
5.- a) Die Vorinstanz hielt in der angefochtenen Verfügung fest, dass die angeordneten
Auflagen auf unbestimmte Zeit Gültigkeit hätten und mit dem Code 101 in den
Führerausweis eingetragen würden. Eine Aufhebung der Abstinenzkontrolle könne
frühestens in zwei Jahren und nur auf schriftliches Gesuch hin überprüft werden.
Auflagen werden im Interesse der Verkehrssicherheit angeordnet und dienen der
Kontrolle, ob der Mangel, welche die Fahreignung ausgeschlossen hatte, tatsächlich
nicht mehr vorhanden ist (vgl. Ziff. 3). Die Verkehrssicherheit wäre gefährdet, würden
solche Auflagen nach einem gewissen Zeitablauf einfach so dahinfallen. Vielmehr muss
die betroffene Person erst beweisen, dass sie die Auflagen eingehalten hat. Deshalb
macht es Sinn, dass die Vorinstanz die Auflagen auf unbestimmte Zeit anordnet. Die
Auflagen sind aber dennoch in dem Sinn befristet, als dass sie nach einer
Mindestdauer auf Gesuch hin überprüft und gegebenenfalls aufgehoben werden, unter
der Bedingung, dass sie eingehalten worden sind und keine Zweifel an der künftigen
Fahreignung der betroffenen Person mehr bestehen. Ansonsten gelten sie weiter.
Dauern die Auflagen über die Mindestdauer hinaus, so ist dies in der Regel dem
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Verhalten der betroffenen Person zuzuschreiben. Diese hat es letztlich in der Hand, wie
lange die Auflagen – abgesehen von der Mindestdauer – bestehen bleiben. Dem Antrag
des Rekurrenten, dass die Auflagen nach Ablauf von zwölf Monaten auf seinen Antrag
hin aufgehoben werden, kann deshalb nicht entsprochen werden. Zu prüfen bleibt, ob
die von der Vorinstanz angeordnete Mindestdauer von zwei Jahren angemessen ist.
b) Entgegen der Meinung des Rekurrenten bezeichnet das Bundesgericht eine
Beschränkung der Auflagen auf zwölf Monate nicht als "normal", sondern es spricht
von einer "mindestens einjährigen kontrollierten Abstinenz" (BGE 127 II 122 E. 3b, BGer
1C_243/2010 vom 10. Dezember 2010 E. 2.2). Auf dem Infoblatt des
Strassenverkehrsamtes zum Abstinenznachweis ist festgehalten, dass nach
Wiedererteilung des Führerausweises in der Regel während ein bis drei Jahren eine
kontrollierte und fachtherapeutisch begleitete Abstinenz einzuhalten ist. Grundsätzlich
ist bei einer Drogenabhängigkeit oder einem verkehrsrelevanten Drogenmissbrauch die
Wiedererteilung des Führerausweises mit folgenden Drogenabstinenz-Auflagen zu
verbinden: ein weiteres Jahr Abstinenz und daran anschliessend – bei bisher
durchwegs positivem Verlauf – zusätzlich zwei Jahre Beobachtungszeit. Während der
Beobachtungszeit ist eine Therapie nicht mehr zwingend erforderlich ist, sondern nur
noch Urinproben-Kontrollen. Bei einem abhängigen oder verkehrsrelevanten
missbräuchlichen Cannabiskonsum gelten die gleichen Richtlinien wie für andere
Drogen (Liniger, a.a.O., S. 34 f. und 37).
aa) Im Bericht des regionalen Beratungszentrums Rapperswil-Jona vom 17. Juni 2014
führt der Sozialarbeiter aus, der Rekurrent habe die Termine zuverlässig
wahrgenommen. Aus den Erkenntnissen seiner früheren Lebenssituation habe er die
Schlussfolgerungen für ein abstinentes Leben getroffen. Der Konsum von Cannabis
liege schon länger zurück. Mit dem Cannabiskonsum habe er auf stressbedingte
Umstände reagiert. Ihm sei aber auch bewusst geworden, dass der Cannabiskonsum
diverse negative Auswirkungen gehabt habe. Heute gelinge es ihm,
Spannungszustände anderweitig zu bewältigen, beispielsweise mit Sport. In den
letzten Jahren habe er in seinem Leben neue Prioritäten gesetzt. So wolle er bald mit
seiner Freundin zusammenziehen und eine Familie gründen. Insgesamt könne der
Beratungsprozess als positiv beurteilt werden. Aufgrund dieser Ausführungen als auch
im Lichte der Fachmeinung scheint eine Mindestdauer von zwei Jahren für die
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fachtherapeutische Beratung als unverhältnismässig. Sie ist deshalb auf ein Jahr zu
reduzieren.
bb) Dem Rekurrenten ist zwar zu Gute zu halten, dass sämtliche seit dem 30. Juni 2012
abgegebenen Urinproben negativ auf Cannabinoide getestet worden sind. Die
Testergebnisse liegen jedoch unregelmässig und nicht für jeden Monat vor. Obwohl
aufgrund der verzögerten Ausscheidung der Cannabis-Stoffwechselprodukte eine
Urinprobe bis zu mehreren Wochen nach dem letzten Cannabiskonsum positiv
ausfallen kann, ist trotzdem nicht ganz auszuschliessen, dass der Rekurrent aufgrund
eines Cannabiskonsums in den entsprechenden fehlenden Monaten keine Probe
abgegeben hat. Die von der Vorinstanz angeordnete Mindestdauer von zwei Jahren
scheint aufgrund dessen und unter Berücksichtigung der Fachmeinung für die
monatlichen Urinkontrollen als angemessen und verhältnismässig.
6.- Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Weiterführung der fachtherapeutischen
Beratung angezeigt erscheint, die Mindestdauer jedoch auf ein Jahr reduziert werden
kann. Die Mindestdauer für die Abgabe der monatlichen Urinproben ist hingegen bei
zwei Jahren zu belassen. Der Rekurs ist dementsprechend teilweise gutzuheissen. Die
Ziffer 2 lit. c der angefochtenen Verfügung ist folgendermassen abzuändern: "Diese
Auflagen haben auf unbestimmte Zeit Gültigkeit und werden mit Code 101 in Ihren
Führerausweis eingetragen. Eine Aufhebung der fachtherapeutischen Beratung kann
auf schriftliches Gesuch hin frühestens in einem Jahr, die Abstinenzkontrolle mittels
monatlichen Urinproben auf schriftliches Gesuch hin frühestens in zwei Jahren
überprüft werden." Im Übrigen ist der Rekurs abzuweisen.
7.- Mit den Auflagen soll sichergestellt werden, dass der Rekurrent zum Schutz der
Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer nur in fahrfähigem Zustand ein
Motorfahrzeug lenkt. Dieser Zweck wäre gefährdet, müsste der Rekurrent diese
Auflagen während eines Beschwerdeverfahrens nicht einhalten. Einer allfälligen
Beschwerde ist deshalb die vom Gesetz vorgesehene aufschiebende Wirkung zu
entziehen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 51 VRP).
8.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten von Fr. 1'200.– zu
zwei Dritteln vom Rekurrenten und zu einem Drittel vom Staat zu tragen (Art. 95 Abs. 1
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VRP, Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss
von Fr. 1'200.– ist bis zum Betrag von Fr. 800.– zu verrechnen und im Restbetrag von
Fr. 400.– zurückzuerstatten.
Bei diesem Verfahrensausgang ist keine ausseramtliche Entschädigung zuzusprechen
(Art. 98 VRP).