Decision ID: 49426764-1b3b-4e64-9c40-27f40296623d
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend
qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 23. August 2012 (DG110052)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom
14. Dezember 2011 (Urk. 12) ist diesem Urteil beigeheftet.
Entscheid der Vorinstanz: (Urk. 51 S. 88 ff.)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte A._ ist schuldig
− der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz
im Sinne von Art. 19 Ziff. 1 Abs. 2 bis 5 in Verbindung mit Art. 19 Ziff. 2
lit. a und b aBetmG,
− der mehrfachen Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB,
sowie
− des Vergehens gegen Art. 115 Abs. 1 lit. b AuG.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 8 Jahren, wovon
547 Tage (bis und mit 23. August 2012) durch Haft erstanden sind.
3. Folgende, mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich
vom 3. März 2011, 20. April 2011 und 23. Mai 2011 beschlagnahmte Ver-
mögenswerte werden zuhanden der Staatskasse eingezogen:
− Fr. 25'060.60, − € 25.01, − Dinar 87.10.
4. Nachfolgend aufgeführte, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des
Kantons Zürich vom 23. Mai 2011 beschlagnahmte Gegenstände werden
eingezogen und verwertet. Der Erlös wird zur Deckung der Verfahrens-
kosten verwendet.
− 1 Notebook Laptop ohne Netzkabel, − 1 iPod 8GB Modell Nr. ...,
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− 1 Fotokamera Pentax Optio E85 Nr. ..., − 1 Armbanduhr Emporio Armani AR ..., − 1 Armbanduhr Calvin Klein ... mit Schachtel, − 1 Mobiltelefon Nokia mit SIM-Karte IMEI-Nr. ..., − 1 Mobiltelefon Nokia 1662 IMEI-Nr. ..., − 1 Mobiltelefon Nokia 2323 IMEI-Nr. ..., − 1 Mobiltelefon Nokia 2323 IMEI-Nr. ..., − 1 Mobiltelefon Nokia 2323 IMEI-Nr. ..., − 1 Mobiltelefon Nokia 2323 IMEI-Nr. ..., − 1 Mobiltelefon Nokia 2323 IMEI-Nr. ..., − 1 Mobiltelefon Nokia 2323 IMEI-Nr. ..., − 1 Mobiltelefon Nokia X6-00 IMEI-Nr. ..., − 1 Mobiltelefon Nokia 1616 mit SIM-Karte, − 1 Mobiltelefon Nokia 1616, − 1 Mobiltelefon Nokia 1616 IMEI-Nr. ..., − 1 Mobiltelefon Nokia 1800 IMEI-Nr. ..., − 1 Mobiltelefon Nokia 5030, − 1 Mobiltelefon Samsung GT-E1080i IMEI-Nr. ..., − 1 Mobiltelefon Samsung GT-E1080i IMEI-Nr. ..., − 1 Mobiltelefon Samsung GT-E1080i IMEI-Nr. ..., − 1 Mobiltelefon Samsung GT-1080i, − 1 Mobiltelefon Samsung GT-2120 IMEI-Nr. .../3 inkl. Schachtel, − 5 Taxkarten Swisscom: 2 à Fr. 10.-, 2 à Fr. 20.–, 1 à Fr. 20.–.
5. Folgende, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom
23. Mai 2011 beschlagnahmte SIM-Karten und Kartenhalter bleiben als
Beweismittel bei den Akten:
− SIM-Kartenhalter mt:s Telekom Srbija Nr. ..., − SIM-Kartenhalter mt:s Telekom Srbija Nr. ..., − SIM-Kartenhalter mt:s Telekom Srbija Nr. ..., − SIM-Kartenhalter mt:s Telekom Srbija Nr. ..., − SIM-Kartenhalter mt:s Telekom Srbija Nr. ..., − SIM-Kartenhalter mt:s Telekom Srbija Nr. ..., − SIM-Kartenhalter mt:s Telekom Srbija Nr. ...,
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− SIM-Karten mt:s Telekom Srbija Nr. ..., − SIM-Karten mt:s Telekom Srbija Nr. ..., − SIM-Karten mt:s Telekom Srbija Nr. ..., − SIM-Karten mt:s Telekom Srbija Nr. ..., − SIM-Karten mt:s Telekom Srbija Nr. ..., − SIM-Karten mit Kartenhalter mt:s Telekom Srbija, − SIM-Karten mit Kartenhalter mt:s Telekom Srbija Nr. ..., − SIM-Karten mit Kartenhalter mt:s Telekom Srbija Nr. ..., − SIM-Karten mit Kartenhalter mt:s Telekom Srbija Nr. ..., − SIM-Karten mit Kartenhalter mt:s Telekom Srbija Nr. ..., − SIM-Karten mit Kartenhalter mt:s Telekom Srbija Nr. ..., − 6 SIM-Karten inkl. Halterung und Verpackung von "Mucho", − 1 SIM-Karte mit Kartenhalter Yallo / Sunrise ..., − 2 SIM-Karten M-Budget Migros zu Nrn: ... bzw. ... (inkl. Schachtel).
6. Die sichergestellte Fahrkarte sowie die sichergestellten Schriftstücke bleiben
als Beweismittel bei den Akten (Asservat-Nrn. ..., ...).
7. Die sichergestellten Betäubungsmittel und -utensilien, lagernd bei der
Kantonspolizei Zürich Nr. ..., ... und ... werden eingezogen und der Kan-
tonspolizei zur Vernichtung überlassen.
8. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom
23. Mai 2011 beschlagnahmte serbische Reisepass Nr. ... lautend auf
A._ mit gefälschten Stempeleinträgen wird dem Migrationsamt zwecks
Ermöglichung der Ausschaffung des Beschuldigten nach erstandener Strafe
übermittelt.
9. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom
23. Mai 2011 beschlagnahmte graue Mütze RG512 wird dem Beschuldigten
auf dessen erstes Verlangen herausgegeben.
Wird innert drei Monaten nach Rechtskraft des vorliegenden Entscheides
keine Herausgabe verlangt, wird die Mütze vernichtet.
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10. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 8'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 12'760.00 Auslagen Vorverfahren (gem. Kontoauszug RIS)
Fr. 3'368.00 Kosten Kantonspolizei Zürich (gem. Aufwanderfassung)
Fr. 18'048.00 Kosten Kantonspolizei für Übersetzungen im Rahmen von techn. Überwachungen (gemäss Monatsauszügen) Fr. 6'000.00 Gebühr Führung Strafuntersuchung
Fr. amtliche Verteidigungskosten (ausstehend)
Fr.
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem
Beschuldigten auferlegt und teilweise aus Verwertungserlös der beschlag-
nahmten Gegenstände gemäss Disp. Ziff. 4 gedeckt.
Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichts-
kasse genommen; eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt
vorbehalten.
12. (Mitteilung)
13. (Rechtsmittel)"
Berufungsanträge: (Prot. II. S. 4 f.)
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(schriftlich und mündlich; Urk. 70 S. 25 f.)
1. Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur DG110052m vom
23. August 2012 aufzuheben.
2. Der Beschuldigte sei wegen Gehilfenschaft zur Geldwäscherei im Sinne von
Art. 305bis StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB zu verurteilen.
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3. Im Übrigen sei der Beschuldigte freizusprechen.
4. Der Beschuldigte sei zu einer angemessenen Strafe in richterlich zu
bestimmender Höhe, maximal zu 24 Monaten Freiheitsstrafe zu verurteilen.
5. Dem Beschuldigten sei der bedingte Strafvollzug zu gewähren unter
Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren; eventualiter sei dem Beschul-
digten der teilbedingte Strafvollzug unter Ansetzung einer Probezeit von
zwei Jahren zu gewähren, wobei höchstens zwölf Monate Freiheitsstrafe
unbedingt auszusprechen seien.
6. Die erstandene Untersuchungs- und Sicherheitshaft des vorzeitigen Straf-
vollzuges sei an die Freiheitsstrafe anzurechnen.
7. Für den Fall, dass die erstandene Untersuchungshaft sowie der vorzeitige
Haftantritt über die Zeit einer verhängten Freiheitsstrafe hinausgehen, sei
dem Beschuldigten eine angemessene Entschädigung auf Kosten der
Staatskasse auszuzahlen.
8. Der Beschuldigte sei zu minimalen Verfahrenskosten in richterlich zu
bestimmender Höhe zu verurteilen. Die Kosten des Untersuchungsverfah-
rens und der amtlichen Verteidigung für das Berufungsverfahren seien auf
die Gerichtskasse zu nehmen. Es seien die Kosten von der Gerichtskasse
abzuschreiben.
b) Der Staatsanwaltschaft:
(schriftlich und mündlich; Urk. 59, Prot. II S. 7)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
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Erwägungen:
1. Prozessgeschichte
1.1. Hinsichtlich des Verfahrensganges bis zum Abschluss des erstinstanzli-
chen Verfahrens kann vollumfänglich auf die vollständigen und zutreffenden
Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 51 S. 4 ff.;
Art. 82 Abs. 4 StPO).
1.2. Mit vorstehend wiedergegebenem Urteil vom 23. März 2012 wurde der
Beschuldigte der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz
im Sinne von Art. 19 Ziff. 1 Abs. 2 bis 5 aBetmG in Verbindung mit Art. 19 Ziff. 2
lit. a und b aBetmG, der mehrfachen Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis
Ziff. 1 StGB sowie des Vergehens gegen Art. 115 Abs. 1 lit. b AuG schuldig
gesprochen und mit einer Freiheitsstrafe von 8 Jahren bestraft, wovon 547 Tage
durch Haft erstanden waren. Weiter ordnete die Vorinstanz die Einziehung von
Barmitteln und diversen Gegenständen an, wobei sie bei Letzteren die teilweise
Verwertung zur Deckung von Verfahrenskosten anordnete und die übrigen
Gegenstände als Beweismittel bei den Akten beliess. Die sichergestellten
Betäubungsmittel wurden der Vernichtung anheim gestellt und der beschlag-
nahmte Reisepass, lautend auf den Beschuldigten, wurde dem Migrationsamt
übermittelt. Bezüglich einer beschlagnahmten Mütze ordnete die Vorinstanz die
Herausgabe an den Beschuldigten an. Schliesslich wurden die Kosten der Unter-
suchung und des gerichtlichen Verfahrens dem Beschuldigten auferlegt (Urk. 51
S. 88 ff.).
1.3. Gegen dieses Urteil liess der Beschuldigte seinen amtlichen Verteidiger am
27. August 2012 fristgerecht Berufung anmelden (Urk. 45) und nach Zustellung
des begründeten Urteils (am 12. Dezember 2012: Urk. 47; Urk. 48) am
20. Dezember 2012 ebenfalls fristgerecht dem Obergericht die Berufungs-
erklärung einreichen (Urk. 53). Gleichzeitig stellte der Verteidiger die Beweis-
anträge, es sei über den Beschuldigten ein psychiatrisches Gutachten im Sinne
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von Art. 61 StGB zu erstellen, es sei der Mitbeschuldigte C._ als Auskunfts-
person zu befragen und die Akten aus jenem Verfahren beizuziehen sowie es
seien die vollständigen Strafakten inkl. Vorakten der in Bezug auf die Drogende-
likte Mitbeschuldigten beizuziehen (Urk. 53 S. 3). Mit Verfügung vom
8. Januar 2013 übermittelte der Kammerpräsident die Berufungserklärung in
Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 StPO der Staatsanwaltschaft, um gegebe-
nenfalls Anschlussberufung zu erheben oder ein Nichteintreten auf die Berufung
zu beantragen. Gleichzeitig wurde die Staatsanwaltschaft aufgefordert, zum
Beweisantrag der Verteidigung Stellung zu nehmen (Urk. 57). Am 11. Januar
2013 teilte die Staatsanwaltschaft mit, auf die Erhebung einer Anschlussberufung
zu verzichten und die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils zu beantragen
(Urk. 59). Mit Eingabe vom 22. Januar 2013 nahm die Staatsanwaltschaft
schliesslich innert Frist zu den Beweisanträgen der Verteidigung Stellung
(Urk. 61). Mit Präsidialverfügung vom 25. Januar 2013 wurden daraufhin beim
Bezirksgericht Meilen die Verfahrensakten i.S. D._ und C._ beigezogen.
Die übrigen Beweisanträge wurden einstweilen abgewiesen (Urk. 63). Nach Ein-
gang der beigezogenen Akten wurde der Verteidigung am 1. Februar 2013 Mittei-
lung gemacht, dass die Akten nach entsprechender Voranmeldung bei Gericht
eingesehen werden könnten (Urk. 65).
1.4. In der Folge wurde auf den 6. Mai 2013 zur Berufungsverhandlung vorge-
laden (Urk. 67).
1.5. Zu Beginn der heutigen Berufungsverhandlung, zu welcher der Beschuldig-
te und sein Verteidiger erschienen sind, waren weder Vorfragen zu entscheiden
noch Beweise abzunehmen (Prot. II S. 5 f.). Das vorliegende Urteil erging im
Anschluss an die Berufungsverhandlung (Prot. II S. 8 ff.).
2. Umfang der Berufung
2.1. Der Verteidiger beantragt, der Beschuldigte sei wegen Gehilfenschaft zur
Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB
schuldig und im Übrigen vollumfänglich frei zu sprechen. Der Beschuldigte sei zu
einer angemessenen Strafe in richterlich zu bestimmender Höhe, maximal zu
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24 Monaten Freiheitsstrafe zu verurteilen, wobei ihm der bedingte Strafvollzug
unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren zu gewähren sei. Eventualiter sei
ihm der teilbedingte Strafvollzug unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren zu
gewähren, wobei höchstens 12 Monate Freiheitsstrafe unbedingt auszusprechen
seien. Die bereits erstandene Haft sei an die Freiheitsstrafe anzurechnen. Für den
Fall der Überhaft sei dem Beschuldigten eine angemessen Entschädigung zuzu-
sprechen. Schliesslich sei der Beschuldigte zu minimalen Verfahrenskosten zu
verurteilen, wobei die Kosten des Untersuchungsverfahrens und der amtlichen
Verteidigung - auch jene für das Berufungsverfahren - auf die Gerichtskasse zu
nehmen und abzuschreiben seien (Urk. 53 S. 2; Urk. 70 S. 25 f.).
2.2. Nicht angefochten sind somit die verschiedenen Einziehungen gemäss
Dispositiv Ziffern 3 bis 8, die Herausgabe der beschlagnahmten Mütze gemäss
Dispositiv Ziffer 9 sowie die Kostenfestsetzung gemäss Dispositiv Ziffer 10. Das
vorinstanzliche Urteil ist in diesem Umfang bereits in Rechtskraft erwachsen, was
nachfolgend festzustellen ist. Auf diese Punkt wird nicht näher einzugehen sein.
3. Formales
3.1. Der Einfachheit halber wird nachfolgend weitestgehend an der Systematik
des angefochtenen Entscheides festgehalten respektive darauf aufgebaut.
3.2. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des angeklagten
Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies
jeweils in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne, dass dies jeweils
explizit Erwähnung findet.
4. Prozessuales
4.1. Anklageprinzip
4.1.1. Die Verteidigung brachte erneut vor, das Anklageprinzip sei verletzt. Der Beschuldigte habe nicht erkennen können, ob es sich in der Anklageschrift bei
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den aufgeführten Punkten um Tatvorwürfe oder strafrechtlich nicht relevante
Sachverhaltsdarstellungen handle (Urk. 70 S. 2 ff.).
4.1.2. Die Vorinstanz hat diesen Einwand der Verteidigung mit zutreffender
Argumentation verworfen. Dem Beschuldigten war insbesondere klar, was ihm
vorgeworfen wurde und er konnte sich angemessen verteidigen, dies zeigen auch
die umfangreichen Rechtsschriften der Verteidigung. Es kann im Weiteren vollum-
fänglich auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 51 S. 6 ff.).
Es liegt keine Verletzung des Anklageprinzips vor.
4.2. Beweisanträge
Die Verteidigung machte zwar anlässlich der Berufungsverhandlung kurze Aus-
führungen zu ihren Beweisanträgen, stellte sie jedoch nicht erneut (Urk. 70 S. 4
f.), weshalb unter Verweis auf die Präsidialverfügung vom 25. Januar 2013
(Urk. 63) dazu an dieser Stelle nichts weiter auszuführen ist.
4.3. Telefonkontrollen
4.3.1. Verwertbarkeit
Die Vorinstanz kommt im angefochtenen Entscheid zum Schluss, die Telefon-
kontrollen (fortan TK genannt) seien entsprechend den damals gültigen Vorschrif-
ten in §§ 104, 104 a und 104 b StPO/ZH sowie den Vorschriften in Art. 1 ff. BÜPF
(Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 betreffend die Überwachung des Post- und
Fernmeldeverkehrs) durch die Untersuchungsbehörde angeordnet und von der
dannzumal zuständigen Anklagekammer des Obergerichtes des Kantons Zürich
genehmigt worden. Die TK-Protokolle seien somit als Beweismittel verwertbar. Mit
der Ergänzung, dass auch die Verteidigung die grundsätzliche Verwertbarkeit der
TK-Protokolle nicht in Abrede stellte, können die vorinstanzlichen Erwägungen
übernommen werden.
4.3.2. Fehlerhafte TK-Protokolle
4.3.2.1. Vor Vorinstanz machte die Verteidigung zusammengefasst geltend, die
TK-Protokolle seien teilweise widersprüchlich, unklar und würden falsche Unter-
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stellungen enthalten. So sei beispielsweise das Wort "E._" in den abgehörten
Gesprächen gar nicht vorgekommen. Dies ergebe sich aus dem polizeilichen
Einvernahmeprotokoll vom 28. Juni 2012. Darin habe die Dolmetscherin lediglich
die Vermutung geäussert, dass in einer einzigen SMS das Wort "EE._" even-
tuell falsch geschrieben sei und dieses Wort möglicherweise umgangssprachlich
für "E._" stehe. Später habe die Dolmetscherin hingegen klar gesagt, dass
sie das im Wortprotokoll geschriebene Wort "E._" im abgehörten Gespräch
nicht hören könne. Daraufhin habe der Polizeibeamte seine eigene Schlussfolge-
rung in das Protokoll geschrieben, wonach die Dolmetscherin mutmasslich das
umgangssprachliche Slang-Wort nicht gekannt habe (Urk. 36/3 S. 3).
Anlässlich der Berufungsverhandlung führte die Verteidigung diesbezüglich neu
aus, es sei nicht Aufgabe der Verteidigung, nachzuweisen, dass das Wort
"E._" in den Protokollen nicht vorgekommen sei, sondern die Anklagebehör-
de müsse nachweisen, dass das Wort "E._" tatsächlich vorgekommen sei.
Sodann würde die Dolmetscherin, selbst wenn sie das Wort nicht kennen würde,
es doch trotzdem hören können (Urk. 70 S. 5).
4.3.2.2. Die Vorinstanz setzte sich gründlich mit den durch die Verteidigung vor-
gebrachten Argumenten auseinander und kam zum Schluss, es sei zwar zu-
treffend, dass die für die polizeiliche Einvernahme vom 28. Juni 2011 beige-
zogene Dolmetscherin das Wort "E._" in der dem Beschuldigten vorgehalte-
nen SMS (TK-Protokoll F._/..., SMS vom 11. Juni 2010, 14.32 Uhr) nicht ge-
sehen und dieses aus dem entsprechenden abgehörten Gespräch (TK-Protokoll
G._/... vom 11. Mai 2010, 11.33 Uhr) trotz mehrfachem Vorspielen nicht
herausgehört habe (Urk. 2/9 N 29 + Urk. 2/9 N 36). Daraus könne aber nicht
abgeleitet werden, das Wort "E._" sei in den abgehörten Gesprächen über-
haupt nicht vorgekommen oder die Übersetzung der Telefongespräche sei man-
gelhaft. Ebenso wenig bestünden Anhaltspunkte dafür, dass die TK-Protokolle
verfälscht worden seien oder dass sie falsche Unterstellungen enthalten würden.
Entsprechend seien sie ohne Weiteres als Beweismittel verwertbar (Urk. 51 S.
17).
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4.3.2.3. Die Verteidigung moniert in genereller Art und Weise, die Telefonproto-
kolle selbst seien teilweise widersprüchlich und unklar und enthielten falsche
Unterstellungen (Urk. 36/3 S. 3). Zur Begründung dieser Beanstandung führt sie
jedoch lediglich zwei kurze Passagen aus der polizeilichen Einvernahme vom
28. Juni 2011 an (Urk. 2/9 S. 6 und S. 8). In Anbetracht des Umstandes, dass die
Verteidigung "die Telefonprotokolle" - also im Plural - beanstandet und zur
Substantiierung lediglich auf die zwei Passagen im genannten Protokoll ver-
weisen kann, legt den Schluss nahe, dass bezüglich der weiteren TK-Protokolle
auch seitens der Verteidigung keine Vorbehalte bestehen. Was die vorgebrachten
Beanstandungen anbelangt, hat die Vorinstanz das Notwendige erwogen. Wohl
ist nicht von der Hand zu weisen, dass in Bezug auf das Wort "E._" sowohl
beim fraglichen SMS vom 11. Juni 2010, 14.32 Uhr, wie auch beim Telefonat vom
11. Mai 2010, 11.33 Uhr, gewisse Unklarheiten bestehen. Diese Unklarheiten
wurden jedoch im fraglichen Protokoll transparent gemacht. Gemäss der Proto-
kollanmerkung der Dolmetscherin wies diese anlässlich der Einvernahme darauf
hin, "dass das Wort 'EE._' im SMS allenfalls falsch geschrieben sei und dass
dieses Wort möglicherweise umgangssprachlich für E._ stehe". Das Wort
"E._" wird in der serbischen Sprache und mithin in kyrillischer Schrift "..." ge-
schrieben, wobei das ... "..." dem "..." unseres Alphabets entspricht. Wenn nun
im SMS vom 11. Juni 2010 von "EE._" die Rede ist, so liegt die Vermutung
nahe, dass es sich dabei um ein und das selbe Wort handelt, wobei das "..." am
Wortende eine Genitivendung darstellt. Dass "EE._" der Genitiv von
"E._" sei und umgangssprachlich für einen "Tausender" stehe, bestätigte
auch der an der Berufungsverhandlung anwesende Dolmetscher (Prot. II. S. 6
und 8). Damit ist erstellt, dass die durch die Verteidigung aufgeworfenen, mut-
masslichen Ungereimtheiten in der Protokollierung wohl auf einem lapidaren
sprachlichen Missverständnis beruhen. Von einer Verfälschung der TK-Protokolle
und falschen Unterstellungen kann jedenfalls keine Rede sein, was die Vorinstanz
richtigerweise feststellte.
4.4. Zusammenfassend kann daher mit der Vorinstanz festgehalten werden,
dass das Anklageprinzip gewahrt ist und die TK-Protokolle als Beweismittel ohne
Weiteres verwertbar sind.
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5. Sachverhalt
5.1. Widerhandlung gegen das AuG / Fälschung von Ausweisen
5.1.1. In der Anklageschrift vom 14. Dezember 2011 wird dem Beschuldigten
unter Anklageziffer I. vorgeworfen, er sei an einem nicht genauer bekannten Tag
ca. Ende März 2010 in die Schweiz eingereist und habe sich nach Ablauf seines
bewilligungsfreien 90-tägigen Aufenthaltes als serbischer Tourist fortan an ver-
schiedenen Orten, darunter in ..., ..., ..., ... und ... aufgehalten, bis er schliesslich
am Abend des 24. Februar 2011 in H._ festgenommen worden sei.
