Decision ID: 6c068e8f-5e09-4515-97e1-75d7752e2439
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Bernhard Zollinger, Rämistrasse 5, Postfach 462,
8024 Zürich,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a Die Arbeitgeberin von A._ meldete diese am 31. Januar 2008 zur IV-
Früherfassung an (act. G 6.1). Die IV-Stelle forderte die Versicherte mit Schreiben vom
13. Februar 2008 zum Ausfüllen einer IV-Anmeldung auf (act. G 6.6). Vom 6. Mai bis
4. Juni 2008 war die Versicherte in der Psychiatrischen Klinik B._ hospitalisiert. Der
dort behandelnde Arzt diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
dissoziative Bewegungsstörung des rechten Beins (ICD-10: F44.4) sowie eine
Anpassungsstörung, Angst und depressive Reaktion gemischt (ICD-10: F43.22). Die
ganze Problematik habe im Mai 2007 begonnen. Damals sei es zu einer versuchten
sexuellen Nötigung am Arbeitsplatz gekommen. Die Versicherte habe den Vorfall
zunächst nicht melden wollen, da der Täter ihr gegenüber teils massive Drohungen
ausgesprochen habe. Auch als die Angelegenheit zu Tage gekommen sei, habe die
Versicherte den Täter aus Angst nicht nennen wollen. Im weiteren Verlauf habe sie
aufgrund dieses Ereignisses ihre Stelle verloren (vgl. Bericht vom 5. Januar 2009, act.
G 6.25). Bei Austritt wurde ihr eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt
(Austrittsbericht vom 4. Juni 2008, act. G 6.41). Am 28. Oktober 2008 meldete sich die
Versicherte zum Bezug von Rentenleistungen an (act. G 6.8).
A.b Am 24. Februar 2009 wurde die Versicherte von Dr. med. C._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, begutachtet. Die Mutter der Versicherten habe
angegeben, dass diese immer, das heisse Tag und Nacht passiv im Bett liege und nur
aufstehe, wenn sie auf das WC oder zum Arzt gehen müsse. Dabei müsse man sie aus
dem Bett heben, sie führen, ja sogar tragen, da sie manchmal keinen Schritt machen
könne. Sie brauche ständige Hilfe und Überwachung. Das Essen werde ihr ans Bett
gebracht. Der Gutachter diagnostizierte eine depressive Störung mittelschweren
Grades mit einer Angstkomponente (ICD-10: F43.22) sowie dissoziative Störungen
gemischt (ICD-10: F44.7). Die Versicherte sei schwerstens behindert und als voll
arbeitsunfähig zu bezeichnen. Die Prognose sei schlecht (act. G 6.34).
A.c Da die IV-Stelle die gestellten Diagnosen mit Blick auf das junge Alter der
Versicherten für "äusserst ungewöhnlich" hielt, gab sie eine Überwachung in Auftrag.
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Der vollkommene soziale Rückzug müsse mittels Überwachung bestätigt oder
widerlegt werden können (Überwachungsauftrag vom 26. Juni 2009, act. G 6.50). Die
Überwachung der Versicherten fand vom 1. bis 4. Juli 2009 statt (Ermittlungsbericht
vom 8. Juli 2009, act. G 6.51).
A.d Die seit 18. Juni 2008 behandelnde Dr. med. D._, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, berichtete am 31. August 2009, dass die Versicherte an einer
dissoziativen Bewegungsstörung des rechten Beines, periodisch der beiden Arme
sowie des linken Beines (ICD-10: F44.4), einer Anpassungsstörung in der Form einer
ängstlich-depressiven Reaktion nach sexueller Nötigung am Arbeitsplatz (ICD-10:
F43.22) sowie einer undifferenzierten Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.1) leide. Es
fände eine integrierte psychiatrische Behandlung in 2-wöchentlichen Abständen statt.
Die Versicherte sei seit 1. Mai 2008 bis auf weiteres zu 100% arbeitsunfähig (act.
G 6.41). Am 26. Oktober 2009 ergänzte Dr. D._, dass sich der Gesundheitszustand
der Versicherten seit der Begutachtung vom 24. Februar 2009 nicht verbessert habe.
Diese mache auch gegenwärtig starke Einschränkungen in der Ausübung jeglicher
Tätigkeit geltend (act. G 6.43).
