Decision ID: dea6fbe8-8a77-524b-b109-3ef3421561a5
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1972, arbeitete
bis Oktober 2014 als Reiseleiterin (
Urk.
6/5/4 Mitte). Unter Hinweis auf eine psychische Beeinträchtigung meldete
sie
sich am 1
5.
Juni 2015 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug
an (
Urk.
6/6
Ziff.
6.2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte erwerbliche (
Urk.
6/1-4,
Urk.
6/10
,
Urk.
6/25
)
und medizinische
(
Urk.
6/20,
Urk.
6/32,
Urk.
6/46) Abklärungen. Am 2
4.
Mai 2016 erteilte sie Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining (
Urk.
6/34).
Am
5.
September 2016 lehnte die IV-Stelle weitere Eingliederungsmassnahmen aufgrund des Gesundheitszustandes der Versicherten ab (
Urk.
6/44). Die IV-Stelle holte in der Folge ein psychiatrisches Gutachten (
Urk.
6/61) ein und erliess am 2
6.
März 2018 (
Urk.
6/63) den Vorbescheid.
Die
Versicherte brachte dagegen Einwände (
Urk.
6/67) vor.
Mit Verfügung vom 2
9.
Mai 2018 (
Urk.
6/70 =
Urk.
2) verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf IV-Leistungen.
2.
Die Versicherte erhob am 2
5.
Juni 2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
9.
Mai 2018 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr spätes
tens ab Dezember 2015 eine ganze und frühestens ab November 2017 eine halbe Rente auszurichten (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1 oben).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
4.
Juli 2018 (
Urk.
5) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
6.
August 2018 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und
E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der Verordnung über die Invali
denversicherung,
IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinwei
sen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsän
derung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis
).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.6
Nach
Art.
88a
Abs.
1
IVV
ist eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem ange
nommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte
in der angefochtenen Verfügung
fest, die medi
zinische Abklärungen hätten ergeben, dass gew
isse Einschränkungen bestünden. Dies
e
würden
jedoch zu keiner langandauernden Arbeitsunfähigkeit
führen
.
Im Verlauf habe sich gezeigt
, dass die Beschwerdeführerin eine Stelle als Betreu
ungsassistentin für Kindergärtner mit einem Pensum von 50
%
gefunden habe
. Eine IV-relevante gesundheitliche Einschränkung sei nicht ausgewiesen
(
Urk.
2 S. 1).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte vor, aus medizinischer Sicht bestehe seit Oktober 2014 eine schwere Depression mit zweimalig
en psychotischen Schüben, welche zu mehrmonatigen Einweisungen in eine
psychiatrische
Klinik geführt habe. Die zwei längeren
Klinikaufenthalte
hätten gezeigt, dass es sich um Störungen von erheblichem Ausmass handle
. Selbst wenn eine mittelschwere Depression vorlie
gen sollte, sei nicht nachvollziehbar, weshalb keine Rente ausgerichtet
werde
. Nach dem vorliegenden Gutachten habe von Oktober 2014 bis Ende 2016 eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden. Erst danach sei eine
Verb
esserung des Gesundheitszustandes eingetreten (Urk.1 S. 5
Ziff.
3 und 4).
2.3
Gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b und
Art.
29
Abs.
1 IVG entsteht ein
Rentenanspruch
ein Jahr nach Beginn des Wartejahres beziehungsweise
frühestens sechs Monate nach der Anmeldung.
Die Beschwerdeführerin meldete sich am1
5.
Juni 2015 bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
6/6).
Streitig
und zu prüfen
ist daher,
ob
ab Dezember 2015
ein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht.
3.
3.1
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, attestierte der Beschwerdeführerin in einem ärztlichen Zeugnis vom 1
2.
März 2015 (
Urk.
6/5/3)
vom
1
2.
März bis 1
2.
Mai 2015 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
.
3.2
Die Ärzte der
Z._
berichteten
im Aus
trittsbericht vom
1
4.
Oktober 2015 (
Urk.
6/46/6-
8
) über den stationären Aufent
halt der Beschwerdeführerin in der
Z._
, der vom 2
5.
April bis 2
2.
Juli 2015 gedauert hatte (S. 1).
Sie stellten die Diagnose
eine
r
schwere
n
depressive
n
Episode mit psychotischen S
ymptomen (ICD-10 F32.3, S. 1).
3.3
Dr.
med.
A._
, Assistenzarzt, und
Dr.
med.
B._
, Oberarzt,
Z._
,
führten im Bericht vom
2
7.
November 2015
zuhanden der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
6/20)
über die
stationäre
Behandlung vom 2
5.
April bis 2
2.
