Decision ID: 7edff448-cfa1-5ed6-83f3-422dd1bb7984
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1956, war seit Januar 2001 bei der
Y._
AG als
Elektrohilfsmonteur
angestellt und dadurch bei der Suva obligatorisch gegen Unfälle versichert, als er am
6.
August 2015 ausrutschte und sich an der
linken Schulter verletzte (
Urk.
10/1).
Mit Verfügung vom
6.
Juli 2017 (
Urk
.
10/150) verneinte die Suva einen Rentenanspruch des Versicherten. Dagegen erhob dieser am
5.
September 2017 Einsprache (
Urk.
10/155), worauf die Suva am 2
0.
Novem
ber 2017 eine weitere Verfügung erliess (
Urk.
10/171) und einen Anspruch auf eine Rente und eine Integritätsentschädigung erneut verneinte. Dagegen erhob der Versicherte am
8.
Januar 2018 Einsprache (
Urk.
10/175)
,
welche die Suva m
it
Einspracheentscheid
vom 1
7.
April 2018 (
Urk.
10/188 =
Urk.
2) ab
wies
.
Das hiesige Gericht bestätigte mit Urteil vom
2
7.
Oktober 2017 im Verfahren Nr. IV.2017.00655 einen von August 2016 bis März 2017 befristeten Anspruch des Beschwerdeführers auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung. Dieses Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
2.
Am 1
6.
Mai 2018 erhob der Versicherte Beschwerde gegen den
Einsprache
ent
sc
heid
vom 1
7.
April 2018 (
Urk.
2) und beantragte dessen Aufhebung sowie die Zusprache einer Rente basierend auf einem Erwerbsunfähigkeitsgrad von min
destens 17
%
(
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 2
4.
Juli 2018 (
Urk.
8) beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Mit Replik vom 1
5.
August 2018 (
Urk.
12) und Duplik vom
4.
September 2018 (
Urk.
16) hiel
ten die Parteien an ihren Anträgen fest, wovon sie am 1
9.
September 2018 in Kenntnis gesetzt wurden (
Urk.
17).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirk
licht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausge
bro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
6.
August 2015 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die
zweck
mässige
Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr
gemäss
Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 des Bundes
ge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige
Einglie
derungsmassnahmen
der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Ren
tenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19
Abs. 1 UVG).
1.3
Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Er
werbs
einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invali
dität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung ge
setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
1.4
Zur Ermittlung
des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empi
rischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheits
schaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) wie folgt: Gemäss kreisärztlicher Beurteilung
im Jahr 2017
seien dem Beschwerdeführer ganztags leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, bei denen mit der linken oberen Extremität keine Arbeiten über Kopfhöhe zu verrichten seien, zumutbar. Das körperferne Hantieren von Gegenständen von mehr als 3 kg sei mit der linken oberen Extremität absolut zu vermeiden. Die Masse der zu tragen
den Lasten sei, wenn beidhändig und körpernah tragbar, auf 15 kg, wenn nur einhändig linksseitig tragbar auf 5 kg zu begrenzen. Die rechte obere Extremität könne normal eingesetzt werden (S. 5). Das hypothetische Invalideneinkommen sei anhand der Tabellenlöhne
gemäss der vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) zu bestimmen und betrage bei einem leidensbedingten Abzug von 10
%
Fr.
60'770.--
. Das mut
massliche
Valideneinkommen
sei gestützt auf die Angaben der früheren Arbeit
geberin für das Jahr 2017 auf
Fr.
59'550.-- festgesetzt worden (S. 6). Dement
spre
chend resultiere keine Erwerbseinbusse (S. 7 oben).
In ihrer Beschwerdeantwort (
Urk.
8) hielt die Beschwerdegegnerin fest, der Be
schwerdeführer habe gemäss Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) in den beiden Jahren vor dem Unfall meh
r verdient als zuvor. Es
sei nicht davon auszugehen, dass weiterhin Überstunden geleiste
t und entschädigt worden seien.
Der Beschwerdeführer habe lediglich in den beiden Jahren vor dem Unfall mehr verdient als zuvor. Daraus könne nicht abgeleitet werden, er
hätte
bei guter Ge
sundheit auch in Zukunft Überstunde
n in gleichem Ausmass geleistet
, da es wäh
rend des Arbeitsverhältnisses auch Jahre mit deutlich geringerem Einkom
men gegeben habe. Zudem sei im Arbeitsvertrag vereinbart, dass Überstunden zeit
mässig kompensiert und nur ausnahmsweise ausbezahlt würden
. Weiter sei die Kündigung aus wirtschaftlichen Gründen erfolgt. Auf einen Durchschnittsver
dienst sei angesichts der Schwankungen nicht abzustellen.