A.e Nach Sichtung und Würdigung der Überwachungsergebnisse kam die RAD-Ärztin
Dr. med. E._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, zum Schluss, es
bestehe eine grosse Diskrepanz zwischen den im Juli 2009 beobachteten Verhalten
und den anlässlich der Begutachtung im Februar 2009 sowie den gegenüber der
behandelnden Psychiaterin gemachten Angaben. Damit seien die bisherigen in den
Akten liegenden medizinischen Beurteilungen nicht zur Ermittlung einer allfälligen
Invalidität geeignet. So, wie sich die Versicherte auf dem Bildmaterial zeige und
verhalte, gebe es keine Anhaltspunkte für eine relevante psychische Störung, die eine
nennenswerte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer leichten Hilfstätigkeit
bedingen würde (Stellungnahme vom 10. Dezember 2009, act. G 6.52).
A.f In Anwesenheit der behandelnden Psychiaterin sowie des RAD-Arztes F._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, konfrontierte die SVA die
Versicherte und deren Mutter am 7. Januar 2010 mit den Überwachungsergebnissen
(act. G 6.54). Im Bericht vom 25. Januar 2010 nahm der RAD-Arzt F._ eine
medizinische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten vor. Insgesamt sei
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aufgrund der Erkenntnisse und Würdigung der Diskrepanzen zwischen dem Bild in
einer Begutachtungssituation und dem objektivierbaren tatsächlichen Verhalten
ausserhalb einer solchen Situation festzuhalten, dass der Gesundheitszustand nicht im
Rahmen einer klassischen ärztlichen Explorationssituation beurteilbar sei.
Grundsätzlich könne die gestellte Diagnose einer dissoziativen Störung im Sinn einer
hysterischen Neurose als Konversationssyndrom weiterhin so interpretiert werden. Die
Möglichkeit einer Simulation bzw. bewusstseinsnahen Somatisierung sei nicht
auszuschliessen und aus versicherungsmedizinischer Sicht relativ wahrscheinlich. In
Berücksichtigung der Überwachungsergebnisse könne davon ausgegangen werden,
dass die Versicherte in der Lage sei, sich zu einem Arbeitsplatz zu begeben und
zumindest in einer körperlich leichten Tätigkeit, mit der Möglichkeit zu sitzen, zu
arbeiten (act. G 6.55).
A.g Im Verlaufsbericht vom 10. Februar 2010 gab die behandelnde Psychiaterin an,
dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten verbessert habe. Es bestehe noch
eine undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.1). Die Versicherte fühle sich
weiterhin zu 100% arbeitsunfähig (act. G 6.56).
A.h Mit Vorbescheid vom 19. März 2010 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, einen Rentenanspruch abzuweisen (act. G 6.59). Dagegen erhob die
Versicherte am 13. April 2010 Einwand (act. G 6.67; vgl. auch die ergänzende Eingabe
vom 29. April 2010, act. G 6.71). Am 12. Mai 2010 verfügte die IV-Stelle die Abweisung
des Rentengesuchs (act. G 6.72).
A.i Am 25. Mai 2010 erhob die IV-Stelle gegen die Versicherte und deren Mutter
Strafklage wegen versuchten Betrugs und Widerhandlungen gegen Art. 70 IVG i.V.m.
Art. 87 AHVG (act. G 22.104).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 12. Mai 2010 richtet sich die Beschwerde vom 17. Juni
2010 (Datum Postaufgabe). Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter Kosten- und
Entschädigungsfolge deren Aufhebung sowie die Zusprache einer ganzen Rente.
Eventualiter sei das Verfahren zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin
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zurückzuweisen. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass sie zu 100% arbeitsunfähig
sei. Den "Wahrheitsgehalt" der Filmaufnahmen bestreitet sie. Die Observation sei nicht
gesetzmässig und daher ausser Acht zu lassen. Die Kriterien zur Annahme, ihre
Schmerzen seien unüberwindbar, seien erfüllt (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 8. September
2010 die Beschwerdeabweisung. Die Observation sei rechtmässig erfolgt und deren
Ergebnisse seien beweiskräftig. Der Verdacht einer Fälschung sei haltlos. Gestützt auf
die Einschätzungen des RAD sei zu Recht von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten ausgegangen worden (act. G 6).
B.c Die Beschwerdegegnerin orientiert das Versicherungsgericht am 3. Dezember
2010, dass das zuständige Untersuchungsamt ein Strafverfahren gegen die
Beschwerdeführerin eröffnet habe (act. G 15).
B.d Die Beschwerdeführerin hält in der Replik vom 13. Januar 2011 unverändert an
ihrer Beschwerde fest (act. G 16).