Juli 2015
aus,
der Eintritt
in die Klinik sei per Fürsorgerische Unterbrin
gung durch den Notfallpsychiater erfolgt aufgrund einer Selbstgefährdung bei
einem
Verdacht auf eine psychotische Störung. Die Patientin sei für ihre Familie überraschend nicht mehr erreichbar gewesen, worauf die Polizei verständigt wor
den sei. Beim Eintritt und vor dem Notfallpsychiater habe sie wiederholt Suizidgedanken und -absichten geäussert (S. 3
Ziff.
1.4 Mitte
). Eine erste Hospi
talisation in der
Z._
sei im Februar 2015 freiwillig erfolgt
. Damals habe die Diagnose einer leichten depressiven Episode bestanden mit Insuffizienz- und Überforderungsgefühlen
.
Die Beschwerdeführerin sei nach zehn Tagen
auf eige
nen Wunsch aus der Klinik ausgetreten
(S. 3
Ziff.
1.4 unten).
Der psychopatholo
gische Befund sei
zum Zeitpunkt des
Eintritt
es
durch formale Denkstörungen, eine affektive Störung im Sinne eines depressiven Syndroms und eine
synthyme
Wahnsymptomatik dominiert gewesen (S. 4 unten).
Im Verlauf der Behandlung hätten bei schwindender psychotischer Symptomatik depressive Symptome
das Zustandsbild dominiert
wie eine subjektive Minderung der Konzentration, eine Anhedonie, Antriebsstörungen
mit dem Verlust der Vitalgefühle
und intermittie
rend auftretende Schlafstörungen (S. 5 oben).
Aufgrund schwerer Zweifel an ihrer eigenen Leistungsfähigkeit habe die Beschwerdeführerin bereits im prämorbiden Zustand mehrfach ihre Arbeitsstelle gekündigt in der fehlerhaft antizipierten Erwartung, dass der Arbeitg
eber ihre Kündigung beabsichtige
(S. 6 oben).
Die Patientin habe eine reduzierte Lern- und Leistungsfähigkeit seit dem Grundschulalter beschrieben. Ihre Arbeitsbiographie habe sich i
n den letzten Jahren als unstetig erwiesen.
Sie habe
jeweils
in
Form von
saisonalen
Einsätzen
im Ausland
gearbeitet.
Damit sei sie keiner
regelmässi
gen Arbeit über das gesamte Jahr mit mehreren Arbeitstagen pro Woche nachge
gangen. Die Herausforderung, sich einer regelmässigen Leistungskontrolle zu unterwerfen und sich dauerhaft in ein Arbeits-Team zu integrieren, habe sie
auf diese Weise
nicht bewältigen müssen. Eine weitere Unstetigkeit habe sich in wiederholten Kündigungen der Patientin gezeigt mit nachfolgenden Stellenwech
seln (S. 1 f.
lit
. a).
Sie sei so über 10 Jahre hinweg keiner regelmässigen Arbeit nachgegangen. Trotz der punktuell unverminderten Leistungsfähigkeit auf dem Niveau einer Reiseleiterin sei für die Vergangenheit und für einen dauerhaften Einsatz von einer verminderten Leistungsfähigkeit auszugehen (S. 2
lit
. a).
Weiter sei davon auszugehen,
dass die Patientin
das prämorbide Leistungsniveau binnen Monaten wieder
erreichen werde
(S. 2
lit
. b).
Die
Ärzte
der
Z._
attestierten für die Dauer der stationären Behandlung eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
.
Zudem gaben sie an, h
insichtlich der Tätigkeit als Reiseleiterin
seien
keine körperlichen Einschränkungen
zu erkennen. Ein festge
stellter Tremor erkläre sich aktuell als psychogen bei nicht auszuschliessender somatischer Teilverursachung
(S. 7
Ziff.
1.6 und 1.7). Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht
aber
nicht mehr zumutbar.
Zu vermeiden
seien
insbeson
dere
Auslandsaufenthalte mit zugleich unregelmässigen Arbeitszeiten und gefor
derten unregelmässigen Arbeitseinsätzen mit längeren Phasen der Erwerbslosig
keit (S. 8 unten).
Die Patientin habe zum Zeitpunkt des Austrittes
aus der Klinik
trotz vollständiger Remission der depressiven Symptomatik weiterhin Defizite der kognitiven Leis
tung, des Arbeitstempos und der Arbeitszuverlässigkeit gezeigt. Es sei davon aus
zugehen, dass die anamnestisch bereits prämorbid präsenten Einschränkungen persistierten, ohne dass sie das bisherige Arbeitsniveau reduzierten
(S. 9 oben).
Medizinisch indiziert sei eine
Reduktion
des Arbeitsumfanges auf 60 bis 80
%
(S. 9 unten).
3.4
Die Ärzte der
Z._
berichteten am 2
0.
Mai 2016 (
Urk.