Um seinen illegalen Aufenthalt in der Schweiz zu verschleiern, habe der Beschul-
digte auf nicht genauer bekannte Weise in seinem serbischen Reisepass, Nr. ...,
insgesamt 19 gefälschte Stempel über Ein-/Ausreisen bei verschiedenen Grenz-
stellen anbringen lassen. Damit habe er bei einer allfälligen Kontrolle belegen wol-
len, dass er den bewilligungsfreien Aufenthalt nicht überschritten habe (Urk. 12 S.
2).
Vor Vorinstanz führte der untersuchende Staatsanwalt aus, die Verfälschung des
Reisepasses des Beschuldigten ergebe sich aus den Stempeleinträgen, welche
gemäss dem Bericht des Urkundenlabors nicht von den zuständigen Behörden
erstellt worden seien. Dies wiederum lasse sich durch die TK-Protokolle
beweisen. Aus diesen gehe nämlich zweifelsfrei hervor, dass der Beschuldigte
- entgegen den anderslautenden Stempeleinträgen - gerade nicht ausser Landes
gewesen sei. Vielmehr habe er sich in der fraglichen Zeitspanne ununterbrochen
in der Schweiz aufgehalten (Urk. 36/2 S. 4).
5.1.2. Der Beschuldigte erklärte anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhand-
lung auf entsprechende Nachfrage, er meine, dass es zutreffend sei, dass er
ca. im März 2010 in die Schweiz eingereist sei. Zur Frage, ob er sich von da an
ununterbrochen in der Schweiz aufgehalten habe, wollte er ebenso keine Aus-
sagen machen, wie zur Frage, was es mit den 19 gefälschten Stempeln in seinem
Ausweis auf sich habe (Urk. 36/1 S. 2 ff.).
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5.1.3. Die Verteidigung führte vor Vorinstanz aus, es sei bestritten, dass der
Beschuldigte Ende März 2010 in die Schweiz eingereist sei. Gleichzeitig nahm
der Verteidiger jedoch zur Kenntnis, dass der Beschuldigte anlässlich seiner
Befragung zu Protokoll gab, er meine damals eingereist zu sein (Prot. I. S. 11,
Ergänzung 4). Weiter brachte der Verteidiger vor, selbst der Polizeirapport gehe
davon aus, dass die Einreise erst im Mai 2010 erfolgt sei. Die Festnahme des
Beschuldigten sei im Februar 2011 erfolgt. Der Beschuldigte habe sich nicht
länger als gesetzlich möglich in der Schweiz aufgehalten. Etwas anderes könne
dem Beschuldigten nicht nachgewiesen werden. Hinsichtlich der gefälschten
Stempel im Reisepass sei nicht erwiesen, wer die Stempel angebracht habe und
wie dies geschehen sei. Zudem sei weder behauptet, noch erwiesen, dass eine
tatsächliche Nutzung des Reisepasses für eine Kontrolle erfolgt sei (Urk. 36/3
S. 6 f.).
Anlässlich der Berufungsverhandlung führte die Verteidigung aus, nicht visums-
pflichtige Personen dürften sich zwei Mal pro Kalenderjahr für einen längstens
drei Monate dauernden Verbleib in der Schweiz aufhalten. Es sei im Zweifel
davon auszugehen, dass der Beschuldigte sich zum Zeitpunkt seiner Festnahme
innerhalb des zulässigen 3-monatigen Zeitraums befunden habe (Urk. 70 S. 6).
5.1.4. Aufgrund seines Zugeständnisses im Rahmen seiner Befragung durch die
Vorderrichter ist der Sachverhalt insofern erstellt, als der Beschuldigte aner-
kannte, ca. im März 2010 in die Schweiz eingereist zu sein (Urk. 36/1 S. 2). Die
Vorinstanz folgerte weiter, weil der erste gefälschte Stempeleintrag seit der
Einreise im März 2010 vom 29. März 2010 datiere, sei davon auszugehen, dass
sich der Beschuldigte seit diesem Datum unrechtmässig in der Schweiz aufge-
halten habe (Urk. 51 S. 18). Diese Annahme der Vorinstanz kann übernommen
werden, zumal sie einerseits dem Beschuldigten keinesfalls zum Nachteil gereicht
und weil es andererseits sowohl für die rechtliche Qualifikation wie auch die Straf-
zumessung praktisch nicht von Belang ist, wann genau der Beschuldigte nun im
März 2010 in die Schweiz einreiste. Was die Stempeleinträge im serbischen Rei-
sepass des Beschuldigten anbelangt, so wurde weder vom Beschuldigten noch
von dessen Verteidiger in Abrede gestellt, dass es sich dabei um Fälschungen
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handelte (Urk. 36/1 S. 2; Urk. 36/3 S. 7). Die Anklagebehörde stützt sich bei ihrer
Beweisführung auf die Ausweisprüfung des Forensischen Instituts Zürich vom 25.
Februar 2011 (Urk. ND 1/3). Darin wird als Untersuchungsergebnis festgehalten,
dass sämtliche Stempelabdrucke (total 19) auf den Seiten 5 bis 9 nicht in einem
herkömmlichen Abdruckverfahren produziert, sondern mittels tinten-basierendem
drucktechnischen Verfahren erstellt worden seien. Ob die Gutachter vor der Prü-
fung des Ausweises auf Art. 307 StGB aufmerksam gemacht wurden, lässt sich
dem Prüfbericht nicht entnehmen. Nachdem aber weder der Beschuldigte noch
sein Verteidiger die Fälschungen bestreiten, kann die Frage offen bleiben, ob der
genannte Bericht als Beweismittel überhaupt verwertbar ist. Mit der Vorinstanz ist
daher zusammenfassend festzustellen, dass der, dem Beschuldigten unter der
Anklageziffer I. vorgeworfene Sachverhalt rechtsgenügend erstellt ist. Davon kann
im Rahmen der rechtlichen Würdigung ausgegangen werden.
5.2. Betäubungsmitteldelikte und Geldwäscherei
5.2.1. Anklagevorwurf im Überblick
Die Anklagebehörde wirft dem Beschuldigten zusammengefasst vor, er habe als
Statthalter seines von Serbien aus den Drogenhandel steuernden Auftraggebers
I._ bei verschiedenen Gelegenheiten grosse Mengen Heroin und Kokain
entgegen genommen. Diese Betäubungsmittel habe er gestreckt, portioniert und
teilweise gelagert oder an verschiedene Abnehmer verkauft. Dabei habe er
verschiedene Kuriere bzw. Läufer benutzt. Den Erlös aus diesen Drogen-
verkäufen habe er seinem Auftraggeber, I._, wiederum durch verschiedene
Kuriere nach Serbien zukommen lassen, wodurch er einen Zugriff durch die Straf-
verfolgungsbehörden vereitelt habe (Urk. 12 S. 3).
5.2.2. Standpunkt des Beschuldigten
Der Beschuldigte selbst machte im Verlauf der Untersuchung weitestgehend von
seinem Recht, die Aussage zu verweigern, Gebrauch. Anlässlich der polizeilichen
Einvernahme vom 29. März 2011 gestand der Beschuldigte im Beisein seines
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Verteidigers ein, bereits seit mehreren Monaten mit Drogen gehandelt zu haben.
Er habe dabei hauptsächlich Heroin in Portionen zu 5 oder 10 Gramm verkauft.
Das Heroin habe er auf Anweisung seines Chefs namens J._ in Portionen
von 100 oder 200 Gramm bei ihm unbekannten Männern bezogen. Insgesamt
habe er 5 oder 6 solche Heroinbezüge getätigt. Weiter bestätigte der Beschuldig-
te, dass die, in dem von ihm bewohnten Haus an der ... [Adresse], K._, si-
chergestellten Drogen (209.79 Gramm Heroin und 448 Gramm Kokain) ihm ge-
hörten und dass er mit diesen Drogen Handel betrieb. Des Weiteren anerkannte
der Beschuldigte, dass die ebenfalls vorgefundenen Streckmittel ihm gehörten
und dass er den sichergestellten Mixer zum Mischen der Drogen verwendet hatte.
Schliesslich gestand der Beschuldigte auch ein, mit den weiteren, sichergestellten
Utensilien das Heroin respektive Kokain gestreckt, gewogen und in Portionen
abgepackt zu haben (Urk. 2/4 S. 2 f.). In der polizeilichen Einvernahme vom
15. April 2011 bestätigte der Beschuldigte, bis zu seiner Festnahme mit Drogen
gehandelt zu haben (Urk. 2/7 S. 1). Danach verweigerte er weitgehend die
Aussage (Urk. 2/9-12 und Urk. 2/14). Anlässlich der Schlusseinvernahme vom
30. November 2011 liess der Beschuldigte durch seinen Verteidiger ausführen, er
sei bezüglich der Sicherstellung im Haus in K._ geständig, bezüglich der wei-
teren Vorwürfe mache er aus Angst vom Aussageverweigerungsrecht gebrauch
(Urk. 2/16 S. f.). Schliesslich gab er anlässlich der Befragung vor Vorinstanz zu
Protokoll, er könne bestätigen, dass anlässlich der Hausdurchsuchung in K._
zahlreiche Betäubungsmittel-Utensilien, Betäubungsmittel und grössere Bargeld-
beträge vorgefunden worden seien. Er bleibe dabei, dass er den Mixer zum
Strecken von Betäubungsmitteln verwendet habe. Ebenso sei zutreffend, dass er
die gestreckten Betäubungsmittel portioniert habe. Weitergehende Zugeständnis-
se wollte der Beschuldigte nicht mehr machen (Urk. 36/1 S. 3). In der Berufungs-
verhandlung führte der Beschuldigte schliesslich aus, er habe zwar das ganze
Geld bei sich gehabt, dies hätte aber nicht ihm gehört, sondern seinem Chef. Er
habe nur das getan, wofür er Anweisungen erhalten habe (Urk. 69 S. 6).
- 17 -
5.3. Beweiswürdigung
5.3.1. Unter Ziffer 2.3 (Urk. 51 S. 19) macht die Vorinstanz korrekte theoretische
Ausführungen zur richterlichen Beweiswürdigung und hält zutreffend fest, dass in
tatsächlicher Hinsicht zunächst das Ausmass des vom Beschuldigten betriebenen
Drogenhandels sowie seine hierarchische Stellung innerhalb der Organisation zu
erstellen sei. Zur Sachverhaltserstellung können einerseits die dem Beschuldigten
vorgehaltenen TK-Protokolle und soweit dienlich die Aussagen der mit dem
Beschuldigten konfrontierten L._ (Urk. 2/5 und 4/1-4), M._ (Urk. 2/6 und
4/5-8) sowie N._ (Urk. 2/13 und 3/1-5) und die Aussage des Zeugen
O._ (Urk. 2/15) beigezogen werden. Nachdem die Vorinstanz D._ an-
lässlich der Hauptverhandlung als Auskunftsperson einvernommen und mit dem
Beschuldigten konfrontiert hat, können auch dessen Aussagen als Beweismittel
verwertet werden (Pro. I. S. 5 ff sowie die betreffenden Beizugsakten). Die im Ver-
fahren gegen C._ produzierten und im vorliegenden Verfahren beigezogenen
Akten können mangels Konfrontation mit dem Beschuldigten nicht zu dessen
Nachteil Verwendung finden. Weiter können die Prüfberichte des Forensischen
Instituts Zürich zur Gehaltsbestimmung der sichergestellten Betäubungsmittel als
Beweismittel verwendet werden (Urk. 7/4, Urk. 7/5 und 7/9). Schliesslich befindet
sich ein Nachtragsbericht betreffend DNA Täterermittlung der Kantonspolizei
Schwyz bei den Akten, welcher Auskunft darüber gibt, dass im Knotenbereich der
vier sichergestellten Fingerlinge eine DNA Spurenüberprüfung vorgenommen
wurde, bei welcher der Beschuldigte als Spurengeber identifiziert worden sei (Urk.
7/11).
5.3.2. Codierte Sprache
Die Vorinstanz hat sich auf über 5 Seiten des angefochtenen Entscheides akri-
bisch mit der durch den Beschuldigten und seinen Mittäter verwendeten codierten
Sprache auseinander gesetzt und diese schliesslich gründlich und in allen Teilen
nachvollziehbar entschlüsselt. Sie schlussfolgert, der Beschuldigte habe diesen
Interpretationen keine eigenen entgegenstellt. Eine andere mögliche Interpretati-
on dieser Codierungen sei nicht ersichtlich. Vielmehr würden die auf den ersten
Blick zusammenhangslosen Gespräche nur dann ein sinnvolles Ganzes ergeben,
- 18 -
wenn sie anhand des ...-Codes sowie der vorab aufgeführten Schlüsselwörter
entschlüsselt würden. Diese überzeugenden Erwägungen der Vorinstanz sind
vollumfänglich zu übernehmen. Lediglich im Sinne einer Ergänzung sei auf fol-
gendes hingewiesen: Dem Beschuldigten kann nicht zum Vorwurf gemacht wer-
den, er habe trotz wiederholter Nachfrage keine Angaben zu den codierten Ge-
sprächen gemacht. Im Strafverfahren gilt das Verbot der erzwungenen Selbstbe-
lastung und es steht dem Beschuldigten selbstredend zu, die Aussage partiell
oder gar vollständig zu verweigern. Allerdings darf das Gericht den Umstand,
dass sich der Beschuldigte auf sein Aussage- und Mitwirkungsverweigerungs-
recht beruft, unter gewissen Umständen dennoch in die Beweiswürdigung mitein-
beziehen. Dies ist nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichts dann
der Fall, wenn sich der Beschuldigte weigert, zu seiner Entlastung erforderliche
Angaben zu machen, obschon eine Erklärung angesichts der belastenden Bewei-
selemente vernünftigerweise erwartet werden dürfte und müsste (Urteil des Bun-
desgerichts 6B_453/2011 vom 20. November 2011, E. 1.6 mit weiteren Verwei-
sen). Vorliegend verhält es sich so, dass eine Vielzahl von Telefongesprächen
und SMS-Kontakte stattfanden, bei welchen sich der Beschuldigte respektive sein
Gegenüber einer offenkundig codierten Sprache bedienten. Im Umstand, dass der
Beschuldigte keinerlei Angaben zu der von ihm benützten Sprache machte, ist
daher ein weiteres Indiz für die Richtigkeit der durch die Staatsanwaltschaft und
die Vorinstanz erarbeiteten Interpretation der verschlüsselten Sprache zu erbli-
cken. Insgesamt steht daher ausser Frage, dass der Beschuldigte und seine Mit-
täter ihm Rahmen ihrer konspirativen Kommunikation codierte Wörter und Zahlen
in dem Sinne verwendeten, wie es die Vorinstanz dargetan hat.
6. Die Vorgänge im Einzelnen
6.1. Anklageziffer II. 1.1.
6.1.1. Dem Beschuldigten wird seitens der Anklagebehörde zum Vorwurf
gemacht, er habe nach seiner Einreise N._ in P._ mehrfach, darunter
am 27. April 2010, jeweils mit Heroinmengen von 20 bis 30 Gramm, total 100 bis
- 19 -
200 Gramm Heroin, beliefert. Dabei habe er jeweils einen Grammpreis von
Fr. 30.– verlangt (Urk. 12 S. 7).
6.1.2. Die Verteidigung stellte sich vor Vorinstanz zusammengefasst auf den
Standpunkt die Aussagen des Zeugen N._ seien nicht verwertbar. Der Zeuge
sei durch die Polizei in seinem Aussageverhalten in unzulässiger Weise beein-
flusst worden. Nachdem der Zeuge den Beschuldigten zunächst nicht habe identi-
fizieren können, habe ihm der Polizeibeamte mehrmals Bilder des Beschuldigten
vorgelegt und so auf dessen Identifikation hingewirkt. Zudem sei der Zeuge auf-
grund seiner schweren Drogenabhängigkeit teilweise nicht in der Lage
gewesen, sich während den Einvernahmen zu konzentrieren. Dem Zeugen sei
suggeriert worden, er habe vom Beschuldigten Heroin erhalten (Urk. 36/3 S. 2).
Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Verteidiger hierzu aus, der Zeuge
N._ habe den Beschuldigten nicht identifizieren können. Dem Zeugen sei
suggeriert worden, der habe vom Beschuldigten mehrfach Drogen abgenommen.
Es bleibe unklar, ob der Zeuge den Beschuldigten bei der Gegenüberstellung er-
kannt habe, weil er angeblich Drogen von ihm gekauft hatte oder weil er sein Ge-
sicht zuvor auf der Fotoaufnahme gesehen habe (Urk. 70 S. 9 ff.).
6.1.3. Die Vorinstanz zog zur Sachverhaltsermittlung in erster Linie die Aussagen
des Drogenkonsumenten N._ sowie die Zeugenaussagen des den
Beschuldigten observierenden Polizeibeamten O._ heran. Weiter stützte sie
ihre Beweisführung auch auf das anlässlich der Observation vom 27. April 2010
angefertigte Foto (Anhang zu Urk. 2/15).
Hinsichtlich der Aussagen von N._ kam sie zum Schluss, dieser sei trotz sei-
nes Drogenkonsums durchwegs als glaubwürdig einzustufen. Zudem habe er sich
durch seine Aussagen selbst belastet, was für seine Glaubwürdigkeit spreche.
N._ habe widerspruchsfreie und lebensnahe Schilderungen der jeweiligen
Drogenkäufe zu Protokoll gegeben. Er habe Erinnerungslücken offen deklariert
und auch gesagt, dass er keine Namen von seinen Abnehmern nennen wolle. Es
lägen insgesamt keine Hinweise dafür vor, dass N._ die Unwahrheit gesagt
habe. Auf seine Aussagen könne daher abgestellt werden.
- 20 -
Den Zeugen O._ erachtete die Vorinstanz als glaubwürdig und auch seine
Aussagen seinen lebensnah und überzeugend. Darauf könne abgestellt werden.
Gestützt auf die Aussagen von N._ und des Zeugen O._ sowie die Fo-
tos vom 27. April 2010 sei, so die Vorinstanz, erstellt, dass es sich bei demjenigen
Läufer, welchen N._ am 27. April 2010 in einer Unterführung beim Bahnhof
P._ getroffen hat, um den Beschuldigen gehandelt habe. Weiter lasse sich
aufgrund des Beweisergebnisses erstellen, dass der Beschuldigte mehrfach,
darunter auch am 27. April 2010, insgesamt 100 bis 200 Gramm Heroin an
N._ zum Preis von Fr. 30.-- pro Gramm überbracht habe. Damit sei der Vor-
halt gemäss Anklageziffer II./1.1. erstellt (Urk. 51 S. 25 ff.).
6.1.4. Die Vorinstanz hat die massgeblichen Aussagen von N._ und O._
richtig und vollständig zusammengefasst und wiedergegeben. Zwecks Vermei-
dung von unnötigen Wiederholungen kann auf die betreffenden Erwägungen ver-
wiesen werden. Auch ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass N._ ebenso wie
O._ grundsätzlich als glaubwürdig zu betrachten sind und dass deren Aus-
sagen keine Hinweise darauf enthalten, dass sie unwahre Angaben zu Protokoll
gegeben hätten. Die Einschätzung der Vorinstanz, wonach die, den Beschuldig-
ten belastenden Aussagen von N._ und O._ als glaubhaft einzustufen
seien, kann daher ohne Weiteres geteilt werden. Die Verteidigung beschränkt sich
darauf, die Aussagen von N._ in Frage zu stellen, verkennt aber dabei, dass
das gesamte Beweisbild - eben unter Einbezug des observierenden Polizeibeam-
ten O._ und der am 27. April 2010 angefertigte Fotografie des Beschuldigten
(Anhang zu Urk. 2/15), keinen anderen, vernünftigen Schluss zulässt, als dass
sich der Sachverhalt eben genau so zugetragen hat, wie er unter Ziff. II. 1.1. in
der Anklageschrift geschildert wird. Die zentrale Herausforderung der Beweiswür-
digung liegt darin, alle Beweismittel in ihrem Gesamtzusammenhang zu würdigen.
Entscheidend ist mithin, ob die gesamthafte Beurteilung der vorhandenen Be-
weismittel ein in sich stimmiges Bild ergibt, welches sich mit dem Anklagevorwurf
deckt. Die Verteidigung geht in ihrem Plädoyer von einer isolierte Betrachtung ei-
nes einzelnen Beweismittels aus, was selbstredend nicht zielführend sein kann.
Die Summe der Erkenntnisse aus allen verwertbaren Beweismitteln ist entschei-
- 21 -
dend, was die Vorinstanz korrekterweise auch erkannt hat. Davon, dass die Aus-
sagen von N._ nicht verwertbar sein sollen, kann keine Rede sein. Weder
ergeben sich aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er durch die Polizei in un-
zulässiger Art und Weise in seinem Aussageverhalten beeinflusst worden wäre,
noch bestehen Hinweise darauf, dass N._ aufgrund seiner drogenbedingten
physischen Verfassung nicht in der Lage gewesen wäre, den Einvernahmen zu
folgen. Bezeichnenderweise lassen sich dem Protokoll der Konfrontationseinver-
nahme vom 7. November 2011 auch keine entsprechenden Einwände der Vertei-
digung entnehmen. Die Vorinstanz hat hierzu das Notwendige dargetan, worauf
verwiesen werden kann. Ergänzend kann angeführt werden, dass N._ den
Beschuldigten anlässlich der Konfrontationseinvernahme eben nicht nur anhand
der vorgelegten Fotografie identifizierte (Urk. 2/13 S. 4), sondern auch gleich zu
Beginn der Einvernahme zu Protokoll gab, er kenne den ebenfalls anwesenden
Beschuldigten seit vorletztem Jahr. Er habe ihn über J._ kennen gelernt und
er sei ab und zu gekommen, wenn er - also N._ - Heroin gekauft habe
(Urk. 2/13 S. 2). Soweit die Verteidigung also geltend macht, der Staatsanwalt
habe N._ in der Konfrontationseinvernahme vom 7. November 2011 einen
Vorhalt gemacht, welcher auf einer falschen Zusammenfassung der polizeilichen
Befragung fusse, ist dem entgegen zu halten, dass die Identifikation des Beschul-
digten durch N._ anlässlich der Konfrontationseinvernahme gleich zu Beginn
und ohne Zutun des Staatsanwaltes erfolgte (Urk. 2/13 S. 1). Zusammenfassend
kann damit festgehalten werden, dass der Anklagesachverhalt gemäss Ziff. II./1.1.
mit der Einschränkung erstellt ist, dass in Anwendung des Grundsatz in dubio pro
reo von 100 Gramm Heroin auszugehen ist.
6.2. Anklageziffer II./1.2.
6.2.1. Dem Beschuldigten wird hier zur Last gelegt, er sei am 10. Mai 2010 von
I._ in Kenntnis gesetzt worden, dass eine Abnehmerin lediglich fünf Gramm
Kokain zum Preis von Fr. 1'400.– erhalten habe (Urk. 12. S. 3).