B.e In der Duplik vom 17. Februar 2011 führt die Beschwerdegegnerin aus, die
Beschwerdeführerin sei am 1. September 2009 umgezogen. Diesen Umstand habe sie
ihr (der Beschwerdegegnerin) bislang verschwiegen. Bei der Befragung vom 7. Januar
2010 habe sie den Anschein erweckt, sie lebe noch bei den Eltern, wo sie gepflegt
werde. Die Mutation im Adressstamm der SVA sei nicht nach einer Meldung durch die
Beschwerdeführerin an die IV-Stelle, sondern Ende Februar 2010 nach dem Eingang
der IPV-Anmeldung vom 5. Februar 2010 erfolgt. Dadurch werde die
Täuschungsabsicht der Beschwerdeführerin weiter dokumentiert (act. G 18). Am
16. Mai 2011 teilt die Beschwerdegegnerin mit, dass die Beschwerdeführerin am
4. Dezember 2009, also zu einem Zeitpunkt, als sie sich als schwerstbehindert
dargestellt habe, die Autofahrprüfung erfolgreich bestanden habe (act. G 20). Mit
Stellungnahme vom 20. Dezember 2011 reicht die Beschwerdegegnerin Kopien aus
den Strafakten ein. Daraus gehe hervor, dass die Beschwerdeführerin, wenn sie sich
unbeobachtet gefühlt habe, ihren Gehstock nicht benutzt habe, so etwa bei einem
Diebstahl von 2 Kühlschränken auf dem Areal einer Entsorgungsfirma am 13. August
2009. Die Tat sei von einer Überwachungskamera festgehalten worden (act. G 22).
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B.f In der Eingabe vom 23. Januar 2010 weist die Beschwerdeführerin darauf hin,
dass bei der Sichtung der Strafakten die Unschuldsvermutung zu berücksichtigen sei.
Ihre Krankheit sei durch die Dres. C._ und D._ ausgewiesen. Das Absolvieren einer
Fahrprüfung schliesse das Vorhandensein einer psychischen Krankheit nicht aus. Sie
habe keinen unrechtmässigen Leistungsbezug erwirken wollen. Das zeige sich nur
schon daran, dass sie vorübergehend in einem alternativen Arbeitsmarkt bei der
Stiftung G._ gearbeitet habe. Diese Stelle, die auf ihre psychische Erkrankung
abgestimmt gewesen sei, habe sie jedoch mittlerweile verloren (act. G 24). Im
beigelegten Schreiben der Stiftung vom 5. Januar 2012 wurde von einer allergischen
Erkrankung berichtet und auf die Möglichkeit einer IV-Früherfassung hingewiesen (act.
G 24.1).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin umstritten.
1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
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Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen).
1.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG (in der seit 1. Januar 2008 gültigen Fassung) besteht
der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens
zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% invalid ist.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein Anspruch auf eine halbe
Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein Anspruch auf eine
Viertelsrente.
1.4 Vorab ist zu bemerken, dass die Überwachung vom 1. bis 4. Juli 2009 (vgl. den
Ermittlungsbericht vom 8. Juli 2009, act. G 6.51) zumindest die Frage nach dem
hinreichenden Anfangsverdacht aufwirft, da sich die Beschwerdegegnerin hierzu nur
knapp und scheinbar ohne Beizug medizinischen Sachverstands äusserte ("Eine
derartige Diagnose ist für eine Frau mit Blick auf das junge Alter der Versicherten
äusserst ungewöhnlich. Der vollkommene soziale Rückzug müsste mittels
Überwachung bestätigt oder widerlegt werden können"; act. G 6.50, S. 3). Ob die
Überwachung zu Recht erfolgte und ob das Überwachen innerhalb privater
Räumlichkeiten (Einkaufsgeschäft; wobei eine Zustimmung des Eigentümers zur
Überwachung nicht dokumentiert ist) vorliegend zulässig gewesen sind, kann mangels
Entscheidwesentlichkeit jedoch offen bleiben.
2.
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Zunächst ist zu klären, auf welcher medizinischen Grundlage die Restleistungsfähigkeit
der Beschwerdeführerin zu beurteilen ist.