6/32
/1-2
) über einen weiteren stationären Aufe
nthalt der Beschwerdeführerin in der
Z._
vom 2
3.
März bis 2
0.
Mai 2016 (S. 1).
Sie
nannten als Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2), und einen Zustand nach schwerer depressiver Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F32.3).
3.5
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte im Bericht vom 1
0.
September 2016 (
Urk.
6/46/1-4) die Diagnose einer schweren depressiven Episode mit psychotischen Symptomen seit Mai 201
4 (ICD-10 F32.3, S. 1
Ziff.
1
.1
; vgl. auch das Schreiben von
Dr.
C._
vom 2
2.
März 2016,
Urk.
6/46/12-14).
Dr.
C._
führte aus, die Anamnese
sei bis zur ersten Hospitalisation weit
gehend unauffällig
verlaufen.
Nach den Angaben der Patientin habe sie aber schon früher verschiedene depressive Episode
n
erlebt (S. 1
Ziff.
1.4). Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Reiseleiterin bestehe seit Mai 2015 bis auf Weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 70
%
.
Es besteh
e
ein Verlust
des Selbstvertrauens, e
ine verringerte Belastungsfähigkeit und eine
Antriebsschwäche. Die bisherige Tätigkeit sei noch im Umfang von 20-30
%
zumutbar.
In einer angepassten Tätigkeit sei eine Belastung von zwei bis drei Stunden pro Tag möglich (
S. 2 f.
Ziff.
1.6-
1.7). Die Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit sei
wahrscheinlich in drei bis sechs Monaten
mit einem Pensum von 30
%
möglich (S. 3
Ziff.
1.9).
3.6
Dr.
C._
gab
im Verlaufsbericht vom 1
2.
April 2017 (
Urk.
6/49) eine leichte Besserung und Stabilisierung des Zustandes der Beschwerdeführerin auf tiefem Niveau
an
(
Ziff.
1.2). Für die Tätigkeit als Reiseleiterin
attestierte
er eine Arbeits
fähigkeit von wenigen Stunden pro Tag. Für eine angepasste Tätigkeit
attestierte
er
eine Arbeitsfähigkeit von zwei bis drei Stunden pro Tag (
Ziff.
2.1).
3.7
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Chirurgie, Regionalärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, führte
in der
Stellungnahme vom
2.
Mai 2017 zum Bericht von
Dr.
C._
vom 1
2.
April 2017 aus, in der bisherigen Tätigkeit als Reiseleiterin bestehe seit dem 1
2.
März 2015 bis auf Weiteres eine Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
. In einer angepassten Tätigkeit gemäss Belastungsprofil
habe vom 2
2.
Mai
bis 2
2.
Juli 2016 eine Arbeitsunfähigkeit von 65
%
beziehungsweise von drei Stunden pro Tag bestanden. Vom 2
3.
Juli bis 2
2.
August 2016 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
beziehungsweise von vier Stunden pro Tag bestan
den. Überwiegend wahrscheinlich bestehe seit dem 2
3.
August 2016 bis auf Weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 65
%
. Bei der jungen Beschwerdeführerin sei erst längerfristig absehbar, ob wieder eine volle Arbeitsfähigkeit
erreicht wer
den könne
(
Urk.
6/62 S. 6 oben).
3.8
3.
8
.1
Die Beschwerdegegnerin gab ein psychiatrisches Gutachten bei
der
E._
in Auftrag. Das Gutachten wurde durch
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Psychiatrie und Psychotherapie,
und
Dr.
med.
G._
, Assistenzärztin, am
2
3.
November 2017
erstattet
(
Urk.
6/61/1-30)
und beruht auf den Untersuchungen vom 2
3.
Oktober und vom
7.
November 2017
und
den
Gutachtern zur Verfügung gestellten Akten
(S. 1
Ziff.
1.1).
Die Gutachter führten zur Anamnese aus, die Beschwerdeführerin habe berichtet, dass sie seit der Kindheit an wiederholten depressiven Phasen leide. Seit der ersten Klasse der Primarschule leide sie an Insuffizienzgefühlen und es bestehe eine starke Selbstwertproblematik, welche sie bis heute begleite. Zudem habe sie eine Lernschwäche beschrieben, welche sie ebenfalls seit der Primarschule begleite. Sie lebe zurückgezogen und habe wenig soziale Kontakte (S. 8
Ziff.
3.2.1).
Nach der Scheidung von ihrem Mann 2001 sei eine erste schwere depressive Episode aufgetreten
mit einer massiven Antriebslosigkeit, Ein- und Durchschlaf
störungen, einer depressiven Stimmung, Suizidalität, Verlust der Interessen und massiven Essstörungen. In der Zeit von 2001 bis 2002 habe die Explorandin eine massive Essstörung entwickelt (S. 10
Ziff.