6.2.2. Die Verteidigung hat sich vor Vorinstanz nicht konkret zu diesem Vorwurf
geäussert. In genereller Art und Weise hat sie aber vor Vorinstanz ausgeführt,
sämtliche in der Anklage unter 1. II. 1.1. bis einschliesslich 27.2. genannten
- 22 -
Anschuldigungen würden ausschliesslich auf Indizien basieren, wobei fast aus-
schliesslich "abgehörte Gesprächsprotokolle" die Grundlage der Anklage bilden
würden. Der Beschuldigte habe diesbezüglich umfassend von seinem Aussage-
verweigerungsrecht Gebrauch gemacht. Bezüglich aller Anklagepunkte sei der
Beschuldigte zu keinem Zeitpunkt auch nur ein einziges Mal bei einem an-
geblichen Verkauf, Ankauf, einer angeblichen Übernahme, etc. von Drogen von
der Polizei observiert oder auf frischer Tat ertappt worden. Es existiere kein einzi-
ger Beweis, dass der Beschuldigte die ihm aufgrund der "abgehörten Protokolle"
vorgeworfenen angeblich durchgeführten Taten tatsächlich begangen habe. Dies
setze sogar schon die ebenfalls nicht erwiesene Tatsache voraus, dass diese
Gespräche Drogenhandel zum Inhalt gehabt hätten, was ausdrücklich bestritten
werde. Zudem sei auch nicht zweifelsfrei nachgewiesen, dass es sich bei der
abgehörten Person tatsächlich um den Beschuldigten gehandelt habe (Urk. 36/3
S. 2 ff.).
6.2.3. Die Vorinstanz kam zum Schluss aufgrund des abgehörten Telefon-
gesprächs vom 10. Mai 2010, 21.51 Uhr (TK-Protokoll G._/E-3), sei erstellt,
dass eine Abnehmerin nur eine Portion bzw. ein Säckchen à 5 Gramm Kokain
erhalten und dafür Fr. 1'400.-- bezahlt habe. Offenkundig sei sie vom Beschuldig-
ten mit nur einer Portion bedient worden, obwohl sie für diesen Preis mit I._
mehr abgemacht habe (Urk. 51 S. 31).
6.2.4. Vorab ist an dieser Stelle festzuhalten, dass es sich bei den TK-Protokollen
nicht wie die Verteidigung meint lediglich um Indizien, sondern vielmehr um Be-
weismittel mit voller Beweiskraft handelt. Wie bereits durch die Anklagebehörde
(Urk. 36/2 S. 1) und die Vorinstanz (Urk. 51 S. 15) ausgeführt, wurden die
TK-Protokolle in vollkommener Übereinstimmung mit den damals geltenden Vor-
schriften der kantonale Strafprozessgesetzgebung sowie des Bundesgesetzes
betreffend die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BÜPF) angeord-
net und von der damals zuständigen Anklagekammer am hiesigen Obergericht
genehmigt (Urk. 5). Damit haben die daraus gewonnenen Erkenntnisse entgegen
der Auffassung der Verteidigung uneingeschränkten Beweiswert. Die Verteidi-
gung stellt weiter in Abrede, dass es bei den überwachten Telefongesprächen um
- 23 -
Drogen respektive um Tätigkeiten im Zusammenhang mit dem Drogenhandel
gegangen sei. Führt man sich den Inhalt der abgehörten Gespräche vor Augen,
so ist offenkundig, dass es den beteiligten Personen jeweils um die Verheimli-
chung des wahren Inhalts ihres Gespräches ging. Die Gespräche wurden derart
konspirativ geführt und machten bei objektiver Betrachtung keinerlei Sinn, sodass
nicht der geringste Zweifel bestehen kann, dass die abgehörten Gespräche zum
Zwecke des Drogenhandels geführt wurden. Dass die Beteiligten und mithin auch
der Beschuldigte dazu eine codierte Sprache verwendeten, wurde zuvor mit Ver-
weis auf die vorinstanzlichen Erwägungen bereits dargetan. Dass es sich
schliesslich bei der abgehörten Person namens "F._" um den Beschuldigten
handelte, kann ebenfalls nicht ernsthaft in Abrede gestellt werden. Dies umso
mehr, als sich der Beschuldigte selbst im Telefonat vom 23. Februar 2011, 13.48
Uhr, gegenüber einem unbekannten Mann als "A._" enttarnte und in der Un-
tersuchung eingestand, dieses Telefonat geführt zu haben (Urk. 2/7 S. 7). Damit
sind die von der Verteidigung in allgemeiner Manier vorgetragenen Argumente
entkräftet. Nachfolgend wird darauf mit Verweis auf das soeben Erwogene nicht
mehr weiter eingegangen.
Der dem Beschuldigten unter Anklageziffer II./1.2. vorgeworfene Sachverhalte
stützt sich auf ein abgehörtes Telefongespräch zwischen dem Beschuldigten und
I._ vom 10. Mai 2010 (Anhang zu Urk. 2/9, TK-Protokoll G._/E-3). Bei
Durchsicht des betreffenden TK-Protokolls wird der konspirative Charakter des
Gesprächs sofort augenscheinlich. So werden beispielsweise keine Namen ge-
nannt, obwohl die Rede von verschiedenen Personen ist. Es ist davon die Rede,
dass "es nur 5 vom Hübschen" gehabt habe und dass "2.5 Köpfe aufgeschrieben
werden sollen". Ganz generell macht das geführte Telefonat bei objektiver Be-
trachtung keinen Sinn. Offensichtlich ging es dem Beschuldigten und I._
darum, den wahren Inhalt ihres Gespräches so weit wie möglich zu verschleiern.
Vor diesem Hintergrund kann die von der Vorinstanz korrekt zitierte Ge-
sprächspassage nicht anders interpretiert werden, als dass I._ den
Beschuldigten davon in Kenntnis setzte, dass eine Abnehmerin entgegen ihrer
Abmachung mit I._, nur 1 Säckchen enthaltend 5 Gramm "vom Hübschen"
sprich Kokain erhalten hatte. Dafür hat sie einen Preis von "PICC" mithin
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Fr. 1'400.-- entrichtet. Die Vorinstanz erachtete daher den eingeklagten Sachver-
halt richtigerweise als erstellt.
6.3. Anklageziffer II./1.3.
6.3.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe am 11. Mai 2010 den Erlös
aus Drogenhandel im Betrag von Fr. 11'300.-- aufbewahrt, worüber er I._ in
Kenntnis gesetzt habe (Urk. 12 S. 3).
6.3.2. Die Vorinstanz kam zusammengefasst zum Schluss, es sei erstellt, dass
der Beschuldigte im Gespräch mit I._ über den Drogenerlös gesprochen
habe, wobei sich der Erlös im Bereich von Fr. 10'300.-- bis Fr. 12'850.-- bewegt
habe (Urk. 51 S. 32).
6.3.3. Die Verteidigung führte anlässlich der Berufungsverhandlung aus, erstellt
sei lediglich ein Gespräch über Geld, was keine strafbare Handlung darstelle
(Urk. 70 S. 11).
6.3.4. Beweisfundament für diesen Anklagepunkt stellt ein abgehörtes Telefonge-
spräch zwischen dem Beschuldigten und I._ vom 11. Mai 2010 dar (Anhang
zu Urk. 2/9, TK-Protokoll G._/E-3). Dass auch dieses Gespräch klarerweise
einen konspirativen Charakter aufweist, ergibt sich nur schon aus den verwende-
ten Code-Wörtern wie "Kopf", "E._" und "das Hübsche". Der Beschuldigte
hatte damals I._ angerufen. Im Verlauf des Gesprächs erkundigt sich I._
beim Beschuldigten nach dessen Geldbezüge. Er fragt ihn, ob er "damals noch
etwas genommen" habe, worauf der Beschuldigte verneint und sagt, er "habe nur
diesen Kopf" (= Fr. 100.--) genommen, wie I._ es ihm gesagt habe. I._
weist den Beschuldigten weiter an, er solle "sofort den Kopf nehmen", er werde
"ihm (dem Beschuldigten) den Kopf aufschreiben". Im weiteren Verlauf des Ge-
sprächs rechnet I._ dem Beschuldigten vor, was dieser verbraucht habe und
stellt fest, er habe nun "genug verbraucht". Er solle sich in Zukunft "irgendwo auf-
schreiben" was er beziehe, damit er eine "Evidenz" habe. Dass der Beschuldigte
I._ bei diesem Gespräch über den Erlös aus dem Drogenhandel informiert
habe, lässt sich den Aufzeichnungen tatsächlich nicht entnehmen. Vielmehr ergibt
- 25 -
sich aus den Gespräch, dass I._ dem Beschuldigten vorrechnet, was dieser
zum damaligen Zeitpunkt an Gelder aus dem Drogenerlös besitze respektive auf-
bewahre. Mit der Vorinstanz ist daher der eingeklagte Sachverhalt insofern als
erstellt zu betrachten, als dass der Beschuldigte im Gespräch mit I._ über
den Drogenerlös im Bereich von Fr. 10'300.-- bis Fr. 12'850.-- gesprochen hat.
6.4. Anklageziffer II./2.
6.4.1. Dem Beschuldigten wird unter Ziff. II./2. vorgeworfen, er habe am 15. Mai
2010 von einem Lieferanten eine Menge von 100 Gramm Heroin oder Kokain
übernommen (Urk. 12. S. 3).
6.4.2. Die Vorinstanz erachtet den eingeklagten Sachverhalt als nicht bewiesen.
Aufgrund des Gesprächskontextes bleibe unklar, ob es sich bei den genannten
Mengenangaben um Drogen oder um Drogenerlös gehandelt habe. Weil diese
Frage offen bleibe, könne der Vorgang nicht mit rechtsgenügender Sicherheit
nachgewiesen werden (Urk. 51 S. 33).
6.4.3. Die Anklagebehörde stützt sich auf das Telefongespräch vom 15. Mai 2010,
19.01 Uhr (Anhang zu Urk. 2/9, TK-Protokoll G._/E-3). Darin erklärt der
Beschuldigte I._ gegenüber, er habe das, was dieser ... gegeben habe, alles
bei sich. Anderes habe er nicht, er habe alles dort gelassen. Er habe davon einen
Kopf genommen. Daraufhin weist I._ ihn zurecht, er habe ihm gesagt, den
Kopf bleiben zu lassen. Auch hier steht ausser Frage, dass das Gespräche im
Zusammenhang mit dem Drogenhandel geführt wurde. In der Tat lässt sich dem
aufgezeichneten Gespräch jedoch nicht zweifelsfrei entnehmen, ob es sich bei
diesem "einen Kopf" den der Beschuldigte von dem genommen haben will, was
ihm "dieser ..." zuvor gegeben hat, um Geld oder um Drogen handelte. Damit hat
die Vorinstanz zurecht festgehalten, dass sich der unter Ziff. II./2. eingeklagte
Sachverhalt nicht erstellen lässt.
- 26 -
6.5. Anklageziffer II./3.
6.5.1. Die Anklagebehörde wirft dem Beschuldigten vor, er sei am 16. Mai 2010
von I._ telefonisch angewiesen worden, dass er einen neu zu ihm geschick-
ten Mittäter ("Läufer") beim Drogenhandel zu instruieren habe (Urk. 12 S. 3).
6.5.2. Die Vorinstanz kam zusammengefasst zum Schluss, die Gesprächspartner
versuchten offenkundig auch dieses Gespräch zu verschlüsseln und nichts
Konkretes zu erwähnen. Es sei daher davon auszugehen, dass das abgehörte
Gespräch Drogengeschäfte zum Inhalt gehabt habe. Vor diesem Hintergrund
lasse der Gesprächsinhalt keine andere Interpretation zu, als dass der Beschul-
digte von I._ angewiesen worden sei, einen neuen Läufer zu instruieren.
Dies sei auch deshalb stimmig, weil der Beschuldigte offenkundig Läufer bei sich
beherbergt habe. So seien anlässlich der Hausdurchsuchung im von ihm bewohn-
ten Haus in K._ am 24. Februar 2011 zwei bei ihm wohnhafte Läufer
(C._ und D._) verhaftet worden (Urk. 51 S. 35).
6.5.3. Die Verteidigung stellte sich im Berufungsverfahren auf den Standpunkt,
aus dem Inhalt der TK-Protokolle lasse sich allenfalls entnehmen, dass der
Beschuldigte einer dritten Person etwas hätte erklären sollen. Ob es sich dabei
um Instruktionen im Zusammenhang mit dem Drogenhandel gehandelt habe,
bleibe völlig offen (Urk. 70 S. 11).
6.5.4. Die Vorinstanz hat die massgeblichen Passagen der beiden abgehörten
Gespräche vom 15. Mai 2010, 19.01 Uhr vom und 16. Mai 2010, 22.19 Uhr
(Anhang zu Urk. 2/9, TK-Protokoll G._/E-3) korrekt wiedergegeben, darauf
kann zunächst verwiesen werden. Neben den durch die Vorderrichter zitierten
Passagen finden sich noch weitere Instruktionen I._'s:
I._: "...lass alles dort, du kannst ihm gerade alles zeigen wo was steht, dass er es weiss, verstehst du?"
Beschuldigter: "Aa...(unverständlich)..." [...]
I._: "Hör zu, zeig ihm das Kärtchen alles das, verstehst du ... (unverständlich)...
Beschuldigter: "(unverständlich).... aber gut, mach dir keine Sorgen mann. I._: "Zeig ihm, wie er in den Block schauen sollte.... (unverständ-
lich)...
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Beschuldigter: "Mm ja." I._: "Und er muss sich nicht mit dir treffen Bruder, triff du dich, er soll
von der Seite schauen wie ... (unverständlich)... Beschuldigter: "Mach dir darum überhaupt keine Sorgen"
6.5.5. Insgesamt betrachtet, liegt auch hier der konspirative Charakter des
Telefongesprächs zwischen dem Beschuldigten und I._ auf der Hand. Beide
sind aufs Äusserste bedacht, weder Namen noch Orte zu nennen und das
Gespräch dergestalt zu führen, dass der tatsächliche Inhalt möglichst im
Verborgenen bleibt. Trotz all dieser Vertuschungsbemühungen wird aber klar,
dass es beim Gesprächsinhalt darum geht, dass I._ den Beschuldigten über
die Ankunft eines neuen "Läufers" in Kenntnis setzte und der Beschuldigte diesen
nach dessen Ankunft in den Drogenhandel einzuführen hat. Damit ist der einge-
klagte Sachverhalt gemäss Ziff. II./3. erstellt.
6.6. Anklageziffer II./4.
6.6.1. Unter dieser Anklageziffer wird dem Beschuldigten vorgeworfen, er habe
am 18. Mai 2010 von I._ den telefonischen Auftrag entgegen genommen,
40 Gramm Heroin oder Kokain zu verkaufen, dies mit dem Hinweis, er solle den
Käufer zu einer konspirativen Sprechweise am Telefon ermahnen, d.h. er solle
keine Namen nennen (Urk. 12. S. 3).
6.6.2. Die Vorinstanz kam zum Schluss, der Anklagesachverhalt sei erstellt.
I._ habe dem Beschuldigten im Gespräch 18. Mai 2010, 15.48 Uhr, erklärt
(Anhang zu Urk. 2/9, TK-Protokoll F._/A), er solle "IC" (40) mitnehmen, so-
bald er an zwei Orten EC (20) habe. Er solle den Käufer darauf hinweisen, dass
auf der Telefonnummer von I._ keine Namen genannt werden dürfen. Auf-
grund der wiederum verschlüsselten Sprechweise sei offenkundig, dass es in die-
sem Gespräch um Drogengeschäfte gegangen sei und mit den genannten Zahlen
"IC" (40) bzw. "EC" (20) Mengenangaben von Drogen, also jeweils Gramm, ge-
meint gewesen seien. Da der Beschuldigte ausschliesslich mit Kokain und Heroin
gehandelt habe, sei davon auszugehen, dass eine dieser beiden Drogen gemeint
gewesen sei (Urk. 51 S. 34 f.).
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6.6.3. Die überzeugenden Erwägungen der Vorinstanz können vollumfänglich
übernommen werden. Einzig in Bezug auf die Art der Drogen muss die folgende
Präzisierung vorgenommen werden. Wie die Vorderrichter richtigerweise fest-
stellten, hat der Beschuldigte - unbestrittenermassen - jeweils nur mit Heroin oder
Kokain gehandelt. Andere Betäubungsmittel hat er nicht verkauft. Nachdem aus
dem abgehörten Telefongespräch klarerweise hervorgeht, dass I._ und der
Beschuldigte über den Verkauf von Drogen sprechen, jedoch unklar bleibt, ob es
sich dabei um Kokain oder Heroin handelte, ist zugunsten des Beschuldigten von
der milderen Variante und mithin von Kokain auszugehen. Der Sachverhalt ist
demnach insofern erstellt, dass der Beschuldigten von I._ am 18. Mai 2010
den telefonischen Auftrag entgegen genommen hat, 40 Gramm Kokain an einen
bestimmten Abnehmer zu verkaufen und diesen zu einer konspirativen Sprech-
weise im telefonischen Kontakt mit I._ zu ermahnen.
6.7. Anklageziffer II./5.
6.7.1. Der Beschuldigte soll gemäss Anklageschrift am 29. Mai 2010 von I._
angefragt worden sei, ob er zuvor lediglich 137 Gramm und damit 26 Gramm
Heroin bzw. Kokain zu wenig entgegengenommen habe, weshalb ihm schliesslich
weniger als 100 Gramm geblieben seien.
6.7.2. Die Vorinstanz erwog hierzu, die Anklage stütze sich auf das Gespräch
vom 29. Mai 2010, 10.16 Uhr (Anhang zu Urk. 2/9, TK-Protokoll F._/B). Darin
erläutere der Beschuldigte, er habe am Vortag lediglich "PLO" (137) und damit
"EK" (26) zu wenig erhalten und es sei ihm daher weniger als "ein Kopf" (100)
geblieben. Im weiteren Gesprächsverlauf frage I._, ob nicht allenfalls das
andere grösser gewesen sei, was der Beschuldigte verneint habe. Es könne sich
beim Gespräch nur um die Portionengrösse der gehandelten Drogen gehandelt
haben. Die beiden hätten also über Grammbeträge von Drogen diskutiert (Urk. 51
S. 35).
6.7.3. Die Verteidigung führte hierzu aus, es sei lediglich ein Gespräch über
Grammbeträge erstellt, das keine strafbare Handlung darstellen würde (Urk. 70
S. 11).
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6.7.4. Die Vorinstanz hat den wesentlichen Inhalt des Gesprächs richtig wieder-
gegeben, darauf kann verwiesen werden. Angesichts der codierten Sprache und
der Verwendung der zwischenzeitlich sattsam bekannten Codewörter besteht kein
Zweifel daran, dass der Beschuldigte und I._ auch in diesem Gespräch über
den Drogenhandel sprachen. Worum es jedoch konkret ging, lässt sich dem
Gespräch nicht entnehmen. Weder ergeben sich daraus Anhaltspunkte dafür,
über welche Drogen - Heroin oder Kokain - gesprochen wird, noch kann mit
Sicherheit gesagt werden, dass sich die beiden über Grammbeträge von Drogen
unterhalten. Diese Annahme ist wohl naheliegend, aber es ist nicht ausge-
schlossen, dass auch von Geld die Rede sein könnte. Ginge man von der
Annahme aus, es habe sich um Grammbeträge gehandelt, so würde dies
heissen, dass der Beschuldigte anstelle von 163 Gramm lediglich 127 Gramm
und damit 26 Gramm zu wenig erhalten hätte. Wieso ihm bei dieser Annahme
schliesslich weniger als "ein Kopf" und damit weniger als 100 - egal ob Franken
oder Gramm - geblieben sein sollten, lässt sich nicht ergründen. Entgegen der
Auffassung der Vorinstanz lässt sich dieser Anklagesachverhalt daher nicht mit
hinreichender Sicherheit erstellen.
6.8. Anklageziffer II./6
6.8.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe I._ am 7. Juni 2010
informiert, er habe das Heroin zum Preis von Fr. 30.– pro Gramm verkauft und ein
neuer Abnehmer habe für den folgenden Mittwoch eine Menge von 200 Gramm
bestellt (Urk. 12. S. 4).
6.8.2. Die Vorinstanz hielt hierzu fest, aufgrund der verschlüsselten Sprache so-
wie aus dem Kontext ergebe sich, dass es beim Gespräch zunächst um den
Kaufpreis für 1 Gramm Heroin und im zweiten Teil des Gespräches um Mengen-
angaben von Drogen gehandelt haben müsse. Der Abnehmer habe 200 Gramm
bestellt ("E Köpfe"). Da der Beschuldigte ausschliesslich mit Heroin und Kokain
gehandelt habe, sei davon auszugehen, dass damit entweder Heroin oder Kokain
gemeint gewesen sei.
- 30 -
6.8.3. Dieser Anklagesachverhalt stützt sich auf ein Gespräch vom 7. Juni 2010,
19.38 Uhr (Anhang zu Urk. 2/9, TK-Protokoll G._/F-1). Darin erkundigt sich
er I._ beim Beschuldigten, "was sie ihm gegeben" hätten. der Beschuldigte
antwortet, sie hätten ihm "LC" (30) gegeben. Auch dieses Gespräch wird auf äus-
serst konspirative Art und Weise geführt. Die Rede ist von codierten Zahlen sowie
von "Köpfen" und die Erwähnung des Namens einer Drittperson wird tunlichst
vermieden, indem lediglich von "Gi" die Rede ist. Insgesamt kann kein vernünfti-
ger Zweifel daran bestehen, dass es auch bei diesem Gespräch um den Verkauf
von Drogen geht. Der Vorinstanz kann aufgrund der Art und Weise des geführten
Gespräches darin zugestimmt werden, dass es sich bei den "LC" (mithin 30) um
den Erlös aus dem Drogenverkauf handeln muss. Die Höhe des Betrags weist
darauf hin, dass Fr. 30.-- der Preis für 1 Gramm Heroin sein muss. Im fraglichen
Telefonat informiert I._ den Beschuldigte weiter darüber, dass "dieser Bruder
sich für Mittwoch angemeldet" habe. Es handle sich dabei um jenen, den der
Beschuldigte gesehen habe, nämlich "den Neuesten". Es gehe um "E Köpfe". Mit
anderen Worten wurde der Beschuldigte darüber in Kenntnis gesetzt, dass ein
Abnehmer - genannt der Neueste - am folgenden Mittwoch 200 Gramm beziehen
wolle. Da nachweislich die Rede von Heroin ist und sich aus dem Gespräch
keinerlei Anhaltspunkte dafür ergeben, dass der Beschuldigte und I._ im
Verlauf des Gespräches auf den Handel mit Kokain umschwenkten, ist erstellt,
dass es sich bei den genannten 200 Gramm um Heroin handeln musste. Der
eingeklagte Sachverhalt ist damit erstellt.
6.9. Anklageziffer II./7.1.
6.9.1. Der Anklagevorwurf lautet dahingehend, dass der Beschuldigte am Abend
des 18. Juni angewiesen worden sei, von einem Lieferanten eine Probe von
5 Gramm Kokain entgegen zu nehmen. Am folgenden Morgen sei er von diesem
Lieferanten darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass dieser gegen Bezahlung
auch Heroin liefern werde (Urk. 12. S. 4)..