2.1 Vom 6. Mai bis 4. Juni 2008 war die Beschwerdeführerin in der Psychiatrischen
Klinik B._ hospitalisiert. Der dort behandelnde Arzt bescheinigte zwar bei Austritt eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit. Allerdings ist diese für die Zeit nach dem Austritt nicht
näher begründet. Sie scheint deshalb lediglich im Zusammenhang mit der
Hospitalisation, nicht jedoch für einen längeren Zeitraum danach erfolgt zu sein. Eine
dauerhafte Einschränkung kann dem Austrittsbericht vom 4. Juni 2008 zumindest nicht
entnommen werden. Diese Sichtweise wird dadurch bestätigt, dass die
Beschwerdeführerin in gutem Allgemeinzustand hatte entlassen werden können,
insbesondere bei normalem Antrieb sowie ausgeglichenem Affekt (act. G 6.41-9), und
im Bericht der Psychiatrischen Klinik vom 5. Januar 2009 die entsprechenden Fragen
nach der Arbeitsfähigkeit offen gelassen wurden (act. G 6.25).
2.2 Die behandelnde Psychiaterin bescheinigte der Beschwerdeführerin am
31. August 2009 aus psychischen Gründen eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Dabei
stützte sie sich im Wesentlichen auf die Angaben sowie das anlässlich der Behandlung
gezeigte Verhalten der Beschwerdeführerin (act. G 6.41). In der ergänzenden
Stellungnahme vom 26. Oktober 2009 führte Dr. D._ aus, dass die von der
Beschwerdeführerin geschilderten Einschränkungen in der Ausübung jeglicher
Tätigkeiten (immer passiv im Bett liegen, keine Interessen, Kommunikation nur mit
Familienmitgliedern usw., act. G 6.42) auch gegenwärtig noch geltend gemacht würden
(act. G 6.43). Mit Blick darauf, dass die Beschwerdeführerin ab 18. August 2009 bei
einer Fahrlehrerin regelmässig, d.h. während mehrerer Wochen, 11⁄2-stündige
Fahrstunden nahm (act. G 22.130, S. 2), dabei von der Fahrlehrerin als "sehr aufgestellt
und fröhlich" wahrgenommen wurde (act. G 22.130, S. 4), und bereits zuvor mit dem
Lernfahrausweis das Fahrzeug ihrer Eltern lenkte (act. G 22.133, S. 13), als Lenkerin
eines Fahrzeugs am 13. August 2009 auf einem privaten Entsorgungsareal ohne die
Benützung von Gehhilfen beteiligt war, 2 Kühlschränke in ein Fahrzeug einzuladen (act.
G 22.134), bestehen erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit des von der
Beschwerdeführerin bei der behandelnden Psychiaterin gezeigten Verhaltens und an
den dort gemachten Angaben. Da die Einschätzung der behandelnden Psychiaterin
vom 31. August 2009 sich auf die fraglichen Angaben der Beschwerdeführerin sowie
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ihrer Mutter und des gezeigten Verhaltens gründet, das sich mit dem Verhalten in den
Videosequenzen nicht vereinbaren lässt, wie die behandelnde Ärztin bei der Befragung
durch die Beschwerdegegnerin am 7. Januar 2010 einräumte (act. G 6.54, S. 7),
erweist sie sich als nicht beweiskräftig. Nachdem die behandelnde Psychiaterin im
Verlaufsbericht vom 10. Februar 2010 bei bescheinigtem verbessertem
Gesundheitszustand und geänderter Diagnose keine Stellung zur Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin mehr nimmt, sondern lediglich auf deren Selbsteinschätzung
(100%ige Arbeitsunfähigkeit) hinweist (act. G 6.56), bildet auch diese medizinische
Stellungnahme keine taugliche Grundlage für die Beurteilung des Rentenanspruchs.
2.3 Betreffend das Gutachten von Dr. C._ vom 25. Februar 2009 ist vorab zu
bemerken, dass die Beschwerdeführerin am 7. Januar 2010 angab, ihr
Gesundheitszustand habe sich seither nicht verbessert, sondern eher verschlechtert
("nun auch Probleme mit den beiden Händen"; act. G 6.54, S. 4). Mit Blick auf die
vorstehend genannten erheblichen Inkonsistenzen (vgl. vorstehende E. 2.2) ist deshalb
davon auszugehen, dass bereits das anlässlich der Begutachtung gezeigte Verhalten
der Beschwerdeführerin und die vom Gutachter unbesehen übernommenen Angaben
der Beschwerdeführerin bzw. ihrer Mutter nicht aussagekräftig waren. Für eine kritische
Haltung gegenüber den Angaben der Beschwerdeführerin und von deren Mutter hätte
der Gutachter wohl Anlass gehabt. So gab die Beschwerdeführerin - sofern sie
überhaupt eine Reaktion zeigte - lediglich mit Mühe einige Antworten auf die Fragen
des Gutachters. Meistens habe sie jedoch mit den Schultern gezuckt oder diskrete
Kopfbewegungen gemacht. Demgegenüber habe sie "erstaunlicherweise" "völlig
problemlos" eine Menge der einzunehmenden Medikamente genannt (act. G 6.34-4).