3.2.2 oben). Im Jahr 2005 sei es ihr wieder bessergegangen und die Depression sei teilremittiert, so dass sie einen Job als Reiseleiterin angenommen habe (S. 10
Ziff.
3.2.2 Mitte). Die Explorandin habe
weiter
eine zweite schwere depressive Episode im Januar 2008 beschrieben während eines beruflichen Einsatzes in der Dominikanischen Republik. Die nächste schwere depressive Episode sei im Oktober 2014 aufgetreten. Sie habe dann ihren Hausarzt aufgesucht (S. 10 unten).
Die Beschwerdeführerin habe nach einem Schnuppertag
im Oktober 2017
eine Stelle als Betreuungsassistentin für Kindergärtner bekommen. Das Arbeitspensum betrage 50
%
(S. 1
3
Ziff.
3.2.4.2). Während der Anstellung
bei der
O._
von 2012 bis 2014 hätten massive Ein- und Durchschlafstörungen bestanden mit einer Schlafdauer von zirka zwei Stunden. Die Explorandin sei deswegen in ihrer gesamten Belastb
arkeit und der Anpassungsfähigkeit massiv eingeschränkt gewesen. Zudem habe sie an einer massiven Konzentrationsstörung und subjektiv an einer Lernschwäche gelitten. Weiter
hätten Schwierigkeiten
beim
Rechnen und mit Computerarbeiten
bestanden
. Darunter sei es zu einer sehr schnellen Ermüd
barkeit, einer reduzierten Ausdauer und zu Versagensängsten gekommen (S. 13
Ziff.
3.2.4.3).
Die Beschwerdeführerin habe neben ihrem Freund und der Ursprungsfamilie wenig soziale Kontakte. Sie lebe eher zurückgezogen und vermeide es, sich mit anderen Person
en
zu treffen (S. 14
Ziff.
3.2.5).
3.
8
.2
Die Explorandin habe vor allem über Zukunfts- und Existenzängste sowie über Versagensängste berichtet. Sie wisse nicht, wie es beruflich weitergehen solle
. Die Schlafstörungen seien remittiert
(S. 16
Ziff.
5.2.1).
Seit ihrer Kindheit leide sie an massiven Insuffizienzgefühlen und es bestünden Versagensängste, welche sie ihr ganzes Leben begleiteten (S. 17 oben).
Die Gutachter
gaben zum Gesundheitsschaden an
, aktuell lägen keine depressiven Symptome vor. Im Vordergrund stehe eine ausgeprägte Selbstwertproblematik
(S. 17 f.
Ziff.
I.1
). Die Depression sei aktuell vollständig remittiert. Bezüglich ihrer Persönlichk
eit
sei die Beschwerdeführerin sehr bemüht und tapfer und möchte a
lles richtigmachen. Dies stelle einerseits eine grosse Ressource dar. Andererseits könne dadurch eine massive Überforderung ausgelöst werden. Ihre Biographie zeige, dass sich die Beschwerdeführerin seit ihrer Jugend häufig an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit bewegt habe (S. 18
Ziff.
I.2
). Hinweise auf eine Aggrava
tion
bestünden nicht
(S. 18
Ziff.
I.4
).
Die Explorandin habe ab 1989 eine Lehre als Telefonistin absolviert und erfolg
reich abgeschlossen (S. 20 oben).
Im
Zusammenhang mit einer schweren depres
siven Episode
habe sie
eine Essstörung entwickelt. Diese habe sie aus eigener Kraft dank eigener Ressourcen bewältigt, ohne eine Therapie in Anspruch zu nehmen (S. 20 unten). Die Explorandin sei in der Selbstbehauptungsfähigkeit mittelgradig eingeschränkt
. Bezüglich anderer Kriterien wie
die
Anpassung an Regeln und Routine, Planung und Strukturierung von Aufgaben, Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, Anwendung fachlicher Kompetenzen, Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, Durchhaltefähigkeit etc. bestünden keine Einschränkungen
(S. 21
Ziff.
I
.8).
Die Explorandin habe im Rahmen des erfolgten Belastbarkeitstrainings der Inva
lidenversicherung erneut ein strukturelles Grundproblem gezeigt. Dabei habe sie ihre Grenzen der Belastbarkeit und eine schleichende Zustandsverschlechterung nicht wahrhaben wollen. Dies habe dazu geführt, dass das Training
von Seiten der Beschwerdegegnerin
abgebrochen worden sei (S. 21
Ziff.
II.
3). Die Exploran
din weise viele interpersönliche Ressourcen auf wie Motivation, Therapieadhä
renz und Ausdauer. Das vorhandene soziale Netzwerk sei ebenfalls sehr wertvoll für die Beschwerdeführerin (S. 22
Ziff.
II.
5).
3.
8
.3
Dr.
G._
und
Dr.
