Decision ID: 0730ccbe-9343-4390-afee-741b0013248a
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der
1981 geborene
X._
hat eine Ausbildung zum
Kaufmann ab
solviert
.
Ab
Januar
2006
war er bei zwei
verschiedenen
Arbeitgebern in einem Teilzeit
pensum
als EDV-Angestellter beziehungsweise Sachbearbeiter in der Buchhal
tung tätig. Zudem gründete er die
Y._
und beabsichtigte, sich
ab
Sep
tember 2009
vollständig
seiner selbstän
digen Erwerbstätigkeit zu widmen (Urk.
7/6, 7/8, 7/12 f. und 7/
38/3).
Unter Hinweis auf eine akute
myeloische
Leukämie meldete er sich am 2
9.
April 2010 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/6). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte nebst
Arbeitgeberberichten (
Urk.
7/12 f.) insbesondere Auszüge
aus dem individuellen
Konto (
Urk.
7/8, 7/19 und 7/24) sowie
die Akten des Kran
kentaggeldversicherer
s (
Urk.
7/14, 7/23) und diverse Arztberichte ein (Urk. 7/16, 7/33, und 7/36). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(vgl.
Urk.
7/42 ff.)
sprach sie dem Versicherten mit Verfügungen vo
m 1
6.
Juli 2012 von Oktober 2010 bis Januar 2011 eine halbe und von Februar 2011 bis April 2012 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zu (
Urk.
7/51, 7/58).
Ab Mai 2012 war der Ver
sicherte wieder zu 100
%
erwerbstätig (vgl.
Urk.
7/43 f.).
1.2
Am 1
9.
September 2017 meldete sich der Versicherte unter Hinweis
auf die
Fol
gen der Krebserkrankung
erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
be
zug an (
Urk.
7/68).
Die IV-Stelle
zog
nebst Arztberichten (
Urk.
7/71) einen aktu
ellen IK-Auszug
bei (
Urk.
7/72).
M
it Vorbescheid vom 2
2.
März 2018
stellte sie dem Versicherten
die Abweisung
des Leistungsgesuchs sowohl im Sinne einer Erhöhung der Rente als auch hinsichtlich beruflicher Massnahmen
in Aussicht (
Urk.
7/79), wogegen jener am 2
7.
März 2018 Einwand erhob (
Urk.
7/80). Mit Schreiben vom
5.
April 2018 reichte er zudem einen weiteren Arztbericht ein (
Urk.
7/84 f.). Am
7.
September 2018 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (
Urk.
7/92 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
1.
Oktober 2018 Beschwerde (
Urk.
1) mit dem sinngemässen Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm eine halbe Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen.
Mit Beschwerdeantwort vom
4.
Dezember 2018 (
Urk.
6) beantragte die IV-Stelle die teilweise Gutheissung der Beschwerde im Sinne einer Rückweisung zu weiteren Abklärungen, worüber der Versicherte mit Verfügung vom
5.
Dezember 2018 (
Urk.
8) in Kenntnis gesetzt wurde.
Mit Eingabe vom 2
3.
Januar 2019 erklärte
er
sich
mit dem Antrag der IV-Stelle einverstanden (
Urk.
11).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Nach
Art.
1
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Verbindung mit
Art.
43
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) prüft der Versicherungsträger die Begehren der versicherten Person, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein. Soweit ärztliche oder fachliche Unter
suchungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind, hat sich die ver
sicherte Person diesen zu unterziehen (
Art.
43
Abs.
2 ATSG).
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über
das Sozialversicherungsgericht
[
GSVGer
]). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu
treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung vom
7.
September 2018 (
Urk.
2) im Wesentlichen fest, dass
sich der Gesundheitszustand des Ver
sicherten seit der letzten Beurteilung im Jahr 2012 nicht wesentlich verändert habe, weshalb kein Anspruch auf eine Erhöhung der Invalidenrente bestehe. Da sich die gesundheitliche Situation auch langfristig nicht verändern werde, seien Eingliederungsmassnahmen
ebenfalls
nicht zielführend.
2.2
In seiner Beschwerdeschrift vom
1.
Oktober 2018 (
Urk.
1) machte der Versicherte geltend,
die Beschwerdegegnerin habe den Anspruch auf eine Invalidenrente ver
neint,
was dem von ihr
selbst
festgestellten und anerkannten Invaliditätsgrad von 50
%
widerspreche.
2.3
Mit Beschwerdeantwort vom
4.
Dezember 2018 (
Urk.
6) hielt die IV-Stelle fest, dass in der angefochtenen Verfügung der Anspruch auf eine Erhöhung der Inva
lidenrente verneint worden sei. Diese Ausführungen seien unzutreffend, da der Beschwerdeführer gar keine Rente
mehr
bezogen habe. Im Weiteren erscheine es möglich, dass ein erwerblicher Revisionsgrund vorliege, da der Versicherte seine selbständige Erwerbstätigkeit gemäss eigenen Angaben wohl bald aufgeben müsse. Der aktuelle Leistungsanspruch könne jedoch noch nicht abschliessend beurteilt werden, da sich die vorhandenen Unterlagen nicht rechtsgenügend zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit äussern würden. Zwecks weiterer Abklärungen sei eine Rückweisung erforderlich.
2.4
Mit Stellungnahme vom 2
3.
Januar 2019 (
Urk.
11)
erklärte sich
der Beschwerde
führer
mit dem
von der Beschwerdegegnerin gestellten
Rechtsbegehren einver
standen.
3.
Die Parteien beantragen übereinstimmend die Rückweisung der Angelegenheit zu weiteren A
bklärungen, was mit der Rechts- und Aktenlage in Einklang steht. Einerseits prüfte die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 7. September 2018 (
Urk.
2) zu Unrecht die Voraussetzungen einer Rentener
höhung, da dem Versicherten seit mehreren Jahren
überhaupt
keine Invaliden
rente mehr ausgerichtet worden war (vgl.
Urk.
7/51, 7/58)
.
Andererseits erweisen sich die von der Beschwerdegegnerin getätigten Abklärungen
für die Beurteilung der gesundheitlichen Situation sowie der (allfälligen) Inv
al
idität des Versicherten al
s unzureichend.
Den vorliegenden Berichten des
Z._
ist insbesondere nicht zu entnehmen, wie sich die mit dem Auftreten des Rezidivs der Krebserkrankung in Verbindung stehenden Augen- und Rückenprobleme auf
die
Leistungsfähigkeit
des Versicherten
im angestammten und
in einem
leidensadaptierten Tätigkeitsbereich auswirken
(vgl.
Urk.
7/71 =
Urk.
7/74 =
Urk.
7/75; vgl. auch
Urk.
7/85)
.
Auch auf die Stellung
nahmen des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD;
Urk.
7/78/3, 7/90/3) kann in diesem Kontext nicht abgestellt werden.
Sie enthalten keine zusätzlichen Erkennt
nisse.
In Anbetracht dieser Gegebenheiten
ist
die Beschwerde in dem Sinne gutzuheis
sen, dass
die angefochtene Verfügung vom
7.
September 2018 aufzuheben und
die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit diese die notwendigen
Abklärungen vornehme und hernach über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers neu
entscheide
.
4.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
3
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.