Decision ID: 2655f7c7-6c2d-5c8a-a900-a73f5e8e98c8
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die
1964
geborene
X._
arbeitete als Reinigungs- und Haus
dienstmit
arbeiterin
im
Y._
, als sie bei einem Auffahrunfall am 5. Oktober 2007
ei
ne Schädelkontusion, eine Schul
terkontusion sowie eine leichte Halswirbelsäu
len-Distorsion erlitt
.
Aufgrund anhaltender Beschwerden meldete sie sich am 15. Dezember 2007
zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an. Die Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
verfügte am 28. April 2009, dass die Ver
sicherte keinen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung habe. Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil IV.2009.00546 vom 31. Dezember 2010 ab. Bereits am 17. Sep
tember 2010 hatte die Versicherte eine Neuanmeldung bezie
hungsweise ein Revisionsgesuch einreichen lassen. Wiederum klärte die IV-Stelle die medizini
schen und erwerblichen Verhältnisse ab und veranlasste die Erstellung eines
psy
chiatrischen
Gutachtens bei
Dr. med.
Z._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, Chefarzt der
A._
,
welches am
23. Juni 2011
erstattet wurde.
Mit Verfügung vom
28. Sep
tember 2011
lehnte die IV-Stelle das Leistungsbegehren neuerlich ab. Die Beschwerde dagegen wurde mit Urteil vom 3
0.
Dezember 2011 im Verfahren IV.2011.01159 abgewiesen.
Am 1
6.
Mai 2012
machte
die Versicherte neuerlich eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes
bei der IV-Stelle
geltend. Diese
liess die Versicherte vom Regio
nalen Ärztlichen Dienst (RAD) am 22.
Januar 2013 orthopä
disch/rheuma
tologisch und psychiatrisch abklären und wies das Leistungsbegeh
ren der Versicherten mit Verfügung vom 2
6.
November 2013 wiederum ab. Die dagegen erhobene Beschwerde der Versicherten wurde mit Urteil IV.2014.00049 vom 2
8.
Mai 2015 in dem Sinne gut
ge
heissen, als die Sache zu ergänzenden medizinischen Abklärungen und neuerlichem Entscheid über den Rentenan
spruch an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde (vgl. zum Ganzen: Urteil IV.2014.00049 vom 2
8.
Mai 2015,
Urk.
5/167).
1.2
In Nachachtung der gerichtlichen Auflage gab die IV-Stelle im Einverständnis mit der Versicherten (
Urk.
5/178-179) eine rheumatologisch-psychiatrische Begutachtung im
B._
in Auftrag (
Urk.
5/180). Das Gutachten, welchem zusätzlich eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit zugrunde lag, wurde unter interdisziplinärem Einbezug des bei
Dr.
Z._
eingeholten psychi
atrischen Verlaufsgutachtens vom
2
8.
Juni 2016 (
Urk.
5/187) am
5.
April 2016 erstattet (
Urk.
5/195
). Mit Vorbescheid vom 1
3.
September 2016 stellte die
IV-Stelle der Versicherten die neuerliche Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
5/199), wogegen
sie
am
3.
Oktober 2016 Einwand erhob (
Urk.
5/205). In der Folge nahm die IV-Stelle diverse vom Rechtsvertreter der Versicherten eingereichte medizinische Berichte zu den Akten und holte a
uf Auf
forderung desselben
weitere ärztliche Berichte ein (
Urk.
5/202, 5/204, 5/210-211, 5/214, 5/218/3, 5/219, 5/221, 5/226-227, 5/230-231, 5/234, 5/237, 5/250-251, 5/256
). Mit Verfügung vom
5.
Dezember 2019 hielt die IV-Stelle am vorgesehe
nen Entscheid fest (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
1.
Januar 2020 Beschwerde mit dem Antrag, es seien ihr unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung rückwirkend und für die Zukunft Leistungen der Invalidenversicherung zuzusprechen; eventualiter sei die Sache zu weiteren Abklärungen und
zur
Neubeurteilung an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2)
. Die Beschwerdegegnerin schloss in der Vernehmlassung vom 2
0.
Februar 2020 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
4), wovon der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 2
4.
Februar 2020 Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
6).
Auf die Vorbringen der Parteien und die Akten wird, soweit für die Entscheidfin
dung erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Auf die in E. 1.2 im Urteil IV.2014.00049 vom 2
8.
Mai 2015 verwiesenen mass
geblichen Bestimmungen und Grundsätze zur Invalidität (
Art.
4
des Bundesge
setzes über
die Invalidenversicherung, IVG,
Art.
7 und
8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG), zum Rentenanspruch (
Art.
28 IVG) und zur Neuanmeldung (
Art.
17 ATSG;
Art.
87
Abs.
2 und 3
der Verordnung über
die Invalidenversicherung, IVV
; BGE 139 V 71) wird verwiesen.
1
.2
Zu ergänzen ist,
dass d
ie Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art
. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG
eine psychiat
rische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus
setzt
(vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V
396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei fest
gestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätz
lich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurtei
lende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9
V
547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Rechtsprechungsgemäss liegt regelmässig kein versicherter Gesundheitsschaden vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Konstellation beruht. Dies trifft namentlich zu, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen oder Einschränkungen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken oder wenn schwere Einschränkun
gen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Verhalten hin (BGE 141
V 281 E. 2.2.1, BGE 131 V 49 E.
1.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9
C_899/2014 vom 29. Juni 2015 E.
4.1).
Eine auf Aggravation oder vergleichbaren Konstellationen beruhende Leistungs
einschränkung vermag einen versicherten Gesundheitsschaden nicht leichthin auszuschliessen, sondern nur, wenn im Einzelfall Klarheit darüber besteht, dass nach plausibler ärztlicher Beurteilung die Anhaltspunkte für eine klar als solche ausgewiesene Aggravation eindeutig überwiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens zweifellos überschritten sind, ohne dass das aggra
vatorische Verhalten auf eine verselbständigte, krankheitswertige psychische Stö
rung zurückzufüh
ren wäre (vgl. BGE 143 V 418 E. 8.2
; vgl. Urteile des Bundes
gerichts 8
C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 6.1 und 9C_899/2014 vom 29.
Juni 2015 E. 4.2).
Steht fest, dass eine anspruchsausschliessende Aggravation oder ähnliche Kons
tellation im Sinne der Rechtsprechung gegeben ist, erübrigt sich die Durchfüh
rung eines strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 (vgl. BGE 141
V
281 E. 2.2.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_899/
2014 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.4).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Leistungsanspruch d
er Beschwerdefüh
rerin in der hier
angefochtenen Verfügung vom
5.
Dezember 2019 im Wesentli
chen gestützt auf das Gutachten des
B._
, gemäss welchem aus somatischer Sicht
die angestammte Tätigkeit zu 60
%
, eine
mittelschwere,
wechselpositionierte Tätigkeit
zu 100
%
zumutbar sei
und aus psychiatrischer Sicht die
zuvor diag
nostizierte
rezidivierende depressive Störung nicht habe bestätigt werden können. Die im Juni 2018 durchgeführte
Kniearthros
kopie habe lediglich
eine
vorüberge
hend
e
Arbeitsunfähigkeit
nach sich gezogen
und die übrigen
seit der Begutach
tung eingeholten medizinischen Unterlagen liessen
auch
auf keine abweichende funktionelle Leistungsfähigkeit schliessen.