F._
nannten als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, aktuell weitgehend remittiert (ICD-10 F33), bei einem Status nach schwerer Episode mit psycho
tischen Symptomen sowie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61) mit selbstunsicheren, zwanghaften, depressiven, paranoiden, schizoiden sowie
Borderline
-
Zügen (S. 22
Ziff.
III.
1). Die Persönlichkeitsstörung führe zu dysfunk
tionalen Verhaltensmustern (S. 23 oben). Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter einen Status nach
Bulimia
nervosa
(ICD-10 F50.2).
Die Explorandin sei in der Primarschule von Mitschülern häufig als dumm bezeichnet worden. Schon damals am Anfang der Primarschule habe sich eine Persönlichkeitsentwicklungs-Störung mit selbstunsicheren Zügen entwickelt
. Die Explorandin sei derart blockiert und angespannt gewesen, dass sie nicht mehr habe schlafen und sich in der Schule nicht mehr habe konzentrieren können
(S. 23
Ziff.
III.3 unten). Es habe sich eine kombinierte Persönlichkeitsstörung ent
wickelt. Diese stelle den Boden dar für ein dysfunktionales Verhalten, welches in der Folge zu psychischen Störungen geführt habe. Hinweise darauf seien bei
spielsweise die wiederholten Jobverluste aufgrund der massiven Überforderung (S. 24 oben).
Die bisherige Therapie durch
Dr.
C._
sei lege artis, da das depressive Syn
drom weitestgehend remittiert sei. Eine medikamentöse Therapie sei derzeit nicht indiziert (S. 24
Ziff.
IV.1). Der Krankengeschichte sei zu entnehmen, dass sich die Explorandin immer kooperativ verhalten habe und sie die Therapien in Anspruch genommen habe, die ihr vorgeschlagen worden seien (S. 24
Ziff.
IV.2).
Inkonsistenzen seien nicht festzustellen. Die
medizinischen B
erichte zeigten das Bild einer Person mit hohen Ansprüchen gegenüber sich selber. Diese seien so ausgeprägt, dass sie handlungsbestimmend seien, auch wenn der Gesundheitszu
stand schon geschädigt sei (S. 25 f.
Ziff.
V.1).
In den letzten Monaten habe sich d
ie Leistungsfähigkeit und das Aktivitätsniveau der Beschwerdeführerin langsam verbessert (S. 26
Ziff.
V.2).
3.
8
.4
Die Persönlichkeitsstörung der Beschwerdeführerin führe in der Summe zur Unfähigkeit, Überforderung
en
zu erkennen beziehungsweise funktional darauf zu reagieren. Aufgrund unregelmässiger Arbeitszeiten, Schichtarbeiten und
im Zusammenhang mit der Bearbeitung
von Rechnungen und Offerten sei die Explorandin
massiv unter Druck gesetzt gewesen. Im Rahmen von depressiven Episoden habe
dies eine massive Denkblockade und eine kognitive Einschränkung ausgelöst (S. 27
Ziff.
VI.1.1). In der angestammten Tätigkeit als Reiseleiterin bestehe ein
e Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Diese bestehe mindestens seit Okto
ber 2014 bis auf Weiteres (S. 27 f.
Ziff.
VI.1.4 und 1.5).
Die Beschwerdeführerin sei in der Tätigkeit als Reiseleiterin seit Oktober 2014 vollständig ausgefallen.
Ab diesem Zeitpunkt werde
daher von einer Arbeitsun
fähigkeit von 1
00
%
ausgegangen. Zirka seit einem Jahr sei langsam eine Zustandsverbesserung eingetreten. Dementsprechend werde für eine angepasste Tätigkeit von einer langsam ansteigenden Arbeitsfähigkeit ausgegangen. Dabei habe bis Dezember 2017 (richtig wohl: 2016) eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden. Ab Januar 2017 habe in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeits
fähigkeit von 25
%
und ab August 2017 von 50
%
bestanden. Dies entspreche dem aktuellen Pensum (S. 28 f.). Bei einem günstigen Verlauf sei davon auszu
gehen, dass bis Ende Jahr eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
erreicht werden könne (S. 29 oben). Zu vermeiden seien Stressoren, welche eine Dekompensation begünstigen würden. Dazu ge
hörten Büroarbeiten und Arbeiten, die Rechnen, Umrechnen, Prozente
und Computerarbeiten
beinhalten würden
. Ungünstig seien sodann Zusatzbelastungen, wie sie bei Schichtarbeiten und Zeitverschiebungen
auftreten würden
(S. 29 oben).
3.9
Dr.
D._
nahm am
1.
Dezember 2017 (
Urk.
6/62 S. 8 f.) Stellung zum psychi
atrischen Gutachten vom 2
3.
November 201
7.