Zudem seien auch Jahre mit deutlich geringerem Einkommen verzeichnet. Es sei zudem vom höhe
ren Invalideneinkommen von
Fr.
66'852.40 im Jahr 2016 gemäss dem Urteil des hiesigen Gerichts vom 2
7.
Oktober 2017 auszugehen (S. 5). Bei einem
Vali
den
lohn
, welcher höher sei als der Minimallohn gemäss Gesamtarbeitsvertrag, liege rechtsprechungsgemäss keine Unterdurchschnittlichkeit vor, weshalb keine
Ein
kommensparallelisierung
vorzunehmen sei. Ebenso könne das Einkommen
eines ungelernten Bauarbeiters, welches dem Mindestverdienst gemäss dem Landes
mantelvertrag für das schweizerische Bauhauptgewerbe (GAV-LMV) entspreche oder diesen übersteige, nicht als unterdurchschnittlich qualifiziert werden, auch wenn es erheblich unter dem entsprechenden LSE-Durchschnittslohn liege (S. 7 unten f.). Der Lohn des Beschwerdeführers liege leicht über dem GAV-Min
dest
lohn für einen erfahrenen Elektriker. Das zur Berechnung verwendete
Validen
einkommen
, welches den Minimallohn gemäss GAV übersteige, sei deshalb nicht unterdurchschnittlich und es sei keine
Einkommensparallelisierung
vorzunehmen (S. 6).
Weiter sei das gemäss IK-Auszug lediglich in drei Jahren erzielte Neben
einkommen nicht zu berücksichtigen (
Urk.
16 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer machte geltend (
Urk.
1), er habe die Berufsausbildung zum Radioelektromonteur absolviert. Er habe im Unfallzeitpunkt bereits über zehn Jahre
bei der Y._
AG als Elektromonteur gearbeitet und habe in den beiden Unfallvorjahren 2013 und 2014 ein Einkommen von durchschnittlich
Fr.
67'640.-- erzielt (S. 3 oben). In den Jahren 2010 bis 2014
habe der Lohn im Durchschnitt
Fr.
68'885.-- betragen. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb sich gemäss Beschwerdegegnerin der Lohn um nahezu
Fr.
10'000.-- auf
Fr.
59'550.-- reduziert haben sollte. Vielmehr hätte er im Gesundheitsfall weiterhin mehr als 40 Stunden pro Woche gearbeitet (S. 4). Die Arbeitgeberin habe keineswegs aus
geführt, dass nach dem Unfall kein Einkommen aus Überstundenarbeit mehr hätte erwirtschaftet werden können (S. 4 unten f.). Das hypothetische
Validenein
kommen
betrage deshalb mindestens
Fr.
67'640.--, was einen Invaliditätsgrad von mindestens 10
%
begründe.
Das
Valideneinkommen
sei jedoch weit unter
durchschnittlich, weshalb eine Parallelisierung vorzunehmen sei. Mithin sei von einem hypothetischen
Validenlohn
von
Fr.
72'960.-- auszugehen, was einen In
va
liditätsgrad von mindestens 17
%
ergebe (S. 5).
Eine Bindungswirkung an die im IV-Verfahren angenommenen Vergleichs
ein
kom
men bestehe nicht. Die Kündigung sei zudem genau nach Ablauf der 180tä
gigen Kündigungsschutzfrist ergangen, weshalb die wirtschaftlichen Gründe vor
geschoben gewesen seien. Aus näher dargelegten Gründen sei sein Einkommen unterdurchschnittlich gewesen (
Urk.
12 S. 2 ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist einzig die Berechnung des Invaliditätsgrades. Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers gemäss kreisärztlichem Profil ist unbe
stritten, ebenso ist die Verneinung eines Anspruchs auf Integritätsentschädigung nicht mehr umstritten.
3
.
3.1
Gemäss
Auszug aus dem individuellen Konto des Beschwerdeführers (IK-Auszug;
Urk.
10/122/2-4) war der Beschwerdeführer seit Januar 2005 für die
Y._
AG tätig.
Bei den Akten liegt
ein
Arbeitsvertrag mit der
Y._
AG
,
worin festgehalten wird, dass der Beschwerdeführer ab
1.
April 2013 bei einem
Grundlohn pro Stunde von
Fr.
26.--, einer Feiertagsent
schädi
gung von
Fr.
1.03, einer Ferienentschädigung von
Fr.