- 31 -
6.9.2. Die Vorinstanz weist zunächst auf ein offenkundiges Versehen in der
Anklageschrift hin, indem dort die Jahreszahl des betreffenden Vorfalls nicht
erwähnt wird. Aufgrund des Gesamtzusammenhanges und des dem Anklage-
sachverhalt zugrunde liegenden TK-Protokolls vom 18. Juni 2010, 22.13 Uhr
(Anhang zu Urk. 3/5, TK-Protokoll F._/C) ist offensichtlich, dass es sich um
einen Vorgang handeln muss, welcher sich am 18. Juni 2010 zugetragen hat.
Dies war auch dem Beschuldigten respektive seinem Verteidiger klar, wurde doch
die fehlende Jahreszahl zu keinem Zeitpunkt beanstandet. In der polizeilichen
Einvernahme vom 9. August 2011 wurde der Beschuldigte zudem mit den Er-
kenntnissen aus der Telefonüberwachung konfrontiert, wobei er darauf aufmerk-
sam gemacht wurde, dass es sich um ein Telefonat handle, welches am 18. Juni
2010, 22.13 Uhr, zwischen ihm und I._ geführt worden sei (Urk. 2/10 S. 2).
Die Vorinstanz erwägt weiter, im erwähnten Gespräch erkläre I._ dem
Beschuldigten, jemand werde ihm "N" (5) vom "Schönen" (Kokain) bringen, damit
sie sehen würden, ob es sich lohne. Aufgrund dieses Gesprächs gehe die Staats-
anwaltschaft zu Recht davon aus, dass es sich um eine Probe von 5 Gramm
Kokain handle müsse. Aus dem aufgezeichneten Gespräch des darauffolgenden
Tages, also vom 19. Juni 2010, 12.57 Uhr (Anhang zu Urk. 3/5, TK-Protokoll
G._/G-2) gehe sodann hervor, dass der Beschuldigte von I._ gefragt
werde, wie ihm "das andere" scheine, das er "zum Anschauen" genommen habe.
Der Beschuldigte erkläre, er habe es nicht angeschaut. Aus dem Gesamt-
zusammenhang des Gesprächs sei allerdings nicht zu erkennen, ob mit dem
Begriff "das andere" tatsächlich etwas anderes als die Kokainprobe von 5 Gramm
des letzten Tages gemeint gewesen sei. Zusammenfassend sei daher erstellt,
dass der Beschuldigte am Abend des 18. Juni 2010 von I._ angewiesen
worden sei, von einem Lieferanten eine Probe von 5 Gramm Kokain entgegen zu
nehmen. Nicht erstellt sei hingegen der Vorwurf, wonach I._ am folgenden
Morgen von diesem Lieferanten darüber in Kenntnis gesetzt worden sei, dass
dieser gegen Bezahlung auch Heroin liefern werde (Urk. 51 S. 37).
6.9.3. Die Vorinstanz hat sich sorgfältig mit dem Inhalt der beiden Telefonate vom
18. respektive 19. Juni 2010 auseinandergesetzt und eine Beweiswürdigung vor-
- 32 -
genommen, die nicht zu beanstanden und daher zu übernehmen ist. Damit ist
erstellt, dass der Beschuldigte am Abend des 18. Juni 2010 von I._ ange-
wiesen wurde, von einem unbekannten Lieferanten eine Probe von 5 Gramm
Kokain entgegen zu nehmen. Ein weiterer Tatvorwurf lässt sich unter diesem Titel
nicht erstellen.
6.10. Anklageziffer II./7.2.
6.10.1. Dem Beschuldigten wird zur Vorwurf gemacht, er habe am neuen Über-
gabeort in R._ Heroin entgegen genommen. In der Folge habe er I._ am
19. Juni 2010 mitgeteilt, dass der Kurier Fr. 400.– verlangt habe. I._ habe ihn
daraufhin angewiesen, lediglich Fr. 100.– zu bezahlen und ihm die Qualität des
Heroins mitzuteilen (Urk. 12. S. 4).
6.10.2. Die Vorderrichter erwogen hierzu, der Beschuldigte habe I._ am
19. Juni 2010 mitgeteilt, dass der Kurier Fr. 400.– verlangt habe. Dass I._
den Beschuldigten angewiesen habe, dafür lediglich Fr. 100.– zu bezahlen und
ihm die Qualität des Heroins mitzuteilen, könne indessen nicht rechtsgenügend
nachgewiesen werden.
6.10.3. Der Anklagevorwurf basiert auf dem abgehörten Telefongespräch
zwischen dem Beschuldigten und I._ vom 19. Juni 2010, 10.50 Uhr (Anhang
zu Urk. 3/5, TK-Protokoll G._/G-2). Im Vorfeld dieses Gespräches hatte sich
der Beschuldigte offenbar in R._ mit einem Drogenlieferanten getroffen. Da-
nach setzte er sich in den Zug und noch während er auf die Abfahrt des Zuges
wartete, rief er I._ an. Der Beschuldigte sagte I._, man solle "ihm" (ge-
meint ist ein Dritter) 4 Köpfe geben, worauf I._ bestätigt, "geht in Ordnung
Bruder, ich werde es ihm geben". Gegenstand des Gespräches ist offenkundig
der vom unbekannten Drogenlieferanten geforderte Preis ("dann ist es ein ande-
rer Preis"). Daraus erhellt, dass es sich bei den "4 Köpfen" um Geld (4 x Fr. 100.--
= Fr. 400.–) handeln musste, welches für Drogen zu bezahlen war. Ob es dabei
um Heroin oder Kokain ging, muss mit der Vorinstanz offen bleiben. Rund
zwei Stunden nach dem ersten Gespräch erklärte I._ dem Beschuldigten in
einem weiteren Telefonat vom 19. Juni 2010, 12.57 Uhr, er solle ihm nur "PCC"
- 33 -
(100) geben (Anhang zu Urk. 3/5, TK-Protokoll G._/G-2). Wie die Vorinstanz
korrekterweise feststellte, lässt sich diesem Gespräch nicht entnehmen, ob sich
die beiden Gespräche auf ein und denselben Drogendeal bzw. auf einen einzigen
Handel beziehen. Aus dem weiteren Verlauf des Gespräches geht hervor, dass
I._ sich beim Beschuldigten danach erkundigt, "wie ihm das Andere scheine,
dass er genommen habe zum anschauen". I._ erkundigt sich also beim
Beschuldigten danach, ob sich dieser ein Bild von der Qualität von Drogen
gemacht habe, von welchen er eine Probe erhalten habe. Um welche Drogen es
dabei geht bleibt unklar. Zu Recht weist die Vorinstanz darauf hin, dass sich der
Anklagevorwurf in diesem Punkt mit demjenigen in Anklageziffer II./7.1. über-
schneide. Ob es sich bei dem "anderen" um eine neue Probe handelt, oder ob
von der bereits thematisierten Probe die Rede ist, lässt sich dem Telefongespräch
nicht zweifelsfrei entnehmen. Nach dem Gesagten lässt sich der Anklagevorwurf
insofern erstellen, als dass der Beschuldigte I._ am 19. Juni 2010 mitgeteilt
hat, der Kurier verlange Fr. 400.--. Ob der Beschuldigte in R._ Heroin entge-
gen genommen hat und ob I._ ihn aufforderte, er solle lediglich Fr. 100.-- be-
zahlen und ihm die Qualität des Heroins mitteilen, muss nach dem Gesagten of-
fen bleiben.
6.11. Anklageziffer II./8.
6.11.1. Die Anklagebehörde wirft dem Beschuldigten vor, er sei telefonisch ange-
wiesen worden, am 24. Juni 2010 um 17.00 Uhr einen Kokainlieferanten in
T._ zu treffen. Von diesem habe der Beschuldigte 100 Gramm Kokain für
Fr. 4'900.– übernommen.
6.11.2. Die Vorinstanz sah es als erstellt an, dass der Beschuldigte für Fr. 4'900.--
mindestens 100 Gramm Kokain erhalten habe (Urk. 51. S. 38 f.)
6.11.3. Der Anklagevorwurf stützt sich einerseits auf ein abgehörtes Telefon-
gespräch vom 24. Juni 2010, 15.33 Uhr, welches zwischen dem Beschuldigten
und I._ geführt wurde und andererseits auf ein am selben Tag um 18.04 Uhr
geführtes Telefonat zwischen denselben Beteiligten (Anhang zu Urk. 3/5,
TK-Protokoll F._/C und TK-Protokoll G._/G-2). Beim ersten Gespräch
- 34 -
ruft I._ den Beschuldigten an und teilt ihm mit: "...du musst in einer halben
Stunde aufbrechen Bruder. Du musst dich mit dem schönen Freund treffen Bru-
der". Der Beschuldigte quittiert diese Anweisung mit "aha, aha". I._ sagt wei-
ter, der Beschuldigte solle dem "schönen Freund" (Kokainlieferanten) "alles geben
was er hat". Der Beschuldigte sagt daraufhin, es "gehe in Ordnung". I._ teilt
dem Beschuldigten weiter mit, er solle sich um "N" Uhr (also um 17.00 Uhr) mit
dem Lieferanten treffen und das Telefon mitnehmen, damit er ihn informieren
könne, falls sich der Lieferant "verspäte oder etwas". Rund zweieinhalb Stunden
später ruft der Beschuldigte um 18.04 Uhr I._ an und teilt diesem auf ent-
sprechende Frage mit, er habe ihm IACC (4'900) gegeben. I._ erkundigt sich
dann, warum er ihm nur so wenig gegeben habe, "es sollte noch mehr haben".
Daraufhin erwidert der Beschuldigte, an diesem Tag hätten sie nur "ICC (400) ge-
lassen". I._ stellt sich auf den Standpunkt, der Beschuldigte müsse für das
Geld vom Lieferanten "PLC" (130) oder evtl. "PCC" (100) erhalten habe und er
weist den Beschuldigten an, er müsse es "auf das stellen um es zu sehen". Mit
dieser Formulierung kann nur gemeint gewesen sein, dass der Beschuldigte das
erhaltene Kokain auf die Waage stellen soll, um so zu ermitteln, wie viel er tat-
sächlich erhalten habe. Die Art und Weise der Gesprächsführung lässt keine
andere Interpretation zu, als dass es auch hier um Absprachen im Drogenhandel
ging. Offenkundig steht dieses Gespräch in direktem Zusammenhang mit dem
zuvor um 15.33 Uhr geführten Telefonat zwischen den Beiden. Die Vorinstanz
führte aus, es sei klar, dass es sich bei den 4'900 um einen Geldbetrag handle
und dass mit den 100 respektive 130 Grammbeträge gemeint gewesen seien.
Aufgrund des Mengen-/Preisverhältnisses liegt es auf der Hand, dass von Kokain
die Rede war. Dafür spricht im Übrigen auch die zuvor gewählte Bezeichnung mit
dem "schönen Freund". Damit ist erstellt, dass der Beschuldigte am 25. Juni 2010
telefonisch angewiesen wurde, um 17.00 Uhr einen Kokainlieferanten zu treffen.
Von diesem hat der Beschuldigte 100 Gramm Kokain zum Preis von Fr. 4'900.–
übernommen. Ob diese Übergabe wie in der Anklageschrift behauptet, in
T._ stattgefunden hat, lässt sich den TK-Protokollen nicht entnehmen.
Sicher ist nur, dass sich der Beschuldigte im Zeitpunkt der beiden Telefon-
gespräche in der Region S._ aufhielt.
- 35 -
6.12. Anklageziffer II./9.
6.12.1. Anklagesachverhalt bildet folgender Vorwurf: Der Beschuldigte habe am
28. Juni 2010, 12.00 Uhr, seinem Auftraggeber gemeldet, dass er in T._ eine
weitere grosse Kokainmenge übernommen und dafür dem Lieferanten Fr. 7'300.–
bezahlt habe.
6.12.2. Die Vorinstanz erwog hierzu zusammengefasst, aus dem überwachten
Telefongespräch vom 28. Juni 2010, 09.53 Uhr, gehe hervor, dass der Beschul-
digte sich um 12 Uhr mit jemandem treffen und diesem 7'300 ("OLCC") geben
sollte. Aus dem Hinweis, dieser habe den Preis gesenkt, lasse sich schliessen,
dass es sich bei "OLCC" um einen Geldbetrag gehandelt habe, und der Beschul-
digte dem Unbekannten also Fr. 7'300.– gegeben habe. Der genannte Preis
bezieht sich auf "zwei Köpfe", gemeint seien also 200 Gramm. Allerdings bleibe
unklar, ob es sich dabei um Heroin oder um Kokain gehandelt habe. Mit dieser
Einschränkung sei der Sachverhalt erstellt.
6.12.3. Die Vorinstanz hat die Kernaussagen des beweisbildenden Telefon-
gesprächs vom 28. Juni 2010, 09.53 Uhr (Anhang zu Urk. 3/5, TK-Protokoll
F._/C) richtig zusammengefasst und die codierten Äusserungen in allen Tei-
len richtig entschlüsselt. Auf die betreffenden Erwägungen kann vollumfänglich
verwiesen werden. Die Vorderrichter kommen zum Schluss, aus dem Gespräch
sei nicht ersichtlich, ob es sich bei den fraglichen Betäubungsmitteln um Kokain
oder um Heroin handle, weshalb die Beantwortung dieser Frage offen bleiben
müsse. Diese Auffassung kann nicht geteilt werden, denn bei der vorliegenden
Ausgangslage, wo klar ist, dass der Beschuldigte nur mit Heroin und Kokain ge-
handelt hat, muss allein schon nach dem Grundsatz in dubio pro reo davon aus-
gegangen werden, dass es sich bei den fraglichen Drogen um - das weniger ge-
fährliche - Kokain gehandelt hat. Insofern kann der eingeklagte Sachverhalt voll-
umfänglich als erstellt betrachtet werden.
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6.13. Anklageziffer II./10.
6.13.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, am 29. Juni 2010 von I._ den
Auftrag erhalten zu haben, ihm den Drogenverkaufserlös in Höhe von Fr. 10'000.–
nach Serbien zu schicken (Urk. 12. S. 4).
6.13.2. Die Vorinstanz kam zusammengefasst zum Schluss, aus dem abgehörten
Telefongespräch vom 29. Juni 2010, 16.05 Uhr, ergebe sich klar, dass von einem
Geldbetrag in der Höhe von Fr. 10'000.-- die Rede sei, welchen der Beschuldigte
I._ schicken sollte. Nachdem I._ ausschliesslich Telefonnummern mit
serbischer Vorwahl verwendet habe, sei davon auszugehen, dass sich dieser in
Serbien aufgehalten habe. Entsprechend hätte auch das Geld nach Serbien
geschickt werden sollen (Urk. 51 S. 40).
6.13.3. Die Vorinstanz hat auch hier das massgebliche Telefonat vom
29. Juni 2010, 16.05 Uhr (Anhang zu Urk. 3/5, TK-Protokoll G._/G-2) richtig
zusammengefasst und wiedergegeben. Die Beweiswürdigung der Vorderrichter
ist ebenfalls nicht zu beanstanden, sodass insgesamt auf deren Erwägungen
verwiesen werden kann. Ergänzend ist anzufügen, dass L._ anlässlich seiner
polizeilichen Einvernahme vom 11. März 2011 zu Protokoll gab, I._ operiere
aus Serbien, er stamme aus U._. Er sei zusammen mit einem weiteren Ser-
ben, den er nicht kenne, über die Grenze nach Bulgarien gefahren, wo die Über-
gabe der Drogen stattgefunden habe (Urk. 4/3 S. 2 ff.). Gegenüber dem untersu-
chenden Staatsanwalt präzisierte L._, er wisse, dass I._ in U._
wohne und dass er dort verheiratet sei. Seine genaue Wohnadresse kenne er
hingegen nicht (Urk. 4/4 S. 5). M._ gab anlässlich seiner Einvernahme durch
den Staatsanwalt vom 13. April 2011 zu Protokoll, I._ sei ein entfernter Cous-
in von ihm und lebe in Serbien (Urk. 4/8 S. 3). Aufgrund dieser glaubhaften Aus-
sagen und des bereits durch die Vorinstanz festgestellten Umstandes, dass
I._ ausnahmslos über serbische Telefonnummern kommunizierte, ist erstellt,
dass das Geld aus dem Drogenhandel zu ihm nach Serbien verbracht werden
sollte. Der unter Anklageziffer II./10. eingeklagte Sachverhalt ist daher vollum-
fänglich erstellt.
- 37 -
6.14. Anklageziffer II./11.
6.14.1. Unter Anklageziffer 11. wirft die Anklagebehörde dem Beschuldigten vor,
er habe I._ am 7. Juli 2010 auf dessen Anfrage hin darüber informiert, dass
die letzte Drogenlieferung aus zwei steinharten Stücken in Ziegelform bestanden
habe. I._ habe den Beschuldigten daraufhin angewiesen, 10 Gramm davon
im Verhältnis 1:1 zu strecken (Urk. 12 S. 4).
6.14.2. Die Vorinstanz erwog, aus den abgehörten Telefongesprächen vom
7. Juli 2010, 12.23 Uhr, gehe hervor, dass der Beschuldigte etwas erhalten habe,
und zwar zwei Stücke, "wie ein Stein". Aufgrund des Kontextes und der ver-
schlüsselten Sprache sei davon auszugehen, dass es sich um Drogen gehandelt
habe. Daraufhin habe I._ den Beschuldigten instruiert, er solle davon 10
Gramm ("PC") auf 11 Gramm ("PP") strecken bzw. 1 auf 1 machen ("P auf P").
Damit sei erstellt, dass der Beschuldigte 10 Gramm der erhaltenen Drogen habe
strecken sollen. Unklar sei aber um welches Verhältnis es sich gehandelt habe. In
Frage komme entweder ein Verhältnis von 1 zu 1 oder von 10 zu 11 (Urk. 51
S. 40 f.).
6.14.3. Der eingeklagte Sachverhalt basiert auf einem abgehörten Telefon-
gespräch, welches der Beschuldigte am 7. Juli 2010, 12.23 Uhr, mit I._ führte
(Anhang zu Urk. 3/5, TK-Protokoll G._/G-2). Der Beschuldigte rief damals
I._ an und teilt diesem mit "es ist in zwei". I._ sagt daraufhin "Bruder, ist
es schön gemacht Bruder, in das K, kapierst du? Ist es wie ein Stein?", welche
Frage vom Beschuldigten mit "Ja, ja, ja, ja" bestätigt wird. Daraufhin weist I._
den Beschuldigten an, er solle "nur eine Ecke" überprüfen. "Schneide einen
Bruder und mach P P aus P C, kapierst du?". Da der Beschuldigte die Anweisung
offenkundig nicht verstand, fragte er nach, was er machen solle. Daraufhin sagt
I._: "...schneide eine Ecke ab und nimm P C und dann mach P auf P".
Schliesslich teilt der Beschuldigte I._ nochmals mit, es sei "in zwei wie Zie-
gel, nicht wie ein Kebab". Auch bei diesem Gespräch ist angesichts der verwen-
deten, codierten Sprache offensichtlich, dass es um Drogengeschäfte geht. Der
eingeklagte Sachverhalt, wonach der Beschuldigte I._ am 7. Juli 2010 über
eine Drogenlieferung informierte und diesem mitteilte, die letzte Drogenlieferung
- 38 -
habe aus zwei steinharten Stücken in Ziegelsteinform bestanden, ist damit er-
stellt. Weiter ist erstellt, dass I._ den Beschuldigten angewiesen hat, 10
Gramm der Drogen zu strecken. Mit der Vorinstanz ist aufgrund der widersprüch-
lichen Angaben von I._ letztlich unklar, in welchem Verhältnis die Drogen
durch den Beschuldigten gestreckt werden sollten.
6.15. Anklageziffer II./12.
6.15.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er sei am 7. Juli 2010 von I._
angewiesen worden, Fr. 10'000.– aus dem Drogenverkaufserlös dem Busfahrer
"V._" zum Weitertransport nach Serbien zu übergeben (Urk. 12 S. 4).
6.15.2. Die Vorinstanz erwog hierzu, der Sachverhalt ergebe sich aus dem Ge-
spräch vom 7. Juli 2010, 14.53 Uhr (Anhang zu Urk. 3/5, TK-Protokoll F._/C),
in welchem I._ dem Beschuldigten mitgeteilt habe, ein Chauffeur namens
V._ komme um 4.15 Uhr in ... an und der Beschuldigte müsse diesem
Chauffeur "PC E._" (10'000) bringen. V._ werde I._ das nachher
bringen. Aufgrund der verschlüsselten Sprache sowie aus dem Kontext sei davon
auszugehen, dass es sich hierbei um Drogenerlös gehandelt habe. Im Zusam-
menhang mit dem früheren Gespräch vom 29. Juni 2010, 16.05 Uhr (Anhang zur
Urk. 3/5, TK-Protokoll G._/G-2), in welchem der Beschuldigte angewiesen
worden sei, den Betrag von Fr. 10'000.– nach Serbien zu schicken, ergebe sich,
dass es sich vorliegend um den damals diskutierten Drogenerlös handeln müsse,
welcher nach Serbien geschickt werden sollte (Urk. 51 S. 41).
6.15.3. Die vorinstanzliche Beweiswürdigung ist in allen Teilen überzeugend und
zutreffend. Sie kann ohne Weiterungen übernommen werden. Der unter Anklage-
ziffer II./12. eingeklagte Sachverhalt ist damit erstellt.
6.16. Anklageziffer II./13.
6.16.1. Dem Beschuldigten wird durch die Anklagebehörde vorgeworfen, er habe
am 23. Juli 2010 von I._ den Auftrag erhalten, einem Kurier einen Drogen-
verkaufserlös in Höhe von Fr. 11'000.– auszuhändigen und Fr. 200.– als Lohn zu
geben.
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6.16.2. Die Vorinstanz erwog diesbezüglich, die Anklage stütze sich auf das
Gespräch vom 23. Juli 2010, 16.32 Uhr (Anhang zu Urk. 3/5, TK-Protokoll
G._/H-2). Der Beschuldigte stelle fest, I._ habe ihm nicht geschrieben,
"was für das". I._ habe daraufhin erwidert, es seien "PP E._" (11'000).
Der Beschuldigte müsse "ihm" (gemeint sei ein Dritter) "PP E._" (11'000) ge-
ben und er solle ihm für das auch "ECC" (200) geben. Aufgrund des Kontextes
und der Höhe der Beträge könne es sich dabei nur um Drogenerlös gehandelt
haben, welcher übermittelt werden sollte. Der Kurier habe dabei mit einem Betrag
von Fr. 200.– entschädigt werden sollen. Diese Vorgehensweise sei im Übrigen
regelmässig so gehandhabt worden, wie sich aus einem Vergleich mit den Sach-
verhalten aus den Anklageziffern II./12 und II./14. ergebe (Urk. 51 S. 42 f.).
6.16.3. Auch hier bedarf die Beweiswürdigung der Vorinstanz keiner Korrektur
respektive Ergänzung. Ihr ist vollumfänglich zuzustimmen. Die konspirative Aus-
drucksweise der Beteiligten lässt schlechterdings keinen anderen Schluss zu, als
eben jene Interpretation, wie sie zum Anklagesachverhalt erhoben wurde.
Zusammenfassend ist der Vorgang gemäss Anklageziffer II./13. somit erstellt.