Der RAD-Arzt führte aus, aus versicherungsmedizini
s
cher Sicht werde
empfohlen, der Beurteilung im psychiat
rischen Gutachten vom 2
3.
November 2017 zu folgen. Die formalen Aspekte sei
en
erfüllt. Als Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine rezidivierende depressive Störung, aktuell weitgehend remittiert
,
bei einem Zustand nach schwerer Epis
ode mit psychotischen Symptomen
und eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit selbstunsicheren, zwanghaften, depressiven, paranoiden, schizoiden sowie
Borderline
-Zügen. Als Diagnose ohne dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe ein Zustand nach
Bulim
ia
nervosa
(S. 8 unten).
In der bisherigen Tätigkeit als Reiseleiterin bestehe seit Oktober 2014 bis auf Weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. In einer angepassten Tätigkeit habe von Oktober 2014 bis Dezember 2016 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestan
den.
Von Januar bis Juli 2017 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 75
%
und von August bis November 2017 eine solche von 50
%
bestanden. Seit Dezember 2017 bestehe bis auf Weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 30
%
. Die Arbeitsstelle als Betreuungsassistentin sei optimal angepasst. Die Beschwerdeführerin sollte in einer respektvollen Umgebung ohne Zeitdruck arbeiten. Die Arbeit mit Kindern erfülle
diese Voraussetzung (S. 8 f.).
4.
4.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
4.2
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererse
its –
erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüs
sig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar
2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
4.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2
017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin
war im Februar 2015,
vom 2
5.
April bis 2
2.
Juli 2015
und
vom 2
3.
März bis 2
0.
Mai 2016
wegen einer schweren depressiven Episode in der
Z._
in stationärer Behandlung
(vorstehend E. 3.2-3.4).
Dr.
G._
und
Dr.
F._
,
E._
,
diagnostizierten
im Gutachten vom 2
3.
Novem
ber 2017
eine rezidivierende depressive Störung, aktuell weitgehend remittiert, bei einem Status nach schwerer Epis
ode mit psychotischen Symptomen.
Als
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannten sie zudem
eine kombinierte Persönlichkeitsstörung.
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie einen Status nach
Bulimia
nervosa (E. 3.8.3). Die Gutachter
kamen zum Schluss
, dass für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Reise
leiterin seit Oktober 2014
keine Arbeitsfähigkeit mehr bestehe
.
Für eine ange
passte Tätigkeit attestierten
sie
von Oktober 2014 bis Dezember 2016
ebenfalls
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
.
Danach gingen sie von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin
und einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit
für eine angepasste Tätigkeit
aus.
Die Gutachter attestierten
für eine solche Tätigkeit
von
Januar bis Juli 2017 eine Arbeitsfähigkeit von
2
5
%
und von
August bis November 2017 von 50
%.
Weiter stellten sie in Aussicht, dass per Ende 2017 eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
erreicht werden könne (vorstehend E. 3.8.4).
Der Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin wich von der Beurteilung
der Gutachter
der
E._
ab und verneinte, dass
überhaupt
ein relevanter Gesundheitsschaden und
eine Einsch
ränkung der Arbeitsfähigkeit
vorgelegen habe.
5.2
Das Gutachten vom 2
3.
November 2017 beruht auf den Untersuchungen
der Beschwerdeführerin
vom 2
3.
Oktober und vom
7.
November 2017 (vorstehend
E. 3.8.1). Den
von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden
wurde aus
reichend Rechnung getragen.
Das Gutachten
wurde
sodann in Kenntnis und in Ausei
nandersetzung mit den
Vorakten
erstellt.
Dr.
G._
und
Dr.
F._
stellten
eine kom
binierte Persönlichkeitsstörung
fest
, die sich bereits in der Kindheit der Beschwerdeführerin entwickelt habe
, und erwähnten
eine ausgeprägte Selbstwertproblematik (vorstehend E. 3.8.2 und 3.8.3
).
A
ufgrund
des psychopathologischen Befundes
attestierten
sie
für die angestammte Tätigkeit
seit Oktober 2014 eine volle Arbeitsunfähigkeit.
Für eine angepasste Tätigkeit gingen
sie zunächst ebenfalls von einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
und
seit Januar 2017
von einer
stufenweisen
Steigerung der Arbeits
fähigkeit aus
.
Diese Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
deckt sich mit
dem Umstand,
dass die depressive Symptomatik
zum Zeitpunkt der Begutachtung weitgehend remittiert
war
.
Das
psychiatrische
Gutachten vermag
folglich
auch
in der Beurteilung der medizinischen Situation und
hinsichtlich
der Schlussfolge
rungen der Gutachter zu überzeugen.
Es
erweist sich
daher
als beweistauglich.
5.3
Die Gutachter der
E._
bestätigten, dass
die diagnoserelevanten Befunde
mit Beginn
der Arbeitsunfähigkeit
der Beschwerdeführerin
als Reiseleiterin erheblich eingeschränkt waren
.