Zusammengefasst sei die Beschwerde
führerin in der angestammten Tätigkeit als Reinigungsangestellte in ihrem gewohnten
Pensum v
on 60
%
weiterhin arbeitsfähig, weshalb kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung bestehe (
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdef
ührerin hält dem
entgegen,
das Gutachten
des
B._
sei mangel
haft und veraltet. Seit der Begutachtung seien zwei Einweisungen in psychiatri
sche Kliniken bei depressiven Störungen mit schweren Episoden und medizini
sche Eingriffe wie zum Beispiel eine
Knieoperation notwendig geworden.
Dr.
Z._
habe sich sodann ungenügend mit den fachpsychiatrischen Vorakten auseinandergesetzt und die Beurteilung des somatischen Gesundheitszustandes durch das
B._
sei ohne Kenntnis der sodann festgestellten aktiven degenerativen Gelenksveränderungen ergangen. Insgesamt
liege eine relevante
Verschlechte
rung des Ges
undheitszustandes vor
. Aufgrund der Aktenlage sei nicht erstellt, dass die Beschwerdeführerin der angestammten Tätigkeit weiterhin zu 60
%
nachgehen könnte. Bei
guter
Gesundheit wäre sie heute
ohnehin
zu 100
% arbeitstätig; gemäss den behandelnden Ärzten sei sie aber nicht mehr vermittel
bar, mithin selbst in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
1 S. 2 ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist nach der Rückweisung der Sache zur ergänzenden medizinischen Abklärung mit Urteil IV.2014.00049 vom 2
8.
Mai 2015 weiterhin, ob die Beschwerdegegnerin einen Leistungsanspruch und dabei insbesondere einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin auf Neuanmeldung vom 1
6.
Mai
2012 hin zu Recht verneint hat, respektive
,
ob seit Erlass der Verfügung vom 2
8.
September 2011 eine rentenrelevante Verschlechterung des Gesundheitszu
standes eingetreten ist.
3.
3.1
Wie unter E. 2.2 und 2.3 im Urteil IV.2014.00049 vom 2
8.
Mai 2015 ausgeführt, lag der mit Urteil IV.2011.01159 vom 3
0.
Dezember 2011 bestätigten, anspruchs
verneinenden Verfügung vom 2
8.
September 2011 in medizinischer Hinsicht das Gutachten von
Dr.
Z._
vom 2
3.
Juni 2011 zugrunde (Urk. 5/167/4-5). Dr.
Z._
stellte keine psychiatrische Diagnose. Zwar schloss er nicht aus, dass die Beschwerdeführerin intermittierend vermehrte depressive Symptome im Rah
men der muskulo-skelettalen Schmerzen,
der schmerzbedingten Schlafstö
rungen sowie der schmerzbedingten Schonhaltung und Dekonditionierung durchlebt habe; jedoch sei sie aus psychiatrischer Sicht nie über längere Zeit arbeitsunfähig gewesen.
Dr.
Z._
konnte dannzumal weder eine depressive Störung noch eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung bestätigen (Urk. 5/167/4-5).
Eine Verschlechterung des somatischen
Gesundheitszustandes, der im Urteil IV.2009.00546 vom 3
1.
Dezember 2010 ebenso wie der psychische als nicht objektivierbar beeinträchtigt beurteilt wurde (
Urk.
5/87/10), stand nicht zu
r
Dis
kussion.
3.2
Die Rückweisung im Urteil IV.2014.00049 vom 2
8.
Mai 2015 erfolgte zusammen
gefasst mit der Begründung, dass die Aktenlage zwar eine Veränderung des psy
chischen Zustandes seit der anspruchsabweisenden Verfügung vom 2
8.
Septem
ber 2011 nahelege, da sich nunmehr nicht nur der behandelnde Facharzt und die zuständigen Fachpersonen der
C._
, sondern auch der beigezo
gene RAD-Psychiater
Dr.
med.
D._
gestützt auf seine Untersuchung vom 2
2.
Januar 2013 für
das Vorliegen einer depressiven Störung und einer Somati
sierungsstörung/Schmerzstörung ausgesprochen hätten und selbst
Dr.
D._
auf eine durch die depressive Störung verursachte Einschränkung der Arbeitsfähig
keit von 50
%
seit Anfang 2012 geschlossen habe
(vgl. Untersuchungsbericht von
Dr.
D._
vom 2
4.
Januar 2013,
Urk.
5/133)
. Da die Beurteilung von
Dr.
D._
aber diverse
beweisrechtliche Mängel aufwies,
er sich insbesonder
e auch nicht mit der in den Vorakten thematisierten Frage der Medikamentencompliance aus
einandersetzte und sein Ausschluss einer Aggravation/Simulation angesichts der m
ehrfachen Hinweise
in den medizinischen Akten
auf ein demonstratives und inkon
sist
entes Verhalten
der Beschwerdeführerin
zu kurz griff, liess sich der psy
chische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
nicht gestützt au
f
seine Ein
schätzung
beurteilen. Nachdem auch die übrigen psychiatrischen Berichte keine abschliessende Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes im
dannzumal relevanten
Zeitraum von Oktober 2011 bis zum Er
lass der angefochtenen Verfü
gung vom 2
6.
November 2013
zuliessen, erwies sich eine ergänzende psychiatri
sche Abklärung als unabdingbar.
In somatischer Hinsicht erachtete das hiesige Gericht die B
eurteilung der RAD
-Ärztin med. pract.
E._
, Fachärztin für Orthopädisc
he Chirurgie und Trau
matologie,
wonach aus somatischer Sicht abgesehen
von einem Verdacht auf eine Chondropathie beider Kniegelenke mit dem diagnostizierten generalisierten Ganzkörperschmerz
ein u
nklares Beschwerdebild vorliege, welches keinen siche
ren Schluss auf funktionelle Defizite und
eine dadurch verursachte Arbeitsunfä
higkeit zulasse (
Urk.
5/132), als nachvollziehbar und beweiswertig. Da
sich der Verdacht einer Chondro
pathie der Kniegelenke aufgrund eines von
der
Beschwer
deführerin im Beschwerdeverfahren eingereichten ärztlichen Berichtes zu ein
er MRI-Untersuchung zumindest betreffend das rechte Kniegelenk bestätigte (vgl.
Urk.
5/157), und eine diesbezügliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit der Untersuchung durch med. pract.
E._
bis zum Erlass des angefoch
tenen Entscheids nicht ausgeschlossen werden
ko
nnte, wurde die Sache letztlich zu einer ergänzenden psychiatrischen und orthopädischen Abklärung an die Beschwerdegegne
rin zurückgewiesen (
Urk.
5/167), welche in der Folge das
B._
mit der Begutachtung beauftragte.
3.3
3.3.1
Dr.
Z._
führte in seinem im Auftrag des
B._
erstellten Verlaufsgutachten vom 2
8.
Januar 2016
aus, die Beschwerdeführerin
sei
anlässlich seiner Untersu
chung vom 1
9.