6.17. Anklagesachverhalt II./14.
6.17.1. Dem Beschuldigten wird zur Last gelegt, er sei am 27. Juli 2010 von
I._ erneut aufgefordert worden, ihm zwei Couverts mit je Fr. 10'000.– zu-
kommen zu lassen und dem Kurier Fr. 300.– als Entgelt zu übergeben (Urk. 12.
S. 5).
6.17.2. Die Vorinstanz erwog, im Gespräch vom 27. Juli 2010, 16.30 Uhr (Anhang
zu Urk. 3/5, TK-Protokoll G._/H-2), habe I._ den Beschuldigten aufge-
fordert, "in zwei Couverts jeweils PC" (10) zu schicken und ihm "für das LCC"
(300) zu bezahlen. Da der Versand mittels Couverts vorgesehen gewesen sei, sei
klar, dass mit "PC" Geld, und nicht etwa Drogen, gemeint gewesen seien. Aus
dem Kontext ergebe sich weiter, dass es sich bei den "LCC" um das Entgelt für
den Kurier in Höhe von Fr. 300.– gehandelt habe. Somit sei auch klar, dass "PC"
für Fr. 10'000.–, und nicht Fr. 10.–, stehen müsse. Einen Betrag von lediglich
- 40 -
Fr. 10.– für ein Entgelt von Fr. 300.– zu verschicken, mache nämlich schlicht
keinen Sinn (Urk. 51 S. 42 f.).
6.17.3. Diesen Erwägungen der Vorinstanz ist nichts mehr hinzuzufügen. Sie sind
richtig und daher vollumfänglich zu bestätigen. Der Vorgang gemäss Anklage-
ziffer II./14. ist somit erstellt.
6.18. Anklageziffer II./15.
6.18.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe mit Kokainlieferanten
verhandelt, worüber er I._ informiert habe. Der Beschuldigte habe bei diesen
Lieferanten am 4. August 2010 200 Gramm Kokain zum Preis von Fr. 16'000.–
bestellt (Urk. 12. S. 5).
6.18.2. Die Vorinstanz kam zusammengefasst zum Schluss, aufgrund der mass-
geblichen Telefongespräche könne der Sachverhalt insofern erstellt werden, als
der Beschuldigte selbständig mit dem Lieferanten W._ über Drogen im Wert
von Fr. 16'000.-- verhandelt habe. Es sei jedoch hervorzuheben, dass dieser
Preis, anders als in der Anklage vorgeworfen, nicht für 200 Gramm Kokain zu
bezahlen gewesen sei, sondern für den vom Beschuldigten bestellten "Kebab",
also einem Kilogramm Drogen. Unklar bleibe, ob es sich bei den gehandelten
Drogen um Heroin oder Kokain gehandelt habe (Urk. 51 S. 43 f.).
6.18.3. Zu diesen Vorwurf führte die Verteidigung anlässlich der Berufungs-
verhandlung aus, aufgrund der wiedergegebenen TK-Protokolle sei völlig
offensichtlich, dass eine umfassende Steuerung des Beschuldigten durch I._
erfolgt sei (Urk. 70 S. 12).
6.18.4. Beweisbildend für den der Anklage zu Grunde liegenden Sachverhalt ist
das Telefongespräch zwischen dem Beschuldigten und einem unbekannten Mann
namens "W._" vom 3. August 2010, 15.34 Uhr (Anhang zu Urk. 2/11,
TK-Protokoll F._/C). Im Verlauf dieses Gespräches teilt W._ dem Be-
schuldigten mit, er werde sich am Abend melden, um es ihm zu bestätigen, "ECC
morgen". Der Beschuldigte fragt "W._" an, ob es möglich sei, vom anderen
"Kebab" für einen Tag auszuleihen. "W._" versichert daraufhin, dies sei kein
- 41 -
Problem, er werde dem Beschuldigten entgegen kommen. Der Beschuldigte
wiederholt, es gehe um einen "Kebab" und er fragt mehrmals nach, ob W._
das mit dem "Kebab" verstanden habe. W._ lässt den Beschuldigten wissen,
er "werde morgen diesen Jungen hören, morgen soll der Freund schauen [...]
dann werde er es bringen, dann könne er ihm melden um wie viel Uhr er nach un-
ten kommen werde". Am Tag darauf, dem 4. August 2010, 12.23 Uhr Tag teilte
"W._" dem Beschuldigten telefonisch mit, er habe es besorgt. Der Beschul-
digte könne kommen, um es zu holen. Er müsse ihm dafür PKCCC (16'000) Pa-
piere geben (Anhang zu Urk. 2/11, TK-Protokoll F._/C). Diesen beiden Ge-
sprächen, bei welchen es zweifelsohne um Drogengeschäfte geht, lassen sich
zwei Vorgänge entnehmen. Einerseits ist die Rede davon, dass W._ dem
Beschuldigten "morgen ECC" besorgen soll und andererseits fragt der Beschul-
digte an, ob ihm W._ "einen Kebab ausleihen" könne. In beiden Fällen geht
es unzweifelhaft um Drogenmengen, mithin also um 200 Gramm und 1 Kilo-
gramm. Die Vorinstanz folgert daraus zunächst richtig, es gehe um zwei Drogen-
geschäfte, nämlich um eines über 200 Gramm Drogen und eines über Drogen im
Wert von Fr. 16'000.--. Es gehe aber nicht um eine Lieferung von 200 Gramm
Drogen zum Preis von Fr. 16'000.--. Diese Auffassung der Vorinstanz kann nicht
geteilt werden. Aus dem Gespräch zwischen W._ und dem Beschuldigten
geht hervor, dass W._ am folgenden Tag 200 Gramm Drogen liefern sollte.
Der genannte Preis von Fr. 16'000.-- muss sich dabei auf diese Drogenlieferung
beziehen. Ginge man davon aus, dass die verlangten Fr. 16'000.-- für den "Ke-
bab", also für ein Kilogramm Heroin oder Kokain, gedacht gewesen wären, so
würde dies einem Grammpreis von Fr. 16.-- entsprechen, was sowohl für Kokain,
als auch für Heroin vollkommen unrealistisch ist. Hingegen entspricht ein Gramm-
preis von Fr. 80.-- (200 Gram zu Fr. 16'000.--) viel eher den marktüblichen Prei-
sen von Kokain und Heroin, wobei es freilich immer auch auf die konkrete Qualität
der gelieferten Drogen ankommt. Wie bereits an anderer Stelle ausgeführt, ist
zugunsten des Beschuldigten anzunehmen, dass es sich bei den Drogen um
Kokain gehandelt hat. Angesichts dieser Überlegungen ist der Sachverhalt
gemäss Ziff. II./15. der Anklageschrift als erstellt zu betrachten.
- 42 -
6.19. Anklageziffer II./16.
6.19.1. Dem Beschuldigten wird unter Ziffer. II./16. der Anklageschrift vorge-
worfen, er habe nach Rücksprache mit I._ am 17. August 2010 einem
Buschauffeur seinen gesamten Drogenerlös in Höhe von Fr. 21'600.– und
€ 1'460.– zum Transport nach Serbien übergegeben (Urk. 12 S. 5).
6.19.2. Die Vorinstanz erachtete den eingeklagten Sachverhalt als erstellt. Sie
erwog, es sei bewiesen, dass der Beschuldigte von I._ aufgefordert worden
sei, den gesamten Drogenerlös in Höhe von Fr. 21'600.– und Euro 1'460.– an
I._ zu schicken (Urk. 51 S. 44 f.).
6.19.3. Der Anklagevorwurf basiert hier einerseits auf einem Telefongespräch
zwischen dem Beschuldigten und I._ vom 17. August 2010, 14.16 Uhr
(Anhang zu Urk. 2/11, TK-Protokoll G._/H-2), und andererseits auf einer
Textmitteilung vom gleichen Tag, 14.23 Uhr (Anhang zu Urk. 2/11, TK-Protokoll
F._/C). Die Vorinstanz hat sowohl den Inhalt des Telefonats, als auch jenen
der Textmitteilung korrekt wiedergegeben und zutreffend gewürdigt. Weiterungen
hierzu erübrigen sich. Es kann vollumfänglich auf die Erwägungen der Vorinstanz
verwiesen werden. Entsprechend ist der Sachverhalt gemäss Anklageziffer II./16.
erstellt und kann der rechtlichen Würdigung zu Grunde gelegt werden.
6.20. Anklageziffer II./17.
6.20.1. Gemäss Anklageziffer II./17. soll der Beschuldigte am 17. August 2010
von I._ den Auftrag erhalten haben, einen neuen Läufer in den Drogenhandel
einzuführen (Urk. 12. S. 5).
6.20.2. Die Vorinstanz erwog, aus dem massgeblichen Telefonat vom 17. August
2010, 17.29 Uhr, lasse sich schliessen, dass der Beschuldigte offenkundig die
Verantwortung für die Läufer, welche für ihn arbeiteten, übernommen habe. Er
habe diese selbständig instruiert und gleichzeitig aber auch die Anweisungen von
I._ befolgt (Urk. 51 S. 46).
- 43 -
6.20.3. Am 17. August 2010, 17.29 Uhr, hat der Beschuldigte I._ angerufen
(Anhang zu Urk. 2/11, TK-Protokoll G._/H-2). Im Verlauf dieses Gesprächs
fragte I._ den Beschuldigten: "...sag mir über den anderen, der kommen
wird, ist es ok Bruder, ist alles ....". Der Beschuldigte antwortet darauf: "... Bruder,
zuerst wollte er nicht gehen ...". I._ sagt dann: "... du wirst zu ihm rüber
gehen Bruder, für ungefähr eine Woche, dass...". Der Beschuldigte erklärt sich in
der Folge damit einverstanden. Weder I._ noch der Beschuldigte verwenden
in diesem Gespräch Namen, noch bezeichnen sie die Orte von denen die Rede
ist. Sie sprechen weiter darüber, dass sie sich "verbessern" würden. Der konspi-
rative Charakter des Telefongesprächs ist auch hier unübersehbar. Vor diesem
Hintergrund ist die Rede von einem "Anderen" der kommen werde, obwohl er dies
zunächst nicht gewollt habe. Zu diesem "Anderen" solle der Beschuldigte eine
Woche gehen und ihm alles zeigen. All diese Äusserungen machen deutlich, dass
es beim fraglichen Telefongespräch darum ging, dass der Beschuldigte einen
neuen Läufer erwartete und I._ von ihm verlangte, er solle diesen während
einer Woche in den Drogenhandel einführen. Der eingeklagte Sachverhalt ist
damit erstellt.
6.21. Anklageziffer II./18.
6.21.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe von I._ am 19. August
2010 telefonisch den Auftrag erhalten, bei einem Lieferanten 500 Gramm Heroin/
Kokain zu bestellen, worauf er am folgenden Morgen diese Menge bestellt habe.
Dabei habe er den Lieferanten darauf hingewiesen, dass er bei guter Qualität ein
paar Tage später nochmals dieselbe Menge übernehmen werde (Urk. 12 S. 5).
6.21.2. Die Vorinstanz führte hierzu aus, I._ habe den Beschuldigten am
19. August 2010, 23.16 Uhr (Anhang zu Urk. 2/11, TK-Protokoll F._/C), da-
hingehend instruiert, dass er sich morgen bei jemandem melden solle, der ihm
"NCC" (500) bringe, um es anzuschauen. Er solle schauen, dass er es sofort
bekomme, und er solle diesem sagen, wenn alles ok sei, würden sie vielleicht das
Doppelte in ein paar Tagen nehmen. Am nächsten Tag habe der Beschuldigte
einem unbekannten Mann mit TK-Name "W._" erklärt, er würde gern "NCC"
(500) [haben], worauf "W._" geantwortet habe, er schaue, dass er das orga-
- 44 -
nisieren könne (Anhang zu Urk. 2/11, TK-Protokoll W._/A vom 20. August
2010, 7.49 Uhr). Aus diesem Kontext ergebe sich, dass es sich bei der Menge
von 500 um Drogen gehandelt haben müsse. Somit sei der Sachverhalt erstellt,
wobei zu präzisieren sei, dass es sich bei den Drogen um Heroin gehandelt habe,
was sich aus den Gesprächen vom 22. August 2010 ergebe, welche der Anklage-
ziffer 19.1 zugrunde liege. Dort werde dem Beschuldigten vorgeworfen, er sei von
I._ beauftragt worden, nach dem Bezug von 500 Gramm Heroin beim nämli-
chen Lieferanten die doppelte Menge zu beziehen (Urk. 51. S. 46 f.).
6.21.3. Die Beweiswürdigung der Vorinstanz ist vollständig und zutreffend. Sie
kann vollumfänglich übernommen werde. Der unter Ziffer II./18. eingeklagte
Sachverhalt ist damit erstellt.
6.22. Anklageziffer II./19.1.
6.22.1. Die Anklagebehörde macht dem Beschuldigten zum Vorwurf, er sei von
I._ beauftragt worden, 500 Gramm Heroin zu beziehen. Sofern es sich um
gute Qualität handle, solle er ein weiteres Kilogramm Heroin beziehen. Der
Beschuldigte habe am selben Nachmittag dieses Heroin bezogen und I._
anschliessend mitgeteilt, dass die Qualität gut sei. Sodann habe er das Heroin
gestreckt und portioniert (Urk. 12 S. 5).
6.22.2. Die Vorinstanz erwog aus der Textmitteilung vom 22. August 2010,
14.18 Uhr (Anhang zu Urk. 2/11, TK-Protokoll F._/C) und aus dem abgehör-
ten Telefongespräch zwischen dem Beschuldigten und I._ vom gleichen Tag,
15.52 Uhr (Anhang zu Urk. 2/11, TK-Protokoll G._/H-2) gehe hervor, dass
der Beschuldigte nach einem entsprechenden Auftrag von I._, das fragliche
Heroin bezogen und verarbeitet habe. Dass das Heroin auch gestreckt worden
sei, ergebe sich aus dem weiteren Verlauf des Gesprächs vom 22. August 2010,
16.36 Uhr. Dieser Sachverhalt sei von der Anklagebehörde in Anklage-
ziffer II./19.2. separat aufgeführt worden. Der Sachverhalt sei somit anklage-
gemäss erstellt.
- 45 -
6.22.3. Die Vorinstanz hat die dem Anklagesachverhalt zugrunde liegenden
Beweismittel, nämlich die Textmitteilung vom 22. August 2010, 14.18 Uhr
(Anhang zu Urk. 2/11, TK-Protokoll F._/C) und das Telefongespräch zwi-
schen dem Beschuldigten und I._ vom 22. August 2010, 15.52 (Anhang zu
Urk. 2/11, TK-Protokoll G._/H-2) korrekt zusammengefasst und wiedergege-
ben. In der Folge hat sie die Aussagen sorgfältig gewürdigt und ist zu einem Be-
weisergebnis gelangt, welches nicht zu beanstanden ist. Auf die vorinstanzlichen
Erwägungen kann vollumfänglich verwiesen werden. Der Sachverhalt ist damit
erstellt.
6.23. Anklageziffer II./19.2.
6.23.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er sei am 22. August 2010 von
I._ angewiesen worden, 45 Gramm Heroin mit 55 Gramm Streckmittel zu
strecken und dieses einem Italiener zu verkaufen (Urk. 12 S. 5).
6.23.2. Die Vorinstanz stellte sich auf den Standpunkt, der eingeklagte Sach-
verhalt lasse sich gestützt auf das abgehörte Telefongespräch vom 22. August
2010, 16.36 Uhr (Anhang zu Urk. 2/11, TK-Protokoll F._/C), erstellen (Urk.
51 S. 49).
6.23.3. Am 22. August 2010, 16.36 Uhr, hat I._ den Beschuldigten angerufen
und ihn dazu aufgefordert, er müsse nach "L" (...), um sich dort mit dem Italiener
zu treffen, welcher für "PCC" (100) kommen werde (Anhang zur Urk. 2/11, TK-
Protokoll F._/C). I._ weist den Beschuldigten daraufhin an, das Heroin
zu strecken: "[...] mach aus IN Bruder, aus IN tust du auf NN rein." Er konkreti-
siert: "In IN Bruder, in IN tust du NN rein. [...] Das andere.". Dass es bei diesem
Gespräch um den Drogenhandel ging, liegt auf der Hand und braucht nicht mehr
weiter erläutert zu werden. Der Inhalt des Gespräches kann schlechterdings nicht
anders interpretiert werden, als dies die Anklagebehörde und die Vorinstanz
getan habe. Es steht ausser Frage, dass der Beschuldigte am 22. August 2010
von I._ angewiesen wurde, 45 Gramm Heroin mit 55 Gramm Streckmittel zu
strecken und dieses einem Italiener zu verkaufen. Überzeugend hat die
Vorinstanz dargetan, dass es sich bei der fraglichen Droge um Heroin handeln
- 46 -
musste, dies aufgrund des sehr engen zeitlichen und sachlichen Zusammen-
hangs mit dem gleichentags bezogenen Heroin, welcher Vorgang bereits zuvor
unter Ziffer 6.25 behandelt wurde. Der eingeklagte Sachverhalt ist damit in Über-
einstimmung mit den vorinstanzlichen Erwägungen als erstellt zu betrachten.
6.24. Anklageziffer II./20.1.
6.24.1. Die Anklagebehörde wirft dem Beschuldigten vor, er habe am 25. August
2010 von I._ per SMS den Auftrag erhalten, verschiedene Drogenmengen zu
strecken und zu portionieren (Urk. 12 S. 5 f.).
6.24.2. Die Vorinstanz erwog hierzu, am 25. August 2010, 14.21 Uhr, habe
der Beschuldigte von I._ folgende SMS erhalten (Anhang zu Urk. 2/11,
TK-Protokoll F._/C): "Nimm A strecke es mit K für die Dame. Dann nimm PP
strecke es mit O mach L zu N, eins E, eins P." Der Beschuldigte sei somit ange-
wiesen worden, 9 ("A") mit 6 ("K") und dann 11 ("PP") mit 7 ("O") zu strecken und
weiter 3 ("L") zu 5 ("N"8) zu machen, eins 2 ("E"), eins 1 ("P"). Offenkundig habe
der Beschuldigte auf Anweisung von I._ diverse Portionen von Drogen her-
stellen sollen. Der Sachverhalt gemäss Anklageschrift ist somit erstellt (Urk. 51
S. 49).
6.24.3. Der vorinstanzlichen Beweisführung ist nichts hinzuzufügen. Sie ist voll-
ständig und überzeugend und kann vollumfänglich übernommen werden. Der ein-
geklagte Sachverhalt ist erstellt.
6.25. Anklageziffer II./20.2.
6.25.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er sei am 25. August 2010 von
I._ beauftragt worden, bei einem albanischen Lieferanten ein halbes Kilo-
gramm Heroin zu beschaffen (Urk. 12 S. 6).
6.25.2. Die Vorinstanz nahm den Standpunkt ein, aufgrund der Verschlüsselung
des Telefongesprächs vom 25. August 2010, 19.13 Uhr, und aus dem Kontext
ergebe sich, dass es sich bei den genannten 500 um 500 Gramm Drogen
- 47 -
gehandelt haben müsse. Ob es sich dabei um Heroin oder Kokain gehandelt
habe, gehe aus der SMS nicht hervor (Urk. 51 S. 50).
6.25.3. Beweisbildend für den eingeklagten Sachverhalt ist die Textmitteilung von
I._ an den Beschuldigten vom 25. August 2010, 19.13 Uhr (Anhang zu
Urk. 2/11, TK-Protokoll F._/C). Der Inhalt der fraglichen SMS lautet wie folgt:
"Rufe AA._ (Albaner) an. Sag ihm wir brauchen es dringend. Frage ihn was
los ist, ob er uns NCC (500) geben kann. Und gib mir Bescheid.". Wenn die
Vorinstanz bei diesem Gesprächsinhalt zum Schluss kommt, aufgrund der codier-
ten Sprache und des Kontextes ergebe sich, dass es um 500 Gramm Drogen
gehandelt habe, so ist ihr darin vollumfänglich zuzustimmen. Angaben zur
Beschaffenheit der Drogen lassen sich der Textmitteilung nicht entnehmen. Wie
bereits an anderer Stelle ausgeführt ist unter diesen Umständen zu Gunsten des
Beschuldigten davon auszugehen, dass es sich um Kokain gehandelt hat. Mit
dieser Einschränkung ist der eingeklagte Sachverhalt durch das Beweisergebnis
erstellt.
6.26. Anklageziffer II./21.
6.26.1. Dem Beschuldigten wird seitens der Anklagebehörde zur Last gelegt, er
habe I._ am 29. August 2010 darüber informiert, dass er zwar Drogen zum
Preis von total Fr. 95'000.– verkauft, jedoch lediglich Fr. 80'000.– eingenommen
habe. In der Folge sei er von I._ ermahnt worden, bei den Verkäufen künftig
besser aufzupassen (Urk. 12. S. 6).
6.26.2. Die Vorinstanz sah es als erstellt an, dass der Beschuldigte Ware im Wert
von Fr. 95'000.-- verkaufte, dafür jedoch lediglich Fr. 80'000.-- und damit
Fr. 15'000.-- zu wenig eingenommen habe (Urk. 51 S. 50).
6.26.3. Beweisbildend für den eingeklagten Sachverhalt ist das Telefongespräch
zwischen dem Beschuldigten und I._ vom 29. August 2010, 16.22 Uhr
(Anhang zu Urk. 2/11, TK-Protokoll G._/H-2). Der Beschuldigte teilt I._
in diesem Gespräch unter anderem mit, es bestehe wieder "ein grosser Unter-
schied zwischen dem, wir haben viel geschenkt". Weiter führt er aus: "...das Geld
- 48 -
welches wir nach Hause gebracht haben, welches wir ... gebracht haben, ein
grosser Unterschied". Er habe "AN E._" (95'000) "Ware weggebracht". Sie
hätten aber lediglich "VC" (80) "nach Hause gebracht". I._ konstatiert darauf
hin: "Das heisst, es fehlt Geld." Der Beschuldigte bejaht dies und ergänzt, es
bestehe ein Unterschied von "PN E._" (Fr. 15'000.–). Aus dem Gespräch
geht klarerweise hervor, dass der Beschuldigte I._ darüber in Kenntnis setzt,
dass er Drogen im Wert von Fr. 95'000.-- veräussert, dafür aber lediglich Fr.
80'000.-- eingenommen hat. Entsprechend resultiert ein Fehlbetrag von Fr.
15'000.--. Dass es bei den fraglichen Beträgen um Drogenerlös geht, steht auf-
grund des erneut konspirativen Gesprächscharakters zweifelsfrei fest. Insofern ist
der eingeklagte Sachverhalt erstellt. Nicht zweifelsfrei erstellen lässt sich hinge-
gen, dass I._ den Beschuldigten dahingehend ermahnt habe, er solle bei zu-
künftigen Gesprächen besser aufpassen.
6.27. Anklageziffer II./22.1.
6.27.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe mit einem Heroinlieferanten
verhandelt und darauf I._ am 30. August 2010 informiert, dass dort zwei Ki-
logramm Heroin, welche mit 200 Gramm gestreckt werden könnten, gegen eine
Anzahlung von Fr. 40'000.– erhältlich seien. Weil er jedoch nicht über diese
Summe verfügt habe, habe er anweisungsgemäss für den folgenden Tag ein
halbes Kilogramm Heroin für Fr. 15‘000.– bestellt (Urk. 12 S. 6).