Dafür sprechen auch die
Angaben
der Ärzte der
Z._
über die stationären Behandlungen
in den Jahren 2015 und 201
6.
Für den
Zeitraum
ab Beginn der Arbeitsunfähigkeit
erweisen sich die diagnoserelevanten
Befunde
somit
als schwer ausgeprägt. Ab Januar 2017 kann, wie im Gutachten
beschrie
ben
,
von einer gesundheitlichen Verbesserung ausgegangen werden. Für den
genannten Zeitraum
war die Beschwerdeführerin
neben einer schweren depres
siven Episode mit psychotischen Symptomen
zudem
durch
eine kombinierte Per
sönlichkeitsstörung
in ihrer Arbeits- und Leistungsfähigkeit beeinträchtigt.
Bis zur Besserung der depressiven Symptomatik
ist daher von einer erheblichen Komorbidität auszugehen.
Zum
Komplex «Persönlichkeit»
wiesen die Gutachter auf den eingeschränkten
Selbstwert der Beschwerdeführerin seit ihrer Kindheit
hin
.
Neben ihrem Freund und der Ursprungsfamilie bestehen
sodann
nur wenige soziale Kontakte
(vorste
hend E. 3.8.1). Es bestehen daher nur wenige Ressourcen,
auf die die Beschwer
deführerin
zurückgreifen
kann.
Die
Gutachter verneinten
Hinweise auf eine Aggravation
explizit
(
E. 3.8.2).
Weiter
ist von einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen Lebensbereichen auszugehen. Die Gutachter erwähnten in diesen Zusammen
hang, dass
sich
die Beschwerdeführerin in der Vergangenheit
immer wieder an der Grenze ihrer Belastbarkeit befunden habe
.
Dies
zeigte sich auch
während des Belastbarkeitstraining
s
der
Invalidenversicherung (vorstehend E. 3.8.2). Inkonsis
tenzen
stellten die Gutachter keine
fest
(E. 3.8.3).
Nach Prüfung der «Konsistenz» und d
er übrigen Indikatoren ist
auf das psychiat
rische Gutachten vom 2
3.
November 2017 abzustellen
. Die vorliegenden ärzt
lichen Zeugnisse belegen eine Arbeitsunfähigkeit
der Beschwerdeführerin
jedoch
erst ab März 201
5.
Der Einschätzung im psychiatrischen Gutachten kann daher insofern nicht gefolgt werden, als die Gutachter eine Arbeitsunfähigkeit
von 100
%
bereits seit
Oktober 2014 attestierten.
5.4
Der Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin ist anlässlich einer Fallbesprechung vom
7.
März 2018 von der Einschätzung durch
Dr.
G._
und
Dr.
F._
abgewichen. Die Beschwerdegegnerin stellte
dazu unter anderem
fest, aktuell habe sich das Rendement entsprechend der
Regredienz
der Depression verbessert. Die depressive Störung sei aktuell remittiert. Bezogen auf die Ressourcen, die bevorstehenden T
herapieoptionen sowie aufgrund des
Lebenslaufes
der Beschwerdeführer
sei der Schweregrad aus Sicht des Rechtsanwenders nicht gegeben. Ein IV-relevanter Gesundheitsschaden liege somit nicht vor (
Urk.
6/62 S. 10 Mitte).
Die Beurteilung durch die Beschwerdegegnerin
vermag insofern nicht zu über
zeugen, als sie einen IV-relevanten Gesundheitsschaden über den gesamten zu prüfenden Zeitraum verneinte.
Gegen deren Beurteilung spricht
, dass
die
Beschwerdeführerin seit dem 1
2.
März 2015 für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit
als Reiseleitern konstant
zu 10
0
%
arbeitsunfähig
war
.
Weiter
ist auf die
mehr
monatigen Klinikaufenthalte
der Beschwerdeführerin
in der
Z._
in den Jahren 2015 und 2016
hinzuweisen, die aufgrund einer schweren depressiven Episode erfolgten
. Der Einschätzung durch die Beschwerdegegnerin, wonach
in dieser Zeit
kein IV-relevanter Gesundheitsschaden bestanden habe
n soll
, kann daher nicht gefolgt werden. Dies umso mehr, als auch der RAD der Beschwerdegegnerin empfahl, dass der Beurteilung im psychiatrischen
Gutachten
zu folgen sei
(vor
stehend E. 3.9).
5.5
Nach den vorliegenden ärztlichen Zeugnissen bestand ab dem 1
2.
März 2015 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(E. 3.1). Der Beginn des Wartejahres ist daher
auf den
1.
März 2015 festzulegen
.