Januar 2016 neuerlich durch ein demonstrativ-inkonsis
tentes Verhalten aufgefallen
. So sei sie nach einer halbstündigen Exploration plötzlich aufgestanden, habe sich verwirrt gezeigt, habe aber nach zirka 10 Minuten wieder kohärent den Weg zur Toilette erfragen können und sei ohne Begleitung ins Untersuchungszimmer zurückgekehrt. Bei fehlenden Hinweisen auf hirnorgani
sche Veränderungen sei das Verhalten auf die gutachterliche Situation zurückzu
führen. Dies gelte auch für die festgestellte Gedankeneinengung auf die Schmer
zen, die klagsame Grundstimmung und die inneren Anspannungen sowie die Ner
vosität und die leicht reduzierte Schwingungsfähigkeit. Objektiv seien bei der Beschwerdeführerin weder eine depressive Stimmung
,
noch Antriebsstörungen oder ein Interessenverlust festzustellen, weshalb keines der gemäss ICD-10 defi
nierten Hauptsymptome einer depressiven Stö
rung diagnostiziert werden könn
e. Die belastende psychosoziale Situation und das jahrelange Versicherungsverfah
ren s
eien zwar als psychische Belastungen der Beschwerdeführerin anzunehmen, weshalb die intermittierenden depressiven Reaktionen im Rahmen
von
Anpas
sungsstörungen zu bestätigen seien; in der Längsschnittbeurteilung könne aber aus
psychiatrischer Sicht trotz d
er intermittierenden Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden.
Bei fehlenden Hinweisen auf bewusste/unbewusste emotionale Konflikte oder eine schwerwiegend belastende psychosoziale Situation könne auch keine Stö
rung aus dem somatoformen Formenkreis diagnostiziert werden
(
Urk.
5/187/8 ff.)
.
Zur Medikation und
zur
Compliance führte
Dr.
Z._
aus, dass die Beschwer
deführerin gemäss der am 1
3.
Januar 2016 durchgeführten Blutanalyse die ver
ordneten Psychopharmaka
nunmehr
zwar eingenommen habe, allerdings sei ein
zig das Escitalopram im therapeutischen Bereich gelegen. Insgesamt beurteilte er das Verhalten der Beschwerdeführerin als inkonsistent
(
Urk.
5/187/9 f.)
.
Zu der
von der
C._
in den Austrittsberichten vom
7.
Mai 2015 (Aufent
halt vom
2.
bis 1
3.
April 2015,
Urk.
5/169/1-3) und vom 2
9.
Sep
tember 2015 (Aufenthalt vom
2.
b
is 3
0.
S
eptember 2015,
Urk.
5/175/1-4)
gestellte
n Diagnose einer rezidiverende
n
depressiven Störung, gegenwärtig schwere depressive Epi
sode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2)
,
hielt
Dr.
Z._
unter Bezug
nahme auf die Zuweisungsumstände und erhobenen Befunde fest, dass dieselben im Widerspruch zur Diagnose einer schweren depressiven Episode stünden und vielmehr für Anpassungsstörungen sprächen (
Urk.
5/187/13 f.).
3.3.2
Anlässlich der rheumatologischen Abklärung durch
Dr.
F._
klagte die Beschwerdeführerin über im Vordergrund stehende Nacken-/Kopfschmerzen mit einer Intensität von 9-10 auf der Zehnerskala. Die Schmerzen würden noch schlimmer bei längerem Sitzen, Laufen und bei Ermüdung. Sie könne diese Schmerzen aber eigentlich kaum von den Schmerzen im ganzen Körper abgren
zen: Beide Arme und Beine sowie der Rücken
würden
ähnlich
schmerzen
. Zusätz
lich bestünden Schmerzen in beiden Händen und die rech
s
tbetonten Beinschmer
zen gingen vor allem vom Knie aus.
Objektiv bestehe als Hauptbefund eine tho
rakale Hyperkyphose bei weitgehend fixierter Extension und Kopfprot
r
aktion. Die Beweglichkeit der einzelnen Wirbelsäulenabschnitte sei
, abgesehen von der Extension der Brustwirbelsäule,
durch schmerzbedingte Einschränkungen gekennzeichnet, wobei diese nicht konsistent erschienen seien. Dies treffe auch für
die
oberen Extremitäten zu. Einzig im Bereich des rechten Knies bestehe eine objektive Hypertrophie des Hoffa’schen Fettkörpers sowie bei Prüfen des Zohlen
zeichens eine leichte Schmerzhaftigkeit und eine leichte Atrophie des Unterschen
kels, wobei hier eine partielle Gastrocnemiusruptur in Frage komme. Im Rahmen der zusätzlich durchgeführten Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL, vgl.
Urk.
5/195/23-33)
habe sich insgesamt eine schlechte Leistungsbereitschaft mit in vielen Bereichen Nichterreichen der «mini
mal Performance» und eine ungenügende Konsistenz gezeigt. In Kontrast zu den dargestellten Einschränkungen in den Tests und bei den klinischen Untersuchun
gen habe die Beschwerdeführerin eine normale Rotation im Sitzen beim Sortieren, ein unauffälliges Sitzen von gut 30 Minuten im Rahmen der Anamnese und einen qualitativ uneingeschränkten Test «Stossen» gezeigt. Die übrigen Tests seien bereits vor Erreichen der «minimal Performance» abgebrochen worden (
Urk.
5/1
95/15-17).
%1.%2.3
Aus interdisziplinärer Sicht bestehe zusammengefasst ein chronisches Ganzkör
persyndrom, welches sich erstmals nach dem Unfallereignis von Oktober 2007 manifestiert habe. Das Beschwerdebild sei seither subjektiv und i
m Wesentlichen auch
aktenanamnestisch weitgehe
nd konstant beschrieben worden.
Wie bereits anlässlich der MEDAS-Begutachtung 2008 hätten sich aber sowohl in der soma
tisch-klinischen wie auch anlässlich der psychiatrischen Untersuchung erhebli
che Inkonsistenzen und keine ausgeprägten funktionellen Einschränkungen, wel
che eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit begründen würden, gezeigt. Die vorhan
denen wenigen strukturellen nachvollziehbaren Probleme beträfen eine Beweg
lichkeitseinschränkung der Brustwirbelsäule sowie eine beginnende Kniearthrose rechts, wobei aufgrund der wenig ausgeprägten klinischen Symptomatik
auf eine Verlaufsbildgebung nach 2013 verzichtet worden sei. Mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
wurden folgende Dia
gnosen gestellt (
Urk.
5/195/18):
-
Zervikovertebrales, -zephales und –spondylogenes Syndrom
-
Anhaltend seit einer Heckkollision 10/2007
-
Nur leichte degenerative Veränderungen
-
Im Rahmen einer chronischen Schmerzentwicklung
-
Wirbelsäulenfehlform
mit weitgehend fixierter thorakaler Hyperky
phose und Kopfprotraktion
-
Vorderer Knieschmerz rechts
-
Klinisch im Rahmen einer beginnenden Femoropatellararthrose
-
Muskuläre Dysbalance bei Status nach Gastrocnemiusruptur 2012
Keine Auswirku
ngen auf die Arbeitsfähigkeit ma
ssen die beteili
gten Gutachter unter anderem dem
ausgeprägten dysfunktionellen Kra
nkheitsverhalten und dem
Status nach aktenmässigen Anpassungsstörungen mit depressiven Reaktionen (ICD-10 F43.21), gegenwärtig ohne Hinweise auf Gefü
hlsstörungen mit Krank
heitswert und
ohne fassbare neurokognitive Defizite von konsistentem Ausmass
,
bei.