Vor diesem Hintergrund bildet die gutachterliche Beurteilung, die sich im Wesentlichen
auf die Angaben der Beschwerdeführerin bzw. ihrer Mutter stützte (vgl. act. G 6.34-5),
keine verlässliche Beweisgrundlage.
2.4 Die am 25. Januar 2010 vorgenommene Stellungnahme des RAD-Arztes, der am
Standortgespräch vom 7. Januar 2010 aktiv teilnahm (act. G 6.54), beruht auf eigenen
Beobachtungen, einer eigenständigen Befunderhebung und erfolgte in Kenntnis der
Vorakten. Unter Mitberücksichtigung der Überwachungsergebnisse kam der RAD-Arzt
zum Schluss, dass der Beschwerdeführerin die Ausübung einer sitzenden leichten
Tätigkeit zumutbar sei. Quantitative Einschränkungen benannte er nicht (act. G 6.55).
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Diese Beurteilung ist schlüssig begründet und leuchtet mit Blick auf das Verhalten der
Beschwerdeführerin (problemloses Absolvieren Fahrzeugführerausbildung,
Wahrnehmungen Chauffeurdienst sowie Behändigung Kühlschränke; vgl. vorstehende
E. 2.2) ein. Selbst wenn im Übrigen davon ausgegangen würde, die Überwachung sei
unrechtmässig und der RAD-Arzt hätte deren Ergebnisse nicht verwerten dürfen,
änderte dies nichts. Denn gemäss Schilderungen der Beschwerdegegnerin (act. G 6)
sind die daraus gewonnenen Erkenntnisse im Vergleich zur Fahrzeugführerausbildung
und zum genannten Abtransport der Kühlschränke nicht aussagekräftiger. Es ist daher
ohne weiteres davon auszugehen, dass der RAD-Arzt in Kenntnis der
Fahrzeugführerausbildung, der Wahrnehmungen der Fahrlehrerin sowie des
Abtransports der Kühlschränke, zum gleichen Schluss betreffend die Arbeitsfähigkeit
gelangt wäre, auch wenn er keine Kenntnis von den Überwachungsergebnissen gehabt
hätte. Dies hat umso mehr zu gelten, als diese Vorgänge noch mehr in Widerspruch
zum Verhalten und zu den gemachten Aussagen der Beschwerdeführerin anlässlich der
Begutachtung durch Dr. C._ bzw. der Behandlung bei Dr. D._ stehen, worauf die
Beschwerdegegnerin zu Recht hinwies (act. G 22). Diese Vorgänge belegen im
Übrigen, dass es der Beschwerdeführerin durchaus zumutbar ist, die ihr vom RAD-Arzt
bescheinigte Arbeitsfähigkeit zu verwerten. Von weiteren Abklärungen ist abzusehen,
da von ihnen angesichts des inkonsistenten Verhaltens der Beschwerdeführerin und
der gestützt darauf erfolgten nicht aussagekräftigen echtzeitlichen medizinischen
Einschätzungen keine neuen Erkenntnisse für den bis zum Verfügungserlass
eingetretenen Sachverhalt zu erwarten sind.
2.5 Aus dem Schreiben der Stiftung G._ vom 5. Januar 2012 (act. G 24.1) vermag
die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten abzuleiten, da dessen Inhalt nicht den
vorliegend zu beurteilenden Sachverhalt bis zum Verfügungserlass vom 12. Mai 2010
beschlägt, weshalb sich Weiterungen hierzu erübrigen.
2.6 Gestützt auf die Einschätzungen des RAD-Arztes vom 25. Januar 2010 ist mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
durch die von ihr geklagten Leiden zumindest nicht dauerhaft und in rentenrelevantem
Umfang in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt war. Weil von einer
uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten auszugehen ist
und die Beschwerdeführerin als Gesunde nicht überdurchschnittlich verdient hat (act.
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G 6.18), kann ein Einkommensvergleich unterbleiben, da offensichtlich - und selbst bei
einem 25%igen Tabellenlohnabzug - keine rentenbegründende Invalidität resultieren
würde.
3.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie
vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der von ihr geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat die
Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP