Decision ID: db9a13de-05bb-4f1e-be64-753a048bb3dd
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1956, ist Bauingenieur HTL. Er ist einziges Mitglied des Verwaltungsrats
der
A._
AG Ingenieurbüro
sowie – zusammen mit seiner Ehefrau
-
Gesellschafter der
B._
GmbH, welche
Unternehmen
im Im
mobilienbereich
/Baubranche
tä
tig sind. Bei beiden Gesell
s
chaften sind
X._
und s
eine Ehefrau
angestellt bzw.
unselbständig erwerbstätig (Urk. 7/
8
). Mit Steuermeldung vom
9. Juni 2015 meldete das Steueramt des Kantons Zürich der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
Ausgleichskasse
,
für das Jahr 2010 ein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit in Höh
e von Fr. 944'374.
--
sowie ein im
Betrieb investiertes Eigenkapital in Höhe von Fr. 10'822'400.-- (Urk. 7/6).
Nach Ei
nholen von Auskünften bei X._
, welcher
am 13. August 2015
gegenüber der Ausgleichskasse
angab
, dass er und seine Ehefrau im Steuerjahr 2010 nie selbständig (sondern nur unselbständig
) erwerbstätig
gewesen sei
en
(Urk.
7/8
/5
)
,
sowie
von
ergänzenden
Angaben
bei
der Steuerverwaltung, welche
in ihrer
Stellungnahme vom
4.
November 2015
im We
sentlichen
ausführte
, dass
bei der direkten Bundessteuer eindeutig gewerbsmäs
siger Liegensch
aftshandel vorliege (Urk. 7/10
/3-4
), erliess
die Ausgleichskasse
am 23. Dezember 2015
eine Beitragsverfügung, mit welcher sie
gestützt auf die Steu
ermeldung
vom 9.
Juni 2015
von X._
Beiträge
für
Selbständiger
werbende
für das Jahr 2010
in Höhe von Fr
.
77'937.
--
forderte (
einschliesslich Verwaltungskosten;
Urk.
7/12).
Dagegen erhob X._
am
28.
Januar 2016 Einsprache (Urk. 7/15), welche die Ausgleichskasse mit
Einspracheentscheid
vom 2
8.
November 2016 abwies (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess X._
hierorts mit Ei
ngabe vom 12. Januar 2017 (Urk.
1) Beschwer
de erheb
en mit den
Antr
ä
g
en
, die Beitragsverfügung vom 2
3.
Dezember 2015
(richtig: der
Einspracheentscheid
vom 2
8.
November 2016)
sei aufzuheben und die bereits bezahlten Sozialversicherungsbeiträge und Verzugszinsen seien zurückzuerstatten (1.),
eventualiter
seien die Sozialversicherungsbeiträge neu zu berechnen und die Verzugszinsen entsprechend anzupassen;
zuviel
bezahlte So
zialversicherungsbeiträge und Verzugszinsen seien zurückzuerstatten (2.); unter Kosten- und Entschädigungsfolge (Urk. 1 S. 1).
Mit Vernehmlassung vom 8. Februar 2017 stellte die Ausgleichskasse Antrag auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
9.
Februar 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
hat die Ausgleichskasse allein über die persönlichen Beiträge des Beschwerdeführers für das Beitragsjahr 2010 entschie
den (
Urk.
2). Soweit der Beschwerdeführer daher auch Anträge bezüglich Ver
zugszinsen stellt, fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand, weshalb insoweit auf die Beschwerde nicht einzutreten ist (vgl. zum Ganzen etwa BGE 131 V 164
E. 2.1).
2.
2
.1
Gemäss
Art.
4
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenver
sicherung
(
AHVG
)
schulden die erwerbstätigen Versicherten Beiträge auf dem aus einer unselbständigen oder selbständigen Erwerbstätigkeit fliessenden Einkom
men. Nach
Art.
9
Abs.