Ein früherer Beginn der
Arbeitsunfähigkeit, wie von den Gutachtern der
E._
attestiert
, ist nicht
durch
echtzeitliche
ärztliche Zeug
nisse belegt
und daher nicht mit dem notwendigen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit
ausgewiesen
.
Der medizinische Sachverhalt ist gestützt auf das psychiatrische Gutachten
vom 2
3.
November 2017
und
die Einschätzung durch RAD-Arzt
Dr.
D._
als dahin
gehend erstellt zu erachten, dass ab dem
1.
März 2015 für die angestammte und eine angepasste Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestand.
Nach Ablauf des Wartejahres entstand der Rentenanspruch am
1.
März 2016.
Nach der Regelung in
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist e
ine gesundheitliche Verbesserung nach Ablauf von drei Monaten zu berücksichtigen. Somit ist ab dem
1.
April 2017 für eine behinderungsangepasste Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 25
%
und ab dem
1.
November 2017 von einer solchen von 50
%
auszugehen.
A
b dem
1.
März 2018
besteht
für eine angepasste Tätigkeit
wied
er eine Arbeitsfähigkeit von 70
%. Dabei ist auf die höhere
von ärztlicher Seite
attestierte Arbeitsfähigkeit von 70
%
und nicht auf
das aktuell von der Beschwerdeführerin ausgeübte Erwerbspensum
von 50
%
abzustellen.
6.
6.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statis
tischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung
,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
6.3
Die Beschwerdegegnerin führte keinen Einkommensvergleich durch. Gemäss
IK-Auszug verdiente die Beschwerdeführerin
beispielsweise
im Jahr 2012 in den Monaten Januar bis April 2012
im ganzen Jahr lediglich
Fr.
13'470.--
(
Urk.
6/10 S. 5)
.
Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Einschränkung ein volle
s Arbeitspensum verrichtet und sie sich nicht mit einem derart tiefen Jahreseinkommen begnügt hätte
. Dass
sie
in der Vergangenheit
nur saisonal als Reiseleiterin gearbeitet hat
, ist, wie im psychiatrischen Gutachten dargelegt worden ist, auf die
schon damals bestehende gesundheitliche
Beein
trächtigung
der Beschwerdeführerin zurückzuführen. Aus diesem Grund ist das
Valideneinkommen
anhand von Tabellenlöhnen zu bestimmen
.
Nach LSE 2016 TA1
besteht
ausgehend von
Kompetenzniveau eins
ein
durch
schnittliches
monatliches Einkommen
für Frauen
von
Fr.
4'363.--. Bei einer wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2016
von 41.7 Stunden
resultiert e
in Einkom
men von
Fr.
54'581.-- (
Fr.
4'363.-- x 12 : 40 x 41.7). Als
Valideneinkommen
sind daher
Fr.
54'581.-- zu veranschlagen.
6.4
Für die
Bestimmung des Invalideneinkommens kann bezüglich einer behinde
rungsangepassten Tätigkeit
auf denselben Tabellenlohn abgestellt werden
. Ein zusätzlicher Abzug
vom Tabellenlohn ist nicht angezeigt.
Ab dem
1.
April 2017 ergibt sich
für die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit von 25
%
bei einer Nominallohnentwicklung im Jahr 2017 von 0.4
%
(Tabelle T 39, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1910-2017) ein
Invalideneinkommen von
Fr.
13'
700
.-- (
Fr.
4'363.-- x 12 x 0.25 : 40 x 41.7
x 1.004
). Dies führt nach Gegenüberstellung mit dem
Valideneinkom
men
von
Fr.
54'799.-- (
Fr.
4'363.-- x 12 : 40 x 41.7 x. 1004)
zu einem Invalidi
tätsgrad von
rund
75
%
.
Somit
bestand
ab dem
1.
April 2017
weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente.
Mit Wirkung ab dem
1.
November 2017 bestand
in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
und damit ein Invaliditätsgrad von 50
%
. Ab dem
1.
März 2018 bestand für eine angepasste Tätigkeit
wieder
eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 70
%
. Ab diesem Zeitpunkt
ist
bei einem Invaliditätsgrad von 30
%
ein Rentenanspruch zu verneinen.
6.5
Zusammenfassend besteht ab dem
1.
März 2016 bis zum 3
1.
Oktober 2017 Anspruch auf eine ganze Rente. Ab dem
1.
November 2017 bis zum 2
8.
Februar 2018
besteht
Anspruch auf eine halbe Rente.
Ab dem
1.
März 2018 ist ein Rentenanspruch zu verneinen.
Die Beschwerde ist daher teilweise gutzuheissen.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vor
liegend sind die Kosten auf
Fr.
8
00.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Der teilweise obsiegenden anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin ist bei einem gerichtsüblichen Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) eine
reduzierte
Prozessentschädigung von
Fr.
1'800.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
zuzusprechen.