2.87 und einem Anteil am 1
3.
Monatslohn von
Fr.
2.17, insgesamt somit zu einem Stundenlohn
von
Fr.
32.07 brutto als Hilfsmonteur tätig
gewesen sei
.
Die wöchentliche Arbeitszeit betrage 40 Stunden und die Jahrestotalstunden 208
6.
Überstunden seien nur nach Absprache mit dem und
nach
Anordnung durch
den
Arbeitgeber zu leisten
und würden zeitgemäss kompensiert; ausnahmsweise könnten sie auch ausbezahlt werden
(
Urk.
10/90/2-3).
Dieser Vertrag ist unvollständig und nicht unterzeich
net, weshalb darauf nicht
entscheidwesentlich
abgestellt werden kann.
3.2
Der Unfallmeldung vom 1
8.
August 2015 (
Urk.
10/1) ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer seit 2001 als
Elektrohilfsmonteur
angestellt sei, das Pensum betrage 100
%
und die Arbeitszeit des Beschwerdeführers 40 Stunden pro Woche
. Der vertragliche Grundlohn betrage pro Stunde
Fr.
26.--, zuzüglich einer Ferien- und Feiertagsentschädigung von 15
%
(
Fr.
3.90) und einem Anteil an Gratifi
ka
tion/1
3.
Monatslohn von 8.33
%
(
Fr.
2.15).
3.3
Für das massgebliche Jahr 2017 nannte die Arbeitgeberin am 1
9.
März 2018 auf die entsprechende Anfrage der Beschwerdegegnerin (
Urk.
10/184) folgende Lohn
an
gaben: Stundenlohn brutto (Grundlohn)
Fr.
26.43, Ferien-/Feiertagsent
schädi
gung
Fr.
3.96, Gratifikation/1
3.
Monatslohn
Fr.
2.20, total
Fr.
32.59 Stundenlohn (
Urk.
10/187/2) und widerrief damit ihre am 2
7.
Februar 2017 getroffenen An
ga
ben, es sei seit dem Schadenfall keine allgemeine branchenbezogene, tarifver
tragliche Lohnerhöhung eingetreten, auch in der Arbeitgeberfirma seien keine Lohnerhöhungen gewährt worden. Damit sei der ehemalige Grundlohn des Be
schwerdeführers weiterhin gültige Berechnungsgrundlage (
Urk.
10/123).
3.4
Die Berechnungsgrundlage der Beschwerdegegnerin für das
Valideneinkommen
gestaltete sich zunächst wie folgt (
Urk.
10/149/2):
Validenlohn
Fr.
58'593.60 (Grundlohn
Fr.
26.-- plus 1
3.
Monatslohn
Fr.
2.17 =
Fr.
28.17 x 40 Std./Wo x 52 Wo). Dabei stützte sich die Beschwerdegegnerin zunächst auf die von der Arbeitgeberin früher gemachten Angaben, wie der Hinweis auf
Urk.
10/123 zeigt
(vgl.
Urk.
10/149/2). Im
Einspracheentscheid
ging die Beschwerdegegnerin sodann
von den aktuelleren Angaben aus und ermittelte ein hypothetisches
Vali
den
einkommen
von
Fr.
59'550.-- (
Fr.
26.43 plus
Fr.
2.20 =
Fr.
28.63 x 40 x 52;
Urk.
2
S.
6
lit
. d). Dies entspricht dem bei einer regulären Arbeitszeit von
40 Stun
den erzielbare
n
Einkommen.
3.5
Dem
IK-Auszug (
Urk.
10/122/2-4)
sind folgende Angaben zum bei der
Y._
AG erzielten Jahresverdienst z
u entnehmen
:
Jahr:
Einkommen:
2005
66'858.--
2006
69'090.--
2007
56'206.--
2008
60'705.--
2009
59'816.--
2010
64'302.--
2011
66'392.--
2012
59'071.--
2013
67'357.--
2014
67'922.--
Das im Unfalljahr 2015 erzielte Einkommen ist nicht zu berücksichtigen, ebenso wenig das in den Jahren 2008-2010 erzielte Zusatzeinkommen, da dieses weit vor dem Unfalldatum aufgegeben wurde und entsprechend nicht mit über
wie
gen
der Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist, dass es ohne den Unfall weiter erzielt worden wäre.
3.6
Das von der Beschwerdegegnerin errechnete, auf der Sollarbeitszeit basierende Einkommen von
Fr.
59'550.-- (vgl. vorstehend E. 3.4) erzielte der Beschwer
de
füh
rer gemäss IK-Auszug in etwa in den Jahren 2008, 2009 und 2012 (vgl. vor
stehend E. 3.5). Ansonsten lagen die Beträge mit Ausnahme des Jahres 2007, wo er
Fr.
56'206.-- erzielte, deutlich höher. Daraus ist zu schliessen, dass er in der Vergangenheit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit regelmässig Überstun
den geleistet hat.
Dass dies in der Vergangenheit zutraf, bestreitet die Beschwer
de
gegnerin nicht.
3.7
Rechtsprechungsgemäss
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_744/2012 vom 2
0.
Dezember 2012)
dürfen g
eleistete Überstunden bei der Bemessung des
Vali
deneinkommens
lediglich dann berücksichtigt werden, soweit sie auch für die Zukunft zu erwarten gewesen wären. Bei mehrjährigen Arbeitsverhältnissen ist erste Voraussetzung, dass dies in der Vergangenheit bereits wiederholt geschehen ist (siehe etwa Urteile 8C_61/2012 vom 2
5.
April 2012 E. 2.7.2; 9C_824/2011 vom 1
0.
Februar 2012 E. 3.3; I 273/05 vom 1
6.
Januar 2006 E. 3.1.2; I 124/05 vom
7.
Dezember 2005 E. 5; I 253/02 vom 2
9.
November 2002 E. 3; I 357/01 vom 1
7.
Dezember 2001, publiziert in AHI 2002 S. 155 E. 3b). Anhaltspunkte dazu können neben Lohnabrechnungen etwa auch der
IK-Auszug
liefern. Fehlt es daran, scheitert der Nachweis eines ohne den Unfall auch in der Zukunft aller Voraussicht nach regelmässig erwirtschafteten (Zusatz-)Verdienstes. Mit anderen Worten sind Überzeiten beim
Valideneinkommen
(erst) dann zu berücksichtigen, wenn sie
1.
vor dem Unfallereignis regelmässig geleistet und ausbezahlt wurden, und
2.
auch nach dem Unfallereignis voraussichtlich erbracht und ausbezahlt worden wären. Zu Letzterem sind Auskünfte der damaligen Arbeitgeberin in die Entscheidfindung mit einzubeziehen (vgl. Urteile U 11/07 vom 2
7.
Februar 2008 E. 9.3; U 245/97 vom 1
0.
Juni 1998 E. 5a; I 658/99 vom 2
9.
Mai 2000 E. 3).
Für den
wie vorliegend gegebenen
Fall, dass Überstundenentschädigungen zu be
rücksichtigen sind, ist
somit
in einem zweiten Schritt nach dem Umfang zu fragen. Der Erfahrungstatsache Rechnung tragend, dass ausbezahlte Überzeit
ent
schädigungen oftmals grösseren Schwankungen unterworfen sind (vgl. dazu etwa Urteil 9C_159/2010 vom
1.
Juli 2010 E. 6.4), darf daher
nicht
unbesehen auf den in den letzten zwölf Monaten vor dem Unfallereignis erzielten (Zusatz-)Verdienst abgestellt werden. Vielmehr ist, vorbehältlich ganz besonderer Umstände
,
der Durch
schnittswert vergangener Jahre zu berücksichtigen (Urteil U 431/06 vom
4.
Oktober 2007 E. 5.1 mit Hinweis auf RKUV 2000 Nr. U 400 S. 381 E. 2 [U 297/99 vom 1
4.
Juli 2000]; siehe auch AHI 2002 S. 155 E. 3b [I 357/01 vom 1
7.
Dezember 2001] und Urteil I 124/05 vom
7.
Dezember 2005 E. 5.2).
Da die Invaliditätsschätzung der dauernd oder für längere Zeit bestehenden Erwerbsunfähigkeit entsprechen muss, bildet Voraussetzung für die Berück
sich
tigung eines derartigen Zusatzeinkommens, dass der Versicherte aller Voraussicht nach weiterhin mit einem solchen hätte rechnen können. Massgebend ist somit, ob der Versicherte nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181) aufgrund seiner konkreten erwerblichen Situation und seines tatsächlichen Arbeitseinsatzes vor dem Unfall wahrscheinlich weiterhin ein Zusatzeinkommen zufolge Über
stun
denarbeit hätte erzielen können; die blosse Möglichkeit dazu genügt nicht (vgl. Urteil 8C_647/2009 vom
4.
Januar 2010 E. 4.3 mit weiteren Hinweisen
; Urteil 8C_998/2012 vom 1
2.
März 2013 E. 4.1).
3.8
Vorliegend
bestand ein langjähriges Arbeitsverhältnis. Während der knapp elf
jährigen Tätigkeit hat der Beschwerdeführer
bis auf drei Ausnahmen
- wovon in den Jahren 2008 und 2009 ein Zusatzeinkommen bei einer anderen Arbeitgeberin erzielt wurde und damit weniger Anlass für Überstunden bestand -
regelmässig
Überstunden geleistet und damit ein höheres
Jahreseinkommen
erzielt. Es
ist des
halb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass er
weiterhin ein Zusatzeinkommen zufolge Überstund
enarbeit hätte erzielen können. Es recht
fertigt sich deshalb, auf den Durchschnittswert der
vergangenen Jahre abzu
stellen, womit sich ein Betrag von
Fr.
63'772.-- ergibt (vgl. vorstehend E. 3.5).
Auf einen Beizug von Auskünften der damaligen Arbeitgeberin ist vorliegend in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten, da diese
ohnehin
wirtschaftliche Gründe für die Kündigung anführte (vgl.
Urk.
10/42/2). Wie der Beschwerde
führer zu Recht anführt
(vgl.
Urk.
12 S. 3)
, kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass die Kündigung aus gesundheitlichen Gründen erfolgte.
Beides
setzt den Beweiswert einer Angabe betreffend der Leistung von Überstunden in der Zukunft herab.
Es ist zudem zu berücksichtigen, dass eine Auskunft der ehe
maligen Arbeitgeberin nur als Indiz zu werten wäre,
welches von untergeordneter Bedeutung sein muss, wenn
es wie vorliegend um das Erreichen des anspruchs
relevanten Schwellenwertes von 10
%
geht.
4.
4.1
Die betriebsübliche Arbeitszeit betrug 40 Wochenstunden (vgl. vorstehend E. 3.1
und 3.2 sowie
Ziff.
23.2
des Gesamtarbeitsvertrag
s
in der Schweizerischen Elektro
- und Telekommunikations-Installationsbranche
vom
1.
Januar
2014 - 2018 (
www.gav-service.ch
). Dementsprechend ist zur Prüfung der Frage einer Unter
durchschnittlichkeit des
Valideneinkommens
vom Lohn auszugehen, den der Beschwerdeführer innerhalb der vereinbarten Arbeitszeit als Gesunder verdiente (vgl. BGE 141 V 1 E. 5.7). Dieser betrug
Fr.
59'550.-- pro Jahr (vgl. vorstehend
E. 3.4) und
Fr.
4'581.-- pro Monat.
Der Beschwerdeführer verfügt über einen schulischen Berufsabschluss
(vgl.
Urk.
3).
Gemäss Anhang 8 zum
GAV,
Vereinbar
ung geltend per
1.
Januar 2017 (
www.gav-service.ch
)
,
beträgt
der Stundenlohn für Mitarbeiter mit nur schuli
schem Berufsabschluss bei fünf Jahren Berufs- oder Branchenerfahrung
Fr.
27.01 pro Stunde bzw.
Fr.
4
'
700.-- pro Monat.
Damit besteht
zum erzielten Monatslohn von
Fr.
4'581.--
eine Differenz von
rund
2.5
%
, womit die
Erheblichkeitsgrenze
von 5
%
(BGE 135
V 297) nicht erreicht wird.
Eine Parallelisierung ist somit nicht vorzunehmen.
4.2
Im gegenseitigen Verhältnis zwischen Invaliden- und Unfallversicherung besteht keine Bindungswirkung der Invaliditätsschätzung des einen Versicherers für den jeweils anderen Sozialversicherungszweig. Die IV-Stellen und die Unfallver
siche
rer haben die Invaliditätsbemessung in jedem einzelnen Fall selbständig vorzu
nehmen. Sie dürfen sich ohne weitere eigene Prüfung nicht mit der blossen Über
nahme des Invaliditätsgrades des jeweils anderen Sozialversicherers begnügen (BGE 133 V 549 E. 6.1).
Damit besteht kein Anlass, vom von der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid ermittelten Invalideneinkommen von
Fr.
60'770.-- (
Urk.
2 S. 6 unten) abzuweichen.
4.3
Der Vergleich des hypothetischen
Valideneinkommens
von
Fr.
63'772.-- mit dem hypothetischen Invalideneinkommen von
Fr.
60'770.--
ergibt einen Erwerbsun
fähigkeitsgrad von gerundet 5
%
, was einen Anspruch auf eine Invalidenrente ausschliesst.
Der angefochtene Entscheid ist rechtens. Dies führt zur Abweisung der Be
schwerde.