Unter Berücksichtigung der strukturell-organischen Veränderungen seien der Beschwerdeführerin mittelschwere, wechselpositionierte Tätigkeiten mit einem idealerweise höheren Anteil sitzender Tätigkeit zumutbar, wobei sich die Ein
schränkungen hauptsächlich aufgrund der Knieproblematik rechts ergäben. Auf
grund der Einschränkungen der Brustwirbelsäulenextension könnten Arbeiten über Schulterhöhe höchstens manchmal ausgeübt werden; ebenfalls ungünstig seien länger dauernde monoton-repetitive Tätigkeiten mit den oberen Extremitä
ten aufgrund der daraus folgenden Zwangshaltung
im Bereich des Nacken-/Schulter-/Br
ustwirbelsäulenbereichs
. Für die angestammte Tätigkeit in der Rei
nigung bestehe seit 2012 (verstärktes Auftreten der Beschwerden im Bereich des rechten Knies) einzig aufgrund die Knieprobleme eine Einschränkung in der Leis
tungsfähigkeit zwischen 30 und 50
%
bezogen auf ein 100
%
-Pensum;
in einer angepassten Tätigkeit sei die
Beschwerdeführerin ganztägig arbeitsfähig ohne weitere zeitliche Einschränkung oder Leistungsminderung. Aus interdisziplinärer Sicht ergebe sich seit 2012 keine nachvollziehbare Veränderung des Gesundheits
zustandes. Die durchgehend attestier
t
e Arbeitsunfähigkeit der behandelnden Ärzte sei nicht plausibel, einzig während
der
Hospitalisation
en
habe
theoret
isch infolge der Therapiepräsenz
eine Arbeitsunfähigkeit bestanden (
Urk.
5/195/19 ff.).
3.4
Eine im
G._
am 1
2.
Juli 2016 durchgeführte
Ganz
körper-
Skelettszintig
raphie zeigte deutlich aktive degenerative Veränderungen, jedoch ohne eine entzündliche Veränderung (
Urk.
5/202/1).
3.5
Dr.
med.
H._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Handchirurgie FMH, untersuchte die Beschwerdeführerin am 1
2.
September 201
6.
Er
beurteilte die skelett-szin
ti
praphisch festgestellte Rhizarthrose beidseits als milde und
ord
nete sie als
lediglich nebenbefundlich
ein
(
Urk.
5/219/4-5).
3.6
Wegen einer Synkope mit anschliessender Hyperventilation mit Schwindel stellte sich die Beschwerdeführerin am
1.
Oktober 2016 notfallmässig im
Y._
vor. Die im Verlauf der bis
5.
Oktober 2016 dauernden Hospitalisation erfolgten Abklärungen (unter anderem: EKG, CT und MRI Schädel, Duplexsonographie) fie
len allesamt unauffällig aus
. Die Synkope wurde diagnostisch als am ehesten multifaktoriell bei Hyperventilation und chronischem Schwindel eingereiht (
Urk.
5/210/15-21).
3.7
Der Facharzt für Neurologie,
Dr.
med.
I._
,
stellte aufgrund seiner Un
tersuchung vom
6.
Oktober 2016 die Diagnose einer Cervicobrachialgie beidseits, wahr
scheinlich spondylogen, bei Rhizarthrose beidseits und einem Verdacht auf eine Epi
c
ondylitis humeri lateralis und medialis beidseits, eine chronische Migräne und einen Diabetes mellitus Typ
2.
Die Beschwerdeführerin habe
sich mit einer chronischen Cervikobrachialgie mit chronischem Kopfschmerz präsentiert, wobei sich mehrere Probleme überlagerten. An den Händen könne von einer Rhizarth
rose beidseits ausgegangen werden. Die proximalen Schmerzen seien wahrschein
lich spondylogen bedingt; für eine differentialdiagnostisch zu erwägende cervico-radikuläre Problematik ergäben sich aufgrund des MRI vom
8.
Mai 2015 keine Anhaltspunkte. Gemäss Klassifikation der International Headache Society leide die Beschwerdeführerin seit dem HWS-Distorsionstrauma 2007 an einer chroni
schen Migräne, welche in der Regel mit Nackenschmerzen einhergehe (
Urk.
5/210/13)
.
3.8
Der seit Mai 2015 behandelnde Facharzt für Chirurgie, Chiropraktor SAMM,
Dr.
med.
J._
, erklärte in seinem Bericht zuh
a
nden der Beschwerdegegnerin vom
1
3.
Dezember 2016, dass die Beschwerdeführerin aus psychischen Gründen vom behandelnden Psychiater zu 100
%
krankgeschrieben sei
. Sie laufe wegen ihrer Fussschmerzen am Stock und könne ihre angestammte Tätigkeit seit 3
1.
Mai 2015 weder körperlich noch geistig ausüben (
Urk.
5/210/1-3).
Am 1
3.
März 2018 hielt er an diese
r
Beurteilung fest und erklärte, der Beschwerdeführerin wäre im Sinne einer Beschäftigung theoretisch eine leichte Tätigkeit für einen halben Tag vorwiegend im Sitzen möglich; eine von ihr gewünschte Hilfe beim Sich-Waschen, im Haushalt und den Einsatz der Spitex habe er medizinisch nicht begründen können (
Urk.
5/227/5).
Der vom 2
0.
Juni bis 2
7.
Oktober 2016 behan
delnde
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Rheumatologie/Innere Medizin
, erachtete die Beschwerdeführerin in seinem undatierten Bericht aufgrund des schwerst chronifizierten Schmerzsyndroms mit somatischen und psychischen Symptomen als in jeder Tätigkeit arbeitsunfähig (
Urk.
5/211/1-5).
3.9
Aufgrund in den letzten Monaten anamnestisch deutlich zunehmenden Knie
schmerzen unterzog sich die Beschwerdeführerin am 1
6.
Januar 2018 einer Untersuchung im
L._
der
M._
. Gestützt auf bildgebende Verfahren (Röntgen vom 1
6.
Januar 2018 und MRI vom 1
8.
Dezem
ber 2017
,
Urk.
5/227/10
) und den klinischen Befund schlossen die zuständigen Ärzte auf eine beginnende medial betonte Gonarthrose Knie rechts mit/bei einem S
tatus nach anamnestisch 3-4malig
en Kortisoni
n
filtrationen und degenerativen Veränderungen des Innenmeniskus sowie einem freien Gelenkskörper ventral des VKB’s. Bei im Vordergrund stehenden zervikobrachialen Beschwerden sowie angesichts der komplexen Situation standen die beteiligten Ärzte einem operati
ven Vorgehen vorerst kritisch gegenüber und empfahlen Physiotherapie (
Urk.
5/226/7-9)
.
3.10
Am 1
1.
Juni 2018 unterzog sich die Beschwerdeführerin in der
M._
einer Kniearthroskopie mit medialer Teilmeniskektomie und einem Abschleifen des ventralen Gelenkskörpers (
Urk.
5/237/5-6).
Anlässlich der Verlaufsuntersu
chung vom
2
4.
Juli 2018 berichtete sie über einen guten Verlauf, wenngleich noch deutliche Restbeschwerden im Sinne von Ganzkörperbeschwerden bestün
den (
Urk.
5/237
/7
).
3.11
Am 2
9.
April 2019 berichtete
Dr.
J._
über einen stationären Verlauf. Die Beschwerdeführerin komme mit ihrem Multibeschwerdebild, Weichteilschmerzen an den Extremitäten und am Rücken sowie immer Schwindel und Antriebslosig
keit. Alle bisherigen Massnahmen hätten nicht geholfen. Die festgestellten und objektivierbaren Beschwerden de
s
Diabetes und
der
Hypertonie seien gut einge
stellt und behandelt.
Die
Beschwerdeführerin
sei nicht vermittelbar, könne
aber
für zwei Stunden täglich eine leichte sitzende Tätigkeit ausüben im Sinne einer Beschäftigung (
Urk.
5/250).
3.12
Vom
2
1.
Juni bis 1
9.
Juli 2019 unterzog sich die Beschwerdeführerin zum insge
samt
5.
Mal einer stationären Therapie
in der
C._
,
N._
. Die psychiatrischen Diagnosen lauteten auf eine rezidivierende depressive Stö
rung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotis
che Symptome (ICD-10 F33.2)
und eine Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0). Neben der klinischen Befundung kamen testpsychologische Verfahren
zur Erhebung der depressiven Störung
zur Anwendung. Dabei resultierte
im durchgeführten Beck-Depressions-Inventar (BDI) ein Wert von 48 Punkten einer schweren Depression entsprechend. Gemäss der sogenannten Hamilton Depressionsskal
a
(HAMD) habe die Beschwerdeführe
rin 14 Punkte erzielt, was einer leichten Depression entspreche. Sie sei bezüglich der Depression in remittiertem und bezüglich der Somatisierungsstörung in gebessertem Zustand in die vorbestehenden Verhältnisse en
tlassen worden (
Urk.
5/256/1-6).
3.13
Dipl. med.
O._
, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, nahm am 2
9.
Juni und am
6.
November 2019 für den RAD Stellung. Die im Juni 2018 erfolgte Kniearthroskopie mit Teilmeniskektomie habe nur vorübergehend eine Arbeitsunfähigkeit bedingt. Auch der Bericht von
Dr.
J._
vom März 2018 und dessen Beilagen liesse
n
keine andere Beurteilung der funktionellen Leis
tungsfähigkeit zu, da alles im Wesentlichen bekannt und im Gutachten gewürdigt worden sei. Der Bericht der
C._
über den stationären Aufenthalt im 2019 lasse Zweifel an der Diagnose einer schweren depressiven Episode auf
kommen. Die subjektive Einschätzung der Beschwerdeführe
rin bei Eintritt (BDI) habe
einer schweren, die objektive (HAMD)
nur
ein
er leichten depressiven Episode entsprochen
.
Zudem sei die Depression bei Austritt remittiert gewesen und die Schmerzsymptomatik gebessert. Somit sei wohl das subjektive Krankheitsempfin
den im Vordergrund gestanden (
Urk.
5/261/6 und 5/261/8).
4
.
4
.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte für die Ermittlung des medizinisch rechtserhebli
chen Sachverhaltes im hier massgebenden Zeitraum von
Oktober 2011 (vgl
. E. 3) bis zum Erlass des
angefochtenen Entscheids vom
5.
Dezember 2019, welche
r
rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbe
fu
gnis bildet (BGE 134 V 392 E. 6
,
132 V 215 E. 3.1.1
mit Hinweisen),
im Wesentlichen auf
das Gutachten des
B._
vom
5.
April 2016 (
Urk.
5/195) und das darin
interdisziplinär mit
berücksichtigte Verlaufsgutachten von
Dr.
Z._
vom 2
8.
Januar 2016 (
Urk.
5/187)
ab.
Das Gutachten des
B._
entspricht den von der Rechtsprechung konkretisierten Anforderungen zum Beweiswert eines ärztlichen Berichts (E. 1.3). So beruht es auf umfassenden Untersuchungen, berücksichtigt die medizinischen Vorakten ebenso wie die geklagten Beschwerden und setzt sich insbesondere mit dem
Ver
halten der Beschwerdeführerin auseinander, was angesichts der den Vorakten zu entnehmenden Hinweise auf eine zweifelhafte Medikamentencompliance sowie ein demonstratives und inkonsistentes Verhalten unabdingbar war (vgl. E. 3.3 im Urteil IV.2014.00049,
Urk.
5/167/10). Sodann leuchtet es in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein
. Es
erfüllt damit die formalen Anforderungen an ein beweiskräftiges m
edizinisches Gutachten (E. 1.3).
4
.2
4.2.1
Was die
Beurteilung des somatischen Gesund
h
eitszustandes im Gutachten des
B._
anbelangt,
mass
Dr.
F._
den strukturell-organischen Veränderungen im Bereich des rechten Knies nachvollziehbar eine Leistungseinschränkung in der angestammten, vorwiegend gehend-stehenden Tätigkeit von
im Durchschnitt 40
%
bei
. Nachdem der anspruchsverneinenden Verfügung vom 2
8.
September 2011 die Annahme zugrunde lag, dass
seit Erlass der Verfügung vom 2
8.
April 2009 keine gesundheitliche Verschlechterung eingetreten sei, mithin weder aus psychischer noch aus physischer Sicht objektivierbare Beeinträchtigungen vor
gelegen seien (vgl. dazu: Urteil IV.2011.01159 vom 3
0.
Dez
ember 2011 E. 3 f.,
Urk.
5/113/
5 ff.), liegt mit der nunmehr bestätigten Einschränkung in der ange
stammten Tätigkeit aufgrund der strukturell-organischen Veränderungen im rechten Kniegelenk ein Revisionsgrund vor, weshalb der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen ist, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinwei
sen).
Dass
Dr.
F._
neben der Knieproblematik
als strukturell-organis
ch nachvoll
ziehbares Problem mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit lediglich noch die
Beweglichkeitseinschränku
n
g der Brustwirbelsäule
aufgrund der thorakalen Hyperkyphose mitberücksichtigte (
Urk.
5/195/17 f.), erweist sich im Lichte der klinischen Befunde
,
welche sich abgesehen von der BWS-Extension durch nicht konsistent erscheinende schmerzbedingte Einschränkungen auszeichneten und
auf
keine weiteren funktionellen Einschränkungen
schliessen liessen (
Urk.
5/195/
17 ff.), als begründet. Dies gilt umso mehr, als sich auch im Rahmen der EFL eine insgesamt schlechte Leistungsbereitschaft der Beschwerdeführerin zeigte mit ungenügender Konsistenz und nicht zuverlässiger Leistungsbereit
schaft, was eine Objektivierung der funktionellen Leistungseinschränkung auf
grund der Selbstlimitierung der Beschwerdeführerin verhinderte (
Urk.
5/195/1 ff.).
Ein im
P._
durchgeführtes MRI der HWS vom
8.
Mai 2015 liess sodann lediglich leichte degenerative Veränderungen im Bereich C3 bis C6 erkennen, jedoch weder Herniationen noch Rezessuseinengungen (erwäh
nt in:
Urk.
5/195/16).
Soweit die Beschwerdeführerin einwendet, das Gutachten des
B._
vom
5.
April 2016 sei im Zeitpunkt des Verfügungserlasses vom
5.
Dezember 2019 veraltet gewesen
(
Urk.
1 S. 12 ff.)
,
ist darauf hinzuweisen, dass sich gesundheitliche Ver
änderungen nicht allein
aus
neuen Ergebnissen bildgebender Untersuchungen ergeben. Im Zusammenhang mit den in der Ganzkörper Skelettszintigraphie vom 1
2.
Juli 2016 festgestellten aktiven degenerativen Veränderungen im Bereich des ISG, der Hände, Füsse und Knie sowie der Lendenwirbelsäule gilt vielmehr, dass für die Einschätzung der Arbeits
fähigkeit
im Zusammenhang mit Degenerationen in erster Linie die klinischen Befunde massgeblich sind (Urteile des Bundesge
richts 9C_126/2019 vom 1
9.
Juni 2019 E. 4.4.1; 9C_491/2017 vom 2
6.
September 2017 E. 4.1). Die in der rheumatologischen Untersuchung von
Dr.
F._
im Januar 2016, mithin wenige Monate zuvor erhobenen klinischen Befunde liessen aber, abgesehen von der Knieproble
matik rechts und der Beweglichkeitsein
schränkung im Bereich der BWS
,
auf keine erheblichen, klinisch feststellbaren Einschränkungen schliessen
(vgl. oben). Bezeichnenderweise liess sich im Szinti
gramm vom 1
2.
Juli 2016 denn auch keine entzündliche Komponente im Zusam
menhang mit den Degenerationen feststellen (
Urk.
5/202/1)
und
Dr.
I._
schloss am
7.
Oktober 2016 Anhaltspunkte für eine cervico-radikuläre Problematik aus (
Urk.
5/210/13
)
. Was die festgestellte Rhizarthrose anbelangt, erachtete
Dr.
H._
dieselbe als milde, bezeichnete sie explizit als
nebenbefundlich und stellte die Diagnose eines diffusen Schmerzbildes mit generalisiertem Schmerzsyndrom in den Vordergrund (
Urk.
5/219/4 f.)
. Dies spricht
ebenso gegen einen massgeblichen Einfluss
der Rhizarthrose
auf die Leis
tungsfähigkeit
, wie der Umstand, dass
Dr.
J._
dieselbe weder in seinem Bericht vom 1
3.
Dezember 2016 (
Urk.
5/201/1-4) noch in demjenigen vom 2
9.
April 2019
, in welchem er von einem stationären Zustand ausging
(
Urk.
5/250/1-2)
,
erwähnte.
Was die am 1
1.
Juni 2018 durchgeführte Kniearthroskopie (
Urk.
5/237/5-6) an
b
elangt, schlossen die zuständigen ärztlichen Fachpersonen der
M._
noch am 1
6.
Januar 2018 aufgrund der klinischen und bildgebenden Befunde auf eine erst beginnende medial betonte Gonarthrose des rechten Knies, wobei die von der Beschwerdeführerin geklagten zervicobrachialen Beschwerden als im Vordergrund
stehend
bezeichnet
und ein operatives Vorgehen (noch) nicht als angezeigt erachtet wurde
n
(
Urk.
5/226/7-8). Dass der RAD-Arzt
Dipl. med.
O._
angesichts dessen sowie des positiven postoperativen Verlaufs (
Urk.
5/237/5)
auf eine lediglich vorübergehende Arbeitsunfähigkeit infolge der Knieoperation schloss, letztlich aber an der Einschätzung des
B._
festhielt
, in welcher
die Kniebeschwerden angemessen
berücksichtigt wurden
(
Urk.
5/261/6), ist nicht zu beanstanden.
Die am
1.
Oktober 2016 erlittene Synkope konnte
vom
Y._
sodann trotz umfassender Abklärungen keiner objektiven Ursache zugeordnet werden (
Urk.
5/210/18).
Im Zusammenhang mit den von
der Beschwerdeführerin als seit dem Unfall 2007 bestehend geklagten Schwindelbe
schwerden wurde zwar eine neurologische Abklärung empfohlen (
Urk.
5/210/17-18). Angesichts des bereits im polydisziplinären Gutachten der MEDAS
Q._
vom 1
3.
November 2008 festgestellten Ausschlusses von konsistenten und objektiven Befunden, aufgrund welcher au
f
neurologischem Gebiet auf ein Störungsbild im Bereich des zentralen und peripheren Nerven-Systems geschlossen werden könnte (
Urk.
5/29/28; vgl. auch E. 4.8 im Urteil IV.2009.00546 vom 3
1.
Dezemb
er 2010,
Urk.
5/87
/
10), drängten sich aber weder zur Abklärung des Schwindels noch der von
Dr.
I._
diagnostizierten Migräne aufgrund der von der Beschwer
deführerin ebenfalls als seit
dem
Unfall bestehend geklagten Kopfschmerzen (
Urk.
5/210/13-14) weitere Abklärungen auf.
Zusammengefasst stützte sich die Beschwerdegegnerin für die Beurteilung des somatischen Gesundheitszustandes zu Recht auf das Gutachten des
B._
und durfte entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin auch unter Berücksich
tigung der übrigen medizinischen Aktenlage auf weiterführende Abklärungen verzichten
(BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Dass die behandelnden
Ärzte
Dr.
J._
und
Dr.
K._
zu anderslautenden Einschätzungen gelangten (
Urk.
5/210/1-3, 5/227/5, 5/211/1-5)
,
ändert an dieser Schlussfolgerung nicht
s
,
benannten sie doch
keine
Aspekte
, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
Entsprechend ist
erstellt
, dass die Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht seit 2012 in der angestammten Tätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit zu 40
%
einge
schränkt ist, in einer körperlich angepassten Tätigkeit entsprechend dem unter
Ziff.
5.2 im Gutachten definierten Leistungsprofil (
Urk.
5/195/20)
dagegen
zu 100
%
arbeitsfähig ist. Ob sich im Anschluss an die
am 1
1.
Juni 2018
durchge
führte Knieoperation
angesichts des dokumentierten positiven
Verlauf
s
die Annahme einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit in der angestammten Tätig
keit überhaupt noch rechtfertigt
,
kann offenbleiben, resultiert doch – wie nach
folgend
dargelegt
– ohnehin kein
Leistungsanspruch
.
4.2.2
Bei der
psychiatrische
n
Untersuchung vom 1
9.
Januar 20
1
6 durch
Dr.
Z._
fiel die Beschwerdeführerin gemäss Einschätzung
des Gutachters
neuerlich, wie schon anlässlich der Voruntersuchung vom 1
5.
Juni 2011, durch ein inkonsistent-demonstratives Verhalten auf, welches keiner Pathologie zuordenbar
war
. Zwar habe die Beschwerdeführerin gemäss der durchgeführten Blutanalyse vom 1
3.
Januar 2016 nunmehr die verordneten Medikamente eingenommen, jedoch sei lediglich
der Wirkstoff
Escitalopram im therapeutischen Bereich gelegen
(
Urk.
5/187/9). Dass
das schlaffördernde Antidepressivum Trazadon (gemeint: Trittico), von welchem die Beschwerdeführerin gemäss im Gutachten aufgeführter Medikation
und behaupteter Tabletteneinnahme
angeblich insgesamt 200 mg abends einnahm (Trittico 1 à 100 mg, Trittico retard 2/3 von 150 mg)
,
trotz
behaupteter
massiver Schlafstörunge
n
(
Urk.
5/187/6)
weitgehend unter dem the
rapeutischen Bereich lag (
Urk.
5/187/9 f.), wurde von
Dr.
Z._
sodann nach
vollziehbar als nicht konsistent zum Ausmass der geschilderten Beschwerden beurteilt.
Der Diagnosestellung von
Dr.
Z._
lagen nebst d
em
kli
nischen Befund
zwei testpsychologische Verfahren (Montgomery-Asberg Depression Scale, MADRS, Mini-ICF-APP) zugrunde, welche auf keine depressive Symptomatik respektive eine lediglich leichte Beeinträchtigung der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit hindeuteten. Auch konnte
Dr.
Z._
keines der drei Hauptsymptome einer depressiven Störung gemäss ICD-10 erkennen (
Urk.
5/187/7), weshalb er nach
vollziehbar
wiederum
auf
keine aktuell vorliegende Störung aus dem depressiven Formenkreis schloss.
Dass er in Auseinandersetzung mit den bisherigen medizi
nischen Akten
folgerte
, dass
Dr.
D._
im seinem Bericht vom 2
4.
Januar 2013 keinen Psychostatus dokumentiert habe, weshalb er zur darin postulierten mit
telgradigen depressiven Störung keine Stellung nehmen könne (
Urk.
5/187/13),
obwohl
Dr.
D._
unter Ziffer 8 seines Untersuchungsberichts vom 2
4.
Januar 2013 seinen psychopathologischen
Befund dokumentierte (
Urk.
5/133/4), spricht sodann entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 13) nicht gegen die
Beweiskraft
des Gutachtens von
Dr.
Z._
, wurde doch die Beurtei
lung von
Dr.
D._
bereits
im Urteil IV.2014.00049 vom 2
8.
Mai 2015 beweis
rechtlich aus diversen G
ründen, auch wegen Widersprüchen zwischen Befund und Beurteilung
als
ungenügend erachtet (
Urk.
5/167/10).
Was die in diagnostischer Hinsicht abweichenden Beurteilungen der
C._
vom
7.
Mai 2015 (
Urk.
5/169/1-3), 2
9.
September 2015 (
Urk.
5/175/1-4) und vom 2
1.
August 2019 (
Urk.
5/256/1-6) anbelangt
, ist zunächst keinem der Berichte eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zu entneh
men. Weiter fällt auf, dass
die
anhand des Systems der "Arbeitsgemeinschaft Methodik und Dokumentation in der Psychiatrie" (AMDP)
in den Berichten vom
7.
Mai und 2
9.
September 2015 erhobenen psychopathologischen Befunde bei Aufnahme kaum auf eine schwere depressive Episode im Sinne von ICD-10 F32.2 schliessen lassen,
wird
doch von den
in den diagnostischen Leitlinien verlangten typischen Symptome
n
(vgl. Dilling/Freyberger [Hrsg.],
Internationale Klassifika
tion psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), 1
0.
Auflage,
2015, S. 174) kei
nes in besonders ausgeprägter W
eise geschildert. Auch wurde die Beschwerde
führerin
weder als
suizidal, noch
als
erheblich verzweifelt
oder
agitiert beschrie
ben (
Urk.
5/169/1-3, 5/175/1-5). Anlässlich des stationären Aufenthalts vom 2
1.
Juni bis 1
9.
Juli 2019 klagte
sie
wie in den beiden Aufenthalten zuvor über verstärkte Schmerzen als Auslöser der aktuellen Krise (
Urk.
5/256/2), was den Schluss von
Dr.
Z._
auf das Vorliegen «blosser» Anpassungsstörungen als Reaktion auf psychosoziale Belastungen und Schmerzen
untermauert. Wie
dipl. med.
O._
in seiner Stellungnahme vom
6.
November 2019 zu Recht folgerte (
Urk.
5/261/8), lässt zudem der Umstand, dass sich im
durchgeführten Beck-Depressions-Inventar (BDI)
ein
Wert gezeigt
habe
, der für eine schwere depressive Symptomatik spreche
, gemäss der ebenfalls durchgeführten HAMD aber lediglich ein Wert von 14 Punkten, einer leichten Depression entsprechend
resultierte
(vgl.
Urk.
5/256/4), Zweifel an der gestellten Diagnose einer rezidivierenden depressi
ven Störung, gegenwärtig s
chwere Episode, aufkommen
. Hier ist
darauf hinzu
weisen, dass es sich beim BDI um ein Selbstbeurteilungsinstrument
handelt, bei der
Hamilton Depressionsskala
dagegen um
ei
n
Fremdbeurteilungsinstrument (Urteil des Bundesgerichts 9C_302/2018 vom 1
2.
Juli 2018 E.
4.2.2 f.), was die Feststellungen von
Dr.
Z._
und
Dr.
F._
zum insgesamt in
konsistenten und demonstrativen Verhalten der Beschwerdeführerin
mit
diversen
Wider
sprüchlichkeiten (
Urk.
5/187/11, 5/195/21) untermauert.
Im Lichte
dessen
sowie insbesondere auch unter Berücksichtigung des im Rahmen der EFL
gezeigten Ver
haltens der Beschwerdeführerin
mit
deutlich fehlender Leistungsbereitschaft und Selbstlimitierung ist denn auch nicht zu beanstanden, dass
Dr.
Z._
, wie schon i
n
seinem Gutachten vom 2
3.
Juni 2011 (
Urk.
5/92/7) in Übereinstimmung mit dem Gutachten der MEDAS
Q._
vom
1
3.
November 2008 (
Urk.
5/29/28) das Vor
liegen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung weiterhin ausschloss (
Urk.
5/187/11)
.
Damit aber rechtfertigen sich keine ernsthaften Zweifel an der Schlussfolgerung von
Dr.
Z._
,
wonach
sich
der psychische Gesundheitszustand der Beschwer
deführerin seit
seiner letzten Beurteilung
vom Juni 2011 substanziell nicht mass
geblich und dauerhaft verändert hat. Dass er dannzumal die als möglich erachte
ten intermittierend vermehrten depressiven Symptom
e noch keiner Diagnose zugeordnet hatt
e
(
Urk.
5/92/6), nunmehr aber auf einen Zustand nach aktenmäs
sigen Anpassungsstörungen mit depress
iven Reaktionen (ICD-10 F43.21)
schloss (
Urk.
5/187/7),
spricht nicht für eine dauerhafte Verschlechterung des psychi
schen Zustandes, sondern vielmehr dafür, dass
Dr.
Z._
den sich aus den medizinischen Akten ergebenden wiederholten psychischen Krisen der Beschwer
deführerin
im
Rahmen der Diagnose
stellung
angemessen Rechnung trug.
Dass er den lediglich anamnestisch diagnostizierten Anpassungsstörungen keine längerdauernde Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beimass (
Urk.
5/187/9), deckt sich insofern mit der Aktenlage, als die
C._
die depressiven Episoden in ihren Austrittsberichten als jeweils teilweise bis ganz remittiert beurteilte (vgl.
Urk.
5/169/3, 5/175/3, 5/227/21
, 5/256/5).
4.2.3
Ob im Falle remittierter
Anpassungsstörung
en
überhaupt ein stru
kturiertes Beweisverfahren respektive
eine Indikator
enprüfung im Sinne von BGE 141
V
281 erforderlich
ist
(vg
l.
dazu:
BGE 143 V 409 E. 4.5.3; 418 E. 7.1
), kann offen
bleiben
.
Aus Gründen
der Verhältnismässigkeit kann nämlich
dort von einem strukturierten Beweisverfahren abgesehen werden, wo es nicht nötig oder geeig
net ist. Es bleibt daher etwa dann entbehrlich, wenn für eine - länger dauernde (
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG) - Arbeitsunfähigkeit nach bestehender Aktenlage keine Hinweise bestehen oder eine solche im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und allfälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemesse
n werden kann (BGE 143 V 409
E.
4.5.3).
Hiervon ist nach dem oben Gesagten auszugehen, zumal Voraussetzung für die Annahme einer durch die Anpassungsstörungen bedingten Invalidität Bedingung wäre, dass sie abgrenzbar
wäre zum diskrepanten und widersprüchli
chen V
erhalten der Beschwerdeführerin, was hier mehr als fraglich erscheint
(vgl. obige E. 1.2).
4.2.4
Damit aber bleibt es bei der unter E. 4.2.1 festgestellten Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin.
5.
5.1
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditätsbe
messung (
Art.
28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b). Die Beschwerdegegnerin legte dem angefochtenen Entscheid die Annahme zugrunde, die Beschwerdeführerin ginge im Gesundheitsfall einer 60%igen Erwerbstätigkeit nach und verrichtete zu 40
%
den Haushalt (
vgl.
Urk.
5/261/10). Angesichts der 60%igen Arbeitsfähigkeit selbst in der angestammten Tätigkeit und einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ging sie davon aus, dass jedenfalls kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe und verzichtete auf die Durchführung einer Haushaltsabklärung. Die Beschwerdeführer lässt dagegen geltend machen, sie wäre im Gesundheitsfall zu 100
%
arbeitstätig (
Urk.
1 S. 15).
Da selbst unter
der von der Beschwerdeführerin behaupteten
Annahme einer 100%igen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall, wie nachfolgend
ausgeführt
, kein Leistu
n
gs
anspruch besteht, sind Weiterungen zur Statusfrage obsolet.
5.2
5.2.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog.
allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.2.2
Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist auf die Angaben des
Y._
zum im Jahr 2008 erzielbaren Lohn
von
Fr.
32'261.95 für ein 60
%
-Pensum (
Urk.
5/17/3)
abzustellen, fehlen doch Hinweise dara
uf, dass die Beschwerdefüh
rerin ihr
e
zuletzt
bis zum Unfall vom
5.
Oktober 2007
ausgeübte
Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden
nicht
fortgesetzt
hätte
(BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1,
134 V 322 E. 4.1).
Hochgerechnet auf ein 100
%
-Pensum und der Nomi
nallohnentwicklung bis ins 2012
angepasst
(frühest möglicher Rentenbeginn nach der Neuanmeldung vom 1
6.
Mai 2012,
Art.
29
Abs.
1 IVG) führt dies zu einem hypothetischen Valideneinkommen
von
Fr.
56'588.60
(Fr.
32‘261.95
: 60% x 100
%
: 2499 x 2630: vgl. Bundesamt für Statistik,
Tabelle 39, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-2009 und 2010-2018, 2499 Punkte im Jahr 2008, 2
630
im Jahr 201
2).
5.2.3
Da der Beschwerdeführerin die bisherige Arbeitstätigkeit in der Reinigungsbran
che nur noch zu 60
%
, eine angepasste Tätigkeit dageg
en uneingeschränkt zumutbar ist
und sie lediglich über eine Anlehre als medizinische Reinigungskraft verfügt (
Urk.
5/4/4), sind zur Bemessung des Invalideneinkommens die Tabellen
löhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2012 heranzuziehen, wobei das standardisierte monatliche Einkommen für weibliche Hilfskräfte (LSE 2012, TOTAL in der Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Frauen) von Fr. 4‘112.-- heranzuziehen ist. Dieses monatliche Einkommen ist unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 2012 von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche, 2004-2018, TOTAL) auf ein Jahreseinkom
men für eine 100%ige Tätigkeit hochzurechnen, was Fr. 51‘441.10 ergibt (Fr. 4‘112.-- x 12 : 40 x 41,7).
Anlass zur Gewährung eines sogenannt leidensbedingten Abzugs
vom Tabellen
lohn (BGE 126 V 75) besteht nicht, ist doch der Beschwerdeführerin
eine ange
passte Tätigkeit ohne weitere Einschränkungen wie zusätzliche Pausen
zu 100
%
zumutbar.
Zum Faktor Alter ist festzuhalten, dass sich dieser nicht (zwingend) lohnsenkend auswirkt, weil Hilfsarbeiten auf dem massgebenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
16 ATSG) altersunabhängig nachgefragt werden (BGE 146 V 16 E. 7.2.1 mit Hinweisen). Was den Ausländerstatus anbelangt, ist ebenfalls kein Abzug angezeigt, verdienen doch Frauen mit Niederlassungsbewilligung (Kate
gorie C
,
Urk.
5/5/1
) ohne Kaderfunktion zwar weniger als Schweizerinnen (LSE 2012, Tabelle T12_b, Frauen,
Median), aber dennoch mehr als das für die Invali
ditätsbemessung herangezogene
mittlere E
inkommen (LSE 2012, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Frauen, Total; Urteil
des Bundesgerichts
9C_857/2017 vom 2
4.
August 2018 E. 4.3.2; vgl. auch Urteil 9C_401/2018 vom
6.
November 2018 E. 5.2.3).
5.3
Bei einem Valideneinkommen von Fr.
56'588.60
und eine
m
Invalidenein
kommen von Fr. 51‘441.10 ergibt sich eine Einkommenseinbusse von Fr. 5‘147.50 (Fr. 56‘588.60 - Fr. 51‘441.10) und
damit
ein Invaliditätsgrad von
nur
9 % (Fr. 5‘147.50 : Fr. 56‘588.60 x 100).
Dieser Invaliditätsgrad steht sowohl einem Rentenanspruch als auch einem Anspruch auf Umschulung (
Art.
17 IVG, BGE 139 V 399 E. 5.3) entgegen
. Die Beschwerde ist
nach dem Gesagten
abzuweisen.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.