1 AHVG ist Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit jedes Erwerbseinkommen, das nicht Entgelt für in unselbständiger Stellung ge
leistete Arbeit darstellt. Als selbständiges Einkommen gelten laut
Art.
17
der Ver
ordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(
AHVV
)
alle in selb
ständiger Stellung erzielten Einkünfte aus einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- und Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien Beruf, sowie aus jeder ande
ren selbständigen Erwerbstätigkeit, einschliesslich der Kapital- und Überfüh
rungsgewinne nach
Art.
18
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Direkte Bundes
steuer
(
DBG
)
und der Gewinne aus der Veräusserung von land- und forstwirt
schaftlichen Grundstücken nach
Art.
18
Abs.
4 DBG, mit Ausnahme der Ein
künfte aus zu Geschäftsvermögen erklärten Beteiligungen nach
Art.
18
Abs.
2 DBG. Nicht unter den Begriff der selbständigen Erwerbstätigkeit im Sinne von
Art.
9
Abs.
1 AHVG und
Art.
17 AHVV fällt die blosse Verwaltung des eigenen Vermögens. Der daraus resultierende reine Kapitalertrag unterliegt daher nicht der Beitragspflicht. Gleiches gilt in Bezug auf Gewinne aus privatem Vermögen, welche in Ausnützung einer zufällig sich bietenden Gelegenheit erzielt worden sind. Anderseits stellen Kapitalgewinne aus der Veräusserung oder Verwertung von Gegenständen des Privatvermögens, wie Wertschriften oder Liegenschaften, auch bei nicht buchführungspflichtigen (Einzel-) Betrieben, Einkommen aus selb
ständiger Erwerbstätigkeit dar, wenn und soweit sie auf gewerbsmässigem Handel beruhen (
BGE 125 V 383
E. 2a mit Hinweisen).
Indizien für gewerbsmässigen Grundstückhandel sind namentlich das
systemati-sche
oder planmässige Vorgehen, insbesondere das Bemühen, die Entwicklung des Marktes zur Gewinnerzielung auszunutzen, ein enger Zusammenhang mit der
beruflichen Tätigkeit des Steuerpflichtigen sowie ganz allgemein der Einsatz spe
zieller Fachkenntnisse, die Verwendung bedeutender fremder Mittel zur Finan
zierung der Grundstückkäufe, die Wiederanlage der erzielten Gewinne in neuen Grundbesitz oder die Häufung von Grundstückkäufen und -verkäufen sowie eine kurze
Besitzesdauer
(vgl. Urteil des damaligen Eidgenössischen
V
ersicherungsge
richts H 36/03 vom
7.
Juni 2004 E. 4.3 mit Hinweisen).
2
.2
Gemäss der Rechtsprechung stellt die Vermietung von
(unmöblierten)
Wohnun
gen eines sogenannten Renditenhauses Vermögensverwaltung dar, wenn und so
weit diese Tätigkeit sich auf die Erzielung der Erträgnisse des Vermögensobjekts an sich beschränkt und nicht betrieblichen Charakter hat (BGE 111 V 81 E. 2a, 110 V 83 E. 5a, je mit Hinweisen; ZAK 1987 S. 519 E. 3a mit Hinweisen). Gleich verhält es sich mit der Vermietung von Geschäftsräumlichkeiten. Dagegen erhält die Vermietertätigkeit dann betrieblichen Charakter, wenn sie die blosse Gebäu
deverwaltung übersteigt (BGE 110 V 83 E. 5a; ZAK 1987 S. 519 E. 3a). Für die beitragsrechtliche Abgrenzung von blosser (privater) Vermögensverwaltung und betrieblicher (gewerbsmässiger) Nutzung ist das in einer Liegenschaft investierte Fremdkapital grundsätzlich nur massgebend, wenn der Versicherte eine Tätigkeit ausübt, die auch Kapitalinvestitionen verlangt, wie der Kauf und Verkauf von Grundstücken. Dagegen kommt diesem Kriterium keine entscheidende Bedeutung zu, wenn die Tätigkeit sich darauf beschränkt, aus einer eigenen Liegenschaft Mietzinseinnahmen zu erzielen. In einem solchen Fall ist die Herkunft der Mittel für den Erwerb des Vermögensobjektes – Darlehen oder eigene Gelder – von un
tergeordneter Bedeutung, wenn auch der Umstand, dass jemand ohne anlagebe
dürftiges eigenes Vermögen beziehungsweise unter Inanspruchnahme fremder Gelder Häuser besitzt und bedeutendes Einkommen aus Vermietungen erzielt, ge
legentlich doch ein Indiz gegen blosse Vermögensverwaltung sein kann (BGE 111 V 81 E. 2b; ZAK 1987 S. 202 E. 4b). Dies ist namentlich dann der Fall, wenn diese Einkommensquelle in einem wirtschaftlichen Zusammenhang mit einer haupt- oder nebenberuflich ausgeübten erwerblichen Tätigkeit, wie beispielsweise Lie
genschaftshandel, steht und dem Besitz von Liegenschaften sowie deren Vermie
tung nicht eindeutig eine davon unabhängige Funktion zukommt. Unter solchen Umständen erscheint die Vermietertätigkeit als wirtschaftliche Folge der haupt- oder nebenberuflich gewerbsmässig ausgeübten Tätigkeit in der Bau- oder Im
mobilienbranche und nicht als blosse Kapitalanlage in Immobilien (
Pra
. 1997 Nr. 80 S. 409 f. E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 9C_803/2011 vom 23. August 2012 E. 3.4).
2
.3
Das Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit und das im Betrieb einge
setzte eigene Kapital wird von den kantonalen Steuerbehörden ermittelt und den Ausgleichskassen gemeldet (
Art.
9
Abs.
3 AHVG). Die Angaben der kantonalen Steuerbehörden sind für die Ausgleichskassen verbindlich (
Art.
23
Abs.
4 AHVV). Die absolute Verbindlichkeit der Angaben der Steuerbehörden für die Ausgleichs
kasse und die daraus abgeleitete relative Bindung des Sozialversicherungsgerichts an die rechtskräftigen Steuertaxationen sind auf die Bemessung des massgeben
den Einkommens und des betrieblichen Eigenkapitals beschränkt. Diese Bindung betrifft also nicht die beitragsrechtliche Qualifikation und beschlägt daher nicht die Fragen, ob überhaupt Erwerbseinkommen und gegebenenfalls solches aus selbständiger oder unselbständiger Tätigkeit vorliegt und ob die Person, die das Einkommen bezogen hat, beitragspflichtig ist. Somit haben die Ausgleichskassen ohne Bindung an die Steuermeldung aufgrund des Rechts der Alters- und
Hin
terlassenenversicherung
zu beurteilen, wer für ein von der Steuerbehörde gemel
detes Einkommen beitragspflichtig ist (
BGE 121 V 80
E. 2c
). Das gilt namentlich auch für die Qualifikation eines Vermögensbestandteils als Privat- oder Ge
schäftsvermögen, zumal diese Unterscheidung steuerrechtlich häufig ohne Belang ist, da steuerrechtlich der Ertrag sowohl aus Privat- als auch aus Geschäftsver
mögen steuerbar ist. Die Steuermeldung ist daher mit Bezug auf den Vermögens
ertrag keine zuverlässige Grundlage für die AHV-Beitragsfestsetzung, weshalb die Qualifikation als beitragsfreier Kapitalertrag auf Privatvermögen oder beitrags
pflichtiges Einkommen aus Geschäftsvermögen im Beitragsfestsetzungsverfahren erfolgen muss. In Bezug auf den Vermögensgewinn ist demgegenüber auch steu
errechtlich die Unterscheidung von Geschäfts- und Privatvermögen von Bedeu
tung, weshalb sich die AHV-Behörden in der Regel auf die Steuermeldung ver
lassen können und eigene nähere Abklärungen nur dann vornehmen müssen, wenn sich ernsthafte Zweifel an der Richtigkeit der Steuermeldung ergeben (
BGE 134 V 250
E. 3.3
mit Hinweisen).
3
.
3
.1
Die Ausgleichskasse führte im angefochtenen
Einspracheentscheid
unter Hinweis
auf die Ausführungen
des Steueramtes
in
dessen
Stellungnahme vom 4.
Novem
ber 2015
zur Hauptsache aus, dass der Beschwerdeführer als gewerbsmässiger
Liegenschaftenhändler
einzustufen sei. Daran ändere weder, dass er keinen Marktauftritt habe noch
,
dass er seinen Lebensunterhalt aus unselbständiger Er
werbs
t
ätigkeit bestreite. In Bezug auf die im Jahr 2010 erzielten Grundstückge
winne sei er daher klar als
Liegenschaftenhän
dler
zu betrachten
. Die Steuermel
dung müsse
als verbindlich betrachtet werden
,
zumal keine Anzeichen für das Vorhandensein offensichtlicher Irrtümer
oder sachliche Umstände
vorlägen
, die steu
e
rrechtlich belanglos, sozialversicherungsrechtlich aber bedeutsam seien und daher eine Änderung der Steuermeldung bedingen würden
(Urk.
2)
.
3
.2
Dagegen bringt der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, dass er zwar
in den Jahren 1999 bis 2001
im Rahmen einer Beteiligung an einem Konsortium an der Überbauung und am Verkauf von Liegenschaften beteiligt gewesen sei, was ent
sprechend als Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit deklariert worden sei. Daraus zu schliessen, dass
dad
u
r
ch sämtliche zur privaten Kapitalanlage er
worbenen Immobilien zum Geschäftsvermögen gehören würden, sei jedoch falsch.
Vielmehr spreche die Gesamtheit der massgebenden Umstände dafür, dass die Liegenschaften der privaten Kapitalanlage zuzuordne
n seien, zumal - bis auf einen Gelegenheitsv
erkauf im
Jahr
2015 - keine Veräusserung stattgefunden habe. In steuerlicher Hinsicht sei die Qualifikation mangels Relevanz nie ab
schliessend geklärt worden. Eventualiter sei die Zuordnung der einzelnen Liegen
schaften zum Privat- bzw. Geschäftsvermögen zu überprüfen. Dies gelte insbe
sondere für die Liegenschaften, die sich im hälftigen Miteigentum
seiner Ehefrau befinden würden. Bezüglich dieser Liegenschaften
sei
der auf
die Ehefrau
entfal
lende Ertrag
ebenfalls
aus der Bemessungsgrundlage zu entfernen
(
Urk.
1)
.
4
.
D
em a
ngefochtenen Entscheid
liegt
im W
esentlichen
die
Stellungnahme des Kan
tonalen Steueramtes Zürich vom
4.
November 2015
zugrunde. Darin wurde
– nach allgemeinen Ausführungen zur Abgrenzung privater Vermögensverwaltung von selbständiger Erwerbstätigkeit (Liegenschaftshandel) – in Bezug auf den Be
schwerdeführer
w
as
folgt ausgeführt (Urk.
7/
10
S. 3 f.
):
„
Die vom Steuerpflichtigen
beherrschte Gesellschaft A._
AG bezweckt die Aus
führung von Ingenieurarbeiten für Hoch- und Tiefbauten aller Art inklusive Bauleitun
gen. Auch die vom Pflichtigen gehaltenen S
tammanteile der Gesellschaft B._
GmbH betreibt die Ausführung von Planungs- Bauleitungs- und Generalunternehmungsaufträ
gen jeglicher Art sowie Erwerb, Verwaltung und Veräusserung von Immobilien und Ver
mögenswerten im In- und Ausland. Der Steuerpflichtige selbst ist Bauingenieur HTL von Beruf. Der Pflichtige verfügt somit zweifelsfrei über spezielle Fachkenntnisse bezüglich Immobilien. Auch die Realisierung im Rahmen einer Personengesellschaft mit der Über
bauung
C._
ist vorliegend gegeben. Zusätzlich wird auf das Schre
i
ben des Ver
treters vom 1
0.
September 2013 verwiesen, betreffend damaligem Nachsteuer- und Bus
senverfahren, in welchem der Vertreter folgendes geschrieben hat: es wäre stossend (Me
thodendualismus)
,
wenn die Steuerbehörde einerseits seine privat erworbenen
Liegen
schaften dem Geschäftsvermögen
zuordnet, weil diese für die Auslastung seines Geschäf
tes diente, andererseits ihm aber Spezialrabatte verwehren will, welche er für diese Ge
schäftsa
uslastung sich privat gewährt.
Damit ist erstellt, dass in erheblichem Ausmass Eigenleistungen getätigt wurden und ein enger Zusammenhang der Liegenschaften mit den Ges
c
häften bzw
.
der beruflichen Tätigkeit des Steuerpflichtig
en besteht. Bereits in den früh
eren Steuerperioden
, insbes.
1999, 2000 und 2001 wur
d
e
beim Pflichtigen Ein
kommen aus gewerbsmässigem
Liegenschaftenhandel
besteuert. Es ist auch zu erwähnen, dass der Pflichtige bzw
.
Vertreter bereits des
Ö
fteren darauf hingewiese
n
wurden (vgl. Schreiben vom 1
9.
Juni 2001 und
8.
September 2005 des Kantonalen Steueramtes Zü
rich)
,
dass sich diese Liegenschaften im Geschäftsvermögen befinden und für die Tätig
keit im Bereich des
Liegenschaftenhandels
eine Buchführungspflicht besteht. Aufgrund von diesen und noch weiteren Gegebenheiten
liegt im Sinne der Rechtsprechung bei der direkten Bundessteuer eindeutig ein gewerbsmässiger
Liegenschaftenhandel
vor
“.
5
.
5
.1
Vorwegzuschicken ist, dass d
er Auffassung der Verwaltung, wonach sie an die Angaben der kantonalen Steuerbehörde gebunden sei, in dieser Form nicht
ge
folgt werden kann,
wird doch
die beitragsrechtliche Qualifikation
eines Einkom
mens von der absoluten
Verbindlichkeit der Angaben der Steuerbehörden
(Steu
ermeldungen) nicht
erfasst (E.
2.3
hievor
).
Vorliegend stehen
- entgegen den Aus
führungen im angefochtenen Entscheid, worin
von
„
Liegenschaftsgewinnen
“
die Rede ist (
vgl. insbesondere
Urk.
2 S
.
4)
–
soweit
ersichtlich -
Vermögen
s
erträge
(
Liegenschaft
en
erträge
) zur Frage
, hat
der Beschwerdeführer
doch
nach
unbestrit
ten
ge
b
l
ie
b
enen
Angaben
im
streitbetroffenen
Jahr 2010
keinen Liegenschafts
verkauf getätigt bzw
.
kein
e
n Grundstückgewinn erzielt (
Urk.
1 S.
4
; vgl.
auch
in E.
4 hie
r
vor erwähnte
Stellungnahme
des
kantonalen
Steueramtes
vom
4.
No
vember 2015 zur Steuermeldung 2010
,
worin
betreffend das
Jahr 2010
keine
Lie
genschaften
v
erkä
uf
e
erwähnt
werden
)
.
Liegen der Steuermeldung
demzufolge
Er
träge aus
Liegenschaftenbesitz
zugrunde
,
hätte die Verwaltung
die Qualifikation
(
als beitragsfreier Kapitalertrag auf Privatvermögen oder beitragspflichtiges Ein
kommen aus Geschäftsvermögen
)
im Beitragsfestsetzungsverfahren
selber vor
nehmen müssen.
Dies gilt um
so mehr
,
als – wie der Beschwerdeführer geltend macht –
im Steuerverfahren
über diese
Zuordnung
bislang nicht
abschliessend
entschieden worden ist.
5
.
2
5.2.1
Vorliegend enthalten die Akten
–
neben der
erwähnten
Stellungnahme des
Steu
eramtes
–
zur Hauptsache
d
ie
private
Steuererklärung
der Eheleute
X._
für das Jahr 2010
(
Urk.
7/20
). Daraus geht
in tatsächlicher Hinsicht
hervor
,
dass
der Be
schwerdeführer bzw. die Eheleute
X._
im Jahr 2010
über ein
Immobilien
-
Port
e
feu
i
lle
von
dreizehn
Liegenschaften
verfügten
,
und dass
sie
aus der Vermietung
derselben
Miet-
oder Pachtz
inseinnahmen
e
rzielten
(U
r
k.
7/
20 S.
5 ff.
)
.
5.
2.2
Zwar hat
der
B
eschwerdeführer
infolge seiner beruflichen Tätigkeit
als Bauinge
nieur
HTL
sowie Gesellschafter bzw. Organ von Gesellschaften, die in der Bau
branche tätig sind,
unbestrittenermassen eine
grosse
N
ähe
zur Bau- bzw.
Immo
bil
i
en
branche.
Ebenfalls unstreitig und
aufgrund der Akten ersichtlich
ist
, dass
er
in früheren Jahren
als
Liegenschaftenhändler
tät
i
g
und
steuer- bzw
.
beitrags
pflichtig
war
(vgl.
etwa
Urk.
7/4
)
.
Auch
vor diesem Hintergrund sowie unter Be
rücksichtigung der Tatsache, dass er
nach Ausführungen seines Vertreters
i
m
L
aufe der Zeit
einige –
in den Akten
nicht näher bezeichnete - Liegenschaften
erwarb, die
zur besseren Ausl
a
s
tung
der
von ihm
beherrschten
Gesellschaften
dienten
(vgl.
Urk. 7/10 S.
9
)
,
kann
nicht
grun
d
sätzlich
ausgeschlossen
werden
, dass
ein Teil der
von ihm gehaltenen
L
iegenschaften
dem P
rivat
vermögen zuzu
ordnen
ist
. Dies muss schon daher gelten, als
selbst bei gegebenen
Liegenschaf
tenhandel
der
Betroffene
Liegenschaften im Privatvermögen halten kann, soweit sie nicht als Vorratsimmobilien für den Liegenschaftsbetrieb erworben wurden
(vgl.
[steuerrechtliches]
Urteil des Bu
ndesgerichts 2C_866/2016 vom 6.
Juni 2017 E
.
3.3)
bzw. soweit sie als Wohn- oder Ferienhaus klar privat genutzt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_803/2011 vom 2
3.
August 2012 E. 4.3).
5.2.3
Vorliegend ist
allerdings festzustellen, dass die
Akten
– bis auf
wenige Ausnah
men (
Urk.
1 S.
6
unten
)
–
keinerlei
objek
t
bezogene
n
Ang
aben
zu den einzelnen L
i
egenschaften
enthalten
(wie etwa
Mittelherkunft, Erwerbsmotiv, Zweckbestim
mung,
Besitzesdauer
, wirtschaftlicher
Zusammenhang mit einer erwerblichen Tä
tigkeit
)
. Somit
fehlt es an Indizien, aufgrund welcher
beurteilt
werden könnte,
b
ezüglich
welche
r
Liegenschaften
allenfalls
ei
n
Zusammenhang
zu
einer
selb
ständigen
/erwerblichen
Tätigkeit
besteht
.