6.27.2. Die Vorinstanz erwog nach durchgeführter Beweiswürdigung, dem
Beschuldigten könne nachgewiesen werden, dass er über Drogenkäufe in der
Grössenordnung von Fr. 16'000.– verhandelt habe. Ob es dabei um Heroin oder
Kokain gegangen sei, müsse allerdings offen bleiben. Weiter sei davon auszu-
gehen, dass diese Geschäfte schliesslich auch abgewickelt worden seien. In den
abgehörten Gesprächen fänden sich jedenfalls keine Hinweise dafür, dass die
entsprechenden Treffen nicht stattgefunden hätten. Wäre dies der Fall gewesen,
so hätte man wohl darüber gesprochen. Alle Gesprächsteilnehmer hätten indes
stets bestätigt, dass alles in Ordnung sei (Urk. 51 S. 51 f.).
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6.27.3. Der eingeklagte Sachverhalt stützt sich auf die folgenden Telefonge-
spräche:
− Telefongespräch zwischen dem Beschuldigten und I._ vom
30. August 2010, 12.49 Uhr (Anhang zu Urk. 2/12, TK-Protokoll
G._/H-2)
− Telefongespräch zwischen dem Beschuldigten und "..." vom
30. August 2010, 12.51 Uhr (Anhang zu Urk. 2/12, TK-Protokoll
F._/C)
− Telefongespräch zwischen dem Beschuldigten und I._ vom
30. August 2010, 13.38 Uhr (Anhang zu Urk. 2/12, TK-Protokoll
G._/H-2)
− Telefongespräch zwischen dem Beschuldigten und W._ vom
30. August 2010, 14.21 Uhr (Anhang zu Urk. 2/12, TK-Protokoll
F._/C)
− Telefongespräch zwischen dem Beschuldigten und I._ vom
30. August 2010, 14.25 Uhr (Anhang zu Urk. 2/12, TK-Protokoll
G._/H-2)
− Telefongespräch zwischen dem Beschuldigten und W._ vom
30. August 2010, 14.43 Uhr (Anhang zu Urk. 2/12, TK-Protokoll
F._/C)
Die Vorinstanz hat sich mit Ausnahme des Telefongespräches, welches um
14.21 Uhr zwischen dem Beschuldigten und W._ geführt wurde, sehr aus-
führlich mit den betreffenden TK-Protokollen auseinandergesetzt und das Not-
wendige dazu dargetan. Darauf kann verwiesen werden. Um 14.21 Uhr rief
"W._" den Beschuldigten an und teilte diesem mit, dass "dieses super sei".
Er habe es gerade kontrolliert. Wenn der Beschuldigte ihm "EN" (also 25) zahle,
dann gebe er ihm sofort alles. Weiter wird aus dem Gespräch klar, dass der
Beschuldigte an der Abnahme von Drogen interessiert ist, allerdings die not-
- 50 -
wendigen Barmittel dazu nicht aufbringen kann. Es finden Verhandlungen statt
zwischen dem Beschuldigten und W._. Der Beschuldigte erkundigt sich, ob
er "P" (1) nehmen müsse. W._ sagt ihm in der Folge, der Beschuldigte solle
ihm "EN in Papier" (25) gegeben und er gebe ihm dafür "P" (1). Der Beschuldige
könne es ihm Ende Woche geben, wenn er es "zusammen" habe. Es werde dann
noch "P" für ihn übrig haben. Er werde es für ihn auf die Seite tun (Anhang zu
Urk. 2/12, TK-Protokoll F._/C). Insgesamt lässt sich aus der Abfolge der Te-
lefonate, dem Gesamtzusammenhang und der codierten Sprechweise unzweifel-
haft erkennen, dass die beteiligten Personen Verhandlungen im Bereich des Dro-
genhandels führten. Der Beschuldigte wollte zunächst für Fr. 40'000.– 2 Kilo-
gramm reine Drogen kaufen, um diese hernach zu strecken. I._ dagegen
wollte nur 500 Gramm kaufen, worauf der Beschuldigte mit dem Lieferanten na-
mens "W._" verhandelte und anbot, 500 Gramm für Fr. 15'000.– zu kaufen.
Schliesslich einigte er sich mit dem Lieferanten, 500 Gramm für Fr. 16'000.– zu
kaufen, denn "W._" bot dem Beschuldigten an, morgen "NCC" für "PK Papie-
re" (also 500 Gramm für Fr. 16'000.–; TK-Protokoll F._/C vom 30. August
2010, 14.43 Uhr) zu bringen. Der eingeklagte Sachverhalt ist nach dem Gesagten
vollumfänglich erstellt.
6.28. Anklageziffer II./22.2.
6.28.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe von I._ am 30. August
2010 die Anweisung erhalten, diesem Fr. 15'000.– nach Serbien zu schicken und
dem Kurier eine Entlöhnung von € 200.– zu bezahlen (Urk. 12 S. 6).
6.28.2. Die Vorinstanz führte hierzu aus, I._ habe den Beschuldigten am
30. August 2010, 13.38 Uhr angewiesen, er solle "PN" (15) schicken sowie "diese
E" (2). Dafür soll er "ihm" (gemeint ist ein Dritter) "2 1⁄2 Köpfe" geben. Er könne
"ihm" auch von 2 ... geben. Im Zusammenhang mit den bisher in gleicher Art und
Weise erfolgten Geldüberweisungen (vgl. Anklageziffern II./10., II./12, II./13. und
II./14.) sei auch in Bezug auf den vorliegenden Sachverhalt davon auszugehen,
dass ein Betrag in Höhe von Fr. 15'000.– überwiesen werden sollte und der
Transporteur mit € 200 zu entlöhnen gewesen sei (Urk. 51. S. 52 f.).
- 51 -
6.28.3. Den vorinstanzlichen Erwägungen ist nichts mehr hinzuzufügen. Sie sind
vollständig und korrekt und können übernommen werden. Der eingeklagte Sach-
verhalt ist damit erstellt.
6.29. Anklageziffer II./23.
6.29.1. Die Anklagebehörde wirft dem Beschuldigten vor, er sei am 6. September
2010 von I._ beauftragt worden, in ... bei einem Lieferanten ein Kilogramm
Heroin zu beschaffen und dafür das ganze bei ihm noch vorhandene Geld zu
verwenden. Er solle sich von einem gewissen "AB._" chauffieren lassen
(Urk. 12 S. 6).
6.29.2. Die Vorinstanz erwog, der Sachverhalt gemäss Anklageziffer II./23. sei
durch das Beweisergebnis erstellt, wobei aufgrund der Käufe der Tage zuvor
davon auszugehen sei, dass es erneut um den Kauf von Heroin gegangen sei
(Urk. 51 S. 53).
6.29.3. Am 6. September 2010, 11.26 Uhr, liess I._ dem Beschuldigten eine
Textmitteilung mit folgendem Inhalt zukommen: "Ruf sofort meinen Freund an und
mach ab, dass du P(1) übernimmst. Gib ihm das ganze Geld, das du hast. Gib mir
Bescheid. Frage AB._ ob er dich nach AC._ fahren könne." (Anhang zu
Urk. 2/12, TK-Protokoll F._/c). Diese Nachricht ist unter Verwendung der be-
kannten Schlüssel wie folgt zu interpretieren. Der Beschuldigte sollte einen Dro-
genlieferanten (Freund) anrufen und mit diesem abmachen, dass er 1 Kilogramm
(P steht für 1 und aus dem Kontext ergibt sich unzweifelhaft dass damit
1 Kilogramm gemeint sein musste) übernehme. Im Gegenzug solle der Beschul-
digte dem Drogenlieferanten das ganze Geld geben, das er habe und danach
I._ informieren. Er solle einen gewissen "AB._" fragen, ob dieser ihn
nach ... (AC._) fahren könne. Der Vorinstanz ist nach dem Gesagten ohne
Weiteres darin zuzustimmen, dass der eingeklagte Sachverhalt erstellt ist. In
Abweichung der Erwägungen ist lediglich festzuhalten, dass die Textmitteilung
keine Hinweise auf die Art der Drogen enthält. Entgegen der Mutmassung der
Vorderrichter kann daher nicht davon ausgegangen werden, es habe sich um
- 52 -
Heroin gehandelt. Vielmehr muss zugunsten des Beschuldigten davon ausgegan-
gen werden, dass es sich bei der fraglichen Droge um Kokain gehandelt hat.
6.30. Anklageziffer II./24.
6.30.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er sei am 7. September 2010 von
I._ angewiesen worden, diesem im Hinblick auf den Kauf von zwei Kilo-
gramm Heroin zu melden, über wie viel Geld er aktuell verfüge. Der Beschuldigte
habe darauf mit einem Lieferanten verhandelt und zunächst 250 Gramm Kokain
für die bei ihm vorhandenen Fr. 13'000.– bestellt mit dem Hinweis, dass einige
Tage später ein Kauf von zwei Kilogramm Heroin möglich sei (Urk. 12 S. 6).
6.30.2. Die Vorinstanz kam nach Würdigung verschiedener TK-Protokolle vom
7. September 2010 zum Schluss, aus den Gesprächen ergebe sich, dass der
Beschuldigte von seinem gesamten Geld bzw. Fr. 13'000.-- 2 Kilogramm Heroin
habe kaufen sollen. Mit dem Lieferanten "AD._" habe er selbständig über ei-
nen Betrag von Fr. 13'000.-- verhandelt (Urk. 51 S. 54).
6.30.3. Der eingeklagte Sachverhalt stützt sich zunächst auf eine Textmitteilung
welche I._ am 7. September 2010, 13.27 Uhr, an den Beschuldigten sandte
(Anhang zu Urk. 2/12, TK-Protokoll F._/C). Die Vorinstanz hat den Inhalt die-
ser Textmitteilung ebenso zutreffend wiedergegeben, wie die diversen gleichen-
tags und am darauffolgenden 8. September 2010 geführten Telefongespräche
zwischen dem Beschuldigten einerseits und I._ respektive dem Lieferanten
"AD._" anderseits. Zwecks Vermeidung von Wiederholungen kann vollum-
fänglich auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden. In Übereinstim-
mung mit den vorinstanzlichen Erwägungen ist erstellt, dass der Beschuldigte
I._ auf dessen Aufforderung hin am 7. September 2010 mitteilte, noch
"PLCCC" - mithin Fr. 13'000.-- - zu haben. Dieser Betrag sollte gemäss I._
für den Kauf von "E" verwendet werden. Aus dem Gesamtzusammenhang ist klar,
dass mit "E" - also 2 - eine Mengenangabe gemeint sein muss. Am darauffolgen-
den 8. September 2010 führte der Beschuldigte telefonische Verhandlungen mit
einem Lieferanten namens "AD._", wobei der Beschuldigte die zuvor ge-
nannten Fr. 13'000.-- in Drogen investieren wollte. Nachdem die Verhandlungen
- 53 -
zunächst zu scheitern drohten, einigten sich der Beschuldigte und AD._
schliesslich darauf, dass der Beschuldigte Fr. 13'000.-- an AD._ bezahlen
und dafür zunächst "ENC" (also 250) erhalten sollte. Den Rest "bis auf E" (also
bis auf 2 Kilogramm) sollte der Beschuldigte später "nehmen". Damit ist der ein-
geklagte Sachverhalt erstellt. Fraglich ist einzig, ob es sich bei den gehandelten
Drogen um Heroin oder Kokain handelte. Die Vorinstanz stellte sich auf den
Standpunkt, aufgrund der Höhe des Preises sei klar, dass es sich hierbei um 2 Ki-
logramm Heroin gehandelt haben müsse. Hierzu gilt es festzuhalten, dass sich
den abgehörten Gesprächen nicht konkret entnehmen lässt, von welcher Art Dro-
gen die Rede ist. Der ausgehandelte Preis von Fr. 13'000.-- für 2 Kilogramm He-
roin oder Kokain ist ausgesprochen tief, würde doch daraus ein Grammpreis von
Fr. 6.50 resultieren. Da unklar ist, von welcher Qualität der zu liefernde Stoff sein
sollte, lässt sich aus dem Preis und der Menge auch kein verlässlicher Schluss
auf die Art der Drogen ziehen. Allerdings steht der hier zu debattierende Sachver-
halt in direktem Zusammenhang mit dem nachfolgend unter Ziff. II./25. zu unter-
suchenden Anklagevorwurf. Die dort verhandelten Preise können als marktüblich
bezeichnet werden. Wie noch aufzuzeigen sein wird, lässt der Kilogrammpreis
von Fr. 33'000.-- durchaus den Schluss zu, dass es sich um Heroin gehandelt ha-
ben muss. Wenn also dort, von Heroin die Rede war, dann muss dies auch für
den vorliegenden Sachverhalt gelten. Der Anklagevorwurf gemäss Anklageziffer
II./24. ist daher mit der Vorinstanz als erstellt zu betrachten.
6.31. Anklageziffer II./25.
6.31.1. Die Anklagebehörde legt dem Beschuldigten zur Last, er sei am
12. September 2010 von einem unbekannten Lieferanten darüber informiert
worden, dass dieser mit I._ verhandelt habe und am folgenden Tag als
Mindestmenge ein Kilogramm Heroin für Fr. 33'000.-- liefern könne (Urk. 12 S. 6).
6.31.2. Die Vorinstanz legte ihrer Beweiswürdigung das Protokoll eines abge-
hörten Telefongesprächs zwischen dem Beschuldigten und einem unbekannten
Lieferanten namens "AD._" vom 12. September 2010, 16.06 Uhr zugrunde.
Nach gründlicher Analyse der massgeblichen Passagen aus dem Gespräch,
schlussfolgerten die Vorderrichter, aufgrund der identischen Gesprächsparteien
- 54 -
sei davon auszugehen, dass es sich um die Fortsetzung der Gespräche vom
8. September 2010 gehandelt habe. Offenkundig sei mit Hintermännern ein neuer
Deal abgemacht worden. "AD._" sage, er könne keine kleinere Menge als 1
Kilogramm verkaufen ("Dieses kann ich nicht unter P geben"). Daraus erhelle,
dass es sich bei einem "Kebab" um 1 Kilogramm Heroin handeln müsse. Der Be-
schuldigte habe einen "Kebab" (1 Kilogramm Heroin) übernehmen für "3 3", also
Fr. 33'000.– übernehmen sollen. Der Sachverhalt sei insofern erstellt (Urk. 51
S. 55 f.).
6.31.3. Die Beweiswürdigung der Vorinstanz ist überzeugend und entsprechend
zu übernehmen. Hinsichtlich der Art der gehandelten Drogen ist angesichts des
Umstandes, dass ein Kilogramm zur Debatte stand, notorischerweise von einem
hohen Reinheitsgrad und damit von Betäubungsmitteln guter Qualität auszuge-
hen. Entsprechend deutet der Kaufpreis von Fr. 33'000.-- für ein Kilogramm klar-
erweise darauf hin, dass es sich um Heroin gehandelt haben muss. Der Kilo-
grammpreis für Kokain guter Qualität hätte erfahrungsgemäss deutlich höher sein
müssen. Damit ist der eingeklagte Sachverhalt vollumfänglich erstellt, davon ist im
Rahmen der rechtlichen Würdigung auszugehen.
6.32. Anklageziffer II./26.
6.32.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe am 29. September 2010
beim Lieferanten in ... ein halbes Kilogramm Heroin bestellt und I._ am fol-
genden Tag auf der Rückfahrt informiert, dass er für dieses Fr. 16'000.– bezahlt
habe (Urk. 12 s. 6).
6.32.2. Die Vorinstanz erwog, am 29. September 2010, 22.31 Uhr, habe der
Beschuldigte wiederum mit "AD._" telefoniert und diesem mitgeteilt "es" sei
besser als vorher. Er habe vorgeschlagen, sich für "NCC" (500 Gramm) zu
treffen, worauf ein Treffen für den nächsten Morgen vereinbart worden sei. Nach-
dem der Beschuldigte bereits am 12. September 2010 mit "AD._" über eine
Menge von 1 Kilogramm Heroin verhandelt habe (vgl. Anklageziffer II./25.), sei
davon auszugehen, dass es sich auch bei diesen 500 Gramm um Heroin ge-
handelt habe. Am darauf folgenden Tag habe der Beschuldigte I._ angerufen
- 55 -
und diesem mitgeteilt, er sei auf dem Nachhauseweg. Er habe "ihm" "PK
E._" (16'000) für "NCC" (500) gegeben. Dieses Gespräch habe nach dem
Mittag des 30. September 2010 und damit offenkundig nach dem Treffen mit
"AD._", stattgefunden. Es habe den mit "AD._" abgewickelten Deal zum
Inhalt gehabt. Aus diesem Gespräch ergebe sich, dass das mit "AD._" ver-
einbarte Treffen tatsächlich stattgefunden und der Beschuldigte Fr. 16'000.– ("PK
E._") für 500 Gramm ("NCC") Heroin bezahlte habe. Der eingeklagte Sach-
verhalt sei damit erstellt.
6.32.3. Die Vorinstanz hat den wesentlichen Inhalt der Telefongespräche vom
29. September 2010, 22.31 Uhr, zwischen dem Beschuldigten (Anhang zu
Urk. 2/12, TK-Protokoll AD._/A) und vom 30. September 2010, 14.18 Uhr,
zwischen dem Beschuldigten und I._ (Anhang zu Urk. 2/12, TK-Protokoll
G._/H-2) korrekt zusammengefasst und wiedergegeben. Darauf sowie auf
die zutreffenden Ausführungen im Rahmen der Beweiswürdigung kann vollum-
fänglich verwiesen werden. Weiterungen hierzu erübrigen sich. Der eingeklagte
Sachverhalt ist erstellt.
6.33. Anklageziffer II./27.1.
6.33.1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe am 7. Oktober 2010 den
Auftrag erhalten, für Fr. 15'000.– eine Menge von 20 Kilogramm Streckmittel zu
kaufen (Urk. 12 S. 6).
6.33.2. Die Vorinstanz sah den eingeklagten Sachverhalt aufgrund des aufge-
zeichneten Telefongesprächs vom 7. Oktober 2010, 19.48 Uhr, zwischen dem
Beschuldigten und I._ als erstellt an.
6.33.3. Am 7. Oktober 2010, 19.48 Uhr, hat der Beschuldigte I._ angerufen
(Anhang zu Urk. 2/12, TK-Protokoll G._/H-2). Die Vorinstanz hat den mass-
geblichen Inhalt des betreffenden Telefonats richtig wiedergegeben, worauf zu
verweisen ist. I._ teilt darin dem Beschuldigten relativ unverblümt mit, er
werde heute Abend einen Anruf wegen der Streckmittel erhalten. Er müsse "PN
E._" bezahlen und bekomme dafür "EC" (20). Bei Letzterem muss es sich
- 56 -
um eine Mengenangabe handeln, während die erstgenannte Zahl den Kaufpreis
von Fr. 15'000.-- darstellt. Wie die Vorinstanz richtigerweise ausführte, muss es
sich bei einem Kaufpreis von Fr. 15'000.-- um 20 Kilogramm Streckmitteln han-
deln, 20 Gramm kommen jedenfalls nicht in Frage. Der Vorinstanz ist wohl ein re-
daktionelles Versehen unterlaufen, wenn sie schlussfolgert, es sei erstellt, dass
der Beschuldigte angewiesen worden sei, 20 Kilogramm Streckmittel zum Preis
von Fr. 16'000.-- zu kaufen. Von Fr. 16'000.-- ist im genannten Gespräch nie die
Rede. Gemeint sein muss richtigerweise ein Kaufpreis von Fr. 15'000.--. Der ein-
geklagte Sachverhalt ist jedenfalls vollumfänglich erstellt.
6.34. Anklageziffer II./27.2.
6.34.1. Die Anklagebehörde wirft dem Beschuldigten vor, er habe I._ am
9. Oktober 2010 darüber informiert, dass er soeben von einem Lieferanten statt
wie vereinbart ein halbes Kilogramm Kokain nur 200 Gramm Heroin und
250 Gramm Kokain erhalten habe (Urk. 12 S. 7).
6.34.2. Die Vorinstanz legte ihrer Beweiswürdigung einerseits das Telefon-
gespräch zwischen dem Beschuldigten und I._ vom 9. Oktober 2010,
18.56 Uhr, und andererseits das Telefongespräch zwischen den nämlichen
Gesprächspartnern vom 9. Oktober 2010, 19.47 Uhr, zugrunde. Sie kam in der
Folge zum Schluss, beide Gespräche seien offenkundig erfolgt, nachdem der
Beschuldigte bei einem Lieferanten Drogen bezogen habe. Aus den Gesprächen
ergebe sich, dass der Beschuldigte insgesamt 5 ("N") erhalten hat. Ob es sich
hierbei um 5 Kilogramm oder um 500 Gramm gehandelt habe, sei aufgrund des
Gesprächs nicht klar. Zugunsten des Beschuldigten sei daher von 500 Gramm
auszugehen. Der Beschuldigte hätte vereinbarungsgemäss 500 Gramm Kokain
erhalten sollen. Entgegen der Vereinbarung habe er aber Kokain und Heroin
erhalten, wobei ihm mündlich zugesichert worden sei, es sei je zur Hälfte Kokain
("das Schöne") und Heroin ("das andere"). Als der Beschuldigte die Ware
schliesslich zu Hause gewogen habe, habe er festgestellt, es seien 200 Gramm
("E") Heroin ("das Hässliche") und 250 Gramm ("E Komma N") Kokain ("das
andere"). Das Geschäft sei offenkundig misslungen. I._ habe sich verärgert
gezeigt, weil der Andere "alles kontra gemacht" habe und er nun nicht wisse, was
- 57 -
er jetzt machen solle. Er habe die Sache mit dem Beschuldigten besprechen
wollen und darum angekündigt, zu diesem Zweck das Gesprächsguthaben des
Beschuldigten aufladen zu wollen. Bemerkenswert sei, dass I._ den Anga-
ben des Beschuldigten in Bezug auf dieses misslungene Geschäft vollends ver-
traut und ihn für dieses Missgeschick nicht ersichtlich gerügt habe. Er sei vielmehr
ohne Zögern davon ausgegangen, dass der Lieferant den Fehler gemacht habe.
Der Sachverhalt gemäss Anklageziffer II./27.2 sei somit erstellt (Urk. 51 S. 58).
6.34.3. Die Vorinstanz hat auch hier, unter Einbezug der beiden beweisbildenden
Telefonate vom 9. Oktober 2010, 18.56 Uhr respektive 19.47 Uhr (Anhang zu
Urk. 2/12, TK-Protokolle F._/C und G._/H) ein in allen Teilen überzeu-
gende Beweiswürdigung vorgenommen, welche vollumfänglich übernommen
werden kann. Der Sachverhalt ist damit erstellt.
6.35. Anklageziffer II./28.
6.35.1. Dem Beschuldigten wird seitens der Anklagebehörde der Vorwurf
gemacht, er habe zu einem nicht näher genannten Zeitpunkt 48 Gramm Heroin
versteckt, indem er es in ein Konfitüren Glas abgepackt und in einem Waldstück
bei AE._ vergraben habe, wo es am 15, Oktober 2010 zufällig gefunden
worden sei (Urk. 12 S. 7).
6.35.2. Vor Vorinstanz führte die Verteidigung hierzu aus, es sei zunächst festzu-
halten, dass der Drogenfund am 13. Oktober 2010 erfolgt sei. In der Anklage-
schrift sei aber die Rede vom 15. Oktober 2010, was widersprüchlich sei. Weiter
spreche trotz der unbestrittenermassen sichergestellten DNA-Spuren des
Beschuldigten einiges dafür, dass nicht er es gewesen sei, der die Fingerlinge
verpackt und das Glas dort versteckt habe. Der Angeklagte habe nämlich in
K._ gewohnt, das gut 40 km vom Fundort entfernt liege. Weiter seien nur an
einem Fingerling Fingerabdrücke gefunden worden, an allen anderen nicht. Ins-
besondere seien auf dem Glas selbst keine Fingerabdrücke des Beschuldigten
vorgefunden worden. Es lasse sich aufgrund dieser Argumente keinesfalls mit
Sicherheit nachweisen, dass der Angeklagte das Glas am Fundort versteckt habe.
- 58 -
Eben so wenig lasse sich beweisen, dass er das Glas jemals in den Händen
gehalten habe (Urk. 36/3 S. 4 f.).
6.35.3. Die Vorinstanz erachtete diesen Anklagesachverhalt als erstellt. Sie erwog
hierzu zusammenfassend, anhand der sichergestellten DNA-Rückstände habe
das in AE._ gefundene Konfitüre Glas mit dem Beschuldigten in Verbindung
gebracht werden können. Zudem sei liege das Abhörprotokoll eines
Telefongespräches vor, welches der Beschuldigte am 31. August 2010 mit
I._ geführt habe. I._ habe in jenem Gespräch den Beschuldigten ge-
fragt, ob sie das Marmeladeglas, als sie es "mit dem" runter getan hätten, mit Er-
de zugedeckt hätten. Der Beschuldigte habe daraufhin bestätigt, dies sei so, es
sei versteckt. Es könne aber ausgegraben werden. I._ habe dann erwidert,
der Beschuldigte solle sich keine Sorgen machen. Sobald es (das Konfitüre Glas)
in Kontakt mit Erde gekommen sei, gingen die Fingerabdrücke verloren. Gestützt
auf diese beiden Beweismittel sei der eingeklagte Sachverhalt erstellt (Urk. 51 S.
59).
6.35.4. Die vorinstanzliche Beweiswürdigung gibt zu keinerlei Beanstandungen
Anlass. Sie hat den Kerngehalt des Telefonats vom 31. August 2010, 21.29 Uhr
(Anhang zu Urk. 1/5, TK-Protokoll F._/C), ebenso korrekt widergegeben und
gewürdigt, wie den Vorbericht des Forensischen Instituts Zürich vom 6. April 2011
(Urk. 7/6) und den Ermittlungsbericht der Kantonspolizei Schwyz vom 3. März
2011 betreffend die Überprüfung der im Konfitüre Glas sichergestellten DNA-
Spuren (Urk. 7/11). Die Würdigung der Beweismittel lässt bei objektiver Betrach-
tung keinen anderen Schluss zu, als dass sich der Sachverhalt exakt so zuge-
tragen hat, wie er durch die Staatsanwaltschaft zur Anklage gebracht wurde. Mit
der Vorinstanz ist der Anklagesachverhalt gemäss Ziffer II./28. als erstellt zu be-
trachten. Daran vermögen auch die wenig überzeugenden Argumente der Vertei-
digung nichts zu ändern. Wie aus der Untersuchung sattsam bekannt ist, logierte
der Beschuldigte an verschiedenen Orten in der Schweiz. Im Sommer 2010 ope-
rierte er aus dem Raum S._. Nach Angaben der Vermieterin der Liegen-
schaft in K._, AF._, zog der Beschuldigte im November 2010 in das
Haus an der ... [Adresse] in K._ ein (Urk. 4/9 S. 3). Damit ist das Argument
- 59 -
der Verteidigung, wonach der Beschuldigte im Tatzeitpunkt im 40 km entfernten
K._ gewohnt habe, entkräftet. Gemäss abgehörtem Telefongespräch vom
31. August 2010, 21.29 Uhr, wurde das Heroin an jenem Tag durch den Beschul-
digten im Wald vergraben und damals lebte der Beschuldigte in der unmittelbaren
Umgebung von AE._. Selbst wenn es nicht so wäre, würde das Argument
der Verteidigung nicht verfangen, hatte doch der Beschuldigte bei seiner Tätigkeit
im Drogenhandel erstelltermassen einen relativ grossen Aktionsradius. Es wäre
ihm daher jederzeit möglich gewesen, nach AE._ zu gelangen. Angesichts
des klaren Wortlautes des Telefongesprächs vom 31. August 2010 und der im
Konfitüre Glas vorgefundenen DNA-Spuren des Beschuldigten erweisen sich
auch die weiteren, durch die Verteidigung vorgebrachten Einwendungen als voll-
kommen untauglich. Was den Einwand der Verteidigung betrifft, wonach das
Funddatum nicht mit dem in der Anklageschrift erwähnten Funddatum überein-
stimme, ist der Verteidigung zuzustimmen. Tatsächlich bestehen hier gewisse
Widersprüche, welche jedoch am Ergebnis nichts ändern. Wann das Heroin konk-
ret gefunden wurde, ob am 13. oder am 15. Oktober ist allerhöchstens von margi-
naler Relevanz. Dem Rapport der Kantonspolizei Schwyz vom 11. April 2011 lässt
sich in diesem Zusammenhang entnehmen, dass das Konfitüre Glas am Mitt-
woch, den 13. Oktober 2010, ca. 16.00 Uhr, durch AG._ anlässlich der
Jungwaldpflege im ... bei AE._ vorgefunden wurde. Die diesbezügliche An-
zeigeerstattung fand dann am 15. Oktober 2010, 09.14 Uhr, auf dem Posten der
Kantonspolizei Schwyz statt. Die Verwechslung des Fund- mit dem Anzeige-
datums beruht daher offenkundig auf einem Versehen, was auch der Verteidigung
klar sein musste. Insgesamt betrachtet ist festzuhalten, dass trotz der Vorbringen
der Verteidigung auch nicht nur der geringste Zweifel an der Täterschaft des
Beschuldigten besteht.
6.36. Anklageziffer II./29.1. und 29.2.
Der Beschuldigte anerkannte diese Anklagesachverhalte sowohl im Verfahren vor
Vorinstanz (Urk. 36/1 S. 3 f.; Urk. 36/3 S. 5), als auch anlässlich der heutigen
Berufungsverhandlung (Urk. 69 S. 5 f.). Das Geständnis deckt sich mit dem
Untersuchungsergebnis. Der Sachverhalt ist damit erstellt.
- 60 -
6.37. Anklageziffer II./30.1. bis 30.3.
6.37.1. Die Anklagebehörde wirf dem Beschuldigten vor, er habe auf Anweisun-
gen von I._ am Abend des 24. Februars 2011 in einer Gaststätte in ... die
drei Drogenkuriere L._, B._ und M._ getroffen, welche versteckt in
ihrem Fahrzeug vier Halbkiloblöcke Heroingemisch mit einem Reinheitsgrad von
0.58 % mit sich geführt hätten. Er habe dieses Heroin übernehmen sollen, wozu
es aber aufgrund der Verhaftung des Beschuldigten sowie der drei Kuriere nicht
mehr gekommen sei.
6.37.2. Die Verteidigung stellte sich diesbezüglich vor Vorinstanz auf folgende
Standpunkte (Urk. 36/3 S. 5 f.): Wie der Angeklagte selbst gestanden habe, habe
er Kenntnis davon gehabt, dass er Freunden von "J._" habe Geld übergeben
sollen, welches diese "J._" wiederum hätten überbringen sollen. Keinerlei
Kenntnis habe der Angeklagte allerdings davon gehabt, dass dafür Drogen
geliefert werden würden. Für eine nicht vorhandene Kenntnis des Angeklagten
spreche zudem das Folgende: Wenn es für den Angeklagten klar gewesen wäre,
dass diese drei Personen Drogen mit sich führten, dann hätte diesbezüglich eine
offene Diskussion zwischen allen Beteiligten stattfinden können. Dies sei jedoch
gerade nicht der Fall gewesen. Weiter sei der Angeklagte nicht mit den anderen
drei Personen im Fahrzeug gesessen. Er sei lediglich mit einem Taxi zur Tank-
stelle gefahren. Wieso hätte er sich so verhalten sollen, insbesondere in Anbe-
tracht der Tatsache, dass die drei Personen sich bereits vorab verfahren hatten
und auf die Hilfe des Angeklagten angewiesen gewesen seien. Wenn dies ein für
alle beteiligten Personen im Voraus abgesprochenes Treffen gewesen wäre,
würde ein solches Verhalten keinen Sinn ergeben. Hier sei erkennbar, dass der
Angeklagte erst in ... - wie er auch selbst zugebe - geahnt habe, dass diese Per-
sonen evtl. Drogen mit sich führten. Anschliessend habe er mit diesen Personen
nicht in Verbindung gebracht werden wollen, was seine Abneigung gegenüber
diesem Plan des "J._" verdeutliche. Dies werde auch durch die Observierung
bestätigt, da der Bericht von einer mehrmaligen angeregten Diskussion spreche.
Der Angeklagte habe sich hintergangen gefühlt, da man ihn habe benutzen wol-
len, ohne dass er Kenntnis davon gehabt habe. Festzuhalten sei insbesondere,
- 61 -
dass eine Drogenübernahme durch den Angeklagten ohnehin nie stattgefunden
habe und auch nicht versucht worden sei. Der Angeklagte habe auch nicht davon
ausgehen müssen, dass weitere Drogen geliefert werden würden, da die in
K._ sichergestellte Menge für mehrere Wochen mehr als ausreichend für
seine geringe Dealertätigkeit gewesen sei. Zudem sei anzumerken, dass die Dro-
genqualität laut forensischem Bericht sehr schlecht gewesen sei. Von dem Netto-
gewicht von 1'986 Gramm sei eine Reinsubstanz von 11,6 Gramm
Heroin berechnet worden. Das entspreche einem Gehalt von 0,58 %. Es sei,
wenn nicht sogar wahrscheinlich, so doch sicher nicht auszuschliessen, dass
"J._" einen Testlauf mit den drei Kurieren habe durchführen wollen und ihnen
deshalb lediglich erzählt habe, dass er einen üblichen Preis für die Drogen
bezahlt habe, in Wirklichkeit aber über die miese Qualität bestens Bescheid
gewusst habe. Aus diesem Grunde habe er auch dem Angeklagten nichts von
einer Drogenlieferung erzählt, sondern lediglich Freunde von ihm zur Übernach-
tung angekündigt, die ihm, J._, Bargeld überbringen sollten.
6.37.3. Die Vorinstanz erwog, aus dem Gespräch vom 21. Februar 2011,
13.36 Uhr (TK-Protokoll F._/D), ergebe sich, dass der Beschuldigte und
I._ jemanden erwarteten, der dem Beschuldigten etwas bringen sollte.
I._ habe dem Beschuldigten aufgetragen, er solle diesen fragen, ob er je-
manden finden könne, bei dem sie "es auspacken" könnten. Diese, die man hätte
mieten könne, seien vermietet worden. Der Beschuldigte solle fragen, "ob es dort
Platz habe, wo man Öl wechselt, wo das vom Auto kommt." Sie würden etwa 20
Minuten benötigen. Drei Tage später habe I._ den Beschuldigten angerufen
und mitgeteilt, es gäbe ein Problem (TK-Protokoll F._/D vom 24. Februar
2011, 14.45 Uhr). Es sei ein dritter Mann aufgetaucht. Niemand wisse, wer dieser
Mann sei, aber er würde kommen. I._ habe den Beschuldigten gefragt, ob er
jemandem die Nummer gegeben habe, was dieser verneint habe. Daraufhin habe
I._ gesagt, er werde jetzt überprüfen, wer dieser Mann sei und woher er auf-
getaucht sei. Er werde den Beschuldigten später anrufen, um ihm mitzuteilen,
wann er Gäste bekommen werde. Er denke, der Beschuldigte werde heute Abend
Gäste bekommen. Knapp zwei Stunden später habe I._ den Beschuldigten
angewiesen, er solle sofort bis zum Zentrum gehen, zum Hotel "...". Er solle so-
- 62 -
fort losgehen, so schnell er nur könne (TK-Protokoll F._/D vom 24. Februar
2011, 16.33 Uhr). Nur Sekunden später habe I._ den Beschuldigten erneut
angerufen und instruiert, er müsse sofort aufbrechen und nach unten gehen. Dort
würden "sie" auf ihn warten. Der eine sei I._'s Bruder, die anderen zwei
I._'s Verwandte. Sie würden drinnen sitzen und Kaffee trinken. Der eine ha-
be einen kurzen Haarschnitt. Sie hätten alle eine feste Statur. Er solle sich mit
ihnen treffen und dann sofort nach oben aufbrechen. Er müsse ihnen sehr wahr-
scheinlich alles geben, damit sie es zu ihm (gemeint ist I._) nach unten brin-
gen würden (TK-Protokoll F._/D vom 24. Februar 2011, 16.34 Uhr). Knapp
45 Minuten später habe der Beschuldigte I._ wiederum angerufen und
gefragt, in welchem Hotel sie seien (TK-Protokoll F._/D, 24. Februar 2012,
17.13 Uhr). I._ habe geantwortet, im "...". Der Beschuldigte soll schauen, ob
vorne ein Audi geparkt sei. Erst nach einigen weiteren Telefonaten habe der Be-
schuldigte die drei Kuriere gefunden. Dieses Treffen zwischen den Kurieren und
dem Beschuldigten sei von der Polizei observiert worden (vgl. Urk. 1/4 S. 15 ff.).
Gut eineinhalb Stunden später habe I._ den Beschuldigten angerufen und
gefragt, was mit dem Telefon los sei (TK-Protokoll F._/D vom 24. Februar
2011, 19.03 Uhr). Der Beschuldigte habe erwidert, sie hätten ihm gesagt, er solle
es ausschalten und die Karte rausnehmen. Sie seien durchgedreht und würden
streiten. Er habe ihnen jetzt die Adresse gegeben und er werde alleine mit dem
Zug hinfahren und sie dort treffen. I._ habe geantwortet, der Beschuldigte
solle nicht mit dem Zug hinfahren, sondern ein Taxi nehmen. In der Folge seien
die drei Kuriere (B._, M._ und L._) um 19.33 Uhr bei der ... Tank-
stelle in AH._ im von ihnen gefahrenen Audi verhaftet worden. Dabei seien
ca. 2 Kilogramm Heroin, eingebaut im Airbag-Fach Beifahrerseite, sichergestellt
worden. Kurze Zeit später sei auch der Beschuldigte, welcher mit einem Taxi zur
Tankstelle gefahren sei, verhaftet worden (Urk. 1/1 S. 4). Aus den TK gehe deut-
lich hervor, dass der Beschuldigte von I._ angewiesen worden sei, die drei
Kuriere zu treffen und das im Auto eingebaute Heroin auszubauen. Der Umstand,
dass das Geld in der Wohnung des Beschuldigten bereits abgezählt bereit gele-
gen sei (vgl. Anklageziffer II./29.2 [Ziff. III./3.36]), sei dahingehend zu deuten,
dass damit die Lieferung habe bezahlt werden sollen. In diesen Kontext passe
- 63 -
auch, dass I._ den Beschuldigten angewiesen habe, er solle ihnen vermut-
lich alles bzw. sein gesamtes Geld zuhanden von I._ mitgeben. Demnach sei
der Sachverhalt gemäss den Anklageziffern II./30.1. bis 30.3. erstellt (Urk. 51 S.
60 ff).
6.37.4. Während sich die Verteidigung in keiner Art und Weise mit den Ergebnis-
sen der Telefonüberwachung auseinandersetzte, hat die Vorinstanz diesbezüglich
eine umfassende und im Ergebnis überzeugende Würdigung der Beweismittel
vorgenommen. Auf ihre Erwägungen kann vollumfänglich verwiesen werden. Mit
der Vorinstanz ist durch die Ergebnisse der Telefonkontrolle und die nach dem
polizeilichen Zugriff erfolgten Sicherstellungen im Auto sowie der Liegenschaft in
K._ ohne jeden Zweifel erstellt, dass der Beschuldigte von I._ den Auf-
trag erhielt, die drei Drogenkuriere L._, B._ und M._ zu empfangen
und das von ihnen mitgeführte Heroingemisch gegen Bezahlung zu übernehmen.
Die durch die Verteidigung vorgebrachten Argumente sind durch die Beweiswür-
digung allesamt widerlegt und damit entkräftet. Der eingeklagte Sachverhalt ist
erstellt.
6.38. Zur Stellung des Beschuldigten im Drogenhandel
6.38.1. Die Anklagebehörde bezeichnet den Beschuldigten als den Statthalter des
von Serbien aus operierenden und den Drogenhandel steuernden Auftraggebers
I._ (Urk. 12 S. 3).
6.38.2. Der Beschuldigte stellte sich im Rahmen des Untersuchung und im
Rahmen der vorinstanzlichen Hauptverhandlung auf den Standpunkt, er sei
lediglich Befehlsempfänger seines Chefs "J._" (I._) gewesen. Er habe
nach dessen Anweisungen die Drogen verkauft respektive gestreckt und ein
geringes Entgelt von wenigen hundert Franken für seine Tätigkeit erhalten,
während der Drogenerlös an I._ gegangen sei. Auch die Drogen hätten nicht
ihm, sondern ausnahmslos I._ gehört. Er habe damit nur gehandelt (Urk. 2/4
S. 11 ff.).
- 64 -
6.38.3. Die Verteidigung führte aus, der Beschuldigte habe sämtliche Anordnun-
gen von "J._" empfangen und diese lediglich ausgeführt. Er sei ständig diri-
giert worden und habe keinerlei eigenständigen Entscheidungsspielraum gehabt.
Sogar die Unterkunft sei ihm von "J._" organisiert worden. Von den Einnah-
men aus dem Drogenerlös habe der Beschuldigte das Nötigste für seinen Le-
bensunterhalt behalten dürfen. Alle sonstigen Einnahmen habe er an "J._"
weiterleiten müssen. Er sei nur ein einfacher "Läufer" gewesen und habe seinen
Lebensunterhalt und denjenigen seiner Familie verdienen wollen. Er sei schlicht
an die falschen Leute geraten (Urk. 36/3 S. 9).
Anlässlich der Berufungsverhandlung führte die Verteidigung aus, die Vorinstanz
wolle den Eindruck erwecken, der Beschuldigte sei in der ganzen Schweiz im
Drogenhandel aktiv gewesen. Eine Begründung dafür lasse das Urteil jedoch
vermissen. Sodann sei die Eigenständigkeit des Beschuldigten fraglich. Aus den
TK-Protokollen könne nicht geschlossen werden, dass I._ den Beschuldigten
auch nur annähernd auf Augenhöhe betrachtet habe. Dem Beschuldigten habe es
auch an Mobilität gefehlt. Sodann habe er alles vorab mit I._ klären müssen,
er habe keine Entscheidungsbefugnis gehabt.
6.38.4. Die Vorinstanz setzte sich auf rund 8 Seiten ihres Entscheids akribisch mit
der Frage der Stellung des Beschuldigten im Drogenhandel auseinander. Sie
würdigte dabei die Aussagen weiterer Personen, wie namentlich jene von
D._, C._, B._, M._ und L._ und stellte diesen die, gross-
mehrheitlich durch die TK-Protokolle erstellten Tathandlungen gegenüber. Im
Ergebnis kam sie zum Schluss, gestützt auf das Untersuchungsergebnis und ins-
besondere der TK-Protokolle sei davon auszugehen, dass der Beschuldigte
einerseits durch seinen Vorgesetzten "J._" (I._) geführt worden sei,
indem dieser ihm jeweils die einzelnen Drogengeschäfte auftrug und Anweis-
ungen zum Vorgehen gegeben habe. Andererseits sei der Beschuldigte in der
Schweiz aber niemandem unterstellt gewesen, er habe mit I._ auf Augenhö-
he diskutiert (beispielsweise über die Vertrauenswürdigkeit von Läufern), habe
neue Läufer instruiert und Heroin und Kokain in grossen Mengen und mit teilweise
sehr hohem Reinheitsgrad verarbeitet. Weiter habe er teilweise direkt mit den Lie-
- 65 -
feranten über grosse Drogenmengen (im Wert von mehreren Fr. 10'000.–) ver-
handelt, wobei er eine verschlüsselte Sprache verwendete habe. Aufgrund dieser
Tatsachen sei davon auszugehen, dass der Beschuldigte innerhalb des Drogen-
handels auf hoher Hierarchiestufe anzusiedeln gewesen sei. Daran ändere auch
der Umstand nichts, dass der Beschuldigte in einzelnen Fällen selbst als Läufer
agiert habe, wie beispielsweise beim Verkauf an N._. Dies lasse sich viel-
mehr damit begründen, dass der Beschuldigte anfänglich auf einer etwas niedri-
geren Stufe agiert und sich im Laufe der Zeit hochgearbeitet habe. Insgesamt be-
stehe aufgrund der TK-Protokolle und der beim Beschuldigten beschlagnahmten
Drogenmengen und -konzentration kein Zweifel, dass er in der oberen Hierarchie-
stufe einer Bande und in sehr erheblichem Umfang am Drogenhandel in der
Schweiz partizipiert habe. Der Beschuldigte sei offenkundig an der Spitze des
Drogenhandels seiner Organisation in der Schweiz gestanden und habe eng und
direkt mit seinem Chef I._ zusammen gearbeitet. Es sei somit erstellt, dass
der Beschuldigte als Statthalter von I._ den Drogenhandel in der Schweiz
anführte, wie dies die Anklage im Ingress zu Ziffer II. dargestellt worden sei
(Urk. 51 S. 63 ff.)
6.38.5. Auch hier erweist sich die vorinstanzliche Beweiswürdigung als umfas-
send, gründlich und in allen Teilen zutreffend. Mit der nachfolgenden Ergänzung
kann vollumfänglich auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden. Die
Verteidigung führte in Bezug auf den Erlös aus dem Drogenhandel aus, der
Beschuldigte habe das Nötigste für seinen Lebensunterhalt behalten dürfen. Der
ganze Rest aus dem Drogenhandel sei an I._ gegangen. Damit macht sie
implizit geltend, der Beschuldigte habe in der Hierarchie des Drogenhandels
lediglich eine untergeordnete Stellung gehabt, ansonsten er einen grösseren
finanziellen Profit für sich hätte herausschlagen müssen. Diesbezüglich ist auf das
Telefongespräch zwischen dem Beschuldigten und I._ vom 11. Mai 2010
hinzuweisen (Anhang zu Urk. 2/9, TK-Protokoll G._/E-3). Darin teilt I._
dem Beschuldigten folgendes mit. "...ausgerechnet, ausgerechnet, sagen wir
wenn wir es beendet haben, teile ich in 5 Teile und das ist es, verstehst du?". Der
Beschuldigte bestätigt: "ah, geht in Ordnung, geht in Ordnung". Daraufhin sagt
I._: "....durch 4, ich habe durch 5 geteilt, für jeden 800, verstehst du?". Aus
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diesem Gespräch wird deutlich, dass I._, dem die Einnahmen aus dem Dro-
generlös mittels Kurieren zukamen, Buch darüber führte. Offenkundig bestand
zwischen dem Beschuldigten und I._ eine Abmachung, dass dann, wenn "es
beendet" sei, der Erlös in 4 oder 5 Teile aufgeteilt werden sollte. Es war also mit
Nichten so, dass der Beschuldigte lediglich ein paar hundert Franken für seine
Tätigkeit erhalten sollte. Vielmehr ist davon auszugehen, dass er an den nach
Serbien verbrachten Geldern aus dem Drogenerlös partizipieren sollte. Dieser
Umstand reiht sich nahtlos in das durch die Vorinstanz in zutreffender Art und
Weise aufgezeigte Gesamtbild des in der oberen Hierarchiestufe des Drogenhan-
delst tätigen Beschuldigten ein.
6.39. Fazit
Gesamthaft betrachtet ist der wesentliche Anklagesachverhalt durch das Beweis-
ergebnis erstellt. Dort wo sich Abweichungen ergeben, ist auf die betreffenden
Einschränkungen bei der Würdigung der einzelnen Anklageziffern zu verweisen.
Zusammenfassend ist erstellt, dass der Beschuldigte über einen längeren Zeit-
raum hinweg in ganz beträchtlichem Ausmass in den Drogenhandel involviert war.
Er war an einer Vielzahl von Vorgängen direkt beteiligt und agierte in der Schweiz
als Statthalten von I._, wobei er im Übrigen niemandem unterstellt war und
eine grosse Eigenständigkeit an den Tag legen konnte.
7. Rechtliche Würdigung
7.1. Vergehen gegen Art. 115 Abs. 1 lit. b AuG
7.1.1. Gestützt auf Art. 115 Abs. 1 lit. b AuG wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem
Jahr, oder Geldstrafe bestraft, wer sich rechtswidrig, namentlich nach Ablauf des
bewilligungsfreien oder des bewilligten Aufenthalts, in der Schweiz aufhält.
Gestützt auf Art. 10 Abs. 1 AuG benötigen Ausländerinnen und Ausländer, für
einen Aufenthalt ohne Erwerbstätigkeit bis zu drei Monaten keine Bewilligung. Ein
darüberhinaus gehender Aufenthalt ist hingegen bewilligungspflichtig.
7.1.2. Aufgrund des Beweisergebnisses ist erstellt, dass der Beschuldigte
Ende März 2010 in die Schweiz einreiste und sich bis zu seiner Verhaftung im
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Februar 2011 ununterbrochen hierzulande aufgehalten hat. Damit ist der objektive
Straftatbestand von Art. 115 Abs. 1 lit. b AuG ohne Weiteres erfüllt. Ob der
Beschuldigte dabei über ein Visum verfügte, oder ob er von der Visumspflicht
befreit war, spielt dabei keine Rolle. Die entsprechenden Vorbringen der Verteidi-
gung vor Vorinstanz sind daher vollends unbehelflich. Abgesehen davon sind sie
auch inhaltlich ungenau (Urk. 36/3 S. 6). Es trifft nämlich nicht zu, dass Staats-
angehörige aus Serbien seit dem 19. Dezember 2009 bei der Einreise in den
Schengen-Raum (zu welchem auch die Schweiz gehört) von der Visumspflicht
generell befreit sind. Vielmehr verhält es sich so, dass die entsprechende Befrei-
ung nur für jene Einreisewilligen gilt, welche über einen biometrischen Pass
verfügen. Der Beschuldigte verfügte wohl über einen solchen Pass (Urk. ND 1/2)
und war entsprechend für seinen 90 Tage nicht übersteigenden Aufenthalt in der
Schweiz nicht visumspflichtig. In jede Fall hätte er als Tourist aber nach Ablauf
der drei Monate die Schweiz verlassen müssen, was er nachweislich nicht getan
hat.
7.1.3. Dass der Beschuldigte in subjektiver Hinsicht um die Rechtswidrigkeit sei-
nes Aufenthaltes in der Schweiz wusste und sich dennoch willentlich hierzulande
aufhielt, lässt sich ohne Weiteres aus dem Umstand ableiten, dass er einen
Serbischen Reisepass, Nr. ..., mit 19 gefälschten Stempeln über angebliche Ein-
/Ausreisen bei verschiedenen Grenzstellen mit sich führte. Damit hätte er bei ei-
ner allfälligen Kontrolle - wider besseres Wissen - die Rechtmässigkeit seines
Aufenthaltes in der Schweiz belegen wollen. Der subjektive Tatbestand von
Art. 115 Abs. 1 lit. b AuG ist damit erfüllt.
7.1.4. Die Vorinstanz hat damit das Verhalten des Beschuldigten zu Recht als tat-
bestandsmässig im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. b AuG erachtet. Der betreffende
Schuldspruch ist daher zu bestätigen.
7.2. Betäubungsmitteldelikte
7.2.1. In Bezug auf die Frage des anwendbaren Rechts ist die Vorinstanz nach
Darlegung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen zum Schluss gelangt, das
neuere - am 1. Juli 2011 in Kraft getretene - Betäubungsmittelgesetz erweise sich
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für den Beschuldigten nicht als das mildere Recht, weshalb für die Beurteilung der
ihm zur Last gelegten Delikte das bisherige, alte Recht Anwendung finde (Urk. 51
S. 73 f.). Diese Erwägungen der Vorinstanz erweisen sich als zutreffend und
bedürfen keiner weiterer Erläuterungen. Sie sind vollumfänglich zu übernehmen.
7.2.2. Die rechtliche Würdigung der Vorderrichter, welche die Taten des Beschul-
digten unter Art. 19 Ziff. 1 Abs. 2 bis 5 in Verbindung mit Art. 19 Ziff. 2 lit. a - b
aBetmG subsumiert haben, ist in allen Teilen korrekt und zu bestätigen. Die
Vorinstanz hat sich namentlich auch mit dem Vorbringen der Verteidigung aus-
einandergesetzt, wonach der Beschuldigte kein Mitglied einer Bande gewesen sei
soll (Urk. 36/3 S. 7). Auch diesbezüglich hat die Vorinstanz unter Hinweis auf die
einschlägige Praxis des Bundesgerichts, den Bandenbegriff zutreffend um-
schrieben und eine Subsumtion vorgenommen, welche nicht zu beanstanden ist.
Es kann vollumfänglich auf die betreffenden Ausführungen der Vorinstanz ver-
wiesen werden.
7.2.3. Der Beschuldigte ist daher in Bestätigung des angefochtenen Entscheides
der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von
dessen Art. 19 Ziff. 1 Abs. 2 bis 5 in Verbindung mit Art. 19 Ziff. 2 lit. a - b aBetmG
schuldig zu sprechen.
7.3. Geldwäscherei
7.3.1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten der mehrfachen Geldwäscherei im
Sinne von Art. 305 bis Ziff. 1 StGB schuldig gesprochen (Urk. 51 S. 77). Die Ver-
teidigung dagegen stellte sich sowohl vor Vorinstanz (Urk. 36/3 S. 8), wie auch im
Berufungsverfahren (Urk. 59 S. 2, Urk. 70) auf den Standpunkt, der Vorwurf der
Geldwäscherei sei zwar zutreffend und der Beschuldigte entsprechend geständig,
allerdings hätten sich seine Tathandlungen lediglich auf Hilfstätigkeiten bezogen,
weshalb er nur wegen Gehilfenschaft zu Art. 305bis Ziff. 1 StGB schuldig zu
sprechen sei (Urk. 36/3 S. 4 und S. 8).
7.3.2. Art. 305 bis Ziff. 1 StGB stellt denjenigen unter Strafe, der Handlungen vor-
nimmt, welche geeignet sind, die Ermittlung der Herkunft, die Auffindung oder die
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Einziehung von Vermögenswerten zu vereiteln, die, wie er weiss oder annehmen
muss, aus einem Verbrechen herrühren.
7.3.3. Wie bereits ausführlich dargetan, ist der Beschuldigte überführt - und
zumindest in Bezug auf den Sachverhalt in Zusammenhang mit seiner Verhaftung
auch geständig - bei verschiedenen Gelegenheiten Gelder, welche aus dem
Drogenhandel stammten, an Kuriere übergeben zu haben, damit diese die Gelder
ausser Landes zu I._ nach Serbien schaffen konnten. Bei seinem Handeln
wusste der Beschuldigte um die deliktische Herkunft der Gelder. Ebenso war ihm
bewusst, dass die Kuriere das Geld nach Serbien bringen würden um auf diese
Weise die Ermittlung der Herkunft zu verschleiern und damit im Falle einer polizei-
lichen Intervention die Auffindung respektive Einziehung der Drogengelder zu
verunmöglichen. Dies war Teil des Gesamtplanes den I._ und der Beschul-
digte ausheckten und zu welchem schliesslich auch die anteilmässige Aufteilung
der Drogengelder gehörte. Wie bereits zuvor unter Ziffer 6.44.5 dargetan, stellte
I._ dem Beschuldigten in Aussicht, dass er den Erlös, wenn "sie es beendet
hätten" durch 5 respektive 4 teilen würde. Davon also, dass der Beschuldigte
lediglich Befehlsempfänger gewesen wäre, der das gesamte Geld im Sinne einer
blossen Gehilfenschaft an I._ weiterleitete, kann keine Rede sein. Er hatte
vielmehr selber ein lebhaftes Interesse daran, das Geld ausser Landes zu
schaffen, um dereinst die Früchte seiner Bemühungen sozusagen in Sicherheit
ernten zu können. Damit und aufgrund der Erwägungen zur Stellung des Be-
schuldigten im Drogenhandel ist zur Genüge dargetan, dass der Beschuldigte bei
sämtlichen Machenschaften im Zusammenhang mit dem Drogenhandel - und
damit auch bezüglich des Vorwurfs der Geldwäscherei - bei der Entschliessung,
Planung und Ausführung massgeblich beteiligt war. Sein Tatbeitrag war derart
zentral, dass das gesamte Unterfangen mit ihm stand respektive zu Fall kam.
Entgegen der Ansicht der Verteidigung war der Beschuldigte klarerweise Mittäter
im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 120 IV 271 f.), weshalb
er entsprechend zur Rechenschaft zu ziehen ist.
- 70 -
7.3.4. Der Beschuldigte ist in Übereinstimmung mit dem vorinstanzlichen Schuld-
spruch der mehrfachen Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB
schuldig zu sprechen.
7.4. Fazit
Zusammenfassend ist der Beschuldigte in Übereinstimmung mit den vorinstanzli-
chen Schuldsprüchen der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungs-
mittelgesetz im Sinne von Art. 19 Ziff. 1 Abs. 2 bis 5 in Verbindung mit Art. 19
Ziff. 2 lit. a - b aBetmG, der mehrfachen Geldwäscherei im Sinne von Art. 305 bis
Ziff. 1 StGB, sowie des Vergehens gegen Art. 115 Abs. 1 lit. b AuG schuldig zu
sprechen. Schuldausschluss- oder Rechtfertigungsgründe liegen keine vor.
8. Strafzumessung
8.1. Strafrahmen
Die Vorinstanz hat zutreffende Ausführungen zur Festsetzung des Strafrahmens
gemacht und diesen mit Blick auf die Widerhandlung gegen das Betäubungs-
mittelgesetz (Art. 19 Ziff. 1 Abs. 9 aBetmG i.V.m. Art. 40 StGB) korrekt abge-
steckt. Weiter hat sie in Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung (BGE 136 IV 55 E. 5.8 S. 63) zutreffend erwogen, dass vorliegend kein
Anlass besteht, den ordentlichen Strafrahmen (Freiheitstrafe von 1 Jahr bis
20 Jahren) zu verlassen. Der Umstand, dass der Beschuldigte mehrere Delikte
verübte, ist indes innerhalb des ordentlichen Strafrahmens zwingend strafer-
höhend zu berücksichtigen (Art. 49 Abs. 1 StGB). Strafmilderungsgründe liegen
mit der Vorinstanz keine vor.
Zur Strafzumessung innerhalb des ermittelten Strafrahmens hat die Vorinstanz
ebenfalls das Nötige ausgeführt, darauf kann verwiesen werden
- 71 -
8.2. Qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz
8.2.1. Objektive Tatschwere
Zunächst ist die objektive Tatschwere als Ausgangspunkt für die Verschuldens-
bewertung festzulegen. Die Vorinstanz bezeichnete diese mit zutreffenden
Argumenten als mittelschwer (Urk. 51 s. 78 ff.). Bei ihrer Beurteilung hat die
Vorinstanz sämtliche massgeblichen Elemente einer kritischen Würdigung unter-
zogen, sodass sich mit einer einzigen, technischen Einschränkung weder Korrek-
turen, noch Ergänzungen aufdrängen. Unter dem Titel der objektiven Tatschwere
hat die Vorinstanz an sich zutreffende Ausführungen zum Motiv des Beschuldig-
ten gemacht. Die Frage nach dem Motiv stellt sich jedoch nicht bei der Beurtei-
lung der objektiven, sondern bei der subjektiven Tatschwere. Auf die Erwägungen
im angefochtenen Entscheid kann mit dieser rein strafzumessungstechnischen
Einschränkung vollumfänglich verwiesen werden.
8.2.2. Subjektive Tatschwere
Auch hinsichtlich der Beurteilung der subjektiven Tatschwere ist den vorinstanzli-
chen Erwägungen nichts mehr hinzuzufügen. Sie können ohne Weiterungen
übernommen werden. Mit der Vorinstanz ist auch in Bezug auf die subjektive Tat-
schwere von einem mittelschweren Verschulden auszugehen.
8.2.3. Hypothetische Einsatzstrafe
Die Vorinstanz kam zusammenfassend zum Schluss, das objektive Tatverschul-
den des Beschuldigten werde durch sein subjektives Tatverschulden nicht
relativiert. Innerhalb des Tatbestands der qualifizierten Widerhandlung gegen das
Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 Ziff. 2 aBetmG) wiege sein Verschulden insge-
samt mittelschwer. Stünde allein das vom Beschuldigten begangene
Betäubungsmitteldelikt zur Beurteilung, erschiene eine hypothetische Einsatzstra-
fe im mittleren Drittel des Strafrahmens – d.h. eine Freiheitsstrafe von 9 Jahren –
als angemessen (Urk. 51 S. 81). Die vorinstanzliche Festsetzung der hypotheti-
schen Einsatzstrafe ist zu bestätigen, wobei darauf hinzuweisen ist, dass bei
Annahme eines mittelschweren Verschuldens angesichts des Strafrahmens von
- 72 -
1 bis zu 20 Jahren Freiheitsstrafe durchaus auch eine Einsatzstrafe im Bereich
von 10 1⁄2 Jahren denkbar gewesen wäre.
8.3. Nebendelikte
8.3.1. In Bezug auf das Vergehen gegen das AuG erwog die Vorinstanz, es sei zu
berücksichtigen, dass sich der Beschuldigte lediglich ein Jahr lang unrechtmässig
in der Schweiz aufgehalten habe. Allerdings habe er zum Zweck seines illegalen
Aufenthaltes in seinen Reisepass 19 falsche Ein- respektive Ausreisestempel ein-
tragen lassen, um auf diese Weise einen Grenzübertritt bzw. eine berechtigte
Verweildauer in der Schweiz vorgaukeln zu können. Dieses Verhalten offenbare
eine raffinierte Vorgehensweise. Hinzu komme, dass der Beschuldigte sich einzig
zum Zweck in der Schweiz aufgehalten habe, hier einen professionellen Betäu-
bungsmittelhandel zu betreiben. Insofern sei sein Verschulden (innerhalb des
Strafrahmens von Art. 115 AuG, der ein Jahr Freiheitsstrafe vorsehe) als erheb-
lich zu erachten (Urk. 51 S. 81).
8.3.2. Die Geldwäschereihandlungen, so die Vorinstanz, dienten einzig dazu, den
Drogenhandel abzuschliessen, indem der Drogenerlös über Kuriere nach Serbien
gebracht worden sei. Insofern habe der Beschuldigte hierbei wenig Handlungs-
spielraum gehabt und sein Verschulden erscheine im Rahmen dieses Tatbestan-
des, welcher eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vorsehe, als
gering (Urk. 51 S. 81).
8.3.3. Gestützt auf diese Erwägungen setzte die Vorinstanz für die Nebendelikte
eine hypothetische Einsatzstrafe von 1 1⁄2 Jahren fest. Diese Strafzumessung für
die Nebendelikte ist im Ergebnis durchaus vertretbar und mit Blick auf das relativ
grosse richterliche Ermessen der Vorinstanz ohne Weiteres zu übernehmen.
8.4. Hypothetische Gesamtstrafe
Ausgehend von einer Einsatzstrafe für das Hauptdelikt von 9 Jahren Freiheitsstra-
fe und unter Einbezug der weiteren Straftaten, für welche die Vorinstanz eine
Einsatzstrafe von 1 1⁄2 Jahren als angemessen erachtete, erscheint die durch die
Vorinstanz festgesetzte hypothetische Gesamtstrafe von 10 Jahren als verhält-
- 73 -
nismässig mild. Zu berücksichtigen ist zwar mit der Vorinstanz, dass aufgrund des
in Art. 49 Abs. 1 StGB verankerten Asperationsprinzips keine Kumulation der
Strafen erfolgen darf, berücksichtigt man jedoch die Deliktsmehrheit und die
mehrfache Tatbegehung, so müssten sich diese beiden Elemente deutlich straf-
erhöhend auswirken. Dies hält die Vorinstanz zwar in ihrer Begründung fest, die
deutliche Erhöhung bleibt indes aus. Aufgrund des Verschlechterungsverbots
muss es jedoch bei der vorinstanzlichen Festsetzung der hypothetischen
Gesamtstrafe sein Bewenden haben.
8.5. Täterbezogene Komponenten
Weiter von Relevanz für die Strafzumessung sind die sogenannten Täterkompo-
nenten, wozu das Vorleben des Beschuldigten, aber insbesondere auch das
sogenannte Nachtatverhalten zählen.
8.5.1. In Bezug auf die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten kann vollum-
fänglich auf die zutreffenden und umfassenden Erwägungen der Vorinstanz
verwiesen werden (Urk. 51 S. 82 f.). Neu hat sich an der Berufungsverhandlung
ergeben, dass der Beschuldigte im Gefängnis an einer Verpackungsmaschine
arbeite. Wenn er aus dem Gefängnis entlassen werde, wolle er eine Arbeit
suchen und sich an der Sportuniversität einschreiben. Seit er in AI._ sei, ha-
be er zudem wieder Kontakt mit seinem Vater (Urk. 69 S. 2 ff.).
Zu Recht hat die Vorinstanz festgehalten, dass sich aus den persönlichen Ver-
hältnissen des Beschuldigten keine strafzumessungsrelevanten Faktoren erge-
ben. Namentlich hat die Vorinstanz sorgfältig und mit überzeugender Begründung
dargetan, weshalb entgegen den Ausführungen der Verteidigung nicht davon
auszugehen ist, dass der Beschuldigte aus ausgesprochen ärmlichen Verhältnis-
sen stammt und in besonderem Masse unter einer regelrechten Gewaltherrschaft
seines Vaters zu leiden hatte.
8.5.2. Die Vorinstanz hat dem Beschuldigten unter dem Titel "jugendliches Alter"
eine Strafreduktion um 1/5 zugebilligt (Urk. 51 S. 84). Mit Inkrafttreten des revi-
dierten allgemeinen Teils des Schweizerischen Strafgesetzbuchs per 1. Januar
- 74 -
2007 wurde der zuvor in Art. 64 Abs. 9 aStGB vorgesehen, gesetzliche Straf-
milderungsgrund (wegen des jugendlichen Alters des Täters) ersatzlos
gestrichen. Das geltende Recht kennt diesen Strafmilderungsgrund demnach
nicht mehr. Entsprechend kann dem Beschuldigten unter diesem Titel auch nichts
zugute gehalten werden. Lediglich der Vollständigkeit halber ist dennoch darauf
hinzuweisen, dass der Beschuldigte auch unter altem Recht nicht in jedem Fall in
den Genuss einer mit Art. 64 Abs. 9 aStGB begründeten Strafmilderung ge-
kommen wäre. Zum jugendlichen Alter hätte nämlich kumulativ hinzukommen
müsse, dass der Täter zufolge seines jugendlichen Alters nicht die volle Einsicht
in das Unrecht seiner Tat besass. Anzunehmen, ein 20 Jahre alter Mann sei
(noch) nicht in der Lage, einzusehen, dass der Handel mit Kokain und Heroin
nicht rechtens ist, scheint jedoch klarerweise verfehlt.
8.5.3. Dass keine besondere Strafempfindlichkeit vorliegt, wurde von der
Vorinstanz richtig erkannt. Darauf ist zu verweisen (Urk. 51 S. 84).
8.5.4. Die Vorinstanz kam mit zutreffender Begründung zusammengefasst zum
Schluss, aus dem Nachtatverhalten lasse sich nichts zu Gunsten des Beschuldig-
ten ableiten. Er habe in der Untersuchung praktisch jede Kooperation verweigert
und sich einzig dort geständig gezeigt, wo er durch die Untersuchung ohnehin
schon überführt worden sei. Die von ihm eingestandenen Anklagesachverhalte
seien vernachlässigbar. Das ansatzweise Geständnis des Beschuldigten könne
unter diesen Umständen nicht zu seinen Gunsten berücksichtigt werden und auch
unter dem Titel Einsicht respektive Reue könne der Beschuldigte aufgrund des
durch ihn an den Tag gelegten Verhaltens, nichts zu seinen Gunsten ableiten.
Diese vorinstanzlichen Erwägungen sind nach wie vor zutreffend und können
ohne Weiteres übernommen werden.
8.5.5. Der Beschuldigte hat bis dato keine Vorstrafen im Schweizerischen Straf-
register zu verzeichnen (Urk. 35). Daraus lässt sich jedoch nichts zu Gunsten des
Beschuldigten ableiten, gilt doch die Vorstrafenlosigkeit als der Regelfall, aus
welchem sich keine strafzumessungsrelevanten Faktoren ableiten lassen
(BGE 136 IV 1 E. 2.6. S. 2).
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8.6. Fazit
Die Vorinstanz kam zusammenfassend zum Schluss, die aufgrund der Tatkom-
ponente festgesetzte Einsatzstrafe sei unter Berücksichtigung des jugendlichen
Alters des Beschuldigten um einen Fünftel zu reduzieren und die Strafe sei daher
auf 8 Jahre festzusetzen (Urk. 51 S. 86). Wie vorstehend unter Ziffer 8.5.2 besteht
an sich keine Veranlassung, unter dem Titel "jugendliches Alter" eine massive
Strafreduktion von 2 Jahren vorzunehmen. Aufgrund des Verbotes der reformatio
in peius muss es jedoch bei der durch die Vorinstanz ausgefällten Freiheitsstrafe
von 8 Jahren sein Bewenden haben.
8.7. Der Anrechnung der Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie des vor-
zeitigen Strafvollzugs von insgesamt 803 Tagen bis und mit heute steht nichts im
Wege.
9. Kosten- und Entschädigungsfolgen
9.1. Kosten des ersten Instanz
Ausgangsgemäss ist die vorinstanzliche Kostenauflage zu bestätigen (Art. 426
StPO).
9.2. Kosten der Berufungsinstanz
Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien nach Massgabe ihres
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt
hinsichtlich seiner Anträge vollumfänglich. Damit hat er auch die Kosten des
Berufungsverfahrens zu tragen.
Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.-- anzusetzen.
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