Dies gilt auch daher, als
den Akten
auch
die
jeweiligen
konkreten
Umstände
,
unter denen die
Mietzinserträge erzielt
wor
den sind,
nicht zu entnehmen sind,
ist doch
etwa nicht ersichtlich,
ob
sich
die
Vermietertätigkeit
auf die Vermietung unmöblierter Wohnungen beschränkte oder
diese
– etwa infolge Vermietung möb
lierter Woh
nungen oder weiterer er
brachter
(Dienst-)
Leistungen -
die blosse Gebäudeverwaltung übersteigt
(vgl.
zum Ganzen
etwa
Kieser, Rechtspr
e
chung zur AHV,
3.
Auflage,
Art.
9 AHVG
Rz
33 ff.
, insbes.
Rz
35 f.
). Damit kann nicht beurteilt werden, ob die Vermietung
be
trieb
lichen Charakter aufweist
und
mithin
– selbst
wenn kein
Liegenschaftenhandel
vorläge
–
die Mietzinseinnahmen
allenfalls
Einkommen aus selbständiger Er
werbstätig
k
eit
darstellen.
Schliesslich
ist
mangels entsprechender Unterlagen in den Akten
a
uch
der bereits
e
insprache
weise
vorgebrachte
Einwand
-
wonach
einige
Liegenschaften
im Miteigentum d
er Ehefrau
des Beschwerdeführers
stehen
sollen
–
nicht
beurteilbar
. Diesbezüglich macht
der Beschwerdeführer
jedoch zu Recht geltend, dass er – insoweit
auf den diesbezüglichen
Liegenschaften
erträgen
eine Beitragspflicht
zu bejahen wäre
-
nur für den auf ihn entfallenden A
n
teil
der Einkünfte
beitragspflicht
ig
wäre
.
5
.
3
Zusammenfassend ergibt sich daher, dass
sich aufgrund der vorliegenden
Akten
– aus denen sich
schliesslich
nicht
einmal
konkret
ergibt,
die
Erträge
welcher
vom Beschwerdeführer geh
altenen
Liegenschaften
üb
e
rhau
p
t
streitbetroffen
sind
-
die Rechtmässigkeit des angefochtenen
E
insprachee
ntscheids
nicht überprüft werden kann.
Die Sache
geht daher in Aufhebung des angefochtenen Entscheides zurück an die Verwaltung
,
damit sie
– allenfalls unter
Beizug
der Steuerakten –
den Sachverhalt bzw
.
die
für die Beurt
e
i
lung
der Beitragspflicht auf den
gemeldeten Eink
ünften
entscheidenden
tatsächlichen Verhältnisse
abkläre
und hernach nach
P
rüfung der
selben
im Lichte der massgebenden Kriterien
(vgl. E. 2.1 – 2.2
hievor
)
über die Beitragspflicht
des Beschwerd
efüh
r
ers
als
Selbständigerwerbender
für das Jahr 2010
neu befinde
.
6
.
Ob
sich
mit Blick auf die vom Beschwerdeführer in formeller Hinsicht gerügte Gehörsverletzung
(
Urk.
1 S. 2)
eine Rückweisung
bereits aus
formellen Gründen gerechtfertigt hätte
,
br
auch
t
bei diesem Verfahrensausgang nicht näher
geprüft
zu werden
.
Anzumerken ist lediglich
,
dass
– wie der Beschwerdeführer selber festhalten lässt -
es im Rahmen des rechtlichen Gehörs
nicht erforderlich ist, dass sich die Verwaltung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken
(zum Ganzen vgl. etwa statt vieler
BGE 133 III 439 E. 3.2
)
.
7
.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der obsiegende Beschwerdeführer An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (§ 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht). Vorliegend erscheint
– die Beschwerde
stimmt
in
weiten Teilen mit der Einsprache
überein
-
eine Prozessentschädigung von Fr.
600
.
--
(inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen)
als angemessen.